Source: https://blfd.bayern.de/information-service/denkmaleigentuemer/index.html
Timestamp: 2020-03-31 10:47:25
Document Index: 326618558

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 8']

Möchten Sie Ihr denkmalgeschütztes Haus umbauen oder renovieren? Oder sind auf Ihrem Grundstück archäologische Ausgrabungen notwendig? Unsere Gebietsreferentinnen und -referenten beraten Sie kostenfrei. Sie sind Ihre Ansprechpersonen für alle fachlichen Fragen zu Bau- und Bodendenkmälern. Auch bei Spezialthemen wie Barrierefreiheit, Brandschutz, Energetische Ertüchtigung, Sichtbetoninstandsetzung, Tragwerksplanung oder die Feststellung von Bodendenkmälern im Vermutungsfall informieren und beraten wir Sie.
Da viele Denkmaleigentümer vor ähnlichen Überlegungen und Herausforderungen stehen, wenn es um bauliche Maßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden geht, haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.
Gerne können Sie sich auch direkt an das Landesamt wenden. Die richtige Ansprechperson für Ihr Anliegen finden Sie hier.
Das Bayerische Denkmalschutzgesetz definiert Denkmäler als "von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt" (Art. 1 Abs. 1 BayDSchG). Die Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes gelten für Bau- und Kunstdenkmäler, Bodendenkmäler und bewegliche Denkmäler.
Zu den Baudenkmälern gehören neben Gebäuden auch Gartenanlagen, Stadtmauern oder Brücken. Eine Mehrheit von baulichen Anlagen, bei der das Orts-, Platz- oder Straßenbild insgesamt erhaltungswürdig ist, gilt als Ensemble.
„Bodendenkmäler sind bewegliche und unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden und in der Regel aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit stammen“ (Art. 1 Abs. 4 BayDSchG). Das können beispielsweise Grabhügel der Ur- und Frühgeschichte sein, Reste römischer Bauten oder mittelalterlicher Siedlungen.
Bewegliche Denkmäler sind z.B. historische Lokomotiven und Schiffe, Skulpturen, Möbel.
Ist mein Haus ein Denkmal oder befindet sich ein Bodendenkmal auf meinem Grundstück?
Ob ein Gebäude als Denkmal erfasst ist oder ob sich auf einem Grundstück ein Bodendenkmal befindet - darüber gibt der Bayerische Denkmal-Atlas Auskunft. Er informiert über den aktuellen Stand der Bau- und Bodendenkmäler sowie Ensembles in ganz Bayern. Flächenscharf, d. h. bis auf die Ebene eines Gebäudes oder eines Gebäudeteils, sind hier die Baudenkmäler und Ensembles kartiert; die Bodendenkmäler werden in ihrer derzeit bekannten Ausdehnung dargestellt.
Der Bayerische Denkmal-Atlas wird täglich aktualisiert. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Ihr Objekt gerade noch in Bearbeitung befindet.
Baudenkmäler: Denkmalschutz bedeutet nicht, dass ein Gebäude nicht mehr verändert werden darf. Vielmehr ist es wünschenswert, dass Baudenkmäler genutzt und bewohnt werden. Natürlich sollen dabei die historischen Besonderheiten des Gebäudes bewahrt werden.
Bodendenkmäler: Bodendenkmäler sind einzigartige Zeugnisse der Vergangenheit, solange sie im Boden in ihrer ursprünglichen Umgebung eingebettet bleiben. Archäologische Grabungen liefern zwar wichtige Informationen, doch sie bedeuten auch die Zerstörung eines Bodendenkmals – und sie verursachen Kosten für den Veranlasser einer Grabung. Deshalb sollten derartige Maßnahmen nur dann durchgeführt werden, wenn sie nach Abwägung aller Interessen unumgänglich sind.
Denkmalschutzrechtliche Erlaubnis: Für jede Veränderung an einem Denkmal muss der Eigentümer eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis bei der Unteren Denkmalschutzbehörde, z.B. beim Landratsamt oder bei der kreisfreien Stadt beantragen. Bevor die Untere Denkmalschutzbehörde über den Erlaubnisantrag entscheidet, holt sie in der Regel die fachliche Stellungnahme des Landesamts als beratende Denkmalfachbehörde ein. Auch wenn für eine Maßnahme keine Baugenehmigung erforderlich ist, bedarf jede verändernde Maßnahme an einem Denkmal der Erlaubnis. Für Eingriffe in Bodendenkmälern und dort wo solche zu vermuten sind, ist ebenfalls eine gesonderte Erlaubnis erforderlich, die nicht durch die Baugenehmigung ersetzt werden kann.
Wer erteilt die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis?
Für Baudenkmäler legt das Bayerische Denkmalschutzgesetz in Art. 6 BayDSchG (Maßnahmen an Baudenkmälern) fest: „Wer Baudenkmäler beseitigen, verändern oder an einen anderen Ort verbringen will, […] bedarf der Erlaubnis.“
Für Bodendenkmäler ist in Art. 7 BayDSchG (Ausgraben von Bodendenkmälern) im ebenfalls festgelegt: „Wer auf einem Grundstück nach Bodendenkmälern graben oder zu einem anderen Zweck Erdarbeiten auf einem Grundstück vornehmen will, obwohl er weiß oder vermutet oder den Umständen nach annehmen muß, daß sich dort Bodendenkmäler befinden, bedarf der Erlaubnis.“
Diese sogenannte denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erteilt die Untere Denkmalschutzbehörde des jeweiligen Landkreises bzw. der jeweiligen kreisfreien Stadt: Eine rechtlich belastbare, sachgerechte Abwägung der verschiedenen betroffenen öffentlichen Belange liegt in ihrer Zuständigkeit und in ihrem Ermessen. Bevor die Untere Denkmalschutzbehörde über den Erlaubnisantrag entscheidet, holt sie in der Regel die fachliche Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege ein.
Die Kosten für die Erhaltung und Instandsetzung von Denkmälern können die finanzielle Leistungsfähigkeit des Eigentümers überschreiten. Es ist häufig jedoch möglich, diese Belastungen durch zahlreiche direkte und indirekte Finanzierungshilfen erheblich zu vermindern.
Wichtig ist, dass Finanzierungshilfen nur gewährt werden, wenn die Maßnahme vor Beginn mit uns abgestimmt ist. Die Abstimmung erfolgt am besten direkt mit dem für die Region zuständigen Referentin oder Referent. Besitzen Sie ein Baudenkmal, gehen Sie am besten zu den Sprechtagen Ihres Gebietsreferenten bei den Unteren Denkmalschutzbehörden. Geht es um ein Bodendenkmal, dann können Sie mit Ihrer Ansprechperson einen Termin vor Ort ausmachen.
Welche Aufgabe hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege?
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Aufgabe des Landesamtes ist es, die Denkmäler Bayerns als kulturelle Zeugnisse vergangener Zeiten für die kommenden Generationen zu bewahren. Denkmalerforschung und Denkmalerfassung sind daher ebenso Teil unseres Auftrags wie die Pflege von Bau-, Kunst- und Bodendenkmälern und die Beratung der Eigentümerinnen und Eigentümer von Denkmälern in allen Belangen. Auch für Fachleute, wie Archäologen, Architekten und Restauratoren, sind wir Ansprechpartner und unterstützen mit Wissen und Informationen.
Welche Aufgabe hat die Untere Denkmalschutzbehörde?
Während das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege für alle fachlichen Fragen zuständig ist, ist der Vollzug des Denkmalschutzgesetzes Aufgabe der Unteren Denkmalschutzbehörden der Landkreise bzw. kreisfreien Städte. So wird beispielsweise die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis von der Unteren Denkmalschutzbehörde erteilt.
BAULICHE MASSNAHMEN AN DENKMALGESCHÜTZTEN GEBÄUDEN: WORAUF BAUHERREN ACHTEN SOLLTEN
Wenn Sie an Ihrem Baudenkmal Instandsetzungs- oder Änderungsmaßnahmen vornehmen wollen, brauchen Sie eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis und/oder eine Baugenehmigung. Dies gilt für bauliche Maßnahmen sowohl im Außen- als auch im Innenbereich eines denkmalgeschützten Gebäudes.
Neben der Bayerischen Bauordnung ist dabei grundsätzlich zu beachten: „Wer Baudenkmäler beseitigen, verändern oder an einen anderen Ort verbringen oder geschützte Ausstattungsstücke beseitigen, verändern, an einen anderen Ort verbringen oder aus einem Baudenkmal entfernen will, bedarf der Erlaubnis. Der Erlaubnis bedarf auch, wer in der Nähe von Baudenkmälern Anlagen errichten, verändern oder beseitigen will, wenn sich dies auf Bestand oder Erscheinungsbild eines der Baudenkmäler auswirken kann.“ (Art. 6 Bayerisches Denkmalschutzgesetz)
Bitte wenden Sie sich daher rechtzeitig vor Beginn einer Maßnahme an die Untere Denkmalschutzbehörde Ihres Landratsamtes bzw. Ihrer Stadtverwaltung. Beschreiben Sie Ihr Vorhaben und fragen Sie nach, ob dafür eine Baugenehmigung oder eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis erforderlich ist.
Sie können gerne auch einen Gesprächstermin mit Ihrem/r zuständigen Gebietsreferenten/in vereinbaren.
Checkliste – Schritt für Schritt
Informieren Sie die Untere Denkmalschutzbehörde über Ihr Vorhaben.
Vereinbaren Sie dort ein Beratungsgespräch mit Ihrem zuständigen Gebietsreferenten.
Erstellen Sie ein Planungskonzept und ermitteln Sie die Kosten, am besten in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro.
Stimmen Sie die geplanten Maßnahmen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Gebietsreferenten ab.
Stellen Sie den Antrag für eine Baugenehmigung bzw. für eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis.
Nach Erteilung des Genehmigungs- bzw. Erlaubnisbescheids durch die Untere Denkmalschutzbehörde können Sie mit den geplanten Maßnahmen beginnen.
Die Durchführung erfolgt unter der Betreuung des jeweiligen Gebietsreferenten.
Die Checkliste finden Sie auch hier zum Download.
BAUVORHABEN UND BODENDENKMÄLER: WORAUF BAUHERREN ACHTEN SOLLTEN
Im Bereich eines bekannten Bodendenkmals bzw. dort, wo ein Denkmal zu vermuten oder den Umständen nach anzunehmen ist, bedarf ein Eingriff in den Boden der Erlaubnis nach Art. 7 Abs. 1 BayDSchG durch die Untere Denkmalschutzbehörde (Landratsamt, Stadt). Diese Erlaubnis wird nicht durch eine Baugenehmigung oder durch eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG ersetzt. Die Bauverwaltungen der Kommunen bemühen sich, Planer und Bauherren frühzeitig auf die bekannten Bodendenkmäler im Bereich eines Bauvorhabens aufmerksam zu machen.
Zu den erlaubnispflichtigen Erdarbeiten gehören u.a. das Errichten von Gebäuden, die Anlage von Verkehrsflächen, Parkplätzen, Gräben oder Brunnen, die Verlegung von Kanälen oder Leitungen aller Art. Bitte beachten Sie, dass auch das Anlegen von Versorgungstrassen zur Baustelle sowie weiterer Baustelleneinrichtungen (z. B. Bürocontainer oder Lagerflächen) ebenso wie die Anlage von Deponieflächen oder die Biotopgestaltung erlaubnispflichtig sein kann, besonders wenn dazu in den Oberboden eingegriffen wird. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Broschüre Baumaßnahmen am Baudenkmal. Informationen für Bauherren.
Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit dem zuständigen Gebietsreferenten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.
Sofern Sie Bauherr sind, beauftragen Sie im nächsten Schritt eine archäologisch qualifizierte Fachfirma (Grabungsfirma). Sie plant die Grabung, erstellt ein Konzept und entwickelt die Kostenabschätzung für die erforderliche archäologische Maßnahme. Diese Planung wird mit dem Landesamt abgestimmt.
Sie stellen bei der Unteren Denkmalschutzbehörde einen Erlaubnisantrag für die archäologische Grabung.
Sobald der Erlaubnisbescheid der Unteren Denkmalschutzbehörde vorliegt, können Sie mit der Grabung beginnen.
Die spezialisierte Grabungsfirma führt die denkmalpflegerische Maßnahme durch. Betreut wird die Grabung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.
Im Bayerischen Denkmalschutzgesetz ist festgeschrieben, dass der Fund eines Bodendenkmals sofort bei der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gemeldet werden muss. (Art. 8 BayDSchG).
Das Meldeformular zum Download.
Denkmalvermutung und Bauvorhaben
Möchten Sie überprüfen lassen, ob in dem von ihm zu bebauenden Gebiet ein Bodendenkmal vorliegt, so geschieht dies immer erst nach Erteilung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis. Ein fachlich begleiteter Oberbodenabtrag und eine Voruntersuchung erfolgen durch unsere GrabungstechnikerInnen. Für private Bauherren, eingetragene und gemeinnützige Vereine, landwirtschaftliche Betriebe und Kommunen ist die Denkmalfeststellung im Vermutungsfall kostenlos. Ausnahmen betreffen die Erschließung von Gewerbegebieten.
Werden Bodendenkmäler festgestellt, müssen die anschließenden Maßnahmen zur Bergung und Dokumentation (Ausgrabung) von qualifizierten archäologischen Fachfirmen durchgeführt werden. Diese Kosten trägt der Inhaber der denkmalrechtlichen Erlaubnis im Rahmen der Zumutbarkeit.
Wer von unserem Team an GrabungstechnikerInnen für Ihr Gebiet zuständig ist, entnehmen Sie der unten stehenden Karte.
HINWEIS AUF FACHFIRMEN
Archäologische Ausgrabungen werden nicht vom Landesamt, sondern von archäologisch qualifizierten, privatwirtschaftlich tätigen Grabungsfirmen durchgeführt. Wir können aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Fachfirmen empfehlen. Ist eine besondere fachliche Qualifikation erforderlich, weist die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis darauf hin.
Broschüre für Denkmaleigentümer
Baumaßnahmen am Baudenkmal. Informationen für Bauherren
Denkmäler und Solarenergie