Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.03.1987&Aktenzeichen=5%20StR%20272/86
Timestamp: 2020-01-27 13:50:52
Document Index: 6866314

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 130', '§ 177', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 263', 'BGH', '§ 247', 'BGH', '§ 266', 'BGH', '§ 266', 'BGH', '§ 128', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.03.1987 - 5 StR 272/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1090
BGH, 17.03.1987 - 5 StR 272/86 (https://dejure.org/1987,1090)
BGH, Entscheidung vom 17.03.1987 - 5 StR 272/86 (https://dejure.org/1987,1090)
BGH, Entscheidung vom 17. März 1987 - 5 StR 272/86 (https://dejure.org/1987,1090)
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Keine Zahlungsunfähigkeit bei Verzicht der Gläubiger auf ernsthafte Geltendmachung ihrer Forderungen
HGB § 130b, § 177a; StGB § 266 Abs. 1
ZIP 1987, 1180
NStZ 1987, 279
StV 1987, 343
BB 1987, 1126
JR 1988, 254
Diese Rechtsprechung hat der Bundesgerichtshof in der Folge auch auf Fälle der GmbH & Co. KG erstreckt, in denen der Geschäftsführer einer Komplementär-GmbH die Bankrotthandlungen mit Zustimmung der Gesellschafter dieser Kapitalgesellschaft und damit der Komplementärin vorgenommen hatte (BGH wistra 1989, 264, 267; aA BGH wistra 1984, 71; JR 1988, 254, 255 f. m. abl. Anm. Gössel; offen gelassen von BGH NJW 1992, 250, 252).
Denn das Vermögen juristischer Personen ist Fremdvermögen für ihre Anteilseigner, auch wenn alle Anteile in einer Hand vereinigt sind (BGHSt 3, 32, 39 [BGH 24.06.1952 - 1 StR 153/52]/40; BGH bei Holtz MDR 1979, 806; BGH, NStZ 1987, 279;… Hübner in LK 10. Aufl. § 266 Rdn. 22 a.E. m.w.N.; vgl. BGH wistra 1984, 71).
Trotz Zustimmung des oder der Gesellschafter hat die Rechtsprechung in einer Reihe von Einzelfällen (zuletzt BGH NStZ 1987, 279) in diesem Sinne entschieden: Der Alleingesellschafter einer GmbH, der entgegen § 30 Abs. 1 GmbHG das nach dem Gesellschaftsvertrag ausgewiesene Stammkapital, also das rechnerisch nach Bilanzierung (erforderlichenfalls. mit "Zerschlagungswerten") die Verbindlichkeiten übersteigende Reinvermögen in Höhe der Stammkapitalziffer (vgl. BGHZ 76, 326, 335) [BGH 24.03.1980 - II ZR 213/77], angreift, begeht Untreue (BGHSt 3, 32, 40 [BGH 24.06.1952 - 1 StR 153/52]; BGHSt 9, 203, 216) [BGH 12.01.1956 - 3 StR 626/54].
Demzufolge bestimmt sich auch die Höhe des dem Angeklagten anzulastenden Nachteils und damit des großen Ausmaßes i.S.v. § 266 Abs. 2, § 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 StGB - wenn wie hier eine Untreue zum Nachteil der Komplementär-GmbH nicht festgestellt ist (dazu vgl. auch BGH, Urteil vom 17. März 1987 - 5 StR 272/86) - nach der Summe der zugefügten Nachteile hinsichtlich der Kommanditisten, die entweder form- und fristgerecht Strafantrag gestellt haben oder die nicht in einer durch § 247 StGB privilegierten Beziehung zum Angeklagten standen bzw. stehen.
Inbegriffsrüge (Inbegriff der Hauptverhandlung: Protokollierung der Verlesung von …
a) Soweit der Gesellschaftsanteil des Angeklagten betroffen ist, schließt sein Einverständnis die Annahme eines Vermögensschadens aus (…BGHR StGB § 266 Abs. 1 Nachteil 25; BGH NStZ 1987, 279;… Fischer aaO § 266 Rn. 113).
Zwar kommt, worauf der Generalbundesanwalt zutreffend hinweist, - eine anteilige Schädigung der GmbH im Verhältnis ihrer Einlageleistung zur Gesamteinlage in Betracht (vgl. BGH NStZ 1987, 279; Soyka, Untreue zum Nachteil von Personengesellschaften, S. 64, jew. auch zu weiteren möglichen Schadenspositionen).
Dieser Nachteil kann wegen der Haftung der GmbH für die Verbindlichkeiten der GmbH & Co. KG (§§ 128, 161 II HGB) größer sein, als der ihr nach dem Gesellschaftsvertrag im Innenverhältnis zustehende Anteil am Gesamthandsvermögen (vgl. BGH, Urt. v. 17. März 1987 - 5 StR 272/86 = wistra 87, 216 f), den das Landgericht im einzelnen nicht festgestellt hat.
BGH, 22.02.1991 - 3 StR 348/90
Straftaten gegen das Vermögen: Untreue bei KG
Bei einer KG kann die Schädigung des Gesamthandvermögens zu einem im Rahmen des § 266 StGB bedeutsamen Vermögensnachteil nur führen, wenn und soweit sie zugleich das Vermögen der einzelnen Gesellschafter berührt; deren Einverständnis schließt die Annahme von Untreue aus, soweit sie selbst betroffen sind (BGHZ 100, 190, 192 f, 197; BGH NStZ 1987, 279).
Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat auf folgendes hin: Für die Bemessung der Einzelstrafe im Fall C II kann erheblich sein, wie sich die Tat auf die Vermögenslage der GmbH ausgewirkt hat (vgl. BGH NStZ 1987, 279 f).
OLG Stuttgart, 14.11.1988 - 1 Ws 345/88
Antrag auf Klageerzwingung; Vorwurf einer Urkundenfälschung und eines versuchten …