Source: https://issuu.com/pflichtschullehrer/docs/aps_2009_06
Timestamp: 2017-03-30 17:44:07
Document Index: 357313532

Matched Legal Cases: ['§\u20092', '§\u20092', '§ 59', '§ 60', '§\n1', '§\n5', '§\n3', '§\n59', '§ 59', '§ 59', '§ 58', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 60', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 63', '§ 61', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 63', '§ 44', '§106', '§ 8', '§ 47', '§ 2', '§ 47', '§ 49', '§ 49', '§\u202f43', '§ 47', '§ 49', '§ 20', '§ 13', '§ 49', '§ 8']

APS_2009_06 by Martin Höflehner - issuu
Foto: Miredi - Fotolia.com
allen Wählerinnen und Wählern
Neue Gehalts- &
Zulagentabellen
Presse­haus Druck- und Verlags­
ges.m.b.H., Gutenberg­straße 12,
Dienst, 1010 Wien, Schenken­
straße 4/V.
Mitglie­der der GÖD, Gewerk­
schaft Pf­licht­schul­lehrerinnen
3	Gebrochene Versprechungen am laufenden Band
4	Die Ergebnisse der PV-Wahl 2009
8	Cui bono? Wozu ein neues
10 Der große Pflichtschul	lehre­rInnen-Fotowettbewerb 2
12	Neue Gehalts- & Zulagentabellen
16	Kinderbetreuungsgeld
(KBG Stand 12/09)
18	Gesetzliche Sanktionsmöglich­
keiten (in) der Schule
Ich möchte mich auf diesem Wege für die großartige
Wahlbeteiligung (78 % der Lehrerinnen und Leh­
rer haben von ihrem demokratischen Wahlrecht
Gebrauch gemacht) bei allen Wählerinnen und
Wählern aufrichtig bedanken.
Ein Beweis dafür, dass Personalvertretung und
Gewerkschaft nicht nur toleriert, sondern in höchs­
tem Maße anerkannt sind. Vor allem aber dafür, dass
die erfolgreiche Arbeit dieser beiden Organisatio­
nen respektiert und honoriert wird.
Ein Auftrag, die im § 2 Abs. 1 des Bundes-Personal­
vertretungsgesetzes – PVG klar geregelten Aufga­
ben im Interesse der Bediensteten zu wahren und
§ 2 (1) Die Personalvertretung ist nach Maßgabe der
Bestimmungen dieses Bundesgesetzes berufen, die
beruflichen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen
und gesundheitlichen Interessen der Bediensteten
zu wahren und zu fördern. Sie hat in Erfüllung die­
ser Aufgaben dafür einzutreten, dass die zugunsten
der Bediensteten geltenden Gesetze, Verordnungen,
Verträge, Dienstordnungen, Erlässe und Verfügun­
gen eingehalten und durchgeführt werden.
Selbstverständlich werden wir uns – gestärkt durch
diesen hohen Vertrauensbeweis – auch weiterhin
nach bestem Wissen und Gewissen diesen Aufgaben
stellen, um Ihrem Auftrag gerecht zu werden.
Für das Jahr 2010 wünsche ich Ihnen Gesundheit,
Freude an und Erfüllung in Ihrem Beruf.
„To be a teacher is to be forever an optimist.“
Philip Bigler, „Teacher of the Year“ 1998
21	Auch ein Kind ist, was es isst
aps • Ausgabe 6_2009
Mit schöner Regelmäßigkeit wird von den Verantwortlichen des Unterrichtsministeriums
bei geplanten gesetzlichen Änderungen das Blaue vom Himmel herab versprochen – mit
schöner Regelmäßigkeit werden diese Versprechungen gebrochen.
Wer erinnert sich nicht an die Beteuerungen zum Thema Bildungsstandards: keine
­Auswirkungen auf die LehrerInnenbeurteilung, kein Schulranking mit den Bildungs­
Gerechtfertigtes Misstrauen
In allen Besprechungen hat die Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und Pflicht­
schullehrer diese heiklen Punkte angesprochen und stets wurde uns treuherzig versichert,
dass man selbstverständlich nie im Leben daran denken würde, …
In unserer Stellungnahme anlässlich der Gesetzwerdung der Bildungsstandards fand sich
dazu folgende Textstelle:
Grundsätzlich besteht kein Einwand, wenn es um Transparenz, Objektivität und
Vergleichbarkeit bzw. um die Qualitätsverbesserung der österreichischen Schulen geht.
Da es zu diesem Thema bisher nur Informationsveranstaltungen und keine
Verhandlungen gab und im Gesetz nur die Möglichkeit, Bildungsstandards zu verordnen,
festgeschrieben werden soll, möchten wir hier unseren Standpunkt erläutern.
Zusätzlich erschwert ist unsere Stellungnahme durch die Tatsache, dass derzeit
ein Gesetz begutachtet werden soll, das im September 2008 in Kraft treten soll, jedoch
die im Text angekündigte Verordnung derzeit nicht vorliegt.
Von großer Bedeutung für unsere Zustimmung oder Ablehnung sind
• Form und Art, in der die Standards erhoben werden sollen,
• die Zugriffsrechte auf die Ergebnisse der Standards (wer in welcher Form),
• die Sicherstellung, dass die Ergebnisse weder für die Beurteilung von Schülerinnen und
Schülern noch von Lehrerinnen und Lehrern herangezogen werden,
• die Sicherheit, dass die Ergebnisse in keiner Form für Rankings herangezogen
­werden,
• die Sicherstellung, dass die Standards ausschließlich der Weiterentwicklung des öster­
reichischen Schulwesens dienen,
• und die Sicherstellung, dass der durch die Bildungsstandards entstehende Arbeitsauf­
wand mit dem im LDG verankerten Jahresnormmodell kompatibel ist.
Außerdem möchten wir anmerken, dass eine Erhebung der Standards auf der 4. und 8.
Schulstufe nicht sinnvoll sein kann, da in diesem Fall die Schülerinnen und Schüler
anschließend die Schule verlassen und eine weitere Arbeit basierend auf den
Ergebnissen der Standards nicht mehr möglich ist.
Nie im Leben ist manchmal ganz schön kurz
In einem Schreiben vom 31. 10. 2009 teilt das bifie mit, wie die Ergebnisrückmeldung
„Teil 1 des Berichts enthält das aggregierte Gesamtergebnis der Schule. Dieser Bericht
ist öffentlich einsehbar und dem SGA zur Kenntnis zu bringen.“
Das bifie – dem Ministerium unterstellt – ist für Bildungsforschung, Innovation und
Entwicklung des österreichischen Schulwesens zuständig. Einen Namen gemacht hat
es sich unter anderem mit Klagesdrohungen gegen SchülerInnenvertreter sowie dem
Versuch, SchülerInnen bei Testungen ungeniert über deren Elternhaus auszufratscheln.
Nun werkt man an den Bildungsstandards.
Wahlergebnisse Zentralausschüsse
„Wahlberechtigte“
„Abgege- „Ungültibene Stim- ge Stimmen“
„Gültige
Stimmen“
„wiener lehrerInnen
öaab-fcg-clw“
FSG-ZV
2004	10841	7418	309	7109	2453	4	3598	5	1058	1
%	68,43	4,17	95,83	34,51	50,61	14,88	2009	11477	7341	263	7078	3047	5	2831	4	1200	1
%	Differenz in %	Salzburg
2004	4959	%	2009	„Wahlberechtigte“
4958	%	Differenz in %	Kärnten
2004	5041	%	2009	„Wahlberechtigte“
4877	%	Differenz in %	4
63,96	3,58	96,42	–4,46 „Abgegebene Stimmen“
„Ungültige Stimmen“
43,05	40,00	16,95	8,54	–10,61 2,07
clv-fcg-öaab
102	4151	85,76	2,40	97,60	62,01	20,72	17,27	3951	70	1,77	3881	2773	6	„Ungültige Stimmen“
408	0	717	1
98,23	71,45	10,51	18,04	–6,07 „Abgegebene Stimmen“
860	1	Grüne & UL/UG
4253	79,69	2574	5	slö-fsg
9,44 –10,21 ÖLB-FCG
978	2	SLÖ-FSG
AUF-Lehrer
4064	168	3896	80,62	4,13	95,87	25,10	69,46	5,44	3794	163	3631	77,79	4,30	95,70	29,14	65,19	5,67	1058	2	–2,83 2706	5	0,76 2367	5	212	0
4,04 –4,27 0,23 aps • Ausgabe 6_2009
2004	%	%	2004	„Wahlberechtigte“
2063	%	2009	2097	%	Differenz in %	Tirol
68,55	„Wahlberechtigte“
56,88	„Deine PV
FCG – CLV – ÖAAB“
98	3,78	3959	2252	Differenz in %	Burgenland
3787	2596	2009	„Abgegebene Stimmen“
22	0,98	Stimmen
2498	„Ungültige Stimmen“
1705	56	82,65	3,28	1698	63	80,97	3,71	„Ungültige Stimmen“
2230	1002	%	76,98	2009	6790	4930	%	Differenz in %	Bildung – Fenster zur Welt
72,61	2,63	1444	3	1228	„Gültige
1649	2,74 FCG-APS
FSG-SLÖ
711	2	Stimmen
-2,74 Grüne
842	3	Stimmen
96,72	43,12	51,06	5,82	1635	752	2	883	3	nicht kandidiert	96,29	45,99	54,01	0,00	„Gültige
2,88 FCG
2,94 –5,82 SLÖ-FSG
TLI-UG
333	0	1022	1
97,37	73,12	6,61	20,27	71	4859	3767	7	1,44	2	Mandate
99,02	44,93	55,07	2004	6725	5177	136	5041	3686	7	Stimmen
96,22	42,19	57,81	–1,67 „Abgegebene Stimmen“
1054	–11,67 „Abgegebene Stimmen“
„Freie LehrerInnen
FSG – Unabh. – SLV/VLI“
157	0	935	1
98,56	77,53	3,23	19,24	–4,37 4,41 –3,37 –1,03 5
2004	„Wahlberechtigte“
„Abgegebene Stimmen“
12993	%	2009	13173	%	Differenz in %	Oberösterreich
13487	Differenz in %	Steiermark
2004	9252	%	2009	„Wahlberechtigte“
8865	%	Differenz in %	6
APS-AAB-FCG
2273	2	Mandate
11573	8160	9	92,86	4,08	95,92	70,51	19,64	4,14	5,71	12168	727	11441	9389	92,37	5,97	94,03	82,06	17,94	2052	0	Stimmen
492	9	479	Sonstige
12065	„Abgege- „Ungültibene Stim- ge Stimmen“
13826	%	„Gültige
nicht kandidiert	nicht kandidiert	2
-0,49 11,56 -1,71 -4,14 -5,71 %	2009	„Ungültige Stimmen“
11453	283	„Gültige
11170	6665	7	slö-fsg
Grüne & UL/UG
2321	2	Stimmen
2184	2
82,84	2,47	97,53	59,67	20,78	19,55	11320	185	11135	7965	83,93	1,63	98,37	71,53	12,82	15,65	9	1427	1	1743	1
1,10	11,86 –7,96 –3,90 „Abgegebene Stimmen“
4218	5	FSG
7957	281	7676	86,00	3,53	96,47	54,95	25,89	19,16	7556	280	7276	85,23	3,71	96,29	59,68	22,95	17,37	4342	6	–0,77 1987	2	UG
1670	2	1471	2
4,73 –2,93 –1,79 aps • Ausgabe 6_2009
Bildung â&#x20AC;&#x201C; Fenster zur Welt
Die Krise des österreichischen Bildungssystems besteht darin, dass die alte Schule bereits
gestorben ist und die neue noch nicht geboren werden konnte. Die sozioökonomischen
Rahmenbedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, konfrontieren unsere Schulen mit
Herausforderungen, auf die das geltende Dienstrecht keine Antworten gibt. Gedanken im Vorfeld
der Dienstrechtsverhandlungen von MMag. Dr. Thomas Bulant.
MMag. Dr. Thomas Bulant ist Politikwissenschaftler und Historiker, unterrichtet als
Hauptschullehrer in Wien Favoriten und übt die Funktion des Vorsitzenden Stellvertreters in
der PflichtschullehrerInnengewerkschaft aus.
as Engagement und die hohe Lei­
stungsbereitschaft vieler Pflicht­
schullehrerInnen sichern an vie­
len Standorten pädagogische Oasen in der
bildungspolitischen Wüste Österreich.
Viele oftmals einander widersprechende
Wegweiser lassen SchülerInnen, Eltern
und LehrerInnen zwischen den Sanddü­
nen herumirren. Schulgesetzgebung und
Dienstrecht sind veraltete Landkarten. Die
einzelne Oase verheißt den Schulpartnern
Sicherheit. Dabei erfüllen PädagogInnen
an sie herangetragene Aufgaben, die dem
Dienstrecht fremd sind.
Dienst nach Vorschrift würde jenen Qua­
litätsverlust verstärken, den die Politik
durch ihre endlosen ideologischen Gra­
benkämpfe und als Effi­
zienzsteigerung
getarnte Einsparge­lüste seit rund einem
Jahrzehnt zu verantworten hat.
„HÜ fehlt!“
Die qualifizierte Öffentlichkeit kennt die
Probleme, die Eltern und SchülerInnen
mit höheren Schulen haben. Eine oftmals
durch tendenziöse Berichterstattung ver­
stärkte Unzufriedenheit hat ihre Ursachen
einerseits in der falschen Schulwahl vieler
Erziehungsberechtigter, andererseits in der
falschen Schwerpunktsetzung der univer­
sitären Lehrerausbildung.
Politik und Medienwelt haben jedoch fast
keine Ahnung von den Problemen, die Ele­
mentar- und Pflichtschulpäda­
gogInnen
bewältigen müssen, weil andere ihre
Hausaufgaben nicht erledigt haben: Die
Integrationspolitik wird nur unter dem
Sicherheitsaspekt erörtert. In der außer­
schulischen Jugend- und Erziehungsar­
beit gehen der Schule verbreitet die Part­
ner verloren. Jeder Flexibilisierung der
Arbeitszeiten folgt eine wirtschaftspoliti­
sche Feierstunde, ohne die sozialen Aus­
wirkungen einzuberechnen.
Kinder sind einsam. Eine Lobby für sie
ist außerhalb der Schulen selten vorhan­
den. PädagogInnen können die Defizite
vieler SchülerInnen nicht negieren. Vor­
schreibungen des kognitiv dominierten
Lehrplans sind reiner Hohn, wenn man
die vielfältigen Bedürfnisse von Kindern
einer Klasse betrachtet. Die Beziehungs­
arbeit und die Erziehungstätigkeit domi­
nieren die Tagesordnung. Dabei werden
wir PflichtschullehrerInnen zumeist auch
Am Anfang stehen Aufgaben und
Wenn sich nun im Dezember Interessenund Dienstgebervertreter zusammenfin­
den, um über ein neues Dienstrecht zu
verhandeln, sollten sie zuerst einmal über
die Zieldefinitionen nachdenken: Welche
Aufgaben haben österreichische Pädago­
gInnen im 21. Jahrhundert zu erfüllen? Zu
welchen Kompetenzen müssen sie durch
Aus- und Fortbildung befähigt werden?
In welcher Form wird die Wertschätzung
dagogischer Arbeit zum Leitprinzip
politischen Handelns?
Ein neues Dienstrecht darf nicht auf dem
Wüstensand vergangener J­ahre errichtet
werden. Die als Bildungsreform getarnten
Einsparungsdiktate der finanzpolitisch
Verantwortlichen dieser Republik sind
klar abzulehnen. SchülerInnen und Leh­
rerInnen brauchen ein tragfähiges Fun­
dament klarer bildungspolitischer Ziel­
setzungen und abgesicherter Ressourcen.
Die Erfahrungen vergangener Jahrzehnte
haben uns gezeigt, wie leicht man in den
Sanddünen versinken kann.
Zu Beginn der Verhandlungen wird ein
Katalog pädagogischer Aufgaben zu erstel­
len sein. Als nächster Schritt folgt ein Kom­
petenzabgleich, um die Anforderungen
für die zukünftige Aus- und Fortbildung
definieren zu können. Inwieweit die gel­
tenden Dienstrechte befriedigende Ant­
worten auf die Herausforderungen geben,
wird sich als nächstes weisen. Daraus ent­
wickelt sich das Arbeitsprogramm der
Verhandlungspartner: Was müssen wir
den Päda­gogInnen zur Verfügung stellen,
damit sie die an sie gestellten Aufgaben für
alle Schulpartner zufriedenstellend erfül­
len können? Wer die Diskussion über das
Ausmaß der Unterrichtsverpflichtung
oder die angespannte Budgetlage beginnt,
setzt die Schulen einem weiteren Wüsten­
sturm aus.
Foto: moxduul - Fotolia.com
Wozu ein neues Dienstrecht?
Elementar- und Grundschul­
pädagogInnen sollten mehr als
OberstufenlehrerInnen verdienen
Diese Kolumne hat mit der Frage begon­
nen, wem ein neues Dienstrecht nützen
soll. Viele Antworten sind möglich, eine
pro Schulpartner möchte ich in das Zen­
trum der weiteren Erörterung stellen.
Eltern sollen mit ihren Kindern Sicher­
heit in Fragen der Bildungsqualität
erhalten. Dies ist über eine Optimierung
der Betreuungsdichte durch vermehrtes
Teamteaching und der Betreuungsqua­
lität aufgrund einer vollakademischen
Ausbildung aller PädagogInnen auf
Master-Niveau möglich. Der Bachelor
sichert die humanwissenschaftliche und
didaktische Basis für den Lehrberuf, der
Master erzielt die für die jeweilige Alters­
gruppe notwendige Fachausbildung.
Elementar- und PflichtschulpädagogIn­
nen dürfen erwarten, dass der bildungs­
politische Skandal Österreichs durch ein
neues Dienstrecht ein Ende findet: „Je
jünger die Kinder sind, desto geringer
sind die Weiterqualifizierungs­chancen
und die Besoldung ihrer ­LehrerInnen.
Dafür haben sie jedoch die höchste
Unterrichtsverpflichtung und Arbeits­
belastung.“ Aus dem neuen Dienstrecht
muss ersichtlich sein, dass die Einrich­
tungen der Kleinkindpädagogik und
der Pflichtschulen das Fundament des
Bildungsweges eines jeden Kindes sind.
Die Aufwertung dieser pädagogischen
Arbeitsfelder ist die wesentlichste Ziel­
setzung der vor uns stehenden Verhand­
Der Dienstgeber wird gewinnen, wenn er
sich sicher sein kann, dass die den Schu­
len verordneten bildungspolitischen und
gesellschaftspolitischen Aufgaben auch
erfüllt werden können. Daher wird das
Ministerium gut beraten sein, sich nicht
in allgemein gehaltenen Willenskund­
gebungen zu äußern, sondern sich mit­
tels konkreter Aufgabendefinitionen für
die an Schulen arbeitenden Menschen zu
positionieren. Diese Chance haben die Bil­
dungsverantwortlichen jedoch nur, wenn
die Lehrerbildungsreform gelingt und bil­
dungsfremde Tätigkeiten konsequent aus­
gelagert oder durch externe SpezialistIn­
nen vor Ort professionalisiert werden.
Viele LehrerInnen und LeiterInnen sind
derzeit Getriebene der Schuladministra­
tion, obwohl sie vorrangig als ExpertIn­
nen für Unterricht und Erziehung zum
Einsatz kommen sollten. Wenn ein neu­
es Dienstrecht den Schulen einen Quali­
tätsschub ermöglichen soll, hat es unsere
Schulen von Anordnungsunkultur, über­
bordender Bürokratie und Dokumenta­
tionswahnsinn zu befreien. Derzeit wer­
den viele LeiterInnen zu Schreibkräften
und LehrerInnen zu Bildungsbuchhal­
tern degradiert. Gleichzeitig züchten wir
im gesamten Schulbetrieb eine pseudo­
wissenschaftliche Laiengesellschaft heran,
die ohne sozialwissenschaftliche Grund­
ausbildung „auf Teufel komm heraus“
dokumentiert, evaluiert, in Wirklichkeit
aber nur eine unkonzertierte Papierflut
produziert. Den meis­ten Beteiligten blieb
dazu die Sinnfrage bisher unbeantwortet.
Professionalität heißt auch, dass die Eva­
luation allen wissenschaftlichen Kriterien
folgt. Dem bifie wurden dafür ausreichend
finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.
Filialbetriebe an den Schulen sollten wir
uns sparen, die pädagogischen und psy­
chosozialen Herausforderungen an die
LehrerInnen sind ausreichend.
Wenn uns die Gesellschaft zum Zentrum
von Unterricht und Erziehung macht, ist
die Partnerschaft mit den Erziehungs­
berechtigten nicht außer Acht zu lassen.
Eine Kompetenz- und Aufgabenvertei­
lung zwischen Elternhäusern und Schulen
bedingt auch eine zielführende Aufteilung
der Rechte bei Erziehungs- und Bildungs­
maßnahmen. Wir können Verantwortung
für Kinder nur mittragen und sie fördern,
wenn uns das System nicht behindert,
sondern starke Gestaltungsmöglichkeiten
Dienstrechtsverhandlungen hätten eine
neue Qualität, wenn all jene Fragen, die
auf diesen Seiten angeführt worden sind,
erörtert und einer Lösung zugeführt wer­
den. Oasen könnten zusammenwachsen.
Das Vordringen der Wüste würde gestoppt
werden. Ein zweiter Aschermittwoch wür­
de uns nur mehr dann drohen, wenn sich
die Politik dazu verirrt, die Würde des
Menschen mit Füßen zu treten.
m Schuljahr 2008/09 haben wir mit
unserem ersten Fotowettbewerb
einen Versuch gestartet, die Kreati­
vität unserer Kollegenschaft der Öffent­
lichkeit zu präsentieren. Die Zahl der
TeilnehmerInnen, die Qualität der Fotos,
die große Anzahl an Personen, die die
Fotos auf unserer Homepage angesehen
haben, und der gelungene Abschluss­
abend haben uns mutig gemacht. Wir
haben den Bewerb 2 angekündigt und
die Bedingungen durch Themenstellung
aus unserer Sicht noch verschärft. Leider
ist uns die Formulierung zum Bereich
Natur nicht perfekt gelungen. Eigent­
lich wollten wir nur Pflanzen- und Tier­
fotos unter dem Überbegriff Natur. Da
dann aber doch einige TeilnehmerInnen
auch Landschaftsfotos einsandten und
es keine Zeit mehr für Aufklärung und
Austausch der Fotos gab, haben wir uns
in Absprache mit der Jury entschlossen,
diese erweiterte Auslegung des Fotothe­
mas zuzulassen.
Vor einigen Tagen ist mit Ende Novem­
ber die Einreichfrist abgelaufen. Hatten
wir im Vorjahr etwas mehr als fünfhun­
dert Fotos, so sind es diesmal fast ein­
tausendeinhundert Bilder, die die Jury zu
bewerten hat. Diese tagt am 15. Dezem­
ber 2009, zwei bis drei Tage später wird
dann das Mitgliedervoting möglich sein.
Die Möglichkeit, ihre Favoriten mit
einem Sternchen auszuzeichnen, besteht
bis Ende Februar 2010.
Wie auch im Vorjahr wird es Jurysieger
und die Besten des Mitgliedervotings
geben. Diesmal allerdings in jedem The­
menbereich und zusätzlich wird von der
Jury auch noch ein Gesamtsieger aus
allen drei Bereichen ermittelt.
Die Merkur-Versicherung und die
ÖBV  (Österreichische ­Beamten-Versi­
cherung) haben sich wieder als Sponso­
ren für diesen Wettbewerb zur Verfügung
Ich bedanke mich bei allen Kolleginnen
und Kollegen, die diesmal am Fotowett­
bewerb teilgenommen haben. Gleich­
zeitig lade ich alle Fotointeressierten ein,
sich die Bilder im Internet unter www.
pflichtschullehrer.at/ anzusehen, was die
FotokünstlerInnen, die Gernfotografie­
rerInnen eingesendet haben. Gewerk­
schaftsmitglieder können sich zusätzlich
einloggen und am Voting teilnehmen.
Der große PflichtschullehrerInnen-
Ein digitaler Fotowettbewerb
mit drei Themen:
Natur – Pflanzen und Tiere
Gehaltsabkommen für 2010
Gehälter steigen staffelwirksam zwischen 0,94 und 1,23 %!
Die Gehälter der BeamtInnen und Vertragsbediensteten sowie der Bediensteten mit einem
­Sondervertrag steigen staffelwirksam ab 1. Jänner 2010 zwischen 0,94 % bei den höchsten und
1,23 % bei den niedrigsten Gehältern!
Alle Gehälter werden um 0,9 % und dann um 4 Euro erhöht.
Die Zulagen, Nebengebühren und Vergütungen werden ab 1. Jänner 2010 um 0,9 % erhöht!
Gehalts- und Zulagentabellen 2010
ab 1. 1. 2010	DIENSTZULAGEN Pragmatisierte Lehrer/INNEN und Vertragslehrer/INNEN I L	pragm.	Dienstverwendung	Ghst.	EURO	Vtl. I L	EURO	GEhG	1. Volksschullehrer/INNEN	L2a1 an HS, SS, PTS mit Lehramtsprüfung für betreffende Schulart	Differenz zwischen L2a1 u. L2a2	„L2a1 an HS, SS, PTS ohne Lehramtsprüfung
für betreffende Schulart“	1.–9.	72,50	76,10	ab 10.	83,70	88,00	2. LEHRER/INNEN und LEITER/INNEN an HS, SS (mit HS-Lehrplan), PTS	§ 59/5
§ 60/1/1a
Leistungsdifferenzierter Unterricht (D, M, Ib. Fremdspr.)	§
1 Schülergruppe	57,30	60,20	2 od. mehr Schülergr. im selben Unterrichtsgegenstand	71,40	75,20	2 od. mehr Schülergr. in verschiedenen Unterrichtsgegenständen	85,90	90,20	FACHKOORDINATOR/IN an Schwerpunkthauptschulen	KoordinatorIn der Unterrichtstätigkeit der LehrerInnen in D, M, Ib. Fremdspr.	§
5–11 Schülergr., 1–3 Schulstufen	57,30	60,20	5–11 Schülergr., 4 Schulstufen	71,40	75,20	ab 12 Schülergr., 1–3 Schulstufen	71,40	75,20	ab 12 Schülergr., 4 Schulstufen	85,90	90,20	FachkoordinatorIn an Schwerpunkthauptschulen	85,90	90,20	§
LEITER/IN (und prov. LEITER/IN) – HS, SS (mit HS-Lehrplan), selbstständige PTS	§
weniger als 60 Schülergruppen	57,30	60,20	mindestens 60 Schülergruppen	71,40	75,20	LEITER/IN (und prov. LEITER/IN) – sonstige APS mit angeschl. PTS	28,90	30,30	§
3. SCHÜLERBERATER/IN an HS	§
59b/1/1
59b/1/2
59b/3
59b/1/3
59b/1/4
59b/4
1–4 Klassen	67,40	70,80	5–7 Klassen	84,30	88,40	8–9 Klassen	101,10	106,20	10–12 Klassen	112,30	118,00	13–15 Klassen	123,50	129,80	16–18 Klassen	134,90	141,60	mehr als 18 Klassen	146,10	153,50	SCHÜLERBERATER/IN an SS	§ 59b/5
2 Klassen der 5.–9. Schulstufe	22,20	23,20	3 Klassen der 5.–9. Schulstufe	29,40	31,00	4 Klassen der 5.–9. Schulstufe	36,70	38,60	5 Klassen der 5.–9. Schulstufe	42,30	44,30	6 Klassen der 5.–9. Schulstufe	47,80	50,30	7 Klassen der 5.–9. Schulstufe	53,30	56,00	mehr als 7 Klassen	58,90	61,90	12
Dienstverwendung	Ghst.	EURO	EURO	GehG	SCHÜLERBERATER/IN an PTS	§ 59b/6
1–2 Klassen	44,90	47,10	3–4 Klassen	67,40	70,80	5–6 Klassen	89,90	94,30	7–8 Klassen	112,30	118,00	9–10 Klassen 134,90	141,60	11–12 Klassen 157,30	165,20	13–14 Klassen	179,70	188,70	15–16 Klassen 202,20	212,20	17–18 Klassen 224,70	235,80	19–20 Klassen 247,20	259,60	mehr als 20 Klassen	269,70	283,10	4. LEHRER/INNEN für Werkerziehung	Ghst.	L3 an HS, SS, geprüft	1.–5.	80,50	84,70	§ 58/5/3, 6
6.–11.	113,40	119,00	ab 12.	161,10	169,10	L3 an PTS, geprüft	1.–5.	120,40	126,40	6.–11.	153,20	160,70	ab 12.	200,90	210,90	L2b1 an HS, SS, geprüft	1.–5.	24,20	25,40	6.–11.	33,90	35,50	ab 12.	48,20	50,80	L2b1 an PTS geprüft	1.–5.	36,10	37,90	6.–11.	45,80	47,90	ab 12.	60,10	63,20	L3 an HS, SS ungeprüft	47,40	49,90	§ 60/3/1
L3 an PTS, ungeprüft	87,30	91,60	L2b1 an HS, SS ungeprüft	14,20	14,80	§ 60/4
L2b1 an PTS ungeprüft	26,10	27,30	5. RELIGIONSLEHRER/INNEN	Ghst.	L3 an HS, SS ungeprüft	47,40	49,90	§ 60/3/2
L3 an PTS 87,30	91,60	L2b1 an HS, SS	14,20	14,80	§ 60/4
L2b1 an PTS	26,10	27,30	L2a1 an HS, SS, PTS ungeprüft	1.–9.	72,50	76,10	§ 60/1/1b
ab 10.	83,70	88,00	6. FREMDSPRACHENLEHRER/INNEN	Ghst.	L2b1 an HS	72,50	76,10	§ 58/4
L2b1 an PTS	132,80	139,50	L3 an HS	1.–5.	80,50	84,70	§ 58/5/1, 6
6.–11.	113,40	119,00	ab 12.	161,10	169,10	L3 an PTS	1.–5.	120,40	126,40	6.–11.	153,20	160,70	ab 12.	200,90	210,90	L3 geprüft: Erhöhung der DZ um	45,00	47,30	§§ 58/6 u. 115/1
1.–5.	125,70	131,90	6.–11.	158,40	166,40	ab 12.	206,10	216,40	L2a1 an HS, SS, PTS ungeprüft 1.–9.	72,50	76,10	§ 60/1/1c
ab 10.	83,70	88,00	7. Abteilungsunterricht an VS und SS	an VS- oder SS-Klassen in mehrkl. VS (SS)	80,50	84,70	§ 59a/1/1
an ungeteilten einkl. VS (SS) und in geteilten Klassen zweikl. VS (SS)	122,00	128,10	§ 59a/1/2
an geteilten einkl. VS (SS)	167,50	175,90	§ 59a/1/3
8. PRAXISSCHULLEHRER/INNEN	L2a1 (VL, RL) an VS	Differenz zwischen L2a1 u. L2a2	§ 59a/2–5a
L2a2 (VL, RL) an VS (Differenz zw. L2a2 und L1) zweijähriger
Überstellungsverlust, mind. jedoch	96,90	101,80	L2a2 (HL, SL, PTL) an HS, SS, PTS (Differenz zw. L2a2 und L1)
zweijähriger Überstellungsverlust, mind. jedoch	96,90	100,90	L3 (RL an APS, FremdsprachenlehrerInnen an VS und HS) Differenz zw. L3 u. L2b1	L 2b1 (LfWE und RL an APS, FremdsprachenlehrerInnen an HS und PTS)	Differenz zw. L3 u. L2a1
„L2a1 (FremdsprachenlehrerInnen) an VS und HS Unterricht im halben Umfang“	Differenz zw. L2a1 u. L2a2,	jeweils halbe Dienstzulage	9. Betreuerzulage	31,40	§ 63a
10. Vergütung für die Klassenführung bei LANDESLEHRER/INNEN	78,30	§ 61c
Dienstverwendung VERTRAGSLEHRER/INNEN II L	Euro	Vertragsbed. Gesetz
l2a1 an HS, SS, PTS	je Jahres-Wo-Std.	38,40	§ 44a/4/1
l2b1 an HS, SS	je Jahres-Wo-Std.	38,40	l2b1 an PTS	je Jahres-Wo-Std.	70,30	Lehrer, die in D, M bzw. Ib. Fremdspr. leistungsdiff. Unterricht leiten:	§ 44b/1
1 Schülergruppe oder Klasse	jährl.	685,90	2 oder mehr Schülergr. oder Klassen im selben Gegenst.	jährl.	857,10	2 oder mehr Schülergr. oder Kl. in verschied. Gegenst.	jährl.	1.029,80	Abteilungsunterricht: VS, SS – Unterricht mit mehreren Schulstufen:	§ 44a/8/1
in mehrklassigen VS, SS	je Jahres-Wo-Std.	41,60	in ungeteilt einklassigen VS, SS	je Jahres-Wo-Std.	63,40	in geteilt einklassigen VS, SS	je Jahres-Wo-Std.	87,00	LEHRER/INNEN für WE	§ 44a/1/3
l3 an HS, SS geprüft	57,20	l3 an PTS	78,00	l2b1 an HS, SS geprüft	17,30	l2b1 an PTS	23,40	l3 an HS, SS ungeprüft	25,10	§ 44a/5
l3 an PTS	45,90	l2b1 an HS, SS ungeprüft	7,60	l2b1 an PTS	13,70	RELIGIONSLEHRER/INNEN	§ 44a/5
l3 an HS, SS geprüft	25,10	l3 an PTS	45,90	l2b1 an HS, SS	7,60	l2b1 an PTS	13,70	Betreuerzulage	31,70	§ 63a
Vergütung für die Klassenführung	79,00	§ 44e
VERTRAGSLEHRER/INNEN
1	1.448,30	1.599,50	1.738,90	1.859,30	-	2.260,30
2	1.471,30	1.628,30	1.791,30	1.915,70	2.081,60	2.260,30
3	1.494,10	1.656,30	1.843,30	1.972,30	2.154,20	2.260,30
4	1.517,00	1.685,60	1.896,40	2.028,60	2.225,80	2.451,10
5	1.539,80	1.716,50	1.948,80	2.084,90	2.329,40	2.641,80
6	1.575,50	1.799,00	2.055,20	2.198,00	2.502,80	2.832,90
7	1.631,30	1.883,00	2.165,50	2.334,80	2.676,90	3.024,00
8	1.689,40	1.968,30	2.275,20	2.471,00	2.850,60	3.214,60
9	1.751,40	2.054,00	2.400,80	2.628,40	3.024,20	3.405,90
10	1.815,90	2.138,70	2.526,60	2.785,90	3.198,00	3.597,10
11	1.881,10	2.223,80	2.652,40	2.943,60	3.371,70	3.787,60
12	1.946,90	2.340,80	2.777,80	3.100,90	3.545,60	3.978,60
13	2.012,10	2.456,80	2.904,40	3.258,30	3.719,30	4.169,60
14	2.077,80	2.573,70	3.029,60	3.416,00	3.893,00	4.360,60
15	2.169,00	2.689,90	3.155,60	3.573,40	4.066,90	4.551,40
16	2.259,70	2.793,60	3.266,20	3.713,40	4.240,80	4.805,20
17	2.349,90	2.901,20	3.382,10	3.859,70	4.415,10	5.059,70
17+Daz	2.485,20	3.062,60	3.555,95	4.079,15	-	18	-	-	-	-	4.656,30	5.313,60
18+Daz	-	-	-	-	5.018,10	5.694,45
L 3	L 2b 1	L 2a 1	L 2a 2	L 1	LPH
lph	l 1	Euro	1	2	3	4	5	6	7	8	9	10	11	12	13	14	15	16	17	18	19	E
ntlohnungsgruppe	l 2a 2	l 2a 1	l 2b 1	l3
Euro	2.357,30	2.131,00	1.938,20	1.811,80	1.655,50	1.487,80
2.357,30	2.200,30	1.996,60	1.865,80	1.685,80	1.513,30
2.357,30	2.269,70	2.054,90	1.920,10	1.717,70	1.538,00
2.555,60	2.346,70	2.113,40	1.974,60	1.750,00	1.563,30
2.754,40	2.513,30	2.171,50	2.028,80	1.783,90	1.588,60
2.953,10	2.688,20	2.290,70	2.139,60	1.871,80	1.627,90
3.151,20	2.863,20	2.433,10	2.254,40	1.961,40	1.688,60
3.349,90	3.032,30	2.574,90	2.367,80	2.050,60	1.753,60
3.549,40	3.207,00	2.738,60	2.498,20	2.139,30	1.821,00
3.749,30	3.386,70	2.902,30	2.629,20	2.228,30	1.889,50
3.949,20	3.545,60	3.067,80	2.761,70	2.316,60	1.958,80
4.150,40	3.719,30	3.233,20	2.893,30	2.438,40	2.026,70
4.350,40	3.893,00	3.397,90	3.026,00	2.560,40	2.096,20
4.550,70	4.066,90	3.563,10	3.158,40	2.681,90	2.165,70
4.751,30	4.240,80	3.728,30	3.290,30	2.803,40	2.260,40
5.030,50	4.409,20	3.874,90	3.405,50	2.910,90	2.355,00
5.296,30	4.629,00	4.029,40	3.528,10	3.023,30	2.448,40
5.562,30	4.629,00	4.193,50	3.659,00	3.143,50	2.542,30
5.827,10	4.958,10	4.343,80	3.777,60	3.252,80	2.636,10
Schulaufsichtsbeamte neu
Gehalts-	Gehalts-	stufe	Verwendungsgruppe	SI 1	SI 2
stufe	Verwendungsgruppe	FI 1	FI 2
1	2	3	5.619,40	4.707,20
6.145,90	5.304,50
6.814,60	5.812,10
1	2	3	4.495,60	3.777,30
4.924,00	4.245,70
5.458,50	4.654,40
LEITER/INNEN von Unterrichtsanstalten
Dienst-	zulagen-	gruppe	LPA	I	II	III	IV	V	L1	I	II	III	IV	V	L 2a2	I	II	III	IV	V	„l 2a1“	I	L2b1	II	III	IV	V	L3	I	II	III	IV	V	VI	in den Gehaltsstufen	1 bis 8	9 bis 12	Euro	ab der
Gehaltsst.
809,30	864,80	918,20
728,00	778,90	826,40
647,00	691,90	734,60
565,80	605,30	643,60
485,40	518,30	550,30
2 bis 9	10 bis 13	ab GSt.14
721,60	771,40	818,80
649,40	694,90	737,00
576,90	617,60	655,10
504,60	540,00	573,60
433,10	462,40	491,20
1 bis 8	9 bis 12	ab GSt.13
329,90	356,70	384,20
270,60	291,90	314,20
217,40	233,90	250,20
181,90	195,00	208,50
151,40	162,50	173,70
256,70	280,40	302,10
216,50	235,00	250,80
180,70	195,40	208,90
150,70	164,00	173,70
108,70	117,10	125,00
1 bis 10	11 bis 15	ab GST 16
203,60	207,70	221,30
150,70	156,10	167,40
141,40	144,70	153,60
101,70	104,50	110,90
70,90	72,30	76,10
49,30	51,90	56,20
Erzieher/innenzulage
Verwendungs-	Zulagenstufe	gruppe	1	2	3	4	5
L 1	L 2a	L 2b	L 3	424,90	466,70	537,30	607,60	678,10
379,70	409,50	464,90	530,10	597,40
307,90	352,00	400,40	414,20	439,40
270,90	284,30	309,70	337,60	365,90
VERTRAGSLEHRER/INNEN Entlohnungsschema II L
Entlohnungs-	gruppe	lph	2.145,60
I	1.642,80
II	1.556,40
III	1.478,40
l 1	IV	1.285,20
IVa	1.345,20
IVb	1.375,20
V	1.232,40
l 2a 2	1.086,00
l 2a 1	1.014,00
l 2b 1	891,60
l 3	813,60
LEITER/INNEN v. Unterrichtsanstalten §106 LDG
Verwendungs-	gruppe	L 2a 2	Bildung – Fenster zur Welt
Unterrichtsgegenstände für jede Jahresder Lehrverpflichtungs-	wochenstunde	gruppe	Euro
Dienst-	in den Gehaltsstufen
zulagen-	1 bis 8	9 bis 12	ab 13
gruppe	Euro	I	II	III	IV	V	VI	529,30	492,90	405,70	361,40	242,90	202,30	565,50	527,40	434,50	386,50	259,40	216,10	600,50
gesetzliche Regelungen ab 1. Jänner 2010 (Quelle: http://www.bmwfj.gv.at/Familie/FinanzielleUnterstuetzungen/Kinderbetreuungsgeld/Seiten/default.aspx , http://www.goed.at/12508.html)
Standen für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes bisher drei Bezugsvarianten zur Auswahl, so
erhalten Eltern ab 1. 1. 2010 die Möglichkeit, aus fünf Varianten auszuwählen.
Zusammengestellt von Irmtraud Fian, M. Ed.
haben Eltern für ihr Kind (Adoptivkind, Pflegekind), sofern für dieses Kind
Anspruch auf Familienbeihilfe besteht.
Das Kind muss im gemeinsamen Haushalt leben und der maßgebliche Gesamtbetrag der Einkünfte des Elternteils, der
den Antrag stellt, darf im Kalenderjahr
16.200 Euro nicht übersteigen (Zuverdienstgrenze).
Zu den Pauschalvarianten/monatlich:
a) Bezug bis zum 30. und 36. Lebensmonat (bei Inanspruchnahme durch beide
Partner) zu je 436 Euro
b) Bezug bis zum 20. und 24. Lebensmonat (bei Inanspruchnahme durch beide
Partner) zu je 624 Euro
Bezug durch einen Elternteil
c) Bezug bis zum 15. und 18. Lebensmonat (bei Inanspruchnahme durch beide
Partner) zu je 800 Euro
d) Bezug bis zum 12. und 14. Lebensmonat (bei Inanspruchnahme durch beide
Partner) zu je 1.000 Euro
NEU: einkommensabhängige Variante/
e) Bezug bis zum 12. und 14. Lebensmonat (bei Inanspruchnahme durch beide
Partner) von 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens (mindestens 1.000 Euro
und maximal 2.000 Euro pro Monat);
ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze ist möglich.
Wie berechnet sich die Anspruchsdauer?
Wahlmöglichkeit zwischen fünf Bezugs-
Teilung mit zweitem Elternteil:
modellen für Geburten ab 1. 10. 2009 und
erstmaligem Ansuchen um Kinderbetreuungsgeld ab 1. 1. 2010, wobei auch vorgeschriebene Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen nachgewiesen werden müssen
Die Wahl des Bezugsmodells ist bei der
ersten Antragstellung zu treffen. Diese Entscheidung ist auch für den zweiten Elternteil bindend und kann nicht mehr abgeändert werden. Ein gleichzeitiger Bezug
durch beide Elternteile ist nicht möglich,
ein zweimaliger Wechsel ist zulässig.
Für Anträge, die bis zum 31. 12. 2009
gestellt werden, stehen weiterhin die
bereits vorhandenen Pauschalvarianten
(a, b, c) zur Verfügung. Einmal beantragt,
ist ein späterer Umstieg in eines der neuen
Modelle (d, e) nicht möglich.
Betrag: ~ Monat
Zuschlag Mehrlingsgeburt
a) bis 15. Lebensmonat
~ 6 800,–
~ 6 400,–
b) bis 20. Lebensmonat
bis 24. Lebensmonat
~ 6 624,–
~ 6 312,–
c) bis 30. Lebensmonat
bis 36. Lebensmonat
~ 6 436,–
~ 6 218,–
Neu ab 1. 1. 2010:
d) bis 12. Lebensmonat
bis 14. Lebensmonat
6 1.000,–
~ 6 500,–
e) bis12. Lebensmonat
80 % vom Wochengeld
(mindestens 6 1.000,–,
maximal 6 2.000,–)
Flexibilisierung der Zuverdienstgrenze
für alle Pauschalvarianten (a–d)
Als Alternative zur bestehenden Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro pro Jahr
wird ab dem Kalenderjahr 2010 wahlweise auch ein relativer Zuverdienst von
60 Prozent der Einkünfte im Jahr vor der
Geburt ohne KBG-Bezug, mindestens
16.200 Euro, möglich sein.
Der Antrag wird an jene Krankenversicherung, bei der der/die LehrerIn zuletzt versichert war, gestellt, und von dort erfolgt
auch die Auszahlung. Dies geschieht
jedoch nicht automatisch, es muss darum
Regelung für Alleinerziehende in
Alleinerziehende und besonders Frauen,
die in einer akut schwierigen Situation
sind, erhalten
Bezugsva­rianten zusätzlich zwei Monate länger Kinderbetreuungsgeld. Das ist
etwa dann der Fall, wenn der Partner verstirbt, schwer erkrankt, im Gefängnis ist,
aber auch wenn Frauen von Gewalt in
der Partnerschaft betroffen sind und der
Partner polizeilich weggewiesen wurde. Weiters sollen auch Alleinerziehende
mit einem monatlichen Einkommen von
unter 1.200 Euro und einem laufenden
Unterhaltsverfahren das verlängerte Kinderbetreuungsgeld erhalten.
Zuverdienstgrenze beachten
Übersteigt das Jahreseinkommen die
Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro oder
den höheren individuellen Grenzbetrag,
so ist jener Betrag zurückzuzahlen, der die
Zuverdienstgrenze übersteigt (Einschleifregelung).
Wird nicht während des gesamten Kalenderjahres Kinderbetreuungsgeld bezogen
(gilt vor allem zu Beginn und zum Ende
des Bezugs), so ist für die Berechnung der
Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro jenes
Einkommen heranzuziehen, das in jenem
Zeitraum, in dem Kinderbetreuungsgeld
bezogen wurde, angefallen ist. Dieses Einkommen ist auf einen Jahresbezug umzulegen.
Verzicht bei Gehaltsüberschreitung
Foto: jeecis – fotolia.com
Sollte der Kinderbetreuungsgeld beziehende Elternteil beispielsweise während eines Jahres eine Gehaltserhöhung haben, es unerwartet zu Überstunden kommen oder aus anderen
Gründen das Einkommen die Zuverdienstgrenze überschreiten, so kann
monatlich im vorhinein auf das KBG
verzichtet werden. Innerhalb von sechs
Monaten kann der Verzicht widerrufen
werden und es erfolgt eine Nachzahlung
des Kinderbetreuungsgeldes.
Voraussetzung ist die Zuerkennung von
Kinderbetreuungsgeld. Die Beantragung
erfolgt beim Krankenversicherungs­
• Die Beihilfe kann von einkommensschwachen Familien und Alleinerziehenden beantragt werden.
• Die Beihilfe beträgt monatlich 180 Euro.
• Die Beihilfe wird als Überbrückungshilfe
für ein Jahr gewährt.
• Alleinerziehende dürfen bis zur Geringfügigkeitsgrenze (357,74 Euro monatlich) dazuverdienen.
• Bei einkommensschwachen Familien darf
der Elternteil, der Kindergeld bezieht, bis
zur Geringfügigkeitsgrenze (357,74 Euro
monatlich) dazuverdienen, für den zweiten Elternteil gilt eine jährliche Einkommensgrenze von 16.200 Euro (1.035 Euro
• Wenn die Beihilfe gewährt wird, muss
sie nicht mehr zurückgezahlt werden.
Es sei denn, die Einkommenssituation
ändert sich, während die Beihilfe bezogen wird, wie das auch bei allen anderen
Sozialleis­tungen der Fall ist. (­Quelle:
http://www.bmwfj.gv.at)
Diese Auflistung stellt nur einen Überblick dar. Für detaillierte Auskünfte
stehen Ihnen die zuständigen Krankenversicherungsträger zur Verfügung.
Weiters finden Sie Antworten zur Neuregelung unter „Fragen und Antworten zum neuen Kinderbetreuungsgeld“ auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie
und Jugend: http://www.bmwfj.gv.at/
Familie/FinanzielleUnterstuetzungen/
Kinderbetreuungsgeld/Seiten/default.
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Gesetzliche Sanktionsmöglichkeiten (in) der Schule
Diesmal sollen die wichtigsten vom Gesetzgeber vorgesehenen Sanktionsmöglichkeiten im
Mittelpunkt stehen, um Wege aufzuzeigen bzw. in Erinnerung zu rufen, wie man disziplinlosem
Verhalten von Schülerinnen und Schülern rechtlich abgesichert und wirksam begegnen kann. 
Von HOL Dr. Mag. Jörg Spenger
Die VERORDNUNG ÜBER DIE
SCHULORDNUNG ergänzt hier noch um
folgende Maßnahmen: Ermutigung,
Anerkennung, Lob, Dank
Grundsätzlich stellt der Gesetzgeber
also zunächst auf die Verstärkung des
positiven Verhaltens von Kindern ab.
Das macht auch Sinn, da Belohnung, wie
man auch aus der Lernpsychologie und
Verhaltenstherapie weiß, ein „mächtigeres“ Werkzeug der Verhaltensmodifikation ist als Strafe. Dennoch: Mit Lob und
Anerkennung kommt man in der Praxis
oftmals schnell an seine Grenzen bzw.
zum steinigen Untergrund in der Erziehung und so braucht es eben auch ein
Repertoire für „härtere“ Fälle.
zeit oder auch das Schreibenlassen einer
Strafarbeit, wird vom Gesetzgeber nicht
als nachträgliche Erfüllung versäumter
Pflichten angesehen, ist also nicht zulässig und sollte allein deshalb schon von
§ 8 dieser Verordnung sieht folgende
Sanktionen bei Fehlverhalten vor:
Aufforderung, Zurechtweisung, Erteilung von Aufträgen zur nachträglichen
Erfüllung versäumter Pflichten, beratendes bzw. belehrendes Gespräch mit
dem/der SchülerIn (auch unter Beiziehung der Erziehungsberechtigten), Verwarnung.
Insbesondere das Erteilen von Aufträgen zur nachträglichen Erfüllung versäumter Pflichten wird gelegentlich zu
einem Nachsitzen in der Schule oder zu
sonstigen „Strafarbeiten“ (z. B. Abschreiben der Hausordnung) verwendet. Wichtig ist allerdings, dass es sich bei dieser
„compensation time“ um ein „pädagogisch sinnvolles Nachsitzen“ handelt,
dass also der/die SchülerIn einen klaren
Arbeitsauftrag hat und dieser in einem
deutlichen und erkennbaren Zusammenhang zu dem Versäumtem steht. Ein bloßes Nachsitzen, etwa in Form des Absitzens schuldhaft versäumter Unterrichts-
unächst zu den einschlägigen
gesetzlichen Bestimmungen über
die zulässigen Erziehungsmittel,
die im Wesentlichen aus dem Schulunterrichtsgesetz und aus der Verordnung
über die Schulordnung zitiert sind:
Gemäß § 47 (1) SchUG hat der/die
LehrerIn im Rahmen der Mitwirkung
der Schule an der Erziehung der SchülerInnen (§ 2 des Schulorganisationsgesetzes) „in seiner Unterrichts- und Erziehungsarbeit die der E
­ rziehungssituation
angemessenen persönlichkeits- und
gemeinschaftsbildenden Erziehungsmittel anzuwenden, die insbesondere Anerkennung, Aufforderung oder Zurechtweisung sein können. Diese Maßnahmen
können auch vom Klassenvorstand und
vom Schulleiter (Abteilungsvorstand), in
besonderen Fällen auch von der Schulbehörde erster Instanz ausgesprochen werden. Der erste Satz gilt auch für Erzieher
im Betreuungsteil an ganztägigen Schulformen.“
LehrerInnen aus Gründen des „Selbstschutzes“ nicht praktiziert werden.
Dazu kommt noch, dass die betreffenden SchülerInnen beaufsichtigt werden
müssen, was ja für einen selbst unter
Umständen ein „Hierbleiben“ bedeutet
bzw. im Falle der Beaufsichtigung durch
KollegInnen durchaus den Unmut dieser erregen könnte. Nicht immer sind
es ja die liebsten ZeitgenossInnen, die
da zusätzliche und dazu noch gratis
„Förderung“ bekommen. Manchen der
betroffenen Eltern soll das aber gar nicht
so unrecht sein, wenn ihre Kinder länger in der Schule bleiben, hört man bis­
weilen …
Eine weitere Möglichkeit, die allerdings erst angewendet werden sollte,
wenn die oben angeführten Erziehungsmittel (erfolglos) durchgeführt wurden (am besten nachweislich!), und die
schon eine stärkere Sanktion bedeutet, ist
etwa das Versetzen in eine Parallelklasse gem. § 47 (2) SchUG. Darüber hinaus
gilt: „Wenn mit einer solchen Maßnahme nicht das Auslangen gefunden werden kann, kann die Schulkonferenz (bei
Schulen, die in Fachabteilungen gegliedert sind, die Abteilungskonferenz) die
Stellung eines Antrages auf Ausschluss
des Schülers (§ 49 Abs. 2) androhen.“
Suspendierung und Ausschluss eines/
einer SchülerIn
Dazu führt § 49 (1) SchUG näher aus:
„Wenn ein Schüler seine Pflichten (§ 43)
in schwer wiegender Weise verletzt und
die Anwendung von Erziehungsmitteln gemäß § 47 oder von Maßnahmen
gemäß der Hausordnung erfolglos bleibt
oder wenn das Verhalten eines Schülers
eine dauernde Gefährdung von Mitschülern oder anderer an der Schule tätigen
Personen hinsichtlich ihrer Sittlich-
keit, körperlichen Sicherheit oder ihres
Eigentums darstellt, ist der Schüler von
der Schule auszuschließen. An allgemein
bildenden Pflichtschulen ist ein Ausschluss nur zulässig, wenn das Verhalten des Schülers eine dauernde Gefährdung von Mitschülern oder anderer an
der Schule tätigen Personen hinsichtlich
ihrer Sittlichkeit, körperlichen Sicherheit oder ihres Eigentums darstellt und
die Erfüllung der Schulpflicht gesichert
Die Maßnahme des Ausschlusses ist
sicherlich die letzte Möglichkeit, falls
„nichts mehr geht“, sie wird allerdings in
der Regel auch nur sehr zögerlich eingesetzt. Außerdem dauert es meistens sehr
lange, bis – wenn überhaupt – von dieser Maßnahme Gebrauch gemacht wird,
leider manchmal erst dann, wenn schon
etwas passiert ist – frei nach dem Motto:
„Es muss erst etwas passieren, bis etwas
passiert!“ Der Ausschluss ist also derzeit aufgrund der geübten Praxis für das
erziehliche Tagesgeschäft wahrscheinlich
keine besonders hilfreich Maßnahme,
außer er würde konsequenter und nicht
so übervorsichtig eingesetzt. In Fällen,
wo SchülerInnen noch schulpflichtig
sind, ist ein Ausschluss im Prinzip gar
nicht möglich, hier tritt anstelle dessen
zunächst einmal die Möglichkeit der
Suspendierung. Für SchülerInnen der
Hauptschule oder der polytechnischen
Schule etwa, die die Schulpflicht bereits
erfüllt haben (die z. B. gerade ein freiwilliges 10. Schuljahr absolvieren), ist der
Ausschluss jedoch zulässig.
Eine relativ rasche Möglichkeit des
Schutzes von MitschülerInnen und LehrerInnen vor „unzähmbaren“ SchülerInnen ist sicherlich, wie schon gesagt, die
Suspendierung. Dazu der entsprechende
Gesetzestext gem. § 49 (3) SchUG:
„Die Schulbehörde erster Instanz hat
bei Gefahr im Verzug auszusprechen,
dass der Schüler vom weiteren Schulbesuch suspendiert wird. Die Suspendierung darf mit höchstens vier Wochen
bemessen werden; sie ist unverzüglich
aufzuheben, sobald sich im Zuge des
Verfahrens ergibt, dass die Voraussetzun19
gen nach Abs. 1 nicht oder nicht mehr
gegeben sind. Der Schüler ist berechtigt, sich während der Suspendierung
über den durchgenommenen Lehrstoff
regelmäßig zu informieren. Am Ende
eines Unterrichtsjahres ist dem Schüler
Gelegenheit zur Ablegung einer Feststellungsprüfung gemäß § 20 Abs. 2 zu
geben, soweit eine Beurteilung wegen
der Dauer der Suspendierung sonst nicht
möglich wäre.“
Für Schulveranstaltungen (und schulbezogene Veranstaltungen) gibt es wiederum die Option des Ausschlusses: Hier
besteht gem. § 13 (3) SchUG also die
­Möglichkeit, SchülerInnen nach Anhörung der Klassenkonferenz von der Teilnahme an einer Schulveranstaltung auszuschließen. Exekutierendes Organ ist in
diesem Fall die Schulleitung. Ein Ausschluss darf allerdings nur dann erfolgen,
„wenn auf Grund des bisherigen Verhaltens des Schülers eine Gefährdung der
Sicherheit des Schülers/der Schülerin
oder anderer Personen mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist“. Etwas,
das in der Regel, wenn es entsprechende Aufzeichnungen gibt, durchaus leicht
zu belegen sein wird. Wieder hängt dies
allerdings auch von der Bereitschaft der
Schulleitung ab, den Ausschluss auszusprechen.
Individuellere Betreuung in
Eine andere Option wäre gem. § 49 (9)
SchUG die Möglichkeit der Einleitung
eines Verfahrens gem. § 8 des Schulpflichtgesetzes 1985 (also ein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs). Manchmal ist
es tatsächlich im Sinne des „kleinsten
gemeinsamen Schadens“ notwendig,
einzelne Kinder einer individuelleren
Betreuung „zuzuführen“, wie sie etwa
in sonderpä­dagogischen Zentren bzw.
Sonderschulen eher als in der Regelschule gewährleis­tet ist. Auch wenn Worte
wie Integration und Inklusion derzeit
hoch im Kurs stehen, im Prinzip auch
zu Recht, gibt es im Schullalltag immer
wieder Situationen, in denen man zum
Allgemeinwohl einfach entsprechende
Schritte setzen muss, um den MitschülerInnen und auch den LehrerInnen ein
menschenwürdiges Lernen und Lehren
zu ermöglichen. Leider werden diese für
die Betroffenen unzumutbaren Situationen immer zahlreicher, wie die Berichte
aus der Praxis zeigen. Eines sollte in der
täglichen Erziehungsarbeit stets berücksichtigt werden: Körperliche Züchtigung, beleidigende Äußerungen und
Kollektivstrafen sind verboten. Das ist
zwar für manche KollegInnen nicht ganz
leicht aus- und manchmal auch durchzuhalten, denn im Grunde muss man
sich lange Zeit vieles von den SchülerInnen gefallen lassen (das geht von Verbalattacken bis zu körperlichen Angriffen), jedoch geht der Gesetzgeber von
einer Erwachseneneinsicht aus, die dieses „Zahn um Zahn, Aug um Aug“ wohl
zu Recht verbietet, auch wenn einem
nicht selten danach gelüstet, wenn man
bedenkt, was sich manche Kinder tagtäglich herausnehmen. Aber im Falle
eines Disziplinarverfahrens bzw. einer
Anklage ist man dann in der Regel nur
„zweiter Sieger“. Vieles wäre zu den
gesetzlichen und pädagogischen Sanktionsmöglichkeiten noch zu sagen, speziell auch aus Sicht der Erziehungswissenschaft und der Psychologie, lassen Sie
mich aber schließen mit einem Zitat von
Alfred Schirlbauer, das sehr schön zeigt,
welche Bedeutung Disziplin und Erziehung seit jeher haben (aus: Die Moralpredigt, Wien: 2005, S. 95; 100):
„Der pädagogische Zeitgeist (…)
erlaubt es zwar zu sagen, worum es in
der Erziehung früher gegangen ist, nämlich um die Disziplinierung (Ordnung/
Hierarchisierung) der Individuen. Er
erlaubt es aber nicht zu sagen, daß (!)
es auch heute deswegen noch darum
geht, weil es pädagogisch vielleicht um
nichts anders gehen kann, eben weil der
Begriff der Erziehung (als Zucht) ohne
sein telos (der Disziplinierung) nicht
zu haben ist, sich auflösen würde. (…)
Keine Pädagogik entkommt also – so
das Resümee unserer Überlegungen –
ihrem strukturell gegebenem Zweck –
für Ordnung zu sorgen: für Ordnung im
Denken (die Fächer, die Wissenschaften,
die Disziplinen) und für Ordnung in der
Praxis (des privaten wie öffentlichen
Lebens).“
Ich wünsche Ihnen die Kraft und das
Durchhaltevermögen, Ihren SchülerInnen diese notwendige Disziplin und
Ordnung im Interesse ihrer Lebensbewältigung zu vermitteln.
HOL Mag. Dr. Jörg Spenger,
Erziehungswissenschaftler und
Bildungsforscher,
im Department 1 (Kindheitsund Jugendwissenschaft) an der
PH NÖ, Lektor am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Trainer in der Führungskräfte- und Lehrerausbildung des
1 Bundesgesetz über die Ordnung von Unterricht und
Erziehung in den im Schulorganisationsgesetz geregelten
Schulen (Schulunterrichtsgesetz 1986 – SchUG), online
im Internet: http://www.bmukk.gv.at/schulen/recht/gvo/
schug.xml
2 Verordnung des Bundesministers für Unterricht und
Kunst vom 24. Juni 1974 betreffend die Schulordnung,
online im Internet: http://www.bewegung.ac.at/uploads/
media/Verordnung_des_Bundesministers_01.pdf
3 Möglicherweise ist der Grund der, dass viele Erkenntnisse der Lernpsychologie und Verhaltenstherapie oft aus
Einzelsettings (sei es mit Tieren und Menschen) stammen
und nicht aus Gruppensituationen abgeleitet wurden;
somit sind sie darauf auch nur begrenzt übertragbar und
möglicherweise nicht so effektiv, wenn Gruppendynamiken und -phänomene auftreten.
4 vgl. Erwin Rauscher: Verhalten vereinbaren – Schulkultur im Dialog. Wien, 2003, S.31
5 Die Eltern vieler meiner Schüler, die ich z. B. vor 17
Jahren in meinem ersten Dienstjahr als Lehrer an einer
polytechnischen Schule länger „hier bleiben“ ließ, haben
mich dafür „geliebt“ – davon bin ich heute noch felsenfest
überzeugt! Ich selbst war eher frustriert, da wir in der Regel
bis ca. 17.00 Uhr Unterricht hatten und ich noch eine Stunde anhängen „durfte“! Aber was tut man denn nicht alles,
wenn man ernst genommen werden und konsequent sein
möchte – besonders als Junglehrer.
6 Bundesgesetz über die Schulpflicht (Schulpflichtgesetz 1985), online im Internet: http://www.bmukk.gv.at/
schulen/recht/gvo/schulpflichtgesetz1.xml
Was mit der klassischen
Spinatverweigerung im
Trotzalter beginnt, treibt in den
modernen Essgewohnheiten der
„Kids“ ungeahnte ernährungsphysiologische Blüten. Fast
könnte einem der e­ igene Bissen
im Halse stecken bleiben,
wenn man ohnmächtig zusehen muss, was der Nachwuchs
in sich hineinstopft. Immer
häufiger gewähren Eltern in
falsch verstandener Liberalität
dem Kind von klein auf
„Ernährungsautonomie“.
Auch ein Kind ist, was es isst
Von Dr. Heinz Zangerle, Psychologe, Psychotherapeut,
gerichtlich beeidigter Sachverständiger
Foto: Anja Greiner Adam - Fotolia.com
orgens vor dem Schulbesuch kann man sie beobachten: Meist ohne Frühstück
im Bauch erstürmen sie, ehe sie sich in
den Schulbus quetschen, noch schnell
scharenweise den Supermarkt. Mit dem
Euro – der Mutter statt des verschmähten
Jausenbrotes eilig abgefordert – ist der
Jausenkauf angesagt. Ziel des morgendlichen Beutegangs ist aber weder Wursttheke noch Obstregal. Der kleine Konsument ist auf eine spezielle Sorte von Jausen-Eck hinkonditioniert. Sein Revier ist
das, schon von weitem süßlich riechende Areal der „Riesen-Chocolate-Chews“,
der „King-Gigant“-Schleckpulver in Plas­
tikschläuchen, der knallrot-klebrigen
„Zu­ckerspaghetti“ und der „Cola-Lollys“
mit Kaugummifüllung. Wie magisch ziehen ihn auch die „fruchtigen Bären“ an,
die „Cola-Fläschchen“, „Kinderschokoladen“, „Kinderpinguis“ und die picksüßen
„Dreh-und-trink“-Säftchen im Plastikpack … Besonders brave Kinder verirren
sich in Befolgung mütterlicher Ratschläge gelegentlich und greifen in die Regale
der – laut TV Werbung – gesunden Süßigkeiten „mit der Extra-Portion Milch“.
Pausensnacks mit
der Extra-Portion Milch?
Was nehmen Kinder eigentlich zu sich,
wenn sie statt des ungeliebten Pausenbrotes meist mehrmals am Tag die auf
dem Markt befindlichen Kindersüßigkeiten konsumieren? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) analysierte
die Zusammensetzung sowie Inhaltsstoffe von insgesamt 22 Kindermilch-, Schokolade- und Topfencremeprodukten.
Das sind jene von der Nahrungsmittelindustrie mit dem ernährungsbewussten
Mascherl von „gesund“ und „natürlich“
angepriesenen Zwischenmahlzeiten. Das
Ergebnis der Untersuchungen: Außer
der Verpackung ist fast nichts kindgerechter oder gesünder als bei anderem
Naschwerk. Die Tester bezeichnen die
Produkte wörtlich als „ernährungswissenschaftlichen Wahnsinn“, da keines
der untersuchten Produkte den von Er­­
nährungswissenschaftlern empfohlenen
Werten entsprach. Statt der gesunden
Zutaten wie Ballaststoffe oder Kalzium
waren umso mehr Fett und Zucker enthalten.
Besonders ein Milchriegel, der als „ideale Zwischenmahlzeit“ angepriesen wird,
hat es in sich: 38 Prozent Fett, 34 Prozent Mono- und Disaccharide, 9 Prozent
Eiweiß, der Rest besteht aus Wasser, Stärke und Mineralstoffen.
Süßigkeiten wie aus dem Chemielabor
Unter dem Deckmantel ernährungsbezogener Werbeslogans werden nichts
als herkömmliche Naschereien angeboten, die kaum hochwertige Nährstoffe
enthalten. Ein Kinder-Pingui setzt sich
aus zwei Teelöffeln Fett, aber nur einem
Löffel Milch zusammen, und Kinderjoghurts enthalten zwei- bis dreimal mehr
Zucker als nach den Richtlinien empfohlen. Das selbst zubereitete Käsebrot
und eine Orange dagegen haben nur ein
Prozent Fett und sieben Prozent Zu­cker,
dafür aber 89 Prozent Mineralstoffe,
Wasser und Stärke.
Wie direkt aus dem Chemielabor liest
sich der „Beipackzettel“, sprich die winzig klein gedruckte und dadurch nahezu
unlesbare Zutatenliste des bei Kindern
besonders beliebten „Lolly“-Lutschers:
Zucker, Glukosesirup, Kaugummibasis,
Zitronensäure, künstliches Aroma, Farbstoffe E-124, E-150, Antioxidationsmittel BHT E-321. Was nicht beschrieben
wird, das sind die Nebenwirkungen dieser Mixtur.
Und was gibt’s zu Mittag?
Die als Zwischenmahlzeiten verzehrten süßen Snacks der angeführten Sorte
sind allerdings nur die eine Seite kindlicher Ernährungsgewohnheiten. Auch
die Essgewohnheiten der Kinder zu den
Hauptmahlzeiten unterliegen einem dras­
tischen Wandel. Nicht nur, dass die Frage danach, „was es heute zu essen gibt“
immer häufiger unbeantwortet bleibt,
weil immer seltener zu Hause gekocht
wird. Auch was dann letzten Endes am
Tisch steht, ist zunehmend von einseitigen Kindervorlieben bestimmt: Würs­
tel, Pommes, garniert mit der Überdosis Ketchup, dazu süße Säfte oder Cola.
Wenn mittags niemand da ist, steht das
Tiefkühlmenü vor der Mikrowelle; zur
Belohnung oder zum Geburtstag lädt
man zu McDonald’s.
Jugendliche essen am liebsten Fast
Food, Gesundes ist unbeliebt. Einer Studie der WHO zufolge tendieren Kinder,
je älter sie werden, zu ungesunder Nahrung wie Hamburger und Süßigkeiten.
Die schlechten Speisegewohnheiten
Jugendlicher zeigen sich an den „Wegwerfquoten“: Mädchen zwischen 15 und
18 Jahren verschmähen fast drei Viertel
des mittäglichen Gemüses am Teller.
Gleichaltrige Burschen verspeisen dop-
pelt so viel. Bei der meist süßen Nachspeise sind sich dann alle wieder einig –
sie wird restlos vertilgt.
Die dargestellten E
­ssgewohnheiten
lassen an den kürzlich von einem
deutschen Nachrichtenmagazin veröf­
fentlichten Horrorbefunden über den
Gesundheitszustand der Kinder wenig
Zweifel. „Zu viel Junkfood und zu wenig
Bewegung“, warnen die Berichte, führten dazu, dass sich erschreckend viele
in bemitleidenswerter Verfassung mit
tomen wie Fettsucht, Allergien,
krummen Rücken und durch Jodmangel vergrößerten Schilddrüsen befinden.
Nach der Studie ist jedes fünfte Kind
übergewichtig. Spitzenwerte hinsichtlich
der Folgen ungesunder Ernährung wurden in den USA – dem Trendsetter des
schnellen Essens – ermittelt. Bei jedem
dritten Kind unter fünf Jahren fanden
Kardiologen bereits fettreiche Ablagerungen an den Gefäßwänden, die später
zu Arterienverkalkung führen. Die Zahl
der übergewichtigen Sechs- bis Elfjährigen ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten um 54 Prozent angestiegen.
Zu viel Süßes schon fürs Baby
Die Entwicklung ungesunder Ernährungsgewohnheiten beginnt beim Kleinkind. Unnötigerweise werden schon
Babys enorme Zuckermengen in Form
von süßen Tees und Säftchen verabreicht.
Überbesorgte Eltern glauben, ihren
Nachwuchs beim geringsten Anzeichen
körperlichen Unwohlseins durch das
Nukelfläschchen mit süßem Inhalt beruhigen zu müssen. Dass sie damit bereits
erste und oftmals entscheidende Weichenstellungen für das spätere Trinkund Ernährungs-, manchmal sogar von
Suchtverhalten des Heranwachsenden
bewirken, ist vielen nicht bewusst.
Wie schwer es schon bei Kleinkindern ist, gegen ihre Sucht nach Ungesundem anzugehen, wissen viele Eltern
aus leidvoller Erfahrung. Nicht umsonst
sind Kinder eine der Hauptzielgruppen
der Lebensmittelindustrie. Schätzungsweise gehen mindestens ein Fünftel des
Taschengeldes – bei jüngeren Kindern
meist noch mehr – für Süßwaren drauf.
Der Gruppendruck verstärkt die vorhandenen Vorlieben.
Die Frustesser
Ungesunde Ernährungsgewohnheiten,
Übergewicht, überhöhte Cholesterinwerte stehen in engem Zusammenhang
mit den Lebensbedingungen der Kinder.
Sie können nicht richtig beurteilt werden,
ohne den Blick auf die Erscheinungsformen des „modernen“ Kinderalltags
zu richten. Überspitzt formuliert: Viele
Kinder können sich nur durch „Fressen“
psychisch schadlos halten. Nur durch
orale Ersatzbefriedigung gelingt ihnen
der Ausgleich für ihren krank machenden Alltag und ihre ungestillten Bedürfnisse nach Wärme und Kontinuität in
befriedigenden zwischenmenschlichen
Beziehungen. Als Produkte einer immer
aggressiveren Konsumwelt sind gerade
Kinder besonders anfällig für Außensteuerung ihrer Bedürfnisse durch Werbung und gedankenlosen Zeitgeist, der
sich in Essgewohnheiten niederschlägt.
Oft ist es ihr Alltag, der sie krank macht;
im Frustessen setzen sie ein Signal ihrer
unbefriedigten Sehnsucht nach Selbstbewusstsein.
Essen – kein Erziehungsthema?
Doch mit Analysen und Erklärungen
zur Lage an der kindlichen „Ernährungsfront“ ist es nicht getan. Die Elterngeneration darf sich nicht aufs Lamentieren
über den scheinbar missratenen Nachwuchs fehlernährter, fernsehgeschädigter, nervender und womöglich auch noch
gewalttätiger kleiner Bestien beschränken. Vielmehr müsste sie sich fragen,
ob es Zusammenhänge zwischen ihren
Formen der (Nicht-)Erziehung inklusive eigener Vorbildwirkung und dem
Essverhalten der Kinder gibt.
Viele Eltern haben nämlich längst
eine Art Gegenstrategie entwickelt: Sie
machen die Kinder allein verantwortlich
für falsches Essverhalten. – Wohlwissend,
dass sie selbst es waren, die in falsch verstandener Liberalität dem Kind von klein
auf „Ernährungsautonomie“ gewährt
und damit jegliche Entscheidung über die
Nahrungsauswahl überlassen haben. Sie
wurden allerdings bald von der Eigendynamik und Macht kindlicher Verselbstständigung in einem Bereich überrascht,
der wie kaum ein anderer ungeeignet für
freie (Kindes-)Entscheidungen ist. – Ein
Kind ist jedenfalls überfordert, wenn es
entscheiden soll, was es wirklich braucht,
wenn es isst.
Was auf den Tisch kommt,
wird gegessen!?
Nein, damit soll nicht der Familie als
Gehorsamszuchtverein für gesundes
Essen und einer zwanghaften Iss-denTeller-leer-Mentalität das Wort geredet
werden! Sehr wohl aber einem Abgehen vom vielfach herrschenden resignativen Ernährungs-Laisser-faire. Denn
wesentliche, ­entwicklungspsychologisch
entscheidende Prägungen dessen, was
und wie ein Mensch isst, passieren in
der Kindheit. – Leider ist mit passivem
Schweigen der Eltern, Schokolade im
Kindermund, dem picksüßen Snack in
der Schultasche die Gesundheit häufig
Was Eltern in jedem Fall zu tun bleibt,
ist die aktive Auseinandersetzung mit
dem Nachwuchs in Ernährungsfragen.
Statt ohnmächtig-passivem Schweigen
könnte also pädagogischer Handlungsbedarf bestehen, wenn der TV-informierte Junior wieder einmal sein Jausenpaket unberührt in der Tasche verschimmeln lässt und sich vorzugsweise mit den
werbewirksam angepriesenen „Köstlichkeiten“ der oben beschriebenen Sorten
stärkt. Und nicht nur dann, wenn es um
die Frage Fast Food oder Traditionsmenü
geht, sondern auch, wenn der Pubertierende zwar meilenweit für einen Hamburger rennt, aber niemals ein vegetarisches Restaurant betreten würde.
Die Küchenkultur bröckelt
Die Ernährungsgewohnheiten der
Kinder sind längst Abbild ihrer Elterngeneration geworden, einer Generation, der zunehmend die Lust am Kochen
vergeht. Wolfram Siebeck, der bekannte
Koch-Kritiker des deutschen Wochenmagazins „Die Zeit“ beobachtet eine
rasant zunehmende Tendenz zum indus­
triell vorgefertigten Schnellgericht aus
Tiefkühltruhe und Mikrowelle. Er sieht
bei den Massenproduzenten „Granulatstreuer“ und „Protein-Alchemisten“ am
Werk, die mit ihren „Kunstprodukten“
ausgezogen sind, „die mampfende Mehrheit ihres kulinarischen Verstandes zu
berauben“. – Womit angedeutet ist, dass
die Ursachen für die Ernährungsmisere
mancher Kinder häufig sehr naheliegend
Autor: Dr. Heinz Zangerle, Psychologe und Psychotherapeut in
freier Praxis in Innsbruck, Dozent
an der Päd. Hochschule Tirol. Der
Beitrag stammt aus seinem „Praxishandbuch Erziehung“, Verlag
Ueberreuter, Wien 2006.
• Essenszeiten, Essrituale
Der zerbröckelnden Küchenkultur
gegensteuern – einmal täglich ein
gemeinsames Essen mit Kindern!
Finger weg von zuckerhaltigen Getränken!
• So wenig Fast Food wie möglich
Bei abwechslungsreicher Mischkost
ist gegen einen gelegentlichen Konsum
• Täglich die „Fünf“
1. Milch, Milchprodukte
2. Vollkorn-, Getreideprodukte
4. Gemüse, Rohkost, Salat
5. Fleisch, Geflügel oder Fisch
• Reduziertes Quantum
Bei wenig Bewegung und überhöhter
Energiezufuhr Gefahr von Übergewicht
und unkontrollierter
Nur begrenzte Ernährungsautonomie!
Pragm. VS-Lehrerin sucht TP im nördl.
Tel.: 0650/869 16 19
Tel.: 0664/921 06 24
VS-Lehrerin sucht TP ab sofort.
Tel.: 0676/933 04 33
SS-Lehrer sucht TP.
Tel.: 0650/386 40 88
NÖ nach OÖ od. Sbg.
Sbg./Umgebung bzw. OÖ, Bezirk nahe
Tel.: 0664/226 04 75
Stmk. nach OÖ
IL unbefr. HS-Lehrerin sucht TP.
Tel.: 0664/211 26 55
IL unbefr. HS-Lehrerin sucht TP ab
Sbg. nach Tirol
Tel.: 05337/63 094
Tel.: 0664/454 67 11
APS_2009_06
allen Wählerinnen und Wählern Neue Gehalts- &amp; Zulagentabellen Die Ergebnisse der PV-Wahl 2009 Dezember Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst 6/2009 Foto: Miredi - Fotolia.coM Published on issuu