Source: https://www.schuldnerberatung-schulz.de/ihre-chancen/gleich-in-die-insolvenz/verbraucherinsolvenz/
Timestamp: 2017-11-20 05:59:36
Document Index: 84303859

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 312', '§ 270', '§ 114', '§ 305', 'BGH']

Privatinsolvenz / Verbraucherinsolvenz 2017: Wichtige Informationen, Ablauf & Hilfe
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Privatinsolvenz ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Verbraucherinsolvenz. Zahlungsunfähige Personen werden bei dieser gerichtlichen Schuldenregulierung gem. InsO nach max. 6 Jahren von ihren Schulden befreit. Voraussetzung ist eine erfolgreiche Wohlverhaltensphase.
Droht Ihnen die Zahlungsunfähigkeit? Oder sind Sie bereits überschuldet? Wir unterstützen Sie in jeder Phase der Privatinsolvenz. Vorher prüfen wir jedoch gründlich, ob noch ein außergerichtlicher Vergleich mit Ihren Gläubigern möglich ist. Das ist für jeden Schuldner der schnellere und bessere Weg in eine schuldenfreie Zukunft.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Verwenden Sie einfach unser Formular, um eine unverbindliche und kostenlose Erstberatung zu vereinbaren!
1. Wer kann eine Privatinsolvenz beantragen?
2. Abgrenzung Regelinsolvenz / Verbraucherinsolvenz
3. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine private Insolvenz
4. Wie lange dauert es bis man schuldenfrei ist?
5. Insolvenzrechtsreform vom 01.07.2014
6. Vorteile einer Privatinsolvenz
7. Nachteile eines Verbraucherinsolvenzverfahrens
8. Wieviel Geld bleibt dem Schuldner während der Insolvenz?
9. Der Ablauf eines Privatinsolvenzverfahrens
10. Unterschiede zwischen anwaltlicher Beratung und gemeinnütziger Schuldnerberatungsstelle
11. So geht die Schuldnerberatung Schulz vor (Videoclip)
12. Verbraucherinsolvenzen in Deutschland seit 1999
13. Interessante Artikel zum Thema
Die Verbraucherinsolvenz wurde 1999 auf Grundlage der Insolvenzordnung (InsO) eingeführt und bietet die Chance auf Entschuldung und einen finanziellen Neuanfang.
Für natürliche Personen, die noch nie selbständig waren, ist eine Anmeldung zum Privatinsolvenzverfahren jederzeit möglich, unabhängig von der Anzahl der Gläubiger.
Ehemalige Selbständige können das Verbraucherinsolvenzverfahren ebenfalls beantragen. Sie dürfen jedoch nicht mehr als 19 Gläubiger oder Verbindlichkeiten aus Arbeitsverhältnissen (z.B. ausstehende Löhne und Gehälter) haben.
Ehemalige Selbständige, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sowie juristische Personen haben keinen Anspruch auf eine Verbraucherinsolvenz und müssen auf eine Regelinsolvenz bzw. Firmeninsolvenz ausweichen.
Letzte Mahnung … Bei vielen Menschen ist der Weg in die Insolvenz dann nicht mehr weit.
Die zwei wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich einen Antrag auf Privatinsolvenz zu stellen, sind:
Das Vorliegen einer (drohenden) Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.
Das Scheitern einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung mit den Gläubigern.
Als Schuldnerberater ist es unser oberstes Ziel, eine außergerichtliche Lösung mit Ihren Gläubigern zu finden und ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. Das ist der einfachste und für Sie günstigste Weg, da Sie dadurch Gerichtsgebühren und die Kosten für einen Insolvenzverwalter vermeiden.
Sollten unsere Bemühungen scheitern, was selten der Fall ist, begleiten wir Sie in die Verbraucherinsolvenz. Als „geeignete Stelle“ bescheinigen wir Ihnen den außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch (nach § 305 InsO).
Wie man im Detail eine Privatinsolvenz beantragt, erfahren Sie hier.
Nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat, dauert es maximal sechs Jahre bis zur Restschuldbefreiung.
Seit dem 1. Juli 2014 und der Reform des Insolvenzrechts (siehe Punkt 5) ist eine Verkürzung des Verfahrens möglich. Fünf Jahre dauert das Verfahren, wenn der Schuldner es schafft, die gesamten Verfahrenskosten zu begleichen.
Damit die Insolvenz nur drei Jahre dauert, muss der Schuldner in diesem Zeitraum mindestens 35% seiner Schulden (inkl. Verfahrenskosten) zahlen, was jedoch in der Praxis nicht so häufig vorkommt. Ob das in Ihrem Fall realistisch ist, können Sie mit Hilfe unseres Schuldenfrei-Rechners schnell herausfinden!
Die Insolvenzrechtsreform sollte nicht nur Erleichterungen für den Schuldner bringen und ihnen eine frühere Chance zum Neubeginn ermöglichen, sondern auch die Rechte der Gläubiger stärken. So haben Schuldner durch die Aktualisierung der Insolvenzordnung unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung bereits nach 3 oder 5 Jahren zu erhalten.
Gleichzeitig erschweren neue Ausnahmen und die Neuregelung der Versagungsgründe unredlichen Schuldner die Restschuldbefreiung. Wurde die Restschuldbefreiung rechtskräftig versagt, kann nunmehr ein erneuter Insolvenzantrag schon nach fünf Jahren gestellt werden. Gläubiger können bereits während des laufenden Insolvenzverfahrens einen Antrag stellen, dem Schuldner die Restschuldbefreiung zu versagen.
Durch den Wegfall des § 312 Abs. 3 InsO ermöglicht das Verbraucher-Insolvenzplanverfahren nunmehr auch Privatpersonen im Rahmen eines Vergleichs eine Entschuldung zu erreichen. Die Eigenverwaltung gemäß § 270 Abs. 1 S. 3 InsO ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Im Zuge der Insolvenzrechtsreform wurde § 114 InsO ersatzlos gestrichen. Laufende Lohn- bzw. Gehaltsansprüche, die vor dem Insolvenzverfahren abgetreten wurden, fallen nunmehr automatisch in die Insolvenzmasse.
Schuldenfrei nach drei, fünf oder sechs Jahren
Keine Konto- oder Lohnpfändungen mehr
Existenzminimum ist gesichert
Schufa-Einträge werden gelöscht (drei Jahre nach Ablauf der Wohlverhaltensphase)
Arbeitgeber muss informiert werden – Änderungen in der Lohnbuchhaltung notwendig
Einschränkung des Konsumverhaltens – z.B. Ratenkäufe nicht mehr möglich
Rechenschaftspflicht gegenüber dem Treuhänder / Insolvenzverwalter
Wohnungs- und Vertragswechsel (z.B. Strom- oder Telefonanbieter) kaum möglich
Weitere Vor- und Nachteile einer Verbraucherinsolvenz.
Ein hoher Schuldenberg kann psychisch sehr belastend sein.
Bei Schuldnern mit einem Einkommen bis zu 1.139 Euro (netto) wird nichts gepfändet. Die Pfändungstabelle 2017 beginnt bei 1.140 Euro und bestimmt in 10-Euro-Schritten die jeweilige Pfändungsfreigrenze. Dabei handelt es sich um den Betrag, den der Schuldner trotz Pfändung während der Privatinsolvenz behalten darf.
Beim Thema Pfändungsschutz ist es auch wichtig, für wieviele Kinder Unterhalt gezahlt werden muss. Die Obergrenze liegt bei 3.475,79 Euro, d.h. darüber kann voll gepfändet und an die Gläubiger ausgezahlt werden.
Wer kinderlos ist und 1.800 Euro netto verdient, zahlt 466,34 Euro an seine Gläubiger.
Bei gleichem Lohn / Gehalt und einem Kind reduziert sich die Abgabe auf 119,75 Euro.
Hat der Schuldner drei Kinder, bleibt ihm hingegen sein volles Einkommen.
Hier geht es zu unserem Pfändungsrechner!
1. Außergerichtliche Schuldenregulierung: Es wird ein Schuldenbereinigungsplan erarbeitet, dem ALLE Gläubiger zustimmen und dementsprechend auf Zahlungen und Forderungen verzichten müssen. Stimmt nur ein Gläubiger gegen den Plan, bleibt dem Schuldner der Weg in die Privatinsolvenz.
2. Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren: Der Schuldner beantragt das Verbraucherinsolvenzverfahren und muss dafür z.B. die Bescheinigung nach § 305 InsO über das Scheitern der außergerichtlichen Einigung vorweisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gerichtlicher Einigungsversuch zustande kommt, ist relativ gering.
3. Privatinsolvenzverfahren: Sollte es auch auf diesem Wege zu keinem Schuldenbereinigungsplan gekommen sein, entscheidet das Insolvenzgericht über den Insolvenzantrag. Im Normalfall wird dann das Insolvenzverfahren eröffnet und das Insolvenzgericht bestimmt einen Insolvenzverwalter.
4. Wohlverhaltensperiode: Während dieser Phase muss der Schuldner den pfändbaren Anteil seines Einkommens an einen Treuhänder zahlen. Wenn sich sein Beschäftigungsverhältnis oder seine Adresse ändert, muss der Treuhänder in Kenntnis gesetzt werden. Hier finden Sie weitere Details zur Wohlverhaltensphase!
5. Restschuldbefreiung: Hat der Schuldner alle Verpflichtungen erfüllt, hat er sich endgültig von seinen Schulden befreit. Hier finden Sie weitere Details zur Restschuldbefreiung! Unter Umständen ist auch eine Versagung der Restschuldbefreiung möglich.
Eine professionelle Insolvenzberatung ist das A und O!
Wer als Privatperson hohe Schulden hat und professionelle Hilfe sucht, kann sich an einen Rechtsanwalt für Insolvenzrecht wenden oder eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen. In diesem Absatz möchten wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede erläutern:
Öffentliche Beratungsstellen sind in Deutschland meist stark überlastet. Hier kann es zu wochen- oder monatelangen Wartezeiten kommen. Wenn Sie Ihre finanziellen Probleme schnell(er) in den Griff bekommen möchten, ist eine gemeinnützige Einrichtung die falsche Wahl. Unsere Schuldnerberatung ist zeitlich deutlich flexibler und hilft Ihnen umgehend.
2. Juristische Expertise
Mitarbeiter von gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen sind i.d.R. gut geschult und engagiert, jedoch keine Rechtsanwälte. Bei uns sind Sie während des gesamten Insolvenzverfahrens rechtlich auf der sicheren Seite.
3. „Schreibkram“
Leider ist die Durchführung einer Privatinsolvenz mit viel Bürokratie verbunden. Während Sie die öffentlichen Schuldnerberater damit größtenteils alleine lassen, übernehmen wir die Schreibarbeit und überprüfen alle Dokumente – auch dahingehend, ob überhaupt alle Forderungen berechtigt sind. Nachdem wir anfangs Ihre Mitarbeit benötigen, können Sie sich anschließend quasi zurücklehnen.
4. Umgang mit Gläubigern (und Gerichten)
Bevor wir Ihnen den Weg in die Insolvenz empfehlen, nutzen wir alle Chancen, um (doch noch) einen außergerichtlichen Vergleich zu ermöglichen. Dafür verhandeln wir in Ihrem Namen mit Ihren Gläubigern. Im Umgang mit Gläubigern sind wir versiert und sehr erfahren (siehe Verhandlungsergebnisse). Gemeinnützigen Einrichtungen fehlt meist die Zeit und das Personal, um diesen Weg auszuprobieren.
Gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen arbeiten kostenlos. Das ist für einen Anwalt natürlich nicht möglich, zumal Sie von ihm deutlich mehr Leistungen bekommen (siehe Punkte 1 bis 5).
11. So geht die Schuldnerberatung Schulz vor
Im folgenden Videoclip erfahren Sie, wie wir im „Kampf“ gegen Ihre Schulden vorgehen:
Die Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 sorgte dafür, dass …
sich redliche Schuldner komplett von ihren Schulden befreien können,
Gläubiger möglichst gleichmäßig befriedigt werden und
der Schuldner während der Insolvenz seinen Lebensunterhalt sichern kann.
Laut Statistischem Bundesamt haben von 1999 bis 2016 1.245.827 Schuldner eine Verbraucherinsolvenz beantragt.
Nach einem etwas zögerlichen Start legte die Zahl der Privatinsolvenzverfahren in den Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise (ab 2007) deutlich zu. Die meisten Anträge wurden 2010 gestellt.
Seit 2012 gehen immer weniger Schuldner in eine Privatinsolvenz. Gründe für diese positive Entwicklung liegen vorrangig in der wirtschaftlichen Erholung und einer guten Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Wie sich die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2017 entwickelt, erfahren Sie hier.
BGH: Riester-Rente nicht pfändbar
Aktueller SchuldnerAtlas 2017
Neue Pfändungstabelle ab 1. Juli 2017
Daran erkennen Sie einen seriösen Schuldenberater
Die häufigsten Schuldenarten bei Privatpersonen
Nach der Verbraucherinsolvenz: Endlich wieder schuldenfrei!
Mit Schulz & Partner in eine schuldenfreie Zukunft!
Tel.: 040 226 331 788
Aktueller SchuldnerAtlas 2017 – Private Haushalte haben 209 Milliarden Schulden
Der Insolvenzverwalter: Aufgaben, Rechte & Pflichten.