Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20140217_OGH0002_0040OB00018_14X0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2020-01-28 20:50:21
Document Index: 275174254

Matched Legal Cases: ['OGH', '§423', '§496', '§ 423', '§ 496', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 49', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 423', '§ 496', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§235', '§405', '§423', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§4', '§ 502', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 502', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 405', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 4Ob18/14x - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 8Ob53/74 6Ob140/74 1Ob5...
RS0041490
8Ob53/74; 6Ob140/74; 1Ob599/80; 8Ob138/82; 6Ob880/82; 6Ob529/85; 6Ob697/84; 6Ob617/87 (6Ob618/87); 1Ob1/99z; 7Ob134/06s; 4Ob130/09k; 9Ob71/09w; 4Ob195/09v; 10Ob25/09p; 10ObS165/10b; 6Ob104/11d; 1Ob85/11y; 7Ob179/11s; 7Ob101/12x; 5Ob118/12g; 4Ob93/13z; 7Ob235/12b; 4Ob18/14x; 9Ob36/14f; 8ObA66/14k; 10ObS116/16f; 1Ob141/17t; 8Ob76/19p
ZPO §423 Abs1
ZPO §496 Abs1 Z1
Wurde gegen die Nichterledigung eines Sachantrages (hier der einredeweisen Geltendmachung einer Gegenforderung) weder durch Ergänzungsantrag nach § 423 ZPO noch durch Berufung nach § 496 Abs 1 Z 1 ZPO Abhilfe gesucht, scheidet dieser Anspruch aus dem Verfahren aus (wie SZ 28/4).
8 Ob 53/74
Entscheidungstext OGH 26.03.1974 8 Ob 53/74
6 Ob 140/74
Entscheidungstext OGH 07.08.1974 6 Ob 140/74
8 Ob 138/82
Entscheidungstext OGH 08.07.1982 8 Ob 138/82
6 Ob 529/85
Entscheidungstext OGH 07.03.1985 6 Ob 529/85
Auch; Beisatz: Hier: Auf § 49 EheG gestütztes Scheidungsbegehren. (T1)
Auch; Beisatz: Hier: Nichterledigung eines Eventualbegehrens. (T2)
6 Ob 617/87
Entscheidungstext OGH 25.06.1987 6 Ob 617/87
1 Ob 1/99z
Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 1/99z
7 Ob 134/06s
Entscheidungstext OGH 21.06.2006 7 Ob 134/06s
Beisatz: Bei Einschränkung auf Zinsen und Kosten kann das irrtümliche Unterbleiben der Entscheidung über das Zinsenbegehren im (nur über die Kosten absprechenden) Urteil nicht mit Berufung angefochten werden. Es steht nur ein Urteilsergänzungsantrag zu. (T3)
Auch; Veröff: SZ 2009/127
nur: Wurde gegen die Nichterledigung eines Sachantrages weder durch Ergänzungsantrag nach § 423 ZPO noch durch Berufung nach § 496 Abs 1 Z 1 ZPO Abhilfe gesucht, scheidet dieser Anspruch aus dem Verfahren aus. (T4)
Beisatz: Hier: Einschränkung des Verfahrens auf rückständigen Unterhalt mangels Bekämpfung der Nichterledigung des Begehrens auf laufenden Unterhalt. (T5)
4 Ob 195/09v
Entscheidungstext OGH 11.03.2010 4 Ob 195/09v
Veröff: SZ 2010/23
10 ObS 165/10b
Entscheidungstext OGH 12.04.2011 10 ObS 165/10b
6 Ob 104/11d
Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 104/11d
Vgl auch; Beisatz: In Fällen, in denen der Oberste Gerichtshof – abweichend von der Auffassung des Berufungsgerichts – ein Hauptbegehren für nicht berechtigt erachtet, wird hingegen nicht gefordert, dass die klagende Partei in der Revisionsbeantwortung das Eventualbegehren ausdrücklich aufrecht erhalten müsste, um dessen Ausscheiden aus dem Verfahren zu verhindern. (T6)
Veröff: SZ 2011/114
Entscheidungstext OGH 24.01.2013 5 Ob 118/12g
Beisatz: Es ist diesfalls nicht mehr möglich, diese Entscheidung nachzutragen. (T7)
Vgl auch; Beisatz: Das Unterbleiben einer an sich folgerichtigen Teilabweisung wurde nicht gerügt, wodurch dieser Teil des Begehrens aus dem Verfahren ausgeschieden ist. (T8)
9 Ob 36/14f
Entscheidungstext OGH 22.07.2014 9 Ob 36/14f
Auch; Beisatz: Hier: In der Revision ungerügte Nichterledigung eines Eventualbegehrens durch das Berufungsgericht. (T9)
10 ObS 116/16f
Entscheidungstext OGH 13.09.2016 10 ObS 116/16f
ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0041490
JJR_19740326_OGH0002_0080OB00053_7400000_001
Rechtssatz für 10ObS61/91 10ObS246/91...
RS0039606
10ObS61/91; 10ObS246/91; 10ObS150/89; 10ObS397/90; 10ObS13/93; 10ObS1/96; 10ObS222/98i; 9ObA255/99m; 3Ob57/01f; 4Ob130/09k; 10Ob25/09p; 1Ob85/11y; 3Ob147/12g; 4Ob93/13z; 4Ob18/14x; 8ObA66/14k; 1Ob181/16y
ZPO §235 E
ZPO §405 DIIIa3
ZPO §423
Wird die nicht gänzliche Erledigung des Klagebegehrens durch das Ersturteil vom Kläger weder in der Berufung noch in der Revision gerügt, ist davon auszugehen, dass der nicht erledigte Teil aus dem Verfahren ausgeschieden ist.
10 ObS 61/91
Entscheidungstext OGH 12.03.1991 10 ObS 61/91
Veröff: SSV - NF 5/26
10 ObS 246/91
Entscheidungstext OGH 17.09.1991 10 ObS 246/91
Veröff: SSV - NF 5/93
10 ObS 150/89
Entscheidungstext OGH 23.01.1990 10 ObS 150/89
Vgl; Veröff: SSV - NF 4/4
10 ObS 397/90
Entscheidungstext OGH 29.01.1991 10 ObS 397/90
10 ObS 13/93
Entscheidungstext OGH 18.02.1993 10 ObS 13/93
Veröff: SSV - NF 7/14
10 ObS 1/96
Entscheidungstext OGH 09.01.1996 10 ObS 1/96
10 ObS 222/98i
Entscheidungstext OGH 23.06.1998 10 ObS 222/98i
3 Ob 57/01f
Entscheidungstext OGH 11.07.2001 3 Ob 57/01f
Auch; Veröff: SZ 74/128
Auch; Beisatz: Hier: In der Revision ungerügte Nichterledigung eines Eventualbegehrens durch das Berufungsgericht. (T1)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Außerstreitverfahren. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0039606
JJR_19910312_OGH0002_010OBS00061_9100000_001
Rechtssatz für 4Ob185/97b 4Ob336/97h 4...
RS0107771
4Ob185/97b; 4Ob336/97h; 4Ob6/98f; 4Ob53/99v; 4Ob317/99t; 4Ob31/00p; 4Ob262/00h; 4Ob54/03z; 4Ob39/03v; 4Ob38/03x; 4Ob148/04z; 17Ob21/07y; 4Ob209/08a; 4Ob153/08s; 4Ob92/10y; 4Ob162/10t; 4Ob220/10x; 4Ob56/11f; 4Ob81/11g; 4Ob118/11y; 4Ob138/11i; 4Ob39/12g; 4Ob152/12z; 4Ob14/13g; 4Ob6/13f; 4Ob171/13w; 4Ob18/14x; 4Ob221/13y; 4Ob134/15g; 4Ob127/15b; 4Ob135/15d; 4Ob175/15m; 4Ob184/15k; 4Ob200/15p; 4Ob203/15d; 4Ob172/16x; 4Ob231/16y; 4Ob228/16g; 4Ob250/16t; 4Ob181/17x; 4Ob195/17f; 4Ob206/17y; 4Ob56/19t; 4Ob120/19d; 4Ob149/19v
MSchG §4 Abs1 Z4
Die Frage, wie die angesprochenen Verkehrskreise eine Werbeaussage verstehen und ob sie demnach zur Irreführung geeignet ist, hat keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung und ist daher nicht erheblich im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO (JBl 1986, 192; MR 1995, 233 - Inseraten-Preisliste uva), soweit nicht eine krasse Fehlbeurteilung vorliegt, die im Interesse der Rechtssicherheit wahrgenommen werden muss.
4 Ob 185/97b
Entscheidungstext OGH 26.06.1997 4 Ob 185/97b
4 Ob 336/97h
Entscheidungstext OGH 12.11.1997 4 Ob 336/97h
nur: Die Frage, wie die angesprochenen Verkehrskreise eine Werbeaussage verstehen und ob sie demnach zur Irreführung geeignet ist, hat keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. (T1)
4 Ob 6/98f
Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 6/98f
4 Ob 317/99t
Entscheidungstext OGH 14.12.1999 4 Ob 317/99t
nur: Die Frage, wie die angesprochenen Verkehrskreise eine Werbeaussage verstehen und ob sie demnach zur Irreführung geeignet ist, hat keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung und ist daher nicht erheblich im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO. (T2)
4 Ob 262/00h
Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 262/00h
4 Ob 39/03v
Entscheidungstext OGH 25.03.2003 4 Ob 39/03v
4 Ob 38/03x
Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 38/03x
Vgl auch; Beisatz: Ob ein Zeichen rein beschreibend ist, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles, denen - vom Fall grober Fehlbeurteilung abgesehen - keine über diesen hinausgehende Bedeutung zukommt. (T3)
4 Ob 148/04z
Entscheidungstext OGH 18.08.2004 4 Ob 148/04z
17 Ob 21/07y
Entscheidungstext OGH 02.10.2007 17 Ob 21/07y
4 Ob 209/08a
Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 209/08a
Auch; Beisatz: „Zentrum für Implantologie". (T4)
4 Ob 92/10y
Entscheidungstext OGH 08.06.2010 4 Ob 92/10y
Auch; Beisatz: Hier: Nr 1 Salonmarke. (T5)
4 Ob 220/10x
Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 220/10x
4 Ob 81/11g
Entscheidungstext OGH 21.06.2011 4 Ob 81/11g
Auch; Beisatz: Hier: Balkendiagramm als Werbegrafik. (T6)
Auch; Beisatz: Hier: Werbung mit Druckauflagezahlen. (T7)
4 Ob 138/11i
Entscheidungstext OGH 19.10.2011 4 Ob 138/11i
Auch; Beisatz: Hier: „Echte One‑Shot‑Impfung“ (T8)
Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Werbung mit Kauf‑ und Gratisauflage. (T9)
4 Ob 6/13f
Entscheidungstext OGH 09.07.2013 4 Ob 6/13f
4 Ob 171/13w
Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 171/13w
Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Hier: "Kompetenzzentrum". (T10)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Irreführende Verwendung eines Doktortitels im Zusammenhang mit der Bezeichnung Optometrist. (T11)
Beisatz: Hier: Keine Irreführung der Ausdrücke „Unabhängige Opferschutzanwaltschaft“ - „Unabhängige Opferschutzkommission“. (T12)
Beisatz: Hier: Irreführende Verwendung der Bezeichnung „Klinik“ bzw „Augenklinik“ für eine augenärztliche Praxis. (T13)
Beisatz: Hier: Irreführende Gleichsetzung der versandten, zugestellten oder sonst verbreiteten Exemplare der beworbenen Gratiszeitung mit dem Begriff der Reichweite dieser Zeitung und unrichtige Behauptung einer Spitzenstellung. (T14)
Beisatz: Hier: Irreführung über den Werbecharakter durch die Zusendung von Losnummern mit der Aufforderung, sich über einen möglichen Gewinn telefonisch zu erkundigen, verbunden mit der beim anschließenden Telefonat erfolgten Werbung für die Teilnahme an einer Lotteriespielgemeinschaft. (T15)
Beisatz: Hier: Werbung unter Bezugnahme auf geplante Druckauflage. (T16)
nur T1; Beisatz: Hier: Arzneimittelwerbung. (T17)
Beisatz: Hier: Optiker des Jahres. (T18)
Auch; Beisatz: Verleitung zum Vertragsbruch, irreführende vergleichende Werbung. (T19)
4 Ob 250/16t
Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 250/16t
Auch; Beisatz: „Exklusivbericht“. (T20)
ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107771
JJR_19970626_OGH0002_0040OB00185_97B0000_001
Entscheidungstext 4Ob18/14x
RdM 2014/99 S 104 (Mayer) - RdM 2014,104 (Mayer) = wbl 2014,295/101 ‑ wbl 2014/101 = ÖBl‑LS 2014/33 = ÖBl‑LS 2014/34 = ecolex 2014/294 S 724 (Tonninger) - ecolex 2014,724 (Tonninger) ‑ Optometrist
4Ob18/14x
Der Oberste Gerichtshof hat durch die Vizepräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Ärztekammer *****, vertreten durch MMag. Dr. Susanne Binder-Novak, Rechtsanwältin in St. Pölten, gegen die beklagten Parteien 1. G***** GmbH, *****, und 2. Dr. W***** G*****, MSc., *****, beide vertreten durch Rechtsanwälte Gruber Kunze Partnerschafts KG in Wien, wegen Unterlassung (Streitwert 36.000 EUR), über den Revisionsrekurs der beklagten Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Wien vom 11. Dezember 2013, GZ 30 R 37/13a-9, mit welchem der Beschluss des Handelsgerichts Wien vom 23. Oktober 2013, GZ 30 Cg 68/13x-4, abgeändert wurde, den
Die klagende Ärztekammer nimmt die Beklagten wegen irreführenden Führens eines Doktortitels in Anspruch. Die erstbeklagte Gesellschaft betreibt ein Optikerunternehmen mit zwei Filialen in Wien; der Zweitbeklagte ist ihr Geschäftsführer und Alleingesellschafter. Er hatte an einer britischen Universität den akademischen Grad „Doctor of Philosophy (PhD) Optometry“ erworben und tritt im geschäftlichen Verkehr als „Dr. Walter Gutstein“ auf. Die Erstbeklagte verwendet auf ihrer Website folgendes Logo:
Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hatte dem Zweitbeklagten auf Anfrage mitgeteilt, dass er berechtigt sei, den britischen Doktorgrad in der Form „Dr.“ seinem Namen voranzustellen.
Das Rekursgericht untersagte den Beklagten „zu Zwecken des Wettbewerbs“ den Doktortitel zu führen, wenn es sich dabei nicht um ein Doktorat der Medizin handle und in diesem Fall nicht ein dies aufklärender Zusatz beigefügt werde. Den Revisionsrekurs ließ es wegen des Fehlens von Rechtsprechung zu dieser Frage zu. Das Geschäftsfeld der Beklagten sei dem medizinischen Bereich zuzuordnen. Werde in diesem Umfeld ein Doktortitel geführt, nehme der Durchschnittsverbraucher an, dass es sich um ein medizinisches Doktorat handle. Zur Vermeidung einer Irreführung müsse der Zweitbeklagte daher klarstellen, dass dies nicht zutreffe. Wie er das tue, bleibe ihm überlassen; der Doktortitel dürfe jedenfalls nicht in einer Art und Weise geführt werden, die - zumal im titelgläubigen Österreich - den Eindruck einer ärztlichen Qualifikation erwecke.
Der gegen diese Entscheidung gerichtete Revisionsrekurs der Beklagten ist nicht zulässig.
1. Beim Irreführungstatbestand ist nach ständiger Rechtsprechung zu prüfen, (a) wie ein durchschnittlich informierter und verständiger Interessent für das Produkt oder die Dienstleistung, der eine dem Anlass angemessene Aufmerksamkeit aufwendet, die strittige Ankündigung versteht, (b) ob dieses Verständnis den Tatsachen entspricht, und ob (c) eine nach diesem Kriterium unrichtige Angabe geeignet ist, den Kaufinteressenten zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte (4 Ob 42/08t = MR 2008, 257 [Korn] = ÖBl 2008/56 S 276 [Gamerith] - W.-Klaviere; RIS-Justiz RS0123292; zuletzt etwa 4 Ob 202/12b = ÖBl 2013, 175 - klimaneutral, und 4 Ob 29/13p = MR 2013, 293 [Heidinger] - Vfg Versandapotheke für Österreich). Maßgebend ist dabei der Gesamteindruck, wobei eine Angabe im konkreten Kontext - insbesondere wegen Unvollständigkeit - auch dann irreführend sein kann, wenn sie bei isolierter Betrachtung wahr ist (4 Ob 132/10f = wbl 2011, 16 - Österreich ist schon Nr 2; RIS-Justiz RS0121669 [insb T9]). Ob das zutrifft, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und begründet daher im Allgemeinen keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung (RIS-Justiz RS0107771).
2. Im konkreten Fall ist die Beurteilung des Rekursgerichts jedenfalls vertretbar. Schon wegen der teilweisen Überschneidung der Tätigkeitsbereiche - etwa bei der Sehschärfemessung oder der Anpassung von Kontaktlinsen - wird ein Augenoptiker im medizinischen Umfeld tätig. Hier wird der Durchschnittsverbraucher einen vom Unternehmer ohne weitere Konkretisierung geführten Doktorgrad als Hinweis auf eine medizinische Ausbildung verstehen (Anderl/Appl in Wiebe/G. Kodek, UWG2 § 2 Rz 490 FN 730; vgl auch Sosnitza in Piper/Ohly/Sosnitza, UWG5 [2010] § 5 Rz 580; Weidert in Harte-Bavendamm/Henning-Bodewig, UWG3 [2013] § 5 Rz 63; OLG Frankfurt 6 U 28/12 =
NJOZ 2013, 1050 = WRP 2013, 825 [Heilpraktikerschule]). Im konkreten Fall wird dieser Eindruck durch die für den Durchschnittsverbraucher zwar nicht unmittelbar verständliche, aber durchaus medizinisch anmutende Bezeichnung „Optometrist“ - die der Beklagte als solche natürlich führen darf - verstärkt.
3. Die Formulierung „zu Zwecken des Wettbewerbs“ geht auf das Sicherungsbegehren zurück, das insofern die UWG-Novelle 2007 übersieht (vgl zuletzt etwa 4 Ob 12/11k = ÖBl 2012, 183 - Rohrprodukte). Dadurch ist aber im konkreten Fall sichergestellt, dass das Verbot nur im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit der Beklagten greift. Außerhalb davon steht es dem Zweitbeklagten selbstverständlich frei, seinen Doktortitel in jeder verwaltungsrechtlich zulässigen Form zu führen.
4. Richtig ist, dass die Klägerin beantragt hatte, den Beklagten das Führen des Doktortitels ganz allgemein zu untersagen. Das vom Rekursgericht erlassene Verbot ist demgegenüber ein Minus, weil es nur für den Fall des Fehlens eines aufklärenden Hinweises erlassen wurde. Das Unterbleiben einer an sich folgerichtigen Teilabweisung wurde nicht gerügt, wodurch dieser Teil des Begehrens aus dem Verfahren ausgeschieden ist (RIS-Justiz RS0041490, RS0039606). Ein Verstoß gegen § 405 ZPO liegt nicht vor, weil der Zuspruch im Antragsvorbringen Deckung findet, mit dem sich die Klägerin (auch) gegen die Irreführung durch das Führen eines nicht weiter spezifizierten Doktortitels gewendet hatte.
5. Aus diesen Gründen ist der Revisionsrekurs mangels Vorliegens einer erheblichen Rechtsfrage zurückzuweisen. Da die Klägerin nicht auf die Unzulässigkeit des Rechtsmittels hingewiesen hat, hat sie die Kosten der Revisionsrekursbeantwortung endgültig selbst zu tragen.
Optometrist,Gewerblicher Rechtsschutz
E106750
ECLI:AT:OGH0002:2014:0040OB00018.14X.0217.000
JJT_20140217_OGH0002_0040OB00018_14X0000_000