Source: http://www.rechtslupe.de/allgmeines/der-gleichzeitige-besitz-unterschiedlicher-betaeubungsmittelmengen-3103586?pk_campaign=feed&pk_kwd=der-gleichzeitige-besitz-unterschiedlicher-betaeubungsmittelmengen
Timestamp: 2016-09-28 13:39:35
Document Index: 93399918

Matched Legal Cases: ['§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', '§ 29', '§ 29']

Der gleichzeitige Besitz unterschiedlicher Betäubungsmittelmengen | Rechtslupe
Rechtslupe » Allgemeines » Der gleichzeitige Besitz unterschiedlicher Betäubungsmittelmengen
Der gleichzeitige Besitz unterschiedlicher Betäubungsmittelmengen	6. Januar 2016 | AllgemeinesGeschätzte Lesezeit: 2 Minuten	Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verwirklicht der gleichzeitige Besitz unterschiedlicher Betäubungsmittelmengen den Tatbestand des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln nur einmal1.
Dient der Besitz an den Betäubungsmitteln dem Zweck der gewinnbringenden Weiterveräußerung, tritt die Strafbarkeit wegen Besitzes hinter das unerlaubte Handeltreiben mit Betäubungsmitteln zurück2.
Der Besitz hat deshalb mangels Wertgleichheit nicht die Kraft, selbständige, die Voraussetzungen des § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG erfüllende Taten des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge untereinander zur Tateinheit zu verbinden3.
Besitzt der Täter Betäubungsmittel teils zum Eigenkonsum und teils zu Handelszwecken, geht lediglich der Besitz an der zum Handel bestimmten Betäubungsmittelmenge im Handeltreiben mit Betäubungsmitteln auf, während es für die Eigenbedarfsmenge bei der Strafbarkeit wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verbleibt.
Zwischen dem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln und dem gleichzeitigen Besitz der davon nicht betroffenen Betäubungsmittelmenge besteht Tateinheit4.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 3. Dezember 2015 – 4 StR 430/15
vgl. BGH, Beschlüsse vom 25.02.2015 – 4 StR 516/14, NStZ-RR 2015, 174 f.; vom 16.07.2013 – 4 StR 144/13, NStZ 2014, 163; vom 17.03.2010 – 2 StR 67/10 Rn. 2; vom 12.10.2004 – 4 StR 358/04, NStZ 2005, 228 f.; Urteil vom 01.08.1978 – 1 StR 173/78↩
st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 25.02.2015 – 4 StR 516/14 aaO; vom 02.10.2008 – 3 StR 352/08, NStZ-RR 2009, 58; vom 17.05.1996 – 3 StR 631/95, BGHSt 42, 162, 165 f.↩
vgl. BGH, Beschlüsse vom 16.07.2013 – 4 StR 144/13 aaO; vom 17.05.1996 – 3 StR 631/95 aaO; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 1380↩
vgl. BGH, Beschlüsse vom 25.02.2015 – 4 StR 516/14 aaO; vom 30.06.1998 – 1 StR 293/98, StV 1998, 593; vom 30.11.1995 – 1 StR 578/95; vom 12.10.1990 – 1 StR 539/90; vom 29.08.1984 – 2 StR 173/84, bei Schoreit, NStZ 1985, 58; Patzak in Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 7. Aufl., § 29 Rn. 108; Kotz in MükoStGB, 2. Aufl., § 29 BtMG Rn. 1209↩
Weitere Informationen:Die vorgefundene BTM-AuswahlKonkurrenzprobleme beim Besitz verschiedener…Handeltreiben mit Betäubungsmitteln – und die…Subsidiärer BTM-BesitzDie Hanfpflanze im MaisfeldHandeltreiben mit Betäubungsmitteln	Weiterlesen auf der Rechtslupe:
Themenseiten zu diesem Artikel: BTM-Delikte, BTM-Handel, Tateinheit, Tatmehrheit	Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Allgemeines