Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=17.04.1986&Aktenzeichen=12%20U%201551%2F85
Timestamp: 2019-05-25 14:25:38
Document Index: 151615537

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 847', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 847']

KG, 17.04.1986 - 12 U 1551/85 - dejure.org
KG, 17.04.1986 - 12 U 1551/85
https://dejure.org/1986,1898
KG, 17.04.1986 - 12 U 1551/85 (https://dejure.org/1986,1898)
KG, Entscheidung vom 17.04.1986 - 12 U 1551/85 (https://dejure.org/1986,1898)
KG, Entscheidung vom 17. April 1986 - 12 U 1551/85 (https://dejure.org/1986,1898)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1986,1898) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schmerzensgeld; Schmerzensgeldrente; Querschnittslähmung; Potenz; Rollstuhl
NJW-RR 1987, 409
VersR 1987, 487
1) Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ist von seiner Doppelfunktion auszugehen (vgl. BGHZ 18, 149; KG DAR 1987, 151 = VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 333).
Eine Schmerzensgeldrente ist nach der Rechtsprechung auf solche Fälle zu beschränken, in welchen der Geschädigte lebenslange, besonders schwere Dauerschäden erlitten hat, so etwa bei schweren Hirnverletzungen oder Querschnittslähmungen (…Senat a.a.O. mit Hinweis auf BGHZ 120, 1/9/OLG Düsseldorf VersR 1993, ,113, 114 sowie VRS 89, 256, 259; KG NJW-RR 1987, 409 sowie OLG Hamm NZV 2003, 192).
Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ist von seiner Doppelfunktion auszugehen (vgl. BGHZ 18, 149; BGH…, Urteil vom 16.02.1993, Az. VI ZR 29/92, Rn. 10, zitiert nach juris; Senat, Urteil vom 03.07.2012, Az. I - 1 U 180/11; KG, DAR 1987, 151 = VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 333).
Bei schweren, lebenslangen Dauerschäden kann dem Geschädigten statt eines Kapitalbetrages oder neben diesem eine Rente zuerkannt werden, da sich das Leiden durch die ununterbrochene Konfrontation mit der Beschränkung der Lebenssphäre ständig erneuert (BGH, LM BGB § 847 Nr. 10; VersR 1959, 458; 1968, 946, 947; 1976, 967, 968; Senat, Urteil vom 07.12.2010, Az. I - 1 U 57/10 m. w. N.; KG, NJW-RR 1987, 409 = VersR 1987, 487 Ls = VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 336; VerkMitt 1990, 20).
Auch unter Berücksichtigung der engen verwandtschaftlichen Beziehungen der Parteien hält der Senat ein Schmerzensgeld in Höhe eines Gesamtbetrages von 300.000,00 DM für angemessen, wobei der Senat sich in dem in zu vergleichenden Fällen abgesteckten Rahmen bewegt (vgl. z.B. OLG Schleswig, VersR 1988, 1244; KG NJW-RR 1987, 409).
Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ist von seiner Doppelfunktion auszugehen (vgl. BGHZ 18, 149; KG DAR 1987, 151 = VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 333).
"An sich" gibt es keine angemessene Entschädigung für nicht vermögensrechtliche Nachteile, da diese in Geld nicht unmittelbar meßbar sind (KG NJW-RR 1987, 409).
Hiernach erscheint ein Gesamtgeldbetrag von - weiteren - rund 265.000,00 DM angemessen, ohne daß dadurch der aus der Rechtsprechung ersichtliche Rahmen (vgl. im einzelnen die Zusammenstellung in KG NJW-RR 1987, 409, 410) gesprengt wird.
Der Senat sieht sich dabei im wesentlichen in Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Landgerichts Bielefeld (DAR 1982, 161 ), das einem 32jährigen Querschnittsgelähmten, der nur noch Kopf und Hals bewegen konnte, 300.000,00 DM Schmerzensgeld zuerkannt hat, des OLG Nürnberg (VersR 1986, 173 ), das - vom Bundesgerichtshof gebilligt (VersR 1986, 59 ) - einem 26-jährigen Mann für schwerste Verletzungen mit Wesensveränderung und dauernder körperlich-seelischer Behinderung 300.000,00 DM Schmerzensgeld zubilligte und des Kammergerichts (NJW-RR 1987, 409), das einem 20jährigen bei nicht totaler Querschnittslähmung infolge Luxationsfraktur des ersten Lendenwirbelknochens einen Gesamtbetrag von 329.000,00 DM zugesprochen hat.
Der Senat sieht sich dabei im wesentlichen in Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Landgerichts Bielefeld (DAR 1982, 161), das einem 32jährigen Querschnittsgelähmten, der nur noch Kopf und Hals bewegen konnte, 300.000,00 DM Schmerzensgeld zuerkannt hat, des OLG Nürnberg (VersR 1986, 173), das - vom Bundesgerichtshof gebilligt (VersR 1986, 59) - einem 26-jährigen Mann für schwerste Verletzungen mit Wesensveränderung und dauernder körperlich-seelischer Behinderung 300.000,00 DM Schmerzensgeld zubilligte und des Kammergerichts (NJW-RR 1987, 409), das einem 20jährigen bei nicht totaler Querschnittslähmung infolge Luxationsfraktur des ersten Lendenwirbelknochens einen Gesamtbetrag von 329.000,00 DM zugesprochen hat.
Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ist von seiner Doppelfunktion auszugehen (vgl. BGHZ 18, 149; KG DAR 1987, 151 = VRS 72, 331, 333).
a) Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes ist von seiner Doppelfunktion auszugehen (vgl. BGHZ 18, 149 ; KG DAR 1987, 151 = VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 333).
Bei schweren, lebenslangen Dauerschäden kann dem Geschädigten statt eines Kapitalbetrages oder neben diesem eine Rente zuerkannt werden, da sich das Leiden durch die ununterbrochene Konfrontation mit der Beschränkung der Lebenssphäre ständig erneuert (BGH LM BGB § 847 Nr. 10; VersR 1959, 458; 1968, 946, 947; 1976, 967, 968; KG NJW-RR 1987, 409 = VersR 1987, 487 Ls VerkMitt 1986, 69 = VRS 72, 331, 336; VerkMitt 1990, 20).
OLG Frankfurt, 21.02.1991 - 12 U 42/90
Schmerzensgeld; Monatliche Schmerzensgeldrente; Schüler; Kniebandschädigung; …