Source: https://www.steuerverein.at/3-steuerbefreiungen-%C2%A7-3-estg-1988-teil-3/
Timestamp: 2019-07-22 16:25:07
Document Index: 365182127

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 68', '§ 3', '§ 3', '§ 77', '§ 3', '§ 68', '§ 16', '§ 3', '§ 68', '§ 16', '§ 68', '§ 16', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 26', '§ 3', '§ 3']

3.3.10 Begünstigte Auslandstätigkeiten (§ 3 Abs 1 Z 10 EStG 1988)
3.3.10.6 § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 – Rechtslage ab 01.01.2011 (Übergangsregelung für die Jahre 2011 und 2012)
Bruttobezug 2.500,00
SV 455,00
LSt-Bmgl 2.045,00
(2.045,00 * 66%) 1.349,70 steuerfrei 66%
(2.045,00 * 34%) 695,30 steuerpflichtig 34%
Lohnsteuerberechnung (2.045*0,365-369,18) 377,25 fiktive Gesamtlohnsteuer
(377,25/2.045) 18,45% Durchschnittssteuersatz
Einzubehaltende LSt (695,30 * 18,45%) 128,26 LSt mit Berücksichtigung des Progressionsvorbehaltes
Es bestehen keine Bedenken, wenn bei Ermittlung des Lohnsteuerabzuges vereinfachend die gesamten Auslandsbezüge zunächst ohne Berücksichtigung des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 („normal“) abgerechnet werden und von der sich so errechneten Lohnsteuer im Jahr 2011 nur 34% bzw. im Jahr 2012 nur 67% als tatsächlich anfallende Lohnsteuer abgezogen und einbehalten werden.
Lohnsteuerberechnung (2.045 * 0,365-369,18) 377,25 fiktive Gesamtlohnsteuer
Einzubehaltene LSt (377,25 * 34%) 128,26
Beispiel 3 (Abrechnung Juni 2011 – Aufteilung der Sonderzahlung von 4.000 Euro brutto):
Steuerfreier Teil – 66%
Steuerpflichtiger Teil – 34%
Brutto 4.000,00 2.640,00 1.360,00
– SV (17,2%) 454,08 233,92
– Freibetrag 409,20 210,80
LSt-Bmgl 1.776,72 915,28
Einzubehaltene LSt (6%) 54,92
Beispiel 4 (Abrechnung Juni 2011 – vereinfachte Methode):
– SV (17,2%) 688,00
– Freibetrag 620,00
LSt-Bmgl 2.692,00 X 6%
LSt – gesamt 161,52
Davon 34% 54,92
Bruttobezug Inland 833,33 10 Tage
Bruttobezug Ausland 1.666,67 20 Tage
SV x) 455,00
LSt-Bmgl Inlandsbezüge 681,67
LSt-Bmgl Auslandsbezüge 1.363,33
LSt-Bmgl Inlandsbezüge 68,17 pro Tag (681,67/10)
LSt Inlandsbezüge 12,57 pro Tag (68,17 * 0,365-12,306)
LSt-Bmgl Auslandsbezüge 68,17 pro Tag (1.363,33/20)
Fiktive LSt Auslandsbezüge 12,57 pro Tag (68,17 * 0,365-12,306)
LSt Auslandsbezüge 4,28 pro Tag (12,57 * 34%)
LSt Auslandsbezüge (4,28 * 20 Tage) 85,51 LSt pro Monat
LSt Inlandsbezüge (12,57 * 10 Tage) 125,75 LSt pro Monat
Summe einzubehaltende LSt 211,26
Die steuerfreien Höchstbeträge für Zulagen und Zuschläge (§ 68 EStG 1988) sind tageweise zu ermitteln (zB 20 Tage begünstigte Auslandstätigkeit – es können für diesen Zeitraum, bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen, maximal 240 Euro an steuerfreien Schmutz-, Erschwernis und Gefahrenzulagen abgerechnet werden).
Bei Auslandsentsendungen, in deren Zeitraum die Aufhebung des „§ 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 alt“ und das In-Kraft-Treten des „§ 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 neu“ fallen, hat die steuerliche Beurteilung nach dem Zuflussprinzip zu erfolgen. Das heißt, dass Bezugsteile, deren arbeitsrechtlicher Anspruch durch eine vor dem 1.1.2011 liegende begünstigte Auslandstätigkeit begründet wurde, deren Auszahlung aber erst im Jahr 2011 erfolgt, nach der für 2011 geltenden Rechtslage (nur 66% befreit, unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehaltes – siehe Rz 70c) zu versteuern sind. Eine Ausnahme stellen nur jene Bezüge für das Vorjahr dar, die bis zum 15.2.2011 bezahlt werden (§ 77 Abs. 5 EStG 1988). Diese sind steuerlich dem Vorjahr zuzuordnen.
Bezieht ein Arbeitnehmer während einer vereinbarten Altersteilzeit Einkünfte aus einer begünstigten Auslandstätigkeit und wird während der „vollen Leistungsphase“ nur ein Teil des Entgelts ausgezahlt, bleibt für die während der „Nichtleistungsphase“ ausbezahlten Bezüge grundsätzlich die Bestimmung des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 weiterhin anwendbar. Allerdings ist für die steuerliche Beurteilung die Rechtslage im Jahr der Auszahlung heranzuziehen (zB Nichtleistungsphase im Jahr 2011 – Besteuerung der Entgelte im Ausmaß von 34%).
Werden Mehrarbeitszeit oder Überstunden während oder unmittelbar im Anschluss an die begünstigte Auslandstätigkeit durch Zeitausgleich (im Aus- oder Inland) abgegolten, richtet sich das Ausmaß der Steuerfreiheit der Bezüge nach jener Rechtslage, die für den Zeitpunkt des Zeitausgleiches gilt (Überstunden aus dem Jahr 2010 werden 2011 ausbezahlt – Besteuerung der Entgelte im Ausmaß von 34 %).
Bruttobezug 12.125,00 210
– § 68 Abs. 1 Zulagen -846,00 215
– SV -2.206,75 230
– steuerfrei 66% [(12.125,00 – 846,00 – 2.206,75 – 60,00) * 66%] -5.948,09 243
– einbehaltene freiw. Beiträge nach § 16 Abs. 1 Z 3b -60,00
LSt-Bmgl (steuerpflichtig 34%) 3.064,16 245
Anrechenbare Lohnsteuer 803,83 260
Übersicht der Lohnzettelarten in Fällen, in denen Österreich kein Besteuerungsrecht an den § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 – Einkünften hat:
Lohnzettelart 2 2
Lohnzettelart 8 und 2 2
Hinsichtlich der Inlandsbezüge aus diesem Dienstverhältnis ist wie bisher ein „normaler“ Lohnzettel (Lohnzettelart 1) zu übermitteln.
Bruttobezug 8.002,50 210
– § 68 Abs. 1 Zulagen -558,36 215
– SV -1.456,46 230
– steuerfrei 66%
[(12.125,00 – 846,00 – 2.206,75 – 60,00) * 66%] -5.948,09 243
– einbehaltene freiw. Beiträge nach § 16 Abs. 1 Z 3b -39,60
LSt-Bmgl 0,00 245
Anrechenbare Lohnsteuer 0,00 260
Bruttobezug 4.122,50 210
– § 68 Abs. 1 Zulagen -287,64 215
– SV -750,29 230
– steuerfrei 66% 0,00 243
– einbehaltene freiw. Beiträge nach § 16 Abs. 1 Z 3b -20,40
LSt-Bmgl 3.064,16 245
Ein Arbeitnehmer ist im Jahr 2011 auf „Montage“ gemäß § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988. Als Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung macht er im Jahr 2011 für diese Tätigkeit 1.000 Euro geltend. 34% dieser Aufwendungen (340 Euro) senken als Werbungskosten im Rahmen der Veranlagung die Steuerbemessungsgrundlage. Der Differenzbetrag (660 Euro) vermindert die Progressionseinkünfte.
3.3.10a § 3 Abs 1 Z10 EStG 1988 – unbefristete Rechtslage ab 2012
Laufende Bruttobezug Ausland 4.000,00
(1.310,08*0,25–266,50)
Hingegen sind beispielsweise die Tätigkeit eines Geschäftsführers, eines Controllers oder eines Bürokaufmannes auf Dauer angelegt, weil diese Tätigkeiten – unabhängig von den Umständen des konkreten Falles – eine nicht befristete Ausübung zum Gegenstand haben.
Staaten, die in der Spalte 1 bis 3 der Liste der Entwicklungsländer („DAC-List of ODA Recipients“) aufgezählt sind, erfüllen dagegen dieses Kriterium (Liste siehe Rz 1409).
Ein Arbeitnehmer wird von 12.01.2012 bis 31.05.2012 in eine Region entsendet, für die noch keine erhöhte Sicherheitsgefährdung vorliegt; abgesehen von der Erschwernis liegen die übrigen Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 vor. Am 25.02.2012 wird eine Reisewarnung durch das BMEIA veröffentlicht (diese bleibt bis Ende des Jahres aufrecht); Für die Monate März – Mai 2012 kann für den Arbeitnehmer die Begünstigung des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 in Anspruch genommen werden.
Ein Arbeitnehmer wird von 14.01.2013 bis 31.05.2013 in eine Region entsendet, für die seit 01.11.2012 eine erhöhte Sicherheitsgefährdung vorliegt (diese bleibt bis 24.04.2013 aufrecht); abgesehen von der Erschwernis liegen die übrigen Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 vor. Für die Monate Jänner – April 2013 kann für den Arbeitnehmer die Begünstigung des § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 in Anspruch genommen werden
Andere nicht steuerbare Leistungen des Arbeitgebers nach § 26 EStG 1988 (zB Tages- und Nächtigungsgelder) oder steuerfreie Bezüge nach § 3 Abs. 1 Z 16b EStG 1988 können für eine begünstigte Auslandstätigkeit ausbezahlt werden, ohne die Steuerfreiheit nach § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 zu beeinträchtigen (hinsichtlich der Anrechnung auf die 60%-Grenze siehe Rz 70h)