Source: http://www.wf-salinas.com/detail/article/nachlasssteuer-und-erbschaftsteuer-in-den-usa-1280.html
Timestamp: 2019-06-24 17:34:10
Document Index: 329434297

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 2101', '§ 2103', '§ 2103', '§ 2104', '§ 2105', '§ 6075', '§ 20', '§ 2056']

Die Besteuerung von Nachlässen ist im Titel 26, Untertitel B des Internal Revenue Code (IRC), geregelt. Hierzu sind Verwaltungsanweisungen (Treas. Reg.) ergangen.
Wichtig: Im Anwendungsbereich des deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Erbschaftsteuer und Nachlasssteuer (DBA-USA-Erb) gibt es zahlreiche Regelungen, welche den nachfolgenden vorgestellten nationalen Regeln vorgehen. Wir verweisen hierzu auf den Beitrag Die Besteuerung deutsch-amerikanischer Erbfälle nach dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen.
Nach Sec. 2107 IRC unterliegt außerdem der Nachlass einer Person, welche die amerikanische Staatsangehörigkeit aufgegeben und das Domizil ins Ausland verlegt hat, für den Rest des Steuerjahrs der US-Nachlasssteuer, es sei denn der Nachweis der fehlenden Umgehungsabsicht wird erbracht.
Unter einem residence im Sinne der federal estate tax ist nach Treas. Reg. § 20.0-1 (b) ein Domizil in einem der 50 Bundesstaaten der USA oder dem District of Columbia zu verstehen.
Eine Person erwirbt ein domicile in diesem Sinne, wenn sie an einem Ort mit der Absicht- und sei es auch nur kurzzeitig - lebt, ohne eine klaren Willen zu haben, später zurück zu kehren (Treas. Reg. § 20.0-1 (b). Alleine der Wohnsitz ohne Erfüllung der Voraussetzung des Willens für eine unbestimmte Zeit zu verweilen genügt nicht (Treas. Reg. § 20.0-1 (b). Ebenso berührt der Wille zur Rückkehr allein nicht ein einmal begründetes Domizil (Treas. Reg. § 20.0-1 (b)). Die Absicht, am gewählten Ort zu verbleiben, ist anhand objektiver Kriterien zu bestimmen (z.B. Aufenthalt der anderen Familienmitglieder, Größe und Standard der Wohnung).
Bedeutung von VISA: Eine Daueraufenthaltsgenehmigung (Green Card) bedeutet nicht zwingend, dass eine Person ihr domicile in den USA hat ( vgl. z.B. Estate of Barkat A. Khan v. Commissioner, TC Memo 1998-22); allerdings ist es ein gewichtiges Indiz, da der Antragsteller versichern muss, dass er/sie dauerhaft in den USA niederlassen will. Ein Investorenvisum (EB-5) ist hingegen ein eher untergeordnetes Indiz bei der Bestimmung des Domicile.
Unterliegt der Nachlass nicht der unbeschränkten Steuerpflicht, ist nach IRC § 2101 und § 2103 nur der US-Nachlass steuerbar (situs taxation). Nach IRC § 2103 ist , welches physisch in den USA belegen ist (z.B. Grundstücke). Nach IRC § 2104 gelten als US-Vermögen:
Nach IRC § 2105 gelten nicht als US-Vermögen Auszahlungen von Lebensversicherungen und bestimmte Bankeinlagen.
Der Steuersatz ist progressiv. Da der unified credit die Wirkung hat, dass die niedrigeren Progression-Stufen verbraucht werden, ist in der Regel der Spitzensteuersatz anzusetzen (2019: 40 %).
Die Steuererklärung muss innerhalb von 9 Monaten nach dem Tod des Erblassers abgegeben werden (IRC § 6075 (a), Treas. Reg. § 20.60751). Eine Fristverlängerung ist auf Antrag für bis zu weitere 6 Monate möglich (form 4768); unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Zahlungsaufschub gewährt werden.
Nicht ausgelöst durch den Tod wird die Kapitalgewinnsteuer (capital gains tax). Der Tod hat insoweit sogar steuerlich vorteilhafte Wirkungen, da die Erben bei einer späteren Veräußerung von Nachlassgegenständen den Wert per Todestag bei der Erklärung der Kapitalgewinnsteuer angeben können (stepped-up basis).
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