Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgswatzkeskabyberge_2015
Timestamp: 2020-02-28 00:21:08
Document Index: 158479434

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 19', '§ 78', '§ 2', '§ 21', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 4', '§ 11', '§ 3', '§ 4', '§ 72', '§ 31', '§ 20', '§ 37']

(GVBl.II/99, [Nr. 29], S.598)
zuletzt geändert durch Artikel 16 der Verordnung vom 9. November 2015
Auf Grund des § 21 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und 2 und § 78 Abs. 1 Satz 5 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes vom 25. Juni 1992 (GVBl. I S. 208), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 18. Dezember 1997 (GVBl. I S. 124), verordnet der Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in den Gemeinden Hartmannsdorf und Spreenhagen (Landkreis Oder-Spree) wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Swatzke- und Skabyberge".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 520 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren der Gemarkungen:
Hartmannsdorf 2, 3, 10;
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte im Maßstab 1:10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in die Flurkarten.
Innerhalb des Naturschutzgebietes ist ein Kernbereich mit Ausschluss der wirtschaftlichen Nutzung im Sinne des § 21 Abs. 2 Satz 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes festgesetzt. Die Grenze des Kernbereichs ist in die topografische Karte und die Flurkarten eingezeichnet. Der Kernbereich hat eine Größe von rund 155 Hektar und umfasst Flächen in den Fluren 2 und 3 der Gemarkung Hartmannsdorf sowie der Flur 5 der Gemarkung Spreenhagen.
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Oder-Spree, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als eines Binnendünenkomplexes sowie eines strukturreichen Biotopmosaikes von naturnahen Offenland-, Strauch- und Waldflächen verschiedener Sukzessionsstadien im Talsandgebiet des Berliner Urstromtals ist:
der Lebensgemeinschaften und Lebensstätten charakteristischer und seltener, in ihrem Bestand bedrohter Pflanzengesellschaften, insbesondere von Sandtrockenrasen (Silbergrasfluren, Blauschillergrasfluren), Calluna-Zwergstrauchheiden, Silbergras-Kiefernwäldern, Flechten-Kiefernwäldern, zwergstrauchreichen Birken-Kiefern-Sukzessionswäldern sowie naturnaher Waldgesellschaften auf Talsandflächen,
der Lebensgemeinschaften und Lebensstätten charakteristischer und seltener, in ihrem Bestand bedrohter Tiergruppen armer Sandlandschaften, insbesondere der Gliederfüßer und der Vögel;
die nachhaltige Regeneration und Entwicklung einer natürlichen und naturnahen Landschaft unter Wahrung ihrer Unzerschnittenheit, Großräumigkeit und Störungsarmut und ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenarten;
der Schutz der Vielfalt, besonderen Eigenart, hervorragenden Schönheit und Einzigartigkeit des Landschaftsbildes, das gekennzeichnet ist durch den Wechsel von lichten Wäldern, Heiden, Offenland, Grasland, naturnahen und unbewirtschafteten Wäldern sowie von Wirtschaftswäldern mit relativ geringem Nutzungsdruck auf unterschiedlich stark bewegtem Relief;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Swatzke und Skabyberge“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Trockenen Sandheiden mit Calluna und Genista, Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis, Übergangs- und Schwingrasenmooren und Mitteleuropäischen Flechten-Kiefernwäldern als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Großem Mausohr (Myotis myotis) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich seiner für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
der Erhalt des bundesweit bedeutenden Binnendünenkomplexes, der Trockenrasen und einer bereits über Jahrzehnte ungestörten Entwicklung fast aller natürlichen Typen mitteleuropäischer Flechten-Kiefernwälder;
aus wissenschaftlichen Gründen die langfristige Beobachtung und Erforschung der natürlichen Entwicklungsprozesse auf primär nährstoffarmen Standorten;
das Gewährenlassen von Zusammenbrüchen und Regeneration von Lebensgemeinschaften bei ausbleibender wirtschaftlicher Bodennutzung.
Sandtrockenrasen oder Heiden umzubrechen, neu anzusäen, zu bepflanzen oder aufzuforsten;
Über die Verbote des § 4 hinaus ist es im Kernbereich verboten, das Gebiet landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder in anderer Weise wirtschaftlich zu nutzen.
(1) Ausgenommen von den Verboten der §§ 4 und 4a bleiben folgende Handlungen:
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen außerhalb des Kernbereiches mit der Maßgabe, dass
die natürlichen Dünenkiefernwälder zu erhalten sind und bei der Wiederaufforstung die Verwendung fremdländischer Baumarten verboten ist,
die Aufforstung der Freifläche im südwestlichen Bereich des Naturschutzgebietes als Initialpflanzung vom Bestandesrand aus unter Verwendung einheimischer Baumarten in standorttypischer Zusammensetzung erfolgt. Die Initialpflanzungen sollen jeweils maximal einen Hektar Größe erreichen und insgesamt eine Fläche von 10 Hektar nicht überschreiten;
die Errichtung von Ansitzleitern und Kanzeln außerhalb des Kernbereiches, soweit das charakterische Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird und nur Materialien verwendet werden, die sich in das Landschaftsbild einfügen,
die Errichtung von transportablen Ansitzleitern für eine maximale Verweildauer von zwei Monaten innerhalb des Kernbereiches;
die Anlage von Kirrungen, Wildäckern und künstlichen Wildwiesen außerhalb des Kernbereiches und der unter § 3 Abs. 1 Nr. 1. a genannten Biotope;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen und Maßnahmen der Altlastensanierung und Munitionsräumung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
das Betreten des Gebietes außerhalb der zugelassenen und behördlich gekennzeichneten Wege im Rahmen von auf den Schutzzweck bezogenen, wissenschaftlichen Begleituntersuchungen;
das Sammeln von Pilzen in der Zeit vom 1. August bis 30. November eines jeden Jahres;
die Freiflächen außerhalb des Kernbereiches sollen überwiegend der natürlichen Sukzession überlassen werden;
die Wälder außerhalb des Kernbereiches sollen naturgemäß bewirtschaftet werden. So sollen insbesondere die sich entwickelnden Pionierwälder kahlschlagslos und nachhaltig unter Ausnutzung natürlicher Prozesse, der Belassung der natürlichen Baumartenkombination und von Totholz sowie der Belassung einer mehrstufigen Bestandsstruktur bewirtschaftet werden;
Flugsandflächen sollen als Lebensraum für Arten der trockenwarmen Standorte durch geeignete Maßnahmen entwickelt und miteinander verbunden werden.
Von den Verboten der §§ 4 und 4a kann die oberste Naturschutzbehörde auf Antrag gemäß § 72 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Befreiung gewähren.
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 20 bis 26 b des Bundesnaturschutzgesetzes, §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt der Beschluss des Rates des Kreises Fürstenwalde Nr. 110/57 vom 20. Dezember 1957 zum "Naturdenkmal Nr. 43" außer Kraft.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Swatzke- und Skabyberge"
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 520 Hektar. Es umfasst außerhalb des Kernbereiches folgende Flurstücke in den Gemarkungen:
Hartmannsdorf 2 24-28, 29, 30-36, 39, 40, 41, 42, 43 (anteilig), 44-53, 54-57 (jeweils anteilig), 104, 121 (anteilig), 128;
3 1-4, 6, 7, 8 (anteilig), 9 (anteilig), 16 (anteilig), 220 (anteilig), 222 (anteilig), 223-230 (jeweils anteilig), 231, 232, 233 (anteilig), 234 (anteilig) 235;
10 14/1 (anteilig), 15, 20, 21/1, 22 (anteilig), 23/1 (anteilig);
Spreenhagen 5 21-28, 29 (anteilig).
Folgende Flächen bilden den Kernbereich mit einer Größe von rund 155 Hektar:
Hartmannsdorf 2 27 (anteilig), 28, 29 (anteilig), 30 (anteilig), 31 bis 36, 42 (anteilig), 43 (anteilig), 44 (anteilig), 45 (anteilig), 47 bis 54 (jeweils anteilig), 57 (anteilig), 104,128 (anteilig);
3 1, 2 (anteilig), 7 (anteilig), 8 (anteilig);
Spreenhagen 5 21, 22 (anteilig), 23, 24 (anteilig), 25 (anteilig).