Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=25.02.1992&Aktenzeichen=3%20S%20309/92
Timestamp: 2019-11-13 14:20:26
Document Index: 63384546

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 173', '§ 9', '§ 34', '§ 34', 'BGH', 'BGH', '§ 16', '§ 34']

VGH Baden-Württemberg, 25.02.1992 - 3 S 309/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,3527
VGH Baden-Württemberg, 25.02.1992 - 3 S 309/92 (https://dejure.org/1992,3527)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 25.02.1992 - 3 S 309/92 (https://dejure.org/1992,3527)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 25. Februar 1992 - 3 S 309/92 (https://dejure.org/1992,3527)
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Bedeutung der Wohnungsdichte bei der Zulässigkeitsprüfung nach BauGB § 34 Abs 1; kein Nachbarschutz durch Summenabstandsvorschriften
§ 173 Abs 3 BBauG, § 9 Abs 1 Nr 6 BauGB, § 34 Abs 1 BauGB
Anzahl der Wohnungen im Neubau und Nachbarschutz (IBR 1992, 460)
VG Stuttgart, 12.12.1991 - 2 K 3016/91
VBlBW 1992, 344
VBlBW 1992, 345
"Nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Gerichtshofs kommt aber derartigen Gebäudeabstandsvorschriften alter Bebauungspläne keine nachbarschützende Wirkung zu; sie dienen ausschließlich der städtebaulichen Gestaltung, nicht aber (zumindest auch) dem Nachbarschutz (vgl. hierzu VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 24.09.1991 - 3 S 2049/91 -, VBlBW 1992, 105, vom 03.12.1991 - 3 S 2464/91 -, VBlBW 1992, 297/298 und vom 25.02.1992 - 3 S 309/92 -, VBlBW 1992, 344/346).
Um rücksichtslos zu sein, müsste die Aussegnungshalle nach Nutzungsart, Größe, Lage und Umfang die Nutzung des Grundstücks und der Wohnungen der Antragsteller - unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls - insbesondere der Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit der Beteiligten und der Intensität der Nachteile - unzumutbar in städtebaulich erheblichen Belangen beeinträchtigen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 25.02.1992 -3 S 309/92 - VBlBW 1992, 344).
Die den Gebietsrahmen möglicherweise übersteigende Gesamtwohnungszahl des Vorhabens (14 Wohneinheiten), die Wohnungsdichte, wird von § 34 Abs. 1 BauGB nicht erfasst (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 25.02.1992 - 3 S 309/92 -, VBlBW 1992, 344 ff. m.w.N.).
vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. Oktober 1999 - XII ZB 18.99 -, juris Rn. 16, vom 28. November 1973 - VIII ZB 23.73 -, juris Rn. 5 ff. und Urteil vom 27. Juni 1957 - III ZR 51.56 -, BGHZ 25, 60; VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 25. Februar 1992 - 3 S 309/92 -, juris Rn. 1 und vom 9. März 1984 - 5 S 571/84 -, NVwZ 1984, 528; OVG Bremen, Beschlüsse vom 18. September 1991 - 1 B 53/91 -, juris Rn. 2 und vom 16. Februar 1987 - 2 B 3/87 -, NVwZ 1987, 518; Thüringer OVG, Beschluss vom 23. April 1998 - 4 EO 6/97 -, juris Rn. 15.
Schließlich sind die Zahl der Wohneinheiten und die Wohndichte auch kein Element des Maßes der baulichen Nutzung (vgl. § 16 BauNVO) (…siehe OVG Lüneburg, Urt. v. 03.09.1996 - 1 L 4375/95 -, BauR 97, 86); daher kann auch insoweit über den Begriff des Maßes der baulichen Nutzung die Rücksichtslosigkeit nicht geprüft werden (siehe dazu auch VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 25.02.1992, a.a.O.).
Bebauungsvorschriften alter Bebauungs- und Ortsbaupläne, die festlegen, dass von den seitlichen Eigentumsgrenzen zusammen ein bestimmter Abstand einzuhalten ist (Summenabstand), sind regelmäßig nicht nachbarschützend (Senatsbeschluss vom 24.08.1995 - 8 S 2282/95; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 25.02.1992 - 3 S 309/92 - VBlBW 1992, 344 (346).
Um rücksichtslos zu sein, müsste das Krematorium nach Nutzungsart, Größe, Lage und Umfang die Nutzung des Grundstücks des Antragstellers zu gewerblichen und Wohnzwecken unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls insbesondere der Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit der Beteiligten und der Intensität der Nachteile unzumutbar in städtebaulichen erheblichen Belangen beeinträchtigen (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 25.02.1992 - 3 S 309/92 -, juris).
Jedoch müssen auch dann die Nachteile noch von erheblichem Gewicht sein (vgl. zum Ganzen VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 25.02.1992, VBlBW 1992, 344 m.w.N.).
Der beschließende Gerichtshof hat bereits in seinem Beschluß vom 25.2.1992 - 3 S 309/92 -, VBlBW 1992, 344 hervorgehoben, daß diese Kriterien im Rahmen des § 34 Abs. 1 BauGB auch seit Geltung des Baugesetzbuchs keinen maßgeblichen bodenrechtlich relevanten Gesichtspunkt darstellen.
Abzustellen ist vielmehr nur darauf, welche Folgewirkungen diese Wohnungsdichte nach sich zieht und und ob diese Auswirkungen die Schwelle der Rücksichtslosigkeit überschreiten (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschluß v. 25.2.1992 - 3 S 309/92 -, VBlBW 1992, 345 ff.), was hier jedoch wohl verneint werden muß.