Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201973,%20468
Timestamp: 2019-10-15 00:26:53
Document Index: 115412069

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 24', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.02.1973 - I ZR 85/71 - dejure.org
https://dejure.org/1973,301
BGH, 02.02.1973 - I ZR 85/71 (https://dejure.org/1973,301)
BGH, Entscheidung vom 02.02.1973 - I ZR 85/71 (https://dejure.org/1973,301)
BGH, Entscheidung vom 02. Februar 1973 - I ZR 85/71 (https://dejure.org/1973,301)
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Warenzeichenrechtlicher Schutz für das Wort "Cinzano" - Garantiefunktion eines Warenzeichens - Zweck eines Warenzeichens - Verwendung von identischen Namen für Weinsorten - Territoriale Begrenzung der nationalen Zeichenrechte - Verletzung der Herkunftsfunktion
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 3 ; Warenzeichengesetz, § 24
Wettbewerb, Gewerbliches und kommerzielles Eigentum
BGHZ 60, 185
NJW 1973, 1079
MDR 1973, 562
GRUR 1973, 468
GRUR Int. 1973, 562
BB 1973, 769
DB 1973, 1292
Dies schließt nicht aus, daß der Zeicheninhaber in einem solchen Fall zur Vermeidung einer Irreführung des Verkehrs nach § 3 UWG verpflichtet sein kann, auf die Qualitätsunterschiede hinzuweisen (vgl. dazu BGHZ 60, 185, 194 [BGH 02.02.1973 - I ZR 85/71] - Cinzano;… BGH, Urt. v. 1.3.1984 I ZR 48/82, GRUR 1984, 737, 738 - Ziegelfertigstürze).
Das Recht des Zeicheninhabers "erschöpft" sich jedoch mit dem ersten Inverkehrsetzen der Ware (vgl. Urteile des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 22. Januar 1964 Ib ZR 92/62, BGHZ 41, 84, und vom 2. Februar 1973 I ZR 85/71, BGHZ 60, 185;… Baumbach/Hefermehl, Warenzeichenrecht, 12. Aufl., § 15 WZG Anm. 46).
Das FA und der Prüfer haben zwar in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ausgeführt, dass die X-GmbH ein solches Verhalten nicht unter Berufung auf ihr Markenrecht hätte verhindern können (vgl. dazu BGH-Urteile vom 22. Januar 1964 Ib ZR 92/62, BGHZ 41, 84; vom 2. Februar 1973 I ZR 85/71, BGHZ 60, 185).
Die Funktion des Hinweises auf einen bestimmten Geschäftsbetrieb, deren Verwirklichung der in Frage stehende Bindungsgrundsatz dient, ist nach dem deutschen Recht auch weiterhin die wesentliche Aufgabe des Warenzeichens, an deren zentraler Rolle auch das Hinzutreten zusätzlicher Funktionen wie beispielsweise der der Warenunterscheidung (…vgl. Oppenhoff GRUR Int. 1973, 433;… Heydt GRUR Int. 1976, 339, 341 Krüger-Nieland GRUR 1980, 425, 427 f.) nichts geändert hat (BGHZ 60, 185, 190 [BGH 02.02.1973 - I ZR 85/71] - Cinzano;… BGH Urt. vom 30. Oktober 1981 - I ZR 7/80, GRUR 1982, 115, 116 - Öffnungshinweis).
Eine derartige "Erschöpfung" der warenzeichenrechtlichen Verbietungsrechte tritt nach deutschem Warenzeichenrecht grundsätzlich auch dann ein, wenn die gekennzeichnete Ware, wie im Streitfall, erstmals im Ausland und durch eine Tochtergesellschaft des Warenzeicheninhabers in Verkehr gesetzt worden ist (…BGHZ a.a.O. S. 88; BGHZ 60, 185, 191 [BGH 02.02.1973 - I ZR 85/71] - Cinzano).
Ein Zeicheninhaber, der als alleinvertriebsberechtigter Vertragspartner eines ausländischen Herstellers mit dessen Erlaubnis im Inland als Inhaber desselben Zeichens eingetragen ist, das der Hersteller im Ausland führt, kann den Import der vom Hersteller im Ausland unter dieser Marke in Verkehr gebrachten Ware nicht auf Grund seines inländischer Zeichenrechts verbieten (Ergänzung zu BGHZ 60, 185 f [BGH 02.02.1973 - I ZR 85/71] - Cinzano).
Ferner ist im Cinzano-Fall anerkannt worden, daß auch der Import einer im Ausland von einer dortigen Tochtergesellschaft mit Billigung der Muttergesellschaft, der das Zeichen gehört, gekennzeichneten Ware gegenüber dem in der Bundesrepublik mit Erlaubnis der Muttergesellschaft für die inländische Tochtergesellschaft eingetragenen identischen Warenzeichenrecht nicht als Inverkehrbringen einer widerrechtlich gekennzeichneten Ware zu beurteilen ist (BGHZ 60, 185 ff [BGH 02.02.1973 - I ZR 85/71]), daß vielmehr die Tochtergesellschaft sich in einem solchen Falle die Benutzungshandlungen der Muttergesellschaft und deren anderer Tochtergesellschaften auch gegenüber dem Importeur zurechnen lassen müsse.