Source: https://www.vdek.com/presse/Fragen_und_Antworten/faq-elektronische-gesundheitskarte.html
Timestamp: 2018-01-20 15:14:39
Document Index: 16076536

Matched Legal Cases: ['§ 291', '§ 291', '§ 291', '§ 291', '§ 291', '§ 1901', '§ 291']

FAQ: Elektronische Gesundheitskarte (eGK)
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist ein wichtiger Baustein der Modernisierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland. Mit dem begonnenen Aufbau einer sicheren funktionierenden Telematikinfrastruktur (TI) sind zahlreiche Möglichkeiten verbunden, die medizinische Versorgung der Versicherten weiter zu verbessern und Abläufe effizienter zu gestalten. Hier finden Sie Antworten auf viele Fragen zur eGK.
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dient seit dem 01.01.2015 in erster Linie dem alleinigen Nachweis der Berechtigung zur Inanspruchnahme von vertragsärztlichen und vertragszahnärztlichen Leistungen und den daraus resultierenden verordneten Leistungen wie z.B. Arznei-, Heil- und Hilfsmittelversorgung sowie Krankenhausbehandlung.
Gegenüber ihrer Vorläuferin - der Krankenversichertenkarte (KVK) - sind zwei wesentliche Unterschiede zu benennen. Erstens wird auf der Vorderseite der eGK ein Lichtbild aufgebracht, um ein visuelles Identifikationsmerkmal zu haben und um bei möglichem Verlust das Missbrauchspotential einzuschränken. Zweitens ist die eGK im Gegensatz zur KVK mit einem Mikroprozessorchip ausgestattet. Dieser bietet mehr Speichermöglichkeiten und unterstützt deutlich mehr Funktionen und Anwendungen. Auf der Rückseite der eGK befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte als Sichtausweis.
Warum beinhaltet die elektronische Gesundheitskarte das Wort „elektronisch“?
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ermöglicht die elektronische Speicherung und den elektronischen Transport von gesundheitsrelevanten Informationen in einem geschützten Netzwerk, der sogenannten Telematikinfrastruktur (TI). Damit ist es je nach Funktion möglich, Daten (z. B. die Angabe einzunehmender Medikamente) an einem sicheren Ort zu speichern.
In der praktischen Umsetzung bedeutet das Wort „elektronisch“ die (telematische) Vernetzung der Versicherten auf der einen und den Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken (Leistungserbringer) auf der anderen Seite. Über diese elektronische Vernetzung ist es den Teilnehmern möglich, wichtige Informationen in der TI zu speichern und im Bedarfsfall abzurufen. Zu einem späteren Zeitpunkt erhalten die Versicherten zum weiteren Schutz ihrer Daten auch eine Geheimnummer (PIN) (siehe auch: Datenschutz-Teil des FAQ).
Was ist die europäische Krankenversichertenkarte?
Es handelt sich dabei um einen Sichtausweis (enthält keine elektronisch gespeicherten Informationen). Die europäische Krankenversicherungskarte ermöglicht den Versicherten eine unbürokratische medizinische Behandlung in allen 27 Staaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Kroatien, Mazedonien und Serbien. Sollten Sie innerhalb dieser Staaten erkranken und einen Arzt aufsuchen müssen, zeigen Sie dem behandelnden Arzt einfach Ihre EHIC vor. Es besteht Anspruch auf die medizinisch notwendigen Leistungen, jedoch nicht für Gesundheitsdienstleister aus dem privaten Sektor.
Welche Leistungen sind durch die europäische Krankenversicherungskarte im Ausland versichert?
Der durch die europäische Krankenversicherungskarte entstehende Anspruch gilt nur für die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung (Beinbruch, kranker Zahn, Virusinfektion und ähnliche Notfälle) oder für die fortlaufende Versorgung bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes. Wenn Sie sich aus bestimmten Gründen bewusst für eine Behandlung im Ausland entscheiden, muss mit der Krankenkasse geklärt werden, ob die Kosten hierfür übernommen werden. Dies kann auch für die medizinische Versorgung von Chronikern gelten (z. B. bei Dialysebehandlungen).
Seit wann und wie ist die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erfolgt?
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird seit dem 1.10.2011 von den gesetzlichen Krankenkassen an ihre Versicherten ausgegeben.
Damit die eGK in den Arzt- und Zahnarztpraxen, von Psychotherapeuten sowie in den Krankenhäusern auch eingelesen werden kann, war es notwendig, alle Leistungserbringer mit eGK-fähigen (stationären und mobilen) Kartenterminals auszustatten und die Verwaltungssoftware anzupassen. Dies erfolgte im sogenannten „Basis-Rollout“. Insgesamt werden etwa 155.000 niedergelassene Ärzte, ungefähr 62.000 Zahnärzte, ca. 20.000 Apotheken, 2.000 Kliniken sowie alle gesetzliche Krankenversicherer vernetzt. Auf den Basis-Rollout wird nun der Online-Rollout folgen, mit dem die Leistungserbringer ihren sicheren Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) erhalten.
Wer bekommt die elektronische Gesundheitskarte?
Im § 291 SGB V ist festgelegt, dass jeder Versicherte eine elektronische Gesundheitskarte mit seinem Lichtbild erhält. Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres und für Personen, deren Mitwirkung an der Erstellung des Lichtbildes nicht möglich ist, wie z. B. bei Schwerpflegebedürftigen. Als Serviceleistung ist es den Krankenkassen jedoch gestattet, ihren Versicherten bereits vor der Vollendung des 15. Lebensjahres eine Gesundheitskarte mit Lichtbild auszustellen. Diese Möglichkeit beruht jedoch auf der freiwilligen Entscheidung des Versicherten. Es besteht dazu keine Verpflichtung.
Von wem bekomme ich als Versicherter die elektronische Gesundheitskarte?
Jeder Versicherte erhält die elektronische Gesundheitskarte von seiner Krankenkasse kostenfrei zugesandt.
Muss ich als Versicherter die elektronische Gesundheitskarte bezahlen?
Sie erhalten die elektronische Gesundheitskarte (eGK) von Ihrer Krankenkasse kostenfrei zugesandt. Ihnen entstehen ggf. lediglich die Kosten für Ihr einzureichendes Lichtbild (Passfoto), welches auf der Karte aufgebracht wird (Siehe auch: Wie kann ich das Foto bei meiner Krankenkasse einreichen?). Auch bei einem Defekt oder bei Verlust der eGK erhalten Sie kostenlos Ersatz.
Warum hat die elektronische Gesundheitskarte ein Foto?
Im § 291 SGB V ist festgelegt, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit einem Foto ausgestattet werden muss. Dieses wird auf der Vorderseite der eGK aufgebracht und dient zur eindeutigen Identifizierung des Versicherten. Es soll einen Beitrag zur Vermeidung von Kartenmissbrauch leisten und damit der unberechtigten Inanspruchnahme von Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Legt der Versicherte seine eGK beim Arztbesuch vor, ist der Arzt verpflichtet, die Identität des Versicherten anhand der auf der eGK aufgebrachten Identitätsdaten zu prüfen. Zu diesen Daten gehören der Name und Vorname, das Geburtsdatum, die Unterschrift und das Foto. Im Zweifelsfall kann sich der Arzt auch den Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument des Versicherten zeigen lassen.
Müssen alle Versicherten ein Foto einreichen?
Grundsätzlich ist jeder Versicherte verpflichtet, seiner Krankenkasse ein aktuelles Lichtbild (Passfoto) zur Verfügung zu stellen. Eine Ausnahme hiervon bilden Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr und Versicherte, deren Mitwirkung bei der Erstellung des Lichtbildes nicht möglich ist (§ 291 SGB V Abs. 2 (1)). Diese Personengruppen erhalten eine elektronische Gesundheitskarte ohne Lichtbild.
Wie muss das Foto für die elektronische Gesundheitskarte aussehen?
Das Lichtbild der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) muss aktuell und nicht biometrisch sein. Bei einem möglichst neutralen Hintergrund sollten Sie zweifelsfrei erkennbar sein. Weitere notwendige Voraussetzungen erfahren Sie auch von ihrer Krankenkasse. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Karteninhaber eindeutig identifiziert wird und Missbrauch der eGK und damit der unberechtigte Zugang zu Versicherungsleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung verhindert werden kann.
Bis wann braucht meine Krankenkasse ein Foto von mir?
Sobald Ihre Krankenkasse ein Lichtbild von Ihnen benötigt, wird sie auf Sie zukommen.
Wie kann ich das Foto bei meiner Krankenkasse einreichen?
Zum Einreichen Ihres Lichtbildes (Passfoto) bieten die Krankenkassen unterschiedliche Wege an. Sie können Ihr Foto Ihrer Krankenkasse per Post zusenden. Eine weitere Möglichkeiten ist das Hochladen Ihres Fotos auf der Website ihrer Krankenkasse. Ihre Krankenkasse wird Sie im Rahmen der schriftlichen Aufforderung, ein Foto einzureichen, darüber informieren, welche Möglichkeiten Sie haben.
Was passiert, wenn ich bewusst kein Foto einreiche?
Nur in gesetzlich definierten Ausnahmefällen - Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr und Versicherte, deren Mitwirkung bei der Erstellung des Lichtbildes nicht möglich ist (§ 291 SGB V Abs. 2 (1)) - erhalten Versicherte eine eGK ohne Foto. Alle anderen Versicherten müssen ein Foto einreichen, um die eGK zu erhalten.
Wo speichert die Krankenkasse mein Foto?
Ihr Bild wird in einer gesicherten Umgebung unter strengster Beachtung der gesetzlichen und datenschutzrechtlichen Vorschriften im Hause Ihrer Krankenkasse oder bei einem damit beauftragten Dienstleistungsunternehmen digital gespeichert.
Was passiert bei einem Kassenwechsel mit meinem eingereichten Lichtbild?
Bei Beendigung der Mitgliedschaft wird das Lichtbild von der Krankenkasse automatisch gelöscht, wenn es zur rechtmäßigen Erfüllung der in ihrer Zuständigkeit liegenden Aufgaben nicht mehr erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass durch die Löschung schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden. Der Versicherte muss das Löschen seines Lichtbildes bei einem Kassenwechsel nicht beantragen.
Muss ich bei einem Verlust meiner elektronischen Gesundheitskarte ein neues Foto einreichen?
Nein. Die Bilddaten werden von jeder Krankenkasse gesichert aufbewahrt, sodass Sie bei Verlust bzw. bei Beschädigung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) oder bei einer Namensänderung sofort eine neue eGK erhalten können.
Muss ich bei einem Kassenwechsel ein neues Foto einreichen?
Ja, denn jede Krankenkasse speichert die Lichtbilder in streng gesicherter Umgebung und gibt Ihr Lichtbild nicht an die „neue“ Krankenkasse weiter.
Mit der elektronischen Gesundheitskarte in der Arztpraxis
Wer überprüft meine Identität und meinen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung?
Die Überprüfung Ihres Leistungsanspruches gegenüber Ihrer Kasse sowie die Aktualisierung Ihrer Versichertenstammdaten erfolgt durch den Arzt, Zahnarzt oder das Krankenhaus. Diese sind zudem verpflichtet, Ihre Identität bei der Benutzung der elektronischen Gesundheitskarte zu überprüfen. Diese Überprüfung erfolgt anhand der auf der Karte aufgebrachten Identitätsdaten (Lichtbild, Vor- und Zuname, Anschrift, Geburtsdatum und Unterschrift). Im Zweifelsfall kann der Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument herangezogen werden. Bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr kann auch der gesetzliche Vertreter befragt werden.
Was passiert, wenn ich die elektronische Gesundheitskarte beim Arztbesuch vergessen habe?
Als Versicherter sind Sie verpflichtet, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bei jedem Arztbesuch vorzulegen, damit Ihr Arzt Ihre Identität überprüfen kann. Können Sie bei der ersten Arzt-/Patientenbegegnung im Behandlungsfall keine gültige Karte vorgelegen, so kann Ihr Arzt nach Ablauf einer Frist von zehn Tagen, in der die eGK nicht vorgelegt wurde, eine Privatvergütung für die Behandlung verlangen. Sie bekommen die Vergütung jedoch zurückgezahlt, wenn Sie Ihrem Arzt bis zum Ende des Quartals die eGK nachträglich vorlegen. Voraussetzung hierfür ist die Gültigkeit der Karte zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Behandlung. Ersatzweise kann die zuständige Krankenkasse dem Arzt auch einen Abrechnungsschein übersenden. Diese Vorgehensweise ist nicht neu und hat sich mit der Einführung der eGK nicht verändert.
Mit der elektronischen Gesundheitskarte im Alltag
Was passiert, wenn ich meine elektronische Gesundheitskarte verliere?
Über den Verlust Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist Ihre Krankenkasse umgehend zu informieren (Siehe auch: Datenschutz-Abschnitt des FAQ).
Muss ich die elektronische Gesundheitskarte bei einem Verlust bezahlen?
Verschulden Sie den Verlust Ihrer elektronischen Gesundheitskarte selbst fahrlässig, kann von Ihrer Krankenkasse eine Gebühr erhoben werden, die gegebenenfalls auch von Familienversicherten bezahlt werden muss. Die Regelungen trifft jede Krankenkasse selbst.
Bekomme ich bei einem Kassenwechsel eine neue elektronische Gesundheitskarte?
Wenn Sie Ihre Krankenkasse wechseln, bekommen Sie eine neue elektronische Gesundheitskarte. Ihre Krankenversicherungsnummer ändert sich dagegen bei einem Kassenwechsel nicht (mehr).
Was passiert bei einem Kassenwechsel mit meinen Daten?
Bei einem Krankenkassenwechsel erhalten Sie eine neue elektronische Gesundheitskarte. Ihre Versichertennummer ändert sich bei einem Wechsel nicht, diese behalten Sie Ihr Leben lang.
Für auf der eGK ggf. gespeicherte medizinische Informationen, wie den Notfalldatensatz, ist geplant auf Wunsch eine freiwillige Online-Sicherungskopie auf einem Dienst zu hinterlegen. Diese Sicherungskopie kann auf eine Folgekarte wieder aufgespielt werden. Auch für die anderen freiwilligen medizinischen Informationen, die mit Hilfe der eGK als Schlüssel gespeichert werden, befinden sich solche Arten des Datenerhalts in der Beratung.
Allgemeines zur elektronischen Gesundheitskarte
Wer ist für die elektronische Gesundheitskarte zuständig?
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist gesetzlich geregelt. Danach wird sie gemeinsam von Kostenträgern (Krankenkassen) und Leistungserbringern (Ärzten, Zahnärzten, Apotheken und Kliniken bzw. deren Verbände) umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde von den Spitzenorganisationen des Gesundheitswesens als Betriebsorganisation die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, die gematik (www.gematik.de), gegründet.
Auf welcher gesetzlichen Grundlage beruht die elektronische Gesundheitskarte?
Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), kurz GKV-Modernisierungsgesetz, wurden die Krankenkassen 2004 verpflichtet, die Krankenversichertenkarte (KVK) zu einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu erweitern. Im Sozialgesetzbuch V § 291a ist die Einführung der eGK geregelt.
Ist geplant, die elektronische Gesundheitskarte nach Einführung in regelmäßigen Abständen großflächig auszutauschen?
Ja, die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird turnusmäßig ausgetauscht werden. Dies ist notwendig, um den erforderlichen Schutz von Daten und Verfahren in der Telematikinfrastruktur (TI) sicherzustellen. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass der Lebenszyklus einer eGK rund fünf Jahre beträgt. Aktuell befindet sich daher neben der ersten Generation bereits die zweite Generation (eGK G2) im Umlauf. Die entsprechende Kartengeneration ist für Versicherte auch auf der Vorderseite ihrer eGK rechts oben sichtbar (z.B. G1, G2). Der Austausch erfolgt durch die jeweilige Krankenkasse.
Wurde die elektronische Gesundheitskarte vor ihrer Einführung getestet?
Ja, alle Genrationen der eGK werden vor ihrer Einführung in Abhängigkeit von dem jeweiligen Funktionsumfang getestet.
Die im Jahr 2011 ausgegebenen elektronischen Gesundheitskarte der ersten Generation (G1) wurden in Bezug auf das Auslesen der im Chip der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten über die Kartenterminals ausgewählter Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser erfolgreich getestet.
Ende 2016, nachdem eine höchst komplexe Technologie bereitgestellt werden konnte, war es möglich, auch die elektronischen Gesundheitskarten der zweiten Generation (G2) zu testen. Der Testumfang erstreckte sich auf die Onlineprüfung und –aktualisierung der im Chip der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten. Bei diesem Vorgang kann geprüft werden, ob es sich bei der vorliegenden eGK um eine technisch gesehen gültige eGK handelt (Zertifikatsprüfung) und ob die im Chip gespeicherten Versichertenstammdaten die aktuell gültigen sind. Sofern Sie Ihre Krankenkasse z.B. über eine Namens- oder Anschriftenänderung informiert haben, stellt Ihre Krankenkasse die aktualisierten Versichertenstammdaten über einen sicheren Dienst, den so genannten Versichertenstammdatendienst zur Aktualisierung der eGK bereit. Die Prüfung und Aktualisierung kann nur in den Praxisräumen der Ärzte und Zahnärzte sowie im Krankenhaus erfolgen und auch nur dann, wenn dort gleichzeitig mit der eGK eine Identifikationskarte des Leistungserbringers, der so genannte Heilberufsausweis oder die Institutionskarte (Smartcard (SMC)), im Kartenterminal gesteckt ist. Dieser Test wurde zum 30.06.2017 erfolgreich beendet.
Freiwillige Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte
Welche freiwilligen Anwendungen können zukünftig auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden?
Zu den freiwilligen Anwendungen, die nach Paragraf 291a Abs. 3 SGB V auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können, gehören:
Daten der Notfallversorgung
Daten des Medikationsplans einschließlich Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
Erklärungen der Versicherten zur Organ- und Gewebespende
Hinweise der Versicherten auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort von
Erklärungen zur Organ- und Gewebespende
Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen nach § 1901a des BGB
Welche freiwilligen Anwendungen sind noch in Planung?
Zu den freiwilligen Anwendungen nach Paragraf 291a Abs. 3 SGB V, die nicht auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden, gehören:
Elektronisches Patientenfach (ePF)
Was beinhaltet das Notfalldatenmanagement (NFDM)?
Im Rahmen der Anwendung Notfalldaten-Management (NFDM) wird es künftig möglich sein, einen Notfalldatensatz (NFD) und einen Datensatz „Persönliche Erklärungen“ (DPE) auf dem Speicherchip der eGK getrennt voneinander abzulegen. Der NFD enthält notfallrelevante medizinische Informationen und wird vom Arzt auf Wunsch des Patienten auf der eGK abgelegt. Die persönlichen Erklärungen kann der Patient alleine oder mit seinem Arzt ablegen und beinhaltet Hinweise auf den Ablageort von Willenserklärungen des Versicherten.
Was sind Notfalldaten?
Die Notfalldaten umfassen notfallrelevante Informationen des Versicherten, beispielsweise über die Unverträglichkeit von Medikamenten, Allergien, chronische Erkrankungen oder wichtige operative Eingriffe sowie Angaben zum Ort hinterlegter persönlicher Erklärungen des Versicherten (z. B. Organ-/Gewebespendeerklärung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht).
Die Daten für die Notfallversorgung können freiwillig mithilfe des Arztes erstellt und auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. Die Speicherung der Daten im System des Arztes erfolgt im Rahmen seiner Dokumentationspflicht und liegt damit außerhalb des Einflusses der Telematikinfrastruktur (TI). Die Notfalldaten auf der eGK sind unverschlüsselt, technische Sperren der eGK verhindern jedoch ein Auslesen der Notfalldaten durch unberechtigte Nutzer, etwa bei Verlust oder Diebstahl der Karte.
Mit der Online-Anbindung der eGK wird es möglich sein, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt eine Sicherungskopie der Notfalldaten in der TI zu speichern. Diese Notfalldaten-Sicherungskopie dient jedoch ausschließlich der Wiederherstellung der Notfalldaten auf der eGK nach Austausch, Verlust oder einem Defekt der eGK. Die Notfalldaten-Sicherungskopie wird in der TI verschlüsselt gespeichert. Sie kann deshalb nur vom Versicherten in Verbindung mit einem Arzt im Rahmen der Wiederherstellung gelesen werden.
Im Notfalldatensatz (NFD) werden gespeichert:
Diagnosen, wie z.B. chronische Erkrankungen und wichtige frühere Operationen
Regelmäßig eingenommene Medikamente (besonders, wenn sie vom Arzt verordnet werden),
Daten zu Allergien und Unverträglichkeiten des Patienten
Weitere wichtige medizinische Hinweise (z.B. Schwangerschaft oder Implantate)
Kontaktdaten der im Notfall zu benachrichtigenden Person
Kontaktdaten von behandelnden Ärzten (z.B. dem Hausarzt)
Arzt, bei dem die Einwilligungserklärung für den NFD liegt
Datum der letzten Aktualisierung der Notfalldaten
Diese Funktionen werden erst künftig mit der eGK genutzt werden können.
Warum sollten Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden?
Kommt ein Patient in die Notaufnahme eines Krankenhauses oder muss vom Rettungsdienst versorgt werden, muss der Arzt schnell handeln, denn unter Umständen zählt jede Minute. Dabei hat der Arzt in der Regel nur sehr wenige Informationen über seinen Patienten. Bei einem Verkehrsunfall können Verletzte oft nur unvollständige Auskünfte geben. Rettungsarzt und Sanitäter haben dann kaum eine Chance, Komplikationen, die beispielsweise durch Arzneimittelunverträglichkeiten auftreten könnten, vorab zu klären. Aber auch in der ambulanten Versorgung, wenn der Arzt beispielsweise auf einen ihm unbekannten Patienten mit Akutbeschwerden trifft, sind Notfalldaten von wichtiger Bedeutung. Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) können dem Arzt wichtige Informationen liefern, z. B.:
Welche Arzneimittel werden eingenommen? Werden bestimmte Arzneimittel nicht vertragen?
Liegen chronische Erkrankungen oder Allergien vor?
Trägt der Patient Implantate, zum Beispiel einen Herzschrittmacher?
Wer ist der behandelnde (Haus-) Arzt?
Wer von den Angehörigen soll im Notfall verständigt werden?
Auch einen Hinweis auf einen möglicherweise hinterlegten Organspendeausweis des Versicherten kann der Arzt den Notfalldaten gegebenenfalls entnehmen. Notfalldaten können künftig auf eigenen Wunsch des Versicherten (freiwillig) angelegt und auf der eGK gespeichert werden.
Was bedeutet eMedikationsplan einschließlich Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung?
Mittels der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) kann der Versicherte auf eigenen Wunsch (freiwillig) alle Medikamente, die er einnimmt, dokumentieren lassen - sowohl verschreibungspflichtige als auch frei verkäufliche. Es entsteht eine Datengrundlage, die den Arzt in seinen Anamnese-, Behandlungs- und Beratungsprozessen unterstützt und somit die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht. Ergänzt werden soll die Prüfung auch um Daten aus dem bisher in Papierform verfügbaren bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP), der auch Hinweise auf Medizinprodukte (z.B. Inhalatoren, Pens) – sofern für die Arzneimitteltherapie relevant - sowie Rezepturen enthalten kann.
Die Arzneimitteldokumentation hat für den Versicherten enorme Vorteile: Viele Komplikationen treten aufgrund von Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten auf. Grund dafür ist in der Regel mangelnde Information über die verschiedenen Arzneien, die der Versicherte einnimmt, etwa die Verträglichkeit der Medikamente, die richtige Dosierung, das Vorliegen von Allergien oder anderen Erkrankungen. Durch eine Dokumentation der Medikamente auf der eGK können sowohl die behandelnden Ärzte wie auch der Apotheker die Verträglichkeiten der verschiedenen Medikamente überprüfen. Damit hat der Versicherte ein doppeltes Sicherheitsnetz, wenn er sich für die Arzneimitteldokumentation entscheidet.
Die Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung (AMTS-Prüfung) wird erst künftig verfügbar sein.
In der elektronischen Patientenakte (ePA) können Sie mit Unterstützung Ihres Arztes Ihre medizinischen Gesundheitsdaten gebündelt speichern. Dazu gehören zum Beispiel Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte sowie Impfungen, aber auch medizinische Informationen aus anderen Anwendungen, wie Notfalldaten, Daten des eArztbriefes und Daten des eMedikationsplans inklusive Daten der Arzneimitteltherapiesicherheit. Ziel ist es, eine optimale Informationsbasis für Therapieentscheidungen zu liefern und so Doppeluntersuchungen oder längere Anamnesezeiten zu vermeiden. Auf diese Weise kann die individuelle Versorgung des Patienten im Praxis- und Klinikalltag optimiert werden.
Welche Vorteile bietet mir eine elektronische Patientenakte?
Die Erstellung einer elektronischen Patientenakte (ePA) ist für alle Versicherten freiwillig. Bei der Nutzung einer ePA entscheiden Sie, welche Informationen gespeichert werden sollen und welchem Arzt Sie diese Informationen zugänglich machen möchten. Folgende Vorteile bietet Ihnen die ePA:
Ihre individuelle Krankengeschichte wird dokumentiert.
Alle Unterlagen sind bedarfsgerecht verfügbar.
Sie reduzieren zeitaufwändige und kostspielige Doppeluntersuchungen (z. B. Röntgen).
Sie können jederzeit nachlesen, was in Ihrer ePA steht.
Ihre Ärzte können besser übergreifend zusammenarbeiten.
Was ist ein elektronisches Patientenfach?
Mit Hilfe des elektronischen Patientenfaches können Sie sich sowohl Daten aus ihrer Patientenakte durch den Arzt zur Verfügung stellen lassen, als auch selbst Daten einstellen. Auch beim elektronischen Patientenfach handelt es sich um eine freiwillige Anwendung.
Was ist ein elektronischer Arztbrief?
Mit Arztbriefen informieren sich Ärzte gegenseitig über Befunde ihrer Patienten. Inhaltlich ist der elektronische Arztbrief (eArztbrief) identisch mit dem bisherigen postalischen Arztbrief. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) soll der Arztbrief aber elektronisch erstellt und weiterverwendet werden. Die Vorteile der elektronischen Übermittlung bestehen in einer schnelleren und sicheren Dokumentation sowie einem besseren Informationsfluss zwischen den Ärzten. Außerdem können elektronische Arztbriefe nicht verloren gehen und werden mit dem neuen elektronischen Heilberufsausweis (Siehe auch: Was ist ein Heilberufsausweis) unterschrieben und sicher verschlüsselt.
Bin ich verpflichtet, generell eine Erklärung zur Organspende abzugeben?
Nein, Versicherte sind nicht verpflichtet, eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende abzugeben. Die Angabe ist freiwillig.
Bin ich verpflichtet, sofern ich mich zur Organspende erkläre, diese Angabe auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern?
Nein, die Nutzung dieser Möglichkeit ist für den Versicherten freiwillig. Neben der künftigen Speicherung auf der eGK bleibt auch die bisherige Papiererklärung weiterhin bestehen. Sobald die technische Infrastruktur für das Erheben, Verarbeiten und Nutzen der Persönlichen Erklärungen flächendeckend zur Verfügung steht, werden die Krankenkassen umfassend über die Möglichkeiten der Wahrnehmung der Zugriffsrechte der Versicherten informieren.
Ist meine Krankenkasse darüber informiert, ob ich mich zur Organspende geäußert habe?
Nein, Ihre Krankenkasse wird nicht darüber informiert, ob Sie als Versicherter Organ- und Gewebespender sind, auch wenn Ihnen Ihre Krankenkasse das Informationsmaterial zur Organspende zusendet. Die Krankenkassen wurden dazu vom Gesetzgeber verpflichtet.
Welche Vorteile hat die elektronische Gesundheitskarte für mich als Versicherter?
Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sind zahlreiche Möglichkeiten verbunden, um Ihre medizinische Versorgung zu verbessern. Wenn die freiwilligen Anwendungen zur Verfügung stehen, bieten sie den Versicherten folgende Möglichkeiten:
Mit der Hinterlegung Ihrer persönlichen Notfalldaten kann sich der im Notfall behandelnde Arzt sofort über bestehende Diagnosen, bereits aufgetretene Notfallsituationen, Operationen, Allergien und Arzneimittelunverträglichkeiten sowie über Ihre Medikamente und deren Medikation einen Überblick verschaffen. Dadurch kann er Sie so gezielt und sicher versorgen. Außerdem enthalten die Notfalldaten Informationen zu Ihrem behandelnden Arzt und zu Personen, die benachrichtigt werden sollen.
Mit der Dokumentation aller Arzneimittel, die Sie bekommen haben, können auf Ihren Wunsch hin Arzt/Zahnarzt, Krankenhaus und Apotheker die vorhandenen Arzneimitteleinträge prüfen und neue Einträge vornehmen, um so die Arzneimitteltherapieprüfung immer aktuell zu halten. Diese Eintragungen können mit Ihren Individualparametern abgeglichen und somit Doppelverordnungen und Wechselwirkungen vermieden werden.
Die Nutzung des elektronischen Arztbriefes (eArztbrief) bedeutet für Sie eine schnellere und sichere Dokumentation wichtiger medizinischer Informationen und fördert den besseren Informationsfluss zwischen Ihren behandelnden Ärzten.
Mit der Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) können Sie Informationen zu Ihrem Krankheitsverlauf dokumentieren. Eine ePA umfasst u. a. Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte und Informationen über Impfungen. Auch hier haben Sie als Versicherter den Vorteil, dass Ihre behandelnden Ärzte schneller informiert sind und unverzüglich miteinander kommunizieren können.
Die Nutzung der eGK als technisches Speichermedium einer elektronischen Organspendeerklärung (OE) soll dazu beitragen, die Abgabe von Organspendeerklärungen zu fördern und die Verfügbarkeit von Erklärungen im Falle einer möglichen Organentnahme zu erhöhen. Von entscheidender Bedeutung in diesem Zusammenhang sind die Zugriffsrechte und –schutzmaßnahmen.
Mit der eGK bestimmen Sie selbst, welche freiwilligen Anwendungen Sie nutzen möchten. Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt entscheiden Sie, welche Daten der freiwilligen Anwendungen gespeichert werden sollen und welche Daten Sie welchem Arzt zugänglich machen möchten. Auch Sie selbst haben mit der Nutzung der freiwilligen Anwendungen Ihre Diagnosen und Befunde im Blick. Sie verfügen damit über die gleichen Informationen wie Ihre behandelnden Ärzte. Dies stärkt Ihre Rechte als Versicherter und Patient.
Welche Vorteile hat die elektronische Gesundheitskarte für den Arzt und das Krankenhaus?
Der behandelnde Arzt hat in Zukunft wichtige Krankheitsdaten des Versicherten umgehend zur Hand sowie im Bedarfsfall ggf. wichtige Hinweise auf das Vorhandensein möglicher Persönlicher Erklärungen des Versicherten - wenn Sie als Versicherter die freiwilligen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte nutzen, wie z. B. die Notfalldaten oder die Arzneimitteldokumentation. Diese Informationen können sowohl Diagnosen als auch Therapien vereinfachen und die Qualität der medizinischen Versorgung erheblich verbessern. Darüber hinaus werden die Arbeitsprozesse in Praxen und Krankenhäusern optimiert.
Welche Vorteile hat die elektronische Gesundheitskarte für die Krankenkasse?
Durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) erhoffen sich die Krankenkassen eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, mehr Kosteneinsparungen durch die effiziente Gestaltung von Prozessen sowie eine Verbesserung der Transparenz des Leistungsgeschehens. Die neuen Sicherheitsmerkmale der eGK wie beispielsweise das Lichtbild, die PIN und das „Zwei-Schlüssel-Prinzip“ aus eGK und Heilberufsausweis verhindern in einem viel effektiveren Maße als die bisherige Krankenversichertenkarte eine unberechtigte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch bei der Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten, insbesondere des Versichertenstatus, werden bei den Krankenkassen Einsparungen erwartet.
Sind meine Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte sicher?
Der Schutz vor Missbrauch bei der Verarbeitung und Speicherung von sensiblen Gesundheitsdaten hat bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) höchste Priorität. Dieser Schutz wird sowohl durch gesetzliche (§ 291a Abs. 4 Nr. 1,2 SGB V) als auch technische Maßnahmen im Rahmen der Architektur zur Entwicklung der eGK sichergestellt.
In dem Augenblick, wo auf der eGK sensible Gesundheitsdaten (z. B. Patientenakte) gespeichert werden können, sind diese durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt. Mithilfe des Mikroprozessorchips können die Informationen später verschlüsselt übertragen werden. Darüber hinaus können Daten nur gelesen werden, wenn der Arzt seinen Heilberufsausweis und der Patient seine eGK in ein Kartenterminal stecken (Zwei-Schlüssel-Prinzip). Den Zugriff auf medizinische Daten muss der Patient zusätzlich durch Eingabe einer PIN freigeben (versichertenindividuelle Verschlüsselung). Beim Zugriff auf die Notfalldaten ist keine PIN erforderlich.
Ist die Telematikinfrastruktur (TI) in Betrieb, kann die zuständige Krankenkasse bei Verlust der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) eine Suspendierung (befristet) bzw. Sperrung (endgültig) der eGK vornehmen. Fremde Personen, die Ihre eGK finden, können diese somit nicht missbräuchlich verwenden.
Um Daten auf der eGK lesen zu können, müssen immer der Heilberufsausweis eines Arztes und Ihre eGK gleichzeitig in das Kartenlesegerät gesteckt werden: Ein Fremder, der Ihre Karte findet, hat somit keinen Zugriff auf Ihre Daten. Medizinische Daten sind zusätzlich über die persönliche Identifikationsnummer (PIN) geschützt. Einem Missbrauch in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder der Apotheke wird auch aufgrund der vom Leistungserbringer durchzuführenden Identifikationsprüfung (u. a. Überprüfung des Fotos) vorgebeugt.
Haben Sie Ihre Karte nur verlegt, kann Ihre Krankenkasse die Suspendierung Ihrer Karte wieder aufheben. Bleibt Ihre Karte dagegen verschwunden, erhalten Sie kurzfristig eine neue eGK.
Was passiert, wenn die Technik versagt?
Es wird alles getan, um die Stabilität der zukünftigen elektronischen Netze, mit denen bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gearbeitet wird, zu gewährleisten und Ausfälle zu vermeiden. Sollte es dennoch dazu kommen, können Sie natürlich trotzdem behandelt werden.
Bekomme ich sofort eine PIN für meine elektronische Gesundheitskarte?
Die PIN wird erst benötigt, wenn auf der Karte zu einem späteren Zeitpunkt auch medizinische Informationen gespeichert werden. Diese können nur nach Eingabe der PIN gelesen werden (Ausnahme: Notfalldaten). Die Übersendung der PIN ist Sache der Krankenkassen.
Kann ich selbst Daten auf meiner elektronischen Gesundheitskarte speichern oder löschen?
Es ist geplant, dass Sie mittels Ihrer persönlichen Geheimzahl (PIN) sowohl Daten hinzufügen als auch löschen können. Sie werden darüber hinaus bestimmte Daten verbergen können, sodass sie für andere nicht sichtbar sind. Diese Änderungen werden Sie später voraussichtlich an den sogenannten eKiosks vornehmen können. Dahinter verbirgt sich ein Computerterminal mit eingebautem Lesegerät ähnlich einem Bankautomaten. Diese werden Sie voraussichtlich bei Ihrem Arzt/Apotheker oder in den Räumlichkeiten Ihrer Krankenkasse vorfinden. Ob Sie Ihre Daten auch einmal am heimischen PC einsehen und bearbeiten können, wird zurzeit noch geklärt.
Wie und wo kann ich als Versicherter Zugriffsrechte auf meine Daten erteilen?
Bei der Nutzung von freiwilligen Anwendungen wie Notfalldaten, Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung etc. legen Sie alleine die Zugriffsrechte fest. Dazu benötigen Sie Ihre persönliche Geheimnummer (PIN). Diese Nummer erhalten Sie ebenso wie die elektronische Gesundheitskarte von Ihrer Krankenkasse. Mithilfe eines Versichertenterminals, dem sogenannten eKiosk, oder beim Arzt haben Sie die Möglichkeit, Zugriffsrechte zu ändern.
Wer hat Zugriff auf meine freiwillig gespeicherten Daten?
Das hängt von Ihnen ab. Sie sind der Auffassung, dass jeder Arzt das Recht haben sollte, alle Dokumente einzusehen? Kein Problem. Sie möchten die Unterlagen über eine Geschlechtskrankheit oder über eine Psychotherapie nur Ihrem Hausarzt zugänglich machen? Auch das geht. Durch „Zugriffsrechte“ können Sie bestimmen, wer was sehen darf. Die Zugriffsrechte können Sie zusammen mit Ihrem Arzt festlegen.
Wer kann meine freiwillig gespeicherten Daten einsehen?
Grundsätzlich kann keiner, der nicht von Ihnen dazu berechtigt wurde, die freiwilligen Zusatzangaben (z. B. elektronische Patientenakte, Arzneimitteldokumentation) einsehen. Diese Informationen sind über das Zwei-Schlüssel-Prinzip hinaus aus Datenschutzgründen mit einer geheimen persönlichen Identifikationsnummer (PIN) geschützt, die nur Sie haben. Sie können mit Ihrer PIN an einem Versichertenterminal, dem so genannten eKiosk, Zugriffsrechte vergeben. Beispielsweise können Sie einzelne Informationen ausblenden oder nur ausgewählten Ärzten zugänglich machen.
Kann ich als Versicherter Einträge verhindern?
Auf die Pflichtangaben zur Identität, Krankenkasse und zum Versicherungsstatus haben Sie als Versicherter keinen Einfluss. Darüber hinaus bestimmen Sie uneingeschränkt über Ihre Daten. Freiwillige Anwendungen wie Notfalldaten werden ohnehin nur auf Ihren Wunsch hin genutzt. Sollte die Situation eintreten, dass beispielsweise ein Arzt eine Information speichern will, Sie dies jedoch ablehnen, dann kann der Arzt diese Informationen nicht auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte speichern. Denn freiwillige Zusatzinformationen können nur mit Ihrer Zustimmung und mittels Ihrer Geheimzahl (PIN) gespeichert werden.
Wo sind meine Daten genau gespeichert?
Ein Teil der Daten wird direkt auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. Das sind zum einen Angaben zur Ihrer Identität und zum anderen auf Wunsch Ihre Notfalldaten.
Die übrigen Daten werden mittels der eGK über sogenannte Fachdienste abrufbar sein, die von den Vertragspartnern der gematik betrieben werden. Die umfangreichen freiwilligen Gesundheitsdaten werden mithilfe der eGK dort gespeichert, denn diese können große Datenmengen auch entsprechend sichern. Es ist kein Problem, dort Röntgenbilder oder Computertomografieergebnisse zu speichern und gleichzeitig schnell und sicher auf diese Informationen zuzugreifen.
Würde man die Daten allein auf der eGK speichern, wären sie zwangsläufig verloren, wenn auch die eGK verloren geht oder ein Kassenwechsel ansteht, bei dem Sie eine neue eGK erhalten. Ein Zugriff auf diese medizinischen Daten wird allerdings nur mit Ihrer Einwilligung mittels Ihrer eGK und Ihrer PIN möglich sein.
Wie bin ich als Versicherter gegen Datenmissbrauch geschützt?
Zusätzlich zu den hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen, denen die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) unterliegt, werden die Zugriffe auf die eGK protokolliert. Jeweils die letzten 50 Zugriffe auf Ihre Daten werden gespeichert. Damit ist auch jeder (unwahrscheinliche) Missbrauch dokumentiert und kann strafrechtlich verfolgt werden. Für die Karte gelten modernste Verschlüsselungstechniken. Sie verhindern, dass Unberechtigte in die sensiblen Gesundheitsinformationen eindringen. Die Daten des Versicherten werden des Weiteren durch das „Zwei-Schlüssel-Prinzip“ und die Geheimnummer (PIN) des Versicherten gut geschützt.
Wie wird sichergestellt, dass das Arztgeheimnis nicht dadurch aufgehoben wird, dass jeder beliebige Arzt auf alle Patientendaten Zugriff hat?
Folgende Mechanismen schützen vor unerlaubtem Zugriff:
Zugriff auf medizinische Daten nur durch Autorisierung
Verbergen von Daten durch den Versicherten
Verbergen freiwilliger Anwendungen durch den Versicherten
Eigenständige Erteilung von Zugriffsberechtigungen für bestimmte Leistungserbringer, sodass das Arztgeheimnis gewahrt bleibt.
Was ist ein Heilberufsausweis?
Der Heilberufsausweis (HBA) ist eine elektronische Karte, die die Leistungserbringer (Heilberufler, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker oder Therapeuten) erhalten. Die geschützten Daten des Versicherten können grundsätzlich nur eingesehen werden, wenn sich der Leistungserbringer mit einem HBA und seiner dazugehörigen Geheimnummer (PIN) ausweist. Das hat zwei Gründe:
Erstens wird verhindert, dass Unbefugte die Daten des Versicherten lesen - nur wenn Heilberufsausweis und elektronische Gesundheitskarte (eGK) zusammen ins Kartenlesegerät gesteckt werden, sind die Daten des Versicherten zugänglich.
Zweitens kann der Versicherte von Dritten, beispielsweise einem Arbeitgeber, nicht unter Druck gesetzt werden, seine Daten zugänglich zu machen.
Mit dem neuen elektronischen Arztausweis werden auch Dokumente, z. B. der Notfalldatensatz auf der eGK, elektronisch unterschrieben.
Haben Krankenschwestern und Praxismitarbeiter auch einen Heilberufsausweis?
Neben dem Heilberufsausweis (HBA) für Heilberufler wird es auch einen sogenannten Institutionsausweis für die Mitarbeiter einer Arztpraxis, eines Krankenhauses oder einer Apotheke geben. Der Institutionsausweis wird durch eine Geheimnummer (PIN) oder mithilfe des HBA und der dazugehörigen Geheimnummer (PIN) des Leistungserbringers im System aktiviert und ermöglicht beispielsweise den Apothekenhelfern, auf den Medikationsplan des Versicherten zuzugreifen, auch wenn kein HBA vorliegt.
Der Institutionsausweis wird im Rahmen des Online-Rollouts eingeführt werden. Es gelten ähnlich hohe Sicherheitsanforderungen wie für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und den HBA, die jedoch ein wenig abweichen, da der Institutionsausweis nicht personenbezogen ist. Berufsgruppen ohne elektronischen Heilberufsausweis haben keine Möglichkeit, auf geschützte Daten der eGK zuzugreifen. Dies ist ein wirksamer Sicherheitsmechanismus, der Missbrauch verhindert.
https://www.vdek.com/presse/Fragen_und_Antworten/faq-elektronische-gesundheitskarte.html