Source: http://deutscher-finanz-informations-dienst.de/bilanz-ms-pago-schifffahrtsgesellschaft-mbh-co-kg-hamburg-anlegergelder-versenkt/
Timestamp: 2018-06-24 18:44:13
Document Index: 2327654

Matched Legal Cases: ['§ 264', '§ 267', '§ 274', '§ 286', '§ 252', '§ 172']

Bilanz: MS „PAGO“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg – Anlegergelder versenkt? – DEFID
StartseiteAllgemeinBilanz: MS „PAGO“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg – Anlegergelder versenkt?
Ob man diese Frage von Herrn oberto Echevarria von Gusovius benatwortet bekommt? Nun viele Anleger werden diese Frage sicherlich schon auf den Lippen haben.
MS „PAGO“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg
9.180.093,00
202.768,34
112.657,20
46.911,07
31.151,08
D. Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil
31.764.635,10
41.338.742,94
2.841.791,12
38.496.951,82
Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer kleinen Gesellschaft gem. § 264a HGB i. V. m. § 267 Abs. 1 HGB auf.
Die größenabhängigen Erleichterungen der §§ 274a und 288 HGB sowie das Wahlrecht zum Unterlassen von Angaben nach § 286 Abs. 3 HGB wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.
Die auf Posten der Bilanz angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfolgen unter dem Aspekt der Fortführung der Gesellschaft (Going-Concern-Prinzip) gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB.
Das unter dem Posten Sachanlagen ausgewiesene Seeschiff wird mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden unter Berücksichtigung eines geschätzten Schrottwertes des Seeschiffs ermittelt.
Aufgrund einer dauerhaften Wertminderung des Seeschiffes erfolgte zum 31. Dezember 2015 eine außerplanmäßige Abschreibung auf den unter Beachtung von Marktwerten ermittelten niedrigeren beizulegenden Wert von T€ 9.180. Dieser Restbuchwert wird in den Folgejahren planmäßig linear über die Restnutzungsdauer unter Berücksichtigung des Schrottwertes abgeschrieben.
Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt worden.
Zu den Vorräten zählen Schmierstoffe und Bunker. Die Bewertung der Schmierstoffe erfolgt nach der tatsächlichen Verbrauchsfolge, nämlich, dass die zuerst gelieferten Vorräte auch zuerst verbraucht werden (FiFo – (First in First out) Verfahren). Die Bewertung des Bunkerbestandes erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungskosten. Notwendige Abwertungen aufgrund des Niederstwertprinzips werden vorgenommen. Alle Bestandsrisiken im Vorratsvermögen, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Rückstellungen werden für drohende Verluste und ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung erwarteter Preis- und Kostensteigerungen bemessen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen laufzeitkongruenten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Für die Verbindlichkeiten wird der Wert des Erfüllungsbetrages angesetzt.
Die Bewertung von in Fremdwährung zugegangenen Vorräten und kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten erfolgte am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs. Langfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Niederst- und Höchstwertprinzips bewertet.
Forderungen gegenüber Gesellschaftern
Der Posten enthält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 12 (Vorjahr T€ -).
In Höhe von T€ 468 ist die Haftung der Kommanditisten gem. § 172 Abs. 4 HGB wieder aufgelebt.
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betragen T€ 11.357 (Vorjahr T€ 7.220).
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über fünf Jahre betragen T€ 18.418 (Vorjahr T€ 18.012).
Die Restlaufzeiten ergeben sich wie folgt:
Von den Verbindlichkeiten sind T€ 36.666 wie folgt besichert:
Abstraktes Schuldversprechen über US-$ 46.362.000 zugunsten der Norddeutschen Landesbank zu deren Sicherstellung eine erstrangige Schiffshypothek in gleicher Höhe plus 15% p.a. im deutschen Schiffsregister eingetragen ist.
Abtretung der Rechte und Ansprüche aus Charter- / Fracht- und Poolverträgen.
Abtretung der Rechte und Ansprüche aus Versicherungsverträgen.
Das Schiffshypothekendarlehen von TUS-$ 6.000 (Buchwert T€ 5.508) und ein dazugehöriger Zinsswap (TUS-$ 6.000, Laufzeit bis 16. September 2016) werden als Bewertungseinheiten (Micro-Hedge) behandelt. Die Effektivität zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft ist gegeben, da bei der Zinsfeststellung Termin und Zinsbasis nahezu gleichlautend sind. Der Zinsswap wurde zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos (US-$-LIBOR) des Schiffshypothekendarlehens abgeschlossen. Es liegt eine Bewertung des Derivates per 31. Dezember 2015 von der Nord/LB vor. Der Marktwert wurde anhand der Mark-to-Market-Methode ermittelt und gibt die Einschätzung des gegenwärtigen wirtschaftlichen Wertes zum Bilanzstichtag wieder. Per 31. Dezember 2015 beträgt der beizulegende Wert des Zinsswapgeschäftes T€ -41.
Der Posten enthält Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 206 (Vorjahr T€ 234).
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren unter Beachtung branchenspezifischer Besonderheiten hinsichtlich der Gliederung aufgestellt. Dabei ist die Gliederung entsprechend der Variante 2 der Empfehlung des Verbandes Deutscher Reeder zugrunde gelegt worden.
Die Erträge aus der Währungsumrechnung betragen T€ 47 (Vorjahr T€ 48).
Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen T€ 3.744 (Vorjahr T€ 3.539).
Der Posten beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen auf das Seeschiff von T€ 15.139 (Vorjahr T€ 0).
Persönlich haftende Gesellschafterin der Firma MS “PAGO“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG ist die Verwaltung MS “PAGO“ Schifffahrtsgesellschaft mbH, Hamburg, mit einem Stammkapital von € 25.000,00. Diese ist gleichzeitig alleiniges Geschäftsführungsorgan der Gesellschaft.
Geschäftsführer der Komplementärin sind die Herren:
– Roberto Echevarria von Gusovius, Schifffahrtskaufmann
– Dirk Rößler, Kaufmann
– Michael Lange, Kaufmann (Vorsitzender)
– Jürgen Greiner, Kaufmann (stellvertretender Vorsitzender)
– Thomas Mangels, Kaufmann (Benennung durch die Komplementärin)
VI. Aussage zur Unternehmensfortführung
Die Gesellschaft ist Teilnehmerin an einem aus vier Gesellschaften bestehenden Einnahmepool mit baugleichen Schiffen, von denen zwei Gesellschaften zeitlich befristet nicht am Pool partizipieren.
Aufgrund niedriger Erlöse aus der Beschäftigung der Schiffe ist die Liquiditäts- und Finanzlage der am Pool beteiligten Gesellschaften angespannt, insbesondere konnte in der Vergangenheit der Kapitaldienst nicht vollständig erbracht werden. Zudem werden zumindest die kurz- und mittelfristig am Chartermarkt voraussichtlich erzielbaren Charterraten für die am Pool beteiligten Schifffahrtsgesellschaften nicht auskömmlich sein, um den Schiffsbetrieb und den vollständigen Kapitaldienst zu gewährleisten. Zudem werden die in den Darlehensverträgen vereinbarten Beleihungsgrenzen nicht eingehalten.
Mit der NORD/LB befindet sich die Geschäftsführung weiterhin in Verhandlungen über die notwendige langfristige Restrukturierung der Fremdfinanzierung, um diese der voraussichtlichen künftigen Finanz- und Liquiditätslage der Gesellschaft anzupassen.
Sollte die NORD/LB nicht zu den notwendigen Anpassungen der langfristigen Fremdfinanzierung bereit sein oder ihre Rechte aufgrund der oben genannten und bisher geduldeten Darlehensverletzungen geltend machen, ist der Bestand der Gesellschaft gefährdet. Der Bestand ist zudem davon abhängig, dass die NORD/LB die kurzfristige Finanzierung zumindest bis zum Abschluss der Verhandlungen soweit erforderlich erhöht.
Der Bestand ist zudem gefährdet, wenn die voraussichtliche künftige Finanz- und Liquiditätslage nicht das geplante Niveau erreichen sollte. Hierbei werden insbesondere steigende Charterraten erwartet. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Liquiditätslage der Gesellschaft grundsätzlich auch von der Beschäftigung der am Einnahmepool teilnehmenden Gesellschaften abhängig ist und deren fehlende oder niedrig vergütete Beschäftigung die Lage der Gesellschaft erheblich negativ beeinflussen und deren Bestand gefährden kann. Des Weiteren sind Stundungen der Ansprüche aus der Treuhandvergütung erforderlich.
Die Billigung bzw. Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafter ist noch nicht erfolgt.
Hamburg, den 11. August 2016
gez. Roberto Echevarria von Gusovius und Dirk Rößler