Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2014-02-27/iii-r-40_13
Timestamp: 2017-09-26 11:22:21
Document Index: 307586369

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 126', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 117', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 30']

BFH, 27.02.2014 - III R 40/13 - Anspruch eines nachrangig Berechtigten auf Erteilung einer Kindergeldbescheinigung | anwalt24.de
Urt. v. 27.02.2014, Az.: III R 40/13
Referenz: JurionRS 2014, 14100
Aktenzeichen: III R 40/13
FG München - 11.03.2013 - AZ: 7 K 477/11
§ 68 Abs. 3 EStG
BFH/NV 2014, 941-943
BStBl II 2014, 783-785
DStRE 2014, 728-730
EStB 2014, 208
FR 2014, 908
FuR 2014, 594
HFR 2014, 707-709
NWB 2014, 1481-1482
NWB direkt 2014, 527-528
StB 2014, 173
StBW 2014, 418
StBW 2014, 403-404
StX 2014, 309
ZAP EN-Nr. 337/2014
Der Kläger und Revisionsbeklagte (Kläger) bezog für seine Tochter X bis einschließlich Januar 2009 Kindergeld von der Landesfamilienkasse des Landesamts für Finanzen. Nachdem die Beklagte und Revisionsklägerin (Familienkasse) der Landesfamilienkasse Ende Dezember 2008 mitgeteilt hatte, die geschiedene Ehefrau des Klägers und Mutter von X habe als vorrangig Berechtigte bei ihr einen Kindergeldantrag gestellt, hob die Landesfamilienkasse die Kindergeldfestsetzung für X gegenüber dem Kläger ab Februar 2009 auf.
das angegriffene FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.
Die Revision der Familienkasse ist unbegründet und daher gemäß § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung zurückzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass dem Kläger eine Kindergeldbescheinigung auszustellen ist. Das Steuergeheimnis steht dem nicht entgegen.
a) Danach ist die Offenbarung zulässig, soweit sie durch Gesetz ausdrücklich zugelassen ist. Es muss sich um ein Gesetz handeln, aus dem eindeutig und unmissverständlich hervorgeht, dass die Auskunftsverpflichtung oder -berechtigung auch das Steuergeheimnis durchbrechen soll. Ein Zitiergebot in dem Sinne, dass in dem zur Auskunft ermächtigenden Gesetz das Steuergeheimnis ausdrücklich genannt wird, stellt § 30 Abs. 4 Nr. 2 AO nicht auf (Alber in Hübschmann/Hepp/Spitaler --HHSp--, § 30 AO Rz 161; Klein/Rüsken, AO, 11. Aufl., § 30 Rz 102; Tormöhlen in Beermann/Gosch, AO § 30 Rz 113; inzident zu § 117 Abs. 2 AOBFH-Beschluss vom 29. April 1992 I B 12/92, BFHE 167, 11, BStBl II 1992, 645). Da ein Zitiergebot nicht besteht, muss in engen Grenzen auch eine Auslegung des betreffenden Gesetzes möglich sein (Alber in HHSp, § 30 AO Rz 161; Klein/Rüsken, a.a.O., § 30 Rz 102; a.A. Drüen in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 30 AO Rz 71; Tormöhlen in Beermann/Gosch, AO § 30 Rz 113). Das Gesetz muss allerdings genau festlegen, unter welchen Voraussetzungen welche Auskünfte zulässig sein sollen; eine allgemeine, generalklauselartige Zulassung genügt nicht (vgl. Alber in HHSp, § 30 AO Rz 161; Klein/Rüsken, a.a.O., § 30 Rz 103).