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Timestamp: 2017-08-21 10:17:29
Document Index: 200877511

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 622', 'EuG', 'EuG', '§ 622', 'EuG']

Gesetzliche Kündigungsfrist enthält EU-rechtswidrige Altersdiskriminierung | Law-Blog
Gesetzliche Kündigungsfrist enthält EU-rechtswidrige Altersdiskriminierung
Veröffentlicht am 5. Mai 2010 von Dr. Christian Ostermaier | Arbeitsrecht Übergreifendes | 3 Kommentare
Auf Vorlage des LAG Düsseldorf hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) (Urteil vom 19. Januar 2010, Az. C-555/07) zu entscheiden, ob die Regelung über die gesetzliche Kündigungsfrist für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 2 Satz 2 BGB) gegen das Verbot der Diskriminierung (Gleichbehandlungs-Richtlinie 2000/78) wegen des Alters verstößt, da in dieser nationalen Regelung Beschäftigungszeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahres des Arbeitnehmers liegen, bei der Berechnung der Kündigungsfrist nicht berücksichtigt werden.
Der EuGH hält diese Regelung des BGB für eine Ungleichbehandlung wegen des Alters einer Person, da Arbeitnehmer eines Betriebes mit der gleichen Betriebszugehörigkeit, abhängig von ihrem Alter beim Betriebseintritt, unterschiedlich behandelt werden. Diese Ungleichbehandlung hält der EuGH jedoch nicht für gerechtfertigt.
Eine Berufung einer Einzelperson auf die Richtlinie 2000/78 ist nicht möglich. Allerdings stellt das Verbot der Diskriminierung wegen Alters einen allgemeinen Grundsatz des Unionsrechts dar, so dass die nationalen Gerichte § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB eventuell dennoch unangewendet lassen müssen.
3 Gedanken zu "Gesetzliche Kündigungsfrist enthält EU-rechtswidrige Altersdiskriminierung"
Consigliere sagte am 5. Mai 2010 um 09:55 Uhr
Allgemeiner Grundsatz des Unionsrechts? Hat der EuGH das nicht in der Rs. Bartsch schon wieder aufgegeben? Jedenfalls mochte er da nicht entscheiden, weil die Frist zur Umsetzung der RL 2000/78 noch nicht abgelaufen war. Das bräuchte er nicht abzuwarten, wenn er noch die in Mangold eingeschlagene Linie vertreten würde.
Hasan Aksoy sagte am 13. Mai 2010 um 23:49 Uhr
Danke für die Information hat mir geholfen.
Peter D. H. sagte am 1. Juni 2010 um 15:09 Uhr
Folglich werden Gerichte bei der Berechnung der Kündigungsfrist bis zu einer Gesetzesnovellierung die 25ger Grenze nicht anwenden, so dass bei der Berechnung der Kündigungsfristen keine Einschränkung mehr zulässig ist.
Hab ich zumindest diesem Blog entnommen:
http://www.anwaltskanzlei-online.de/2010/05/07/arbeitsrecht-eugh-kippt-deutsche-einschrankung-des-kundigungsschutzes-fur-junge-arbeitnehmer/