Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.11.1994&Aktenzeichen=3%20StR%2062/94
Timestamp: 2019-04-21 01:25:59
Document Index: 370035504

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 25', '§ 59', '§ 107', '§ 22', '§ 211', 'Art. 315', '§ 26', '§ 27', '§ 59', '§ 107', 'BGH', 'BGH', '§ 27', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.11.1994 - 3 StR 62/94 - dejure.org
§ 25 StGB; § 59 StGB; § 107a StGB; § 22 StGB-DDR; § 211 StGB-DDR; Art. 315 Abs. 1 EG-StGB; § 26 StGB; § 27 StGB
Strafbarkeit der Wahlfälschung im Auftrag der SED-Parteiführung; Kettenanstiftung; psychische Beihilfe; mittelbare Täterschaft (Organisationsherrschaft)
(Anstiftung zu) Wahlfälschung bei Wahlen in der ehemaligen DDR; Fälschungen bei der Ermittlung der Ergebnisse aus Sonderwahllokalen und der endgültigen Wahlergebnisse der Kreise; Voraussetzungen einer "Kettenanstiftung"; Tateinheit oder Tatmehrheit; Anstiftung oder psychische Beihilfe; Mittelbare Täterschaft (Täter hinter dem Täter, Tatherrschaft kraft Organisationsherrschaft); Voraussetzungen einer Verwarnung mit Strafvorbehalt
StGB § 59, § 107a
mops-block.de (Essay mit Bezug zur Entscheidung)
berliner-zeitung.de (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 01.08.1995)
Prozeß wegen Wahlfälschungen neu aufgerollt: Hans Modrow erneut vor Gericht
LG Dresden, 27.05.1993 - 3 (c) KLs 51 Js 4048/91
LG Dresden, 09.08.1995 - 4 KLs 51 Js 4048/91
BGHSt 40, 307
NJW 1995, 1564
MDR 1995, 296
NStZ 1995, 126
NJ 1995, 96
StV 1995, 70
JR 1995, 433
Nach Lage der Akten sind auch die Annahme einer psychischen Beihilfe (vgl. etwa BGHSt 40, 307, 315;… Tröndle/Fischer StGB 54. Aufl. § 27 Rdnrn. 2, 6, 7 m.w.N.) begründende -von straflosem Verhalten der bloßen Anwesenheit, Zustimmung oder Nutznießung abzugrenzende- aktive Handlungen oder garantenpflichtwidrige Unterlassungen der Beschuldigten S. K., die H. K. in seinem Tatentschluss bestärkt hätten, nicht konkretisiert; solche allein auf Grund einer ehelichen Lebensgemeinschaft unsubstantiiert zu unterstellen, geht fehl.
Die - von den Anzeigenden zumindest konkludent behauptete - wahrheitswidrige Weitergabe regionaler Wahlergebnisse innerhalb des Systems der Ermittlung des Gesamtwahlergebnisses der DDR-Kommunalwahlen erfüllte in der Person der jeweils tauglichen Täter den Tatbestand der Wahlfälschung nach § 211 StGB-DDR (BGHSt 39, 54; 40, 307).
Die Bedeutung von Wahlen in der DDR, insbesondere der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989, hat der 3. Strafsenat in der Entscheidung BGHSt 39, 54 (vgl. auch BGHSt 40, 307) ausführlich dargelegt.
Der Angeklagte hat sich daher insgesamt des schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Beihilfe zur Vergewaltigung in zwei tateinheitlich zusammentreffenden Fällen (vgl. BGHSt 40, 307, 314; BGH bei Dallinger MDR 1957, 266) schuldig gemacht.