Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=2008-02-26&Aktenzeichen=XI%20ZR%2074%2F06
Timestamp: 2017-11-18 15:48:22
Document Index: 236705842

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 171', '§ 311', '§ 2', '§ 171', '§ 2', '§ 171', '§ 172', '§ 276', '§ 311', '§ 2', '§ 276', '§ 171', '§ 311', '§ 2', '§ 171', '§ 172', '§ 1', 'EuG', '§ 2', '§ 171', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 356', 'Art. 246', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.02.2008 - XI ZR 74/06 - dejure.org
BGB §§ 171, 172, 276 Abs. 1, § 311 Abs. 2; HWiG § 2 (in der bis zum 30. September 2000 geltenden Fassung)
Berufung auf den Gutglaubensschutz nach §§ 171, 172 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) durch den Verkäufer eines Steuersparmodells gegenüber dem Käufer im Fall der nichtigen Vollmacht des Treuhänders des Steuersparmodells; Bestehen eines Schadensersatzanspruches auf Grund eines Verschuldens bei Vertragsschluss wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung während der Anbahnung des Vertragsabschlusses bei Vorliegen einer Haustürsituation; Vorliegen eines verbundenen Geschäfts bei Aufnahme eines Grundpfandkredits und Abschluss des dadurch finanzierten Immobiliengeschäfts; Notwendigkeit des Verschuldens der finanzierenden Bank i.R.e. Schadensersatzanspruchs aus Verschulden bei Vertragsschluss wegen unterbliebener Belehrung gemäß § 2 Abs. 1 Haustürgeschäftewiderrufgesetz a.F. (HWiG a.F.); Vermutung der tatsächlichen Vornahme eines Widerrufs im Falle einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung
Schadensersatzanspruch aus c.i.c. wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung auch bei lediglich während Vertragsanbahnung bestehender Haustürsituation ("Crailsheimer Volksbank")
Treuhändervollmacht für Steuersparmodell - Unwirksamkeit
BGB § 171, § 172, § 276 Abs. 1 Cc, § 311 Abs. 2; HWiG § 2 (in der bis zum 30. September 2000 geltenden Fassung)
Schadensersatzanspruch nach Haustürwiderrufgesetz bei Kauf eines Appartements in sogenanntem Boarding-House
Schadensersatz wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei sogenannten "Schrottimmobilien"
Fortbestehende Wirksamkeit der Vertretungsmacht bei Vollmachtsurkunde; Schadensersatz wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung; Boarding-House; Steuerersparnismodell; finanzierter Appartementkauf
Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei sog. Schrottimmobilien
Gutglaubensschutz bezüglich der Wirksamkeit der Vollmacht des Treuhänders auch für den Initiator eines Steuersparmodells; Schadensersatzanspruch wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung auch bei Vorliegen der Haustürsituation nur bei Vertragsanbahnung
Schadensersatz bei unterbliebener Widerrufsbelehrung; Verschuldensprinzip (§ 276 BGB); Rechtsirrtum als Entschuldigungsgrund
Rechtsfolgen der Unwirksamkeit der Vollmacht des Treuhänders eines Steuersparmodells; Rechtsfolgen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem HWiG
Nichtige Vollmacht wg. Verstoß gg. Rechtsberatungsgesetz
Zum Schadensersatzanspruch wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei sogenannten "Schrottimmobilien"
Schadensersatzanspruch bei "Schrottimmobilien"
BGB §§ 171, 172, 276 Abs. 1, § 311 Abs. 2; HWiG § 2 a. F.
Schadensersatzanspruch aus c. i. c. wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung auch bei lediglich während Vertragsanbahnung bestehender Haustürsituation ("Crailsheimer Volksbank")
Schrottimmobilien: Darf der Bauträger auf die Wirksamkeit der (wegen Verstoß gegen RBerG nichtigen) notariellen Treuhändervollmacht vertrauen?
Schrottimmobilien: Haftet die Bank bei unterlassener Belehrung zum Haustür-Widerrufsrecht?
Schadensersatzanspruch wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei sog. "Schrottimmobilien"
Schadensersatz bei "Schrottimmobilien" wegen unterlassener Widerrufsbelehrung
Schrottimmobilie - Schadenersatz wegen Täuschung über Haustürwiderrufsrecht -
"Schrottimmobilien": Banken können wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem HWiG zum Schadensersatz verpflichtet sein
Schadensersatz bei Haustürsituation nur in Anbahnungsphase des Geschäfts
Schadensersatz wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung bei sog. "Schrottimmobilien" möglich
123recht.net (Pressemeldung, 26.2.2008)
Anlegern bei "Schrottimmobilien" wird entgegen gekommen // Aber hohe Hürden für Haustürwiderruf
§ 171 BGB; § 172 BGB; §§ 1 ff. HaustürWG a.F.
Umsetzung der Vorgaben des EuGH vom 25.10.2005 (PD Dr. Stefan J. Geibel, Tübingen/Mainz; ZJS 2008, 409)
HWiG a. F. §§ 2, 1; BGB §§ 171, 172
Schrottimmobilien: Schadenersatz wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem HWiG sowie bei Täuschung durch den Vermittler
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 26.03.2008, Az.: XI ZR 74/06 (Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz ...)" von RA Dr. Stephan Bausch, original erschienen in: BB 2008, 861 - 862.
Zusammenfassung von "Die culpa in contrahendo wegen unterbliebener Haustürwiderrufsbelehrung" von Prof. Dr. Jürgen Oechsler, original erschienen in: NZG 2008, 368 - 370.
Kurznachricht zu "Wissensvorsprung der Bank bei Schrottimmobilien" von RA Louis Rönsberg, original erschienen in: AG-Report 2008 Heft 7.
Zusammenfassung von "Zum Schadensersatzanspruch wegen unterbliebener Widerrufsbelehrung nach dem Haustürwiderrufsgesetz bei sogenannten "Schrottimmobilien" - Zugleich Besprechung von BGH, Urt. v. 26.02.2008 - XI ZR 74/06" von RA Ulrich Mediger, original erschienen in: ZfIR 2008, 406 - 409.
MDR 2008, 635
EuZW 2008, 380
NZM 2008, 381
VersR 2008, 1544
DB 2008, 2192
NZG 2008, 378
Umgekehrt ist der Darlehensnehmer zur Erstattung des ausgezahlten Nettokreditbetrages und zu dessen marktüblicher Verzinsung verpflichtet (BGH NJW 2008, 1585 [BGH 26.02.2008 - XI ZR 74/06] m.w.N.).
Zum anderen hat das Berufungsgericht bei seinen Überlegungen, welche Werte zueinander ins Verhältnis zu setzen seien, nicht bedacht, dass, was ihm hätte Anlass geben müssen, einem entsprechenden Einwand der Beklagten nachzugehen, in den Kaufpreis eingerechnete Nebenkosten von der Leistung des Klägers abzuziehen gewesen wären (Senatsurteile vom 18. April 2000 - XI ZR 193/99, WM 2000, 1245, 1247 und vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06, WM 2008, 683 Rn. 38).
Die Beklagte war nach dem oben Gesagten gemäß § 356 Abs. 3 Satz 1 BGB i. V. mit Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 EGBGB verpflichtet, die Kläger über das Widerrufsrecht zu informieren (…zur Rechtslage unter Geltung des HWiG vgl. BGH, Urt. v. 19.09.2006 - XI ZR 204/04, BGHZ 169, 109 = NJW 2007, 357; BGH, Urt. v. 26.02.2008 - XI ZR 74/06, NJW 2008, 1585;… Häublein, NJW 2006, 1553 ff.).
Das für das Bestehen eines Schadensersatzanspruches notwendige (…vgl. hierzu BGH, Urt. v. 19.09.2006 - XI ZR 204/04, BGHZ 169, 109 = NJW 2007, 357; BGH, Urt. v. 26.02.2008 - XI ZR 74/06, NJW 2008, 1585).
Von einer solchen sittenwidrigen Übervorteilung ist auszugehen, wenn der Verkaufspreis knapp doppelt so hoch ist wie der Verkehrswert der Wohnung (BGHZ 146, 298, 301 ff.; 168, 1, 21, Tz. 47; Senatsurteile vom 19. Juni 2007 - XI ZR 142/05, WM 2007, 1456, 1457, Tz. 13, vom 26. Juni 2007 - XI ZR 277/05, WM 2007, 1651, 1653, Tz. 15 und vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06, WM 2008, 683, 687, Tz. 38, jeweils m.w.Nachw.).
Die ihr erteilte Vollmacht ist im Hinblick auf ihre umfassenden Befugnisse wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz nichtig (st.Rspr., s. nur Senat, Urteil vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06, WM 2008, 683, 686 Tz. 26 m.w.Nachw.).
Soweit der Darlehensnehmer zur Erstattung des ausgezahlten Nettokreditbetrages und zu dessen marktüblicher Verzinsung verpflichtet ist (BGH NJW 2008, 1585 [BGH 26.02.2008 - XI ZR 74/06] m.w.N.), ist es der Klägerin vorliegend nicht gelungen, den Nachweis einer gegenüber dem Vertragszins niedrigeren marktüblichen Verzinsung zu erbringen.
Zwar mag die dem Unternehmer auferlegte Belehrung des Verbrauchers über sein Widerrufsrecht eine echte Rechtspflicht darstellen, deren Verletzung Ersatzansprüche zur Folge haben kann (vgl. BGH, Urteil vom 19. September 2006 - XI ZR 204/04 [unter III 2 b aa]; Urteil vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06 [unter II 3 a]).
Zwar sind diese Vorschriften ebenso wie die Grundsätze über die Duldungs- und Anscheinsvollmacht auch anwendbar, wenn die Bevollmächtigung des Geschäftsbesorgers gegen Art. 1 § 1 RBerG verstößt und daher gemäß § 134 BGB nichtig ist (vgl. BGH, Urteil vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06, WM 2008, 683, 686 Rn. 28 mwN).
Umgekehrt ist der Darlehensnehmer zur Erstattung des ausgezahlten Nettokreditbetrages und zu dessen marktüblicher Verzinsung verpflichtet (BGH WM 2008, 683 Rdn. 14 - zitiert nach juris).
OLG Düsseldorf, 17.01.2013 - 6 U 64/12
OLG Koblenz, 30.09.2016 - 8 U 127/16
Verbraucherdarlehensvertrag: Auslegung eines nach Ausübung des Widerrufsrechts …
OLG Köln, 02.06.2009 - 13 U 184/08
Haftung der finanzierenden Bank bei sittenwidriger Überteuerung der finanzierten …
LG Dresden, 01.10.2015 - 9 O 1056/15