Source: http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/4788-bgh-urteil-v-zr-73-14-wechsel-des-bodenbelags-und-trittschall-bei-wohnungseigentuemern
Timestamp: 2017-01-21 04:20:09
Document Index: 65381341

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH']

BGH-Urteil: Wechsel des Bodenbelags und Trittschall bei Wohnungseigentümern (BGH, Az. V ZR 73/14)
Suchen...	Aktuelle Seite: Alle Urteile Recht & Urteile BGH-Urteil: Wechsel des Bodenbelags und Trittschall bei Wohnungseigentümern
Bundesgerichtshof, Urteil vom 27.02.2015 - V ZR 73/14 BGH-Urteil: Wechsel des Bodenbelags und Trittschall bei Wohnungseigentümern
Der Bundesgerichtshof hat sich in seinem Urteil (Az. V ZR 73/14) mit der Frage befasst, welches Schallschutzniveau ein Wohnungseigentümer einhalten muss, der den vorhandenen Bodenbelag (Teppichboden) in seiner Wohnung durch einen anderen (Parkett) ersetzt. Der Sachverhalt
Die Beklagten erwarben das über der Wohnung der Kläger liegende Appartement im Jahr 2006. In dem Anfang der Siebzigerjahre errichteten Hochhaus befinden sich ein großes Hotel und 320 Appartements, für die jeweils Wohnungserbbaurechte bestehen. Im Jahr 2006 ließen die Beklagten den vorhandenen Teppichboden entfernen und Parkett einbauen.
Dagegen wenden sich die Kläger mit der Begründung, der Trittschall habe sich durch den Wechsel des Bodenbelags erhöht. Das Amtsgericht hat die Beklagten antragsgemäß verurteilt, in ihrer Wohnung anstelle des Parketts Teppichboden oder einen in der Trittschalldämmung gleichwertigen Bodenbelag zu verlegen. Auf die Berufung der Beklagten hat das Landgericht die Klage abgewiesen.
Das Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. V ZR 73/14)
Der unter anderem für das Wohnungseigentumsrecht zuständige V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat die Abweisung der Klage bestätigt. Nach Urteil des BGH (Az. V ZR 73/14) ist rechtlicher Maßstab für die zwischen den Wohnungseigentümern hinsichtlich des Schallschutzes bestehenden Pflichten § 14 Nr. 1 WEG. Die Kläger werden durch den Wechsel des Bodenbelags nicht im Sinne dieser Norm nachteilig betroffen.
Einhaltung der Schallschutzwerte
Grundsätzlich sind die Schallschutzwerte einzuhalten, die sich aus der zur Zeit der Errichtung des Gebäudes geltenden Ausgabe der DIN 4109 ergeben. Diese werden gewahrt. Ein höheres Schallschutzniveau kann sich aus der Gemeinschaftsordnung ergeben, nicht aber aus einem sogenannten besonderen Gepräge der Wohnanlage. Die Gemeinschaftsordnung enthält keine solchen Vorgaben. Dass die im Zuge der Errichtung des Hochhauses erstellte Baubeschreibung und der ursprüngliche Verkaufsprospekt eine Ausstattung der Appartements mit Teppichböden vorsahen, hat der Senat als unerheblich angesehen.
Auswahl des Bodenbelags betrifft die Gestaltung des Sondereigentums
Gericht:Bundesgerichtshof, Urteil vom 27.02.2015 - V ZR 73/14
BGH, PM Nr. 26/2015Rechtsindex - Recht & Urteile
Dieses Urteil wurde am 27. Februar 2015 eingetragen und wurde 7384 mal gelesen
Urteil Lärm: Handy-App-Messungen als Nachweis wegen lauter Musik vom Nachbarn Belästigung: Aus dem Keller hört man lautes Peitschenknallen, Kettenrasseln und Stöhnen Mietminderung: Baulärm vom Nachbargrundstück Urteil: Tauben füttern auf dem Balkon - Darf der Eigentümer das? Urteile rund um den Verwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft Urteil Hausfrieden: Nachbar lärmt, beleidigt und wirft Abfall auf die Terrasse Impressum |