Source: http://www.vks.org/wer-den-schaden-hat/202-nutzungsausfallentschaedigung-lt-gutachten
Timestamp: 2018-03-19 03:13:32
Document Index: 291262085

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Grundsätzlich stehen dem geschädigten Kfz-Eigentümer zwei Wege der Naturalrestitution zu Verfügung, nämlich die Reparatur des Unfallfahrzeuges oder die Anschaffung eines gleichwertigen Ersatzfahrzeuges.
Dabei ist der Geschädigte der „Herr des Wiederherstellungsgeschehens“ und bleibt dies auch im Spannungsverhältnis, das durch den Interessengegensatz zwischen ihm und dem Schädiger bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung besteht (BGHZ 154, 395).
Diese Stellung des Geschädigten findet Ausdruck in der sich aus § 249 Absatz 2 Satz 1 BGB ergebenden Ersetzungsbefugnis und der grundsätzlich freien Wahl der Mittel zur Schadensbehebung. Der Geschädigte kann sich im Gegensatz zur fiktiven Schadensanrechnung, also der Abrechnung auf Gutachtenbasis, auch zur konkreten Schadensabrechnung entschließen und das verunfallte Fahrzeug reparieren lassen.
Es bleibt dem Geschädigten überlassen, wie und auf welche Weise er das Unfallfahrzeug wieder instand setzt. Allerdings hat er auch bei der konkreten Schadensabrechnung das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten. Dem Wirtschaftlichkeitsgebot genügt der Geschädigte grundsätzlich, wenn er seiner Schadensberechnung das Gutachten eines qualifizierten Kfz-Sachverständigen zugrunde legt und nach den Vorgaben des Kfz-Schadensgutachtens reparieren lässt.
Der Geschädigte leistet im Reparaturfall dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit im allgemeinen Genüge und bewegt sich um die für die Schadensbehebung nach § 249 Abs. 2 S. 1 BGB gezogenen Grenzen, wenn er der Schadensabrechnung die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legt, die ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (BGHZ 155, 1 = NJW 2003, 2085). Wenn der Geschädigte sein besonderes Interesse an der Reparatur des Unfallfahrzeuges durch Vorlage der Reparaturrechnung belegt, kann der Schädiger ihn nicht mehr auf eine günstigere Werkstatt verweisen (BGH DS 2010, 28 m. Anm. Wortmann).
Der Geschädigte hat Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten aus der Reparaturkostenrechnung. Der Ersatzanspruch beinhaltet auch die im Rechnungsbetrag enthaltene Umsatzsteuer. Mit dem Karosseriebaumeister-Urteil hat der BGH entschieden, dass der Geschädigte sie notwendigen Reparaturmaßnahmen auch selbst vornehmen darf, falls er über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt (BGHZ 154, 395 = NJW 2003, 2085)
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