Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=05.03.2009&Aktenzeichen=1%20A%202560/07
Timestamp: 2020-02-21 03:41:57
Document Index: 282350032

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 100', '§ 53', '§ 14', 'Art. 12', '§ 53']

OVG Nordrhein-Westfalen, 05.03.2009 - 1 A 2560/07 - dejure.org
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OVG Nordrhein-Westfalen, 05.03.2009 - 1 A 2560/07 (https://dejure.org/2009,4070)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 05.03.2009 - 1 A 2560/07 (https://dejure.org/2009,4070)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 05. März 2009 - 1 A 2560/07 (https://dejure.org/2009,4070)
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Abhängigkeit der Anrechnung von Erwerbseinkommen auf die Versorgungsbezüge von der Aufnahme der Erwerbstätigkeit erstmals nach Eintritt in den Ruhestand oder der Fortsetzung bereits während des aktiven Dienstes ausgeübter Nebentätigkeit; Verstoß des § 53 Abs. 1, 2 i. V. ...
Die vom Verwaltungsgericht angeführte Entscheidung des erkennenden Senats vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, die sich auf die Tätigkeit des Vorsitzenden der Einigungsstelle beziehe, sei nicht einschlägig.
vgl. zur Verfassungsmäßigkeit der Anrechnung von Erwerbseinkommen aus einer privatwirtschaftlichen Tätigkeit: BVerfG, Beschluss vom 11. Dezember 2007 - 2 BvR 797/04 -, ZBR 2008, 91 = juris Rn. 25 ff.; BVerwG, Beschluss vom 23. Juli 2009 - 2 B 53/09 -, NVwZ-RR 2009, 814 = juris Rn. 9; Urteile vom 17. Dezember 2008 2 C 26.97 -, BVerwGE 133, 25 = juris Rn. 11, vom 27. Januar 2005 2 C 39.03 - , NVwZ-RR 2005, 488 = juris Rn. 16 ff., und vom 19. Februar 2004 2 C 20.03 -, BVerwGE 120, 154 = juris Rn. 31; OVG NRW, Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, ZBR 2009, 315 = juris Rn. 63 ff.; zur Verfassungsmäßigkeit der Anrechnung von Verwendungseinkommen: BVerwG, Urteil vom 10. März 1987 - 2 C 21.85 -, DÖD 1987, 179 = juris Rn. 15 ff.; OVG NRW, Urteil vom 4. Juni 2008 - 1 A 4629/06 -, juris Rn. 101 ff.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, ZBR 2009, 315 = juris Rn. 63 ff.; bestätigt durch BVerwG, Beschluss vom 23. Juli 2009 - 2 B 53.09 -, NVwZ-RR 2009, 814 = juris Rn. 11 f.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, ZBR 2009, 315 = juris Rn. 53.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 5. März 2009, - 1 A 2560/07 -, ZBR 2009, 315 = juris Rn. 51; Groepper/Tegethoff, in: Plog/Wiedow, a.a.O., § 53 Rn. 42; Stadler, in: Fürst, GKÖD, a.a.O., § 53 Rn. 31.3; Schmalhofer, in: Stegmüller/Schmalhofer/ Bauer, a.a.O., § 53 BeamtVG Erl.
Mit der in § 53 Abs. 7 Satz 2 BeamtVG geregelten Fiktion zugunsten der in § 100 Abs. 1 Nr. 2 BBG aufgezählten Betätigungen setzt der Gesetzgeber dabei die Privilegierung fort, die diese Tätigkeiten bereits im Nebentätigkeitsrecht der aktiven Beamten dergestalt genießen, dass diese nicht genehmigungspflichtig sind und auch keiner Abführungspflicht unterliegen (OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 05.03.2009 - 1 A 2560/07 -, Schütz BeamtR ES/C III 1.5 Nr. 9).
Der Gesetzgeber begegnet den unerwünschten Anreizen zur vorzeitigen Pensionierung hier mit einer pauschalierenden Regelung, die in gleicher Weise bei wegen Dienstunfähigkeit zur Ruhe gesetzten Beamten Anwendung findet wie bei solchen, die sich nicht mehr in der Lage sehen, ihren Dienst zu verrichten, ohne bereits im Sinne der einschlägigen gesetzlichen Regelungen dienstunfähig zu sein (OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 05.03.2009, a.a.O.; vgl. dazu insbesondere auch BVerwG, Urteil vom 27.01.2005 - 2 C 39.03 -, Buchholz 239.1 § 53 BeamtVG Nr. 13, m.w.N.;… Urteil vom 17.12.2008, a.a.O.).
vgl. Senatsurteil vom 7. März 2009 - 1 A 2560/07 -, juris Rn. 121; Strötz, in: Fürst, GKÖD, a.a.O., § 14 BeamtVG Rn. 9.
Nur der insoweit verfolgte Vorteilsausgleich rechtfertigt daher die Einschränkung des Prinzips, dass die Alimentation - hier die Versorgung - ohne Rücksicht auf eigene Einkünfte zu gewähren ist (so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 20. Juni 2007 - 21 A 2664/05 - sowie Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 - BayVGH, Urteil vom 31. Juli 2006, - 15 B 05.3302 -, alle juris).
Der Vorteilsausgleich wiederum rechtfertigt sich durch die Störung des Gleichgewichtes zwischen der Alimentationspflicht des Dienstherrn und der Dienstleistungspflicht des Beamten bei einem Eintritt in den Ruhestand vor Erreichen der allgemeinen gesetzlichen Altersgrenze zu Lasten des Dienstherrn, dem die Arbeitskraft des Beamten zu früh verloren geht und der über einen längeren Zeitraum hinweg Versorgungsleistungen erbringen und den Dienstposten vorzeitig nachbesetzen muss (BVerwG, Beschluss vom 23. Juli 2009 - 2 B 53/09 -, NVwZ-RR 2009, 814 [815]; Urteil vom 17. Dezember 2008 - 2 C 26/07 -, NVwZ-RR 2009, 487 [489]; OVG NRW, Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, juris, Rn. 80 ff.).
Im Hinblick auf die hier inmitten stehenden steuerrechtlich so qualifizierten Einkünfte aus Gewerbebetrieb wird deshalb für ihre Anrechnungsfähigkeit regelmäßig darauf abgestellt, ob sie auf einer die Arbeitskraft des Versorgungsempfängers nennenswert beanspruchenden erwerbswirtschaftlichen Betätigung beruhen, deren Aufnahme durch den vorzeitigen Ruhestand begünstigt wird (OVG NRW…, Urteil vom 20. Juni 2007 - 21 A 2664/05 -, Rn. 22; Urteil vom 5. März 2009 - 1 A 2560/07 -, Rn. 92; VG Ansbach…, Urteil vom 9. April 2008 - AN 11 K 06.02934 -, Rn. 17; vgl. auch VG Gelsenkirchen…, Beschluss vom 20. Februar 2007 - 12 L 1738/06 -, Rn. 17; alle juris).
Selbst wenn nicht eindeutig geklärt ist, ob eine Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst - anders als bei privatrechtlich organisierten Auftraggebern - dem Schutzbereich des Art. 12 Abs. 1 GG unterfällt, ablehnend Urteil des Senats vom 5. März 2009- 1 A 2560/07 -, ZBR 2009, 315 = juris, Rn. 114 (zu § 53 Abs. 1 BeamtVG).
Im Gegensatz hierzu kennzeichnet eine selbständige Tätigkeit das nicht nur mittelbare Betroffensein vom wirtschaftlichen Erfolg (OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 05.03.2009 - 1 A 2560/07 - [...]).