Source: http://statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/einbuergerungen/index.html
Timestamp: 2020-07-09 11:37:34
Document Index: 226766536

Matched Legal Cases: ['§11', '§11', '§12', '§11', '§12', '§10', '§17', '§16', '§ 10', '§64']

Die Zahl der Einbürgerungen war 2019 mit insgesamt 10.606 um 12,2% höher als im Jahr davor (9.450 Fälle). 106 der eingebürgerten Personen hatten ihren Wohnsitz im Ausland. Dabei wurden in sieben Bundesländern mehr Personen eingebürgert als im Jahr 2018. Die Zuwächse waren in Salzburg am deutlichsten (+47,2% auf 583 Einbürgerungen), gefolgt von der Steiermark (+38,2%, auf 1.017), Oberösterreich (+27,2%, auf 1.386) und Tirol (+12,0%, auf 598). Unter dem Bundesdurchschnitt steigende Einbürgerungszahlen verzeichneten Wien (+10,7%, auf 4.563), das Burgenland (+9,8%, auf 202) und Vorarlberg (+6,3%, auf 457). In zwei Bundesländern wurden 2019 weniger Einbürgerungen verzeichnet als im Jahr zuvor: Niederösterreich (-10,7%, auf 1.354) und Kärnten (-2,0%, auf 340).
Mehr als die Hälfte aller Einbürgerungen 2019 (6.452 bzw. 60,8%) erfolgte nach Erfüllung aller Voraussetzungen für eine Einbürgerung auf Grund eines Rechtsanspruchs. Darunter wurden 4.628 Personen nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert (z. B. EWR-Staatsangehörigkeit, Geburt in Österreich oder asylberechtigt, §11a, Abs. 4 und Abs. 7), 805 Personen auf Grund der Ehe mit einem Österreicher bzw. mit einer Österreicherin (§11a, Abs. 1 u. Abs. 2), 422 Personen auf Grund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration (§12, Z. 1), und 327 waren außereheliche Kinder bzw. Wahlkinder bis 14 Jahre (§11b und §12 Abs. 2). Weitere 1.254 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft im Ermessen (11,8%), darunter 1.175 Personen nach mindestens 10-jährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1). Unter dem Titel "Erstreckung der Verleihung" wurden 2.532 Kinder (§17) sowie 368 Ehepartner (§16) eingebürgert.
Nach dem Alter betrachtet, waren 3.668 (34,6%) der Eingebürgerten unter 18 Jahre alt. Nach groben Altersgruppen war etwa ein Drittel der Neo-Österreicherinnen und -Österreicher bei der Einbürgerung zwischen 30 und 44 Jahre alt (3.781 Personen bzw. 35,6%). An zweiter Stelle standen 3.060 minderjährige Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren (28,9%), gefolgt von 2.504 jungen Erwachsenen zwischen 15 und 29 Jahren (23,6%) und 1.261 (11,9%) der Eingebürgerten im Alter von 45 und mehr Jahren.
Von den neuen Österreicherinnen und Österreichern besaßen vor der Einbürgerung 11,2% oder 1.183 Personen die Staatsbürgerschaft von Bosnien und Herzegowina, gefolgt von Serbien (1.008), der Türkei (912), dem Kosovo (688), der Russischen Föderation (464), Rumänien (376), Afghanistan (372) und der Ukraine (360). Damit teilt sich die Hälfte der Einbürgerungen auf acht Nationalitäten der insgesamt 129 Länder der bisherigen Staatsangehörigkeit auf. Auch die Länder Iran - Islamische Republik (325) und Nordmazedonien (313) fallen unter die Top 10. Von den 1.915 Personen (18,1%) der bisherigen 27 EU-Nationalitäten hatten die meisten neuen österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger jene von Rumänien (376), Deutschland (248), Ungarn (237), Kroatien (236) und Bulgarien (184).
Bereits 3.727 oder 35,1% aller Eingebürgerten sind in Österreich geboren. Von den 6.879 im Ausland geborenen eingebürgerten Personen wurden 10,4% bzw. 712 in Bosnien und Herzegowina geboren, weitere 7,3% in Serbien, 6,2% in der Türkei, 5,4% im Kosovo und 4,8% in der Russischen Föderation. Insgesamt 1.254 Personen (18,2%) wurden in einem der 27 EU-Staaten geboren.
Die Zahl der Einbürgerungen lag in den 1980er Jahren bei rund 7.800 Personen pro Jahr. Mit der stark steigenden Zahl in Österreich lebender ausländischer Staatsangehöriger erhöhten sich ab Mitte der 1990er Jahre auch die Einbürgerungszahlen stark. So wurden 1997 knapp 16.000 in Österreich lebende Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, 1999 rund 25.000 und im Jahr 2003 fast 45.000. Seit dem Jahr 2004 ist die Zahl der Einbürgerungen rückläufig und fiel bis 2010 um mehr als vier Fünftel im Vergleich zum Höchstwert von 2003. Noch weniger Einbürgerungen als 2010 gab es in Österreich zuletzt Anfang der 1970er Jahre (wenn die Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Ausland mitgerechnet werden). Seit 2011 (6.754) ist wiederum ein Anstieg der Einbürgerungen festzustellen, der sich auch 2019 (10.606) weiter fortsetzte.
Bezieht man die Einbürgerungen auf die ausländische Bevölkerung (Einbürgerungsrate), so war zwischen 1991 und 2003 ein kontinuierlicher Anstieg auf mehr als das Doppelte zu verzeichnen. In den 1980er und 1990er Jahren entfielen auf 100 ausländische Staatsangehörige im Durchschnitt 2,4 Einbürgerungen, von 2000 bis 2005 lagen die Raten bei 5,0%. Seither sinkt die Einbürgerungsrate wieder und liegt 2019 auf dem gleichen Niveau der neun vorangegangenen Jahre bei einem Wert von 0,7%.
Informationen zur Methodik, Definitionen
Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden über die Verleihung der Staatsbürgerschaft der Ämter der Landesregierungen Österreichs und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Einbürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgendem Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2018 (§§ 10 bis 17, 25, 57, 58c und 64a), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen.
Die Ergebnisse für 2014 sind vorläufig, da gemäß einer Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes aus dem Jahr 2013 vor dem 1. September 1983 geborene minderjährige eheliche und legitimierte Kinder bis Ende April 2014 einen Antrag auf Erwerb der Staatsbürgerschaft nach §64a(18) stellen konnten. Zahlreiche dieser Verfahren sind noch nicht abgeschlossen, da für die betreffenden Personen noch Bestätigungen von ausländischen Botschaften vorgelegt werden müssen. Erst nach Abschluss dieser Verfahren kann eine endgültige Zahl der Einbürgerungen für 2014 ermittelt werden.
Eingebürgerte Personen seit 2009 nach ausgewählten Merkmalen
Einbürgerungen seit 1946 nach Bundesland bzw. Ausland
Eingebürgerte Personen im Inland seit 2008 nach dem Rechtsgrund
Eingebürgerte Personen und Einbürgerungsrate seit 1991 nach Bundesland bzw. Ausland
Eingebürgerte Personen seit 2009 nach bisheriger Staatsangehörigkeit
Eingebürgerte Personen seit 2006 nach bisheriger Staatsangehörigkeit und Bundesland bzw. Ausland
Einbürgerungen seit 2002 nach Quartalen und Wohnbundesland bzw. Ausland