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Timestamp: 2017-01-22 16:14:50
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Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 37', '§ 43', '§ 18', '§ 15', '§ 31', '§ 62', '§ 15', '§ 15', '§ 16', '§ 14', '§ 233', '§ 233', '§ 233', '§ 14', '§ 233', '§ 14', '§ 8', '§ 69', '§ 191', '§ 191', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 37', '§ 36', '§ 49', '§ 37', '§ 38', '§ 124', '§ 152', '§ 36', '§ 38', '§ 30', '§ 13', '§ 18', '§ 9', '§ 14', '§ 170', '§ 220', '§ 69', '§ 233', '§ 46', '§ 155', '§ 122', '§ 155', '§ 240', '§ 157', '§ 156', '§ 156', '§ 164', '§ 120', '§ 165', '§ 152', '§ 168', '§ 152', '§ 239', '§ 239', '§ 240', '§ 333', '§ 47', '§ 125', '§ 124', '§ 220', '§ 240', '§ 36', '§ 37', '§ 37', '§ 41', '§ 49', '§ 49', '§ 19', '§ 20', '§ 18', '§ 18', '§ 44', '§ 43', '§ 15', '§ 11', '§ 28', '§ 30', '§ 220', '§ 220', '§ 221', '§ 222', '§ 222', '§ 234', '§ 163', '§ 156', '§ 47', '§ 224', '§ 224', '§ 224', '§ 240', '§ 240', '§ 228', '§ 232']

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Steuerschuldverhältnis Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeines 2. Die Ansprüche im Einzelnen 3. Entstehung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis 3.1. Allgemeines 3.2. Entstehung nach den Einzelsteuergesetzen 3.3. Bedeutung der Entstehung 4. Festsetzung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis 4.1. Steuerfestsetzungen 4.2. Festsetzungen von steuerlichen Nebenleistungen 4.2.1. Verspätungszuschlag 4.2.2. Zinsen 4.2.3. Säumniszuschläge 4.2.4. Zwangsgelder 4.2.5. Kosten 5. Festsetzungsverjährung 6. Fälligkeit der Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis 6.1. Folgen der Nichtleistung 6.2. Fälligkeiten nach den Einzelsteuergesetzen 6.3. Fehlende Fälligkeitsregelung im Gesetz 6.4. Abweichende Fälligkeitsbestimmung durch die Verwaltung 6.5. Bedeutung des Fälligkeitstags 7. Stundung 7.1. Wirkung der Stundung 7.2. Stundungsvoraussetzungen 7.3. Stundungsfolgen 7.4. Verwaltungsregelungen 8. Erlöschen von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis 8.1. Überblick über die Erlöschensgründe 8.2. Tag der Zahlung 9. Zahlungsverjährung 10. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »S« 1. Allgemeines
Das Steuerschuldverhältnis ist in den §§ 37 bis 50 AO geregelt und stellt einen Unterfall des Steuerschuldrechts dar. In § 37 AO sind die Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis gesetzlich definiert und erschöpfend aufgezählt.
2. Die Ansprüche im Einzelnen
Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis sind:
Der Steueranspruch. Der Steueranspruch ist der bedeutsamste Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis. Ob ein solcher Anspruch besteht, richtet sich nach den Einzelsteuergesetzen (§ 43 AO).
Der Steuervergütungsanspruch (§ 18 Abs. 9 UStG, » Vorsteuervergütungsverfahren; § 15 EigZulG, » Eigenheimzulage; § 31 Satz 3 EStG, » Familienleistungsausgleich, § 62 ff. EStG, » Kindergeld).
Die Vorsteuer nach § 15 Abs. 1 UStG (» Vorsteuerabzug) begründet keinen Vorsteuervergütungsanspruch, sondern allein einen Anspruch auf Vorsteuerabzug, wie sich aus § 15 Abs. 1, § 16 Abs. 2 UStG ergibt. Einzelne Vorsteuerbeträge sind umsatzsteuerrechtlich lediglich unselbstständige Besteuerungsgrundlagen, die bei der Berechnung der Umsatzsteuer mitberücksichtigt werden und in die Festsetzung der Umsatzsteuer eingehen (BFH Urteile vom 16.1.2007, VII R 7/06, BStBl II 2007, 745 sowie VII R 4/06, BStBl II 2007, 747).
Nach § 14 InvZulG 2010 sind für die InvZul die für Steuervergütungen geltenden Vorschriften der AO sinngemäß anzuwenden (» Investitionszulagengesetz). Ein InvZul-Anspruch des Stpfl. ist nach § 233a AO nicht zu verzinsen, da die Verzinsung i.S.d. § 233a AO nur für Steuernachforderungen und Steuererstattungen anzuwenden ist. Die entsprechende Anwendung des § 233a AO folgt auch nicht aus der Verweisung in § 14 InvZulG 2010 auf die für Steuervergütungen geltenden Vorschriften der AO. Denn der Regelungsbereich des § 233a AO bezieht sich nicht auf Steuervergütungen (BFH Urteil vom 23.2.2006, III R 66/03, BStBl II 2006, 741).
Nach § 14 Abs. 2 VermBG sind für die ArbN-Sparzulage die für Steuervergütungen geltenden Vorschriften der AO sinngemäß anzuwenden (» Vermögenswirksame Leistungen).
Nach § 8 Abs. 1 WoPG sind für die Wohnungsbauprämie die für Steuervergütungen geltenden Vorschriften der AO sinngemäß anzuwenden (» Bausparförderung).
Der Haftungsanspruch (§§ 69 ff. und §§ 191, 192 AO, » Haftung). Haften bedeutet, dass man mit seinem eigenen Vermögen für eine fremde Steuerschuld einstehen muss (vgl. § 191 Abs. 1 AO).
Der Anspruch auf steuerliche Nebenleistungen (§ 3 Abs. 3 AO).
Die steuerlichen Nebenleistungen sind keine Steuern (§ 3 Abs. 1 AO). Sie sind in § 3 Abs. 4 AO abschließend aufgezählt. Es sind:
» Verspätungszuschlag,
» Zinsen,
» Säumniszuschlag,
Zwangsverfahren (» Zwangsmittel),
» Kosten.
Der » Erstattungsanspruch nach § 37 Abs. 2 AO (irrtümliche Doppelzahlung).
Erstattungsansprüche nach Einzelsteuergesetzen (§ 36 Abs. 4 EStG, § 49 KStG).
Die Ansprüche aus Strafen und Geldbußen gehören nicht zu den Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis. Außerdem stellt der Steuerentrichtungsanspruch, wie z.B. der Anspruch gegen den Arbeitgeber auf die von ihm einzubehaltende und abzuführende Lohnsteuer seiner Arbeitnehmer, keinen Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis dar (BFH vom 24.3.1998, I R 120/97, BStBl II 1999, 3). Wenn der Entrichtungsschuldner diesen Anspruch jedoch nicht erfüllt, haftet er regelmäßig für die Steuer. Ab diesem Zeitpunkt liegt dann ein Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis i.S.d. § 37 Abs. 1 AO vor.
3. Entstehung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis
Nach § 38 AO entstehen Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis in dem Augenblick, in dem der Tatbestand verwirklicht ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft. Der Anspruch entsteht auch ohne die Festsetzung, die lediglich deklaratorische Bedeutung hat. Bei steuerlichen Nebenleistungen kann die Festsetzung auch konstitutive Bedeutung haben. Erst durch die Festsetzung kommen diese Ansprüche zur Entstehung (Verspätungszuschläge, Zwangsgelder). Säumniszuschläge (» Säumniszuschlag) entstehen aber kraft Gesetzes. Der Verspätungszuschlag entsteht mit der Bekanntgabe seiner Festsetzung (§ 124 Abs. 1 AO; s.a. AEAO zu § 152 Nr. 3, BStBl I 2008, 26).
3.2. Entstehung nach den Einzelsteuergesetzen
Der Zeitpunkt der Steuerentstehung muss aus dem Einzelsteuergesetz entnommen werden:
§ 36 Abs. 1 EStG für die zu veranlagende ESt: Entstehung mit Ablauf des Veranlagungszeitraums;
§ 38 Abs. 2 Satz 2 EStG für die LSt: Die LSt entsteht mit Zufluss des Arbeitslohns;
§ 30 KStG für die KSt: wie ESt;
§ 13 UStG für die USt: » Sollversteuerung, » Istversteuerung. Der Vorsteuerabzugsanspruch ist kein eigenständig abtretbarer Anspruch und deshalb nicht pfändbar (» Erstattungsanspruch);
§ 18 GewStG für die GewSt: mit Ablauf des Erhebungszeitraums, für den die Festsetzung vorgenommen wird;
§ 9 ErbStG für die ErbSt: mit dem Tode des Erblassers bzw. mit dem Zeitpunkt der Ausführung der Schenkung;
§ 14 GrEStG für die GrESt.
3.3. Bedeutung der Entstehung
Die Entstehung der Steueransprüche hat u.a. Bedeutung für:
den Beginn der Festsetzungsverjährung (§ 170 Abs. 1 AO),
die Fälligkeit (§ 220 Abs. 2 Satz 1 AO),
die » Aufrechnung,
die » Haftung (§§ 69 ff. AO),
die Zinsberechnung nach § 233a Abs. 2 AO (» Zinsen),
die Pfändung von Erstattungsansprüchen (§ 46 AO, » Erstattungsanspruch).
Von der Entstehung der Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis zu unterscheiden sind
4. Festsetzung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis
4.1. Steuerfestsetzungen
Die Steuern (» Steuer) werden, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, von der Finanzbehörde durch Steuerbescheid festgesetzt (§ 155 Abs. 1 Satz 1 AO). Steuerbescheid ist der nach § 122 Abs. 1 AO bekannt gegebene » Verwaltungsakt. Die für die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften sind auf die Festsetzung einer Steuervergütung sinngemäß anzuwenden (§ 155 Abs. 4 AO).
Bei Fälligkeitssteuern wird die Steuer ohne Rücksicht auf die erforderliche Steuerfestsetzung oder Steueranmeldung fällig. Dies ist der Fall bei der Umsatzsteuer, Lohnsteuer und der Kapitalertragsteuer. Eine Säumnis für die Berechnung der Säumniszuschläge (» Säumniszuschlag) tritt nach § 240 Abs. 1 Satz 3 AO nicht ein, bevor die Steuer festgesetzt oder angemeldet worden ist.
Zu Form und Inhalt der Steuerbescheide siehe § 157 AO.
Das Absehen von der Steuerfestsetzung nach § 156 AO bringt den Steueranspruch nicht zum Erlöschen. Wegen der Kleinbetragsregelung für das Festsetzungsverfahren s. » Kleinbetragsverordnung vom 19.12.2000 (BGBl I 2000, 1790, 1805). Zur Kleinbetragsregelung für das Erhebungsverfahren s. BMF vom 22.3.2001, BStBl I 2001, 242 (AEAO zu § 156, BStBl I 2008, 26).
Steuerfestsetzungen können auf verschiedene Art erfolgen.
Gesetzlicher Regelfall ist der endgültige Bescheid, der keine Einschränkungen bzw. Nebenbestimmungen enthält.
Gem. § 164 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 120 Abs. 1 AO können Steuerfestsetzungen unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergehen (» Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung, » Steueranmeldung, » Voranmeldung).
Gem. § 165 AO kann die Steuerfestsetzung vorläufig erfolgen (» Vorläufige Steuerfestsetzung).
Zur Änderung der Steuerfestsetzungen s. » Aufhebung und Änderung von Steuerbescheiden.
4.2. Festsetzungen von steuerlichen Nebenleistungen
4.2.1. Verspätungszuschlag
Der » Verspätungszuschlag ist regelmäßig mit der Steuer festzusetzen (§ 152 Abs. 3 AO). Bei verspäteter Abgabe einer Steueranmeldung (§ 168 AO) ist der Verspätungszuschlag durch besonderen Verwaltungsakt festzusetzen (AEAO zu § 152 Nr. 5, BStBl I 2008, 26).
4.2.2. Zinsen
» Zinsen werden gem. § 239 Abs. 1 AO durch Zinsbescheid festgesetzt; die Formvorschriften für Steuerbescheide gelten entsprechend (AEAO zu § 239 Nr. 1, BGBl I 2008, 26).
4.2.3. Säumniszuschläge
Säumniszuschläge werden nicht festgesetzt, sie entstehen kraft Gesetzes (AEAO zu § 240 Nr. 5, BGBl I 2008, 26).
4.2.4. Zwangsgelder
Zwangsmittel sind nach § 333 AO durch die Finanzbehörde festzusetzen.
4.2.5. Kosten
Zur Festsetzung der Kosten siehe die Ausführungen unter dem maßgeblichen Stichwort.
5. Festsetzungsverjährung
Durch die Verjährung erlöschen nach § 47 AO die Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis. Erfolgt die Steuerfestsetzung, ihre Änderung oder Aufhebung nach Eintritt der » Festsetzungsverjährung, ist der Bescheid zwar fehlerhaft und damit rechtswidrig, aber nicht nichtig i.S.d. § 125 Abs. 1 AO. Damit ist der Bescheid gem. § 124 Abs. 3 AO i.U. wirksam. Wird der Steuerbescheid durch zulässigen Einspruch (» Einspruchsverfahren) angefochten, muss er ersatzlos aufgehoben werden. Wird der Steuerbescheid bestandskräftig, wird der Steueranspruch fällig und kann vollstreckt werden. Zu weiteren detaillierten Erläuterungen vgl. » Festsetzungsverjährung.
6. Fälligkeit der Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis
6.1. Folgen der Nichtleistung
Nach § 220 Abs. 1 AO richtet sich die Fälligkeit von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis nach den Vorschriften über die Einzelsteuergesetze.
Nach Ablauf des Fälligkeitstages
können Säumniszuschläge (» Säumniszuschlag) entstehen (§ 240 AO),
kann der Gläubiger aufrechnen (» Aufrechnung),
kann vollstreckt werden (» Zwangsvollstreckung).
6.2. Fälligkeiten nach den Einzelsteuergesetzen
Nach den Einzelsteuergesetzen ergeben sich u.a. folgende Fälligkeiten:
Abschlusszahlung bei der ESt (» Einkommensteuer; § 36 Abs. 4 EStG): ein Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids (» Fristen und Termine);
ESt-Vorauszahlungen (§ 37 Abs. 1 EStG): am 10.3., 10.6., 10.9. und 10.12. Die fünfte Vorauszahlung ist gem. § 37 Abs. 4 Satz 2 EStG ein Monat nach Bekanntgabe des Vorauszahlungsbescheides fällig;
Lohnsteuer (§ 41a Abs. 1 Nr. 2 EStG): 10 Tage nach Ablauf des maßgeblichen LSt-Anmeldungszeitraums (» Lohnsteueranmeldung);
KSt-Vorauszahlungen (§ 49 Abs. 1 KStG): wie ESt-Vorauszahlungen;
KSt-Abschlusszahlung (§ 49 Abs. 1 KStG): wie ESt-Abschlusszahlung;
GewSt-Vorauszahlungen (§ 19 Abs. 1 GewStG): 15.2, 15.5., 15.8., 15.11.;
GewSt-Abschlusszahlung (§ 20 Abs. 2 GewStG): wie ESt-Abschlusszahlung;
USt-Vorauszahlungen (§ 18 Abs. 1 Satz 3 UStG): 10 Tage nach Ablauf des maßgebenden Voranmeldungszeitraums;
USt-Abschlusszahlung (§ 18 Abs. 4 UStG): ein Monat nach Eingang der Erklärung beim FA oder ein Monat nach Bekanntgabe des USt-Bescheids;
» Kapitalertragsteuer (§ 44 Abs. 1 Satz 5 EStG): 10 Tage des auf den Zufluss der Kapitalerträge folgenden Kalendermonats.
Bei Kapitalerträgen i.S.d. § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG ist die einbehaltene Steuer in dem Zeitpunkt abzuführen, in dem die Kapitalerträge dem Gläubiger zufließen.
» Grunderwerbsteuer (§ 15 GrEStG) einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids;
Kraftfahrzeugsteuer (§ 11 KraftStG): im Voraus für die Dauer eines Jahres;
Grundsteuervorauszahlungen (» Grundsteuer; §§ 28, 29 GrStG): am 15.2., 15.5., 15.8., 15.11.;
Grundsteuer-Nachzahlungen (§§ 30, 31 GrStG): einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids.
6.3. Fehlende Fälligkeitsregelung im Gesetz
Fehlt eine besondere gesetzliche Regelung über die Fälligkeit, so wird der Anspruch mit seiner Entstehung fällig (§ 220 Abs. 2 Satz 1 AO). Dies gilt insbesondere für steuerliche Nebenleistungen. Allerdings muss hier ein Leistungsgebot ergehen, in dem eine Zahlungsfrist eingeräumt wird. Dies gilt wiederum nicht für Säumniszuschläge (» Säumniszuschlag). Die Fälligkeit ergibt sich dann aus dem Leistungsgebot. Säumniszuschläge entstehen kraft Gesetzes und bedürfen keiner Bekanntgabe. Sie werden gem. § 220 Abs. 2 Satz 1 AO gleichzeitig mit ihrer Entstehung fällig.
6.4. Abweichende Fälligkeitsbestimmung durch die Verwaltung
Nach § 221 AO ist bei Verbrauchsteuern und bei der USt eine von den gesetzlichen Regelungen abweichende Fälligkeitsbestimmung zulässig. Ist die Steuer mehrfach nicht rechtzeitig entrichtet worden, so kann das FA den Fälligkeitstag vorverlegen, so dass sie vor dem gesetzlichen Fälligkeitstag zu entrichten ist. Der Fälligkeitstag muss aber nach dem Entstehungstag für die Steuer liegen.
6.5. Bedeutung des Fälligkeitstags
Der Fälligkeitstag ist der letzte Tag der Zahlungsfrist. Der Zahlungszeitpunkt kann durch Stundung oder Zahlungsaufschub über den Tag der gesetzlichen Fälligkeit hinausgeschoben werden.
7.1. Wirkung der Stundung
Stundung ist die Gewährung einer Zahlungsfrist. Sie schiebt die Fälligkeit eines Anspruchs aus dem Steuerschuldverhältnis hinaus.
7.2. Stundungsvoraussetzungen
Die Stundung setzt nach § 222 AO voraus, dass die Einziehung des Betrags mit erheblicher Härte für den Schuldner verbunden ist und der Steueranspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die Härte kann in sachlichen Gründen oder in den persönlichen Verhältnissen des Stpfl. begründet sein. Abzugsteuern können nach § 222 Satz 3 AO nicht gestundet werden
7.3. Stundungsfolgen
Für die Dauer der gewährten Stundung werden » Zinsen nach § 234 Abs. 1 AO erhoben.
7.4. Verwaltungsregelungen
Die obersten Finanzbehörden der Länder haben neue Regelungen zur Zuständigkeit für Stundungen, Erlasse, Billigkeitsmaßnahmen nach den §§ 163, 234 Abs. 2, 237 Abs. 4 AO, Absehen von Festsetzungen nach § 156 Abs. 2 AO und Niederschlagungen von Landessteuern und der sonstigen durch Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern und Abgaben herausgegeben (BMF vom 15.4.2008, BStBl I 2008, 534). Sie treten an die Stelle der Erlasse vom 2.1.2004 (BStBl I 2004, 29).
Beträge bis 100 000 € einschließlich zeitlich unbegrenzt,
Beträge bis 250 000 € einschließlich zeitlich unbegrenzt,
8. Erlöschen von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis
8.1. Überblick über die Erlöschensgründe
Nach § 47 AO erlöschen Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis durch
Zahlung (§§ 224 ff. AO),
» Aufrechnung,
» Erlass,
Verjährung (zur » Festsetzungsverjährung s.o., zur » Zahlungsverjährung s.u.).
8.2. Tag der Zahlung
Nach § 224 Abs. 2 AO gilt eine wirksam geleistete Zahlung als entrichtet:
Bei Übergabe oder Übersendung von Zahlungsmitteln am Tag des Eingangs. Mit dem Jahressteuergesetz 2007 vom 13.12.2006 (BGBl I 2006, 2878) wird nach § 224 Abs. 2 Nr. 1 AO die Zahlungsfiktion bei Schecks geändert. Danach gilt die Zahlung bei Hingabe von Schecks für nach dem 31.12.2006 bei der Finanzbehörde eingegangene Schecks erst drei Tage nach dem Tag des Eingangs als bewirkt. Geht z.B. am Fälligkeitstag 15.12. ein Scheck ein, gilt die Zahlung erst am 18.12. als bewirkt. Da die Säumnisfrist von drei Tagen des § 240 Abs. 3 AO nicht bei Scheckzahlungen gilt (§ 240 Abs. 3 Satz 2 AO), sind Säumniszuschläge entstanden (» Säumniszuschlag).
Bei Überweisung oder Einzahlung auf ein Konto der Finanzkasse und bei Einzahlung mit Zahlschein oder Postanweisung an dem Tag, an dem der Betrag der Finanzkasse gutgeschrieben wird.
9. Zahlungsverjährung
Nach § 228 AO unterliegen Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis einer besonderen Zahlungsverjährung. Die Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre. Nach Ablauf der Verjährungsfrist erlöschen der Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis und die von ihm abhängenden » Zinsen (§ 232 AO). Zur ausführlichen Darstellung hinsichtlich Beginn, Hemmung, Unterbrechung sowie zur Wirkung der Zahlungsverjährung bei der Anrechnungsverfügung vgl. » Zahlungsverjährung.
» Festsetzungsverjährung
» Steuerbescheid
Autor(en): Thomas Rossi Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Antragsveranlagungen zur Einkommensteuer Arbeitnehmersparzulage Aufrechnung Eidesstattliche Versicherung Erlass Erstattungsanspruch Festsetzungsverjährung Haftung Kindergeld Kleinbetragsverordnung Steuer Steuerbescheid Steuerhinterziehung Verjährung Zahlungsverjährung Zinsen Weitere Lexikonartikel mit »S« Sachbezüge Saisonbetriebe Sanierung Sanierungsgewinn Schadensersatz Scheidung Scheinbestandteile Schlichte Änderung Schuldzinsen Schulgeld Interessante Steuertipps Haftpflichtversicherung Sonderwünsche beim Hausbau Spende und Ehrenamt Verbilligte Wohnungsvermietung Verkauf eines Mietwohngrundstücks Tagespflege von Kindern smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©