Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201994,%20987
Timestamp: 2020-01-26 17:35:38
Document Index: 30349920

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Köln, 28.04.1993 - 27 U 144/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,3829
OLG Köln, 28.04.1993 - 27 U 144/92 (https://dejure.org/1993,3829)
OLG Köln, Entscheidung vom 28.04.1993 - 27 U 144/92 (https://dejure.org/1993,3829)
OLG Köln, Entscheidung vom 28. April 1993 - 27 U 144/92 (https://dejure.org/1993,3829)
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Schmerzensgeld und Schadensersatz wegen Verstoßes gegen die Regeln der ärztlichen Kunst und Sorgfalt durch unterlassene Risikoaufklärung bezüglich Kniegelenkinjektionen; Durch den Arzt unterlassene labortechnische Überprüfung des Kniegelenkpunktats auf eine bakterielle ...
OLG Köln, 09.03.1992 - 27 U 144/92
LG Köln, 30.06.1992 - 25 O 442/88
VersR 1994, 987
Eine solche Unterbrechung wird nur bei gröbster Verletzung ärztlicher Standards angenommen, was nicht mit dem groben Behandlungsfehler gleichzusetzen ist (vgl. OLG Köln, Urteil vom 28. April 1993 zu 27 U 144/92, veröffentlicht in juris).
Der Zurechnungszusammenhang entfällt erst dann, wenn der behandelnde Arzt in außergewöhnlich hohem Maße die an ein gewissenhaftes ärztliches Verhalten zu stellenden Anforderungen außer Acht gelassen und derart gegen alle ärztlichen Regeln und Erfahrungen verstoßen hat, dass der eingetretene Schaden haftungsrechtlich-wertend seinem Handeln allein und nicht mehr dem Handeln des Schädigers zuzurechnen ist (vgl. BGH, NJW, 2012, 2024ff, 2025; BGH, NJW 2003, 2311ff, 2314; BGH, NJW 1989, 767ff; OLG Köln, VersR 1994, 987;… Grüneberg, in Palandt, a.a.O., vor § 249 Rdn. 47;… Schiemann, in: Staudinger, a.a.O., § 249 Rdn. 64, 70; Wertenbruch, NJW 2008, 2962ff, 2964).
Ein grob fehlerhaftes Verhalten des behandelnden Arztes unterbricht den Zurechnungszusammenhang dabei noch nicht, weil dies allein noch nicht so außergewöhnlich ist, dass der eingetretene Schaden haftungsrechtlich wertend dem Schädiger nicht mehr zugerechnet werden kann (OLG Köln, VersR 1994, 987; OLG Hamm, VersR 1992, 610;… Schiemann, in: Staudinger, a.a.O., § 249 Rdn. 64, 70 - "schwerste Fehler"; Wertenbruch, NJW 2008, 2962ff, 2964 - der Arzt muss die ärztliche Sorgfalt in "gröblichster Weise" außer Acht gelassen haben).
Darüber hinaus entfällt der Zurechnungszusammenhang nach dem Schutzzweck der Norm, wenn die fehlerhafte Behandlung nicht durch die Unfallfolgen notwendig geworden, sondern nur "bei Gelegenheit" erfolgt ist (vgl. BGH, NJW 1989, 767ff; OLG Köln, VersR 1994, 987; OLG Hamm, VersR 1992, 610; Wertenbruch, NJW 2008, 2962ff, 2964).
Hierzu müssten besondere Umstände hinzutreten (vgl. insoweit OLG Köln, VersR 1992, 610, 612 und OLG Hamm, VersR 1994, 987, 989), für die aber nichts dargetan ist.
Die Grenze, bis zu welcher der Erstschädiger dem Verletzten für die Folgen einer späteren fehlerhaften ärztlichen Behandlung einzustehen hat, wird in der Regel erst überschritten, wenn es um die Behandlung einer Krankheit geht, die mit dem Anlaß für die Entstehung in keinem inneren Zusammenhang steht, oder wenn der die Zweitbeschädigung herbeiführende Arzt in außergewöhnlich hohem Maße die an ein gewissenhaftes ärztliches Verhalten zu stellenden Anforderungen außer acht gelassen und derart gegen alle ärztlichen Regeln und Erfahrungen verstoßen hat, daß der eingetretene Schaden seinem Handeln haftungsrechtlich wertend allein zugeordnet werden muß (BGH NJW 1989, 767, 768; OLG Köln, VersR 1994, 987 ; OLG Hamm, VersR 1992, 610, jeweils m.w.N.).
Die Grenze, bis zu welcher der Erstschädiger dem Verletzten für die Folgen einer späteren fehlerhaften ärztlichen Behandlung einzustehen hat, wird in aller Regel erst überschritten, wenn es um die Behandlung einer Krankheit geht, die mit dem Anlass für die Erstbehandlung in keinem inneren Zusammenhang steht, oder wenn der die Zweitschädigung herbeiführende Arzt in außergewöhnlich hohem Maße die an ein gewissenhaftes ärztliches Verhalten zu stellenden Anforderungen außer Acht gelassen und derart gegen alle ärztlichen Regeln und Erfahrungen verstoßen hat, dass der eingetretene Schaden seinem Handeln haftungsrechtlich wertend allein zugeordnet werden muss (BGH Versicherungsrecht 1988, 1273 ; BGH Versicherungsrecht 1986, 601; OLG Hamm Versicherungsrecht 1992, 610; OLG Köln Versicherungsrecht 1994, 987 ).