Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/16051615/1/
Timestamp: 2020-04-01 02:57:46
Document Index: 265771159

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 29', '§ 35', '§ 34', '§ 35', '§ 35', '§ 34', '§ 10', '§ 20', '§ 5', '§ 16', '§ 20', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 9', '§ 1', '§ 42', '§ 3', '§ 42', '§\n42', '§ 42', '§ 42', 'BGH', '§ 40', '§\u200940', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 1', '§ 1', '§ 6', '§ 14', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 16', '§\n16', '§1', '§ 57', '§ 60', '§ 29', '§ 61', '§ 18', '§ 20', 'BGH', 'BGH', '§ 535', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 10', 'BGH', '§ 8', 'BGH', '§ 3', '§ 1', '§ 9', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 985', '§ 2', '§ 2', '§ 52', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§\n546', '§ 581', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 55', '§ 58', '§ 55', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 62', '§ 58', '§ 10', '§ 9', '§ 9', '§ 27', '§ 11', '§ 82', '§ 63', '§ 63', '§ 63', '§ 31', '§ 31', '§ 23', '§61']

Kleingärten – als Bauerwartungsland haben sie keine Zukunft - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Kleingärten – als Bauerwartungsland haben sie keine Zukunft
Publication: Berlin: BDG, 2013
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8325423
Full text: Kleingärten – als Bauerwartungsland haben sie keine Zukunft
Berlin: BDG, 2013
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8325423
Kleingärten – als Bauerwartungsland haben
sie keine Zukunft
bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 229
Deutscher Gartenfreunde e. V., Berlin (BDG)
Heft 1/2013 – 35. Jahrgang
vom 21. bis 23. Juni 2013 in Oldenburg
Herausgeber: 	Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.,
Telefon (030) 30 20 71-40/-41, Telefax (030) 30 20 71-39
Seminarleiter: 	 Hans-Jörg Kefeder
Rechtsanwalt, Präsident Landesverband Niedersächsischer
Layout & Satz: 	Uta Hartleb
Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise –
Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG)
ISSN 0936-6083
Dieses Projekt wurde finanziell vom Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.
Der Förderer übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und
Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater
Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen
müssen nicht mit denen des Förderers übereinstimmen.
Seminar Recht I
Hans-Jörg Kefeder (Rechtsanwalt)
Deutscher Gartenfreunde e.V., Berlin (BDG)
Heft Nr. 4/2013 – 35. Jahrgang
Hans-Jörg Kefeder (Rechtsanwalt, Präsident Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e.V.)
Die Bedeutung des Flächennutzungsplanes, des Bereichsentwicklungsplanes
und des Bebauungsplanes für die Kleingartenanlage und deren Bestand
Dr. Jörg Beckmann (Rechtsanwalt, Berlin)
Ulrich Ihm (Dipl.-Ing. Raumplanung, Delmenhorst)
Dietmar Klepatz (Geschäftsführer des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen e.V.)
Rainer Merkel (Rechtsanwalt, Linda; Präsident des Landesverbandes Thüringen der Gartenfreunde e.V.)
Karsten Duckstein (Rechtsanwalt, Magdeburg)
Leitung: Dirk Sielmann (Landesbund Hamburg der Gartenfreunde e.V.)
Leitung: Burhard Balkenhol (Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde e.V.)
Leitung:	 Frank Hoffmann (Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.)
Das BDG Seminar Recht I fand vom 21. bis 23.
Juni 2013 in Oldenburg zum Thema „Kleingärten – als Bauerwartungsland haben sie keine Zukunft!“ statt.
Neben der aus dem Titel hervorgehenden Ausrichtung, das mit dem Inhalt des Seminars die Bedeutung der Kleingartenanlage und ihre bauplanungsrechtliche Absicherung deutlich gemacht
werden sollte, sollten die Themen auch erklären,
warum und welche baulichen Anlagen im Kleingarten zulässig sind. Es sollte versucht werden
darzustellen, wie schon durch die Bauleitplanung,
d.h. durch entsprechende Flächennutzungs- und
Bebauungspläne die Weichen für die Zulässigkeit von baulichen Anlagen in
Kleingärten gestellt werden.
Zunächst nahm sich Rechtsanwalt Dr. Jörg Beckmann, Berlin, des Themas an, in
dem er die Bedeutung des Flächennutzungsplanes, des Bereichsentwicklungsplanes (nur in Berlin gibt es derartige Pläne) und des Bebauungsplanes, für die
Kleingartenanlage und deren Bestand darstellte. Es gelang ihm sehr präzise die
baurechtlichen Voraussetzungen und die damit verbundene Absicherung von
Kleingartenanlagen und Kleingärten speziell darzustellen. Er entwickelte anhand
der Grundlagen des Bauplanungsrechts die verschiedenen Planungsstadien (Flächennutzungs- und Bebauungsplan) und stellte die Bedeutung für den Bestand
einer Kleingartenanlage durch Erlass eines derartigen Bebauungsplanes heraus.
Anschließend referierte Diplomingenieur Ulrich Ihm aus Delmenhorst über die
„Entstehung eines Bebauungsplanes – Darstellung und Erläuterung“. Er versuchte nicht nur den Teilnehmern die kommunalpolitischen und städteplanerischen
Schritte zur Erstellung eines Bebauungsplanes darzustellen. Überzeugend machte er deutlich, wie wichtig es ist, sich in die Planung möglichst frühzeitig einzubringen und hier gerade auch die Interessen der Kleingärtner zu unterstreichen.
Einen wesentlichen Teil seines Vortrages widmete er der Darstellung, wie man
die Zeichensprache eines Planes richtig liest.
Die sich an die Beiträge anschließenden Diskussionen ließen erkennen, wie wesentlich es ist, sich schon auf der Planungsebene einzubringen, damit negative
Veränderungen für das Kleingartenwesen möglichst vermieden werden.
Auch der Geschäftsführer des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen, Dietmar Klepatz, griff das zuvor dargestellte auf und entwickelte anhand der Praxis
in Bremen zahlreiche Beispiele, wie als Verband auf Bebauungspläne eingewirkt
werden kann und Konflikte mit Kleingartenanlagen schon im frühen Zeitpunkt,
aber auch nach Erlass eines Bebauungsplanes abgearbeitet werden können. Anhand ausgewählter Fälle aus dem Landesverband Bremen, stellte er auf der einen
Seite dar, wie sich Kleingärtenanlagen in eine städtebauliche Entwicklung einpassen. Selbst die Aufgabe von Kleingärten kann interessensgerecht eingebracht werden, wenn andernorts wiederum bei Bedarf neue Flächen für Kleingartenanlagen
ausgewiesen werden. Herr Klepatz ging speziell auf die durch den Bebauungsplan geprägten Nutzungsmöglichkeiten der Flächen als Kleingärten ein. Er hob
spezielle Vorgaben in Bremen hervor, in denen mittels vertraglicher Absprachen
auch Sondernutzungen, wie eine Ver- und Entsorgung der Gärten mit Wasser
und Strom, sowie die Gestaltung besonderer Baulichkeiten vereinbart wurden.
Den Bogen bis zum einzelnen Bauwerk im Kleingarten schloss Rechtsanwalt Rainer Merkel (Linda) mit seinem Referat zum Thema „Was darf ich im Kleingarten
bauen?“. Herr Merkel verwies auf die Rechtsgrundlagen für das Bauen im Kleingarten, leitete daraus ab, welche Bauten und Baulichkeiten erlaubt sind und führte ein, wer über die Bauerlaubnis und Bauabnahme respektive Bauzustimmung
zu entscheiden hat. Letztlich setzte er sich auch damit auseinander und erläuterte
den Teilnehmern, wie mit dem Bestandschutz umzugehen ist, der auf Lauben
entfällt, die heutzutage nicht mehr zulässig wären.
Nachdem den Seminarteilnehmern durch die Vorträge verdeutlich worden ist,
dass der Bau einer Kleingartenlaube und selbst die Errichtung kleinerer, baulicher Anlagen im Kleingarten durchaus mit der gesamten Bauleitplanung einer
Stadt oder Gemeinde im Zusammenhang stehen, ergänzte Rechtsanwalt Karsten
Duckstein die bisher gemachten Ausführungen, im Rahmen der aktuellen Stunde
mit der Erläuterung einiger Entscheidungen, die sich damit auseinandersetzen,
welche Möglichkeiten, aber auch Verpflichtungen der Kleingärtnerverein hat, unzulässige Baulichkeiten im Kleingarten zurückzuweisen. Dabei ging Rechtsanwalt Duckstein auch auf die neueste Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom
21.02.2013 ein, in dem dieser sich mit den Eigentumsverhältnisse am Kleingarten
und den darin vorkommenden Aufbauten und Gewächsen im Einzelnen auseinandergesetzt hat.
Die Seminarteilnehmer diskutierten die Beiträge und ihre eigenen Erfahrungen in drei Arbeitsgruppen. Der Detailreichtum der einzelnen Diskutanten ließ
erkennen, dass die Bedeutung des Einflusses der Stadt- und Kreisverbände auf
die kommunale Bauleitplanung den Seminarteilnehmern durchaus bewusst war
oder durch das Seminar bewusst gemacht wurde. Bedauernd wurde aber in den
Diskussionen darauf hingewiesen, dass bisher nur unzureichend, vor allem in
den neuen Bundesländern, Bauleitpläne für Kleingartenanlagen erlassen worden
sind. Um nicht durch die Bauleitplanung eine verfestigte Situation in der Stadt
oder Gemeinde herbeizuführen, wird nach wie vor vielfach das Argument von
den Stadträten und Verwaltungen vorgebracht, für die Überplanung einer Kleingartenanlage stehe zurzeit kein Geld zur Verfügung. Die Kleingärtner müssten
sich nicht sorgen, da keine andere Nutzung der Flächen vorgesehen sei. Dem
wurde von den Seminarteilnehmern aus den Ballungsgebieten entgegengehalten, dass durchaus Begehrlichkeiten für den Wohnungsbau Kleingartenanlagen
betreffend zu beobachten sind.
Auch der andere, wesentliche Aspekt, der von den Referenten hervorgehoben
wurde, inwieweit es im Rahmen der Bauleitplanung möglich ist, individuelle Gestaltungen der Anlagen durch vertragliche Sonderregelungen zuzulassen, nahm
breiten Raum ein. Dazu gingen die Meinungen der Diskutanten auseinander.
Aufgabe des Seminars war es nicht, hier eine Konsenslösung zu erarbeiten.
Abgerundet wurde das Seminar durch einen Besuch im Park der Gärten in Bad
Zwischenahn. Obwohl dauernde Regenschauer den Spaziergang immer wieder
unterbrachen, gewannen die Teilnehmer durchaus einen Blick dafür, in welcher
Vielfalt heutzutage Gärten gestaltet werden können.
Der Aufenthalt und die Unterkunft in Oldenburg waren von Frau Gabler (BDG)
hervorragend organisiert und wurden mit einem Besuch in einer typischen Oldenburger Kleingartenanlage abgerundet.
Hans-Jörg Kefeder, Rechtsanwalt
Die Bedeutung des Flächennutzungsplanes, des Bereichentwicklungsplanes und des Bebauungsplanes für die
Kleingartenanlage und deren Bestand
2.	Bauplanungsrechtliche Zulässigkeit
a)	Planungsrecht ist immer erforderlich (vgl. § 3 Abs. 2
Satz 1, 2. HS BKleingG i.V.m. §§ 29 – 36 BauGB)!
b)	Kleingärten, die im Bebauungsplan nicht als solche
festgesetzt sind, sind bauplanungsrechtlich zu qualifizieren als
Außenbereich gem. § 35 BauGB oder
Innenbereich gem. § 34 BauGB (selten).
Kleingartenanlagen ohne Ausweisung im Bebauungsplan in innerstädtischen Lagen sind regelmäßig
„Außenbereichsinseln“. Zum Innenbereich gehört
die Fläche nur dann, wenn sich deren Bebauung
„aufdrängt“.
d)	Im Außenbereich sind Kleingärten ohne Ausweisung
im Bebauungsplan nur zulässig, wenn öffentliche
Belange gem. § 35 Abs. 2 BauGB nicht entgegenstehen (insbesondere sind Kleingärten keine Land- oder
Forstwirtschaft i.S.d. § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB).
I. 		 Grundlagen des Bauplanungsrechts
II. 	 Sicherung von vorhandenen Kleingärten
III. 	Hinweise zum Verkehrswert von planungsrechtlich gesicherten Kleingartenflächen
IV. 	 Grundzüge des Planungsschadensrechts
e)	Im Innenbereich sind Kleingärten von einem faktischen Wohn- bzw. Wochenendhausgebiet (§ 34 Abs. 2
BauGB i.V.m. § 10 BauNVO) abzugrenzen.
3.	Stellenwert bestandsgeschützter
a)	Allgemein zum Bestandsschutz
(Sonderfall: § 20a Nrn. 7, 8 BKleingG)
I. Grundlagen des Bauplanungsrechts
1.	Funktion des Flächennutzungsplans
a)	Kein verbindlicher Plan, nur unverbindliche, vorbereitende Planung (vgl. § 5 BauGB).
Beinhaltet städtebauliches Gesamtkonzept („Programmierungsfunktion"), orientiert an den voraussehbaren Bedürfnissen der Gemeinde in einem Zeithorizont von etwa 10 bis 15 Jahren.
Darstellungsgenauigkeit des Berliner Flächennutzungsplans: nur Flächen > 3 ha; keine parzellengenaue Darstellung.
Insbesondere schuldrechtliche Fiktion von Dauerkleingärten gem. § 16 Abs. 2 bzw. § 20a Nr. 2 BKleingG
bei gemeindeeigenen Grundstücken
4.	Bedeutung des Bereichsentwicklungsplans
a)	Bereichsentwicklungsplan (in Berlin:„Kleingartenentwicklungsplan“) ist lediglich eine sog. informelle Planung.
b)	Als solcher kommt dem Bereichsentwicklungsplan
bei der Aufstellung von Bebauungsplänen der Gemeinde lediglich die Bedeutung eines (von vielen)
abwägungserheblichen Belangs zu (vgl. § 1 Abs. 6 Nr.
11 BauGB)
5.	Grundlagen der planerischen Abwägung
Kern der gemeindlichen Aufstellungsentscheidung für
einen Bebauungsplan ist die planerische Abwägung
gem. § 1 Abs. 7 BauGB. Danach sind die öffentlichen
und privaten Belange gegeneinander und untereinander „gerecht abzuwägen“.
In den abwägungserheblichen Belangen des § 1 Abs. 6
BauGB sind die Interessen der Kleingärtner nicht ausdrücklich benannt.
Neben dem Inhalt des Bereichsentwicklungsplans sind
die kleingärtnerischen Interessen daher regelmäßig
auf die Belange des Umweltschutzes (§ 1 Abs. 6 Nr. 7
BauGB) sowie die sozialen und kulturellen Bedürfnisse
der Bevölkerung (§ 1 Abs. 6 Nr. 3 BauGB) reduziert.
II.	Sicherung von vorhandenen
1.	 Festsetzung im Bebauungsplan
a)	 § 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB: Grünfläche
Konkretisierung des Verwendungszwecks: Dauerkleingärten (§ 1 Abs. 3 BKleingG) ist notwendig.
III.	Hinweise zum Verkehrswert
von planungsrechtlich gesicherten
ImmoWertV, früher WertermittlungsVO (WertV)
grundsätzlich: Vergleichswert = Was wurde in letzter
Zeit für Flächen gleicher Nutzbarkeit gezahlt?
möglich: Ertragswert = Welcher Preis ergibt sich aus
der Nettohöchstpacht, wenn man diese als immobilienmarktgerechte Rendite ansieht?
ggf. Lagekorrekturen oder Aufschläge für Bauerwartung
IV.Grundzüge des Planungsschadensrechts
1.	 Anspruch des Eigentümers auf Entschädigung?
a) Aufhebung/Änderung der rechtlich zulässigen Nutzung (Erschließung des Grundstücks muss gesichert
b)	Nicht nur unwesentliche Wertminderung des Grundstücks (§ 42 Abs. 1 BauGB)
c)	 Dauerkleingärten dienen immer privaten Zwecken.
Eine weitere Konkretisierung durch die zusätzliche
Kennzeichnung „private Grünfläche“ o.ä. ist daher
d)	Eigene Festsetzung erforderlich für bauliche Anlagen, z.B. Vereinsheim, Parkplatzanlage.
e)	Eigene Festsetzung nicht erforderlich für Gartenlauben bis 24 qm Grundfläche (§ 3 Abs. 2 BKleingG).
f)	Größe der Einzelgärten ist nach herrschender Meinung nicht durch Bebauungsplan steuerbar.
g)	Maximale Grundfläche der Lauben kann durch Festsetzungen im Bebauungsplan unter-, nicht überschritten werden.
c)	Innerhalb von sieben Jahren (§ 42 Abs. 2 BauGB):
Nach Ablauf der siebenjährigen Plangewährleistung
kann der Eigentümer nur Entschädigung für Eingriffe in die tatsächlich ausgeübte Nutzung verlangen (§
42 Abs. 3 BauGB).
d)	Ersatz für Eingriffe in die ausgeübte Nutzung (§ 42
Abs. 4 BauGB)?
§ 42 Abs. 4 BauGB ist nach der Rechtsprechung des
BGH eine eigenständige Anspruchsgrundlage, insbesondere wegen Schäden am eingerichteten und
ausgeübten Gewerbebetrieb.
e)	Im Übrigen: nur Ersatz des Unterschieds zwischen
dem Wert des Grundstücks aufgrund der rechtlich
zulässigen/ausge-übten Nutzung und seinem Wert,
der sich infolge der Aufhe-bung bzw. Änderung ergibt.
Anspruch des Eigentümers auf Übernahme des
Grundstücks gegen Entschädigung
a)	Fremdnützige Festsetzung der Grundstücksfläche im
Bebauungsplan (§ 40 Abs. 2, Abs. 1 Nrn. 1 – 14 BauGB)
Ob auch die Festsetzung von Dauerkleingärten gem.
§ 40 Abs. 1 Nr. 8 BauGB einen Übernahmeanspruch begründen kann, ist umstritten. Rechtsprechung gibt es
b)	Entstehung eines Vermögensnachteils, z.B. Minderung des Verkehrswerts, Einbuße am Nutzungsentgelt
c)	 Wirtschaftliche Unzumutbarkeit
•	 das Grundstück zu behalten oder
•	 das Grundstück in der bisherigen oder einer
anderen Art zu nutzen
Der Bebauungsplan –
•	 Ein Bebauungsplan ist ein Schnittmuster
Ein Bebauungsplan ist ein Schnittmuster
Dipl.-Ing. Raumplanung,
Ziel ist es Sie zu informieren über:
•	 Was ist ein Bebauungsplan?
•	 Wie liest sich ein Bebauungsplan?
•	 Wie wirkt ein Bebauungsplan?
•	 Wie entsteht ein Bebauungsplan und
•	 Wie kann ich teilnehmen an der Entstehung eines
Bebauungsplanes?
Herleitung des Städtebaurechts
•	 S
 eit 1960 ist es in der BRD Aufgabe der Kommunen
die städtebauliche Entwicklung ihres Gemeindegebietes mittels der Instrumente des Bundesbaugesetzes und später des Baugesetzbuches zu steuern und
•	 Inhaltliche und rechtliche Vorgaben durch den Bund
•	 Sicherstellung der Selbstverwaltungsgarantie Artikel
Wie lese ich einen Bebauungsplan? II
Instrumente des Städtebaurechts
Die stärksten Instrumente sind:
•	 Flächennutzungsplan
grober Maßstab, nicht parzellenscharf
i.d.R. gemeindeweit und mit i.d.R. lediglich koordnierender Wirkung auf öffentliche Belange
•	 Bebauungsplan
	parzellenscharf, verbindlich, i.d.R. für definierte
städtebauliche Räume
•	 e in Bebauungsplan ist die Festlegung der baulichen
und sonstigen Nutzbarkeit einer Teilfläche des Gemeindegebietes in Form einer Satzung, d.h. eines
kommunalen Gesetzes
•	 ein guter Bebauungsplan ist gut lesbar und verständlich
•	 aber leider ......und deshalb.....
Wie wirkt ein Bebauungsplan ?
 er Bebauungsplan legt die bauliche und sonstige
Nutzung eines Grundstückes fest
•	 Er wirkt i.d.R. auf zukünftige Nutzungen (Bauantrag
/Gebote...)
Beschlußzur Aufstellung
Erarbeitung der Idee
Verarbeitung der Beteiligung
Satzungsbeschluß-Rat und Veröffentlichung
oder erneute Beteiligung
•	 Bei jedem der v.g. Schritte ist die Teilnahme am
Prozeß möglich.
•	 Zur Anregung und zu Beschlußfassungen durch die
Diskussion mit der Politik und Verwaltung,
•	 zur Erarbeitung der städtebaulichen Idee durch
Diskussionen mit der Verwaltung,
•	 klassische Lobbyarbeit auf allen Ebenen.
Aufstellungsverfahren eines Bebauungsplanes / Normalverfahren
Baudirektor Ulrich Ihm
Initiative zur Aufstellung
Öffentlichkeit / Rat oder
Arbeitsphase Verwaltung
Beschluß zur Aufstellung
u/o Rat einer Kommune
Beschluß über die Inhalte
und erste Beteiligung
Fachausschuß u/o
VA u/o Rat
und Beteiligung Träger,
sog. FrühBü § 3 (1)BauGB
sog. Auslegung
§ 3(2)BauGB
Veröffentlichung und damit
§ 10(3) BauGB
Verwaltung macht,
Öffentlichkeit und Träger
nehmen teil und bringen
§ 10(1) BauGB
rechtlich zwingend Besonderheiten
Beschluß über bisherige
Ergebnnisse u. Fortgang
möglich/nötig
Bebauungspläne und Konflikte mit
Dietmar Klepatz
Gartenfreunde Bremen e.V.
4.	Konsensgestaltung
•	 Vertragliche Vereinbarung und kleingärtnerische Liberalisierung
•	 Pachtzinsbefreiung
•	 Sanierungsmittel
•	 Wetterschutz
•	 Abwasserbeseitigung
•	 Weitere Konsensbeispiele
Wohnbebauung Stadtwerder, Trassenführung A 281
Kleingärten sind wichtig!
Bebauungspläne und Konfliktsteuerung
Der Wert und die städtebauliche, ökologische und soziale Bedeutung des Kleingartenwesens sind deshalb
unbestritten (Studie – Bundesministerium für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung)
„Der Schutz der Kleingärten und der Kleingartenkultur in
Deutschland hat für die SPD herausragende Bedeutung.
In Kleingärtnervereinen wird das soziale Miteinander,
wird das Ehrenamt und wird die Nähe zur Natur gepflegt.
Damit tragen diese Vereine dazu bei, Gemeinsinn und
Engagement zu fördern.“
BDG-Seminar „Recht“ v. 21.06. – 23.06.2013
Fachberater, August 2009
Dietmar Klepatz (deka)
2.	 Rechtliches Instrumentarium
•	 Bauleitplanung
•	 Festsetzungen
•	 Wirkungen
•	 Rechtsschutz/-mittel
Pofalla, CDU
„Kleingärten leisten als grüne Oasen in unseren Städten
einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität. Sie erfüllen wertvolle ökologische und soziale Aufgaben und
zeichnen sich als Naherholungsgebiete aus. Sie bereichern das Wohnumfeld und entlasten die Umwelt"
3.	 Fallstudien aus Bremen
•	 Beispiel 1: Technologiepark Universität
•	 Beispiel 2: Gewerbegebiet Bayernstraße
•	 Beispiel 3: Wohnbebauung Konrad-Adenauer-Allee
•	 Beispiel 4: Gestaltungsraum „Natur- und Freizeitbereich“
2.	Rechtliches Instrumentarium
(1. Kapitel, 1. Teil, §§ 1-13 BauGB)
Vorbereitung und Festsetzung der baulichen und sonstigen Nutzung kommunaler Fläche
Flächennutzungsplan (FNP) und Bebauungsplan (Bebau) sind die Instrumente der Bauleitplanung:
Aus dem FNP, dem vorbereitenden Bauleitplan, entsteht der
Bebau, die verbindliche Variante der Bauleitplanung!
Eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung unter Berücksichtigung sozialer, wirtschaftlicher und umweltschützender Anforderungen zum Wohl der Allgemeinheit!
Dazu gehören eine menschenwürdige Umwelt, natürliche Lebensgrundlagen, eine sozialgerechte Bodennutzung, Klimaschutz, Belange des Bildungswesens,
Freizeit, Sport und Erholung, soziale und kulturelle Bedürfnisse der Bevölkerung, Umwelt und Naturschutz …
Weitere Konkretisierung unter Hinweis auf
Schonender Umgang mit Grund und Boden (z. B. Bodenversiegelung auf das notwendige Maß begrenzen)
Ausgleichsmöglichkeit für Beeinträchtigungen/Eingriffe in den Naturhaushalt … auch an anderer Stelle
•	 Die Vorgaben des Baugesetzbuches gelten auch für
Änderung, Ergänzung und Aufhebung von Bauleitplänen
Bei der Aufstellung etc. von Bauleitplänen sind die
öffentlichen und privaten Belange gegeneinander
und untereinander gerecht abzuwägen
Die Aufstellung etc. eines Bauleitplanes ist zu beschließen und ortsüblich bekannt zu machen.
Dem Entwurf ist eine Begründung (Ziele, Zwecke,
Auswirkungen) beizufügen.
•	 Die Öffentlichkeit ist frühzeitig zu informieren und
•	 Danach erfolgt die öffentliche Auslegung des Planentwurfs – für die Dauer 1 Monats – und die Möglichkeit weitere Anregungen und Bedenken zu erheben.
Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange ist zu gewährleisten.
•	 Kleingärtnerorganisationen sind keine Träger öffentlicher Belange
Einflussnahme auf Planung kann dennoch erfolgen,
•	 Rahmen der vorgezogenen Beteiligung
•	 förmlichen Auslegungs- und Beteiligungsverfahren
(Die Wahrnehmung der Belange des Kleingartenwesens obliegt der dafür zuständigen Behörde)
Besser: Behandlung der Kleingärtnerorganisation wie
ein Träger öffentlicher Belange ermöglicht unmittelbares,
unbeeinflusstes u. zweckdienliches Votum
Baugesetzbuch nennt im ersten Abschnitt Ziele und
Grundsätze, die wir uns zu Eigen machen können.
Im zweiten Abschnitt erfolgt eine Konkretisierung, in
dem neben anderen Inhalten im FNP allgemeine Grünflächen …
Bebau öffentliche und private Grünflächen, wie Parkanlagen, Dauerkleingärten, Sport-, Spiel-, Zelt- und Badeplätze, sowie Friedhöfe dargestellt/festgesetzt werden
können/sollen!
•	 trifft konkrete Festsetzungen und bestimmt (ermöglicht) Nutzungsrechte
•	 kann in zwei „Varianten“ ausgebracht werden,
•	 qualifizierter Bebau
•	 einfacher Bebau
•	 Dennoch: der einfache Bebauungsplan reicht aus, um
gleich dem qualifizierten Bebau dieselbe Schutzwirkung zu entfalten und eine geordnete städtebauliche
Entwicklung zu gewährleisten.
Besonders geeignet für die Überplanung bestehender Kleingartenanlagen!
Sind kleingartenrelevante Ausweisungen/Festsetzungen getroffen, ergeben sich daraus kleingartenrechtliche Konsequenzen.
§ 1 Abs. 3 Bundeskleingartengesetz
•	 unbefristete Vertragsdauer
Bebau ist kommunales Ortsgesetz (Satzung) und
entfaltet langfristigen/dauerhaften Schutz: Verlässlichkeit und Sicherheit (§ 6 BkleingG)
•	 Ausgleich/Ersatz bei Planänderung/ Umnutzung
Kommunale Verpflichtung Ersatzland bereitzustellen bei Kündigung.
Betrifft Bauplanänderung und alle Änderungen
im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens (§ 14
Abs.1, BkleingG)
• 	 Kündigungsentschädigung
Für alle von einer Kündigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 2-6
betroffenen Pächter.
pächter) aus der bauplanungsrechtlichen Festsetzung
Dauerkleingarten mit unbefristeter Nutzung, Ersatzlandbereitstellung, Kündigungsentschädigung ergeben,
Das Normenkontrollverfahren ist ein gerichtliches Verfahren, durch das die Gültigkeit einer Rechtsnorm
überprüft wird, hier Normenkontrollverfahren vor dem
Oberverwaltungsgericht (OVG):
Überprüfung von Rechtverordnungen und Satzungen
(Bebauungspläne)
Starke Verhandlungsposition der Kleingärtnerorganisation bei Kündigung von Dauerkleingärten nach § 9 Abs.
1 Ziff. 5 u. 6.
In der Regel nur gegen bereits erlassene /beschlossene
Bebauungspläne möglich, es sei denn, es ist strittig, ob
ein Bebau wirksam zu Geltung gebracht worden ist.
§ 1 Abs. 1 „sonstige Kleingärten“
Ein Kleingarten ist ein Garten der …
Sonstige Kleingärten sind im Bebauungsplan nicht als
Dauerkleingärten ausgewiesene Kleingärten
Jede natürliche oder juristische Person, soweit sie sich
durch den Bebauungsplan bzw. durch die Festsetzungen in ihren – eigenen – Rechten verletzt sieht (z. B.
Eigentumsverletzungen, Verletzung des Abwägungsgebots etc.).
Nicht nur der Eigentümer, sondern auch der Pächter
ist berechtigt Normenkontrollantrag zu stellen. Das gilt
selbst für außerhalb der Plangrenzen liegende Flächen
(z. B. Immission etc.).
•	 Vertragsbefristung möglich
•	 Keine Ersatzlandverpflichtung gegenüber der Kleingärtnerorganisation bei Inanspruchnahme
•	 Kündigungsentschädigung nur bei vorzeitiger Beendigung des Pachtverhältnisses
§ 16 Abs. 2 Bundeskleingartengesetz Überleitungsvorschriften
Vor Inkrafttreten dieses Gesetzes geschlossene Pachtverträge über Kleingärten, die bei Inkrafttreten dieses
Gesetzes keine Dauerkleingärten sind, sind wie Verträge über Dauerkleingärten zu behandeln, wenn die Gemeinde Eigentümerin der Grundstücke ist.
Kleingärten auf kommunalen Flächen werden ausgewiesenen Dauerkleingärten gleichgesetzt und genießen den
umfassenden Schutz des Bundeskleingartengesetzes.
•	 Die Grundsätze/Ziele der Bauleitplanung entsprechen gleich in mehreren Bereichen denen der kleingartenrelevanten Zweckbestimmung.
•	 Der Verwaltungsaufwand ist durch das vereinfachte
Verfahren (einfacher Bebauungsplan), eher gering
und umsetzbar.
•	 Die Vorteile, die sich für den Nutzer (Pächter/Ver-
Längstens ein Jahr ab Bekanntmachungstermin, unabhängig von der Kenntnis.
Dann unzulässig, wenn diese weder im Rahmen der öffentlichen Auslegung noch im Rahmen der Beteiligung
der betroffenen Öffentlichkeit gemacht oder verspätetgemacht wurden.
Unterlässt die Gemeinde bei der Planaufstellung bzw.
im Planverfahren darüber zu informieren, dass Einwende frühzeitig geltend zu machen sind, andernfalls die
Möglichkeit Einfluss zu nehmen/Rechtsmittel einzulegen entfällt, bleibt der Normen-kontrollantrag zulässig.
Liegt regelmäßig dann vor, wenn geltend gemacht werden kann, durch den Bebauungsplan in seinem Recht
verletzt zu sein oder verletzt zu werden.
Die Befugnis der Normenkontrolle besteht nur bei Verletzung der eigenen Rechte.
Anders z. B. bei anerkannten Naturschutzverbänden,
die durch Ermächtigung in den Naturschutzgesetzen
der Länder und des Bundes im Interesse naturschutzrechtlicher Belange klagen dürfen!
Beispiel 1: Technologiepark Universität
3.	Fallstudien
1818, beschlossen 1991
Fläche: 1.000 Kleingärten auf kommunalem und privatem Grund
Betroffen: 800
1: Technologiepark Universität
Bebauungsplan 1818, beschlossen
Fläche:		1.000 Kleingärten auf kommunalem und privatem Grund
Betroffen:	800 Parzellen
Vorgeschichte/Ablauf
1984		 •		 Verband fordert Bebauungsplan aufzustellen
1985	 	 •		 Eine noch freie Fläche (Weide) soll einbezogen
•		 Wirtschaft setzt auf Vorrats-/Entwicklungsflächen für Universität
• 	 Dauerthema bei Gesprächen mit Fraktionen
und Senatsspitzen
• 	 Druck durch Ablauf der Übergangsregelung (§
16 BkleingG)
1991	 	 •		 Senatspräsident sagt kurzfristige Beschlussfassung zu – unter Bedingungen
1996		 •		 Universität und Technologiepark boomen,
„Der Senat hält die Ausweisung von Dauerkleingärten im Bereich
des Bebauungsplans 1818 zum Schutz der dortigen Kleingärtner
für erforderlich. Er behält sich jedoch vor, nach 1997 der jetzigen
landwirtschaftlichen Nutzfläche und Teile der Dauerkleingärten im östlichen Teil des Bebauungsplans (östlich Lindenweg)
anlässlich der Erweiterung des Technologieparks Universität in
Anspruch zu nehmen.“
Präsident des Senats, 28.02.1991
•	Begehrlichkeit auf Kleingärten nimmt erheblich
2000	 •		 S
 enat fordert Bedingungen ein und stellt 800
Kleingärten zugunsten einer Erweiterung
nach Norden in das Naturschutzgebiet hinein
	 	 •		 Heftige Gegenreaktion mit dem Bremer Bündnis für Lebensqualität: Allianz gegen den Flächenfraß mit BUND, NABU, der Stadtteilbevölkerung
2001		 •		 Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit: Protestversammlung, Pressemitteilungen, Demonstrationen, Feindbildoffensive, Aktion „Rote Karte“ …
•		 Dilemma für die große Koalition, Wirtschaftssenator ratlos: Die Süderweiterung plus dem
Erhalt der Kleingärten gleicht einer Quadratur
	 •		 Taktisches Angebot der Gartenfreunde durch
Verzicht auf die „freie“ Wiesenfläche
2002	 •		 Senat lenkt ein und zeigt sich gesprächsbereit:
Im Bedarfsfall wird eine Westerweiterung favorisiert
•	 Von 800 verplanten Kleingärten gehen nur knapp
200 verloren
•	 Ohne Bebauungsplan
keine oder weitaus geringere
•	 Erfolg auch durch soziale Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Beispiel 2: Gewerbegebiet Bayernstraße
Bebauungsplan 1800, beschlossen 1988
Fläche: 		1.400 Kleingärten auf kommunalen und privaten Grund
Betroffen: 	250 Pazellen
Problembereich	 • Lage im Bremer Westen
Potential		 • 	 Nähe zur Autobahn und zum BAB Zubringer, Entwicklungsmöglichkeiten für
vorhandenes Gewerbegebiet
1992 	 	 	 	 •		 Begehrlichkeiten der Ampelkoalition:
Wirtschaftsenator fordert Erweiterung
der Gewerbefläche
1993		 •		 Protestversammlung und politische Aktivitäten
•		 Kleingärten keine Planungsreserve
•		 Debatte um Glaubwürdigkeit der Legislative
und Exekutive
• 	 Senatspräsident beendet Konflikt durch Erklärung in der Delegiertenversammlung
2012		 •		 W
 irtschaftsenator überrascht mit heimlicher
	 	 •		 Erweiterung der Gewerbeflächen bis zur Autobahn
•		 Hauptargument: Bedarf und Leerstände
•		 Verband reagiert, stellt Glaubwürdigkeit der
Parlamentarier in Frage, bescheinigt Wirtschaftsressort Realitätsverlust, Gesprächsmarathon mit Parlamentariern
• 	 Statements der Regierungsfraktionen für
•		 Wirtschaftssenator „rudert“ zurück
•	 Komplexe Situation
•	 Ohne Absicherung durch Bebau geringere Chancen
•	 schnelles Handeln, konsequentes reagieren und „langer Atem“ erforderlich
Beispiel 3: Konrad-Adenauer-Allee
Bebauungsplan 1118, beschlossen 1977
Fläche: 			300 Kleingärten, überwiegend auf kommunalem Grund
Betroffen: 70 Parzellen
Grund: 			FNP-Neuaufstellung
2009	 	 	 	 	 •	 Vorstellung des städtischen Leitbildes
2020, und des neuen Flächennutzungsplanes durch Ressortspitze
Aussage: keine Berührungspunkte
2012 (Nov.)	 • 	Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (Auftakt)
2013 (Feb.)		 • 	Beteiligung der Behörden und weiterer
Stellen (Planunterlagen im Detail)
2013 (März)	•	 Infomail zum Flächennutzungsplan an
alle Vereine mit dem Hinweis: Wachsam
•	 Feststellung von wenigen aber dennoch
vorliegenden Problembereichen, darunter die geplante Wohnbebauung
•	 Protest gegenüber Ressortspitze: Vorstand besteht auf Erläuterungstermin im
2013 (April)	•	 Stellungnahme des Verbandes mit Kritik
an der Darstellung, breiter Verteiler
•	 Schulterschluss mit dem Stadtteilbeirat.
Dieser beschließt Erhalt der Kleingärten
2013 (Mai)		 •	 Ortstermin mit Ressortspitze und Vereinsvertretern begünstigt einvernehmliche Lösung: Darstellung Dauerkleingärten bleibt erhalten
•	 Planungsrechtliche Ausweisung (Bebau) schwer auszuhebeln
•	 In der Sache ständig Kontakt halten, gesprächsbereit
sein und Misstrauen bewahren
Beschluss vom 16.04.2013
1.	Der Beirat Vahr lehnt die von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Flächennutzungsplanes durch Festlegung eines Randstreifens entlang der Konrad-AdenauerAllee zur Wohnbebauung ab.
2.	Der Beirat spricht sich dafür aus, stattdessen an den
Kopfenden, also jeweils nahe den Haltestellen des ÖPNV,
je ein Gebiet im Rahmen der Änderung des FNP für
Wohnbebauung auszuweisen. Diese zwei Gebiete dürfen
ausschließlich Flächen umfassen, die zu keinem der beiden Kleingartenvereine gehören.
1995		 •		 Bausenator präferiert innerstädtische Wohnbebauung, unterstützt durch CDU-Fraktion
•		 Verbandliche Aktivitäten und Machtwort des
Senatspräsidenten … Arbeitsplatz und Idylle gehören zusammen …
(zweites europäisches Naturschutzjahr – Naturschutz außerhalb von Schutzgebieten)
Exkurs Flächennutzungsplan
Die Darstellung Dauerkleingärten im Flächennutzungsplan reicht nicht aus, um die positiven Wirkungen des
Bundeskleingartengesetzes zu gewährleisten.
 ennoch: Eine entsprechende Ausweisung im Flächennutzungsplan ist ungleich besser als keine.
•	 Je konkreter die Darstellung im FNP, desto weniger
Spielraum bleibt der Kommune bei Bebauungsplanung.
•	 Verstöße gegen das sich aus dem Flächennutzungsplan ergebende Entwicklungsgebot können zur Unwirksamkeit des Bebauungsplanes führen.
(z. B.: Die Versorgung der Bevölkerung einer Kommune mit Kleingärten wird trotz eines Bedarfs nicht
umgesetzt/gewährleistet).
Beispiel 4: 	Gestaltungsraum Natur und
Bebauungspläne 1124, 1800, 1884, 1892 etc., beschlossen
1977 und 1991
Fläche: 				3.000 Kleingärten auf privatem und kommunalem Grund
Betroffen: 		 x x x Parzellen
Grund: 				FNP-Neuaufstellung
(Signatur Grünfläche, Text Natur und Freizeitbereich)
Bezugnahme auf den Teilbereich Bebau 1124 mit 1.500
Problembereich:	• Bremer Westen mit sozialen und
strukturellen Defiziten wie Arbeitslosigkeit, hohe Migrationsquote,
schlechte Anbindung, Behelfsheimproblematik: Sinkende KleingartenNachfrage
Potential:	 	 •	 Kleingartenpark, Freizeit und Erholung
2002	 	 	 	 	 •	 Kleingartenkonzeption prognostiziert geringer werdenden Kleingartenbedarf
Auf eine noch abschätzbare Zeit von rund 10 Jahren
hin gesehen werden zwar vermehrt einzelne Parzellen in einzelnen Anlagen nicht wieder verpachtet werden können, aber dass – nachfragebedingt –
‚ganze Anlagen‘ wegfallen werden, ist weitestgehend
ausgeschlossen. Vielmehr wird sich der Nachfragerückgang stadtgebietsweit verteilen, wenn auch im
Stadtbezirk Bremen-West schon bald mit etwas größeren Leerständen zu rechnen ist.
Textauszug Kleingartenstudie, Seite 89
2007		 	 	 	 	 •	 Kommune entwickelt Modernisierungskonzept
Kleingartenwesen (vorerst geheim)
•		 E
 rster Ideenaustausch mit dem Landesverband
2008	 	 	 	 •		 Offener Dialog vor Ort mit den Vereinen
•		 Rundfahrt durch das gesamte Gebiet mit
nachfolgender Diskussion
2009	 	 	 	 •		 Fortsetzung der Erörterung vor Ort:
	 Verwaltung lässt „Katze aus dem Sack“
Vereine gegen Modernisierung um jeden
Präferenz stattdessen für kleingärtnerische Liberalisierung
•		 Gesprächsfolge mit den Spitzen des Umwelt- und Bauressorts, flankiert von politischen Kontakten ermöglichen jährliche
– Pachtzinsentlastung
Abstimmung von Gegenmaßnahmen
zur Belebung der Nachfrage
2011/2012 	•		 Flankierende Maßnahmen durch Teilnahme (eines Vereins) am Landeswettbewerb
Hervorhebung der Bedeutung des Gebietes für den Stadtteil (parkähnliche Freiräume, soziale Vernetzung, zahlreiche
2013 (Jan)	 •		 Dringlichkeitsantrag (Entwurf) der Regierungsfraktionen sorgt für Überraschung:
Das Thema Behelfsheime dient als
Grundlage für Fragestellung zu alternativen Wohnprojekten, zur Entwicklung von
Wochenendgebieten in Kleingärten
Dringlichkeitsantrag – A L T –
Die Bürgerschaft (Stadt) fordert den Senat auf, binnen sechs Monaten zu berichten:
• in welchen Gebieten eine solche Nutzung etwa im
Rahmen eines Kleinsiedlungsgebietes zukünftig
möglich und geeignet wäre,
• zu prüfen, ob die Entwicklung von Wochenendgebieten eine mögliche Form der Weiterentwicklung
von Kleingartengebieten darstellt.
Dringlichkeitsantrag – N E U –
• in dem Konzept ebenfalls zu beschreiben, in welchen Bereichen der Stadt außerhalb von Kleingartengebieten alternative Lebens- u. Wohnformen
bereits jetzt möglich sind oder möglich gemacht
werden können, z. B. durch Ausweisung von Kleinsiedlungsgebieten.
• Vorkehrungen gegen neue Wohnbebauungen in
Kleingartengebieten zu treffen.
2013 (März)	•	 Nachhaltige Konsultierung der Fraktionen
2013 (April)	•	 Information der Gartenfreunde über die
•	 Veröffentlichung der politischen Statements
•	 Neuformulierung/Korrektur des Dringlichkeitsantrages
…Es schadet niemanden darüber nachzudenken, ob
man auf ohnehin nicht genutzte Flächen außerhalb
von Dauerkleingartengebieten solche Wohnformen
ermöglichen kann. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass keine Armutsviertel entstehen, die
wiederum neue Probleme nach sich ziehen würden.
Dies sind jedoch alles Fragen, die mit den Kleingartengebieten nur am Rande zu tun haben. Der soziale Wohnungsbau oder die Schaffung alternativer
Wohnformen sind nicht Aufgabe der Kleingärtner
und schon gar nicht darf dies zu einer Verdrängung
Einen Neubau von Häusern in Kleingartengebieten
lehnen wir strikt ab. Gleichwohl wollen wir, dass geprüft wird, wo in Bremen außerhalb von Kleingartengebieten alternatives und preiswertes Wohnen
zukünftig möglich sein wird.
Eines ist uns aber auch sehr wichtig: In den gesamten Prozess müssen sowohl der Landesverband der
Gartenfreunde, die betroffenen Kleingartenvereine
als auch die Beiräte einbezogen werden
•	 Verbandsposition gefestigt (Verteiler, Öffentlichkeitsarbeit)
•	 Etappenziel erreicht
•	 Fortsetzung des – in aller Freundschaft und mit gegenseitigem Respekt geführten – Dialoges!
Vertragliche Vereinbarungen und kleingärtnerischer Liberalisierung
•	 Die „reine Lehre“ ist nicht immer geeignet, Lösungen für Probleme oder Bedürfnisse anzubieten.
•	 O
 hne Verhandlungen und Gespräche lässt sich auf
Dauer keine Position halten.
•	 Wünsche und Begehrlichkeiten müssen gegeneinander abgewogen werden mit dem Ziel Konsens zu
Was mit dem Gesetz nicht möglich ist, kann u. wU. im
Rahmen privatrechtlicher Vereinbarungen ermöglicht
Variante 1: Pachtzinsbefreiung
•	 Seit 2008 verzichtet die Kommune auf Pachten für
nicht mehr verpachtbare Gärten.
•	 Grundlage:
Vereinbarung als Ergänzung der Generalpachtverträge über kommunale Kleingartenflächen, mit der Regelung, ab wann eine Befreiung greift.
•	 Befreiung auch für private Kleingartenflächen (Bezugnahme auf kommunale Vereinbarung).
Kleingartenstudie 2002, strukturelle Defizite im Bremer Westen, Dominoeffekt durch Behelfsheimabbrüche etc.
Variante 2: Sanierungsmittel
•	 Seit 2009 stehen den Vereinen, die alte oder verfallene Lauben beseitigen und/oder verwilderte Parzellen
wiederherrichten, Sanierungsmittel zur Verfügung.
•	 Voraussetzung: Eigenleistungen sind zwingend erforderlich
Nachweis und Abrechnungen erfolgen über den Verband
•	 Die öffentliche Zuwendung ist auf jeweils 1 Jahr befristet und muss jährlich neu beantragt werden.
Auslöser: wie vor
Variante 3: Wetterschutz
DA 422 – Beschränkung der Bauaufsicht
außerdem bleibt bauaufsichtlich unbeanstandet je
Kleingarten eine max. 12 m2 große und 2,30 m hohe
allseitig offene Freisitzüberdachung ohne Fundamentplatte, wenn die auf dem Kleingarten bebaute
Grundfläche 36 m2 nicht überschreitet und die Freisitzüberdachung zur Gartenlaube und den Parzellengrenzen einen Abstand von mindestens 2,5 m einhält.
 eit 2010 darf neben einer auf die Laube bezogenen
Bebauung von max. 24 qm
Grundfläche ein zusätzlicher Wetterschutz mit max.
12 qm überbaubarer Fläche errichtet werden.
•	 Vorraussetzung: Die vorgegebenen Materialien,
Maße und Grenzabstände werden eingehalten
•	 Verabredung: Im Rahmen der ohnehin nur begrenzten Bauaufsicht durch die Kommune, bleibt der Wetterschutz bauaufsichtlich unbeanstandet.
Variante 4: Abwasserbeseitigung
Konzept – Eckpunkte einer Neuordnung:
– 	Eine Modernisierung soll sich am Grundsatz der
Freiwilligkeit orientieren
– 	dann Festsetzung als Wochenendhaus-/Naherholungsgebiet
– 	 Bebaubarkeit von bis zu 40 m2
– 	 kein Zwang zur Umwandlung
 eit 2012 zählen auch Lauben, die über Wasseranschlüsse und Entwässerungseinrichtungen verfügen,
zu den zulässigen baulichen Anlagen in Bremer Dauerkleingärten und Kleingärten.
 as Entwässerungsortsgesetz nennt die Bedingungen, aufgrund dessen eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung in Kleingärten erfolgen kann:
•	 Entsorgung nur durch zertifizierte Fachbetriebe
•	 Abwassersammelbehälter mit bauaufsichtlicher
•	 Regelung der Abwassermenge und Größe der Behälter
•	 Anzeigepflicht bei Wasserbehörde und Verein mit
Lageplan und Standortkennzeichnung
•	 Aufbewahrungspflicht der
•	 Strafgeld für jeden einzelnen Fall der Pflichtverletzung
Zitat Dr. Achim Friederich, BDG:
„Es besteht ein breiter Konsens darin, dass sich das Kleingartenwesen den Herausforderungen der gegenwärtigen
gesellschaftlichen Entwicklungs- und Veränderungsprozesse stellen und im Sinne seiner nachhaltigen Entwicklung entsprechende Antworten finden muss. Diese werden
sich im Rahmen der gültigen gesetzlichen Regelungen
bewegen müssen. Es gilt also, die gegebenen Spielräume
aufzuloten.“
Rückblick/Verfahren
Fachberater, August 2008
2007 	 	 	 	 •		 k
 ommunales Konzept zur Modernisierung: Weiterentwicklung des Kleingartenwesens mit Neuorientierung zu einem
Naherholungs-/ Wochenendhausgebiet
2009	 	 	 	 •		 Gegenreaktion durch kleingärtnerische
•		 Bestätigung durch Beschlussfassung der
2010/2011	 •		 Anhaltender Dialog über Grenzen und
Möglichkeiten kommunaler Regelungen
und privatrechtlicher Vereinbarungen
2012 	 	 	 	 •		 Unterzeichnung der Vereinbarung
– Startzeichen für die Umsetzung
•	 I n einer Dienstanweisung (DA 421) werden die Bestimmungen über die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit der baulichen Nutzung entsprechend geregelt
und dabei auf die wasserrechtlichen Vorschriften verwiesen.
DA 421 – zulässig sind Wasseranschlüsse mit Entwässerungseinrichtungen nach den Vorgaben des
Entwässerungsortsgesetzes.
Eine Versorgung mit elektrischer Energie durch Anschluss an eine vorhandene öffentliche Stromversorgung.
Zitat Dr. Karl Lamers, MdB zum im Gesetz festgeschriebenen einfachen Ausstattung der Lauben und den Ansprüchen einer zeitgemäßen Ver- und Entsorgung:
„Hier halte ich es für wichtig, dass Probleme im Einzelfall
auf der lokalen Ebene gelöst werden , also im Sinne guter
Subsidiarität.“
Fachberater, November 2011
Der „Bremer Weg“ muss und soll nicht der sein, den
andere Verbände gehen.
•	 Das Ziel, Kleingärten zu erhalten und zu stabilisieren
kann auf unterschiedliche Weise erreicht werden.
•	 Vereinbarung/Verträge über die Ausgestaltung, die
Mittel und die Möglichkeiten sind der Sache/dem
Ziel oft dienlicher und bieten unterhalb gesetzlicher
Normen die für eine Realisierung erforderlichen
Weitere Konsensbeispiele
Schließung des BAB-Ringes um Bremen
Wohnbebauung Stadtwerder
10 Vereine mit ca. 2.400 Parzellen/Mitgliedern tangiert
– im Herzen der Stadt.
Schutz durch kommunale Fläche, erste Vereinsgründung 1911
Städtisches Naherholungsgebiet mit „alter“ Tradition
1971		 Gründung der Universität (Standortdebatte)
1995		 „Heiße Diskussion um Wohnbebauung
•		 Präses der Handelskammer regt Bebauung
des Stadtwerders mit Eigenheimen für besser
Verdienende an
•		 Contra des Senatspräsidenten, der auf grüne
Lunge in der Stadt, Kleingärten nicht verzichten will.
			Slogan: Arbeitsplatz und Idylle gehören zusammen!
2012		 •		 Konzeption der „ARGE Freier Wohnbau“ unterbricht Idylle
•		 Politik sieht keinen Handlungsbedarf
2013 		 Neuaufstellung FNP
•		 Handelskammer stellt „Ausbauprogramm“
vor und fordert Kommune auf „Kleingartenflächen umzunutzen“
	 	 •		 Sofortige Gegenreaktion und heftige Abwehr
der Kammerwünsche
•		 Schulterschluss mit Politik und Verwaltung
	 	 •		 Sachstand
			Darstellung Dauerkleingarten im neuen FNP
bleibt unverändert!
Immer am „Ball“ bleiben und Abwehr auf einen „Gegner“ konzentrieren.
Nicht immer bedarf es schriftlicher Verträge um ans
Ziel zu gelangen.
Trassenführung A 281
3 Vereine u. Wolfskuhlensiedlung tangiert, insgesamt
rund 500 Parzellen/Gärten.
„Abgesichert“ durch Bebau 1842
Abhängigkeit vom BMBau als Geldgeber
Seit mehr als 25 Jahren Diskussion über Trassierung
•	 Ständiger Kontakt zur Politik und Verwaltung
Thema durch Begehungen und nach den Wahlen aktuell gehalten
•	 Beteiligung am Planfeststellungsverfahren u. am FNP
•	 Ab 2010 Zusammenarbeit mit der Vereinigung der
Obervieland/Huckelriede für eine menschengerechte A
Landtag Drs. 18/601
18. Wahlperiode 11. Oktober 2012
Dringlichkeitsantrag der Fraktionen der SPD und
… Die Bürgerschaft (Landtag) bekräftigt ihren Beschluss, dass die Bundesstraße 6 neu (B 6n) nur in
der Bremer Vorzugsvariante mit einem Tunnel unter
der Start- und Landebahn des Fughafens hindurch
gebaut und bei Brinkum an die Autobahn angeschlossen werden soll.
… Eine Änderung des Flächennutzungsplans für eine
Umfahrung der Landebahn und Trassenführung unmittelbar in der Nähe des Wohn- und Kleingartengebietes Wolfskuhle lehnt die Bürgerschaft (Landtag)
Verfestigung des von den Gartenfreunden favorisierten
Trassenverlaufs
•	 unter dem Flughafen
•	 in Abstand zu den Kleingärten
Stellungnahmen im Rahmen der „Anregungen und Bedenken“ zum neuen FNP
Vorsorgliche Aufforderung an die Politik sich gegenüber Gartenfreunden zu „outen“
… Die CDU-Fraktion steht zu ihrem Beschluss: Die
B6n muss als Tunnel unter dem Flughafen hindurch
gebaut werden. Nur dann lässt sich die A281 anwohnerverträglich an die A1 anbinden.
…Wie Sie wissen, haben Kleingartengebiete für uns
Grünen einen besonders hohen Stellenwert…
…eine B6n kommt für uns nur in einem Tunnel unter der Start- und Landebahn des Bremer Flughafens
schon aus hygienischen Gründen erforderlich. „Grau-/
Schwarzwasser“ ist umweltgerecht gemäß den jeweils
gültigen Kommunalen- und/oder Länder-Abwasserbeseitigungsverordnungen zu entsorgen.
•		Eine begrenzte Versorgung des Einzelgartens mit Arbeitsstrom ist heute zeitgemäß
…	Die Bundesstraße 6 neu soll in einem Tunnel unter der Start/Landebahn des Flughafens hindurch gebaut werden.
… Die von Ihnen angesprochenen Kleingartengebiete
bleiben bei dieser Variante erhalten.
Kein Erfolg ohne starke Interessenvertretung
… Modernisierung bedeutet nicht nur Anpassung an gesellschaftliche Bedingungen, sondern auch das Beschreiten neuer Wege und Veränderungen.
… Maßstab sind nicht persönliche Bedürfnisse Einzelner,
sondern die Zukunftsfähigkeit des Kleingartenwesens,
die dazu auffordert, Handlungsspielräume innerhalb des
BKleingG auszuloten und umzusetzen. Die kommunale
Ebene ist hierbei nicht zu vernachlässigen.
5. 	Schlussfolgerungen
Der Fachberater, Februar 2009
•	 Bauleitplanung kann (über) lebenswichtig sein
•	 Wichtige Merkmale/Zielsetzungen entsprechen denen des Kleingartenwesens
•	 Beteiligung (Anregungen und Bedenken) der Verbände ist zwingend erforderlich (Eigeninteresse)
•	 Die Darstellung Dauerkleingärten in Flächennutzungsplänen bindet die Verwaltung
•	 Die Festsetzung Dauerkleingärten in Bebauungsplänen gewährleistet langfristigen Erhalt der Flächen
und Schutz der Pächter sowie der Vereine/Verbände
•	 Die planungsrechtliche Absicherung begünstigt die
eigene Interessenvertretung und erschwert beabsichtigte Planänderungen der Kommune
Mit seinen rahmengesetzlichen Regelungen und
Schutzbestimmungen darf das Bundeskleingartengesetz nicht gefährdet werden!
Eine zeitgemäße Auslegung, orientiert an gesellschaftlichen Bedürfnissen/Veränderungen, ist dennoch möglich und kann in bestimmten Fällen sogar
Diesbezüglich gilt es entsprechende Spielräume zu nutzen und auf lokaler Ebene Regelungen/Vereinbarungen
unterhalb des Bundeskleingartengesetzes zu treffen.
Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern und/
oder Verabredungen mit und ohne kommunalrechtlicher Grundlage sind geeignet die Chancen für neue
Zielgruppen, ein Mehr an sozialer und ökologischer
Ausrichtung und Akzeptanz zu erhöhen.
Der Kleingarten 2000
Grundsätze in der Entwicklung des Kleingartenwesens
• 	Die Versorgung des Kleingartens mit Trinkwasser ist
Die in Bremen unter dem Begriff kleingärtnerische Liberalisierung durchgeführten Maßnahmen, zu denen auch
das FlorAtrium und die Umweltbildung zählen, sind
Beispiel dafür das Kleingartenwesen in seiner sozialen,
ökologischen und städtebaulichen Bedeutung – als einen gewichtigen gesellschaftspolitischen Faktor – nicht
nur zu stabilisieren, sondern unverzichtbar zu machen.
Das ist nur dann möglich, wenn Vereine und Verbände
in ihren Anstrengungen, in der Interessenvertretung
für ihre Mitglieder, für die selbst gesetzten Aufgaben
nicht nachlassen, nicht zurückschauen sondern vorwärts gehen, Einfluss nehmen und am Ball bleiben!
•	 G
 lücksfälle sind selten, gute Kontakte deshalb besonders zu pflegen!
Das „Heft“ nicht aus der Hand nehmen lassen, selber
Das Bundeskleingartengesetz muss nicht reformiert
werden, um den sich ändernden gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung zu tragen, sondern sollte in seinen
Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden und durch lokale Aktivitäten gestützt und ergänzt werden. Dies ist im
Sinne der Lokalen Agenda nachhaltig: sozial, ökologisch
Christian Ude, Präsident des Deutschen Städtetages
Fachberater, Februar 2012
Rechtsanwalt, Linda;
Rechtsanwaltskanzlei Rainer Merkel
Präsident des LandesverHauptstraße 43, 07580 Linda
bandes Thüringen der
Tel.036608/92462 – Fax 036608/204953
E-mail: ramerkelrainer@aol.com
§1 BKleingG; Bayrische BauO § 57(1) 1 h); Thüringer
BauO § 60,(1) 1, h)
• 	 Bundeskleingartengesetz (BKleingG) § (2)
„Im Kleingarten ist eine Laube in einfacher Ausführung mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche
einschließlich überdachtem Freisitz zulässig; …
Sie darf nach ihrer Beschaffenheit, insbesondere ihrer Ausstattung und Einrichtung, nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein.“
I n den einzelnen Bundesländern werden durch die Landesverbände, bzw. Territorialverbände individuelle Regelungen getroffen.
„Was darf ich im Kleingarten bauen
Welche Bauten/Baulichkeiten sind erlaubt?
• 	 Mit Inkrafttreten des BKleingG wurde für Kleingar-Rechtsgrundlagen
tenanlagen, die im Bebauungsplan als Dauerkleingartenanlagen ausgewiesen sind, die Baufreistellung
Bauten/Baulichkeiten
sind erlaubt?
• 	 Im Bundeskleingartengesetz wird geregelt, dass auf
einem/r Garten/Parzelle eine Laube in einfacher
-Wer entscheidet über
Ausführung bis max. 24 m² Grundfläche einschließBauerlaubnis/Bauzustimmung?
lich überdachtem Freisitz zulässig ist. Sie darf nicht
zum dauernden Wohnen geeignet sein.
-Bestandsschutz
Was darf ich im Kleingarten bauen
• 	„Recht
BDG-Seminar
I“ 21. – 23.06.2013 Oldenburg
• 	 Welche Bauten/Baulichkeiten sind erlaubt?
• 	 Wer entscheidet über Bauerlaubnis/Bauzustimmung?
• 	 Bestandsschutz
• 	 Baugesetzbuch §§ 29 – 36
generelle Regelungen für die Bundesländer auf der
Grundlage der Musterbauordnung, Gestaltung der
Begriffsbestimmungen „Verfahrensfreistellung und
Genehmigungsfreistellung“, „Baugenehmigungsverfahren“
• 	 Das Bauordnungsrecht wird von den Ländern in den
„Landesbauordnungen“ geregelt:
z.B.: Sächsische BauO § 61(1) 1,h Gartenlauben in
Kleingartenanlagen i.S.d.
• 	 Die Grundfläche ist die mit einer Laube – einschließlich überdachtem Freisitz – überbaubare Fläche des
Kleingartens.
• 	 Die als Landesverband
Außenmaße zugrunde
Thüringen zu legenden Rohbauder
e.V. Bauteile wie Dachübermaße sind dafür maßgebend.
stände, Gesimse, Fensterbänke, vorgelagerte Stufen
usw. sind als untergeordnete Bauteile nicht anzurechnen.
• 	 Dachüberstände dürfen nur ausschließlich dazu dienen, den Regen von der Laube fernzuhalten. Eine
Dachform, die den Freisitz erweitert, ist nicht zulässig.
• 	 Die Höhe der Gartenlaube ist im BKleingG nicht
geregelt. Gartenlauben dürfen keine Höhe haben,
die dazu geeignet wäre, den Dachraum als eigenes
Geschoss auszubauen. Auf der Grundlage der lfd.
Rechtssprechung – hier BVerwG – wurde festgelegt,
dass eine Traufhöhe von nicht mehr als 2,25 m und
einer Dachhöhe (Dachfirst) von nicht mehr als 3,50
m zulässig ist.
Ebenso unzulässig ist die Unterkellerung einer Gartenlaube, es sei denn, es handelt sich um einen sog.
Kleinkeller, der eine bestimmte Größe und Tiefe
nicht überschreitet und für die Lagerung von Gartenfrüchten dient.
Die Gartenlaube ist von Gesetzes wegen, eine im
Kleingarten zulässige bauliche Anlage, deren Bestimmungszweck der kleingärtnerischen Nutzung
dient und ihr untergeordnet ist.
• 	 Diese Funktion der Gartenlaube bestimmt, was an
und zuläs„Was darf
sig ist.
-Diese Funktion der Gartenlaube bestimmt, was an Ausstattung und
Einrichtung erforderlich und zulässig ist.
Der Antragsteller bestätigt mit seiner Unterschrift, dass
er vom Vereinsvorstand über die Bestimmungen des
BKleingG bezüglich der Errichtung von Bauwerken in
Kleingärten belehrt worden ist. Gleichzeitig bestätigt
der Antragsteller darauf hingewiesen worden zu sein,
dass der Vereinsvorstand verpflichtet und berechtigt ist,
bei Verstößen gegen die Bauerlaubnis den Rückbau der
widerrechtlich errichteten Baulichkeit zu fordern und
mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen.
Zur Sicherheit der Erlaubnis erteilenden Vorstände
empfiehlt es sich weiterhin, einem solchen Antrag auf
Bauerlaubnis dem Antragsteller Auflagen zur Beifügung von notwendigen Unterlagen zu erteilen wie zum
1.	Übersichtsplan des Vereins (Parzellierungsplan) mit
Markierung des Kleingartens;
BDG-Seminar „Recht I“ 21. – 23.06.2013 Oldenburg
RA Rainer Merkel
Wer entscheidet über Bauerlaubnis/
Bauzustimmung?…
In den einzelnen Bundesländern ist diese Frage individuell geregelt.
Die Verantwortung für die Erteilung einer Bauerlaubnis, bzw. einer Bauzustimmung (die Bezeichnung ist
ebenso individuell gewählt) obliegt hier entweder dem
jeweiligen Territorialverband oder wurde auf die Vereinsvorstände übertragen.
Grundsätzlich sind die Vorschriften des öffentlichen
Baurechts einzuhalten.
Wichtig dabei ist, dass die Bezeichnung „Baugenehmigung“ keine Verwendung findet, da Territorialverbände
bzw. Vereinsvorstände keine Genehmigungsbehörde
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden empfiehlt
sich daher, entsprechende Dokumente in Form eines
Antrages auf Bauerlaubnis, Bauzustimmung oder anderer geeigneter Bezeichnung zu erstellen.
Antrag auf Bauerlaubnis
Antragsteller: Wohnanschrift:
Verein: Garten –Nr.:
Baubeschreibung/Ausführung
Fundament: Wände: Dachgestaltung:
2.	Grundriss des Kleingartens mit vorgesehenem Standort der Baulichkeit und eingetragenen Abstandsmaßen zur Gartengrenze;
Zeichnungen zum Bauwerk (Fundamentplan,
Grundriss und Ansichten, Dachgestaltung) mit Angabe der Baumaße und den notwendigen Nachweis
der Standsicherheit.
Bei Fertigteilbauten genügt eine Kopie des Prospektes, weil in diesem Dokument der Nachweis der
Standsicherheit beinhaltet ist.
5.	Zustimmung der beteiligten Nachbarn (nur erforderlich bei Unterschreitung des Grenzabstandes zum
empfiehlt es sich weiterhin, die Bauerlaubnis konkret
zu formulieren wie zum Beispiel:
Der Vorstand des Verbandes/Vereines (genaue Bezeichnung) erteilt auf der Grundlage des BKleingG vom
(BGBl. I, S. 210), geändert durch Artikel 2 des Gesetzes
vom 08.12.1986 (BGBl.I, S. 2191), geändert durch Anlage
I, Kapitel XIV, Abschnitt II, Nr. 4 des Einigungsvertrages vom 31.08.1990
mit Artikel 1 des Gesetzes vom 23.09.1990 (BGBl. II, S.
885, 1125)
i.d.F. des BKleingÄndG vom 08.04.1994)
sowie der … Bauordnung vom …
die Erlaubnis zur Errichtung der beantragten Baulich-
keit unter Beachtung folgender Auflagen … .
Die Gültigkeit der Bauerlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von 12 Monaten nach Erteilung der Bauerlaubnis mit dem Bau begonnen wird.
Beispiel zum Rückbau:
Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom
Aktenzeichen: 7 U 22/07 OLG Hamm
6 O 498/05 LG Dortmund
1.	Die Grundfläche der Gartenlaube, die auf der Gartenparzelle Nr. 14 der Kleingartenanlage des Klägers
… Aufsteht, so zu verkleinern, dass sie einschließlich
überdachten Freisitz nicht mehr als 24 m² beträgt,
2.	Die Höhe der Gartenlaube so zu verändern, dass die
Traufhöhe nicht mehr als 2,25 m und die Firsthöhe
nicht mehr als 3,55 m beträgt.
Bundeskleingartengesetz § 18,Abs. (1) u. (2)
§ 20 a,Abs. (7) u. (8)
Urteil Landgericht Halle/Saale vom 20.10.2009, Az.: 2
S 86/09
Für den Bestandschutz einer Laube ist nicht entscheidend, ob eine Baugenehmigung vorliegt, sondern, ob
der Bau der Laube genehmigungsfähig gewesen wäre.
Zwei Beispiele von Laubentypen, die in den Neubundesländern bei Errichtung vor dem 03.10.1990 unter Bestandschutz
fallen.w
Zwei Beispiele von Laubentypen, die in den Neubundesländern
bei Errichtung vor dem 03.10.1990 unter Bestandschutz fallen.
In der Konsequenz könnte dann auch nicht mehr wegen dieses Verstoßes gekündigt werden.
Bauverstöße im Kleingarten
Neue Entscheidungen im Kleingartenwesen
Neue rechtliche Bestimmungen
Rechtsanwalt, Magdeburg
Urteil BGH 17.02.2010
Az. VIII ZR 104/09:
Leitsatz: „Der Anspruch des Mieters auf Mängelbeseitigung ist während der Mietzeit unverjährbar.“
Nichts anderes kann für Anspruch des Verpächters eines Kleingartens bzgl. Mängelbeseitigung während der
Pachtzeit gelten!!
BGH 17.02.2010 VIII ZR 104/09
Wie das Berufungsgericht richtig gesehen hat, handelt
es sich bei der Hauptleistungspflicht des Vermieters
aus § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB um eine in die Zukunft gerichtete Dauerverpflichtung.
Vertragliche Baubeschränkungen
(2) Im Kleingarten ist eine Laube in einfacher Ausführung mit höchstens 24 Quadratmetern Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz zulässig; die §§ 29 bis
36 des Baugesetzbuchs bleiben unberührt. Sie darf nach
ihrer Beschaffenheit, insbesondere nach ihrer Ausstattung und Einrichtung, nicht zum dauernden Wohnen
Gesetz definiert Höchstmaß
→ 	Möglichkeit der Unterschreitung
• durch Bebauungsplan
• durch vertragliche Vereinbarungen
Verjährung bei bestehendem
Pachtverhältnis?
Von Pächtern bzw. Gerichten wird mitunter die Auffassung vertreten, dass mit der Errichtung der Baulichkeit
die (Regel-)Verjährung von 3 Jahren beginnen würde.
Dies würde bedeuten, dass nach Ablauf der Verjährungsfrist eine Beseitigung des illegalen Bauwerks(teils) nicht mehr gerichtlich durchsetzbar wäre, wenn
Verjährung eingeredet wird.
Zu Recht hat das Berufungsgericht darauf abgestellt,
dass sich diese Pflicht des Vermieters nicht in einer einmaligen Handlung des Überlassens erschöpft, sondern
dahin geht, die Mietsache während der gesamten Mietzeit in einem gebrauchstauglichen Zustand zu erhalten. Eine solche vertragliche Dauerverpflichtung kann
begrifflich nicht verjähren, denn sie entsteht während
dieses Zeitraums gleichsam ständig neu, auch soweit
sie darauf gerichtet ist, bereits aufgetretene Mängel zu
Bei Dauerhandlungen kann die Verjährung jedoch
ebenfalls nicht beginnen, solange der Eingriff noch andauert.
BGH 17.02.2012
Dem Berufungsgericht ist ferner darin beizupflichten,
dass auch Sinn und Zweck der Verjährungsvorschriften nicht für eine Verjährung des Mangelbeseitigungsanspruchs im laufenden Mietverhältnis sprechen. Die
Verjährung soll den Schuldner davor schützen, wegen
länger zurückliegender Vorgänge in Anspruch genommen zu werden, die er nicht mehr aufklären kann, weil
ihm Beweismittel für etwa begründete Einwendungen
abhanden gekommen oder Zeugen nicht mehr auffindbar sind (BGHZ 122, 241, 244). Diese Erwägungen
treffen auf den Anspruch des Mieters auf Beseitigung
von Mängeln der Mietsache nicht zu. Eine Beweisnot
des Vermieters im Hinblick auf den Zeitablauf seit dem
erstmaligen Auftreten des Mangels ist auszuschließen,
da das Begehren des Mieters lediglich dahin geht, die
Mietsache aktuell in einen gebrauchstauglichen Zustand zu versetzen und es mithin nicht auf einen in der
Vergangenheit liegenden Zustand ankommt.
Entscheidungsgründe des BGH sind auch auf Pflichtverletzungen des Pächters eines Kleingartens anzuwenden.
Hauptvertragspflicht des Pächters ist die vertragsgemäße kleingärtnerische Nutzung im Sinne des BKleingG,
insbesondere dessen §§ 1 Abs. 1 sowie 3 Abs. 2. Auch hierbei handelt es sich um „in die Zukunft gerichtete Dauerverpflichtungen“ des Pächters im Sinne der Rechtsprechung des BGH. Diese bestehen während der gesamten
Pachtzeit und „entstehen während dieses Zeitraumes
gleichsam ständig neu.“
→ Keine Verjährung von Pflichtverletzungen während
der Pachtzeit.
Rückbauforderungen; Problem Verwirkung
stand in Höhe Zeitwert der Anpflanzungen und Baulichkeiten und der Beräumungskosten
Problem Schadensersatz
Selbst wenn Beseitigung durchsetzbar ist, droht bei fehlerhafter Übergabe Gefahr:
•  neuer Pächter erklärt, wenn er von Verstoß gewußt
hätte, hätte er Beseitigung verlangt und niedrigeren
• darüber hinaus hätte er jetzt keine Abrisskosten
→
beides wird als Schadensersatz gegen Vereinsvorstand geltend gemacht
Urteil BGH vom 24.07.2003, Az. III ZR 203/02
Verwirkung: ein rechtlich bestehender Anspruch kann
wegen des Grundsatzes von „Treu und Glauben“ nicht
mehr durchgesetzt werden.
Zeitmoment: Pflichtverletzung muss über einen längeren Zeitraum geduldet worden sein
Umstandsmoment: Es müssen Umstände hinzutreten,
die beim Pächter den Eindruck entstehen lassen, die
Pflichtverletzung werde auch weiterhin geduldet.
→ Übergabe des Gartens mit Mängeln ohne Hinweis
darauf kann bereits Umstandsmoment begründen
1.	Sind in einer Anlage nicht nur vereinzelt, sondern
gehäuft Eigenheime im Sinne des DDR-Rechts bzw.
des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes anzutreffen,
so kann dies den Gesamtcharakter der Anlage so
stark beeinflussen, daß die ansonsten auf den Parzellen noch festzustellende kleingärtnerische Nutzung
nicht mehr anlageprägend in Erscheinung tritt.
2.	Sind in einer Anlage mehr als 50 v.H. der Parzellen
mit derartigen Eigenheimen oder diesen nahekommenden Baulichkeiten – Gebäude, die den größeren
Teil des Jahres (April bis Oktober) durchgehend zu
Wohnzwecken genutzt werden – bebaut, so kann die
Gesamtanlage nicht mehr als Kleingartenanlage angesehen werden.
Mögliche Folgen bei Vorliegen der
Urteil BGH vom 18.03.2004, Az. III ZR 180/03
• Grundstückseigentümer mahnt Pflichtverletzungen
gem. § 9 (1) Ziff. 1 i.V.m. § 10 BKleingG ab und setzt
• Beseitigung ist gegenüber Unterpächter(n) nicht
durchsetzbar, da verwirkt.
→ Grundstückseigentümer kann gesamten Zwischenpachtvertrag kündigen
→ Anlage muss entschädigungslos beräumt werden
mögliche Schadensersatzansprüche der übrigen
vertragstreuen Unterpächter gegenüber Vereinsvor-
Anspruch auf Wohnlaubenentgelt im Beitrittsgebiet:
Begriff der „Kleingartenanlage“
Der Kleingartencharakter einer Anlage kann auch dann
zu verneinen sein, wenn weniger als die Hälfte der Parzellen mit Eigenheimen oder ihnen nahekommenden
Baulichkeiten bebaut ist (Fortführung des Senatsurteils
vom 24. Juli 2003 – III ZR 203/02 – VIZ 2003, 538 =
BGHZ 156, 71).
Klage auf Rückbau oder Kündigung des Pachtverhältnisses?
Urteil 29.07.2009
§§ 8, 9 BKleingG geben Verpächter ein Kündigungsrecht, keine Verpflichtung, es muss also nicht gekündigt
Eine gemeinsame Wasserversorgung und damit eine
gemeinschaftliche Einrichtung ist aber auch ein – wie
hier – Leitungssystem innerhalb der Gartenanlage, das
ausgehend von einem zentralen Anschluss der Anlage
an die Hauptleitung sämtliche Gärten mit Wasser versorgt…
→ Prüfung, ob Auflösung des Pachtverhältnisses erfolgen muss.
Problem Verwirkung: nur bei bestehendem Pachtverhältnis möglich, da Gutglaubensschutz nicht über die
Beendigung des Pachtverhältnisses hinaus besteht.
Aber Frage ist, ob wegen einer verwirkten Pflichtverletzung gekündigt werden kann.
Dass anscheinend bei mehreren Gärten auf dem klägerischen Grundstück zusätzlich noch Grundwasserpumpenanlagen funktionstüchtig sind, steht dem nicht
entgegen. Entscheidend ist, dass durch das sämtliche
Gärten versorgende interne Leitungsnetz eine Zusammenfassung der (Einzel)Gärten zu einer Anlage bewirkt
BGH Urteil v. 14.03.2013, Az. III ZR 417/12
Beschluss 04.12.2009 Az. 10 A 1671/09
„§ 3 Abs. 2 BKleingG beschränkt die maximale Grundfläche einer Gartenlaube auf 24 m², unabhängig von ihrem Standort in der Kleingartenanlage „Doppellauben“
mit einer Grundfläche von 48 m² nach dem BKleingG
→ Gilt auch, wenn Doppellaube genau auf der Parzellengrenze steht und damit auf jedem Kleingarten
nur 24 m² bebaut sind.
Urteil 29.07.2009 Az. 4 L 172/06
1.	
Eine innerhalb der Einfriedung der Gartenanlage
gelegener gemeinsamer Brunnen bzw. eine gemeinsam genutzte Wasserstelle, die keiner Parzelle zugeordnet ist, stellt eine gemeinschaftliche Einrichtung
i.S.d. § 1 Abs. 1 Nr. 2 BKleingG dar, wenn keiner der
Einzelgärten durch eine separate Wasserleitung oder
eine andere Wasserquelle versorgt wird. (Rn.29)
2. 	Eine gemeinschaftliche Einrichtung ist auch ein Leitungssystem innerhalb der Gartenanlage, das ausgehend von einem zentralen Anschluss der Anlage an
die Hauptleitung sämtliche Gärten mit Wasser versorgt.(Rn.30)
1. 	Bei der Abgrenzung zwischen einer Vertragsänderung und einer Novation ist durch Auslegung zu ermitteln, was die Parteien im Einzelfall gewollt haben.
Bei der Auslegung ist die anerkannte Auslegungsregel zu beachten, dass bei der Feststellung des Willens
der Parteien, das alte Schuldverhältnis aufzuheben
und durch ein neu begründetes Rechtsverhältnis zu
ersetzen, im Hinblick auf die damit verbundenen
einschneidenden Folgen große Vorsicht geboten ist
und von einer Novation nur ausnahmsweise ausgegangen werden darf, sofern die Parteien einen solchen Willen unzweifelhaft zum Ausdruck bringen;
im Zweifel ist daher nur von einer Vertragsänderung
1. 	Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BKleingG kann der Verpächter eine Kleingartenpachtvertrag kündigen, wenn der
Pächter ungeachtet einer schriftlichen Abmahnung
eine nicht kleingärtnerische Nutzung des Kleingartens fortsetzt oder erhebliche Bewirtschaftungsmängel nicht innerhalb angemessener Zeit abstellt.
(Rn.17)
2. 	Wie eine kleingärtnerische Nutzung zu erfolgen hat,
ergibt sich aus § 1 Abs. 1 Nr. 1 BKleingG. Prägendes
Merkmal für das Vorliegen einer Kleingartenanlage
ist die Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen. Die
kleingärtnerische Nutzung hängt nicht nur davon
ab, welche Pflanzen sich in einem Garten befinden,
diese müssen auch in der Weise kultiviert werden,
dass der Kleingärtner die Gartenerzeugnisse gewinnt. Der Pächter eines Kleingartens hat nicht nur
das Recht, sondern auch die Pflicht, Obst und Gemüse anzubauen und zu ernten und die hierfür er-
forderlichen Arbeiten zu verrichten. Ein erheblicher
Bewirtschaftungsmangel liegt vor, wenn der Pächter
es zulässt, dass eine einzelne sehr dominante Pflanzenart, wie z.B. Schachtelhalm, von weiten Teilen
des Grundstücks Besitz ergreift.
Urteil 27.09.2012, Az. 1 A 899/10
1. 	Die materiellen Voraussetzungen der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit sind in § 2 BKleingG  abschließend geregelt.(Rn.23)
2. 	
Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit kann
bei einem offensichtlichen Verstoß gegen die Satzungsbestimmungen versagt werden. Eine über
diese Missbrauchskontrolle hinausgehende Prüfungskompetenz der Anerkennungsbehörde besteht
nicht.(Rn.25)
Der Kläger erfüllt unstreitig alle vorgenannten Kriterien
und ist daher vom Beklagten mit Bescheid vom 25. August 1999 als kleingärtnerisch gemeinnützig anerkannt
worden. Der Senat teilt zwar die in der Literatur vertretene Auffassung, dass eine Anerkennung dann nicht
erfolgen muss, wenn gegen die erwähnten Satzungsbestimmungen offensichtlich verstoßen wird (Otte, in:
Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, Kommentar, Loseblatt, Stand: Juni 2011, § 2 BKleingG, Rn. 10). Dies ist
in Bezug auf den Kläger aber selbst dann nicht der Fall,
wenn im Ergebnis davon ausgegangen werden müsste,
dass es sich bei der von ihm verwalteten Anlage nicht
um eine Kleingartenanlage i. S. des Bundeskleingartengesetzes handelte, denn es fehlt jedenfalls an der Offensichtlichkeit eines solchen Verstoßes.
Dies ergibt sich aus dem Urteil des Oberlandesgerichts
Dresden vom 16. April 1996 – 3 U 1570/95 –, das einen
Herausgabeanspruch der Beigeladenen zu 2 aus § 985
BGB gegenüber dem Kreisverband der Kleingärtner
D... e. V. (dem Hauptpächter des Grundstücks, auf dem
sich die vom Kläger verwaltete Anlage befindet) verneint hat, weil es den Anwendungsbereich des Bundeskleingartengesetzes für eröffnet hielt. Dieses Urteil war
dem – über den Kreisverband der Kleingärtner D... e. V.
gestellten -– Antrag des Klägers auf Anerkennung der
kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit auch beigefügt,
so dass der Beklagte dieses bei seiner Anerkennungsentscheidung kannte. Stellt aber ein ordentliches Gericht rechtskräftig fest, dass in Bezug auf die Nutzung
des Grundstücks der Beigeladenen zu 2 die Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes Anwendung finden,
kann nicht mehr von einem offensichtlichen Satzungs-
verstoß dergestalt ausgegangen werden, dass der Kläger
und die von ihm verwaltete Anlage nicht der Regelung
durch das Bundeskleingartengesetz unterfallen.
Eine die vorstehend bejahte Missbrauchskontrolle übersteigende Kompetenz der Anerkennungsbehörde, über
die in § 2 BKleingG aufgeführten Anforderungen hinaus zu prüfen, ob namentlich die verwaltete Anlage eine
Kleingartenanlage i. S. des Bundeskleingartengesetzes
ist, besteht nicht, vielmehr sind die materiellen Voraussetzungen der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit
in § 2 BKleingG abschließend geregelt. Dies ergibt sich
aus der Funktion der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit, die mit der steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit
für Kleingartenvereine (vgl. § 52 Abs. 2 Nr. 23 AO) nicht
Die Anerkennung nach § 2 BKleingG soll sicherstellen,
dass die Weiterverpachtung von Kleingärten ohne Gewinnerzielungsabsicht erfolgt, denn das sog. „Zwischenpachtprivileg“ in § 4 Abs. 2 Satz 2 BKleingG bestimmt,
dass ein Zwischenpachtvertrag, der nicht mit einer als
gemeinnützig anerkannten Kleingärtnerorganisation
oder der Gemeinde geschlossen wurde, nichtig ist.
Soweit § 4 Abs. 3 BKleingG vorsieht, dass bei einer
nicht gewährleisteten ordnungsgemäßen Nutzung oder
Bewirtschaftung der Kleingärten oder der Kleingartenanlagen der Verpächter die Verwaltung einer als kleingärtnerisch gemeinnützig anerkannten Organisation zu
übertragen hat, wird zwar inzident davon ausgegangen,
dass eine nach § 2 BKleingG als gemeinnützig anerkannte Kleingärtnerorganisation auch Kleingärten oder
Kleingartenanlagen i. S. d. Bundeskleingartengesetzes
verwaltet. Allerdings kann hieraus nicht geschlossen
werden, dass die Anerkennung einer Kleingärtnerorganisation, die eine bestimmte Anlage verwaltet, als gemeinnützig damit auch die Feststellung beinhaltet, dass
es sich materiell-rechtlich bei dieser Anlage um eine
Bundesgerichtshof bestätigt Klausel aus
Musterpachtverträgen für Kleingärten
Urteil vom 21.02.2013 (Az. III ZR 266/12)
In einem (Formular-)Kleingartenpachtvertrag kann
wirksam vereinbart werden, dass der abgebende Pächter
für den Fall, dass kein Nachpächter vorhanden ist, den
Kleingarten bis zur Neuverpachtung unter Fortzahlung
der vereinbarten Entgelte und Gebühren zu bewirtschaften oder die Baulichkeiten einschließlich Fundamente,
befestigte Wege und Anpflanz-ungen zu entfernen und
den Kleingarten im umgegrabenen Zustand zu übergeben hat
Das Gesetz zu Stärkung des Ehrenamtes
(Ehrenamtsstärkungsgesetz)
Der BGH führt aus,
dass Baulichkeiten, Anlagen und Anpflanzungen, die
von einem Pächter auf dem von ihm genutzten Grundstück eingebracht oder mit diesem fest verbunden werden, in der Regel nur zu einem vorübergehenden Zweck
mit dem Grund und Boden verbunden werden mit der
Folge, dass diese eingebrachten Sachen als sogenannte „Scheinbestandteile“ nicht in das Eigentum des Verpächters oder des Grundstückseigentümers übergehen,
sondern im Eigentum des Pächters verbleiben.
1. 	 Abgabenordnung
•	 V
 erpächter muss grundsätzlich nicht hinnehmen,
dass der Pächter die in dessen Eigentum stehenden Baulichkeiten, Anlagen und Anpflanzungen
auf dem Grundstück belässt, vielmehr kann er vom
Pächter die Entfernung dieser Sachen verlangen.
•	 Der BGH weist auf die gesetzliche Regelung des §
546 Abs. 1 BGB i.V.m. § 581 Abs. 2 BGB, § 4 Abs. 1
•	 Die vertragliche Verpflichtung des Pächters, die Anpflanzungen und Baulichkeiten bei Beendigung des
Pachtverhältnisses von der Parzelle zu entfernen,
wenn kein Nachfolgepächter vorhanden ist, stimmt
mithin mit der gesetzlichen Regelung überein.
•	 Beseitigung der Anpflanzungen und Baulichkeiten kann für den Pächter im Einzelfall zwar eine
erhebliche Belastung darstellen, aber kein tragfähiger Grund ersichtlich ist, warum das Kostenfreihaltungsinteresse des Pächters das Kostenfreihaltungsinteresse des verpachtenden Vereins überwiegen
•	 Der BGH hat auch keine Beanstandungen hinsichtlich einer (vorübergehenden) Weiterbenutzung bzw.
Bewirtschaftung der gekündigten Kleingartenparzelle gefunden, da dies dem mutmaßlichen Willen des
Pächters Rechnung trägt, die Parzelle nicht beräumen zu müssen, sondern einen Nachfolgepächter
•	 Nach dieser Regelung benachteiligt nach der Auffassung des BGH den scheidenden Pächter nicht unangemessen, im Gegenteil, sie übermittelt diesem
die Chance, die ihm ansonsten obliegende Beräumungspflicht abzuwenden.
AO (§ 55 Abs. 1 Nr. 5)
Die Frist für die zeitnahe Mittelverwendung wird um
ein Jahr verlängert. Künftig müssen alle Mittel erst im
übernächsten Kalender- oder Wirtschaftsjahr nach dem
Zufluss verwendet werden.
(Inkrafttreten: 1. Januar 2013, d.h. im Jahr 2013 zugeflossene Mittel müssen also erst Ende 2015 verwendet werden bzw. in eine Rücklage eingestellt werden.
AO (§ 58 Nr. 3)
•	 N
 eu eingeführt wird eine Rücklage für die Vermögensausstattung anderer steuerbegünstigter oder öffentlich-rechtliche Körper-schaften. Dafür verwendet
werden dürfen alle Überschüsse/Ge-winne aus der
Vermögensverwaltung und aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben sowie 15 Prozent der sonstigen nach
§ 55 Abs. 1 Nr. 5 zeitnah zu verwendenden Mitteln.
•	 Anforderungen:
•	 Die aus den Vermögenserträgen zu verwirklichenden steuerbegünstigten Zwecke müssen den satzungsmäßigen Zwecken der zuwendenden Körperschaft entsprechen.
•	 Die zugewendeten Mittel und deren Erträge dürfen nicht für weitere Mittelweitergaben verwendet
Inkrafttreten: 1. Januar 2014
Anerkennungsverfahren AO (§ 60a = neu)
•	 Das Anerkennungsverfahren für die Gemeinnützigkeit wird gesetzlich geregelt. Der bisherige vorläufige Freistellungsbescheid bekommt die Form eines
rechtsmittelfähigen Bescheids.
•	 Die Feststellung der Satzungsmäßigkeit erfolgt gem.
§ 60 a Abs. 2 AO
1. 		 auf Antrag der Körperschaft
2. 	von Amts wegen bei der Veranlagung zur Körperschaftssteuer, wenn bisher noch keine Feststellung erfolgt ist
Der Vertrauensschutz für anerkannte Satzungen wird gesetzlich verankert (§ 60 a Abs. 5
tig auch in gleicher Weise für einfache Mitglieder, die
für den Verein tätig sind.
Einer Körperschaft, der aufgrund der Satzung die vorläufige Freistellung erteilt wurde kann demnach erst
zum folgenden Kalenderjahr die Gemeinnützigkeit entzogen werden, wenn die Satzung den Voraussetzungen
eigentlich nicht genügte, das Finanzamt das aber übersehen hatte.
Behandlung der Einnahmen bei Sozialhilfeund ALG-Empfängern
§ 62 AO neu
(§ 58 Nr. 6, 7a, 11 und 12 werden darin aufgenommen)
 ie Wiederbeschaffungsrücklage wird gesetzlich
verankert. Damit können regelmäßig zweckgebundene Rücklagen in Höhe der Abschreibungen gebildet werden.
•	 Die Pflicht zur Auflösung zweckgebundener Rücklagen bei Wegfall des Verwendungszwecks wird gesetzlich geregelt.
Die Veranlasserhaftung und die Ausstellerhaftung werden angeglichen. Künftig haftet in beiden Fällen nur
noch, wer vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt.
( § 10b Abs. 4 EstG, )§ 9 Abs. 3 KstG, )§ 9 Nr. 5 GewstG)
BGB (§ 27 Abs. 3)
Mitglieder des Vorstands sind grundsätzlich unentgeltlich tätig. Die Vergütung des Vorstands erfordert also
künftig eine ausdrückliche Satzungsregelung. Das war
bezogen auf die Gemeinnützigkeit aber schon bisher
Auffassung der Finanzverwaltung.
Der nicht aufs Arbeitslosengeld II anzurechnende Betrag bei Einnahmen aus dem Übungsleiterfreibetrag
und dem Ehrenamtsfreibetrag wird von 175 auf 200
Euro pro erhöht (§ 11b Abs. 2 Satz 3 SGB II).
Das gleiche für die Sozialhilfe und Arbeitslosengeld I
(SGB XII (§ 82 Abs. 3 Satz 4).
→ wenn Beträge über 200,00 € jährlich gezahlt werden,
empfiehlt es sich, diese ratierlich zu zahlen, da sonst
Anrechnung im Monat der Zahlung droht.
§ 63 AO
 ie Bildung freier Rücklagen kann in den folgenden
beiden Jahren nachgeholt werden, wenn in einem
Jahr der Höchstbetrag nicht ausgeschöpft wurde.
(§ 63 Abs. 3 AO)
•	 Gültigkeitsdauer des Freistellungsbescheides wird
gesetzlich geregelt. An den bisherigen Fristen ändert
sich nichts (§ 63 Abs. 5 AO)
 er Übungsleiterfreibetrag wird von 2.100 Euro auf
2.400 Euro erhöht.
•	 Der Ehrenamtsfreibetrag wird von 500 auf 720 Euro
Inkrafttreten: 01. Januar 2015
BGB (§ 31a und § 31 b)
Die Vergütungsobergrenze für die Haftungsfreistellung
ehrenamtlicher Vereinsvorstände wird an den erhöhten
Ehrenamts-freibetrag angepasst (720 €). Die Haftungsfreistellung wird auf alle Organträger ausgeweitet, gilt
also nicht nur für den Vorstand, sondern auch für besondere Vertreter, die für den Verein tätig werden.
Ist streitig, ob ein Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wurde, trägt der Verein oder das Vereinsmitglied die Beweislast.
Die Haftungsfreistellung für Organmitglieder gilt künf-
Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe I
Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Bedeutung
für der Bestand der Kleingartenanlage und (rechtzeitige) Einflussnahme auf Politik und Verwaltung
Landesbund Hamburg der Gartenfreunde
Einleitend wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Arbeitsgruppe die jeweilige Situation des
Landesverbandes, des Bezirks- und Stadtverbandes geschildert. Generell wurde angegeben, dass Kleingartenflächen bis auf wenige Ausnahmen in größeren Städten
und Ballungszentren durch Umnutzung für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung gefährdet sind. Kleingartenanlagen „auf dem Lande“ sind dagegen insbesondere in den östlichen Bundesländern Deutschlands vom
Leerstand von Parzellen betroffen. Der Kosten für den
Rückbau von Anlagen, der nach Vertragslage meist von
den Kleingartenorganisationen getragen werden muss,
übersteigen schnell die finanziellen Möglichkeiten.
Unterschiedlich sind die organisatorischen und vertraglichen Rahmenbedingungen in den Regionen und
Städten. In Städten wie Berlin, Lübeck, Halle und Jena
gibt es eine geregelte Zusammenarbeit in Form von
Kleingartenbeiräten. Dennoch sind in den ersten beiden
genannten Städten über 1.000 Parzellen in Gefahr. In
Halle und Jena wird mit großen Leerständen gekämpft.
Die Kostenübernahme für den Rückbau gestalten sich
schwierig. In Städten wie Hamburg, Wiesbaden und im
Landkreis Nordsachsen gibt keine formalen Gremien,
aber eine regelmäßige und enge Zusammenarbeit mit
den Behörden und Vertreterinnen und Vertretern der
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AG I waren
übereinstimmend der Meinung, dass gute Kontakte
zur Verwaltung und zur Politik von essentieller Bedeutung sind. Die Kleingärtnerorganisationen sind darauf
angewiesen, rechtzeitig und präzise über zukünftige
Entwicklungen beispielsweise der Stadtplanung und
der Gewerbeansiedlung in der Kommune und im Land
informiert zu werden. Die Einflussnahme muss vor der
für die Kleingärten relevanten Entscheidung erfolgen,
um so negative Folgen abzuwenden und die Dinge im
Interesse der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zu
Diskutiert wurde auch das Vorgehen im Falle einer unabwendbaren Entscheidung gegen eine Kleingartenfläche. Auffallend war, dass in einigen Regionen (z. B. in
den letzten Jahren in Berlin) von Seiten der Stadt bzw.
der Kommune kein Ersatzland zur Verfügung gestellt
wurde. In anderen Städten und Kommunen werden
die Verpflichtungen, die sich aus dem Bundeskleingartengesetz ergeben sogar übererfüllt: entweder auf dem
Verhandlungswege oder durch vertragliche Vereinbarungen.
In den Ballungszentren, in denen Flächenkonkurrenz
das Problem darstellt, sollten im Vorwege Lösungsansätze erarbeitet werden, die die Ersatzflächenproblematik abschwächen sollen. Das kann das Aufzeigen von Alternativflächen sein, Verdichtungsmaßnahmen können
helfen und Fonds zur Finanzierung von Ersatzlauben
können in Absprache mit den Behörden eingerichtet
Sehr unterschiedlich ist darüber hinaus die rechtliche
Absicherung der Kleingartenanlagen in den Regionen
geregelt. In Braunschweig sind über 95 Prozent der
Kleingartenanlagen per Bebauungsplan als Dauerkleingarten abgesichert. Kleingartenanlagen sind hier sogar
als Träger öffentlicher Belange klassifiziert. In den anderen Regionen sind die Anteile an Dauerkleingärten an
der Gesamtpachtfläche geringer und in einigen Städten
sind Dauerkleingärten (z. B. in Halle) gar nicht vorhanden.
Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe II
Bauleitplanungen in der Praxis.
Öffnen zu mehr Gestaltungsfreiheit durch
vertragliche Regelung mit dem Verpächter.
Schnell stellte sich in der Arbeitsgruppe heraus, dass
das Hauptinteresse bei dem Thema Gestaltungsfreiheit
und Veränderungen im Kleingartenwesen im Zusammenspiel mit dem Bundeskleingarten-Gesetz (BKleingG) lag.
Zu diesem Diskussionspunkt gibt es sehr unterschiedliche Handhabungen in den Verbänden. Die Größe einer Laube von maximal 24 m² gemäß BKleingG wird
in einigen Verbänden sogar unterschritten. So ist es
durchaus üblich Lauben mit nur einer Größe von nur
maximal 16 m² zu genehmigen. Anderen Ortes werden
Lauben mit 24 m² plus zusätzlich einem überdachten
Freisitz von bis zu 12 m² erlaubt. Einigkeit herrschte
zu diesem Thema, das es sehr wichtig ist, die örtlichen
Gegebenheiten zu beachten und nicht „aufweichen“ zu
Bundeskleingartengesetz – Ja, aber wie gehen
wir mit Veränderungen um.
Am Beispiel der zunehmenden Zahl an Gewächshäusern in den Kleingärten wird deutlich, wie sich das
BKleingG Veränderungen anpasst. Noch vor Jahren war
es undenkbar das im Kleingarten ein festes Gewächshaus stehen durfte. Im Laufe der Zeit sagt aber auch
der Kommentar zum BKleingG, das wenn ein Gewächshäuser der kleingärtnerischen Nutzung dient und wenn
es eine bestimmte Größe nicht überschreitet, dieses
durchaus erlaubt werden kann.
Im Laufe der Diskussion über Veränderungen und
BKleingG stellte sich schnell heraus, dass es durchaus
Unterschiede gibt, wenn es sich um einen privaten oder
einen kommunalen Verpächter der Anlage handelt. Gerade bei privaten Verpächtern sollte man bei eventuellen Veränderungen nachfragen, ob diese vom Verpächter erlaubt werden.
Hier gibt es eine Vielzahl von Veränderungen auf die
in Zukunft, auch bei den Wertermittlungen, zu achten
sind. Viele Kleingartenvereine sind bereits bis in die
Gartenlauben mit Strom versorgt. Hinzu kommt die
Versorgung mit Brauchwasser bis an die Parzellengrenzen (oder auch weiter). Gerade bei der Versorgung mit
Brauchwasser ist eine klare Regelung vor Ort für eventuelles Abwasser zu treffen.
Weitere Veränderungen sind Satelitenschüsseln auf
und an den Gartenlauben. Mangels einer Stromversorgung werden an vielen Orten Solaranlagen zur Stromgewinnung aufgestellt. In diesen Fällen sollten klare
Regelungen vor Ort dafür sorgen, wie bei einer Weiterverpachtung und der vorherigen Wertermittlung mit
diesen, für die Kleingärtner, neuen Veränderungen umgegangen wird.
Müssen wir Veränderungen zulassen um
neue Pächter zu finden?
Die Grundaussage hierzu war: „Kleingärten müssen bezahlbar bleiben.“
Je mehr Annehmlichkeiten wir zulassen um so teurer
wird eventuell in Zukunft ein Kleingarten. Die Frage
stellt sich, ob ein gering Verdienender, ein Hartz  IV
Empfänger oder eine Kinderreiche Familie es sich leisten kann, bei Übergabe des Kleingartens eine Solaranlage zu bezahlen? Schaffen wir so mit immer neuen
Veränderungen gar eine zwei oder drei Klassen Gesellschaft?
Gerade das Kleingartenwesen lebt durch die Vielschichtigkeit bei seinen Mitgliedern. Alt und Jung, Handwerker und Beamte ergänzen sich hervorragend und bei
der übliche Flasche Bier am Gartenzaun interessiert es
niemanden, wer nun was ist oder nicht ist.
Dieses gilt es auch für die Zukunft im Kleingartenwesen beizubehalten. Deshalb sagen wir auch ein eindeutiges „JA“ zum BKleingG aber wir sollten für die Zukunft auch offen sein für Veränderungen, die dann in
Verbindung mit dem Gesetz wachsen sollten.
Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe III
• Bauen im Kleingarten
• Baugenehmigung durch den Zwischenpächter
• Überwachung der Bebauung
• Rückbau durchsetzen bei vertragswidriger
Landesverband Sachsen der Kleingärtner e. V.
Historie beachten z. B. Rechtslage in der DDR (Größen
von Baulichkeiten, Ausstattung, Anzahl, Verjährung)
Dies könnte 2015 ein Problem darstellen, wenn lt. § 23
(4) SchuldRAnpG Vertragsverhältnisse nach Maßgabe der allgemeinen Bestimmungen gekündigt werden
können. Es ist zu erwarten, dass Grundeigentümer versuchen, die Wirksamkeit des BKleingG für ihr Flurstück
Parkplätzen, Toilettenanlagen u. dgl. aktiv. In diesen
Fällen sowie beim Bau von Brunnen ist auch die Zustimmung der Grundeigentümer einzuholen.
In Chemnitz dagegen werden die jeweiligen Grundeigentümer prinzipiell einbezogen, selbst bei Neubau von
Lauben in den Parzellen.
In Braunschweig wurde das Baufreistellungsverfahren
im Generalpachtvertrag vereinbart. Hier ist vorgesehen,
standardisierte Lauben zu errichten, bei Eigenkonstruktionen sind Skizzen und statische Berechnungen einzureichen. Die Bauabnahme erfolgt durch den Landesverband.
In Berlin behält sich die kommunalen Behörden das
Recht vor, Bauwerke abzunehmen.
Prinzipiell lässt sich jedoch sagen, dass überall vor
Baubeginn ein Bauantrag dem jeweiligen Vorstand zu
stellen ist, der anschließend auch die Bauabnahme realisiert.
Hier spielen subjektive Faktoren der beteiligten Personen eine dominierende Rolle. Es ist anzustreben, dass
besonders für die mit Baugenehmigungen befassten
Personen entsprechend qualifiziert werden. Dies betrifft
nicht nur die Verbandsvorsitzenden, sondern vor allem
die Verantwortlichen in den Vereinen.
Vielleicht sollte auch in Veröffentlichungen des BDG
oder Ausstellungen bewusst dieses Thema aufgegriffen
Rückbau durchsetzen bei vertragswidriger Bebauung
Bundesweit besteht das Problem, dass inkompetente
bzw. inkonsequente Vorstände die Entstehung von Mängeln geduldet oder sogar Genehmigungen erteilt haben.
In B/W sind die Kleingärtnervereine in der Funktion
eines Zwischenpächters. Auch wenn das Kleingartenwesen nicht spießig ist und sich entsprechend modern
präsentieren sollte, gelten Regeln. Diese sind allen
Pächtern bekannt zu geben und durchzusetzen. Wichtig
dabei, verbandsweit einheitliche Maßstäbe anzulegen.
Baugenehmigung durch den Zwischenpächter, Überwachung der Bebauung
Die Baugenehmigung wird überall anders geregelt,
selbst innerhalb von Bundesländern gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, Beispiel:
In Dresden hat der Stadtverband eine Bauordnung erlassen, die für alle Vereine/Pächter verbindlich ist. Es
wird nicht in die Verfahrensfreiheit gem. §61 SächsBO
(Laube im Kleingarten) eingegriffen. Entsprechend werden die Baubehörden beim Bau von Vereinshäusern,
Die Rechtslage ist eindeutig, entsprechend sollten/müssen die Vorstände bei Neuverpachtung gegenüber den
Pächtern mit offenen Karten spielen.
Ebenso ist den „alten“ Pächtern gegenüber kein Zweifel
zu lassen, dass die bestehenden Normen einzuhalten
sind. Regelmäßige Begehungen und Auswertung im
Vorstand sowie mit den Pächtern sind eine bewährte
Form der Einflussnahme.
Werden Mängel festgestellt, sollten diese schriftlich fixiert und dem betreffenden Pächter mitgeteilt werden.
Dabei ist ihm der Sachverhalt und der weitere Umgang
mit dem Verstoß (sofortiges Rückbauverlangen oder
Duldung bis … und Beseitigung auf eigene Kosten) zu
Aufgabe ist es, festgestellte Mängel sofort, jedoch spätestens bei Pächterwechsel beseitigen zu lassen. Dieser
Beseitigungsanspruch ist gegenüber dem abgebenden
Pächter durchzusetzen.
Es hat sich bewährt, nach erfolgter Kündigung eines
Pachtvertrages die jeweiligen Parzelle zu besichtigen
und Festlegungen zum Erhalt oder der Beseitigung von
Baulichkeiten zu treffen. Diese Festlegungen sind bei
der folgenden Wertermittlung zu berücksichtigen und
im Teil „Beräumung/ Rekultivierung“ auszuweisen.
Sollte der abgebende Pächter nicht zur Beräumung in
der Lage sein, kann diese Aufgabe im Ausnahmefall
preismindernd beim Verkauf des Eigentums berücksichtigt und dem neuen Pächter vertraglich übertragen
werden. Dabei sind die geforderten Maßnahmen konkret zu benennen und Termine zu setzen.
Problem: immer wenn ein Überangebot an Kleingärten
besteht, greift diese Preisminderung nicht. Es passiert,
dass der ermittelte Wert abzgl. Rückbaukosten immer
noch über dem erzielbaren Verkaufspreis liegt. Einige
Vorstände dulden dann den Pächterwechsel ohne Mängelbeseitigung. Dies wird sich aber nachteilig für die
Gemeinschaft auswirken.
„Ich habe das Eigentum erworben im guten Glauben,
alles sei rechtens, …“ ist eine Position, die es schwer
macht, bei einem Nachpächter zu einem späteren Zeitpunkt einen Rückbau durchzusetzen. Hier wäre der
Rechtsweg zu beschreiten.
Während der Rückbau von Schwarzbauten ggf. auch vor
einem Gericht durchgesetzt werden kann, ist dies problematisch, wenn eine Parzelle mit Mängeln übergeben
wurde und es keine Vereinbarung gibt, die dem neuen
Pächter eine entsprechende Verpflichtung zur Mängelbeseitigung auferlegt.
Ebenso problematisch ist es, wenn einem Pächter eine
fehlerhafte bzw. unzulässige Baugenehmigung erteilt
wurde. Hier haben Dresdner Gerichte mehrfach zugunsten von Pächtern entschieden, auch wenn die Baugenehmigungen gegen das BKleingG und bestehende
Kleingartenordnungen verstoßen. Entsprechend hoch
ist die Verantwortung der Vorstände für Ihr Tun und der
Verbände, für die Befähigung der Bauverantwortlichen
in den Vereinen.
Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, diese Schulung war längst fällig, weitere Veranstaltungen zu dieser
Problematik sollten folgen.
Die Einhaltung des BKleingG ist zwingend durchzusetzen, bestehende Freiräume sollten gemeinsam erschlossen und gestaltet werden. Verallgemeinerungswürdige
Erfahrungen aber auch landestypische Besonderheiten
sollten stärker popularisiert werden.
Leitthemen der Schriftenreihe seit 1997
Heft	Jahr
122	 1997
Schwerin	Haftungsrecht und Versicherungen im Kleingartenwesen
123	 1997
St. Martin	Pflanzenschutz und die naturnahe Bewirtschaftung im
124	 1997
125	 1997
Gelsenkirchen	Möglichkeiten und Grenzen des Naturschutzes im Kleingarten
126	 1997
Freising	Maßnahmen zur naturgerechten Bewirtschaftung und umweltgerechte
Gestaltung der Kleingärten als eine Freizeiteinrichtung der Zukunft
127	 1997
Lübeck-Travemünde	Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen
128	 1997
129	 1998
130	 1998
Potsdam	Die Agenda 21 und die Möglichkeiten der Umsetzung der lokalen Agenden zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Kleingartenbereich
131	 1998
132	 1998
Regensburg	Bodenschutz zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit im Kleingarten
Gesetz und Maßnahmen
Gesundes Obst im Kleingarten
133	 1998
Fulda	Der Kleingarten – ein Erfahrungsraum für Kinder und
134	 1998
135	 1998
Stuttgart	Kleingärten in der/einer künftigen Freizeitgesellschaft
136	 1998
Hameln	Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU von 1992 im
Bundesnaturschutzgesetz und die Möglichkeiten ihrer Umsetzung im
Kleingartenbereich
137	 1999
138	 1999
Gute fachliche Praxis im Kleingarten
139	 1999
Kind und Natur (Klein)Gärten für Kinder
140	 1999
Braunschweig	Zukunft Kleingarten mit naturnaher und ökologischer
141	 1999
Hildesheim	Biotope im Kleingartenbereich – ein nachhaltiger Beitrag zur Agenda 21
142	 1999
143	 2000
Mönchengladbach	Recht und Steuern im Kleingärtnerverein
144	 2000
Oldenburg	Pflanzenzüchtung und Kultur für den Kleingarten
von einjährigen Kulturen bis zum immergrünen Gehölz
145	 2000
Die Agenda 21 im Blickfeld des BDG
146	 2000
Pflanzenschutz im Kleingarten unter ökologischen Bedingungen
147	 2000
Aktuelle kleingarten- und vereinsrechtliche Probleme
148	 2000
Kaiserslautern	Familiengerechte Kleingärten und Kleingartenanlagen
149	 2000
Natur- und Bodenschutz im Kleingartenbereich
151	 2001
152	 2001
Mönchengladbach	Natur- und Pflanzenschutz im Kleingarten
153	 2001
154	 2001
Gelsenkirchen	Frauen im Ehrenamt – Spagat zwischen Familie, Beruf und
155	2001
156	 2001
Leipzig	Zwischenverpachtungen von Kleingartenanlagen –
Gesetzliche Privilegien und Verpflichtungen
157	 2002
158	 2002
Oldenburg	Stadtökologie und Kleingärten – verbesserte Chancen für die
159	 2002
 iteinander reden in Familie und Öffentlichkeit –
was ich wie sagen kann
160	 2002
Boden – Bodenschutz und Bodenleben im Kleingarten
161	 2002
162	 2002	Berlin
Das Element Wasser im Kleingarten
164	 2003
Rostock	Artenvielfalt im Kleingarten – ein ökologischer Beitrag des
Kleingartenwesens
165	 2003
Hamburg	Rosen in Züchtung und Nutzung im Kleingarten
166	 2003
Rostock	Wettbewerbe – Formen, Auftrag und Durchführung
167	 2003
168	 2003
Bad Mergentheim	Soziologische Veränderungen in der BRD und mögliche
Auswirkungen auf das Kleingartenwesen
169	 2004
Braunschweig	Kleingärtnerische Nutzung (Rechtsseminar)
170	 2004
171	 2004
Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau
172	 2004
Mein grünes Haus
173	 2004
Dresden	Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau
174	 2004
175	 2004
Würzburg	Der Kleingarten als Gesundbrunnen für Jung und Alt
176	 2004
Münster	Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im
Schrebergarten (I)
177	2005
178	 2005
München	Ehrenamt – Gender-Mainstreaming im Kleingarten
179	 2005
180	 2005
181	 2005
Naturschutzgesetzgebung und Kleingartenanlagen
182	2005
183	 2005
Bonn	Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im
Schrebergarten (II)
184	 2006
 üngung, Pflanzenschutz und Ökologie im Kleingarten –
unvereinbar mit der Notwendigkeit der Fruchtziehung?
185	 2006
186	 2006
187	 2006
Grundseminar Boden und Düngung
188	 2006
Fragen aus der Vereinstätigkeit
189	 2007
Deutschland altert – was nun?
190	 2007
Grundseminar Pflanzenschutz
191	2007
192	 2007
Grundseminar Gestaltung und Laube
193	 2007
Bielefeld	Rechtsprobleme im Kleingarten mit Verbänden lösen
(Netzwerkarbeit) Streit vermeiden – Probleme lösen
194	 2008
195	 2008
Neu-Ulm	Pflanzenverwendung I – vom Solitärgehölz bis zur Staude
196	 2008
Magdeburg	Soziale Verantwortung des Kleingartenwesens – nach innen und nach
197	 2008
Grünberg	Pflanzenverwendung II – vom Solitärgehölz bis zur Staude
198	2008
199	 2008
Leipzig	Kleingärtner sind Klimabewahrer – durch den Schutz der
Naturressourcen Wasser, Luft und Boden
200	 2009
201	2009
202	 2009
Vielfalt durch gärtnerische Nutzung
203	 2009
Gesundheitsquell – Kleingarten
204	 2009
Biotope im Kleingarten
205	 2009
Wie manage ich einen Verein?
206	 2010
von außen (1)
207	 2010
Pachtrecht I
Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch
Magdeburg	Zwischenpachtvertrag – Privileg und Verpflichtung
208	 2010
Umwelt plus Bildung gleich Umweltbildung
209	 2010
Kassel	Der Fachberater – Aufgabe und Position im Verband
210	 2010
211	 2010
Dresden	Umweltorganisationen ziehen an einem Strang (grüne Oasen als
Schutzwälle gegen das Artensterben)
212	 2010
213	 2011
auch von außen (2)
Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung
214	 2011
Steuerliche Gemeinnützigkeit und ihre Folgen
215	 2011
Blick in das Kaleidoskop – soziale Projekte des Kleingartenwesens
216	 2011
Pflanzenvermehrung selbst gemacht
217	 2011
Ressource Wasser im Kleingarten – „ohne Wasser, merkt euch das …“
218	 2011
Satzungsgemäße Aufgaben des Vereins
219	 2012
Ausgewählte Projekte des Kleingartenwesens
220	 2012
Naturnaher Garten und seine Vorzüge
221	 2012
Rechtsfindungen im Kleingartenwesen – Urteile zu speziellen Inhalten
222	2012
223	 2012
Objekte des Natur- und Umweltschutzes
224	2012
Neue Medien und Urheberrecht,
Wichtige Bausteine der Öffentlichkeitsarbeit
Der Vereinsvorstand – Haftung nach innen und außen
226	2013
Integration – Kleingärten als Schmelztiegel der Gesellschaft
227	2013
Renaturierung von aufgelassenen Kleingärten und Kleingartenanlagen
228	2013
Hamburg	Familiengärten
229	2013