Source: https://www.ihr-anwalt-hamburg.de/taetigkeitsbereiche/s/174-b-stgb-sexueller-missbrauch-unter-ausnutzung-einer-amtsstellung.html
Timestamp: 2017-12-11 05:41:28
Document Index: 363261249

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 11', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 174']

Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung - § 174 b StGB – - Ihr Anwalt Hamburg - Rechtsanwälte Lauenburg & Kopietz
§ 174 b StGB – Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung
Von Rechtsanwalt & Fachanwalt für Strafrecht J. Lauenburg - Strafverteidiger, Hamburg
Gemäß § 174 b StGB kann nur ein Amtsträgern (§ 11 Abs. 1 Nr. 4 StGB), der dienstlich an einem Strafverfahren, freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung oder behördlichen Verwahrung mitwirkt, Täter sein. Geschützt wird die sexuelle Selbstbestimmung solcher Personen, die von einem Straf- oder Unterbringungsverfahren betroffen sind und deren Willensfreiheit angesichts des drohenden Freiheitsentzugs in erhöhtem Maße gefährdet ist.
In dieser Situation sind diese Personen vor sexuellen Übergriffen besonders schutzwürdig. Insofern greift § 174 b Abs. 1 StGB dem Schutzbereich des ähnlichen § 174 a StGB in zeitlicher Hinsicht vor. Nicht nur bereits Gefangene oder in Untersuchungshaft Verwahrte, sondern auch Personen, deren Straf- oder Unterbringungsverfahren sich im Lauf befindet, sollen somit vor sexuellem Missbrauch geschützt werden.
Voraussetzungen des § 174 b Abs. 1 StGB
Damit die Tatbestandsvoraussetzungen des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung einer Amtsstellung gem. § 174 b I StGB vorliegen, muss der Täter als Inhaber einer Amtsstellung und in besonderer Beziehung zum Opfer vorsätzlich seine Macht über das Opfer und die Abhängigkeit des Opfers ausnutzen, um sexuelle Handlungen am Opfer vornehmen oder sexuelle Handlungen vom Opfer an sich vornehmen lassen.
Mit „sexuellen Handlungen“ sind im Rahmen der Missbrauchsdelikte körperliche Berührungen zwischen Täter und Opfer, die nicht dienstlich erforderlich sind und nicht sozial adäquat sind, gemeint.
Gemäß § 174 b Abs. 1 StGB kann eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ausgesprochen werden. Nach § 174 b II StGB ist der Versuch des Missbrauchs unter Ausnutzung einer Amtsstellung unter Strafe gestellt.
Die konkrete Straferwartung richtet sich jedoch nach dem Einzelfall, da bei der Strafzumessung die Tatumstände, etwaige Vorstrafen, das Nachtatverhalten eine Rolle spielt.
Anwaltliche Beratung, Strafverteidigung und Nebenklagevertretung bei sexuellem Missbrauch – Anwaltskanzlei J. Lauenburg aus Hamburg
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§ 174 b StGB