Source: https://www.steuba.de/betriebsausgaben/steuerberaterverguetungsverordnung-erlaeuterung/
Timestamp: 2019-12-05 22:39:01
Document Index: 225012268

Matched Legal Cases: ['Art. 7', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 126', '§ 10', '§ 11', '§ 13', '§ 21', '§ 14', '§ 12', '§ 15', '§ 16', '§ 7', '§ 21', '§ 23', '§ 32', '§ 13', '§ 9', '§ 14', '§ 33', '§ 27', '§ 9']

SteuerberatervergÃ¼tungsverordnung: Was muss man hierzu wissen?
05 Jun SteuerberatervergÃ¼tungsverordnung: Was ist geregelt?
VerÃ¶ffentlicht um: 17:26Uhr in Betriebsausgaben	von	Michael Jonas
Was ist in der SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung geregelt?
Wo findet sich die SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung?
Welche Arten von GebÃ¼hren gibt es in der SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung?
Was sind WertgebÃ¼hren in der SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung?
Was sind RahmengebÃ¼hren in der SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung?
Was ist eine ZeitgebÃ¼hr in der SteuerberatervergÃ¼tungsverordnung?
Was ist eine PauschalvergÃ¼tung in der SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung?
Wie ermitteln sich die GebÃ¼hren fÃ¼r BuchfÃ¼hrung, SteuererklÃ¤rungen und Jahresabschluss bei einem Steuerberater?
Wie ermitteln sich die Gegenstandswerte bei einer SteuererklÃ¤rung?
Wie ermitteln sich die Gegenstandswerte fÃ¼r die LohnbuchfÃ¼hrung?
Kann der Steuerberater einen Vorschuss von seinem Auftraggeber verlangen?
Die SteuerberatergebÃ¼hren sind in der heutigen SteuerberatervergÃ¼tungsverordnung (StBVV) geregelt (zuletzt geÃ¤ndert durch Art. 7 der VO vom 12.7.2017, BGBl I 2017, 2360).
Sofern keine besondere VergÃ¼tungsvereinbarung bei Mandatsannahme mit dem Mandanten vereinbart wurde (Â§ 4 StBVV), gilt die StBVV.
Niedrigere und auch hÃ¶here GebÃ¼hren als in der VergÃ¼tungsverordnung enthalten, darf der Steuerberater grundsÃ¤tzlich nicht berechnen.
Ein Erfolgshonorar darf nur fÃ¼r den Einzelfall und nur dann vereinbart werden, wenn der Auftraggeber aufgrund seiner wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse bei verstÃ¤ndiger Betrachtung ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars von der Rechtsverfolgung abgehalten wÃ¼rde (Â§ 9a Abs. 2 StBerG). Die Vereinbarung bedarf nach Â§ 9a Abs. 3 StBerG der “Textform” (Â§ 126b BGB). Sie muss von anderen Vereinbarungen deutlich abgesetzt sein. Die Einzelheiten der Honorarvereinbarung sind zu dokumentieren.
In der StBVV gibt es WertgebÃ¼hren (Â§ 10 StBVV), BetragsrahmengebÃ¼hren (Â§ 11 StBVV) und die ZeitgebÃ¼hr (Â§ 13 StBVV) sowie die RatsgebÃ¼hr (Â§ 21 StBVV). FÃ¼r einzelne oder mehrere fÃ¼r denselben Auftraggeber laufend auszufÃ¼hrende TÃ¤tigkeiten kann der Steuerberater eine PauschalvergÃ¼tung vereinbaren (Â§ 14 StBVV), die in Textform und fÃ¼r den Zeitraum von mindestens einem Jahr zu treffen ist.
Der VergÃ¼tung ist die Umsatzsteuer hinzuzurechnen, die nach Â§ 12 UStG auf die TÃ¤tigkeit entfÃ¤llt (Â§ 15 StBVV). Der Steuerberater hat auch Anspruch auf Ersatz der bei der AusfÃ¼hrung des Auftrags fÃ¼r Post- und Telekommunikationsdienstleistungen zu zahlenden Entgelte (Â§ 16 StBVV).
GemÃ¤ÃŸ Â§ 7 StBVV wird die VergÃ¼tung fÃ¤llig, wenn der Auftrag erledigt oder die Angelegenheit beendet ist.
Die WertgebÃ¼hren bestimmen sich nach den der Verordnung als Anlage beigefÃ¼gten Tabellen A bis E. Sie werden nach dem Wert berechnet, den der Gegenstand der beruflichen TÃ¤tigkeit hat.
Ist fÃ¼r die GebÃ¼hren ein Rahmen vorgesehen, so bestimmt der Steuerberater die GebÃ¼hr im Einzelfall unter BerÃ¼cksichtigung aller UmstÃ¤nde, vor allem des Umfangs und der Schwierigkeit der beruflichen TÃ¤tigkeit, der Bedeutung der Angelegenheit sowie der Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse des Auftraggebers, nach billigem Ermessen. Ein besonderes Haftungsrisiko des Steuerberaters kann bei der Bemessung herangezogen werden. Bei RahmengebÃ¼hren, die sich nicht nach dem Gegenstandswert richten, ist das Haftungsrisiko zu berÃ¼cksichtigen. In der Praxis wird die MittelgebÃ¼hr regelmÃ¤ÃŸig nicht beanstandet. Die GebÃ¼hrenbestimmung muss der Steuerberater unter BerÃ¼cksichtigung der vorgenannten Kriterien vornehmen. Bei einem durchschnittlichen Fall ist die MittelgebÃ¼hr anzusetzen. Es ist auch nicht zulÃ¤ssig, ohne nachvollziehbaren Grund, die MittelgebÃ¼hr pauschal um 20 % zu Ã¼bersteigen.
Die ZeitgebÃ¼hr nach Ã„nderung der VergÃ¼tungsverordnung betrÃ¤gt 30 â‚¬ bis 70 â‚¬ je angefangene halbe Stunde. Steuerberater kÃ¶nnen/mÃ¼ssen die ZeitgebÃ¼hr ansetzen, wenn die VergÃ¼tungsverordnung dies ausdrÃ¼cklich vorsieht (Â§Â§ 21-46 StBVV) oder wenn keine genÃ¼genden Anhaltspunkte fÃ¼r eine SchÃ¤tzung des Gegenstandswerts vorhanden ist. FÃ¼r TÃ¤tigkeiten nach Â§Â§ 23, 40, 44 und 45 und 46 StBVV gelten keine ZeitgebÃ¼hren. Steuerberater kÃ¶nnen mittels einer VergÃ¼tungsvereinbarung (s.o.) auch fÃ¼r andere als in der StBVV vorgesehenen Leistungen eine (hÃ¶here) ZeitgebÃ¼hr verlangen. Wird die ZeitgebÃ¼hr berechnet, so muss der Steuerberater in der Rechnung die Vorschrift fÃ¼r die abgerechnete TÃ¤tigkeit (z.B. Â§Â§ 32 StBVV: Einrichtung einer BuchfÃ¼hrung) benennen und zudem auch immer auf Â§ 13 StBVV verweisen, weil sich die HÃ¶he der GebÃ¼hr erst aus dieser Vorschrift ergibt (Â§ 9 Abs. 2 StBVV).
FÃ¼r einzelne oder mehrere fÃ¼r denselben Auftraggeber laufend auszufÃ¼hrende TÃ¤tigkeiten kann der Steuerberater eine PauschalvergÃ¼tung vereinbaren (z.B. Erstellung der laufenden BuchfÃ¼hrung sowie der Umsatzsteuervoranmeldungen). Die Vereinbarung muss in Textform und fÃ¼r einen Zeitraum von mindestens einem Jahr geschlossen werden.
In der Vereinbarung sind die vom Steuerberater zu Ã¼bernehmenden TÃ¤tigkeiten und die ZeitrÃ¤ume, fÃ¼r die sie geleistet werden, im Einzelnen aufzufÃ¼hren. Vereinbarungen Ã¼ber eine PauschalvergÃ¼tung sind in den FÃ¤llen des Â§ 14 Abs. 2 StBVV nicht erlaubt. Der GebÃ¼hrenanteil der PauschalvergÃ¼tung muss in einem angemessenen VerhÃ¤ltnis zur Leistung des Steuerberaters stehen (keine Unterschreitung der MindestgebÃ¼hren).
FÃ¼r SteuererklÃ¤rungen aller Art erhÃ¤lt der Steuerberater RahmengebÃ¼hren (s.o.), die nach der Tabelle A berechnet werden. Die Mindestgegenstandswerte wurden deutlich erhÃ¶ht:
EinkommensteuererklÃ¤rung: Gegenstandswert ist die Summe der positiven EinkÃ¼nfte, jedoch mindestens 8.000 EUR
ErklÃ¤rung zur gesonderten Feststellung der EinkÃ¼nfte ohne Ermittlung der EinkÃ¼nfte: Gegenstandswert ist die Summe der positiven EinkÃ¼nfte, jedoch mindestens 8.000 â‚¬
KÃ¶rperschaftsteuererklÃ¤rung: Gegenstandswert ist das Einkommen vor BerÃ¼cksichtigung eines Verlustabzugs, jedoch mindestens 16.000 â‚¬;
GewerbesteuererklÃ¤rung: Gegenstandswert ist der Gewerbeertrag vor BerÃ¼cksichtigung des Freibetrags und eines Gewerbeverlustes, jedoch mindestens 8.000 â‚¬;
Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie hierzu ergÃ¤nzender AntrÃ¤ge und Meldungen (z.B. zusammenfassende Meldung): Gegenstandswert sind 10 % der Summe aus dem Gesamtbetrag der Entgelte und der Entgelte, fÃ¼r die der LeistungsempfÃ¤nger Steuerschuldner ist, jedoch mindestens 650 â‚¬ (siehe aber Â§Â§ 33 Abs. 8 StBVV; AG Detmold, Urteil vom 14.10.2016, 7 C 108/15);
Umsatzsteuer-JahreserklÃ¤rung einschlieÃŸlich ergÃ¤nzender AntrÃ¤ge und Meldungen: Gegenstandswert sind 10 % der Summe aus dem Gesamtbetrag der Entgelte und der Entgelte, fÃ¼r die der LeistungsempfÃ¤nger Steuerschuldner ist, jedoch mindestens 8.000 â‚¬; fÃ¼r die Erstellung der UmsatzsteuerjahreserklÃ¤rung eines hauptberuflich tÃ¤tigen Rechtsanwalts ist – trotz nur durchschnittlicher Bedeutung – bei einem Ã¼berdurchschnittlichen inhaltlichen und zeitlichen Aufwand ein GebÃ¼hrensatz i.H.v. 5/10 angemessen (LG Detmold, Urteil vom 20.4.2016, 10 S 44/15, rkr.).
Gegenstandswert ist der jeweils hÃ¶here Betrag, der sich aus der Summe der Einnahmen oder der Summe der Werbungskosten ergibt, jedoch mindestens 8.000 â‚¬. FÃ¼r Vorarbeiten, die Ã¼ber das Ã¼bliche MaÃŸ erheblich hinausgehen, erhÃ¤lt der Steuerberater die ZeitgebÃ¼hr (Â§ 27 Abs. 3 StBVV; siehe oben).
FÃ¼r die erstmalige Einrichtung von Lohnkonten und die Aufnahme der Stammdaten erhÃ¤lt der Steuerberater eine GebÃ¼hr von 5 bis 16 â‚¬ je Arbeitnehmer.
FÃ¼r die FÃ¼hrung von Lohnkonten und die Anfertigung der Lohnabrechnung kann der der Steuerberater eine GebÃ¼hr von 5 bis 25 â‚¬ je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum verlangen.
FÃ¼r die FÃ¼hrung von Lohnkonten und die Anfertigung der Lohnabrechnung nach vom Auftraggeber erstellten Buchungsunterlagen kann eine GebÃ¼hr von 2 bis 9 â‚¬ je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum abgerechnet werden.
FÃ¼r die FÃ¼hrung von Lohnkonten und die Anfertigung der Lohnabrechnung nach vom Auftraggeber erstellten Eingaben fÃ¼r die Datenverarbeitung und mit beim Auftraggeber eingesetzten Datenverarbeitungsprogrammen des Steuerberaters erhÃ¤lt dieser neben der VergÃ¼tung fÃ¼r die Datenverarbeitung und fÃ¼r den Einsatz der Datenverarbeitungsprogramme eine GebÃ¼hr von 1 bis 4 â‚¬ je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum.
Der Steuerberater kann von seinem Auftraggeber fÃ¼r die entstandenen und die voraussichtlich entstehenden GebÃ¼hren und Auslagen einen angemessenen Vorschuss fordern. Die Formvorschriften des Â§ 9 Abs. 2 StBVV mÃ¼ssen bei der Vorschussrechnung beachtet werden. Wird der geforderte Vorschuss nicht gezahlt, muss der Steuerberater auch nicht in Vorleistung treten. Ein Steuerberater hat nicht verbrauchte HonorarvorschÃ¼sse zu erstatten, es sei denn, es besteht die MÃ¶glichkeit der Verrechnung auf das noch nicht abgerechnete Honorar fÃ¼r weiter erbrachte Leistungen. Bei RahmengebÃ¼hren darf als Vorschuss nicht die HÃ¶chstgebÃ¼hr verlangt werden, wenn sich der Mandatsumfang noch nicht abschÃ¤tzen lÃ¤sst.
BuchfÃ¼hrung GebÃ¼hren Gegenstandswerte LohnbuchfÃ¼hrung Steuerberater SteuerberatergebÃ¼hrenverordnung