Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20W%20155/09
Timestamp: 2019-12-10 07:16:16
Document Index: 272701320

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 60', '§ 15', '§ 60', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 55', '§ 60', '§ 15', '§ 15', '§ 55', '§ 15', '§ 60', '§ 15', 'BGH', '§ 60', '§ 15', '§ 60', 'BGH', '§ 15', 'BGH']

OLG Braunschweig, 10.09.2009 - 2 W 155/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,5925
OLG Braunschweig, 10.09.2009 - 2 W 155/09 (https://dejure.org/2009,5925)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 10.09.2009 - 2 W 155/09 (https://dejure.org/2009,5925)
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 10. September 2009 - 2 W 155/09 (https://dejure.org/2009,5925)
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RVG -VV Teil 3 Vorbem. 3 Abs. 4; RVG § 15a Abs. 2
LG Braunschweig, 20.07.2009 - 5 O 1758/07
MDR 2010, 175
Dem steht nicht entgegen, dass nur Absatz 1 die Berechnung der Vergütung zwischen Anwalt und Auftraggeber betrifft, Absatz 2 dagegen die - hier relevante - Frage der Erstattung von Anwaltsgebühren durch einen Dritten regelt (aA: OLG München v. 13.10.09, 11 W 2244/09, JURIS; OLG Braunschweig v. 10.09.09, 2 W 155/09, JURIS; OLG Dresden v. 13.08.09, 3 W 793/09, JURIS).
Die Einschlägigkeit der Übergangsbestimmung des § 60 Abs. 1 RVG für die Neuregelung des § 15a RVG wird teilweise mit dem Argument verneint, dass sich § 60 Abs. 1 RVG nur auf die Berechnung der Vergütung des Rechtsanwalts beziehe und dabei in erster Linie das Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Mandant regele, wohingegen § 15a Abs. 2 RVG nicht auf dieses Verhältnis abstelle, sondern die Frage der Erstattung von Anwaltsgebühren durch einen Dritten regele (so: OLG Braunschweig, Beschl. v. 10.09.2009 - 2 W 155/09 -, Nds. Rpfl. 10/2009, S. 358).
Dem steht nicht entgegen, dass nur § 15a Abs. 1 RVG die Berechnung der Vergütung zwischen Anwalt und Auftraggeber betrifft, während § 15a Abs. 2 und § 55 Abs. 5 sich auf die Auswirkungen der Gebührenanrechnung im Verhältnis zum Dritten bzw. zur Staatskasse beziehen (aA: OLG München v. 13.10.09, 11 W 2244/09, JURIS; OLG Braunschweig v. 10.09.09, 2 W 155/09, JURIS; OLG Dresden v. 13.08.09, 3 W 793/09, JURIS; Hansens, ZfS 2009, 428ff unter Ziff. IV, JURIS).
Der Anwendbarkeit des § 60 Abs. 1 RVG steht nicht entgegen, dass nur § 15a Abs. 1 RVG die Berechnung der Vergütung zwischen Anwalt und Auftraggeber betrifft, während § 15a Abs. 2 und § 55 Abs. 5 sich auf die Auswirkungen der Gebührenanrechnung im Verhältnis zum Dritten bzw. zur Staatskasse beziehen (vgl. Senatsbeschluss v. 10.12.2009, II-10 WF 34/09; aA : OLG München v. 13.10.09, 11 W 2244/09, JURIS; OLG Braunschweig v. 10.09.09, 2 W 155/09, JURIS; OLG Dresden v. 13.08.09, 3 W 793/09, JURIS; Hansens, ZfS 2009, 428ff unter Ziff. IV, JURIS).
12 So haben sich für die Anwendbarkeit von § 15a RVG in "Altfällen" ausgesprochen einige obergerichtliche Senate (vgl. - jeweils zitiert nach juris - OLG Stuttgart 8. Zivilsenat - Beschluß vom 11. August 2009 - 8 W 339/09; OVG NRW 4. Senat - Beschluß vom 11. August 2009 - 4 E 1609/08; OLG Dresden 3. Zivilsenat - Beschluß vom 13. August 2009 - 3 W 793/09; OLG Koblenz 14. Zivilsenat - Beschluß vom 1. September 2009 - 14 W 553/09; OLG Köln 17. Zivilsenat - Beschluß vom 14. September 2009 - 17 W 195/09; OLG Bamberg 7. Senat für Zivilsachen - Beschluß vom 5. Oktober 2009 - 7 WF 201/09; OLG Braunschweig 2. Zivilsenat - Beschluß vom 10. September 2009 - 2 W 155/09) sowie der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes (Beschluß vom 2. September 2009 - II ZB 35/07 - zitiert nach juris); dabei wird für die Verneinung der Einschlägigkeit des § 60 Abs. 1 RVG teilweise darauf abgestellt, § 15a RVG stelle keine Gesetzesänderung sondern eine "Klarstellung" des Gesetzgebers dar (…so der II. Zivilsenat des BGH, aaO Tz. 8;… OLG Stuttgart aaO;… OLG Bamberg aaO), nach anderem Ansatz soll - trotz Vorliegens einer Gesetzesänderung - § 60 Abs. 1 RVG nicht einschlägig sein, weil letztere Norm allein für die Berechnung der Vergütung im Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Mandant gelte, die durch § 15a RVG jedoch nicht berührt werde (…so OLG Braunschweig, aaO;… OLG Dresden aaO;… OLG Koblenz aaO).
Die Vorschrift des § 60 Abs. 1 Satz 1 RVG , die hiervon abweichende Übergangsvorschriften enthält, ist nicht einschlägig, da sie sich allein auf das Auftragsverhältnis zwischen dem Mandanten und dem Rechtsanwalt bezieht und nicht auf den prozessuale Kostenerstattungsanspruch des Mandanten gegen den Prozessgegner (…so auch II. Zivilsenat des BGH, Beschluss v. 2. September 2009, II ZB 35/07 - NJW 2009, 3101 - zitiert nach juris, dort Rn. 7; OLG Dresden, Beschluss v. 13. August 2009, 3 W 0793/09 - JurBüro 2009, 582 ; OLG Braunschweig, Beschluss v. 10. September 2009, 2 W 155/09 - MDR 2010, 175 m.w.N.; OLG München, Beschluss v. 13. Oktober 2009, 11 W 2244/09 - MDR 2009, 1417 ; vgl. auch Müller-Rabe NJW 2009, 2913, 2916 m.w.N. in Fn. 26).
Die Frage der Rückwirkungsproblematik stelle sich nicht, soweit man § 15 Abs. 2 RVG im Bereich der Kostenfestsetzung nur einen verfahrensrechtlichen Charakter beimesse (vgl. etwa BGH, NJW 2009, 3101; OLG Dresden, JurBüro 2009, 582 ; OLG Braunschweig, MDR 2010, 175 m.w.N.; OLG München, MDR 2009, 1417 ; OLG Frankfurt, Beschluss vom 18.02.2010, 18 W 4/10, zitiert nach JURIS).