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Timestamp: 2017-08-21 15:43:50
Document Index: 307597019

Matched Legal Cases: ['Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15']

Lücke in den Vorschriften über die Korrektur der Einzelkosten | Rödl & Partner
Lücke in den Vorschriften über...
Bei der Erstellung der jährlichen Körperschaftsteuererklärung CIT-8 sind die Steuerpflichtigen verpflichtet, alle offenen Posten zum 31.12.2013 zu analysieren und ggf. eine Korrektur der Betriebsausgaben gemäß Art. 15b des Körperschaftsteuergesetzes
(„KStG-PL“) vorzunehmen. Die größten Schwierigkeiten bereitet zweifelsohne die Anwendung des o.g. Grundsatzes bei der Abrechnung von Einzelkosten, z.B. der Produktionskosten.
Gemäß Art. 15b Abs. 8 KStG-PL gilt Folgendes: Erfolgt die Erfassung der Einzelkosten unter den Betriebsausgaben nach Ablauf der in Abs. 1 oder 2 genannten Frist, dann wird dieser Betrag gemäß Art. 15 unter den Betriebsausgaben erfasst – frühestens jedoch in dem Monat, in dem der Betrag beglichen wurde.
Beträgt die Zahlungsfrist mehr als 60 Tage, so sind die Betriebsausgaben innerhalb von 90 Tagen nach Erfassung des nicht gezahlten Betrags unter den Betriebsausgaben zu mindern, soweit er in dieser Zeit nicht beglichen wurde.(Art. 15b Abs. 2 KStG-PL)
Bei wörtlicher Auslegung dieser Vorschrift müsste davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber die Erfassung einer bestimmten Forderung unter den Betriebsausgaben meint, die nach Ablauf von 90 Tagen ab Ausweis dieser Zahlung als Betriebsausgabe erfolgt ist. Diese Vorschrift scheint folglich in sich widersprüchlich zu sein.
Nehmen wir an, dass der in Art. 15b Abs. 8 KStG-PL genannte Termin der Tag ist, an dem 90 Tage ab Erfassung als Betriebsausgabe ablaufen,
so würde die Vorschrift einerseits die Möglichkeit, die nicht bezahlten Beträge als Betriebsausgaben auszuweisen, bis zu deren Begleichung zeitlich verschieben,
andererseits würde davon ausgegangen, dass die Erfassung unter den Betriebsausgaben doch vorgenommen wurde, weil der in Art. 15b Abs. 2 KStG-PL genannte Termin in engem Zusammenhang mit der vorherigen Erfassung der Aufwendungen als Betriebsausgaben steht.
Unseres Erachtens kann der o.g. Widerspruch eine Chance eröffnen, die Korrektur von Produktionskosten zu vermeiden, deren Fälligkeitsfrist 60 Tage überschreitet. Wir würden Ihnen gerne die Details der obigen Konzeption näher bringen sowie andere Möglichkeiten schildern, die Folgen der Vorschriften über die obligatorische Korrektur der Aufwendungen zu mildern.