Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%201935/03
Timestamp: 2020-02-17 18:53:25
Document Index: 301659947

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 529', 'Art. 103', 'BGH', '§ 529', 'Art. 103', 'BGH', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 52', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BVerfG, 22.11.2004 - 1 BvR 1935/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1037
BVerfG, 22.11.2004 - 1 BvR 1935/03 (https://dejure.org/2004,1037)
BVerfG, Entscheidung vom 22.11.2004 - 1 BvR 1935/03 (https://dejure.org/2004,1037)
BVerfG, Entscheidung vom 22. November 2004 - 1 BvR 1935/03 (https://dejure.org/2004,1037)
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Zur Pflicht des Rechtsmittelgerichts zur erneuten Zeugenvernehmung bei Zweifeln an der Glaubwürdigkeit
Gerichtliche Verurteilung zur Zahlung ohne Durchführung einer Beweisaufnahme; Möglichkeit der Erhebung einer Verfassungsbeschwerde bei Verletzung des Grundsatzes auf rechtliches Gehör; Bindung des Berufungsgerichts an die Tatsachenfeststellungen des ersten Rechtszugs
Verfahrensrecht - Pflicht zur erneute Zeugenvernehmung in der Berufungsinstanz
LG Deggendorf, 19.08.2003 - 1 S 52/03
NJW 2005, 1487
Solche Zweifel können sich auch aus der Möglichkeit unterschiedlicher Wertungen ergeben (…im Anschluss an Senatsurteil vom 9. März 2005, VIII ZR 266/03, BGHZ 162, S. 317; Anschluss an BVerfG, vom 12. Juni 2003, 1 BvR 2285/02, NJW 2003, 2524 und vom 22. November 2004, 1 BvR 1935/03, NJW 2005, 1487).
Das wäre nur dann erforderlich, wenn der Senat die Zeugenaussage anders als das erstinstanzliche Gericht würdigen (BGH, Beschluss vom 14.07.2009 - VIII ZR 3/09, juris) oder die Glaubwürdigkeit anders als das erstinstanzliche Gericht beurteilen will (BVerfG, Beschluss vom 22.11.2004 - 1 BvR 1935/03, Rn. 11, juris).
Insbesondere muss es einen bereits in erster Instanz vernommenen Zeugen nochmals vernehmen, wenn es dessen Aussage "anders würdigen" beziehungsweise "anders verstehen oder werten" will als die Vorinstanz (BVerfGK 18, 58 ; vgl. BGH…, Urteil vom 18. Oktober 2006 - IV ZR 130/05 -, juris, Rn. 23; BGH…, Beschluss vom 14. Juli 2009 - VIII ZR 3/09 -, juris, Rn. 5; BGH…, Beschluss vom 9. Februar 2010 - XI ZR 140/09 -, juris, Rn. 9; BGH…, Beschluss vom 10. November 2010 - IV ZR 122/09 -, juris, Rn. 6; BGH…, Beschluss vom 21. März 2012 - XII ZR 18/11 -, juris, Rn. 6; BGH…, Urteil vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13 -, juris, Rn. 23; BGH…, Beschluss vom 5. Mai 2015 - XI ZR 326/14 -, juris, Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 11. Juni 2015 - I ZR 217/14 -, juris, Rn. 9; vgl. bei abweichender Glaubwürdigkeitsbeurteilung auch BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 22. November 2004 - 1 BvR 1935/03 -, juris, Rn. 11 mit weiteren Nachweisen, sowie BGH…, Urteil vom 12. März 2004 - V ZR 257/03 -, juris, Rn. 13).
Würdigt das Berufungsgericht eine Zeugenaussage anders als das erstinstanzliche Gericht, ohne den Zeugen selbst zu vernehmen, liegt darin ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör der benachteiligten Partei (im Anschluss an BVerfG, NJW 2005, 1487 und BGH, Beschluss vom 5. April 2006 - IV ZR 253/05, FamRZ 2006, 946).
Diese rechtsfehlerhafte Anwendung des § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO verletzt den Anspruch der Beklagten auf rechtliches Gehör nach Art. 103 Abs. 1 GG (vgl. BVerfG, NJW 2005, 1487; BGH, Beschluss vom 5. April 2006 - IV ZR 253/05, FamRZ 2006, 946).
Unterlässt es dies und wendet damit § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO fehlerhaft an, ist die dadurch benachteiligte Partei in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 103 Abs. 1 GG verletzt (BVerfG, NJW 2005, 1487; BGH, Beschlüsse vom 9. Februar 2010 - XI ZR 140/09, BKR 2010, 515, 516 …und vom 21. März 2012 - XII ZR 18/11, NJW-RR 2012, 704 Rn. 6).
a) Bleiben Anträge einer Partei deswegen unberücksichtigt, weil der Tatrichter sie in offenkundig fehlerhafter Anwendung des Prozessrechts zu Unrecht für ausgeschlossen erachtet hat, so ist zugleich das rechtliche Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) der Partei verletzt (vgl. BVerfG, NJW 2005, 1487, juris Rn. 11;… BGH, Beschlüsse vom 1. Oktober 2014 - VII ZR 28/13, BauR 2015, 158 Rn. 10 = NZBau 2014, 779;… vom 9. Juli 2014 - VII ZR 161/13, BauR 2014, 1775 Rn. 12 = NZBau 2014, 621).
Eine solche Pflicht hätte nur bestanden, wenn es zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass die Beweisaufnahme vom Arbeitsgericht nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden sei, oder es die Glaubwürdigkeit des Zeugen abweichend hätte beurteilen wollen (vgl. dazu BVerfG 22. November 2004 - 1 BvR 1935/03 - zu II 1 a der Gründe) .
BGH, 09.07.2014 - VII ZR 161/13
BGH, 31.07.2013 - VII ZR 59/12
Haftung des Ingenieurs: Darlegungslast zur Verletzung der …
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Zu den Anforderungen des Gehörsanspruchs (Art 52 Abs 3 Alt 2 Verf BB 1992) an die …
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BGH, 16.09.2010 - V ZR 61/10
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