Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.10.2012&Aktenzeichen=III%20ZR%20312/11
Timestamp: 2019-11-14 16:00:25
Document Index: 120739686

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 426', '§ 426', '§ 426', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 426', '§ 199', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 24', 'BGH', '§ 24', 'BGH', '§ 24', 'BGH', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 24', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.10.2012 - III ZR 312/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,33412
BGH, 18.10.2012 - III ZR 312/11 (https://dejure.org/2012,33412)
BGH, Entscheidung vom 18.10.2012 - III ZR 312/11 (https://dejure.org/2012,33412)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 2012 - III ZR 312/11 (https://dejure.org/2012,33412)
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BBodSchG § 24 Abs. 2 Satz 4, 2. Alt
§ 24 Abs 2 S 4 Alt 2 BBodSchG
BBodSchG § 24 Abs. 2 S. 4 Alt. 2
Beginn der Verjährung des bodenschutzrechlichen Ausgleichsanspruchs nach § 24 Abs. 2 S. 4 Alt. 2 BBodSchG
Beendigung der gesamten im Einzelfall erforderlichen bzw. angeordneten Maßnahmen als Voraussetzung für den Beginn der Verjährung des bodenschutzrechtlichen Ausgleichsanspruchs nach § 24 Abs. 2 S. 4 Alt. 2 BBodSchG
Zum Beginn der Verjährung des bodenschutzrechtlichen Ausgleichsanspruchs nach § 24 Abs. 2 Satz 4, 2. Alt. BBodSchG
Bodenrechtlicher Ausgleichsanspruch nach § 24 Abs. 2 BBodSchG: Verjährungsbeginn?
Verjährung von Ausgleichsansprüchen nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz
Altlasten: Bodenschutzrechtliche Ausgleichsansprüche verjähren erst nach Beendigung aller Maßnahmen! (IMR 2012, 503)
LG Bremen, 08.10.2010 - 4 O 1078/09
BGHZ 195, 153
NJW 2012, 3777
MDR 2012, 1461
NVwZ 2013, 163
NZM 2012, 862
VersR 2013, 372
WM 2013, 2328
BauR 2013, 449
Unabhängig von seiner Ausprägung als Mitwirkungs-, Befreiungs- oder Zahlungsanspruch handelt es sich um einen einheitlichen Anspruch, der einer einheitlichen Verjährung unterliegt und mit der Begründung der Gesamtschuld entstanden ist (…BGH, Urteile vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 ff.;… vom 9. Juli 2009 - VII ZR 109/08, VersR 2010, 396 Rn. 22; vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153 Rn. 13;… vom 7. Mai 2015 - VII ZR 104/14, VersR 2016, 1208 Rn. 19;… vgl. auch Staudinger/Looschelders, BGB, Neubearbeitung 2012, § 426 Rn. 7;… BeckOK BGB/Gehrlein, BGB, § 426 Rn. 3a [Stand: 01.08.2016];… Palandt/Grüneberg, BGB, 75. Aufl., § 426 Rn. 4, jeweils mwN).
Dementsprechend entsteht der Ausgleichsanspruch als einheitlicher Anspruch bereits in dem Augenblick, in dem die für denselben Schaden verantwortlichen Ersatzpflichtigen dem Geschädigten ersatzpflichtig werden, also regelmäßig im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses (vgl. Senatsurteil vom 21. November 1953 - VI ZR 82/52, BGHZ 11, 170, 174; BGH…, Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 ff.;… vom 9. Juli 2009 - VII ZR 109/08, VersR 2010, 396 Rn. 22; vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153, Rn. 13, jeweils mwN).
Der Annahme, dass der Ausgleichsanspruch aus § 426 Abs. 1 BGB bereits vor der Fälligkeit des Anspruchs auf Ersatz von - im Zeitpunkt des Eintritts der ersten Vermögenseinbuße vorhersehbarer, in ihrer konkreten Ausprägung aber noch nicht feststehender - Folgeschäden im Sinne des § 199 Abs. 1 BGB entstanden ist und zum Gegenstand einer Feststellungsklage gemacht werden kann, stehen die Erwägungen des III. Zivilsenats nicht entgegen (vgl. auch BGH, Urteil vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153 Rn. 13).
Bei einer Sanierung in mehreren Schritten oder einer langjährigen Grundwasserreinigung ist für den Verjährungsbeginn der Abschluss der gesamten im Einzelfall erforderlichen oder angeordneten Maßnahmen maßgeblich (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153 Rn. 10 mwN).
Dementsprechend ist für den Verjährungsbeginn nicht auf die Beendigung der Sanierungsmaßnahmen im Sinne des § 2 Abs. 7 BBodSchG abzustellen, die der Beseitigung, Verminderung oder Eindämmung einer bereits eingetretenen nachteiligen Bodenveränderung dienen, sondern auf die Beendigung sämtlicher Maßnahmen, für deren Kosten Verpflichtete nach § 24 Abs. 1 BBodSchG haften (vgl. BGHZ 195, 153 Rn. 17 mwN).
Der Beginn seiner Verjährung ist in § 24 Abs. 2 Satz 4 BBodSchG abweichend von den für die Verjährung von Schadensersatzansprüchen geltenden Bestimmungen geregelt worden (vgl. BGHZ 195, 153 Rn. 15).
Die von der Revision für richtig gehaltene Auslegung des § 24 Abs. 2 Satz 4 BBodSchG lässt die bodenschutzrechtliche Einheitlichkeit der Maßnahmen unberücksichtigt (vgl. BGHZ 195, 153 Rn. 20).
Damit handelt es sich bei § 24 Abs. 2 BBodSchG um einen eigenständigen Anspruch, dem im Außenverhältnis keine Gesamtschuld zugrunde liegt und der den Besonderheiten der bodenschutzrechtlichen Sanierungsverpflichtung mehrerer Störer Rechnung trägt (vgl. BGH, NJW 2012, 3777, 3778).
Der Auffassung des OLG Bremen, wonach die Verjährung erst mit der vollständigen Beendigung der Sanierungsmaßnahmen, nicht bereits aber mit dem Abschluss einzelner Teilmaßnahmen beginnt (vgl. OLG Bremen, Urteil vom 24.03.2011 - 5 U 32/10 -, BeckRS 2011, 13194) hat der BGH mit Urteil vom 18.10.2012 (III ZR 312/11. NJW 2012, 3777) zwischenzeitlich bestätigt.
Dieser ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wie sie der Senat versteht, dann eingetreten, wenn die "gesamten im Einzelfall erforderlichen beziehungsweise angeordneten Maßnahmen" beendet sind (vgl. BGH, Urteil vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11 -, juris, Rn. 19).
Beendet im Sinne des § 24 Abs. 2 S. 4 und 5 BBodSchG sind die Maßnahmen erst, wenn der nach dem BBodSchG geforderte Zustand hergestellt ist bzw. alle dem Verpflichteten abverlangten Maßnahmen zur Sanierung oder Vorsorge gegenüber schädlichen Bodenveränderungen durchgeführt sind (BGH Urt. v. 18.10.2012 - III ZR 312/11, Rz. 9 ff., zit. nach juris).
OLG Hamm, 11.09.2013 - 11 U 22/12
Verantwortlichkeit des Verursachers von Bodenkontaminationen für deren …
Die insoweit zutreffenden Ausführungen des Landgerichts, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (vgl. zudem auch BGH, NJW 2012, S. 3777), hat die Berufung nicht beanstandet.