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Timestamp: 2019-02-17 04:14:11
Document Index: 380841564

Matched Legal Cases: ['§ 763', '§ 763', '§ 763', '§ 762', '§ 763', '§ 762', '§ 763', '§ 762', 'BGH', '§ 763', 'BGH', '§ 763', '§ 763', '§ 763', 'BGH', 'BGH', '§ 763', 'Art 3', 'Art 4', 'BGH', 'BGH', 'Art 19', 'Art 4', 'Art 4', 'BGH', 'BGH']

Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 763 – Lot ... / A. Normzweck, Anwendungsbereich, Bedeutung, Internationales Privatrecht. | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 763 – Lot ... / A. Normzweck, Anwendungsbereich, Bedeutung, Internationales Privatrecht.
Die Bestimmung des § 763 schafft eine Ausnahme zu § 762: Staatlich genehmigte private – oder staatlich veranstaltete (MüKo/Habersack § 763 Rz 8) – Lotterien und Ausspielungen sind verbindlich. Ist keine Genehmigung erforderlich, gilt § 762 (§ 763 2), sofern der Vertrag nicht wegen Gesetzesverstoßes nichtig ist (s. § 762 Rn 7 f).
Das Genehmigungserfordernis soll eine staatliche Kontrolle des Spielwesens gewährleisten. Es dient der Abwehr von Gefahren, die der Bevölkerung durch das Glückspiel drohen (BVerfG NJW 07, 1521, 1523 [BVerfG 07.12.2006 - 2 BvR 2428/06]) und soll den Spielbetrieb in geordnete Bahnen lenken (BGH NJW 99, 54, 55). Über seinen Wortlaut hinaus ist § 763 entspr anwendbar auf alle sonstigen Arten staatlich genehmigter Spiel- und Wettverträge (BGH aaO). Die Unterscheidung von Lotterie- und Ausspielvertrag ist damit praktisch von geringer Bedeutung. Entscheidendes Kriterium für die Verbindlichkeit aller Spielverträge ist das Vorliegen einer staatlichen Genehmigung (Erman/Müller § 763 Rz 2), die zB entfällt, wenn ein Spielautomat manipuliert und damit außerhalb seiner Zulassung betrieben wird (Brandbg MDR 13, 1272).
Bsp staatlicher bzw staatlich genehmigter Spielveranstaltungen sind (s. näher MüKo/Habersack § 763 Rz 8 ff; Staud/Engel § 763 Rz 19 ff; Bahr Rz 16 ff): (1.) Staatliche Klassenlotterien; (2.) sonstige Lotterien ("Lotto", "GlücksSpirale", "Spiel 77"); (3.) Toto (zB "Oddset"; vgl BVerfG NJW 06, 1261 [BVerfG 28.03.2006 - 1 BvR 1054/01] zu Grenzen des staatlichen Wettmonopols); (4.) Spiele in Spielbanken (LG Baden-Baden WM 98, 1685, 1687 [LG Baden-Baden 17.04.1998 - 2 O 21/96]) oder an Spielautomaten; (5.) Online-Spiel (BGH NJW 08, 2026 [BGH 03.04.2008 - III ZR 190/07]).
Das anwendbare Recht für einen Vertrag iSv § 763 ist für seit dem 17.12.09 abgeschlossene Verträge nach Art 3 ff ROM I zu bestimmen (s. Anhang Art 4 ROM I Rn 45). Die staatliche Genehmigung muss nach dem zuständigen Landesrecht erteilt werden (s. Rn 13 f; vgl BGH NJW 02, 2175, 2176 [BGH 14.03.2002 - I ZR 279/99]). Es gilt bei objektiver Anknüpfung das Recht am gewöhnlichen Aufenthalt (Art 19 ROM I) des Veranstalters (vgl Art 4 ROM I Rn 11 und Anhang zu Art 4 ROM I Rn 45; für den Auszahlungsanspruch: BGH NJW 88, 647 [BGH 29.06.1987 - II ZR 6/87]). Für Spiele in ausländischen Lotterien gilt im Zweifel das Recht des jeweiligen ausländischen Veranstalters (arg RGZ 58, 277, 280 f).