Source: http://www.juricom.de/tacheles-rechtsprechungsticker-kw-362015/
Timestamp: 2017-06-26 12:14:50
Document Index: 29089109

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 9', '§ 9', '§ 12', '§ 9', '§ 9', '§ 31', '§ 43']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 36/2015 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
Home Tacheles Rechtsprechungsticker KW 36/2015
1. 1 Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12.05.2015 – L 3 AS 7/15 – Die Revision wird zugelassen.
1. Der Begriff „gewählter Bildungsgang“ nach § 28 Abs 4 S 1 SGB II ist bereichsspezifisch nach dem Gesetzeskontext, der Historie der Vorschrift sowie nach deren Sinn und Zweck zu bestimmen. Er geht inhaltlich über den schulartbezogenen Begriff des Bildungsgangs nach §§ 9 Abs 2, 69 Abs 1 SchulG RP hinaus.
1. 2 Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 17.08.2015 – L 3 AS 370/15 B ER
1. § 9 Abs. 1 SGB II bringt zum Ausdruck, dass – steuerfinanzierte – Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II nicht für denjenigen erbracht werden sollen, der sich nach seiner tatsächlichen Lage selbst helfen kann. Leistungsansprüche gegenüber Dritten, insbesondere Trägern anderer Sozialleistungen, schließen die Hilfebedürftigkeit daher dann aus, wenn sie tatsächlich bestehen, ihre Inanspruchnahme zumutbar ist und sie in angemessener Zeit durchsetzbar sind. Dies ist bei einem Anspruch auf vorzeitigen Bezug von Altersrente jedenfalls dann der Fall, wenn der Betroffene das 63. Lebensjahr vollendet hat (§ 12a Satz 2 Nr. 1 SGB II) und infolge der Abschläge beim vorzeitigen Rentenbezug nicht hilfebedürftig bleibt.
2. „Erhalten“ der erforderlichen Hilfe von Trägern anderer Sozialleistungen im Sinne des § 9 Abs. 1 SGB II setzt keinen tatsächlichen Zufluss voraus. Vielmehr verwendet das SGB II den Begriff „erhalten“, um den Anspruch auf eine Sozialleistung zu bezeichnen.
Anspruch auf vorzeitige Altersrente schließt „Hartz IV“-Leistungen trotz Rentenabschlägen aus: http://www.mjv.rlp.de/icc/justiz/nav/a0b/broker.jsp?uMen=a0bc3768-b0b2-11d4-a737-0050045687ab&uCon=edb30410-1017-8f41-964a-ac072e4e2711&uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042
1. 3 Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 13.05.2015 – L 6 AS 134/14 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 30/15 R
1. 4 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 05.08.2015 – L 7 AS 263/15 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 33/15 R
1. 5 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 29.07.2015 – L 11 AS 471/15 B PKH
1. Dass es sich bei der Kostensenkungsaufforderung, die erst nach Prüfung der Unangemessenheit der Unterkunftskosten bzw. der Unzumutbarkeit einer Kostensenkung erfolgt, nicht um einen Verwaltungsakt handelt, steht nach allgemeiner Auffassung fest (vgl. hierzu BSG, Urteil v. 27.02.2008 – B 14/7b AS 70/06 R; Bayer. LSG, Urteil vom 19.05.2015 – L 11 AS 90/15 -, LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 16.01.2015 – L 2 AS 1848/14 B ; vgl. dazu auch: BSG, Urteil vom 22.11.2011 – B 4 AS 219/10 R ).
1. 6 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil vom 27.08.2015 – L 2 AS 1161/13
1. 7 Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 22.05.2015 – L 8 AS 125/15 B ER – rechtskräftig
2. Mithin ist auch nicht darauf abzustellen, ob ein Zufluss bei zumutbaren Anstrengungen des Hilfebedürftigen kurzfristig, d.h. „bis zum Ende des folgenden Monats“ erfolgen könnte (so aber Nr. 9.7a der Fachlichen Hinweise SGB II der Bundesagentur für Arbeit [FH-BA]).
Anmerkung: a. A. LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 17.08.2015 – L 3 AS 370/15 B ER – Ausschluss der Hilfebedürftigkeit nach § 9 Abs. 1 SGB II durch die Möglichkeit, nach Vollendung des 63. Lebensjahrs vorzeitig Altersrente in Anspruch zu nehmen, hier nachlesen: http://www.haufe.de/sozialwesen/leistungen-sozialversicherung/anspruch-auf-vorzeitige-altersrente-schliesst-hartz-iv-aus_242_317338.html
1. 8 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil v. 29.04.2015 – L 8 AS 780/14 – Revision wird zugelassen
Weiterbewilligungsantrag auf ALG II – Bearbeitungszeit
2. 2 SG Detmold, Beschluss v. 31.08.2015 – S 9 AS 1080 /15 ER
2. 3 SG Lüneburg , Urteil vom 26.05.2015 – S 37 AS 994/12
Nichtbewerbung – Leistungsbezieher hat die Anbahnung des Arbeitsverhältnisses verhindert, indem er es unterlassen hat, sich zu bewerben, § 31 Abs. 1 Nr. 2, letzte Variante SGB II (Anbahnung verhindern).
3. 1 Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 27.08.2015 – L 5 SO 70/15 B ER
Rechtstipp: ebenso im Ergebnis LSG NRW, Urteil vom 01.12.2014 – L 20 SO 254/12 – anhängig beim BSG – B 8 SO 3/15 R – Anrechnung der russischen Rente als Einkommen auf Sozialhilfe
4. 1 SG Berlin, Urteil vom 25.08.2015 – S 212 SO 1248/14
„Die Schulden eines Mandanten einerseits und das Honorar seines Anwalts andererseits sind Forderungen von zwei Parteien, die nichts miteinander zu tun haben“, sagt Rechtsanwalt Martin Schafhausen von der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im DAV. „Sie dürfen nicht miteinander verrechnet werden.“ Dennoch seien die Jobcenter explizit angewiesen zu prüfen, ob ein Hartz-IV-Empfänger Schulden hat, bevor Anwaltshonorare ausgezahlt werden. Gewinne der Mandant und habe er weder Prozesskostenhilfe noch Beratungshilfe erhalten, müsse das Jobcenter ihn von den Kosten des Rechtsanwalts freistellen. Der Arbeitslose sei dann nicht mehr derjenige, der dem Anwalt das Honorar schuldet, sondern das Jobcenter. „Dass dieses Honorar dann nicht mit Schulden des Hartz-IV-Empfängers verrechnet werden darf, liegt auf der Hand“, kritisiert Schafhausen. Das bestätige auch ein Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz (Az: L 6 AS 188/13).
Rechtstipp: 1. Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 06.05.2015 – L 6 AS 288/13
Rechtstipp: 2. LSG Mainz, Urteil vom 06.05.2015 – L 6 AS 34/15
Rechtstipp: 3. Leitfaden Alg II / Sozialhilfe von A – Z, Jäger/Thomé, 28. Aufl.
(RA Helge Hildebrandt bearbeitet erstmals die Stichworte „Beratungshilfe“, „Prozesskostenhilfe“ und „Anwälte“.)
Quelle: RA Helge Hildebrandt, Sozialberatung Kiel in Leitfaden Alg II / Sozialhilfe von A – Z, Jäger/Thomé, 28. Aufl.
Welcher Wohnbedarf steht Alleinerziehenden zu? – ein Beitrag von Roselt und Wienemann
Kurznachricht zu „Alleinerziehung im SGB II: Erhöhter Wohnraumbedarf per se?“ von Dipl.-Kfm- Dr. Pasqual Roselt und Ass. jur. Dennis M. Wienemann, original erschienen in: FamRB 2015 Heft 7, 270 – 273. D …
Kurznachricht zu „Alleinerziehung im SGB II: Erhöhter Wohnraumbedarf per se?“ von Dipl.-Kfm- Dr. Pasqual Roselt und Ass. jur. Dennis M. Wienemann, original erschienen in: FamRB 2015 Heft 7, 270 – 273.
11. Jobcenter Stuttgart – Bis zu 30 Prozent weniger Geld
Rechtstipp dazu: Begrenzung der monatlichen Aufrechnung zur Tilgung mehrerer Darlehen – Die Tilgung für mehrere Darlehen ist insgesamt auf 10 % des maßgebenden Regelbedarfs begrenzt ( vgl. LSG BB, Beschluss vom 29.07.2015 – L 32 AS 1688/15 B ER; SG Karlsruhe, Beschl. v. 25.02.2014 – S 4 AS 1/14 ER; Burkiczak in: jurisPK-SGB II, 3. Aufl. 2012, § 43 Rn. 34 ff. m. w. N.; SG Dortmund, Beschl. v. 16.05.2014 – S 32 AS 484/14 ER und LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18. September 2013 – L 3 AS 5184/12 ).