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Timestamp: 2016-10-22 18:07:16
Document Index: 41425706

Matched Legal Cases: ['Art. 187', 'Art. 187', 'Art. 198', 'Art. 187', 'in dubio', 'Art. 86', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 6', 'in dubio', 'BGE', 'BGE', 'in dubio']

1P.47/2004 (28.04.2004)
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt J�rg Lienhard,
Am Abend des 8. Januar 2002 befand sich die 1987 geborene Y.________ mit ihren Eltern in U.________ an einer Geburtstagsfeier, an der neben zahlreichen weiteren G�sten auch der aus Angola stammende X.________, geboren 1943, teilnahm. Y.________ verliess die Einladung vorzeitig und �berst�rzt. Am 15. Januar 2002 erstattete ihre Mutter bei der Kantonspolizei Aargau Anzeige gegen X.________ wegen sexueller Handlungen mit Y.________, mit der Begr�ndung, dieser habe anl�sslich der Geburtstagsfeier dem M�dchen zweimal mit der Hand �ber den Kleidern an die Brust gegriffen. Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf.
Mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2002 bestrafte der Bezirksamtmann-Stellvertreter des Bezirksamts Aarau X.________ wegen sexueller Handlungen mit Kindern gem�ss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu einer Gef�ngnisstrafe von f�nf Tagen, wof�r ihm der bedingte Strafvollzug gew�hrt wurde, sowie zu einer Busse von Fr. 300.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung innert 1 Monat umwandelbar in 10 Tage Haft. Gegen den Strafbefehl erhoben X.________ sowie die Staatsanwaltschaft Einsprache. In einer ersten Verhandlung am 2. April 2003 h�rte das Bezirksgericht Aarau zwei Zeuginnen an und befragte den Angeklagten. Mit Urteil vom 25. Juni 2003 sprach es X.________ von Schuld und Strafe frei.
Gegen dieses Urteil, welches das Bezirksgericht anl�sslich seiner zweiten Verhandlung vom 25. Juni 2003 in anderer Besetzung gef�llt hatte als in der ersten Verhandlung vom 2. April 2003, erkl�rte die Staatsanwaltschaft Berufung an das Obergericht des Kantons Aargau. Sie stellte den Hauptantrag, in Gutheissung der Berufung sei der Straffall an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, zur Beurteilung in der Besetzung des Gerichts wie in der ersten Verhandlung. Mit ihrem Eventualantrag verlangte die Staatsanwaltschaft Aufhebung des Freispruchs und Schuldigsprechung des Angeklagten wegen sexueller Handlungen mit Kindern gem�ss Art. 187 StGB, eventuell wegen sexueller Bel�stigung gem�ss Art. 198 StGB, sowie Bestrafung des Angeklagten mit 10 Wochen Gef�ngnis, bei bedingtem Strafvollzug und Ansetzung einer Probezeit nach Ermessen des Obergerichts. Das Obergericht holte beim Bezirksgericht einen Amtsbericht zur Frage ein, weshalb im Rahmen der zweiten Verhandlung vom 25. Juni 2003 der Gerichtspr�sident durch die Vizepr�sidentin und eine Bezirksrichterin durch einen andern Bezirksrichter ersetzt worden waren. Anl�sslich der Berufungsverhandlung vom 15. Dezember 2003 befragte das Obergericht Y.________ als Zeugin. Der Angeklagte, der ebenfalls befragt wurde, verzichtete auf eine Konfrontation. Mit Urteil vom gleichen Tag hob das Obergericht in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft das vorinstanzliche Urteil auf und sprach den Angeklagten sexueller Handlungen mit Kindern gem�ss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Es bestrafte ihn mit acht Wochen Gef�ngnis, wof�r es ihm den bedingten Strafvollzug gew�hrte, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
Gegen dieses Urteil hat X.________ am 23. Januar 2004 staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht mit dem Antrag, das angefochtene Urteil sei aufzuheben. Er r�gt willk�rliche Beweisw�rdigung und eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo".
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau beantragt unter Verzicht auf eine Vernehmlassung Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde. Die 2. Strafkammer des aargauischen Obergerichts hat sich mit dem Antrag auf Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde vernehmen lassen. Y.________ hat sich nicht ge�ussert. Der Beschwerdef�hrer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet.
Das angefochtene Urteil ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid im Sinn von Art. 86 OG, gegen den zur R�ge der geltend gemachten Verfassungsverletzungen einzig die staatsrechtliche Beschwerde zur Verf�gung steht. Der Beschwerdef�hrer ist als Angeklagter durch das angefochtene Urteil pers�nlich betroffen und daher zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist unter dem Vorbehalt der nachfolgenden Einschr�nkungen auf die Beschwerde einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer wirft dem Obergericht in verschiedener Hinsicht willk�rliche Beweisw�rdigung vor. Er beruft sich dabei auf den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweisw�rdigungsregel.
2.1 Art. 9 BV gew�hrleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweisw�rdigung steht den kantonalen Instanzen ein weiter Ermessensspielraum zu. Willk�r in der Beweisw�rdigung liegt vor, wenn die Beh�rde in ihrem Entscheid von Tatschen ausgeht, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dabei gen�gt es nicht, wenn sich der angefochtene Entscheid lediglich in der Begr�ndung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88, je mit Hinweisen).
2.2 Als Beweisw�rdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von einem f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalt �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngen. Bei der Frage, ob angesichts des willk�rfreien Beweisergebnisses erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel h�tten bejaht werden m�ssen und sich der Sachrichter vom f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalt nicht h�tte �berzeugt erkl�ren d�rfen, greift das Bundesgericht nur mit Zur�ckhaltung ein, da der Sachrichter diese in Anwendung des Unmittelbarkeitsprinzips zuverl�ssiger beantworten kann.
2.3 Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren untersucht das Bundesgericht nicht von Amtes wegen, ob ein kantonaler Hoheitsakt verfassungsm�ssig ist, sondern pr�ft nur rechtsgen�gend vorgebrachte, klar erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 125 I 71 E. 1c S. 76; 122 I 70 E. 1c S. 73 mit Hinweisen). Der Beschwerdef�hrer muss deutlich dartun, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze die kantonalen Beh�rden inwiefern verletzt haben sollen (BGE 127 I 38 E. 3c mit Hinweisen). Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, gen�gt es nicht, wenn der Beschwerdef�hrer bloss den angefochtenen Entscheid kritisiert, wie er dies in einem appellatorischen Verfahren tun k�nnte, bei dem die Rechtsmittelinstanz die Rechtsanwendung frei �berpr�fen kann. Das Vorbringen, das Obergericht habe sich mit den Argumenten der Verteidigung nur teilweise und indirekt auseinandergesetzt, gen�gt diesen Anforderungen nicht. Der Beschwerdef�hrer, der die ihm zur Last gelegten Vorw�rfe vollumf�nglich bestreitet, hat darzulegen, aus welchen von ihm vorgebrachten Argumenten das Obergericht h�tte auf seine Unschuld schliessen m�ssen. Auf die allgemein gehaltene R�ge, das Obergericht habe sich mit seinen Argumenten nicht auseinandergesetzt, ist daher nicht einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer beanstandet vorab, dass das Obergericht die gesch�digte Y.________ als Zeugin und nicht als Auskunftsperson einvernommen hat. Er beruft sich auf � 105 Abs. 1 des aargauischen Gesetzes �ber die Strafrechtspflege (Strafprozessordnung; StPO AG) vom 11. November 1958 und macht geltend, wegen ihrer direkten Betroffenheit von der geltend gemachten Straftat sei die Gesch�digte als befangen zu betrachten, weshalb nur eine Befragung als Auskunftsperson m�glich gewesen w�re. Da das Obergericht nicht darauf hingewiesen habe, dass die Gesch�digte keine unbefangene Drittzeugin war, habe es ihre Aussagen willk�rlich gew�rdigt.
Y.________ wurde bereits anl�sslich der Verhandlung vom 2. April 2003 vor dem Bezirksgericht Aarau als Zeugin einvernommen, wogegen seitens des Beschwerdef�hrers keinerlei Einwendungen erhoben worden sind. Der Beschwerdef�hrer hat auch vor Obergericht gegen die Einvernahme der Gesch�digten als Zeugin nicht remonstriert. Das Vorbringen, Y.________ h�tte nicht als Zeugin, sondern als Auskunftsperson befragt werden m�ssen, ist somit im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren neu. Mit staatsrechtlicher Beschwerde k�nnen, unter Vorbehalt von hier nicht zutreffenden Ausnahmen (vgl. dazu Walter K�lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 369 f.), keine rechtlichen Argumente vorgebracht werden, die nicht bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht worden sind. Grunds�tzlich m�ssen die vom Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht erhobenen rechtlichen R�gen auch inhaltlich den Instanzenzug durchlaufen haben. Der kantonale Instanzenzug wird nicht ausgesch�pft, wenn der Beschwerdef�hrer den kantonalen Rechtsweg zwar formell beschreitet, bestimmte Beschwerdegr�nde aber erst nachtr�glich vor Bundesgericht anruft (Marc Forster, Staatsrechtliche Beschwerde, in: Thomas Geiser/Peter M�nch [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, zweite Auflage, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 2.14 S. 63). Auf dieses neue Argument und die damit verbundene R�ge ist somit nicht einzutreten.
Konkret wirft der Beschwerdef�hrer dem Obergericht in folgenden Punkten Willk�r in der Beweisw�rdigung vor:
4.1 Als Indiz daf�r, dass die von der Gesch�digten als Zeugin geschilderten �bergriffe tats�chlich stattgefunden haben, hat das Obergericht das fluchtartige Verlassen des Geburtstagsfestes durch Y.________ angef�hrt. Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, dass diese das Fest weinend verlassen hat, vertritt jedoch die Ansicht, es d�rfe hieraus nicht auf die Erf�llung des Straftatbestandes geschlossen werden. Das Obergericht hat diesen Schluss auch nicht direkt gezogen, sondern hat aufgrund des von der Mutter geschilderten emotionalen Zustands der Gesch�digten nach dem Verlassen des Festes nur geschlossen, "dass ihr etwas Schlimmes widerfahren war". Angesichts der Zeugenaussage von A.________, die ausgesagt hatte, Y.________ sei an dem Fest zuerst fr�hlich und aufgestellt gewesen und sei sp�ter v�llig aufgel�st zu ihrer Mutter gekommen, ist der Schluss, es m�sse ihr etwas Schlimmes widerfahren sein, keineswegs willk�rlich. Ebenso wenig ist verfassungsrechtlich zu beanstanden, dass das Obergericht dies mit dem inkriminierten Vorfall in Zusammenhang gebracht hat, ist doch nichts ersichtlich und wird auch seitens des Beschwerdef�hrers nichts vorgebracht, was sonst im Verlaufe der Geburtstagsfeier einen derartigen Zustand der Gesch�digten h�tte bewirken k�nnen.
4.2 Der Beschwerdef�hrer h�lt die Beweisw�rdigung des Obergerichts ferner f�r willk�rlich, da sich dieses mit seinem Argument nicht auseinandergesetzt habe, die Gesch�digte k�nnte allenfalls zuf�llige Ber�hrungen missinterpretiert haben, weil sie aufgrund unbewiesener Ger�chte vor dem Fest der subjektiven Meinung gewesen sei, sie treffe an diesem Anlass einen schwarzen Mann, der daf�r bekannt sei, Frauen zu bel�stigen. Entgegen dieser Darstellung hat sich das Obergericht im angefochtenen Urteil (Ziff. 2 lit. b/cc) durchaus mit dem Argument, es h�tte sich bei den Ber�hrungen des Angeklagten um bloss zuf�llige handeln k�nnen, welche bei der Gesch�digten zu einem Missverst�ndnis h�tten f�hren k�nnen, auseinandergesetzt und diese These ausdr�cklich verworfen. Das Obergericht hat sich dabei auf die Aussagen der Gesch�digten gest�tzt, die nicht nur eine Ber�hrung seitens des Angeklagten geschildert, sondern von zwei Betastungen ihrer Brust seitens des Angeklagten gesprochen hatte. Dass der Angeklagte aus purem Zufall gleich zweimal die Brust der Gesch�digten ber�hrt haben sollte, bezeichnete das Obergericht bereits als sehr unwahrscheinlich. Im Weiteren wies das Obergericht darauf hin, dass die Gesch�digte dargelegt hatte, dass es sich nicht um fl�chtige Ber�hrungen seitens des Angeklagten gehandelt habe, sondern dass dieser zweimal an ihre Brust gegriffen und zugedr�ckt habe. Anl�sslich ihrer Zeugenaussage vor dem Obergericht hat die Gesch�digte die Frage, ob es m�glich sei, dass die Ber�hrungen nicht willentlich geschehen seien, mit "nein" beantwortet und auf entsprechende Fragen ausgef�hrt: "Es war konkret. Er hat mich richtig angefasst, zweimal nacheinander. Sonst w�rde ich das nicht sagen" und weiter: "Ich kann das schon unterscheiden, ob es eine zuf�llige Ber�hrung war oder nicht" (Protokoll S. 5/6). Angesichts dieser klaren Schilderung der Gesch�digten, die mit ihren fr�heren Aussagen �bereinstimmte, durfte das Obergericht ohne Willk�r davon ausgehen, dass die Ber�hrungen nicht zuf�llig erfolgt waren. Die Feststellung des Obergerichts, von einem vierzehnj�hrigen M�dchen sei ein fl�chtiges Ber�hren der Brust von einem bewussten Griff nach dieser ohne weiteres unterscheidbar, entspricht der Lebenserfahrung und wird als solche vom Beschwerdef�hrer zu Recht nicht bestritten. Waren somit unabsichtlich erfolgte Ber�hrungen auszuschliessen, so er�brigte sich eine Auseinandersetzung mit der These des Beschwerdef�hrers, Y.________ k�nnte diese Ber�hrungen - aus welchen Gr�nden auch immer - missinterpretiert haben.
4.2.1 Der Beschwerdef�hrer will in diesem Zusammenhang einen Widerspruch im angefochtenen Urteil erkennen, indem das Obergericht auf S. 12 Ziff. 2 lit. b/dd des angefochtenen Urteils zu einem Einwand der Vorinstanz erkl�rte, gerade weil so viele Leute anwesend gewesen seien und sie dementsprechend eng beieinander stehen mussten, sei ein zuf�lliges Anrempeln oder fl�chtiges Ber�hren der Beteiligten untereinander v�llig normal. Hieraus schloss das Obergericht, dass in einem solchen Umfeld sexuelle Attacken viel weniger aufzufallen drohten als wenn sich nur wenige Menschen im Raum aufgehalten h�tten. Der Beschwerdef�hrer will daraus jedoch den Schluss ziehen, dass angesichts des engen Beieinanderstehens der G�ste auch ein zuf�lliges Ber�hren seinerseits f�r wahrscheinlich gehalten werden m�sse. Dem stehen jedoch die bereits wiedergegebenen Aussagen von Y.________ entgegen, die auch unter Ber�cksichtigung des engen Beieinanderstehens vom Obergericht willk�rfrei als glaubhaft gewertet werden durften.
4.2.2 Zu Unrecht sieht der Beschwerdef�hrer einen Widerspruch auch in den Antworten von Y.________ auf die Frage, ob die Ber�hrungen h�tten zuf�llig sein k�nnen. Im erstinstanzlichen Verfahren erkl�rte sie auf eine entsprechende Frage des Vertreters des Beschwerdef�hrers, zwei solche Ber�hrungen k�nnten kaum zuf�llig gewesen sein. Sie habe schon beim ersten Mal das Gef�hl gehabt, dass es kein Zufall gewesen sei (act. des Bezirksgerichts S. 78). Dass das Oberricht diese Antworten nicht als widerspr�chlich erachtet hat, ist nicht zu beanstanden. Gerade wenn ber�cksichtigt wird, dass die Gesch�digte damals erst vierzehn Jahre alt war, ist es nicht erstaunlich, dass ihr die volle Bedeutung der Handlungen des Beschwerdef�hrers erst nach dem zweiten Mal bewusst wurde. Es mag durchaus zutreffen, dass sie schon bei der ersten Ber�hrung das Gef�hl hatte, diese sei nicht zuf�llig, dass sich dieses Gef�hl aber erst mit der zweiten Ber�hrung best�tigte und sie diesbez�glich erst mit der zweiten Ber�hrung Gewissheit erlangte.
4.3 Entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers hat das Obergericht die Aussage der Gesch�digten, sie sei vorg�ngig der Ber�hrungen vom Angeklagten schon "angestarrt" worden, nicht als Indiz daf�r gewertet, dass die Aussagen der Gesch�digten glaubhafter seien als diejenigen des Beschwerdef�hrers und sich der inkriminierte Sachverhalt so verwirklicht habe. Das Obergericht hat zwar im angefochtenen Urteil (Ziff. 2 lit. b/bb) erw�hnt, das M�dchen sei auch vor Gericht bei seiner Aussage geblieben, dass der Angeklagte sie vorg�ngig schon "angestarrt" habe, hat hieraus aber keine Schl�sse gezogen. Eine willk�rliche Beweisw�rdigung liegt in diesem Punkt somit nicht vor.
4.4 Der Beschwerdef�hrer erachtet es als willk�rlich, dass das Obergericht aus dem Umstand, dass die Gesch�digte sich nicht mehr daran erinnerte, an welche Brust ihr der Beschwerdef�hrer gegriffen hatte, keine Zweifel an ihrer Glaubw�rdigkeit ableitete. Er macht geltend, die Gesch�digte habe sich bereits vor Bezirksgericht und nicht erst vor Obergericht nicht mehr daran erinnern k�nnen, welche Brust zusammengedr�ckt worden sei. In diesem Zusammenhang wirft er dem Obergericht Aktenwidrigkeit vor. Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil (Ziff. 2 lit. b/cc) festgehalten, der Umstand, dass sich die Gesch�digte "�ber ein Jahr bzw. anl�sslich der obergerichtlichen Verhandlung rund zwei Jahre nach dem Vorfall nicht mehr daran zu erinnern vermochte, an welche Brust ihr der Angeklagte gegriffen hat", verm�ge an der Glaubw�rdigkeit ihrer Aussagen nichts zu �ndern; dies sei vielmehr aufgrund der verstrichenen Zeit nachvollziehbar. Da zwischen der Geburtstagsfeier und der erstinstanzlichen Einvernahme der Gesch�digten rund 1� Jahre verstrichen waren, liegt in der Feststellung des Obergerichts keine Aktenwidrigkeit. Ebenso wenig dringt die R�ge der willk�rlichen Beweisw�rdigung durch, soweit der Beschwerdef�hrer dem Obergericht vorwirft, es habe die Glaubw�rdigkeit der Gesch�digten durch ihr mangelndes Erinnerungsverm�gen nicht beeintr�chtigt gesehen. Wenn die sp�tere Aussage eines Zeugen zu seiner fr�heren Aussage Widerspr�che aufweist, so spricht dies nicht von vorneherein gegen die Glaubw�rdigkeit des Zeugen. Gerade der L�gner h�tet sich nach M�glichkeit, bei wiederholter Vernehmung von seiner fr�heren Aussage abzuweichen, w�hrend der redliche Zeuge da viel unbefangener ist und oft unaufgefordert einen Irrtum zugibt (vgl. Rolf Bender, Die h�ufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 1985 S. 59). Nachdem Y.________ anl�sslich ihrer polizeilichen Einvernahmen vom 16. Januar und 30. Januar 2002, somit kurz nach dem Vorfall, klar erkl�rt hatte, der Angeklagte habe ihr an die linke Brust gegriffen, ist es jedenfalls verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Obergericht aufgrund ihrer diesbez�glichen Unsicherheit �ber ein Jahr sp�ter ihre Glaubw�rdigkeit nicht in Zweifel zog.
4.5 Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil (Ziff. 2 lit. c/aa) den Hinweis des Beschwerdef�hrers, Y.________ habe das Kind B.________ vor sich auf ihrer Brust getragen, als eine offensichtliche Schutzbehauptung bezeichnet. Das Obergericht st�tzte sich dabei auf die Aussage der Gesch�digten, welche ausgesagt hatte, sie habe das Kind seitlich auf der H�fte, schr�g vor sich, getragen (Protokoll des Obergerichts S. 4). Demgegen�ber sagte der Beschwerdef�hrer vor Obergericht auf entsprechende Befragung hin aus, die Gesch�digte habe das Kind vor sich in ihren Armen getragen. Sie habe es mit zwei Armen umfasst. In seiner Beschwerdebegr�ndung macht der Beschwerdef�hrer geltend, er habe mit dem Argument, die Gesch�digte habe das Kind vor sich getragen, nie geltend gemacht, eine Ber�hrung der Brust der Gesch�digten sei aus diesem Grund gar nicht m�glich gewesen. Seine diesbez�gliche Darstellung k�nne jedoch nicht als Beweis f�r seine Unglaubw�rdigkeit gewertet werden. Dies l�sst sich dem angefochtenen Urteil allerdings auch nicht entnehmen. Vielmehr hat das Obergericht im angefochtenen Urteil (Ziff. 2 lit. c/aa) zusammenfassend nur festgehalten, es sei auf die glaubhaften und nachvollziehbaren Aussagen der Gesch�digten abzustellen, wonach ihr der Angeklagte gezielt zweimal an die Brust gegriffen habe. Zu dieser Feststellung war das Obergericht gelangt, obwohl es offenbar in Bezug auf die Haltung des Kindes durch die Gesch�digte in deren Aussage und derjenigen des Angeklagten einen gewissen Widerspruch ausgemacht hatte. Auch diesbez�glich liegt keine Willk�r des Obergerichtes vor.
4.6 Der Beschwerdef�hrer sieht die Glaubw�rdigkeit der Gesch�digten dadurch beeintr�chtigt, dass sie wahrheitswidrig erkl�rt habe, er verstehe Deutsch, obwohl er in Wirklichkeit �usserst schlecht Deutsch spreche und in dieser Sprache nicht kommunizieren k�nne. Er wirft dem Obergericht vor, in willk�rlicher Beweisw�rdigung dieses gegen die Glaubw�rdigkeit der Gesch�digten sprechende Indiz nicht ber�cksichtigt zu haben. Es trifft zu, dass Y.________ anl�sslich ihrer Befragung vor dem Bezirksgericht auf die Frage, ob sie mit dem Angeklagten habe sprechen k�nnen, ausgesagt hatte, er verstehe Deutsch. Bei ihrem Vater habe er sich einfach so verhalten, als ob er ihn nicht verstehen w�rde. Darum habe seine Frau �bersetzen m�ssen. Sie wisse, dass er Deutsch verstehe. Sie habe seine Tochter und auch andere Leute mit ihm sprechen h�ren. Anl�sslich der Verhandlung vor Obergericht standen die Deutschkenntnisse des Angeklagten, der mittels einer Dolmetscherin befragt wurde, nicht mehr zur Diskussion. Dessen Vertreter erkl�rte in seinem Pl�doyer, der Angeklagte, der immerhin seit 1998 in der Schweiz lebt und mit einer Schweizerin verheiratet ist, k�nne passiv etwas Deutsch.
Der Umstand, dass die vierzehnj�hrige Y.________ erkl�rt hatte, der Beschwerdef�hrer verstehe Deutsch, k�nnte im vorliegenden Zusammenhang nur dann von Bedeutung sein, wenn angenommen werden m�sste, sie h�tte ihn mit ihrer Aussage absichtlich diskreditieren wollen, denn nur dann k�nnte ihre Aussage geeignet sein, Zweifel an ihrer Glaubw�rdigkeit aufkommen zu lassen. Dies hat der Beschwerdef�hrer jedoch im kantonalen Verfahren nie vorgebracht, weshalb auf das im vorliegenden bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren neu vorgebrachte Argument, die Gesch�digte habe die Sprachkenntnisse des Beschwerdef�hrers zu dessen gezielter Diskreditierung eingesetzt, nicht eingetreten werden kann (vgl. oben E. 3). Im �brigen fehlt f�r eine solche Absicht der Gesch�digten jeder Anhaltspunkt.
Der Beschwerdef�hrer h�lt den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweisw�rdigungsregel f�r verletzt, da bei einer W�rdigung s�mtlicher belastender und entlastender Argumente und �berlegungen ein objektiver Richter Zweifel haben m�sse, ob sich der ihm vorgeworfene Sachverhalt tats�chlich so ereignet habe.
5.1 Als entlastende Umst�nde, die Zweifel an seiner Schuld h�tten aufkommen lassen m�ssen, f�hrt der Beschwerdef�hrer an, bei der Geburtstagsfeier habe es sich um einen Steh-Ap�ro in durchaus "gesittetem Rahmen" gehandelt. Die G�ste seien nahe beieinander gestanden. Sowohl die Eltern der Gesch�digten wie auch die Ehefrau des Beschwerdef�hrers und dessen Tochter seien teilweise im gleichen Raum anwesend gewesen. Die Gesch�digte habe nach den angeblichen Vorf�llen gegen�ber dem Beschwerdef�hrer nicht reagiert. Ihre einzige Reaktion sei gewesen, dass sie weinend das Fest verlassen habe. Ferner macht der Beschwerdef�hrer geltend, die von der Gesch�digten angesprochenen Ger�chte, wonach er in mehreren F�llen Frauen bel�stigt habe, seien nie verifiziert worden. Als entlastende Umst�nde, die das Obergericht seiner Ansicht nach zu Unrecht nicht ber�cksichtigt habe, bringt der Beschwerdef�hrer im Weiteren vor, die Gesch�digte habe sich in der Pubert�t befunden. Ferner sei wegen seiner mangelnden Deutschkenntnisse und seiner �usserst dunklen Hautfarbe eine Kommunikation nicht m�glich gewesen, weshalb eine bedrohliche Situation habe entstehen k�nnen. Er selbst habe den Kontakt mit dem Kleinkind der Gastgeber gesucht, das sich im massgebenden Zeitpunkt auf den Armen der Gesch�digten befunden habe.
5.2 Das Obergericht hat sich mit diesen Argumenten des Beschwerdef�hrers auseinandergesetzt. In Ziff. 2 lit. b/dd des angefochtenen Urteils hat es, wie bereits erw�hnt, ausgef�hrt, in dem engen Umfeld mit vielen anwesenden Leuten drohten sexuelle Attacken viel weniger aufzufallen als wenn sich nur wenige Menschen im Raum aufgehalten h�tten. Der Umstand, dass die Gesch�digte gegen�ber dem Beschwerdef�hrer nicht reagierte und ihre einzige Reaktion im abrupten und weinenden Verlassen des Festes bestand, musste das Obergericht nicht zu Zweifeln an der Schuld des Angeklagten f�hren, ist doch diese Reaktion f�r ein erst vierzehnj�hriges M�dchen als durchaus altersgerecht anzusehen, insbesondere im Hinblick darauf, dass, aus den vom Beschwerdef�hrer selbst dargelegten Gr�nden, eine Kommunikation nicht m�glich war. Aus den von der Gesch�digten erw�hnten Ger�chten, wonach der Beschwerdef�hrer schon andere Frauen sexuell bel�stigt habe, hat das Obergericht keinerlei Schl�sse gezogen, weshalb es davon absehen durfte, diesbez�gliche Beweiserhebungen vorzunehmen. Im �brigen hat der Beschwerdef�hrer im kantonalen Verfahren diesbez�glich keine Antr�ge gestellt. Schliesslich hat das Obergericht nicht �bersehen, dass der Beschwerdef�hrer mit dem Kind der Gastgeber spielte, w�hrend sich dieses in den Armen der damals vierzehnj�hrigen Y.________ befand (Urteil Ziff. 2 lit. a/cc).
Nicht einzutreten ist schliesslich auf die R�ge des Beschwerdef�hrers, das Obergericht habe seine Begr�ndungspflicht dadurch verletzt, dass es ein Mehrheitsurteil gef�llt und die abweichende Meinung des nicht zur Mehrheit geh�renden Richters in seinem Urteil nicht dargelegt habe. Der Beschwerdef�hrer f�hrt nicht aus, aus welcher Bestimmung sich eine solche Pflicht des urteilenden Gerichts ergeben soll, womit er den Anforderungen an die Begr�ndungspflicht nicht gen�gt (vgl. E. 2.3). Im �brigen hat das Obergericht in seiner Vernehmlassung erkl�rt, dass es sich bei dem angefochtenen Urteil nicht um ein Mehrheitsurteil handelt.
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Obergericht die zur Beurteilung des Sachverhalts wesentlichen Umst�nde willk�rfrei gew�rdigt und die zur Entlastung des Beschwerdef�hrers angef�hrten Argumente in vertretbarer Weise ber�cksichtigt hat. Bei objektiver W�rdigung des ganzen Beweisergebnisses bestehen keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrers. Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich daher als unbegr�ndet. Sie ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.