Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.12.2001&Aktenzeichen=IX%20ZR%20124/00
Timestamp: 2019-06-18 01:55:36
Document Index: 352057002

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.12.2001 - IX ZR 124/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,360
BGH, 06.12.2001 - IX ZR 124/00 (https://dejure.org/2001,360)
BGH, Entscheidung vom 06.12.2001 - IX ZR 124/00 (https://dejure.org/2001,360)
BGH, Entscheidung vom 06. Dezember 2001 - IX ZR 124/00 (https://dejure.org/2001,360)
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Ursachenzusammenhang - Anwaltliche Pflichtverletzung - Schaden - Anwaltshaftung - Schadensrecht
Zum Grundsatz des "beratungsgemäßigen Verhaltens" im Rahmen der Prüfung der Ursächlichkeit einer anwaltlichen Pflichtverletzung für den Schaden des Mandanten
BGB §§ 249 675
Kausalität und Beweislast bei Falschberatung
NJW 2002, 593
MDR 2002, 300
VersR 2002, 484
WM 2002, 510
AnwBl 2002, 243
Bei einem Sachverhalt, der vom Standpunkt eines vernünftigen Betrachters aus im damaligen Zeitpunkt mehrere Entscheidungen vertretbar erscheinen ließ, trifft den Mandanten dagegen die nur durch § 287 ZPO erleichterte Beweislast, daß er damals die von ihm nunmehr behauptete Entscheidung bei vertragsgerechter Belehrung durch den Berater getroffen hätte (vgl. BGHZ 123, 311, 313 ff; BGH, Urt. v. 6. Dezember 2001 - IX ZR 124/00, WM 2002, 510, 511).
Die Beklagten verkennen zum einen, dass sie im Regressprozess die Darlegungs- und Beweislast haben, die im arbeitsgerichtlichen Ausgangsverfahren bei der Arbeitgeberin gelegen hat (BGH NJW 2002, 593, 594).
Dagegen entfällt der Anscheinsbeweis, wenn bei pflichtgemäßem Verhalten des Beraters verschiedene vernünftige Handlungsweisen des Mandanten in Betracht gekommen wären (BGH NJW 2002, 593 ff., 594).
Insofern besteht zugunsten des Klägers zu 1) nach den von dem BGH in ständiger Rechtsprechung für die Fälle der Verletzung einer vertraglichen Beratungs- oder Aufklärungspflicht entwickelten Rechtsgrundsätzen (z. B. BGH NJW 2002, 593, 594 zur Haftung des Rechtsanwalts) eine auf den Grundsätzen des Anscheinsbeweises beruhende "Vermutung", da es in der Situation des Klägers zu 1) unvernünftig gewesen wäre, den von dem Beklagten geschuldeten Rat nicht zu befolgen.
Der Ursachenzusammenhang zwischen anwaltlicher Pflichtverletzung und Schaden des Mandanten bemisst sich danach, wie sich der Mandant verhalten hätte, wenn er pflichtgemäß beraten worden wäre (BGH, Urteil vom 6. Dezember 2001 - IX ZR 124/00, NJW 2002, 593, unter II 2;… Fischer in: Zugehör/Fischer/Sieg/Schlee, Handbuch der Anwaltshaftung, 2. Aufl., Rn. 991, m.w.N.).
Es greift nämlich zu Gunsten des Mandanten die Vermutung, dass er bei pflichtgemäßer Beratung des Anwalts dessen Hinweisen gefolgt wäre, sofern für ihn bei vernünftiger Betrachtungsweise aus damaliger Sicht nur eine Entscheidung nahe gelegen hätte (BGH, NJW 93, 3259; NJW 2002, 593 und 292, 294;… NJW-RR 2003, 1212, 1213 = WM 2003, 1628-1631 = MDR 2003, 928, 929, m.W.N, Fischer in Zugehör, aaO, RN 1054; Vollkommer/Heinemann, RN 688).
Zur Beantwortung der sich gemäß § 249 Satz 1 BGB zunächst stellenden Frage, ob zwischen der Verletzung der Vertragspflicht des Steuerberaters und dem vom Mandanten geltend gemachten Schaden der notwendige adäquate Ursachenzusammenhang (haftungsausfüllende Kausalität) besteht, ist zu prüfen, welchen Verlauf die Dinge bei pflichtgemäßem Verhalten des Beraters genommen hätten; insbesondere wie der Auftraggeber darauf reagiert hätte, und wie dessen Vermögenslage dann wäre (BGH NJW 2000, 1572/1573; NJW 2002, 593/594).
Der Anscheinsbeweis entfällt, wenn bei pflichtgemäßem Verhalten des Beraters verschiedene vernünftige Handlungsweisen in Betracht gekommen wären (BGH NJW 2002, 593, 594).
BGH, 17.06.2010 - IX ZR 187/08
LAG Köln, 22.03.2007 - 10 (14) Sa 709/06
Betriebliche Altersversorgung; Aufklärungspflicht; Kausalität; Schaden