Source: https://www.kreis-stormarn.de/freizeit-und-tourismus/naturschutzgebiete/nsgvo/oberer-herrenteich.html
Timestamp: 2019-09-19 11:19:35
Document Index: 28685237

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 17', '§ 38', '§ 7', '§ 15', '§ 1', '§ 7', '§ 38', '§ 38', '§ 16', '§ 38', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 2']

Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Oberer Herrenteich" – Kreis Stormarn
Oberer Herrenteich
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Oberer Herrenteich"
Vom 1. November 1999
Gl.-Nr.: 791-4-193
Fundstelle: GVOBl. Schl.-H. 1999 S. 401
§§ 2, 5 und 6 geändert (LVO v. 27.3.2001, GVOBl. S. 45)
geändert (LVO zur Anpassung von Rechtsvorschriften an geänderte Zuständigkeiten und geänderte Ressortbezeichnungen v. 16.9.2003, GVOBl. S. 503)
Aufgrund des § 17 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 38 des Landesjagdgesetzes verordnet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft:
(1) Der nördliche Teil des im Tal der Heilsau gelegenen Herrenteiches auf dem Gebiet der Stadt Reinfeld und der Gemeinde Heidekamp, Kreis Stormarn, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Oberer Herrenteich" unter Nummer 182 in das im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
Das Naturschutzgebiet ist rund 70 ha groß und umfasst den durch Anstau der Heilsau entstandenen nördlichen Teil des Herrenteiches mit den ihn umgebenden und nördlich anschließenden landwirtschaftlich genutzten und ungenutzten Flächen.
Das Gebiet wird im wesentlichen begrenzt durch die Straßen Poggenkamp im Westen, Heilsaustraße im Norden, Binnenkamp und Reinfelder Straße im Osten sowie den Wanderweg Fischhuser Damm im Süden. Nicht zum Naturschutzgebiet gehören die entlang der Straßen gelegenen Siedlungsbereiche.
In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1: 25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1: 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karte ist im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft, Oberste Naturschutzbehörde, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Weitere Karten sind beim
Bürgermeister der Stadt Reinfeld (Holstein),
23858 Reinfeld (Holstein),
Amtsvorsteher des Amtes Nordstormarn,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus einem Ausschnitt des Talraumes der Heilsau im Bereich des Einlaufs in den Herrenteich einschließlich Teilen der Teichfläche und seiner Verlandungsbereiche sowie angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es ist eine wichtige Lebensstätte einer vielfältigen und teilweise seltenen Lebensgemeinschaft, die gekennzeichnet ist durch großflächige Verlandungsgesellschaften, Röhrichte, Hochstaudenfluren, Großseggenrieder, Weidensümpfe, Erlenbrüche und artenreiche Feuchtwiesen sowie in einzelnen Bereichen trockenes Magergrünland.
den Gewässerlebensraum sowie die Verlandungsbereiche mit Röhrichten, Weiden- und Erlenbrüchen mit seinen charakteristischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierlebensgemeinschaften,
die regionale Bedeutung des Gebietes insbesondere für Fledermäuse und röhrichtbewohnende Vögel und
das angrenzende artenreiche Grünland und Magergrünland
bauliche Anlagen, auch wenn sie keiner Genehmigung nach der Landesbauordnung bedürfen, zu errichten oder wesentlich zu ändern
die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren;
Zelte oder Wohnwagen aufzustellen, Sachen aller Art zu lagern, Feuer zu machen oder Hunde laufen zu lassen;
das Naturschutzgebiet zu betreten oder im Naturschutzgebiet zu reiten oder zu fahren.
1. die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den im Eigentum der Stadt Reinfeld und des Naturschutzbundes Deutschland, Ortsgruppe Reinfeld im Landesverband Schleswig-Holstein e. V., befindlichen Flächen auf der Grundlage der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt;
2. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung
a) als Acker genutzten, in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte kariert dargestellten Fläche mit der Einschränkung, dass mit Wirkung vom 1. Januar 2001 ein Randstreifen von 10 m Breite am Nord- und Westrand der Fläche weder ackerbaulich genutzt werden darf noch Dünger, Pflanzenschutzmittel oder andere Stoffe auf diesem Randstreifen ausgebracht werden dürfen;
b) als Grünland genutzten, in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte waagerecht schraffiert dargestellten Flächen; nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, umzubrechen oder Pflanzenschutzmittel oder Klärschlamm auf diesen Flächen aufzubringen;
3. die ordnungsgemäße Nutzung der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Spargelkultur genutzten, in der Abgrenzungskarte und in der Übersichtskarte in unterbrochener, nach rechts geneigter Schrägschraffur dargestellten Fläche in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang bis zur Beendigung der Sondernutzung am 31. Dezember 2007;
4. die Nutzung des Flurstückes 38 der Flur 1 in der Gemarkung Neuhof als Garten- und Waldfläche in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang; nicht zulässig ist es, Dünger, Pflanzenschutzmittel oder andere Stoffe auszubringen;
5. die auf den Schutzzweck ausgerichtete forstwirtschaftliche Bodennutzung der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen; für Bruch- und Sumpfwald gilt dies, soweit die Bestimmungen des § 15 a des Landesnaturschutzgesetzes nicht entgegenstehen; die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;
6. die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes; nicht zulässig ist es,
a) die Jagd auf Graureiher und die Fallenjagd auszuüben,
b) mit Bleischrot zu schießen,
c) geschlossene Hochsitze zu errichten und
d) Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder Brutkästen für Enten aufzustellen;
7. die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes in dem zum Naturschutzgebiet gehörenden Teil des als Fischteich genutzten Herrenteiches in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang; nicht zulässig ist es, den Fischfang mit der Handangel auszuüben;
8. die erforderliche Unterhaltung der der Vorflut dienenden Gewässer
a) auf der Grundlage eines genehmigten Gewässerpflegeplanes nach § 38 Abs. 3 des Landeswassergesetzes oder, soweit ein solcher nicht vorliegt,
b) aufgrund einer Anordnung oder Verordnung nach § 38 Abs. 3 und 4 des Landeswassergesetzes;
9. die Unterhaltung von Rohrleitungen und Einlaufbauwerken an den Gewässern oder offenen Gräben zur ordnungsgemäßen Einleitung von Niederschlagswasser oder Abwasser aus genehmigten Anlagen;
10. der Betrieb und die Unterhaltung der genehmigten Wanderhütte am Fischhuser Damm;
11. der Betrieb und die Unterhaltung der Trinkwasserleitung zwischen Heidekamp und Reinfeld sowie der Erdgasleitung entlang des Fischhuser Dammes;
12. das Betreten oder Befahren
a) der jeweiligen Grundstücke einschließlich der Gewässer durch die Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen;
b) des Naturschutzgebietes durch Personen, die von den zuständigen Behörden dazu ermächtigt worden sind;
13. das Schlittschuhlaufen auf der Heilsau sowie das Rodeln auf dem Rodelberg im Gemarkungsteil Nachtkoppel im Norden des Naturschutzgebietes;
14. Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt oder durchführen läßt; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale ist § 16 Abs. 9 des Landesnaturschutzgesetzes zu beachten.
Bohrungen und Sondierungen im Rahmen der amtlichen geowissenschaftlichen Landesaufnahme und von geophysikalischen Messungen,
die Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 38 des Landeswassergesetzes;
das Nachstellen wildlebender, nicht dem Jagdrecht unterliegender und nicht besonders geschützter Tierarten sowie das Fangen oder Töten dieser Tierarten.
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und des § 5 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. a für die Fallenjagd im Einzelfall zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Anlagen zur Entwässerung eines Grundstücks errichtet oder die bestehende Grundstücksentwässerung verändert;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 18 Zelte oder Wohnwagen aufstellt, Sachen aller Art lagert, Feuer macht oder Hunde laufen läßt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 19 das Naturschutzgebiet betritt oder im Naturschutzgebiet reitet oder fährt.
(2) Gleichzeitig tritt die Kreisverordnung zum Schutz von Landschaftsteilen in der Stadt Reinfeld vom 4. Februar 1972 (Amtsblatt Schl.-H./AAz. S.47), zuletzt geändert durch Verordnung vom 14. Juli 1994 (Lübecker Nachrichten vom 21. Juli 1994), außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.