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Timestamp: 2019-01-18 14:49:25
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Matched Legal Cases: ['§3', '§3', '§3', '§6', '§6', '§6']

Datum: 01.12.2016 Zeit:15:49:24 | Geschrieben von: Administrator
#14: GNU GPL v2
#13: LGPL v3
Den offiziellen englischen Originaltext finden Sie unter http://www.gnu.org/licenses/lgpl-3.0.html.
Deutsche Übersetzung: Peter Gerwinski, 31.7.2007
Dies ist eine inoffizielle deutsche Übersetzung der GNU Lesser General Public License, die nicht von der Free Software Foundation herausgegeben wurde. Es handelt sich hierbei nicht um eine rechtsgültige Festlegung der Bedingungen für die Weitergabe von Software, die der GNU LGPL unterliegt; dies leistet nur der englische Originaltext. Wir hoffen jedoch, daß diese Übersetzung deutschsprachigen Lesern helfen wird, die GNU LGPL besser zu verstehen.
This is an unofficial translation of the GNU Lesser General Public License into German. It was not published by the Free Software Foundation, and does not legally state the distribution terms for software that uses the GNU LGPL—only the original English text of the GNU LGPL does that. However, we hope that this translation will help German speakers understand the GNU LGPL better.
Diese Version der GNU Lesser General Public License umfaßt die Bedingungen von Version 3 der GNU General Public License, ergänzt um die unten aufgelisteten zusätzlichen Genehmigungen.
0. Zusätzliche Definitionen.
Nachstehend bezeichnet „diese Lizenz“ die GNU Lesser General Public License, Version 3, und „GNU GPL“ die GNU General Public License, Version 3.
„Die Bibliothek“ steht für ein betroffenes Werk unter dieser Lizenz, bei dem es nicht um eine Anwendung oder um ein kombiniertes Werk im Sinne der untenstehenden Definitionen handelt.
Eine „Anwendung“ ist irgendein Werk, das eine von der Bibliothek bereitgestellte Schnittstelle nutzt, ansonsten aber nicht auf der Bibliothek basiert. Die Definition einer abgeleiteten Klasse einer von der Bibliothek bereitgestellten Klasse wird als eine Weise betrachtet, eine von der Bibliothek bereitgestellte Schnittstelle zu nutzen.
Ein „kombiniertes Werk“ ist ein Werk, das durch das Kombinieren oder Linken einer Anwendung mit der Bibliothek erzeugt wurde. Die spezifische Version der Bibliothek, mit der zusammen das kombinierte Werk erzeugt wurde, wird auch „gelinkte Version“ genannt.
Der „Minimalquelltext“ eines kombinierten Werks bezeichnet den korrespondierenden Quelltext des kombinierten Werks, ausgenommen den Quelltext von Teilen des kombinierten Werks, die, einzeln betrachtet, auf der Anwendung basieren und nicht auf der gelinkten Version.
Der „korrespondierende Anwendungs-Code“ eines kombinierten Werks bezeichnet den Objekt-Code und/oder Quelltext der Anwendung einschließlich aller Daten und Hilfsprogramme, die benötigt werden, um das kombinierte Werk anhand der Anwendung zu reproduzieren, mit Ausnahme der Systembibliotheken des kombinierten Werks.
1. Ausnahmen von §3 der GNU GPL
Sie dürfen ein betroffenes Werk gemäß §§3 und 4 dieser Lizenz übertragen, ohne an §3 der GNU GPL gebunden zu sein.
2. Übertragung modifizierter Versionen
Wenn Sie ein Exemplar der Bibliothek modifizieren und sich eine Routine (“facility”) innerhalb dieser Modifikationen auf eine Funktion oder auf Daten bezieht, die von einer Anwendung bereitgestellt werden, die die Bibliothek nutzt (auf eine andere Weise als in Gestalt eines Arguments, das beim Aufruf der Routine übergeben wird), dann dürfen Sie eine Kopie der modifizierten Version folgendermaßen übertragen:
a) gemäß dieser Lizenz, sofern Sie sich in gutem Glauben darum bemühen, sicherzustellen, daß die Routine weiterhin funktioniert, wenn die Anwendung die Funktion oder Daten nicht bereitstellt und denjenigen Teil ihres Zweckes, der sinnvoll bleibt, weiterhin ausführt, oder
3. Objekt-Code, der Material aus Bibliotheks-Header-Dateien enthält
Die Objekt-Code-Form einer Anwendung darf Material aus einer Header-Datei enthalten, die Teil der Bibliothek ist. Sie dürfen derartigen Objekt-Code gemäß Bedingungen Ihrer Wahl übertragen, vorausgesetzt – sofern das enthaltene Material nicht auf numerische Parameter, Datenstrukturanordnungen und -zugriffsfunktionen oder kleine Makros, Inline-Funktionen und Templates (zehn oder weniger Zeilen lang) beschränkt ist –, Sie führen die beiden folgenden Handlungen aus:
a) Versehen Sie jedes Exemplar des Objekt-Codes mit einem prominenten Hinweis, daß die Bibliothek darin verwendet wird und daß die Bibliothek und ihre Benutzung durch diese Lizenz abgedeckt werden.
4. Kombinierte Werke
Sie dürfen ein betroffenes Werk unter Bedingungen Ihrer Wahl übertragen, die insgesamt die Modifikation der in dem kombinierten Werk enthaltenen Teile der Bibliothek und das Zurückbilden (“reverse engineering”), um derartige Modifikationen von Fehlern zu bereinigen, nicht wirksam einschränken, wenn Sie außerdem alle folgenden Handlungen ausführen:
a) Versehen Sie jedes Exemplar des kombinierten Werks mit einem prominenten Hinweis, daß die Bibliothek darin verwendet wird und daß die Bibliothek und ihre Benutzung durch diese Lizenz abgedeckt werden.
c) Für ein kombiniertes Werk, das bei Ausführung Copyright-Hinweise anzeigt, fügen Sie den Copyright-Hinweis für die Bibliothek diesen Hinweisen hinzu sowie einen Verweis, der den Anwender zu den Exemplaren der GNU GPL und dieses Lizenzdokuments führt.
0. Übertragen Sie den korrespondierenden Minimalquelltext gemäß den Bedingungen dieser Lizenz und den korrespondierenden Anwendungs-Code in einer Form und gemäß Bedingungen, die den Anwender erlauben, die Anwendung mit einer modifizierten Version der gelinkten Version neu zu kombinieren oder zu linken, um ein modifiziertes korrespondierendes Werk zu erzeugen, auf eine Weise, wie sie in §6 der GNU GPL spezifiziert ist, um korrespondierenden Quelltext zu übertragen.
1. Verwenden Sie einen geeigneten Shared-Library-Mechanismus, um mit der Bibliothek zu linken. Ein geeigneter Mechanismus ist ein Mechanismus, der (a) zur Laufzeit ein Exemplar der Bibliothek verwendet, das sich bereits auf dem Computer des Anwenders befindet, und (b) mit einer modifizierten Version der Bibliothek, die mit der gelinkten Version schnittstellenkompatibel ist, korrekt arbeiten wird.
e) Stellen Sie Installationsinformationen zur Verfügung – allerdings nur dann, wenn Sie dazu ansonsten gemäß §6 der GNU GPL verpflichtet wären, und nur in dem Maße, in dem derartige Informationen benötigt werden, um eine modifizierte Version des kombinierten Werks installieren und ausführen zu können, die durch erneutes Kombinieren oder Linken der Anwendung mit einer modifizierten Version der gelinkten Version erzeugt wurde. (Wenn Sie Option 4d0 verwenden, müssen die Installationsinformationen dem korrespondierenden Minimalquelltext und Anwendungs-Code beiliegen. Wenn Sie Option 4d1 verwenden, müssen Sie die Installationsinformationen in einer Form zur Verfügung stellen, die in §6 der GNU GPL für das Übertragen des korrespondierenden Quelltextes spezifiziert wurde.)
5. Kombinierte Bibliotheken
b) Versehen Sie die kombinierte Bibliothek mit einem prominenten Hinweis, daß Teile davon ein auf der Bibliothek basierendes Werk darstellen, und erklären Sie, wo die beiliegende entbündelte Form desselben Werks zu finden ist.
6. Überarbeitungen der GNU Lesser General Public License
Die Free Software Foundation kann von Zeit zu Zeit überarbeitete und/oder neue Versionen der GNU Lesser General Public License veröffentlichen. Solche neuen Versionen werden vom Grundprinzip her der gegenwärtigen entsprechen, können aber im Detail abweichen, um neuen Problemen und Anforderungen gerecht zu werden.
Jede Version hat eine eindeutige Versionsnummer. Wenn eine Bibliothek, wie Sie sie erhalten haben, angibt, daß eine bestimmte Versionsnummer der GNU Lesser General Public License „oder irgendeine spätere Version“ (“or any later version”) darauf anwendbar ist, so haben Sie die Wahl, entweder den Bestimmungen der genannten Version zu folgen oder denen jeder beliebigen späteren Version, die von der Free Software Foundation veröffentlicht wurde. Wenn die Bibliothek, wie Sie sie erhalten haben, keine Versionsnummer angibt, können Sie irgendeine Version der GNU Lesser General Public License wählen, die je von der Free Software Foundation veröffentlicht wurde.
Wenn die Bibliothek, wie Sie sie erhalten haben, bestimmt, daß ein Bevollmächtigter entscheiden kann, ob zukünftige Versionen der GNU Lesser General Public License anwendbar sein sollen, dann ist eine öffentliche Stellungnahme der Akzeptanz einer beliebigen Version für Sie eine permanente Erlaubnis, diese Version für die Bibliothek auszuwählen.
#15: GNU LGPL v2.1
#16: GNU-Manifest
Deutsche Übersetzung: Peter Gerwinski
Den offiziellen englischen Originaltext finden Sie unter http://www.gnu.org/gnu/manifesto.html.
Aktuelle Informationen über verfügbare GNU-Software finden Sie auf den GNU-Webseiten, insbesondere in der Software-Liste. Wie Sie selbst beitragen können, finden Sie unter http://www.gnu.org/help.
GNU steht für „GNU ist nicht gleich Unix“ und ist der Name eines kompletten, Unix-kompatiblen Software-Systems, das ich gerade schreibe, um es dann an jeden, der es brauchen kann, frei weiterzugeben. (1) Einige andere Freiwillige unterstützen mich. Beiträge in Gestalt von Zeit, Geld, Programmen und Material werden dringend benötigt.
Bis jetzt haben wir einen Emacs-Texteditor mit Lisp, um Editorkommandos zu schreiben, einen Quelltextdebugger, einen yacc-kompatiblen Parsergenerator, einen Linker und etwa 35 Dienstprogramme. Ein Kommandointerpreter (shell) ist beinahe fertig. Ein neuer, portabler, optimierender C-Compiler hat sich selbst compiliert und könnte dieses Jahr herausgegeben werden. Anfänge zu einem Kernel existieren, aber es werden noch viele Funktionen benötigt, um Unix zu emulieren. Sobald der Kernel und der Compiler vollendet sind, wird es möglich sein, ein zur Programmentwicklung einsatzfähiges GNU-System herauszugeben. Wir werden TeX als Textsatzsystem einsetzen, aber auch an einem nroff wird gearbeitet. Auch werden wir das freie, portable X-Window-System verwenden. Danach werden wir ein portables Common Lisp hinzufügen, ein Empire-Spiel, ein Tabellenkalkulationsprogramm und hunderte anderer Dinge plus on-line-Dokumentation. Wir hoffen, schließlich alles Nützliche, was normalerweise zu einem Unix-System gehört, anbieten zu können – und mehr.
Um fürchterliche Verwechselungen zu vermeiden, sprechen Sie bitte auch im Englischen das „G“ in „GNU“ mit aus.
Schulen können ein besseres pädagogisches Umfeld bieten, wenn sie die Schüler dazu anhalten, den Code des Betriebssystems zu studieren und zu verbessern. Das Harvard's computer lab verlangte, daß kein Programm im System installiert werden durfte, dessen Quelltext nicht öffentlich zugänglich war – und hielten dies aufrecht, indem bestimmte Programme tatsächlich nicht installiert wurden. Dies hat mich sehr inspiriert.
Wenn Menschen für das Benutzen eines Programms einschließlich des Anfertigens von Kopien zahlen müssen, entstehen fürchterliche Kosten für die Gesellschaft durch den schwerfälligen Mechanismus, der notwendig ist, um herauszufinden für wie viel (d.h. für welche Programme) eine Person zahlen muß, und nur ein Polizeistaat kann jeden dazu zwingen, diese Verträge einzuhalten. Stellen Sie sich eine Raumstation vor, in der die Luft zu hohen Kosten hergestellt werden muß: Es mag fair sein, Atemluft pro verbrauchten Liter zu berechnen, aber das Tragen von Gasmasken mit Meßeinrichtungen – Tag und Nacht – ist intolerabel, selbst wenn der Luftpreis für jeden erschwinglich ist. Und allgegenwärtige Fernsehkameras, die überwachen, ob jemand die Maske abnimmt, sind abscheulich. Es ist besser, die Luftanlage durch eine Kopfsteuer zu finanzieren und die Masken wegzuwerfen.
„Niemand wird es benutzen, wenn es frei ist, weil dies bedeutet, daß Sie sich nicht auf Wartung verlassen können.“
„Sie müssen etwas für das Programm berechnen, um Service anbieten zu können.“
Wir müssen zwischen Wartung in Gestalt von echter Programmierarbeit und Benutzerhilfe unterscheiden. Ersteres ist etwas, das Sie von einem Software-Händler nicht erwarten können: Wenn Ihr Problem nicht von genügend Leuten geteilt wird, wird der Händler Sie zum Teufel schicken.
„Ohne Werbung können Sie nicht viele Leute erreichen, und Sie müssen etwas für das Programm berechnen, um dies zu ermöglichen.“
„Es ist nutzlos, für etwas zu werben, was man umsonst bekommen kann.“
„Mein Unternehmen benötigt ein proprietäres Betriebssystem, um einen Wettbewerbsvorteil zu bekommen.“
GNU wird Betriebssystem-Software aus dem Bereich des Wettbewerbs entfernen. Sie werden keinen Vorteil auf diesem Gebiet erzielen können, aber umgekehrt wird auch Ihre Konkurrenz Sie nicht übervorteilen können. Sie werden auf anderen Gebieten in Wettbewerb treten, während Sie auf diesem Gebiet voneinander profitieren werden. Wenn Ihr Unternehmen vom Verkauf eines Betriebssystems lebt, werden Sie GNU nicht mögen, aber das ist Ihr Problem. Wenn Ihr Unternehmen anders ist, kann GNU Sie davor bewahren, in das teure Geschäft gedrängt zu werden, Betriebssysteme zu verkaufen.
„Verdienen nicht die Programmierer eine Belohnung für ihre Kreativität?“
„Sollte ein Programmierer nicht eine Belohnung für seine Kreativität verlangen dürfen?“
Der Grund, weshalb ein guter Bürger derart destruktive Mittel nicht anwendet, um reich zu werden, ist, daß, wenn dies jeder täte, wir alle durch die wechselseitige Zerstörung ärmer würden. Dies ist Kantsche Ethik – oder das Gebot der Nächstenliebe. Die Konsequenzen, die daraus entstünden, daß ein jeder Information horten würde, gefallen mir nicht, daher sehe ich mich gezwungen, es für falsch zu befinden, wenn sich einer so verhält. Insbesondere begründet der Wunsch, für Kreativität belohnt zu werden, es nicht, die gesamte Welt all dieser Kreativität oder von Teilen davon zu berauben.
„Werden die Programmierer nicht verhungern?“
Ich könnte antworten, daß niemand gezwungen ist, ein Programmierer zu sein. Die meisten von uns könnten nicht davon leben, auf der Straße zu stehen und Possen zu reißen, aber wir sind deswegen noch lange nicht dazu verdammt, auf der Straße zu stehen, Possen zu reißen und zu verhungern – wir machen etwas anderes.
Aber dies ist die falsche Antwort, weil sie die implizite Annahme des Fragestellers akzeptiert, daß nämlich Programmierer keinen Pfennig erhalten würden, wenn es keinen Besitz von Software gibt. Es wird angenommen, daß es um „alles oder nichts“ geht.
„Haben Menschen nicht das Recht, zu kontrollieren, wie ihre Ideen verwendet werden?“
„Kontrolle über den Gebrauch von Ideen“ konstituiert in Wirklichkeit Kontrolle über das Leben anderer Menschen, und sie wird normalerweise eingesetzt, um den Menschen das Leben schwerer zu machen.
Die Idee des Urheberrechts existierte früher nicht, als Autoren häufig andere Autoren in nicht-fiktionalen Werken kopierten. Diese Praxis war nützlich, und nur auf diesem Wege sind die Werke vieler Autoren wenigstens teilweise erhalten geblieben. Das System des Urheberrechts wurde ausdrücklich dafür entwickelt, Autorenschaft zu ermutigen. Auf dem Gebiet, für das es erfunden wurde – Bücher, die nur auf einer Druckerpresse auf ökonomische Weise vervielfältigt werden konnten – schadete es wenig, und die meisten Leser wurden dadurch nicht behindert.
Alle intellektuellen Eigentumsrechte wurden von der Gesellschaft lizensiert, weil man – richtig oder falsch – glaubte, daß die gesamte Gesellschaft von der Einführung dieser Rechte profitieren würde. In einer speziellen Situation jedoch müssen wir uns fragen, ob wir wirklich besser damit fahren, solche Rechte zu lizensieren. Welche Art von Handlungen erlauben wir den Personen?
Der Fall von Computerprogrammen heute ist sehr verschieden von dem von Büchern vor hundert Jahren. Die Tatsache, daß der einfachste Weg, ein Programm zu kopieren, von Nachbar zu Nachbar geht, die Tatsache, daß zu einem Programm sowohl Quelltext als auch Objectcode gehören, die verschieden sind, und die Tatsache, daß ein Programm benutzt und nicht gelesen und genossen wird, schaffen zusammen eine Situtation, in der eine Person, die ein Urheberrecht einfordert, der gesamten Gesellschaft sowohl materiellen als auch spirituellen Schaden zufügt – eine Situtation, in der eine Person kein Urheberrecht einfordern sollte, unabhängig davon, ob die Gesetze es ihr erlauben.
„Im Wettbewerb werden Dinge besser ausgeführt.“
Das Musterbeispiel eines Wettbewerbs ist ein Wettrennen: Indem wir den Gewinner belohnen, ermutigen wir jeden Teilnehmer, schneller zu laufen. Wenn der Kapitalismus tatsächlich auf diese Weise funktioniert, ist es gut, aber seine Befürworter haben Unrecht mit der Annahme, daß es immer so funktioniert. Wenn die Läufer vergessen, weshalb der Preis ausgesetzt wurde und unbedingt gewinnen wollen – egal wie –, entdecken sie vielleicht andere Strategien, zum Beispiel, andere Läufer anzugreifen. Wenn die Läufer in einen Faustkampf geraten, werden alle erst spät durchs Ziel gehen.
Proprietäre und geheime Software sind das moralische Äquivalent von Rennläufern in einem Faustkampf. Es ist traurig, daß sich der einzige vorhandene Schiedsrichter nicht um Faustkämpfe sorgt und sie lediglich reguliert („Pro zehn gelaufene Meter dürft ihr einen Schuß abfeuern“). Er sollte sie stattdessen auseinanderbringen und Läufer bereits für den Versuch eines Angriffs bestrafen.
„Wird ohne finanziellen Ansporn nicht jeder aufhören zu programmieren?“
Tatsächlich werden viele Menschen absolut ohne jeden finanziellen Ansporn programmieren. Das Programmieren übt eine unwiderstehliche Faszination auf manche Leute aus – normalerweise diejenigen Leute, die darin am besten sind. Es gibt keinen Mangel an Berufsmusikern, die bei ihrem Beruf bleiben, obwohl sie keinerlei Hoffnung haben, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
„Wir sind auf die Programmierer angewiesen. Wenn die verlangen, daß wir aufhören, unseren Nachbarn zu helfen, müssen wir nachgeben.“
Sie können niemals so verzweifelt sein, daß Sie derartigen Forderungen nachgeben müssen. Vergessen Sie nicht: Millionen für die Verteidigung – keinen Pfennig für Tribut!
„Programmierer müssen von irgendetwas leben.“
Wenn allerdings der Computerkäufer selbst für Software-Entwicklung spendet, wird die Spende mit der Software-Steuer verrechnet. Er kann für das Projekt seiner Wahl spenden – häufig in der Hoffnung ausgewählt, das Ergebnis benutzen zu können. Er kann beliebig hohe Spenden anrechnen lassen bis hin zum Gesamtvolumen der zu zahlenden Steuer.
Diese Wortwahl war ein wenig sorglos. Die Absicht war, daß niemand für die Erlaubnis zahlen muß, das GNU-System zu benutzen. Diees geht jedoch nicht aus der Formulierung hervor, und man interpretiert dies häufig so, daß Kopien von GNU stets gegen kein oder höchstens geringes Entgelt verteilt werden sollen. Dies war niemals die Absicht; weiter unten erwähnt das Manifest die Möglichkeit für Firmen, GNU gegen Bezahlung zu verteilen. Später habe ich es gelernt, sorgfältig zwischen „frei“ im Sinne von „Freiheit“ und „frei“ im Sinne von „Preis“ zu unterscheiden. Freie Software ist Software, deren Benutzer die Freiheit haben, sie weiterzugeben und zu verändern. Manche werden ihre Kopien gratis erhalten, während andere dafür bezahlen werden – und wenn diese Geldsumme dazu beiträgt, die Software weiter zu verbessern, um so besser. Wichtig ist, daß jeder, der eine Kopie hat, auch die Freiheit hat, beim Gebrauch dieser Kopie mit anderen zu kooperieren.
Dies ist eine weitere Stelle, an der ich versämut habe, sorgfältig zwischen den beiden verschiedenen Bedeutungen von „frei“ zu unterscheiden. So, wie der Satz geschrieben ist, ist er nicht falsch – Sie können Kopien von GNU-Software kostenlos von Ihren Freunden oder über das Netz erhalten –, aber er suggeriert die falsche Idee.
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Es ist jedem gestattet, unveränderte Kopien dieses Dokuments in beliebigen Medien anzufertigen oder weiterzugeben, vorausgesetzt, daß diese Copyright-Notiz und diese Erlaubnis erhalten bleiben und daß der Distributor den Empfängern das Recht zur Weiterverbreitung im Sinne dieser Erlaubnis gewährt.
Veränderte Versionen dürfen nicht erstellt werden.