Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20CE%2012.2755
Timestamp: 2020-02-29 05:18:08
Document Index: 328576180

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 40', '§ 40', '§ 123', 'Art. 10', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 19', 'Art. 12', 'Art. 19', '§ 40', '§ 40']

VGH Bayern, 18.03.2013 - 9 CE 12.2755 - dejure.org
https://dejure.org/2013,4643
VGH Bayern, 18.03.2013 - 9 CE 12.2755 (https://dejure.org/2013,4643)
VGH Bayern, Entscheidung vom 18.03.2013 - 9 CE 12.2755 (https://dejure.org/2013,4643)
VGH Bayern, Entscheidung vom 18. März 2013 - 9 CE 12.2755 (https://dejure.org/2013,4643)
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Artt. 2 Abs. 1, 12 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG; §§ 123, 146 VwGO; § 40 Abs. 1a Nr. 2 LFGB
Zur Unzulässigkeit eines amtlichen "Hygieneprangers" im Internet
§ 40 Abs. 1a Nr. 2 LFGB, § 123 VwGO, Art. 10 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002, Art. 2 Abs. 1 iVm. Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 12 Abs. 1 GG
Lebensmittelrecht: Veröffentlichung der bei amtlichen Kontrollen im Betrieb festgestellten Mängeln im Internet auf der hierfür eingerichteten Plattform www.lgl.bayern.de | Lebensmittelrechtliche Kontrolle; Hygienemängel; Bußgeld; Mängelbeseitigung; Veröffentlichung im ...
"Hygienepranger” im Internet ist unzulässig
Vorläufiges Aus für den Hygienepranger
Hygienepranger von Gemeinde ist unzulässig
Vorläufiges Ende für "Hygienepranger”
Bayerischer VGH stoppt Hygienelisten im Internet - Zweifel an der Europarechtskonformität
Vorläufiges Aus für den Online-"Hygienepranger"
Vorläufiges Aus für den "Hygienepranger”
Gaststätten müssen Hygienepranger im Internet noch nicht fürchten
Landeshauptstadt München darf lebensmittel- bzw. hygienerechtliche Mängel aus amtlichen Betriebskontrollen nicht mehr im Internet veröffentlichen - Vorläufiges Aus für den "Hygienepranger"
In diesem Sinne habe auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im Beschluss vom 18.3.2013 (Az: 9 CE 12.2755) Bedenken im Hinblick auf die Europarechtskonformität der Informationen unterhalb der Schwelle der Gesundheitsgefahr geäußert.
-vgl. OVG NRW, Beschluss vom 24. April 2013 - 13 B 192/13 - juris, Rdn. 12 ff; OVG Lüneburg, Beschluss vom 14. Juli 2013, 13 ME 18/13 - , juris; Bay VGH, Beschluss vom 18. März 2013 - 9 CE 12.2755-, juris, Rdn 22, 23- nicht als Anspruchsgrundlage für das Begehren des Beigeladenen in Betracht.
Der Anordnungsanspruch auf Unterlassung folgt aus der Rechtswidrigkeit der in das Recht der Antragstellerin auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 Abs. 1, Art. 19 Abs. 3 GG) und ihr Recht auf freie Berufsausübung (Art. 12 Abs. 1, Art. 19 Abs. 3 GG) eingreifenden Veröffentlichung (…vgl. VGH BW, Beschl. v. 28. Januar 2013 - 9 S 2423/12 -, juris, Rdnr. 10 f.; Bay. VGH, Beschl. v. 18. März 2013 - 9 CE 12.2755 -, juris, Rdnr. 19;… OVG NRW, Beschl. v. 24. April 2013 - 13 B 192/13, juris, Rdnr. 11 ff.).
Die durch § 40 Abs. 1a Nr. 2 LFGB vorgesehene Information der Öffentlichkeit unter Nennung der Bezeichnung des Lebensmittels oder Futtermittels sowie des Lebensmittel- oder Futtermittelunternehmers stellt angesichts ihrer weitreichenden Verbreitung, die durch die Abrufbarkeit über das Internet erreicht wird, und ihrer potentiell gewichtigen wirtschaftlichen Auswirkungen eine besonders weitgehende Form eines Eingriffs in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung dar (vgl. BVerfG…, Urteil vom 24. November 2010 - 1 BvF 2/05 -, juris, Rdnr. 188), die es erfordert, dass der Gesetzgeber die zeitliche Wirkung dieser Veröffentlichung durch Aufnahme einer Löschungsfrist einschränkt (…vgl. BVerfG, Urt. v. 24. November 2010 - 1 BvF 2/05 -, a.a.O., Rdnr. 195 und 199;… VGH BW, Beschl. v. 28. Januar 2013 - 9 S 2423/12 -, juris, Rdnr. 24; Bay. VGH, Beschl. v. 18. März 2013 - 9 CE 12.2755 -, juris, Rdnr. 22;… OVG NRW, Beschl v. 24. April 2013 - 13 B 238/13 -, juris, Rdnr. 24).
Bedenken im Hinblick auf die Europarechtskonformität einer Information unterhalb der Schwelle der Gesundheitsgefahr habe kürzlich der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im Beschluss vom 18. März 2013 - 9 CE 12.2755 geäußert.
Eine nicht zulässige Abweichung von Anforderungen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches, der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen und unmittelbar geltenden Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union im Anwendungsbereich des genannten Gesetzes kann nämlich schon angenommen werden, wenn im Produktionsvorgang gegen Hygienevorschriften verstoßen wird und hierdurch die latente Gefahr der Beeinträchtigung von Lebensmitteln besteht (vgl. OVG des Saarlandes, Beschluss vom 3.2.2011 - 3 A 270; offen gelassen von VG Berlin, Urteil vom 28.11.2012 - 14 K 79.12; vgl. auch BayVGH, Beschluss vom 18.3.2013 - 9 CE 12.2755, juris Rn. 24 und OVG Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 13.2.2013 - 6 B 10035/13, juris Rn. 19).
Eine Information setze daher nicht voraus, dass eine nachteilige Beeinflussung bestimmter Lebensmittel nachgewiesen sei und nur diese in der Veröffentlichung benannt werden (…OVG Rheinland-Pfalz, a.a.O., Rdnr. 19; ebenso Bayerischer VGH, Beschluss vom 18. März 2013 - 9 CE 12.2755 -, juris Rdnr. 240; ohne Begründung VG Oldenburg…, Beschluss vom 18. Januar 2019 - 7 B 4420/18 -, juris Rdnr. 30;… Boch, Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, 7. Online-Auflage 2018, § 40 Rdnr. 34).
VGH Bayern, 13.12.2019 - 9 N 15.1569