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Timestamp: 2019-01-17 16:08:43
Document Index: 117696912

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 19', '§ 17', '§ 17', '§ 42', '§ 14', '§ 10', '§ 10', '§ 1967', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 13', 'BGH', '§ 16', '§ 42', '§ 42', '§ 3', '§ 13', '§ 181', '§ 16', '§ 16', '§ 3', '§ 42']

kostenlose Steuersparrtipps Schenkungsteuer Erbschaftsteuer | Steuerberater Pfeifer
Dipl. Kfm. Steuerberater Pfeifer
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Schenkungsteuer und Erbschaftsteuer
Auf Ihre Frage: Wie kann ich Vererben ohne Erbschaftsteuer, wie kann ich Verschenken ohne Schenkungsteuer, geben Ihnen unsere kostenlosen Steuerspartipps zur Erbschaftsteuer ( A 001 ff) und zur Schenkungsteuer (B 001 ff) viele wertvolle Hinweise und Anregungen, gewachsen aus langjährigen Seminar- und Beratungserfahrungen.
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A 001 Das extreme Tarifgefälle zwischen Eheleuten und Lebensgefährten nutzen
Das extreme Tarifgefälle bei der Erbschaftsteuer zwischen Eheleuten und Lebensgefährten nutzen
Steuerspar-Tipp A 001
Kostenlose Steuerspartipps Erbschaftsteuer
Büro für Erbschaftsteuer Berlin, Steuerberater Dipl.-Kfm. W. Pfeifer
Viele junge Paare heiraten nicht aus Angst vor der Gefahr des Zugewinnausgleichs oder späterer Unterhaltsansprüche des Ehegatten bei einer Scheidung. Das ist zu kurz gedacht. Der Zugewinnausgleich kann durch einen modifizierten gesetzlichen Güterstand für den Fall einer Scheidung vermieden werden.
Arbeitet der Ehegatte ebenfalls als Arbeitnehmer oder Selbständiger, hat er eigene Einkünfte und in der Regel ein eigenes Vermögen. Bei einer Scheidung kann er sich deshalb nicht auf die faule Haut zu Lasten seines „Ex-Gatten“ legen.
Er hat auch meist eigene Versorgungsansprüche erworben, so dass der Versorgungsaus- gleich keine Katastrophe ist.
Die jungen Paare erkennen oft nicht, welche großen Vorteile Eheleute haben, weil unsere Verfassung die Ehe unter besonderen Schutz stellt. Der Staat fördert die Ehe und Lebenspartnerschaften aber nicht nur aus ideellen Gründen, sondern auch deshalb, weil die Partner den Staat später von einem erheblichen Teil der Pflegekosten entlasten.
Als steuerlichen Anreiz erfasst das Erbschaftsteuergesetz (ErbStG) Ehegatten in der Steuerklasse I mit dem niedrigsten Tarif, während der erbschaftsteuerliche Erwerb durch den Lebensgefährten mit dem Tarif der Steuerklasse III belastet wird. Das Tarifgefälle zwischen den beiden Steuerklassen ist beachtlich. Bei einem steuerpflichtigen Erwerb von 75.000 € beträgt der Steuersatz für den Lebensgefährten nach Abzug des persönlichen Freibetrages von 20.000 € 30 %, die Steuerlast also 16.500 €, während ein Ehepartner wegen des Freibetrages von 500.000 € keine ErbSt zahlen muss und erst oberhalb dieses Freibetrages der Tarif mit 7 % beginnt. Der nicht verheiratete Lebenspartner hat also in diesem Fall gegenüber einem Ehegatten einen Nachteil von 16.500 €.
Bei einem erbschaftsteuerpflichtigen Erwerb von 600.000 € hat der Lebensgefährte bei dem Steuersatz von 30 % Erbschaftsteuer unter Berücksichtigung des Freibetrages von 20.000 € in Höhe von 174.000 € zu entrichten, der Ehegatte nach Abzug des Freibetrages von 500.000 hingegen nur 11.000 €.
Der Spitzensteuersatz beträgt für einen Lebensgefährten 50 %, für einen Ehegatten maximal 30 %. Die Eheschließung bringt Steuerpflichtigen der Steuerklasse III beachtliche Vorteile.
Auf den erbschaftsteuerpflichtigen Erwerb wird als Bemessungsgrundlage der Tarif an-gewendet. Er ist eine Restgröße, die sich aus vielen einzelnen Posten unter Abzug einer Fülle von Steuerermäßigungen und einiger Hinzurechnungen ergibt. Diese Posten und Korrekturen, insbesondere durch bestimmte Freibeträge, lassen in keiner Weise erkennen, wie viel ungünstiger unverheiratete Lebensgefährten tatsächlich im Vergleich zu Ehegatten bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer dastehen. Hinweise dazu geben Ihnen unsere Tipps zu Freibeträgen, Freigrenzen sowie zu besonderen Präferenzen für bestimmte Vermögenswerte bei Eheleuten (z.B. bei gesetzlichen Versorgungsrenten und beim eigengenutzten Familienheim), die nicht verheiratete Lebenspartner nicht oder in viel geringerem Umfang haben
Erstellt am 08.08.2018
Die Ausführungen wurden mit Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Haftung übernommen werden. Gesetze, Rechtsprechung, Durchführungsverordnungen, Richtlinien und Erlasse sind in ständigem Fluss. Treffen Sie niemals nur aus steuerlichen Gründen Gestaltungen. Es sind viele weitere Aspekte zu berücksichtigen wie Vermögen und Einkommen des Erblassers und des Erben, ihre wirtschaftlichen und juristischen Erfahrungen und Kenntnisse, Folgen für persönliche Beziehungen, Auswirkungen in andere Bereiche, z.B. auf staatliche Zuschüsse, auf Sozialrecht, auf andere Steuern etc. Sie sollten deshalb einen Steuerberater konsultieren. Wir stehen Ihnen auch für ein Beratungsgespräch gern zur Verfügung. Unser Honorar richtet sich nach der StBVV. Für eine Erstberatung berechnen wir maximal 249,80 € incl. Nebenkosten und USt.
Büro für Erbschaftsteuer, Berlin, StB Dipl.- Kfm. W. Pfeifer, Burgunder Str.2, 14197 Berlin
Tel. 030/ 81 49 42 08,
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Beratungswunsch bitte uns auf dem Kontaktformular mitteilen.
Zu den Möglichkeiten für Steuerpflichtige der Steuerklassen II und III, Erbschaftsteuer zu sparen, informiert unser Skript SKR 02.
Zu dem Skript 02
A 002 Der Freibetrag nach § 16 ErbStG für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner
Der Freibetrag nach § 16 ErbStG für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner
Steuerspar-Tipp A 002
Ehegatten und Lebenspartnern als Erben gewährt der Gesetzgeber im Todesfall einen steuerfreien Freibetrag von 500.000 € bei der Erbschaftsteuer, sofern nicht im vorangegangen Zeitraum von 10 Jahren dieser Betrag durch steuerpflichtige Schenkungen oder Ausstattungen an den überlebenden Gatten von seinem Ehepartner oder Lebenspartner bereits verbraucht ist.
Das Erbschaftsteuergesetz gewährt Steuerpflichtigen bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs je nach Steuerklasse in Abhängigkeit vom Verwandtschaftsgrad oder Familienstand Freibeträge.
In der Steuerklasse I, die für unbeschränkt steuerpflichtige Eheleute und eingetragene Lebenspartner maßgebend ist, beträgt der persönliche Freibetrag für einen Zehnjahreszeitraum 500.000 €, für einen nicht verheirateten Lebensgefährten nur 20.000 €.
Das bedeutet, dass bei einem steuerpflichtigen Erwerb für den Ehepartner oder eingetragenen Partner von 500.000 € keine tarifliche Erbschaftsteuer nach § 19 ErbStG anfällt. Für einen nicht verheirateten Steuerpflichtigen würde bei Erwerb im Todesfall des Lebenspartners hingegen eine tarifliche Erbschaftsteuer in Höhe von 144.000 € fällig werden.
Neben den Vorteilen eines erhöhten Freibetrages für einen Zehnjahreszeitraum wirkt sich natürlich auch der erheblich niedrigere Tarif bei Ehegatten / eingetragenen Partnern sehr vorteilhaft aus. Sie sind somit oft auch ein Grund für eine eheliche Bindung, deren erhebliche Folgen natürlich immer beachtet werden müssen: Unterhaltspflichten, Beistandspflichten, Zugewinnausgleich bei Vorliegen des gesetzlichen Güterstands, sofern keine modifizierenden Abreden getroffen werden.
Eine besondere Präferenz stellt bei Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern, die im gesetzlichen Güterstand leben, der steuerfreie Zugewinnausgleich im Todesfall dar.
Beim Erbe von Betriebsvermögen wird für diesen Teil des Nachlasses vom Gesetzgeber dem Erben die Steuerklasse I gewährt, auch wenn er im Übrigen der Steuerklasse II oder III angehört.
Wie Sie mehrfach Freibeträge zu Lebzeiten in Anspruch nehmen können und bereits zu Lebzeiten den steuerfreien Zugewinnausgleich nutzen können, informiert Sie das Skript SKR 04
Zu dem Skript 04
A 003 Erbschaftsteuerfreie Renten für den überlebenden Ehegatten
Erbschaftsteuerfreie Renten für den überlebenden Ehegatten
Steuerspar-Tipp A 003
Oft sind Rentenversicherungsansprüche ein wichtiger Grund, ob eine Ehe geschlossen wird oder nicht, insbesondere wenn dadurch einem Partner eine Witwer- oder Witwenrente verloren geht.
Der Gesetzgeber gewährt in § 17 ErbStG im Falle des Todes dem überlebenden Ehegatten / eingetragenen Lebenspartner einen Freibetrag von 256.00 € und jedem Kind je nach Alter bei Tod eines Elternteils einen Freibetrag zwischen 10.000 und 52.00 Euro. Die Versorgungsfreibeträge sind zu kürzen, wenn nicht der Erbschaftsteuer unterliegende Versorgungbezüge dem Empfänger zustehen. Solche generell freigestellten Versorgungsansprüche bei der Erbschaftsteuer sind:
Versorgungsbezüge für Ehegatten von Beamten aufgrund der Beamtengesetze des Bundes und der Länder, Versorgungsbezüge von Ehegatten aus berufsständischen Pflichtversicherungen (z.B. Versorgungswerk der Ärzte), Versorgungsbezüge, die ihre Grundlage in einem Tarifvertrag, einer Betriebsordnung, Betriebsvereinbarung oder aus betrieblicher Übung nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz haben sowie Versorgungsbezüge, deren Grundlage ein zwischen einem Arbeitgeber und seinem Arbeitnehmer geschlossener Einzelvertrag ist. Wesentlich ist die Stellung des Verstorbenen als Arbeitnehmer.
Diese nicht steuerbaren Hinterbliebenenbezüge haben aber den Nachteil, dass sie bei der Geltendmachung des Versorgungsfreibetrags nach § 17 ErbStG abgezogen werden müssen.
Nicht verheiratete Lebensgefährten erhalten beim Tode ihres Lebensgefährten in der Regel keine gesetzlichen Versorgungsansprüche. Sie partizipieren also auch nicht aus der Freistellung solcher Bezüge bei der Erbschaftsteuer.
A 004 Mehrfaches Erbe und mehrfache Freibeträge durch Adoption von Volljährigen erreichen
Mehrfaches Erbe und mehrfache Freibeträge durch Adoption von Volljährigen erreichen
Steuerspar-Tipp A 004
Eine Adoption ist nicht nur von Minderjährigen, sondern auch von Volljährigen möglich. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, ferner verwandte Personen in die vorteilhafteste Steuerklasse I des Erbschaftsteuergesetzes zu bringen.
Stiefkinder werden bereits in Steuerklasse I geführt, so dass für Schenkungen und Erbschaften eine Volljährigen-Adoption nicht erforderlich ist. Sie haben einen Freibetrag von 400.000 € und alle Vorteile für Angehörige der Steuerklasse I. Nur nach dem BGB sind sie nicht gesetzliche Erben des Stiefvaters / der Stiefmutter. Dieser Nachteil kann allerdings problemlos durch eine Erbeinsetzung in einem Testament oder Erbvertrag bzw. eine Schenkung vermieden werden.
Voraussetzung für eine Volljährigen-Adoption ist, dass eine enge familiäre Bindung vorliegt oder zu begründen beabsichtigt ist.
Der Volljährige behält seine Erbansprüche gegen seine leiblichen Eltern und gewinnt neue Erbansprüche gegen seine Adoptiveltern, allerdings nicht gegen deren Verwandte. Einer Volljährigen-Adoption, die allein aus Gründen der Steuerersparnis nach dem Erbschaftsteuergesetz vorgenommen wird, versagen Gerichte und die Finanzverwaltung die Anerkennung wegen Missbrauchs von Gestaltungsmöglichkeiten nach § 42 AO.
Eine Volljährigen-Adoption sollte nur im Einverständnis mit den leiblichen Eltern vorgenommen werden, um den familiären Frieden nicht zu gefährden. Der Volljährige bedarf zu einer solchen Adoption allerdings nicht ihrer Zustimmung. Sie kann deshalb für die leiblichen Eltern eine starke Kränkung sein.
Die Volljährigen-Adoption begründet gegenüber den Adoptiveltern eine Unterhalts- und Betreuungspflicht; diese Pflichten und Rechte bleiben auch gegenüber den leiblichen Eltern bestehen.
Es sollte gründlich erörtert werden, ob eine solche Adoption notwendig und zweckmäßig ist. In Patchworkfamilien kann eine Gleichstellung der Kinder beider Ehepartner auch durch Schenkungen oder durch Erbeinsetzung im Testament oder in einem Erbvertrag erreicht werden. Das Erbschaftsteuergesetz räumt Stiefkindern wie leiblich Kindern den persönlichen Freibetrag von 400.000 € ein.
Unser Skript SKR 02 gibt Personen der benachteiligten Steuerklassen II und III viele weitere Hinweise zu steuermindernden Gestaltungen.
A 005 Den 10-Jahreszeitraum zur Erzielung von Tarifvorteilen bei Eheleuten und nicht verheirateten Lebenspartnern nutzen!
Den 10-Jahreszeitraum zur Erzielung von Tarifvorteilen bei Eheleuten und nicht verheirateten Lebenspartnern nutzen!
Steuerspar-Tipp A 005
Das Erbschaftsteuergesetz erfasst nach § 14 ErbStG die steuerlichen Erwerbe von einer bestimmten Person von Todes wegen oder unter Lebenden an eine bestimmte andere Person in einem Zehnjahreszeitraum. Schulden, die mit Schenkungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen und zum gleichen Zeitpunkt übernommen werden, können mit der positiven Schenkung verrechnet werden. Die Steuer auf den letzten Erwerb ohne Zusammenrechnung darf durch den Abzug der Steuer für die früheren Erwerbe nicht unterschritten werden. Die durch den weiteren Erwerb veranlasste Steuer darf nicht mehr als 50 % dieses Erwerbs betragen.
Für die Zeitspanne ist der jeweilige Todestag bzw. Tag der Ausführung der Schenkung maßgebend.
Da der anzuwendende Tarif neben der Steuerklasse von der Höhe nur des in diesem Zeitraum zusammenzurechnenden Erwerbs ermittelt wird, beginnt nach Ablauf der 10 Jahre eine neue Festsetzung der steuerlichen Erwerbsstufe in Abhängigkeit von den nach diesem Zeitraum erfolgten Erwerben. Wird z.B. einem Ehegatten nach Abzug aller Korrekturposten und des Freibetrages einmalig ein Betrag von 300.000 € zugewendet, würde der Steuersatz 11 % betragen. Verteilt man die Schenkungen über vier Jahrzehnte, wäre jeweils der Steuersatz für alle vier Zeiträume jeweils nur mit 7 % zu versteuern.
Bei einem nicht verheirateten Lebenspartner bliebe es aber mit 30 % bei dem gleichen Steuersatz, weil der Steuersatz in den Wertstufen von75.000 € bis 300.000€ unverändert bleibt.
Wie Sie vorsorglich zu Lebzeiten durch Schenkungen und Ausstattungen mehrfach den Zeitraum nutzen können, informiert Sie das Skript SKR 04; Personen, die nicht der StKl I des ErbStG angehören, erhalten im Skript SKR 02 wertvolle Hinweise.
Zu dem Skript 02 Zu dem Skript 04
A 006 Nachlassverbindlichkeiten mindern das Erbe, aber auch die tarifliche Erbschaftsteuer des Erwerbers
Nachlassverbindlichkeiten mindern das Erbe, aber auch die tarifliche Erbschaftsteuer des Erwerbers
Steuerspar-Tipp A 006
Welche Nachlassverbindlichkeiten bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs eines Erben abzugsfähig sind und damit die tarifliche Erbschaftsteuer mindern, regelt § 10/ V ErbStG.
Es handelt sich dabei zum einen um Schulden (§ 10/ V/ 2 ErbStG), für die der Erbe gem. § 1967 BGB haftet. Sie sind zu Lebzeiten des Erblassers entstanden und bestehen noch zum Zeitpunkt seines Todes, z.B. Darlehnsschulden für vermieteten Grundbesitz und Schulden aus Mietverträgen, auch aus zivilrechtlich anzuerkennenden Schulden an den Ehegatten oder die Kinder oder kraft Vertrags an eine pflegende Person. Der Erbe übernimmt automatisch die Steuerschulden des Erblassers, also die des verstorbenen Ehegatten oder Lebenspartners, die vor dem Tode entstanden sind, sowie die Verbindlichkeiten aus dem Zugewinnausgleich.
Ferner sind nach § 10/ V/ 2 ErbStG Erbfallschulden abzugsfähig. Das sind z.B. Vermächtnisse und Auflagen aus dem Erbe sowie Schulden aus Pflichtteilsansprüchen, Nutzungsrechten und Rentenverpflichtungen.
Schließlich ermöglicht § 10/ V/ 3 ErbStG den Abzug von Sonstigen Nachlassverbindlichkeiten wie für Bestattungskosten und Grabpflege.
Der Erbe kann für Kosten gem. §§ 10/ V/ 3 S.1. Und 10/ V/ 3 S.2 ErbStG einen Pauschalbetrag von 10.300 € geltend machen, wenn er nicht höhere Aufwendungen nachweist. Hat der Erblasser die künftigen Grabpflegekosten bereits entrichtet, kann er gleichwohl den Pauschbetrag beanspruchen.
Für Steuerpflichtige der benachteiligten Steuerklassen II und III sind wegen der hohen Belastung durch den tariflichen Steuersatz der ErbSt Abzugsposten, die den steuerpflichtigen Erwerb aus dem Erbe reduzieren, von besonderer Bedeutung. Zur Abzugsfähigkeit der Erbabwicklungskosten, die natürlich auch Steuerpflichtigen der Steuerklasse I zustehen siehe Steuerspar-Tipp A 008
Über weitere Steuersparmöglichkeiten, insbesondere für Erben der Steuerklassen II und III, informiert Sie unser Skript SKR 02.
A 007 Extreme Erbschaftsteuerbelastung im Todesfall bei nicht verheirateten Paaren durch Eheschließung oder Lebenspartnerschaft rechtzeitig vermeiden!
Extreme Erbschaftsteuerbelastung im Todesfall bei nicht verheirateten Paaren durch Eheschließung oder Lebenspartnerschaft rechtzeitig vermeiden!
Steuerspar-Tipp A 007
Unsere Verfassung stellt die Ehe unter besonderen Schutz. Der Staat fördert Ehen und Lebenspartnerschaften nicht nur aus ideellen Gründen, sondern u.a. auch deshalb, weil sie den Staat von Kosten bei der Pflege entlasten. Solche Verpflichtungen bestehen nach dem BGB nicht für ungebunden zusammenlebende Paare.
Als steuerlichen Anreiz erfasst das ErbStG Ehegatten in der Steuerklasse I mit dem niedrigsten Tarif, während der erbschaftsteuerliche Erwerb durch nicht verheiratete oder nicht verpartnerte Lebensgefährten mit dem Tarif der Steuerklasse III belastet wird. Das Tarifgefälle zwischen den beiden Steuerklassen ist beachtlich. Bei einem steuerpflichtigen Erwerb von 75.000 € beträgt der tarifliche Steuersatz ohne Berücksichtigung der persönlichen Freibeträge für den Lebensgefährten 30 %, die Steuerlast also 22.500 €, während ein Ehepartner 7 %, also nur 5.250 € zahlen muss. Ein nicht verheirateter Lebensgefährte hat gegenüber einem Ehegatten in diesem Fall also eine um 17.250 € höhere Steuerbelastung aus dem Erbe.
Bei einem erbschaftsteuerpflichtigen Erwerb von 600.000 € hat der Lebensgefährte bei dem tariflichen Steuersatz von 30 % Erbschaftsteuer in Höhe von 180.000 € zu entrichten, der Ehepartner bei 15 % Belastung hingegen nur 90.000 €. Der tarifliche Spitzensteuersatz mit 50 % für nicht verheiratete Lebensgefährten beginnt ab 13 Mio. €. Bei Ehepartnern beträgt der höchste Steuersatz nur 30 % und kommt erst bei 26 Mio. € erbschaftsteuerpflichtigem Erwerb zum Tragen.
Auf den erbschaftsteuerpflichtigen Erwerb wird als Bemessungsgrundlage der Tarif angewendet. Er ist seinerseits eine Restgröße, die sich aus vielen einzelnen Vermögensposten unter Abzug einer Fülle von Steuerermäßigungen, von Schulden, Erwerbskosten, Pflegekosten, Freibeträgen und Freigrenzen sowie von einigen Hinzurechnungen ergibt. Bedingt durch diese Posten und Korrekturen lässt sich in keiner Weise erkennen, wie viel ungünstiger unverheiratete Lebensgefährten tatsächlich im Vergleich zu Ehepartnern im Einzelfall bei der Erbschaftsteuer dastehen.
Hinweise dazu geben Ihnen unsere weiteren Tipps zu Freibeträgen und Freigrenzen sowie zu besonderen Präferenzen für bestimmte Vermögenswerte bei Eheleuten (z.B. bei der gesetzlichen Versorgungsrente und beim eigengenutzten Familienheim), die nicht verheiratete Personen nicht oder in viel geringerem Umfang haben. Deshalb wird in weiteren Steuerspartipps auf die für unverheiratete Paare besonders wichtigen anderen Gestaltungen eingegangen, mit denen diese Mehrbelastungen etwas gemindert werden können.
Die Schließung einer Ehe oder Partnerschaft nach dem Partnerschaftsgesetz sollte aber gründlich überlegt werden, z.B. wegen der Unterhaltsansprüche, des Versorgungsausgleichs und ggf. auch wegen des Zugewinnausgleichs. Paaren, die nicht eine Ehe eingehen wollen (z.B. wegen des Verlusts von Rentenansprüchen) stehen in unserem Skript SKR 02 Hinweise zur Verfügung, wie eine hohe Erbschaftsteuer vermieden werden kann.
Steuerpflichtige Erwerber der Steuerklassen II und III finden wertvolle Empfehlungen im Skript SKR 02
A 008 Erbabwicklungskosten belasten das Erbe, bringen aber eine lohnende Minderung der Erbschaftsteuer und oft auch der Einkommensteuer
Erbabwicklungskosten belasten das Erbe, bringen aber eine lohnende Minderung der Erbschaftsteuer und oft auch der Einkommensteuer
Steuerspar-Tipp A 008
Das Finanzamt schnappt wegen der niedrigen persönlichen Freibeträge und wegen des progressiven Steuertarifs allen, die in der Steuerklasse II erfasst werden, also Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkindern, Schwiegereltern, geschiedenen Ehegatten und Lebenspartnern aus einer aufgelösten Lebenspartnerschaft im Erbfall einen großen Teil des geerbten Vermögens weg. Noch härter trifft es Verlobte und Pflegekinder, die als Erben in Steuerklasse III des ErbStG einer noch höheren Erbschaftsteuer unterliegen. Diese Steuerpflichtigen der Steuerklasse II und III sollten deshalb Belege für Erbabwicklungskosten, die oft nicht unerheblich sind, gut aufheben und dem Finanzamt als Abzugsposten präsentieren. Sie mindern die zu zahlende Erbschaftsteuer und, sofern es sich um Nebenkosten zum Erwerb von Wirtschaftsgütern handelt, die der Einkunftserzielung dienen, auch die Einkommensteuer. Sie sind sofort als Betriebsausgaben oder Werbungskosten bzw. längerfristig als Teil der Abschreibungsbemessungsgrundlage über die AfA abzugsfähig und führen so zu einer Entlastung bei der Einkommensteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer.
Welche Belege sind das, denen Sie wegen der künftigen Steuerminderung der Erbschaft bzw. der Einkommensteuer besondere Aufmerksamkeit widmen sollten?
Nach dem ErbStG sind Erbabwicklungskosten Aufwendungen, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung und Verteilung des Nachlasses entstehen, z.B.:
Kosten der Todeserklärung, der Testamentseröffnung, des Erbscheinverfahrens, der tatsächlichen und rechtlichen Zusammenstellung des Nachlasses, der Erstellung eines Nachlassverzeichnisses
Kosten, um in den Besitz der Nachlassgegenstände zu kommen, oder Kosten der Umschreibung im Grundbuch (BFH 11.1.61, II 1555/59 U)
Kosten des Testamentsvollstreckers für die Abwicklungsvollstreckung, nicht jedoch für die Verwaltung des Nachlasses
Aufwendungen für die Erstellung der Erbschaftsteuererklärung (Erbschaftsteuerrichtlinien H 29), nicht aber für Rechtsbehelfsverfahren gegen einen Bescheid
Kosten für die Bewertung von Nachlassgegenständen durch Sachverständige wegen einer zivilrechtlichen Klage eines Pflichtteilsberechtigten (BFH v. 9.12.09.II R 37/08)
Sachverständigenkosten für die Bewertung von Nachlassgegenständen wegen einer Erbauseinandersetzung, wenn die Nachlassgegenstände in das Alleineigentum eines Miterben oder eines Erben überführt werden sollen (z.B die Notariats- und Gerichtskosten für die Übertragung auf die oder den Miterben, ferner gewisse Rechtsanwaltskosten).
Zur Abzugsfähigkeit von Gutachterkosten gibt es eine umfangreiche Rechtsprechung, die im Einzelnen beachtet werden sollte.
Interessant sind auch nach R30/ VI ErbStG die Abzugsmöglichkeiten für die Erlangung des Erwerbs (Erbenermittlungskosten, Prozesskosten zum Erwerb des Erbes, Beratungskosten zur Erlangung bzw. Sicherung des Erwerbs sowie Abfindungen). Auch zum Thema Abfindungen gibt es eine umfangreiche Rechtsprechung, die Sie kennen sollten.
Zu weiteren Steuersparmöglichkeiten speziell für die Steuerklassen II und III finden Sie viele Anregungen in unserem Skript SKR 02
A 009 Die Vererbung der Steueroase Familienheim an den Ehegatten bzw. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz
Die Vererbung der Steueroase Familienheim an den Ehegatten bzw. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz
Steuerspar-Tipp A 009
Ehegatten und eingetragene Lebenspartner müssen beim Tod ihres Partners für das Erbe eines Familieneigenheims bzw. einer von beiden Partnern bisher gemeinsam bewohnten Eigentumswohnung keine Erbschaftsteuer zahlen.
Nach § 13 Nr. 4 b ErbStG ist die Vererbung einer Wohnung, die der Erblasser zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat, wenn der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner dieses Familienheim unverzüglich selbst nutzt oder wenn er an deren sofortiger Nutzung aus zwingenden Gründen gehindert ist, völlig von der ErbSt befreit. Dieses Familieneigenheim muss allerdings der Lebensmittelpunkt des Erwerbers sein. Nicht begünstigt sind also das Erbe einer Ferien- oder Zweitwohnung.
Erstaunlich ist, dass der Gesetzgeber keine Begrenzungen zur Größe des Grundstücks, der Größe der Wohnung oder des Wertes des Familieneigenheims macht. Begünstigt ist also auch ein in einem parkähnlichen Grundstück gelegenes kleines Schlösschen.
Zu beachten ist aber, dass der Ehegatte bzw. Lebenspartner dieses geerbte Objekt weiterhin als Lebensmittelpunkt 10 Jahre lang nutzt, andernfalls fällt die Steuerbefreiung, abgesehen von den Ausnahmen Pflegebedürftigkeit oder Tod, rückwirkend weg.
Anders ist die Rechtslage für die Übertragung eines Familieneigenheims zu Lebzeiten der Ehegatten. Sie können ihr Familienheim bereits wenige Jahre nach dem Erwerb verkaufen, ohne dass die ursprüngliche Steuerbefreiung wegfällt. Ein neu erworbenes Familienwohnheim kann wiederum steuerfrei auf den Ehegatten übertragen werden. Der Verkauf eines Familieneigenheims wird auch in vielen Fällen ohne Belastung mit Einkommensteuer möglich sein. Es liegt regelmäßig kein Spekulationsgewinn in diesen Fällen vor, aber zu beachten sind die Vorschriften über den gewerblichen Grundstückshandel.
Über die Möglichkeiten für Eheleute und eingetragene Lebenspartnerschaften durch andere Gestaltungen, Steuerersparnisse nach dem ErbStG zu erzielen, informiert Sie unser Skript SKR 04.
A 010 Mit der Wahl des Güterstandes die Weichen für das Erbe und die künftige Belastung mit Erbschaftsteuer stellen!
Mit der Wahl des Güterstandes die Weichen für das Erbe und die künftige Belastung mit Erbschaftsteuer stellen!
Steuerspar-Tipp A 010
Häufig handeln sich Ehepaare und Lebenspartner durch die Wahl des Güterstands der Gütertrennung unüberlegt einen großen Nachteil bei der Erbschaftsteuer ein. Aus Furcht vor der Mithaftung des Ehepartners oder aus Furcht, im Falle der Scheidung dem „Ex“ den Zugewinn auszahlen zu müssen, wählen sie den Güterstand der Gütertrennung. Diese Bedenken sind unbegründet, weil die Folgen vermeidbar sind.
Früher verlangten die Banken bei Kreditaufnahme eines unternehmerischen Ehegatten die Bürgschaft des anderen Ehegatten. Der BGH hat ein solche Mithaftung als sittenwidrig und deshalb für nichtig erklärt.
Der überlebende Ehegatte erhält bei Gütertrennung einen geringeren Anteil am Nachlass als im gesetzlichen Güterstand. Je mehr Kinder die Eheleute haben, umso geringer wird der Anteil des überlebenden Ehegatten. Er enterbt sich also praktisch mit zunehmender Kinderzahl.
Der gesetzliche Güterstand hingegen hat den großen Vorteil, dass im Todesfall die Auszahlung des Zugewinns von der Erbschaftsteuer befreit ist.
Selbst wenn der gesetzliche Güterstand unter Lebenden aufgelöst und unter Aufrechterhaltung der Ehe in die Gütertrennung gewechselt wird, bleibt der Zugewinn völlig frei von Schenkungsteuer. Eine baldige Rückkehr in den gesetzlichen Güterstand hat der BFH als unschädlich erklärt.
Der steuerfreie Zugewinn hat auch Vorteile, wenn Pflichtteilsansprüche niedrig gehalten werden sollen.
Die Auszahlung des Zugewinns kann aus Gründen der Minderung der Haftung des selbständig tätigen Ehegatten erwünscht sein. Der Gefahr im Falle der Scheidung den Zugewinn ausgleichen zu müssen, kann durch einen modifizierten gesetzlichen Güterstand begegnet werden, der bei getrenntem Leben oder bei bevorstehender Scheidung den Zugewinnausgleich ausschließt.
Sollte bei einer Scheidung von Ehegatten im Güterstand der Gütertrennung dem künftigen „Ex“ doch ein möglichst hoher schenkungsteuerfreier Betrag zugewendet werden, könnte u.U. einvernehmlich das Vorliegen einer Ehegatten- Innengesellschaft vereinbart werden, vor allem sofern sich diese auf Vermietungsobjekte im Privatvermögen bezieht oder bei einer gewerblichen Innengesellschaft der Freibetrag nach § 16 EStG genutzt werden kann.
Unser Skript SKR 04 gibt Ehegatten und Lebenspartnern Hinweise zu steuermindernden Gestaltungen und Folgen beim Güterstandwechsel.
B 001 Durch Volljährigen-Adoption mehrfache Erbansprüche und mehrfache Freibeträge bei der Schenkungsteuer!
Durch Volljährigen-Adoption mehrfache Erbansprüche und mehrfache Freibeträge bei der Schenkungsteuer!
Steuerspar-Tipp B 001
Kostenlose Steuerspartipps Schenkungsteuer
Durch die Adoption von Minderjährigen oder Volljährigen wird eine Verwandtschaft zu den Adoptiveltern begründet.
Häufig wird als besonderer Vorteil der Volljährigen-Adoption auf die höheren Freibeträge für Schenkungen verwiesen, weil dann für unbeschränkt steuerpflichtige Personen der Steuerklassen II und III statt der 20.000 € nunmehr 400.000 € für einen Zehnjahreszeitraum steuerfrei möglich sind.
Eine Volljährigen-Adoption ohne die starken Wirkungen einer Minderjährigen-Adoption hat zur Folge, dass das Adoptivkind durch die Adoption bis zu vier Elternteile hat, dadurch ebenso viele Erb- und Unterhaltsansprüche, aber auch Unterhaltsforderungen. Es hat also für Erwerbe von jedem Eltern- bzw. Adoptivelternteil einen persönlichen Freibetrag von 400.000 €, mithin bis zu vier Freibeträge. Die rechtlichen Verhältnisse des/ der Adoptierten zu seiner/ ihrer leiblichen Familie bleiben voll und ganz bestehen.
Die jeweiligen Freibeträge können nach Ablauf des Zehnjahreszeitraums jeweils erneut genutzt werden und so erhebliche Schenkungen schenkungssteuerfrei bewirken. (Multiplikatoren-Wirkung)
Die Volljährigen-Adoption bedarf eines notariell beurkundeten Antrags des Volljährigen und der Adoptiveltern an das Vormundschaftsgericht. Dem Antrag entspricht das Vormundschaftsgericht in der Regel, wenn der/die Zu-Adoptierende dargelegt, dass zwischen ihm/ ihr und den Annehmenden ein Eltern-Kind-ähnliches Verhältnis bereits entstanden ist oder entstehen soll. Dazu sind auch die Kinder des Anzunehmenden zu hören, erstaunlicherweise aber nicht die leiblichen Eltern. Letzteres ist der große Schwachpunkt, weil damit gegen den Willen der leiblichen Eltern eine Volljährigen-Adoption vollzogen werden kann. Die entsprechenden psychologisch negativen Wirkungen sind vorprogrammiert, wenn eine Volljährigen-Adoption gegen den Willen der leiblichen Eltern erfolgt.
Bei der Volljährigen-Adoption bleiben die Unterhaltsansprüche und -forderungen gegen die leiblichen Eltern erhalten und werden gegen die Adoptiveltern zusätzlich begründet.
Wenn verständlicherweise bei Patchworkfamilien der Wunsch besteht, den leiblichen und den „angeheirateten“ Kindern die gleiche rechtliche Stellung einzuräumen, sollte eine solche Adoption nur im Einverständnis mit den leiblichen Eltern erfolgen, wenn die langjährigen Beziehungen zwischen ihm und dem Kind nicht dauerhaft und oft irreparabel Schaden erleiden sollen. Allein aus erbschaftsteuerlichen Gründen sollte man keine Volljährigen-Adoption von Stiefkindern vollziehen. Sie sind zwar nicht erbberechtigt, werden aber laut Gesetz der Steuerklasse I zugeordnet und haben deshalb die gleichen steuerlichen Vergünstigungen wie leibliche Kinder. Bei Schenkungen und Erbschaften steht ihnen ein Freibetrag von 400 000 Euro in einem Zehnjahreszeitraum zu. Die Nachteile der Regelung im BGB, dass Stiefkinder nicht erbberechtigt sind, können leicht ohne Adoption behoben werden durch Schenkungen oder durch einen Erbvertrag.
Zu Steuervorteilen für Steuerpflichtige der Steuerklassen II und III informiert Sie unser Skript SKR 02.
B 002 Durch Kettenschenkung das Freibetragspotential bei der Schenkungsteuer erhöhen
Durch Kettenschenkung das Freibetragspotential bei der Schenkungsteuer erhöhen
Steuerspar-Tipp B 002
Kettenschenkungen sind ein interessanter Weg bei der Gestaltung der vorweggenommenen Erbfolge.
Mit Kettenschenkungen können Personen aller Steuerklassen ihr Schenkungspotential erheblich erhöhen, weil durch die Einschaltung einer weiteren Person als Schenker mehr oder günstigere Freibeträge genutzt werden können.
Kettenschenkungen sind durch den BFH anerkannt, allerdings sind einige Kriterien einzuhalten, weil sonst die Finanzverwaltung die Anerkennung der Schenkung nach § 42 AO wegen Missbrauchs steuerlicher Gestaltungen versagen kann.
Kettenschenkungen sind Umwegschenkungen.
Die Person A schenkt der Person B einen Vermögensgegenstand. Die Person B schenkt diesen Vermögensgegenstand sodann der Person C. Ein Missbrauch steuerlicher Gestaltungen i.S. v. § 42 A O liegt vor, wenn Person B verpflichtet ist, umgehend und ungeschmälert das erhaltene Vermögen an Person C weiterzugeben. Um zu vermeiden, dass die Steuervorteile der Kettenschenkung versagt werden, sollte also möglichst ein gewisser Zeitraum zwischen den Schenkungen liegen. Die Person B sollte eine gewisse Zeit lang über das erhaltene Vermögen verfügen und den Nutzen daraus ziehen, bevor es an die Person C weitergegeben wird. Im Urteil vom 30.11.2011 AZ II B 60/11 hat der BFH bei einer Grundstücksschenkung an ein Kind trotz nur kurze Zeit später erfolgter Weiterschenkung der Hälfte des Schenkungsgegenstands an die Ehefrau des Beschenkten keinen Gestaltungsmissbrauch gesehen, weil der beschenkte Sohn weder durch ausdrückliche Vereinbarung im Schenkungsvertrag noch aus einer sich aus den Umständen ergebenden Vereinbarung verpflichtet war, einen Teil an seine Ehefrau weiterzugeben. Die Schenkung auf der zweiten Ebene war in diesem Fall bei Scheidung oder Vorversterben der Ehefrau rückgängig zu machen.
Einige Beispielfälle über die Einsparungen:
Schenkung von 800. 000 € von einem Vater an das einzige Kind aus der Ehe. Bei direkter Schenkung der 800.000 € beträgt der steuerpflichtige Erwerb des Kindes unter Berücksichtigung des persönlichen Freibetrages von 400.000 € 90.000 €. Schenkt der Vater dem Kind nur 400.000 € und zunächst seiner Ehefrau 400.000 €, die diesen Betrag dann anschließend an das Kind weiterschenkt, entsteht keine Schenkungsteuer. Tarifliche Steuerersparnis also 60.000€
Der Steuerpflichtige A will seinem Schwiegerkind (Schwiegertochter oder Schwiegersohn) 400.000 € zuwenden. Es hat bei direkter Schenkung nur einen Freibetrag von 20.0.00 € (StKl. II). Die Schenkung würde tarifliche 95.000 € Schenkungsteuer auslösen. Durch Kettenschenkung ist die Schenkungsteuer zu vermeiden: A schenkt seinem Kind (Sohn oder Tochter) 400.000 €, das wiederum schenkt den Betrag an seine Ehefrau bzw. seinen Ehemann. Es entsteht keine Schenkungsteuer. Tarifliche Steuerersparnis also 95.000 €
Bei Schenkung von Grundbesitz sind die besonderen Vorschriften über Befreiungen nach § 3 GrdEStG zu beachten.
Über weitere Möglichkeiten der Steuerersparnis für Angehörige der Steuerklassen I sowie II und III informieren Sie unsere Skripte SKR 04 und SKR 02.
B 003 Das Oderkonto – eine üble Steuerfalle für Belastungen mit Schenkungsteuer
Das Oderkonto – eine üble Steuerfalle für Belastungen mit Schenkungsteuer
Steuerspar-Tipp B 003
Kreditinstitute empfehlen ihren Kunden, Eheleuten oder Eltern mit ihren Kindern oder nicht verheirateten Lebensgefährten, aus Gründen der Kostenersparnis, ein Oderkonto zu eröffnen.
Inhaber des Oderkontos sind zwei oder mehrere Personen. Es handelt sich also nicht lediglich um eine Kontovollmacht. Dadurch sind grundsätzlich alle Einzahlungen Vermögen aller Kontoinhaber. Werden die Einzahlungen im Wesentlichen nur von einer Person getätigt, sieht das Finanzamt darin eine Schenkung an den/die anderen Kontoinhaber. Sind Kontoinhaber Eheleute, so werden dem anderen Ehegatten die Hälfte der Einzahlungen als Schenkung zugeordnet. Da alle steuerpflichtigen Erwerbe eines Zehnjahreszeitraums zusammenzufassen sind, kann das sehr leicht dazu führen, dass der persönliche Freibetrag überschritten wird und Schenkungsteuer zu zahlen ist.
Auf diese Gefahr weisen die Banken in der Regel nicht hin.
Der jeweilige Steuerberater, der die Finanzbuchhaltung, den Jahresabschluss und die Einkommensteuerklärung macht, erhält oft nicht alle privaten Konten. Er und seine Fach-angestellten sind im Übrigen häufig so stark belastet mit der Überwachung der Vorschriften des Ertrags- und Umsatzsteuerrechts, dass solche Vorgänge nicht erkannt und nicht beachtet werden. Das ist besonders übel, weil Ansprüche aus Schenkungsteuer nicht verjähren, sie aber andererseits durch Innenvereinbarungen wirksam vermieden werden könnten.
Zu den Möglichkeiten der Steuerpflichtigen zur Minderung der Belastung mit Schenkungsteuer für die Steuerklassen I, II und III informieren Sie unsere Skripte SKR 04 und SKR 02
B 004 Das Gemeinschaftsdepot – eine gefährliche Steuerfalle bei der Schenkungsteuer für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und Lebensgefährten!
Das Gemeinschaftsdepot – eine gefährliche Steuerfalle bei der Schenkungsteuer für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und Lebensgefährten!
Steuerspar-Tipp B 004
Bei Gemeinschaftsdepots ist zwischen Verfügungsebene und Eigentumsebene zu unterscheiden. Das Eigentum an den Wertpapieren steht den Depotinhabern gemeinschaftlich zu. Daraus leitet die Finanzverwaltung aufgrund der Eigentumsvermutung des BGB die Folgerung ab, dass bei Ehegatten im gesetzlichen Güterstand jedem Ehegatten die Hälfte gehört. Auch wenn er selbst keine Wertpapiere erworben hat, wird ihm dennoch die Hälfte als schenkungsteuerpflichtiger Erwerb zugerechnet.
Erfasst der Steuerberater nun noch die Erträge lt. Bankbescheinigung beider Ehegatten je zur Hälfte, fällt es schwer, diese Vermutung einer Schenkung zu entkräften. Eheleute sollten deshalb nur für einen Ehegatten als Inhaber ein Depotkonto eröffnen und dem anderen Ehegatten nur eine Vollmacht einräumen. Die Vollmacht berührt nicht die Inhaberschaft. Anderenfalls sollten sie in einer Innenvereinbarung für die Zukunft die generelle Zuordnung der Vermögensgegenstände auf die Inhaber des Kontos schriftlich niederlegen und der Bank und ihrem Steuerberater übermitteln. Die Zuordnung hat auch eine große Bedeutung bei Scheidung und in Erbfällen.
Werden die Erträge auf ein Oderkonto überwiesen, entstehen hier ohne Vorkehrungen u.U. nochmals weitere schenkungsteuerliche Probleme.
Weitere Informationen zu weiteren gefährlichen Steuerfallen gibt Ihnen unser SKR 03.
Zu dem Skript 03
B 005 Das Familienheim – die Steueroase für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner
Das Familienheim – die Steueroase für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner
Steuerspar-Tipp B 005
Der Gesetzgeber räumt in § 13 Nr. 4 a ErbStG Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern eine erstaunliche Steuerbefreiung ein, wenn sie ihrem Ehegatten bzw. ihrem Lebenspartner Zuwendungen für ein Familienheim i.S. von § 181/ I / 1-5 BewG machen.
Das Familienheim kann im Inland, aber auch irgendwo in der EU oder im EWR liegen. Voraussetzung ist, dass eine Wohnung darin für eigene Wohnzwecke genutzt wird. Damit ist es möglich, dem Ehegatten bzw. Lebenspartner eine Immobilie zum alleinigen Eigentum oder aber auch einen Bruchteil daran zu Lebzeiten ohne Belastung mit Schenkungsteuer zu schenken.
Der andere Ehe- bzw. Lebenspartner kann auch von Schulden für diese Liegenschaft befreit werden. Die Erwerbskosten, wie z.B. GrdESt, Maklerkosten, Kosten für den Grundbucheintrag, ja sogar Herstellungskosten und Kosten des Erhaltungsaufwands können von dem anderen Ehe- bzw. Lebenspartner bezahlt werden, ohne dass damit eine steuerpflichtige Zuwendung vorliegt.
Die Wohnung muss Mittelpunkt des Lebens der Familie sein, Ferienwohnungen und Zweitwohnungen sind nicht begünstigt. Eine Nutzung dieser Wohnung zu anderen Zwecken ist unschädlich, wenn sie von untergeordneter Bedeutung ist (Arbeitszimmer, unentgeltiche Mitbenutzung für freiberufliche oder gewerbliche Zwecke).
Die Größe der Wohnung, des Grundstücks und der Wert des Familienheims unterliegen keinen Begrenzungen. Interessant ist, dass die Steuervorteile des Familienheims im Leben der Steuerpflichtigen auch mehrfach genutzt werden können. In der Regel dürfte bei Veräußerung auch bei der Einkommensteuer kein Spekulationsgewinn vorliegen.
B 006 Verkauf einer Immobilie an Familienangehörige kann vorteilhafter als eine Schenkung sein
Verkauf einer Immobilie an Familienangehörige kann vorteilhafter als eine Schenkung sein
Steuerspar-Tipp B 006
Verschenken muss nicht immer der beste Weg für Vermögensübertragungen von vermietetem Grundbesitz an den Beschenkten sein. Zwar wird der Beschenkte um den Grundbesitz bereichert und der Gesetzgeber räumt ihm beachtliche Vorteile nach dem ErbStG ein. Er hat nach § 16 ErbStG als Angehöriger der Steuerklasse I einen persönlichen Freibetrag zwischen 100.000 € und 500.000 € je nach Verwandtschaftsgrad bzw. Familienstand und genießt die Vorteile der günstigen Bewertung des Grundbesitzes.
Die Schenkung hat aber einen Nachteil: Der Beschenkte tritt in die Fußspur des Schenkers bei den Abschreibungen für die Einkommensteuer. Sehr oft ist die verbleibende abschreibungsfähige Gebäudesubstanz sehr niedrig. Das führt wegen der fehlenden Abschreibungen zu einem höheren Einnahmeüberschuss aus dem Gebäude.
Das ist typisch bei Objekten, die der Schenker schon lange als wirtschaftlicher Eigentümer innehatte, ebenso bei renovierten Objekten des Denkmalschutzes oder in Sanierungsgebieten. Hat der Schenker nach der Wende unter Inanspruchnahmen der Fördergebietsabschreibungen ein Mietobjekt genutzt, ist ebenfalls die Abschreibungsbemessungsgrundlage oft für die Gebäudesubstanz aufgezehrt.
Verkauft jedoch nun der Eigentümer sein Mietobjekt an einen Erwerber, muss dieser den Kaufpreis und die anfallenden Nebenkosten auf Grundstücksanteil, Gebäude- und Werbungskosten aufteilen. Es entsteht also eine neue Abschreibungsbemessungsgrundlage aus den neu zu ermittelnden Gebäudekosten. Erlässt der Eigentümer seiner Ehefrau, seinen Kindern oder nahen Verwandten später die Kaufpreisschuld, ist der Erlass ein schenkungsteuerlich relevanter Tatbestand, auf den der Freibetrag gemäß § 16 ErbStG anwendbar ist.
Der Weg, erst verkaufen, später dann die Schulden erlassen, lohnt sich vor allem bei Vermögenszuwendungen zwischen Ehegatten bzw. zwischen Lebenspartnern. Natürlich muss Vorsorge getroffen werden, dass die Finanzverwaltung dieses Vorgehen nicht als Missbrauch steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten verwirft.
Einen solchen Missbrauch zu beweisen, wird der Finanzverwaltung schwerfallen, wenn der Ehegatte den Kaufpreis unter Aufnahme von Bankkredit finanziert. Dem verkaufenden Ehegatten fließ nun Liquidität aus dem Verkauf zu. Leben die Ehegatten/ Lebenspartner im gesetzlichen Güterstand kann durch eine Auszahlung des steuerfreien Zugewinns unter Beibehaltung der Ehe der erwerbende Ehegatte das ihm zufließende Geld zur Tilgung des Bankkredits verwenden. Die zusammenveranlagten Ehegatten haben nunmehr ein neues Abschreibungspotential für ihre Einkommensteuererklärungen der folgenden Jahre gewonnen. Kommt es zum Erbfall, partizipieren auch ihre Kinder am verbliebenen Abschreibungsvolumen des jeweiligen Erblassers.
Ein Berechnungsbeispiel, das einen sicheren Gestaltungsweg zeigt, erläutert unser Skript SKR 07, entstanden aus einer Vortragsreihe für Haus- und Grundbesitzer.
Zu dem Skript 07
B 007 Steuerpflichtigen der Steuerklasse II des ErbStG bleibt von Schenkungen wenig übrig! Das sind Geschwister, Kinder von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten und ehemalige Lebenspartner.
Steuerpflichtigen der Steuerklasse II des ErbStG bleibt von Schenkungen wenig übrig! Das sind Geschwister, Kinder von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten und ehemalige Lebenspartner.
Steuerspar-Tipp B 007
Viele Ehepaare haben keine Kinder. Ihre nächsten Verwandten sind dann oft Personen der Steuerklasse II.
Erhalten diese Personen Schenkungen, bleibt ihnen davon nur wenig übrig, weil der persönliche Freibetrag in einem Zehnjahreszeitraum nur 20.000 € beträgt und der tarifliche Steuersatz von mindestens 15 % progressiv bis auf 43 % ansteigt.
Sie suchen deshalb nach Entlastungsmöglichkeiten.
Wie kann die hohe Schenkungsteuerbelastung gemindert werden?
Zu denken ist an einen Wechsel in die vorteilhafte Steuerklasse I durch Adoption oder Änderung der Familienzugehörigkeit durch Eheschließung bzw. durch eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Das sind jedoch Maßnahmen, die gründlich überlegt werden müssen, denn die zivilrechtlichen Folgen (Unterhaltspflicht, Versorgungsausgleich) sind beachtlich.
Gibt es weniger komplizierte Gestaltungswege? Ja, so kann durch Pflegevereinbarungen, Geltendmachung von Nebenerwerbskosten zur Erlangung des zugewendeten Grundbesitzes (z.B. Maklerkosten, Notarkosten, Grundbuchkosten) Schenkungsteuer gespart werden. Besonders vorteilhaft ist die Nutzung des Vorbehaltsnießbrauchs durch den Schenker, noch wirkungsvoller ist in der Regel ein durch ihn vorbehaltenes Wohnrecht.
Je höher die steuerlich anzuerkennenden Abzugsposten sind, desto mehr bleibt den Beschenkten von der Zuwendung. Deshalb kann es vorteilhaft sein, wenn Schenkungen nicht nur von einem Schenker bewirkt werden, sondern von beiden Ehegatten. Dem Beschenkten stehen dadurch zwei Freibeträge zu. Der Kapitalisierungsfaktor für den Vorbehaltsnießbrauch bzw. für vorbehaltene Wohnrechte ist umso höher, je älter der Schenker ist. Mit erhöhter Lebenserwartung eines Ehegatten steigt dieser Kapitalisierungsfaktor und damit verbleibt dem Beschenkten mehr von der Schenkung.
Ein interessanter Weg kann die Umstrukturierung des zu verschenkenden Vermögens in geringer belastete Vermögensarten vor Ausführung der Schenkung sein.
Auch eine mittelbare Grundstücksschenkung kann gegebenenfalls vorteilhafter als eine Barschenkung sein.
Unser Skript SKR 02 erläutert Ihnen diese und weitere Gestaltungswege für Personen der Steuerklasse II.
B 008 Eheschließung oder Lebenspartnerschaft – das Sprungbrett für viele Vorteile bei Schenkungen!
Eheschließung oder Lebenspartnerschaft – das Sprungbrett für viele Vorteile bei Schenkungen!
Steuerspar-Tipp B 008
Aus Angst vor dem Zugewinnausgleich und vor späteren Unterhaltsansprüchen im Falle einer Scheidung heiraten viele Paare nicht. Das ist unbegründet. Der Zugewinnausgleich kann durch einen modifizierten gesetzlichen Güterstand bei einer Scheidung vermieden werden.
Arbeitet der Ehegatte ebenfalls als Arbeitnehmer oder Selbständiger hat er eigene Einkünfte und in der Regel ein eigenes Vermögen. Bei einer Scheidung kann er sich deshalb nicht auf die faule Haut zu Lasten seines „Ex-Gatten“ legen. Er hat auch meist eigene Versorgungsansprüche erworben, so dass der Versorgungsausgleich keine Katastrophe ist.
Junge Paare wissen oft nicht, welche großen Vorteile Eheleute haben. Unsere Verfassung stellt die Ehe unter besonderen Schutz. Der Staat fördert die Ehe und die Lebenspartnerschaften nicht nur aus ideellen Gründen, sondern u.a. auch deshalb, weil die Partner den Staat später von Pflegekosten entlasten.
Als steuerlichen Anreiz erfasst das ErbStG Ehegatten in der Steuerklasse I mit dem niedrigsten Tarif, während der erbschaftsteuerliche Erwerb durch nicht verheiratete Lebensgefährten mit dem Tarif der Steuerklasse III belastet wird. Das Tarifgefälle zwischen den beiden Steuerklassen ist beachtlich. Bei einem steuerpflichtigen Erwerb von 75.000 € beträgt der Steuersatz nach persönlichem Freibetrag für den Lebensgefährten 30 %, während ein Ehepartner keine Schenkungsteuer zahlen muss.
Der nicht verheiratete Lebenspartner hat gegenüber einem Ehegatten einen Nachteil von 16.500 €. Bei einem schenkungsteuerpflichtigen Erwerb von 600.000 € hat der Lebensgefährte bei dem Steuersatz von 30 % Erbschaftsteuer und einem Freibetrag von 20.000 € Schenkungsteuer in Höhe von 174.000 € zu entrichten, der Ehegatte hingegen nur 11.000 €.
Der Spitzensteuersatz beträgt für einen Lebensgefährten 50 %, für einen Ehegatten maximal 30 %. Die Eheschließung bringt Steuerpflichtigen der Steuerklasse III weitere beachtliche Vorteile zu Lebzeiten.
Was der Ehegatte oder Lebenspartner von dem Schenker erhalten hat, mindert den später möglichen Nachlass. Das hat vor allem Bedeutung bei großem Altersunterschied der Partner und bei jüngeren Paaren. Nach Ablauf des 10-Jahreszeitraums können immer wieder die sachlichen und persönlichen Freibeträge neu ausgeschöpft werden und so kann ein beachtliches Vermögen dem anderen Partner zugewendet werden. Wenn die Ehe oder Lebenspartnerschaft stabil ist, eignen sich solche Vermögensverlagerungen bei Selbständigen auch als Schutz vor Pfändungen und Insolvenz.
Auch bei der Grunderwerbsteuer bringt eine Ehe oder Lebenspartnerschaft Vorteile.
Zu weiteren Möglichkeiten für Steuerpflichtigen der Steuerklassen II und III Schenkungsteuer zu sparen, informiert unser Skript SKR 02.
B 009 Personen der Steuerklassen II und III sollten wegen ihrer hohen Schenkungsteuerbelastung Belege über Erwerbskosten sammeln und dem Finanzamt präsentieren.
Personen der Steuerklassen II und III sollten wegen ihrer hohen Schenkungsteuerbelastung Belege über Erwerbskosten sammeln und dem Finanzamt präsentieren.
Steuerspar-Tipp B 009
Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkindern, Schwiegereltern, geschiedenen Ehegatten und Lebenspartnern aus einer aufgelösten Lebenspartnerschaft als Erben, die alle in der Steuerklasse II des ErbStG erfasst werden, oder Verlobten und Pflegekindern, die als Beschenkte in Steuerklasse III des ErbStG erfasst werden, schnappt das Finanzamt wegen des niedrigen persönlichen Freibetrages und des progressiven Steuertarifs einen großen Teil des geschenkten Vermögens weg.
Bei ihrer Suche nach Entlastungsmöglichkeiten sollten sie die Belege für Kosten, die mit dem Erwerb der Schenkung im Zusammenhang stehen und die oft nicht unerheblich sind, gut aufheben und dem Finanzamt präsentieren. Sie mindern die zu zahlende Schenkungsteuer und auch die Einkommensteuer, sofern es sich um Nebenkosten zum Erwerb von Wirtschaftsgütern handelt, die der Einkunftserzielung dienen.
Diese Erwerbskosten sind entweder sofort abzugsfähige Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten oder längerfristig als Teil der Abschreibungsbemessungsgrundlage zu aktivieren. Sie sind dann über die AfA abzugsfähig.
Zu welchen Sachverhalten sollten Belege wegen der künftigen Minderung der Schenkungsteuer nach dem Erbschaftsteuergesetz gesammelt werden?
Das sind z.B.:
Kosten, um in den Besitz der Nachlassgegenstände zu kommen, oder Kosten der Umschreibung im Grundbuch
Aufwendungen für die Erstellung der Schenkungsteuererklärung, nicht aber für Rechtsbehelfsverfahren gegen einen Bescheid
Notariats- und Grundbuchkosten
Grunderwerbsteuer (z.B. für nicht gemäß § 3 GrdEStG befreite Personen auf den Kapitalwert des Vorbehaltsnießbrauchs oder eines Wohnrechts des Schenkers)
Zu weiteren Steuersparmöglichkeiten speziell für die Steuerklassen II und III finden Sie viele Anregungen in unserem Skript SKR 02.
B 010 Kinder haben an der Luftschaukel große Freude, Eheleute und Lebenspartner an der Güterstandsschaukel!
Kinder haben an der Luftschaukel große Freude, Eheleute und Lebenspartner an der Güterstandsschaukel!
Steuerspar-Tipp B 010
Die Wahl des Güterstands von Eheleuten und Lebenspartnern hat große Bedeutung für den Erb- und Pflichtteil des überlebenden Partners, für weitere zivilrechtliche Folgerungen (z.B. bei Insolvenz) und für das Sozial- und Steuerrecht. Deshalb sollten Sie im Liebesglück nicht vergessen, sich über die Wahl des Güterstandes rechtzeitig Gedanken zu machen.
Die meisten Ehepaare suchen keinen Notar auf und haben deshalb durch die Eheschließung den gesetzlichen Güterstand. Das gilt auch für Lebenspartnerschaften.
Der Gesetzgeber geht für diesen Güterstand davon aus, dass beide Partner den gleichen Anteil am Erwerb des Vermögenzuwachses in der Ehe haben. Der Zuwachs wird ermittelt unter Berücksichtigung des Vermögens bei Beginn und Ende der Ehe unter Ausklammerung von Erbschaften während dieser Zeit. Bei der Auflösung der Ehe besteht eine Ausgleichspflicht in Höhe des Mehrbetrages von der Hälfte, die ein Partner mehr als der andere hat.
Dieser Mehrbetrag ist bei Auflösung der Ehe durch Scheidung oder im Todesfall auszuzahlen. Der Zugewinn kann nach dem BGB auch zu Lebzeiten unter Beibehaltung der Ehe durch Wechsel vom gesetzlichen Güterstand in den Güterstand der Gütertrennung ausgeglichen werden.
Eine Auszahlung des Zugewinns zu Lebenszeiten hat u.a. den Vorteil, dass sie keine Pflichtteilsergänzungsansprüche auslöst. Sie bleibt auch von der Belastung mit Schenkungsteuer nach dem ErbStG völlig frei. Eine solche Auszahlung hat zur Folge, dass der Nachlass für Erben und Pflichtteilsberechtigte geringer ist.
Erstaunlicherweise hat der BFH gestattet, dass Eheleute oder Lebenspartner kurz nach dem Wechsel in den Güterstand der Gütertrennung wieder in den gesetzlichen Güterstand eintreten können, ohne dass darin ein Missbrauch nach § 42 AO unterstellt wird. Natürlich muss diese Gestaltung juristisch sauber vollzogen werden.
Die Freiheit der Barauszahlung des Zugewinns von Belastungen mit Einkommen- und Schenkungsteuer kann als interessanter Baustein für Nachfolgegestaltungen genutzt werden.
Unser Skript SKR 07 erläutert Ihnen in einem Rechenbeispiel eine interessante Gestaltung aus der Kombination eines Verkaufs eines Mietwohnhauses an den Ehegatten und der Entschuldung aus Mitteln des Zugewinns..
B 011 Vorbehaltsnießbrauch bringt allen Beteiligten Vorteile und mindert die Belastung durch Schenkungsteuer.
Vorbehaltsnießbrauch bringt allen Beteiligten Vorteile und mindert die Belastung durch Schenkungsteuer.
Steuerspar-Tipp B 011
In den letzten 5 Jahren sind die Grundstückspreise und Mieten in vielen Großstädten wie Berlin, München, Dresden kräftig gestiegen. Ursache sind die extrem niedrigen Zinsen. Für Erben ist es fatal, wenn diese Entwicklung anhält, denn Mietwohngebäude werden nach dem Ertragswertverfahren bewertet. Das heißt, erhöhte Mieten führen zu einem höheren Ansatz des Wertes des Mietwohnhauses bei Erbschaft und Schenkung.
In vielen Fällen gehören große Mietwohnhäuser mehreren Bruchteilseigentümern. Bruchteilseigentum ist viel schwerer als Wohneigentum zu veräußern. Zwar kann die Schenkungsteuer für einige Jahre gestundet werden, aber letztlich müssen die gestundeten Raten aus den anteiligen Liquiditätsüberschüssen des Mietwohnhauses finanziert werden. Oft reichen diese Entnahmen nicht für die Tilgungsraten der gestundeten Schenkungsteuer aus.
Selten werden die Bruchteilseigentümer belehrt, rechtzeitig für den Notfall leichter veräußerbares Immobilienvermögen durch Bildung von Eigentumswohnungen zu schaffen. Deshalb können immer wieder einige kapitalstarke Käufer ein gutes Geschäft durch billigen Aufkauf der ungeteilten Mehrfamilienhäuser und anschließenden Verkauf der gebildeten Eigentumswohnungen an Kapitalanleger machen.
Es schmerzt Senioren, zu wissen, dass ihr Mietwohnhaus nicht der Nachfolgegeneration erhalten bleibt.
Eine vorweggenommene Erbfolge könnte eine sinnvolle Abhilfe sein. Aber: Geschenkt ist geschenkt!
Deshalb werden gut beratene Senioren beim Verschenken ihres Grundbesitzes Widerrufsklauseln vorsehen und durch eine Rückauflassungsvormerkung im Grundbuch sichern. Ferner werden sie zwar auf das Eigentum verzichten, aber nicht auf die Mieteinnahmen auf Lebenszeit. Diese Möglichkeit räumt der Vorbehaltsnießbrauch ein.
Die Ermittlung des bei der Schenkungsteuer anzusetzenden Kapitalwertes erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird der Jahreswert ermittelt. Er ist auf ein 1/18,6 tel des für die Schenkungsteuer anzusetzenden Wertes des vermieteten Objektes nach oben begrenzt. Ist der steuerliche Jahresüberschuss aus der einkommensteuerlichen Überschussermittlung niedriger, kommt dieser Wert zum Ansatz, in der Regel errechnet aus dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Er wird mit einem Kapitalwert multipliziert, der sich aus der Sterbetafel ergibt und dessen Höhe nach Geschlecht und Alter unterschiedlich hoch ist.
Bei einer klugen Gestaltung gehen die Werbungskosten und damit auch die AfA dem Vorbehaltsnießbraucher nicht verloren.
Bei der ESt ändert sich für den Vorbehaltsnießbraucher nichts gegenüber seiner früheren Vermieterstellung. Der Erwerber hat keine Einnahmen, also auch keine Werbungskosten. Er wird im Grundbuch eingetragen. Stirbt der Vorbehaltsnießbraucher nicht extrem früh nach der Schenkung, kommt es bei der Abzugsfähigkeit des Nießbrauchs zu keiner steuerlichen Korrektur. Im Todesfall fällt der Nießbrauch weg und dem Erwerber stehen nun die Einnahmen und der Werbungskostenabzug zu. Seine Erwerbskosten gehen zeitanteilig in die AfA - Bemessungsgrundlage ein.
Die vorweggenommene Erbfolge hat für den Senior einen großen Vorteil. Er kann in einem Erbvertrag wichtige Vereinbarungen mit dem künftigen Eigentümer treffen und z.B. Betreuungs- und Pflegeverpflichtungen verankern.
Besonders Personen der Steuerklassen II und III des ErbStG bringt der Vorbehaltsnießbrauch eine bedeutsame Entlastung. Aber der Gesetzgeber verlangt von ihnen zusätzlich zur Schenkungsteuer Grunderwerbsteuer auf den Kapitalwert des Nießbrauchs.
Weitere Steuervorteile für Schenkungen von Grundbesitz erläutert Ihnen unser Skript SKR 07, entstanden aus einer Vortragsreihe für Haus- und Grundbesitzer.
Erstellt von Niklas Dolgowski
nach Design von datalino