Source: https://www.zip-online.de/heft-34-2016/zip-2016-1640-zur-anwendung-der-vorschriften-ueber-fernabsatzgeschaefte-auf-sicherungsgeschaefte-wie-den-schuldbeitritt/
Timestamp: 2020-05-25 11:17:36
Document Index: 120455981

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 312', '§ 312', '§ 355', '§ 425', '§ 312', '§ 312', '§ 355', '§ 425', 'BGH', 'BGH']

Zur Anwendung der Vorschriften über Fernabsatzgeschäfte auf Sicherungsgeschäfte wie den Schuldbeitritt eines Verbrauchers (BGH, Urt. v. 12.11.2015 – I ZR 168/14) – ZIP 2016, 1640 | ZIP online
ZIP 2016, 1640
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0723-9416 Zeitschrift für Wirtschaftsrecht ZIP 2016 RechtsprechungVertrags- und Haftungsrecht BGB § 312b Abs. 1 Satz 1, 2 a. F., § 312d Abs. 1 a. F., § 355 Abs. 2 a. F., § 425 Abs. 1, 2Zur Anwendung der Vorschriften über Fernabsatzgeschäfte auf Sicherungsgeschäfte wie den Schuldbeitritt eines Verbrauchers BGB a.F.§ 312b BGB a.F.§ 312d BGB a.F.§ 355 BGB§ 425 BGH, Urt. v. 12.11.2015 – I ZR 168/14 (OLG München)BGHUrt.12.11.2015I ZR 168/14OLG München
1. Die Darlegungs- und Beweislast für die ausschließliche Verwendung von Fernkommunikationsmitteln beim Vertragsschluss trägt nach allgemeinen Grundsätzen der Verbraucher. Soweit die ausschließliche Verwendung von Fernkommunikationsmitteln beim Vertragsschluss feststeht, hat der Unternehmer darzulegen und ggf. zu beweisen, dass dem Vertragsschluss ein persönlicher Kontakt vorausgegangen ist, oder dass der Vertrag nicht im Rahmen eines für den Fernabsatz organisierten Vertriebs- oder Dienstleistungssystems erfolgt ist.
2. Die Vorschriften über Fernabsatzgeschäfte finden auf Sicherungsgeschäfte wie den Schuldbeitritt eines Verbrauchers keine Anwendung, wenn nach den getroffenen Vereinbarungen der Unternehmer keine vertragscharakteristische Leistung schuldet. Dem steht nicht entgegen, dass die Vorschriften über den Haustürwiderruf auf den von einem Verbraucher erklärten Schuldbeitritt anwendbar sind und der Schuldbeitritt eines Verbrauchers zu einem Darlehensvertrag nach den Vorschriften über den Verbraucherkredit widerrufen werden kann.
3. Der Kläger genügt seiner hinsichtlich der Klageforderung bestehenden Darlegungslast im Prozess gegen einen Gesamtschuldner nicht automatisch dadurch, dass er das gegen einen anderen Gesamtschuldner ergangene rechtskräftige Urteil vorlegt.
4. Aufgrund des Schuldbeitritts haftet der Beitretende nur für Kosten der Rechtsverfolgung gegen den anderen Schuldner und für diesem gegenüber bestehende Zinsansprüche, wenn derartige Ansprüche von der Beitrittserklärung umfasst sind.