Source: https://ruby-erbrecht.de/rok-bgb-%C2%A7-1984-wirkung-der-anordnung/
Timestamp: 2018-01-23 14:18:37
Document Index: 34028347

Matched Legal Cases: ['§ 1984', '§ 1984', '§ 135', '§ 878', '§ 81', '§ 1952', '§ 2049']

ROK BGB § 1984 Wirkung der Anordnung | Ruby & Schindler. Die Kanzlei für Erbrecht
ROK BGB § 1984 Wirkung der Anordnung
Die Nachlassverwaltung ist eine Pflegschaft zur Befriedigung der Nachlassgläubiger. Sie dient der Trennung des eigenen Vermögens des Erben vom Nachlass und bewirkt, dass die Haftung des Erben auf den Nachlass beschränkt wird.
Mit der Anordnung der Nachlassverwaltung verliert der Erbe die Befugnis über den Nachlass zu verfügen. Er darf den Nachlass auch nicht mehr verwalten und auch keine Prozesse mehr über zum Nachlass gehörende Ansprüche führen. Nimmt der Erbe nach der Anordnung der Nachlassverwaltung eine Rechtshandlung über den Nachlass vor ist diese absolut unwirksam.
Die Unwirksamkeit kann von jedermann geltend gemacht werden. Es liegt also nicht nur ein relatives Veräuerungsverbot nach § 135 BGB vor, das nur den Schutz bestimmter Personen schützt und bei dem derjenige, gegen den sich das Verbot richtet, verfügungsberechtigt bleibt, wenn auch unbeschadet der gesetzlich geschützten Rechte der anderen. Vielmehr ist dem Erben die Verfügungsbefugnis entzogen. Er ist nicht mehr zur Ausübungs des Verfügungsrechts befugt.
So kann aufgrund einer vom Erben vor der Anordnung der Nachlassverwaltung erklärten Eintragungs- oder Löschungsbewilligung, die erst nach der Anordnung der Nachlassverwaltung beim Grundbuchamt eingereicht wird, keine Eintragung im Grundbuch vorgenommen werden. War der Antrag schon vor der Anordnung beim Grundbuchamt gestellt, wird er durch die nachträgliche Anordnung der Nachlassverwaltung nicht unwirskam (§ 878 BGB).
Tritt der Erbe eine Forderung nach Anordnung der Nachlassverwaltung ab, kann sich der Forderungsschuldner gegenüber dem Forderungserwerber auf die Unwirksamkeit der Abtretung berufen.
Über seinen Miterbenanteil als solchen kann der Miterbe weiterhin verfügen, also auch noch nach Anordnung der Nachlassverwaltung.
Gutgläubiger Erwerb vom Erben ist auch nach der Anordnung der Nachlassverwaltung noch möglich, aber nur bei Grundstücken und nicht bei beweglichen Sachen, § 81 Abs. 1 InsO.
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