Source: https://www.garagenlupe.de/garage-bauen/bremen/
Timestamp: 2018-11-19 23:36:15
Document Index: 15860440

Matched Legal Cases: ['§ 61', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 29']

Garage in Bremen bauen: Was ist zu beachten?
Garage im Bundesland Bremen bauen
Teil eines Neubaus ist heute in den meisten Fällen auch eine Garage auf dem Grundstück.
Als Unterstand fürs Fahrzeug schützt sie Ihr Fahrzeug vor der Witterung und bietet Einbruchschutz.
Je nach Konstruktion und Größe bietet die Garage auch Platz für Fahrräder oder enthält einen angebauten Werkstatt- oder Abstellraum.
Einliegerwohnungen in Kombination mit der Garage schaffen zusätzlichen Wohnraum. Beim Garagenbau in Bremen sind verschiedene Regelungen zu beachten. Je nachdem, ob es sich bei der Garage um ein genehmigungspflichtiges oder genehmigungsfreies Gebäude handelt, sind unterschiedliche behördliche Schritte notwendig.
Auf jeden Fall gilt: Die Garage muss den gesetzlichen Verordnungen in Bremen und den baurechtlichen sowie technischen Anforderungen entsprechen. Bei der Errichtung einer Garage in Bremen, die der Genehmigungspflicht unterliegt, muss ein Bauantrag gestellt werden. Dies übernimmt ein bauvorlageberechtigter Objektplaner wie zum Beispiel ein Architekt oder Ingenieur.
Ist eine Fertiggarage geplant, liefern zum Teil auch die Hersteller die Unterlagen, die für die Genehmigung beim Bauamt nötig sind oder übernehmen gegen Aufpreis auch die Beantragung selbst.
Bauantrag stellen in Bremen
Wie alle anderen Bundesländern schreibt die Landesbauordnung auch in Bremen für die Errichtung eines Gebäudes grundsätzlich eine Baugenehmigung vor.
Erst nach deren Erteilung darf mit dem Bau begonnen werden. Eingereicht wird der Antrag bei der jeweils zuständigen Behörde der Stadt Bremen wie dem Bauamt Bremen Nord oder der Abt. 6 Stadtentwicklung/Stadtplanung/Bauordnung des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr.
Damit der Bau planmäßig beginnen kann, ist es wichtig, die Bearbeitungszeiten zu kennen und entsprechend frühzeitig den Antrag einzureichen. In Bremen ist mit einer Frist von drei Monaten zu rechnen. Die Frist beginnt, wenn alle nötigen Unterlagen vollständig und prüffähig eingereicht sind.
Die Gebühren für den Bauantrag richten sich nach den Baukosten und werden anteilig berechnet. Reicht ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren aus, erfolgt nur eine eingeschränkte Prüfung der eingereichten Bauvorlagen.
Der Entwurfsverfasser übernimmt dann die Verantwortung dafür, dass das Gebäude ordnungsgemäß errichtet wurde und dem öffentlichen Baurecht erfolgt. In der freien Hansestadt gilt neben anderen Verordnungen die Bremische Landesbauordnung. Sie sieht für bestimmte Bauwerke eine Genehmigungsfreiheit vor.
Ohne Bauantragsverfahren können Sie eine Garage dann errichten, wenn sie folgenden Anforderungen der BremLBO § 61 entspricht:
Die mittlere Wandhöhe der Garage beträgt maximal 3 m, die Bruttogrundfläche überschreitet je Baugrundstück die Größe von 50 m² nicht.
Ebenfalls genehmigungsfrei können Garagen errichtet werden, die im Bereich eines Bebauungsplanes liegen und dessen Festsetzungen nicht widersprechen.
Die Gemeinde bei der die Bauvorlagen eingereicht wurden, kann innerhalb von einem Monat ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren verlangen oder die Errichtung der Garage ganz untersagen. Andernfalls teilt die Gemeinde innerhalb der Frist mit, dass kein Genehmigungsverfahren erforderlich ist.
Entspricht die geplante Garage nicht den Anforderungen für die Genehmigungsfreistellung, muss ein Bauantrag eingereicht werden. Bauantragspflichtig sind Garagen mit einer Grundfläche von mehr als 50 m² oder auch Garagen mit Einliegerwohnung.
Die Vorgaben der baurechtlichen Verordnungen in Bremen müssen in diesem Fall erfüllt werden. Welche dies im Einzelnen sind, richtet sich nach der Art des Verfahrens. Planen Sie den Bau eines Eigenheims in Bremen, sollte eine genehmigungspflichtige Garage auf jeden Fall mitbeantragt werden.
Das empfiehlt sich auch dann, wenn der Bau erst für später geplant ist. Die Gültigkeit der Baugenehmigung ab Erteilung beträgt drei Jahre, andernfalls erlischt sie.
Die Bremische Landesbauordnung und andere Regelwerke
Für die Errichtung von Gebäuden in Bremen gelten verschiedene Regelwerke. Bundesweit gültig ist das Baugesetzbuch (BauGB), das wichtige Grundlagen für Bauvorhaben enthält. Die BremLBO trifft spezifiziert diese Grundlagen und regelt einzelne Punkte aus dem Baugesetz individuell.
Das bundesweit rechtskräftige BauGB (Baugesetzbuch) regelt die Grundlagen der Errichtung von Bauwerken. Weiterhin sind verschiedene andere Verordnungen und Gesetze zu beachten.
Dies sind im Besonderen die Bauordnung von Bremen, die Bremische Bauvorlagenverordnung (BremBauVorlV) sowie die Bremische Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen (Bremische Garagenverordnung – BremGarV). Sie enthält spezifische Angaben rund um die Garage, die nicht nur für genehmigungspflichtige, sondern ebenso für genehmigungsfreie Garagen gelten.
Immer zu beachten sind die Technischen Baubestimmungen, eine Sammlung von Normen und Regelwerken rund um die ordnungsgemäße Konstruktion einer Garage und deren Bauteile. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist die Bedingung dafür, dass eine Garage genehmigungsfähig ist und benutzt werden darf.
Bei Garagen spielt häufig auch die Grenzbebauung eine Rolle. Das gilt vor allem bei kleineren Stadtgrundstücken. Anders als in vielen anderen Ländern gibt es in Bremen kein Nachbarrechtsgesetz, als grobe Richtlinie dient hier das Gesetz in Bremen als direktem Nachbarland.
Die Bremische Landesbauordnung
Im § 2 der BremLBO sind Garagen als Bauwerke zum Abstellen von Kraftfahrzeugen definiert, Fertiggaragen zählen zu den Bauprodukten. In der Bauordnung wird bestimmt, wann Garagen zu den verfahrensfreien Bauvorhaben gehören und welche Rechtsvorschriften Sie einhalten müssen.
Die Bremische Bauvorlagenverordnung (BremBauVorlV)
In der Bremischen Bauvorlagenverordnung ist festgelegt, was Bauvorlagen sind, welche Unterlagen zum Bauantrag eingereicht werden und wie diese beschaffen sein müssen.
Bei einem genehmigungspflichtigen Bauvorhaben müssen für den Bauantrag in der Regel folgende Unterlagen zweifach bei der zuständigen Baubehörde eingereicht werden:
Bau- und Betriebsbeschreibung mit Berechnungen
Anträge auf die Zulassung von Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen
Grundsätzlich gilt, dass die Baubehörde mit Hilfe der eingereichten Unterlagen das Bauvorhaben beurteilen und über seine Genehmigungsfähigkeit entscheiden kann. Reichen die Unterlagen nicht dazu aus, können weitere Zeichnungen oder Erläuterungen nachgefordert werden.
Für Bauvorlagen besteht eine langjährige Aufbewahrungspflicht. Damit die Unterlagen auch zu einem späteren Zeitpunkt noch eingesehen werden können, müssen Sie entsprechend lange halten. Dazu sagt die Bauvorlagenverordnung im § 1, Absatz 2:
„Bauvorlagen müssen aus alterungsbeständigem Papier oder gleichwertigem Material lichtbeständig hergestellt sein und dem Format DIN A 4 entsprechen oder auf diese Größe gefaltet sein.“
Bremische Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen (Bremische Garagenverordnung – BremGarV)
Laut Bremischer Garagenverordnung wird zwischen offenen und geschlossenen Garagen unterschieden. Maßgeblich für die Differenzierung ist die Größe der Öffnung.
Als offene Garagen zählen Bauwerke, die unmittelbar ins Freie führende unverschließbare Öffnungen haben, deren Größe mindestens ein Drittel der gesamten Wandflächen beträgt, deren offene Querwände nicht mehr als 70 m voneinander entfernt sind.
Weiterhin erfolgt die Einteilung im § 1 hinsichtlich der maximalen Nutzfläche in drei Kategorien.
„(8) Es sind Garagen mit einer Nutzfläche
1. bis 100 m2 Kleingaragen,
2. über 100 m2 bis 1 000 m2 Mittelgaragen,
3.über 1 000 m2 Großgaragen.“
Als Nutzfläche sind alle zusammenhängenden Flächen der Einstellplätze und der Verkehrsfläche innerhalb der Garage definiert. Gibt es Einstellplätze auf dem Dach, dann zählen diese ebenso wie die nötigen Verkehrsflächen nicht zur Nutzfläche hinzu.
Auch die Einzelelemente einer Garage sind reglementiert. Grundsätzlich gelten für tragende und aussteifende sowie auf raumabschließende Bauteile von Garagen die Anforderungen der Bremischen Landesbauordnung an Gebäude der Gebäudeklasse 5 (§ 2, Sonstige Gebäude) sowie folgende Regeln:
Die Zu- und Abfahrten zwischen öffentlicher Verkehrsfläche und Garage müssen mindestens 3 m lange sein, können jedoch dann verkürzt werden, wenn keine Bedenken hinsichtlich freier Sicht und Sicherheit bestehen.
Zwischen Garage und der Fahrbahn öffentlicher Verkehrsflächen muss ein Abstand von mindestens 3 m vorliegen.
Trennwände zwischen der Garage uns anders genutzten Räumen müssen den Brandschutzbedingungen aus der Bauordnung § 29 entsprechen.
Wände und Decken von Kleingaragen sind ohne Feuerwiderstand zulässig.
Kraftfahrzeuge dürfen nicht in anderen Räumen als in dafür vorgesehenen Garagen abgestellt werden.
Garagen dürfen in Bremen – wie auch in den meisten anderen Bundesländern – in die Abstandsflächen von Gebäuden oder auch ganz ohne eigene Abstandsflächen gebaut werden, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Auch in Sachen Grenzbebauung gibt es klare Regelungen in der Landesbauordnung:
Die Wandhöhe einer Garage darf eine mittlere Höhe von 3 m nicht überschreiten. Für die Berechnung gilt, dass Giebelflächen lediglich zu einem Drittel zur Wandhöhe hinzugerechnet werden. Die Höhe von Dächern mit einer Neigung unter 45 Grad wird bei der Berechnung der Wandhöhen nicht mitberücksichtigt.
Wird eine Garage auf die Grundstücksgrenze gebaut, dann darf die Gesamtlänge je Grundstücksgrenze 9 m nicht überschreiten. Liegt die Garage an mehreren Grenzen an, darf die gesamt Wandlänge 18 m nicht überschreiten.
Planungssicherheit schaffen – rechtzeitig informieren
Ein Gebäude – das gilt auch für Garagen in Bremen – darf nur dann errichtet und genutzt werden, wenn es den rechtlichen Vorgaben entspricht. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Bauwerk genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist.
Um sich hier Planungssicherheit zu verschaffen, sollten Sie sich frühzeitig informieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie genehmigungsfrei und ohne Objektplaner bauen.
Kommt es zu einer Kontrolle, bei der Abweichungen oder Regelbrüche festgestellt werden, kann dies ein Nutzungsverbot oder sogar die Anordnung zum Abriss durch die Baubehörden nach sich ziehen.