Source: http://www.123recht.net/forum_topic.asp?topic_id=38360&ccheck=1
Timestamp: 2015-04-02 03:10:08
Document Index: 168848027

Matched Legal Cases: ['§ 447', 'BGH', '§ 447', '§ 447', '§ 447', '§ 474', '§ 446', '§ 475']

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Forum Internetauktionen	Unversicherter Versand, Ware weg?! - wer haftet?	26.3.2005	34361 Aufrufe	Thema abonnieren	Zum Thema: Versand
0 von 5 SterneBewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern	0	Antworten Neuer Beitrag	Frage vom 26.3.2005 | 21:54	Von Darla2003
Status: Frischling (26 Beiträge, 0x hilfreich)	Unversicherter Versand, Ware weg?! - wer haftet?	Ich habe vor kurzem Ware bei eBay
versteigert. Der Warenwert betrug 24,99 Euro zzgl. 3,50 Euro Versand.
Wer haftet denn nun bei unversichertem Versand? Verstoß melden	Nicht genau ihre Frage? Wir haben 133 weitere Fragen zum Thema
Status: Lehrling (1287 Beiträge, 0x hilfreich)
BGB § 447
ich hatte mich damals kundig gemacht, mit dem abgeben des päckchens bei der post, ist deine pflicht erfüllt. auch wenn er dir mit anwalt o.ä. droht, er ist im unrecht. du handelst ja nicht geweblich.
man kann jetzt zwar noch einen nachforschungsauftrag bei der post abgeben, bringt aber meist nix. ich hatte damals glück, derjenige hat nicht mehr dran gedacht, das die adresse seiner (damaligen?) freundin bei ebay stand. nach ca. einem halben jahr hat sich die sache dann also geklärt.
ich wünsch dir auch viel glück bei deiner sache :-) 0x
Es empfiehlt sich bei sehr teuren Waren (über 500 Euro), den Wert des Paketes auf dem Paketzettel zu deklarieren. Wer über einen Paketversender Pakete mit teurem Inhalt ohne besondere Wertangabe verschickt, kann beim Verlust der Sendung trotz Zusatzversicherung auf einem Teil seines Schadens sitzen bleiben (Urteil des Bundesgerichtshofes, BGH, AZ.: I ZR 234/02
vom 8. Mai 2003).
Anders liegt der Fall, wenn Du als Versandart "als Päckchen" verlangt hast. Zunächst einmal solltest Du den Verkäufer bitten, einen Nachforschungsauftrag bei der Post zu stellen - das ist auch bei einfachen Briefen möglich und nicht nur bei Paketen oder Einschreiben. Dazu gibt es ein Formular, auf dem man den Brief oder das Päckchen möglichst genau beschreiben soll. Das Risiko geht mit Übergabe des Päckchens an die Post sofort auf den Käufer über (§ 447 I BGB
). Es ist wohl schon häufig vorgekommen, das der hilfsbereite Postbote das Päckchen an der Haustür deponiert und ein "netter" Nachbar sich dann bedient hat. Wenn der Verkäufer behauptet, dass Päckchen verschickt zu haben (ein glaubwürdiger Zeuge findet sich immer, der aussagt, dass das Päckchen auch wirklich gepackt und verschickt wurde) und bleiben die Nachforschungen ohne Ergebnis, hast Du eigentlich immer Pech gehabt (vorausgesetzt dem Verkäufer "verschwinden" nicht ständig Päckchen auf dem Versandwege - dies wäre ein Indiz dafür, das der Verkäufer die Päckchen gar nicht erst versandt hätte).
Ganz schlecht sieht es dagegen für den Verkäufer aus, wenn Du ihn aufgefordert hast, die Sendung versichert (als Paket) zu verschicken und dafür auch die höheren Gebühren gezahlt hast. Hält sich der Verkäufer dann nicht an diese Abmachung, muss er Dir den entstandenen Schaden ersetzen (§ 447 II BGB
Am einfachsten ist die Sachlage, wenn Du bei einem Händler etwas ersteigerst. Anders als bei einem Kauf von Privat, geht in diesem Fall die Gefahr für die Ware erst an Dich über, wenn die Ware an Dich übergeben wird. Die bereits genannte Regelung aus § 447 BGB
ist bei solchen Verträgen ("Verbrauchsgüterkauf") gem. § 474 II BGB
nicht anwendbar, deshalb geht entsprechend § 446 BGB
die Gefahr erst bei Übergabe auf den Käufer über - und gemäß § 475 I BGB
darf der Händler mit Dir auch nichts anderes vereinbaren. Hier kannst Du also immer die für Dich günstigste Versandart wählen, wenn der Händler dies anbietet.
Unproblematisch ist der Fall, wenn der Verkäufer von Anfang an die Ware nicht versenden wollte und nur das Geld kassiert. Dies ist ein eindeutiger Betrug und kann straf- und zivilrechtlich verfolgt werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Urteil des AG Westerstede vom 19.12.2001, Az.: 21 C 792/01
. Danach haftet ein Auktionsbetreiber nicht für Unregelmäßigkeiten in der Vertragsabwicklung. Insbesondere schuldet der Betreiber keine Überprüfung der Identität und Bonität des Anbieters und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften (z. B. Informationspflichten bei Fernabsatzgeschäften) durch die Auktionsteilnehmer. Für den Fall nachweislicher Betrugsfälle bieten einige Auktionshäuser besondere Betrugspräventionen und ggf. auch Schadensregulierungen auf dem Kulanzweg. In jedem Fall sollte bei dem Verdacht eines Betrugs das Auktionshaus informiert werden (eBay-Käuferschutz). Auch empfiehlt sich vor dem Kauf die Überprüfung des Bewertungsprofiles, um eventuelle "schwarze Schafe" unter den Teilnehmern erkennen zu können.
Zusammenfassung: Als Käufer von Privat sollte man den versicherten Versand bevorzugen, als privater Verkäufer ebenso (damit nicht später bei einem Verlust auf dem Postwege der Zweifel bleibt, ob überhaupt der Versand erfolgt ist). Bei einem Kauf bei einem Händler sollte immer die günstigste Versandart gewählt werden. Unversicherter Versand "lohnt" nur bei Waren, deren Verlust man "verschmerzen" kann. -----------------
Von Darla2003
Nun ja, wir werden sehen... 0x
Status: Bachelor (3489 Beiträge, 4x hilfreich)
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Der Postbote wird sich hüten, ein versichertes Paket zu entwenden. Er ist nämlich das ärmste Würstchen in der Kette des Paketversands und als erstes dran, wenn ein versichertes verschwindet. -----------------
Aber auf jeden Fall Nachforschungsantrag stellen! Kommt zwar meist nichts bei rum, aber dann haben Sie wenigstens guten Willen bewiesen....ich war mal Käufer, Päckchen war auch futsch, einfach weg, und nach Nachforschungsauftrag wieder aufgetaucht....! -----------------
Angenommen, das Paket verschwindet. Wer weiß dann noch, ob da ein Preis draufstand oder nicht? Na? Machts klick? Wenn von Notieren des Preises die Rede ist, dann geht es sicherlich um das Exemplar, welches Du als Absendebeleg bekommst und nicht um das, welches auf dem Paket klebt. -----------------
Was soll ich sagen - war ein netter Versuch - in meinem Fall! 0x
Dann war der Käufer wohl ein kleiner Shakespeare-Anhänger, getreu dem Motto "Viel Lärm um Nichts" -----------------
Vermutlich - aus Gaudi lasse ich den Nachforschungsantrag offen - vielleicht ergibt sich etwas, denn mich interessiert, wann die Ware angekommen ist und ich denke, sie kam VOR der Email-Info an und dann wäre es ja eine Vorspiegelung falscher Tatsachen - und das kommt dann in meine Bewertung rein... 0x
Status: Lehrling (1576 Beiträge, 2x hilfreich)
Viel entscheidender dürfte 433ff-446 in Verbindung mit 854 BGB / 929 BGB. sein. 0x
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