Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2082/03
Timestamp: 2020-06-02 21:02:37
Document Index: 229315828

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 366', '§ 932', '§ 366', '§ 138', '§ 138', '§ 817', '§ 817', 'BGH', '§ 139', '§ 130', '§ 130', '§ 139', '§ 139', '§ 139', '§ 714', '§ 727', '§ 1922', '§ 2058', '§ 139', '§ 1967', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', '§ 932', 'BGH', 'BGH', '§ 932']

BGH, 09.02.2005 - VIII ZR 82/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2038
BGH, 09.02.2005 - VIII ZR 82/03 (https://dejure.org/2005,2038)
BGH, Entscheidung vom 09.02.2005 - VIII ZR 82/03 (https://dejure.org/2005,2038)
BGH, Entscheidung vom 09. Februar 2005 - VIII ZR 82/03 (https://dejure.org/2005,2038)
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Kein gutgläubiger Eigentumserwerb der Leasinggesellschaft an von Vertragshändlern des Herstellers erworbenen Fahrzeugen ohne Briefübergabe
Erwerb eines Gebrauchtwagens bei Fehlen des Kraftfahrzeugbriefs; Funktion des Kraftfahrzeugbriefs; Möglichkeit eines gutgläubigen Erwerbs
Zum gutgläubigen Erwerb des Eigentums an einem LKW durch eine gewerbliche Leasinggesellschaft
Der gutgläubige Erwerb von Fahrzeugen im Handelsverkehr, § 366 HGB
Gutgläubiger Erwerb von Kraftfahrzeugen: Anforderungen an den guten Glauben nach § 932 II BGB, § 366 HGB bei Nichtvorlage des Kfz-Briefs; grobe Fahrlässigkeit beim Erwerb vom Vertragshändler
Verkehrsrecht - Gutgläubiger Erwerb bei Kfz-Leasinggesellschaft?
Gutgläubiger Eigentumserwerb des Leasinggebers
a) Der Kaufvertrag über den Erwerb eines Radarwarngeräts ist, wie das Berufungsgericht nicht verkannt hat, nach der Rechtsprechung des Senats sittenwidrig und damit nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig, wenn der Kauf nach dem für beide Seiten erkennbaren Vertragszweck auf eine Verwendung des Radarwarngeräts im Geltungsbereich der deutschen Straßenverkehrsordnung gerichtet ist (Urteil vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 129/04, NJW 2005, 1490, unter II 1 b; zustimmend Emmerich, JuS 2005, 746 f.; Möller, EWiR 2005, 529; Singer, LMK 2005, II, 80 f.; Hardung, SVR 2005, 339 f.; Diehl, ZfS 2005, 442; Albrecht, DAR 2006, 481, 485; Hufnagel, NJW 2008, 621, 624;… Palandt/Ellenberger, BGB, 68. Aufl., § 138 Rdnr. 42;… Staudinger/S. Lorenz, BGB (2007), § 817 Rdnr. 21;… Martinek in: jurisPK-BGB, 4. Aufl., § 817 Rdnr. 28).
Unter grober Fahrlässigkeit ist ein Handeln zu verstehen, bei dem die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt worden und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGH, NJW 2005, 1365).
bb) Streit besteht in der Literatur über die Frage, ob § 139 HGB, den das Berufungsgericht ebenfalls herangezogen hat, überhaupt und wenn ja in welcher Form auf den analog § 130 HGB haftenden Erben eines Gesellschafters einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts Anwendung findet (…dafür: Staub/Habersack, HGB, 5. Aufl., § 130 Rn. 5;… MünchKommHGB/K. Schmidt, 3. Aufl., § 139 Rn. 60;… Oetker/Kamanabrou, HGB, 3. Aufl., § 139 Rn. 63;… Lorz in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 2. Aufl., § 139 Rn. 98;… BeckOK/Schöne, Stand: 1. November 2013, § 714 Rn. 55;… Bamberger/Roth/Schöne, BGB, 2. Aufl., § 727 Rn. 13;… MünchKommBGB/Leipold, 6. Aufl., § 1922 Rn. 85;… MünchKommBGB/Ann, 6. Aufl., § 2058 Rn. 17; Schäfer, NJW 2005, 1365, 1367 f.; Mock, NZG 2004, 118, 120; Ulmer, ZIP 2003, 1113, 1121;… dagegen: Roth in Baumbach/Hopt, HGB, 36. Aufl., § 139 Rn. 8;… MünchKommBGB/Küpper, 6. Aufl., § 1967 Rn. 46, der - wohl - auch die Haftung bereits aus § 130 HGB ablehnt;… zweifelnd Westermann in Westermann, HdB der Personengesellschaften (Stand 2012), Rn. 1283).
Unter grober Fahrlässigkeit wird ein Handeln verstanden, bei dem die erforderliche Sorgfalt den gesamten Umständen nach in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (vgl. BGH NJW 2005, 1365 [1366] m. w. N.).
a) Unter grober Fahrlässigkeit wird im Allgemeinen ein Handeln verstanden, bei dem die erforderliche Sorgfalt den gesamten Umständen nach in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGH, Urteil vom 9. Februar 2005 - VIII ZR 82/03, NJW 2005, 1365 Rdnr. 15 m.w.Nachw.; diese und die folgenden Entscheidungen jeweils zitiert nach juris).
aa) Allerdings ist der Beklagten ein grob fahrlässiges Verhalten nicht deshalb vorzuwerfen, weil sie sich von der ...[D] GmbH nicht eine Zulassungsbescheinigung Teil II hat vorlegen lassen, die bei Kraftfahrzeugen den Eigentümer oder sonst dinglich am Kraftfahrzeug Berechtigten vor Verfügungen Nichtberechtigter schützen soll (vgl. zum Kraftfahrzeugbrief BGH, Urteil vom 9. Februar 2005, aaO, Rdnr. 16).
Deshalb musste sich bezüglich des LKW für die Beklagte aufdrängen, dass die ...[D] GmbH nicht Eigentümerin war (vgl. dazu BGH, Urteil vom 9. Februar 2005 - VIII ZR 82/03, NJW 2005, 1365 Rdnr. 16).
Unter grober Fahrlässigkeit ist ein Handeln zu verstehen, bei dem die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt worden und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (st. Rspr.; BGH , Urt . v. 09.02.2005 - VIII ZR 82/03, NJW 2005, 1365 [1366]).
aa) Im Einklang mit dem insbesondere für § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB anerkannten Rechtsverständnis beruht die Nichtkenntnis der wahren Eigentumslage auch i.S. des § 932 Abs. 2 BGB dann auf grober Fahrlässigkeit, wenn der Erwerber die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt, indem er dasjenige unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall sich jedem hätte aufdrängen müssen (BGHZ 77, 274, 278; 10, 14, 16; BGH, Urt. v. 9.2.2005 - VIII ZR 82/03, NJW 2005, 1365;… P/W/W/Prütting, BGB, 5. Aufl., § 932 Rdnr. 9).
LG Köln, 07.01.2014 - 22 O 312/12
Grobe Fahrlässigkeit beim Erwerb eines Fahrzeugs vom Nichtberchtigten
LG Aachen, 01.06.2017 - 12 O 397/16
Gutgläubiger Erwerb eine Kraftfahrzeuges ohne 2. Schlüsselsatz