Source: http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/info/beispiel/muhle.htm
Timestamp: 2018-11-19 02:48:24
Document Index: 205797870

Matched Legal Cases: ['Art. 11', '§ 3', 'Art. 249', '§ 15', '§ 24', '§ 4']

sprachliche Erläuterung: frühe Entlehnung aus mlat. molina, mhd. mül(e), müline, mnd. möle, mnl. mole, molene f. und m., ahd. muli¯, mulin, mula, as. muli, mulin-, afries. molen(e), molne, monle, ae. mylen m.
Sachhinweis: HRG. III 716ff.
Mühle (I)
Erklärung: die mit Wasserkraft betriebene Getreidemühle iU. zur handbetriebenen Quetschmühle.
Belegtext: (and) þær hyrðin an hyrde wic æt bada lacing (and) an hid landes (and) xii æceras mæde (and) an miln æt hyrde grafe
Datierung: 963 Fundstelle: Birch,CartSax. III 359
Belegtext: of widian byrig nyðer be ðære dæne oðhyt cymð nyðer to ðam mylenhammæ and se mylenham and se myln ðærto
Datierung: 982 Fundstelle: Kemble,CDipl. III 189
Mühle (I 1)
Erklärung: zur Errichtung einer Mühle.
Belegtext: niemen en zoude niewe molen maken bynnen den voirs. ambochte sonder consent
Datierung: 1256 Fundstelle: Bergh II 97a
Belegtext: ob ouch kein vliez an keines burgeres ackere ruret, dem, des die ackere sint, si mvgelich eine einige mvlen daran zv buwene. ob aber daz selbe wazzer zv me mvlen gevuge ist, vnse hus in den selben anderen zv buwene tv daz dritte teil der ersten cost, vnde entfa ewicliche daz dritte teil in den gemacheten
Datierung: 13./14. Jh. Fundstelle: KulmHdf. 136
Belegtext: hebe wie [Herzöge] den buergeren gelaten ... de vryheit und den egendom, over alle de moelen de to derselven stadt lieghen, und moegen nye moelen buven ... binnen erer marcke vnd in erer stadt
Datierung: 1320 Fundstelle: HistBeitrPreuß. I 70
Belegtext: we eyn water hefft, dat sin is mit allerleye rechte unde beide stad des waters sin sin mit allerleye rechte, dat he dar wol eyne molen up buwen mod, also dat he nemande drenke boven sek unde benedden sek
Datierung: 1331/63 Fundstelle: HHildeshUB. IV 675
Belegtext: [der Graf von Mansfeld übereignet dem Kloster Helfta] xx morgen lands in eyn felth mit dem eygen, dar sy begunth haben auf zu bauen eyn nawe closter und auch dy mole ledich und frey
Datierung: 1343 Fundstelle: MansfeldKlUB. 182
Belegtext: [Privileg] darumb goennen wir ihnen [Bürgern] vnnd haben ihnen erlaubt, ein muelen zu machen in vnser stadt zu A., vnnd was sie derselben muelen genießen moegen, das haben wir ihnen geben ewiglich
Datierung: 1397 Fundstelle: Will,Altdorf 307
Belegtext: dar en mach neyn man eyne molen van nyes buwen ane he besytte de damstede
Datierung: um 1400 Fundstelle: JyskeLov 305
Belegtext: wir gebieten daz niemands ausserhalb der herrschaft willen und wissen kain newe mul erpau und die erpauten so von alter nicht mülrecht haben widerumb abprech
Datierung: 15. Jh. Region/Autor/Textsorte: Steiermark Fundstelle: ÖW. VI 232
Belegtext: wird denen von B. ... gegeben, daß sie ... umbgelt, muellin, badtstuben, marckht, zoell und anders zu gemeinem nutz aufrichten
Datierung: 1524 Fundstelle: Buchau 304
Belegtext: dar mag niemand up Ruegen nie mölenlagen leggen edder mölen buwen, dar oldinges niene mölen ... gelegen hebben, ane furstlicher gnaden und des ordes des gemeinen adels und der andern im lande bigelegener heerschop vorweten
Datierung: vor 1531 Fundstelle: RügenLR. 108
Belegtext: daß, ohne vorher erlangten landesherrlichen consens, niemand eine neue muehle errichte
Datierung: 1607 Fundstelle: Scotti,Cleve I 215
Belegtext: es soll auch niemand keine badstuben, müllinen, segen, stempf, plüwel, schleiffinen, schmitten, bachheüser und metzgi benk brauchen und bawen ohne erlaubnuß der ordenlichen oberkeit
Datierung: 1609 Fundstelle: SGallenRQ. II 1, 1 S. 58
Belegtext: auf offenen und gemeinen stroemen und baechen ist niemand bemaechtiget, zu eines andern erbmuehlen schaden, oder verhinderung des ordentlichen laufes und gebrauchs des stromes, einen muehlendamm zu schlagen und eine muehle dahin zu bauen
Datierung: 1650 Fundstelle: EstRitterLR. 480
Belegtext: so we komt, de ain erue der moilen sunder rechte ainsprache vredelichen gesezzen hait driszich iair inde ouer zijt der dage inde dat mit seuen personen behelt, den sal man schriuen ain dat erue
Fundstelle: Ennen,QKöln I 321
Mühle (I 2)
Erklärung: zum Betrieb einer Mühle: der Grundherr hat das an eine Mühle gebundene Betriebsrecht, dessen Ausübung er befristet oder in Erbpacht vergibt.
Belegtext: in molne unde in munte unde in tolne unde in wingarden unde in tegeden oder in sus gedanen dingen, of en man belent wert, deme lene volget de man unde erft it, al hebbe de herre des lenes stat in siner gewalt to bestadene
Datierung: 1224/25 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)Lehnr. Art. 11 § 3
Belegtext: [der Propst] hette verlichen beiden [Eheleuten] unverscheidenlich die muili ... ze einem rechten lehen, alle die wile si beide oder ir eines lebent were, umbe einen steten cins jerlich davon ze gebenne
Datierung: 1326 Fundstelle: ZürichUB. XI 1
Belegtext: were in unser stat eyn mole, de manlik gut were, unde de mole worde der herschop los; aver de varende have de storve an de erven
Datierung: 1353 Fundstelle: OsterwieckStB. 13
Belegtext: keyn moller sal husgenossen habe in siner mol, sundern sinen eygen knecht unde sine mayd
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. V 4 Dist. 17
Belegtext: vnd stat die múle nach gnaden vnd nit nach erbe
Datierung: 1382 Region/Autor/Textsorte: Elsaß Fundstelle: GrW. IV 128
Belegtext: ein apte oder sin schultesz hat die recht und frihet, das er die mulen in dem grunde mage besehen, wann er wil
Datierung: 1395 Region/Autor/Textsorte: Franken Fundstelle: GrW. VI 8
Belegtext: sal onsen rentmeester van onsen goeden luyden van D. onse molen alle jair aldair verhuyeren twee luden. ende wairt dat sake dat die ghene die de muelen huyerde, maicten mit malcander meentocht, zo soude onse rentmeester van onsen weghen die molen an den luyden verhueren
Datierung: 1400 Fundstelle: VerslOudeR. 1 (1885) 315
Belegtext: wann in einer muehle, die oberhalb andern am wasser liegt, nichts zu mahlen ist, soll er den tief-gelegenen das wasser nicht aufhalten, sondern ein paar schuzbretter offen lassen, daß es denen niedrigen muehlen zu gut kommen moege
Datierung: 1714 Fundstelle: SammlBadDurlach III 245
Belegtext: an sonn- und ganzen feiertaegen, den tag ueber, an halben feier- und monatlichen bettaegen aber bis nachmittag [sollen] ... auch die muehlen ... stille stehen
Datierung: 1756 Fundstelle: SammlBadDurlach I 99
Mühle (I 3)
Erklärung: zum Friedensbereich einer Mühle: als öffentlich zugänglicher Bereich ist die Mühle mit einem erhöhten Frieden ausgestattet; Friedensbruch wird mit verschärfter Strafe geahndet; durch gesondert erteiltes Privileg kann sie Verfolgten zeitlich begrenztes Asyl bieten; der Müller hat ein begrenztes Strafrecht für Vergehen in der Mühle.
Belegtext: iewelk dorp binnen siner gruve unde sime tune, pluge unde molen, unde des koninges straten in watere unde in velde, de scolen stede vrede hebben, unde allet dat dar binnen kumt
Belegtext: alle mordere unde de den pluch roven oder molen oder kerken oder kerkhof unde vorredere unde mordbernere ... de scal men alle radebreken
Belegtext: dvi mvli hat ouch bezzer reht danne andrvi hviser. swer in der mvli korn oder mel stilt vier phenewert. wen sol im hvt vnd har abe slahen. vnd stilt er vier schillinge wert. wen sol in henken vnde swaz er anders stilt danne korn vnd mel. daz sol man rihten alse hie vor gesprochen ist
Datierung: 1275/87 Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 249. ebd. 174 u. 248
Belegtext: fund man in ayns gewalt guot, daz auz chirchen, auz mùln, auz smitten oder von dem pfluog verstoln ist, der sol daz berechten an der schrannen, dem ez verstoln ist, als recht ist; und in swes gewalt man daz funden hat, der sol dez selben guotz seinen gewern stellen, ob er in gehaben mack
Belegtext: wann das h. riche oder dieser lantfriden also reisen, das alle strassen, kirchen, closter, phaffheit, kirchove, muelen und besunder alle pfluege mit pferden und was darzu gehoret, und die die wingarten, ackern, und das velt buwen, sicher sin und friden haben sollen, und das die niemand angriffe, leidige noch schedige, und in das uberfure, das sol man fur ein raup haben, und zu dem sol der lantfride rihten
Datierung: 1389 Fundstelle: RAbsch. I 93a
Belegtext: item scholen alle molen vnde grunde in vnsem lande vrig wesen, dat sy vrede efte neyn
Fundstelle: DithmLR. 1447 § 15
Belegtext: man sall niemantz ... in der moellen zu B. ... ayngriffen, heylgen noch phenden; und verbrech eyner syn lyb, es were man oder wyb, und kem in die ... mülle ... umb fryheit wyllen, den selben menschen soll man sess wochen und dry dayge dar inne fry layssen sonder storung
Datierung: 1462 Fundstelle: CoutLuxemb. I 118
Belegtext: daz nyemand kein múly brennen, noch an ysen, stein oder andern dingen zerstoeren solle, vnerloupt der houptluten, bij einem grossen freuel
Datierung: 1466 Fundstelle: CartMulhouse III 42
Belegtext: welk frouw beruchtet dat ludbar is in straten, stouen, molen etc., schall nene tziringhe lijk erliken frouwen dregen
Datierung: 1481 Fundstelle: Lasch-BorchlingArch.
Belegtext: item weisen sie ein mülle, vnd weisen die frey, käme ein missthättiger oder ein ander darin, dass er sechs wochen vnd drey tag frey inne soll seyn
Datierung: 1508 Region/Autor/Textsorte: Saar Fundstelle: GrW. II 85
Belegtext: richter. dise menner ..., die bede mit recht ins urthel komen seind, den nimb ich heut ier landrecht u. verbeut inen ... weg u. steg, mül u. beckenheuser u. alle wonhaftige stett, brunnen u. gemaine wasser
Datierung: 1525 Fundstelle: WürzbZ. I 1 S. 247
Belegtext: es soll sich auch keyner, wer der were, die mülen oder müllwerck bey leyb straff zuverderben oder zuverwuesten under steen
Datierung: 1532 Fundstelle: Bonin,Reichsheer 66
Belegtext: item hat die banne mul zu N. soliche freiheit, so iemants von den inwonern des banns verschult, vnd vf dem wege zu der moelen fuere mit seiner fruecht die zu malen, begegent ime dan sein glaubiger, mach er im nit anwerden, sondern moeß inen frei faeren laßen zu malen
Datierung: 1532 Region/Autor/Textsorte: Saar Fundstelle: GrW. II 25
Belegtext: wann einer ... in der mühln und der badstuben ... mit schlagen oder anderm begehen würd, der soll ... in thurn gelegt ... werden
Datierung: 1572 Fundstelle: AdelsheimStR. 667
Belegtext: wan der man [der das Leben verwirkt hat] ein banmeille auss der mulhen wehre, vnd wurdt dan von seinen feianden angangen, vnd kundt widerumb ... in die mulhe khommen, so weist der scheffen, sullen diese herren dem man widerumb drei tag vnd sechs wochen ban vnd friden thun; darnach soll der herr dem man glück wünschen
Datierung: 1578 Region/Autor/Textsorte: Eifel Fundstelle: GrW. III 842
Belegtext: kein mülin sollt ihr [Soldaten] gar nicht schleissen, auch kein bachofen niderreissen, die beckenhäusser nicht zerstören
Datierung: 1599 Fundstelle: SchweizId. IV 187
Belegtext: es soll keiner muehlen, back-oeffen, berg- salz- und wasser-werck, brunnen, schmiede, wagen, pfluege, fenster, ofen, thueren, bruecken oder andern haußrath zerbrechen oder verderben ... es waere dann aus erheblichen ursachen von der generalitaet also befohlen worden, bey leib- und lebens-straffe
Belegtext: vber die mielnn hatt niemann zu richtenn dann ein apt allein
Datierung: 17. Jh.? Fundstelle: PfälzW. I 299
Belegtext: die muehlen pflegen ... mit der wuercklichen einquartirung verschonet zu werden [ist das als ein Nachhall des alten Friedensbezirkes zu verstehen?]
Datierung: 1705 Fundstelle: KlugeBeamte I2 610
Belegtext: daß diejenige, welchen die ober- und hals-gerichte zustehen, ungefaehrlich folgende ubelthaten und mißhandlungen zu straffen und rechtfertigen befugt, nemlich: beraubung der pfluege, muehlen und bienenstoecke
Belegtext: sachen, die nicht zu fouragiren, als fruchtbare baeume, oerter ... die zum gemeinen besten dienen, z. e. kirchen, kloester, schulen, muehlen, backhaeuser
Datierung: 1771 Fundstelle: Zincke,KriegsRGel. 31
Belegtext: [Verbot des] barbarischen in manchen mühlen noch üblichen brauches, mehldiebe an den haaren aufzuhängen
Datierung: 1796 Region/Autor/Textsorte: Schlesien Fundstelle: ZRG.2 Germ. 63 (1943) 326
Belegtext: weisen wir den hoff zu L. mit sampt der mhullen also frey, ob jemandts den leib vermacht het, vnd darin kommen mocht, solt er sechs wochen vnd drey tagh darin frey sein. vnd so er an die mhulle nit kommen konte, vnd die dhürr verspart were, vnd allein den ringk der mhullen dhurren ergreiffen mocht, soll er dieselbige freyheit auch hain
Region/Autor/Textsorte: Mosel Fundstelle: GrW. II 267f
Mühle (I 4)
Erklärung: zu den zusätzlich zu der Mühle vergebenen Rechten.
Belegtext: verkofft hebben oldinghes, alse de moölen thu S. myt aller rechticheit und myt all erer scede, und al erer thobehöringhe, vrucht, nütticheyt, vyscherie, stowinghe, acker, weyde, und beschedelcken myt all erer scede und wysche
Datierung: 1384 Fundstelle: Westphalen,Mon. II 279
Belegtext: so sal denn eyn besitczer der selben mole ... vihetrift vnde leßeholcz uff des obgnanten closters gutern haben
Datierung: 1443 Fundstelle: MeißenUB. 64
Belegtext: wenn ouch die muili ze R. nid dem dorff, in der eß gelegen, huses bedarff, so sol man ir holtz geben ze einer ufricht als einer ander ehofstatt
Datierung: 15. Jh. Fundstelle: ZürichOffn. I 120
Belegtext: vnd weisen derselbigen müllen eine freye fischerey zu
Datierung: 1570 Region/Autor/Textsorte: Mosel Fundstelle: GrW. II 320
Mühle (I 5)
Erklärung: zum Mühlzwang: als Bannmühle eines weltlichen oder geistlichen Grundherrn, seltener einer Stadt, ausgewiesen, besteht Mahlzwang für die Untertanen.
Belegtext: were ouch daz sy anders wo mulen so söllent sy doch dem müller der egenent müli lonen als hetten sy da gemalen
Datierung: 1364 Fundstelle: Burckhardt,Hofr. 131
Belegtext: haben sie gewist dem apbt von Sp. eynen frijen bann der moelen hie zu Sp.
Datierung: 1488 Fundstelle: ZGO. 18 (1865) 63
Belegtext: ob der miller dem armen nit mahlen verstündt vndt länger dann von einer none biß zu der andern die frucht ohngemahlt stehen ließ, soll alßdann der miller dem armen mitt seiner frucht vffhelffen in eine ander mühl zu verschaffen
Datierung: 1517 Fundstelle: PfälzW. I 284
Belegtext: furtmer wisset das geriecht minem hernn vnnd dem closter mollenn vnnd backheusser
Datierung: um 1532 Fundstelle: PfälzW. I 263
Belegtext: die syn maelgenoiten up der mollen thu H. nach alden gebruick
Datierung: um 1550 Fundstelle: WerdenUrb. II 466
Belegtext: verzeichnis der höfe und kotten, die als mahlgenossen bis herzu allewege in die ... mühle gezogen
Datierung: 1589? Fundstelle: RhWestfWBiogr. II 1 S. 87
Belegtext: verbrechen, so die müller bey ihrem ambte begehen können ... wenn sie denen andern mühlen die mahl-gäste abspänstig machen
Datierung: 16. Jh. Fundstelle: BayrAgrG. 654
Belegtext: wer eigene mühlen hat, mag seine unterthanen dazu wohl halten, dass sie darauf mahlen, und zu keinen fremden mühlen gehen, es hätten dann diese dazu eine sonderbahre gerechtigkeit erlanget
Datierung: 1658? Fundstelle: Mevius,MecklLREntw. 726
Belegtext: die den staedten eigenthuemlichen, oder denselben vererbpachteten landesherrlichen muehlen sollen in ihrem zwangsrecht geschuetzt, und den davon eximirten muehlgenossen nicht gestattet werden, auslaendische muehlen, sondern nach eigener wahl, inlaendische muehlen zu benutzen
Datierung: 1687 Fundstelle: Scotti,Cleve I 649
Belegtext: alle unsere untertanen und grafschaftleut sollen anderstwo nicht dann allein in unser grafeschaft mahlen und gerben, jedweders in der mühlin, dahin es bescheiden ist
Datierung: 1698 Fundstelle: HohenzollLO. 722
Belegtext: wann aber bei großer duerre, harten frost oder eißfahrten, ingleichen bey wehr- oder andern bauen, die muehle nicht in solchen umtrieb stuende, daß die mahlgaeste nothduerftig darauf gefoerdert werden koennten, so ist der mueller ... freyzettul unter dem muehlenstempel, auf gewiße quantitaeten gratis auszustellen gehalten
Datierung: 1766 Fundstelle: ColditzMühlO. 16
Belegtext: aus dem rechte, eine mühle zu haben, folgt noch nicht die befugniß, andre zu zwingen, daß sie sich derselben bedienen müssen
Datierung: 1794 Fundstelle: PreußALR. I 23 § 24
Mühle (I 6)
Erklärung: zu den Abgaben und Leistungen aus einer Mühle: der Mühlenzins besteht meist aus einer nach der Zahl der Räder oder Gänge festgesetzten oder vom Mahlaufkommen abhängigen anteiligen Getreideabgabe, auch häufig aus zusätzlicher Mästung des Viehs des Eigentümers bzw. aus eigenen Tierreichnissen des Müllers; die Zinsleistungen gründen urspr. auf dem Regal der Wassernutzung, der Pächter erwirbt mit der Mühle bzw. dem Mühlengrundstück das Staurecht und die Genehmigung zur Sondernutzung eines Gewässers.
Belegtext: so gelten die mülinen ze B. 7 mütt kernen und 8 mütt roggen und ein swin umb 10 ß
Datierung: 1281 Fundstelle: BremgartenStR. 25
Belegtext: daz der vorgenant pischolf J. mier div mvel dacz Nidern Raesen lassen sol ze cins alain ze minem leben iaerchlich vmb ein phfunt phfefers da von ze geben
Datierung: 1305 Fundstelle: BrixenUrk. I 99
Belegtext: sin burglehen ... gebezzert ... mit funf malter korngeltes, die ... vallen sulent von der mulen
Datierung: 1317 Fundstelle: MGConst. V 369
Belegtext: min herre hat zwo eigen mueln daselbs, davon git man im alle iar zweintzig und hundert malter korns
Datierung: 1369 Fundstelle: SchriesheimW. 251
Belegtext: was meinn herrn geuellt von der mul cze P.; wann man das mawttraid austailt, so geuellt meinn herrn ye noch eim mutt 2 meczen
Datierung: 1414 Fundstelle: NikolsbUrb. 55
Belegtext: die muell zu O. geyt jarlich 1 metzen kern. darumb sol er in dem vorst hawen, wes er zu den mül redern notturftig ist
Datierung: 15. Jh. Fundstelle: FestgBosl 83
Belegtext: hab ich H.v.W. obgedachten A.St., die wasserhebe, so zu meiner mühlen in L. gehörete, und wie die bis anhero darzu gebrauchet worden ist, erblichen laßen zukommen, demselben auch ferner folgen laßen, alles was dem mühlwerck zuständig, und ohne verletzung, verminderung und schaden der gebäude, kan weggenommen werden, als da seyndt die mühlsteine, wasserräder, kampräder, mühlwellen, mahlkasten
Datierung: 1550 Fundstelle: ZRG.2 Germ. 66 (1948) 482
Belegtext: von mühlen und andern gebäuden, welche einen beständigen nutzen geben, gehöret das pachtgeld unter die fructus civiles
Datierung: um 1772 Fundstelle: Pufendorf,HannovLREntw. Tit. 33 � 17
Mühle (I 7)
Erklärung: zu verschiedenen Regelungen.
Belegtext: wann der mueller vß der muell trit, so ist er vff der allmend
Datierung: 15. Jh. Fundstelle: Reyscher,Stat. 244
Belegtext: sollen auch diejenigen, so in möllen, schefereien, viehöfen, vorwerken oder in andern örtern ausserhalb des dorfs wohnen und keine zehet, pechte oder zinse geben, aber sich gleichwol der kirchen und sacrament gebrauchen, dem pfarrer seinen vierzeiten pfenning geben
Datierung: 1573 Region/Autor/Textsorte: Brandenburg Fundstelle: Sehling,EvKO. III 119
Belegtext: damit auch alle parthiererey und bevortheilungen derer mahlgaeste guether um so mehr vermieden werden moege, so soll die muehle, von walpurgis bis michaelis ... abends um 10. uhr geschloßen, und frueh um 4. uhr geoeffnet, und ... von michaelis bis walpurgis jeden jahres resp. des abends um 9. uhr und frueh um 5. uhr verwahret werden; es mueßen auch die mahlgaeste selbst ohne dringende ursachen, anderer gestalt die oefnung der muehle nicht verlangen
Datierung: 1766 Fundstelle: ColditzMühlO. 10
Mühle (I 8)
Erklärung: rsprw.
Belegtext: de ok erst to der molen kumt, de scal erst malen
Datierung: 1224/25 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. II 59 § 4
Belegtext: wer erst zur muehle koemmt, der soll zum ersten mahlen
Datierung: 1650 Fundstelle: EstRitterLR. 481
Belegtext: mühlen und teichen, müssen dem bergbau weichen [Bergbau hat Vorrang vor dem Mühlenbetrieb]
Fundstelle: Achenbach,Bergr. 154
Mühle (II)
Erklärung: Mahlwerk.
Belegtext: so ein mahlgast aus unachtsamkeit, die muehle leer gehen ließe, so ist er solchen falls dem mueller jedesmal 12 gr. zu erlegen, gehalten
Mühle (III)
Erklärung: Mahlgang.
Belegtext: item wer die bünt inhat, der hat die fryhait, ob es im not taet ze malen, so mag er in die müli [Bed. I] gavn und abschepfen, was uff der müli ist, und sin korn uffschütten und malen
Datierung: 1420 Fundstelle: SGallenOffn. II 152
Belegtext: vndt keme der arm man in die mühle [Bed. I] vndt mocht seines meels nit entberen vndt fünde eines aussgemärckers frucht vf der mühlen, so hat der ingemärcker macht dem ausgemärcker sein frucht von der mühlen zue thuen vndt seine druff zue schütten
Datierung: 1505 Region/Autor/Textsorte: Hunsrück Fundstelle: GrW. II 163
Belegtext: [Artikel der Bäckerinnung:] es soll kein meister dem andern seine muehle, so ihm der mueller eingethan, verschuetten
Datierung: vor 1760 Region/Autor/Textsorte: Zeitz Fundstelle: Hellfeld III 2142
Mühle (IV)
Erklärung: im Bergbau.
vgl. Bergmühle.
Belegtext: ist das iemant hwttnn, oder mwllnn pawt auf eines herrnn aigen do das perckwerich aufleit ... so ist das perckwerchs freiheit, das er keinen tzins dauon nemen sol
Datierung: Ende 14. Jh. (Hs. 1466) Fundstelle: SchemnitzStBR. 78
Belegtext: von den muellarbaittern. item bey den muellen, sol ayn yder schaffer seyne arbaitter außgewynnen am sunabenth vnd auch wyder ablegen am sunabenth, als myth nam, schlemmer, zuwartter, gossenfueller, flöczer, zuschuetter, muellner
Datierung: 1492 Fundstelle: KremnitzStBR. 54
Belegtext: der berg-richter zu Schoenfeldt, welcher dem bergwerck zu Schlackenwalde ... etwann muehlen, berg und seiffen auff zinwerck verliehen [hat]
Datierung: 1548 Fundstelle: ZinnbgwO. 107a u. 110
Belegtext: [das Zinnerz soll] vor eine sonderliche muehle ... gefuehret, durch die dabey bestellte vorsteher-person auff bereit geschmelzt und zu gut gemacht, die daraus gemachten ziehn auffs theuerste verkaufft ... werden
Datierung: 1698 Fundstelle: Span,Bergsp. 121
Mühle (V)
Erklärung: Windmühle zur Trockenlegung von Land.
Belegtext: wt die vijven [heymraed] sellen wij deken ende kapittel voerss. setten twee muelemeisters, die bij horen eed die muelen verwaeren sellen
Datierung: 1469 Fundstelle: VerslOudeR. 1 (1885) 265