Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2017,%20388
Timestamp: 2019-07-22 15:11:13
Document Index: 212038240

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 93', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', '§ 267']

BGH, 01.08.1962 - 3 StR 34/62 - dejure.org
https://dejure.org/1962,461
BGH, 01.08.1962 - 3 StR 34/62 (https://dejure.org/1962,461)
BGH, Entscheidung vom 01.08.1962 - 3 StR 34/62 (https://dejure.org/1962,461)
BGH, Entscheidung vom 01. August 1962 - 3 StR 34/62 (https://dejure.org/1962,461)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1962,461) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schluss von dem Erscheinen einer Zeitschrift in der Sowjetzone auf deren verfassungsfeindlichen Inhalt - Entbehrlichkeit der Wiedergabe des Inhalts der Schriften im Urteil - Feststellungswirkung von rechtskräftigen Entscheidungen in anderen Verfahren - Grundsatz der materiellen Wahrheitserforschung
BGHSt 17, 388
NJW 1962, 1925
MDR 1962, 920
Dieser Prüfung darf er sich nicht durch die Bezugnahme auf Entscheidungen entziehen, die in anderen Strafsachen ergangen sind (vgl. BGHSt 17, 388, 390 f. m.w.N.).
Denn hier ist mindestens der Kern des rechtlich Erheblichen wiedergegeben (BGHSt 17, 390 [BGH 01.08.1962 - 3 StR 34/62]).
Zur Erfüllung des Tatbestandes des § 93 StGB genügt es, daß die Schrift die verfassungsfeindliche Richtung in Ansatzpunkten, die durch Ergänzung mit allgemeinkundigen Tatsachen das Bild eindeutig erhellen, erkennen läßt (BGHSt 8, 245, 247 [BGH 23.11.1955 - 6 StR 26/55]; 12, 174 [BGH 11.12.1958 - 3 StR 35/58]; 16, 49, 52 [BGH 21.04.1961 - 3 StR 55/60]; 17, 388, 389) [BGH 01.08.1962 - 3 StR 34/62].
Deshalb verlangt der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung, daß der für die Entscheidung bedeutsame Inhalt der Schrift im Urteil wiedergegeben oder wenigstens im Kern dargestellt wird (BGHSt 17, 388, 390 [BGH 01.08.1962 - 3 StR 34/62] mit weiteren Nachweisen).
In solchen Fällen enthält sich der Tatrichter - anders als möglicherweise bei einer Bezugnahme auf Entscheidungen, die in anderen Strafsachen ergangen sind - nicht einer ihm zustehenden eigenen Prüfung (vgl. BGHSt 17, 388, 390 f.) [BGH 01.08.1962 - 3 StR 34/62].
Das bedeutet einerseits, daß ihm die ungeprüfte Übernahme der Auffassung anderer Personen oder Stellen - auch anderer Gerichte - versagt ist (…Gollwitzer in Loewe/Rosenberg, StPO 24. Aufl. § 261 Rdn. 29); andererseits ist er grundsätzlich an die Beurteilung eines Sachverhalts in anderen freisprechenden oder verurteilenden Entscheidungen nicht gebunden (vgl. BGHSt 17, 388, 390;… Kleinknecht/Meyer, StPO 40. Aufl. § 261 Rdn. 12).
Er muss dafür wenigstens Ansatzpunkte aufweisen, die durch allgemeinkundige Tatsachen ergänzt werden können (BGHSt 17, 388, 389).
Das verstößt nicht gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit (BGHSt 1, 373, 375, 376 [BGH 30.10.1951 - 1 StR 67/51]; 6, 209, 210 [BGH 30.06.1954 - 6 StR 172/54]; 17, 382, 383, 384) [BGH 01.08.1962 - 3 StR 28/62]und nicht gegen Art. 6 MRK (BGHSt 17, 388).
Daher ist der gesamte für die Entscheidung bedeutende Inhalt von Schriftstücken - wenn es auf den Wortlaut ankommt, sogar die für die Strafbarkeit wesentlichen Sätze - in die Urteilsgründe aufzunehmen (vgl. BGHSt 11, 29, 31; 17, 388;… Engelhardt in Karlsruher Kommentar StPO, 5. Aufl., § 267 Rdn. 3).