Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201996,%20866
Timestamp: 2019-08-22 05:54:18
Document Index: 379873543

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'BGH', 'BGH', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', 'BGH', 'BGH', '§ 26', '§ 127', 'BGH', '§ 127', '§ 126', 'BGH', 'BGH', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', 'BGH', 'BGH', '§ 26', 'BGH', '§ 127']

BGH, 22.04.1996 - II ZR 65/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,2422
BGH, 22.04.1996 - II ZR 65/95 (https://dejure.org/1996,2422)
BGH, Entscheidung vom 22.04.1996 - II ZR 65/95 (https://dejure.org/1996,2422)
BGH, Entscheidung vom 22. April 1996 - II ZR 65/95 (https://dejure.org/1996,2422)
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Vereinsrecht: Vertretungsmacht - und deren Beschränkung - des Vorstandes; Form der Austrittserklärung
Vereinssatzung - Ausstrittserklärung - Schriftform - Übermittlung per Telefax - Vertretungsmacht - Vereinsvorstand - Außenverhältnis - Innenverhältnis - Zustimmungserfordernis - Vereinsorgane - Mitgliederversammlung
Beschränkung der Vertretungsmacht des Vorstands durch satzungsmäßige Zustimmungsvorbehalte
NJW-RR 1996, 866
Fehlt es hieran, ist die Vertretungsmacht des Vorstandes im Außenverhältnis nicht beschränkt und - bei eingetragenen Vereinen - eine entsprechende Eintragung im Vereinsregister unzulässig; das Zustimmungserfordernis hat dann nur im Innenverhältnis (als Beschränkung der Geschäftsführungskompetenz des Vorstandes gemäß §§ 27 Abs. 3, 665 BGB) Relevanz (im Anschluss an BGH, Urteil vom 28.04.1980 - II ZR 193/79, NJW 1980, 2799; Urteil vom 22.04.1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866).
Im Interesse des Rechtsverkehrs hat eine den Handlungsspielraum des Vorstands einschränkende Satzungsbestimmung, aus der sich nicht klar auch die Beschränkung der Vertretungsmacht ergibt, nur vereinsinterne Bedeutung, nicht auch Wirkung gegen Dritte (BGH, Urteil vom 28.04.1980 - II ZR 193/79, NJW 1980, 2799; Urteil vom 22.04.1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866; BayObLG BayObLGZ 1999, 237;… Ellenberger in: Palandt, BGB, 74. Aufl. § 26 Rn. 6;… Reuter in: MünchKomm-BGB, 6. Aufl. § 26 Rn. 14;… Schöpflin in: BeckOK BGB § 26 Rn. 14;… Weick in: Staudinger, BGB § 26 Rn. 11;… Krafka/Kühn, Registerrecht, 9. Aufl. Rn. 2142).
Dieser Satzungsregelung lässt sich eine solche Beschränkung nicht entnehmen, wie der Senat selbst feststellen kann, weil die Satzung des Klägers nach objektiven Gesichtspunkten aus sich heraus auszulegen ist und die Auslegung durch das Berufungsgericht in vollem Umfang der revisionsrechtlichen Nachprüfung unterliegt (BGH…, Beschluss vom 24. April 2012 - II ZB 8/10, ZIP 2012, 1097 Rn. 17; Urteil vom 22. April 1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866).
Ist dies nicht der Fall, so hat im Interesse des Rechtsverkehrs die einschränkende Satzungsbestimmung nur vereinsinterne Bedeutung und beschränkt sich auf das vereinsrechtliche Innenverhältnis (BGH, Urteil vom 28. April 1980 - II ZR 193/79, NJW 1980, 2799, 2800; Urteil vom 22. April 1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866; BayObLG, NJW-RR 2000, 41;… MünchKommBGB/Reuter, 6. Aufl., § 26 Rn. 14).
Die in dieser Satzungsbestimmung vorgeschriebene Schriftform ist wegen der privat-autonomen Rechtssetzung des Satzungsgebers grundsätzlich als gewillkürte Schriftform i.S. des § 127 BGB zu behandeln (BGH, Urteil vom 22. April 1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866, 867 zum Schriftformerfordernis einer Austrittserklärung).
Vielmehr ist die in Vereinssatzungen vorgeschriebene Schriftform nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung grundsätzlich als gewillkürte Schriftform im Sinne des § 127 BGB und nicht wie eine durch das Gesetz vorgeschriebene Schriftform im Sinne des § 126 BGB zu behandeln, da es sich insoweit um privatautonome Rechtssetzungen handelt (BGH, NJW-RR 1996, 866 m.w.N.).
Deswegen ist bei einer solchen Klausel regelmäßig nur die Schriftform als Wirksamkeitserfordernis für die Kündigungserklärung vereinbart, dagegen kann ihr Zugang auch in anderer Weise als durch einen Einschreibebrief wirksam erfolgen (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 1996 - II ZR 65/85 - NJW-RR 1996, 866;… vom 21. Januar 2004, a.a.O.;… MünchKomm-BGB/Einsele, 8. Aufl., § 130 Rn. 12; jeweils m.w.N.).
Deswegen ist bei einer solchen Klausel regelmäßig nur die Schriftform als Wirksamkeitserfordernis für die Kündigungserklärung vereinbart, dagegen kann ihr Zugang auch in anderer Weise als durch einen Einschreibebrief wirksam erfolgen (vgl. BGH, NJW-RR 1996, 866, 867; BGH, NZM 2004, 258;… Oprée in: Lindner/Figura/Oprée/Stellmann, a.a.O., Kap. 15, Rn. 50).
Die Vertretungsmacht des Vorstandes ist grundsätzlich unbeschränkt (vgl. BGH NJW-RR 1996, 866;… Palandt/Heinrichs Rn. 5, Soergel/Hadding Rn. 20, jeweils zu § 26;… Reichert Handbuch des Vereins- und Verbandsrechts 7. Aufl. Rn. 1395).
(1) Soll eine Satzungsbestimmung den Umfang der Vertretungsmacht des Vereinsvorstandes einschränken, dann muß dies eindeutig aus ihr zu entnehmen sein (BGH NJW 1980, 2799 f.; BGH NJW-RR 1996, 866;… Palandt/Heinrichs Rn. 5, Soergel/Hadding Rn. 20, Staudinger/Weick Rn. 11, jeweils zu § 26;… Reichert Rn. 1398, Sauter/Schweyer Der eingetragene Verein 15. Aufl. Rn. 234;… Stöber Handbuch zum Vereinsrecht 7. Aufl. Rn. 282).
Zur Einhaltung der rechtsgeschäftlich vereinbarten Schriftform reicht daher regelmäßig wohl eine Telefaxmitteilung aus; dagegen wird die Form nicht - wie im Streitfall - durch ein Ferngespräch oder gar schlüssiges Verhalten gewahrt (vgl. BGH, Urt. v. 22.4.1996 - II ZR 65/95, NJW-RR 1996, 866;… Palandt/Heinrichs aaO, § 127 Rdn. 2).
OLG Frankfurt, 17.11.2009 - 20 W 326/09
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