Source: http://www.reiseland-mecklenburg.de/definition_naturschutzgebiete.htm
Timestamp: 2016-08-28 16:34:24
Document Index: 36623840

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 23', '§ 24', '§ 26', '§ 24', '§ 25', '§ 26']

Naturschutzgebiet, Biosph�renreservat, Nationalpark und Naturpark - was bedeutet was?
Naturschutzgebiet - Nationalpark - Biosphärenreservat - Naturpark
Diese vier verschiedenen Arten von Schutzgebieten unterscheiden sich voneinander vor allem durch den Umfang, in dem eine Nutzung durch die dort lebenden Menschen möglich sein soll. Den strengsten Schutz geniesst das Naturschutzgebiet; es ist deshalb auch ziemlich kleinräumig.
Das Bundesnaturschutzgesetz legt dazu die Rahmenbedingungen fest, die durch Landesgesetzgebung noch präzisiert werden können.
Das Bundesnaturschutzgesetz regelt das in den §§ 20ff. Zunächst heisst es dort in den "Allgemeinen Grundsätzen" (§ 20):
(2) Teile von Natur und Landschaft k�nnen gesch�tzt werden
1. nach Ma�gabe des § 23 als Naturschutzgebiet,
2. nach Ma�gabe des § 24 als Nationalpark oder als Nationales Naturmonument,
3. als Biosph�renreservat,
4. nach Ma�gabe des § 26 als Landschaftsschutzgebiet,
5. als Naturpark,
6. als Naturdenkmal oder
7. als gesch�tzter Landschaftsbestandteil.
Naturschutzgebiete geniessen den strengsten Schutz; sie können der Allgemeinheit zug�nglich gemacht werden und sind schon alleine deshalb i.d.R. kleinräumig. Das Bundesnaturschutzgesetz legt dazu � 23 fest: (1) Naturschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist
Nationalparks (Der Plural von Nationalpark ist sowohl Nationalparks als auch Nationalparke) gibt es in Mecklenburg-Vorpommern drei (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Nationalpark Jasmund und Nationalpark Mueritz); in ganz Deutschland sind es 14.
Die drei deutschen Nationalparks, die den Schutz der weltweit einmaligen Wattenlandschaft regeln (Schleswig-Holsteinischen, Hamburgisches und Niedersächsisches Wattenmeer) bilden flächenmässig den grössten Teil der deutschen Nationalparks, der Nationalpark Bayrischer Wald ist der älteste und insofern vielleicht der bekannteste und der Nationalpark Jasmund ist der kleinste, der aber besonders gute Besucherzahlen aufzuweisen hat.
Nationalparks sind wesentlich grossräumiger als Naturschutzgebiete; der Mensch soll aus diesen Gebieten weitgehend ferngehalten werden. auch eine touristische Nutzung wird eingeschränkt - man darf diese Gebiete i.d.R. nur auf ausgewiesenen Wegen betreten.
Der Gesetzgeber hat dazu in § 24 festgelegt:
Biosphärenreservate gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zwei: "S�dost-R�gen" und "Schaalsee". Hier wird nicht ausschliesslich die Natur geschützt, sondern der Schutz gilt der gesamten gewachsenen Kulturlandschaft, also dem gesamten Lebensraum, eben der Biosphäre.
Der Schutz der Menschen und ihrer historisch gewachsenen kulturellen Errungenschaften (z.B. alte Formen der land- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung) ist hier ausdrücklich einbezogen; die Menschen werden als Bestandteil der Biosphäre begriffen. Es soll ein natürliches Miteinander von Mensch und Natur dokumentiert, erforscht und weiterentwickelt werden. Der Status von Biosphärenreservaten wird im § 25 Bundesnaturschutzgesetz geregelt:
(1) Biosph�renreservate sind einheitlich zu sch�tzende und zu entwickelnde Gebiete, die
1. gro�r�umig und f�r bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind,
2. in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im �brigen �berwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erf�llen,
3. vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielf�ltige Nutzung gepr�gten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschlie�lich Wild- und fr�herer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen und
4. beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturg�ter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen.
(2) Biosph�renreservate dienen, soweit es der Schutzzweck erlaubt, auch der Forschung und der Beobachtung von Natur und Landschaft sowie der Bildung f�r nachhaltige Entwicklung.
(3) Biosph�renreservate sind unter Ber�cksichtigung der durch die Gro�r�umigkeit und Besiedlung gebotenen Ausnahmen �ber Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen zu entwickeln und wie Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiete zu sch�tzen.
(4) Biosph�renreservate k�nnen auch als Biosph�rengebiete oder Biosph�renregionen bezeichnet werden.
Naturparks sind einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende, gro�r�umige Gebiete, die auf dem �berwiegenden Teil ihrer Fl�che Landschafts- oder Naturschutzgebiete sind, eine gro�e Arten- und Biotop-Vielfalt aufweisen sowie eine durch vielf�ltige Nutzungen gepr�gte Landschaft. Die zugrunde liegende Idee ist ein Schutz durch Nutzung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es sieben, in ganz Deutschland mehr als 100 Naturparks. Insgesamt nehmen sie in Deutschland etwa ein Viertel der gesamten Landfläche ein!
Das Bundesnaturschutzgesetz legt dazu � 27 fest: (1) Naturparke sind einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende Gebiete, die
1. gro�r�umig sind,
2. �berwiegend Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete sind,
3. sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen f�r die Erholung besonders eignen und in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird,
4. nach den Erfordernissen der Raumordnung f�r Erholung vorgesehen sind,
5. der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielf�ltige Nutzung gepr�gten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt dienen und in denen zu diesem Zweck eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt wird und
6. besonders dazu geeignet sind, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu f�rdern.
Der Status von Landschaftsschutzgebieten ist in § 26 Bundesnaturschutzgesetz geregelt: (1) Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist
1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsf�higkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsf�higkeit und nachhaltigen Nutzungsf�higkeit der Naturg�ter, einschlie�lich des Schutzes von Lebensst�tten und Lebensr�umen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
2. wegen der Vielfalt, Eigenart und Sch�nheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
3. wegen ihrer besonderen Bedeutung f�r die Erholung.