Source: https://www.fachanwalt-strafrecht-muenchen.org/rechtsgebiete/jugendstrafrecht/
Timestamp: 2018-11-14 17:50:29
Document Index: 228227616

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 105', '§ 9', '§ 8', '§ 5', '§ 9', '§ 10', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 21', '§ 21', '§ 57', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67']

Jugendstrafrecht JGG | Fachanwalt Strafrecht München
Rechtsanwalt Jugendstrafrecht München: Volker Dembski
Fachanwalt Strafrecht München Volker Dembski verteidigt umfassend im Rechtsgebiet Jugendstrafrecht. Im Jugendgerichtsverfahren gelten Ausnahmevorschriften von den Regelungen des allgemeinen Strafrechts in materieller, prozessualer und gerichtsverfassungsrechtlicher Hinsicht.
1. Jugendgerichtsgesetz (§ 1 JGG)
Das Jugendgerichtsgesetz findet gemäß § 1 Abs. 2 JGG Anwendung, wenn ein Jugendlicher oder ein Heranwachsender eine Straftat begeht. Entscheidend ist das Alter zur Tatzeit. Personen unter vierzehn Jahren sind strafunmündig, d. h. es wird bereits kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Jugendlicher ist, wer zur Zeit der Tat vierzehn, aber noch nicht achtzehn ist. Heranwachsender ist, wer zur Zeit der Tat achtzehn, aber noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist. Bei Jugendlichen muss gemäß § 3 JGG zusätzlich die Verantwortungsreife festgestellt werden. Begeht ein Heranwachsender eine Straftat, kommt gemäß § 105 JGG Jugendstrafrecht zur Anwendung, wenn er zur Tatzeit entweder in der Entwicklung einem Jugendlichen gleichgestanden ist oder es sich um eine Jugendverfehlung handelt.
2. Erziehungsmaßregeln und Zuchtmittel (§§ 9, 13 JGG)
Im Jugendstrafrecht können gemäß § 8 JGG verschiedene Rechtsfolgen miteinander kombiniert werden. Die Sanktionsmöglichkeiten im Jugendgerichtsgesetz dienen nicht dem Schuldausgleich, sondern der Erziehungsgedanke steht im Vordergrund. Zu unterscheiden ist gemäß § 5 JGG zwischen Erziehungsmaßregeln, Zuchtmitteln und Jugendstrafe.
Bei den Erziehungsmaßregeln gemäß § 9 JGG kommt zum einen die Erteilung von Weisungen gemäß § 10 JGG, zum anderen die Verpflichtung zur Inanspruchnahme von Hilfe zur Erziehung gemäß § 12 JGG in Betracht.
Bei den Zuchtmitteln ist gemäß § 13 JGG zwischen der Verwarnung, der Erteilung von Auflagen und dem Jugendarrest zu unterscheiden. Durch die Verwarnung gemäß § 14 JGG soll das Unrecht der Tat eindringlich vorgehalten werden. Auflagen gemäß § 15 JGG sind insbesondere die Schadenswiedergutmachung, die Entschuldigung sowie Arbeits- und Geldauflagen. Der Jugendarrest gemäß § 16 JGG ist das schärfste Zuchtmittel und kann in Form des Freizeit-, Kurz- oder Dauerarrestes verhängt werden. Der Jugendarrest kann gemäß § 16 a JGG auch mit einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe als sogenannter Warnschussarrest kombiniert werden.
3. Jugendstrafe (§ 17 JGG)
Voraussetzung für die Verhängung einer Jugendstrafe ist gemäß § 17 JGG das Vorliegen schädlicher Neigungen oder die Schwere der Schuld. Das Mindestmaß einer Jugendstrafe beträgt gemäß § 18 JGG sechs Monate, das Höchstmaß beim Jugendlichen zehn Jahre und beim Heranwachsenden fünfzehn Jahre.
Bei der Verurteilung zu einer Jugendstrafe von nicht über einem Jahr setzt das Gericht gemäß § 21 Abs. 1 JGG die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus, wenn zu erwarten ist, dass sich der Jugendliche bereits die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs unter der erzieherischen Einwirkung in der Bewährungszeit künftig einen rechtschaffenen Lebenswandel führen wird.
Bei der Verurteilung zu einer höheren Jugendstrafe, die zwei Jahre nicht übersteigt, ist die Strafe gemäß § 21 Abs. 2 JGG ebenfalls zur Bewährung auszusetzen, wenn nicht ausnahmsweise die Vollstreckung der Strafe im Hinblick auf die Entwicklung des Jugendlichen geboten ist.
Das Gericht kann im Urteil die Entscheidung über die Aussetzung der Jugendstrafe zur Bewährung unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 57 JGG einem nachträglichen Beschluss vorbehalten. Die Vorbewährungszeit beträgt dann in der Regel nicht mehr als sechs Monate.
4. Rechte der Eltern im Jugendstrafverfahren (§ 67 JGG)
Im Strafverfahren gegen Jugendliche haben Eltern gemäß § 67 Abs. 1 JGG Anwesenheits-, Anhörungs-, Frage- und Antragsrechte. Alle Mitteilungen, die an den Jugendlichen vorgeschrieben sind, sollen gemäß § 67 Abs. 2 JGG an auch die Eltern gerichtet sein. Sie haben gemäß § 67 Abs. 3 JGG das Recht, einen Verteidiger zu beauftragen und Rechtbehelfe einzulegen.