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Timestamp: 2016-10-22 01:54:30
Document Index: 392356949

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 355/00 (16.02.2001)
U 355/00 Vr
Bundesrichter Borella, R�edi und Bundesrichterin Leuzinger; Gerichtsschreiberin Amstutz
C.________, 1961, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Eric Schuler, Frankenstrasse 3, Luzern,
A.- Der 1961 geborene C.________ erlitt 1977 bei einem Motorradunfall eine suprakondul�re Femurfraktur links, an deren Folgen er bis heute leidet. Seit 1986 arbeitete er als Hilfsschlosser bei der Firma X.________ AG. Am 8. September 1992 zog er sich bei einem Arbeitsunfall eine schwere Handverletzung rechts zu. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher C.________ obligatorisch versichert war, erbrachte f�r die Folgen dieser Unf�lle die gesetzlichen Leistungen.
Seine bisherige berufliche T�tigkeit konnte der Versicherte nach dem Arbeitsunfall mit geringf�gigen Einschr�nkungen fortf�hren, die Stelle wurde ihm jedoch per Ende September 1993 gem�ss Angaben der Arbeitgeberfirma aus wirtschaftlichen Gr�nden gek�ndigt. Die Invalidenversicherung �bernahm in der Folge berufliche Eingliederungsmassnahmen (Umschulung) und sprach C.________ schliesslich ab 1. Februar 1997 eine halbe Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 54 % zu (Verf�gung der IV-Stelle Luzern vom 3. Februar 1999).
Die SUVA nahm eine Abschlussuntersuchung vor (Bericht des Kreisarztes Dr. med. L.________ vom 27. April 1998) und sprach dem Versicherten mit Verf�gung vom 13. Juli 1998 eine Invalidenrente von 25 % ab 1. Februar 1997 zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 1998 fest.
B.- In der hiegegen erhobenen Beschwerde beantragte
C.________ sinngem�ss, der Einspracheentscheid der SUVA sei aufzuheben und es sei ihm nach Einholung eines �rztlichen Obergutachtens eine h�here Invalidenrente auszurichten. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 12. Juli 2000 gut, soweit darauf einzutreten war, hob den Einspracheentscheid auf und setzte den Invalidit�tsgrad auf 43 % fest.
C.- Die SUVA f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und der Invalidit�tsgrad auf 32 % festzusetzen.
C.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen.
1.- Die Vorinstanz hat die massgebende gesetzliche Bestimmung �ber den Begriff der Invalidit�t und die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zutreffend wiedergegeben (Art. 18 Abs. 2 UVG). Richtig dargelegt hat das kantonale Gericht zudem die Rechtsprechung zum Beweiswert von Gutachten versicherungsinterner �rzte (BGE 122 V 161 f. Erw. 1c mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass die von der Rechtsprechung zu Art. 28 Abs. 2 IVG entwickelten Regeln �ber die Invalidit�tsbemessung nach der Einkommensvergleichsmethode (BGE 104 V 136 Erw. 2) grunds�tzlich auch f�r die Unfallversicherung Anwendung finden, soweit nicht Gesetz oder andere Vorschriften ausdr�cklich etwas Abweichendes vorsehen (BGE 114 V 313 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1996 Nr. U 237 S. 34).
2.- Es ist unbestritten, dass der Versicherte aufgrund der bestehenden Unfallrestfolgen einen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat. Streitig und zu pr�fen ist der f�r den Rentenumfang massgebende Invalidit�tsgrad.
3.- a) W�hrend die SUVA bei der Ermittlung des Invalidit�tsgrades von einem ohne Invalidit�t erzielbaren Einkommen (Valideneinkommen) von Fr. 66'000.- ausging, korrigierte die Vorinstanz dieses auf Fr. 76'000.-. Zur Begr�ndung f�hrte sie aus, gem�ss den Akten der Invalidenversicherung und der vom Gericht eingeholten schriftlichen Beweisauskunft der Firma X.________ AG vom 30. Mai 2000 w�re dem Versicherten zus�tzlich zu seinem Lohn von rund Fr. 66'000.- j�hrlich eine Erfolgsbeteiligung ("Gratifikation") von Fr. 10'000.- ausbezahlt worden, was die SUVA zu Unrecht unber�cksichtigt gelassen habe.
Dagegen wendet die Beschwerdef�hrerin ein, die ehemalige Arbeitgeberfirma X.________ AG habe sowohl ihr gegen�ber als auch in der vom kantonalen Gericht eingeholten schriftlichen Beweisauskunft vom 14. April 2000 best�tigt, dass sie das Arbeitsverh�ltnis mit dem Versicherten im Jahre 1993 nicht aufgrund seiner gesundheitlichen Beeintr�chtigung, sondern ausschliesslich aus wirtschaftlichen Gr�nden gek�ndigt hat. Es sei daher �berwiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte auch ohne Invalidit�t nicht mehr bei der Firma X.________ AG arbeiten w�rde, weshalb deren Lohnangaben und namentlich die zugesprochene Erfolgsbeteiligung von rund Fr. 10'000.- j�hrlich nicht massgebend sein k�nnten. Ausgehend vom durchschnittlichen Lohnniveau in der betreffenden Branche und in der konkreten beruflichen Situation liege das von der SUVA gesch�tzte Valideneinkommen von Fr. 66'000.- an der obersten Grenze.
b) Aufgrund der Aktenlage ist beweism�ssig erstellt, dass der Versicherte auch ohne Gesundheitssch�digung nicht mehr bei der Firma X.________ AG arbeiten w�rde, weshalb nach der zutreffenden Feststellung der SUVA bei der Bestimmung des ohne Invalidit�t hypothetisch erzielbaren Einkommens nicht von jenem Lohn (einschliesslich der ausbezahlten Gewinnbeteiligung) ausgegangen werden kann, den er in Fortf�hrung seiner T�tigkeit bei seiner bisherigen Arbeitgeberfirma tats�chlich verdient h�tte. Der Einwand des Versicherten, er h�tte sich nach Ende der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Firma X.________ AG, wo er sieben Jahre zur Zufriedenheit des Arbeitgebers t�tig war, wieder dort bewerben k�nnen, was angesichts der �beraus guten Verdienstm�glichkeiten sehr wahrscheinlich gewesen w�re, vermag nicht zu �berzeugen. Selbst bei positiver Entwicklung der wirtschaftlichen Verh�ltnisse kann nicht als �berwiegend wahrscheinlich gelten, dass die ehemalige Arbeitgeberfirma den Versicherten denn auch tats�chlich wieder eingestellt h�tte. Anstelle des von der Firma X.________ AG auf rund Fr. 76'000.- (Fr. 65'845.00.- plus Fr. 10'000.- Erfolgsbeteiligung) gesch�tzten Einkommens, das der Versicherte ohne Invalidit�t als Hilfsschlosser in diesem Betrieb erzielen k�nnte, ist daher vom durchschnittlichen Einkommen in der betreffenden Branche auszugehen.
Im Rahmen der Lohnerhebungen der SUVA haben die Auskunftspersonen von vier regional ans�ssigen Firmen schriftlich best�tigt, dass ein rund 40j�hriger Hilfsschlosser mit mehrj�hriger Berufserfahrung im massgebenden Jahr 1997 ein maximales Brutto-Einkommen zwischen Fr. 58'500.- (Fr. 4500.- x 13) und Fr. 66'300.- (Fr. 5100.- x 13) h�tte erzielen k�nnen; Gewinnbeteiligungen w�rden nicht gew�hrt und bildeten auch keinen branchen�blichen Lohnbestandteil. Gem�ss den vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) betrug das monatliche Durchschnittseinkommen in der Kategorie 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) des metallbe- und verarbeitenden Gewerbes (TA1: Sektor Produktion, Positionen 27/28) Fr. 5118.- monatlich bzw. Fr. 61'416.- j�hrlich. Angepasst an die �bliche w�chentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden und die Nominallohnentwicklung ergibt sich f�r das Jahr 1997 ein durchschnittliches Einkommen von rund Fr. 64'581.- (61'416 x 41.9/40 = 64'333.-; 64'333 x 104.4/104 = 64'580.70). Vor diesem Hintergrund ist das von der SUVA im Einspracheentscheid der Invalidit�tsbemessung zugrunde gelegte Valideneinkommen von Fr. 66'000.- als realistische, eher grossz�gige Sch�tzung zu beurteilen, und es bestand f�r die Vorinstanz nach dem Gesagten kein begr�ndeter Anlass, dieses um Fr. 10'000.- (Einbezug einer Gewinnbeteiligung) zu erh�hen.
4.- Dass sich die Vorinstanz bei der Bestimmung des Invalideneinkommens auf die medizinische Einsch�tzung der zumutbaren Restarbeitsf�higkeit im Bericht des SUVA-Kreisarztes, Dr. med. L.________, vom 27. April 1998 st�tzte, ist nicht zu beanstanden. Gem�ss diesem zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides aktuellen, umfassenden Arztbericht, der hinsichtlich des Beweiswertes den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen gen�gt (siehe BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen), sind dem Versicherten mit R�cksicht auf die Unfallrestfolgen an der rechten Hand und am linken Bein T�tigkeiten, welche die rechte Hand nur leicht, nicht zu lange und nicht zu stereotyp beanspruchen und die vorwiegend sitzend ausge�bt werden k�nnen (z.B. Autofahren bei geeignetem Fahrzeug), ganztags zuzumuten; bei B�roarbeiten (inklusive PC- oder Schreibarbeiten) sei von einer Leistungsverminderung von 10-15 % auszugehen. Die vom Versicherten vernehmlassungsweise vorgebrachten Einw�nde verm�gen keine Zweifel an dieser �rztlichen Einsch�tzung zu begr�nden.
Das trotz Gesundheitssch�digung zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen) setzte die Vorinstanz im Wesentlichen unter Bezugnahme auf die Tabellenl�hne der LSE und in Ber�cksichtigung eines leidensbedingten Abzugs vom statistischen Lohn (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) von 15 % auf Fr. 43'445.30 fest. Dieser Betrag wird von der SUVA zu Recht nicht bestritten, und der Beschwerdegegner vermag seine Behauptung, er sei mit R�cksicht auf die Unfallfolgen ausser Stande, Eink�nfte in dieser H�he zu erzielen, in keiner Weise zu begr�nden. Auf die entsprechenden Erw�gungen der Vorinstanz kann verwiesen werden.
5.- Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 66'000.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 43'445.- ergibt sich ein Invalidit�tsgrad von rund 34 %. In diesem Umfang hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung.
beschwerde wird der Entscheid des Verwaltungsgerichts
des Kantons Luzern vom 12. Juli 2000 aufgehoben und
der Einspracheentscheid der SUVA vom 14. Dezember 1998
dahingehend abge�ndert, dass dem Versicherten eine In-
validenrente von 34 % zugesprochen wird.
liche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Sozialver-