Source: https://zahnarztrechnung.info/goz-2047a-kariesinfiltration-bzaek.php
Timestamp: 2019-10-16 12:46:53
Document Index: 7080277

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 630', '§ 2', '§ 6']

Zahnreinigung nach GOZ 4050/4055 und Kofferdam nach GOZ 2040 oder 2045a sowie Fluoridierung nach GOZ 1020 bereits im Kostenvoranschlag zu berücksichtigen!
Nach unserer Berechnung liegen die Kosten bei ca. € 146,- pro Defekt.
2047a - Kariesinfiltration;
entsprechend GOZ 2150: Einlagefüllung einflächig
Wenn die Karies gerade mal in den Schmelz oder bis zu 1/3 der Gesamtdicke im Dentin (Zahnbein - nächste Schicht) eingedrungen ist und die Schmelzoberfläche noch intakt ist, kann eine Kariesinfiltrationstherapie ausgeführt werden.
Hierbei wird der infizierte Bereich durch Einwirkung einer speziellen Säure zunächst aufgelockert, dann getrocknet und mit einem Kunstharz infiltriert (getränkt) das dann mittels Licht gehärtet wird.
Die Behandlung soll Karies im frühen Stadium stoppen und ist in der Regel schmerzfrei.
"Kariesinfiltration"
"Da die Wirksamkeit und der Nutzen dieses Verfahrens nicht belegt sind, muss es als experimentell bezeichnet werden und entspricht nicht den Anforderungen des § 1 Abs. 2 Satz 1 GOZ. Vielmehr muss das Verfahren im Sinne des § 1 Absatz 2, Satz 2 und § 2 Absatz 3 GOZ als Verlangensleistung berechnet werden. Der Zahnarzt/-ärztin muss, sofern er dieses Verfahren anwenden möchte, den Patienten ausdrücklich darüber aufklären, dass eine Übernahme der Kosten durch seine Private Krankenversicherung oder Beihilfekostenstellen nicht gesichert ist und mit welchen voraussichtlichen Kosten er rechnen muss (vgl. § 630 c Abs. 3 BGB).
Auch die Zahnärztekammer Bremen schreibt: "Bisher liegen zu dieser Methode der Kariesbehandlung keine eindeutigen, empirischen Wirksamkeitsnachweise vor. Deshalb empfiehlt die Zahnärztekammer Bremen die Berechnung als Verlangensleistung nach § 2 Abs. 3 GOZ." (Kammer-Express, Monatsblatt der Zahnärztekammer Bremen 12/2009)."
Nun führt die Bundeszahnärztekammer daas Verfahren schon seit längerem in ihrer Liste analog abzurechnender Verfahren und bestätigt damit die wissenschaftliche Belegung und bestätigt außerdem, dass sie das Verfahren für medizinisch sonnvoll/notwendig und wirksam hält.
Kostenerstatter: "Kariesinfiltration ist eine Verlangensleistung."
Da keine Verlangensleistung vereinbart wurde und da auch die Rechnung keine Verlangensleistung ausweist, weiß ich nicht, wie Sie darauf kommen, dass die Behandlung einer Karies mit einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren nicht nach Gebührenordnung abrechenbar sein sollte.
Es ist zwar richtig, dass keine Leistungsposition in GOZ oder GOÄ existiert, die die Infiltrationstherapie beschreibt. Die GOZ sieht für den Fall, dass eine Leistung nicht enthalten ist, jedoch die analoge Abrechnung durch den Zahnarzt vor. Genau so ist hier auch abgerechnet worden.
Auch die Bundeszahnärztekammer führt diese Leistung in ihrem Katalog selbständiger, analog zu berechnender zahnärztlicher Leistungen aufund bestätigt somit, dass die Zahnärzte Deutschlands die Leistung als hinreichend belegt, wirksam und medizinisch sinnvoll/notwendig betrachten.
Daher fordere ich Sie auf, die korrekt analog berechnete Leistung zu erstatten oder mir nachzuweisen, dass die Kariesinfiltrationstherapie im Text einer Leistungsbeschreibung enthalten ist.
Die Rechnung meiner Zahnarztpraxis ist korrekt erstellt, sie ist fällig, Gleiches gilt für die Erstattung nach Tarif.
Kostenerstatter: "Die Infiltrationstherapie ist mit einer Füllungsposition abzurechnen."
Es ist nicht statthaft, eine nicht in der GOZ oder GOÄ beschriebene Leistung mit einer anderen Leistungsposition abzurechnen, das wäre ggf. Abrechnungsbetrug. Keine Füllungsposition beschreibt das Vorgehen bei der adhäsiven Infiltration!
Statt dessen sieht § 6 der GOZ vor, dass der Zahnarzt eine existierende gleichwertige Position zum Vergleich heranzieht und dies kenntlich macht.
Die Kariesinfiltration ist im Katalog der Bundeszahnärztekammer für analog abzurechnende Leistungen enthalten.