Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZA%202005,%2041
Timestamp: 2019-03-25 04:32:16
Document Index: 210940776

Matched Legal Cases: ['§ 9', 'Art. 12', '§ 9', '§ 9', 'Art. 12', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', 'Art. 12', '§ 9', '§ 9']

BVerfG, 22.10.2004 - 1 BvR 1944/01 - dejure.org
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Auflösungsgründe eines Arbeitsverhältnisses nach KSchG § 9
Verfassungsbeschwerde aufgrund Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wegen Erstattung einer Strafanzeige gegen den Arbeitgeber; Erschütterung der Vertrauensgrundlage zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer; Inhalt der Berufsfreiheit; Auflösung eines Arbeitsverhältnisses trotz rechtswidriger Kündigung
GG Art. 12 Abs. 1; KSchG § 9
Eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch ein Gericht nur ausnahmsweise
LAG Hamburg, 22.02.2001 - 7 Sa 97/00
BAG, 25.10.2001 - 2 AZN 354/01
BVerfG, 08.06.2005 - 1 BvR 1944/01
NZA 2005, 41
Die nach § 9 Abs. 1 Satz 2 KSchG vorgesehene Möglichkeit der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses ist - entgegen der Auffassung der Klägerin - verfassungskonform (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - zu II 2 der Gründe) .
Ein über die Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes hinausgehender Bestandsschutz ist durch Art. 12 Abs. 1 GG nicht gefordert (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - zu II 2 der Gründe) .
Bei der Entscheidung darüber, ob im Einzelfall ein Sachverhalt vorliegt, der die Auflösung rechtfertigen kann, haben die Arbeitsgerichte die wechselseitigen Grundrechtspositionen des betroffenen Arbeitgebers und Arbeitnehmers zu berücksichtigen und abzuwägen (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - aaO) .
Für deren Beurteilung dürfen nur solche Tatsachen herangezogen werden, die der darlegungspflichtige Arbeitgeber vorgetragen oder aufgegriffen hat (Senat 2. Juni 2005 - 2 AZR 234/04 - zu II 2 d der Gründe, AP KSchG 1969 § 9 Nr. 51 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 51; vgl. auch BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - zu II 3 b aa der Gründe, AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49).
Er muss vielmehr im Einzelnen vortragen, weshalb die nicht ausreichenden Kündigungsgründe einer den Betriebszwecken dienlichen weiteren Zusammenarbeit entgegenstehen sollen (…BAG 19. November 2015 - 2 AZR 217/15 - Rn. 60 mwN; BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - Rn. 25 ff.).
Die Verteilung der Darlegungs- und Beweislast darf den durch einfachrechtliche Normen bewirkten Schutz grundrechtlicher Gewährleistungen nicht leerlaufen lassen (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49).
Der Vortrag des Arbeitgebers muss so beschaffen sein, dass sich das Gericht, wollte es die Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf dieses Vorbringen stützen, nicht in Widerspruch zu seiner Beurteilung des Kündigungsgrundes als unzureichend setzen müsste (…BVerfG 15. Dezember 2008 - 1 BvR 347/08 - Rn. 14, BVerfGK 14, 507; 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - zu II 3 b cc der Gründe) .
Diese Regelung ist verfassungsgemäß (zuletzt: BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - EzA KSchG § 9 nF Nr. 49, zu II 2 der Gründe; Dieterich Anm. AR-Blattei ES 830 Nr. 33).
Er muss vielmehr im Einzelnen vortragen, weshalb die nicht ausreichenden Kündigungsgründe einer den Betriebszwecken dienlichen weiteren Zusammenarbeit entgegenstehen sollen (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - EzA KSchG § 9 nF Nr. 49, zu II 3 b aa der Gründe;… KR-Spilger § 9 KSchG Rn. 58, jeweils mwN).
Die Verteilung der Darlegungs- und Beweislast darf den durch einfachrechtliche Normen bewirkten Schutz grundrechtlicher Gewährleistungen nicht leer laufen lassen (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49).
Dabei dürfen nur solche Tatsachen berücksichtigt werden, die der darlegungspflichtige Arbeitgeber vorgetragen oder aufgegriffen hat (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49;… von Hoyningen-Huene/Linck KSchG 13. Aufl. § 9 Rn. 37a mwN).
Es dürfen jedenfalls nur solche Tatsachen berücksichtigt werden, die der darlegungspflichtige Arbeitgeber vorgetragen oder aufgegriffen hat (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49).
Die Verteilung der Darlegungs- und Beweislast darf den durch einfachrechtlichen Normen bewirkten Schutz grundrechtlicher Gewährleistungen nicht leer laufen lassen (BVerfG 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 - AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49 = EzA KSchG § 9 nF Nr. 49).
Die Entscheidung, ob ein Arbeitsverhältnis im Sinne des § 9 Abs. 1 KSchG endgültig zerrüttet ist, ist unter Abwägung der wechselseitigen, jeweils durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Interessen des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers zu treffen (vgl. im Einzelnen: BVerfG, Beschluss der 2. Kammerdes Ersten Senats vom 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 -, AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49).
Darüber hinaus muss gesichert sein, dass es nicht zu widersprüchlichen Ergebnissen bei der Beurteilung von Kündigungs- und Auflösungsgrund kommt (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammerdes Ersten Senats vom 22. Oktober 2004 - 1 BvR 1944/01 -, AP KSchG 1969 § 9 Nr. 49).
VerfGH Sachsen, 26.02.2015 - 47-IV-14
LAG Rheinland-Pfalz, 15.03.2011 - 3 Sa 618/10
Auflösungsantrag des Arbeitgebers wegen Verhalten des Prozessbevollmächtigten des …
ArbG Nürnberg, 03.12.2009 - 9 Ca 6877/08
Verhaltensbedingte Kündigung - Zahlungsansprüche - arbeitsvertragliche …
LAG Köln, 28.09.2009 - 5 Sa 468/09