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Timestamp: 2019-06-17 13:23:11
Document Index: 210066905

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 15', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14']

Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Kommentar zum KStG und ... / 11.2.1 Gesetzliche Definition | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Kommentar zum KStG und ... / 11.2.1 Gesetzliche Definition
Tz. 818
Nach der in § 14 Abs 4 S 6 KStG enthaltenen Definition liegen Minder- oder Mehrabführungen … insbes vor, wenn der an den OT abgeführte Gewinn von dem St-Bil-Gewinn der OG (gemeint ist: vor Berücksichtigung der Abführungsverpflichtung; glA s Frotscher, in F/D, § 14 KStG Rn 798) abweicht. Entspr gilt, wenn der durch den OT erfolgte Verlustausgleich von dem StBil-Verlust der OG abweicht. Dazu auch s Tz 939ff.
Der an den OT abgeführte Gewinn (bzw der vom OT übernommene Verlust) bemisst sich nach der H-Bil der OG. Er muss nicht mit dem Jahresüberschuss übereinstimmen; Abweichungen ergeben sich insbes, wenn die OG Gewinnrücklagen bildet bzw auflöst oder ges Abführungssperren (dazu s Tz 386ff) greifen. Dem vom tats Geschehensablauf her vorgegebenen Betrag der Gewinnabführung ist der Gewinn (bzw Verlust) lt St-Bil (vor Gewinnabführung) gegenüber zu stellen.
Der BFH (s Urt des BFH v 15.03.2017, DStR 2017, 1650, Rn 20 der Begründung; dazu auch s von Freeden/Lange DB 2017, 2055) bejaht darüber hinaus – ausgehend vom Grundanliegen des Gesetzgebers, mit den Regelungen des § 14 Abs 4 KStG die Einmalbesteuerung der organschaftlichen Erträge beim OT sicherzustellen – für Sonderfälle (insbes § 15a EStG, Ertragszuschuss) das Vorliegen bzw Nichtvorliegen einer Mehr- bzw Minderabführung auch in Fällen, in denen der Betrag der Gewinnabführung nicht von dem der BV-Mehrung lt St-Bil abweicht (dazu näher s Tz 1099, 1099a). Nach Auff des BFH bietet das in § 14 Abs 4 S 6 KStG enthaltene Wort "insbes" die Rechtsgrundlage für einer derartige Ausweitung der Definition (dazu krit s Tz 831ff).
Tz. 819
Da bei der Anwendung des § 14 Abs 4 S 6 KStG dem "abgeführten Gewinn" ein "übernommener Verlust" und dem "St-Bil-Gewinn" ein "St-Bil-Verlust" gleichzustellen ist (s Tz 821, 827), liegt eine Mehrabführung vor, wenn die Gewinnabführung den St-Bil-Gewinn übersteigt, wobei im Falle eines St-Bil-Verlusts auf den rechnerischen Saldo zwischen dem Betrag der Gewinnabführung und dem St-Bil-Verlust abzustellen ist. Auch dann, wenn der hr-lich auszugleichende Verlust niedriger als der St-Bil-Verlust ist (sog Minderverlustübernahme), liegt eine Mehrabführung vor.
Tz. 820
Umgekehrt liegt eine Minderabführung vor, wenn die Gewinnabführung niedriger als der St-Bil-Gewinn ist, wobei auch der Fall betroffen ist, dass hr-lich eine Verlustübernahme erfolgt, obwohl die St-Bil ein positives Ergebnis ausweist. Eine Minderabführung liegt auch vor, wenn H-Bil und St-Bil einen Verlust ausweisen, aber die hr-liche Verlustübernahme den St-Bil-Verlust übersteigt (sog Mehrverlustübernahme).
Tz. 821
Wie auch an anderer Stelle ausgeführt (s Tz 826, 827), ist bei der Anwendung des § 14 Abs 3 und 4 KStG stets auf die rechnerische Differenz zwischen Gewinnabführung/Verlustübernahme und St-Bl-Gewinn/St-Bil-Verlust abzustellen. Darauf, dass der betr Betrag tats zwischen OG und OT transferiert wird, kommt es nicht an (dazu auch s Urt des BFH v 06.06.2013, BStBl II 2014, 398; weiter s H 14.8 KStH 2015).
Tz. 822
Zu der Frage, wie sich Einlagen des OT in das BV der OG auf die beiden in § 14 Abs 4 S 6 KStG genannten Vergleichsgrößen auswirken, gilt uE Folgendes:
Offene Einlagen des OT in das BV der OG führen entweder zu einer Erhöhung des Nenn-Kap der OG oder sie werden in die Kap-Rücklage eingestellt. Dadurch erhöht sich das BV lt. St-Bil, nicht jedoch die in § 14 Abs 4 S 6 KStG genannte Vergleichsgröße des St-Bil-Gewinns. Da es insoweit auch nicht zu einer Gewinnabführung kommt, löst eine offene Einlage eine Mehr- bzw Minderabführung iSd § 14 Abs 4 KStG nicht aus; organschaftliche AP sind insoweit nicht zu bilden.
Tz. 823
Bei einer verdeckten Einlage des OT in das BV der OG kommt es zu einer Erhöhung der Kap-Rücklage in der Bil der OG. Das gilt auch für einen nicht rückzahlbaren Ertragszuschuss (s Tz 727). Wenn die OG den Ertragszuschuss jedoch erfolgswirksam als sonstigen betrieblichen Ertrag behandelt, erhöht sich dadurch ihr Jahresüberschuss mit der Folge, dass ein Betrag iHd Ertragszuschusses sofort wieder über den GAV an den OT zurückzugewähren ist. Im Ergebnis kommt es deshalb insoweit nicht zu einer einlagebedingten Erhöhung des BV der OG. Die verdeckte Einlage führt bei der OG in einem ersten Schritt zur BV-Erhöhung, die im zweiten Schritt wegen des Rückflusses des Werts der verdeckten Einlage über die Gewinnabführung wieder auf Null gestellt wird. Unabhängig davon, ob die Neutralisierung der einlagebedingten Gewinnerhöhung innerhalb oder außerhalb der St-Bil erfolgt, bejaht der BFH (s Urt des BFH v 15.03.2017, DStR 2017, 1650, Rn 21 der Begründung; dazu auch s von Freeden/Lange, DB 2017, 2055; und s Joisten/Lüttchens, Ubg 2017, 561) das Vorliegen einer Mehr- oder Minderabführung iSd § 14 Abs 4 KStG (dazu näher s Tz 1099, 1099a). Krit dazu s Dötsch/Pung (DB 2018, 1424, 1428).
Tz. 824
Der St-Bi...