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Timestamp: 2019-11-12 09:10:47
Document Index: 382157091

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 34', '§ 37', '§ 92', '§ 92', '§ 31']

BSG Urteil vom 25.08.2009 - B 3 KR 25/08 R | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BSG Urteil vom 25.08.2009 - B 3 KR 25/08 R
Krankenversicherung. häusliche Krankenpflege. intramuskuläre Injektion eines medizinisch erforderlichen nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittels. Verordnung auf Privatrezept
Ein Versicherter kann gegen die Krankenkasse einen Anspruch auf häusliche Krankenpflege durch einen Pflegedienst in Form der intramuskulären Injektion eines medizinisch erforderlichen Arzneimittels auch dann haben, wenn dieses nicht verschreibungspflichtig und deshalb vom Vertragsarzt nur auf Privatrezept verordnet worden ist.
SGB 5 § 13 Abs. 3 S. 1 Fassung: 2003-11-14, § 34 Abs. 1 S. 1 Fassung: 2003-11-14, § 37 Abs. 2 S. 1 Hs. 1 Fassung: 2003-11-14, Abs. 6 Fassung: 2007-03-26, § 92 Abs. 1 S. 2 Nr. 6 Fassung: 2006-04-26, Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Fassung: 2006-04-26; HKPRL Abschn. 1 Nr. 3 Buchst. a; HKPRL Nr. 3 Buchst. a; HKPRL Abschn. 1 Nr. 4; HKPRL Nr. 4; HKPRL Abschn. 4 Nr. 18; HKPRL Nr. 18; HKPRL Abschn. 5 Nr. 21; HKPRL Nr. 21; HKPRL Abschn. 5 Nr. 22; HKPRL Nr. 22; HKPRL Abschn. 5 Nr. 23; HKPRL Nr. 23; HKPRL Abschn. 5 Nr. 26; HKPRL Nr. 26
Hessisches LSG (Urteil vom 30.10.2008; Aktenzeichen L 8 KR 353/07)
SG Darmstadt (Urteil vom 06.06.2007; Aktenzeichen S 10 KR 262/06)
Im Klageverfahren hat die Versicherte zur Stützung ihres zunächst auf Kostenfreistellung, später aber auf Kostenerstattung gerichteten Begehrens geltend gemacht, der Gesetzgeber habe zum 1.1.2004 nur die nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel selbst von der Leistungspflicht der Krankenkassen ausgenommen, nicht aber Folgeleistungen wie die Medikamentengabe oder die Injektion durch einen Pflegedienst, wenn sie - wie hier - zur Sicherung der ambulanten vertragsärztlichen Behandlung erforderlich seien. Auch die Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (ab 1.4.2007: Gemeinsamer Bundesausschuss) über die Verordnung von häuslicher Krankenpflege nach § 92 Abs 1 Satz 2 Nr 6 und Abs 7 SGB V (HKP-RL) vom 16.2.2000 verlangten nur, dass die Medikamente "ärztlich verordnet" worden seien. Von einer Verschreibung auf Kassenrezept sei dort nicht die Rede. Im Übrigen wäre ein Ausschluss notwendiger medizinischer Leistungen allein durch die HKP-RL auch unzulässig.
Das Sozialgericht (SG) hat die Klage abgewiesen (Urteil vom 6.6.2007). Das Landessozialgericht (LSG) hat dieses Urteil auf die Berufung der Versicherten geändert und dem Kostenerstattungsbegehren stattgegeben (Urteil vom 30.10.2008): Weder der Wortlaut des Gesetzes (§§ 31, 34, 37 SGB V) noch die Materialien des zum 1.1.2004 in Kraft getretenen GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) vom 14.11.2003 (BGBl I 2190) rechtfertigten die Annahme der Beklagten, der Gesetzgeber habe über die nicht verschreibungspflicht...