Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20288/79
Timestamp: 2018-03-23 20:33:28
Document Index: 243840597

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 844', '§ 249', '§ 287', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.06.1982 - VI ZR 288/79 - dejure.org
Zum Ersatzanspruch nach Tötung der Hausfrau und Mutter - Bedeutung der Verwandtenhilfe -
Schadensersatzansprüche wegen Verlust des Rechts auf Unterhalt - Ersatz für die ausgefallene Tätigkeit einer getöteten Haushaltskraft - Zubilligung hypothetischer Aufwendungen
BGB § 844 Abs. 2, § 249; ZPO § 287
NJW 1982, 2864
MDR 1982, 1009
VersR 1982, 874
Das angefochtene Urteil verstößt auch nicht gegen die im Senatsurteil vom 8. Juni 1982 (VI ZR 288/79 = VersR 1982, 874) aufgestellten Grundsätze.
Nur besondere, im Streitfall nicht gegebene Umstände könnten es rechtfertigen, auch einem alleinstehenden Witwer die für die Einstellung einer ganztägig tätigen Ersatzkraft erforderlichen Aufwendungen zuzuerkennen (s. Senatsurteile vom 10. Juli 1973 - VI ZR 140/72 = VersR 1974, 32 und vom 8. Juni 1982 - VI ZR 288/79 = VersR 1982, 874, 875).
Verwandtenhilfe (s. Senatsurteil vom 8. Juni 1982 - VI ZR 288/79 = VersR 1982, 874).
Daß dieser sich bei der Mit- Versorgung des Kindes in der Familie rationeller gestaltet als bei Einstellung einer nur mit der Versorgung des Kindes beauftragten Ersatzkraft, hat der Senat mehrfach ausgesprochen (zuletzt BGHZ 86, 372, 376; Urteil vom 8. Juni 1982 - VI ZR 288/79 - VersR 1982, 874 ).
Der Bundesgerichtshof hat stets betont, daß die konkrete Gestaltung bei der Versorgung der Kinder, wie sie sich in ihrem wohlverstandenen Interesse anbietet und ermöglichen läßt, den Maßstab für den erforderlichen Betreuungsaufwand setzt (Senatsurteile vom 8. Juni 1982 - VI ZR 288/79 - VersR 1982, 874 ; vom 12. Juni 1973 - VI ZR 26/72 - VersR 1973, 939, 940; vom 2. Mai 1972 - VI ZR 80/70 - VersR 1972, 948, 951 …und vom 13. Juli 1971 - VI ZR 260/69 aaO).
Bei der erneuten Verhandlung und Entscheidung wird das Berufungsgericht auch das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil des Senats vom 8. Juni 1982 ( VI ZR 288/79) zu beachten haben, wonach der Geschädigte, falls er sich in zumutbarer und üblicher Weise nicht durch einen zu entlohnenden Arbeitnehmer, sondern durch Mitarbeit von Familienangehörigen behilft, nur die für diese Arbeitsleistung angemessene Vergütung ersetzt verlangen kann.
Falls der Kläger, wie die Beklagten vortragen, die im Haushalt ausgefallene Arbeitskraft seiner verstorbenen Ehefrau durch Mitarbeit aus dem Kreis der Verwandtschaft ausgleicht, wird das Senatsurteil v. 8. Juni 1982 (VI ZR 288/79 = VersR 1982, 874) zu beachten sein.
Nur die für die tatsächliche Art der Betreuung erforderlichen Kosten kann der Geschädigte verlangen (vgl. BGH NJW 1982, 2864, 2865 m.w.N.).