Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=11.12.2013&Aktenzeichen=6%20C%2024.12
Timestamp: 2019-04-22 17:02:14
Document Index: 19902301

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 36', '§ 37', '§ 17', '§ 37', 'Art. 288', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 16', 'Art. 19', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 3', '§ 21', '§ 21', '§ 24', '§ 21', '§ 30']

BVerwG, 11.12.2013 - 6 C 24.12 - dejure.org
TKG 2004 § 2 Abs. 2, § ... 3 Nr. 29, §§ 9, 10, 11, 13, 14, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 28, 30, 31, 33, 35, 126; GWB § 36 Abs. 2, § 37; AktG §§ 17, 18; VwVfG § 37 Abs. 1; AEUV Art. 288 Abs. 5; Richtlinie 2002/19/EG Art. 8, Art. 9, Art. 10, Art. 11 Abs. 1, Art. 12; Richtlinie 2002/21/EG Art. 4, Art. 5, Art. 8, Art. 16, Art. 19
Telekommunikation; Regulierungsverfügung; Teilnehmeranschlussleitung; Zugangsverpflichtung; Kollokationsgewährung; Kooperationsmöglichkeiten zwischen Zugangsnachfragern; getrennte Rechnungsführung; nachträgliche Zugangsverweigerung; Zugangsnetze der nächsten Generation; Glasfaserzugangsnetze; NGA-Migration; Bestimmtheit; Regulierungsermessen; Abwägungsdefizit; Gebot der Konfliktbewältigung; Transparenzgebot; Klagebefugnis; telekommunikationsrechtlicher Unternehmensbegriff; drittschützende Wirkung.
§ 2 Abs 2 TKG 2004, § 3 Nr 29 TKG 2004, § 9 Abs 1 TKG 2004, § 10 TKG 2004, § 11 TKG 2004
Begriff des Unternehmens in § 3 Nr. 29 TKG 2004; Umfang der drittschützenden Wirkung von § 21 TKG 2004; zur Zulassung von Nutzungs- und Kooperationsmöglichkeiten i.S.v. § 21 Abs. 2 Nr. 6 TKG 2004; Gebot der Konfliktbewältigung bei der Ausübung von Regulierungsermessen; Regulierungsziele bei der Anordnung der getrennten Rechnungsführung nach § 24 Abs. 1 Satz 1 TKG 2004; Verhältnis von angeordnetem Bestandsschutz und Regulierungsperiode; Regulierungsverpflichtung bei Prognoseentscheidung
Geltung des Unternehmensbegriffs im gesamten Anwendungsbereich des TKG; Drittschutz i.R.d. Wendens von Unternehmen gegen nachteilige Auswirkungen der Zugangsgewährung zur Netzinfrastruktur des Unternehmens mit beträchtlicher Marktmacht auf ihre eigene Wettbewerbsstellung als Anbieter; Auswahlspielraum und Ausgestaltungsspielraum der Regulierungsbehörde bei der Auferlegung der Verpflichtung zur Zulassung von Nutzungsmöglichkeiten und Kooperationsmöglichkeiten
NVwZ 2014, 942
Wegen der Vergleichbarkeit der Interessenlage ist die drittschützende Wirkung von § 21 TKG aber auch für die Konstellation der Anfechtungsklage zu bejahen, wenn ein Wettbewerber mit dieser Klage - zumindest auch - die Bedingungen des von ihm genutzten Zugangs zum Netz des regulierten Unternehmens verbessern und nicht lediglich mittelbare Nachteile für eine von diesem Zugang unabhängige Wettbewerbsposition abwehren will (vgl. BVerwG, Urteil vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 - NVwZ 2014, 942 Rn. 27 ff.).
Wie der Senat bereits früher ausgeführt hat, dient das im Telekommunikationsgesetz geregelte System der zeitabschnittsweisen Auferlegung individueller Verpflichtungen dazu, eine Überregulierung zu vermeiden und je nach dem Stand der Marktverhältnisse den schrittweisen Abbau von Regulierung anzustoßen (…BVerwG, Urteile vom 14. Dezember 2011 - 6 C 36.10 - Buchholz 442.066 § 30 TKG Nr. 5 Rn. 34 und vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 - NVwZ 2014, 942 Rn. 85).
Ein bedingungsloser Bestandsschutz für längere Zeiträume oder gar ohne zeitliche Beschränkung ist der telekommunikationsrechtlichen Marktregulierung fremd (BVerwG, Urteil vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 - NVwZ 2014, 942 Rn. 85).
BVerwG, Urteil vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 -, NVwZ 2014, 942-957, juris Rn. 57.
Ablehnend VG Köln, Urteil vom 1. August 2007 - 21 K 4013/06 -, juris Rn. 63 ff.; offen gelassen von BVerwG, Urteil vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 -, juris Rn. 36.
Aus dem im Wege der Auslegung zu ermittelnden Schutzzweck der Bestimmung muss sich ergeben, dass sie unmittelbar (auch) den rechtlichen Interessen dieses Personenkreises zu dienen bestimmt ist und nicht nur tatsächlich, also reflexartig, seine Rechte berührt (vgl. BVerwG, Urteil vom 11. Dezember 2013 - 6 C 24.12 -, juris Rn. 30 m.w.N.).
Aus dem im Wege der Auslegung zu ermittelnden Schutzzweck der Bestimmung muss sich [zudem] ergeben, dass sie unmittelbar (auch) den rechtlichen Interessen dieses Personenkreises zu dienen bestimmt ist und nicht nur tatsächlich, also reflexartig, seine Rechte berührt (BVerwG, Urt. v. 11.12.2013 - BVerwG 6 C 24.12 -, juris, Langtext Rn. 30).
Der Senat betrachtet die gebotene (…OVG NRW, Beschl. v. 16.12.2008 - 6 A 670/06 -, juris, Langtext Rn. 15) Umwandlung der erstinstanzlichen Entscheidung in ein Prozessurteil nicht als einen Teilerfolg des Rechtsmittels (…ebenso: OVG NRW, Beschl. v. 16.12.2008 - 6 A 670/06 -, juris, Langtext Rn. 22; BVerwG, Urt. v. 11.12.2013 - BVerwG 6 C 24.12 -, juris, Langtext, Rnrn. 14, 24 und 27 sowie 93 [insoweit bei juris nicht abgedruckt];… a. A. BVerwG Beschl. v. 2.11.2011 - BVerwG 3 B 54.11 -, a. a. O., juris, Langtext, Rn. 8 [insoweit bei juris nicht abgedruckt]).
Nicht ausreichend ist hingegen, dass die maßgebliche Vorschrift nur tatsächlich und reflexartig die Rechte eines Dritten berührt (BVerwG, Urt. v. 11.12.2013, 6 C 24.12, NVwZ 2014, 942, juris Rn. 30).
OVG Nordrhein-Westfalen, 02.02.2015 - 19 A 2446/12
Verpflichtungsbegehren gegenüber einem Bundesland auf Aufhebung einer erteilten …