Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82260000031.htm
Timestamp: 2018-12-13 09:39:23
Document Index: 289936641

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 4', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 22', '§ 4', '§ 5', '§ 8']

2.26.031 Gauangelbachtal
Verordnung des Landratsamtes Rhein-Neckar-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Gauangelbachtal" mit den flächenhaften Naturdenkmalen "Feuchtgebiet am Wendehammer", "Feuchtgebiet im Mainzer", "Häldenberg" und "Horrenberger Bahnhof" vom 02. März 1989 (Rhein-Neckar Zeitung v. 18.03.1989).
Aufgrund von §§ 22, 24, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Wiesloch, Gemarkung Baiertal und der Gemeinde Dielheim werden zum Landschaftsschutzgebiet und zu flächenhaften Naturdenkmalen erklärt.
Das geschützte Gebiet besteht aus:
1. dem Landschaftsschutzgebiet "Gauangelbachtal" mit den in § 2 Abs. 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Wiesloch, Gemarkung Baiertal und der Gemeinde Dielheim, Rhein-Neckar-Kreis;
2. 4 Naturdenkmalen.
Es führt als Ganzes folgende Bezeichnung: Landschaftsschutzgebiet "Gauangelbachtal" mit den flächenhaften Naturdenkmalen "Feuchtgebiet am Wendehammer", "Feuchtgebiet im Mainzer", "Häldenberg" und "Horrenberger Bahnhof".
(1) Das geschützte Gebiet (Landschaftsschutzgebiet "Gauangelbachtal" und die 4 flächenhaften Naturdenkmale) hat als Ganzes eine Größe von rund 33,19 ha. Es erstreckt sich im wesentlichen längs des Gauangelbaches und umfaßt neben der Talaue die nordöstlich der K 4173 entlangstreichende steile Talflanke, südöstlich des Gauangelbaches Teile der tief gelegenen Flächen zwischen Gauangelbach und landwirtschaftlichem Weg Flst. Nr. 9723 der Gemarkung Dielheim sowie Teile des Seitentales im Gewann "Schlimmsgrundwiesen". Die nordwestliche Grenze des geschützten
Talraumes bildet die Gauangelbachbrücke zwischen K 4173 und Rudolf-Diesel-Straße, die südöstliche Grenze markiert die L 612. Das gesamte geschützte Gebiet umfaßt auf den Gemarkungen Baiertal und Dielheim die Gewanne "Mainzer" (teilw.), "Schlimmsgrundwiesen" (teilw.), "Rohrwiesen" (teilw.), "Kleeloch" (teilw.), "Mühling", "Häldenberg", "Häldenbuckel", "Hälde" und "Erlenbach".
(2) Das Landschaftsschutzgebiet "Gauangelbachtal" hat eine Größe von rund 29,13 ha. Es umfaßt die in Abs. 1 beschriebenen Flächen auf den Gemarkungen Baiertal und Dielheim, soweit sie nicht nach den Absätzen 3 bis 6 flächenhafte Naturdenkmale sind.
(7) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes mit den in den Absätzen 3 bis 6 näher bezeichneten flächenhaften Naturdenkmalen sind in einer Detailkarte im Maßstab 1 : 50 000 mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) und mit durchgezogener roter Linie (flächenhafte Naturdenkmale gemäß § 2 Abs. 3 bis 6) sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1 : 5 000 mit durchgezogener grüner, grau angeschummerter Linie (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs.2) und mit durchgezogener roter, flächig schwarz punktierter Linie (flächenhafte Naturdenkmale gemäß § 2 Abs. 3 bis 6) eingetragen.
Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Landschaftsschutzgebiet (§§ 3 bis 6)
(1) Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes "Gauangelbachtal" (§ 2 Abs. 1) ist
1. den Talcharakter des Gauangelbaches in seinen Grundzügen und den charakteristischen Ausprägungen zu erhalten,
2. die an den naturgegebenen Voraussetzungen orientierte Bodennutzung zu bewahren;
3. den Bestand der Lebensstätten und Lebensgemeinschaften der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu sichern,
4. die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu gewährleisten.
Den Schutzzweck begründende Merkmale des Schutzgebietes sind:
· der tief eingeschnittene, mäandrierende Bachlauf des Gauangelbaches,
· die Talform mit ebener Talsohle und steiler östlicher Talflanke,
· der Uferbewuchs des Gauangelbaches,
· das Nutzungsmosaik und der Bestand von Vegetationselementen wie Wirtschaftsgrünland, Magerrasen, Großseggenried, Streuobstwiesen, Ufergehölz, Gehölzsukzessionsflächen, Hecken und Wald,
· die Puffer- und Verbindungsfunktion im Sinne des Schutzes und Biotopverbundes zwischen den einzelnen Naturdenkmalen,
· das auftreten von geschützten und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten,
· die wechselfeuchte, zeitweise vernäßte Talsohle mit ihren Wasserläufen und die trockenen Hänge.
§ 4 Verbote im Landschaftsschutzgebiet
9. Betrieb von Motorsport, sowie motorgetriebenen Schlitten;
16. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Grünland, Streuobstwiesen und Ufergehölzen.
§ 6 Zulässige Handlungen im Landschaftsschutzgebiet
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;
3. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 14 und 15;
4. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;
1. in dem Landschaftsschutzgebiet
a) entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,
b) entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können,
2. in den flächenhaften Naturdenkmalen eine nach § 8 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.
Heidelberg, den 02. März 1989