Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20181/60
Timestamp: 2020-04-06 18:51:16
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BGH, 29.11.1961 - V ZR 181/60 - dejure.org
https://dejure.org/1961,73
BGH, 29.11.1961 - V ZR 181/60 (https://dejure.org/1961,73)
BGH, Entscheidung vom 29.11.1961 - V ZR 181/60 (https://dejure.org/1961,73)
BGH, Entscheidung vom 29. November 1961 - V ZR 181/60 (https://dejure.org/1961,73)
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BGHZ 36, 187
NJW 1962, 633
MDR 1962, 291
WM 1962, 402
DB 1962, 801
Es soll Nachteile verhindern, die dadurch entstehen, dass der neue Beklagte auf den bisherigen Verlauf des Prozesses keinen Einfluss hatte und ihn in der Lage weiterführen müsste, in der er sich nunmehr befindet (BGH, Urteil vom 29. November 1961 - V ZR 181/60, NJW 1962, 633).
Ein Recht, das nach seinem Inhalt - wie hier die Leitungsdienstbarkeit - nur als Belastung des gesamten Grundstücks bestehen könne (vgl. Senat, Urteil vom 29. November 1961 - V ZR 181/60, BGHZ 36, 187, 189), erlösche deswegen durch den Erwerb eines Miteigentumsanteils am Grundstück oder von Wohnungs- oder Teileigentum auch dann nicht, wenn der Erwerber in dessen Ansehung gutgläubig gewesen sei.
Da eine solche nicht an ideellen Miteigentumsbruchteilen bestellt werden kann, ist ein einzelner Miteigentümer außerstande, sie einzuräumen (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1961 - V ZR 181/60 - BGHZ 36, 187 ).
Bei letzterer handelt es sich um eine Prozeßvoraussetzung, deren Vorliegen in jedem Stadium des Verfahrens von Amts wegen zu prüfen ist (BGHZ 36, 187, 192 [BGH 29.11.1961 - V ZR 181/60]; 78, 1, 4;… weitere Nachweise bei Ullmann, Festschrift v. Gamm, S. 315).
Zwar sind bei der Klage aus einer Grunddienstbarkeit sämtliche Miteigentümer des belasteten Grundstücks notwendige Streitgenossen im Sinne des § 62 (2. Alt.) ZPO und deshalb gemeinschaftlich zu verklagen (BGHZ 36, 187, 189 [BGH 29.11.1961 - V ZR 181/60]; Senatsurt. v. 4. Mai 1984, V ZR 82/83, NJW 1984, 2210).
Die nur gegen einen Streitgenossen erhobene Klage ist grundsätzlich als unzulässig abzuweisen (BGHZ 36, 187, 191; BGHZ 92, 351, 353; BGH, Urteil vom 26. Oktober 1990 - V ZR 105/89, NJW-RR 1991, 333 = WM 1991, 239 unter II 1 b;… Bork, aaO, Rdnr. 25 m.w.Nachw.).
Auf Eigentumsübertragung in Anspruch genommen, sind sie infolgedessen aus materiell-rechtlichen Gründen notwendige Streitgenossen, § 62 Abs. 1 Alt. 2 ZPO (vgl. Senat, BGHZ 36, 187;… Urt. v. 8. Juni 1962, V ZR 171/61, NJW 1962, 1722;… Urt. v. 4. Februar 1994, V ZR 277/92, NJW 1994, 1470, 1471;… MünchKomm-ZPO/Schilken, § 62 Rdn. 32, 33 m.w.N.).
Wird die Klage gegen eine andere Partei gerichtet, so mangelt es dieser an der Prozeßführungsbefugnis (zum Fall fehlender Prozeßführungsbefugnis der Beklagtenseite vgl. BGH Urteil vom 29. November 1961 - V ZR 181/60 - NJW 1962, 633, 635 f., vgl. auch Grunsky ZZP 1976, 49, 71 f.).
Da die Prozeßführungsbefugnis zu den Prozeßvoraussetzungen gehört (BGHZ 31, 279, 280; Urt. vom 29. November 1961 aaO), ist ihr Fehlen in jeder Lage des Rechtsstreits von Amts wegen zu berücksichtigen.
Es führt grundsätzlich ohne Prüfung der sachlichen Begründetheit zur Abweisung der Klage als unzulässig (BGH Urt. v. 29. November 1961 aaO).
Eine derartige Parteiänderung auf der Beklagtenseite wird in der Berufungsinstanz nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für zulässig gehalten, wenn der neue Beklagte zustimmt oder eine Verweigerung der Zustimmung rechtsmißbräuchlich wäre (vgl. BGHZ 21, 285, 287 ff.; Urteile vom 29. November 1961 a.a.O. und vom 13. November 1975 - VII ZR 186/73 - NJW 1976, 239, 240).
Sie ist zu bejahen, wenn es ersichtlich an jedem schutzwürdigen Interesse für die Weigerung fehlt, etwa weil der neue Beklagte dadurch, daß er nicht bereits in erster Instanz am Verfahren beteiligt war, keine irgendwie geartete Schlechterstellung zu befürchten hätte (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1961 aaO).
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