Source: http://www.ratgeber-geld.de/riester-rente/
Timestamp: 2017-05-25 20:08:24
Document Index: 27306986

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 85', '§ 86', 'BGH', '§ 97', '§ 851', '§ 850']

Riester Rente Ratgeber - Grundlagen
Die Riester-Rente in Kurzform
Sie wurde 2002 für Arbeiter und Angestellte aus der Taufe gehoben und unterscheidet sich von anderen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge dadurch, dass der Staat Jahr für Jahr Zulagen zahlt. Dafür muss der Riester-Sparer mindestens vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in den Vertrag einzahlen. Die Grundzulage beträgt 154 Euro. Je Kind werden nochmals 185 Euro bzw. 300 Euro gewährt, wenn das Kind nach 2008 geboren wurde. Berufseinsteiger erhalten bis zum 25. Lebensjahr zusätzlich einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro. Als kleines Extra-Bonbon dürfen die Beiträge zur Riester-Rente im Rahmen der Einkommensteuererklärung bis zu einem Betrag von 2.100 Euro als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Dabei ist es völlig unerheblich, für welche Form der Riester-Rente man sich entscheidet. Angeboten werden Banksparpläne, klassische Rentenversicherungen, fondsgebundene Produkte und reine Fondssparpläne. Über Verluste müssen sich Verbraucher keine Gedanken machen. Selbst bei den Fondsvarianten werden die Beiträge und Zulagen zu Rentenbeginn garantiert.
Riestern, wie es neudeutsch so schön heißt, ist absolut „in“. Dabei hatte es anfangs gar nicht den Anschein, als würde die staatlich geförderte Altersvorsoge einmal ein echtes Erfolgsmodell. Viele Verbraucher waren eher skeptisch. Spätestens, als die Förderung die höchste Stufe erreichte, waren diese Zweifel verflogen. Inzwischen investieren zwölf Millionen Menschen in einer Riester-Rente.
Die Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Anlageprodukt zur privaten Altersvorsorge. Mit der Einführung der Riester-Rente hat die Politik auf das anhaltende Missverhältnis zwischen Beziehern von Renten und Beitragszahlern in der staatlichen Rentenversicherung reagiert. Als Folge der demographischen Entwicklung müssen immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen.
Diese Diskrepanz wird sich weiter verschärfen, so dass die Rentenleistungen im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettoarbeitseinkommen in Zukunft abzufallen drohen. Die Riester-Rente soll dem entgegenwirken und das bisherige Versorgungsniveau im Alter sichern helfen. Hierzu beteiligt sich der Staat an ergänzender privater und betrieblicher Altersvorsorge, die über den Abschluss von Riester-Verträgen betrieben werden kann.
Gesetzliche Grundlage ist das im Jahr 2001 verkündete Gesetz zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögens (Altersvermögensgesetz). Das Herzstück bildet die staatliche Förderung für eine ergänzende private Altersvorsorge in Form der Riester-Rente.
Zertifizierung der Riester-Verträge
Förderungsfähig im Rahmen von Riester sind nur Altersvorsorgeverträge, die auch zertifiziert worden sind. Das Zertifizierungsverfahren soll gewährleisten, dass die angebotenen Verträge den staatlichen Förderungsvoraussetzungen entsprechen. Zuständig für die Zertifizierung ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Das Zertifikat erhalten Altersvorsorgeprodukte nur, wenn die Verträge folgende Bedingungen erfüllen, die im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz im Einzelnen geregelt sind:
Der Vertrag muss den Erhalt des Vorsorgekapitals garantieren und darf zu keinerlei Verlusten führen. Mit Beginn der vertraglich vereinbarten Auszahlungsphase müssen zumindest die eingezahlten Vorsorgeleistungen einschließlich der staatlichen Zulagen dem Versicherten zur Verfügung stehen.
Der Vertrag muss die Zusage einer lebenslangen Rentenzahlung enthalten (etwa in Form einer Leibrente oder eines Auszahlungsplans).
Die Leistungen aus dem Vertrag dürfen frühestens ab dem 60.Lebensjahr ausbezahlt werden.
Die vertraglichen Abschlusskosten müssen auf mindestens fünf Jahre verteilt werden.
Die vertraglichen Vereinbarungen müssen vorsehen, dass mit Beginn der Auszahlung maximal ein Einmalbetrag von 30% des Altersvorsorgevermögens entnommen werden darf.
Der Vertrag muss eine vierteljährliche Kündigung sowie ein Ruhenlassen vorsehen.
Seit dem 01.01.2006 gilt, dass Neuverträge ausschließlich mit geschlechtsneutralen Tarifen angeboten werden dürfen.
Dagegen erlaubt ein erteiltes Zertifikat keinen Rückschluss auf die Rentabilität des Produkts. Die Zertifizierung bescheinigt der entsprechenden Anlage lediglich, dass sie den gesetzlichen Förderungsvoraussetzungen genügt. Das Zertifikat sollte deshalb nicht mit einem Gütesiegel über wirtschaftliche Sicherheit und Ertragskraft des Riester-Vertrages verwechselt werden.
Dieser Umstand ist zudem in gesetzlich vorgeschriebenen Produkthinweisen angesprochen, denen auch die vergebenen Zertifizierungsnummern zu entnehmen sind und die wie folgt lauten:
„Der Altersvorsorgevertrag ist zertifiziert worden und damit im Rahmen des § 10a des Einkommenssteuergesetzes steuerlich förderungsfähig. Bei der Zertifizierung ist nicht geprüft worden, ob der Altersvorsorgevertrag wirtschaftlich tragfähig, die Zusage des Anbieters erfüllbar ist und die Vertragsbedingungen zivilrechtlich wirksam sind.“
Eine Ausnahme von dem Erfordernis der Zertifizierung gilt für Riester-Verträge im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge (dazu noch im Folgenden). Einer Zertifizierung bedarf es bei diesen Verträgen nicht.
Worin besteht der Unterschied zur staatlichen Rentenversicherung?
Bei der staatlichen Rentenversicherung übernehmen die erwerbstätigen Rentenversicherten mit ihren Beitragszahlungen die Versorgung der Rentenbezieher. Nach dem Umlageverfahren werden dabei die eingezahlten Beiträge unmittelbar an die Versichertengemeinschaft in Form von Renten an die derzeitigen Rentenempfänger weitergegeben.
Bei der privaten Altersvorsorge dagegen wird die spätere Renten- oder Auszahlungsleistung direkt aus einer zuvor durch Ansparungen gebildeten Altersvorsorgevermögensmasse an den Berechtigten erbracht.
Wie wird die Riester-rente staatlich gefördert?
Die staatliche Förderung der Riester-Rente erfolgt zweigleisig. Die privaten Aufwendungen zur Altervorsorge mit Riester werden gefördert durch
Gewährung direkter Altersvorsorgezulagen (Riester Zulage als Förderung)
zusätzlichen Sonderausgabenabzug im Rahmen der steuerlichen Veranlagung
Finanzielle Förderung der Riester Rente – Altersvorsorgezulagen
Übersicht der Zulagen zum Riester Vertrag
(jeder mit eigenem Vertrag)
185 EUR**
* Für Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollenden haben, wird ein Berufseinsteiger-Bonus in Höhe von 200 EUR als Einmalzahlung im Rahmen der Riester Förderung gewährt.
** Für Kinder, die nach dem 31.12.2007 geboren wurden, wird eine Kinderzulage von 300 EUR geleistet.
Die Riester-Rente soll insbesondere Familien mit Kindern bei der Altersvorsorge Förderung gewähren. Für Verträge ab 2008 erhält zu diesem Zweck zunächst der Versicherte selbst eine
Grundzulage in Höhe von bis zu 154 Euro
Ehegatten, die gemeinsam Altersvorsorge betreiben, können die Riester Zulage je gesondert in Anspruch nehmen, wenn beide Ehepartner einen eigenen Riester-Vertrag geschlossen haben. Dabei steht die Grundzulage auch dann beiden Ehegatten zu, wenn nur einer förderberechtigt ist. Es genügt unter solchen Bedingungen, wenn nur der förderberechtigte Ehegatte Eigenbeiträge leistet. Dieses so genannte „Huckepackprinzip“ gewährt somit dem nicht förderungsfähigen Ehegatten ebenfalls Zugang zur staatlichen Riester Zulage. Lebenspartnerschaften können eine solche Zulageberechtigung dagegen nicht vermitteln. Der abgeleitete Zulageanspruch bzw. die Rister Förderung ist steuerrechtlich ausschließlich an den Bestand einer Ehe gebunden.
Darüber hinaus können unmittelbar Förderberechtigte die Riester Zulage auf mehrere Verträge (maximal zwei) verteilen. Das gilt allerdings nicht für Ehepartner, die lediglich eine abgeleitete Förderberechtigung besitzen.
Zudem wird für jedes Kind, für das Kindergeld bezogen wird, eine
Kinderzulage in Höhe von bis zu 185 Euro
geleistet. Für Kinder, die nach dem 31.12.2007 geboren wurden, wird eine Kinderzulage in Höhe von 300 Euro gewährt.
Bei Ehegatten wird die Kinderzulage grundsätzlich der Mutter zugeordnet. Allerdings eröffnet das Gesetz Ehepartnern die Möglichkeit, einen gemeinsamen Antrag zu stellen, dass der Vater die Kinderzulage erhalten soll (§ 85 Abs.2 Einkommenssteuergesetz). Eine solche Erklärung für die Riester Förderung entfaltet aber nur für ein Beitragsjahr Wirksamkeit. Sie muss nach dessen Ablauf demzufolge erneut abgegeben werden.
Ebenfalls seit 2008 gilt eine zusätzliche Vergünstigung für junge Versicherte: Alle Personen, die das 25.Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können einen Berufseinsteiger-Bonus in Höhe von einmalig 200 Euro in Anspruch nehmen. Auch Bestandskunden können von dieser Regelung profitieren, wenn sie zu Beginn des Beitragsjahres, für das sie Riester Zulagen beantragen, noch keine 25 Jahre alt sind.
Zulagenhöhe und förderungsfähiger Höchstbetrag – Mindesteigenbetrag
Die Höhe der Riester Zulagen hängt ab von der Höhe des Eigenbetrages, die der Versicherte auf den Altersvorsorgevertrag einzahlt. Wendet der Versicherte hierfür den Mindesteigenbetrag auf, hat er Anspruch auf die volle staatliche Förderung. Erreichen die auf den Vertrag erbrachten Leistungen nicht den Mindesteigenbetrag, erfolgt nur eine anteilige Zulagengewährung. Der Mindesteigenbetrag für die Riester Förderung (§ 86 Einkommenssteuergesetz) beträgt ab 2008
des maßgebenden Vorjahreseinkommens (abzüglich der Zulage).
Es besteht die Möglichkeit, Einzahlungen über diesen Mindesteigenbetrag hinausgehend auf den Vertrag vorzunehmen. Allerdings ist die staatliche Riester Förderung auf den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs begrenzt. Dieser liegt seit 2008 bei
2.100 Euro (einschließlich der Zulage)
Die diesen Höchstbetrag übersteigenden Einzahlungen nehmen an der Riester Förderung nicht teil mit der Folge, dass darauf beruhende Leistungen später voll versteuert werden müssen.
60 EUR/ Jahr
45 EUR/ Jahr
38 EUR/ Jahr
30 EUR/ Jahr
Sind dagegen im Vorjahreszeitraum keine Einkünfte erzielt worden, so dass eine Berechnung des Mindesteigenbetrages nicht möglich ist, kann die volle Zulage nur gewährt werden, wenn der Versicherte zumindest den maßgebenden Sockelbetrag in Höhe von
als Eigenbetrag leistet. Zur Zahlung zumindest des Sockelbetrages sind auch die Versicherten verpflichtet, deren nach ihren Einkünften errechneter Mindesteigenbetrag geringer ausfällt als der Sockelbetrag. Es gilt der Grundsatz, dass ohne Eigenleistungen keine stattliche Förderung des Riester-Vertrages stattfindet.
Die Riester Zulage wird nicht automatisch gewährt. Sie muss vom Versicherten für seinen Riester-Vertrag beantragt werden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dem Produktanbieter eine entsprechende Vollmacht zu erteilen. Das empfiehlt sich in der Regel, denn der Anbieter leitet dann nach Ablauf eines Beitragsjahres automatisch den Antrag auf RIester Zulagen für das Folgejahr an die für die Bewilligung zuständige Stelle weiter.
Die Zuständigkeit liegt bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelt ist. Die ZfA prüft und berechnet die Anträge auf Zulagengewährung. Die bewilligte Riester Förderung wird von ihr anschließend unmittelbar an den Anbieter überwiesen, der das Geld dem Vorsorgekonto des Versicherten gutschreibt. Über die ergangene Entscheidung der ZfA geht dem Versicherten ein Bescheid zu, gegen den er Einspruch erheben kann, wenn er mit der Festsetzungshöhe der Riester Zulage nicht einverstanden ist. Hilft die ZfA dem Einspruch nicht ab, ist der Rechtsweg zum Finanzgericht eröffnet.
Treten Änderungen ein, die sich auf die Riester Förderung auswirken können, müssen diese dem Anbieter mitgeteilt werden. Er setzt die ZfA über mögliche Änderungen in Kenntnis, so dass sie entsprechend berücksichtigt werden können. Als solche Änderungen kommen infrage
Änderung des Familienstandes, Wegfall des Kindergeldes, Geburt eines Kindes oder andere Zuordnung der Kinderzulage zwischen den Eltern
Wegfall oder Wechsel der Förderberechtigung, die von einem Ehegatten abgeleitet wird
Änderungen bei der Verteilung der Riester Zulage auf mehrere Verträge
Steuerliche Riester Förderung – Sonderausgabenabzug
Die staatliche Förderung der Riester-Rente setzt sich auf steuerlicher Ebene fort und ergänzt und erweitert damit die direkte Zulagengewährung. Der Sonderaugabenabzug ermöglicht es dem Versicherten, den Altersvorsorgeaufwand steuerfrei zu stellen. Die Sonderausgaben sind im Rahmen der Einkommenssteuerveranlagung vom Versicherten geltend zu machen. Dabei können als Sonderausgabenabzug unabhängig von der Einkommenshöhe des Versicherten ab dem Veranlagungszeitraum 2008 an Altersvorsorgeaufwendungen (Eigenbeiträge + Zulagen) bis zu
geltend gemacht werden (Höchstbetrag für den Sonderausgabenabzug).
Für zusammenveranlagte Ehegatten gilt darüber hinaus, dass ein nicht ausgeschöpfter Sonderausgabenabzug nicht übertragbar ist. Jeder unmittelbar auf die Riester Förderung berechtigte Ehepartner kann nur für seine eigenen Vorsorgeaufwendungen den vorgesehenen Sonderausgabenabzug beanspruchen. Der Sonderausgabenabzug steht zudem demjenigen Ehegatten überhaupt nicht zu, der seine Riester Förderung vom Partner ableitet.
Werden die Altersvorsorgebeiträge in der Einkommenssteuererklärung angegeben, nimmt das Finanzamt eine so genannte Günstigerprüfung vor. Zeigt sich dabei, dass die Steuerersparnis als Folge des Sonderausgabenabzugs im Einzelfall höher ist als die staatliche Riester Zulage, kommt der Versicherte in den zusätzlichen Genuss der Differenz aus Steuervorteil und Riester Zulage. Diese wird ihm unmittelbar gutgeschrieben, also nicht wie bei der Zulagengewährung durch die ZfA auf das Vorsorgekonto überwiesen.
Der zusätzliche Steuervorteil in Form des Sonderausgabenabzugs kann vom Versicherten im Rahmen der jährlichen Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Hierzu müssen die im Veranlagungszeitraum aufgewendeten Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben in der dafür bereitgehaltenen Anlage AV (Altersvorsorge) zur Steuererklärung erfasst sein. Der Einkommensteuererklärung sind zudem die entsprechenden Bescheinigungen beizufügen, die der Versicherte von seinem Anbieter zur Vorlage beim Finanzamt erhalten hat. Nach Abgabe der Steuererklärung stellt das Finanzamt sodann im Zuge der von Amts wegen erfolgenden Günstigerprüfung fest, ob dem Steuerpflichtigen durch den Sonderausgabenabzug – über die Riester Zulage hinaus – die weitere Steuerermäßigung zusteht.
Wer kann die Riester-Förderung beanspruchen?
Unmittelbar anspruchsberechtigt auf die Riester Förderung sind insbesondere
Dagegen sind nicht unmittelbar förderberechtigt vor allem folgende Personen
Rentner, die die im Bezug von Altersvollrente oder ausschließlich Erwerbsminderungs– oder Berufsunfähigkeitsrente stehen
versicherungsfreie, geringfügig Beschäftigte
Empfänger von Leistungen für Bergbauversicherte
Welche Vorsorgeprodukte sind förderungsfähig?
Während bis Ende 2004 die Riester Förderung auf bestimmte Vorsorgeproduktgruppen begrenzt war, herrscht seitdem grundsätzlich Anlagefreiheit. Zertifizierte Riester-Verträge werden deshalb heutzutage angeboten von
Dementsprechend stehen vier Riester förderungsfähige Anlageprodukte zur Verfügung
Dabei wird die Auszahlungsphase nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz für die Anlageprodukte weitgehend festgelegt. So muss der Vertrag für die Riester Zulage namentlich eine lebenslange konstante oder steigende Zahlung garantieren. Dies kann beispielsweise sichergestellt werden durch
Auszahlungspläne (vorzugsweise Banksparpläne und Fondssparpläne)
Leibrenten (Versicherungsprodukte)
Je nach gewähltem Anlagetyp können dagegen die Ansparphasen unterschiedlich ausgestaltet sein.
Förderungsfähige Versicherungsprodukte sind vor allem private Rentenversicherungen. Diese Angebote verbinden Kapitalanlage und Versicherung und garantieren eine lebenslange Rente mit einer zusätzlichen Überschussbeteiligung. Letztere kann unterschiedlich hoch ausfallen – je nach Art des Angebots und der Anlagepolitik der Versicherungsgesellschaft.
klassischen privaten Rentenversicherungen und
Bei der klassischen Rentenversicherung ► erfolgt die Anlage des eingezahlten Vorsorgekapitals ausschließlich in sicheren festverzinslichen Anleihen und Papieren. Fondsgebundene Policen dagegen investieren die Versichertengelder auch in Investmentfonds, um auf diese Weise eine höhere Überschussbeteiligung für ihre Kunden zu erwirtschaften. Mittlerweile offerieren viele Versicherer ein breit gefächertes Portfolio an entsprechenden Fonds, so dass der Versicherte je nach persönlicher Risikoneigung zwischen konservativen und eher spekulativen Anlagen auswählen kann.
Private Rentenversicherungen garantieren Versicherten eine bestimmte Grundverzinsung des Vorsorgekapitals, die derzeit bei etwa 1,25% liegt. Damit lässt sich für Versicherte bereits bei Vertragsbeginn absehen, welche Rentenleistungen in der Auszahlungsphase zu erwaten sind. Diese Berechenbarkeit macht die private Rentenversicherung zu einer sicheren Anlage für die Altersvorsorge mit durchaus interessanten Renditeaussichten. Erfahrungsgemäß gibt es jedoch beträchtliche Unterschiede unter den Versicherern. Dies gilt in besonderem Maße für die von den einzelnen Versicherungsunternehmen erwirtschafteten Überschüsse. Vor Abschluss eines Vertrages empfiehlt sich daher stets ein Vergleich von Leistungen und Konditionen.
Die Riester-Förderung kann auch für Bankensparpläne in Anspruch genommen werden, wenn sie den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Bei diesem Altersvorsorgeinstrument werden die eingezahlten Sparraten mit einem bestimmten Zinssatz verzinst. Dabei kann es sich um einen festen oder variablen Zinssatz handeln. Zudem gewähren einige Banken Kunden zusätzliche Boni.
Banksparpläne sind überaus sichere Anlagen. Sie stehen zu Unrecht im Ruf, lediglich geringe Renditeaussichten zu bieten, denn es gibt durchaus gut verzinste Banksparpläne. Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise bieten sie Privatanlegern, die ein risikofestes Investment suchen, die angemessene Anlageform. Banksparpläne punkten zudem durch einen weiteren Vorzug: Anders als bei den Versicherungs- und Fondsprodukten fallen für Banksparpläne keine Vertragsabschluss- und Verwaltungskosten an.
Bei diesen Altersvorsorgeprodukten handelt es sich um Fondssparpläne, bei denen die Gelder der Versicherten in den Erwerb von Anteilen an Investmentfonds fließen. Sie bieten Kunden die höchsten Ertragschancen, bergen zugleich aber auch nicht unerhebliche Verlustrisiken in Zeiten schwächelnder Konjunktur und nachgebender Kurse. Trotz des gesetzlich bestimmten Verlustverbotes für Riester-Produkte können daher bei vorzeitiger Kapitalentnahme Einbußen zu verzeichnen sein, denn das Verlustverbot greift erst bei Beginn der Auszahlungsphase.
Fondsgesellschaften bieten auf den Anlegerhorizont der Kunden zugeschnittene Produkte, die von sicherheitsorientierten bis zu hochspekulativen Investments reichen. Einzelne Kategorien von Fonds sind
Aktienfonds (spekulativ bis hochspekulativ)
Rentenfonds (konservativ)
Geldmarktfonds (konservativ)
Mischfonds (konservativ bis spekulativ)
Unter dem Eindruck der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten solle die Geldanlage in Fonds wohlerwogen werden. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, sind selbst vermeintlich sichere Fondsanlagen von Verlusten nicht verschont geblieben.
Bausparverträge – Wohn Riester
Seit 2008 besteht auch die Möglichkeit zum Erwerb einer selbst genutzten Immobilie mit dem geförderten Kapital. Diese Form der Förderung bezeichnet man gemeinhin auch als „Wohn-Riester“. Vor allem der Wegfall der früheren Eigenheimzulage hat die Politik veranlasst, auch im Bereich des privaten Wohnens Alternaiven zur Altersvorsorge bereitzustellen. Das 2008 in Kraft getretene Eigenheimrentengesetz gewährt nun auch Bausparern Anspruch auf staatliche Förderzulagen, die zuvor ausschließlich Riester-Rentenverträgen vorbehalten waren. Auch die steuerlichen Vergünstigungen der Riester-Förderung können von Bausparern voll in Anspruch genommen werden: Die Bausparbeiträge sind während der Ansparphase als Sonderausgaben abzugsfähig und können auch hier zu einer zusätzlichen Steuerermäßigung führen.
Neben dem klassischen Bausparvertrag sind zudem Baudarlehensverträge förderungsfähig. Es ist daher möglich, dass der Versicherte die Riester-Zulagen zur Tilgung seiner Darlehensraten nutzt. Auch in diesem Fall können die geleisteten Beiträge in der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Die mit Riester-Zulagen geförderten Immobilien dürfen aber weder vermietet werden noch ist eine Modernisierung mit den Fördermitteln zulässig. Wird die Immobilie verkauft, besteht die Verpflichtung, den Erlös für den Erwerb einer neuen Immobilie aufzuwenden oder das Geld in den Abschluss eines weiteren Riester-Vertrages zu investieren. Hält sich der Versicherte nicht daran, droht eine Rückforderung der gesamten staatlichen Förderung.
Das staatlich geförderte Bausparen verbindet Sicherheit mit attraktiven Konditionen, denn als Folge der aktuellen Zinspolitik bewegen sich die Bausparzinsen derzeit auf niedrigem Niveau. Das Bausparen stellt sich für Versicherte deshalb gegenwärtig als eines der interessantesten Anlageinstrumente zur persönlichen Altersvorsorge im Rahmen von Riester dar.
Welche Kosten fallen bei Riester an?
Die mit Abschluss und Durchführung der Riester-Verträge verbundenen Kosten stehen seit jeher in der besonderen Kritik, denn nicht selten schmälern sie die Rendite. Insbesondere zu Beginn der Vertragslaufzeit fließen erhebliche Teile der Vorsorgeaufwendungen in Tilgung der Kosten für Abschluss, Vertrieb und Verwaltung, so dass die Anlage sich wirtschaftlich erst nach einigen Jahren zu rechnen beginnt.
Als einzelne Kostenpositionen kommen insbesondere infrage
zusätzliche (oft nicht ausgewiesene) Fondsverwaltungskosten*
*(bei Fondssparplänen und fondsgebundenen Rentenversicherungen)
Einige Anbieter verschleiern die anfallenden Kosten in nicht immer transparent formulierten Vertragsbedingungen. Vor Vertragsschluss empfiehlt sich für den Versicherten daher stets ein gründlicher Vergleich der unterschiedlichen Konditionen. Gerade wegen des auf die gesamte Vertragslaufzeit projizierten Rendite mindernden Effekts des Kostenfaktors kann es geboten sein, den sachverständigen Rat etwa einer Verbraucherberatungsstelle einzuholen.
Bei aller unterschiedlichen Preisgestaltung der Anbieter im Detail lässt sich die Kostenquote der einzelnen genannten Positionen im Mittelwert folgendermaßen beziffern
Kosten für Vertrieb/Provision und Abschluss zwischen 3% und 6% der Summe der eingezahlten Beträge
Kosten für Verwaltung zwischen 1,5% und 3% der eingezahlten Beträge
Kosten für Fondsverwaltung zwischen 0,5% und 2% der eingezahlten Beträge
Wechselkosten zwischen 50 und 150 Euro
Die Abschluss- und Vertriebskosten für den Riester Vertrag sind nach der gesetzlichen Regelung auf die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit zu verteilen. Diese Kosten führen regelmäßig dazu, dass sich die Riester-Einzahlungen auch erst nach einigen Jahren amortisieren, weil die Gelder zunächst in wesentlichem Umfang in die Abschluss- und Vertriebskostendeckung fließen.
Die Kosten für die Verwaltung des Riester Produktes werden von dem angesparten Vorsorgekapital einmal jährlich einbehalten und haben eine zusätzliche Renditeeinbuße zur Folge. Bei Fondssparplänen und fondsgebundenen Rentenversicherung werden die anfallenden Fondsverwaltungskosten in der Regel ebenfalls einmal pro Jahr in Rechnung gestellt.
Die konkrete Höhe der Fondsverwaltungskosten hängt von der Wahl des Riester Produkts ab. Üblicherweise liegen dabei die Kosten für namhaftere Fonds (vor allem für eher spekulative und weltweit investierende Aktienfonds) über den Gebühren für konservative Fondsprodukte (Rentenfonds, Mischfonds und Geldmarktfonds). Diese Kosten sind abhängig von dem Riester Vertrag, der gewählt wurde.
Wie ist die steuerliche Behandlung der Riester Rente geregelt?
Bei der steuerlichen Behandlung der Riester Rente ist zwischen der Ansparphase und der Auszahlungsphase zu unterscheiden.
Riester Rente in der Ansparphase
Während der Ansparphase gilt der Sonderausgabenabzug. Bis zum Höchstbetrag von derzeit 2.100 Euro können die Vorsorgeaufwendungen damit als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Die Einzahlungsphase ist somit von Abgabelasten freigestellt. Erträge und Zinsen bleiben demgemäß steuerfrei.
Damit die Beiträge, die in den Riester Vertrag eingezahlt werden, steuerlich als Sonderausgabe zu berücksichtigen, muss bei der Steuererklärung die Anlage AV (Altersvorsorge) ausgefüllt und beigelegt werden. Das Finanzamt führt dann eine Günstigerprüfung durch, ob der Sonderausgabenabzug oder die staatliche Rister Förderung in Form der Zulagen günstiger für den Steuerpflichtigen sind. In der Regel wird bei höheren Einkommen die Günstigerprüfung ergeben, dass der Sonderausgabenabzug günstiger ist.
Auszahlungsphase der Riester Rente
Bei der Riester-Förderung gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet, dass die auf den geförderten Beiträgen beruhenden späteren Auszahlungen in voller Höhe mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern sind. Da der persönliche Steuersatz im Alter jedoch in der Regel unter das Niveau des während des Erwerbslebens geltenden Steuersatzes absinkt, ergibt sich für die Auszahlungen eine verhältnismäßige geringere Steuerbelastung.
Die volle Besteuerung greift aber nur bei tatsächlich staatlich geförderten Vorsorgebeiträgen ein. Beiträge, die der Versicherte über die Zulagenförderung hinaus auf seinen Vertrag leistet, werden dagegen nur mit dem Ertragsanteil versteuert.
Abweichendes gilt bei so genannten schädlichen Verwendungen. Ein solcher Fall liegt etwa in dem Fall einer mit Wohn-Riester geförderten Immobilie vor, die unzulässigerweise vermietet wird. Unter solchen Voraussetzungen muss der Versicherte nicht nur die komplette staatliche Zulage zurückgewähren (beziehungsweise den aufgrund des Sonderausgabenabzugs erzielten Steuervorteil). Vielmehr wird zusätzlich die enthaltene Wertsteigerung mit dem Ertragsanteil besteuert.
Besonderheiten in der Besteuerung gelten zudem beim Wohn-Riester, denn anders als bei den übrigen Anlageprodukten erfolgt hier keine zu versteuernde Auszahlung. Deshalb wird beim Wohn-Riester ein Wohnförderkonto auf den Versicherten angelegt, das sämtliche Tilgungen beziehungsweise Bausparleistungen und staatliche Zulagen erfasst. Das Gesamtkapital bildet die Grundlage für die nachgelagerte Besteuerung. Dabei kann der Versicherte nach Ablauf der Vertragslaufzeit wählen, ob er die Steuerlast in Form einer einmaligen Abschlagszahlung oder aber zeitlich gestreckt abträgt. Macht er von der Möglichkeit der Abschlagszahlung Gebrauch, wird ihm ein Rabatt in Höhe von 30% auf die Wohnförderkontosumme gewährt. Ist das dem Versicherten nicht möglich, kann das Kapital über einen Zeitraum von 25 Jahren versteuert werden.
Wird auch die betriebliche Altersvorsorge gefördert?
Riester-Förderung besteht auch im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge, denn seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf betriebliche Altersversorgung. So kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber verlangen, dass ein bestimmter Anteil seines Lohnes für die betriebliche Altersvorsorge eingesetzt wird (Entgeltumwandlung). Dieser Anspruch gilt aber nicht generell, und soweit der Arbeitgeber bereits einem Pensionsfonds/einer Pensionskasse angehört, kann der Arbeitnehmer auf diese bestehenden Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge verwiesen werden.
In Betrieben ohne derartige Vorsorgeinrichtungen kann der Arbeitnehmer dagegen verlangen, eine den Riester-Förderungsvoraussetzungen entsprechende betriebliche Altersversorgung abzuschließen. Als förderungsfähige betriebliche Altersvorsorge-Produkte kommen dabei folgende Durchführungswege in Betracht
Als der vom Versicherten im Rahmen der Riester-Förderung aufzubringende Eigenbeitrag gilt in diesen Fällen der umgewandelte Entgeltanteil des Lohnes. Da dieses Voraussetzung für die staatliche Zulagengewährung ist, kommen als betriebliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente nicht in Betracht
Direktzusagen/Pensionszusagen
Bei diesen Formen der betrieblichen Altersvorsorge besteht nicht die Möglichkeit von eigenen Einzahlungen des Arbeitnehmers. Vielmehr werden die Beiträge allein von dem Arbeitgeber aufgebracht. Diese Vorsorgeprodukte sind deshalb nicht Riester-förderungsfähig.
Wie beim Abschluss eines Riester-Vertrages zur privaten Altersvorsorge gilt auch hier, dass das Vorsorgeprodukt einen lebenslangen Renten- oder Zahlungsanspruch garantieren muss. Im Übrigen sind die besonderen Anlagen der betrieblichen Altersvorsorge ausgenommen von dem Erfordernis der Zertifizierung. Zur Qualitätssicherung dieser Vorsorgeprodukte wird die geltende Gesetzeslage als ausreichend angesehen.
Besonderheiten können im Anwendungsbereich eines Tarifvertrages gelten. Die Möglichkeit zur Entgeltumwandlung besteht dann nur, wenn der Tarifvertrag dies auch vorsieht. Oftmals enthalten Tarifverträge allerdings detaillierte Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge.
Die Besteuerung der Riester Rente bei der betrieblichen Altersvorsorge folgt den gleichen Grundsätzen wie in Fällen der privaten Altersvorsorge. Wie dort werden Vorsorgeleistungen, die auf staatlicher Riester Förderung beruhen, deshalb der nachgelagerten Besteuerung unterworfen, während darüber hinaus erbrachte Beiträge nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden.
Was gilt bei Arbeitslosigkeit und Bezug von ALG II?
Das Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz verpflichtet die Anbieter der Riester-Renten dazu, die Möglichkeit eines Ruhenlassens der Einzahlungen in den Vertragsbedingungen ihrer Verträge vorzusehen. Ein Aussetzen der Sparraten muss deshalb immer grundsätzlich möglich sein. Allerdings entfallen für die Zeiträume der Aussetzung auch sämtliche Riester-Zulagen.
Bei Zahlungsschwierigkeiten sollte immer von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, den Riester-Vertrag beitragsfrei zu stellen. Eine vorzeitige Kündigung empfiehlt sich nie, da sie regelmäßig mit Verlusten verbunden ist (dazu noch im Folgenden).
Arbeitsagentur muss Beiträge nicht zahlen
Dagegen sind ARGE und Arbeitsagentur nicht verpflichtet, die weiteren Beiträge eines von Arbeitslosigkeit betroffenen Versicherten zu übernehmen. Er ist durch die Möglichkeit, den Mindesteigenbetrag auf den Sockelbetrag von 60 Euro jährlich zu begrenzen, hinreichend geschützt.
Riester Rente Hartz IV sicher
Andererseits sind Riester-Verträge „Hartz IV-sicher“. Das bedeutet insbesondere, dass das geförderte Vermögen einschließlich seiner Erträge bei der Bedürftigkeitsprüfung für ALG II nicht berücksichtigt werden darf. Es gilt grundsätzlich, dass Guthaben aus Riester-Verträgen auf folgende Sozialleistungen nicht angerechnet werden
Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
Besteht die Möglichkeit zur vorzeitigen Kündigung und Auszahlung der Riester Rente?
Grundsätzlich kann eine Riester-Rente vorzeitig gekündigt werden. Die hierfür festgelegte gesetzliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate und erfolgt schriftlich gegenüber dem Versicherungsträger, bei dem der Riester-Vertrag abgeschlossen wurde. Dieser zahlt dann die Ansparleistungen abzüglich der erhaltenen Riester-Förderung (Zulagen und eventuelle Steuervorteile) sowie eigener Gebühren (Abschlussprovisionen und Verwaltungsgebühren) aus. Da dies für den Versicherungsnehmer nachteilig ausfällt, gibt es Alternativen zur Riester Kündigung.
Gründe und Folgen der Kündigung einer Riester-Rente
Begründet wird die Kündigung der Riester Rente regelmäßig mit zwei Argumenten: Den Sparern ist einfach der Beitrag zu teuer, zweitens sind sie mit der versprochenen Rendite ihres Versicherers unzufrieden. Das erste Argument ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, allerdings beträgt der Mindestbeitrag nur 60 Euro jährlich. Manch einer Person ist aber auch das von Zeit zu Zeit einfach zu viel.
Die Unzufriedenheit mit den Leistungen, die eine Riester-Rente verspricht, wurde in der Vergangenheit auch durch die Intransparenz, hohe Abschlusskosten und die darüber entbrannte öffentliche Diskussion ausgelöst. Dem wirkt die Bundesregierung seit 2013 mit neuen Regelungen zur vorgeschriebenen Transparenz bei Altersvorsorgeprodukten und der Deckelung der Wechselgebühren auf 150 Euro entgegen.
Hinsichtlich der Kündigungsfolgen ist zu bedenken, dass nicht nur der Versicherer seine Abschluss- und Verwaltungsgebühren geltend macht, sondern auch alle erhaltenen Förderungen zurückgezahlt werden müssen. Der Versicherer behält diese bei der Auszahlung der bisherigen Ansparleistungen ein und führt sie zurück. Es ergeben sich folgende Verluste:
Förderung von 154 Euro pro Jahr und erwachsenem Riester-Sparer, 300 Euro für Kinder mit Geburtsdatum ab 01.01.2008, 185 Euro für ältere Kinder, außerdem (bei Besserverdienern) eventuell zusätzlich erhaltene Steuervorteile
Abschluss- und Verwaltungsgebühren: Riesterbank- und Fondssparpläne kosten eine sehr geringe Verwaltungsgebühr im niedrigen einstelligen Prozentbereich, es gibt ein kleines Agio und gegebenenfalls eine Stornogebühr. Die klassischen Rentenversicherungen hingegen werden nur zum Rückkaufswert ausgezahlt, der in den ersten fünf Jahren nach Abschluss regelmäßig unter den Einzahlungen liegt, da von diesen die hohen Abschlussprovisionen abgezogen werden. Der BGH hat zwar im Januar 2013 geurteilt, dass künftig die Vertriebsgebühren bei sämtlichen Altersvorsorgeprodukten auf längere Zeiträume zu verteilen sind, dieses Urteil wird aber frühestens ab 2014 und noch viel später seine Wirkung entfalten.
Natürlich kann die Riester-Rente zum Kündigungszeitpunkt schon eine kleine Rendite erwirtschaftet haben. Diese wird jedoch höchstens bei zwei bis vier Prozent liegen, was die Verluste kaum kompensiert. Zudem sind diese kleinen Zinsgewinne auch noch zu versteuern.
All das wirkt ungerecht, jedoch widerspricht die Kündigung auch dem Grundgedanken der Altersvorsorge, die doch überdies so großzügig staatlich gefördert wird. Es gibt zudem Alternativen zur Kündigung.
Riester-Vertrag ruhen lassen oder umstellen
Zwei Alternativen zur Kündigung kommen infrage: Der Riester-Sparer kann seinen Vertrag ruhen lassen, ihn also beitragsfrei stellen. Das ist mit jeder Renten- und Lebensversicherung möglich, das angesparte Kapital wird weiter verzinst. Im Falle der Riester-Verträge entfallen allerdings für diese Zeit die staatlichen Zulagen. Daher ist immer zu überlegen, inwieweit der Mindestbeitrag von 60 Euro jährlich pro Sparer geleistet werden kann. Auch hierbei verzichtet der Sparer auf einen Teil seiner Zulagen, nämlich anteilig zur Differenz zwischen jenen 60 Euro Mindestbeitrag und den für die volle Zulage geforderten 4 Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen abzüglich der Zulage(n). Da diese Rechnung regelmäßig kompliziert ausfällt, winken an dieser Stelle viele Versicherungsnehmer ab und verzichten ganz auf Riester-Rente und Zulagen.
Das Gesamtkonstrukt ist tatsächlich sehr kompliziert, wie Walter Riester selbst im Jahr 2012 zerknirscht einräumte, zudem ist nicht gesagt, dass eine Versicherungsgesellschaft in jedem Fall genug Fachkompetenz für die Berechnung eines reduzierten Riester-Vertrages aufbringt. Zumindest bezweifeln das wahrscheinlich viele Sparer, was ein Kündigungsmotiv sein könnte. Immerhin verzichten etwa ein Drittel aller Inhaber eines Riester-Vertrages alljährlich ganz auf die Zulagen, einfach weil sie den Zulagenantrag nicht stellen – was tatsächlich nur einmal geschehen muss und eigentlich vom Versicherer initiiert werden sollte. Daher nochmals der Hinweis:
Der Riester-Vertrag kann ganz beitragsfrei gestellt oder mit einem Mindestbeitrag von 60 Euro jährlich und anteilig verringerten Zulagen weitergeführt werden.
Eine weitere Option ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Hier wurden in der Vergangenheit oft hohe Gebühren fällig, die beim neuen Anbieter und gegebenenfalls sogar beim vorherigen Versicherer entstanden. Diese Gebühren sollen nun auf 150 Euro gedeckelt werden. Die Beschlussvorlage des Bundeskabinetts hierzu trägt den sperrigen Titel „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz“, muss noch durch den Bundesrat und könnte als Gesetz ab dem 01.07.2013 in Kraft treten, was allgemein erwartet wird (Stand: 07.02.2013). Beim Wechsel zu einem neuen Anbieter, der auch hinsichtlich besserer Renditen vorteilhaft sein kann, bleiben sämtliche bislang gewährten Förderungen erhalten. Diese Option bietet sich immer dann an, wenn der Riester-Sparer vom Konzept eigentlich überzeugt ist (wofür es gute Gründe gibt), aber mit seinem bisherigen Anbieter unzufrieden ist.
Vorzeitige Kündigung der Riester-Rente ein Minus-Geschäft
Unter dem Strich macht der Versicherte mit einer vorzeitigen Kündigung der Riester-Rente regelmäßig ein Minus-Geschäft. Denn neben den erwähnten finanziellen Nachteilen entspricht der Auszahlungswert in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit niemals den bereits erbrachten Einzahlungen. Grund hierfür sind die Abschluss- und Verwaltungskosten für die Riester-Produkte (eine Ausnahme bildet der Banksparplan). Auf sie entfallen zunächst nahezu die gesamten Einzahlungen auf den Riester-Vertrag. Vor diesem Hintergrund kann Versicherten vor allem in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit von einer vorzeitigen Kündigung nur abgeraten werden.
Abweichendes gilt bei dem mit Riester-Mitteln geförderten Erwerb einer selbst genutzten Immobilie (Wohn-Riester). Für Bausparer besteht die Möglichkeit einer teilweisen oder gar kompletten Entnahme des Vorsorgevermögens zum Immobilienkauf, ohne dass damit eine Rückzahlungsverpflichtung der staatlichen Förderzulagen verbunden wäre (wie dies bei den übrigen Riester-Produkten bei vorzeitiger Auszahlung der Fall ist).
Ist ein Anbieterwechsel bei laufendem Vertrag möglich?
Ist der Versicherte mit seinem Riester Altersvorsorgeprodukt nicht zufrieden, besteht die Möglichkeit zum Anbieterwechsel. Hierzu muss der bestehende Riester-Vertrag gekündigt werden, um das angesparte Vorsorgevermögen auf den neuen Vertrag zu übertragen. Eine Rückforderung von Zulagen/ Steuervorteilen droht in diesen Fällen nicht, da der Versicherte sich das Kapital nicht auszahlen lässt, sondern lediglich in eine andere Anlageform überwechselt.
Inwieweit ein Wechsel allerdings wirtschaftlich zweckmäßig ist, sollte stets gründlich geprüft werden. Dem Versicherten werden nämlich die bei seinem bisherigen Anbieter angefallenen Verwaltungskosten und Abschlussgebühren nicht erstattet. Außerdem wird dem Versicherten eine Wechselgebühr vom Erstanbieter in Rechnung gestellt. Ob die attraktiveren Konditionen des Neuanbieters diese Kostennachteile ausgleichen können (insbesondere auch mit Blick auf die noch verbleibende Restvertragslaufzeit) ist von den Umständen des Einzelfalls abhängig.
Die Wechselkosten als solche liegen im Allgemeinen in einer marktüblichen Bandbreite von 50 bis zu 150 Euro.
Gilt für Riester-Verträge Pfändungsschutz?
Bei der Pfändung von Riester Verträgen ist zwischen dem Altersvorsorgevermögen in der Ansparphase und den laufenden Bezügen in der späteren Auszahlungsphase zu unterscheiden. Das angesparte Altersvorsorgevermögen als solches ist weder übertragbar noch pfändbar (§ 97 EStG). Das Gleiche gilt für die laufenden Vorsorgeaufwendungen (Eigenbeiträge und Zulagen).
Pfändungsschutz genießt zudem der gesetzliche Anspruch auf die Riester Zulagenförderung. Einem Gläubiger ist es daher nicht möglich, diesen Anspruch pfänden und sich die Zulagen überweisen zu lassen. Dagegen gilt der Pfändungsschutz in der Ansparphase grundsätzlich nicht für überzahlte Eigenbeiträge auf den Vertrag, also für solche Beiträge, die nicht an der Zulagenförderung teilhaben.
Pfändungsschutz in der Auszahlungsphase
In der Auszahlungsphase stellt sich die Situation wie folgt dar. Das Gesetz stellt klar, dass die Riester-geförderten Auszahlungen (aufgrund lebenslanger Rente oder Auszahlungsplans) wie Arbeitseinkommen pfändbar sind (§ 851d ZPO). Die maßgeblichen Pfändungsfreigrenzen für Arbeitnehmer (§ 850c ZPO) gelten zur Sicherung des Existenzminimums demgemäß auch für Bezieher von Riester-Renten.
Wie sind die Renditeaussichten bei Riester zu bewerten?
Im Vergleich zu sonstigen Altersvorsorgeprodukten sind die Ertragschancen bei Riester ohne weiteres als positiv einzuschätzen, denn die Zulagenförderung wirkt sich für Versicherte stets Rendite erhöhend aus. Die förderungsbedingten Einspareffekte entfallen bei Vorsorgeanlagen, die gänzlich aus Eigenmitteln finanziert werden.
Grundsätzlich kann Förderberechtigen daher nur geraten werden, die Vorteile der staatlichen Altersvorsorgeförderung mitzunehmen. Das sollte aber keinesfalls ohne vorherige gründliche Sichtung der Marktangebote geschehen, weil Renditeaussichten, aber auch anfallende Kosten ganz erheblich auseinander fallen können.
So bieten Fondssparpläne und fondsgebundene Rentenversicherungen zwar höchste Erträge, sie belasten den Versicherten über die auf ihn umgelegten Fondsgebühren aber zugleich mit teils beträchtlichen Kosten, die wiederum die Realrendite schmälern. Hoch sind auch die Kosten, die Versicherten für Abschluss und Verwaltung der klassischen Rentenversicherung berechnet werden. Klare Vorteile hat hier der völlig kostenfreie Riester-geförderte Banksparplan.
Wie lässt sich die Riester-Rente berechnen?
Infolge des sinkenden Rentenniveaus ist absehbar, dass für Versicherte Versorgungslücken im Alter entstehen können. Die Riester-Produkte bieten eine sinnvolle Möglichkeit, diese Lücken zu schließen. Steht in etwa fest, wie hoch im Alter gesetzliche Rente und gegebenenfalls eine zusätzliche Betriebsrente ausfallen, ist auf dieser Grundlage zunächst die Versorgungslücke in einer Berechnung zu bestimmen, die mit der privaten Altersvorsorge geschlossen werden soll.
Kennt man diesen abzudeckenden Betrag, lassen sich die zu erwartenden Rentenzahlungen aus dem jeweiligen Riester-Produkt berechnen. Dabei kann man zunächst die Höhe der staatlichen Förderung im Einzelnen ermitteln, indem man Grund- und gegebenenfalls Kinderzulage in die Berechnung einbezieht. Hat man sich einen bestimmten zeitlichen Anlagehorizont gesetzt, lassen sich nun
staatliche Förderzulagen und
aufzubringende Eigenbeiträge
auf diesen Zeitraum hochrechnen. Anschließend ist unter Berücksichtigung der mutmaßlichen Rendite des Vorsorgeprodukts das zu erwartende Altersvorsorgevermögen zu berechnen. Steht dessen voraussichtliche Höhe fest, kann in einem abschließenden Schritt überprüft werden, ob und über welchen Zeitraum das Ansparvermögen ausreichen wird, die Versorgungslücken zu schließen.
Fallbeispiele zur Riester Förderung
Um die Höhe der Zulagen richtig aufzuzeigen, werden 2 Fallbeispile vorgerechnet. Zuerst ein lediger Versicherter und anschließend eine Familie mit zwei Kindern, mit einem alleinverdiendenen Familienvater. Die Ehefrau erlangt die Riester Förderung nach dem „Huckepackprinzip“.
Riester Förderung eines ledigen Versicherten ohne Kinder
Einkommen (Vorjahr)
4% Eigenleistung (von 30.000 EUR)
– 154 EUR
tatsächliche Eigenleistung
Gesamtsparleistung (inkl. Grundzulage)
Förderquote (Rendite)
Erzielt ein Lediger ohne Kinder ein sozialversicherungspflichtiges Vorjahreseinkommen von 30.000 Euro ergeben 4% dieses Betrages einen Eigenbeitrag von 1.200 Euro. Abzuziehen hiervon ist die Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Ermäßigt um die Grundzulage, ergibt sich ein jährlich aufzubringender Eigenbeitrag über 1.046 Euro. Die Gesamtsparleistung liegt demzufolge jährlich bei 1.200 Euro.
Eine Günstigerprüfung im Rahmen der Veranlagung zur Einkommenssteuer käme im Beispiel zu dem Ergebnis, dass über den Sonderausgabenabzug die steuerliche Ersparnis von 225 Euro höher ausfällt als die staatliche Grundzulage. Der Versicherte kann daher auch diesen Steuervorteil beanspruchen, so dass sich die gesamte Riester Förderung auf 379 Euro (Grundzulage + Steuerermäßigung) erhöht.
Von der Gesamtsparleistung über 1.200 Euro entfallen somit 379 Euro auf Riester-Mittel, so dass die staatliche Förderquote in diesem Beispiel bei 31,6% liegt.
Riester Förderung einer Familie mit zwei Kindern
Einkommen allein verdienender Vater (Vorjahr)
4% Eigenleistung (von 40.000 EUR)
abzüglich Grundzulage Vater
abzüglich Grundzulage Mutter (Huckepackprinzip)
abzüglich Kinderzulage Kind 1
– 185 EUR
abzüglich Kinderzulage Kind 2
Sonderausgabenabzug (nach Günstigerprüfung)
Grundzulage (2 x 154 EUR)
Kinderzulage (2 x 185 EUR)
Erzielt ein allein verdienender und förderberechtigter verheirateter Familienvater im Vorjahr ein Einkommen von 40.000 Euro, ergeben 4% hiervon einen Eigenbetrag von 1.600 Euro.
In Abzug zu bringen ist die Grundzulage, die ihm selbst zusteht und zudem die Grundzulage, die seine Ehefrau beanspruchen kann (Huckepackprinzip). Abzuziehen sind folglich 308 Euro. Darüber hinaus sind abzuziehen die Kinderzulagen für beide Kinder, also 370 Euro (185 Euro für jedes Kind). Ermäßigt um Grund- und Kinderzulagen, ergibt sich somit ein Eigenbeitrag in Höhe von 922 Euro. Die Gesamtsparleistung im Jahr liegt bei 1.600 Euro.
Die Günstigerprüfung führt in diesem Beispiel in Anbetracht der Höhe der Zulagenförderung zu keiner Steuererstattung über den Sonderausgabenabzug. Die Riester-Förderung beträgt für die Familie demnach insgesamt 678 Euro. Umgerechnet auf die Gesamtsparleistung, entspricht das einer Förderquote von 42,2%.