Source: http://decisions.ch/entscheide/id/1876
Timestamp: 2019-05-27 06:12:06
Document Index: 134380973

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

vertreten durch lic. iur. Benedikt Schmidt, Rechtsanwalt,Meisser & Partners AG,
2.2 Der Begriff Zeichen des Gemeinguts in Art. 2 Bst. a MSchG ist ein Sammelbegriff für Sachbezeichnungen, beschreibende Angaben, geografische Herkunftsangaben, Freizeichen sowie für elementare Zeichen. Der Schutzausschluss ist im Freihaltebedürfnis oder in der fehlenden Unterscheidungskraft des Zeichens begründet (BGE 118 II 181E. 3 "Duro"; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1580/2008 vom 19. Mai 2009 E. 2.1 "A-Z", mit Hinweisen; Matthias Städeli / Simone Brauchbar Birkhäuser, in: Basler Kommentar, Markenschutzgesetz, 2017, Art. 2 MSchG Rz. 34ff.).
2.5 Dass eine Angabe neuartig, ungewohnt oder fremdsprachig ist, schliesst ihren beschreibenden Charakter nicht aus. Entscheidend ist, ob das Zeichen nach dem Sprachgebrauch oder den Regeln der Sprachbildung von den beteiligten Verkehrskreisen in der Schweiz als Aussage über bestimmte Merkmale oder Eigenschaften der gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen aufgefasst wird (Urteil des Bundesgerichts 4C.439/2006 vom 4. April 2007 E. 5..1 "Eurojobs", mit Verweis auf BGE 108 II 487E. 3 "Vantage", BGE 104 ib 65 E. 2 "Oister Foam", BGE 103 II 339 E. 4c "More"; Urteil des Bundesgerichts 4A.5/2003 vom 22. Dezember 2003 E. 3.1 "Discovery Travel & Adventure Channel" in; sic! 2004, 400; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-5168/2011 vom 13. März 2013 E. 3.4ff. "Black Label").
4.3 Das Bundesverwaltungsgericht folgt dieser Rechtsprechung (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-2514/2008 vom 25. Mai 2009 E. 4.5 und E. 4.6 "MAGNUM [fig.]", B-5168/2011 E. 3.4.3 "Black Label" sowie B-2642/2012 vom 7. Mai 2013 E. 6.1 "Lotus [fig.]/Lotusman [fig.]"). Die von der Vorinstanz geltend gemachte "Beeinflussung des Kaufentscheids" als Kriterium zur Unterscheidung, ob ein Zeichen dem Gemeingut angehört oder nicht, kann somit nicht von Relevanz sein. Insofern die Vorinstanz den Ausdruck der "Beeinflussung des Kaufentscheids" i.S. des Kriteriums des anpreisenden Charakters eines Zeichens versteht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 4A_161/2007vom 18. Juli 2007 E. 6.2 "we make ideas work"), kann festgehalten werden, dass im vorliegenden Zeichen "Magenta" keine solche anpreisende Eigenschaft ersichtlich ist. Vielmehr ist vorliegend zu prüfen, ob das Zeichen "Magenta" die Art oder Form der Verpackung von produits de tabac; cigarettes; cigarettes électroniques; articles pour fumeurs, briquets pour cigarettes; cendriers, liquide pour cigarettes électroniques; allumettes oder charakteristische Merkmale ebendieser Ware selber bezeichnet.