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Timestamp: 2020-01-21 19:29:49
Document Index: 69274944

Matched Legal Cases: ['§ 1573', '§ 1574', '§ 1578', '§ 1574', '§ 1574', 'BGH']

OLG Koblenz - Urteil vom 19.12.1989
11 UF 321/89
BGB § 1573 § 1574 Abs. 1 , Abs. 2 § 1578 ;
FamRZ 1990, 751
NJW-RR 1991, 4
AG Mainz, vom 30.01.1989 - Vorinstanzaktenzeichen 30 F 58/88
OLG Koblenz, Urteil vom 19.12.1989 - Aktenzeichen 11 UF 321/89
DRsp Nr. 1996/23076
»1. Zur Frage der Angemessenheit der Erwerbstätigkeit einer 50jährigen Ehefrau, die ihren Beruf als Erzieherin zuletzt 1969 ausgeübt hatte, wenn die ehelichen Lebensverhältnisse aufgrund einer hervorgehobenen Position des Ehemannes besonders günstig waren und die Dauer der Ehe 23 Jahre betragen hat.«2. Hat die Ehefrau vor Eingehung der Ehe den Beruf der Erzieherin ausgeübt, muß sie sich nach der Scheidung, wenn sie den Beruf wegen Kindererziehung aufgegeben hat und die Ehe 23 Jahre gedauert hat, nicht auf andere ungleichwertige Tätigkeiten verweisen lassen. Eine Arbeit als Verkäuferin, Telefonistin bzw. eine ähnliche Tätigkeit vermag sie zwar von ihren Fähigkeiten her auszuüben. Eine solche entspräche aber nicht den ehelichen Lebensverhältnissen (§ 1574 Abs. 2 BGB ). Bei dieser Sachlage kommt den ehelichen Lebensverhältnissen gegenüber den übrigen in § 1574 Abs. 2 BGB genannten Umständen zur Bestimmung der angemessenen Erwerbstätigkeit zwar nicht von vornherein eine gesteigerte Bedeutung zu. Vielmehr ist auch in einem solchen fall eine umfassende Abwägung aller Umstände vorzunehmen (BGH FamRZ 1984, 561 ff. = NJW 1984, 1685 ff.). Diese Abwägung führt aber zu dem Ergebnis, daß eine ungleichwertige Tätigkeit nicht zumutbar ist. Dies gilt auch dann, wenn die Ehefrau den beruflichen Aufstieg des Ehemanns ausschließlich durch eine Entlastung bei der Haushaltsführung und der Kindererziehung, nicht aber durch aktive berufliche Mitwirkung gefördert hat.