Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.04.1991&Aktenzeichen=VI%20ZR%20106/90
Timestamp: 2019-10-23 14:41:32
Document Index: 290847713

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.04.1991 - VI ZR 106/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1008
BGH, 09.04.1991 - VI ZR 106/90 (https://dejure.org/1991,1008)
BGH, Entscheidung vom 09.04.1991 - VI ZR 106/90 (https://dejure.org/1991,1008)
BGH, Entscheidung vom 09. April 1991 - VI ZR 106/90 (https://dejure.org/1991,1008)
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Wirkungen des Beziehens eines Feststellungsantrags allein auf noch nicht ausgeglichene materielle Schäden im Wege der Auslegung durch ein Berufungsgericht - Wirkungen von Auslegungen des Berufungsgerichts - Voraussetzungen des Verneinens eines Feststellungsinteresses bei ...
NJW 1991, 2347
MDR 1992, 32
NZV 1991, 386 (Ls.)
VersR 1991, 704
Der Senat hat wiederholt ausgesprochen, dass die Schadensersatzpflicht für psychische Auswirkungen einer Verletzungshandlung nicht voraussetzt, dass sie eine organische Ursache haben; es genügt vielmehr grundsätzlich die hinreichende Gewissheit, dass die psychisch bedingte Gesundheitsschädigung ohne die Verletzungshandlung nicht aufgetreten wäre (…Senatsurteile vom 30. April 1996 - VI ZR 55/95, BGHZ 132, 341, 343 f. Rn. 14 f.; vom 4. April 1989 - VI ZR 97/88, VersR 1989, 853, 854; vom 9. April 1991 - VI ZR 106/90, VersR 1991, 704, 705; vom 2. Oktober 1990 - VI ZR 353/89, VersR 1991, 432, jeweils mwN).
30 Seelische Fehlreaktionen, die durch eine psychische Prädisposition des Verletzten mitbedingt sind, wirken sich lediglich bei der Bemessung des Schmerzensgeldes, die nach billigem Ermessen erfolgt, anspruchsmindernd aus (…Senatsurteil vom 19. Dezember 1969 aaO S. 284; vom 9. April 1991 aaO S. 705), was das Berufungsgericht im Streitfall auch bedacht hat.
Auch insoweit ist ein Feststellungsinteresse zu bejahen, weil ein Grund bestehen kann, mit dem Eintritt von Spätschäden wenigstens zu rechnen (vgl. Senat, BGHZ 116, 60, 75; Urteil vom 9. April 1991 - VI ZR 106/90 - VersR 1991, 704, 705).
Wenn auch der Sachverständige Dr. E. ausgeführt hat, es bestünden keine Anhaltspunkte für eine durch vorzeitigen Milchzahnverlust bedingte Schiefstellung der Zähne oder für die Notwendigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung, so konnte bei den schweren Zahnschäden, die der Kläger erlitten hat, ein Feststellungsinteresse bezüglich der Ersatzpflicht für Zukunftsschäden nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (vgl. zuletzt Senatsurteile vom 30. Oktober 1990 - VI ZR 340/89 - VersR 1991, 320, 322 m.w.N. und vom 9. April 1991 - VI ZR 106/90 - VersR 1991, 704, 705).
Die Schadensersatzpflicht für psychische Auswirkungen einer Verletzungshandlung setzt nicht voraus, dass diese Auswirkungen eine organische Ursache haben; es genügt vielmehr grundsätzlich die hinreichende Gewissheit, dass die psychisch bedingte Gesundheitsbeschädigung ohne die Verletzungshandlung nicht aufgetreten wäre (…Senatsurteile vom 27. Januar 2015 - VI ZR 548/12, aaO;… vom 30. April 1996 - VI ZR 55/95, aaO, 343 f., juris Rn. 14; vom 9. April 1991 - VI ZR 106/90, NJW 1991, 2347, 2348, juris Rn. 9;… vom 2. Oktober 1990 - VI ZR 353/89, NJW 1991, 747, 748, juris Rn. 8;… vom 4. April 1989 - VI ZR 97/88, aaO; jeweils mwN).
OLG Köln, 26.04.1995 - 2 U 161/94
Zerbrechen einer Familie; Unfallfolge; Schmerzensgeldbemessung; Eheprobleme; …
OLG München, 13.01.2005 - 8 U 2053/01
OLG Naumburg, 25.10.2012 - 1 W 58/12
Voraussetzungen der Prozesskostenhilfebewilligung für eine Feststellungsklage in …