Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/versicherungsrecht/die-rueckabwicklung-lebensversicherungsvertrages-3137060
Timestamp: 2020-07-04 16:39:28
Document Index: 395832074

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 4', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', '§ 4', 'BGH']

Die bereicherungsrechtliche Rückabwicklung eines Lebensversicherungsvertrages - und der Streitwert | Rechtslupe
Die bereicherungsrechtliche Rückabwicklung eines Lebensversicherungsvertrages - und der Streitwert
nach § 5a VVG a.F. die berei­che­rungs­recht­li­che Rück­ab­wick­lung eines Lebens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges, ist ein in die­sem Rah­men gel­tend gemach­ter Anspruch auf Her­aus­ga­be von Nut­zun­gen bei der Streit­wert­be­rech­nung zu berück­sich­ti­gen.
Das ergibt sich für den Bun­des­ge­richts­hof aus dem Sinn und Zweck des § 4 Abs. 1 Halb­satz 2 ZPO:
Die Vor­schrift bezweckt eine prak­ti­sche, ein­fa­che und kla­re Wert­ermitt­lung, da von der Wert­fest­set­zung die sach­li­che Zustän­dig­keit der Gerich­te und die Zuläs­sig­keit von Rechts­mit­teln abhängt [1]. Die­ser Zweck einer Ver­ein­fa­chung der Berech­nung wür­de ver­fehlt, wenn es in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art für die Streit­wert­ermitt­lung dar­auf ankä­me, ob und in wel­chem Umfang der ein­ge­klag­te Nut­zungs­her­aus­ga­be­an­spruch in einem Abhän­gig­keits­ver­hält­nis zu dem wei­ter gel­tend gemach­ten Anspruch auf Rück­zah­lung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge steht, von die­sem also sach­lich recht­lich abhängt [2]. Dies kann hier von Fall zu Fall ins­be­son­de­re danach vari­ie­ren, mit wel­chem der Ansprü­che der an den Ver­si­che­rungs­neh­mer typi­scher­wei­se aus­ge­zahl­te Rück­kaufs­wert in wel­cher Höhe zu ver­rech­nen ist. Hier­für kommt es nicht nur dar­auf an, wie die Fra­ge nach der Ver­rech­nung des Rück­kaufs­werts abs­trakt­ge­ne­rell zu beant­wor­ten ist dazu wer­den in der ober­lan­des­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung ver­schie­de­ne Posi­tio­nen ver­tre­ten [3]. Es bestimmt sich, wie das Beru­fungs­ge­richt im Aus­gangs­punkt zutref­fend ange­nom­men hat, auch nach den Umstän­den des Ein­zel­fal­les, deren recht­li­che Bewer­tung unter­schied­lich aus­fal­len kann.
Auf die­ser viel­schich­ti­gen Grund­la­ge wäre es für die Par­tei­en in der­ar­ti­gen Pro­zes­sen häu­fig kaum mög­lich, im Vor­hin­ein zu erken­nen, wel­ches Gericht sach­lich zustän­dig ist und ob ein Rechts­mit­tel zuläss iger­wei­se ein­ge­legt wer­den kann, wenn die vol­le oder teil­wei­se (Nicht) Berück­sich­ti­gung des Nut­zungs­her­aus­ga­be­an­spruchs inso­fern zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen führ­te; die ins­be­son­de­re auch in ihrem Inter­es­se gebo­te­ne prak­ti­sche, ein­fa­che und kla­re Wert­ermitt­lung wäre nicht mehr gewähr­leis­tet. Der § 4 Abs. 1 Halb­satz 2 ZPO zugrun­de lie­gen­de Ver­ein­fa­chungs­ge­dan­ke spricht daher ent­schei­dend dafür, den Nut­zungs­her­aus­ga­be­an­spruch des Ver­si­che­rungs­neh­mers in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art unab­hän­gig von den Umstän­den des Ein­zel­fal­les bei der Streit­wert­be­mes­sung zu berück­sich­ti­gen.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Dezem­ber 2018 – IV ZB 10/​18
vgl. BGH, Beschluss vom 02.03.1994 – IV ZR 270/​93 6; BGH, Beschlüs­se vom 27.06.2013 – III ZR 143/​12, NJW 2013, 3100 Rn. 8; vom 07.10.1976 – VII ZR 95/​76, WM 1976, 1201; vom 06.10.1960 – VII ZR 42/​59, NJW 1960, 2336; vom 23.11.1956 – V ZR 32/​55, NJW 1957, 103, 104; Hahn, Die gesam­ten Mate­ria­li­en zu den Reichs­Jus­tiz­ge­set­zen, Band 2, Abtei­lung 1, 2. Aufl. S. 147; Münch­Komm-ZPO/­Wöst­mann, 5. Aufl. § 4 Rn. 1; Roth in Stein/​Jonas, ZPO 23. Aufl. § 4 Rn. 1, 16; Kru­is in Wieczorek/​Schütze, ZPO 4. Aufl. § 4 Rn. 2, 18[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 19.12 2016 – IX ZR 60/​16 2 m.w.N.[↩]
vgl. OLG Karls­ru­he VersR 2017, 1420 unter 1 3 ff.] m.w.N.[↩]
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