Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2003/03'4'02.htm
Timestamp: 2018-01-19 21:13:19
Document Index: 311794241

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 13', '§ 11', '§ 77', '§ 10', '§ 14']

13. Jahrgang, Nr. 4 vom 1. Juli 2003, S. 2
Studienordnung für das Studienfach Geographie
Lehramt an Sekundarschulen am Fachbereich Geowissenschaften
§ 8 Studienumfang, Aufbau des Studiums,
§ 13 Abschluss des Hauptstudiums,Erste Staatsprüfung
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Anlage laufende Nummer 219 zum Vierten Rechtsbereinigungsgesetz vom 19. März 2002 (GVBl. LSA S. 130) hat die Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg die folgende Studienordnung Geographie Lehramt an Sekundarschulen des Fachbereiches Geowissenschaften erlassen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA, S. 488 ff.) zuletzt geändert durch die dritte Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 29.12.1999 (GVBl. LSA 1/2000, S. 2) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Sekundarschulen im Unterrichtsfach Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg.
Das Studium im Unterrichtsfach Geographie ist in der Regel mit allen Unterrichtsfächern der Sekundarschule kombinierbar.
Die Immatrikulation für das 1. Fachsemester erfolgt sowohl zu Beginn des Winter- als auch des Sommersemesters. Empfohlen wird jedoch die Immatrikulation im Wintersemester.
(1) Das Studium dient dem Erwerb fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden, die die Studierenden in die Lage versetzen, das Unterrichtsfach Geographie an Sekundarschulen zu unterrichten.
(2) Das Grundstudium hat die Vermittlung einer breit angelegten Orientierung über die einzelnen Fachgebiete der Geographie, über wahlweise weitere geowissenschaftliche Bezugswissenschaften sowie über die für das Unterrichtsfach Geographie relevanten Methoden und Techniken zum Ziel. Desweiteren erwerben die Studierenden erste schulpraktische Erfahrungen und die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten.
(3) Das Hauptstudium hat zum Ziel, die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnisse zu vertiefen, die Fähigkeit zu wissenschaftlicher Arbeit weiter zu entwickeln und zunehmend die Selbstständigkeit bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht im Fach Geographie an Sekundarschulen zu erhöhen.
Sie vermittelt Grundkenntnisse des Wesens von Karten und Fernerkundungsaufzeichnungen (Luft- und Satellitenbilder) als Informationsquelle und Modelle für die Demonstration und Analyse georäumlicher Sachverhalte sowie Fertigkeiten zur Interpretation räumlicher Daten und zu Fernerkundungstechniken.
Gegenstand der Fachdidaktik sind Theorie und Praxis des Unterrichtsfaches Geographie. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Theorien und Methoden im Hinblick auf Lehr- und Lernvorgänge an Sekundarschulen. Die theoretischen Ausbildungsteile werden durch schulpraktische Übungen und Schulpraktika ergänzt.
(1) Der Umfang des Studiums beträgt 58 SWS. Davon entfallen mindestens 10 SWS auf die Fachdidaktik.
(3) Zur Gliederung des Studiums in Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlbereich vergleiche §§ 10 und 12.
(2) Einführungen (E) stellen Grundlagen, wichtige Methoden und Forschungsrichtungen einzelner Fachgebiete, aber auch zur Verfügung stehende Hilfsmittel (Fachbibliographien u. a.) und die Benutzung der Bibliothek oder des Computerpools vor.
(3) Seminare (S) im Grundstudium schließen einerseits an den Ausbildungsstand der Einführung an, indem die dort erworbenen Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen sind, andererseits dienen sie der Einführung in weitere Fachgebiete und in deren grundsätzliche Fragestellungen und Problemfelder. Dabei vermitteln sie auch Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens und führen in die Fachliteratur ein. Seminare im Grundstudium tragen die Bezeichnungen Pro-, Unter- oder Mittelseminar.
(4) Übungen (Ü) dienen der Ergänzung von Vorlesungen des Faches und seiner Didaktik. Sie sollen den Studierenden durch Bearbeitung exemplarischer Probleme die Gelegenheit zur Anwendung und Vertiefung des erarbeiteten Stoffes sowie zur Selbstkontrolle des Wissensstandes geben. Darüber hinaus bieten Übungen auch die Möglichkeit, Methoden und Arbeitstechniken einzuüben bzw. zu vervollkommnen.
(5) Schulpraktische Übungen (SPÜ) dienen dazu, in die Theorie und Praxis des Geographieunterrichts an Sekundarschulen einzuführen, indem Kenntnisse und Einsichten praktisch umgesetzt und reflektiert werden.
(6) Schulpraktika (SP) geben den Studierenden Gelegenheit, die in der theoretischen, fachlichen, fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Ausbildung und in den schulpraktischen Übungen erworbenen Kenntnisse und didaktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter zu entwickeln.
(7) Exkursionen (Ex) sind thematisch ausgerichtete und unter wissenschaftlicher Leitung durchgeführte Lehrveranstaltungen. Sie dienen der Veranschaulichung und Vertiefung der in Vorlesungen und Seminaren theoretisch abgehandelten Probleme sowie der Vermittlung landeskundlicher Kenntnisse. Exkursionen fördern den Praxisbezug des Studiums.
(8) Kolloquien (Ko) dienen der Vorbereitung auf die Staatsprüfung, der wissenschaftlichen Qualifikation und fördern den fachlichen Austausch der Studierenden untereinander. Sie führen auch an aktuelle Forschungen der einzelnen Fachgebiete heran.
Das Grundstudium umfasst 28 SWS. Davon entfallen auf den Pflicht- und Wahlpflichtbereich 14 SWS und auf den Wahlbereich mindestens 14 SWS.
1 LN = Leistungsnachweis, SN = Studiennachweis zur Erläuterung vergleiche § 14
(2) Wahlpflichtpflichtbereich:
2 SWS Vertiefendes Seminar zur Physischen Geographie/Geoökologie oder Wirtschafts- und Sozialgeographie oder Raum- und Umweltplanung
Wer den Schwerpunkt seiner weiteren fachwissenschaftlichen/fächerübergreifenden Studien entweder im Bereich Physische Geographie/Geoökologie und Landschaftsplanung oder im Bereich Wirtschafts- und Sozialgeographie und Raumplanung setzen möchte, sollte das vertiefende Seminar aus den entsprechenden Bereichen wählen.
Im Hinblick auf die Zulassung zur Zwischenprüfung und deren inhaltlichen Anforderungen muss die Teilnahme an noch mindestens 14 weitere SWS nachgewiesen werden. Empfohlen wird vor allem die Teilnahme an Grundvorlesungen, Einführungsveranstaltungen, weiteren Seminaren oder Übungen in den verschiedenen Bereichen der Geographie (A - F) und der Geologie sowie in weiteren Fächern der Geo-, Natur-, Regional-, Kultur-, Geschichts- oder Sozialwissenschaften, wobei aus letzteren 4 SWS angerechnet werden können.
Zu erbringen sind im Wahlbereich auch mindestens 7 Exkursionstage (= 2 SWS), davon eine mehrtägige Deutschland-/Mitteleuropaexkursion.
(2) In der Zwischenprüfung sollen die Studierenden nachweisen, dass sie über die notwendigen wissenschaftlichen Grundkenntnisse und das entsprechende methodische Instrumentarium in den verschiedenen Fachgebieten der Geographie sowie in der Fachdidaktik verfügen, um das Studium im vertiefenden Hauptstudium fortsetzen zu können.
(3) Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer die erforderlichen Leistungs- und Studiennachweise (siehe oben) sowie die Teilnahmenachweise an Veranstaltungen des Wahlbereiches (mindestens 14 SWS) vorlegt.
(4) Eine Zwischenprüfung findet in den Bereichen Physische Geographie/Geoökologie (A), Wirtschafts- und Sozialgeographie (B) und Fachdidaktik (F) statt. Methoden und Techniken und planerische sowie geologische Aspekte können auf Wunsch des Prüflings in die Prüfung einbezogen werden.
(5) Die Zwischenprüfung besteht aus einer schriftlichen Teilprüfung (Klausur von 120 Minuten) und aus zwei mündlichen Teilprüfungen von ca. 20 Minuten Dauer. Die Kandidatin bzw. der Kandidat kann für die mündliche Prüfung Prüferinnen und Prüfer vorschlagen. Eine Einbeziehung von Prüferinnen und Prüfern aus den Studienbereichen Kartographie/Geofernerkundung, Raum- und Umweltplanung oder Geologie kann dann in Frage kommen, wenn Inhalte dieser Bereiche auf Wunsch des Prüflings vorgesehen sind.
Bildungsaufgaben, Rahmenrichtlinien bzw. Lehrpläne,
Grundkenntnisse in den Teilbereichen der Physischen Geographie (Geomorphologie, Hydrogeographie, Klimageographie, Bodengeographie, Biogeographie),
Grundkenntnisse über geoökologische Prozesse (Kreisläufe).
Grundkenntnisse zu unternehmensrelevanten Standortfaktoren, dazugehörige Standortstrukturtheorien sowie regionale Beispiele,
(7) Nach erfolgreichem Abschluss aller Teilprüfungen wird ein Zwischenprüfungszeugnis ausgestellt. Es berechtigt zum Hauptstudium und ist eine Voraussetzung für die Zulassung zur Staatsprüfung.
Das Hauptstudium umfasst 30 SWS. Davon entfallen auf den Pflicht- und Wahlpflichtbereich 10 SWS und auf den Wahlbereich 20 SWS.
2 SWS Übung zur Exkursionsmethodik 1 SN
4 SWS Seminare, wobei zwei der vier Bereiche enthalten sein müssen: Physische Geographie/Geoökologie, Wirtschafts- und Sozialgeographie, Raum- und Umweltplanung sowie Regionale Geographie
2 SWS Seminar Kartographie/Geofernerkundung 1 SN
Im Hinblick auf die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung und deren inhaltlichen Anforderungen muss die Teilnahme an noch mindestens 20 weiteren SWS nachgewiesen werden, davon 4 anrechenbare Exkursionstage (1 SWS). Empfohlen wird außerdem die Teilnahme an Grundvorlesungen und weiteren Seminaren, Übungen in den verschiedenen Bereichen der Geographie (A - F) und der Geologie sowie in weiteren Fächern der Geo-, Natur-, Regional-, Kultur-, Geschichts- oder Sozialwissenschaften, wobei aus letzteren 4 SWS angerechnet werden können.
Desweiteren wird die Möglichkeit der Teilnahme an fächerübergreifenden Lehrveranstaltungen sowie an Auslandsexkursionen eröffnet.
ein weiterer Leistungsnachweis zu (A) oder (B) oder (C),
ein Leistungsnachweis zu (F),
zwei Leistungsnachweise zu verschiedenen Bereichen aus (A) bis (D),
ein Nachweis zu (F) zur Exkursionsmethodik,
Fähigkeit, eine geographische Exkursion vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten.
Es wird eine Arbeit unter Aufsicht aus den Bereichen (A) bis (D) geschrieben, wobei mindestens zwei Themen/Aufgabenkomplexe zur Wahl gestellt werden. Die Aufgaben beinhalten entweder eine komplexe Fragestellung oder sind in Teilfragen untergliedert. Sie sollten auch die Interpretation von Karten, Fernerkundungsdaten, Statistiken oder Ähnlichem einschließen. Inhalte aus dem Bereich (F) können einbezogen werden.
entsprechend den Anforderungen in Nr. 2,
Sie sollte insbesondere
bei Wahl der Fächerverbindung,
(3) Zu Fragen der Anerkennung von Studienleistungen aus anderen Hochschulen oder Bereichen, des Studiengangwechsels, der Einordnung in Fachsemester (auch für Bafög-Anträge) sowie des Studienabbruchs berät und entscheidet der Prüfungsausschuss für Diplom- und Lehramtsausbildung des Instituts für Geographie bzw. die bzw. der Prüfungsbeauftragte für Lehramtsstudiengänge gegebenenfalls in Absprache mit der jeweiligen Fachvertreterin bzw. dem jeweiligen Fachvertreter.