Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20252,%20141
Timestamp: 2020-02-20 01:15:08
Document Index: 395410799

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 126', '§ 16', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 135', '§ 16', '§ 42', '§ 16', '§ 16', '§ 18', '§ 42', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

BFH, 16.12.2015 - IV R 8/12 - dejure.org
https://dejure.org/2015,45529
BFH, 16.12.2015 - IV R 8/12 (https://dejure.org/2015,45529)
BFH, Entscheidung vom 16.12.2015 - IV R 8/12 (https://dejure.org/2015,45529)
BFH, Entscheidung vom 16. Dezember 2015 - IV R 8/12 (https://dejure.org/2015,45529)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,45529) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 16 Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes, § ... 16 Abs. 3 Satz 2 EStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 16 Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 1 EStG, § 42 der Abgabenordnung (AO), § 42 AO, § 42 Abs. 1 Satz 2 AO, § 42 Abs. 1 AO, § 135 Abs. 1 FGO
§ 16 Abs 3 S 2 EStG 2002, § 42 AO vom 01.10.2002
EStG § 16 Abs. 3 Satz 2
Möglichkeit einer Realteilung der Mitunternehmerschaft mit Buchwertfortführung
Auswechslung der Mitunternehmer vor Realteilung
Steuerneutrale Realteilung trotz Zwischenschaltung einer neugegründeten Personengesellschaft
Erweiterter Anwendungsbereich der Realteilung
Buchwertfortführung trotz Auswechslung der Mitunternehmer vor Realteilung der Mitunternehmerschaft
Realteilung: Steuerneutrale Buchwertfortführung trotz Auswechslung der Mitunternehmer
Kurznachricht zu "Steuerneutrale Buchwertfortführung trotz Auswechslung der Mitunternehmer vor Realteilung der Mitunternehmerschaft - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 16.12.2015" von RA/FAStR/StB Dr. Sebastian Heß, original erschienen in: BB 2016, 880 - 882.
Kurznachricht zu "Klarstellungen zum Gesamtplan und Irritationen rund um die Realteilung" von Andreas Görgen, original erschienen in: NWB 2016, 1650 - 1658.
BFHE 252, 141
BB 2016, 880
DB 2016, 386
BStBl II 2017, 766
NZG 2016, 677
a) Wie der Senat in seinem Urteil vom 16. Dezember 2015 IV R 8/12 (BFHE 252, 141) ausgeführt hat, gibt es keinen allgemeingültigen Rechtsgrundsatz des Inhalts, dass eine aufgrund einheitlicher Planung in engem zeitlichem und sachlichem Zusammenhang stehende Mehrzahl von Rechtsgeschäften für die steuerliche Beurteilung zu einem einheitlichen wirtschaftlichen Vorgang zusammenzufassen und sodann unter den Steuertatbestand zu subsumieren ist.
Die Verlagerung stiller Reserven in das Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft, an deren Vermögen nur Personen beteiligt sind, die vor der Betriebsaufgabe der Personengesellschaft oder vor dem Ausscheiden eines Gesellschafters gegen Abfindung aus dem Gesellschaftsvermögen an dem Vermögen der Personengesellschaft beteiligt waren, entspricht dem Zweck der Regelung in § 16 Abs. 3 Satz 2 EStG (BFH-Urteil in BFHE 252, 141, Rz 20).
FG Münster, 28.06.2017 - 6 K 2446/15
(1) Denn nach der Rechtsprechung des BFH gibt es keinen allgemeingültigen Rechtsgrundsatz des Inhalts, dass eine aufgrund einheitlicher Planung in engem zeitlichem und sachlichem Zusammenhang stehende Mehrzahl von Rechtsgeschäften für die steuerliche Beurteilung zu einem einheitlichen wirtschaftlichen Vorgang zusammenzufassen und sodann unter den Steuertatbestand zu subsumieren ist (BFH-Urteil vom 16.12.2015 IV R 8/12, BFHE 252, 141, BFH/NV 2016, 385).
Bei der Auslegung des Steuergesetzes sind die allgemeinen Grundsätze anzuwenden, zu denen auch die am Zweck des Gesetzes orientierte Auslegung gehört (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH in BFHE 252, 141, BFH/NV 2016, 646; BFH-Urteile vom 09.12.2014 IV R 29/14, BFHE 247, 449, und IV R 36/13, BFHE 248, 75, BStBl II 2015, 529, und vom 17.12.2014 IV R 57/11, BFHE 248, 66, BStBl II 2015, 536).
Ein daneben bestehendes oder darüber hinausgehendes Rechtsinstitut eines "Gesamtplans" gibt es nicht (BFH in BFHE 252, 141, BFH/NV 2016, 646).
Ein Gewinn aus der Aufdeckung stiller Reserven in den Wirtschaftsgütern des Gesamthandsvermögens im Zuge einer echten Realteilung führt zu einem auf der Ebene der Gesellschaft verwirklichten Aufgabegewinn gemäß §§ 18 Abs. 3, 16 Abs. 3 Satz 1 EStG, der den Realteilern über ihren Gewinnanteil zuzurechnen ist (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 2015 IV R 8/12, BFHE 252, 141, BStBl II 2017, 766;… vgl. auch BFH-Urteil vom 1. Juli 2010 IV R 34/07, BFH/NV 2010, 2246; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 257, 292, BStBl II 2019, 24; Senatsurteil vom 1. Dezember 1992 VIII R 57/90, BFHE 170, 320, BStBl II 1994, 607).
Ob eine Buchwertfortführung nach dieser Vorschrift auch möglich wäre, wenn Einzelwirtschaftsgüter im Wege der Realteilung aus dem Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft in das Gesamthandsvermögen einer an dieser nicht beteiligten anderen Personengesellschaft übertragen werden, an der die Realteiler beteiligt sind - wenn D und E im Streitfall also Gesellschafter geblieben wären und die Grundstücke im Wege der Realteilung auf die Klägerin und die D-KG übertragen hätten - ist durch die höchstrichterliche Rechtsprechung bisher nicht geklärt (offen gelassen in BFH-Urteil vom 16.12.2015 IV R 8/12, BStBl II 2017, 766).
In der gewählten Gestaltung ist aber jedenfalls kein Gestaltungsmissbrauch nach § 42 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1 AO zu sehen, wenn die bisherige Tätigkeit der beendeten Personengesellschaft in Zukunft durch zwei getrennte GmbH & Co. KGs fortgeführt werden soll, an denen die bisherigen Gesellschafter jeweils allein beteiligt sind (BFH-Urteil vom 16.12.2015 IV R 8/12, BStBl II 2017, 766), wie es auch hier der Fall ist.
Ein daneben bestehendes oder darüber hinausgehendes Rechtsinstitut eines "Gesamtplans" gibt es nicht (BFH-Urteil vom 16.12.2015 IV R 8/12, BFHE 252, 141, BStBl II 2017, 766).
Denn die Verlagerung stiller Reserven in das Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft, an deren Vermögen nur Personen beteiligt sind, die vor der Betriebsaufgabe der Personengesellschaft oder vor dem Ausscheiden eines Gesellschafters gegen Abfindung aus dem Gesellschaftsvermögen an dem Vermögen der Personengesellschaft beteiligt waren, entspricht dem Zweck der Regelung in § 16 Abs. 3 Satz 2 EStG (BFH-Urteile vom 16. Dezember 2015 IV R 8/12, BFHE 252, 141, BStBl II 2017, 766, und in BFHE 257, 324, BStBl II 2019, 29).
FG Köln, 11.10.2017 - 9 K 3518/14
Zufluss steuerpflichtigen Arbeitslohns durch den Widerruf einer Pensionszusage
Ein daneben bestehendes oder darüber hinausgehendes Rechtsinstitut eines "Gesamtplans" gibt es nicht (BFH-Urteil vom 16. Dezember 2015, IV R 8/12, BFH/NV 2016, 646).
Denn § 16 Abs. 3 Satz 2 EStG verlangt ausdrücklich die Übertragung in das jeweilige Betriebsvermögen der einzelnen Mitunternehmer (ebenso: BMF-Schreiben vom 28. Februar 2006, BStBl I 2006, 228 zu IV 1; FG Düsseldorf, Urteil vom 9. Februar 2012 3 K 1348/10 F,EFG 2012, 1256, Revision anhängig beim BFH unter IV R 8/12;… a.A. Wacker, in: L. Schmidt, EStG, 32. Auflage 2013, § 16 Rn. 546).