Source: https://www.bzb-online.de/ePaper_BZBplus_11-2019/
Timestamp: 2019-11-20 04:29:21
Document Index: 14660141

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 5', '§ 10', '§ 11', '§ 10', '§ 3', '§ 8', '§ 5', '§ 18', '§ 4', '§ 3', '§ 4']

BZBplus 11-2019
Editorial: Wir verbessern die Rahmenbedingungen
KZVB führt Sonderausschüttungen auf Basis der Teilzahlungen ein
Von Datenschutz bis DSL-Versorgung – KZVB im Gespräch mit Digitalministerin Judith Gerlach
Überprüfung der Fortbildungspflicht ist ein Beispiel für überflüssige Bürokratie
Geglückte Wiedervereinigung
Expertengremium tagt zur Praxisbegehung
Fit für die Abrechnung – Auftakt der KZVB-Seminarreihen zum Bema-Teil 1 (KCH)
Bestandsverzeichnis und Medizinproduktebuch – So führen Sie beide Listen richtig
Effizient arbeiten – mit Mikropausen
Röntgenbilder im DICOM-Format – Prüfen Sie Geräte und Software
Unbürokratische Hilfe für Patienten in Not – Aus dem Praxisalltag des Hilfswerks Zahnmedizin Bayern
Betriebsrenten: Änderungen und Neuerungen
Praxis-Check Praxisbegehungen
Abrechnung transparent – IP-Leistungen / Impressum
Ausgabe 11/2019 plus Eine Publikation der BLZK und KZVB MEHR LIQUIDITÄT FÜR PRAXEN KZVB führt Sonderausschüttungen auf Basis der Teilzahlungen ein
Wir verbessern die Rahmen- bedingungen Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, noch hat die Selbstverwaltung Handlungsspielräume, die sie auch nutzt. Die Ver- teilung der von den Krankenkassen für die vertrags(zahn)ärztliche Versorgung bereit- gestellten Mittel ist die originäre Aufgabe der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen. So steht es im Sozialgesetzbuch. Im gleichen Paragraphen heißt es auch, dass dabei ein Verteilungsmaßstab (HVM) anzuwenden ist. Im Bereich der KZVB haben wir seit dem 1. Januar 2019 einen neuen HVM, der sich bestens bewährt hat. Die leidigen „Puffertage“ gehören damit der Vergangenheit an. Die Praxen haben Rechts- und Planungssicherheit. Ein weiteres wichtiges Regelwerk für die Honorarverteilung ist die Teilzahlungs- ordnung. Seit über 40 Jahren leistet die KZVB monatliche „Abschlagszahlungen“ für die gesamte konservierend-chirurgische und kieferorthopädische Abrechnung – einschließlich Material- und Laborkosten, die sich am Vorjahresumsatz orientieren. Die Höhe dieser gleichbleibenden monatlichen Teilzahlungen wird Ihnen schriftlich mitgeteilt. Bislang erhielten Sie so vorab 60 Prozent des Vorjahresumsatzes unabhängig von den im laufenden Jahr tatsächlich erbrachten Leistungen. Die restlichen 40 Pro- zent wurden erst mit der endgültigen Abrechnung ausbezahlt. Schon vor unserer Wahl 2016 hatten wir versprochen, den Praxen mehr Liquidität durch höhere oder frühere Auszahlungen zu verschaffen. Alle drei Monate erfolgt künftig eine Sonder- ausschüttung von 50 Prozent einer Teilzahlung. Das verschafft den Praxen früher mehr Liquidität – gerade rechtzeitig für die Steuervorauszahlungen. Mit dieser Maßnahme verbessern wir auch die Rahmenbedingungen für die frei- berufliche Berufsausübung, um wieder mehr Kolleginnen und Kollegen für die Niederlassung zu begeistern. Denn die niedergelassenen Zahnärzte sind der beste Garant für eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Versorgung in allen Teilen Bayerns. Das wussten schon unsere Vorgänger in den 1970er Jahren, die die Teil- zahlungen „erfunden“ haben. Ihr Christian Berger Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns Inhalt Fortbildungspflicht/Bürokratie Wiedervereinigung in Schwaben Beirat Praxisführung Auftakt der KZVB-Seminarreihe Bestandsverzeichnis/ Medizinproduktebuch Mikropausen in der Praxis Röntgenbilder im DICOM-Format Aus dem HZB-Praxisalltag Neues zu Betriebsrenten eazf Fortbildungen Abrechnung transparent Impressum Termine 6 7 8 9 10 12 13 14 16 18 20 22 23 Ausgabe 11/2019 BZBplus | 3
Mehr Liquidität für die bayerischen Praxen KZVB führt Sonderausschüttungen auf Basis der Teilzahlungen ein Die bayerischen Vertragszahnärzte be- kommen mehr finanziellen Spielraum: Ab November 2019 überweist die KZVB pro Quartal eine Sonderausschüttung, die sich an den bisherigen Teilzahlungen orientiert. Bislang erhält jeder abrechnende Zahn- arzt am Monatsende fünf Prozent des zugrunde gelegten Vorjahresumsatzes als Teilzahlung von der KZVB – das sind aufs Jahr gerechnet 60 Prozent des Vor- jahresumsatzes. Zusätzlich werden künftig einmal pro Quartal 50 Prozent einer Teil- zahlung jeweils im zweiten Monat des Quartals (Februar, Mai, August, November) als Sonderausschüttung überwiesen. Diese Sonderausschüttung wird geson- dert auf dem Kontoauszug ausgewiesen. Der FVDZ-geführte Vorstand setzt damit auch ein Wahlversprechen um. So hatte der FVDZ Bayern angekündigt, die Li- quidität der Praxen erhöhen zu wollen. Und genau dazu trägt die zusätzliche Teil-Auszahlung des voraussichtlichen Jahresumsatzes bei. Der Zeitpunkt ist wohl überlegt. Denn im dritten Monat des Quartals wird bei Vertragszahnärzten die Einkommen- steuervorauszahlung fällig. Durch die nun beschlossenen Sonderausschüttungen soll vermieden werden, dass kurzfristig das Konto überzogen oder Rücklagen aufgelöst werden müssen. Sollte ein Zahnarzt deutlich weniger Fälle als im Vorjahr abrechnen (unter 70 Prozent), werden entsprechend sowohl die Teilzahlungen als auch die Sonder- ausschüttungen automatisch von der KZVB reduziert. lh Lockerung beim Datenschutz Der Gesetzgeber hat den bürokratischen Aufwand beim Datenschutz verringert. Nach dem Bundestag (siehe KZVB-Rund- schreiben 5/2019 vom 16. September) hat nun auch der Bundesrat das Anpassungs- gesetz zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verabschiedet. Die Neuregelung sieht vor, dass Unternehmen nicht schon ab zehn, sondern erst ab 20 Beschäf- tigten einen Datenschutzbeauftragten ernennen müssen. Dies würde auch für Zahnarztpraxen gelten. Unabhängig von dieser Neuregelung gelten die Vorgaben und Pflichten aus der DSGVO jedoch aktuell uneingeschränkt. Die Änderun- gen treten erst nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Sobald dies geschehen ist, werden wir darüber informieren. Ein ausführlicher Artikel zum Thema erscheint im November-BZB. red 4 | BZBplus Ausgabe 11/2019
m o c . e b o d a . k c o t s - c i P - s e r u o o C l : o t o F Von Datenschutz bis DSL-Versorgung KZVB im Gespräch mit Digitalministerin Judith Gerlach Seit einem Jahr gibt es in Bayern ein eigenes Digitalministerium. Es sieht sich als „Denkfabrik der Digitalisierung in Bayern“ und ist das erste seiner Art in Deutschland. Geleitet wird es von Staatsministerin Judith Gerlach, MdL. Da die Digitalisierung längst auch das Gesundheitswesen erfasst hat, traf sich der KZVB-Vorsitzende Christian Berger mit Gerlach zu einem Gedankenaus- tausch im Bayerischen Landtag. Berger machte deutlich, dass bei der Digitalisierung der Mensch im Mittel- punkt stehen müsse. Deshalb lehnten die bayerischen Zahnärzte die zentrale Speicherung von Gesundheitsdaten ab. Die Datenhoheit solle beim Patien- ten liegen. Außerdem bräuchten die bayerischen Zahnarztpraxen dringend schnelles Internet – auch und gerade im ländlichen Raum. „Die Digitalisierung kann nur gelingen, wenn große Datenmengen zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens schnell und sicher ausgetauscht werden können“, so Berger. Er berichtete Gerlach auch, dass die KZVB ihren Mitgliedern mit Cryptshare kostenlos eine sichere Tech- nologie für den Austausch hochsensibler „Die Digitalisierung kann nur gelingen, wenn große Datenmengen zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens schnell und sicher ausgetauscht werden können.“ Das machte KZVB-Vorsitzender Christian Berger im Ge- spräch mit Digitalministerin Judith Gerlach deutlich. Patientendaten zur Verfügung stellt. „Wir sind nicht gegen die Digitalisierung, es braucht aber intelligentere Lösungen, als sie die gematik derzeit zur Verfügung stellt“, so der KZVB-Vorsitzende. lh
m o c . e b o d a . k c o t s - k n a b o t o h P : o t o F Viel Aufwand – wenig Auswirkung Überprüfung der Fortbildungspflicht ist ein Beispiel für überflüssige Bürokratie Die Überwachung der gesetzlichen Fort- bildungspflicht ist ein Beispiel für über- flüssige Bürokratie im Gesundheitswesen. Darauf hat die KZVB Mitte Oktober in einer Presseinformation hingewiesen. Alle fünf Jahre müssen Vertragszahnärzte einen entsprechenden Nachweis bei der für sie zuständigen KZV einreichen. Über- sieht ein Zahnarzt diese Frist, wird er automatisch mit einer Honorarkürzung von zehn Prozent „bestraft“. Die KZVB hat ausgerechnet, wieviel Geld dadurch an die Krankenkassen zurück- fließt. „Die Beträge sind so gering, dass Aufwand und Nutzen hier in keinem Verhältnis zueinanderstehen. Fast 100 Prozent der Kollegen haben aktuell den Nachweis fristgerecht erbracht. Für das Jahr 2018 erhält die größte bayerische Krankenkasse gerade einmal 1051,99 Euro zurück. Bei den kleineren Kassen sind es zweistellige Beträge. Angesichts eines Honorarvolumens von 2,5 Milliar- den Euro stehen die Rückzahlungen in keinem Verhältnis zum bürokratischen Aufwand“, kritisiert der KZVB-Vorsitzende Christian Berger. Zahnärzte haben Pflicht nicht nötig „Die bayerischen Zahnärzte nehmen die Fortbildung mit oder ohne gesetzliche Pflicht sehr ernst. Es ist in ihrem eige- nen Interesse, dass sie ihren Patienten immer die neuesten Therapien anbieten können. Zudem unterstützen die zahn- ärztlichen Körperschaften ihre Mitglieder bei der Erfüllung der Fortbildungspflicht durch eine Fülle von Veranstaltungen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bayerische Zahnärztetag, an dem jedes Jahr über 1000 Zahnärzte und Praxismitarbeiter teilnehmen“, betont der stellvertretende KZVB-Vorsitzende Dr. Rüdiger Schott. 6 | BZBplus Aufwand auch bei den KZVen „Die Erbringung und Überprüfung des Fortbildungsnachweises sorgt nicht nur in den Praxen, sondern auch in den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen für einen enormen Bürokratieaufwand. Die Kosten dafür liegen um ein Vielfaches über dem, was an Rückflüssen generiert wird“, ergänzt Vorstandsmitglied Dr. Manfred Kinner. Angesichts des hohen Aufwands und des geringen Nutzens appelliert die KZVB an den Gesetzgeber, auf die Überprüfung des alle fünf Jahre zu erbringenden Fort- bildungsnachweises zu verzichten. Das wäre echter Bürokratieabbau im Gesund- heitswesen. Die gewonnene Zeit würde in den Praxen für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. lh Ausgabe 11/2019
Geglückte Wiedervereinigung Zusammenschluss der Geschäftsstellen von ZBV und KZVB-Bezirksstelle in Schwaben Die Verwaltungsmitarbeiterinnen der KZVB-Bezirksstelle Schwaben Margarete Engelhardt und Vera Homberg und der Bezirksstellen- vorsitzende Dr. Werner Krapf (v.l.). Die Geschäftsstellen von ZBV Schwaben und KZVB-Be- zirksstelle haben nach 14 Jahren der Trennung wieder eine gemeinsame Adresse. Die schwäbische Bezirksstelle ist seit September 2019 unter dem Dach des ZBV im Lauterlech 41 in Augsburg zu finden. Mit Beginn der Amtsperiode im Januar 2017 zeichnete sich ab, dass die inhaltliche und räumliche Zusammenarbeit der beiden zahnärztlichen Körperschaften dank des Wählerver- haltens der schwäbischen Zahnärzte/innen bei den ZBV- und KZV-Wahlen wieder in greifbare Nähe rücken würde. Stück für Stück konnten die bis dahin bestehenden Barrieren abgebaut werden. Es fanden keine konkurrierenden Fortbildungsver- anstaltungen mehr statt und die Synergieeffekte zahlen sich für beide Körperschaften in vielen Bereichen aus. Geld sparen – Wege verkürzen Als Krönung der neuen alten Zusammenarbeit finden die beiden Körperschaften nun auch räumlich wieder zueinander. Mit dem Zusammenschluss im Lauterlech in Augsburg sparen KZVB und ZBV Schwaben Geld und verkürzen die Wege. „Der schwäbische Weg ist Leitschnur für die Arbeit des ZBV Schwaben und geprägt von Umsicht bei der Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben, Richtlinien und Reglementierungen, von der Nähe zu den Zahnärzten und vom sorgsamen Umgang mit den Beiträgen der Mitglieder“, sagt der Bezirksstellen- vorsitzende Dr. Werner Krapf, der auch Fortbildungsreferent des ZBV ist. Die Bezirksstelle beschäftigt zwei Mitarbeiterinnen, der ZBV hat zweieinhalb Stellen für die verschiedenen Aufgabenstel- lungen. ZBV-Vorsitzender ist Christian Berger, 2. Vorsitzende Dr. Andrea Jehle. Die Bezirksstelle der KZVB in Schwaben wird geführt von Dr. Werner Krapf als Vorsitzendem und Dr. Axel Kern als dessen Stellvertreter. Anita Wuttke Ausgabe 11/2019 BZBplus | 7
Expertengremium tagt zur Praxisbegehung Außerordentliche Sitzung aufgrund der angekündigten Praxisbegehung 2020 Ab April 2020 hat die Gewerbeaufsicht angekündigt, Zahnarztpraxen schwer- punktmäßig zu begehen. Aus diesem Grund fand Ende September eine außerordentliche Sitzung des Beirats Praxisführung der BLZK statt. Ziel war es, den bayerischen Zahnärzten best- mögliche Unterstützung auch über die Grenzen der Regierungsbezirke hinaus zu bieten. Dr. Michael Rottner, Referent Praxisführung und Medizinprodukte der BLZK, hielt einen Vortrag über die zu erwartenden Schwerpunkte der Praxis- begehungen. Austausch der Bezirksverbände Der Beirat Praxisführung kommt in der Regel einmal im Jahr in München zusam- men. Dem Beirat gehören alle Referenten für Praxisführung der acht Zahnärztlichen Bezirksverbände (ZBV) an. Unter der Leitung von Dr. Michael Rottner tauschen sich die Teilnehmer über aktuelle The- men zur Hygiene, Arbeitssicherheit und dem Strahlenschutz aus. Die ZBV-Refe- renten berichten über ihre Erfahrungen in den jeweiligen Bezirksverbänden. In den letzten Jahren waren die maschi- nelle Aufbereitung und Validierung der Aufbereitungsprozesse Schwerpunkte der Sitzung. Dr. Rottner berichtet als Mitglied des Ausschusses Hygiene der Bundeszahnärztekammer über Ergeb- nisse der Sitzung auf Bundesebene. Durch diesen Erfahrungsaustausch ist es möglich, den bayerischen Zahnärzten einheitliche Informationen praxisnah an die Hand zu geben. Anna-Lena Daffner Referat Praxisführung und Medizinprodukte der BLZK K Z L B : o t o F Trafen sich zum Informationsaustausch: die Mitglieder des Beirats Praxisführung und Kammer- mitarbeiter des Referats Praxisführung und Medizinprodukte der BLZK 8 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Fit für die Abrechnung Auftakt der KZVB-Seminarreihen zum Bema-Teil 1 (KCH) m o c . e b o d a . k c o t s - 4 6 9 1 l e v a p : o t o F 160 Zahnärzte und zahnärztliche Mit- arbeiter kamen zum Auftakt der neuen bayernweiten KZVB-Abrechnungssemi- nare Ende September nach Gersthofen. Ähnlich viele Teilnehmer waren es An- fang Oktober in Veitshöchheim. In den kommenden Wochen und Monaten gibt es zwei Termine in jedem bayerischen Bezirk: ein Grundlagen- und ein Auf- bauseminar. Im Grundlagen-Seminar „Kompass zur KCH-Abrechnung (Bema)“ geht es zu- nächst um Untersuchungsleistungen, konservierend-chirurgische Leistungen, Besuchsleistungen nebst deren Zuschlä- gen sowie den Individualprophylaxe- leistungen, die gemäß Bema-Teil 1 im Rahmen der gesetzlichen Krankenver- sicherung abrechnungsfähig sind. Im Dezember geht es weiter mit dem Aufbau-Seminar „Kassenleistung-Privat- leistung bei KCH und Prophylaxe“. Darin zeigen die Referenten die Schnittstellen zwischen Bema- und GOZ-Abrechnung bzw. die Abgrenzung der Kassenleistung zur außervertraglichen Leistung auf. weitere Informationen stehen auf kzvb. de/zahnarztpraxis/veranstaltungen-ter- mine. Die Teilnahme kostet je Seminar 75 Euro pro Person. Im Preis enthalten sind Skript, alkoholfreie Getränke und Snacks. Für die Teilnahme gibt es fünf Fortbildungspunkte. Jeder Teilnehmer erhält neben dem Feedbackbogen ein zusätzliches Formu- lar für weitere Fragen. Die Beratungsstelle der KZVB beantwortet diese dann zeit- nah. Dieser Service kam ebenso gut an wie die Tatsache, dass mit Dr. Manfred Kinner auch ein Mitglied des KZVB-Vor- stands anwesend war. Referenten sind Dr. Christian Öttl, Kers- tin Salhoff, Barbara Zehetmeier und Corina Schmenger. Alle Termine und Anmelden kann man sich unter eazf.de. Da die Zahl der Kursteilnehmer begrenzt ist, bitten wir die Anmeldebestätigung der eazf abzuwarten, die Ihre Teilnahme bestätigt. Für weitere Auskünfte steht Ihnen die eazf unter Tel.: 089 230 211 - 400 zur Verfügung. Barbara Zehetmeier (ZMV, Betriebswirtin) Leiterin Projektgruppe Abrechnungswissen der KZVB Rund 150 Zahnärzte und zahnärztliche Mitarbeiter kamen zum KCH-Seminar der KZVB in die Mainfrankensäle in Veitshöchheim. Ausgabe 11/2019 Referenten des KCH-Seminars sind Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier und Corina Schmenger (von links oben im Uhr- zeigersinn). Der KZVB-Vorstand wird vertreten durch Dr. Manfred Kinner. BZBplus | 9
Bestandsverzeichnis und Medizinproduktebuch So führen Sie beide Listen richtig Medizinprodukte, für die ein Medizin- produktebuch geführt wird, sind immer auch im Bestandsverzeichnis zu erfassen, da es sich um aktive Medizinprodukte handelt. Ein Medizinproduktebuch kann als Prüfnachweis von Medizinprodukten herangezogen werden. Rechtliche Grund- lage für beide Listen sind § 12 und 13 Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV). Bestandsverzeichnis und Medizinproduk- tebuch können auf Papier oder elektro- nisch geführt werden. Ein elektronisches Bestandsverzeichnis muss für relevante Informationen kurzfristig zur Verfügung stehen. Die zuständige Behörde muss in das Bestandsverzeichnis im Rahmen einer Überwachung einsehen können. Bestandsverzeichnis Betreiber von Medizinprodukten (Pra- xisinhaber) haben für alle aktiven nicht implantierbaren Medizinprodukte ein Bestandsverzeichnis zu führen. Aktiv bedeutet, dass der Betrieb des Medizin- produkts von einer Stromquelle oder anderen Energiequelle abhängig ist. Ein ausfüllbares Muster eines Bestands- verzeichnisses finden Sie im QM Online der BLZK unter qm.blzk.de (mit Login) im Kapitel D04b03. Die Tabelle kann als PDF- oder Word-Dokument herunter- geladen und händisch oder elektronisch ausgefüllt werden. In das Bestandsverzeichnis werden die nachfolgend aufgeführten Punkte ein- getragen. Die entsprechenden Informa- tionen sind in der Regel den Hersteller- angaben, der Gebrauchsanweisung, dem Typenschild oder Rechnungen und Lieferscheinen zu entnehmen. ■ Bezeichnung, Art und Typ, ■ Code, Serien- oder Fabrikations- nummer, ■ Anschaffungsjahr des Medizinpro- duktes, ■ Name oder Firma und Anschrift des für das jeweilige Medizinprodukt Verantwortlichen gemäß § 5 Medi- zinproduktegesetz (MPG), ■ Kenn-Nummer der benannten Stelle (soweit diese nach den Vorschriften des MPG angegeben ist), ■ Standort und betriebliche Zuord- nung, ■ Einweisung: Zeitpunkt, Name der einweisenden Person (nach § 10 Ab- satz 1 Satz 1 Nummer 2 MPBetreibV) sowie die Namen der eingewiesenen Personen, ■ Sicherheits- und messtechnische Kontrollen: Fristen und Zeitpunkt der Durchführung, Name der verant- wortlichen Person oder der Firma, die diese Maßnahme durchgeführt hat, sowie das Ergebnis, ■ Funktionsstörungen und wieder- holte gleichartige Bedienungsfehler: Datum, Art und Folgen, ■ Fristen der sicherheitstechnischen ■ Meldung von Vorkommnissen an Be- Kontrollen (nach § 11 Absatz 1 Satz 2 und 3 MPBetreibV) hörden und Hersteller: Datum und Angabe, an wen gemeldet wurde. Medizinproduktebuch Für Medizinprodukte, die in den Anlagen 1 und 2 der MPBetreibV aufgeführt sind, ist zusätzlich zum Bestandsverzeichnis ein Medizinproduktebuch zu führen. Ein ausfüllbares Muster eines Bestands- verzeichnisses finden Sie im QM Online der BLZK unter qm.blzk.de (mit Login) im Kapitel D04b04. Die Tabelle kann als PDF- oder Word-Dokument herunter- geladen und händisch oder elektronisch ausgefüllt werden. In das Medizinproduktebuch sind fol- gende Angaben einzutragen: ■ Bezeichnung des Medizinprodukts: Gerätetyp, Serien-/Fabrikationsnum- mer, Datum der Anschaffung, Name des Herstellers, gegebenenfalls Im- porteur, Name des Lieferanten, ■ Standort, betriebliche Zuordnung ■ Beleg über die Funktionsprüfung und Einweisung gemäß § 10 Abs. 1 MPBetreibV, Mit diesen beiden Verzeichnissen (siehe auch Abb. rechts) behält der Zahnarzt den Überblick über alle aktiven nicht implantierbaren Medizinprodukte, die in der Praxis betrieben werden. Anna-Lena Daffner Referat Praxisführung und Medizinprodukte der BLZK INFORMATIONEN ZU DEN PRAXISBEGEHUNGEN 2020 AUF EINEN KLICK Website Praxisbegehung 2020 www.blzk.de/praxisbegehung2020 ■ Aktuelle Nachrichten ■ Antworten auf häufig gestellte Fragen ■ Artikel von Aufbereitung bis Validie- rung aus BZB und BZBplus ■ Infoveranstaltungen der eazf 10 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Bestandsverzeichnis Medizinproduktebuch Alle aktiven Medizinprodukte* (mit Strom oder Batterie betrieben) Für in Anlage 1 und Anlage 2 der MPBetreibV aufgeführte Medizinprodukte* z. B. Sterilisator z. B. Hochfrequenzchirurgiegerät Behandlungseinheit Lasergeräte der Klasse 3B, 3R und 4 Polymerisationslampe Nervenfunktionsgerät (Pulpenprüfer) Röntgengerät *Ausführliche Definition, s. § 3 MPG Defibrillator Anästhesiegerät WIR matchen SIE und finden Ihre Mitarbeiter - Assistenten, (Fach-) Zahnärzte, Allrounder oder Spezialisten (m|w|d) Bewerfer-Check für Ihren Standort. Jetzt kostenlos testen: ▶ www.fewerfercheck.dzas.de ◀ Die Matchingplattform für Zahnärzte Deutscher Zahnarzt Service • Tel. (0) 521 / 911 730 45 Deutscher Zahnarzt Service powered fy Über 6.500 registrierte Bewerber
m o c . e b o d a . k c o t s - 8 0 y a k r e b : o t o F Effizient arbeiten – mit Mikropausen Wie Sie kurze Ruhezeiten in der Praxis sinnvoll gestalten Wagen Sie den Perspektivenwechsel: Nehmen Sie sich kurz Zeit und denken Sie – anstatt an die vielen Aufgaben – an die Pausen, die Sie in den Praxisalltag heute einplanen. Arbeitsunterbrechun- gen – vom Patienten oder vom Bildschirm – sind wichtig, um effizient zu arbeiten. Das zeigen Erkenntnisse aus der Psycho- logie und der Arbeitswissenschaft. Wer Pausen im Praxisalltag mit einplant, erledigt seine Arbeit insgesamt effizienter. Tun Sie: nichts Nennen Sie es Time Out, kreative Auszeit oder Karenzzeit: Zu jeder Arbeitsphase gehören auch Erholungsphasen, in denen Stress abgebaut und neue Kraft geschöpft werden kann. Sogenannte Mikropausen dauern nur einige Sekunden oder Minuten, können jedoch effizient genutzt werden. Machen Sie es wie Spitzensportler Weniger Fehler, mehr Motivation Suchen Sie die perfekte Mischung aus Belastung und Entlastung für den Praxis- alltag. Probieren Sie beispielsweise das Arbeiten nach dem BRAC-Prinzip (BRAC = Basic Rest Activity Cycles). Es empfiehlt Pausen nach jeweils 90 Minuten Arbeit und orientiert sich dabei an den Schlafphasen des Menschen. Er hat nachts innerhalb von 90 Minuten mehrere Leicht- und Tief- schlafphasen. Auch bei Tag durchläuft der Körper innerhalb von 90 Minuten verschie- dene Phasen höherer oder niedrigerer Konzentration. Wer diese erkennt und entsprechend handelt, vermeidet über den Tag verteilt größere Erschöpfung und erhält sich so langfristig leistungsfähig. Wer dem BRAC-Prinzip nicht vertraut, startet alternativ ein Projekt der Selbst- wahrnehmung. Beobachten Sie sich selbst im Praxisalltag. Wann sind Sie müde? Wann leicht reizbar? Wann sind Sie unmotiviert, nicht (mehr) so tatkräftig, wie Sie es sich wünschen? Wann machen Sie mehr Fehler? Dann ist es eventuell Zeit für eine Pause, um neue Energie zu schöpfen. Denn: Wer versucht, länger durchzuhal- ten als der natürliche Rhythmus es vor- gibt, tut sich keinen Gefallen. Die meiste Energie wird dann für die Willenskraft benötigt, trotzdem weiterzumachen. Das Ergebnis: Müdigkeit und mehr Fehler. Stehen Sie zum Beispiel kurz auf, schauen Sie aus dem Fenster, öffnen Sie es, atmen Sie bewusst durch. Wenn es die Situation erlaubt, schließen Sie kurz die Augen, entspannen Sie die Mus- keln. Auch wenn dieses Vorgehen zunächst ungewohnt erscheint und Sie lieber das Smartphone checken oder einen Kaffee trin- ken wollen, gehen Sie zurück in die Ruhe und tun Sie in einer Kurzpause das, wofür sie da ist: nichts. Das Ziel von Arbeitsunterbre- chungen ist es, Leistungsphasen effizient zu nutzen und Erschöp- fung auf Dauer zu vermeiden. Mit bestem Gewissen Fehlt nur noch, das schlechte Gewissen zu überwinden, das den einen oder anderen be- schleicht, der Mikropausen in seinen Arbeitsalltag integriert. Dabei hilft zum einen, sich noch einmal die Vorteile des neuen Verhaltens bewusst zu machen (Leistungsfähigkeit, Effizienz), zum anderen, die neue Gewohn- heit in den Alltag zu integrieren. So werden die Pausen zu einem festen Bestandteil der Praxisab- läufe und rücken nicht erst mit einem Perspektivenwechsel in den Fokus. Linda Quadflieg-Kraft 12 | BZBplus Ausgabe 11/2019
m o c . e b o d a . k c o t s - t e s a m o r : o t o F Röntgenbilder im DICOM-Format Prüfen Sie Geräte und Software Nach einem Beschluss des Länderaus- schusses Röntgenverordnung im Novem- ber 2014 ist ab dem 1. Januar 2020 die DIN 6862-2 für die Zahnmedizin verpflich- tend. Das heißt: Jede Zahnarztpraxis oder -klinik, die digitale radiologische Verfahren einsetzt, muss bis dahin Rönt- gengeräte, aber auch die Röntgen- und Patientenverwaltungssoftware und die entsprechenden Schnittstellen ausrüsten. Nur so ist die Weitergabe von digitalen Röntgenbildern im DICOM-Format (Di- gital Imaging and Communications in Medicine) gewährleistet. Eventuell ist ein Update notwendig Aufgrund der Vielzahl der Geräte und der damit verbundenen Einzellösun- gen ist es sinnvoll, frühzeitig mit den Geräteherstellern, den Anbietern der Praxisverwaltungssoftware oder dem Dentaldepot Kontakt aufzunehmen, um rechtzeitig zu klären, ob eine Röntgen- anlage auch 2020 reibungslos betrieben werden kann. Derzeit ist der Export von Röntgenauf- nahmen aus den meisten verwendeten Röntgen- und Patientenverwaltungspro- grammen im geforderten DICOM-Format möglich. Wenn dies der Fall ist, sind keine weiteren Maßnahmen notwendig. Altgeräte beziehungsweise nicht kompa- tible Software benötigen womöglich ein Update. Bei Konvertierungsprogrammen, die in anderen Formaten gespeicherte Bilddaten in DICOM-Dateien umwandeln können, ist sicherzustellen, dass die geforderten Informationen, aber auch der Datenschutz der Patientendaten gegeben sind. Vorteile von DICOM Eine DICOM-Datei zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur die eigentlichen Bilddaten enthält, sondern weitere Meta- daten, die mit der Röntgenaufnahme verbunden sind. Dazu zählen Informa- tionen zur Identifikation des Patienten, zur Identifikation der Institution (aus- führende und verantwortliche Stelle), organisatorische und medizinische Untersuchungsdaten sowie technische Untersuchungsdaten und die Strah- lungsexposition. Durch diese mit dem Bild verbundenen Metadaten soll die Patientensicherheit erhöht und eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen werden. Derzeit liegt der Anteil digitaler Röntgen- geräte in der zahnärztlichen Praxis (mit stetig zunehmenden Zahlen) bei circa 70 Prozent. In der Radiologie werden digitale Bilder bereits weltweit im DICOM-Format gespeichert und weiterverarbeitet. Priv.-Doz. Dr. Dr. Rainer Lutz Referent Strahlenschutz der BLZK KONTAKT Referat Strahlenschutz der BLZK Telefon: 089 230211-346 E-Mail: strahlenschutz@blzk.de Ausgabe 11/2019 BZBplus | 13
B Z H : s o t o F Zahnarzt Dr. Bernd Wüst und ZFA Petra Fichtner behandeln einen Patienten in der HZB-Praxis Unbürokratische Hilfe für Patienten in Not Aus dem Praxisalltag des Hilfswerks Zahnmedizin Bayern Das unter Schirmherrschaft der Bayeri- schen Landeszahnärztekammer stehende Hilfswerk Zahnmedizin Bayern e.V. (HZB) kümmert sich um die zahnmedizinische Versorgung von Menschen ohne Kranken- versicherung im Freistaat. Hier erzählen der erste Vorsitzende Dr. Martin Schubert und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Tilman Haass aus dem Alltag in der HZB-Praxis: BZBplus: Wie oft und von wem wer- den Patienten in der HZB-Praxis be- handelt? Schubert: Wir behandeln derzeit an zwei halben Tagen pro Woche im Mal- teser-Haus in München – Dienstagvor- mittags und Donnerstagnachmittags. Die Patienten bleiben dabei anonym und die Behandlung ist kostenlos. Unter- stützt werden wir von circa zehn aktiven unentgeltlich arbeitenden Kollegen, die sich tageweise abwechseln, und von einer zahnmedizinischen Assistentin, die beim HZB angestellt ist. Erhalten die Patienten neben der me- dizinischen Versorgung noch weitere Unterstützung? 14 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Haass: Die Besonderheit unserer Zu- sammenarbeit mit den Maltesern besteht darin, dass die Patienten eingeladen werden, vor oder nach der Behandlung die Sozialberatung im Haus in Anspruch zu nehmen. Dort werden ihnen – wenn möglich – Wege aufgezeichnet, wie sie wieder in ein geordnetes Versicherungs- verhältnis zurückkehren beziehungsweise in ein solches gelangen können. Das heißt, die Patienten bekommen nicht nur medizinische oder zahnmedizinische Hilfe, sondern auch eine professionelle Sozialberatung – sofern sie das möchten. Bei dieser Arbeit erleben Sie sicherlich viele berührende Einzelschicksale. Schubert: Ja, das stimmt. Ein Fall hat unsere zahnmedizinische Assistentin be- sonders beeindruckt: Eine junge Frau aus Niederbayern, circa 28 Jahre alt, arbeits- los, bisher offensichtlich bei ihren Eltern mitversichert, jedoch jetzt nicht mehr, war ohne Hilfe der Familie auf Arbeits- suche in München. Mangels Geld und Unterstützung schlief sie in ihrem Auto. „Die Patienten bekommen nicht nur zahnmedizini- sche Hilfe, sondern auch eine Sozialberatung.“ Dr. Tilman Haass Eines Tages meldete sie sich in unserer Praxis, da sie Zahnschmerzen hatte. Es stellte sich heraus, dass ein Schneide- zahn wegen einer unbehandelten, tie- fen Karies abgestorben war. Außerdem waren bei anderen Schneidezähnen schwarze Randverfärbungen – ebenfalls durch Karies verursacht – zu sehen. An- sonsten war die junge Dame durchaus gepflegt. Die Patientin berichtete aus- führlich von ihrer misslichen Lage und es tat ihr sichtlich gut, dass ihr jemand zuhören wollte. Sie hatte Hemmungen, sich mit ihren „schwarzen Zähnen“ zu bewerben. In drei Sitzungen wurden ihre Frontzähne behandelt, inklusive einer endodontischen Maßnahme. Die Patientin zeigte sich überglücklich und Engagieren sich für Patienten ohne Krankenversicherung: erster HZB-Vorsitzender Dr. Martin Schubert (re.) und stellvertretender Vorsitzender Dr. Tilman Haass. dankbar für die Hilfe. Wie uns berichtet wurde, soll nach einiger Zeit auch ihre Bewerbung erfolgreich gewesen sein. Können Sie die Behandlungen wie in einer normalen Zahnarztpraxis durch- führen? Haass: Leider können bei vielen Pati- enten, vorwiegend aus Osteuropa, die wegen Arbeitslosigkeit oder Schein- selbstständigkeit nicht versichert sind, erkrankte und schmerzende Zähne nicht erhalten werden, wie es in einer allgemeinzahnärztlichen Praxis bei Ver- sicherten durchaus selbstverständlich geworden ist. Diese Patienten wollen nur, dass die Schmerzursache beseitigt wird. Für zahnerhaltende Maßnahmen und konservative Rettungsmaßnahmen fehlt ihnen die Zeit oder das Verständnis. Folgetermine nehmen sie oft gar nicht mehr wahr. Die Indikation für eine endodontische Therapie im Seitenzahngebiet ist in unse- rer Praxis sehr eng. Solche therapeuti- schen Maßnahmen können nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Zähne ohne indirekte restaurative Maßnahmen zu Ende behandelt werden können – und selbstverständlich auch nur dann, wenn damit zu rechnen ist, dass der Patient weitere Folgetermine wahrnimmt. In den meisten Fällen ver- lassen unsere Patienten die Praxis leider ohne den schmerzenden Zahn, zeigen sich aber sehr dankbar für die unbüro- kratische Hilfe in ihrer Not. Somit dürfen wir sagen, dass die zahn- ärztliche Praxis des Hilfswerks Zahn- medizin Bayern eine große Hilfe für die Stadt München, ihre Nichtversicherten, die Malteser Medizin für Nichtversicherte (in deren Räumen sich die HZB-Praxis be- findet), aber auch für das Bild der Zahn- ärzteschaft in München und in Bayern ist. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Schubert und Herr Dr. Haass! Das Interview führte Nina Prell, Referat Soziales Engagement der BLZK. MACHEN SIE MIT! Sie können sich vorstellen, Patienten einmal im Monat in der Praxis des HZB im Münchner Malteser-Haus oder etwa zwei- bis dreimal pro Jahr in Ihrer eige- nen Praxis ehrenamtlich zu behandeln? Dann melden Sie sich gern beim Hilfs- werk Zahnmedizin Bayern – telefonisch unter 089 230211-364 oder per E-Mail an hzbayern@blzk.de. Mehr Informationen zum Hilfswerk finden Sie unter hilfswerk-zahnmedizin-bayern.de Ausgabe 11/2019 BZBplus | 15
m o c . e b o d a . k c o t s - e k h c s e n K t r e b o R : o t o F Die betriebliche Altersvorsorge ist immer noch ein sehr wirksames und gutes Instrument, um Mitarbeiter zu binden und zu fördern. Betriebsrenten: Änderungen und Neuerungen Diese Punkte müssen Praxisinhaber künftig beachten Bereits seit vielen Jahren ist die Betriebs- rente ein gängiges Modell, um Mitarbeiter ergänzend zum Gehalt zu entlohnen. So stellen zum Beispiel Direktversicherungen eine recht sichere Altersversorgungs- form dar, bei der zunächst – im Rahmen gesetzlicher Höchstgrenzen – weder Steuer- noch Sozialabgaben auf den eingezahlten Beitrag zu entrichten sind. Dies ändert sich jedoch beim Renten- bezug. Dann sind – zumindest von ge- setzlich Krankenversicherten – Kran- kenkassenbeiträge (aktuell zum vollen Beitragssatz) abzuführen. Ob eine steuer- liche Belastung erfolgt, hängt von der persönlichen Situation im Rentenalter ab. Damit die Rente reicht Trotz des Nachteils der nachträglichen Beitragszahlung in der gesetzlichen Kran- kenversicherung beziehungsweise der Besteuerung ist die betriebliche Alters- vorsorge immer noch ein sehr wirksames und gutes Instrument, um Mitarbeiter zu binden und zu fördern. Seien wir ehr- lich – die zu erwartenden gesetzlichen Renten allein werden bei den meisten Angestellten kaum zum Leben reichen. Da ist manch Angestellter später – und auch heute bereits – froh über eine er- gänzende Förderung. Es gibt diverse Wege, eine Betriebsrente zu gestalten. Sinnvoll erscheint zum 16 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Beispiel eine Direktversicherung, da diese normalerweise problemlos beim Ausscheiden einer Mitarbeiterin mitgege- ben oder auf den nächsten Arbeitgeber übertragen werden kann. Wichtig ist, einen geeigneten und kapitalstarken Anbieter auszuwählen, der die Rente später garantieren kann. Um eine passende Lösung zu finden, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Experten aus der Versicherungsbranche. Denn: Kann der Versicherer die Leistung zum Beispiel wegen Insolvenz nicht er- bringen, haftet der Arbeitgeber. In der Praxis kommt dies zum Glück relativ selten vor – vorausgesetzt, der Arbeit- geber hat sich für einen seriösen Anbieter entschieden. Die Verpflichtung, der Mitarbeiterin eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) zu er- möglichen, besteht für den Arbeitgeber immer. Sie müssen diese nicht zwangs- läufig bezahlen – aber wenn die Mit- arbeiterin einen Teil ihres Gehaltes in eine BAV einzahlen möchte, müssen Sie ihr das ermöglichen. Dann gilt: Augen auf beim Versicherungskauf! Der Arbeitgeber haftet! Kompetenter und unabhängiger Rat ist auch hier empfehlenswert. Gesparte Sozialabgaben reinvestieren Eine der wichtigsten Änderungen im Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist die Pflicht des Arbeitgebers, bei einer BAV auch den Eigenanteil an der Erspar- nis von Sozialversicherungsbeiträgen in den Vertrag einzuzahlen. Das bedeu- tet: Wenn eine Mitarbeiterin über eine Betriebsrente verfügt oder diese neu abschließt und den Beitrag aus ihrem eigenen Gehalt bezahlt, fallen auf diesen Beitrag keine Sozialabgaben an. Das gilt sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer. Neu ist, dass der Arbeitgeber (bei Neu- verträgen ab sofort, bei bestehenden Verträgen ab dem 1. Januar 2022) seine Sozialversicherungsersparnis ebenfalls in den Vertrag einzahlen muss. Um das Verfahren zu vereinfachen, hat der Ge- setzgeber festgelegt, dass 15 Prozent (entspricht den vom Arbeitgeber gespar- ten Sozialversicherungsbeiträgen) des eingezahlten Beitrags vom Arbeitgeber als Zuschuss gezahlt werden müssen. Tipp: Prüfen Sie bestehende Zusagen frühzeitig und stimmen Sie sich mit einem Steuerbüro ab. Zudem reicht es künftig aus, die Direktver- sicherung in Form einer Mindestzusage abzuschließen. Das heißt, Sie garantieren der Mitarbeiterin nur die eingezahlten Beiträge, aber keine möglichen Über- schüsse oder ähnliches, was Ihre Haftung, insbesondere bei der Wahl des Anbieters, stark reduzieren sollte. Generell gilt: Die Betriebsrente ist als ergänzende Lohnleistung und als Anreiz absolut zu empfehlen! Denn: ■ Sie unterstützen Mitarbeiter beim Aufbau einer Zusatzrente. ■ Auf die eingezahlten Beiträge ent- fallen keine Steuern und Sozialver- sicherungsbeiträge. ■ Die Mitarbeiter fühlen sich in der Re- gel durch eine Betriebsrente stärker gebunden. ■ Sie sichern eine Zusatzleistung zu, die nicht jeder Arbeitgeber bietet. In diesem Zusammenhang ein Hinweis: Gute Mitarbeiter zu finden, ist schwie- rig und nicht selten mit hohen Kosten verbunden. Gute Leute zu behalten, kann manchmal auch durch ergänzende Leistungen und Anreize einfacher und günstiger sein. Die eazf Consult bietet eine unabhängige und auf das zahnärztliche Berufsbild ab- gestimmte Beratung durch Spezialisten an. Für bayerische Zahnärzte ist dieser Service kostenfrei. Michael Weber eazf Consult GmbH FÜR FRAGEN Michael Weber Geschäftsführer der eazf Consult E-Mail: mweber@eazf.de Telefon: 0162 4328606
Fortbildungen KURS THEMA/REFERENT V59812 Intensiv-Kurs Verwaltung Susanne Eßer V69758-1 Aufbereitung von Medizinprodukten - Erwerb der Sachkenntnisse § 8 Abs. 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 1 MPBetreibV Marina Nörr-Müller DATUM, ORT Mo/Di, 11./12. November Regensburg Seminarzentrum Mo-Mi, 11.-13. November München Akademie Qualitätsmanagement - Was ist für die Praxis wichtig? Dora M. von Bülow Mi, 13. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz gem. § 18a Abs. 2 RöV Dr. Moritz Kipping Mi, 13. November, 14 Uhr Nürnberg Akademie V79463 V79462 V79465 V79814 V79473 V69818 V79815 V69475 V69817 € 425 775 350 95 PKTE FÜR WEN? 0 0 8 3 ZAH/ZFA ZAH/ZFA ZA ZA 450 16 ZA, ZMV, PM, QMB 50 50 330 330 350 350 350 250 125 8 8 0 8 0 0 8 0 8 ZA ZA ZAH/ZFA, ZMF, ZMP ZA, ZAH/ZFA, ZMV, PM, ZMF, ZMP ZMP ZAH/ZFA, ZMF, ZMP ZA ZAH/ZFA, ZMF, ZMP, DH ZA, ZAH/ZFA, ASS Datenschutzbeauftragte/-r in der Zahnarztpraxis Regina Kraus V59650-1 Niederlassungsseminar Daniela Naumann, Stephan Grüner, Michael Weber, Michael Stolz V59640-1 Der Weg zur erfolgreichen Praxisübergabe – Langfristig planen, gemeinsam umsetzen Michael Weber, Daniela Naumann, Bernhard Fuchs, Stephan Grüner Süßes Blut - Bittere Folgen! Update Diabetes mellitus Dr. Catherine Kempf Schlagfertigkeit in Konfliktsituationen Lisa Dreischer ZMP Update - Deep Scaling Tatjana Bejta, Natascha Stang Fissurenversiegelung - Sicher und effektiv Monika Hügerich Fr/Sa, 15./16. November Nürnberg Akademie Sa, 16. November, 9 Uhr apoBank Würzburg Sa, 16. November, 9 Uhr apoBank Würzburg Sa, 16. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Mi, 20. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Mi, 20. November, 9 Uhr München Akademie Mi, 20. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Der allgemeinmedizinische Risikopatient in der zahnärztlichen Praxis Prof. Dr. Andreas Filippi Fr, 22. November, 9 Uhr München Akademie Schleifen von Handinstrumenten Tatjana Herold Fr, 22. November, 9 Uhr München Akademie V69620-8 BWL - Grundkenntnisse der GOZ-Abrechnung und Auszüge aus der GOÄ Irmgard Marischler Sa, 23. November, 9 Uhr München Flößergasse V79479 V69478 Hands-on-Chirurgie: Schnittführung und Nahttechnik PD Dr. Jörg Neugebauer Halitosis: Update 2019 - Die Mundgeruch-Sprechstunde in der zahnärztlichen Praxis Prof. Dr. Andreas Filippi V79478 Vom Apfel zur Karies - Vom Smoothie zum Diabetes Tatjana Herold V79820-1 Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz für ZFA Dr. Moritz Kipping V79820 V39306 V39103 V69819 V79818 Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz für ZFA Dr. Moritz Kipping Prophylaxe Basiskurs Tatjana Bejta, Natascha Stang, Sabrina Sangiorgio Prothetische Assistenz ZÄ Manuela Gumbrecht Intensiv-Kurs Verwaltung Susanne Eßer QM - Arbeitssicherheit - Hygienemanagement Update-Workshop für QMB Brigitte Kenzel, Ria Röpfl Sa, 23. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Sa, 23. November, 9 Uhr München Akademie Sa, 23. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Sa, 23. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie Sa, 23. November, 13 Uhr Nürnberg Akademie 25. November - 5. Dezember München Akademie Mo-Do, 25.-28. November Nürnberg Akademie Mo/Di, 25./26. November München Flößergasse Mi, 27. November, 9 Uhr Nürnberg Akademie 460 11 ZA 330 330 95 95 800 600 425 330 8 0 0 0 0 0 0 8 ZA, ZAH/ZFA, ZMF, ZMP, DH ZAH/ZFA, ZMF, ZMP, DH ZAH/ZFA ZAH/ZFA ZAH/ZFA ZAH/ZFA ZAH/ZFA QMB 18 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Praxisberatung und -training Praxis-Check Praxisbegehungen Vorbereitung auf die Praxisbegehungen der Gewerbeaufsicht eazf Consult Ab 1. April 2020 werden die bayerischen Gewerbeaufsichtsämter im Rahmen einer Schwerpunktaktion verstärkt Zahnarztpraxen im Hinblick auf den Betrieb von Medizinprodukten, die hygienische Aufbereitung und weitere Betreiberpﬂichten aus der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) überprüfen. Ein wesentlicher Punkt wird dabei die Notwendigkeit validierter Verfahren bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sein. Neben den vielfältigen Informationen, die von der Bayerischen Landeszahnärztekammer in verschiedenen Medien und in regionalen Sonderveranstaltungen der eazf gegeben werden, bietet die eazf Consult einen halbtägigen Praxis-Check an (ca. vier Stunden). Im Rahmen dieses individuellen Checks überprüft eine Beraterin vor Ort die für die Praxisbegehungen der Gewerbeaufsicht relevanten Praxisbereiche und Unterlagen (Ist-Analyse). Der Praxis-Check kann neben dem laufenden Praxisbetrieb erfolgen. Falls in einzelnen Bereichen Abweichungen von den Anforderungen festgestellt werden, bespricht die Beraterin mit der Praxisleitung, wie diese zeitnah behoben werden können. Arbeits- hilfen und Dokumente aus dem QM Online der BLZK werden in die Beratung mit ein- bezogen. Nach der Umsetzung der Empfehlungen, die sich aus der Ist-Analyse ergeben, ist die Praxis im Bereich Hygienemanagement auf dem aktuellen Stand und optimal auf eine mögliche Begehung durch die Gewerbeaufsicht vorbereitet. Folgende Bereiche werden geprüft: ■ Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten ■ Aufbereitung von Medizinprodukten ■ Validierung ■ Räumliche Anforderungen ■ Arbeitsanweisungen und Prüﬂisten ■ Qualiﬁkation des aufbereitenden Personals (Sachkenntnisse) ■ Bestandsverzeichnisse und Medizinproduktebuch Praxisberaterinnen Um die bestmögliche Beratungs- leistung anbieten zu können, ver- mitteln wir nur praxiserfahrene Beraterinnen. Die selbstständigen Beraterinnen verfügen über lang- jährige Berufserfahrung und haben die Qualiﬁkation zur Qualitäts- managementbeauftragten (QMB) sowie zur Praxismanagerin erfolg- reich abgeschlossen. Sie werden von der eazf regelmäßig geschult. Organisation/Anmeldung eazf Consult GmbH Fallstr. 34, 81369 München Telefon: 089 230211416 Fax: 089 230211408 E-Mail: info@eazf.de Web: www.eazf-consult.de www.praxisbegehungen-bayern.de eazf Consult GmbH Fallstraße 34 81369 München www.eazf.de 089 230211416 089 230211408 Tel.: Fax: E-Mail: info@eazf.de
Abrechnung transparent IP-Leistungen m o c . e b o d a . k c o t s - r e l ß ä H . U - . K : o t o F Kleinkinder von sechs Monaten bis fünf Jahren haben Anspruch auf insgesamt sechs Früherkennungsuntersuchungen nach den Bema-Nrn. FU 1a-c und FU 2. Bei 6 – 17-Jährige können Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen nach den Bema-Nrn. IP1 bis IP5 erbracht und abgerechnet werden. Diese IP-Leistungen sind auch vom Kieferorthopäden berechenbar. Mit dem überweisenden Zahnarzt ist abzustimmen, wer die Individualprophylaxe durchführt und abrechnet. In der Tabelle sind die wichtigsten Inhalte und Abrechnungsbestimmungen zu den genannten Prophylaxeleistungen zusammengefasst. LEISTUNGSINHALT ABRECHNUNGSHINWEISE Bema-Nr. IP1 ■ Erhebung des Mundhygienestatus und Beurteilung der Mundhygiene und des Gingivazustands ■ Feststellung und Beurteilung von Plaque-Retentionsstellen und ggf. das Anfärben der Zähne Dokumentation ■ Ergebnisse des Index (z. B. der Papillen-Blutungs-Index (PBI), der Approximalraum-Plaque-Index (API) oder der Quigley-Hein-Index) ■ Plaque-Retentionsstellen ■ ggf. Feststellungen aufgrund des Ein- färben der Zähne ■ Ausgabe des Bonusheftes Anspruchsberechtigung: 6- bis 17-Jährige haben Anspruch auf IP1-Leistungen Beachte: ■ Die Bema-Nr. IP1 ist je Kalenderhalbjahr einmal abrechenbar. ■ Die Abrechnung der IP 1 neben Leistungen nach 174a und 174b am selben Behandlungs- tag ist ausgeschlossen. ■ Die Ä1 ist neben einer Leistung nach IP 1 nur abrechenbar, wenn die Ä1 anderen Zwecken dient. Zeitintervall zwischen zwei IP1 Leistungen: Der Zeitraum zwischen der Erstellung von zwei Mundhygienestatus sollte möglichst vier Monate nicht unterschreiten. (Vgl. § 4 Abs. 2, Satz 3, Anlage 3 zum BMV-Z) Eintrag in das Bonusheft: 6 - 11- Jährige: Eintrag für jedes Kalenderhalbjahr möglich, aber kein Muss 12 - 17- Jährige: Eintrag für jedes Kalenderhalbjahr (Datum des Mundhygienestatus); Legt der Versicherte das Bonusheft nicht vor, so kann der Vertragszahnarzt dem Versicherten eine Ersatzbescheinigung über die Durchführung des Mundhygienestatus bzw. der zahnärztlichen Untersuchung ausstellen. In die Ersatzbescheinigung sind Name und Vorname des Versicherten einzu- tragen. ab 18- Jährige: Eintrag jährlich (Datum der zahnärztlichen Untersuchung) (Vgl. § 3 Abs. 2 und 3, Anlage 3 zum BMV-Z) 20 | BZBplus Ausgabe 11/2019
LEISTUNGSINHALT ABRECHNUNGSHINWEISE Bema-Nr. IP2 Mundgesundheitsaufklärung einschl. Motivation und Remotivation ■ Ursachen von Karies und Gingivitis sowie deren Vermeidung ■ ggf. Ernährungshinweise und Mund- hygieneberatung, auch unter Berück- sichtigung der Messwerte ■ Empfehlung geeigneter Fluori- dierungsmittel und ggf. Abgabe und Verordnung von Fluorid-Tabletten ■ Praktische Übung von Mundhygiene- techniken einschl. Reinigung der Interdentalräume Dokumentation ■ Inhalt der Aufklärung (Ursachen von Karies, Gingivitis und Zahntraumata sowie deren Vermeidung, Hinweise zur zahngesunden Ernährung) ■ Angewandte Fluoridierungsmitteln ■ Mundhygiene/Zahnpflege (Putztech- nik, Häufigkeit, Empfehlungen etc.) Bema-Nr. IP4 Lokale Fluoridierung der Zähne ein- schließlich der Beseitigung von wei- chen Zahnbelägen und der Trocken- legung der Zähne Dokumentation ■ Fluoridierungsmittel und deren An- wendung ■ Feststellung des hohen Kariesrisikos anhand des DMF-T/DMF-S-Index Bema-Nr. IP5 Versiegelung der Fissuren und der Grüb- chen einschließlich der gründlichen Be- seitigung der weichen Zahnbeläge und der Trockenlegung der zu versiegelnden bleibenden Molaren (Zähne 6 und 7) Ausgabe 11/2019 Anspruchsberechtigung: 6- bis 17-Jährige haben Anspruch auf IP2-Leistungen, soweit diese angezeigt sind Beachte: ■ Die Bema-Nr. IP2 ist je Kalenderhalbjahr einmal abrechenbar. ■ Die Bema-Nr. IP2 ist in derselben Sitzung neben der Bema-Nr. IP1 abrechenbar. ■ Die Abrechnung der IP 2 neben Leistungen nach 174a und 174b am selben Behandlungs- tag ist ausgeschlossen. ■ Die Ä1 ist neben einer Leistung nach IP 2 nur abrechenbar, wenn die Ä1 anderen Zwecken dient. ■ Die Abrechnung nach IP2 setzt die Einzelunterweisung voraus. Zeitintervall der IP2- Leistungen: Die IP2 kann in derselben Sitzung wie die IP1 erbracht werden, soll jedoch spätestens inner- halb von vier Monaten nach der Erstellung des Mundhygienestatus abgeschlossen sein. (Vgl. Individualprophylaxe-Richtlinie A. 5) Anspruchsberechtigung: 6- bis 17-Jährige haben Anspruch auf IP4-Leistungen Beachte: Diese sind je Kalenderhalbjahr einmal abrechenbar. Bei Versicherten mit hohem Kariesrisiko kann die IP4 je Kalenderhalbjahr zweimal abgerechnet werden. KZVB-Hinweis: Die Leistung nach Bema-Nr. IP4 ist in der Zeit vom 61. bis zum vollendeten 72. Lebensmonat nicht abrechenbar, wenn in diesem Zeitraum eine Leistung nach Bema-Nr. FLA erbracht wird und kein fachlich gebotener Mindestabstand zur Bema-Nr. IP4 von ca. drei Monaten (mindestens jedoch zwei Monaten) eingehalten wird. Zeitintervall zwischen zwei IP4-Leistungen: Die erste lokale Fluoridierung soll während der Motivationsphase innerhalb von vier Monaten nach der Prophylaxeuntersuchung durchgeführt werden. Die weiteren Fluoridierungen sollen in regelmäßigen Abständen von ca. sechs Monaten erfolgen. (Vgl. Individualprophylaxe-Richt- linie B.11) KZVB-Hinweis: Bei erhöhtem Kariesrisiko haben diese zwei halbjährlichen IP4-Leistungen re- gelmäßig in einem medizinisch sinnvollen Abstand von ca. drei Monaten (mindestens jedoch zwei Monaten) zu erfolgen. Anspruchsberechtigung: Grundsätzlich haben 6- bis 17-Jährige Anspruch auf IP5-Leistungen Besonderheit: Eine Leistung nach der Nr. IP5 kann auch bei Durchbruch der 6-Jahresmolaren bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres abgerechnet werden. Beachte: ■ Die Fissurenversiegelung nach IP5 ist nur für die bleibenden Zähne 6 und 7 abrechenbar. ■ Das Anlegen eines Kofferdams kann zusätzlich nach Bema-Nr. 12 berechnet werden. ■ Das Entfernen weicher Zahnbeläge ist in der Leistung enthalten. Das Entfernen harter Zahnbeläge ist nach Pos. 107 (Zst) abzurechnen. KZVB-Hinweise: ■ Die Bema-Nr. IP5 ist am selben Zahn im Rahmen eines Behandlungsfalles nur einmal ab- rechenbar. ■ Ist bei einem Molaren eine kariöse Fissur zu füllen und für die zweite kariesfreie Fissur er- folgt eine Versiegelung, so kann ggf. die Bema-Nr. 13 neben der Bema-Nr. IP5 abgerechnet werden. > BZBplus | 21
Der erste Behandlungsabschnitt bei Beginn eines dreijährigen IP-Programms besteht aus den Bema-Nrn. IP 1 und – soweit angezeigt – aus IP 2 und ggf. der ersten IP 4. Die weiteren Behandlungsabschnitte sollen sich in etwa halbjährlichen Abständen anschließen; sie bestehen aus der IP 1 und – soweit angezeigt – der IP 2 und ggf. der IP 4. (Siehe § 4 Abs. 2, Anlage 3, BMV-Z) 1. KALENDERHALBJAHR 2. KALENDERHALBJAHR 1. QUARTAL 2. QUARTAL 3. QUARTAL 4. QUARTAL ggf. IP4 (bei hohem Kariesrisiko mit Abstand von drei, mind. jedoch zwei, Monaten zur letzten IP4) ggf. IP4 (bei hohem Karies- risiko mit Abstand von drei, mind. jedoch zwei Monaten, zur letzten IP4) IP1 IP21 IP4 IP52 (am selben Zahn innerhalb eines Quartals nur einmal ab- rechenbar) 1 Die Abrechnung der IP2 setzt nicht zwingend die Erbringung aller vier Leistungsbestandteile (Aufklärung über Ursachen von Karies und Gingivitis sowie deren Vermeidung, Ernährungshinweise und Mundhygieneberatung, Empfehlung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung, prakti- sche Übung von Mundhygienetechniken) voraus. Der Zahnarzt soll Inhalt und Umfang der notwendigen Prophylaxemaßnahmen nach den individu- ellen Gegebenheiten des Einzelfalles festlegen. In einem Zeitraum von drei Jahren sind alle Leistungsbestandteile mindestens einmal zu erbringen. 2 Die Leistung IP5 ist nur an den bleibenden Molaren 6 oder 7 abrechenbar, auch vor Vollendung des 6. Lebensjahres. IP1 IP2 (soweit erforderlich) IP4 IP52 (am selben Zahn innerhalb eines Quartals nur einmal ab- rechenbar) Barbara Zehetmeier Leiterin Projektgruppe Abrechnungs- wissen der KZVB Ramona Kalhofer Projektgruppe Abrechnungs- wissen der KZVB IMPRESSUM BZBplus Eine Publikation der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) HERAUSGEBER Christian Berger (V. i. S. d. P.), Vorsitzender des Vorstands der KZVB und Präsident der BLZK Fallstraße 34/Flößergasse 1, 81369 München REDAKTION Leo Hofmeier (lh), Tobias Horner (ho), Isolde M. Th. Kohl (ik), Linda Quadflieg-Kraft (lin), Thomas A. Seehuber (tas) Tel.: 089 72401-161, Fax: -276, E-Mail: presse@kzvb.de VERLAG UND ANZEIGENDISPOSITION teamwork media GmbH, Hauptstraße 1, 86925 Fuchstal Inhaber: Deutscher Ärzteverlag GmbH, Köln (100 %) Sarah Krischik, Melanie Epp, Tel.: 08243 9692-13, -11 E-Mail: s.krischik@teamwork-media.de, m.epp@teamwork-media.de VERBREITETE AUFLAGE 10.600 DRUCK Gotteswinter und Aumaier GmbH Joseph-Dollinger-Bogen 22, 80807 München BEILAGEN DIESER AUSGABE eazf Beilage Frühjahrskongress Helis Edelmetalle (in München, Oberbayern, Schwaben) Frankischer Zahnärztetag KZVB-Bezirksstelle München ERSCHEINUNGSTERMIN DER NÄCHSTEN AUSGABE Montag, 2. Dezember 2019 TITELBILD © CK - stock.adobe.com 22 | BZBplus Ausgabe 11/2019
Termine Die KZVB veröffentlicht an dieser Stelle sowohl eigene Veranstaltungen als auch ausgewählte Veranstaltungen Dritter. Auf Veranstaltungen, die nicht von der KZVB organisiert werden, haben wir keinen Einfluss bezüglich Inhalt und Preisgestaltung. Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. VERANSTALTER THEMA/REFERENT DATUM, UHRZEIT, ORT KURS- GEBÜHR WEITERE INFOS/ ANMELDUNG PUNKTE KZVB-Bezirksstelle München Montagsfortbildung: Impulse für erfolgreiche Personalarbeit Stephan Grüner Mo, 4. November, 20 Uhr Zahnärztehaus München kostenfrei kzvb.de/zahnarztpraxis/ veranstaltungen-termine KZVB KZVB Kompass zur KCH-Abrechnung (Bema) Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Fr, 8. November, 14 Uhr marinaforum Regensburg 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-10 Kompass zur KCH-Abrechnung (Bema) Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Mi, 13. November, 9 Uhr (!) Zahnärztehaus München Fallstr. 34 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-11 KZVB-Bezirksstelle Oberbayern KZVB-Bezirksstelle München Speed-Dating mit dem Datenschutz Herbert Thiel Honorarvereinbarungen mit Kassen- patienten richtig treffen Dr. Christian Öttl Montagsfortbildung: Röntgenaktualisierung für Zahnärzte Dr. Christian Öttl KZVB-Bezirksstelle Oberpfalz Lohnt sich das kleine Praxislabor? Kerstin Salhoff Mi, 13. November, 16 Uhr Zahnärztehaus München Fallstr. 34 Großer Vortragssaal kostenfrei kzvb.de/zahnarztpraxis/ veranstaltungen-termine Mo, 18. November, 20 Uhr Zahnärztehaus München 30 Euro kzvb.de/zahnarztpraxis/ veranstaltungen-termine Mi, 20. November, 19 Uhr Gaststätte Jahnhalle Regenstauf kostenfrei Bezirksstelle Oberpfalz Fax: 0941 5987924 Email: a.dauerer@kzvb.de eazf.de Kursnummer: V19703-13 KZVB Kompass zur KCH-Abrechnung (Bema) Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Mi, 27. November, 14 Uhr Joseph-von-Fraunhofer-Halle Straubing 75 Euro KZVB-Bezirksstelle München Montagsfortbildung: Laser-Update OStRV 2017 und TROS Prof. Dr. Herbert Deppe Mo, 2. Dezember, 20 Uhr Zahnärztehaus München Fallstr. 34 kostenfrei kzvb.de/zahnarztpraxis/ veranstaltungen-termine KZVB Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Mi, 4. Dezember, 14 Uhr Joseph-von-Fraunhofer-Halle Straubing 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-14 KZVB-Bezirksstelle München Montagsfortbildung: MIH – Die neue Volkskrankheit? Prof. Dr. Jan Kühnisch 2 5 5 4 3 2 5 2 5 2 5 5 5 5 5 KZVB KZVB KZVB KZVB KZVB Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Mo, 16. Dezember, 20 Uhr Zahnärztehaus München Fallstr. 34l Mi, 18. Dezember, 14 Uhr Mainfrankensäle Veitshöchheim Fr, 20. Dezember, 14 Uhr Zahnärztehaus München Fallstr. 34 Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Mi, 8. Januar 2020, 14 Uhr Stadthalle (Kleiner Saal) Rathausplatz 1 Gersthofen Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Fr, 10. Januar 2020, 14 Uhr Technische Hochschule Nürnberg (Hörsaal) Keßlerplatz 12 Kassenleistung-Privatleistung bei KCH und Prophylaxe Dr. Christian Öttl, Kerstin Salhoff, Barbara Zehetmeier, Corina Schmenger Fr, 24. Januar 2020, 14 Uhr Welcome Hotel Residenz- schloss Bamberg Untere Sandstr. 32 kostenfrei kzvb.de/zahnarztpraxis/ veranstaltungen-termine 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-15 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-16 75 Euro eazf.de Kursnummer: V19703-17 75 Euro eazf.de Kursnummer: W10703-02 75 Euro eazf.de Kursnummer: W10703-03 Ausgabe 11/2019 BZBplus | 23
Vorschau auf die nächste Ausgabe des BZB . . m o c e b o d a k c o t s / s n a h n e s i E : g n u d l i b b A Minimalinvasive Zahnheilkunde Frontzahnästhetik mit Keramikveneers Auf der sicheren Seite Was Zahnärzte über Geräteprüfungen wissen müssen Die guten Jahre sind vorbei Kassen rechnen mit steigenden Beiträgen