Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerfG_07_09_2011_1_BvR_1012_11_Verfassungsbeschwerde_eines_-d4759677.html
Timestamp: 2016-12-04 07:02:56
Document Index: 105802065

Matched Legal Cases: ['§ 254', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 20', '§ 511', 'Art. 3', '§ 511']

BVerfG, 07.09.2011 - 1 BvR 1012/11 - Verfassungsbeschwerde eines privatärztlichen Abrechnungsinstituts gegen die zivilgerichtliche Versagung von Inkassokosten als Verzugsschaden | Urteile auf anwalt24.de
BVerfG, 29.09.2011 - 1 BvR 2377/11 - Verfassungsbeschwerde gegen die Anordnung d...…BVerfG, 07.09.2011 - 1 BvR 1012/11 - Verfassungsbeschwerde eines privatärztliche...BVerfG, 06.09.2011 - 2 BvR 1863/11 - Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde zu...BVerfG, 05.09.2011 - 2 BvR 2228/09 - Zulässigkeit einer Mindestgröße für Fraktio...
BVerfG, 07.09.2011 - 1 BvR 1012/11 - Verfassungsbeschwerde eines privatärztlichen Abrechnungsinstituts gegen die zivilgerichtliche Versagung von Inkassokosten als Verzugsschaden
BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 07.09.2011, Az.: 1 BvR 1012/11Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 07.09.2011Referenz: JurionRS 2011, 34305Aktenzeichen: 1 BvR 1012/11 Verfahrensgang:vorgehend:AG Brandenburg - 18.02.2011 - AZ: 30 C 342/10AG Brandenburg - 09.03.2011 - AZ: 30 C 342/10Rechtsgrundlagen:§ 254 BGBArt. 2 Abs. 1 GGArt. 3 Abs. 1 GGArt. 20 Abs. 3 GG§ 511 Abs. 4 S. 1 ZPOFundstellen:AnwBl 2012, 278-279FoVo 2012, 88-91JurBüro 2012, 379-380WM 2011, 2155-2157Redaktioneller Leitsatz:1.Trifft ein Gericht seine Entscheidung entgegen der vielfachen höchst- und obergerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Meinung in der Literatur zu einem Streitpunkt, muss es, will es nicht gegen das Willkürverbot aus Art. 3 Abs. 1 GG verstoßen, zwingend die Berufung nach § 511 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 Alt. 3 ZPO zwingend zulassen.2.Die Kosten eines Inkassobüros können, unbeschadet bestimmter Einschränkungen, grundsätzlich als Verzugsschaden geltend gemacht werden.In dem Verfahrenüberdie Verfassungsbeschwerdeder F... GmbH,gesetzlich vertreten durch den Geschäftsführer S...- Bevollmächtigter:Rechtsanwalt Heiko Kraatz,Breite Straße 24, 13187 Berlin -gegen a)den Beschluss des Amtsgerichts Brandenburg an der Havel vom 9. März 2011 - 30 C 342/10 -,b)das Urteil des Amtsgerichts Brandenburg an der Havel vom 18. Februar 2011 - 30 C 342/10 -hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durchden Vizepräsidenten Kirchhofund die Richter Eichberger,Masingam 7. September 2011 einstimmig beschlossen:Tenor:1.Das Urteil des Amtsgerichts Brandenburg an der Havel vom 18. Februar 2011 - 30 C 342/10 - verletzt die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 20 Absatz 3 des Grundgesetzes. Das Urteil wird aufgehoben. Die Sache wird an das Amtsgericht Brandenburg an der Havel zurückverwiesen. Damit wird der Beschluss des Amtsgerichts vom 9. März 2011 - 30 C 342/10 - gegenstandslos. 2.Das Land Brandenburg hat der Beschwerdeführerin die ihr im Verfassungsbeschwerdeverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu erstatten. 3.Der Wert des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit im Verfassungsbeschwerdeverfahren wird auf 4.000 € (in Worten: viertausend Euro) festgesetzt. BVerfG, 07.09.2011BVerfG, 06.09.2011