Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.09.1985&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20249/84
Timestamp: 2019-11-22 00:30:19
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BGH, 18.09.1985 - VIII ZR 249/84 - dejure.org
https://dejure.org/1985,436
BGH, 18.09.1985 - VIII ZR 249/84 (https://dejure.org/1985,436)
BGH, Entscheidung vom 18.09.1985 - VIII ZR 249/84 (https://dejure.org/1985,436)
BGH, Entscheidung vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84 (https://dejure.org/1985,436)
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Schadensersatz wegen Nichterfüllung von Kaufverträgen - Entbehrlichkeit von Mahnung und Nachfristsetzung - Entgültige Leistungsverweigerung des Vertragspartners
LG Frankfurt/Main, 19.10.1983 - 4 O 6/83
OLG Frankfurt, 25.06.1984 - 1 U 257/83
NJW 1986, 661
NJW-RR 1986, 354 (Ls.)
MDR 1986, 225
WM 1985, 1497
Es muss deutlich sein, dass der Schuldner ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen - gewissermaßen als sein letztes Wort - seine Weigerung zum Ausdruck bringt (BGH, NJW 1986, 661).
Im übrigen ist auch eine Mahnung entbehrlich, weil die Beklagte - wie noch auszuführen sein wird - die Herausgabe von der Erfüllung nicht bestehender Gegenrechte abhängig gemacht und damit in der geschuldeten Form endgültig verweigert hat (vgl. auch BGH, Urteil vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84, NJW 1986, 661 unter II 2 a).
BGH, 24.10.1990 - VIII ZR 305/89
Stundungszusage heilt Verzug
Es ist auch anerkannt, daß im Falle einer zuvor erklärten Erfüllungsverweigerung nicht nur die Nachfristsetzung mit Ablehnungsandrohung im Sinne des § 326 BGB, sondern auch eine den Verzug begründende Erklärung als bloße Förmelei überflüssig sein kann (vgl. Senatsurteil vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84 = WM 1985, 1497, 1498 unter II 2a m.w.N.).
Dies gilt aber nur dann, wenn die Erfüllungsverweigerung des Schuldners endgültig ist, also nicht erwartet werden kann, daß er sein Verhalten unter der Androhung der Folgen seiner Nichterfüllung ändert (Senatsurteil vom 18. September 1985 aaO).
Es muss deutlich sein, dass sich der Schuldner über das auf die vertragliche Leistung gerichtete Erfüllungsverlangen des Gläubigers klar ist und gewissermaßen als letztes Wort seine Weigerung erklärt, so dass eine Änderung des Entschlusses ausgeschlossen ist (BGH NJW 1986, 661; Staudinger-Otto, BGB, Stand: Januar 2004, § 281 Rn B 107 m. w. N.; MüKoErnst, BGB, 4.Aufl., § 281 Rn 99).
Allerdings mag die Einbeziehung eines späteren Verhaltens des Schuldners (auch im Prozeß) in die Auslegung seiner früheren Erklärungen nicht ausgeschlossen sein (BGH NJW 1986, 661, 662 m. w. N.).
Vielmehr muß der Schuldner eindeutig und gewissermaßen als "sein letztes Wort" den Willen zum Ausdruck gebracht haben, daß er seine Vertragspflichten nicht erfüllen werde (BGH, Urt. v. 18. September 1985, VIII ZR 249/84, NJW 1986, 661; ständige Rechtspr.).
Einer formellen Mahnung und Nachfristsetzung für die Erfüllung der vom Beklagten übernommenen Verpflichtungen bedurfte es nicht, da mit der Veräußerung des zur Sicherheit des Darlehens dienenden Grundstücks und mit dem Ausscheiden des Beklagten aus dem Bauvorhaben, das mit dem Darlehen hatte finanziert werden sollen, das Scheitern des Kreditgeschäfts endgültig feststand (vgl. zur Entbehrlichkeit von Mahnung und Nachfristsetzung: BGH Urteil vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84 = NJW 1986, 661 m.w.Nachw.;… ferner BGH Urteil vom 19. Oktober 1988 - VIII ZR 22/88 = BGHR BGB § 326 Abs. 1 Fristsetzung 1).
Entbehrlich können diese Maßnahmen des Verpächters daher - ähnlich wie die Mahnung des Gläubigers für den Eintritt des Schuldnerverzuges und die Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung für die Rechtsfolgen des § 326 Abs. 1 Satz 2 BGB (vgl. z.B. Senatsurteil vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84 = NJW 1986, 661 = WM 1985, 1497, 1498 m.w.Nachw.) - nur dann sein, wenn die Erfüllungsverweigerung des Pächters als dessen letztes Wort aufzufassen ist und eine Änderung seines Entschlusses ausgeschlossen erscheint.
Eine Mahnung und Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung seitens der Klägerin war angesichts der ernsthaften und endgültigen Erfüllungsverweigerung der Beklagten entbehrlich (st.Rspr., z.B.Senatsurteil vom 18. September 1985 - VIII ZR 249/84 = WM 1985, 1497, 1498 unter II 2 a m.Nachw.).
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