Source: https://www.elo-forum.org/alg/127203-kuendigung-auszeit-danach-alg.html
Timestamp: 2018-02-20 21:39:03
Document Index: 326129591

Matched Legal Cases: ['§ 150', '§ 159', '§ 148', '§ 137', '§ 19', '§ 5']

Kündigung und Auszeit, danach ALG - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #1671754 (1)
09.05.2014, 22:07 #1
Kündigung und Auszeit, danach ALG
das Forum finde ich super!
Vielleicht könnte jemand so nett sein und mir einen kleinen Rat zum Thema Eigenküsndung und ALG optimieren geben?
Ich bin 35 und Angestellter mit einem netten Gehalt. Ich habe aber meinen Entschluss bereits gefasst unseren Betrieb zu verlassen. Die Gründe spielen hier keine übergeordnete Rolle und ich möchte nicht näher darauf eingehen.
Wäre das Beste für mich, man bekommt ALG für 12 Monatein voller Höhe. Damit kann man überleben und ggfls. einen besseren Job suchen. Leider wird dieses nicht eintreten weil ich für die Firma wichtig bin und gute Arbeit leiste.
Selbst kündigen und melden
Bedeutet 12 Wochen Sperrzeit.
Frage: Nach meinem wissen, wird das ALG nach dem durchschnittlichen Gehalt der letzten 12 Monate errechnet. Aber ab welchem Zeitpunkt? Ab der Meldung oder ab dem Bezug. Wenn ich das richtig verstehe, dann für 9 Monate?
Selbst kündigen, 3 Monate Auszeit, dann melden
Angenommen man nimmt 3 Monate Auszeit. Im ersten Monat wird man von der Krankenversicherung nachversichert. Im zweiten + dritten Monat muss man sich selbst versichern (wäre ja nicht gemeldet). Ab dem vierten, man hat sich gemeldet, wird man von der Agentur KV-versichert. Ist das korrekt so?
Wegen verspäteter Meldung bekommt man 1 Woche Sperrzeit aber die Sperrzeit wegen Eigenkündigung ist abgelaufen d.h. man bekommt nach der Auszeit von 3 Monaten und 1 Woche Sperrzeit sofort das ALG.
Wie berechnet sich in diesem Fall die ALG-Höhe?
Aus dem Gehaltsmittel ab Beginn der Arbeitslosigkeit rückwärts 12 Monate oder ab dem Moment der Meldung beim Arbeitsamt? In diesem Falle wäre die Höhe geringer, weil man ja die 3 Monate Auszeit kein Einkommen hatte, also wäre das ALG um 25% geringer.
Muss man bei dem Szenario mit Auszeit noch weiteres beachten?
Supervielen Dank schon mal!!!
Euer Romero
09.05.2014, 22:33 #2
AW: Kündigung und Auszeit, danach ALG
Zitat von Romero
...und dann 3 Monate Sperrzeit
Frage: Nach meinem wissen, wird das ALG nach dem durchschnittlichen Gehalt der letzten 12 Monate errechnet. Aber ab welchem Zeitpunkt?
§ 150 SGB III
09.05.2014, 22:41 #3
Hallihallo Hartzeola,
danke, für die Antwort, wenn das hier stimmt:
http://www.frag-einen-anwalt.de/Sper...--f124658.html
Dann läuft die Sperrzeit schon obwohl man sich nicht gemeldet hat (???),also gibts nur die 1 Woche(wegen verspäteter Meldung, haha verspätet nach 3 Monaten) und sonst keine Sperrzeit.
Mit der Höhe habe ich es verstanden, sie ist also in meinen Szenarien immer gleichund wird etwa durch Sperrzeiten nicht gemindert, finde ich gut.
09.05.2014, 22:58 #4
Dann läuft die Sperrzeit schon obwohl man sich nicht gemeldet hat (???)
Ja, das stimmt. Man kann eine Auslandsreise machen, wie im Beispiel...
§ 159 SGB III
(2) Die Sperrzeit beginnt mit dem Tag nach dem Ereignis, das die Sperrzeit begründet, oder, wenn dieser Tag in eine Sperrzeit fällt, mit dem Ende dieser Sperrzeit.
10.05.2014, 07:39 #5
Leider hast du da einen wichtigen Punkt überlesen. Die Sperrzeit läuft zwar nach etwa drei Monaten (genauer: zwölf Wochen) kalendermäßig ab. Mit der Sperrzeit geht jedoch auch eine Minderung der ALG-Anspruchsdauer von einem Viertel der Höchstdauer einher, also in der Regel auch drei Monate. Die drei Monate fehlen also "am Ende" der Anspruchsdauer und sind ganz einfach "futsch".
Die einzige Abhilfe wäre, den Anspruch auf ALG erst zwölf Monate nach einer Eigenkündigung beginnen zu lassen, da dann eine Minderung der ALG-Anspruchsdauer wegen Arbeitsaufgabe wegfällt.
Auch eine um wenige Monate verzögerte Arbeitslosmeldung (beziehungsweise das spätere Entstehen des Anspruchs auf ALG, was man rechtzeitig beantragen kann) würde hieran nichts ändern, denn der Sperrzeittatbestand der Arbeitsaufgabe ohne wichtigen Grund ist nach wie vor da und wird aus der Arbeitsbescheinigung hervorgehen.
Für die Höhe des ALG sind immer nur Monate mit "Anspruch auf Arbeitsentgelt" wichtig.
Da du nach eigenen Worten ein "nettes" Gehalt beziehst, würde ich dir empfehlen, doch einmal mit einem versierten Anwalt eine optimale Strategie zu entwickeln. Nur soviel vorweg: eine Eigenkündigung ist bezüglich ALG immer problematisch und verursacht zum mindestens Erklärungsbedarf.
10.05.2014, 08:39 #6
Hallo Fritz Fleißig,
danke Dir für den Hinweis, dass die ALG-Bezugsdauer um 1/4 gekürzt wird, das war mir bereits klar. Trotzdem scheint es eine Alternative für mich zu sein um Zeit zu haben sich neu zu orientieren und die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen.
Bei mir wäre es dann so:
- ALG beantragen aber für 3 monate ruhen zu lassen
- Im den Monaten 2-3: eigene KV besorgen (evtl einen günstigen Tarif mit Selbstbehalt, bin gesund) bzw. bei der gesetzlichen einen Tarif bekommen (bin gesetzlich vers.)
- Nach 3 Monaten ALG beziehen für max. 9 Monate
Dann hätte ich 3 Monate Ruhe und müsste keine Termine beim AA wahrnehmen. Danach könnte ich mir ruhig einen Jobs suchen, die 9 Monate wäre vollkommen ausreichend. Ich sage trotzdem was zu meinen Beweggründen, ich habe es mit einem unheilbar cholerischen Chef zu tun und der beruflichen Belastungssituation allgemein. :(
Die folgende Aussage ist mir aber nicht klar:
> Die einzige Abhilfe wäre, den Anspruch auf ALG erst zwölf Monate nach einer Eigenkündigung beginnen zu lassen, da dann eine Minderung der ALG-Anspruchsdauer wegen Arbeitsaufgabe wegfällt.
Handelt es sich hier um eine Art Verjährung? Bedeutet aber effektiv, dass man von egespartem Geld so lange überleben muss. :)
Was ich mich noch frage aber darauf keine Antwort im Netz gefunden habe ist, ob man das ALG mehrmals ruhen lassen kann, d.h. am Anfang und dann noch einmal um z.B. eine Reise zu unternehmen (natürlich in Absprache mit dem AA-Mitarbeiter, also keine Massnahme geplant etc.).
Ein Anwalt ist sicher eine Hilfe, aber inzwischen scheint mir die Rechtslage so klar zu sein, dass ich meine, dass er nichts entscheidenendes mehr beitragen könnte. Trotzdem danke für den Tip.
10.05.2014, 09:08 #7
Die Frist von zwölf Monaten ist eine Sonderregelung bei eigener Arbeitsaufgabe gemäß § 148 Abs. 2 Satz 2 SGB III und hat nichts mit einer Verjährung zu tun. Sie ist vor allem interessant für Personen, die mit Aufhebungsvertrag und einer guten Abfindung ausscheiden, von der sie ein Jahr leben können.
Wenn starker beruflicher Streß und entsprechende Belastungssituationen bestehen, würde ich mal mit deinem Arzt reden. Ein Attest, daß er dir wegen dieser gesundheitlichen Umstände "zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit" geraten hat, reicht normalerweise als von der Arbeitsagentur anerkannter wichtiger Grund für eine Arbeitsaufgabe aus. Das wäre die eleganteste Lösung.
Du kannst dich eigentlich jederzeit vorübergehend aus dem ALG-Leistungsbezug oder auch der gesamten Arbeitsvermittlung abmelden. Anspruchstage werden nur verbraucht, wenn tatsächlich ALG gezahlt worden ist oder eine Sperrzeit verhängt wurde. Abgesehen davon kannst du pro Kalenderjahr bis zu drei Wochen Ortsabwesenheit mit ALG-Fortzahlung beanspruchen.
Übrigens ist es auch möglich, sich rechtzeitig arbeitssuchend zu melden und den Anspruch auf ALG erst später entstehen zu lassen (§ 137 Abs. 2 SGB III).
28.05.2014, 11:04 #8
chris1984->Emailproblem
Könnte man sagen, dass wenn man das Antragsformular mit einem Jahr Verzögerung einreicht, dass man dann auf einen Rutsch das ALG1 mal Monate Arbeitslosengeld überwiesen bekommt?
Arbeitslosmeldung persönlich am 1. Januar 2014
Arbeitslos von Jan bis Juni 2014
mit Sperrfrist von Jan bis März 2014
Einreichung des Antragsformulares mit Anhängen am 1. Feb 2015
Der Antrag wird bearbeitet und schließlich das ALG1 für sechs Monate auf einen Rutsch überwiesen.
28.05.2014, 11:49 #9
Nein - siehe ausführliche Antwort auf deinen anderen Beitrag (insbesondere letzter Punkt dort):
http://www.elo-forum.org/alg/127979-...ml#post1667425
04.06.2014, 16:54 #10
danke Euch allen für die tollen Antworten.
Ich hätte noch eine Frage zur Krankenversicherung.
Ich bin gesetzlich versichert (ledig).
Meine Zeitplan:
1. Zeitpunkt X: Kündigung einreichen (4 Wochen Kündigungsfrist)
2. KV für die Auszeit abschliessen (freiwillig versichert, bei TK: ca. 177 E)
3. 4 Wochen arbeiten und Resturlaub abfeiern, falls möglich
4. 3 Monate + 1 Woche Auszeit (Lebensunterhalt und KV selbst bezahlen)
5. ALG 1 beantragen und sofort bekommen (Sperrfristen abgelaufen)
6. Maximal 9 Monate ALG1 beziehen und Job suchen.
Jetzt meine Frage zu der Auszeit von 3 Monaten + 1 Woche:
Ist der erste Monat wirklich beitragsfrei, oder heisst es nur man ist versichert, aber muss den Monat zahlen sobald man sich um die freiwillige Versicherung für die Auszeit kümmert?
Ich könnte auch meine Krankenkasse fragen aber ich vertraue lieber Eurem Rat bzw. dem was das Recht sagt.
04.06.2014, 17:04 #11
ich hab mal ne frage dazu, wenn man doch ein nettes gehalt hat und trotzdem von der firma weg will, dann scheint doch einiges im argen zu liegen, da wäre es doch auch wenig verwunderlich wenn man psychisch krank wird und eine auszeit braucht, oder?
warum machst du das nich auf die art und weise, dass spart dir auch den stress mit sperrzeit und arbeitsamt, wenn die krankmeldung an den arbeitgeber von einem entsprechenden arzt kommt, zählt der ag 1 und 1 zusammen und kündigt dir sowieso.
04.06.2014, 17:13 #12
Wenn eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung endet (hier aufgrund Ende der Beschäftigung), hat man für einen Monat einen beitragsfreien nachgehenden Anspruch auf Leistungen der KV - jedenfalls solange man in dieser Zeit keine Erwerbstätigkeit ausübt und auch nicht familienversichert ist. Siehe § 19 Abs. 2 SGB V.
Soweit mir bekannt, muß aber der KV-Versicherungsschutz nach diesem einen Monat gesichert sein. Beiträge entstehen erst ab dann, nicht für den ersten Monat.
Frag trotzdem deine Krankenkasse.
Ob das alles so sinnvoll ist, insbesondere eine Minderung der ALG-Anspruchsdauer einfach hinzunehmen, ist eine ganz andere Frage. Bist du dir so sicher, innerhalb eines Jahres eine attraktive neue Stelle zu finden? In der heutigen Zeit ist bezüglich beruflicher Karriere relativ wenig planbar - sofern man nicht gerade Beamter auf Lebenszeit ist.
Nachtrag: eine Sperrzeit ist bezüglich Krankenversicherung nicht identisch mit einem "Nichtbezug von Leistungen" der Arbeitsagentur. Du bist bei einer Sperrzeit vom Ablauf der einmonatigen Nachleistungsfrist bis zur zwölften Woche (Ende der Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe ohne wichtigen Grund) in der KV pflichtversichert - § 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V. Von daher könnte sich das Problem KV eventuell gar nicht stellen. Bitte unbedingt prüfen.
12.06.2014, 11:40 #13
danke für Deine Ausführungen, ich werde noch einmal mit der KK sprechen, am besten persönlich.
@Franky0815
Ja im Argen, ich mag das Thema nicht, trotzdem habe ich oben schon durchblicken lassen, also cholerischer, schreiender Cheffe, immer wieder dumme und peinliche, auch sexistische Witzchen Damen gegenüber und Bemerkungen, eigentlich allen MA gegenüber, und da bin ich keine Ausnahme. Es ist aber nicht mein Stil und ich will mir das nicht gefallen lassen. Andere haben sich wohl damit abgefunden und versuchen es auszuschweigen.
Nun, wirklich krank bin ich deswegen (noch) nicht, psychologische Betreuung weit gefehlt, ich kann vieles aushalten, nur der Blutdruck geht schon mal hoch, bekomme auch Medikamente (seit ich bei dieser Firma bin). Aber ob das ausreicht um so ein Empfehlungsschreiben vom Hausarzt zu bekommen, ich weiß es nicht. Ich will diese Sache überlegt angehen, und es ist mir auch etwas peinlich darüber selbst mit dem Arzt zu sprechen :(
12.06.2014, 19:25 #14
das wäre dann für mich nochmehr grund das so durchzuziehen, wenn dann die nachfrage kommt was du hast kannst du deinem chef ja beichten das er dich krank macht mit seinem verhalten.
01.09.2014, 22:23 #15
Ich wollte kurz berichten wie die Sache weiter gelaufen ist.
Ich habe einfach gekündigt (Zu Ende August). Bisher habe ich der ARGE noch nicht Bescheid gegeben, damit bekomme ich wohl die 1 Woche Sperrzeit wegen verspäteter Meldung sobald ich mich diese Woche dort melde (Arbeitslosigkeit ab September, es läuft gerade die erste Woche September).
Vor der Kündigung habe ich eine Bescheinigung vom Arzt erhalten, dass dieser empfiehlt bei der aktuellen Firma und aus gesundh. Gründen nicht weiter zu arbeiten (habe schon oben ausgeführt, mieser Choleriker-Chef, Mobbing etc.).
Werde wohl die Woche zur ARGE gehen und sehen ob ich die 3 Monate Sperre dazubekomme oder nicht.
Hat vielleicht auch jemand Ahnung ob man die EGV (Eingliederungsvereinbarung) unterschreiben soll oder erst nach Hause mitnemhmen und dann darüber verhandeln? Ich will die ARGE nicht unnötig irritieren wegen der möglichen 3 Monate Sperrzeit.
Im Übrigen wie es auch ausgeht, ich stehe hinter meinem Schritt. Ich kann jedem nur raten, zu kündigen wenn der Chef ein A. ist (wenn es die finanz. Umstände erlauben). Der krankmachende Druck ist weg und man kommt erst wieder zu sich.
auszeit, kündigung
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