Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Betriebsuebergang_bei_der_Arbeitsverwaltung_BAG_8AZR1069-12_22_05_2014.html
Timestamp: 2017-01-22 08:05:36
Document Index: 195291175

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 613', '§ 2', '§ 31', '§ 15', '§ 31', 'EuG', 'EuG', '§ 613', '§ 15', '§ 53', 'EuG', '§ 613', 'EuG', '§ 91']

HENSCHE Arbeitsrecht: 8 AZR 1069/12
Kommt es - wie bei der Ar­beits­ver­mitt­lung - im We­sent­li­chen auf die men­sch­li­che Ar­beits­kraft an, ist die Wah­rung der Iden­tität der wirt­schaft­li­chen Ein­heit an­zu­neh­men, wenn nicht nur die be­tref­fen­de Tätig­keit, son­dern auch ein nach Zahl und Sach­kun­de we­sent­li­cher Teil des Per­so­nals über­nom­men wird.
Arbeitsgericht Göttingen, Urteil vom 28.9.2011 - 4 Ca 210/11 ÖLandesarbeitsgericht Niedersachsen, Urteil vom 1.11.2012 - 4 Sa 1528/11
8 AZR 1069/12 4 Sa 1528/11Lan­des­ar­beits­ge­richtNie­der­sach­sen Im Na­men des Vol­kes!
hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 22. Mai 2014 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Hauck, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Rein­fel­der so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Um­fug und Dr. Pau­li für Recht er­kannt: - 2 - Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nie­der­sach­sen vom 1. No­vem­ber 2012 - 4 Sa 1528/11 - auf­ge­ho­ben.
Seit 2005 nimmt die be­klag­te Stadt be­stimm­te Auf­ga­ben nach dem SGB II wahr, dar­un­ter die Ar­beits­ver­mitt­lung, das Fall­ma­nage­ment und die Be­wirt­schaf­tung von In­te­gra­ti­ons­mit­teln für die Leis­tungs­be­rech­tig­ten mit Woh­nung in der Stadt G. Träger der Leis­tun­gen ist der Land­kreis G (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB II), ge­setz­li­che Grund­la­ge der Tätig­keit der be­klag­ten Stadt ist § 6 Abs. 2 SGB II. Für den Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar 2005 bis zum 31. De­zem­ber 2010 war ihr ge­stat­tet, ei­nen Teil der über­tra­ge­nen Auf­ga­ben durch Drit­te durchführen zu las­sen. Die be­klag­te Stadt be­auf­trag­te die Beschäfti­gungsförde­rung G, ei­ne kom­mu­na­le An­stalt öffent­li­chen Rechts (im Fol­gen­den: BFG) durch öffent­lich-recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen be­fris­tet bis zum 31. De­zem­ber 2010 ua. mit den Auf­ga­ben Ar­beits­ver­mitt­lung, Fall­ma­nage­ment, so­wie mit der Be­wirt­schaf­tung von Mit­teln für die In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen. Das Fall­ma­nage­ment soll­te ar­beits­tei­lig durch den Fach­be­reich So­zia­les der be­klag­ten Stadt und die BFG er­fol­gen: Die sog. pas­si­ve Ar­beits­ver­mitt­lung (fi­nan­zi­el­le Si­cher­stel­lung - 3 -
Seit dem 1. Ja­nu­ar 2011 nimmt die be­klag­te Stadt die Auf­ga­be der ak­ti­ven Ar­beits­ver­mitt­lung nach dem SGB II selbst wahr. Bei der BFG fie­len die­ser Be­reich und die da­mit beschäftig­ten Ab­tei­lun­gen weg. Bei der be­klag­ten Stadt wur­den für die­sen Auf­ga­ben­be­reich 52 Stel­len für Fall­ma­na­ger zuzüglich drei Lei­tungs­po­si­tio­nen - al­so ins­ge­samt 55 Stel­len - vor­ge­se­hen. Das benötig­te Per­so­nal wur­de im We­sent­li­chen aus der BFG zu­sam­men­ge­stellt; dafür wur­den im Som­mer 2010 neue Ar­beits­verträge an­ge­bo­ten. Am 1. Ja­nu­ar 2011 wa­ren ins­ge­samt 51 Fall­ma­na­ger/in­nen (in­klu­si­ve Per­so­nen in El­tern­zeit) bei der be­klag­ten Stadt beschäftigt, die zu­vor bei der BFG im Auf­ga­ben­feld der ak­ti­ven Ar­beits­ver­mitt­lung im Be­reich SGB II tätig wa­ren. Auf der Lei­tungs­ebe­ne ka­men drei Per­so­nen hin­zu, die be­reits bei der BFG Ko­or­di­nie­rungs- und Lei­tungstä- - 4 - tig­kei­ten ausübten: Das bis­he­ri­ge Vor­stands­mit­glied der BFG Herr Ge, die Lei­te­rin der ehe­ma­li­gen Ab­tei­lung 3 Frau J und der Lei­ter der ehe­ma­li­gen Ab­tei­lung 5 Herr L. Die be­klag­te Stadt hat­te bis En­de 2010 kei­ne Er­fah­run­gen in der Ko­or­di­na­ti­on der ak­ti­ven Leis­tun­gen nach dem SGB II im Zu­sam­men­spiel mit dem Land­kreis G als ei­gent­li­chem Ent­schei­dungs­träger die­ser Leis­tun­gen.
Der Kläger ist seit dem 1. Ja­nu­ar 2011 als Fall­ma­na­ger im Be­reich SGB II für die be­klag­te Stadt tätig, mit der er im Au­gust 2010 ei­nen schrift­li­chen, un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen hat­te, in dem ei­ne Pro­be­zeit von sechs Mo­na­ten vor­ge­se­hen ist. - 5 - Mit Schrei­ben vom 14. Ju­ni 2011 kündig­te die be­klag­te Stadt das Ar­beits­verhält­nis or­dent­lich zum 30. Ju­ni 2011, nach Per­so­nal­rats­anhörung und un­ter Be­ru­fung auf die ver­ein­bar­te Pro­be­zeit.
Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt, 1. es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 14. Ju­ni 2011 nicht be­en­det wird;
Ein Be­triebs­teilüber­gang lie­ge nicht vor. Es hand­le sich nur um ei­ne Wei­terführung von Auf­ga­ben. Zu­dem sei in den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 der BFG kei­ne selbständig ab­trenn­ba­re or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit vor­han­den ge­we­sen. Die Leis­tun­gen der ak­ti­ven Ar­beits­ver­mitt­lung nach dem SGB II sei­en bei der BFG we­der von der Ab­tei­lung 4, der der Kläger zu­ge­ord­net ge­we­sen sei, noch - 6 - von den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 zu­sam­men oder de­ren Un­ter­ab­tei­lun­gen al­lein ver­ant­wort­lich und selbständig er­bracht wor­den. Viel­mehr ha­be es ei­nes ab­tei­lungsüberg­rei­fen­den Zu­sam­men­wir­kens mit der Un­ter­ab­tei­lung 2.4 be­durft. Es sei nicht Auf­ga­be des Klägers ge­we­sen, die im Rah­men der ak­ti­ven Ar­beits­ver­mitt­lung er­for­der­li­chen außen­wirk­sa­men Be­schei­de zu er­tei­len. Der Kläger ha­be auch kei­ne Zahl­bar­ma­chung von Leis­tun­gen nach dem SGB II vor­ge­nom­men. Die­se zur Ar­beits­ver­mitt­lung nach dem SGB II zu­gehöri­gen Tätig­kei­ten sei­en bei der BFG viel­mehr von den Beschäftig­ten der Un­ter­ab­tei­lung 2.4 durch­geführt wor­den, außer zu Übungs­zwe­cken für we­ni­ger als zwei Wo­chen - abzüglich der Weih­nachts­fei­er­ta­ge - En­de De­zem­ber 2010 von Mit­ar­bei­tern der Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5. Die Wei­ter­beschäfti­gung der über­nom­me­nen Beschäftig­ten sei im We­sent­li­chen nicht in der Zu­sam­men­set­zung er­folgt wie bei der BFG. Die Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung sei ord­nungs­gemäß er­folgt. Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sie ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on be­gehrt der Kläger die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils.
§ 613a BGB fin­de kei­ne An­wen­dung, da die Tätig­kei­ten des Fall­ma­nage­ments und der Ar­beits­ver­mitt­lung als ho­heit­li­che Auf­ga­ben an­zu­se­hen sei­en. We­sent­li­ches Steue­rungs­in­stru­ment beim Fall­ma­nage­ment sei die Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­rung, zu de­ren Ab­schluss der Leis­tungs­träger nach §§ 2, 15 SGB II re­gelmäßig ge­hal­ten und der Leis­tungs­empfänger ver­pflich­tet sei. Der - 7 - Ver­s­toß ge­gen Pflich­ten aus der Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­rung führe zu Sank­tio­nen nach § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB II. Der Ab­schluss ei­ner Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­rung in Ge­stalt ei­nes öffent­lich-recht­li­chen Ver­trags mit feh­len­der Ver­hand­lungs­sym­me­trie auf Sei­ten des Leis­tungs­be­rech­tig­ten spre­che für ho­heit­li­ches Han­deln. Die Re­ge­lung des § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II so­wie die Sank­ti­ons­norm des § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB II ver­deut­lich­ten das ord­nungs­recht­li­che In­stru­men­ta­ri­um des Leis­tungs­trägers.
- 8 - schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­nem Zweck (EuGH 6. März 2014 - C-458/12 - [Ama­to­ri ua.] Rn. 31 f. mwN; vgl. auch BAG 10. No­vem­ber 2011 - 8 AZR 538/10 - Rn. 17).
- 9 - auch 20. Ja­nu­ar 2011 - C-463/09 - [CLE­CE] Rn. 36, 39 mwN, Slg. 2011, I-95; BAG 22. Au­gust 2013 - 8 AZR 521/12 - Rn. 41; 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 181/11 - Rn. 31).
- 10 - ten und es dem Er­wer­ber der­art ermöglicht wird, die­se Fak­to­ren zu nut­zen, um der­sel­ben oder ei­ner gleich­ar­ti­gen wirt­schaft­li­chen Tätig­keit nach­zu­ge­hen (EuGH 12. Fe­bru­ar 2009 - C-466/07 - [Kla­ren­berg] Rn. 53, aaO; BAG 7. April 2011 - 8 AZR 730/09 - Rn. 16).
- 11 - a) § 613a Abs. 1 BGB fin­det iVm. der Richt­li­nie 2001/23/EG An­wen­dung. Die Tätig­keit in den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 der BFG er­folg­te nicht in Ausübung ho­heit­li­cher Be­fug­nis­se.
- 13 - (2) Et­was an­de­res gilt nicht im Hin­blick auf den Ab­schluss von Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­run­gen. Dar­in liegt kei­ne ho­heit­li­che Tätig­keit, kei­ne hin­rei­chend qua­li­fi­zier­te Ausübung von Son­der­rech­ten, Ho­heits­pri­vi­le­gi­en oder Zwangs­be­fug­nis­sen. Bei ei­ner Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­rung (§ 15 Abs. 1 SGB II) han­delt es sich nicht um ei­ne Ausübung von Son­der­rech­ten, Ho­heits­pri­vi­le­gi­en oder Zwangs­be­fug­nis­sen, son­dern trotz asym­me­tri­scher Ver­hand­lungs­po­si­tio­nen um ei­ne ver­trag­li­che Re­ge­lung (BSG 14. Fe­bru­ar 2013 - B 14 AS 195/11 R - Rn. 19, BS­GE 113, 70), nämlich ei­nen öffent­lich-recht­li­chen Ver­trag iSv. § 53 SGB X, für den die all­ge­mei­nen Re­geln des BGB zum Ver­trag gel­ten.
- 14 - (4) Da nach al­lem die Ar­beits­ver­mitt­lung in den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 der BFG kei­ne Tätig­keit in Ausübung ho­heit­li­cher Be­fug­nis­se war, kann da­hin­ste­hen, wie es zu be­ur­tei­len wäre, wenn ho­heit­li­che Be­fug­nis­se nur in ei­nem be­stimm­ten, even­tu­ell ge­rin­gen Um­fang von Be­deu­tung für ei­ne Tätig­keit sind.
b) Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit sind erfüllt. aa) Los­gelöst von den an­de­ren Ab­tei­lun­gen der BFG wur­de in den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 ak­ti­ve Ar­beits­ver­mitt­lung nach dem SGB II durch ei­ne hin­rei­chend struk­tu­rier­te und selbständi­ge Ge­samt­heit von Per­so­nen be­trie­ben. Die dafür beschäftig­te Ge­samt­heit von Ar­beit­neh­mern, die durch ei­ne ge­mein­sa­me Auf­ga­be und Tätig­keit un­ter der Ko­or­di­na­ti­on von Herrn Ge ver­bun­den war, schloss drei Ab­tei­lungs­lei­ter/in­nen, die Ar­beits­ver­mitt­ler/in­nen und die Büro­sach­be­ar­bei­ter/in­nen ein.
- 15 - ee) Die ak­ti­ve Ar­beits­ver­mitt­lung nach dem SGB II wur­de in den Ab­tei­lun­gen 3, 4 und 5 der BFG dau­er­haft be­trie­ben, nämlich von 2005 bis En­de 2010.
b) Hin­zu kommt die Über­nah­me von we­sent­li­chen Tei­len der Lei­tungs­ebe­ne; da­mit hat die be­klag­te Stadt ei­nen ins­ge­samt funk­ti­onsfähi­gen Be­leg­schafts­teil wei­ter­beschäftigt. So nutzt sie nicht nur das spe­zi­fi­sche Fach­wis­sen und die Kon­tak­te der Ar­beits­ver­mitt­ler/in­nen, son­dern auch das der über­nom­me­nen Führungs­kräfte. Der Nut­zung des be­triebs­spe­zi­fi­schen Know-hows der Führungs­kräfte kommt für die Fra­ge des Be­triebsüber­gangs ganz er­heb­li­che Be­deu­tung zu (vgl. auch BAG 24. Ja­nu­ar 2013 - 8 AZR 706/11 - Rn. 37 mwN). Ne­ben der Über­nah­me von zwei von drei Per­so­nen auf der Ebe­ne der Ab­tei­lungs­lei­tun­gen der BFG ist von be­son­de­rer Be­deu­tung, dass die Ko­or­di- - 16 - nie­rung der ak­ti­ven Leis­tun­gen nach dem SGB II nach wie vor von Herrn Ge vor­ge­nom­men wird. Ne­ben der Über­nah­me der Ar­beits­ver­mitt­ler/in­nen bzw. Fall­ma­na­ger/in­nen liegt dar­in ein we­sent­li­cher Um­stand der Fortführung der wirt­schaft­li­chen Ein­heit un­ter Wah­rung ih­rer Iden­tität. Denn die be­klag­te Stadt hat­te bis En­de 2010 kei­ne Er­fah­run­gen in der Ko­or­di­na­ti­on der ak­ti­ven Leis­tun­gen nach dem SGB II im Zu­sam­men­spiel mit dem Land­kreis G als ei­gent­li­chem Ent­schei­dungs­träger die­ser Leis­tun­gen. Sie nutzt, wie sie selbst ein­geräumt hat, die Er­fah­run­gen von Herrn Ge. Eben­so nutzt sie die Er­fah­run­gen des ein­ge­spiel­ten Teams der Ar­beits­ver­mitt­lung un­ter sei­ner Ko­or­di­na­ti­on.
- 17 - reicht wer­den, wenn die An­wend­bar­keit die­ser Schutz­be­stim­mun­gen al­lein des­halb aus­ge­schlos­sen wäre, weil der Er­wer­ber sich ent­schließt, den er­wor­be­nen Un­ter­neh­mens- oder Be­triebs­teil auf­zulösen und in sei­ne ei­ge­ne Struk­tur ein­zu­glie­dern. Da­mit würde den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mern der von der Richt­li­nie gewähr­te Schutz vor­ent­hal­ten wer­den. Es genügt, wenn die funk­tio­nel­le Ver­knüpfung zwi­schen den über­tra­ge­nen Pro­duk­ti­ons­fak­to­ren bei­be­hal­ten und es dem Er­wer­ber der­art ermöglicht wird, die­se Fak­to­ren zu nut­zen, um der­sel­ben oder ei­ner gleich­ar­ti­gen wirt­schaft­li­chen Tätig­keit nach­zu­ge­hen (EuGH 12. Fe­bru­ar 2009 - C-466/07 - [Kla­ren­berg] Rn. 43, 47 und 53, Slg. 2009, I-803).
4. Oh­ne Be­deu­tung ist zu­dem, dass mit dem über­nom­me­nen Per­so­nal, dar­un­ter mit dem Kläger, ein neu­er Ar­beits­ver­trag ab­ge­schlos­sen wor­den ist. Bei § 613a BGB han­delt sich um zwin­gen­des Recht, der Über­gang er­folgt von Rechts we­gen (ua. EuGH 26. Mai 2005 - C-478/03 - [Cel­tec] Rn. 38, Slg. 2005, I-4389; 25. Ju­li 1991 - C-362/89 - [d’Ur­so ua.] Rn. 20, Slg. 1991, I-4105; 10. Fe­bru­ar 1988 - C-324/86 - [Fo­re­nin­gen af Ar­be­jds­le­de­re i Dan­mark, „Dad- - 18 - dy’s Dance Hall“] Rn. 14, Slg. 1988, 739; BAG 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 181/11 - Rn. 81) und un­ge­ach­tet an­ders­lau­ten­der Ab­ma­chun­gen. Es ist oh­ne Be­deu­tung, in wel­chem (ver­meint­li­chen) Rechts­verhält­nis der Über­neh­mer die bis­he­ri­gen Ar­beit­neh­mer nach der Über­nah­me (wei­ter-)beschäftigt (BAG 18. Fe­bru­ar 1999 - 8 AZR 485/97 - BA­GE 91, 41). Die Verträge und Ar­beits­verhält­nis­se, die im Zeit­punkt des Über­gangs am 1. Ja­nu­ar 2011 zwi­schen dem Veräußerer und den im über­tra­ge­nen Be­trieb(steil) beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern be­ste­hen, sind als zu die­sem Zeit­punkt vom Veräußerer auf den Er­wer­ber über­ge­gan­gen an­zu­se­hen, un­abhängig da­von, wel­che Ein­zel­hei­ten da­zu zwi­schen bei­den ver­ein­bart wor­den sind.
C. Der Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag ist dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an­ge­fal­len. Der An­trag ist auf ei­ne Beschäfti­gung für die Dau­er des Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens be­tref­fend die Kündi­gung vom Ju­ni 2011 ge­rich­tet. Die­ses ist rechts­kräftig ab­ge­schlos­sen (vgl. BAG 25. Ok­to­ber 2012 - 2 AZR 700/11 - Rn. 23, BA­GE 143, 244). - 19 -
D. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 ZPO. Hauck Win­ter W. Rein­fel­der
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