Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+175,+221
Timestamp: 2018-12-15 22:09:42
Document Index: 291697900

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 426', '§ 840', '§ 1', '§ 3', '§ 63', '§ 113', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 121', 'BGH', '§ 113', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.02.2008 - III ZR 76/07 - dejure.org
BGB § 426 Abs. 1, § 840 Abs. 1; DDR: StHG § 1 Abs. 1, § 3 Abs. 2; VwGO §§ 63, 65, 78, 79, § 113 Abs. 1, 5, § 121
Bindung des Rechtsträgers der Widerspruchsbehörde an ein verwaltungsgerichtliches Urteil über den Erlass eines für den Anspruchsteller günstigen Bescheids im Verhältnis zum Rechtsträger der Ausgangsbehörde; Bindung der Zivilgerichte im Amtshaftungsprozess an rechtskräftige Entscheidungen von Verwaltungsgerichten im Rahmen ihrer Rechtskraftwirkung; Inhalt des Grundsatzes der Schadenseinheit
Staatshaftungsausgleich; Bindungswirkung von Verwaltungsgerichtsentscheidungen für Zivilgerichte; Prozessstandschaft; Gesamtschuldausgleich; Mietausfallschaden
Zum Umfang der Bindungswirkung, wenn im verwaltungsgerichtlichen Verfahren über eine Verpflichtungsklage entschieden worden ist, dass dem Antragsteller ein Anspruch auf Erlass eines ihm günstigen Bescheids zusteht
Gesamtschuldnerausgleich unter den Anspruchsgegnern eines Amtshaftungsanspruchs; Bindung an die Entscheidung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens
Ausgleich zwischen Ausgangs- und Widerspruchsbehörde
LG Dresden, 14.07.2006 - 10 O 4555/05
OLG Dresden, 28.02.2007 - 6 U 1565/06
BGHZ 175, 221
MDR 2008, 520
NVwZ 2009, 132
VersR 2008, 1068
WM 2008, 660
DÖV 2008, 601
BauR 2008, 968
BGH, 09.07.2009 - VII ZR 109/08
Unabhängigkeit eines Ausgleichsanspruchs des den Anspruch des Gläubigers …
Der Ausgleichsanspruch wird auch nicht in anderer Weise davon berührt, dass der Anspruch des Gläubigers gegen den Ausgleichspflichtigen verjährt ist (vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 2008 - III ZR 76/07, BGHZ 175, 221, 229; Urteil vom 9. März 1972 - VII ZR 178/70, BGHZ 58, 216, 218; RGZ 69, 422, 476).
Zu einer die Zivilgerichte im Rahmen der Rechtskraftwirkung nach § 121 VwGO bindenden Entscheidung des Verwaltungsgerichts über den Bescheid vom 4. Juli 2005 (vgl. hierzu Senatsurteil BGHZ 175, 221, 225 Rn. 10 m.w.N.) ist es nicht gekommen, auch nicht im Wege eines Antrags nach § 113 Abs. 1 Satz 4 VwGO.
Er unterliegt der selbständigen Verjährung und wird auch nicht in anderer Weise davon berührt, dass der Anspruch des Gläubigers gegen den Ausgleichspflichtigen verjährt ist (BGHZ 58, 216, 218; 175, 221 Tz. 17 m. w. N.; BGH…, Urteil vom 9. Juli 2009 aaO Tz. 11 f. m. w. N.).
Dabei hat der Senat die Prozesswirtschaftlichkeit für ein solches Vorgehen nicht nur dann bejaht, wenn die Zivilgerichte im Amtshaftungsprozess an rechtskräftige Entscheidungen von Verwaltungsgerichten im Rahmen ihrer Rechtskraftwirkung gebunden sind (vgl. insoweit Senatsurteil vom 7. Februar 2008 - III ZR 76/07, BGHZ 175, 221 Rn. 10 f mwN), sondern auch in Fällen, in denen - wie bei der sozialrechtlichen Herstellungsklage - die Frage eines pflichtwidrigen Verhaltens eines Beamten nur eine Vorfrage ist, so dass das Ergebnis dieses Verfahrens für den Amtshaftungsprozess keine Bindungen entfaltet (…vgl. Senatsurteile vom 11. Februar 1988 - III ZR 221/86, aaO S. 245; vom 6. Februar 1997 - III ZR 241/95, NVwZ 1997, 1243, 1244;… vom 20. Juli 2000 - III ZR 64/99, aaO S. 1109;… vgl. zum Ganzen zuletzt Senatsurteil vom 10. Februar 2011 - III ZR 37/10, juris Rn. 37).
(1) Die Zivilgerichte sind im Amtshaftungsprozess an verwaltungsgerichtliche Entscheidungen, die die Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit einer Verwaltungsmaßnahme rechtskräftig feststellen, gebunden (…BGH, Urt. v. 07.10.1954, Az.: III ZR 106/53, BGHZ 15, 17, 19;… BGH, Urt. v. 12.07.1962, Az.: III ZR 16/61, DÖV 1962, 791 = DVBl 1962, 753;… BGH, Urt. v. 08.05.1980, Az.: III ZR 27/77, BGHZ 77, 338, 341; BGH, Urt. v. 07.02.2008, Az.: III ZR 76/07, BGHZ 175, 221, 225 Rn. 10;… OLG Zweibrücken, Beschl. v. 09.01.2017, Az.: 6 U 12/15, juris, Rn. 17;… Ossenbühl/Cornils, Staatshaftungsrecht, 6. Aufl., S. 123).
Die Bindungswirkung wirkt zwar grundsätzlich nur zwischen den Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens und deren Rechtsnachfolger (BGHZ 175, 221, 225 Rn. 10;… Soergel/Vinke, BGB, 13. Aufl., § 839 Rn. 267).
Sie ist sachlich auf den Streitgegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens beschränkt (BGHZ 175, 221, 225 Rn. 10).
So bindet nach einhelliger Meinung für den Fall, dass die Widerspruchsbehörde den Verwaltungsakt der Ausgangsbehörde bestätigte, die Entscheidung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gegen den Träger der Ausgangsbehörde auch den Träger der Widerspruchsbehörde, da die im Verwaltungsprozess beteiligte Behörde insoweit "in einer Art Prozessstandschaft" handelte (BGH, DÖV 1962, 791, 792 = DVBl 1962, 753, 754, BGHZ 175, 221, 226 f. Rn. 13).
17 notwendig nur einheitlich beurteilt werden, zumal im verwaltungsgerichtlichen Verfahren andere Mittel, die betroffenen Rechtsträger an die getroffene einheitliche Entscheidung zu binden, fehlen (BGHZ 175, 221, 227 f., Rn. 15).
Die Prozesswirtschaftlichkeit für ein solches Vorgehen hat der Senat nicht nur dann bejaht, wenn die Zivilgerichte im Amtshaftungsprozess an rechtskräftige Entscheidungen von Verwaltungsgerichten im Rahmen ihrer Rechtskraftwirkung gebunden sind (vgl. insoweit Senatsurteil vom 7. Februar 2008 - III ZR 76/07, BGHZ 175, 221 Rn. 10 f mwN), sondern auch in Fällen, in denen - wie bei der sozialrechtlichen Herstellungsklage - die Frage eines pflichtwidrigen Verhaltens eines Beamten nur eine Vorfrage ist, so dass das Ergebnis dieses Verfahrens für den Amtshaftungsprozess keine Bindungen entfaltet (vgl. Senatsurteile vom 11. Februar 1988 - III ZR 221/86, BGHZ 103, 242, 245; vom 6. Februar 1997 - III ZR 241/95, NVwZ 1997, 1243, 1244; vom 20. Juli 2000 - III ZR 64/99, NVwZ-RR 2000, 746).
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des Senats sind die Zivilgerichte im Amtshaftungsprozess an rechtskräftige Entscheidungen von Verwaltungsgerichten im Rahmen ihrer Rechtskraftwirkung (§ 121 VwGO) gebunden (vgl. nur BGHZ 146, 153, 156; 161, 305, 309; zuletzt Urteil vom 7. Februar 2008 - III ZR 76/07 - WM 2008, 660, 661 Rn. 10 m.w.N.; für BGHZ vorgesehen).
Bei Verpflichtungsklagen erstreckt sie sich, soweit keine Veränderung der entscheidungserheblichen Sach- und Rechtslage zu berücksichtigen ist, auch auf die Beurteilung der Verwaltungsgerichte, dass die ablehnenden Bescheide rechtswidrig gewesen seien (Senatsurteile BGHZ 119, 365, 368 und vom 7. Februar 2008 aaO Rn. 11).
Besteht die beanstandete Amtshandlung in einem Verwaltungsakt, ist der Amtshaftungsrichter an das rechtskräftige Urteil eines Verwaltungsgerichts, das die Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes feststellt, gebunden, soweit der Streitgegenstand der gleiche ist (BGHZ 175, 221 Tz. 10; BGH NVwZ-RR 2008, 674 Tz. 15;… Staudinger-Wöstmann, a.a.O., § 839 Rnrn. 419 - 421).
Bei auf Verpflichtungsklage hin ergangenen Urteilen erstreckt sich diese Bindung auch auf die Beurteilung der Verwaltungsgerichte, dass die ablehnenden Bescheide rechtswidrig gewesen seien, soweit keine Veränderung der entscheidungserheblichen Sach- und Rechtslage zu berücksichtigen ist (BGHZ 175, 221 Tz. 11; BGH NVwZ-RR 2008, 674 Tz. 15;… Staudinger-Wöstmann, a.a.O., § 839 Rn. 420).
BGH, 04.11.2010 - III ZR 275/09
Staatshaftung in den neuen Bundesländern: Unterbrechung der Verjährung eines …
a) Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Dezember 2001 steht auch für den vorliegenden Schadensersatzprozess bindend fest (vgl. Senatsurteil vom 7. Februar 2008 - III ZR 76/07, BGHZ 175, 221 Rn. 10 m.w.N.), dass die Grundstücksverkehrsgenehmigung vom 7. Februar 1992 rechtswidrig war und im Hinblick auf den gestellten Rückgabeantrag nicht erteilt werden durfte.
OVG Hamburg, 08.06.2015 - 1 Bf 221/13
Zur örtlichen Zuständigkeit des Gerichts bei Streitigkeiten in Zusammenhang mit …
Nach wohl weitgehend einhelliger Ansicht wird eine solche Rechtskrafterstreckung auf die nicht beteiligte Widerspruchsbehörde bzw. ihren Träger gefolgert (vgl. jeweils m.w.N. BGH, Urt. v. 7.2.2008, III ZR 76/07, BGHZ 175, 221, juris Rn. 13;… VGH Kassel, Beschl. v. 20.7.2004, 9 TG 1346/04, DÖV 2004, 968, juris Rn. 23;… Kilian in Sodan/Ziekow, a.a.O., § 121 Rn. 97;… Clausing in Schoch/Schneider/Bier a.a.O., § 121 Rn. 96;… Kugele, VwGO, 2013, § 121 Rn. 16;… Germelmann in Gärditz, VwGO, 2013, § 121 Rn. 119;… Rennert in Eyermann, VwGO, 14. Aufl. 2014, § 121 Rn. 38;… Redeker/von Oertzen, VwGO, a.a.O., § 121 Rn. 6a;… Lindner in Posser/Wolff, VwGO, 2. Aufl. 2014, § 121 Rn.49;… Kopp/Schenke, a.a.O., § 121 Rn. 24;… Unruh, a.a.O., § 121 VwGO Rn. 33).
Für eine entsprechende Bindung der Widerspruchsbehörde an die Rechtswirkung der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung sprechen vor allem gerade in einer Fallkonstellation wie der vorliegenden die effektive Durchsetzbarkeit des Rechts des Klägers als auch die Prozessökonomie (vgl. insoweit auch BGH, Urt. v. 7.2.2008, a.a.O., juris Rn. 14).
BGH, 20.11.2014 - III ZR 494/13
Amtshaftung eines Landkreises im Beitrittsgebiet wegen Erteilung einer …
BGH, 02.10.2008 - III ZR 117/07
Anforderungen an die Protokollierung der getroffenen Feststellungen in der …
OLG Karlsruhe, 30.10.2013 - 7 U 36/09