Source: https://macau.uni-kiel.de/receive/diss_mods_00004825
Timestamp: 2020-05-29 21:10:41
Document Index: 106846003

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 8', '§ 1', '§ 1', '§ 8', '§ 6', '§ 1', '§ 8', '§ 6']

Prävalenz, Inzidenz und Geschlechterverhältnis der Transsexualität anhand der bundesweit getroffenen Entscheidungen nach dem Transsexuellengesetz in der Zeit von 1991 bis 2000
Prävalenz, Inzidenz und Geschlechterverhältnis der Transsexualität anhand...
Meyer zu Hoberge, Sonja
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand aller bundesweit getroffenen Entscheidungen gemäß § 1 (Vornamensänderung) und § 8 (Personenstandsänderung) des Transsexuellen-gesetzes für die Zeit von 1991 bis 2000 die Inzidenz und Prävalenz transsexueller Geschlechtsidentitätsstörungen in Deutschland. Dabei konnte von der Prämisse ausgegangen werden, dass die Diagnose Transsexualität laut Gesetz von zwei Sachverständigen gestellt werden muss, bevor ein Antrag nach den §§ 1 oder 8 des Transsexuellengesetzes bewilligt wird. Dementsprechend wurden alle Anträge nach dem Transsexuellengesetz auf Vornamensänderung und auf Personenstandsänderung ausgewertet, die in den Jahren 1991 bis 2000 gestellt wurden. Die Untersuchung baut auf einer gleichartigen Erhebung von Osburg und Weitze (1993) für die Jahre 1981-1990 auf und hat so die Möglichkeit, einen Längsschnittvergleich anzustellen. Insgesamt kann nach Elimination der doppelten und der abgelehnten Anträge aus 3583 gestellten Anträgen auf eine Gesamtzahl von 2506 Transsexuellen geschlossen werden. Dies entspricht einer Zehnjahresprävalenzrate von 3,36 Transsexuellen pro 100.000 der deutschen Bevölkerung bzw. 4,14 MannzuFrau-Transsexuelle/ auf 100.000 der männlichen Bevölkerung und 2,63 FrauzuMann-Transsexuelle/ 100.000 der weiblichen deutsche Bevölkerung. Diese Zahlen liegen signifikant höher als die Zehnjahresprävalenzrate, die von Osburg und Weitze ermittelt wurde. Bezieht man die Daten von Osburg und Weitze mit ein, erhält man eine Prävalenzrate von 4,26/ 100.000 der deutschen Bevölkerung (MannzuFrau: 5,48/ 100.000 und FrauzuMann: 3,12/ 100.000). Die mittlere Inzidenzrate lag bei 0,34 Transsexuellen/ 100.000 der deutschen Gesamtbevölkerung/ Jahr bzw. bei 0,41 MannzuFrau-Transsexuellen/ 100.000 der männlichen deutschen Gesamtbevölkerung/ Jahr und 0,26 FrauzuMann-Transsexuellen/ 100.000 der weiblichen deutschen Gesamtbevölkerung/ Jahr. Im Vergleich der einzelnen Bundesländer konnte eine signifikant höhere Zehnjahres-prävalenz in den Stadtstaaten und eine signifikant niedrigere Zehnjahresprävalenz in den neuen Bundesländern nachgewiesen werden. Das Geschlechterverhältnis im Erhebungszeitraum lag bei 1,5:1 zugunsten der MannzuFrau-Transsexuellen und hat sich somit im Vergleich zur Vor-Dekade (wo es noch 2,3:1 betrug) deutlich einer Gleichverteilung angenähert. Das Durchschnittsalter bei Bewilligung der Anträge zur Vornamensänderung lag bei 33,0 Jahren. Dabei fand sich ein bemerkenswerter Unterschied zwischen MannzuFrau- und FrauzuMann-Transsexuellen: Das Durchschnittsalter der MannzuFrau-Transsexuellen war mit 35,6 Jahren (17-74 Jahre) signifikant höher als das der FrauzuMann-Transsexuellen mit 29,1 Jahren (18 - 72 Jahre). Im Vergleich zur vorhergehenden Dekade ergab sich in dieser Hinsicht kein Unterschied. Das Durchschnittsalter bei der Bewilligung von Anträgen zur Personenstandsänderung lag bei 33,8 Jahren (18-72 Jahre), entsprechend 35,9 Jahren (18-72 Jahre) für MannzuFrau- und 30,9 Jahren (20-66 Jahre) für FrauzuMann-Transsexuelle. Auch dieser Unterschied ist signifikant und ist auch größer als in der Untersuchung für die vorhergehende Dekade von Osburg und Weitze (1993). In Bezug auf die Art der Entscheidung fiel auf, dass insgesamt signifikant weniger Anträge als in der vorhergehenden Dekade abgelehnt wurden. Außerdem wurden signifikant weniger Anträge von FrauzuMann- als von MannzuFrau-Transsexuellen abgelehnt. Im Verlauf der zehn Jahre änderte sich die Ablehnungsrate nicht, während die Anzahl der Anträge signifikant stieg. Im Vergleich zur vorhergehenden Dekade hat die Zeit, die zwischen Anträgen auf Vornamens- und Personenstandsänderung verging, zugenommen. Insbesondere wurden weniger Anträge nach § 1 und § 8 Transsexuellengesetz gleichzeitig gestellt. Die Rate der Anträge auf Rückumwandlung des Vornamens- oder des Personenstandes nach § 6 Transsexuellengesetz lag bei 0,6 % der gesamten Transsexuellen und hat sich somit – verglichen zum Zeitraum von 1981 bis 1990 – trotz deutlich gestiegener Antragszahlen nicht verändert.
Surveying applications for changing of the first name (§ 1 german trassexuals´act) or the sex status (§ 8 german trassexuals`act) at all german courts during the period from 1991 until 2000 the prevalence, the incidence and the sex ratio of transsexualism in Germany were surveyed. An important requirement for the permission of these applications is getting the diagnosis transsexualism confirmed by at least two experts. The basis for this survey was the examination by Weitze and Osburg (1996), who collected the same data for the period 1981-1990. That was the first period the german transsexuals´act (TSG) existed. So it was possible to examine a longitudinal section. After elaminating the double and the rejected applications from all 3583 applications there were left a number of 2506 transsexuals. This corresponds to a ten-year-prevalence of 3,36 transsexuals per 100.000 of the german population or rather 4,14 MF-transsexuals/ 100.000 of the male population und 2,63 FM-transsexuals/ 100.000 of the female german population. This is significantly higher then the established data of Weitze and Osburg (1996). If you additionally include the data of Osburg and Weitze, a prevalence of 4,26 per 100.000 of the german population can be estimated (MaletoFemale 5,48/ 100.000 and Femaletomale: 3,12/ 100.000). The avarage incidence was 0,34 transsexuals per 100.000 of the german population per year (0,41 MF-transsexuals/ 100.000 of the male german population per year and 0,26 FM-transsexuals/ 100.000 of the female german population per year. Comparing the different states there was provable a significant higher ten-year-prevalence in the federal city states and a significant lower ten-year-prevalence in the newly formed german states. The sex ratio was 1,5:1 in favor of the MF-transsexuals. Compared to the previous decade, where it was 2,3:1, it is getting nearer to a uniform distribution. The avarage age was 33,0 years, when the applications for changing of the first name were permitted. There was a remarkable difference between MF- and FM-transsexuals: The avarage age of the MF-transsexuals was 35,6 years (17-74 years) and thereby significantly higher than the average age of the FM-transsexuals, which was 29,1 years (18-72 years). Concerning to this there was no difference compared to the previous decade. The avarage age was 33,8 years (18-72 years), appopriate 35,9 years (18-72 years) for the MF- and 30,9 years (20-66 years) for FM-transsexuals, when the applications for changing of the sex status were permitted. Even this difference is significant and even higher than the difference in the previous dekade. Significantly less applications had been rejected compared with the previous decade. Additionally less applications of FM-transsexuals than applications of MF-transsexauls had been rejected. The rate of rejections did not change between the individual years, but the number of applications rised. Comparing the two decades the time between the application for the change of the first name and the sex status had rised. Especially less applications had been placed the same time. The rate of applications for the rechange of the first name or of the sex status (§ 6 german`s transsexual act) was 0,6 % of the whole transsexuals. It has not changend in comparison with the previous decade.
/SMeyerzuHobergediss2009.pdf
Prevalence, incidence and sex ratio of transsexualism in Germany established by counting applications of the german trassexuals`act during the period 1991 until 2000 (English)
Prof. Dr. Hartmut A. G. Bosinski
urn:nbn:de:gbv:8-diss-48251
Transsexualität; transsexuell; Transsexuellengesetz; Vornamensänderung; Personenstandsänderung; Prävalenz; Inzidenz; Zehnjahresprävalenz; FrauzuMann; MannzuFrau; FzM; MzF; Geschlechterverhältnis; Alter; Geschlechtsidentitätsstörung; transsexuality; transsexual; pevalence; incidence; FM; MF; sex ratio; age; gender identity disorder; change of first name; chang
Meyer zu Hoberge, Sonja: Prävalenz, Inzidenz und Geschlechterverhältnis der Transsexualität anhand der bundesweit getroffenen Entscheidungen nach dem Transsexuellengesetz in der Zeit von 1991 bis 2000.
URN (urn:nbn:de:gbv:8-diss-48251)
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:8-diss-48251