Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202135/09
Timestamp: 2019-06-18 05:52:36
Document Index: 143999382

Matched Legal Cases: ['Art 8', 'Art 8', 'Art 8', '§ 93', '§ 14', '§ 37', 'Art 8', 'Art. 8', '§ 15', 'Art. 8']

BVerfG, 26.06.2014 - 1 BvR 2135/09 - dejure.org
https://dejure.org/2014,19447
BVerfG, 26.06.2014 - 1 BvR 2135/09 (https://dejure.org/2014,19447)
BVerfG, Entscheidung vom 26.06.2014 - 1 BvR 2135/09 (https://dejure.org/2014,19447)
BVerfG, Entscheidung vom 26. Juni 2014 - 1 BvR 2135/09 (https://dejure.org/2014,19447)
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Zu Schutzgehalt und Reichweite der Versammlungsfreiheit (Art 8 Abs 1 GG) in Bezug auf die Verwendung von Lautsprechern während eines Versammlungszuges
Art 8 Abs 1 GG, Art 8 Abs 2 GG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, § 14 Abs 1 RVG, § 37 Abs 2 S 2 RVG
Stattgebender Kammerbeschluss: Zu Schutzgehalt und Reichweite der Versammlungsfreiheit (Art 8 Abs 1 GG) in Bezug auf die Verwendung von Lautsprechern während eines Versammlungszuges - hier: Auferlegung eines Bußgeldes wegen Verstoßes gegen versammlungsrechtliche Auflagen verletzt Betroffene in Grundrecht auf Versammlungsfreiheit - Gegenstandswertfestsetzung
GG Art. 8 Abs. 1 ; VersG § 15 Abs. 1
"Zivile Bullen raus aus der Versammlung”
"Zivile Bullen raus” darf auf Demos gefordert werden
Versammlungsfreiheit - Auflagen müssen sich auf das Notwendige beschränken
Keine Geldbuße für "Bullen raus" bei Maikundgebung
taz.de (Pressebericht, 06.08.2014)
Demo-Rufe "Bullen raus" ist voll okay
Versammlungsrechtliche Auflagen müssen sich auf notwendige Eingriffe in die Versammlungsfreiheit beschränken - Sanktionierung der Lautsprecherdurchsagen greift in Schutzbereich der Versammlungsfreiheit ein
AG München, 09.04.2009 - 1125 OWi 111 Js 10211/09
OLG Bamberg, 05.08.2009 - 2 Ss OWi 811/09
NVwZ 2014, 1453
vgl. BVerfG, Beschluss vom 26. Juni 2014- 1 BvR 2135/09 -, juris Rn. 11, Urteil vom 22. Februar 2011 - 1 BvR 699/06 -, juris Rn. 64, Beschlüsse vom 12. Mai 2010 - 1 BvR 2636/04 -, juris Rn. 14 f., und vom 11. Juni 1991 - 1 BvR 772/90 -, juris Rn. 16; OVG NRW, Beschluss vom 30. Dezember 2016 - 15 B 1526/16 -.
Dieses Recht des Veranstalters kann nach Art. 8 Abs. 2 GG für Versammlungen unter freiem Himmel beschränkt werden, soweit seine Ausübung mit gleichwertigen Rechtsgütern Dritter kollidiert (st. Rspr., vgl. BVerfG, Beschluss vom 26. Juni 2014 - 1 BvR 2135/09, juris Rn. 13).
vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 26. Juni 2014 - 1 BvR 2135/09 -, juris Rn. 11, Urteil vom 22. Februar 2011 - 1 BvR 699/06 -, juris Rn. 64, Beschlüsse vom 12. Mai 2010 - 1 BvR 2636/04 -, juris Rn. 14 f., und vom 11. Juni 1991 - 1 BvR 772/90 -, juris Rn. 16.
Die Rechtsprechung ordnet die Begleiterscheinungen einer Versammlung nur dann dem Schutzbereich der Versammlungsfreiheit zu, wenn die jeweils in Rede stehenden Gegenstände und Hilfsmittel zur Verwirklichung des Versammlungszwecks funktional oder symbolisch für die kollektive Meinungskundgabe wesensnotwendig sind (OVG Berlin-Bbg, B.v. 16.8.2012 - OVG 1 S. 108.12 - juris 8), wenn es sich dabei um notwendige Bestandteile der Versammlung handelt, ohne die eine gemeinsame Meinungsbildung und Meinungsäußerung nicht möglich ist (…VG Frankfurt, B.v. 6.8.2012 - 5 L 2558/12.F - juris Rn. 43), wenn sie inhaltlich in hinreichendem Zusammenhang mit der Durchführung der Versammlung stehen und einen spezifischen Bezug zum Versammlungsthema aufweisen (BVerfG, B.v. 26.6.2014 - 1 BvR 2135/09 - NVwZ 2014, 1453), ihnen eine funktionale oder symbolische Bedeutung für das Versammlungsthema zukommt und sie einen erkennbaren inhaltlichen Bezug zur Meinungskundgabe aufweisen (…BayVGH, B.v. 12.4.2012 - 10 CS 12.767 - juris Rn. 10;… B.v.20.4.2012 - 10 CS 12.845 - juris Rn. 845) oder wenn nur unter ihrer Verwendung die Versammlung zweckentsprechend durchgeführt werden kann (BayVGH, B.v. 1.7.1995 - 21 CS 95.2131 - BeckRS 1995, 15373).