Source: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/no/not.htm
Timestamp: 2019-04-22 10:20:36
Document Index: 35997905

Matched Legal Cases: ['Art. 127', '§ 1010', '§ 8', '§ 2', '§ 3', 'Art. 22', 'Art. 357', 'Art. 12', '§ 1', 'Art. 7', '§ 101', 'Art. 47', 'Art. 34', 'Art. 50', '§ 3', 'Art. 108', 'Art. 39', '§ 1', '§ 31', '§ 1', '§ 1', '§ 93', '§ 1', '§ 6', '§ 3', '§ 3', 'Art. 18', '§ 2', 'Art. 253', 'Art. 4']

Not (Deutsches Rechtswörterbuch - DRW)
Wortklasse: Femininum, auch Maskulinum und Neutrum
sprachliche Erläuterung: asächs. no-d, mnl. noot, afries. ne-d, ae. ni-d, ne-ad.
1Not (I)
Erklärung: Notfall, bedrängende Situation, in der ein besonderer Handlungsbedarf (zB. Nottaufe) eintreten kann, oder aus der Zustände wie körperliche Schwäche, Gefahr, Armut entstehen können, die wiederum einen Rechtfertigungsgrund für die Verletzung fremder Rechte darstellen; die Belege sind von 1Not (II) nicht immer eindeutig abgrenzbar.
vgl. Notbrand (I), Notgedrang, Notkummer (II), Notsache (I), Nottaufe.
Belegtext: want vons R. wiszeliche noit van schuolden darzuo hadde braith, dat wir vonse vadie ... verkoufen wolden
Datierung: 1263 Fundstelle: Ennen,QKöln II 485
Belegtext: der man sol niht sitzen in lehenrehte ane des herren vrlop. mag aber er nit lenger sten von not, so sitze er ane sin vrlop
Datierung: um 1275 Fundstelle: Schwsp.(L.)Lehnr. Art. 127 a
Belegtext: swenne uns ... urluges not angat, davon man des selben huses endeliche bedarf, die wil die not wert, das sie uns entwichent von dem hus
Datierung: 1283 Fundstelle: BaselUB. II 244
Belegtext: wert auer he dor [See-] not ... vt ge worpen so schal dat schip vnde de lude de in deme schepe sint gelden na marktal
Datierung: Ende 13. Jh. Fundstelle: LübMndStR. 153
Belegtext: [bei Totschlag:] sa suere thi other ... thet hit ne dede thruch euest ... wera hi hulpe sine berna blode fon there nede [so schwöre der andere ..., daß er es nicht aus Neid ... getan habe, sondern damit er seinem Blutsverwandten aus der Not helfe]
Datierung: um 1300 Fundstelle: HunsingoR. 36
Belegtext: das ich ... durch meiner rechten nôt willen ... aufgeben han ... den hof
Datierung: 1330 Fundstelle: BrixenUrk. I 478
Belegtext: durch die hoste not mag der fader der kinde erbe an griffen
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: KlKaiserr.(Munzel) 202
Belegtext: weret, dat ein schomaker würde vorflüchtig ut deme werke dor ehrliker noht wille, so mogen em sine negesten dat werk naholden jahr unde dach
Datierung: um 1350 Fundstelle: PommMbl. 28 (1914) 124
Belegtext: heissent die [Ratsleute] ein hauss abbrechen [wo sich ein fewer erhebet], das sal niemant widderreden. widderredet es aber ymant, das wol ein rath mit ime reden, als es der stadt noth were
Datierung: 1351 Fundstelle: ErfurtZuchtbf. 129
Belegtext: wo aber das dorff not angot da sunt sy [herren] helffen dem dorfe tragen kosten und erbeit
Datierung: 1383 Fundstelle: Burckhardt,Hofr. 147
Belegtext: [wenn] en schipher mit synen schepe van rechter not weghene, also van storm ... qweme in ene havene ... de en schal dat gud dar nicht vorkopen
Datierung: 1388 Fundstelle: HanseRez. III 388
Belegtext: nachdemmale das rechte nod die frauwe dorzu twinget, sunderlich alz armut, das sy die gutere nicht behalden mag
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: GlWeichb. 376
Belegtext: werdet se schelende an der not mit deme werpende, so scal de meste menie raden de dar guet inne hebben
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: Nowgorod(Frensd.) 26
Belegtext: das her sich durch not wille muste ... wandeln in eyne ander stat zcu wonende
Datierung: um 1400 Fundstelle: MagdebFr. I 3, 7
Belegtext: elc grondenare mach zinen oudsten hoire zijnen grond opdraghen ende hem ontherven ... zonder ander hoir of nood of kercgheboden
Datierung: Anf. 15. Jh. Fundstelle: MnlWB. IV 2500
Belegtext: noot van water
Datierung: 1401 Fundstelle: Fruin,Dordrecht I 45
Belegtext: wer ... dasselbe libding von siner not wegen oder von muotwillen verkovffen woelt
Datierung: 1416 Fundstelle: Obersimmental(BernRQ.) 24
Belegtext: soe sellen elcke tien husen hebben een brantleder ... om noet van brande
Datierung: 1429 Fundstelle: WestfriesStR. II 20
Belegtext: mag men ... besaczungen und mechtigungen umbe not willen wol zculasszen
Datierung: 1435/54 Fundstelle: DanzigSchB. 29
Belegtext: wanner jenich schipper ... overgetuget wert, dat he myt vorsate van welker vlote ... zegelde unde ene kentlike noet van storme unde unweddere darto nicht en brochte, de schal vorboren ene mark goldes
Datierung: 1447 Fundstelle: HanseRez.2 III 195
Belegtext: in tydt der nood sall he uns met een gueden klepper tho felde kamen
Datierung: 1448 Fundstelle: OstfriesUB. I 517
Belegtext: toe wat tyden men eyschet den dyckgreue ... te rijden op ennige nootschouwe des dyckes, offte in noot van waeter, van waeden offte anders, datmen dan syn kost betaelen sall
Datierung: 1453 Fundstelle: Beekman,DijkR. II 1190
Belegtext: [der des Diebstahls eines Rades bezichtigte Beklagte antwortet vor Gericht] dat he sodane rath van noit wegen vnde nicht mit gewalt vnde qwader vorsate gehalet hadde sunder sin korne vthe deme wege, so dat in deme dore gelegen hadde, to bringende
Datierung: 1481 Fundstelle: OberhLüb. 216
Belegtext: wer es sach, das das itzgenant eheleut noth angieng in seinem wittibstuel, so hett es macht, die gueter anzuegreifen
Datierung: 15./16. Jh. Fundstelle: Lauda 191
Belegtext: hab ich ewrer erwyrden ... dringender nott demutiglich angeruffen
Datierung: 1524 Fundstelle: MittOsterland 6 (1863/66) 89
Belegtext: so er in seiner krankheit und not drei ... personen zu zeugen ... seines lezten willen erbit
Datierung: 1528 Fundstelle: ZeigerLRb. 372
Belegtext: dat ock alle collecten nicht ut dwange noch noet, besunderen dewile se in der hilligen schrift gegrundet, mit der modersprake, de iderman to vornemen hefft, gelesen weerden
Datierung: 1529 Region/Autor/Textsorte: Ostfriesland Fundstelle: Sehling,EvKO. VII 1 S. 365
Belegtext: ick hebbe deme ... D.B. ... ghelenet ... vor eyn moedt pandt eynen sulvernen stopp yn sick hebbende 36 lot, syne noedt to entsettende tyegen E.S. vor 30 (pfund)
Datierung: 1537 Fundstelle: HolstVierstUrt. 151
Belegtext: es sollen sich die weiber des notteufens nicht leichtlich annhemen ... sonder wo es die hohe, unvermeidliche not fordert, da sollen sie solchs ... thun
Datierung: 1542 Region/Autor/Textsorte: Calenberg-Göttingen Fundstelle: Sehling,EvKO. VI 2 S. 799
Belegtext: wer dem anderem gut affkofft undt nimpt dat in siene wehre und difflichen hinwegck thut, undt es nicht bethalet, dat trid an sienen suelvest halß; idt sie dann, dat he alsodane nodt bewiesenn moege die ihme behuelplich sey
Datierung: 1562/77 Fundstelle: LünebNGO. 370
Belegtext: wann der eltern ains in solche not vnd abfal koeme, das es sein leibsnarung nit haben koent, so mag es [vor Gericht] ... gewertig sein, ob vnd was jme von der kinder guetern zu notwendiger vnderhaltung erkent werd
Fundstelle: NürnbRef. 1564 Tit. 33, 10
Belegtext: daß man nicht ewige pfründen auß dem almusen mache, sondern die eintzige not die richtschnur bleibe
Datierung: 1574 Region/Autor/Textsorte: Kurpfalz Fundstelle: Sehling,EvKO. XIV 468
Belegtext: wo ain not außkombt, ... so soll ain ieder gehorsam sein und not helfen wenden
Datierung: 17. Jh. Region/Autor/Textsorte: Salzburg Fundstelle: ÖW. I 309
Belegtext: wenn ... guether ... aus noth verkaufet oder verpachtet werden, so stehet es entweder bey beyden partheyen, wen sie zu formirung eines ... anschlages in vorschlag bringen wollen, oder der richter verordnet commissarios ex officio
Datierung: 1753 Fundstelle: Hellfeld I 216
Belegtext: in wassers-noethen soll ein jeder ... dem wasser helfen wehren, bis die noth gestillet seyn- ... wird, bey einer buß von 20 pfunden
Datierung: 1782 Fundstelle: SaanenLschStat. 411
Belegtext: da die wahre und hoechste noth allen vorsatz ausschliesset, so kann der diebstahl, der aus wahrer noth begangen worden, dem thaeter nicht zugerechnet werden
Datierung: 1783 Fundstelle: Quistorp,GrundsPeinlR. 712
Belegtext: der mensch hat ... ein recht, sich mit gewalt der, aus dem versuchten verbrechen entspringenden noth zu wehren, die nichtvollendung des verbrechens zu erzwingen
Datierung: 1798 Fundstelle: Grolman,KrimRWiss. 5
Belegtext: er muß nicht weiter gegangen seyn, als er zur abwendung der noth bedurfte, denn ohne noth ist keine notwehr
Datierung: 1798 Fundstelle: Grolman,KrimRWiss. 112
Belegtext: der zustand der höchsten noth schliesst ... die strafbarkeit der entwendung aus. dieser nothstand ist vorhanden, wenn die entwendung fremden eigenthums die einzige bedingung zur erhaltung des lebens des entwenders ... war
Datierung: 1808 Fundstelle: Feuerbach,PeinlR.4 280
Belegtext: traegt der gewalthaber das geschaeft ohne noth einem dritten auf, so haftet er ganz allein fuer den erfolg
Datierung: 1811 Fundstelle: ÖstABGB. § 1010
Belegtext: zur großen haverei gehoert alles bei vorhandener noth zur abwendung ... der gefahr aufgewendete
Datierung: 1824 Fundstelle: Mittermaier,PrivR. 188
1Not (II)
Erklärung: echte, ehehafte (I 4), (selten auch: große, höchste, redliche) Not: Notlage in einem definitorisch festgelegten Fall (zB. Krankheit, Herren- oder Reichsdienst, Erfüllung religiöser Pflichten, Gefangenschaft, später auch zB. Hungersnot, Naturkatastrophen, Brand sowie Todesfälle im Familien- oder Hausgenossenkreis), die - bei Einhaltung bestimmter formaler Voraussetzungen (zB. Entschuldigung im Termin durch einen Notboten I) - als Hinderungs- und Entschuldigungsgrund für die Nichterfüllung von Pflichten oder Versäumung von Fristen und Terminen anerkannt ist.
bedeutungsverwandt: Betfahrt, Herrennot (I), Hunger (III), Hungersnot, Kirchfahrt (I), Landreise (I), Leib(es)not, Leutschein, Notfrost, Notsache (II), Notschein (I), Notwerb.
vgl. 1Dienst (C II 2), Fängnis (I 1), Notbeweis, Notdurft (V), Notnachtbrand, Notrecht (VI), Notsäumung, notscheinig, Notsinnung, Notwendigkeit (III).
Belegtext: [Rückgabe eines verwahrten Gutes,] hit ne se dattet him dera trira nedena een ofnyme: needraef, neednachtbrand, nachtiaefte [es sei denn, daß einer dieser drei Notfälle: gewaltsamer Raub, gewaltsame nächtliche Brandstiftung (oder) nächtlicher Diebstahl ihn daran hindere]
Datierung: um 1100 (Hs. 1464) Fundstelle: WesterlauwersR. I 162
Belegtext: swene echt not erret, dat he to deme lenrechte nicht komen ne mach, de scal dar senden sinen boden de sine not bescenege oppe'n hilgen
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)Lehnr. 24 § 8
Belegtext: ne tut it de erve nicht ut der koningleken gewalt binnen jar unde dage mit erme ede, se verluset it mit sament jeneme, it ne neme en echt not, dat se nicht vore komen ne mogen; de echte not scal men bewisen alse recht is
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. I 38 § 2
Belegtext: swe aver borgen sat vore to komene, nimt it eme echte not dat he nicht vore komen ne mach, de echte not scal sin borge benumen unde beweren oppe'n hilgen, unde anderes nen sin bode
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. II 4 § 3
Belegtext: vir sake sin, de echte not heten: venknisse, unde suke, godes denest buten lande, unde des rikes denest
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. II 7
Belegtext: hi vindit min vir eapht not [folgt Aufzählung]
Datierung: um 1230 Fundstelle: MühlhsnRb.2 149
Belegtext: sol d'r selbe mag bereden ze d'n heiligen, daz d'n vater ehaft not irret, daz er dar niht chomen moht, vnde sol die not nennen
Belegtext: swer die sint, hohe, oder nidere, edele, vnde vneldele [!], pfaffen vnde leien, och ze twingenne, dc sie die vart leisten ob sie niht ehaftige not irret
Datierung: nach 1265 Region/Autor/Textsorte: Freiburg im Breisgau Fundstelle: CorpAltdtOrUrk. I 140
Belegtext: de not schal he benomen, vnde uppe den hilgen holden
Datierung: 1270 Fundstelle: HambStR. 37
Belegtext: ist daz dem man ehaft not an gat der dise gabe da getan hat, der sol sin gvot an grifen ... ehaft not, daz ist hvnger vnd vrost vnd vancnvsse ane sine schvlde
Datierung: um 1275 Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 22
Belegtext: ist, daz ein man sin kint verkovffet durch ehafte not, daz tvot er wol mit rehte
Datierung: um 1275 Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 357
Belegtext: [wenn jemand Klage erhebt, so steht auf Nichtbefolgung der Vorladung Strafe, es sei denn] ief thi mon mith there nede forecume, sa walde thes redgeuan [wenn der Mann einen Verhinderungsgrund vorbringt, so sollen die Redjeven darüber bestimmen]
Datierung: um 1300 Fundstelle: HunsingoR. 124
Belegtext: beleibt er daruber in dem panne drei manad, in ierr dann ehaft not, so sol in der richter vachen und behalten, untze er unser hulde gewunne
Fundstelle: SalzbLO. 1328 Art. 12
Belegtext: [kann ein Mann nicht vor Gericht erscheinen] schol er seinen poten senten czu dem richter, der sein ehaft not lautpert
Belegtext: sven en vorvestet wert, heddet em not benomen dat he nicht tur antwerde en quam, unde wolde noch gerne antwerden, so sende he tu deme richter unde bidde umme geleide
Datierung: um 1335 Fundstelle: RichtstLR. 34 § 1
Belegtext: es süllen awch dieselben herren ... di mess all tag haben ... ob daz nicht geschehen maecht vor ehafter not, des sol das ... gotzhaus ... vngolten beleiben
Datierung: 1343 Fundstelle: Indersdorf I 75
Datierung: 1346 Fundstelle: BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 7
Belegtext: vier sake sin de echte not hetet: sukedaghe, vangnisse, pelegrimaze buten landes, des rikes denest
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: GoslarStR. III § 101
Belegtext: iowelc scal ore scot uppe dat hus ... bringhen unde welic orer id echt nod beneme, de mochte ore scot uppe dat hus senden
Datierung: 1357 Fundstelle: HannovStR. 329
Belegtext: echte not ist dy in des richters dinste ist, e dy clage uf en gevellit wirt. ouch ist das echte not: suchtage, alzo daz her allis vmmechtig sye, daz her vor leybis not nicht (komen) enmoge, daz sal syn sendebote bewisyn uf den heilegin vor gerichte. ouch ist gevenknis echte not, gotis dinst und betevart busin landis, e dy clage uf en komyn ist
Datierung: 1359/89 Fundstelle: MagdebBresl. III 2 Kap. 51
Belegtext: we nicht keyme [zur Zunftladung] ... de scolde den werken seeß penninge geven ... ed enwere, dat he dat bewisen mochte, dat he van nod wegen nicht komen moechte
Datierung: 1393 Fundstelle: WernigerodeUB. 115
Belegtext: irret ymant desir dry note eyne, gevencnysse heren dynst ader beteuart adir wassir not, dy mus her tzu iclichem dynge tage vorboten vnd bewysen
Datierung: um 1394 Fundstelle: KulmR. III 87
Belegtext: ehaffte nod, daz ist hungir und notfrust und gedrenckenisse
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: EisenachRB.(Rondi) I 91
Belegtext: wer antwurten sol auf ainen tag vnd mag er nicht geantwurten vor ehafter not, den mûz man ehaft not ausreden, oder er nympt scheden
Datierung: Ende 14. Jh.? Fundstelle: SteirLl. Art. 47
Belegtext: ein man, de erven heft, de en mach sodan gut nicht verkopen, als em sin vader geervet heft ... ane siner erven vulbort, he moge denn bewisen echte not: venknisse, schattinge, armot
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: Bunge,Rbb. Art. 34
Belegtext: kumt he denn nicht, so breket he dre wedde, dat sint sestich schillinge; he moge denn bewisen echte und rechte not
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: Bunge,Rbb. Art. 50 § 3
Belegtext: ac ief hit him thi asega te honda deme and dele, thet him ned benome: thi setta brond iefta sinra hiuna dath ieftha sines dathsuima iefthare sin iet scolde disa witha salta se and witha wilde heue [wenn aber der Asega ihm darauf durch Urteil zuerkennt, daß die Not ihn verhindert habe: ein angelegter Brand oder der Tod (eines) Hausgenossen oder seine eigene tiefe Bewußtlosigkeit oder weil er ein Loch in seinem Deich gegen die salzene See und das wilde Meer abdichten mußte]
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: EmsigerR. 28
Belegtext: [Rückgabepflicht einer treuhänderisch verwahrten Sache] hit ne nime him thira thrira neda huelic of: neitraf ieftha nedbrond iefta nachtstelane [es sei denn, daß einer von diesen drei Notfällen: gewaltsamer Raub oder verheerender Brand oder nächtlicher Diebstahl ihn daran hindere]
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: EmsigerR. 38
Belegtext: queme abir nochmols jenis [Erschlagenen] swertmog, den echte not gehyndert hette, dy her bewyste, als recht ist, deme sulde der richter das sune gelt wedir gebin
Datierung: um 1400 Fundstelle: MagdebFr. I 2, 15
Belegtext: bei denen dreien pannteiding soll iedlicher mann sein der behauster holt ist, in ihr dann höhest nöth; dennoch soll er haben seinen scheinboten
Datierung: 1404 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VII 372
Belegtext: cuomt her vore zuo dren degedingen vnde spricht in neman an, der ist ledic von alle den, de en in de achte riefen, ez si danne, dat se echt not hindere. de selben echte not solen de clegere bi cheynem boten deme richtere nicht kuonden, der de echten not vor se bereden muoge
Datierung: um 1410 Fundstelle: Schwsp.(Kurzform/Gr.) Art. 108 (Kz2)
Belegtext: wer es, das derselbe biderman das haus verkaufen wolt durch seinen hohen mut, das er sein ding wollte gebessern, so soll er meiner frawen das drittheil geben, ohne drei hand noth, das ist herrennoth, hungersnoth und schelmennoth
Datierung: 1413 Region/Autor/Textsorte: Unterelsass Fundstelle: GrW. V 478
Belegtext: welicher meister aber selb zuo den gedingen nit moechte komen von siner not wegen, derselb sol aber sin frôwen daselbs hin senden
Datierung: 1429 Fundstelle: ZürichOffn. I 270
Belegtext: [eine Mutter darf das Erbe ihres Kindes in folgenden Notfällen veräußern:] thio furme ned ... thio other ned ... thio thredde ned
Datierung: 1. Hälfte 15. Jh. Fundstelle: FivelgoR. 42
Belegtext: nemen mach ... vorkopen ... ligghende gronde de he mit synen wyue heft ghenomen sonder synes wyues willen ... id en sy en grot not also vengnisse hungher
Datierung: 1. Hälfte 15. Jh. Fundstelle: Hach,LübR. 381
Belegtext: welcher sich alsdan versaumbt zu komen [zum geding], der soll besseren ... dem probsten ... er werde dan entschuldiget von redlicher noth wegen
Datierung: 1450 Region/Autor/Textsorte: Oberelsass Fundstelle: GrW. V 365
Belegtext: erfuends sich dann, das der auß eehaffter not verhindert were worden, vnd einen notbotten an gewalt der haupt sachen schicket
Datierung: 1497 Fundstelle: HessGO. 17
Belegtext: is geordineert dat men in allen saecken personael sal antworden ter tweder genachten, oft men sal den verwerder wysen verreckt op syn noet
Datierung: 1548 Fundstelle: CoutLooz I 13
Belegtext: alle ... huesslude up erve moten aldar erschinen ..., sovern se nicht in herendeinst offt echte noit sint
Datierung: nach 1550 Fundstelle: WestfLR. 136
Belegtext: der scholteiss gefragt, so ein lehenman der dingtage einen ausspliebe, wess er damit geseumpt sonder erlaubnuss? darauff die gehöefer geanwort: achte halben schilling; er brächte dan drey noit, hern, leibsnoit vnd pithgang
Datierung: 1565 Region/Autor/Textsorte: Eifel Fundstelle: GrW. II 617
Belegtext: in anders wi oben angetzoegen und darin litis contesterunge noith, so de cleger durch den beclagten verneneth worden ist, denn cleger sine clage zu bewißen nach gefelleter biurthel zu erkanth, wair zu der cleger sine getzugen im fall der noith jegen dat negeste gerichte vorbescheiden zu laisßen zu gelaisßen zu begeren, welche denn up anholdent der procuratoren vermitz einer biurthell erkandt, in mathen als baven geschreven
Datierung: 1574 Fundstelle: Engelke,GogerichtDesum 65
Belegtext: es soll niemand vf die sontage ... ohne ehehafft noth fahren
Datierung: 1593 Fundstelle: NMittThürSächs. 4, 4 (1839) 75
Belegtext: für ehehafte noth würd gehalten erstlich lybsnoth ... auch wann einer ... mit der oberkeit dienst ... oder mit geuenknus verstrickt ist, desgleichen wasser- oder feürsnoth, kindstaufe, ehetag, hochzyt ... begrebd
Datierung: 1. Hälfte 17. Jh. Fundstelle: FreiburgÜMun. I Art. 39
Belegtext: ob einer den marktbach ohne ehafte not und ohne verlaub auskehret, es wäre müllner oder wer der wäre, so man das innen würde ... den soll man strafen an leib und guet
Datierung: 1654/1697 Fundstelle: Schlesinger,Weist. I 191
Belegtext: echte not muß man sogleich beweisen
Fundstelle: Schmidt-Wiegand,DtRsprw. 254
1Not (III)
Erklärung: Nutzen, Bedarf, Anspruch; von Nöten sein nötig sein; von Not wegen im Bedarfsfall; durch Gerichtes Not zu Recht, um das Recht zu wahren; häufig in Doppelformeln mit Nutz und Nüt.
Belegtext: sullent sie [bischoff und ratherren] ander dage do siczen ... duerch not und notz der stat
Datierung: 13./14. Jh. Fundstelle: Kohler-Koehne,Worms 36
Belegtext: ist an dem rate deheine, der iemanne ze liebe ald dur vorhte niht gerihtes helfen wil, das die andern uf gesetzent dur gerihtes not, der git ze buoze ein march
Datierung: 1304 Fundstelle: ZürichRBf. 192
Belegtext: daruber han ich dem ... gotzhaus ... meinen hof ... ze einem fuerpfant gesetzet, ob ez dehein not oder ansprach angienge, daz dazselbe ... gotzhaus ... auf dem ... hoef haben sol den schaden der selben ansprach
Datierung: 1305 Fundstelle: SchäftlarnTrad. 446
Belegtext: swa der meister ... get durch der stat not ... geschaehe den ein geschiht, ob sich ieman weren wolde ..., da schol der meister ... dehein veintschaft von haben
Datierung: um 1320 Fundstelle: RegensbUB. I 720
Belegtext: sô möht man der vîrtage werben, / das beidue korn unde win / ab dem velde wurden gevüret în. / dis und swes man bedarf ze nôt
Datierung: 1337 Fundstelle: Ammenh. V. 10545
Belegtext: das dy vire houptlute in dem wicbilde tun sullen, was sy wollen durch des landis nucz und not
Datierung: 1349 Fundstelle: CDSiles. 27 S. 170
Belegtext: daz sie dieselben drei hallir ... besunder umb ire und der stete noit, nutz und urbar eine zeit ... verbieten und abenemen sullen
Datierung: 1357 Fundstelle: FriedbergUB. I 212
Belegtext: swer darzue loufet [bei Streitigkeiten] ... und den [der Streit anfängt] heben wil durch gerihtes not, tuot der denn ainen schaden, der ist niht der stat schuldig mit der buose, sid ers tuot durch gerihtes not
Datierung: 1359 Fundstelle: SchweizId. IV 855
Belegtext: daz man an allen porten ... von ieclichem wagen ... eynen schilling ... zu unser und des reichs noten kosten und czerungen ... nemen sulle
Datierung: 1364 Fundstelle: FriedbergUB. I 237
Belegtext: dusser perde en schal men nicht vorlenen buten des stades nod
Datierung: 1385 Fundstelle: Wigand,Beitr. 132
Belegtext: als der heylge sehnt verkundiget wirt, so sal ... eyn mentsche syn uß yeclichme huse ... ußgenomen den hirten und ander noyt arbeyder, die umb noyt arbeydent
Datierung: 1389 Fundstelle: RhW. I 1 S. 13
Belegtext: die kercke scolde en to eren nuden vnde noden open wesen ere vnrecht dar van to werende
Datierung: 1400 Fundstelle: BremGQ.(L.) 131
Belegtext: werit also, dat de coplude overgeven dat gud to bergende ... unde denne darna de amptlude edder vogede dat gud bergeden, so scolen de here koning unde syne amptlude ... van des gudes wegene nene noed edder maninge liden [er soll nicht hintergangen werden]
Datierung: 1401 Fundstelle: HanseRez. V 25
Belegtext: daz ... vatter und muoter bi iren lebenden ziten in solich armuot und not kemen ... daz si ir notdurft und libz narung nit gehan moechten
Datierung: 1404 Fundstelle: Wimpfen 79
Belegtext: er sal ouch unsern brudern und erbin und unser lande schadin getruwelichin warnen, behuten und bewaren und unser rete, alle die unsern, und die uns zcu versprechen stehin, ab wir adir sy genotiget wurdin, inlassin, ufnemen und zcu sulchin noten slos und stad offin; und sunderlichin sal das gnante slos unser und unser erbin offene slos sein zcu allin unsern geschefftin, nothen und gebotin
Datierung: 1430 Fundstelle: BrüxStB. 93
Belegtext: dat vorg. slot schal der genanten stede und der van B. ere opene slot wesen to nuden unde to noden
Datierung: 1435 Fundstelle: OstfriesUB. I 402
Belegtext: [nach einer best. Frist] mag der wirt daz gelt nämen ... und mag sin not da mit verstellen
Datierung: 1456 Region/Autor/Textsorte: Zürich Fundstelle: GrW. I 84
Belegtext: schal dat sulve slod und ampt to W. ... unses heren van B. und sines capittels apene vrige slod to sinen nuden und noden ... wesen
Datierung: 1465 Fundstelle: Engelke,GogerichtDesum 50
Belegtext: [phras.?!] en moeten daerenboven die selve onse pachteneren, met swaeren costen, die materie doen bereyden en tot noode brengen
Datierung: 1497 Fundstelle: Stallaert II 237
Belegtext: soll der zechen pfunden [eynung] werden ... den lanndtlütten sechs pfundt an ir not
Datierung: 1544 (Hs.) Fundstelle: SchwyzLB. 9
Belegtext: ist ... frembdes sigill oder petschaft ... nit von nötten
Datierung: 1573 Fundstelle: NÖLTfl. III 3 § 1
Belegtext: dz sy mit ihren lehren schiffen von noth wegen den gladnen wychen söllendt
Datierung: um 1608 Fundstelle: UriLB. 66
Belegtext: hat der mann in stehender ehe die freye administration der errungenen liegenden güteren dergestalten, daß er selbige auch ohne bewilligung deß weibs veräusseren mag, vermitz dannoch solches in beyden obigen fällen auß einiger bewegenden ursach der erforderenden noth, nutz oder vortheil, nicht aber zu beflissentlicher vervortheilung deß weibs geschehe
Datierung: 1713 Fundstelle: TrierLR. VI § 31
Belegtext: gewisse weg und strassen, da durch einige man nicht allein zu seiner noht und nutzen, sondern auch zu seiner lustbarkeit zu fuß gehen
Datierung: 1728 Fundstelle: Leu,EidgR. II 116
Belegtext: man weist all diejenige wettig, die nit hie seint ... sie weren dan auss umb ir noit und umb ir broit
Region/Autor/Textsorte: Rheinland Fundstelle: GrW. II 676
1Not (IV)
Erklärung: Nötigung, Zwang, Gewalt; Glosse zu exactio AhdGl. I 473.
Belegtext: ne eom ic nanre neade gecnewe [I am not aware of any extorting]
Datierung: 996/1006 Fundstelle: DiplAngl. 296
Belegtext: âne dáz tîe mít nôte álde mít úndríuuôn genómenen scázzâ neuuéllentên uuídere geéiscôt uuérdent
Datierung: um 1000 Fundstelle: Notker I 142
Belegtext: ða kyningas ðe ic mid ne-de to- hy-rsumnesse gedyde
Fundstelle: Bosw.-Toller 717
Belegtext: enne eth hach hi thenne opa tha heligon to swerande, thet hit al dede bi there nede [einen Eid hat er da auf die Reliquien zu schwören, daß er alles aus Zwang getan habe]
Datierung: um 1300 Fundstelle: RüstringerR. 54
Belegtext: hwersa ma thene mon en nara end en nede vnthonckes helt, sa send tha nedbende bote fif pund [wenn man einen Mann zwangsweise in Haft und Banden hält, so ist die Buße für diese gewaltsame Freiheitsberaubung fünf Pfund]
Datierung: um 1300 Fundstelle: HunsingoR. 104
Belegtext: dese ridder ... ende sijn gheselle slougen doot minen vader ende daden mi noot, omdat ic sijns niet en gherde
Datierung: um 1300 Fundstelle: MnlWB. IV 2497
Belegtext: obe ieman gewald adir keinerleige unrehte nod an die lude in den dorfen wulde legen, daz sal eines koneges ammetman rehtfertegen
Belegtext: dit sint die lantreht ... damide geistliche lude, burgere und andere guode lude sich und ir lantsedelen unrehter node an unrehteme dienste in den dorfen sollint erweren
Datierung: 1303 Region/Autor/Textsorte: Wetterau Fundstelle: GrW. III 482
Belegtext: wisen wir vor recht, das eyn iglicher burgkman magk han eynen mengelings hundt, vnd magk damit vahen eynen hasen, wane ine gelustet, vnd sal des keyne nuden han vor den hern ader suste vor nymands
Datierung: 14. Jh. Region/Autor/Textsorte: Hessen Fundstelle: GrW. III 360
Belegtext: niet van node, maer van vriën wille
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: MnlWB. IV 2499
Belegtext: das ... dem, der ain ding willigclich und oun noutt tuot, nicht unrecht geschicht
Datierung: 1493 Fundstelle: TübStR.(Rau/Sydow) 32
1Not (V)
Erklärung: Anwendung körperlicher Gewalt, Gewalttat, besonders: Notzucht, vereinzelt auch Folter; Glosse zu vis, violentia AhdGlWB. 444.
vgl. Notdurft (VI), notnehmen.
Belegtext: continebatur in eodem priuilegio, quod si quos ad instanciam cuiuscumque uocare debet in iudicium, talibus uerbis theutonicis uocabit. einin A uan A clagin umbe die offene wuonde, ... oue doitslag, oue rouf, oue schaig, oue umbe noitzoch, oue uan wilgir noit dat si
Datierung: 1169 Fundstelle: Lacomblet,UB. I 302
Belegtext: in raptu, in effusione sanguinis et in insidiis et in irruptione, que noth, bluthrust, lage, heimsuke vulgariter appellantur
Datierung: 1221 Fundstelle: BergeUB. 50
Belegtext: sculdege he en aver, dat he ene gewunt hebbe unde de not an eme gedan hebbe, de he wol bewisen moge
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. I 63 § 1
Belegtext: an varendeme wive unde an siner amien mach de man not dun unde sin lif verwerken, of he se ane eren dank beleget
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. III 46 § 1
Belegtext: do quam de koning O. uppe deme wege to der kirken, de he deme wive hadde gewiset, dat he ire richten wolde umme de not
Datierung: um 1260 Fundstelle: SächsWChr. 164
Belegtext: hwene sa northmen ... thet thorp bernat ieftha [wif] nede nimath [wennn die Nordmänner ... das Dorf niederbrennen oder Frauen vergewaltigen]
Datierung: um 1300 Fundstelle: HunsingoR. 40
Belegtext: deyt en nottoch an wive ... dat scal men bescryen ... oder van der stad, dar de not is gheschen, mit gherochte kundighen den, de dar neyst sin
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: GoslarStR. II 1 § 93
Belegtext: daz gerichte sal ouch nicht irloube, daz man den corper ober den sweln uszcy, umbe dy nod, dy her an ieme getan had
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. II 4 Dist. 2
Belegtext: wer eyne notnunft vorbrengen sal, daz sal alsus geschen. wen der fredebrecher nod tud an wiben adder an meyden, dy sullen ummer schriende sy daz geruffte. vorhilt he or den munt ... daz schadet or zcu oren rechten nicht
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. IV 10 Dist. 3
Belegtext: wirt eyn man, der do behurit vnd notigit eynis andirn mannis elich weip, begriffin ... in vrischir tot ... vnd wirt von der vrauwyn beclagit vmme di missetat vnd not, di her an ir begangin hat, vnd bekennyt her der tat, man sal obir en richtin alzo das man en enthoubtin sal
Datierung: 1359/89 Fundstelle: MagdebBresl. III 1 Kap. 34
Belegtext: C. ... clayt vbir H. ... daz her ... hat den wicvride an im gebrochen vnd hat in gevundet vnd gewatschart vnd beroubet in da sines libes vnd sines gutes vnd di not an im getan, di her wol bewisen mac
Datierung: 1363 Fundstelle: SchweidnitzRdm. 104
Belegtext: wif oder maid, di nod vor gerichte klaget, di scolen klagen met geruchte dorch di handteftige dat und dorch di nod, dy sy dar bewisen scolen
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: BerlinStB. 163
Belegtext: umb notzage houwet man darumme gebeude nedir, das sy behalden unde beslissene weren die gewalt unde not die der notzage getan hatte
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: GlWeichb. 346
Belegtext: gef hua nede nimth wida jefta fomna jeftha otheres mannes wijf [wenn jemand eine Witwe oder ein Mädchen oder das Weib eines anderen Mannes vergewaltigt]
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: EmsigerR. 26
Belegtext: [Rätselaufgabe:] thi mon mey enes deis thria haueddeda dua, uuif nede nima, mon sla and stela [ein Mann kann an einem Tage drei Hauptverbrechen begehen: eine Frau vergewaltigen, einen Mann erschlagen und stehlen]
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: EmsigerR. 48
Belegtext: jefter north mon kumath. and anne mon hendat. and bunden to tha skipe brengat. an hi mith himman in sine ayna londe to ene thorpe kumpt. an hi ther hus barnt. ande wif a nede nimth [wenn die Nordmänner kommen und einen Mann fangen und gebunden zum Schiffe bringen und er mit ihnen in sein eigenes Land zu einem Dorfe kommt und er dort Häuser in Brand steckt, eine Frau vergewaltigt]
Datierung: 15. Jh. Fundstelle: FivelgoHs.(Sjölin) I 258
Belegtext: ein gfangner, der diebstals zigen, der aber an der n[ot] bharret, nüt schuldig were
Datierung: 1551 Fundstelle: SchweizId. IV 855
Belegtext: [gerichtsgrave:] alldieweil ich habe die ... macht ... über noth und blut zu richten
Belegtext: seind deswegen alle ... zentverwante ..., da von andern in nöthen und vergewaltigungen die cent angeschriehen, zu erscheinen [schuldig]
Datierung: 1663 Fundstelle: WürzbZ. I 1 S. 474
Belegtext: noht heisset offt im s.r. so viel als nohtzucht, vergewaltigung, offene gewalt ... daher ruehrt das nohtgeschrey, auch die nohtklage
Datierung: 1671 Fundstelle: Schottel,SingJur. 336
Belegtext: wer eine ... frau wolt schenten mit noth und schrie die ... frau nach hilfe einen nachbaurn und käme er nicht zu hilfe in der noth, ... der ist verfallen leibs und guets
Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VII 478
1Not (VI)
Erklärung: Gegenwehr (I), Situation, in der Notwehr (I) erforderlich ist.
Belegtext: sleit en man den anderen dot dorch not, unde ne darn he nicht bi em bliven, dat he ene vor gerichte brenge unde over ene richte, vor sines lives angeste, kumt he sunder den doden vor gerichte und bekant he des, er men over ene klage, unde budet he sek dar umme to rechte, men ne scal eme sinen hals dar umme nicht verdelen
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. II 14 § 1
Belegtext: wundet ok en man sinen herren, oder sleit he ene dot an notwere, oder de herre den man, he ne dut weder sinen truwen nicht, of de not op ene mit rechte vulbracht wert
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. III 78 § 6
Belegtext: swelhe burger den andern burger âne nôt ze tode sleht oder verwundot, dem sol niemen messer alde swert erlovben
Datierung: 1291 Fundstelle: SchaffhRbf. 25
Belegtext: deth hi deda withe bire nede, sa se hia ebete [schlägt er seinerseits in Notwehr Wunden, so sollen diese bußlos sein]
Datierung: Ende 13. Jh. Fundstelle: BrokmerR. 42
Belegtext: so vintme, he mote den doden mit kampe der not [aL.: notkampf] vorwinnen, edder it ga em an den lif
Datierung: 1359 Fundstelle: RichtstLR. 32 § 3 Var.
Belegtext: wer eyn wundet eyner kamphbar wunden in nod, magk her dy nodwer bewisen selbsobende, so mag man on dorumbe nicht bekempphen
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. IV 5 Dist. 2
Belegtext: ist dat hem yemant weert by noede ende hy dat bewyse als voirscreuen is, die verboert niet
Fundstelle: BolswardStB. 1455 Kap. 77
Belegtext: haet een man deth bij need, jeffta bij anxta, jeffta frasa syns liues ende synre ledane, dat aegh neen stal to habben
Datierung: 1480/81 Fundstelle: JurFris. II 142
1Not (VII)
Erklärung: nachteilige (Rechts-) Folge; rechtliche Verfolgung, Anklage; metonymisch: Gefängnisaufenthalt; in die Not gehen sich rechtlich verantworten.
vgl. 2leiden (I 2).
Belegtext: sînen bruoder Simeon hiez er [Joseph] in die nôt tuon, ze ir aller gesihte tet ern in die veste
Datierung: 1060/80 Fundstelle: GenesisW.(Smits) V. 2196
Belegtext: swelk man deme anderen sin gut dut to behaldene, wert it eme verstolen ... oder stirft it, of it ve is, he ne darf dar nene not umme liden, darn he dar sin recht to dun, dat it ane sine scult gescen si
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. III 5 § 3
Belegtext: inpeticionem, que novot teutonice dicitur, pacietur
Datierung: Ende 13. Jh. Fundstelle: MecklUB. IV 187
Belegtext: kunde dey angesprokene wisen mit gerichte ... dat dey sake gerichtet sy, dar en darf dey angesprokene neyne noet vorder umme liden
Datierung: um 1300 Fundstelle: DortmStat. 134
Belegtext: kundet her abir dem czendener [die Einfuhr des geschnittenen Korns] ... zcum dritten mole ... [und] vorsumet daz der czendener, zo vorczendet jenir zelben unde lyedet keyn not dorumbe, ab dem czendener dornoch schade geschit
Datierung: vor 1320 Fundstelle: ÄltpolnRdm.(Mat.) Art. 18 § 2
Belegtext: wert en man vorvestet unde sleyt ene en ander in der veste in deme gherichte, he blift ane not van ienes vrunden
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: GoslarStR. II 4 � 20
Belegtext: wert en borghere vor gherichte mit rechter scult bracht an eyne overtal unde mit rechten ordelen, de ne mach sik nicht behalden wan sineme eghenen erve, des he weldich is, unde swe den vorderet, de is like sculdich, he ne vordere ene to rechte. over dat ne darf neyn man neyne not umme liden, he ne vordere ene to unrechte
Datierung: 1353 Fundstelle: OsterwieckStB. 3
Belegtext: welk man van deme sackwolden oder klegere kumpt mit rechte oder mit vruntscop eder mit bote eder welk minsche, de en darf to rechte van des klegers vader, moder noch vrunden umme de sake nene nod mer liden
Datierung: 1353 Fundstelle: OsterwieckStB. 8
Belegtext: queme abir fur von ome usz ... tud her dorczu sinen eyd, daz is om leyt sy, unde ane sine schult, so ist her ledig der nod
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. II 2 Dist. 12
Belegtext: burget eyn fruwe icht ane ores mannes wissen, dy ungeraten ist, daz he bewisen tar mit syme eyde, adder dy fruwe nicht guten wicczen had, der burg kan deme manne nicht geschaden, den also vel: funde man der gute icht by ome in oren gewern, dy sal man wedder geben; were or ouch eyn teyl vortan, daz queme deme manne nicht zcu schaden noch sinen guten; funde man ir auch keine der gute in sinen geweren, er schol ez aber bliben ane not
Datierung: nach 1358 Fundstelle: Rb.n.Dist. III 9 Dist. 9
Belegtext: he [der Beschuldigte] antwordet uns, duo doist oeme unrechte dar ane unde he wolde dat node don, unde enmogestuo oene dar umme ane nod nicht laten, he wille dy jo antworden unde don vor unses heren van H. gerichte
Datierung: 1423 Fundstelle: HildeshUB. III 464
Belegtext: weret sake, dat M.G. ... wor an queme ... unde wolde ene toven mit lubeschem rechte, dede R. deme rechte wedderstal, sloghe ene M. dar over dot, dar en drofte he nyne nod edder pine umme liden
Datierung: 1453 Fundstelle: StralsVerfestB. 83
Belegtext: was dat [Tötung eines Menschen] notwere, so dat he dar nene not van hadde
Datierung: 1524 Fundstelle: HambChr. 48
Belegtext: J.J. schal in de noth gan ... vnde schal de sostich mark ... tho broke ... enthrichten
Datierung: 1537 Fundstelle: Dittmer,Sassenrecht 48
1Not (VIII)
Erklärung: Geburtswehen.
Belegtext: [von der nottauf] sollen aber anfenglich die frauen alle, die bei solchen nöten sind ... die mutter und die frucht in dem gebet dem lieben gott treulich befehlen
Datierung: 1568 Region/Autor/Textsorte: Preußen Fundstelle: Sehling,EvKO. IV 90
Belegtext: es sollen ... hebammen sich verpflichten, in der noth bey den frauen keine abgötterey ... oder zauberey zu gebrauchen
Fundstelle: WolfenbüttelKO.(1569) 169
Belegtext: wat de fruwe secht heft [dh. die Benennung des Kindsvaters] in erer grotesten not, dar schal it bi bliven
Datierung: 1580 Fundstelle: R.d.alt.L.(Krause) 156
1Not (IX)
Erklärung: Notwendigkeit (I), Unvermeidlichkeit, Zwang aus einer best. Situation heraus; von Not wegen notwendigerweise, zwangsläufig.
Belegtext: thara uviri inde seluo thuruch sich burigun gedue theru selueru geuueri, nio themu geaneruen thegein vrsach beliue thia sala cebekerine, sunder mera not ana lige thia thuruch cegefrime [insuper et ipse per se fidemiussionem faciat eiusdem vestiturae, ne heredi ulla occasio remaneat hanc traditionem immutandi, sed potius necessitas incumbat illam perficiendi]
Datierung: um 900 Fundstelle: Cap. I 2 S. 381
Belegtext: auch ensol nieman pfenden uz der burg ... er erforders dann vor dem burggrafen ... wanne dise not an gat, der sol komen zue dem burgrefen ... und sol nemen gen wem in daz an gat
Datierung: 1337 Fundstelle: Böhmer-Ficker 524
Belegtext: eyn richter dorch not mit wapfene tuo varende gebuotet wol den, de den vrede gesworen han
Datierung: um 1410 Fundstelle: Schwsp.(Kurzform/Gr.) Art. 253a (Kz2)
Belegtext: [Verdacht wegen Kindstötung:] welicher [meyde] in den prusten milch gefunden wirt, die muss von nodt wegen ein kindlein gehabt haben vnd sol peinlich gefragt werden
Belegtext: sol der schiffer nicht macht haben, nachdem das schiff einmahl in die see gesetzt, ichtes daran zu bawen ... es were denn das er in frembden landen were vnd beweisen koente, das es die noth, vmb das schiff durch die see zu bringen, erfoerdert
Datierung: 1614 Fundstelle: HansSeeR. I 4
1Not (X)
Erklärung: Notruf, Alarmruf.
vgl. Gerücht (I).
Belegtext: als er ... wulte heyme gene, do horte er eyne noit, do lieff er czu, stunde der stalle unde brente
Datierung: 1421 Fundstelle: Erler,Ingelh. III 75
1Not (XI)
Erklärung: (Waffen-) Dienst.
Belegtext: bode he [voged] en ... in des landes noed vnde were, we dar nicht en queme, dat schal staen an deme rade
Datierung: um 1400 Fundstelle: BillwLR. Art. 4
Belegtext: welcher in vnnseren nöten den harnest mit sinem lyb verlürtt, denselbigen harnest wellendt wir ziemlichen zallen
Datierung: um 1608 Fundstelle: UriLB. 93
1Not (XII)
Belegtext: thet is allera Fresena riucht, hwant thio nede tha ewa brecht [das ist Recht aller Friesen, denn die Not bricht das Gesetz]
Datierung: 1. Hälfte 15. Jh. Fundstelle: FivelgoR. 146
Belegtext: dat olde sprickwort ...: an noden schal en man truwe vruende prouuen
Datierung: 1461 Fundstelle: StaatsbMag. IX 708
Belegtext: die noth dienet den menschen vnd bricht das gesetz
Datierung: 1616 Fundstelle: Henisch 698
Belegtext: lieb vnd noth hat kein gebot
Datierung: 1616 Fundstelle: Henisch 1393
Belegtext: das spruechwort: noth hat kein gesetz zeiget an, daß man im nothfall an die ordentlichen gesetze keineswegs gebunden sey
Datierung: 1762 Fundstelle: Wiesand 777
Belegtext: in der noth sind alle gueter gemein
Datierung: 1792 Fundstelle: Eisenhart 185
Belegtext: noth hat kein gebot
Datierung: 1792 Fundstelle: Eisenhart 453
Belegtext: der sinnspruch des notrechts heißt: "not hat kein gebot"
Datierung: 1797 Fundstelle: Kant,Rechtslehre 37
Belegtext: die not dient dem menschen und bricht das gesetz. - liebe und not hat kein gebot. - not sucht brot. - not und zwang bricht eid und treue
Fundstelle: Schmidt-Wiegand,DtRsprw. 253f.
Wort davor: Noster - Wort danach: 2Not