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Timestamp: 2019-12-09 16:16:16
Document Index: 299694063

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 8', '§ 10', 'Art. 3']

OFD Frankfurt/M. v. 01.12.2014 - S 2745a A - 5 - St 51 - NWB Datenbank
OFD Frankfurt/M. v. 01.12.2014 - S 2745a A - 5 - St 51
Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 26.08.2010 – I B 49/10 – BStBl 2011 II, 826
Bezug: BMF-Schreiben vom 19.10.2011, BStBl 2011 I, 974
Der Bundesfinanzhof hat mit Beschluss vom 26..08.2010 – I B 49/10 – ( BStBl 2011 II, 826) entschieden, dass es ernstlich zweifelhaft ist, ob die sog. Mindestgewinnbesteuerung gemäß § 10d Absatz 2 Satz 1 EStG 2002 n. F. verfassungsrechtlichen Anforderungen auch dann standhält, wenn eine Verlustverrechnung in späteren Veranlagungszeiträumen aus rechtlichen Gründen (hier: nach § 8c KStG) endgültig ausgeschlossen ist.
des schädlichen Beteiligungserwerbs nach § 8c KStG in den Fassungen vor dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz vom 22.12.2009 ( BStBl 2010 I, 2),
Aufgrund einer Veräußerung von 100 % der Anteile an der X-GmbH zum 01.01.2009 sind nicht genutzte Verluste nach § 8c KStG [1] (i. d. F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.08.2007 ( BStBl 2007 I, 630)) (bzw. § 10a Satz 10 GewStG) ab dem VZ (bzw. EZ) 2009 endgültig nicht mehr abziehbar. Im Wirtschaftsjahr (Wj. = Kj.) 2009 erzielt die GmbH Gewinne.
3 Die Aussetzung der Vollziehung ist bei einem quotalen Verlustuntergang nach § 8c Satz 1 KStG [2] (siehe Fn. 2) bzw. § 8c Absatz 1 Satz 1 KStG [3] (i. d. F. des Bürgerentlastungsgesetzes Krankenversicherung vom 16.07.2009 ( BGBl. 2009 I, 1959)) (schädlicher Beteiligungserwerb von bis zu 50 % der Anteile an einer Kapitalgesellschaft) wie folgt zu berechnen:
Veräußert werden zum 01.01.2009 40 % der Anteile an der Y-GmbH; der Tatbestand des § 8c Satz 1 KStG [4] (siehe Fn. 2) ist erfüllt. Im VZ 2008 wird von dem Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von 4.000.000 € ein Verlustabzug nach § 10d Absatz 2 Satz 1 EStG in Höhe von 2.800.000 € (= 1.000.000 € + 60 % von 3.000.000 €) vorgenommen. Es ergibt sich ein zu versteuerndes Einkommen von 1.200.000 €. Der verbleibende Verlustabzug zum 31.12.2008 beträgt
4 Kommt bei einem unterjährigem Beteiligungserwerb in einem VZ (bzw. EZ) sowohl § 8c Satz 1 KStG [5] (siehe Fn. 2) bzw. § 8c Absatz 1 Satz 1 KStG [6] (siehe Fn. 3) als auch die Mindestgewinnbesteuerung nach § 10d Absatz 2 Satz 1 EStG zur Anwendung, kann Aussetzung der Vollziehung für diesen VZ/EZ nicht gewährt werden (Rz. 31 des BMF-Schreibens vom 04.07.2008 ( BStBl 2008 I S. 736) ofix KStG/8c/1).
In dem Revisionsverfahren I R 59/12 hat der BFH mit Beschluss vom 26.02.2014 die Frage, ob § 8 Abs. 1 KStG i. V. m. § 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 i. d. F. des sog. Korb II-Gesetzes vom 22.12.2003 , BGBl 2003 I, 2840 gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstößt, dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt.
Im Hinblick auf die Gewerbesteuer bleibt die Anwendung der Mindestbesteuerung auch in sog. Definitivsituationen, in denen der vom Gesetzgeber lediglich beabsichtigte zeitliche Aufschub der Verlustverrechnung in einen endgültigen Ausschluss der Verlustverrechnung hinein zu wachsen droht, verfassungsgemäß (vgl. BFH-Urteile vom 20.09.2012 – IV R 36/10 ; BStBl 2013 II, 498 und IV 43/10 , BFH/NV 2013, 408–410). Allerdings geht der BFH in den beiden vorgenannten Urteilen und einem weiteren Urteil vom 20.09.2012 – IV R 29/10 nur deshalb von der Verfassungsmäßigkeit aus, weil in besonderen Härtefällen gewerbesteuerrechtliche Billigkeitsmaßnahmen möglich sind. Diese sind aber nicht geboten, wenn der Unternehmer die Besteuerung und den endgültigen Wegfall der gestreckten Verlustvorträge selbst veranlasst hat.
WAAAE-82477
1i. d. F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.08.2007 ( BStBl 2007 I, 630)
2siehe Fn. 2
3i. d. F. des Bürgerentlastungsgesetzes Krankenversicherung vom 16.07.2009 ( BGBl. I 2009, 1959)
4siehe Fn. 2
5siehe Fn. 2
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