Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIZ%201998,%20167
Timestamp: 2019-10-21 21:42:36
Document Index: 159629177

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 988', '§ 3', '§ 33', 'BGH', 'Art. 232', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 994', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'Art. 22', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 100', 'BGH', '§ 987', '§ 100', '§ 987', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.11.1997 - LwZR 6/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,2199
BGH, 07.11.1997 - LwZR 6/97 (https://dejure.org/1997,2199)
BGH, Entscheidung vom 07.11.1997 - LwZR 6/97 (https://dejure.org/1997,2199)
BGH, Entscheidung vom 07. November 1997 - LwZR 6/97 (https://dejure.org/1997,2199)
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Entgelt für Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen im LPG-Besitz
Besitzrecht der LPG; Nutzungsherausgabeanspruch; Entgeltpflicht
BGB § 988; DDR: TreuhG DVODVO 3 § 3; ZGB § 33
Besitzrecht einer LPG; Ersatz tatsächlich gezogener und schuldhaft nicht gezogener Nutzungen; Entgeltpflichtigkeit der weiteren Nutzung
BGHZ 137, 128
NJW 1998, 1707
WM 1998, 95
VIZ 1998, 167
Nach dem der Revisionsentscheidung zugrunde zu legenden Sachverhalt kommt ein Anspruch nach den Vorschriften über das Eigentümer-Besitzer-Verhältnis in Betracht, die ebenfalls ein gesetzliches Schuldverhältnis im Sinne des Art. 232 § 1 EGBGB regeln (BGH, Urteil vom 7. November 1997 aaO und vom 14. Juli 1995 - V ZR 45/94 - NJW 1995, 2627).
Zwischen den Parteien bestand daher seit dem 4. September 1990 ein Eigentümer-Besitzer-Verhältnis, aufgrund dessen die Beklagte die Eigentümerrechte gegen den unrechtmäßigen Besitzer geltend machen kann (BGH, Urteil vom 7. November 1997 aaO. Nichts anderes kann hinsichtlich der Passivlegitimation der Treuhand gelten, wenn - wie hier - der Besitzer vom Eigentümer Ersatz von Aufwendungen bzw. Verwendungen begehrt.
Soweit es um den Ersatz von Aufwendungen geht, die vor dem Wirksamwerden des Beitritts gemacht wurden, finden die Bestimmungen des ZGB, insbesondere § 33, Anwendung; für die Zeit danach sind die §§ 994 ff BGB einschlägig (BGH, Urteil vom 7. November 1997 aaO UA S. 6 und 8;… BGHZ 127, 297, 318 f).
Der Wert dieser zu ersetzenden Nutzungen bemisst sich nach dem objektiven Mietwert der Räume, für dessen Bestimmung als Bemessungsgrundlage der ortsübliche Mietzins herangezogen werden kann (BGH, Urteil vom 31.01.2001, XII ZR 221/98, u. a. in: NJOZ 2001, 282 f.; BGH, Urteil vom 07.11.1997, Az.: LwZR 6/97, u. a. in: NJW 1998, 1707; BGH, Urteil vom 14.07.1995, Az.: V ZR 45/94, u. a. in: NJW 1995, 2627 f.; BGH, Urteil vom 12.11.1992, Az.: V ZR 230/91, u. a. in: NJW 1993, 389 ff.).
Die zweite Entscheidung (Urt. v. 7. November 1997, LwZR 6/97, AgrarR 1998, 215) betrifft keinen Fall der Vor- und Nacherbschaft, ist aber insoweit aussagekräftig, als der Senat in einer Konstellation, bei der mehrere Erben als Hofeigentümer in Betracht kamen, eine Aufgabeerklärung aller Prätendenten als Grundlage für eine Löschung des Hofvermerks hat genügen lassen.
Damit kann die vom Bundesgerichtshof bisher nicht entschiedene Frage dahingestellt bleiben, ob § 3 3. DVO z. TreuhG zur Übertragung des Eigentums an den landwirtschaftlich genutzten Grundstücken aus dem Volkseigentum auf die Treuhandanstalt geführt hat, oder ob das Eigentum an diesen Grundstücken gemäß Art. 22 Abs. 1 Einigungsvertrag auf die Bundesrepublik Deutschland übergegangen ist und die Klägerin, in welche die Treuhandanstalt umbenannt worden ist, lediglich ermächtigt ist, die Rechte aus dem Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wahrzunehmen (…vgl. Senatsurt. v. 13. Juni 1997, V ZR 40/96, BGHR DDR-TreuHGDVO3 § 3 Treuhandanstalt (BVS) Nr. 1; BGH, Urt. v. 7. November 1997, LwZR 6/97, BGHR DDR-TreuHGDVO3 § 3 volkseigene Nutzflächen Nr. 1).
Der Wert dieser zu ersetzenden Nutzungen bemißt sich nach dem objektiven Mietwert der Räume (…vgl. Wolf/Eckert/Ball aaO Rdn. 1364;… Scheuer aaO V A Rdn. 128, 129), für dessen Bestimmung als Bemessungsgrundlage der ortsübliche Mietzins herangezogen werden kann (vgl. BGH, Urteile vom 14. Juli 1995 - V ZR 45/94 = NJW 1995, 2627, 2628; vom 7. November 1997 - LwZR 6/97 = NJW 1998, 1707; vom 12. November 1992 - V ZR 230/91 = NJW 1993, 389, 392 unter 2. b); Palandt/Heinrichs BGB 59. Aufl. § 100 Rdn. 2).
Dies ist jedoch nicht bereits dann der Fall, wenn der Gegner den Tatsachenvortrag einer Partei bestreitet; dieser bedarf vielmehr nur dann der Ergänzung, wenn er infolge der Einlassung des Gegners unklar wird und nicht mehr den Schluss auf die Entstehung des geltend gemachten Rechts zulässt (BGH NJW 1984, 2888, 2889; NJW 1991, 2707, 2709; NJW 1992, 2427, 2428; NJW 1998, 1707, 1708).
Ob dies bereits aus § 987 Abs. 1 i.V.m. § 100 BGB folgt oder ob es hierzu eines Rückgriffs auf § 987 Abs. 2 BGB bedarf, was die Beklagten der Entscheidung BGHZ 137, 128, 133 entnehmen, kann letztlich offen bleiben.
Bemessungsgrundlage ist hierfür bei Sachen i.d.R der übliche Miet- oder Pachtzins (BGH NJW-RR 1998, 803, 805; BGH NJW 1998, 1707).
Der Meinungsstreit über die Frage, ob es sich insoweit bereits um eine Eigentumsübertragung gehandelt hat (vgl. BGH, VIZ 1998, 167f., 167 r. Sp.) kann dahinstehen, da die Treuhandanstalt jedenfalls nach § 3 Abs. 1 DDR-EigentÜbertrG eine Verfügungsbefugnis über die Grundstücke erhalten hat und sie auf dieser Grundlage ausschliesslich die Rechte des Eigentümers ausüben konnte (BGH, VIZ 1998, 167f., 167 r. Sp.; BGH, DtZ 1997, 325).