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Timestamp: 2019-04-23 00:36:48
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Matched Legal Cases: ['§8', '§9', '§10', '§11', '§13', '§13']

You are at:Home»Lebensmittelrecht»Hundefutter Deklaration: Was Hersteller über ihr Rezept preisgeben müssen
By Rebecca Liebig on	 21. Januar 2019 Lebensmittelrecht
Nicht immer ist im Hundefutter drin, was drin sein sollte. Was Hersteller von Hundefutter preisgeben müssen und wie sich mit Hilfe der Hundefutter Deklaration gutes Hundefutter von schlechtem Hundefutter unterscheiden lässt.
Die Hundefutter Deklaration: Hilfe für den Verbraucher?!
Das lukrative Geschäft mit dem Hundefutter hat in den letzten Jahren viele neue Anbieter auf den Markt gelockt. Die Auswahl ist so groß wie noch nie, denn ebenso wie die Zahl der Anbieter ist auch die Zahl der verschiedenen Sorten gewachsen. Im Supermarkt, Tierfachhandel und im Internet werden unzählige Marken und Sorten vertrieben.
Durch das starke Wachstum befeuert, gehen die Diskussionen und Meinungen über verschiedene Hersteller, Inhalts- und Zusatzstoffe stark auseinander, und es gibt mittlerweile unzählige Fachartikel von Tierärzten und Hundefutterexperten, die sich mit dem Thema beschäftigen.
Die wichtigste Diskussionsgrundlage ist hierbei wohl die Deklaration.
Verbraucher möchten immer genauer wissen, was sie ihren Haustieren vorsetzen, während Hersteller genaue Angaben oft vermeiden möchten, um etwa Ihre Rezeptur zu schützen.
Die Futtermittelverordnung und Futtermittelzusatzstoffverordnung geben hier die Rahmenbedingungen für Hundefutter vor und ermöglicht den Herstellern, die Deklaration unterschiedlich zu gestalten.
Die Deklaration von Hundefutter ist nicht immer gleich
Hundefutter kann auf mehrere Arten deklariert werden. Natürlich gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, an die sich die Hersteller halten müssen. Wieviel genau über die Zusammensetzung verraten wird, kann aber je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen. Gerade im günstigeren Segment wird oft nur das Nötigste angegeben.
Budgetorientierte Produkte enthalten oft Füllstoffe und minderwertige Zutaten, welche dem Verbraucher durch geschicktes Marketing und ansprechende Verpackungen als hochwertig angepriesen werden sollen. Hierbei wird oft die geschlossene Deklaration verwendet, um die Zutatenliste so oberflächlich wie möglich zu gestalten.
Hersteller hochwertiger Hundefutter gehen mit der offenen Deklaration meist ehrlicher mit ihren Kunden um. Doch auch hier sollte genau auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, denn nicht nur die Zusammensetzung aus Fleisch, Gemüse, Vitaminen und Mineralien ist zu beachten.
Die Herstellungsweise schlägt sich in den Nährstoffgruppen
Rohprotein sowie dem
nieder und kann dadurch näher entschlüsselt werden.
Hundefutter kann auf mehrere Arten deklariert werden. Natürlich gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, an die sich die Hersteller halten müssen.(#01)
Die zulässigen Deklarationsarten der Futtermittelverordnung
Der dritte Abschnitt der Futtermittelmittelverordnung beschreibt die zulässigen Zusammensetzungen und Kennzeichnungen von Mischfuttermitteln.
Hier werden unter anderem
Anforderungen (§8),
Zusammensetzung (§9) und
Verpackung (§10) geregelt.
Für die Deklaration ist insbesondere §11 bis §13 zuständig.
Die daraus entstehende Gesetzesgrundlage spiegelt sich in den drei gängigen Futterdeklarationen wieder.
Eine geschlossene Deklaration verrät, wie der Name bereits vermuten lässt, am wenigsten über die tatsächlichen Inhaltsstoffe im Hundefutter. Bei dieser Deklaration werden die genauen Inhaltsstoffe nicht genannt, sondern in Gruppen aufgelistet.
Diese Gruppen werden in §13 Anlage 2b der Futtermittelverordnung vorgegeben.
Die eingetragenen Gruppen lauten:
Die geschlossene Deklaration gibt darüber hinaus nicht viele Informationen an den Verbraucher weiter und lässt viel Spielraum für den Hersteller. In den meisten Fällen wird diese Art der Deklaration verwendet, wenn die Inhaltsstoffe von minderwertiger Qualität sind. Geschlossene Deklarationen sollten kritisch gesehen werden, denn es kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden, welche Zutaten im Produkt vorhanden sind und wie die Zusammensetzungen von Fleisch-, Gemüse- oder Getreideanteilen ausfallen.
Beispiel geschlossene Deklaration:
Öle und Fette (0,6 % Sonnenblumenöl)
Diese Deklaration bietet wenig Informationen über die verwendeten Zutaten. Die Gruppen sind zwar in der Futtermittelverordnung definiert, umfassen aber eine weitreichende Menge an potenziellen Inhaltsstoffen.
Bei der halboffenen Deklaration werden alle Gruppenbestandteile aufgelistet. Verbraucher können dadurch mehr Informationen über den Futterinhalt erhalten. Besonders wichtig ist diese Art der Deklaration für allergiebedingte Nahrungsunverträglichkeiten, denn es kann ausgeschlossen werden, dass ein bestimmter Stoff in der Nahrung vorhanden ist.
Leider gibt die halboffene Deklaration keinen weiteren Einblick in die Aufteilung der Inhaltsstoffe. Zwar werden die Zutaten in absteigender Reihenfolge aufgelistet, es fehlen jedoch meistens genaue Mengenangaben. Fleischanteile sind üblicherweise eine Ausnahme und werden in ihrem prozentualen Anteil genannt.
Hierbei kann es aber durchaus vorkommen, dass der zuerst aufgelistete Fleischanteil nicht der größte Anteil im Hundefutter ist. Sind beispielsweise 30 % Rindfleisch angegeben, gefolgt von mehreren Getreidesorten, kann davon ausgegangen werden, dass der Getreideanteil insgesamt höher ausfällt. Die einzelnen Getreidesorten haben dabei zwar einen geringeren Anteil als 30 %, sind unter der Gruppe Getreide zusammengefasst, aber unter Umständen mehr als 30 %.
Beispiel halboffene Deklaration:
Eine offene Deklaration bietet den größten Informationsgehalt für den Verbraucher. Hierbei werden alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Anders als bei der halboffenen Deklaration, werden die Inhaltsstoffe jedoch mit dem prozentualen Anteil gekennzeichnet. Das hat den Vorteil, dass Verbraucher die verwendeten Stoffe und ihre Mengen genau feststellen können, um beispielsweise Zufütterungen oder Diäten genau zu planen.
Beispiel offene Deklaration:
87% Huhn (60 % Muskelfleisch, 25 % Hühnerherzen, 10 % Hühnermägen 5 % Hühnerleber)
Der Fleischanteil im Hundefutter muss mindestens 4 % betragen, damit mit ihm geworben werden darf.(#03)
Die Zutatengruppen der Futterverordnung
Der Fleischanteil im Hundefutter muss mindestens 4 % betragen, damit mit ihm geworben werden darf. So ist es beispielsweise erlaubt, in der Sorte „Saftiges Rind“ nur 4 % Rindfleisch zu verarbeiten. Oftmals finden sich im Namen der Sorte auch mehrere Tierarten. Auch in diesem Fall reicht ein Anteil von 4 Prozent in der gesamten Fleischmasse. Werden keine Fleischsorten im Namen oder auf der Verpackung erwähnt, wird meist günstiges Schweinefleisch oder eine Mischung aus verschiedenen Fleischsorten verwendet.
Bei tierischen Nebenerzeugnissen wird die Sache noch undurchsichtiger. Hiermit können Innereien wie Herz oder Leber gemeint sein, es kann sich aber auch um Abfallprodukte wie Knochen, Hörner, Knorpel, Krallen, Fell, Ohren, Hufe oder Sehnen handeln. Innereien sind durchaus wertvoll für die Ernährung eines Hundes, während die genannten Abfallprodukte eher als günstige Füllstoffe zu verstehen sind.
Die Gruppe Getreide umfasst alle Arten von Getreide, egal in welchem Verarbeitungszustand.
Hiermit können Körner oder Mehle aus
oder andere Getreidesorten
Die Gruppendeklaration lässt hierbei offen, in welcher Form das Getreide im Hundefutter vorhanden ist.
Es kann sich um
Ähren oder
Die genaue Zusammensetzung des Getreideanteils ist nicht zu bestimmen.
Bäckereierzeugnisse umfassen alle Erzeugnisse aus der Backwarenherstellung, insbesondere Brot, Kuchen, Kekse sowie Teigwaren. Ein breites Spektrum, was aus erwähnten Getreiden bestehen kann, meist werden aber Reste von Brot, Kuchen oder Teig verwendet. Bäckereierzeugnisse sind also nicht nur eine ungenaue Bezeichnung, es können auch große Mengen an Zucker enthalten sein.
Unter „Öle und Fette“ werden alle tierischen und pflanzlichen Fette vereint. Hier sind alle Speiseöle, raffinierte und unraffinierte Fette zu finden. Dabei können verschiedene Öle wie Rapsöl, Sojaöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Ölgemische verwendet werden. Margarine und Buttererzeugnisse sind ebenfalls Bestandteil dieser Gruppe.
Diese Gruppe umfasst alle Milcherzeugnisse, frisch oder durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht sowie die Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Milch unterschiedlicher Tierarten handeln, es werden auch oftmals Nebenerzeugnisse aus der Milch und Käseherstellung verwendet. Auch hier umfasst die Gruppe ein weites Feld an möglichen Inhaltsstoffen und beherbergt mögliche Zusatzstoffe wie Zucker.
Die Futtermittelverordnung schreibt für diese Gruppe vor:
Nebenerzeugnisse aus der Aufbereitung pflanzlicher Erzeugnisse,
insbesondere Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Ölfrüchte.
Hierbei werden, ähnlich wie bei den tierischen Nebenerzeugnissen, oftmals verschiedenste Pflanzenteile oder Abfallprodukte verwendet, welche meist bei der Getreideproduktion aufkommen.
Dadurch sind Schalen von Getreide oder Bohnenfrüchten wie Erdnüssen, Kerngehäuse, Mehle, Grannen, Weizenkleie oder Stroh beliebte Inhaltsstoffe dieser Gruppe.
Die Ergebnisse der Analyse sind auch bei Hundefutter gesetzlich vorgeschriebene Angaben.
Die Konventionsanalyse oder Weender Futtermittelanalyse wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm Henneberg und Friedrich Stohmann an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Weende entwickelt. Die Ergebnisse der Analyse sind auch bei Hundefutter gesetzlich vorgeschriebene Angaben.
Die chemische Analyse bietet Aufschluss über die Futterbestandteile und bietet auch bei Produkten mit geschlossener Deklaration einige Informationen über die Zutatenverteilung. So lassen sich wichtige Eckdaten wie Gesamtenergieanteil, Kohlenhydratanteil und auch die Menge an Füllstoffen wie tierische oder pflanzliche Nebenerzeugnisse abschätzen.
Bei der Bestimmung des Rohwasseranteils wird das Hundefutter auf 105 Grad erhitzt. Alle Bestandteile, die sich bei dem Kochvorgang verflüchtigen, nennt man Rohwasser. Die zurückgebliebene Masse ist die Trockensubstanz. Die im Hundefutter vorhandene Feuchtigkeit ist eine weitere, verpflichtende Angabe.
Trockenfuttermittel haben meist einen Feuchtigkeitsanteil von 10–12 %, die meisten Nassfutter dagegen liegen bei 70-80 %. Die Feuchtigkeitsanalyse bildet die Grundlage für die Bestimmung des Rohfett- und Rohproteingehalts. Dadurch wird die Feuchtigkeitsanalyse bei jedem Hundefutter durchgeführt, auch wenn die Angabe nicht auf der Verpackung zu finden ist.
Die Rohasche ist der Anteil, der nach der Erhitzung auf 550 Grad übrigbleibt. Hierbei handelt es sich größtenteils um Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Kalium, Ton oder Sand. Im Rohascheanteil sind potenziell also wichtige Mineralstoffe enthalten, leider kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden, in welcher Menge.
Andere Rückstände wie Sand oder Ton können die Ergebnisse dieses Tests verfälschen und einen höheren Mineralstoffanteil suggerieren. Die Reinasche bezeichnet den tatsächlichen Mineralstoffanteil. Sie wird unter Zugabe von Salzsäure hergestellt. Rohasche sollte im Hundefutter zu weniger als 10 % vorhanden sein, um eine Nierenbelastung zu vermeiden.
Eine offene Deklaration bietet den größten Informationsgehalt für den Verbraucher. (#02)
Der Rohfettanteil beschreibt alle in Ether löslichen Fette. Dadurch können auch für den Hund schwerverdauliche Fette wie Harze oder Wachs vorhanden sein, denn es werden alle vorhandenen Fette gemessen. Je höher der Rohfettanteil, desto höher fällt in der Regel auch der Energiegehalt im Hundefutter aus. Um die Versorgung mit wichtigen Fettsäuren zu sichern, liegt der Mindestanteil bei 5 %.
Stickstoffhaltige Bestandteile des Hundefutters werden im Rohprotein gemessen. Eiweiße, Alkaloide, Glucoside, Nitrat- und Nitritverbindungen spiegeln sich hier wieder. Die Qualität dieser Stoffe wird bei der Messung jedoch nicht getestet, es geht hierbei lediglich um die Menge.
Um den Rohfaseranteil zu ermitteln, wird das Hundefutter mit Säure und alkalischen Lösungen behandelt. Die nach der Behandlung zurückgebliebene Masse bezeichnet man Rohfaser und beinhaltet in Pflanzen vorkommende Ballaststoffe wie Pentosane, Lignin oder Cellulose. Diese Stoffe sind förderlich für die Verdauung und wichtig für den Körper. Auch hier können erhöhte Anteile zu Problemen wie dünnem Stuhl oder Magen- und Darmbeschwerden führen. Ein Anteil von 2 bis 3,5 % sollte in jedem Hundefutter vorhanden sein.
http://www.uni-goettingen.de/de/document/download/6ff1bdd72a08ffa5d1805b2ff1f9fcb4.pdf/FuttMVOgesamt.pdf
https://www.yourdogmagazin.at/deklaration-hundefutter/
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