Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20S%202814/96
Timestamp: 2020-08-12 01:15:35
Document Index: 343895333

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 47', '§ 1997', '§ 47', '§ 1', '§ 47', '§ 1', '§ 1', 'Art. 2', '§ 47', '§ 1', '§ 1', '§ 47', '§ 47', '§ 1', '§ 47', '§ 47', '§ 1', '§ 47', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 47', '§ 3']

VGH Baden-Württemberg, 13.05.1997 - 8 S 2814/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,571
VGH Baden-Württemberg, 13.05.1997 - 8 S 2814/96 (https://dejure.org/1997,571)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13.05.1997 - 8 S 2814/96 (https://dejure.org/1997,571)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13. Mai 1997 - 8 S 2814/96 (https://dejure.org/1997,571)
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Antragsbefugnis für Normenkontrollverfahren gegen Bebauungsplan wegen der Möglichkeit von Abwägungsfehlern
§ 1 Abs 6 BauGB, § 47 Abs 2 VwGO
VwGO § 1997 § 47 Abs. 2
NVwZ-RR 1998, 360 (Ls.)
VBlBW 1997, 426
DVBl 1998, 236
DVBl 1998, 241
BauR 1998, 85
ZfBR 1998, 111
§ 1 Abs. 6 BauGB vermittelt nur dann ein die Antragsbefugnis gemäß § 47 Abs. 2 S 1 VwGO begründendes subjektives Recht auf gerechte Abwägung, wenn die betroffenen Belange des Antragstellers auf einer materiellen Rechtsposition beruhen (aA: VGH Bad-Württ, NK-Urteil vom 13.05.1997 - 8 S 2814/96 -, VBlBW 1997, 426).
Die Antragstellerin kann sich zur Begründung der Antragsbefugnis nicht darauf berufen, ihr stehe aufgrund von § 1 Abs. 6 BauGB, wonach bei der Aufstellung der Bauleitpläne die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen sind, ein subjektives Recht auf angemessene Berücksichtigung ihrer Interessen im Rahmen der Abwägung auch dann zu, wenn die betroffenen Belange nicht auf einer materiellen Rechtsposition beruhen (vgl. OVG Münster…, Urteil vom 23.1.1997, a.a.O.; a.A.: VGH Bad.-Württ., NK-Urteil vom 13.5.1997 - 8 S 2814/96 -, VBlBW 1997, 426 und BayVGH, Urteil vom 4.6.1997 - 26 N 96.2963 -, BayVBl. 1997, 591).
Mit dieser Zielsetzung wäre es nicht vereinbar, aus § 1 Abs. 6 BauGB ein subjektives Recht auf Teilhabe bloßer privater Belange an der Abwägung abzuleiten mit der Folge, daß die Antragsbefugnis gegenüber der bisherigen Rechtslage nicht eingeschränkt (vgl. hierzu VGH Bad.-Württ., NK-Urteil vom 13.5.1997, a.a.O.), sondern im Hinblick auf die Anwendung der "Möglichkeitstheorie" bei der Geltendmachung einer Rechtsverletzung eher erweitert wäre (vgl. Dürr, NVwZ 1996, 105, 109).
Da eine Verletzung seines Rechts aus Art. 2 Abs. 2 GG ausscheidet, wäre die Antragsbefugnis nach § 47 Abs. 2 S. 1 VwGO n.F. nur begründbar, wenn man als Rechtsposition im Sinn dieser Vorschrift ein Recht des Planbetroffenen aus § 1 Abs. 6 BauGB auf angemessene Berücksichtigung seiner eigenen Belange im Rahmen der Abwägung anerkennen wollte (so VGH Bad.-Württ., NK-Urt. v. 13.05.1997 - 8 S 2814/96).
Diese besondere Aussichtslage ist zwar wohl - ausnahmsweise -abwägungsrelevant (vgl. das eingangs erwähnte Urteil des Senats vom 13.5.1997 - 8 S 2814/06 - VBlBW 1997, 426).
Da das in § 1 Abs. 6 BauGB verankerte Abwägungsgebot drittschützenden Charakter hinsichtlich solcher Privatbelange hat, die für die Abwägung erheblich sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 24.9.1998 - 4 CN 2.98 - BVerwGE 107, 215 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 55a; Urteil des Senats vom 13.5.1997 - 8 S 2814/96 - VBlBW 1997, 426 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 39), kann zwar auch ein mit seinem (Wohn-)Grundstück außerhalb des Plangebiets gelegener Eigentümer - wie der Antragsteller - grundsätzlich dieses "Recht auf gerechte Abwägung privater Belange" für sich beanspruchen.
Wegen der Geringfügigkeit der der Antragstellerin durch den Bebauungsplan erwachsenden Nachteile kann diese ihre Antragsbefugnis insoweit auch nicht aus § 1 Abs. 6 BauGB herleiten, der hinsichtlich der für die Abwägung beachtlichen privaten Belange drittschützende Wirkung hat (…vgl. BVerwG, Urt. v. 24.9.1998 - 4 CN 2.98 - BVerwGE 107, 215 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 55a; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 13.5.1997 - 8 S 2814/96 - VBlBW 1997, 426 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 39).
Normenkontrollantrag gegen Bebauungsplan; Antragsbefugnis; Baudenkmal; …
Nach der genannten Rechtsprechung ist nur in Ausnahmefällen die Antragsbefugnis gegen einen die Aussicht einschränkenden Bebauungsplan gegeben, so etwa dann, wenn die Aussichtslage der vorhandenen Bebauung durch einen bestehenden Bebauungsplan geschützt oder wegen außergewöhnlicher örtlicher Gegebenheiten aus sich heraus besonders schutzwürdig ist (so für einen freien Blick auf den Bodensee und die Schweizer Alpen: VGH Bad.-Württ., Urteil vom 13.05.1997 - 8 S 2814/96 -, VBlBW 1997, 426).
Als möglicherweise verletztes Recht der Antragsteller kommt nur der aus § 1 Abs. 6 BauGB folgende Anspruch des von einer Bauleitplanung Betroffenen auf eine angemessene Berücksichtigung seiner eigenen Belange im Rahmen der Abwägung in Betracht (…BVerwG, Urt. v. 24.9.1998 - 4 CN 2.98 -, NJW 1999, 592 = ZfBR 1999, 39 = UPR 1999, 27 = DÖV 1999, 208; Normenkontrollurteil des Senats v. 13.5.1997 - 8 S 2814/96 -, VBlBW 1997, 426 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 39).
Dies gilt insbesondere für die Feststellung, dass die Risikobewertung des damaligen Bundesgesundheitsamts, es bestünden bei sachgerechter Ausbringung keine Gesundheitsrisiken, nur die Gefährdung von durch die Abtriftwolke gehenden Personen (nach heutiger Diktion: "bystander"), nicht aber die der im Einwirkbereich Wohnenden in den Blick nehme (so VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 13.05.1997, a.a.O. = juris Rn. 33).
OVG Saarland, 12.01.1998 - 2 N 4/97
Verletzung von Rechten; Darlegung; Antragsteller; Subjektives Recht; …
Die Antragsbefugnis der Antragsteller ergibt sich ferner aber auch aus § 1 Abs. 6 BauGB a.F. (jetzt § 1 Abs. 7 BauGB i.d.F. von Art. 1 Nr. 2 c des Gesetzes zur Anpassung des Baugesetzbuches an EU-Richtlinien (Europarechtsanpassungsgesetz Bau - EAG Bau) vom 24. Juni 2004 (BGBl. I S. 1359)), der hinsichtlich solcher privater Belange, die für die Abwägung erheblich sind, drittschützende Wirkung hat (BVerwG, Urteil vom 24.9.1998 - 4 CN 2.98 - ZfBR 1999, 39 = UPR 1999, 27; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 13.5.1997 - 8 S 2814/96 - BauR 1998, 85 = PBauE § 47 Abs. 2 VwGO Nr. 39).
OVG Niedersachsen, 16.01.1998 - 1 K 5279/96
VGH Baden-Württemberg, 20.05.1999 - 8 S 1704/98
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Nebeneinander von Wohnbebauung und …
VGH Baden-Württemberg, 07.01.1998 - 8 S 1337/97
Normenkontrollverfahren: Antragsbefugnis eines Pächters; ergänzendes Verfahren …
VGH Baden-Württemberg, 21.10.1997 - 8 S 609/97
Auswirkung einer nichtigen Entwicklungssatzung auf einen Bebauungsplan
VGH Baden-Württemberg, 11.07.2003 - 8 S 2553/02
Information des Gemeinderates über Anregungen aus Bürgerbeteiligungsverfahren
Antragsbefugnis eines Wasserzweckverbands im Normenkontrollverfahren gegen eine …
VGH Baden-Württemberg, 23.12.1997 - 8 S 627/97
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Ausklammerung von Fragen der Bauausführung
VGH Baden-Württemberg, 30.07.1999 - 8 S 3236/98
Normenkontrolle eines Bebauungsplans - Erschließung eines …
VGH Baden-Württemberg, 18.08.1997 - 8 S 1401/97
Bekanntmachung eines Bebauungsplans - zum Inhalt des Hinweises nach BauGB § 3 Abs …
VGH Baden-Württemberg, 06.03.1998 - 8 S 1338/97
Antragsbefugnis für Normenkontrollverfahren trotz prognostizierter verbesserter …