Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202002,%201243
Timestamp: 2020-02-17 13:50:41
Document Index: 358189785

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 67', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 43', '§ 86', '§ 86', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 249', '§ 251', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW-RR 2002, 1243 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG Waldshut-Tiengen, 20.11.2001
https://dejure.org/2001,1091
BGH, 12.12.2001 - XII ZR 153/99 (https://dejure.org/2001,1091)
BGH, Entscheidung vom 12.12.2001 - XII ZR 153/99 (https://dejure.org/2001,1091)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 2001 - XII ZR 153/99 (https://dejure.org/2001,1091)
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Ergänzende Vertragsauslegung - Regressverzicht - Versicherungsrecht - Fahrlässigkeit - Verschulden
BGB §§ 133 157; VVG §§ 67 82
Regressverzicht des Gebäudeversicherers
NJW-RR 2002, 1243
NZM 2002, 795
VersR 2002, 433
Wohnungseigentümer]; vom 20. Dezember 2006 - VIII ZR 67/06, NJW-RR 2007, 684 Rn. 8; vom 27. Januar 2010 - IV ZR 129/09, BGHZ 184, 148 Rn. 8 f.; vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10, NJW-RR 2011, 1055 Rn. 6; BGH, Beschlüsse vom 12. Dezember 2001 - XII ZR 153/99, NJW-RR 2002, 1243; vom 15. November 2011 - II ZR 304/09, NJW-RR 2012, 280 Rn. 11; vom 21. Januar 2014 - VIII ZR 48/13, GE 2014, 661 Rn. 4).
Bei einem konkludent im Versicherungsvertrag vereinbarten Regreßverzicht für den Fall der leicht fahrlässigen Schadensverursachung obliegt es dem Versicherer darzulegen und zu beweisen, daß die Voraussetzungen für einen Regreß beim Mieter vorliegen, daß dieser also grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat (…Senatsurteil vom 14. Februar 2001 aaO unter 2 c; BGH, Beschluß vom 12. Dezember 2001, aaO; BGHZ 145, 393, 400).
Die Abgrenzung zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit im Einzelfall ist in erster Linie dem Tatrichter vorbehalten und von dem Revisionsgericht nur darauf zu überprüfen, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt worden ist oder ob wesentliche Umstände außer Betracht gelassen worden sind (BGH, Beschluß vom 12. Dezember 2001, aaO; Senatsurteil BGHZ 131, 288, 296).
a) Entgegen der Ansicht der Revisionen kann die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der ein von dem Vermieter abgeschlossener Gebäudeversicherungsvertrag ergänzend dahin ausgelegt werden kann, dass er einen konkludenten Regressverzicht des Versicherers zugunsten des Mieters enthält, der einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat (BGHZ 145, 393 = NJW 2001, 1353, 1354; Senatsbeschluss vom 12. Dezember 2001 - XII ZR 153/99 - NJW-RR 2002, 1243; BGH Urteile vom 3. November 2004 - VIII ZR 28/04 - NZM 2005, 100 …und vom 13. September 2006 - IV ZR 378/02 - VersR 2006, 1530 Rn. 14 f.;… vgl. Prölss/Martin VVG 28. Aufl. § 43 Rn. 23;… Voit in Bruck/Möller VVG 9. Aufl. § 86 Rn. 193 ff.) nicht auf den vorliegenden Fall übertragen werden.
a) Nach der seit langem gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Mieter, der einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat, (regelmäßig) vor einem Rückgriff des Gebäudeversicherers (§ 86 Abs. 1 VVG) in der Weise geschützt, dass eine ergänzende Auslegung des Gebäudeversicherungsvertrages einen konkludenten Regressverzicht des Versicherers für die Fälle ergibt, in denen der Wohnungsmieter einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat (BGH, Urteil vom 8. November 2000 - IV ZR 298/99, BGHZ 145, 393, 397 ff.; BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2001 - XII ZR 153/99, NJW-RR 2002, 1243; BGH, Urteile vom 3. November 2004 - VIII ZR 28/04, NJW-RR 2005, 381 unter II 2;… vom 13. September 2006 - IV ZR 273/05, BGHZ 169, 86 Rn. 8;… vom 10. November 2006 - V ZR 62/06, NJW 2007, 292 Rn. 7;… vom 20. Dezember 2006 - VIII ZR 67/06, NJW-RR 2007, 684 Rn. 8;… vom 27. Januar 2010 - IV ZR 129/09, BGHZ 184, 148 Rn. 8 f.;… vom 10. Mai 2011 - VI ZR 196/10, NJW-RR 2011, 1055 Rn. 6; BGH…, Beschluss vom 15. November 2011 - II ZR 304/09, NJW-RR 2012, 280 Rn. 11).
Diese zur Wohnraummiete entwickelten vorstehenden Grundsätze gelten für die gewerbliche Miete gleichermaßen (BGH NJW-RR 2002, 1243) und kommen auch dann zur Anwendung, wenn der Mieter seinerseits eine den Schaden abdeckende Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat (BGH NJW 2006, 3712, 3713).
Vielmehr finden gerade auch die Grundsätze zum konkludenten Regressverzicht gleichermaßen auf die Wohnraum- wie Gewerbemiete Anwendung (s. BGH NJW-RR 2002, 1243 VVG).
Dieser Ansicht haben sich die für das Mietrecht - auch das gewerbliche, wie vorliegend - zuständigen Senate des BGH (vgl. z. B. BGH VersR 01, 856; VersR 02, 433; VersR 05, 498) angeschlossen (vgl. insoweit auch BGH NJW 06, 3712 ff.).
b) Entgegen der Ansicht der Klägerin trägt diese nach ständiger Rechtsprechung des BGH (z. B. BGHZ 145, 393, 400; BGH VersR 2001, 856; BGH NJW-RR 2002, 1243; BGH NJW-RR 2005, 381) die volle Darlegungs- und Beweislast dafür, dass die Voraussetzungen für einen Regress beim Mieter vorliegen, dass dieser also grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.
LG Waldshut-Tiengen, 20.11.2001 - 4 O 89/01
https://dejure.org/2001,15514
LG Waldshut-Tiengen, 20.11.2001 - 4 O 89/01 (https://dejure.org/2001,15514)
LG Waldshut-Tiengen, Entscheidung vom 20.11.2001 - 4 O 89/01 (https://dejure.org/2001,15514)
LG Waldshut-Tiengen, Entscheidung vom 20. November 2001 - 4 O 89/01 (https://dejure.org/2001,15514)
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Abrechnung auf Neuwagenbasis - vorauszusetzende Fahrzeugbeschädigung und tatsächliche Neuanschaffung; Ersatz trotz Laufleistung über 1.000 km
Sie begründet dies damit, dass es sich bei der Anerkennung der Neuwagenentschädigung der Sache nach um eine einem besonderen Integritätsinteresse des Geschädigten Rechnung tragende Ausnahme vom Wirtschaftlichkeitspostulat handle, die nur gerechtfertigt sei, wenn der Geschädigte sein besonderes Interesse in die Tat umsetze (vgl. OLG Nürnberg, ZfS 1991, 45; LG Waldshut-Tiengen, NJW-RR 2002, 1243, 1244 f. ; Eggert DAR 1997, 129, 136;… Huber, Festschrift für Eggert 2008, 113, 129 f.;… Wussow/Karczewski, Unfallhaftpflichtrecht, 15. Aufl., Kap. 41 Rn. 17; Nothoff; NZV 2003, 509, 510 f.; Burmann, ZfS 2000, 329;… Schiemann in Schiemann/Lange, Schadensersatz, 3. Aufl., § 6 XIV 5 e;… Pamer, Der Fahrzeugschaden, Rn. 43;… Sanden/Völtz, Sachschadenrecht des Kraftverkehrs, 7. Aufl., Rn. 86;… Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl., § 249 Rn. 22; Küppers, NJW 1976, 1886;… Jahnke in Jagow/Burmann/Heß, Straßenverkehrsrecht, 20. Aufl., § 251 Rn. 4;… Lemcke in van Bühren, Anwalts-Handbuch Verkehrsrecht, 2003, Teil 3, Rn. 189).
LG Itzehoe, 18.06.2003 - 3 O 463/02
Die Beklagte wird verurteilt, wegen der vollstreckbaren Forderung des Klägers in Höhe von 22.982,57 EUR nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz ab dem 07. März 2001 aufgrund des Urteils des Landgerichts Rostock vom 15. Mai 2002 - Az.: 4 O 89/01 - und wegen der vollstreckbaren Forderung des Klägers in Höhe von 2.739,76 EUR nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz seit dem 05. Juni 2002 aus dem Kostenfestsetzungsbeschluss des Landgerichts Rostock vom 19. Juli 2002 - Az.: 4 O 89/01 und wegen der Vollstreckungskosten in Höhe von 580, 64 EUR die Zwangsvollstreckung in das Grundstück in ..., ..., Flur 21. Flurstück 106/1, Hof- und Gebäudefläche, eingetragen im Grundbuch des Amtsgerichts ..., Grundbuch von ... Blatt 7465 zu dulden.
Deshalb klagte der Kläger vor dem Landgericht Rostock zum Az.: 4 O 89/01 im Jahre 2001 eine Werklohnforderung von 44.950,00 DM (22.982,57 EUR) ein.
die Beklagte zu verurteilen, wegen der ihm zustehenden Forderung in Höhe von 22.982,57 EUR nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz ab dem 07. März 2001 aufgrund des Urteils des Landgerichts Rostock vom 15.05.2002, Az.: 4 O 89/01.
Die Beklagte hat die Zwangsvollstreckung des Klägers wegen der in dem Urteil des Landgerichts Rostock vom 15.05.2002 und in dem Kostenfestsetzungsbeschluss vom 19.07.2002 zum Az.: 4 O 89/01 titulierten Forderungen nebst Zinsen sowie der entstandenen Vollstreckungskosten in ihr Grundstück in ..., ..., eingetragen im Grundbuch von ..., Blatt 7465 zu dulden.
Diese Auffassung wurde damit begründet, dass es sich bei der Anerkennung der Neuwagenentschädigung der Sache nach um eine einem besonderen Integritätsinteresse des Geschädigten Rechnung tragende Ausnahme vom Wirtschaftlichkeitspostulat handele, die nur gerechtfertigt sei, wenn der Geschädigte sein besonderes Interesse in die Tat umsetze (vgl. OLG Nürnberg, ZfS 1991, 45; LG Waldshut/Tiengen NJW-RR 2002, 1243, 1244 f.; Eggert DAR 1997, 129, 136;… Huber, Festschrift für Eggert 2008, 113, 129 f.; weitere Fundstellen in der zitierten BGH-Entscheidung).