Source: http://odj.xobor.de/t30f15-Tribunalsordnung.html
Timestamp: 2018-11-15 08:14:06
Document Index: 274466209

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6']

Die Ordnungen » Tribunalsordnung
Tribunalsordnung
in Die Ordnungen 22.08.2012 12:27
§ 1 Vermeiden eines Tribunals
Ein Tribunal ist ein Verfahren zum Lösen von Problemen, die gar nicht erst auftreten sollten. Jedes Mitglied hat das Recht ein anderes bei Verfehlungen, bezugnehmend auf die verletzten Punkte des Kodex oder der Ordnungen, auf diese aufmerksam zu machen. Dieser Hinweis sollte stets wohlüberlegt erfolgen und entsprechend sollte das betroffene Mitglied auch sorgfältig darüber reflektieren. Bei Unklarheiten über das Verständnis des Kodex oder der Ordnungen kann es sinnvoll erscheinen Klarheit bei einem altgedienteren Mitglied zu suchen. Basierend auf Achtsamkeit und Umsicht können Tribunale auf diesem Weg hoffentlich weitesgehend vermieden werden. Nur wenn der Sachverhalt Ernst und nicht anders lösbar scheint soll ein Hohes Ratsmitglied und damit dann womöglich ein Tribunal damit betraut werden.
§ 2 Voraussetzungen für ein Tribunal
Ein Tribunal kann aus zwei Gründen einberufen werden.
Entweder weil die dafür benötigte Zahl von Vetos gegen einen Ratsbeschluss zustande gekommen ist oder weil 3 Hohe Ratsmitglieder eines in Auftrag geben. Theoretisch können diese 3 Ratsmitglieder gegen jedes beliebige Mitglied (auch gegen sich selbst) ein Tribunal einfordern. Dieser Schritt sollte aber immer wohlüberlegt sein. Die Angeklagten, darunter fallen im Falle der Anklage gegen einen Ratsbeschluss auch die Ratsmitglieder, sind bis zum Tribunalsbeschluss suspendiert.
Ein Tribunal entscheidet immer nur über das Vorgehen mit entsprechenden Mitgliedern oder entsprechenden Ratsbeschlüssen, wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“. Ein Tribunal kann nicht präventiv einberufen werden.
§ 3 Wahl des Tribunals
Das Tribunalsmitglied heisst Kadio. Über einen Sachverhalt entscheiden 3 Kadioj und zwar immer nur über genau diesen Sachverhalt. Für die Zusammenstellung des Tribunals wählen jene die den Ritterschlag empfangen haben unter ihresgleichen die Kadioj. Angeklagte, darunter fallen im Falle der Anklage gegen einen Ratsbeschluss auch die Ratsmitglieder, dürfen dabei ebenfalls Kadioj wählen, aber nicht zum Kadio gewählt werden. Kommt es zum Stimmengleichstand gilt der als gewählt dessen Ritterschlag länger zurück liegt. Die Berufung zum Kadio ist eine der höchsten Pflichten eines gewählten Mitgliedes. Nur im absoluten Extremstfall sollte ein Mitglied bekannt geben nicht zur Wahl zu stehen. Die Wahl, bei der jeder stimmberechtigte 3 Kandidaten wählt, dauert höchstens eine Woche.
§ 4 Aufgaben des Tribunals
Die Kadioj haben nach ihrer Wahl eine Woche um über den Sachverhalt zu beraten und zu einer Entscheidung zu kommen. Primäre Zielsetzung des Tribunals besteht darin eine Lösung des Konfliktes anhand des Kodex und der Ordnungen zu finden. Sekundäres Ziel besteht darin durch einen etwaigen Beschluss eine stabile Ordensstruktur zu gewährleisten, wie sie im Sinne der gesamten Ordensgemeinschaft ist. Herauszufinden welches Vorgehen diesen Zielen Rechnung trägt ist letztlich seine Aufgabe.
§ 5 Befugnisse des Tribunals
Ein Tribunal ist nur bei einstimmiger Mehrheit beschlussfähig. Kommt diese nicht zustande startet unmittelbar nach Scheitern des Tribunals die Wahl für ein neues. Scheitern zwei Tribunale nacheinander am gleichen Sachverhalt gilt die Entscheidung nicht einzugreifen als Tribunalsbeschluss. Das Tribunal löst sich unmittelbar nach Beschlussbekanntgabe wieder auf.
Das Tribunal vereint in sich fast jedes Recht des Einflussentzuges.
Es kann beispielsweise Neuwahlen für den Hohen Rat ansetzen und selbigen damit seines Amtes entheben, den Ausbildungsrat seines Amtes entheben, von ihm getroffene Entscheidungen annullieren und den Hohen Rat veranlassen einen neuen zu bestimmen, jeden beliebigen Ordensposten räumen lassen und den Hohen Rat veranlassen ihn neu zu besetzen, ein Mitglied in die Pursilka schicken, seine Mentorbefugnis für einen gewissen Zeitraum aussetzen oder es sogar aus dem Orden ausschließen. Und selbstverständlich kann es den Beschluss für unzulässig befinden, wegen dem es einberufen wurde.
Ein Tribunal ist aber niemals befugt Ränge zu- oder abzuerkennen, Posten selbst zu besetzen oder gar die Zusammenstellung des Hohen Rates zu bestimmen. Auch kann ein Tribunal niemals in die Ordnungen oder in den Kodex eingreifen. Gegen einen Tribunalsbeschluss kann auf die gleiche Weise dasselbe Vetorecht geltend gemacht werden, das auch bei Ratsbeschlüssen greift, das gilt auch für direkt durch Tribunalsbeschluss betroffene. Das hat bei einem einzelnen Veto keinen weiteren Effekt, da ein Tribunalsbeschluss immer einstimmig zustande kommen muss, aber auf die gleiche Weise wie bei einem Ratsbeschluss kann auch hier wieder ein klärendes Tribunal folgen, sofern wenigstens die Hälfte der Vetoberechtigten ein solches Veto ausspricht.
§ 6 Pursilka
Dieser Begriff, der wörtlich übersetzt „Reinseiden“ bedeutet bezeichnet den durch ein Tribunal erzwungenen Ausschluss eines Ordensmitgliedes über einen bestimmten Zeitraum. Das Pursilka ist an klare Zielsetzungen geknüpft. Das kann beispielsweise die Wiedererlangung von benötigten Kenntnissen für den Ritterstatus, die durch langfristige Versäumnisse verloren gingen, sein. Oder auch die Reflexion über vergangenes wesentliches Fehlverhalten. Das Pursilka reicht bis zu dem Asembleo, das dem vom Tribunal verhängten Termin als nächstes folgt. Je nachdem in welchen Aufgabenbereich der Sachverhalt eher fällt entscheiden dort Ausbildungsrat oder Hoher Rat, bei Anwesenheit des Betroffenen, ob die Auflagen erfüllt sind. Sehen sie das nicht als gegeben folgt ein weiteres Tribunal.
zuletzt bearbeitet 09.10.2015 08:51 | nach oben springen
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