Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20AZR%20168/00
Timestamp: 2019-03-25 02:25:57
Document Index: 74592405

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 134', '§ 3', '§ 134', '§ 2', '§ 134', '§ 305', '§ 4', '§ 138', '§ 305', '§ 138', '§ 4', '§ 138', '§ 305', '§ 145', '§ 241', '§ 611', '§ 241', '§ 611', '§ 305', '§ 138', '§ 4', '§ 138', '§ 23', '§ 305', '§ 241', '§ 611', '§ 4', '§ 138', '§ 242', '§ 138', '§ 241', '§ 611', '§ 4', '§ 138', '§ 138', '§ 241', '§ 4', '§ 23', '§ 242']

BAG, 13.12.2000 - 10 AZR 168/00 - dejure.org
AGBG §§ 2, 3, 23; BGB §§ 134, 138, 196, 241, 242, 305, 315
Weihnachtsgratifikation - Ausschlußfrist - Fälligkeit - Nichtäußerung - Frist
Zulässige einmonatige Verfallfrist in arbeitsvertraglicher Regelung
Weihnachtsgeld: Wer sich nicht sputet, der blutet
Arbeitsrecht; arbeitsvertragliche Ausschlussfrist
AGBG §§ 3, 2, 23; BGB §§ 134, 138, 196, 241, 242, 305, 315
§§ 2, 3, 23 AGB-Gesetz; §§ 134, 138, 196, 241, 242, 305, 315 BGB
ArbG Herford, 26.02.1999 - 3 Ca 649/98
ArbG Herford, 26.02.1999 - 3 Ca 946/98
ZIP 2001, 801
MDR 2001, 821
JR 2002, 263
Angesichts der äußeren Gestaltung der Vertragsbestimmung und der Üblichkeit von ein- und zweistufigen Ausschlussklauseln im Arbeitsleben kann von einer überraschenden oder ungewöhnlichen Klausel iSd. § 305c BGB keine Rede sein (vgl. BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 376, zu II 1 d bb der Gründe; 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30, zu I 2 der Gründe).
Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vor Geltung der §§ 305 ff. BGB zur Inhaltskontrolle auf Grund der §§ 138, 242 BGB hatte eine einmonatige Klagefrist noch gebilligt (13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 377; 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30, zu I 2 b der Gründe; vgl. ferner 15. Oktober 1981 - 2 AZR 548/79 -, zu I 2 der Gründe).
Mangels Geltung der §§ 305 ff. BGB richtet sich die Einbeziehung allein nach den Vorschriften der §§ 145 ff. BGB und den allgemeinen Rechtsgedanken, die in anderen Gesetzen ihren Niederschlag gefunden haben (vgl. BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 -BAGE 96, 371 = AP BGB § 241 Nr. 2 = EzA BGB § 611 Inhaltskontrolle Nr. 8).
Die Parteien können im Rahmen ihrer Vertragsfreiheit in Arbeitsverträgen Verfallklauseln für die Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis vereinbaren, wobei es keinen Unterschied macht, ob sie eine solche Klausel ausformulieren oder auf eine in einem anderen Regelungswerk enthaltene Klausel Bezug nehmen (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371 = AP BGB § 241 Nr. 2 = EzA BGB § 611 Inhaltskontrolle Nr. 8).
Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vor Geltung der §§ 305 ff. BGB zur Inhaltskontrolle auf Grund der §§ 138, 242 BGB hatte einmonatige, sechswöchige und zweimonatige Fristen zur schriftlichen Geltendmachung noch gebilligt (13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 377; 15. Oktober 1981 - 2 AZR 548/79 -, zu I 2 der Gründe; 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30, zu I 2 b der Gründe).
Danach sind gem. § 23 Abs. 1 AGBG Verträge "auf dem Gebiet des Arbeitsrechts" von der Prüfung nach Maßgabe des AGB-Gesetzes ausgeschlossen (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371).
d) Gegen die Wirksamkeit der vertraglich in Bezug genommenen Ausschlußfrist bestehen schon deshalb hier keine Bedenken (vgl. zur Zulässigkeit auch kurzer vertraglicher Ausschlußfristen BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371), weil beiderseitige Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis erfaßt werden.
So hat die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts - vor Erstreckung der Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB auch auf Arbeitsvertragsklauseln - arbeitsvertragliche Ausschlussfristen von einem Monat, sechs Wochen und zwei Monaten ausdrücklich gebilligt (13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371 = AP BGB § 241 Nr. 2 = EzA BGB § 611 Inhaltskontrolle Nr. 8; 15. Oktober 1981 - 2 AZR 548/79 - 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30).
Auch mit Urteil vom 13. Dezember 2000 (- 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 377, zu II 2 b der Gründe = RdA 2002, 38 mit Anm. Preis) hat das Bundesarbeitsgericht ausgeführt, ein Verstoß gegen § 242 BGB oder § 138 BGB sei (nur) anzunehmen, "wenn die Klausel inhaltlich nicht ausgewogen wäre und die Rechte des (Arbeitnehmers) einseitig beschneiden würde".
Eine Sittenwidrigkeit war dann anzunehmen, wenn die Klausel inhaltlich nicht ausgewogen war und die Rechte einer Vertragspartei einseitig beschnitten hat (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371 = AP BGB § 241 Nr. 2 = EzA BGB § 611 Inhaltskontrolle Nr. 8).
Die Ausschlussfrist gilt für beide Seiten; die Länge von zwei Monaten ist auf der Grundlage des früheren Rechts nicht als sittenwidrig anzusehen (vgl. BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - aaO, wonach sogar eine einmonatige Ausschlussfrist wirksam sein soll; 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 162 = EzA BGB § 138 Nr. 30); auch konnte einzelvertraglich für die zweite Stufe eine gerichtliche Geltendmachung vorgesehen werden (…BAG 27. Februar 2002 - 9 AZR 543/00 - aaO).
Damit ist dem Zweck der Ausschlussfrist, alsbald Rechtssicherheit für beide Parteien herbeizuführen (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371, 378), genügt.
(1) Einzelfallvertragliche Ausschlußklauseln sind dann unwirksam, wenn sie sittenwidrig iSv. § 138 BGB sind (BAG 24. März 1988 - 2 AZR 630/87 - AP BGB § 241 Nr. 1 = EzA TVG § 4 Ausschlußfristen Nr. 72; 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - BAGE 96, 371).
Dessen § 23 Abs. 1 schloß Verträge auf dem Gebiet des Arbeitsrechts von der Inhaltskontrolle nach dem Recht der allgemeinen Geschäftsbedingungen aus (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - aaO).
Der Zehnte Senat hat bei Anwendung dieses Kontrollmaßstabes eine zweistufige vertragliche Ausschlußklausel unbeanstandet gelassen, bei der beide Fristen lediglich einen Monat betrugen (13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - aaO).
Der Umstand, daß der Beklagte sich während des Laufes des Arbeitsverhältnisses berufsbedingt längere Zeit im Ausland aufgehalten hat, kann allenfalls dazu führen, daß der Klägerin die Berufung auf die Ausschlußklausel nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) verwehrt ist (BAG 13. Dezember 2000 - 10 AZR 168/00 - aaO).
LAG Hamm, 10.04.2002 - 3 Sa 1598/01
Einzelvertragliche Ausschlussfrist für einen Zeugnisanspruch