Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20243/89
Timestamp: 2020-02-25 05:12:59
Document Index: 241927322

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', '§ 516', '§ 531', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705', '§ 719', '§ 518', '§ 65', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.07.1990 - II ZR 243/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,598
BGH, 02.07.1990 - II ZR 243/89 (https://dejure.org/1990,598)
BGH, Entscheidung vom 02.07.1990 - II ZR 243/89 (https://dejure.org/1990,598)
BGH, Entscheidung vom 02. Juli 1990 - II ZR 243/89 (https://dejure.org/1990,598)
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BGB §§ 516, 531 Abs. 2
Schenkung eines Kommanditistenanteils aus schenkungsrechtlichen und erbschaftssteuerlichen Gesichtspunkten - Schenkung einer Einlage abzüglich einer Gegenleistung - Rückübertragung des Kommanditistenanteils bei Widerruf einer Schenkung wegen groben Undanks - Anwendung ...
Widerruf der Schenkung eines Kommanditanteils bei grobem Undank ("Benteler")
BGB §§ 516 ff., § 531
Anteilsübertragung, Gesellschaftsrecht, Kommanditgesellschaft, Vinkulierung
BGHZ 112, 40
NJW 1990, 2616
ZIP 1990, 1061
MDR 1991, 127
DNotZ 1991, 819
WM 1990, 1379
BB 1990, 1507
DB 1990, 1656
aa) Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 24. September 1952 - II ZR 136/51, BGHZ 7, 174, 178 f.; Urteil vom 29. Oktober 1952 - II ZR 16/52, BGHZ 7, 378, 379 f., jeweils für die stille Gesellschaft; Urteil vom 6. März 1967 - II ZR 180/65, WM 1967, 685; offen gelassen in BGH, Urteil vom 2. Juli 1990 - II ZR 243/89, BGHZ 112, 40, 46; so auch OLG Frankfurt/Main, NJW-RR 1996, 1123, 1124; OLG Düsseldorf, NZG 1999, 652, 653) kann die unentgeltliche Einräumung einer Unterbeteiligung - ebenso wie die unentgeltliche Zuwendung der stillen Beteiligung an einer Gesellschaft - mangels dinglicher Mitberechtigung des Unterbeteiligten am Gesellschaftsvermögen der Hauptgesellschaft nicht vollzogen werden.
d) Der BGH hatte sich mit der unter b) genannten Kritik zwar zunächst nicht auseinanderzusetzen (vgl. BGH-Urteil vom 2. Juli 1990 II ZR 243/89, BGHZ 112, 40).
Dementsprechend hat der Bundesgerichtshof etwa die Schenkung eines Kommanditanteils anerkannt (BGH 2. Juli 1990 - II ZR 243/89 - BGHZ 112, 40).
Gleichwohl kann ein solches gesellschaftsrechtlich zulässiges Verhalten im Kontext der zuvor erfolgten Schenkung als grober Undank zu werten sein und den Widerruf der Schenkung rechtfertigen (BGHZ 112, 40 Rn. 35 zit. nach juris).
Soweit es sich - wegen der von dem Beklagten zu 1) eingegangenen Verpflichtung zur Übernahme der Darlehensverbindlichkeit - um eine gemischte Schenkung handeln sollte, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Beurteilung, ob der übertragene Gegenstand herauszugehoben oder lediglich der die Gegenleistung überwiegende Mehrwert zu erstatten ist, darauf abzustellen, ob der unentgeltliche oder der entgeltliche Charakter des Vertrages überwiegt (BGH, Urt. v. 02.07.1990 - II ZR 243/89, NJW 1990, 2616 Rn. 36 zit. nach juris;… , Urt. v. 18.10.2011 - X ZR 456/10, NJW 2012, 605 Rn. 15 zit. nach juris).
Die rechtliche Möglichkeit des Widerrufs einer Schenkung, die einen Gesellschaftsanteil betrifft, ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geklärt (vgl. BGH Urt. v. 2.7.1990 - II ZR 243/89, NJW 1990, 2616).
Ebenso wie ein Kommanditanteil Gegenstand einer (mittelbaren) Schenkung sein kann (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 112, 40, 44 f.; s. zum BGB-Gesellschaftsanteil: BFH-Urteil vom 14. Dezember 1995 II R 79/94, BFHE 179, 166, BStBl II 1996, 546), kann auch die Werterhöhung eines Kommanditanteils (mittelbar) schenkweise erfolgen.
b) In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 2. Juli 1990 II ZR 243/89, BGHZ 112, 40), in der zivilrechtlichen Literatur (…statt aller Kollhosser in Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 3. Aufl., § 516 Rdnr. 4), wie auch in der Rechtsprechung des BFH (insbesondere Urteil vom 7. April 1976 II R 87 - 89/70, BFHE 119, 300, BStBl II 1976, 632) ist anerkannt, daß der Gegenstand, um den der Beschenkte bereichert wird, sich nicht vorher in derselben Gestalt im Vermögen des Schenkers befunden haben und wesensgleich übergehen muß; "Entreicherungsgegenstand" und "Bereicherungsgegenstand" brauchen nicht identisch zu sein (…Kollhosser, a. a. O.).
Dies verbiete grundsätzlich die Annahme einer - sei es auch nur gemischten - Schenkung (…BGH WM 1959, 719 ff., bei juris Rnr. 22;… BGH BB 1965, 472, bei juris Rnr. 15; BGH NJW 1990, 2616 ff., bei juris Rnr. 15 - dort unter ausdrücklichem Hinweis auf verschiedene Bedenken im Schrifttum gegen diese Rechtsprechung, auf die der BGH in jener Entscheidung allerdings nicht eingeht, weil es dort um die Zuwendung eines Kommanditanteiles ging und insoweit eine Schenkung gerade in Betracht kam, denn der Kommanditist haftet nicht persönlich und ist im Regelfall auch nicht zur Geschäftsführung verpflichtet; dem II. Senat des BGH folgend KG DNotZ 1978, 109, 111).
Deshalb können die Ausführungen des BGH zur Aufnahme eines Gesellschafters als Kommanditist (hier ist die Annahme einer gemischte Schenkung auch nach der Rechtsprechung des für Gesellschaftsrecht zuständigen II. Senats möglich, BGH NJW 1990, 2616 ff.) entsprechend angewendet werden (…so OLG Frankfurt aaO.).
Diese Rechtsprechung hat er für die Zuwendung eines Kommanditanteils aufgegeben (BGHZ 112, 40 [BGH 02.07.1990 - II ZR 243/89] = WM 1990, 1379 = NJW 1990, 2618 [BGH 02.07.1990 - II ZR 243/89] = ZIP 1990, 1061 = DB 1990, 1656 = BB 1990, 1507).
Nach ganz herrschender Meinung liegt bei der unentgeltlichen Beteiligung an einer Außengesellschaft des bürgerlichen Rechts voller Schenkungsvollzug, d. h. die "Bewirkung der versprochenen Leistung" , schon in der wirksamen Anteilsübertragung; sonstige Vollzugserfordernisse bestehen nicht (vgl. BGHZ 112, 40 [BGH 02.07.1990 - II ZR 243/89] = aaO;… MunchKommBGB, Ulmer aaO § 705 Rn. 39 und § 719 Rn. 30;… Jauernig/Vollkommer BGB 7. Aufl. § 518 Anm. 3 c bb;… MünchHdb. GesR I/Piehler § 65 II 4 d Rn. 16; Karsten Schmidt BB 1990, 1992/1995).
Dieser "Rück"forderungsanspruch ist unabhängig von gesellschaftsrechtlichen Regelungen zu sehen (vgl. BGH NJW 1990, 2616 ).
dd) Die Anwendung der hier abgelehnten Ansicht von der vor der Einbringung der Betriebe stattfindenden "Bruchteilsübertragung" an den einzelnen Wirtschaftsgütern würde nicht nur der Zivilrechtslage widersprechen (zur zivilrechtlichen Deutung der hier zu beurteilenden schenkweisen Aufnahme eines Kommanditisten in das bisherige Einzelunternehmen als unentgeltliche Zuwendung des Kommanditanteils und nicht etwa von Bruchteilen an den einzelnen Wirtschaftsgütern des in die KG eingebrachten Betriebes vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 2. Juli 1990 II ZR 243/89, DB 1990, 1656), sondern auch in (ertrag-) steuerrechtlicher Sicht auf einer unzulässigen Fiktion beruhen (Groh, DB 2001, 2162, rechte Spalte).