Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/schuldzinsenabzug-bei-vermietung-und-verpachtung-330599
Timestamp: 2019-05-21 02:55:46
Document Index: 353807618

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 21', '§ 9', '§ 21', '§ 9']

Schuldzinsenabzug bei Vermietung und Verpachtung | Rechtslupe
Der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten unterliegt als Einkünfte aus Vermietung der Einkommensteuer (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 und Abs. 2 Nr. 2 EStG). Werbungskosten sind auch Schuldzinsen, soweit sie mit einer Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Satz 1 EStG). Für einen wirtschaftlichen Zusammenhang kommen andere Einkünfte als die aus der Vermietung der Wohnungen (§ 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG) nicht in Betracht.
Da es nach dem Gesetz auf einen wirtschaftlichen Zusammenhang ankommt, reicht ein lediglich rechtlicher Zusammenhang nicht aus. Es spielt deswegen keine Rolle, ob ein Grundstück mit einer Grundschuld belastet ist1. Die Schuldzinsen sind daher nicht deswegen abziehbar, weil das Gesamtgrundstück in A mit Grundschulden zugunsten der diversen Kreditinstitute belastet ist.
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Satz 1 EStG liegt nur vor, wenn die Schuldzinsen durch die Erzielung von steuerbaren Einnahmen veranlasst sind2. Das Vorliegen eines solchen Veranlassungszusammenhangs ist danach zu beurteilen, ob das für die in Frage stehenden Aufwendungen auslösende Moment – der sog. maßgebliche Bestimmungsgrund – der einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssphäre zuzurechnen ist3.
Ein Steuerpflichtiger kann über die Finanzierung seiner Wirtschaftsgüter frei entscheiden. Der maßgebliche Bestimmungsgrund für Schuldzinsen ist deswegen danach zu beurteilen, ob und wie der Steuerpflichtige die zugrunde liegende Darlehensvaluta tatsächlich verwendet. Er kann ein Darlehen mit steuerrechtlicher Wirkung gezielt einem bestimmten, der Einkünfteerzielung dienenden Gebäude oder einem Gebäudeteil wie etwa einer bestimmten Eigentumswohnung zuordnen. Das kann allerdings nur dadurch geschehen, dass er mit den als Darlehen empfangenen Mitteln tatsächlich diejenigen Aufwendungen begleicht, die gerade für die Anschaffung oder Herstellung dieses einen Wirtschaftsgutes anfallen4.
Hat ein Steuerpflichtiger seine Finanzierungsentscheidung einmal getroffen und die aufgenommenen Fremdmittel entsprechend eingesetzt und verwendet, steht es danach nicht mehr in seinem Belieben, ungeachtet der objektiven Umstände lediglich aufgrund einer bloßen Willensentscheidung diese Fremdmittel einer anderen Vermögensanlage zuzuordnen5.
Finanzgericht Köln, Urteil vom 16. Dezember 2010 – 6 K 2370/07
Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen als Werbungskosten Schuldzinsen sind nur dann als Werbungskosten abzugsfähig, wenn die Darlehnsmittel zur Erzielung von Einkünften verwendet wurden. Die Frage, ob und in welchem Umfang Schuldzinsen bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) als…
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Nachträgliche Schuldzinsen bei Vermietungseinkünften Nach Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf bestehen ernstliche Zweifel, ob nachträgliche Schuldzinsen bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung weiterhin nicht als Werbungskosten zu berücksichtigen sind. In dem entschiedenen Fall finanzierte die Antragstellerin eine von ihr…
Einkünfteerzielungsabsicht bei langjähriger Renovierung Eine vorangegangene Vermietung von später in einer größeren Wohneinheit aufgegangenen Wohnräumen entfaltet keine Indizwirkung für eine Einkünfteerzielungsabsicht bezogen auf das Gesamtobjekt. Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung…
vgl. BFH, Urteil vom 08.04.2003 – IX R 63/00, BStBl II 2003, 706 [↩]
vgl. etwa BFH, Urteil vom 14.01.2004 – IX R 34/01, BFH/NV 2004, 1091 [↩]
vgl. BFH, Beschlüsse vom 04.07.1990 – GrS 2-3/88, BStBl II 1990, 817; und vom 08.12.1997 – GrS 1-2/95, BStBl II 1998, 193 [↩]
vgl. etwa BFH, Urteile vom 09.07.2002 – IX R 65/00, BStBl II 2003, 389; und vom 01.04.2009 – IX R 35/08, BStBl II 2009, 663 [↩]
vgl. BFH, Urteil vom 07.07.1998 – VIII R 57/96, BFH/NV 1999, 594 [↩]
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