Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=15.05.1996&Aktenzeichen=11%20VR%203.96
Timestamp: 2019-12-14 11:14:36
Document Index: 223274693

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 20', '§ 20', 'Art. 14', 'Art. 2', '§ 1', '§ 14', '§ 1', '§ 14', '§ 18', '§ 20', 'Art. 14', '§ 17', '§ 18', '§ 17', '§ 8', '§ 17', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 442', '§ 18', '§ 74', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 20', '§ 20', '§ 17']

BVerwG, 15.05.1996 - 11 VR 3.96 - dejure.org
BVerwG, 15.05.1996 - 11 VR 3.96
https://dejure.org/1996,645
BVerwG, 15.05.1996 - 11 VR 3.96 (https://dejure.org/1996,645)
BVerwG, Entscheidung vom 15.05.1996 - 11 VR 3.96 (https://dejure.org/1996,645)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Mai 1996 - 11 VR 3.96 (https://dejure.org/1996,645)
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Planfeststellung für Schienenwege - Raumordnungsverfahren - Linienbestimmung - Abwägung der öffentlichen und privaten Belange - Prüfung von Trassenvarianten beim Schienenwegeausbau - Aufhebung eines Bahnübergangs - Anliegergebrauch - Anliegerinteresse an ...
§ 18 AEG, § 20 AEG, § 20AEG, Art. 14 GG, Art. 2 Abs. 2 Richtlinie 85/337/EWG, § 1 RoV, § 14 LaPlG Schlesw.-Holst., (§ 1 Raumordnungsverordnung i.V.m. § 14 schlesw.-holst. Landesplanungsgesetz
Aufhebung eines Bahnüberganges, Anordnung der aufschiebenden Wirkung, Durchführung eines Raumordnungsverfahrens, Linienbestimmung, Umweltverträglichkeitsprüfung, Trassenvarianten bei Ausbau eines vorhandenen Schienenweges, Anliegergebrauch, Anbindung des Grundstücks an ...
AEG § 18 Abs. 1 § 20 Abs. 7; GG Art. 14 Abs. 1
NVwZ-RR 1996, 557
DVBl 1996, 925
Das Bundesverwaltungsgericht ist bereits bisher davon ausgegangen, daß die fachplanungsrechtlichen Abwägungsvorschriften, nach denen bei der Planfeststellung die öffentlichen und privaten Belange "im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen" sind (vgl. § 17 Abs. 1 Satz 2 FStrG; § 18 Abs. 1 Satz 2 AEG), drittschützende Wirkung haben (vgl. bereits Urteil vom 14. Februar 1975 - BVerwG 4 C 21.74 - BVerwGE 48, 56 = Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 19; Urteil vom 27. April 1990 - BVerwG 4 C 18.88 - Buchholz 407.4 § 8 a FStrG Nr. 6 = NVwZ 1990, 1165; Urteil vom 14. Mai 1992 - BVerwG 4 C 9.89 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 88 = NVwZ 1993, 477; Beschluß vom 15. Mai 1996 - BVerwG 11 VR 3.96 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 13; Urteil vom 27. November 1996 - BVerwG 11 A 100.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 18 = NVwZ 1997, 994).
Weder aus bundes- noch aus landesrechtlicher Sicht ist die Rechtmäßigkeit der Planfeststellung von der Rechtmäßigkeit dieser Entscheidung der Landesplanungsbehörde abhängig (vgl. BVerwG, B.v. 15.5.1996 - 11 VR 3.96 - DVBl 1996, 925 = juris Rn. 6).
Dies sind insbesondere Fehler, die die Zusammenstellung und Aufbereitung des Abwägungsmaterials, die Erkenntnis und Einstellung aller wesentlichen Belange in die Abwägung oder die Gewichtung der Belange betreffen und die sich aus Akten, Protokollerklärungen, aus der Entwurfs- oder Planbegründung oder aus sonstigen Umständen ergeben (Beschluss vom 15. Mai 1996 - BVerwG 11 VR 3.96 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 13 S. 53).
Die Entscheidung der Planfeststellungsbehörde muß vielmehr aus sich selbst heraus den rechtlichen Anforderungen genügen (BVerwG, Beschluß vom 22. Juni 1993 - BVerwG 4 B 45.93 - VkBl 1995, 210 unter Hinweis auf BVerwG, Urteil vom 26. Juni 1981 - BVerwG 4 C 5.78 - BVerwGE 62, 342; Beschluß vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7; Beschluß vom 15. Mai 1996 - BVerwG 11 VR 3.96 - DVBl 1996, 925).
Einem von der Klägerin hiergegen gerichteten Aussetzungsantrag gab das Bundesverwaltungsgericht mit Beschluss vom 15. Mai 1996 - BVerwG 11 VR 3.96 - (Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 13) mit der Begründung statt, das Interesse der Klägerin an der Aufrechterhaltung der über diesen Bahnübergang führenden Wegeverbindung sei in seiner Bedeutung nicht angemessen berücksichtigt worden.
Im Übrigen hat der Kläger auch keinen Rechtsanspruch bzw. kein Abwehrrecht im Hinblick auf ein schutzwürdiges, von einer Planung betroffenes Interesse an der Aufrechterhaltung einer vorteilhaften Verkehrsverbindung (s. dazu grundsätzlich: BVerwG, B. v. 15.05.1996 - 11 VR 3.96 -, NuR 1996, 597).
Auch wenn der mittelbar betroffene Grundstückseigentümer insoweit kein Abwehrrecht geltend machen kann, hat er ein subjektiv-öffentliches Recht darauf, dass sein wirtschaftliches Interesse am Fortbestand einer für ihn günstigen Verkehrssituation in die Abwägung einbezogen wird (BVerwG, B. v. 15.05.1996 - 11 VR 3.96 -, Buchholz § 442.09, § 18 AEG Nr. 13).
Im Hinblick auf die Beeinträchtigung des Eigentums kann die Wertminderung eines Grundstücks grundsätzlich als privater Belang geltend gemacht werden (BVerwG, U. v. 24.05.1996 - 4 A 39.95 -, Buchholz 316 § 74 VwVfG Nr. 39) sowie die mittelbare Grundstücksbetroffenheit (…Stüer, a. a. O., Rdnr. 3967) insbesondere hinsichtlich bestimmter Wegeverbindungen zu einem Grundstück (BVerwG, B. v. 15.05.1996 - 11 VR 3.96 -, Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 13).
Einzustellen sind vielmehr alle mehr als nur geringfügigen schutzwürdigen Interessen, die von der Planung betroffen werden (vgl. Beschluß des erkennenden Senats vom 15. Mai 1996 - BVerwG 11 VR 3.96 - DVBl 1996, S. 925 (927) m.w.N.).
Eine abstrakte Vermutung, dass ohne den Mangel anders geplant worden wäre, ist hingegen nicht ausreichend (vgl. z. B. BVerwG, Beschl. v. 16.08.1995 - 4 B 92.95 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 104 = UPR 1995, 445 = NVwZ-RR 1996, 68; Beschl. v. 02.02.1996 - 4 A 42.95 -, UPR 1996, 235 f.; Beschl. v. 15.05.1996 - 11 VR 3.96 -, DVBl. 1996, 925 = UPR 1996, 353).
"Offensichtlich" im Sinne des § 17 Abs. 6 c Satz 1 FStrG ist ein Mangel bei der Abwägung, wenn er die Zusammenstellung und Aufbereitung des Abwägungsmaterials sowie die Gewichtung der Belange betrifft und sich ohne weiteres aus der Planbegründung oder den zugrundeliegenden Unterlagen ergibt (vgl. BVerwG, Beschl. v. 15.05.1996 - 11 VR 3.96 -, DVBl. 1996, 925 = UPR 1996, 353 zu der gleichlautenden Vorschrift des § 20 Abs. 7 Satz 1 AEG).
"Offensichtlich" ist ein Mangel bei der Abwägung im Sinne dieser Vorschrift, wenn er die Zusammenstellung und Aufbereitung des Abwägungsmaterials sowie die Gewichtung der Belange betrifft und sich ohne weiteres aus der Planbegründung oder den zugrundeliegenden Unterlagen ergibt (vgl. BVerwG, Beschl. v. 15.5.1996 - 11 VR 3.96 -, DVBl. 1996, 925 = UPR 1996, 353 zu der gleichlautenden Vorschrift des § 20 Abs. 7 Satz 1 AEG).
Eine abstrakte Vermutung, daß ohne den Mangel anders geplant worden wäre, ist hingegen nicht ausreichend (vgl. z. B. BVerwG, Beschl. v. 16.8.1995 - 4 B 92.95 -, Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 104 = UPR 1995, 445 = NVwZ-RR 1996, 68; Beschl. v. 2.2.1996 - 4 A 42.95 -, UPR 1996, 235 f.; Beschl. v. 15.5.1996 - 11 VR 3.96 -, DVBl. 1996, 925 = UPR 1996, 353).
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