Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/sterbegeldanspruch-einer-pflegenden-person-363509
Timestamp: 2020-02-24 08:17:23
Document Index: 206055602

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 30', '§ 60', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 31', '§ 32', '§ 35', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 30', '§ 37', '§ 37', '§ 30', '§ 37', '§ 37', 'Art 13', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 36', '§ 18', '§ 122', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 30', '§ 6', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 141', '§ 122', '§ 205', '§ 37', '§ 1265', '§ 1265', '§ 37', '§ 267', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37']

Ster­be­geld­an­spruch einer pfle­gen­den Per­son | Rechtslupe
Sind beim Tod eines nach dem Bun­des­ver­sor­gungs­ge­setz Berech­tig­ten kei­ne Ange­hö­ri­gen vor­han­den, so kann das Ster­be­geld auch an ande­re Per­so­nen, wie etwa die Pfle­ge­per­son, gezahlt wer­den, § 37 Abs. 3 BVG. Dabei steht der Behör­de ledig­lich ein Ermes­sen zu, ob sie das Ster­be­geld zahlt. Die Höhe die­ser Leis­tung steht dage­gen nicht im Ermes­sen der Ver­wal­tung, son­dern rich­tet sich auch für den von § 37 Abs 3 BVG erfass­ten Per­so­nen­kreis nach Abs 1 die­ser Vor­schrift.
Der Anspruch auf Ster­be­geld nach dem Bun­des­ver­sor­gungs­ge­setz rich­tet sich nach § 37 BVG 1. Die­ser lau­tet:
(1) Beim Tode eines Beschä­dig­ten ist ein Ster­be­geld in Höhe des drei­fa­chen der Ver­sor­gungs­be­zü­ge zu zah­len, die ihm für den Ster­be­mo­nat nach den §§ 30 bis 33, 34 und 35 zustan­den, Pfle­ge­zu­la­ge jedoch höchs­tens nach Stu­fe II. Min­de­run­gen der nach Satz 1 maß­ge­ben­den Bezü­ge, die durch Son­der­leis­tun­gen iS des § 60a Abs 4 bedingt sind, sowie Erhö­hun­gen die­ser Bezü­ge, die auf Ein­kom­mens­min­de­run­gen infol­ge des Todes beru­hen, blei­ben unbe­rück­sich­tigt.
(2) Anspruchs­be­rech­tigt sind in nach­ste­hen­der Rang­fol­ge der Ehe­gat­te, der Lebens­part­ner, die Kin­der, die Eltern, die Stief­eltern, die Pfle­ge­el­tern, die Enkel, die Groß­el­tern, die Geschwis­ter und die Geschwis­ter­kin­der, wenn sie mit dem Ver­stor­be­nen zur Zeit des Todes in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt haben. Hat der Ver­stor­be­ne mit kei­ner die­ser Per­so­nen in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt, so ist das Ster­be­geld in vor­ste­hen­der Rang­fol­ge dem zu zah­len, den der Ver­stor­be­ne unter­hal­ten hat.
(3) Sind Anspruchs­be­rech­tig­te im Sin­ne des Abs 2 nicht vor­han­den, kann das Ster­be­geld dem gezahlt wer­den, der die Kos­ten der letz­ten Krank­heit oder der Bestat­tung getra­gen oder den Ver­stor­be­nen bis zu sei­nem Tode gepflegt hat.
Dem Wort­laut des § 37 Abs 3 BVG ("kann") ist zu ent­neh­men, dass die­se Rege­lung eine Ermes­sens­ent­schei­dung der zustän­di­gen Ver­wal­tungs­be­hör­de vor­sieht (vgl dazu Vogl in Knick­rehm, Gesam­tes Sozia­les Ent­schä­di­gungs­recht, 1. Aufl 2012, § 37 BVG RdNr 12). Eine sol­che Ent­schei­dung kommt nur dann in Betracht, wenn Anspruchs­be­rech­tig­te iS des § 37 Abs 2 BVG nicht vor­han­den sind. In die­sem Fall kann das Ster­be­geld auch an eine ande­re Per­son (oder meh­re­re) gezahlt wer­den, die (alter­na­tiv) eine der auf­ge­führ­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt: Tra­gung der Kos­ten der letz­ten Krank­heit, Tra­gung der Kos­ten der Bestat­tung oder Pfle­ge des Ver­stor­be­nen bis zu sei­nem Tode.
Dabei hat der Gesetz­ge­ber der Ver­wal­tung im Rah­men des § 37 Abs 3 BVG kein Ermes­sen zur Bestim­mung der Höhe des Ster­be­gel­des ein­ge­räumt. Viel­mehr ergibt sich die­se Höhe – abge­se­hen von der Auf­tei­lung an meh­re­re gleich­ran­gig Berech­tig­te 2 – zwin­gend aus § 37 Abs 1 BVG. Für die­se Aus­le­gung sind fol­gen­de Erwä­gun­gen maß­ge­bend:
Bereits die Ver­wen­dung des bestimm­ten Arti­kels ("das") vor dem Wort "Ster­be­geld" in § 37 Abs 3 BVG (ähn­lich auch in § 37 Abs 2 S 2 BVG) deu­tet dar­auf­hin, dass es der Höhe nach nur ein ein­heit­li­ches Ster­be­geld gibt, das unter­schied­li­chen Per­so­nen zukom­men soll. Eben­so spricht die For­mu­lie­rung "dem gezahlt …, der" dafür, dass § 37 Abs 3 BVG – eben­so wie § 37 Abs 2 BVG – ledig­lich die Bestim­mung des begüns­tig­ten Per­so­nen­krei­ses betrifft. Anders ver­hiel­te es sich, wenn der Gesetz­ge­ber etwa Wör­ter wie "soweit" oder "inso­weit … als" ver­wen­det hät­te.
Ein Blick auf die Geset­zes­ent­wick­lung bestä­tigt die­se Inter­pre­ta­ti­on. § 37 BVG in der ursprüng­li­chen Fas­sung vom 20.12.1950 (BGBl I 791) bestimm­te unter der Über­schrift "Bezü­ge im Ster­be­vier­tel­jahr":
(1) Stirbt ein Ren­ten­emp­fän­ger, so wer­den für die auf den Ster­be­mo­nat fol­gen­den drei Mona­te noch die Beträ­ge gezahlt, die dem Ver­stor­be­nen nach den §§ 31 bis 35 zu zah­len gewe­sen wären, Pfle­ge­zu­la­ge jedoch nur bis zur Höhe von 75 Deut­schen Mark monat­lich.
(2) Bezugs­be­rech­tigt sind nach­ein­an­der der Ehe­gat­te, die Kin­der (§ 32 Abs 4), der Vater, die Mut­ter, die Stief­eltern, die Pfle­ge­el­tern, der Groß­va­ter, die Groß­mutter, die Geschwis­ter und Geschwis­ter­kin­der, wenn sie mit dem Ver­stor­be­nen zur Zeit des Todes in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt haben.
(3) Hat der Ver­stor­be­ne mit kei­ner der in Abs 2 bezeich­ne­ten Per­so­nen in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt, so bestimmt die zustän­di­ge Ver­wal­tungs­be­hör­de, ob und an wen die Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr zu zah­len sind.
Die­se Rege­lung knüpf­te an den weit­ge­hend gleich­lau­ten­den § 35 RVG vom 12.5.1920 3 an. In der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf eines BVG heißt es dazu, es han­de­le sich um Zah­lun­gen, die im Ver­sor­gungs­recht all­ge­mein üblich sei­en, im Beam­ten­recht unter der Bezeich­nung Ster­be­geld 4. Nach dem Wort­laut des § 37 Abs 3 BVG dama­li­ger Fas­sung beschränk­te sich die Befug­nis der Ver­wal­tungs­be­hör­de aus­schließ­lich dar­auf zu bestim­men, ob und an wen die Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr zu zah­len waren. Die Höhe die­ser Bezü­ge war in § 37 Abs 1 BVG fest­ge­legt 5.
Nach klei­ne­ren, hier nicht bedeut­sa­men Ände­run­gen 6 erhielt § 37 BVG durch das Ers­te Neu­ord­nungs­ge­setz (1. NOG) vom 27.6.1960 7 fol­gen­de Fas­sung:
(1) Stirbt ein Ren­ten­emp­fän­ger, so wer­den für die auf den Ster­be­mo­nat fol­gen­den drei Mona­te noch die Bezü­ge gezahlt, die dem Ver­stor­be­nen nach §§ 30 bis 35 zu zah­len gewe­sen wären, Pfle­ge­zu­la­ge jedoch höchs­tens nach Stu­fe II.
(2) Bezugs­be­rech­tigt sind nach­ein­an­der der Ehe­gat­te, die Kin­der, die Eltern, die Stief­eltern, die Pfle­ge­el­tern und die Groß­el­tern, die Geschwis­ter und die Geschwis­ter­kin­der, wenn sie mit dem Ver­stor­be­nen zur Zeit des Todes in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt haben. Kin­der­zu­schlä­ge sind jedoch den Kin­dern zu zah­len, für die sie bestimmt waren oder gewe­sen wären.
(3) Hat der Ver­stor­be­ne mit kei­ner der in Abs 2 bezeich­ne­ten Per­so­nen in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt, so kön­nen die­sen die Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr gezahlt wer­den, wenn er sie unter­hal­ten hat. Ande­re Per­so­nen kön­nen die Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr nur erhal­ten, wenn sie die Kos­ten der letz­ten Krank­heit oder der Bestat­tung getra­gen oder den Ver­stor­be­nen bis zu sei­nem Tode gepflegt haben.
Anstel­le der hin­sicht­lich der begüns­tig­ten Per­so­nen bis­her offe­nen Ent­schei­dungs­be­fug­nis der Behör­de nach § 37 Abs 3 BVG tra­ten nun­mehr kon­kre­te Vor­aus­set­zun­gen für die Ermes­sens­aus­übung. Es hat­te sich als zweck­mä­ßig erwie­sen, genau zu umschrei­ben, an wen die Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr gezahlt wer­den kön­nen 8. Mit der Neu­fas­sung soll­te hin­sicht­lich der Bezugs­be­rech­ti­gung für die Ster­be­vier­tel­jah­res­be­zü­ge eine kla­re recht­li­che Rege­lung getrof­fen wer­den 9. Die­se Mate­ria­li­en machen deut­lich, dass der Gesetz­ge­ber nicht beab­sich­tig­te, auch die Höhe der Bezü­ge in das Ermes­sen der Ver­wal­tung zu stel­len. Viel­mehr ging es allein um eine dif­fe­ren­zier­te Bestim­mung des für eine Leis­tungs­ge­wäh­rung in Betracht kom­men­den Per­so­nen­krei­ses.
Eine wei­te­re bedeut­sa­me Neu­re­ge­lung erfuhr § 37 BVG durch Art I Nr 33 Zwei­tes Neu­ord­nungs­ge­setz (2. NOG) vom 21.2.1964 (BGBl I 85). Unter der neu­en Über­schrift "Ster­be­geld" wur­de er wie folgt gefasst:
(1) Beim Tode eines Beschä­dig­ten ist ein Ster­be­geld in Höhe des drei­fa­chen der Ver­sor­gungs­be­zü­ge zu zah­len, die ihm für den Ster­be­mo­nat nach den §§ 30 bis 33, 34 und 35 zustan­den, Pfle­ge­zu­la­ge jedoch höchs­tens nach Stu­fe II.
(2) Anspruchs­be­rech­tigt sind in nach­ste­hen­der Rang­fol­ge der Ehe­gat­te, die Kin­der, die Eltern, die Stief­eltern, die Pfle­ge­el­tern, die Groß­el­tern, die Geschwis­ter und die Geschwis­ter­kin­der, wenn sie mit dem Ver­stor­be­nen zur Zeit des Todes in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt haben. Hat der Ver­stor­be­ne mit kei­ner die­ser Per­so­nen in häus­li­cher Gemein­schaft gelebt, so ist das Ster­be­geld in vor­ste­hen­der Rang­fol­ge dem zu zah­len, den der Ver­stor­be­ne unter­hal­ten hat.
(3) Sind Anspruchs­be­rech­tig­te iS des Abs 2 nicht vor­han­den, kann das Ster­be­geld dem gezahlt wer­den, der die Kos­ten der letz­ten Krank­heit oder der Bestat­tung getra­gen oder den Ver­stor­be­nen bis zu sei­nem Tode gepflegt hat.
Der Wech­sel von der Bezeich­nung "Bezü­ge für das Ster­be­vier­tel­jahr" zu dem Begriff "Ster­be­geld", beruht auf der Ände­rung der Berech­nung der Leis­tungs­hö­he. Wäh­rend bis­her die Bezü­ge maß­geb­lich waren, die dem Ver­stor­be­nen wäh­rend des Ster­be­vier­tel­jah­res zu zah­len gewe­sen wären, rich­te­te sich die Höhe der Leis­tung nun­mehr nach den Bezü­gen, die dem Beschä­dig­ten für den Ster­be­mo­nat zuge­stan­den hat­ten 10. Abge­se­hen davon, dass die Rege­lung betref­fend Per­so­nen, die der Ver­stor­be­ne unter­hal­ten hat, in den Abs 2 des § 37 BVG ver­scho­ben wur­de und die­se damit (nach­ran­gig) anspruchs­be­rech­tigt wur­den, erhielt § 37 Abs 3 BVG im Wesent­li­chen nur eine redak­tio­nel­le Über­ar­bei­tung 11 und damit zugleich sei­ne jetzt noch gel­ten­de Fas­sung 12. Da ande­re Rechts­fol­gen mit die­sen Ände­run­gen nicht ver­bun­den sein soll­ten (vgl BT-Drucks IV/​1305 S 19), kann nicht ange­nom­men wer­den, dass in die­sem Zusam­men­hang eine Erstre­ckung des Ermes­sens der Behör­de auf die Leis­tungs­hö­he erfolgt ist.
Sys­te­ma­ti­sche Erwä­gun­gen recht­fer­ti­gen kei­ne ande­re Beur­tei­lung:
Als selbst­stän­di­ge Leis­tung eige­ner Art 13 steht das Ster­be­geld zwi­schen den Ansprü­chen des Beschä­dig­ten und denen der Hin­ter­blie­be­nen 14. Es ist für Per­so­nen vor­ge­se­hen, die mit dem Kreis der Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten­be­rech­tig­ten nicht iden­tisch sind. Zur Ver­mei­dung von recht­li­chen Schwie­rig­kei­ten und Ver­wal­tungs­auf­wand ist über­dies die Anrech­nung des Ster­be­gel­des auf Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten mit dem 2. NOG fort­ge­fal­len 15.
Inner­halb des § 37 BVG ist sys­te­ma­tisch von Bedeu­tung, dass sein Abs 3 inso­weit auf Abs 2 ver­weist, als er nur ein­greift, wenn Anspruchs­be­rech­tig­te nach Abs 2 nicht vor­han­den sind. Die enge Bezie­hung zwi­schen Abs 2 und Abs 3 des § 37 BVG wird auch dadurch deut­lich, dass sich die jet­zi­ge Rege­lung des § 37 Abs 2 S 2 BVG aus § 37 Abs 3 S 1 BVG idF des 1. NOG vom 27.6.1960 ent­wi­ckelt hat. Wenn nun das Ster­be­geld an die von § 37 Abs 2 BVG erfass­ten Per­so­nen in der durch § 37 Abs 1 BVG vor­ge­se­he­nen Höhe zu zah­len ist, liegt es – man­gels abwei­chen­der Bestim­mung – nahe, dass auch der in Abs 3 die­ser Vor­schrift umschrie­be­ne Per­so­nen­kreis das der­art berech­ne­te Ster­be­geld erhal­ten soll. Der Umstand allein, dass Abs 2 Anspruchs­be­rech­tig­te auf­führt, wäh­rend Abs 3 nur eine Ermes­sens­leis­tung betrifft, reicht für eine Dif­fe­ren­zie­rung der Höhe nicht aus, wenn es an einer ent­spre­chen­den Rege­lung fehlt.
Die typi­schen Ver­hält­nis­se der Anspruchs­be­rech­tig­ten nach § 37 Abs 2 BVG unter­schei­den sich von denen der durch Abs 3 erfass­ten Per­so­nen nicht der­art, dass eine Dif­fe­ren­zie­rung hin­sicht­lich der Höhe der Leis­tung zwin­gend gebo­ten wäre. Viel­mehr glei­chen sich bei­de Per­so­nen­krei­se inso­weit, als sie jeweils recht ver­schie­de­ne Fall­ge­stal­tun­gen umfas­sen.
Zunächst kön­nen die Lebens­ver­hält­nis­se der durch § 37 Abs 2 BVG begüns­tig­ten Per­so­nen erheb­lich von­ein­an­der abwei­chen. So bedeu­tet ein Leben in häus­li­cher Gemein­schaft mit dem Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten nicht, dass die­ser dar­in – ins­be­son­de­re finan­zi­ell – eine ent­schei­den­de Stel­lung gehabt hat 16. Es kann auch umge­kehrt sein. Eben­so braucht der vom Beschä­dig­ten einer ande­ren Per­son gezahl­te Unter­halt (vgl § 37 Abs 2 S 2 BVG) nicht beson­ders hoch gewe­sen zu sein. Viel­mehr wird inso­weit ein monat­li­cher Betrag in Höhe von 25% des maß­geb­li­chen Regel­sat­zes der Sozi­al­hil­fe aus­rei­chen 17, im Jah­re 2005 also 25% von 345 € = 86,25 € im Monat. Auch eine bestimm­te Min­dest­dau­er der Unter­halts­ge­wäh­rung vor dem Tode des Beschä­dig­ten wird vom Gesetz nicht gefor­dert. Gleich­wohl erhal­ten alle Anspruchs­be­rech­tig­ten nach Maß­ga­be des § 37 Abs 1 BVG das vol­le Ster­be­geld in Höhe des drei­fa­chen der Ver­sor­gungs­be­zü­ge, die dem Beschä­dig­ten im Ster­be­mo­nat zustan­den.
Auch den Tat­be­stän­den des § 37 Abs 3 BVG kön­nen sehr unter­schied­li­che Ver­hält­nis­se zugrun­de lie­gen. Dies gilt nicht nur für die Höhe der Kran­ken­be­hand­lungs- oder Bestat­tungs­kos­ten, die die betref­fen­de Per­son in Bezug auf den Ver­stor­be­nen getra­gen hat, son­dern auch für Art, Umfang und sons­ti­ge Aus­ge­stal­tung der Pfle­ge des Beschä­dig­ten.
Dass der Gesetz­ge­ber im Rah­men des § 37 BVG eine pau­scha­le Leis­tungs­hö­he vor­se­hen woll­te, die für alle Ster­be­geld­zah­lun­gen maß­ge­bend ist, lässt sich auch mit Blick auf ver­gleich­ba­re Vor­schrif­ten fol­gern. So zeigt die Rege­lung des Bestat­tungs­gel­des, dass sich die Leis­tungs­be­mes­sung nach den kon­kre­ten Kos­ten der Bestat­tung rich­ten kann (vgl § 36 Abs 2 S 1 BVG). In ähn­li­cher Wei­se ist das beam­ten­recht­li­che Ster­be­geld für nach­ran­gig berech­tig­te Per­so­nen seit alters her aus­drück­lich auf die Höhe der Auf­wen­dun­gen beschränkt wor­den (vgl § 18 Abs 2 Nr 2 BeamtVG, ent­spre­chend bereits § 122 Abs 2 Nr 2 BBG 18).
Schließ­lich lässt sich auch aus dem Sinn und Zweck des Ster­be­gel­des kein ande­res Aus­le­gungs­er­geb­nis her­lei­ten.
Es berei­tet bereits Schwie­rig­kei­ten, dem Ster­be­geld nach § 37 BVG über­haupt einem ein­heit­li­chen Sinn und Zweck zuzu­ord­nen. Wäh­rend es bis zum 2. NOG – wegen der Anrech­nung auf Hin­ter­blie­be­nen­ren­ten – weit­ge­hend eine Unter­halts­er­satz­funk­ti­on gehabt haben dürf­te 19, hat es seit­dem eher den Cha­rak­ter einer Über­brü­ckungs­hil­fe zum Aus­gleich von finan­zi­el­len Belas­tun­gen, die im Zusam­men­hang mit dem Tod des Beschä­dig­ten ein­ge­tre­ten sind 20. Dabei kann durch den Tod des Beschä­dig­ten eine dau­er­haf­te Bezie­hung (häus­li­che Gemein­schaft, Unter­halt, Pfle­ge) weg­ge­fal­len sein. Es kön­nen aber auch die Kos­ten der letz­ten Krank­heit (teil­wei­se) über­nom­men oder nach dem Tode des Beschä­dig­ten die Bestat­tungs­kos­ten getra­gen wor­den sein. Der umfas­sen­de Zweck einer finan­zi­el­len Über­gangs­hil­fe kon­kre­ti­siert sich mit­hin im Ein­zel­fall auf unter­schied­li­che Wei­se.
Aus­ge­hend von die­ser Funk­ti­on des Ster­be­gel­des ist im Rah­men des durch § 37 Abs 3 BVG ein­ge­räum­ten Ermes­sens sicher zu prü­fen, ob ein wirt­schaft­li­cher Aus­gleich ange­bracht ist. Es reicht also nicht die Tra­gung von Krank­heits- oder Bestat­tungs­kos­ten in gerin­ger Höhe oder eine nur gering­fü­gi­ge Pfle­ge­tä­tig­keit aus. Ande­rer­seits bedarf es inso­weit kei­ner detail­lier­ten Fest­stel­lun­gen, weil sich die Höhe des Ster­be­gel­des nicht nach den getra­ge­nen Auf­wen­dun­gen oder dem wirt­schaft­li­chen Wert der Pfle­ge­tä­tig­keit rich­tet. Zwar wäre eine der­ar­ti­ge Beschrän­kung der Leis­tungs­hö­he mög­li­cher­wei­se sinn­voll, sie folgt jedoch nicht zwin­gend aus dem Sinn und Zweck des Ster­be­gel­des. Viel­mehr erscheint auch die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne pau­scha­le Leis­tungs­be­mes­sung nach Maß­ga­be des § 37 Abs 1 BVG durch­aus sach­ge­recht, zumal sie mit einem gerin­ge­ren Ver­wal­tungs­auf­wand ver­bun­den ist.
Auf die All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten (VV) Nr 3 zu § 37 BVG vom 26.6.1969 21 kann sich die Behör­de in die­sem Zusam­men­hang nicht beru­fen. Dort heißt es:
3. Per­so­nen iS des § 37 Abs 3 sind nur natür­li­che Per­so­nen; ihnen ist Ster­be­geld nur inso­weit zu zah­len, als ein wirt­schaft­li­cher Aus­gleich ange­bracht erscheint.
Ver­steht man das Wort "inso­weit" dahin, dass es sich nur auf die Bestim­mung der begüns­tig­ten Per­so­nen bezieht, ist die­se Vor­schrift mit dem Inhalt des § 37 Abs 3 BVG ver­ein­bar. Wird die Ver­wal­tung hin­ge­gen als berech­tigt ange­se­hen, auch die Höhe des Ster­be­gel­des nach die­sem Kri­te­ri­um fest­zu­set­zen, fin­det VV Nr 3 zu § 37 BVG im Gesetz kei­ne hin­rei­chen­de Stüt­ze und ist damit unbe­acht­lich 22. Dar­an ändert auch der Umstand nichts, dass es sich dabei offen­bar um eine jahr­zehn­te­lan­ge Ver­wal­tungs­pra­xis han­delt 23.
Auf die­ser recht­li­chen Grund­la­ge hat im vor­lie­gend vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall der Beklag­te, das Land Nord­rhein-West­fa­len, zunächst die Tat­be­stands­vor­aus­set­zung des § 37 Abs 3 BVG im vor­lie­gend Fall zutref­fend bejaht. Allein die Tra­gung von Bestat­tungs­kos­ten in Höhe von 3149 € (3900 € Gesamt­kos­ten abzüg­lich des gezahl­ten Bestat­tungs­gel­des in Höhe von 751 €) reicht inso­weit aus. Eben­so hat die Klä­ge­rin den Kriegs­be­schä­dig­ten vor des­sen Tod in erheb­li­chem Umfang gepflegt. Ob die Klä­ge­rin dar­über hin­aus die im Jah­re 2004 ange­fal­le­nen Kos­ten für eine Ersatz­pfle­ge­kraft selbst getra­gen hat, ist nicht fest­ge­stellt wor­den.
Des Wei­te­ren hat der Beklag­te sein Ermes­sen dahin aus­ge­übt, an die Klä­ge­rin Ster­be­geld zu zah­len (Bescheid vom 6.11.2008). Abge­se­hen davon, dass er an die­se Ent­schei­dung gebun­den ist, lässt sie auch kei­ne Ermes­sens­feh­ler erken­nen. Allein im Hin­blick auf die erheb­li­che Höhe der Bestat­tungs­kos­ten konn­te der Beklag­te einen wirt­schaft­li­chen Aus­gleich als ange­bracht anse­hen. Da er nicht über die Höhe des Ster­be­gel­des zu befin­den hat­te, kommt es nicht dar­auf an, ob auch im Hin­blick auf eine Tra­gung von Krank­heits­kos­ten oder die Pfle­ge­tä­tig­keit eine Ster­be­geld­zah­lung in Betracht gekom­men wäre.
Dem­entspre­chend steht der Klä­ge­rin Ster­be­geld in einer nach § 37 Abs 1 BVG zu berech­nen­den Höhe zu. Dabei ist das Drei­fa­che der Ver­sor­gungs­be­zü­ge zu ermit­teln, die dem Kriegs­be­schä­dig­ten für den Ster­be­mo­nat (Sep­tem­ber 2005) nach den §§ 30 bis 33, 34 und 35 BVG zuge­stan­den haben, wobei vor­lie­gend Pfle­ge­zu­la­ge höchs­tens nach Stu­fe II zu berück­sich­ti­gen ist.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 17. April 2013 – B 9 V 2/​12 R
Kran­ken­ver­si­che­rungs­pflicht für über 55jährige Nach § 6 Abs 3a SGB V 24 sind Per­so­nen, die nach Voll­endung des 55.…
Kür­zung der Grund­leis­tun­gen nach dem… Die Kür­zung der Grund­leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz kann nicht auf die Wei­ge­rung zur Abga­be einer soge­nann­ten "Ehren­er­klä­rung" gestützt wer­den. In dem jetzt vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen…
idF vom 16.02.2001, BGBl I 266[↩]
vgl dazu Vogl, aaO, RdNr 8[↩]
RGBl 989[↩]
vgl BT-Drucks I/​1333 S 58[↩]
vgl dazu Kolb, KOV 1958, 169[↩]
Gesetz vom 19.1.1955, BGBl I 25; Gesetz vom 23.12.1955, BGBl I 841; Gesetz vom 6.6.1956, BGBl I 463[↩]
vgl Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf, BT-Drucks III/​1239 S 27, § 37 Abs 3[↩]
Bericht des Aus­schus­ses für Kriegs­op­fer- und Heim­keh­rerfra­gen, BT-Drucks III/​1825 S 8, § 37[↩]
vgl Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf, BT-Drucks IV/​1308 S 19[↩]
vgl BT-Drucks aaO; Schrift­li­cher Bericht des Aus­schus­ses für Kriegs­op­fer- und Hin­ter­blie­be­nen­fra­gen, BT-Drucks IV/​1831 S 7[↩]
die Ände­run­gen durch die Geset­ze vom 16.12.1971, BGBl I 1985, vom 24.7.1972, BGBl I 1284, vom 9.6.1975, BGBl I 1321, und vom 16.2.2001, BGBl I 266, betra­fen ande­re Absät­ze des § 37 BVG[↩]
vgl Rohr/​Sträßer/​Dahm, BVG, Sozia­les Ent­schä­di­gungs­recht und Sozi­al­ge­setz­bü­cher, Stand Juni 2012, § 37 Anm 1; Vogl in Knick­rehm, Gesam­tes Sozia­les Ent­schä­di­gungs­recht, 1. Aufl 2012, § 37 BVG RdNr 2; all­ge­mein dazu auch BSGE 14, 99, 102 f = SozR Nr 8 zu § 141 SGG Bl Da 5 Rück­sei­te bis Da 6[↩]
vgl Stef­fens, Ver­sorgB 1966, 82[↩]
vgl BT-Drucks IV/​1305 S 19, 23[↩]
vgl dazu all­ge­mein BVerwG Buch­holz 232 § 122 BBG Nr 4; all­ge­mein dazu auch BSG SozR 2200 § 205 Nr 4; Schieckel/​Gurgel/​Grüner/​Dalichau, BVG, Stand 1989, § 37 Anm 5[↩]
vgl dazu BSG SozR 2200 § 1265 Nr 63, 65, 66; BSG SozR 3 – 2200 § 1265 Nr 4; Schieckel ua, aaO, Anm 6[↩]
vom 14.7.1953, BGBl I 551[↩]
vgl Fehl, Ver­sorgB 1971, 79[↩]
vgl dazu BSGE 35, 173, 176 = SozR Nr 1 zu § 37 BVG Bl Ca 3 f; BVerwG Buch­holz 427.3 § 267 LAG Nr 93; all­ge­mein auch Becker, Ver­sorgB 1986, 3; Fehl aaO; Rohr/​Sträßer/​Dahm, BVG, Sozia­les Ent­schä­di­gungs­recht und Sozi­al­ge­setz­bü­cher, Stand 2012, § 37 Anm 1; Vogl in Knick­rehm, Gesam­tes Sozia­les Ent­schä­di­gungs­recht, 1. Aufl 2012, § 37 RdNr 2; Vorberg/​van Nuis, Das Recht der Kriegs­be­schä­dig­ten und Kriegs­hin­ter­blie­be­nen, IV. Teil, Beschä­dig­ten­ver­sor­gung, Stand 1982, § 37 Anm I[↩]
BVer­sorg­Bl 1969, Bei­la­ge zu Heft 7,12; geän­dert durch die Zwei­te All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift vom 27.8.1986, BAnz Nr 161/​1986, 12297, 12300[↩]
vgl BSGE 35, 173, 174 = SozR Nr 1 zu § 37 BVG Bl Ca 1 Rück­sei­te; BSG Urteil vom 5.5.1982 – 9a/​9 RV 46/​81 – Pra­xis 1983, 142; all­ge­mein dazu auch Behn, Ver­sorgB 1982, 64 ff[↩]
vgl bereits VV zu § 37 BVG vom 1.3.1951, BVer­sorg­Bl 1951, Ergän­zungs­heft Nr 2, 16; All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zur Ände­rung der VV zum BVG vom 23.1.1965, BVer­sorg­Bl 1965, 14, 17; BMA Rund­schrei­ben vom 19.4.1962, BVer­sorg­Bl 1962, 55; s dazu auch Fehl, Ver­sorgB 1971, 79, 80; Lam­la, KOV 1972, 121[↩]
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