Source: https://www.hausarbeiten.de/document/317910
Timestamp: 2018-01-19 05:55:15
Document Index: 155293262

Matched Legal Cases: ['§ 261', '§ 261', '§ 261', '§ 1', '§ 3', '§261', '§261', '§261', '§1', '§1']

Geldwäsche. Definition, Modelle, Techniken und Auswirkungen | Hausarbeiten publizieren
2 Bedeutung der Geldwäsche und Definition
3 Modelle und Techniken
3.1 Drei-Phasenmodell
3.1.1 Erste Phase: Placement
3.1.2 Zweite Phase: Layering
3.1.3 Dritte Phase: Integration
3.2 Techniken des Drei-Phasenmodell
3.2.1 Erste Technik: Placement
3.2.2 Zweite Technik: Layering
3.2.3 Dritte Technik: Integration
3.3 Internetbasierte Techniken
4 Geldwäsche und ihre Auswirkungen
5 Bekämpfung der Geldwäsche in Deutschland
Abbildung 1: Das dreigliedrige Phasenmodell
Abbildung 2: Internetnutzer in Deutschland
Abbildung 3: Internetnutzer Weltweit
Abbildung 4: Geldwäschevorgang über Finanzkuriere
„Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte“ nach Paragraph 261 StGB, ist in der Bundesrepublik Deutschland strengstens untersagt. Bei einem Vorkommnis droht dem Angeklagten eine Freiheitstrafe „von drei Monaten bis zu fünf Jahren“.1
Das Bundeskriminalamt in Deutschland beschreibt die Geldwäschebekämpfung wie folgt. „Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11.09.2001 wurden national und international bei der Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus eine Reihe neuer gesetzlicher Vorgaben und Richtlinien verabschiedet, die das Betätigungsfeld von Straftätern immer mehr einschränken sollen […]“2
In der heutigen Zeit ist Geldwäsche nicht nur ein Problem in Deutschland, sondern auch in den anderen Ländern der Welt. Finanzmärkte haben sich zusammengeschlossen und dadurch fällt es enorm schwer, Geldwäsche gezielt zu bekämpfen. Die Methoden der Geldwäsche werden immer komplizierter. Eine Kooperation zwischen allen Ländern ist von hoher Bedeutung.3
Immer wieder kann man aus den Medien entnehmen, dass große Unternehmen Geld- wäsche betrieben haben. Allein in Deutschland ist die Anzahl der polizeierfassten Fälle der Geldwäsche drastisch gestiegen. In den letzten zehn Jahren sind die Vorfälle um 90 Prozent angewachsen. Die Dunkelziffer im Jahr 2014 lag bei 8.138 Vorfällen. Im Vergleich zu 2004 lagen die Vorfälle bei 776.4
Ziel dieser Seminararbeit ist es, das Thema „Geldwäsche“ näher zu erläutern. Anschließend erfolgt ein Einblick über die Techniken der Geldwäsche. Aufbauend darauf werden im nächsten Abschnitt die Auswirkungen und die Bekämpfung der Geldwäsche aufgezeigt. Abschließend wird es mit einem persönlichen Fazit beurteilt.
Geldwäsche sind illegale Gelder oder Vermögenswerte, die aus diversen Straftaten oder kriminelle Handlungen entstehen, werden von Kriminellen oft „verschleiert“. Um nicht von den Behörden erwischt zu werden, werden diese Gelder in das legale Finanzwesen eingeschleust.5
Des Weiteren wird der Begriff Geldwäsche oft mit dem Amerikaner „Al Capone“ ver- bunden. Al Capone verdiente sein Geld durch illegale Geschäfte wie zum Beispiel Glücksspiel, Prostitution oder Alkoholhandel. Er eröffnete Waschsalons und teilte den Behörden mit, dass er seine Einnahmen, die er durch illegale Geschäfte verdient hatte, aus den Waschsalons stammen. Anfang der 20er Jahre konnte nicht nachgewiesen werden, wie oft eine Münzmaschine in den Waschsalons verwendet wurde. Dadurch war es einfach seine illegalen Gewinne als Einnahmen zu deklarieren.6
Das deutsche Bundesministerium definiert den Begriff Geldwäsche wie folgt. „[…] die Einschleusung von illegal erwirtschafteten Geldern in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf […] Die Bekämpfung der Geldwäsche zielt darauf ab, der Triebfeder der Organisierten Kriminalität - das Streben nach maximalen Gewinnen - die Grundlage zu entziehen. Täter sollen daran gehindert werden, illegal erwirtschafteten Finanzmitteln den Anschein der Legalität zu verleihen […]“7
Wie in der Einleitung erwähnt, ist Geldwäsche in der Bundesrepublik Deutschland nach § 261 StGB strengstens untersagt. Der § 261 StGB beschreibt: „Wer einen Ge- genstand, der aus einer in Satz 2 genannten rechtswidrigen Tat herrührt, verbirgt, des- sen Herkunft verschleiert oder die Ermittlung der Herkunft, das Auffinden, den Verfall, die Einziehung oder die Sicherstellung eines solchen Gegenstandes vereitelt oder ge- fährdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“8 Allein eine Versuchung, Geldwäsche zu betreiben ist nach § 261 StGB untersagt.9
Die Finanzierung von Terrorismus hängt unter anderem auch mit Geldwäsche zusam- men. Die terroristischen Organisationen finanzieren sich durch legale Mittel wie „Spenden“ und auch durch illegale Mittel wie Drogenhandel. Die illegalen Einnahmen stehen nach einer Gelwäsche bereit. Sofern man diese Transaktionen der terroristischen Organisationen nachverfolgen kann, ist die Bekämpfung von Terrorismus erfolgreich und die illegalen Finanzquellen sind aufgedeckt.10
Nach dem § 1 Abs. 2 GwG ist die Terrorismusfinanzierung wie folgt definiert. „die Bereitstellung oder Sammlung finanzieller Mittel in Kenntnis dessen, dass sie ganz oder teilweise dazu verwendet werden oder verwendet werden sollen […] zu begehen oder zu einer solchen Tat anzustiften oder Beihilfe zu leisten […]“11, sprich allein eine Bereitstellung des Geldes, die vermutlich aus der Geldwäsche stammen oder die nur teilweise für den Terrorismus verwendet werden sollen, ist strafbar.12
Viele unterschiedliche Modelle wurden entwickelt, die den Prozess der Geldwäschevorgang repräsentieren. Das meist verwendete Modell ist das „dreigliedrige Phasenmodell“. Das dreigliedrige Phasenmodell stammt anfänglich aus den Vereinigten Staaten und wurde in den 80er-Jahren vom dortigen Zoll ausgedacht, um die Geldwäsche aus dem Drogenhandel erfolgreich bekämpfen zu können. Das dreigliedrige Phasenmodell wird in der folgenden Abbildung wie folgt beschrieben.13
Dritte Phase: "Integration (Integration)"
(Eigene Darstellung in Anlehnung an Ehlscheid / Pfeiffer (2012), S. 43)
Die illegal erwirtschafteten Einnahmen werden in der ersten Phase des dreigliedrigen Phasenmodells in das Finanzwesen eingeführt - auch Placement genannt. Das Ziel des Placements ist, die Aufstellung der Einnahmen aus Verstößen in einem deutschen oder ausländischen Bankkonto zu buchen. Hauptsächlich wird das Bargeld in Buch- geld umgewandelt, meistens in anderen Währungen oder Vermögenswerte, um die Transaktionen zu verschleiern. Bei dieser Phase ist es gut möglich, dass die Behörden die illegalen Transaktionen schnell identifizieren und die Gewinne beschlagnahmen.14
Bei Placement wird unter „unmittelbare Einbringung“ und „mittelbare Einbringung“ unterschieden. Bei der „unmittelbare Einbringung“ geht es darum wie oben beschrie- ben, dass die Einnahmen in Buchgeld umgewandelt werden. Nach dem Geldwäsche- gesetz § 3 GwG im In- oder Ausland benötigt man ab einem Betrag von 15.000 Euro eine Identifikationspflicht des Einzahlers. Ohne diese Identifikationspflicht kann der Betrag nicht auf das Konto gutgeschrieben werden. Bei der „mittelbare Einbringung“ wird nicht der direkte Weg bei einer Bank gesucht, da es für die Geldwäschebetreiber gefährlich ist ertappt zu werden. Daher wird der direkte Weg in eine Bank vermieden. Folglich werden „natürliche oder juristische Personen“ beauftragt, ihre kriminellen Ge- schäfte zu erledigen.15
„Layering“ ist die zweite Phase des dreigliedrigen Phasenmodells. In dieser Phase geht es um die Spurenverwischung der getätigten Geschäfte zu verwischen. Das Geld wird ständig auf das eine Konto ins andere Konto transferiert. Das Ziel von Layering ist, die Transaktionen unübersichtlich zu gestalten.16
Bei dieser Phase geht es dabei, das gewaschene Geld zurück in den Finanzkreislauf einzuschleusen.17 Sobald die Einschleusung stattgefunden hat, kann ab nun an das gewaschene Geld ausgeben bzw. in andere Vermögensgegenstände wie zum Beispiel in Immobilien, Aktien investieren. Bei der letzten Phase ist es für die Behörden nicht mehr möglich die Einnahmen zu identifizieren.18
Bei dieser Phase stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die die Geldwäscher anwenden können. Die Banken können zwar die illegalen Gelder schnell ins legale Finanzwesen einschleusen, aber dies birgt viele Gefahren, da die Banken unter „Melde und Identifikationspflichten“ stehen.19
Placement durch Täuschung
Bei dieser Variante wird eine Person ins illegale Geschäft miteinbezogen, der absichtlich oder unabsichtlich in die Geschäfte eingeweiht wird. Die Person soll mit seiner Identität die illegalen Beträge auf das Konto des Geldwäschers einzahlen.20
Placement durch Bestechung
Bei diesem Verfahren werden die Bankangestellten erpresst oder per Belohnung an- gestiftet, um Melde und Identifikationspflichten, die die Banken vorweisen müssen, zu umgehen.21
1 Vgl. §261 StGB.
2 Bundeskriminalamt (2015).
3 Vgl. Bundesministerium des Innern (2015).
4 Vgl. de.statista.com (2015).
5 Vgl. Quedenfeld (2014), S. 23.
6 Vgl. Bosch/Voller (2014), S. 1.
7 Bundesministerium des Innern (2015).
8 §261 StGB.
9 Vgl. §261 StGB.
10 Vgl. Schneider/Dreer/Riegler (2006), S. 16.
11 §1 Abs. 2 GwG.
12 Vgl. §1 Abs. 2 GwG.
13 Vgl. Ehlscheid/Pfeiffer (2012), S. 43.
14 Vgl. Ehlscheid/Pfeiffer (2012), S. 43-44.
16 Vgl. Ehlscheid/Pfeiffer (2012), S. 47.
17 Vgl. Ehlscheid/Pfeiffer (2012), S. 47.
18 Vgl. Warius (2009), S. 203.
19 Vgl. Schneider/Dreher/Riegler (2006), S. 49.
20 Vgl. Hölscher/Gesmann-Nuissl/Hornbach (2011), S. 36.
V317910
9783668174009
9783668174016
Geldwäsche Drei-Phasenmodell Bekämpfung Techniken Auswirkungen Modelle Geldwäschevorgang Geldwäschegesetz Financial Intelligence Unit Bundeskriminalamt Al Capone Waschsalons
Usman Ghafoor (Autor), 2016, Geldwäsche. Definition, Modelle, Techniken und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317910
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