Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.07.2007&Aktenzeichen=II%20ZR%203/04
Timestamp: 2019-07-21 03:47:10
Document Index: 126836407

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 826', '§ 826', '§ 826', '§ 30', '§ 31', '§ 826', '§ 30', '§ 31', 'BGH', '§ 826', '§ 826', '§ 30', '§ 31', '§ 826', '§ 826', '§ 128', '§ 13', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 826', 'BGH', 'BGH', '§ 73', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 31', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.07.2007 - II ZR 3/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,15
BGH, 16.07.2007 - II ZR 3/04 (https://dejure.org/2007,15)
BGH, Entscheidung vom 16.07.2007 - II ZR 3/04 (https://dejure.org/2007,15)
BGH, Entscheidung vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04 (https://dejure.org/2007,15)
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Existenzvernichtungshaftung eines Gesellschafters für zur Insolvenz einer GmbH führende oder diese vertiefende kompensationslose missbräuchliche Eingriffe in das der Zweckbindung dienende Gesellschaftsvermögen; Anwendung einer Durchgriffsaußenhaftung des Gesellschafters gegenüber den Gesellschaftsgläubigern; Ansehung der Existenzvernichtungshaftung eines Gesellschafters als eine besondere Fallgruppe der sittenwidrigen vorsätzlichen Schädigung im Sinn des § 826 BGB; Ausgestaltung der Existenzvernichtungshaftung als Innenhaftung; Subsidiarität der Schadensersatzansprüche aus Existenzvernichtungshaftung gegenüber Erstattungsansprüchen
Existenzvernichtungshaftung in Gestalt einer schadensersatzrechtlichen Innenhaftung als Fallgruppe des § 826 BGB ("Trihotel")
Änderung des Haftungskonzepts der Existenzvernichtungshaftung - TRIHOTEL
Existenzvernichtungshaftung als vorsätzliche sittenwidrige Schädigung mit Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft (Änderung der Rechtsprechung)
Existenzvernichtender Eingriff eines GmbH-Gesellschafters - Änderung des Haftungskonzepts - reine Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft
Haftung für "existenzvernichtende Eingriffe" in das Gesellschaftsvermögen der GmbH aus § 826 BGB: Änderung des Haftungskonzepts auf eine Innenhaftung des Eingreifenden
BGB § 826; GmbHG § 30 § 31
"TRIHOTEL"; Festhalten an der Rechtsprechung zur Existenzvernichtungshaftung des Gesellschafters
BGB § 826 ; GmbHG § 30 § 31
Grundlagen der "Existenzvernichtungshaftung"
Aufgabe des Haftungssystems »Existenzvernichtender Eingriff«
Der BGH ändert das Haftungskonzept zum so genannten "existenzvernichtenden Eingriff"
Haftung: Änderung des Haftungskonzepts zum sog. existenzvernichtenden Eingriff
Änderung des Haftungskonzepts zum existenzvernichtenden Eingriff
Haftungsrisiken für GmbH-Gesellschafter
Zum Haftungskonzept des so genannten existenzvernichtenden Eingriffs
Existenzvernichtender Eingriff: Änderung des Haftungskonzepts
Haftungsrisiko für GmbH-Gesellschafter eingeschränkt (Trihotel-Entscheidung)
Haftungsrisiko für GmbH-Gesellschafter eingeschränkt
Existenzvernichtung bei GmbH ist Fall des § 826 BGB und begründet Innenhaftung
Existenzgefährdender Eingriff
§ 826 BGB; § 30 GmbHG; § 31 GmbHG
Haftung eines GmbH-Gesellschafters wegen existenzvernichtenden Eingriffs (PD Dr. Stefan J. Geibel, Tübingen/München; ZJS 2008, 90)
CIPReport , S. 27 (Entscheidungsanmerkung)
Existenzvernichtender Eingriff ist vorsätzliche sittenwidrige Schädigung
Haftung des Gesellschafters wegen existenzvernichtenden Eingriffs, vorsätzliche sittenwidrige Schädigung
gunterreiner.de (Entscheidungsanmerkung)
Haftung des GmbH-Gesellschafters wegen existenzvernichtenden Eingriffs nach § 826 BGB
GmbH - Gesellschafter - Haftung: Änderung des Haftungskonzepts zum sog. existenzvernichtenden Eingriff
§ 826 BGB; § 128 HGB; § 13 GmbHG; § 31 GmbHG
Die zweite Wende in der Existenzvernichtungshaftung - das sog. Trihotel-Urteil des BGH (Carolin Sträter und Michael Knott; UFO 2/2008)
Existenzvernichtungshaftung (Dr. Jörg aus der Fünten)
GmbH und "Existenzvernichtungshaftung": Neues Haftungskonzept des BGH! (IBR 2007, 1303)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.07.2007, Az.: II ZR 3/04 (GmbH: Existenzvernichtungshaftung - Voraussetzungen und Rechtsfolgen)" von VorsRiBGH Prof. Dr. Wulf Goette, original erschienen in: DStR 2007, 1586 - 1594.
Zusammenfassung von "Die Existenzvernichtungshaftung im Wandel - Das "Trihotel"-Urteil des BGH vom 16.7.2007 - II ZR 3/04 und seine Praxisfolgen" von RA Dr. Rüdiger Theiselmann (LL.M. oec.), original erschienen in: GmbHR 2007, 904 - 907.
Zusammenfassung von "Die Neuausrichtung der Existenzvernichtungshaftung durch den BGH und ihre Implikationen für die Praxis" von RA Dr. Marc-Phillipe Weller, original erschienen in: ZIP 2007, 1681 - 1689.
Zusammenfassung von "Die Existenzvernichtungshaftung im Wandel der Rechtsprechung" von RiBGH Prof. Dr. Markus Gehrlein, original erschienen in: WM 2008, 761 - 769.
Zusammenfassung von "Neue dogmatische Verankerung des existenzvernichtenden Eingriffs - Anm. zu BGH, Urt. v. 16.7.2007 - II ZR 3/04, ZInsO 2007, 881" von RA Dr. Michael Burg und RA Dr. Carsten Müller-Seils, LL.M., original erschienen in: ZInsO 2007, 929 - 931.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.07.2007, Az.: II ZR 3/04 (Gesellschafter: Änderung des Haftungskonzepts zum existenzvernichtenden Eingriff von Außen- in Innenhaftung" von RA Henning Schröder, original erschienen in: GmbHR 2007, 927 - 936.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.07.2007, Az.: II ZR 3/04 (Änderung des Haftungskonzepts der Existenzvernichtungshaftung - TRIHOTEL)" von Prof. Dr. Peter Sester, original erschienen in: RIW 2007, 787 - 789.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum BGH-Urteil vom 16.07.2007, Az.: II ZR 3/04 (Neue Grundlage für Haftung der Gesellschafter bei Existenzvernichtung ihrer GmbH)" von Notar Dr. Roland Suppliet, original erschienen in: NotBZ 2007, 359.
Zusammenfassung von "Zur Bedeutung des Urt. des BGH v. 16.7.2007 - II ZR 3/04 ("TRIHOTEL") für die Organhaftung unter Einbeziehung der Englischen Ltd." von RA Dr. Joachim Heitsch, original erschienen in: ZInsO 2007, 961 - 965.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 16.07.2007, Az.: II ZR 3/04 (Voraussetzungen der "Existenzvernichtungshaftung")" von Prof. Dr. Florian Jacoby, original erschienen in: JR 2008, 203 - 204.
Kurznachricht zu "Schadensersatzansprüche aus "Existenzvernichtungshaftung"" von RA/Dipl.-Kfm. Ludwig Görden, FAStR, original erschienen in: GmbH-StB 2007, 270 - 271.
Zusammenfassung von "Roma locuta? - Trihotel, Rechtsfortbildung und die gesetzliche Wertung" von Prof. Dr. Günther Hönn, original erschienen in: WM 2008, 769 - 778.
Zusammenfassung von "Neuausrichtung der Existenzvernichtungshaftung - Die Situation nach der "TRIHOTEL"-Entscheidung des BGH" von RA Dr. Rüdiger Werner, FA StR, original erschienen in: NWB 2007, 3547 - 3552.
Zusammenfassung von "Existenzvernichtungshaftung als Fallgruppe des § 826 BGB - Alte Haftung in neuem Gewand?" von Dr. Gerrit Hölzle, original erschienen in: DZWIR 2007, 397 - 407.
BGHZ 173, 246
NJW 2007, 2689
DNotZ 2008, 213
NZI 2007, 603
VersR 2008, 83
WM 2007, 1572
WM 2007, 1864
BB 2007, 1970
BB 2007, 781
DB 2007, 1802
DB 2007, 301
JR 2008, 197
NZG 2007, 667
a) Die als besondere Fallgruppe der sittenwidrigen vorsätzlichen Schädigung in § 826 BGB einzuordnende Existenzvernichtungshaftung des Gesellschafters setzt einen kompensationslosen "Eingriff" in das im Gläubigerinteresse zweckgebundene Gesellschaftsvermögen der GmbH voraus (BGHZ 173, 246 TRIHOTEL).
Der Senat hat - zeitlich nach dem Erlass des angefochtenen Berufungsurteils - durch Grundsatzentscheidung vom 16. Juli 2007 (II ZR 3/04, ZIP 2007, 1552 - TRIHOTEL, z.V.b. in BGHZ 173, 246) das von ihm im Wege der Rechtsfortbildung entwickelte Haftungskonzept zur Existenzvernichtungshaftung geändert.
Den selbstständigen Haftungstatbestand des existenzvernichtenden Eingriffs im Sinne einer Durchgriffshaftung gegen die Gesellschafter hat der Bundesgerichtshof inzwischen aufgegeben (BGH, Urt. v. 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, NJW 2007, 2689 ff, z.V.b in BGHZ).
Das Verhältnis dieses Innenhaftungsanspruchs zu etwaigen Außenhaftungsansprüchen der Gläubiger in besonders gelagerten Ausnahmefällen bedarf auch hier keiner abschließenden Klärung (dazu BGHZ 173, 246 Tz. 33 - TRIHOTEL).
Zwischen ihnen besteht, soweit sich die Ansprüche überschneiden, Anspruchsgrundlagenkonkurrenz (BGHZ 173, 246 Tz. 40 - TRIHOTEL).
Die Darlegungs- und Beweislast trägt die Gesellschaft bzw. der Insolvenzverwalter (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 41 - Trihotel;… Urteil vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, BGHZ 193, 96 Rn. 13).
bb) Ob ein existenzvernichtender Eingriff auch darin liegen kann, dass der betreffenden Gesellschaft der den Gläubigern dienende Haftungsfonds nicht durch einen Zugriff auf ihr Aktivvermögen, sondern durch die Vermehrung von Schulden mittelbar entzogen wird, hat der Senat nach der Änderung des Haftungskonzepts im Jahr 2007 (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 - Trihotel) bislang nicht entschieden.
Mit der Veränderung des Haftungskonzepts hat der Senat am Entwicklungsstand der Rechtsprechung betreffend den Eingriffstatbestand und den diesen näher eingrenzenden Merkmalen festgehalten (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 16 - Trihotel).
(1) Der Senat hat zur Charakterisierung eines existenzvernichtenden Eingriffs in seinen bisherigen Entscheidungen von der insolvenzverursachenden oder -vertiefenden "Selbstbedienung" des Gesellschafters gesprochen (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 28 - Trihotel;… Urteil vom 28. April 2008 - II ZR 264/06, BGHZ 176, 204 Rn. 13 - Gamma;… Beschluss vom 2. Juni 2008 - II ZR 104/07, ZIP 2008, 1329 Rn. 10;… Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 292/07, BGHZ 179, 344 Rn. 21 - Sanitary;… Urteil vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, BGHZ 193, 96 Rn. 18).
Damit wurde der Vorwurf der Sittenwidrigkeit eines planmäßigen Entzugs von Gesellschaftsvermögen angesprochen, der daraus abgeleitet werden kann, dass dieser zum eigenen Vorteil des Gesellschafters erfolgt (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juni 2002 - II ZR 300/00, BGHZ 151, 181, 185; Urteil vom 13. Dezember 2004 - II ZR 206/02, ZIP 2005, 117, 118 f.; Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 22 - Trihotel;… Beschluss vom 2. Juni 2008 - II ZR 104/07, ZIP 2008, 1329 Rn. 10;… Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 292/07, BGHZ 179, 344 Rn. 21 - Sanitary).
Daneben hat der Senat auch die Entziehung des haftenden Vermögens unmittelbar oder mittelbar zu Gunsten eines Dritten als mögliche Fallgruppe der Existenzvernichtungshaftung angesehen (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 30 - Trihotel).
Im damaligen Streitfall wurde durch den möglichen Eingriff eine vom Haftungsadressaten zunächst faktisch und später als Alleingesellschafter beherrschte Gesellschaft begünstigt (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 45 - Trihotel).
Von der Begünstigung eines Gesellschafters oder eines Dritten zu trennen ist die Haftung als Beteiligter gemäß § 830 BGB, die zwar nicht zwingend dessen eigene Begünstigung voraussetzt, aber vom Vorliegen eines als sittenwidrig zu kennzeichnenden Vermögensentzugs abhängt (BGH, Urteil vom 24. Juni 2002 - II ZR 300/00, BGHZ 151, 181, 185, 188; BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 46 - Trihotel).
Ein Verstoß gegen das schadensrechtliche Bereicherungsverbot liegt schon deswegen nicht vor, weil über die Existenzvernichtungshaftung der Schaden der Gesellschaft liquidiert wird (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 33 - Trihotel).
bb) Eine Übertragung der speziellen, in Ergänzung des Kapitalschutzsystems der GmbH entwickelten Grundsätze zur sog. Existenzvernichtungshaftung des Gesellschafters auf den eingetragenen Idealverein kommt jedenfalls nach der Neuausrichtung des Haftungskonzepts im Senatsurteil vom 16. Juli 2007 (II ZR 3/04, ZIP 2007, 1552 - "Trihotel") durch die Einordnung als besondere Fallgruppe des § 826 BGB angesichts der grundlegenden strukturellen Unterschiede zwischen der GmbH und dem Idealverein nicht in Betracht.
a) Nach der Senatsrechtsprechung liegt ein zum Schadensersatz nach § 826 BGB verpflichtender existenzvernichtender Eingriff dann vor, wenn der Gesellschaft von ihren Gesellschaftern in sittenwidriger Weise das zur Tilgung ihrer Schulden erforderliche Vermögen entzogen und damit eine Insolvenz verursacht wird (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 23 ff. - Trihotel) - wobei im Liquidationsstadium ausreicht, dass der Vermögensentzug gegen § 73 Abs. 1 GmbHG verstößt (BGH…, Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 292/07, BGHZ 179, 344 Rn. 39 f. - Sanitary).
Die Darlegungs- und Beweislast trägt die Gesellschaft bzw. der Insolvenzverwalter (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 41 - Trihotel).
Der Kläger hat aber nach den Feststellungen des Berufungsgerichts möglicherweise einen Anspruch in Höhe von 237.966,07 EUR aus § 30 Abs. 1, § 31 Abs. 1, § 43 Abs. 3 GmbHG (vgl. zur Anspruchsgrundlagenkonkurrenz mit dem Anspruch aus existenzvernichtendem Eingriff BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 40 - Trihotel), für den die Beklagten als Gesamtschuldner haften.
Die Haftung eines Gesellschafter-Gesellschafters, der Adressat der Existenzvernichtungshaftung ist (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 44 - Trihotel), setzt voraus, dass er einen Beitrag zur Existenzvernichtung der GmbH geleistet hat.
Nach der Senatsrechtsprechung liegt ein zum Schadensersatz nach § 826 BGB verpflichtender existenzvernichtender Eingriff dann vor, wenn der Gesellschaft von ihren Gesellschaftern in sittenwidriger Weise das zur Tilgung ihrer Schulden erforderliche Vermögen entzogen und dadurch eine Insolvenz verursacht oder vertieft wird (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 23 ff. - Trihotel;… Urteil vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, ZIP 2012, 1071 Rn. 13).
Das Vermögen wird der Gesellschaft nur dann entzogen, wenn der Weggabe von Vermögen keine gleichwertige Gegenleistung gegenübersteht (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 51;… Urteil vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, ZIP 2012, 1071 Rn. 17).
a) Voraussetzung der Haftung wegen Existenzvernichtung ist allerdings, wie das Berufungsgericht zutreffend gesehen hat, dass durch einen kompensationslosen Eingriff die Insolvenz verursacht oder eine Insolvenz vertieft wird (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 16 - Trihotel).
Das sind die entzogenen Vermögenspositionen, insolvenzbedingte Zerschlagungsverluste sowie ein etwa entgangener Gewinn der Gesellschaft (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 33 und 54 f. - Trihotel) und, wenn die Gesellschaft ohne den Eingriff nicht insolvenzreif geworden wäre, die Kosten des vorläufigen Insolvenzverfahrens und des Insolvenzverfahrens (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 57 - Trihotel).
Die gesamten im Insolvenzverfahren angemeldeten Forderungen zuzüglich der Kosten des (vorläufigen) Insolvenzverfahrens stellen die Obergrenze dar (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 56 - Trihotel).
Zwischen beiden Ansprüchen besteht, soweit sie sich überschneiden, Anspruchsgrundlagenkonkurrenz (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 39 - Trihotel).
a) Bei der Haftung wegen Existenzvernichtung handelt es sich nach der von dem Bundesgerichtshof durch das Urteil vom 16. Juli 2007 (II ZR 3/04, NJW 2007, 2689 z.V.b. in BGHZ) entwickelten grundlegenden Neukonzeption nicht um eine Durchgriffshaftung zugunsten der Gesellschaftsgläubiger, sondern um einen originären Anspruch der GmbH gegen einen Gesellschafter, der seine Grundlage in § 826 BGB findet.
Für die Beurteilung, ob ein existenzvernichtender Eingriff vorliegt, kann auch nach der Umgestaltung der Existensvernichtungshaftung in eine reine Innenhaftung die bisherige Rechtsprechung herangezogen werden (BGH, Urt. v. 16. Juli 2007 aaO, S. 2690 f).
Mithin liegt eine Existenzvernichtung vor, wenn der Gesellschafter auf die Zweckbindung des Gesellschaftsvermögens keine angemessene Rücksicht nimmt, indem er der Gesellschaft durch offene oder verdeckte Entnahmen ohne angemessenen Ausgleich Vermögenswerte entzieht, die sie zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten benötigt, und sie dadurch in die Insolvenz führt oder eine bereits bestehende Insolvenz vertieft (…BGH, Urt. v. 13. Dezember 2004 - II ZR 256/02, ZIP 2005, 250 f; v. 16. Juli 2007 aaO).
Der existenzvernichtende Eingriff ist sittenwidrig, weil die Gesellschaft dadurch um Vermögen gebracht wird, das sie zur vorrangigen Befriedigung ihrer Gläubiger benötigt (BGH, Urt. v. 16. Juli 2007 aaO S. 2692).
Der von § 826 BGB vorausgesetzte Vorsatz ist über die Schädigung der Schuldnerin hinaus auch im Blick auf das Merkmal der Sittenwidrigkeit gegeben: Denn dem Beklagten waren die Tatsachen - der betriebsfremden Zwecken dienende Entzug von Gesellschaftsmitteln zum Nachteil der Gesellschaftsgläubiger - bekannt, aus denen das Verdikt der Sittenwidrigkeit hergeleitet wird (BGH, Urt. v. 16. Juli 2007 aaO, S. 2692).
a) Die Haftung wegen Existenzvernichtung begründet einen originären Anspruch der GmbH gegen einen Gesellschafter, der seine Grundlage in § 826 BGB findet (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007 - II ZR 3/04, BGHZ 173, 246 Rn. 17 ff;… vom 13. Dezember 2007 - IX ZR 116/06, WM 2008, 449 Rn. 10).
Eine Existenzvernichtung liegt vor, wenn der Gesellschafter auf die Zweckbindung des Gesellschaftsvermögens keine angemessene Rücksicht nimmt, indem er der Gesellschaft durch offene oder verdeckte Entnahmen ohne angemessenen Ausgleich Vermögenswerte entzieht, die sie zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten benötigt, und sie dadurch in die Insolvenz führt oder eine bereits bestehende Insolvenz vertieft (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2004 - II ZR 256/02, WM 2005, 332, 333 f; vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 18;… vom 13. Dezember 2007, aaO;… vom 23. April 2012 - II ZR 252/10, WM 2012, 1034 Rn. 13).
Der existenzvernichtende Eingriff ist sittenwidrig, weil die Gesellschaft dadurch um Vermögen gebracht wird, das sie zur vorrangigen Befriedigung ihrer Gläubiger benötigt (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 30;… vom 13. Dezember 2007, aaO Rn. 10).
Als Haftende kommen neben dem unmittelbaren Gesellschafter der GmbH auch mittelbare Gesellschafter (Gesellschafter-Gesellschafter, vgl. BGH, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 44) sowie Mittäter, Anstifter und Gehilfen (§ 830 BGB; BGH, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 46;… vom 24. Juli 2012 - II ZR 177/11, WM 2012, 1779 Rn. 14) in Betracht, im Streitfall somit grundsätzlich sämtliche Beklagte.
Eine derartige Sittenwidrigkeit betrifft nicht nur die Fälle, in denen die Vermögensentziehung geschieht, um den Zugriff der Gläubiger auf dieses Vermögen zu verhindern, sondern ist auch dann anzunehmen, wenn die faktische dauerhafte Beeinträchtigung der Erfüllung der Verbindlichkeiten die voraussehbare Folge des Eingriffs ist und der Gesellschafter diese Rechtsfolge in Erkenntnis ihres möglichen Eintritts billigend in Kauf genommen hat (BGH, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 30).
LG Düsseldorf, 01.10.2013 - 4b O 199/12