Source: https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/uvg/listendiagnose/
Timestamp: 2019-03-26 22:10:20
Document Index: 310489239

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6']

Listendiagnose - (unfallähnliche) Körperschädigung | UVG | Sozialversicherungsrecht | Hauptseite
Listendiagnose ab 01.01.2017 / unfallähnliche Körperschädigung bis 31.12.2016
Vorwiegende Verursachung: Vorzustand > 50 % = Keine Deckung
Keine Anknüpfung an ein Ereignis: Jedoch Bestandteil bei der Beurteilung des Vorzustandes
Natürlicher Kausalzusammenhang / Vorzustand / Rückfall
Massgebender Zeitpunkt für Deckungsfragen: Erstmaliges Auftreten der Beschwerden
Entscheidungsdiagramm zur Deckungsprüfung
Fragen an die versicherte Person zum Sachverhalt in Ergänzung zur Unfallmeldung
Fragen an den beratenden Arzt zur Deckung
Gegenüberstellung der alten und neuen Gesetzgebung
Diese Applikation beurteilt, ob der Unfallbegriff erfüllt ist oder eine gedeckte Listendiagnose vorliegt.
Zusatzbotschaft vom Mai 2014, Seite 20 (Volltext)
Art. 6 Abs. 2 UVG: In der Praxis ergeben sich erhebliche Schwierigkeiten beim Nachweis von unfallähnlichen Körperschädigungen (vgl. Ziff. 2.2). Deshalb soll das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig sein. Die Tatsache, dass eine in der Auflistung von Artikel 6 Absatz 2 genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aus der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist.
Gemäss Rechtsprechung zur Berufskrankheit (Art. 9 Abs. 1 UVG) liegt eine vorwiegende Verursachung vor, wenn diese mehr wiegt als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. Diese Definition der vorwiegenden Verursachung ist auch für die Prüfung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG der vorwiegenden Abnützung analog anwendbar.
Ein Ereignis ist gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG nicht Voraussetzung für die Deckung einer Listendiagnose.
Die Anknüpfung der Verletzung an eine körperliche Belastung bzw. an ein Ereignis kann jedoch als ein Beweisfaktor im Rahmen der Deckungsprüfung zur Beurteilung der vorwiegenden Verursachung durch Abnützung oder Erkrankung (Kausalitätsanteil Vorzustand grösser 50 %) dienen.
Weil ein Ereignis nicht Voraussetzung für die Leistungspflicht ist, verliert die natürliche Kausalität ihre Bedeutung. Eine Terminierung der aktuellen Leistungspflicht (Status quo sine / ante) ist nicht möglich.
Vorzustände, wie z. B.
Abnützungen,
nicht gedeckte Unfälle aus der Schulzeit,
frühere Unfälle, welche durch einen anderen (UVG-)Versicherer gedeckt waren,
Leistungsfälle mit abgelehnter (Rückfall-)Kausalität
werden einzig bei der aktuellen Deckungsprüfung der vorwiegenden Verursachung durch Abnützung oder Erkrankung (Kausalitätsanteil Vorstand grösser 50 %) berücksichtigt. Bei diesen Konstellationen ist eine Vorlage an den beratenden Arzt notwendig.
Können die Beschwerden infolge vorliegendem Rückfall einem früheren Unfall zugeordnet werden, ist dieser UVG-Versicherer leistungspflichtig.
UVG Ad-Hoc-Empfehlung 02/86, Ziff. lll (Volltext)
Massgebende zeitliche Anknüpfungstatsache für die Beurteilung
a) des anwendbaren Rechts gemäss den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25.9.2015
b) von Deckungsfragen (namentlich Beginn und Ende der Versicherung, Arbeitswegunfall, Abgrenzung Berufs- und Nichtberufsunfall, versicherter Verdienst)
c) der Abgrenzung der Zuständigkeit bei mehreren Unfallversicherern/ Arbeitgebern
ist der Zeitpunkt des erstmaligen Auftretens der für die in Frage stehende Listenverletzung typischen Beschwerden.
Ziel dieses Entscheidungsdiagramms ist es, einen grossen Teil der klaren Leistungsfälle (ohne Vorzustände) bei eher jüngeren versicherten Personen einheitlich und effizient abzuwickeln.
Konstallationen mit Vorzuständen werden im Entscheidungsdiagramm nicht genügend erfasst und müssen als Einzelfall detaillierter geprüft werden:
Pdf-Datei des Diagramms / Link: Expertensystem Listendiagnose
Bitte beschreiben Sie detailliert die Umstände, die zur Verletzung geführt haben: Welche Tätigkeit/Verrichtung wurde beim Auftreten der Beschwerden gerade ausgeführt? Lagen aussergewöhnliche Umstände oder Störungen im Bewegungsablauf vor?
Leiden Sie unter Diabetes, Bluthochdruck, Arthritis, Gicht oder an einer ähnlichen Krankheit? Wenn ja, welche?
Nehmen Sie regelmässig Schmerzmittel oder Kortisonpräparate? Wenn ja, welche und zur Behandlung welches Körperteils?
Liegt eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor?
Ist die Listendiagnose im gesamten Ursachenspektrum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen? Wir bitten Sie, die Antwort zu begründen?
Diagnosen gemäss Art. 6 Abs 2 UVG
Knochenbrüche (Art. 6 Abs. 2 lit a UVG)
Verrenkungen von Gelenken (Art. 6 Abs. 2 lit. b UVG)
Kausalität > Natürliche Kausalität > Gelegenheits- oder Zufallsursache > Schulterinstabilität nach Luxationen
Meniskusrisse (Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG)
Urteil 8C_141/2013 vom 08.05.2013. E. 5: ... eine analogieweise Ausdehnung des Begriffs des Meniskus auf andere Körperstellen von vergleichbarer Natur und mit gleicher Funktion fällt aus den Gründen, die das Bundesgericht im Fall eines Risses der Hüftgelenkpfannenlippe eingehend erörtert hat, ausser Betracht (8C_118/2011 E. 4.3.3).
Muskelrisse (Art. 6 Abs. 2 lit. d UVG)
Muskelzerrung (Art. 6 Abs. 2 lit. e UVG)
Sehnenrisse (Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG)
SLAP-Läsionen kann nicht als Sehnenrisse im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG qualifiziert werden. Es handelte sich im vorliegenden Fall vielmehr um eine Verletzung am Labrum glenoidale (Urteil 8C_835/2013 vom 28.01.2014 E. 4.2 und 4.3).
Bandläsionen (Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG)
Trommelfellverletzung (Art. 6 Abs. 2 lit. h UVG)
KS ab 01.01.2017
Listenverletzung Voraussetzung Voraussetzung
Kausalzusammenhang zwischen Ereignis und Listenverletzung Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; Leistungspflicht bis Erreichen Status quo sine/ante. Keine Prüfung
Ungewöhnliche, äussere Einwirkung Keine Voraussetzung Keine Voraussetzung
Sinnfälliges Ereignis Voraussetzung Keine Voraussetzung
Listenverletzung ist nicht auf Abnützung/Erkrankung zurückzuführen. Entfällt
Gesetzliche Vermutung der Leistungspflicht
Entlastungsbeweis Versicherer
Listenverletzung ist vorwiegend auf Abnützung/Erkrankung zurückzuführen.
Beweislosigkeit heisst Leistungspflicht des Versicherers.