Source: http://www.familienrecht-allgaeu.de/de/bedarf-duesseldorfer-tabelle.html
Timestamp: 2017-12-11 22:35:51
Document Index: 365321010

Matched Legal Cases: ['§1612', '§ 36', 'BGH', '§ 1612', 'BGH', '§ 1612']

zum Unterhaltsbedarf der Kinder
"Wann und wie wird der Kindesunterhalt mit Düsseldorfer Tabelle berechnet?"
Die Höhe des -> Kindesunterhalts, und damit die -> Bedarfsermittlung hat sich an der -> Lebensstellung des Kindes zu orientieren (§ -> 1610 BGB) durchgeführt (-> Wegweiser zum "Unterhaltsbedarf des Kindes". Das zentrale Hilfsmittel für die Bedarfsermittlung für Kinder mit -> abgeleiteter Lebensstellung ist die -> Düsseldorfer Tabelle (DT). Doch die Reichweite und Aussagekraft der DT zur Erfassung des Gesamtbedarfs des Kindes ist begrenzt. Selbst wenn der Kindesunterhalt mit der Düsseldorfer Tabelle zu ermitteln ist, können Korrekturen am Ergebnis veranlasst sein. Dies ist der Fall, wenn die Lebensumstände des Kindes erheblich von der Modellvorstellung der DT abweichen. Der DT liegt der Modellfall einer typischen Trennungssituation der Eltern mit daraus folgender Rollenverteilung bei der Kinderbetreuung zu Grunde (Mutter ist alleinerziehend; Vater pflegt mit den Kindern -> Umgang im üblichen Rahmen). Weicht der individuelle Einzelfall von der Modellvorstellung der DT ab, finden Korrekturen statt, um die Ergebnisse der DT angemessen an den Einzelfall anzupassen. Wann und wie der Kindesunterhalt mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle ermittelt wird, erfahren Sie über den -> Wegweiser zur "Bedarfsermittlung mit Düsseldorfer Tabelle":
Wegweiser zur "Bedarfsermittlung mit Düsseldorfer Tabelle"
♦ Wegweiser zur Düsseldorfer Tabelle ...
♦ Anwendungsbereich der Düsseldorfer Tabelle ...
♦ (Regel-)Bedarfsermittlung mit Düsseldorfer Tabelle ...
Aufbau der Düsseldorfer Tabelle ...
Altersstufen & Einkommensgruppen ...
Vier Altersstufen ...
Zehn Einkommensgruppen ...
Welches Einkommen ist relevant? ...
Zahlbetrag & Kindergeld ...
Dynamischer Kindesunterhalt ...
Musterfall ...
♦ Elterneinkommen & Regelbedarf nach Düsseldorfer Tabelle? ...
Regelbedarf des minderjährigen Kindes ...
Regelbedarf des volljährigen Kindes ...
Einkommensgruppe & Mitbetreuung der Kinder ...
Einkommensgruppe & Unterhaltslasten ...
Einkommengruppe & Bedarfskontrollbetrag ...
♦ Grenzen der Düsseldorfer Tabelle ...
I. Anwendungsbereich der Düsseldorfer Tabelle
Weichenstellung zur Bedarfsermittlung
"abgeleitete oder eigene Lebensstellung des Kindes? ...
♦ Die Frage nach der Lebensstellung
Die wichtigste Weichenstellung zur richtigen -> Bedarfsermittlungsmethode und damit zur Bestimmung der Höhe des Kindesunterhalts ist die Frage, ob das Kind eine eigene oder abgeleitete Lebenstellung besitzt. Nur bei abgeleiteter Lebensstellung kommt die -> Düsseldorfer Tabelle zur Anwendung. Diese Weichenstellung gilt völlig unsabhängig davon, ob das Kind -> minderjährig oder -> volljährig ist.
Wann besitzt das Kind eine abgeleitete Lebensstellung? -> HIER ..
Wann besitz das Kind eine eigene Lebensstellung? -> HIER ...
♦ Bedarfsermittlungsmethode & Lebensstellung
In diesem Fall erfolgt die Bedarfsermittlung mit Hilfe der -> Düsselsorfer Tablelle (DT) ...
Wann versagt die Düsseldorfer Tabelle Ihre Dienste? - Wie wird dann der Bedarf ermittelt? ...
In diesem Fall erfolgt die Bedarfsermittlung mit Hilfe alternativen Methoden ...
II. Bedarfsermittlung mit Düsseldorfer Tabelle
Die -> Düsselsorfer Tablelle (DT) ist immer dann anzuwenden, wenn der Kindesunterhalt für Kinder mit von ihren Eltern sog. -> abgeleiteter Lebensstellung zu beurteilen ist (mehr dazu -> HIER ...). Die Ermittlung des -> Regelbedarfs des Kindes mit abgeleiteter Lebensstellung ist eine der -> Aufgaben der Düsseldorfer Tabelle (DT). Im Geltungsbereich der DT wird anhand
von -> Altersstufen der Kinder und
dem -> unterhaltsrelevanten Einkommens der Eltern durch Zuordnung zu einer der zehn -> Einkommensgruppen der DT
der Regelbedarf in Form von Tabellenbeträgen festgestellt.
zur aktuellen Tabelle -> HIER
Woher kommen die Tabellenbeträge der Düsseldorfer Tabelle? ...
Wie funktioniert die Düsseldorfer Tabelle? ...
Die Düsseldorfer Tabelle ist untergliedert in zehn -> Einkommensgruppen und vier -> Altersstufen. Zu jedem Alter und Einkommen wird ein bestimmter Prozentsatz aufgeführt. Die Prozentsätze stellen die Steigerung des Unterhalts in Abhängigkeit der Höhe des -> Elterneinkommens im Vergleich zum geltenden Mindestunterhalt dar. Dies führt insgesamt zu 40 unterschiedlichen Tabellenbeträgen. Multipliziert man diesen Prozentsatz also mit dem -> Mindestunterhalt, ergibt sich der zu entrichtende Betrag.
Die letzte Spalte der Unterhaltstabelle zeigt den -> Bedarfskontrollbetrag. Dieser Betrag steigt bei wachsendem Einkommen und bedeutet, dass der Unterhaltsverpflichtete auch mehr Geld als -> Eigenbedarf für sich zur Verfügung haben soll.
Einkommensgruppe & Anzahl der Unterhaltslasten ...
Sonstige Grenzen der Düsseldorfer Tabelle ...
Die Feststellung des -> Regelbedarfs eines Kindes mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle erfolgt nach Zuordnung des Alters des Kindes zu einer der -> vier Alterstufen weiter über die Einordnung des -> unterhaltsrelevanten Einkommens des barunterhaltspflichtigen Elternteils zu einer der insgesamt zehn vorgesehenen Einkommensgruppen (= "Einkommens-Ranking"). Welches -> Einkommen der Eltern berücksichtigt wird, erfahren Sie -> HIER ...
Die Tabellenwerte oberhalb der 1. Einkommensgruppe bringen in Form eines Einkommen-Rankings der Eltern den Bedarf des Kindes nach seiner -> abgeleiteten Lebensstellung zum Ausdruck und erfüllt damit die Vorgabe des § -> 1610 Abs.1 BGB. Die insgesamt 10 Einkommensgruppen basieren auf einer Erhöhung des Mindestbedarfs (§ -> 1612a BGB) nach steigenden Prozentsätzen. Seit dem 01.01.2009 ist der -> Mindestunterhalt die Bezugsgröße zur Anwendung der Prozentsätze (§1612a Abs.2 BGB) Zur Errichtung -> dynamischer Unterhaltstitel. Davor war Bezugsgröße der sog. Regelbetrag. Somit sind dynamische Alttitel für die Zeit ab dem 01.01.2009 nach § 36 Nr.3 EGZPO -> umzurechnen. Die mit dem jeweiligen Prozentsatz erhöhten und gerundeten (§ -> 1612a Abs.2 S.2 BGB) Werte führen im Ergebnis zu den insgesamt 40 Tabellenbeträge (= 10 Einkommensgruppen x 4 Altersstufen). Nach diesem System bauen also alle Tabellenwerte stets auf den vier Mindestbedarfsätzen der jeweiligen -> Alterstufe des Kindes auf und schreiben diese Grundwerte nach der Prozentsatz-Methode für insgesamt 36 weitere Tabellenwerte fort. Damit wird klar, dass die 36 Tabellenwerte nach Einkommensgruppe 2. bis 10 keine anderen Bedarfspositionen enthält als die vier Mindestbedarfsätze nach der 1. Einkommensgruppe. Die Werterhöhungen sind auschließlich auf die Teilhabe des Kindes an der Einkommensentwicklung des unterhaltspflichtigen Elternteils zurückzuführen. Die Befriedigung gleichbleibender Bedarfspositionen erfolgt lediglich auf einem höheren finanziellen Niveau.
(Zitat) "Dabei ist davon auszugehen, dass auch den Mindestunterhalt übersteigende Unterhaltsbeträge grundsätzlich keinen wesensverschiedenen Aufwand abdecken, sondern aufgrund der -> abgeleiteten Lebensstellung des Kindes auf eine Bedarfsdeckung auf höherem Niveau zielen (BGH FamRZ 2009, 962)."
Übersteigt das unterhaltsrelevante Einkommen nicht den Höchstwert der 1. Einkommensgruppe, ergibt sich für das Kind nur ein Tabellenwert, der betragsmäßig den -> Mindestbedarf des Kindes nach § 1612a BGB zum Ausdruck bringt. Um wenigstens den Mindestbedarf der Kinder zu decken, trifft die Eltern eine -> gesteigerte Erwerbsobliegenheit.
Wenn das Einkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils den Rahmen der -> 10. Einkommensgruppe übersteigt, dann endet jedoch die prozentuale Fortschreibung der Bedarfssätze: Mehr dazu -> HIER ...
Wird für das Kind eine Bedarfsposition geltend gemacht, die nicht in der -> Kalkulationsgrundlage der Düsseldorfer Tabelle enthalten ist, muss es einen berechtigten -> Mehr- oder Sonderbedarf des Kindes darstellen. Das sind z.B. die nicht in den Tabellenwerten enthaltenen -> Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie -> Studiengebühren und -> andere notwendige Ausgaben. Zu den sonstigen Grenzen der Düsseldorfer Tabelle -> HIER ...
c) Einkommensgruppe & Umgangskosten
(Zitat, Rn 37) "Nimmt der barunterhaltspflichtige Elternteil ein weit über das übliche Maß hinaus gehendes Umgangsrecht wahr , dessen Ausgestaltung sich bereits einer Mitbetreuung annähert (-> Thema unechtes Wechselmodell), kann der Tatrichter bei der Ausübung seines Ermessens im Rahmen der Angemessenheitskontrolle die wirtschaftliche Belastung des Unterhaltspflichtigen insbesondere mit zusätzlichen Fahrtkosten und den Kosten für das Vorhalten von Wohnraum in rechtsbeschwerderechtlich unbedenklicher Weise zum Anlass dafür nehmen, den Barunterhaltsbedarf unter Herabstufung um eine oder mehrere -> Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle zu bestimmen oder wie hier auf eine nach den maßgebenden unterhaltsrechtlichen Leitlinien ansonsten gebotene Hochstufung in eine höhere Einkommensgruppe zu verzichten." Mehr Informationen zum Thema -> Umgangskosten und der unterhaltsrechtliche Behandlung finden Sie -> HIER...
Lebt das volljährige Kind noch im Haushalt zumindest eines Elternteils, d.h. es befindet sich noch in Obhut der Eltern, kann trotz Volljährigkeit nicht von einer -> eigenen Lebensstellung des Kindes ausgegangen werden. Der Unterhaltsbedarf des -> volljährigen Kindes ohne eigener Lebensstellung wird mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle ermittelt (-> Anwendungsbereich). Jetzt gilt die -> 4. Altersstufe.
Da ab Volljährigkeit beide Eltern -> anteilig barunterhaltsplichtig sind, ist das -> Gesamteinkommen beider Eltern für die Zuordnung zur richtigen -> Einkommensgruppe maßgebend. Das Gesamteinkommen beider Eltern ist selbst dann maßgebend, wenn das volljährige Kind noch von einem Elternteil (freiwillig) Kost & Logis erhält. Tatsächlich erbrachte Naturalleistungen eines Elternteils für das volljährige Kind werden auf den Barunterhaltsanteil angerechnet (BGH FamRZ 1994, 767): Mehr dazu -> HIER...
§ 1612 b BGB bestimmt ausdrücklich, dass Kindergeld auf den Bedarf des Kindes angerechnet wird. Mehr dazu HIER.... Die Tabellenbeträge der Düsseldorfer Tabelle berücksichtigen die Kindergeldanrechnung nicht. Erst im Anhang zur Düsseldorfer Tabelle befindet sich die sog. Tabelle Zahlbeträge. Diese gibt die um die Kindergeldanrechnung bereinigten Bedarfswerte (= Zahlbeträge) wieder.
Fehlen Ihnen erforderlich Daten zur Unterhaltsermittlung, gibt Ihnen dieser Wegweiser Hilfestellungen, wie Sie an die erforderlichen Informationen kommen und was zu tun ist, wenn keine Auskunft erteilt wird.
PRÜFUNGSSCHEMA zum EINKOMMEN
Welches Einkommen und Vermögen ist unterhaltsrelevant?
Die drei Schritte zum unterhaltsrelevanten Einkommen: Dieser Bereich ist sehr anspruchvoll und ohne fachliche Beratung nur mit Schwierigkeiten zu meistern. Wird um Kindesunterhalt in einem Rechtsstreit gefochten, liegt hier mindestens eines der Streitpotentiale. Warum das so ist, werden Sie schnell feststellen, wenn Sie den drei Prüfungsschritten auf unseren Seiten folgen. Nur das unterhaltsrelevante Einkommen ist für die Zuordnung zu einer 10. Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle maßgebend. Das Beispiel gibt das unterhaltsrelevante Einkommen des M in Höhe von 2.500,- € vor. Es ist der 4. Einkommensgruppe der DT zuzuordnen.
Optional kann mit einem Unterhaltsrechner Online das gefundene Ergebnis nochmals geprüft werden. Besonderheiten und Feinheiten des Unterhaltsrechts werden allerdings nicht berücksichtigt. Und davon gibt es reichlich.
Wann versagt die Düsseldorfer Tabelle ihren Dienst?