Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2029/67
Timestamp: 2019-12-12 23:30:47
Document Index: 102803442

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 551', 'BGH', '§ 254', 'BGH']

BGH, 30.04.1968 - VI ZR 29/67 - dejure.org
https://dejure.org/1968,1265
BGH, 30.04.1968 - VI ZR 29/67 (https://dejure.org/1968,1265)
BGH, Entscheidung vom 30.04.1968 - VI ZR 29/67 (https://dejure.org/1968,1265)
BGH, Entscheidung vom 30. April 1968 - VI ZR 29/67 (https://dejure.org/1968,1265)
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Schadensersatzansprüche nach dem Sturz eines Kinds von einem ungesichertem Balkon - Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter - Mitverantwortung des Hauseigentümers für "Wohl und Wehe" der Hausbewohner - Zurechnung von elterlichem Verschulden
NJW 1968, 1323
MDR 1968, 653
VersR 1968, 673
DB 1968, 1021
Keineswegs kann schon jeder, der infolge einer Sorgfaltsverletzung des Schuldners Schaden erlitten hat, einen eigenen Ersatzanspruch aus dem Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner ableiten (Senatsurteil vom 30. April 1968 - VI ZR 29/67 = NJW 1968, 1323).
Eine Garantenpflicht aus Vertrag würde voraussetzen, dass nach dem Sinn und Zweck des Vertrages und den Grundsätzen von Treu und Glauben eine vertragliche Sorgfalts- und Obhutspflicht gegenüber den Personen bestanden hätte, die mit den Produkten der Fa. PIP in Berührung kommen und deren Wohlergehen die Fa. PIP selbst berührt hätte, weil diese ihnen gegenüber schutz- und fürsorgeverpflichtet war, so dass sie ein Interesse daran gehabt hätte, dass die ihrem Schutz anvertrauten Personen nicht zu Schaden kommen (vgl. BGH, Urteil vom 30. April 1968 - VI ZR 29/67 -).
Hat aber schon dieses Außen Verhältnis Schutz- und Fürsorgepflichten zum Inhalt, so begünstigen diese durchweg nicht bloß den Vertragsgegner, sondern auch die diesem nahestehenden Dritten (vgl. zum Mietvertrag: BGHZ 49, 350, 353 [BGH 22.01.1968 - VIII ZR 195/65] m.w. Nachw.;Senatsurteil vom 30. April 1968 VI ZR 29/67 - LM § 278 BGB Nr. 51 - VersR 1968, 673; BGH Urteil vom 17. Dezember 1969 - VIII ZR 52/68 - VersR 1970, 162).
Ein solcher Zusammenhang kann angenommen werden, wenn die Haftung sich im Wesentlichen aus einem besonderen Schuldverhältnis wie einem Vertrag ergibt, mit dem der Geschädigte mit dem Haftenden verbunden ist (vgl. BGH NJW 1968, 1323 f.), oder wenn das besondere Schuldverhältnis besondere Pflichten für den Geschädigten enthält, den Schaden zu vermeiden (vgl. BGHZ 24, 325 ff.; BGH NJW 1964, 1670, 1671 unter II 3).
Das hat der Senat sogar dann bejaht, wenn der Geschädigte nur insofern an dem zwischen anderen geschlossenen Vertrag beteiligt war, als er in den Schutzzweck dieses Vertrages einbezogen worden war (vgl. BGHZ 24, 325, 327 [BGH 28.05.1957 - VI ZR 136/56] und Urteil vom 30. April 1968 - VI ZR 29/67 - VersR 1968, 673).
Keineswegs kann schon jeder, der infolge einer Sorgfaltsverletzung des Schuldners Schaden erlitten hat, einen eigenen Ersatzanspruch aus dem Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner ableiten (Senatsurteil vom 30. April 1968 - VI ZR 29/67 - NJW 1968, 1323).
LG Leipzig, 08.06.2017 - 7 S 315/17
Verwaltervertrag gekündigt - Eigentümer fordert Auszahlung der Mietkautionen!
Der Verwalter ist Erfüllungsgehilfe des Vermieters (§ 278 BGB) hinsichtlich der dem Vermieter gem. § 551 Abs. 3 BGB obliegenden Verpflichtung zur Anlage der Mieterkautionen auf einem Treuhandkonto (BGH v. 30.4.1968, Az. VI ZR 29/67, NJW 68, 1323 ).
Zwar stellt der Mietvertrag zwischen der Mutter des Klägers und der Beklagten zu 1) einen Vertrag mit Schutzwirkungen zugunsten des Klägers dar, so dass eine Verschuldenszurechnung aufgrund der insoweit bestehenden Sonderverbindung grundsätzlich auch im Bereich der deliktischen Haftung gemäß §§ 254 Abs. 2 Satz 2, 278 BGB analog in Betracht kommt (vgl. BGH NJW 1968, 1323).