Source: http://www.emonds24.de/docs/06-faq-1-hpv.php
Timestamp: 2018-03-22 15:35:47
Document Index: 226042674

Matched Legal Cases: ['§ 832', '§ 823', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

► Private Haftpflichtversicherung - was ist versichert
► Private Haftpflichtversicherung - mögliche Deckungserweiterungen
► Private Haftpflichtversicherung - wie lange sind Kinder versichert
► Private Haftpflichtversicherung - Aufsichtspflichtverletzung bei Kindern
► Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Schadenbeispiele
► Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Allmählichkeitsschäden
► Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Abwasserschäden
Private Haftpflichtversicherung - was ist versichert
Private Haftpflichtversicherung - mögliche Deckungserweiterungen
- Schäden durch nicht deliktfähige Kinder
- Mietsachschäden an Gebäuden
- Gefälligkeitsschäden
- Hüten fremder Hunde/Pferde
- Beschädigungen von gemieteten Einrichtungsgegenständen in Hotels, Ferienwohnungen und -häusern
- Abwasserschäden
- Allmählichkeitsschäden
- Schlüsselschäden
- Auslandsschäden (weltweit)
- Vermietung von Wohnraum (Einliegerwohnung und Einzelräume) zu privaten Zwecken
- Vermietung von Garagen
- Eigenes, selbst genutztes Einfamilienhaus / Ferienwohnungen im Inland
- WHG-Deckung für Öltanks
- Beschädigung, Vernichtung oder Verlust fremder Sachen
Private Haftpflichtversicherung - wie lange sind Kinder versichert
Minderjährige eigene Kinder und auch Kinder des mitversicherten Lebenspartners sind grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern mitversichert. Zu diesen Kindern zählen auch Stief-, Adoptiv-, Pflegekinder und Mündel. Geistig behinderte Kinder sind solange mitversichert, wie sie einer Betreuung im Sinne des Betreuungsgesetzes bedürfen, unverheiratet sind und im Haushalt des Versicherungsnehmers leben.
Auch volljährige unverheiratete Kinder sind - solange sie sich in einer Ausbildung/Studium befinden und/oder Grundwehr-/Zivildienst ableisten - bis zur Aufnahme einer Berufstätigkeit mitversichert. Danach ist eine eigene Privathaftpflichtversicherung erforderlich.
Private Haftpflichtversicherung - Aufsichtspflichtverletzung bei Kindern
Eltern bzw. Aufsichtspersonen (z.B. Kindergartenpersonal, Lehrer) haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht über minderjährige Kinder verletzen gem. § 832 BGB. Kinder bis zum 6. Lebensjahr haften grundsätzlich nicht für Schäden, die sie anderen zugefügt haben; die Haftung von Kindern von 7 bis 17 Jahren richtet sich nach der Einsichtsfähigkeit, ein schädigendes Verhalten vorzunehmen bzw. dessen Gefährlichkeit vorauszusehen (§§ 823, 828 Abs.3 BGB). Hat ein Aufsichtpflichtiger seine Aufsichtspflicht bei der Begehung der schädigenden Handlung verletzt, kommt seine Haftung an Stelle oder neben dem verursachenden Kind in Frage.
Wie weit die Aufsichtspflicht geht, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Maßgebend sind Alter und geistige Reife des Kindes, wobei laut Rechtsprechung keine überzogenen Ansprüche an die Aufsichtspflicht gestellt werden dürfen. So kann z.B. ein Kind nicht pausenlos beaufsichtigt werden.
Haftet ein minderjähriges Kind nicht, weil es unter 7 Jahre alt ist, oder nicht die notwendige Einsichtsfähigkeit besitzt, so tritt die Haftpflichtversicherung der Aufsichtsperson, bei Eltern z.B. die Privathaftpflichtversicherung, nur dann ein, wenn eine Aufsichtspflichtverletzung vorlag, da ansonsten überhaupt keine Haftung besteht.
Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Schadenbeispiele
Der Mieter stürzt auf der Treppe, weil der Handlauf nicht im ordnungsgemäßen Zustand ist, und verletzt sich. Nun macht er Schadenersatzansprüche gegen den Eigentümer und Vermieter geltend.
Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Allmählichkeitsschäden
Ausgeschlossen aus der Allgemeinen Haftpflichtversicherung sind Sachschäden durch allmähliche Einwirkung von Temperatur, Gasen, Dämpfen, Feuchtigkeit oder Niederschlägen gem. § 4 Ziff. I 5 AHB (Ausschlüsse - Haftpflicht).
Allmählichkeitsschäden werden inzwischen häufig - abweichend von § 4 Ziff. I 5 AHB - in der Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung sowie in der Umwelthaftpflichtversicherung mitversichert.
Neuerungen durch die AHB 2004: Aufgrund entsprechender Rechtsprechung (Allmählichkeitsschäden - Urteile), die diesen Ausschluss für nicht transparent und daher unwirksam erklärt hat und der Tatsache, dass in der Versicherungswirtschaft für die häufigsten Risiken (Bauwirtschaft, Haus- und Grundbesitz) Versicherungsschutz für die Allmählichkeitsschäden geboten wurde, ist der Ausschluss in den neuen AHB 2004 ersatzlos gestrichen worden.
Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung - Abwasserschäden
Schäden durch Abwässer sind in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung gem. § 4 Ziff. I 5 AHB vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Im Rahmen der Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung sind aber - abweichend von § 4 Ziff. I 5 AHB - Schäden durch häusliche Abwässer mitversichert. Eingeschlossen sind hierbei Sachschäden durch Rückstau des Straßenkanals.
Gewerbliche bzw. industrielle Abwässer sind aber In jedem Fall ausgeschlossen. Für das Risiko des Einleitens bzw. als Inhaber von umweltrelevanten Abwasseranlagen oder dgl. muss eine Umwelthaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
"Abwasser" in diesem Sinne ist Wasser, das nach Gebrauch bewusst abgeleitet bzw. entsorgt wird. Es unterscheidet sich vom Frischwasser durch eine verminderte Qualität. Diese kann durch chemische, aber auch durch physikalische Veränderung des Wassers eingetreten sein. Physikalisch verändert ist Wasser z.B. dann, wenn die Temperatur verändert wurde. Ob ein bewusstes Verändern des Wassers vorlag, ist unerheblich; wenn das Wasser unverändert wieder entsorgt wird - so liegt z.B. bei abgeleitetem Regenwasser, kein Abwasser im Sinne dieser Bestimmung vor.