Source: http://www.vda-erlangen.de/index.php/referendariat-lehrer/
Timestamp: 2019-09-18 20:25:27
Document Index: 253831286

Matched Legal Cases: ['§44', 'Art. 75', 'Art. 75', 'Art. 82', 'Art. 88', 'Art. 96']

Versicherungen im Referendariat: Lehramtsanwärter & Beihilfe - VDA
Was ist ein Referendariat?
Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Lehramtsstudium (1. Staatsexamen) wollen Lehramtsstudenten in der Regel ihre „Ausbildung“ um eine praktische Note erweitern.
Diese zwei Jahre dauernde Ausbildung an Praxis- und Seminarschulen endet mit dem Bestehen der 2. Staatsprüfung und der damit einhergehenden Eignungsfeststellung für die weitere Beamtenlaufbahn.
In der Phase des Referendariates ist man bereits ein „Minibeamter“. Formal erfolgt die Ernennung zum „Beamten auf Widerruf“ mit dem Beginn des Referendariates.
Bezüge von Referendaren und Lehrern in Bayern
Beihilfe und Versicherungen für Referendare und Lehrer
Als Beamter auf Widerruf befindet man sich im sogenannten Vorbereitungsdienst. Man durchläuft eine „Ausbildung“ zum gehobenen Dienst. Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist daher durch den Dienstherrn widerrufbar und endet mit dem Bestehen oder dem endgültigen Nicht-Bestehen der Laufbahnprüfung.
Als Beamter auf Widerruf genießt man bereits einige der „Beamten-Privilegien“, wie zum Beispiel den Anspruch auf Beihilfe. Allerdings gilt auch im Referendariat, dass „Lehrjahre keine Herrenjahre“ sind. Dementsprechend sind Beamte auf Widerruf von gewissen Versorgungsleistungen des Dienstherrn (noch) ausgenommen. Als Beispiele dienen hier die Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit, die im Bundesbeamtengesetz (BBG – §44 ff.) als Dienstunfähigkeit definiert wird oder der Anspruch auf Pension (Altersversorgung).
Die Laufbahn eines Beamten erfolgt im Idealfall in drei Stufen.
Beamter oder Beamtin auf Widerruf (BaW)
Diese Stufe erreichen Sie mit der Vereidigung und dem Beginn Ihres Vorbereitungsdienstes.
Beamter oder Beamtin auf Probe (BaP)
Erfolgt nach dem erfolgreichen Abschluss des 2. Staatsexamens bei entsprechender Benotung und Übernahme in den verbeamteten Staatsdienst.
Beamter oder Beamtin auf Lebenszeit (BaL)
Drei Jahre nach der Verbeamtung auf Probe erfolgt in der Regel die Verbeamtung auf Lebenszeit. Unter besonderen Umständen kann diese auch früher geschehen.
Jede Stufe hat ihre beamten- bzw. versorgungsrechtlichen Besonderheiten.
Beamtenanwärter im Schuldienst werden als Referendare oder Lehramtsanwärter bezeichnet
Bezüge von Referendaren und Lehramtsanwärtern in Bayern
Im Referendariat erhalten Sie Dienstanfängerbezüge. Die genaue Höhe Ihrer Besoldung richtet sich nach der Schulart, dem Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder.
Die Bezüge für Anwärter und Anwärterinnen sind im Bayerischen Besoldungsgesetz (BayBesG) in den Artikeln 75 bis 90 geregelt. Die Bezüge setzen sich wie folgt zusammen:
Anwärtergrundbetrag (Art. 75, 77)
Familienzuschlag (Art. (Art. 75)
Jährliche Sonderzahlung (Art. 82 bis 87)
Vermögenswirksame Leistungen (Art. 88 bis 90)
Die aktuellen Werte für die Anwärtergrundbeträge und Familienzuschläge erhalten Sie auf der Seite des Landesamts für Finanzen des Freistaats Bayern.
Die genaue Berechnung Ihrer zu erwartenden Bezüge nehmen wir mit Ihnen gemeinsam in unseren Beratungsgesprächen vor. Wir erklären Ihnen genau mit welchem Einkommen Sie rechnen können.
Das tatsächliche Gehalt eines Lehramtsanwärters hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Gesetzesgrundlagen sind in den Besoldungsordnungen des Bundes und der Länder geregelt.
Wenn Sie Ihr Referendariat in München ableisten können Sie „Ballungsraumzulage“ erhalten. Wie das geht? Fragen Sie uns in der Beratung dazu.
Beihilfe und Versicherungen für Referendare und Lehramtsanwärter
Die jeweiligen Länder regeln die Beihilfe in eignen Gesetzen, dementsprechend gibt es 17 verschiedene Beihilfe-Regelungen in Deutschland. In Bayern ist die Beihilfe im Bayrischen Beamtengesetz geregelt.
Die Beihilfe ist eine eigenständige beamtenrechtliche Krankenfürsorge des Dienstherren gegenüber den Beamten und ihren Familien. Beihilfen werden in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen oder bei Maßnahmen zur Vorsorge (u. a. zur Früherkennung von Krankheiten und bei Schutzimpfungen) gewährt. Auf die Beihilfe haben Sie, als zukünftiger Beamter, einen Rechtsanspruch, der Ihnen zusätzlich zu Ihren Bezügen zusteht und ggf. auch einklagbar ist.
Was ist die Beihilfe nicht?
Die Beihilfe ersetzt nicht die von den Beamten für sich und die Familie aus den laufenden Bezügen zu bestreitende Eigenvorsorge, sondern ergänzt diese. Geregelt ist die Gewährung von Beihilfeleistungen in den Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder.
Beamte haben deshalb für sich und Ihre Familie für etwaige Notfälle vorzusorgen und dies durch den Abschluss einer Krankenversicherung sicherzustellen. Davon ausgehend leistet der Dienstherr in Erfüllung seiner Für­sorgepflicht eine ergänzende (Bei-)Hilfe, die dafür sorgen soll, die Belastungen durch Krankheitskosten zu mindern.
Gesetzlich Versicherte können die Beihilfe nicht nutzen
Zwischen Beihilfe und Gesetzlicher Krankenversicherung bestehen, ähnlich wie zwischen Beamtenversorgung und Gesetzlicher Rentenversicherung, nicht nur strukturelle Unterschiede. Bei der Entscheidung nach der für Sie passenden Krankenversicherung müssen Sie berücksichtigen, dass Sie weder einen Anspruch auf Zuschuss Ihrer Dienststelle zur beihilfekonformen Privaten Krankenversicherung (PKV) noch zur Freiwilligen Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben. Sie bezahlen in beiden Fällen jeweils den gesamten Beitrag.
Falls Beamte sich entscheiden, sich gesetzlich zu versichern, so müssen sie beide Anteile (Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil) der GKV bezahlen. Beamtenanwärter in der GKV zahlen deshalb ca. 220-250 Euro im Monat. Darüberhinaus würden diese Beamte auch die Leistungen, die Sie von der Beihilfe erhalten würden, verschenken.
Nur die Private Krankenversicherung bietet günstige Dienstanfängertarife, die auf die Beihilfe abgestimmte Leistungen beinhalten und die staatliche Beihilfe optimal ergänzen. Die Kosten für eine private Krankenversicherung im Sondertarif für Dienstanfänger betragen ca. 60-120 Euro im Monat.
Wie viel Beihilfe bekommen Beamte in Bayern?
Mit der Ernennung zum Beamten oder zur Beamtin auf Widerruf im Vorbereitungsdienst besteht Anspruch auf Beihilfe in Krankheits-, Geburts-, Pflege- und sonstigen Fällen gem. Art. 96 BayBG i.V.m. der Bayerischen Beihilfeverordnung vom 02.01.2007 in der jeweils geltenden Fassung.
Die Beihilfe wird nach einem Prozentsatz der beihilfefähigen Aufwendungen (Bemessungssatz) in der Regel wie folgt bemessen:
– 50 v.H.: Beamter/Beamtin
– 70 v.H.: Beamter/Beamtin für die Dauer der Elternzeit (neu! ab 01.01.2017)
– 70 v.H.: Beamter/Beamtin mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern
– 70 v.H.: Ruhestandsbeamte
– 70 v.H.: berücksichtigungsfähige Ehegatten
– 80 v.H.: berücksichtigungsfähige Kinder (eigene und adoptierte Kinder)
In den nachfolgenden Diagrammen sehen Sie den Beihilfesatz für Beamte bzw. deren Familienangehörigen in hellgrün dargestellt. Passend dazu kann die Private Krankenversicherung (dunkelgrün) abgeschlossen werden.
Aufgrund sich ändernder Lebenssituationen kann es vorkommen, dass sich Beihilfesätze für Beamte bzw. deren Familienangehörige ändern. Die Änderungen der Beihilfesätze werden nicht automatisch in die Private Krankenversicherung übernommen. Da für diese Änderungen Fristen existieren, ist es wichtig sich bei Beihilfeänderungen zeitnah mit unserer Agentur in Verbindung zu setzen, damit man die Private Krankenversicherung anpassen kann. Sonst drohen ggf. Unterversicherungen oder Beitragszuschläge.
Beihilfe 50% .
Beihilfe 70%
Beihilfe 80%