Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.10.2006&Aktenzeichen=VII%20ZR%20272/05
Timestamp: 2019-10-22 00:07:33
Document Index: 294604533

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 638', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 634', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.10.2006 - VII ZR 272/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,597
BGH, 12.10.2006 - VII ZR 272/05 (https://dejure.org/2006,597)
BGH, Entscheidung vom 12.10.2006 - VII ZR 272/05 (https://dejure.org/2006,597)
BGH, Entscheidung vom 12. Januar 2006 - VII ZR 272/05 (https://dejure.org/2006,597)
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Zurechnung des arglistigen Verschweigens einer mangelhaften Ausführung durch den von einem Bauunternehmer eingesetzten Subunternehmer; Annahme eines arglistigen Verhaltens des Bauleiters in Anbetracht eines für einen Fachkundigen offensichtlichen Mangels; Zurechnung ...
Zur Frage, ob dem Unternehmer die Kenntnis eines mit der Prüfung des Werkes beauftragten Mitarbeiters eines Subunternehmers auch dann zuzurechnen ist, wenn er einen Bauleiter zur Überwachung eingesetzt hat
BGB § 638 (a.F.)
Zurechnung des Verschuldens von Mitarbeitern des Subunternehmers bei der Prüfung des Werks
Haftung für arglistiges Verschweigen des Subunternehmers?
Baumängel verjährt? - Nicht, wenn ein Subunternehmer diese arglistig verschwiegen hat
Zurechnung der Arglist eines Subunternehmers zu Lasten des Unternehmers
Arglistiges Verschweigen des SubU ist dem GU zurechenbar! (IBR 2006, 667)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.10.2006, Az.: VII ZR 272/05 (Mangelzurechnung bei Arglist des Subunternehmers und Unkenntnis des Bauleiters)" von RA Dr. Klaus Kapellmann, original erschienen in: NJW 2007, 366 - 368.
Kurznachricht zu "Organisierte Arglistverhinderung und Verjährung" von RA Hans Christian Schwenker und RiOLG Dr. Markus Wessel, original erschienen in: ZfBR 2008, 222 - 226.
LG Traunstein, 11.04.2005 - 3 O 1231/04
OLG München, 13.09.2005 - 13 U 3001/05
OLG München, 08.05.2007 - 13 U 3001/05
BGHZ 169, 255
NJW 2007, 366
MDR 2007, 267
DNotZ 2007, 115
NZBau 2007, 96
WM 2006, 2377
DB 2007, 1465
BauR 2007, 114
ZfBR 2007, 47
Allein die Kenntnis dieses kompetenten Personals versetzt die Beklagte in die Lage, ihrer Offenbarungspflicht bei der Abnahme des Architektenwerks zu genügen (vgl. BGH, Urteil vom 12. Oktober 2006 - VII ZR 272/05, BGHZ 169, 255, 260 m.w.N.).
Eines solchen detaillierten Vortrages bedarf es nicht, wie der Senat in anderem Zusammenhang bereits entschieden hat (vgl. BGH, Urteil vom 12. Oktober 2006 - VII ZR 272/05, BGHZ 169, 255, 260 f.).
Arglistig handelt ein Werkunternehmer dann, wenn er den Mangel bzw. die für diesen ursächliche vertragswidrige Ausführung der Werkleistung kennt (BGH, Urteil vom 12.10.2006 - VII ZR 272/05 = NJW 2007, 366;… BGH, Urt. v. 8.3.2012 - VII ZR 116/10 = NJW 2012, 1653; Beck Online) oder die Möglichkeit seines Vorhandenseins billigend in Kauf nimmt, sich bewusst ist, dass der Mangel für die Entscheidung des Bestellers über die Abnahme erheblich ist und den Mangel nicht offenbart, obwohl er nach Treu und Glauben dazu verpflichtet ist (…vgl. Palandt-Sprau, 74. Aufl., § 634a Rn. 20 m.w.N.).
Die fehlende Überwachung ist nicht Voraussetzung für die Zurechnung der Arglist (vgl. BGH, Urteil vom 12.10.2006 - VII ZR 272/05 = NJW 2007, 366; Beck Online).
Dieses Bewusstsein fehlt, wenn ein Mangel nicht als solcher wahrgenommen wird (BGH, Urteil vom 11. Mai 2001 - V ZR 14/00, BauR 2001, 1431, 1432; Urteil vom 12. Oktober 2006 - VII ZR 72/05, BauR 2007, 114, 115 ).
Allein die Kenntnis dieses kompetenten Personals versetzt die Beklagte in die Lage, ihrer Offenbarungspflicht bei der Abnahme des Werks zu genügen (vgl. BGH, Urteil vom 12. Oktober 2006 - VII ZR 272/05, BGHZ 169, 255, 260 m.w.N.).
Unterlässt er dies, so verjähren Gewährleistungsansprüche des Bestellers in der bei arglistigem Verschweigen eines Mangels geltenden Frist, wenn der Mangel bei richtiger Organisation entdeckt worden wäre (ständige Rechtsprechung des BGH seit dem Urteil vom 12. März 1992, VII ZR 5/91, BGHZ 117, 318 ff.; vgl. weiter: Urteil vom 30. November 2004, X ZR 43/03, NJW 2005, 893 f.; Urteil vom 12. Oktober 2006, VII ZR 272/05, BGHZ 169, 255 ff.; Urteil vom 11. Oktober 2007, VII ZR 99/06, BGHZ 174, 32 ff.; Urteil vom 27. November 2008, VII ZR 206/06, BGHZ 179, 55 ff.;… Urteil vom 22. Juli 2010, VII ZR 77/08, a.a.O., hier zitiert nach juris, Rdn. 13).
Etwas Anderes kann z.B. gelten, wenn die Bauüberwachung vom Unternehmer in einer Weise organisiert ist, die es dem Bauleiter nicht möglich macht, die ihm obliegenden Aufgaben zu erfüllen (BGH, Urteil vom 12. Oktober 2006, VII ZR 272/05, a.a.O., hier zitiert nach juris, Rdn. 17).
Allein die Kenntnis dieses kompetenten Personals versetzt die Beklagte in die Lage, ihrer Offenbarungspflicht bei der Abnahme des Werkes regelgerecht zu genügen (BGH, Urteil vom 12.10.2006 - VII ZR 272/05, BGHZ 169, 255 mwN).
Dabei kann allein aus dem Vorliegen eines gravierenden Mangels, der bei einer Kontrolle entdeckt worden wäre, nicht auf das notwendige Bewusstsein geschlossen werden, weil die Frage, ob sich jemand arglistig verhält, einer typisierten Beurteilung nicht zugänglich ist, sondern von den individuellen Umständen des Einzelfalls abhängt, und solange ein unsorgfältiges, auch grob fahrlässiges Verhalten in Betracht kommt (BGH NZBau 2007, 96, 97; OLG Hamm NJW-RR 1999, 171, 172; OLG Schleswig, Urteil vom 12. März 2004, 14 U 9/03, juris).
Dieses Bewusstsein fehlt, wenn der Mangel nicht als solcher wahrgenommen wird (…BGH Urt. v. 11.10.2007 - VII ZR 99/06 Nagelplattenbinder, BauR 2008, 87; Urt. v. 12.10.2006 - VII ZR 272/05 Randfugen, BauR 2007, 114).
Ferner muss er sich unter bestimmten Voraussetzungen die Arglist, d.h. Mangelkenntnis, des Nachunternehmers zurechnen lassen, sofern nämlich der Nachunternehmer als Erfüllungsgehilfe der den Unternehmer treffenden Offenbarungspflicht anzusehen ist, weil nur sein Wissen ihn in Stand setzt, seine Offenbarungspflicht zu erfüllen (BGH Urt. v. 12.10.2006 - VII ZR 272/05 Randfugen, BauR 2007, 114;… Urt. v. 11.10.2007 - VII ZR 99/06 Nagelplattenbinder, BauR 2008, 87).
Da allein das Wissen der C S.r.L. über die von ihr ausgeführten Tests die Klägerinnen in den Stand setzte, ihre Offenbarungspflicht gegenüber der Beklagten zu erfüllen, ist es geboten, den Klägerinnen die Kenntnisse der C S.r.L. zuzurechnen (BGH, Urteil vom 12.10.2006, VII ZR 272/05, BGHZ 169, S. 255, zitiert nach Juris, Rdnr. 14).
OLG Celle, 01.12.2011 - 16 U 95/11
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