Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerfG_02_09_2009_1_BvR_3171_08_Gewaehrleistung_eines_wirkun-d3826677.html
Timestamp: 2016-12-06 03:47:12
Document Index: 16279324

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 20', 'EuG', 'Art. 2', 'Art. 20']

BVerfG, 02.09.2009 - 1 BvR 3171/08 - Gewährleistung eines wirkungsvollen Rechtsschutzes im materiellen Sinne für bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten bei 14-jähriger Verfahrensdauer in der ersten Instanz; Grenzen der Angemessenheit der Dauer eines Verfahrens; Verpflichtung der Fachgerichte zur Ergreifung von Beschleunigungsmaßnahmen | Urteile auf anwalt24.de
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BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 02.09.2009, Az.: 1 BvR 3171/08Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 02.09.2009Referenz: JurionRS 2009, 21746Aktenzeichen: 1 BvR 3171/08 Verfahrensgang:vorgehend:LG Hannover - AZ: 9 O 20/95Rechtsgrundlagen:Art. 2 Abs. 1 GGArt. 20 Abs. 3 GGFundstellen:AnwBl 2009, 801-803DVBl 2009, 1323EuGRZ 2009, 695-699GuT 2009, 354-355 (Pressemitteilung)IBR 2009, 686PA 2009, 209VersR 2010, 1617-1619ZAP EN-Nr. 637/2009Verfahrensgegenstand:Die Verfassungsbeschwerde der Frau R...,...gegen die Untätigkeit des Landgerichts Hannover im Verfahren 9 O 20/95Redaktioneller Leitsatz:Ist ein erstinstanzliches Verfahren nach über 14 Jahren noch nicht abgeschlossen, liegt darin, auch wenn es sich um einen komplizierten Rechtsstreit handelt, eine Verletzung des Betroffenen in seinem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG, wenn eine Beschleunigung des Verfahrens möglich war.In dem Verfahren...hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den Präsidenten Papier und die Richter Bryde, Schluckebier am 2. September 2009 einstimmig beschlossen:Tenor:1Die Rechte der Beschwerdeführerin aus Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip (Artikel 20 Absatz 3 des Grundgesetzes) werden dadurch verletzt, dass es das Landgericht Hannover unterlassen hat, in dem Verfahren 9 O 20/95 in angemessener Zeit eine Entscheidung über die in dem Rechtsstreit von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ansprüche zu treffen.2Das Land Niedersachsen hat der Beschwerdeführerin ihre notwendigen Auslagen zu erstatten.3Der Wert des Gegenstandes der anwaltlichen Tätigkeit wird für das Verfassungsbeschwerdeverfahren auf 8.000 € (in Worten: achttausend Euro) festgesetzt.