Source: https://www.icon.at/de/publikationen/news/news/detail/2017-02-14-meldepflichten-finanzamtsmeldungen-bis-spaetestens-2822017/
Timestamp: 2020-01-26 12:23:55
Document Index: 171093519

Matched Legal Cases: ['§ 109', '§ 109', '§ 22', '§ 99', '§ 12', '§ 109', '§ 109', '§ 109', '§ 109']

MELDEPFLICHTEN | Finanzamtsmeldungen bis spätestens 28.2.2017! - ICON Wirtschaftstreuhand GmbH
MELDEPFLICHTEN | Finanzamtsmeldungen bis spätestens 28.2.2017!
Bestimmte Honorarzahlungen sind bis spätestens Ende Februar des Folgejahres elektronisch dem Finanzamt mitzuteilen. Erfahren Sie hier, welche Ihrer in- und ausländischen Zahlungen davon betroffen sind und wie Sie durch korrekte Meldungen, heuer bis spätestens 28.2.2017, Geldstrafen bis zu 20.000 EUR vermeiden.
Wenn natürliche Personen oder Personengemeinschaften bestimmte Leistungen außerhalb eines Dienstverhältnisses an ein Unternehmen bzw. eine Körperschaft des öffentlichen und privaten Rechts erbringen, muss der leistungsempfangende Unternehmer bestimmte Daten in einer Mitteilung gemäß § 109a EStG (ähnlich einem Lohnzettel) an das Finanzamt übermitteln (und den sohin gemeldeten Honorarempfängern eine Kopie zusenden).
Wann muss nicht gemeldet werden? Gibt es eine Bagatellgrenze?
Für echte Bagatellfälle kann die Mitteilung nach § 109a EStG entfallen, wenn
Selbständige Tätigkeiten, wenn die Tätigkeit „im Inland ausgeübt“ wird. Voraussetzung ist also, dass die Leistung aktiv in Österreich erbracht wird. Die selbständigen Tätigkeiten sind in § 22 EStG geregelt. Darunter fallen beispielsweise Rechtsanwälte und Wirtschaftstreuhänder, Unternehmensberater, Aufsichtsratsmitglieder und wesentlich (> 25%) beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer.
Vermittlungsleistungen, die von unbeschränkt Steuerpflichtigen erbracht werden oder die sich „auf das Inland beziehen“. Auf das Inland beziehen sich Vermittlungsleistungen, die „inländisches Vermögen“ betreffen. Der Export von inländischem Umlaufvermögen löst jedoch keine Mitteilungspflicht aus (zB Vermittlungsprovisionen für Exportumsätze). Zu beachten ist aber, dass solche Provisionszahlungen an in Österreich unbeschränkt steuerpflichtige Personen sehr wohl von der Meldepflicht betroffen sind. Zum maßgeblichen Inlandsbezug erfolgten seitens der Finanzverwaltung nachträgliche Klarstellungen in den Einkommensteuerrichtlinien (vgl Rz 8320 EStR).
Wann muss nicht gemeldet werden? Gibt es auch hier eine Betragsgrenze?
die Zahlungen pro Leistungserbringer im Ausland in einem Kalenderjahr 100.000 EUR nicht übersteigen, oder
ein Steuerabzug gemäß § 99 EStG zu erfolgen hat (Abzugssteuern nach dieser Vorschrift sind beispielsweise für selbständige Tätigkeiten, Lizenzzahlungen, kaufmännische oder technische Beratungen im Inland, Gestellung von Arbeitskräften zur inländischen Arbeitsausübung vorgesehen; die Meldepflicht entfällt allerdings nur dann, wenn tatsächlich ein Steuerabzug vorgenommen wurde) oder
die Zahlung an eine ausländische Körperschaft erfolgt, die im Ausland einem Steuersatz von mindestens 15 % unterliegt (dadurch sollen vor allem Zahlungen in Niedrigsteuerländer von der Mitteilungspflicht erfasst werden; Hinweis: Wenngleich für Zinsen- und Lizenzzahlungen im Konzern bei Niedrigbesteuerung unter 10 % seit 1.3.2014 der Betriebsausgabenabzug beim inländischen Zahler gemäß § 12 Abs 1 Z 10 KStG ohnehin gänzlich versagt wird, dürfte ggfs die Mitteilungspflicht gemäß § 109b EStG dennoch aufrecht sein).
Die Meldung ist grundsätzlich in elektronischer Form (über ELDA oder für Großübermittler auch über Statistik Austria) bis Ende Februar des jeweils folgenden Kalenderjahres an das Finanzamt, das für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständig ist, zu übermitteln (Mitteilungen für das Kalenderjahr 2016 somit bis spätestens Dienstag, 28.2.2017).
Hinsichtlich der meldepflichtigen Daten wird im Detail auf die amtlichen Formulare hingewiesen, die auch Bezugnahmen auf die Detailregelungen in den Einkommensteuerrichtlinien enthalten und auf der BMF-Homepage abrufbar sind unter:
Formular E109a
Formular E109b
Liegen die Voraussetzungen sowohl für eine Mitteilung nach § 109a EStG als auch nach § 109b EStG vor, so ist nur die Mitteilung gemäß § 109b EStG zu machen.
Wird die Pflicht zur Übermittlung der Mitteilung vorsätzlich verletzt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10 % des meldepflichtigen Betrages gerechnet werden (Finanzordnungswidrigkeit). Die Höchststrafe hierfür beträgt 20.000 EUR.