Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20ZR%20117/02
Timestamp: 2019-09-20 13:00:26
Document Index: 391974843

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 178', '§ 12', '§ 8', '§ 178', '§ 12', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 15', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 178', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'BGH', '§ 178', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 12', 'BGH', '§ 203', 'BGH', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 178', '§ 12', '§ 341', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'BGH']

BGH, 16.06.2004 - IV ZR 117/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,461
BGH, 16.06.2004 - IV ZR 117/02 (https://dejure.org/2004,461)
BGH, Entscheidung vom 16.06.2004 - IV ZR 117/02 (https://dejure.org/2004,461)
BGH, Entscheidung vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02 (https://dejure.org/2004,461)
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VVG § 178g; VAG § 12b; MB/KK 94 § 8b
Voraussetzungen für eine Prämienerhöhung nach den gesetzlichen, vertraglichen und tariflichen Bestimmungen; Nachhaltige Erhöhung des tatsächlichen Schadensbedarfs; Prämienkalkulation in der substitutiven und der sonstigen nach Art der Lebensversicherung betriebenen ...
Zu den Voraussetzungen und den Berechnungsmaßstäben für eine Prämienanpassung durch den Krankenversicherer
Sozialrecht - Berechnungsmaßstäben für eine Prämienanpassung
Zu den Voraussetzungen und den Berechnungsmaßstäben für eine Prämienanpassung durch den Versicherer in der privaten Krankenversicherung
Kriterien für Prämienanpassung bei privater Krankenversicherung
Voraussetzungen und Berechnungsmaßstäbe einer Prämienanpassung
Private Krankenversicherung: Angemessene Prämien
VVG § 178g; VAG § 12b; MBKK 94 § 8b
Prämienanpassung für geschlechtsabhängige Tarife der privaten Krankenversicherung unter für Männer und Frauen getrennter Feststellung der Kostensteigerung
Gesetzliche Vorgaben für die Prämienanpassung eines Versicherers; kein Ermessen eines Versicherers für die Prämienanpassung; eingeschränkte gerichtliche Überprüfung der Prämienanpassung eines Versicherers
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.6.2004 (Az.: IV ZR 117/02); Zu den Voraussetzungen und den Berechnungsmaßstäben für eine Prämienanpassung durch den Krankenversicherer" von Prof. Dr. Dirk Looschelders und Wiss. MA Christina Bruns, original erschienen in: JR ...
Klage gegen rechtswidrige Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung
BGHZ 159, 323
NJW 2004, 2679
MDR 2004, 1183
VersR 2004, 991
VersR 2005, 489
VersR 2005, 489 A
WM 2004, 1496
JR 2005, 237
Mit der von den Zivilgerichten durchzuführenden materiellen Prüfung von Voraussetzungen und Umfang der vorgenommenen Prämienerhöhung (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 325 [juris Rn. 7]) erfolgt zugleich eine umfassende Überprüfung der Ordnungsgemäßheit der vorgenommenen Beitragsanpassung, was für die Stabilität der Prämien unabdingbar ist.
Die Verwendung der Mittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung ist in systematischer Hinsicht Teil der Prämienberechnung (…MünchKomm-VVG/Boetius, 2. Aufl. § 203 Rn. 408; vgl. auch Senatsurteile vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 332 f. [juris Rn. 22 ff.];… vom 1. Juli 1992 - IV ZR 191/91, BGHZ 119, 55, 58 [juris Rn. 13 ff.]).
Sie beschränkt vielmehr die Möglichkeiten des Versicherers, die Berechtigung der Prämienerhöhung durch das Nachschieben von Unterlagen im Prozess darlegen zu können, weil nur die Unterlagen, die der Versicherer dem Treuhänder zur Prüfung gemäß § 12b VAG a.F., § 15 KalV a.F. (nunmehr § 17 KVAV) vorgelegt hat, Gegenstand der gerichtlichen Überprüfung sind (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 329 f. [juris Rn. 15 f., 25];… vgl. auch Senatsurteil vom 9. Dezember 2015 - IV ZR 272/15, r+s 2016, 85 Rn. 26 sowie Gerwins, NVersZ 1999, 53, 54).
Eine solche wirkungsvolle richterliche Kontrolle auf Veranlassung und unter Mitwirkung des einzelnen Versicherungsnehmers ist aber bereits dadurch garantiert, dass die Prämienanpassung im Individualprozess in sachlicher Hinsicht einer umfassenden tatsächlichen und rechtlichen Prüfung durch die Zivilgerichte anhand der maßgeblichen privatrechtlichen Normen unterliegt (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2015 - IV ZR 272/15, r+s 2016, 85 Rn. 9, 21; vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 325 [juris Rn. 7];… BVerfG VersR 2000, 214, 215 f. [juris Rn. 11 ff.]).
Der Treuhänder hat die ihm obliegende Zustimmung zu erteilen, wenn die Beitragsberechnung mit diesen Vorgaben in Einklang steht (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 aaO S. 328 f. [juris Rn. 13]).
Diese Überprüfung hat sich sowohl auf die Ermittlung des Anpassungsfaktors als auch auf die Limitierungsmaßnahmen zu erstrecken (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 aaO S. 332 f. [juris Rn. 22-24]).
Auf den auch hierin liegenden Unterschied der Treuhändertätigkeit im Vergleich zur Prämienanpassung hat der Senat bereits in seinem Urteil vom 16. Juni 2004 (IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323) hingewiesen (…aaO S. 328 f. [juris Rn. 13 f.];… ebenso OLG Celle r+s 2018, 547 Rn. 73; Thüsing/Jänsch, VersR 2018, 837, 848; Wiemer/Richter, VersR 2018, 641, 646).
(So hat der Senat dies auch in der Entscheidung zur Prämienanpassung in der Krankenversicherung gesehen, Urteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02 - BGHZ 159, 323).
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist dies dadurch gewährleistet, dass die neuen Klauseln nach inzwischen einhelliger, vom Senat geteilter Ansicht sowohl im Individualprozess als auch im Verbandsprozess nach dem Unterlassungsklagengesetz der uneingeschränkten richterlichen Inhaltskontrolle unterliegen (vgl. zur Prämienanpassung im Treuhänderverfahren bei der Krankenversicherung nach § 178g Abs. 2 VVG BVerfG VersR 2000, 214 und Senatsurteil vom 16. Juni 2004, BGHZ 159, 323).
a) Prämienanpassungen in der privaten Krankenversicherung unterliegen einer umfassenden tatsächlichen und rechtlichen Kontrolle durch die Zivilgerichte (…BVerfG, Kammerbeschluss vom 28. Dezember 1999 - 1 BvR 2203/98, juris, Rn. 14; BGH…, Urteil vom 9. Dezember 2015 - IV ZR 272/15, juris, Rn. 21; Urteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, juris, Rn. 7).
Diesen Unterlagen müssen sich die Voraussetzungen und der Umfang der vorgenommenen Anpassung für den gerichtlichen Sachverständigen nachvollziehbar und in tatsächlicher Hinsicht entnehmen lassen (BGH, Urteil vom 16. Juni 2004, a. a. O., Rn. 15 f.).
Diese Prämienanpassung unterliegt der umfassenden tatsächlichen und rechtlichen Prüfung durch die Zivilgerichte (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 325).
Die Prämienanpassungen unterliegen einer umfassenden tatsächlichen und rechtlichen Überprüfung durch die Zivilgerichte (BVerfG VersR 2000, 214, 215 f.; Senatsurteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 325;… MünchKomm-VVG/Boetius, § 203 Rn. 813 f., 833).
Soweit dies nicht der Fall ist, fehlt es an der Berechtigung zur Prämienerhöhung (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02, BGHZ 159, 323, 330).
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist dies dadurch gewährleistet, dass die neuen Klauseln nach inzwischen einhelliger, vom Senat geteilter Ansicht sowohl im Individualprozess als auch im Verbandsprozess nach dem Unterlassungsklagengesetz der uneingeschränkten richterlichen Inhaltskontrolle unterliegen (vgl. zur Prämienanpassung im Treuhänderverfahren bei der Krankenversicherung nach § 178g Abs. 2 VVG BVerfG VersR 2000, 214 und Senatsurteil vom 16. Juni 2004 aaO).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wird dem Versicherer hierdurch unabhängig von einer vertraglichen Anpassungsklausel ein gesetzliches Anpassungsrecht eingeräumt, dessen nähere Voraussetzungen sich aus dem Aufsichtsrecht, insbesondere § 12 b Abs. 1 bis 4 VAG sowie den Vorschriften der KalV, ergeben (BGH NJW 2004, 2679, 2680).
Dabei ist im ersten Schritt zu prüfen, ob die Voraussetzungen der Anpassung gegeben sind (BGH NJW 2004, 2679, 2681).
Männer und Frauen sind als eigenständige Beobachtungseinheiten anzusehen (BGH NJW 2004, 2679, 2681).
Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der "Tarif" im Rahmen des § 12 b Abs. 2 Satz 1 und 2 VAG gleichzusetzen mit der Beobachtungseinheit (BGH NJW 2004, 2679, 2681;… ebenso Rüffer/Halbach/Schimikowski/Marko, VVG, 2. Aufl., § 203 Rn. 14), die wesentlich durch die ihr gemeinsamen kollektiven Risikomerkmale bestimmt wird.
Aus diesen müssen sich die Voraussetzungen und der Umfang der vorgenommenen Anpassung für den Sachverständigen nachvollziehbar und in tatsächlicher Hinsicht belegt ergeben (BGH NJW 2004, 2679, 2681).
Soweit sich die Voraussetzungen und der Umfang der vorgenommenen Anpassung nicht für den Sachverständigen nachvollziehbar aus den Unterlagen ergeben, die der Versicherer dem Treuhänder zur Prüfung nach §§ 12 b VAG, 15 KalV vorgelegt hat, fehlt es an der Berechtigung zur Prämienerhöhung (BGH NJW 2004, 2679, 2681).
Grundsätzlich reicht eine Kenntnis aus, die den Berechtigten in die Lage versetzt, - wenn auch nicht ohne Risiko - eine Feststellungsklage zu erheben (…vgl. BGH, NJW 2013, 1801, Rz. 27), was hier anzunehmen ist, zumal den Versicherer dann die Darlegungs- und Beweislast für die Berechtigung der Prämienanpassung trifft (vgl. dazu BGH, VersR 2004, 991, Tz. 15).
Grundsätzlich gilt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Prämienanpassung, die - bei Beweislast des Versicherers - einer umfassenden tatsächlichen und rechtlichen Prüfung durch die Zivilgerichte unterliegt (vgl. BGH, VersR 2016, 177 und BGHZ 159, 323 = NJW 2004, 2679; Senat, VersR 2013, 1561), für den hier streitgegenständlichen Zeitpunkt Folgendes:.
Dabei ist im ersten Schritt zu klären, ob die Voraussetzungen der Anpassung gegeben sind (BGH NJW 2004, 2679, 2681).
(1) Zur Bildung von Alterungsrückstellungen ist der Versicherer nach § 178g Abs. 1 Satz 1 VVG, §§ 12 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 4a Satz 1, 12a VAG, § 341f HGB, § 16 KalV verpflichtet; diese Vorschriften sind verbindliche Regelungsbestandteile des Versicherungsvertragsverhältnisses (vgl. BGHZ 159, 323, 326).
So führt das Amtsgericht unter Hinweis auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs, Urteil vom 16.6.2004 - IV ZR 117/02 (NJW 2004, 2679) aus, Maßstab der Prüfung des Gerichts sei nur, ob die Prämienanpassung nach aktuariellen Grundsätzen als mit den bestehenden Rechtsvorschriften in Einklang stehend anzusehen ist.
Dem könne der Versicherer nicht dadurch entgehen, dass er im Prozess weitere oder neue Unterlagen beibringt oder mit einer anderen Berechnungsmethode belegt, dass die Erhöhung im Ergebnis doch berechtigt ist (BGH, Urteil vom 16. Juni 2004 - IV ZR 117/02 -, BGHZ 159, 323-334, Rn. 16;… Reinhard in Looschelders/Pohlmann, VVG, 3. Auflage § 203 Rn. 20).
Private Krankenversicherung: Kündigung des Versicherungsvertrages wegen …
BGH, 05.07.2006 - IV ZR 204/05
LG Dortmund, 14.08.2013 - 2 O 276/10
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Rückzahlungsanspruch der Prämien einer privaten Krankheitskostenvollversicherung …
LG Köln, 04.07.2007 - 23 O 367/04
Voraussetzungen für eine Erhöhung der Selbstbehaltsgrenze für eine bei einer …
LG Köln, 10.01.2007 - 23 O 271/03
Unwirksamkeit der Prämienerhöhung hinsichtlich des Tarifs in der privaten …
AG Köln, 25.06.2008 - 113 C 655/07
Versicherungsprämienerhöhung im Falle einer Abweichung der Gegenüberstellung des …