Source: https://www.klicktipps.de/gewerbe-faq.php
Timestamp: 2019-03-23 11:25:34
Document Index: 321995026

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Klicktipps - FAQ Häufige Fragen zu Gewerbe und Freiberuf
FAQ - Häufige Fragen zu Gewerbe und Freiberuf
Wie unterscheiden sich Gewerbe und Freiberuf?
Ist Verkauf von Selbstgemachtem ein Gewerbe oder Hobby?
Homepage mit Werbeeinnahmen - ein Gewerbe?
Sind Zahlungen für Freeware eine gewerbliche Einnahme bzw. Ausgabe?
In welchen Fällen ist die Kleinunternehmer-Regelung sinnvoll? - Mit oder ohne Mehrwertsteuer?
Was sind die häufigsten Fehler in der Buchhaltung?
Wie rechnet man vom Brutto zum Netto?
Was ist, wenn ich dieses Jahr keinen Gewinn mache?
Was ist, wenn ich auf Dauer keinen Gewinn mache?
Gewerbe dieses oder nächstes Jahr anmelden?
Wie muss eine Rechnung gestaltet werden?
Mehrwertsteuer auf Versandkosten (Porto)?
Welche Einnahmen und Ausgaben gehören in welches Kalenderjahr?
Private Einlagen oder Entnahmen in einer Einnahmen-Überschussrechnung?
Bewirtung von Kunden?
Bücher zum Thema Gewerbe und Freiberuf
Auf dieser Seite sind Fragen zu Gewerbe/Freiberuf gesammelt, die so oder ähnlich häufig gestellt werden.
Die meisten dieser Fragen und Antworten gelten gleichermaßen für Gewerbe oder Freiberuf. Um den Schreibstil dieser Seite zu vereinfachen, ist hier meist von "Gewerbe" die Rede.
Wie sich Gewerbe und Freiberuf unterscheiden und wo man was anmelden muss, habe ich in einer Übersicht auf der Extraseite Unterschiede Gewerbe/Freiberuf zusammengefasst.
Wer aus seinen Hobby-Aktivitäten Selbstgemachtes verkauft, fragt sich eventuell, ob er dafür ein Gewerbe anmelden muss.
Wenn es nur darum geht, die Kosten des Hobbys zu minimieren und dabei kein Gewinn entsteht (weiniger Einnahmen als Ausgaben), handelt es sich steuerlich gesehen um eine Liebhaberei (deutscher Begriff für Hobby). In diesem Fall bleiben die Einnahmen steuerfrei.
Die in meinem Downloadbereich angebotenen Tabellen "Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) " eignen sich auch dazu abzuschätzen, ob ein Gewinn erreichbar ist.
Im Volksmund bzw. in der Umgangssprache werden solche freiwilligen Zahlungen zwar gerne als "kleine Spende" bezeichnet. Das ist aber leider falsch.
Für den Zahler gilt:
Es handelt sich um Zahlungen für tatsächlich, z. B. per Download erfolgte Lieferungen oder Leistungen. Dies stellt deshalb für den Zahler keine steuerlich abzugsfähige Spende dar. Es ist auch kein Geschenk.
Je nach Art der Verwendung der Lieferung oder Dienstleistung kann es sich für den Zahler z. B. um eine Ausgabe für den eigenen Betrieb (Gewerbe/Freiberuf), um Ausgaben im Rahmen einer Vermietung oder um Werbungskosten für den Beruf handeln. Diese Ausgabe ist dann vom Zahler an der zugehörigen Stelle in seiner Buchhaltung oder Steuererklärung einzutragen.
Er sollte sich den Betrag von Zahlungsempfänger quittieren lassen; einerseits um einen Beleg für die Zahlung zu haben, andererseits, weil es für den Zahler eventuell wichtig ist, ob es sich um einen Betrag inclusive Umsatzsteuer oder einen umsatzsteuerfreien Betrag handelt.
Für den Zahlungsempfänger gilt:
Wenn eine "Gewinnerzielungsabsicht" besteht oder Gewinn entsteht, muss der Zahlungsempfänger je nach Art der Tätigkeit ein Gewerbe bzw. eine freiberufliche Tätigkeit anmelden.
Da vorher eine Ware oder Dienstleistung an den Freeware-Empfänger geliefert wurde, kann der Zahlungsempfänger auch eine Quittung für die erhaltene Zahlung ausstellen.
Er muss (wenn er kein Kleinunternehmer ist) den erhaltenen Betrag in Netto und Mehrwertsteuer aufteilen und als Einnahme buchen.
Wenn es sich bei der Ware bzw. Dienstleistung z. B. um Downloads oder PC-Fernwartung handelt, ist das wie auch Homepage-Werbung eine "elektronische Dienstleistung".
Hierzu habe ich eine spezielle Seite geschrieben: gewerbe_werbung_auf_homepageseiten.php Werbung auf Homepageseiten (und andere elektronische Dienstleistungen).
Welche Steuern und Abgaben sind für ein Gewerbe oder einen Freiberuf fällig?
Wer mit einem Unternehmen oder Nebenunternehmen beginnt, fragt sich oft, was an Steuern auf ihn zu kommt. Die Einkünfte aus der Selbstständigkeit unterliegen der Einkommensteuer. Zusätzlich sind eventuell Umsatzsteuer, Gewerbesteuer zu zahlen. Ggf. kommen weitere spezielle Steuerarten hinzu.
Zu den Steuerarten und Abgaben wurde von einem Klicktipps-Leser eine Übersicht (pdf 40kB) entworfen.
Die Umsatzsteuer wird in der Umgangssprache oft als "Mehrwertsteuer" bezeichnet. Wer kein Kleinunternehmer ist, schreibt seinen Kunden je nach Art der gelieferten Ware oder Dienstleistung 19% bzw. 7% "MwSt." auf die Rechnung. Die so eingenommene Umsatzsteuer muss ans Finanzamt abgeliefert werden. Davon wird allerdings erst noch die an Lieferanten gezahlte Umsatzsteuer ("Vorsteuer" genannt) abgezogen. Falls mehr Umsatzsteuer gezahlt als eingenommen wurde, gibt es sogar Geld vom FA zurück.
Eiserner Grundsatz für Einsteiger: "Die vereinnahmte Mehrwertsteuer gehört mir nicht, ich gebe sie nicht aus, sondern lege sie zurück (z. B. auf einem Tagesgeld-Konto), bis ich sie ans FA zahlen muss. Das erspart mir böse, selbst verursachte Überraschungen mit dem Finanzamt." (mehr ...)
Sonderfall: Kleinunternehmer schreiben keine Mehrwertsteuer auf Rechnungen an ihre Kunden, nehmen somit auch keine Mehrwertsteuer ein, können keine gezahlte Mehrwertsteuer davon abziehen und müssen auch keine Umsatzsteuer an das FA zahlen.
Ob und wann die Kleinunternehmer-Regelung wirklich sinnvoll ist, wird im nächsten Abschnitt diskutiert.
Für die Einkommensteuer ist nicht der Umsatz, sondern der Gewinn ausschlaggebend. Er wird bei Einzelunternehmen und GbR in der Regel mit Hilfe einer Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt und in die Anlage G (bei Gewerbe) bzw. Anlage S (bei freiberuflichen Tätigkeiten) zur Einkommensteuererklärung eingetragen.
(mehr zu den Themen Buchhaltung und Einkommensteuer)
Ein Gewinn bedeutet höhere Einkünfte und führt daher meist zu höherer Steuer, ein Verlust kann zu niedrigeren Steuern führen. Zur Einkommensteuer kommen noch Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
Die häufige Frage: "Was muss ich vom Gewinn für die Einkommensteuer zurücklegen?" wird hier beantwortet.
Gewerbesteuer ist von Gewerbetreibenden ab einem bestimmten Gewinn zu zahlen (mehr ...). Sie wird zu einem großen Teil auf die zu zahlende Einkommensteuer angerechnet (§ 35 EStG).
Freiberuflich Tätige zahlen keine Gewerbesteuer, unabhängig von der Höhe ihres Gewinnes.
IHK (Industrie- und Handelskammer): Die Mitgleidschaft ist für Gewerbler Pflicht. Bis zu einem Gewinn von 5.200 €/Jahr ist sie kostenlos.
Berufsgenossenschaft: Wenn Mitarbeiter angestellt werden (auch 400€-Jobler), müssen sie bei der zuständigen Berufsgenossenschaft angemeldet und versichert werden.
Je nach zuständiger Berufsgenossenschaft können auch Beiträge an die Berufsgenossenschaft Pflicht sein, ohne dass Mitarbeiter eingestellt sind; z. B. Berufsgenossenschaft Druck und Papier. Allerdings ist der jährliche Betrag dann sehr gering.
Gerade am Anfang der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit kommen bei der Buchhaltung bzw. Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) für ein kleines Unternehmen einige typische Fehler vor.
Diese Aufzählung soll helfen, solche Fehler zu erkennen und zu vermeiden:
Es wird am Anfang nicht gründlich überlegt, ob es sinnvoll ist, die Kleinunternehmer-Regelung (siehe voriger Abschnitt) zu nutzen oder auf sie zu verzichten.
Vorschnelle Argumente wie "keine Arbeit mit der Mehrwertsteuer" oder "alle Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurück" führen leicht zu einer finanziell unvernünftigen Entscheidung.
Die Buchhaltung wird nicht zeitnah, sondern erst im Nachhinein durchgeführt. Das kann zu folgenden Problemen führen:
Es wird vergessen, alles korrekt auf Rechnungen an Kunden zu schreiben.
Folge: So gehen Einnahmen verloren.
Rechnungen an Kunden werden zu spät geschrieben.
Folge: Es können Zinsen verloren gehen (rechnen Sie mal Ihren Umsatz mal 2% mal 1/4 Jahr aus!) oder - oft noch schlimmer - man erinnert sich nicht mehr an Ausgaben, die noch mit auf die Rechnung gehört hätten.
Rechnungen von Lieferanten werden zu spät bezahlt.
Folgen: Skonti gehen verloren oder es gibt Ärger mit Mahnungen.
Ausgaben, die in die Buchhaltung des Unternehmens gehören, werden vergessen (z. B. Fahrtkosten, kleinere Anschaffungen usw.) oder gehen verloren.
Folge: Es wird ein höherer Gewinn ermittelt als tatsächlich vorhanden und damit entstehen unnötig hohe Steuern (und ggf. andere Abgaben).
Umsatzsteuervoranmeldungen werden zu spät ausgefüllt und zu spät bezahlt.
Folge: Es gibt unnötigen Ärger mit dem Finanzamt.
Veränderungen oder Höhe bei Umsatz, Ausgaben oder Gewinn werden verspätet bemerkt.
Folge: Wichtige Grenzen für die o. g. Beträge werden unbemerkt über- oder unterschritten (z. B. Familienversicherung bei der Krankenkasse oder Einkommensgrenzen beim BAföG); das kann diverse Probleme nach sich ziehen.
Es wird nicht genug Geld für die nächste Umsatzsteuervoranmeldung, die jährliche Umsatzsteuererklärung oder für die Einkommensteuer zurückgelegt. Bei gut gehendem Unternehmen sind außerdem Steuervorauszahlungen für das kommende Jahr zu leisten.
Folge: Ärger mit dem Finanzamt, Strafzahlungen. - Einer der häufigsten Gründe für Insolvenzen bei wenige Jahre alten Unternehmen.
Verspätete Buchhaltung kostet unnötig Sucherei, Nachdenken, Zeit und Nerven. Es gibt (außer Abwesenheit durch Urlaub) keinen wirklich guten Grund dafür, dass eine EÜR nicht monats- oder wochenaktuell geführt wird.
Unterlagen werden nicht mindestens 10 Jahre (ab 2013 8 Jahre; ab 2015 7 Jahre) oder zu ungeordnet aufgehoben. Das kann Ärger geben, wenn das Finanzamt mal zu Besuch kommt. Aber viel häufiger: Man vertut selbst unnötig Zeit, wenn man was sucht.
Kleiner Test: Wie lange brauchen Sie, um einen beliebigen Beleg Ihrer Buchhaltung zu finden? 3 Minuten sind ok, 2 Minuten gut und unter einer Minute ist Spitze.
Es wird eine Abrechnungs- oder Buchhaltungs-Software von einem anderen Steuerjahr benutzt. So etwas führt zu Fehlern, da sich staatliche Vorgaben ständig ändern.
Der Abrechnungs- oder Buchhaltungs-Software wird blind vertraut. Software ist von Menschen gemacht und kann immer Fehler enthalten. Kontrollieren Sie ab und zu nach, was Ihr PC alles zusammenrechnet: Vollständig? Richtig?
Wer Exceltabellen (die an sich gut arbeiten) verwendet und gelegentlich ändert, bemerkt oft folgende Fehler nicht:
Wenn man am Anfang oder Ende der Tabelle eine Zeile bzw. Zeilen einfügt, werden die neu eingefügten Werte oft nicht mit in den Summen addiert.
Abhilfe: Prüfen, ob die Summenformeln auch die neuen Zeilen enthalten und sie ggf. korrigieren.
Neu eingefügte Zeilen übernehmen zwar die Formatierung aus der Zeile darüber, nicht aber die Formeln.
Abhilfe: Formeln auch in die neuen Zeilen übertragen: Korrekte Zelle(n) über dem neuen Bereich markieren und an der rechten unteren Ecke nach unten ziehen. Zum Test mal einen "runden" Wert, z. B. 100 €, einsetzen.
Zu seltene oder gar keine Backups (Sicherheitskopien der Daten vom Computer). Jede Festplatte kann jederzeit kaputt gehen oder der PC/Laptop gestohlen werden. Was dann? Auch ein Blitzeinschlag in der Nachbarschaft reicht, um einen PC/Laptop zu zerstören. Ich habe in den letzen 10 Jahren zwei meiner Festpatten sterben sehen.
Eine externe USB-Platte zur Datensicherung kostet unter 80 €.
Für ein Gewerbe oder eine Freiberufliche Tätigkeit wird immer eine Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) pro Geschäftsjahr gemacht. Also auch in einem Jahr ohne Gewinn oder sogar ganz ohne Umsatz.
In so einer EÜR steht dann 'unter dem Strich' eine negative Zahl, also Verlust. Dieser Verlust kommt mit einem deutlichen Minus davor in die Anlage G (bei Gewerbe) bzw. Anlage S (bei freiberuflichen Tätigkeiten) zur Einkommensteuererklärung.
Bei einem gemeinsam veranlagten Ehepaar mindert das dann das gemeinsame zu versteuernde Einkommen und kann daher zu einer Steuerrückzahlung führen.
Auch für ein Jahr mit Verlust ist wie sonst eine Umsatzsteuerererklärung zu schreiben.
Besonders gegen Ende des Jahres steht der künftige Gewerbetreibende/Freiberufler vor der Frage: "Melde ich das Gewerbe besser dieses oder nächstes Jahr an?"
Folgende Argumente sprechen für ein Anmelden im 'alten' Jahr:
Ausgaben, die im alten Jahr anfallen, können zeitnah geltend gemacht werden.
Der häufige Anfangs-Verlust aus einem neu gegründeten Gewerbe kann sich bei der Einkommensteuer steuersenkend auswirken.
Kleine Gewerbe, die 'mit Mehrwertsteuer' (Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung) betrieben werden, ersparen sich durch eine Anmeldung im alten Jahr bis zu 11 Umsatzsteuervoranmeldungen. (mehr ...)
Durch eine frühere Anmeldung wird Zeit gewonnen: Vieles kann so schon alten Jahr erledigt werden: Erfassungsbogen des Finanzamts ausfüllen, ggf. neue Steuernummer bekommen und wenn nötig Umsatzsteuer-ID beantragen.
Gegen die Anmeldung im 'alten' Jahr spricht, dass auch für ein noch so kurzes (Rumpf-) Geschäftsjahr eine Anlage G (bei Gewerbe) bzw. Anlage S (bei freiberuflichen Tätigkeiten) zur Einkommensteuererklärung, eine Umsatzsteuererklärung und (wenn man die Kleinunternehmer-Regelung nicht nutzt) pro Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung Pflicht ist.
Das Ausfüllen dieser Formulare kann aber andererseits als überschaubare kleine Übung für die kommenden Jahre betrachtet werden.
Wenn es bei der Frage 'dieses oder nächstes Jahr' um größere Beträge geht, ist ein Gespräch mit dem Steuerberater sinnvoll.
Dieses Thema wird hier erläutert: Lieferschein, Rechnung
In meinem Downloadbereich finden Sie Vorlagen für Rechnungen mit oder ohne Mehrwertsteuer.
Bis Ende Juni 2010 werden alle Arten von Porto der deutschen Post (Briefmarken, Porto für Pakete, Infobriefe, Infopost usw.) ohne Umsatzsteuer (in Deutschland oft "Mehrwertsteuer" genannt) verkauft. Es wird deshalb häufig gefragt, ob ein Verkäufer, der auf seine Waren Umsatzsteuer erhebt, auch auf das Porto Umsatzsteuer erheben muss.
Antwort: Ja, er muss; wenn er kein "Kleinunternehmer" ist.
Beim Versand und auch bei anderen Nebenleistungen gilt für die Umsatzsteuer der Merksatz:
"Die Nebenleistungen teilen das Schicksal der Hauptleistung!"
Wenn die Ware mit 19% MwSt. verkauft wird, gehört auf die Rechnung: Ware + Verpackung + Porto. Daraus wird die Summe berechnet und erst darauf kommen dann noch die 19% MwSt.
Bei Ware, die mit 7% MwSt. verkauft wird (z. B. Bücher), kommen auch 7% auf Verpackung + Porto.
Beim gemischtem Versand (Waren mit 19% und 7% MwSt. in einem Paket) wird der durchschnittliche Steuersatz der Waren berechnet: (Summe Brutto)/(Summe Netto)-1.
Dieser Steuersatz wird dann auf Verpackung und Versand aufgeschlagen.
Wer's nicht glaubt: Stecken Sie doch mal zur Probe Bücher und DVDs bei einem Versender (z. B. www.amazon.de) in den Warenkorb, und schauen Sie dann mal, was vor dem Bezahlen auf der Rechnung steht.
Auch wenn die Post auf Teile Ihrer Dienstleistungen ab Juli 2010 Umsdatzsteuer erheben muss, ändert sich für die bisher genannten Versandfälle nichts.
Anders bei Fällen, in denen die Ware für einen anderen Auftraggeber und in dessen Namen (sein Absender) an dessen Kunden versandt wird, und das Porto bei der Post nur vorgelegt wird: Das Porto ist dann nur ein "durchlaufender Posten".
Beispiel: Ein Lettershop kuvertiert und versendet Post, Warenproben, Zeitschriften o. ä. für einen Auftraggeber an dessen (potentielle) Kunden.
In diesen Fällen schreibt der Versender (im Bispiel der Lettershop) bis Ende Juni 2010 für das Porto keine USt. auf die Rechnung an seinen Kunden. Es muss aber eine Begründung zu dieser Rechnungsposition; z. B. "Das für den Kunden vorgelegte Porto ist umsatzsteuerfrei."
Ab 2010 werden einige der Post-Dienstleistungen umsdatzsteuerpflichtig. in diesen Fällen (z. B. Infopost, Pressepost) werden Porto und USt. vom Einlieferer für seinen Kunden bei der Post vorgelegt und kommen genau so auf die Rechnung an den Kunden.
Für umsatzsteuerfreie Postdienstleistungen (Briefe, Päckchen, Infobrief, Steifbandzeitung) gilt weiter das bisherige Verfahren.
Dieser Abschnitt beschreibt die Vorgehensweise bei einer Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) und "Ist-Besteuerung". Diese Kombination besteht bei vielen kleineren Unternehmen (sowohl bei Gewerblern wie bei Freiberuflich Tätigen).
Besonders am Jahresende entsteht bei manchen Einnhamen oder Ausgaben die Frage, ob sie für die Gewinnermittlung bzw. die Einkommensteuer noch ins "alte Jahr" oder ins "neue Jahr" gehören. Für eine EÜR ist die Antwort in vielen Fällen einfach:
Es gilt das Zu- und Abflussprinzip. Das heißt, dass alle Einnamen und Ausgaben prinzipiell in das Jahr gehören, in dem sie auf dem Konto des Unternehmers gebucht werden oder von ihm in bar vereinnahmt oder gezahlt werden. Wann die Leistung erbracht wurde, das Lieferdatum oder das Rechnungsdatum spielen dabei keine Rolle.
Wenn Sie also wollen, dass für die im alten Jahr erbrachten Lieferungen und Leistungen auch die Einnahmen in das gleiche Jahr kommen: Schicken Sie Ihre Rechnungen so rechtzeitig los, dass ihre Kunden noch im alten Jahr zahlen können!
Wenn es sich um regelmäßige Zahlungen in den ersten Januartagen handelt (immer gleicher Betrag), die aber zu einer Leistung oder Lieferung im vergangenen Jahr gehören, dann gehören sie aus Sicht der Einkommensteuer noch ins abgelaufene Jahr. Beispiele: Eine Miete, ein Abonnement oder ein Mitgliedsbeitrag, die immer nachträglich gezahlt werden.
Bis hierher gilt das Geschriebene für Kleinunternehmer und Unternehmer. Für Unternehmer, die die Kleinunternehmer-Regelung nicht nutzen und Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen, gibt es inzwischen eine weitere Ausnahme:
Wenn sich in der letzten Umsatzsteuervoranmeldung des Jahres (also für den letzten Monat bzw. das letzte Quartal) eine Zahlung an das Finanzamt ergibt, muss diese ja innerhalb der ersten Januartage (innerhalb von 10 Tagen) an das Finanzamt überwiesen werden. Der Bundesfinanzhof hat nun in einem Urteil (Urteil vom 1.8.2007, XI R 48/05 → Bundesfinanzhof → BMF) festgelegt, dass diese Zahlung - obwohl jedes Jahr in unterschiedlicher Höhe - für die Einkommensteuer noch dem "alten Jahr" als Ausgabe zuzuordnen ist.
Unternehmer mit einer Dauerfristverlängerung zahlen zu ihrer Umsatzsteuervoranmeldung aber in der Regel nicht innerhalb der erstan 10 Januartage, sondern später. Damit gehört dann diese Zahlung in das "neue Jahr".
Aus Umsatzsteuervoranmeldungen können sich auch Rückzahlungen des Finanzamts an das Unternehmen ergeben. Diese Zahlungen - für das Unternehmen eine Einnahme - finden aber nicht in den allerersten Januartagen statt und gehören daher in das "neue Jahr". Auch Zahlungen oder Rückzahlungen, die sich aus der jährlichen Umsatzsteuererklärung ergeben, gehören - weil erst später fällig - in das "neue Jahr".
Wer eine Dauerfristrverlängerung hat, zahlt für seine letzte Altjahres-Umsatzsteuervoranmeldung sicher nicht in den ersten 10 Januartagen. Damit gehört diese Zahlung in das "neue Jahr".
Für Unternehmer, die wegen geringer Umsatzsteuerzahlungen keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben und nur eine jährliche Umsatzsteuererklärung abgeben müssen, spielt die eben beschriebene Ausnahme keine Rolle.
Zusammengefasst: Ins "alte Jahr" gehören nur
regelmäßige Zahlungen, für Leistungen im alten Jahr, die nachträglich, aber in den ersten 10 Januartagen gezahlt werden (Miete, Abonnement, ...),
die Zahlung ans Finanzamt für eine Umsatzsteuervoranmeldung zum 4. Quartal oder letzten Monat des "alten Jahres"; wenn sie in den ersten 10 Januartagen gezahlt wird.
Wenn bei der Gewerbeanmeldung oder später "Ist-Besteuerung" gewählt wurde, gehört die mit einer Rechnung vereinnahmte oder bei einem Kauf gezahlte Umsatzsteuer in den Zeitraum, in dem das Geld tatsächlich vereinnahmt wurde.
Zu einer EÜR ist etwas anderes als "Ist-Besteuerung" nicht sinnvoll vorstellbar.
Spezialfall, wenn sich die Höhe der USt ändert:
Die Höhe der Steuer richtet sich danach, wann die Lieferung bzw. Leistung gaschieht. Alles Andere siehe oben.
Insgesamt ist die Zuordnung von Zahlungen und Zeitraum durch das Zu- und Abflussprinzip bei einer EÜR sehr einfach. Wer an dieser Stelle versucht, etwas mit "Tricks" zu beeinflussen, ist leicht zu entdecken und darf sich auf eine besonders interessierte Prüfung durch das Finanzamt freuen.
Bei www.steuerlinks.de/steuerlexikon ist besonders die zeitliche Zuordnung für ausgehende Zahlungen (Abflüsse) gut erklärt.
Anders als in einer kaufmännischen Buchhaltung gibt es in einer Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) keine Konten und auch keine privaten Einlagen oder privaten Entnahmen.
Es werden einfach Einnahmen und Ausgaben einander gegenübergestellt. Die Differenz ist der Gewinn. Ob das vorhandene Geld dabei in der Hosentasche, auf einem Geschäftskonto oder sogar dem Privatkonto ist, spielt keine Rolle.
Alle Belege müssen natürlich ordentlich abgelegt und 10 Jahre (ab 2013 8 Jahre; ab 2015 7 Jahre) aufgehoben werden.
Ergänzung: Auch ein Kassenbuch passt vom System her nich wirklich zu einer EÜR.
Ein Blick in § 4 Absatz 5 Satz 1 Nr. 1 EStG zeigt, dass Geschenke für maximal 35 € pro Jahr (Anschaffungskosten) recht unproblematisch sind. Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist 35 € brutto gemeint, sonst 35 € netto. Geschenke bis zu dieser Freigrenze können als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Teurere Geschenke sind komplett "Privatvergnügen".
Diese Ausgaben müssen aber gesondert von den übrigen Ausgaben aufgelistet werden! (siehe § 4 Absatz 7 EStG) Dies kann mit z. B. einer Extra-Liste und Summe drunter geschehen.
Weitere Informationen z. B. bei betriebsausgabe.de oder bei stuttgart.ihk24.de
Das wird in § 4 Absatz 5 Satz 1 Nr. 2 EStG geregelt: Von den Bewirtungskosten können 70% als Betriebsausgabe angesetzt werden. Der Rest des Textes in § 4 spricht für sich.
Die "Mehrwertsteuer" kann voll angesetzt werden.
Gemäß § 4 Absatz 7 EStG müssen auch diese Ausgaben gesondert von den übrigen Ausgaben aufgelistet werden!
Weitere Informationen z. B. bei betriebsausgabe.de