Source: https://kanzlei-heindorf.de/Strafrecht/Delikte-im-Ueberblick/Erpressung-Raeuberische-Erpressung,-253,-255-StGB/
Timestamp: 2019-10-16 20:57:45
Document Index: 219499897

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 253', '§ 253', 'BGH', 'BGH', '§ 249']

Kanzlei Heindorf - Rechtsanwältin und Strafverteidigerin Manon Heindorf - Erpressung & Räuberische Erpressung, §§ 253, 255 StGB
Erpressung § Räuberische Erpressung
Der Duden definiert eine Erpressung als eine Forderung, die von Drohungen oder Gewaltmaßnahmen begleitet wird. Hier ist also bereits die negative Konnotation deutlich, die sich durch einen Blick in das deutsche Gesetz untermauern lässt. Als Teil des Strafrechts regelt das Strafgesetzbuch, was eine Erpressung kennzeichnet und welche Strafe ihr zugeordnet ist. § 253 StGB findet sich im 20. Abschnitt, der die Raub- und Erpressungsdelikte beinhaltet.
Diese Norm setzt voraus, dass eine Person durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, einer Duldung oder einem Unterlassen genötigt wird. Die Nötigung muss ursächlich für einen Vermögensschaden beim Genötigten oder einem Dritten sein, gleichzeitig muss der Täter sich oder einen Dritten zu Unrecht bereichern wollen.
Als Übel gilt jeder Nachteil und jede Einbuße an Werten. Empfindlich ist ein Übel dann, wenn es mit einiger Erheblichkeit verbunden ist und der der Bedrohte dadurch motiviert wird sich entsprechend dem Täterverlangen zu verhalten. Beispiele für ein empfindliches Übel sind etwa körperliche Gewalt, Tötung oder Verletzung von Tieren, Zerstörung wertvoller Gegenstände, sonstige wirtschaftliche Nachteile wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder wichtiger Kunden.
Auch eine Strafanzeige oder die Publikmachung kompromittierender Informationen gilt als empfindliches Übel.
Das Strafmaß für die Erpressung liegt bei einer Freiheitsstraße von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. Die Erpressung kann jedoch auch einen höheren Strafrahmen nach sich ziehen, wenn ein besonders schwerer Fall vorliegt. Dann droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von nicht weniger als einem Jahr. Eine solche erschwerte Form findet bei gewerbs- oder bandenmäßiger Begehung Anwendung.
Nach der Beauftragung nimmt der Rechtsanwalt für Strafrecht zunächst Akteneinsicht und macht sich ein Bild von den Vorwürfen und der Beweislage. INach abschließender juristischer Bewertung wird eine gemeinsame Verteidigungsstrategie erarbeitet und besprochen.
Eine räuberische Erpressung gemäß §§ 253, 255 StGB liegt vor, wenn jemand eine Erpressung durch Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohung mit Gewalt begeht.
Nach Ansicht des BGH ist der Raub ein Sonderfall der räuberischen Erpressung. Die mit Gewalt oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben genötigte Person duldet die Wegnahme einer Sache durch den Räuber. Ob es sich um einen Raub oder um eine räuberische Erpressung handelt, bestimmt der BGH anhand des äußeren Tathergangs. Nimmt der Täter die Sache weg, liegt ein Raub gemäß § 249 StGB vor. Zwingt der Täter den Genötigten dazu, ihm die Sache zu geben, liegt eine räuberische Erpressung vor.
Der Täter muss überdies mit der Absicht handeln, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen, stoffgleichen Vermögensvorteil zu verschaffen.
Der Täter einer räuberischen Erpressung ist gleich einem Räuber zu bestrafen, demzufolge mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, deren Vollstreckung bei einem Ersttäter mit positiver Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Auch bei einer räuberischen Erpressung kann sich die Mindeststrafandrohung aber durch das Vorliegen besonderer Umstände auf drei, beziehungsweise fünf Jahre erhöhen.
Da es sich bei der räuberischen Erpressung ebenso wie beim Raub um ein Verbrechen handelt, haben Sie das Recht, sich einen Pflichtverteidiger zu wählen, den das Gericht Ihnen sodann beiordnet. Sie sollten demzufolge keinesfalls warten, bis das Gericht Ihnen irgendeinen Verteidiger beiordnet, vielmehr sollten Sie sich immer bemühen, den für Sie "passenden" Rechtsanwalt selbst zu finden und auszuwählen, denn Sie sollten sowohl im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie als auch im Hinblick auf menschliche Gesichtspunkte gut mit Ihrem Strafverteidiger harmonieren.
Nach der Beauftragung nimmt der Rechtsanwalt für Strafrecht zunächst Akteneinsicht und macht sich ein Bild von den Vorwürfen und der Beweislage. Insbesondere wird geprüft, ob die Sache mit Zueignungsabsicht weggenommen und ein qualifiziertes Nötigungsmittel dafür eingesetzt wurde. Möglicherweise kommt danach bereits in Betracht, dass Raub oder räuberische Erpressung ausscheiden, da es an der Zueignungsabsicht und/oder an der finalen Verknüpfung zwischen Nötigungsmittel und Wegnahme. Nach abschließender juristischer Bewertung wird eine gemeinsame Verteidigungsstrategie erarbeitet und besprochen.