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Timestamp: 2019-04-24 04:29:58
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Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 98', '§ 99', '§ 8', '§ 8', '§ 16', '§ 27', '§ 28', '§ 1666', '§ 1626', '§ 1']

Kindeswohlgefährdung | Aktuelles rund um PFlege- und ADoptivkinder | Seite 2
Sachsen-Anhalt: Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls im Jahr 2013 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen
Posted on Juni 24, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen-Anhalt | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2013 haben die Jugendämter in Sachsen-Anhalt 2 438 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weiter mitteilt, waren dies 123 Verfahren (5 Prozent) mehr als im Vorjahr.
Von den eingeleiteten Verfahren waren 1 275 Jungen (52 Prozent) und 1 163 Mädchen (48 Prozent) betroffen.
In 374 Fällen (15 Prozent) lag eine eindeutige, akute Kindeswohlgefährdung vor. Bei 331 Fällen (14 Prozent) handelte es sich um eine latente Kindeswohlgefährdung, das heißt eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. Die Fachkräfte der Jugendämter stellten bei 788 Fällen (32 Prozent) keine Kindeswohlgefährdung fest, jedoch bestand bei diesen Fällen ein weiterer Hilfe- und Unterstützungsbedarf. Keine Kindeswohlgefährdung und kein Hilfebedarf lagen in 945 Fällen (39 Prozent) vor.
Bei 62 Prozent der Kinder und Jugendlichen, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, traten Anzeichen von Vernachlässigung auf. In 17 Prozent der Fälle wurden Anzeichen für eine körperliche und in weiteren 17 Prozent Anzeichen für eine psychische Misshandlung festgestellt. Anzeichen für sexuelle Gewalt gab es in 4 Prozent der Fälle. Mehrfachnennungen waren möglich.
Fast jedes dritte Kind (30 Prozent) hatte zu Beginn des Verfahrens der Gefährdungseinschätzung das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet, darunter waren 273 Kinder noch kein Jahr alt.
Kinder zwischen 3 und unter 6 Jahren waren zu 22 Prozent (536 Kinder) von den Verfahren betroffen, 30 Prozent (742 Kinder) waren zwischen 6 und unter 12 Jahren alt. Älter als 12 Jahre waren 18 Prozent der Kinder (439 Kinder).
Eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls haben im Jahr 2013 am häufigsten anonyme Melder (21 Prozent), Bekannte oder Nachbarn (12 Prozent), Verwandte (10 Prozent) und die Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften (9 Prozent) den Jugendämtern gemeldet.
Quelle: Statisisches Landesamt Sachsen-Anhalt vom 24.06.2014
Zweiter „Monitor Hilfen zur Erziehung“ veröffentlicht
Posted on Juni 20, 2014. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Pflegefamilie, Politik, Publikationen, Verschiedenes | Schlagwörter: Hilfen zur Erziehung, Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Die zum Jugendhilfetag erscheinende zweite Ausgabe des „Monitor Hilfen zur Erziehung“ der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik umfasst Analysen zum aktuellen Stand sowie zu Entwicklungen im Feld der Hilfen zur Erziehung und den angrenzenden Leistungen und Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Es werden zum einen Auswertungen und Analysen zur Inanspruchnahme von Leistungen, zu den Lebenslagen der Hilfen in Anspruch nehmenden Familien, aber auch zu den Ausgaben sowie zu regionalen Unterschieden weiter fortgeschrieben. Zum anderen werden mit Fragen nach den Gründen für eine Hilfe zur Erziehung sowie nach unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen der Inobhutnahmen, aber auch nach den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter (§ 8a SGB VIII) andere thematische Schwerpunkte als in der ersten Ausgabe gesetzt.
Der Monitor Hilfen zur Erziehung ist hier kostenlos als PDF-Datei erhältlich. Gedruckte Exemplare können (solange der Vorrat reicht) kostenlos verschickt werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei: ihaushalter@fk12.tu-dortmund.de (es können maximal fünf Exemplare bestellt werden).
2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder in Bayern – Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils ist häufigster Anlass
Posted on Juni 5, 2014. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2013 wurden in Bayern insgesamt 2 841 vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ergriffen, in 53 Prozent (1 492 Fälle) für weibliche Minderjährige. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung betrafen mehr als die Hälfte der Schutzmaßnahmen Minderjährige ab 14 Jahren, der häufigste Grund für eine vorläufige Schutzmaßnahme lag in der Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils.
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 1 492 Mädchen (53 Prozent) und 1 349 Jungen (47 Prozent) betroffen. Rund zwei Drittel der betroffenen Minderjährigen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, ungefähr ein Drittel eine nichtdeutsche.
Bei der überwiegenden Zahl der Maßnahmen (2 796) handelte es sich um Inobhutnahmen, in 45 Fällen wurden die Kinder und Jugendlichen vom Jugendamt aufgrund einer Gefährdung den Personensorgeberichtigten, z.B. den Eltern, auch gegen deren Willen weggenommen (Herausnahmen). Von den 2 796 Inobhutnahmen erfolgten 467 auf eigenen Wunsch und 2 329 aufgrund einer Gefährdung.
Betrachtet man die Schutzmaßnahmen nach Altersklassen, fällt auf, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der betroffenen Minderjährigen 14 Jahre oder älter waren.
Die drei häufigsten Gründe – Doppelnennungen sind möglich – für eine vorläufige Schutzmaßnahme waren die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (1 074 Fälle), die Vernachlässigung des Minderjährigen (417 Fälle) und Beziehungsprobleme (413 Fälle).
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung vom 05.06.2014
Niedersachsen: 5.848 Verfahren zur Gefährdungseinschätzung des Kindeswohls 2012
Posted on November 6, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
HANNOVER. Im Jahr 2012 haben die Jugendämter in Niedersachsen 5 848 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt. Nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) wurde dieses Verfahren bundesweit erstmalig durchgeführt. Eine Gefährdungseinschätzung wird vorgenommen, wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden. Die Jugendämter verschaffen sich dann einen unmittelbaren Eindruck von dem Minderjährigen und seiner persönlichen Umgebung und schätzen anschließend das Gefährdungsrisiko ein.
Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 30.10.2013
Niedersachsen: 2012 durchschnittlich 10 Inobhutnahmen pro Tag
Posted on Oktober 17, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Niedersachsen, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
HANNOVER. Im Jahr 2012 wurden nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) 3 560 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren durch die Jugendämter in Obhut genommen, durchschnittlich 10 Kinder pro Tag. Damit blieb die Zahl der Inobhutnahmen gegenüber dem Vorjahr (3 561) fast unverändert. In den davorliegenden Jahren war die Zahl der Inobhutnahmen stets gestiegen. Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten Krisensituation oder Gefahr befinden.
2 505 Kinder und Jugendliche 2012 in Sachsen in Obhut genommen
Posted on September 10, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen, Sachsen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
2 505 Kinder und Jugendliche (1 359 Jungen und 1 146 Mädchen) wurden im Jahr 2012 durch die Jugendämter in Sachsen in Obhut genommen, rein rechnerisch sieben pro Tag. Die Unterbringung erfolgte überwiegend in Einrichtungen, aber auch bei geeigneten Personen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden damit 204 Inobhutnahmen (9 Prozent) mehr als 2011 durchgeführt.
„Inobhutnahme als Chance und Herausforderung“ am 25.-26.09. in Berlin
Posted on August 9, 2013. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Veranstaltungen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung |
Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen ist in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent gestiegen. Mit der ersten IGfH-Bundestagung Inobhutnahme nimmt die Fachgruppe – neben den schon immer angebotenen kollegialen Beratungsmodellen – erstmals bundesweit die pädagogischen Aspekte und Alltagsfragen der Arbeit in Einrichtungen, die in Obhut nehmen, in den Blick.
Rheinland-Pfalz: Jugendämter nahmen mehr Kinder und Jugendliche in Obhut
Posted on August 5, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2012 wurden in Rheinland-Pfalz 1 241 Kinder und Jugendliche von den Jugendämtern in Obhut genommen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren dies 146 (13,3 Prozent) mehr als noch im Jahr 2011.
Die Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, wenn diese sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer (z.B. Polizei oder Erzieher) in Obhut und bringen sie meist für Stunden oder einige Tage in einer geeigneten Einrichtung, etwa in einem Heim, unter.
Fast ein Fünftel (228) der Kinder und Jugendlichen wurden 2012 auf eigenen Wunsch in Obhut genommen, bei den Übrigen veranlassten andere Personen oder Stellen die Inobhutnahme.
731, also mehr als die Hälfte, der in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen waren älter als 14 Jahre. 48 Prozent aller in Obhut Genommenen waren Mädchen.
An einem jugendgefährdenden Ort wurden gut 10 Prozent (125) der in Obhut Genommenen aufgegriffen. Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils war in fast 44 Prozent der Fälle (544) Anlass für die Inobhutnahme. Vernachlässigung, beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder für sexuellen Missbrauch waren in knapp einem Drittel der Fälle (386) der Grund. Weitere Anlässe bildeten unter anderem Beziehungsprobleme (174 Fälle), Integrationsprobleme im Heim oder in der Pflegefamilie (68), Probleme in der Schule (63) und Kriminalität (56).
Die Angaben liefern die Jugendämter der kreisfreien Städte und Landkreise sowie der großen kreisangehörigen Städte mit eigenem Jugendamt einmal jährlich. Als Grund für die Maßnahme können bis zu zwei Anlässe angegeben werden.
Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 01.08.2013
2012: Jugendämter führten 107.000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder durch
Posted on August 4, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
WIESBADEN – Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2012 nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) knapp 107 000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Das ist das Ergebnis der erstmals durchgeführten Erhebung über Verfahren gemäß Paragraf 8a Absatz 1 Achtes Buch Sozialgesetzbuch (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung). Eine Gefährdungseinschätzung wird vorgenommen, wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines/einer Minderjährigen bekannt werden und es sich daraufhin zur Bewertung der Gefährdungslage einen unmittelbaren Eindruck von dem Kind beziehungsweise Jugendlichen sowie seiner Lebenssituation macht.
Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 17 000 (16 %) eindeutig als Kindeswohlgefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Bei 21 000 Verfahren (20 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). In 68 000 Fällen (64 %) kamen die Fachkräfte zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Jedoch wurde in jedem zweiten dieser Verfahren ein Hilfe- oder Unterstützungsbedarf durch das Jugendamt festgestellt.
Zwei von drei Kindern (66 %), bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf. In 26 % der Fälle und damit bei gut jedem vierten Kind wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Ähnlich häufig, nämlich mit einem Anteil von 24 %, wiesen die Kinder Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 5 % der Verfahren festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich.
Verfahren zur Bestimmung von Gefährdungslagen wurden in etwa gleich häufig für Jungen (51 %) und Mädchen (49 %) durchgeführt; dies gilt auch für Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung.
Jedes vierte Kind (25 %), für das ein Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durchgeführt wurde, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet. Drei- bis fünfjährige Kinder waren zu 20 % von den Verfahren betroffen. Mit 22 % waren Kinder im Grundschulalter (6 bis 9 Jahre) beteiligt und mit 18 % Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren. Für Jugendliche (14 bis 17 Jahre) betrug der Anteil an allen Verfahren 15 %.
Am häufigsten, bei 18 000 Verfahren (17 %), machten Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft das Jugendamt auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung aufmerksam. Bei gut 15 000 Verfahren (14 %) gingen Jugendämter Hinweisen durch Bekannte oder Nachbarn nach, in knapp 14 000 Fällen (13 %) denen von Schulen oder Kindertageseinrichtungen. Gut jeden zehnten Hinweis (11 %) erhielten die Jugendämter anonym.
In allen hier dargestellten Ergebnissen ist Hamburg nicht enthalten. Von dort wurden keine Daten zur Verfügung gestellt.
Quelle: Pressemitteilung von Destatis vom 29.07.2013
Rheinland-Pfalz: Gefährdung des Kindeswohls in mehr als 2.000 Fällen – Jugendämter sind im vergangenen Jahr 5.590 Verdachtsmeldungen nachgegangen
Posted on August 3, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Auf der Grundlage des Kinderschutzgesetzes sind die Jugendämter verpflichtet, eine Gefährdungseinschätzung vorzunehmen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen. Rheinland-pfälzische Jugendämter haben auf der Grundlage vorliegender Verdachtsmeldungen im Jahr 2012 insgesamt 5.590 Verfahren zur Gefährdungseinschätzung durchgeführt. Damit waren nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 0,8 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren von einem derartigen Verfahren betroffen.
Verdachtsmeldungen kommen häufig von Bekannten oder Nachbarn der betroffenen Kinder. Dies war bei 960 der im Jahr 2012 durchgeführten Verfahren der Fall. Auf Initiative von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft wurden 877 Verfahren in die Wege geleitet. Auch anonyme Meldungen waren häufig Ausgangspunkt derartiger Verfahren; in 626 Fällen erreichte das Jugendamt auf diesem Weg eine Verdachtsmeldung.
Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. In über 2.000 Fällen, also weit mehr als einem Drittel der Verdachtsmeldungen, wurde im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte das tatsächliche Vorliegen einer akuten oder latenten Gefährdung des Kindeswohls erkannt.
Die Einschätzung der Gefährdungssituation kann zum Ergebnis führen, dass eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt. Dies war bei 789 Verfahren (14,1 Prozent) der Fall. Kann die Frage, ob gegenwärtig tatsächlich eine Gefahr besteht, nicht eindeutig beantwortet, eine Kindeswohlgefährdung aber nicht ausgeschlossen werden, so liegt im Ergebnis eine latente Gefährdung vor. Die Einschätzung der Fachkräfte führte in 1.271 Fällen (22,7 Prozent) zu einem solchen Ergebnis.
Bei 3.530 aller Verdachtsfälle (63,1 Prozent) konnte keine Gefährdung des Kindeswohls festgestellt werden. Bei weit mehr als der Hälfte dieser Verfahren (1.894 Fälle) wurde aber dennoch ein Hilfebedarf erkannt. Dieser kann beispielsweise in der Beratung und Unterstützung der Mütter und Väter bestehen. Kein weiterer Hilfebedarf bestand dagegen für 1.636 Kinder und Jugendliche.
Eine Unterscheidung nach dem Geschlecht zeigt, dass bei Einbeziehung aller Verfahren zur Kindeswohlgefährdung etwa gleich viele Mädchen (2.767 bzw. 49,5 Prozent) wie Jungen (2.823 bzw. 50,5 Prozent) betroffen waren. Betrachtet man allein die Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten Gefährdung, so ist die Zahl der betroffenen Mädchen etwas höher (405 bzw. 51,3 Prozent).
Etwa ein Viertel der Kinder (1.367 bzw. 24,5 Prozent), für die ein Verfahren zur Einschätzung einer Kinderwohlgefährdung durchgeführt wurde, war noch keine drei Jahre alt. Vergleichsweise hoch war der Anteil unter 3-Jähriger bei den betroffenen Jungen (739 bzw. 26,2 Prozent), dies insbesondere bei den Verfahren, in denen eine akute Gefährdung (114 bzw. 29,7 Prozent) erkannt wurde. Dagegen waren bei den akut gefährdeten weiblichen Minderjährigen insbesondere Ältere betroffen: In 117 Fällen wurden 14- bis 17-jährige Mädchen (28,9 Prozent) als akut gefährdet eingestuft.
Das neue Bundeskinderschutzgesetz trat zum 1. Januar 2012 in Kraft. Das Gesetz regelt verschiedene Maßnahmen, mit dem Ziel eines deutlich verbesserten Kinderschutzes. Artikel 2 des Gesetzes ändert § 8a des Achten Buchs des Sozialgesetzbuches (Kinder- und Jugendhilfe) SGB VIII über den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Über alle Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung ist bei den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe (Jugendämtern) jährlich eine Erhebung durchzuführen (§ 98 Absatz 1 und § 99 Absatz 6 SGB VIII). Für die Statistik sind in Rheinland-Pfalz 41 Jugendämter auskunftspflichtig. Die Erhebung erstreckt sich auf die innerhalb eines Kalenderjahres abgeschlossenen Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung.
Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 31.07.2013
Hessen: 12 340 junge Menschen wurden 2012 außerhalb des Elternhauses untergebracht
Posted on August 2, 2013. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: Heimerziehung, Hilfen zur Erziehung, Kindeswohlgefährdung, Statistik, Vollzeitpflege |
Im Jahr 2012 wurden in Hessen 12 340 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis unter 27 Jahre außerhalb des Elternhauses untergebracht: 4470 bzw. gut 36 Prozent in Form von Vollzeitpflege und 7870 bzw. knapp 64 Prozent in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform. Nach Mitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes waren dies 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betreuten in Vollzeitpflege nahm um 0,7 Prozent, diejenige in Heimerziehung/sonstiger betreuter Wohnform um knapp 0,4 Prozent ab. Am Jahresende 2012 dauerten noch 9170 Hilfen an, rund 3170 Hilfen wurden 2012 beendet. Knapp 3370 Hilfen wurden in 2012 neu begonnen.
Mit knapp 48 Prozent waren die meisten jungen Menschen, die außerhalb des Elternhauses untergebracht wurden, zwölf bis unter 18 Jahre alt, gefolgt von den jungen Menschen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr mit 21 Prozent. 20 Prozent waren volljährig und elf Prozent hatten das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht.
Bei den jüngeren Kindern spielte die Vollzeitpflege die wichtigste Rolle, während mit steigendem Alter eine Unterbringung in einem Heim oder das betreute Wohnen an Bedeutung gewann. Von den unter Sechsjährigen waren 85 Prozent in Pflegefamilien untergebracht, bei den Sechs- bis unter Zwölfjährigen lag dieser Anteil bei gut 56 Prozent, bei den Zwölf- bis unter 18-Jährigen waren es 24 Prozent und bei den Volljährigen knapp 17 Prozent.
Bei der Vollzeitpflege standen folgende Gründe im Vordergrund: Die Gefährdung des Kindeswohles (18 Prozent), die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern oder Personensorgeberechtigten (19 Prozent) und die unzureichende Förderung bzw. Betreuung/Versorgung des jungen Menschen in der Familie (18 Prozent). Bei den jungen Menschen, die in Heimen/sonstiger betreuter Wohnform untergebracht wurden, waren neben der eingeschränkten Erziehungskompetenz der Eltern mit 18 Prozent, Unversorgtheit des jungen Menschen mit 16 Prozent, Auffälligkeiten des jungen Menschen im sozialen Verhalten mit zwölf Prozent sowie die unzureichende Förderung des jungen Menschen mit zehn Prozent von Bedeutung.
In gut 42 Prozent lebten die jungen Menschen vor der Hilfe bei nur einem Elternteil, 20 Prozent kamen aus „Patchworkfamilien“ und in 16 Prozent der Fälle wohnten die Eltern zusammen. Die restlichen knapp 22 Prozent entfielen auf unbekannt oder Eltern waren verstorben.
52 Prozent der jungen Menschen/der Herkunftsfamilien waren bei Beginn der Hilfe auf Transferleistungen angewiesen.
Die im Laufe des Jahres geleisteten Hilfen errechnen sich aus der Summe der im Jahr beendeten Hilfen und den am 31.12. bestehenden Hilfen. Wird eine Hilfe beendet und im laufenden Jahr erneut begonnen, so wird dies als zwei Hilfen gezählt.
Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.08.2013
Sachsen-Anhalt: 2.300 Verdachtsfälle auf Verletzung des Kindeswohles in 2012
Posted on Juli 29, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Sachsen-Anhalt | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Rahmen ihres Schutzauftrages haben die Jugendämter Sachsen-Anhalts im Jahr 2012 in 2 315 Fällen eine Gefährdungseinschätzung gemeldet, knapp die Hälfte (48,7 Prozent) betrafen Mädchen.
Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt meldet, wurden akute Kindeswohlgefährdungen in 374 Fällen gezählt, dabei waren ein Drittel der betroffenen Kinder (33,2 Prozent) unter 3 Jahre alt.
Um eine latente Kindeswohlgefährdung handelte es sich in 339 Fällen, knapp ein Drittel der Kinder (31,5 Prozent) waren noch keine 3 Jahre alt.
Der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bestätigte sich in 703 Fällen nicht, jedoch wurde hier ein Hilfe-/Unterstützungsbedarf zur Abwendung der Gefahren festgestellt. In 899 Fällen lag weder eine Kindeswohlgefährdung vor noch war eine Hilfe/Unterstützung der Familien nötig.
Fast die Hälfte (48,1 Prozent) der gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdungen betreffen Kinder und Jugendliche, die bei einem allein erziehenden Elternteil leben.
Die häufigsten Meldungen über Kindeswohlgefährdungen kamen aus dem unmittelbaren Umfeld der Kinder und Jugendlichen selbst, von anonymen Meldern, Betreuungseinrichtungen, der Polizei, Gesundheitsämtern und Ärzten.
Im Berichtsjahr 2012 wurde erstmalig die Erhebung über Gefährdungseinschätzungen von Kindern und Jugendlichen nach § 8a SGB VIII durchgeführt. Diese Meldungen werden von den Jugendämtern vorgenommen. Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine gegenwärtige oder absehbare Gefahr für die Kindesentwicklung besteht, die bei Fortdauer eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen und seelischen Wohls des Kindes bzw. Jugendlichen nach sich zieht.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt vom 23.07.2013
Thüringen: 3.298 Verfahren zur Einschätzungen des Kindeswohls 2012 – Täglich durchschnittlich 9 Gefährdungseinschätzungen*) durch die Jugendämter
Posted on Juli 18, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen, Thüringen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2012 wurden den Thüringer Jugendämtern in 3 298 Fällen gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes bekannt. Im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte und teils mehrfacher Kontakte zu den Kindern, deren Familien bzw. Personensorgeberechtigten aber auch zu anderen Stellen im sozialen Umfeld erfolgten jeweils die Einschätzungen der Gefährdungsrisiken.
Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurden durch die Fachkräfte 449 akute Kindeswohlgefährdungen (13,6 Prozent) und 555 latente Kindeswohlgefährdungen (16,8 Prozent) festgestellt. In 2 294 Fällen (69,6 Prozent) kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorlag, jedoch bestand in zwei Drittel dieser Fälle (1 470 Verfahren bzw. 64,1 Prozent) ein Hilfe – bzw. Unterstützungsbedarf.
Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung sind Anzeichen für Vernachlässigung, die in 723 Fällen im Rahmen der Gefährdungseinschätzung festgestellt wurden. Anzeichen für psychische Misshandlungen gab es in 202 Fällen, Anzeichen für körperliche Misshandlungen in 169 Fällen und in 48 Fällen wurden durch die Fachkräfte Anzeichen für sexuelle Gewalt festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich.
Mädchen und Jungen sind gleichermaßen betroffen. Der Anteil der Mädchen innerhalb der Verfahren betrug 49,3 Prozent.
In 1 021 Fällen, bei denen Anhaltspunkte einer Kindeswohlgefährdung vorlagen, war fast ein Drittel der Kinder (31,0 Prozent) noch keine drei Jahre alt, 387 von ihnen hatte das erste Lebensjahr noch nicht vollendet. Bei den unter Drei-Jährigen lag in 751 Fällen (73,6 Prozent) eine Kindeswohlgefährdung vor oder es bestand Unterstützungsbedarf. Bei den unter Ein-Jährigen betraf es 285 Jungen und Mädchen (73,6 Prozent).
In 760 Fällen waren die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Bei 569 von ihnen wurde eine Kindeswohlgefährdung oder Hilfebedarf festgestellt. Weitere 733 betroffene Kinder waren im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, 497 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und 287 Jugendliche 14
bis unter 18 Jahre alt.
Hinweise für eine Kindeswohlgefährdung erhielten die Jugendämter in 586 Fällen (17,8 Prozent) von anonymen Meldern, in 416 Fällen (12,6 Prozent) waren es Bekannte oder Nachbarn. Weitere 380 Initiativen (11,5 Prozent) gingen von der Polizei, dem Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft aus und in 259 Fällen (7,9 Prozent) waren es Personen aus dem Gesundheitsbereich, wie z.B. Hebammen, Ärzte und Gesundheitsämter.
Angaben über die Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls wurden beginnend mit dem Berichtsjahr 2012 erstmals erhoben.
Somit sind Vergleiche zum Vorjahr noch nicht möglich.
Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik vom 17.07.2013
Baden-Württemberg: 9.630 Verfahren zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdungen in Jugendämtern durchgeführt
Posted on Juli 17, 2013. Filed under: Baden-Württemberg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurde im Jahr 2012 in Baden-Württemberg für 9 630 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII vorgenommen. Dabei werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung eines Kindes bekannt. Es verschafft sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck vom betroffenen Kind oder Jugendlichen und seiner persönlichen Umgebung. Dies kann z. B. durch einen Hausbesuch, den Besuch der Kindertageseinrichtung oder Schule oder die Einbestellung der Eltern ins Jugendamt geschehen. Die Einschätzung des Gefährdungsrisikos erfolgt anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte.
Im Rahmen dieser erstmals durchgeführten Statistik wurde bei 1 498 Gefährdungseinschätzungen, das sind 16 Prozent aller Verfahren, eine akute Gefährdungssituation festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Dabei wurden bei 975 jungen Menschen Anzeichen für Vernachlässigung festgestellt. Bei weiteren 438 Kindern und Jugendlichen gab es Anzeichen für körperliche und bei 374 für psychische Misshandlung. Hinweise auf sexuelle Gewalt wurden bei 97 Kindern und Jugendlichen festgestellt.
In 1 965 Fällen (20 Prozent) lag eine sogenannte latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, es bestand jedoch weiterhin der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden.
Bei 3 278 Gefährdungseinschätzungen (34 Prozent) ergab sich zwar keine Kindeswohlgefährdung, wohl aber ein anderweitiger Unterstützungsbedarf. Bei 30 Prozent der Gefährdungseinschätzungen (2 889 Verfahren) wurden keine Gefährdung und kein weiterer Hilfebedarf ermittelt.
Insgesamt betrafen die Gefährdungseinschätzungen 4 873 Jungen und 4 757 Mädchen. Während in den Altersgruppen mit Kindern unter 14 Jahren stets für etwas mehr Jungen wie Mädchen Gefährdungseinschätzungen vorgenommen werden mussten, ist dies bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren umgekehrt: Hier waren mit 829 Fällen deutlich mehr Mädchen betroffen als Jungen (508 Fälle).
Hinweise auf mögliche Gefährdungen kommen von verschiedensten Personen und Institutionen. So wurde z.B. in 1 635 aller Fälle (17 Prozent) das Jugendamt von Nachbarn oder Bekannten des betroffenen Kindes oder Jugendlichen über die mögliche Gefährdung informiert, in weiteren 1 520 Fällen (16 Prozent) durch die Polizei, Gerichte oder die Staatsanwaltschaft. In jeweils 9 Prozent der Fälle kam der Hinweis von anonymen Meldern (839) oder aus Schulen (824), in 8 Prozent (772) von Eltern oder Personensorgeberechtigten. Jeweils 7 Prozent der Fälle gehen auf Meldungen der Sozialen Dienste bzw. der Jugendämter selbst (693) sowie durch den medizinischen Bereich, also beispielsweise Hebammen, Ärzte, Kliniken oder Gesundheitsämter (652) zurück.
Betrachtet man dabei allerdings die Verfahren mit dem Ergebnis einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung gesondert, so zeigt sich, dass hier der Anteil der Nachbarn und Bekannten deutlich niedriger liegt als bei den Verfahren insgesamt, nämlich bei nur 10 Prozent, während der Anteil der Sozialen Dienste bzw. Jugendämter in diesen Fällen deutlich höher ausfällt (11 Prozent).
Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurden zahlreiche Hilfen neu eingerichtet. Dabei können für ein Kind auch mehrere Hilfen in Frage kommen. In 2 006 Fällen wurden ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingerichtet. Unterstützung nach §§ 16 bis 18 SGB VIII, wie z. B. Leistungen zur allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie, Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung wurde als Folge von 1 133 Gefährdungseinschätzungen gewährt. 492 Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen vorläufiger Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 454 Fällen wurden familienersetzende Hilfen zur Erziehung (§§ 27, 33 – 35 SGB VIII) eingeleitet, in weiteren 404 Fällen Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII.
Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 16.07.2013
Erstmals statistische Aussagen zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls im Land Brandenburg
Posted on Juli 16, 2013. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Seit dem 1. Januar 2012 sind die Jugendämter per Gesetz verpflichtet, den Statistischen Ämtern Daten der Gefährdungseinschätzung von Kindern und Jugendlichen zu übermitteln. Es geht vor allem um solche Gefährdungen wie Vernachlässigung, körperliche und psychische Misshandlung und sexuelle Gewalt.
2012 wurden in Brandenburg 4 438 Verfahren von den Jugendämtern eingeleitet, bei denen jedoch in lediglich 35,2 Prozent der Fälle von einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden musste. Bei 37,4 Prozent der Verfahren wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 27,5 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf.
Bei allen Verfahren waren nur unwesentlich mehr Mädchen als Jungen betroffen (50,4 Prozent).
Eine akute Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes/Jugendlichen bereits eingetreten ist oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist. Bei einer nicht eindeutig feststellbaren Gefahr, wenn aber der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht bzw. nicht ausgeschlossen werden kann, wird von einer latenten Kindeswohlgefährdung gesprochen.
59,9 Prozent der eingeschätzten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigungen. Körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 34,4 Prozent der Fälle ermittelt. In 2,4 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden.
Infolge von 758 Verfahren wurde ambulante/teilstationäre Hilfe gewährt. In 224 Fällen der neu eingerichteten Hilfe kam es zu vorläufigen Schutzmaßnahmen für die Kinder/Jugendlichen. 306 mal musste das Familiengericht angerufen werden.
Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Bekannte/Nachbarn oder auch anonym (27,7 Prozent). Über Polizei und Staatsanwaltschaften wurden 14,9 Prozent der Verfahren initiiert. In 9,7 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder Schule der Kinder/Jugendlichen die auslösende Einrichtung. 9,2 Prozent der Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgten in 5,5 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.
Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 16.07.2013
Erstmals statistische Aussagen zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls in Berlin
Posted on Juli 16, 2013. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
2012 wurden in Berlin 8 791 Verfahren von den Jugendämtern eingeleitet, bei denen in 50,1 Prozent von einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden musste. Bei 22,9 Prozent der Verfahrensfälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt. In 27 Prozent der Verfahren wurde zwar keine Gefährdung festgestellt, es bestand jedoch Hilfebedarf.
Bei allen Verfahren waren nur unwesentlich mehr Jungen als Mädchen betroffen (50,5 Prozent).
51,9 Prozent der eingeschätzten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigungen, körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 44,6 der Fälle ermittelt. In 2,2 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden.
Ambulante/teilstationäre Hilfe erhielten 1 554 Kinder und Jugendliche zugesprochen, in 2 040 Fällen kam amtliche Unterstützung zum Tragen. In 518 Fällen der neu eingerichteten Hilfe kam es zu vorläufigen Schutzmaßnahmen für die Kinder/Jugendlichen. Das Familiengericht musste 725 mal angerufen werden.
Von Polizei und Staatsanwaltschaften wurden 26 Prozent der Verfahren eingeleitet. Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Bekannte/Nachbarn oder anonym (18,8 Prozent). In 13 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder Schule der Kinder/Jugendlichen die auslösende Einrichtung. 10,6 Prozent der Verfahren wurden von Minderjährigen, Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst ausgelöst. Durch medizinisches Personal, Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgten in 9,7 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.
Posted on Juli 15, 2013. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: Bundeskinderschutzgesetz, Kindeswohlgefährdung |
Quelle: Information nd Technik Nordrhein-Westfalen vom 15.07.2013
14.755 Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche in Bayern 2012
Posted on Juni 29, 2013. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Publikationen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Die Bayerischen Jugendämter meldeten im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Gefährdungseinschätzungen, das heißt Fälle, in denen das Wohl von Kindern bzw. Jugendlichen in Gefahr war. Nach Information des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung lag in 2 826 Fällen eine akute und in 3 513 eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, jedoch Hilfebedarf und in 3 844 Fällen wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.
Erstmals wurden in Bayern für das Jahr 2012 Daten zur Gefährdung des Kindeswohls erhoben. Grundlage hierfür ist das Bundeskinderschutzgesetz, welches zum 01.01.2012 in Kraft getreten ist. Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl eines Kindes durch das Tun oder Unterlassen der Eltern oder Dritter gravierende Beeinträchtigungen erleidet, die dauerhafte oder zeitweilige Schädigungen in der Entwicklung des Kindes zur Folge haben bzw. haben können.
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, wurden in Bayern im Jahr 2012 insgesamt 14 755 Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Betroffen waren 7 538 Jungen und 7 217 Mädchen. Nach Altersklassen zeigt sich folgendes Bild:
2 826 Gefährdungseinschätzungen wurden aufgrund einer akuten, 3 513 aufgrund einer latenten Kindeswohlgefährdung vorgenommen. In beiden Fällen waren die Anzeichen für eine Vernachlässigung und die Anzeichen einer psychischen Misshandlung die beiden häufigsten Gründe einer Kindeswohlgefährdung.
Darüber hinaus wurde bei 4 572 Gefährdungseinschätzungen keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber Hilfebedarf zum Beispiel im Rahmen einer Hilfe der Kinder und Jugendhilfe wie Erziehungsberatung oder eine Schutzmaßnahme. Bei 3 844 wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein weiterer Hilfebedarf ermittelt.
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung vom 27.06.2013
Materialien zur Fachtagung „Wenn es zu Hause nicht mehr geht…! (Traumatisierte) Kinder in Pflegefamilien“ online
Posted on Mai 20, 2012. Filed under: Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie | Schlagwörter: Geschwister, Kindeswohlgefährdung, Traumatisierung |
Die Kinderschutz-Zentren stellen die Materialien zur Fachtagung „Wenn es zu Hause nicht mehr geht…! (Traumatisierte) Kinder in Pflegefamilien„, die am 07./08.05.2012 in Leipzig stattfand zur Verfügung:
Vortrag 1: Prof. Dr. Klaus Wolf
Aufwachsen in Pflegefamilien – Was ist hilfreich aus Sicht des Kindes?
Vortrag 3: Elisabeth Helming
Pflegekinder und ihre Geschwister: Risiko und Ressource
Vortrag 4: Holger Gläss
Workshop 7: Brigitte Linke
Gestaltung von Übergängen und Begleitung von Trennungen bei Säuglingen und Kleinkindern
Posted on März 24, 2012. Filed under: Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: Hilfen zur Erziehung, Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland gemeinsam mit den Jugendämtern ein Monitoring von Kinderschutzfällen durchgeführt und die Ergebnisse heute veröffentlicht. Darin werden alle im Jahr 2010 bei den Jugendämtern gemeldeten Kinderschutzfälle erfasst. 36 der landesweit 41 Jugendämter beteiligten sich an dem Projekt.
„Der heute vorgelegte Bericht bedeutet für den Kinderschutz in Rheinland-Pfalz einen wichtigen Schritt nach vorn. Denn bisher wurden lediglich die Sorgerechtsentzüge erfasst, sowie die Zahl der Kinder, die in Obhut genommen wurden. Durch das Monitoring liegen uns jetzt detailliertere Informationen vor, auf die wir passgenau reagieren können und werden“, erklärte Familienministerin Irene Alt.
Der Landkreistag und der Städtetag lobten die Arbeit der Jugendämter. „Die Jugendämter meistern diese schwierige Aufgabe mit Bravour. Daher meinen wir, dass Bund und Land dies durch eine größere finanzielle Anerkennung würdigen sollten,“ sagte der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages Burkhard Müller.
Im Jahr 2010 bei den 36 beteiligten Jugendämtern 2.988 Meldungen ein, die 4.211 Kinder und Jugendliche betrafen. Damit sind gut sieben von 1.000 Kindern und Jugendlichen dieser Altersgrupe von einer Kinderschutzverdachtsmeldung betroffen.
Die meisten Fälle werden vom direkten sozialen Umfeld (19,3%), der Polizei (13,5%) und Schulen (10,6%) gemeldet. Das Gesundheitswesen spielt nur bei den unter Einjährigen eine große Rolle (21%), was sich durch die Früherkennungsuntersuchungen erklären lässt.
Vor allem kleine Kinder waren von den Meldung betroffen: So waren 26,1% unter 3 Jahre und weitere 22,6% zwischen 3 und unter 6 Jahre alt. Damit hat sich fast die Hälfte der Meldungen auf nicht-schulpflichtige Kinder bezogen.
In gut einem Drittel der Fälle (36,7%) wurde ein unangemessenes Erziehungsverhalten festgestellt, in je gut einem Viertel waren Vernachlässigung (25,7%) oder unangemessene Versorgung des Kindes (25,3%) Anlass für die Meldung beim Jugendamt.
Die Jugendämter kamen nach der Überprüfung der Fälle zu Ergebnis, dass in 13,5% der Fälle eine akute und in weiteren 37,7% der Fälle eine latente Kindeswohlgefährdung vorliegt. Damit haben die Meldungen ein hohes Maß an Verlässlichkeit.
Bei etwa 31% der von der Meldung betroffenen Kinder wurde eine Hilfe zur Erziehung eingeleitet. Bei einem weiteren Drittel der Kinder und Jugendlichen folgte eine formlose Betreuung (38%). Eine Inobhutnahme erfolge bei fest jedem zehnten Kind (9,1%).
Kinderschutz wirksam umzusetzen, wird die Jugendämter angesichts steigender Fallzahlen auch in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen. Das Land hat mit dem Landeskinderschutzgesetz einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Kommunen geleistet – die jährliche Förderung in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro ist bundesweit einmalig. „Kinderschutz ist immens wichtig und wir brauchen dafür die verlässliche und qualifizierte Arbeit der Jugendämter. Nur wenn wir hier einen gut ausgestatteten Basisdienst haben, wird der Bedarf an Hilfen zur Erziehung zurückgehen“, sagte Familienministerin Irene Alt.
Quelle: Pressemitteilung des Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz vom 23.03.2012
„Realistische Wahrnehmung von Kindeswohlgefährdung und deren Bedeutung für das Pflegekind und seine spezifischen Bedürfnisse“ am 31.03. in Hübingen
Posted on Februar 4, 2012. Filed under: Adoptivfamilie, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Fortbildung, Netzwerke, Pflegefamilie, Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung |
Am 31.03. veranstaltet die Stiftung zum Wohl des Pflegekindes in Kooperation mit dem Familienferiendorf Hübingen e.V. in Hübingen das Tagesseminar „Realistische Wahrnehmung von Kindeswohlgefährdung und deren Bedeutung für das Pflegekind und seine spezifischen Bedürfnisse“. Als Referentin ist die Diplompädagogin Hildegard Niestroj eingeladen.
Aufgrund ihrer real erfahrenen Lebensgeschichte entwickeln Pflegekinder besondere Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Das Seminar trägt dazu bei, die charakteristische Situation dieser Kinder zu erfassen und die Erkenntnisse auch an Dritte vermitteln zu können.
Für Pflegefamilien gibt es seitens des Feriendorfes ein besonderes Angebot, das Wochenende im Feriendorf zu verbringen.
„Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ am 08.02. in Gelsenkirchen
Posted on Dezember 10, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Politik, Veranstaltungen | Schlagwörter: ASD, Hilfen zur Erziehung, Kindeswohlgefährdung |
Für die Arbeitsbereiche ASD und Hilfen zur Erziehung veranstaltet das LWL-Landesjugendamt Westfalen am 08.02. in Gelsenkirchen die Fortbildung „Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ mit den beiden Referenten Dr. Jens Pothmann und Dr. Matthias Schilling.
Anmeldeschluss ist der 09.01.
Posted on Dezember 2, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Veranstaltungen | Schlagwörter: Freie Träger der Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, Kindeswohlgefährdung |
Das LWL-Landesjugendamt Westfalen lädt die Leitungs- und Fachkräfte aus ASD und Jugendhilfeplanung sowie Freie Träger der Jugendhilfe am 08.02. nach Gelsenkirchen ein zur Diskussion des Themas „Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen„.
Anmeldeschluss ist der 22.12.11.
NRW: 10 438 junge Menschen wurden 2010 vorläufig unter Schutz gestellt
Posted on Juli 13, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2010 stellten die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen 10 438 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 5,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit hat die Zahl der unter Schutz gestellten jungen Menschen einen neuen Höchststand erreicht. Die Mehrzahl der in Obhut Genommenen waren Jugendliche ab 14 Jahren (6 675); Kinder unter 14 Jahren (3 763) waren in etwa einem Drittel der Fälle betroffen. 55,2 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen.
Wie die nachfolgende Grafik zeigt, waren eine Überforderung (4 706 Fälle) oder Beziehungsprobleme der Eltern (1 989 Fälle) sowie die Vernachlässigung des Kindes (1 173 Fälle) häufigste Anlässe für eine vorläufige Schutzmaßnahme.
In mehr als der Hälfte der Fälle (5 547) wurden die Maßnahmen auf Initiative des Jugendamtes oder der Polizei ergriffen. In knapp einem Viertel der Fälle (2 660) ging das behördliche Eingreifen auf Initiative des Kindes oder des Jugendlichen selbst zurück. In den übrigen Fällen wiesen z. B. Lehrer, Ärzte, Verwandte oder Nachbarn die Behörden auf die Notsituation der Kinder und Jugendlichen hin. (IT.NRW)
Quelle: Pressemitteilung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen vom 12.07.2011
Posted on Juli 10, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Sorgerecht, Statistik |
WIESBADEN – Weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war, haben die Gerichte in Deutschland nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2010 in rund 12.700 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet. Rechtsgrundlage für diese Maßnahme ist Paragraph 1666 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Gegenüber dem Jahr 2009 bedeutet dies eine Steigerung um rund 500 Fälle (+ 4%). In rund 9.700 Fällen übertrugen die Gerichte das Sorgerecht ganz oder teilweise auf die Jugendämter, in den übrigen Fällen einer Einzelperson oder einem Verein.
Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthalts­bestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Bei der Übertragung des teilweisen Sorgerechts an ein Jugendamt wurde in rund 2.200 Fällen (23%) nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Mit dem Aufenthaltsbestimmungs­recht ist die Befugnis verbunden, Entscheidungen des alltäglichen Lebens zu treffen.
Quelle: Pressemitteilung Nr.251 des Statistischen Bundesamtes vom 06.07.2011
Mehr Sorgerechtsentziehungen in Nordrhein-Westfalen
Posted on Juli 8, 2011. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Sorgerecht, Statistik |
Düsseldorf (IT.NRW). In 3.936 Fällen haben die Gerichte in Nordrhein-Westfalen 2010 den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 10,7 Prozent mehr Fälle als 2009 (3 556). Für 3.032 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen, 2009 hatte es 2.956 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben. In 904 Fällen (2009: 600) übertrugen die Gerichte das Sorgerecht einer Einzelperson oder einem Verein. Nach § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) können die Gerichte den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge anordnen. Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen.
Im Jahr 2010 bearbeiteten die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen außerdem 20.340 Sorgeerklärungen; das waren 14,4 Prozent mehr als 2009 (17.782). Die Sorgeerklärung (häufiger auch als Sorgerechtserklärung bezeichnet) ist eine spezielle Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen. Mit der Abgabe der Sorgerechtserklärung vor einer Urkundsperson steht das elterliche Sorgerecht nach § 1626a Abs. 1 BGB beiden Eltern gemeinsam zu. (IT.NRW)
Quelle: Pressemitteilung der Information und Technik Nordrhein-Westfalen (139 / 11) vom 06.07.2011
Weniger Sorgerechtsentzüge in Bayern im Jahr 2010 – Anrufungen der Familiengerichte durch die Jugendämter nahezu unverändert
Posted on Juni 2, 2011. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Sorgerecht, Statistik |
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 1 551 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge durchgeführt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 793 Jungen und 758 Mädchen betroffen. Daneben fand im Jahr 2010 in 1 939 Fällen eine Anrufung des Gerichts durch das Jugendamt zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge statt.
Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in § 1 666 „Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls“ geregelt, dass bei Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohles des Kinder oder seines Vermögens und wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, das Familiengericht Maßnahmen zu treffen hat, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.
In Bayern wurden im Laufe des Jahres 2010 für 1 551 Kinder und Jugendliche gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge getroffen. Gezählt wurden dabei alle gerichtlichen Maßnahmen, unabhängig davon, auf wen das Sorgerecht übertragen wurde. Verglichen mit der Vorjahreszahl von 1 649 Fällen entspricht dies einem Rückgang um rund sechs Prozent. In 793 Fällen waren Jungen betroffen (51,1 Prozent) und in 758 Fällen Mädchen (48,9 Prozent).
Daneben haben im Jahr 2010 die Jugendämter Bayerns in 1 939 Fällen das Gericht zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angerufen. Gegenüber 2009 mit 1 948 Anrufungen war hier ein Rückgang um rund 0,5 Prozent festzustellen. Davon waren in rund 51 Prozent der Fälle Jungen und in rund 49 Prozent Mädchen betroffen. Die Anrufung des Familiengerichts durch das Jugendamt ist immer dann erforderlich und verpflichtend, wenn es zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung einer gerichtlichen Entscheidung bedarf. Das Familiengericht entscheidet dann je Fall, ob gerichtliche Maßnahmen einzuleiten sind und wie diese aussehen.
Ausführliche Ergebnisse enthält der Statistische Bericht „Kinder- und Jugendhilfe in Bayern 2010, Ergebnisse zu Teil I“ (Bestellnummer: K51013201000, Preis der Druckausgabe: 11,50 €). Der Bericht kann im Internet unter www.statistik.bayern.de/veroeffentlichungen als Datei kostenlos heruntergeladen werden. Gedruckte Ausgaben können beim Vertrieb erworben bzw. dort per E-Mail (vertrieb@statistik.bayern.de), Fax (Fax-Nr. 089 2119-457) oder Post bestellt werden.
Artikel „Misshandelte Neunjährige verklagt Jugendamt“
Posted on März 18, 2011. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Misshandlung |
Im Artikel „Misshandelte Neunjährige verklagt Jugendamt“ in Der Westen vom 17.03.2011 wird von einem neunjähriges Mädchen berichtet, das das Jugendamt Güstrow auf Schadenersatz verklagt.
Über Jahre wurde das Kind von seiner Mutter schwer misshandelt. Der Vorwurf gegen das Jugendamt besagt, dass eine Mitarbeiterin ärztliche Hinweise nicht weitergeleitet habe.
Fast 30 Mal wurde das Mädchen wegen Verätzungen und Verbrühung von Notärzten und in Krankenhäusern behandelt, bevor die Misshandlung entdeckt wurde. Seit einigen Jahren lebt das Mädchen in einer Pflegefamilie.
Das Landgericht Rostock verhandelt den Fall seit dem 17.03., ein Urteil wird zum 29.04. erwartet.
Fachkräfteseminar „Kindeswohlgefährdung und Traumatisierung“ am 21./22.03. in Vlotho
Posted on Februar 21, 2011. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Traumatisierung |
Für Mitarbeitende in den Kinder- und Jugendhilfediensten (ASD, KSD etc.), bei öffentlichen oder freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeitende in der Heimerziehungen oder im Pflegekinderwesen veranstaltet das LWL-Landesjugendamt Westfalen vom 21.-22.03. im LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho das Seminar „Kindeswohlgefährdung und Traumatisierung“ unter der Leitung von Frau Sabine Haupt-Scherer.
Jedes Jahr erleben tausende von Kindern und Jugendlichen in ihrem direkten häuslichen Milieu psychische und physische Gewalt (Traumatisierung oder Traumatisierung durch Augenzeugenschaft). Die Auswirkungen erlebter oder beobachteter häuslicher Gewalt sind vielfältig. Hinzu kommt, dass das Alter, das Geschlecht, die soziale Schicht, aus der die Kinder und Jugendlichen stammen, und natürliche Schwere und Dauer der Traumatisierung sowie das (Nicht-)Vorhandensein von Hilfestrukturen von maßgeblicher Bedeutung für die einzuleitenden Hilfemaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe sind.
Das Seminar beschäftigt sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Dabei verschaffen sich die TeilnehmerInnen einen Überblick über die Häufigkeit und Unterschiedlichkeit von Fallsituationen, diskutieren neuere Erkenntnisse der Psychotraumatologie, suchen nach Wirkfaktoren guter Hilfe und überlegen, wie vor Ort in Westfalen-Lippe (oder auch im benachbarten Niedersachsen) eine gute Hilfestruktur durch Vernetzung und Kooperation aufzubauen ist.
Vorläufige Schutzmaßnahmen für 3 016 Kinder und Jugendliche in Niedersachsen 2009
Posted on Oktober 4, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Niedersachsen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Hannover. Im Jahr 2009 wurde in Niedersachsen für insgesamt 3 016 Kinder eine vorläufige Schutzmaßnahme ergriffen. Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilt, stieg damit die Anzahl der vorläufigen Schutzmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr um rund 3 % an. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Schutzmaßnahmen kontinuierlich gewachsen. 2004 war für insgesamt 1 904 Kinder und Jugendliche eine entsprechende Maßnahme eingeleitet worden.
Ein großer Teil der Betroffenen war zwischen 14 und 18 Jahre alt (1 747). Noch im Vorschulalter, unter sechs Jahren, waren 502 Jungen und Mädchen. In einem Viertel der Fälle war die Maßnahme durch das Kind beziehungsweise den Jugendlichen selbst angeregt worden. Am häufigsten – in 30 % der Fälle – veranlasste das Jugendamt oder der soziale Dienst eine entsprechende Maßnahme.
Die häufigste Ursache für die Schutzmaßnahme war die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (1 610). Neben nicht näher bezeichneten Problemen spielten vor allem Beziehungsprobleme (640) und Vernachlässigung (427) eine große Rolle. Bei 278 Kindern und Jugendlichen waren Anzeichen für Misshandlung der Auslöser für die Schutzmaßnahme.
In 46 % der Fälle kehrten die Kinder und Jugendliche nach Ende der vorläufigen Schutzmaßnahme wieder zu ihren Eltern bzw. Personensorgeberechtigten zurück. Für 842 Kinder und Jugendliche endete die vorläufige Schutzmaßnahme mit der Einleitung einer erzieherischen Hilfe außerhalb des Elternhauses. Weitere 326 Minderjährige erhielten im Anschluss an die Maßnahme eine sonstige stationäre Hilfe.
Eine vorläufige Schutzmaßnahme wird eingeleitet, wenn das Kind bzw. der Jugendliche darum bittet oder eine akute Gefährdungssituation für das Wohl des Kindes oder Jugendlichen besteht. Hinzu kommen ausländische Kinder und Jugendliche, die unbegleitet nach Deutschland einreisen und keine Erziehungsberechtigten in Deutschland haben. In Niedersachsen wurden 2009 insgesamt 111 Kinder und Jugendliche aufgrund einer unbegleiteten Einreise in Obhut genommen.
Quelle: Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen vom 15.09.2010
Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Brandenburger Jugendämter im Jahr 2009
Posted on September 1, 2010. Filed under: Brandenburg, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: Inobhutnahme, Jugendamt, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2009 haben die Jugendämter des Landes Brandenburg 1.458 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1.435 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 148 junge Menschen bzw. 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden.
806 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über die Hälfte aller Inobhutnahmen erfolgte in dieser Altersgruppe. 629 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 115 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 25 Kinder unter 3 Jahren mehr als im Jahr 2008. 57,9 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren Mädchen.
Bei fast drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. Nur in knapp einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus. Diese Hilfeleistung auf eigenen Wunsch wurde besonders von den Mädchen in Anspruch genommen (63,5 Prozent) und hier zum überwiegenden
Teil von der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (78,6 Prozent).
Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (556 Fälle), Beziehungsprobleme (483 Fälle), Vernachlässigung (141 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (98 Fälle) sowie Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen und Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (93 bzw. 92 Fälle). Suchtprobleme spielten in 40 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen
für sexuellen Missbrauch wurden 17-mal angeführt.
Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 30.08.2010
Mehr „Vorläufige Schutzmaßnahmen“ durch Berliner Jugendämter im Jahr 2009
Posted on September 1, 2010. Filed under: Berlin, Forschung, Jugendhilfe | Schlagwörter: Inobhutnahme, Jugendamt, Kindeswohlgefährdung, Statistik |
Im Jahr 2009 haben die Jugendämter in Berlin 1 336 Kinder und Jugendliche vorläufig unter Schutz gestellt, darunter 1 326 in Obhut genommen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 71 junge Menschen bzw. 5,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden. 874 Jugendliche ab 14 Jahren wurden 2009 in Obhut genommen, d. h. über zwei Drittel aller Inobhutnahmen erfolgten in dieser Altersgruppe. 452 waren Kinder unter 14 Jahren, darunter 109 Kinder unter 3 Jahre alt. Dies sind 6 Kinder unter 3 Jahren weniger als im Jahr 2008.
Bei drei Viertel der Fälle erfolgte die behördliche Maßnahme auf Grund von Hinweisen Anderer, z. B. Polizei, Jugendamt, Eltern, Lehrer, Ärzte, etc. In einem Viertel der Fälle ging die Initiative durch betroffene Kinder oder Jugendliche selbst aus und dort zum überwiegenden Teil von den Mädchen (57,7 Prozent) besonders der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre (84,2 Prozent).
Anlässe einer Maßnahme waren u. a. Überforderung der Eltern/eines Elternteils (498 Fälle), Delinquenz des Kindes/Straftat des Jugendlichen (224 Fälle), Beziehungsprobleme (207 Fälle), Integrationsprobleme im Heim/Pflegefamilie (197 Fälle), Vernachlässigung (170 Fälle), Anzeichen für Misshandlung (160 Fälle) und unbegleitete Einreise aus dem Ausland (104 Fälle). Suchtprobleme spielten in 66 Fällen eine eher untergeordnete Rolle und Anzeichen für sexuellen Missbrauch wurden 22-mal angeführt.
1. Bochumer Kinderschutzkonferenz am 11.09.
Posted on August 13, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen | Schlagwörter: Frühe Hilfen, Kindeswohlgefährdung |
Am 11.09. veranstaltet das Jugendamt der Stadt Bochum in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI) in der Klinik der Ruhr-Universität Bochum die ﻿1. Bochumer Kinderschutzkonferenz zum Thema „Frühe Hilfen und Fallarbeit in der Gesundheits- und Jugendhilfe in Fällen von Kindeswohlgefährdung„.
Eingeladen sind Kinderschutzfachkräfte, Ärzte der Bochumer Kliniken, Kinderärzte, Frauenärzte, Familienrichter, Rechtsanwälte, Fachkräfte der Jugendhilfe, Hebammen, Familienhebammen, Projektbegleiter und alle anderen Berufsgruppen, die sich mit dem Thema identifizieren können.
Abschlussbericht der Expertenkommission „Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen“
Posted on März 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen | Schlagwörter: Kindeswohlgefährdung, Prävention |
Die im Mai 2007 von Kinder- und Jugendminister Armin Laschet einberufene Expertenkommission „Kinderschutz“ hat am 27. Januar 2010 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Kommission bestand aus 21 Expertinnen und Experten aus dem Kinderschutz, der Ärzteschaft, der Jugend-, Familien- und Gesundheitshilfe, den Schulen, Kommunalen Spitzenverbänden, den Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden, der Polizei, Kirchen und Justiz. Das Institut für soziale Arbeit e.V. (ISA) wurde in der Kommission durch Dr. Erwin Jordan vertreten.
Dabei sieht die Kommission in der unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen allerdings ein großes Problem für den flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau präventiver Hilfen. Vor allem Städte und Kreise in der Haushaltssicherung könnten über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus zumeist keine zusätzlichen Hilfen für Kinder und Familien anbieten, beklagt die Kommission in ihrem Abschlussbericht. Daher sei es dringend erforderlich, dass der vorbeugende Kinderschutz in einem Kinderschutzgesetz des Bundes oder in entsprechenden landesrechtlichen Vorgaben stärker und verbindlicher abgesichert werde.
Positiv hoben die Fachleute hervor, dass in vielen Jugendämtern im Feld des intervenierenden Kinderschutzes, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliege oder drohe, die diesbezüglichen Anstrengungen und auch personelle Ausstattungen verstärkt worden seien. Dennoch bestehe auch hier Anlass zur Sorge, dass in nicht wenigen Jugendämtern die Fachkräfte überlastet seien und darunter die Zusammenarbeit mit den Familien leide.
Die Empfehlungen der Expertenkommmission beziehen sich vor allem auf die Themen: Prävention, Frühe Hilfen, Professionalisierung der Fachkräfte, Weiterentwicklung der Vernetzung und das Bereitstellen von Wissen für alle Berufsgruppen, die mit dem Kinderschutz befasst sind. Das sind vor allem Ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Lehrkräfte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Polizeibedienstete, Richter und Staatsanwälte.
Minister Laschet sicherte zu, dass der Bericht der Expertenkommission sorgfältig ausgewertet werde. „In drei Jahren wollen wir überprüfen, ob sich der Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen durch die Empfehlungen nachhaltig verbessert hat“, so der Minister.
Der Bericht der Expertenkommission kann unter www.mgffi.nrw.de oder www.kindesschutz.de heruntergeladen werden.
Quelle: ISA-Newsletter-Ausgabe 1/2010
Posted on Januar 26, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Kinderschutz, Netzwerke, Politik | Schlagwörter: Bundeskinderschutzgesetz, Führungszeugnis, Frühe Hilfen, Kindeswohlgefährdung, Krisenintervention, Prävention |
Die Bundesregierung will den Schutz von Kindern in Deutschland umfassend und wirksam verbessern. Dazu wird die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Köhler, ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das Prävention und Intervention gleichermaßen stärkt. Auf Einladung von Kristina Köhler treffen sich am 27. Januar 2010 gut 50 Kinderschutz-Experten und -Expertinnen aus Ländern, Kommunen und von Fachorganisationen zu einem ersten Fachgespräch, um die Rahmenbedingungen für das neue Kinderschutzgesetz abzustecken.
„Der Schutz unserer Kinder vor Misshandlungen und Vernachlässigung hat für mich höchste Priorität“, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Köhler. „Ich werde ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in einem umfassenden Sinne voranbringt. Das Fachgespräch ist der Auftakt für einen intensiven Austausch mit allen relevanten Akteuren. Nur gemeinsam können wir die Gesetzeslücken schließen, die unseren Kindern unendliches Leid zufügen und zum Tode führen können“, so Köhler weiter.
Das neue Kinderschutzgesetz fußt auf den zwei Säulen: Prävention und Intervention.
Prävention ist der beste Weg, um Kinder effektiv vor Gefährdungen zu schützen. In den letzten Jahren haben Bund, Länder und Kommunen gerade im präventiven Bereich wichtige Schritte für einen aktiven Kinderschutz unternommen. Hierzu zählen vor allem das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“, die Einrichtung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und die vielfältigen Anstrengungen und Programme in Ländern und Kommunen. Jetzt gilt es, die Nachhaltigkeit dieser Anstrengungen bundesweit zu sichern. Schwerpunkte der Säule „Prävention“ sind:
Ein neuer Leistungstatbestand „Frühe Hilfen“ soll flächendeckend niederschwellige Unterstützungsangebote für Familien in belastenden Lebenslagen sicherstellen.
Wir werden niederschwellige und frühe Hilfsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen schaffen, noch während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Dazu zählt auch eine Verbesserung der Rechtsgrundlagen für Hebammen und Familienhebammen.
Wir werden die Zusammenarbeit im Kinderschutz für alle damit befassten Berufsgruppen und Institutionen stärken und die Grundlagen für verbindliche Netzwerke schaffen.
Alle kinder- und jugendnah Beschäftigten müssen in Zukunft ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das über alle einschlägigen Straftaten auch im Bagatellbereich informiert.
Auch die beste Prävention macht die Intervention nicht überflüssig – so wie auch bei bestem Brandschutz nicht auf die Feuerwehr verzichtet werden kann. Schwerpunkte der Säule „Intervention“ sind:
Eine bundeseinheitliche Befugnisnorm zur Weitergabe von Informationen für Berufsgeheimnisträger. Sie soll die von Ärzten wiederholt geforderte Rechtssicherheit bei der Abwägung der Schweigepflicht von Berufsgeheimnisträgern erhöhen.
Wir werden den staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung qualifizieren. Durch klare Vorgaben zu Handlungsbefugnissen und -pflichten werden wir mehr Handlungs- und Rechtssicherheit für die mit dem Kinderschutz befassten Professionen schaffen. So sorgen wir dafür, dass die Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, nicht zu groß wird.
Mit einer Verpflichtung des bisher zuständigen Jugendamtes zur Übermittlung notwendiger Informationen an das Jugendamt am neuen Wohnort der Familie werden wir dem sog. „Jugendamts-Hopping“ wirksam begegnen. Denn manche Eltern, die das Wohl ihres Kindes nicht im Blick haben, versuchen sich dem Zugang des Jugendamtes durch Wohnortswechsel zu entziehen.
Bundesfamilienministerin Kristina Köhler will das neue Gesetz mit allem Nachdruck, aber auch mit der gebotenen Gründlichkeit, Sorgfalt und Umsicht in intensivem Austausch mit Ländern, Kommunen und der Fachwelt auf den Weg bringen. „Die SPD hat dem Kinderschutz mit ihrer Blockadehaltung in der vergangenen Legislaturperiode keinen guten Dienst erwiesen. Mit der Expertenrunde nehmen wir jetzt den Gesprächsfaden wieder auf. Gemeinsam mit Ländern und Kommunen, aber auch den Kinderschutz-Experten möchte ich einen Entwicklungsprozess in Gang setzen, an dessen Ende ein Gesetz steht, das uns hilft, die vorhandenen Lücken beim Kinderschutz zu schließen“, so Kristina Köhler.
Weitere Informationen zum Thema Kinderschutz finden Sie auch im Internet unter www.bmfsfj.de
Quelle: Pressemitteilungen des BMFSFJ von 26.01.10
KomDat Jugendhilfe 2/09 untersucht Hinweise zu Erfolgsfaktoren für Pflegefamilien und Heime
Posted on September 23, 2009. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: Heimerziehung, Hilfen zur Erziehung, Hilfeplan, Kindeswohlgefährdung, Vollzeitpflege |
Ein Schwerpunkt der eben erschienenen zweiten Ausgabe von KomDat Jugendhilfe in diesem Jahr beschäftigt sich mit den Hilfen zur Erziehung. Der Artikel „Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, … Antworten der Hilfen zur Erziehung für Familien in der Krise“ untersucht den Anteil der Fälle, in denen eine der Hilfen zur Erziehung wegen Kindeswohlgefährdung veranlasst wurde.
Der Beitrag „Wann erreichen familienersetzende Hilfen ihre Ziele? Hinweise zu Erfolgsfaktoren für gelingendes Aufwachsen in Pflegefamilien und Heimen“ beschäftigt sich mit der Frage, wie erfolgreich diese Hilfen zur Erziehung sind, und welche Gründe möglicherweise geplante bzw. ungeplante Beendigungen von Hilfen beeinflussen könnten.
zum aktuellen Heft 2/09 von KomDat Jugendhilfe