Source: http://heidelbach.net/53.html
Timestamp: 2017-10-21 21:03:07
Document Index: 251948425

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', 'BGH', '§ 34', '§ 323', '§ 323', '§ 35']

Verkehrsunfall I - Heidelbach und Kollegen, Rechtsanwälte und Steuerberater
Ratgeber Verkehrsunfall I
Bei jedem Verkehrsunfall ist die Aufregung erst einmal groß. Dabei ist es wichtig auch in dieser Extremsituation einen klaren Kopf zu bewahren. Wenn man weiß, wie man sich am Unfallort zu verhalten hat und was bei der Abwicklung zu tun ist, kann das im Ernstfall helfen, Nerven zu bewahren und die Situation rascher zu lösen. Dieser Ratgeber klärt Sie über Ihre Rechte und Pflichten nach dem Verkehrsunfall auf.
Jeder Beteiligte eines Verkehrsunfalls hat nach dem Unfall unverzüglich zu halten, § 34 Abs.1 StVO
Beteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann, § 34 Abs.2 StVO. Der Begriff des Unfallbeteiligten erfasst also neben denjenigen, die zu Verursachung des Unfalls tatsächlich beigetragen haben, alle Personen, die bei dem aktuellen Unfallgeschehen anwesend waren (BayObLG JZ 87, 49), soweit ihr Verhalten nach den konkreten Umständen den Verdacht begründet, dass es zum Unfall mit beigetragen hat.
Ein Verkehrsunfall ist jedes plötzliche, mit dem Straßenverkehr und seinen Gefahren ursächlich zusammenhängende Ereignis, das einen nicht völlig belanglosen Personen- oder Sachschaden zur Folge hat (BGHSt 24, 382 ff). Auch Vorkommnisse im ruhenden Verkehr können genügen, soweit sie verkehrsbezogene Ursachen haben.
Eine Unfallflucht zieht nicht nur eine empfindliche Strafe nach sich, sie kann auch Führerschein und Versicherungsschutz kosten.
Der Unfallbeteiligte ist verpflichtet nach einem Unfall den Verkehr zu sichern und sich über die Unfallfolgen zu vergewissern, §§ 34 Abs.1 Nr. 2, Nr.3 StVO. Dies ist auch als erstes zu tun. Rettungsaktionen an einer ungesicherten Unfallstelle können das Leben des Retters und das anderer Verkehrsteilnehmer gefährden, insbesondere wenn sich die Unfallstelle auf einer viel befahrenen Straße, an einer unübersichtlichen Stelle oder einer ähnlichen Situation befindet. Deshalb ist folgendes Vorgehen sinnvoll:
Fahren Sie bei geringfügigen Schäden bis etwa 1.500,-- Euro,- je beteiligtem Fahrzeug unverzüglich beiseite. Stehen bleiben können sie dann, wenn durch das Wegfahren Unfallspuren vor den notwendigen Feststellungen verwischt oder beseitigt würden.
Sichern Sie in jedem Fall die Unfallstelle sofort ordnungsgemäß ab, wenn den Verletzten nicht unmittelbare Gefahr droht:Schalten Sie die Warnblinkanlage ein. Stellen Sie das Warndreieck und, soweit vorhanden, die Warnleuchte auf. Achten Sie darauf, dass es etwa 100 m vor der Unfallstelle aufgestellt wird. Steht das Warndreieck nur wenige Meter vor der Unfallstelle, vermag es den nachfolgenden Verkehr nicht rechtzeitig vor der Gefahrenstelle zu warnen. Jeder Unfallbeteiligte ist verpflichtet nach einem Verkehrsunfall Verletzten zu helfen. Die allgemeine Hilfspflicht gem. § 323c StGB trifft aber nicht nur Unfallbeteiligte, sondern jedermann. Danach hat jeder bei Unglücksfällen, soweit dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten ist, Hilfe zu leisten. Unterlassene Hilfeleistung ist gem. § 323c StGB strafbar. Die wichtigsten Verbandsmaterialen befinden sich im Verbandskasten, der gem. § 35h StVZO in jedem Kraftfahrzeug mitzuführen ist. Wenn nicht völlig klar ist, dass die Verletzungen ungefährlich sind, rufen Sie einen Arzt.
Notfallmeldungen (Allgemeiner Notruf 110) sind nach dem W-Schema vorzunehmen:Wer meldet? (Name und Standort) Wo ist etwas passiert? (Unfallort) Was ist passiert? (Zahl der Verletzten) Schilderung der Unfallfolgen und der Verletzungen
Wird ein Pannenhelfer auf der Autobahn deshalb schwer verletzt, weil er die Unfallstelle (hier auf der rechten Spur) nicht mit einem Warndreieck abgesichert hatte, bevor er das Unfallauto abschleppen wollte, und fährt ein weiterer Pkw mit hoher Geschwindigkeit auf, so kann er wegen Mitverschuldens nur einen geminderten Schadenersatz von der Versicherung des Aufgefahrenen verlangen, Bundesgerichtshof, VI ZR 313/99.