Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201970,%20675
Timestamp: 2019-09-19 13:34:49
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 847']

BGH, 17.03.1970 - VI ZR 151/68 - dejure.org
https://dejure.org/1970,358
BGH, 17.03.1970 - VI ZR 151/68 (https://dejure.org/1970,358)
BGH, Entscheidung vom 17.03.1970 - VI ZR 151/68 (https://dejure.org/1970,358)
BGH, Entscheidung vom 17. März 1970 - VI ZR 151/68 (https://dejure.org/1970,358)
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Klage auf Schmerzensgeld infolge Verletzung des Persönlichkeitsrechts - Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch eine Zeitschriftenartikel - Bericht über die militärische Einheit "Nachtigall" während des Zweiten Weltkriegs - Schmerzensgeld trotz Erlangen eines ...
Nachtigall I
NJW 1970, 1077
MDR 1970, 580
GRUR 1970, 370
VersR 1970, 675
DB 1970, 1125
Entscheidend ist, ob der Widerruf einen hinreichenden Ausgleich für die Rechtsbeeinträchtigung erreicht; dies kann etwa dann zu verneinen sein, wenn sich der Angriff gegen die Grundlagen der Persönlichkeit richtet (…vgl. Senatsurteil vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 35/87 - aaO.) oder wenn der Verletzer den begehrten Widerruf verweigert, so daß ihn der Verletzte erst spät aufgrund gerichtlicher Entscheidung erlangt (vgl. Senatsurteil vom 17. März 1970 - VI ZR 151/68 - NJW 1970, 1077, 1078).
Bei der gebotenen Gesamtwürdigung ist ein erwirkter Unterlassungstitel zu berücksichtigen, weil dieser und die damit zusammenhängenden Ordnungsmittelandrohungen den Geldentschädigungsanspruch beeinflussen und im Zweifel sogar ausschließen können (vgl. Senatsurteil vom 17. März 1970 a.a.O., 677;… Senatsbeschluss vom 30. Juni 2009 - VI ZR 340/08 - a.a.O.).
Ob ein derart schwerer Eingriff anzunehmen und die dadurch verursachte nicht vermögensmäßige Einbuße auf andere Weise nicht hinreichend ausgleichbar ist, kann nur aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalles beurteilt werden (…vgl. Senatsurteile vom 15. November 1994 - VI ZR 56/94, aaO, 13;… vom 24. November 2009 - VI ZR 219/08, aaO;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, aaO Rn. 38; vom 17. März 1970 - VI ZR 151/68, VersR 1970, 675, 676; vom 25. Mai 1971 - VI ZR 26/70, VersR 1971, 845, 846;… Senatsbeschluss vom 30. Juni 2009 - VI ZR 340/08, juris Rn. 3).
Ein Ausgleich immaterieller Schäden durch Geldentschädigung setzt voraus, dass es sich um eine schwerwiegende Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechts handelt (BGH GRUR 1971, 525, 526 - Petite Jacqueline) und die Beeinträchtigung nicht in anderer Weise befriedigend ausgeglichen werden kann (BGH GRUR 1970, 370, 372 f. - Nachtigall).
Entgegen der Auffassung der Revision hat das Berufungsgericht dabei die Grundsätze nicht verkannt, nach denen eine solche Geldentschädigung nur für schwere schuldhafte Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht und nur dann dem Verletzer aufzuerlegen ist,wenn und soweit die geschützte Persönlichkeitssphäre andernfalls ohne ausreichenden Rechtsschutz bleiben müßte (Senatsurteile vom 17. März 1970 - VI TR 151/68 = NJW 1970, 1077;vom 26. Januar 1971 - VI ZR 95/70 = NJW 1971, 698, 699; st.Rspr.; vgl. BVerfGE 34, 269 = NJW 1973, 1221 [BVerfG 14.02.1973 - 1 BvR 112/65]).
Ein Ausgleich immaterieller Schäden durch Geldentschädigung setzt nach ständiger Rechtsprechung voraus, dass eine schwerwiegende Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechts vorliegt (BGH GRUR 1971, 525, 526 -) und dass die Beeinträchtigung nicht in anderer Weise befriedigend ausgeglichen werden kann (BGH GRUR 1970, 370, 372 f. - BGH NJW 1995, 861, 864 -).
Ob ein derart schwerer Eingriff anzunehmen und die dadurch verursachte nicht vermögensmäßige Einbuße auf andere Weise nicht hinreichend ausgleichbar ist, kann nur auf Grund der gesamten Umstände des Einzelfalls beurteilt werden (vgl. BGHZ 128, 1 [13] = GRUR 1995, 224 - Erfundenes Exclusiv-Interview; GRUR 1970, 370 m. Anm. = VersR 1970, 675 [676] - Nachtigall; GRUR 1971, 529 m. Anm. = VersR 1971, 845 [846] - Dreckschleuder;… Senat, Beschl. v. 30.6.2009 - VI ZR 340/08 = BeckRS 2009, 20080 Rdnr. 3).
Durch die Bezugnahme auf seine Entscheidung vom 15.3.1970 (NJW 1970, 1077) hat der BGH jedoch zum Ausdruck gebracht, dass hierfür neben einem Unterlassungstitel in der Regel ein Widerruf des Verletzers vorliegen muss.
Ob ein derart schwerer Eingriff anzunehmen und die dadurch verursachte nicht vermögensmäßige Einbuße auf andere Weise nicht hinreichend ausgleichbar ist, kann nur auf Grund der gesamten Umstände des Einzelfalls beurteilt werden (vgl. BGH , GRUR 1995, 224 Erfundenes Exclusiv-Interview; GRUR 1970, 370 m. Anm. = Nachtigal; GRUR 1971, 529 m. Anm. = VersR 1971, 845 [846] Dreckschleuder;… BGH , Beschl. v. 30.6. 2009 VI ZR 340/08 = BeckRS 2009, 20080 Rdnr. 3).
Bei der gebotenen Gesamtwürdigung ist ein erwirkter Unterlassungstitel zu berücksichtigen, weil dieser und die damit zusammenhängenden Ordnungsmittelandrohungen den Geldentschädigungsanspruch beeinflussen und im Zweifel sogar ausschließen können (vgl. BGH , GRUR 1970, 370 m. Anm. = VersR 1970, 675 (677) Nachtigall;…BGH, Beschl. v. 30.6.2009 VI ZR 340/08, BeckRS 2009, 20080 Rdnr. 3).
d) Eine Entschädigung in Geld wegen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts nach § 847 BGB ("Schmerzensgeld") steht dem Zweitkläger unter der Voraussetzung eines rechtswidrigen und schuldhaften Verhaltens des Beklagten nur dann zu, wenn der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht hinreichend schwerwiegend erscheint und sich nicht in anderer Weise, insbesondere durch Widerruf der persönlichkeitsrechtsverletzenden Äußerung, ein befriedigender Ausgleich erreichen läßt (Senatsurteil vom 17. März 1970 - VI ZR 151/68 - NJW 1970, 1077 f.; vom 26. Januar 1971 - VI ZR 95/70 - NJW 1971, 698, 699; vom 15. Dezember 1987 - VI ZR 35/87 - VersR 1988, 405 ).
Vielmehr kann auch ein - gegebenenfalls öffentlicher - Widerruf geeignet sein, die Persönlichkeitsrechtsverletzung wiedergutzumachen oder auf ein nicht mehr entschädigungsbedürftiges Maß zu reduzieren (s. Senatsurteil vom 17. März 1970 aaO).
OLG München, 28.03.1990 - 21 U 1938/90