Source: http://www.pflegewiki.de/wiki/Charta_der_Rechte_hilfe-_und_pflegebed%C3%BCrftiger_Menschen
Timestamp: 2017-01-19 12:52:00
Document Index: 228719216

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 7', '§ 5', '§ 3', '§ 33']

Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen – PflegeWiki
Mit dem Wort Charta (aus dem Griech. χάρτα, lat. carta = Papierblatt, engl. charter, daher wohl auch die deutsche Schreibweise) werden oft grundlegende Urkunden wie die Magna Carta, die Charta der Vereinten Nationen bezeichnet. Hier meint es das Signal für einen Neuanfang und Besinnung auf grundlegende Rechte der Pflegeheimbewohner, der Patienten von Krankenhäusern oder Sozialstationen.
1 Die acht Artikel der Charta
2 Der Kommentar zu den Artikeln
3 Entstehung, Autorenschaft
4 Frage der Verbindlichkeit
Die acht Artikel der Charta[Bearbeiten]
Artikel 1 - Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe sowie auf Unterstützung, um ein möglichst selbstbestimmtes und selbständiges Leben führen zu können. (Mehr ...)
Artikel 2 - Körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, vor Gefahren für Leib und Seele geschützt zu werden. (Mehr ...)
Artikel 3 - Privatheit
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wahrung und Schutz seiner Privat- und Intimsphäre. (Mehr ...)
Artikel 4 - Pflege, Betreuung und Behandlung
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung. (Mehr ...)
Artikel 5 - Information, Beratung und Aufklärung
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf umfassende Informationen über Möglichkeiten und Angebote der Beratung, der Hilfe, der Pflege sowie der Behandlung. (Mehr ...)
Artikel 6 - Kommunikation, Wertschätzung und Teilhabe an der Gesellschaft
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wertschätzung, Austausch mit anderen Menschen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. (Mehr ...)
Artikel 7 - Religion, Kultur und Weltanschauung
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, seiner Kultur und Weltanschauung entsprechend zu leben und seine Religion auszuüben. (Mehr ...)
Artikel 8 - Palliative Begleitung, Sterben und Tod
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben. (Mehr ...)
Der Kommentar zu den Artikeln[Bearbeiten]
Das Spannende an dieser Charta steht im Kommentar zu diesen acht Sätzen.
Entstehung, Autorenschaft[Bearbeiten]
Die deutschen Bundesministerinnen Renate Schmidt und Ulla Schmidt haben am 12.09.2005 Empfehlungen der Arbeitsgruppen des Runden Tisches Pflege vorgelegt.
Arbeitsgruppen des Runden Tisches Pflege haben hierzu eine Vielzahl von Ansatzpunkten herausgearbeitet.
Die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen führt gesammelt die Rechte der Pflegebedürftigen auf, die in verschiedenen Gesetzen verankert sind und hier für die Praxis erläutert werden.
Ein Kernbereich ist dabei das Recht auf Selbstbestimmung, das veranschaulicht wird zum Beispiel bei der Gestaltung des Tagesablaufs in einer stationären Einrichtung.
Frage der Verbindlichkeit[Bearbeiten]
Die in der Charta aufgeführten Rechte werden in allgemeiner Weise in zahlreichen internationalen und europäischen
Texten erwähnt und sind dort teilweise bindend verankert. Hierzu zählen vor allem die Europäische Sozialcharta
und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (EU).
Das deutsche Recht enthält ebenfalls an verschiedenen Stellen rechtliche Verbürgungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen. Neben den Grundrechten des Grundgesetzes sind dies vor allem die Rechte
auf Teilhabe am Leben in der Gesellschaft (§ 1 SGB IX),
auf Selbstbestimmung und Selbständigkeit (§ 2 SGB XI),
auf Aufklärung und Beratung (§ 7 SGB XI),
auf Vorrang der Prävention und Rehabilitation (§ 5 SGB XI),
auf Vorrang der häuslichen Pflege (§ 3 SGB XI)
nach dem Sozialhilferecht und dem Heimgesetz,
als auch das für das gesamte Sozialrecht gültige Recht auf individualisierte Leistungen (§ 33 SGB I).
2008 unternehmen die Beteiligten Anstrengungen, dasss möglichst viele Einrichtungen in Art einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Charta durch Unterschrift beitreten. Im Januar gab es dazu eine Auftaktveranstaltung in Berlin.
"Charta der Patientenrechte in Deutschland." - Herausgegeben vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und vom Bundesministerium für Justiz, zu beziehen über
Homepage: http://www.bmgs.de
Tel.: 01888/5800
Fax: 01888/5809525
Homepage: http://www.bmj.de
Fusseks Zehn Thesen/Forderungen zur menschenwürdigen Grundversorgung
Charta-Seite beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (auch über die Leitstelle Altenpflege am Deutschen Zentrum für Alterfragen)
verdi Charta undPflegeversicherung: Paritätische Finanzierung muss erhalten bleiben (11. Feb. 2008)
Anfang 2012 wurden Arbeits- und Schulungsmaterialien zur Pflege-Charta vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)in Netz gestellt. "Sie zielen auf werteorientierte Qualitätsentwicklung in der Pflege. Das ... Material ist für die Pflegepraxis erstellt worden, das heißt für die Aus- und Fortbildung sowie für Pflegeeinrichtungen und -dienste bzw. die Menschen, die dort arbeiten." Pflege Charta Arbeitshilfe
Daniela Sulmann: Ziele, Umsetzung und Wirkung der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 2010.
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