Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVa%20ZR%20111/81
Timestamp: 2019-11-15 12:30:17
Document Index: 112511347

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 74', '§ 19', 'BGH']

BGH, 16.03.1983 - IVa ZR 111/81 - dejure.org
BGH, 16.03.1983 - IVa ZR 111/81
https://dejure.org/1983,3231
BGH, 16.03.1983 - IVa ZR 111/81 (https://dejure.org/1983,3231)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1983 - IVa ZR 111/81 (https://dejure.org/1983,3231)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1983 - IVa ZR 111/81 (https://dejure.org/1983,3231)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1983,3231) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Anspruch auf Zahlung der Versicherungsleistung aus einem Hausratversicherungsvertrag - Bewertung einer goldenen Armbanduhr als Goldsache im Sinne des Versicherungsvertrages - Beschränkung des Begriffs Goldsache auf goldene Schmucksachen - Diebstahlsrisiko bei Sachen von ...
Hausratsversicherung - Goldsache - Leistungsbegrenzung
Goldsachen - Begrenzung - Risiko
MDR 1983, 829
VersR 1983, 573
So hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 16.03.1983 (Az. IVa ZR 111/81; zitiert nach Juris) bereits darauf hingewiesen, dass der Begriff der Goldsache nach dem Sprachgebrauch und dem Zweck der Versicherungsbestimmungen auszulegen sei und sich danach sinnvoller Weise ergebe, dass wesentliche Teile des Gegenstandes zumindest überwiegend aus Gold bestehen müssen.
Vielmehr regelt Ziff. 1.1 S. 2, 1.3 VHB 2012 eine Leistungsbegrenzung und keine (verhüllte) Obliegenheit (vgl. BGH, Urt. v. 16.03.1983, IVa ZR 111/81, juris, Rn. 18 ff.; RuS 1983, 102;… Senat, OLG Hamm, Urt. v. 30.12.1983, 20 U 163/83, RuS 1984, 148;… LG Dortmund, Urt. v. 15.01.2015, 2 O 254/14, juris, Rn. 21-30, RuS 2015, 199) .
Dies ist das Ergebnis der Auslegung der Klausel (so im Ergebnis bereits der BGH, Urteil vom 16.3.1983, IVa ZR 111/81, VersR 1983, 573, wenn auch ggf. noch als Ergebnis einer gesetzesähnlichen Auslegung und das OLG Karlsruhe, Urteil vom 16.12.1993, 12 U 249/93, VersR 1994, 1465).
LG Bonn, 03.05.2016 - 10 O 427/15
Für die Abgrenzung zwischen einer Leistungsbegrenzung und einer verhüllten Obliegenheit kommt es nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darauf an, ob die Bestimmung der Versicherungsbedingungen eine individualisierende Beschreibung eines bestimmten Wagnisses enthält, für das (allein) der Versicherer Schutz gewähren will, oder ob sie in erster Linie ein bestimmtes vorbeugendes Verhalten des Versicherungsnehmers fordert, von dem es abhängt, ob er einen zugesagten Versicherungsschutz behält oder ob er ihn verliert (BGH VersR 1983, 573).
Es wird vielmehr nur der Ort bezeichnet, an dem Wertsachen versichert sind; eine Verpflichtung des Versicherungsnehmers, die Wertgegenstände dort aufzubewahren besteht dagegen nicht, vielmehr steht es ihm frei, die Wertgegenstände bestimmungsgemäß zu gebrauchen (BGH VersR 1983, 573; ebenso LG Verden VersR 2008, 115;… Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl., VHB A. § 13 Rn. 6;… aA Bruck/Möller, VVG, 9. Aufl., § 13 Rn. 20).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. insbesondere BGHZ 51, 356; Urteile vom 26. April 1972, IV ZR 19/71 = VersR 1972, 575; vom 13. Dezember 1978, IV ZR 177/77 = VersR 1979, 343, 344 = NJW 1979, 981; vom 18. Dezember 1980, IVa ZR 34/80 = VersR 1981, 186, 187; vom 16. März 1983, IVa ZR 111/81 = VersR 1983, 573) kommt es bei der Unterscheidung zwischen Obliegenheit und Risikobeschränkung nicht auf Wortlaut und Stellung einer Versicherungsklausel an.
OLG Saarbrücken, 09.10.1984 - 2 U 55/83
Reisegepäckversicherung; Verhüllte Obliegenheit; Fotoapparate; Filmapparate; …
Die Entscheidung darüber, ob eine Risikoabgrenzung oder eine verhüllte Obliegenheit vorliegt, hängt davon ab, ob die Bestimmungen der VersBedingungen eine individualisierte Beschreibung eines bestimmten Wagnisses enthalten, für das (allein) der VersSchutz gewährt wird, ober ob in erster Linie ein bestimmtes vorbeugendes Verhalten des VersNehmers gefordert wird, von dem es abhängt, ob er einen zugesagten VersSchutz behält oder ihn verliert (BGH, VersR 80, 153 [hier: II (227) 101 b]; 80, 1042; 81, 186; 83, 573 [hier II (228) 118 c]).
In der Entscheidung BGH, VersR 83, 573 [hier: II (228) 118 c] ist ausdrücklich erwähnt, daß eine Obliegenheit, die Sache in verschlossenen Behältnissen zu verwahren, nicht besteht.
Der materielle Kern der Regelung liegt folglich ebenfalls, wie bei der Regelung über den Versicherungsort, in einer individualisierenden Beschreibung eines bestimmten Wagnisses, nämlich die Versicherung von Wertgegenständen ab einer bestimmten Höhe nur innerhalb bestimmter gegen Wegnahme schützender Behältnisse, auch wenn indirekt an ein Verhalten des VN angeknüpft wird (vgl. BGH, VersR 1971, 575; BGH, VersR 1983, 573; OLG Hamm, r+s 1984, 148; LG Dortmund, r+s 1984, 148; LG Verden, VersR 2008, 115;… Prölls, in: Prölss/Martin, VVG, 28. Aufl., Vorb. § 74, Rn. 18;… Dietz, Hausratversicherung 84, 2. Aufl., § 19 VHB 84, Rn. 6.2).
Die Bezeichnungen "verschlossen" in Nr. 6.1.2 bis 6.1.6 AVBSP 76 sind Risikobegrenzungen (vgl. Senatsurteil vom 16.03.1983 - IVa ZR m/81 - VersR 1983, 573), während die Verschlußklausel nach Nr. 5.1.3 ("unter sicherem Verschluß") wie die in Nr. 5.1.2 genannte Verwahrklausel eine verhüllte Obliegenheit ist (vgl. BGHZ 51, 356; Senatsurteil vom 18.12.1980 - IVa ZR 34/80 - VersR 1981, 186, 187 unter II 3).
Diese Auslegung hat der Bundesgerichtshof gebilligt (vgl. VersR 1973, 1010, 1012 und VersR 1983, 573, 574).