Source: http://examensrelevant.de/eilantrage-von-roj-tv-erfolgreich/
Timestamp: 2017-09-26 12:37:26
Document Index: 247080785

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 50', '§ 80', '§ 80', '§ 80', '§ 3', '§ 80', '§ 123']

Eilanträge von ROJ-TV erfolgreich - Examensrelevant.de
Von Examensrelevant 20. Mai 2009 Aktuelles, Urteile Keine Kommentare
BVerwG: ROJ-TV darf erstmal weitersenden
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das in erster Instanz für nach dem Vereinsgesetz erlassene Verbote des Bundesministeriums des Innern zuständig ist, hat in einem Eilverfahren die aufschiebende Wirkung der Anfechtungsklagen, die die beiden Aktiengesellschaften gegen die Verbotsverfügung erhoben haben, wiederhergestellt. Für diese vorläufige Entscheidung waren im Wesentlichen drei Gesichtspunkte maßgeblich: Den Klagen kann eine Erfolgsaussicht nicht abgesprochen werden, weil viel dafür spricht, dass die von dem Ministerium herangezogenen deutschen Rechtsgrundlagen auf die grenzüberschreitende Sendetätigkeit nicht anwendbar sind. Die Bestimmung des deutschen Strafrechts, die das Ministerium durch den Sender verwirklicht sieht, bezieht sich nur auf in Deutschland ausgeübte Tätigkeiten. Außerdem enthält die gemeinschaftsrechtliche Fernseh-Richtlinie für grenzüberschreitende Fernsehsendungen Mindestnormen, deren Einhaltung allerdings nicht von dem „Empfangsstaat“, sondern von dem „Sendestaat“ kontrolliert wird. Unabhängig davon muss die aufwändige Auswertung des von dem Ministerium im Verlauf des gerichtlichen Verfahrens beigebrachten umfänglichen Tatsachenmaterials dem Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben. Schließlich ist nicht ersichtlich, dass einer Beendigung der Tätigkeit des Senders eine besonders hohe Dringlichkeit zukommt, denn zum Zeitpunkt des Verbotserlasses strahlte dieser sein Programm bereits seit mehr als vier Jahren auch nach Deutschland aus. (BVerwG 6 VR 3.08 und BVerwG VR 4.08 – Beschlüsse vom 14. Mai 2009)
Text: Pressemitteilung Nr. 32/2009 des BVerwG – Foto: DoJoe (CC)
Relevante Rechtsnormen: § 3 VereinsG (Verbot eines Vereins), § 50 I Nr. 2 VwGO (Zuständigkeit des BVerwG in erster und letzter Instanz), § 80 I VwGO (Aufschiebende Wirkung der Anfechtungsklage), § 80 II Nr. 4 VwGO (Anordnung der sofortigen Vollziehung durch die Erlassbehörde), § 80 V VwGO (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung durch das Gericht).
Examensrelevanz: §§§§§: Der vorläufige Rechtsschutz ist ein sehr beliebtes Examensthema, das laut Auswertung des Kölner Klausurenkurses in ca. 25 % der Examensklausuren thematisiert wird. Das Vereinsverbot nach § 3 VereinsG eignet sich hervorragend als Aufhänger für eine solche Klausur, da hier eine besondere erstinstanzliche Zuständigkeit des BVerwG besteht.
Wikipedia zum TV-Sender ROJ-TV
Übersicht zum vorläufigen Rechtsschutz vom Examenskurs Tübingen (PDF)
Kurzes Skript (8 Seiten) zum vorläufigen Rechtsschutz von der Uni Halle (PDF)
Übungsfall „Drogenplatz“ aus den Saarheimer Fällen zum Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
Übungsfall „Baumfällig“ aus den Saarheimer Fällen u.a. zur Abgrenzung von § 80 V VwGO und § 123 VwGO
anfechtungsklageaufschiebende wirkungbverwgöffentliches rechtsofortige vollziehungverwaltungsrechtvorläufiger rechtsschutzvwgo