Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/unrichtiger-steuerausweis-und-die-berichtigung-des-umsatzsteuerbetrags-396050
Timestamp: 2019-11-13 05:33:42
Document Index: 5150567

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 14', 'EuG']

Unrichtiger Steuerausweis - und die Berichtigung des Umsatzsteuerbetrags - Rechtslupe
Unrichtiger Steuerausweis - und die Berichtigung des Umsatzsteuerbetrags
Unrich­ti­ger Steu­er­aus­weis – und die Berich­ti­gung des Umsatz­steu­er­be­trags
Eine aAuf­grund unrich­ti­gen Steu­er­aus­wei­ses ent­stan­de­ne Umsatz­steu­er besteht bis zur Berich­ti­gung des Steu­er­be­trags.
Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits mehr­fach ent­schie­den, dass die auf­grund unzu­tref­fen­den Steu­er­aus­wei­ses in einer Rech­nung nach § 14 Abs. 2 UStG a.F. bzw. § 14c Abs. 2 UStG n.F. ent­stan­de­ne Umsatz­steu­er­schuld bis zu einer ‑ohne Rück­wir­kung ein­tre­ten­den- Berich­ti­gung des Steu­er­be­trags besteht 1. Hier­an hat sich auch durch das Urteil "Pan­non Gép" des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on 2 nichts geän­dert. Denn die­ses Urteil betrifft nur die Fra­ge, ob eine Rech­nungs­be­rich­ti­gung für Zwe­cke des Vor­steu­er­ab­zugs auf den Zeit­punkt der erst­ma­li­gen Rech­nungs­er­tei­lung zurück­wirkt, ist dem­ge­gen­über aber für die sich aus § 14c UStG erge­ben­de Steu­er­schuld ohne Bedeu­tung. Wie sich aus der aus­drück­li­chen Ver­wei­sung in § 14c UStG auf § 17 Abs. 1 UStG ergibt, wirkt die Rech­nungs­be­rich­ti­gung erst für den Besteue­rungs­zeit­raum der Berich­ti­gung ohne Rück­wir­kung auf den Besteue­rungs­zeit­raum der Rech­nungs­er­tei­lung. Jede ande­re Aus­le­gung wäre mit dem Norm­zweck des § 14c UStG nicht zu ver­ein­ba­ren 3.
Die in Recht­spre­chung und Schrift­tum umstrit­te­ne Fra­ge nach der Rück­wir­kung von Rech­nungs­be­rich­ti­gun­gen beim Vor­steu­er­ab­zug des Leis­tungs­emp­fän­gers stell­te sich im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall nicht. Der Klä­ger als Gesamt­rechts­nach­fol­ger einer Rechts­an­walts-GbR begehrt nicht den Vor­steu­er­ab­zug aus berich­tig­ten Rech­nun­gen, son­dern auf­grund von eige­nen Rech­nungs­be­rich­ti­gun­gen aus den Jah­ren 2009 und 2010 eine Min­de­rung der Umsatz­steu­er­fest­set­zun­gen 1996 bis 2000 inso­weit, als die­se auf Rech­nun­gen mit offe­nem Steu­er­aus­weis für nicht steu­er­ba­re Anwalts­leis­tun­gen beru­hen.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 19. Mai 2015 – V B 133/​14
BFH, Urtei­le vom 19.05.1993 – V R 110/​88, BFHE 172, 163, BSt­Bl II 1993, 779, unter II.B.02.a; vom 01.02.2001 – V R 23/​00, BFHE 194, 493, BSt­Bl II 2003, 673, Leit­satz 3, sowie vom 19.03.2009 – V R 48/​07, BFHE 225, 215, BSt­Bl II 2010, 92; BFH, Beschluss vom 06.04.2005 – V B 60/​04, BFH/​NV 2005, 1976, Leit­satz 2[↩]
EuGH, Urteil vom 15.07.2010 – C‑368/​09, Pan­non Gép, EU:C:2010:441[↩]
BFH, Urteil vom 26.01.2012 – V R 18/​08, BFHE 236, 250, Leit­satz 3 sowie unter Rz 33 f.[↩]
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