Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.09.2010&Aktenzeichen=III%20ZR%20246/09
Timestamp: 2019-06-27 03:37:25
Document Index: 59318672

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 241', '§ 305', '§ 305', '§ 328', '§ 657', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 840', 'BGH', 'BGH', '§ 840', 'BGH', 'BGH', '§ 305', '§ 305', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.09.2010 - III ZR 246/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1561
BGH, 23.09.2010 - III ZR 246/09 (https://dejure.org/2010,1561)
BGH, Entscheidung vom 23.09.2010 - III ZR 246/09 (https://dejure.org/2010,1561)
BGH, Entscheidung vom 23. September 2010 - III ZR 246/09 (https://dejure.org/2010,1561)
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§ 241 Abs 2 BGB, § 305 BGB, §§ 305 ff BGB, § 328 BGB, § 657 BGB
Haftung des Veranstalters eines Reit- und Springturniers für die Verletzung eines Reitpferdes; Inhaltskontrolle "Allgemeiner Bestimmungen" der Turnierausschreibung
Haftung des Veranstalters eines Reitturniers und Springturniers für die infolge der Verwendung ungeeigneter Fangständer eingetretene Verletzung eines nicht im Eigentum des Turnierteilnehmers stehenden Reitpferdes; Kontrolle "Allgemeiner Bestimmungen" einer Turnierausschreibung
Zur Haftung des Veranstalters eines Reit- und Springturniers für die infolge der Verwendung ungeeigneter Fangständer eingetretene Verletzung eines - nicht im Eigentum des Turnierteilnehmers stehenden - Reitpferdes; zur Frage der Kontrolle "Allgemeiner Bestimmungen" der Turnierausschreibung nach Maßgabe der § 305 ff. BGB
Vertragsrecht - Turnierausschreibung als AGB und Haftung des Veranstalters
Pferd bei Springturnier tödlich verletzt - Der Veranstalter haftet für untauglichen Fangständer - trotz Haftungsausschluss
Vorsicht beim Ausschluss jeglicher Haftung bei einer Veranstaltung mit Wettkampfcharakter
Veranstalter haftet!
Reit- und Springturnier: Die Haftung des Veranstalters
Schutzpflichten bei Preisausschreiben; "Allgemeine Bestimmungen" in der AGB-Kontrolle
Der Eigentümer eines Pferdes ist in den Schutzbereich des Schuldverhältnisses zwischen dem Veranstalter eines Reitturniers und dem Teilnehmer einbezogen
BGHZ 187, 86
NJW 2011, 139
MDR 2010, 1457
VersR 2011, 360
WM 2011, 177
Erfüllungsgehilfe ist, wer nach den tatsächlichen Gegebenheiten des Falles mit dem Willen des Schuldners bei der Erfüllung einer diesem obliegenden Verbindlichkeit als seine Hilfsperson tätig wird (BGH, Urteile vom 21. April 1954 - VI ZR 55/53, BGHZ 13, 111, 113; vom 8. Februar 1974 - V ZR 21/72, BGHZ 62, 119, 124;… vom 21. Oktober 2009 - VIII ZR 64/09, NJW 2009, 3781 Rn. 29; vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86 Rn. 18 mwN; st. Rspr.).
§ 840 Abs. 3 BGB greift nach seinem Sinngehalt zu Lasten eines aus Verschulden haftenden Schädigers auch dann ein, wenn es um den eigenen, von dem Tier mitverursachten Schaden des Tierhalters geht (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 1994 - VI ZR 107/94, VersR 1995, 90, 91; BGH, Urteil vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86 Rn. 31;… MünchKommBGB/Wagner, 6. Aufl., § 840 Rn. 19).
Zwar handelt es sich dabei um ein einseitiges Rechtsgeschäft (BGH, Urteil vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86 Rn. 12, mwN).
Allerdings stellen allgemeine Bestimmungen, die der Verwender bei eigenen einseitigen Rechtsgeschäften trifft, grundsätzlich keine nach §§ 305 ff. BGB kontrollfähigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Sinne von § 305 Abs. 1 BGB dar, weil der Verwender regelmäßig nicht fremde, sondern ausschließlich eigene rechtsgeschäftliche Gestaltungsmacht in Anspruch nimmt (BGHZ 187, 86 Rn. 23 mwN).
Denn sie betrifft nicht lediglich die Regelung der "eigenen Verhältnisse" des Veranstalters, sondern greift in die geschützten Rechtspositionen Dritter ein (vgl. BGHZ 187, 86 Rn. 24).
Hierin liegt - neben dem einseitigen Rechtsgeschäft des Preisausschreibens als solchem - eine schuldrechtliche Sonderverbindung, die jedenfalls ein vertragsähnliches Verhältnis begründet und es - zumal mit Blick auf den gebotenen Schutz der Rechtsgüter der Beteiligten - rechtfertigt, vom Veranstalter vorgegebene Erklärungen, wenn sie im Zusammenhang mit dem Gewinnspiel abgegeben werden, der AGB-Kontrolle nach den §§ 305 ff. BGB zu unterziehen (vgl. BGHZ 187, 86 Rn. 24).
Einseitige Erklärungen bzw. "Informationen" des Verwenders stellen schon begrifflich keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen dar, weil der Verwender damit nicht fremde, sondern ausschließlich eigene rechtsgeschäftliche Gestaltungsmacht in Anspruch nimmt (Palandt-Grüneberg a.a.O., § 305, Rdn. 6, BGH NJW 2011, 139).
Hierunter fällt, wie der Senat durch eigene Auslegung der Klausel selbstständig ermitteln kann (…vgl. hierzu etwa Senatsurteile vom 4. März 2010 - III ZR 79/09, BGHZ 184, 345, 347 Rn. 10 und vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86, 94 Rn. 26 mwN), die Übernahme während eines bestehenden Überlassungsvertrags oder in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einem solchen - beendeten - Überlassungsvertrag (…vgl. dazu Senatsurteil vom 7. Dezember 2006 - III ZR 82/06, NJW 2007, 764, 765 Rn. 19).
a) § 6 des Formular-Pachtvertrags, den der Senat selbständig auslegen kann, weil eine unterschiedliche Auslegung durch verschiedene Berufungsgerichte in Betracht kommt (…s. etwa Senatsurteile vom 4. März 2010 - III ZR 79/09, BGHZ 184, 345, 347 Rn. 10 und vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86, 94, Rn. 26, jeweils mwN), regelt den "Pächterwechsel".
Wenn die Beklagte rechtsgeschäftliche Gestaltungsmacht für die Nutzung ihrer Dienste in Anspruch nimmt und soweit sie damit in geschützte Rechtspositionen Dritter eingreift, muss sie es sich gefallen lassen, dass die von ihr statuierten Regeln einer Inhaltskontrolle am Maßstab der allgemeinen Gesetze unterzogen werden (vgl. BGH, Urteil vom 23.09.2010 - III ZR 246/09 Rn. 24 = BGHZ 187, 86 m.w.N.).
Denn es kommt - anders als bei Verrichtungsgehilfen gemäß § 831 BGB - nicht auf die Bindung an Weisungen des Schuldners an (BGH Urteil vom 23.9.2010 - III ZR 246/09 - zit. n. Juris).
a) § 6 des Formular-Pachtvertrags, den der Senat selbständig auslegen kann, weil eine unterschiedliche Auslegung durch verschiedene Berufungsgerichte in Betracht kommt (…s. etwa Senatsurteile vom 4. März 2010 - III ZR 79/09, BGHZ 184, 345, 347 Rn. 10 und vom 23. September 2010 - III ZR 246/09, BGHZ 187, 86, 94 Rn. 26, jeweils mwN), regelt den "Pächterwechsel".
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