Source: https://www.jurion.de/urteile/bgh/2015-03-26/ix-zr-134_13/
Timestamp: 2019-01-20 22:10:17
Document Index: 180331355

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531']

BGH, 26.03.2015 - IX ZR 134/13 - Nachweis der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners im Insolvenzanfechtungsprozess
Beschl. v. 26.03.2015, Az.: IX ZR 134/13
Nachweis der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners im Insolvenzanfechtungsprozess
Referenz: JurionRS 2015, 15557
Aktenzeichen: IX ZR 134/13
LG Koblenz - 11.09.2012 - AZ: 1 O 569/11
OLG Koblenz - 14.05.2013 - AZ: 4 U 1191/12
§ 17 Abs. 2 InsO
BB 2015, 1281
BB 2015, 1428
DB 2015, 1218-1219
DZWIR 25, 339 - 340
EWiR 2015, 451
GWR 2015, 369
InsbürO 2015, 409
KKZ 2015, 208-209
KSI 2015, 235
NJW 2015, 1823
NJW-Spezial 2015, 406
NWB 2015, 1606
NWB direkt 2015, 591
NZG 2015, 796
NZI 2015, 511-512
StBW 2015, 434
StuB 2015, 847-848
StX 2015, 350-351
WM 2015, 1025-1026
ZAP EN-Nr. 508/2015
ZAP 2015, 651
ZInsO 2015, 1056-1057
ZIP 2015, 1077-1079
2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet das Gericht unter anderem, das tatsächliche und rechtliche Vorbringen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen und bei seiner Entscheidung in Erwägung zu ziehen (st. Rspr., vgl. BVerfGE 86, 133, 146 [BVerfG 19.05.1992 - 1 BvR 986/91]; BVerfG ZIP 2004, 1762, 1763 [BVerfG 04.08.2004 - 1 BvR 698/03]; BGH, Beschluss vom 27. März 2003 - V ZR 291/02, BGHZ 154, 288, 300). Erhebliche Beweisanträge muss das Gericht berücksichtigen, sofern das Prozessrecht dem nicht entgegensteht (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Mai 2010 - VIII ZR 212/07, NJW-RR 2010, 1217 Rn. 10; vom 5. Dezember 2013 - IX ZR 6/13, nv Rn. 8, jeweils mwN). Diesen Verpflichtungen ist das Berufungsgericht insoweit nicht nachgekommen, als es das von der Beklagten angebotene Sachverständigengutachten zum Beweis der Zahlungsfähigkeit der Schuldnerin nicht eingeholt hat.
b) Die Beklagte hat in der Berufungserwiderung für ihre Behauptung, die Schuldnerin sei weder im Jahr 2002 noch im Jahr 2006 - auch nicht drohend zahlungsunfähig gewesen, Beweis angetreten durch ein vom Gericht einzuholendes Sachverständigengutachten. Gründe des Prozessrechts standen der Einholung des beantragten Sachverständigengutachtens nicht entgegen. Insbesondere handelte es sich bei dem Beweisantrag nicht um ein neues, erstmals im Berufungsverfahren geltend gemachtes Verteidigungsmittel, das nur unter den besonderen Voraussetzungen des § 531 Abs. 2 ZPO zulässig gewesen wäre. Denn die Beklagte hatte sich bereits in erster Instanz innerhalb einer im letzten Verhandlungstermin eingeräumten Frist zur Stellungnahme auf die Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Frage der Zahlungsfähigkeit der Schuldnerin berufen.