Source: https://kuckucksvater.wordpress.com/2013/12/08/wer-darf-einen-vaterschaftstest-verlangen/
Timestamp: 2019-05-26 15:37:17
Document Index: 17747972

Matched Legal Cases: ['§ 1598', '§1600', '§ 1598', '§ 1598', '§ 1600', '§ 182', '§ 1598', '§ 1598', '§ 1600']

Wer darf einen Vaterschaftstest verlangen? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler | kuckucksvater
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Vaterschaftsfeststellung – § 1598a – §1600d – BGB / Deutschland – Wenn man sich die Frage stellt, ob der rechtliche Vater auch der biologische ist, dann verhilft einem der DNA-Vaterschaftstest zur Klarheit. Doch hier stellt sich dann schnell die Frage: Wer ist gesetzlich berechtigt, einen Vaterschaftstest zu verlangen?
Geregelt ist das im § 1598a BGB (Zitat am Ende des Artikels). Diese Vorschrift stellt klar, dass Vater, Mutter und Kind jeweils gegenüber den anderen beiden Familienmitgliedern einen Anspruch auf Klärung der Abstammung haben.
Mit „Vater“ ist im BGB ausschließlich der gesetzliche Vater gemeint. Demnach ist nach Nr. 1 nur der rechtliche Vater berechtigt, eine Abstammungfeststellung zu beantragen. Der Mann, der tatsächlich das Kind gezeugt hat oder glaubt, der Vater des Kindes zu sein, hat hingegen keinen Anspruch.
Auch das Kind kann nach Nr. 3 der Frage nachgehen, ob dessen rechtlicher Vater auch sein biologischer Vater ist.
Damit beschränkt sich der Kreis derer, die für eine genetische Untersuchung zur Klärung der Abstammung in Frage kommen, auf die Mutter, das Kind und den Mann, der entweder mit der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet war oder aber die Vaterschaft anerkannt hat.
Das die biologische Vaterschaft für den § 1598a BGB irrelevant ist, birgt Konfliktpotential. Kritiker bemängeln, dass dadurch die leiblichen bzw. vermutlichen Väter rechtlos gestellt werden könnten.
Im Falle, dass das Kind bereits einen gesetzlichen Vater hat, wird es für den biologischen Vater tatsächlich schwer, seine Vaterschaft in einem gerichtlichen Verfahren zu klären. Dafür wird er dann zuerst den Weg über die gerichtliche Anfechtung der bestehenden rechtlichen Vaterschaft gehen müssen. Das ist ein Verfahren nach § 1600 I Nr 2 BGB. Bei erfolgreicher Anfechtung der rechtlichen Vaterschaft wird dann gleichzeitig die Vaterschaft des Anfechtenden festgestellt (§ 182 I FamFG).
Über dieses Verfahren und seine Hürden werden wir in einem gesonderten Artikel berichtet.
BGB – § 1598a – Vaterschaftsfeststellung
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