Source: https://tierimrecht.org/de/recht/hunderecht/schaffhausen/
Timestamp: 2020-07-11 14:45:21
Document Index: 197585612

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 23', 'Art. 13', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 12', '§ 13', 'Art. 10', 'Art. 18', 'Art. 9', '§ 3', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 17', 'Art. 19']

Gesetz über das Halten von Hunden vom 27. Oktober 2008 (SHR 455.200)
Verordnung zum Gesetz über das Halten von Hunden vom 10. März 2009 (SHR 455.201)
Verordnung über den Naturschutz vom 6. März 1979 (SHR 451.101)
Gesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, kJSG) vom 30. Januar 1991 (SHR 922.100)
Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom (Jagdverordnung, kJSV) 15. Dezember 1992 (SHR 922.101)
Sämtliche Hundehaltende müssen für ihren Hund über eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens einer Million Franken verfügen (Art. 7 Hundegesetz/SH).
Hundehaltende zahlen in ihrer Wohnsitzgemeinde für jeden Hund, der mindestens drei Monate alt ist, eine Abgabe von 100 bis 200 Franken pro Jahr (Art. 23 Abs. 1 Hundegesetz/SH).
Wer einen Hund ausführt, muss ihn so beaufsichtigen, dass Kulturland und Freizeitflächen nicht durch Kot verschmutzt werden. Hundekot ist zu beseitigen (Art. 13 Hundegesetz/SH).
In Badeanstalten, auf Pausenplätzen von Schulhausanlagen sowie an Orten, die vom Gemeinderat entsprechend signalisiert werden, sind Hunde verboten (Art. 11 Hundegesetz/SH).
Eine generelle Leinenpflicht für alle Hunde herrscht auf öffentlichen Kinderspielplätzen, auf Friedhöfen, in öffentlich zugänglichen Gebäuden, an verkehrsreichen Strassen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und an Haltestellen, in unmittelbarer Nähe von bestossenen Tierweiden und an Orten, die vom Gemeinderat entsprechend signalisiert wurden (Art. 12 Abs. 1 Hundegesetz/SH).
Hunde sind im öffentlich zugänglichen Raum anzuleinen, wenn sie läufig oder bissig sind, sie eine ansteckende Krankheit haben oder wenn die zuständige Behörde es anordnet (Art. 12 Abs. 2 Hundegesetz/SH).
Es ist untersagt, Hunde auf Menschen und Tiere zu hetzen oder im frei zugänglichen Raum unbeaufsichtigt laufen zu lassen (Art. 10 Abs. 3 Hundegesetz/SH). Wer die Aufsicht über einen Hund hat, ist verpflichtet, einzugreifen, wenn der Hund einen Menschen oder ein Tier angreift oder hetzt (Art. 10 Abs. 4 Hundegesetz/SH).
Im Wald und in dessen unmittelbarer Nähe gilt während der Setz- und Brutzeit (15. April bis 30. Juni) eine generelle Leinenpflicht (Art. 12 Abs. 1 Hundegesetz/SH i.V.m. § 13 Naturschutzverordnung/SH). In der übrigen Zeit sind die Hunde an diesen Orten bei Fuss zu halten (Art. 10 Abs. 2 Hundegesetz/SH).
Herrenlos herumstreifende und wildernde Hunde, die nicht eingefangen werden können, dürfen von den Organen einer Jagdaufsicht und den Jagdberechtigten ohne Entschädigungsfolgen abgeschossen werden, wenn sie entweder für das Wild eine unmittelbare Gefahr darstellen, oder die Verwarnung der Eigentümer mehrmals erfolglos geblieben ist (Art. 18 Abs. 3 Jagdverordnung/SH).
Das Halten bestimmter Hunderassen bedarf einer Bewilligung (Art. 9 Abs. 1 Hundegesetz/SH). Betroffene Hunde sind reinrassige Hunde und Mischlingshunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Pitbull sowie seit dem 1. Oktober 2009 auch Cane Corso, Dobermann, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Español, Mastino Napoletano, Presa Canario (Dogo Canario), Rottweiler und Tosa (§ 3 Abs. 1 Hundeverordnung/SH).
Personen, die beim Zuzug in den Kanton einen Hund dieser Rassentypenliste halten, müssen innerhalb von zehn Tagen eine Haltebewilligung beantragen (Art. 9 Abs. 3 Hundegesetz/SH).
Die Bewilligung wird erteilt, wenn die gesuchstellende Person mindestens 18 Jahre alt ist und einen festen Wohnsitz hat, den Nachweis über genügend kynologische Fachkenntnisse erbringt, belegt, dass sie nicht wegen Gewaltdelikten oder schweren Betäubungsmitteldelikten vorbestraft ist und über eine Haftpflichtversicherung verfügt (Art. 9 Abs. 4 Hundegesetz/SH). Ausserdem müssen Art und Umstände, wie der Hund gehalten werden wird, das Erteilen der Bewilligung rechtfertigen (Art. 9 Abs. 5 Hundegesetz/SH).
Bei erheblichen Verletzungen und Anzeichen eines übermässigen Aggressionsverhaltens besteht über die von der eidgenössischen Tierschutzverordnung bezeichneten Personenkreise hinaus eine Meldepflicht für Gemeinden, Strafuntersuchungsbehörden, Gerichte, die Schaffhauser Polizei und Tierheime (Art. 17 Abs. 1 Hundegesetz/SH).
Das Veterinäramt kann zur Sicherheit von Mensch und Tier verschiedene Massnahmen anordnen, z.B. die Unterbringung des Hundes in einer Institution zur Beobachtung und Abklärung seines Wesens, eine Verhaltenstherapie mit dem Hund, Kastration, den Besuch von Kursen zur Hundeerziehung, Leinen- oder Maulkorbpflicht, den Entzug des Hundes zur Neuplatzierung oder Rückgabe an die Zuchtstätte oder das Einschläfern des Tieres (Art. 19 Abs. 1 Hundegesetz/SH).
Für Besuchs- und Ferienaufenthalte gibt es keine speziellen Vorschriften. Dementsprechend kann der Kanton Schaffhausen mit einem Hund der Rassentypenliste ohne besondere Auflagen besucht werden. Entscheidend bei der Beurteilung ist der gesetzliche Wohnsitz.
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