Source: https://www.burhoff.de/asp_weitere_beschluesse/inhalte/3827.htm
Timestamp: 2020-04-04 09:51:16
Document Index: 349270552

Matched Legal Cases: ['§ 72', '§ 25', '§ 25', '§ 111', '§ 24', '§ 67', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 25']

Entscheidungen: Andere Gerichte: Geldbuße, wirtschaftliche Verhältnisse, Reduzierung der Geldbuße / AG Herford, Beschl. v. 14.12.2016 - 11 OWi 665/16 - Burhoff online
Geldbuße, wirtschaftliche Verhältnisse, Reduzierung der Geldbuße
Gericht / Entscheidungsdatum: AG Herford, Beschl. v. 14.12.2016 - 11 OWi 665/16
Gegen die Betroffene wird im schriftlichen Verfahren gemäß § 72 OWiG wegen fahrlässigen Führen eines Kraftfahrzeuges mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,43 mg/l eine Geldbuße in Höhe von 500,00 EUR festgesetzt.
Ihr wird gestattet, die Geldbuße in monatlichen Teilbeträgen von 25,00 EUR jeweils bis zum 5. eines Monats, beginnend mit der Rechtskraft des Beschlusses, zu zahlen. Diese Vergünstigung entfällt, wenn ein Teilbetrag nicht rechtzeitig gezahlt wird.
Der Betroffenen wird gemäß § 25 StVG für die Dauer von drei Monaten verboten, Kraftfahrzeuge aller Art im öffentlichen Straßenverkehr zu führen.
Dieses Fahrverbot wird mit Abgabe des Führerscheins in amtliche Verwahrung, spätestens jedoch mit Ablauf von 4 Monaten nach Rechtskraft des Beschlusses wirksam (§ 25 Abs. 2 a StVG).
Die Betroffene wurde am 30.09,1978 in Bad Oeynhausen geboren. Die Betroffene ist arbeitslos und erhält Leistungen nach SGB XII in Höhe des Regelsatzes, abzüglich eines Rentenbetrags von 42,75 € und zuzüglich der Unterkunftskosten.
Im Fahreignungsregister der Betroffenen sind folgende Eintragungen zu der Betroffenen erfasst:
Mit Entscheidung des Amtsgerichts Bielefeld vom 28.02.2012 wurde der Betroffenen die Fahrerlaubnis nach § 111 a StPO vorläufig entzogen.
Am 29.08.2012 verurteilte das Amtsgericht Bielefeld die Betroffene wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung durch Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 10,00 € und ordnete eine Sperre für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis bis zum 28.03.2013 an.
Am 08.01.2014 wurde der Betroffenen vom StVA in Kirchlengern eine neue Fahrerlaubnis erteilt.
Der Landrat des Kreises Herford hat am 04.05.2016 gegen die Betroffenen einen Bußgeldbescheid wegen Führens des Kraftfahrzeugs mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/I oder mehr, wobei die festgestellte Atemalkoholkonzentration bei 0,43 mg/l lag, erlassen und gegen sie eine Geldbuße von 1.000,00 € sowie ein dreimonatiges Fahrverbot festgesetzt.
In dem Bußgeldbescheid wird der Betroffenen zur Last, gelegt, am 17.04.2016 um 20.35 Uhr in Herford auf der Hermannstraße in Fahrtrichtung Bielefelder Straße als Führerin eines Kraftfahrzeugs gegen § 24 a Abs. 1 StVG verstoßen zu haben und das Kraftfahrzeug mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,43 mg/I geführt zu haben.
Gegen diesen am 06.05.2016 zugestellten Bußgeldbescheid hat die Betroffene mit Schriftsatz ihres Verteidigers vom 16.06.2016, beim Kreis Herford eingegangen am 17.06.2016, form- und fristgerecht Einspruch eingelegt und diesen nachfolgend auf den Rechtsfolgenausspruch beschränkt.
Infolge der nach § 67 Abs. 2 OWiG zulässigen und wirksamen Einspruchsbeschränkung ist der Bußgeldbescheid, auf dessen Inhalt Bezug genommen wird, im Schuldspruch, wobei, weil Angaben zur Schuldform dort fehlen, von fahrlässiger Begehungsweise auszugehen ist, bestandskräftig geworden und unterliegt insoweit nicht mehr der Überprüfung.
Die Feststellungen zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Betroffenen beruhen auf dem Schreiben ihres Verteidigers vom 09.09.2016 und den Kopien der Bescheide über Leistungen nach dem SGB XII.
Die Betroffene hat damit glaubhaft gemacht, dass sie Leistungen nach dem SGB XII erhält,
Aufgrund der wirksamen Einspruchsbeschränkung ist davon auszugehen, dass die Betroffene gegen § 24 a Abs. 1 StVG verstoßen und damit fahrlässig das Fahrzeug mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,43 mg/l im Straßenverkehr geführt hat. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, für die nach dem Bußgeldkatalog bei einem vorherigen Verstoß gegen § 24 a StVG im Regelfall eine Geldbuße von 1.000,00 € und ein Fahrverbot von 3 Monaten vorgesehen ist (Ziff. 241.1 BKat; Tatbestandsnummer 424613).
Bei Ordnungswidrigkeiten nach § 24 a StVG ist ein Fahrverbot in der Regel mit. der im Bußgeldkatalog vorgesehenen Dauer, hier einem Monat, anzuordnen, §§ 25 Abs. 1 Satz 2 StVG, 4 Abs. 3 BKatV. Von der Verhängung eines Fahrverbotes kann im Einzelfall abgesehen werden, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen oder die Anordnung eines Fahrverbots unverhältnismäßig ist. Dieser Möglichkeit, von einem Fahrverbot, gegebenenfalls gegen Erhöhung der Geldbuße, abzusehen, ist sich das Gericht bewusst gewesen. Maßgebend dafür, von dieser Möglichkeit vorliegend keinen Gebrauch zu machen, war, dass außergewöhnliche Umstände in objektiver oder subjektiver Hinsicht nicht ersichtlich sind und das Fahrverbot auch nicht . unverhältnismäßig ist, sondern es entspricht neben der Geldbuße der Schuld des Betroffenen. Insbesondere führt es zu keiner unangemessenen harten Sanktion der Tat.
Herford, 14.12.2016 Amtsgericht