Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/-41562.html
Timestamp: 2020-07-10 17:18:59
Document Index: 366587387

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 24', '§ 98', '§ 24', '§ 4', '§ 3', '§ 24', '§ 4', '§ 64']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fleckenshölzer" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fleckenshölzer"
(NSG LÜ 122)
Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 15 vom 01.08.1985, Seite 204
V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Fleckenshölzer", Gemarkung Bederkesa, Samtgemeinde Bederkesa, Landkreis Cuxhaven, vom 18. Juli 1985
Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Bederkesa, Samtgemeinde Bederkesa, Landkreis Cuxhaven, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Fleckenshölzer".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 40 ha.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der auf Seite 205 mitveröffentlichten Karte. Sie verläuft auf der dem Gebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung eines naturnahen bodensauren Drahtschmielen-Buchenwaldes mit standortbedingtem Übergang zum Traubeneichen-Buchenwald und im Norden zum feuchten Eichen-Hainbuchenwald, mitsamt der darin gelegenen Gewässer, entsprechend der potentiell natürlichen Vegetation als
a) seltene Waldgesellschaft mit Teichen und Fließgewässern
b) Lebensraum der dazugehörigen - insbesondere seltene und in ihrem Bestand bedrohter Tier- und Pflanzenarten,
c) in diesem Raum seltene Teile von Natur und Landschaft von besonderer Eigenart und Vielfalt,
d) Gegenstand der naturwissenschaftlichen Forschung.
1. außerhalb öffentlicher Straßen und Wege Fahrzeuge aller Art (ausgenommen Fahrräder ohne Motorkraft und Krankenfahrstühle) zu fahren, zu parken oder abzustellen,
2. außerhalb von öffentlichen oder speziell für Reitzwecke gekennzeichneten Wegen zu reiten,
3. zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen oder andere für die als Unterkunft geeignete Fahrzeuge oder Einrichtungen aufzustellen,
(3) Nach § 24 Abs. 3 Satz 2 NNatG werden zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen folgende Handlungen außerhalb des Naturschutzgebietes, die in das Gebiet hineinwirken können, in dem auf der auf Seite 205 mitveröffentlichten Karte schraffiert dargestellten Bereich untersagt:
Änderung der gegenwärtigen Nutzungsart; zulässig bleiben Änderungen jeweils im Rahmen einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Bodennutzung.
1. Das Betreten des Gebietes im Rahmen des Landeswaldgesetzes (LwaldG) und des Feld- und Forstordnungs-Gesetzes (FFoG) in der jeweils gültigen Fassung.
2. Das Betreten von Grundstücken durch deren Grundeigentümer bzw. deren Beauftragte.
3. Das Betreten bzw. Befahren des Gebietes
a) zur Erfüllung dienstlicher oder wissenschaftlicher Aufgaben einschließlich der forstlichen Aus- und Fortbildung
b) zur rechtmäßigen Bewirtschaftung und Nutzung.
4. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Gebietes oder einzelner seiner Bestandteile durch das zuständige Staatliche Forstamt sowie dessen Beautragte im Rahmen und als Teil ordnungsgemäßer Forstwirtschaft gemäß der durch das Niedersächsische Forstplanungsamt (NFP) in Wolfenbüttel einvernehmlich mit der Bezirksregierung Lüneburg erstellten - im Betriebswerk des zuständigen Staatlichen Forstamtes festgelegten - Planung.
5. Untersuchungen bzw. Maßnahmen aus wissenschaftlichen Gründen, die im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Lüneburg und im Benehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt und der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt durchgeführt werden.
6. Waldbauliche Maßnahmen (Verjüngung, Schutz, Pflege und Nutzung des Waldes)
- mittels Förderung der Baumarten der potentiell natürlichen Vegetation, insbesondere Buche, Eiche, Hainbuche, entsprechend den Standortverhältnissen,
- unter Belassung von mindestens 4 Bäumen/ha bis zu deren natürlichem Verfall, insbesondere solcher Bäume, die nach Naturschutzrecht besonders geschützten Vogel-/Säugetierarten als Quartier dienen,
- einschließlich der Gewinnung von forstlichem Vermehrungsgut,
- ohne Maßnahmen zur Veränderung des Wasserhaushalts,
- unter Vorrang manueller/mechanischer vor chemischen Verfahren,
- unter Vorrang von streifen-/plätzeweiser Bodenbearbeitung mit weniger als 40 cm Arbeitstiefe,
wobei von den Vorrang-Verfahren nur mit Genehmigung der Bezirksregierung Lüneburg abgewichen werden darf.
7. Die Unterhaltung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze wie bisher, die Unterhaltung der sonstigen Wege mit Sand und Kies.
8. Die ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung, soweit dies zur Vermeidung eines die Oberlieger schädigenden Rückstaus erforderlich ist, nach Maßgabe des § 98 (1) Satz 2 Nieders. Wassergesetz (NWG) vom 28.10.1982.
9. Die imkereiliche Nutzung ohne bauliche Anlagen.
10. Bis zum 30.09.1988 befristet: Die Benutzung und Unterhaltung des im Forstort "Klenkenborn" gelegenen, südöstlich an das Schullandheimgrundstück und nördlich an das Baugebiet "Müggenhörn" angrenzenden Spielplatzes ohne Instandsetzung, Erneuerung, Ersatz unsicher gewordener Anlagen, Einrichtungen, Geräte bzw. jeweils von Teilen derselben.
(2) Die Bezirksregierung Lüneburg ist berechtigt, im Rahmen einer Befreiung nach Abs. 1 sowie nach Verstößen gegen die Bestimmungen des § 24 Abs. 2 NNatG und des § 4 Abs. 2 und 3 dieser Verordnung Bedingungen und Auflagen festzusetzen, die der Abwendung oder einem Ausgleich von Beeinträchtigungen des Schutzzweckes gem. § 3 dieser Verordnung dienen.
(1) Wer, ohne dass eine Befreiung gewährt oder eine Ausnahme zugelassen wurde, vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften des § 24 Abs. 2 NNatG oder des § 4 Abs. 2 und 3 dieser Verordnung zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 64 Ziff. 1 bzw. Ziff. 4 NNatG.
(2) Mit dem Inkrafttreten tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landkreises Cuxhaven über das Landschaftsschutzgebiet Cux 45 "Waldgebiete bei Bederkesa", vom 19.01.1939, veröffentlicht im Amtsblatt der Regierung zu Stade, Stück 49, vom 09.12.1939, außer Kraft.
Naturschutzgebiet "Fleckenshölzer"