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Timestamp: 2016-10-23 12:11:58
Document Index: 207678755

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE', 'BGE']

8C_920/2012 (28.05.2013)
{T�0/2} 8C_920/2012 � � Urteil vom 28. Mai 2013
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 28. September 2012.
Der 1978 geborene N.________ war als Lastwagen-Chauffeur der P.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 1. September 2009 mit seinem Motorrad mit einem entgegenkommenden Personenwagen frontal kollidierte und sich dabei multiple Kontusionen sowie eine rechtsseitige Armplexuszerrung zuzog. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Der Versicherte konnte seine bisherige T�tigkeit am 5. Oktober 2009 wieder zu 100 % aufnehmen.
Am 12. Oktober 2010 liess N.________ melden, am 5. Oktober 2010 einen R�ckfall erlitten zu haben. Nach einer kreis�rztlichen Untersuchung durch Dr. med. K.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie, vom 7. Januar 2011 schloss die SUVA den Fall mit Verf�gung vom 13. Januar 2011 per sofort ab. Sie stellte fest, es bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen den geklagten rechtsseitigen Schulter/Nackenbeschwerden inklusive Arbeitsunf�higkeit von 20 % seit dem 6. Oktober 2010 und dem Unfall vom 1. September 2009. Auf Einsprache hin hielt sie, nach Einholung einer �rztlichen Beurteilung des Dr. med. I.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie FMH, SUVA Versicherungsmedizin, vom 8. M�rz 2011, an ihrem Standpunkt fest (Einspracheentscheid vom 22. M�rz 2011).
Die dagegen, unter Beilage einer Stellungnahme des Dr. med. P.________, Chefarzt, Leiter Schulterchirurgie des Spitals X.________, vom 12. April 2011, erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 28. September 2012 ab.
Der Versicherte l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, in Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides sei die SUVA zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch f�r die rechtsseitigen Schulter/Nackenbeschwerden inklusive Arbeitsunf�higkeit von 20 % ab dem 6. Oktober 2010 zu erbringen.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Pflicht zur Begr�ndung der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
2.1.�Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) richtig dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf den im Sozialversicherungsrecht �blicherweise massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Darauf wird verwiesen.
2.2.�Zu betonen bleibt, dass Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgem�ss nicht dieselbe Beweiskraft zukommt, wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungstr�ger in Auftrag gegebenen Gutachten. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen �rztlichen Feststellungen, so sind erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 496 f. mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der SUVA f�r die Zeit nach dem 13. Januar 2011 und dabei die Frage, ob die Sch�digung an der rechten Schulter mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den versicherten Unfall vom 1. September 2009 zur�ckzuf�hren ist.
4.1.�Die Vorinstanz stellte nach W�rdigung der medizinischen Unterlagen fest, dass die vom Versicherten �ber den am 13. Januar 2011 verf�gten Fallabschluss hinaus geklagten Beschwerden mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr nat�rlich-kausal zum Unfallgeschehen sind. Sie st�tzte sich dabei auf die �rztliche Beurteilung des Dr. med. I.________ vom 8. M�rz 2011, die sie zu Recht als den rechtsprechungsgem�ssen Anforderungen gen�gend (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) wertete. Wenn sie dabei das Vorliegen der entsprechenden Kriterien nicht im einzelnen begr�ndete, kann ihr entgegen dem Beschwerdef�hrer keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vorgehalten werden, zumal, wie sie zu Recht erwog, auch Dr. med. P.________ die Schlussfolgerungen bzw. Interpretation als absolut nachvollziehbar bezeichnete und eine Auseinandersetzung mit den abweichenden Argumenten erfolgte. Gem�ss dem Versicherungsmediziner Dr. med. I.________ ist zwar davon auszugehen, dass der Versicherte an einer Arthropathie des AC-Gelenks erkrankt ist, wie dies Dr. med. P.________ anl�sslich der erstmaligen Untersuchung vom 11. Oktober 2010 festgestellt und aufgrund der positiven selektiven AC-Gelenksinfiltration vom 18. Oktober 2010 best�tigt hatte. Aufgrund der fehlenden initialen Beschwerden in diesem Bereich und der asymptomatischen Latenzzeit von mehreren Wochen sowie unter Ber�cksichtigung der Tatsache, dass nach einer AC-Gelenksdistorsion in der Regel von einer raschen Genesung auszugehen sei, k�nne die Unfallkausalit�t nicht bejaht werden. H�tte der Versicherte von Anfang an eine ACG-Symptomatik aufgewiesen, w�re dies durch den erstbehandelnden Arzt Dr. med. S.________ oder im Spital X.________ festgestellt worden. Die Vorinstanz erwog, dass der vom Versicherten beigezogene Dr. med. P.________ dieser Beurteilung nichts Substanzielles entgegenzuhalten vermag. Dies ist nicht zu beanstanden.
4.2.�Die Einwendungen des Beschwerdef�hrers sind nicht geeignet, zu einer andern Beurteilung zu f�hren. Insbesondere kann nicht gesagt werden, dass aufgrund der Aktenlage, namentlich des Berichts des Dr. med. P.________ vom 12. April 2012, zumindest geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen �rztlichen Beurteilung bestehen, weshalb rechtsprechungsgem�ss erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen sind.
4.2.1.�Wie die Vorinstanz zutreffend erkannte, hat Dr. med. P.________ die Abhandlung des Dr. med. I.________ �ber die Pathologien des AC-Gelenks als �usserst ausf�hrlich und kaum zu erg�nzen sowie die entsprechenden Interpretationen als nachvollziehbar bezeichnet. Entgegen dem Beschwerdef�hrer bezog sich diese Einsch�tzung auch auf die Kausalit�tsbeurteilung. So bezeichnete Dr. med. P.________ die Kausalit�tsbeurteilung auf Nachfrage hin als im Wesentlichen korrekt und nachvollziehbar, allerdings stark aus dem Blickwinkel des Versicherers verfasst. Aufgrund der Unfallanamnese, der radiologischen und klinischen Befunde interpretierte er selbst die Schulterverletzung allerdings als unfallbedingt. Als Argumente f�hrte er an, dass der Versicherte vor dem Unfall keinerlei AC-Gelenkprobleme gehabt habe. Sodann habe er einen relevanten, nur mit Gl�ck glimpflich verlaufenden Unfall mit multiplen Kontusionen erlebt. Weiter h�tten radiologisch keine Hinweise auf eine vorbestehende degenerative Ver�nderung bestanden.
4.2.2.�Dazu gilt festzuhalten, dass Dr. med. P.________ als Schulterspezialist die Diagnose einer AC-Gelenksdistorsion Grad Tossy I rechts, die er als Verdachtsdiagnose am 11. Oktober 2010 gestellt hatte, im Bericht vom 12. April 2012 best�tigte. Er hat keine alternative Diagnosestellung in Betracht gezogen oder erwogen, dass dem Unfall allenfalls eine Teilurs�chlichkeit zukommen k�nnte. Als Grund f�r die abweichende Beurteilung wurde im Wesentlichen einzig der zu starke Fokus aus Sicht des Versicherers angef�hrt. Mit der Vorinstanz l�sst der Umstand, dass vor dem Unfall keine Symptome aufgetreten sind, den Schluss nicht zu, dass der Unfall f�r die Symptome verantwortlich ist, auch wenn ihm eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abgesprochen werden kann. Vielmehr handelt es sich dabei um den beweisrechtlich unzul�ssigen Schluss "post hoc ergo propter hoc". Wenn Dr. med. P.________ festh�lt, konventionell radiologisch seien keine degenerativen oder entz�ndlichen Ver�nderungen des AC-Gelenks nachweisbar, so gilt zu beachten, dass bei der Tossy I Verletzung auf den konventionellen R�ntgenbildern meistens keine Pathologie nachgewiesen werden kann, wie er im Schreiben vom 11. Februar 2011 selbst ausgef�hrt hat und Dr. med. I.________ mit Verweis auf die Literatur best�tigt. Zudem ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass selbst im Falle einer unfallkausalen AC-Gelenksdistorsion Grad Tossy I eine Arbeitsunf�higkeit �ber ein Jahr nach dem Unfall nicht mehr begr�ndet werden k�nnte. So hielt Dr. med. I.________ mit Verweis auf die Literatur fest, dass die Prognose einer AC-Gelenksdistorsion Grad Tossy oder Rockwood Typ 1 ausgezeichnet sei mit rascher Genesung, was von Dr. med. P.________ nicht in Abrede gestellt wurde. Wenn der Beschwerdef�hrer erneut einwendet, es sei nicht nachvollziehbar, was die angeblich "ausgezeichnete Prognose" mit der Frage der Kausalit�t zu tun habe, bei welcher es einzig und allein um die Entstehung des Gesundheitsschadens gehe, gilt anzumerken, dass die Prognose durchaus R�ckschl�sse auf die Kausalit�t (Status quo) erlaubt. Sodann vermag die erlittene Zerrung des Armplexus rechts entgegen dem Beschwerdef�hrer einen Sturz auf die rechte Schulter nicht zu beweisen, ist dies doch mit Dr. med. I.________ f�r eine Armplexuszerrung nicht zwingend erforderlich. Mit Blick auf diese Ausgangslage besteht kein Grund f�r erg�nzende Abkl�rungen.
4.3.�Zusammenfassend steht damit fest, dass die Schulterbeschwerden rechts nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zur�ckzuf�hren sind und die Vorinstanz die entsprechende Leistungspflicht zu Recht verneint hat. Die Beschwerde ist mithin abzuweisen.