Source: https://lima.diplo.de/pe-de/service/staatsangehoerigkeit/1805718
Timestamp: 2018-05-26 21:47:16
Document Index: 143176400

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 25', '§ 25', '§ 28', '§ 25', '§ 13', '§ 14', '§ 4']

Sprachauswahl: Español
Botschafter Jörg Ranau
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Verlust und Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit
Die deutsche Staatsangehörigkeit wird in der Regel durch Abstammung erworben, also sozusagen „automatisch“ durch Geburt. In der Regel ist dies der Fall bei:
· Geburt als eheliches Kind eines deutschen Vaters oder als nichteheliches Kind einer deutschen Mutter ab 1914,
· Geburt als eheliches Kind mit einem deutschen Elternteil (Vater oder Mutter) ab 01.01.1975,
· Geburt als nichteheliches Kind eines deutschen Vaters ab 01.07.1993, wenn eine wirksame Anerkennung der Vaterschaft vorliegt.
Im Ausland geborene Kinder, deren deutsche Eltern bzw. deutsche Mutter oder deutscher Vater seit dem 01.01.2000 (Inkrafttreten der Staatsangehörigkeitsrechtsreform) selbst im Ausland geboren wurden, erwerben die deutsche Staatsangehörigkeit grundsätzlich nur dann, wenn sie ansonsten staatenlos würden oder wenn die deutschen Eltern oder der deutsche Elternteil die Geburt innerhalb eines Jahres der zuständigen Auslandsvertretung anzeigt (§ 4 Abs. 4 Staatsangehörigkeitsgesetz - StAG).
Sollte dies auf Sie zutreffen, empfiehlt Ihnen die Botschaft Lima dringend, die Geburt Ihres Kindes innerhalb eines Jahres hier anzuzeigen. Weitere Informationen zu
Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit grundsätzlich mit dem freiwilligen Erwerb der peruanischen Staatsangehörigkeit (§ 25 StAG). Die Staatsangehörigkeit verliert nicht, wer vor dem Erwerb der peruanischen Staatsangehörigkeit auf seinen Antrag hin die schriftliche Genehmigung der zuständigen Behörde zur Beibehaltung seiner Staatsangehörigkeit erhalten hat.
Deutsche, die die peruanische Staatsangehörigkeit erwerben möchten, können unter bestimmten Vorrausetzungen diese Genehmigung beantragen. Dabei müssen nach § 25 Abs. 2 StAG öffentliche und private Belange gegeneinander abgewogen werden. Deutsche, die im Ausland müssen hierbei vor allem darlegen, dass sie gute Kenntnisse der deutschen Sprache haben und in wieweit sie fortbestehende Bindung an Deutschland haben. Bitte beachten Sie, dass Sie die Genehmigung über die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit vor Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit erhalten haben müssen.
Deutsche, die freiwillig ohne Zustimmung der zuständigen Behörde in den Dienst von Streitkräften oder vergleichbaren bewaffneten Verbänden eines Staates eintreten, dessen Staatsangehörigkeit sie ebenfalls besitzen, verlieren in aller Regel die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch kraft Gesetzes (§ 28 StAG).
Für Deutsche, die im Ausland leben, ist die für alle staatsangehörigkeitsrechtlichen Entscheidungen zuständige Behörde das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln. Anträge und Erklärungen können Sie über die Botschaft einreichen. Staatsangehörigkeits- und Einbürgerungsverfahren sind kostenpflichtig.
Ehemalige Deutsche, die nach dem bisherigen Recht ihre deutsche Staatsangehörigkeit durch Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf Antrag verloren hatten (§ 25 StAG), können nunmehr unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Ausland aus die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung nach § 13 StAG wieder erwerben.
Vor dem 01. Januar 1975 ehelich geborene Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter sowie vor dem 01. Juli 1993 nichtehelich geborene Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter haben unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Ausland aus die Möglichkeit, ,die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß § 14 StAG durch Einbürgerung zu erwerben.
Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist und ihre Abkömmlinge, können sich nach Artikel 116 Absatz 2 Grundgesetz auf ihre deutsche Staatsange­hörigkeit wieder berufen. Bei dauerndem Aufenthalt außerhalb Deutschlands geschieht dies durch Antrag auf Wiedereinbürgerung. Das gleiche gilt auch für die Nachkommen dieses Personenkreises, wenn sie ohne die damalige Ausbürgerung Deutsche geworden wären.
Der ab dem 01. eptember 2008 eingeführte bundeseinheitliche Einbürgerungstest muss nicht durchgeführt werden. Das Verfahren ist kostenfrei.
Ihr Kind erwirbt nach § 4 Abs. 4 Satz 1 und Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz nicht automatisch durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn
- Sie (beide deutschen Elternteile, bei Eltern unterschiedlicher Nationalität der deutsche Elternteil) nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden,
- Ihr Kind im Ausland geboren wird,
- Sie (beide deutschen Elternteile, bei Eltern unterschiedlicher Nationalität der deutsche Elternteil) zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Kindes Ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben[1] und
- Ihr Kind durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwirbt, also nicht staatenlos wird.
Was muss ich tun, damit mein Kind in diesem Fall die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt?
Sie müssen innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes einen Antrag auf Beurkundung der Geburt im Geburtenregister beim zuständigen deutschen Standesamt stellen. Diese Frist wird auch eingehalten, wenn der Antrag innerhalb eines Jahres bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung vorliegt. Der Antrag kann auch von einem Elternteil allein gestellt werden.
Zur Beantragung der Beurkundung der Geburt Ihres Kindes benötigen Sie in der Regel folgende Unterlagen:
- ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular
- Ausländische Geburtsurkunde des Kindes
- Geburtsurkunden der Eltern
- Heiratsurkunde der Eltern (wenn die Eltern verheiratet sind)
- Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht (wenn die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind)
- Reisepässe/Personalausweise der Eltern
Bitte beachten Sie, dass ein deutsches Ausweisdokument für Ihr Kind erst ausgestellt werden kann, wenn ein vollständiger Antrag auf Beurkundung der Geburt vorliegt. Weitere Informationen zum Verfahren erhalten Sie auf der Webseite der Botschaft.
Ein weiterer, daneben bestehender rein melderechtlicher Wohnsitz in Deutschland ist dabei nicht von Belang.
Nur das Bundesverwaltungsamt kann auf entsprechenden Antrag hin feststellen, ob die deutsche Staatsangehörigkeit erworben wurde oder erworben werden kann.
Das Bundesverwaltungsamt entscheidet auch über Anträge auf Beibehaltungsgenehmigungen, auf Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit und nimmt Erklärungen über den Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit entgegen.
Verfahrenshinweise und Formulare
Informationen des Bundesverwaltungsamts zu den einzelnen Verfahren finden Sie hier