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Timestamp: 2019-12-06 03:34:43
Document Index: 279033578

Matched Legal Cases: ['§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 287', '§ 295', '§ 295']

Nebengewerbe in der Wohlverhaltensphase - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deInsolvenzrechtPfändungNebengewerbe in der Wohlverhaltens...
| 19.08.2013 20:39 |
Zusammenfassung: Ein Schuldner, der während der Wohlverhaltensphase eine selbständige Tätigkeit ausübt, muss denjenigen Betrag an den Treuhänder anführen, den er ezielen würde, wenn er ein angemessenes Arbeitsverhältnis eingegangen wäre (§ 295 Abs. 2 InsO).
Ich bin zur Zeit in der Wohlverhaltensphase einer Privatinsolvenz.
Nächstes Jahr wäre ich fertig. Jetzt würde ich gerne EDv-Dienstleistung als Nebengewerbe anmelden. Wie sieht es da mit der Pfändung aus und was habe ich zu beachten.
Pfändung Pfändung Wohlverhaltensphase Tätigkeit
Während der Wohlverhaltensphase dürfen Sie ein selbständiges Gewerbe ausüben.
Sie müssen in diesem Fall das pfändbare Netto-Einkommen an den Treuhänder abführen, dass Sie erzielen würden, wenn Sie ein angemessenes Anstellungsverhältnis eingegangen wären (§ 295 Abs. 2 InsO).
Nachfrage vom Fragesteller	20.08.2013 | 19:53
gilt diese Regelung(§ 295 Abs. 2 InsO) tatsächlich auch für ein Nebengewerbe. Im Hauptberuf bin ich als Systemadministrator angestellt und werde da auch entsprechend gepfändet. Die Rechtsgrundlage spricht von "selbstständiger Beschäftigung". Ist damit nicht eine selbstständige Hauptbeschäftigung gemeint?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2013 | 21:20
nach § 295 Abs. 1 Satz 1 InsO sind Sie während der Wohlverhaltensphase verpflichtet, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben oder sich um eine solche zu bemühen. Ausreichend ist die Ausübung einer Vollzeittätigkeit (40-Std.-Woche). Ferner muss die Erwerbstätigkeit Ihren beruflichen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen sowie Ihrem Ausbildugs- und Qualifikationsstand entsprechen.
Wenn Ihre Haupttätigkeit als Arbeitnehmer diesen Kriterien entspricht, kommen Sie Ihrer Obliegenheit nach. Das Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit fällt nicht unter den Anwendungsbereich der Abtretungserklärung nach § 287 Abs. 2 InsO.
§ 295 Abs. 2 InsO gilt nur insoweit, als die selbständige Täigkeit eine Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmer ersetzt. Dies ist aber auch dann der Fall, wenn die Tätigkeit als Arbeitnehmer weniger als 40 Stunden pro Woche beträgt. Dann muss die Differenz zu einem Einkommen, das bei einer 40-Std.-Woche erzielt werden kann, aus den Einkünften aus selbständiger Tätigkeit anteilig nach § 295 Abs. 2 InsO ergänzt werden.
Bewertung des Fragestellers 22.08.2013 | 16:13
"Prompte und leichtverständliche Antwort, gerne Wieder."
FRAGESTELLER 22.08.2013 5/5,0
Wohlverhaltensphase: Nebengewerbe bei Vollzeitanstellung