Source: http://www.pevdi.de/rechts-und-sozialpolitische-forderungen/
Timestamp: 2017-08-20 07:58:11
Document Index: 25716957

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 1666', '§ 1696', '§ 1626', '§42', '§ 42', '§ 27', '§ 36', '§ 36', '§1630']

Rechts- und sozialpolitische Forderungen – Pflegeelternverein-Dithmarschen e.V.
Einführung einer zivilrechtlichen Absicherung der „auf Dauer angelegten
Lebensperspektive“ (im Sinne und unter den Voraussetzungen des § 37 SGB VIII)
durch das Familiengericht auf Antrag von Personensorgeberechtigten, Pflegeeltern
oder Jugendamt
Infragestellung dieser familiengerichtlich gesicherten „dauerhaften Lebensperspektive“ nur im Falle einer Gefährdung des Kindeswohls nach §§ 1666, 1666a BGB, d. h. für diesen Fall keine regelmäßige Überprüfung gemäß § 1696 BGB
Differenzierung der Umgangsregelung für traumatisierte oder dauerhaft fremdplazierte Kinder. Keine generelle gesetzliche Vermutung der Kindeswohldienlichkeit von Umgang nach/bei Kindeswohlgefährdung (wie § 1626 Abs. 3 BGB für Kinder getrennt lebender Eltern annimmt), sondern ergebnisoffene Prüfung im Einzelfall, d.h. Außerkraftsetzung der Regelvermutung in diesen Konstellationen
Einräumung einer förmlichen verfahrensrechtlichen Beteiligtenstellung für Pflegeeltern in allen das Pflegekind betreffenden Verfahren
Ausdrückliche Berücksichtigung von Pflegeeltern als potentielle Einzelvormünder bei der anstehenden Neuregelung des Vormundschaftsrechts
Zeitliche Begrenzung der Verweildauer von in Obhut genommenen Kleinkindern (§42 SGB VIII) in Bereitschaftspflege und Einrichtungen
Bundesweite Umsetzung von Standards zum Pflegekinderbereich (entsprechend der Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter für die Adoptionsvermittlung) und proaktive Landesjugendämter mit entsprechenden Empfehlungen zur Implementation dieser Standards in den Jugendämtern
Spezialdienste in den Jugendämtern (Pflegekinderdienste) mit vernünftigen Fallzahlen (maximal 25 Fälle pro Fachkraft) und deren vergütungsrechtliche Gleichstellung mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD). Qualifizierung auch des ASD für eine kontinuitätssichernde Hilfeplanung.
Praxis Gewinnung, Vorbereitung und Begleitung von Pflegeeltern
Qualifizierungsoffensive zur Gewinnung geeigneter Pflegeeltern durch Jugendämter und Landesjugendämter unter Beteiligung der freien auf diesem Gebiet tätigen Träger und Initiativen sowie der Pflegeelternvereinigungen
Qualifizierte Vorbereitung auf die Aufgaben als Pflegeeltern mit Teilnahme- und Fortbildungspflichten
Umfassende Information der Pflegeeltern über die Vorgeschichte des Kindes
Bei der Vorbereitung und fachlichen Begleitung, Beratung, Supervision und Unterstützung von Pflegeeltern Zusammenführung von Fachwissen und Erfahrungen der Jugendämter und der freien auf diesem Feld tätigen Träger
Errichtung von Kriseninterventionsteams unter Beteiligung erfahrener Pflegeeltern
Entwicklung von unterstützenden Verbundsystemen zwischen Heimen und Pflegeeltern
Übertragung von Aufgaben der Pflegekinderdienste auf freie Träger nur unter Zugrundelegung der genannten Standards
Fortbildung der Fachkräfte in den Kinderheimen zur kontinuitätssichernden Hilfeplanung, insbesondere mit Zielvereinbarungen zu § 42 SGB VIII hinsichtlich Indikation und Anbahnung von Pflegeverhältnissen.
Erfassung des psychosomatischen Status eines jeden Pflegekindes bei Beginn des Pflegeverhältnisses zur Absicherung und Ergänzung des ohnehin im Rahmen der Hilfeplanung zu klärenden erzieherischen Bedarfs (§§ 27, 33, 36, 37 SGB VIII) durch Kinder- und Jugendärzte, erforderlichenfalls durch Hinzuziehung von Kinder- und Jugendpsychiatern bzw. Psychologen
Regelhafte Beteiligung der aktuellen Betreuungspersonen in Bereitschaftspflege und Übergangsheimen
Regelhafte Beteiligung von fallspezifisch kompetenten externen Fachkräften bereits an der Aufstellung wie auch an der Überprüfung und Fortschreibung der Hilfeplanung
Generell stärker interdisziplinär ausgerichtete Hilfeplanung und Begleitung von Pflegeeltern und Pflegekindern durch Hinzuziehung und Einspeisung externer Wissens- und Erfahrungsbestände aus den Bereichen der Medizin, Psychologie und Psychiatrie („Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte“ gemäß § 36 Abs. 2 SGB VIII ist nicht nur auf das Jugendamt bezogen)
Vermittlung von Erfahrungswissen und Anforderungen der Pflegekinderpraxis an Mediziner und Psychologen
Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit Ärzten und Psychologen zur Gewährleistung qualifizierter und zeitnaher Hilfestellungen im Einzelfall (z. B. durch Rahmenverträge) Differenzierte Berücksichtigung kindlicher Interessen und Bedürfnisse
Konsequente Umsetzung des geplanten, zeit- und zielgerichteten Interventionskonzeptes des SGB VIII, insbesondere unter Berücksichtigung des kindlichen Zeitempfindens in Relation zum Lebensalter
Intensivere Beachtung und Umsetzung der Adoptionsoption: „Vor und während einer langfristig zu leistenden Hilfe außerhalb der eigenen Familie ist zu prüfen, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt“ (§ 36 Abs. 1 Satz 2 SGB VIII), unter Umständen unter Fortsetzung finanzieller Unterstützung bei Bedarf – dennoch: kein
Zwang zur Adoption, z. B. aus Gründen der Kostenersparnis
Besondere Begründungspflicht für die dauerhafte Unterbringung von Kindern unter acht Jahren in Kinderheimen oder auch in so genannten Kleinstheimen
Spezialisierte Pflegestellen für behinderte Pflegekinder und auch für ältere Pflegekinder („Erziehungsstellen“), mit fallspezifischer Vorbereitung, Stützung, Entlastung und Supervision
Sorgfältige Prüfung, ob eine Pflegefamilie über die Kompetenz und die Kraft verfügt und die fallspezifischen Voraussetzungen erfüllt, um mehrere Pflegekinder aufzunehmen
Keine pauschale Präferenz für die gemeinsame Unterbringung von Geschwistern, deren Trennung häufig notwendig sein kann
Gewährung von Hilfen für junge volljährige Pflegekinder als Regelfall
Einsetzung nur von unabhängigen und qualifizierten (Einzel-)Vormündern als Regelfall
Unvoreingenommene Prüfung im Einzelfall, ob die Pflegeeltern die Vormundschaft oder Pflegschaft für ihr Pflegekind übernehmen können, eventuell mit Entlastung durch Ergänzungspflegschaften für einzelne Bereiche (z. B. Unterhalts- oder Rentenangelegenheiten) Interessenvertretung des Kindes im Konfliktfall und Fortbildung der Entscheidungsträger
Sicherstellung der eigenständigen qualifizierten Interessenvertretung des Kindes bei Interessenkollisionen zwischen Eltern und Kind nicht nur im gerichtlichen Verfahren durch Verfahrensbeistände, sondern erforderlichenfalls bereits im kinder- und jugendbehördlichen Verfahren durch qualifizierte und unabhängige Ergänzungspfleger (solange die gesetzliche Verfahrensbeistandschaft nicht auch für behördliche Verfahren geregelt ist)
Fortbildung für Sozialarbeiter und insbesondere für Familienrichter zu Kindeswohlgefährdung, Bindung, Trauma, Stress, kindlichem Zeitempfinden und kontinuitätssichernder Hilfeplanung – auch im speziellen Kontext der Pflegekindschaft
Einbeziehung der Hochschulen in die wissenschaftliche Begleitung einer Reform der Pflegekindschaft; dazu gehört die Konzeptentwicklung ebenso wie die Implementation und insbesondere die heute meist vernachlässigte Evaluierung der Umsetzung eines solchen neuen Konzepts
Insbesondere für Kleinkinder ist prinzipiell die dauerhafte Unterbringung in einer Pflegefamilie innerhalb eines zeitlich vorgegebenen Rahmens zu gewährleisten; einzelne Jugendämter bringen bereits heute 80 Prozent aller unterzubringenden Kinder und Jugendlichen in unterschiedlichen Formen von Familienpflege unter
Das Referat ist erschienen in „frühe Kindheit“ Ausgabe 04/10
PeDi 21. Februar 2017 Kontinuität sichernde Maßnahmen Keine Kommentare
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Aus dem Kreis (1)
Pflegegeld/SGBVIII (6)
Wichtige-Entscheidungen (14)
FASD-Themenabend vom 20.07.2017
Bericht einer Pflegefamilie
Beschwerde des Jugendamtes Dithmarschen gegen die Erteilung des Sorgerechtes nach §1630 BGB vom OLG-Schleswig abgewiesen
Pflegeelternverträge des Jugendamtes Heide
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