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Timestamp: 2016-10-22 19:43:23
Document Index: 373659627

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 87', 'Art. 87', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE']

Beschwerdef�hrer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Stephan A. Buchli, Buchli & Hochuli, Stauffacherstrasse 35, Postfach, 8026 Z�rich,
Die Jugendanwaltschaft des Kantons Zug f�hrt gegen ihn eine Untersuchung wegen K�rperverletzung, N�tigung und Drohung. Es wird ihm vorgeworfen, am 4. Juli 2002 auf E.________ eingeschlagen und diesem dabei eine Rippenquetschung zugef�gt zu haben. A.X.________ habe �berdies am 29. September 2002 auf F.________ eingeschlagen, welcher dabei eine Schulterluxation, Verletzungen des linken Kniegelenks und verschiebende Prellungen erlitten habe. Ferner habe A.X.________ am 6. November 2002 G.________ aufgefordert, er solle veranlassen, dass F.________ die Strafanzeige zur�ckziehe; andernfalls werde G.________ der N�chste sein, der zusammengeschlagen werde. A.X.________ anerkennt die beiden t�tlichen Angriffe. Er gibt auch zu, am 6. November 2002 mit G.________ gesprochen zu haben, bestreitet jedoch, diesem gedroht und ihn gen�tigt zu haben.
Am 8. Januar 2003 verf�gte die Jugendanwaltschaft als vorsorgliche Massnahme in Anwendung von � 62bis StPO/ZG die Einweisung von A.X.________ in die Anstalt f�r Nacherziehung des Jugendheims Aarburg. Die Jugendanwaltschaft setzte den Anstaltseintritt auf den 14. Januar 2003 fest. Einer allf�lligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung.
Dagegen erhoben A.X.________ sowie seine Eltern B.X.________ und C.X.________ Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug (Justizkommission). Sie beantragten, die Verf�gung der Jugendanwaltschaft aufzuheben und von einer vorsorglichen Einweisung abzusehen; der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Am 14. Januar 2003 fand sich A.X.________ nicht zum Vollzug der vorsorglichen Anstaltseinweisung ein. Er war fl�chtig und wurde zur Verhaftung ausgeschrieben.
A.X.________ sowie B.X.________ und C.X.________ f�hren staatsrechtliche Beschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichtes vom 24. Januar 2003 aufzuheben.
A.X.________ hat zur Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft Bemerkungen eingereicht. Er h�lt an seinen Ausf�hrungen in der staatsrechtlichen Beschwerde fest.
Mit Verf�gung vom 26. M�rz 2003 hat der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Gegen das angefochtene Urteil steht kein kantonales Rechtsmittel zur Verf�gung. Die Beschwerde ist nach Art. 86 OG zul�ssig.
1.2 Zur staatsrechtlichen Beschwerde ist nur befugt, wer durch den angefochtenen Hoheitsakt in seinen eigenen und rechtlich gesch�tzten Interessen ber�hrt ist. Die staatsrechtliche Beschwerde ist nicht gegeben, um Interessen der Allgemeinheit oder rein tats�chliche Interessen zu wahren (Art. 88 OG; BGE 128 I 218 E. 1.1, 126 I 81 mit Hinweisen).
Die vorsorgliche Anstaltseinweisung greift in das Recht auf pers�nliche Freiheit des Beschwerdef�hrers 1 ein. Er ist in seinen eigenen und rechtlich gesch�tzten Interessen betroffen und zur Beschwerde befugt.
Fraglich ist dagegen, ob und wieweit auch die Eltern, deren Obhut der Beschwerdef�hrer 1 mit der vorsorglichen Anstaltseinweisung entzogen wird, zur Beschwerde legitimiert sind. Dies kann jedoch offen bleiben. Da die Beschwerdebefugnis des Beschwerdef�hrers 1 gegeben ist, ist auf die Vorbringen in der Beschwerde grunds�tzlich einzutreten, unabh�ngig davon, ob und wieweit auch die Legitimation der Eltern zu bejahen ist.
1.3 Die vorsorgliche Anstaltseinweisung des Beschwerdef�hrers 1 schliesst das Strafverfahren nicht ab. Es handelt sich um einen Zwischenentscheid. Er ist somit nach Art. 87 Abs. 2 OG nur anfechtbar, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann.
Ein solcher Nachteil ist zu bejahen. Der erlittene Freiheitsentzug k�nnte auch bei einem f�r den Beschwerdef�hrer 1 g�nstigen Endurteil nicht mehr r�ckg�ngig gemacht, sondern h�chstens noch entsch�digt werden. Es verh�lt sich insoweit wie bei der Untersuchungshaft, gegen deren Anordnung die staatsrechtliche Beschwerde ebenfalls zul�ssig ist. Auch unter dem Gesichtswinkel von Art. 87 OG ist auf die Beschwerde einzutreten.
Die Beschwerdef�hrer r�gen, das angefochtene Urteil verletze die Verfahrensgarantien gem�ss Art. 9 und 12 des �bereinkommens �ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (UNO-Kinderrechtskonvention; SR 0.107). Sie h�tten vor der Verf�gung der Anstaltseinweisung durch die Jugendanwaltschaft keine hinreichende Gelegenheit gehabt, sich zu �ussern, und sie h�tten nicht in Kenntnis s�mtlicher Akten am Verfahren mitwirken k�nnen.
Die Beschwerdef�hrer erheben diese R�ge erstmals vor Bundesgericht. Sie haben sie in ihrer Beschwerde an das Obergericht nicht vorgebracht. Dies w�re ihnen aber m�glich und nach Treu und Glauben zumutbar gewesen. Bei dieser Sachlage ist auf das Vorbringen nicht einzutreten. Nach der Rechtsprechung kann eine Verfahrensr�ge, die bereits vor der letzten kantonalen Instanz h�tte erhoben werden k�nnen, nicht erstmals vor Bundesgericht vorgebracht werden (BGE 117 Ia 491 E. 2a mit Hinweisen).
Selbst wenn man auf die Beschwerde insoweit eintreten wollte, w�rde das den Beschwerdef�hrern nicht helfen. Sie hatten die M�glichkeit, in der Beschwerde an das Obergericht alles vorzubringen, was aus ihrer Sicht gegen die Anstaltseinweisung sprach. Das Obergericht hatte freie Kognition. Damit w�re der von den Beschwerdef�hrern geltend gemachte Mangel im obergerichtlichen Verfahren jedenfalls geheilt worden (vgl. BGE 114 Ia 307 E. 4a S. 314 mit Hinweisen).
Wie aus der Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft und der ihr beigelegten Aktennotiz hervorgeht, kann im �brigen keine Rede davon sein, dass die Beschwerdef�hrer vor der Verf�gung der Jugendanwaltschaft nicht hinreichend angeh�rt worden seien und sich am Verfahren nicht gen�gend h�tten beteiligen k�nnen.
Die Beschwerdef�hrer machen eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r geltend. Wie sie bereits in ihrer Stellungnahme vom 16. Januar 2003 zur Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft an das Obergericht festgehalten h�tten, habe sich die Jugendanwaltschaft bei ihrem Entscheid offenbar auf Akten bezogen, welche den Beschwerdef�hrern unbekannt seien. So habe die Jugendanwaltschaft ihren Entscheid gest�tzt auf Aussagen von H.________ gef�llt, der Werklehrer in I.________ und ein ehemaliger Lehrer des Beschwerdef�hrers 1 sei. Diese Aussagen seien den Beschwerdef�hrern und ihrem Anwalt nie zur Kenntnis gebracht worden. Das gelte ebenso f�r Vorakten �ber die Verm�gensdelikte des Beschwerdef�hrers 1. Diese Vorakten seien dem Anwalt der Beschwerdef�hrer trotz Gesuchs um vollst�ndige Akteneinsicht nicht zur Verf�gung gestellt worden.
Auch diese R�gen haben die Beschwerdef�hrer in der Beschwerde an das Obergericht nicht erhoben. Wie sie selber darlegen, haben sie die R�gen erst in ihrer Stellungnahme vom 16. Januar 2003 zur Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft an das Obergericht vorgebracht. Ob eine hinreichende R�ge im kantonalen Beschwerdeverfahren vorliegt und hier deshalb darauf eingetreten werden kann, braucht jedoch nicht n�her gepr�ft zu werden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt ohnehin unbehelflich. Zun�chst ist festzuhalten, dass die Jugendanwaltschaft sich in ihrer Verf�gung vom 8. Januar 2003 gar nicht ausdr�cklich auf Aussagen des Werklehrers st�tzt. Sie verweist lediglich darauf, der Beschwerdef�hrer 1 sei Ende des Schuljahres 2001/2 wegen untragbaren Verhaltens, unter anderem wegen �bergriffen auf andere Sch�ler, aus der Schule in I.________ ausgeschlossen worden. Dazu konnten sich die Beschwerdef�hrer vor Obergericht in jeder Hinsicht �ussern und dem Obergericht kam dabei freie Kognition zu. Wenn insoweit eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs anzunehmen gewesen w�re, so w�re sie im Verfahren vor Obergericht damit jedenfalls geheilt worden. Das Obergericht und die Jugendanwaltschaft legen das zutreffend dar. Das gleiche gilt in Bezug auf die Vorstrafen wegen Verm�gensdelikten. Die Jugendanwaltschaft f�hrt in ihrer Verf�gung vom 8. Januar 2003 aus, sie habe sich in den Jahren 1998 und 1999 wiederholt mit dem Beschwerdef�hrer 1 wegen Verm�gensdelikten befassen m�ssen. Auch dazu konnten sich die Beschwerdef�hrer vor Obergericht vollumf�nglich �ussern. Die Vorstrafen waren ihnen im �brigen ohnehin bekannt. Auch insoweit w�re eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs im obergerichtlichen Verfahren jedenfalls geheilt worden.
Die Beschwerdef�hrer machen in verschiedener Hinsicht Willk�r geltend.
4.1 Sie bringen vor, das Obergericht begr�nde nicht hinreichend, weshalb eine ambulante Abkl�rung beim Beschwerdef�hrer 1 nicht m�glich sei. Die nicht n�her belegte Behauptung des Obergerichtes, beim Beschwerdef�hrer 1 best�nden keine einigermassen stabilen Verh�ltnisse, welche Voraussetzung f�r eine ambulante Abkl�rung bildeten, verm�ge der Begr�ndungspflicht nicht zu gen�gen.
Damit machen die Beschwerdef�hrer in der Sache nicht Willk�r, sondern wiederum eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs nach Art. 29 Abs. 2 BV geltend. Aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r ergibt sich die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rden, ihren Entscheid zu begr�nden. Die Begr�ndung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt. Das bedeutet indessen nicht, dass sich diese ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 126 I 97 E. 2b mit Hinweisen).
Das Obergericht begr�ndet auf S. 7 f. seines Entscheids, weshalb es eine station�re Abkl�rung als erforderlich erachtet. Es verweist insbesondere auf die Vorstrafen des Beschwerdef�hrers 1; auf seine neuerlichen Delikte, bei denen er teilweise brutal vorgegangen ist; auf die fehlende Kooperationsbereitschaft; auf die fehlenden stabilen Verh�ltnisse; auf die schwierige schulische und berufliche Situation des Beschwerdef�hrers 1 und auf die von ihm ausgehende Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit.
Damit ist das Obergericht seiner Begr�ndungspflicht hinreichend nachgekommen. Es nennt die wesentlichen Gesichtspunkte, auf die es die Anstaltseinweisung st�tzt. Die Beschwerdef�hrer waren damit in der Lage, den Entscheid des Obergerichtes sachgerecht anzufechten.
4.2 Die Beschwerdef�hrer r�gen, das Obergericht sei willk�rlich davon ausgegangen, dass es an der f�r die Anordnung einer ambulanten Massnahme erforderlichen Stabilit�t fehle.
Gem�ss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweisen).
Zun�chst ist festzuhalten, dass der in der staatsrechtlichen Beschwerde behauptete stabilisierende Einfluss der Eltern den Beschwerdef�hrer 1 in der Vergangenheit nicht davon abgehalten hat, zahlreiche und zunehmend schwere Straftaten zu begehen. Bei den t�tlichen Auseinandersetzungen des Beschwerdef�hrers 1 war teilweise auch sein Bruder D.X.________ dabei, der seinerseits wegen Diebstahls und Raubes vorbestraft ist. Der Beschwerdef�hrer 1 wurde Ende des Schuljahres 2001/2 aus der Schule in I.________ ausgeschlossen. Nach Auskunft des Prorektors gab es mit dem Beschwerdef�hrer 1 erhebliche Probleme. Er st�rte h�ufig den Unterricht und p�belte Mitsch�ler an. Ab August 2002 besuchte er eine Weiterbildungsschule in R.________. Ende Oktober 2002 wurde er auch aus dieser Schule ausgeschlossen, weil er den Unterricht st�rte und einem Lehrer das Portemonnaie gestohlen hatte. Seither geht er in keine Schule mehr. Ebenso wenig hat er eine Arbeitsstelle. In Anbetracht dessen ist die Auffassung des Obergerichts, es mangle an der notwendigen Stabilit�t, nicht offensichtlich unhaltbar.
4.3 Die Beschwerdef�hrer bringen vor, der Beschwerdef�hrer 1 habe aufgrund einer Vereinbarung mit einer Firma in U.________ die M�glichkeit erhalten, ein Praktikum mit der Option auf einen Lehrvertrag zu absolvieren. Das Obergericht habe willk�rlich die Massgeblichkeit dieses Praktikumvertrages verneint.
Das Obergericht f�hrt aus, ambulante Abkl�rungen k�men insbesondere bei einigermassen stabilen Verh�ltnissen in Frage, was vorliegend nicht der Fall sei; sowohl die berufliche Situation als auch das Verhalten der Eltern liessen nicht erwarten, dass der Zweck auch mit ambulanten Abkl�rungen erreicht werden k�nnte; daran verm�ge auch die im Beschwerdeverfahren eingereichte Vereinbarung mit einer Firma in U.________ nichts zu �ndern.
Diese Auffassung ist nicht offensichtlich unhaltbar. Der Beschwerdef�hrer 1 ist im letzten Jahr zunehmend in eine pers�nliche und berufliche Perspektivenlosigkeit geraten. Seine Delinquenz hat an Schwere zugenommen. Stabile Verh�ltnisse sind nicht vorhanden. Angesichts dessen ist die Annahme vertretbar, die Vereinbarung mit der Firma in U.________ �ndere an der Notwendigkeit einer vorsorglichen Anstaltseinweisung nichts. Das gilt insbesondere, wenn man ber�cksichtigt, dass der Beschwerdef�hrer 1 in der Schule im Umgang mit Lehrern und Klassenkameraden erhebliche Schwierigkeiten gehabt und eine geringe Frustrationstoleranz gezeigt hat. F�r das erw�hnte Praktikum ergab sich damit keine g�nstige Prognose.
Soweit die Beschwerdef�hrer insoweit wiederum einen Begr�ndungsmangel geltend machen, ist die Beschwerde unbegr�ndet. Das Obergericht hat dargelegt, weshalb es eine station�re Abkl�rung trotz der Vereinbarung mit der Firma in U.________ f�r erforderlich h�lt.
4.4 Die Beschwerdef�hrer bringen vor, der Hinweis des Obergerichts auf die besondere Brutalit�t des Beschwerdef�hrers 1 im Fall des Opfers F.________ gehe fehl. Die Begleiter des Beschwerdef�hrers 1 h�tten auf F.________ eingeschlagen. Es sei willk�rlich, wenn das Obergericht dem Beschwerdef�hrer 1 die Brutalit�t der Begleiter, auf welche er keinen Einfluss gehabt habe, bei der Begr�ndung des Entscheids zur Last lege.
Die R�ge ist unbegr�ndet. Der Beschwerdef�hrer 1 hat im Ermittlungsverfahren zugegeben, F.________, der erheblich verletzt wurde, zusammengeschlagen zu haben. Der Beschwerdef�hrer 1 sagte insbesondere aus, er habe angefangen, F.________ "herumzuschubsen", und diesem mit dem Knie einen Schlag in den Bauch versetzt (Schlussbericht zum polizeilichen Ermittlungsverfahren vom 7. Dezember 2002). Den Schlag in den Bauch best�tigt er in der staatsrechtlichen Beschwerde nochmals ausdr�cklich. Bei dieser Sachlage ist es nicht schlechthin unhaltbar, wenn das Obergericht von einem brutalen Vorgehen des Beschwerdef�hrers 1 ausgeht. Dieser hat im �brigen in seiner Einvernahme vom 18. November 2002 in der Sache zugegeben, brutal gewesen zu sein. Auf die Frage "Warum seid ihr so brutal vorgegangen" gab er zur Antwort: "Ich weiss es nicht".
4.5 Die Beschwerdef�hrer wenden ein, wenn das Obergericht ausf�hre, Zweifel an der Kooperationsbereitschaft des Beschwerdef�hrers 1 seien auch daraus abzuleiten, dass er sich dem Eintritt in die Anstalt durch Flucht ins Ausland entzogen habe, st�tze es sich auf sachfremde Kriterien. Der Umstand, dass sich der Beschwerdef�hrer 1 der Anstaltseinweisung nicht gebeugt habe, lasse nicht den Schluss zu, dass er sich einer ambulanten Abkl�rung ebenfalls widersetzen w�rde. Die entsprechenden Erw�gungen des Obergerichtes seien willk�rlich.
Der Einwand geht fehl. Es ist nicht schlechthin unhaltbar, wenn das Obergericht Zweifel an der Kooperationsbereitschaft des Beschwerdef�hrers 1 auch aus seiner Flucht ableitet. Zwar bedeutet die Flucht nicht zwingend, dass sich der Beschwerdef�hrer 1 auch einer ambulanten Begutachtung und damit einer weniger einschneidenden Massnahme entzogen h�tte. Die Flucht zeigt jedoch, dass der Beschwerdef�hrer 1 nicht bereit ist, sich beh�rdlichen Anordnungen in jedem Fall zu f�gen. Sie ist zumindest ein Indiz daf�r, dass er auch bei einer weniger weit gehenden Massnahme nicht ohne weiteres kooperiert h�tte.
4.6 Die Beschwerdef�hrer machen geltend, die Verweigerung der aufschiebenden Wirkung im kantonalen Verfahren sei willk�rlich gewesen. Darauf ist schon deshalb nicht einzutreten weil die Beschwerdef�hrer nicht darlegen und nicht ersichtlich ist, inwiefern sie an der Behandlung der R�ge ein aktuelles praktisches Interesse haben, nachdem das Obergericht ihre Beschwerde abgewiesen hat, womit eine aufschiebende Wirkung der kantonalen Beschwerde dahingefallen w�re, und im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde die aufschiebende Wirkung gew�hrt worden ist.
Die Beschwerdef�hrer wenden ein, die vorsorgliche Anstaltseinweisung widerspreche dem Gebot der Verh�ltnism�ssigkeit.
Es ist fraglich, ob auf das Vorbringen eingetreten werden kann. Denn die Beschwerdef�hrer berufen sich nicht ausdr�cklich auf ein bestimmtes Grundrecht, sondern r�gen den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit selbst�ndig als verletzt. Dies ist im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde unzul�ssig (BGE 125 I 161 E. 2b mit Hinweisen).
Wollte man annehmen, dass sich die Beschwerdef�hrer zumindest sinngem�ss auf das Grundrecht der pers�nlichen Freiheit berufen, w�re ihre R�ge jedenfalls unbegr�ndet.
Die Beschwerdef�hrer bestreiten die gesetzliche Grundlage f�r die vorsorgliche Anstaltseinweisung nicht. Sie ist mit � 62bis StPO/ZG gegeben.
Wie sich aus den Akten ergibt, dauert eine sinnvolle station�re Abkl�rung in der Regel ca. 6 Monate (Vernehmlassung der Jugendanwaltschaft an das Obergericht vom 15. Januar 2003).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrer ist die Verh�ltnism�ssigkeit der angeordneten Massnahme zu bejahen. Der Beschwerdef�hrer 1 wurde wegen Verm�gensdelikten bereits mehrfach zu Arbeitsleistungen verurteilt. Er schlug sodann, was er zugegeben hat, im Juli und September 2002 andere Jugendliche zusammen. Das Opfer F.________ wurde dabei erheblich verletzt. Gegen diesen ging der Beschwerdef�hrer 1 brutal vor. F.________ war knapp drei Monate nach dem Angriff auf ihn immer noch arbeitsunf�hig und ging an Kr�cken. Er leidet unter posttraumatischen Belastungen und muss wegen der Folgen der Tat m�glicherweise ein Lehrjahr wiederholen. Der Beschwerdef�hrer 1 wurde zudem - wie dargelegt (E. 4.2) - Ende des Schuljahres 2001/2 wegen untragbaren Verhaltens, unter anderem �bergriffen gegen andere Sch�ler, aus der Schule in I.________ ausgeschlossen. Ende Oktober 2002 wurde er wegen St�rung des Unterrichts und Diebstahls eines Portemonnaies ebenso von der Berufswahlschule in R.________ weggewiesen. Seither besucht er weder eine Schule noch geht er einer geregelten Arbeit nach. Die Verh�ltnisse im Elternhaus sind nicht stabil. Die Eltern haben den Beschwerdef�hrer 1 ebenso wenig wie seinen Bruder D.X.________ davon abgehalten, mehrfach und in betr�chtlichem Masse straff�llig zu werden. Die Eltern verhielten sich �berdies nicht kooperativ. Eine vom ehemaligen Werklehrer veranlasste Abkl�rung des Beschwerdef�hrers 1 beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst Luzern vereitelte der Vater.
Unter diesen Umst�nden verletzt die vorsorgliche Anstaltseinweisung den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit nicht. Es ist auch nicht zu beanstanden, wenn das Obergericht dem Gesichtspunkt der �ffentlichen Sicherheit ebenfalls Rechnung getragen hat. Zutreffend bemerkt es sodann, dass die angeordnete Massnahme f�r den Beschwerdef�hrer eine Chance darstellen kann. Die vorsorgliche Anstaltseinweisung ist keine Strafe. Damit soll abgekl�rt werden, welche Sanktion - Disziplinarstrafe oder Massnahme - f�r den Beschwerdef�hrer 1 zweckm�ssig ist. Es geht insbesondere darum, f�r ihn einen Weg zu finden, der ihn aus der gegenw�rtigen Perspektivenlosigkeit und zunehmenden Verwahrlosung herausf�hrt und ihm eine positive Entwicklung, namentlich eine Berufsausbildung, erm�glicht. Zu ber�cksichtigen ist sodann, dass der Beschwerdef�hrer 1 in etwas mehr als einem Jahr 18 Jahre alt wird. Sollte er dann wieder in gleicher Weiser Straftaten begehen, w�rde die Privilegierung des Jugendstrafrechts entfallen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern sowie der Jugendanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Zug (Justizkommission) schriftlich mitgeteilt.