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Timestamp: 2019-12-10 00:39:52
Document Index: 388941982

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 7', '§ 3', '§ 6', '§ 17', '§ 115']

Kalkulation von Kostenträgern durchführen
- Kalkulation von Kostenträgern durchführen
01. Was sind die vier Elemente der Kalkulation?
02. Wie wird die Kostenrechnung durchgeführt?
03. Wie wird die Leistungsrechnung durchgeführt?
04. Wie wird die Erlösrechnung durchgeführt?
05. Wie wird Ergebnisrechnung durchgeführt?
06. Was ist das Ziel der Kalkulation?
07. Welche Aufgaben hat die Kalkulation in Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft?
08. Was sind die krankenhausspezifischen Ziele der Kalkulation?
09. Wie können Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit beurteilt werden?
10. Wie kann die Kosten- und Leistungsstruktur ermittelt werden?
11. Was besagt die flexible Budgetierung?
12. Wie werden Krankenhaus-Budgets festgelegt?
13. Welchem Zweck dient die externe Budgetierung?
14. Welche Informationen werden für die Budgetverhandlungen im Krankenhaus benötigt?
15. Welche Aufgaben übernimmt das Krankenhauscontrolling zwischen den Budgetverhandlungen im Rahmen der externen Budgetierung?
16. Welche Varianten der Kalkulationsrechnung gibt es?
17. Was ist Ist-Kostenrechnung?
18. Was ist Normalkostenrechnung?
19. Was ist Plankostenrechnung?
20. Was ist Prognosekostenrechnung?
21. Was ist Standardkostenrechnung?
22. Was sind starre und flexible Plankostenrechnung?
23. Wie kann eine Abweichungsanalyse in der flexiblen Plankostenrechnung durchgeführt werden?
24. Wie kann eine Kostenvergleichsrechnung durchgeführt werden?
25. Welche vollstationären Vergütungsformen gelten im Krankenhaus?
26. Wie wird eine DRG Kalkulation durchgeführt?
27. Was sind die sieben zentralen Kalkulationsschritte einer DRG?
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Kosten können als der bewertete sachzielbezogene Güterverbrauch einer Abrechnungsperiode definiert werden. Die Kostenrechnung wird in die folgenden Hauptrechnungen gegliedert:
Kostenlenkung (Planung und Kontrolle).
Die Anlage 4 der Krankenhaus-Buchführungsverordnung (KHBV) gibt die Mindestanforderungen an den Kontenplan von Krankenhäusern vor.
Für eine Kostenträgerrechnung im Rahmen des DRG-Systems empfiehlt sich eine detaillierte Kostenartenrechnung, damit in der Kostenträgerrechnung diese Kostenarten als Einzelkosten direkt den jeweiligen Fällen zugeordnet werden.
Die Grundlage der Kostenstellenrechnung für Krankenhäuser bildet die Anlage 5 der KHBV.
Jede Kostenstelle mit bereichsbezogener Lenkungsfunktion sollte einen selbstständigen Verantwortungsbereich darstellen, damit eine eindeutige Beziehung zwischen Kostenstelle, Leistungen und Kosten hergestellt und eine eindeutige Zuordnung der Kosten möglich wird.
Die verursachungsgerechte Verteilung der Kosten ist sowohl auf der Grundlage gemessener Leistungen über die innerbetriebliche Leistungsverrechnung als auch ohne Leistungsmessung im Umlageverfahren möglich.
Für alle Arten von Unternehmen gilt, dass Kostenträger betriebliche Leistungen sind, die einen Güter- oder Leistungsverzehr ausgelöst haben. Dies können Absatzleistungen oder innerbetriebliche Leistungen sein. Als Kostenträger im Krankenhaus wird aus Sicht der Kostenrechnung die Leistung verstanden, durch die die Kosten verursacht werden, dies ist die DRG. Für einen Zahnarzt ist es das Implantat, für den ambulanten Pflegedienst der einzelne Leistungskomplex.
Dieser Zusammenhang ist nicht mit den Kostenträgern der Sozialversicherung zu verwechseln.
Die Kostenträgerrechnung dient der Ermittlung von Angebotspreisen und der Bestimmung von Preisuntergrenzen. Dadurch wird die Steuerung des Leistungsprogramms ermöglicht. Hinzu kommt, dass zwischenbetriebliche Vergleiche ermöglicht werden, die Fragen zur Wirtschaftlichkeit oder zur Entscheidung zwischen Eigen- und Fremdfertigung beantwortet.
Die Kostenträgerstückrechnung ist eine einzelleistungsbezogene Rechnung, die die Zurechnung der Kosten auf die einzelnen Kostenträger vornimmt, um die Herstellungs- und Selbstkosten für die jeweilige Leistungseinheit zu berechnen. Dazu müssen die Kosten ermittelt werden, die bei der Herstellung und Verwertung einer Mengeneinheit eines Kostenträgers entstehen, damit diese mit den erzielbaren oder vorgegebenen Preisen verglichen werden können.
Die folgenden Hauptverfahren können im Gesundheits- und Sozialwesen unterschieden werden:
Im Gesundheitswesen ist die detaillierteste Kostenrechnung in den Krankenhäusern wiederzufinden. Im vollstationären bzw. ambulanten Sektor gibt es keine derartig ausgeprägte Praxis der KLR. Deshalb dient im Folgenden der Krankenhausbereich als Beispiel.
Im Rahmen der DRG-Kalkulation des Instituts für Entgeltsysteme im Krankenhaus (InEK) werden die fallbezogenen Behandlungskosten für die DRGs ermittelt, indem die Kosten- und Leistungsdaten systematisch aufbereitet werden. Hierfür wurde das DRG-Kalkulationshandbuch entwickelt. Bei der Kalkulation sind Abgrenzungstatbestände hinsichtlich nicht pflegesatzfähiger Kosten zu beachten.
Die Kostenträgerzeitrechnung stellt auf die Kosten einer Rechnungsperiode ab. Die kurzfristige Erfolgsrechnung (Betriebsergebnisrechnung) wird ermöglicht, wenn die Erlöse der verschiedenen Kostenträger den Kosten gegenübergestellt werden. Die Gegenüberstellung ermittelt nicht nur den Betriebserfolg, sondern auch seine Zusammensetzung, gegliedert nach Produktgruppen, Bereichen und Erfolgsquellen etc.
Mit dem Gesamtkostenverfahren auf Vollkostenbasis und dem Umsatzkostenverfahren auf Teilkostenbasis existieren zwei Varianten der kurzfristigen Erfolgsrechnung. Das Gesamtkostenverfahren verrechnet alle Kosten einer Periode und berücksichtigt die Bestandsveränderungen der Zwischen- und Endprodukte. Das Umsatzkostenverfahren verrechnet hingegen die Kosten der abgesetzten Produkte. Der Betriebserfolg wird auf Basis der Differenz zwischen den Erlösen und Selbstkosten der in einer Abrechnungsperiode abgesetzten Leistungen ermittelt.
Die Kostenlenkung beinhaltet die Kostenplanung und die Kostenkontrolle. Ein Plankostenrechnungssystem umfasst die Vorausrechnung (Plankostenermittlung), die Nachrechnung (Ist-Kostenrechnung) und die Abweichungsanalyse. Es existieren folgende Konzepte zur Kostenplanung:
Ableitung aus Vergangenheitswerten
Schätzung durch Kostenplaner
Ableitung aus externen Richtwerten
Planung auf Grundlage analytischer Studien und Berechnungen.
Die Kostenkontrolle wertet die angefallenen Kosten aus. Das Ziel ist die Ermittlung derjenigen Kostenanteile, die aufgrund unwirtschaftlicher Aktivitäten innerhalb einer Kostenstelle aufgetreten sind. Diese Kosten sind vom Kostenstellenleiter zu verantworten. Es werden dabei echte bzw. unwirtschaftlichkeitsbedingte Kostenabweichungen und Verbrauchsabweichungen unterschieden.
Die Kostenkontrolle kann durchgeführt werden als:
Soll-Ist-Vergleich (SIV, Ergebniskontrolle)
Aufgabe der Leistungsrechnung ist die Ermittlung der sachzielbezogenen und bewerteten Leistungen. Sachzielbezogene Leistungen sind beispielsweise Krankenhausleistungen, die durch ein Entgelt vergütet werden. Erträge, die nicht sachzielbezogen erwirtschaftet wurden, dürfen nicht in die KLR-Rechnung eingehen.
Der Leistungsbegriff umfasst eine mengenmäßige und eine wertmäßige Komponente. Der Mengenbegriff beschreibt die Leistungen als Kombination der Produktionsfaktoren, während der Wertbegriff auf das Ergebnis der Leistung und folglich den Erlös abstellt.
Die Leistung der Krankenhäuser besteht in der Verbesserung des Gesundheitszustandes der Patienten. Diese Primärleistungen sind jedoch nicht quantifizierbar, sodass die Leistung im Krankenhaus anhand der Zahl der Sekundärleistungen als Ergebnis der Betriebsmittelkombination gemessen wird. Zu den Sekundärleistungen zählen die diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen sowie die Versorgungsleistungen.
Die Leistungsrechnung erfasst als Informationsinstrument die bewerteten Güter und Dienstleistungen, die zur Erreichung des Betriebszwecks zu erstellen bzw. zu planen sind. Die Leistungserfassung sollte in der Regel am Ort des Verbrauchs erfolgen. Dabei dienen die betrieblichen Leistungen als Gegenstück zu den Kosten. Auf dieser Grundlage erhält das Leistungsgeschehen die notwendige Transparenz, die wegen des nicht direkt monetär quantifizierbaren Outputs benötigt wird.
Die Leistungen müssen den Kostenstellen eindeutig zurechenbar sein, damit die Kostenverantwortlichen eindeutige Entscheidungen treffen können. Bei komplexen Abläufen ist die Deckungsgleichheit von Kosten und Leistungen oftmals nur kostenträgerorientiert möglich, wie bei interdisziplinär belegten Krankenstationen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern (Leistungen). Eine Alternative besteht darin, die Krankenstationen nach Prozesstiefe zu definieren, bzw. nach der Pflegeintensität der Patienten zu strukturieren wie beispielweise bei Low-Care-Stationen.
Die Erlösrechnung erfasst und strukturiert alle durch die Erstellung und Verwertung von Leistungen zufließenden Werte. Entsprechend der Kostenrechnung lässt sich die Erlösrechnung untergliedern:
Erlösartenrechnung
Erlösträgerrechnung.
Die Erlösartenrechnung unterscheidet spezifische Merkmale der Erlöse. Die Erlösarten entstehen durch die Differenzierung der Produkte und Dienstleistungen, die in Rechnung gestellt werden.
Die Erlösstellenrechnung untergliedert sich in außer- und innerbetriebliche Rechnungen. Außerbetriebliche Erlösstellen rechnen die Erlöse den Erlösquellen oder Erlösträgern zu. Entsprechend den Kostenstellen sind den Erlösstellen einheitliche Verantwortungsbereiche mit homogenen Absatzbereichen zugeordnet. Die innerbetriebliche Erlösstellenrechnung erlaubt die Analyse von Teilbereichen des Gesundheitsunternehmens.
Die Erlösträgerrechnung rechnet dem Gesundheitsunternehmen zufließende Erlöse den Kalkulationsobjekten zu, für die sich diese direkt als Einzelerlöse erfassen lassen. Die Erlösstellenrechnung offenbart, welchen Unternehmensbereichen die erzielten Erlöse zugeordnet werden können.
Das Rechnungswesen unterscheidet das extern orientierte Jahresergebnis und das interne Ergebnis. Das externe Ergebnis zeigt den unternehmerischen Gesamterfolg als Überschuss der Erträge über die Aufwendungen, während das interne Ergebnis betriebliche Erlöse und Kosten gegenüberstellt, um den unmittelbar aus der Leistungserstellung resultierenden Betriebserfolg darzustellen.
Die Zusammenführung der Daten im Rahmen der KLR kann höchst unterschiedlich erfolgen. Die Qualität der Daten aus der Kosten- und Erlösrechnung bestimmt die Genauigkeit des Erfolgsausweises der Ergebnisrechnung.
Die Kalkulation verfolgt primär zwei Ziele, die sich ergänzen: Einerseits sind die Unternehmensprozesse in Kosten-, Leistungs-, Erlös- und Ergebnisgrößen abzubilden, andererseits hat die Kalkulation die Aufgabe, die Planrealisation sowie Entscheidungs- und Verhaltensprozesse zu lenken. Damit erfüllt die Kalkulationsrechnung die betriebsinternen Funktionen der Dokumentation, der Information, der Steuerung und Regelung sowie der Lenkung und Entscheidungsorientierung.
Die Anforderungen an die Kalkulation ergeben sich z. B. aus der Krankenhaus-Buchführungsverordnung (KHBV). Gemäß § 8 KHBV hat jedes Krankenhaus eine aus der Buchführung herzuleitende Kosten- und Leistungsrechnung zu führen, die die folgenden Aufgaben erfüllen muss:
Informationsgrundlage zur betriebsinternen Steuerung/Preisgestaltung
beurteilen der Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit
Kosten- und Leistungsstruktur ermitteln.
Auch für Pflegeeinrichtungen ist nach § 7 PBV eine Kosten- und Leistungsrechnung in diesem Umfang vorgeschrieben.
Planung des Leistungsspektrums nach Fachabteilungen und deren Spezialität
Planung des Leistungsprogramms nach Art, Menge und Qualität
Kostenplanung auf der Grundlage der Leistungsplanung
Abstimmung des externen Budgets mit dem internen Budget sowie Prüfung der Realisierbarkeit.
Der Bedarf an Krankenhausleistungen muss ermittelt werden, um die notwendigen Ressourcen bereitstellen zu können. Das gelingt nur mit einer umfassenden Leistungserfassung und -dokumentation. Eine vollständige Kostenplanung kann erst anschließend erfolgen, zumal die geplanten Leistungen die Auslastung bestimmen, die wiederum die Kosten bestimmt. Die interne Leistungsplanung bildet die Grundlage für die prospektive Budgetverhandlung mit den Kostenträgern.
In Anlehnung an das ökonomische Prinzip kann Wirtschaftlichkeit im Gesundheits- und Sozialwesen definiert werden als: Die Erreichung der medizinisch notwendigen und zweckmäßigen Leistungen mit dem geringstmöglichen Mitteleinsatz.
Um die Wirtschaftlichkeit beurteilen zu können, müssen Leistungen und Kosten quantifiziert werden. Die Teilbereiche, Leistungen und Produkte im Krankenhaus können dann nach dem Maßstab der Wirtschaftlichkeit beurteilt werden. Daher hat die KLR entsprechend viele Teilinformationen zur Verfügung zu stellen.
Im Rahmen interner und externer Betriebsvergleiche (Benchmarking) werden Kostentreiber aufgespürt, Abläufe optimiert und Leistungsschwerpunkte gesetzt, um die Leistungserstellungsprozesse zu optimieren und systematisch zu verbessern.
Die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser zeigt sich in den Primär- und Sekundärleistungen bzw. der Behandlung der Patienten und den Leistungen der Diagnostik, Therapie, Pflege und Versorgung. Sie ist gekoppelt mit der Forderung nach wirtschaftlicher Leistungserbringung und der Beschränkung auf die medizinisch notwendigen und zweckmäßigen Leistungen.
Dargestellt werden die Leistungen z. B. über die Fallpauschalen des DRG-Systems, die Pflegesätze nach der Bundespflegesatzverordnung, durch die vor- und nachstationären Entgeltformen sowie anhand der Gebührenziffern der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) oder anderen Gebühren für Kinderbetreuung o. Ä.
Das Krankenhausfinanzierungsgesetz schreibt die Finanzierung der Investitionskosten und der Betriebskosten der Krankenhäuser über das Budget und die Pflegesätze sowie durch die Vergütung für die vor- und nachstationäre Behandlung und das ambulante Operieren zwingend vor.
Anhand der Leistungs- und Kalkulationsaufstellung (LKA) und der Aufstellung der Entgelte und Budgetermittlung (AEB) müssen die Krankenhäuser die Kosten und Leistungen für den jeweils folgenden Budgetzeitraum genau ermitteln und planen. Die LKA richtet sich dabei nach den Vorschriften der Bundespflegesatzverordnung (BpflV), während die AEB den Vorschriften des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG) folgt. Das ermittelte bzw. geplante Budget vereinbaren die Krankenhäuser auf Landesebene anschließend mit den Verhandlungspartnern der Krankenversicherungen und -verbänden.
Die Budgetierung nach §§ 3 und 4 BpflV enthält finanzielle Ausgleichsmechanismen bis 2016 und danach. Ab 2017 sind bei Mehrerlösen von bis zu 5 % sind 85 % der Erlöse und bei Mehrerlösen über 5 % sind 90 % der Erlöse von den Krankenhäusern zu erstatten. Mindererlöse werden den Krankenhäusern ab 2017 zu 50 % ausgeglichen.
Die flexible Budgetierung im Rahmen der Mehr- oder Minderleistungen führt zu finanziellen Verlusten. Daher ist es aus Sicht der Krankenhäuser erforderlich, die jeweiligen Haushaltsjahre nach Plan abzuschließen, d. h. es sollte das vereinbarte Budget erlöswirksam realisiert werden.
Die Höhe der Pflegesätze wird auf Grundlage der Budgets festgesetzt. Die einzelnen Krankenhäuser und die Krankenkassen handeln die Budgets aus, die in der Regel ein Jahr im Voraus festgelegt werden. Das Budget errechnet sich nach folgender Formel:
$$Budget\; =\; \frac{Pflegesatz\; *\; geschätzte\; Fallzahl\; *\; geschätzte\; durchschnittliche\; Verweildauer}{geschätzte\; Krankenhaustage\; (Belegung)}$$
Das externe Budget ist der Entgeltbetrag, der einem Krankenhaus als Ergebnis der Budgetvereinbarung für eine Periode (in der Regel ein Kalenderjahr) zur Verfügung steht. Sie dient daher der Finanzierung eines Krankenhauses. Die Budgetverhandlungen und das resultierende externe Budget stehen für den wirtschaftlichen Erfolg eines Krankenhauses.
Die Aufgabe des Krankenhauscontrollings ist es, die notwendigen Informationen für die externe Budgetierung bereitzustellen, um das Management mit harten Fakten in der Budgetverhandlung mit den Krankenkassen zu unterstützen. Während des Jahres ist auf die Einhaltung des Budgets zu achten.
Die Budgetverhandlungen werden primär auf Grundlage der Leistungsdaten eines Krankenhauses geführt. Hinzu kommt, dass für die noch nicht vereinbarten DRG-Fallpauschalen im Budget die Selbstkosten der Leistungen nachzuweisen sind. Krankenkassen verlangen von den Krankenhäusern häufig den Nachweis eines wirtschaftlichen Handelns, der mithilfe von Kostenanalysen geführt werden kann.
Bestandteil und Grundlage der Verhandlungen mit Krankenhäusern, die nach DRGs abrechnen, ist die Aufstellung der Entgelte und Budgetberechnung (AEB). Diese finden sich in den Anlagen zum Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) mit folgenden Formularen:
E1: Aufstellung der Fallpauschalen für das Krankenhaus
E2: Aufstellung der Zusatzentgelte für das Krankenhaus
E3: Aufstellung der nach § 6 KHEntgG krankenhausindividuell verhandelten Entgelte
E3.1: Aufstellung der fallbezogenen Entgelte
E3.2: Aufstellung der Zusatzentgelte
E3.3: Aufstellung der tagesbezogenen Entgelte
Die AEB-Informationen dienen der Aufstellung der Art und Menge der Leistungen eines Krankenhauses. Sie sind zudem die Grundlage für die Ermittlung des Krankenhausbudgets.
Das Krankenhauscontrolling überwacht die Einhaltung der Budgetvorgaben und unterstützt die Entscheidungsträger, bei der Erreichung der dem Budget zugrunde liegenden Sachziele.
Die Budgetüberwachung und Erlössteuerung erfordert den permanenten Vergleich von Kosten und Erlösen. Die Erlöse ergeben sich aus der Multiplikation des Case-Mix mit dem jeweiligen Landesbasisfallwert. Der Landesbasisfallwert ist extern vorgegeben, sodass der Case-Mix und die Kosten als Steuerungsgrößen verbleiben. Die Instrumente hierzu stellt die interne Budgetierung.
Standardkostenrechnung.
Die Ist-Kostenrechnung erfasst und verrechnet die tatsächlich angefallenen Kosten. Hauptziel ist die Nachkalkulation, in der die erfassten Ist-Kosten der jeweiligen Abrechnungsperiode vollständig auf die Kostenträger verrechnet werden. So wird geklärt, wie viel die jeweiligen Produktionseinheiten effektiv gekostet haben. Die Nachkalkulation erfordert genaue Kalkulationssätze, die der DRG-Kalkulationsmethodik nach dem InEK-Handbuch entsprechen.
Angefallene Kosten der Periode = Ist-Kosten der Periode
Die Normalkostenrechnung ersetzt die schwankenden Ist-Kosten durch Durchschnittswerte. Dabei werden den Bezugsgrößen Kosten zugerechnet, die bei normalen Verhältnissen entstehen würden.
Der Vorteil ist, dass eingetretene oder prognostizierte Veränderungen der Kostenstruktur, z. B. Lohn- und Gehaltssteigerungen, berücksichtigt werden können. Je größer die Korrekturen sind, desto mehr nähert sich die Normalkostenrechnung der Plankostenrechnung an.
Durchschnittliche Kosten der letzten drei Perioden = Normalkosten der Periode
Kennzeichen der Plankostenrechnung ist die differenzierte Vorausplanung der Gesamtkosten eines Unternehmens für eine bestimmte Planungsperiode nach Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern.
Plankosten sind die vor Beginn einer Abrechnungsperiode auf der Grundlage der Kapazitäts- und Leistungsplanung unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsprinzips angesetzten Kosten. Die Plankosten sind von den Prognose-, Vorgabe- und Budgetkosten abzugrenzen.
Prognosekosten sind die im Voraus geschätzten, anfallenden Kosten. Bei der aktiven Beeinflussung des künftigen Kostengeschehens werden die Plankosten zu Vorgabekosten. Der Budgetkostenansatz verfolgt die weitere Untergliederung und Dezentralisierung der Kostenvorgaben. Es existieren verschiedene Plankostenrechnungsvarianten:
starre und flexible Plankostenrechnung.
Die Prognosekostenrechnung schätzt die für eine Planperiode zu erwartenden Ist-Kosten voraus. Das Ziel besteht darin, über die zu erwartenden Kosten einer Planperiode zu informieren. Bei Gegenüberstellung der geplanten Ist-Kosten mit den geplanten Ist-Erlösen wird die Prognose des zukünftigen Erfolgs einer Planperiode möglich. Die Prognoseerfolgsrechnung wird dann zu einem Instrument zur Planung des späteren Unternehmensprozesses auf den Führungsebenen des jeweiligen Unternehmens.
Besitzen die Plankosten einen Budget-, Norm-, Richt- oder Vorgabecharakter, wird diese Rechnungsform als Standardkostenrechnung bezeichnet. Die Standardkostenrechnung dient als Instrument der Mitarbeitersteuerung.
Die geplanten Kosten werden als Standard vorgegeben, an dem die Planrealisation bzw. das Mitarbeiterverhalten gemessen wird. Äußere Kosteneinflüsse durch beispielsweise Festpreise müssen ausgeschaltet werden.
Die Plankostenrechnung lässt sich in die starre und die flexible Plankostenrechnung untergliedern. Beide Varianten greifen hauptsächlich auf den Beschäftigungsgrad als einzige Kosteneinflussgröße zurück. Bei der starren Plankostenrechnung werden die Plankosten für eine bestimmte Planbeschäftigung einer Planperiode konstant gehalten, unabhängig davon, ob sich wesentliche Plandaten ändern.
Der Vorteil der starren Plankostenrechnung ist, dass durch die Planung sämtlicher Kostenarten die notwendigen Voraussetzungen für die Durchführung laufender Kostenkontrollen und die mittelfristigen Aufgaben der Kostenrechnung geschaffen werden. Die Aussagefähigkeit wird jedoch eingeschränkt, da die Abhängigkeit der Kosten vom Beschäftigungsgrad nicht berücksichtigt wird.
Den Nachteil der starren Plankostenrechnung gleicht die flexible Plankostenrechnung aus, indem die Plankosten in fixe und variable Bestandteile aufgespalten werden. Die Plan-Kosten werden in Form von Soll-Kosten für die jeweilige Ist-Beschäftigung bestimmt. Dabei werden den Kostenstellen keine festen Beträge mehr vorgegeben, sondern Kostenfunktionen, die aufzeigen sollen, wie sich die Kosten einer Kostenstelle in Abhängigkeit von der Beschäftigung verhalten.
Die flexible Plankostenrechnung kann auf Teil- oder Vollkostenbasis durchgeführt werden. Hauptziel der flexiblen Plankostenrechnung ist die intensive Wirtschaftlichkeitskontrolle.
Die Ermittlung der Plankosten erfolgt durch Divisionskalkulation.
Die Verbrauchsabweichung wird durch die Differenz zwischen den Soll-Kosten (SK) bei Planbeschäftigung (xp) und den Soll-Kosten bei Ist-Beschäftigung (xi) ermittelt.
Die Beschäftigungsabweichung wird durch die Differenz zwischen Soll-Kosten bei IstBeschäftigung und den Plan-Kosten (PK) bei Ist-Beschäftigung ermittelt.
Verbrauchsabweichung plus Beschäftigungsabweichung ist die Gesamtabweichung.
$$Plankostenverrechnungssatz\; PKVs\; =\; \frac{PK}{x_{p}}$$
$$Soll-Kosten\; =\; \frac{PK_{v}\; *\; x_{i}x_{p}}{}\; +\; K_{fp}$$
$$verrechnete\; Plan-Kosten = PKV_{S}\; *\; x_{i}$$
$$Verbrauchsabweichung\; ∆x = (x_{i}\; *\; p_{p})\; -\; SK$$
$$Beschäftigungsabweichung\; ∆b = SK_{i}\; -\; vPK_{i}$$
$$Soll-Kostenfunktion\; SK = K_{f}\; +\; k_{v}\; *\; x$$
$$Preisabweichung\; ∆p = (x_{i}\; *\; p_{p})\; -\; (x_{i}\; *\; p_{i}) = (p_{p}\; -\; p_{i})\; *\; x_{i}$$
Die Kostenvergleichsrechnung dient der Entscheidung zwischen zwei oder mehreren Objekten. Dies kann am Beispiel für die Kosten von zwei Kopierern dargestellt werden.
Bei 95.137 Seiten Druckvolumen p. a. sind die Kosten beider Drucker gleich. Ab 95.138 Seiten ist der Haulett günstiger. Bei weniger als 95.136 ist der Myokera günstiger. Die Berechnung hat ihre Basis in der Break-even-Berechnung. Die Entscheidung der Beschaffung ist demnach von der richtigen Schätzung des Druckvolumens p. a. abhängig.
Die allgemeinen Krankenhausleistungen werden mit Pflegesätzen oder mit DRG-Fallpauschalen abgerechnet. § 17b KHG schreibt seit 2004 vor, dass die Vergütung mithilfe eines durchgängigen, leistungsorientierten und pauschalierten Vergütungssystems zu erfolgen hat, den DRG: „Diagnosis related groups“. Daneben werden vor- oder nachstationäre Leistungen nach § 115a SGB V sowie Zusatzentgelte abgerechnet.
Die folgende Grafik zeigt das Schema der externen DRG-Entgelt-Kalkulation gemäß InEK und den Bezug auf die einzelnen Kapitel des Kalkulationshandbuchs, Version 4:
Aufbereitung der für die Kalkulation benötigten Daten (fallbezogene Daten, Kostendaten, IBLV-Verrechnungsschlüssel)
Ermittlung der DRG-relevanten Leistungen
Ermittlung der DRG-relevanten Kosten:
Arbeiten im Rahmen der Kostenartenrechnung
Arbeiten im Rahmen der Kostenstellenrechnung
Durchführung der Kostenträgerrechnung (Einzelkosten und Gemeinkosten).
Dieses Kalkulationsschema kann intern zur Steuerung der Kosten und Nachkalkulation der Erlöse genutzt werden.