Source: https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/rechnungsabgrenzung_idesk_PI11525_HI1846112.html
Timestamp: 2020-04-09 11:55:23
Document Index: 67700972

Matched Legal Cases: ['§ 250', '§ 5', '§ 5', '§ 250', '§ 5', '§ 4', '§ 274', '§ 274', '§ 267', '§ 249']

Rechnungsabgrenzung | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Während die Höhe des Gewinns bei der Einnahmen-Überschussrechnung vom Zu- und Abfluss von Einnahmen und Ausgaben abhängt, kommt es bei der Bilanzierung darauf an, welchem Wirtschaftsjahr Erträge und Aufwendungen zuzuordnen sind. Stimmen Einnahme und Ertrag bzw. Ausgabe und Aufwand zeitlich nicht überein, muss ein bilanzierendes Unternehmen daher Rechnungsabgrenzungen vornehmen. Dies kann einerseits durch die Bildung aktiver und passiver Rechnungsabgrenzungsposten, andererseits durch den Ausweis sonstiger Forderungen und Verbindlichkeiten geschehen. Dabei sind einige handels- und steuerrechtliche Sonderregelungen zu beachten.
Rechnungsabgrenzungsposten sind in § 250 HGB bzw. § 5 Abs. 5 EStG geregelt. Für die Steuerbilanz sind darüber hinaus R 5.6 EStR 2012 sowie H 5.6 bzw. H 6.10 EStH 2017 zu beachten.
Sowohl in der Handels- als auch in der Steuerbilanz sind als Rechnungsabgrenzungsposten
auf der Aktivseite der Bilanz Ausgaben vor dem Abschlussstichtag anzusetzen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen;
auf der Passivseite der Bilanz Einnahmen vor dem Abschlussstichtag anzusetzen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Während handelsrechtlich insoweit ein Aktivierungsverbot gilt, sind nach § 5 Abs. 5 Satz 2 EStG Rechnungsabgrenzungsposten zwingend zu aktivieren für als Aufwand berücksichtigte
Zölle und Verbrauchsteuern, soweit sie auf am Abschlussstichtag auszuweisende Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens entfallen,
Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag auszuweisende Anzahlungen.
§ 250 Abs. 3 HGB enthält ein Wahlrecht, die Differenz zwischen dem Ausgabe- und dem Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit, d. h. ein Disagio oder Damnum, zu aktivieren und über die Laufzeit der Verbindlichkeit jährlich planmäßig abzuschreiben. Steuerrechtlich besteht dagegen ein Aktivierungsgebot.
Auch wenn die genannten steuerrechtlichen Regelungen Teil des nur für Kaufleute und Gewerbetreibende geltenden § 5 EStG sind, wendet die Finanzverwaltung sie auch auf nach § 4 Abs. 1 EStG bilanzierende Land- und Forstwirte sowie Freiberufler an.
Große und mittelgroße Kapitalgesellschaften müssen nach § 274 HGB in ihrer Handelsbilanz 2 weitere Positionen berücksichtigen, die den Charakter von Rechnungsabgrenzungsposten haben, nämlich aktive und passive latente Steuern. Kleinste und kleine Kapitalgesellschaften sind hiervon nach § 274a Nr. 5 i. V. m. § 267a Abs. 2 HGB befreit, sofern nicht die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB erfüllt sind.
Praxis-Beisp...
(1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. (2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem ...