Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=26.09.2001&Aktenzeichen=9%20A%203.01
Timestamp: 2019-05-19 07:31:43
Document Index: 331910196

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 28', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 9', '§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 35']

BVerwG, 26.09.2001 - 9 A 3.01 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1228
BVerwG, 26.09.2001 - 9 A 3.01 (https://dejure.org/2001,1228)
BVerwG, Entscheidung vom 26.09.2001 - 9 A 3.01 (https://dejure.org/2001,1228)
BVerwG, Entscheidung vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 (https://dejure.org/2001,1228)
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Rechtsschutzinteresse; Anfechtungsklage; Subsidiarität der Feststellungsklage; Luftaufsicht; Flughafen; Hochbauten; wesentliche Änderung; Planfeststellung; Baugenehmigung; Bauantrag; verwaltungsinternes Zwischenverfahren; Freistellungsentscheidung; Anfechtungslast; Rechtsmittel; Drittschutz; Abwägungsgebot.
Rechtsschutzinteresse - Anfechtungsklage - Subsidiarität der Feststellungsklage - Luftaufsicht - Flughafen - Hochbauten - Planfeststellung - Baugenehmigung - Bauantrag - Verwaltungsinternes Zwischenverfahren - Freistellungsentscheidung - Drittschutz - Abwägungsgebot
Rechtsschutzinteresse; Anfechtungsklage; Subsidiarität der Feststellungsklage; Luftaufsicht; Flughafen; Hochbauten; wesentliche Änderung; Planfeststellung; Baugenehmigung; Bauantrag; verwaltungsinternes Zwischenverfahren; Freistellungsentscheidung; Anfechtungslast; Rechtsmittel; Drittschutz; Abwägungsgebot
Erweiterung vom Flughafen Tegel // Kein "Schwarzbau" aufgrund wirksamer Baugenehmigung
Flughafengebäude: Baugenehmigungs- statt Planfeststellungsverfahren ausreichend? (IBR 2002, 41)
BVerwGE 115, 158
NVwZ 2002, 346
DVBl 2002, 272
Private Dritte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Durchführung eines bestimmten Verwaltungsverfahrens (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - BVerwG 9 A 3.01 - Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 20).
aa) In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist geklärt, dass eine Unterbleibensentscheidung nach § 8 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. § 10 Abs. 1 Satz 3 des Luftverkehrsgesetzes - LuftVG - einen - auch für einen Dritten anfechtbaren - Verwaltungsakt darstellt (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 - BVerwGE 115, 158 = juris Rn. 60; ferner Urteile vom 8. Oktober 1976 - 7 C 24.73 - Buchholz 442.01 § 28 PBefG Nr. 3 zum Personenbeförderungsrecht …und vom 15. Januar 1982 - 4 C 26.78 - BVerwGE 64, 325 = juris Rn. 21 zum Fernstraßenrecht).
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass § 8 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 LuftVG a. F. drittschützend ist (BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 - BVerwGE 115, 158 = juris Rn. 27).
Auch in der jetzigen Fassung ist die Vorschrift drittschützend, weil - trotz der durch das Gesetz zur Beschleunigung von Planungsverfahren für Infrastrukturvorhaben vom 9. Dezember 2006 (BGBl. I S. 2833) erfolgten Änderung (Ersetzung des Begriffs "beeinflusst" durch den Begriff "beeinträchtigt") - sich die von § 8 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 LuftVG geforderte "Berücksichtigung von Rechten Dritter" nicht auf den direkten Zugriff auf Rechte beschränkt, sondern - nach wie vor - im Sinne einer "Beeinflussung der Rechte Dritter" zu verstehen ist; die Norm erfasst damit auch Drittbelange, die in mehr als unerheblicher, mithin abwägungsrelevanter Weise (vgl. § 8 Abs. 1 Satz 2 LuftVG ) berührt werden (in diese Richtung bereits BVerwG, Beschluss vom 16. Dezember 2008 - 4 B 66.08 - juris Rn. 8 unter Verweis auf das Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 - a.a.O. S. 164).
vgl. BVerwG, Urteile vom 22. Juni 1979 - IV C 40.75 -, NJW 1989, 718, und vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 -, BVerwGE 115, 158, m. w. N.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. September 2001- 9 A 3.01 -, a. a. O., Beschluss vom 16. Dezember 2008 - 4 B 66.08 -, juris, Rn. 8.
So wohl auch BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 -, a. a. O.; OVG Berlin-Bbg., Beschluss vom 29. Januar 2007 - OVG 10 C 1.07 -, juris; Wysk in: Ziekow, Praxis des Fachplanungsrechts, Rn. 1689; unklar Schiller in: Grabherr/ Reidt/Wysk, Luftverkehrsgesetz, § 8 Rn. 74 einerseits und § 10 Rn. 162 andererseits.
Von einer derartigen Befugnis ist der Senat im Übrigen bereits in seinem Urteil vom 20. Juli 1990 - BVerwG 4 C 30.87 - (BVerwGE 85, 251, 256) ausgegangen (vgl. ferner Urteil vom 26. September 2001 - BVerwG 9 A 3.01 - BVerwGE 115, 158, 162).
Der Gesetzgeber geht ferner davon aus, dass die Planfeststellung nicht eine aufgrund des Baurechts erforderliche Baugenehmigung ersetzt (§ 9 Abs. 1 Satz 3 LuftVG; vgl. auch Urteil vom 26. September 2001 - BVerwG 9 A 3.01 - BVerwGE 115, 158, 162).
Dieses Abwägungsgebot soll nicht zu Lasten Dritter umgangen werden können, indem anstelle des an sich gebotenen Planfeststellungsverfahrens nur ein Baugenehmigungsverfahren durchgeführt wird, das eine abwägende Berücksichtigung der dem Vorhaben entgegenstehenden privaten Belange nicht vorsieht (BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 -, BVerwGE 115, 158, juris-Ausdruck S. 6).
Der Umstand, dass die Bauaufsichtsbehörde in dieser Beziehung keine eigene Entscheidungskompetenz besitzt, ändert nichts daran, dass sie es nach außen hin zu verantworten hat, wenn die von der Planfeststellungsbehörde nach § 10 Abs. 1 Satz 3 LuftVG getroffene Entscheidung Rechte Dritter verletzt (BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 -, BVerwGE 115, 158, juris-Ausdruck S. 6).
Unabhängig davon, ob ein Vorhabenträger die Durchführung eines solchen Verfahrens beanspruchen kann oder ob § 8 LuftVG eine solche Verfahrensweise verbietet, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen nach Abs. 1 Satz 1 der Vorschrift nicht vorliegen (vgl. zum Anspruch des Vorhabenträgers im Fall des § 8 Abs. 3 LuftVG: BVerwG, Urteil vom 26. September 2001 - 9 A 3.01 - BVerwGE 115, 158 = NVwZ 2002, 346 = DVBl. 2002, 272 = NUR 2002, 490 = ZLW 2002, 428 = Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 20), werden jedenfalls Beteiligungsrechte des Klägers aus § 35 Abs. 1 Nr. 4 HENatG dadurch nicht verletzt.