Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-04-2016-2C_403-2015
Timestamp: 2016-10-26 09:36:44
Document Index: 127184994

Matched Legal Cases: ['Art. 102', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 86', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 89', 'Art. 42', 'Art. 100', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 7', 'Art. 127', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 99', 'Art. 127', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 23', 'Art. 127', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 100', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 105', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_403/2015 � � Urteil vom 1. April 2016
A.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. M�rz 2015.
A.________ (geb. 1957) arbeitet seit mehr als 25 Jahren f�r den X.________-Konzern bzw. dessen Tochtergesellschaften. Seit Ende 1993 ist sie am Sitz der X.________ (Switzerland) AG in U.________ (ZG) t�tig. F�r ihre Arbeitgeberin bet�tigt sie sich �berwiegend als Leiterin des Rechtsdiensts. Ausserdem ist sie Mitglied des Verwaltungsrats der X.________ (Switzerland) AG sowie mehrerer Tochtergesellschaften und Stiftungsr�tin des Pensionsfonds der X.________ (Switzerland). Als Teil des "Y.________ (Y.) " der X.________ (Switzerland) AG ist A.________ an Entscheiden beteiligt, die zur eigentlichen Gesch�ftsf�hrung z�hlen.
Im April 1994 hinterlegte A.________ ihre Schriften in V.________ (Zug). In kurzer Entfernung zu ihrem Arbeitsort U.________ mietet sie dort seither eine unm�blierte 1-Zimmer-Wohnung. Im selben Zeitraum erwarb ihr Ehemann, mit dem sie seit 1988 verheiratet ist und in ungetrennter Ehe lebt, in W.________ (BE) ein Eigenheim mit Umschwung. Die Eheleute kauften dort im Jahr 1998 zudem gemeinsam die h�lftigen Anteile zweier Rebberge.
A.________ h�lt sich unter der Woche in V.________ auf. Gem�ss eigenen Angaben ist sie dort in Sportvereinen engagiert und verf�gt �ber etliche pers�nliche Bekanntschaften. Die Wochenenden verbringt sie in der Regel zusammen mit ihrem Ehemann in W.________. Von dort aus pflegt sie auch Kontakte zu Nachbarn, Freunden und Verwandten.
Auf Antrag der Einwohnergemeinde W.________ stellte die Steuerverwaltung des Kantons Bern am 11. September 2009 fest, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz von A.________ f�r das Jahr 2008 in W.________ befinde. Die von A.________ hiergegen erhobenen Rechtsmittel wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern kantonal letztinstanzlich mit Urteil vom 24. M�rz 2015 ab.
Mit Eingabe vom 8. Mai 2015 erhebt A.________ Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts. Sie beantragt festzustellen, dass sich ihr steuerrechtlicher Wohnsitz in der Steuerperiode 2008 in V.________ befand. Eventualiter sei der Kanton Zug zu verpflichten, zu Unrecht bezahlte Steuern einschliesslich Zins zur�ckzuerstatten.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern beantragt die Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern schliesst auf Abweisung des Hauptbegehrens der Beschwerdef�hrerin, verzichtet hingegen auf einen Antrag bez�glich des Eventualbegehrens. Die ebenfalls zur Stellungnahme eingeladene Steuerverwaltung des Kantons Zugs beantragt festzustellen, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz der Beschwerdef�hrerin im Steuerjahr 2008 in V.________ befindet. Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerdef�hrerin machte von ihrem Recht zur Stellungnahme zu den Vernehmlassungen und zu den gem�ss Art. 102 Abs. 2 BGG beigezogenen Akten der Steuerverwaltung Zug keinen Gebrauch.
1.1.�Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit bzw. die Zul�ssigkeit des Rechtsmittels von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1 BGG) und mit freier Kognition (BGE 138 III 471 E. 1 S. 475, 137 III 417 E. 1 S. 417).
1.2.�Beim angefochtenen Urteil des Verwaltungsgerichts betreffend die Feststellung des Steuerdomizils f�r das Steuerjahr 2008 handelt es sich um einen kantonal letztinstanzlichen Endentscheid eines oberen Gerichts (Art. 86 Abs. 2 BGG) im Sinne von Art. 90 BGG (vgl. BGE 134 I 303 E. 1.1 S. 305). Dagegen ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig (Art. 82 lit. a i.V.m. Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG). Die Beschwerdef�hrerin ist als Adressatin des angefochtenen Entscheids ohne Weiteres zur Anfechtung des vorinstanzlichen Urteils legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf ihr form- und fristgerecht eingereichtes Rechtsmittel ist unter Vorbehalt der nachfolgenden Erw�gungen einzutreten (vgl. Art. 42 und Art. 100 Abs. 1 BGG).
1.3.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundes- und V�lkerrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a und b BGG). Bei deren Pr�fung verf�gt das Bundesgericht �ber volle Kognition und wendet es das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG; Urteil 2C_18/2014 vom 15. Januar 2015 E. 1.3.1). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Zu den Grundrechten in diesem Sinn z�hlen neben den Art. 7-34 BV die weiteren verfassungsm�ssigen Rechte der Bundesverfassung, im Steuerrecht insbesondere Art. 127 BV (BGE 140 I 176 E. 5.2 S. 180, 136 I 142 E. 3.1 S. 145, 132 II 371 E. 2.1 S. 374; Urteil 2C_18/2014 vom 15. Januar 2015 E. 1.3.5).
In ihrer Eingabe an das Bundesgericht wiederholt die Beschwerdef�hrerin �ber weite Strecken die bereits vor der Vorinstanz ge�usserten Rechtsstandpunkte wortw�rtlich (vgl. Beschwerde Ziff. 3.1 und Ziff. 3.2 S. 10-16). Dabei setzt sie sich mit den Erw�gungen des vorinstanzlichen Urteils nicht auseinander und gen�gt die Beschwerdeschrift den Begr�ndungsanforderungen nicht, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist (Art. 42 Abs. 2 BGG).
1.4.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin beschr�nkt sich in sachverhaltlicher Hinsicht darauf, ihre bereits der kantonalen Vorinstanz unterbreitete Darstellung zu wiederholen (vgl. Beschwerde Ziff. 2 S. 3-10), ohne jedoch rechtsgen�glich darzutun, inwieweit deren Feststellungen offensichtlich unrichtig sein sollen. Abzustellen ist demnach einzig auf den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt.
Hingegen sind die erstmals vor Bundesgericht gemachten Ausf�hrungen tats�chlicher Natur zu den Eigentumsverh�ltnissen an den Rebbergen in W.________ und den Eintr�gen der Beschwerdef�hrerin im Telefonverzeichnis zul�ssig: Die Vorinstanz t�tigte hierzu offenbar Abkl�rungen, ohne jedoch der Beschwerdef�hrerin im Rahmen ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV, vgl. BGE 140 I 99 E. 3.4 S. 102 f., 135 II 286 E. 5.1 S. 293, 127 I 54 E. 2b S. 56, je mit Hinweisen) Gelegenheit zur Stellungnahme einzur�umen. Zwar verzichtet die Beschwerdef�hrerin ausdr�cklich auf die R�ge einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV). Gleichwohl gab erst der vorinstanzliche Entscheid zu den diesbez�glichen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin Anlass, sodass ihre neuen Ausf�hrungen in diesem Umfang vor Bundesgericht zul�ssig sind (Art. 99 Abs. 1 BGG).
2.1.�Gem�ss Art. 127 Abs. 3 BV ist die interkantonale Doppelbesteuerung untersagt. Eine gegen diese Norm verstossende Doppelbesteuerung liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht im vollen Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (Schlechterstellungsverbot, vgl. BGE 137 I 145 E. 2.2 S. 147 f. mit Hinweisen). In casu ist das Hauptsteuerdomizil der Beschwerdef�hrerin f�r die Steuerperiode 2008 strittig. Sowohl der Kanton Bern als auch der Kanton Zug wollen sie aufgrund pers�nlicher Zugeh�rigkeit besteuern. Damit besteht die Gefahr einer aktuellen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV).
2.2.�Einen steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz bzw. im Kanton hat eine nat�rliche Person namentlich, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufh�lt (Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14], Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 13. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11], vgl. auch Art. 23 Abs. 1 ZGB). Der Begriff des steuerrechtlichen Wohnsitzes setzt sich damit aus einem objektiven, �usseren Aspekt (Aufenthalt) und einem subjektiven, inneren Element (Absicht) zusammen (Urteil 2C_627/2011 vom 7. M�rz 2012 E. 4.1). Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 127 Abs. 3 BV gilt dasselbe im interkantonalen Verh�ltnis. Das Hauptsteuerdomizil einer nat�rlichen Person befindet sich am steuerrechtlichen Wohnsitz und damit dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt ("le lieu o� se situe le centre de ses int�r�ts"; BGE 132 I 29 E. 4.1 S. 36, 125 I 54 E. 2 S. 56, 123 I 289 E. 2a S. 293).
Bei der Feststellung des Hauptsteuerdomizils geht es darum, aufgrund von objektiven, �usseren Umst�nden auf innere Tatsachen zu schliessen. Dabei kann gemeinhin kein klarer Beweis gef�hrt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine Gewichtung vorzunehmen. Hierzu ist eine sorgf�ltige Ber�cksichtigung und Abw�gung s�mtlicher Berufs-, Familien- und Lebensumst�nde notwendig (Urteile 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2, 2C_646/2007 vom 7. Mai 2008 E. 4.3.3). Auf die bloss ge�usserten W�nsche der steuerpflichtigen Person oder die gef�hlsm�ssige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei w�hlbar. Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil, an welchem die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausge�bt werden, keine entscheidende Rolle. Als �ussere Merkmale k�nnen sie ein Indiz f�r den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden, falls auch das �brige Verhalten der Person daf�r spricht (BGE 132 I 29 E. 4.1 S. 35 f.; Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.1).
Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die pers�nlichen und famili�ren Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufh�lt, grunds�tzlich als st�rker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort. Dies gilt jedenfalls, soweit sie nicht in leitender Stellung unselbst�ndig erwerbst�tig sind und sofern sie t�glich ("Pendler") oder regelm�ssig an den Wochenenden ("Wochenaufenthalter") an den Familienort zur�ckkehren (BGE 132 I 29 E. 4.2 und 4.3 S. 36 f.; Urteile 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.2; 2C_753/2011 vom 14. M�rz 2012 E. 4.3.1; 2C_809/2008 vom 6. August 2009 E. 3.1). Grunds�tzlich unterstehen verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter demnach ausschliesslich der Steuerhoheit desjenigen Kantons, in dem sich ihre Familie aufh�lt (BGE 132 I 29 E. 4.2 und 4.3 S. 36 f.; Urteil 2C_748/2008 vom 19. M�rz 2009 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Eine leitende Stellung, welche trotz regelm�ssiger R�ckkehr an den Familienort den Arbeitsort als Hauptsteuerdomizil erscheinen l�sst, ist nicht leichthin anzunehmen. Gem�ss st�ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann von einer leitenden Stellung nur dann ausgegangen werden, wenn die berufliche T�tigkeit die Steuerpflichtige so stark beansprucht, dass die famili�ren und sozialen Beziehungen in den Hintergrund treten, obgleich sie mehrmals oder zumindest einmal in der Woche zu ihrer Familie zur�ckkehrt. Dies ist dann zu vermuten, wenn die Steuerpflichtige einem bedeutenden Unternehmen vorsteht, eine besondere Verantwortung tr�gt und als Vorgesetzte zahlreicher Personen fungiert (BGE 132 I 29 E. 4.3 S. 37; Urteil 2P.2/2003 vom 7. Januar 2004 E. 2.3; MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, in: Zweifel/ Beusch/M�usli-Allenspach [Hrsg.], Interkantonales Steuerrecht, 2011, � 6 N. 53).
Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen der Beschwerdef�hrerin in W.________ und nicht in V.________ befinde. Die Beziehungen der Beschwerdef�hrerin zum Arbeitsort seien nicht aussergew�hnlicher Natur. Ausserdem handle es sich bei ihr nicht um eine leitende Angestellte im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.
Die Beschwerdef�hrerin wendet dagegen ein, die Vorinstanz habe die verschiedenen Gesichtspunkte zur Bestimmung des Steuerdomizils falsch gewichtet. Die Frage der Wohnsitze der Ehegatten sei getrennt zu entscheiden. Bei kinderlosen Zweiverdiener-Ehepaaren w�rden die famili�ren Banden weniger stark ins Gewicht fallen. Im konkreten Fall spr�chen sowohl die ideellen als auch die wirtschaftlichen Interessen f�r ein Steuerdomizil der Beschwerdef�hrerin in V.________. Die Abkl�rungen der Vorinstanz zum Sachverhalt betreffend Rebberge und Eintr�ge im Telefonverzeichnis seien richtig zu stellen. Ein Eintrag im Telefonverzeichnis sei kein Indiz f�r das Vorliegen eines Steuerdomizils. Die Rebberge in W.________ stellten ein Hobby des Ehemannes dar; die Beschwerdef�hrerin habe sich daran lediglich mitbeteiligt. In �berm�ssiger Gewichtung des Ehebands verkenne die Vorinstanz, dass der Wohnsitz der Ehefrau nicht automatisch demjenigen des Ehemannes folge. Weiter macht die Beschwerdef�hrerin geltend, es handle sich bei ihr um eine leitende Angestellte. Die X.________-Gesellschaften in der Schweiz seien bedeutende Unternehmen und als Mitglied von Gremien, welchen die Gesch�ftsleitung obliege, f�hre sie die rund 150 Mitarbeitenden in der Schweiz. Auch ihre berufliche Beanspruchung lasse keinen Zweifel daran, dass es sich bei ihr um eine leitende Angestellte handle.
Was die Beschwerdef�hrerin gegen das vorinstanzliche Urteil vorbringt, vermag nicht zu �berzeugen.
4.1.�Die Beschwerdef�hrerin lebt mit ihrem Ehemann eine intakte Ehe. Auszugehen ist daher vom Grundsatz, dass beide Ehegatten ein gemeinsames Steuerdomizil am Familienort haben (BGE 132 I 29 E. 4.2 S. 36, mit Hinweisen). Die Eheleute verf�gen zwar �ber Beziehungen zu mehreren Orten; allerdings verbringt die Beschwerdef�hrerin die Wochenenden in der Regel in W.________, wohingegen ihr Ehemann in V.________ keinen unmittelbaren Ankn�pfungspunkt aufweist.
In W.________ verf�gt der Ehemann zudem �ber ein grossz�giges Einfamilienhaus, w�hrend die Beschwerdef�hrerin in V.________ eine zwar zentral gelegene und ihren Komfortvorstellungen gen�gende, aber einfache 1-Zimmer-Wohnung bewohnt. Hinzu kommt, dass die Eheleute in W.________ Anteile an zwei Rebbergen besitzen, welche sie gem�ss Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift zusammen mit Freunden erworben haben. Selbst wenn der Anstoss zum Erwerb dieser Rebberge vom Ehemann ausgegangen sein mag, manifestiert sich darin doch ein eigenes, in W.________ zu lokalisierendes Interesse der Beschwerdef�hrerin. Unbestrittenermassen pflegt die Beschwerdef�hrerin sodann in W.________ nachbarschaftliche und freundschaftliche Beziehungen. Ihre Familie in T.________ besucht sie zumindest teilweise ebenfalls von W.________ aus. Neben der ehelichen Beziehung bestehen somit weitere Bezugspunkte zu W.________. Dass die Beschwerdef�hrerin mit der Anschrift in W.________ �ber einen Eintrag im Telefonverzeichnis verf�gt, ist zwar nicht ausschlaggebend, wurde aber von der Vorinstanz zutreffend als Element gegen einen bloss mittelbaren Bezug der Beschwerdef�hrerin zu W.________ gew�rdigt.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin liess die Vorinstanz sodann keineswegs ausser Acht, dass jeder Ehegatte einen eigenen Wohnsitz begr�nden und trotz tats�chlich und rechtlich ungetrennter Ehe aufgrund dauernder Trennung von Arbeits- und Familienort je �ber ein eigenes Hauptsteuerdomizil verf�gen kann (BGE 132 I 29 E. 4.2 S. 36, 121 I 14 E. 4a S. 26; Urteil 2C_891/2011 vom 23. Juli 2012 E. 2.3, 2P.2/2003 vom 7. Januar 2004 E. 2.4.1, je mit Hinweisen). Diesbez�glich stellte die Vorinstanz verbindlich (Art. 105 BGG; E. 1.4 hiervor) fest, dass die Beschwerdef�hrerin in V.________ enge Beziehungen gekn�pft hat und dort bei Bedarf auch Arztbesuche stattfinden. Neben ihren Mitgliedschaften in Sportvereinen fallen zudem die in Folge ihrer langj�hrigen Arbeitst�tigkeit in V.________ gekn�pften Freundschaften ins Gewicht. Aufgrund der regelm�ssigen R�ckkehr der Beschwerdef�hrerin nach W.________ kann jedoch - im Unterschied etwa zu dem BGE 121 I 14 zugrunde liegenden Sachverhalt - von einer dauernden Trennung von Arbeits- und Familienort keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund nicht ausschlaggebend sind die Beteuerungen der Beschwerdef�hrerin, wonach sie sich mit V.________ emotional st�rker verbunden f�hlt als mit W.________ (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1 S. 35 f.; Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.1). Folglich ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz unter Ber�cksichtigung dieser Umst�nde den Mittelpunkt der Lebensinteressen in W.________ verortete.
4.2.�Ein Hauptsteuerdomizil in V.________ l�sst sich auch nicht mit einer leitenden Stellung der Beschwerdef�hrerin begr�nden. Die Beschwerdef�hrerin ist zwar in Gremien (Verwaltungsrat verschiedener Schweizer X.________-Gesellschaften; "Y.________") vertreten, welchen insgesamt Gesch�ftsf�hrungskompetenz zukommt. Sie hat damit zweifellos eine verantwortungsvolle Position inne und wird auch zeitlich stark beansprucht sein.
Gleichwohl kommt ihr keine leitende Stellung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu: Direkt unterstellt sind der Beschwerdef�hrerin lediglich zwei bis drei Mitarbeitende. Dass sie als Mitglied der erw�hnten Gremien an Entscheidungen beteiligt sein mag, welche gegebenenfalls die gesamte Belegschaft des X.________-Konzerns in der Schweiz betreffen k�nnen, �ndert daran nichts. Die Beschwerdef�hrerin macht denn auch nicht geltend, es seien ihr zur Umsetzung der getroffenen Entscheide zahlreiche Personen unterstellt. Ebenso wenig tr�gt die Beschwerdef�hrerin eine besondere Verantwortung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Tatsache, dass sie in verschiedenen Verwaltungsr�ten, im Stiftungsrat des Pensionsfonds sowie im "Y.________" Einsitz hat, gen�gt daf�r nicht: Wie sie selber geltend macht, tr�gt sie als Teil von mehrk�pfigen Gremien nicht die alleinige Verantwortung f�r die Geschicke dieser Gesellschaften als Ganzes oder jedenfalls von bedeutenden Gesch�ftseinheiten. Der Umstand, dass die Beschwerdef�hrerin aufgrund ihrer Stellung als Verwaltungsr�tin und Mitglied anderer Gesch�ftsleitungsgremien f�r getroffene Entscheidungen - wie sie geltend macht - "zu 100%" haften mag, steht dem keineswegs entgegen: Aus einer m�glichen zivilrechtlichen (Organ-) Haftung l�sst sich noch nicht auf eine besondere Verantwortung im steuerrechtlichen Sinne schliessen.
Im �brigen geht auch der Einwand fehl, wonach eine solche Sichtweise die heutigen Organisationsformen bedeutender Unternehmen verkenne, deren Entscheidungen typischerweise von Gremien und nicht von Einzelpersonen getroffen w�rden: Es ist je nach Organisationsform durchaus denkbar, dass nicht jedes (bedeutende) Unternehmen Personen in leitender Stellung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV besch�ftigt. Abzustellen ist vielmehr auf die Umst�nde im Einzelfall. Vorliegend lassen diese nach dem Ausgef�hrten nicht auf eine leitende Stellung schliessen.
4.3.�Schliesslich bringt die Beschwerdef�hrerin vor, es sei unklar, was die Beh�rden dazu veranlasst habe, sie pl�tzlich der Steuerhoheit des Kantons Bern zu unterstellen. Zuvor h�tten die bernischen Beh�rden den Sachverhalt w�hrend langer Zeit v�llig anders beurteilt. Es scheine, als ob die bernischen Steuerbeh�rden der Ehefrau das Recht absprechen w�rden, trotz rechtlich und faktisch ungetrennter Ehe einen eigenen Wohnsitz zu begr�nden.
Im Recht periodischer Steuern gilt, dass die Wirkungen von definitiven Steuerveranlagungen, insbesondere ihre Rechtskraftwirkungen, regelm�ssig auf die betreffende Steuerperiode beschr�nkt sind. Anders verhalten k�nnte es sich nur, soweit ein qualifiziertes Verh�ltnis zwischen Veranlagungsbeh�rde und steuerpflichtiger Person vorliegen w�rde, das unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 9 BV) in Betracht fallen k�nnte (Urteil 2C_95/2013 vom 21. August 2013 E. 3.9; zu sog. "Rulings" vgl. BGE 141 I 161 E. 3.1 S. 164, je mit weiteren Hinweisen). Allerdings ist sich die Beschwerdef�hrerin nach eigenem Bekunden der beschr�nkten Rechtskraftwirkung einer Steuerveranlagung bewusst. Somit kann sie sich von vorneherein nicht auf einen besonderen Vertrauenstatbestand berufen. Soweit sie dar�ber hinaus (sinngem�ss) kritisiert, die Berner Steuerbeh�rden w�rden ihr aus geschlechtsspezifischen Gr�nden kein von ihrem Ehemann unabh�ngiges Steuerdomizil zugestehen, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Es sind keinerlei Anhaltspunkte daf�r erkennbar, dass das Geschlecht der Beschwerdef�hrerin bei der Bestimmung des steuerlichen Wohnsitzes im vorliegenden Fall eine Rolle gespielt haben k�nnte.
Es bleibt �ber den Eventualantrag zu befinden, mit welchem die Beschwerdef�hrerin verlangt, den Kanton Zug zur R�ckerstattung von zu Unrecht bezahlten Steuern einschliesslich Zins zu verpflichten.
Bei Beschwerden wegen interkantonaler Doppelbesteuerung ist die zur Besteuerung herangezogene Person nicht verpflichtet, in jedem der betreffenden Kantone den Instanzenzug zu durchlaufen. Es gen�gt, wenn sie dies bloss in einem Kanton tut und gegen den dort erwirkten letztinstanzlichen gerichtlichen Entscheid mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gelangt (BGE 139 II 373 E. 1.4 S. 375 f., 133 I 300 E. 2.4 S. 307, Urteile 2C_307/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 1.2, 2C_441/2013 vom 27. M�rz 2014 E. 2.1). Zusammen mit dem noch nicht rechtskr�ftigen letztinstanzlichen Entscheid des einen Kantons kann auch die bereits rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung oder der bereits rechtskr�ftige Rechtsmittelentscheid eines weiteren Kantons bzw. mehrerer weiterer Kantone angefochten werden (Art. 100 Abs. 5 BGG). In Bezug auf diese Verf�gungen und Entscheide aus einem oder mehreren anderen Kantonen besteht praxisgem�ss kein Erfordernis der Letztinstanzlichkeit (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG; BGE 139 II 373 E. 1.4 S. 375 f., 133 I 300 E. 2.4 S. 307; Urteil 2C_441/2013 vom 27. M�rz 2014 E. 2.1).
Ob eine nicht angefochtene (konkurrierende) Veranlagung das Verbot der Doppelbesteuerung gem�ss Art. 127 Abs. 3 BV verletzt, pr�ft das Bundesgericht nicht von Amtes wegen. Allerdings stellt es an die Mitanfechtung einer konkurrierenden Veranlagung praxisgem�ss keine hohen Anforderungen. Sofern eine Veranlagung tats�chlich ergangen ist und das Bundesgericht davon sichere Kenntnis hat, gen�gt ein wenigstens implizit ge�usserter Anfechtungswille (Urteile 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E. 1.2, 2C_918/2011 vom 12. April 2012 E. 1.4 = LOCHER/LOCHER, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, Bd. 5, � 12, IV, A, 2 Nr. 12).
Mit ihrem Eventualantrag richtet sich die Beschwerdef�hrerin f�r den Fall ihres Unterliegens im Hauptbegehren jedenfalls sinngem�ss gegen eine Veranlagung durch den Kanton Zug. Wie sich den beigezogenen Akten entnehmen l�sst, liegt in Bezug auf die Steuerperiode 2008 allerdings noch keine rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung oder ein rechtskr�ftiger Rechtsmittelentscheid seitens des Kantons Zug vor. �ber die von der Beschwerdef�hrerin im Kanton Zug erhobene Einsprache vom 2. M�rz 2010 wurde, soweit aus den Akten der Steuerverwaltung ersichtlich, noch nicht entschieden (Art. 105 Abs. 2 BGG). Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin. Ein rechtskr�ftiger Entscheid, welcher im vorliegenden Verfahren ein taugliches Anfechtungsobjekt bilden k�nnte, liegt somit nicht vor, weshalb auf den Eventualantrag der Beschwerdef�hrerin nicht eingetreten werden kann.
Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 f. BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 68 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.