Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.10.1987&Aktenzeichen=V%20ZR%20140/86
Timestamp: 2019-07-24 10:00:53
Document Index: 92710854

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 275', '§ 275', '§ 242', '§ 633', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 275', 'BGH', 'BGH', '§ 275', 'BGH', '§ 185', '§ 185', '§ 883', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 275', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', 'BGH']

BGH, 02.10.1987 - V ZR 140/86 - dejure.org
BGH, 02.10.1987 - V ZR 140/86
https://dejure.org/1987,755
BGH, 02.10.1987 - V ZR 140/86 (https://dejure.org/1987,755)
BGH, Entscheidung vom 02.10.1987 - V ZR 140/86 (https://dejure.org/1987,755)
BGH, Entscheidung vom 02. Januar 1987 - V ZR 140/86 (https://dejure.org/1987,755)
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Ausnutzung der "rechtlichen Zwangslage"
§ 242 BGB, rechtsmißbräuchliches Bestehen auf vollständiger Erfüllung bei Unverhältnismäßigkeit der Aufwendungen (Hinweis: jetzt geregelt in § 275 Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Unverhältnismäßige Aufwendungen und Unmöglichkeit - "Modellfall" zu § 275 Abs. 2 BGB n.F.
BGB § 242, § 633 Abs. 2 Satz 2, § 251 Abs. 2
Werkvertrag - Herstellung - Rechtsmißbrauch - Aufwendungen - Zumutbarkeit - Unverhältnismäßigkeit
NJW-RR 1988, 567 (Ls.)
MDR 1988, 213
DNotZ 1988, 310
DB 1988, 547
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist anerkannt, dass bei vorsätzlichen Pflichtverletzungen (BGH…, Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NZM 2010, 442 Rn. 24; Senat, Urteil vom 2. Oktober 1987 - V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700; Urteil vom 21. Juni 1974 - V ZR 164/72, BGHZ 62, 388, 394) oder sonstigem schweren Verschulden (Senat, Urteil vom 24. April 1970 - V ZR 97/67, NJW 1970, 1180, 1181; BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 368) dem Schuldner auch sonst unverhältnismäßige Aufwendungen zuzumuten sind.
Die Zumutbarkeitsgrenze ist durch eine Güter- und Interessenabwägung zu ermitteln (…vgl. Senatsurteil vom 3. Dezember 1974 - VI ZR 1/74, aaO, 299; BGH…, Urteil vom 24. Mai 2007 - IX ZR 142/05, VersR 2008, 218 Rn. 25), bei der auch andere Umstände als das reine Wertverhältnis zu berücksichtigen sind (BGH, Urteile vom 2. Oktober 1987 - V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700 …und vom 27. November 2009 - LwZR 11/09, aaO).
BGH, 21.04.2010 - VIII ZR 131/09
Zum Mängelbeseitigungsanspruch des Mieters und zum Erreichen der "Opfergrenze" …
Bei der Bestimmung der dem Schuldner zuzumutenden Anstrengungen ist auch ein etwaiges Verschulden des Schuldners zu berücksichtigen (§ 275 Abs. 2 Satz 2 BGB); dies war bereits vor der Schuldrechtsmodernisierung in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt (BGH, Urteil vom 2. Oktober 1987 - V ZR 140/86, NJW 1988, 699, unter III 2 b;… vgl. auch OLG Hamburg, aaO).
a) Das Berufungsgericht hat die ständige Rechtsprechung des Senats übersehen, nach der die Geltendmachung von Ansprüchen auf Beseitigung - unabhängig von ihrer Rechtsgrundlage - unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit begrenzt ist (Senat, BGHZ 143, 1, 6; Urt. v. 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700), was sich nunmehr aus § 275 Abs. 2 BGB ergibt (…Senat, Urt. v. 30. Mai 2008, V ZR 184/07, Rdn. 17; OLG Düsseldorf NJW-RR 2007, 1024, 1025; zur weiteren Begründung hierzu wird auf das Urteil des Senats vom 30. Mai 2008 (V ZR 184/07 - zur Veröffentlichung bestimmt) Bezug genommen.
Diese Grundsätze gelten bei der Veräußerung von Grundstücken sowohl für den Anspruch auf Herausgabe, als auch für den Anspruch auf Auflassung (vgl. Senatsurt. v. 20. November 1981, V ZR 155/80, WM 1982, 206, 208) oder Abgabe der Löschungserklärung (vgl. Senatsurt. v. 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700).
Ist dagegen das Eigentum zu diesem Zeitpunkt - wie hier - bereits umgeschrieben, steht in der Regel fest, daß ihm eine wirksame Auflassung nicht mehr möglich ist, so daß der Schuldner hierzu auch nicht verurteilt werden darf (vgl. Senat, BGHZ 136, 283, 285;… Urt. v. 23. Januar 1998, V ZR 272/96, NJW 1998, 1482, 1483 und v. 17. Dezember 1998, V ZR 200/97, WM 1999, 448, 449), es sei denn, die Auflassung erlangte trotz der fehlenden Rechtsmacht des Schuldners Wirksamkeit, z.B. gemäß § 185 Abs. 1 BGB (vgl. Senatsurt. v. 23. Januar 1998, V ZR 272/96, NJW 1998, 1482 = DNotZ 1999, 40 m. Anm. Einsele), gemäß § 185 Abs. 2 BGB (vgl. Senatsurt. v. 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, aaO) oder gemäß §§ 883 Abs. 2, 888 BGB.
aa) § 251 Abs. 2 Satz 1 BGB enthält eine Begrenzung der Verpflichtung zum Schadensersatz unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit (…vgl. BGH, Urt. v. 13. Mai 1975, VI ZR 85/74, NJW 1975, 2061;… Urt. v. 24. Mai 2007, IX ZR 142/05, NJW-RR 2007, 1553, 1555;… Urt. v. 9. Dezember 2008, VI ZR 173/07, NJW 2009, 1066, 1067 m.w.N.), bei deren Prüfung auch andere Umstände als das reine Wertverhältnis zu berücksichtigen sind (…BGH, Urt. v. 24. April 1970, V ZR 97/67, NJW 1970, 1180, 1181; Urt. v. 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700; OLG Celle NJW-RR 2004, 1605, 1606).
Bei vorsätzlichen Vertragsvertragsverletzungen oder sonstigem schweren Verschulden können dem Schädiger auch unverhältnismäßige Aufwendungen zuzumuten sein (BGH, Urt. 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, a.a.O.;… OLG Celle a.a.O.).
OLG Düsseldorf, 18.02.2000 - 22 U 166/99
Unverhältnismäßigkeit der Erneuerung eines Fußbodens aus Marmor
Die Zumutbarkeitsgrenze ist durch umfassende Güter- und Interessenabwägung zu ermitteln (BGHZ 62, 388 (391) ; BGHZ 63, 295 ff.; BGH NJW 1988, 699 (700)).
Das im Rahmen der Abwägung ebenfalls zu berücksichtigende Verschulden der Beklagten (vgl. BGH NJW 1988, 699 (700)) ist gering.
Der Bundesgerichtshof hat auch an anderer Stelle hervorgehoben, daß nicht allein das Wertverhältnis, sondern auch der Grad des Verschuldens bei der Abwägung einzubeziehen ist (vgl. BGH, Urteile vom 2. Oktober 1987 - V ZR 140/86 = DB 1988, 547 = NJW 1988, 699; vom 21. Juni 1974 - V ZR 164/72 = BGHZ 62, 388, 394) [BGH 21.06.1974 - V ZR 164/72].
Dies ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt (vgl. BGH, Urteil vom 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, NJW 1988, 699; BGH, Urteil vom 20. Juli 2005, VIII ZR 342/03, NJW 2005, 3284; BGH, Urteil vom 21. April 2010, VIII ZR 131/09, NJW 2010, 2050).
Damit wäre aber im Rahmen des § 275 Abs. 2 BGB die Zumutbarkeitsgrenze ("Opfergrenze") für die Beklagte selbst für den Fall, dass für den Eigentumserwerb am Grundstück noch erhebliche Aufwendungen erforderlich sein sollten, nicht überschritten (vgl. BGH, Urteil vom 2. Oktober 1987, V ZR 140/86, NJW 1988, 699; BGH, Urteil vom 20. Juli 2005, VIII ZR 342/03, NJW 2005, 3284; BGH, Urteil vom 21. April 2010, VIII ZR 131/09, NJW 2010, 2050).
Bei der Beurteilung, ob eine Unverhältnismäßigkeit der Aufwendungen i.S.d. § 251 Abs. 2 BGB vorliegt, ist eine sorgfältige Abwägung der beiderseitigen Interessen vorzunehmen, bei der auch der Grad des Verschuldens und immaterielle Interessen zu berücksichtigen sind, wobei an die Annahme der Unverhältnismäßigkeit strenge Anforderungen zu stellen sind ( vgl. BGH NJW 88, 699; 70, 1180; OLG Bamberg NJW-RR 06, 742).
BayObLG, 23.07.1992 - 2Z BR 22/92
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BayObLG, 29.09.1999 - 2Z BR 68/99
OLG Rostock, 10.05.2007 - 1 U 17/06
Bauträgervertrag: Unverhältnismäßigkeit der Mängelbeseitigung
OLG Celle, 08.07.2004 - 11 U 46/04
Begrenzung der Reparaturkosten eines PKW bei vorsätzlich begangener unerlaubter …
LG Bonn, 30.10.2009 - 2 O 252/09
Kaufvertrag, Rechtsmangel, Beschlagnahme, Ausland
OLG Frankfurt, 12.08.1996 - 20 W 594/95
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