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Timestamp: 2018-06-25 14:08:23
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Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

Beispielrechnung für eine Freundin - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #814006 (1)
08.04.2011, 02:09 #1
Beispielrechnung für eine Freundin
Hallo, ich habe mir mal den Bescheid einer Freundin angeschaut und bin nicht überzeugt ob dieser korrekt ist. denn ihr SB zieht vom Einkommen gerade mal nur die 10 Cent / Kilometer ab und der Rest ist Gewinn.
Ich hab ihr mal eine Bsp Rechnung gemacht und möchte mal wissen ob dies so korrekt ist, bevor ich ihr was falsches erzähle, da ich mich mit Selbstständigkeit nicht ganz so gut auskenne.
Seine Rechnung war nach dem Bsp unten 6000€ Gewinn - 800€ Kilometerpauschale für betriebl. und der Rest war Gewinn für 6 Monate. Heißt pro Monat dann 866,66€ angerechnet
Bewilligungszeitraum Jan- Juni
Einkommen = 6000,00€
betriebl. km = 8000km Benzinkosten von 1199,48€
private km = 800km Abzug je 0,10€/Kilometer 80,00€
Anerkannte Benzinkosten von 1119,48€
Autosteuer 200,00€
Autoversicherung halbj. 150,00€
Hausrat/Haftpflicht halbj. 72,00€
AutoReparatur 200,00€
Tatsächlicher Gewinn unter Abzug der oben genannten Kosten
4258,52€ im Bewilligungsabschnitt
709,75€ monatlicher Gewinn
141,95€ abzgl Freibetrag 20%
567,80€ anrechenbares Einkommen
Hoffe das es einigermaßen so richtig ist, komme mit den 20 % nicht richtig klar, ob man die jetzt noch abziehen kann oder nicht.
Sitze schon seit Tagen drann, weil was komplizierteres wie Selbständigkeit gibst gar nicht. habe ihr auch sicherheitshalber vor dem neuen Gesetz einen Überprüfungsantrag geschrieben und er möchte jetzt sämtliche Rechnungen haben für die Jahre und haben Donnerstag einen Termin bei ihm.
Ich danke schon mal für die Unterstützung und Hilfe.
08.04.2011, 02:31 #2
AW: Beispielrechnung für eine Freundin
Wieso ziehst du private Haftpflichtversicherung und private Hausratversicherung ab? (von den Kosten her, kann das keine Betriebshaftpflichtversicherung sein...)
M.E. muss man sich dann auch bei den sonstigen Kosten fürs KFZ den privaten Anteil anrechnen lassen. Es kann hier auch sein, dass ohne Fahrtenbuch ein Anteil von nur 10 % für private Nutzung nicht geglaubt wird!
08.04.2011, 07:47 #3
M.E. muss man sich dann auch bei den sonstigen Kosten fürs KFZ den privaten Anteil anrechnen lassen.
Nein. Mit den 10cts/km ist das erledigt.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Kommst Du nicht auf die 50%, kannst Du ja auch nur 10cts/km für die Betriebsfahrten geltend machen.
Was das Fahrtenbuch betrifft: Da hast Du sicher Recht. Das ist aber praktisch schon ab 50% geschäftlicher Nutzung vorgeschrieben, um die vorwiegend betriebliche Nutzung nachzuweisen und damit alle Kosten geltend machen zu können.
Also die Beträge wurden nur mal so von mir fiktiv genommen und sind nicht real jetzt. Sollte jetzt keine Betriebshaftpflicht vorhanden sein kann ich diese auch nicht abziehen. das hab ich nur in dem Ratgeber gefunden und mal so mit reingenommen.
Also Fahrtenbuch ist definitiv vorhanden und hab auch alle Kilometer zusammengerechnet um auch zu schauen das der betriebliche Anteil über 50 % liegt und dem war auch so.
Hab bisher nur gefunden das man dann nur 10 Cent pro gefahrenen Privaten Kilometer von den betrieblichen abzuziehen hat, was ich ja eigentlich getan habe.
08.04.2011, 08:00 #5
@uttinger:
Die Kfz-Versicherung wird bei der Einkommensbereinigung abgezogen.
Habe das Ganze jetzt auch gerade das erste Mal vor mir, im Rahmen der abschließenden EKS. Ist wirklich etwas undurchsichtig, schau mal hier:
http://www.elo-forum.org/existenzgru...e-10-cent.html
08.04.2011, 08:17 #6
Die Pauschale von 10 Cent wird sich für den Selbständigen kaum je lohnen, da mit diesem Betrag höchstens die
Treibstoffkosten abgedeckt sind (bei einem Verbrauch von 8 1/100km und einem Benzinpreis von 1,30€/l). Zumindest
weitere laufende Kosten wie Reparaturen, Verschleißteile, Kfz-Steuer und -Versicherung (Ausnahme
Haftpflichtversicherung, die anderweitig berücksichtigt wird) mindern das Einkommen i.S. des AIG II ebenfalls
Meinst du jetzt diesen Passus da?
Ich hoffe ich vertsteh dich jetzt richtig und du meinst das die Autoverischerung jetzt in den 20 % Freibetrag mit drinn ist.
Und ich die Autoversicherung somit aus der Berechnung oben entfernen müßte.
08.04.2011, 09:05 #7
Die Rechnung ist vom Ansatz her richtig bis auf die Hausrat/Haftpflicht. Die haben bei den Betriebsausgaben nix zu suchen.
Bei einem monatlichen Gewinn von
€ 709,75 errechnet sich das anrechenbare Einkommen mit
€ 100,00 Freibetrag nach § 11b Abs. 2 Satz I SGB II
€ 121,95 Freibetrag nach § 11b Abs. 3 Nr. 1 SGB II
€ 487,80 anrechenbares Einkommen
08.04.2011, 10:14 #8
Nein. Gezahlte/Zu zahlende Kfz-Haftpflicht kann bei jedem ALG-II Empfänger mit Einnahmen sowieso berücksichtigt werden, unabhängig, ob selbständig oder nicht.
Also außerhalb der EKS, unter "Gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen" oder so ähnlich, irgendwo am Ende des ALG-II Antrages.
D.h. die Kfz-Haftpflicht käme aus den Betriebsausgaben (EKS) vollständig raus, und eben hinten in den ALG-II Antrag.
Wobei es allerdings wohl "unter dem Strich" auf das Gleiche rauskommt.
Aber man weiß ja nie, an welchen buchstabengetreuen SB man kommt.
08.04.2011, 11:41 #9
Keineswegs, wenn die Kfz.-Haftpflicht aus den Betriebsausgaben raus genommen wird, erhöht sich natürlich der Gewinn. Das heißt dann zwar einen höheren Freibetrag (immerhin 20% der Kfz.-Haftpflicht), aber wenn Du dann die Kfz.-Haftpflicht nach der Gewinnermittlung in die Einkommensbereinigung packst (§ 11b Abs. 1 Nr. 3 SGB II), dann ist die Kfz.-Haftpflicht Teil der € 100,00 "Grundfreibetrag" nach § 11 Abs. 2 Satz 1 SGB II
Unterm Strich stehst Du Dich bei der "Rechnung" deutlich schlechter:
Kfz.-Haftpflicht sei € 50,00/Monat (Fahranfänger )
Gewinn mit Kfz.-Haftpflicht als Betriebsausgabe sei
€ 600,00 minus
€ 100,00 § 11 Abs. 2 Satz 1 SGB II
€ 100,00 nach § 11b Abs. 3 Nr. 1 SGB I, also
€ 400,00 anrechenbares Einkommen also
€ 500,00 Restanspruch ALG II plus die € 600,00 Gewinn =
€ 1.100,00 Cash en de Däsch
Gewinn ohne Kfz.-Haftpflicht als Betriebsausgabe sei
€ 650,00 minus
€ 110,00 nach § 11b Abs. 3 Nr. 1 SGB I, also
€ 440,00 anrechenbares Einkommen also
€ 460,00 Restanspruch ALG II plus die € 600,00 Gewinn = nur noch
€ 1.060,00 Cash en de Däsch
08.04.2011, 12:21 #10
Rein gefühlsmäßig hatte ich mir so etwas ähnliches gedacht :-)
09.04.2011, 13:04 #11
Danke für die Informationen, aber ich muß sagen das ich das ganze hier aufgeben muß bei ihr.
Das ganze wird zu undurchsichtig da jetzt noch hinzu kommt, wo sie aus Hartz 4 gefallen sind, sie evtl doch Anspruch gehabt hätten.
Also werden wir das ganze einem Anwalt übergeben müssen der sich mit dem Problem beschäftigen müßte.
Die meisten Tankquittungen kann man schon gar nicht mehr entziffern, weil sie so verblaßt sind.
Meine Frage wäre jetzt noch, könnte man dann den Jahresdurchschnitt vom Benzinpreis nehmen, den man ja im Internet bekommt und dann über den Durchschnittsverbrauch das ganze nachrechnet?
09.04.2011, 14:27 #12
Dazu gibt es leider keine rechtliche Handhabe, es müssen schon die Quittungen sein.
Selbst das Argument, die Quittungen sind verblasst, zieht nicht - es gibt gesetzliche Aufbewahrungsfristen (zehn Jahre, also in 2011 müssen die Belege von 2000 vorgelegt werden können) und wie Du das machst ist Dein Problem. Notfalls musst Du von diesen Sch... Thermoquittungen Kopien anfertigen.
14.04.2011, 22:26 #13
So noch mal nen kurzes Feedback von dem heutigen Termin.
Nach 2 Std Dauersitzung haben wir alles durchbekommen was wir wollten Ab sofort wird alles richtig berechnet so wie es sein soll und auch für die vergangenen Zeiträume haben wir uns geeinigt das der Durchnittsbenzinpreis vom ADAC genommen wird und mit dem Durchschnittsverbrauch des Autos berechnet wird. Dies wurde auch schriftlich durch gegenseitige Unterschrift festgehalten und dies rechtlich gültig ist.
beispielrechnung, freundin
Eine Freundin war der letzte Rettungsanker für 50-Jährige Paolo_Pinkel Archiv - News Diskussionen Tagespresse 4 09.01.2009 14:05