Source: https://www.paychex.de/news-liste/07-02-Entfernungspauschale.html
Timestamp: 2018-07-20 18:29:22
Document Index: 145895582

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 4', '§ 8', '§ 8', '§ 40', '§ 9', '§ 1', '§ 8', '§ 9', '§ 41']

Fahrtkostenzuschuss & Entfernungspauschale Regeln ab 2007 | Paychex
Entfernungspauschale und Fahrtkostenzuschüsse ab 2007
Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Betriebsstätte bzw. Arbeitsstätte sind ab 1.1.2007 nicht mehr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar (§ 9 Abs. 2 neu, § 4 Abs. 5a EStG)
Zur Abgeltung erhöhter Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und Betriebsstätte bzw. regelmäßiger Arbeitsstätte wird ab dem 21. Entfernungskilometer eine Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 € für jeden vollen Entfernungskilometer wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt. Die Aufwendungen können höchstens mit 4.500 € angesetzt werden,
wenn der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem Motorrad, Motorroller, Moped, Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wird,
bei Mitfahrern einer Fahrgemeinschaft für die Tage, an denen der Arbeitnehmer seinen eigenen Pkw nicht einsetzt,
bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel; tatsächlich höhere Kosten für öffentliche Verkehrsmittel können nicht mehr in Ansatz gebracht werden.
Ein höherer Betrag als 4.500 € ist nur zulässig, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassen Kraftwagen benutzt. (BMF-Schreiben vom 1.12.2006, BStBl. I S. 778)
Fahrtkostenzuschüsse als steuerfreie Arbeitgeberleistungen
Überlässt ein Verkehrsträgers an seine Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt Job-Tickets, bleibt der Sachbezug aus der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bis höchstens 1.080 jährlich steuerfrei (Rabattfreibetrag nach § 8 Abs. 3 EStG). Dabei ist als Sachbezug der Preis anzusetzen, den ein anderer Arbeitgeber an den Verkehrsträger z.B. für ein Job-Ticket entrichtet hätte.
Unentgeltliche oder verbilligte Job-Tickets anderer Arbeitgeber für Fahrten seiner Arbeitnehmer zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben als Sachbezug außer Ansatz, wenn nach Anrechnung der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte die sich ergebenden Vorteile insgesamt 44 € im Kalendermonat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Dabei handelt es sich um eine monatliche Freigrenze, bei der auch andere Sachbezüge zu berücksichtigen sind. Eine Tarifermäßigung des Verkehrsträgers für das Job-Ticket gegenüber dem üblichen Endpreis ist jedoch kein geldwerter Vorteil (siehe auch Tz II.1 des BMF-Schreibens vom 27.1.2004, BStBl. I S. 173).
Beispiel "Job-Ticket als steuerfreier Sachbezug"
Ein Arbeitgeber erwirbt bei einer regionalen Verkehrsgesellschaft Monatsnetzkarten á 67,00 € und stellt diese seinen Arbeitnehmern gegen ein zu zahlendes Entgelt von 23,00 € für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung.
Normaltarif der Monatsnetzkarte 67,00 €
Entgeltzahlung Arbeitnehmers 23,00 €
Geldwerter Vorteil 44,00 €
Da die Sachbezugsfreigrenze von 44 € monatlich nicht überschritten wird, handelt es sich um eine steuer- und sozialversicherungsfreie Leistung des Arbeitgebers.
Pauschalierung von Fahrtkostenzuschüssen nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer für zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlte Fahrtkostenzuschüsse pauschal mit 15 % erheben, soweit diese Zuschüsse den Betrag nicht übersteigen, den der Arbeitnehmer (nach § 9 Abs. 2 EStG) wie Werbungskosten geltend machen kann. Aus Vereinfachungsgründen kann davon ausgegangen werden, dass monatlich an 15 Arbeitstagen Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte erfolgen. Das betrifft:
den Sachbezugswert der unentgeltlich oder verbilligten Überlassung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
die als Aufwendungsersatz gezahlten Fahrtkostenzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.
Diese pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen sind nach § 1 Abs. 1 Nr. 3 SvEV sozialversicherungsfrei.
Überlassung eines Firmenfahrzeuges
Überlässt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Kraftfahrzeug zur privaten Nutzung, so ist der hierdurch entstehende geldwerte Vorteil für jeden Kalendermonat mit 1 % des inländischen Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen. Kann der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen, erhöht sich der Wert für jeden Kalendermonat um 0,03% des Listenpreises für jeden Entfernungskilometer (§ 8 Absatz 2 Satz 2 und 3 EStG).
Maßgebende Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte (§ 9 Abs. 2 EStG)
Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte ist die kürzeste Straßenentfernung maßgebend, unabhängig von dem Verkehrsmittel, das tatsächlich benutzt wird. Dabei sind nur volle Entfernungskilometer anzusetzen.
Eine Fährverbindung ist mit in die Entfernungsberechnung einzubeziehen, soweit sie zumutbar erscheint und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Fährstrecke ist dann Teil der maßgebenden Entfernung. Für die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Nutzung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist die kürzeste benutzbare Straßenverbindung maßgebend (H 31 LStH).
Nutzt der Arbeitnehmer regelmäßig eine andere, verkehrsgünstigere Straßenverbindung, kann er für diese längere Strecke zur Arbeitsstätte die Entfernungspauschale (ab dem 21. Entfernungskilometer) erst im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung geltend machen (Verfügung der OFD Frankfurt vom 27.06.2006, S 2351 A - 14 - St 211). Eine abweichende Strecke ist verkehrsgünstiger, wenn der Arbeitnehmer die Arbeitsstätte in der Regel schneller und pünktlicher erreicht (BFH-Urteil vom 10.10.1975, BStBl. II S. 852).
Beispiel "Private Nutzung eines Firmenfahrzeugs"
Ein Arbeitnehmer nutzt ein Firmenfahrzeug sowohl privat als auch für Fahrten zur Arbeit. Die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 26 km. Der Listenpreis des Firmenwagens bei Erstzulassung (einschließlich Sonderausstattung und Umsatzsteuer) beträgt 24.700 €.
monatliche private Nutzung: 1 % x 24.700 € 247,00 €
monatliche Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte:
0,03 % x 24.700 € x 26 km 192,66 €
Geldwerter Vorteil (LSt- und SV-pflichtig) 439,66 €
Der Arbeitgeber hat auch hier die Möglichkeit, 0,30 € für jeden vollen Entfernungskilometer (ab dem 21. Entfernungskilometer) für 15 Arbeitstage monatlich als Fahrtkostenzuschuss anzusetzen und dafür die Lohnsteuer zu pauschalieren.
Als Fahrtkostenzuschuss des Arbeitgebers sind pauschalierungsfähig: 0,30 €/km x (26 km - 20 km) x 15 Tage = 27,00 € Dadurch verringert sich der individuell zu versteuernde und zu verbeitragende geldwerte Vorteil auf (439,66 € – 27,00 € =) 412,66 €.
Bei Benutzung anderer Verkehrsmittel richtet sich die Höhe der pauschalierungsfähigen Zuschüsse nach den tatsächlichen Aufwendungen. Bei Nutzung eines Motorrades, Motorrollers, Mopeds, Mofas oder Fahrrades können die für Reisekosten geltenden pauschalen Kilometersätze angesetzt werden (BMF-Schreiben vom 20.8.2001, BStBl. I S. 541 und H 38 LStH). Die pauschalierungsfähigen Zuschüsse sind auf die Höhe der wie Werbungskosten abziehbaren Entfernungspauschale begrenzt.
Kilometerpauschalen für jeden gefahrenen km (BMF-Schreiben vom 20.8.2001 und H 38 LStH)
Pauschalierung der Fahrtkostenzuschüsse für Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
in Höhe der zulässigen Entfernungspauschale in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen
Motorrad, Motorroller 0,13 €/km von 21 km bis 150 km ab 151 km
Moped, Mofa 0,08 €/km von 21 km bis 42 km ab 43 km
Fahrrad 0,05 €/km von 21 km bis 30 km ab 31 km
Beispiel "Pauschalierungsfähiger Fahrtkostenzuschuss bei Nutzung eines Mopeds"
Ein Arbeitnehmer fährt mit dem eigenen Moped zur Arbeit. Die einfache Entfernung beträgt 25 km. Die tatsächlichen Aufwendungen betragen an jedem Arbeitstag 2 x 25 km x 0,08 € = 4,00 €. Wie Werbungskosten können jedoch nur (25 km - 20 km) x 0,30 €/km = 1,50 € für jeden Arbeitstag geltend gemacht werden. Für die Pauschalierung des Fahrtkostenzuschusses ist die wie Werbungskosten abzugsfähige Entfernungspauschale maßgebend. Damit ergibt sich für den monatlichen Fahrtkostenzuschuss folgender pauschalierungsfähige Betrag:
(25 km - 20 km) x 0,30 €/km x 15 Arbeitstage/Monat = 22,50 €.
Ein Arbeitnehmer fährt mit dem eigenen Moped zur Arbeit. Die einfache Entfernung beträgt 43 km. Obwohl der Arbeitnehmer für jeden Arbeitstag eine Entfernungspauschale in Höhe von (45 km - 20 km) x 0,30 €/km = 7,50 € wie Werbungskosten geltend machen kann, ist die Pauschalierung des Fahrtkostenzuschusses auf die Höhe der tatsächlichen Aufwendungen begrenzt. Die tatsächlichen Aufwendungen betragen an jedem Arbeitstag 2 x 45 km x 0,08 €/km = 7,20 €. Damit ergibt sich für den monatlichen Fahrtkostenzuschuss des Arbeitgebers folgender pauschalierungsfähige Betrag:
2 x 45 km x 0,08 €/km x 15 Arbeitstage/Monat = 108,00 €.
Nutzen Arbeitnehmer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu einem Teil das eigene Kraftfahrzeug und für den anderen Teil öffentliche Verkehrsmittel, so ist die Entfernungspauschale wie folgt zu ermitteln:
Ermittlung der maßgebenden kürzesten Straßenverbindung
Kürzung der vollen Teilstrecke, die zuerst (mit dem Kfz) zurückgelegt wird, um 20 Entfernungskilometer (kein Höchstbetrag für die Entfernungspauschale)
verbleibender Teil der maßgebenden kürzesten Straßenverbindung entfällt auf öffentliche Verkehrsmittel (Höchstbetrag für Entfernungspauschale beachten!)
Beispiel "Nutzung eines Pkws und öffentlicher Verkehrsmittel"
Ein Arbeitnehmer fährt täglich mit dem eigenen Pkw zunächst 25 km zu einer Bahnstation und von dort 110 km zur Arbeitsstätte. Die kürzeste Straßenverbindung beträgt 100 km.
Kürzung der zuerst zurückgelegten Teilstrecke ("Kfz") um 20 Entfernungskilometer:
0,30 € x (25 km – 20 km) x 15 Tage/Monat = 22,50 € (kein Höchstbetrag!)
verbleibende Teilstrecke (100 km – 25 km = 75 km) mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
0,30 € x 75 km x 15 Tage/Monat = 337,50 € (Höchstbetrag 4.500 € jährlich berücksichtigen!)
Die Summe aus beiden Beträgen ergibt die anzusetzende Entfernungspauschale.
In Mischfällen kann eine Entfernungspauschale ohne Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 € geltend gemacht werden. Das ist auch dann der Fall, wenn ein Teil des Jahres mit dem eigenen Pkw und ein Teil des Jahres mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird.
Lohnsteuerpauschalierung beim Job-Ticket
Will der Arbeitgeber die Lohnsteuerpauschalierung für Job-Tickets auch nach der Neuregelung der Entfernungspauschale durchführen, hat er für jeden Arbeitnehmer die genaue Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und den anteiligen Kilometerpreis festzustellen. Sind die Aufwendungen für die Job-Tickets höher als die jeweilige Entfernungspauschale, müssen die übersteigenden Beträge gemeinsam mit dem Arbeitslohn nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte versteuert werden.
Anrechnung von Arbeitgeberleistungen auf die Entfernungspauschale
Steuerfreie bzw. pauschal versteuerte Fahrtkostenzuschüsse werden bei der Veranlagung des Arbeitnehmers zur Einkommensteuer auf die wie Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale angerechnet und sind deshalb vom Arbeitgeber zu bescheinigen (§ 41b Abs. 1 Nr. 6 und 7 EStG). Der steuerfrei belassene Fahrtkostenzuschüsse (Rabattfreibetrag, 44-€-Freigrenze) sind in Zeile 17 der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen. Pauschal besteuerte Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind in Zeile 18 zu bescheinigen. Der Arbeitgeber hat die pauschal besteuerten Fahrtkostenzuschüsse auch dann zu bescheinigen, wenn die pauschale Lohnsteuer im Innenverhältnis auf den Arbeitnehmer abgewälzt worden ist.
Stand: 26. Januar 2007
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