Source: http://initiative-werteerhalt.de/wissen/berater/
Timestamp: 2019-06-20 04:00:32
Document Index: 123049700

Matched Legal Cases: ['§ 652', '§ 93', '§ 93', '§ 93', 'BGH', '§ 84', '§ 278']

Berater › Initiative Werteerhalt e.V.
Was ist ein Berater? Ist er eher Coach oder eher Vertreter? Und was macht in diesem Zusammenhang einen Makler aus? Die nachfolgenden Definitionen bringen Ordnung in das Begriffschaos.
Synonym verwendet werden Termini wie Anlageberater, Vermögensberater oder das englische Lehnwort Financial Advisor.
Der Begriff des Finanzberaters ist, im Gegensatz zu dem des Versicherungsberaters, gesetzlich nicht geschützt. Soweit die Beratung rechtliche oder steuerliche Aspekte berührt, muss der Finanzberater die Grenzen des Rechtsberatungsgesetzes und des Steuerberatungsgesetzes beachten. Die Art der Zulassung hängt von den Produktgruppen ab, in denen er berät beziehungsweise vermittelt. Grundlage für die selbständige Tätigkeit ist die Gewerbeanmeldung.
Da die Berufsbezeichnung Finanzberater nicht geschützt und die Palette der Produkte und Dienstleistungen, in denen beraten wird, relativ breit ist, sind die Berater in unterschiedlichen Organisationsformen und Geschäftsmodellen am Markt tätig.
Oftmals wird der Finanzberater oder sein Unternehmen nach Vermittlungserfolg durch den Produktanbieter vergütet. Alternativ ist auch die Vergütung durch den Beratenen in Form eines Honorars möglich. Die Vergütung durch den Produktanbieter wird teilweise kritisiert, da die Gefahr bestehe, dass das unternehmerische Interesse an der Vergütung das Kundeninteresse überwiegen könne.
„Coaching refers to guidance and feedback about specific knowledge, skills, and abilities involved in a task“ – („Coaching bezieht sich auf die Beratung und Feedback über spezifische Kenntnisse, Fähigkeiten und in einer Aufgabe beteiligte Fähigkeiten“).
Der Begriff Coaching stammt vom englischen „to coach“ und bezeichnet als Sammelbegriff eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten (Einzelcoaching, Teamcoaching, Projectcoaching) zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Im Unterschied zur klassischen Beratung werden keine direkten Lösungsvorschläge durch den Coach geliefert, sondern die Entwicklung eigener Lösungen wird begleitet.
Coaching-Gespräche können sehr unterschiedlich gestaltet sein. Das Hauptanliegen besteht darin, den „Klienten“ durch Feedback, Training und Beratung in die Lage zu versetzen, sich selbst zu organisieren (Prinzip der Selbststeuerung). Das umfasst die Schritte der autonomen Zielsetzung, der selbstständigen Planung und Organisation bis hin zur Selbstkontrolle (Ergebnis- und Fortschrittskontrolle) im Hinblick auf die Umsetzung der selbst gesetzten Ziele (Umsetzungskompetenz).
Primär ist Coaching eine Prozessberatung und keine Fachberatung. Ein Coach kann und wird weder einen Finanzberater, Steuerberater, Rechtsanwalt oder sonstige Berater ersetzen. Die Vergütung des Coach erfolgt über Honorar.
Der Begriff des Maklers bezeichnet in Deutschland den Vermittler einer Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen. Das gesetzliche Leitbild dieses Berufs kommt im deutschen Zivilrecht in den Bestimmungen über den Maklervertrag (§§ 652 ff. BGB) bzw. über den Handelsmakler (§§ 93 ff. HGB) zum Ausdruck. Grundsätzlich bedarf jeder Makler einer besonderen Erlaubnis. Die rechtlichen Grundlagen zur Ausführung des Berufs sind in der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) geregelt.
Handelsmakler ist, wer gewerbsmäßig für andere, ohne von ihnen ständig damit betraut zu sein, die Vermittlung von Verträgen über Gegenstände des Handelsverkehrs übernimmt (§ 93 HGB). Sie handeln auf fremden Namen und fremde Rechnung. Gemäß den §§ 93–104 HGB befassen sie sich mit der Vermittlung von Verträgen über die Anschaffung oder Veräußerung von Gegenständen, die im Rahmen des Handelsverkehrs und damit der Märkte eine Rolle spielen (Waren, Wertpapiere, Versicherungen etc.). Das Honorar des Maklers wird Provision oder auch Courtage genannt.
Versicherungsmakler vermitteln Versicherungsverträge zwischen zwei Parteien, zumeist Versicherungsgesellschaften und Versicherungsnehmern. Das Vertragsverhältnis zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherungsmakler wird in einem Maklervertrag geregelt. Die Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers gegenüber dem ihn beauftragenden Versicherungsnehmer hängen vom Maklervertrag ab. Der Umfang der Pflichten betrifft regelmäßig nicht nur die Ermittlung eines ausreichenden Versicherungsschutzes und die Vermittlung entsprechender, für den Versicherungsnehmer günstiger Verträge, sondern auch die Verwaltung, Betreuung und Aktualisierung dieser Versicherungsverhältnisse. Ergänzend zum Maklervertrag/-auftrag gibt es die dazugehörige Maklervollmacht. Diese Vollmacht legitimiert den Makler nach außen, z. B. gegenüber den Versicherungsunternehmen. Den Maklerlohn schuldet in der Regel – aber nicht zwingend – alleine der Versicherer. Der Bundesgerichtshof (BGH)hält es aber auch für zulässig, dass Versicherungsmakler stattdessen bei einer sogenannten Nettopolice die Pflicht zur Zahlung des Maklerlohns dem Versicherungsnehmer auferlegen und ein Honorar mit diesem vereinbaren.
In Deutschland sind Versicherungsvertreter am häufigsten selbstständige Handelsvertreter nach § 84 HGB.
Der Versicherungsvertreter ist, anders als der Versicherungsmakler, Geschäftsbesorger des Versicherungsunternehmens und vertritt damit in erster Linie dessen Interessen. Fehler des Versicherungsagenten werden dem Versicherungsunternehmen als eigenes Wissen zugerechnet (§ 278 BGB). Andere Bezeichnungen für den Versicherungsvertreter sind Agent, Exklusivvertrieb, Agenturvertrieb, Ausschließlichkeitsagent, Außendienst der Versicherungsgesellschaft. Ebenfalls zu den Versicherungsvertretern gehören Mehrfachagenten, welche für mehrere Versicherungsunternehmen Geschäfte anbahnen. Der Versicherungsvertreter lebt aus folgenden Einnahmequellen:
Ein weiterer Bestandteil der Bezahlung besteht häufig in so genannten Wettbewerben oder Bonifikationen. Die Versicherungsvertreter müssen hier innerhalb einer bestimmten Zeit eine vorgeschriebene Anzahl an Verträgen mit bestimmten Beitragsvolumen abschließen, um sich für den Wettbewerb zu qualifizieren. Von diesen bekommen dann die besten Vertreter einen Preis. Die Provisionshöhen variieren teilweise extrem, abhängig im welchem Verhältnis man zu dem Versicherer steht und welchen Umsatz man generiert.