Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2002/02'2'07.htm
Timestamp: 2018-01-20 10:52:50
Document Index: 324442225

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 11', '§ 77', 'Art. 2', '§ 14', '§ 10', '§ 13', '§ 7']

12. Jahrgang, Nr. 2 vom 19. Februar 2002, S. 27
Studienordnung für den Studiengang Deutsch Lehramt an Gymnasien
am Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg
§ 8 Aufbau des Studiums, Studienumfang
§ 10 Gliederung des Grundstudiums, Lehrangebot
§ 11 Abschluss des Grundstudiums, Zwischenprüfung
§ 12 Gliederung des Hauptstudiums, Lehrangebot
§ 13 Abschluss des Hauptstudiums, 1. Staatsprüfung
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes vom 3. April 2001 (GVBl. LSA S. 141) hat die Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg die folgende Studienordnung Deutsch/Lehramt an Gymnasien des Fachbereiches Sprach- und Literaturwissenschaften erlassen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 unter Berücksichtigung der Änderungsverordnungen vom 26.08.1993, vom 15.11.1995 und vom 29.12.1999 Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Gymnasien im Unterrichtsfach Deutsch an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.
Das Studium im Unterrichtsfach Deutsch ist in der Regel mit allen Unterrichtsfächern des Gymnasiums kombinierbar. Das Nähere regelt die Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt.
Die Regelstudienzeit einschließlich der Prüfungszeit beträgt neun Semester.
Die Immatrikulation für das 1. Fachsemester erfolgt zu Beginn des Winter- oder des Sommersemesters.
Für die Zulassung werden in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife vorausgesetzt oder eine vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt als gleichwertig anerkannte Zugangsberechtigung. Das Nähere regelt die Immatrikulationsordnung der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 23.11.1995.
Studienleistungen und Studienzeiten aus anderen Studiengängen oder von anderen Hochschulen können auf Antrag als gleichwertig anerkannt werden. Dies geschieht auf der Grundlage der Verordnung über Erste Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt in Absprache mit dem Landesprüfungsamt sowie auf der Grundlage der Studienordnung des Germanistischen Institutes in Absprache mit der Fachstudienberaterin bzw. dem Fachstudienberater. Über die Anrechenbarkeit einzelner Studienleistungen entscheidet der Prüfungsausschuss des Fachbereiches oder eine von ihm beauftragte Mitarbeiterin bzw. ein von ihm beauftragter Mitarbeiter in Absprache mit den Prüfungsbeauftragten der jeweiligen Studiengebiete.
(1) Ziel des Studiums ist es, die fachlichen Voraussetzungen zu erwerben, die zum Unterrichten des Faches Deutsch an Gymnasien befähigen. Dazu gehören Kenntnisse der Germanistik als der Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur von ihren Anfängen bis in die Gegenwart einschließlich der historisch entwickelten Formen der medialen Vermittlung von Sprache und Literatur sowie der Didaktik des Faches.
(2) Ziele des Grundstudiums sind eine allgemeine Orientierung über das Fach, die Einführung in die verschiedenen Teilgebiete, der Erwerb von Grundkenntnissen und -fähigkeiten, vor allem sprachlichen Fähigkeiten, erste schulpraktische Erfahrungen und die Befähigung zu angeleitetem wissenschaftlichen Arbeiten.
(3) Ziele des Hauptstudiums sind die vertiefte Beschäftigung mit ausgewählten Themen in den Teildisziplinen des Faches Germanistik und ihrer Didaktik, die Befähigung zu selbstständigem wissenschaftlichen Arbeiten, die Erweiterung produktiver und rezeptiver sprachlicher und literarischer Fähigkeiten sowie schulpraktischer Einsichten.
(A) Germanistische Literaturwissenschaft
Die Germanistische Literaturwissenschaft vermittelt die Geschichte der deutschen Literatur von der Frühen Neuzeit (17./18. Jahrhundert) bis zur Gegenwart (“Neuere und neueste deutsche Literatur”) einschließlich der Kinder- und Jugendliteratur sowie die Literaturtheorie.
Sie behandelt die Grundlagen der literaturwissenschaftlichen Methoden zur Analyse und Interpretation von literarischen Texten, führt an die Problemzusammenhänge der Formen-, Gattungs-, Stoff- und Motivgeschichte heran und erhellt die Zusammenhänge der Literatur mit der Geschichte der Rhetorik, Poetik und Ästhetik sowie der Kulturgeschichte.
(B) Germanistische Sprachwissenschaft
Gegenstand der Germanistischen Sprachwissenschaft sind Struktur und Funktion der deutschen Sprache; sie gliedert sich in die Bereiche Grammatik, Semantik und Pragmatik. Sie behandelt die systematischen Struktureigenschaften von Sprache im Allgemeinen und des Deutschen im Besonderen auf allen Analyseebenen. Darüber hinaus untersucht sie sowohl den Handlungscharakter als auch die Kontextabhängigkeit von Sprachverwendung sowie die kognitiven Grundlagen der Sprachbeherrschung. Schwerpunkte im Lehrangebot vor allem des Hauptstudiums bilden Themenstellungen der Lexikologie, der Gesprächs- und Textlinguistik und der Angewandten Sprachwissenschaft.
(C) Germanistische Mediävistik (Altgermanistik)
Gegenstand der Altgermanistik ist die Deutsche Sprachgeschichte sowie die Ältere deutsche Literatur (germanistische Mediävistik).
Die Geschichte der deutschen Sprache behandelt die sie kennzeichnenden (synchronen) Sprachstufen und (diachronen) Entwicklungslinien. Im Zentrum dieses altgermanistischen Teilgebietes stehen die Vermittlung der Fähigkeit zur Übersetzung (mit Hilfsmitteln) aus dem Alt-, dem Mittel- und dem Frühneuhochdeutschen sowie der grundlegenden Kenntnisse über die sprachgeschichtliche Entwicklung des Deutschen.
Die germanistische Mediävistik behandelt die Geschichte der deutschen Literatur von ihren Anfängen im Althochdeutschen bis ins Reformationsjahrhundert, ihre Rezeption und ihre Beziehungen zu den europäischen Literaturen und Kulturen sowie die Fragen der Editionsphilologie. Insbesondere behandelt sie die Problemzusammenhänge der Formen-, Gattungs-, Stoff- und Motivgeschichte der mittelalterlichen Literatur sowie ihrer geistes- und kulturgeschichtlichen Kontexte.
(D) Medien- und Kommunikationswissenschaft
Gegenstand der Medien- und Kommunikationswissenschaft (M&K) sind die Medientheorie, Medienanalyse und Medienpraxis. Im theoretischen Bereich werden z.B. aktuelle Medientheorien, Entwürfe zur Mediengeschichte oder Modelle von Mediensystemen gelehrt. In der Medienanalyse werden Kenntnisse und Fähigkeiten in den wichtigsten sozialwissenschaftlichen Methoden, z.B. der Inhaltsanalyse, vermittelt. Und in der Medienpraxis werden aktuelle Anwendungsfelder, z.B. multimediale Anwendungen im Netz, erprobt und beurteilt. Im Hauptstudium sind typische rekurrente Lehrveranstaltungen: Mediensystem (z.B. der BRD, Europas, global), Mediengenres (z.B. Krimi, Dokumentarfilm), Seminare zur Inhaltsanalyse von Medien und audiovisuelle Produktionen.
(E) Fachdidaktik
Gegenstand der Fachdidaktik Deutsch sind Theorie und Praxis dieses Unterrichtsfaches. Im Zentrum des Studiums stehen der Erwerb der Fähigkeit, Deutschunterricht zu planen, durchzuführen und zu reflektieren sowie die Erweiterung der im Unterricht benötigten sprach- und literaturpraktischen Fähigkeiten (genaues und sinnverstehendes Lesen, sicheres expositorisches und literarisches Schreiben, angemessenes Sprechen und Vortragen). Diese Ziele werden sowohl in den Seminaren als auch in den schulpraktischen Übungen und Blockpraktika angestrebt. Darüber hinaus vermitteln die Lehrveranstaltungen Grundkenntnisse über die Geschichte des Unterrichtsfaches Deutsch, über seine Zusammenhänge mit den Bezugswissenschaften und über Theorien und Konzepte des Literatur- und Sprachunterrichtes.
(1) Der Umfang des Studiums für das Lehramt Deutsch an Gymnasien beträgt 68 SWS.
(2) Das Studium gliedert sich in das Grundstudium (1. - 4. Semester) und in das Hauptstudium (5. - 9. Semester).
(3) Die Zwischenprüfung wird in der Regel nach dem Grundstudium abgelegt.
(4) Die Erste Staatsprüfung wird nach dem 9. Semester abgelegt.
(5) Die in den Abs. 3 und 4 genannten Fristen können aus von den Studierenden zu vertretenden Gründen im Grundstudium um maximal zwei Semester und im Hauptstudium um maximal vier Semester überschritten werden. Dazu bedarf es eines Antrages an die Prüfungsverantwortliche bzw. den Prüfungsverantwortlichen des Institutes.
(2) Proseminare (PS) dienen in der Regel der Einführung in grundsätzliche Fragestellungen und Problemfelder der jeweiligen Studiengebiete. Dabei machen sie mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen vertraut und vermitteln fachspezifische Kenntnisse und Einsichten. Als Proseminare können auch Veranstaltungen zur breiteren Fundierung bzw. zur Abrundung inhaltlicher Kenntnisse (z.B. Lektüreseminare) angeboten werden.
(5) Schulpraktische Übungen (SPÜ) dienen dazu, in die Theorie und Praxis des Deutschunterrichtes an Gymnasien einzuführen, indem Kenntnisse und Einsichten praktisch umgesetzt und reflektiert werden.
(6) Schulpraktika (P) finden im Hauptstudium außerhalb der Vorlesungszeit über einen Zeitraum von insgesamt 8-10 (2 x 4-5) Wochen statt. Sie dienen dazu, Einblick in die berufliche Praxis zu geben und diese im Rückgriff auf die innerhalb des Studiums fach- und bezugswissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse kritisch zu hinterfragen.
- 4 SWS Proseminare: Einführung in die Germanistische Literaturwissenschaft I
1 SN1
- 4 SWS Proseminare: Einführung in die Germanistische Sprachwissenschaft I
- 2 SWS Proseminar Literaturdidaktik
- 2 SWS Proseminar Sprachdidaktik
- 2 SWS Schulpraktische Übungen
(2) Wahlpflichtbereich:
- 2 SWS Proseminar Literaturgeschichte (Neuere und neueste deutsche Literatur)
- 2 SWS Proseminar aus den Bereichen Grammatik oder Semantik oder
- 2 SWS Proseminar Einführung in die historische Sprachbetrachtung:
(Althochdeutsch/Mittelhochdeutsch) oder Einführung in die Germanistische
2 SWS Proseminar Medien- und Kommunikationswissenschaft oder Literaturgeschichte (Neuere und neueste deutsche Literatur) oder Germanistischen Sprachwissenschaft (Grammatik oder Semantik oder Pragmatik)
Wer einen Schwerpunkt im Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaft setzen möchte, sollte das Proseminar aus diesem Bereich wählen.
(3) Wahlbereich:
Im Hinblick auf die Zulassung zur Zwischenprüfung und deren inhaltliche Anforderungen muss die Teilnahme an noch ca. 14 weiteren SWS nachgewiesen werden. Empfohlen wird vor allem die Teilnahme an Grundvorlesungen in den verschiedenen Bereichen sowie an weiteren Einführungsveranstaltungen.
1 SN = Studiennachweis, LN = Leistungsnachweis. Zur Erläuterung vergleiche § 14.
(1) Die Prüfung wird nach der jeweils geltenden Zwischenprüfungsordnung durchgeführt.
(2) Zweck der Prüfung:
In der Zwischenprüfung sollen die Studierenden nachweisen, dass sie über die notwendigen wissenschaftlichen Grundkenntnisse in den verschiedenen Lehrgebieten der Germanistik verfügen, um das Studium im vertiefenden Hauptstudium fortsetzen zu können.
(3) Zulassung:
Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer die erforderlichen Leistungs- und Studiennachweise (siehe oben) vorlegt. Bei der persönlichen Planung des Studiums ist darauf zu achten, dass Klausuren, Belege und Referate so rechtzeitig abgeschlossen sind, dass zu den Zulassungsterminen alle Scheine (vergleiche § 10) vorliegen.
(4) Anforderungen:
Eine Zwischenprüfung findet in den Bereichen Germanistische Literaturwissenschaft (A), Germanistische Sprachwissenschaft (B), Germanistische Mediävistik (C) und Fachdidaktik (E) statt.
(5) Die Zwischenprüfung besteht aus mündlichen und schriftlichen Teilprüfungen:
Mündliche Prüfungen (jeweils 30 Minuten):
Die Prüfung besteht aus den Schwerpunkten: Gattungstheorie (wahlobligatorisch Lyrik, Epik, Dramatik) und Literaturgeschichte: Merkmale einer literaturgeschichtlichen Epoche und das Werk einer Autorin bzw. eines Autors dieser Epoche.
Die Prüfung besteht aus folgenden drei Schwerpunkten: Übersetzung eines alt- oder mittelhochdeutschen Textes, sprachgeschichtlich-grammatische Textanalyse und mediävistische Textinterpretation.
Schriftliche Prüfungen (jeweils 90 Minuten):
In der Zwischenprüfung sollen die Studierenden theoretische, methodologische und praktische Grundkenntnisse in jedem der drei Bereiche Grammatik, Semantik und Pragmatik nachweisen, die die Basis für das weiterführende Studium der Germanistischen Sprachwissenschaft bilden.
Inhalte sind Grundkenntnisse der Literatur- und Sprachdidaktik, die in der Vorlesung, in den beiden Proseminaren und in den schulpraktischen Übungen Gegenstand waren, ergänzt durch Selbststudium.
(6) Zeitraum:
Die Zwischenprüfungen sind in der Regel in einem Prüfungszeitraum (von Juli bis Ende September bzw. von Februar bis Ende März) abzulegen.
(7) Zeugnis:
(8) Studiengangwechsel:
Erst nach genehmigtem Studiengangwechsel gelten die Prüfungsanforderungen für den neuen Studiengang.
- 2 Schulpraktika
(vergleiche Praktikumsordnung der Martin-Luther-Universität
Halle – Wittenberg vom 10.05.1995)
- 2 SWS Hauptseminar Literaturgeschichte (Neuere und neueste deutsche
- 2 SWS Hauptseminar aus einem der drei Bereiche Grammatik, Semantik und
- 2 SWS Hauptseminar zu den historischen Sprachstufen des Deutschen, zu
speziellen Problemen der älteren deutschen Literatur, zur Dialektologie des
Deutschen, zur Deutschen Namenkunde oder zur Kulturgeschichte des
- 2 SWS Hauptseminar: Ausgewählte Themen der Sprach- oder Literaturdidaktik
- 2 SWS Hauptseminar Medien- und Kommunikationswissenschaft oder
Literaturgeschichte (Neuere und neueste deutsche Literatur) oder
Germanistische Sprachwissenschaft (hier aus einem der drei Bereiche
Grammatik, Semantik und Pragmatik, in dem kein LN erworben wird).
Empfohlen wird die Teilnahme an einem Hauptseminar im Bereich Medien-
und Kommunikationswissenschaft, wenn in diesem Bereich auch im
Grundstudium ein Schwerpunkt gesetzt wurde und die “Arbeit unter Aufsicht”
in der 1. Staatsprüfung in diesem Bereich geschrieben werden soll.
Im Hinblick auf die Zulassung zur 1. Staatsprüfung und deren inhaltliche Anforderungen (vergleiche § 13) muss die Teilnahme an noch ca. 20 weiteren SWS nachgewiesen werden.
Abschluss des Hauptstudiums, 1. Staatsprüfung2
1. Fachliche Zulassungsvoraussetzungen
(1) Grundstudium:
ein Studiennachweis zu (A),
ein Studiennachweis zu (B),
ein Studiennachweis wahlweise zu (D), (A) oder (B),
drei Studiennachweise (incl. SPÜ) zu (E).
Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung,
Nachweis von Lateinkenntnissen (Latinum bzw. Studium im Umfang von 6 SWS).
(2) Hauptstudium:
ein Leistungsnachweis zu (A) in Literaturgeschichte (Neuere und neueste deutsche Literatur),
ein Leistungsnachweis zu (B) in Grundlagen der Germanistischen Linguistik,
ein Leistungsnachweis zu (D) oder ein weiterer zu (A) oder (B),
ein Leistungsnachweis zu (E),
zwei Studiennachweise zu (E) (Schulpraktika).
Übersicht über die Teilnahme an den durch diese Studienordnung vorgesehenen Lehrveranstaltungen im Wahlbereich.
Überblickswissen zur Geschichte der deutschen Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart und Einsicht in Probleme der Periodisierung (überwiegend auf der Grundlage der Lektüre von Originaltexten);
Fähigkeit zur Analyse und Interpretation zentraler Texte der deutschen Literatur seit der Frühen Neuzeit; Einsicht in Fragen der Formen-, Gattungs-, Stoff- und Motivgeschichte sowie der Wertung und Kanonbildung;
Einsicht in Zusammenhänge der Literatur mit der Geschichte der Rhetorik, Poetik und Ästhetik;
Kenntnis der historischen Organisation des Literatursystems nach den Bereichen der Produktion, Vermittlung, Distribution und Rezeption;
Grundkenntnisse literaturwissenschaftlicher Methoden der Text- und Diskursanalyse sowie in Fragen der Edition und Textkritik;
wissenschaftliche Grundkenntnisse seit dem 19. Jahrhundert.
(B) Germanistische Linguistik
Kenntnis der zeichen-, kommunikations- und sprachtheoretischen Grundlagen der Linguistik einschließlich sprachgeschichtlicher Aspekte; Einsicht in die Theorieabhängigkeit wissenschaftlicher Terminologien, Untersuchungsmethoden und Erkenntnisziele;
Kenntnis der systematischen Struktureigenschaften von Sprache auf allen ihren Analyseebenen; Einsicht in den Handlungscharakter der Sprachverwendung und in die kommunikative Bedeutung der pragmatischen Faktoren; Kenntnis entsprechender Modelle;
Kenntnis der differenzierten Struktureigenschaften und Regularitäten des Deutschen, insbesondere der deutschen Gegenwartssprache; Kenntnis der Modelle und Verfahren zur Analyse gesprochener und geschriebener Sprache; Vertrautheit mit Besonderheiten der Varietäten deutscher Sprache;
Fähigkeit zur linguistischen Analyse von Sprachzeichen aller Strukturebenen und zur Verknüpfung linguistischer Sachverhalte mit Nachbardisziplinen;
Vertrautheit mit Struktur, Funktion und Wirkungsweise der Massenkommunikation.
(C) Germanistische Mediävistik
Überblickswissen über die Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ihrer Rezeption sowie ihrer Beziehungen zu den europäischen Literaturen und Kulturen (auf der Grundlage der Lektüre von Originaltexten);
Fähigkeit zur Analyse und Interpretation einzelner zentraler Texte der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit einschließlich der Fertigkeit, solche Texte verstehend laut zu lesen;
Einsicht in die Problemzusammenhänge der Formen-, Gattungs-, Stoff- und Motivgeschichte der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie ihrer geistes- und kulturgeschichtlichen Kontexte;
philologische Grundkenntnisse (z.B. Textkritik, Handschriftenkunde) sowie Überblickswissen zur Geschichte der deutschen Philologie;
vertiefte Kenntnisse der Geschichte der deutschen Sprache in den sie kennzeichnenden (synchronen) Stufen und (diachronen) Entwicklungslinien; Fähigkeit zur Übersetzung (mit Hilfsmitteln) aus dem Althochdeutschen/Mittelhochdeutschen (fakultativ) sowie Frühneuhochdeutschen.
Einsicht in die theoretischen und praktischen Zusammenhänge von Kommunikation, Kultur, Gesellschaft und Medien; Grundkenntnisse über die Beziehungen zwischen Institutionen, Organisationen und Kommunikationsformen der Medienentwicklung;
Überblickswissen zu Modellen historischer Medienentwicklung; Fähigkeit, Medien und das Handeln mit ihnen im historischen Zusammenhang zu erklären;
Grundkenntnisse und -fertigkeiten in der Medienanalyse für Produktions-, Rezeptions-, Vermittlungs- und Verarbeitungsprozesse sowie in Beobachtungsmethoden, Messverfahren und Analysetechniken der MedienKulturWissenschaft; Fähigkeiten zur Reproduktion und Interpretation von Forschungsergebnissen;
Grundkenntnisse und Fähigkeiten zum didaktischen Umgang mit Medien und zum praktischkreativen Umgang mit digitalen Medien;
Wissen über Medienwirkungsmodelle.
(E) Fachdidaktik Deutsch
Überblickswissen zur Geschichte der Fachdidaktik und des Unterrichtsfaches Deutsch;
Einsicht in Zusammenhänge von Fachdidaktik Deutsch, Methodik und verschiedenen Bezugswissenschaften (Allgemeine Didaktik, Erziehungswissenschaften, Entwicklungspsychologie und Sozialwissenschaften);
Kenntnis der unterschiedlichen Theorien und Konzepte der Literatur- und Sprachdidaktik, ihre Lernziele und -inhalte in den Sekundarstufen I und II sowie Fähigkeit zu deren Planung;
vertiefte Kenntnisse über Unterrichtsmodelle, über Methoden, Verfahren und Organisationsformen in den verschiedenen Lernbereichen (z.B. Kenntnisse über Lese-, Verstehens- und Spracherwerbsprozesse sowie Methoden der Begabtenförderung) und zur Ausbildung mündlicher und schriftlicher Sprachkompetenz;
Fähigkeit zur Feststellung und Bewertung von Schülerleistungen in den Sekundarstufen I und II;
Kenntnisse zum Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur und zum Medieneinsatz im Deutschunterricht.
2 Bei Punkt 1 und 2 handelt es sich um wörtliche Übernahmen aus der Prüfungsordnung (GVBl. LSA 1/2000)
3. Durchführung der Prüfung/Prüfungsteile
(1) Wissenschaftliche Hausarbeit
Das Thema für die wissenschaftliche Hausarbeit wird in einem Unterrichtsfach unter fachwissenschaftlichem Aspekt gestellt. Fachdidaktische Fragestellungen können einbezogen werden. Die Bearbeitungszeit beträgt vier Monate.
(2) Schriftliche Prüfung
Es wird eine Arbeit unter Aufsicht zu Themen bzw. Aufgaben aus den Bereichen (A) bis (D) geschrieben, wobei (C) und (D) alternativ angeboten werden können.
Aus jedem Bereich werden mindestens drei Themen bzw. Aufgabenkomplexe zur Wahl gestellt.
Fachdidaktische Fragen können einbezogen werden.
(Bearbeitungszeit: 240 Minuten)
(3) Mündliche Prüfung
entsprechend den Studieninhalten in § 7.
Der Prüfling wählt drei Schwerpunkte aus, nämlich jeweils einen aus den obligatorischen Bereichen (A) und (B) sowie den wahlweisen Bereichen (C) oder (D).
(Prüfungsdauer: 60 Minuten)
Der Prüfling wählt mindestens zwei Schwerpunkte aus.
(Prüfungsdauer: 30 Minuten)
(3) Die Übersicht über die Teilnahme an den durch die Studienordnung vorgesehenen Lehrveranstaltungen wird durch Teilnahmescheine erbracht. Ein Teilnahmeschein besteht entweder aus der Bestätigung einer bzw. eines Lehrenden für die Teilnahme oder der schriftlichen Erklärung der bzw. des Studierenden über ihre bzw. seine regelmäßige Teilnahme an der Lehrveranstaltung.
(1) Eine Beratung in allgemeinen Studienangelegenheiten erfolgt durch die Allgemeine Studienberatung (Abteilung 1) der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg. Sie erstreckt sich auf Fragen der Studieneignung sowie insbesondere auf die Unterrichtung über Studienmöglichkeiten, Studieninhalte, Studienaufbau und Studienanforderungen. Die Allgemeine Studienberatung sollte insbesondere
(2) Die studienbegleitende Fachberatung erfolgt durch die Lehrenden in ihren Sprechstunden und durch die zuständigen Studienberaterinnen und Studienberater in den Teildisziplinen der Germanistik. Die studienbegleitende Fachberatung unterstützt die Studierenden insbesondere in Fragen der Studiengestaltung, der Studientechniken und der Wahl der Schwerpunkte des Studienganges. Die Inanspruchnahme der studienbegleitenden Fachberatung wird vor allem in folgenden Fällen empfohlen:
(3) In Fragen der Anerkennung von Studienleistungen aus anderen Hochschulen oder Bereichen, des Studiengangwechsels, der Einordnung in Fachsemester (auch für BAföG-Anträge) sowie des Studienabbruchs berät und entscheidet die bzw. der Prüfungsverantwortliche für Lehrämter des Germanistischen Institutes.
(4) Auskünfte im Zusammenhang mit der Ersten Staatsprüfung erteilt das Landesprüfungsamt für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt und die bzw. der Prüfungsverantwortliche für Lehrämter des Germanistischen Institutes.
Diese Studienordnung gilt ab Wintersemester 1999/2000.
Studierende, die im Wintersemester 1999/2000 das Grundstudium oder das Hauptstudium begonnen haben, legen die Zwischenprüfung bzw. die 1. Staatsprüfung nach der veränderten Prüfungsordnung vom 29.12.1999 ab.
Studierende, die vor dem Wintersemester 1999/2000 das Grund- bzw. das Hauptstudium begonnen haben, können die Zwischenprüfung bzw. die 1. Staatsprüfung bereits nach Maßgabe der veränderten Prüfungsordnung ablegen.
Nach bis zum 28.12.1999 gültiger Prüfungsordnung erworbene gleichwertige Scheine werden anerkannt und gegebenenfalls umgewidmet.
Diese Studienordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung im Amtsblatt der Universität Halle – Wittenberg in Kraft.
Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse des Fachbereichsrates des Fachbereiches Sprach- und Literaturwissenschaften vom 12.07.2000 und des Senats der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 15.02.2001.
Halle (Saale), 15. Oktober 2001
Vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt am 14.05.2001 zur Kenntnis genommen.