Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.01.2000&Aktenzeichen=V%20ZR%20402%2F98
Timestamp: 2019-12-15 11:04:40
Document Index: 186966782

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 304', 'BGH', '§ 301', '§ 304', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.01.2000 - V ZR 402/98 - dejure.org
https://dejure.org/2000,494
BGH, 28.01.2000 - V ZR 402/98 (https://dejure.org/2000,494)
BGH, Entscheidung vom 28.01.2000 - V ZR 402/98 (https://dejure.org/2000,494)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98 (https://dejure.org/2000,494)
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Rechtsmängelhaftung und Ausschluß wegen Kenntnis; Zurechnung der Kenntnis eines Abschlußvertreters; objektive Klagehäufung und Teilurteil
Kenntnis - Abschlußvertreter - Zurechnung - Wissensvertreter - Klagehäufung
Kenntniszurechnung eines zuvor als Wissensvertreter des Verkäufers, dann aber als Abschlussvertreter des Käufers Handelnden
Zur Frage der Zurechenbarkeit der Kenntnisse, die der Abschlußvertreter des Käufers zuvor als Verhandlungsführer des Verkäufers erworben hat
NJW 2000, 1405
ZIP 2000, 844
MDR 2000, 631
ZMR 2000, 365
WM 2000, 873
DB 2000, 1759
Insoweit besteht die Gefahr, daß das Gericht bei einem späteren Urteil - sei es auf Grund neuen Vortrags, sei es auf Grund geänderter Rechtsauffassung - abweichend entscheidet (Senat, Urt. v. 28. Januar 2000, V ZR 402/98, NJW 2000, 1405, 1406).
In diesem Fall wäre die Beklagte wegen kollusiven Zusammenwirkens mit einem Angestellten der Klägerin zu deren Nachteil nach Treu und Glauben daran gehindert, sich unter Verweis auf dessen Kenntnisse von den wettbewerbsbeschränkenden Absprachen und der Beteiligung der Beklagten hieran auf ein Mitverschulden der Klägerin zu berufen (BGH, Urteil vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98, NJW 2000, 1405, 1406;… Urteil vom 27. Februar 2008 - IV ZR 270/06, NJW-RR 2008, 977 Rn. 10).
Insoweit besteht die Gefahr, dass das Gericht bei einem späteren Urteil - sei es auf Grund neuen Vortrags, sei es auf Grund geänderter Rechtsauffassung (BGH, Urteil vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98, NJW 2000, 1405 unter II 1 b) - hierzu abweichend entscheidet.
Eine unmittelbare Anwendung des § 166 Abs. 1 BGB (vgl. hierzu Senatsurt. v. 28. Januar 2000, V ZR 402/98, NJW 2000, 1405;… Urt. v. 29. März 2000, VIII ZR 81/99, zur Veröffentlichung bestimmt) scheidet aus, weil die Beklagten sich bei Vertragsschluß nicht von dem Verhandlungsbevollmächtigten haben vertreten lassen.
Insoweit besteht die Gefahr, dass das Berufungsgericht bei einem späteren Schlussurteil - sei es auf Grund neuen Vortrags, sei es auf Grund geänderter Rechtsauffassung (BGH, Urteil vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98, NJW 2000, 1405 unter II 1 b) - hierzu abweichend entscheidet (…BGH, Urteile vom 11. Mai 2011 - VIII ZR 42/10, BGHZ 189, 356 Rn. 15;… vom 20. Juni 2013 - VII ZR 103/12, MDR 2013, 1116 Rn. 12).
Ein Grundurteil (§ 304 ZPO) darf nur dann ergehen, wenn zugleich durch (Teil-) Endurteil über den Feststellungsantrag entschieden wird (vgl. etwa BGH, Urteil v. 28. Januar 2000 - V ZR 402/98 , NJW 2000, 1405 [1406] [unter II.1.b)]; Urteil v. 1. März 2016 - VI ZR 437/14 , NJW 2016, 1648 Rz. 30, jew. m.w.N.; Zöller- Feskorn , § 301 Rz. 15).
Deshalb ist anerkannt, daß auch ein Grundurteil nach § 304 ZPO bei einer Feststellungsklage im allgemeinen nicht ergehen kann (vgl. BGHZ 7, 331, 333;… Senat, Urt. v. 22. Januar 1993, V ZR 165/91, NJW 1993, 1641, 1642; Urt. v. 28. Januar 2000, V ZR 402/98, NJW 2000, 1405, 1406;… BGH, Urt. v. 9. November 1982, VI ZR 23/81, insoweit in NJW 1983, 332 nicht abgedruckt;… Urt. v. 19. Februar 1991, X ZR 90/89, NJW 1991, 1896;… Urt. v. 7. November 1991, III ZR 118/90, NJW-RR 1992, 531;… Urt. v. 13. Mai 1997, VI ZR 145/96, NJW 1997, 3176, 3177;… Urt. v. 4. Oktober 2000, VIII ZR 109/99, NJW 2001, 155).
Widersprechende Entscheidungen sind insbesondere zu befürchten, wenn - wie hier - in einem Fall objektiver Klagehäufung von Leistungs- und Feststellungsansprüchen, die aus demselben tatsächlichen Geschehen hergeleitet werden, durch Teilurteil nur über einen der Ansprüche entschieden wird (vgl. Senat, Urt. v. 28. Januar 2000, aaO;… Urt. v. 30. März 2001, aaO;… BGH, Urt. v. 27. Mai 1992, IV ZR 42/91, NJW-RR 1992, 1053;… Urt. v. 4. Februar 1997, VI ZR 69/96, NJW 1997, 1709, 1710;… Urt. v. 13. Mai 1997, VI ZR 181/96, NJW 1997, 3447, 3448;… Urt. v. 11. März 1999, VII ZR 465/97, NJW-RR 1999, 893, 894;… Urt. v. 4. Oktober 2000, aaO;… Urt. v. 5. Dezember 2000, VI ZR 275/99, NJW 2001, 760).
Das erstinstanzliche Gericht und - falls eine Zurückverweisung unterblieben wäre - das Berufungsgericht sind daher nicht gehindert, auf Grund neuen Vortrags oder auf Grund geänderter Rechtsauffassung hinsichtlich des Feststellungsantrags zu einer anderen Einschätzung als hinsichtlich des durch Teilurteil bereits entschiedenen Leistungsantrags zu gelangen (vgl. Senat, Urt. v. 28. Januar 2000, aaO).
Da im gegebenen Fall der objektiven Klagehäufung von Leistungs- und Feststellungsantrag aus demselben tatsächlichen Geschehen bei der Entscheidung über den Zahlungsanspruch über dieselben Fragen zu befinden ist, die auch bei der Entscheidung über die Feststellung geprüft werden, sind widersprechende Ergebnisse möglich, wenn durch Teilurteil nur über einen der Ansprüche entschieden wird (Senat, Urt. v. 28. Januar 2000, V ZR 402/98, NJW 2000, 1405, 1406;… BGH, Urt. v. 27. Mai 1992, IV ZR 42/91, NJW-RR 1992, 1053;… Urt. v. 4. Februar 1997, VI ZR 69/96, NJW 1997, 1709, 1710;… Urt. v. 13. Mai 1997, VI ZR 181/96, NJW 1997, 3447, 3448;… Urt. v. 4. Oktober 2000, VIII ZR 109/99, NJW 2001, 155).
OLG Köln, 18.12.2000 - 5 U 158/97