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Timestamp: 2019-07-23 19:10:11
Document Index: 370513542

Matched Legal Cases: ['Art 33', '§ 29', '§ 8', '§ 21', '§ 46', '§ 123', '§ 13', '§ 21', '§ 10', '§ 21', '§ 42']

OVG Thüringen, 30.01.2008 - 2 EO 236/07 - dejure.org
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OVG Thüringen, 30.01.2008 - 2 EO 236/07 (https://dejure.org/2008,3198)
OVG Thüringen, Entscheidung vom 30.01.2008 - 2 EO 236/07 (https://dejure.org/2008,3198)
OVG Thüringen, Entscheidung vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 (https://dejure.org/2008,3198)
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GG Art 33 Abs 2; ThürBG § 29; ThürBG § 8 Abs 2; ThürVwVfG § 21; ThürVwVfG § 46
Recht der Landesbeamten; Konkurrentenstreitverfahren um einen nach B 6 BBesG bewerteten Dienstposten eines Abteilungsleiters in einem Landesministerium; Beschränkung der Bewerber auf Inhaber bestimmter Statusämter; Beamtenrecht; Konkurrentenstreit; Dienstpostenübertragung; Bewerbungsverfahrensanspruch; Verfahrensmangel; Scheinausschreibung; Voreingenommenheit; Vorfestlegung; Abbruch des Auswahlverfahrens; Beurteilung; Anforderungsprofil; beschreibendes Merkmal; konstitutives Merkmal; Leistungsbezug
Konkurrentenstreitverfahren um einen nach B 6 BBesG bewerteten Dienstposten eines Abteilungsleiters in einem Landesministerium; Beschränkung der Bewerber auf Inhaber bestimmter Statusämter Leistungsbezug: Beamtenrecht; Konkurrentenstreit; Dienstpostenübertragung; Bewerbungsverfahrensanspruch; Verfahrensmangel; Scheinausschreibung; Voreingenommenheit; Vorfestlegung; Abbruch des Auswahlverfahrens; Beurteilung; Anforderungsprofil; beschreibendes Merkmal; konstitutives Merkmal; Sachgebiete: Recht der Landesbeamten
Konkurrentenstreitverfahren um den Dienstposten eines Abteilungsleiters in einem Landesministerium; Rechtmäßigkeit der Beschränkung der Bewerber für einen Dienstposten auf Inhaber bestimmter Statusämter; Herabgesetzter Prüfungsmaßstab für die Glaubhaftmachung eines Anordnungsanspruchs in einem beamtenrechtlichen Konkurrentenstreitverfahren; Rechtmäßigkeit des Ausschlusses von nicht der Besoldungsgruppe A 16 angehörenden Beamten für einen nach der Besoldungsgruppe B 6 bewerteten Dienstposten; Ausschreibungsverfahren und Auswahlverfahren für die Besetzung des Postens des Abteilungsleiters Polizei im Thüringer Innenministerium; Anwendbarkeit der verwaltungsverfahrensrechtlichen Grundsätze bei der Vergabe eines Beförderungsamtes oder eines Beförderungsdienstpostens
VG Weimar, 12.03.2007 - 4 E 1769/05
NVwZ-RR 2008, 806 (Ls.)
Zugleich müssen die Aussichten des Betroffenen, in einem neuen rechtmäßigen Verfahren ausgewählt zu werden, zumindest "offen" sein (vgl. Beschlüsse des Senats vom 25. August 2010 - 2 EO 735/09 - n. v., vom 17. Juni 2009 - 2 EO 222/08 - Juris, vom 16. Dezember 2008 - 2 EO 239/08 - Juris und - 2 EO 228/08 - ThürVGRspr 2009, 45, vom 5. März 2008 - 2 EO 888/07 - n. v. und vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - ThürVGRspr 2009, 49 m. w. N; BVerfG, Beschlüsse vom 29. Juli 2003 - 2 BvR 311/03 - NVwZ 2004, 1524 und vom 24. September 2002 - 2 BvR 857/02 - NVwZ 2003, 200; BVerwG, Urteil vom 4. November 2010 - 2 C 16.09 - NJW 2011, 695; Beschlüsse vom 20. Januar 2004 - 2 VR 3.03 - Buchholz 310 § 123 VwGO Nr. 23 und vom 21. August 2003 - 2 C 14.02 - BVerwGE 118, 370).
Der Beamte kann beanspruchen, dass der Dienstherr das ihm bei der zu treffenden Entscheidung zustehende Auswahlermessen unter Einhaltung etwaiger Verfahrensvorschriften fehlerfrei ausgeübt hat (Bewerbungsverfahrensanspruch); vgl. zu allem auch: Beschlüsse des Senats vom 25. August 2010 - 2 EO 735/09 -, vom 17. Juni 2009 - 2 EO 222/08 - a. a. O., vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - a. a. O., vom 26. Juli 2007 - 2 EO 14/07 - n. v., vom 31. Januar 2005 - 2 EO 1170/03 - ThürVBl 2005, 134, vom 31. März 2003 - 2 EO 545/02 - ThürVBl 2003, 256 und vom 29. Oktober 2001 - 2 EO 515/01 - ThürVBl 2002, 139, jeweils m. w. N.; vgl. auch BVerwG, Beschluss vom 27. April 2010 - 1 WB 39.09 - Juris, Urteile vom 16. Oktober 2008 - 2 A 9.07 - BVerwGE 132, 110 und vom 28. Oktober 2004 - 2 C 23.03 - BVerwGE 122, 147).
Der Dienstherr ist insoweit verpflichtet, alle entscheidungserheblichen Tatsachen festzustellen, zu gewichten und seiner Entscheidung zu Grunde zu legen (vgl. Beschlüsse des Senats vom 25. August 2010 - 2 EO 735/09 - und vom 17. Juni 2009 - 2 EO 222/08 - a. a. O., vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - a. a. O., vom 26. Juli 2007 - 2 EO 14/07 - a. a. O. …und vom 31. März 2003 - 2 EO 545/02 - a. a. O.; BVerwG, Urteil vom 22. September 1988 - 2 C 35.86 - Juris).
Anhand der verfassungsrechtlichen Leistungskriterien ist dann ein Vergleich anzustellen sowie eine darauf begründete Reihenfolge der Bewerber durch den Dienstherrn festzulegen (vgl. Beschlüsse des Senats vom 25. August 2010 - 2 EO 735/09 - und vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - a. a. O., vom 26. Juli 2007 - 2 EO 14/07 - a. a. O., vom 30. März 2007 - 2 EO 729/06 - ThürVBl 2007, 187, vom 13. April 2006 - 2 EO 1065/05 - ThürVBl 2006, 745, vom 31. Januar 2005 - 2 EO 1170/03 - a. a. O., vom 31. März 2003 - 2 EO 545/02 - a. a. O. …und vom 29. Oktober 2001 - 2 EO 515/01 - a. a. O.).
Der im Falle einer Auswahlentscheidung um die Besetzung eines Beförderungsamtes bzw. Beförderungsdienstpostens vom Antragsgegner grundsätzlich zu beachtende Bewerbungsverfahrensanspruch des konkurrierenden Beamten, nämlich dass der Dienstherr das ihm bei der zu treffenden Entscheidung zustehende Auswahlermessen unter Einhaltung etwaiger Verfahrensvorschriften fehlerfrei ausgeübt hat (vgl. eingehend zuletzt: Beschluss des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - Juris Rz 48 ff. m. w. N.), ist nicht verletzt.
Dieses Recht der Antragstellerin kann zwar Geltung im Rahmen eines Auswahlverfahrens beanspruchen, wie dies der Senat in seiner ständigen Rechtsprechung betont hat (vgl. nur Beschluss des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - m. w. N.).
Ein Anordnungsgrund besteht in diesen Fällen aber dann, wenn die Besetzung des Dienstpostens auf Dauer angelegt ist und diese mit Vorliegen der laufbahnrechtlichen Voraussetzungen unmittelbar und ohne weitere Auswahlentscheidung zur Beförderung des ausgewählten Dienstposteninhabers führt (vgl. Beschlüsse des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - ThürVGRspr 2009, 49, vom 31. Januar 2005 - 2 EO 1170/03 - ThürVBl 2005, 134, vom 31. März 2003 - 2 EO 545/02 -NVwZ-RR 2004, 52, und vom 21. Dezember 2000 - 2 ZEO 909/99 - n. v.; BVerfG, Beschluss vom 8. Oktober 2007 - 2 BvR 1846/07 - Juris; BVerwG, Urteil vom 16. August 2001 - 2 A 3.00 - BVerwGE 115, 58).
Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner ständigen Rechtsprechung (…vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 8. Oktober 2007 - 2 BvR 1846/07 - a. a. O., vom 2. Oktober 2007 - 2 BvR 2457/04 - Juris; und vom 20. September 2007 - 2 BvR 1972/07 - Juris, jeweils m. w. N.; vgl. zu allem auch: Beschlüsse des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - a. a. O., vom 26. Juli 2007 - 2 EO 14/07 - n. v., vom 31. Januar 2005 - 2 EO 1170/03 - a. a. O., vom 31. März 2003 - 2 EO 545/02 - a. a. O., und vom 29. Oktober 2001 - 2 EO 515/01 - ThürVBl 2002, 139, jeweils m. w. N.; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 28. Oktober 2004 - 2 C 23.03 - BVerwGE 122, 147, m. w. N.) hierzu ausgeführt, dass die Geltung dieses Grundsatzes unbeschränkt und vorbehaltlos gewährleistet wird.
Bis zu diesem Zeitpunkt war der Antragsteller noch kein Beteiligter des Verwaltungsverfahrens um die Stellenbesetzung (vgl. §§ 13, 22 HVwVfG), so dass auch noch nicht die Besorgnis der Befangenheit ihm gegenüber von an dem Stellenbesetzungsverfahren mitwirkenden Personen im Sinne von § 21 Abs. 1 HVwVfG bestehen konnte (so auch OVG Thüringen, Beschluss vom 30.01.2008 - 2 EO 236/07 - Rdnr. 67 des juris-Abdrucks; ebenfalls zu einem Konkurrentenstreitverfahren um den nach B 6 BBesO bewerteten Dienstposten eines Abteilungsleiters in einem Landesministerium).
Denn wie das Verwaltungsgericht in seinem angefochtenen Beschluss zu Recht dargelegt hat, schließt die gegenüber allen Bewerbern im Auswahlverfahren zu wahrende Neutralität und Gleichbehandlung es nicht aus, dass der Dienstherr die Teilnahme einzelner Mitarbeiter an einem - im Ergebnis offenen - Auswahlverfahren besonders begrüßt (ähnlich OVG Thüringen, Beschluss vom 30.01.2008 - 2 EO 236/07 - m. w. N.).
Ob der im Falle einer Auswahlentscheidung um die Besetzung eines Beförderungsamtes bzw. Beförderungsdienstpostens vom Antragsgegner grundsätzlich zu beachtende Bewerbungsverfahrensanspruch des konkurrierenden Beamten, nämlich dass der Dienstherr das ihm bei der zu treffenden Entscheidung zustehende Auswahlermessen unter Einhaltung etwaiger Verfahrensvorschriften fehlerfrei ausgeübt hat (vgl. eingehend zuletzt: Beschluss des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - Juris Rz 48 ff. m. w. N.), verletzt ist, ist im vorläufigen Rechtsschutzverfahren nicht mit der hinreichenden Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Dieses Recht der Antragstellerin beansprucht Geltung im Rahmen eines Auswahlverfahrens, wie dies der Senat in seiner ständigen Rechtsprechung betont hat (vgl. nur Beschluss des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - m. w. N.).
Angesichts dieser schwerwiegenden Fehler war es sachgerecht, das Auswahlverfahren insgesamt neu durchzuführen (zum Abbruch eines mangelhaften Auswahlverfahrens vgl. Beschluss des Senats vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - ThürVGRspr. 2009, 49).
Anders liegt es, wenn Gegenstand der streitigen Personalentscheidung die Übertragung eines Beförderungsdienstpostens ist, d. h. sich die Besetzung des Dienstpostens als eine vorweggenommene Beförderungsentscheidung darstellt und sie mit Vorliegen der laufbahnrechtlichen Voraussetzungen (Erprobung nach § 10 ThürLbVO) unmittelbar und ohne weitere Auswahlentscheidung zur Beförderung des ausgewählten Dienstposteninhabers führt (stRspr des Senats, vgl. etwa Beschluss vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 - und vom 10. Januar 2012 - 2 EO 293/11 - jeweils Juris m. w. N.).
Befangen kann nur ein Einzelner, nicht jedoch eine Institution sein (vgl. zu allem: Beschluss des Senats vom 18. März 2008 - 2 EO 236/07 - Stelkens-Bonk, VwVfG, 5. Aufl., § 21 Rz. 2, 10 m. w. N.).
Dieser hat vielmehr die gesetzlichen Vorgaben - und damit insbesondere den Grundsatz der Bestenauslese - zu berücksichtigen und darf sich bei der Formulierung eines Anforderungsprofils nicht von sachwidrigen oder gar willkürlichen Erwägungen leiten lassen (vgl. auch Thüringisches OVG, Beschluss vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 -, Juris mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).
Fehler im Anforderungsprofil führen daher grundsätzlich auch zur Rechtswidrigkeit des Auswahlverfahrens, weil die Auswahlerwägungen dann auf sachfremden, nicht am Leistungsgrundsatz orientierten Gesichtspunkten beruhen (vgl. nochmals Thüringisches OVG, Beschluss vom 30. Januar 2008 - 2 EO 236/07 -, a. a. O.).
OVG Thüringen, 01.10.2008 - 2 ZKO 165/08
Recht der Richter; Besorgnis der Befangenheit wegen Beteiligung im …
Anders ist dies jedoch zu beurteilen, wenn über das übliche Maß persönlicher kollegialer Bekanntschaft hinaus freundschaftliche Beziehungen bestehen (vgl. vgl. ThürVerfGH, Beschluss vom 24. Januar 2007 - VerfGH 49/06 u. a. -, m. w. N.; OVG des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 18. Januar 2001 - 2 M 4/01 -, DVBl. 2001, 182; BayOLG, Beschluss vom 2. Oktober 1986 - 2 Z 113/86 -, NJW-RR 1987, 187; ThürOVG, Beschluss vom 6. August 2007 - 2 EO 236/07 - Vollkommer, in: Zöller, ZPO, 24. Auflage 2004, § 42 Rdnr. 12).