Source: https://www.rechtsindex.de/recht-urteile/6299-bgh-urteil-fotografierverbot-im-museum-keine-veroeffentlichung-im-internet
Timestamp: 2020-02-21 06:27:08
Document Index: 91423118

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 64', '§ 72', '§ 72', 'BGH']

BGH-Urteil: Fotografierverbot im Museum - Keine Veröffentlichung im Internet | Rechtsindex
BGH-Urteil: Fotografierverbot im Museum - Keine Veröffentlichung im Internet
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Museumsbesucher, der unter Verstoß gegen das Fotografierverbot Fotos ausgestellter Werke anfertigt und im Internet veröffentlicht, durch den Museumsbetreiber auf Unterlassung der öffentlichen Zugänglichmachung in Anspruch genommen werden kann.
Der Beklagte hat Fotografien in die Mediendatenbank Wikimedia Commons hochgeladen und zum öffentlichen Abruf bereitgestellt, auf denen Werke - Gemälde und andere Objekte - aus der im Eigentum der Klägerin stehenden Sammlung zu sehen sind.
Diese Werke sind sämtlich gemeinfrei, also wegen Ablaufs der Schutzfrist (§ 64 UrhG) urheberrechtlich nicht mehr geschützt. Bei den Fotografien handelte es sich teilweise um Aufnahmen aus der Publikation der Klägerin, die der Beklagte zuvor eingescannt hatte. Die übrigen Fotos hatte der Beklagte bei einem Museumsbesuch im Jahr 2007 selbst angefertigt und Wikimedia Commons unter Verzicht auf sein Urheberrecht zur Verfügung gestellt.
Die Fotografie eines Gemäldes genießt Lichtbildschutz nach § 72 Abs. 1 UrhG. Bei ihrer Anfertigung hat der Fotograf Entscheidungen über eine Reihe von gestalterischen Umständen zu treffen, zu denen Standort, Entfernung, Blickwinkel, Belichtung und Ausschnitt der Aufnahme zählen. Deshalb erreichen solche Fotografien regelmäßig - so auch im Streitfall - das für den Schutz nach § 72 Abs. 1 UrhG erforderliche Mindestmaß an persönlicher geistiger Leistung.
Verstoß gegen das vertraglich vereinbarte Fotografierverbot
Bundesgerichtshof, Urteil vom 20.12.2018 - I ZR 104/17
BGH, PM 195/2018