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Timestamp: 2019-10-14 07:14:56
Document Index: 326580208

Matched Legal Cases: ['Art. 1', '§ 1', 'Art. 2', '§ 1', '§ 1', 'Art. 4', '§ 1', '§ 3', 'Art. 5', 'Art. 6', '§ 1', '§ 1', 'Art. 7', '§ 1', 'Art. 1', '§ 1', 'Art. 9', '§ 1', 'Art. 10', '§ 1', 'Art. 12', '§ 1', '§ 3', '§ 3', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', '§ 1', 'Art. 133']

Intima ecclesiae natura – Kathpedia
(Weitergeleitet von Intima ecclesia natura)
über den Dienst der Liebe
(Quelle: Die deutsche Fassung auf der Vatikanseite; auch in: VAS 195)
Art. 1. - § 1. Die Gläubigen haben das Recht, sich in Vereinen zusammenzuschließen und Organisationen zu gründen, die bestimmte Dienste der Nächstenliebe leisten, insbesondere zugunsten der Armen und Leidenden. Sollten besagte Organisationen mit dem karitativen Wirken der Hirten der Kirche verbunden sein bzw. beabsichtigen, aus diesem Grund die Unterstützung der Gläubigen zu beanspruchen, müssen sie ihre Statuten der zuständigen kirchlichen Autorität zur Genehmigung vorlegen und die nachfolgenden Bestimmungen beachten.
Art. 2. - § 1. In den Statuten jedweder karitativen Organisation, auf die sich der vorhergehende Artikel bezieht, sind, neben den institutionellen Ämtern und den Führungsstrukturen gemäß can. 95 § 1, auch die Leitmotive und Ziele der betreffenden Initiative anzugeben sowie die Art der Verwaltung der Geldmittel, das Profil der eigenen Mitarbeiter und die Berichte und Informationen, die der zuständigen kirchlichen Autorität vorzulegen sind.
Art. 4. - § 1. Der Diözesanbischof (vgl. can. 134 § 3 CIC und can. 987 CCEO) nimmt seine pastorale Sorge für den karitativen Dienst in der ihm anvertrauten Teilkirche als Hirte, Leiter und erster Verantwortlicher dieses Dienstes wahr.
Art. 5. – Der Diözesanbischof stelle sicher, daß die Kirche ihr Recht auf karitatives Wirken wahrnehmen kann, und trage dafür Sorge, daß die seiner Aufsicht unterstellten Gläubigen und Einrichtungen die diesbezüglichen rechtmäßigen zivilrechtlichen Vorschriften beachten.
Art. 6. - gemäß cann. 394 § 1 CIC und 203 § 1 CCEO ist es Aufgabe des Diözesanbischofs, die verschiedenen karitativen Werke – sowohl die von der Hierarchie selbst ausgehenden als auch jene, die der Initiative von Gläubigen zu verdanken sind – in seinem Bereich zu koordinieren, unbeschadet der ihnen nach ihren jeweiligen Statuten zustehenden Autonomie. Insbesondere stelle er sicher, daß ihre Aktivitäten den Geist des Evangeliums lebendig halten.
Art. 7. - § 1. Die in Art. 1 § 1 erwähnten Einrichtungen sind gehalten, ihre Mitarbeiter unter solchen Personen auszuwählen, die die katholische Identität dieser Werke teilen oder zumindest respektieren.
Art. 9. - § 1. Der Bischof fördere in jeder Pfarrei seiner Diözese die Einrichtung einer »Pfarrcaritas« oder eines ähnlichen Dienstes, der auch eine pädagogische Funktion innerhalb der gesamten Gemeinde wahrnehme, um die Menschen zu einem Geist des gemeinsamen Teilens und wahrer Nächstenliebe heranzubilden. Sollte es angebracht erscheinen, so werde besagter Dienst gemeinschaftlich für mehrere Pfarreien desselben Gebietes geschaffen.
Art. 10. - § 1. Dem Bischof obliegt die Aufsicht über die Kirchengüter der karitativen Organisationen, die seiner Autorität unterstellt sind.
Art. 12. - § 1. Der Diözesanbischof möge das nationale und internationale Wirken der seiner Obhut unterstellten karitativen Organisationen fördern, insbesondere die Zusammenarbeit mit ärmeren kirchlichen Gebieten, in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der cann. 1274 § 3 CIC und 1021 § 3 CCEO.
Art. 13. - Unangetastet bleibt in jedem Fall das Recht der örtlichen kirchlichen Autorität, Initiativen katholischer Organisationen zu genehmigen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich ausgeübt werden, unter Berücksichtigung der kirchlichen Gesetze und der besonderen Identität der einzelnen Organisationen. Es ist ihre Hirtenpflicht, darüber zu wachen, daß die in ihrer Diözese stattfindenden Aktivitäten mit der kirchlichen Disziplin übereinstimmen, und, sollte dies nicht der Fall sein, sie zu verbieten bzw. die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.
Art. 14. - Der Bischof möge, wenn es angebracht ist, karitative Initiativen gemeinsam mit anderen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften fördern, unbeschadet der Besonderheiten aller Beteiligten.
Art. 15. - § 1. Dem Päpstlichen Rat »Cor Unum« kommt die Aufgabe zu, die Anwendung der vorliegenden Rechtsvorschriften zu fördern und darüber zu wachen, daß sie auf allen Ebenen angewandt werden, unbeschadet der von Art. 133 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus vorgesehenen Zuständigkeit des Päpstlichen Rates für die Laien für die Vereinigungen von Gläubigen, sowie jener der Sektion für die Beziehung mit den Staaten des Staatssekretariats. Unbeschadet bleiben auch die allgemeinen Zuständigkeiten anderer Dikasterien und Organe der Römischen Kurie. Der Päpstliche Rat »Cor Unum« trage im besonderen dafür Sorge, daß der karitative Dienst katholischer Organisationen auf internationaler Ebene stets im Geist der communio mit den betreffenden Teilkirchen erfolge.
Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 11. November 2012,
im achten Jahr Unseres Pontifikats.
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