Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/strafzumessung-und-die-falschen-bemessungsgruende-3139276?pk_campaign=feed&pk_kwd=strafzumessung-und-die-falschen-bemessungsgruende
Timestamp: 2019-08-23 10:04:27
Document Index: 385287976

Matched Legal Cases: ['§ 267', 'BGH', 'BGH', '§ 46', 'BGH', '§ 46', 'BGH']

Die Straf­be­mes­sung (Straf­rah­men­be­stim­mung und Fest­set­zung der kon­kre­ten Stra­fe) ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts ist nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, sie von unzu­tref­fen­den Tat­sa­chen aus­ge­hen, das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein, so weit löst, dass sie nicht mehr inner­halb des dem Tatrich­ter ein­ge­räum­ten Spiel­raums liegt1.
Die straf­schär­fen­de Berück­sich­ti­gung von Tat­zeit und Tat­ort begeg­net durch­grei­fen­den Beden­ken, weil es sich hier­bei – soweit nicht die Beson­der­hei­ten des Fal­les aus­nahms­wei­se eine ande­re Betrach­tung recht­fer­ti­gen – um ambi­va­len­te Umstän­de han­delt, die für sich gese­hen nichts über die Schuld des Täters besa­gen2.
Mit der straf­schär­fend berück­sich­tig­ten Wer­tung, die Tat sei geeig­net, das Rechts­emp­fin­den und Sicher­heits­ge­fühl der Bevöl­ke­rung emp­find­lich zu stö­ren, hat zudem eine Erwä­gung Ein­gang in die Straf­zu­mes­sung gefun­den, die besor­gen lässt, dass sich die Straf­kam­mer rechts­feh­ler­haft von gene­ral­prä­ven­ti­ven Erwä­gun­gen zur Ver­tei­di­gung der Rechts­ord­nung3 lei­ten ließ und damit der erfor­der­li­che Bezug zur kon­kre­ten Tat und ihren tat­säch­li­chen Bezü­gen aus dem Blick gera­ten ist.
Zudem ent­hal­ten die­se Aus­füh­run­gen eine mora­li­sie­ren­de Äuße­rung, die in der Straf­zu­mes­sung zu unter­blei­ben hat4.
Zwar ist eine erschöp­fen­de Auf­zäh­lung aller Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gun­gen weder vor­ge­schrie­ben noch mög­lich, die für die Straf­zu­mes­sung bestim­men­den Umstän­de sind aber gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO in den Urteils­grün­den dar­zu­le­gen5. Dies gilt auch für die Schuld des Ange­klag­ten bestim­men­de straf­mil­dern­de Erwä­gun­gen.
Straf­zu­mes­sung – und die fal­schen Bemes­sungs­grün­de Die Straf­be­mes­sung (Straf­rah­men­be­stim­mung und Fest­set­zung der kon­kre­ten Stra­fe) ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts ist nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, sie von unzu­tref­fen­den…
Auto­ma­ti­sier­te Kfz-Ken­n­zei­chen­­kon­­trol­­len in… Eine auto­ma­ti­sier­te Kraft­fahr­zeug­kenn­zei­chen­kon­trol­le begrün­det Ein­grif­fe in das Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung aller Per­so­nen, deren Kenn­zei­chen in die Kon­trol­le ein­be­zo­gen wer­den, auch wenn das Ergeb­nis zu einem „Nicht­tref­fer” führt und die…
st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 02.02.2017 – 4 StR 481/​16, NStZ-RR 2017, 105, 106; und vom 16.04.2015 – 3 StR 638/​14, NStZ-RR 2015, 240 jeweils mwN; Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349 mwN↩
LK/​Theune, StGB, 12. Aufl., § 46 Rn. 127↩
vgl. Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 6. Aufl., Rn. 803, 809↩
BGH, Beschluss vom 06.02.2018 – 2 StR 173/​17; Fischer, StGB, 66. Aufl., § 46 Rn. 107 mwN; Schäfer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 6. Aufl., Rn. 1444 mwN↩
st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 02.02.2017 – 4 StR 481/​16, NStZ-RR 2017, 105, 106; und vom 02.08.2012 – 3 StR 132/​12, NStZ-RR 2012, 336, 337 jeweils mwN↩