Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202003,%202235
Timestamp: 2019-06-26 15:16:16
Document Index: 395531352

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BGH, 13.03.2003 - IX ZR 199/00 - dejure.org
https://dejure.org/2003,409
BGH, 13.03.2003 - IX ZR 199/00 (https://dejure.org/2003,409)
BGH, Entscheidung vom 13.03.2003 - IX ZR 199/00 (https://dejure.org/2003,409)
BGH, Entscheidung vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00 (https://dejure.org/2003,409)
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Gesellschaftsrechtliche Beteiligung an der Vermietung eines sanierten Wohnhauses und Geschäftshauses in Zwickau/Sachsen; Garantie für "erzielbare" Mieten als Mietgarantie; Vermietungsgarantie bei Hinweis auf "erzielbare" Mieten; Vollständige Absicherung des Vermieterrisikos durch Garantieleistungen; Begriffliche Unterscheidung von Mietgarantie und Vermietungsgarantie; Totalhaftung für Mietertragsrisiko durch Garantieurkunde; Mietzahlungsgarantie bei Mieterinsolvenz
Mietgarantie und Vermietungsgarantie
Zur Auslegung einer Garantie für "erzielbare", jedoch nicht "erzielte" Mieten als Mietgarantie oder Vermietungsgarantie
Mietgarantie oder Vermietungsgarantie?
Abgrenzung von Mietgarantie und Vermietungsgarantie
Auslegung einer Garantie für "erzielbare" aber nicht "erzielte" Mieten als Mietgarantie bei möglicher Bonitätsprüfung der Mietinteressenten durch Garanten
Auslegung einer Garantieerklärung; Abgrenzung zwischen Mietgarantie und Vermietungsgarantie
Mietgarantie umfasst auch das Risiko der Uneinbringlichkeit von Mieteinnahmen! (IBR 2003, 387)
OLG Nürnberg - 3.04.2000
NJW 2003, 2235
MDR 2003, 736
NZM 2003, 434
ZMR 2003, 481
WM 2003, 795
Hierbei können - auch bei einer schriftlich getroffenen Vereinbarung - unter Umständen auch deren Entstehungsgeschichte gehören, insbesondere wenn Vorbesprechungen erfolgt sind (vgl. BGH, Urteile vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00, NJW 2003, 2235 unter II 1; vom 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00, NJW 2004, 2232 unter II 2 b; jeweils mwN).
Das Berufungsgericht hat die anerkannte Auslegungsregel nicht beachtet, dass der Tatrichter bei der Auslegung den aus der Urkunde hervorgehenden Zweck und die daraus ersichtliche Interessenlage der Parteien zu berücksichtigen hat (vgl. Senat…, Beschluss vom 29. Mai 2008 - V ZB 6/08, NJW 2008, 3363 Rn. 7; Urteil vom 9. Mai 2003 - V ZR 240/02, NJW-RR 2003, 1053, 1054; BGH, Urteil vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00, NJW 2003, 2235, 2236; BGH, Urteil vom 10. Oktober 1989 - VI ZR 78/89, BGHZ 109, 19, 22).
Diese Auslegung einer Individualerklärung ist revisionsrechtlich nur beschränkt, nämlich darauf überprüfbar, ob der Tatrichter gesetzliche Auslegungsregeln, anerkannte Auslegungsgrundsätze, Denk- oder Erfahrungssätze verletzt oder den unterbreiteten Sachverhalt nicht erschöpfend gewürdigt hat (st.Rspr., vgl. BGH, Urteile vom 26. Februar 2003 - VIII ZR 270/01, WM 2003, 1089, 1090 und vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00, WM 2003, 795, 796, jeweils m.w.Nachw.).
Es hat aber die anerkannte Auslegungsregel nicht beachtet, dass der Tatrichter bei der Auslegung jedenfalls den aus der Urkunde hervorgehenden Zweck (BGHZ 109, 19, 22), die daraus ersichtliche Interessenlage der Parteien (BGH, Urt. v. 13. März 2003, IX ZR 199/00, NJW 2003, 2235, 2236;… Senat, Urt. v. 9. Mai 2003, V ZR 240/02, NJW-RR 2003, 1053, 1054) und ihre sprachlichen Gepflogenheiten zu berücksichtigen hat (…Senat, Urt. v. 2. Februar 2007, V ZR 34/06, juris).
Das Berufungsgericht hat die anerkannte Auslegungsregel nicht beachtet, dass der Tatrichter bei seiner Willenserforschung insbesondere den mit der Absprache verfolgten Zweck (BGHZ 109, 19, 22), die Interessenlage der Parteien (BGH, Urt. v. 13. März 2003, IX ZR 199/00, NJW 2003, 2235, 2236;… Senat, Urt. v. 9. Mai 2003, V ZR 240/02, NJW-RR 2003, 1053, 1054) und die sonstigen Begleitumstände zu berücksichtigen hat, die den Sinngehalt der gewechselten Erklärungen erhellen können (…Senat, Urt. v. 5. Juli 2002, V ZR 143/01, NJW 2002, 3164, 3165;… Urt. v. 2. Februar 2007, V ZR 34/06, juris).
Ein engeres Verständnis der Regelung ließe sich jedenfalls, anders als das Berufungsgericht meint, nicht mit dem Wortlaut, sondern nur unter Rückgriff auf den Zweck der Regelung (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 1989 - VI ZR 78/89, BGHZ 109, 19, 22), die Interessen der Beteiligten (vgl. Senat, Urteil vom 9. Mai 2003 - V ZR 240/02, NJW-RR 2003, 1053, 1054 und BGH, Urteil vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00, NJW 2003, 2235, 2236) und die sonstigen Begleitumstände begründen, die den Sinngehalt der Erklärung erhellen können (vgl. Senat, Urteile vom 5. Juli 2002 - V ZR 143/01, NJW 2002, 3164, 3165 …und vom 16. November 2007 - V ZR 208/06, WM 2008, 491 Rn. 7).
Rechtsfrage ist jedoch, ob der Tatrichter gesetzliche Auslegungsregeln, anerkannte Auslegungsgrundsätze, Denkgesetze und Erfahrungssätze beachtet hat (st. Rspr. BGH, Urteile vom 13. März 2003 - IX ZR 199/00 - NJW 2003, 2235, 2236 m.w.N. und vom 14. Juli 2004 - VIII ZR 164/03 - NJW 2004, 2751, 2753) .
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