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Timestamp: 2020-07-10 02:00:06
Document Index: 379337911

Matched Legal Cases: ['Art. 32', 'Art. 16', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 46', 'Art. 9', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 29', 'Art. 49', 'Art. 8', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 53', 'Art. 40', 'Art. 54', 'Art. 55']

Lawbrary | KG - Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
Allgemeine Bestimmungen (1 - 4)
Materiellrechtliche Bestimmungen
Unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen (5 - 8)
Unternehmenszusammenschlüsse (9 - 11)
Zivilrechtliches Verfahren (12 - 16)
Wettbewerbsbehörden (18 - 25)
Untersuchung von Wettbewerbsbeschränkungen (26 - 31)
Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen (32 - 38)
Verfahren und Rechtsschutz (39 - 44)
Übrige Aufgaben und Befugnisse der Wettbewerbsbehörden (45 - 49)
Verwaltungssanktionen (49 - 53)
Gebühren (53 - 53)
Strafsanktionen (54 - 57)
Ausführung internationaler Abkommen (58 - 59)
Evaluation (59 - 59)
Schlussbestimmungen (60 - 63)
Schlussbestimmung zur Änderung vom 20. Juni 2003
Die­ses Ge­setz bezweckt, volks­wirt­schaft­lich oder so­zi­al schäd­li­che Aus­wir­kun­gen von Kar­tel­len und an­de­ren Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen zu ver­hin­dern und da­mit den Wett­be­werb im In­ter­es­se ei­ner frei­heit­li­chen markt­wirt­schaft­li­chen Ord­nung zu för­dern.
1Das Ge­setz gilt für Un­ter­neh­men des pri­va­ten und des öf­fent­li­chen Rechts, die Kar­tell- oder an­de­re Wett­be­werb­sa­b­re­den tref­fen, Markt­macht aus­üben oder sich an Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen be­tei­li­gen.
1bisAls Un­ter­neh­men gel­ten sämt­li­che Nach­fra­ger oder An­bie­ter von Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen im Wirt­schaftspro­zess, un­ab­hän­gig von ih­rer Rechts- oder Or­ga­ni­sa­ti­ons­form.1
2Das Ge­setz ist auf Sach­ver­hal­te an­wend­bar, die sich in der Schweiz aus­wir­ken, auch wenn sie im Aus­land ver­an­lasst wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Vor­be­hal­ten sind Vor­schrif­ten, so­weit sie auf ei­nem Markt für be­stimm­te Wa­ren oder Leis­tun­gen Wett­be­werb nicht zu­las­sen, ins­be­son­de­re Vor­schrif­ten:
die ei­ne staat­li­che Markt- oder Preis­ord­nung be­grün­den;
die ein­zel­ne Un­ter­neh­men zur Er­fül­lung öf­fent­li­cher Auf­ga­ben mit be­son­de­ren Rech­ten aus­stat­ten.
2Nicht un­ter das Ge­setz fal­len Wett­be­werbs­wir­kun­gen, die sich aus­sch­liess­lich aus der Ge­setz­ge­bung über das geis­ti­ge Ei­gen­tum er­ge­ben. Hin­ge­gen un­ter­lie­gen Ein­fuhr­be­schrän­kun­gen, die sich auf Rech­te des geis­ti­gen Ei­gen­tums stüt­zen, der Be­ur­tei­lung nach die­sem Ge­setz.1
3Ver­fah­ren zur Be­ur­tei­lung von Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen nach die­sem Ge­setz ge­hen Ver­fah­ren nach dem Preis­über­wa­chungs­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19852 vor, es sei denn die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on und der Preis­über­wa­cher tref­fen ge­mein­sam ei­ne ge­gen­tei­li­ge Re­ge­lung.
1 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Als Wett­be­werb­sa­b­re­den gel­ten recht­lich er­zwing­ba­re oder nicht er­zwing­ba­re Ver­ein­ba­run­gen so­wie auf­ein­an­der ab­ge­stimm­te Ver­hal­tens­wei­sen von Un­ter­neh­men glei­cher oder ver­schie­de­ner Markt­stu­fen, die ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung bezwe­cken oder be­wir­ken.
2Als markt­be­herr­schen­de Un­ter­neh­men gel­ten ein­zel­ne oder meh­re­re Un­ter­neh­men, die auf ei­nem Markt als An­bie­ter oder Nach­fra­ger in der La­ge sind, sich von an­dern Markt­teil­neh­mern (Mit­be­wer­bern, An­bie­tern oder Nach­fra­gern) in we­sent­li­chem Um­fang un­ab­hän­gig zu ver­hal­ten.1
3Als Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschluss gilt:
die Fu­si­on von zwei oder mehr bis­her von­ein­an­der un­ab­hän­gi­gen Un­ter­neh­men;
je­der Vor­gang, wie na­ment­lich der Er­werb ei­ner Be­tei­li­gung oder der Ab­schluss ei­nes Ver­tra­ges, durch den ein oder meh­re­re Un­ter­neh­men un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar die Kon­trol­le über ein oder meh­re­re bis­her un­ab­hän­gi­ge Un­ter­neh­men oder Tei­le von sol­chen er­lan­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Ab­re­den, die den Wett­be­werb auf ei­nem Markt für be­stimm­te Wa­ren oder Leis­tun­gen er­heb­lich be­ein­träch­ti­gen und sich nicht durch Grün­de der wirt­schaft­li­chen Ef­fi­zi­enz recht­fer­ti­gen las­sen, so­wie Ab­re­den, die zur Be­sei­ti­gung wirk­sa­men Wett­be­werbs füh­ren, sind un­zu­läs­sig.
2Wett­be­werb­sa­b­re­den sind durch Grün­de der wirt­schaft­li­chen Ef­fi­zi­enz ge­recht­fer­tigt, wenn sie:
not­wen­dig sind, um die Her­stel­lungs- oder Ver­triebs­kos­ten zu sen­ken, Pro­duk­te oder Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren zu ver­bes­sern, die For­schung oder die Ver­brei­tung von tech­ni­schem oder be­ruf­li­chem Wis­sen zu för­dern oder um Res­sour­cen ra­tio­nel­ler zu nut­zen; und
den be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men in kei­nem Fall Mög­lich­kei­ten er­öff­nen, wirk­sa­men Wett­be­werb zu be­sei­ti­gen.
3Die Be­sei­ti­gung wirk­sa­men Wett­be­werbs wird bei fol­gen­den Ab­re­den ver­mu­tet, so­fern sie zwi­schen Un­ter­neh­men ge­trof­fen wer­den, die tat­säch­lich oder der Mög­lich­keit nach mit­ein­an­der im Wett­be­werb ste­hen:
Ab­re­den über die di­rek­te oder in­di­rek­te Fest­set­zung von Prei­sen;
Ab­re­den über die Ein­schrän­kung von Pro­duk­ti­ons-, Be­zugs- oder Lie­fer­men­gen;
Ab­re­den über die Auf­tei­lung von Märk­ten nach Ge­bie­ten oder Ge­schäfts­part­nern.
4Die Be­sei­ti­gung wirk­sa­men Wett­be­werbs wird auch ver­mu­tet bei Ab­re­den zwi­schen Un­ter­neh­men ver­schie­de­ner Markt­stu­fen über Min­dest- oder Fest­prei­se so­wie bei Ab­re­den in Ver­triebs­ver­trä­gen über die Zu­wei­sung von Ge­bie­ten, so­weit Ver­käu­fe in die­se durch ge­biets­frem­de Ver­trieb­s­part­ner aus­ge­schlos­sen wer­den.1
1In Ver­ord­nun­gen oder all­ge­mei­nen Be­kannt­ma­chun­gen kön­nen die Vor­aus­set­zun­gen um­schrie­ben wer­den, un­ter de­nen ein­zel­ne Ar­ten von Wett­be­werb­sa­b­re­den aus Grün­den der wirt­schaft­li­chen Ef­fi­zi­enz in der Re­gel als ge­recht­fer­tigt gel­ten. Da­bei wer­den ins­be­son­de­re die fol­gen­den Ab­re­den in Be­tracht ge­zo­gen:
Ab­re­den über die Zu­sam­men­ar­beit bei der For­schung und Ent­wick­lung;
Ab­re­den über die Spe­zia­li­sie­rung und Ra­tio­na­li­sie­rung, ein­sch­liess­lich dies­be­züg­li­che Ab­re­den über den Ge­brauch von Kal­ku­la­ti­ons­hil­fen;
Ab­re­den über den aus­sch­liess­li­chen Be­zug oder Ab­satz be­stimm­ter Wa­ren oder Leis­tun­gen;
Ab­re­den über die aus­sch­liess­li­che Li­zen­zie­rung von Rech­ten des geis­ti­gen Ei­gen­tums;
Ab­re­den mit dem Zweck, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit klei­ner und mitt­ler­er Un­ter­neh­men zu ver­bes­sern, so­fern sie nur ei­ne be­schränk­te Markt­wir­kung auf­wei­sen.
2Ver­ord­nun­gen und all­ge­mei­ne Be­kannt­ma­chun­gen kön­nen auch be­son­de­re Ko­ope­ra­ti­ons­for­men in ein­zel­nen Wirt­schafts­zwei­gen, na­ment­lich Ab­re­den über die ra­tio­nel­le Um­set­zung von öf­fent­lich-recht­li­chen Vor­schrif­ten zum Schut­ze von Kun­den oder An­le­gern im Be­reich der Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen, als in der Re­gel ge­recht­fer­tig­te Wett­be­werb­sa­b­re­den be­zeich­nen.
3All­ge­mei­ne Be­kannt­ma­chun­gen wer­den von der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on im Bun­des­blatt ver­öf­fent­licht. Ver­ord­nun­gen im Sin­ne der Ab­sät­ze 1 und 2 wer­den vom Bun­des­rat er­las­sen.
1Markt­be­herr­schen­de Un­ter­neh­men ver­hal­ten sich un­zu­läs­sig, wenn sie durch den Miss­brauch ih­rer Stel­lung auf dem Markt an­de­re Un­ter­neh­men in der Auf­nah­me oder Aus­übung des Wett­be­werbs be­hin­dern oder die Markt­ge­gen­sei­te be­nach­tei­li­gen.
2Als sol­che Ver­hal­tens­wei­sen fal­len ins­be­son­de­re in Be­tracht:
die Ver­wei­ge­rung von Ge­schäfts­be­zie­hun­gen (z. B. die Lie­fer- oder Be­zugs­sper­re);
die Dis­kri­mi­nie­rung von Han­del­s­part­nern bei Prei­sen oder sons­ti­gen Ge­schäfts­be­din­gun­gen;
die Er­zwin­gung un­an­ge­mes­se­ner Prei­se oder sons­ti­ger un­an­ge­mes­se­ner Ge­schäfts­be­din­gun­gen;
die ge­gen be­stimm­te Wett­be­wer­ber ge­rich­te­te Un­ter­bie­tung von Prei­sen oder sons­ti­gen Ge­schäfts­be­din­gun­gen;
die Ein­schrän­kung der Er­zeu­gung, des Ab­sat­zes oder der tech­ni­schen Ent­wick­lung;
die an den Ab­schluss von Ver­trä­gen ge­kop­pel­te Be­din­gung, dass die Ver­trags­part­ner zu­sätz­li­che Leis­tun­gen an­neh­men oder er­brin­gen.
Wett­be­werb­sa­b­re­den und Ver­hal­tens­wei­sen markt­be­herr­schen­der Un­ter­neh­men, die von der zu­stän­di­gen Be­hör­de für un­zu­läs­sig er­klärt wur­den, kön­nen vom Bun­des­rat auf An­trag der Be­tei­lig­ten zu­ge­las­sen wer­den, wenn sie in Aus­nah­me­fäl­len not­wen­dig sind, um über­wie­gen­de öf­fent­li­che In­ter­es­sen zu ver­wirk­li­chen.
1Vor­ha­ben über Zu­sam­menschlüs­se von Un­ter­neh­men sind vor ih­rem Voll­zug der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on zu mel­den, so­fern im letz­ten Ge­schäfts­jahr vor dem Zu­sam­menschluss:
die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men einen Um­satz von ins­ge­samt min­des­tens 2 Mil­li­ar­den Fran­ken oder einen auf die Schweiz ent­fal­len­den Um­satz von ins­ge­samt min­des­tens 500 Mil­lio­nen Fran­ken er­ziel­ten; und
min­des­tens zwei der be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men einen Um­satz in der Schweiz von je min­des­tens 100 Mil­lio­nen Fran­ken er­ziel­ten.
3Bei Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten tre­ten an die Stel­le des Um­sat­zes die jähr­li­chen Brut­to­prä­mi­enein­nah­men, bei Ban­ken und üb­ri­gen Fi­nan­zin­ter­me­di­ären die Brut­to­er­trä­ge, so­fern sie den Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten ge­mä­ss dem Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19342 (BankG) un­ter­stellt sind.3
4Die Mel­de­pflicht be­steht un­ge­ach­tet der Ab­sät­ze 1-3, wenn am Zu­sam­menschluss ein Un­ter­neh­men be­tei­ligt ist, für wel­ches in ei­nem Ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz rechts­kräf­tig fest­ge­stellt wor­den ist, dass es in der Schweiz auf ei­nem be­stimm­ten Markt ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung hat, und der Zu­sam­menschluss die­sen Markt oder einen sol­chen be­trifft, der ihm vor- oder nach­ge­la­gert oder be­nach­bart ist.
5Die Bun­des­ver­samm­lung kann mit all­ge­mein­ver­bind­li­chem, nicht re­fe­ren­dums­pflich­ti­gem Bun­des­be­schluss:
die Grenz­be­trä­ge in den Ab­sät­zen 1-3 den ver­än­der­ten Ver­hält­nis­sen an­pas­sen;
für die Mel­de­pflicht von Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen in ein­zel­nen Wirt­schafts­zwei­gen be­son­de­re Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, mit Wir­kung seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Mel­de­pflich­ti­ge Zu­sam­menschlüs­se un­ter­lie­gen der Prü­fung durch die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on, so­fern sich in ei­ner vor­läu­fi­gen Prü­fung (Art. 32 Abs. 1) An­halts­punk­te er­ge­ben, dass sie ei­ne markt­be­herr­schen­de Stel­lung be­grün­den oder ver­stär­ken.
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann den Zu­sam­menschluss un­ter­sa­gen oder ihn mit Be­din­gun­gen und Auf­la­gen zu­las­sen, wenn die Prü­fung er­gibt, dass der Zu­sam­menschluss:
ei­ne markt­be­herr­schen­de Stel­lung, durch die wirk­sa­mer Wett­be­werb be­sei­tigt wer­den kann, be­grün­det oder ver­stärkt; und
kei­ne Ver­bes­se­rung der Wett­be­werbs­ver­hält­nis­se in ei­nem an­de­ren Markt be­wirkt, wel­che die Nach­tei­le der markt­be­herr­schen­den Stel­lung über­wiegt.
3Bei Zu­sam­menschlüs­sen von Ban­ken im Sin­ne des BankG1, die der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) aus Grün­den des Gläu­bi­ger­schut­zes als not­wen­dig er­schei­nen, kön­nen die In­ter­es­sen der Gläu­bi­ger vor­ran­gig be­rück­sich­tigt wer­den. In die­sen Fäl­len tritt die FIN­MA an die Stel­le der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on; sie lädt die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on zur Stel­lung­nah­me ein.2
4Bei der Be­ur­tei­lung der Aus­wir­kun­gen ei­nes Zu­sam­menschlus­ses auf die Wirk­sam­keit des Wett­be­werbs be­rück­sich­tigt die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on auch die Markt­ent­wick­lung so­wie die Stel­lung der Un­ter­neh­men im in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­se, die nach Ar­ti­kel 10 un­ter­sagt wur­den, kön­nen vom Bun­des­rat auf An­trag der be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men zu­ge­las­sen wer­den, wenn sie in Aus­nah­me­fäl­len not­wen­dig sind, um über­wie­gen­de öf­fent­li­che In­ter­es­sen zu ver­wirk­li­chen.
1Wer durch ei­ne un­zu­läs­si­ge Wett­be­werbs­be­schrän­kung in der Auf­nah­me oder Aus­übung des Wett­be­werbs be­hin­dert wird, hat An­spruch auf:
Be­sei­ti­gung oder Un­ter­las­sung der Be­hin­de­rung;
Scha­den­er­satz und Ge­nug­tu­ung nach Mass­ga­be des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1;
Her­aus­ga­be ei­nes un­recht­mäs­sig er­ziel­ten Ge­winns nach Mass­ga­be der Be­stim­mun­gen über die Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag.
2Als Wett­be­werbs­be­hin­de­rung fal­len ins­be­son­de­re die Ver­wei­ge­rung von Ge­schäfts­be­zie­hun­gen so­wie Dis­kri­mi­nie­rungs­mass­nah­men in Be­tracht.
3Die in Ab­satz 1 ge­nann­ten An­sprü­che hat auch, wer durch ei­ne zu­läs­si­ge Wett­be­werbs­be­schrän­kung über das Mass hin­aus be­hin­dert wird, das zur Durch­set­zung der Wett­be­werbs­be­schrän­kung not­wen­dig ist.
Zur Durch­set­zung des Be­sei­ti­gungs- und Un­ter­las­sungs­an­spruchs kann das Ge­richt auf An­trag des Klä­gers na­ment­lich an­ord­nen, dass:
Ver­trä­ge ganz oder teil­wei­se un­gül­tig sind;
der oder die Ver­ur­sa­cher der Wett­be­werbs­be­hin­de­rung mit dem Be­hin­der­ten markt­ge­rech­te oder bran­chen­üb­li­che Ver­trä­ge ab­zu­sch­lies­sen ha­ben.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 16 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
1Steht in ei­nem zi­vil­recht­li­chen Ver­fah­ren die Zu­läs­sig­keit ei­ner Wett­be­werbs­be­schrän­kung in Fra­ge, so wird die Sa­che der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on zur Be­gut­ach­tung vor­ge­legt.
2Wird gel­tend ge­macht, ei­ne an sich un­zu­läs­si­ge Wett­be­werbs­be­schrän­kung sei zur Ver­wirk­li­chung über­wie­gen­der öf­fent­li­cher In­ter­es­sen not­wen­dig, so ent­schei­det der Bun­des­rat.
Art. 16 und 17
1Der Bun­des­rat be­stellt die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on und be­zeich­net die Mit­glie­der des Prä­si­di­ums.1
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on be­steht aus 11-15 Mit­glie­dern. Die Mehr­heit der Mit­glie­der müs­sen un­ab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge sein.
2bisDie Mit­glie­der der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on le­gen ih­re In­ter­es­sen in ei­nem In­ter­es­sen­bin­dungs­re­gis­ter of­fen.2
3Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on trifft die Ent­schei­de und er­lässt die Ver­fü­gun­gen, die nicht aus­drück­lich ei­ner an­de­ren Be­hör­de vor­be­hal­ten sind. Sie gibt Emp­feh­lun­gen (Art. 45 Abs. 2) und Stel­lung­nah­men (Art. 46 Abs. 2) an die po­li­ti­schen Be­hör­den ab und er­stat­tet Gut­ach­ten (Art. 47 Abs. 1).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ist von den Ver­wal­tungs­be­hör­den un­ab­hän­gig. Sie kann sich in Kam­mern mit selb­stän­di­ger Ent­schei­dungs­be­fug­nis glie­dern. Sie kann ein Mit­glied des Prä­si­di­ums im Ein­zel­fall er­mäch­ti­gen, dring­li­che Fäl­le oder Fäl­le un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung di­rekt zu er­le­di­gen.
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ist ad­mi­nis­tra­tiv dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF)1 zu­ge­ord­net.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 6 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on er­lässt ein Ge­schäfts­re­gle­ment; dar­in re­gelt sie ins­be­son­de­re die Ein­zel­hei­ten der Or­ga­ni­sa­ti­on, na­ment­lich die Zu­stän­dig­kei­ten des Prä­si­di­ums, der ein­zel­nen Kam­mern und der Ge­samt­kom­mis­si­on.
2Das Ge­schäfts­re­gle­ment be­darf der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on und die Kam­mern sind be­schluss­fä­hig, wenn min­des­tens die Hälf­te der Mit­glie­der, in je­dem Fall aber min­des­tens drei Mit­glie­der, an­we­send sind.
2Sie fas­sen ih­re Be­schlüs­se mit dem ein­fa­chen Mehr der an­we­sen­den Mit­glie­der; bei Stim­men­gleich­heit gibt der Prä­si­dent oder die Prä­si­den­tin den Sti­chent­scheid.
1Ein Mit­glied der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on tritt in den Aus­stand, wenn ein Aus­stands­grund nach Ar­ti­kel 10 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 vor­liegt.
2Ein per­sön­li­ches In­ter­es­se oder ein an­de­rer Grund der Be­fan­gen­heit ist in der Re­gel nicht ge­ge­ben, wenn ein Mit­glied der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on einen über­ge­ord­ne­ten Ver­band ver­tritt.
3Ist der Aus­stand strei­tig, so ent­schei­det die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on oder die ent­spre­chen­de Kam­mer un­ter Aus­schluss des be­tref­fen­den Mit­glie­des.
1Das Se­kre­ta­ri­at be­rei­tet die Ge­schäf­te der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on vor, führt die Un­ter­su­chun­gen durch und er­lässt zu­sam­men mit ei­nem Mit­glied des Prä­si­di­ums die not­wen­di­gen ver­fah­rens­lei­ten­den Ver­fü­gun­gen. Es stellt der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on An­trag und voll­zieht ih­re Ent­schei­de. Es ver­kehrt mit Be­tei­lig­ten, Drit­ten und Be­hör­den di­rekt.
2Es gibt Stel­lung­nah­men ab (Art. 46 Abs. 1) und berät Amts­stel­len und Un­ter­neh­men bei Fra­gen zu die­sem Ge­setz.
1Der Bun­des­rat wählt die Di­rek­ti­on, die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on wählt das üb­ri­ge Per­so­nal des Se­kre­ta­ri­ats.
2Das Dienst­ver­hält­nis rich­tet sich nach der Per­so­nal­ge­setz­ge­bung des Bun­des.
1Die Wett­be­werbs­be­hör­den wah­ren das Amts­ge­heim­nis.
2Sie dür­fen Kennt­nis­se, die sie bei ih­rer Tä­tig­keit er­lan­gen, nur zu dem mit der Aus­kunft oder dem Ver­fah­ren ver­folg­ten Zweck ver­wer­ten.
3Dem Preis­über­wa­cher dür­fen die Wett­be­werbs­be­hör­den die­je­ni­gen Da­ten wei­ter­ge­ben, die er für die Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt.
4Die Ver­öf­fent­li­chun­gen der Wett­be­werbs­be­hör­den dür­fen kei­ne Ge­schäfts­ge­heim­nis­se preis­ge­ben.
1Das Se­kre­ta­ri­at kann Vor­ab­klä­run­gen von Am­tes we­gen, auf Be­geh­ren von Be­tei­lig­ten oder auf An­zei­ge von Drit­ten hin durch­füh­ren.
2Das Se­kre­ta­ri­at kann Mass­nah­men zur Be­sei­ti­gung oder Ver­hin­de­rung von Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen an­re­gen.
3Im Ver­fah­ren der Vor­ab­klä­rung be­steht kein Recht auf Ak­ten­ein­sicht.
1Be­ste­hen An­halts­punk­te für ei­ne un­zu­läs­si­ge Wett­be­werbs­be­schrän­kung, so er­öff­net das Se­kre­ta­ri­at im Ein­ver­neh­men mit ei­nem Mit­glied des Prä­si­di­ums ei­ne Un­ter­su­chung. Ei­ne Un­ter­su­chung wird in je­dem Fall er­öff­net, wenn das Se­kre­ta­ri­at von der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on oder vom WBF da­mit be­auf­tragt wird.1
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ent­schei­det, wel­che der er­öff­ne­ten Un­ter­su­chun­gen vor­ran­gig zu be­han­deln sind.
1Das Se­kre­ta­ri­at gibt die Er­öff­nung ei­ner Un­ter­su­chung durch amt­li­che Pu­bli­ka­ti­on be­kannt.
2Die Be­kannt­ma­chung nennt den Ge­gen­stand und die Adres­sa­ten der Un­ter­su­chung. Sie ent­hält zu­dem den Hin­weis, dass Drit­te sich in­nert 30 Ta­gen mel­den kön­nen, falls sie sich an der Un­ter­su­chung be­tei­li­gen wol­len.
3Die feh­len­de Pu­bli­ka­ti­on hin­dert Un­ter­su­chungs­hand­lun­gen nicht.
1Er­ach­tet das Se­kre­ta­ri­at ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung für un­zu­läs­sig, so kann es den Be­tei­lig­ten ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung über die Art und Wei­se ih­rer Be­sei­ti­gung vor­schla­gen.
2Die ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung wird schrift­lich ab­ge­fasst und be­darf der Ge­neh­mi­gung durch die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on.
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ent­schei­det auf An­trag des Se­kre­ta­ri­ats mit Ver­fü­gung über die zu tref­fen­den Mass­nah­men oder die Ge­neh­mi­gung ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Re­ge­lung.
2Die am Ver­fah­ren Be­tei­lig­ten kön­nen schrift­lich zum An­trag des Se­kre­ta­ri­ats Stel­lung neh­men. Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann ei­ne An­hö­rung be­schlies­sen und das Se­kre­ta­ri­at mit zu­sätz­li­chen Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­auf­tra­gen.
3Ha­ben sich die tat­säch­li­chen oder recht­li­chen Ver­hält­nis­se we­sent­lich ge­än­dert, so kann die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on auf An­trag des Se­kre­ta­ri­ats oder der Be­trof­fe­nen den Ent­scheid wi­der­ru­fen oder än­dern.
1Hat die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ent­schie­den, dass ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung un­zu­läs­sig ist, so kön­nen die Be­tei­lig­ten in­ner­halb von 30 Ta­gen beim WBF ei­ne aus­nahms­wei­se Zu­las­sung durch den Bun­des­rat aus über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­sen be­an­tra­gen. Ist ein sol­cher An­trag ge­stellt, so be­ginnt die Frist für die Ein­rei­chung ei­ner Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erst mit der Er­öff­nung des Ent­schei­des des Bun­des­ra­tes zu lau­fen.1
2Der An­trag auf aus­nahms­wei­se Zu­las­sung durch den Bun­des­rat kann auch in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Ein­tritt der Rechts­kraft ei­nes Ent­schei­des des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts oder des Bun­des­ge­richts ge­stellt wer­den.2
3Die Zu­las­sung ist zeit­lich zu be­schrän­ken; sie kann mit Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.
4Der Bun­des­rat kann ei­ne Zu­las­sung auf Ge­such hin ver­län­gern, wenn die Vor­aus­set­zun­gen da­für wei­ter­hin er­füllt sind.
1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 27 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 27 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1Wird ein Vor­ha­ben über einen Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschluss ge­mel­det (Art. 9), so ent­schei­det die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on, ob ei­ne Prü­fung durch­zu­füh­ren ist. Sie hat die Ein­lei­tung die­ser Prü­fung den be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men in­ner­halb ei­nes Mo­nats seit der Mel­dung mit­zu­tei­len. Er­folgt in­ner­halb die­ser Frist kei­ne Mit­tei­lung, so kann der Zu­sam­menschluss oh­ne Vor­be­halt voll­zo­gen wer­den.
2Die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men dür­fen den Zu­sam­menschluss in­ner­halb ei­nes Mo­nats seit der Mel­dung des Vor­ha­bens nicht voll­zie­hen, es sei denn, die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ha­be dies auf An­trag die­ser Un­ter­neh­men aus wich­ti­gen Grün­den be­wil­ligt.
1Be­schliesst die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on die Durch­füh­rung ei­ner Prü­fung, so ver­öf­fent­licht das Se­kre­ta­ri­at den we­sent­li­chen In­halt der Mel­dung des Zu­sam­menschlus­ses und gibt die Frist be­kannt, in­ner­halb wel­cher Drit­te zum ge­mel­de­ten Zu­sam­menschluss Stel­lung neh­men kön­nen.
2Zu Be­ginn der Prü­fung ent­schei­det die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on, ob der Zu­sam­menschluss aus­nahms­wei­se vor­läu­fig voll­zo­gen wer­den kann oder auf­ge­scho­ben bleibt.
3Sie führt die Prü­fung in­ner­halb von vier Mo­na­ten durch, so­fern sie nicht durch Um­stän­de ge­hin­dert wird, die von den be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men zu ver­ant­wor­ten sind.
Die zi­vil­recht­li­che Wirk­sam­keit ei­nes mel­de­pflich­ti­gen Zu­sam­menschlus­ses bleibt, un­ter Vor­be­halt des Fri­sta­blaufs ge­mä­ss Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 und der Be­wil­li­gung zum vor­läu­fi­gen Voll­zug, auf­ge­scho­ben. Trifft die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on in­ner­halb der in Ar­ti­kel 33 Ab­satz 3 ge­nann­ten Frist kei­ne Ent­schei­dung, so gilt der Zu­sam­menschluss als zu­ge­las­sen, es sei denn, die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on stel­le mit ei­ner Ver­fü­gung fest, dass sie bei der Prü­fung durch Um­stän­de ge­hin­dert wor­den ist, die von den be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men zu ver­ant­wor­ten sind.
Wur­de ein mel­de­pflich­ti­ger Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschluss oh­ne Mel­dung voll­zo­gen, so wird das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 32-38 von Am­tes we­gen ein­ge­lei­tet. In ei­nem sol­chen Fall be­ginnt die Frist nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 zu lau­fen, so­bald die Be­hör­de im Be­sitz der In­for­ma­tio­nen ist, die ei­ne Mel­dung ent­hal­ten muss.
1Hat die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on den Zu­sam­menschluss un­ter­sagt, so kön­nen die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men in­ner­halb von 30 Ta­gen beim WBF ei­ne aus­nahms­wei­se Zu­las­sung durch den Bun­des­rat aus über­wie­gen­den öf­fent­li­chen In­ter­es­sen be­an­tra­gen. Ist ein sol­cher An­trag ge­stellt, so be­ginnt die Frist für die Ein­rei­chung ei­ner Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erst mit der Er­öff­nung des Ent­schei­des des Bun­des­rats zu lau­fen.1
3Der Bun­des­rat ent­schei­det über den An­trag mög­lichst in­ner­halb von vier Mo­na­ten seit Ein­gang des An­tra­ges.
1Wird ein un­ter­sag­ter Zu­sam­menschluss voll­zo­gen oder ein voll­zo­ge­ner Zu­sam­menschluss un­ter­sagt und für den Zu­sam­menschluss kei­ne aus­nahms­wei­se Zu­las­sung be­an­tragt oder er­teilt, so sind die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men ver­pflich­tet, die Mass­nah­men durch­zu­füh­ren, die zur Wie­der­her­stel­lung wirk­sa­men Wett­be­werbs er­for­der­lich sind.
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men auf­for­dern, ver­bind­li­che Vor­schlä­ge dar­über zu ma­chen, wie wirk­sa­mer Wett­be­werb wie­der­her­ge­stellt wird. Sie setzt da­für ei­ne Frist fest.
3Bil­ligt die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on die Vor­schlä­ge, so kann sie ver­fü­gen, wie und in­nert wel­cher Frist die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men die Mass­nah­men durch­füh­ren müs­sen.
4Ma­chen die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men trotz Auf­for­de­rung der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kei­ne Vor­schlä­ge oder wer­den die­se von der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on nicht ge­bil­ligt, so kann die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on fol­gen­de Mass­nah­men ver­fü­gen:
die Tren­nung der zu­sam­men­ge­fass­ten Un­ter­neh­men oder Ver­mö­gens­wer­te;
die Be­en­di­gung des kon­trol­lie­ren­den Ein­flus­ses;
an­de­re Mass­nah­men, die ge­eig­net sind, wirk­sa­men Wett­be­werb wie­der­her­zu­stel­len.
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kann ei­ne Zu­las­sung wi­der­ru­fen oder die Prü­fung ei­nes Zu­sam­menschlus­ses trotz Ab­lauf der Frist von Ar­ti­kel 32 Ab­satz 1 be­schlies­sen, wenn:
die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men un­rich­ti­ge An­ga­ben ge­macht ha­ben;
die Zu­las­sung arg­lis­tig her­bei­ge­führt wor­den ist; oder
die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men ei­ner Auf­la­ge zu ei­ner Zu­las­sung in schwer­wie­gen­der Wei­se zu­wi­der­han­deln.
2Der Bun­des­rat kann ei­ne aus­nahms­wei­se Zu­las­sung aus den­sel­ben Grün­den wi­der­ru­fen.
Auf die Ver­fah­ren sind die Be­stim­mun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 an­wend­bar, so­weit die­ses Ge­setz nicht da­von ab­weicht.
Be­tei­lig­te an Ab­re­den, markt­mäch­ti­ge Un­ter­neh­men, Be­tei­lig­te an Zu­sam­menschlüs­sen so­wie be­trof­fe­ne Drit­te ha­ben den Wett­be­werbs­be­hör­den al­le für de­ren Ab­klä­run­gen er­for­der­li­chen Aus­künf­te zu er­tei­len und die not­wen­di­gen Ur­kun­den vor­zu­le­gen. Das Recht zur Ver­wei­ge­rung der Aus­kunft rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 16 und 17 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196812.
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 28. Sept. 2012 über die An­pas­sung von ver­fah­rens­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zum an­walt­li­chen Be­rufs­ge­heim­nis, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 847; BBl 2011 8181).
Amts­stel­len des Bun­des und der Kan­to­ne sind ver­pflich­tet, an Ab­klä­run­gen der Wett­be­werbs­be­hör­den mit­zu­wir­ken und die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len.
Art. 42 Untersuchungsmassnahmen
1Die Wett­be­werbs­be­hör­den kön­nen Drit­te als Zeu­gen ein­ver­neh­men und die von ei­ner Un­ter­su­chung Be­trof­fe­nen zur Be­weis­aus­sa­ge ver­pflich­ten. Ar­ti­kel 64 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19472 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
2Die Wett­be­werbs­be­hör­den kön­nen Haus­durch­su­chun­gen an­ord­nen und Be­weis­ge­gen­stän­de si­cher­stel­len. Für die­se Zwangs­mass­nah­men sind die Ar­ti­kel 45-50 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19743 über das Ver­wal­tungs­straf­recht sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Haus­durch­su­chun­gen und Be­schlag­nah­men wer­den auf Grund ei­nes An­tra­ges des Se­kre­ta­ri­ats von ei­nem Mit­glied des Prä­si­di­ums an­ge­ord­net.
Art. 42a Untersuchungen in Verfahren nach dem Luftverkehrsabkommen Schweiz-EG
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ist die schwei­ze­ri­sche Be­hör­de, die für die Zu­sam­men­ar­beit mit den Or­ga­nen der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 11 des Ab­kom­mens zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft vom 21. Ju­ni 19992 über den Luft­ver­kehr zu­stän­dig ist.
2Wi­der­setzt sich ein Un­ter­neh­men in ei­nem auf Ar­ti­kel 11 des Ab­kom­mens ge­stütz­ten Ver­fah­ren der Nach­prü­fung, so kön­nen auf Er­su­chen der Kom­mis­si­on der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft Un­ter­su­chungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 42 vor­ge­nom­men wer­den; Ar­ti­kel 44 ist an­wend­bar.
Art. 42b Bekanntgabe von Daten an eine ausländische Wettbewerbsbehörde
1Ei­ne Be­kannt­ga­be von Da­ten an ei­ne aus­län­di­sche Wett­be­werbs­be­hör­de ist nur zu­läs­sig ge­stützt auf ein Ge­setz, ein in­ter­na­tio­na­les Ab­kom­men oder mit Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men.
2Oh­ne Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men kön­nen die Wett­be­werbs­be­hör­den ei­ner aus­län­di­schen Wett­be­werbs­be­hör­de ver­trau­li­che Da­ten, ins­be­son­de­re Ge­schäfts­ge­heim­nis­se, ge­stützt auf ein in­ter­na­tio­na­les Ab­kom­men nur be­kannt ge­ben, wenn:
die im emp­fan­gen­den Staat un­ter­such­ten Ver­hal­tens­wei­sen auch nach schwei­ze­ri­schem Recht un­zu­läs­sig sind;
bei­de Wett­be­werbs­be­hör­den die­sel­ben oder mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Ver­hal­tens­wei­sen oder Rechts­ge­schäf­te un­ter­su­chen;
die Da­ten von der aus­län­di­schen Wett­be­werbs­be­hör­de nur für Zwe­cke der An­wen­dung kar­tell­recht­li­cher Be­stim­mun­gen so­wie als Be­weis­mit­tel in Be­zug auf den Un­ter­su­chungs­ge­gen­stand ver­wen­det wer­den, für den die Wett­be­werbs­be­hör­de das Aus­kunfts­be­geh­ren ge­stellt hat;
die Da­ten nicht in ei­nem Straf- oder Zi­vil­ver­fah­ren ver­wen­det wer­den;
die Par­tei­rech­te und das Amts­ge­heim­nis im aus­län­di­schen Ver­fah­rens­recht ge­wahrt sind; und
die ver­trau­li­chen Da­ten der aus­län­di­schen Wett­be­werbs­be­hör­de nicht im Rah­men ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Re­ge­lung (Art. 29) oder der Mit­wir­kung an der Auf­de­ckung und der Be­sei­ti­gung ei­ner Wett­be­werbs­be­schrän­kung (Art. 49a Abs. 2) be­kannt ge­ge­ben wer­den.
3Die Wett­be­werbs­be­hör­den in­for­mie­ren die be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men und la­den die­se zur Stel­lung­nah­me ein, be­vor sie der aus­län­di­schen Wett­be­werbs­be­hör­de die Da­ten über­mit­teln.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang des BB vom 20. Ju­ni 2014 über die Ge­neh­mi­gung des Abk. zwi­schen der Schweiz und der EU über die Zu­sam­men­ar­beit bei der An­wen­dung ih­res Wett­be­werbs­rechts und über die Um­set­zung, in Kraft seit 1. Dez. 2014 (AS 2014 3711; BBl 2013 3959).
1Ih­re Be­tei­li­gung an der Un­ter­su­chung ei­ner Wett­be­werbs­be­schrän­kung kön­nen an­mel­den:
Per­so­nen, die auf­grund der Wett­be­werbs­be­schrän­kung in der Auf­nah­me oder in der Aus­übung des Wett­be­werbs be­hin­dert sind;
Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de, die nach den Sta­tu­ten zur Wah­rung der wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der be­fugt sind, so­fern sich auch Mit­glie­der des Ver­bands oder ei­nes Un­ter­ver­bands an der Un­ter­su­chung be­tei­li­gen kön­nen;
Or­ga­ni­sa­tio­nen von na­tio­na­ler oder re­gio­na­ler Be­deu­tung, die sich sta­tu­ten­ge­mä­ss dem Kon­su­men­ten­schutz wid­men.
2Das Se­kre­ta­ri­at kann ver­lan­gen, dass Grup­pen von mehr als fünf am Ver­fah­ren Be­tei­lig­ten mit glei­chen In­ter­es­sen ei­ne ge­mein­sa­me Ver­tre­tung be­stel­len, falls die Un­ter­su­chung sonst über­mäs­sig er­schwert wür­de. Es kann in je­dem Fall die Be­tei­li­gung auf ei­ne An­hö­rung be­schrän­ken; vor­be­hal­ten blei­ben die Par­tei­rech­te nach dem Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19681.
3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten sinn­ge­mä­ss auch im Ver­fah­ren der aus­nahms­wei­sen Zu­las­sung ei­ner un­zu­läs­si­gen Wett­be­werbs­be­schrän­kung durch den Bun­des­rat (Art. 8).
4Im Ver­fah­ren der Prü­fung von Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen ha­ben nur die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men Par­tei­rech­te.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 27 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on be­ob­ach­tet lau­fend die Wett­be­werbs­ver­hält­nis­se.
2Sie kann den Be­hör­den Emp­feh­lun­gen zur För­de­rung von wirk­sa­mem Wett­be­werb un­ter­brei­ten, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Schaf­fung und Hand­ha­bung wirt­schafts­recht­li­cher Vor­schrif­ten.
1Ent­wür­fe von wirt­schafts­recht­li­chen Er­las­sen des Bun­des oder an­dern Bun­deser­las­sen, die den Wett­be­werb be­ein­flus­sen kön­nen, sind dem Se­kre­ta­ri­at vor­zu­le­gen. Es prüft die­se auf Wett­be­werbs­ver­fäl­schun­gen oder über­mäs­si­ge Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen hin.
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on nimmt im Ver­nehm­las­sungs­ver­fah­ren Stel­lung zu Ent­wür­fen von recht­set­zen­den Er­las­sen des Bun­des, die den Wett­be­werb be­schrän­ken oder auf an­de­re Wei­se be­ein­flus­sen. Sie kann zu kan­to­na­len recht­set­zen­den Er­las­se­sent­wür­fen Stel­lung neh­men.
1Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ver­fasst für an­de­re Be­hör­den Gut­ach­ten zu Wett­be­werbs­fra­gen von grund­sätz­li­cher Be­deu­tung. Sie kann das Se­kre­ta­ri­at in Fäl­len von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung be­auf­tra­gen, an ih­rer Stel­le Gut­ach­ten zu er­stat­ten.
1Die Wett­be­werbs­be­hör­den kön­nen ih­re Ent­schei­de ver­öf­fent­li­chen.
2Die Ge­rich­te stel­len dem Se­kre­ta­ri­at die Ur­tei­le, die in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes ge­fällt wer­den, un­auf­ge­for­dert und in voll­stän­di­ger Ab­schrift zu. Das Se­kre­ta­ri­at sam­melt die­se Ur­tei­le und kann sie pe­ri­odisch ver­öf­fent­li­chen.
1Das Se­kre­ta­ri­at und die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ori­en­tie­ren die Öf­fent­lich­keit über ih­re Tä­tig­keit.
2Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on er­stat­tet dem Bun­des­rat jähr­lich einen Tä­tig­keits­be­richt.
6. Abschnitt: Verwaltungssanktionen
Art. 49a Sanktion bei unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen
1Ein Un­ter­neh­men, das an ei­ner un­zu­läs­si­gen Ab­re­de nach Ar­ti­kel 5 Ab­sät­ze 3 und 4 be­tei­ligt ist oder sich nach Ar­ti­kel 7 un­zu­läs­sig ver­hält, wird mit ei­nem Be­trag bis zu 10 Pro­zent des in den letz­ten drei Ge­schäfts­jah­ren in der Schweiz er­ziel­ten Um­sat­zes be­las­tet. Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Der Be­trag be­misst sich nach der Dau­er und der Schwe­re des un­zu­läs­si­gen Ver­hal­tens. Der mut­mass­li­che Ge­winn, den das Un­ter­neh­men da­durch er­zielt hat, ist an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.
2Wenn das Un­ter­neh­men an der Auf­de­ckung und der Be­sei­ti­gung der Wett­be­werbs­be­schrän­kung mit­wirkt, kann auf ei­ne Be­las­tung ganz oder teil­wei­se ver­zich­tet wer­den.
3Die Be­las­tung ent­fällt, wenn:
das Un­ter­neh­men die Wett­be­werbs­be­schrän­kung mel­det, be­vor die­se Wir­kung ent­fal­tet. Wird dem Un­ter­neh­men in­nert fünf Mo­na­ten nach der Mel­dung die Er­öff­nung ei­nes Ver­fah­rens nach den Ar­ti­keln 26-30 mit­ge­teilt und hält es da­nach an der Wett­be­werbs­be­schrän­kung fest, ent­fällt die Be­las­tung nicht;
die Wett­be­werbs­be­schrän­kung bei Er­öff­nung der Un­ter­su­chung län­ger als fünf Jah­re nicht mehr aus­ge­übt wor­den ist;
der Bun­des­rat ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 8 zu­ge­las­sen hat.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506). Sie­he auch die SchlB am En­de die­ses Er­las­ses.
Art. 50 Verstösse gegen einvernehmliche Regelungen und behördliche Anordnungen
Ver­stösst ein Un­ter­neh­men zu sei­nem Vor­teil ge­gen ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung, ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung der Wett­be­werbs­be­hör­den oder einen Ent­scheid der Rechts­mit­tel­in­stan­zen, so wird es mit ei­nem Be­trag bis zu 10 Pro­zent des in den letz­ten drei Ge­schäfts­jah­ren in der Schweiz er­ziel­ten Um­sat­zes be­las­tet. Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Bei der Be­mes­sung des Be­tra­ges ist der mut­mass­li­che Ge­winn, den das Un­ter­neh­men durch das un­zu­läs­si­ge Ver­hal­ten er­zielt hat, an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.
1Ein Un­ter­neh­men, das einen mel­de­pflich­ti­gen Zu­sam­menschluss oh­ne Mel­dung voll­zieht oder das vor­läu­fi­ge Voll­zugs­ver­bot miss­ach­tet, ge­gen ei­ne mit der Zu­las­sung er­teil­te Auf­la­ge ver­stösst, einen un­ter­sag­ten Zu­sam­menschluss voll­zieht oder ei­ne Mass­nah­me zur Wie­der­her­stel­lung wirk­sa­men Wett­be­werbs nicht durch­führt, wird mit ei­nem Be­trag bis zu ei­ner Mil­li­on Fran­ken be­las­tet.
2Bei wie­der­hol­tem Ver­sto­ss ge­gen ei­ne mit der Zu­las­sung er­teil­te Auf­la­ge wird das Un­ter­neh­men mit ei­nem Be­trag bis zu 10 Pro­zent des auf die Schweiz ent­fal­len­den Ge­sam­tum­sat­zes der be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men be­las­tet. Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
Ein Un­ter­neh­men, das die Aus­kunfts­pflicht oder die Pflich­ten zur Vor­la­ge von Ur­kun­den nicht oder nicht rich­tig er­füllt, wird mit ei­nem Be­trag bis zu 100 000 Fran­ken be­las­tet.
Art. 53 Verfahren
1Ver­stös­se wer­den vom Se­kre­ta­ri­at im Ein­ver­neh­men mit ei­nem Mit­glied des Prä­si­di­ums un­ter­sucht. Sie wer­den von der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on be­ur­teilt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 27 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 27 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1Die Wett­be­werbs­be­hör­den er­he­ben Ge­büh­ren für:
Ver­fü­gun­gen über die Un­ter­su­chung von Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen nach den Ar­ti­keln 26-31;
die Prü­fung von Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen nach den Ar­ti­keln 32-38;
Gut­ach­ten und sons­ti­ge Dienst­leis­tun­gen.
2Die Ge­bühr be­misst sich nach dem Zeit­auf­wand.
3Der Bun­des­rat legt die Ge­büh­ren­sät­ze fest und re­gelt die Ge­büh­re­ner­he­bung. Er kann vor­se­hen, dass für be­stimm­te Ver­fah­ren oder Dienst­leis­tun­gen, na­ment­lich bei der Ein­stel­lung der Ver­fah­ren, kei­ne Ge­büh­ren er­ho­ben wer­den.
Wer vor­sätz­lich ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Re­ge­lung, ei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung der Wett­be­werbs­be­hör­den oder ei­nem Ent­scheid der Rechts­mit­tel­in­stan­zen zu­wi­der­han­delt, wird mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.
Wer vor­sätz­lich Ver­fü­gun­gen der Wett­be­werbs­be­hör­den be­tref­fend die Aus­kunfts­pflicht (Art. 40) nicht oder nicht rich­tig be­folgt, einen mel­de­pflich­ti­gen Zu­sam­menschluss oh­ne Mel­dung voll­zieht oder Ver­fü­gun­gen im Zu­sam­men­hang mit Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen zu­wi­der­han­delt, wird mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.
1Die Straf­ver­fol­gung für Wi­der­hand­lun­gen ge­gen ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lun­gen und be­hörd­li­che An­ord­nun­gen (Art. 54) ver­jährt nach fünf Jah­ren. Die Ver­jäh­rungs­frist kann durch Un­ter­bre­chung um nicht mehr als die Hälf­te hin­aus­ge­scho­ben wer­den.
2Die Straf­ver­fol­gung für an­de­re Wi­der­hand­lun­gen (Art. 55) ver­jährt nach zwei Jah­ren.
1Für die Ver­fol­gung und die Be­ur­tei­lung der straf­ba­ren Hand­lung gilt das Bun­des­ge­setz über das Ver­wal­tungs­straf­recht vom 22. März 19741.
2Ver­fol­gen­de Be­hör­de ist das Se­kre­ta­ri­at im Ein­ver­neh­men mit ei­nem Mit­glied des Prä­si­di­ums. Ur­tei­len­de Be­hör­de ist die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on.
1Macht ei­ne Ver­trags­par­tei ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­mens gel­tend, ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung sei mit dem Ab­kom­men un­ver­ein­bar, so kann das WBF das Se­kre­ta­ri­at mit ei­ner ent­spre­chen­den Vor­ab­klä­rung be­auf­tra­gen.
2Das WBF ent­schei­det auf An­trag des Se­kre­ta­ri­ats über das wei­te­re Vor­ge­hen. Es hört zu­vor die Be­tei­lig­ten an.
1Wird bei der Aus­füh­rung ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­mens fest­ge­stellt, dass ei­ne Wett­be­werbs­be­schrän­kung mit dem Ab­kom­men un­ver­ein­bar ist, so kann das WBF im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten den Be­tei­lig­ten ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung über die Be­sei­ti­gung der Un­ver­ein­bar­keit vor­schla­gen.
2Kommt ei­ne ein­ver­nehm­li­che Re­ge­lung nicht recht­zei­tig zu­stan­de und dro­hen der Schweiz von der Ver­trags­par­tei Schutz­mass­nah­men, so kann das WBF im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten die Mass­nah­men ver­fü­gen, die zur Be­sei­ti­gung der Wett­be­werbs­be­schrän­kung er­for­der­lich sind.
6a. Kapitel: Evaluation
1Der Bun­des­rat sorgt für die Eva­lua­ti­on der Wirk­sam­keit der Mass­nah­men und des Voll­zugs die­ses Ge­set­zes.
2Der Bun­des­rat er­stat­tet nach Ab­schluss der Eva­lua­ti­on, spä­tes­tens aber fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mung, dem Par­la­ment Be­richt und un­ter­brei­tet Vor­schlä­ge für das wei­te­re Vor­ge­hen.
Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.
Das Kar­tell­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19851 wird auf­ge­ho­ben.
1 [AS 1986 874, 1992 288 An­hang Ziff. 12]
1Lau­fen­de Ver­fah­ren der Kar­tell­kom­mis­si­on über Wett­be­werb­sa­b­re­den wer­den mit In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes sis­tiert; nö­ti­gen­falls wer­den sie nach Ab­lauf von sechs Mo­na­ten nach neu­em Recht wei­ter­ge­führt.
2Neue Ver­fah­ren der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on über Wett­be­werb­sa­b­re­den kön­nen frü­he­s­tens sechs Mo­na­te nach In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes ein­ge­lei­tet wer­den, es sei denn, mög­li­che Ver­fü­gungs­adres­sa­ten ver­lang­ten ei­ne frü­he­re Un­ter­su­chung. Vor­ab­klä­run­gen sind je­der­zeit mög­lich.
3Rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gun­gen und an­ge­nom­me­ne Emp­feh­lun­gen nach dem Kar­tell­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19851 un­ter­ste­hen auch be­züg­lich der Sank­tio­nen dem bis­he­ri­gen Recht.