Source: http://transpatent.com/gesetze/sortschg.html
Timestamp: 2016-10-26 05:44:49
Document Index: 387523547

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 37', '§ 37', '§ 6', '§ 7', '§ 33', '§ 33', '§ 22', '§ 33', '§ 33', '§ 22', '§ 37', '§ 3', '§ 37', '§ 40']

RA KRIEGERSUCHE:in anderen TT-SeitenLiteratur in ADVOBOOK Letzte �nderung: 19.08.2013
http://transpatent.com/gesetze/sortschg.html
- Stand: August 2013 -mitgeteilt und bearbeitet von Dr. jur. H. Jochen KriegerRechtsanwalt in Düsseldorf
PflanzenzüchtungsrechtAllgemein
SortenschutzG1985/2013 [14.8.2018]TRANSPATENT
8004501
[Vom 11. Dezember 1985 (BGBl. I, S. 2170) mit den Änderungen vom 7. März 1990 (BGBl. I, S. 430), vom 27. März 1992 (BGBl. I, S. 727), vom 23. Juli 1992 (BGBl. I, S. 1367), vom 27. April 1993 (BGBl. I, S. 547), vom 2. September 1994 (BGBl. I, S. 2293), vom 25. Oktober 1994 (BGBl. I, S. 3082) sowie der Änderungen durch das Gesetz zur Änderung des Sortenschutzgesetzes vom 17. Juli 1997 (BGBl. I, S. 1854)]
Bekanntmachung der Neufassung vom 19. Dezember 1997BGBl. I, S. 3164
mit den �nderungen
durch Artikel 13 des Gesetzes zur Umstellung von Vorschriften im land- und forstwirtschaftlichen Bereich auf Euro (F�nftes Euro-Einf�hrungsgesetz) vom 25. Juni 2001 (in Kraft ab 1.1.2002 BGBl. Teil I/2001, S. 1216 - �nderung in � 40 Abs. 2)
durch Artikel 185 der "Siebenten Zust�ndigkeitsanpassungs-Verordnung" vom 29. Oktober 2001, in Kraft ab 7.11.2001 (BGBl. Teil I/2001, S. 2822)
durch Artikel 5 (33) des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts vom 26. November 2001, in Kraft ab 1.1.2002 (BGBl. Teil I/2001, S. 3186 - Neufassung von � 37c und Einf�gung � 41 Abs. 7)
durch Artikel 20 des "Gesetzes zur Bereinigung von Kostenregelungen auf dem Gebiet des geistigen Eigentums" vom 13. Dezember 2001 (BGBl. Teil I/2001, S. 3680; in Kraft ab 1.1.2002)
durch Artikel 9 des "Gesetzes zur �nderung des Rechts der Vertretung durch Rechtsanw�lte vor den Oberlandesgerichten (OLG-Vertretungs�nderungsgesetz - OLGVertr�ndG)" vom 23. Juli 2002 (BGBl. Teil I/2002, S. 2852; in Kraft ab 1.8.2002 - Aufhebung von Abs. 3 in � 38, bisheriger Abs. 4 wird Abs. 3, Abs. 5 wird Abs. 4)
durch Artikel 148 der "Achten Zust�ndigkeitsanpassungsverordnung" vom 25. November 2003 (BGBl. Teil I/2003, S. 2304 (2321); in Kraft ab 28.11.2003 - Bezeichnung des Bundesministeriums f�r "Wirtschaft und Technologie" ge�ndert in "Wirtschaft und Arbeit" in � 33 Abs. 2
durch Artikel 2 Absatz 19 des "Geschmacksmusterreformgesetzes" vom 12. M�rz 2004 (BGBl. Teil I/2004, S. 390 (412); in Kraft ab 1.6.2004 - letzter Satz in � 38 Abs. 2 zugef�gt.)
durch Artikel 4 Absatz 66 des Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes vom 5. Mai 2004 (BGBl. Teil I/2004, S. 718 ff. (845); in Kraft ab 1.7.2004 - �nderung in � 38 Abs. 3)
durch das "Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie �ber den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen" vom 21. Januar 2005 (BGBl. Teil I/2005, S. 146 ff.; in Kraft ab 28.2.2005 - Einf�gung � 12a) [Dieses Gesetz dient der Umsetzung der Richtlinie 98/44/EG des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 �ber den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen (ABl. EG Nr. L 213 S. 13).]
durch Artikel 193 der "Neunten Zust�ndigkeitsanpassungsverordnung" vom 31. Oktober 2006 (BGBl. Teil I/2006, S. 2407 (2430); in Kraft getreten am 8.11.2006 - Bezeichnung von Bundesministerien ge�ndert
durch Artikel 12 (6) des "Zweiten Gesetzes zur Änderung des Finanzverwaltungsgesetzes und anderer Gesetze" vom 13. Dezember 2007 (BGBl. Teil I/2007, S. 2897 ff. (2902 f.)); in Kraft ab 1.1.2008 - (Änderung in § 40a Abs. 6 - Wort "Oberfinanzdirektion" durch das Wort "Bundesfinanzdirektion" ersetzt.)
durch Artikel 8 des "Gesetzes zur Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums" vom 7. Juli 2008 (BGBl. I/2008, Nr. 28 vom 11.7.2008, S. 1191 (1208)), in Kraft ab 1.9.2008 - Neufassung von §§ 37a bis 37e, 37g, 40b; Änderung in 37 Abs. 1+2+4, 40a[Dieses Gesetz dient der Umsetzung der Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (ABl. EU Nr. L 195 S. 16).]
durch Artikel 83e des "Gesetzes zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG-Reformgesetz - FGG-RG)" vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I/2008, Nr. 61 vom 22.12.2008, S. 2586 (2735 f.)); in Kraft ab 1. September 2009 (Änderung in § 37b Abs. 9)
durch Artikel 13 des "Gesetzes zur Anpassung von Bundesrecht im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Hinblick auf den Vertrag von Lissabon" vom 9. Dezember 2010 (BGBl. I/2010, Nr. 63 vom 14.12.2010, S. 1934 (1938)); in Kraft ab 15. Dezember 2010 (Änderung in § 6 Abs. 1 Nr. 1 + 2, Abs. 2 Nr. 3; § 7 Abs. 3 Nr. 2)
und durch Artikel 2 Punkt 109 des "Gesetzes zur Strukturreform des Gebührenrechts des Bundes" vom 7. August 2013 (BGBl. I/2013, Nr. 48 vom 14.8.2013, S. 3154 (3182)); in Kraft ab 15. August 2013 (Änderungen in § 33 Abs. 1 bis 4)
[sowie durch Artikel 4 Punkt 85 des "Gesetzes zur Strukturreform des Gebührenrechts des Bundes" vom 7. August 2013 (BGBl. I/2013, Nr. 48 vom 14.8.2013, S. 3154 (3206)); in Kraft ab 14. August 2018 (Neufassung von § 33)]
Abschnitt 1 Voraussetzungen und Inhalt des Sortenschutzes
� 1 Voraussetzungen des Sortenschutzes
� 3 Unterscheidbarkeit
� 4 Homogenität
� 5 Beständigkeit
� 6 Neuheit
� 7 Sortenbezeichnung
� 8 Recht auf Sortenschutz
� 9 Nichtberechtigter Antragsteller
� 10 Wirkung des Sortenschutzes
� 10a Beschränkung der Wirkung des Sortenschutzes
� 10b Erschöpfung des Sortenschutzes
� 10c Ruhen des Sortenschutzes
� 11 Rechtsnachfolge, Nutzungsrechte
� 12 Zwangsnutzungsrecht
� 12a Zwangsnutzungsrecht bei biotechnologischen Erfindungen
� 13 Dauer des Sortenschutzes
� 14 Verwendung der Sortenbezeichnung
� 15 Persönlicher Anwendungsbereich
Abschnitt 2 Bundessortensamt
� 16 Stellung und Aufgaben
� 17 Mitglieder
� 18 Prüfabteilungen und Widerspruchsausschüsse
� 19 Zusammensetzung der Prüfabteilungen
� 20 Zusammensetzung der Widerspruchsausschüsse
Abschnitt 3 Verfahren vor dem Bundessortenamt
� 21 Förmliches Verwaltungsverfahren
� 22 Sortenschutzantrag
� 23 Zeitrang des Sortenschutzantrages
� 24 Bekanntmachung des Sortenschutzantrags
� 25 Einwendungen
� 26 Prüfung
� 27 Säumnis
� 28 Sortenschutzrolle
� 29 Einsichtnahme
� 30 Änderung der Sortenbezeichnung
� 31 Beendigung des Sortenschutzes
� 32 Ermächtigung zum Erlass von Verfahrensvorschriften
� 33 Gebühren und Auslagen
Abschnitt 4 Verfahren vor Gericht
� 34 Beschwerde
� 35 Rechtsbeschwerde
� 36 Anwendung des Patentgesetzes
� 37 Anspruch auf Unterlassung, Schadenersatz und Vergütung
� 37a Anspruch auf Vernichtung und Rückruf
� 37b Anspruch auf Auskunft
� 37c Vorlage- und Besichtigungsansprüche
� 37d Sicherung von Schadensersatzansprüchen
� 37e Urteilsbekanntmachung
� 37f Verjährung
� 37g Ansprüche aus anderen gesetzlichen Vorschriften
� 38 Sortenschutzstreitsachen
� 39 Strafvorschriften
� 40 Bußgeldvorschriften
� 40a Vorschriften über Maßnahmen der Zollbehörde
� 40b Verfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 1383/2003
� 41 Übergangsvorschriften
� 42 Inkraftreten
� 1Voraussetzungen des Sortenschutzes
(1) Sortenschutz wird für eine Pflanzensorte (Sorte), wenn sie
neu und durch eine eintragbare Sortenbezeichnung bezeichnet
(2) Für eine Sorte die Gegenstand eines gemeinschaftlichen Sortenschutzes ist, wird ein Sortenschutz nach diesem Gesetz nicht erteilt.
Arten: Pflanzenarten sowie Zusammenfassungen und Unterteilungen von Pflanzenarten,
1a. Sorte: eine Gesamtheit von Pflanzen oder Pflanzenteilen, soweit aus diesen wieder vollständige Pflanzen gewonnen werden können, innerhalb eines bestimmten Taxons der untersten bekannten Rangstufe, die, unabhängig davon, ob sie den Voraussetzungen für die Erteilung eines Sortenschutzes entspricht,
a) durch die sich aus einem Genotyp oder einer bestimmten Kombination von Genotypen ergebende Ausprägung der Merkmale definiert,
b) von jeder anderen Gesamtheit von Pflanzen oder Pflanzenteilen durch die Ausprägung mindestens eines dieser Merkmale unterschieden und
c) hinsichtlich ihrer Eignung, unverändert vermehrt zu werden, als Einheit angesehen
Vermehrungsmaterial: Pflanzen und Pflanzenteile einschließlich Samen, die für die Erzeugung von Pflanzen oder sonst zum Anbau bestimmt sind,
Inverkehrbringen: das Anbieten, Vorrätighalten zur Abgabe, Feilhalten und jedes Abgeben an andere,
Antragstag: der Tag, an dem der Sortenschutzantrag dem Bundessortenamt zugeht,
Vertragsstaat: Staat, der Vertragspartei des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist,
� 3Unterscheidbarkeit
(2) Eine Sorte ist insbesondere dann allgemein bekannt, wenn sie in ein amtliches Verzeichnis von Sorten eingetragen worden ist,
� 4Homogenität
� 6Neuheit
zwischen Gesellschaften im Sinne Artikels 54 Absatz 2 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union, wenn eine von ihnen vollständig der anderen gehört oder beide vollständig einer dritten Gesellschaft dieser Art gehören; dies gilt nicht für Genossenschaften,
an Dritte. wenn die Pflanzen oder Pflanzenteile zu Versuchszwecken oder zur Züchtung neuer Sorten gewonnen worden sind und bei der Abgabe ncht auf die Sorte Bezug genommen wird,
zum Zweck des Ausstellens auf einer amtlichen oder amtlich anerkannten Ausstellung im Sinne des Abkommens über Internationale Ausstellungen vom 22 November 1928 (Gesetz vom 5. Mai 1930, RGBl. 1930 II S. 727) oder auf einer von einem Vertragsstaat als gleichwertig anerkannten Ausstellung in seinem Hoheitsgebiet oder eine Abgabe, die auf solche Ausstellungen zurückgeht,
� 7Sortenbezeichnung
mit einer Sortenbezeichnung übereinstimmt oder verwechselt werden kann, unter der in einem Vertragsstaat oder von einem anderen Verbandsmitglied eine Sorte derselben oder einer verwandten Art in einem amtlichen Verzeichnis von Sorten eingetragen ist oder war oder Vermehrungsmaterial einer solchen Sorte in den Verkehr gebracht worden ist, es sei denn, dass die Sorte nicht mehr eingetragen ist und nicht mehr angebaut wird und ihre Sortenbezeichnung keine größere Bedeutung erlangt hat,
irreführen kann, insbesondere wenn sie geeignet ist, unrichtige Vorstellungen über die Herkunft, die Eigenschaften oder den Wert der Sorte oder über den Ursprungszüchter, Entdecker oder sonst Berechtigten hervorzurufen,
in einem anderen Staat, der nach einer vom Bundessortenamt bekanntzumachenden Feststellung in Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union Sorten nach Regeln beurteilt, die denen der Richtlinien über die Gemeinsamen Sortenkataloge entsprechen,
in einem amtlichen Verzeichnis von Sorten eingetragen oder ist ihre Eintragung in ein solches Verzeichnis beantragt worden, so ist nur die dort eingetragene oder angegebene Sortenbezeichnung eintragbar. Dies gilt nicht, wenn ein Ausschließungsgrund nach Absatz 2 entgegensteht oder den Antragsteller glaubhaft macht, dass ein Recht eines Dritten entgegensteht.
� 8Recht auf Sortenschutz
(1) Das Recht auf Sortenschutz steht dem Ursprungszüchter oder Entdecker der Sorte oder seinem Rechtsnachfolger zu. Haben mehrere die Sorte gemeinsam gezüchtet oder entdeckt, so steht ihnen das Recht gemeinschaftlich zu. (2) Der Antragsteller gilt im Verfahren vor dem Bundessortenamt als Berechtigter, es sei denn, dass dem Bundessortenamt bekannt wird, dass ihm das Recht auf Sortenschutz nicht zusteht.
� 9Nichtberechtigter Antragsteller
(1) Hat ein Nichtberechtigter Sortenschutz beantragt, so kann der Berechtigte vom Antragsteller verlangen, dass dieser ihm den Anspruch auf Erteilung des Sortenschutzes überträgt.
(2) Ist einem Nichtberechtigten Sortenschutz erteilt worden, so kann der Berechtigte vom Sortenschutzinhaber verlangen, dass dieser ihm den Sortenschutz überträgt. Dieser Anspruch erlischt fünf Jahre nach der Bekanntmachung der Eintragung in die Sortenschutzrolle, es sei denn, dass der Sortenschutzinhaber beim Erwerb des Sortenschutzes nicht in gutem Glauben war.
� 10Wirkung des Sortenschutzes
(1) Vorbehaltlich der �� 10a und 10b hat der Sortenschutz die Wirkung, dass allein der Sortenschutzinhaber berechtigt ist,
a) zu erzeugen, für Vermehrungszwecke aufzubereiten, in den Verkehr zu bringen, ein- oder auszuführen oder
b) zu einem der unter Buchstabe a genannten Zwecke aufzubewahren,
� 10aBeschränkung der Wirkung des Sortenschutzes
(1) Die Wirkung des Sortenschutzes erstreckt sich nicht auf Handlungen nach � 10 Absatz 1
im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken,
zu Versuchszwecken, die sich auf die geschützte Sorte beziehen,
zur Züchtung neuer Sorten sowie in � 10 Absatz 1 genannte Handlungen mit diesen Sorten mit Ausnahme der Sorten nach � 10 Absatz 2.
(2) Die Wirkung des Sortenschutzes erstreckt sich ferner nicht auf Erntegut, das ein Landwirt durch Anbau von Vermehrungsmaterial einer geschützten Sorte der in dem Verzeichnis der Anlage aufgeführten Arten mit Ausnahme von Hybriden und synthetischen Sorten im eigenen Betrieb gewonnen hat und dort als Vermehrungsmaterial verwendet (Nachbau), soweit der Landwirt seinen in den Absätzen 3 und 6 festgelegten Verpflichtungen nachkommt. Zum Zwecke des Nachbaus kann das Erntegut durch den Landwirt oder ein von ihm hiermit beauftragtes Unternehmen (Aufbereiter) aufbereitet werden.
(3) Ein Landwirt, der von der Möglichkeit des Nachbaus Gebrauch macht, ist dem Inhaber des Sortenschutzes zur Zahlung eines angemessenen Entgelts verpflichtet. Ein Entgelt gilt als angemessen, wenn es deutlich niedriger ist als der Betrag, der im selben Gebiet für die Erzeugung von Vermehrungsmaterial derselben Sorte auf Grund eines Nutzungsrechts nach � 11 vereinbart ist.
(4) Den Vereinbarungen zwischen Inhabern des Sortenschutzes und Landwirten über die Angemessenheit des Entgelts können entsprechende Vereinbarungen zwischen deren berufsständischen Vereinigungen zugrunde gelegt werden. Sie dürfen den Wettbewerb auf dem Saatgutsektor nicht ausschließen.
(5) Die Zahlungsverpflichtung nach Absatz 3 gilt nicht für Kleinlandwirte im Sinne des Artikels 14 Absatz 3 dritter Anstrich der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. EG Nr. L 227 S. 1).
(6) Landwirte, die von der Möglichkeit des Nachbaus Gebrauch machen, sowie von ihnen beauftragte Aufbereiter sind gegenüber den Inhabern des Sortenschutzes zur Auskunft über den Umfang des Nachbaus verpflichtet.
(7) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Verzeichnis der in der Anlage aufgeführten Arten zu ändern, soweit dies im Interesse einer Anpassung an das Verzeichnis des gemeinschaftlichen Sortenschutzes erforderlich ist.
� 10bErschöpfung des Sortenschutzes
Der Sortenschutz erstreckt sich nicht auf Handlungen, die vorgenommen werden mit Pflanzen. Pflanzenteilen oder daraus unmittelbar gewonnenen Erzeugnissen (Material) der geschützten Sorte oder einer Sorte, auf die sich der Sortenschutz nach � 10 Absatz 1 Nr. 1 ebenfalls erstreckt, das vom Sortenschutzinhaber oder mit seiner Zustimmung in den Verkehr gebracht worden ist, es sei denn, dass diese Handlungen
eine erneute Erzeugung von Vermehrungsmaterial beinhalten, ohne dass das vorgenannte Material bei der Abgabe hierzu bestimmt war, oder
eine Ausfuhr von Material der Sorte, das die Vermehrung der Sorte ermöglicht, in ein Land einschließen, das Sorten der Art, der die Sorte zugehört, nicht schützt; dies gilt nicht, wenn das ausgeführte Material zum Anbau bestimmt ist.
� 10cRuhen des Sortenschutzes
Wird dem Inhaber eines nach diesem Gesetz erteilten Sortenschutzes für dieselbe Sorte ein gemeinschaftlicher Sortenschutz erteilt, so können für die Dauer des Bestehens des gemeinschaftlichen Sortenschutzes Rechte aus dem nach diesem Gesetz erteilten Sortenschutz nicht geltend gemacht werden.
� 11Rechtsnachfolge, Nutzungsrechte
(1) Das Recht auf Sortenschutz, der Anspruch auf Erteilung des Sortenschutzes und der Sortenschutz sind auf natürliche und juristische Personen oder Personenhandelsgesellschaften, die die Anforderungen nach � 15 erfüllen, übertragbar.
(2) Der Sortenschutz kann ganz oder teilweise Gegenstand ausschließlicher oder nichtausschließlicher Nutzungsrechte sein.
(3) Soweit ein Nutzungsberechtigter gegen eine Beschränkung des Nutzungsrechts nach Absatz 2 verstößt, kann der Sortenschutz gegen ihn geltend gemacht werden.
� 12Zwangsnutzungsrecht
(1) Das Bundessortenamt kann auf Antrag, soweit es unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit für den Sortenschutzinhaber im öffentlichen Interesse geboten ist, ein Zwangsnutzungsrecht an dem Sortenschutz hinsichtlich der Berechtigungen nach � 10 zu angemessenen Bedingungen erteilen, wenn der Sortenschutzinhaber kein oder kein genügendes Nutzungsrecht einräumt. Das Bundessortenamt setzt bei der Erteilung des Zwangsnutzungsrechtes die Bedingungen, insbesondere die Höhe der an den Sortenschutzinhaber zu zahlenden Vergütung, fest.
(2) Nach Ablauf eines Jahres seit der Erteilung des Zwangsnutzungsrechtes kann jeder Beteiligte eine erneute Festsetzung der Bedingungen beantragen. Der Antrag kann jeweils nach Ablauf eines Jahres wiederholt werden; er kann nur darauf gestützt werden, dass sich die für die Festsetzung maßgebenden Umstände inzwischen erheblich geändert haben.
� 12aZwangsnutzungsrecht bei biotechnologischen Erfindungen
[� 12a ab 28.2.2005 g�ltig]
(1) Kann der Inhaber eines Patents f�r eine biotechnologische Erfindung (� 1 Abs. 2 des Patentgesetzes) diese nicht verwerten, ohne ein fr�her erteiltes Sortenschutzrecht zu verletzen, so erteilt das Bundessortenamt auf Antrag nach Ma�gabe der Abs�tze 3 und 4 ein Zwangsnutzungsrecht an dem Sortenschutz hinsichtlich der Berechtigungen nach � 10 zu angemessenen Bedingungen.
(2) Der Sortenschutzinhaber kann verlangen, dass ihm der Patentinhaber eine gegenseitige Lizenz zu angemessenen Bedingungen einr�umt.
(3) Der Patentinhaber muss nachweisen, dass
er sich vergeblich an den Sortenschutzinhaber gewandt hat, um ein vertragliches Nutzungsrecht zu erhalten,
die Erfindung einen bedeutenden technischen Fortschritt von erheblichem wirtschaftlichen Interesse gegen�ber der gesch�tzten Pflanzensorte darstellt.
(4) Das Bundessortenamt setzt bei der Erteilung des Zwangsnutzungsrechts die Bedingungen, insbesondere die H�he der an den Sortenschutzinhaber zu zahlenden Verg�tung, fest. � 12 Abs. 2 und 4 gilt entsprechend.
� 13Dauer des Sortenschutzes
� 14Verwendung der Sortenbezeichnung
(1) Vermehrungsmaterial einer geschützten Sorte, darf, außer im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken, nur in den Verkehr gebracht werden, wenn hierbei die Sortenbezeichnung angegeben ist; bei schriftlicher Angabe muss diese leicht erkennbar und deutlich lesbar sein. Dies gilt auch, wenn der Sortenschutz abgelaufen ist.
(3) Die Sortenbezeichnung einer geschützten Sorte oder einer Sorte, für die von einem anderen Verbandsmitglied ein Züchterrecht erteilt worden ist, oder eine mit ihr verwechselbar Bezeichnung darf für eine andere Sorte derselben oder einer verwandten Art nicht verwendet werden.
� 15Persönlicher Anwendungsbereich
Deutschen im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sowie natürlichen und juristischen Personen und Personenhandelsgesellschaften mit Wohnsitz oder Niederlassung im Inland,
anderen natürlichen und juristischen Personen und Personenhandelsgesellschaften, soweit in dem Staat, dem sie angehören oder in dem sie ihren Wohnsitz oder eine Niederlassung haben, nach einer Bekanntmachung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Bundesgesetzblatt deutschen Staatsangehörigen oder Personen mit Wohnsitz oder Niederlassung im Inland ein entsprechender Schutz gewährt wird.
Abschnitt 2Bundessortensamt
� 16Stellung und Aufgaben
(1) Das Bundessortenamt ist eine selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
(2) Das Bundessortenamt ist zuständig für die Erteilung des Sortenschutzes und die hiermit zusammenhängenden Angelegenheiten. Es führt die Sortenschutzrolle und prüft das Fortbestehen der geschützten Sorten nach.
� 17Mitglieder
(1) Das Bundessortenamt besteht aus dem Präsidenten und weiteren Mitgliedern. Sie müssen besondere Fachkunde auf dem Gebiet des Sortenwesens (fachkundige Mitglieder) oder die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz (rechtskundige Mitglieder) haben. Sie werden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für die Dauer ihrer Tätigkeit beim Bundessortenamt berufen.
(2) Als fachkundiges Mitglied soll in der Regel nur berufen werden, wer nach einem für die Tätigkeit beim Bundessortenamt förderlichen naturwissenschaftlichen Studiengang an einer Hochschule eine staatliche oder akademische Prüfung im Inland oder einen als gleichwertig anerkannten Studienabschluss im Ausland bestanden sowie mindestens drei Jahre auf dem entsprechenden Fachgebiet gearbeitet hat und die erforderlichen Rechtskenntnisse hat.
(3) Wenn ein voraussichtlich zeitlich begrenztes Bedürfnis besteht, kann der Präsident Personen als Hilfsmitglieder mit den Verrichtungen von Mitgliedern des Bundessortenamtes beauftragen. Der Auftrag kann auf eine bestimmte Zeit oder für die Dauer des Bedürfnisses erteilt werden und ist so lange nicht widerruflich. Im Übrigen sind die Vorschriften über Mitglieder auch auf Hilfsmitglieder anzuwenden.
� 18Prüfabteilungen und Widerspruchsausschüsse
Prüfabteilungen,
Widerspruchsausschüsse für Sortenschutzsachen.
Der Präsident setzt ihre Zahl fest und regelt die Geschäftsverteilung.
(2) Die Prüfabteilungen sind zuständig für die Entscheidung über
Sortenschutzanträge,
Einwendungen nach � 25,
die Änderung der Sortenbezeichnung nach � 30,
die Erteilung eines Zwangsnutzungsrechtes und für Festsetzung der Bedingungen,
die Rücknahme und den Widerruf der Erteilung des Sortenschutzes.
(3) Die Widerspruchsausschüsse sind zuständig für die Entscheidung über Widersprüche gegen Entscheidungen der Prüfabteilungen.
� 19Zusammensetzung der Prüfabteilungen
(1) Die Prüfabteilungen bestehen jeweils aus einem vom Präsidenten bestimmten fachkundigen Mitglied des Bundessortenamtes.
(2) In den Fällen des � 18 Absatz 2 Nr. 2, 5 und 6 entscheidet die Prüfabteilung in der Besetzung von drei Mitgliedern des Bundessortenamtes, die der Präsident bestimmt und von denen eines rechtskundig sein muss.
� 20Zusammensetzung der Widerspruchsausschüsse
(1) Die Widerspruchsausschüsse bestehen jeweils aus dem Präsidenten oder einem von ihm bestimmten weiteren Mitglied des Bundessortenamtes als Vorsitzendem, zwei vom Präsidenten bestimmten weiteren Mitgliedern des Bundessortenamtes als Beisitzern und zwei ehrenamtlichen Beisitzern. Von den Mitgliedern des Bundessortenamtes müssen zwei fachkundig und eines rechtskundig sein.
(2) Die ehrenamtlichen Beisitzer werden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für sechs Jahre berufen; Wiederberufung ist zulässig. Scheidet ein ehrenamtlicher Beisitzer vorzeitig aus, so wird sein Nachfolger für den Rest der Amtszeit berufen. Die ehrenamtlichen Beisitzer sollen besondere Fachkunde auf dem Gebiet des Sortenwesens haben. Inhaber oder Angestellte von Zuchtbetrieben oder Angestellte von Züchterverbänden sollen nicht berufen werden. Für jeden ehrenamtlichen Beisitzer wird ein Stellvertreter berufen; die Sätze 1 bis 4. gelten entsprechend.
(3) Die Widerspruchsausschüsse sind bei Anwesenheit des Vorsitzenden und eines Beisitzers, von denen einer rechtskundig sein muss, sowie eines ehrenamtlichen Beisitzers beschlussfähig.
Abschnitt 3Verfahren vor dem Bundessortenamt
� 21Förmliches Verwaltungsverfahren
Auf das Verfahren vor den Prüfabteilungen und den Widerspruchsausschüssen sind die Vorschriften der �� 63 bis 69 und 71 des Verwaltungsverfahrensgesetzes über das förmliche Verwaltungsverfahren anzuwenden.
� 22Sortenschutzantrag
(1) Der Antragsteller hat im Sortenschutzantrag den oder die Ursprungszüchter oder Entdecker der Sorte anzugeben und zu versichern, dass seines Wissens weitere Personen an der Züchtung oder Entdeckung der Sorte nicht beteiligt sind. Ist der Antragsteller nicht oder nicht allein der Ursprungszüchter oder Entdecker, so hat er anzugehen, wie die Sorte an ihn gelangt ist. Das Bundessortenamt ist nicht verpflichtet, diese Angaben zu prüfen.
(2) Der Antragsteller hat die Sortenbezeichnung anzugeben. Für das Verfahren zur Erteilung des Sortenschutzes kann er mit Zustimmung des Bundessortenamtes eine vorläufige Bezeichnung angeben.
� 23Zeitrang des Sortenschutzantrages
(1) Der Zeitrang des Sortenschutzantrages bestimmt sich im Zweifel nach der Reihenfolge der Eintragungen in das Eingangsbuch des Bundessortenamtes.
(2) Hat der Antragsteller für die Sorte bereits in einem anderen Verbandsstaat ein Züchterrecht beantragt, so sieht ihm innerhalb eines Jahres, nachdem der erste Antrag vorschriftsmäßig eingereicht worden ist, der Zeitrang dieses Antrags als Zeitvorrang für den Sortenschutzantrag zu. Der Zeitvorrang kann nur im Sortenschutzantrag geltend gemacht werden. Er erlischt, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von drei Monaten nach dem Antragstag dem Bundessortenamt Abschriften der Unterlagen des ersten Antrags vorlegt, die von der für diesen Antrag zuständigen Behörde beglaubigt sind.
(3) Ist die Sortenbezeichnung für Waren, die Vermehrungsmaterial der Sorte umfassen, als Marke für den Antragsteller in der Zeichenrolle des Patentamts eingetragen oder zur Eintragung angemeldet, so steht ihm der Zeitrang der Anmeldung der Marke als Zeitvorrang für die Sortenbezeichnung zu. Der Zeitvorrang erlischt, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von drei Monaten nach Angabe der Sortenbezeichnung dem Bundessortenamt eine Bescheinigung des Patentamts über die Eintragung oder Anmeldung der Marke vorlegt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für Marken, die nach dem Madrider Abkommen vom 14. April 1891 über die internationale Registrierung von Marken in der jeweils geltenden Fassung international registriert worden sind und im Inland Schutz genießen.
� 24Bekanntmachung des Sortenschutzantrags
(1) Das Bundessortenamt macht den Sortenschutzantrag unter Angabe der Art, der angegebenen Sortenbezeichnung oder vorläufigen Bezeichnung, des Antragstages sowie des Namens und der Anschrift des Antragstellers, des Ursprungszüchters oder Entdeckers und eines Verfahrensvertreters bekannt.
(2) Ist der Antrag nach seiner Bekanntmachung zurückgenommen worden, gilt er nach � 27 Absatz 2 wegen Säumnis als nicht gestellt oder ist die Erteilung des Sortenschutzes abgelehnt worden, so macht das Bundessortenamt dies ebenfalls bekannt.
� 25Einwendungen
(1) Gegen die Erteilung des Sortenschutzes kann jeder beim Bundessortenamt schriftlich Einwendungen erheben.
(2) Die Einwendungen können nur auf die Behauptung gestützt werden,
die Sorte sei nicht unterscheidbar, nicht homogen, nicht beständig oder nicht neu,
der Antragsteller sei nicht berechtigt oder
die Sortenbezeichnung sei nicht eintragbar.
(3) Die Einwendungsfrist dauert bei Einwendungen
nach Absatz 2 Nr. 1 bis zur Erteilung des Sortenschutzes,
nach Absatz 2 Nr. 2 bis zum Ablauf von drei Monaten nach der Bekanntmachung des Sortenschutzantrags,
nach Absatz 2 Nr. 3 bis zum Ablauf von drei Monaten nach der Bekanntmachung der angegebenen Sortenbezeichnung.
(4) Die Einwendungen sind zu begründen. Die Tatsachen und Beweismittel zur Rechtfertigung der Behauptung nach Absatz 2 sind im einzelnen anzugeben. Sind diese Angaben nicht schon in der Einwendungsschrift enthalten, so müssen sie bis zum Ablauf der Einwendungsfrist nachgereicht werden.
(5) Führt eine Einwendung nach Absatz 2 Nr. 2 zur Zurücknahme des Sortenschutzantrags oder zur Ablehnung der Erteilung des Sortenschutzes und stellt der Einwender innerhalb eines Monats nach der Zurücknahme oder nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Ablehnung für dieselbe Sorte einen Sortenschutzantrag, so kann er verlangen, dass hierfür als Antragstag der Tag des früheren Antrags gilt.
� 26Prüfung
(4) Macht der Antragsteller einen Zeitvorrang nach � 23 Absatz 2 geltend, so hat er das erforderliche Vermehrungsmaterial und sonstige Material und die erforderlichen weiteren Unterlagen innerhalb von vier Jahren nach Ablauf der Zeitvorrangfrist vorzulegen. Nach der Vorlage darf er anderes Vermehrungsmaterial und anderes sonstiges Material nicht nachreichen. Wird vor Ablauf der Frist von vier Jahren der erste Antrag zurückgenommen oder die Erteilung des Züchterrechts abgelehnt, so kann das Bundessortenamt den Antragsteller auffordern, das Vermehrungsmaterial und sonstige Material zur nächsten Vegetationsperiode sowie die weiteren Unterlagen innerhalb einer bestimmten Frist vorzulegen.
Die �� 24 und 25 gelten entsprechend.
� 27Säumnis
das erforderliche Vermehrungsmaterial oder sonstige Material oder erforderliche weitere Unterlagen vorzulegen,
innerhalb der ihm gesetzten Frist nicht nach, so kann das Bundessortenamt den Sortenschutzantrag zurückweisen, wenn es bei der Fristsetzung auf diese Folge der Säumnis hingewiesen hat.
(2) Entrichtet ein Antragsteller oder Widerspruchsführer die fällige Gebühr für die Entscheidung über einen Sortenschutzantrag oder über einen Widerspruch nicht, so gilt der Antrag als nicht gestellt oder der Widerspruch als nicht erhoben, wenn die Gebühr nicht innerhalb eines Monats entrichtet wird, nachdem das Bundessortenamt die Gebührenentscheidung bekanntgegeben und dabei auf diese Folge der Säumnis hingewiesen hat.
� 28Sortenschutzrolle
(1) In die Sortenschutzrolle werden nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Erteilung des Sortenschutzes eingetragen
die festgestellten Ausprägungen der für die Unterscheidbarkeit maßgebenden Merkmale; bei Sorten, deren Pflanzen durch Kreuzung bestimmter Erbkomponenten erzeugt werden, auch der Hinweis hierauf,
a) des Ursprungszüchters oder Entdeckers,
b) des Sortenschutzinhabers,
c) der Verfahrensvertreter,
der Zeitpunkt des Beginns und der Beendigung des Sortenschutzes sowie der Beendigungsgrund,
ein ausschließliches Nutzungsrecht einschließlich des Namens und der Anschrift seines Inhabers,
ein Zwangsnutzungsrecht und die festgesetzten Bedingungen.
(2) Die Eintragung der festgestellten Ausprägungen der für die Unterscheidbarkeit maßgebenden Merkmale und die Eintragung der Bedingungen bei einem Zwangsnutzungsrecht können durch einen Hinweis auf Unterlagen des Bundessortenamtes ersetzt werden. Die Eintragung kann hinsichtlich der Anzahl und Art der Merkmale sowie der festgestellten Ausprägungen dieser Merkmale von Amts wegen geändert werden, soweit dies erforderlich ist, um die Beschreibung der Sorte mit den Beschreibungen anderer Sorten vergleichbar zu machen.
(3) Änderungen in der Person des Sortenschutzinhabers oder eines Verfahrensvertreters werden nur eingetragen, wenn sie nachgewiesen sind. Der eingetragene Sortenschutzinhaber oder Verfahrensvertreter bleibt bis zur Eintragung der Änderung nach diesem Gesetz berechtigt und verpflichtet.
(4) Das Bundessortenamt macht die Eintragungen bekannt.
� 29Einsichtnahme
die Sortenschutzrolle,
a) nach � 28 Absatz 2 Satz 1,
b) eines bekanntgemachten Sortenschutzantrags sowie erteilten Sortenschutzes,
a) zur Prüfung einer Sorte,
b) zur Nachprüfung des Fortbestehens einer Sorte.
(2) Bei Sorten, deren Pflanzen durch Kreuzung bestimmter Erbkomponenten erzeugt werden, sind die Angaben über die Erbkomponenten auf Antrag desjenigen, der den Sortenschutzantrag gestellt hat, von der Einsichtnahme auszuschließen. Der Antrag kann nur bis zur Entscheidung über den Sortenschutzantrag gestellt werden.
� 30Änderung der Sortenbezeichnung
(1) Eine bei Erteilung des Sortenschutzes eingetragene Sortenbezeichnung ist zu ändern, wenn
ein Ausschließungsgrund nach � 7 Absatz 2 oder 3 bei der Eintragung bestanden hat und fortbesteht,
ein Ausschließungsgrund nach � 7 Absatz 2 Nr. 5 oder 6 nachträglich eingetreten ist,
ein entgegenstehendes Recht glaubhaft gemacht wird und der Sortenschutzinhaber mit der Eintragung einer anderen Sortenbezeichnung einverstanden ist,
dem Sortenschutzinhaber durch rechtskräftige Entscheidung die Verwendung der Sortenbezeichnung untersagt worden ist oder
einem sonst nach � 14 Absatz 1 zur Verwendung der Sortenbezeichnung Verpflichteten durch rechtskräftige Entscheidung die Verwendung der Sortenbezeichnung untersagt worden ist und der Sortenschutzinhaber als Nebenintervenient am Rechtsstreit beteiligt oder ihm der Streit verkündet war, sofern er nicht durch einen der in � 68 zweiter Halbsatz der Zivilprozessordnung genannten Umstände an der Wahrnehmung seiner Rechte gehindert war.
Im Falle einer Änderung der Sortenbezeichnung nach Satz 1 Nr. 1 besteht ein Anspruch auf Ausgleich eines Vermögensnachteils nach � 48 Absatz 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes nicht.
(2) Das Bundessortenamt fordert, wenn es das Vorliegen eines Äuml;nderungsgrundes nach Absatz 1 feststellt, den Sortenschutzinhaber auf, innerhalb einer bestimmten Frist eine andere Sortenbezeichnung anzugeben. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist kann es eine Sortenbezeichnung von Amts wegen festsetzen. Auf Antrag des Sortenschutzinhabers oder eines Dritten setzt das Bundessortenamt eine Sortenbezeichnung fest, wenn der Antragsteller ein berechtigtes Interesse glaubhaft macht. Für die Festsetzung der anderen Sortenbezeichnung und ihre Bekanntmachung gelten die �� 24, 25 und 28 Absatz 1 Nr. 1 und Absatz 4 entsprechend.
� 31Beendigung des Sortenschutzes
(1) Der Sortenschutz erlischt, wenn der Sortenschutzinhaber hierauf gegenüber dem Bundessortenamt schriftlich verzichtet.
(2) Die Erteilung des Sortenschutzes ist zurückzunehmen, wenn sich ergibt, dass die Sorte bei der Sortenschutzerteilung nicht unterscheidbar oder nicht neu war. Ein Anspruch auf Ausgleich eines Vermögensnachteils nach � 48 Absatz 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes besteht nicht. Eine Rücknahme aus anderen Gründen ist nicht zulässig.
(3) Die Erteilung des Sortenschutzes ist zu widerrufen, wenn sich ergibt, dass die Sorte nicht homogen oder nicht beständig ist.
(4) Im Übrigen kann die Erteilung des Sortenschutzes nur widerrufen werden, wenn der Sortenschutzinhaber
einer Aufforderung nach � 30 Absatz 2 zur Angabe einer anderen Sortenbezeichnung nicht nachgekommen ist,
eine durch Rechtsverordnung nach � 32 Nr. 1 begründete Verpflichtung hinsichtlich der Nachprüfung des Fortbestehens der Sorte trotz Mahnung nicht erfüllt hat oder
fällige Jahresgebühren innerhalb einer Nachfrist nicht entrichtet hat.
� 32Ermächtigung zum Erlass von Verfahrensvorschriften
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird ermächtigt durch Rechtsverordnung
die Einzelheiten des Verfahrens vor dem Bundessortenamt einschließlich der Auswahl der für die Unterscheidbarkeit maßgebenden Merkmale, der Festsetzung des Prüfungsumfangs und der Nachprüfung des Fortbestehens der geschützten Sorten zu regeln,
� 33Gebühren und Auslagen
[Überschrift neu gefasst und Änderungen ab 15.8.2013]
(1) Das Bundessortenamt erhebt für seine individuell zurechenbaren öffentlichen
Leistungen [Wort "Amtshandlungen" ersetzt ab 15.8.2013] nach diesem Gesetz und für die Prüfung von Sorten auf Antrag ausländischer oder supranationaler Stellen Gebühren und Auslagen [Wort "Kosten" gestrichen ab 15.8.2013] und für jedes angefangene Jahr der Dauer des Sortenschutzes (Schutzjahr) eine Jahresgebühr.
(2) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird ermächtigt, im Einvernehmen mit den Bundesministerien der Finanzen und für Wirtschaft und Technologie durch Rechtsverordnung die gebührenpflichtigen Tatbestände und die Gebührensätze zu bestimmen und dabei feste Sätze oder Rahmensätze vorzusehen sowie den Zeitpunkt des Entstehens und der Erhebung der Gebühren zu regeln. Die Bedeutung, der wirtschaftliche Wert oder der sonstige Nutzen der individuell zurechenbaren öffentlichen
Leistung [Wort "Amtshandlung" ersetzt ab 15.8.2013], auch für das Züchtungswesen und die Allgemeinheit, sind angemessen zu berücksichtigen. Die zu erstattenden Auslagen können abweichend vom Bundesgebührengesetz [Wort "Verwaltungskostengesetz"
ersetzt ab 15.8.2013] geregelt werden.
(3) [Bisher aufgehobener Abs. 3 ab 15.8.2013 wieder neu eingefügt.] Durch Besondere Gebührenverordnung des
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nach § 22 Absatz 4 des Bundesgebührengesetzes
kann für den Bereich der Bundesverwaltung der Zeitpunkt des Entstehens und
der Erhebung der Gebühr abweichend von den Vorschriften des Bundesgebührengesetzes geregelt werden.
(4) Bei Gebühren für die Prüfung einer Sorte sowie für die ablehnende Entscheidung
über einen Sortenschutzantrag wird keine Ermäßigung nach � 15 Absatz 2 des Verwaltungskostengesetzes in der bis zum 14. August
2013 geltenden Fassung [Wörter: "in der bis zum 14. August 2013 geltenden Fassung" eingefügt ab 15.8.2013] gewährt.
(5) Hat ein Widerspruch Erfolg, so ist die Widerspruchsgebühr zu erstatten. Hat eine Beschwerde an das Patentgericht oder eine Rechtsbeschwerde Erfolg, so ist die Widerspruchsgebühr auf Antrag zu erstatten. Bei teilweisem Erfolg ist die Widerspruchsgebühr zu einem entsprechenden Teil zu erstatten. Die Erstattung kann jedoch ganz oder teilweise unterbleiben, wenn die Entscheidung auf Tatsachen beruht, die früher hätten geltend gemacht oder bewiesen werden können. Für Auslagen im Widerspruchsverfahren gelten die Sätze 1 bis 4 entsprechend. Ein Anspruch auf Erstattung von Kosten nach � 80 des Verwaltungsverfahrensgesetzes besteht nicht.
[Fassung des § 33 ab 14. August 2018 (BGBl. I/2013, S. 3206):
�§ 33
Durch Besondere Gebührenverordnung des Bundesministeriums
nach § 22 Absatz 4 des Bundesgebührengesetzes
kann für den Bereich der Bundesverwaltung
der Zeitpunkt des Entstehens und der Erhebung
der Gebühr abweichend von den Vorschriften des Bundesgebührengesetzes
geregelt werden.�]
Abschnitt 4Verfahren vor Gericht
� 34Beschwerde
(1) Gegen die Beschlüsse der Widerspruchsausschüsse findet die Beschwerde an das Patentgericht statt.
(2) Innerhalb der Beschwerdefrist ist eine Beschwerdegebühr nach dem Patentkostengesetz zu zahlen; wird sie nicht gezahlt, so gilt die Beschwerde als nicht erhoben.
(3) Die Beschwerde gegen die Festsetzung einer Sortenbezeichnung nach � 30 Absatz 2 und gegen einen Beschluß, dessen sofortige Vollziehung angeordnet worden ist, hat keine aufschiebende Wirkung.
(4) Der Präsident des Bundessortenamtes kann dem Beschwerdeverfahren beitreten.
(5) Über die Beschwerde entscheidet ein Beschwerdesenat. Er entscheidet in den Fällen des � 18 Absatz 2 Nr. 3 und 4 in der Besetzung mit drei rechtskundigen Mitgliedern, im übrigen in der Besetzung mit einem rechtskundigen Mitglied als Vorsitzendem, einem weiteren rechtskundigen Mitglied und zwei technischen Mitgliedern.
� 35Rechtsbeschwerde
(1) Gegen den Beschluss des Beschwerdesenats findet die Rechtsbeschwerde an den Bundesgerichtshof statt, wenn der Beschwerdesenat sie dem Beschluss zugelassen hat.
(2) � 34 Absatz 3 gilt entsprechend.
� 36Anwendung des Patentgesetzes
Soweit in den �� 34 und 35 nichts anderes bestimmt ist, gelten die Vorschriften des Patentgesetzes über das Beschwerdeverfahren vor dem Patentgericht und das Rechtsbeschwerdeverfahren vor dem Bundesgerichtshof sowie über die Verfahrenskostenhilfe in diesen Verfahren entsprechend.
Abschnitt 5Rechtsverletzungen
� 37Anspruch auf Unterlassung, Schadenersatz und Vergütung
mit Material, das einem Sortenschutz unterliegt, eine der in � 10 Absatz 1 bezeichneten Handlungen vornimmt oder
kann von dem Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung und bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch besteht auch dann, wenn eine Zuwiderhandlung erstmalig droht. [Änderung ab 1.9.2008]
(2) [Neufassung ab 1.9.2008] Wer vorsätzlich oder fahrlässig handelt, ist dem
Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden. Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung der Sorte eingeholt hätte.
(3) Der Sortenschutzinhaber kann von demjenigen, der zwischen der Bekanntmachung des Antrags und der Erteilung des Sortenschutzes mit Material, das einem Sortenschutz unterliegt, eine der in � 10 Absatz 1 bezeichneten Handlungen vorgenommen hat, eine angemessene Vergütung fordern.
(4) [Abs. 4 aufgehoben ab 1.9.2008]
� 37aAnspruch auf Vernichtung und Rückruf
[Neufassung ab 1.9.2008]
(1) Der Verletzte kann den Verletzer in den Fällen des § 37 Abs. 1 auf Vernichtung des im Besitz oder Eigentum des Verletzers befindlichen Materials, das Gegenstand der Verletzungshandlung ist, in Anspruch nehmen. Satz 1 ist entsprechend auf die im Eigentum des Verletzers
stehenden Vorrichtungen anzuwenden, die vorwiegend zur Herstellung dieses Materials gedient haben.
� 37bAnspruch auf Auskunft
nach den Angaben einer in Nummer 1, 2 oder Nummer 3 genannten Person an der Herstellung, Erzeugung
oder am Vertrieb solchen Materials beteiligt war,
(9) Kann die Auskunft nur unter Verwendung von Verkehrsdaten (§ 3 Nr. 30 des Telekommunikationsgesetzes) erteilt werden, ist für ihre Erteilung eine vorherige
richterliche Anordnung über die Zulässigkeit der Verwendung der Verkehrsdaten erforderlich, die von dem Verletzten zu beantragen ist. Für den Erlass dieser Anordnung ist das Landgericht, in dessen Bezirk der zur Auskunft Verpflichtete seinen Wohnsitz, seinen Sitz oder eine Niederlassung hat, ohne Rücksicht auf den Streitwert ausschließlich zuständig. Die Entscheidung
trifft die Zivilkammer. [Satz 4 ab 1.9.2009]: Für das Verfahren gelten die Vorschriften des Gesetzes zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit entsprechend. Die Kosten der richterlichen Anordnung trägt der Verletzte. [Satz 6 ab 1.9.2009:] Gegen die Entscheidung des Landgerichts ist die Beschwerde statthaft. [Satz 7 ab 1.9.2009:] Die Beschwerde ist binnen einer Frist von zwei Wochen einzulegen. [Satz 8 "Die Entscheidung des Oberlandesgerichts ist unanfechtbar." aufgehoben ab 1.9.2009] Die Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten bleiben im Übrigen unberührt.
� 37cVorlage- und Besichtigungsansprüche
[Neu eingefügt ab 1.9.2008]
(1) Bei hinreichenderWahrscheinlichkeit einer Rechtsverletzung im Sinn von § 37 Abs. 1 kann der Rechtsinhaber oder ein anderer Berechtigter den vermeintlichen Verletzer auf Vorlage einer Urkunde oder Besichtigung einer Sache in Anspruch nehmen, die sich in dessen Verfügungsgewalt befindet, wenn dies zur Begründung seiner Ansprüche erforderlich ist. In Fällen einer in gewerblichem Ausmaß begangenen Rechtsverletzung erstreckt sich der Anspruch auch auf die Vorlage von Bank-, Finanz- oder Handelsunterlagen. Soweit der vermeintliche Verletzer geltend macht, dass es sich um vertrauliche Informationen handelt, trifft das Gericht die erforderlichen Maßnahmen, um den im Einzelfall gebotenen Schutz zu gewährleisten.
� 37dSicherung von Schadensersatzansprüchen
� 37eUrteilsbekanntmachung
� 37fVerjährung
Auf die Verj�hrung der Anspr�che wegen Verletzung eines nach diesem Gesetz gesch�tzten Rechts finden die Vorschriften des Abschnitts 5 des Buches 1 des B�rgerlichen Gesetzbuchs entsprechende Anwendung. Hat der Verpflichtete durch die Verletzung auf Kosten des Berechtigten etwas erlangt, findet � 852 des B�rgerlichen Gesetzbuchs entsprechende Anwendung.
� 37gAnsprüche aus anderen gesetzlichen Vorschriften
� 38Sortenschutzstreitsachen
(2) Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Sortenschutzstreitsachen für die Bezirke mehrerer Landgerichte einem von ihnen zuzuweisen, sofern dies der sachlichen Förderung oder schnelleren Erledigung der Verfahren dient. Die Landesregierungen können diese Ermächtigung auf die Landesjustizverwaltungen übertragen. Die L�nder k�nnen au�erdem durch Vereinbarung den Gerichten eines Landes obliegende Aufgaben insgesamt oder teilweise dem zust�ndigen Gericht eines anderen Landes �bertragen.
(3) Von den Kosten, die durch die Mitwirkung eines Patentanwalts entstehen, sind die Gebühren nach � 13 des Rechtsanwaltsverg�tungsgesetzes [Artikel 3 (RVG) des KostRMoG vom 5.5.2004 (BGBl. Teil I/2004, S. 788 ff.); in Kraft ab 1.7.2004; W�rter "� 11 der Bundesgeb�hrenordnung f�r Rechtsanw�lte" ersetzt durch "� 13 des Rechtsanwaltsverg�tungsgesetzes" durch Artikel 4 Absatz 66 des KostRMoG vom 5.5.2004, g�ltig ab 1.7.2004] und die notwendigen Auslagen des Patentanwalts zu erstatten.
� 39Strafvorschriften
entgegen � 10 Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 2, Vermehrungsmaterial einer nach diesem Gesetz geschützten Sorte, eine Pflanze, ein Pflanzenteil oder ein Erzeugnis erzeugt, für Vermehrungszwecke aufbereitet, in den Verkehr bringt, einführt, ausführt oder aufbewahrt oder
entgegen Artikel 13 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 Satz 1, auch in Verbindung mit Absatz 4 Satz 1 oder Absatz 5, der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. EG Nr. L 227 S. 1) Material einer nach gemeinschaftlichem Sortenschutzrecht geschützten Sorte vermehrt, zum Zwecke der Vermehrung aufbereitet, zum Verkauf anbietet, in den Verkehr bringt, einführt, ausführt oder aufbewahrt.
(5) Gegenstände, auf die sich die Straftat bezieht, können eingezogen werden. � 74a des Strafgesetzbuches ist anzuwenden. Soweit den in � 37a bezeichneten Ansprüchen im Verfahren nach den Vorschriften der Strafprozessordnung über die Entschädigung des Verletzten (�� 403 bis 406c) stattgegeben wird, sind die Vorschriften über die Einziehung nicht anzuwenden.
(6) Wird auf Strafe erkannt, so ist, wenn der Verletzte es beantragt und ein berechtigtes Interesse daran dartut anzuordnen, dass die Verurteilung auf Verlangen öffentlich bekanntgemacht wird. Die Art der Bekanntmachung ist im Urteil zu bestimmen.
� 40Bußgeldvorschriften
entgegen � 14 Absatz 1 Vermehrungsmaterial einer nach diesem Gesetz geschützten Sorte in den Verkehr bringt, wenn hierbei die Sortenbezeichnung nicht oder nicht in der vorgeschriebenen Weise angegeben ist,
entgegen � 14 Abs. 3 eine Sortenbezeichnung einer nach diesem Gesetz geschützten Sorte oder eine mit ihr verwechselbare Bezeichnung für eine andere Sorte derselben oder einer verwandten Art verwendet oder
entgegen Artikel 17 Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 3, der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. EG Nr. L 227 S. 1) die Bezeichnung einer nach gemeinschaftlichem Sortenschutzrecht geschützten Sorte nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht in der vorgeschriebenen Weise verwendet.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu f�nftausend Euro geahndet werden.
(3) Gegenstände, auf die sich die Ordnungswidrigkeit bezieht, können eingezogen werden. � 23 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist anzuwenden.
(4) Verwaltungsbehörde im Sinne des � 36 Absatz 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist das Bundessortenamt.
� 40aVorschriften über Maßnahmen der Zollbehörde
[Antrag an die deutsche Zollbeh�rde: siehe z.B. unter: http://www.zoll.de]
(1) Material, das Gegenstand der Verletzung eines im Inland oder nach der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 �ber den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. EG Nr. L 227 S. 1) in der jeweils geltenden Fassung dieses Gesetzes erteilten Sortenschutzes ist, unterliegt, soweit nicht die Verordnung (EG) Nr. 1383/2003 des Rates vom 22. Juli 2003 über das Vorgehen der Zollbehörden gegen Waren, die im Verdacht stehen, bestimmte Rechte geistigen Eigentums zu verletzen, und die Maßnahmen gegenüber Waren, die erkanntermaßen derartige Rechte verletzen (ABl. EU Nr. L 196 S. 7), in ihrer jeweils geltenden Fassung anzuwenden ist, auf Antrag und gegen Sicherheitsleistung des Sortenschutzinhabers bei seiner Einfuhr oder Ausfuhr der Beschlagnahme durch die Zollbehörde, sofern die Rechtsverletzung offensichtlich ist. Dies gilt für den Verkehr mit anderen Vertragsstaaten nur, soweit Kontrollen durch die Zollbehörden stattfinden.
Liegen die Fälle der Nummern 1 und 2 nicht vor, hebt die Zollbehörde die Beschlagnahme nach Ablauf von zwei Wochen nach Zustellung der Mitteilung an den Antragsteller nach Satz 1 auf; weist der Antragsteller nach, dass die gerichtliche Entscheidung nach Nummer 2 beantragt, ihm aber noch nicht zugegangen ist, wird die Beschlagnahme für längstens zwei weitere Wochen aufrechterhalten.
(6) Der Antrag nach Absatz 1 ist bei der Bundesfinanzdirektion zu stellen und hat Wirkung für ein Jahr [Ab 1.9.2008: ein Jahr], sofern keine kürzere Geltungsdauer beantragt wird; er kann wiederholt werden. Für die mit dem Antrag verbundenen Amtshandlungen werden vom Antragsteller Kosten nach Maßgabe des � 178 der Abgabenordnung erhoben.
� 40bVerfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 1383/2003
(1) Setzt die zuständige Zollbehörde nach Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 1383/2003 die Überlassung der Waren aus oder hält diese zurück, unterrichtet sie davon
unverzüglich den Rechtsinhaber sowie den Anmelder oder den Besitzer oder den Eigentümer der Waren.
(3) Der Antrag muss bei der Zollbehörde innerhalb von zehn Arbeitstagen oder im Fall leicht verderblicher Waren innerhalb von drei Arbeitstagen nach Zugang der Unterrichtung nach Absatz 1 schriftlich gestellt werden. Er muss die Mitteilung enthalten, dass die Waren, die Gegenstand des Verfahrens sind, ein nach diesem Gesetz geschütztes Recht verletzen. Die schriftliche Zustimmung
des Anmelders, des Besitzers oder des Eigentümers der Waren zu ihrer Vernichtung ist beizufügen. Abweichend von Satz 3 kann der Anmelder, der Besitzer oder der Eigentümer die schriftliche Erklärung, ob er einer Vernichtung zustimmt oder nicht, unmittelbar gegenüber der Zollbehörde abgeben. Die in Satz 1 genannte Frist kann vor Ablauf auf Antrag des Rechtsinhabers um zehn Arbeitstage verlängert werden.
(8) Im Übrigen gilt § 40a entsprechend, soweit nicht die Verordnung (EG) Nr. 1383/2003 Bestimmungen enthält, die dem entgegenstehen.
Abschnitt 6Schlussvorschriften
� 41Übergangsvorschriften
nach dem Saatgutgesetz in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 7822-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Gesetz vom 23. Dezember 1966, (BGBl. I, S. 686), in Verbindung mit � 52 Absatz 1 des Sortenschutzgesetzes vom 20. Mai 1968 (BGBl. I, S. 429) in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. Januar 1977 (BGBl. I, S. 105, 286) noch besteht oder
gelten die Vorschriften dieses Gesetzes mit der Maßgabe, dass im Falle der Nummer 1 die Erteilung des Sortenschutzes nach � 31 Absatz 2 nur zurückgenommen werden kann, wenn sich ergibt, dass die Voraussetzungen des � 2 Absatz 2 des Saatgutgesetzes bei Erteilung des Sortenschutzes nicht vorgelegen haben.
(2) Ist für eine Sorte oder ein Verfahren zu ihrer Züchtung vor dem Zeitpunkt, in dem dieses Gesetz auf die sie betreffende Art anwendbar geworden ist, ein Patent erteilt oder angemeldet worden, so kann der Anmelder oder sein Rechtsnachfolger die Patentanmeldung oder der Inhaber des Patents das Patent aufrechterhalten oder für die Sorte die Erteilung des Sortenschutzes beantragen. Beantragt er die Erteilung des Sortenschutzes, so steht ihm der Zeitrang der Patentanmeldung als Zeitvorrang für den Sortenschutzantrag zu; � 23 Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend. Die Dauer des erteilten Sortenschutzes verkürzt sich um die Zahl der vollen Kalenderjahre zwischen der Einreichung der Patentanmeldung und dem Antragstag. Ist die Erteilung des Sortenschutzes unanfechtbar geworden, so können für die Sorte Rechte aus dem Patent oder der Patentanmeldung nicht mehr geltend gemacht werden; ein anhängiges Patenterteilungsverfahren wird nicht fortgeführt.
(3) Ist für eine Sorte ein gemeinschaftlicher Sortenschutz erteilt und durch Verzicht beendet worden, ohne dass die Voraussetzungen einer Nichtigerklärung oder Aufhebung vorlagen, so kann innerhalb von drei Monaten nach Wirksamwerden des Verzichts ein Antrag auf Erteilung eines Sortenschutzes nach diesem Gesetz gestellt werden. Für diesen Antrag steht dem Inhaber des gemeinschaftlichen Sortenschutzes oder seinem Rechtsnachfolger der Zeitrang des Antrags auf Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes als Zeitvorrang für den Sortenschutzantrag nach diesem Gesetz zu. Der Zeitvorrang erlischt, wenn der Antragsteller nicht innerhalb der vorgenannten Frist die Unterlagen über den Antrag auf Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes, seine Erteilung und den Verzicht auf ihn vorlegt. Wird für die Sorte der Sortenschutz nach diesem Gesetz erteilt, so verkürzt sich die Dauer des erteilten Sortenschutzes um die Zahl der vollen Kalenderjahre zwischen der Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes und der Erteilung des Sortenschutzes nach diesem Gesetz.
(5) Abweichend von � 6 Absatz 1 gilt eine Sorte auch dann als neu, wenn Pflanzen oder Pflanzenteile der Sorte mit Zustimmung des Berechtigten oder seines Rechtsvorgängers vor dem Antragstag nicht oder nur innerhalb folgender Zeiträume zu gewerblichen Zwecken in den Verkehr gebracht worden sind:
im Ausland vier Jahre, bei Rebe (Vilis L.) und Baumarten sechs Jahre,
wenn der Antragstag nicht später als ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Artikels 1 des Gesetzes vom 17. Juli 1997 (BGBl. I, S. 1854) liegt.
(6) Die Vorschrift des � 10 Absatz 1 ist nicht auf im wesentlichen abgeleitete Sorten anzuwenden, für die bis zum Inkrafttreten des Artikels 1 des Gesetzes vom 17. Juli 1997 (BGBl. I, S. 1854) Sortenschutz beantragt oder erteilt worden ist.
(7) Artikel 229 � 6 des Einf�hrungsgesetzes zum B�rgerlichen Gesetzbuche findet mit der Ma�gabe entsprechende Anwendung, dass � 37c in der bis zum 1. Januar 2002 geltenden Fassung den Vorschriften des B�rgerlichen Gesetzbuchs �ber die Verj�hrung in der bis zum 1. Januar 2002 geltenden Fassung gleichgestellt ist.
� 42Inkrafttreten
Arten, von denen Vermehrungsmaterial nachgebaut werden kann:
1.1 Avena sativa L.Hafer
1.2 Hordeum vulgare L sensu latoGerste
1.3 Secale cereale L.Roggen
1.4 x Triticosecale Wittm.Triticale
1.5 Triticum aestivum L. emend. Fiori et Paol.Weichweizen
1.6 Triticum durum Desf.Hartweizen
1.7 Triticum spelta L.Spelz
2. Futterpflanzen
2.1 Lupinus luteus L.Gelbe Lupine
2.2 Medicago sativa L.Blaue Luzerne
2.3 Pisum sativum L. (partim)Futtererbse
2.4 Trifolium alexandrinum L.Alexandriner Klee
2.5 Trifolium resupinatum L.Persischer Klee
2.6 Vicia faba L. (partim)Ackerbohne
2.7 Vicia sativa L.Saatwicke
3. Öl- und Faserpflanzen
3.1 Brassica napus L. (partim)Raps
3.2 Brassica rapa L var. silvestris (Lam.) BriggsRübsen
3.3 Linum usitatissimum L.Lein, außer Faserlein
4.1 Solanum tuberosum L.Kartoffel