Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202007,%202774
Timestamp: 2019-04-22 03:23:39
Document Index: 378469225

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.05.2007 - VI ZR 35/06 - dejure.org
Umfang der Aufklärungspflicht eines Arztes bei Anwendung einer Außenseitermethode; Rechtfertigung der Anwendung des nicht sichersten therapeutischen Wegs mit einer im konkreten Fall günstigeren Heilungsprognose; Haftung des Arztes für die Behandlung insgesamt und für die daraus entstandenen und künftig entstehenden Schäden des Patienten mangels einer wirksamen Einwilligung
Operation - Außenseitermethode - Aufklärungspflicht durch Arzt
Arzthaftung Schadensersatz Bandscheibenvorfall Operation Blase
Umfang der Aufklärungspflicht und Sorgfaltsmaßstab bei Anwendung einer ärztlichen Außenseitermethode
Arztrecht - Anwendung einer Außenseitermethode. Sorgfaltsmaßstab?
Arzthaftung - Vorsicht bei Anwendung einer Außenseitermethode
Umfang der Aufklärungspflicht des Arztes bei Anwendung einer Außenseitermethode; Arzthaftungsrecht
Zum ärztlichen Sorgfaltsmaßstab bei Anwendung einer Außenseitermethode
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.05.2007, Az.: VI ZR 35/06 (Erforderliche Sorgfalt und Umfang der Aufklärungspflicht bei Anwendung einer Außenseitermethode)" von Prof. Dr. Andreas Spickhoff, original erschienen in: MedR 2008, 89 - 90.
LG München II, 02.08.2005 - 1 MO 2439/02
OLG München, 19.01.2006 - 1 U 4453/05
BGH, 26.09.2006 - VI ZR 35/06
BGHZ 172, 254
NJW 2007, 2774
MDR 2007, 1131
VersR 2007, 1273
Der erkennende Senat hat wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass über die Erfolgsaussichten einer Behandlung jedenfalls dann aufzuklären ist, wenn das Misserfolgsrisiko hoch und die Indikation zweifelhaft ist (Senatsurteile vom 3. Dezember 1991 - VI ZR 48/91, VersR 1992, 358, 359; vom 6. November 1990 - VI ZR 8/90, VersR 1991, 227, 228; vom 23. September 1980 - VI ZR 189/79, VersR 1980, 1145, 1146;… ohne die genannte Einschränkung: Senatsurteile vom 14. März 2006 - VI ZR 279/04, BGHZ 166, 336 Rn. 6, 8; vom 8. Mai 1990 - VI ZR 227/89, VersR 1990, 1010, 1011 f.; vom 14. Februar 1989 - VI ZR 65/88, BGHZ 106, 391, 394; ferner Senatsurteile vom 22. Mai 2007 - VI ZR 35/06, BGHZ 172, 254 Rn. 24; vom 14. Juni 1994 - VI ZR 178/93, VersR 1994, 1235, 1236;… vgl. auch Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Aufl., C Rn. 8 f.;… Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 12. Aufl., Rn. 433 f.; für den Behandlungsvertrag jetzt auch § 630e Abs. 1 Satz 2 BGB).
Das schließt es nicht generell aus, in geeigneten Fällen die Befunde eines Vorbehandlers zum Schmerzstatus und zu durchgeführten Therapien telefonisch zu erfragen, sofern dies im unmittelbaren Kontakt zwischen den beteiligten Ärzten und nicht lediglich auf der Ebene des Hilfspersonals erfolgt (vgl aber BGH Urteil vom 22.5.2007 - VI ZR 35/06 - BGHZ 172, 254 RdNr 19: Sorgfaltspflichtverletzung bei telefonischen Behandlungsanweisungen).
a) Die Nichtzulassungsbeschwerde rügt mit Recht, dass das Berufungsgericht dem Vortrag des Klägers in der Berufungsbegründung nicht nachgegangen ist, dass die in der mündlichen Anhörung vor dem Landgericht am 12. Juli 2012 geänderte neue Bewertung des Behandlungsgeschehens durch den gerichtlichen Sachverständigen ohne schlüssige und nachvollziehbare Erklärung erfolgt ist (vgl. Senatsurteile vom 8. Juli 2008 - VI ZR 259/06, VersR 2008, 1265 und vom 22. Mai 2007 - VI ZR 35/06, BGHZ 172, 254, 259 f. Rn. 20).
Denn nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats muss der Tatrichter berücksichtigen, dass medizinische Sachverständige Behandlungsfehler nicht selten nur zurückhaltend ansprechen oder bewerten (vgl. BGHZ 172, 254, 259; Senatsbeschluss vom 9. Juni 2009 - VI ZR 261/08 - z.V.b., jeweils m.w.N.).
Nach dem Grundsatz freier Methodenwahl, wonach der Arzt unter verschiedenen nach Heilungsaussichten und Eingriffsbelastungen im Wesentlichen gleichartigen Theraphiemethoden seine konkrete Anwendungsmethode frei wählen kann (…Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 5. Aufl., B I Rn. 35), ist auch die Anwendung einer nicht allgemein anerkannten Heilmethode grundsätzlich erlaubt und führt nicht ohne weitere Umstände zu einer Haftung des Behandlers (ständige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BGH, Urteil vom 22. Mai 2007, VI ZR 35/06; BGHZ 113, 297 ff.).
Dies unterscheidet den Streitfall von demjenigen, der der Entscheidung des BGH vom 22. Mai 2007 (VI ZR 35/06) zugrunde lag.
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.02.2009 - 6t E 1059/08
Verletzung der ärztlichen Auskunftspflichten wegen Unterlassung der Aufklärung …
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.03.2010 - 6t A 712/08
KG, 24.10.2011 - 20 U 67/09
Arzthaftung: Befunderhebungsfehler nach Einweisung eines Patienten in eine …
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.03.2010 - 13t A 712/08
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 18.02.2009 - 6t E 1059/08
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 10.03.2010 - 13t A 712/08
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 10.03.2010 - 6t A 712/08