Source: https://recht-deutlich.org/wenns-mal-wieder-laenger-dauert/
Timestamp: 2019-06-17 10:42:35
Document Index: 244250498

Matched Legal Cases: ['§ 240', '§ 315', '§ 5', '§ 2', '§ 18', '§ 18', '§ 11', '§ 11', '§ 38', '§ 18', '§ 23']

Wenn’s mal wieder länger dauert | RECHT deutlich
„Kolonnenspringen“
Man schert aus rechts um sich weiter vorn wieder links einzudrängen, nur weil man immer die „schnellere Spur“ nutzen möchte. Diese Methode ist nicht nur völlig unnötig um schneller voran zu kommen, sondern auch gefährlich. Wer hier beim Einscheren das hinter ihm fahrende Fahrzeug zum abrupten Bremsen zwingt, kann sich dadurch strafbar machen wegen Nötigung gemäß § 240 StGB. Kommt es darüber hinaus zu einem Unfall, ist sogar eine Gefährdung des Straßenverkehrs gem. §§ 315c StGB gegeben. Freiheitsstrafe oder Geldstrafe drohen bei diesem Delikt.
Wer den Standstreifen nutzt, verstößt zum einen gegen das Gebot des Linksüberholens gem. § 5 Abs. 1 StVO, zum anderen gegen das Gebot der Fahrbahnbenutzung gem. § 2 Abs. 1 StVO. Um ein Bußgeld hierfür zu erhalten, reicht es bereits aus, dass man nur 100 Meter auf dem Standstreifen fährt. Es drohen 75 EUR und 1 Punkt.
Dem Stau entziehen
Wenn man gerade die Autobahnauffahrt nimmt und unmittelbar danach in einen Stau gerät, sollte man unter keinen Umständen einfach das Fahrzeug wenden oder rückwärts fahren bis zur Ausfahrt. Wenden und Rückwärtsfahren sind auf Autobahnen strengstens verboten gemäß § 18 Abs. 7 StVO. Auf die Idee zu kommen, die Autobahnauffahrt zurück zu nehmen ist ebenso verboten gem. § 18 Abs. 10 StVO und macht es nicht besser. Das Bußgeld variiert hierbei. Mindestens drohen jedoch 75 EUR und 1 Punkt.
Eine Rettungsgasse muss bei einem Stau immer gebildet werden gem. § 11 Abs. 2 StVO. Bei zwei Fahrstreifen in eine Richtung muss die Rettungsgasse in der Mitte, bei drei Fahrstreifen zwischen dem linken und dem mittleren gebildet werden. Wer nun auf die Idee kommt, die Rettungsgasse zu nutzen um schnell an sein Ziel zu gelangen, begeht eine sehr teure Ordnungswidrigkeit. Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich mit Polizei- und Hilfsfahrzeugen. Dazu zählen: Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Arzt- und Abschleppfahrzeuge (§ 11 Abs. 2 StVO). Es drohen mindestens 100,00 EUR und 1 Punkt.
Wer nun glaubt, schlau zu sein und einfach ein Blaulicht zu benutzen, um schnell an allen vorbeizuziehen, liegt falsch. Zwar wird das missbräuchliche Verwenden von blauem Blinklicht gem. § 38 StVO nur mit 20,00 EUR Bußgeld geahndet. Man riskiert zudem ein Strafverfahren wegen Amtsanmaßung gem. 132 StGB.
Auch das Aussteigen während eines Staus ist gem. § 18 Abs. 9 Satz 1 nicht erlaubt und wird mit einem Bußgeld geahndet. Das Betreten der Fahrbahn ist nur zur Unfallsicherung erlaubt. Hierbei kann ein Bußgeld von 10,00 EUR verhängt werden.
Auch während eines Staus ist das Telefonieren mit dem Mobiltelefon ohne Freisprechanlage ausnahmslos verboten gem. § 23 Abs. 1a) StVO. Nur wenn der Motor des Fahrzeuges nicht in Betrieb ist, kann man mit dem Handy telefonieren. Das Bußgeld beträgt 60 EUR und 1 Punkt.
Egal wie eilig man es hat, man sollte stets die Straßenverkehrsordnung im Blick haben und den Stau geduldig aussitzen. Kein Stau ist es wert am Ende seinen Führerschein zu riskieren oder viel Geld und Nerven zu lassen. Es ist ratsam vor Reiseantritt die Verkehrsnachrichten zu prüfen und die Route best möglich zu planen und stark befahrene Zeiten zu meiden. Wenn man doch mal im Stau steht, einfach Ruhe bewahren und das Beste daraus machen. Die Ruhe genießen, den nächsten Tag planen oder ein Hörbuch hören. Vorbereitung ist alles!
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Kategorien Strafrecht, Verkehrsrecht	Beitrags-Navigation