Source: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20002563&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2018-02-20 17:42:56
Document Index: 96530362

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 94', '§ 5', '§ 3', '§ 4', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 119', '§ 6', '§ 2', '§ 1', '§ 5', '§ 4', '§ 7', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 119']

RIS - Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung - Zugangsvoraussetzungen - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 20.02.2018
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung - Zugangsvoraussetzungen, Fassung vom 20.02.2018
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung (Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung)
StF: BGBl. II Nr. 140/2003
BGBl. II Nr. 112/2006
§ 1. Durch die im Folgenden angeführten Belege ist die fachliche Qualifikation zum Antritt des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung (§ 94 Z 46 GewO 1994) als erfüllt anzusehen:
den erfolgreichen Besuch des in § 5 festgelegten Lehrganges für Lebens- und Sozialberatung und
die bei einer ausbildungsberechtigten Person gemäß § 3 und § 4 Abs. 3 absolvierte Einzelselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 30 Stunden und
eine fachliche Tätigkeit gemäß § 2 im Ausmaß von mindestens 750 Stunden unter begleitender Supervision, insbesondere im Sinne einer Fallkontrolle durch eine ausbildungsberechtigte Person gemäß § 4 Abs. 4 oder
den erfolgreichen Abschluss einer der im Folgenden angeführten Ausbildungen:
Lehranstalt für Ehe- und Familienberatung oder
Akademie für Sozialarbeit oder eine vergleichbare Studienrichtung oder
Pädagogische, Berufspädagogische oder Religionspädagogische Akademie oder
Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (Bildungsanstalt für Kindergärtner/innen) oder
Bildungsanstalt für Sozialpädagogik (Bildungsanstalt für Erzieher/innen) oder
Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege nach den Bestimmungen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, BGBl. I Nr. 108/1997, oder
human- oder sozialwissenschaftliche Studienrichtungen einschließlich Rechtswissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Philosophie, Soziologie, Medizin/Humanmedizin/Zahnmedizin, Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Theologie, oder der postgraduellen Ausbildungen zum klinischen Psychologen, zum Gesundheitspsychologen oder zum Psychotherapeuten oder Fachhochschul-Studiengang aus dem Bereich "Sozialarbeit" oder
psychotherapeutisches Propädeutikum gemäß dem Psychotherapiegesetz, BGBl. Nr. 361/1990, und
die erfolgreiche Absolvierung von
mindestens 240 Stunden "Methodik der Lebens- und Sozialberatung" und
mindestens 80 Stunden "Krisenintervention" und
mindestens 16 Stunden "Berufsethik und Berufsidentität" und
mindestens 16 Stunden "Betriebswirtschaftliche Grundlagen" und
mindestens 24 Stunden "Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Lebens- und Sozialberatung"
die bei einer ausbildungsberechtigten Person gemäß § 3 und § 4 Abs. 3 absolvierte Einzelselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 30 Stunden, sofern diese nicht Teil des vom Prüfungswerber gemäß lit. a abgeschlossenen Ausbildungsganges war, und
die bei einer ausbildungsberechtigten Person gemäß § 3 und § 4 Abs. 3 absolvierte Gruppenselbsterfahrung im Ausmaß von mindestens 120 Stunden, sofern diese nicht Teil des vom Bewerber gemäß lit. a abgeschlossenen Ausbildungsganges war, und
eine fachliche Tätigkeit gemäß § 2 im Ausmaß von mindestens 750 Stunden unter begleitender Supervision, insbesondere im Sinne einer Fallkontrolle durch eine ausbildungsberechtigte Person gemäß § 4 Abs. 4.
Teilnahme an Gruppen beruflich einschlägig tätiger Personen ("Peergroups" zur Prozessreflexion, Vertiefung der Lehrinhalte, Diskussion über Literatur, Übungen) im Ausmaß von höchstens 100 Stunden und
§ 3. Die Einzel- und Gruppenselbsterfahrung (§ 1 und § 4 Abs. 3) müssen den Erfordernissen einer beratungsspezifischen praktischen Ausbildung entsprechen und bei einer ausbildungsberechtigten Person gemäß § 4 Abs. 3 absolviert werden.
Lehrgang für Lebens- und Sozialberatung (Anhang)
§ 5. (1) Der Lehrgang ist an einer Ausbildungeinrichtung zu absolvieren, deren Lehrgangsveranstaltung durch die beim Allgemeinen Fachverband des Gewerbes eingerichtete Zertifizierungsstelle (§ 119 Abs. 5 GewO 1994) genehmigt wurde.
(2) Die Ausbildungseinrichtung verpflichtet sich, im Sinne der Qualitätssicherung der Ausbildung schriftliche und nachprüfbare Evaluierungen des Lehrganges durchzuführen.
(3) Im Anhang werden die Gegenstände des Lehrganges einschließlich der im betreffenden Gegenstand zu behandelnden Themen und die für den jeweiligen Gegenstand maßgebende Mindestanzahl von Stunden festgelegt.
§ 6. (1) Die Befähigung für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung kann auch durch das Zeugnis über eine vor dem 11. Juli 1998 erfolgreich abgelegte Prüfung gemäß § 2 der Verordnung BGBl. Nr. 602/1995 erbracht werden.
(2) Die Voraussetzung des § 1 Z 1 lit. a gilt auch dann als erfüllt, wenn die betreffende Person vor dem 15. Februar 2003 den Lehrgang für Lebens- und Sozialberatung erfolgreich abgeschlossen hat oder vor dem 15. Februar 2003 in den Lehrgang eingetreten ist und diesen danach erfolgreich abgeschlossen hat.
(3) Personen, die als klinische Psychologen oder Psychotherapeuten gemäß § 5 Abs. 1 der Lebens- und SozialberaterInnen-Befähigungsnachweisverordnung, BGBl. II Nr. 221/1998, im Rahmen des Lehrganges für Lebens- und Sozialberatung zur Vermittlung der Methodik der Lebens- und Sozialberatung berechtigt waren und diese Ausbildungstätigkeit tatsächlich ausgeübt haben, sind weiterhin ausbildungsberechtigt, wenn sie die Voraussetzung des § 4 Abs. 1 Z 1 erfüllen.
§ 7. § 1 Z 1 lit. a, b und c, § 1 Z 2 lit. b, c, d und e, §§ 3, 4, 5, 6 und 7 sowie die Änderungen im Anhang in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 112/2006, treten mit dem auf den Tag der Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft.
Gegenstand Mindestanzahl der Stunden
1. Einführung in die Lebens- und
Sozialberatung: ...................... 20
- historische Entwicklung der Lebens-
und Sozialberatung
- gesellschaftspolitische
Rahmenbedingungen der Lebens- und
- Sozialphilosophie und Soziologie
2. Gruppenselbsterfahrung: .............. 120
3. Grundlagen für die Lebens- und
Sozialberatung in den angrenzenden
psychologischen,
psychotherapeutischen, pädagogischen
und medizinischen Fachbereichen: ..... 68
- Unterschiede, Abgrenzungen und
Gemeinsamkeiten zwischen Lebens- und
Sozialberatung, Psychotherapie,
Psychologie, Medizin (Fragen zu
Empfängnisregelung und Psychiatrie),
Seelsorge, Pädagogik, Sozialarbeit
und sonstigen Tätigkeiten im
psychosozialen Umfeld
- anthropologische und philosophische
Grundlagen in den angrenzenden
- psychologische und pädagogische
sowie kommunikationstheoretische
4. Methodik der Lebens- und
Sozialberatung: ...................... 240
- Überblick über verschiedene
Beratungsmodelle der Einzel-, Paar-
und Familienberatung
- Theorie und Praxis einer Methode der
- Psychosoziale Interventionsformen
und prozessuale Diagnostik in der
- verschiedene Themen der Lebens- und
Sozialberatung gemäß der
Berufsumschreibung im § 119
- Einführung in spezielle
Beratungsfelder wie Supervision,
Selbsterfahrung, Coaching, Mediation
- Beratung nach dem
5. Krisenintervention: .................. 80
- Erkennen von Krisen
- Verlaufsformen von Krisen
- Interventionen bei Krisenverläufen
- Überweisung und Kooperation
6. Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit
der Lebens- und Sozialberatung: ...... 24
- Allgemeine Rechtsfragen
7. Betriebswirtschaftliche Grundlagen: .. 16
- Buchführungspflichten,
- Steuerrechtliche Grundlagen
- Kalkulation und Verrechnung
- Marketing für Lebens- und
8. Berufsethik und Berufsidentität: ..... 16
- ethische Grundfragen
- Standes- und Ausübungsregeln
- Berufsbild und Tätigkeitsbereiche
- Berufsidentität und
II. Sonstige Bestimmungen betreffend den Lehrgang für Lebens- und Sozialberatung