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Timestamp: 2016-10-22 08:53:09
Document Index: 210110342

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 11', 'Art. 15', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 15', 'Art. 12']

118 Ib 173. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 11. Februar 1992 i.S. August Br�ndle und Mitb. gegen K�sereigenossenschaft Mosnang und Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen (Verwaltungsgerichtsbeschwerde).
Art. 24 LAT; autorisation pour une porcherie. 1. En l'esp�ce, l'implantation est impos�e par la destination du b�timent, car celui-ci ne peut pas �tre r�alis� dans une zone � b�tir proche; la r�vision du plan de zones ne constituerait pas non plus une mesure ad�quate (consid. 2). 2. Dans le cadre de la pes�e des int�r�ts selon l'art. 24 al. 1 let. b LAT, il faut prendre en consid�ration non seulement les questions d'am�nagement du territoire et de protection de l'environnement, mais �galement celles de protection des animaux (consid. 3). Faits � partir de page 17
BGE 118 Ib 17 S. 17
Die K�sereigenossenschaft Mosnang beabsichtigt, einen neuen Schweinestall f�r 480 Mastschweine (inkl. Abr�umstall und Futter- und Installationsraum) zu errichten. Die Baute soll auf der rund 300 m s�dlich des Dorfkerns von Mosnang liegenden Parzelle Nr. 1866 in der Landwirtschaftszone erstellt werden. Beim n�chstgelegenen eingezonten Land handelt es sich um eine zweigeschossige Wohnzone. Der Neubau soll den im Dorf befindlichen, seit einem Jahr stillgelegten und bauf�lligen Schweinestall ersetzen. Das projektierte Geb�ude ist ca. 31 m lang und 20 m breit und liegt in einem kleinen T�lchen unmittelbar an der Strasse Mosnang-Libingen. Den 480 BGE 118 Ib 17 S. 18Mastschweinen soll vor allem die aus der K�serei anfallende Schotte zweimal pro Tag verf�ttert werden. Die Schotte wird gegenw�rtig t�glich in einem Tankwagen in die rund 50 km entfernte Milchpulverfabrik Sulgen/TG abgef�hrt.
Gegen das Bauvorhaben erhoben August Br�ndle, Beat Gm�r und die Erbengemeinschaft Josef Br�ndle Einsprache beim Gemeinderat Mosnang. Dieser wies die Einsprache am 16. Februar 1989 sowohl in �ffentlich- als auch privatrechtlicher Hinsicht (Art. 684 ZGB) ab. Gleichzeitig erteilte der Gemeinderat Mosnang der K�sereigenossenschaft die Baubewilligung unter verschiedenen Auflagen und Bedingungen.
August Br�ndle, Beat Gm�r und die Erbengemeinschaft Josef Br�ndle gelangten hierauf erfolglos an den Regierungsrat des Kantons St. Gallen. Das in der Folge von den Einsprechern angerufene Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde am 26. M�rz 1991 ebenfalls ab. Zur Begr�ndung f�hrte das Gericht im wesentlich aus, es sei unbestritten, dass der geplante Schweinestall in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform sei. Er k�nne daher nur bewilligt werden, wenn die Voraussetzungen von Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes �ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) erf�llt seien. Die positive Standortgebundenheit falle nicht in Betracht. Jedoch k�nne dem Betrieb die negative Standortgebundenheit zugebilligt werden, da sich die spezifischen Immissionen des geplanten Schweinemaststalles auch in einer Industriezone st�rend auswirken w�rden. Auch sonst st�nden der Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 RPG keine Hindernisse entgegen.
August Br�ndle, Beat Gm�r und die Erbengemeinschaft Josef Br�ndle f�hren Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Sie beantragen, das Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 26. M�rz 1991 sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu verweigern.
2. a) Unbestritten ist, dass das Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform ist, da es sich um einen bodenunabh�ngigen Betrieb handelt (vgl. dazu BGE 115 Ia 297 mit Hinweisen). Es ist daher eine Bewilligung gest�tzt auf Art. 24 RPG f�r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen notwendig. Gem�ss dieser Bestimmung k�nnen solche Bauten errichtet werden, BGE 118 Ib 17 S. 19wenn ihr Zweck einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (Art. 24 Abs. 1 lit. a) und wenn keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 24 Abs. 1 lit. b). Diese beiden Voraussetzungen m�ssen kumulativ erf�llt sein (BGE 116 Ib 230 E. 3 mit Hinweis). Da es sich um einen Neubau handelt, kommt Art. 24 Abs. 2 RPG nicht zur Anwendung.
b) Die Beschwerdef�hrer machen in erster Linie geltend, das Bauvorhaben sei nicht standortgebunden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf die Standortgebundenheit nur dann bejaht werden, wenn eine Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gr�nden oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (sog. positive Standortgebundenheit; BGE 116 Ib 230; BGE 115 Ib 299 E. a, je mit Hinweisen) oder wenn ein Werk wegen seiner Immissionen in Bauzonen ausgeschlossen ist (sog. negative Standortgebundenheit; BGE 115 Ib 300; BGE 114 Ib 187, BGE 111 Ib 218). Dabei beurteilen sich die Voraussetzungen nach objektiven Massst�ben, und es kann weder auf die subjektiven Vorstellungen und W�nsche des Einzelnen noch auf die pers�nliche Zweckm�ssigkeit oder Bequemlichkeit ankommen (BGE 116 Ib 230; 115 Ib 300). Dass der hier zur Diskussion stehende Schweinemaststall, der bodenunabh�ngig betrieben wird, aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gr�nden auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen w�re, wird von keiner Seite geltend gemacht und ist auch nicht einzusehen. Zu pr�fen ist daher, ob der Schweinemaststall in einer Bauzone �berhaupt sinnvoll betrieben werden k�nnte.
c) Das Bundesgericht hat im nicht ver�ffentlichten Entscheid vom 21. M�rz 1984 i.S. Hui die Meinung vertreten, f�r Tierheime sei die Standortgebundenheit in der Regel zu bejahen, soweit sie immissionstr�chtig seien. Dieselbe Ansicht vertrat es auch in bezug auf die Behausungen von 60 Schlittenhunden (Huskies) (Urteil vom 16. Juni 1989 i.S. Schmid, in ZBl 91/1990, S. 188, E. 5b); dabei erwog es, Voraussetzung f�r die Standortgebundenheit sei, dass die geplante Nutzung sich in einer Bauzone nicht verwirklichen lasse. Das Bundesgericht hielt sodann fest, die Standortgebundenheit sei zu bejahen, wenn eine so intensive Beeintr�chtigung der allgemeinen Siedlungsnutzung durch das Bauvorhaben erfolge, dass die betreffende Nutzung nicht oder nur unter �berm�ssig erschwerten Bedingungen ausge�bt werden k�nne. Diese Voraussetzungen wurden f�r eine Papageienzucht sowie in zwei F�llen auch f�r Pferdestallungen verneint (unver�ffentlichte Urteile des Bundesgerichts vom 7. April BGE 118 Ib 17 S. 201989 i.S. Messer, E. 3, vom 22. Juni 1988 i.S. Gilardoni, E. 4 und vom 27. Februar 1989 i.S. Theiler, E. 3). Das Bundesgericht hielt weiter fest, das Vorliegen einer Standortgebundenheit d�rfe nicht von den konkreten planerischen Gegebenheiten abh�ngig gemacht werden. Es sei deshalb grunds�tzlich auch ohne Belang, dass in einer bestimmten Gemeinde offensichtlich kein Bed�rfnis nach einer neuen, reinen Gewerbe- oder Industriezone bestehe. Entscheidend sei lediglich, ob sich ein Bauvorhaben in keiner entsprechenden Zone verwirklichen lasse (unver�ffentlichtes Urteil vom 10. Dezember 1987 i.S. Bundesamt f�r Raumplanung c. Beyeler, E. 2). In BGE 115 Ib 301 f�hrt das Bundesgericht schliesslich aus, die - dort behandelte - Haltung von 80 Mutterschweinen zur j�hrlichen Produktion von 1400 bis 1700 Jagern in einem vollklimatisierten, gegen aussen praktisch abgeschlossenen hochmodernen Schweinestall k�nne nicht mit einem Tierheim verglichen werden. Ein Schweinezuchtbetrieb m�sse ganz allgemein den Anforderungen der Umweltschutzgesetzgebung gen�gen. Die in diesem Gesetz und den Verordnungen umschriebenen Vorschriften bezweckten, eine �berm�ssige Beeintr�chtigung der Umgebung zu verhindern (Art. 1 Abs. 1 USG). L�stige Ger�che, beispielsweise aus Schweine- oder Gefl�gelhaltungen oder aus der Silagelagerung, seien aufgrund von Art. 11 Abs. 2 USG so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar sei. Eine erhebliche St�rung der Bev�lkerung in ihrem Wohlbefinden sei zu vermeiden (Art. 15 lit. b USG). Emissionsbegrenzungen baulicher und betrieblicher Art, insbesondere f�r geruchsintensive Massentierhaltungen, k�nnten aufgrund von Verordnungen oder n�tigenfalls direkt gest�tzt auf Art. 12 USG angeordnet werden. Es best�nden somit, vor allem bei UVP-pflichtigen Anlagen, gen�gend rechtliche M�glichkeiten, um zu verhindern, dass von einem Schweinezuchtbetrieb in einer Industrie- oder Gewerbezone eine �berm�ssige Bel�stigung der Umgebung bewirkt werde. Die Entsorgung der bei der Tierproduktion entstehenden Abf�lle wie z.B. der Jauche k�nne f�r sich allein betrachtet die Standortgebundenheit nicht begr�nden. Etwas offener wurde die Standortgebundenheit f�r einen Schweinemastbetrieb in einem fr�heren Entscheid des Bundesgerichts beurteilt. Ausgehend vom Umstand, dass bei der Gestaltung der Zonenpl�ne die Industriezonen nach den Bed�rfnissen der herk�mmlichen Gewerbe- und Industriebetriebe ausgeschieden w�rden, folgerte das Bundesgericht, die Besonderheiten der industriellen Tierhaltung wie Geruchsimmissionen und landwirtschaftliche Abfallverwertung liessen es zu, die BGE 118 Ib 17 S. 21Standortgebundenheit anzuerkennen (unver�ffentlichtes Urteil vom 4. Dezember 1985 i.S. Galli, E. 4a). Allerdings waren im damaligen Zeitpunkt die Luftreinhalte-Verordnung und die L�rmschutz-Verordnung noch nicht in Kraft.
d) Ob ein Bauvorhaben in einer Bauzone verwirklicht werden kann, entscheidet sich, wie auch das Bundesamt f�r Raumplanung in seiner Vernehmlassung zu Recht ausf�hrt, der bundesgerichtlichen Praxis entsprechend nach regionalen Gesichtspunkten. Die Frage der Standortgebundenheit kann sich erst stellen, wenn f�r ein Bauvorhaben in der Region keine geeignete Nutzungszone zur Verf�gung steht (vgl. unver�ffentlichte Urteile des Bundesgerichts vom 27. Juni 1990 i.S. Cotting, E. 4 und vom 27. Februar 1989 i.S. Theiler, E. 3c). Anl�sslich des bundesgerichtlichen Augenscheins ergab sich, dass der Schweinemaststall, so wie er geplant ist, aus zonenrechtlichen Gr�nden (Kernzone) am Ort der alten, bauf�lligen Stallgeb�ulichkeiten nicht in Frage kommt. F�r die Installation der in dieser Zone n�tigen Umweltschutzeinrichtungen ist zudem kein gen�gender Platz vorhanden. Denkbar w�re indessen die Errichtung des Schweinemaststalles in einer Industriezone. Wie erw�hnt, hat das Bundesgericht in BGE 115 Ib 300 festgehalten, dass gest�tzt auf die Umweltschutzgesetzgebung gen�gend rechtliche M�glichkeiten best�nden, um zu verhindern, dass von einem Schweinezuchtbetrieb in einer Industrie- oder Gewerbezone eine �berm�ssige Bel�stigung der Umgebung bewirkt werde. Indessen mangelt es in den bestehenden gemischten Gewerbe-Industriezonen der Gemeinde Mosnang an einem hinreichend grossen Areal f�r einen Neubau samt den dazu n�tigen Umweltschutzeinrichtungen. Unter diesen Umst�nden stellt sich die Frage, ob die Gemeinde zu verpflichten sei, die bestehende Gewerbe-Industriezone zu erweitern oder eine Industriezone auszuscheiden (vgl. dazu BGE 115 Ib 150 ff., in welchem das Bundesgericht ausgef�hrt hat, dass Bauvorhaben, die ihrer Zweckbestimmung gem�ss in eine Nutzungszone geh�ren, nicht einfach gest�tzt auf Art. 24 RPG bewilligt werden k�nnen, ohne dass die bundesrechtlich vorgesehene Nutzungsordnung unterlaufen wird). In der Gemeinde Mosnang wird zur Zeit der Zonenplan revidiert. Der Entwurf sieht keine Vergr�sserung der bestehenden Gewerbe-Industriezonen oder die Schaffung einer Industriezone vor. Dies ist aus planerischen Gr�nden durchaus verst�ndlich. Vor allem die topographischen Gegebenheiten, aber auch fehlende Arbeitskr�fte in der abgelegenen Gemeinde zuhinterst im Tal, das fehlende Einzugsgebiet und nur ungen�gende Anschl�sse an den �ffentlichen Verkehr BGE 118 Ib 17 S. 22rechtfertigen den Verzicht auf die Erweiterung oder auf die Schaffung der erw�hnten Zonen, wie der Gemeinderat anl�sslich der bundesgerichtlichen Instruktionsverhandlung �berzeugend dargelegt hat. Aus diesen in den speziellen Verh�ltnissen der Gemeinde Mosnang liegenden Gr�nden w�re es vorliegend wenig sinnvoll, die Gemeinde zur Anpassung ihres Zonenplans zu verhalten. Es ergibt sich somit, dass der Schweinemaststall in der Gemeinde Mosnang selber in einer Bauzone nicht verwirklicht werden kann.
Das Verwaltungsgericht hat nicht gepr�ft, ob in der Region eine geeignete Bauzone vorhanden w�re. Das Bundesgericht hat dies anl�sslich der Instruktionsverhandlung nachgeholt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Industriezone im ca. 3 bis 4 km entfernten B�tschwil �berbaut ist, soweit sie erschlossen ist. Das n�chste, f�r das Bauvorhaben in Frage kommende eingezonte Areal befindet sich in der rund 10 km entfernten Bauzone der Gemeinde Bazenheid. Diese Distanz erweist sich indessen wegen der Besonderheit des vorliegenden Falles (Genossenschaftsstall, F�tterung der Tiere mit der aus der K�serei von Mosnang anfallenden Schotte sowie Betreuung der Tiere durch den K�ser und nicht durch einen in unmittelbarer N�he wohnenden Landwirt) als zu gross.
e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich das Bauvorhaben in der Gemeinde Mosnang und in der n�hern Region nicht innerhalb des Baugebietes realisieren l�sst. Die entsprechende Nutzung k�nnte hier nicht oder nur unter �berm�ssig erschwerten Bedingungen verwirklicht werden. Angesichts der besonderen Situation in Mosnang w�re zudem eine L�sung �ber eine Zonenplanrevision, mit welcher eine Industriezone zu schaffen w�re, wenig sinnvoll. Aus diesen Gr�nden ist die (negative) Standortgebundenheit des Schweinemaststalles im vorliegenden Fall zu bejahen.
F�r die Frage der (negativen) Standortgebundenheit nicht entscheidend, aber immerhin erw�hnenswert ist die Tatsache, dass der Schweinemastbetrieb f�r die Erhaltung der Landwirtschaft in der Gemeinde Mosnang von erheblicher Bedeutung ist. In die K�serei Mosnang werden von den �rtlichen Landwirten pro Jahr 1,5 Mio. l Milch eingeliefert. Es handelt sich dabei zum grossen Teil um kleinere Landwirtschaftsbetriebe in der H�gel- bzw. Bergzone. Die Milch wird zur Hauptsache zu K�se verarbeitet, da eine Vermarktung als Frischmilch nicht m�glich ist. Dabei entstehen grosse Mengen an Schotte. Diese l�sst sich �kologisch am einwandfreisten durch Verf�tterung an die Schweine verarbeiten bzw. beseitigen. Aus Gr�nden des Umweltschutzes ist es wichtig, dass diese Verwertung BGE 118 Ib 17 S. 23der Schotte in der Gemeinde Mosnang selbst oder in der unmittelbaren Umgebung erfolgen kann. Jedenfalls ist der heutige Transport der Schotte in die rund 50 km entfernte Milchpulverfabrik Sulgen/TG unter �kologischen Gesichtspunkten negativ zu werten.
3. Zu pr�fen bleibt, ob dem Bauvorhaben �berwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG entgegenstehen. Dabei ist eine umfassende Interessenabw�gung vorzunehmen, in die sowohl �ffentliche als auch private Interessen einzubeziehen sind (BGE 116 Ib 231 mit Hinweisen). Bei einem konkreten Bauvorhaben ist zu pr�fen, ob dem gew�hlten geographischen Standort �berwiegende Interessen entgegenstehen, wobei auch m�gliche Alternativstandorte zu ber�cksichtigen sind (BGE 115 Ib 514 E. b, BGE 114 Ib 272 E. a, je mit Hinweisen; unver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 1990 i.S. Cotting, E. 4).
a) Der Schweinemaststall soll ca. 200-250 m s�dlich der Bauzone von Mosnang an der Libingerstrasse gebaut werden. Die Entfernung zur K�serei betr�gt ca. 350 m, und die Zufahrt kann �ber die Libingerstrasse ohne weiteres gel�st werden. Unter diesen Gesichtspunkten ist gegen den gew�hlten Standort nichts einzuwenden. Insbesondere liegen die anl�sslich der Instruktionsverhandlung gepr�ften Alternativstandorte wesentlich ung�nstiger (schwierige topographische Verh�ltnisse, gr�ssere Entfernung zur K�serei, ung�nstige Zufahrt bzw. Erschliessung usw.).
b) Der Gemeinderat hat den Einbau einer Bypass- oder Injektorl�ftung verf�gt. Gem�ss Gutachten der �koplan AG, Flawil, muss mit diesem L�ftungssystem zur Bauzone eine Distanz von 137 m eingehalten werden, weshalb der Stall, so wie er von den kantonalen Beh�rden bewilligt wurde, unter dem Gesichtspunkt der LRV Anhang 2 Ziffer 512 keine gr�sseren Probleme aufwirft. Es entspricht jedoch dem Grundsatz einer umfassenden Interessenabw�gung, dass nicht die erstbeste L�sung gew�hlt, sondern dass nach Alternativen gesucht wird, mit welchen die Auswirkungen auf die Umwelt so weit begrenzt werden k�nnen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar ist. In diesem Sinne w�re mit einem Biofilter f�r die Stallabluft eine Reduktion der Geruchsstoffe um 90-95% erzielbar. Die Befragung des Experten der �koplan AG am bundesgerichtlichen Augenschein ergab indessen, dass im vorliegenden Fall der Einbau einer Bio-/Erdfilteranlage nicht m�glich ist, da die dazu ben�tigte ebene Fl�che von 250 m2 den topographischen Verh�ltnissen zufolge nicht vorhanden ist. F�r die Herabsetzung der Luftschadstoffe kommt dagegen der Einbau eines sogenannten Luftwaschfilters BGE 118 Ib 17 S. 24in Betracht. Dadurch w�rde sich die gem�ss LRV erforderliche Distanz gegen�ber bewohnten Zonen um ca. 30% verringern (d.h. im vorliegenden Fall m�sste eine Distanz von 110-120 m eingehalten werden), und die Geruchsstoffe k�nnten um 75-85% reduziert werden. Unter diesen Umst�nden ist die Ausnahmebewilligung mit der Auflage zu verbinden, dass ein Luftwaschfilter einzubauen ist.
c) Zur Vermeidung �berm�ssiger L�rmimmissionen hat schon der Gemeinderat Mosnang mit seinen Auflagen, die Tierumschl�ge zusammenzufassen, auf das Notwendigste zu beschr�nken und in zeitlicher Hinsicht r�cksichtsvoll anzusetzen, Massnahmen zum Schutz der Beschwerdef�hrer getroffen. Praktisch vernachl�ssigt werden k�nnen die Fahrten f�r das Ausbringen der Jauche, da pro Werktag durchschnittlich nur 1,6 Fuhren notwendig sind. Zudem f�hrt ein Teil der Fahrten talaufw�rts, d.h. nicht an den H�usern der Beschwerdef�hrer vorbei. Pro Richtung ergibt sich deshalb pro Werktag durchschnittlich nicht einmal eine ganze Jauchetransportfahrt.
d) Im Rahmen der Interessenabw�gung nach Art. 24 Abs. 1 lit. b RPG sind nicht nur raumplanerische und umweltschutzrechtliche Gesichtspunkte zu ber�cksichtigen, sondern auch solche des Tierschutzes. Dabei geht es darum, das Wohlergehen der Tiere auch in baulicher Hinsicht zu gew�hrleisten. Sowohl den Anforderungen des Tierschutzes als auch denjenigen des Umweltschutzes (L�rm usw.) dient ein m�glichst tiergerechtes Aufstallungssystem. Insbesondere entsteht wenig L�rm, wenn eine hinreichende Besch�ftigungsm�glichkeit der Tiere mit Stroh usw. besteht (vgl. HANS HEUSSER, Zehn Jahre Tierschutz, NZZ Nr. 146/1991, S. 23; unver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 20. Januar 1988 i.S. Bau- und Immobilien AG, E. 5). Obschon nach der geltenden Tierschutzverordnung vom 27. Mai 1981 (SR 455.1) Vollspaltenb�den f�r Mastschweine zul�ssig sind, ist zu beachten, dass im Zusammenhang mit der bevorstehenden Revision dieser Verordnung offenbar ein Verbot f�r solche B�den erwogen wird. Das Bundesamt f�r Veterin�rwesen schreibt dazu in einer vom Bundesgericht eingeholten Stellungnahme, es gebe eine Reihe von Gr�nden, die f�r ein solches Verbot aus der Sicht des Tierschutzes spr�chen (bessere M�glichkeit f�r die Schweine, Kot- und Liegeplatz zu trennen; weniger Schadgasprobleme; bessere M�glichkeit, den Schweinen Besch�ftigungsmaterial zu verabreichen). Zudem bereite die Klimatisierung bei Vollspaltenb�den bisweilen Schwierigkeiten, was das Wohlbefinden der Tiere BGE 118 Ib 17 S. 25beeintr�chtige. Unter diesen Umst�nden ist es angezeigt, die Ausnahmebewilligung mit der Auflage zu verbinden, dass ein anderes Aufstallungssystem als Vollspaltenb�den einzubauen ist. Aus der erw�hnten Stellungnahme ergibt sich n�mlich, dass zahlreiche tiergerechtere und umweltschutzfreundlichere Systeme zur Verf�gung stehen (z.B. verbesserte Formen von Teilspaltenb�den, Buchten mit Auslauf im Kaltstall, Kistenstall sowie den zwar erst in der Entwicklungsphase befindlichen sogenannten Kompoststall).
4. a) Aus den vorstehenden Erw�gungen folgt, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde in ihrem Hauptpunkt (Standortgebundenheit) unbegr�ndet ist. Die Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 Abs. 1 RPG ist jedoch zus�tzlich mit den Auflagen zu verbinden, dass ein Luftwaschfilter und ein anderes Aufstallungssystem als Vollspaltenb�den eingebaut werden.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten zu 1/2 den Beschwerdef�hrern und zu 1/2 der K�sereigenossenschaft Mosnang aufzuerlegen. Da die Parteien nicht durch Rechtsanw�lte vertreten waren, steht ihnen keine Parteientsch�digung zu.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen, und die Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 Abs. 1 RPG wird durch folgende zus�tzliche Auflagen erg�nzt:
a) es ist ein Luftwaschfilter einzubauen;
b) es ist ein anderes Aufstallungssystem als Vollspaltenb�den einzurichten.
Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
115 IB 300,
115 IB 299 suite... ,
115 IB 301,
115 IB 150,
116 IB 231,
114 IB 272
Art. 15 lit. b USG,
Art. 12 USG