Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2095/82
Timestamp: 2019-09-15 08:51:46
Document Index: 300592612

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', '§ 89', '§ 89', '§ 89', '§ 89', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.10.1984 - I ZR 95/82 - dejure.org
https://dejure.org/1984,2992
BGH, 17.10.1984 - I ZR 95/82 (https://dejure.org/1984,2992)
BGH, Entscheidung vom 17.10.1984 - I ZR 95/82 (https://dejure.org/1984,2992)
BGH, Entscheidung vom 17. Januar 1984 - I ZR 95/82 (https://dejure.org/1984,2992)
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Geltendmachung eines Ausgleichsanspruchs eines Handelsvertreters für Tierarzneimittel - Auswirkungen einer fristlosen Kündigung des Handelsvertreters auf das Vorliegen eines Ausgleichsanspruch - Zulässigkeit der Beschränkung der Bewilligung eines Ausgleichsanspruchs ...
VersR 1985, 264
WM 1985, 469
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können schuldhafte Vertragsverstöße des Handelsvertreters, auch wenn sie nicht ausreichen, einen wichtigen Grund zur Kündigung im Sinne der §§ 89a Abs. 1 Satz 1, 89b Abs. 3 Nr. 2 HGB abzugeben, im Rahmen der Billigkeitserwägung nach § 89b Abs. 1 Nr. 3 HGB zu berücksichtigen sein (BGHZ 29, 275, 277; Urteil vom 21. Mai 1975 - I ZR 141/74, WM 1975, 856 unter II 4; Urteil vom 17. Oktober 1984 - I ZR 95/82, WM 1985, 469 unter II 2; Urteil vom 29. März 1990 - I ZR 2/89, WM 1990, 1496 unter 3 d).
Soweit der Bundesgerichtshof auf die Systematik des § 89b HGB hingewiesen und die Einhaltung der sich daraus ergebenden Prüfungsreihenfolge gefordert hat, ging es um mit der hier erörterten Frage nicht vergleichbare Fälle, in denen der Tatrichter, anstatt den Ausgleichsanspruch zunächst auf der Grundlage der Unternehmervorteile (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB) und Provisionsverluste (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB) zu ermitteln, allein aufgrund von Billigkeitserwägungen nach § 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB einen Ausgleichsanspruch bejaht oder verneint oder den Ausgleichshöchstbetrag des § 89b Abs. 2 HGB zum Ausgangspunkt der Berechnung gemacht hatte (BGHZ 43, 154, 156 f.; 55, 45, 54 f.; BGH, Urteil vom 27. Februar 1981 - I ZR 39/79, WM 1981, 817 unter II 2; Urteil vom 17. Oktober 1984 aaO unter II 1; Urteil vom 15. Oktober 1992 - I ZR 173/91, WM 1993, 392 unter II 1), oder um die - zu verneinende - Frage, ob der nach § 89b Abs. 2 HGB ermittelte Höchstbetrag des Ausgleichsanspruchs gemäß § 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB aus Billigkeitsgründen herabgesetzt werden kann (BGH…, Urteil vom 25. November 1998 aaO unter III).
Schuldhafte Vertragsverstöße des Handelsvertreters können allerdings, auch wenn sie nicht ausreichen, einen wichtigen Grund zur Kündigung zu geben, im Rahmen der Billigkeitserwägung zu berücksichtigen sein (BGH, Urt. v. 17.10.1984 - I ZR 95/82, WM 1985, 469).
Im übrigen kann ein Ausgleichsanspruch aus Billigkeitsgründen nicht bereits deshalb verneint werden, weil der Handelsvertreter den gleichen Kundenkreis wie vor der Beendigung des Vertragsverhältnisses beliefert und keine Verdiensteinbuße erlitten hat (BGH, Urt. v. 17.10.1984 - I ZR 95/82, Umdr. S. 3 ff., mitgeteilt bei Wolf, WM-Sonderbeilage 6/1986, S. 12 unter 3. a).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es aber in der Regel nicht angängig, die Bewilligung eines Ausgleichsanspruchs und dessen Höhe allein nach Billigkeitserwägungen zu bestimmen, ohne daß vorher Feststellungen über die Größe der Vorteile des Unternehmers und die Verluste des Handelsvertreters im Sinne des § 89 b Abs. 1 Nr. 1 und 2 HGB getroffen worden sind (BGHZ 43, 154, 156;… Urt. v. 26.11.1976 - I ZR 154/74, NJW 1977, 671;… Urt. v. 27.02.1981 - I ZR 39/79, MDR 1981, 906 [BGH 27.02.1981 - I ZR 39/79]; Urt. v. 17.10.1984 - I ZR 95/82).