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Timestamp: 2016-10-22 13:42:02
Document Index: 317556459

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 42', 'Art. 54', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

4A_94/2007 (10.07.2007)
4A_94/2007 /wim
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Jacques Allet.
Haftung der Bergbahnunternehmen; Verletzung der Verkehrssicherungspflicht,
Beschwerde in Zivilsachen gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, Zivilgerichtshof I, vom 27. Februar 2007.
Die am 18. Juni 1986 geborene X._______ (Beschwerdef�hrerin) verbrachte im April 2002 ihre Skiferien in der Schweiz. Dazu kaufte sie ein f�r sechs Tage g�ltiges Abonnement f�r das von der Y._______ SA (Beschwerdegegnerin) betriebene Skigebiet von A._______. Zu diesem Skigebiet geh�ren unter anderem die Pisten B._______ und C._______. Die Piste B._______ ist als schwarze Piste eingestuft. Teilweise parallel dazu verl�uft die als rot klassierte Piste C._______. Die beiden Skipisten werden durch eine bewaldete Fl�che voneinander getrennt. Weniger als zweihundert Meter oberhalb der Stelle, an der sich die beiden Skipisten treffen, f�hrt eine Traverse durch das Waldst�ck, �ber welche die Piste C._______ von der Piste B._______ her erreicht werden kann.
Am 4. April 2002 war die Beschwerdef�hrerin bei guten Sichtverh�ltnissen mit dem Snowboard zum ersten Mal in ihrem Leben auf der Piste B._______ unterwegs. Dabei bog sie in Begleitung ihrer Freundin etwa hundert Meter oberhalb der Traverse nach links ab, um durch das Waldst�ck die Piste C._______ zu erreichen. �ber einen Buckel fahrend wurde die Beschwerdef�hrerin gegen einen Baumstrunk geschleudert und brach sich dabei den rechten Oberschenkel.
Mit Datum vom 15. September 2003 reichte die Beschwerdef�hrerin beim Bezirksgericht Sitten Klage auf Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung gegen die Beschwerdegegnerin ein. Gem�ss dem nach �berweisung der Akten an das Kantonsgericht Wallis erweiterten Klagebegehren beantragte die Beschwerdef�hrerin die Zahlung von Fr. 12'647.10.-- plus Zins zu 5 % seit 4. April 2002 als Schadenersatz sowie von Fr. 20'000.-- plus Zins zu 5 % seit 4. April 2002 als Genugtuung.
Mit Urteil vom 27. Februar 2007 wies das Kantonsgericht Wallis die Klage ab. Das Kantonsgericht begr�ndete seinen Entscheid unter anderem damit, dass aufgrund von zwei von den Parteien eingereichten Fotografien, die deutlich eine Streckenmarkierung in Form eines Pfostens auf der linken Seite der Piste erkennen lassen, erwiesen sei, dass die Piste B._______ am Unfalltag auch auf der linken Seite markiert war.
Gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis erhob die Beschwerdef�hrerin beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen. Sie beantragt sinngem�ss, den Entscheid des Kantonsgerichts wegen Verletzung des Willk�rverbots aufzuheben.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht (SR 173.110; BGG) in Kraft getreten. Nach Art. 132 BGG ist dieses Gesetz auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist. Da das angefochtene Urteil des Kantonsgerichts Wallis nach dem 1. Januar 2007 erging, finden die Bestimmungen des BGG Anwendung.
Die Beschwerdef�hrerin hat ihre Rechtsschrift in deutscher Sprache eingereicht, was gem�ss Art. 42 Abs. 1 BGG zul�ssig ist. In ihrer Eingabe vom 25. April 2007 beantragt die Beschwerdef�hrerin sinngem�ss, das Urteil des Bundesgerichts sei in deutscher Sprache zu verfassen, da sie kein Franz�sisch verstehe. Gem�ss Art. 54 Abs. 1 BGG wird das Verfahren in der Regel in der Sprache des angefochtenen Entscheids gef�hrt. Im vorliegenden Fall kann davon ausnahmsweise abgewichen und das Urteil in deutscher Sprache verfasst werden, da die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrerin ihre Beschwerde auf Deutsch verfasst hat und die Sprache des angefochtenen Entscheids nicht versteht (Urteil des Bundesgerichts 6S.358/2005 vom 17. M�rz 2006 E. 1.1; BGE 124 III 205 E. 2 S. 206).
Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz Willk�r in der Beweisw�rdigung vor. Sie macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe aufgrund der von der Beschwerdef�hrerin eingereichten Fotografie Nr. 24 den unzutreffenden Schluss gezogen, die Piste B._______ sei auch auf der linken Seite markiert gewesen. Zudem sei das Kantonsgericht in Willk�r verfallen, soweit es der Beschwerdef�hrerin aufgrund der Tatsache, dass ihr Vater am Unfalltag die vorgesehene Traverse durch das Waldst�ck selbst befahren hat, vorwerfe, diesen Weg nicht ebenfalls benutzt zu haben. Schliesslich habe die Vorinstanz das Willk�rverbot verletzt, indem es die Aussage des Zeugen Z._______, die f�r die Beschwerdegegnerin sehr belastend sei, nicht ber�cksichtigt habe.
3.2 Willk�r liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211; 131 I 57 E. 2 S. 61, 467 E. 3.1 S. 473 f.; 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 128 I 177 E. 2.1 S. 182, je mit Hinweisen). Die Beweisw�rdigung ist mithin nicht schon dann willk�rlich, wenn vom Gericht gezogene Schl�sse nicht mit der Darstellung des Beschwerdef�hrers �bereinstimmen, sondern bloss, wenn die Beweisw�rdigung offensichtlich unhaltbar ist (BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88). Dabei steht dem kantonalen Gericht ein weiter Ermessensspielraum zu. Willk�rlich ist insbesondere eine Beweisw�rdigung, die einseitig einzelne Beweise ber�cksichtigt, oder die Abweisung einer Klage mangels Beweisen, obwohl die nicht bewiesenen Tatsachen aufgrund der Vorbringen und des Verhaltens der Parteien eindeutig zugestanden sind (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b S. 30 mit Hinweisen).
3.3 Im vorliegenden Fall hat das Kantonsgericht die Beweise entgegen der R�ge der Beschwerdef�hrerin nicht willk�rlich gew�rdigt, wenn sie aufgrund der von den Parteien eingereichten Fotografien davon ausging, dass die Piste B._______ am Unfalltag auch auf der linken Seite durch Pistenpfosten markiert war. Die von der Beschwerdef�hrerin eingereichte Fotografie Nr. 24 l�sst auf der linken Seite deutlich eine Pistenmarkierung in Form eines Pfostens erkennen. Gem�ss der von der Beschwerdef�hrerin beigef�gten Beschreibung dieses Bildes wurde die Aufnahme hundert Meter oberhalb der Unfallstelle gemacht, wobei die Pistenmarkierung deutlich unterhalb der Stelle liegt, an der die Aufnahme gem�ss Angaben der Beschwerdef�hrerin gemacht wurde. Die von der Beschwerdegegnerin eingereichte Vergr�sserung Nr. 3bis l�sst zudem leicht oberhalb der Abbiegung zur Unfallstelle eine Pistenmarkierung erkennen. Die W�rdigung der Beweislage durch das Kantonsgericht ist plausibel und nachvollziehbar. Die abweichende W�rdigung der Beschwerdef�hrerin �berzeugt nicht; was sie vorbringt, ist zum Nachweis willk�rlicher Beweisw�rdigung im Sinne der zitierten Rechtsprechung nicht geeignet.
3.4 Ebenfalls keine willk�rliche Beweisw�rdigung kann der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Ber�cksichtigung der Tatsache vorgeworfen werden, dass der Vater der Beschwerdef�hrerin am Unfalltag die f�r die �berfahrt zur Piste C._______ vorgesehene Traverse unterhalb der Unfallstelle selbst befahren hat. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin hat das Kantonsgericht aus dieser Tatsache lediglich den Schluss gezogen, dass die Traverse an jenem Tag deutlich sichtbar gewesen sei. Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, die Vorinstanz habe das Willk�rverbot verletzt, indem sie feststellte, ihr Vater habe die Traverse an diesem Tag mehrmals benutzt, ist im �brigen ebenfalls unbegr�ndet. Gem�ss Protokoll der Zeugenaussage des Vaters vom 14. Februar 2005 hat dieser n�mlich selbst ausgesagt, dass er am Unfalltag jedes Mal die genannte Traverse benutzt habe.
3.5 Auch der Vorwurf der Beschwerdef�hrerin, die Vorinstanz habe das Willk�rverbot verletzt, indem es die Aussage des Zeugen Z._______, die f�r die Beschwerdegegnerin sehr belastend sei, nicht ber�cksichtigt habe, ist nicht begr�ndet. Das Kantonsgericht hat die Zeugenaussage Z._______ durchaus ber�cksichtigt, jedoch erwogen, dass dessen Aussage nicht ausschlaggebend sei, da die Umst�nde, unter denen er vom Zustand der Piste B._______ Kenntnis erhalten habe, unklar seien und zudem nicht belegt sei, dass er sich am Unfalltag tats�chlich auf der fraglichen Skipiste aufgehalten hatte. Angesichts des breiten Ermessensspielraums des Sachrichters bei der Beweisw�rdigung ist darin keine Willk�r zu sehen.
Damit ist die Beschwerde insgesamt abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 1987.-- wird der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, Zivilgerichtshof I, schriftlich mitgeteilt.