Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/die-berufungsbegruendung-als-berufungseinlegung-379622
Timestamp: 2020-01-25 16:40:08
Document Index: 177313219

Matched Legal Cases: ['§ 236', '§ 519', '§ 520', '§ 519', '§ 519', '§ 236', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die "Beru­fungs­be­grün­dung" als Beru­fungs­ein­le­gung | Rechtslupe
Die "Berufungsbegründung" als Berufungseinlegung
Die "Beru­fungs­be­grün­dung" als Beru­fungs­ein­le­gung
Eine Nach­ho­lung der ver­säum­ten Pro­zess­hand­lung gemäß § 236 Abs. 2 Satz 2 Halbs. 1 ZPO ist ent­behr­lich, wenn die­se, wenn auch ver­spä­tet, bereits vor dem Beginn der Wie­der­ein­set­zungs­frist vor­ge­nom­men wor­den ist 1.
So hat im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die Beklag­te mit dem als "Beru­fungs­be­grün­dung" bezeich­ne­ten Schrift­satz das Rechts­mit­tel nicht nur begrün­det, son­dern zugleich – unbe­dingt – Beru­fung gegen das Urteil des Amts­ge­richts ein­legt (§ 519 Abs. 1, § 520 Abs. 3 Satz 1 ZPO). Die­ser Schrift­satz ent­hielt nicht nur die Bezeich­nung des Urteils, gegen das sich die Beklag­te wen­det (§ 519 Abs. 2 Nr. 1 ZPO). Er macht auch zwei­fels­frei deut­lich, dass gegen das Urteil Beru­fung ein­ge­legt wer­den soll (§ 519 Abs. 2 Nr. 2 ZPO). Ent­schei­dend ist, dass der Erklä­rung die Absicht, das erst­in­stanz­li­che Urteil einer Nach­prü­fung durch die höhe­re Instanz zu unter­stel­len, ein­deu­tig zu ent­neh­men ist 2. Die­sen Anfor­de­run­gen wird der vor­lie­gen­de Schrift­satz gerecht. Die Bezeich­nung als "Beru­fungs­be­grün­dung" steht der Beur­tei­lung nicht ent­ge­gen, dass es sich zugleich um eine Beru­fungs­schrift han­delt, da eine wirk­sa­me Beru­fungs­schrift nicht davon abhängt, dass sie aus­drück­lich als "Beru­fung" bezeich­net ist 3.
Es gereicht der Beklag­ten nicht zum Nach­teil, dass sie nicht recht­zei­tig Wie­der­ein­set­zung in die ver­säum­ten Fris­ten zur Ein­le­gung und Begrün­dung der Beru­fung bean­tragt hat. Auf­grund der vor­ge­nann­ten Umstän­de kann gemäß § 236 Abs. 2 Satz 2 Halbs. 2 ZPO Wie­der­ein­set­zung auch ohne Antrag gewährt wer­den.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Juni 2014 – VIII ZB 23/​14
Wie­der­ein­set­zung von Amts wegen In einer aktu­el­len Ent­schei­dung hat­te sich der Bun­des­ge­richts­hofs zu befas­sen mit der Fra­ge der Erkenn­bar­keit des Wil­lens des Beru­fungs­klä­gers zur Fort­set­zung des Ver­fah­rens als Vor­aus­set­zung…
vgl. hier­zu BGH, Urtei­le vom 17.01.2013 – III ZR 168/​12, NJW-RR 2013, 692 Rn. 16; vom 26.01.1978 – VII ZB 20/​77, VersR 1978, 449[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 17.07.2008 – V ZB 151/​07, Fam­RZ 2008, 1926 Rn. 9; vom 23.06.2005 – I ZB 15/​05, MDR 2006, 110; vom 19.11.1997 – XII ZB 157/​97, NJW-RR 1998, 507; vom 25.11.1986 – VI ZB 12/​86, NJW 1987, 1204 unter II[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 17.07.2008 – V ZB 151/​07, aaO Rn. 11; vom 25.11.1986 – VI ZB 12/​86, aaO[↩]
BerufungBerufungsbegründungBerufungsschriftWiedereinsetzungZivilprozess