Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20499/12
Timestamp: 2019-12-07 23:44:34
Document Index: 33039342

Matched Legal Cases: ['Art 2', 'Art 13', 'Art 13', 'Art 19', '§ 93', 'Art 13', '§ 53', '§ 74']

Rechtsprechung: 2 BvR 499/12 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 29.01.2015
BVerfG, 29.01.2015 - 2 BvR 497/12, 2 BvR 1054/12, 2 BvR 499/12, 2 BvR 498/12
https://dejure.org/2015,1893
BVerfG, 29.01.2015 - 2 BvR 497/12, 2 BvR 1054/12, 2 BvR 499/12, 2 BvR 498/12 (https://dejure.org/2015,1893)
BVerfG, Entscheidung vom 29.01.2015 - 2 BvR 497/12, 2 BvR 1054/12, 2 BvR 499/12, 2 BvR 498/12 (https://dejure.org/2015,1893)
BVerfG, Entscheidung vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497/12, 2 BvR 1054/12, 2 BvR 499/12, 2 BvR 498/12 (https://dejure.org/2015,1893)
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Durchsuchung einer Rechtsanwaltskanzlei (Ermittlungsverfahren gegen einen Rechtsanwalt wegen des Verdachts der Verletzung der Unterhaltspflicht; Leistungsfähigkeit; erzielbare Einkünfte bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen); Wohnungsgrundrecht (Richtervorbehalt; ...
Durchsuchung, Rechtsanwaltskanzlei, Verhältnismäßigkeit
Bei Anordnung der Durchsuchung bei Berufsgeheimnisträgern gelten für die Verhältnismäßigkeit besondere Anforderungen
Art 2 Abs 1 GG, Art 13 Abs 1 GG, Art 13 Abs 2 GG, Art 19 Abs 3 GG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG
Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Durchsuchung einer Rechtsanwaltskanzlei aufgrund des Verdachts einer Straftat von geringer Intensität verletzt Art 13 Abs 1, Abs 2 GG - zudem unzureichende Verhältnismäßigkeitsprüfung bzgl einer Durchsuchung bei ...
Unzulässige Kanzleidurchsuchung bei Vorwurf einer geringfügigen Straftat
Durchsuchung der Rechtsanwaltskanzlei
Zur Durchsuchung der Kanzlei eines Rechtsanwalts: Geringe Straftaten kein Anlass
Durchsuchungsanordnung bezüglich einer Anwaltskanzlei bedarf besonders differenzierter Verhältnismäßigkeitserwägungen
strafverteidiger-hamburg.com (Entscheidungsbesprechung)
Kanzlei-Durchsuchung bei nur geringfügiger Straftat
rudolph-recht.de (Entscheidungsbesprechung)
Durchsuchung von Rechtsanwaltskanzlei war verfassungswidrig
AG Stuttgart, 18.10.2011 - 29 Gs 2222/11
LG Stuttgart, 01.02.2012 - 16 Qs 101/11
LG Stuttgart, 01.02.2012 - 16 Qs 94/11
AG Stuttgart, 07.02.2012 - 29 Gs 275/12
AG Stuttgart, 07.02.2012 - 29 Qs 275/12
LG Stuttgart, 01.03.2012 - 9 Qs 13/12
AG Stuttgart, 18.04.2012 - 29 Gs 837/12
LG Stuttgart, 02.05.2012 - 18 Qs 27/12
LG Stuttgart, 02.05.2013 - 18 Qs 27/12
StV 2016, 70 (Ls.)
AnwBl 2015, 440
AnwBl Online 2015, 209
Der Schutz der Vertrauensbeziehung zwischen Anwalt und Mandant (s. dazu Beschluss des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 20. Mai 2010 2 BvR 1413/09, Neue Juristische Wochenschrift 2010, 2937, Rz 6) liegt darüber hinaus auch im Interesse der Allgemeinheit an einer wirksamen und geordneten Rechtspflege (vgl. BVerfG-Beschluss vom 29. Januar 2015 2 BvR 497/12 u.a., Anwaltsblatt 2015, 440, Rz 18).
Als geringfügig gelten Straftaten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafe unter fünf Jahren bedroht sind (BVerfG, Beschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497/12 - juris Rn. 19).
Diese Belange verlangen eine besondere Beachtung bei der Prüfung der Angemessenheit der Zwangsmaßnahme (vgl. BVerfG, Beschluss vom 12. April 2005, BVerfGE 113, 29 [47 ff.]; Beschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497/12 - juris Rn. 18; st. Rspr.).
VerfGH Sachsen, 01.08.2019 - 39-IV-19
Ferner liegt die Verschwiegenheitspflicht im Interesse der Allgemeinheit an einer wirksamen und rechtsstaatlich geordneten Rechtspflege (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497/12 u.a. - AnwBl 2015, 440, juris Rn. 18;… BVerwG, a.a.O.), so dass sie auch insoweit über das individuelle Interesse eines Mandanten hinausreicht.
Der besondere Schutz von Berufsgeheimnisträgern (§ 53 StPO) gebietet bei der Anordnung einer solchen Durchsuchung die besonders sorgfältige Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen und des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (vgl. BVerfGK 17, 550, 556; BVerfG, stattgebender Kammerbeschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497-499/12, 1054/12 - juris).
Der Hinweis darauf, dass der Rechtsanwalt in einem vom Bundesverfassungsgericht entschiedenen Fall (stattgebender Kammerbeschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497-499/12, 1054/12 - juris) freiwillig die Herausgabe aller relevanten Unterlagen angeboten habe, während eine entsprechende Erklärung hier nicht erfolgt sei, lässt einen nachvollziehbaren Bezug zu dem Vorbringen des Beschwerdeführers - der die Befragung eines Mitarbeiters der Z. als milderes Mittel benannt hatte - nicht erkennen.
Diesbezüglich beantragten die Kläger, das Verfahren gemäß § 74 FGO im Hinblick auf das vor dem BVerfG anhängige Verfahren Az.: 2 BvR 498/12 auszusetzen.
LG Rostock, 21.07.2015 - 18 Qs 212/14
Durchsuchung einer Rechtsanwaltskanzlei: Inhaltliche Anforderungen an einen …
Im Einzelfall können die Geringfügigkeit der zu ermittelnden Straftat, eine geringe Beweisbedeutung der zu beschlagnahmenden Gegenstände sowie die Vagheit des Auffindeverdachts der Durchsuchung entgegenstehen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 497/12, Abs. Nr. 16 ff. m.w.Nachw.).
BVerfG, 29.01.2015 - 2 BvR 499/12
https://dejure.org/2015,14271
BVerfG, 29.01.2015 - 2 BvR 499/12 (https://dejure.org/2015,14271)
BVerfG, Entscheidung vom 29.01.2015 - 2 BvR 499/12 (https://dejure.org/2015,14271)
BVerfG, Entscheidung vom 29. Januar 2015 - 2 BvR 499/12 (https://dejure.org/2015,14271)
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