Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/rechtsmittel-gegen-den-kostenfestsetzungsbeschluss-395676
Timestamp: 2019-09-15 16:50:42
Document Index: 9649207

Matched Legal Cases: ['§ 104', '§ 567', '§ 11', '§ 574', '§ 574', '§ 574', '§ 574', '§ 543', 'BGH', '§ 573', '§ 104', '§ 104', '§ 104', 'BGH', 'BGH']

Rechts­mit­tel gegen den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss | Rechtslupe
Rechts­mit­tel gegen den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss
Fin­det gegen den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss des Rechts­pfle­gers im Hin­blick auf den Umfang der bean­trag­ten Abän­de­rung (allein) die befris­te­te Erin­ne­rung gemäß § 104 Abs. 3 Satz 1, § 567 Abs. 2 ZPO, § 11 Abs. 2 Satz 1 RPflG statt, ist – nach Nicht­ab­hil­fe durch den Rechts­pfle­ger – die (rich­ter­li­che) Ent­schei­dung über die befris­te­te Erin­ne­rung unan­fecht­bar1.
Der Zweck der befris­te­ten Erin­ne­rung erschöpft sich dar­in, eine Ent­schei­dung des Rich­ters her­bei­füh­ren zu kön­nen.
Bei der abschlie­ßen­den Ent­schei­dung des Rich­ters han­delt es sich nicht um eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts als Beschwer­de­ge­richt. Nur dann aber wäre die Rechts­be­schwer­de gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO statt­haft.
Die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de durch das Land­ge­richt ändert an dem Aus­schluss des Rechts­mit­tel­we­ges zum Bun­des­ge­richts­hof nichts. Eine Bin­dung des Rechts­be­schwer­de­ge­richts an die Zulas­sung gemäß § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO besteht nicht, weil eine Ent­schei­dung, die vom Gesetz der Anfech­tung ent­zo­gen ist, auch bei – irri­ger – Rechts­mit­tel­zu­las­sung unan­fecht­bar bleibt2. Die Bin­dungs­wir­kung der Rechts­mit­tel­zu­las­sung umfasst bei der Rechts­be­schwer­de gemäß § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO nur die Beja­hung der in § 574 Abs. 3 Satz 1, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO genann­ten Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen. Die Zulas­sung des Rechts­mit­tels kann dage­gen nicht dazu füh­ren, dass dadurch ein gesetz­lich nicht vor­ge­se­he­ner Instan­zen­zug eröff­net wird3.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Mai 2015 – II ZB 18/​14
BGH, Beschluss vom 20.04.2011 – IX ZA 52/​10, ZIP 2011, 1170 Rn. 3; OLG Stutt­gart, Rpfl 2008, 475 Rn. 8; BayO­bLG, Fam­RZ 2003, 189; Münch­Komm-ZPO/­Lipp, 4. Aufl., § 573 Rn. 15; Münch­Komm-ZPO/­Schulz, 4. Aufl., § 104 Rn. 135; Musielak/​Voit, ZPO, 12. Aufl., § 104 Rn. 32; HK-ZPO/Gierl, 6. Aufl., § 104 Rn. 45 [↩]
BGH, Beschluss vom 01.10.2002 – IX ZB 271/​02, NJW 2003, 70 mwN [↩]
BGH, Beschluss vom 07.02.2013 – VII ZB 58/​12, NJW-RR 2013, 1081 Rn. 8; Beschluss vom 11.09.2008 – I ZB 36/​07, NJW-RR 2009, 424 Rn. 5; Beschluss vom 01.10.2002 – IX ZB 271/​02, NJW 2003, 70, jew. mwN [↩]
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