Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=HFR%202016,%2077
Timestamp: 2020-03-31 23:35:57
Document Index: 289681026

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 19', '§ 22', 'Art. 3', '§ 93', '§ 22', '§ 55', '§ 55', '§ 22', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 55', '§ 22', '§ 10', '§ 3', '§ 22', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 55', 'Art 3', '§ 55', '§ 55', '§ 22', '§ 1', '§ 138']

BVerfG, 30.09.2015 - 2 BvR 1961/10 - dejure.org
https://dejure.org/2015,35720
BVerfG, 30.09.2015 - 2 BvR 1961/10 (https://dejure.org/2015,35720)
BVerfG, Entscheidung vom 30.09.2015 - 2 BvR 1961/10 (https://dejure.org/2015,35720)
BVerfG, Entscheidung vom 30. September 2015 - 2 BvR 1961/10 (https://dejure.org/2015,35720)
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§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa des Einkommenst... euergesetzes - EStG, § 19 EStG, § 22 EStG, Art. 3 Abs. 1 GG, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG, § 55 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 des Beamtenversorgungsgesetzes, § 55 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BeamtVG, § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb Satz 2 EStG, § 10 Abs. 3 Sätze 3 bis 6 EStG, § 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG, § 10 Abs. 3 EStG, § 55 BeamtVG, § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb Satz 4 EStG, § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a EStG, § 3 Nr. 62 EStG, § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb Satz 1 EStG, § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b EStG, § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe b EStG, § 10 Abs. 4 EStG, § 10 Abs. 4a EStG, § 55 Abs. 1, 2 BeamtVG
Art 3 Abs 1 GG, AltEinkG, § 55 Abs 1 BeamtVG, § 55 Abs 2 BeamtVG, § 22 Nr 1 S 3 Buchst a DBuchst bb S 2 EStG vom 05.07.2004
Teilweise Parallelentscheidung: Zur Neuregelung der Rentenbesteuerung durch das Alterseinkünftegesetz (juris: AltEinkG) - hier: keine Verletzung des Gleichheitssatzes bei der Besteuerung von Bezügen aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 02.12.2015)
Rentenbesteuerung: Mehrere Klagen abgewiesen
Außerhalb der verfassungsrechtlich maßgeblichen Vergleichsperspektive liegen dagegen Be- und Entlastungswirkungen, die sich jenseits der einkommensteuerlichen Belastung erst aus dem Zusammenspiel mit den Normen des Besoldungs-, Versorgungs- und Sozialversicherungsrechts ergeben (Entscheidungen in BVerfGE 105, 73, unter C.II., und in HFR 2016, 77, Rz 47).
Weil diese Frage bereits durch die höchstrichterliche Rechtsprechung geklärt ist und die Kläger keine neuen, von den Gerichten noch nicht erwogenen Gesichtspunkte vorgebracht haben, verweist der Senat auf die hierzu bereits vorliegenden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- (Beschlüsse vom 30. September 2015 2 BvR 1066/10, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2016, 72, Rz 44 ff., und 2 BvR 1961/10, HFR 2016, 77, Rz 37 ff.) und des Bundesfinanzhofs --BFH-- (Urteile vom 26. November 2008 X R 15/07, BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710, unter II.2.b cc, …und vom 4. Februar 2010 X R 52/08, BFH/NV 2010, 1253, Rz 35 ff.).
Es gilt das Prinzip der Kapitaldeckung, bei dem - ohne finanzielle Beteiligung der Steuerzahler - die vom Versicherten eingezahlten Versicherungsbeiträge rentierlich angelegt und im Versicherungsfall nach Abzug der angefallenen Verwaltungskosten wieder an den Versicherungsnehmer ausgezahlt werden (vgl. BVerfGE 76, 256/303; BVerfG vom 30.9.2015 NJW 2016, 469 Rn. 44; vgl. auch §§ 1, 150 ff. VVG sowie §§ 138, 232 Abs. 1 Nr. 1 VAG).
Ausdrücklich hat das BVerfG die andersartige Besteuerung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus berufsständischen Versorgungswerken im Vergleich zur Besteuerung von Privatrenten gebilligt, bei denen die Wertsteigerungen zwar ebenfalls erfasst werden, allerdings nur über die Besteuerung eines Ertragsanteils (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 30.9.2015 2 BvR 1961/10, NJW 2016, 469, Rz. 37 ff.).
Die nachgelagerte Besteuerung für Renten aus berufsständischen Versorgungswerken ist dementsprechend verfassungsgemäß, soweit die Rentenansprüche aus unversteuertem Einkommen aufgebaut werden konnten oder nur der Teil der Rentenbezüge besteuert wird, der nicht auf Beiträgen beruht oder mit Beiträgen korreliert, die aus versteuertem Einkommen geleistet worden sind (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 30.9.2015, 2 BvR 1961/10, NJW 2016, 469, Rz. 45).
Ist der Gesamtbetrag der steuerfrei gestellten Rentenzahlungen höher als die Beitragszahlungen, für die kein steuermindernder Sonderausgabenabzug gewährt wurde, liegt keine verfassungswidrige Doppelbesteuerung vor (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 30.9.2015, 2 BvR 1961/10, NJW 2016, 469, Tz. 42).
Das ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, soweit die Rentenansprüche aus unversteuertem Einkommen aufgebaut werden konnten oder nur der Teil der Rentenbezüge besteuert wird, der nicht auf eigenen Beiträgen beruht oder mit Beiträgen korreliert, die aus nichtversteuertem Einkommen geleistet worden sind (vgl. BVerfG in HFR 2016, 77, m.w.N.).
Diese Neuregelungen wurden mittlerweile vom Bundesverfassungsgericht für verfassungskonform erklärt (vgl. BVerfG, Beschlüsse der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 29.09.2015 - 2 BvR 2683/11 -, HFR 2016, 69, vom 30.09.2015 - 2 BvR 1066/10 -, HFR 2016, 72, sowie vom 30.09.2015 - 2 BvR 1961/10 -, NJW 2016, 469).
Dabei gilt ein stufenloser, am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientierter verfassungsrechtlicher Prüfungsmaßstab, dessen Inhalt und Grenzen sich nicht abstrakt, sondern nur nach den jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereichen bestimmen lassen (stRspr, vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 30. September 2015 - 2 BvR 1961/10 - NJW 2016, 469 Rn. 27).