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Timestamp: 2016-10-25 10:31:48
Document Index: 186007526

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE']

U 242/06 (18.09.2006)
U 242/06
S.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Ausfeld, Weinbergstrasse 18, 8001 Z�rich,
"Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft, Talackerstrasse 1, 8152 Opfikon, Beschwerdegegnerin
(Entscheid vom 22. M�rz 2006)
Der 1962 geborene S.________ war seit November 2000 bei der Firma X.________ (Schweiz) AG als Key-Account Manager angestellt und bei der "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend "Z�rich") obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 11. Januar 2001 erlitt der Versicherte einen Unfall: Als er nach der Mittagspause auf dem Weg zur Arbeit einer von rechts auf die Fahrbahn springenden Katze auswich, verlor er die Beherrschung �ber das Fahrzeug und kollidierte frontal mit einem Baum. Gem�ss Unfallanalyse der "Z�rich" vom 25. Februar 2003 betrug die Geschwindigkeit bei der Kollision noch rund 20 bis 25 h/km. Der Versicherte wurde gleichentags vom Spital Y.________, Chirurgische Klinik, ambulant behandelt. Dabei wurde eine Thoraxkontusion, eine Commotio cerebri sowie ein Distorsionstrauma der Halswirbels�ule diagnostiziert und "Schonung f�r weitere 3 Tage" empfohlen. In der Folge ging der Versicherte keiner Erwerbst�tigkeit mehr nach. Die Arbeitgeberfirma k�ndigte ihm aus wirtschaftlichen Gr�nden auf den 31. Mai 2001. Die "Z�rich" richtete Taggelder aus und �bernahm die Heilbehandlung. Gest�tzt auf das polydisziplin�re Gutachten des Zentrums V.________ vom 25. November 2003 stellte die "Z�rich" mit Verf�gung vom 7. Mai 2004, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 17. M�rz 2005, die Taggelder per 31. Dezember 2003 und die Heilbehandlung per 31. Mai 2004 ein, weil der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und den noch vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden verneint werden m�sse.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 22. M�rz 2006 ab.
S.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, es sei die Sache an die "Z�rich" zur�ckzuweisen "zwecks Festsetzung s�mtlicher versicherten Leistungen gem�ss UVG".
Unter s�mtlichen Verfahrensbeteiligten ist zu Recht unbestritten, dass im vorliegenden Fall der f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzte nat�rliche Kausalzusammenhang (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 406 Erw. 4.3.1, je mit Hinweisen) zwischen dem am 11. Januar 2001 erlittenen Verkehrsunfall und den �ber den 31. Dezember 2003 hinaus anhaltenden Beschwerden des Versicherten mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest im Sinne einer Teilkausalit�t gegeben ist. Zu beurteilen bleibt die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs.
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die Rechtsprechung zum f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle und den hernach andauernden Beschwerden mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 117 V 359) zutreffend wiedergegeben. Das kantonale Gericht hat �berdies richtig dargelegt, dass die Beurteilung der Ad�quanz in denjenigen F�llen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbels�ule geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (wenn also die schleudertraumaspezifischen Beschwerden im Verlauf der Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben), nach der f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unf�llen geltenden Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vorzunehmen ist (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437).
2.1 Der Versicherte wurde noch am Unfalltag vom Spital Y.________ ambulant behandelt. Dieses diagnostizierte gem�ss Bericht vom 12. Januar 2001 eine Thoraxkontusion, eine Commotio cerebri sowie ein Distorsionstrauma der Halswirbels�ule. Von seinem Hausarzt wurde der Beschwerdef�hrer an Dr. A.________, Facharzt f�r Neurologie, verwiesen, der ein zervikales sowie ein zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei Status nach Verkehrsunfall am 11. Januar 2001, Kopfschmerzen und Schwankschwindel-Beschwerden multifaktorieller Genese sowie ein vermutlich allergisches Asthma bronchiale feststellte. Bereits in diesem fr�hen Zeitpunkt (d.h. rund drei Monate nach dem Unfallereignis) bestanden Hinweise auf eine psychische Problematik, deutete doch der Neurologe die Kopfschmerzen und Schwankschwindelbeschwerden "im Rahmen von funktionellen Kopfschmerzen". Auch die "kurze Abwesenheit" des Beschwerdef�hrers w�hrend des Gespr�chs beurteilte Dr. A.________ "zun�chst als psychogen". Anl�sslich des Aufenthalts des Beschwerdef�hrers in der Rehaklinik Z.________ (vom 13. September 2001 bis am 11. Oktober 2001) stellten die �rzte folgende Diagnosen: Stand nach Halswirbels�ulen-Distorsion und leichter traumatischer Hirnverletzung (amnestische L�cke) am 11. Januar 2001 mit konsekutiv zervikozephalem Syndrom, vegetativer Dysregulation, neuropsychologischen Funktionsst�rungen sowie einer Anpassungsst�rung (Bericht vom 16. Oktober 2001). Dabei weist der Bericht insbesondere auf den fr�hen Verlust der Arbeitsstelle, der sich auf den posttraumatischen Verlauf komplizierend ausgewirkt habe, sowie auf weitere psychosoziale Belastungsfaktoren hin. Die Anpassungsst�rung wurde aufgrund einer "verminderten Copingf�higkeit mit verst�rkter Symptomauspr�gung und anhaltend verminderter Belastbarkeit trotz vollst�ndiger Arbeitsentlastung" diagnostiziert; die Auspr�gung der neuropsychologischen Funktionsst�rung liesse sich nur im Rahmen dieser Anpassungsst�rung erkl�ren. Die psychologische Betreuerin, lic. phil. T.________, beobachtete w�hrend des Klinikaufenthalts, dass der Beschwerdef�hrer mit multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren auf die Schmerzen fixiert sei und hielt denn auch eine ambulant weitergef�hrte psychotherapeutische Therapie f�r "dringend indiziert". In die gleiche Richtung zielt das Gutachten des Zentrums V.________ vom 25. November 2003, wonach die angegebenen Beschwerden ("Kopfbeschwerden mit einem als Druck von aussen, wie durch einen zu engen Helm und einen zugeschn�rten Gurt, erlebten Schmerz sowie ein Innendruck des Kopfes mit Ausstrahlung dieser Kopfschmerzen in den Nacken, ein Pfeifen im rechten Ohr, eine Licht- und L�rmempfindlichkeit sowie Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen") psychischen Ursprungs (kombinierte Pers�nlichkeitsst�rung, Entwicklung k�rperlicher Symptome aus psychischen Gr�nden) seien. Organisch k�nne lediglich ein minimaler muskul�rer Hartspann im Bereich der Halswirbels�ule festgestellt werden. Aufgrund dieser Umst�nde l�sst sich ersehen, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, dass die physischen Beschwerden im Verlaufe der Entwicklung vom Unfall (11. Januar 2001) bis zum Beurteilungszeitpunkt (Einstellung der Taggelder auf den 31. Dezember 2003 bzw. Einspracheentscheid vom 17. M�rz 2005) nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben. S�mtliche in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen verm�gen, soweit sie nicht bereits im angefochtenen Entscheid mit zutreffender Begr�ndung widerlegt worden sind, an dieser Betrachtungsweise nichts zu �ndern. Insbesondere ist weder auf den Bericht von Dr. H.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Dezember 2003 noch auf das Gutachten des Psychiaters PD Dr. C.________ vom 9. Dezember 2004 abzustellen. Dr. H.________ Bericht ist nicht schl�ssig, sondern widerspr�chlich: So h�lt er einerseits fest, "dass die Diagnose einer Pers�nlichkeitsst�rung bei der vorliegenden Datenlage [...] nicht gestellt werden kann", schliesst andererseits "Pers�nlichkeits�nderungen" oder "andere psychoreaktive Prozesse" beim Versicherten aber dennoch nicht aus. Das Gutachten von PD Dr. C.________ wendet sich namentlich gegen die Einsch�tzung des Zentrums V.________, wonach die "extrem schwachen" Ergebnisse der neuropsycholgischen Untersuchungen "mit praktischer Sicherheit [...] vorwiegend psychogen" bedingt seien. Im Gegensatz zu den Ausf�hrungen des Zentrums V.________ verm�gen indessen diejenigen von PD Dr. C.________ die schlechten Resultate nicht nachvollziehbar zu erkl�ren. Zudem steht er mit seiner Einsch�tzung auch im Widerspruch zur vorne dargelegten Beurteilung der Rehabilit�tsklinik Z.________. Weitere medizinische Abkl�rungen er�brigen sich, weil keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten w�ren.
2.2 Nach dem Gesagten ist die Ad�quanz nach Massgabe der in BGE 115 V 138 Erw. 6 und 407 Erw. 5 entwickelten und seither st�ndig angewandten Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts (BGE 129 V 183 Erw. 4.1) zu beurteilen, d.h. mit der Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten der unfallbezogenen Merkmale (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 Erw. 3.2.3).
2.3 Aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen ist der Autounfall vom 11. Januar 2001 in �bereinstimmung mit der Vorinstanz dem Bereich der mittelschweren Unf�lle und innerhalb dieses Rahmens eher den leichteren F�llen zuzuordnen (vgl. RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2 am Anfang). Daher kann die Ad�quanz nur bejaht werden, sofern eines der einschl�gigen Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist oder mehrere Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise zutreffen (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb). Dies ist, wie das kantonale Gericht zu Recht erkannt hat, nicht der Fall. Dabei gilt es zu betonen, dass bei der Pr�fung der einzelnen Kriterien nur die organisch bedingten Beschwerden zu ber�cksichtigen sind, w�hrend die psychisch begr�ndeten Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall Gegenstand der Pr�fung bildet, ausgeklammert bleiben (Urteil P. vom 30. September 2005, U 277/04, Erw. 4.3).
Die - vorinstanzlich best�tigte - Leistungseinstellung seitens der "Z�rich" erfolgte demnach zu Recht.