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Timestamp: 2020-05-30 09:22:03
Document Index: 298215061

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 86', '§ 4', '§ 86', '§ 86', 'BGH', '§ 28', '§ 9', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 8', '§ 8', '§ 54', '§ 113', '§ 9', '§ 17', '§ 8', '§ 8', '§ 31', '§ 8', '§ 10', '§ 75', '§ 28']

BVerwG, 07.07.1978 - 4 C 79.76 u.a. - dejure.org
BVerwG, 07.07.1978 - 4 C 79.76 u.a.
https://dejure.org/1978,3
BVerwG, 07.07.1978 - 4 C 79.76 u.a. (https://dejure.org/1978,3)
BVerwG, Entscheidung vom 07.07.1978 - 4 C 79.76 u.a. (https://dejure.org/1978,3)
BVerwG, Entscheidung vom 07. Juli 1978 - 4 C 79.76 u.a. (https://dejure.org/1978,3)
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Planerische Gestaltungsfreiheit - Luftverkehrsrechtliches Planfeststellungsverfahren - Verkehrsflughafen - Prognostische Einschätzung - Abwägungsvorgang - Einwirkungen durch Fluglärm - Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses - Schutzauflage - Luftverkehrsrechtliche ...
AOPA-Arbeitskreis der Fliegenden Juristen und Steuerberater , S. 100 (Leitsatz)
Zu dem Umfang und den Schranken planerischer Gestaltungsfreiheit im luftverkehrsrechtlichen Planfeststellungsverfahren.
VG Darmstadt, 22.02.1972 - IV E 195.71
VGH Hessen, 21.10.1980 - II OE 205/78
BVerwGE 56, 110
NJW 1979, 64
DVBl 1978, 845
DÖV 1978, 804
BauR 1979, 211
Wird zitiert von ... (735)
Dies hat der erkennende Senat für § 6 Abs. 2 LuftVG bereits entschieden (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [122]).
Auch die Planfeststellungsbehörde hat zu prüfen, ob das geplante Vorhaben den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung entspricht (vgl. BVerwG. Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [122]).
Die Vorschriften enthalten zugleich eine materielle Ermächtigung der Planfeststellungsbehörde zur luftverkehrsrechtlichen Fachplanung selbst (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 - BVerwGE 56, 110 [116]).
Da sich das Luftverkehrsgesetz hierzu näherer Bestimmungen enthält, gelten insoweit die allgemeinen Grundsätze rechtsstaatlicher Planung (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u. a - BVerwGE 56, 110 [116 ff.]).
Eine Planung ist gerechtfertigt, wenn für das beabsichtigte Vorhaben nach Maßgabe der vom jeweiligen Fachplanungsgesetz allgemein verfolgten Ziele ein Bedürfnis besteht, die mit ihr geplante Maßnahme unter diesem Blickwinkel also objektiv erforderlich ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [118]).
Zum Beispiel kann die Erweiterung eines Flughafens wegen des geänderten Verkehrsbedürfnisses oder aus Sicherheitsanforderungen erforderlich sein (vgl. BVerwG. Urteil vom 7. Juli 1978 - a.a.O. - S. 120).
Nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats umfaßt der notwendige Schutz der Anwohner von Flughäfen auch das störungsfreie Schlafen und die ungestörte Kommunikation (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - a.a.O. - S. 131; vgl. ferner - wenn auch zur Straßenplanung - Urteil vom 21. Mai 1976 - BVerwG 4 C 80.74 - BVerwGE 51, 15 [33]).
Die Voraussetzungen, unter denen das richterliche Ermessen eingeschränkt ist, liegen nicht vor (vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Oktober 1968 - BVerwG 8 C 48.68 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 79; Urteil vorn 19. Dezember 1968 - BVerwG 8 C 29.67 - BVerwGE 31, 149 [156]; Beschluß vom 23. Juni 1975 - BVerwG 7 B 54.75 - Buchholz 442.10 § 4 StVG Nr. 42; Urteil vom 7. Juli 1978 - a.a.O. - S. 127).
Das Berufungsgericht hat in den Grenzen der gerichtlichen Kontrolle von Planungsentscheidungen (vgl. BVerwG, Urteil vom 1. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a - BVerwGE 56, 110 [122 f.]) zutreffend erörtert, ob der gewählte Standort überhaupt geeignet sei, das beabsichtigte Vorhaben aufzunehmen.
Dabei kann es zu rechtlich erheblichen Fehlgewichtungen bereits dann kommen, wenn die Behörde die Bedeutung der (obiektiv) betroffenen öffentlichen und privaten Belange in einer Weise vorgenommen hat, die zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis steht (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [123]).
Ein Tatsachengericht kann sich ohne Verstoß gegen seine Aufklärungspflicht auch auf Gutachten oder gutachterliche Stellungnahmen stützen, die von einer Behörde im Verwaltungsverfahren eingeholt wurden (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [127]; Urteil vom 17. Oktober 1978 - BVerwG 8 C 48.68 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 79; Beschluß vom 18. Januar 1982 - BVerwG 7 B 254.81 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 137).
Das ist in der Rechtsprechung wiederholt hervorgehoben worden (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [134]; vgl. ferner BGH NJW 1986, 2423).
Ein derartiger Anspruch würde sich - nach den Umständen des Einzelfalles - auch aus allgemeinen rechtsstaatlichen Grundsätzen ergeben können (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 [113]).
Zugleich stellen sie "Zwecke der Zivilluftfahrt" dar, für die § 28 Abs. 1 LuftVG die Enteignung zulässt (vgl. BVerwG, Urteile vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O., S. 120…, vom 5. Dezember 1986 - BVerwG 4 C 13.85 - a.a.O., S. 232 f. und Urteil vom 11. Juli 2001 - BVerwG 11 C 14.00 - BVerwGE 114, 364, 375).
2.1.3.1 In § 9 Abs. 2 LuftVG schreibt der Gesetzgeber lediglich eine äußerste, mit einer gerechten Abwägung nicht mehr überwindbare Grenze fest (vgl. BVerwG, Urteile vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110, 123 f., vom 29. Januar 1991 - BVerwG 4 C 51.89 - BVerwGE 87, 332, 342 und vom 27. Oktober 1998 - BVerwG 11 A 1.97 - BVerwGE 107, 313, 323).
Die fachplanerischen Abwägungsvorschriften entfalten insoweit zu ihren Gunsten drittschützende Wirkung (vgl. BVerwG, Urteile vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110, 123, vom 29. Januar 1991 - BVerwG 4 C 51.89 - BVerwGE 87, 332, 342 und vom 27. Oktober 1998 - BVerwG 11 A 1.97 - BVerwGE 107, 313, 322).
Für die Gebietsart ist dabei von der bebauungsrechtlich geprägten Situation der betroffenen Grundstücke (im Einwirkungsbereich) auszugehen, für die tatsächlichen Verhältnisse spielen insbesondere Geräuschvorbelastungen eine wesentliche Rolle (vgl. Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 = Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 2 S. 1 ).
Der allgemeine Hinweis auf die Wahrnehmung des öffentlichen Wohls oder die abstrakte Möglichkeit einer Beeinträchtigung der Planungshoheit genügen dafür nicht (vgl. insbesondere BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 2, S. 1 ; BVerwGE 51, 6 ).
Materiellrechtlich steht der Planfeststellungsbeschluß mit dem geltenden Recht in Einklang, wenn für das beabsichtigte Vorhaben nach Maßgabe der vom Luftverkehrsgesetz allgemein verfolgten Ziele ein Bedürfnis besteht und es unter diesem Blickwinkel vernünftigerweise geboten ist (Planrechtfertigung), wenn die gesetzlichen Planungsleitsätze beachtet sind und wenn das Gebot der gerechten Abwägung aller von der Planung berührten öffentlichen und privaten Belange eingehalten ist (wegen der Einzelheiten: BVerwGE 56, 110 ).
Im Verwaltungsstreitverfahren sind diese Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen freilich nicht abstrakt zu erörtern, sondern stets im Hinblick auf die individuelle Rechtsbetroffenheit des jeweiligen Klägers (BVerwGE 64, 347 ; 56, 110 ).
Grundsätzlich ist vielmehr auch bei der Planung eines Flughafens, die aufgrund prognostischer Einschätzung künftiger tatsächlicher Entwicklungen durchgeführt werden muß, hinsichtlich der Prognose vorauszusetzen, daß sie in einer der jeweiligen Materie angemessenen und methodisch einwandfreien Weise erarbeitet worden ist (BVerwGE 56, 110 ).
Der Senat hat in seinem Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 (131) ausgeführt, daß die Frage, unter welchen Voraussetzungen Lärmeinwirkungen des Flughafens für die betroffenen Grundstücke als "Nachteile" im Sinne des § 9 Abs. 2 LuftVG anzusehen seien und deshalb die Notwendigkeit der Anordnung von Schutzanlagen nach sich zögen, sich nicht einheitlich beantworten lasse (vgl. auch BVerwGE 51, 15 ).
Die Frage, welche "Nachteile" im Sinne des § 9 Abs. 2 LuftVG die Anordnung von Schutzanlagen erfordern, ist im allgemeinen nicht aufgrund einer überschauend-regionalen Betrachtung, sondern im Hinblick auf die individuelle Zumutbarkeit der Lärmeinwirkungen auf einzelne Grundstücke zu beantworten (BVerwGE 56, 110 ).
Bei alledem ist in erster Linie auf sachliche Zumutbarkeitskriterien abzustellen, wie sie der Senat zum Beispiel für Wohngebiete in seinen Urteilen vom 21. Mai 1976 - BVerwG 4 C 80.74 - BVerwGE 51, 15 (33) und vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 2, S. 1 (23) zur Erwägung gestellt hat.
Die weitere Frage, ob eine danach äußerstenfalls zumutbare Geräuscheinwirkung in einem bestimmten Geräuschpegel zutreffend ausgedrückt worden ist (vgl. dazu den Planfeststellungsbeschluß, S. 483 ff. und 508 ff.), ist in den Tatsacheninstanzen gegebenenfalls mit Hilfe Sachverständiger zu klären (Urteil des Senats vom 7. Juli 1978, a.a.O. S. 24).
Sie ist einerseits Unternehmergenehmigung, andererseits aber auch Planungsentscheidung (vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. November 1996 - BVerwG 4 B 170.96 - Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 13; Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 ).
In diesem Umfang besitzen die fachplanungsrechtlichen Abwägungsvorschriften nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu Gunsten der Lärmbetroffenen "drittschützende Wirkung" (zum Luftverkehrsrecht vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O. S. 123;… Urteil vom 29. Januar 1991 - BVerwG 4 C 51.89 - a.a.O. S. 342; Urteil vom 27. Oktober 1998 - BVerwG 11 A 1.97 - BVerwGE 107, 313).
Mit dieser Zweckbestimmung erfüllen Verkehrsflughäfen ebenso wie öffentliche Straßen öffentliche Zwecke (BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O. S. 119).
Für die Überprüfung eines prognostizierten nachfrageorientierten Nachtflugbedarfs gilt wie allgemein für die Kontrolle von Verkehrsprognosen im Fachplanungsrecht: Das Gericht hat (nur) zu prüfen, ob die Prognose nach einer geeigneten Methode durchgeführt wurde, ob der zugrunde gelegte Sachverhalt zutreffend ermittelt wurde und ob das Ergebnis einleuchtend begründet ist (…vgl. BVerwG, Urteile vom 11. Juli 2001 - BVerwG 11 C 14.00 - a.a.O. S. 378;… vom 27. Oktober 1998 - BVerwG 11 A 1.97 - a.a.O. S. 326; vom 5. Dezember 1986 - BVerwG 4 C 13.85 - BVerwGE 75, 214 ; vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O. S. 121).
Es ist im Übrigen grundsätzlich nicht Aufgabe der Gerichte eine Prognose darauf zu überprüfen, ob sie durch die spätere tatsächliche Entwicklung mehr oder weniger bestätigt oder widerlegt ist (BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O. S. 121 f.).
§ 54 Abs. 2 VwGO ist insoweit nicht analog auf Sachverständige anwendbar (vgl. BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O. S. 127; Urteil vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 10.84 - BVerwGE 74, 222 ).
Gegenstand der gerichtlichen Prüfung kann - jedenfalls abgesehen von extrem gelagerten Fällen - ausschließlich die Frage sein, ob die der Planungsentscheidung zugrunde liegende Prognose den an sie gestellten Anforderungen genügt, nicht aber, ob die Prognose durch die spätere tatsächliche Entwicklung mehr oder weniger bestätigt oder widerlegt ist (vgl. BVerwG, U.v. 7.7.1978 - 4 C 79.76 - BVerwGE 56, 110/121f.).
Das Berufungsgericht hat sich für seine Auffassung auf die Rechtsprechung des Senats berufen, insbesondere auf die Entscheidung zum ... Flughafen ("Startbahn West", Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - BVerwGE 56, 110 ff.) sowie auf die erste Entscheidung des Senats zu dem hier im Streit befindlichen Flughafen ... (…Urteil vom 30. Mai 1984, a.a.O.).
Ihrem Gegenstand nach erstreckt sich diese in umfassender Weise auf schlechthin alle planerischen Gesichtspunkte, die zur - möglichst optimalen - Verwirklichung der gesetzlich vorgegebenen Planungsaufgabe, aber auch zur Bewältigung der von dem Planvorhaben in seiner räumlichen Umgebung erst aufgeworfenen Probleme von Bedeutung sind (vgl. Urteil des Senats vom 7. Juli 1978, a.a.O. S. 116).
Dieses verlangt, daß - erstens - eine Abwägung überhaupt stattfindet, daß - zweitens - in die Abwägung an Belangen eingestellt wird, was nach Lage der Dinge in sie eingestellt werden muß, und daß - drittens - weder die Bedeutung der betroffenen öffentlichen und privaten Belange verkannt noch der Ausgleich zwischen ihnen in einer Weise vorgenommen wird, die zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis steht (st. Rspr., vgl. zur luftverkehrsrechtlichen Fachplanung Urteil des Senats vom 7. Juli 1978, a.a.O. S. 122 f.).
Der prozessuale Aufhebungsanspruch (§ 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO) ist freilich im Falle eines mehrstufigen Verwaltungsverfahrens allein auf die abschließende Verwaltungsentscheidung zu richten, also gegen den Planfeststellungsbeschluß, in dem die Genehmigung ihren verbindlichen Niederschlag findet (so schon Urteil vom 7. Juli 1978, a.a.O. S. 137 mit weiteren Hinweisen).
Der Senat hat in seiner Entscheidung zum Flughafen Frankfurt (Urteil vom 7. Juli 1978, a.a.O. S. 131) hinsichtlich der Frage, unter welchen Voraussetzungen die Lärmeinwirkungen eines Flughafens für die betroffenen Grundstücke als "Nachteile" im Sinne des § 9 Abs. 2 LuftVG anzusehen sind, auf seine Rechtsprechung zu der in ihrer früheren Fassung im wesentlichen inhaltsgleichen Vorschrift des § 17 Abs. 4 FStrG Bezug genommen (vgl. Urteil vom 21. Mai 1976 - BVerwG 4 C 80.74 - BVerwGE 51, 15 ).
Sie entspricht der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (…vgl. z.B. BVerwG, Urteil v. 10.2.1978, BVerwGE 55, S. 220, 226 f.; Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 119;… Urteil v. 18.5.1990, BVerwGE 85, S. 155, 156; BVerwG, Beschluß v. 7.11.1996, Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 13); hierbei hat das Gericht jeweils an den unmittelbaren Zweck des zu verwirklichenden Vorhabens angeknüpft.
Zwar kann für weite Bereiche des Fachplanungsrechts generell davon ausgegangen werden, jedes Vorhaben diene ausschließlich (z.B. im Bundesstraßenwesen, vgl. BVerwG, Urteil v. 21.5.1976, BVerwGE 51, 15, 26; BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 119) oder jedenfalls auch gemeinnützigen Zwecken (…z.B. im Abfallrecht, vgl. BVerwG, Urteil v. 9.9.1990, BVerwGE 85, S. 44, 46 ff.;… Urteil v. 24.11.1994, BVerwGE 97, S. 143, 149).
Für den Bereich des Wasserrechts (…vgl. z.B. BVerwG, Urteil v. 10.2.1978, BVerwGE 55, S. 220, 226 f.; Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 119;… Urteil v. 18.5.1990, BVerwGE 85, S. 155, 156) und des Luftverkehrsrechts (vgl. BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 119; Beschluß v. 7.11.1996, Buchholz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 13) ist indessen nicht nur das Bundesverwaltungsgericht wiederholt von dieser Unterscheidung ausgegangen, sondern sie entspricht auch der Auffassung in weiten Teilen der jeweiligen Fachliteratur (…vgl. z.B. Czychowski, Wasserhaushaltsgesetz, Kommentar, 7. Aufl., § 31 Rn. 1 c;… Hofmann/Grabherr, Luftverkehrsrecht, Kommentar, 2. Aufl., Stand 1997, § 8 LuftVG Rn. 10;… Kühling/Herrmann, Fachplanungsrecht, 2. Aufl., Rn. 288, 291;… Stüer, Handbuch des Bau- und Fachplanungsrechts, 2. Aufl., Rn. 1825).
Dabei kennzeichnet der Begriff des "gemeinnützigen" Vorhabens im Fachplanungsrecht ein in einem öffentlichen Interesse stehendes Vorhaben (vgl. BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, 110, 119).
Die nicht in Frage stehende Notwendigkeit einer Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2.684 Meter, damit auslieferungsfähige Flugzeuge des Typs A3XX im Werk der Beigeladenen nach Durchführung der Abschlußarbeiten bereitgestellt werden können, läßt deren Ausbau aus der Sicht des Fachplanungsrechts "vernünftigerweise geboten erscheinen" (vgl. zu diesem Maßstab z.B. BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 118 f.;… Urteil v. 20.5.1999, NVwZ 2000, S. 555, 556, st. Rspr.).
Das Bundesverwaltungsgericht hat zwar in seinen Entscheidungen zu privatnützigen Planfeststellungen ausgeführt, daß derartigen Vorhaben ein zwingender Versagungsgrund entgegensteht, wenn sie mit einem Eingriff in die Rechte Dritter verbunden sind (…vgl. vgl. z.B. BVerwG, Urteil v. 10.2.1978, BVerwGE 55, S. 220, 226 f.; Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 119).
Dem entspricht es, daß Dritte nach § 10 Abs. 8 S. 2 LuftVG die Aufhebung eines aufgrund von Abwägungsfehlern ihre Rechte verletzenden Planfeststellungsbeschlusses nur erreichen können, wenn diese Rechtsverletzung nicht durch ergänzende Schutzauflagen beseitigt werden kann (vgl. z.B. bereits BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, 110, 132 f.); ein Unterschied zwischen gemeinnützigen und privatnützigen Vorhaben besteht nach der gesetzlichen Regelung insoweit nicht.
Inhaltlich verlangt das Abwägungsgebot, daß eine Abwägung überhaupt stattfindet, in die Abwägung an Belangen eingestellt wird, was nach Lage der Dinge in die Abwägung eingestellt werden muß und weder die Bedeutung der betroffenen öffentlichen und privaten Belange verkannt noch der Ausgleich zwischen ihnen in einer Weise vorgenommen wird, die zur objektiven Gewichtung einzelner Belange außer Verhältnis steht (vgl. z.B. BVerwG, Urteil v. 14.2.1975, BVerwGE 48, 56, 63 f.; Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, 110, 117).
Dabei hat sich die gerichtliche Prüfung, sofern, wie vorliegend, keine enteignungsrechtliche Vorwirkung in Rede steht, auf solche Mängel zu beschränken, die eigene Belange der Antragsteller betreffen (vgl. z.B. BVerwG, Urteil v. 7.7.1978, BVerwGE 56, S. 110, 123;… Urteil v. 12.4.2000, DVBl. 2000, S. 1344, 1346; OVG Hamburg, Beschluß v. 13.12.1994, OVG Bs III 376/93, Beschlußausfertigung S. 60;… Kopp/Ramsauer, § 75 VwVfG Rn. 39;… Stüer, a.a.O., Rn. 2340 f.).
Der von der Beigeladenen betriebene Flughafen Frankfurt Main ist durch seine luftverkehrsrechtliche Genehmigung als Verkehrsflughafen festgelegt und steht der Zivilluftfahrt zur Verfügung (BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978 - 4 C 79.76 -, BVerwGE 56, 110, 119).
An der Gemeinnützigkeit des Baus einer neuen Landebahn ändert sich nichts dadurch, dass die Betreiberin des Flughafens, die Beigeladene, eine Gesellschaft des Privatrechts ist (siehe BVerwG, Urteil vom 7. Juli 1978, a.a.O., S. 119).
Zugleich stellen sie "Zwecke der Zivilluftfahrt" dar, für die § 28 Abs. 1 LuftVG die Enteignung zulässt (vgl. BVerwG, Urteile vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 u.a. - a.a.O., S. 120…, vom 5. Dezember 1986 - BVerwG 4 C 13.85 - a.a.O., S. 232 f., und Urteil vom 11. Juli 2001 - BVerwG 11 C 14.00 - BVerwGE 114, 364, 375).
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OVG Sachsen, 14.02.2018 - 2 A 852/16
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OVG Sachsen, 20.03.2015 - 2 A 19/14
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