Source: https://www.equal-rights.org/post/2017/05/17/a-new-debate-on-upper-limits-eine-obergrenze-f%C3%BCr-familienzusammenf%C3%BChrung-in-europa
Timestamp: 2020-07-03 14:42:47
Document Index: 249466113

Matched Legal Cases: ['Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'EuG']

Ziel der Dublin-III-Verordnung ist ausweislich des 7. Erwägungsgrundes, festzulegen, welcher Mitgliedstaat im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist; etwa durch das bekannte Ersteinreiseprinzip (Art. 13). Mitunter übersehene Zuständigkeitsregelungen knüpfen an die Familieneinheit an (Art. 8-11). Die Achtung des Familienlebenssoll eine vorrangige Erwägung der Mitgliedsstaaten sein (Erwägungsgrund 14), sowie die Einhaltung der Regelungen der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Art. 8 EMRK normiert ein Recht auf Achtung des Familienlebens. Die Mitgliedstaaten sind im Rahmen des Dublin-Systems verpflichtet, ein Ergebnis zu liefern, das mit Art. 8 EMRK in Einklang steht. Befinden sich also Angehörige der Kernfamilie von Schutzsuchenden bereits in Deutschland und durchlaufen dort ein Asylverfahren oder haben bereits internationalen Schutz zugesprochen bekommen, so ist Deutschland gem. Art. 8-10 Dublin-III-Verordnung auch für die Anträge der Verwandten in Griechenland zuständig. Sie sind daher, sofern dies ihrem Willen entspricht, nach Deutschland zu überstellen. Der Europäische Gerichtshof hat im Juni 2016 bestätigt, dass die Dublin-III-Verordnung „auf objektiven und für die Mitgliedstaaten und die Betroffenen gerechten Kriterien basiert.“ (EuGH Rs. Ghezelbash, Rn. 42)