Source: https://de.slideshare.net/presseportalCH/humanitas-helvetica-sexsklaven-menschenhandel-und-zwangsprostitution-in-der-schweiz
Timestamp: 2017-02-27 18:27:21
Document Index: 353575885

Matched Legal Cases: ['Art. 182', '§ 196', '§ 195', '§ 195', '§ 196', '§ 195', '§ 196', 'Art. 182', 'Art. 195', 'Art. 199']

Humanitas Helvetica: Sex-Sklaven - Menschenhandel und Zwangsprostitut…
Sælger med x factor
by Jonas Friis
by edwinava
Cover biore
URBANA THE MASTERPIECE
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Zürich (ots) - - Hinweis: Die Broschüre "Sex-Sklaven - Menschenhandel und Zwangsprostitution in der Schweiz" kann kostenlos im pdf-Format unter http://presseportal.ch/de/pm/100051556 heruntergeladen werden - In Freiheit ... / http://ots.ch/600c781
Dominik KamberSex-SklavenMenschenhandel und Zwangsprostitution in der Schweiz Eine Publikation der Humanitas Helvetica e.V., Zürich www.humanitas-helvetica.ch 2.
Dominik KamberSex-SklavenMenschenhandel und Zwangsprostitution in der Schweiz Eine Publikation der Humanitas Helvetica e.V., Zürich www.humanitas-helvetica.ch 3.
Der AutorDominik I. Kamber, Jahrgang 1975. Journalist und Kommunikationsspezialist. Publizisti-sche Tätigkeit u.a. zu sicherheitspolitischen Themen der Schweiz und des Auslands. Fach-beirat der NGO Humanitas Helvetica e.V., Mediensprecher der Organisation.© 2012 byHumanitas Helvetica e.V., 8057 Zürich, www.humanitas-helvetica.chFotos: Dominik Kamber (Quelle: Internet)Druck: Eigendruck 4 4.
1. AufrufIn Freiheit frei über sich selber bestimmen ganz besonders in der Schweiz nicht län-zu können, ist eines der wichtigsten Men- ger tabuisiert und als Randthema behandeltschenrechte. Sexsklaven ist dieses Men- werden. Diese spezielle Form der organi-schenrecht versagt. sierten Kriminalität muss auf allen Ebenen effizient angegangen werden. Dazu gehörtDie vorliegende Publikation ist eine Infor- auch eine offene Diskussion über die Nach-mationsgrundlage zum undurchsichtigen frage der Männer in der Schweiz nach se-Thema Menschenhandel und Zwangsprosti- xuellen Dienstleistungen von ausländischentution in der Schweiz. Damit sollen die Hin- Sexsklaven. Demnach sind nicht nur die Be-tergründe etwas tiefer beleuchtet werden als hörden, sondern ganz besonders die Gesell-dies in den üblichen Schlagzeilen der Tages- schaft und die Medien gefordert.medien getan wird. In diesem Sinne rufe ich Sie dazu auf, demEs geht hier nicht um die Prostitution im Thema die nötige Beachtung zu schenkenAllgemeinen, um diejenigen Frauen oder und unsere Bemühungen im Rahmen IhrerMänner, die selbstbestimmte Sexualdienst- Möglichkeiten zu unterstützen.leistungen in einem der ältesten Gewerbeselbstbewusst in eigener Regie anbieten. Humanitas Helvetica e.V. setzt sich ein für:Noch weniger sollen Geschäfte wie Strip-tease-, Modell- und Heiratsagenturen oder •	Freiheit, Sicherheit, Unabhängigkeit undArbeitsplatzvermittlungsbüros angeprangert Selbstbestimmung aller Menschenwerden. Dies ist explizit zu erwähnen, denn •	Kriminalprävention (gegen Terrorismus,eine Vermischung mit dem zur Diskussion Korruption, Zwangs-Prostitution, usw.)stehenden Thema würde dieses verwässern. •	Informations- und MedienfreiheitZur Diskussion steht nämlich ‚nur‘ der Han-del von vornehmlich 16- bis 30-jährigenSexsklaven. Website: www.humanitas-helvetica.chDie noch viel schlimmeren unterschiedli-chen Formen des grausamen Kinderhandels Spendenkonto:(Mädchen und Knaben) zum sexuellen Miss- Post Finance, Konto PC 85-587554-5brauch oder zur Haltung als Arbeitssklaven IBAN CH50 0900 0000 8558 7554 5und im krassesten Fall zur Entnahme von Humanitas Helvetica e.V.Körperorganen sollen ebenfalls nicht ange- Mimosenstrasse 5, 8057 Zürichsprochen werden, sondern werden separatbearbeitet.Das Thema Zwangsprostitution als grobe Hans-Ulrich Helfer,Verletzung der Menschenwürde und damit Gründer und Präsidentder Menschenrechte darf in Europa und Humanitas Helvetica e.V. 5 5.
Inhalt1.	Aufruf2.	Einleitung3.	Definitionen und rechtliche Situation3.1. Prostitution (selbstbestimmt)3.1.1. Die rechtliche Situation in der Schweiz und in Europa im Vergleich3.2. Zwangsprostitution3.3. Menschenhandel3.4. Frauenhandel3.4.1. Merkmale des Frauenhandels3.5. Das Wichtigste zusammengefasst4.	Prostitution in der Schweiz4.1. Weibliche Prostitution4.2. Männliche Prostitution4.3.	Transsexuelle5.	Zwangsprostitution5.1.	Formen der Zwangsprostitution5.2. Die Opfer5.2.1. Herkunftsländer aus Sicht der Schweiz5.2.2. Methodik der Rekrutierung5.3. Die Täter5.4. Der Transit6.	Fallbeispiele6.1. Sandra aus Lateinamerika6.2. Jelena aus Osteuropa6.3. Alina aus Osteuropa7.	Bekämpfung7.1. Die Prostitution verbieten?7.2. Kooperationsmechanismen und Sensibilisierung in den Kantonen7.2.1. Was unternehmen Behörden bisher, um Opfer zu erkennen?7.2.2. Konkrete Forderungen8.	Möglichkeiten für Freier9.	Quellenverzeichnis 6 6.
2. EinleitungMenschenhandel in der Schweiz? Frau- die wahren Ausmasse des Frauenhandelsen in der Zwangsprostitution hier bei uns? liegen im Verborgenen. Nüchterne Zahlen,Umfragen in meinem persönlichen Umfeld hinter denen Einzelschicksale stecken.deckten sich mit der gängigen Meinung,welche hierzulande in der breiten Masse Viele Opfer stammen aus mittel- und ost-offenbar noch immer gilt: Bei uns gibt es europäischen Ländern. Die Aufnahme jenerkeinen Menschenhandel. Nicht in unserer Staaten in die EU und die damit verbundeneUrdemokratie und vor allen Dingen nicht in Freizügigkeit im Personenverkehr hat daseinem Rechtsstaat wie die Schweiz einer ist. Problem zusätzlich verschärft. Auch hierIrrtum. Der Menschenhandel floriert und ist sprechen die Zahlen Bände. In der Schweizfür die Täter lukrativer und weniger gefähr- gingen vor rund 10 Jahren gemäss Angabenlich denn je. Lukrativer als der Waffen- und des BAP rund 11‘500 Frauen einer TätigkeitDrogenhandel, weniger gefährlich, da nur im Sexgewerbe nach.2 Heute sind es nachselten die Hintermänner des Menschenhan- Schätzungen etwa 15‘000. Tendenz stei-dels zur Verantwortung gezogen werden. gend.Die Skrupellosigkeit, Gewaltbereitschaftund Gewinnsucht der Täter unterscheidet Das Thema bewegt sich in einem Dunstkreissich im Bereich des Menschenhandels kaum aus Verdrängung, Tabuisierung und einemvon den klassischen Betätigungsfeldern der verklärten Bild, welches man gemeinhinOrganisierten Kriminalität. Der Menschen- von der Prostitution und dem Sexgewerbehandel und vor allem der Frauenhandel fin- hat. Kaum ein Freier würde öffentlich zuge-den im Verborgenen statt. Gut getarnt und ben, dass er die sexuellen Dienstleistungenschwer zu erkennen. Dabei ist der Frau- einer Prostituierten in Anspruch genommenenhandel keine Erscheinung der jüngsten hat. Zudem wird ein Freier nur selten fest-Zeit. Aber seit dem Zusammenbruch der stellen können, ob die Prostituierte, die Ani-kommunistischen Systeme in den osteu- mierdame im Cabaret, der Stricher oder dieropäischen Staaten hat der Handel mit der Transsexuelle tatsächlich unter Zwang oderWare Frau, respektive der Ware Mensch im aus freien Stücken arbeitet. Die vorliegendeAllgemeinen, ein erschreckendes Ausmass Publikation will Klarheit schaffen, jedochangenommen. Insbesondere die Verschlep- ohne den moralischen Zeigefinger hochzu-pung und die sprichwörtliche Versklavung halten. Prostitution ist in der Schweiz le-von Frauen in die Zwangsprostitution stel- gal und nicht jede Prostituierte, nicht jederlen Regierungen, ermittelnde Behörden und männliche Sexarbeiter geht dieser TätigkeitNichtregierungsorganisationen zunehmend unter Zwang nach. Auch wenn die Beweg-vor schier unlösbare Herausforderungen. gründe vielfältig und vielleicht nur schwerNach Schätzungen der Vereinten Nationen nachzuvollziehen sind, arbeiten viele Pro-werden weltweit gegen 700‘000 Frauen und stituierte freiwillig im Sexgewerbe, verfü-Mädchen verschleppt und zur Prostitution gen selbstbestimmt über ihr Einkommengezwungen.1 Eines zahlreicher Abnehmer- und können Freier ablehnen. Genauso we-länder ist auch die Schweiz. Die genannte nig müssen Migrantinnen in der SexarbeitZahl dürfte allerdings noch höher sein, denn zwangsläufig Opfer von Frauenhandel sein. 7 7.
Prostitution darf nicht mit Menschenhan- Ein weiteres Kapitel ist der Bekämpfungdel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung des Menschenhandels und im Besonde-gleichgesetzt werden. Aber: Das Rotlichtmi- ren der Zwangsprostitution in der Schweizlieu ist für Tätergruppen, die aus dem Men- gewidmet. Welche Möglichkeiten habenschenhandel respektive der Versklavung die Behörden, wo liegen die Grenzen vonvon Frauen aber auch Männern und den da- Nichtregierungsorganisationen und wasmit verbundenen Ausbeutungsverhältnissen kann letztlich der Endkonsument, der Frei-Profit ziehen wollen, höchst attraktiv, weil er, unternehmen, dass Frauen nicht längersich hohe Gewinne realisieren lassen und ausgebeutet werden? Eine Beurteilung derdie Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung Lage zeigt, dass Massnahmen präventivergering ist. Alleine schon deshalb kommt aber auch juristischer Natur greifen, dassman einer genauen Analyse des mit Irrtü- aber andererseits eine erschreckend hohemern und Fehlmeinungen behafteten «Mili- Dunkelziffer von Fällen gar nicht erkannt,eus» nicht herum. respektive die Täter nicht zur Verantwor- tung gezogen werden.Ein Kapitel dieser Broschüre ist deshalbder Betrachtung über die Prostitution in der Menschenhandel, der kommerzielle Um-Schweiz, also sowohl der legalen, zwangs- gang mit der Ware Frau, ist eine Tatsache.befreiten als auch der unter Zwang ausgeüb- Er passiert täglich und vor unserer Haustü-ten Sexarbeit gewidmet. re. Dagegen anzutreten muss im Interesse eines Staates sein, dessen Geschichte aufOpfer und Täter bedürfen ebenfalls einer den Prinzipien der Freiheit und der Men-exakten Analyse. Wer sind die Täter, die schenwürde aufgebaut ist.junge Frauen und Mädchen in die Sexfal-le locken? Das Bild vom goldbehangenen Dominik I. KamberZuhälter oder dem schlaksigen, in der Tri-vialliteratur romantisch verklärten «Strizzi»muss revidiert werden. Auch die vorherr-schende Meinung, dass die Opfer von Frau-enhandel nur aus dem Osten kommen, sehrjung und ungebildet sind. In vielen Fällenwerden die Opfer von Tätern gleichen Ge-schlechts angeworben. Frauen, früher sogarselber Opfer, übernehmen die Rekrutierung.Was danach folgt, ist brutalste physischeund psychische Gewalt an den betroffenenFrauen, um den unersättlichen Appetit desRotlichtmarktes zu stillen. Die Frauen sindin mehrfacher Hinsicht Opfer: physisch undpsychisch vergewaltigt und gesellschaftlichgeächtet. Im Falle einer Entdeckung bei ei-ner Razzia folgen die Abschiebung und dieRückkehr in ihre Heimat, in der man von ih-rem Schicksal nichts erfahren darf.3 8 8.
3. Definitionen und rechtliche SituationMenschenhandel und darin eingeschlossen damit die Opfer geschützt werden können,der Frauenhandel findet tagtäglich statt. muss von klaren Definitionen ausgegangenAuch in der Schweiz. Frauenhandel ist eine werden.der aggressivsten Formen der Verletzungvon Menschenrechten und ein trauriges Ka- 3.1. Prostitution (selbstbestimmt)pitel der modernen Sklaverei. Die Thematik Unter Prostitution - auch das «älteste Ge-offenbart bei näherem Betrachten eine Viel- werbe der Welt» genannt - versteht man all-zahl von Irrtümern und Fehlmeinungen. Es gemein, dass sich Frauen oder Männer fürist deshalb unbedingt wichtig, dass man sich Geld anderen Menschen sexuell anbieten.mit den wichtigsten Definitionen und Merk- Die gesellschaftliche Bewertung der Pros-malen des Menschenhandels, des Frauen- titution ist stark abhängig von kulturellen,handels und insbesondere der Prostitution religiösen oder ethischen Werten und unter-und Zwangsprostitution vertraut macht. liegt zudem einem starken Wandel.Nicht jede Frau, die in die Schweiz – auflegalem oder illegalem Weg – migriert und Die wichtigsten Merkmale der selbstbe-der Prostitution nachgeht, ist automatisch stimmten Prostitution kann man folgender-auch ein Opfer von Zwangsprostitution und massen zusammenfassen.der damit verbundenen psychischen undphysischen Gewaltanwendung durch Ver- Der oder die Prostituierte:mittler, Mittelsmänner und nicht selten derFreier selbst. So ist auch nicht jeder Sex- •	kann Freier ablehnenworker oder jede Prostituierte gefangen im •	entscheidet selbst über die angebotenenStrudel von Gewalt und Fremdbestimmung. sexuellen PraktikenUmgekehrt ist es fatal anzunehmen, das •	entscheidet selbst über das Entgelt für dieProblem beschränke sich lediglich auf ein erbrachten sexuellen Dienstleistungenpaar wenige Ausnahmen. •	arbeitet nach eigenem zeitlichen Ermes- sen und ohne Druck von aussenDas hauptsächliche Problem bei derZwangsprostitution ist, dass die Betroffenenkaum sichtbar, kaum zu erkennen sind. Auf 3.1.1. Die rechtliche Situation in derder anderen Seite haben die Opfer praktisch Schweiz und in Europa im Vergleichkeinen Zugang zu ihren Rechten, geniessen In der Schweiz ist Prostitution für mündigekaum oder keinen Schutz und nicht zuletzt Personen grundsätzlich legal. Einschrän-ist der Frauenhandel, die Zwangsprostitu- kungen zur Ausübung der Prostitution re-tion sehr eng mit gesellschaftspolitischen geln das Strafgesetzbuch sowie kantona-Fragen verbunden, vor denen man gerne le und kommunale Bestimmungen.4 Diedie Augen verschliesst oder sie aus ande- männliche Prostitution ist erst seit der Revi-ren Gründen tabuisiert und totschweigt. sion des Sexualstrafrechts 1992 legal.5 DieDer Menschen- respektive Frauenhandel ist grundsätzliche Legalität der Prostitutionschwierig einzugrenzen. Damit man gegen sowie die Regelung durch den Gesetzgeberden Menschenhandel vorgehen kann und ist in Europa allerdings eher die Ausnahme. 9 9.
Entweder ist die Prostitution erlaubt (zB. grundsätzlich positiv auf die Situation derFrankreich, Spanien, Portugal u.a.) jedoch Prostituierten aus, führt aber auf der anderennicht gesetzlich geregelt, oder dann aber Seite zu einem härteren Konkurrenzkampfgänzlich verboten (zB. Schweden, Island, unter der Prostituierten. Zudem kann damitKroatien, Serbien u.a.) der Ausbeutung von Männern und Frauen in der Zwangsprostitution nicht entgegenge-Das Schweizerische Strafgesetzbuch (StGB) wirkt werden.spricht im Zusammenhang mit der Prostitu-tion einerseits von der Förderung derselben6 3.2. Zwangsprostitutionals auch der unzulässigen Ausübung der Die Zwangsprostitution bezeichnet die ille-Prostitution im Zusammenhang mit kanto- gale Praxis, Menschen zur Arbeit als Pros-nalen Vorschriften.7 tituierte zu zwingen. Betroffen sind über- wiegend Frauen und Kinder. Die Zahl derAus rechtlicher Sicht lassen sich grundsätz- männlichen Zwangsprostituierten nimmt al-lich vier unterschiedliche Zugänge zur Pro- lerdings zu9. Die Zwangsprostitution ist einstitution feststellen: Aspekt des Menschen- respektive Frauen- handels zum einzigen Zweck der sexuellen•	Beim Prohibitionsprinzip werden alle Ausbeutung. Wichtig ist festzustellen, dass mit Prostitution in Verbindung stehenden der Begriff kein rechtlich definierter ist. Handlungen und Personen bestraft.•	Das Abolitionsprinzip hat als langfristiges Die wichtigsten Merkmale der Zwangspro- Ziel die Abschaffung der Prostitution. Die stitution kann man folgendermassen zusam- Prostituierten selbst werden bei diesem menfassen. Prinzip als Opfer angesehen und nicht rechtlich belangt. Sehr wohl aber werden Der oder die Prostituierte: in Zusammenhang mit Prostitution ste- hende Handlungen wie Zuhälterei, Unter- •	Muss jeden Freier annehmen haltung von Bordellen und Frauenhandel •	Muss jede sexuelle Praktik anbieten, auch bestraft, mancherorts auch die Freier. ungeschützt•	Das Regulationsprinzip toleriert Pros- •	Muss im Verweigerungsfalle mit massiver titution als notwendiges Übel und stellt physischer, psychischer und / oder sexuel- es unter staatliche Kontrolle. Das Gesetz ler Gewalt rechnen schreibt Genehmigung von Bordellen und •	Muss die Tageseinnahmen abgeben und Registrierung, Gesundheitskontrolle und erhält lediglich eine Art Taschengeld für Steuerpflicht für Prostituierte vor. die nötigsten Besorgungen•	Das Entkriminalisierungsprinzip sieht •	Hat keine Möglichkeit zur medizinischen Sexarbeit als Form der Erwerbsarbeit an Versorgung und regelt sie entsprechend, das heisst, •	Steht in einem permanenten Verhältnis Prostitution wird entkriminalisiert und der der finanziellen Schuld gegenüber dem Ausbeutung von Prostituierten rechtlich Zuhälter entgegengewirkt.8 3.3. MenschenhandelZwar wirkt sich das Entkriminalisierungs- Rechtlich ist heute weltweit die Definitionprinzip wie es in der Schweiz vorherrscht massgebend, die das Zusatzprotokoll zur 10 10.
Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung tion zur Bekämpfung des Menschenhandelsdes Menschenhandels, insbesondere des von 2005 dieselbe Definition übernommen.Frauen- und Kinderhandels zum Überein- Das revidierte Schweizer Strafgesetzbuchkommen der Vereinten Nationen gegen die lehnt sich seit dem 1. Dezember 2006 angrenzüberschreitende organisierte Krimina- diesen Text an und definiert Menschenhan-lität10 von 2000 (das so genannte «Palermo- del wie folgt:Protokoll») liefert. •	1.	Wer als Anbieter, Vermittler oderIm Sinne dieses Protokolls: Abnehmer mit einem Menschen Handel treibt zum Zwecke der sexuellen Ausbeu-•	a)	Bezeichnet der Ausdruck «Menschen- tung, der Ausbeutung seiner Arbeitskraft handel» die Anwerbung, Beförderung, oder zwecks Entnahme eines Körperor- Verbringung, Beherbergung oder Aufnah- gans, wird mit Freiheitsstrafe oder Geld- me von Personen durch die Androhung strafe bestraft. Das Anwerben eines Men- oder Anwendung von Gewalt oder an- schen zu diesen Zwecken ist dem Handel deren Formen der Nötigung, durch Ent- gleichgestellt. führung, Betrug, Täuschung, Missbrauch •	2. Handelt es sich beim Opfer um eine von Macht oder Ausnutzung besonderer unmündige Person oder handelt der Täter Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder gewerbsmässig, so ist die Strafe Freiheits- Entgegennahme von Zahlungen oder Vor- strafe nicht unter einem Jahr. teilen zur des Einverständnisses einer Per- •	3. In jedem Fall ist auch eine Geldstrafe son, die Gewalt über eine andere Person auszusprechen. hat, zum Zweck der Ausbeutung, Ausbeu- •	4. Strafbar ist auch der Täter, der die Tat tung umfasst mindestens die Ausnutzung im Ausland verübt. Die Artikel 5 und 6 der Prostitution anderer oder andere For- sind anwendbar.11 men sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeit, Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, Leibeigen- Menschenhandel liegt auch dann vor, wenn schaften oder die Entnahme von Orga- jemand wiederholt wirtschaftlich schlecht nen. gestellte Menschen im Ausland anwirbt, um•	b)	ist die Einwilligung eines Opfers des sie weiter zu vermitteln oder sie im eigenen Menschenhandels in die unter Buchstabe Bordell anzustellen. Früher war eine Dritt- a genannte beabsichtigte Ausbeutung un- person als Händler oder Händlerin zwischen erheblich, wenn eines der unter Buchstabe dem Opfer und dem Bordellbesitzer zur Er- a genannten Mittel angewendet wurde füllung des Tatbestandes nötig. Heute macht•	c)	gilt die Anwerbung, Beförderung, sich auch strafbar, wer für sein eigenes Bor- Verbringung, Beherbergung oder Auf- dell Menschen anwirbt.12 nahme eines Kindes zum Zweck der Aus- beutung auch dann als Menschenhandel, 3.4. Frauenhandel wenn dabei keines der unter Buchstabe a Der Begriff Frauenhandel umfasst Handlun- genannten Mittel angewendet wurde gen, mit denen Frauen unter Verletzung ihrer•	d)	bezeichnet der Ausdruck «Kind» Per- Selbstbestimmung durch Gewalt, Zwang, sonen unter achtzehn Jahren. Täuschungspraktiken oder Ausnutzung ih-Im Übrigen hat der Europarat in der Konven- rer Hilflosigkeit in ein Ausbeutungsverhält- 11 11.
nis vermittelt werden. Unter Frauenhandel Eine besondere Problematik des geltendenversteht man die Anwerbung, Beförderung, Rechts ist, dass Frauenhandel nur im Be-Beherbergung oder den Empfang von Frau- reich der Sexarbeit strafbar ist. Der Heirats-en. Bei diesem Ausbeutungsverhältnis han- oder Haushalthandel werden nicht mit ein-delt es sich neben sexueller Ausbeutung geschlossen.durch Prostitution und pornographischenDarstellungen, auch um die Ausbeutung der 3.4.1. Merkmale des FrauenhandelsArbeitskraft, bei der die Rechte betreffend Charakteristische Merkmale für die Zwangs-Arbeitsbedingung, Entlöhnung, Gesund- lage in denen sich Opfer des Frauenhandelsheit und Sicherheit am Arbeitsplatz verletz befinden sind:werden. Frauenhandel existiert auf der ei-nen Seite innerhalb der Heimatländer oder •	Verschuldungim Verkehr mit Nachbarländern, auf der •	Psychische, physische und sexuelle Ge-anderen Seite gelangen Frauen von Afrika, walt.Asien, Lateinamerika und Osteuropa in die •	Wegnahme von Reisepapieren und/oderSchweiz und andere westeuropäische Län- Dokumenten.der.13 Dabei tangiert der Frauenhandel drei •	Zwang zur Arbeit unter ausbeuterischenverschiedene Rechtsbereiche: Bedingungen. •	Eine faktische Rechtlosigkeit, infolge il-•	Das Strafrecht legalen Aufenthalts 14•	Das Opferhilfegesetz•	Das Ausländerrecht 3.5. Das Wichtigste zusammengefasst •	Prostitution von mündigen Personen ist in der Schweiz nicht verboten. •	Prostitution und Frauenhandel sind nicht das Gleiche. •	Nicht jede Migrantin in der Sexarbeit ist ein Opfer von Frauenhandel. •	Frauenhandel und damit verbunden die Zwangsprostitution liegt dann vor, wenn die Frau gegen ihren Willen und / oder mit physischer, psychischer oder sexuel- ler Gewalt zur Prostitution gezwungen wird. •	Frauenhandel und damit verbunden die Zwangsprostitution liegt auch dann vor, wenn die Frau zwar einverstanden war, in der Prostitution zu arbeiten, jedoch nicht die Arbeitsbedingungen vorfindet, die ab- gemacht waren. •	Nicht jede Frau oder jeder Mann der oder die im Sexgewerbe arbeitet, tut dies auto- matisch unter Zwang. 12 12.
4. Prostitution in der SchweizSchätzungen des Bundesamtes für Polizei als selbständige Tätigkeit ausgeübt werdengehen davon aus, dass Freier täglich die kann, was wiederum eine Aufenthalts- oderDienste von rund 15‘000 männlichen und Niederlassungsbewilligung voraussetzt.15weiblichen Prostituierten in Anspruch neh- Die Grenzen zwischen Legalität und Ille-men. Verlässliche Zahlen fehlen. Die Anzahl galität sind fliessend und schwer zu über-der Sexworker und Sexworkerinnen dürfte prüfen. Die gesellschaftliche Stellung deraber um einiges höher sein. Prostitution als Prostituierten bleibt schwierig. Eine For-Nebenerwerb existiert ebenso wie die Pros- derung lautet, den Status der Prostituiertentitution, bei welcher es nicht primär um mo- im Gesetz zu verankern. Eine andere siehtnetäre, sondern um materielle Zuwendungen die Schaffung eines Berufsregisters vor, da-geht. Als Beispiel dafür gilt der so genann- mit die Betroffenen sich in Gewerkschaftente «Label-Sex», bei welchem sich zumeist oder ähnlichen Organisationen zusammen-junge Frauen auf sexuelle Dienstleistungen schliessen können, was ihnen mehr Gehöreinlassen und im Gegenzug Markenartikel in der Gesellschaft und der Politik verschaf-im Hochpreissegment (Kleider, Schmuck, fen würde. Zudem wäre die ErreichbarkeitAccessoires etc.) entgegennehmen. Ein- und damit die Basis für eine bessere Kom-schlägige Magazine, Anzeigen in Zeitungen munikation und Information der Prostituier-und nicht zuletzt das Internet vereinfachen ten geschaffen.16 Eine andere Möglichkeitdie Kontaktaufnahme zwischen Freier und die Situation der Prostituierten zu ver-Prostituierter respektive dem Prostituierten. bessern besteht darin, mehr Druck auf dieDennoch: In der Schweiz ist die Prostitution Freier durch Vorschriften und Verbote aus-legal. Einzig die Kantone haben die Kom- zuüben. Zum Beispiel, dass ungeschützterpetenz, gesetzliche Regelungen zur Prosti- Geschlechtsverkehr mit Prostituierten hohetution zu erlassen. Die wenigsten Kantone Bussen oder Gefängnisstrafen nach sich zie-aber nehmen diese Kompetenz in der Regel hen. Einmal mehr ist die Politik gefragt. Diewahr. Auf Bundesebene enthält das Straf- zunehmende staatliche Regulierung stösstgesetzbuch einige Bestimmungen zur Aus- in der Schweiz bisweilen auf wenig Gegen-übung der Prostitution und zum Schutz von liebe. Am Beispiel der Prostitution wäre sieSexworkern vor Übergriffen. So der Artikel aber dringend notwendig. Auch und beson-195, welcher unter Strafe stellt, wer eine ders im Hinblick auf den Kampf gegen dieunmündige Person der Prostitution zuführt, Zwangsprostitution und den Frauenhandel.wer eine Person unter Ausnützung ihrer Erst im 2011 übrigens hob die RegierungAbhängigkeit oder eines Vermögensvor- das Mindestalter von Prostituierten von 16teils wegen der Prostitution zuführt, wer die auf 18 Jahre an.Handlungsfreiheit einer Person, die Prosti-tution betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass 4.1. Weibliche Prostitutioner sie bei dieser Tätigkeit überwacht oder Frauen machen den prozentual höchstenOrt, Zeit, Ausmass oder andere Umstände Anteil in der Prostitution aus. In Deutsch-der Prostitution bestimmt, wer eine Person land beispielsweise sind es über 80%17. Inin der Prostitution festhält. Daraus ergibt der Schweiz dürfte diese Zahl in etwa gleichsich, dass Prostitution nur legal ist, wenn sie hoch sein. Die angebotenen Praktiken rich- 13 13.
ten sich nach der Nachfrage. Festzustellen Strasse, als Escort quasi auf Bestellung insist aber, dass das Verlangen nach «härteren» Eigenheim oder im Auto, im Sexkino oderPraktiken in den vergangenen zwei Jahr- in Kontaktbars. Die Kontaktaufnahme er-zehnten stark zugenommen hat. Ein Grund folgt entweder direkt, zum Beispiel auf derhierfür ist u.a. die ständige Verfügbarkeit Strasse oder über eine Anzeige in einer Zei-von pornographischen Darstellungen (In- tung/Zeitschrift und zunehmend über dasternet), in welchen ebenfalls eine Zunahme Internet.von Gewaltdarstellungen zu beobachtenist. Gleichzeitig sank die Bereitschaft der 4.2. Männliche ProstitutionFreier, für Praktiken jeglicher Art mehr zu Über die Tätigkeit von «Strichern», wiebezahlen. Oral- oder Geschlechtsverkehr ist Jugendliche und junge Männer, die Sexbisweilen für unter 100.- Franken zu haben. für Männer gegen Entgelt anbieten, häufigRecherchen im Milieu bestätigen diesen genannt werden, ist bislang in der SchweizTrend. Die zunehmende Konkurrenz und nicht viel bekannt. In allen grösserender Preiszerfall machen den Prostituierten Schweizer Städten gibt es mann-männlichezusätzlich zu schaffen. Tiefere Preise sind Prostitution. Obwohl die mann-männlichegleichbedeutend mit einer höheren Anzahl Prostitution in der Schweiz seit der Revisionvon Freiern, welche pro Arbeitstag bedient des Sexualstrafrechts 1992 legal ist, bleibtwerden müssen. Sexuelle Dienstleistungen sie nach wie vor ein grosses Tabuthema.von Frauen werden praktisch überall ange- Männliche Prostituierte bilden keine homo-boten. Sei dies in einem Bordell oder einem gene Gruppe. Jugendliche oder junge Män-Salon, in der eigenen Wohnung, auf der ner, die sich prostituieren, unterscheiden 14 14.
sich in vielen Merkmalen voneinander, wie in diesem Bereich der Prostitution ist einezum Beispiel beim Alter, der Herkunft oder Zunahme der Sexworker festzustellen. Al-der sexuellen Orientierung. Insbesondere lerdings stellen Milieurecherchen fest, dasssind auch die Motive, die sie zur Ausübung der Markt und die Nachfrage nur zu einemder mann-männlichen Prostitution bewegen, gewissen Grad befriedigt werden kann.völlig unterschiedlich. Es kann sein, dass Konkret bedeutet dies, dass Transsexuelleein Sexarbeiter existenziell auf das Geld an- selten für längere Zeit an ein und demselbengewiesen ist, sich in einer Notlage befindet Arbeitsort verbleiben, sondern die ganzeoder von anderen Beweggründen gesteuert Schweiz sowie das benachbarte Ausland be-wird.18 Die Prostitution von Männern hat reisen. Parallelen gibt es allerdings bei denin der Schweiz aber enorm zugenommen. Freiern. Auch hier stammt ein Grossteil der2009 registrierte die Stadtpolizei Zürich Kundschaft aus einem heterosexuellen Um-doppelt so viele Neueinsteiger wie in den feld. Im weiteren zeigen Untersuchungen,vorangegangenen Jahren. Die Mehrheit der dass sich die Preise für die Dienstleistungenmännlichen Prostituierten stammt aus Ost- von Transsexuellen im Gegensatz zu denblockstaaten.19 Sind Frauen in der Prostitu- weiblichen und männlichen Prostituiertention bereits mit einem Stigma behaftet, so auf einem relativ konstanten Niveau halten.treten männliche Prostituierte kaum bis garnicht an die Öffentlichkeit. Weder der Poli- Im nachfolgenden Kapitel, wo es konkretzei noch der Gesellschaft fallen sie auf. Mit um die Zwangsprostitution und den Frau-Tabus behaftet sind sie aber gleich in dop- en- respektive Menschenhandel geht, giltpeltem Sinn. Einerseits durch die Homose- das Hauptaugenmerk der weiblichen Pros-xualität, andererseits durch den Broterwerb tituierten. Ohne aber die mann-männlichein der Prostitution. In Zürich bieten bis zu Prostitution sowie transsexuelle Sexworker700 Männer sexuelle Dienstleistungen an. gänzlich auszublenden.Neben Männern aus Osteuropa, schaffenStricher aus südamerikanischen Staaten,vornehmlich Brasilien und aus Thailand an.Gemeinsam haben sie, dass sie meist auf derDurchreise sind. Denn nach maximal dreiMonaten finden Sexarbeiter bereits wenigerKunden. Der Markt der Männerprostitutionverlangt stets nach «Frischfleisch».20 VieleKunden der Stricher haben einen heterose-xuellen Lebenslauf. Schätzungen zufolgestammen rund 60% der Freier aus einem he-terosexuellen Umfeld. Familienväter, Rent-ner, Studenten.4.3. Transsexuelle21Transsexualität ist mit Irrglauben und Tabusbehaftet. Andererseits gehen Transsexuel-le in der Prostitution offensiver mit ihrerNeigung und ihren Angeboten um. Auch 15 15.
5. ZwangsprostitutionDie Internationale Arbeitsorganisation IAO In der kommerziellen sexuellen Ausbeutungschätzt, dass jährlich rund 2.5 Millionen sind 98% der Opfer weiblich.27Menschen Opfer von Menschenhändler zuZwecken der sexuellen Ausbeutung werden. 5.2.1. Herkunftsländer80 Prozent davon sind Frauen und Mäd- aus Sicht der Schweizchen.22 In der EU, so weitere Schätzungen, Die Opfer stammen nach wie vor mehrheit-werden jedes Jahr 200‘000 Zwangsprostitu- lich aus Osteuropa. (Ungarn, Rumänien,ierte durch Menschenhändler verkauft.23 In Bulgarien) und Südamerika (Brasilien).der Schweiz geht man davon aus, dass sich Seit Ende 2007 ist ein Anstieg der Prosti-jährlich über 1500 Frauen aufhalten, die tuierten und der Fälle von MenschenhandelOpfer von Frauenhandel sind.24 Das Aus- aus Ungarn festzustellen. Dieses Phänomenmass ist lediglich nur schwer zu fassen, weil ist nicht nur in der Schweiz, sondern in derkaum genau Zahlen existieren. Opferstatis- ganzen EU zu beobachten. Seit Anfang 2009tiken, welche veröffentlicht werden, spie- stellen Kantone, Grenzwachtkorps und aus-geln nur jene Opfer wider, die identifiziert ländische Behörden eine starke Zunahmeund aus der Zwangsprostitution befreit wer- von Meldungen über Menschenhandel mitden konnten. Dabei ist wichtig zu wissen, Frauen aus Rumänien und insbesondere ausdass lediglich jene Fälle in den Kriminalsta- Bulgarien fest. Bei den Tatverdächtigen han-tistiken auftauchen, die auch entsprechend delt es sich meist um ethnische Roma. Diedurch die Justiz behandelt worden sind. mutmasslichen Opfer arbeiten mehrheitlichOpferanfragen an Beratungsstellen erschei- in Bordellen und nur in wenigen Fällen aufnen gesondert und trüben deshalb das Bild dem Strassenstrich. Ausländische Verfah-gewaltig. Das folgende Kapitel widmet sich ren haben gezeigt, dass dieselbe Täterschaftsowohl den Opfern, deren Herkunft und der gleichzeitig in mehreren Ländern aktiv istMethodik der Rekrutierung als auch den (oftmals in Deutschland, Österreich und derTätern und den Transitrouten. Dabei muss Schweiz). Wie bei den Ungaren stammen dieman sich vor Augen führen, dass insbeson- Täter und Opfer meist aus derselben Regiondere im Bereich der Zwangsprostitution die oder Stadt.28 Nebst Frauen aus OsteuropaSchweiz gemäss einer Statistik der Verein- spielt Südamerika eine wesentliche Rolle.ten Nationen als wichtiges Zielland gilt.25 Brasilien ist eines der von Menschenhandel am stärksten betroffenen Länder der Welt.5.2. Die Opfer Frauen und Mädchen werden mit falschenNicht jede Migrantin, nicht jeder Migrant, Angeboten in andere Regionen des Landes,die oder der sich illegal in der Schweiz auf- in Nachbarländer oder nach Westeuropa,hält, ist automatisch in einer Zwangslage Japan, in die Vereinigten Staaten und densexueller Ausbeutung. Dennoch: Der häu- Mittleren Osten gelockt und dort zur Pros-figste Zweck des grenzüberschreitenden titution gezwungen. Die Schweiz gehört ge-Menschenhandels ist jener der kommerziel- mäss den brasilianischen Behörden zu denlen sexuellen Ausbeutung. 43% aller welt- fünf Hauptdestinationen für brasilianischeweit in die Zwangsarbeit gehandelten Per- Frauen, die sich im Ausland prostituierensonen werden in diesen Sektor verkauft.26 und dadurch auch einem erhöhten Risiko 16 16.
des Menschenhandels ausgesetzt sind. Zu- sexuellen Ausbeutung, in die Rekrutierungnehmend sind auch brasilianische Transse- neuer Opfer gewechselt haben. Wenigerxuelle in der Schweiz vom Menschenhandel häufig werden Opfer direkt verschleppt undbetroffen. Der Grossteil der Opfer stammt weitergereicht. Gewaltanwendung fand je-aus Armutsgebieten im Südosten Brasiliens, doch in über der Hälfte aller dokumentiertenvor allem aus den Bundesstaaten Goiàs und Fällen statt. Eine weitere, äusserst perfideMinas Gerais.29 Insbesondere der Anstieg Strategie, ist die so genannte «Lover-Boy-von Prostituierten aus Osteuropa hängt kau- Methode». Weibliche Opfer werden vonsal mit den erleichterten Einreisebestim- einem angeblichen Verehrer umgarnt, mitmungen zusammen als direkte Folge der In- Geschenken bedacht, es baut sich einetegration von Ungarn und Rumänien in die Liebes- und Vertrauensbeziehung auf, dieEuropäische Union sowie den Regelungen darauf abzielt, das Opfer ebenfalls zu täu-des Schengen-Dublin-Abkommens. Beob- schen. Der neue Freund entpuppt sich dannachtungen im Milieu zeigen, dass bisweilen spätestens bei der Ankunft im Zielland alsein reger Pendelverkehr aufgezogen wurde. gewalttätiger Zuhälter oder als willfährigerGerade Frauen aus Ungarn reisen am Frei- Helfershelfer einer kriminellen Vereinigung.tag an und verlassen die Schweiz wieder am Diese Methode ist insofern traumatisierendSonntag. für das Opfer, als es – wenn es überhaupt eine Möglichkeit zum Ausbruch aus der5.2.2. Methodik der Rekrutierung Zwangssituation hat – nur mehr schwer bisDie Rekrutierung der Opfer geschieht in gar nicht mehr eine Vertrauensbasis aufbau-mannigfaltiger Art und Weise. Zur Haupt- en kann. Die psychischen und physischensache aufgrund einer Täuschung. Die Op- Spätfolgen sind kaum abzuschätzen. Es istfer erfahren den wahren Grund ihrer Reise eine bewusste Strategie, dass das Opfer bismeist erst am Bestimmungsort. Dort, wo es zur Ankunft im Zielland über die wahrenin aller Regel zu spät ist, sich aus den Fän- Hintergründe seines Aufenthaltes im Dun-gen der Menschenhändler zu befreien. Die keln gelassen wird. Erst am Bestimmungs-Aufmerksamkeit der Opfer wird durch In- ort und unter Anwendung massiver phy-serate in den lokalen Zeitungen oder durch sischer und psychischer Gewalt realisiert«Agenturen» gewonnen, durch persönliche das Opfer, wozu es in Tat und Wahrheit insKontakte oder durch das Aufbauen einer Zielland geschickt worden ist. Das Martyri-länger andauernden Vertrauensbindung, in um der Zwangsprostitution wird nicht seltenwelchen Versprechungen über eine «sau- von systematischer Vergewaltigung seitensbere» Arbeit im Zielland gemacht werden. der Zuhälter vor Ort und dem VerabreichenAussichten auf ein regelmässiges Einkom- von Drogen zusätzlich zur Qual.men, welches sogar erlaubt, die Familieim Herkunftsland zu unterstützen oder nur 5.3. Die Täterschon die Aussicht eines Ausbruchs aus dem Mit welchen Tätergruppen hat man es zusozialen Elend, bieten den Menschenhänd- tun, wenn man von Zwangsprostitution inlern ein leichtes Spiel. Nicht selten stammen der Schweiz spricht? Aufsehenerregendedie Täter aus dem gleichen Ort, dem glei- Fälle in der jüngeren Vergangenheit, diechen sozialen Umfeld wie ihre Opfer und es auch zu Verurteilungen geführt haben, nah-sind nicht wenige Fälle bekannt, in welchen men ihren Anfang ebenfalls in Osteuropa.auch ehemalige Opfer nach Jahren in der Von Einzelpersonen über kleine Gruppen 17 17.
und organisierte Menschenhändlerringe bis chenland, Bulgarien und Teile des ehema-hin zu Banden der Organisierten Krimina- ligen Jugoslawiens, Albanien, dem Kosovolität, die neben dem Handel mit Menschen oder Montenegro und über die südliche Ad-auch Drogen- oder Waffenhandel betreiben, ria nach Italien. Erste Anlaufstelle für diereicht das Spektrum der in den Menschen- Schleuser ist die von der Mafia kontrolliertehandel involvierten Personen und Organi- südostitalienische Küste. Ein Teil der Frau-sationen.30 Beobachtungen in der Schweiz en verbleibt direkt im Land und wird in diedurch die Polizei und das Grenzwachtkorps Strassenprostitution geschickt, währendzeigen, dass es sich bei den Tatverdächtigen die Mehrheit der geschmuggelten Frauenim Handel mit Frauen aus Bulgarien, Rumä- über den Brenner nach Österreich oder dienien oder Ungarn meist um ethnische Roma Schweiz und von dort aus nach Deutsch-handelt.31 In den Frauenhandel ebenfalls in- land transportiert werden. Innerhalb dervolviert sind Einzeltäter oder Tätergruppen EU nimmt Italien eine wichtige Stellung imaus Russland und der GUS-Statten, Italien, internationalen Menschenschmuggel undBrasilien, dem Kosovo oder aus Deutsch- Menschenhandel ein und somit ist die Ad-land. Von den 259 bearbeiteten Falldossiers ria-Brennerroute gleichbedeutend mit derdes Bundesamtes für Polizei im Bereiche zumeist genutzten Balkanroute. Für italieni-des Menschenhandels zwecks sexueller sche Syndikate sind Albanien, MontenegroAusbeutung hatten nicht weniger als 7% der und der Kosovo relevante Drehscheiben fürTäter die Schweizerische Staatsbürgerschaft den Menschenhandel.34und rangierten vor Rumänien, Ungarn undBulgarien auf dem fünften Platz.325.4. Der TransitDie Schweiz wird als Transitland wenigergenutzt und wird deshalb in der Studie derVereinten Nationen unter den Transitlän-dern mit tiefem Grenzverkehr in SachenMenschenschmuggel gewertet. Sie ist abereindeutiges Zielland.33 Für potentielle Op-fer aus dem EU- respektive dem Schengen/Dublin-Raum ist die Einreise in die Schweizeine Formsache. Für den Aufenthalt in derSchweiz während drei Monaten genügt eingültiges Reisedokument. Anders sieht es imFall von Opfern aus, die aus Staaten in dieSchweiz geschmuggelt werden, für welcheein Visazwang herrscht oder in Fällen, wogeeignete Papiere entweder nicht beschafftoder gefälscht worden sind. Stellvertretendfür eine Vielzahl von Transitrouten, dieletztlich auch in der Schweiz enden, sei dieAdria-Italien-Route erwähnt. Die Adria-Italien-Route führt über die Türkei, Grie- 18 18.
6. FallbeispieleDie vorliegenden Fallbeispiele stammen aus sie weiterhin unter Druck gesetzt: Wegender Praxis und zeigen die unterschiedlichen ihrer gefälschten Papiere würde sie bestraft,Modi operandi bei der «Rekrutierung» von wenn sie sich an die Polizei wendete. SechsFrauen auf, die zu einem späteren Zeitpunkt Tage die Woche arbeitet Sandra im Salonunter Zwang sowie physischer und psychi- der Cousine und bedient Freier. Wenn siescher Gewalt zur Prostitution gezwungen sich wehrt, wird sie mit Gewalt bestraft.worden sind. Auch der Ehemann vergewaltigt und schlägt sie mehrfach. Im Laufe der Zeit fasst San-6.1. Sandra35 aus Lateinamerika dra Vertrauen zu einem Stammfreier undSandra wird als Minderjährige von ihrer erzählt ihm von ihrer Situation. Der FreierCousine in die Schweiz geholt. Die Cousine hat sich in Sandra verliebt und unterstützthat ihr einen Deutschkurs, eine gute Arbeit sie wegzugehen. Auch ein weiterer Freierund ein schönes Leben versprochen. Zudem will sie unterstützen. Die beiden Freier brin-könne sie mit dem Verdienst ihre Eltern und gen Sandra ins FIZ (Fraueninformationszent-Geschwister finanziell unterstützen. Auf rum). Sandra ist schwer traumatisiert. Im FIZAnordnung der Cousine reist Sandra mit ge- wird sie beraten und begleitet. Sandra reichtfälschten Papieren ein, die sie als volljährig nach reiflichen Überlegungen eine Anzeigeausweisen. Am Flughafen holt die Cousine gegen ihre Cousine ein. Nach drei Jahren er-sie ab, ihre persönlichen Dokumente nimmt geht das Urteil: zehn Monate bedingt wegensie ihr weg. Sandra wird von der Cousine Förderung der Prostitution. Die Justiz istund deren Ehemann unter Druck gesetzt, in der Meinung, Sandra habe die Arbeit bei derihrem Saunaclub zu arbeiten. Die Gewinne Cousine freiwillig getan. Sandra erhält abermuss sie abliefern. Ein Teil sei für die Kos- 20‘000 Franken Genugtuung. Selber wirdten der Reise, einen anderen Teil werde sie sie wegen Urkundenfälschung verurteilt,erhalten, wenn sie nach Hause zurückkehre, weil sie mit gefälschten Papieren eingereistverspricht die Cousine. Da oft Polizeikon- ist. Zwei Jahre nach Prozessende, nach zahl-trollen stattfinden und Sandra sich verste- losen Interventionen ihres Anwalts, erhältcken muss, wird es der Cousine zu riskant. Sandra eine Aufenthaltsbewilligung. EinenSie stellt Sandra vor die Wahl: Entweder tragischen Verlauf nimmt die Zeugenaus-heiratet sie einen Bekannten oder sie wird sage ihrer Mutter: Sie wird kurz nach ihrerin ihr Herkunftsland zurückgeschickt. In Aussage in der Schweiz in ihrem Land er-letzterem Fall werde die Cousine den Eltern schossen, mutmasslich Auftrag der Cousine.und dem ganzen Dorf erzählen, dass Sandra Der Vater und die Geschwister von Sandrasich prostituiere. Sandra willigt unter die- werden schwer verletzt. Das Verfahren wirdsem Druck in die Heirat ein. Sie will nicht, mangels Beweisen eingestellt.dass ihre Mutter von ihrer Arbeit erfährt. Mitder Heirat ist sie zwar legal in der Schweiz, Das Beispiel zeigt:aber die Situation verbessert sich nicht: Siemuss für die Heirat 21‘000 Franken abzah- •	Gerade wenn die Anwerber, Vermittlerlen. Dadurch ist sie gezwungen, weiter im oder Ausbeuter Bekannte oder VerwandteSalon ihrer Cousine zu arbeiten. Auch wird sind, zu denen eine emotionale Abhängig- 19 19.
keit besteht, ist es sehr schwer, aus der Si- in der ersten Woche wird Jelena klar, dass tuation auszubrechen. Und noch schwieri- der Arbeitsvertrag nicht mit der Realität ger, Anzeige zu erstatten. übereinstimmt. Die persönlichen Dokumen-•	Betroffene werden oft mit überhöhten te werden ihr abgenommen, sie muss von Schulden, mit Gewalt und Drohungen sieben Uhr morgens bis Mitternacht arbeiten gegen sie und ihre Familie unter Druck und ein neu geborenes Baby und drei grös- gesetzt. sere Kinder versorgen. Jelena muss täglich•	Für die Opfer, die sich illegal in der drei Mahlzeiten auf den Tisch bringen, für Schweiz aufhalten, ist es zudem schwie- mehr als acht Personen die Wäsche waschen rig, polizeilichen Schutz zu suchen. Denn und das grosse Haus gründlich reinigen. die Täter sagen den Frauen, dass sie keine Jelena bittet das russisch-schweizerische Hilfe von der Polizei zu erwarten hätten, Ehepaar darum, in ihr Herkunftsland zu- sondern bestraft und ausgeschafft wür- rückkehren zu dürfen. Diese reagieren sehr den, weil sie illegal im Land seien. Der wütend, schlagen ihr ins Gesicht und zwin- Schutz der Opfer und ihrer Familien ist gen sie, einen Schuldschein von mehreren nicht ausreichend und nicht langfristig. Tausend Franken zu unterschreiben. Auch Heute erhalten Opfer und ZeugInnen nur drohen sie, dass jegliches Übertreten der eine vorübergehende Bewilligung, wenn Verbote – Jelena darf das Haus nicht ohne sie bereit sind, gegen die Täterschaft aus- Begleitung verlassen, Telefonate nur im Bei- zusagen. Nach Ende des Strafverfahrens sein der Arbeitgeberin führen und muss ihre müssen sie ausreisen. Eine langfristige Briefe zur Kontrolle des Inhalts vorlegen Aufenthaltsbewilligung wird nur in Aus- – schwere Strafen zur Folge haben. Zudem nahmefällen erteilt. Dies ist sehr stossend, sei Jelena auf Grund ihres illegalen Auf- sind doch gerade Frauen, die ausgesagt enthalts in der Schweiz rechtlos und müsse haben, einem höheren Risiko von Repres- ins Gefängnis, wenn sie kontrolliert werde. salien ausgesetzt. Zwar gibt es heute eine Jelena wird in den darauf folgenden Jahren grössere Zahl von Verfahren, doch wird häufig geschlagen. «Ungehorsamkeit» wird oft nicht wegen Menschenhandels ange- mit drastischen Mitteln bestraft: Sie erhält klagt, sondern wegen dem leichteren De- kein Essen, muss während der ganzen Nacht likt der Förderung der Prostitution. Dabei Putzarbeit leisten, muss verdorbenes Essen sind auch die Strafen tiefer. und Erbrochenes wieder aufessen. Jelena lebt während sieben Jahren in eigentlicher6.2. Jelena aus Osteuropa Leibeigenschaft. Nach zweifacher Verge-Jelena ist 23jährig und lebt in einem ost- waltigung durch den ältesten Sohn wagt Je-europäischen Land. Von Beruf ist sie Kin- lena die Flucht und gelangt über Umwegedergärtnerin, aber arbeitslos. Ein Bekannter zum FIZ. Das FIZ bringt Jelena an einembietet ihr eine Arbeit als Kinderfrau in einer sicheren geheimen Ort unter. Jelena erstattetschweizerisch-russischen Familie an. Jele- Anzeige, worauf die Arbeitsgeber mit einerna soll fünf Tage pro Woche arbeiten, kann Gegenanzeige wegen sexueller Gewalt aneinen Deutschkurs machen und wird neben Kindern reagieren. Im Laufe des VerfahrensKost und Logis einen Lohn von monatlich setzt sich die Familie ins Ausland ab. Das500 Franken erhalten. Die Reisekosten wer- Verfahren wird sistiert, Jelena erhält erst inden von den Arbeitgebern bezahlt. Jelena zweiter Instanz eine Aufenthaltsbewilli-willigt ein und fliegt in die Schweiz. Schon gung. Eine Rückkehr in ihr Land wäre für 20 20.
Jelena lebensbedrohlich. Denn in der Zwi- Alina noch keine 18 ist, stellen die Elternschenzeit wird ihre Familie im Herkunfts- Judith eine notariell beglaubigte Vollmachtland massiv bedroht und muss den Wohnort für Alina aus. So kann sie Alina ins Auslandwechseln. Eine Genugtuung hat Jelena nie mitnehmen. Kurz vor der Reise wird Alinaerhalten; sie ist – obwohl die Tat Jahre zu- mit Frau F. bekannt gemacht, die Alina undrückliegt – nach wie vor traumatisiert. Die weitere Mädchen über die schweizerisch-Täter wurden nie bestraft. österreichische Grenze chauffiert. An einer Tankstellte in der Schweiz wird sie abge-Das Beispiel zeigt: setzt, von den Geschwistern abgeholt und in die Wohnung von Herrn G. gebracht, der sich•	Menschenhandel findet auch in anderen als der «Chef» der beiden herausstellt. Einen Bereiche statt – nicht nur in die Prostitu- Tag nach der Ankunft nimmt ihr Herr G. den tion. Auch hier gibt es massive Ausbeu- Pass ab. Als Alina sich wehrt, vergewaltigt tungsformen. Die falschen Versprechun- er sie. Danach eröffnet er Alina, dass sie von gen, die auch die Arbeitsbedingungen nun an als Prostituierte arbeiten werde und betreffen können, stellen einen Aspekt des die Kosten für die Reise und den falschen Handels dar. Pass von mehreren tausend Franken an ihn•	Erst seit Dezember 2006 würde Jelenas zurückzuzahlen müsse. Noch in der ersten Fall strafrechtlich als Menschenhandel Woche muss sie mehrere Kunden, die Herr bearbeitet. Denn seit damals gibt es ei- G. in die Wohnung bringt, sexuell bedienen. nen neuen Strafrechtsartikel gegen Men- Als die gefälschten Ausweispapiere ein- schenhandel (StGB Art. 182) der auch die treffen, die Alina als volljährig ausweisen, Ausbeutung in anderen Arbeitsbereichen vermittelt er Alina an diverse Kontaktbars ahndet. in verschiedenen Kantonen. Bei den Trans-•	Die Drohungen gegen die Betroffenen und porten zu den Kontaktbars wird sie immer ihre Familien sind sehr ernst zu nehmen. begleitet. Die Einnahmen muss sie abgeben, entweder an Herrn G. oder ihren Aufpas-6.3. Alina aus Osteuropa ser und ehemaligen Freund Sanio. DieserAlina stammt aus ärmlichen Verhältnissen. kauft ihr Essen und gibt ihr sechs FrankenSie ist in einem kleinen Dorf in Rumänien für Zigaretten. Die freien Tage muss sie inaufgewachsen, hat die Schule abgebrochen. der Wohnung von Herrn G. verbringen undWegen familiärer Konflikte war sie bereits dort dessen Freunde sexuell bedienen. Alinamehrmals von zu Hause weggelaufen. Eine gelingt die Flucht, als Herr G. für eine Wei-Bekannte, Judith, und deren Bruder Sanio le ins Ausland geht und das Geschwister-aus dem Nachbardorf versprechen ihr eine paar seine Kontrollfunktion vernachlässigt.Stelle in der Schweiz. Der junge Mann be- Alina kehrt in einen Salon zurück, wo sieginnt eine Liebesbeziehung mit Alina. Das sich mit einer rumänisch sprechenden FrauGeschwisterpaar stellt ihr in Aussicht, sie angefreundet hatte. Alina arbeitet dort alskönne in der Schweiz als Putz- oder Ser- Prostituierte auf eigene Rechnung. Als dervicekraft in einem Hotel arbeiten. Auch ge- Haupttäter in die Schweiz zurückkehrt undgenüber den Eltern gibt das Paar an, dass es feststellt, dass er seine «Einnahmequelle»sich um eine seriöse Arbeit handle, von de- verloren hat, zeigt er Alina wegen Dieb-ren Verdienst die Tochter regelmässig einen stahls und illegaler Prostitution an. Die Po-Betrag nach Hause schicken könne. Weil lizei verhaftet Alina. 21 21.
Das Beispiel zeigt: keine Wahl, als erneut im Sexgewerbe zu landen.•	Der illegale Aufenthalt des Opfers in der •	Menschenhandel macht selbst vor ver- Schweiz und die Anzeige bei der Polizei wandtschaftlichen Strukturen keinen verunmöglicht quasi eine Strafverfolgung Halt. des Täters.•	Die finanzielle Not des Opfers und der il- legale Aufenthaltsstatus lässt ihr praktisch 22 22.
7. BekämpfungDem Menschenhandel im Allgemeinen und les Verbot der Prostitution. Mitunter wirdder Zwangsprostitution im Speziellen muss argumentiert, dass jegliche Form der Pro-ein Riegel geschoben werden. Darin ist stitution als Verletzung der Menschenwür-sich die Politik ebenso einig wie die Justiz de betrachtet wird und fordert deshalb dieund Operhilfeorganisationen. Auch wenn Abschaffung dieses Gewerbes. Die andere,«nur» eine Minderheit der Fälle von Men- ausgehend von einem real existierendenschenhandel im Rahmen der Organisierten Markt für sexuelle Dienstleistungen, pos-Kriminalität geschieht, darf diese Form der tuliert das Recht jeder Frau, ihre Beschäf-Versklavung von Menschen sich in einem tigung auf dem Markt frei zu wählen. AlsoRechtsstaat, wie die Schweiz einer ist, nicht auch die Beschäftigung als Prostituierte.37weiter ausbreiten. Das Lagebild des Bundes Den Opfern nützt aber weder die moralischespricht eine deutliche Sprache: Die Organi- Verurteilung der Prostitution noch derensierte Kriminalität will ihre Präsenz in der Kriminalisierung. Zudem erreichen VerboteSchweiz stärken.36 Dazu gehören Gruppen wenig bis nichts. Im Gegenteil. Menschen-aus Italien, der GUS und Georgien, Südost- handel und Zwangsprostitution zögen sicheuropa und Westafrika. Der Drogenhandel, noch weiter in Illegalität zurück, Kontrollenillegale Finanzgeschäfte (Geldwäscherei), und handfeste Massnahmen würden nochorganisierte Basiskriminalität (Diebstahl, schwieriger oder gänzlich verunmöglicht.Einbrüche, Strassenhandel mit Drogen, Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dassRaub etc.) bedrohen die innere Sicherheit. Prostituierte vollumfänglich über ihre Rech-Die Facetten der Organisierten Kriminalität te informiert werden, dass ihnen Handlungs-sind mannigfaltig. Der Menschenhandel ist optionen gewährt werden und dass sie ohnedabei nur ein Teil im Gesamtgefüge illegaler jegliche Repression ein ausbeuterisches Ar-und krimineller Aktivitäten in der Schweiz. beitsverhältnis wieder aufgeben können.38Führt man sich aber die extrem hohen Pro-fite vor Augen, die aus dem Handel mit 7.2. Kooperationsmechanismen undMenschen und/oder der Zwangsprostitution Sensibilisierung in den Kantonenerwachsen und unter gleichzeitiger Berück- Die Bekämpfung des Menschenhandels undsichtigung der eher geringen Gefahr, in die der Zwangsprostitution darf nicht alleinigeFänge der Justiz zu geraten, ist die Gefahr Aufgabe der Polizei oder der Nachrichten-latent, dass sich kriminelle Organisationen dienste sein. Migrations- und Sozialbehör-quasi neu orientieren könnten. Bekannter- den sind ebenso involviert, wie Streetwor-massen gilt die Organisierte Kriminalität ker, Seelsorger, medizinisches Fachpersonal.nicht nur als rücksichts- und skrupellos, Eine Umfrage bei diversen Migrationsäm-sondern auch als sehr gut grenzüberschrei- tern in der Deutsch- und Westschweiz zeigttend vernetzt und vor allem als sehr flexibel. jedoch einen unterschiedlichen Grad derBesonders auch wenn es darum geht, neue Sensibilisierung im Zusammenhang desGeschäftsfelder zu eröffnen. Menschenhandels und/oder der Zwangspro- stitution. Vielfach wird die knapp bemessene7.1. Die Prostitution verbieten? Zeit angeführt, welche den Behörden für dieVereinzelte Stimmen verlangen ein generel- Befragung der Migrantinnen und Migranten 23 23.
zur Verfügung steht, um konkrete Verdachts- St. Gallenmomente zu erkennen. Was ein Opfer von Keine Beratungsfälle im Jahr 2005, sowieMenschenhandel kennzeichnet, ist zwar so- 5 Beratungsfälle im 2006. Weniger als zehnwohl völkerrechtlich wie auch strafrechtlich aktenkundige Fälle.definiert, und auch in der Beratungspraxissind die anwendbaren Kriterien im Grunde Solothurnklar. Doch erst in den letzten Jahren ist in Anfangsverdacht in 18 Fällen.der Schweiz eine Sensibilisierung zu dieserProblematik entstanden. Solange aber poli- Schwyzzeiliche, soziale und gerichtliche Behörden- Insgesamt 14 identifizierte Opfer in den Jah-mitglieder nicht das nötige Wissen haben, ren 2005 – 2007.um Opfer zu erkennen, wird das Phänomenauch statistisch nicht genauer erfasst wer- Tessinden.39 Hierzu einige Zahlen aus den Jahren 11 Beratungsfälle im Jahr 2005 und 5 Bera-2005 – 2007 nach Kanton: tungsfälle in Jahr 2006. In den Jahren 2005 – 2006 12 Verurteilungen nach § 196 und 3Aargau Verurteilungen nach § 195 StGB.9 aktenkundige Fälle der Förderung der Pro-stitution und 1 aktenkundiger Fall von Men- Waadtschenhandel. 4 Verurteilungen nach § 195 StGB und 1 Verurteilung nach § 196 StGB. IllegalBern Anwesende werden nicht als Opfer von2 Verurteilungen nach § 195 respektive Menschenhandel sondern von Menschen-§ 196 StGB. schmuggel identifiziert.Basel-Stadt6 – 10 Opfer plus 30 weitere im Jahr 2007.Fribourg1 Beratungsfall in den Jahren 2005 bis2006.GenfJe ein aktenkundiger Fall von Menschen-handel in den Jahren 2005 und 2006.GlarusKeine Opfer von Frauenhandel bekannt.LuzernJe 4 Beratungsfälle in den Jahren 2005 –2006. In 5 Fällen bestand ein Anfangsver-dacht. 24 24.
Zürich Trotz dieser Massnahmen fehlt eine um-47 Opfer im Jahre 2005, 9 Opfer im Jahr fassende Sensibilisierung und Schulung im2006, 7 Opfer im Jahr 2007. Auf Stadtge- Hinblick auf die Identifikation von Opfernbiet wurden im gleichen Zeitraum 103 Op- des Menschenhandels. Sowohl bei der Po-fer identifiziert.40 lizei als auch bei anderen involvierten Stel- len.Die Kantone mit den höchsten bekanntenOpferzahlen sind die Kantone Bern, Basel- 7.2.2. Konkrete ForderungenStadt und Zürich, der Kanton Tessin sowie Von verschiedener Seite, hauptsächlichedie Kantone Solothurn, Luzern und Schwyz. von Opferhilfeorganisationen, stehen For-In mehreren Kantonen ist noch überhaupt derungen im Raum, dem Menschenhandelnie ein Fall von Menschenhandel aufge- Einhalt zu gebieten. Dazu gehören:deckt worden. •	Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbe-7.2.1. Was unternehmen Behörden willigung, unabhängig vom Kanton undbisher, um Opfer zu erkennen? unabhängig von der AussagebereitschaftOpfer kann man nur schützen, wenn man sie in einem Strafverfahren.41identifiziert. Solange man sie nicht erkennt, •	Volles Ausschöpfen des Handlungsspiel-greifen gesetzliche Schutzbestimmungen raums für die Erteilung einer Aufenthalts-kaum. Deshalb ist die Erkennung von Op- bewilligung.fern von zentraler Bedeutung. Was also un- •	Regelmässige Weiterbildung von Polizei,ternehmen die Behörden heute, um Opfer Justiz und Migrationsbehörden sowie einevon Frauenhandel zu identifizieren? Hierzu verbindliche Zusammenarbeit mit Fach-die Situation 2008: stellen und Fachleuten. •	Gesamtschweizerische Standards für glei-•	In vielen Kantonen nimmt die Polizei chen Schutz und gleiche Rechte von Op- Verstösse gegen das Ausländergesetz zum fern. Ausgangspunkt, um Opfer von Frauen- •	Sichere Unterbringung und spezialisierte handel zu identifizieren. Zum Beispiel Betreuung und Beratung von Opfern. durch Befragungen anlässlich von Kont- •	Sensibilisierungs- und Informationsarbeit rollen im Milieu. in der Öffentlichkeit.•	Einige Kantone vertrauen auf Quellen, •	Rasche Ratifizierung der Konvention des welche die Polizei im Milieu hat. Europarats zur Bekämpfung des Men-•	Einige Kantone verweisen darauf, dass schenhandels durch die Schweiz.42 Opfer vielfach nicht bereit sind, Anzeige zu erstatten.•	Nur sehr wenige Kantone arbeiten mit In die Pflicht zu nehmen sind aber auch Her- Fachinstitutionen und Beratungsstellen kunfts- und Transitländer. Sowohl solche in zusammen. der EU (z.B. Ungarn, Bulgarien) als auch•	In einigen Kantonen werden die Mitarbei- Nichtmitgliedsstaaten (Kosovo, Türkei). Fi- ter der Polizei speziell zum Thema Men- nanzielle Unterstützung seitens Geberländer schenhandel geschult und eignen sich könnte an die Bedingung geknüpft werden, Gesprächstechniken zur Identifikation dass Massnahmen zur Bekämpfung des potentieller Opfer an. Menschenhandels ergriffen werden. 25 25.
8. Freier sollten helfenKaum jemand spricht darüber. Sowieso kein geben: Viele Konsumenten mag dies kaumMann. Denn wer würde sich schon als Frei- kümmern. Zu verlockend ist der schnelle,er outen? Und dennoch: Prostitution gäbe oftmals kaum kostspielige Kick, die sexuel-es nicht, wäre die entsprechende Nachfrage le Befriedigung. Der Markt ist breit und fürnicht vorhanden. Eine Zertifizierung von jeden Geschmack und jedes Budget ist et-Bordellen gibt es nicht. Der Freier weiss also was dabei. Das Bild des durchschnittlichennicht immer zwingend, ob die Frau oder der Freiers aus dem deutschsprachigen RaumMann als Sexworker diese Tätigkeit unter ist überigens erstaunlich nüchtern. Er istZwang oder in freien Zügen ausübt. Zuge- mittleren Alters, verdient durchschnittlich 26 26.
bis gut und geht seit über 10 Jahren zu Pros- •	es bestimmte sexuelle Handlungen nichttituierten. Bis zu zwei Mal im Monat. Meis- ablehnen darf.tens werktags am Nachmittag. Lediglich der •	es nicht die Möglichkeit hat, auf Kondo-finanzielle Aspekt hemmt die meisten Freier me zu bestehen.vor häufigeren Kontakten zu Prostituierten. •	es für ihre Arbeit kein oder sehr wenigErst an zweiter Stelle wird die eigene Part- Geld erhält.nerin als Hinderungsgrund genannt.43 •	es rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss.Was aber tun, wenn man als Freier den kon- •	ihm der Pass weggenommen wurde.kreten Verdacht hat, die Prostituierte oder der •	es ihr Einkommen an einen Zuhälter / eineSexworker arbeite nicht aus freien Stücken, Zuhälterin abgeben muss.44werde zu sexuellen Handlungen gezwun-gen? Schlecht beraten ist man auf jeden Fall,wenn unter allen Umständen versucht, die Selbstverständlich muss nicht jeder der obenSache selber in die Hand zu nehmen. Einer- aufgeführten Punkte erfüllt sein. Schon ver-seits sind Menschenhändler oder Zuhälter einzelte Anzeichen können auf eine ausbeu-nicht zimperlich, wenn man ihnen ins Ge- terische Situation hinweisen.hege kommt. Andererseits fehlt einem dasfachliche Know-How, um einer Person, die 8.1. Konkrete Hilfestellungsich in so einer Zwangslage befindet, richtig Am besten vermittelt man dem Opfer ei-zu helfen. Und vor allem sollte man nichts nen Kontakt mit einer Beratungsstelle.gegen den Willen des Opfers unternehmen. Zum Beispiel mittels eines Mobiltelefons,Die Folgen sind oft nicht absehbar. So oder welches man dem Opfer für den Anruf zurso: Opfer von Menschenhandel sind schwer Verfügung stellt. Oder aber man informiertzu erkennen und selten outen sich die Opfer die Beratungsstelle von sich aus. Fachleutegegenüber ihren Kunden freiwillig. versuchen danach, mit dem Opfer in Kon- takt zu treten. Wenn möglich sogar in seinerDennoch braucht man kein Experte zu sein. Muttersprache. Auch hier gilt: Man sollteDas Opfer braucht die Unterstützung des das Opfer nicht zu Handlungen drängen, dieFreiers, wenn: es nicht tun will.•	es Ihnen sagt, dass sie zur Prostitution ge- zwungen wird. Hat man einen Verdacht auf Menschenhan-•	es Ihnen sagt, dass sie vergewaltigt wor- del, Zwang oder Ausbeutung hilft einem den ist. folgende Beratungsstelle weiter:•	es misshandelt wird.•	es ausgebeutet wird. FIZ•	es extrem hohe Schulden bei dem Bor- Fachstelle Frauenhandel dellbetreiber oder Vermittler hat. und Frauenmigration•	es eingesperrt wird. Badenerstr. 682•	es permanent überwacht wird. 8048 Zürich•	ein Dritter Ihnen sagt, Sie können mit dem Tel. 044 436 90 00 Opfer machen, was Sie wollen. E-Mail: contact@fiz-info.ch•	es keine Kunden ablehnen darf. Website: www.makasi.ch 27 27.
9. QuellenverzeichnisVorwort des Autors 11. StGB Art. 182 (http://www.admin.ch/1. Beate Merk (2004). Bekämpfung des ch/d/sr/311_0/a182.html).Frauenhandels aus Sicht der Justiz. Hanns-Seidel-Stiftung: Politische Studien, Heft 12. Susanne Bertschi (2003). Sexarbeit ta-395, S . 19. buisiert – zum Nachteil der Frauen. Eine juristische Analyse von Straf- und Auslän-2. FIZ (2000) [Fachstelle Frauenhandel und derInnenrecht zur Unterbindung von Frau-Frauenmigration], Rundbrief Nr. 34, S. 3. enhandel.Brigitte Hürlimann (2004). Prosti- tution – ihre Regelung im schweizerischen3. Ursula Männle (2004). Vorwort zu «Stopp Recht und die Frage der Sittenwidrigkeit..dem Frauenhandel!» Brennpunkt Osteuro-pa. Hanns-Seidel-Stiftung: Politische Studi- 13. Doro Winkler (2003) Wege in die Pa-en, Heft 395, S . 18. radiesfalle. Aus «Betrogen und verkauft». Zürich FIZ, S. 26-32.Definitionen, rechtliche Situation undwichtigste Merkmale 14. FIZ (2008) Bildungsmaterialen zum4. Uni Freiburg (2005). Studienwoche zum Thema Frauenhandel.Thema Prostitution. S. 7 ff.. Prostitution in der Schweiz5. Anna Bucher (2011). Männliche Prostitu- 15. FIZ (2008) Bildungsmaterialen zumierte aus Südosteuropa – Herausforderungen Thema Frauenhandel.für die Soziale Arbeit S. 6. ZHAW SozialeArbeit Bachelorarbeit. 16. Uni Freiburg (2005). Studienwoche zum Thema Prostitution. S. 17.6. StGB Art. 195 (http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a195.html). 17. Freierjournal (2011) (www.feierjournal. com).7. StGB Art. 199 (http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a199.html). 18. Anna Bucher (2011) Männliche Prosti- tuierte aus Südosteuropa – Herausforderung8. Wikipedia.de (2011). Rechtsstatus und vor die Soziale Arbeit. Zürcher Hochschuleethische Bewertung der Prostitution. (http:// für Angewandte Wissenschaften. S. 6 ff.de.wikipedia.org/wiki/Prostitution). 19. Tagesanzeiger (3.8.2010) (www.tages-9. Vide Tages-Anzeiger vom 3. August 2010 anzeiger.ch/zuerich/stadt/Starke-Zunahme-unter http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/ an-maennlichen-Strichern.htm).stadt/Starke-Zunahme-an-maennlichen-Strichern/story/17023579. 20. Katharina Bracher (2009) Die Mehr- heit der Freier lebt heterosexuell». Artikel10. Vgl. http://www.admin.ch/ch/d/ erschienen in 20 Minuten. www.20min.ch/ff/2005/6809.pdf. news/schweiz/story/19885641. 28 28.
21. Menschen, die körperlich eindeutig dem 25. United Nations Office on Drugs andmännlichen oder weiblichen Geschlecht an- Crime, Trafficking in Persons, Global Pat-gehören, sich jedoch als Angehöriger des terns (2006) S. 17-19.anderen Geschlechts empfinden und danachstreben, sich auch körperlich diesem Ge- 26. Katarzyna Dabek (2009) Menschenhan-schlecht so gut wie möglich anzunähern. del unter besonderer Berücksichtigung desWeiter Erscheinungsformen in der Prostitu- grenzüberschtenden Menschenhandels zumtion sind: Transvestiten, Damenwäscheträ- Zweck der sexuellen Ausbeutung. Magister-ger (DWT), Crossdresser etc. arbeit Universität Wien S.27.Zwangsprostitution 27. http://www.ilo.org/public/german/regi-22. Stelle Jegher (2007) Jenseits von Crime, on/eurpro/bonn/download/alleanzgegenz-Sex und Stigmatisierung. Zeitschrift «Wi- angsarbeit.pdf (2009) S. 17.derspruch» Nr. 51. 28. Bundesamt für Polizei (2010) Jahresbe-23. http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangs- richt 2010. Kriminalitätsbekämpfung Bund.prostitution.. S. 23.24. http://www.stadt-zuerich.ch/prd/de/in- 29. Bundesamt für Polizei (2010) Jahresbe-dex/gleichstellung/themen/migration/frau- richt 2010. Kriminalitätsbekämpfung Bund.enhandel.htm. S. 24 9Ackermann/Bell/Koelges (2005) 29 29.
Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen. 36. Stella Jegher (2007) Jenseits von Cri-Das grosse Geschäft mit der Ware Frau. S. me, Sex und Stigmatisierung. Thesen zum18. Thema Menschenhandel, Menschenrechte und Migration. Zeitschrift «Widerspruch»30. Bundesamt für Polizei (2010) Jahresbe- Nr 51.richt 2010. Kriminalitätsbekämpfung Bund.S. 23. 37. Dito.31. Bundesamt für Polizei (2010) Statisti- 38. FIZ (2008) Zahlen, Fakten und Analy-ken zum Jahresbericht des Bundesamtes für sen um Schutz der Opfer von FrauenhandelPolizei fedpol S. 5. in der Schweiz. S. 2.32. United Nations Office on Drugs and 39. Dito.Crime, Trafficking in Persons, Global Pat-terns (2006) S. 17-19. 40. FIZ (2008) Bildungsmaterialen zum Thema Frauenhandel. S. 15 ff.33. Henrieta Stastny (2010) Der Menschen-handel in der Slowakei. Magisterarbeit Uni- 41. Motion hängig. (http://www.parlament.versität Wien. S. 66. ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_ id=20083401).Fallbeispiele34. Sämtliche Namen sind aus Gründen des Möglichkeiten für FreierPersönlichkeitsschutzes geändert. 42. Uni Freiburg (2005). Studienwoche zum Thema Prostitution. S. 18.Bekämpfung des Menschenhandels undder Zwangsprostitution 44. http://www.verantwortlicherfreier.ch.35. Bundesamt für Polizei (2010) Jahresbe-richt 2010. Kriminalitätsbekämpfung Bund.S. 10. 30 30.
Humanitas Helvetica e.V., eine Nichtregierungs-organisation (NGO) mit Sitz in Zürich, setztsich für mehr Menschlichkeit besonders in derSchweiz, Osteuropa und Zentralasien ein. Haupt-sächliche Arbeitsgebiete sind nach dem Willendes Gründers Hans-Ulrich Helfer:•	Freiheit, Sicherheit, Unabhängigkeit und Selbst- bestimmung aller Menschen•	Kriminalprävention (Terrorismus, Korruption, Zwangs-Prostitution, u.a.)•	Informations- und Medienfreiheit Eine Publikation der Humanitas Helvetica e.V., Zürich www.humanitas-helvetica.ch 32 Empfohlen
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