Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Zweibr%C3%BCcken&Datum=26.05.2003&Aktenzeichen=1%20Ss%20211/02
Timestamp: 2019-05-25 18:16:02
Document Index: 48564289

Matched Legal Cases: ['§ 261', '§ 354', '§ 261', '§ 354', 'BGH', '§ 267']

OLG Zweibrücken, 26.05.2003 - 1 Ss 211/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,4902
OLG Zweibrücken, 26.05.2003 - 1 Ss 211/02 (https://dejure.org/2003,4902)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 26.05.2003 - 1 Ss 211/02 (https://dejure.org/2003,4902)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 26. Mai 2003 - 1 Ss 211/02 (https://dejure.org/2003,4902)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2003,4902) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 261 StPO, § 354 Abs 1 StPO
Strafverfahren: Auswirkungen von Mängeln der Täteridentifizierung auf Grund Einzellichtbildvorlage im Ermittlungsverfahren auf die Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung
StPO § 261 § 354 Abs. 1
Überprüfung richterlicher Beweiswürdigung; Sachlich rechtliche Fehlerhaftigkeit ; Identifizierung des Angeklagten als Täter; Vorlage eines einzelnen Lichtbildes; Wiedererkennen im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen ; Inbegriff der mündlichen Hauptverhandlung; Gegenüberstellung im Hauptverhandlungstermin; Eingeschränkter Beweiswert eines erneuten Wiedererkennens ; Subjektive Gewissheit der Zeugen
AG Bad Dürkheim, 25.09.2002 - 5202 Js 34431/01
StV 2004, 65
Der Tatrichter muss im Urteil deutlich machen und in den Urteilsgründen ausführen, ob ausgeschlossen werden kann, daß die Zeugen sich bei dem Wiedererkennen aufgrund der Lichtbildvorlage in der Hauptverhandlung unbewußt an den im Ermittlungsverfahren vorgelegten Lichtbildern orientiert haben (BGH NStZ 1996, 350; OLG Zweibrücken StV 2004, 65, 66 jew. m.w.N.).
Dies wäre nur dann möglich, wenn das Landgericht durch eine ausdrückliche, den Anforderungen des § 267 Abs. 1 S. 3 StPO entsprechende Verweisung auf die in den Akten befindlichen Lichtbilder diese Lichtbilder zum Gegenstand des Urteils gemacht hätte (OLG Hamm, 2. Strafsenat, Beschluss vom 06.02.2002 - 2 Ss 79/01 - OLG Zweibrücken, 1. Strafsenat, Beschluss vom 26.05.2003 - 1 Ss 211/02 -, in: beckRS 2004 Nr. 00224).
In einem solchen Fall darf sich der Richter aber nicht ohne weiteres auf die Gewissheit des Zeugen beim ersten Wiedererkennen verlassen, sondern muss anhand objektiver Kriterien nachprüfen, welche Qualität eine solche Aussage im Ermittlungsverfahren hatte (OLG Zweibrücken, Beschluss vom 26.05.2003 - 1 Ss 211/02 -, BeckRS 2004, 00224; OLG Frankfurt a.M., NStZ 1988, 41; OLG Koblenz, NStZ-RR 2001, 110; OLG Düsseldorf, NStZ-RR 2001, 109, 110).