Source: https://www.uibk.ac.at/praktheol/kirchenrecht/teilkirchenrecht/oebiko/konfessionsverschiedenheit_2.html
Timestamp: 2018-05-23 05:12:25
Document Index: 315050669

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 1', 'Art. 16', '§ 2', '§ 3']

konfessionsverschiedenheit_2 – Universität Innsbruck
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(Amtsblatt der Österreichischen Bischofskonferenz, Nr. 2 vom 1. Juni 1984, 25.)
2. Die Erklärung und das Versprechen des katholischen Partners sollen in der Regel schriftlich gegeben werden.
4.Die Eheschließungsform
Die katholische Eheschließung eines Katholiken mit einem Nichtkatholiken aus einer Ostkirche kann in Verbindung mit der Eucharistiefeier erfolgen, wenn die Brautleute es wünschen. Dabei sind die geltenden kirchlichen Bestimmungen über die Teilnahme am eucharistischen Mahl zu beachten.
Selbstverständlich kann diese Eheschließung mit Rücksicht auf die nichtkatholischen Teilnehmer (oder bei mangelnder Disposition der Partner für die volle Teilnahme an der Eucharistiefeier) auch in einem Wortgottesdienst geschlossen werden.
a) An der liturgischen Feier der katholischen Eheschließung kann sich gemäß can. 1127 § 3 ein nichtkatholischer Seelsorger einer Ostkirche beteiligen. Dabei ist „Die Feier der Trauung in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes“ (1975 herausgegeben im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Osterreichs und der Schweiz sowie der Bischöfe von Luxemburg, Bozen-Brixen und Lüttich) zu verwenden.
b) Findet die Eheschließung oder der Trauungsgottesdienst mit Erlaubnis ohne katholische Form in einem nichtkatholischen Ostritus statt, so kann sich ein katholischer Seelsorger nach Absprache mit den Brautleuten und dem nichtkatholischen Seelsorger daran beteiligen. Dabei wird der Trauungsritus der entsprechenden nichtkatholischen Ostkirche verwendet.
Anmerkung zu a) und b): In beiden Fällen einer Trauung, bei der ein Seelsorger beider Kirchen mitwirkt, soll diese grundsätzlich nach dem Ritus bzw. nach der Ordnung jener Kirche, nach welcher die Trauung gewünscht wird, erfolgen.
Jenem geweihten Amtsträger, der nach dem Ritus seiner Kirche die Trauung vornimmt, sind folgende Teile des Trauungsritus vorbehalten: die Begrüßung, die Trauungsfragen (Konsenserklärung), die Ringübergabe und das Segensgebet zur Entlassung.
Alle anderen Teile des Trauungsgottesdienstes können nach freier Vereinbarung vom geweihten Amtsträger der einen oder anderen Kirche übernommen werden, wobei jedoch Verdopplungen (zum Beispiel zwei Predigten) zu vermeiden sind.
c) Eine doppelte Eheschließung in religiöser Form ist nach can. 1127 § 3 nicht erlaubt.
a) Hat eine katholische Eheschließung stattgefunden, so gelten für die Eintragung in die Matrikenbücher die Vorschriften des allgemeinen Rechtes (vgl. can. 1121 § 1) sowie die partikularrechtlichen Weisungen. Der Seelsorger des nichtkatholischen Partners ist von der erfolgten katholischen Eheschließung zu benachrichtigen.
Anmerkung: Wenn an der katholischen Eheschließung ein Seelsorger einer anderen Kirche beteiligt war, ist im Trauungsbuch in der Rubrik „Vermerke“ einzutragen: „Trauung unter Beteiligung von N. N., Seelsorger des nichtkatholischen Partners.“ – Hinsichtlich Wiedergabe dieser Eintragung auf dem Trauungsschein gelten die allgemeinen Weisungen für Vermerke auf Matrikenscheinen.
b) Wenn eine Erlaubnis zur Eheschließung ohne katholische Form erteilt wurde, so gelten folgende Vorschriften:
Für die Eintragung in das Trauungsbuch ist das Pfarramt zuständig, in dessen Bereich der katholische Partner seinen Wohnsitz hat. Die erfolgte Eheschließung ist aufgrund der von den Eheleuten vorzulegenden Trauungsbescheinigung in das Trauungsbuch mit Reihezahl einzutragen. In der Rubrik „Trauender Priester“ wird das Trauungsbuch der nichtkatholischen Seelsorgestelle (wenn möglich mit Name des Trauenden) zitiert. Immer wird hinzugefügt: „Mit Erlaubnis des Pfarramtes … ohne katholische Eheschließungsform.“
Wird die Trauungsbescheinigung von den Eheleuten nicht vorgelegt, so muss der Seelsorger, der das Trauungsprotokoll aufgenommen hat, sich um ihre Beschaffung bemühen.
Anmerkung: Um die Vorlage der Trauungsbescheinigung sicherzustellen, muss der katholische Seelsorger die Brautleute schon beim Brautleutegespräch ersuchen, ihm diese Bescheinigung nach der Eheschließung verlässlich zu übergeben. Sollte dies in angemessener Frist (einen Monat nach der Eheschließung) nicht geschehen, ist der katholische Seelsorger verpflichtet, sich um ihre Beschaffung zu bemühen.
Die Trauungsbescheinigung ist mit dem Trauungsprotokoll im Archiv jener Pfarre aufzubewahren, in der der katholische Partner seinen Wohnsitz hat. Im Trauungsprotokoll sind Ort (Kirche) und Datum der Eheschließung zu vermerken, wie es oben für die Eintragung in das Trauungsbuch vorgesehen ist.
7. Gültigmachung der Eheschließung
Eine Ehe zwischen einem Katholiken und einem Nichtkatholiken aus einer Ostkirche, die vor einem geweihten Amtsträger dieser Ostkirche und ohne Beachtung der katholischen Formvorschrift geschlossen wurde, ist seit dem 25. März 1967 gültig. Daher ist eine Gültigmachung nicht mehr erforderlich.
Anmerkung: Durch Dekret der Kongregation für die Ostkirche „Crescens matrimoniorum“ vom 22. Februar 1967, in Kraft seit 25.März 1967 (AAS LIX/1967/165 f.), wurde in Erweiterung des Ökumenismusdekretes des II. Vat. Konzils Art. 16 bestimmt, dass bei Eheschließungen zwischen Katholiken des lateinischen oder eines orientalischen Ritus mit ostkirchlichen Nichtkatholiken die Beobachtung der kanonischen Eheschließungsform nur mehr zur Erlaubtheit notwendig ist; zur Gültigkeit genügt die Anwesenheit (praesentia) eines geweihten Amtsträgers (ministri sacri). Diese von Papst Paul VI. als Vorsitzenden der Kongregation für die Ostkirche verfügte Gesetzesänderung wurde von seinem Motu proprio „Matrimonia mixta“ vom 31. März 1970 (AAS LXII/1970/257 – 263) Nr. 8 nicht aufgehoben.
a) Die Gültigmachung einer Ehe zwischen einem Katholiken der lateinischen Kirche und einem Nichtkatholiken aus einer Ostkirche, die vor dem 25. März 1967 geschlossen wurde, soll in der Regel durch Sanatio in radice erfolgen. Dazu ist ein Antrag an den Ortsordinarius des Katholiken zu richten. Die Vorschriften der „Ausführungsbestimmungen“ 2 sind entsprechend anzuwenden. Darüber hinaus muss sich der katholische Seelsorger Gewissheit verschaffen dass der Ehewille bei beiden Partnern andauert und dass keine indispensablen Ehehindernisse bestanden oder bestehen (vgl. can. 1161 und can. 1165 § 2).
b) Die Gültigmachung der unter a) genannten Ehen kann auch durch eine Convalidatio simplex erfolgen (vgl. can. 1160).
Anmerkung: Für die Seelsorger wird es eine wichtige Aufgabe sein, die Gläubigen, die in ungültiger Ehe leben, auf die Möglichkeiten hinzuweisen, wie ihre Ehe kirchlich gültig gemacht werden kann. Diese Aufgabe wird häufig schwierig sein, besonders, wenn der katholische Partner vielleicht durch jahrelangen Ausschluss vom Sakramentenempfang verbittert ist; Familienangehörige oder Freunde können hier oft wertvolle Hilfe leisten.
Den Ehepartnern möge die Sanatio in radice empfohlen werden, damit eine nach can. 1127 § 3 untersagte doppelte Eheschließung in religiöser Form vermieden wird. Nur wenn sie sich mit dieser Form der Gültigmachung nicht zufrieden geben, kann eine Convalidatio simplex vorgenommen werden. Die Voraussetzungen dafür finden sich in den Punkten 1a – 3c mit den dort angegebenen Erläuterungen.
8. Inkrafttreten dieses Dekretes