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Timestamp: 2016-10-23 12:04:09
Document Index: 6400256

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'BGE', 'Art. 35', 'Art. 42', 'Art. 116', 'Art. 42', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 133', 'e contrario', 'Art. 73', 'Art. 111', 'Art. 122', 'Art. 114', 'Art. 42', 'Art. 114', 'Art. 190', 'Art. 19', 'Art. 190', 'Art. 121', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 117', 'Art. 41', 'Art. 121', 'Art. 19', 'Art. 116', 'Art. 116', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 120', 'Art. 3', 'Art. 120', 'Art. 105', 'Art. 36', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 1', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 82', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 36', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 18', 'Art. 135', 'Art. 111', 'Art. 67', 'Art. 67', 'Art. 61', 'Art. 21', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 69', 'Art. 70', 'Art. 70', 'Art. 75', 'Art. 69', 'Art. 75', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 1', 'Art. 28', 'Art. 39', 'Art. 34', 'Art. 37', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 16', 'Art. 75', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 123', 'Art. 17', 'Art. 121', 'Art. 122', 'Art. 125', 'Art. 126', 'Art. 127', 'Art. 128', 'Art. 30', 'Art. 35', 'Art. 1', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 3', 'Art. 37', 'Art. 44', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 233', 'Art. 234', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 123', 'Art. 28', 'Art. 230', 'Art. 128', 'Art. 123', 'Art. 6', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 30', 'Art. 35', 'Art. 121', 'Art. 131', 'Art. 128', 'Art. 128', 'Art. 128', 'Art. 121', 'Art. 121', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 153', 'Art. 159', 'Art. 159', 'BGE', 'Art. 159', 'Art. 159']

2C.4/2000 (03.07.2003)
2C.4/2000 /mks
Bundesrichter Betschart, Bundesrichter M�ller,
Munizipalgemeinde Leukerbad, Kl�gerin,
handelnd durch Beirat Walter Lengacher, 3930 Visp,
vertreten durch Advokat Dr. Richard Steiner, Kapuzinerstrasse 29, Postfach 622, 3902 Glis,
Kanton Wallis, Beklagter, handelnd durch den
Staatsrat des Kantons Wallis, vertreten durch das Finanzdepartement des Kantons Wallis, 1950 Sitten, wiederum vertreten durch F�rsprecher Samuel Lemann, Speichergasse 5, Postfach 681, 3000 Bern 7, und durch Ma�tre Marie-Claire Pont Veuthey, av. Ch�teau-de-la-Cour 4, case postale 788, 3960 Sierre
Haftungsrechtlicher Direktprozess.
Leukerbad ist ein Kurort im Kanton Wallis, der im Jahre 1998 mit 1'750 Einwohnern rund 1'800 Arbeitspl�tze anbot. Als Tourismus- und Kurstation verzeichnete Leukerbad damals �ber eine Million Logiern�chte pro Jahr. Diese Anzahl Logiern�chte wurde mit einem Bettenangebot von rund 6'900 in Wohnungen, 1'400 in Hotels und 240 in Kurh�usern und Kliniken erreicht. Die Munizipalgemeinde Leukerbad und die Burgergemeinde Leukerbad sind K�rperschaften des �ffentlichen Rechts des Kantons Wallis mit verschiedenen Aufgaben und Interessen.
Am 1. Januar 1981 trat Otto G. Loretan sein Amt als Pr�sident der Munizipal- und Burgergemeinden Leukerbad an, nachdem er bereits seit 1977 im Gemeinde- und Burgerrat Einsitz gehabt hatte.
Ende der achtziger und im Verlauf der neunziger Jahre betrieben die Gemeinden Leukerbad, namentlich die Munizipalgemeinde, vornehmlich unter der Leitung von Otto G. Loretan einen erheblichen Investitionsaufwand. Unter der F�hrung der Munizipalgemeinde wurden mehrere gr�ssere Projekte im Bereich des Tourismus (Sportzentrum, Rathaus, Parkhaus, Alpentherme, Golf-Hotel Les Sources des Alpes, Parkleitsystem usw.) realisiert. Zu diesem Zweck wurden verschiedene organisatorisch voneinander unabh�ngige Gesellschaften gegr�ndet, die aber finanziell und personell miteinander verflochten blieben; insbesondere traten der Pr�sident der Munizipal- und Burgergemeinde, Otto G. Loretan, und der Gemeindeschreiber der Munizipalgemeinde, Hans-Ruedi Grichting, auch bei den fraglichen Gesellschaften regelm�ssig in leitender Funktion auf. Die beiden Gemeinden mit den lokalen Gesellschaften, an denen sie beteiligt waren und teilweise immer noch sind, werden auch "Gruppe Leukerbad" genannt.
Zur (erweiterten) "Gruppe Leukerbad" geh�rten die folgenden K�rperschaften und Gesellschaften mit den Beteiligungen und Darlehen der Munizipal- und Burgergemeinde (Stand Ende 1998; Angaben in Millionen Fr.):
Gesellschaft Munizipalgemeinde Burgergemeinde
Beteilig. Darlehen Beteilig. Darlehen
AG f�r Verkehrsbe- 0,008 3,4 2,7
triebe Leuk-Leuker-
bad und Umgebung
Torrent-Bahnen Leu- 2,7 5,7 1
kerbad-Albinen AG
St. Laurent Alpen- 1,5 7 3,5 0,655
therme 51� AG
Parkhaus Leuker- 3 35,4
Sportarena Leuker- 0,2 7,5 0,025
Golf-Hotel Les 8 0,07
Sources des Alpes AG
Hotel- und B�derge- 4,1 22,2
sellschaft AG
Burgergemeinde Leu- 10,5
nicht unmittelbar zur Gruppe Leukerbad geh�rend, aber damit verbunden:
Leukerbad Tourismus 2,6 0,3
Aftil AG zur F�rde- 2
rung der touristi-
schen Infrastruktur
Kirchgemeinde Leu- 2,2
Thermalkosmetik AG 0,025
Luftseilbahn Kandersteg-
Stock AG 0,25
Total: 9,5 86,4 29,5 1,205
Hinzu kommen weitere Beteiligungen an anderen Gesellschaften in der H�he von 1,1 Millionen Fr. bei der Munizipalgemeinde und im Umfang von 0,193 Millionen Fr. bei der Burgergemeinde sowie �bernommene B�rgschaften von insgesamt 37,1 Millionen Fr. bei der Munizipalgemeinde und 0,350 Millionen Fr. bei der Burgergemeinde (Stand Ende 1998).
Mit der Zeit verschuldeten sich die "Gruppe Leukerbad" insgesamt und namentlich die Munizipal- und Burgergemeinde zunehmend. Gr�nde daf�r bildeten unter anderem die Finanzpolitik der beteiligten Gemeinden und Gesellschaften, eine allgemeine Rezession in der Tourismusbranche sowie die Revision des Bundesgesetzes vom 18. M�rz 1994 �ber die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10), die eine �nderung der Tarife und in der Folge eine deutliche Abnahme der Aufenthalte in den Heilb�dern mit sich brachte.
Die Schulden der Gesellschaften der "Gruppe Leukerbad" beliefen sich Ende 1998 insgesamt auf 221,4 Millionen Fr. und verteilten sich wie folgt (Angaben in Millionen Fr.) auf die verschiedenen Gesellschaften:
St. Laurent Alpentherme 51� AG 40,3
Parkhaus Leukerbad AG 46,7
Sportarena Leukerbad AG 22,4
Golf-Hotel Les Sources des Alpes 10,2
AG f�r Verkehrsbetriebe Leuk-Leukerbad
und Umgebung (LLB) 17,3
Hotel- und B�dergesellschaft AG 32,7
Torrentbahnen Leukerbad-Albinen AG 35,2
sowie mit der "Gruppe Leukerbad" verbunden
Leukerbad Tourismus 16,6
Total: 221,4
Die Entwicklung der Schulden der beiden Gemeinden Leukerbad verlief wie folgt (Angaben in Millionen Fr.):
Jahr Munizipalgemeinde Burgergemeinde
1985 13,6 31,1
1986 17,3 30,3
1987 25,8 28,9
1988 40,2 34,9
1989 49,2 42,8
1990 50 44,5
1991 54,2 53,2
1992 60,2 49,8
1993 73,7 55,1
1994 109,6 61,1
1995 137,5 62
1996 144,6 63,1
1997 169,2 62,5
1998 170,1 62,4
Insgesamt war die "Gruppe Leukerbad" Ende 1998 somit mit 454 Millionen Fr. (221,4 + 170,1 + 62,4 Millionen Fr.) verschuldet. Unter Ber�cksichtigung der gegenseitig innerhalb der Gruppe Leukerbad gew�hrten Darlehen von insgesamt 104 Millionen Fr. erreichte die Verschuldung der "Gruppe Leukerbad" gegen�ber externen Gl�ubigern 350 Millionen Fr.
Das Ausmass der Verschuldungen blieb anscheinend ausserhalb der "Gruppe Leukerbad" w�hrend geraumer Zeit unerkannt. Auch die Beh�rden des Kantons Wallis erhielten bzw. nahmen davon zun�chst keine Kenntnis. Soweit bekannt, erscheinen erstmals in einem Bericht des Finanzinspektorats vom 19. Juli 1993 zur Rechnung des Jahres 1991 der Munizipalgemeinde einigermassen deutliche besorgniserregende Feststellungen einer kantonalen Beh�rde zu Leukerbad. Darin wurde unter anderem festgehalten, der Verschuldungsfaktor der Munizipalgemeinde sei negativ, was bedeute, dass sie - bei Verzicht auf weitere Neuinvestitionen und bei unver�nderter Selbstfinanzierungsmarge - �ber 100 Jahre zur R�ckzahlung der Nettoschuld ben�tige; es sei daher von einer �berschuldung auszugehen; das Finanzinspektorat schloss, die finanzielle Lage der Gemeinde sei alarmierend; f�r weitere Neuinvestitionen seien Priorit�ten zu setzen. Der Bericht ging an den Vorsteher des Finanzdepartementes des Kantons Wallis und an die Gemeindeverwaltung der Munizipalgemeinde Leukerbad. Er zeitigte keine unmittelbaren Folgen. In einem weiteren Bericht vom 22. August 1996 zur Rechnung 1995 der Munizipalgemeinde stellte das Finanzinspektorat fest, die finanzielle Lage der Gemeinde sei sehr angespannt; die Selbstfinanzierungsmarge betrage 0,5 %, und die R�ckzahlungsdauer der Nettoschuld sei hoch; �berdies habe der Gemeinderat die gesetzlich festgelegte Kompetenzregelung f�r die Aufnahme und Gew�hrung von Darlehen nicht eingehalten. Dieser Bericht wurde nebst der Gemeindeverwaltung der Munizipalgemeinde Leukerbad und dem Vorsteher des Finanzdepartements auch dem Departement des Innern zugestellt. Erneut zog er jedoch keine unmittelbaren Folgen nach sich. Sodann hat das Finanzinspektorat in seinem Jahresbericht f�r das Jahr 1996 vom M�rz 1997 an das Parlament und den Staatsrat festgehalten, dass in der Gemeinde Leukerbad die gesetzlichen Anforderungen an die Darlehensgew�hrung und -aufnahme nicht eingehalten w�rden (Bulletin des s�ances du Grand Conseil du Canton du Valais, Session ordinaire de mai 1997, volume 2, S. 410 und 433).
Am 15. Mai 1998 sandte die Emissionszentrale der Schweizer Gemeinden (ESG) dem damaligen Vorsteher des Finanzdepartements des Kantons Wallis, Staatsrat Wilhelm Schnyder, ein Schreiben, in dem sie diesen auf die anscheinend missliche Finanzlage der Gemeinde Leukerbad aufmerksam machte und sinngem�ss um ein Eingreifen des Kantons ersuchte. Am 16. September 1998 verf�gte der Staatsrat des Kantons Wallis erste Massnahmen, mit welchen er die Handlungsfreiheit der Munizipal- und der Burgergemeinde Leukerbad beschr�nkte; diese hatten insbesondere ihre (neu) eingegangenen Verpflichtungen, s�mtliche Neuinvestitionen und Darlehensaufnahmen, jegliche Abtretung von Verm�genswerten und die R�ckzahlung von Krediten durch einen Verantwortlichen des Finanzinspektorats gegenzeichnen zu lassen und wurden verpflichtet, regelm�ssig das Finanzinspektorat vollst�ndig und ausf�hrlich �ber die Entwicklung der finanziellen Lage zu informieren. Kurze Zeit danach ordnete der Staatsrat die teilweise Zwangsverwaltung der beiden Gemeinden Leukerbad an. Die von ihm eingesetzten Kommiss�re Andreas Coradi, Pier-Felice Barchi und Hans-Caspar Nabholz nahmen ihre T�tigkeit am 20. November 1998 auf. Nachdem die Gl�ubiger der Munizipalgemeinde Leukerbad einen von den Kommiss�ren ausgearbeiteten Sanierungsplan (vom 18. M�rz 1999) abgelehnt hatten, ersuchte der Staatsrat des Kantons Wallis das Kantonsgericht Wallis als obere kantonale Betreibungsaufsichtsbeh�rde um Anordnung einer Beiratschaft gem�ss Art. 28 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 �ber die Schuldbetreibung gegen Gemeinden und andere K�rperschaften des kantonalen �ffentlichen Rechts (SchGG; SR 282.11). Mit Entscheid vom 20. Juli 1999 stellte die angerufene Aufsichtsbeh�rde die Munizipalgemeinde Leukerbad f�r die Dauer von drei Jahren unter Beiratschaft, ernannte Andreas Coradi zum Beirat und umschrieb seine Aufgaben und Kompetenzen (vgl. BGE 127 III 55). F�r die Burgergemeinde Leukerbad konnte am 7. Dezember 1999 - mit Genehmigung des Staatsrates des Kantons Wallis - zwischen der Burgergemeinde und ihren Gl�ubigern ein vorerst bis zum 31. Dezember 2004 g�ltiger Sanierungsvertrag abgeschlossen werden. Mit Entscheid der oberen kantonalen Betreibungsaufsichtsbeh�rde vom 19. Dezember 2001 wurde Andreas Coradi durch Walter Lengacher als Beirat der Munizipalgemeinde abgel�st.
Mit der Lage der Gemeinden Leukerbad befasste sich schliesslich auch mehrfach der Grosse Rat des Kantons Wallis. Insbesondere erstellte dessen Gesch�ftspr�fungskommission im Februar 1999 einen Sonderbericht. Bereits am 12. November 1998 hatte der Grosse Rat eine parlamentarische Untersuchungskommission eingesetzt, die im April 2000 umfassend Bericht erstattete.
Unter der Leitung des Beirates hat die Munizipalgemeinde Leukerbad die Steuern auf das kantonal zul�ssige H�chstmass festgesetzt und ihre Ausgaben verringert. Die Beteiligungen der Munizipalgemeinde an verschiedenen Infrastrukturen bzw. deren juristischen Tr�gern (Alpentherme, Rathaus, Parkhaus bzw. deren Tr�gergesellschaften usw.) wurden liquidiert, wobei der Gemeinde verschiedentlich lediglich Verlustscheine (so bei der Parkhaus Leukerbad AG, bei der St. Laurent Alpentherme 51� AG und bei der Hotel- und B�dergesellschaft AG) verblieben. Gleichzeitig nahm die Einwohnerzahl um rund 20 % auf ungef�hr 1'400 ab. Auch die Anzahl von �bernachtungen Ausw�rtiger nahm zun�chst im Jahr 1999 ab, scheint sich aber seither wieder stabilisiert zu haben. Seit Anordnung der Beiratschaft hat sich die Munizipalgemeinde Leukerbad nicht weiter verschuldet. Die Schulden gegen�ber den Finanzgl�ubigern nahmen jedoch (ausgehend von 170 Millionen Fr. Ende 1998) namentlich wegen des Zinsenlaufes weiter zu und erreichten im Jahr 2002 unter Einschluss der bestrittenen Forderungen rund 220-230 Millionen Fr.
Am 22. Dezember 2000 klagte die Munizipalgemeinde Leukerbad beim Bundesgericht gegen den Kanton Wallis mit den folgenden Rechtsbegehren:
a.) Prim�r
Auf die Klage wird als Zivilrechtliche Klage
i.S. von OG 42 eingetreten.
b.) Sekund�r
Auf die Klage wird als Verwaltungsrechtliche
Klage i.S. von OG 116 ff. eingetreten.
2. In jedem Fall:
Der Kanton Wallis bezahlt der Munizipalgemeinde Leukerbad Fr. 83'917'707.37
3. Die Kosten von Verfahren und Entscheid bezahlt der Kanton Wallis.
4. Der Kanton Wallis hat der Munizipalgemeinde Leukerbad eine angemessene Parteientsch�digung zu bezahlen."
Zur Begr�ndung macht die Munizipalgemeinde Leukerbad im Wesentlichen geltend, die Beh�rden des Kantons Wallis h�tten ihr gegen�ber ihre gesetzliche Aufsichtspflicht nicht gen�gend wahrgenommen. Sie h�tten bedeutend fr�her eingreifen m�ssen, damit die Verschuldung der Gemeinde nicht ein Ausmass annehmen konnte, das zur �berschuldung gef�hrt hat. Der Kanton Wallis hafte daher aus begangener Amtspflichtverletzung f�r den bei der zu beaufsichtigenden Munizipalgemeinde eingetretenen Schaden. Die �berschuldung habe sich in f�r die kantonalen Beh�rden erkennbarer Weise sp�testens im Anschluss an den Bericht des Finanzinspektorats vom 19. Juli 1993 abgezeichnet.
�hnliche Verantwortlichkeitsklagen gegen den Kanton Wallis erhoben ebenfalls beim Bundesgericht die Einwohnergemeinden Rheinfelden und Oftringen (Verfahren 2C.4/1999), die Emissionszentrale der Schweizer Gemeinden (Verfahren 2C.5/1999) sowie die Basler Kantonalbank (Verfahren 2C.1/2001).
In seiner Klageantwort vom 21. Mai 2001 schliesst der Kanton Wallis, die Klage der Munizipalgemeinde Leukerbad sei unter Kosten- und Entsch�digungsfolge abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne.
Im Wesentlichen bestreitet der Kanton Wallis die Anwendbarkeit des Verantwortlichkeitsrechts, und dass �berhaupt ein massgeblicher Schaden eingetreten sei. Weiter sei die Kl�gerin jedenfalls selber verantwortlich f�r ihre �berschuldung und k�nne sich daf�r nicht beim Kanton schadlos halten. Im �brigen seien ihre allf�lligen Anspr�che verj�hrt.
In Replik vom 21. September 2001 und Duplik vom 14. Januar 2002 hielten die Parteien im Wesentlichen an ihren Standpunkten fest.
Am 18. Juni 2002 fand im Bundesgerichtsgeb�ude in Lausanne eine Vorbereitungsverhandlung nach Art. 35 BZP statt.
Mit Verf�gung vom 24. Juli 2002 beschr�nkte der Instruktionsrichter das bundesgerichtliche Verfahren vorerst auf die Fragen des Eintretens, der Verj�hrung, der Aktiv- und Passivlegitimation, des grunds�tzlichen Schadenseintritts, der Widerrechtlichkeit und des Selbstverschuldens. Den Parteien aller vier parallel h�ngigen Haftungsverfahren gegen den Kanton Wallis im Zusammenhang mit den Gemeinden Leukerbad wurde Gelegenheit zur gegenseitigen Akteneinsicht in allen Verfahren gegeben.
Zwischen dem 4. und dem 18. November 2002 nahm eine Delegation des Bundesgerichts unter gleichzeitiger Mitwirkung der Parteien aller vier parallel h�ngigen Haftungsverfahren gegen den Kanton Wallis im Zusammenhang mit den Gemeinden Leukerbad die Befragung der folgenden Personen vor: Wilhelm Schnyder, Staatsrat des Kantons Wallis, im Parteiverh�r; Jean-Ren� Fournier, Staatsrat des Kantons Wallis, im Parteiverh�r; Peter Furger, Volkswirtschafter, ehemaliger externer Berater der Munizipalgemeinde Leukerbad, als Zeuge; Christian Melly, Vorsteher des Finanzinspektorats des Kantons Wallis, als Zeuge; Michel Roten, Sektionschef beim Finanzinspektorat des Kantons Wallis, als Zeuge; Franz K�nig, Direktor des Zentrums f�r Verwaltungsmanagement, ehemaliger Vorsteher des Finanzinspektorats des Kantons Wallis, als Zeuge; Norbert Fragni�re, Chef der Dienststelle f�r innere Angelegenheiten des Kantons Wallis, als Zeuge; Pierre Bonvin, Koordinator des Finanzdepartements des Kantons Wallis und Chef der kantonalen Finanzverwaltung, als Zeuge; Walter Lengacher, Beirat der Munizipalgemeinde Leukerbad, im Parteiverh�r; Beat H. K�nig, ehemaliger Direktor der Emissionszentrale der Schweizer Gemeinden, als Zeuge; Alexander Glatthard, Direktor der Emissionszentrale der Schweizer Gemeinden, im Parteiverh�r; Christian Sch�niger, Direktor der Basler Kantonalbank, im Parteiverh�r; sowie Hans-Ruedi Grichting, ehemaliger Gemeindeschreiber der Munizipalgemeinde Leukerbad, als Zeuge. Der ebenfalls als Zeuge vorgeladene Otto G. Loretan, ehemaliger Pr�sident der Munizipalgemeinde Leukerbad, berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, da gegen ihn ein Strafverfahren im Zusammenhang mit seiner fr�heren T�tigkeit f�r die Gemeinden Leukerbad l�uft.
Am 18. November 2002 fand zus�tzlich eine Instruktionsverhandlung mit den Parteien aller vier Verfahren zwecks Festlegung des weiteren Vorgehens statt. An dieser Verhandlung haben alle Parteien �bereinstimmend und ausdr�cklich auf m�ndliche Pl�doyers an der Hauptverhandlung, auf eine �ffentliche Urteilsberatung sowie auf m�ndliche Urteilser�ffnung verzichtet.
Mit Verf�gung vom 9. Dezember 2002 schloss der Instruktionsrichter das Vorbereitungsverfahren in allen vier Verfahren gem�ss den mit seiner Verf�gung vom 24. Juli 2002 angeordneten jeweiligen Verfahrensbeschr�nkungen und erteilte den Parteien die Gelegenheit, sich im Rahmen des mit Verf�gung des Instruktionsrichters vom 24. Juli 2002 beschr�nkten Verfahrensgegenstandes schriftlich zum bisherigen Beweisergebnis sowie zur Sache abschliessend zu �ussern. Davon machten die Munizipalgemeinde Leukerbad mit Eingabe vom 21. Februar 2003 und der Kanton Wallis mit solcher vom 27. Februar 2003 Gebrauch. Die Munizipalgemeinde h�lt dabei sinngem�ss an ihren fr�heren Rechtsbegehren fest; der Kanton Wallis wiederholt nochmals ausdr�cklich seinen Antrag, die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne.
1.1 Die Klage st�tzt sich prim�r auf Art. 42 OG in der fr�heren Fassung vom 19. Juni 1959 (aOG; AS 1959 903) und subsidi�r auf Art. 116 ff. OG. Vorweg ist zu entscheiden, welches Verfahren Anwendung findet.
1.2 Nach Art. 42 Abs. 1 aOG beurteilt das Bundesgericht als einzige Instanz zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen einem Kanton einerseits und Privaten oder Korporationen andererseits, wenn eine Partei es rechtzeitig verlangt und der Streitwert wenigstens Fr. 8'000.-- betr�gt. Bei Klageerhebung und damit im Zeitpunkt der Rechtsh�ngigkeit war Art. 42 aOG noch in Kraft, weshalb die Bestimmung grunds�tzlich anwendbar ist. Unter die betreffenden Streitigkeiten fallen auch Anspr�che gegen den Staat, wenn seine Verantwortlichkeit - wie etwa diejenige von vormundschaftlichen Organen - auf �ffentlichem Recht beruht (Thomas Hugi Yar, in: Geiser/M�nch [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl., Basel/Frankfurt a.M. 1998, � 7 Direktprozesse, Rz. 7.10; BGE 121 III 204 E. 1a; 118 II 206 E. 2c S. 209 f.; 107 Ib 155 E. 1 S. 157). Der Streitwert �bersteigt vorliegend den Betrag von Fr. 8'000.--. Fraglich kann einzig erscheinen, ob die Kl�gerin das Bundesgericht im Sinne von Art. 42 aOG "rechtzeitig" angerufen hat, d.h. bevor f�r den gleichen Streitgegenstand die kantonale Gerichtsbarkeit in Anspruch genommen wurde (vgl. Hugi Yar, a.a.O., Rz. 7.9; BGE 121 III 204 E. 1a; 118 II 206 E. 2b S. 209; 107 Ib 155 E. 1 S. 157). Das Erfordernis der Rechtzeitigkeit der Klageerhebung soll eine Verfahrensvermischung ausschliessen, wenn sowohl die M�glichkeit besteht, die kantonale Gerichtsbarkeit oder durch Direktklage das Bundesgericht anzurufen (vgl. BGE 81 I 266 E. 1 S. 270 f.). Entscheidend ist daf�r nicht allein die Rechtsh�ngigkeit, sondern der Zeitpunkt, in welchem die Parteien an das vor einer kantonalen Gerichtsbeh�rde eingeleitete Verfahren gebunden sind (vgl. BGE 81 I 266 E. 2 S. 271 f. sowie das den Parteien abgegebene Urteil des Bundesgerichts 2C.3/1991, E. 1b).
Die Kl�gerin hat zwecks Unterbrechung der Verj�hrung beim Gemeinderichter von Sitten mehrere Rechtshandlungen, erstmals im Oktober 1999, im Hinblick auf eine Vermittlung vorgenommen, die alle in Nichtvermittlung m�ndeten. Der Beklagte scheint nicht die Unzust�ndigkeit geltend gemacht, sondern sich mit dem Ziel der Nichtvermittlung darauf eingelassen zu haben. Nach �bereinstimmender Aussage beider Parteien an der Instruktionsverhandlung vom 18. Juni 2002 unterbricht die Vers�hnungssitzung nach dem Zivilprozessrecht des Kantons Wallis zwar die Verj�hrung, sie f�hrt aber nicht zur Rechtsh�ngigkeit. Dem entspricht die gesetzliche Ordnung in der - vorliegend anwendbaren - Zivilprozessordnung des Kantons Wallis vom 24. M�rz 1998 (ZPO; in Kraft getreten am 1. Januar 1999). Gem�ss Art. 133 Abs. 2 Bst. d ZPO e contrario ist die fehlende Streith�ngigkeit Prozessvoraussetzung eines Klageverfahrens. Nach Art. 73 ZPO tritt die Streith�ngigkeit, von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen, durch Einreichung einer Klage ein; das Gesuch um Ladung zum Vers�hnungsversuch im dem Klageverfahren vorausgehenden Vermittlungsverfahren (Art. 111 ff. ZPO) bewirkt nach ausdr�cklicher Anordnung von Art. 122 Abs. 1 ZPO keine Streith�ngigkeit. Dass sich sonst wie eine Bindungswirkung f�r die Parteien ergeben w�rde, ist nicht ersichtlich. Der Vermittlungsversuch ist sodann ohnehin fakultativ, wenn, wie dies im vorliegenden Fall zutrifft, das �ffentliche Gemeinwesen oder K�rperschaften als Partei auftreten (Art. 114 Bst. c ZPO). Mit den von der Kl�gerin zur Verj�hrungsunterbrechung angehobenen Vers�hnungsversuchen wurde die kantonale Gerichtsbarkeit somit nicht endg�ltig mit einem Rechtsstreit befasst, weshalb es nicht ausgeschlossen ist, direkt Klage beim Bundesgericht zu erheben.
1.3 Nun ergibt sich die Zust�ndigkeit des Bundesgerichts aber nicht nur aus Art. 42 aOG, sondern auch aus Art. 114bis Abs. 4 aBV bzw. Art. 190 Abs. 2 BV in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 des Walliser Gesetzes vom 10. Mai 1978 �ber die Verantwortlichkeit der �ffentlichen Gemeinwesen und ihrer Amtstr�ger (VG; SGS 170.1). Nach den genannten Verfassungsbestimmungen sind die Kantone mit Genehmigung der Bundesversammlung befugt, Administrativstreitigkeiten, die in ihren Bereich fallen, dem eidgen�ssischen Verwaltungsgericht zur Beurteilung zuzuweisen (vgl. etwa Hugi Yar, a.a.O., Rz. 7.1; Christina Kiss/Heinrich Koller, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung. Kommentar, Z�rich/ Basel/Genf/Lachen 2002, Art. 190 BV, Rz. 6 ff.; Thomas S�gesser, Die Bundesbeh�rden, Bern 2000, S. 513, Rz. 1140). Solche kantonale verwaltungsrechtliche Streitigkeiten sind in dem f�r das Bundesgericht als Beschwerde- oder einzige Instanz der Verwaltungsrechtspflege vorgesehenen Verfahren zu erledigen, soweit die Bundesversammlung nicht anders beschliesst (Art. 121 OG).
Gem�ss Art. 19 Abs. 2 VG beurteilt das Bundesgericht unter anderem Anspr�che Dritter gegen den Staat, die mit dem Verhalten des Staatsrates und des Kantonsgerichtes oder ihrer Mitglieder begr�ndet werden. Diese Bestimmung wurde von der Bundesversammlung am 9. Oktober 1980 genehmigt (BBl 1980 III 711). Da die Kl�gerin die angebliche Amtspflichtverletzung in erster Linie dem Staatsrat zuschreibt, ist Art. 19 Abs. 2 VG anwendbar, und zwar im Sinne einer Kompetenzattraktion auch insoweit, als ebenfalls die Amtspflichtverletzung weiterer Beh�rden geltend gemacht wird; selbst wenn f�r im Verhalten unterer Beh�rden begr�ndeten Schaden grunds�tzlich im Kanton Beschwerde zu f�hren w�re, rechtfertigt sich eine Aufspaltung des Verfahrens wegen des engen Sachzusammenhanges nicht (vgl. BGE 126 II 145 E. 1b/bb S. 150).
1.4 Nach Art. 117 lit. a OG (in der hier anwendbaren Fassung vom 20. Dezember 1968; AS 1969 777) ist die verwaltungsrechtliche Klage an sich ausgeschlossen, wenn die zivilrechtliche Klage nach Art. 41 oder 42 OG offen steht. Demgegen�ber h�lt der Bundesbeschluss vom 9. Oktober 1980 - Art. 121 OG entsprechend - fest, die Klage gem�ss Art. 19 Abs. 2 VG sei im Verfahren der verwaltungsrechtlichen Klage (Art. 116 ff. OG) einzureichen. Das Verh�ltnis der beiden Bestimmungen ist nirgends ausdr�cklich geregelt. Beim Bundesbeschluss vom 9. Oktober 1980 handelt es sich aber um eine Sonderregelung und um j�ngeres Recht. Aufgrund des Spezialit�tsgrundsatzes und des Vorrangs des j�ngeren Rechts geht er daher der �lteren allgemeinen Ordnung des Bundesrechtspflegegesetzes vor. Damit ist die vorliegende Klage als verwaltungsrechtliche Klage nach Art. 116 ff. OG und nicht als zivilrechtliche nach Art. 42 aOG zu behandeln.
Verfahrensrechtlich ergeben sich daraus freilich nur geringe Unterschiede. W�hrend sich das Verfahren nach Art. 42 aOG ohnehin nach den entsprechenden Vorschriften des Bundeszivilprozesses richtet, gelten nach ausdr�cklichem Verweis von Art. 120 OG die einschl�gigen Art. 3-85 BZP sinngem�ss auch f�r dasjenige der verwaltungsrechtlichen Klage. Der einzige Unterschied liegt darin, dass - ebenfalls gem�ss Art. 120 OG - im Verfahren der verwaltungsrechtlichen Klage Art. 105 Abs. 1 OG Anwendung findet; dies bedeutet, dass das Bundesgericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststellen kann und insoweit nicht an die Vorbringen der Parteien gebunden ist, wohingegen gem�ss Art. 36 Abs. 1 BZP Beweis nur �ber bestrittene Tatsachen zu f�hren w�re. In Anwendung von Art. 105 Abs. 1 OG kann das Bundesgericht auch auf Tatsachen abstellen, die sich nach der Klageerhebung ereignet haben. Weitere Auswirkungen k�nnen sich sodann unter Umst�nden bei der Kosten- und Entsch�digungsfrage ergeben.
2. Aktiv- und Passivlegitimation
2.1 Die Legitimation zur Sache (Aktiv- und Passivlegitimation) ist im Zivilprozess wie auch im Verfahren der urspr�nglichen Verwaltungsgerichtsbarkeit keine Prozessvoraussetzung, von der die Zul�ssigkeit der Klage abh�ngen w�rde (BGE 106 Ib 357 E. 3a S. 364); sie geh�rt vielmehr zur materiellen Begr�ndetheit des eingeklagten Anspruchs, weshalb ihr Fehlen zur Abweisung und nicht zur Zur�ckweisung der Klage f�hrt (nicht ver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts A.188/1987 vom 11. Juli 1988, E. 2; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 176; Markus Metz, Der direkte Verwaltungsprozess in der Bundesrechtspflege, Basel/Stuttgart 1980, S. 133 f.).
2.2 Die Kl�gerin macht gest�tzt auf das kantonale Verantwortlichkeitsgesetz einen Schaden geltend. Nach Art. 19 Abs. 2 VG beurteilt das Bundesgericht Anspr�che Dritter gegen den Staat. Gem�ss Art. 1 Abs. 1 Bst. a VG regelt das Verantwortlichkeitsgesetz die Haftung des Staates und der Gemeinden gegen�ber Dritten f�r die Handlungen ihrer Amtstr�ger in Aus�bung ihrer amtlichen T�tigkeit. Analog bestimmt Art. 4 Abs. 1 VG, dass der Staat und die Gemeinden f�r den Schaden haften, den ein Amtstr�ger in Aus�bung seiner amtlichen T�tigkeit einem Dritten widerrechtlich zuf�gt. Der Beklagte schliesst daraus, dass die Gemeinden keine Dritten sein k�nnten, denen ein Haftungsanspruch gegen den Kanton zustehe.
Der Wortlaut von Art. 1 Abs. 1 Bst. a und Art. 4 Abs. 1 VG fasst in der Tat auf Seiten der m�glichen Haftenden und damit potentiell Passivlegitimierten den Staat (Kanton) und die Gemeinden zusammen und stellt sie den m�glichen Anspruchsberechtigten und damit virtuell Aktivlegitimierten gegen�ber. Bereits aus grammatikalischer Sicht erscheint es aber nicht ausgeschlossen, die Gemeinden im Verh�ltnis zum Staat (Kanton) als Dritte zu betrachten: Mit Dritten sind alle Rechtssubjekte gemeint, damit auch Gemeinden, soweit sie Autonomie bzw. eigene Pers�nlichkeit haben. Vom Zweck der Bestimmung her m�ssen sodann verschiedene Fallkonstellationen unterschieden werden: Bei der Haftung des Kantons ist es m�glich, dass die Gemeinden Gesch�digte sind, was offenkundig erscheint, wenn an eine einfache Fallkonstellation wie etwa die Besch�digung von Gemeindeeigentum durch einen kantonalen Angestellten bei der Aus�bung seiner Amtst�tigkeit gedacht wird. Selbstverst�ndlich ist auch die umgekehrte Sachlage m�glich. Es besteht kein Grund, weshalb in einem solchen Fall ein Haftungsanspruch ausgeschlossen sein sollte. Das Bundesgericht hat dies bereits auch bei �hnlichen Konstellationen anerkannt; so hat es namentlich festgehalten, ein staatlicher Bediensteter k�nne Dritter im Sinne eines kantonalen Verantwortlichkeitsgesetzes sein (BGE 128 III 76 E. 1a S. 79; Urteil 2C.1/1999 vom 12. September 2000, E. 2c). Sowohl der kantonale Staatsangestellte als auch eine Gemeinde befinden sich in einem besonderen Rechtsverh�ltnis zum Kanton. Der Beklagte tr�gt dazu freilich vor, die Kl�gerin sei nicht "Inhaberin eines subjektiven Rechts, das sie zum Auftreten erm�chtigen k�nnte, soweit sie eine zu weit gehende "Gew�hrung" der Gemeindeautonomie geltend macht". Der Beklagte beruft sich dabei sinngem�ss darauf, die Gemeindeautonomie enthalte keinen Anspruch auf �berwachung, worum es im vorliegenden Zusammenhang letztlich gehe, werde dem Kanton doch vorgeworfen, nicht rechtzeitig gest�tzt auf seine Aufsichtspflicht eingeschritten zu sein. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Frage der Aktivlegitimation, sondern es geht darum, die rechtlichen Wirkungen des Verh�ltnisses zwischen Kanton und Gemeinde bzw. das Verh�ltnis von Gemeindeautonomie und Aufsichtspflicht bei der Frage der Widerrechtlichkeit auszuloten. Es erscheint nicht von vornherein ausgeschlossen, dass sich aus der Aufsichtspflicht des Kantons auch eine Schutzpflicht und allenfalls sogar ein subjektives Recht der Gemeinde auf Vornahme bestimmter Aufsichtst�tigkeiten durch den Kanton ableitet. F�r die Aktivlegitimation ist dabei einzig entscheidend, dass sich die Kl�gerin auf einen angeblichen Haftungsanspruch beruft, der sich grunds�tzlich aus dem Verantwortlichkeitsgesetz ergeben kann. Ob er besteht, ist unter anderen Gesichtspunkten zu pr�fen. Damit ist es nicht ausgeschlossen, die Munizipalgemeinde Leukerbad gest�tzt auf das Walliser Verantwortlichkeitsgesetz als Kl�gerin gegen den Kanton Wallis zuzulassen.
2.3 Der Beklagte wendet weiter ein, falls er hafte, k�nne es nicht sein, dass er sowohl gegen�ber der Munizipalgemeinde Leukerbad als auch gegen�ber deren Gl�ubigern f�r die gleichen Forderungen einzustehen habe. Dies w�rde n�mlich zu einer Art Solidargl�ubigerschaft f�r dieselben Haftungsanspr�che f�hren und die Gefahr der Doppelzahlung mit sich bringen. Die Kl�gerin vertritt in diesem Zusammenhang die Ansicht, soweit sie die gleichen Haftungsanspr�che geltend mache wie ihre Gl�ubiger, seien diese zurzeit nicht aktivlegitimiert. Im �brigen h�tten die Gl�ubiger noch gar keinen Schaden erlitten, da das Gesetz bei der �berschuldung einer Gemeinde keinen Kapitalverzicht im Sinne einer Dividende vorsehe und - wie das Bundesgericht in seinen Entscheiden zu den Verf�gungen des Beirates festgehalten habe - auch kein Ende des Zinsenlaufes der Gl�ubigerforderungen eintrete.
2.3.1 Gem�ss Art. 2 Abs. 1 SchGG kann die Schuldbetreibung gegen Gemeinden nur auf Pf�ndung oder Pfandverwertung gerichtet sein. Andere Betreibungsformen, namentlich die Betreibung auf Konkurs, sind ausgeschlossen (Art. 2 Abs. 2 SchGG). Verlustscheine werden nicht ausgestellt; jeder an einer Pf�ndung teilnehmende Gl�ubiger erh�lt gegebenenfalls f�r den ungedeckt bleibenden Betrag seiner Forderung einen Ausfallschein, der als Schuldanerkennung im Sinne von Art. 82 SchKG gilt (Art. 2 Abs. 3 SchGG; vgl. zur Schuldbetreibung gegen Gemeinden etwa Fran�ois Bellanger, De l'insolvabilit� r�elle � la faillite virtuelle des communes et autres collectivit�s publiques cantonales, in: Insolvence, d�sendettement et redressement, Etudes en l'honneur de Louis Dall�ves, Basel/Genf/M�nchen 2000, S. 39 ff.; Louis Dall�ves, Probl�mes relatifs � la g�rance des communes surendett�es, in: Pierre-Henri Bolle [Hrsg.], M�langes en l'honneur de Henri-Robert Sch�pbach, Basel/Genf/M�nchen 2000, S. 53 ff.; David Jenny, Basler Kommentar zum Bundesgesetz �ber Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. III, Basel/Genf/M�nchen 1998, S. 3041 ff.; Jacques-H. Meylan, L'insolvabilit� des entit�s publiques autres que l'Etat, in: Rapports suisses pr�sent�s au XVI�me Congr�s international de droit compar�, Ver�ffentlichungen des Schweizerischen Instituts f�r Rechtsvergleichung, Bd. 16/2, Z�rich 2002, S. 579 ff.). Gem�ss BGE 127 III 55 E. 5c S. 63 sind als Konsequenz von Art. 2 Abs. 2 SchGG die Vorschriften �ber das Konkursverfahren bei �berschuldeten Gemeinden nicht anwendbar.
2.3.2 Sowohl bei den Gl�ubigern als auch bei der Munizipalgemeinde stellt sich die Frage, ob und wieweit beide �berhaupt einen Schaden erlitten haben. W�re ein Schaden bei beiden zu bejahen, so erschiene es tats�chlich problematisch, wenn beide gleichzeitig dieselben Schadensposten geltend machen w�rden. Zwar gibt es Gr�nde, die daf�r sprechen, dass diesfalls die Klage der Munizipalgemeinde, bei der sich die �brigen Gl�ubiger bei einem allf�lligen Haftungsanspruch befriedigen k�nnten - was umgekehrt kaum m�glich erscheint -, vorweg zu behandeln w�re. Die Abfolge der Schadensregelung kann hier aber offen bleiben, da alle vier F�lle parallel behandelt und entschieden werden und eine Haftung in allen F�llen abzulehnen ist.
2.4 Nach Art. 36 SchGG hat die Beiratschaft Verantwortlichkeits- und Anfechtungsanspr�che (von unter Beiratschaft gestellten Gemeinden) geltend zu machen, sofern nicht die Aufsichtsbeh�rde dem Verzicht auf die Klage oder einem Vergleich zustimmt. Die Prozessf�hrungsbefugnis liegt somit beim Beirat. Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall erf�llt, nachdem die Klage f�r die Munizipalgemeinde von ihrem Beirat eingereicht worden ist.
2.5 Art. 1 Abs. 1 Bst. a und Art. 4 Abs. 1 VG sehen die Haftung des Staates (Kantons) f�r den Schaden vor, den ein Amtstr�ger in Aus�bung seiner amtlichen T�tigkeit einem Dritten zuf�gt. Diese Haftung ist gem�ss Art. 5 VG origin�rer und ausschliesslicher Art. Als Amtstr�ger gelten nach Art. 3 VG alle Mitglieder und Ersatzmitglieder der Beh�rden und Kommissionen des Kantons und der �ffentlichen Gemeinwesen sowie alle in deren Dienst stehenden Personen, seien sie vollamtlich, nebenamtlich, st�ndig oder vor�bergehend t�tig.
Die Kl�gerin behauptet, einen massgeblichen Schaden erlitten zu haben, welcher auf das Verhalten bzw. das Unt�tigbleiben des Staatsrats oder diesem unterstellter Beh�rden zur�ckzuf�hren sei. Dabei handelt es sich um Amtstr�ger gem�ss Art. 3 VG. Die Kl�gerin macht einen Haftungsanspruch im Sinne des Verantwortlichkeitsgesetzes gegen den Kanton geltend. Dieser ist mithin grunds�tzlich passivlegitimiert.
3. Grunds�tzlicher Schadenseintritt
3.1 Als Schaden wird von der Munizipalgemeinde die Differenz der Verschuldungssituation zwischen dem 19. Juli 1993 (Bericht des Finanzinspektorats �ber die Rechnung 1991 der Gemeinde) und dem 21. Oktober 1998 (Anordnung der kommissarischen Zwangsverwaltung durch den Staatsrat) unter Abzug des zu erwartenden Erl�ses aus den Beteiligungen der Munizipalgemeinde an diversen Gesellschaften sowie aus den diesen Gesellschaften gew�hrten Darlehen geltend gemacht.
3.2 Der behauptete Schaden beruht auf der �berschuldung der Kl�gerin. Sie hat derartige Verbindlichkeiten, dass sie nicht einmal mehr die laufenden Zinsen begleichen, geschweige denn die aufgenommenen Kredite zur�ckzahlen kann. Der Beklagte bestreitet allerdings das Vorliegen eines Schadens. Unabh�ngig davon, ob die Munizipalgemeinde ihre Gelder rechtm�ssig aufgenommen habe oder nicht, habe sich aus deren Verwendung ein Gegenwert (Investitionen) ergeben, weshalb die Gemeinde keinen Schaden erlitten habe.
3.3 Die Kl�gerin hat sich �ber Jahre, insbesondere von 1991 bis 1998, erheblich verschuldet (vgl. den Sachverhalt Bst. B.). Dies f�hrte schliesslich dazu, dass sie ihren Verbindlichkeiten den Gl�ubigern gegen�ber nicht mehr nachzukommen vermochte. Die Gemeinde verf�gt freilich nicht nur �ber Passiven, sondern als Ergebnis ihrer Investitionst�tigkeit grunds�tzlich weiterhin auch �ber Aktiven. Deren Werthaltigkeit erscheint allerdings fraglich, und es ist umstritten, ob der allf�llige Wertverlust einen massgeblichen Schaden darstellt.
3.4 Bedeutung k�nnte dabei der Unterscheidung von Verwaltungs- und Finanzverm�gen zukommen. Nach Art. 9 SchGG stellen die Verm�genswerte eines Gemeinwesens, die unmittelbar der Erf�llung seiner �ffentlichen Aufgaben dienen, sein Verwaltungsverm�gen dar und k�nnen auch mit seiner Zustimmung weder gepf�ndet noch verwertet werden, solange sie �ffentlichen Zwecken dienen (Abs. 1). Steuerforderungen d�rfen weder gepf�ndet noch verwertet werden (Abs. 2). Die von der Kl�gerin verfolgte Politik, �ffentlichen Interessen dienende Betriebe wie das Parkhaus oder die Sportarena in eigene Gesellschaften auszugliedern, brachte einen Ausbau des Finanzverm�gens mit sich mit der Wirkung, dass die Gl�ubiger der Gemeinde grunds�tzlich auf die entsprechenden Beteiligungen greifen k�nnten. Allerdings sind diese Gesellschaften grossenteils auch in Liquidation geraten. So hat die Munizipalgemeinde bisher aufgrund ihrer jeweiligen Beteiligung drei Verlustscheine erhalten aus der Liquidation der Parkhaus Leukerbad AG, der St. Laurent Alpentherme 51� AG sowie der Hotel- und B�dergesellschaft AG im Gesamtbetrag von rund 54,5 Millionen Fr. Diese Verluste sind ausgewiesen und haben die Werthaltigkeit der Beteiligungen deutlich geschm�lert. Ob darin ein massgeblicher Schaden liegt, kann aber dahingestellt bleiben.
4. Verj�hrung
Der Beklagte beruft sich auf Verj�hrung. Die Kl�gerin will diese mit mehreren Rechtshandlungen beim Gemeinderichter von Sitten unterbrochen haben.
4.1 Nach Art. 8 VG verj�hrt der Anspruch auf Schadenersatz in einem Jahr von dem Tag an, wo der Gesch�digte Kenntnis vom Schaden und vom ersatzpflichtigen Gemeinwesen erlangt hat, jedenfalls aber mit dem Ablauf von zehn Jahren, vom Tage der sch�digenden Handlung an gerechnet (Abs. 1). Wird jedoch die Klage aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, f�r die das Strafrecht eine l�ngere Verj�hrung vorschreibt, so gilt diese auch f�r die Schadenersatzklage (Abs. 2).
Keine Partei beruft sich auf die Verj�hrungsregel von Art. 8 Abs. 2 VG. Damit ist von der Regelung von Art. 8 Abs. 1 VG auszugehen, wonach der allf�llige Schadenersatzanspruch relativ nach einem Jahr und absolut nach zehn Jahren verj�hrt. Gem�ss Art. 18 VG finden die Vorschriften des schweizerischen Obligationenrechts als erg�nzendes kantonales Recht Anwendung, wo das Verantwortlichkeitsgesetz keine Regelung enth�lt. Damit ist unter anderem Art. 135 OR anwendbar, welcher die Unterbrechung der Verj�hrung ordnet. Danach wird die Verj�hrung insbesondere unterbrochen durch Schuldbetreibung, durch Klage oder Einrede vor einem Gerichte oder Schiedsgericht sowie durch Eingabe im Konkurse und Ladung zu einem amtlichen S�hneversuch.
Nach �bereinstimmender Aussage beider Parteien an der Instruktionsverhandlung vom 18. Juni 2002 unterbricht die Vers�hnungssitzung nach dem Zivilprozessrecht des Kantons Wallis, insbesondere nach Art. 111 ff. ZPO, die Verj�hrung, und es ist auch nicht ersichtlich, weshalb dies nicht zutreffen sollte.
4.2 Da die Kl�gerin ihren behaupteten Schadenersatzanspruch fr�hestens darauf zur�ckf�hrt, die kantonalen Beh�rden h�tten auf den Bericht des Finanzinspektorats vom Juli 1993 nicht reagiert, war im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Jahre 2000 die zehnj�hrige Frist der absoluten Verj�hrung noch nicht abgelaufen.
F�r den Beginn des Laufes der einj�hrigen Frist der relativen Verj�hrung kommt es demgegen�ber auf den Zeitpunkt an, in dem die Kl�gerin Kenntnis vom angeblichen Schaden und vom ersatzpflichtigen Gemeinwesen erhalten hat. Was den behaupteten Schaden betrifft, so h�ngt die Bestimmung des massgeblichen Zeitpunktes vom Schadenseintritt ab, der hier weitgehend offen bleibt (vgl. E. 3). W�hrend die Kl�gerin grunds�tzlich schon seit einiger Zeit Kenntnis von ihrer eigenen �berschuldung haben musste, trifft dies jedoch nicht f�r die Ausf�lle wie die Verluste aus ihren Beteiligungen zu, die sie deswegen erlitten hat. Zum Teil sind die entsprechenden Konkursverfahren �berdies noch gar nicht abgeschlossen. Entscheidend ist indessen ohnehin, dass die Munizipalgemeinde erst fr�hestens mit dem Bericht der Gesch�ftspr�fungskommission des Grossen Rates des Kantons Wallis vom Februar 1999 von den wesentlichen Zusammenh�ngen und insbesondere von einer allf�lligen Verletzung der Aufsichtspflicht durch die kantonalen Beh�rden, welche die Grundlage der Schadenersatzklage abgeben sollen, Kenntnis erhielt. Erst diesem Bericht konnte sie mit der erforderlichen Sicherheit entnehmen, wor�ber die einzelnen kantonalen Beh�rden von wann an Kenntnis hatten. Bereits am 25. Oktober 1999 und dann erneut am 25. Oktober 2000 hat die Munizipalgemeinde durch ihren Beirat bzw. dem von diesem beauftragten Rechtsvertreter die Vorladung zur Vers�hnungsverhandlung vor dem Gemeinderichter von Sitten verlangt. Die Vorladung selber erging am 18. November 1999 bzw. 13./27. November 2000; die S�hnesitzungen fanden am 6. Dezember 1999 bzw. 14. Dezember 2000 statt. Am 22. Dezember 2000 erhob die Munizipalgemeinde ihre Klage beim Bundesgericht. Die einj�hrige Verj�hrungsfrist erweist sich damit als gewahrt.
4.3 Daran �ndert, entgegen der Ansicht des Beklagten, die Verj�hrungsregel von Art. 67 Abs. 1 OR nichts. Auch insoweit, als der Haftungsanspruch der Kl�gerin auf Forderungen aus ungerechtfertigter Bereicherung zur�ckzuf�hren w�re, sind f�r den Schadenersatzanspruch die Verj�hrungsbestimmungen des Haftungsrechts und nicht diejenigen von Art. 67 Abs. 1 OR massgeblich. Im �brigen hat die dazu einzig berechtigte Munizipalgemeinde die bereicherungsrechtliche Verj�hrungseinrede gegen�ber ihren Gl�ubigern nie erhoben. Soweit darin eine Verletzung ihrer Schadenminderungspflicht liegen sollte, w�re dies beim Selbstverschulden bzw. bei der Schadensbemessung zu ber�cksichtigen, verm�chte aber nicht die Verj�hrung der Bereicherungsforderung und damit den Wegfall des daraus abgeleiteten Haftungsanspruchs zu bewirken.
5. Grunds�tze der Staatshaftung
Art. 61 OR sieht vor, dass der Bund und die Kantone auf dem Weg der Gesetzgebung f�r den Bereich der Staatshaftung (Haftung f�r Schaden aus staatlicher T�tigkeit) vom Obligationenrecht abweichende Bestimmungen erlassen k�nnen. Gem�ss Art. 21 Abs. 1 KV haften der Staat, die Gemeinden und die mit Rechtspers�nlichkeit ausgestatteten Gemeindeverb�nde des �ffentlichen Rechts gegen�ber Dritten f�r die Handlungen ihrer Agenten. Nach Art. 4 VG haften der Staat und die Gemeinden f�r den Schaden, den ein Amtstr�ger in Aus�bung seiner amtlichen T�tigkeit einem Dritten widerrechtlich zuf�gt. Es gilt die origin�re (prim�re) und ausschliessliche Haftung des Gemeinwesens, d.h. der Amtstr�ger ist gegen�ber Dritten nicht pers�nlich zu Schadenersatz verpflichtet (Art. 5 VG). Die Vorschriften des Schweizerischen Obligationenrechts gelangen erg�nzend zur Anwendung (Art. 18 VG).
5.1 Vorausgesetzt wird widerrechtliches Handeln oder Unterlassen. Ein Verschulden ist hingegen nicht erforderlich. Widerrechtlich ist die Schadenzuf�gung dann, wenn die amtliche T�tigkeit des Beamten gegen Gebote oder Verbote der Rechtsordnung verst�sst, die dem Schutz des verletzten Rechtsgutes dienen. Die Rechtsprechung hat auch die Verletzung von allgemeinen Rechtsgrunds�tzen als widerrechtlich bezeichnet (vgl. BGE 118 Ib 473 E. 2b, mit Hinweisen). Ein Verstoss kann sodann in der �berschreitung oder im Missbrauch des dem Beamten durch Gesetz einger�umten Ermessens liegen; erforderlich ist daf�r aber regelm�ssig ein eigentlicher Ermessensfehler (vgl. BGE 116 Ib 193 E. 2b S. 196).
5.1.1 Haftpflichtrechtlich massgebliche Widerrechtlichkeit setzt die Verletzung eines von der Rechtsordnung gesch�tzten Gutes, eines Rechtsgutes voraus, sei es, dass ein absolutes Recht des Gesch�digten verletzt (Erfolgsunrecht), sei es, dass eine reine Verm�genssch�digung durch Verstoss gegen eine einschl�gige Schutznorm bewirkt wird (Verhaltensunrecht). Vorbehalten bleiben in jedem Fall Rechtfertigungsgr�nde. Das Verm�gen als solches ist kein Rechtsgut, seine Sch�digung f�r sich allein somit nicht widerrechtlich. Verm�genssch�digungen ohne Rechtsgutsverletzung sind daher an und f�r sich nicht rechtswidrig; sie sind es nur, wenn sie auf ein Verhalten zur�ckgehen, das von der Rechtsordnung als solches, d.h. unabh�ngig von seiner Wirkung auf das Verm�gen, verp�nt wird. Vorausgesetzt wird, dass die verletzten Verhaltensnormen zum Schutz vor diesen Sch�digungen dienen (vgl. BGE 123 II 577 E. 4d-f S. 581 ff.; 118 Ib 473 E. 2b; je mit Hinweisen; Jost Gross, Staats- und Beamtenhaftung, in: M�nch/Geiser [Hrsg.], Schaden-Haftung-Versicherung, Handb�cher f�r die Anwaltspraxis, Bd. V, Basel/Genf/M�nchen 1999, Rz. 3.41; Tobias Jaag, Staatshaftung nach dem Entwurf f�r die Revision und Vereinheitlichung des Haftpflichtrechts, in ZSR 122 II/2003, S. 59 ff.).
5.1.2 Das gesetzlich geforderte Verhalten kann aus einem Tun oder einem Unterlassen bestehen. Wer allerdings eine Handlung unterl�sst, zu der er nach der Rechtsordnung nicht verpflichtet ist, verst�sst nicht gegen diese und handelt nicht rechtswidrig. Eine allgemeine Rechtspflicht, im Interesse anderer t�tig zu werden, besteht nicht. Vielmehr ist auch die Handlungspflicht nur dann haftpflichtrechtlich von Bedeutung, wenn sie das Interesse des Gesch�digten verfolgt und sich aus einer Schutzvorschrift zu dessen Gunsten ergibt. Widerrechtliche Unterlassung setzt damit eine Garantenstellung f�r den Gesch�digten voraus (vgl. BGE 123 II 577 E. 4d/ff S. 583; 118 Ib 473 E. 2b; je mit Hinweisen; Jaag, a.a.O., S. 44 f.).
Da das Verm�gen als solches nicht wie ein absolutes Recht gesch�tzt ist, kann eine Verm�genssch�digung durch staatliches Handeln - oder Unterlassen - eine Haftpflicht des Staates nur ausl�sen, wenn dieses Handeln Verhaltensunrecht darstellt (BGE 118 Ib 473 E. 2c S. 477). Insoweit Amtspflichtwidrigkeit einem objektivierten Verschulden nahe kommt, wird die an sich kausale, d.h. verschuldensunabh�ngige Staatshaftung mitunter auch als objektivierte Verschuldenshaftung bezeichnet (vgl. etwa Jost Gross, Schweizerisches Staatshaftungsrecht: Stand und Entwicklungstendenzen, 2. Aufl. Bern 2001, S. 163 ff.).
5.1.3 Die Vernachl�ssigung von Aufsichtspflichten kann eine massgebliche Amtspflichtwidrigkeit darstellen (Jaag, a.a.O., S. 44 und 61). Dabei ist die prim�re Staatshaftung grunds�tzlich als Organisationshaftung zu verstehen (Gross, a.a.O., 2001, S. 4 f., 251 ff.; Ders., a.a.O., AJP 2002 S. 751 f.; Ders., a.a.O., 1999, Rz. 3.52). Sie kn�pft nicht ausschliesslich an ein individuelles Fehlverhalten staatlicher Organisationstr�ger an, sondern rechnet die Nicht-Erf�llung der Amtspflicht dem verantwortlichen Gemeinwesen als Ganzem zu. Liegt ein Versagen auf unterer Stufe vor, ist daher unwesentlich, ob die h�here Stufe davon Kenntnis hat oder nicht. Unerl�sslich bleibt aber, dass eine Pflicht zum Einschreiten besteht, sei es unmittelbar gegen�ber der zu beaufsichtigenden Organisationseinheit durch die daf�r zust�ndige Beh�rde, sei es durch Information derselben durch eine andere Instanz �ber den Sachverhalt, der ein Einschreiten erfordert.
5.1.4 Schliesslich muss beachtet werden, dass nach der Rechtsprechung eine haftungsbegr�ndende Widerrechtlichkeit nicht bereits bei jeder Amtspflichtverletzung, sondern erst dann vorliegt, wenn eine f�r die Aus�bung der hoheitlichen (amtlichen) Funktion wesentliche Amtspflicht verletzt worden ist (vgl. BGE 123 II 577 E. 4d/dd S. 582; 118 Ib 163; je mit Hinweisen). Der Beklagte will die Haftung nach Art. 4 Abs. 1 VG sogar auf schwerwiegende Pflichtverletzungen beschr�nken und leitet dies vor allem aus Art. 4 Abs. 2 und 3 VG ab. Danach haftet das Gemeinwesen bei einem Entscheid, der im Rechtsmittelverfahren ge�ndert wird, nur, wenn dieser offensichtlich willk�rlich gewesen ist (Art. 4 Abs. 2 VG), und besteht f�r den Schaden aus falscher Auskunft eine Haftung nur bei Vorsatz oder grober Fahrl�ssigkeit (Art. 4 Abs. 3 VG). Diese beiden Bestimmungen regeln somit Sonderf�lle, in denen es sich rechtfertigt, strengere Voraussetzungen f�r eine Verantwortlichkeit des Kantons anzunehmen. Entgegen der Ansicht des Beklagten l�sst sich aus ihnen nicht ableiten, auch die gew�hnliche Haftung setze eine schwerwiegende Pflichtverletzung voraus; im Gegenteil muss aus der Sonderregelung geschlossen werden, dass im Normalfall gerade etwas anderes gilt. Das �ndert freilich nichts daran, dass jedenfalls eine f�r die fragliche Funktion wesentliche Pflichtverletzung vorliegen muss.
5.2 Weiter ist nach den Grunds�tzen des allgemeinen Haftungsrechts erforderlich, dass zwischen der pflichtwidrigen Unt�tigkeit der staatlichen Organe und dem geltend gemachten Schaden ein ad�quater Kausalzusammenhang bzw. Widerrechtlichkeitszusammenhang besteht (Gross, a.a.O., 2001, S. 193 ff.; Ders., a.a.O., 1999, Rz. 3.42 f. und 3.61; Jaag, a.a.O., S. 43 f.). Ein solcher ist dann rechtlich erheblich, wenn das Verhalten des Sch�digers nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der Erfahrung des Lebens an sich geeignet war, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuf�hren (BGE 123 III 112 E. 3a). Bei Unterlassung muss so genannte hypothetische Kausalit�t vorliegen, d.h. es ist zu pr�fen, ob pflichtgem�sses Handeln den Schadenseintritt verhindert h�tte (BGE 115 II 440, 448). Der Kausalzusammenhang kann durch ein anderes, �berwiegend kausales Ereignis unterbrochen werden. Dazu z�hlt auch ein �berwiegendes Selbstverschulden des Gesch�digten oder ein entsprechendes Drittverschulden (vgl. BGE 123 II 577 E. 6 S. 587, mit Hinweisen; vgl. Art. 44 Abs. 1 OR; Jaag, a.a.O., S. 74 f.). Ein Selbstverschulden, das nicht �berwiegt, den Kausalzusammenhang somit nicht unterbricht, kann - in analoger Anwendung von Art. 44 Abs. 1 OR - zur K�rzung eines allf�lligen Schadenersatzanspruchs f�hren.
6. Widerrechtlichkeit: Garantenstellung des Beklagten
Die Klage beruht auf der Grundlage, der Kanton Wallis habe seine Aufsichtspflicht gegen�ber der Munizipal- und Burgergemeinde Leukerbad verletzt; er h�tte rechtzeitig einschreiten m�ssen, um zu verhindern, dass die Gemeindefinanzen v�llig aus dem Gleichgewicht gerieten bzw. Zahlungsunf�higkeit der beiden Gemeinden entstand. Geltend gemacht wird damit eine Haftung aus amtspflichtwidrigem Unterlassen. Eine solche setzt nach dem Dargelegten voraus, dass den kantonalen Organen - auf welcher Stufe auch immer - die Amtspflicht oblag, gegen�ber den fraglichen Gemeinden t�tig zu werden bzw. die f�r ein solches T�tigwerden zust�ndige Beh�rde rechtzeitig �ber den Sachverhalt zu informieren, der ein solches Einschreiten erforderte. Notwendig ist aber auch, dass die entsprechende Amtspflicht zum Zweck hat, das Interesse der Kl�gerin zu verfolgen und sich aus einer Schutzvorschrift zu deren Gunsten ergibt. Vorausgesetzt wird damit eine Garantenstellung des Beklagten f�r die Kl�gerin.
6.1 Zun�chst ist zu pr�fen, welche Regeln sich im Hinblick auf eine allf�llige Aufsichtspflicht und Garantenstellung des Kantons Wallis gegen�ber seinen Gemeinden aus dem Verfassungsrecht ergeben.
6.1.1 Das Bundesverfassungsrecht garantiert die Existenz der Gemeinden nicht. Die neue Bundesverfassung bestimmt nunmehr immerhin ausdr�cklich, dass die Gemeindeautonomie nach Massgabe des kantonalen Rechts gew�hrleistet ist (Art. 50 Abs. 1 BV; Regula K�gi-Diener, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, Z�rich/Basel/ Genf/Lachen 2002, Art. 50, Rz. 5 ff.; Hansj�rg Seiler, Gemeinden im schweizerischen Staatsrecht, in: Th�rer/Aubert/M�ller [Hrsg.], Verfassungsrecht der Schweiz, Z�rich 2001, � 31, Rz. 39). Es sind also die Kantone, die in ihrer Gesetzgebung die Gemeinden und deren Organisation und Zust�ndigkeiten regeln. Soweit den Gemeinden aber Autonomie gew�hrt wird, k�nnen die kantonalen Beh�rden bzw. der Kanton grunds�tzlich nicht ohne weiteres f�r die Verwaltung der Gemeinden und f�r die widerrechtlichen Handlungen der kommunalen Organe verantwortlich sein. Eine solche Verantwortlichkeit kommt nur in Frage, wenn die kantonalen Organe ihnen selbst obliegende gesetzlich verankerte Amtspflichten verletzt haben. Immerhin setzt die Gemeindeautonomie auch eine gewisse Aufsicht der Kantone �ber die Gemeinden voraus. Wie weit diese geht, ist Sache des kantonalen Rechts, welches auch bestimmt, ob der Kanton in jedem Fall von Amtes wegen einzuschreiten hat oder nur dann, wenn in erkennbarer Weise eine bestimmte Schwere der Rechtsverletzung erreicht ist, oder allenfalls sogar nur dann, wenn er in einem daf�r vorgesehenen Verfahren angerufen wird.
6.1.2 Nach Art. 69 KV ordnen die Gemeinden ihre Angelegenheiten innerhalb der Schranken der Verfassung und der Gesetze selbst�ndig. Gem�ss Art. 70 KV �ben sie ihre T�tigkeit so aus, dass sie mit dem Gemeinwohl und dem Interesse der �brigen Gemeinwesen vereinbar ist, wobei das Gemeindeverm�gen zweckm�ssig verwendet und sorgf�ltig verwaltet werden muss (Art. 70 Abs. 3 KV). Nach Art. 75 Abs. 1 KV sind die Gemeinden innerhalb der Schranken von Art. 69 KV der Aufsicht des Staatsrates unterstellt; das Gesetz bestimmt die Art und Weise dieser Aufsicht; sofern die Verfassung und das Gesetz nicht ausdr�cklich etwas Gegenteiliges vorsehen, beschr�nkt sich die �berpr�fungsbefugnis des Staatsrates auf die Gesetzm�ssigkeit. Nach Art. 75 Abs. 2-4 KV m�ssen diverse Gesch�fte, worunter Darlehen, vom Staatsrat genehmigt werden, wobei das Gesetz das Genehmigungsverfahren regelt.
Die Kantonsverfassung sieht demnach die Aufsicht �ber die Gemeinden vor, verweist aber die Regelung von Art und Umfang auf Gesetzesstufe. Als Grundsatz kann immerhin gelten, dass dem Kanton eine Kontrolle auf Gesetzm�ssigkeit zusteht, eine Ermessenskontrolle lediglich dort, wo dies ausdr�cklich vorgesehen ist.
6.2 Auf Gesetzesstufe finden sich zun�chst im Bundesrecht Vorschriften der kantonalen Finanzaufsicht gegen�ber den Gemeinden.
6.2.1 Gem�ss dem Bundesgesetz �ber die Schuldbetreibung gegen Gemeinden und andere K�rperschaften des kantonalen �ffentlichen Rechts (SchGG) ist die Zwangsvollstreckung gegen�ber Gemeinden insbesondere bez�glich des Verwaltungsverm�gens erschwert oder ausgeschlossen (vgl. insbes. Art. 1 f. und 6 ff. SchGG). Eine Gesamtliquidation in einem konkursartigen Verfahren gibt es nicht, da der Weiterbestand der Gemeinde und die Erf�llung der ihr �bertragenen �ffentlichen Aufgaben nicht durch Aufl�sung derselben in Frage gestellt werden k�nnen. Als Ausgleich dazu hat die Aufsichtsbeh�rde (kantonale obere Betreibungsaufsichtsbeh�rde, vgl. Art. 4 Abs. 4 SchGG) auf Verlangen eines Antragsberechtigten die Beiratschaft (Art. 28 ff. SchGG) anzuordnen, wenn ein vom Gesetz erfasstes Gemeinwesen, namentlich eine Gemeinde (vgl. Art. 1 SchGG), sich zahlungsunf�hig erkl�rt oder voraussichtlich w�hrend l�ngerer Zeit nicht in der Lage sein wird, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, und wenn gleichwohl eine administrative Zwangsverwaltung des kantonalen Rechts in angemessener Frist nicht angeordnet wird oder diese sich als ungen�gend erweist (Art. 28 Abs. 1 SchGG). Dabei gehen namentlich die Kompetenzen der ordentlichen Verwaltungsorgane und ihrer Verwaltungsaufsichtsbeh�rden bez�glich der finanziellen Gesch�ftsf�hrung auf den Beirat �ber (vgl. Art. 39 SchGG). Der Beirat kann weitgehende Massnahmen treffen bis hin zur Erh�hung der bestehenden Steuern und Abgaben (vgl. Art. 34 ff., insbes. Art. 37 SchGG).
6.2.2 Die besonderen bundesrechtlichen Betreibungsvorschriften f�r Gemeinden bezwecken - nebst einem gewissen Gl�ubigerschutz - in erster Linie die Erhaltung des Landes- und Gemeindekredits, d.h. der Kreditw�rdigkeit der Gemeinwesen. Aus diesem Grunde wurde auch auf Institute verzichtet, welche die Gl�ubigerrechte erheblich schm�lern k�nnen (BGE 127 III 59 E. 4a und 61 E. 5a und b), und eine Bundesl�sung gew�hlt (Nachtragsbotschaft des Bundesrates vom 27. Dezember 1944 zum Entwurf eines Bundesgesetzes �ber die Zwangsvollstreckung und die Gl�ubigergemeinschaft bei Gemeinden und andern Schuldnern des kantonalen �ffentlichen Rechts, in BBl 1945 I 1, S. 2 ff.). Nicht vorgesehen ist jedoch eine Haftung des Kantons f�r die Verbindlichkeiten der Gemeinden, worauf der Bundesrat in seiner Botschaft zum Gesetz sogar ausdr�cklich hingewiesen hat (BBl 1945 I 13; vgl. auch Meylan, a.a.O., S. 579 f.).
6.3 Auf kantonaler Ebene gibt es mehrere gesetzliche Bestimmungen des Kantons Wallis, welche die Aufsicht des Kantons �ber seine Gemeinden regeln.
6.3.1 Die wesentlichen Bestimmungen zur Gemeindeaufsicht finden sich im Gesetz vom 13. November 1980 �ber die Gemeindeordnung (GOG; SGS 175.1).
6.3.1.1 Gem�ss Art. 2 GOG sind die �ffentlichrechtlichen K�rperschaften in allen ihren Aufgaben, die sie von sich aus im �ffentlichen Interesse unternehmen, sowie f�r alle �bertragenen Aufgaben innerhalb der gesetzlichen Schranken selbst�ndig. Art. 16 GOG enth�lt - in Umsetzung von Art. 75 Abs. 3 KV - besondere Vorschriften f�r die Finanzpolitik der Gemeinden. Nach Art. 16 Abs. 1 lit. c-e GOG unterliegen namentlich der Beschlussfassung durch die Urversammlung:
- die Aufnahme von Darlehen, deren Betrag 10 % der Brutto-Einnahmen des letzten Verwaltungsjahres �bersteigt, mit Ausnahme der Konsolidierung des Saldos bestehender Darlehen,
- die Gew�hrung von Darlehen, die nicht gen�gend sichergestellt sind und die 1 % der Brutto-Einnahmen des letzten Verwaltungsjahres �bersteigen,
- die B�rgschaften und analoge Garantien zu Lasten der Gemeinde, deren Betrag 5 % der Brutto-Einnahmen des letzten Verwaltungsjahres �bersteigt.
Die in den beiden ersten Bestimmungen geregelten Verpflichtungen (gem�ss Art. 16 Abs. 1 lit. c und d GOG) unterliegen dar�ber hinaus der Genehmigungspflicht durch den Staatsrat (Art. 123 lit. b und e GOG). Die Genehmigung durch den Staatsrat ist Voraussetzung f�r das Inkrafttreten allf�lliger Darlehensaufnahmen (Art. 17 GOG). Zu den rechtlichen Sanktionen bei allf�lligem Kreditbezug trotz Fehlens der erforderlichen Genehmigungen �ussert sich das Gesetz nicht.
6.3.1.2 Nach Art. 121 Abs. 1 GOG sind die �ffentlichrechtlichen K�rperschaften der Aufsicht des Staates unterstellt, der dar�ber wacht, dass sie sich verfassungs- und gesetzesgem�ss verwalten. Gem�ss Art. 122 GOG wird die Aufsicht durch den Staatsrat selbst oder, wenn das Gesetz es vorsieht, durch das mit der Aufsicht �ber die Gemeinden betraute Departement, durch andere Departemente (vgl. zu den Zust�ndigkeiten der Departemente auch Art. 125 GOG) oder durch den Regierungsstatthalter (vgl. zu den Zust�ndigkeiten des Regierungsstatthalters auch Art. 126 GOG) ausge�bt.
Gem�ss Art. 127 GOG kann der Staatsrat nach wenigstens einer Mahnung die notwendigen Massnahmen treffen oder einen Dritten an Stelle und auf Kosten der s�umigen K�rperschaft mit der Ausf�hrung einer Aufgabe beauftragen, wenn die Beh�rde einer �ffentlichrechtlichen K�rperschaft die Erf�llung einer vom Gesetz zwingend vorgeschriebenen Aufgabe oder Handlung vers�umt. Nach Art. 128 GOG stellt der Staatsrat, nach vorausgegangener Untersuchung und Verwarnung, die �ffentlichrechtlichen K�rperschaften, die beharrlich ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und sich den Anordnungen der Regierung widersetzen oder ihr finanzielles Gleichgewicht oder Verm�gen erheblich gef�hrden, ganz oder teilweise unter staatliche Verwaltung (Zwangsverwaltung); zu diesem Zweck bezeichnet er den oder die Kommiss�re oder eine Dienststelle des Staates und setzt deren Befugnisse auf dem Beschlussweg fest.
6.3.1.3 Die gesetzliche Regelung und die entsprechenden M�glichkeiten der Gemeindeaufsicht im Kanton Wallis sind vom Wortlaut her eher knapp ausgestaltet. Eingriffsm�glichkeiten bestehen lediglich dann, wenn eine vom Gesetz zwingend vorgeschriebene Aufgabe oder Handlung vers�umt wird oder wenn eine Gemeinde ihren Verpflichtungen beharrlich nicht nachkommt oder ihr finanzielles Gleichgewicht oder Verm�gen erheblich gef�hrdet. Wie der Beklagte - unter Einreichung der entsprechenden Ratsprotokolle - belegt, wurde bei Erlass der gesetzlichen Regelung grosses Gewicht auf die Gemeindeautonomie gelegt, was auch der Zeuge Franz K�nig mit Nachdruck best�tigte. Die Walliser Gemeinden sollen demnach �ber einen weit reichenden Handlungsspielraum verf�gen, was bedingt, dass sich der Kanton bei seinen aufsichtsrechtlichen Eingriffen m�glichst zur�ckh�lt. Namentlich in finanzieller Hinsicht kommt den Gemeinden eine weitgehende Autonomie zu. Der Kanton hat zwar ausdr�cklich das finanzielle Gleichgewicht zu beaufsichtigen; weder das Budget noch die Jahresrechnungen noch die Bilanzen sind aber durch den Kanton zu genehmigen; ein Eingreifen des Kantons ist nur bei der zweiten R�ckweisung des Voranschlags oder der Rechnung durch das zust�ndige Gemeindeorgan vorgesehen (Art. 30 Abs. 4 GOG); auch gibt es nach Walliser Recht keine Obergrenze f�r die Verschuldung einer Gemeinde.
6.3.2 Sodann enthalten auch das Gesetz vom 24. Juni 1980 �ber die Gesch�ftsf�hrung und den Finanzhaushalt des Kantons und deren Kontrolle (FHG; SGS 611.1) und das Steuergesetz vom 10. M�rz 1976 (StG; SGS 642.1) Aufsichtsregeln.
6.3.2.1 Zwar bezieht sich das Finanzhaushaltsgesetz bestimmungsgem�ss prim�r auf die Finanzverwaltung des Kantons, es regelt aber auch andere Organisationseinheiten wie die Gemeinden, denen der Staat eine �ffentliche Aufgabe �bertragen hat und an denen er finanziell beteiligt ist (Art. 35 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 1 Abs. 2 FHG), wobei freilich die Gemeindeautonomie ausdr�cklich vorbehalten bleibt. Das Gesetz sieht eine staatliche Aufsicht �ber die Gesch�ftsf�hrung vor (vgl. Art. 35 ff. FHG), welche in der �berpr�fung der richtigen Anwendung der Grunds�tze der Gesch�ftsf�hrung, d.h. der Gesetzm�ssigkeit, der Verh�ltnism�ssigkeit, der Leistungsf�higkeit und der Zweckm�ssigkeit besteht (vgl. Art. 36 Abs. 1 FHG). Geregelt ist auch die Finanzkontrolle, welche die Pr�fung der korrekten F�hrung des Finanzhaushalts gem�ss den entsprechenden Grunds�tzen (vgl. Art. 3 FHG) bezweckt (Art. 37 FHG). Zust�ndig f�r die Finanzkontrolle ist das kantonale Finanzinspektorat (Art. 44 ff. FHG), welches schriftlich Bericht an den Pr�sidenten der grossr�tlichen Finanzkommission und an den Staatsrat zu erstatten hat (Art. 50 FHG); das Finanzinspektorat kann Beanstandungen anbringen und der vorgesetzten Stelle Weisungen beantragen (Art. 50 Abs. 3 FHG).
6.3.2.2 Weiter sieht Art. 233 StG eine periodische B�cherkontrolle bei den Gemeinden durch das Finanzdepartement vor. Zwecks Erleichterung dieser Kontrolle und um die Aufgabe der Gemeinde zu vereinfachen, kann das Finanzdepartement den Gemeinden ein den Verh�ltnissen entsprechendes Buchhaltungssystem auferlegen (Art. 234 StG).
6.3.2.3 Gem�ss Art. 6 der Verordnung vom 23. September 1992 zum interkommunalen Finanzausgleich (SGS 613.100) �bernimmt das kantonale Finanzinspektorat schliesslich die Kontrolle der Gemeinderechnungen, wie dies im Steuer- und Finanzhaushaltgesetz vorgesehen ist.
6.3.2.4 Das Finanzhaushaltgesetz gilt in erster Linie f�r den Kanton und dessen Verwaltung selber; im Hinblick auf andere Organisationseinheiten bezweckt es im Wesentlichen den Schutz des Staatsverm�gens und die �konomische Verwendung von Staatsgeldern (Subventionen, Darlehen usw.), die anderen Organisationseinheiten wie den Gemeinden zur Verf�gung gestellt werden. Das geht daraus hervor, dass sich die kantonale Finanzaufsicht prim�r auf Kontrollaufgaben erstreckt, bei der es um die Verwendung kantonaler Mittel geht, insbesondere von Subventionen und Beitr�gen des Finanzausgleichs. Ableiten l�sst sich daraus allenfalls auch eine Schutzwirkung zugunsten anderer Gemeinden, die dem Finanzausgleich unterstehen.
Das Finanzinspektorat, eine von der Kantonsverwaltung unabh�ngige Beh�rde, beschr�nkte seine T�tigkeit bisher weitgehend darauf, zu �berpr�fen, ob die Subventionen korrekt (zweckgerichtet) verwendet wurden, ob das Steuergesetz richtig angewendet wurde, ob die Rechnungselemente, die f�r den Finanzausgleich n�tig sind, Ber�cksichtigung fanden und ob die Steuerpflichtigen rechtsgleich behandelt werden.
6.4 Die Vorschriften der Gemeindeaufsicht dienen in einem allgemeinen Sinn dem �ffentlichen Interesse. Zun�chst erm�glichen sie dem Kanton, seine Aufgaben, namentlich wo daf�r die Mitwirkung der Gemeinden erforderlich ist, zu erf�llen. Die Gemeindeaufsicht bildet daf�r zwar nicht das einzige Instrument, sie gibt dem Kanton aber doch auch ein Mittel, seine Aufgabenerf�llung sicherzustellen. Die Gemeindeaufsicht n�tzt sodann den anderen bzw. der Gesamtheit der Gemeinden des Kantons Wallis. Sie soll gew�hrleisten, dass die Gemeinden ihre Aufgaben wahrnehmen und dass ein Lastenausgleich (insbesondere der Finanzausgleich) stattfindet und korrekt bzw. gesetzm�ssig abl�uft. Die Gemeindeaufsicht dient aber nicht zuletzt dem Schutz der Gemeinde selber und ihren Einwohnern bzw. B�rgern. Soweit der Kanton ihr finanzielles Gleichgewicht �berwachen muss, hat er - nebst seinen eigenen Interessen und denjenigen der anderen Gemeinden - den Schutz des (staatlichen) Gemeindeverm�gens ("ihr finanzielles Gleichgewicht und Verm�gen") zu gew�hrleisten, was sich auch aus den Bestimmungen ergibt, wonach gewisse Finanzgesch�fte bewilligungspflichtig sind (vgl. Art. 16 Abs. 1 GOG). Dadurch soll die Gemeinde vor sich selber bzw. vor Machtmissbrauch durch ihre Organe gesch�tzt werden. Auch die Genehmigungspflichten nach Art. 16 und Art. 123 GOG bezwecken, die Einwohner einer Gemeinde bzw. diese selbst vor Machtmissbrauch zu sch�tzen und die Exekutivbeh�rden beim Eingehen von Verpflichtungen zur Sorgfalt zu zwingen.
Zu diesem Schluss gelangen auch verschiedene, in den vier bundesgerichtlichen Verfahren im Zusammenhang mit den Gemeinden Leukerbad eingereichte Gutachten, so namentlich das f�r die Kl�gerin erstellte Gutachten von Prof. Jaag und Dr. R�ssli als auch das vom Beklagten selber eingeholte Gutachten von Prof. Knapp. Die Bestimmungen �ber die Gemeindeaufsicht sind damit grunds�tzlich geeignet, soweit sie den Kanton zu Handlungen bzw. zur Ergreifung von Massnahmen verpflichten, eine Garantenstellung des Kantons gegen�ber den Gemeinden zu begr�nden.
Der Beklagte wendet dagegen zwar ein, die kantonalen Regelungen k�nnten nicht eine Verantwortlichkeit des Kantons begr�nden, nachdem der Bundesgesetzgeber eine eigentliche Haftung gerade nicht vorgesehen habe. Das Bundesrecht besagt aber lediglich, dass die Kantone nicht gest�tzt auf Bundesgesetz direkt f�r die Schulden der Gemeinden einstehen m�ssen. Eine Haftung aus Verantwortlichkeit, namentlich wegen mangelnder Aufsichtst�tigkeit, wird dadurch nicht ausgeschlossen. Es steht den Kantonen frei, erg�nzende Bestimmungen zur Aufsicht und Verantwortlichkeit des Kantons zu erlassen, soweit die bundesrechtliche Regelung nicht abschliessend ist. Nach Art. 28 Abs. 1 SchGG ist die Beiratschaft gegen�ber einer kantonalen Zwangsverwaltung sogar subsidi�r, d.h. sie ist nur anzuordnen, wenn eine solche nicht verf�gt wird oder sich als ungen�gend erweist (vgl. dazu BBl 1945 I 5). Um so mehr steht es den Kantonen bundesrechtlich offen, kantonales Recht zu erlassen, wonach sie selbst f�r die Schulden ihrer Gemeinden einstehen bzw. sich selber Garantenpflichten auferlegen, die zu einer Haftung f�hren k�nnen.
7. Widerrechtlichkeit: Amtspflichtverletzung durch den Beklagten
Soweit eine Garantenstellung bejaht wird, ist zu pr�fen, ob die Organe des Kantons Wallis gegen�ber der Munizipalgemeinde Leukerbad dagegen verstossen und damit eine Amtspflichtverletzung begangen, also nicht amtspflichtgem�ss gehandelt haben. Amtspflichtgem�ss bedeutet die Einhaltung der im entsprechenden Verwaltungsbereich massgeblichen Verhaltensnormen (Gross, a.a.O., AJP 2002 S. 750). Entscheidend ist insofern, ob geschlossen werden kann, der Kanton bzw. die kantonalen Organe h�tten bereits fr�her als am 16. September 1998, als sie erstmals Massnahmen gegen�ber der Kl�gerin ergriffen, aufsichtsrechtlich handeln m�ssen, was gleichzeitig bedeutet, dass ihr Einschreiten am 16. September 1998 versp�tet erfolgte. Eine falsche Ermessensaus�bung gen�gt dazu nicht; erforderlich ist vielmehr ein eigentlicher, klarer Ermessensfehler (Blaise Knapp, L'insolvabilit� des entit�s publiques. Rapport g�n�ral, in: Rapports suisses pr�sent�s au XVI�me Congr�s international de droit compar�, Ver�ffentlichungen des Schweizerischen Instituts f�r Rechtsvergleichung, Bd. 16/1, Z�rich 2002, S. 37; vgl. auch E. 5.1).
7.1 Eine Pflicht zum Einschreiten vor 1993 macht die Kl�gerin an sich nicht geltend, sie beruft sich freilich auf fr�here Ereignisse, um die Handlungspflicht im Jahre 1993 mit zu belegen. So hielt etwa bereits der Kontrollbericht an die Urversammlung vom 13. Juni 1989 zur Jahresrechnung 1988 fest, dass die mittel- und langfristigen Schulden nicht mehr weiter anwachsen sollten. Etwas deutlicher waren teilweise die von der Gemeinde eingeholten externen Treuhandberichte. Allerdings wurden diese Berichte den kantonalen Beh�rden erst seit 1993 zugestellt. Ansonsten erhielten sie (in Anwendung von Art. 230 Abs. 3 StG) lediglich die genehmigte Rechnung sowie das verlesene Budget.
Ob sich die kantonalen Organe von Amtes wegen h�tten zus�tzliche Informationen beschaffen m�ssen, erscheint fraglich, nachdem es damals keine zwingenden Anhaltspunkte f�r eine Finanzkrise, sondern erst vage Hinweise auf sich abzeichnende finanzielle Engp�sse bei der Kl�gerin gab. Die kantonalen Organe h�tten h�chstens schon fr�her erkennen k�nnen, dass keine Darlehen zur - nach dem Gesetz erforderlichen - Genehmigung und Homologation vorgelegt wurden; dabei ist freilich zu beachten, dass der Kanton �ber keine spezifischen Mittel verf�gt, um zu �berpr�fen, ob die Gemeinden dem Staatsrat die Darlehen vorschriftsgem�ss vorlegen. Damit bestehen keine gen�genden Hinweise daf�r, dass der Kanton vor 1993 h�tte t�tig werden m�ssen. Es l�sst sich einzig festhalten, dass es bereits fr�her erste Hinweise auf Unregelm�ssigkeiten und finanzielle Schwierigkeiten gab, dass diese f�r sich aber noch kein deutliches Bild ergaben.
7.2 Die Kl�gerin behauptet, der Kanton h�tte 1993 bzw. sp�testens 1996 gest�tzt auf die beiden Berichte des Finanzinspektorats vom 19. Juli 1993 und vom 22. August 1996 handeln m�ssen. Im ersten sind erstmals in einem Dokument des Kantons einigermassen deutliche besorgniserregende Feststellungen zur finanziellen Lage der Munizipalgemeinde Leukerbad enthalten. Im zweiten wurde nebst der (zu) grossen Verschuldung der Gemeinde auch auf die gesetzeswidrige Darlehensaufnahme Bezug genommen. Weiter hat das Finanzinspektorat im M�rz 1997 auch in seinem Jahresbericht 1996 an das Parlament und den Staatsrat festgehalten, dass in der Gemeinde Leukerbad das Gesetz �ber die Gemeindeordnung nicht eingehalten wurde (Bulletin des s�ances du Grand Conseil du Canton du Valais, Session ordinaire de mai 1997, volume 2, S. 410 und 433).
Alle in den vier bundesgerichtlichen Verfahren eingereichte Gutachten gehen davon aus, die kantonalen Beh�rden h�tten vor 1998 t�tig werden m�ssen, wobei nicht immer klar ist, ab wann eine solche Handlungspflicht genau angenommen wird. Das vom Beklagten selber eingeholte Gutachten von Prof. Knapp geht dazu davon aus, der Bericht des Finanzinspektorats vom 19. Juli 1993 habe noch nicht zu einer eigentlichen Handlungspflicht gef�hrt; zwar handle es sich um einen Einsch�tzungsfehler ("erreur d'appr�ciation" gem�ss dem franz�sischsprachigen Original) auf Seiten der kantonalen Beh�rden, aber noch nicht um eine rechtswidrige Unterlassung. Hingegen stelle es einen schwerwiegenden Ermessensfehler dar ("grave erreur d'appr�ciation" gem�ss dem franz�sischsprachigen Original), dass keine Reaktion auf den Bericht des Finanzinspektorats vom 22. August 1996 erfolgte, was eine widerrechtliche Amtspflichtverletzung bedeute. Eine Verantwortlichkeit ergebe sich daher f�r die Zeit vom 22. August 1996 bis zum 27. Mai 1998. Jost Gross nimmt in seinem Gutachten ebenfalls eine Amtspflichtverletzung f�r die gleiche Zeit an und schliesst sie auch bereits vorher nicht aus, bleibt insofern freilich vage. Im Gutachten der Professoren Rhinow und K�gi-Diener wird demgegen�ber eine Amtspflichtverletzung schon seit 1993 bejaht.
7.3 Im Kanton Wallis ist die Aufsicht �ber die Gemeinden verschiedenen Organen �bertragen: So bestehen verschiedene Zust�ndigkeiten insbesondere zweier Departemente (des Departements f�r Finanzen, Landwirtschaft und �ussere Angelegenheiten sowie des Departements f�r Volkswirtschaft, Institutionen und Sicherheit), der unabh�ngigen Finanzkontrolle sowie des Staatsrats. Selbst die Regierungsstatthalter werden im Gesetz noch als Aufsichtsbeh�rde gegen�ber den Gemeinden bezeichnet, doch nehmen sie diese Aufgabe schon seit langem, sp�testens seit dem Inkrafttreten des heutigen Gemeindegesetzes, tats�chlich nicht mehr wahr. Bei den vom Bundesgericht vorgenommenen Einvernahmen ergab sich, dass sich keines der verschiedenen Aufsichtsorgane zust�ndig erachtete, bei einer Gemeinde aufgrund derer finanziellen Lage aufsichtsrechtlich t�tig zu werden. Begr�ndet wurde dies regelm�ssig mit mangelnden Kompetenzen sowie mit dem Hinweis auf die Gemeindeautonomie. Danach soll sozusagen, abgesehen von der Zwangsverwaltung nach Art. 128 GOG, die erst bei einer erheblichen Gef�hrdung des finanziellen Gleichgewichts einer Gemeinde greift, keine Handlungsm�glichkeit f�r den Kanton bestehen. Der Beklagte vertritt diese Auffassung auch vor Bundesgericht.
7.3.1 Zun�chst einmal kann es aufgrund der Organisationshaftung des Kantons keine Rolle spielen, welches Organ letztlich zur Vornahme einer Handlung verpflichtet ist. Ob ein Departement, das Finanzinspektorat oder der Staatsrat h�tte handeln m�ssen, ist nicht massgeblich, soweit eine Handlungspflicht als solche bestand. Der Kanton als Beklagter muss es sich so oder so anrechnen lassen, wenn eine solche verletzt worden ist (vgl. Gross, a.a.O., AJP 2002 S. 751 f.).
7.3.2 Zu den Kontrollm�glichkeiten, �ber die der Kanton verf�gt, z�hlt die Homologation der Entscheide der kommunalen Urversammlung, die in Art. 123 GOG aufgef�hrt sind, namentlich die Aufnahme von Darlehen bestimmter Bedeutung.
Seit Anfang der achtziger Jahre wurde anscheinend lediglich eine Darlehensaufnahme der Munizipalgemeinde Leukerbad - 1986 bei der Raiffeisenkasse Leukerbad �ber zehn Millionen Fr. f�r den Bau einer Schule - durch den Staatsrat genehmigt; in der gleichen Periode hat auch die Burgergemeinde Leukerbad - dies hier als Vergleich - lediglich eine Darlehensaufnahme im Betrag von vier Millionen Fr. f�r den Schwimmbadbau genehmigen lassen. Gleichzeitig hat die Munizipalgemeinde eine Reihe von Krediten aufgenommen, f�r welche die erforderlichen Genehmigungen nicht eingeholt wurden.
Zwar hat das Beweisverfahren ergeben, dass die gesetzliche Regelung so verstanden wird, dass es immer die Gemeinden sind, die um Homologation nachsuchen, und dass die kantonalen Beh�rden davon ausgehen, nicht verpflichtet zu sein, von Amtes wegen abzukl�ren, ob die Gemeinden der gesetzlichen Vorschrift nachkommen. Sp�testens 1996 hat aber das Finanzinspektorat beschlossen, in seine Kontrolle der Gemeindefinanzen auch die Homologation der Reglemente und Darlehen einzubeziehen. Auch wenn dies nach Auffassung des Beklagten ohne entsprechende gesetzliche Verpflichtung geschehen ist und vor allem dazu diente, die Gemeindeorgane auf bestehende M�ngel aufmerksam zu machen, so zeigt es doch, dass der Kanton sich daf�r zumindest zust�ndig und erm�chtigt erachtete.
7.3.3 Was die Kontrolle der Gemeindefinanzen betrifft, so sind nach Art. 6 lit. a GOG die Gemeinden f�r ihre Finanzverwaltung selber zust�ndig; diese Kompetenz steht allerdings ausdr�cklich unter dem Vorbehalt der kantonalen und eidgen�ssischen Gesetzgebung. Die Rechnungsf�hrung der Gemeinde unterliegt der treuh�nderischen Kontrolle (Art. 74 Abs. 1 GOG). Dazu ernennt die Urversammlung aus ihrer Mitte das Kontrollorgan, das mit der Kontrolle der Jahresrechnung beauftragt ist und �ber die vorgenommene Pr�fung einen Kontrollbericht erstattet (Art. 74 Abs. 2 GOG). �ber ein Organisationsreglement kann die Urversammlung diesem Kontrollorgan auch die Gesch�ftspr�fung �bertragen (Art. 74 Abs. 2 GOG). Fakultativ, aber offenbar �blich, ist auch der Beizug externer Revisoren, die das Kontrollorgan unterst�tzen. Die Kl�gerin hat deren Berichte freilich lange Zeit rein intern verwendet und erst seit 1993 an die kantonalen Beh�rden weitergeleitet.
Die Gemeindefinanzen sind nun aber nicht ausschliesslich Sache der Gemeinde. Abgesehen von den Regeln �ber die Homologation bestimmter Gesch�fte ist der Kanton auch in die Kontrolle der Gemeindefinanzen einbezogen. Nach Art. 30 Abs. 4 GOG entscheidet der Staatsrat �ber Voranschlag und Rechnung, wenn diese zweimal vom zust�ndigen Gemeindeorgan zur�ckgewiesen werden. Art. 35 Abs. 3 GOG erlaubt es dem mit der �berwachung der Gemeinden betrauten kantonalen Departement, eine Gemeinderatssitzung einzuberufen, wenn der Pr�sident sich weigert, dies zu tun. Gem�ss Art. 121 Abs. 1 GOG hat der Kanton im Rahmen seiner Staatsaufsicht �ber die �ffentlichrechtlichen K�rperschaften ausdr�cklich dar�ber zu wachen, dass sich diese verfassungs- und gesetzesgem�ss verwalten. Nach Art. 131 GOG kann jede interessierte Person bei der Aufsichtsbeh�rde eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Verwaltung oder ein Organ der �ffentlichrechtlichen K�rperschaft einreichen. Art. 128 GOG sieht die M�glichkeit der Zwangsverwaltung vor gegen�ber K�rperschaften, die beharrlich ihren Verpflichtungen nicht nachkommen und sich den Anordnungen der Regierung widersetzen oder ihr finanzielles Gleichgewicht oder Verm�gen erheblich gef�hrden. Schliesslich enthalten, wie bereits dargelegt wurde, auch das Finanzhaushalts- und das Steuergesetz Bestimmungen zur Kontrolle der Gemeindefinanzen; diese sind freilich jeweils auf ganz bestimmte Gesichtspunkte, wie etwa die Kontrolle des Eingangs der Steuerforderungen oder der Verwendung von Subventionen, beschr�nkt.
7.4 Die Zust�ndigkeiten des Kantons im Zusammenhang mit den Gemeindefinanzen sind im Gesetz meist lediglich partiell und rudiment�r geregelt. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, der Kanton d�rfe unt�tig bleiben, wenn sich eine Gemeinde gesetzwidrig verh�lt oder �berschuldet. Da die kantonale Aufsicht unter anderem dem Schutz der Gemeinden und ihren Einwohnern bzw. B�rgern dient, hat der Kanton auch die Pflicht einzugreifen, wenn er Gesetzesverst�sse feststellt oder wenn sich die Gemeinde in finanzieller Hinsicht in eine voraussehbar ausweglose Situation bringt.
Die einzelnen Zust�ndigkeiten der aufsichtsrechtlichen Ordnung des Kantons Wallis belegen denn auch, dass der Kanton die Gesetzm�ssigkeit des Verhaltens der Gemeinden zu pr�fen und sich unter anderem mit den Gemeindefinanzen zu befassen hat. Als einschneidenste Massnahme steht ihm die M�glichkeit der ganzen oder teilweisen Zwangsverwaltung nach Art. 128 GOG zu. Aus dieser Kompetenz muss - in maiore minus - auch die Zust�ndigkeit f�r weniger weit gehende Massnahmen abgeleitet werden. Dies geht im �brigen auch aus dem Wortlaut von Art. 128 GOG hervor, wonach die Zwangsverwaltung unter anderem angeordnet werden kann, wenn sich eine K�rperschaft den Anordnungen der Regierung widersetzt. Dass solche Anordnungen unter weitestgehender Beachtung der Gemeindeautonomie finanzieller Art sein k�nnten, schliesst das Gesetz nicht aus. Diese Interpretation entspricht �berdies dem tats�chlichen Verhalten der Kantonsbeh�rden selber.
So ergriff der Staatsrat gegen�ber den beiden Gemeinden Leukerbad erste Massnahmen im September 1998 und ordnete die teilweise Zwangsverwaltung auf den 21. Oktober 1998 an. Damit kann zwischen den Parteien des vorliegenden Verfahrens an sich nicht strittig sein, dass die Voraussetzungen der Zwangsverwaltung - jedenfalls im Oktober 1998 - erf�llt waren. Schon gar nicht kann sich der Kanton darauf berufen, das Gemeindegesetz vermittle ihm �berhaupt keine Aufsichts- und Handlungspflicht. Im Anschluss an die Erfahrungen mit den Gemeinden Leukerbad haben die kantonalen Beh�rden ihre Kontrollt�tigkeit sodann ausgeweitet. Sie richten seither ein gr�sseres Augenmerk darauf, dass die Gemeinden die gesetzlich erforderlichen Homologationen einholen. Vor allem aber hat das Finanzinspektorat im Jahre 2000 bei der Gemeinde Visp aufgrund der sehr starken Verschuldung der Gemeinde interveniert, und im Anschluss an den Bericht des Finanzinspektorats hat der Staatsrat am 14. November 2000 erste Massnahmen gegen�ber dieser Gemeinde ergriffen, ohne dass er eine Zwangsverwaltung angeordnet hat. Erst recht muss der Kanton aufgrund seiner entsprechenden �berwachungspflicht gem�ss Art. 121 Abs. 1 GOG handeln, wenn er Gesetzesverst�sse feststellt. Im �brigen hat Staatsrat Schnyder bei seiner Parteiaussage vor dem Bundesgericht selber erkl�rt, er h�tte schon fr�her gleichermassen reagiert, wie er dies dann 1998 getan habe, wenn er von einem Gl�ubiger der Kl�gerin auf deren finanzielle Lage hingewiesen worden w�re. Dass er dies im Nachhinein in dem Sinne relativierte, er habe damit politische Handlungen gemeint, �ndert nichts daran, dass es 1998 ja nicht nur politische Massnahmen gab, sondern nach lediglich kurzer Zeit bereits die Zwangsverwaltung angeordnet wurde.
7.5 Ist damit erh�rtet, dass der Kanton sich nicht mit dem Hinweis auf die Gemeindeautonomie seiner Verantwortung entziehen kann, sondern er grunds�tzlich schon vor der sp�ter erfolgten Anordnung der Zwangsverwaltung der Pflicht unterlag, gegen�ber der Kl�gerin einzuschreiten, so fragt sich, ab wann eine solche Pflicht bestand. Dazu f�llt zun�chst auf, dass der Bericht des Finanzinspektorats von 1993 in finanzieller Hinsicht eigentlich alarmierender ausgefallen ist als derjenige von 1996. Im Bericht von 1993 wurde n�mlich unter anderem festgehalten, der Verschuldungsfaktor der Munizipalgemeinde sei negativ, was bedeute, dass sie - bei Verzicht auf weitere Neuinvestitionen und bei unver�nderter Selbstfinanzierungsmarge - �ber 100 Jahre zur R�ckzahlung der Nettoschuld ben�tige; es sei daher von einer �berschuldung auszugehen; das Finanzinspektorat schloss, die finanzielle Lage der Gemeinde sei alarmierend; f�r weitere Neuinvestitionen seien Priorit�ten zu setzen. Der Bericht ging nicht nur an die Munizipalgemeinde, sondern auch an das Finanzdepartement. Allerdings ist den kantonalen Beh�rden insofern zugute zu halten, dass die Weiterentwicklung der finanziellen Lage damals noch sehr unklar war. Der Verstoss gegen allgemeine Grunds�tze der Finanzaufsicht wie der Wirtschaftlichkeit, der Wirksamkeit und der Sparsamkeit beim Einsatz �ffentlicher Mittel, ja selbst die Vermeidung grosser Risiken bei der Anlagepolitik, wenn ein hoher Autonomiegrad besteht, begr�ndet keine Amtspflichtverletzung (Gross, AJP 2002 S. 749 und 750). Im �brigen erweist sich die Feststellung von �berschuldung bzw. die Voraussehbarkeit von Zahlungsunf�higkeit bei Gemeinwesen ohnehin als sehr schwierig (vgl. Knapp, a.a.O., S. 26 f.; Meylan, a.a.O., S. 569). Der Zeuge Furger hat mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass es noch 1996 - ohne die sp�ter in den Jahren 1997 und 1998 erstellten Analysen - unm�glich war, das genaue Ausmass der �berschuldung auch nur ann�hernd abzusch�tzen, was genauso f�r das Finanzinspektorat bzw. allf�llige andere kantonale Beh�rden zu gelten hat.
Immerhin stand aber damals die Gefahr einer hohen �berschuldung fest. In seinem Bericht von 1996 zur Rechnung 1995 der Munizipalgemeinde stellte das Finanzinspektorat n�mlich fest, die finanzielle Lage der Gemeinde sei sehr angespannt; die Selbstfinanzierungsmarge betrage 0,5 %, und es sei von einer langen R�ckzahlungsdauer f�r die Nettoschuld auszugehen; �berdies habe der Gemeinderat die gesetzlich festgelegte Kompetenzregelung f�r die Aufnahme und Gew�hrung von Darlehen nicht eingehalten. Nicht nur die Feststellungen zur finanziellen Lage, sondern auch die im Bericht erw�hnte Gesetzeswidrigkeit bei den Darlehensaufnahmen - insoweit steht den Gemeinden kein Freiraum zu und bestand auch keine Ungewissheit - h�tten die kantonalen Organe mit Blick auf Art. 121 Abs. 1 GOG zum Handeln veranlassen m�ssen. Es bestand kein Spielraum und damit auch kein Ermessen mehr zuzuwarten. Zumindest handelt es sich um einen klaren Ermessensfehler. Im �brigen hat das Finanzinspektorat seinen Bericht im Jahre 1996 nicht nur der Gemeinde, sondern auch beiden mit der Gemeindeaufsicht betrauten kantonalen Departementen zugestellt.
Sp�testens mit dem Bericht des Finanzinspektorats von 22. August 1996 ergab sich somit ein Handlungsbedarf und damit die Pflicht des Kantons, bei der Munizipalgemeinde in geeigneter Form zu intervenieren. Dass er dies nicht tat, ist ihm als Amtspflichtverletzung anzurechnen, wobei hier offen bleiben kann, welche Beh�rde h�tte aktiv werden m�ssen (vgl. E. 7.3.1).
8. Selbstverschulden der Kl�gerin
8.1 Aufgrund der vom Instruktionsrichter verf�gten Verfahrensbeschr�nkung ist die Frage der Kausalit�t zurzeit nicht zu pr�fen. Hingegen ist zu entscheiden, ob die Kl�gerin ein Selbstverschulden trifft und ob ein solches gegebenenfalls gar einen allf�lligen (hypothetischen) Kausalzusammenhang zwischen der Unterlassung des Kantons und dem eingeklagten behaupteten Schaden unterbricht.
8.2 Die Munizipalgemeinde r�umt in ihrer Klage selber ein, sie habe an sich f�r das Verhalten ihrer Organe (Urversammlung und Gemeinderat) einzustehen. Weniger deutlich �ussert sie sich im Hinblick auf das Verhalten des Gemeindepr�sidenten und des Gemeindeschreibers, doch hat sie sich dieses ebenfalls anrechnen zu lassen, soweit sie in Aus�bung ihres Amtes t�tig waren. Das trifft namentlich zu f�r die Unterlassung der Einholung der gesetzlich erforderlichen kantonalen Homologationen f�r Darlehen �ber Jahre hinweg; es gilt aber auch f�r die Mitwirkung des Gemeindepr�sidenten und -schreibers an allen Finanzbeschl�ssen unter Einschluss der Genehmigungen der Jahresrechnungen und -budgets durch die kommunalen Organe. Es ist hier nicht notwendig, die internen Verantwortlichkeiten n�her zu bestimmen. Die Feststellung gen�gt, dass die Kl�gerin aufgrund dieses Verhaltens ein erhebliches Selbstverschulden trifft.
8.3 In BGE 106 Ib 357 E. 2d S. 363 erachtete das Bundesgericht den Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden und den angeblichen Pflichtverletzungen der Eidgen�ssischen Bankenkommission durch das Selbstverschulden der Bankorgane einer sich in Nachlass befindenden Bank unterbrochen. Freilich soll die T�tigkeit der Bankenkommission die Gl�ubiger sowie Anleger und weniger die Bank selber sch�tzen. Gem�ss BGE 108 II 254 E. 5b/bb S. 268 trifft die Stiftungsaufsicht keine Verantwortlichkeit f�r Handlungen, mit denen die Stiftungsorgane die Stiftung sch�digen. Diese Sachlage ist mit der vorliegend zu beurteilenden eher vergleichbar, allerdings erweist sich die entsprechende Begr�ndung im genannten Urteil als sehr knapp.
Dass die Gemeindeaufsicht unter anderem dem Schutz der Gemeinde dient, wurde bereits bejaht. Daraus in jedem Fall eine Haftung des Kantons f�r ihre Verbindlichkeiten bei Vorliegen einer dem Kanton anzulastenden Amtspflichtverletzung abzuleiten, wie dies die Kl�gerin tut, w�rde bedingen, dass der Kanton bei drohender �berschuldung immer einzugreifen h�tte, ohne dass es auf das Verhalten der Gemeinde selber ank�me. Die Kl�gerin st�tzt sich f�r diese Auffassung vor allem auf das Gutachten von Prof. Jaag und Dr. R�ssli, wonach eine Ber�cksichtigung des Verschuldens der Gemeindeorgane bei der Haftung des Kantons f�r die Verletzung seiner Aufsichtspflichten gegen�ber den Gemeinden nicht in Betracht komme. Dagegen l�sst sich grunds�tzlich zweierlei einwenden: Erstens fragt sich, ob der entsprechende Standpunkt der Gemeinde nicht rechtsmissbr�uchlich ist. Zweitens stellt sich die Frage des Verh�ltnisses von Verantwortlichkeit und haftungsrechtlicher Zurechenbarkeit.
8.4 Gewiss mag es stossend erscheinen, dass die Munizipalgemeinde angesichts des Verhaltens ihrer eigenen Organe den Kanton verantwortlich machen will. Ginge es nur darum, ihre eigenen Verluste auszugleichen, w�rde sich die Missbrauchsfrage wohl tats�chlich stellen. Der Munizipalgemeinde bzw. ihrem Beirat, welcher f�r die Klage verantwortlich zeichnet, geht es aber vorab um die Befriedigung ihrer Gl�ubiger bzw. um die Entlastung des Beirates (vor dem Vorwurf, er habe nicht alles getan, um die Interessen der Gemeinde bzw. Gl�ubigerschaft zu wahren). Ist der Kanton n�mlich ihr gegen�ber haftbar, kann sie - auf diesem indirekten Weg - die Verbindlichkeiten gegen�ber ihrer Gl�ubigerschaft (ganz oder wenigstens teilweise) erf�llen. Wohl br�chte sie dadurch ihre eigenen Finanzen ebenfalls wieder ins Gleichgewicht, womit durchaus auch ein erhebliches Eigeninteresse im Spiel steht. Dennoch kann im Hinblick auf die gleichzeitig verfolgten Gl�ubigerinteressen nicht ohne weiteres von einer rechtsmissbr�uchlichen Haltung der Munizipalgemeinde ausgegangen werden.
8.5 F�r die Frage der haftungsrechtlichen Zurechenbarkeit kommt es indessen selbst dann wesentlich auf die jeweilige Verantwortlichkeit an, wenn eine Kausal- und nicht Verschuldenshaftung zu beurteilen ist. Darin liegt letztlich auch der Grund, dass ein den Schaden kausal begr�ndendes Verhalten durch ein anderes, namentlich durch ein auf Dritt- oder Eigenverschulden beruhendes, verdr�ngt werden kann.
8.5.1 Im vorliegenden Zusammenhang stehen sich staatliche Kausalhaftung, die auf einer Amtspflichtverletzung beruht, und von der Munizipalgemeinde selbst verschuldete Verursachung eines behaupteten Schadens gegen�ber. Entscheidend ist, ob das von der Kl�gerin verschuldete Verhalten die Urs�chlichkeit der allf�lligen staatlichen Amtspflichtverletzung bricht. Nun wird von der Kl�gerin gest�tzt auf das genannte Gutachten von Prof. Jaag und Dr. R�ssli dagegen eingewendet, w�rde dem Eigenverschulden der Gemeinde der Vorrang gegeben, schliesse das eine Haftung des Kantons aus Aufsichtsrecht immer aus, was dessen Aufsichtspflicht obsolet werden lasse; diese mache aber nur dann Sinn, wenn sich daraus auch f�r den Kanton nachteilige Konsequenzen ergeben w�rden, was somit dem Gesetzeszweck entspreche.
Diese Folgerung der Kl�gerin und ihrer Gutachter trifft indessen nur teilweise zu und ist jedenfalls zu absolut. Zwar erscheint eine Haftung des Kantons gegen�ber einer Gemeinde wegen Missachtung seiner Aufsichtspflicht nicht von vornherein ausgeschlossen; sie setzt aber voraus, dass seine Verantwortlichkeit nicht durch diejenige der Gemeinde selber verdr�ngt wird. Das w�re insbesondere nicht der Fall, wenn die Gemeindeorgane kein oder lediglich ein geringf�giges Verschulden treffen w�rde, dem eine grobe Amtspflichtverletzung der kantonalen Beh�rden gegen�ber st�nde. So ist etwa die Sachlage m�glich, dass die kantonalen Organe besondere Kenntnisse �ber die Risikobelastung eines Finanzgesch�fts der Gemeinde haben, �ber welche die kommunalen Beh�rden unverschuldeterweise nicht oder nicht in gleichem Umfange verf�gen. Zu denken ist auch an Sch�digungen infolge von kriminellen Handlungen von Gemeindeangestellten (etwa Veruntreuung des Gemeindekassiers), die f�r die kantonale Finanzkontrolle unter Umst�nden eher erkennbar sind als f�r die Gemeinde selbst. Wenn der Kanton in einer solchen Konstellation nicht eingreift, l�sst sich dies nicht oder nur bedingt der Gemeinde vorwerfen und hat der Kanton eine Haftungsfolge zu gew�rtigen. Bei umgekehrter Ausgangslage muss sich die Gemeinde ihr riskantes Verhalten demgegen�ber selber entgegenhalten lassen (vgl. Meylan, a.a.O., S. 600 f.). Im Unterschied zu einem M�ndel, das selber nicht verantwortlich handeln kann, weshalb eine Haftung des Vormundes bei vergleichbarer Konstellation nicht ausgeschlossen erscheint, handelt die Gemeinde durch ihre Organe durchaus in eigenverantwortlicher Weise.
Da der Bestand der Gemeinden und auch die Ausgestaltung der Gemeindeautonomie in der Kompetenz der Kantone liegt, steht es diesen an sich frei, ihre Gemeinden einer strikten finanziellen Aufsicht zu unterstellen, was eher auf eine Haftung des Kantons aus Verletzung von Aufsichtspflichten schliessen liesse. Teilweise wird zwar gefordert, eine grosse Autonomie m�sse mit strengerer Aufsicht verbunden werden (Gross, a.a.O., AJP 2002 S. 748), eine entsprechende rechtliche Pflicht besteht aber nicht. Den Kantonen steht es immerhin frei, ausdr�cklich eine weitgehende Garantie f�r die Verbindlichkeiten der Gemeinden - etwa zur Erleichterung des Gemeindekredits - zu �bernehmen (vgl. Knapp, a.a.O., S. 32 f.), also das Risiko von finanziellem Missmanagement auf Seiten der Gemeinden (mit) zu tragen. Freilich w�rde sich insofern die Frage stellen, wieweit es sich bei den Gemeinden noch um selbst verantwortliche K�rperschaften handelte. So oder so m�ssten sowohl eine Schuldgarantie als auch eine strenge Finanzaufsicht des Kantons aus dem Gesetz hervorgehen. Weder das eine noch das andere ergibt sich jedoch aus der gesetzlichen Ordnung des Kantons Wallis (vgl. Knapp, a.a.O., S. 33 f.; Meylan, a.a.O., S. 579 f. und 584). Im Gegenteil belegt die gesetzliche Regelung eine weitgehende Gemeindeautonomie insbesondere in finanziellen Belangen verbunden mit einer relativ largen Aufsicht; schon gar nicht sieht das Gesetz vor, dass der Kanton f�r die Schulden der Gemeinden einzustehen habe.
8.5.2 Obwohl die kantonalen Organe im vorliegenden Fall amtspflichtwidrig gehandelt haben, erscheint das Eigenverschulden auf Seiten der Gemeinde erheblich bedeutsamer als der Beitrag des Kantons zur finanziellen Lage der Gemeinde. Den kantonalen Beh�rden muss zugute gehalten werden, dass sie in guten Treuen davon ausgehen durften, es liege zuerst an den Gemeindeorganen, die kommunalen Finanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein eigentliches Verschulden l�sst sich den Kantonsbeh�rden ohnehin kaum oder h�chstens in der Form leichter Fahrl�ssigkeit vorwerfen. Sodann verf�gten sie nicht �ber die gleichen Informationen wie die Gemeindeorgane. Zu ber�cksichtigen ist dabei insbesondere, dass die Kl�gerin die Darlehensaufnahmen, welche zur Finanzkrise f�hrten, dem Kanton nicht wie gesetzlich vorgeschrieben zur Homologation vorgelegt hatte. Schliesslich ist zu bedenken, dass die Darlehensaufnahmen f�r sich noch keinen Schaden darstellen. Ein Verlust, der allenfalls einen Schaden zu begr�nden verm�chte, entstand fr�hestens durch die unzweckm�ssige Verwendung der aufgenommenen Gelder.
Selbst wenn davon auszugehen w�re, dass den kantonalen Beh�rden das Fehlen entsprechender Vorlagen irgendwann einmal h�tte auffallen m�ssen - wobei noch offen ist, in welchem Zeitpunkt -, verbietet sich die Annahme, sie h�tten deswegen eine gr�ssere oder zumindest vergleichbare Ursache f�r den Eintritt eines allf�lligen Schadens gesetzt als die Gemeinde selber. Im Vergleich mit den kantonalen Beh�rden hatten n�mlich jedenfalls einzelne Gemeindeorgane, allen voran der Gemeindepr�sident, zwangsl�ufig seit jeher bessere Kenntnis der Finanzlage der Munizipalgemeinde, und sie waren sogar seit geraumer Zeit von der kommunalen Revisionsstelle auf die drohende Gefahr der �berschuldung hingewiesen worden, eine Informationsquelle, die dem Kanton lange Zeit nicht offen stand. Auch die Art der Gesch�fte barg f�r die Gemeindebeh�rden keine wesentlichen Geheimnisse. Im Unterschied zu den kantonalen Organen kannten sie die Beteiligungen der Munizipalgemeinde an den verschiedenen ausgegliederten Gesellschaften im Detail, womit sie auch �ber einen besseren Wissensstand �ber die damit verbundenen Risiken (vgl. Meylan, a.a.O., S. 574) verf�gten. Sodann bestehen eindeutige Anhaltspunkte daf�r, dass mit den besonderen Finanzstrukturen und -verflechtungen zumindest auch bezweckt war, die zun�chst angespannte und sp�ter kritische Finanzlage zu verbergen. Gleichzeitig sahen sich die Gemeindebeh�rden lange Zeit offenbar nicht veranlasst, zu verhindern, dass sich die kommunalen Finanzen noch weiter verschlechterten. Ohne hier �ber die Verantwortlichkeit der Gemeindebeh�rden und deren Mitglieder entscheiden zu m�ssen, l�sst sich doch folgern, dass einiges daf�r spricht, auf Seiten der Munizipalgemeinde k�nne wenigstens bei einzelnen Personen von bewusster Fahrl�ssigkeit ausgegangen werden. �berdies hat die Kl�gerin nie direkt beim Beklagten interveniert, um ihre finanziellen Probleme zu l�sen, sondern sie versuchte ab dem Jahre 1996 ein eigenes Krisenmanagement aufzuziehen. Erst als die Situation zwischen der Gemeinde und ihren Gl�ubigern unl�sbar geworden war, gelangte einer der Gl�ubiger an den Kanton. Das �ndert zwar nichts daran, dass auch der Kanton damals �ber gen�gend Hinweise verf�gte, die ihn zu einem fr�heren Eingreifen h�tten anhalten sollen; es belegt aber, dass die Kl�gerin selber �ber ihre finanzielle Lage bedeutend besser informiert war als der Beklagte.
8.5.3 Die Gemeinde kann auch nicht entlasten, dass die Gemeindeversammlung und eventuell weitere Organe - wie gem�ss seiner eigenen Aussage offenbar auch der Gemeindeschreiber - schon beinahe mit blindem Vertrauen ihrem Pr�sidenten gefolgt sind. Obschon die �brigen kommunalen Beh�rden dadurch vielleicht nicht �ber die eigentlich erforderlichen Informationen �ber die Finanzgesch�fte verf�gten, so hatten sie sich das erstens ihrer eigenen, durch nichts zu rechtfertigenden Zur�ckhaltung zuzuschreiben, standen ihnen zweitens deutlich klarere Hinweise auf die mehr als kritische Finanzlage der Gemeinde als den kantonalen Organen offen und muss sich drittens die Gemeinde das Verhalten ihres Pr�sidenten sowie ihres Gemeindeschreibers ohnehin anrechnen lassen.
8.5.4 Angesichts dieser Ausgangslage �berwiegt das schuldhafte Verhalten der Gemeinde die Amtspflichtverletzung der kantonalen Organe bei weitem. Die Munizipalgemeinde hat ihre Finanzlage in erster Linie selber verursacht. Sie hat die �berschuldung durch ihr Verhalten bereits lange Zeit, bevor die Kantonsbeh�rden gegen ihre Amtspflichten verstiessen, in schuldhafter Weise ins Ausweglose wachsen lassen. Auch sp�ter hat haupts�chlich die Gemeinde die Ursache daf�r gesetzt, dass sich die �berschuldung nicht verkleinerte oder wenigstens stabil blieb, sondern sogar noch weiter anwuchs. Die Kl�gerin hat ihre heutige Finanzlage damit selber zu verantworten. Das erhebliche Eigenverschulden der Gemeinde bricht den Kausalzusammenhang zwischen der Amtspflichtverletzung der Kantonsbeh�rden und dem Eintritt eines allf�lligen Schadens bzw. schliesst eine massgebliche Kausalit�t aus. Es k�nnte sich h�chstens fragen, ob unter diesen Umst�nden bereits eine Amtspflichtverletzung auf Seiten des Kantons zu verneinen (so offenbar Meylan, a.a.O., S. 600) oder wie hier davon auszugehen ist, der Kanton habe amtspflichtwidrig gehandelt, eine Haftung scheitere aber am Selbstverschulden der Gemeinde. So oder so �ndert dies freilich nichts daran, dass eine Haftung des Kantons entf�llt, womit es sich er�brigt, die weiteren Haftungsvoraussetzungen zu pr�fen.
9.1 Die Klage erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen.
9.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Kl�gerin die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Unter Ber�cksichtigung des Streitwerts, des bisher vom Bundesgericht betriebenen Prozessaufwandes, der Schwierigkeit der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie des Umstands, dass wegen der Verfahrensbeschr�nkung nicht alle Fragen zu behandeln waren, rechtfertigt sich eine Gerichtsgeb�hr von Fr. 100'000.-- (vgl. Art. 153a OG sowie den Tarif vom 31. M�rz 1992 f�r die Gerichtsgeb�hren im Verfahren vor dem Bundesgericht; SR 173.118.1). Die weiteren Auslagen im Sinne von Art. 153 Abs. 1 OG, insbesondere das geleistete Zeugengeld, gelten als darin mit abgegolten.
9.3 Die Kl�gerin ist unterlegen und hat grunds�tzlich den Beklagten f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 OG). Allerdings darf obsiegenden Beh�rden im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und der verwaltungsrechtlichen Klage in der Regel keine Parteientsch�digung zugesprochen werden (Art. 159 Abs. 2 OG; vgl. f�r die verwaltungsrechtliche Klage BGE 112 V 44 E. 3 S. 49 f., 265 E. 8 S. 274). Da es sich lediglich um eine Regel handelt, kann davon bei Vorliegen hinreichender Gr�nde abgewichen werden.
9.3.1 Vorliegend ist eine verwaltungsrechtliche Klage zu beurteilen. In Frage stehen erhebliche Verm�gensinteressen, und der Beklagte hatte zur Wahrnehmung seiner Rechte in einem komplexen Rechtsstreit einen grossen Aufwand zu betreiben. Diesen h�tte er freilich weitgehend durch seine eigenen Rechtsdienste wahrnehmen k�nnen. Soweit aber nicht nur das Verhalten untergeordneter kantonaler Beh�rden, sondern auch des Staatsrates selber in Frage stand, erscheint der Beizug externer Anw�lte nicht unangebracht. Das rechtfertigt, insoweit von der Regel von Art. 159 Abs. 2 OG abzuweichen. Gleichzeitig erscheint es aber auch angemessen, nicht direkt den Tarif vom 9. November 1978 �ber die Entsch�digung an die Gegenpartei f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht (SR 173.119.1) anzuwenden, sondern nur eine im Vergleich dazu erheblich reduzierte Parteientsch�digung zuzusprechen.
9.3.2 Angesichts des Umstands, dass von der Regel von Art. 159 Abs. 2 OG abgewichen wird, dass der Beklagte doch eine Amtspflichtverletzung begangen und dass es beim beschr�nkten Verfahrensgegenstand sein Bewenden hat, rechtfertigt sich eine Parteientsch�digung von insgesamt Fr. 100'000.-- (einschliesslich Auslagen).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 100'000.-- wird der Kl�gerin auferlegt.
Die Kl�gerin hat den Beklagten f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 100'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird der Kl�gerin und dem Kanton Wallis schriftlich mitgeteilt.