Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/inspektorat/Arbeitsstaetten_Arbeitsplaetze/Vibrationen/;jsessionid=2B21BA5208E1A9DE86A3515E8D5EE56C.bmsk
Timestamp: 2018-02-17 21:31:51
Document Index: 191682350

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 3', '§ 7', '§ 7', '§ 66', '§ 5', '§ 51', '§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 4']

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Wo können Vibrationen auftreten?
Arten der Vibrationseinwirkung
Gefahren für Gesundheit und Sicherheit
beim Arbeiten mit vibrierenden Handmaschinen, z.B. Bohrhämmer, Aufbruchhämmer, Schleifmaschinen
auf mobilen Arbeitsmaschinen, z.B. Traktoren, Baggern, Gabelstapler, Gradern, Rad- und Kettenladern;
an stationären Arbeitsplätzen neben großen Maschinen, z.B. Kompressoren, Stanzen.
Vibrationen, mechanische Schwingungen oder Erschütterungen sind Einwirkungen, die durch kraftschlüssigen Kontakt, z.B. über Hände, Füße oder Gesäß, auf den menschlichen Körper übertragen werden. Folgende zwei Arten der Vibrationseinwirkung auf den Menschen sind zu unterscheiden:
Hand-Arm-Vibrationen (Teilköper-Vibrationen)
Die Übertragung (Einleitung) der mechanischen Schwingungen in das Hand-Arm-System des Menschen erfolgt durch kraftschlüssigen Kontakt der Hand mit einem vibrierenden Arbeitsmittel (§ 2 Z 1 lit. a VOLV).
Ganzkörper-Vibrationen,
Hier erfolgt eine Übertragung auf den gesamten Körper durch kraftschlüssigen Kontakt mit vibrierenden Arbeitsmitteln z.B. über Füße oder Gesäß (§ 2 Z 1 lit. b VOLV).
Störwirkungen und individuell mögliche Reaktionen
Wo möglich sollte der Auslösewert von 2,5 m/s² für Hand-Arm-Vibrationen und 0,5 m/s² für Ganzkörper-Vibrationen nicht überschritten werden (§ 4 Abs. 1 Z 1 und 2 VOLV).
In Räumen mit geistigen Tätigkeiten, einfachen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Tätigkeiten sowie in Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Wohnräumen ist die Vibrationsexposition so niedrig wie möglich zu halten und darf maximal den Auslösewert von 0,5 m/s² für Ganzkörper-Vibrationen erreichen (§ 5 VOLV).
statistisch relevante Gefährdungen
Die persönliche Vibrationsexposition darf die Expositionsgrenzwerte für Ganzkörper-Vibrationen von 1,15 m/s² (Jugendliche 0,5 m/s²) und für Hand-Arm-Vibrationen 5 m/s² (Jugendliche 2,5 m/s²) nicht überschreiten (§ 3 Abs. 1 Z 1, 2 und 4 VOLV),
wobei wirkungsverstärkende Komponenten, wie körperliche Schwerarbeit, kalt-feuchte Umgebungsbedingungen und die gleichzeitige Einwirkung von Lärm bei der Beurteilung zu berücksichtigen sind (§ 7 Abs. 2 lit. 1, 2 und 4 VOLV).
störende Auswirkungen
auf die Stabilität von Strukturen, die Festigkeit von Verbindungen, das korrekte Handhaben von Bedienungselementen oder das Ablesen von Anzeigen (§ 7 Abs. 2 lit. c VOLV).
VIBRATIONEN - Wirkungen und Gefahren für die Gesundheit
Neben dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz - ASchG (§ 66 Abs. 1 und 3)
regelt die Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV den Schutz der ArbeitnehmerInnen vor der Gefährdung durch Vibrationen.
Die Gesundheitsüberwachung für Vibrationen ist in der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung 2014 - VGÜ 2014 festgelegt,
siehe "Gesundheit im Betrieb - Gesundheitsüberwachung".
Kurzinformationen zur Gesundheitsüberwachung
ab dem Auslösewert (Ganzkörper-Vibrationen: 0,5 m/s², Hand-Arm-Vibrationen: 2,5 m/s²) ist den ArbeitnehmerInnen eine Gesundheitsüberwachung auf Wunsch zu ermöglichen (§ 5 Abs. 1 Z 3 VGÜ),
Untersuchungsintervall und -umfang für Hand-Arm- und Ganzkörper-Vibrationen: siehe Anlage 1 "Einwirkungen nach § 51 ASchG" und Anlage 2 Teil III VGÜ.
Für jugendliche ArbeitnehmerInnen gelten gemäß § 3 Abs. 1 Z 4 VOLV die Auslösewerte für Vibrationen als Expositionsgrenzwerte.
Weitere Vorschriften bei Einwirkung von Vibrationen für Jugendliche und werdende Mütter, siehe "Personengruppen".
Kurzinformationen zu den Vorschriften für Jugendliche und werdende Mütter
Beschäftigungsverbote und -beschränkungen für Jugendliche: § 4 Abs. 1 KJBG-VO (Vibrationen, allgemein) und § 6 Abs. 1 Z 1 KJBG-VO (für Jugendliche unter bestimmten Voraussetzungen bei Kettensägen - Antivibrationsgriffe und Antivibrations-Handschuhe),
Beschäftigungsverbot für werdende Mütter: § 4 Abs. 5 Z 2 MSchG (Entscheidung des Arbeitsinspektorates, falls Körper übermäßigen Vibrationen (Erschütterungen) ausgesetzt ist.
Aktuelle Fassung der Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV.
Vibrationen - vertiefende Informationen