Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-10-2002-6A-48-2002
Timestamp: 2016-10-24 21:58:09
Document Index: 361714656

Matched Legal Cases: ['Art. 91', 'Art. 16', 'Art. 14', 'Art. 17', 'Art. 30', 'Art. 97', 'Art. 5', 'Art. 98', 'Art. 24', 'Art. 98', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 114', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'Art. 108', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 97', 'Art. 110', 'Art. 112', 'Art. 105', 'Art. 6', 'Art. 105', 'Art. 108', 'Art. 137', 'BGE', 'Art. 103', 'Art. 14', 'Art. 16', 'Art. 30', 'Art. 14', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 14', 'Art. 307', 'Art. 307', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 30', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 144', 'Art. 141', 'Art. 114', 'Art. 159']

6A.48/2002 (09.10.2002)
6A.48/2002 /pai
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, c/o L�thi & Lazzarini, Via Retica 26, 7503 Samedan,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Kantonsgerichtsausschuss, vom 17. April 2002.
Im Zuge einer europaweiten Kampagne gegen das Fahren in angetrunkenem Zustand wurde X.________ am 20. April 2001, um 07.25 Uhr, als Lenker seines Personenwagens in St. Moritz von der Kantonspolizei Graub�nden angehalten und kontrolliert. Da Anzeichen von Angetrunkenheit vorlagen und der durchgef�hrte Atemlufttest positiv ausfiel, wurde X.________ ins Spital Oberengadin in Samedan zur Entnahme einer Blutprobe gefahren. Deren Analyse durch das Institut f�r Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen ergab eine - auf die 35 Minuten zur�ckliegende Trunkenheitsfahrt r�ckgerechnete - Blutalkoholkonzentration von minimal 1,68 und maximal 2,11 Gewichtspromille.
X.________ hatte sich bereits im Jahre 1998 des Fahrens in angetrunkenem Zustand (mit einem minimalen Blutalkoholgehalt von 0,99 Promille) schuldig gemacht, weswegen ihm das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden mit Verf�gung vom 18. Juni 1998 den F�hrerausweis f�r die Dauer von 2 Monaten entzogen hatte.
Das Kreisamt Oberengadin verurteilte X.________ mit Strafmandat vom 23. August 2001 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand in Anwendung von Art. 91 Abs. 1 SVG zu 60 Tagen Gef�ngnis, mit bedingtem Strafvollzug unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren, und zu einer Busse von Fr. 600.--. Das Strafmandat ist in Rechtskraft erwachsen.
Das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden verf�gte am 23. Mai 2001 wegen ernsthafter Zweifel an der Fahreignung von X.________ einen vorsorglichen F�hrerausweisentzug auf unbestimmte Dauer und wies diesen an, sich zwecks Abkl�rung einer allf�lligen Trunksucht einer spezial�rztlichen Untersuchung zu unterziehen. Gest�tzt auf ein verkehrsmedizinisches Gutachten der Psychiatrischen Klinik Beverin vom 9. Oktober 2001 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden X.________ mit Verf�gung vom 21. November 2001 den F�hrerausweis gest�tzt auf Art. 16 Abs. 1, Art. 14 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 17 Abs. 1bis SVG und Art. 30 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 �ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) auf unbestimmte Zeit, mindestens f�r 16 Monate ab dem 12. September 2001. Die Wiedererteilung des F�hrerausweises machte es vom Nachweis einer kontrollierten und l�ckenlosen Alkoholabstinenz w�hrend mindestens 16 Monaten sowie von einer spezial�rztlichen Fahreignungspr�fung der Psychiatrischen Klinik Beverin abh�ngig. Ferner behielt es die Anordnung einer neuen F�hrerpr�fung ausdr�cklich vor. Hiegegen f�hrte X.________ Verwaltungsbeschwerde, welche das Justiz-, Polizei- und Sanit�tsdepartement Graub�nden mit Verf�gung vom 18. Februar 2002 abwies. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graub�nden, Kantonsgerichtsausschuss, mit Urteil vom 17. April 2002 ab, soweit es darauf eintrat.
X.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Urteils, der Ziffern 1 und 2 der Departementsverf�gung des Justiz-, Polizei- und Sanit�tsdepartements Graub�nden vom 18. Februar 2002 sowie der Verf�gung des Strassenverkehrsamtes des Kantons Graub�nden vom 21. November 2001. Ferner beantragt er, der F�hrerausweis sei ihm maximal f�r die Dauer von 12 Monaten, allenfalls von 14 Monaten oder nach Ermessen des Bundesgerichts, im Sinne eines Warnungsentzuges zu entziehen, unter Anrechnung der bisherigen Entzugsdauer seit dem 20. April 2001. Die Beh�rden des Kantons Graub�nden seien dementsprechend anzuweisen, ihm den F�hrerausweis, allenfalls unter Auflagen, wieder auszuh�ndigen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. In formeller Hinsicht stellt X.________ die Antr�ge, es sei eine m�ndliche Verhandlung anzuordnen und er sei pers�nlich anzuh�ren und zu befragen; ferner sei zur Abkl�rung einer Alkoholabh�ngigkeit ein Obergutachten bei der Klinik Waldhaus, Chur, einzuholen und ihm Gelegenheit zu Erg�nzungsfragen zu geben; �berdies sei sein Hausarzt als Zeuge einzuvernehmen. Schliesslich stellt X.________ das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Das Justiz-, Polizei- und Sanit�tsdepartement Graub�nden schliesst unter Verzicht auf Stellungnahme auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Strassen (ASTRA) beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen und die Sache sei zur Anordnung eines Obergutachtens an das Kantonsgericht Graub�nden zur�ckzuweisen.
Mit Eingabe vom 31. Juli 2002 ersucht X.________ um Ber�cksichtigung der in der Zwischenzeit neu gemessenen Laborwerte.
1.1 Der angefochtene Entscheid des Kantonsgerichtsausschusses von Graub�nden ist eine auf das Strassenverkehrsrecht des Bundes gest�tzte letztinstanzliche kantonale Verf�gung, welche der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht unterliegt (Art. 97 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 VwVG sowie Art. 98 lit. g OG, Art. 24 Abs. 2 SVG. Anfechtungsobjekt der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist nur der letztinstanzliche kantonale Entscheid (Art. 98 lit. g OG). Soweit der Beschwerdef�hrer auch die vorangehenden Verf�gungen der unteren kantonalen Instanzen anficht, ist sein Antrag nicht zul�ssig und insofern auch hinf�llig (BGE 112 Ib 39 E. 1e).
1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann beim Bundesgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich der �berschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, ger�gt sowie eine unrichtige und unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 104 lit. a und b OG). Nicht �berpr�fen kann das Bundesgericht grunds�tzlich die Angemessenheit des angefochtenen Entscheides (Art. 104 lit. c OG). Gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhalts gebunden, wenn eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat. An die Begr�ndung der Begehren ist es nicht gebunden (Art. 114 Abs. 1 OG).
1.3 Im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann auch die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden, da zum Bundesrecht im Sinne von Art. 104 OG auch die Bundesverfassung geh�rt (BGE 122 IV 8 E. 2a). F�r diesen Fall �bernimmt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Funktion der staatsrechtlichen Beschwerde. Nach welcher Bestimmung sich in diesem Fall die Anforderungen an die Beschwerdebegr�ndung richten, wird in der Praxis unterschiedlich beantwortet. Nach BGE 123 II 359 E. 6 b/bb gelten f�r die Begr�ndung der Verfassungsr�gen die Anforderungen von Art. 108 Abs. 2 und 3 OG; gem�ss BGE 122 IV 8 E. 2a ist die Bestimmung von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG anwendbar (ebenso nicht publizierte E.1.2 von BGE 128 II 282, 6A.29/2002). Wie es sich damit im Einzelnen verh�lt, kann hier offen bleiben, da die Beschwerdebegr�ndung jedenfalls auch den strengeren Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�gt. Immerhin ist zu bedenken, dass das Rechtsmittel, auch wenn es die Funktion der staatsrechtlichen Beschwerde �bernimmt, formell eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Sinne von Art. 97 ff. OG bleibt, so dass das Instrumentarium der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Anwendung gelangen sollte (so Carl Hans Brunschwiler, Wie die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Funktion der staatsrechtlichen Beschwerde �bernimmt, in: M�langes Robert Patry � l'occasion de son 65�me anniversaire; Lausanne, 1988, S. 270 ff.).
1.4 Der Beschwerdef�hrer beantragt die Durchf�hrung einer m�ndlichen Verhandlung. Er �bersieht dabei, dass das Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde grunds�tzlich schriftlich ist (Art. 110 OG). Zwar kann der Pr�sident eine m�ndliche Parteiverhandlung anordnen (Art. 112 OG), doch geschieht dies nur ausnahmsweise und steht den Parteien hierauf kein Anspruch zu. Soweit das Bundesgericht, wie im vorliegenden Fall, grunds�tzlich an den von einer richterlichen Beh�rde festgestellten Sachverhalt gebunden ist (Art. 105 Abs. 2 OG), erscheint die Durchf�hrung einer m�ndlichen Verhandlung nicht als zweckm�ssig. Im �brigen bezieht sich die Streitsache weder auf zivilrechtliche Anspr�che oder Verpflichtungen im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK noch ist �ber die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage zu entscheiden (vgl. unten E. 7.4.2). Da der zu beurteilende Fall keine sachverhaltlichen oder rechtlichen Fragen aufwirft, die nicht in angemessener Weise auf Grund der Akten beurteilt werden k�nnen, sind die Durchf�hrung einer Parteiverhandlung und die pers�nliche Befragung des Beschwerdef�hrers entbehrlich.
Abzuweisen sind auch die Beweisantr�ge des Beschwerdef�hrers, namentlich die Einholung eines verkehrsmedizinischen Obergutachtens. Der Untersuchungsgrundsatz gilt bei der Bindung des Bundesgerichts an den durch eine richterliche Beh�rde festgestellten Sachverhalt (Art. 105 Abs. 2 OG; oben E. 1.2) nur insoweit, als es zur Pr�fung befugt ist, ob der Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig festgestellt worden ist. Erst wenn dies zu bejahen w�re, w�rde sich hier die Frage nach der Einholung eines Obergutachtens stellen. Da indessen nach Vornahme neuer Beweiserhebungen und entsprechend ver�ndertem Sachverhalt die rechtliche W�rdigung regelm�ssig anders ausf�llt, w�rde den Parteien jede �berpr�fungsm�glichkeit genommen, wenn das Bundesgericht als einzige Instanz entscheiden w�rde. Diesfalls ist es daher in der Regel angezeigt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Sache zur Erg�nzung oder korrekter Erhebung des Sachverhalts an die Beh�rde zur�ckzuweisen (vgl. Ulrich Zimmerli/Walter K�lin/Regina Kiener, Grundlagen des �ffentlichen Verfahrensrechts, Bern 1997, S. 101 f.).
1.5 Der Beschwerdef�hrer hat nach Ablauf der Beschwerdefrist in einer neuen Eingabe an das Bundesgericht seinen Standpunkt bekr�ftigt, der gemessene CDT-Wert sei nicht verl�sslich. Er beruft sich hief�r auf neue Werte, die vom Laborinstitut unter Anwendung einer neuen Messmethode erzielt wurden.
Im Lichte von Art. 108 Abs. 2 OG sind im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde grunds�tzlich nur solche Eingaben zu ber�cksichtigen, welche dem Gericht innert der gesetzlichen Frist vorliegen. Anders verh�lt es sich lediglich dann, wenn die nach Ablauf der Beschwerdefrist oder nach Abschluss eines zweiten Schriftenwechsels unaufgefordert eingereichten Schriftst�cke neue erhebliche Tatsachen oder schl�ssige Beweismittel enthalten, welche eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen verm�chten (vgl. BGE 127 V 353 E. 3b). Solche Tatsachen werden in der neuen Eingabe des Beschwerdef�hrers nicht vorgebracht. Das ergibt sich im �brigen schon daraus, dass die CDT-Werte, wie in der Literatur �bereinstimmend dargestellt wird, sich nach einer Totalabstinenz von einigen Wochen wieder normalisieren (vgl. hinten E. 6.2.1). Den geltend gemachten Werten kommt mithin, da der Beschwerdef�hrer nach seinen Angaben seit einem drei Viertel Jahr abstinent lebt, keine Aussagekraft zu. Die versp�tet eingereichte Eingabe ist daher nicht zu ber�cksichtigen.
1.6 Im �brigen ist auf die rechtzeitig eingereichte Eingabe des nach Art. 103 lit. a OG legitimierten Beschwerdef�hrers einzutreten.
2.1 Gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG darf der F�hrerausweis nicht erteilt werden, wenn der Bewerber dem Trunke oder anderen die Fahrf�higkeit herabsetzenden S�chten ergeben ist. Wird nachtr�glich festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der F�hrerausweis zu entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Ein solcher Sicherungsentzug dient gem�ss Art. 30 Abs. 1 VZV der Sicherung des Verkehrs vor Fahrzeuglenkern, die aus medizinischen oder charakterlichen Gr�nden, wegen Trunksucht oder anderen S�chten oder wegen einer anderen Unf�higkeit zum F�hren von Motorfahrzeugen nicht geeignet sind.
2.2 Der Sicherungsentzug wegen Trunksucht oder anderer Suchtkrankheiten wird gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 17 Abs. 1bis SVG auf unbestimmte Zeit angeordnet und mit einer Probezeit von mindestens einem Jahr verbunden. Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausweis bedingt und unter angemessenen Auflagen wieder erteilt werden; in der Regel wird hief�r der Nachweis der Heilung durch eine mindestens einj�hrige kontrollierte Abstinenz verlangt. Der Sicherungsentzug greift damit tief in den Pers�nlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung ist daher in jedem Fall und von Amtes wegen eine genaue Abkl�rung der pers�nlichen Verh�ltnisse und insbesondere der Trinkgewohnheiten bzw. der Konsumgewohnheiten anderer Drogen des Betroffenen vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen beh�rdlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umst�nden des Einzelfalles und liegt im pflichtgem�ssen Ermessen der Entzugsbeh�rde. Bei Drogensucht ist die Entzugsbeh�rde in aller Regel verpflichtet, ein gerichtsmedizinisches Gutachten einzuholen. Ein Verzicht auf eine spezial�rztliche Begutachtung ist nur ausnahmsweise, etwa in F�llen offensichtlicher, schwerer Drogenabh�ngigkeit, gerechtfertigt (BGE 127 II 122 E. 3b; 126 II 185 E. 2a und 361 E. 3a; 120 Ib 305 E. 4b, je mit Hinweisen).
3.1 Die Vorinstanz gelangt gest�tzt auf das Gutachten der kantonalen Psychiatrischen Klinik Beverin vom 9. Oktober 2001 zum Schluss, der Beschwerdef�hrer sei nicht geeignet, ein Motorfahrzeug sicher zu f�hren. Zwar verneine das Gutachten eine Alkoholsucht im medizinischen Sinne. Doch bescheinige es dem Beschwerdef�hrer ein verkehrsmedizinisch relevantes Alkoholproblem. Dies reiche f�r einen Sicherungsentzug auf unbestimmte Zeit aus. Denn der Begriff der Trunksucht im strassenverkehrsrechtlichen Sinne decke sich nicht notwendig mit dem medizinischen Begriff der Alkoholsucht. Das Gutachten gr�nde auf den vom Strassenverkehrsamt Graub�nden zur Verf�gung gestellten Unterlagen, den Ergebnissen einer psychiatrischen Untersuchung, dem schriftlichen und m�ndlichen Bericht des Hausarztes sowie den Resultaten der Laboruntersuchungen. Es beruhe mithin auf einer fundierten Entscheidungsgrundlage, und seine fachliche Qualit�t sei in keiner Weise anzuzweifeln. Insgesamt erscheine die Diagnose des Gutachtens als nachvollziehbar und bilde das Resultat einer vertrauensw�rdigen fach�rztlichen Abkl�rung. Es bestehe daher kein Anlass f�r die Einholung eines Obergutachtens. Entbehrlich sei auch eine Befragung des Hausarztes, zumal sowohl dessen schriftlicher Bericht als auch dessen m�ndliche Ausf�hrungen im Gutachten ber�cksichtigt worden seien.
3.2 Das Gutachten der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Beverin vom 9. Oktober 2001 st�tzt sich auf die Angaben des Beschwerdef�hrers zu seiner Biographie, seiner gesundheitlichen Situation, zum Alkoholkonsum und zu den Trunkenheitsfahrten sowie auf den psychischen und k�rperlichen Befund. Es kommt zum Schluss, eine Alkoholabh�ngigkeit im Sinne der internationalen Klassifikation psychischer St�rungen der WHO (ICD-10 Kapitel V [F]; F1x.2) liege beim Beschwerdef�hrer nicht vor. Denn es seien lediglich zwei der sechs Kriterien erf�llt, und zur Diagnose eines Alkoholabh�ngigkeitssyndroms m�ssten drei oder mehr Kriterien gleichzeitig vorhanden sein. Aufgrund der Umst�nde, dass der Beschwerdef�hrer innerhalb von drei Jahren zwei Mal wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilt wurde und der CDT-Wert einen aktiven Alkoholkonsum von mehr als 60 Gramm reinen Alkohols pro Tag ergab, sei aber davon auszugehen, dass er immer wieder gewohnheitsm�ssig getrunken habe und sich aus dieser Gewohnheit nicht aus eigener Willenskraft habe l�sen k�nnen. Die ihm unterbreiteten Fragen beantwortete der Gutachter folgendermassen: Der Beschwerdef�hrer sei nicht trunks�chtig im Sinne der medizinischen Diagnose nach ICD-10. Es habe auch kein sch�dlicher Gebrauch der psychotropen Substanz Alkohol nachgewiesen werden k�nnen. Aufgrund der Tatsachen, dass der Beschwerdef�hrer in seinen Angaben nicht vollumf�nglich glaubhaft erschien, dass der CDT-Wert eindeutig pathologisch war und der Beschwerdef�hrer innert dreier Jahre zwei Mal angetrunken fuhr, sei aber davon auszugehen, dass ein verkehrsmedizinisch relevantes Alkoholproblem vorliege. Der Beschwerdef�hrer sei nicht zu jedem Zeitpunkt in der Lage, Fahren und Trinken zu trennen. Es bestehe somit ein �berproportionales Risiko, dass er sich erneut alkoholisiert ans Steuer eines Autos setzen werde.
3.3 Der Beschwerdef�hrer wendet hiegegen ein, seine Leberwerte gem�ss Laborbericht seien normal gewesen. Der CDT-Marker weise erst bei einem Wert �ber 6% auf einen t�glichen Konsum reinen Alkohols von mehr als 60 Gramm w�hrend mehr als einer Woche hin. Es sei unbestritten, dass der CDT-Test falsche Ergebnisse liefern k�nne. Ob bei ihm etwaige St�rfaktoren vorl�gen, sei - trotz der normalen Leberwerte und des Ausschlusses der Diagnose einer Alkoholabh�ngigkeit - nicht gepr�ft worden. Insbesondere habe der Gutachter seine fr�heren Krankheiten, namentlich die fr�here Hepatitiserkrankung nicht abgekl�rt und es unterlassen, Ausk�nfte in seinem pers�nlichen beruflichen und famili�ren Umfeld einzuholen. Auch sei der CDT-Wert nur ein einziges Mal gemessen worden. Bei der gegebenen Sachlage h�tten weitere Tests und Untersuchungen durchgef�hrt werden m�ssen. Schliesslich sei auch der Strafrichter von einer g�nstigen Prognose ausgegangen und habe ihm den bedingten Strafvollzug gew�hrt. Aus diesen Gr�nden h�tte der Antrag auf ein Zweitgutachten gutgeheissen, mindestens aber h�tte ihm Gelegenheit zur Stellung von Erg�nzungsfragen einger�umt werden m�ssen.
4.1 Der Sicherungsentzug gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 17 Abs. 1bis SVG setzt das Vorliegen einer Sucht voraus. Trunksucht wird bejaht, wenn der Betreffende regelm�ssig so viel Alkohol konsumiert, dass seine Fahrf�higkeit vermindert wird und er diese Neigung zum �berm�ssigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu �berwinden oder zu kontrollieren vermag. Er muss mithin in einem Masse abh�ngig sein, dass er mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere F�hren nicht mehr gew�hrleistet. Nach der Rechtsprechung darf auf fehlende Fahreignung geschlossen werden, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Alkohol- bzw. Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGE 127 II 122 E. 3c S. 126).
Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen Begriff der Alkoholabh�ngigkeit. Wie die Vorinstanz zu Recht annimmt, erlaubt dieses Verst�ndnis der Trunksucht, auch bloss suchtgef�hrdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, vom F�hren eines Motorfahrzeugs fern zu halten (vgl. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, N. 2098; Rolf Seeger, Fahreignung und Alkohol, in: Probleme der Verkehrsmedizin, hrsg. vom Institut f�r Rechtsmedizin der Universit�t Z�rich, 1999, S. 10).
4.2 Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei einer Person, bei der die Blutalkoholkonzentration 2,5 und mehr Promille betr�gt, eine medizinische Fahreignungsuntersuchung anzuordnen, auch wenn sie w�hrend der letzten f�nf Jahre vor der aktuellen Trunkenheitsfahrt keine einschl�gige Widerhandlung begangen hat. Das Bundesgericht nahm an, wer eine derart hohe Blutalkoholkonzentration aufweise, verf�ge �ber eine so grosse Alkoholtoleranz, dass in aller Regel auf eine Alkoholabh�ngigkeit geschlossen werden m�sse (BGE 126 II 185 E. 2d und e). Zum selben Ergebnis ist es bei einem Lenker gelangt, der ein erstes Mal mit mindestens 1,74 Promille gefahren ist und sich rund ein Jahr sp�ter wiederum des Fahrens in angetrunkenem Zustand, mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,79 Promille, schuldig gemacht hat (BGE 126 II 361 E. 3c).
4.3 Bei der Frage, von welchem Blutalkoholgehalt im Verfahren des Sicherungsentzugs auszugehen ist, findet der Grundsatz der Unschuldsvermutung - anders als beim Schuldspruch wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und beim Warnungsentzug, der eine schuldhafte Verletzung einer Verkehrsregel voraussetzt, angesichts der unterschiedlichen Zielsetzung keine Anwendung (BGE 122 II 359 E. 2c). Daraus ergibt sich, dass der Maximalwert der beim Beschwerdef�hrer gemessenen Blutalkoholkonzentration durchaus Bedeutung erlangen kann. In diesem Sinne ist das Bundesgericht denn auch in zwei fr�heren Entscheiden zum Sicherungsentzug wegen Trunksucht von einer mittleren Blutalkoholkonzentration ausgegangen (BGE 125 II 396, Sachverhalt A und E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6A.106/2001 vom 26 November 2001, E. 3c/bb).
5.1 Die Blutalkoholbestimmung des Instituts f�r Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen ergab einen auf die Trunkenheitsfahrt r�ckgerechneten minimalen Alkoholisierungsgrad des Beschwerdef�hrers von 1,68 Promille und einen Maximalwert von 2,11 Promille. Als Zeitpunkt des Ereignisses bzw. der Trunkenheitsfahrt wird 07.25 Uhr, als Zeitpunkt des Trinkendes (gest�tzt auf die Aussagen des Beschwerdef�hrers) 00.00 Uhr angegeben.
5.2 Aufgrund der Anzeichen, namentlich des �rztlichen Untersuchungsbefunds anl�sslich der Blutentnahme und der hohen Blutalkoholkonzentration, die - wollte man sie auf das Trinkende zur�ckrechnen - Werte von rund 2,2 Promille (minimales Analyseergebnis, l�ngstm�gliche Resorptionszeit, st�ndlicher Abbauwert von 0,1 Promille) bis 3,5 Promille (maximales Analyseergebnis, k�rzestm�gliche Resorptionszeit, maximaler st�ndlicher Abbauwert von 0,2 Promille und Sicherheitszuschlag von 0,2 Promille) ergeben w�rden (vgl. Klaus Foerster, St�rungen durch psychotrope Substanzen, in: Venzlaff/Foerster, Psychiatrische Begutachtung, 3. Aufl. 2000, S. 165; Peter Hentschel, Trunkenheit, Fahrerlaubnisentziehung, Fahrverbot, 8. Aufl. 2000, N. 90 ff.), muss hier von einer auff�lligen Alkoholtoleranz (Giftfestigkeit) des Beschwerdef�hrers ausgegangen werden. Das ergibt sich auch, wie im Schrifttum vorgebracht wird, aus dem Umstand, dass bei Blutalkoholkonzentrationswerten �ber 1,6 Promille - namentlich bei Fehlen ad�quater Ausfallerscheinungen - eine regelm�ssige, h�ufig schwere gesundheitliche Belastungen nach sich ziehende Alkoholaufnahme von wesentlich mehr als 80 Gramm Alkohol t�glich �ber l�ngere Zeitr�ume anzunehmen ist (Egon Stephan, Trunkenheitsdelikte im Verkehr, AJP 1994 S. 453; vgl. auch Leitfaden "Verdachtsgr�nde fehlender Fahreignung" der Expertengruppe Verkehrssicherheit des Eidgen�ssischen Departementes f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation vom 26. April 2000, S. 4). Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die Beh�rden dem Beschwerdef�hrer vorsorglich den F�hrerausweis entzogen und seine Fahreignung abgekl�rt haben. Dies wird vom Beschwerdef�hrer auch nicht in Frage gestellt.
Zu pr�fen ist im Folgenden, ob die Vorinstanz die Fahreignung des Beschwerdef�hrers zu Recht verneint bzw. ob das eingeholte verkehrsmedizinische Gutachten eine hinreichend verl�ssliche Grundlage f�r diesen Entscheid bildet.
6.1 Das Gutachten begr�ndet die Annahme eines verkehrsmedizinisch relevanten Problems beim Beschwerdef�hrer im Wesentlichen mit seiner mangelnden Glaubw�rdigkeit, mit dem zweimaligen Fahren in angetrunkenem Zustand innerhalb von drei Jahren und dem in der Laboruntersuchung ermittelten CDT-Wert. Im Einzelnen ergab die Laboruntersuchung der Leberwerte gem�ss Gutachten f�r die -GT einen Wert von 50 U/l (Units pro Liter), f�r die GOT einen solchen von 46 U/l und f�r die GPT von 31 U/l. Diese Werte interpretierte der Gutachter als grenzwertig, aber noch in der Norm. Die Messung des CDT ergab einen Wert von 6%, welchen der Experte nach dem geltenden Referenzbereich als pathologisch wertete. Nach seiner Auffassung deutet dies auf einen Konsum von t�glich mehr als 60 Gramm reinen Alkohols w�hrend der letzten drei Wochen vor dem Test hin.
6.2.1 Die Abkl�rung eines gesundheitssch�dlichen Alkoholkonsums erfordert zun�chst eine Laboruntersuchung, bei der die biologischen Alkohol(missbrauchs)marker CDT, MCV, -GT, GOT (AST) und GPT (ALT) gemessen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.111/2000 vom 20. M�rz 2001, E. 4c und d; vgl. auch Leitfaden "Verdachtsgr�nde fehlender Fahreignung", S. 17, Anhang 3).
In der medizinischen Literatur wird die Messung des konventionellen Markers -GT (Gamma-Glutamyl-Transferase; GGT) als der heute am h�ufigsten eingesetzte Einzeltest zur Diagnostik �berm�ssigen Alkoholkonsums beschrieben. Erh�hte Werte gelten - namentlich bei gleichzeitiger pathologischer Erh�hung anderer leberzellspezifischer Enzyme (GOT [AST], GPT [ALT]) als Ausdruck einer Sch�digung der Leberzellen. Der Marker ist daher ein indirekter Indikator f�r �berh�hten Alkoholkonsum, da eine Organsch�digung vorliegen muss, ehe im Blut ein Anstieg der -GT-Werte sichtbar wird (Lutz G. Schmidt, Biologische Marker des Alkoholismus und alkoholassoziierter Organsch�den, in: Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten, hrsg. von M. V. Singer und S. Teyssen, Berlin/Heidelberg 1999, S. 124 f.; Tilman Wetterling/Clemens Veltrup, Diagnostik und Therapie von Alkoholproblemen, Berlin etc. 1997, S. 11 f.).
Als Nachweis eines l�ngeren �berm�ssigen Alkoholkonsums (�ber die Dauer von etwa sechs Wochen bei einem t�glichen Konsum von 60 Gramm Alkohol) gilt auch die Erh�hung des MCV-Werts (mittleres korpuskul�res Erythrozytenvolumen [rote Blutk�rperchen]). Wenn sowohl -GT als auch MCV erh�ht sind, wird ein exzessiver Alkoholkonsum als sehr wahrscheinliche Ursache angesehen (Seeger, a.a.O., S. 13; Schmidt, a.a.O., S. 125).
Als neuerer Marker zum Nachweis von chronischem Alkoholmissbrauch und namentlich zur �berwachung einer Alkoholabstinenz wird in den letzten Jahren zunehmend der Marker CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin) im Blut gemessen. Der Test kn�pft daran an, dass nach regelm�ssigem Alkoholgenuss von t�glich mehr als 60 Gramm �ber eine relativ kurze Trinkdauer (etwa 14 Tage) im Blut vermehrt besch�digte Molek�le des eisentransportierenden Proteins Transferrin gefunden werden (teilweise oder vollst�ndig fehlende Sialins�urereste). Je nach Testverfahren wird CDT als Units pro Liter (U/l) angegeben oder wird der Anteil von CDT auf das gesamte Transferrin bezogen und als Prozentwert aufgef�hrt. Die Referenzwerte h�ngen von der Messmethode ab. Meist gelten Werte �ber 3% oder �ber 6%-CDT - jedenfalls bei M�nnern - als pathologisch (M. Soyka/G. Koller, Klassifikation von Missbrauch und Abh�ngigkeit: Diagnostik aus psychiatrischer Sicht, in: M. Soyka [Hrsg.], Klinische Alkoholismusdiagnostik, Darmstadt 1999, S. 72; Thomas Gilg, Einsatzm�glichkeiten von CDT in der Rechts- und Verkehrsmedizin, in: M. Soyka [Hrsg.], Klinische Alkoholismusdiagnostik, Darmstadt 1999, S. 120). Als seltene Ursachen f�r falsche positive Resultate werden u.a. schwere Leberinsuffizienzen (prim�r bili�re Zirrhose, alkoholische oder viral bedingte Leberzirrhose, prim�res Leberzellkarzinom oder chronisch aktive Hepatitis) genannt. Nach ca. einer bis drei Wochen Alkoholabstinenz normalisiert sich der CDT-Wert wieder. Die Halbwertszeit betr�gt 14 Tage (Seeger, a.a.O., S. 13; Schmidt, a.a.O., S. 126). In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass der CDT-Wert auf die Aussage beschr�nkt ist, dass in den vorangegangenen mindestens zwei bis drei Wochen ein regelm�ssiger und praktisch t�glicher Alkoholkonsum von zumindest 50-60 Gramm erfolgte (Thomas Gilg, Rechtsmedizinische Aspekte von Alkohol und Alkoholismus, in: Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten, Hrsg. von M. V. Singer und S. Teyssen, Berlin/Heidelberg 1999, S. 548; ders., Einsatzm�glichkeiten von CDT in der Rechts- und Verkehrsmedizin, a.a.O., S. 121, 126 f.). Auf der anderen Seite zeigt der Alkohol(missbrauchs)marker kurze Alkoholexzesse nicht an (Wetterling/Veltrup, a.a.O., S. 14).
6.2.2 Nach dem Gutachten liegen beim Beschwerdef�hrer die -GT und die anderen erhobenen Enzymwerte innerhalb der Norm. Das MCV wurde offenbar nicht gemessen. Der einzige erh�hte Wert wurde, ausgehend von einem Referenzwert von weniger als 2,6-3%, beim CDT festgestellt. Aus den obstehenden Erw�gungen ergibt sich, dass ein pathologischer CDT-Wert allein noch nicht den Schluss auf eine Alkoholabh�ngigkeit erlaubt (vgl. E. 6.2.1). In diesem Sinne hat der Kassationshof in einem nicht publizierten Entscheid festgehalten, ein erh�hter CDT-Wert sei mit Zur�ckhaltung zu w�rdigen, namentlich wenn die �brigen Laborwerte keine pathologische Erh�hung zeigten und der Sachverst�ndige eine Alkoholabh�ngigkeit im Sinne der ICD-10 verneine (Urteil des Bundesgerichts 6A.111/2000 vom 20. M�rz 2001, E. 4d).
Bei einer solchen Konstellation kommt den weiteren, f�r den Nachweis der Trunksucht erforderlichen Abkl�rungen besondere Bedeutung zu. Dazu geh�ren etwa eine gr�ndliche Pr�fung der pers�nlichen Verh�ltnisse, welche namentlich die Einholung von Fremdberichten von Hausarzt, Arbeitgeber und Familienangeh�rigen etc. umfasst, eine einl�ssliche Aufarbeitung der konkreten Trunkenheitsfahrten, eine Alkoholanamnese, d.h. die Erforschung des Trinkverhaltens (Trinkgewohnheiten und Trinkmuster) des Betroffenen und seine subjektive Einstellung dazu, sowie eine umfassende, eigens vorzunehmende k�rperliche Untersuchung mit besonderer Ber�cksichtigung von alkoholbedingten Hautver�nderungen etc. (vgl. Leitfaden "Verdachtsgr�nde fehlender Fahreignung", S. 17, Anhang 3; ferner Seeger, a.a.O., S. 11 ff.). Solche verl�ssliche, die Laborwerte erg�nzende zus�tzliche Abkl�rungen wurden hier unterlassen oder nur in nicht ausreichendem Umfang getroffen.
Wohl hat der Gutachter die Angaben des Beschwerdef�hrers zu seiner gesundheitlichen Situation, zum Alkoholkonsum und zu den Trunkenheitsfahrten festgehalten. Das blosse protokollartige Festhalten dieser Aussagen, ohne Vorhaltung etwa des bei der zweiten Fahrt in angetrunkenem Zustand gemessenen erheblichen Blutalkoholwerts, erlaubt aber keine besonderen Erkenntnisse. Keine Aussagekraft kommt auch dem Bericht des Hausarztes �ber die k�rperliche Untersuchung des Beschwerdef�hrers zu. Dieser beschr�nkte sich einerseits darauf, auf einem Rezeptzettel handschriftlich festzuhalten, die Untersuchung habe keine pathologischen Ver�nderungen gezeigt, und andererseits darauf, auf telefonische Anfrage hin die Laborwerte durchzugeben. Bei dieser Sachlage gr�ndet der Gutachter seinen Schluss letztlich lediglich auf den Umstand, dass der Beschwerdef�hrer zwei Mal in angetrunkenem Zustand gefahren ist und "in seinen Angaben nicht vollumf�nglich glaubhaft erschien". Dies gen�gt nicht. Der R�ckfall beim Fahren in angetrunkenem Zustand allein l�sst keinen zwingenden R�ckschluss auf eine die Fahreignung ausschliessende Alkoholproblematik zu, auch wenn die H�he der Blutalkoholkonzentration bei der Trunkenheitsfahrt, namentlich wenn sie, wie hier, auf normabweichende Trinkgewohnheiten hindeutet, durchaus einen wesentlichen Anhaltspunkt f�r eine Suchtproblematik bildet. Allerdings verleiht der erstmalige R�ckfall auch nicht, wie der Beschwerdef�hrer wohl mit Blick auf die �berkommene "10-Jahres-Regel" f�lschlicherweise annimmt (vgl. BGE 104 Ib 46 E. 3a S. 48; Schaffhauser, a.a.O., N. 2105 ff.), einen Anspruch auf einen zweiten Warnungsentzug. Auf einen Alkoholmissbrauch l�sst sich endlich auch nicht von der angeblichen Uneinsichtigkeit des Beschwerdef�hrers schliessen. Wenn das blosse Leugnen eines �berm�ssigen unkontrollierten Alkoholkonsums ein Hinweis f�r eine Suchtproblematik w�re, m�sste eine solche bereits feststehen. Das ist hier gerade nicht der Fall.
Die Vorinstanz h�tte daher nicht allein gest�tzt auf das eingeholte verkehrsmedizinische Gutachten die Fahreignung des Beschwerdef�hrers verneinen d�rfen. Vielmehr h�tte es f�r einen solchen Schluss weiterer Sachverhaltsfeststellungen bedurft. Die Beschwerde erweist sich insoweit als begr�ndet. Dies f�hrt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids und R�ckweisung der Sache an das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden zur erneuten Abkl�rung der Fahreignung des Beschwerdef�hrers unter allf�lliger Einholung eines Obergutachtens.
Im Folgenden sind nur mehr die R�gen zu behandeln, an deren Beurteilung im Hinblick auf das wiederaufzunehmende kantonale Verfahren ein Interesse besteht.
7.1.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden habe die dem Gutachter unterbreiteten Fragen suggestiv formuliert und ihm klar und deutlich "in den Mund gelegt", dass bei ihm eine psychische Alkoholabh�ngigkeit vorliege. Aus der weiteren Fragestellung ergebe sich zudem, dass das Amt schon im Zeitpunkt der Auftragserteilung zu einem Sicherungsentzug entschlossen gewesen sei. Der Gutachter sei damit zu einer reinen best�tigenden Hilfsperson der Administrativbeh�rde geworden. Das eingeholte Gutachten sei daher nicht neutral gewesen.
7.1.2 Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegr�ndet. In der Auftragserteilung zur Abkl�rung der Fahreignung unterbreitete das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden dem Gutachter zun�chst die Frage, ob der Beschwerdef�hrer trunks�chtig und deshalb behandlungsbed�rftig sei. Im Anschluss an diese Frage f�hrte es den Begriff der Trunksucht im rechtlichen Sinne unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis n�her aus. In der zweiten Expertenfrage ersucht das Strassenverkehrsamt um Auskunft dar�ber, wie lange der Beschwerdef�hrer alkoholabstinent leben m�sste, bis ihm der F�hrerausweis wieder erteilt werden d�rfe. Im Anschluss an die Frage weist das Amt darauf hin, dass der Beschwerdef�hrer wegen der R�ckf�lligkeit gegebenenfalls mit einer Probezeit bzw. Bew�hrungsfrist gem�ss Art. 17 Abs. 1bis SVG von mindestens 16 Monaten zu rechnen h�tte.
Aus der Art und Weise, wie die Fragen formuliert und aufgebaut sind, ist ohne weiteres ersichtlich, dass sich die Beantwortung der zweiten Frage nur aufdr�ngt, wenn bei der ersten Frage eine Alkoholsucht bejaht wird. Nur f�r den Fall, dass unter diesen Umst�nden ein Sicherungsentzug anzuordnen w�re, erfolgt der Hinweis auf die Probezeit bzw. Bew�hrungsfrist gem�ss Art. 17 Abs. 1bis SVG. Aus dieser Fragestellung l�sst sich nichts gegen den Beweiswert des Gutachtens ableiten.
Dass die Frage, ob der Beschwerdef�hrer im Sinne von Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG trunks�chtig und behandlungsbed�rftig sei, wie der Beschwerdef�hrer einwendet, eine Rechtsfrage ist, deren Beantwortung der Administrativbeh�rde bzw. dem Richter vorbehalten ist, trifft zu. Der Sachverst�ndige ist lediglich dazu berufen, dem Richter, wo ihm die eigene Fachkenntnis fehlt, die f�r seinen Entscheid notwendigen Grundlagen zu liefern. Indessen l�sst sich aus dieser Frage nicht ableiten, der Anspruch auf ein unparteiisches Gutachten sei verletzt. Denn f�r den Sachverst�ndigen war ohne weiteres ersichtlich, dass er allein mit der Vornahme der medizinischen Abkl�rungen beauftragt war, die Voraussetzung f�r den Entscheid bildeten, ob der Beschwerdef�hrer im rechtlichen Sinne trunks�chtig ist oder nicht. Eine suggestive Fragestellung l�sst sich aus der Erl�uterung des Rechtsbegriffs der Trunksucht und dem Hinweis auf die einschl�gige Rechtsprechung jedenfalls nicht ableiten.
7.2 Soweit der Beschwerdef�hrer beanstandet, der Gutachter sei nicht auf die Wahrheitspflicht und auf die Folgen deren Verletzung gem�ss Art. 307 StGB aufmerksam gemacht worden, kann auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden. Nach der Rechtsprechung setzt Art. 307 StGB f�r die Strafbarkeit keinen Hinweis auf Wahrheitspflicht und Straffolgen voraus. Ob eine Ermahnung zur Wahrheit oder ein Hinweis auf die Straffolgen geboten sind, beurteilt sich nach kantonalem Recht (Urteil des Bundesgerichts 6P.40/2001 vom 14. September 2001, E. 5b). Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann nur die Verletzung von �ffentlichem Recht des Bundes ger�gt werden. Die willk�rliche Anwendung kantonalen Rechts kann im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte geltend gemacht werden. Dass eine derartige Ermahnung nach b�ndnerischem Recht notwendig gewesen w�re und welche Bestimmungen des kantonalen Rechts durch die Unterlassung der Ermahnung willk�rlich verletzt worden sein sollen, f�hrt der Beschwerdef�hrer indes nicht aus.
7.3 Nicht eingetreten werden kann schliesslich auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdef�hrer beanstandet, dass ihm nie Gelegenheit zur Stellung von Erg�nzungsfragen einger�umt worden sei. Nach Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dieser umfasst u.a. das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen). Bei der Einholung von Gutachten hat der Betroffene somit zumindest das Recht, nachtr�glich zur Person und zum Gutachten eines Sachverst�ndigen Stellung zu nehmen und gegebenenfalls Erg�nzungsfragen zu stellen (BGE 125 V 332 E. 4b a.E. S. 337; 120 V 357 E. 1c S. 362; vgl. auch 119 Ia 260 E. 6c). Der Beschwerdef�hrer hat im Verwaltungsverfahren Einsicht in das Gutachten erhalten und dazu eingehend Stellung nehmen k�nnen. Einwendungen gegen die Person des Gutachters oder allf�llige Erg�nzungsfragen wurden darin nicht vorgebracht. Auch in der Beschwerde ans Justiz-, Polizei und Sanit�tsdepartement des Kantons Graub�nden hat er keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r ger�gt. Der kantonale Instanzenzug ist daher insofern nicht ersch�pft.
7.4 Unbegr�ndet ist die Beschwerde schliesslich auch, soweit der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe keine �ffentliche Gerichtsverhandlung durchgef�hrt und damit Art. 30 Abs. 3 BV verletzt.
7.4.1 Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdef�hrer sei weder Berufsfahrer noch habe er gen�gend dargelegt, dass er in beruflicher Hinsicht des F�hrerausweises bed�rfe. Er habe daher keinen Anspruch auf Durchf�hrung einer m�ndlichen Verhandlung.
7.4.2 Gem�ss Art. 6 Ziff. 1 EMRK besteht u.a. in Streitigkeiten �ber zivilrechtliche Anspr�che und Verpflichtungen im mehrinstanzlichen Verfahren Anspruch darauf, dass mindestens einmal vor einem Gericht mit voller Kognition eine �ffentliche Verhandlung stattfindet, sofern die Parteien nicht ausdr�cklich oder stillschweigend darauf verzichten (BGE 125 II 417 E. 4f S. 426; 123 I 87 E. 2b/c S. 89; Villiger, Handbuch der Europ�ischen Menschenrechtskonvention [EMRK], 2. Aufl., Z�rich 1999, N. 444). Der Grundsatz der �ffentlichkeit von Gerichtsverhandlung und Urteilsverk�ndung ist auch in Art. 30 Abs. 3 BV verankert. Dieser Absatz bestimmt allerdings nicht, in welchen F�llen der Beschwerdef�hrer Anspruch auf die Durchf�hrung einer (�ffentlichen) Gerichtsverhandlung hat. Das Bundesgericht hat in einem nicht publizierten Urteil entschieden, dass Art. 30 Abs. 3 BV - jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, vor In-Kraft-Treten der Rechtsweggarantie gem�ss Art. 29a BV - nicht �ber Art. 6 Ziff. 1 EMRK hinausgeht (Urteil des Bundesgerichts 1A.310/2000 vom 3. April 2001, E. 3a).
Nach der Rechtsprechung ist der Entzug des F�hrerausweises zu Warnzwecken ein Entscheid �ber die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit der Folge, dass der Betroffene Anspruch auf eine �ffentliche m�ndliche Verhandlung hat (BGE 121 II 22 und 219 E. 2a). Demgegen�ber verleiht der Sicherungsentzug keinen derartigen Anspruch, soweit jedenfalls der F�hrerausweis nicht - wie bei Berufschauffeuren - unbedingt zur Berufsaus�bung notwendig ist und das Gericht somit nicht �ber zivilrechtliche Anspr�che und Verpflichtungen zu entscheiden hat. Wer sein Fahrzeug lediglich benutzt, um sich an seinen Arbeitsort zu begeben, kann sich somit nicht auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK berufen (BGE 122 II 464 E. 3b und c). Die vom Beschwerdef�hrer gezogene Parallele zum Verfahren bei der f�rsorgerischen Freiheitsentziehung, legt angesichts des Umstands, dass er lediglich in der Ben�tzung seines Fahrzeugs eingesch�nkt ist, keinen anderen Schluss nahe.
Schliesslich liegt im Verzicht auf die Durchf�hrung einer m�ndlichen Verhandlung auch keine Verletzung des kantonalen Rechts. Art. 144 Abs. 1 StPO/GR, welche hier anwendbar ist (Art. 141 Abs. 2 StPO/GR), sieht lediglich vor, dass der Kantonsgerichtspr�sident von Amtes wegen oder auf Antrag eine m�ndliche Berufungsverhandlung durchf�hren kann, wenn die pers�nliche Befragung des Angeklagten f�r die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist. Da der Beschwerdef�hrer seinen Standpunkt in seinen Eingaben in aller Breite darlegen konnte, waren von einer m�ndlichen Befragung keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der Kantonsgerichtspr�sident durfte daher von der Anordnung einer m�ndlichen Verhandlung absehen. Jedenfalls ist dieser Entscheid nicht schlechterdings unhaltbar.
7.5 Soweit der Beschwerdef�hrer zuletzt die Verletzung weiterer durch Bundesverfassung und EMRK garantierter Rechte, namentlich des Willk�rverbots, des Anspruchs auf gerechte Behandlung vor einer Gerichtsinstanz und des Anspruchs auf ein unabh�ngiges und unparteiisches Gericht r�gt, ersch�pft sich seine Beschwerde in einer unzul�ssigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil.
Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Dies f�hrt, wenn das Bundesgericht nicht selbst in der Sache entscheidet, zur Aufhebung und R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz (Art. 114 Abs. 2 OG). Hat diese als Beschwerdeinstanz entschieden, so kann das Bundesgericht die Sache auch an die Beh�rde zur�ckweisen, die in erster Instanz verf�gt hat. Im vorliegenden Fall erscheint es als angebracht, die Sache an das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden zur�ckzuweisen, das in erster Linie zur nochmaligen Abkl�rung der Fahreignung des Beschwerdef�hrers verpflichtet ist. Da der Beschwerdef�hrer obsiegt, ist auf die Erhebung von Kosten zu verzichten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos. Der Kanton Graub�nden hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Kantonsgerichtsausschuss, vom 17. April 2002 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an das Strassenverkehrsamt des Kantons Graub�nden zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer und dem Kantonsgericht von Graub�nden, Kantonsgerichtsausschuss, sowie dem Justiz-, Polizei- und Sanit�tsdepartement Graub�nden und dem Bundesamt f�r Strassen schriftlich mitgeteilt.