Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=299
Timestamp: 2019-02-23 02:53:51
Document Index: 364413265

Matched Legal Cases: ['§ 308', '§ 135', '§\n210', '§ 311', '§ 308', '§ 135', '§ 311', '§ 308', '§ 135', '§ 210']

der andern woche verleget worden, Joh. Lud. Uhl
in der ersten fortsezung des Siegelischen corp. iur.
camb. Leipz. 1758 fol. s. 14.
Zu den meßrechten sind die niderlags- stapel-von den nider-
lags- stapel-
kram-gerech-
tigkeiten der
markt- (§ 308) und kram-gerechtigkeiten nicht zu
rechnen; sondern davon wohl zu unterscheiden; ob
schon die städte ehedem sotane vergünstigungen, und
befugnisse von den Kaisern, zur besörderung der
handelschaft, auch zu irer aufname erlanget haben.
Die handelsstädte, worin nämlich ein grosser und
freier handel mit auswärtigen, auch fremden, zum
nuz der einheimischen handelsleute, und bürger ge-
triben wird, Orth von Reichsmessen etc 238 s.
239 § 135, werden auch emporia genennet (§
210); worunter aber die an der see ligende hande-
lung-treibende städte allein nicht zu verstehen sind;
sondern alle übrige grosse handelsstädte können
darunter begriffen werden; mithin verdinen dije-
nige städte, worin nur blosse messen, und märkte
angeordnet sind, disen namen nicht. Das wort:
emporium wird allso bald in weitläuftiger bedeu-
tung, bald im engern sinne genommen. Jn disem
falle wird die, vermöge eines privilegiens, oder sta-
tuts, den bürgern in der stadt zustehende befugniß:
die von fremden herbei gebrachten, und ausgelege-
ten waaren, auch sachen, allein zu kaufen, welche
so dann die fremde käufer von inen wider kaufen
müssen; wenn sie dergleichen verlangen; mithin
fremde von fremden nicht kaufen dürfen, wie man
in Lübeck, Hamburg, Danzig etc findet. Zu
Frankfurt, Orth von reichsmessen, s. 239 fg., zu
Leipzig etc wird ausser den messen den fremden han-
delsleuten kein handel verstattet. Jmgleichen darf,
inhalts der Schaumburgischen polizei-ordnung,
in der erſten fortſezung des Siegeliſchen corp. iur.
camb. Leipz. 1758 fol. ſ. 14.
Zu den meßrechten ſind die niderlags- ſtapel-von den nider-
lags- ſtapel-
rechnen; ſondern davon wohl zu unterſcheiden; ob
ſchon die ſtaͤdte ehedem ſotane verguͤnſtigungen, und
befugniſſe von den Kaiſern, zur beſoͤrderung der
handelſchaft, auch zu irer aufname erlanget haben.
Die handelsſtaͤdte, worin naͤmlich ein groſſer und
freier handel mit auswaͤrtigen, auch fremden, zum
nuz der einheimiſchen handelsleute, und buͤrger ge-
triben wird, Orth von Reichsmeſſen ꝛc 238 ſ.
210); worunter aber die an der ſee ligende hande-
lung-treibende ſtaͤdte allein nicht zu verſtehen ſind;
ſondern alle uͤbrige groſſe handelsſtaͤdte koͤnnen
nige ſtaͤdte, worin nur bloſſe meſſen, und maͤrkte
angeordnet ſind, diſen namen nicht. Das wort:
emporium wird allſo bald in weitlaͤuftiger bedeu-
tung, bald im engern ſinne genommen. Jn diſem
falle wird die, vermoͤge eines privilegiens, oder ſta-
tuts, den buͤrgern in der ſtadt zuſtehende befugniß:
ten waaren, auch ſachen, allein zu kaufen, welche
ſo dann die fremde kaͤufer von inen wider kaufen
muͤſſen; wenn ſie dergleichen verlangen; mithin
fremde von fremden nicht kaufen duͤrfen, wie man
in Luͤbeck, Hamburg, Danzig ꝛc findet. Zu
Frankfurt, Orth von reichsmeſſen, ſ. 239 fg., zu
Leipzig ꝛc wird auſſer den meſſen den fremden han-
delsleuten kein handel verſtattet. Jmgleichen darf,
inhalts der Schaumburgiſchen polizei-ordnung,
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[275/0299] und freiheiten der ſtaͤdte. der andern woche verleget worden, Joh. Lud. Uhl in der erſten fortſezung des Siegeliſchen corp. iur. camb. Leipz. 1758 fol. ſ. 14. § 311 Zu den meßrechten ſind die niderlags- ſtapel- markt- (§ 308) und kram-gerechtigkeiten nicht zu rechnen; ſondern davon wohl zu unterſcheiden; ob ſchon die ſtaͤdte ehedem ſotane verguͤnſtigungen, und befugniſſe von den Kaiſern, zur beſoͤrderung der handelſchaft, auch zu irer aufname erlanget haben. Die handelsſtaͤdte, worin naͤmlich ein groſſer und freier handel mit auswaͤrtigen, auch fremden, zum nuz der einheimiſchen handelsleute, und buͤrger ge- triben wird, Orth von Reichsmeſſen ꝛc 238 ſ. 239 § 135, werden auch emporia genennet (§ 210); worunter aber die an der ſee ligende hande- lung-treibende ſtaͤdte allein nicht zu verſtehen ſind; ſondern alle uͤbrige groſſe handelsſtaͤdte koͤnnen darunter begriffen werden; mithin verdinen dije- nige ſtaͤdte, worin nur bloſſe meſſen, und maͤrkte angeordnet ſind, diſen namen nicht. Das wort: emporium wird allſo bald in weitlaͤuftiger bedeu- tung, bald im engern ſinne genommen. Jn diſem falle wird die, vermoͤge eines privilegiens, oder ſta- tuts, den buͤrgern in der ſtadt zuſtehende befugniß: die von fremden herbei gebrachten, und ausgelege- ten waaren, auch ſachen, allein zu kaufen, welche ſo dann die fremde kaͤufer von inen wider kaufen muͤſſen; wenn ſie dergleichen verlangen; mithin fremde von fremden nicht kaufen duͤrfen, wie man in Luͤbeck, Hamburg, Danzig ꝛc findet. Zu Frankfurt, Orth von reichsmeſſen, ſ. 239 fg., zu Leipzig ꝛc wird auſſer den meſſen den fremden han- delsleuten kein handel verſtattet. Jmgleichen darf, inhalts der Schaumburgiſchen polizei-ordnung, cap. von den nider- lags- ſtapel- kram-gerech- tigkeiten der ſtaͤdte. S 2
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 275. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/299>, abgerufen am 23.02.2019.