Source: http://dedocz.com/doc/368191/abc-der-kinderrechte-%232--b-wie-bildungsziele---die-allgem..
Timestamp: 2016-10-27 18:50:41
Document Index: 71506832

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 2', 'Art. 29', 'Art. 28', 'Art. 3', 'Art. 29', 'Art. 13', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 29', 'Art. 23', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 17', 'Art. 4', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 12', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29']

ABC der Kinderrechte #2: B wie Bildungsziele - Die Allgemeine
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ABC der Kinderrechte #2
Die Allgemeine Bemerkung Nr. 1 des UN-Kinderrechtsausschusses leicht gemacht
■■ e inen  Kurz&uuml;berblick &uuml;ber das Thema der Allgemeinen Bemerkung Nr. 1 und ihrer Rechtsgrundlage;
■■ eine Zusammenstellung der  wesentlichen Inhalte der Allgemeinen Bemerkung Nr. 1;
■■ einen Auszug des relevanten  Artikels der KRK
und eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die  Staatenpflichten.
In der  Allgemeinen Bemerkung Nr. 1 vom 17. April
2001 betont der  UN-Kinderrechtsausschuss die
Bedeutung des diskriminierungsfreien Zugangs zu
Bildung f&uuml;r alle und die Bedeutung von Qualit&auml;t in der
Bildung (Art. 28 und 29 (1) der  UN-Kinderrechtskonvention, kurz: KRK). Gem&auml;&szlig; der KRK m&uuml;ssen Vertragsstaaten die folgenden Ziele bei der Schaffung
ihres Bildungssystems verfolgen: Die ganzheitliche
Entfaltung des vollen Potenzials des Kindes, einschlie&szlig;lich der Vermittlung der Achtung von Menschenrechten, ein gest&auml;rktes Identit&auml;ts- und Zugeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl sowie die Sozialisierung des Kindes und
seine Interaktion mit anderen Menschen und der Umwelt. Somit sollte Bildung &uuml;ber blo&szlig;e Wissensvermittlung hinausgehen; sie sollte das Kind erm&auml;chtigen, das
gesamte Spektrum der Menschenrechte wahrzunehmen und eine Kultur f&ouml;rdern, die von menschenrechtlichen Werten gepr&auml;gt ist und jedem erlaubt, ein erf&uuml;lltes und befriedigendes Leben innerhalb der
Gesellschaft zu f&uuml;hren. Der UN-Kinderrechtsausschuss
erkl&auml;rt zudem, was es bedeutet, diese breit gef&auml;cherten Ziele im schulischen Umfeld umzusetzen und wie
eine auf diese Ziele ausgerichtete Bildung die Rechte
und die W&uuml;rde von Kindern sowie eine Menschenrechtskultur insgesamt f&ouml;rdern kann.
Die Allgemeine Bemerkung Nr. 1 bezieht sich insbesondere auf Art. 29 (1) der KRK. W&auml;hrend Art. 28 das
Recht des Kindes auf Zugang zu Bildung beinhaltet
und Vertragsstaaten dazu verpflichtet, progressive
Schritte zur Umsetzung dieses Rechts zu unternehmen, legt Art. 29 (1) die Bildungsziele deutlich dar und
unterstreicht das Recht auf eine qualitativ hochwertige Bildung.
■■ Ausarbeitung eines umfassenden Aktionsplans,
um die Umsetzung des Art. 29 (1) zu f&ouml;rdern und
zu &uuml;berwachen (monitoring). Falls ein solcher Plan
Teil eines nationalen Aktionsplans ist, zum Beispiel
f&uuml;r Kinder oder Menschenrechtsbildung im Allgemeinen, muss auf alle die in Art. 29 (1) behandelten Themen eingegangen werden, und zwar aus
der Perspektive des Kindes.
■■ Entwicklung von Instrumenten zur Messung von
Fortschritten bei der Umsetzung von Art. 29 (1),
wie zum Beispiel Erhebungen, die die Auffassung
aller in der Bildung beteiligten Akteure ber&uuml;cksichtigen, einschlie&szlig;lich der von Sch&uuml;lerinnen und
Sch&uuml;lern, Jugendlichen, die die Schule abgebrochen haben, Lehrkr&auml;fte, jungen Aktivistinnen und
Aktivisten, Eltern und Mitarbeitenden der
Bildungsverwaltung und -aufsicht.
■■ Schaffung eines &Uuml;berpr&uuml;fungsverfahrens zur Reaktion auf bestehende politische Programme oder
Praktiken, die nicht in Einklang mit Art. 29 (1) stehen. Bereits bestehende Verwaltungsorgane oder
k&ouml;nnten mit diesem Verfahren beauftragt werden.
■■ Gestaltung von Bildungsprogrammen zur F&ouml;rderung der in Art. 29 (1) festgeschriebenen Werte.
Diese sollten bei systematischen Menschenrechtsverletzungen immer ein Teil der Standardma&szlig;nahmen sein. Es sollen Lehrmethoden erforscht und
angewendet werden, die sich positiv auf die
Verwirklichung der Rechte der UN-Kinderrechtskonvention auswirken.
■■ F&ouml;rderung der Partizipation von Kindern im
Schulalltag, auch bei Disziplinarma&szlig;nahmen, als
Teil des Prozesses, in dessen Rahmen Kinder die
Verwirklichung von Rechten erlernen und erfahren.
Bemerkung Nr. 1
Zugang zu Bildung f&uuml;r alle ist notwendig, um das
Recht auf Bildung zu verwirklichen. Allerdings ist die
Qualit&auml;t der Bildung genauso bedeutend. Art. 29 (1)
verdeutlicht, dass Bildung die zentralen Werte der
UN-Kinderrechtskonvention f&ouml;rdern muss, n&auml;mlich die
allen Kindern eigene Menschenw&uuml;rde und ihre gleichen, unver&auml;u&szlig;erlichen Menschenrechte. Daher st&auml;rkt
Art. 29 (1) die anderen Rechte und Verpflichtungen
der KRK. Zum einen st&uuml;tzt er die allgemeinen Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention: Nicht&shy;
diskriminierung, das Kindeswohl, das Recht des Kindes
auf Leben, &Uuml;berleben und Entwicklung sowie das
Recht geh&ouml;rt zu werden (Art. 2, 3, 6 und 12). Zum anderen erg&auml;nzt Art. 29 (1) andere Rechte, wie das Recht
auf Bildung (Art. 28).
1. Wie f&ouml;rdert Bildung das Recht des Kindes
auf eine ganzheitliche Entwicklung?
In Einklang mit dem Kindeswohl und dem Recht des
Kindes auf Entwicklung (Art. 3 und 6) f&ouml;rdert Bildung
die ganzheitliche Entfaltung der individuellen Pers&ouml;nlichkeit eines Kindes, seine Begabung und die Entwicklung von F&auml;higkeiten. Bildung vermittelt einem Kind
Grundwissen und Fertigkeiten. Das &uuml;bergeordnete Ziel
von Bildung besteht jedoch darin, die F&auml;higkeiten und
M&ouml;glichkeiten von Kindern zu maximieren, damit sie
in vollem Umfang und verantwortungsbewusst in der
Gesellschaft teilnehmen k&ouml;nnen. Sie dient dazu, das
Kind zu erm&auml;chtigen, ein erf&uuml;lltes und befriedigendes
Leben in einer friedlichen und freien Gesellschaft zu
f&uuml;hren, seine oder ihre Menschenrechte zu verwirklichen und f&uuml;r unsere Gesellschaft wichtige nat&uuml;rliche
Ressourcen zu wahren.
In der Schule und innerhalb ihrer Familien und Gemeinschaften sollten Kinder folgende Fertigkeiten erlernen: gewaltfreie Konfliktl&ouml;sung, Treffen von ausgewogenen Entscheidungen, kritisches und kreatives
Denken und einen gesunden Lebensstil. Ein alleiniger
Fokus auf Wissensvermittlung in Verbindung mit einer
&uuml;berm&auml;&szlig;igen Arbeitsbelastung und Konkurrenzdruck
kann die Entwicklung des Potentials des Kindes negativ beeinflussen. Stattdessen sollte Bildung kinderfreundlich, human, inspirierend und motivierend sein.
Menschenrechtsbildung ist ebenfalls Gegenstand von
Art. 29 (1). Menschenrechtsbildung umfasst das Wissen um Menschenrechte und ihrer praktischen Anwendung, auch in der Schule. Sie ist ein lebenslanger
2. Wie finden die Menschenrechte von
Kindern in der Schule Anwendung?
Auch in der Schule gelten Menschenrechte f&uuml;r Kinder,
wie die Rechte auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung und Gedankenfreiheit und das Recht auf Zugang zu Information (Art. 13, 14, 17). Schulen m&uuml;ssen kinderfreundlich sein, um die kindliche Entwicklung und das
Wohl des Kindes zu f&ouml;rdern (Art. 3 und 6). Um Achtung gegen&uuml;ber Menschenrechten zu entwickeln und
das Kind auf ein Leben in einer freien Gesellschaft
vorzubereiten, sollten Schulen die aktive Partizipation
des Kindes in der Gestaltung des Schulalltags f&ouml;rdern,
damit er oder sie die Verwirklichung von Rechten
erlernt und erf&auml;hrt. Bildung muss daneben Gewaltlosigkeit f&ouml;rdern; k&ouml;rperliche Bestrafung und Mobbing sind unvereinbar mit der Achtung der W&uuml;rde des
Die UN-Kinderrechtskonvention basiert auf dem Verst&auml;ndnis, dass jedes Kind spezielle Begabungen, F&auml;higkeiten, Interessen, Eigenschaften und Lernbed&uuml;rfnisse hat. Um das Kindeswohl und die kindliche
Entwicklung zu f&ouml;rdern, muss Bildung deshalb auf die
verschiedenen Bed&uuml;rfnisse unterschiedlicher Kinder
zugeschnitten sein. Zudem muss ihr jeweiliger sozialer, kultureller, umweltbedingter und wirtschaftlicher
Kontext ber&uuml;cksichtigt werden.
Diskriminierung (definiert in Art. 2) kann es dem Kind
stark erschweren, Bildungschancen zu nutzen. So
st&auml;rkt ein Lehrplan, der die Ungleichheit der Geschlechter bewirbt, die Diskriminierung aufgrund des
Geschlechts; ein unsicheres und wenig einladendes
Schulumfeld h&auml;lt M&auml;dchen h&auml;ufig vom Schulbesuch
ab. Diskriminierung auf Grund einer Behinderung oder
HIV/AIDS ist ebenfalls unvereinbar mit einer Bildung,
die auf die Entfaltung des vollen Potenzials eines jeden Kindes abzielt. Demgegen&uuml;ber kann Bildung, die
den Respekt gegen&uuml;ber Unterschieden f&ouml;rdert und
Vorurteilen entgegentritt, dazu beitragen, Rassismus
und Fremdenfeindlichkeit zu beseitigen. Daher sch&uuml;tzt
Art. 29 (1) auch die sprachlichen und kulturellen Rechte von Kindern von Minderheiten sowie die Rechte von
Kindern mit Behinderungen (Art. 23 und 30).
Art. 29 (1) erfordert zudem Bewusstsein f&uuml;r Probleme,
die Kinder in der eigenen Gemeinschaft haben, einschlie&szlig;lich Praktiken, die nicht mit Menschenrechten
vereinbar sind. Solche Herausforderungen werden am
besten im Geiste der Menschenrechte und des Dialogs
bew&auml;ltigt. Dabei ist ein ausgeglichener Respekt f&uuml;r
eigene Traditionen und solche, die anders leben, zu
vermitteln. Wenn Kinder so erzogen werden, k&ouml;nnen
sie eine bedeutende Rolle bei der &Uuml;berbr&uuml;ckung der
vielen Unterschiede spielen, die Gruppen historisch
voneinander getrennt haben. Die Achtung verschiedener Werte sollte &uuml;berall dort, wo Kinder lernen, gef&ouml;rdert werden und nicht allein in der Schule.
3. Was sollten Staaten zur Umsetzung von
Artikel 29 (1) tun?
Die allgemeinen Bestimmungen des Art. 29 (1) m&uuml;ssen in Gesetze und/oder in Verwaltungsrichtlinien aufgenommen werden. Vertragsstaaten sollten Lehrpl&auml;ne
und -materialien sowie Schulpolitiken systematisch
&uuml;berpr&uuml;fen und Lehrkr&auml;fte und Mitarbeitende der Bildungsverwaltung darin schulen, diese Werte im Unterricht zu veranschaulichen. Vertragsstaaten sollten
einen umfassenden Aktionsplan entwickeln. Dieser
kann Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Plans, z.B. f&uuml;r Kinder und
Menschenrechtsbildung allgemein, sein, solange die
in Art. 29 (1) dargelegten Aspekte aus der Perspektive
des Kindes behandelt werden.
Das schulische Umfeld muss die Freiheit und den Geist
der Verst&auml;ndigung, des Friedens, der Toleranz, der
Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft zwischen allen V&ouml;lkern und ethnischen, nationalen und religi&ouml;sen Gruppen sowie indigenen V&ouml;lkern
widerspiegeln. Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung
sind nicht vereinbar mit Art. 29 (1) und es gilt, sie zu
verhindern. Vertragsstaaten m&uuml;ssen hierzu insbesondere ihrer Verpflichtung nachkommen, Massenmedien
zu ermutigen, Informationen und Material zu verbreiten, die f&uuml;r Kinder von Nutzen sind (Art. 17).
Zur Verbesserung der Qualit&auml;t der Bildung bedarf es
finanzieller und personeller Ressourcen. In Art. 4 wird
gefordert, dass Staaten die maximal verf&uuml;gbaren
Ressourcen zur Umsetzung der Rechte der UN-Kinderrechtskonvention nutzen. Beschr&auml;nkte Mittel sind keine Rechtfertigung daf&uuml;r, dass ein Vertragsstaat erforderliche Ma&szlig;nahmen zur Verwirklichung des Art. 29
nicht unternimmt. Vertragsstaaten sollten zur weltweiten Umsetzung der KRK internationale Zusammenarbeit anstreben; im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit sollten Staaten den Verpflichtungen
unter Art. 29 (1) in vollem Umfang Rechnung tragen.
4. Wie sollten Vertragsstaaten die Umsetzung
&uuml;berwachen und &uuml;berpr&uuml;fen?
Vertragsstaaten m&uuml;ssen &uuml;ber die zur Umsetzung des
Art. 29 (1) getroffenen Ma&szlig;nahmen Bericht erstatten
und Instrumente ausarbeiten, mit denen sich messen
l&auml;sst, ob diese Ma&szlig;nahmen wirkliche Ver&auml;nderungen
herbeif&uuml;hren. Auf nationaler Ebene k&ouml;nnen Umfragen
f&uuml;r dieses Monitoring hilfreich sein. In Einklang mit
dem Recht des Kindes auf Partizipation bzw. dem
Recht des Kindes geh&ouml;rt zu werden (Art. 12) sollen
solche Mechanismen die Meinung aller involvierten
Akteure im Bildungsprozess, einschlie&szlig;lich Kinder, die
aktuell eine Schule besuchen oder nicht mehr zur
Schule gehen, Lehrkr&auml;fte, Eltern und Mitarbeitende
der Bildungsverwaltung, erfassen. Beschwerdeverfahren k&ouml;nnen Licht auf Probleme bei der Umsetzung des
Art. 29 (1) werfen, die Rechte des Kindes sch&uuml;tzen
und Reaktionen hierauf beeinflussen. Das Vorhandensein und das Funktionieren von solchen Beschwerdeverfahren sollten die Vertragsstaaten in ihren Staatenberichten an den UN-Kinderrechtsausschuss
thematisieren. Vertragsstaaten sollten in ihrem Staatenbericht au&szlig;erdem ihre Priorit&auml;ten darlegen, mittels
derer sie Art. 29 (1) rigoroser umsetzen wollen, und
Ma&szlig;&shy;nahmenpakete skizzieren, mit denen sie ihre
Priorit&auml;ten in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren erreichen
■■ Menschenrechtsbasierte Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat die F&ouml;rderung der Achtung, des Schutzes und der Gew&auml;hrleistung von Menschenrechten, einschlie&szlig;lich der Kinderrechte, zum Ziel. EZ kann
Partnerl&auml;nder dazu beraten, wie das Recht des Kindes auf Bildung verwirklicht werden kann und die
Allgemeine Bemerkung Nr. 1 als Leitfaden verwenden. EZ-Vorhaben zur Verwirklichung des Rechts des
Kindes auf Bildung sollen sich auf das Recht auf Zugang zu Bildung und das Recht auf Qualit&auml;t in
der Bildung konzentrieren. Bildung sollte dabei kindzentriert, kinderfreundlich und bef&auml;higend sein.
EZ sollte mithilfe der finanziellen und technischen Zusammenarbeit zur weltweiten schrittweisen Verwirklichung der Art. 28 und 29 beitragen.
■■ EZ sollte einen ganzheitlichen Bildungsansatz verfolgen, mit dessen Hilfe Bildungssysteme gest&auml;rkt
und alle Akteure im Bildungssektor involviert werden. Dabei sollte die Entwicklung der Pers&ouml;nlichkeit
des Kindes im Zentrum stehen.
■■ EZ-Vorhaben k&ouml;nnen Entscheidungsbefugte in anderen Vertragsstaaten darin unterst&uuml;tzen, ihre Bildungssysteme mit Schwerpunkt auf Qualit&auml;t in der Bildung zu reformieren. Politikberatung zu der
&Uuml;berarbeitung und Entwicklung von Bildungsgesetzen und -strategien kann in EZ-Vorhaben integriert werden. In diesen Gesetzen und Strategien sollte verankert sein, dass Bildung verf&uuml;gbar, zug&auml;nglich, annehmbar und anpassungsf&auml;hig sein soll. Die ehemalige UN-Sonderberichterstatterin f&uuml;r das
Recht auf Bildung hat auf Grundlage des sog. „4A-Schemas“ (zur&uuml;ckgehend auf die englischen Begriffe availability, access, acceptability, adaptability) die Entwicklung  geeigneter Indikatoren zur Messung des Fortschritts bei der nationalen Umsetzung des Rechts auf Bildung empfohlen.
■■ Die &Uuml;berarbeitung von Lehrpl&auml;nen kann ein geeigneter Ausgangspunkt f&uuml;r mehr Qualit&auml;t in der Bildung sein. EZ-Vorhaben k&ouml;nnen Expertise zur Ausgestaltung von Lehrpl&auml;nen bieten, die kindzentriert
und kompetenzbasiert sind und so Relevanz f&uuml;r Kinder haben. M&ouml;gliche Themenbereiche sind: Menschenrechtsbildung, politische Bildung oder Umweltbildung. Die entsprechenden Lehrmaterialien und
-methoden m&uuml;ssen &uuml;berarbeitet bzw. entwickelt werden.
■■ EZ-Vorhaben sollten einen inklusiven Ansatz in der Bildung verfolgen und spezielle Ma&szlig;nahmen unterst&uuml;tzen, um Kinder einzubeziehen, die die Schule abgebrochen haben, die auf Grund einer vulnerableren Situation schwer zu erreichen oder besonders benachteiligt sind, wie Kinder mit Behinderungen oder Kinder ethnischer Minderheiten. Bildungsstrategien und -programme sowie schulische
und au&szlig;erschulische Lehrangebote m&uuml;ssen dementsprechend bearbeitet werden. Der Lerninhalt sollte
Lebenskompetenzen (life skills) umfassen und Jugendliche auf den Arbeitsmarkt vorbereiten.
■■ EZ-Vorhaben k&ouml;nnen Beratung zu den erforderlichen Prozessen bei der &Uuml;berarbeitung von Lehrpl&auml;nen umfassen, damit Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, Eltern, Lehrerkr&auml;fte, p&auml;dagogische Fachleute und Vertreterinnen und Vertreter ethnischer Gruppen am Entwurfsprozess beteiligt werden. So k&ouml;nnen zur Umsetzung des Rechts des Kindes auf Bildung allgemein akzeptierte und unterst&uuml;tzte L&ouml;sungen entwickelt
werden, die den sozialen, kulturellen, umweltbedingten und wirtschaftlichen Kontext widerspiegeln.
■■ Lehrkr&auml;fte, Bildungsplaner und -planerinnen sowie sonstige Mitarbeitende der Bildungsverwaltung
setzen nationale Programme und Lehrpl&auml;ne in Schulen und auch au&szlig;erhalb von Schulen um. EZ-Vorhaben k&ouml;nnen eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines Aus- und Fortbildungssystems f&uuml;r Lehrkr&auml;fte und Schulmanagement-Personal spielen, das es ihnen erm&ouml;glicht, qualitativ hochwertige
Lehrpl&auml;ne in den Klassen einzusetzen und angemessen partizipative Programme in der Bildungsverwaltung anzuwenden.
■■ Ver&auml;nderungen in Lehrpl&auml;nen m&uuml;ssen mit Menschenrechtsbildung f&uuml;r Akteure einhergehen, die mit
Kindern und f&uuml;r Kinder arbeiten, wie Lehrkr&auml;fte, Personal im Bereich des Schulmanagements einzelner
Schulen sowie sonstige Mitarbeitende des Ministeriums auf nationaler und lokaler Ebene, aber auch
Eltern. Entwicklungszusammenarbeit kann solche Schulungen unterst&uuml;tzen. Sie bef&auml;higen die Akteure, die mit und f&uuml;r Kinder arbeiten, sich mit den Werten in Art. 29 KRK zu identifizieren, diese zu lehren, zu f&ouml;rdern und zu veranschaulichen.
■■ EZ sollte Partnerl&auml;nder zudem darin unterst&uuml;tzen, die Verwirklichung des Rechts des Kindes auf hochwertige Bildung zu monitoren und zu evaluieren.
Artikel 29 (1) der
Die Vertragsstaaten stimmen darin &uuml;berein, dass die
Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss,
(a)die Pers&ouml;nlichkeit, die Begabung und die geistigen
und k&ouml;rperlichen F&auml;higkeiten des Kindes voll zur
(b)dem Kind Achtung vor den Menschenrechten und
Grundfreiheiten und den in der Charta der Vereinten
Nationen verankerten Grunds&auml;tzen zu vermitteln;
(c)dem Kind Achtung vor seinen Eltern, seiner kulturellen Identit&auml;t, seiner Sprache und seinen kulturellen Werten, den nationalen Werten des Landes,
in dem es lebt, und gegebenenfalls des Landes, aus
dem es stammt, sowie vor anderen Kulturen als der
eigenen zu vermitteln;
(d)das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben
in einer freien Gesellschaft im Geist der Verst&auml;ndigung, des Friedens, der Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freundschaft
zwischen allen V&ouml;lkern und ethnischen, nationalen
und religi&ouml;sen Gruppen sowie zu indigenen V&ouml;lkern
(e)dem Kind Achtung vor der nat&uuml;rlichen Umwelt zu
■■ Bildung zu bieten, die kindzentriert, kinderfreundlich und bef&auml;higend ist. Bildung sollte Lebenskompetenzen (life skills) vermitteln und das
Kind auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten.
■■ Integration der Prinzipien des Art. 29 (1) in Bildungspolitiken und in der Gesetzgebung auf allen
Ebenen. Entsprechende &Uuml;berarbeitung der Lehrpl&auml;ne und Lehrb&uuml;cher sowie sonstiger Lehrmaterialien und Schulrichtlinien.
■■ Bereitstellung der maximal verf&uuml;gbaren personellen und finanziellen Ressourcen zur Umset-
zung von Artikel 29 (1). EZ-Vorhaben sollten so
gestaltet sein, dass die in Art. 29 (1) beschriebenen
Prinzipien vollumf&auml;nglich Beachtung finden.
Schulung k&uuml;nftiger und gegenw&auml;rtiger Lehrkr&auml;fte sowie Mitarbeitende der Bildungsverwaltung, damit sie sich mit den in Art. 29 (1) enthaltenen Werten identifizieren und diese lehren.
Lehr&shy;methoden m&uuml;ssen die Werte der UN-Kinderrechtskonvention widerspiegeln; insbesondere
m&uuml;ssen Staaten von auf Gewalt beruhenden Dis&shy;
zi&shy;pli&shy;narma&szlig;nahmen in Schulen Abstand nehmen.
Sicherstellen, dass das Schulumfeld f&uuml;r alle sicher
und einladend ist. Um Diskriminierung zu beseitigen, ist Lehre und Lernen zu vergangenen Diskriminierungsmustern notwendig, genauso wie
bestehenden Vorurteilen und diskriminierenden
Praktiken in der Gemeinschaft des Kindes entgegenzutreten.
Praxisrelevante F&ouml;rderung und St&auml;rkung der in
Art. 29 (1) festgeschriebenen Werte in der Familie und innerhalb der Gemeinschaft; Ermutigung
der Massenmedien, Informationen zu verbreiten,
die f&uuml;r das Kind von Nutzen sind.
Monitoring der Umsetzung des Art. 29 (1) auf
allen Ebenen. Identifizierung von Priorit&auml;ten f&uuml;r die
Umsetzung von Art. 29 (1) und Skizzierung von
systematischen Aktivit&auml;ten f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf
Jahre in Staatenberichten. In diesen Staatenberichten sollten Staaten die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine
&Uuml;berpr&uuml;fung im Falle von mutma&szlig;lichen Unvereinbarkeiten mit Art. 29 (1) auff&uuml;hren und darlegen, wie sie dies in der Praxis tun.
Die  Allgemeine Bemerkung Nr. 1 gibt es auf Arabisch, Chinesisch, Englisch, Franz&ouml;sisch, Spanisch und
GC/2001/1 zu finden.