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Timestamp: 2020-07-08 03:20:02
Document Index: 254415920

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 19', 'Art. 57', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 15', 'Art. 12', 'Art. 33', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 60', 'Art. 24', 'Art. 163', 'Art. 28', 'Art. 58', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 11', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 12', 'Art. 3', 'Art. 29']

Lawbrary | BetmG - Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
Prävention, Therapie und Schadenminderung
Prävention (3 - 3)
Therapie und Wiedereingliederung (3 - 3)
Schadenminderung und Überlebenshilfe (3 - 3)
Koordination, Forschung, Ausbildung und Qualitätssicherung (3 - 3)
Herstellung, Abgabe, Bezug und Verwendung von Betäubungsmitteln
Fabrikations- und Handelsfirmen (4 - 8)
Medizinalpersonen (9 - 13)
Krankenanstalten und Institute (14 - 14)
Organisationen und Behörden (14 - 14)
… (15 - 15)
Kontrolle (16 - 18)
Datenschutz im Rahmen der Schengen-Assoziierungsabkommen (18 - 18)
Strafbare Handlungen (19 - 27)
Strafverfolgung und Ordnungsbussenverfahren (28 - 28)
Aufgaben der Kantone und des Bundes
Aufgaben des Bundes (29 - 29)
Aufgaben der Kantone (29 - 29)
Schlussbestimmungen (30 - 37)
vom 3. Oktober 1951 (Stand am 1. Januar 2018)
gestützt auf die Artikel 118 und 123 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 9. April 19514,
Die­ses Ge­setz soll:
dem un­be­fug­ten Kon­sum von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen vor­beu­gen, na­ment­lich durch För­de­rung der Ab­sti­nenz;
die Ver­füg­bar­keit von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen zu me­di­zi­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Zwe­cken re­geln;
Per­so­nen vor den ne­ga­ti­ven ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Fol­gen sucht­be­ding­ter Stö­run­gen der Psy­che und des Ver­hal­tens schüt­zen;
die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit vor den Ge­fah­ren schüt­zen, die von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen aus­ge­hen;
kri­mi­nel­le Hand­lun­gen be­kämp­fen, die in en­gem Zu­sam­men­hang mit Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen ste­hen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
Art. 1a Vier-Säulen-Prinzip
1Bund und Kan­to­ne se­hen in fol­gen­den vier Be­rei­chen Mass­nah­men vor (Vier-Säu­len-Prin­zip):
Prä­ven­ti­on;
The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung;
Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe;
Kon­trol­le und Re­pres­si­on.
2Bund und Kan­to­ne be­rück­sich­ti­gen da­bei die An­lie­gen des all­ge­mei­nen Ge­sund­heits- und Ju­gend­schut­zes.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
Art. 1b Verhältnis zum Heilmittelgesetz
Für Be­täu­bungs­mit­tel, die als Heil­mit­tel ver­wen­det wer­den, gel­ten die Be­stim­mun­gen des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. De­zem­ber 20002. Die Be­stim­mun­gen des vor­lie­gen­den Ge­set­zes sind an­wend­bar, so­weit das Heil­mit­tel­ge­setz kei­ne oder ei­ne we­ni­ger weit ge­hen­de Re­ge­lung trifft.
Nach die­sem Ge­setz gel­ten als:
Be­täu­bungs­mit­tel: ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­de Stof­fe und Prä­pa­ra­te der Wir­kungs­ty­pen Mor­phin, Ko­kain oder Can­na­bis, so­wie Stof­fe und Prä­pa­ra­te, die auf de­ren Grund­la­ge her­ge­stellt wer­den oder ei­ne ähn­li­che Wir­kung wie die­se ha­ben;
psy­cho­tro­pe Stof­fe: ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­de Stof­fe und Prä­pa­ra­te, wel­che Am­phet­ami­ne, Bar­bi­tu­ra­te, Ben­zo­dia­ze­pi­ne oder Hal­lu­zi­no­ge­ne wie Ly­ser­gid oder Mes­ca­lin ent­hal­ten oder ei­ne ähn­li­che Wir­kung wie die­se ha­ben;
Stof­fe: Roh­ma­te­ria­li­en wie Pflan­zen und Pil­ze oder Tei­le da­von so­wie che­misch her­ge­stell­te Ver­bin­dun­gen;
Prä­pa­ra­te: ver­wen­dungs­fer­ti­ge Be­täu­bungs­mit­tel und psy­cho­tro­pe Stof­fe;
Vor­läu­fer­stof­fe: Stof­fe, die kei­ne Ab­hän­gig­keit er­zeu­gen, die aber in Be­täu­bungs­mit­tel oder psy­cho­tro­pe Stof­fe über­führt wer­den kön­nen;
Hilf­sche­mi­ka­li­en: Stof­fe, die der Her­stel­lung von Be­täu­bungs­mit­teln und psy­cho­tro­pen Stof­fen die­nen.
Art. 2a Verzeichnis
Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern führt ein Ver­zeich­nis der Be­täu­bungs­mit­tel, der psy­cho­tro­pen Stof­fe so­wie der Vor­läu­fer­stof­fe und der Hilf­sche­mi­ka­li­en. Es stützt sich hier­bei in der Re­gel auf die Emp­feh­lun­gen der zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.
Art. 2b Regelung für psychotrope Stoffe
So­weit das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, gel­ten die Be­stim­mun­gen zu den Be­täu­bungs­mit­teln auch für die psy­cho­tro­pen Stof­fe.
Art. 3 Erleichterte Kontrollmassnahmen
1Der Bun­des­rat kann Vor­läu­fer­stof­fe und Hilf­sche­mi­ka­li­en der Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­le nach den Be­stim­mun­gen des 2. und 3. Ka­pi­tels un­ter­stel­len. Er kann ei­ne Be­wil­li­gungs­pflicht oder an­de­re we­ni­ger weit­ge­hen­de Über­wa­chungs­mass­nah­men vor­se­hen, wie die Iden­ti­fi­zie­rung des Kun­den, Buch­füh­rungs­pflich­ten und Aus­kunfts­pflich­ten. Er be­folgt da­bei in der Re­gel die Emp­feh­lun­gen der zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.2
2Der Bun­des­rat kann Be­täu­bungs­mit­tel von den Kon­troll­mass­nah­men teil­wei­se und - in be­stimm­ter Kon­zen­tra­ti­on oder Men­ge - ganz aus­neh­men, wenn die zu­stän­di­gen in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen (Ver­ein­te Na­tio­nen, Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on) die Be­frei­ung auf­grund ei­nes auch von der Schweiz ra­ti­fi­zier­ten Ab­kom­mens be­schlies­sen oder emp­feh­len.3
4Für den Voll­zug von Ab­satz 1, ins­be­son­de­re für In­for­ma­ti­ons- und Be­ra­tungs­auf­ga­ben, kann der Bun­des­rat pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen bei­zie­hen.5
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968 (AS 1970 9; BBl 1968 I 737). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1996 (AS 1996 1677; BBl 1994 III 1273).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 1995 (AS 1996 1677; BBl 1994 III 1273). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
1a. Kapitel: Prävention, Therapie und Schadenminderung
1. Abschnitt: Prävention
Art. 3b Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen
1Die Kan­to­ne för­dern die Auf­klä­rung und Be­ra­tung zur Ver­hü­tung von sucht­be­ding­ten Stö­run­gen und de­ren ne­ga­ti­ven ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Fol­gen. Da­bei gilt ih­re be­son­de­re Auf­merk­sam­keit dem Schutz von Kin­dern und Ju­gend­li­chen. Sie sor­gen für ad­äqua­te Rah­men­be­din­gun­gen und schaf­fen die da­zu not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.
2Der Bund führt na­tio­na­le Pro­gram­me zur Prä­ven­ti­on durch und för­dert ins­be­son­de­re die Frü­her­fas­sung sucht­be­ding­ter Stö­run­gen; da­bei stellt er die An­lie­gen des Kin­der- und Ju­gend­schut­zes in den Vor­der­grund. Er sen­si­bi­li­siert die Öf­fent­lich­keit für die Sucht­pro­ble­ma­tik.
Art. 3c Meldebefugnis
1Amts­stel­len und Fach­leu­te im Er­zie­hungs-, So­zi­al-, Ge­sund­heits-, Jus­tiz- und Po­li­zei­we­sen kön­nen den zu­stän­di­gen Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len Fäl­le von vor­lie­gen­den oder dro­hen­den sucht­be­ding­ten Stö­run­gen, na­ment­lich bei Kin­dern und Ju­gend­li­chen, mel­den, wenn:
sie die­se in ih­rer amt­li­chen oder be­ruf­li­chen Tä­tig­keit fest­ge­stellt ha­ben;
ei­ne er­heb­li­che Ge­fähr­dung der Be­trof­fe­nen, ih­rer An­ge­hö­ri­gen oder der All­ge­mein­heit vor­liegt; und
sie ei­ne Be­treu­ungs­mass­nah­me als an­ge­zeigt er­ach­ten.
2Be­trifft ei­ne Mel­dung ein Kind oder einen Ju­gend­li­chen un­ter 18 Jah­ren, so muss auch der ge­setz­li­che Ver­tre­ter in­for­miert wer­den, so­fern nicht wich­ti­ge Grün­de da­ge­gen spre­chen.
3Die Kan­to­ne be­zeich­nen fach­lich qua­li­fi­zier­te öf­fent­li­che oder pri­va­te Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len, die für die Be­treu­ung ge­mel­de­ter Per­so­nen, na­ment­lich ge­fähr­de­ter Kin­der oder Ju­gend­li­cher, zu­stän­dig sind.
4Das Per­so­nal der zu­stän­di­gen Be­hand­lungs- oder So­zi­al­hil­fe­stel­len un­ter­steht dem Amts- und Be­rufs­ge­heim­nis nach den Ar­ti­keln 320 und 321 des Straf­ge­setz­bu­ches1.2
5Amts­stel­len und Fach­leu­te nach Ab­satz 1, die er­fah­ren, dass ei­ne ih­nen an­ver­trau­te Per­son ge­gen Ar­ti­kel 19a ver­stos­sen hat, sind nicht zur An­zei­ge ver­pflich­tet.
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on am 20. Fe­br. 2013, ver­öf­fent­licht am 4. April 2013 (AS 2013 973).
2. Abschnitt: Therapie und Wiedereingliederung
Art. 3d Betreuung und Behandlung
1Die Kan­to­ne sor­gen für die Be­treu­ung von Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen, die ärzt­li­che oder psy­cho­so­zia­le Be­hand­lung oder für­sor­ge­ri­sche Mass­nah­men be­nö­ti­gen.
2Die­se Be­hand­lun­gen er­fol­gen mit dem Ziel, die the­ra­peu­ti­sche und so­zia­le In­te­gra­ti­on von Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen zu ge­währ­leis­ten, de­ren kör­per­li­che und psy­chi­sche Ge­sund­heit zu ver­bes­sern so­wie Be­din­gun­gen zu schaf­fen, die ein dro­gen­frei­es Le­ben er­mög­li­chen.
3Die Kan­to­ne för­dern zu­dem die be­ruf­li­che und so­zia­le Wie­der­ein­glie­de­rung sol­cher Per­so­nen.
4Sie schaf­fen die für die Be­hand­lung und die Wie­der­ein­glie­de­rung not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.
5Der Bun­des­rat er­lässt Emp­feh­lun­gen über die Grund­sät­ze zur Fi­nan­zie­rung von Sucht­the­ra­pi­en und Wie­der­ein­glie­de­rungs­mass­nah­men.
Art. 3e Betäubungsmittelgestützte Behandlung
1Für die Ver­schrei­bung, die Ab­ga­be und die Ver­ab­rei­chung von Be­täu­bungs­mit­teln zur Be­hand­lung von be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen braucht es ei­ne Be­wil­li­gung. Die Be­wil­li­gung wird von den Kan­to­nen er­teilt.
2Der Bun­des­rat kann Rah­men­be­din­gun­gen fest­le­gen.
3Für die he­ro­in­ge­stütz­te Be­hand­lung braucht es ei­ne Be­wil­li­gung des Bun­des. Der Bun­des­rat er­lässt be­son­de­re Be­stim­mun­gen. Er sorgt ins­be­son­de­re da­für, dass:
He­ro­in nur be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen ver­schrie­ben wird, bei de­nen an­de­re Be­hand­lungs­for­men ver­sagt ha­ben oder de­ren Ge­sund­heits­zu­stand an­de­re Be­hand­lungs­for­men nicht zu­lässt;
He­ro­in nur von spe­zia­li­sier­ten Ärz­ten in hier­für ge­eig­ne­ten Ein­rich­tun­gen ver­schrie­ben wird;
Durch­füh­rung und Ver­lauf der he­ro­in­ge­stütz­ten Be­hand­lun­gen pe­ri­odisch über­prüft wer­den.
1 In Kraft seit 1. Jan. 2010
Art. 3f Datenbearbeitung
1Die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes zu­stän­di­gen Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen sind be­rech­tigt, Per­so­nen­da­ten, be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le zur Über­prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen und des Ver­laufs der Be­hand­lung von be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gi­gen Per­so­nen zu be­ar­bei­ten.
2Sie ge­währ­leis­ten durch tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men den Schutz der Da­ten nach Ab­satz 1.
3Der Bun­des­rat legt die Ein­zel­hei­ten fest, ins­be­son­de­re:
die für die Da­ten­be­ar­bei­tung zu­stän­di­gen Be­hör­den und In­sti­tu­tio­nen;
die zu be­ar­bei­ten­den Da­ten;
die Da­ten­flüs­se;
die Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen.
3. Abschnitt: Schadenminderung und Überlebenshilfe
Art. 3g Aufgaben der Kantone
Zur Ver­hin­de­rung oder Ver­min­de­rung von ge­sund­heit­li­chen und so­zia­len Schä­den bei Per­so­nen mit sucht­be­ding­ten Stö­run­gen tref­fen die Kan­to­ne Mass­nah­men zur Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe. Sie schaf­fen die da­zu not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen oder un­ter­stüt­zen pri­va­te In­sti­tu­tio­nen, die den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen ent­spre­chen.
Art. 3h Gefährdung des Verkehrs
Be­fürch­tet ei­ne Amts­stel­le, dass ei­ne Per­son auf­grund sucht­be­ding­ter Stö­run­gen den Stras­sen-, Schiffs- oder Luft­ver­kehr ge­fähr­det, so hat sie die zu­stän­di­ge Be­hör­de zu be­nach­rich­ti­gen.
4. Abschnitt: Koordination, Forschung, Ausbildung und Qualitätssicherung
Art. 3i Dienstleistungen des Bundes
1Der Bund un­ter­stützt Kan­to­ne und pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, der The­ra­pie und der Scha­den­min­de­rung mit Dienst­leis­tun­gen; er un­ter­stützt sie na­ment­lich:
bei der Ko­or­di­na­ti­on, ein­sch­liess­lich An­ge­bots­pla­nung und -steue­rung;
bei der Um­set­zung von Qua­li­täts­mass­nah­men und be­währ­ten In­ter­ven­ti­ons­mo­del­len.
2Er in­for­miert sie über neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­se.
3Er kann selbst er­gän­zen­de Mass­nah­men zur Ver­min­de­rung der Sucht­pro­ble­me tref­fen oder pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen mit de­ren Ver­wirk­li­chung be­trau­en.
Art. 3j Forschungsförderung
Der Bund kann im Rah­men des For­schungs­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 19831 wis­sen­schaft­li­che For­schung na­ment­lich in fol­gen­den Be­rei­chen för­dern:
Wir­kungs­wei­se ab­hän­gig­keits­er­zeu­gen­der Stof­fe;
Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen sucht­be­ding­ter Stö­run­gen;
prä­ven­ti­ve und the­ra­peu­ti­sche Mass­nah­men;
Ver­hin­de­rung oder Ver­min­de­rung sucht­be­ding­ter Stö­run­gen;
Wirk­sam­keit von Wie­der­ein­glie­de­rungs­mass­nah­men.
1 [AS 1984 28, 1992 1027 Art. 19, 1993 901 An­hang Ziff. 4 2080 An­hang Ziff. 9, 1996 99, 2000 1858, 2003 4265, 2004 4261, 2006 2197 An­hang Ziff. 39, 2008 433, 2010 651, 2011 4497 Ziff. I 1, 2012 3655 Ziff. I 13, 2013 2639. AS 2013 4425 Art. 57 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 14. Dez. 2012 über die För­de­rung der For­schung und der In­no­va­ti­on (SR 420.1).
Art. 3k Aus- und Weiterbildung
Der Bund för­dert die Aus- und Wei­ter­bil­dung in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe.
Art. 3l Empfehlungen zur Qualitätssicherung
Der Bund ent­wi­ckelt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen Emp­feh­lun­gen zur Qua­li­täts­si­che­rung in den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe.
2. Kapitel: Herstellung, Abgabe, Bezug und Verwendung von Betäubungsmitteln
1. Abschnitt: Fabrikations- und Handelsfirmen
Art. 4 Bewilligung für Produktion und Handel
1Fir­men und Per­so­nen, die Be­täu­bungs­mit­tel an­bau­en, her­stel­len, ver­ar­bei­ten oder da­mit Han­del trei­ben, be­dür­fen ei­ner Be­wil­li­gung des Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tu­tes (In­sti­tut). Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 8.2
2Die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung, das Er­lö­schen oder den Ent­zug der Be­wil­li­gung, eben­so de­ren Form, In­halt und Gül­tig­keits­dau­er re­gelt der Bun­des­rat.
Art. 5 Ein-, Aus- und Durchfuhr
1Je­de Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln, die der Kon­trol­le un­ter­lie­gen, be­darf ei­ner Be­wil­li­gung des In­sti­tuts.2 Die­se wird nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men er­teilt. Ei­ne Aus­fuhr­be­wil­li­gung kann auch er­teilt wer­den, wenn sie nach die­sem Ge­setz und den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men nicht er­for­der­lich ist, aber vom Be­stim­mungs­land ver­langt wird.3
1bisDer Bun­des­rat kann für die Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln durch kran­ke Rei­sen­de be­son­de­re Be­stim­mun­gen vor­se­hen. Das In­sti­tut kann be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten im Zu­sam­men­hang mit der Ein- und Aus­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln durch kran­ke Rei­sen­de be­ar­bei­ten, so­weit dies auf Grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men not­wen­dig ist.4
2Die Auf­sicht über die Durch­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln wird von der Zoll­ver­wal­tung in Ver­bin­dung mit dem In­sti­tut aus­ge­übt.
4 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 9 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und an Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. f; BBl 2004 5965).
Art. 6 Einschränkungen aufgrund internationaler Abkommen
1Der Bun­des­rat kann auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men den Be­wil­li­gungs­in­ha­bern An­bau, Her­stel­lung, Ein- und Aus­fuhr und Vor­rats­hal­tung von Be­täu­bungs­mit­teln un­ter­sa­gen.2
2Er kann die Be­fug­nis zu der­ar­ti­gen Ver­fü­gun­gen un­ter Wah­rung sei­ner Ober­auf­sicht dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern über­tra­gen.
Art. 7 Rohmaterialien und Erzeugnisse mit betäubungsmittelähnlicher Wirkung
1Roh­ma­te­ria­li­en und Er­zeug­nis­se, von de­nen ver­mu­tet wer­den muss, dass sie ähn­lich wir­ken wie die Stof­fe und Prä­pa­ra­te nach Ar­ti­kel 2, dür­fen nur mit der Be­wil­li­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern und nach des­sen Be­din­gun­gen an­ge­baut, her­ge­stellt, ein- und aus­ge­führt, ge­la­gert, ver­wen­det oder in Ver­kehr ge­bracht wer­den.
2Das In­sti­tut prüft, ob es sich bei den Roh­ma­te­ria­li­en und Er­zeug­nis­sen um einen Stoff oder ein Prä­pa­rat nach Ar­ti­kel 2 han­delt. Trifft dies zu, so sind Be­wil­li­gun­gen nach den Ar­ti­keln 4 und 5 er­for­der­lich.
3Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern führt ein Ver­zeich­nis die­ser Stof­fe und Prä­pa­ra­te.
Art. 8 Verbotene Betäubungsmittel
1Die fol­gen­den Be­täu­bungs­mit­tel dür­fen we­der an­ge­baut, ein­ge­führt, her­ge­stellt noch in Ver­kehr ge­bracht wer­den:2
Raucho­pi­um und die bei sei­ner Her­stel­lung oder sei­nem Ge­brauch ent­ste­hen­den Rück­stän­de;
Dia­ce­tyl­mor­phin und sei­ne Sal­ze;
Hal­lu­zi­no­ge­ne wie Ly­ser­gid (LSD 25);
Be­täu­bungs­mit­tel des Wir­kungs­typs Can­na­bis.4
3Der Bun­des­rat kann die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen wei­te­rer Be­täu­bungs­mit­tel un­ter­sa­gen, wenn in­ter­na­tio­na­le Ab­kom­men ih­re Her­stel­lung ver­bie­ten oder die wich­tigs­ten Fa­bri­ka­ti­ons­län­der auf die Her­stel­lung ver­zich­ten.6
4All­fäl­li­ge Vor­rä­te ver­bo­te­ner Be­täu­bungs­mit­tel sind un­ter Auf­sicht der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de in einen vom Ge­setz er­laub­ten Stoff über­zu­füh­ren oder in Er­man­ge­lung die­ser Mög­lich­keit zu ver­nich­ten.
5Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit kann für die Be­täu­bungs­mit­tel nach den Ab­sät­zen 1 und 3 Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen für den An­bau, die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen er­tei­len, wenn kein in­ter­na­tio­na­les Ab­kom­men ent­ge­gen­steht und die­se Be­täu­bungs­mit­tel der wis­sen­schaft­li­chen For­schung, der Arz­nei­mit­tel­ent­wick­lung oder der be­schränk­ten me­di­zi­ni­schen An­wen­dung die­nen.7
6Für den An­bau von Be­täu­bungs­mit­teln nach den Ab­sät­zen 1 und 3, die als Wirk­stoff ei­nes zu­ge­las­se­nen Arz­nei­mit­tels die­nen, braucht es ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung des Bun­des­am­tes für Ge­sund­heit.8
7Für die Ein­fuhr, die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels nach den Ab­sät­zen 1 und 3, das als Wirk­stoff ei­nes zu­ge­las­se­nen Arz­nei­mit­tels dient, braucht es ei­ne Be­wil­li­gung des In­sti­tuts ge­mä­ss Ar­ti­kel 4.9
8Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit kann Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen er­tei­len, so­weit die Stof­fe nach den Ab­sät­zen 1 und 3 Be­kämp­fungs­mass­nah­men die­nen.10
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BB über die ärzt­li­che Ver­schrei­bung von He­ro­in vom 9. Okt. 1998 (AS 1998 2293; BBl 1998 1607). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
2. Abschnitt: Medizinalpersonen
1Me­di­zi­nal­per­so­nen im Sin­ne der Heil­mit­tel­ge­setz­ge­bung1, die ih­re Tä­tig­keit ge­mä­ss dem Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­setz vom 23. Ju­ni 20062 pri­vat­wirt­schaft­lich in ei­ge­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung aus­üben oder fach­lich ei­gen­ver­ant­wort­lich im Dienst von Kan­to­nen oder Ge­mein­den tä­tig sind und über ei­ne ent­spre­chen­de kan­to­na­le Be­rech­ti­gung ver­fü­gen, so­wie ver­ant­wort­li­che Lei­ter von öf­fent­li­chen oder von Spi­talapo­the­ken kön­nen Be­täu­bungs­mit­tel oh­ne Be­wil­li­gun­gen be­zie­hen, la­gern, ver­wen­den und ab­ge­ben; aus­ge­nom­men sind Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 8. Kan­to­na­le Be­stim­mun­gen über die Selbst­dis­pen­sa­ti­on bei Ärz­ten, Zahn­ärz­ten so­wie Tierärz­ten blei­ben vor­be­hal­ten.3
2Die Be­fug­nis nach Ab­satz 1 steht auch Me­di­zi­nal­per­so­nen und Stu­die­ren­den von uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ru­fen zu, die mit Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ei­ne Me­di­zi­nal­per­son in ei­nem uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ruf ver­tre­ten.4
4Die Kan­to­ne kön­nen die Be­fug­nis der Zahn­ärz­te auf be­stimm­te Be­täu­bungs­mit­tel be­schrän­ken.
5Die für aus­län­di­sche Heil­stät­ten in der Schweiz mass­ge­ben­den Ver­hält­nis­se re­geln die Kan­to­ne im Ein­ver­neh­men mit dem In­sti­tut.
1 Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2015 5081, 2017 2703; BBl 2013 6205).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968 (AS 1970 9 13; BBl 1968 I 737). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
6 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 1 des BG vom 20. März 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2015 5081, 2017 2703; BBl 2013 6205).
1Selbst­stän­di­ge Ärz­te und Tierärz­te im Sin­ne des Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 20061 sind zum Ver­ord­nen von Be­täu­bungs­mit­teln be­fugt.2
2Die auf Grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men zur Be­rufs­aus­übung in den schwei­ze­ri­schen Grenz­ge­bie­ten be­rech­tig­ten aus­län­di­schen Ärz­te und Tierärz­te kön­nen die da­bei be­nö­tig­ten Be­täu­bungs­mit­tel ver­wen­den und ver­ord­nen; ent­spre­chen­de Re­zep­te sind von ei­ner Apo­the­ke des be­tref­fen­den Grenz­ge­bie­tes aus­zu­füh­ren.
3Die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ein von ei­nem aus­län­di­schen Arzt oder Tier­arzt aus­ge­stell­tes Re­zept über Be­täu­bungs­mit­tel in der Schweiz aus­ge­führt wer­den kann, be­stimmt der Bun­des­rat.
1Die Ärz­te und Tierärz­te sind ver­pflich­tet, Be­täu­bungs­mit­tel nur in dem Um­fan­ge zu ver­wen­den, ab­zu­ge­ben und zu ver­ord­nen, wie dies nach den an­er­kann­ten Re­geln der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaf­ten not­wen­dig ist.
1bisÄrz­te und Tierärz­te, die als Arz­nei­mit­tel zu­ge­las­se­ne Be­täu­bungs­mit­tel für ei­ne an­de­re als die zu­ge­las­se­nen In­di­ka­tio­nen ab­ge­ben oder ver­ord­nen, müs­sen dies in­ner­halb von 30 Ta­gen den zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den mel­den. Sie ha­ben auf Ver­lan­gen der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den al­le not­wen­di­gen An­ga­ben über Art und Zweck der Be­hand­lung zu ma­chen.1
2Die Ab­sät­ze 1 und 1bis gel­ten auch für die Ver­wen­dung und Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln durch Zahn­ärz­te.2
1Die Kan­to­ne kön­nen die Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 9 für be­stimm­te Zeit oder dau­ernd ent­zie­hen, wenn die er­mäch­tig­te Me­di­zi­nal­per­son1 be­täu­bungs­mit­tel­ab­hän­gig ist oder ei­ne Wi­der­hand­lung nach den Ar­ti­keln 19-22 be­gan­gen hat.2
2Der­ar­ti­ge Ver­fü­gun­gen gel­ten für das gan­ze Ge­biet der Eid­ge­nos­sen­schaft.
3Ar­ti­kel 54 des Straf­ge­setz­bu­ches3 bleibt vor­be­hal­ten.
1 Be­griff: Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 17. Okt. 2001 (SR 812.212.1).
In den Apo­the­ken darf die Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln an das Pu­bli­kum nur auf ärzt­li­che oder tier­ärzt­li­che Ver­ord­nung hin er­fol­gen.
3. Abschnitt: Krankenanstalten und Institute
1Kran­ken­an­stal­ten kön­nen von der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die Be­wil­li­gung er­hal­ten, Be­täu­bungs­mit­tel nach Mass­ga­be des Be­darfs ih­res Be­trie­bes zu be­zie­hen, zu la­gern und zu ver­wen­den, so­fern für die La­ge­rung und die Ver­wen­dung ei­ne der in Ar­ti­kel 9 ge­nann­ten Per­so­nen ver­ant­wort­lich ist.
2In­sti­tu­te, die der wis­sen­schaft­li­chen For­schung die­nen, kön­nen von der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de die Be­wil­li­gung er­hal­ten, nach Mass­ga­be des Ei­gen­be­darfs Be­täu­bungs­mit­tel an­zu­bau­en, zu be­zie­hen, zu la­gern und zu ver­wen­den.1
3Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 8.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
Abschnitt 3a: Organisationen und Behörden
1Der Bun­des­rat kann na­tio­na­len oder in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen wie je­nen des Ro­ten Kreu­zes, der Ver­ein­ten Na­tio­nen, ih­ren Spe­zial­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie na­tio­na­len In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den wie den Zoll- und Grenzwacht­or­ga­nen be­wil­li­gen, Be­täu­bungs­mit­tel im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit zu be­zie­hen, ein­zu­füh­ren, auf­zu­be­wah­ren, zu ver­wen­den, zu ver­ord­nen, ab­zu­ge­ben oder aus­zu­füh­ren.
1bisDie Kan­to­ne kön­nen kan­to­na­len Be­hör­den und Ge­mein­de­be­hör­den, na­ment­lich der Po­li­zei, Be­wil­li­gun­gen nach Ab­satz 1 er­tei­len.
2Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne kön­nen die von ih­nen er­teil­ten Be­wil­li­gun­gen für be­stimm­te Zeit oder dau­ernd ent­zie­hen, so­fern be­son­de­re Um­stän­de es er­for­dern.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
Art. 15a-15c
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
Für je­de Lie­fe­rung von Be­täu­bungs­mit­teln ist ein Lie­fer­schein zu er­stel­len und dem Emp­fän­ger mit der Wa­re zu über­ge­ben. Die Lie­fe­rung ist dem In­sti­tut mit se­pa­ra­ter Mel­dung mit­zu­tei­len. Aus­ge­nom­men ist die Ab­ga­be durch die da­zu be­fug­ten Me­di­zi­nal­per­so­nen2 zur Be­hand­lung von Per­so­nen und Tie­ren so­wie an die nicht selbst dis­pen­sie­ren­den Ärz­te im ei­ge­nen Kan­tons­ge­biet.
2 Be­griff: Arz­nei­mit­tel-Be­wil­li­gungs­ver­ord­nung vom 14. Nov. 2018 (SR 812.212.1). Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.
1Die im Be­sit­ze ei­ner Be­wil­li­gung ge­mä­ss den Ar­ti­keln 4 und 14 Ab­satz 2 be­find­li­chen Fir­men, Per­so­nen und In­sti­tu­te sind ver­pflich­tet, über ih­ren ge­sam­ten Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln lau­fend Buch zu füh­ren.1
2Die in Ar­ti­kel 4 er­wähn­ten Fir­men und Per­so­nen ha­ben dem In­sti­tut2 je­weils auf Jah­res­en­de über ih­ren Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln und die Vor­rä­te zu be­rich­ten.3
3Fir­men und Per­so­nen, wel­che die Be­wil­li­gung zum An­bau, zur Her­stel­lung und zur Ver­ar­bei­tung von Be­täu­bungs­mit­teln be­sit­zen, ha­ben fer­ner dem In­sti­tut jähr­lich über den Um­fang der An­bau­flä­che und die Art und Men­gen der ge­won­ne­nen, her­ge­stell­ten und ver­ar­bei­te­ten Be­täu­bungs­mit­tel zu be­rich­ten.4
4Die ge­mä­ss Ar­ti­kel 9 zum Be­zug, zur Ver­wen­dung und zur Ab­ga­be von Be­täu­bungs­mit­teln be­rech­tig­ten oder ge­mä­ss Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 da­für ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen ha­ben sich über die Ver­wen­dung der be­zo­ge­nen Be­täu­bungs­mit­tel aus­zu­wei­sen.
5Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen über die Auf­be­wah­rung, Be­zeich­nung und An­prei­sung der Be­täu­bungs­mit­tel so­wie über die An­ga­ben in Pa­ckungs­pro­spek­ten.5
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1970 (AS 1970 9 13; BBl 1968 I 737).
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers [Art. 33 GVG - AS 1974 1051].
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 2001 2790; BBl 1999 3453).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1970 (AS 1970 9 13; BBl 1968 I 737).
1Die der be­hörd­li­chen Kon­trol­le un­ter­ste­hen­den Fir­men, Per­so­nen, An­stal­ten und In­sti­tu­te ha­ben den Kon­troll­or­ga­nen die An­bau­flä­chen, Fa­bri­ka­ti­ons-, Ver­kaufs- und La­ger­räu­me zu­gäng­lich zu ma­chen, die Be­stän­de an Be­täu­bungs­mit­teln und al­le da­zu­ge­hö­ren­den Be­le­ge vor­zu­wei­sen. Sie sind ge­hal­ten, je­der­zeit die von den Be­hör­den ver­lang­ten Aus­künf­te zu er­tei­len.1
2Die Be­am­ten des Bun­des und der Kan­to­ne, de­nen die Kon­trol­le des Ver­kehrs mit Be­täu­bungs­mit­teln über­tra­gen ist, sind zur Ge­heim­hal­tung der da­bei ge­won­ne­nen Kennt­nis­se ver­pflich­tet. Die Ge­heim­hal­tungs­pflicht im Sin­ne von Ar­ti­kel 320 des Straf­ge­setz­bu­ches2 ist zeit­lich un­be­schränkt.
3a. Kapitel: Datenschutz im Rahmen der Schengen-Assoziierungsabkommen
Art. 18a Bekanntgabe von Personendaten an einen Staat, der durch eines der Schengen-Assoziierungsabkommen gebunden ist
Die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten an die zu­stän­di­gen Be­hör­den von Staa­ten, die durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men1 ge­bun­den sind, wird der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten zwi­schen Bun­des­or­ga­nen gleich­ge­stellt.
1 Abk. vom 26. Okt. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung die­ses Staa­tes bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR 0.362.31); Abk. vom 28. April 2005 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Kö­nig­reich Dä­ne­mark über die Be­grün­dung von Rech­ten und Pflich­ten zwi­schen die­sen bei­den Staa­ten hin­sicht­lich der Schen­ge­ner Zu­sam­men­ar­beit (SR 0.362.33); Über­eink. vom 17. Dez. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Re­pu­blik Is­land und dem Kö­nig­reich Nor­we­gen über die Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und über die Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des zu­stän­di­gen Staa­tes für die Prü­fung ei­nes in der Schweiz, in Is­land oder in Nor­we­gen ge­stell­ten Asy­lan­trags (SR 0.362.32); Prot. vom 28. Fe­br. 2008 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on, der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und dem Fürs­ten­tum Liech­ten­stein über den Bei­tritt des Fürs­ten­tums Liech­ten­stein zum Ab­kom­men zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR 0.362.311).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).
Art. 18c Auskunftsrecht
Das Aus­kunfts­recht rich­tet sich nach den Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen des Bun­des oder der Kan­to­ne.1 Der In­ha­ber der Da­ten­samm­lung er­teilt auch Aus­kunft über die ver­füg­ba­ren An­ga­ben zur Her­kunft der Da­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 7 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387; BBl 2009 6749).
Art. 18d und 18e
1. Abschnitt: Strafbare Handlungen
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer:
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt an­baut, her­stellt oder auf an­de­re Wei­se er­zeugt;
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt la­gert, ver­sen­det, be­för­dert, ein­führt, aus­führt oder durch­führt;
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt ver­äus­sert, ver­ord­net, auf an­de­re Wei­se ei­nem an­dern ver­schafft oder in Ver­kehr bringt;
Be­täu­bungs­mit­tel un­be­fugt be­sitzt, auf­be­wahrt, er­wirbt oder auf an­de­re Wei­se er­langt;
den un­er­laub­ten Han­del mit Be­täu­bungs­mit­teln fi­nan­ziert oder sei­ne Fi­nan­zie­rung ver­mit­telt;
öf­fent­lich zum Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sum auf­for­dert oder öf­fent­lich ei­ne Ge­le­gen­heit zum Er­werb oder Kon­sum von Be­täu­bungs­mit­teln be­kannt gibt;
zu ei­ner Wi­der­hand­lung nach den Buch­sta­ben a-f An­stal­ten trifft.
2Der Tä­ter wird mit ei­ner Frei­heits­s­tra­fe nicht un­ter ei­nem Jahr, wo­mit ei­ne Geld­stra­fe ver­bun­den wer­den kann, be­straft, wenn er:
weiss oder an­neh­men muss, dass die Wi­der­hand­lung mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar die Ge­sund­heit vie­ler Men­schen in Ge­fahr brin­gen kann;
als Mit­glied ei­ner Ban­de han­delt, die sich zur fort­ge­setz­ten Aus­übung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­han­dels zu­sam­men­ge­fun­den hat;
durch ge­werbs­mäs­si­gen Han­del einen gros­sen Um­satz oder einen er­heb­li­chen Ge­winn er­zielt;
in Aus­bil­dungs­stät­ten vor­wie­gend für Ju­gend­li­che oder in ih­rer un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung ge­werbs­mäs­sig Be­täu­bungs­mit­tel an­bie­tet, ab­gibt oder auf an­de­re Wei­se zu­gäng­lich macht.
3Das Ge­richt kann in fol­gen­den Fäl­len die Stra­fe nach frei­em Er­mes­sen mil­dern:
bei ei­ner Wi­der­hand­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be g;
bei ei­ner Wi­der­hand­lung nach Ab­satz 2, wenn der Tä­ter von Be­täu­bungs­mit­teln ab­hän­gig ist und die­se Wi­der­hand­lung zur Fi­nan­zie­rung des ei­ge­nen Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sums hät­te die­nen sol­len.
4Nach den Be­stim­mun­gen der Ab­sät­ze 1 und 2 ist auch straf­bar, wer die Tat im Aus­land be­gan­gen hat, sich in der Schweiz be­fin­det und nicht aus­ge­lie­fert wird, so­fern die Tat auch am Be­ge­hungs­ort straf­bar ist. Ist das Ge­setz des Be­ge­hungs­or­tes für den Tä­ter das mil­de­re, so ist die­ses an­zu­wen­den. Ar­ti­kel 6 des Straf­ge­setz­bu­ches2 ist an­wend­bar.
Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer ei­ner Per­son un­ter 18 Jah­ren oh­ne me­di­zi­ni­sche In­di­ka­ti­on Be­täu­bungs­mit­tel an­bie­tet, ab­gibt oder auf an­de­re Wei­se zu­gäng­lich macht.
1. Wer un­be­fugt Be­täu­bungs­mit­tel vor­sätz­lich kon­su­miert oder wer zum ei­ge­nen Kon­sum ei­ne Wi­der­hand­lung im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 be­geht, wird mit Bus­se2 be­straft.
2. In leich­ten Fäl­len kann das Ver­fah­ren ein­ge­stellt oder von ei­ner Stra­fe ab­ge­se­hen wer­den. Es kann ei­ne Ver­war­nung aus­ge­spro­chen wer­den.
3. Un­ter­steht oder un­ter­zieht sich der Tä­ter we­gen Kon­sums von Be­täu­bungs­mit­teln ei­ner ärzt­lich be­auf­sich­tig­ten Be­treu­ung, so kann von ei­ner Straf­ver­fol­gung ab­ge­se­hen wer­den. Das Straf­ver­fah­ren wird durch­ge­führt, wenn sich der Tä­ter der Be­treu­ung oder der Be­hand­lung ent­zieht.
4. Ist der Tä­ter von Be­täu­bungs­mit­teln ab­hän­gig, so kann ihn der Rich­ter in ei­ne Heil­an­stalt ein­wei­sen. Ar­ti­kel 44 des Straf­ge­setz­bu­ches3 gilt sinn­ge­mä­ss.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
2 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
3 SR 311.0. Heu­te Art. 60 und 63.
1Wer nur ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Men­ge ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels für den ei­ge­nen Kon­sum vor­be­rei­tet oder zur Er­mög­li­chung des gleich­zei­ti­gen und ge­mein­sa­men Kon­sums ei­ner Per­son von mehr als 18 Jah­ren un­ent­gelt­lich ab­gibt, ist nicht straf­bar.
210 Gramm ei­nes Be­täu­bungs­mit­tels des Wir­kungs­typs Can­na­bis gel­ten als ge­ring­fü­gi­ge Men­ge.2
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2013 (AS 2013 1451; BBl 2011 8195 8221).
Wer je­man­den zum un­be­fug­ten Be­täu­bungs­mit­tel­kon­sum vor­sätz­lich an­stif­tet oder an­zu­stif­ten ver­sucht, wird mit Bus­se be­straft.
ein Ge­such mit un­wah­ren An­ga­ben stellt, um sich oder ei­nem an­dern ei­ne Ein­fuhr-, Durch­fuhr- oder Aus­fuhr­be­wil­li­gung zu ver­schaf­fen;
oh­ne Be­wil­li­gung Be­täu­bungs­mit­tel oder Stof­fe nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1, für die er ei­ne schwei­ze­ri­sche Aus­fuhr­be­wil­li­gung be­sitzt, im In- oder Aus­land nach ei­nem an­de­ren Be­stim­mungs­ort um­lei­tet;
Stof­fe und Prä­pa­ra­te nach Ar­ti­kel 7 oh­ne Be­wil­li­gung an­baut, her­stellt, ein- oder aus­führt, la­gert, ver­wen­det oder in Ver­kehr bringt;
als Me­di­zi­nal­per­son2 Be­täu­bungs­mit­tel an­ders als nach Ar­ti­kel 11 oder 13 ver­wen­det oder ab­gibt;
wer als Arzt oder Tier­arzt Be­täu­bungs­mit­tel an­ders als nach Ar­ti­kel 11 ver­schreibt.
2Der Tä­ter wird mit ei­ner Frei­heits­s­tra­fe nicht un­ter ei­nem Jahr be­straft, wenn er durch ge­werbs­mäs­si­gen Han­del einen gros­sen Um­satz oder einen er­heb­li­chen Ge­winn er­zielt. Die Frei­heits­s­tra­fe kann mit ei­ner Geld­stra­fe ver­bun­den wer­den.
die Mel­dun­gen nach den Ar­ti­keln 11 Ab­satz 1bis, 16 und 17 Ab­satz 1 nicht macht, die vor­ge­schrie­be­nen Lie­fer­schei­ne und Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­len nicht er­stellt oder dar­in falsche An­ga­ben macht oder An­ga­ben, die er hät­te ma­chen sol­len, ein­zu­tra­gen un­ter­lässt;
von Lie­fer­schei­nen oder Be­täu­bungs­mit­tel­kon­trol­len Ge­brauch macht, die falsche oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben ent­hal­ten.
2Der Tä­ter wird mit Bus­se be­straft, wenn er fahr­läs­sig han­delt.
Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:
sei­ne Sorg­falts­pflich­ten als zum Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln be­rech­tig­te Per­son nicht er­füllt;
ge­gen die Be­stim­mun­gen zur Wer­bung und In­for­ma­ti­on für Be­täu­bungs­mit­tel ver­stösst;
La­ge­rungs- und Auf­be­wah­rungs­pflich­ten ver­letzt;
ge­gen ei­ne Aus­füh­rungs­vor­schrift des Bun­des­ra­tes oder des zu­stän­di­gen De­par­te­men­tes, de­ren Über­tre­tung für straf­bar er­klärt wird, oder ge­gen ei­ne un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­te Ver­fü­gung ver­stösst.
1Be­geht ein mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­auf­trag­ter Be­am­ter vor­sätz­lich ei­ne Wi­der­hand­lung nach den Ar­ti­keln 19-22, so wird die Stra­fe an­ge­mes­sen er­höht.
2Der Be­am­te, der mit der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs be­auf­tragt ist und zu Er­mitt­lungs­zwe­cken sel­ber ein An­ge­bot von Be­täu­bungs­mit­teln an­nimmt, bleibt straf­los, auch wenn er sei­ne Iden­ti­tät und Funk­ti­on nicht be­kannt gibt.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1975, in Kraft seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 24 Ziff. 2 des BG vom 20. Ju­ni 2003 über die ver­deck­te Er­mitt­lung, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 1409; BBl 1998 4241).
1In der Schweiz lie­gen­de un­recht­mäs­si­ge Ver­mö­gens­vor­tei­le ver­fal­len dem Staat auch dann, wenn die Tat im Aus­land be­gan­gen wor­den ist. Be­steht kein Ge­richts­stand nach Ar­ti­kel 32 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 20072 (StPO), so ist zur Ein­zie­hung der Kan­ton zu­stän­dig, in dem die Ver­mö­gens­wer­te lie­gen.3
2Die zu­stän­di­gen Be­hör­den ver­wah­ren die ih­nen bei der Aus­füh­rung des Ge­set­zes zu­ge­hen­den Be­täu­bungs­mit­tel und sor­gen für de­ren Ver­wer­tung oder Ver­nich­tung.4
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 27 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2011 (AS 2009 2623, 2011 2559; BBl 2006 8573 8645).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 1348).
Die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches1 fin­den in­so­weit An­wen­dung, als die­ses Ge­setz nicht selbst Be­stim­mun­gen auf­stellt.
1Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches2 und die Be­stim­mun­gen des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 20143 blei­ben vor­be­hal­ten.4
2 Bei un­be­fug­ter Ein­fuhr, Aus­fuhr oder Durch­fuhr von Be­täu­bungs­mit­teln nach Ar­ti­kel 19 fin­den die Straf­be­stim­mun­gen des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 20055 und der Ver­ord­nung vom 29. März 20006 zum Bun­des­ge­setz über die Mehr­wert­steu­er kei­ne An­wen­dung.
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).
6 [AS 2000 1347, 2001 3294 Ziff. II 4, 2004 5387, 2006 2353 4705 Ziff. II 45, 2007 1469 An­hang 4 Ziff. 24 6657 An­hang Ziff. 9. AS 2009 6743 Art. 163]. Sie­he heu­te: die Mehr­wert­steu­er­ver­ord­nung vom 27. Nov. 2009 (SR 641.201).
2. Abschnitt: Strafverfolgung und Ordnungsbussenverfahren
1Die Straf­ver­fol­gung ist Sa­che der Kan­to­ne.
2Die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19742 über das Ver­wal­tungs­straf­recht gel­ten auch bei der Straf­ver­fol­gung durch kan­to­na­le Be­hör­den.
3Ur­tei­le, Straf­be­schei­de und Ein­stel­lungs­be­schlüs­se in Fäl­len nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 sind so­fort nach ih­rem Er­lass in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung dem Bun­des­amt für Po­li­zei mit­zu­tei­len, so­fern die An­kla­ge ei­ne un­be­ding­te Frei­heits­s­tra­fe be­an­tragt hat.
Wi­der­hand­lun­gen nach den Ar­ti­keln 20-22, wel­che im Voll­zugs­be­reich des Bun­des von der zu­stän­di­gen Bun­des­be­hör­de fest­ge­stellt wer­den, wer­den von die­ser ver­folgt und be­ur­teilt. Für das Ver­fah­ren gilt das Bun­des­ge­setz vom 22. März 19742 über das Ver­wal­tungs­straf­recht.
1Wi­der­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 19a Zif­fer 1, be­gan­gen durch den Kon­sum von Be­täu­bungs­mit­teln des Wir­kungs­typs Can­na­bis, kön­nen in ei­nem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren mit Ord­nungs­bus­sen ge­ahn­det wer­den (Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren).
2Die Ord­nungs­bus­se be­trägt 100 Fran­ken.
3Vor­le­ben und per­sön­li­che Ver­hält­nis­se des Tä­ters wer­den nicht be­rück­sich­tigt.
4Mit der Er­he­bung der Ord­nungs­bus­se wird das can­na­bis­hal­ti­ge Pro­dukt si­cher­ge­stellt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Okt. 2013 (AS 2013 1451; BBl 2011 8195 8221).
Art. 28c Ausnahmen
Das Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren ist aus­ge­schlos­sen:
wenn der Tä­ter ne­ben dem Can­na­bis­kon­sum gleich­zei­tig an­de­re Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses oder an­de­re Ge­set­ze be­geht;
bei Wi­der­hand­lun­gen, die nicht von ei­nem Po­li­zis­ten ei­nes zu­stän­di­gen Po­li­zei­or­gans be­ob­ach­tet wur­den;
bei Wi­der­hand­lun­gen von Ju­gend­li­chen.
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG - SR 171.10).
Art. 28d Zuständige Polizeiorgane
Die Kan­to­ne be­stim­men die für die Er­he­bung der Ord­nungs­bus­sen zu­stän­di­gen Po­li­zei­or­ga­ne.
Art. 28e Bezahlung
1Der Tä­ter kann die Bus­se so­fort oder in­nert 30 Ta­gen be­zah­len.
2Bei so­for­ti­ger Be­zah­lung er­hält der Tä­ter ei­ne Quit­tung.
3Be­zahlt der Tä­ter die Bus­se nicht so­fort, so er­hält er ein Be­denk­frist­for­mu­lar. Der Po­li­zist be­hält ei­ne Ko­pie des For­mu­lars zu­rück; be­zahlt der Tä­ter die Bus­se in­nert Frist, so wird die Ko­pie ver­nich­tet.
4Das si­cher­ge­stell­te can­na­bis­hal­ti­ge Pro­dukt gilt mit der Be­zah­lung der Bus­se als ein­ge­zo­gen.
5Be­zahlt der Tä­ter die Bus­se nicht in­ner­halb der Frist, so lei­tet das zu­stän­di­ge Po­li­zei­or­gan das or­dent­li­che Ver­fah­ren ein.
Art. 28f Formulare
1Die Quit­tung für die Ord­nungs­bus­se ent­hält min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben:
Na­me, Vor­na­me und Adres­se des Tä­ters;
die Be­zeich­nung des zu­stän­di­gen Po­li­zei­or­gans;
Da­tum, Zeit und Ort des Can­na­bis­kon­sums;
den er­füll­ten Straf­tat­be­stand;
den Bus­sen­be­trag;
die Be­schrei­bung des ein­ge­zo­ge­nen can­na­bis­hal­ti­gen Pro­dukts;
Ort und Da­tum der Aus­stel­lung;
Na­me und Un­ter­schrift des Po­li­zis­ten.
2Das Be­denk­frist­for­mu­lar ent­hält fol­gen­de An­ga­ben:
Na­me, Vor­na­me, Ge­burts­da­tum, Hei­mat­ort und Wohn­ort des Tä­ters;
das Da­tum der Ab­ga­be des For­mu­lars;
den Hin­weis, dass bei Nicht­be­zah­lung in­nert dreis­sig Ta­gen das or­dent­li­che Ver­fah­ren durch­ge­führt wird;
die Be­schrei­bung des si­cher­ge­stell­ten can­na­bis­hal­ti­gen Pro­dukts;
3Zu­sam­men mit dem Be­denk­frist­for­mu­lar ist ein Ein­zah­lungs­schein ab­zu­ge­ben.
Art. 28g Kosten
Im Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren dür­fen kei­ne Kos­ten er­ho­ben wer­den.
Art. 28h Rechtskraft
Mit der Be­zah­lung wird die Bus­se un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 28k rechts­kräf­tig.
Art. 28i Täter ohne Wohnsitz in der Schweiz
Be­zahlt ein Tä­ter oh­ne Wohn­sitz in der Schweiz die Bus­se nicht so­fort, so muss er den Be­trag hin­ter­le­gen oder ei­ne an­de­re an­ge­mes­se­ne Si­cher­heit leis­ten.2
1Die Po­li­zei­or­ga­ne sind ver­pflich­tet, dem Tä­ter mit­zu­tei­len, dass er das Ord­nungs­bus­sen­ver­fah­ren ab­leh­nen kann.
2Lehnt der Tä­ter das Ver­fah­ren ab, so wer­den das or­dent­li­che Straf­recht und die Ver­fah­rens­vor­schrif­ten der Straf­pro­zess­ord­nung2 an­ge­wen­det.
Art. 28k Ordnungsbussen und ordentliches Verfahren
Stellt das Ge­richt auf Hin­weis des Tä­ters fest, dass Ar­ti­kel 28c miss­ach­tet wur­de, so hebt es die Ord­nungs­bus­se auf und führt das or­dent­li­che Ver­fah­ren durch.
Art. 28l Busse im ordentlichen Verfahren
Ei­ne Ord­nungs­bus­se kann auch im or­dent­li­chen Straf­ver­fah­ren er­ho­ben wer­den.
5. Kapitel: Aufgaben der Kantone und des Bundes
1Der Bund übt die Ober­auf­sicht über den Voll­zug des Ge­set­zes aus.
2Er übt die Kon­trol­le an der Gren­ze (Ein-, Durch- und Aus­fuhr) so­wie in den Zoll­la­gern und Zoll­frei­la­gern aus.
3Bund und Kan­to­ne ar­bei­ten zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz zu­sam­men und stim­men ih­re Mass­nah­men auf­ein­an­der ab. Sie kön­nen wei­te­re be­trof­fe­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen ein­be­zie­hen.
4Der Bun­des­rat er­nennt ei­ne Ex­per­ten­kom­mis­si­on, wel­che ihn in Fra­gen der Sucht­pro­ble­ma­tik berät.
1Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit sorgt für die wis­sen­schaft­li­che Eva­lua­ti­on der Mass­nah­men nach die­sem Ge­setz. Es kann die nach Ar­ti­kel 3f be­schaff­ten Da­ten in an­ony­mi­sier­ter Form dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik zur Aus­wer­tung und Ver­öf­fent­li­chung über­mit­teln.
2Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern er­stat­tet nach Ab­schluss wich­ti­ger Eva­lua­tio­nen dem Bun­des­rat und den zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Bun­des­ver­samm­lung Be­richt über die Re­sul­ta­te und un­ter­brei­tet Vor­schlä­ge für das wei­te­re Vor­ge­hen.
3Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit un­ter­hält ei­ne Do­ku­men­ta­ti­ons-, In­for­ma­ti­ons- und Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le.
4Das In­sti­tut er­stat­tet Be­richt nach den in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men.
1Im Be­reich der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs er­füllt das Bun­des­amt für Po­li­zei die Auf­ga­ben ei­nes na­tio­na­len Ana­ly­se-, Ko­or­di­na­ti­ons- und Er­mitt­lungs­zen­trums nach dem Bun­des­ge­setz vom 7. Ok­to­ber 19941 über kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Zen­tral­stel­len des Bun­des.
2Es hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Es wirkt bei der Be­kämp­fung des un­er­laub­ten Be­täu­bungs­mit­tel­ver­kehrs durch Be­hör­den an­de­rer Staa­ten im Rah­men der be­ste­hen­den Rechts­hil­fe­vor­schrif­ten und der Rechts­übung mit.
Es sam­melt die Un­ter­la­gen, die ge­eig­net sind, Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz zu ver­hin­dern und die Ver­fol­gung Fehl­ba­rer zu er­leich­tern.
Es sorgt für die Ver­bin­dung mit:
den ent­spre­chen­den Dienstzwei­gen der Bun­des­ver­wal­tung (Bun­des­amt für Ge­sund­heit, Ober­zoll­di­rek­ti­on);
der Schwei­ze­ri­schen Post,
dem Dienst für Be­son­de­re Auf­ga­ben (EJPD);
den Po­li­zei­be­hör­den der Kan­to­ne;
den Zen­tral­stel­len der an­de­ren Län­der;
der In­ter­na­tio­na­len kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on In­ter­pol.
3Zoll- und Grenzwacht­or­ga­ne mel­den dem Bun­des­amt für Po­li­zei Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz zwecks Wei­ter­lei­tung an die aus­län­di­schen und in­ter­na­tio­na­len Be­hör­den; sie in­for­mie­ren auch die Kan­to­ne.
4Für die Be­weis­er­he­bung im Zu­sam­men­hang mit der in­ter­na­tio­na­len Rechts­hil­fe in Be­täu­bungs­mit­tel­strafsa­chen sind die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 20073 an­wend­bar.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 5 des Post­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 4993; BBl 2009 5181).
1Der Bun­des­rat be­zeich­net ein na­tio­na­les Re­fe­renz­la­bor; die­ses forscht, in­for­miert und ko­or­di­niert im ana­ly­ti­schen, phar­ma­zeu­ti­schen und kli­nisch-phar­ma­ko­lo­gi­schen Be­reich der Be­täu­bungs­mit­tel und der Stof­fe nach den Ar­ti­keln 2, 3 Ab­satz 1 und 7 Ab­satz 3.
2Der Bun­des­rat be­zeich­net ei­ne na­tio­na­le Be­ob­ach­tungs­stel­le zur Über­wa­chung der Sucht­pro­ble­ma­tik. Die­se sam­melt, ana­ly­siert und in­ter­pre­tiert sta­tis­ti­sche Da­ten. Sie ar­bei­tet mit den Kan­to­nen und den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men.
3Der Bund kann Drit­te mit ein­zel­nen Auf­ga­ben zur Er­for­schung, In­for­ma­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on und zur Über­wa­chung der Sucht­pro­ble­ma­tik nach den Ab­sät­zen 1 und 2 be­trau­en.
1Die Kan­to­ne er­las­sen die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten zur Aus­füh­rung des Bun­des­rechts und be­zeich­nen die zu­stän­di­gen Be­hör­den und Äm­ter für:
die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se aus den Be­rei­chen der Prä­ven­ti­on, The­ra­pie und Wie­der­ein­glie­de­rung so­wie Scha­den­min­de­rung und Über­le­bens­hil­fe (Kap. 1a), na­ment­lich für die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dun­gen über Per­so­nen mit vor­lie­gen­den oder dro­hen­den sucht­be­ding­ten Stö­run­gen (Art. 3c);
die Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen (Art. 3e, 14 und 14a Abs. 1bis);
die Ent­ge­gen­nah­me der Mel­dun­gen über Ab­ga­ben und Ver­ord­nun­gen von Be­täu­bungs­mit­teln zu an­de­ren als den zu­ge­las­se­nen In­di­ka­tio­nen (Art. 11 Abs. 1bis);
die Kon­trol­le (Art. 16-18);
die Straf­ver­fol­gung (Art. 28) und den Ent­zug der Be­rech­ti­gung zum Ver­kehr mit Be­täu­bungs­mit­teln (Art. 12);
die Auf­sicht über die un­ter den Buch­sta­ben a-e er­wähn­ten Be­hör­den und Or­ga­ne so­wie über die zu­ge­las­se­nen Be­hand­lungs- und So­zi­al­hil­fe­stel­len.
2Die Kan­to­ne sind be­fugt, für die von ih­nen zu er­tei­len­den Be­wil­li­gun­gen (Art. 3e, 14 und 14a Abs. 1bis) und für be­son­de­re Ver­fü­gun­gen und Kon­trol­len Ge­büh­ren zu er­he­ben.
3Die Kan­to­ne brin­gen die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern zur Kennt­nis.
1Die Kan­tons­re­gie­run­gen be­rich­ten dem Bun­des­rat re­gel­mäs­sig über die Aus­füh­rung des Ge­set­zes und die da­bei ge­mach­ten Be­ob­ach­tun­gen und stel­len die be­nö­tig­ten Da­ten (Art. 29c Abs. 2) zur Ver­fü­gung.
2Die Kan­to­ne ha­ben dem Bun­des­amt für Po­li­zei ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 19941 über kri­mi­nal­po­li­zei­li­che Zen­tral­stel­len des Bun­des über je­de we­gen Wi­der­hand­lung ge­gen die­ses Ge­setz ein­ge­lei­te­te Straf­ver­fol­gung recht­zei­tig Mit­tei­lung zu ma­chen. Die ent­spre­chen­den In­for­ma­tio­nen wer­den grund­sätz­lich auf dem elek­tro­ni­schen Weg über­mit­telt oder di­rekt in die Da­ten­ver­ar­bei­tungs­sys­te­me des Bun­des­am­tes für Po­li­zei ein­ge­ge­ben. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Der Bun­des­rat er­lässt die zum Voll­zug er­for­der­li­chen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.
2Er legt die Ge­büh­ren fest, wel­che das In­sti­tut für Be­wil­li­gun­gen, Kon­trol­len und Dienst­leis­tun­gen er­hebt. Er kann ihm die­se Be­fug­nis über­tra­gen.
3Er legt bei der Er­tei­lung von Be­wil­li­gun­gen an Or­ga­ni­sa­tio­nen, In­sti­tu­tio­nen und Be­hör­den im Sin­ne von Ar­ti­kel 14a im Ein­zel­fall die Be­fug­nis­se, die nä­he­ren Vor­aus­set­zun­gen ih­rer Aus­übung so­wie die Art und Wei­se der durch­zu­füh­ren­den Kon­trol­le fest. Er kann bei der Re­ge­lung der Kon­trol­le nö­ti­gen­falls vom Ge­setz ab­wei­chen­de Vor­schrif­ten er­las­sen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1975, mit Wir­kung seit 1. Aug. 1975 (AS 1975 1220; BBl 1973 I 1348).
1Der Bun­des­rat be­stimmt den Be­ginn der Wirk­sam­keit die­ses Ge­set­zes.
2Auf die­sen Zeit­punkt wer­den das Bun­des­ge­setz vom 2. Ok­to­ber 19241 be­tref­fend Be­täu­bungs­mit­tel so­wie die mit dem vor­lie­gen­den Ge­setz in Wi­der­spruch ste­hen­den Be­stim­mun­gen eid­ge­nös­si­scher und kan­to­na­ler Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen auf­ge­ho­ben.