Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%2076/77
Timestamp: 2020-04-04 08:53:10
Document Index: 73883693

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 4', '§ 42', '§ 15']

BFH, 15.01.1981 - IV R 76/77 - dejure.org
https://dejure.org/1981,628
BFH, 15.01.1981 - IV R 76/77 (https://dejure.org/1981,628)
BFH, Entscheidung vom 15.01.1981 - IV R 76/77 (https://dejure.org/1981,628)
BFH, Entscheidung vom 15. Januar 1981 - IV R 76/77 (https://dejure.org/1981,628)
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EStG 1967 § 15 Nr. 2
EStG (1967) § 15 Nr. 2
BFHE 132, 229
BFHE 132, 289
BStBl II 1981, 314
a) Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG hat die Rechtsprechung z.B. angenommen, wenn der Gesellschafter einem Dritten ein Wirtschaftsgut mit der Maßgabe und zu dem Zweck vermietet, es der Personengesellschaft zur betrieblichen Nutzung weiterzuvermieten oder ihr zur Verfügung in anderer Weise zu überlassen (BFH-Urteile vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314; vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250; vom 7. April 1994 IV R 11/92, BFHE 174, 407, BStBl II 1994, 796).
Zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters und Mitunternehmers einer Personengesellschaft und damit zum notwendigen Betriebsvermögen (§ 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes - EStG -) der Mitunternehmerschaft gehören nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) auch Wirtschaftsgüter, die der Gesellschafter zwar nicht unmittelbar der Gesellschaft zur Nutzung überläßt, sondern auch Wirtschaftsgüter, die der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft dienen (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314;… vom 26. März 1987 IV R 23/85, BFH/NV 1987, 507; vom 31. Oktober 1989 VIII R 374/83, BFHE 159, 434, BStBl II 1990, 677; vom 31. Januar 1991 IV R 2/90, BFHE 164, 309, BStBl II 1991, 786; vom 19. Februar 1991 VIII R 65/89, BFHE 164, 315, BStBl II 1991, 789).
Hiervon ausgehend hat der Senat entschieden, daß Sonderbetriebsvermögen vorliegt, wenn der Gesellschafter einer Personengesellschaft einem Dritten ein Gebäude vermietet, damit dieser es der Gesellschaft zur betrieblichen Nutzung überläßt (Urteil in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314).
Damit entspricht der Streitfall, was den Grund und Boden als solchen betrifft, im Kern dem Sachverhalt des Urteils in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314.
Damit stellt sich die steuerliche Rechtslage nicht anders dar als im Falle der Vermietung eines Grundstücks, wenn der Mieter in Absprache mit dem Vermieter das Grundstück zur betrieblichen Nutzung an eine Personengesellschaft untervermietet, an der der Vermieter als Gesellschafter und Mitunternehmer beteiligt ist (Fall des Urteils in BFHE 138, 289, BStBl II 1981, 314).
Gehört das Grundstück somit zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Beigeladenen, so waren die ihm von der GbR gezahlten Erbbauzinsen als Sonderbetriebseinnahmen zu erfassen (BFHE 138, 289, BStBl II 1981, 314).
a) Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass ein Grundstück, das der Gesellschafter einer Personengesellschaft an einen Dritten vermietet, der es seinerseits an die Gesellschaft untervermietet, zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen II des Gesellschafters gehört (Senatsurteile vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314;… vom 26. März 1987 IV R 23/85, BFH/NV 1987, 507; in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250; vom 7. April 1994 IV R 11/92, BFHE 174, 407, BStBl II 1994, 796).
Eine solche Übereinstimmung ist jedoch keine notwendige Voraussetzung für die Annahme von Sonderbetriebsvermögen II (vgl. Senatsurteil in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314).
Zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Mitunternehmers einer Personengesellschaft gehören nicht nur Wirtschaftsgüter, die der Gesellschafter der Gesellschaft zur betrieblichen Nutzung überläßt und die so unmittelbar dem Betrieb der Gesellschaft dienen (Sonderbetriebsvermögen I), sondern als sog. Sonderbetriebsvermögen II auch Wirtschaftsgüter, die der Mitgliedschaft des Gesellschafters in anderer Weise als durch Überlassung zur Nutzung unmittelbar an die Gesellschaft dienen (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314;… vom 26. März 1987 IV R 23/85, BFH/NV 1987, 507; vom 31. Oktober 1989 VIII R 374/83, BFHE 159, 434, BStBl II 1990, 677; vom 31. Januar 1991 IV R 2/90, BFHE 164, 309, BStBl II 1991, 786; vom 19. Februar 1991 VIII R 65/89, BFHE 164, 315, BStBl II 1991, 789).
In diesem Sinne hat der Senat schon bisher entschieden, daß ein Grundstück, das der Gesellschafter einer Personengesellschaft an einen Dritten vermietet, der es seinerseits an die Gesellschaft untervermietet, zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters gehört (vgl. Senatsurteile in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314, und in BFH/NV 1987, 507).
bb) Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, daß es für die Annahme notwendigen Sonderbetriebsvermögens auch nicht, wie die Revision meint, eines "Gesamtkonzepts" bedarf, wie es in den Fällen der Urteile in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314 und in BFH/NV 1987, 507 bestanden habe.
Umstände, die einen Durchgriff durch die GmbH (z. B. über § 42 AO 1977, vgl. etwa BFH-Urteil vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 229, BStBl II 1981, 314) rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich.
Der Senat bestätigt damit die Auffassung, die er in Übereinstimmung mit Woerner (Betriebs-Berater - BB - 1976, 220, 223) bereits in seinem Urteil vom 15. Januar 1981 IV R 76/77 (BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314, unter 2.) vertreten hat (…zustimmend: Schmidt, a. a. O., § 15 Anm. 79a;… Söffing in Lademann/Söffing/Brockhoff, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, Rdnr. 349).
Zum Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters einer Personengesellschaft gehören nicht nur Wirtschaftsgüter, die der Gesellschafter der Gesellschaft zur Nutzung überläßt (Sonderbetriebsvermögen I), sondern nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs als Sonderbetriebsvermögen II auch Wirtschaftsgüter, die der Mitgliedschaft des Gesellschafters in anderer Weise als durch Überlassung zur Nutzung unmittelbar an die Gesellschaft dienen (Urteile vom 23. Juli 1975 I R 210/73, BFHE 117, 144, BStBl II 1976, 180; vom 13. Mai 1976 IV R 4/75, BFHE 119, 256, BStBl II 1976, 617; vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314).
Dient das Wirtschaftsgut in anderer Weise als durch Überlassung zur Nutzung durch den Gesellschafter an die Gesellschaft der Beteiligung, so sind auch die dem Gesellschafter von dritter Seite im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsgut zufließenden Erträge Sonderbetriebseinnahmen und die mit dem Wirtschaftsgut zusammenhängenden Aufwendungen Sonderbetriebsausgaben des Gesellschafters (vgl. Urteil in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314, m. w. N.).
Sollte die Revision der Auffassung sein, aus dem Urteil des erkennenden Senats in BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314 folge, bei mittelbarer Nutzungsüberlassung könne ein Grundstück nur dann Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters sein, wenn der Gesellschafter das Grundstück einem Dritten überläßt, damit dieser es anschließend der Gesellschaft überläßt, so kann dem nicht gefolgt werden.
Der BFH hat bereits mehrfach entschieden, dass ein Grundstück, dass der Gesellschafter einer Personengesellschaft an einen Dritten vermietet, der es seinerseits an die Gesellschaft untervermietet, zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen II des Gesellschafters gehört: Das Eigentum des Gesellschafters an dem Grundstück ist in diesen Fällen nach Ansicht des BFH für die Gesellschaft wirtschaftlich vorteilhaft (vgl. dazu BFH-Urteile vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BStBl II 1981, 314, vom 26. März 1987 IV R 23/85, BFH/NV 1987, 507 sowie in BStBl II 1994, 250 und in BStBl II 2005, 578, m.w.N.).
Eine solche Änderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist aber für den Bereich der Definition des Sonderbetriebsvermögens II bei Sachverhalten, bei denen - wie hier - keine Betriebsaufspaltung gegeben ist, nicht feststellbar (vgl. dazu nur die oben bereits zitierten und immer noch uneingeschränkt anwendbaren BFH-Urteile in BStBl II 1981, 314 und in BFH/NV 1987, 507, die zeitlich weit vor den Streitjahren im hiesigen Fall ergangen sind).
Dies gilt nicht nur, wenn das Grundstück von den Gesellschaftern bebaut und nach Baufertigstellung dem Dritten mit der Maßgabe der Weitervermietung an die Personengesellschaft überlassen wird (Urteil des BFH vom 15. Januar 1981 IV R 76/77, BFHE 132, 289, BStBl II 1981, 314; zur Bestellung von Erbbaurechten s. BFH-Urteil vom 7. April 1994 IV R 11/92, BFHE 174, 407, BStBl II 1994, 796).
BFH, 19.02.1981 - IV R 141/77
Besteuerung der Mitunternehmer von Personengesellschaften; Vergütungen für die …