Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=04.12.2008_1C_127/2008
Timestamp: 2013-05-19 13:50:03
Document Index: 139334338

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 82', 'Art. 34', 'BGE', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 37', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 109', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_127/2008 (04.12.2008)
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Leo M�ller,
Dienststelle Raumentwicklung, Wirtschaftsf�rderung und Geoinformation, Murbacherstrasse 21, 6002 Luzern.
Am 12. Januar 1994 bewilligte der Gemeinderat Kriens den Einbau einer Futterk�che f�r die Verwertung von Speiseresten f�r Schweine auf dem Grundst�ck Nr. 1384, "Hinter-Buholz", GB Kriens. Gleichzeitig wurde der maximal zul�ssige Tierbestand im bereits bestehenden Schweinestall auf diesem Grundst�ck auf 10 Muttersauen, 1 Eber und 60 Mastschweine festgesetzt. Die ebenfalls beantragte Bewilligung f�r den Umbau des Viehstalls in einen Schweinezuchtstall wurde wegen �berm�ssiger Immissionen nicht erteilt.
Nachdem festgestellt worden war, dass X.________ sein Land auf "Hinter-Buholz" verpachtet hatte und seine Tiere ausschliesslich mit eingesottenen Abf�llen f�tterte, wurde ihm im Rahmen eines nachtr�glichen Baubewilligungsverfahrens die Ausnahmebewilligung f�r den nicht zonenkonformen Schweinemastbetrieb verweigert. Nach der teilweisen Gutheissung einer dagegen gerichteten Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Urteil vom 3. Mai 2002), erteilte das damalige kantonale Raumplanungsamt (heute Dienststelle Raumentwicklung, Wirtschaftsf�rderung und Geoinformation, rawi) am 10. Dezember 2003 eine Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 Abs. 2 aRPG: X.________ durfte in der bestehenden Schweinescheune 60 Mastschweine halten. Im selben Entscheid stellte das Amt klar, dass die bestehende Futterk�che aus dem Jahr 1994 ausschliesslich der Aufbereitung von Futter f�r die Tiere auf der Liegenschaft Nr. 1384 "Hinter-Buholz" genehmigt worden sei. Eine betriebsfremde Futteraufbereitung k�nne von der Baubewilligungsbeh�rde mangels Bewilligung jederzeit unterbunden werden. Dieser Entscheid wurde dem Baugesuchsteller vom Gemeinderat Kriens als zust�ndiger Leitbeh�rde am 18. August 2005 er�ffnet, dies zusammen mit seinem Entscheid vom 17. August 2005, mit welchem der Gemeinderat ebenfalls die Haltung von 60 Mastschweinen bewilligte.
In einem zweiten Entscheid vom 17. August 2005 hielt der Gemeinderat Kriens fest, dass im Schweinestall von "Hinter-Buholz" seit l�ngerer Zeit (seit ca. Mitte 2002) keine Schweine mehr gehalten w�rden. In der Futterk�che, die noch betrieben werde, werde somit Futter aufbereitet, welches nicht f�r den eigenen Betrieb verwendet werde. F�r solche Zwecke sei die Futterk�che nicht bewilligt worden, weshalb daf�r keine Bestandesgarantie geltend gemacht werden k�nne. Die heutige Nutzung sei formell rechtswidrig und X.________ stehe es frei, daf�r ein Baugesuch einzureichen. Zur Unterbindung der rechtswidrigen Nutzung erliess der Gemeinderat im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme einen Nutzungsstopp f�r die Futterk�che, soweit mit ihr Futter f�r andere Betriebe aufbereitet werde. Die Nutzungsbeschr�nkung trete am 1. Dezember 2005 in Kraft. Gleichzeitig wies der Gemeinderat den von X.________ am 23. Mai 2005 gestellten Antrag auf Bewilligung der Futterk�che ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern am 11. Januar 2006 teilweise gut und ordnete die Durchf�hrung eines nachtr�glichen Baubewilligungsverfahrens f�r die Aufbereitung von Futter in der Sterilisationsanlage f�r Tierhaltungen ausserhalb des Betriebes "Hinter-Buholz" an. Die vom Gemeinderat verh�ngte Nutzungseinstellung f�r die Futterk�che wurde - u.a. unter der Voraussetzung, dass X.________ das Baugesuch fristgerecht einreiche - bis zur materiell-rechtlichen Beurteilung des Betriebes, l�ngstens jedoch f�r ein Jahr ab Urteilszustellung ausgesetzt. Dem Gemeinderat Kriens wurde die M�glichkeit zur Fristverl�ngerung einger�umt.
Die Dienststelle rawi verweigerte am 23. M�rz 2007 die raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung f�r die Aufbereitung von Futter f�r betriebsfremde Tiere. Der Entscheid wurde X.________ vorweg als separate Verf�gung direkt er�ffnet und der Gemeinderat Kriens angewiesen, f�r die Wiederherstellung des gesetzm�ssigen Zustands besorgt zu sein. Die Einsprache von A.Y.________ und B.Y.________ gegen das Vorhaben wurde im Sinne der Erw�gungen als erledigt erkl�rt.
X.________ erhebt mit Eingabe vom 20. M�rz 2008 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht und beantragt die Aufhebung des angefochtenen Urteils. Weiter ersucht er um Bewilligung f�r die Aufbereitung von Futter in der Sterilisationsanlage auf dem Grundst�ck Nr. 1384, "Hinter-Buholz", GB Kriens, f�r Tierhaltungen ausserhalb seines Betriebes, soweit dazu eine Bewilligung erforderlich sei. Eventualiter sei das Urteil des Verwaltungsgerichtes aufzuheben und festzustellen, dass die Aufbereitung von Futter in der Sterilisationsanlage auf seinem Grundst�ck "Hinter-Buholz" bewilligt werden k�nne, soweit dazu eine Bewilligung erforderlich sei. Gleichzeitig sei die Dienststelle rawi anzuweisen, dem Gemeinderat Kriens zu beantragen, die Bewilligung f�r die umstrittene Futteraufbereitung in der Sterilisationsanlage zu erteilen. Subeventualiter sei das Urteil vom 12. Februar 2008 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Am 20. M�rz 2008 stellte der Beschwerdef�hrer zus�tzlich ein Gesuch um aufschiebende Wirkung.
Der Gemeinderat Kriens, das Ehepaar A.Y.________ und B.Y.________ als private Beschwerdegegner sowie die Dienststelle rawi schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Auch das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne.
Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) hat sich zur Sache vernehmen lassen. Die zu diesen Ausf�hrungen angeh�rten �brigen Verfahrensbeteiligten verzichten entweder auf eine weitere Stellungnahme oder halten sinngem�ss an ihren Antr�gen fest.
Mit Verf�gung vom 2. Juni 2008 hat der Pr�sident der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Gest�tzt auf Art. 82 lit. a BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Angelegenheiten des �ffentlichen Rechts. Dieses Rechtsmittel steht auch auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts zur Verf�gung. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt dazu keinen Ausschlussgrund. Gem�ss Art. 34 Abs. 1 RPG in der Fassung nach Ziff. 64 des Anhangs zum Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 �ber das Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32; vgl. AS 2006 2261) gelten f�r die Rechtsmittel an die Bundesbeh�rden die allgemeinen Bestimmungen �ber die Bundesrechtspflege (BGE 133 II 249 E. 1.2 S. 251). Der Beschwerdef�hrer als Grundeigent�mer, dem die nachtr�gliche Baubewilligung f�r seine Futteraufbereitungsanlage f�r betriebsfremde Tierhaltung verweigert wurde, ist zur Beschwerde legitimiert (zur Legitimation gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG siehe BGE 133 II 249 E. 1.3.3 S. 253 f.). Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die Beschwerde - unter Vorbehalt geh�rig begr�ndeter R�gen (E. 1.2 hienach) - einzutreten ist.
Das Verwaltungsgericht hat die umstrittene Futteraufbereitungsanlage unter verschiedenen Rechtstiteln gepr�ft. Zun�chst hat es die Anwendung von Art. 24a RPG in Betracht gezogen. Der Beschwerdef�hrer argumentiert dazu, die Sterilisationsanlage sei bereits im Jahr 1959 rechtskr�ftig bewilligt worden. Aus seiner Sicht handelt es sich bei der Anlage grunds�tzlich nicht um eine baubewilligungspflichtige Anlage. Die Vorinstanz lege denn auch nicht dar, inwiefern die gesamte Sterilisationsanlage gegen�ber der im Jahre 1994 bewilligten Anlage erweitert worden sei. Das Suppensilo stelle eine provisorische, jederzeit entfernbare Sache dar. Das Aufstellen eines solchen Beh�lters bed�rfe keiner Bewilligung. Es sei ein Leichtes, diesen Beh�lter wieder zu entfernen. Einzig daraus eine Baubewilligungspflicht zu begr�nden, um eine Zweck�nderung nach Art. 24a RPG zu verneinen, sei v�llig unverh�ltnism�ssig.
2.1 Art. 24a RPG erkl�rt die Zweck�nderung einer Baute oder Anlage ausserhalb der Bauzone als bewilligungsf�hig, wenn sie keine baulichen Massnahmen im Sinne von Art. 22 RPG erfordert, wenn dadurch keine neuen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen (lit. a) und die Baubewilligung nach keinem anderen Bundeserlass unzul�ssig ist (lit. b).
Vorab ist zu kl�ren, was unter einer baulichen Massnahme im Sinne von Art. 22 RPG zu verstehen ist. Geht der Betrieb der Futterk�che n�mlich mit einer solchen einher, kann Art. 24a RPG im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung gelangen: Diese Bestimmung ist nur auf Zweck�nderungen ohne bauliche Massnahmen anwendbar (BGE 127 II 215 E. 4b S. 223).
2.2 Von Bundesrechts wegen sind gest�tzt auf Art. 22 Abs. 1 RPG Neubauten, Wiederaufbauten, Ersatzbauten, Umbauten, Anbauten, Zweck�nderungen und Sanierungen, die �ber das �bliche Mass einer Renovation hinausgehen, bewilligungspflichtig. Den Kantonen bleibt es vorbehalten, �ber den bundesrechtlichen Mindeststandard hinauszugehen und weitere Vorg�nge der Bewilligungspflicht zu unterstellen. Hingegen k�nnen sie nicht von der Bewilligungspflicht ausnehmen, was nach Art. 22 RPG einer Bewilligung bedarf. Der Ausschluss der Bewilligungspflicht ist Gegenstand der Regelung von Art. 22 RPG und damit bundesrechtlich geordnet (ALEXANDER RUCH, Kommentar RPG, Z�rich 1999, Art. 22 Rz. 4; Urteil 1C_12/2007 des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008 E. 2.2; grundlegend BGE 113 Ib 314 E. 2b S. 315 f.; vgl. auch BGE 123 II 256 E. 3 S. 259; 120 Ib 379 E. 3c S. 383 f.). Als Baute oder Anlage gilt dabei nach der bundesgerichtlichen Praxis eine k�nstlich geschaffene und auf Dauer angelegte Einrichtung, die in bestimmter fester Beziehung zum Erdboden steht und die Nutzungsordnung zu beeinflussen vermag, weil sie entweder den Raum �usserlich erheblich ver�ndert, die Erschliessung belastet oder die Umwelt beeintr�chtigt. Nach der Rechtsprechung ist eine bauliche Massnahme dann dem Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen, wenn mit der Realisierung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge, so wichtige r�umliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der �ffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorg�ngigen Kontrolle besteht (BGE 120 Ib 379 E. 3c S. 383 f. mit Hinweisen). Wenn diese Voraussetzung erf�llt ist, unterstehen auch reine Umnutzungen der Baubewilligungspflicht (BGE 119 Ib 222 E. 3a S. 226 mit Hinweisen; Urteil 1A.216/2003 vom 16. M�rz 2004, E. 2.1, erw�hnt in: URP 2004 S. 349).
2.3.1 Dazu hat das Verwaltungsgericht unter Verweis auf sein rechtskr�ftiges Urteil vom 11. Januar 2006 einleitend festgehalten, dass weder mit der Baubewilligung von 1959 noch mit derjenigen von 1994 der Betrieb einer Sterilisationsanlage (Futterk�che) f�r die Aufbereitung von Masttierhaltungen ausserhalb des Landwirtschaftsbetriebes "Hinter-Buholz" Nr. 1384 bewilligt worden sei. Desgleichen hat es bereits im ebenfalls rechtskr�ftigen Urteil vom 3. Mai 2002 festgestellt, dass die Aufbereitung von Futter f�r betriebsfremde Schweinemasthaltungen auch nicht Gegenstand des nachtr�glichen Baubewilligungsverfahrens 1998/99 gewesen sei. 2002 ordnete das Verwaltungsgericht lediglich an, es sei zu pr�fen, ob eine Ausnahmebewilligung f�r einen Schweinemastbetrieb auf "Hinter-Buholz" erteilt werden k�nne. Erstmals stellte der Gemeinderat Kriens am 17. August 2005 fest, dass auf "Hinter-Buholz" seit ca. 2002 ohne Bewilligung Futter f�r Betriebe ausserhalb des hofeigenen aufbereitet werde.
2.3.2 Sodann gelangt das Verwaltungsgericht in einem ersten Schritt zur Auffassung, bei der Futtersterilisationsanlage handle es sich um eine auf Dauer angelegte Einrichtung. Die vorgenommene Erweiterung resp. Erneuerung unterliege der Baubewilligungspflicht. Auch wenn der Beschwerdef�hrer geltend mache, es seien nur Anlagen im Innern des Geb�udes ausgewechselt worden, sei die Anlage im Vergleich zu derjenigen von 1994 umgebaut und die Kapazit�t ausgebaut worden, um gr�ssere Mengen an Speiseresten aufzubereiten. Der Betrieb, auf dem inzwischen nur noch Futter aufbereitet werde und auf dem keine Schweine mehr gehalten w�rden, werde von drei Teilzeitangestellten gef�hrt. Nach Meinung des Verwaltungsgerichts unterstehen diese Ver�nderungen der Baubewilligungspflicht, weshalb Art. 24a RPG nicht zur Anwendung gelange.
2.4.1 Ein Blick in die kantonalen Akten best�tigt diese vorinstanzlichen Feststellungen. Insbesondere zeigt ein Vergleich des am 12. Januar 1994 genehmigten Umbauplans vom 19. Mai 1993 (1:50) mit dem Plan "Bestandesaufnahme" vom 6. April 2006 (1:100), dass in der Zeitspanne dazwischen die gesamte Futterk�chen-Anlage umgebaut und massgeblich Richtung S�d-Westen erweitert wurde. Der Dampfkessel findet sich neu im ehemaligen Schweinestall, und die eigentliche Sterilisationsanlage wurde im Betonsilo platziert. Davor steht das erw�hnte Suppensilo. Auf den Fotos der Dienststelle rawi (act. 30) ist zu sehen, dass die Erweiterung mit Kunststoffblachen eingekleidet wurde. Weiter wurde ein WC eingebaut. Diese T�tigkeiten sprengen entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers das Mass einer blossen Renovation. Nicht zu �berzeugen vermag der Beschwerdef�hrer mit seiner Argumentation, wonach das Suppensilo jederzeit entfernt werden k�nne. Die feste Beziehung der Baute oder Anlage zum Boden muss nicht in einer festen Verankerung bestehen; auch leicht demontierbare Einrichtungen k�nnen der Bewilligungspflicht unterliegen (vgl. Lukas B�hlmann, Strassencaf�s: Unn�tige Aufregung! in: Inforaum/VLP-ASPAN 2008, H. 6, S. 3-7). Ausschlaggebend ist die r�umliche Bedeutung des Vorhabens insgesamt (Bernhard Waldmann/Peter H�nni, Handkommentar zum RPG, Bern 2006, Art. 22 N. 10).
2.4.2 In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Beschwerdef�hrer gem�ss seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2007 zuhanden der kommunalen Baubewilligungsbeh�rden ausf�hrte, er sammle zurzeit die Speiseresten von 48 Betrieben ein. Im April 2004 waren es sogar deren 73. Die aufgekochten Futtermittel gehen gem�ss dieser Aufstellung im Umfang von 22'600 Litern an f�nf Bez�ger, wobei 12'600 Liter an den Stammbetrieb in Wollhusen geliefert werden. Insgesamt bedinge dies zwei bis drei Lieferfahrten pro Tag, wobei auch am Sonntag eine Fahrt durchgef�hrt werde. Diese Zahlen zeigen, dass es sich um einen eigenst�ndigen landwirtschaftsunabh�ngigen Gewerbebetrieb handelt, den der Beschwerdef�hrer in "Hinter-Buholz" aufgebaut hat. Dabei kann im Vergleich zur bewilligten Futterk�che f�r einen Betrieb von 10 Muttersauen, 1 Eber und 60 Mastschweine nicht von einer nur "leicht ausgedehnten Menge" die Rede sein, wie dies der Beschwerdef�hrer gelten macht. Dass zu dieser Leistungssteigerung bauliche Massnahmen im Sinn von Art. 22 RPG notwendig waren, ist offensichtlich.
2.4.3 Abzuweisen ist die R�ge des Beschwerdef�hrers, er habe keine Kenntnis von den Akten, auf welche das Verwaltungsgericht bei dieser Beurteilung abgestellt habe: S�mtliche erw�hnten Pl�ne und Angaben wurden von ihm selber eingereicht resp. gemacht.
2.5 Die gesamten im Zusammenhang mit der Zweck�nderung angefallenen Vorkehren f�hren ganz offensichtlich zu einem Mehr an Auswirkungen auf die Umwelt und die Erschliessung (Geruch aus der Abluft der Anlage, Verkehr durch die Lieferfahrzeuge). Diese Immissionszunahme stellt einen weiteren Grund dar, weshalb Art. 24a RPG hier nicht einschl�gig ist. Die mit dem Betrieb verbundenen Geruchsimmissionen durch die Abluft und der ebenfalls durch die Zweck�nderung bedingte Mehrverkehr an Lieferfahrzeugen stehen in Widerspruch zu den Anforderungen von Art. 24a lit. a RPG. Der Beschwerdef�hrer kann in diesem Zusammenhang nicht geltend machen, bei der Nutzung der Liegenschaft als herk�mmlichem Landwirtschaftsbetrieb w�ren die Auswirkungen auf die Umwelt eher gr�sser als bei seinem nicht-landwirtschaftlichen Futteraufbereitungs-Betrieb. Das ARE nennt dies eine in Art. 24a RPG nicht vorgesehene, unzul�ssige "Verrechnung" von weggefallenen landwirtschaftlichen Auswirkungen und neuen nicht-landwirtschaftlichen Auswirkungen. Im Urteil 1A.274/2006 vom 6. August 2007 hat das Bundesgericht bei der Beurteilung einer Sendeanlage ausserhalb der Bauzone in E. 3.2 festgehalten, dass die Erh�hung der Leistung der einen Anlage nicht durch die Verminderung der Leistung der anderen kompensiert werden k�nne, selbst wenn die Gesamtbelastung nicht erh�ht werde. Dabei handelte es sich um zwei Sendeanlagen mit unterschiedlichen Frequenzbereichen. Gleiches muss hier gelten: Unter dem Titel von Art. 24a RPG ist einzig die Futteraufbereitung f�r ausserbetriebliche Tierhaltungen zu beurteilen - und diese hat offensichtlich Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt.
Erg�nzend sei festgehalten, dass nicht massgeblich ist, ob es sich bei der f�r die Lieferfahrten benutzten Strasse um eine �ffentliche handelt. Der Transport f�r den gewerblichen Betrieb f�hrt in jedem Fall zu Mehrverkehr ausserhalb der Bauzone.
2.6 Damit l�sst sich im Zwischenergebnis festhalten, dass eine Bewilligung der Futterk�che f�r ausserbetriebliche Tierhaltung nach Art. 24a RPG nicht in Betracht kommt.
Unbestritten ist heute, dass die Futterk�che nicht nach Art. 37a RPG bewilligt werden kann. Das Verwaltungsgericht hat darum die M�glichkeit einer auf Art. 24 RPG gest�tzten Ausnahmebewilligung gepr�ft. Es stellt jedoch die Standortgebundenheit des Betriebes in Abrede und erachtet dessen Ansiedlung in einer Industrie- und/oder allenfalls Gewerbezone als grunds�tzlich m�glich. Die Behauptung des Beschwerdef�hrers, alle anderen Betriebe mit Sterilisationsanlagen im Kanton Luzern l�gen in der Landwirtschaftszone, �berzeugt das Verwaltungsgericht insofern nicht, als der Beschwerdef�hrer nicht aufzeige, dass sein Betrieb mit diesen vergleichbar sei. F�r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung f�r eine Futtersterilisationsanlage ausserhalb der Bauzone sei beispielsweise entscheidend, ob diese bereits vor 1980 bestanden habe, ob es sich um einen Nebenbetrieb eines Landwirtschaftsbetriebes oder einen rein gewerblichen Betrieb handle, etc. Das Verwaltungsgericht erachtet es als erstellt, dass die Futterk�che weder positiv noch negativ standortgebunden ist und sieht keine Anhaltspunkte f�r einen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht.
3.1 Der Beschwerdef�hrer beruft sich auch vor Bundesgericht in erster Linie auf die �brigen im Kanton Luzern existierenden Sterilisationsbetriebe. Die Betriebe verf�gten - wie der Beschwerdef�hrer auch - �ber die sanit�tspolizeiliche Erlaubnis zur Verwertung von K�chen- und Speiseabf�llen. Zudem l�gen sie nicht nur alle in der Landwirtschaftszone, sondern stellten auch zu einem erheblichen Teil Futter f�r Drittbetriebe her. Diese Tatsachen w�rden zeigen, dass offensichtlich f�r solche Betriebe ein Standort ausserhalb der Bauzone notwendig sei. Die Vorinstanz verhalte sich widerspr�chlich, wenn sie einerseits argumentiere, der Betrieb verursache Geruchsemissionen, weshalb er nach Art. 24a RPG nicht bewilligt werden k�nne und andererseits die negative Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 RPG verneine.
Zudem f�hrt der Beschwerdef�hrer Gr�nde der Verh�ltnism�ssigkeit an, welche ebenfalls im Rahmen von Art. 24 RPG zu pr�fen seien. In der Scheune auf GB 1384 werde seit 49 Jahren eine Futterk�che betrieben. Nach all dieser Zeit diesen Betrieb zu verbieten, sei v�llig unverh�ltnism�ssig. Er habe die Liegenschaft im Jahre 1987 gekauft und betreibe die Sterilisationsanlage somit seit 20 Jahren. Auch unter Ber�cksichtigung dieser Betriebsdauer sei eine Einstellung nicht verh�ltnism�ssig.
3.2 Es kann vollumf�nglich auf die zutreffenden Erw�gungen des Verwaltungsgerichts verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG). Die Vorinstanz hat denn auch nicht vorgeschlagen, die Futterk�che in einer Wohnzone zu betreiben, sondern eine Industrie- und/oder Gewerbezone genannt. Dies ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ausnahmsweise anerkannt, wenn eine st�ndige gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Beh�rde vorliegt und die Beh�rde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (BGE 127 I 1 E. 3a S. 2 f. mit Hinweisen). Einerseits ist vorliegend die vermeintlich gesetzeswidrige Praxis nicht belegbar, da Details zu den �brigen Sterilisationsanlagen, wie etwa Betriebsstruktur, Bewilligungszeitpunkt, etc. fehlen. Andererseits besteht kein Anlass zur Vermutung, die zust�ndige Beh�rde wolle auch in Zukunft an einer etwaigen unzul�ssigen Praxis festhalten. Auch in dieser Hinsicht ist dem Verwaltungsgericht in seiner Argumentation zuzustimmen.
3.4 Was die vom Beschwerdef�hrer angerufene Verh�ltnism�ssigkeit anbelangt, ist nochmals darauf hinzuweisen, dass f�r den heutigen Betrieb, der vollumf�nglich auf eine Futteraufbereitung f�r ausserbetriebliche Tierhaltung ausgerichtet ist, nie eine Bewilligung erteilt wurde. Zwar wiegen die Folgen einer Bewilligungsverweigerung f�r den Beschwerdef�hrer nicht leicht, doch werden sie von den �ffentlichen, f�r die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands sprechenden Interessen �bertroffen (vgl. BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 225). Der Beschwerdef�hrer hat mit dem Bau der umstrittenen Sterilisationsanlage den wichtigen Grundsatz der Trennung zwischen Baugebiet und Nichtbaugebiet verletzt. Er muss in Kauf nehmen, dass die Beh�rden aus grunds�tzlichen Erw�gungen, n�mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzm�ssigen Zustands erh�htes Gewicht beilegen und die dem Beschwerdef�hrer erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse ber�cksichtigen (BGE 123 II 248 E. 4a S. 255 mit Hinweisen).
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Zudem hat er die privaten Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Gemeinderat Kriens, der Dienststelle Raumentwicklung, Wirtschaftsf�rderung und Geoinformation und dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, sowie dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.
F�raud Scherrer