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Timestamp: 2017-06-24 22:23:03
Document Index: 381439592

Matched Legal Cases: ['§ 573', '§ 573', '§ 574', 'BGH', '§ 543', 'BGH', 'BGH', '§ 314', '§ 5', '§ 573', '§ 912', '§ 320', '§ 912', '§ 912', '§ 912', '§ 912', '§ 912', '§ 543', 'BGH', 'BGH', '§ 314']

Rechtsanwalt München | Bundesgerichtshof entscheidet im Warnemünder Verandenstreit TELEFON: 089 / 54 80 97-0info@anwaltskanzlei-sedlmeyer.deFaxnummer: 089 / 54 80 97-29 Menu Button HomeKanzlei NewsNews Archiv 2017Keine grenzüberschreitende Wärmedämmung für NeubautenHeckenhöhe bei Grundstücken in HanglageEntscheidungsrecht bei Uneinigkeit der Eltern über Schutzimpfung ihres KindesBundesgerichtshof führt seine Rechtsprechung zur Anwendung der Generalklausel bei Wohnraumkündigungen fortGrenzen des Anspruchs auf AusbildungsunterhaltSchadensersatzpflicht des Pächters für die Entstehung von DauergrünlandBundesgerichtshof mahnt sorgfältige Prüfung von Parteivorbringen und Beweisergebnissen in Fällen (möglicherweise) vorgetäuschten Vermieterbedarfs an (§ 573 Abs. 1 BGB*)Bundesgerichtshof formuliert Leitlinien zum Umgang mit Wohnraumkündigungen wegen sog. 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Juli 2016 – V ZR 195/15 Die Kläger kauften Anfang 1968 von einer Bürgerin deren Wohngrundstück in der Innenstadt von Rostock-Warnemünde. Das Grundstück war seinerzeit mit einem Wohngebäude bebaut, das sich zur Straße hin mit einer abbruchreifen überdachten Veranda in Holzbauweise fortsetzte. Die Veranda stand auf einer Fläche von etwa 25 m² auf dem angrenzenden - seinerzeit volkseigenen – Grundstück, das heute der beklagten Stadt Rostock gehört. Auf Grund einer Baugenehmigung vom Mai 1968 wurde u. a. die Holzveranda samt Fundament vollständig abgerissen und durch einen Massivbau aus Mauerwerk mit massivem neuen Fundament und Betondecke ersetzt. Bei dem Erwerb des Grundstücks und den späteren Baumaßnahmen nahmen die Kläger an, sie hätten auch die Fläche erworben, auf der die abgerissene Holzveranda stand. 2010 kündigte die Stadt Rostock einen angeblich bestehenden Leihvertrag über die mit dem Anbau bebaute Teilfläche ihres Grundstücks und verlangt von den Klägern die Zahlung eines Nutzungsentgeltes, zuletzt - für die Zeit ab dem 1. Januar 2012 - in Höhe von 602,04 € im Jahr. Die Kläger meinen, sie seien berechtigt, die für den Anbau in Anspruch genommene Fläche nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz anzukaufen. Jedenfalls handele es sich bei dem Anbau um einen von der Stadt Rostock zu duldenden Überbau. Sie beantragen die Feststellung ihrer Ankaufsberechtigung nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz und die Feststellung, dass der Beklagten kein Anspruch auf Nutzungsentgelt in der beanspruchten Höhe zusteht. Die Klage ist in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben. Der Bundesgerichthof hat bestätigt, dass den Klägern kein Ankaufsrecht nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz zusteht, das Berufungsurteil im Übrigen aber aufgehoben. Ankaufsberechtigung nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz? Nach dem Sachenrechtsbereinigungsgesetz haben Nutzer einen gesetzlichen Anspruch, von ihnen mit Billigung staatlicher Stellen baulich genutzte fremde Grundstücke zum halben Bodenwert anzukaufen, oder einen Anspruch auf Bestellung eines Erbbaurechts zur Hälfte des üblichen Erbbauzinses. Dafür reicht aber nicht schon die bauliche Nutzung an sich. Dem Nutzer muss vielmehr für die bauliche Nutzung zu Zeiten der DDR ein Nutzungsrecht verliehen oder zugewiesen worden sein; dem steht es gleich, wenn die Verleihung oder Zuweisung eines solchen Nutzungsrechts in der DDR zu erreichen gewesen wäre und wegen eines für die damalige Zeit typischen Vollzugsdefizits ausgeblieben ist. Daran fehlt es hier. Die Kläger haben ein mit einem Wohnhaus bebautes Grundstück gekauft und bei dessen Umbau den Anbau über die Grenze gebaut. Solche Überbauungsfälle sind nicht die Folge eines für die DDR typischen Vollzugsdefizits, sondern die Folge von Fehlern bei der Planung und Ausführung von Bauten durch den Eigentümer. Sie kamen schon immer und kommen nach wie vor im gesamten Bundesgebiet vor. Sie sind seit dem Inkrafttreten des BGB am 1. Januar 1900 in § 912 BGB (Überbau) geregelt und hatten auch in der ehemaligen DDR eine ähnliche Ausgestaltung gefunden (§ 320 ZGB). Solche Fälle waren befriedigend geregelt und bedurften keiner Bereinigung. Ist der Anbau ein zu duldender Überbau? An sich müsste derjenige, der sein Gebäude ohne Gestattung des Nachbarn über die Grenze baut, den Überbau beseitigen. Das würde aber zu einer Zerstörung wirtschaftlicher Werte führen, die nicht gerechtfertigt ist, wenn den Überbauenden keine grobe Fahrlässigkeit trifft. Deshalb bestimmt § 912 BGB, dass ein Überbau unter dieser Voraussetzung gegen Zahlung einer Geldrente hingenommen werden muss. Das gilt nicht nur, wenn die Grundstücksgrenze bei Errichtung eines Gebäudes überschritten wird, sondern auch, wenn dies bei einem späteren Um- oder Ausbau geschieht. Eine solche Rente ist in aller Regel deutlich geringer als eine Pacht oder eine Nutzungsentschädigung. Die Kläger akzeptieren eine Geldrente nach § 912 Abs. 2 BGB, wehren sich aber gegen die Zahlung einer höheren Nutzungsentschädigung. Das Berufungsgericht verneint schon einen Überbau. Der Anbau stehe vollständig auf dem städtischen Grund; es fehle folglich an einer Überschreitung der Grundstücksgrenze. Dem ist der Bundesgerichtshof nicht gefolgt: Die entsprechende Anwendung von § 912 BGB auf einen nachträglichen über die Grenze gebauten Anbau hängt nicht davon ab, in welchem Umfang der Anbau auf dem überbauten Grundstück steht, sondern von den mit dem Abbruch des Anbaus verbundenen Folgen für das auf dem Grundstück des Überbauenden stehende Gebäude. Der Bundesgerichtshof hat die Sache wegen des Nutzungsentgelts an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Das Oberlandesgericht muss jetzt feststellen, ob die Voraussetzungen eines Überbaus nach § 912 BGB vorliegen. Dafür muss aufgeklärt werden, welche Folgen ein Abbruch des Anbaus für das Haus der Kläger hätte und ob sie grob fahrlässig über die Grenze gebaut haben. Eine Rolle könnte auch die Frage spielen, ob die Stadt Rostock den Überbau in der Vergangenheit gestattet hat und ob diese Gestattung widerruflich war. Sollte sie die Errichtung solcher Anbauten widerruflich gestattet haben, wäre sie zu deren Duldung nur bis zu einem Widerruf verpflichtet. § 912 BGB lautet: (1) Hat der Eigentümer eines Grundstücks bei der Errichtung eines Gebäudes über die Grenze gebaut, ohne dass ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt, so hat der Nachbar den Überbau zu dulden, es sei denn, dass er vor oder sofort nach der Grenzüberschreitung Widerspruch erhoben hat. (2) 1 Der Nachbar ist durch eine Geldrente zu entschädigen. 2 Für die Höhe der Rente ist die Zeit der Grenzüberschreitung maßgebend." Vorinstanzen: OLG Rostock - Urteil vom 20. Juli 2015 – 3 U 82/14 LG Rostock - Urteil vom 6. Juni 2014 – 3 O 1023/12 Karlsruhe, den 15. Juli 2016 Pressestelle des Bundesgerichtshofs76125 KarlsruheTelefon (0721) 159-5013Telefax (0721) 159-5501
Telefon+49 (89) 54 80 97-0 weitere UrteileBundesgerichtshof bestätigt Zulässigkeit von Eigenbedarfskündigungen durch eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts und ändert seine Rechtsprechung zur Anbietpflicht eines VermietersBundesgerichtshof entscheidet zur Frage der Verantwortlichkeit des Mieters für Wohnungsschäden nach Polizeieinsatz (Durchsuchung)Voraussetzungen für familiengerichtliche Weisungen an die Eltern bei Gefährdung des KindeswohlsBundesgerichtshof entscheidet über die Wirksamkeit einer Widerrufsinformation bei einem ImmobiliardarlehensvertragBundesgerichtshof: Gerichte müssen schwerwiegende persönliche Härtegründe auf Seiten des Mieters auch bei fristloser Kündigung nach § 543 Abs. 1 BGB* berücksichtigenBundesgerichtshof entscheidet zu Formularklauseln über Darlehensgebühren in BausparverträgenSanierung von Dehn- und Arbeitsfugen und Estrich- und FliesenflächenMietrückstände durch HeizkostenKündigung des Chefarztes eines katholischen Krankenhauses wegen WiederverheiratungArbeitskampf - Verletzung der Friedenspflicht - SchadensersatzanspruchBetriebsrente - GleichbehandlungBundesgerichtshof entscheidet im Warnemünder VerandenstreitBGH präzisiert Anforderungen an die Fristsetzung zur Nacherfüllung im KaufrechtBGH verneint Anwendbarkeit des § 314 Abs. 3 BGB im Wohnraummietrecht (Kündigung wegen älterer Mietrückstände)Rechtsfolge verdeckter ArbeitnehmerüberlassungBundesgerichtshof entscheidet über Widerrufsrecht von Verbrauchern bei im Fernabsatz geschlossenen Immobilien-MaklerverträgenGesetzlicher Mindestlohn für BereitschaftszeitenProspekt eines geschlossenen Immobilienfonds informiert über WeichkostenGrundstückserwerb durch ZwangsversteigerungArglistige Täuschung beim GrundstücksverkaufKlage des Mieters auf Feststellung einer Minderung der MieteVerkauf eines mit einem Einfamilienhaus bebautem Grundstück unter Ausschluss der Haftung für SachmängelRückzahlung geleisteter Versicherungsbeiträge einer fondsgebundenen LebensversicherungAnfechtung wechselbezüglicher Verfügungen des erstversterbenden Ehegatten durch einen DrittenErfüllung des gesetzlichen MindestlohnsSchadensersatz wegen der Verletzung von AufklärungspflichtenAuskunft und Rechenschaft über den Stand der NachlassangelegenheitAngebotannahme über einen Kauf- und Werkvertrag über eine Eigentumswohnung nach Ablauf der FristAnsprüche der Erwerber wegen Mängeln an neu errichteten HäusernInanspruchnahme von Elternzeit - SchriftformerfordernisAnspruch auf tabakrauchfreien ArbeitsplatzAußerordentliche Kündigung des Fitnessstudiovertrags durch UmzugKein Beschwerderecht gegen die Erteilung einer Genehmigung zu einem ÜbergabevertragGenehmigungsbedürftiger Verkauf eines landwirtschaftlichen Grundstücks unter dem siedlungsrechtlichen VorkaufsrechtMeinungsänderung über Vorkaufsrecht eines angemieteten EinfamilienhausesErsatz der Kosten für die Sanierung der mangelhaften Elektroinstallation in dem HausSachmangel des Grundstücks durch fehlende Standsicherheit der WinkelstützmauerVerwendung eines Verteilerschlüssels für eine AbrechnungVerkauf von Wohnungseigentum mit SchimmelbefallBerücksichtigung der Konfession bei der Einstellung?Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen RechtsGrundstückserwerb durch Wohnungseigentümergemeinschaft grundsätzlich möglich ArchivNews Archiv 2017News Archiv 2016News Archiv 2015News Archiv 2014News Archiv 2013 Sie befinden sich auf: Home » News Archiv 2016 » Bundesgerichtshof entscheidet im Warnemünder Verandenstreit KANZLEI SEDLMEYER MÜNCHENFachanwalt für WohnungseigentumsrechtFachanwalt für FamilienrechtFachanwalt für Mietrecht