Source: https://de.slideshare.net/till.karsten/schuldrecht-allgemeiner-teil
Timestamp: 2018-01-23 18:31:00
Document Index: 51669838

Matched Legal Cases: ['§ 242', 'BGH', '§ 280', '§ 286', '§ 276', '§ 280', '§ 276', '§ 280']

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1. Schuldrecht. AT. Rechtskunde, Agnes-Karll-Schule, 03.2009
2. Einführung • Teil des Privatrechts • §§ 242 - 432 BGB • regelt Schuldverhältnisse • Recht von einer anderen Person eine Leistung zu verlangen (Anspruch)
3. Schuldverhältnis • „Unter einem Schuldverhältnis versteht man ein Rechtsverhältnis, in dem sich mindestens zwei Personen in der Weise gegenüberstehen, dass sie einander zu einer Leistung berechtigt und verpﬂichtet sind.“
4. Zustandekommen • entweder durch Rechtsgeschäft (meistens Vertrag) oder Gesetz • Angebot und Annahme (145 ff.) • „gegenseitige Verträge“ • damit gegenseitige Ansprüche • Bsp: Kaufvertrag, 433
5. Vertragsfreiheit • geregelt in 311 • Abschlussfreiheit • kein Zwang auf Abschluss • Gestaltungsfreiheit • Verträge sind abänderbar, solange das nicht verboten ist
6. Einschränkungen • bei Abschlussfreiheit • Bsp: 566: Kauf bricht nicht Miete • Bsp: 631a: Rechte/Pﬂichten bei Betriebsübergang • Bsp: 6 EnWg,Versorgungsunternehmen, Pﬂicht zum Abschluss • Bsp: 5 II PfVersG, Abschluss einer PKW Pﬂichtversicherung
7. AGB • Allgemeine Geschäftsbedingungen • Bedingungen, die Einverständnis des anderen Vertragspartners erfordern • nicht 134 (gesetzliches Verbot) oder 138 (gute Sitten) • dienen häuﬁg dazu, Rechte einzuschränken oder auszuschließen
8. AGB II • werden nur Bestandteil, • wenn darauf hingewiesen wird, diese aushängen oder mitgeliefert werden und • der andere damit einverstanden ist. • Unklarheiten gehen zu Lasten des Verwenders
9. Haustürgeschäfte • sind Geschäfte, die in der Privatwohnung, Arbeitsplatz, auf der Straße oder bei Kaffeefahrten abgeschlossen werden • Verbraucher bei einem Vertragsschluss mit einem Unternehmer Widerrufsrecht nach 355 innerhalb von 2 Wochen zu • Folge: An WE nicht mehr gebunden
10. Fernabsatzverträge • ebenfalls Vertragsschluss zwischen Verbraucher und Unternehmer • über Tele- oder Mediendienste • Widerruf- und Rückgaberecht innerhalb von 2 Wochen • Eigenschaftsirrtum nach 119 I 2.Var. • bis 50€ Porto muss Kunde selber tragen
11. Hauptleistungspﬂicht • bei Behandlungsvertrag, 611 • Behandlung • Pﬂege • bei Kaufvertrag, 433 • Kaufpreiszahlung • Abnahme der Sache
12. Nebenleistungspﬂichten • selbstständige • dient der Vorbereitung, Durchführung und Sicherung der Hauptleistungspﬂicht • Anzeige-, Auskunfts- oder Rechenschaftspﬂicht • einklagbarer Anspruch
13. Nebenleistungspﬂicht II • unselbstständige • kein selbstständiger, einklagbarer Anspruch • Rücksichtnahmepﬂichten wie Fürsorge- und Obhut, Treue, Mitwirkung und Aufklärung • dienen dem Schutz der Person und des Vermögens der anderen Partei
14. nachvertragliche Nebenleistungspﬂichten • Verpﬂichtung zur Verschwiegenheit nach Beendigung eines Dienstverhältnisses • Konkurrenz und Wettbewerbsverbot • Gewährung von Einsicht in die Krankenunterlagen nach Beendigung der Behandlung (BGHZ 85, 351) • allgemeine Regel: 241 II
15. Schutzpﬂichten • Pﬂicht sich so zu verhalten, dass die andere Partei nicht im Eigentum, Leben, Gesundheit oder sonstigen beeinträchtigt wird • keine falsche Verabreichung von Medikamenten • sonst Schadensersatzpﬂichtig
16. Leistung... • Gegenstand • Stück- oder Gattungsschuld • Ort • Hol- (269), Bring- oder Schickschuld • Zeit • sofort (271) oder Vereinbarung
17. Beendigung • Erfüllung durch Leistung (362) • Erbringung der geschuldeten Leistung • Annahme an Erfüllungs statt (364) • Annahme einer anderen Leistung als der geschuldeten • Aufrechnung (398) • Tilgung einer Forderung durch Ausgleich mit einer Gegenforderung
18. Leistungsstörungen 1. Der Schuldner erbringt die Leistung später als vereinbart, also nicht rechtzeitig:Verzug 2. Der Schuldner ist überhaupt nicht in der Lage die Leistung zu erbringen: Unmöglichkeit 3. Der Schuldner erbringt die Leistung pünktlich, erfüllt aber schlecht: Schlechterfüllung
19. Schuldnerverzug • Anspruchsgrundlage für Ersatz vom Verzögerungsschaden: § 280 I, II iVm § 286 • Schuldverhältnis (280 Abs. 1) • Pﬂichtverletzung des Schuldner • Fälligkeit der Leistung (271) • Mahnung (286 I 1 oder 286 II Nr. 1) • Nichtleistung (286 I 1) • Vertretenmüssen (280 I 2 iVm 276) • Verzögerungsschaden beim Gläubiger (280 I) • Rechtsfolge: 280 iVm 249: Ersatz Schaden
20. Vertragshaftung • Anspruchsgrundlage Krankenhausaufnahmevertrag • 280 I, III, 281 • Anspruchsvoraussetzungen • Vorliegen ärztlicher Behandlungsvertrag oder Pﬂegevertrag (meist beides) • Nicht-/Schlechterfüllung der vertraglichen Pﬂichten von vetraglichen oder organisatorischen Haupt-/Nebenpﬂichten
21. Vertragshaftung II • Das Krankenhaus verletzt Hauptleistungspﬂichten bei ärztlichen oder pﬂegerischen Behandlung (= Vorliegen eines ärztlichen oder pﬂegerischen Behandlungsfehlers): • Verletzung für eigenes Verhalten / Erfüllungsgehilfen. • Der Patient muß das Vorliegen der Hauptpﬂichtverletzung nachweisen. • Erst dann: Vertretenmüssen des Arztes/Pﬂegepersonals vermutet. • Verletzung sonstiger Pﬂichten (medizinische und pﬂegerische Qualitätsstandards) richtet sich nach anderen Kriterien
22. Vertragshaftung III • Schadenseintritt • Kausalität Sorgfaltspﬂichtverletzung - Schaden (Patient = Mitursächlichkeit beweisen). • Rechtswidrigkeit der Hauptleistungspﬂichtverletzung (wird indiziert). • Vorsatz/Fahrlässigkeit (§ 276 BGB) und Nicht- Vertreten-müssen (§ 280 BGB)
23. Vertragshaftung IV • Liegt die Pﬂichtverletzung vor, dann müssen der Arzt oder das Pﬂegepersonal darlegen, daß diese nicht von ihm zu vertreten sind. Zu Vertreten sind nach § 276 BGB Vorsatz und Fahrlässigkeit (Pat. muß beweisen). • Aber: Verschuldenszurechnung kann auch entfallen bei Nicht-Vertreten-Müssen nach § 280 BGB; Arzt muß Vermutung widerlegen (Beweislastumkehr ! zugunst. Patient)