Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=1287
Timestamp: 2019-02-19 13:15:42
Document Index: 341229896

Matched Legal Cases: ['§ 4117', '§ 4122', '§ 4123', '§ 4117', '§ 4120', '§ 4117', '§ 4121', '§ 4122', '§ 4123', '§ 4120', '§ 4117', '§ 4121', '§ 4122', '§ 4123']

vom kaufe und verkaufe.
sehr ins römische eingekleidet worden, wie man aus
des Franzky buche de laudemiis es abnemen kan.
Derohalben ist dises mit behutsamkeit zu gebrau-
Hirher gehören: 1) die frucht auf dem halm;verbotene
das gras vor der erndte; der wein am stocke; 2)
verbotene bücher; 3) gift, u. s. w. Die waaren-
kenntnisse lernet man aus des Marpergers
kaufmanns-magazine, 1738, 8v, desselben schlesi-
schen kaufmanne 1714, 8v, desselben schwedischen
kaufmanne 1706, 8v, desselben moscowitischen
kaufmanne, des Lemmeri materialien-lexico. Jn
polizei-sachen fallen die regeln des römischen rech-
tes weg; disemnach machet zwar das rechtskräf-
tige urtel eine juristische warheit; allein in polizei-
sachen nicht allezeit; sondern es heisset: salus rei-
publicae suprema lex esto (§ 4117 des 2ten th.).
Wenn einer über das ohr gehauen wird, oderjudenhandel.
die sache zu teuer kauft, saget man: das ist ein
judenhandel.
§ 4122
Beim verkaufe der heiligen und crucifixe darfherr göttskrä-
man nicht handeln, d. i. nicht weniger biten, als
der verkäufer fodert. Jn Rußlande wird noch di-
ses strenge beobachtet. Jst das gebot zu hoch; so
muß der käufer stille schweigen, und weggehen.
Wenn einer gibet, was der krämer fodert, der
heisset ein herrgöttskrämer. Wenn man die nar-
ren zu markte schicket, so lösen die krämer gelt.
§ 4123
Wer die augen nicht auftut, der muß den beu-mängel.
tel auftun, Hert in Paroemiis iuris. germ. d. i. di-
ſehr ins roͤmiſche eingekleidet worden, wie man aus
Derohalben iſt diſes mit behutſamkeit zu gebrau-
Hirher gehoͤren: 1) die frucht auf dem halm;verbotene
das gras vor der erndte; der wein am ſtocke; 2)
verbotene buͤcher; 3) gift, u. ſ. w. Die waaren-
kenntniſſe lernet man aus des Marpergers
kaufmanns-magazine, 1738, 8v, deſſelben ſchleſi-
ſchen kaufmanne 1714, 8v, deſſelben ſchwediſchen
kaufmanne 1706, 8v, deſſelben moſcowitiſchen
polizei-ſachen fallen die regeln des roͤmiſchen rech-
tes weg; diſemnach machet zwar das rechtskraͤf-
tige urtel eine juriſtiſche warheit; allein in polizei-
ſachen nicht allezeit; ſondern es heiſſet: ſalus rei-
publicae ſuprema lex eſto (§ 4117 des 2ten th.).
Wenn einer uͤber das ohr gehauen wird, oderjudenhandel.
die ſache zu teuer kauft, ſaget man: das iſt ein
Beim verkaufe der heiligen und crucifixe darfherr goͤttskraͤ-
der verkaͤufer fodert. Jn Rußlande wird noch di-
ſes ſtrenge beobachtet. Jſt das gebot zu hoch; ſo
muß der kaͤufer ſtille ſchweigen, und weggehen.
Wenn einer gibet, was der kraͤmer fodert, der
heiſſet ein herrgoͤttskraͤmer. Wenn man die nar-
ren zu markte ſchicket, ſo loͤſen die kraͤmer gelt.
Wer die augen nicht auftut, der muß den beu-maͤngel.
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[1263/1287] vom kaufe und verkaufe. ſehr ins roͤmiſche eingekleidet worden, wie man aus des Franzky buche de laudemiis es abnemen kan. Derohalben iſt diſes mit behutſamkeit zu gebrau- chen. § 4120 Hirher gehoͤren: 1) die frucht auf dem halm; das gras vor der erndte; der wein am ſtocke; 2) verbotene buͤcher; 3) gift, u. ſ. w. Die waaren- kenntniſſe lernet man aus des Marpergers kaufmanns-magazine, 1738, 8v, deſſelben ſchleſi- ſchen kaufmanne 1714, 8v, deſſelben ſchwediſchen kaufmanne 1706, 8v, deſſelben moſcowitiſchen kaufmanne, des Lemmeri materialien-lexico. Jn polizei-ſachen fallen die regeln des roͤmiſchen rech- tes weg; diſemnach machet zwar das rechtskraͤf- tige urtel eine juriſtiſche warheit; allein in polizei- ſachen nicht allezeit; ſondern es heiſſet: ſalus rei- publicae ſuprema lex eſto (§ 4117 des 2ten th.). verbotene waare. § 4121 Wenn einer uͤber das ohr gehauen wird, oder die ſache zu teuer kauft, ſaget man: das iſt ein judenhandel. judenhandel. § 4122 Beim verkaufe der heiligen und crucifixe darf man nicht handeln, d. i. nicht weniger biten, als der verkaͤufer fodert. Jn Rußlande wird noch di- ſes ſtrenge beobachtet. Jſt das gebot zu hoch; ſo muß der kaͤufer ſtille ſchweigen, und weggehen. Wenn einer gibet, was der kraͤmer fodert, der heiſſet ein herrgoͤttskraͤmer. Wenn man die nar- ren zu markte ſchicket, ſo loͤſen die kraͤmer gelt. herr goͤttskraͤ- mer. § 4123 Wer die augen nicht auftut, der muß den beu- tel auftun, Hert in Paroemiis iuris. germ. d. i. di- jenige maͤngel.
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1263. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1287>, abgerufen am 19.02.2019.