Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/littmannbitzpust-das-einkommensteuerrecht-estg-15-schrifttum_idesk_PI16039_HI9558367.html
Timestamp: 2019-10-20 17:39:44
Document Index: 32649776

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 164', '§ 46', '§ 47', '§ 15', '§ 50', '§ 53', '§ 6', '§ 20']

Knobbe-Keuk, Die Anteile der Kommanditisten einer GmbH & Co KG an der Komplementär-GmbH, in FS von Wallis, 1985, 373;
Schulze zur Wiesche, Zur wesentlichen Betriebsgrundlage eines Mitunternehmeranteils – Problemstellungen bei der Beteiligung an einer Komplementär-GmbH, DB 2010, 638;
Prinz, Neuakzentuierung der BFH-Rspr zur Sonder-BV-Eigenschaft von KapGes-Anteilen u Mitunternehmeranteilen, DB 2010, 972;
Schumacher, Kann der Mitunternehmeranteil eine wesentliche Betriebsgrundlage für Zwecke des Umwandlungsteuerrechts darstellen?, DStR 2010, 1606;
Suchanek, Beteiligung an Komplementär-GmbH als funktional wesentliche Betriebsgrundlage, GmbHR 2010, 322 (Kommentar zu BFH v 25.11.2009);
Schwedhelm/Talaska, Wann ist der Anteil des Kommanditisten an der Komplementär-GmbH wesentliche Betriebsgrundlage iSd § 20 UmwStG?, DStR 2010, 1505;
Schulze zur Wiesche, GmbH-Beteiligungen als Sonder-BV der PersGes, GmbHR 2012, 785;
Schulze zur Wiesche, Beteiligung eines Mitunternehmers an einer Komplementär-GmbH einer anderen Mitunternehmerschaft als Sonder-BV II, DStZ 2014, 753;
Schulze zur Wiesche, Anteile an einer Komplementär-GmbH als Sonder-BV, DStZ 2015, 929.
Zuletzt OFD Ffm v 03.12.2015, S 2134 A-14-St 213, DStR 2016, 676 (Mitunternehmern gehörende Anteile an KapGes; Zugehörigkeit zum Sonder-BV u Eigenschaft als funktional wesentliche Betriebsgrundlage).
Ferner s Schrifttum vor Rn 41.
Die einem Kommanditisten gehörenden Anteile an der Komplementär-GmbH ohne eigenen Geschäftsbetrieb, auch wenn ohne Kapitaleinlage in der GmbH & Co KG (BFH BStBl II 1976, 188), sind notwendiges Sonder-BV II des Kommanditisten (grundsätzlich auch s Rn 73 zu "Sonstiges", dort zu (1), u s Rn 75 zu (1)), wenn die GmbH-Anteile dem Kommanditisten ermöglichen, über die geschäftsführende GmbH einen besonderen Einfluss auf die nach § 164 HGB von der Geschäftsführung ausgeschlossene KG auszuüben und sie insofern der Stärkung der Mitunternehmerstellung der Kommanditisten dienen (OFD Ffm v 03.12.2015, DStR 2016, 6767; OFD Mchn, DStR 2001, 1032; OFD Münster, GmbHR 2009, 108; BFH BStBl II 2015, 705; 2001, 825; 1999, 286; 1992, 937; 1976, 188; 1977, 69; 1980, 119; aA für die Fälle der Einmann-GmbH & Co KG (mE analog dann auch der mehrheitlichen KG-Beteiligung) bzw einer Minderheitsbeteiligung an der GmbH: Knobbe-Keuk, FS von Wallis, 1985, 379).
Mit Urt BFH v 16.04.2015, BStBl II 2015, 705 hat der IV. Senat des BFH die frühere extensive Rspr (zB s BFH v 25.11.2009, BStBl II 2010, 471 Rz 16 u 19) eingeschränkt für den Fall von Minderheitsbeteiligungen des Kommanditisten < 10 % an der Komplementär-GmbH bei einer GmbH & Co KG, weil eine Zuordnung der Beteiligung zum Sonder-BV II ausscheide, wenn der Gesellschafter auf Grund der Höhe seiner Beteiligung nicht in der Lage ist, Einfluss auf die Geschäftsführung der KG zu nehmen, u dürfte damit auch den Versuch unternommen haben, einer Ausuferung des Anwendungsbereichs des vom Gesetz nicht näher konkretisierten Rechtsbegriffs des Sonder-BV II generell entgegenzutreten: so Wit, DStR 2015, 1366. ME ist für die Qualifikation einer Komplementärbeteiligung als Sonder-BV II eines Kommanditisten abzustellen darauf, ob eine Beschlussfassung nach § 46 Nr 5, 6 GmbHG iVm § 47 Abs 1 GmbHG gegen den Willen des Gesellschafters nicht möglich ist.
Also für Sonder-BV II qualifizieren sich mE Komplementär-Anteile nur,
wenn eine Mehrheitsbeteiligung an der GmbH mit beherrschendem Einfluss auf die KG vorliegt – glA Wacker in Schmidt, § 15 EStG Rz 518, 37. Aufl – oder
wenn eine Beschlussfassung nur unter Mitwirkung des Minderheitsgesellschafters möglich ist, weil eine qualifizierte Mehrheit von Stimmen erforderlich ist, die nur unter Einschluss der Stimmen des Minderheitsgesellschafters erreicht werden kann, oder
wenn sogar Einstimmigkeit vorgeschrieben ist: BFH v 16.04.2015, aaO, Rz 21 u OFD Ffm v 03.12.2015, DStR 2016, 676 Rz 9.
Der BFH v 16.04.2015, aaO, lässt unter Rz 19 dagegen weitergehend offen, ob eine Zuordnung der Geschäftsanteile an der Komplementär-GmbH zum Sonder-BV II bereits bei einem Minderheitsgesellschafter, der mindestens 10 % der Geschäftsanteile hält, gerechtfertigt ist, weil ihm die besonderen Minderheitenrechte gem den §§ 50 Abs 1, 61 Abs 2 S 2, 66 Abs 2 GmbHG zustehen, o ob dies erst (also spätestens) bei einem Gesellschafter zu bejahen ist, der mehr als 25 % der Geschäftsanteile hält u damit über eine Sperrminorität iSd § 53 Abs 2 GmbHG verfügt. Die Praxis sollte sich also vorsichtshalber auf diese BFH-Rspr bis zu deren hoffentlich erneuten Änderung einstellen; anzustreben wäre eine Gleichstellung der notwendigen Voraussetzungen für Sonder-BV II und funktional wesentliche Betriebsgrundlage iSd § 6 Abs 3 EStG, §§ 20, 24 UmwStG, glA Wit, DStR 2015, 1366 zu BFH v 16.04.2015, BStBl II 2015, 705; hierzu Hinweis auf s Rn 47a.
IdS gehört auch die Beteiligung des atypisch stillen Gesellschafters bei einer "GmbH und atypisch Still" an der GmbH selbst zum Sonder-BV II: BFH BStBl II...