Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F12-02-2013-9C_372-2012
Timestamp: 2016-10-25 10:21:41
Document Index: 250805070

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 49', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97']

9C_372/2012 (12.02.2013)
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 14. M�rz 2012.
P.________ (geboren 1959) bezog seit 1. Juli 2004 eine halbe Invalidenrente, welche mit Verf�gungen vom 12. Juni und vom 21. Juli 2009 ab 1. Januar 2008 auf eine Dreiviertelsrente erh�ht wurde. Im Rahmen eines im M�rz 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens hielt die IV-Stelle des Kantons Thurgau nach Abkl�rungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht mit Verf�gung vom 11. November 2011 an der Dreiviertelsrente fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 14. M�rz 2012 ab.
P.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihr ab August 2011 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit diese erg�nzende Abkl�rungen treffe und anschliessend neu verf�ge.
1.2 Einem �rztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn die Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenh�nge einleuchtet und die Schlussfolgerungen begr�ndet sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Arzt muss �ber die notwendigen fachlichen Qualifikationen verf�gen (Urteil 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). Untersuchungsberichte regionaler �rztlicher Dienste k�nnen, sofern sie diesen Anforderungen gen�gen, einen vergleichbaren Beweiswert wie ein Gutachten haben (Art. 49 Abs. 2 IVV; BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219; 135 V 254 E. 3.3.2 S. 257; Urteil 9C_999/2010 vom 14. Februar 2011 E. 5.1.2).
1.3 Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweisw�rdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht, erhebliche Beweise �bersieht oder solche willk�rlich ausser Acht l�sst (BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211; zum Begriff der Willk�r BGE 137 I 1 E. 2.4 mit Hinweisen S. 5). Inwiefern das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht haben soll, ist in der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261). Auf ungen�gend begr�ndete R�gen oder bloss allgemein gehaltene appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 mit Hinweis S. 246).
2.1 Das kantonale Gericht ist zum Schluss gelangt, aufgrund der medizinischen Unterlagen lasse sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit ableiten. Eine Kraftlosigkeit im linken Arm bestehe seit der ersten Anmeldung im September 1997 und eine Druckdolenz des Nervus medialis und radialis am Ellbogen sei bereits von Dr. med G.________ im Dezember 2004 attestiert worden. Anl�sslich der Abkl�rungen an der MEDAS im Jahr 2009 h�tten die neurodynamischen Funktionsuntersuchungen des rechten Armes denn auch einen erheblichen Dehnschmerz vor allem f�r den Medianus und deutlich f�r den Radialis und Ulnaris ergeben und es sei ein Lymphoedem festgestellt worden. Weshalb sich aus der aktuellen Schwellung des linken Unterschenkels eine bleibende Arbeitsunf�higkeit ergeben sollte, f�hre Dr. med. G.________ nicht weiter aus. Auch aus dem Bericht von Frau Dr. med. H.________ vom 7. September 2011 lasse sich keine bleibende Verschlechterung ableiten. Wenn Frau Dr. med. H.________ zudem ausf�hre, sie erachte die bereits durchgef�hrte Reduktion des Arbeitspensums als medizinisch sinnvoll, so sei nicht ersichtlich, welche Pensumsreduktion sie damit meine und sie beantworte auch in keiner Weise die Frage, weshalb der Beschwerdef�hrerin ihre bereits stark reduzierte hypothetische Arbeitsf�higkeit von 40 % nicht mehr zumutbar sein sollte. Auch aus psychiatrischer Sicht l�gen keine objektivierbaren Anzeichen f�r eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor. Dr. med. M.________, Spezial�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, f�hre in ihrem Bericht vom 28. September 2011 aber auch aus, dass die Versicherte auf die Psychotherapie gut anspreche. Es bestehe eine chronifizierte Depression, die urspr�nglich durch die Migration und durch Verlusterlebnisse ausgel�st worden sei. Bereits Dr. med. L.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, halte in seinem Teilgutachten vom 11. Februar 2009 zudem fest, dass die Arbeitsunf�higkeit zwar haupts�chlich somatisch begr�ndet werde, die psychische �berlagerung jedoch in der Gesamtbeurteilung ber�cksichtigt worden sei. Indem Dr. med. M.________ die jetzige Arbeitssituation mit 20 % Pr�senz bei 100 % Leistung als optimal bezeichne, sei dies im �brigen in keiner Weise ein Hinweis auf eine Verschlechterung seit den Verf�gungen vom 12. Juni 2009 und vom 21. Juli 2009. In dieser Hinsicht sei Dr. med. W.________ und I.________ des Regionalen �rztlichen Dienstes zuzustimmen, dass weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes ersichtlich oder ausgewiesen sei. Der Tatsache, dass die Beschwerdef�hrerin ihre Arbeitst�tigkeit aus eigenem Antrieb reduziert habe, komme kein Beweiswert zu, da invalidenversicherungsrechtlich nicht die tats�chlich ausge�bte, sondern die hypothetisch zumutbare Erwerbsf�higkeit von Bedeutung sei.
2.2 Im Lichte der eingangs erw�hnten Beweisregeln und Grunds�tze zur Beweisw�rdigung ist die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und die entsprechende Beweisw�rdigung nicht mangelhaft im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG. Das kantonale Gericht hat sich mit allen relevanten medizinischen Unterlagen auseinandergesetzt und eingehend begr�ndet, weshalb seit der Zusprechung einer Dreiviertelsrente mit Verf�gungen vom 12. Juni und 21. Juli 2009 keine rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Die von der Beschwerdef�hrerin gest�tzt auf die Berichte des Dr. med. G.________, Dr. med. H.________ und Dr. med. M.________ erhobenen Einwendungen �ndern allesamt nichts. Dr. med. G.________ hielt noch im Bericht vom 16. Mai 2011 gest�tzt auf eine Untersuchung vom 12. Mai 2011 die bisherige von der Beschwerdef�hrerin ausge�bte T�tigkeit f�r maximal vier Stunden pro Tag mit jeweils anschliessender eint�giger Ruhepause, d.h. dreimal w�chentlich, f�r zumutbar. Im Bericht vom 19. August 2011 f�hrte er aus, die Restarbeitsf�higkeit von 30 % habe ab dem 18. Mai 2011 auf 20 % reduziert werden m�ssen. Dr. med. H.________ erachtete im Bericht vom 7. September 2011 die bereits durchgef�hrte Reduktion des Arbeitspensums als medizinisch sinnvoll. Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. M.________ bezeichnete im Bericht vom 28. September 2011 die jetzige Arbeitssituation mit 20 % Pr�senz bei 100 % Leistung f�r die Versicherte als "optimal". Mit all diesen medizinischen Einsch�tzungen hat sich das kantonale Gericht auseinandergesetzt und ist in willk�rfreier Weise zum Schluss gekommen, dass sich der Gesundheitszustand nicht verschlechtert hat und der Beschwerdef�hrerin die Teilerwerbst�tigkeit im bis Mitte Mai 2011 ausge�bten Umfang weiterhin zumutbar gewesen w�re.