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Timestamp: 2016-10-24 14:20:11
Document Index: 204038143

Matched Legal Cases: ['Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 72', 'Art. 76', 'Art. 100', 'Art. 6', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 301', 'Art. 301', 'BGE', 'BGE', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 24', 'Art. 10', 'Art. 27', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 301', 'Art. 29', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 66']

5A_945/2015 (07.07.2016)
5A_945/2015 � � Urteil vom 7. Juli 2016
vertreten durch F�rsprecher Dr. Urs Fasel,
vertreten durch Rechtsanw�ltin Isabelle K�ppeli,
A.a.�A.________ (Mutter) und B.________ (Vater) sind die nicht verheirateten Eltern einer gemeinsamen Tochter namens C.________ (geb. 2009). Die Eltern leben seit 2010 getrennt; sie sind beide sorgeberechtigt und betreuen ihre Tochter seit deren Kindergarteneintritt im August 2014 je zur H�lfte.
A.b.�Mit Schreiben vom 23. M�rz 2015 teilte die Mutter der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde (KESB) Bern mit, sie beabsichtige den Lebensmittelpunkt nach Spanien, Provinz U.________, zu verlegen. Der Vater erkl�rte sich mit einer Ausreise zusammen mit dem Kind nicht einverstanden.
Die Mutter (Beschwerdef�hrerin) hat am 26. November 2015 (Postaufgabe) gegen den obergerichtlichen Entscheid beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Sie beantragt sinngem�ss, ihr die Ausreise mit ihrer Tochter nach Spanien (Provinz U.________) zu bewilligen. Eventualiter sei die Ausreise mit Auflagen zu verbinden. Subeventualiter sei der Entscheid aufzuheben und an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Beschwerde richtet sich ausserdem gegen den die unentgeltliche Rechtspflege verweigernden Entscheid des Obergerichts. Die Beschwerdef�hrerin ersucht schliesslich um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren.
Die KESB schliesst in ihrer Eingabe vom 25. April 2016 auf Abweisung der Beschwerde. Mit Schriftsatz vom 9. Mai 2016 beantragt der Vater (Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Auch er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren. Die Beschwerdef�hrerin hat am 23. Mai 2016 repliziert. D.________ und E.________, Eltern der Beschwerdef�hrerin, haben sich unaufgefordert vernehmen lassen (Postaufgabe des Schreibens am 4. Juli 2016).
Die Beschwerde wurde an der Sitzung der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016 �ffentlich beraten und das Urteil anschliessend an die Beratung und Abstimmung m�ndlich er�ffnet.
1.1.�Angefochten ist ein Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts als Rechtsmittelinstanz (Art. 75 Abs. 2 BGG), der das Verfahren abschliesst (Art. 90 BGG). Gegenstand des Verfahrens sind Kinderbelange und damit eine Zivilsache gem�ss Art. 72 Abs. 1 BGG nicht verm�gensrechtlicher Natur. Die Beschwerdef�hrerin war Partei im kantonalen Verfahren; sie ist in der Sache unterlegen und hat damit ein sch�tzenswertes Interesse an der Aufhebung und �nderung des angefochtenen Entscheids (Art. 76 Abs. 1 lit. a und b BGG). Die Beschwerde ist rechtzeitig erfolgt (Art. 100 BGG). Darauf ist einzutreten.
1.2.�Die Eltern der Beschwerdef�hrerin waren nicht Partei im kantonalen Verfahren und sind es auch nicht im bundesgerichtlichen Verfahren; sie sind daher nicht berechtigt, sich vor Bundesgericht zur Sache zu �ussern. Ihre Eingabe ist somit aus dem Recht zu weisen.
Das Obergericht hat zusammengefasst erwogen, der Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes sei grunds�tzlich zu genehmigen, soweit das Kindeswohl dadurch nicht erheblich gef�hrdet werde. Die Literatur sowie die Rechtsprechung zu dieser Problematik bez�gen sich indes durchwegs auf F�lle, in denen dem umzugswilligen Elternteil die alleinige Obhut zustehe resp. er die Hauptbetreuung �bernommen habe. In solchen F�llen erscheine es gerechtfertigt, einen Wegzug nur dann zu verweigern wenn das Kindeswohl erheblich gef�hrdet sei. Anders zu entscheiden bedeutete eine unzul�ssige Einschr�nkung der verfassungsm�ssigen Rechte des umzugswilligen Elternteils, zumal ihm aufgrund der Verweigerung der Zustimmung ein Umzug faktisch verunm�glicht werde.
Vorliegend sei die Situation jedoch eine andere: Die Eltern h�tten das gemeinsame Sorgerecht �ber die Tochter und betreuten diese unbestrittenermassen seit August 2014 je zur H�lfte. Die Beschwerdef�hrerin k�nne ohne die Tochter auswandern und sie unter der alleinigen Obhut des Beschwerdegegners belassen, was einer hauptbetreuenden Person nicht ohne weiteres m�glich sei. In der Situation wie der vorliegenden seien die berechtigten Interessen beider Elternteile gleichermassen zu ber�cksichtigen. Es k�nne nicht einfach darauf abgestellt werden, ob der Wegzug das Kindeswohl erheblich gef�hrde oder nicht. Vielmehr sei f�r das Kind diejenige L�sung zu finden, die nach den gesamten Umst�nden bessere Gew�hr daf�r biete, dass es sich in geistig-psychischer, k�rperlicher und sozialer Hinsicht altersgerecht entfalten k�nne; gefordert sei eine L�sung, die dem Kindeswohl eher entspreche.
Gem�ss dem Bericht des F.________ sei die Tochter bei beiden Elternteilen gut aufgehoben und seien die von der Beschwerdef�hrerin bez�glich der Erziehungsf�higkeit des Beschwerdegegners ge�usserten Bedenken nicht best�tigt worden. Eine Gef�hrdung des Kindeswohls sei nicht zu bef�rchten, gleichg�ltig bei wem das Kind verbleibe. Die Beschwerdef�hrerin sei nicht spanische Staatsangeh�rige und m�sse die spanische Sprache erst noch erlernen; ferner habe sie dort zur Zeit keine Arbeitsstelle; die Beziehung zu ihrer Partnerin werde als Fernbeziehung gelebt, zumal sie U.________ bisher nur zu Ferienzwecken besucht habe. Eine Verlegung des Wohnsitzes nach Spanien sei daher als risikohaft und instabil zu betrachten. Anderseits seien auch die knappen finanziellen Verh�ltnisse und die unsicheren beruflichen Pl�ne des Beschwerdegegners zu ber�cksichtigen. Diesen Umst�nden k�nne indes mit geeigneten Mitteln wie einer Beistandschaft begegnet werden. Es entspreche daher den Interessen der Tochter, ihr gewohntes Umfeld und die vertraute Umgebung behalten zu k�nnen. Unter W�rdigung dieser Umst�nde sei die Tochter beim Beschwerdegegner zu belassen.
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Obergericht lasse es bei Abkl�rungen des F.________ bewenden; der Beschwerdegegner sei im Gegensatz zu ihr weder von der ersten noch von der zweiten Instanz pers�nlich einvernommen worden, was mit dem Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung nicht zu vereinbaren sei.
Mit der Beschwerde geht es nicht darum, Interessen Dritter geltend zu machen. Vorausgesetzt wird vielmehr grunds�tzlich ein eigenes schutzw�rdiges Interesse der beschwerdef�hrenden Person (z.B. Urteil 5A_674/2015 vom 29. September 2015 E. 1.2). Die Beschwerdef�hrerin r�gt in diesem Zusammenhang ausschliesslich eine Verletzung von Interessen Dritter. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin macht weiter geltend, aus ihrer Einvernahme gehe hervor, dass sich der Beschwerdegegner kurz nach der Geburt der Tochter entschieden habe, nach Deutschland zur�ckzukehren, und er sich in der Folge �berhaupt nicht um die Betreuung seines Kindes gek�mmert habe. Nach der R�ckkehr aus Deutschland habe er sich nur zu einem kleinen Teil mit der Betreuung der Tochter befasst, was die Vorinstanz in das Gegenteil verkehrt habe. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei nicht entscheidend, wer die Tochter seit 2014 betreut habe; massgebend sei vielmehr, wer deren Betreuung in den ersten Lebensjahren zur Hauptsache �bernommen habe.
3.3.�In tats�chlicher Hinsicht ist laut den Feststellungen des Obergerichts erstellt, dass der Beschwerdef�hrer seit August 2014 die Betreuung seiner Tochter zur H�lfte �bernommen hat. Die Beschwerdef�hrerin legt nicht rechtsgen�gend dar, inwiefern diese Feststellung willk�rlich sein oder sonst wie gegen Bundesrecht verstossen k�nnte. Ihre Kritik ersch�pft sich in einer appellatorischen Sachverhaltsr�ge. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin kommt es entscheidend darauf an, wer die Tochter seit 2014 betreut hat. Die KESB bzw. das Obergericht hatten aufgrund der Verh�ltnisse zum Zeitpunkt des Entscheides �ber das Gesuch um Bewilligung des Wegzugs zu befinden und hatten daher dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ab August 2014 eine gemeinsame Betreuung je zur H�lfte durch beide Eltern erfolgt ist. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich.
3.4.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet, dass die Fragen der einvernommenen Person nicht protokolliert worden seien, und r�gt in diesem Zusammenhang sinngem�ss eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 6 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV).
3.5.�An einer Verhandlung wird der Anspruch auf rechtliches Geh�r nur dann gewahrt, wenn das Gericht die Ausf�hrungen und Eingaben auch tats�chlich zur Kenntnis nimmt und pflichtgem�ss w�rdigt; daf�r besteht nur Gew�hr, wenn die Ausf�hrungen und Eingaben der Parteien und allf�lliger Dritter (Zeugen, Sachverst�ndige usw.) zu Protokoll genommen werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass s�mtliche Partei�usserungen zu protokollieren sind; vielmehr kann sich das Protokoll auf die f�r die Entscheidfindung im konkreten Fall wesentlichen Punkte beschr�nken (BGE 124 V 389 E. 4 S. 390 f.). M�ndliche �usserungen einer Partei sind nach ihrem wesentlichen Inhalt zu protokollieren (BGE 130 II 473 E. 4.4 S. 479). Aus der beschriebenen, durch die Verfassung geforderten Protokollierungspflicht kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass die den betroffenen Personen gestellten Fragen im Protokoll festzuhalten sind. Entsprechendes ergibt sich auch nicht aus der EMRK.
4.1.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet im Weiteren die obergerichtliche Auslegung von Art. 301a ZGB. Zur Begr�ndung bringt sie zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe weder die Stossrichtung der Norm noch deren Sinn und Zweck ermittelt. Sie bestimme lediglich den Aufenthaltsort des Kindes, ohne sich die Frage zu stellen, ob der Beschwerdef�hrerin generell der Wegzug bewilligt werden k�nne. Das grunds�tzliche Zustimmungs�
gebot�werde nicht gewichtet. Auszugehen sei von einer grunds�tzlichen Zustimmung. Das Parlament habe "en connaissance de cause" des gemeinsamen elterlichen Sorgerechts Art. 301a ZGB ins Gesetz eingef�gt. Durch die Lesart des Obergerichts werde diese Bestimmung zu einem toten Buchstaben mutiert. Das Obergericht habe ferner zu Unrecht nicht beachtet, dass das Land, in welches die Beschwerdef�hrerin auszuwandern gedenke, zum ersten Rechtskreis (L�nder der Europ�ischen Union) geh�re. Damit habe es das Bestreben um eine Einheit der Rechtsordnung nicht ber�cksichtigt. Sodann sei in diesem Zusammenhang auch wesentlich, ob ein Entscheid anderswo vollstreckt werden k�nne. Das Dreikreise-Modell, das im Ausl�nderrecht entwickelt worden sei, k�nne auch hier zur Anwendung gelangen. Eine Gleichstellung aller L�nder sei nicht vertretbar. Das Obergericht habe dieses Argument nicht beachtet. Ein weiteres kaum gewichtetes Element sei die Selbstbetreuung durch den Elternteil. Beim Beschwerdegegner werde fortan die Fremdbetreuung �berwiegen, w�hrend bei der Beschwerdef�hrerin ein intaktes und stabiles Umfeld vorhanden sei. Schliesslich habe das Obergericht nicht gepr�ft, ob die Zustimmung unter gewissen Auflagen h�tte erfolgen und so eine verh�ltnism�ssigere L�sung h�tte gefunden werden k�nnen, die dem Kindeswohl besser entspricht.
4.2.�Mit Bundesgesetz vom 21. Juni 2013, in Kraft getreten auf 1. Juli 2014 (AS 2014 357), wurde die elterliche Sorge und in diesem Zusammenhang auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht betreffend die Kinder einer Revision unterzogen. Das neue Recht statuiert als allgemeinen Grundsatz die gemeinsame elterliche Sorge, auch f�r geschiedene oder nicht miteinander verheiratete Eltern (zu den Ausnahmen vgl. BGE 141 III 472). W�hrend unter altem Recht das Aufenthaltsbestimmungsrecht als Teil des Obhutsrechtes aufzufassen war (vgl. BGE 136 III 353), bestimmt die Gesetzesnovelle, dass die elterliche Sorge das Recht einschliesst, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen (Art. 301a Abs. 1 ZGB). �ben die Eltern die elterliche Sorge gemeinsam aus und will ein Elternteil den Aufenthaltsort des Kindes ins Ausland verlegen, so bedarf dies der Zustimmung des andern Elternteils oder der Entscheidung des Gerichts bzw. der Kindesschutzbeh�rde (Art. 301 Abs. 2 ZGB).
W�hrend der Bundesrat in seinem Entwurf nicht nur die Zustimmung f�r den Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes vorsah, sondern auch f�r den Wechsel des Aufenthaltsortes des Elternteils (Botschaft des Bundesrates zu einer �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elterliche Sorge] vom 16. November 2011, BBl 2011 9107), beschr�nkte das Parlament die Zustimmungsbed�rftigkeit auf die Ver�nderung des Aufenthaltsortes des Kindes und erg�nzte Art. 301a ZGB im �brigen um die Abs�tze 3 bis 5 (Informationspflicht bei alleinigem Sorgerecht; Informationspflicht in Bezug auf den eigenen Wohnsitzwechsel; Verst�ndigung bzw. Entscheid �ber die Anpassung der Sorge, der Obhut, des pers�nlichen Verkehrs und des Unterhaltes). Anlass zu diesem Schritt gaben Bedenken, dass die vom Bundesrat vorgeschlagene L�sung eine Anzahl von verfassungsm�ssigen Rechten, wie die Niederlassungsfreiheit (Art. 24 BV), die pers�nliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) aber auch die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV), die auch Eltern zustehen, beschr�nken w�rde.
4.3.�Der mit der verabschiedeten Fassung von Abs. 2 bewusst getroffene Entscheid des Gesetzgebers, dass die Niederlassungs- bzw. die Bewegungsfreiheit der Elternteile zu respektieren ist, bildet den Ausgangspunkt f�r die Auslegung von Art. 301a ZGB und insbesondere f�r die Beurteilung der f�r die Wegzugsfrage relevanten Kriterien.
Die vom Gericht oder der Kindesschutzbeh�rde zu beantwortende Frage lautet folglich nicht, ob es f�r das Kind vorteilhafter w�re, wenn beide Elternteile im Inland verbleiben w�rden. Die entscheidende Fragestellung ist vielmehr, ob sein Wohl besser gewahrt ist, wenn es mit dem auswanderungswilligen Elternteil wegzieht oder wenn es sich beim zur�ckbleibenden Elternteil aufh�lt, wobei diese Frage unter Ber�cksichtigung der auf Art. 301a Abs. 5 ZGB gest�tzten Anpassung der Kinderbelange (Betreuung, pers�nlicher Verkehr, Unterhalt) an die bevorstehende Situation zu beantworten ist (vgl. dazu einl�sslich das zur Ver�ffentlichung bestimmte Urteil 5A_450/2015 vom 11. M�rz 2016 E. 2.6). Die hierbei aufkommende Frage, wo sich im Rahmen der neuen Begebenheiten der Aufenthaltsort des Kindes befinden soll, ist ausgerichtet am Kindeswohl zu beantworten (vgl. Art. 301a Abs. 5 ZGB; Botschaft, a.a.O., S. 9108). Dieser Grundsatz geniesst Verfassungsrang (Art. 11 BV) und bildet f�r s�mtliche Kindesbelange die oberste Richtschnur (BGE 129 III 250 E. 3.4.2 S. 255; 141 III 312 E. 4.2.4 S. 319; 141 III 328 E. 5.4 S. 340). Zwischen der Anpassung der Kinderbelange und der unter dem Aspekt des Kindeswohls zu beantwortenden Frage, ob die Verlegung des Aufenthaltsortes zu bewilligen ist, besteht eine enge Interdependenz.
4.4.�Die Kriterien, die das Bundesgericht im Zusammenhang der Obhutszuteilung im Trennungs- oder Scheidungsfall entwickelt hat, k�nnen auf die Anwendung von Art. 301a ZGB �bertragen werden. F�r die Neuregelung der Eltern-Kind-Verh�ltnisse haben die Interessen der Eltern in den Hintergrund zu treten; abzustellen ist auf die pers�nlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, auf ihre erzieherischen F�higkeiten und die Bereitschaft, die Kinder in eigener Obhut zu haben und sie weitgehend pers�nlich zu betreuen und zu pflegen, sowie auf das Bed�rfnis der Kinder nach der f�r eine harmonische Entfaltung in k�rperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht notwendigen Stabilit�t der Verh�ltnisse, welches bei gleicher Erziehungs- und Betreuungsf�higkeit besonderes Gewicht erh�lt (Urteil 5A_375/2008 vom 11. August 2008 E. 2).
4.5.�Im konkreten Fall haben die Parteien das Modell der h�lftigen Betreuung ihrer Tochter gew�hlt. Beide Eltern haben bislang ihr Kind pers�nlich betreut und gedenken, in Zukunft zu arbeiten. W�hrend die Beschwerdef�hrerin in Spanien zu 60 % einer ausserh�uslichen Arbeit nachgehen will, beabsichtigt der Beschwerdegegner zu 70-80 % als... t�tig zu sein. Damit aber sind beide Parteien auf Fremdbetreuung angewiesen und erweist sich das Element der Eigenbetreuung als wertneutral.
Die Tochter der Parteien wurde im Juni dieses Jahres sieben Jahre alt. Sie ist damit tendenziell noch personenorientiert; jedenfalls l�sst sich nicht von einer gefestigten Umgebungsverbundenheit und einem Freundeskreis usw. sprechen. Auch die Einschulung d�rfte erst bevorstehen und w�re grunds�tzlich auch in Spanien m�glich. Es ist jedoch zu beachten, dass die Beschwerdef�hrerin die Sprache nicht spricht, in Spanien keine Wurzeln und abgesehen von der Beziehung zur Partnerin keine Bezugspunkte zu diesem Land hat. Der vorliegende Fall, in dem die Beschwerdef�hrerin in ein auch f�r sie fremdes Land auswandert, ist nicht mit jenem vergleichbar, in dem ein Elternteil in sein Heimatland und seinen eigenen Familienkreis zur�ckkehren will. Im letzteren Fall sind die Kinder in aller Regel schon bisher zweisprachig aufgewachsen, mit der anderen Kultur vertraut und mit der dortigen Familie (Grosseltern, Onkeln und Tanten etc.) bekannt. Der Aspekt der Kontinuit�t der Verh�ltnisse spricht vorliegend f�r einen Verbleib der Tochter in der Schweiz.
Die Beschwerdef�hrerin h�lt dem Beschwerdegegner vor, er k�nne der Tochter einen weniger stabilen Rahmen bieten; das Obergericht ist der Auffassung, dass die (bisher als Fernbeziehung gef�hrte) Beziehung der Beschwerdef�hrerin zu ihrer Partnerin in Spanien wenig gefestigt sei. Die Fachbeh�rden halten beide Elternteile f�r f�hig, das Kind zu erziehen. Dieser Aspekt d�rfte - soweit Prognosen �berhaupt m�glich sind - mit Bezug auf die Frage der Bewilligung des Wegzuges zusammen mit der Tochter in etwa wertneutral sein. Dass der Vater momentan arbeitslos ist, darf keine ausschlaggebende Rolle spielen; dem Kind droht dadurch keine Gefahr. Auf der anderen Seite kann der Beschwerdef�hrerin weder vorgehalten werden, dass die Partnerschaft erst zwei Jahre dauert, noch dass sie noch eine Arbeitsstelle wird finden m�ssen: Es geht nicht um einen Wegzug ins Nichts; die Beschwerdef�hrerin zieht vielmehr zu ihrer Partnerin nach Spanien in deren famili�res Umfeld. In Bezug auf die Stabilit�t der Verh�ltnisse darf und muss aber im Zusammenhang mit dem Kindeswohl ber�cksichtigt werden, dass es sich nicht um eine registrierte Partnerschaft handelt, sodass die Beschwerdef�hrerin bei deren Aufl�sung (bzw. bei einem Scheitern des tats�chlichen Zusammenlebens, welches bislang noch nicht stattgefunden hat) ungesch�tzt w�re. Weil Spanien ihr selbst (auch sprachlich) ein fremdes Land ist, w�rde sie diesfalls wohl in die Schweiz zur�ckkehren, was mit einem grunds�tzlich nicht w�nschbaren Hin und Her f�r das Kind verbunden w�re. Insofern ist es nicht zu beanstanden, dass das Obergericht auch diese Aspekte als f�r einen Verbleib des Kindes in der Schweiz sprechend ansah.
Die Tochter spricht sich f�r einen Verbleib in der Schweiz aus, wobei sie an beiden Elternteilen h�ngt und weiterhin engen Kontakt mit beiden m�chte. Bei der Anh�rung d�rfte sie rund 6-j�hrig gewesen sein. Das Obergericht hat zutreffend festgehalten, sie habe sich deshalb noch kein umfassendes Bild dar�ber machen k�nnen, was ein Wegzug bedeuten w�rde. Indes spiegeln die betreffenden �usserungen bei einem 6-j�hrigen Kind seine verst�ndliche Angst, aus seiner gewohnten Umgebung herausgel�st, in ein fremdes Land geschickt zu werden und dort in einer ihm unbekannten Sprache zur Schule gehen zu m�ssen. Ein abrupter Wechsel an einen nicht vertrauten Ort und die Einschulung in einer unvertrauten Sprache sind nicht im Interesse des Kindes.
Den bisherigen Ausf�hrungen zufolge sind beide Elternteile nach Einsch�tzung der Fachstellen erziehungsgeeignet und haben dies auch langj�hrig durch Tat bewiesen. Weder bei einem Verbleib in der Schweiz und damit beim Beschwerdegegner noch bei einem Wegzug mit der Beschwerdef�hrerin droht eine konkrete Gef�hrdung des Kindeswohls. Vor dem Hintergrund, dass die Eltern ihre Tochter bislang je h�lftig betreut haben, sind nach den zutreffenden �berlegungen des Obergerichtes weitere Kriterien beizuziehen. Die vorstehend angestellten �berlegungen zum Kindeswohl sprechen �berwiegend zugunsten eines Verbleibes des Kindes am bisherigen Ort.
4.6.�Auch die �brigen, noch nicht behandelten Vorbringen der Beschwerdef�hrerin lassen den angefochtenen Entscheid nicht als bundesrechtswidrig erscheinen: Entgegen ihrer Behauptung hat die Vorinstanz die Stossrichtung von Art. 301a ZGB richtig erkannt und hat im Ergebnis der bundesgerichtlichen Auslegung von Art. 301a ZGB entsprechend den �berlegungen des Kindeswohls den massgebenden Stellenwert einger�umt. Aufgrund des aufgezeigten Gesetzgebungsprozesses l�sst sich auch das von der Beschwerdef�hrerin zum Grundsatz erkl�rte voraussetzungslose Zustimmungsgebot nicht vertreten. Bez�glich des von der Beschwerdef�hrerin angesprochenen Dreikreise-Modells, das im Ausl�nderrecht Anwendung findet und zwischen L�ndern verschiedener Kreise unterscheidet, gen�gt ein Hinweis auf Art. 301 Abs. 2 lit. a ZGB. Diese Bestimmung spricht ganz allgemein vom Aufenthaltsort im Ausland und unterscheidet nicht zwischen verschiedenen L�ndern. Der Gesetzgeber liess sich dabei von der �berlegung leiten, dass ein Wegzug ins Ausland regelm�ssig zur Begr�ndung einer ausl�ndischen Jurisdiktion f�hrt und sich daher die sp�tere Durchsetzung einer in der Schweiz getroffenen Regelung der elterlichen Sorge entsprechend schwieriger gestaltet (Botschaft, a.a.O., S. 9107). Schliesslich l�sst sich auch eine Zustimmung unter Auflagen weder mit den Materialien noch dem Gesetzeswortlaut vereinbaren.
4.7.�Zusammenfassend h�lt der angefochtene Entscheid den gesetzlichen Anforderungen von Art. 301a ZGB stand. Der Vorwurf der Verletzung von Bundesrecht erweist sich als unbegr�ndet.
Das Obergericht hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Beschwerdeverfahren keine unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt, da es sie nicht als bed�rftig erachtete. Die Beschwerdef�hrerin r�gt als Verletzung ihres Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV) den Umstand, dass die Vorinstanz ihre Mietkosten nicht ber�cksichtigt habe.
Zu den Mietkosten erwog das Obergericht, dass das bisherige Mietverh�ltnis mit der Beschwerdef�hrerin per 31. Juli 2015 gek�ndigt worden sei. Gem�ss ihren eigenen Angaben habe die Beschwerdef�hrerin eine neue Wohnung bezogen, wobei mit den dort ans�ssigen Freunden lediglich ein m�ndlicher Mietvertrag abgeschlossen und der Mietzins aufgeschoben worden sei. Weitergehende Angaben zu den Wohnkosten und ihrer allf�lligen H�he habe die Beschwerdef�hrerin nicht gemacht. Aufgrund des Effektivit�tsgrundsatzes k�nnten daher keine Wohnkosten ber�cksichtigt werden. Die Beschwerdef�hrerin setzt sich in der Beschwerde mit dieser Argumentation nicht auseinander. Sie begn�gt sich damit, zu behaupten, sie habe die Wohnsituation w�hrend des Verfahrens �berbr�cken k�nnen, indem sie bei einem Freund einen Untermietvertrag mit einem Zins von Fr. 585.-- abgeschlossen habe. Damit belegt sie nicht, dass sie die entsprechenden Pr�zisierungen bereits vor Obergericht vorgetragen und mittels Unterlagen auch belegt hat. Das Vorbringen gilt daher als neu und unzul�ssig (Art. 99 Abs. 1 BGG). Mangels Nachweises der Bezahlung eines Mietzinses erweist sich der obergerichtliche Entscheid als verfassungskonform (Urteil 5A_380/2015 vom 1. Juli 2015 E. 3.2.2; BGE 120 Ia 179 E. 3a S. 182).
Den bisherigen Ausf�hrungen entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Beide Parteien stellen ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren. Die Bed�rftigkeit der Parteien ist dargetan. Das gilt namentlich f�r die Beschwerdef�hrerin, zumal sie ausser den bundesgerichtlichen Kosten mangels Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdeverfahren auch noch die Kosten des kantonalen Verfahrens zu tragen hat; eine erneute Verpflichtung zur Bezahlung der Gerichts- und der eigenen Parteikosten w�rde ihre finanziellen M�glichkeiten �bersteigen. Die Beschwerde war, wie die heutige Diskussion aufzeigt, nicht von vornherein aussichtslos; dasselbe gilt f�r den Standpunkt des Beschwerdegegners. Daher sind die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen, einstweilen aber auf die Bundesgerichtskasse zu nehmen. Grunds�tzlich umfasst die unentgeltliche Rechtspflege nicht auch eine von der unterliegenden Partei geschuldete Parteientsch�digung. Es w�re daher Sache der Beschwerdef�hrerin, den obsiegenden Beschwerdegegner f�r die Umtriebe des bundesgerichtlichen Verfahrens voll zu entsch�digen. Weil aber davon auszugehen ist, dass die (volle) Entsch�digung bei der Beschwerdef�hrerin nicht erh�ltlich gemacht werden kann, ist auch der amtlichen Anw�ltin des Beschwerdegegners ein (reduziertes) Honorar aus der Bundesgerichtskasse zu entrichten. Beide Parteien werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben, sollten sie dereinst dazu in der Lage sein.
Die Gesuche der Parteien um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren werden gutgeheissen. Der Beschwerdef�hrerin wird Rechtsanwalt Dr. Urs Fasel und dem Beschwerdegegner Rechtsanw�ltin Isabelle K�ppeli, je als amtlicher Rechtsbeistand bestellt.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt, einstweilen aber auf die Bundesgerichtskasse genommen.
Den amtlichen Rechtsbeist�nden wird je ein reduziertes Honorar von Fr. 1'500.-- aus der Bundesgerichtskasse entrichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde (KESB) Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, schriftlich mitgeteilt.