Source: https://ozdemir-gutachter.de/definitionen/
Timestamp: 2019-02-18 18:51:49
Document Index: 9499752

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 3', '§ 249', 'BGH', '§ 249', 'BGH']

Definitionen - Özdemir Kfz Gutachter
Im Haftpflichtschadensfall ist der Unfallverursacher verpflichtet, dem Unfallopfer gemäß § 249 BGB den Schaden zu ersetzen, den er unfallbedingt erlitten hat. Der Unfallgeschädigte ist so zu stellen, wie er stünde, wenn der Unfall nicht eingetreten wäre. Im Haftpflichtschadenfall tritt kraft Gesetzes an die Stelle des Schädigers die Haftpflichtversicherung des Unfallbeteiligten (§ 3 Pflichtversicherungsgesetz). Beim Haftpflichtschadensfall werden Schadenersatzansprüche geltend gemacht.
zunächst die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen, um zumindest den
Fahrzeugschaden erstattet zu erhalten. Die Selbstbeteiligung, die Höherstufung sowie die nicht erstatteten Schadenspositionen können dann beim Unfallgegner geltend gemacht werden (sog. „Quotenvorrecht“).
Von einem Totalschaden spricht man, wenn die Wiederherstellung des beschädigten
Fahrzeuges entweder nicht möglich (technischer Totalschaden) oder unwirtschaftlich ist (wirtschaftlicher Totalschaden).
Technischer Totalschaden liegt vor bei völliger Zerstörung des Fahrzeugs oder bei
Unmöglichkeit der Reparatur aus technischen Gründen.
Wenn Sie Ihr Fahrzeug unfallbedingt (nicht mehr fahrfähig bzw. verkehrssicher oder in
Reparatur) nicht nutzen können, aber keinen Mietwagen anmieten, steht Ihnen eine
Nutzungsausfallentschädigung zu. Die Höhe richtet sich nach dem Fahrzeugtyp.
Voraussetzung ist, dass das Unfallfahrzeug repariert oder ein Ersatzwagen gekauft wird.
Der Geschädigte, der kein Ersatzfahrzeug anmietet, hat grundsätzlich Anspruch auf
Geldentschädigung im Sinne von § 249 Abs. 2 BGB für die Entziehung der
Nutzungsmöglichkeit seines beschädigten PKWs. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung bemisst sich u. a. nach der Reparaturdauer. Der konkrete Tagessatz kann bspw. der Nutzungsausfallentschädigungstabelle entnommen werden. Der Kfz-Sachverständige wird im Schadengutachten die technische Einordnung des Fahrzeuges für den Nutzungsausfall vornehmen.
Der Wiederbeschaffungswert ist der Wert, den der Geschädigte für ein vergleichbares Fahrzeug bei einem seriösen Händler aufwenden muss. Der Sachverständige berücksichtigt bei der Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes alle wertbildenden Faktoren sowie die örtliche Marktlage. Weitere Einflussgrößen im Rahmen der Berechnung des Wiederbeschaffungswertes ist eine ausführliche Fahrzeugbewertung. Hier spielen Faktoren wie das Alter und der Zustand des Fahrzeugs, der Kilometerstand, die Nachfrage nach vergleichbaren PKW am Markt etc. eine große Rolle. Handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen Neuwagen, so wird der Wiederbeschaffungswert dem Listenpreis entsprechen.
Der Restwert wird nach einem Unfall vom Zeitwert abgezogen, um die Summe zu
ermitteln, die dem Versicherungsnehmer noch als Leistung von der Versicherung
zusteht. Der Restwert ist durch einen zugelassenen Gutachter festzustellen.
Zur Definition des Restwertes hat der BGH bereits am 04.06.1993 entschieden, dass der
Geschädigte bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des § 249 Abs. 2 BGB die Veräußerung
seines beschädigten Kraftfahrzeugs grundsätzlich zu demjenigen Preis vornehmen darf, den
ein von ihm eingeschalteter unabhängiger Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen
Markt ermittelt hat. Auf höhere Ankaufpreise spezieller Restwertaufkäufer muss der
Geschädigte sich in aller Regel nicht verweisen lassen.
Nach der Entscheidung des BGH vom 13.10.2009 (AZ: VI ZR 318/08) sollen im Gutachten die
konkreten Restwertangebote des regionalen allgemeinen Marktes aufgeführt werden.
Restwertermittlung den dem Geschädigten zugänglichen allgemeinen regionalen Markt
Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30%, kann der
Geschädigte das Fahrzeug dennoch instandsetzen lassen, soweit er das Fahrzeug weiter nutzt und die Reparatur fachgerecht durchgeführt wird.
Die Grundregel lautet: Die Summe aus Reparaturkosten und Wertminderung darf im Regelfall
einen Betrag von 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts (WBW) nicht übersteigen.
Er kann also nicht sofort nach der Reparatur verkaufen. Er muss das Fahrzeug weiter nutzen,
da andernfalls das Integritätsinteresse nicht in die Tat umgesetzt ist.
Keine der beiden Varianten wird jedoch im Regelfall ersichtlich sein, so dass ausnahmsweise
auch eine wirtschaftlich unvernünftige Reparatur – weil die Grenze des 130% überschreitend – erstattungsfähig ist.
Der Begriff ‚Unfallfreiheit‘ oder ‚unfallfrei‘ wird im Kraftfahrzeughandel einheitlich verwendet. Er besagt, dass ein Fahrzeug keinen Schaden erlitten hat, der als erheblich anzusehen ist. Die
Erheblichkeit eines Schadens bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung, die nur geringfügige, ausgebesserte Blechschäden und ‚Schönheitsfehler‘ aus dem Begriff der Unfallfreiheit ausklammert