Source: http://beziehungsberatung-nake.de/mobbing-hilfe-beratung/
Timestamp: 2018-01-22 00:30:45
Document Index: 46181585

Matched Legal Cases: ['§3', '§22', '§185', '§186', '§187', '§223', '§201', '§9', '§1', '§ 9', '§ 1']

Mobbing: Was kann ich tun? Wo finde ich Hilfe & Beratung?
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Mobbing – Was kann ich tun? Wo finde ich Hilfe und Beratung?
Mobbing kann jeden treffen – Mobbing in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Altersheim. Die Gründe, warum gemobbt wird, sind vielfältig. Einerseits zählen zu den Motiven der Mobber Abneigung dem Mobbing-Opfer gegenüber, Neid, eigener Frust, übertriebener Ehrgeiz und auch Existenzangst. Andererseits wird bei Arbeitgebern Mobbing nicht selten als Mittel zum Personalabbau verwendet.
Mobbing darf nicht verwechselt werden mit alltäglichen Streitereien und kurzzeitigen Konflikten. Der Mobbing-Prozess setzt häufig schleichend nach einem – scheinbar belanglosen – Konflikt ein. Später werden Mobbing-Opfer dann zunehmend in eine Außenseiterrolle gedrängt und das soziale Ansehen wird bspw. durch Verleumdungen beschädigt.
Die Betroffenen suchen vielmals die Schuld bei sich selbst. Je länger das Mobbing dauert, desto schwieriger wird es, eine Lösung zu finden. Weiterhin kommt es zu körperlichen und seelischen Erkrankungen.
Neben dem persönlichen Leid entstehen viele Fragen. Oft fehlt die Kraft und die Energie, sich rundum zu informieren. Ich möchte in diesem Artikel gern näher auf das Problem Mobbing am Arbeitsplatz eingehen und Sie zu den folgenden Themen informieren:
Kündigung oder Aufhebung – Folgen bei der Zahlung des Arbeitslosengeldes
Vorgehensweise und Kosten beim Arbeitsgericht
Ich bin psychologische Beraterin und einer meiner Arbeitsschwerpunkte ist Mobbingberatung. Neben der seelisch-moralischen Unterstützung in den Gesprächen ist es für Sie auch wichtig, entsprechendes Hintergrundwissen zu haben (z.B. wie Sie sich gegen Mobbing wehren können und was Ihre Rechte sind).
Aus diesem Grund habe ich ein paar Fakten zusammengestellt, welche weder den Anspruch auf Vollständigkeit oder rechtlichen Bestand haben. Ich möchte Ihnen nur ein paar Informationen zur Verfügung stellen, welche Ihnen vielleicht in Ihrer derzeit schwierigen Lage weiter helfen können.
Da ich keine Rechtsanwältin bin und auch nicht über das entsprechende juristische Wissen verfüge, habe ich mir Anregungen u.a. bei Dr. Martin Hensche, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht (www.hensche.de) geholt.
Definition Mobbing und gesetzliche Grundlagen
Was ist Mobbing? Wie wird Mobbing definiert?
Mobbing ist zu einem bekannten Begriff geworden. Leider kennen jedoch nur die Wenigsten die exakte Definition für Mobbing, zumal es unterschiedliche Definitionen gibt. Um aber von Mobbing sprechen zu können, ist es unumgänglich eine genaue Definition zu kennen. RA Hensche hat für uns die allgemeine und die juristische Definition verglichen und empfiehlt, dass man sich an der De­fi­ni­ti­on des LAG Thürin­gen ori­en­tie­ren soll:
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Mobbing.html
Der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer wird von Kol­le­gen oder Vor­ge­setz­ten an­ge­fein­det, schi­ka­niert oder dis­kri­mi­niert,
er be­fin­det sich in ei­ner un­ter­le­ge­nen Po­si­ti­on,
die feind­se­li­gen Hand­lun­gen wer­den über ei­nen länge­ren Zeit­raum hin­weg und sys­te­ma­tisch vor­ge­nom­men, und
sie sind rechts­wid­rig, so dass es für die­se Hand­lun­gen kei­nen recht­fer­ti­gen­den Grund gibt (wie es ihn z.B. für har­te, aber sach­li­che Kri­tik an Ar­beits­leis­tun­gen gibt).
Bitte klicken Sie auf das Symbol für detaillierte Informationen:
schi­kanöse und/oder dis­kri­mi­nie­ren­de Be­hand­lung bedeutet...
Ei­ne schi­kanöse und/oder dis­kri­mi­nie­ren­de Be­hand­lung liegt bspw. vor bei
un­ter­le­ge­ne Po­si­ti­on bedeutet...
Eine un­ter­le­ge­ne Po­si­ti­on bedeutet…
Wei­ter­hin muss der Be­trof­fe­ne in ei­ne un­ter­le­ge­ne Po­si­ti­on ge­ra­ten sein. Das ist ins­be­son­de­re der Fall, wenn man an­ony­men An­schul­di­gun­gen aus­ge­setzt ist, wenn man als ein­zel­ner ei­ner Mehr­zahl von „Geg­nern“ ge­genüber steht oder wenn man von ei­nem Vor­ge­setz­ten an­ge­fein­det wird.
sys­te­ma­tisch vor­ge­nom­men bedeutet...
Sys­te­ma­tisch vor­ge­nom­men bedeutet…
rechts­wid­rig bedeutet...
rechts­wid­rig bedeutet…
Quelle: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Mobbing.html
123rf.de© Katarzyna Białasiewicz
Welchen gesetzlichen Schutz habe ich bei Mobbing?
Seit 2006 ist das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft. Es soll Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern oder beseitigen. Wenn eines der genannten Merkmale auf Sie zutrifft, können Sie mit dem AGG agieren. Hierbei wird nicht zwischen Mobbing durch Arbeitgeber oder durch Kollegen unterschieden.
Wie lässt sich Mobbing vor Gericht beweisen?
Prinzipiell gilt, dass Sie als Mobbingopfer das Mobbing vor dem Arbeitsgericht beweisen müssen. Oftmals ziehen die Betroffenen dabei den Kürzeren. Sinnvoll ist es daher zu prüfen, ob Sie sich auf §3 Abs.3 AGG berufen können, weil bspw. Ihr Geschlecht, Alter, Ihre Nationalität, Behinderung etc. der Hintergrund des Mobbings ist. §22 AGG hilft Ihnen bei der Beweiserleichterung. Bei der Frage, ob Ihnen ein Schadenersatz bzw. angemessene Entschädigung in Geld zusteht, kann Sie Ihr Rechtsanwalt beraten.
Welche weiteren rechtlichen Möglichkeiten habe ich, um mich gegen Mobbing zu wehren?
Im Strafgesetzbuch finden sich verschiedene Paragrafen, die Ihnen evtl. weiter helfen können:
Strafgesetzbuch (StGB) §185: Beleidigung
Strafgesetzbuch (StGB) §186: üble Nachrede
Strafgesetzbuch (StGB) §187: Verleumdung
Strafgesetzbuch (StGB) §223: Körperverletzung
Bitte beachten Sie, dass die Aufnahme eines Gespräches mit einem Diktiergerät ohne Einverständnis der Anwesenden verboten ist (Strafgesetzbuch (StGB) §201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes). Ausnahmen stellen ggf. Notwehrsituationen dar, bspw. wenn Sie wiederholt in einem Vieraugengespräch diskriminiert, beleidigt oder bedroht wurden. Empfohlen wird jedoch, sich besser von einem Betriebsratsmitglied bzw. einem Kollegen Ihres Vertrauens zu „kritischen Gesprächen“ begleiten zu lassen. Das darf der Arbeitgeber nicht verweigern.
Wenn Sie jedoch das Einverständnis der Anwesenden einholen, können Sie Gesprächsaufnahmen ggf. als Beweismittel vor dem Arbeitsgericht verwenden.
Fazit: Bitte verwenden Sie den Begriff Mobbing nicht zu leichtfertig. Bitte prüfen Sie für sich, ob die Definition Mobbing bei Ihnen zutrifft und sich beweisen lässt. Heimliche Handy- Mitschnitte können ein Kündigungsgrund sein.
Gibt es Schwierigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, können Arbeitgeber den Mitarbeitern nicht grundlos kündigen. Stattdessen werden die Arbeitnehmer gern unter Druck gesetzt, bspw. mit Abmahnungen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass es keine Festlegungen über die Anzahl von Abmahnungen vor Aussprechen der Kündigung gibt, solange die Abmahnungen aus verschiedenen Gründen erteilt werden. Die Gründe für die Erteilung sind sehr vielfältig, so bspw. wegen Alkohol am Arbeitsplatz, Arbeitsverweigerung, Beleidigung der Vorgesetzten und auch wegen Diebstahl. Bei einem wiederholten Verstoß gegen die gleiche Sache erteilen die Arbeitgeber eine sogenannte „letzte Abmahnung“. Bei nochmaligem Verstoß droht dann die Kündigung.
Abmahnungen dienen nicht selten als Szenario des Arbeitgebers, um kündigen zu können. Wenn Sie selbst Ihr Arbeitsverhältnis als zerrüttet einschätzen und eine Auflösung des Vertrages anstreben, können Sie gegen die Abmahnung(en) klagen. Vor Gericht kann dann folgendes verhandelt werden:
Festlegung von Zeitpunkt und Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Festlegung der Höhe der Abfindung nach §§9 und 10 KSchG
eine unwiderrufliche Freistellung von der Erbringung der Arbeitsleistung für einen bestimmten Zeitraum mit Lohnfortzahlung
Festlegung der Zeugnisnote für das Arbeitszeugnis
Auch wenn die Personalakte bei Arbeitgeberwechsel nicht weitergegeben wird, ist es doch ratsam, darauf zu dringen, dass die Abmahnung(en) aus der Personalakte entfernt werden. Arbeiten Sie weiterhin in der Firma, sollten Sie darauf achten, dass die Abmahnung(en) nach 2 Jahren aus der Personalakte entfernt werden.
Fazit: Abmahnungen werden vielmals vom Arbeitgeber als Mittel verwendet, um den Arbeitnehmer loszuwerden. Prinzipiell brauchen Sie sich wegen einer Abmahnung nicht zu sorgen, wenn Sie zukünftig die abgemahnte Handlung unterlassen.
Es gibt verschiedene Arten der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Im Folgenden möchte ich verschiedene Varianten und deren Besonderheiten vorstellen. Da ich keine Rechtsanwältin bin, möchte ich hier wieder nur erste Orientierungen geben. Für nähere Informationen kann ich Ihnen die Seite www.hensche.de empfehlen.
§1 Abs. 1 KSchG besagt: Wenn Sie länger als 6 Monate in einem Betrieb beschäftigt sind, verhilft Ihnen das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) zu einem gesetzlich festgelegten Schutz vor einer sozial ungerechtfertigten Kündigung Ihres Arbeitgebers.
Bitte beachten Sie: Wenn Sie eine Kündigungsschutzklage einreichen wollen, muss dies innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung erfolgen!
Obwohl es ein Kündigungsschutzgesetz gibt, kann Ihnen Ihr Arbeitgeber dennoch aus wichtigem Grund kündigen.
Welche Möglichkeiten der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses von Arbeitgeberseite gibt es?
Es wird unterschieden zwischen einer betriebs-, personen- oder verhaltensbedingten Kündigung. Auch eine außerordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist bei schwerwiegendem Fehlverhalten möglich.
Zu den Gründen für die betriebsbedingte Kündigung durch den Arbeitgeber zählen dringende wirtschaftliche Erwägungen, die eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers unmöglich machen, wie bspw. Schließung des Unternehmens, Umstrukturierungen oder Absatzschwierigkeiten.
Eine personenbedingte Kündigung wird vom Arbeitgeber ausgesprochen, wenn er der Meinung ist, dass Sie aufgrund persönlicher Probleme (vor allem auch gesundheitliche Gründe) künftig nicht mehr in der Lage sind, Ihren arbeitsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Schwierig ist die verhaltensbedingte Kündigung. Aus diesem Grund wird Ihnen gekündigt, wenn Sie als Arbeitnehmer schwerwiegende Regelverstöße begehen, wie bspw. Alkohol am Arbeitsplatz, Diebstahl oder unangemeldete Nebentätigkeiten.
Bitte beachten Sie, dass Ihnen bei einer verhaltensbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit eine Sperrzeit des ALG I von 12 Wochen droht. Sind Sie auf die Zahlung des Arbeitslosengeldes angewiesen, sollten Sie über eine Kündigungsschutzklage nachdenken. Vielleicht ist die Kündigung bereits aus formalen Fehlern unwirksam und Sie können einen Vergleich aushandeln und damit die Sperrzeit verhindern.
Die außerordentliche Kündigung bzw. fristlose Entlassung erfolgt ohne Berücksichtigung der Kündigungsfristen. Diese Form der Kündigung wird bspw. bei unkündbaren Arbeitnehmern im Falle von Betriebsschließungen oder schwerwiegenden Verhaltensverfehlungen ausgesprochen. Auch hier gilt wieder: Wenn Ihnen wegen eines Pflichtverstoßes gekündigt wurde, droht Ihnen eine Sperrzeit des ALG I durch die Agentur für Arbeit (siehe verhaltensbedingte Kündigung).
Welche Möglichkeiten der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses von Arbeitnehmerseite gibt es?
Kündigung durch den Arbeitnehmer: Natürlich können Sie auch selbst Ihr Arbeitsverhältnis unter Berücksichtigung der Kündigungsfristen beenden. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und führt im Allgemeinen zu einer Sperrfrist des ALG I von 12 Wochen bei der Agentur für Arbeit.
Ein Aufhebungsvertrag ist eine beiderseitige Vereinbarung der Auflösung des Arbeitsvertrages. Auch hier kann es unter Umständen zu einer Sperrfrist des ALG I von 12 Wochen durch die Agentur für Arbeit kommen. Weiterhin wird bei einem Aufhebungsvertrag das Kündigungsschutzgesetz außer Kraft gesetzt. Die Vorteile eines Aufhebungsvertrages liegen u.a. in der Möglichkeit der Vereinbarung einer Abfindung und einem wohlwollenden Arbeitszeugnis. Auch die Kündigungsfristen sind im gegenseitigen Einvernehmen veränderbar.
Wenn es zwischen Ihrem Arbeitgeber und Ihnen zu Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag kommt, lassen Sie sich am besten von einem Zeugen (Betriebsrat) begleiten. Machen Sie keine Vorschläge, sondern fragen Sie stattdessen, was die Gegenseite bereit ist zu bezahlen, um „Sie loszuwerden“. Lassen Sie sich die Konditionen für den Aufhebungsvertrag schriftlich geben.
Fazit: Vermeiden Sie eine verhaltensbedingte Kündigung, weil Ihnen damit eine Sperrzeit von 12 Wochen durch die Agentur für Arbeit droht. Gleiches gilt für die eigene Kündigung. Die betriebsbedingte Kündigung sieht sicherlich am besten im Lebenslauf aus. Die personenbedingte Kündigung (aus gesundheitlichen Gründen) sowie die Aufhebung des Arbeitsvertrages im beiderseitigen Einvernehmen sollte vor dem Arbeitsgericht erwirkt werden, da dann auch über das Gesamtpaket (Abfindung, unwiderrufliche Freistellung mit Lohnfortzahlung, Arbeitszeugnis etc.) im Beisein des Richters verhandelt werden kann. Siehe auch: Vorgehensweise und Kosten beim Arbeitsgericht.
Viele Betroffene waren noch nie vor dem Arbeitsgericht und wissen daher auch nicht, was sie erwartet. Deshalb ein paar kurze Informationen:
Wenn Sie sich entschlossen haben, gegen Ihren Arbeitgeber zu klagen, sollten Sie sich einen Anwalt Ihres Vertrauens mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht suchen. Mit diesem sprechen Sie Ihr Anliegen durch und er wird Ihnen einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise unterbreiten. Für den Fall, dass Sie nach der Erstberatung den Rechtsanwalt nicht mit Ihrem Fall beauftragen, berechnet er Ihnen Kosten zwischen 50€ und 249,90€.
Haben Sie Vertrauen zu Ihrem Anwalt und sieht er in der Verfolgung Ihres Ziels einen Sinn, wird er für Sie die Klageschrift aufsetzen und diese beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Zuerst wird eine Güteverhandlung vor dem Richter stattfinden. Das heißt, Ihr Anwalt (und Sie) werden sich mit dem Anwalt der Gegenseite vor dem Richter des Arbeitsgerichts treffen und Ihr Anwalt wird versuchen, einen für Sie günstigen gerichtlichen Vergleich zu erzielen.
Güteverhandlung und gerichtlicher Vergleich
Dieser beinhaltet vielmals
Nach der Güteverhandlung legt das Arbeitsgericht den Gegenstandswert der anwaltlichen Tätigkeit fest. In die Berechnung fließen die Kosten für das gesamte Verfahren sowie für den gefundenen Vergleich ein. Anhand dieser Festlegung berechnet dann Ihr Anwalt seine Gebühren.
Bitte beachten Sie, dass im Arbeitsrecht jede Partei die Kosten für ihren Anwalt außergerichtlich und in erster Instanz selbst trägt, und zwar unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.
Deshalb empfehle ich Ihnen, dass Sie vorab über den Abschluss einer Arbeitsrechtsschutzversicherung nachdenken. Bei den meisten Versicherungen haben Sie 3 Monate Wartezeit, ehe Sie Anspruch auf Deckungszusage im Fall eines Rechtsstreites erhalten. Weiterhin sollten Sie rechtzeitig über evtl. verbleibende Urlaubsansprüche und geleistete Überstunden nachdenken.
Fazit: Wenn Sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht mit Ihrer Sache beauftragen, wird dieser die Klageschrift an das Arbeitsgericht senden. In der anberaumten Güteverhandlung wird über die strittigen Punkte verhandelt. Wenn Sie keine Arbeitsrechtschutzversicherung haben, müssen Sie die Kosten selbst tragen.
Gibt es Anspruch auf eine Abfindung? Wenn ja, in welcher Höhe?
Das Thema Abfindung wirft vielmals Fragen auf. Habe ich das Recht auf eine Abfindung und wenn ja, in welcher Höhe? Dazu sollten Sie wissen, dass ein Anspruch auf eine Abfindung grundsätzlich nur dann entsteht, wenn ein Sozialplan, ein Tarif- oder der Arbeitsvertrag dies ausdrücklich so regelt.
Ist dies bei Ihnen nicht gegeben, bleibt Ihnen der Weg vor das Arbeitsgericht, um evtl. eine Abfindung in Anlehnung §§ 9 und 10 KSchG zu erstreiten. Die Höhe der Abfindung wird vor dem Richter verhandelt und ist abhängig vom vereinbarten Gesamtpaket.
Anders ist dies bei einer betriebsbedingten Kündigung. In diesem Fall verzichtet der Arbeitnehmer auf eine Kündigungsschutzklage und erhält im Gegenzug eine Abfindung in Höhe von ei­nem hal­ben Mo­nats­ver­dienst pro Beschäfti­gungs­jahr (§ 1a KSchG).
Da jedoch jeder Fall für sich unterschiedlich ist, sind diese Angaben nur Orientierungswerte und haben keinen rechtlichen Bestand.
Fazit: Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Abfindung. Sie können diese jedoch mit Ihrem Arbeitgeber aushandeln bzw. vor Gericht erstreiten.
Lassen Sie sich rechtzeitig ein Zwischenzeugnis ausstellen. Sinnvoll ist es auch, das Arbeitszeugnis von einem unabhängigen Anbieter (Kosten zwischen 20€ und 150€) prüfen zu lassen. Denn gar nicht selten verbergen sich hinter zunächst positiv klingenden Zeugnisformulierungen bestimmte, eher negative „Geheimcodes“, wie z.B.
Dies heißt übersetzt: Der Mitarbeiter ist arrogant.
Dies heißt übersetzt: Vielleicht hat er in Zukunft mehr Erfolg als bei uns…
Fazit: Die Formulierungen im Arbeitszeugnis verbergen vielmals „Geheimcodes“. Bei einer unabhängigen Überprüfung bekommen Sie Hinweise darauf, was Ihr Arbeitszeugnis wirklich aussagt.
Mobbing wirkt sich auf die Gesundheit und viele Bereiche des privaten Umfeldes aus. Das Opfer kann sich in seiner Persönlichkeit völlig verändern, es kann sich komplett zurück ziehen und zunehmend auch gereizt reagieren.
Häufige Folgen des Mobbings sind:
Verlust des Selbstvertrauens, Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall
Ängste, Grübelzwang, Niedergeschlagenheit, Aggressionen, Gereiztheit
Depressionen bis hin zu Suizidgedanken und Suizidversuchen
Magenprobleme, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Albträume, Appetitlosigkeit, Herzprobleme
Auch das private Umfeld ist stark geprägt. Die Gedanken des Mobbing-Opfers drehen sich fast ausnahmslos um das Problem. Der Betroffene steckt wie in einer Endlosschleife fest und hat kaum noch andere Interessen. Antrieb und Motivation verschwinden. Häufig kommt es zu Krankschreibungen, welche auch Einfluss auf die persönlichen Beziehungen haben.
Fazit: Mobbing hat wesentlichen Einfluss auf Ihre Gesundheit und Ihr privates Umfeld. Gehen Sie aus der Opferrolle raus und setzen Sie sich rechtzeitig zur Wehr.
Was soll man machen, wenn man gemobbt wird? Der erste Schritt, um sich zu wehren, ist, sich von außen „Hilfe bei Mobbing“ zu holen. Egal, ob bei einem Lehrer, Vorgesetzten, Freund oder in einer psychologischen Beratungsstelle. Es macht keinen Sinn, sich zu schämen und sich zurückzuziehen, denn gemeinsam kann man stets einen Weg aus der Opferspirale finden.
In meiner Praxis steht neben dem verständnisvollen Zuhören auch die seelisch-moralische und menschliche Unterstützung im Vordergrund.
Weiterhin stellt das Training der sozialen Kompetenz eine tragende Säule der Mobbing-Beratung dar. Das bedeutet, wir stärken Ihr Selbstbewusstsein wieder und trainieren Ihre kommunikativen Fähigkeiten und Ihre Konfliktbewältigungstrategien.
Zusätzlich besprechen wir weitere Maßnahmen zum Stoppen des Mobbings, wie bspw. das Mobbing-Tagebuch. Wenn Sie dazu bereit sind, werden wir in einem Rollenspiel trainieren, wie Sie Ihr Gegenüber auffordern können, das unerwünschte Verhalten zu unterlassen. Denn es ist oft sinnvoll, eine Aussprache mit dem Mobber zu suchen, um das Problem zu lösen. Ziel sollte es sein, nach den Ursachen des Konflikts zu suchen und kompromissbereit für Lösungsvorschläge zu sein.
Vielleicht steht bei Ihnen auch erst einmal eine Auszeit an. Dann würden wir besprechen, wie Sie bspw. im Urlaub oder während einer Kur wieder zu Kräften kommen können.
Ein weiteres Angebot in meiner Praxis ist das Erlernen und Anwenden von Entspannungsübungen, wie bspw. Autogenes Training, PMR und auch die von mir entwickelte „Blitz-Entspannung“. Bei dieser Methode geht es darum, eine ausschließlich auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Entspannungstechnik zu erarbeiten. Gerade bei Mobbing-Opfern ist es wichtig, eine optimale Entspannungskombination zu kennen, welche dann auch “blitzschnell” funktioniert.
Da Mobbing heute kein seltenes Phänomen mehr ist, gibt es für die Betroffenen inzwischen sehr viele Mobbingberatungsstellen. Weiterhin sei hier die Kontaktaufnahme mit dem Betriebsrat, dem VDK und der Gewerkschaft empfohlen. Die Gewerkschaften bieten auch Unterstützung bei den Vertragsausstiegsverhandlungen und der Abfindung. Natürlich helfen Ihnen auch gern die Rechtsanwälte. Sammeln Sie Fakten und sichern Sie Beweise!
Fazit: Es gibt viele Wege, sich Mobbingberatung und Unterstützung zu holen. Laufen Sie los und Sie werden die für Sie richtigen Ansprechpartner finden.
Mobbing – Lassen Sie es nicht zu!
Lassen Sie es nicht zu, Mobbing-Opfer zu sein. Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Einstellung. Sie können nur ein Opfer sein, wenn Sie es selbst zulassen. Werden Sie aktiv – je früher, desto besser. Die feindselige Stimmung wird nur aufhören, wenn Sie selbst etwas dagegen unternehmen. Deswegen lautet die Empfehlung, dass Sie Verbündete finden, die auf Ihrer Seite stehen und die Sie im Notfall unterstützen. Holen Sie sich Hilfe (z.B. bei psychologischen Beratern) und informieren Sie sich, welche Möglichkeiten Sie haben, um sich zu wehren.
Falls Sie es nicht mehr aushalten, sollten Sie auch darüber nachdenken, ob Sie nicht in einem anderen Job wieder glücklicher sein könnten. Denn die Belastung macht Sie auf Dauer krank und nicht immer ist es sinnvoll, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Ihre Gesundheit sowie Ihr persönliches Wohlbefinden sollten immer im Vordergrund stehen. Auch die rechtlichen Schritte lassen Sie nicht zur Ruhe kommen und kosten Geld und Zeit. Überlegen Sie sich vorher genau, wie hoch Ihre Chancen auf das gewünschte Ergebnis sind.
Vielleicht ist jetzt einfach die Zeit gekommen, dass Sie noch einmal völlig neu durchstarten. Sie wissen nicht, was Sie machen können? Informieren Sie sich! Auf jeden Fall gibt es viele Arbeitgeber, die sich über interessierte und engagierte Arbeitnehmer freuen. Die jetzige Situation kann auch eine neue Chance für Sie sein, um das zu tun, was Sie vielleicht schon längst einmal machen wollten.