Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.10.1977&Aktenzeichen=2%20StR%20303/77
Timestamp: 2019-06-20 08:13:44
Document Index: 306579648

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.10.1977 - 2 StR 303/77 - dejure.org
https://dejure.org/1977,1081
BGH, 21.10.1977 - 2 StR 303/77 (https://dejure.org/1977,1081)
BGH, Entscheidung vom 21.10.1977 - 2 StR 303/77 (https://dejure.org/1977,1081)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1977 - 2 StR 303/77 (https://dejure.org/1977,1081)
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Notwendigkeit einer besonderen Verwerflichkeit der Tat - Umfang des Mordmerkmals "Verdeckung einer Straftat" - Annahme eines Mordes bei geplanter Beseitigung eines Zeugen
Zur Einschränkung des Mordmerkmals der Verdeckung einer anderen Straftat
BGHSt 27, 281
MDR 1978, 241
Liegt der Grund für die Restriktion des Mordtatbestands der Verdeckungstötung darin, daß sich der Täter in einer besonderen psychischen Lage befindet, urplötzlich auf den Gedanken der Tötung verfällt und nun der ihn jäh überkommenden Eingebung folgt, so braucht seine psychische Befindlichkeit keine andere zu sein, wenn die zu verdeckende Vortat nicht eine Körperverletzung (oder ein versuchter Totschlag), sondern etwa ein Diebstahl (…BGH GA 1979, 426; BGH bei Holtz MDR 1980, 106; BGH NStZ 1985, 454), ein Raub (BGH NStZ 1984, 453), ein sexueller Mißbrauch (BGH, Urteil vom 5. September 1978 - 1 StR 389/78) oder eine (versuchte oder vollendete) Vergewaltigung (BGHSt 27, 281) ist.
Ob wegen Mordes oder wegen Totschlags zu verurteilen ist, sollte, wie der Senat bereits in seinem zur Veröffentlichung bestimmten Urteil vom 21. Oktober 1977 - 2 StR 303/77-betont hat, nicht allzu sehr von der Geständnisfreudigkeit des Täters abhängen.
Die Tatsache, daß die Tötung nicht vorgeplant oder länger erwogen war, steht der Annahme, es liege Verdeckungsmord vor, ebensowenig entgegen (BGHSt 27, 281, 283) wie das enge zeitliche Zusammentreffen von Vortat und Tötungshandlung.
Bei einem solchen Sachverhalt hat der Senat an der Anwendung des Mordtatbestandes festgehalten (vgl. BGHSt 27, 281).
Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 21. Oktober 1977 (BGHSt 27, 281) dargelegt, daß das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juni 1977 nicht dazu führen könne, den Tatbestand des Verdeckungsmordes nur noch dann zu bejahen, wenn der Täter die Tötung des unliebsamen Zeugen schon im voraus geplant hatte (ebenso der 1. Strafsenat in seinem in NJV 1978, 2105 veröffentlichten Urteil vom 13. Februar 1978).
Der Senat weist ferner darauf hin, daß die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juni 1977 (NJW 1977, 1525) nicht zu einer Einschränkung des Mordtatbestandes in der Begehungsform der Verdeckung einer Straftat auf die Fälle nötigt, in denen der Täter die Tötung eines unliebsamen Zeugen im voraus geplant hat (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1977 - 2 StR 303/77 -, zur Veröffentlichung in BGHSt bestimmt).