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Timestamp: 2019-04-19 04:52:17
Document Index: 362127226

Matched Legal Cases: ['§ 96', '§ 95', '§ 95', '§ 242', '§ 4', '§ 85', '§ 134', '§ 4']

Integrationsämter - Maßgeschneiderte Arbeitsplätze
ZB 03-2011
Erfahren Sie mehr über die Arbeit und das Angebot der Technischen Beratungsdienste.
Technische Beratung - Maßgeschneiderte Arbeitsplätze
Info: Aufgaben der Technischen Beratungsdienste
Interview: „Ein besonderes Angebot am Beratungsmarkt“
Fallbeispiel: Rückenschonender Aufstieg
Fallbeispiel: Arbeitsauftrag per Funk
Fallbeispiel: Hight-Tech im Klassenzimmer
Fallbeispiel: Kraftsparende Bürotechnik
Die Beratenden Ingenieure ...
helfen in Betrieben und Dienststellen geeignete Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen zu finden,
entwickeln technische und organisatorische Lösungen für eine behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung,
führen Seminare durch, z.B. zu Ergonomie, und beteiligten sich an Kursen zu Prävention und Gesundheitsförderung.
„Ein besonderes Angebot am Beratungsmarkt“
Fragen an Erhard Dimler, Technischer Berater der Zentrale des Zentrums
Bayern Familie und Soziales und Vorsitzender des Arbeitsausschusses
Technische Beratungsdienste der BIH
Herr Dimler, was ist das Besondeream Technischen Beratungsdienst
des Integrationsamtes?
Erhard Dimler Wir sehen es als Herausforderung, individuelle Arbeitsplatzanforderungen, behinderungsbedingte Einschränkungen und technische Hilfen in Einklang zu bringen. Dies geschieht meist im Rahmen einer persönlichen und unabhängigen Beratung vor Ort. Die gemeinsam entwickelten Lösungen zielen auf eine dauerhafte Beschäftigung des schwerbehinderten Menschen.
Welche aktuellen Entwicklungen beeinflussen Ihre Arbeit?
Dimler Beispiele sind der demografische Wandel und die wachsende Bedeutung von „behinderungskompensierenden Technologien“. Immer mehr Betriebe müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, wie Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen an gesundheitliche Einschränkungen
der älter werdenden Belegschaft angepasst werden können. Durch seine Aufgabenstellung hat der Technische Beratungsdienst hier eine besondere
fachliche Kompetenz – vielleicht sogar ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Beratungsmarkt.
Die Unterstützung beschränkt sich aber nicht nur auf die Kompensation gesundheitlicher Einschränkungen...
Dimler Wir berücksichtigen natürlich auch arbeitswissenschaftliche, sicherheitstechnische und nicht zuletzt wirtschaftliche Aspekte, ohne die ein nachhaltiges Beschäftigungsverhältnis nicht erreicht werden kann.
Dimler Unser BIH-Ausschuss hat Qualitätsstandards erarbeitet, die eine wissenschaftlich fundierte und einheitliche Leistungserbringung sicherstellen. Wir verfolgen die Entwicklung der Technik für behinderte Menschen durch den Besuch von Fachmessen und bringen unsere Kenntnisse in entsprechende Gremien ein, etwa in den Länderausschuss für Barrierefreiheit. Außerdem organisieren wir regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für unsere Berater. Es herrscht ein reger fachlicher Austausch, bei dem jeder vom Wissen und von der Erfahrung der
anderen profitieren kann.
Einstellungsgründe und Einstellungshemmnisse
Was motiviert Arbeitgeber, schwerbehinderte Menschen einzustellen? Und was hält sie davon ab? Die Ergebnisse einer Befragung von Bremer Unternehmen finden Sie auf folgenden Seiten.
Was motiviert Arbeitgeber, schwerbehinderte Menschen einzustellen? Und was hält sie davon ab? Eine Bremer Studie liefert konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der regionalen Beschäftigungssituation.
Die Rolandsstatue auf dem Bremer Marktplatz, (c) Fotolia/flyfisher Im Land Bremen kommen rund 34 Prozent der privaten Unternehmen ihrer Beschäftigungspflicht nach. Die Mehrheit beschäftigt hingegen keine oder weniger als fünf Prozent schwerbehinderte Menschen. Damit liegt der Stadtstaat über dem bundesweiten Durchschnitt von 2008, wonach nur rund 20 Prozent der Privatwirtschaft die Quote erfüllen*. Um die Beweggründe und Hemmnisse für die Einstellung schwerbehinderter Menschen auf regionaler Ebene näher zu untersuchen, hat das Integrationsamt beim Versorgungsamt Bremen das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) mit einer wissenschaftlichen Studie beauftragt.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Betriebe, die die Quote erfüllen, und solche, die das nicht tun, in einem wesentlichen Punkt ihrer Überlegungen übereinstimmen: Der Arbeitsplatz muss sich „wirtschaftlich rechnen“. Bei der Einschätzung, ob sich die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen lohnt, kommen die Verantwortlichen der beiden Gruppen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Betriebe, die die Quote erfüllen, verweisen darauf, dass viele der Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung sich in ihrer Leistungsfähigkeit nicht von den übrigen Kolleginnen und Kollegen unterscheiden – sie „arbeiten wie alle anderen auch“. Sogar für schwerbehinderte Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen ist in diesen Betrieben das Kriterium der Wirtschaftlichkeit weitgehend erfüllt. Hierbei leistet das Integrationsamt einen wichtigen Beitrag. Ein verbreiteter Vorbehalt gegen schwerbehinderte Menschen, sie seien öfter und länger krank, sehen die Betriebe nicht bestätigt.
Dagegen sind Unternehmen, welche die Quote nicht erfüllen, der Meinung, behinderte Menschen könnten die hohen Anforderungen ihrer Arbeitsplätze an Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Qualifikation vielfach nicht erfüllen. In vielen Fällen beruht die skeptische Einschätzung auf hartnäckigen Vorurteilen oder negativen Einzelerfahrungen. Davon abgesehen besteht aber auch in Betrieben, die bislang nicht oder kaum ihrer Beschäftigungspflicht nachkamen, grundsätzlich Einstellungsbereitschaft. Ein positives Signal sendete die Arbeitgeberseite mit der Unterzeichnung der „Bremer Vereinbarung für Ausbildung und Fachkräftesicherung 2011 bis 2013“.
Die Studie liefert ferner Ergebnisse zu Einflussgrößen der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Dazu gehören Faktoren wie die demografische Entwicklung, der besondere Kündigungsschutz oder das Wissen der Arbeitgeber über Hilfen und Leistungen. Daraus ergeben sich für das Integrationsamt konkrete Ansatzpunkte zur Förderung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Einer besteht darin, vor allem die Wirtschaftlichkeit solcher Arbeitsverhältnisse anhand guter Beispiele aus der Region verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen.
* Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Die Studie steht beim Institut Arbeit und Wirtschaft in Bremen zum Download bereit.
Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen ist erst mit Zustimmung des Integrationsamtes wirksam. Der Ablauf des Verwaltungsverfahrens verständlich erklärt
Verwirkung des besonderen Kündigungsschutzes
1. Eine Schulung der Vertrauensperson der schwerbehinderten
Menschen gemäß § 96 Abs. 4 Satz 3 SGB IX muss keine spezifische
behindertenbezogene Thematik zum Inhalt haben.
2. Das vermittelte Wissen muss sich unmittelbar auf die Aufgaben
der Schwerbehindertenvertretung gemäß § 95 SGB IX
Die Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen begehrte im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes die Freistellung sowie Kostenübernahme für eine Schulung über den Umgang mit psychisch kranken Menschen, die in vier jeweils zweitägigen Seminarteilen stattfand. Die Beschwerde der Arbeitgeberin hatte vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) überwiegend keinen Erfolg. Das Gericht bejahte die Durchsetzung des Freistellungsanspruchs im Wege einer einstweiligen Verfügung. Erforderlich sei die Teilnahme, wenn die Vertrauensperson die in dem Seminar vermittelten Kenntnisse unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Betrieb sofort oder demnächst benötige, um ihre Aufgaben nach § 95 Abs. 1 SGB IX sachgerecht wahrnehmen zu können.
Der schwerbehinderte Arbeitnehmer hat das Recht, sich gegenüber
seinem Arbeitgeber auf den gesetzlichen Sonderkündigungsschutz
zu berufen, in der Regel nicht nach § 242 BGB verwirkt, wenn er die Unwirksamkeit der Kündigung innerhalb der Klagefrist des § 4 Satz 1 KSchG gerichtlich geltend gemacht hat.
BAG, Urteil vom 23.02.2010 – 2 AZR 659/08
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin in Unkenntnis ihrer Schwerbehinderung. Die Klägerin erhob fristgerecht Kündigungsschutzklage und führte an, die Kündigung sei auch deshalb unwirksam, da „das Integrationsamt nicht über die Kündigung unterrichtet wurde“. Hiervon erhielt die Arbeitgeberin mit Klagezustellung erst nach Ablauf der Dreiwochenfrist Kenntnis.
Wie bereits die Vorinstanzen urteilte das Bundesarbeitsgericht, dass die ohne erforderliche Zustimmung des Integrationsamtes ausgesprochene Kündigung nach § 85 SGB IX in Verbindung mit § 134 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nichtig sei. Zwar müsse sich der Arbeitnehmer, wenn er sich den Sonderkündigungsschutz erhalten wolle, nach Zugang der Kündigung innerhalb einer angemessenen Frist, die drei Wochen betrage, gegenüber seinem Arbeitgeber auf seine bereits festgestellte oder beantragte Schwerbehinderteneigenschaft berufen. Er habe jedoch die Möglichkeit, sich innerhalb der Frist nach § 4 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) von drei Wochen zuzüglich der zur Zustellung der Klageschrift erforderlichen Zeit darüber klar zu werden, ob er die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses anstrebt.
Größe: 1,42 MB / Stand: 02.09.2011
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