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Timestamp: 2020-08-06 10:54:29
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Matched Legal Cases: ['§ 630', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', '§ 630', '§ 630', 'BGH', '§ 630', 'BGH', '§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 228', '§ 1631', '§ 226', 'BGH', 'BGH', '§ 52', '§ 630', '§ 630']

Vaginal-plastische Wunscheingriffe – ethische und rechtliche Implikationen | SpringerLink
Vaginal-plastische Wunscheingriffe – ethische und rechtliche Implikationen
Elective vaginal plastic surgery—ethical and legal implications
M. Finn1
Der Gynäkologe volume 51, pages425–432(2018)Cite this article
Vgl. das am 26.02.2013 in Kraft getretene „Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten“ vom 20.02.2013, Bundesgesetzblatt (BGBl.) I 2013, S. 277.
Vgl. zum Bestreben des Gesetzgebers, im Wesentlichen die anerkannten Grundsätze kodifizieren zu wollen, Bundestagsdrucksache (BT-Drs.), 17/10488, S. 1, 9 und passim.
Allenfalls im unwahrscheinlichen Ausnahmefall wird ein Arzt eindeutig und unzweifelhaft einen Erfolg versprechen (dann Werkvertrag); in aller Regel schuldet er hingegen lediglich sein sorgfaltsgemäßes Bemühungen um die Erreichung des Erfolgs (Dienstvertrag), konträrer Ansicht Eberbach, MedR 2008, 325, 335.
So auch BT-Drs. 17/10488, S. 17.
Näher Finn, Krankenhaushaftung, in: Schmola/Rapp (Hrsg.), Compliance, Governance und Risikomanagement im Krankenhaus, 2016, S. 341, 345; vgl. für die vertragliche Haftung explizit § 630h Abs. 2 Satz 1 BGB.
Vgl. zur rechtlichen Qualifizierung des ärztlichen Eingriffs als Körperverletzung durch die Rechtsprechung grundlegend bereits das Reichsgericht im Jahr 1894 zum Strafrecht, s. RGSt. 25, 375 ff., zum Zivilrecht 1908 (RGZ 68, 431 ff.) und später der BGH (s. NJW 1959, 807, 811).
Allgemein zur Feststellung der Einwilligungsfähigkeit Minderjähriger Finn (Fn. 5), 353.
Vgl. zur Kritik vor allem Katzenmeier, in: Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 7. Aufl. 2015, Kap. V, Rdnr. 75 ff. m. Nachw. zur Rechtsprechung.
Näher zu dieser Kontroverse Greiner, in: Spickhoff (Hrsg.), Medizinrecht, 2. Aufl. 2014, § 823 BGB Rdnr. 7 m. weit. Nachw.
S. Greiner (Fn. 9), Rdnr. 7.
Vgl. z. B. Lorz, Arzthaftung bei Schönheitsoperationen, 2007, S. 175, die einen sehr weiten Indikationsbegriff zugrunde legt, kritisch Damm, GesR 2010, 641, 653, dem zufolge der traditionelle Heilauftrag als paradigmatische Leitgröße im Zentrum zu halten sei.
In diesem Sinne etwa Damm, GesR 2010, 641, 644.
Vgl. Damm, GesR 2010, 641, 644, andere Ansicht Lorz (Fn. 11), S. 175, die neben der Gesundheit auch Schönheit als im Grundsatz legitimen Behandlungszweck ansieht.
Vgl. Satzung der WHO, abrufbar unter http://apps.who.int/gb/bd/PDF/bd47/EN/constitution-en.pdf (letzter Abruf: 04.12.2017): „Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity“.
S. Damm, GesR 2010, 641, 653, andere Ansicht Lorz (Fn. 11), S. 101 ff., 252.
Zu ihr etwa BGH, NJW 1981, 633: In einem solchen Fall [eines Fehlens jeder dringenden Indikation zur Operation mit hohem Risiko ihres Fehlschlagens] müsse der Operationsentschluss im besonderen Maße dem Patienten anheimgegeben werden.
Vgl. näher Damm, GesR 2010, 641, 654.
Katzenmeier (Fn. 8), Kap. V, Rdnr. 28, vgl. z. B. BGH, NJW 2006, 2108; BGH, NJW 1991, 2349 („sehr strenge Anforderungen“).
So BGH, NJW 2006, 2108.
So ebenfalls die Begründung zum sog. Patientenrechtegesetz, BT-Drs. 17/10488, S. 25.
S. OLG Düsseldorf, VersR 2004, 386; OLG Düsseldorf, VersR 1999, 61 („besonders schonungslos“); OLG Hamm, VersR 2006, 1511, 1512 („drastisch und schonungslos“).
Vgl. aber die nachfolgend bei Fn. 38 und 56 referierten Rechtsprechungsfälle.
Vgl. dazu auch Katzenmeier (Fn. 8), Kap. V, Rdnr. 28; Damm, GesR 2010, 641, 650 ff.
So ausdrücklich BGH, NJW 2006, 2108, vgl. ferner Katzenmeier, Arzthaftung, 2002, S. 328.
Vgl. insoweit auch § 630c Abs. 2 Satz 1 BGB.
S. u. a. zur gebotenen Qualifikation der aufklärenden Person Finn (Fn. 5), 358.
Näher mit Nachw. zur Rechtsprechung Finn (Fn. 5), 357.
Vgl. z. B. OLG Stuttgart, VersR 2003, 462, 463.
Rechtsverbindlich ist für Ärzte freilich nur die WBO der für sie zuständigen Landesärztekammer.
Abschnitt B Nr. 7.6 der MWBO.
Davon 2 Jahre Basisweiterbildung Chirurgie.
Daneben können Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie in Ergänzung ihrer Facharztkompetenz aufgrund einer Weiterbildung im Umfang von 2 Jahren die Zusatzbezeichnung Plastische Operationen für Eingriffe in der Kopf-Hals-Region erwerben.
Unter den definierten Behandlungsverfahren werden dort explizit operative Eingriffe am äußeren und inneren Genitale benannt.
Ausnahme wäre eine abweichende Parteivereinbarung, vgl. § 630a Abs. 2 BGB.
Z. B. Einsatz eines Brustimplantats statt Straffung des Hautmantels zur Behebung einer Brustsenkung.
Beispiel: Durchtrennung von Gefäßsträngen, welche die Brustwarzen mit Blut versorgen.
Der Arzt versäumt z. B. den Hinweis, dass sich die Patientin für einen bestimmten Zeitraum nach dem Eingriff nicht sportlich betätigen darf, um den Behandlungserfolg zu sichern, vgl. § 630c Abs. 2 Satz 1 BGB.
Beschlüsse v. 16.03.2015 und 20.04.2015 – 5 U 164/14 (juris).
Vgl. näher die Würdigung durch das OLG Köln (Beschluss v. 16.03.2015 – 5 U 164/14, juris: Rdnr. 9).
Vgl. OLG Hamm, Urt. v. 25.02.2009 – 3 U 51/08 (juris: Rdnr. 39 ff.) zu einer Liposuktion.
„Body dysmorphic disorder“.
Insoweit werden unterschiedliche Zahlen genannt, vgl. z. B. Lorz (Fn. 11), S. 112 m. weit. Nachw.: 7 % derer, die sich Schönheitsoperationen unterziehen, s. BGH, NJW 2016, 639, 640 unter Verweis auf ein Privatgutachten: Selbstwahrnehmungsstörungen des Körpers gehäuft in ästhetisch-chirurgischer/-dermatologischer Praxis bis zu 18 % der Klientel, davon ca. 5 % schwere Fälle.
Vgl. KG, Urt. v. 29.09.2014 – 20 U 234/13, BeckRS 2016, 01969: BDD als „bedingte“ Kontraindikation, bei milderen Formen könne ästhetische Chirurgie eine sinnvolle Therapieoption sein, schwere Störungen stellten eine Kontraindikation dar.
Lorz (Fn. 11), S. 112 m. weit. Nachw.
Vgl. KG, Urt. v. 29.09.2014 – 20 U 234/13, BeckRS 2016, 01969.
Vgl. § 630h Abs. 5 Satz 2 BGB.
So KG, Urt. v. 22.05.2014 – 20 U 309/11, BeckRS 2015, 14118.
So KG, Urt. v. 29.09.2014 – 20 U 234/13, BeckRS 2016, 01969.
In diesem Sinne ein Privatgutachter im Verfahren BGH, NJW 2016, 639, 640.
Anders bei einem Dermatologen, der im Fall bekannter Depression einen „Psychiater zu Rate [hätte ziehen] müssen“, um sich zu vergewissern, „ob die Klägerin überhaupt in der Lage war, die Operation und ihre Folgen seelisch durchzustehen“, so Landgericht Dortmund, Teilurt. v. 23.01.2008 – 4 O 77/05, BeckRS 2008, 07360 (Liposuktion).
Vgl. zu einer diesbezüglichen Aufklärungspflicht Lorz (Fn. 11), S. 112 f.
OLG Düsseldorf, VersR 2001, 1380, 1381.
OLG Köln, VersR 1999, 1371, 1372.
In diesem Sinne offenbar OLG Düsseldorf, VersR 2001, 1380, 1381.
Deutlich OLG Köln, Beschluss v. 02.09.2015 – 5 U 57/15 (juris: Rdnr. 11): „Einen Grundsatz, dass jede Frau, die mehrfach Korrekturen an ihren Brüsten vornehmen lässt, in psychiatrische Behandlung gehöre, gibt es nicht“.
OLG Düsseldorf, NJW 1985, 684.
So OLG Düsseldorf (Fn. 56).
Vgl. Hofmann (RA und Arzt), jurisPR-MedizinR 4/2016 Anm. 4.
Insoweit indes sehr selten.
Eingeführt durch das 47. Strafrechtsänderungsgesetz vom 24.09.2013, BGBl. I S. 3671.
Dafür BT-Drs. 17/13707, S. 6.
Dazu m. weit. Nachw. Sternberg-Lieben, in: Schönke/Schröder, StGB, 29. Aufl. 2014, § 226a Rdnr. 1.
Für eine Nichtigkeit von § 226a StGB etwa Hardtung, in: Münchener Kommentar zum StGB, 3. Aufl. 2017, § 226a Rdnr. 1, 24 ff.
In Kraft seit 28.12.2012, hierzu etwa Putzke, Monatsschrift Kinderheilkunde 2013 · 161:950–951.
Dazu Fischer, StGB, 64. Aufl. 2017, § 226a Rdnr. 4 ff.; Hardtung (Fn. 63), Rdnr. 24 ff.
Vgl. etwa Fischer (Fn. 65), Rdnr. 9.
BT-Drs., 17/13707, S. 6 (Hervorhebungen nicht im Original) unter Verweis auf ein Duden-Zitat.
Kritisch Böse, in: Kindhäuser/Neumann/Paeffgen, StGB, 5. Aufl. 2017, § 226a Rdnr. 9 („widersprüchlich“).
So BT-Drs. 17/13707, S. 6, kritisch aber Fischer (Fn. 65), Rdnr. 12.
Vgl. Sternberg-Lieben (Fn. 62), Rdnr. 5: keine Sittenwidrigkeit der Einwilligung nach § 228 StGB.
S. Fischer (Fn. 65), Rdnr. 16.
Zutreffend Sternberg-Lieben (Fn. 62), Rdnr. 5 unter Verweis auf § 1631 Abs. 2 Satz 2 BGB.
S. Eschelbach, in: v. Heintschel-Heinegg, BeckOK StGB, Stand: 01.08.2017, § 226a Rdnr. 7.
So für den Regelfall Fischer (Fn. 65), Rdnr. 17.
S. BGH, NJW 2006, 1879, 1880.
Vgl. auch BGH, NJW 2006, 1879, 1881; OLG Stuttgart, VersR 2003, 462, 463.
So Bundesfinanzhof, Deutsches Steuerrecht 2015, 420 ff.
Vgl. näher Martis/Winkhart-Martis, Arzthaftungsrecht, 4. Aufl. 2014, Rdnr. A 824 f.
Hierzu OLG Stuttgart, VersR 2003, 462, 463.
Vgl. näher zum Schicksal der Vergütungspflicht Martis/Winkhart-Martis (Fn. 78), Rdnr. A 430 ff.
S. hierzu etwa Sozialgericht Berlin, Urt. v. 10.12.2013 – S 182 KR 1747/12 (juris).
§ 52 Abs. 2 SGB V, dort auch näher zu den Konsequenzen für das Krankengeld.
§ 630e Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 BGB, ausführlich dazu Finn (Fn. 5), S. 341, 348 ff.
Hierzu Finn (Fn. 5), S. 341, 360.
§ 630e Abs. 2 Satz 2 BGB, zum Zeitpunkt der Aushändigung Finn (Fn. 5), S. 341, 361 f.
Näher Finn (Fn. 5), S. 341, 362.
Fakultät Wirtschaft, Professur für Recht im Gesundheitswesen, Hochschule Hof, Alfons-Goppel-Platz 1, 95028, Hof, Deutschland
Prof. Dr. iur. M. Finn
Correspondence to Prof. Dr. iur. M. Finn.
M. Finn gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Finn, M. Vaginal-plastische Wunscheingriffe – ethische und rechtliche Implikationen. Gynäkologe 51, 425–432 (2018). https://doi.org/10.1007/s00129-018-4230-8
DOI: https://doi.org/10.1007/s00129-018-4230-8