Source: http://esb.bezreg-arnsberg.nrw.de/a_3/a_3_010/a_3_010_005/a_3_010_02_B32_10_1_Erg1-Erg3_Verl_.html
Timestamp: 2017-04-30 22:41:06
Document Index: 6292977

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 4', '§ 5']

Zul.-Nr. B-32/10/1 + 1.Erg. bis 3. Erg.+Verl. /
- Bremsensteuerung -
Auf den Antrag der Olko - Maschinentechnik GmbH, Olfen vom 08.06.2009 unter Hinzuziehung des Prüfberichte des Sachverständigen der DMT GmbH & Co. KG - Fachstelle für Sicherheit – Seilprüfstelle - vom 13.05.2010 und 17.07.2011 erteilt die Bezirksregierung Arnsberg gemäß § 5 Abs. 1 der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) vom 04.12.2003 hiermit die Genehmigung für die elektrohydraulische Bremsensteuerung und –regelung vom Typ COBRA 01 der Firma Olko – Maschinentechnik GmbH:
B-32/10/1 + 1.Erg. bis 3.Erg+Verl.
Gültigkeitsdauer: 5 Jahre (bis zum 01.08.2016)
Elektrohydraulische Bremsensteuerung und -regelung mit regelbarer Bremskraft bei Sicherheits-bremsung für von Hand bediente oder automatisch be-triebene Fördermaschinen, Förderhäspel oder andereAntriebsmaschinen von übertägigen Schachtförderan-lagen.
Inhalt Ordner 1 – Fa. Olko:
Olko Bremsensteuerung mit regelbarer Sicherheitsbremse Typ COBRA 01 – Hydraulikunterlagen
Technische Beschreibung zur OLKO-Bremsensteuerung mit regelbarer Sicherheitsbremse (Mehrfach Regelkreissystem) ; Revisionsstand 02
Hydraulikplan COBRA 01 Zeichnungsnr. 2933.106-01 Rev. 02
Stückliste COBRA 01Zeichnungsnr. 29.33.106-1 Rev. 02
Inhalt Ordner 1/2 - Fa. Siemens:
Zulassungsunterlagen Geregelte Sicherheitsbremse COBRA 01 A / 6439520
Beschreibung elektrische Bremsensteuerung
Beschreibung Visualisierung (HMI)
Übersichtspläne G22002-W4089
Hardware : Anlagenteile +G11, +G12, +G13,+K11, +T01, G22002-W4089
Inhalt Ordner 2/2 Fa. Siemens Zulassungsunterlage Geregelte Sicherheitsbremse COBRA 01 A / 6439520
SoftwareRegelschemata Bremsregler- Hand / Auto Sollwerte - Geschwindigkeitsregler - Sollwert Bremsdruck-Regler- Bremsdruck-Regler- VentilsteuerungSoftwaredokumentation MMastersteuerung- Funktionsbausteine- Funktionen- DatenbausteineBremsregler- Funktionsbausteine- Funktionen- Datenbausteine
Prüfbericht: DMT-Prüfbericht Nr. P 10-00295 vom 13.05.2010 DMT-Prüfbericht Nr. P 11-00547 vom 17.07.2011
Die Prüfberichte sind Bestandteil dieser Genehmigung.
Das wesentliche Merkmal der elektrohydraulischen Bremsensteuerung und -regelung mit der Typenbezeichnung COBRA 01 ist die geregelte Bremskraft im Fall einer Sicherheitsbremsung entsprechend TAS 3.9.5.10. Damit soll sichergestellt werden, dass sich im Sicherheitsbremsfall unabhängig von den Überlastverhältnissen und der Fahrtrichtung der Fördermaschine und unabhängig von reibwertbedingten Schwankungen der Bremskraft immer eine konstante Verzögerungswirkung einstellt.
Die Bremskrafterzeuger sind nicht Gegenstand dieser Genehmigung. Die elektro-hydraulische Bremsensteuerung und –regelung kann mit verschiedenen Bremskraft-erzeugern kombiniert werden, deren Bauart im Sonderbetriebsplanverfahren zugelassen oder im Genehmigungsverfahren genehmigt worden sind, und nach § 5 Abs. 1, Ziffer 2 der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) der Bezirks-regierung Arnsberg vom 04.12.2003 einen Bremsapparat bilden.
Der hydraulische Teil der Bremseinrichtung (Ordner 1) wurde von der Fa. Olko Maschinentechnik GmbH in Olfen entwickelt, die elektrische Bremsensteuerung von der Fa. Siemens AG, Abteilung GER I IS WEST OC in Essen (Ordner 1/2 und 2/2). Die geprüften Dokumente sind entsprechend im Layout beider Firmen verfasst.
Der hydraulische Teil der Bremsensteuerung und –regelung vom Typ COBRA 01 ist in wesentlichen Teilen mehrkanalig aufgebaut. Die hydraulischen Schaltungen zur Regelung der Bremskraft sind mehrfach vorhanden und weitgehend identisch ausgeführt. Das Konzept wird als „n+1“-Konzept bezeichnet. Nur die als „Kanäle“ bezeichneten Teilschaltungen „Kanal 2“ bis „Kanal n+1“ sind im ungestörten Fall aktiv. Die Brems-krafterzeuger der Bremseinrichtung sind schaltungstechnisch in „n“ Gruppen zusammen-gefasst. Jeder hydraulischen Teilsteuerung („Kanal“) ist eine Bremskrafterzeugergruppe zugeordnet. Im Fehlerfall kann über stellungsüberwachte Absperrhähne im hydraulischen System der fehlerbehaftete Kanal unwirksam geschaltet werden. An seiner Stelle wird dann der als „Reservekanal“ bezeichnete „Kanal 1“ zugeschaltet. Dieser Reservekreis ist eine Option zur Erhöhung der Verfügbarkeit, er ist kein not-wendiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts. Wenn im Fall eines Defekts auf den Reservekreis umgeschaltet wird, ist ein uneingeschränkter weiterer Betrieb möglich.
Anforderungen aus dem mehrkanaligen Aufbau
Der mehrkanalige Aufbau der elektrohydraulischen Steuerung ist eine Maßnahme zur Fehlerbeherrschung und damit das wesentliche Merkmal des Sicherheitskonzepts. Bei jeder beliebigen Fehlfunktion in einem Regelkanal müssen die anderen Kanäle im Stande sein, die Anlage ordnungsgemäß durch eine Sicherheitsbremsung stillzusetzen. Deshalb muss anlagenspezifisch die Anzahl der erforderlichen Bremskrafterzeuger und die Anzahl der Regelkanäle sowie die Zuordnung der Bremskrafterzeuger zu den Kanälen festgelegt werden. Es muss rechnerisch der Nachweis erbracht werden, dass sich sowohl für leere Fördermittel als auch für die betriebsübliche Überlast in beiden Fahrtrichtungen auch bei Fehlern in einem Kanal keine unzulässigen Verzögerungswerte einstellen können. Dabei sind die Fälle „ungewollter Aufbau der vollen Bremskraft in einem Kanal durch beliebigen Einfachfehler“ und „vollständiges Versagen des Bremskraftaufbaus durch beliebigen Einfachfehler in einem Kanal“ beide theoretisch durch entsprechend modifizierte Bremsberechnungen nach TAS 3.11 nachzuweisen und bei der Inbetriebnahme durch praktische Messungen der Verzögerungswirkung unter Einfluss des jeweils simulierten Fehlers zu kontrollieren.
Die Einrichtungen zur Druckerzeugung (Öltank mit Haupt- und Reservepumpe, Heizung, Kühler und Filter) sind nur einfach vorhanden. Bei Ausfall einer der beiden Pumpen ist ein Betrieb mit nur einer Pumpe möglich.
Festlegungen zu den verwendeten hydraulischen Bauteilen
Der schaltungstechnische Aufbau der hydraulischen Bremsensteuerung und -regelung ist im Hydraulikplan 2933.106-01 Rev. 02 dargestellt. Die Art und die Wirkung der einzelnen Bauteile sowie die Verrohrung sind durch das Hydraulikschema und die darin verwendeten Angaben und Symbole festgelegt. Die hydraulischen Bauteile sind in der Stückliste 29.33.106-1 Rev. 02 bis auf die sicherheitlich relevanten Regelventile ohne Angabe des Herstellers oder genaue Typenbezeichnung aufgeführt.
Elektrische Steuerung und Regelung
Die elektrische Bremsensteuerung und -regelung ist als zweikanaliges PES (program-mierbares elektronisches System) aus Systemkomponenten des Typs SIMATIC S7 des Herstellers Siemens aufgebaut. Der elektrische Teil der Bremsensteuerung und -regelung besteht aus einem zweikanaligen PES als Mastersteuergerät und den als „Bremskreisregler“ bezeichneten untergeordneten PES, die in den Unterlagen stellen-weise auch als „Slaves“ bezeichnet werden. Jeder hydraulischen Teilsteuerung (Kanal) ist ein eigener Bremskreisregler zugeordnet. Das gilt auch für den Reservekanal. Eine n+1-kanalige Ausführung der Bremsensteuerung und –regelung COBRA01 ver-fügt demnach über zwei PES, die den zweikanaligen Master bilden und n+1 PES, die die Funktion der Bremskreisregler wahr-nehmen.
Für die Steuerungsstruktur der geregelten Sicherheitsbremse COBRA 01 sind zwei grundlegende Varianten zulässig:
Variante 1 „Mastersteuerung“: Dieses Konzept ist vorrangig für die Ausrüstung vorhandener Schachtförderanlagen mit einer Bremseinrichtung des Typs COBRA 01 bestimmt. Die elektrische Bremsensteuerung und –regelung ist unabhängig von einer übergeordneten Maschinensteuerung in einem eigenen Schaltschrank aufgebaut. Die Hardware der übergeordneten Maschinensteuerung ist durch diese Genehmigung nicht festgelegt. Es kann sich um ein als sicherheitsgerichtetes PES oder eine in Relaistechnik aufgebaute Steuerung handeln. Die Schnittstelle zwischen der Maschinensteuerung und der Bremseinrichtung muss die Anforderungen nach TAS 3.8.7 erfüllen.
Variante 2: „Fahrtreglersteuerung“ Diese Variante ist speziell auf Antriebsmaschinen ausgerichtet, die über ein integriertes Fördermaschinensteuerungs- und -regelungssystem einschließlich eines bauartgenehmigten Fahrtreglers in SIMATIC S7-Technik verfügen. Hier ist es möglich, die Funktionen der Mastersteuerung in das zweikanalige PES S7-400 des S7-Fahrtreglers der Fa. Siemens zu integrieren. Als CPU kommen ebenfalls diversitäre CPU für Kanal A und Kanal B zum Einsatz. Die Schnittstelle zur Fördermaschinensteuerung entfällt. Die übrige Busstruktur zur Anbindung der als Peripherie bezeichneten Teile der Bremseinrichtung und zu den Bremskreisreglern entspricht weitgehend der bereits beschriebenen Variante.
Festlegung im Rahmen der Genehmigung
Alle Komponenten der PES und der weiteren elektrischen Betriebsmittel sind hinsichtlich Fabrikat und Typ in den Betriebsmittellisten und im Schaltbuch Ordner 2 Kapitel 8 festgelegt. Abweichungen davon bedürfen der Zustimmung der Genehmigungsbehörde.
Sicherheitskonzept und Überwachungen
In der Bremsensteuerung und –regelung COBRA 01 werden unzulässige oder gefährliche Fehler oder Systemzustände erfasst. Je nach Gefährdungspotential des Fehlers wird:
eine Meldung im Visualisierungssystem HMI angezeigt oder
der Abfahrsperrkreis
der Fahrbremskreis oder
der Sicherheitskreis ausgelöst.
Die Art des Ereignisses und die Reaktionen sind getrennt für die Master-PES und die Bremskreisregler einschließlich der jeweiligen Peripherie in Ordner 2 Kapitel 5 „Sicherheitskonzept“ und in der „Sicherheitsmatrix“ Ordner 2, Kapitel 7 ausführlich beschrieben.
Interne Überwachungen in den beiden Master-PES.
Leitungsüberwachung,
Test der Ein- und Ausgangshardware,
dynamischer Test der Abschaltwege,
dynamischer Speichertest des Prozessabbildes,
dynamische Überwachung der Programme auf zyklische Bearbeitung
gegenseitige Watch-Dog-Überwachung der Master-PES.
Überwachung der Automatikbefehle
Stellungsüberwachung der Bremskrafterzeuger
Verschleiß- und Federbruchüberwachung der Bremskrafterzeuger
Fahrbremsüberwachung
Überwachung der Bremsscheibe(n) auf Scheibenschlag und Übertemperatur
Überwachung auf unzulässige Bremsdruckdifferenzen in den Regelkanälen
Überwachungen in den Bremskreisreglern:
Überwachung der Drehzahlsignale
Überwachung der Bremsdrucksignale
Überwachung der Stellgröße zum Regelventil
Überwachung der Magnetventile
Überwachung auf Rohrbruch
Überwachung auf ausreichende Bremsverzögerung
Überwachung der Testprogramme auf zyklische Bearbeitung
Überwachung des Steuerungssystems
Gemeinsame Überwachungen der Master-PES und der Regelkanäle sind:
Überwachung der Bus-Kopplung Master-Regler
Sicherheitskreisauslösung Master-Regler
Das in die Bremsensteuerung und -regelung integrierte Visualisierungssystem HMI kann wahlweise mit einem Multipanel MP377 im Steuerschrank, einem PC oder einem Touchpanel erfolgen. Die Funktionen und die Bedienung des mit dem Software-Tool WinCC programmierten Systems sind trotz der unterschiedlichen Hardwarebasis gleich. Das Visualisierungssystem zeigt alle wesentlichen Prozess-zustände der Bremskreise, der Bremskrafterzeuger und des Hydraulikaggregats an. Ein leistungsfähiges Störmeldesystem zeigt alle aktuellen Fehlermeldungen an und archiviert sie. Die Klartextmeldungen geben die notwendigen Hinweise auf die Fehlerursache und die betroffenen Bauteile bzw. auf die auslösenden Überwach-ungsfunktionen.
Das Visualisierungssystem dient auch als Bedienungsebene für umfangreiche Prüffunktionen, die Bestandteil des Sicherheitskonzepts sind. Für Anlagen, die im Geltungsbereich der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) betrieben werden sollen, sind zusätzlich anlagenspezifische Tabellen zu den nach § 13 BVOS vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen zu erstellen. In den Tabellen sollten die zu prüfenden Teile und Funktionen der Bremseinrichtung, die Häufigkeit der Durchführung (Prüffristen) und der mit den Prüfungen beauftragte Personenkreis (fachkundige Personen, fachkundige verantwortliche Personen und Sachverständige) angegeben sein. Diese Prüfungstabellen müssen sich auf die gesamte Bremseinrichtung, das heißt einschließlich des hydraulischen Teils und der mechanischen Komponenten beziehen.
Weil nahezu alle sicherheitsrelevanten Funktionen in der Bremsensteuerung COBRA 01 durch Software gebildet werden, ist es erforderlich, dass im Rahmen des Genehmigungs-verfahrens die zugehörige Anwendersoftware einschließlich der Firmware, die im Ordner 2 der Dokumentation anhand von vollständigen Programmausdrucken dokumentiert ist, festgeschrieben ist. Programmänderungen bedürfen in jedem Fall vor Ausführung einer Rücksprache mit der zuständigen Genehmigungsbehörde und der Fachstelle für Sicherheit – Seilprüfstelle - und gegebenenfalls ist eine Ergänzung oder ein Nachtrag zur Genehmigung zu stellen.
Die nachfolgend genannten Punkte a) bis m) sind zu beachten.
Vom Hersteller sind für die jeweiligen Anlagen anlagenspezifische Wartungs- und Betriebsanweisungen sowie vollständige Stücklisten zum Hydraulikaggregat und zur elektrischen Steuerung und -regelung einschließlich der PES beizuliefern. Die Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers sind zu beachten. Sie müssen den mit den Prüfungen nach § 13 BVOS beauftragten Personenkreisen zugänglich gemacht werden. Die Prüfvorgaben des Herstellers der Bremseinrichtung sind in die anlagenspezifischen Prüfpläne für regelmäßige Prüfungen nach § 13 BVOS einzuarbeiten. Die Ausführung der Bremsensteuerung und -regelung COBRA 01 ist durch diese Genehmigungsunterlagen weitgehend nicht nur funktional, sondern in Bezug auf die Hardware der beiden PES Kanal A und Kanal B sowie der Regelungskanäle auch hinsichtlich der Wahl der Betriebsmittel, der schaltungs-technischen Ausführung und hinsichtlich der Software festgelegt. Davon ab-weichend sind die Art und die Wirkung der einzelnen hydraulischen Bauteile sowie die Verrohrung durch das Hydraulikschema und die darin verwendeten Angaben und Symbole sowie durch die Stückliste festgelegt. Der genaue Typ und die Nenngröße kann vom Hersteller anlagenspezifisch gewählt werden. Lediglich das für die Funktion der verzögerungsgeregelten Sicherheitsbremse maßgebliche Regelventile Pos. XX.200 ist durch die Angabe des Herstellers und der Typenbezeichnung genau spezifiziert. Änderungen bedürfen eines Nachtrags oder einer Ergänzungsanzeige zur Genehmigung. Der Nachweis für die Erfüllung der grundlegenden sicherheitstechnischen Anforderungen beim Austausch einzelner Bauteile in der Hydraulik darf auch nach § 4 der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) der Bezirksregierung Arnsberg erfolgen. Die Sofern elektrische Schaltungen, die der Sicherheit dienen, durch diese Genehmigung nicht in ihrer Ausführung, sondern nur in ihrer Funktion festgelegt sind, sind bei der Errichtung die Anforderungen nach TAS 3.8.7 zu beachten. Es ist zulässig, die Funktionen der Master PES Kanal A und Kanal B der elektrischen Bremsensteuerung und -regelung entsprechend der Variante „Fahrtreglersteuerung“ als Teile einer integrierten Fördermaschinensteuerung einschließlich eines bauartgenehmigten Fahrtreglers auf Basis des S7-Systems des Herstellers zu integrieren. Die Funktionen der Bremsensteuerung und -regelung müssen hinsichtlich Hardware und Software eindeutig identifizierbar ausgeführt werden. Der Anschluss zusätzlicher Diagnose- und Bedienpanels für die Störmeldeanzeige oder die Aktivierung der Testroutinen ist ebenfalls zulässig. Als Ersatz für defekte Bauteile und Geräte sowohl in der digitalen elektrischen Steuerung als auch in der hydraulischen Steuerung dürfen nur Originalersatzteile verwendet werden. In ausgeführten Bremsensteuerungen müssen alle elektrischen und hydraulischen Bauelemente durch dauerhafte Kennzeichnungen und anhand der Stückliste eindeutig identifizierbar sein. Elektronische Baugruppen in Einschubtechnik müssen an der Frontseite identifizierbar sein. Jeder Bremsapparat ist mit einem Leistungsschild nach TAS 3.9.1.4. mit mindestens folgenden Daten zu versehen: Hersteller, Fabrik-/Fertigungsnummer, Baujahr, Genehmigungs-Nr:. Den jeweiligen Ausführungen der Bremskrafterzeuger sind die Federkennlinien beizufügen.
Das Auswechseln von Bauteilen der Bremsensteuerung durch nicht identische Bauteile ist nur im Einverständnis mit der Genehmigungsbehörde im Rahmen eines Nachtrags oder einer Ergänzung zulässig, wenn eine anerkannte Prüfstelle für Prüfungen nach BVOS die gleichartige Funktion geprüft und bescheinigt hat. Vor der Errichtung von Bremseinrichtungen entsprechend diesem Genehmigungsantrag muss aufgrund der Anlagendaten die Anzahl der erforderlichen Bremskrafterzeuger und die Anzahl der Reglerkanäle sowie die Zuordnung der Bremskrafterzeuger zu den Kanälen festgelegt werden. Dabei sind die Fälle „ungewollter Aufbau der vollen Bremskraft durch beliebigen Einfachfehler“ und „vollständiges Versagen des Bremskraftaufbaus durch beliebigen Einfachfehler in einem Kanal“ beide theoretisch durch entsprechend modifizierte Bremsberechnungen nach TAS 3.11 nachzuweisen und bei den Abnahmeprüfungen durch praktische Messungen der Verzögerungswirkung unter Einfluss des jeweils simulierten Fehlers zu kontrollieren. Die Leitungen zwischen dem Hydraulikaggregat und den Bremskrafterzeugern sind so zu verlegen, dass ein Quetschen oder andere Beschädigungen sicher ausgeschlossen werden können.
Diese Genehmigung ist jederzeit widerruflich; sie kann entschädigungslos zurückgezogen werden, wenn die in den Verkehr gebrachten Betriebsmittel nicht den der Bauartprüfung zugrunde liegenden Ausführungen entsprechen.
1. Ergänzung vom 30.10.2014:
Bei sonst unverändertem Sicherheitskonzept dürfen die folgenden Optimierungsmaßnahmen an der elektrohydraulischen Bremsensteuerung- und -regelung durchgeführt werden:Das Hydraulikaggregat kann optional mit einer externen Anordnung der beiden Pumpen unterhalb des Ölniveaus ausgeführt werden. Für diese Option sind zusätzlich drei stellungsüberwachte Blockkugelhähne vorgesehen, mit denen ein Pumpentausch ohne Entleerung und Öffnung des Öltanks möglich wird. Wahlweise zu den bisher verwendeten Konstantpumpen können als Hauptpumpen auch Verstellpumpen eingesetzt werden. Die für den Regelungsvorgang der Sicherheitsbremskraft maßgeblichen Proportionalventile stehen in verschiedenen Nenngrößen zur Verfügung. Mit den Reduzierplatten wird bautechnisch die Möglichkeit geschaffen werden, diese Ventile hinsichtlich der Nenngröße an die spezifischen Anlagedaten anzupassen. Die Proportionalventile bleiben entsprechend der Angabe in der Stückliste hinsichtlich des Typs und der Nenngröße trotzdem festgelegt. Die Funktionen der Füllstandanzeige, der Temperaturschalter und des Temperatursensors werden in einem einzigen Gerät zusammengefasst. Ein Fernthermometer wird zur unmittelbaren Anzeige der Temperatur am Hydraulikaggregat hinzugefügt. In der Steuerungshardware ergeben sich durch die alternative Anordnung der Pumpen und den daraus resultierenden zusätzlichen Überwachungen geringfügige Änderungen. In der Software werden Funktionen für den Einrichtbetrieb vorgesehen, mit denen die Parametrierung der Signale des Fahrbremshebels, der Vorflutventile, der Regelventile, der Bremskreise und der Wegaufnehmer an den Bremskrafterzeugern einfacher und sicherer erfolgen kann. Diese Funktionen haben keinen Einfluss auf den Normalbetrieb. Die Einrichtfunktionen werden über neue Startseiten und Prozeßbilder auf den Touchscreen des Bremsensteuerschranks aktiviert. Der Zugriff ist mit Password gesichert. Zur Vermeidung unnötiger Druckspitzen wird die softwaretechnisch parametrierte Ansteuerung der Regelventile und der Vorflutventile geändert. Der Softwarestand der geregelten Sicherheitsbremse wurde gegenüber dem bisherigen Stand durch das Hinzufügen der Funktionen des Einrichtbetriebes und der übrigen Ergänzungen in den nicht unmittelbar sicherheitsrelevanten Teilen geändert. Hinsichtlich des Einsatzbereiches der elektrohydraulischen Bremsensteuerung nebst Ergänzung sind die Hinweise der Genehmigung zu beachten. 2. Ergänzung vom 03.11.2014: Bei sonst unveränderten betrieblichen Funktionen und Sicherheitskonzept dürfen die folgenden Änderungen und Ergänzungen im Aufbau des Hydraulikaggregates, im hydraulischen System und in der elektrischen Bremsensteuerung um die Funktionen für einen Versteckbetrieb anlagenspezifisch und nach Bedarf optional erweitert werden: Jedem Bremskreis wird eine neue zusätzliche Ventilgruppe vorgeschaltet, die nur auf die BKE des jeweiligen Bremskreises wirkt, die mit der Lostrommel verbunden sind. Die Steuereinheit ist zum Ansteuern der Stellzylinder der Versteckeinrichtung und der hydraulische Antrieb der Versteckeinrichtung mit den zugehörigen elektrischen Überwachungseinrichtungen vorgesehen. Diese Steuereinheit wird dem vorhandenen Hydraulikaggregat der Cobra01 hinzugefügt. Die Druckversorgung, der Tank und der Tankrücklauf dieser Teilschaltung werden direkt vom vorhandenen Hydraulikaggregat der Bremseinrichtung abgenommen. Die rastenden Schaltventile können zur Vergrößerung des Durchflußvolumens doppelt ausgeführt werden. Entsprechende Flanschplatten für eine Anordnung zusätzlicher, identischer Ventile sind vorgesehen. Die elektrische Master- Steuerung der Bremseinrichtung Cobra01 wird um zusätzliche Betriebs- und Überwachungsfunktionen erweitert. Die Drosselrückschlagventile, mit denen die Geschwindigkeit der Stellzylinder beeinflusst werden kann, sollen nur bei Bedarf eingebaut werden. Die Druckventile zur Stellkraftbegrenzung werden nur eingesetzt, wenn sie von der hydraulischen und mechanischen Auslegung der Versteckeinrichtung her nötig sind. Die Druckentlastungsventile sollen ebenfalls nur vorgesehen werden, wenn sie erforderlich sind. Hinsichtlich des Einsatzbereiches der elektrohydraulischen Bremsensteuerung nebst Ergänzungen sind die Hinweise der Genehmigung zu beachten. 3. Ergänzung vom 03.08.2016: Bei sonst unverändertem betrieblichem Sicherheitskonzept dürfen die folgenden Optimierungsmaßnahmen an der elektrohydraulischen Bremsensteuerung- und regelung durchgeführt werden: Optionale Einbindung von zusätzlichen nicht – sicherheitsrelevanten Funktionen mit eher geringem Funktionsumfang in die Bremsensteuerung der COBRA 01. Die für diese Funktionen erforderliche Hard- und Softwareergänzungen und zugehörigen Störmeldungen werden in der Mastersteuerung (Variante 1) oder in der Fahrtreglersteuerung (Variante 2) implementiert. Aufteilung der Schaltschrankkombination aus vier Schrankeinheiten in Einzelsegmente. Austausch der bestehenden Visualisierung (MP377 durch IPC477 oder gleichwertige Geräte) durch ein Nachfolgesystem der Firma Siemens AG. Einsatz einer zusätzlichen Visualisierungseinheit (IPC477 oder Mikrobox PC) zur Visualisierung der Bremsenfunktionen an einem anderen Beobachtungsort über Profibus- oder Ethernet Datenverbindung. Hinweise: Folgende Voraussetzungen müssen bei den optionalen Ergänzungen der Bremsensteuerung gegeben sein: Die vorgesehenen optionalen Ergänzungen müssen im Zusammenhang mit der Antriebsmaschine stehen und dürfen nicht zu komplex sein. Die Integration beispielsweise der elektrischen Steuerung einer Schachtbeschickungseinrichtung oder einer vollständigen Schachtüberwachungs- und –signalanlage in die Bremsensteuerung würde den Sinn der beantragten Ergänzung übersteigen undist deshalb nicht zulässig. Die Prüfung der ausgeführten Bremseinrichtung auf Übereinstimmung mit dem Genehmigungsumfang anhand von Schaltplänen und anhand eines Softwarevergleichs im Rahmen der Vorprüfung und bei einer Abnahmeprüfung darf durch die Ergänzungen nicht wesentlich erschwert werden. In den Vorprüfunterlagen zum Genehmigungsverfahren muss genau beschrieben und in der Hard- und Softwaredokumentation deutlich erkennbar gemacht werden, welche Funktionen anlagenspezifisch sind und nicht zum Umfang des nach § 5 BVOS allgemein genehmigten Teils der Bremsensteuerung gehören. Eine Beeinträchtigung der ordnungsgemäßen Funktion der Bremseinrichtung durch die Ergänzungen muss sicher ausgeschlossen werden können. Änderungen im hydraulischen Teil der Bremseinrichtung, die das Regelungsverhalten im Sicherheitsbremsfall beeinträchtigen können, sind im Rahmen dieser Ergänzung nicht zulässig. Der Nachweis, dass durch die beantragten optionalen Ergänzungen keine Rückwirkungen in die betrieblichen Funktionen und in die Sicherheits- und Überwachungsfunktionen der Bremseinrichtungen verursacht werden können, ist im Rahmen der anlagenspezifischen Genehmigungsverfahren vom Hersteller der Bremseinrichtung zu erbringen. Die Verifizierung dieses Nachweises muss Gegenstand der Vor- und Abnahmeprüfungen durch anerkannten Sachverständigen werden.
Verlängerung: Die Gültigkeitsdauer für die Bauartgenehmigung B-32/10/1+1 Erg. bis 3. Erg. wird bis zum 15.08.2021 verlängert. Hinsichtlich des Einsatzbereiches der Bremsensteuerung und – regelung sind weiterhin die Hinweise der o.g. Bauartgenehmigung und der ersten bis dritten Ergänzung zu beachten.