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Timestamp: 2017-10-17 23:56:13
Document Index: 156076083

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 25', '§ 25', '§ 19', '§ 13', '§ 4', '§ 4', '§19', '§ 19', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Was passiert, wenn Sie die Kleinunternehmerregelung-Grenze überschreiten? | AFOMA - Online Marketing für Coaches
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Was passiert, wenn Sie die Kleinunternehmerregelung-Grenze überschreiten?
25. März 2013 • 87 Kommentare
Gastartikel von Jakob Linnemann
Was bedeutet überhaupt die Kleinunternehmerregelung?
In meiner kostenlosen Spreadmind-Schulung habe ich dieses Thema ausreichend dargestellt, siehe Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmerregelung (die Registrierung bei Spreadmind ist kostenlos).
Was passiert jedoch, wenn Sie die Grenzen überschreiten?
Keine Panik! Freuen Sie sich!
Wenn Sie sich meine o. g. kostenlose Spreadmind-Schulung angesehen haben, wissen Sie, dass Sie Kleinunternehmer sind, wenn Ihr Umsatz im Jahr nicht höher als 17.500 Euro beträgt. Sie brauchen Ihre Kunden dann keine Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) in Rechnung zu stellen. Doch was tun, wenn Ihr Umsatz die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro erreicht? Keine Panik! Freuen Sie sich! Eine positive Entwicklung Ihres Unternehmens ist Anlass zur Freude, nicht zur Panik!
Was ist unter Jahresumsatz zu verstehen?
Unter Jahresumsatz versteht laut USTG das Umsatzsteuerrecht alle umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen. Steuerfreie Umsätze werden bei der Berechnung der Kleinunternehmerregelung nicht berücksichtigt. Welche steuerfreien Umsätze sind gemeint? Hier mal drei Beispiele:
berufsqualifizierende Lehre an öffentlichen Bildungseinrichtungen oder auch
bestimmte Exporte.
Wenn Sie privat mit Ihrem Geschäftstelefon telefonieren oder wenn Sie mit Ihrem Geschäftswagen, der im betrieblichen Anlagevermögen aktiviert wurde, privat fahren, entsteht ein geldwerter Vorteil. Dieser Vorteil zählt gemäß Umsatzsteuerrecht als Umsatz (unentgeltlicher Zuwendung von Waren, Leistungen oder Gegenständen). Bei der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG werden die unentgeltlichen Zuwendungen jedoch nicht als Umsatz gewertet.
Müssen Sie bei Überschreitung der 17.500 Euro Grenze sofort optieren?
Nein, das müssen Sie nicht. Optieren heißt, dass Sie umsatzsteuerpflichtig sind und Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen.
Warum nicht? Weil das Umsatzsteuerrecht noch eine andere Grenze kennt, nämlich 50.000 Euro. § 19 UStG spricht von 17.500 Euro im Vorjahr und 50.000 Euro im laufenden Jahr.
Wenn Sie also die 17.500 Euro-Grenze im laufenden Jahr (Kalenderjahr) überschreiten und bleiben unter 50.000 Euro, müssen Sie erst im nächsten Jahr (Folgejahr) optieren. Nächstes Jahr rechnen Sie somit wie folgt:
Vorjahr über 17.500 Euro
Kalenderjahr (lfd. Jahr) unter 50.000 Euro
Dann müssen Sie nämlich monatlich Umsatzsteuervoranmeldungen an das Finanzamt senden und die Umsatzsteuerzahllast an das Finanzamt überweisen.
Sonderfall „Rumpfjahr“
Von einem Rumpfjahr spricht das Umsatzsteuerrecht, wenn Sie Ihr Gewerbe nicht in Januar, sondern mitten im Jahr anmelden. Ein Kleinunternehmer sind Sie im Rumpfjahr dann, wenn Ihre kumulierten Umsätze hochgerechnet für ein Jahr nicht höher sind als 17.500 Euro.
Angenommen, Sie haben Ihr haben Ihr Gewerbe in Mai angemeldet. Wenn Sie im ersten Jahr ein Umsatz mehr als 11.667 Euro erwirtschaften, müssen Sie optieren, d. h. im Folgejahr sind Sie dann kein Kleinunternehmer mehr. (17.500 Euro / 12 Monate * 8 Monate).
Bei Überschreiten der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze folgt automatisch der Übergang zur „Regelbesteuerung“
Wenn im laufenden Jahr (Kalenderjahr) die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro überschritten wird, müssen Sie im Folgejahr optieren, d. h. auf Ihre Rechnungsbeträge müssen Sie die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) addieren. Das Finanzamt muss Sie nicht separat darauf aufmerksam machen. Ab dem Folgejahr unterliegen Sie somit automatisch der Regelbesteuerung und müssen die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, egal, ob Sie das rechtzeitig gemerkt haben oder nicht.
Angenommen, Sie erfahren erst im Mai des Folgejahres über diese Regelung, dann will das Finanzamt den Umsatzsteueranteil von Ihren tatsächlichen Umsatzerlösen haben. Das bedeutet, dass Ihr Gewinn um 19 % geschmälert wird in den ersten fünf Monaten.
Sie haben einen Kunden 100 Euro in Rechnung gestellt und Sie haben diesen Betrag auch schon erhalten. Von diesen 100 Euro will das Finanzamt 15,97 Euro (100 / 1,19 * 19 %) kassieren. Sie müssen das Finanzamt diesen Betrag überweisen, obwohl Sie keinen Cent in Rechnung gestellt haben.
Sie haben das Recht, von diesen Kunden den Umsatzsteueranteil von 19 Euro (100 Euro * 19 %) in Rechnung zu stellen. Dann müssen Sie die Differenz von 3,03 Euro (19,00 – 15,97) ans Finanzamt abführen.
Bei Geschäftskunden bedeutet das einen ärgerlichen Zusatzaufwand. Der Geschäftskunde kann den Betrag ja als Vorsteuer abziehen.
Bei Privatleuten werden Sie Schwierigkeiten haben, den zusätzlichen Betrag zu kassieren. Für den Verbraucher stellt der Umsatzsteuerbetrag eine Preiserhöhung dar.
Umsatz überwachen und steuern
Sie sollten immer Ihren Umsatz im Blick haben. So können Sie am Jahresende evtl. entscheiden, ob Sie den einen oder anderen Auftrag ablehnen oder ins neue Jahr schieben. Mit dieser Maßnahme können Sie evtl. die drohende Überschreitung der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze vermeiden.
Sie können den Auftrag auch ja im alten Jahr durchführen und im neuen Jahr in Rechnung stellen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie kein Bilanzierer sind und Ihren Umsatz nicht nach vereinbarten Entgelten (Sollversteuerung) versteuern. Der Sollversteuerer muss seinen Umsatz in dem Jahr versteuern, in dem die Leistung erbracht oder die Rechnung erstellt wurde.
In der Regel wird der Umsatz bei den Kleinunternehmern nach vereinnahmten Entgelten (Istversteuerung) versteuert. Bei dem Istversteuerer ist es egal, in welchem Jahr die Leistung erbracht wurde. Hier zählt nur der Zahlungseingang. Wenn also das Geld im neuen Jahr eingeht, zählt der Umsatz somit für das Folgejahr.
Auf diese Weise kann der Kleinunternehmer seinen Umsatz steuern und seinen Status als Kleinunternehmer verlängern. Darum sollte er seinen Umsatz überwachen und steuern!
Brutto- oder Nettowerte?
Bei dieser Frage gibt es zwei Sichtweisen: einmal aus Sicht des Kleinunternehmers und zum anderen aus Sicht des Regelversteuerers.
Aus Sicht des Kleinunternehmers sind die Umsatzgrenzwerte (17.500 Euro im Vorjahr und 50.000 Jahr im laufenden Jahr) immer Nettowerte, also ohne Umsatzsteuer.
Im § 19 UStG steht jedoch der Halbsatz „… zusätzlich der darauf entfallenden Steuer …“ Dieser Halbsatz trifft jedoch nicht für den Kleinunternehmer zu, sondern nur für den umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer. Es gibt ja Unternehmen, die sinkende Umsätze haben. Wenn der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer dann unter die 17.500 Euro – Marke sinkt, gilt dieser o. g. Halbsatz. In diesem Fall sind die o. g. Beträge dann Bruttowerte, also inklusiv Umsatzsteuer.
Freuen Sie sich über Ihre positive Umsatzentwicklung. Panik ist fehl am Platz. Auch wenn Sie früh oder später monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt senden und die Umsatzsteuer-Zahllast zahlen müssen, hat es auch andere Vorteile. Wenn Sie mit viel Geschäftskunden (auch hauptberufliche Internetmarketer) zu tun haben, werden Sie dann als „richtiger“ Unternehmer wahrgenommen. Außerdem können Sie alle selbstgezahlte Umsatzsteuer (Vorsteuer) von der Umsatzsteuer abziehen. Aus Liquiditätssicht hat es auch Vorteile. Sie können einige Tage oder sogar Wochen mit der vereinnahmten Umsatzsteuer arbeiten.
Jakob Linnemann ist seit 1989 selbständig tätig als Unternehmensberater und selbständiger Buchhalter. Anfangs in Rechtsform eines Einzelunternehmers, jetzt in Rechtsform einer GmbH. Er ist geschäftsführender Gesellschafter bei der LiFoS GmbH. Er hat Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Steuern studiert. Seit 1999 ist Jakob Linnemann auch in der Erwachsenen-Bildung bei verschiedenen Bildungsinstituten und bei der IHK als freiberuflicher Dozent für Rechnungswesen und Steuern tätig.
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87 Kommentare zu Was passiert, wenn Sie die Kleinunternehmerregelung-Grenze überschreiten?
Heinz Heselmann sagt:
22. November 2015 um 19:46
Ein sehr aufschlussreicher Beitrag. Aber was passiert denn nun, wenn ich es wegen einiger Unterrichtsvertretungen nicht vermeiden konnte, dass ich 17.500€ in 2013 überschreite, dieses erst Ende 2014 bei Abgabe der Steuererklärung 2013 bemerke. Das Finanzamt weißt mich auf die Pflicht zur Umsatzsteuererklärung für 2014 hin. Diese würde ich dann ganz normal unter Abzug der Vorsteuern erklären (ist noch nicht geschehen). In 2014 habe ich wieder deutlich unter 17.500€ eingenommen. Kann ich ab 2015 sofort wieder den Status Kleinunternehmer einnehmen?
Für hilfreiche Anworten dazu bin ich sehr dankbar.
Jakob Linnemann sagt:
24. November 2015 um 9:33
jedes Jahr Ende eines Jahres ist es wichtig zu prüfen, wie hoch die Umsätze sind, vor allem dann, wenn Grenzen überschritten werden. Im Nachhinein kann man nichts mehr machen. Insofern ist es richtig, dass Du in 2014 optieren musstest, d.h. dann warst Du umsatzsteuerpflichtig.
Du hast ja jedes Jahr ein Wahlrecht, ob Du optieren und Kleinunternehmer bleiben willst. Ende 2014 lagst Du mit dem Umsatz unter 17.500 Euro. Somit kannst Du im Jahr 2015 wieder als Kleinunternehmer arbeiten. Das heißt, dass Du auf Deine Rechnungen keine Umsatzsteuer enthalten dürfen. Hast Du unter Deinen Rechnungen den Satz sinngemäß wie folgt geschrieben: „Gemäß § 19 UStG fällt keine Umsatzsteuer an“? Wenn ja, kannst Du Kleinunternehmer bleiben. Wenn Du allerdings die Umsatzsteuer ausgeworfen hast, dann musst Du diese an das Finanzamt abführen, egal ob Du Kleinunternehmer bist oder nicht. Also prüfe das am besten sofort.
– Jedes Jahr vor Ende eines Jahres Umsatz prüfen und evtl. die richtigen Maßnahmen ergreifen (Rechnung später schreiben etc.)
– Wenn Du feststellst, dass Du über 17.500 Euro liegst, musst Du ab Januar des nächsten Jahres die Umsatzsteuer in Deine Rechnungen berücksichtigen.
– Wenn Du feststellst, dass Du unter 17.500 Euro liegst, musst ab Januar des nächsten Jahres den folgenden Satz sinngemäß unter Deiner Rechnung schreiben: „Gemäß § 19 UStG fällt keine Umsatzstreuer an“.
– Wenn Du feststellst, dass Du im Vorjahr unter 17.500 Euro und im Kalenderjahr unter 50.000 Euro lagst, bist Du im Kalenderjahr immer noch Kleinunternehmer. Aber das weißt Du ja schon.
Solltest Du noch Fragen habe, dann stelle sie hier. Gerne beantworte ich diese!
6. Januar 2016 um 14:00
Hallo Jakob, vielen Dank für den Aufschlussreichen beitrag.
folgende Situation 2015 bin ich über 17500 gekommen, also ab 2016 weisse ich Umsatzsteuer aus.
Nun habe ich den Zahlungseingang einer Rechnung aus 2015 OHNE! Umsatzsteuer erst im Jahr 2016, also muss ich das in meine Kalkulation von 2016 ziehen, was bedeutet das für Umsatzsteuer, Verlsut, etc.
Vielen Dank und LG johannes
20. Januar 2016 um 18:17
leider habe ich Deine Frage jetzt erst entdeckt. Darum antworte ich jetzt erst.
Sebastian hat die gleiche Frage gestellt wie Du. Am 10. Januar 2016 habe ich darauf geantwortet. Schau bitte unter 10.01.2016, dort findest Du die Antwort auf Deine Frage.
Lieber Herr Linnemann,
Können Sie mit bitte sagen, wie und ob die Kleinunternehmerregelung im folgenden Fall greift:
Ich war im Jahr 2015 Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG. Mein Umsatz im Jahr 2014 (Rumpfjahr) lag (hochgerechnet) unter 17.500 EUR, im Jahr 2015 allerdings über 17.500 EUR. Das bedeutet ich bin ab dem Jahr 2016 verpflichtet Ust zu berechnen und abzuführen. Nun habe ich im Dezember 2015 als Kleinunternehmer eine Rechnung ohne ausgewiesene Ust geschrieben, die aber erst 2016 – also das Jahr in dem ich Ust abführen muss – bezahlt wurde. Muss ich in diesem Fall dem Kunden die Ust nachträglich berechnen? Oder gibt es eine Sonderregelung für solche Fälle?
10. Januar 2016 um 10:45
Du hast es schon richtig erkannt, dass Du ab 2016 optieren musst, d. h. dass Du ab 2016 die Umsatzsteuer berechnen musst. (Im Vorjahr 2014 unter 17.500 Euro, im Wirtschaftsjahr 2015 über 17.500 Euro, allerdings unter 50.000 Euro).
Die Rechnung, die Du in 2015 geschrieben hast wird erst in 2016 bezahlt. Jetzt kommt es darauf an, ob Du Istversteuerer Istversteuerer oder Sollversteuerer Sollversteuerer bist. Der Istversteuerer wird zahlt seine Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten, d.h. wenn der Kunde bezahlt hat. Der Sollversteuer zahlt seine Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten, d. h. die Umsatzsteuer ist in dem Jahr fällig, wo die Leistung erbracht ist.
Jetzt auf deutsch: In der Regel ist es besser, wenn Du Deine Umsatzsteuer als Istversteuerer bezahlst. Wenn Dein Kunde die Rechnung bezahlt hat, zahlst Du erst Deine Umsatzsteuer. Das heißt, Du musst nicht in Vorleistung gehen wie der Sollversteuer. Das bedeutet, dass Du erst zahlen musst, wenn Du auch liquide bist (der Kunde hat ja bezahlt). Als Sollversteuerer musst Du die Umsatzsteuer auch zahlen, wenn der Kunde gar nicht zahlt. Erst wenn Du den Forderungsverlust nachweisen (z.B. Insolvenz des Kunden), kannst Du den Forderungsverlust buchen und Deine vorausgezahlte Umsatzsteuer wiederkriegen.
Wenn Dein Kunde seine Rechnug von 2015 in 2016 bezahlt, musst Du die Umsatzsteuer verbuchen und ans Finanzamt abführen. Was ist das für ein Kunde? Wichtig für Dich? Ist es ein großer oder kleiner Rechnungsbetrag? Wenn Du den Kunden behalten willst und/oder wenn Du ihn nicht vergraulen willst, dann schickst Du ihm keine neue Rechnung, sondern rechnest von dem Zahlungsbetrag die Mehrwertsteuer runter und buchst ihn entsprechend. Wenn der Rechnugsbetrag größer ist und Du keine große Bindung an den Kunden hast, dann erstelle eine neue Rechnung mit dem Hinweis, dass Du ab 2016 optieren musst.
Ich hoffe, dass ich Dir ein Weg aufzeigen konnte, wie Du Dich jetzt entscheiden solltest!
10. Januar 2016 um 16:31
vielen Dank für die sehr ausführliche und auch sehr schnelle Antwort.
Es handelt sich um einen langjährigen Kunden und gleichzeitig guten Freund. Habe ihn Ende des letzten Jahres darauf hingewiesen, dass die als Kleinunternehmer gestellte Rechnung ab dem 01.01.2016 hinfällig sei, und ich eine neue Rechnung mit ausgewiesener Ust ausstellen würde.
Es sollte also gar kein Problem sein, eine Rechnung mit Ust nachzureichen, bzw. nachträglich die Ust zu berechnen. (Ich bin Istversteurer.)
Ich bin seit 6 Monaten als Kleinunternehmer nebenberuflich Selbstständig und vermittele Reisen auf Provisonsbasis. Mein Problem ist, ich kann keine Rechnungen für vermittelte Reisen an Veranstalter schreiben, es funktioniert automatisch. Ich bekomme lediglich eine Provisionsabrechnung mit MwSt ausgezahlt. D.h. wenn ich für 1000 Eur eine Reise verkaufe bekomme ich 10 % Provision.
der Veranstalter rechnet wie folgt:
1000*10/100= 100 EUR Provision
100*1,19 = 19 EUR MWST
119 EUR bekomme ich dann für die Vermittlung überwiesen.
Muss ich die 19 Eur an Finanzamt zurückzahlen oder wie soll das ganze laufen?
5. Februar 2016 um 13:03
ja, Du musst die 19 Euro beim Finanzamt anmelden und bezahlen. Wenn Du Deine Einkommensteuererklärung machst, dann erstellst Du ja eine Jahresüberschussrechnung (Umsätze minus Kosten). In der Einkommensteuererklärung erklärst Du dann Deinen Gewinn bzw. Verlust. Gleichzeitig musst Du dann eine Jahresumsatzsteuererklärung abgeben. Darin erklärst Du Deine Jahresumsätze und Deine Vorsteuer (selbst gezahlte Mehrwertsteuer). Danach wird das Finanzamt Dir mitteilen, dass Du zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet bist (monatlich oder vierteljährlich, je nach Umsatz).
Am besten ist es, wenn Du für das laufende Jahr beim Finanzamt einen Antrag auf Umsatzsteuererklärung abgibst. Dann ist die Umsatzsteuer-Zahllast nicht so hoch als wenn Du nur einmal im Jahr abgibst. Du bist sowieso verpflchtet, Deine Umsatzsteuer zu erklären, dann ist es doch besser, kontinuierlich in kleinen „Happen“ zu zahlen.
Hallo. Meine Situation ist:
2014/2015 war ich nebenberuflich Alleinunternehmer <17.500.
2016 werde ich hauptberuflich Selbständig sein. Erstmal führe ich keine Ust ab. Wahrscheinlich werde ich jedoch über 17.500 Umsatz haben. Ist es dann richtig, dass ich ab 17501 Eur in 2016 keine Steuern abzuführen habe. Richtig? In 2016 schreibe ich weiterhin so Rechnungen, auch wenn ich die Grenze überschreite. Ist das denn korrekt?
In 2016 bist Du noch Kleinunternehmerin, weil Du ja im Vorjahr (2015) unter 17.500 Euro warst und im Wirtschaftsjahr (2016) wahrscheinlich unter 50.000 Euro bleibst. Sobald Du in diesem Jahr 1 Cent über 17.500 Euro bist, musst Du in 2017 optieren, d.h. Umsatzsteuer in Deine Rechnungen berechnen.
Also kannst Du in diesem Jahr (2016) noch Rechnungen schreiben ohne Umsatzsteuer.
kröher sagt:
4. Februar 2016 um 19:13
ersteinmal vieln Dank für die aufschlussreichen Zeilen. Ich bin auch Kleinunternehmer und habe jetzt Anfang 2016 meine Steuererklärung für 2014 (verspätet) eingereicht über meine Steuerberaterin. Ich überprüfe regelmäßig meine Rechnungen um nicht über die Grenze von 17500€ zu kommen. Nun hat meine Steuerberaterin fest gestellt, dass ich 2014 mit 600€ über die Grenze gekommen bin. Ich habe in 2015 keine einzige Rechnung mit der Mwst. ausgewiesen. was kann ich jetzt tun? Muss ich die gesamte Mwst. nun aus eigener Tasche zahlen? Ich hoffe es gibt einen guten Weg und Sie haben einen guten Tip für mich. Ab welchem Betrag lohnt es sich denn über die 17500€ zu kommen? Bzw. welchen Vorteil hat man, wenn man unter dem Betrag bleibt bzw. ihn überschreitet? Das ist mir noch nicht ganz klar. Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.
im Jahre 2015 prüft das Finanzamt, ob Du über 17.500 Euro Umsatz gekommen bist. Nach Deinen Angaben liegst Du jetzt drüber. Wenn Du im Vorjahr also über 17.500 Euro Umsatz erwirtschaftet hast, musst Du in 2015 optieren. Das bedeutet, dass Du die Mehrwertsteuer für die Umsätze in 2015 an das Finanzamt abführen musst.
Jahresumsatz in 2015 insgesamt 20.000 Euro. Auf Deine Rechnungen hast Du keine Umsatzsteuer berechnet. Das Finanzamt rechnet jetzt so: 20.000 dividiert durch 1,19 ist 16.806,72 Euro. Diese Summe multipliziert mit 19 % ergibt 3.193,28 Euro. Somit musst Du 3.193,28 Euro ans Finanzamt zahlen. Von dieser Summe kannst Du allerdings Deine Vorsteuer (also die Umsatzsteuer, die Du selber bezahlt hast, z. B. bei Benzin oder Bürobedarf) abziehen.
Das ist sehr ärgerlich und tut so weh!
Hat Dein Steuerberater den Jahresabschluss bereits an das Finanzamt versandt? Wenn nicht, kann Du ja noch was ändern. Was? Hast Du Dich nicht bei einer Rechnung versehen? Hast Du in Dezember nicht eine Rechnung geschrieben, die in Januar erst geleistet bzw. geliefert wurde? Hat sich eventuell der Steuerberater versehen? Hat er vielleicht eine Rechnung zwei Mal gebucht? Das alles solltest Du prüfen und mit Deinem Steuerberater besprechen. Wenn er gut ist, kann er Dir dabei helfen!
Es ist wichtig, am Jahresende zu prüfen, ob man optieren muss oder nicht. Wenn nicht, muss die Umsatzsteuer nicht berechnet werden, wenn ja, dann muss ab 1. Januar sofort die Umsatzsteuer bei allen Rechnungen dazu addiert werden.
Wenn Du noch Fragen hast, dann kannst Du mich auch anrufen (04921 / 5898667).
Adnan Özcan sagt:
5. Februar 2016 um 16:19
Hallo, ich bin Kleinunternehmer. Ich hatte von meinem Onlineverkauf im Jahr 2015 einen Umsatzerlös unter 17.500 €. Nun habe ich im Januar 2016 einen Erlös von 6.000 €. Heißt das, ich müsste auf Regelbesteuerung ändern? Ich bin mir nicht sicher ob ich dieses Jahr die 50.000 € überschreite oder nicht. Was passiert wenn ich dem Finanzamt erstmal nichts melde und weiterhin die Kleinunternehmerregelung nutze, aber am Ende des Jahres sind es dann doch 60.000 €?
Muss ich rückwirkend die UST ans Fianzamt zahlen? Müsste ich dann auch alle Rechnungen neu erstellen, oder schickt das Finanzamt einfach eine Rechnung?
der § 19 UStG spricht vom 17.500 Euro im Vorjahr und 50.000 Euro im Kalenderjahr. Wenn Du 6.000 Euro im Januar erwirtschaftet hast, heißt das nicht, dass Du jeden Monat 6.000 Euro umsetzt, richtig? Erst wenn ersichtlicvh ist, dass Du im Kalenderjahr über die 50.000 Euro Grenze kommst, solltest Du dem Finanzamt dies mitteilen. Dann musst Du ab diesen Zeitpunkt eine Umsatzsteuervoranmeldung monatlich oder vierteljährlich abgeben. Darüber erhälst Du einen schriftlichen Bescheid. Wenn Du Dich n icht meldest und bist am Jahresende weit über die 50.000 Euro Umsatzgrenze, dann wird das Finanzamt garantiert eine Betriebsprüfung vornehmen. Das Finanzamt kann Dir Betrug vorwerfen. Also solltest Du aktiv werden und dem Finanzamt mitteilen, dass Du optieren willst bzw. musst. Dann musst Du monatlich oder vierteljärlich eine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt senden und die Umsatzsteuer-Zahllast monatlich oder vierteljährlich an das Finanzamt überweisen.
Wenn das Finanzamt feststellt, dass Du ein Jahresumsatz von über 50.000 Euro hast, musst Du rückwirkend ab Janaur Umsatzsteuer von Deinem Umsatz abführen, egal, ob Du Deinen Kunden die Umsatzsteuer in Rechnung gestellt hast oder nicht. Und das tut tüchtig weh!
Somit solltest Du ab sofort die Umsatzsteuer intern in Deiner Preiskalkulation einbeziehen. Die Mehreinnahmen von 19 % solltest Du dann auf einem extra Konto buchen, damit Du am Jahresende dann die Umsatzsteuer zahlen kannst. Wenn Du dann doch unter 50.000 Euro bleibst, erhöht sich Dein Gewinn von 19 %. Dann kannst Du Geld in Deinem Unternehmen investieren.
7. Februar 2016 um 15:14
zwischen mai 2014 / mai 2015 habe ich 12.500€ verdient (also unter 17.500€). Aber für mai 2015 bis ende Januar 2016, habe ich schon 17.550€ verdient. Was muss ich jetzt machen ? Muss ich ab heute auf meine Rechnungen die Umsatzsteuer berechnen ? Wie kann ich machen um eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu haben ? muss ich das Finanzamt kontaktieren ?
PS : Entschuldigung wenn ich nicht gut schreibe, ich lerne Deutsch
7. Februar 2016 um 18:29
in der Regel ist das Wirtschaftsjahr (Geschäftsjahr) eines Kleinunternehmers das Kalenderjahr. Insofern musst Du Deine Umsätze von Januar bis Dezember 2015 aufaddieren. Kommst Du dann über 17.500 Euro, musst Du in Deine Rechnungen ab 2016 die Umsatzsteuer berücksichtigen. Bleibst Du drunter, dann bleibst Du Kleinunternehmer.
Prüfe doch mal, ob Deine Kunden die Dezember-Rechnungen alle bezahlt haben. Wenn nicht, dann spreche mit dem Kunden, dass Du die Rechnung in 2015 stornierst und ihn in 2016 eine Rechnung schickst. Wenn er einverstanden ist, dann machst Du das so. Vielleicht kommst Du dadurch unter die 17.500 Euro-Grenze. Voraussetzung ist, dass Du kein Bilanzierer bist, sondern ein Überschussrechner (Anlage EÜR).
Umsatzsteuer-ID-Nr. kannst Du beim Finanzamt beantragen. Die meisten geben Dir ein Formular, damit Du diese beantragen kannst. Einige verweisen Dich auf diese Internetseite:
http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/USt_Identifikationsnummer/FAQ/FAQ_Vergabe_USt_IdNr/Vergabe_FAQ_node.html
Geh zu der Frage „Wo kann eine USt-Nr. beantragt werden?“, klicke dort auf Online-Beantragung. Du kommst dann in ein Formularcenter. In der rechten Navigation ganz unten steht „Vergabe einer USt-ID“. Klicke darauf, dann siehst Du den Antrag auf Umsatz-ID-Nr. Fülle das Formular aus und versende es.
Dein Deutsch ist doch gut, Steven. Ich weiß genau, was Du willst. Darauf kommt es an, stimmt`s?
7. Februar 2016 um 23:47
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort. Wenn ich für dieses ganz Jahr 2015 (Januar bis Dezember) rechne, ich habe ungefähr 18,100€ verdient. Ich muss also dieses Formular schicken ? Aber als ich meine Betrieb am 2013 geöffnet, habe ich schon ein Papier mit eine „USt-idNr“ erhalten. Kann ich also diese „TVA Nummer“ für meine Rechnungen benützen ?
Ich bin kein Kleinunternehmer mehr, Was ist mein neues Status? Müss ich noch etwas machen ?
Und was das bedeutet mit der Steuererklärung ? Würde ich dieses Jahr die Gewerbesteuer bezahlen auch ?
Nochmal danke für Ihre Hilfe
8. Februar 2016 um 10:02
die Umsatzsteuer-ID-Nr. hat nichts mit der Steuererklärung zu tun. Diese benötigst Du, wenn Du EU -Geschäfte tätigst. Dann muss nämlich auf beiden Seiten keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.
Wo hast die TVA-Nummer her? Die kenne ich nicht.
Da Du im Vorjahr (2015) ein Umsatz von 18.100 Euro erwirtschaftet hast, bist Du in diesem Jahr (2016) kein Kleinunternehmer mehr. Also musst Du von Januar 2016 ab die Umsatzsteuer in Deinen Rechnungen berücksichtigen. Die Umsatzsteuer gehört Dir nicht. Das ist das Geld fürs Finanzamt. Diese musst Du also ans Finanzamt abführen. Du wirst dazu aufgefordert, wenn Du Deine Einkommensteuererklärung abgibst.
Steuererklärung bedeutet, dass Du Deinen Gewinn dem Finanzamt mitteilen musst. Das Finanzamt wird darauf Steuern erheben, die Du dann zahlen musst.
Gewerbesteuer brauchst Du für 2015 nicht zu zahlen, weil Dein Gewinn (nicht Umsatz) unter 24.500 Euro liegst.
Umsatzsteuer brauchst Du für 2015 auch nicht zu zahlen. Doch ab 2016 bist Du umsatzsteuerpflichtig. Das wird das Finanzamt Dir mit einem Bescheid mitteilen.
Wenn Du hier unsicher bist, was Du tun sollst, empfehle ich Dir, ein Buchführungsbüro oder einen Steuerberater aufzusuchen.
8. Februar 2016 um 15:24
Ich bin Web Entwickler und 100% auf meine Kunden kommen aus Frankreich und Belgien. Müss ich nicht die Umsatzsteuer auf meine Rechnungen stellen ? und also keine Unsatzsteuer fürs Finanzamt bezahlen ?
8. Februar 2016 um 21:05
richtig, wenn Du Kunden in der Europäischen Union (EU) hast wie Frankreich und Belgien, dann brauchst Du die Umsatzsteuer nicht in Rechnung zu stellen, wenn auf Deiner Rechnung die Umsatzsteuer-ID-Nummer Deines Kunden vorhanden ist. Damit wird signalisiert, dass es ein B2B-Geschäft ist (Business zu Business). Wenn Deine Kunden aus Frankreich und Belgien keine Umsatzsteuer-ID-Nr. vorweisen können, musst Du die deutsche Umsatzsteuer in Rechnung stellen.
Oups! Entschuldigen Sie mir mit Ihrem Name > Jakob
8. Februar 2016 um 10:03
Kein Problem Steven. So werde ich häufig geschrieben, obwohl es nicht richtig ist. Mir macht das nichts aus.
11. Februar 2016 um 13:23
Hallo Jakob ,
folgender Fall : Meine Frau hat sich im Jahr 2013 selbständig gemacht ( Versand Handel im Internet) und hat ca. 13.000 Euro Umsatz gemacht , es wurde dann nach der Kleinunternehmerregelung besteuert – im Jahr 2014 hat sie 17000 Euro Umsatz gemacht auch hier wurde sie nach der Kleinunternehmerregelung besteuert , im Jahr 2015 hat sie nun 40.000 Euro Umsatz gemacht ( Steuererklärung noch nicht abgegeben ) so wird meine Frau nochmals aber letztmalig nach der Kleinunternehmerregelung besteuert , dass ist richtig ?
Im Januar 2016 hat meine Frau das Gewerbe abgemeldet weil meine Frau diese Tätigkeit nicht mehr fortführen möchte. Jedoch hat meine Frau noch sehr viele Waren auf Lager … so das ich nun zum 1 Februar 2016 selbst ein Gewerbe angemeldet habe – könnte ich im ersten Geschäftsjahr erneut ( bzw. auch ) nach der Kleinunternehmerregelung besteuert werden ? Oder sollte ich besser sofort mit der Einnahmenüberschussrechnung sofort beginnen ? Wie genau berechnet man es eigentlich ? Sagen wir ich mache 40.000 Euro Jahresumsatz – habe aber davon sagen wir mal
15.000 Euro an Ausgaben . Wareneinkäufe, Versandkosten, Bürobedarf ect . Rechnet das Finanzamt dann 25.000 Euro % 19 MWST ?
Du siehst das richtig. 2015 war Deine Frau noch Kleinunternehmerin.
Wie viele Tage hat sie in Januar 2016 gearbeitet? Wie viele Rechnungen hat sie erstellt? Hat sie in den Rechnungen die Umsatzsteuer berücksichtigt? In 2016 ist sie nämlich keine Kleinunternehmerin mehr und muss auf jede Rechnung Umsatzsteuer berücksichtigen, auch wenn sie nur einige Tage in Januar 2016 gearbeitet hat. Anfang 2017 muss sie für Janaur 2016 eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen und diese in ihrer (bei Zusammenveranlagung in Eurer) Einkommensteuererklärung aufführen. Außerdem muss sie für Januar 2016 eine Jahresumsatzsteuererklärung abgeben. Dort muss sie ihre Umsätze aufführen und die Umsatzsteuer auf die Kundenrechnungen abführen. Natürlich kann sie ihre Vorsteuer dagegenrechnen.
Wenn Deine Frau das Gewerbe abgemeldet hat, wird das Finanzamt ihr ein Fragebogen zusenden. Dort steht sinngemäß drin, was sie mit ihrem Warenlager und Betriebsvermögen gemacht hat: ins Privatvermögen überführt oder verkauft? Hier geht es darum, dass sie die Vorsteuer, die sie erhalten hat, wieder zurückzahlen muss. Hat sie keine bezahlt (Kleinunternehmerin), dann fällt auch keine Rückzahlung der Vorsteuer an. Sie kann Dir den Bestand auch verkaufen. Dann fällt keine Umsatzsteuer an, weil ein Verkauf von Unternehmer an einem Unternehmer umsatzsteuerbefreit ist.
Ab 01.02.2016 bist Du der Unternehmer. Du hast nichts mit der Selbständigkeit Deiner Frau zu tun. Das ist eine ganz andere Einkunftsart, nämlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb für Deine Frau. Du erhälst in 2016 auch Einkünfte aus Gewerbebetrieb, also auf Deinen Namen. Damit hat Deine Frau nichts zu tun. Also fängst Du mit Deinem Gewerbe ganz von vorn an.
Du hast die Wahl, ob Du sofort Kleinunternehmer sein willst oder ob Du (optieren) sofort Umsatzsteuer zahlen willst. Wenn Du allerdings weißt, dass die Umsätze 40.000 Euro betragen, dann ist es grenzwertig, wie das Finanzamt das bewertet. Fakt ist jedoch: im Vorjahr 17.500 Euro und im Kalenderjahr (Geschäftsjahr) 50.000 Euro Umsatz, das sind die Kleinunternehmergrenzen. Somit kannst Du in diesem Jahr noch Kleinunternehmer bleiben. Wenn Du keine großen Anschaffungen machen willst und Du hauptsächlich mit Endverbraucher (B2C-GEschäft) zu tun hast, kann das sinnvoll sein. Solltest Du jedoch in diesem Jahr über 50.000 Euro kommen, dann musst Du rückwirkend Umsatzsteuer bezahlen. Also musst Du jetzt für Deine Kalkulation schon die Umsatzsteuer berücksichtigen, sonst wird Dein Gewinn geschmälert. Und das tut weh!
Umsatzsteuermäßig musst Du nur den Mehrwert versteuern. Wenn in Deinen Ausgaben überall Umsatzsteuer enthalten ist, dann ist Deine Rechnung (fast) richtig. Eigentlich müsstest Du so rechnen
40.000 Euro Umsatz x 19 % MWST = 7.600 Euro
15.000 Euro umsatzsteuerrechntliche Ausgaben x 19 % MWST = 2.850 Euro.
Die Differenz (7.600 – 2.850) ist die Umsatzsteuer-Zahllast, also 4.750 Euro.
Wenn Du jetzt 25.000 Euro mal 19 % rechnest, kommst Du zum gleichen Ergebnis, nämlich 4.750 Euro.
Doch so rechnet man nicht.
In vielen Ausgaben sind keine absetzbare Umsatzsteuer enthalten, z. B. Google- oder Facebook-Werbung. Warum? Weil das irische Unternehmen sind. Irische Umsatzsteuer wird nicht abgezogen. Wenn Du eine Umsatzsteuer-ID-Nummer hast, musst Du die Irische Umsatzsteuer auch nicht zahlen. Doch das ist ein anderes Thema.
In Versicherungen sind keine Umsatzsteuer. Also kannst Du Deine o.g. Rechnung nicht anwenden, weil Du genau prüfen musst, ob Vorsteuer gezahlt wurde oder nicht.
23. Februar 2016 um 0:58
Super vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort ! Meine Frau hat kein Tag mehr im Jahr 2016 gearbeitet, hat es nur versäumt das Gewerbe zum 1 . Januar hin abzumelden, der Umsatz ist also 0,00 Euro.
Ich habe noch eine Frage )) Es ist so das es sich bei der Ware um Multimedia sich handelt also um DVD´S, Musik CD´s , Hörbücher, PC Spiele ect. 60 % Der Ware ist gebrauchte Ware in der Regel von Privaten Personen aufgekauft. 40 % Der Ware ist Neuware vom Großhandel erworben. Für mich persönlich , im Bereich Media Artikel sehe ich mehr Vorteile darin lieber nur oder sagen wir zu 90 % gebrauchte Artikel zu verkaufen – so ist es doch richtig das dann die Differenzbesteuerung gilt ?
Problem : Bei einem PKW – Händler ist es sehr einfach dieses zu beweisen. Bei mir wird es schwerer – ich muss ja den Nachweis erbringen das ich gebrauchte Waren angekauft habe um diese dann wieder zu verkaufen. Doch in der Regel ( eigentlich immer ) kaufe ich ganze Sammlungen auf z..b 100 Musik CDS sagen wir mal für 100,00 Euro und verkaufe diese dann ( als Beispiel ) am Ende für 200 Euro . Jedoch verkaufe ich dann ja CD für CD an 100 unterschiedlichen Kunden es ist mir also nicht möglich jede einzelne CD einen Ankaufspreis zu geben , da ich ja Sammlungen kaufe und einen Durchschnittspreis ermittle – reicht das als Beweis aus ?
Da es auch sein kann das ich eine CD unter einem Euro weiter verkaufe ( also drauf zahle ) aber am Ende verdiene ich wenn ich den Durchschnitt errechne.
Nun eine weitere Frage in diesem Bereich : Gilt bei der Differenzbesteuerung grundsätzlich dieses : Händler ( also Firma ) kauft von Privaten ( Personen ) Ware auf um diese dann weiter zu verkaufen also darf der Händler die Differenzbesteuerung anwenden.
Es gibt aber Firmen die grundsätzlich nur gebrauchte Waren an andere Firmen verkaufen damit diese dann am Endkunden verkaufen – So zu sagen Großhandel für Gebrauchtes. Darf ich auch dann auf meinen Rechnungen die Differenzbesteuerung anwenden ? Wenn ich also bei einer anderen Firma ( die mir auf der Rechnung die MWST nicht ausweist ) kaufe ? Diese Firma hat zuvor natürlich die gebrauchte Ware von Privaten Menschen angekauft aber mit dem Hintergrund diese an “ Gebrauchtwarenhändler “ weiter zu verkaufen.
Für mich ist das alles nicht sehr einfach hier einen Durchblick zu erhalten.
Ich würde mich sehr freuen wenn Du mir hier auch eine Antwort geben könntest.
24. Februar 2016 um 17:30
nach § 25 UStG kannst Du alte Ware mit der Differenzbesteuerung die Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Das weißt Du ja schon. Voraussetzung ist jedoch, dass die genaue Aufzeichnungen hast, welche Ware Du wo gekauft hast und zu welchem Preis. Wenn Du das schwarz auf weiß hast, kannst Du die Differenzbesteuerung anwenden. Dann brauchst Du also nur die Differenz vom Verkaufspreis zum Einkaufspreis versteuern.
Einkauf CD für 1,00 Euro
Verkauf CD für 1,50 Euro
Darauf musst Du nur 0,10 Euro (19 % von 0,50 Euro) Umsatzsteuer zahlen
Voraussetzung für die Anwendung der Differenzbesteuerung ist allerdings, dass Du nachweisen kannst, von wem Du die gebrauchte Ware gekauft hast, wie teuer diese war und zu welchem Preis Du diese wieder verkauft hast.
Wenn Du 100 CDs von Privat kaufst für 1 Euro pro Stück, dann lässt Du Dir das doch quittieren, stimmts? Auf der Quittung müssen dann die o. g. Voraussetzungen stehen. Gut wäre auch, wenn Du so Art Inhaltsverzeichnis von den 100 CDs hast. Diese kannst Du auch selber erstellen. Dieser Nachweis reicht, auch wenn Du die 100 CDs an verschiedene Kunden verkaufst. Was Du wissen solltest ist, dass ein Betriebsprüfer über ein ganz tolles Softwareprogramm verfügt. Er weiß genau, wenn Du 100 CDs einkaufst, müssen auch 100 CDs verkauft sein. Es sei denn, Du hast die CDs noch auf Lager. Habe darauf ein Auge, nicht dass der Betriebsprüfer hier Differenzen feststellt.
Deine weitere Frage, ob ein Händler die Differenzbesteuerung anwenden darf, ergibt sich aus dem § 25 UStG. Darin steht, dass nur ein Unternehmer, der ein Wiederverkäufer ist, die Differenzversteuerung anwenden darf.
Wenn Du von einem Unternehmer Ware einkaufst, egal ob gebraucht oder neu, darfst Du die Differenzbesteuerung nicht anwenden. Es gibt Ausnahmen, doch darauf einzugehen, ist zu umfangreich. Wenn ein Händler Dir Umsatzsteuer in Rechnung stellt, kannst Du diese als Vorsteuer wieder abziehen. Wenn ein Unternehmer Dir keine Umsatzsteuer in Rechnung stellt, dann gibt es mehrere Gründe. Hier zwei wichtige Gründe: Der Unternehmer ist Kleinunternehmer gem. § 19 USTG oder hat sein Firmensitz im EU-Ausland (§ 13b UStG). In diesen Fällen darfst Du keine Differenzbesteuerung anwenden. Hierbei ist es egal, ob der Kleinunternehmer oder der EU-Unternehmer seine Ware von Privatleuten einkauft. Für Dich gilt nur der Einkauf bei dem Kleinunternehmer oder dem EU-Unternehmer. Bei EU-Unternehmer gibt es natürlich noch Besonderheiten wegen der Umsatzsteuer-ID-Nr. Darauf gehe ich jetzt nicht ein.
25. Februar 2016 um 8:53
Hallo Jakob. Toller Artikel!
Ich habe im Dezember 2015 ein Angebot ohne Steuer abgegeben, da befreit. In diesem Jahr muss ich die 19 % nun berechnen.
Wie verhält es sich bei so einem Angebot? Muss ich den Betrag auf der Rechnung angeben, wie im Angebot formuliert oder wäre auch eine Rechnung zzgl. USt erlaubt?
Unabhängig von Geschäftskunden, die die VSt geltend machen können oder auch nicht (z.B. Parteien)
1. März 2016 um 18:23
wenn Du in Dezember 2015 noch Kleinunternehmer warst und ab 2016 nicht mehr, dann musst Du auf Deine Rechnung 19 % aufschlagen, wenn Du diese in diesem Jahr geschrieben hast. Wenn Du jetzt von Deinem Angebot abweichst und der Kunde ist ein Unternehmer, ist das in meinen Augen kein Problem, weil für ihn die Umsatzsteuer nur ein Durchgangsposten ist. Sollte Dein Kunde ein Endverbraucher sein, verteuert sich die Ware oder die Dienstleistung um 19 %. Das kann Ärger geben.
Wenn Du mit Deinen Kunden darüber sprichst, dann wirst Du feststellen, wie er denkt (Fingerspitzengefühl ist angesagt). Wenn es ein Endverbraucher ist und er will zusätzlich die 19 % nicht bezahlen, dann nimm das so hin. Es ist ein sogenanntes Lehrgeld für Dich. So ein Lehrgeld wird ein Unternehmer öfters mal zahlen müssen, wenn nicht die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Du musst also 19 % von dem Angebotspreis ohne Umsatzsteuer die Mehrwertsteuer berechnen. Tut weh, doch ich hoffe, dass das Lehrgeld nicht so hoch ausfällt.
Die Geschäftskunden können die Vorsteuer geltend machen, das ist richtig. Es gibt eine Reihe von Firmen und Instituten, die keine Umsatzsteuer zahlen, z.B. Heilberufe (Ärzte, Hebammen etc.), bestimmte Bildungsinstitute, auch Parteien.
4. März 2016 um 20:07
ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier eine Frage stellen darf, da hier nur steht „Hinterlasse eine Antwort“?
Ich frage einfach mal. Der Fall ist nicht ganz einfach, so dass ich in den o.g. Artikeln keine klare Antwort gefunden habe.
Meine Frau arbeitet selbstständig als Schulleiterin an einer Privatschule, die von der Umsatzsteuer befreit ist. Die Provisionsabrechnungen erfolgen grundsätzlich ohne Ausweisung einer Umsatzsteuer. Sie schreibt auch keine Rechnung an die Schule, sondern die Provisionen werden automatisch online auf ihr Konto überwiesen (Bemessung nach Neuschülern). Somit kann Sie auch nicht wie bei obigen Beispielen eine Umsatzsteuer auf ihre Rechnungen (die sie ja nicht schreibt)aufschlagen, wenn sie die Umsatzgrenze mal in einem Jahr überschreitet (50.000 € werden aber nie erreicht). Da die Umsätze im laufe der Jahre ziemlich variieren (mal drüber, mal drunter, interessieren mich folgende Beispiele (Modell auch für andere Jahre):
1. Umsatz 2013 19.800 und Umsatz 2014 <17.500 und Umsatz 2015 17.500 und Umsatz 2015 <17.500
Im Jahr 2015 wurden 3 x vierteljählich UST-Vorauszahlungen geleistet. Ich denke, die Vorauszahlung für das 4. Vierteljahr braucht sie nun eigentlich nicht zu zahlen, weil sie ja im Jahr 2015 unter 17.500 liegt. Sie will dann einfach eine 2015er Jahresmeldung machen und die Summe bei den umsatzsteuerfreien Leistungen eintragen. Muss sie die Vorauszahlung für das 4. Quartal trotzdem erst mal machen und bekommt nach der Jahresmeldung das Geld zurück?
5. März 2016 um 11:12
das Umsatzsteuerrecht ist so umfangreich, dass ich hier alle möglichen Fälle aufschreiben kann.
Wenn Deine Frau in einer Schule arbeitet, die umsatzsteuerbefreit ist, dann ist das ein öffentlich-rechtliches Bildungsinstitut, die Allgemeinbildung (Ziel: Mittlere Reife oder Abitur etc.) oder Fachwissen (Berufsbildungswerk etc.) vermittelt, richtig? Im Umsatzsteuergesetz steht drin, dass diese Einnahmen nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Also hat Deine Frau nichts mit Umsatzsteuer am Hut und muss keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.
Warum hat sie in 2015 die Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben? Hat sie noch eine andere Dozententätigkeit aufgenommen, die evtl. umsatzsteuerpflichtig ist?
In der Regel ist das so, dass nur am Jahresanfang auf Antrag eine Umstellung erfolgen kann = Umsatzsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmer oder Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht. Ausnahme, wenn umsatzsteuerpflichtige und umsatzsteuerfreie Einnahmen getätigt werden.
Wenn Du mir die o.g. Frage beantwortest, kann ich Dir sagen, was Du im 4. Vierteljahr 2015 tun sollst.
4. März 2016 um 20:12
Ups. da ist das 2. Beispiel einfach verloren gegangen:
1. Umsatz 2013 19.800 und Umsatz 2014 >17.500 und Umsatz 2015 <17.500
Meine Antwort von eben trifft auch hier (siehe oben).
es handelt sich um eine Heilpraktikerschule, eine Privatschule und keine öffentlich-rechtliche. Umsatzsteuerbefreit ist aber nur die Schule und nicht sie als Schulleiterin, denn es ist nicht ihre Schule. Als Dozentin an der Schule ist sie umsatzsteuerbefreit, aber nicht mit ihren Umsätzen als Schulleiterin.
Da die Umsätze da so variieren, dass sie in einem Jahr mal knapp unter, im nächsten Jahr aber über 17.500 liegen, kann es also immer wieder vorkommen, dass sie im Jahr X z.B. bei 18.500 liegt und sich im Jahr X+1 abzeichnet, dass sie unter 17.500 liegen wird. Wenn sie da bereits 3 UST-Vorauszahlungen geleister hat, aber am 15. Dezember weiß, das es dieses Jahr nur 17.000 werden, müsste sie ja die 4. Rate nicht zahlen, oder?
7. März 2016 um 18:10
aha, jetzt weiß ich, warum sie eine Umsatzsteuervoranmeldung abgibt, obwohl sie Kleinunternehmerin ist.
Deine Frau hat zwei Einkunftsarten, nämlich einmal Einkünfte als Kleinunternehmerin (Dozentin) und Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit (Schulleiterin).
Beide Einkunftsarten werden separat gerechnet. Beispiel:
Einkünfte als Dozentin = 14.000 Euro im Vorjahr, 17.000 Euro im Kalenderjahr
Einkünfte als Schulleiterin = 20.000 Euro im Vorjahr, 25.000 im Kalenderjahr
Als Dozentin ist sie immer noch Kleinunternehmerin, weil im Vorjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro und im Kalenderjahr 50.000 Euro nicht überschritten wurde.
Die Einkünfte als Schulleiterin ist weiterhin umsatzsteuerpflichtig.
Wenn Du im Jahr die Einkünfte getrennt aufzeichnest, musst Du wie in Deinem Fall die 4. Umsatzsteuervoranmeldung auch abgeben und die Umsatzsteuer-Zahllast ans Finanzamt überweisen.
Wenn sich abzeichnet, dass im Folgejahr der Umsatz unter 17.500 Euro bleibt, muss ein Antrag auf Kleinunternehmerregelung gestellt werden, dass beide Einkunftsarten zusammengerechnet werden. Das Finanzamt wird darüber ein Bescheid senden.
Du siehst, das Umsatzsteuerrecht ist sehr umfangreich. Alle Möglichkeiten kann hier gar nicht behandelt werden, es sei denn, die Frage wird hier gestellt.
7. März 2016 um 19:39
Nur noch kurz zur Information. Bestimmte Dozenten an einer Schule, die von der UST Umsatzsteuer befreit ist, sind nach UStG § 4, 21 b,bb grundsätzlich von der UST befreit, auch wenn sie mehr als 17.500 Umsatz haben. Da spielt die Kleinunternehmerregelung also keine Rolle. So ist das bei meiner Frau.
Zum Antrag auf Kleinuternehmerregelung für die Schulleitung: es ist regelmäßig so, dass sich fast immer erst im Dezember abzeichnet, ob 17.500. Im konkreten Fall 2015 ist es so, dass 2014 < 17.500 war und nun klar ist, dass 2015 auch < 17.500 ist. Demzufolge muss sie doch keinen neuen Antrag stellen und auch nicht die 4. Rate überweisen?
9. März 2016 um 11:00
genau, in dem § 4 Nr 21 b und bb UStG steht drin, dass die Einnahmen umsatzsteuerfrei sind, wenn an privaten Schulen und anderen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Einrichtungen, soweit diese die Voraussetzungen des Buchstabens a erfüllen. Der Text von dem Buchstaben a lautet: die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienenden Leistungen privater Schulen und anderer allgemeinbildender oder berufsbildender Einrichtungen.
Die meisten Leser können dieses „Amtsdeutsch“ nicht verstehen. Da steht jedoch genau das drin, was Du widergegeben hast.
Ich verstehe nicht, was Du mit 4. Rate meinst. Als Dozent ist Deine Frau Kleinunternehmerin. Diese Einnahmen erhält sie also ohne Umsatzsteuer. Die Einnahmen aus der Schulleitung sind umsatzsteuerpflichtig. Dafür sendest Du die vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ans Finanzamt, richtig? Dann musst Du die 4. Umsatzsteuervoranmeldung auch ans Finanzamt senden und bezahlen, egal wie hoch der Umsatz aus Schulleitung ist.
ich habe mein Gewerbe zum 15.März als Kleinunternehmer nach §19 begonnen und dazu 2 Fragen.
1. Frage: Wieviel darf ich tatsächlich jetzt an Umsatz im Kalenderjahr machen um die Grenze von 17.500€ nicht zu überschreiten? Rechnet das Finanzamt Tag-genau oder Monat-genau?
Ein Rechenbeispiel wäre nett.
2. Frage: Angenommen ich liege im 1. Jahr über den 17500€ z.b. bei ca 40.000€, muss ich dann erst im Folgejahr Januar reagieren und Bescheid geben und auch keine Steuern nachzahlen da ich unter 50.000€ gelegen habe?
30. März 2016 um 15:56
bei der Berechnung der Umsatzgrenze für Kleinunternehmer rechnet das Finanzamt monatsgenau. Das bedeutet für Dich:
– März bis Dezember = 10 Monate
– 17.500 Euro geteilt durch 12 Monate = 1.458,33 Euro
– 1.458,33 Euro mal 10 Monate = 14.583,33 Euro.
Wenn Du in diesem Jahr unter 14.583,33 Euro bleibst, dann bist Du nächstes Jahr auch noch Kleinunternehmer.
Wenn Du in diesem Jahr über 14.583,33 Euro Umsätze generierst, dann bist Du nächstes Jahr kein Kleinunternehmer mehr, dann musst Du ab Januar die Umsatzsteuer bei Deinen Preisen berücksichtigen. Das heißt: Wenn Du für dieses Jahr (2016) Deine Steuererklärung abgibst, z. B. Mai 2017, dann wird das Finanzamt feststellen, dass Du über die Kleinunternehmergrenze gekommen bist und musst rückwirkend ab Januar 2017 Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Darum musst Du unbedingt darauf acht geben, wie viel Umsatz Du dieses Jahr erwirtschaftest und ob Du optieren musst, d.h. Umsatzsteuer abführen ja oder nein. Also musst Du auch vorsorgen, dass Du die 19 % nicht privat oder geschäftlich ausgibst, sondern zur Seite legst, so dass Du die Umsatzsteuer ab Januar 2017 sofort bezahlen kannst. In dieser Phase scheitern viele Existenzgründer, weil sie nicht an diese Zahlungen denken!
Die Umsatzgrenze von bis 50.000 Euro gilt nur für das Wirtschaftsjahr. Dieses Jahr ist das Wirtschaftsjahr 2016. Nächstes Jahr ist das Wirtschaftsjahr 2017. Im nächsten Jahr wird zuerst geprüft, ob Du im Vorjahr (2016) unter 17.500 Euro (oder in Deinem Fall 14.583,33 Euro) liegst. Liegst Du drunter und im Jahr 2017 darüber, jedoch noch unter 50.000 Euro, dann bleibst Du in 2017 Kleinunternehmer. Dann bist Du ab 2018 umsatzsteuerpflichtig.
Wenn nicht, dann schreibe es hier. Gerne beantworte ich Deine weiteren Fragen!
31. März 2016 um 8:59
Eine Frage habe ich noch zum letzten Absatz von dir.
Was ist wenn ich die 17.500€(14.583,33€ bei mir) direkt im ersten Jahr (2016) sprenge.
Kann ich dann munter bis 50.000€(41666,66€ bei mir) weitermachen ohne 2016 Umsatzsteuer abführen zu müssen, und müsste dann ab Januar 2017 optieren?
Oder darf ich gar nicht über 17.500€(14.583,33€ bei mir) im ersten Geschäftsjahr (2016) kommen und müsste somit rückwirkend optieren?
Du hast es schon richtig verstanden. Wenn Du in diesem Jahr (2016) über die Grenze von 17.500 Euro (für Dich 14.583,33 Euro) kommst und unter 50.000 Euro bleibst, dann bist Du in diesem Jahr noch Kleinunternehmer. Im nächsten Jahr (2017) musst Du dann optieren, bist dann also umsatzsteuerpflichtig.
Nächstes Jahr wird also geprüft: Im Vorjahr (2016) unter 17.500 (14.583,33 Euro) = NEIN = also umsatzsteuerpflichtig ab 2017.
Tim Wenninger sagt:
31. März 2016 um 21:18
Guten Tag Jacob,
erstmal vorweg vielen Dank, daß ich einfach so eine Frage stellen darf, die von Dir „ehrenamtlich“ beantwortet wird. Ich weiß diese Arbeit zu schätzen, weil ich selbst neben meiner Selbständigkeit ein Ehrenamt ausführe.
Trotz des Durchlesens der Texte meiner Vorgänger konnte ich für mich noch keine Lösung herbeiführen.
Ich bin als Kleinunternehmer nun schon seit fünf Jahren tätig. Aktuell sitze ich vor der Erstellung meiner Steuererklärung für das Jahr 2014, und habe nun das Gefühl, daß ich was falsch gemacht habe. Ich habe nun eruiert, daß ich in 2014 einen Umsatz von knapp über EUR Tsd. 40 generiert habe. In 2015 war mein Umsatz bei EUR Tsd. 25 also unter EUR Tsd. 50. Das hieße doch, daß ich in 2015 noch Kleinunternehmer sein durfte, aber jetzt schleunigst beim Finanzamt optieren muß, oder ? Muß ich in Bezug auf die Jahre 2014 und 2015 Nachzahlungen an das Finanzamt leisten ?
Vielen Dank für Deine Antwort und alles Gute.
Tim Wenninger
1. April 2016 um 10:34
die Lösung auf Deine Fragen sind einfach, wenn Du Dir die folgenden Fragen in jedem Wirtschaftsjahr separat beantwortest:
– War ich mit dem Umsatz im Vorjahr unter 17.500 Euro?
– War ich mit dem Umsatz im Wirtschaftsjahr unter 50.000 Euro?
Wirtschaftsjahr 2014:
– War ich mit dem Umsatz im Vorjahr (2013) unter 17.500 Euro? = JA
– War ich mit dem Umsatz im Wirtschaftsjahr (2014) unter 50.000 Euro? = JA
Antwort: Zwei Mal bedeutet, dass Du im Wirtschaftsjahr 2014 noch Kleinunternehmer bist. Du musst also keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen.
Wirtschaftsjahr 2015:
– War ich mit dem Umsatz im Vorjahr (2014) unter 17.500 Euro? = NEIN
– War ich mit dem Umsatz im Wirtschaftsjahr (2015) unter 50.000 Euro? = JA
Antwort: Da Du im Vorjahr (2014) über 17.500 Euro Umsatz erwirtschaftet hast, musst Du im Wirtschaftjahr (2015) optieren. Du bist also umsatzsteuerpflichtig.
Steuernachzahlung für 2015:
Dein Umsatz im Jahr 2015 war insgesamt 25.000 Euro. Diese Summe wird als Bruttowert angesehen. Davon muss Du die Umsatzsteuer zahlen. Das wird wie folgt gerechnet:
25.000 Euro ./. 1,19 = 21.008,40 Euro x 19 % = 3.991,60 Euro Umsatzsteuer-Zahllast
Für das Jahr 2015 musst Du also 3.991,60 Euro ans Finanzamt zahlen.
Wieviele Kunden hast Du in 2015 gehabt? Sind das Geschäftsleute (B2B) oder Endverbraucher (B2C)? Bei Endverbraucher kannst Du nichts mehr machen. Bei Geschäftsleuten ist es evtl. möglich, die Rechnungen nachträglich zu ändern, wenn sie damit einverstanden sind. Dann reduziert sich der Verlust von 3.991,60 Euro dementsprechend. Wenn das nicht geht, musst Du den Verlust hinnehmen.
Zu zahlen ist die Umsatzsteuer-Zahllast, wenn Du die Umsatzsteuererklärung für 2015 abgibst. Bis zum 31.05.2016 musst diese abgeben, wenn Du ohne Steuerberater arbeitest. Mit einem Steuerberater verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31.12.2016. Überprüfe Deine Liquidität und entscheide, ob Du mit oder ohne Steuerberater arbeiten willst.
Wirtschaftsjahr 2016:
Ich hoffe, dass Du in diesem Jahr die Umsatzsteuer in Deine Rechnungen berücksichtigt hast. Wenn nicht, dann solltest Du das sofort tun, am besten sogar rückwirkend ab Januar 2016. Du musst für das Jahr 2016 wahrscheinlich monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt senden und die jeweilige Umsatzsteuer-Zahllast zahlen. Dieser Bescheid kommt bestimmt mit dem Umsatzsteuerbescheid von 2015.
Ich hoffe, dass Dich diese Information nicht umgehauen hat! Sehe das positiv. Nur wenn Du Steuern zahlst, läuft Dein Geschäft gut. Wenn Du keine Steuern zahlst, ist Deine Liquidität eingeschränkt, stimmt`s?
3. April 2016 um 14:41
vielen lieben Dank für deine sehr schnelle und kompetente Antwort. Deine Antwort ist klar, nachvollziehbar und „unmißverständlich“. Jetzt weiß ich welche Konsequenzen „leider oder auch nicht“ ich ableiten bzw. ziehen muß. Aber wie heißt es so schön: Klarheit ist die beste Grundlage für weitere Entscheidungen welche zu treffen sind.
Mir bleibt nur erneut Danke zu sagen. Ich wünsche Dir alles Gute, und beste Gesundheit.
3. April 2016 um 14:49
es freut mich, dass ich Dir weiterhelfen konnte. Und das habe ich gerne getan.
Danke für Dein positives Feedback und die lieben Wünsche!
vielen Dank für diesen informativen und gut geschriebenen Beitrag.
Hat mir eine Menge unbeantwortete Fragen genommen.
Bei einer Sache bin ich mir jedoch immernoch nicht sicher:
Ich habe heute meine freiberufliche Tätigkeit (Start: 1.5.2016) beim Finanzamt (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung) angemeldet und dabei die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Bin ich richtig in der Annahme das die Überschreitung der Grenze (17.500€ Anteilig ab Mai) nur Auswirkung auf das Folgejahr mit sich bringt? Oder muss man die Umsatzsteuer für das aktuelle Jahr rückwirkend an das Finanzamt überweisen, sollte man die Grenze überschreiten?
5. April 2016 um 12:02
Ich denke ich habe die Antwort schon bei einem anderen Kommentar gefunden
Demnach muss ich die Umsatzsteuer für das aktuelle Kalenderjahr NICHT rückwirkend an das Finanzamt überweisen wenn ich die 17.500€ überschreite.
Richtig, Julian,
im Kalenderjahr gilt die Grenze 50.000 Euro. Oder Deinem Fall jedoch 8/12 davon also 33.333,33 Euro.
Du hast es schon richtig verstanden, Julian. Beim Start der freiberuflichen Tätigkeit gilt die Grenze von 17.500 Euro erst nächstes Jahr. In diesem Jahr (2016) gibt es betrieblich gesehen kein Vorjahr.
Wenn Du Dir nächstes Jahr (2017) die Frage stellst, war mein Umsatz im Vorjahr (2016) höher als 17.500 Euro bzw. anteilig 11.666,66 Euro (8/12 = Mai – Dezember = 8 Monate, also 17.500 / 12 x 8 = 11.666,66 Euro), weißt Du, ob Du in 2017 weiterhin Kleinunternehmer bist oder nicht. Voraussetzung ist natürlich, dass in diesem Jahr (2016) Dein Umsatz unter 50.000 Euro bzw. anteilig (8/12) 33.333,33 Euro liegt.
Wenn die o.g. Aussagen bei Dir stimmen, musst Du also keine Umsatzsteuer rückwirkend ans Finanzamt zahlen.
Boba Matic sagt:
14. Juni 2016 um 16:18
wie wird es verrechnet wen man als Nebenjob Kleingewerbe hat.
z.B. mit Hauptberuf verdient man 33.000€ im Jahr.
Sind die Umsetze in Zusammenhang oder?
Boba Matic
15. Juni 2016 um 10:28
gemäß dem Einkommensteuerrecht gibt es sieben Einkunftsarten. Zwei davon hast Du angesprochen, nämlich Einnahmen aus nichtselbständige Arbeit (Dein Hauptberuf) und Einnahmen aus Gewerbebetrieb (Dein Kleingewerbe). Da ich Dich nicht kenne, weiß ich nicht, ob meine Aussage stimmt. Doch ich nehme an, dass sie richtig ist. Anstatt Einnahmen aus Gewerbebetrieb könntest Du auch Einnahmen aus selbständiger Arbeit haben.
Wenn Du Einnahmen aus zwei Einkunftsarten hast, wird zuerst jede Einkunftsart für sich berechnet. Wenn Du im Hauptberuf Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit hast und keine Werbungskosten geltend machen kannst, wirst Du wahrscheinlich nichts zurückkriegen und musst auch nichts zahlen. Es sei denn, Du bist verheiratet und Deine Ehefrau verdient auch noch mit. Dann sieht es anders aus. Dieses Szenario beschreibe ich nicht, weil das viel zu umfangreich ist.
Wenn Du jedoch ledig bist und kannst keine Werbungskosten für Deine Hauptarbeit geltend machen, fallen keine Steuern an. Wenn Du mit Deiner Kleingewerbe ein Gewinn erwirtschaftet hast, dann wirst Du Einkommensteuer nachzahlen müssen. Wie hoch diese Steuer ist, kann ich Dir nicht sagen, weil das Einkommen individuell versteuert wird. Dabei werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen etc. berücksichtigt. Also kann ich nur sagen, dass Du bei Gewinn Einkommensteuer zahlen und bei Verlust Einkommensteuer zurück erhalten wirst.
Was meinst Du mit „Sind die Umsätze in Zusammenhang“? Die Umsätze aus Deinem Kleingewerbe haben gar nichts mit den Einnahmen aus Deinem Hauptberuf zu tun. Das heißt, als Kleingewerbetreibender kannst Du im Vorjahr bis zu 17.500 Euro Umsatz erwirtschaften, dann bist Du im Wirtschaftsjahr immer noch Kleinunternehmer.
15. Juni 2016 um 12:14
„Was meinst Du mit „Sind die Umsätze in Zusammenhang“? Die Umsätze aus Deinem Kleingewerbe haben gar nichts mit den Einnahmen aus Deinem Hauptberuf zu tun. Das heißt, als Kleingewerbetreibender kannst Du im Vorjahr bis zu 17.500 Euro Umsatz erwirtschaften, dann bist Du im Wirtschaftsjahr immer noch Kleinunternehmer.“
Vielen Dank…du hast schon beantwortet.
Nun ich bin verheiratet und habe zwei Kinder(1 und 5 Jahre), und die Frau Arbeitet nicht. Sie bekommt 24 Monaten 150,00€ Elterngeld + 380,00€ Kindergeld.
Wie kann das alles Steuerärklerung beeinflussen oder kann es nicht im Falle, dass ich Kleingewerbe anmelde?
Ich habe Angst von der Nachzahlung.
15. Juni 2016 um 17:30
das kann ich verstehen. Du weißt wahrscheinlich gar nicht, was auf Dich zukommen wird. Das hängt davon ab, wie hoch Deine Betriebsausgaben sind. Betriebsausgaben sind ja die Kosten, die Du selber hast. Diese kannst Du von Deinen Umsätzen abziehen. Die Differenz ist der Gewinn oder der Verlust. Im Einkommensteuerrecht brauchst Du somit nur den Gewinn zu versteuern. Wie hoch diese Steuer ist, hängt davon ab, wie hoch Dein Spitzensteuersatz ist.
Umsatz 17.000 Euro minus Betriebsausgaben 10.000 Euro = 7.000 Euro Gewinn. Dieser Gewinn kann sich reduzieren, wenn Du private Ausgaben (Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen etc.)hast. Dann verringert sich das versteuernde Einkommen dementsprechend. Angenommen, Deine private Ausgaben verringern den Gewinn nicht mehr, dann musst Du bei einem Spitzensteuersatz von 20 % dann 1.400 Euro an Einkommensteuer zahlen.
Das ist natürlich eine Milchmädchen-Rechnung. Eine genaue und individuelle Berechnung kann ein steuerlicher Berater durchführen. Wenn Du keinen Steuerberater hast, empfehle Dir gerne meinen Steuerberater. Die Adresse teile ich Dir gerne mit, wenn Du mich anschreibst: info@lifos-gmbh.de.
im deutschen Steuerrecht spielen viele Faktoren eine Rolle, z.B. ob Du vereiratet bist und wie viel Kinder, ob Du behindert bist oder andere schwerwiegende Ausgaben hast, die andere nicht haben.
Diese ganze Faktoren beeinflussen die Höhe der Einkommensteuer. Warum und weshalb kann ich Dir natürlich sagen, doch da das Thema zu umfangreich ist, ist es hier nicht möglich.
Schau Dich doch mal im Internet um, z.B. bei Steuertipps: https://www.steuertipps.de/lexikon/e/einkommensteuererklaerung oder bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuererkl%C3%A4rung.
Am besten ist es, wenn Du einen steuerlichen Berater an der Hand hast, der Dir Stück für Stück individuell berät.
14. Juni 2016 um 19:19
ich glaube dass ich habe richtige problem
in 2012 habe ich Gewerbe als kleinunternehma angemeldet in 2012 war ich unter 17500,in 2013 habe ich 18500 gehabt ,2014 17615 und in 2015 17650 jetzt ist mir zu erst klar geworden dass ich sollte seit 2014 Mvst auf meine Rechnung dazu schreiben habe ich das aber nicht gemacht,ich habe auch nicht optiert von FA habe ich bis jetzt auch keine schreibe bekommen obwohl ich habe meine steeuereklärung jedes jahr gemacht,ich habe nur privat kunde also ich muss selber das alles nachzalhen? Was soll ich jetzt machen?
Für eine Antwort ich werde sehr dankbar sein
ich fasse kurz zusammen, was Du geschrieben hast, und gebe gleichzeitig ein Feedback:
•	2012 Umsatz unter 17.500 Euro = im Jahr 2012 bist Du Kleinunternehmer
•	2013 Umsatz über 17.500 Euro, im Vorjahr unter 17.500 Euro und im Wirtschaftsjahr unter 50.000 Euro = im Jahr 2013 bist Kleinunternehmer
•	2014 Umsatz über 17.500 Euro, im Vorjahr über 17.500 Euro und im Wirtschaftsjahr unter 50.000 Euro = im Jahr 2014 bist Du kein Kleinunternehmer mehr, ab 2014 musst Du also Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen.
•	2015 Umsatz über 17.500 Euro, im Vorjahr über 17.500 Euro und im Wirtschaftsjahr unter 50.000 Euro. Im Jahr 2015 bist Du wieder kein Kleinunternehmer mehr, musst also die Umsatzsteuer abführen.
In 2012 und 2013 ist alles in Ordnung. In 2014 und 2015 musst Du Umsatzsteuer abführen. Da Deine Kunden Endverbraucher sind, wirst Du denen die Umsatzsteuer bestimmt nicht mehr in Rechnung stellen. Das werden sie nicht bezahlen. Also musst Du in den sauren Apfel beißen und musst die Mehrwertsteuer ans Finanzamt abführen.
Warum hast Du vom Finanzamt noch kein Schreiben erhalten, dass Du die Steuererklärung abgeben musst? Liegt es daran, dass Du noch gar kein Gewerbe angemeldet hast? Dann weiß das Finanzamt gar nicht, dass Du einen Gewerbebetrieb (Kleingewerbe) hast.
Hast Du in der Steuererklärung die Anlage G (Einnahmen aus Gewerbebetrieb) eingetragen? Und hast Du eine Einnahme-Überschussrechnung bzw. eine Anlage EÜR abgegeben? Wenn ja, dann frage ich mich, was das für ein Finanzamt ist. Oder kann es sein, dass Du die Einnahmen nicht richtig eingetragen hast in Deiner Steuererklärung.
Meine Empfehlung an Dich: Konsultiere ein Steuerberater und bespreche mit ihm Deine individuelle Situation. Wenn Du keinen Steuerberater hast, dann können Dir die Steuerberater weiterhelfen, mit denen ich zusammenarbeite. Schreibe mir eine E-Mail, wenn Du den Kontakt unserer Steuerberater haben möchtest: info@lifos-gmbh.de!
15. Juni 2016 um 19:13
ich Danke Dir für denie Antwort ,jedes Jar habe ich Anlage EÜR abgegeben und für diese Jaren habe ich imer Bescheid von FA bekommen.Ich verdiene meine Geld nur mit selbständiege Tätigkeit als Hauswirtschaftshilfe.Glaubst Du dass soll ich vielleicht auf das Bescheid von 2015 warten?Ich glaube dass ich werde meine Gewerbe abmelden ,meine Kunde wollen 19% dazu nicht zahlen…das ist schon echt schwierig dazu ist das nicht meine muuter sprache also ich weiss nicht mehr ,ich habe kein kraft mehr:-(
16. Juni 2016 um 10:15
wenn Du jedes Jahr die Anlage EÜR abgeschickt hast und wenn Du vom Finanzamt noch keinen Bescheid erhalten hast, dass Du umsatzsteuerpflichtig bist, dann bist Du bestimmt mit dem Umsatz unter 17.500 Euro geblieben. Ansonsten hätte das Finanzamt sich schon gemeldet. Oder schlafen die dort bei Eurem Finanzamt? Das glaube ich nicht.
Warte jetzt erst au den Bescheid von 2015. Dann kannst Du handeln.
Ich glaube nicht, dass alle Deiner Kunden die 19 % nicht bezahlen wollen. Ich glaube, dass Du Dich sperrst, diese in Rechnung zu stellen. Natürlich gibt es dann einige Kunden, die dann abspringen. Lass diese Kunden doch abspringen. Es kommen wieder neue Kunden hinzu, für die es selbstverständlich ist, 19 % Umsatzsteuer zu zahlen.
Wenn Du keine Kraft mehr hast, dann frage ich mich warum. Gehst Du mit Widerwillen zur Arbeit? Macht Dir die Arbeit gar keinen Spaß? Wenn das so ist, dann würde ich den Betrieb auch abmelden.
Wenn es Dir Spaß macht, anderen Menschen im Haushalt zu helfen, die Dir dafür sogar dankbar sind, dann ändere Deine Strategie und arbeite nur mit den Kunden zusammen, die Deine Arbeit respektieren und belohnen.
Wenn die „Meckerer“ weg sind, dann hast Du nur noch die lieben Kunden, die Dir dankbar für Deine Arbeit sind.
Was ganz wichtig ist, ist, dass Du mit Dir ins Reine kommst. Wenn es für Dich selbstverständlich ist, dass Deine gute Arbeit bezahlt wird und dass Deine Kunden zusätzlich auch die 19 % Umsatzsteuer bezahlen, wird die Arbeit Dir Spaß machen. Und wenn es Dir Spaß macht, merken es Deine Kunden, die Dich dann weiter empfehlen. Somit kannst Du auf die „Miesepeter-Kunden“ verzichten, die die Umsatzsteuer nicht bezahlen wollen.
Wie Du Dich entscheidest: Gewerbe abmelden oder weiterbestehen lassen, ist eine wichtige Entscheidung, die Du nicht lange vor Dir her schieben solltest. Entscheide Dich bald. Egal, wie Du Dich entscheidest, für Dich ist das die richtige Entscheidung. Du wirst Dich anschließend besser fühlen. Wenn ich auch weiterkämpfen würde, heißt das nicht, dass das für Dich richtig ist.
Ich wünsche dir eine baldige und gute Entscheidung!
Ich werde jetzt bis mein Bescheid für 2015 kommt abwarten.
Wenn ich werde Dich dannach anrufen dürfen das wird mir mit sichereit helfen:-)
16. Juni 2016 um 11:50
Prima, gerne können wir zusammen telefonieren. Hier meine Telefonnummer 04921 / 589667.
16. Juni 2016 um 18:13
Danke Dir Jakob
meine Familie und ich besitzen eine Ferienwohnung auf Borkum, die wir selbst vermieten.
Die letzten Jahre lagen meine Mieteinnahmen immer unter TEUR 17,5.
In 2015 habe ich nun festgestellt, dass ich leicht darüber liege.
Muss also ab diesem Jahr (2016) USt zahlen, richtig?
Was passiert, wenn ich in diesem Jahr und ggf. auch in den Folgejahren diese Grenze wieder unterschreite?
Bekomme ich die USt vom Finanzamt wieder und bin ich dann wieder Kleinunternehmer?
22. Juni 2016 um 15:23
korrekt, wenn Du im Vorjahr (2015) mit dem Umsatz über 17.500 Euro liegst, dann musst Du im Wirtschaftsjahr (2016) optieren, d. h. die Umsatzsteuer auf die Umsätze abführen.
Wenn Du Deine Steuererklärungen für das Jahr 2015 abgibst, wird Finanzamt das merken und wird Dir ein Schreiben zukommen lassen, dass Du in 2016 die Umsatzsteuer abführen musst, und zwar rückwirkend ab 01.01.2016.
Solltest Du in diesem Jahr wieder unter der Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro liegen, kannst Du die Kleinunternehmerregelung wieder beantragen. Ein formloses Schreiben an das Finanzamt genügt. Den Antrag solltest Du in Dezember 2016 stellen, weil Du dann absehen kannst, ob Du über oder unter diese Grenze bleibst. Wenn Du den Antrag gestellt hast, wirst Du ja ab Januar 2017 keine Umsatzsteuer mehr auf die Mieteinahmen berechnen, weil Du gemäß § 19 UStG die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst. Wenn Du allerdings die Umsatzsteuer auf die Mieteinnahmen aufschlägst, dann musst Du die Umsatzsteuer auch abführen. Auch wenn Du ab 2017 Kleinunternehmer bist. Also aufpassen: Keine Umsatzsteuer auf die Mieteinahmen aufschlagen, wenn Du in 2017 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen willst.
Für das Jahr 2016 musst Du ja die Umsatzsteuer auf die Mieteinnahmen aufschlagen und an das Finanzamt abführen. Ab 2017 kannst Du wieder Kleinunternehmer werden, nicht jedoch in 2016. In 2016 hattest Du ja im Vorjahr (2015) ein Umsatz über die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro.
Borkum ist eine schöne Insel. Ich war bereits öfters auf diese Insel. Meistens waren es Tagesfahrten. Von Emden nach Borkum ist ja ein Katzensprung.
ich bin in zwei freiberuflich Tätigkeiten mit unterschiedlichen Steuernummern selbstständig. Werden beide Bereiche separat oder zusammen für die Kleinunternehmerregelung berechnet?
27. Juni 2016 um 15:15
die Frage kann ich nicht mit ja und nicht mit nein beantworten. Die Entscheidung hängt davon ab, welche Rechtsform die beiden freiberuflichen Tätigkeiten haben.
Wenn Du in beiden freiberuflichen Unternehmen in der Rechtsform eines Einzelunternehmers tätig bist, müssen für beide Unternehmen eine Umsatzsteuererklärung abgegeben, das nennt man eine konsolidierte Umsatzsteuererklärung.
Wenn Du eine freiberufliche Tätigkeit als Einzelunternehmer und eine in der Rechtsform einer Personen- (GbR, OHG etc.) oder Kapitalgesellschaft (UG haftungsbeschränkt, GmbH),führst, dann sind zwei getrennte Umsatzsteuererklärungen abzugeben. Bei der Personengesellschaft müssen zwei Personen beteiligt sein, weil es sonst ein Einzelunternehmen ist.
Bei einer konsolidierten Umsatzsteuererklärung werden also beide Umsätze der freiberuflichen Tätigkeiten zusammenaddiert. Wenn Du mit beiden Unternehmen unter der Umsatz-Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro bleibst Du Kleinunternehmer, wenn nicht, dann musst Du optieren, d.h. Deine Kunden die Umsatzsteuer in Rechnung stellen und die Umsatzsteuerzahllast an das Finanzamt abführen.
28. Juni 2016 um 9:42
vielen Dank, deine Antwort hat mich ein ganzes Stück vorwärtsgebracht. Ich bin in beiden freiberuflichen Unternehmen als Einzelunternehmer tätig. Also wird hier Addiert. Ein Teil habe ich als Dozent an einer Volkshochschule erhalten und kann sie aus dem Bereich der EÜR raushalten. Jetzt bleibt abzuwarten ob die Übungsleiterpauschale ebenfalls dazu kommt.Wahrscheinlich denke ich hier aber auch recht naiv.
es gibt bei der Volkshochschule Kurse, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Am besten fragst Du mal dort an, ob die Kurse, die Du als Dozent gibst, umsatzsteuerbefreit sind. Wenn das so ist, sind diese Umsätze nicht zu den Kleinunternehmer-Umsätzen hinzu zu addieren.
Die Übungsleiterpauschale hat nichts mit der Umsatzsteuer zu tun, sondern mit der Einkommensteuer. Diese Pauschale in Höhe von 2.100 Euro (im Jahr 2015)kannst Du absetzen, wenn Deine tatsächliche Kosten geringer sind. Also hast Du ein Wahlrecht: entweder 2.100 Euro Übungsleiterpauschale oder die tatsächlichen Kosten. Damit verringerst Du Deinen Gewinn und somit die Einkommensteuerlast.
Tatsächlich sind alle Kurse an meiner Volkshochschule umsatzsteuerbefreit.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann zählen diese nicht zu den Kleinunternehmer-Umsätzen, obwohl es Yogakurse sind und ein freier Beruf Yogalehrer ist. Meine eigenen Kurse außerhalb der Volkshochschule sind natürlich umsatzsteuerpflichtig sowie ich über den Sockelbetrag zusammen mit meinem zweiten Freiberufler-Umsatz komme.
Für den Bereich Programmierer, der 2. Freiberufler, ist alles für mich klar. Der Bereich Yoga wird noch interessant. Da möchte das Finanzamt sicher mal eine Steigerung des Einkommens sehen. Bei meinen vielen Weiterbildungen bisher nicht so ersichtlich. Es sei denn, sie sehen die Übungsleiterpauschale und Einkommenssteuer dafür als Einnahmen, obwohl sie in der EÜR nicht auftauchen. Ist das nur für mich verwirrend? Oder sehe ich das zu naiv?
29. Juni 2016 um 16:35
Du hast es richtig verstanden. Die umsatzsteuerbefreiten Kurse von der Volkshochschule musst Du nicht in Deiner Kleinunternehmerregelung mitrechnen. Deine eigenen Kurse musst Du natürlich mitrechnen.
Die Übungsleiterpauschale ist keine Einnahme. Anstatt der tatschlich angefallenen Betriebsausgaben kann man die Übungsleiterpauschale ansetzen. Du hast also ein Wahlrecht, entweder die Übungsleiterpauschale von 2.100 Euro oder Deine tatsächlich angefallenen Betriebsausgaben. Wenn Deine Betriebsausgaben also höher sind als 2.100 Euro, dann ist es besser, diese anzusetzen und nicht die Übungsleiterpauschale.
Du hast viel in Weiterbildung gesteckt. Dass ist ein ganz natürlicher Vorgang. Das Finanzamt sieht es genauso wie ich auch, dass diese Weiterbildung eine „Investition in die Zukunft“ ist. Das bedeutet also, dass Du dadurch sogar einen Verlust erwirtschaften kannst. Solltest Du jedoch über 5 Jahre nur Dich weiterbilden und keine Einnahmen generieren, geht das Finanzamt von Liebhaberei aus und Du musst alle Steuervorteile der letzten Jahre zurückzahlen. Doch Du hast ja Gewinnerzielungsabsichten, somit kommt das für Dich gar nicht Frage, stimmt`s?
29. Juni 2016 um 16:55
Lieber Jakob, deine Antwort hat mich durch den Steuer-Dschungel gebracht. Vielen Dank Thomas
29. Juni 2016 um 18:29
Habe ich gerne gemacht, Thomas.
Es freut mich, dass ich Dir einen Mehrwert geben konnte.
Und genau das möchte jede/n Leser/in hier geben: einen Mehrwert!
6. Juli 2016 um 11:22
ich habe meine Gewerbe ( Kleinunternehmerregelung) am 04.01 dieses Jahr registriert, mit dem Arbeit habe ich am mitte März angefangen, jetzt ich bin an die Grenze:-), wollte mal fragen ob ich sofort beim F.A melden muss? oder muss ich einfach weiter machen bis ende dieses Jahr und dann die regelung bei F.A optieren lassen?
6. Juli 2016 um 15:53
Hallo Zanhar,
Du hast ein Umsatz erwirtschaftet in von über 17.500 Euro innerhalb von 4 Monaten (März bis Juni), richtig? Das ist ein durchschnittlicher Umsatz von 4.375 Euro im Monat (17.500 : 4).
Wenn Du jetzt 4.375 x 10 Monate (März bis Dezember), also 43.750 Euro Umsatz in diesem Jahr machst, dann rate ich Dir, sofort beim Finanzamt anzurufen und beantragen, dass Du optieren möchtest, d.h. dass Du Umsatzsteuer musst. Warum?
17.500 Euro ist ein Wert im Vorjahr. Da Du erst in diesem Jahr angefangen bist, bist Du also Kleinunternehmer. Der zweite Wert ist 50.000 Euro in diesem Jahr (Wirtschaftsjahr). Da Du in März Dein Gewerbe angemeldest hast, musst Du zwölfteln, d.h. 50.000 : 12 Monate x 10 Monate (März bis Dezember) = 41.666 Euro.
Du liegst mit 43.750 Euro über den Kleinunternehmer-Wert im Wirtschaftsjahr in Höhe von 41.666 Euro. Somit musst Du von Beginn Deiner Tätigkeit (also März) rückwirkend auf Deine Umsätze die Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen. Und das tut weh.
Wenn Du dafür sorgst, dass Dein Umsatz in diesem Jahr unter 43.750 Euro bleibt, dann bist Du in diesem Jahr noch Kleinunternehmer. Dann musst Du ab Januar 2017 optieren, d.h. Umsatzsteuer auf Deine Rechnungen draufschlagen und die Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen.
Ich hoffe, Du weißt jetzt, was Du tun musst!
6. Juli 2016 um 16:11
ich werde dafür sorgen dass ich dieses Jahr unter die 43.750ros bleiben:-)
ich habe eine Frage und zwar ich habe seit 2010 mich selbständig gemacht bzw.gewerbebetreibende. Da ich Studentin bin arbeite ich nebenbei bis jetzt alle diese Jahre habe ich unter 17500 verdient allerdings jetzt im Juli habe ich die grenze mit 17500 schon fast erreicht daher ist meine frage muss ich die 19% auf die Rechnung aufschreiben oder erst ab nächstem Jahr und wenn was ist wenn ich nächstes jahr nicht die Grenze mit 17500 erreiche? Kann ich wieder wie vorher die 17,500 Steuerfrei nutzen?
14. Juli 2016 um 17:56
in diesem Jahr bist Du zum ersten Mal über die Umsatzgrenze von 17.500 Euro gekommen? Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg! Super!
Gemäß dem Umsatzsteuergesetz bist und bleibst Du dieses Jahr „Kleinunternehmerin“, allerdings nur bis zum 31.12.2016. Ab nächstes Jahr, also ab 01.01.2017, bist Du umsatzsteuerpflichtig und musst 7 % oder 19 % Umsatzsteuer (Höhe hängt davon ab, welche Tätigkeit Du ausübst, in der Regel 19 %) auf Deine Rechnungen aufschlagen.
Sobald Du nächstes Jahr (2017) für das Jahr 2016 die Steuererklärung abgibst, wirst Du vom Finanzamt aufgefordert, monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben, und zwar rückwirkend ab 01.01.2017. Wie macht man das? Schau Dir das folgende Video an: https://youtu.be/EMBWKOpia-g, so kann ich Dir helfen.
15. Juli 2016 um 6:05
Eine Frage noch noch falls ich in dem Jahr 2017 unter 17.500 bleibe kann ich wieder ganz normal die Rechnung erstellen ohne die 19% oder wie geht es ? Wie ist es eigentlich wenn ich umziehe muss ich mich bei neunen Finanzamt anmelden und neue Gewerbe anmelden?
wenn Du im Jahr 2017 wieder unter der Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro kommst, dann kannst Du Anfang 2018 den Antrag stellen, dass Du wieder Kleinunternehmerin werden willst. Das Finanzamt prüft es dann und über das Ergebnis erhälst Du dann einen Bescheid.
In 2018 prüft das Finanzamt: im Vorjahr (2017) unter 17.500 Euro = JA, dann bist Du wieder Kleinunternehmerin.
Das bedeutet, dass Du in 2017 weiterhin 19 % Umsatzsteuer auf Deine Rechnungen aufschlagen und ans Finanzamt abführen musst(minus Vorsteuer). In 2018 kannst Du die 19 % Umsatzsteuer dann wieder weglassen.
Wenn Du umziehst, musst Du Dich natürlich steuerlich und gewerblich auch ummelden. Bei der Berechnung der Kleinunternehmergrenze werden jedoch beide Standorte (alte und neue Wohnung) zusammenaddiert.
17. Juli 2016 um 23:10
Vielen Dank meine letzte Frage an Sie wäre noch wie ist es wenn ich im Dezember gearbeitet habe und die Rechnung auch im Dezember erstellt habe und abgeschickt aber diese erst im Januar auf mein Konto eingeht zu welchen Jahr zählt der Umsatz 2015 oder 2016?
Da ich eigentlich gerne unter 17500 bleiben würde wäre es schon wenn Sie mir erklären könnten was oder welche Möglichkeiten es gibt , was ich absetzen kann von der Summe.
18. Juli 2016 um 11:37
in diesem Forum duzen wir uns. Ist das Ordnung? Ich finde das „Du“ auch besser.
Wenn die Rechnung in Dezember 2015 geschrieben wurde und diese wurde erst in Januar (oder auch später) 2016 auf Deinem Konto gutgeschrieben, dann gehört der Umsatz in 2016. Vorausgesetzung dafür ist, dass Du eine Überschussrechnerin bist, d. h. dass Du Deinen Gewinn gem. § 4 Abs. 3 EStG ermittelst.
Im Gegensatz zur Überschussrechnung gibt es die Bilanzierer, die den Umsatz dann buchen müssen, wenn die Ware geliefert oder die Dienstleistung erbracht wurde. Also der Bilanzierer muss den Umsatz in 2015 buchen.
Ich nehme an, dass Du Deinen Gewinn gemäß § 4 Abs. 3 EStG ermittelst.
Wenn Dein Umsatz in November knapp unter 17.500 Euro liegt, dann kannst Du Deine Rechnung in Dezember schreiben, jedoch mit dem Hinweis, dass diese erst in Januar nächsten Jahres bezahlt werden muss. Wenn der Kunde die Rechnung trotzdem sofort in Dezember bezahlt, dann kann sein, dass Du dann doch über die 17.500 Euro kommst. Dann schreibe die Rechnung lieber erst in Januar. Ein Bilanzierer darf das nicht, ein Überschussrechner wohl.
7. August 2016 um 5:34
Danke für alle Deine hilfreiche Antworte. Ich habe auch eine Frage (Entschuldigung für mein schwaches Deutsch).
Ich habe gedacht, ich verstehe jetzt alles aber ich habe gerade ein Buch gekauft, nämlich „Freiberufler Atlas“. Und dort gibt es solche Passage:
„Tipp: Man kann schnell auf einer Umsatzsteuerschuld sitzen bleiben, wenn man im Glauben, nicht USt pflichtig zu werden, versäumt hat, dem Kunden die USt in Rechnung zu stellen. Deshalb sollte man unter Umständen von sich aus rechtzeitig die Umsatzsteuerpflicht beim örtlichen Finanzamt beantragen. (…)Ein Antrag auf Umsatzsteuerpflicht ist vor allem für diejenigen ratsam, die nicht sicher sind, ob sie eventuell im Verlauf des Jahres die USt-Pflichtgrenze von 17500 Euro überschreiten werden.“
Das alles betrifft das Gründungsjahr. Ist das nicht falsch geschrieben? Ich habe verstanden, sogar wenn man im Verlauf des Jahres die Grenze von 17500 Euro überschreitet, passiert nichts, nur mus man ab Januar folgendes Jahres alle Rechnungen Brutto ausstellen und Anmeldungen monatlich machen? Ich warte auf Ihre fachliche Antwort. Danke!
8. August 2016 um 12:32
der „Freiberufler Atlas“ hat das richtig geschrieben. Es ist allgemein geschrieben. Hier wird beschrieben, dass der Kleinunternehmer aufpassen soll, wenn in einem Wirtschaftsjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro überschritten wird. Wenn das so ist, muss er im Folgejahr optieren, d.h. die Umsatzsteuer seinen Kunden in Rechnung stellen und diese ans Finanzamt abführen. Darum soll er frühzeitig vorsorgen, dass er die Umsatzsteuer auch in Rechnung stellt. Wenn er erst abwartet, bis das Finanzamt ihn auffordert, demnächst die Umsatzsteuer abzuführen, ist das Folgejahr bereits weit fortgeschritten und die Umsatzsteuer muss rückwirkend abgeführt werden. Darum soll der Kleinunternehmer beim Finanzamt rechtzeitig die Umsatzsteuerpflicht beantragen.
Diese Thema habe ich in einem Blogartikel ausführlich beschrieben, siehe: http://lifos-gmbh.de/kleinunternehmerregelungsgrenze-ueberschritten-was-dann/. Daran kannst Du die Problematik bestimmt nachvollziehen. Wenn nicht, dann schreibe es mir!
Torben Niemeier sagt:
10. August 2016 um 17:12
meine Frage ist ähnlich wie die von Sebastian vom 9. Januar. Ich bin gewerblich tätig und habe im letzten Jahr die 17.500 erstmals und relativ deutlich überschritten. Folglich bin ich ab diesem Jahr kein Kleinunternehmer mehr, soweit habe ich verstanden. Nun ist es bei mir so, dass ich (um Steuern einzusparen, da ich dieses Jahr deutlich weniger arbeiten werde), einen Teil der von mir erbrachten Leistungen des letzten Jahres erst dieses Jahr in Rechnung gestellt habe. Ich war der Meinung, dass das so ok ist, da die Leistungen im letzten Jahr erbracht wurden, wo ich noch Kleinunternehmer war. Um das klarzustellen: ich habe die Rechnung erst Anfang diesen Jahres gestellt und nicht wie Sebastian noch im Vorjahr; dies scheint mir der Unterscheid zu sein. Muss ich die Umsatzsteuer nachträglich in Rechnung stellen?
11. August 2016 um 18:04
ok, in diesem Jahr bist Du kein Kleinunternehmer mehr und musst jetzt in Deine Rechnungen an Deinen Kunden die Umsatzsteuer aufschlagen. Das machst Du ja schon. Gut!
Alle Rechnungen, die Du in diesem Jahr erstellt hast, musst Du die Umsatzsteuer berücksichtigen. Diese Regelung gilt für die Kaufleute, die eine Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG durchführen. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer in dem Jahr versteuert und gezahlt werden muss, in dem die Rechnung geschrieben wurde bzw. in dem Jahr, wo das Geld dem Konto gutgeschrieben wurde (Istversteuerung).
Der Bilanzierer muss seine Rechnung in dem Jahr schreiben und die Umsatzsteuer zahlen, in dem die Leistung erbracht wurde. Auch wenn die Zahlung im neuen Jahr erfolgt ist. Der Bilanzierer muss also die Umsatzsteuer vorfinanzieren.
Als Kleinunternehmer hast Du bestimmt keine Bilanz erstellt, richtig? Somit ist Deine Frage damit beantwortet. Du musst also die Umsatzsteuer in Deiner Rechnung berücksichtigen, obwohl die Leistung im alten Jahr erbracht wurde. Die Umsatzsteuer solltest Du dann den Kunden in Rechnung stellen. Ansonsten vermindert sich der Gewinn um die nicht berücksichtigte Umsatzsteuer.
Siglinde Marian-Stolz sagt:
13. August 2016 um 0:30
seit Stunden lese ich mit großen Interesse viele Anfragen , und Antworten was so Alles geschehen kann , wenn man Kleinunternehmer ist ,- und was man so beachten sollte.
Nun meine Frage.: Leider habe ich erst im vergangenen Monat den Jahresabschluss 2015 erledigt,-Nun kam das böse Erwachen.
Umsatz 24,000,00 Euro.
Also falle ich , bzw. mein Mann aus der Kleinunternehmen Regelung raus.
Was für ein Gewerbe betreiben wir ? Ich selbst bin Altersrentner , mein Mann hat einen AV mit Gebrauchsgegenständen, welche zu 90% von Wohnung Auflösungen stammen, Konkret : Mein Mann löst Wohnung auf -erfolgt Angebot der Auflösung .Noch verwertbares Inventar erfolgt Versuch zu verkaufen.Die Ware wird dann von uns ausgepreist. Leider oft aber nicht so verkauft. Jede verkaufte Ware erfolgt Abrechnung über Kasse-mit Bon .Bis Dato ohne MWST.
10 % erfolgt Ankauf, meist von hochwertigen Möbeln usw. Hier dann Ankauf mit Quittung und genauer Angabe was angekauft wurde -mit Preis und von Wem.
Ich habe nun von allen Posten , egal ob Wohnungsauflösung,oder Laden Umsatz oder Auftrag zusammen gerechnet ,und das Ergebnis per 31.12.2015 = 24,000,00 Euro
Habe ich nun richtig gerechnet ? Umsatz im Laden wurde monatlich abgerechnet per Kasse.
Wohnung Auflösung erfolgte mit Angebot ohne MWST . Verkauf vom Ankauf erfolgte auch ohne MWST.
Ich verkaufe nur alte Ware von Privatpersonen.Ist es Sinnvoll eine Differenzbesteuerung durchzuführen? Doch wie soll ich das machen? Es sind ja viele kleine Dinge die ich im Laden anbiete.Bei den Ankauf sehe ich keine Schwierigkeiten.
Wie ist es bei den Wohnung Auflösungen ? Wenn ich 2016 MWST abführen soll , muß ich es ja ab den 1.1. 2016
Ok -bei den Aufträgen werde ich das nun selbst vom Gewinn tragen , Wie erfolgt nun dann die Berechnung ? Über Konto- Kasse oder?
Wie erfolgt die rückwirkende Berechnung Umsatz im Laden von gebrauchen Ware aus Wohnung Auflösung ? Und wie erfolgt die rückwirkende Berechnung bei angekaufter Ware ?
2015 habe ich auch alle Umsätze , egal was zusammen gerechnet , Hab das aber noch nicht beim Finanzamt abgegeben , Ist die Berechnung falsch ?Mit freundlichen Grüßen Siglinde Marian-Stolz
14. August 2016 um 12:10
Ob Du richtig gerechnet hast, kann ich nicht nachvollziehen, weil ich keine Belege vorliegen habe. Wenn Du allerdings jeden getätigten Umsatz in 2015 addiert hast und dann auf 24.000 Umsatz kommst, dann ist es richtig, dass ist Dein Mann ab 01.01.2016 kein Kleinunternehmer mehr. Ab 01.01.2016 muss Dein Mann optieren, d.h. muss auf die Rechnungen Umsatzsteuer draufrechnen und die Umsatzsteuer minus Vosteuer (die Umsatzsteuer, die Du selber zahlst) ans Finanzamt abführen.
Die Berechnung der Umsatzsteuer erfolgt immer auf den Verkaufspreis. Beispiel: Du verkaufst ein Produkt über 100 Euro. Dann musst Du 19 Euro als Umsatzsteuer da draufschlagen, egal, ob die Einnahmen per Kasse oder Bankgutschrift erfolgt sind.
Die rückwirkende Berechnung wird so vonstatten laufen. Wenn Du von Januar bis heute z.B. 10.000 Euro erwirtschaftet hast, wird das Finanzamt 1.900 Euro veranschlagen. Das heißt, Du musst in der Steuererklärung diese Summen eintragen und 1.900 Euro minus Deine Vorsteuer ans Finanzamt abführen.
Wenn Du Ware von Privat einkaufst, erfolgt dies in der Regel immer ohne Umsatzsteuer. Somit kannst Du dafür keine Vorsteuer geltend machen. Nur wenn Du Ware einkaufst von einem Unternehmer, der selber umsatzsteuerpflichtig ist, kannst Du die Umsatzsteuer als Vorsteuer von der Umsatzsteuer-Zahllast abziehen.
Eine Differenzbesteuerung ist nur für sinnvoll von den Artikel, die von z.B. von Privatpersonen gekauft wurden. Siehe dazu den folgenden Artikel im Internet: https://www.hk24.de/produktmarken/beratung-service/recht_und_steuern/steuerrecht/umsatzsteuer_mehrwertsteuer/umsatzsteuer_mehrwertsteuer_national/Differenzbesteuerung/1167726. Die Umsätze von den Wohnungsauflösungen unterliegen voll der Umsatzsteuer und unterliegen nicht der Doppelbesteuerung. Grund: Die Artikel aus der Wohnungsauflösung wurden nicht gekauft und gewerbsmäßig verkauft. Sondern diese Artikel hat Dein Mann kostenlos erhalten.
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