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Timestamp: 2016-10-23 22:17:28
Document Index: 2163168

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'Art. 82', 'Art. 73', 'Art. 89', 'Art. 42', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 55', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 29', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 131', 'Art. 57', 'Art. 181', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 44', 'Art. 38', 'Art. 138', 'Art. 169', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_284/2014 (02.12.2014)
2C_284/2014 � � Urteil vom 2. Dezember 2014
Bundesrichter Kneub�hler,
Dienststelle Steuern des Kantons Luzern,
Steuerstrafe / Busse (Steuerperiode 2009),
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Luzern, 4. Abteilung, vom 5. Februar 2014.
Die A.________ AG ist eine in Risch-Rotkreuz, Kanton Zug, domizilierte Gesellschaft, wo sie auch der unbeschr�nkten Steuerpflicht unterliegt. Sie besitzt in Honau, Kanton Luzern, Stockwerkeigentum, weswegen sie dort zun�chst bis und mit 2008 beschr�nkt steuerpflichtig war. Der Kanton Luzern erw�gt, ab 1. Januar 2009 die unbeschr�nkte Steuerpflicht zu beanspruchen. Dementsprechend forderte die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern nach Eingang der Steuererkl�rung 2009 am 19. April 2011 fehlende Kontendetails ein. Mit Ausweiseinforderung vom 8. September 2011 verlangte sie weitere Unterlagen, unter anderem die gesamte Buchhaltung der Steuerperiode 2009 inklusive Hauptbuchkonten mit s�mtlichen Belegen. Nachdem die A.________ AG der Aufforderung trotz Mahnung nicht nachgekommen war, auferlegte ihr die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern am 17. November 2011 eine Busse von Fr. 500.--. Eine Einsprache gegen die Bussenverf�gung hiess die Steuerkommission der Dienststelle Steuern wegen Verfahrensfehlern gut, hob die Bussenverf�gung auf und ordnete die Wiederholung des Auflageverfahrens an. Nach erneuter Ausweiseinforderung vom 20. Juni 2012 bestritt die A.________ AG deren Rechtm�ssigkeit, da sie im Kanton Luzern weder eine Betriebsst�tte unterhalte noch eine entsprechende T�tigkeit aus�be. Nach erneuter Mahnung und Androhung einer Busse sprach die Dienststelle Steuern mit Verf�gung vom 17. Oktober 2012 die A.________ AG der Verletzung von Verfahrenspflichten schuldig und bestrafte sie mit einer Busse von Fr. 500.--. Eine Einsprache wies die Steuerkommission mit Entscheid vom 20. Dezember 2012 ab und auferlegte der A.________ AG die Verfahrenskosten von Fr. 100.--.
Die gegen diese Bussenverf�gung erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht des Kantons Luzern mit Urteil vom 5. Februar 2014 ab, soweit es darauf eintrat.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die A.________ AG dem Bundesgericht im Wesentlichen, es sei der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 5. Februar 2014 aufzuheben und die Sache zur Durchf�hrung eines fairen und unabh�ngigen Verfahrens an die Vorinstanz bzw. die Steuerkommission der Dienststelle Steuern zur�ckzuweisen.
�Die Steuerkommission der Dienststelle Steuern des Kantons Luzern schliesst auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Kantonsgericht Luzern stellt keinen ausdr�cklichen Antrag.
1.1.�Angefochten ist ein Entscheid des Kantonsgerichts Luzern in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, die unter keinen Ausschlussgrund gem�ss Art. 83 BGG f�llt und daher mit Beschwerde an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 73 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG, SR 642.14]). Die Beschwerdef�hrerin ist durch die angefochtene Entscheidung besonders ber�hrt und gest�tzt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten legitimiert. Die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 42 und 100 BGG) ist zul�ssig.
1.2.�Mit der Beschwerde k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft die Anwendung des harmonisierten kantonalen Steuerrechts durch die kantonalen Instanzen gleich wie Bundesrecht mit freier Kognition. In den Bereichen, in denen das Steuerharmonisierungsgesetz den Kantonen einen gewissen Gestaltungsspielraum bel�sst oder keine Anwendung findet, beschr�nkt sich die Kognition des Bundesgerichts auf Willk�r (BGE 134 II 207 E. 2 S. 210; 130 II 202 E. 3.1 S. 205 f.; Urteil 2C_95/2013, 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 1.6, in: StE 2013 B 22.2 Nr. 28). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
1.3.�Vorliegend geht es um eine rein kantonalrechtliche Angelegenheit. Die Bussenverf�gung erging im Zusammenhang mit den beh�rdlichen Abkl�rungen �ber ein allf�lliges Hauptsteuerdomizil im Kanton Luzern. Das Steuerharmonisierungsgesetz enth�lt in den Vorschriften zum Steuerstrafrecht (Art. 55 ff. StHG) keine Bestimmungen zum Verfahren, das bei der Ahndung von Verfahrenspflichtverletzungen zur Anwendung kommt. Die Ausgestaltung des Bussenverfahrens ist somit Sache des kantonalen Gesetzgebers (Roman Sieber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, N. 4 zu Vorb. Art. 55-58 StHG). Das Bundesgericht pr�ft die kantonalrechtlichen Verfahrensbestimmungen und deren Anwendung durch das kantonale Gericht nur unter dem Gesichtswinkel der verfassungsm�ssigen Rechte und insbesondere des Willk�rverbots (BGE 134 II 207 E. 2 S. 210; 130 II 202 E. 3.1 S. 205 f.; Urteil 2C_95/2013, 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 1.6, in: StE 2013 B 22.2 Nr. 28). Hierf�r gilt die qualifizierte R�gepflicht gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG.
2.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt explizit eine Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Geh�r und auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV). Sie legt ausf�hrlich dar, dass sie im Bussenverfahren das Recht auf eine m�ndliche Anh�rung habe, was auch durch das Kantonsgericht best�tigt worden sei. Das Kantonsgericht berufe sich auf eine Vorladung zu einer m�ndlichen Verhandlung f�r den 3. September 2013, die sie aber nie erhalten habe. Von einer Einladung zur Abholung einer mit eingeschriebener Post spedierten Sendung habe sie ebenfalls keine Kenntnis. Sie habe mit einer solchen Vorladung auch nicht rechnen m�ssen, nachdem sie bereits mit Schreiben vom 17. Mai 2013 dem Kantonsgericht mitgeteilt habe, dass sie resp. ihr Handlungsbevollm�chtigter (ab sofort) bis Mitte Juli 2013 landesabwesend sei, und sie darum gebeten habe, Zustellungen in der Periode vom 15. Juli bis 15. August 2013 vorzunehmen. Am 27. August 2013 habe sie dem Kantonsgericht zudem per Fax und A-Post erneut mitgeteilt, dass sie, d.h. ihr Handlungsbevollm�chtigter, sich ab sofort bis 15. Oktober 2013 im Ausland aufhalte.
2.2.�Diese R�gen gen�gen den Begr�ndungsanforderungen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Anspruch auf rechtliches Geh�r ist formeller Natur. Das heisst, seine Verletzung f�hrt ungeachtet der Frage der materiellen Begr�ndetheit der Beschwerde zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 I 187 E. 2.2 S. 190 mit Hinweisen). Auch der Anspruch auf ein faires Verfahren ist ein solches formales Prinzip (BGE 139 I 121 E. 4.2.1 S. 124 mit Hinweis). Die genannten R�gen sind vorab zu pr�fen. Erweist sich eine dieser R�gen als begr�ndet, sind die weiteren Einwendungen, welche die Beschwerdef�hrerin insbesondere zur Mitwirkungspflicht und zur Verh�ltnism�ssigkeit der angeordneten Ausweiseinforderung erhebt, nicht zu pr�fen.
3.1.�Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil (E. 3.2) erwogen, die Dienststelle Steuern habe es vers�umt, dem einzigen Verwaltungsrat und Organ der Beschwerdef�hrerin, B.________, im Bussen- oder sp�testens im Einspracheverfahren Gelegenheit zu geben, sich m�ndlich zum Vorwurf der Verfahrenspflichtverletzung zu �ussern. Damit habe es die Verwaltungsbeh�rde unterlassen, die Schuldform zu kl�ren sowie die individuellen Strafzumessungsgr�nde zu ermitteln, und habe sie gegen�ber der Beschwerdef�hrerin den im Strafverfahren besonders qualifizierten Geh�rsanspruch, n�mlich auf pers�nliche Anh�rung, verletzt. Die Geh�rsverletzung k�nne aber im Rechtsmittelverfahren ausnahmsweise geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz �ber dieselbe Kognition verf�ge wie die Vorinstanz, davon tats�chlich Gebrauch mache und dem Beschwerdef�hrer daraus kein Nachteil erwachse (Hinweis auf BGE 126 I 72 E. 2). Selbst eine schwerwiegende Geh�rsverletzung k�nne geheilt werden, wenn und soweit die R�ckweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unn�tigen Verz�gerungen f�hren w�rde, die mit dem (der Anh�rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer bef�rderlichen Beurteilung der Sache nicht vereinbar w�re (Verweisung auf BGE 133 I 201 E. 2.2).
3.2.�Diese Ausf�hrungen zeigen, dass die Vorinstanz selbst die Notwendigkeit einer m�ndlichen Anh�rung des einzigen Verwaltungsrats und Organs der Beschwerdef�hrerin, B.________, bejaht. Dem ist beizupflichten: In Frage steht eine Ordnungsbusse wegen Verletzung von Verfahrenspflichten im Veranlagungsverfahren. Ordnungsbussen im Veranlagungsverfahren gelten seit langem als echte Strafen (Roman Sieber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, N. 23 zu Art. 55 StHG, mit Hinweis auf das Urteil 2A.42/1994 vom 28. M�rz 1996 E. 3, in: ASA 66 S. 142; s. auch BGE 121 II 257 E. 4c/cc i.f. S. 268; so bereits K�nzig/Behnisch, Die direkte Bundessteuer, 2. Aufl. 1992, N. 4 zu Art. 131 BdBSt). Werden zum Vorteil einer juristischen Person Verfahrenspflichten verletzt, Steuern hinterzogen oder zu hinterziehen versucht, so wird die juristische Person geb�sst (Art. 57 Abs. 1 StHG; ebenso Art. 181 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1994 �ber die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]; � 217 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Luzern vom 22. November 1999 [StG; SRL 620]. Auch juristische Personen sind insofern deliktsf�hig (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, Kommentar zum Z�rcher Steuergesetz, 2013, N. 3 zu � 241 StG/ZH; s. auch BGE 139 I 72 E. 2 f�r kartellrechtliche Sanktionen; BGE 140 II 384 E. 3.3 f�r die Spielbankenaufsicht). Das Handeln der Organe einer juristischen Person ist damit dieser zuzurechnen. Einziger Verwaltungsrat und einziges Organ der Beschwerdef�hrerin ist B.________. Die Abkl�rung der Umst�nde und des Verschuldens rechtfertigen die pers�nliche (m�ndliche) Anh�rung des Organs der Beschwerdef�hrerin. Unter diesen Umst�nden besteht auch ein bundesrechtlicher aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessender Anspruch der Beschwerdef�hrerin, dass B.________ zu den Voraussetzungen der Busse und deren Bemessung m�ndlich einvernommen wird (BGE 140 I 68 E. 9.2 S. 74; 131 Ib 311 E. 7a S. 331 f. f�r das Hinterziehungsverfahren).
Zu pr�fen bleibt, ob die Beschwerdef�hrerin resp. B.________ zur �ffentlichen Verhandlung vom 3. September 2013 formrichtig vorgeladen wurde. Auch die Frage der formrichtigen Vorladung pr�ft das Bundesgericht nur unter verfassungsrechtlichen Aspekten, da es um die Anwendung von kantonalem Verfahrensrecht geht (vgl. vorn E. 1.3).
4.1.�Mit Vorladung vom 22. August 2013 forderte die Vorinstanz B.________ in Sachen Ordnungsbusse auf, zur �ffentlichen Verhandlung und zur Gew�hrung des �usserungsrechts am 3. September 2013, 9.00 Uhr, beim Kantonsgericht zu erscheinen. Die Vorladung wurde als eingeschriebene Briefpostsendung versandt. Gem�ss der Internetfunktion "Sendungsverfolgung" der Post wurde die eingeschriebene Briefpostsendung am Freitag, dem 23. August 2013, zur Abholung gemeldet. Am 27. August 2013 teilte B.________ dem Kantonsgericht per Telefax und mit Schreiben mit, er sei ab sofort bis 15. Oktober 2013 landesabwesend. Nach Eingang des Telefax versuchte der Gerichtsschreiber des Kantonsgerichts noch am selben Tag, B.________ telefonisch zu erreichen. Es schaltete sich jedoch nur der Telefonbeantworter ein mit dem Hinweis, dass das Sekretariat der A.________ AG im Sommer nur zeitweise besetzt sei und Anfragen an die Postadresse zu richten seien, wie einer Aktennotiz vom 27. August 2013 zu entnehmen ist. Am 2. September 2013 - nach Ablauf der siebent�tigen Frist zur Abholung der eingeschriebenen Briefpostsendung - retournierte die Post die nicht abgeholte Vorladung an das Kantonsgericht. Zur �ffentlichen Verhandlung vom 3. September 2013 erschien B.________ nicht. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend (vorn E. 2.1), sowohl die Vorladung als auch die Abholungseinladung nicht erhalten zu haben.
4.2.�Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelten beh�rdliche Sendungen in Prozessverfahren nicht erst dann als zugestellt, wenn der Adressat sie tats�chlich in Empfang nimmt. Es gen�gt, wenn die Sendung in den Machtbereich des Adressaten gelangt, so dass er sie zur Kenntnis nehmen kann. Wird der Empf�nger einer eingeschriebenen Briefpostsendung oder Gerichtsurkunde nicht angetroffen und wird daher eine Abholeinladung in seinen Briefkasten oder in sein Postfach gelegt, so wird die Sendung in jenem Zeitpunkt als zugestellt betrachtet, in welchem sie auf der Poststelle abgeholt wird. Geschieht dies nicht innert der Abholfrist, die sieben Tage betr�gt, wird angenommen, dass die Sendung am letzten Tag dieser Frist zugestellt wurde. Diese sogenannte Zustellfiktion rechtfertigt sich, weil f�r die an einem Verfahren Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glauben die Pflicht besteht daf�r zu sorgen, dass beh�rdliche Akte ihnen zugestellt werden k�nnen. Diese Rechtsprechung gilt mithin w�hrend eines h�ngigen Verfahrens und wenn die Verfahrensbeteiligten mit der Zustellung eines beh�rdlichen oder gerichtlichen Entscheides oder einer Verf�gung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit rechnen m�ssen (BGE 138 III 225 E. 3.1 S. 227 f.; 130 III 396 E. 1.2.3 S. 399; Urteil 2P.120/2005 vom 23. M�rz 2006 E. 3, in: StE 2006 B 93.6 Nr. 27, ZBl 108/2007 S. 46, RDAF 2008 I 473). Auf Bundesebene ist diese Rechtsprechung nunmehr ins Gesetz �berf�hrt worden (Art. 20 Abs. 2bis VwVG, Art. 44 Abs. 2 BGG, Art. 38 Abs. 2bis ATSG; so jetzt auch Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO).
�Die Frist von sieben Tagen war fr�her in Art. 169 Abs. 1 lit. d und e der Verordnung I zum Postverkehrsgesetz (AS 1967 S. 1462) vorgesehen und ist heute in den Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen "Postdienstleistungen" der Post enthalten. Diese Frist bleibt nach der Rechtsprechung weiterhin anwendbar (BGE 130 III 396 E. 1.2.3 S. 399; 127 I 31 E. 2a/aa S. 34). Abweichende Abmachungen mit der Post sind zwar zul�ssig, doch k�nnen sie die Frist von sieben Tagen f�r die Zustellfiktion nicht hinausschieben. Auch ein Zur�ckbehaltungsauftrag gegen�ber der Post vermag den Zeitpunkt, ab welchem die Zustellfiktion greift, nicht hinauszuschieben (BGE 134 V 49 E. 4 S. 51 f.).
�Diese Grunds�tze zur Zustellfiktion gelten unter dem Vorbehalt, dass die Kantone f�r ihr Verfahren keine abweichenden Vorschriften aufgestellt haben. �bernehmen die kantonalen Beh�rden die dargelegten Grunds�tze, weil eine kantonale Regelung fehlt, so hat das Bundesgericht auch deren Anwendung nur daraufhin zu pr�fen, ob sie verfassungsm�ssige Rechte verletzt (BGE 116 Ia 90 E. 2b S. 92; 115 Ia 12 E. 3a S. 15; Urteil 2P.120/2005 vom 23. M�rz 2006 E. 3, in: StE 2006 B 93.6 Nr. 27, ZBl 108/2007 S. 46, RDAF 2008 I 473).
4.3.�Vorliegend wurde die Postsendung mit der Vorladung vom 22. August 2013 der Beschwerdef�hrerin mit Abholungseinladung am Freitag, dem 23. August 2013, gemeldet. Die Vorladung gilt daher gem�ss der Zustellfiktion mit Ablauf der Abholfrist von sieben Tagen am Freitag, dem 30. August 2013, als zugestellt. Die Beschwerdef�hrerin wendet demgegen�ber ein, dass sie resp. B.________ keine Kenntnis von einer Abholungseinladung durch die Post gehabt h�tten.
�Dazu ist Folgendes zu bemerken: Fehler in der Postzustellung liegen nicht ausserhalb jeglicher Wahrscheinlichkeit, so dass damit nicht zu rechnen w�re, sie sind aber auch nicht zu vermuten (Urteil 2C_570/2011 vom 24. Januar 2012 E. 4.3, in: StR 67/2012 S. 301). Insofern kann vorliegend von einer nat�rlichen Vermutung ausgegangen werden, dass die Einladung zur Abholung der eingeschriebenen Briefpostsendung ordnungsgem�ss erfolgt ist. Die allgemein gehaltene Bestreitung der Beschwerdef�hrerin vermag demgegen�ber die nat�rliche Vermutung nicht zu entkr�ften. Es darf somit davon ausgegangen werden, dass die Vorladung am 30. August 2013 zugestellt worden ist.
5.1.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet sodann auch die Wahl des Zeitpunktes f�r die Vorladung zur m�ndlichen Verhandlung und dass die Frist bis zur Verhandlung unverh�ltnism�ssig kurz bemessen sei. Da sie bereits mit Schreiben vom 17. Mai 2013 die Vorinstanz gebeten habe, allf�llige Mitteilungen in der Periode vom 15. Juli 2013 bis 15. August 2013 vorzunehmen (vgl. vorne E. 2.1), habe sie nicht mit einer Zustellung bereits am 22. August 2013 rechnen m�ssen. Eine Vorladung zur Verhandlung, deren Frist f�r die Zustellung bzw. Abholung einen Arbeitstag vor der angesetzten Verhandlung ablaufe, verhindere zudem, dass sich eine Partei von einem Rechtsbeistand begleiten lassen k�nne. Die Beschwerdef�hrerin beruft sich auf das Grundrecht auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV), das verletzt worden sei. Sinngem�ss macht sie zudem eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben gem�ss Art. 9 BV geltend, wenn sie ausf�hrt, sie habe nicht bereits am 22. August 2013 mit einer Vorladung rechnen m�ssen. Diese R�gen sind im Folgenden zu pr�fen.
5.2.�Wie bereits erw�hnt, wurde die Postsendung mit der Vorladung am Freitag, dem 23. August 2013, zur Abholung gemeldet und lief die Frist von sieben Tagen zur Abholung der Briefpostsendung am Freitag, dem 30. August 2013, ab. Bereits am Dienstag, dem 27. August 2013, teilte B.________ dem Kantonsgericht mit Schreiben und per Telefax mit, er sei ab sofort bis Mitte Oktober 2013 landesabwesend. In diesem Zeitpunkt w�re aber eine Verschiebung der Verhandlung noch ohne Weiteres m�glich gewesen. Die Mitteilung der Beschwerdef�hrerin vom 27. August 2013 h�tte daher nach Treu und Glauben auch als Gesuch um Verschiebung der Verhandlung entgegengenommen und behandelt werden k�nnen.
�Ein Gericht ist zwar nicht grunds�tzlich verpflichtet, sich nach den Pr�ferenzen der Parteien f�r eine Anh�rung zu richten. Zudem darf an sich mit der Erreichbarkeit der Aktiengesellschaft gerechnet werden, da diese nicht wie eine nat�rliche Person in die Ferien reisen kann. Wenn es aber keine besonderen Gr�nde gibt, die einer Verschiebung der Verhandlung entgegen stehen, sollte sich das Gericht flexibel zeigen. Denn es geht darum, das richtige Recht zu finden. Insofern ist das Prozessrecht nicht Selbstzweck, sondern dient der Rechtsverwirklichung, und ist ein �berspitzter Formalismus zu vermeiden (vgl. BGE 139 III 457 E. 4.4.3.3 S. 463 f.; 135 I 6 E. 2.1). Es ist vorliegend zudem kein Grund ersichtlich, der Beschwerdef�hrerin eine Verschiebung zu verweigern. Besondere Gr�nde, die Befragung sehr rasch durchzuf�hren, gab es nicht. Eine Verj�hrung drohte nicht (vgl. � 142 StG/LU). Soweit ersichtlich, hat sich die Beschwerdef�hrerin gegen�ber dem Gericht kooperativ gezeigt und die Abwesenheiten ihres einzigen Organs jeweils gemeldet.
5.3.�Dazu kommt, dass die Vorinstanz das Schreiben der Beschwerdef�hrerin vom 17. Mai 2013 falsch verstanden hat, indem sie die Anwesenheit des Organs der Beschwerdef�hrerin vom 17. Mai 2013 bis 15. August 2013 als�
Ab�wesenheit und nicht als�
An�wesenheit auslegte, wie das Kantonsgericht in seiner Vernehmlassung einr�umt. Das d�rfte auch die relativ kurze Frist, die zwischen der Vorladung und dem Verhandlungstermin liegt, erkl�ren. Das Versehen des Gerichtes vermag aber - bei objektiver Betrachtungsweise - die kurze Frist nicht zu rechtfertigen. Das Festhalten der Vorinstanz am Verhandlungstermin ohne M�glichkeit der Verschiebung bedeutet daher einen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben.
�Die R�ge wegen Verletzung des Vertrauensgrundsatzes ist somit begr�ndet. Die Beschwerde ist gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Weiterf�hrung des Verfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Da der Kanton unterliegt, sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens ihm aufzuerlegen (Art. 65 f. BGG). Der Beschwerdef�hrerin sind keine Kosten, welche Anspruch auf eine Parteientsch�digung geben (Art. 68 BGG), entstanden.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Kantongerichts Luzern vom 5. Februar 2014 wird aufgehoben und die Sache zur Weiterf�hrung des Verfahrens und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Kanton Luzern auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung und dem Kantonsgericht Luzern, 4. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 2. Dezember 2014