Source: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211903
Timestamp: 2018-12-13 03:51:28
Document Index: 290356259

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 21', '§ 11', '§ 11', '§ 38', '§ 72', '§ 73', '§ 4', '§ 5', '§ 31', '§ 20', '§ 37']

(GVBl.II/97, [Nr. 35], S.882)
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Dallgow-Döberitz, Priort und Elstal (Landkreis Havelland) sowie der Gemeinde Fahrland (Landkreis Potsdam-Mittelmark) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Döberitzer Heide".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 3.415 Hektar. Es umfaßt folgende Flächen:
im Landkreis Havelland: amtsfreie Gemeinde Dallgow-Döberitz:
Gemarkung Dallgow
Flur 5 Flurstücke 298 anteilig, 301 anteilig und 302/4 anteilig,
Gemarkung Döberitz
Flur 1 Flurstücke 1-32,
Flur 2 Flurstücke 1-9,
Flur 3 Flurstücke 1-12,
Flur 4 Flurstücke 2-9,
Flur 5 Flurstücke 2 anteilig, 3-25,
Flur 8 Flurstücke 8, 9 anteilig, 10 anteilig, 13 anteilig, 14,
Flur 9 Flurstücke 2 anteilig, 3 anteilig, 4 anteilig, 12 anteilig, 13, 14, 15 anteilig,
Flur 10 Flurstücke 30, 31
Flur 12 Flurstücke 1-35, 36/1, 36/2,
Flur 13 Flurstück 24,
Flur 15 Flurstücke 1-10,
Flur 16 Flurstücke 1-3, 5-26,
Flur 17 Flurstücke 1-31,
Amt Wustermark: Gemeinde Priort,
Gemarkung Priort
Flur 1 Flurstücke 90-95, 96 anteilig, 97-105, 107-110, 112-138, 140-143,
Flur 2 Flurstück 50,
Gemeinde Elstal,
Gemarkung Elstal
Flur 18 Flurstücke 5 anteilig, 6,
Flur 21 Flurstücke 4-7, 10-22,
Amt Fahrland: Gemeinde Fahrland,
Gemarkung Fahrland
Flur 4 Flurstücke 168-227.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte im Maßstab ca. 1:87.000, einer topographischen Karte im Maßstab 1:10.000 und in 19 Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand der Linie. Im Zweifelsfall ist die Einzeichnung in die Flurkarte maßgeblich. Der Geltungsbereich der Maßgaben zur forstlichen Nutzung gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 ergibt sich aus der Grenze des Naturschutzgebietes in Verbindung mit der Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000. Die Karten sind Teil dieser Verordnung. Die Karten können beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Havelland, untere Naturschutzbehörden, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Lebensstätte seltener, in ihrem Bestand bedrohter und wildlebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von
Schilfröhrichten, Mooren sowie eng miteinander vernetzten Kleingewässern, die als ausgedehnte Lebens- und Ruheräume für eine arten- und individuenreiche Flora mit überdurchschnittlich vielen seltenen und bestandsbedrohten Arten (z.B. verschiedenen Orchideenarten, Wiesenküchenschelle (Pulsatilla pratensis), Rosmarinheide (Andromeda polifolia)) dienen,
Niederwäldern und aufgelassenen Hutewäldern, trockenen Eichen-Birken- Wäldern und naturnahen Vorwäldern,
Trockenrasen, Heiden, offenen Sandflächen und nährstoffarmen Ruderalfluren;
als Lebensstätte bestandsbedrohter wildlebender Tierarten, insbesondere
als Brut-, Nahrungs- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten (z.B. Wasser- und Watvögel),
als Rückzugsgebiet für bestandsbedrohte Arten der Wirbellosenfauna (z.B. Libellenarten, Kurzflügler, Zweiflügler, Hautflügler, Krebsarten);
aus ökologischen und wissenschaftlichen Gründen zur Einrichtung von Bio-Monitoringflächen sowie
wegen der besonderen Eigenart des Gebietes auf Grund seiner mosaikartigen, eng miteinander vernetzten Biotopstrukturen.
(1) Vorbehaltlich der nach § 5 dieser Verordnung zulässigen Handlungen sind im Naturschutzgebiet gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können.
Pflanzenschutzmittel oder Mittel zur Steuerung biologischer Prozesse beziehungsweise Wachstumsregulatoren auf Grünlandflächen anzuwenden;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung der in die Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als bisher bewirtschafteter Wald (fo) eingezeichneten Flächen Nr. 287, 288, 294 und 295 mit der Maßgabe, daß
die forstliche Bewirtschaftung der in die Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als Wald (w) ausgewiesenen Flächen unter grundsätzlicher Beachtung der Prinzipien der naturnahen Waldwirtschaft erfolgt, das heißt, daß aa) natürlich ungleicher Altersaufbau erhalten und gefördert wird, bb) Naturverjüngung gegenüber einer künstlichen Bestandesbegründung zu bevorzugen ist, cc) bei der Wiederaufforstung die Verwendung fremdländischer Baumarten verboten ist, dd) bei künstlicher Bestandesbegründung nur Arten der potentiell natürlichen Vegetation verwendet werden, ee) ein Anteil von 10 Prozent Totholz am aufstockenden Bestand angestrebt wird beziehungsweise zu belassen ist,
bei forstlicher Nutzung der in der Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als Niederwald und Hutewald (w2) ausgewiesenen Flächen Nr. 42, 45, 166 und 191 die Baumartenzusammensetzung und das Bestandesgefüge durch geeignete Maßnahmen, wie Niederwaldwirtschaft oder Beweidung, zu erhalten ist,
die in der Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als Wildnisgebiet (wi1) (Sukzessionsflächen) beziehungsweise als Wildnisgebiet (wi2) (Wald und einige Moore) ausgewiesenen Flächen von einer Bewirtschaftung ausgenommen bleiben,
die in der Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als Offenfläche (o) (Bestand oder zukünftig, periodische Pflege) ausgewiesenen Flächen durch periodische Pflegemaßnahmen erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden sollen; Sukzessionsstadien, die einen Deckungsgrad von über 30 Prozent und eine durchschnittliche Höhe von mindestens 2 Metern auf einer Fläche von mindestens 0,5 Hektar und mindestens 30 Meter Breite aufweisen, sind als Vorwaldstadium zu behandeln;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße Ausübung der fischereiwirtschaftlichen Flächennutzung;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß zum Schutz der brütenden Wat- beziehungsweise durchziehenden Zugvögel
die Jagd in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni eines jeden Jahres und innerhalb der in die Karte mit Maßgaben zur forstlichen Nutzung im Maßstab 1:25.000 als Wildnisgebiet (wi1) (Sukzessionsflächen) beziehungsweise als Wildnisgebiet (wi2) (Wald und einige Moore) eingezeichneten Flächen ausschließlich vom Ansitz aus sowie im übrigen Gebiet von den Fahrwegen aus erfolgt,
die Ausbildung von Jagdhunden in Moorgebieten und die Prüfung von Jagdhunden verboten ist,
die Jagd auf Wasservögel auf den Moor- und sonstigen Feuchtgebietsflächen nur vom 16. November bis zum Ende der gesetzlichen Jagdzeit zulässig ist; wenn sich Zugvögel noch nicht oder nicht mehr im Naturschutzgebiet aufhalten, kann die untere Naturschutzbehörde auf Antrag Ausnahmegenehmigungen erteilen;
die im Sinne des § 38 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes bestimmungsgemäße Nutzung des bestehenden Standortübungsplatzes "Döberitzer Heide" zu Zwecken der Landesverteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung sowie die zur Aufrechterhaltung und Sicherung der militärischen Nutzung auf dieser Fläche erforderlichen Tätigkeiten, Maßnahmen und Einrichtungen;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und rechtmäßig bestehender Anlagen einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde; der Herstellung eines Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
die bisherige Gewässerbenutzung durch die vorhandenen Kläranlagen innerhalb des Naturschutzgebietes, sofern diese Anlagen am Ort verbleiben müssen und ertüchtigt werden sollen und die Gewässerbenutzung nicht über den ursprünglichen Umfang hinausgeht;
Von den Verboten und Geboten dieser Verordnung kann die oberste Naturschutzbehörde auf Antrag gemäß § 72 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Befreiung gewähren.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 verbotenen Handlungen vornimmt; dabei sind die Maßgaben nach § 5 entsprechend zu berücksichtigen.
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft auf Grund der §§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes und über den Schutz und die Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten auf Grund der §§ 20 bis 26c des Bundesnaturschutzgesetzes sowie der §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes unberührt.
Potsdam, den 24. November 1997