Source: http://flugrechte.eu/index.php?qa=4272&qa_1=annulierung-germanwings-anspruch-ausgleichszahlung-bahnticket
Timestamp: 2018-11-19 15:16:17
Document Index: 186799323

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art.7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art.7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8']

Nach Annulierung Germanwings Anspruch auf Ausgleichszahlung und Bahnticket - FLUGGASTRECHTE
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Gefragt 14, Sep 2015 in Flugannullierung von Anonym
wieder getaggt 14, Sep 2015 von admin
Die Grundlage für Ihre Ansprüche ist die Verordnung (EG) 261/2004.
Demnach könnten Sie bei einer erheblichen Abflugverspätung oder Flugannullierung einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung haben, sofern die Annullierung nicht auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch beim Ergreifen aller zumutbaren Maßnahmen nicht verhindern lassen hätten. Diese Ausgleichszahlung haben Sie auch anstandslos erhalten.
Darüber hinaus haben Sie einen Anspruch auf vollständige Erstattung des Flugpreises oder eine anderweitige Beförderung zum Endziel zur vergleichbaren Reisebedingungen. Art. 8, Abs. 1 sagt folgendes:
a) – der binnen sieben Tagen zu leistenden vollständigen Erstattung der Flugscheinkosten […]
Das würde heißen, dass die Fluggesellschaft sich auf jeden Fall um eine anderweitige Beförderungsmöglichkeit bemühen müssen hätte. Sie müssen Ihrerseits sich bei der Fluggesellschaft nach einem Alternativflug erkundigen.
Vgl. AG Geldern, Urt. v. 15.06.2014, Az: 3 C 579/12:
„Eine Erstattung von Flugkosten für einen anderweitigen Flug, nach der Annullierung des eigentlichen Fluges, setzt voraus, dass der Fluggast sich bei dem Luftfahrtunternehmen des annullierten Fluges nach Alternativflügen erkundigt.“
Meines Erachtens, es ist nicht relevant, dass hier die Rede vom Alternativflug ist. Die Fluggesellschaft ist grundsätzlich verpflichtet dafür zu sorgen, dass Sie trotz Annullierung an Ihrem Ziel ankommen, es sei denn – Sie akzeptieren die Erstattung des Flugpreises und organisieren Ihre Heimfahrt selbst.
D.h., die Erstattung der Flugkosten anstatt der Alternativbeförderung dürfte nur nach Ihrer Wahl erfolgen.
Beantwortet 16, Sep 2015 von seiun (3,510 Punkte)
die Ansprüche die ein Reisender gegen die Airline wegen Annullierung des Fluges geltend machen kann, ergeben sich in einem Fall wie Ihrem grundsätzlich aus der europäischen Fluggastrechte VO(EG) 261/2004. Gem. Art. 5 VO muss das Luftfahrtunternehmen dem Reisenden grundsätzlich im Fall einer Annullierung Unterstützungsleistungen gem. Art. 8 und 9 VO und Ausgleichsleistungen gem. Art.7 VO gewähren. In Ihrem Fall enthält Art. 8 die Regelungen zur Weiterbeförderung und Kostenerstattung. Dort heißt es nämlich:
D.h. grundsätzlich für Sie, dass Sie als Reisender das Wahlrecht haben, ob Sie die Kosten des Flugtickets erstattet verlangen wollen und sich auf eigene Kosten um den Rückweg kümmern oder ob Sie von der Airline eine Ersatzbeförderung zum Endziel verlangen. Unter einer solchen Ersatzbeförderung ist in einem Fall, indem kein anderer alternativer Flug zum Endziel verfügbar ist, unter Umständen auch eine Beförderung durch die Deutsche Bahn zu verstehen. In einem solchen Fall hätte sich allerdings die Airline auf ihre Kosten um die Ersatzbeförderung kümmern müssen, was in Ihrem Fall offenbar nicht geschehen ist. In einem solchen Fall haben Sie dann direkt aus Art. 8 Abs. 1 VO gegen die Airline einen Anspruch auf Erstattung der Zugticketkosten.
Das bedeutet vorliegend, dass nicht die Airline in Ihrem Fall zu entscheiden hat, ob sie Ihnen die Kosten für die Flugtickets oder für die Bahntickets erstattet, sondern Sie als Reisender.
Beantwortet 6, Okt 2015 von LindaH (6,840 Punkte)
In einem solchen Fall der Flugannullierung greifen in der Regel Ansprüche aus der EG-VO 261/2004.
In erster Linie denke ich da an Ausgleichszahlungen. Dazu ist allerdings zu sagen, dass solche nicht gezahlt werden müssen, wenn außergewöhnliche Umstände vorlagen. Des Weiteren müssen solche Zahlungen auch nicht gewährleistet werden, wenn Sie rechtzeitig (mindestens 2 Wochen im Voraus) über die Annullierung informiert wurden. Ihnen wurde allerdings erst kurz vorher, also weniger als sieben Tage vor Flugantritt von der Annullierung berichtet. Falls Ihnen einen Alternativflug angeboten wurde, der weniger als eine Stunde vor der planmäßigen Abflugszeit beginnt und weniger als zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit endet, hätten Sie auch keinen Anspruch auf solche Zahlungen. Dies war bei Ihnen allerdings nicht der Fall, demnach ergeben sich Ihre Ansprüche aus Art.7 der Verordnung. Gemäß diesem kommen also Ausgleichsleistungen in Betracht:
Diese 250 Euro haben Sie ja laut Sachverhalt auch erhalten.
Gemäß Art. 8 hatten Sie auch das Wahlrecht, ob Sie eine anderweitige Beförderung zu gleichwertigen Bedingungen möchten. Andernfalls könnten sie auch den Ticketpreis zurückverlangen und sich selbst um eine anderweitige Beförderung kümmern, was Sie auch getan haben. Da dies Kosten für die anderweitige Beförderung allerdings höher waren, müsste die Airline dies theoretisch auch übernehmen.
Im Zweifel wenden Sie sich einfach an einen Anwalt für Flug- und Passagierrechte.
Beantwortet 12, Nov 2015 von Cockpit1 (19,740 Punkte)
bei einer Annullierung des ursprünglichen Fluges können Sie einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen gegen Germanwings geltend machen.
Dementsprechend könnte hier ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen gemäßg Artikel 7 der Verordnung Nr. 261/2004/EG geltend gemacht werden.
Artikel 7 EG-Verordnung
Beachten Sie jedoch, dass die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlung leisten muss, wenn außergewöhnliche Umstände im Sinne des Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung Nr. 261/2004/EG Ursache der Verspätung waren.
Beantwortet 3, Dez 2015 von Addie (5,380 Punkte)
bei einer Annullierung können Sie einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der Europäischen Fluggastrechte Verordnung geltend machen. Dazu die folgenden Urteile:
Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich nach der zurückgelegten Entfernung. Bei einer Entfernung zwischen Dresden und Stuttgart liegt eine Entfernung von 412,41 km vor. Damit haben Sie bereits richtig erkannt, dass Ihnen ein Anspruch in Höhe von 250 Euro je Fluggast zustehen könnte.
Weiterhin können Sie einen Anspruch aus dem Art. 8 der Europäischen Fluggastrechte Verordnung geltend machen. Nach Art. 8 können sie entweder :
a) die vollständige Erstattung der Flugscheinkosten verlangen
b) eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zum frühstmöglichen Zeitpunkt oder
c) eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergelichbaren Reisebedingungen zu einem späteren Zeitpunkt nach Wunsch des Fluggastes.
Ihren Ausführungen lässt sich entnehmen, dass Sie die Ausgleichzahlungen im Wert von 250 Euro die Ihnen zustehen, bereits erhalten haben. Da Ihnen keine alternative Beförderung angeboten wurde, kam für Sie keine anderweitige Beförderung nach den Buchstaben b) und c) in Frage. Somit verblieb nur die vollständige Erstattung der Flugscheinkosten. Auch diese im Wert von 70 Euro haben Sie von Germanwings erstattet bekommen.
Grundsätzlich ist dem Artikel 8 eindeutig zu entnehmen, dass Sie ein Wahlrecht haben. Da Germanwings Ihnen keinen alternativen Flug anbieten konnte, haben Sie sich auf eigene Faust darum gekümmert. Die Kosten des Bahntickets belaufen sich auf 150 Euro und sind somit höher als die 70 Euro für das zurückerstattete Ticket. Danach müsste Germanwings Ihnen meiner Ansicht nach auch die Ihnen dadurch entstandene Differenz auszahlen.
Beantwortet 4, Dez 2015 von AGeo (4,780 Punkte)
Es handelt sich bei ihrem Flug um eine Annulierung.
Sie wurden nicht rechtzeitig informiert, daher kommt die Annulierung zum Tragen.
Es ergibt sich aus Art. 8 EG (VO) 261/2004, dass Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung stehen: