Source: http://www.v-dak.de/blog/pflegeverhaeltnis/
Timestamp: 2017-09-22 08:10:47
Document Index: 108223064

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 1632', '§ 44', '§ 1744', '§ 34', '§ 33']

﻿ Pflegeverhältnis | V-dak.de
Dauerpflege/Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII): bei länger andauernder Erziehungsunfähigkeit der Herkunftseltern (Gründe wie längerfristige Erkrankung, Suchtabhängigkeit, etc.) wird eine längere Aufnahme stattfinden. Hierbei kommt es nach entsprechender Zeit (abhängig vom Alter des Kindes) zu primären Bindungen des Kindes an die Pflegeeltern, die eine Rückführung erschweren oder verhindern. Dann wird ggf. ein Verbleiben des Kindes in der Pflegestelle angeordnet (§ 1632, Abs.4 BGB). Bei einer Vollzeitpflege wird eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes gem. § 44 SGB VIII benötigt. Auch die Aufnahme eines Kindes mit dem Ziel Adoption begründet ein Dauerpflegeverhältnis, jedoch noch keine Adoptionspflege.
Adoptionspflege: Zeitraum der Pflege nach (!) der Einwilligung der leiblichen Eltern in die Adoption (bzw. deren Ersetzung durch das Vormundschaftsgericht) und der eigentlichen Adoption eines Kindes. Hier gelten besondere rechtliche Rahmenbedingungen, siehe u.a. § 1744 BGB.
Sonderformen: Je nach Hilfebedarf können auch weitere Formen angetroffen werden; seien es Mischformen wie Wochenpflege, wo ein Kind unter der Woche bei Pflegeeltern und am Wochenende bei der Herkunftsfamilie lebt oder besondere Pflegeverhältnisse wie professionelle Erziehungsstellen (gemäß § 34 Sozialgesetzbuch VIII), wo pädagogisch ausgebildete und i.d.R. von einem Jugendhilfeträger angestellte Fachkräfte in ihre Familie seelisch besonders stark traumatisierte Kinder aufnehmen, die in normalen Pflegefamilien nicht aufgefangen werden könnten. Sozialpädagogische Pflegefamilien oder Sonder- bzw. Heilpädagogische Pflegefamilien und zusätzlich im Bereich des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe(LWL) Westfälische Pflegefamilien (WPF) sind Pflegeformen gemäß § 33 Sozialgesetzbuch VIII. Genau wie bei der Erziehungsstelle werden an die Qualifikation der Pflegeeltern besondere Anforderungen gestellt, die Pflegefamilien sind aber keine Angestellten eines Jugendhilfeträgers. Sie erhalten allerdings ein erhöhtes Pflegegeld, d.h. der Anteil für den Erziehungsaufwand ist entsprechend höher. Träger kann je nach Pflegeform das Jugendamt oder ein freier Jugendhilfeträger sein. Westfälische Pflegefamilien werden immer über einen Träger der freien Jugendhilfe betreut. Das Jugendamt schließt in diesem Fall mit dem Träger der WPF einen Pflegevertrag.