Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%201987,%20159
Timestamp: 2020-01-24 19:44:26
Document Index: 340023012

Matched Legal Cases: ['§ 108', '§ 108', '§ 184', '§ 184', '§ 41', '§ 15']

BFH, 25.11.1986 - IX R 51/82 - dejure.org
https://dejure.org/1986,2811
BFH, 25.11.1986 - IX R 51/82 (https://dejure.org/1986,2811)
BFH, Entscheidung vom 25.11.1986 - IX R 51/82 (https://dejure.org/1986,2811)
BFH, Entscheidung vom 25. November 1986 - IX R 51/82 (https://dejure.org/1986,2811)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1986,2811) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Bedeutung des Zeitpunktes des " Leistens" des Aufwandes für die Berücksichtigung von Aufwand bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung
BFH/NV 1987, 159
Die schwebend unwirksame Nießbrauchsbestellung konnte von der Beigeladenen zu 3 nach Erreichen der Volljährigkeit nicht mit steuerrechtlicher Wirkung für die Vergangenheit gemäß § 108 Abs. 3 BGB genehmigt werden (vgl. BFH-Beschluß vom 5. März 1981 IV R 150/76, BFHE 132, 563, 568, BStBl II 1981, 435; Urteile vom 25. November 1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159, 160, jeweils zu § 108 Abs. 3 BGB; in BFHE 131, 208, 212, BStBl II 1981, 297, 299 unter 2. b, zu §§ 184 Abs. 1, 1909 BGB).
Der Senat geht mit der auch vom FG zugrunde gelegten ständigen BFH-Rechtsprechung davon aus, daß Vereinbarungen unter nahen Angehörigen der Besteuerung grundsätzlich nur dann zugrunde zu legen sind, wenn sie bürgerlich-rechtlich wirksam abgeschlossen sind und sowohl die Gestaltung als auch die Durchführung des Vereinbarten dem zwischen Fremden Üblichen entspricht (vgl. auch das Senatsurteil vom 25. November 1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159, m.w.N.).
Denn ein Mietverhältnis zwischen nahen Angehörigen ist einkommensteuerrechtlich grundsätzlich anzuerkennen, wenn es bürgerlich-rechtlich wirksam wie unter Fremden vereinbart und tatsächlich durchgeführt ist (vgl. zum Darlehensvertrag das Senatsurteil vom 25. November 1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159).
Im Lichte der Rechtsprechung, wonach eine Genehmigung im Falle dinglicher, genehmigungspflichtiger Rechtsgeschäfte steuerrechtlich grundsätzlich keine Rückwirkung entfaltet, ist jedoch fraglich, ob die zivilrechtliche Rückwirkung im Streitfall steuerrechtlich zu berücksichtigen ist (zur steuerrechtlichen Wirkung ex nunc; vgl. m.w.N. BFH-Beschluss vom 29. Mai 2009, IX B 23/09, juris; s.a. BFH-Urteil vom 25. November 1986, IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159 ; a.A. FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606 ; differenzierend zu nicht genehmigungsbedürftigen Rechtsgeschäften s.a. BFH-Urteil vom 10. Februar 2015, IV R 23/13, BStBl. II 2015, 487, BFHE 249, 149 ).
Denn die Genehmigung durch das volljährig gewordene Kind bzw. den Ergänzungspfleger entfaltet im Gegensatz zum Zivilrecht (§ 184 Abs. 1 BGB) steuerrechtlich keine Rückwirkung (BFH-Urteil vom 13. Mai 1980 VIII R 75/79, BStBl II 1981, 297, 299; BFH-Urteil vom 25. November 1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159, 160; BFH-Urteil vom 23. April 1992 IV R 46/91, BStBl II 1024, 1025).
Selbst wenn die vom Klägervertreter in der mündlichen Verhandlung geltend gemachte Kenntnisnahme der Darlehensstände durch die volljährigen Kinder als nachträgliche steuerlich ohnehin nur in die Zukunft wirkende (BFH-Urteil vom 25.11.1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159, 160) Genehmigung des ursprünglichen Darlehensvertrages zu werten wäre, deutet die fehlende zivilrechtliche Formwahrung doch auf eine mangelnde Ernstlichkeit des Vertragsverhältnisses hin, die steuerlich eine private Veranlassung indiziert.
Die Genehmigung der Vereinbarung durch den volljährigen Sohn im Jahre 2003, die zivilrechtlich zurückwirkt, entfaltet steuerrechtlich keine Rückwirkung (BFH-Urteil vom 25. November 1986, IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159 m.w.N.), zumal der Zustand der schwebenden Unwirksamkeit über Jahre hinweg andauerte (vgl. BFH-Urteile vom 16. Dezember 1997, VIII R 38/94, BStBl II 1998, 339 m.w.N.; vom 23. April 1992, IV R 46/91, BStBl II 1992, 1024).
Die Rechtsprechung hat deshalb zutreffend die Anwendung des § 41 Abs. 1 AO 1977 bei formfehlerhaften Verträgen mit nahen Angehörigen verneint (vgl. BFH-Urteile vom 13. Mai 1980 VIII R 75/79, BFHE 131, 208, BStBl II 1981, 297 m. w. N.; vom 25. November 1986 IX R 51/82, BFH/NV 1987, 159 und Beschluß des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 20. November 1984 1 BvR 1406/84, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Einkommensteuergesetze ab 1975, § 15 Abs. 1 Nr. 2, Familienpersonengesellschaft, Rechtsspruch 8).
Da der Treuhänder aufgrund des Treuhandvertrages jedoch den Weisungen des Treugebers unterworfen ist und ausschließlich für dessen Rechnung tätig wird, sind die Einkünfte aus der Beteiligung steuerlich dem Treugeber zuzurechnen (vgl. BFH Urteil vom 25.11.1986 IX R 51/82 BFH NV 1987, 158; BFH Urteil vom 15.12.1987 VIII R 281/93, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1989, 16, 18).