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Timestamp: 2018-01-22 21:39:02
Document Index: 43393150

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 16', '§132', '§132']

Fiktive Betriebseinnahmen nach Stundenlohn von 8,50 Euro - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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12.11.2014, 16:29 #1
Fiktive Betriebseinnahmen nach Stundenlohn von 8,50 Euro
im Moment bin ich ziemlich verzweifelt!
Meine selbständige Tätigkeit (seit 2011) bringt leider noch immer kein anrechenbares Einkommen ein und somit stocke ich durchschnittlich um etwa 470 Euro monatlich auf. Plus natürlich die Kranken- und Pflegeversicherung.
Jetzt habe ich folgenden Brief (gekürzt) erhalten:
Sie gaben an, dass Sie 42 Wochenstunden für die Ausübung der selbständigen Tätigkeit aufbringen.
Ich fordere Sie auf die Aufwendungen den Kunden in Rechnung zu stellen und sich hierbei an dem ab 01.01.2015 geltenden Mindestlohn zu orientieren.
Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge leisten, werde ich die Einnahmen in der abschließenden EKS ab 12/14 entsprechend erhöhen (§ 3 Abs. 3 ALG II-V).
Würde also bedeuten, dass in der EKS für Dezember 2014 und Januar 2015 insgesamt 3.162 Euro als Einkommen angenommen werden.
Geteilt durch den Bewilligungszeitraum und gesetzt den Fall, dass ich in den vier Monaten davor tatsächlich etwa 80 Euro Einnahmen pro Monat habe, komme ich auf Einkommen von 580,33 Euro.
Macht ein anrechenbares Einkommen von 384,27 Euro.
Damit habe ich zwar "Glück" und bleibe während des Bewilligungszeitraumes wenigstens krankenversichert, aber dennoch werde ich nicht in der Lage sein diese mehr als 2.500 Euro zurückzuzahlen.
Unabhängig von den Schulden, die ich dann mit mir herumtragen werde, kommt ab Februar 2015 noch das Problem Krankenversicherungspflicht dazu.
Selbst wenn ich jemanden fände, der mir für meinen Lebensunterhalt ein Darlehen in Höhe von etwa 200 Euro monatlich zur Verfügung stellt, einen Dispo bei der Bank bekäme oder erst einmal 20 oder 30 Handyverträge abschlösse, bei denen man zu Beginn einen gewissen Geldbetrag bekommt, so kann ich die Krankenversicherung dennoch nie und nimmer bezahlen.
Dann kann aber leider die Krankenkasse das weitere Ausüben des Gewerbes verbieten, oder?
Ich habe den Eindruck, dass genau dieses Gewerbeverbot Sinn und Zweck der fiktiven Stundenlohnberechnung ist. Ich soll das Gewerbe endlich aufgeben.
Kann mir vielleicht jemand raten, wie ich diese fiktiven 1.500 Euro Betriebseinnahmen irgendwie umgehen kann?
Dieser § 3 Abs. 3 ALG II-V sagt mir irgendwie nichts. Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das dieser Abschnitt:
(3) Tatsächliche Ausgaben sollen nicht abgesetzt werden, soweit diese ganz oder teilweise vermeidbar sind oder offensichtlich
nicht den Lebensumständen während des Bezuges der Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende entsprechen.
Nachgewiesene Einnahmen können bei der Berechnung angemessen erhöht werden, wenn anzunehmen ist, dass die
nachgewiesene Höhe der Einnahmen offensichtlich nicht den tatsächlichen Einnahmen entspricht. Ausgaben können bei der
Berechnung nicht abgesetzt werden, soweit das Verhältnis der Ausgaben zu den jeweiligen Erträgen in einem auffälligen
Missverhältnis steht. Ausgaben sind ferner nicht abzusetzen, soweit für sie Darlehen oder Zuschüsse nach dem Zweiten Buch
Sozialgesetzbuch erbracht oder betriebliche Darlehen aufgenommen worden sind. Dies gilt auch für Ausgaben, soweit zu
deren Finanzierung andere Darlehen verwandt werden.
Fakt ist einfach, dass ich den Kunden meine Arbeitszeit nicht so in Rechnung stellen kann, wie es von mir verlangt wird (auch wenn ich weiß, dass ich es eigentlich müsste und es natürlich auch gern täte...)
Und was vor allem auch ganz besonders wichtig ist: Zu Beginn des Bewilligungszeitraumes hätte ich auf keinen Fall ahnen können, dass fiktive 1.500 Euro im Dezember und im Januar angerechnet werden. Gibt es da so eine Art Vertrauensschutz? Es handelte sich zwar um einen vorläufigen Bescheid, aber ich brauchte das Geld für meinen Lebensunterhalt. Besteht die Chance, dass ich wenigstens die Monate August bis November nicht zurückzahlen muss?
12.11.2014, 17:19 #2
AW: Fiktive Betriebseinnahmen nach Stundenlohn von 8,50 Euro
Ich weiß zwar nicht, um was für ein Gewerbe es bei dir geht, aber einen größeren Mumpitz als das mit dem In-Rechnung-Stellen aller Stunden habe ich selten gelesen.
Soll ein Einzelhändler seinem einzigen Kunden des Vormittags zusätzlich zum 5-Euro-Kassenbon einen halben Arbeitstag berechnen?
Wer zahlt dem Handwerker die Zeit, die er mit der nicht gewonnenen Ausschreibung verbracht hat?
Hat der Frachtführer eine reelle Chance, sich jedes Im-Stau-stehen extra versilbern zu lassen?
Dein SB hat anscheinend nicht wirklich Ahnung.
12.11.2014, 17:21 #3
Dein Sachbearbeiter läuft viel schneller als die ganze Politik:
Mindestlohn auch für Selbstständige? Keine Chance, sagt die Politik
Kaum ist der Mindestlohn für Angestellte auf den Weg gebracht, gerät ein weiterer Teil des Arbeitsmarktes in den Fokus: die Selbstständigen. Immer lauter hört man die Forderung, die Löhne von Freiberuflern zu erhöhen. Die ersten erwägen gar, einen Mindestlohn von 8,50 Euro auch für Selbstständige einzuführen.
12.11.2014, 18:10 #4
du stockst durchschnittlich um ca. 470 € auf, hast aber kein anrechenbares Einkommen? Hast du dann noch einen Mini-Job oder wie ist das zu verstehen? Wie ist das mit "Plus der Krankenversicherung" zu verstehen, die musst du zahlen oder du bekommst sie vom JC bezahlt? Ich hoffe letzteres ist der Fall!
Deine SB scheint etwas beschränkt zu sein. 1. Gibt es keinen Mindestlohn für Selbständige und 2. ist es dem Selbständigen überlassen, was und wie viel er in Rechnung stellt. 3. Ist es schon ziemlich dreist gleich vorneweg zu drohen illegal Einnahmen zu beschneiden. Da kann SIe ja gleich willkürlich sagen, du hättest ne Million gebunkert und dir so die Leistungen versagen. Ganz nach dem Motto, was nicht passt wird passend gemacht. Die Type sollte sich mal mit dem Tatbestand des Betrugs beschäftigen^^
Frage an dich: Arbeitest du nun jede Woche 42 Stunden? Warum hast du das denn überhaupt angegeben?
Ansonsten hat diese Milchmädchenrechnung des JC keinerlei rechtlichen Bestand. DIe können dir aufgrund eines fiktiven Einkommens, was sie dir ausgerechnet haben, nicht Leistungen versagen.
Was ist das denn genau für ein Schreiben, vielleicht kannst du mal die nicht gekürzte Version reinstellen.
Wenn es weder ein Bescheid ist, noch eine Aufforderung zur Mitwirkung, würde ich den Schriebs ignorieren und mich mit allen Mitteln auf die Abwehr der angekündigten Aktion seitens des JC vorbereiten.
Die Krankenkasse kann m.M. nach gar nichts verbieten. Aber es stellt sich hier immer noch die Frage, ob du selbst zahlst oder das JC.
12.11.2014, 18:32 #5
Du solltest eventuell mal die Geschäftsleitung des JC anschreiben und darum bitten, dass man dringends einen Sachbearbeiter in der Leistungsabteilung für den Fall deiner Selbtstständigkeit einsetzt, der wenigstens eine Ahnung von Betriebswirtschaft hat, da der jetzige Sachbearbeiter offenbar nicht ansatzweise qualifiziert genug dafür ist. Dem Ganzen fügst du diesen Schriftsatz mit entsprechend markierter Stelle des Textzitates anbei, damit der dortige GF sieht, was da für eine Pfeife bei ihm seinen Hintern wärmt und ansonsten eher nichts kann.
Zudem kannst du dann auch gleich darauf hinweisen, dass du als Selbstständiger nicht im Geringsten in der gesetzlichen Verpflichtung der Arbeitgeber stehst, dir selber den gesetzlichen Mindestlohn auszahlen und berechnen zu müssen.
12.11.2014, 19:28 #6
Vielen Dank für die Antworten. Es ist irgendwie schon beruhigend, wenn es mehrere Meinungen gibt, nach denen diese fiktive Lohnberechnung nicht rechtens ist.
du stockst durchschnittlich um ca. 470 € auf, hast aber kein anrechenbares Einkommen? Hast du dann noch einen Mini-Job oder wie ist das zu verstehen?
Ich wohne besonders günstig. Mehrere Personen in einem unverschuldeten Eigenheim. Dadurch sind die Kosten pro Person relativ niedrig.
Erwähnt habe ich den Betrag nur deshalb, weil mir vorgeworfen wurde, dass ich nicht auf Kosten der Steuerzahler mein Gewerbe ausüben dürfe. Wollte damit deutlich machen, dass ich mich trotz bzw. wegen des geringen Einkommens zumindest anderweitig bemühe meine Bedürftigkeit zu verringern.
Wie ist das mit "Plus der Krankenversicherung" zu verstehen, die musst du zahlen oder du bekommst sie vom JC bezahlt? Ich hoffe letzteres ist der Fall!
Ja, die Krankenversicherung wird vom Jobcenter bezahlt. War so zu verstehen, dass ich 470 Euro ausgezahlt bekomme und das Jobcenter zusätzlich einen mir nicht bekannten Betrag xxx an die Krankenkasse überweist.
Im Jobcenter wird es eher als Betrug angesehen, dass ich mit so vielen Arbeitsstunden so wenig Einkommen erwirtschafte und dafür der Steuerzahler aufkommen soll.
Ja, komme für gewöhnlich auf mindestens 6 Stunden Arbeitszeit pro Tag.
Angegeben habe ich das, weil ich bei meinem letzten Termin danach gefragt wurde. AV und SB haben dort alles versucht, um mich zur Ummeldung in Nebenerwerb zu bewegen. Noch lieber wäre es ihnen natürlich, wenn ich es gleich ganz aufgäbe. Man braucht hier dringend Altenpfleger...
Dieser angeführte Paragraph gibt das also rechtlich nicht her? Wenn es trotzdem versucht wird, dann hätte ich also theoretisch bei zurückgewiesenem Widerspruch Chancen vor einem Sozialgericht?
Viel mehr steht da nicht drin. Nur noch:
Im Zeitraum vom 01.02.2012 bis 31.07.2014 betrugen die Einnahmen durchschnittlich 60,11 Euro pro Monat. Der Stundenlohn liegt somit bei 0,33 Euro.
Wobei der Stundenlohn bei kostenloser Probearbeit sogar noch niedriger ist und sowas im allgemeinen den Leistungsbeziehern auch zugemutet wird.
Naja, dort steht, dass die Einnahmen in der EKS erhöht werden, wenn ich dieser Aufforderung (den Kunden die Aufwendungen in Rechnung stellen) nicht Folge leiste.
Es ist aber so, dass ich dieser Aufforderung nicht Folge leisten kann. Wie soll ich denn jemanden dazu zwingen, etwas zu einem ganz bestimmten Preis und überhaupt bei mir zu kaufen?
Momentan zahlt das Jobcenter die Krankenkasse. Wenn aber fiktiv jetzt diese 1.500 Euro angenommen werden, dann entzieht man mir nicht nur mein Existenzminimum, sondern ich müsste auch selbst die Krankenversicherungsbeiträge auftreiben.
Dem Geschäftsführer ist diese Handlungsweise vielleicht sogar ganz recht. Er verdient sicherlich so gut, dass er Einkommenssteuer zahlt und mit diesen nicht "eine unrentable Selbständigkeit" fördern wolle.
12.11.2014, 21:00 #7
Ok, dann verstehe ich das.
Lass sich dich von dem blöden Spruch nicht irritieren. Du kannst dem SB ja mal fragen, wer sein Gehalt bezahlt........
Das JC bezahlt den Wenigstens den Aufbau einer Selbständigkeit, dir zahlen sie nur den Lebensunterhalt und nicht mal sehr viel, da die Kosten der UNterkunft wegfallen oder sehr niedrig sind.
Soweit ich weiß ist der Betrag, den das JC bezahlt an die KK so bei 60 €. Das ist ein MIndestbetrag.
Betrug ist das sicherlich nicht, aber schon große Selbstausbeutung. Woran liegt das denn, dass du so wenig Gewinn hast, spielen da Investitionen eine Rolle oder nimmst du nicht die Preise die du eigentlich nehmen willst, oder hast viel an nichtbezahlter Arbeit (Vorbereitungen, Nachbereitungen, Recherche etc.) zu leisten? Siehst du da selbst noch Optimierungspotential?
Na ja gut, hast du denen das schriftlich mitgeteilt mit der Arbeitszeit? Wenn nicht, dann kannst du ja antworten, dass du ja nur 24 Stunden arbeitetst, war halt ein Versprecher.
Nein, der Paragraph gibt das nicht her, da ja erstmal die Angemessenheit der künstlichen Erhöhung bewiesen oder zumindest aufgeführt werden muss. Wozu gibt man denn eine aEKS ab, wenn die nach gutdünken einfach Einnahmen erhöhen!? DIe aufgeführten Argumente in dem Schreiben sind nicht ernstzunehmend, da es diese Regelungen schlichtweg nicht gibt (Mindestlohn etc.)
Ich sage ja, du hättest definitiv Chancen vor dem Sozialgericht.
Bessere CHancen hast du allerdings noch, wenn du es tatsächlich schaffst deine Gewinne zu erhöhen, siehe meine Fragen weiter oben an dich.
>>>Es ist aber so, dass ich dieser Aufforderung nicht Folge leisten kann. Wie soll ich denn jemanden dazu zwingen, etwas zu einem ganz bestimmten Preis und überhaupt bei mir zu kaufen?<<<
>>>Momentan zahlt das Jobcenter die Krankenkasse. Wenn aber fiktiv jetzt diese 1.500 Euro angenommen werden, dann entzieht man mir nicht nur mein Existenzminimum, sondern ich müsste auch selbst die Krankenversicherungsbeiträge auftreiben.<<<
Ja, das wäre dann so aber das wäre dann eben gesetzeswidrig vom JC.
1. Entweder du ignorierst das Schreiben und machst weiter wie bisher und musst dann wenn es soweit ist ins WIderspruchsverfahren gehen u. ggf. weiter. Günstig wären eben höhrere Gewinne zum Zeitpunkt x, damit du denen ihre Argumentationsbasis nehmen kannst.
2. Du antwortest auf das Schreiben und weist darauf hin, dass es diese Regelungen nicht gibt und wartest dann ab. Das kann aber auch nach hinten los gehen, indem du denen Zeit zum Überlegen gibts. Auch hier wären höhrere Gewinne sehr hilfreich.
3. Du gehst auf deren Vorschlag mit dem Nebenerwerb ein, unterschreibst aber auf keinen Fall eine EGV ohne sie vorher hier prüfen zu lassen und lässt dich auch sonst nicht zu einer Unterschrift hinreißen. Wenn du etwas unterschreibst, dann sollte es nur zu deinen Gunsten sein, sprich Selbständigkeit läuft weiter und die lassen dich mit solchen unsinnigen FOrderungen in Ruhe.
4. Natpürlich kann es auch sein, dass du gar kein Schreiben bekommen hast und von nix weist^^
Die Optionen sind vielfältig, aber der Knackpunkt ist, dass du nach 3 Jahren noch kein anrechenbares Einkommen hast. Bei mir haben die nach 2 Jahren schon solche SPielchen unternommen, jedoch hatte ich das anrechenbare EInkommen immer durch INvestitionen gedrückt, um für den Tag X dann gut aufgestellt zu sein und ihnen dann ihr anrechenbares EInkommen liefern zu können, ohne dass es mir weh tut.
12.11.2014, 21:09 #8
Irgendwie versteh ich das Wort Selbständig nicht mehr,wenn ich die Geschichten von mancheSelbständigen hier lese.
Könnte mal jemand selbständig definieren?
Ich arbeite 50 Stunden und habe 450 € und habe 170 € mehr als der Regelsatz,der TE arbeitet nach eigenen angaben das mehrfache und kommt seit Jahren auf keinen grünen Zweig.
Was macht Er falsch,das muss er sich fragen.
12.11.2014, 21:30 #9
Mich würde erstmal interessieren, um welche Art Selbständigkeit es sich handelt, insbesondere angesichts dieses Beispiels:
Ein ibäh-Verkäufer kann ja niemanden zwingen, seine Angebote zu kaufen, trotzdem mag er 40h/Woche mit dem Einstellen derselben zu tun haben und letztlich, so niemand was kauft, tatsächlich auch null Einnahmen haben. Oder gerade soviel, dass seine Ausgaben gedeckt sind.
Ein Elektriker, Maurer o. ä. berechnet aber neben Material durchaus einen "Stundenlohn". Und ich kenne die Einstellung mancher Richter, das Selbständige nicht (auf Dauer) ins SGB II gehören. Da kann dann durchaus Unverständnis dafür, dass ein Elektriker vielleicht 4,50 Euro die Stunde verlangt, obwohl ortsüblich die selbständigen Elektriker normalerweise um 20 Euro/Stunde verlangen, herrschen.
Schon allein § 2 SGB II besagt ja, das Hilfesuchende alles in ihren Kräften stehende tun müssen, um ALG 2 zu mindern oder zu beenden. Dazu mag bei einem Selbständigen durchaus gehören, dass er für seine Leistung auch einen Arbeitslohn fordert, der branchenüblich ist.
12.11.2014, 22:59 #10
Dazu mag bei einem Selbständigen durchaus gehören, dass er für seine Leistung auch einen Arbeitslohn fordert, der branchenüblich ist.
Das schon. Aber auch derjenige, der nach Stunden abrechnet, verbringt selbst im besten Fall nicht die ganze Arbeitswoche mit abrechenbaren Stunden.
Und branchenüblich sind in vielen Branchen auch Werkverträge. Wenn das erstellte Werk zwar branchenüblich vergütet wird, der Unternehmer aber erheblich länger als üblich daran werkelt, weil er noch keine zeitsparende Erfahrung, Routine oder Ausrüstung hat - dann ist es mit dem Stundenlohn auch Essig.
Daneben gibt es auch noch Branchen, in denen solche Konditionen gar nicht unüblich sind, die den Unternehmer zum Sozialfall werden lassen.
Welche wirtschaftliche Perspektive die derzeit defizitäre Selbständigkeit bietet, steht wiederum auf einem anderen Blatt.
Da ist der Inhalt des SB-Schreibens aber der falsche Ansatz, der sich offenbar aus dem Glauben speist, Selbständige könnten wie Angestellte grundsätzlich einen Anspruch für geleistete Arbeitsstunden geltend machen bzw. Selbständige würden nur dann arbeiten, wenn sie irgendeinen konkreten Auftrag abarbeiten.
12.11.2014, 23:10 #11
Irgendwie versteh ich das Wort Selbständig nicht mehr,wenn ich die Geschichten von mancheSelbständigen hier lese (...)
der TE arbeitet nach eigenen angaben das mehrfache und kommt seit Jahren auf keinen grünen Zweig. Was macht Er falsch,das muss er sich fragen.
Ja nun. Ich habe neulich noch gelesen, daß sogar rund drei Viertel aller mit Venture Capital ausgestatteten Start-Ups niemals die Gewinnzone erreichen.
Wer will da den Stab über einen kapitalschwachen Einzelkämpfer brechen, wenn selbst solche Elite-Gründungen überwiegend in die Hose gehen?
12.11.2014, 23:22 #12
Sicher, wobei aber halt auch sehr viele Selbständige durchaus "tagsüber" voll arbeiben und dann halt abends z. B. die Buchhaltung machen.
Deshalb wäre es ja m. E. n. schon hilfreich, wenn man überhaupt wüsste, ob der TE eine Art Selbständigkeit ausübt, bei der "Stundenlohn" üblich ist. Musiklehrer, Elektriker, Maurer, Maler, Programmierer...
12.11.2014, 23:27 #13
Wie soll ich denn jemanden dazu zwingen, etwas zu einem ganz bestimmten Preis und überhaupt bei mir zu kaufen?
Wenn du "zwingen" durch "motivieren" ersetzt, ist es genau diese Frage, auf die es nicht nur fürs JC, sondern zu allererst für dich selbst eine Antwort zu finden gilt.
Oder anders gefragt: Warum kauft denn jemand etwas bei dir statt woanders?
12.11.2014, 23:31 #14
42 Wochenstunden sind 42 Wochenstunden (siehe SB-Schreiben) - daran ändert die Tageszeit ja nichts.
Was heißt "voll arbeiten"?
Ein Handwerker, der schlecht ausgelastet ist und 3 Wochentage Aufträge akquiriert (kann er nicht abrechnen) und 2 Wochentage Aufträge ausführt (kann er abrechnen) - arbeitet der voll?
12.11.2014, 23:42 #15
Durchaus. Allerdings muss man sich dann, soweit dies auf Dauer so sein sollte und andere Handwerker der gleichen Branche diese Probleme nicht haben, fragen, wieso das genau bei dem Handwerker so ist oder sein soll.
Vorliegend scheint es ja so zu sein, dass seit 3 Jahren noch kein Cent Gewinn erwirtschaftet wurde... Letztendlich mag es sein, wie es will, allerdings sollte der TE m. E. n. wenigstens ansatzweise mal erklären, worin seine Tätigkeit besteht und ob es üblich ist, für die Tätigkeit einen Stundensatz zu nehmen. Und welchen er aktuell nimmt.
12.11.2014, 23:50 #16
Allerdings muss man sich dann, soweit dies auf Dauer so sein sollte und andere Handwerker der gleichen Branche diese Probleme nicht haben, fragen, wieso das genau bei dem Handwerker so ist oder sein soll
Sowas in der Art habe ich dem TE, ganz allgemein, ja schon geschrieben ;-)
(Daß Newcomer eine Durststrecke hinter sich bringen müssen, ist allerdings generell nicht ungewöhnlich)
13.11.2014, 00:08 #17
Also ein Problem ist sicherlich, dass ich für Werbung zum Beispiel kein Geld ausgeben kann, sondern das momentan viel über Mailtausch machen muss. Was natürlich sehr zeitintensiv ist.
Würde ich Geld für Werbung ausgeben, dann besteht immer die Gefahr, dass die Ausgaben nicht anerkannt werden. Es gibt ja da auch keine Garantie, dass die entsprechende Maßnahme erfolgreich ist. Da würde am Ende dann behauptet werden, dass die Ausgaben in einem Missverhältnis zu den Einnahmen stehen.
Dann muss ich ehrlicherweise auch gestehen, dass ich auch immer wieder neue Strategien ausgetestet und verworfen habe, weil sich nie schnell genug nennenswerte Gewinne einstellten und ich eigentlich seit Beginn jeden Tag damit gerechnet habe, dass vom Jobcenter Ergebnisse verlangt werden.
Jetzt weiß ich, dass ich mir etwa vier Jahre hätte Zeit lassen dürfen. Nur kann ich die Zeit nicht zurückdrehen.
Wären dann nur immer noch mindestens 816 Euro und damit fiele ich auch ab Februar 2015 komplett aus dem Leistungsbezug.
Die Optionen sind vielfältig, aber der Knackpunkt ist, dass du nach 3 Jahren noch kein anrechenbares Einkommen hast.
Es hat einen Grund, dass der Zeitraum vom 01.02.2012 bis 31.07.2014 erwähnt wurde. Davor gab es durchaus kurzzeitig mal anrechenbares Einkommen. Hatte allerdings ein wenig mit Glück zu tun und ist nicht wiederholbar.
Ansonsten wäre ich auch nicht abgeneigt, mein Einkommen offiziell etwas nach oben zu korrigieren. Gehe ich mal von 80 Euro Gewinn pro Monat aus, dann könnte ich problemlos behaupten, dass ich 200 Euro Gewinn erwirtschaft habe und befände mich noch immer ganz genau auf ALG II Niveau.
Wenn es unbedingt nötig wäre, dann würde ich in der EKS auch behaupten, dass ich 451 Euro verdiene und wäre damit im theoretisch sv-pflichtigen Bereich. Allerdings würde ich das wirklich nur im absoluten Notfall machen!
Kommt meiner Arbeit am nächsten.
Meiner Meinung nach mache ich ja schon alles in meinen Kräften stehende, um die Leistungen zu mindern. Niedrigere KdU dürften kaum möglich sein. Im letzten Bewilligungszeitraum konnten 100 Euro als sonstiges Einkommen von meinen Leistungen abgezogen werden, weil ich ein zusätzliches Bankkonto eröffnet habe und dafür eine Prämie in dieser Höhe erhalten habe.
Ich finde es auch nicht so toll, dass ich während meiner Arbeit ständig ein schlechtes Gewissen habe, weil ich nie Erfolge gegenüber dem Jobcenter vorweisen kann.
Wenn ich könnte, dann würde ich sofort auf die Leistungen verzichten. Es geht wegen der Krankenversicherungspflicht aber einfach nicht.
13.11.2014, 00:41 #18
Schade. Damit kann man nichts anfangen, sagt es doch nichts darüber aus, was du verkaufst, welche Zielgruppe es dafür gibt, wo und wie du es verkaufst, ob du nur verkaufst oder auch andere Tätigkeiten ausführst usw.
13.11.2014, 03:54 #19
13.11.2014, 08:26 #20
Verkauf von digitalen Gütern (z. B. Ebooks).
Zu meiner Arbeit gehört dann neben dem Einstellen auf verschiedenen Plattformen zum Beispiel auch, dass ich stundenlang Werbemails bestätige, um dann selbst eigene Werbemails verschicken zu können. 100 oder 200 Euro pro Produkt kann ich aber keinesfalls von den Kunden verlangen.
Also ich könnte schon, aber ob es bezahlt wird...
13.11.2014, 09:40 #21
Was sagt denn eigentlich das Finanzamt zu diesem Gewerbe?
13.11.2014, 09:43 #22
Bei diesen Gewinnspannen ist es ja wohl mehr als ein Hobby anzusehen.
Nach meiner Meinung nach sollte es nach 4 Jahren wo man von seinem Gewerbe nicht leben kann keine Subvention vom Staat mehr geben.
13.11.2014, 09:46 #23
Finanzämter sehen das ganze dann als Liebhaberei und üben Druck aus so ein Gewerbe zu beenden
13.11.2014, 10:42 #24
Zu meiner Arbeit gehört dann neben dem Einstellen auf verschiedenen Plattformen zum Beispiel auch, dass ich stundenlang Werbemails bestätige, um dann selbst eigene Werbemails verschicken zu können.
Das machen die Empfänger deiner Mails dann aber auch so: Die interessieren sich gar nicht für den Inhalt, die klicken das nur ab und wollen eigentlich nur ihre eigenen Mails unters Volk bringen...
Wie oft kaufst du denn was auf Grund der Mails, die du bestätigst?
Um was geht es denn bei deinen E-Books?
13.11.2014, 10:42 #25
eine vorläufige Bewilligung ist eine vorläufige Bewilligung.
Da gibt es nichts festzulegen, vorzuschlagen, oder gar festzusetzen.
Die bewilligte Leistung setzt sich einfach aus dem gestzlich festgelegten Pauschalbetrag für den Regelbedarf und den nachgewiesenen KDU zusammen.
Dein SB verwechselt sicher das Einkommen eines Beschäftigten (Mindestlohn) mit dem Einkommen eines Selbständigen.
Das wird nach § 3 ALG II V berechnet und darin wirst du kein Wort finden von Stundenlöhnen Dieser § regelt eindeutig WIE das Einkommen eines Selbständigen NACH Ablauf eines BWZ ermittelt wird. Schätzen kann der SB nur wenn du nicht die EKS innerhalb 2 Monate abgibst
Dein Einkommen aus Selbständigkeit wird nicht auf der Basis deiner Arbeitszeit wie bei Beschäftigten ermittelt sondern aus deinem Rohgewinn abzüglich deiner Freibeträge Steuern Abgaben und Werbungskosten.
Auch eine Schätzung deines Einkommens ist nicht auf der Basis von Arbeitstunden möglich, sondern beruht auf früheren Ergebnissen.
Lass dich auch nicht auf eine Tragfähigkeitsdiskussion ein wenn du keine Leistungen nach § 16c SGB II beziehst. Nur dann haben Sachkundige darüber zu befinden.
betriebseinnahmen, euro, fiktive, stundenlohn
Fiktive Einstufung Arbeitsentgelt nach Aussteuerung durch KK prager60 ALG I 5 29.09.2014 22:10
Bei bis 400 Euro Betriebseinnahmen nur noch pauschal 100 Euro absetzbar? Patenbrigade Existenzgründung und Selbstständigkeit 3 31.08.2012 13:12
Fiktive Berechnung nach §132 Drittes Sozialgesetzbuch Sockenfee ALG I 8 27.04.2009 08:55
Fiktive Bemessung (nur §132?) nach Umschulung statt Ausbildungsvergütungshöhe? domsta ALG I 3 16.05.2008 09:59