Source: http://reports.vonovia.de/2017/geschaeftsbericht/anhang/erlaeuterungen-zur-bilanz/30-rueckstellungen.html
Timestamp: 2019-01-20 09:44:31
Document Index: 161450535

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 20', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

30 Rückstellungen - Vonovia Geschäftsbericht 2017
Steuerrückstellungen (laufende Ertragsteuern ohne latente Steuern)
Verpflichtungen aus dem Personalbereich
Noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen
Sonstige übrige Rückstellungen
Summe übrige Rückstellungen
Rückstellungen gesamt
Vonovia hat verschiedenen Mitarbeitern individuelle Versorgungszusagen gewährt, für deren Höhe grundsätzlich die geleisteten Dienstjahre maßgeblich sind. Die Finanzierung leistungs- und beitragsorientierter Versorgungszusagen, bei denen Vonovia einen bestimmten Versorgungsumfang garantiert, erfolgt durch die Bildung von Pensionsrückstellungen. Für die Versorgungszusagen einzelner Personen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen.
In aller Regel handelt es sich um endgehaltsabhängige Versorgungsleistungen mit dienstzeitabhängigen Steigerungssätzen.
Die Pensionszusagen umfassen 4.030 (31.12.2016: 4.002) anspruchsberechtigte Personen.
Aktive Führungskräfte in den Gesellschaften von Vonovia haben die Möglichkeit der Teilnahme am Modell „Versorgungsbezüge anstelle von Barbezügen“ in der Fassung von Oktober 2003. Es werden hierbei Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen in Form einer lebenslangen Rente gegen Entgeltumwandlung angeboten. Die Altersleistungen können auch kapitalisiert als Einmalbetrag in Anspruch genommen werden.
Die Versorgungsordnung 2002 (VO 2002) der Vonovia Mitarbeiter löst die zum 31. Dezember 2001 bestehenden Versorgungssysteme ab. Für Mitarbeiter mit Firmeneintritt vor 1991 werden die bestehenden Ansprüche zum 31. Dezember 2001 aus der bisherigen Versorgungszusage in Form eines Besitzstandes gewahrt. Danach erwerben diese Mitarbeiter Versorgungsanwartschaften nach der VO 2002. Die Versorgungsregelung für Mitarbeiter mit Firmeneintritt nach 1990 wurde durch die Einführung der VO 2002 aufgrund von Änderungen in Gesetz und Rechtsprechung aktualisiert. Die bis zum Ablösungszeitpunkt erworbenen Versorgungsbausteine bleiben bestehen. Im Rahmen der VO 2002 werden Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen in Form von lebenslänglichen Renten gewährt. Die Rente ermittelt sich dabei als Summe der jährlich erworbenen Versorgungsbausteine, welche sich als fester Prozentsatz vom Gehalt ermitteln. Dabei werden Gehaltsbestandteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung vierfach gewichtet. Für Neuzusagen ab 2002 wird eine Rentengarantie in Höhe von 1,0% p. a. gewährt; für alle übrigen Mitarbeiter gelten die Regelungen des § 16 BetrAVG zur Anpassung der Rentenleistungen.
Die nachfolgende Übersicht fasst die wichtigsten Basisdaten der geschlossenen Versorgungspläne zusammen:
Alters-, Invaliditäts- u. Hinterbliebenenleistung
Ruhegeldfähige Bezüge
Max. Versorgungsgrad
Bezüge bis BBG RV
Abhängig von individueller Eingruppierung
Bezüge über BBG RV
Gesamtversorgungsmodell
Nettoleistungsgrenze inkl. gesetzl. Rente
Bruttoleistungsgrenze
§ 16 Abs. 1,2 BetrAVG
Anp. alle 3 Jahre durch Bochumer Verband (Vorstandsbeschluss)
55. Lebensjahr (hälftig)
Einzelvertragliche Zusage an Führungskräfte
Anzahl Anspruchsberechtigte
Viterra-Vorstandszusage (mit Planvermögen)
Entgeltumwandlung bis 1999
Jährlich nach Entwicklung der Lebenshaltungskosten
§ 16 Abs. 1,2 BetrAVG, mind. 8% alle 3 Jahre
Einzelvertragliche Zusage an Vorstandsmitglieder
VO Richtlinie Gagfah M
Die laufenden Renten nach der klassischen Leistungsordnung des Bochumer Verbandes werden entsprechend deren § 20 angepasst. Es handelt sich dabei um eine an § 16 Abs. 1,2 BetrAVG angelehnte, jedoch gemäß Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes eigenständige Regelung. Sonstige Betriebsrenten werden vertragsgemäß nach § 16 Abs. 1,2 BetrAVG überprüft und angepasst. Dabei wird zu jedem Überprüfungsstichtag die Entwicklung der Lebenshaltungskosten seit dem individuellen Verrentungszeitpunkt überprüft und ausgeglichen. Lediglich in dem genannten Modell der Entgeltumwandlung wird von der seit 1. Januar 1999 bestehenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, die laufenden Renten jährlich um 1% anzuheben (§ 16 Abs. 3 Nr. 1 BetrAVG). Weitere Risiken werden nicht gesehen.
Die Gesellschaft hat sich dazu entschlossen, den Innenfinanzierungseffekt der Pensionsrückstellungen zu nutzen und nur zu einem relativ geringen Teil Pensionsverpflichtungen mit Planvermögen hinterlegt. Für ehemalige Vorstände wurden zwecks einer zusätzlichen Insolvenzsicherung Rückdeckungsversicherungen gegen Einmalbeitrag abgeschlossen und an die Begünstigten verpfändet. Diese stellen Planvermögen dar, welches mit der Bruttoverpflichtung saldiert wird. Der Zeitwert der Rückdeckungsversicherungen liegt bei einzelnen Personen über dem jeweils festgestellten Verpflichtungsumfang. Dieser Überschuss der Marktwerte der Vermögenswerte über die Verpflichtung wird unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Abschluss weiterer Rückdeckungsversicherungen ist nicht vorgesehen.
Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen und der zur Deckung dieser Verpflichtungen notwendigen Aufwendungen erfolgt gemäß dem nach IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Hierbei werden sowohl die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten bei der Bewertung berücksichtigt. Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen wurden – jeweils bezogen auf das Jahresende und mit wirtschaftlicher Wirkung für das Folgejahr – getroffen.
Für die biometrischen Annahmen wurden die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck jeweils unverändert übernommen.
Die leistungsorientierte Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) hat sich wie folgt entwickelt:
DBO zum 1. Januar
Zugänge durch Unternehmenszusammenschluss
Abgänge durch Unternehmensverkauf
Änderungen der biometrischen Annahmen
Änderungen der finanziellen Annahmen
DBO zum 31. Dezember
Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung verteilt sich auf die Gruppen der Anspruchsberechtigten wie folgt:
Unverfallbar Ausgeschiedene
Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens hat sich wie folgt entwickelt:
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar
Mit dem Rechnungszins kalkulierter Ertrag
Versicherungsmathematische Gewinne aus:
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 0,8 Mio. € (2016: 1,0 Mio. €).
Die folgende Tabelle leitet die leistungsorientierte Verpflichtung zur in der Bilanz erfassten Rückstellung für Pensionen über:
entfällt im Wesentlichen auf die Versorgungspläne „Viterra-Vorstandszusage“ und „Gagfah-Vorstandszusage“
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen*
Barwert der gesamten leistungsorientierten Verpflichtungen
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens*
In der Bilanz erfasste Nettoverbindlichkeit
Zu aktivierender Vermögenswert
In der Bilanz erfasste Pensionsrückstellungen
Im Jahr 2017 wurden versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 5,1 Mio. € (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 14,8 Jahre.
Die folgende Übersicht enthält die geschätzten, nicht abgezinsten Pensionszahlungen der kommenden fünf Geschäftsjahre und die Summe der in den darauffolgenden fünf Geschäftsjahren:
erwartete Pensionszahlungen
Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen würde bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen zu folgender DBO zum 31. Dezember 2017 führen:
Anstieg um 0,5%
Rückgang um 0,5%
Anstieg um 0,25%
Rückgang um 0,25%
Eine Verlängerung der Lebenserwartung um 5,3% hätte zum 31. Dezember 2017 zu einem Anstieg der DBO von 23,0 Mio. € geführt. Dieser prozentuale Anstieg entspricht der Verlängerung der Lebenserwartung um ein Jahr für einen zum Stichtag 65-jährigen Mann.
Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss die kumulative Wirkung nicht die gleiche sein wie bei einer Änderung nur einer der Annahmen.
Die Pensionsrückstellungen enthalten in Höhe von 5,3 Mio. € (31.12.2016: 7,0 Mio. €) im Rahmen eines Schuldbeitritts auf Dritte übertragene Pensionsverpflichtungen, die sich auf unverfallbare Anwartschaften und die Zahlung laufender Renten beziehen. Unter den übrigen sonstigen Vermögenswerten ist ein entsprechender langfristiger Anspruch ausgewiesen.
Entwicklung der übrigen Rückstellungen
Zu­füh­rungen durch Ände­rungen des Konsoli­dierungs­kreises
Zufüh­rungen
Sal­dierung
In­anspruch­nahme
Rückstellungsauflösungen erfolgen grundsätzlich gegen die Aufwandsposten, gegen die die Rückstellungen ursprünglich gebildet worden sind.
Die Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen betreffen im Wesentlichen die Beseitigung von Verunreinigungen an Standorten von ehemaligen Raab Karcher-Gesellschaften. Mit der Sanierung wurde bereits begonnen oder es liegen Vereinbarungen mit Behörden vor, wie der jeweilige Schaden zu beseitigen ist. Die Kostenschätzungen basieren auf Gutachten, die die voraussichtliche Dauer der Schadensbeseitigung und die voraussichtlichen Kosten enthalten.
Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich betreffen Rückstellungen für Altersteilzeit, für Tantiemen, Abfindungen außerhalb von Restrukturierungen sowie sonstige Personalaufwendungen. Bestandteil der sonstigen Personalaufwendungen ist eine auf Basis der Regelungen des IFRS 2 ermittelte Rückstellung für den Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) in Höhe von 18,3 Mio. € (31.12.2016: 14,8 Mio. €) (siehe Kapitel [45] Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen).
Die sonstigen übrigen Rückstellungen enthalten unter anderem Kosten für belastende Verträge, Kosten für Rechtsstreitigkeiten, Kosten für Steuererklärungen und Kosten der Eigentumsumschreibungen.