Source: https://www.landkreis-pfaffenhofen.de/LANDRATSAMT/Geschaeftsverteilung/Geschaeftsverteilungsplan.aspx?view=~/kxp/orgdata/default&orgid=bf01e4fc-f276-49a1-b65e-adc4b3375c30
Timestamp: 2019-10-22 20:18:05
Document Index: 193873574

Matched Legal Cases: ['§ 49', 'Art. 30', 'Art. 70', 'Art. 15', '§ 49', 'Art. 30']

Wärmepumpen mittels Grundwasser - Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm
Wärmepumpen mittels Grundwasser
Bei der thermischen Nutzung von Grundwasser sind einige wasserwirtschaftliche Grundsätze zu beachten. Es darf nur oberflächennahes nicht gespanntes Grundwasser erschlossen bzw. genutzt werden. Verschiedene Grundwasserstockwerke dürfen durch die Brunnenbohrungen nicht miteinander verbunden werden, da sonst eine Verunreinigung von tiefer liegendem Grundwasser zu besorgen ist. Schädliche Veränderungen der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Grundwassers sind zu vermeiden. Bestehende oder geplante Trinkwassernutzungen haben Vorrang vor der Brauchwassernutzung in Form von Wärmepumpen.
Für Vorhaben in festgesetzten Wasserschutzgebieten und im Altlastenkataster eingetragener Altlastenflächen setzen Sie sich bitte vorher mit dem Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm in Verbindung.
Bei der wasserrechtlichen Behandlung der Errichtung und dem Betrieb von Grundwasserwärmepumpen ist zu unterscheiden zwischen Anlagen mit weniger oder mehr als 50 kJ/s Wärmeentzug (in der Regel etwa 3 Wohneinheiten).
Soll zur Erkundung ein Erdaufschluss durchgeführt werden, so ist dies vorher anzuzeigen. Hierfür kann das Formular „Anzeige Erdaufschluss gemäß § 49 WHG/Art. 30 BayWG (Aushub und Bohrung bis in das 1. Grundwasserstockwerk)“ verwendet werden.
Wärmepumpen mit Wärmeentzug bis einschließlich 50 kJ/s:
Wasserrechtlich relevant sind zum einen der Eingriff in das Grundwasser durch die Bohrungen für Entnahme- und Sickerbrunnen und zum anderen die Benutzung des Grundwassers (Entnehmen, Zutageleiten, Zutagefördern sowie das Wiedereinleiten).
Hierfür ist eine beschränkte Erlaubnis zu beantragen. Gemäß Art. 70 Abs. 1 Nr. 1 BayWG gilt die Erlaubnis als erteilt, wenn das Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm nach Vorlage vollständiger Antragsunterlagen nicht innerhalb von 3 Monaten entscheidet.
Der Antrag ist 4-fach beim Landratsamt a.d.Ilm, SG 40 Postfach 14 51, 85264 Pfaffenhofen einzureichen und muss Folgendes enthalten:
- den genauen Ort der Benutzung (Übersichtsplan und Lageplan im Maßstab 1:1000 mit Einzeichnung der Brunnen)
- die benutzten Gewässer
- Beginn und Ende der Benutzung
- Eine Kurzbeschreibung der verwendeten Anlagen und Einrichtungen mit Angaben der damit max. entnehmbaren bzw. einleitbaren Menge und ggf. Absenktrichters und mit Angabe der Eindringtiefe und der Art der Abdichtung sowie mit Angabe der verwendeten Wärmeträgerflüssigkeit.
- Gutachten eines anerkannten privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft (Bereich: Thermische Nutzung - offene Systeme).
Vorlage beim Landratsamt Pfaffenhfoen a.d. Ilm nach Errichtung der Anlage:
- Protokoll der Bauabnahme bzw. Boden- und Ausbauprofil der Brunnen mit Angabe des Grundwasserstandes (2-fach)
Wärmepumpen mit Wärmeentzug über 50 kJ/sec:
Wasserrechtlich relevant sind hier ebenfalls der Eingriff in das Grundwasser durch die Bohrungen für Entnahme- und Sickerbrunnen sowie die Benutzung des oberflächennahen Grundwassers. Es ist eine beschränkte Erlaubnis nach Art. 15 BayWG zu beantragen. Der Umfang der vorzulegenden Unterlagen richtet sich nach der Verordnung über Pläne und Beilagen im wasserrechtlichen Verfahren (WPBV). Die Antragsunterlagen sind 4-fach beim Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm einzureichen. Das Landratsamt führt nun unter Beteiligung der Fachbehörden ein Erlaubnisverfahren durch.
3. Vorprüfung Umweltverträglichkeit
Ab einer Grundwasserentnahmemenge von 5000 m³/Jahr muss das Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm prüfen, ob für die Maßnahme eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig wird. Falls erforderlich, wird das Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm zusätzliche Unterlagen nachfordern.
4. Hinweise für Bau und Betrieb der Wärmepumpe
Die Grundwasserentnahme und die Einleitung in das Grundwasser sind so auszuführen, dass durch sie zu keiner Zeit wassergefährdende Stoffe ins Grundwasser gelangen können. Im unmittelbaren Bereich der Brunnen dürfen wassergefährdende Stoffe nicht gelagert, abgefüllt, umgeschlagen oder anderweitig verwendet werden. Es wird empfohlen, zum Schutz nachbarschaftlicher Rechte jeweils angemessene Abstände des Entnahme- und Sickerbrunnens von den Grundstücksgrenzen einzuhalten.
Zu technischen Fragen kann die Fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft im Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm Auskunft erteilen.
Erdaufschluss - Anzeige Erdaufschluss gemäß § 49 WHG/Art. 30 BayWG (Aushub und Bohrung bis in das 1. Grundwasserstockwerk); nicht für landwirtschaftliche Bewässerung!!
Bayer. Landesamt für Umwelt - Sachverständige