Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201997,%20S.%201446
Timestamp: 2019-10-17 09:03:01
Document Index: 373663680

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 411', '§ 412', '§ 404', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 412', 'BGH', '§ 402', 'BGH', '§ 286', '§ 412', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.01.1997 - VI ZR 86/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,701
BGH, 21.01.1997 - VI ZR 86/96 (https://dejure.org/1997,701)
BGH, Entscheidung vom 21.01.1997 - VI ZR 86/96 (https://dejure.org/1997,701)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1997 - VI ZR 86/96 (https://dejure.org/1997,701)
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Gerichtlicher Sachverständiger - Nichtbeachtung durch Gericht - Gerichtliche Sachkunde - Falsche Anknüpfungstatsachen - Aufklärungspflicht des Tatrichters
ZPO § 411 Abs. 3, § 412 Abs. 1, § 404a Abs. 3
Nachweis eigener Sachkunde durch das Gericht; Feststellung an Anknüpfungstatsachen
NJW 1997, 1446
MDR 1997, 493
NZV 1997, 228
NJ 1997, 335
VersR 1997, 510
BB 1997, 912
BauR 1997, 700
Zu Recht rügt die Revision, daß das Berufungsgericht die von dem Sachverständigen gewählte Wertermittlungsmethode gegen eine andere ausgetauscht hat, ohne, was hierzu Voraussetzung gewesen wäre, seine eigene Sachkunde auszuweisen, insbesondere einleuchtend und nachvollziehbar aufzuzeigen, daß seine abweichende Beurteilung nicht auf einem Mangel an Sachkunde beruht (…BGH, Urt. v. 9. Mai 1989, VI ZR 268/88; v. 22. Dezember 1992, III ZR 173/91; v. 21. Januar 1997, VI ZR 86/96: BGHR ZPO § 286 Abs. 1, Sachverständigenbeweis 4, 12 und 26).
Eine Abweichung des Gerichts vom Gutachten eines Sachverständigen erfordert stets die Darlegung der hierfür maßgeblichen Erwägungen im Sinne einer einleuchtenden und nachvollziehbaren Begründung im Urteil, die nicht darauf beruhen darf, dass das Gericht eine ihm nicht zukommende eigene Sachkunde in Anspruch nimmt (vgl. BGH, NZV 1997, S. 228, 229).
BGH, 12.01.2001 - V ZR 420/99
Fehlen sie, hätten seine Ausführungen nur nach entsprechender Beratung durch Sachverständige erfolgen können (vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1997, VI ZR 86/96, NJW 1997, 1446).
BGH, 21.06.2001 - III ZR 313/99
Will er dem Gutachten nicht folgen, so muß er seine abweichende Überzeugung begründen, und diese Begründung muß erkennen lassen, daß die Beurteilung nicht von einem Mangel an Sachkunde beeinflußt ist (…vgl. Senatsbeschluß vom 22. Dezember 1992 - III ZR 173/91 = BGHR ZPO § 286 Abs. 1 Sachverständigenbeweis 12; BGH, Urteil vom 21. Januar 1997 - VI ZR 86/96 = NJW 1997, 1446).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bedarf es der Darstellung entsprechender Sachkunde, wenn ein Gericht fachlichen Feststellungen oder fachlichen Schlußfolgerungen eines herangezogenen Gutachters nicht folgen will (…Urt. v. 15. März 1988, VI ZR 81/87, VersR 1988, 837; v. 21. Januar 1997, VI ZR 86/96, NJW 1997, 1446;… vgl. auch BGH, Urt. v. 17. Oktober 2001, IV ZR 205/00, BGHR ZPO § 286 Abs. 1, Sachverständigenbeweis 34).
Von dessen Einschätzung durfte das Berufungsgericht mangels Ausweisung entsprechender eigener Sachkunde nicht abweichen (…vgl. Senatsurteile vom 19. November 1996 - VI ZR 350/95 - aaO, und vom 21. Januar 1997 - VI ZR 86/96 - VersR 1997, 510).
Aussagekräftige Feststellungen zum Sachverhalt des Amtsgerichts fehlen ebenso wie eine eingehende, das Abweichen von Fachgutachten rechtfertigende Begründung des Gerichts und der Nachweis seiner eigenen Sachkunde (vgl. zu den beiden zuletzt genannten Anforderungen BGH, NJW 1997, S. 1446 f.).
Das Beschwerdegericht wäre dann nämlich ohne Darlegung eigener Sachkunde und ohne Beratung durch einen anderen Sachverständigen von den fachkundigen Feststellungen und Einschätzungen des von ihm gerade wegen fehlender medizinischer Sachkunde beauftragten Gutachters zu der psychischen Verfassung der Schuldnerin und der sich daraus ergebenden Suizidgefahr abgewichen (vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 1997 - VI ZR 86/96, NJW 1997, 1446 sowie Senat, Urteil vom 5. Juni 1981 - V ZR 11/80, NJW 1981, 2578).
Dagegen ist die Einholung eines Obergutachtens erst dann zwingend geboten, wenn das gerichtliche Gutachten Widersprüche enthält, von unzutreffenden tatsächlichen Voraussetzungen ausgeht oder wenn der als Obergutachter in Betracht kommende neue Sachverständige über Erkenntnismöglichkeiten verfügt, die denen des zunächst beauftragten Sachverständigen überlegen erscheinen (st. Rspr. BGHZ 53, 245, 248 f.;… BGH, Urt. v. 9.1.2002 - VIII ZR 304/00, NJW 2002, 1651; Urt. v. 21.1.1997 - VI ZR 86/96, BGHR ZPO § 286 Abs. 1 Sachverständigenbeweis 26;… Urt. v. 5.5.1987 - VI ZR 181/86, BGHR ZPO § 412 Obergutachten 1;… Beschl. v. 22.9.1988 - III ZR 158/87, BGHR ZPO § 402 Parteibefragung 1;… Urt. v. 23.9.1986 - VI ZR 261/85, BGHR ZPO § 286 Abs. 1 Sachverständigenbeweis 1;… P/G/Katzenmeier, ZPO, 2. Aufl., § 412 Rdnr. 4).
BGH, 18.05.2001 - V ZR 126/00
Abweichung von Beurteilung eines Sachverständigen zur Frage der …
BGH, 17.07.2002 - IV ZR 150/01
BVerfG, 29.04.2003 - 1 BvR 2411/02
OLG Hamm, 15.02.2016 - 14 UF 135/14
OLG Hamm, 06.06.2011 - 8 UF 46/11
Voraussetzungen der Entziehung der elterlichen Sorge; Begriff des Kindeswohls …