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Timestamp: 2016-10-25 22:50:28
Document Index: 47699932

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 140', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 29', 'Art. 146', 'BGE', 'Art. 146', 'BGE', 'BGE', 'Art. 146', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 146', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 102', 'Art. 190', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 109', 'Art. 146', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 68']

Die Anklage wirft X.________vor, er habe ab April 2007 �ber die Internetplattformen ricardo.ch und eBay Mobiltelefone (in drei F�llen), Spielkonsolen (in f�nf F�llen) und Gartenm�bel (in elf F�llen) versteigert, die er nicht besessen und in der Folge trotz Vorauszahlung nicht geliefert habe. Zu den Verk�uferpflichten bei Internetauktionen geh�re es, dass der Verk�ufer lediglich Produkte anbieten k�nne, hinsichtlich derer er verf�gungsberechtigt sei, d.h. deren Besitz und Eigentum er vollst�ndig und unbelastet auf den K�ufer zu �bertragen f�hig und berechtigt sei. X.________ habe die K�ufer sowohl �ber seinen Verkaufswillen als auch �ber seine Lieferf�higkeit get�uscht, da er nicht im Besitz der verkauften Waren gewesen sei und auch nicht beabsichtigt habe, sich diese zu beschaffen. Er habe keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, seiner Leistungspflicht nachzukommen. Mit den eingenommenen Geldzahlungen habe er seinen Lebensunterhalt und denjenigen seiner Familie bestritten. Da seine Machenschaften dank den Verk�uferbewertungen und Internetdiskussionsforen nicht unentdeckt geblieben seien, habe er auf den Internetplattformen st�ndig Nickname, Name, Telefonnummer und (E-Mail-)Adresse ge�ndert und immer wieder neue Verk�ufer-Accounts eingerichtet. Durch zahlreiche Vertr�stungs- und Hinhalte-E-Mails habe er bei den K�ufern den falschen Eindruck erweckt, die Ware - wenn auch versp�tet - noch liefern zu k�nnen und zu wollen. Den K�ufern sei in der H�he des bezahlten Verkaufspreises inkl. Versandkosten ein Verm�gensschaden entstanden. Teilweise sei es zu R�ckzahlungen gekommen, dies aber erst nach erfolgten Strafanzeigen oder nachdem X.________ mit einer Anzeigeerstattung habe rechnen m�ssen bzw. wenn sich der Vertragspartner besonders hartn�ckig verhalten habe.
Zwischen November 2007 und Januar 2008 habe X.________ zudem insgesamt zehn Mobiltelefone Nokia 6500 mit einer 24-monatigen Abonnementsverpflichtung gegen�ber Tele 2 bzw. Swisscom erworben, wobei er seinen Zahlungsverpflichtungen aus den Abonnementen nicht nachgekommen sei. Die Mobiltelefone habe er ohne Abonnementsverpflichtung verkauft bzw. weitergegeben. Er habe Tele 2 und Swisscom �ber seine Bereitschaft get�uscht, die eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen auch wirklich zu erf�llen.
Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte X.________ am 21. Januar 2010 wegen gewerbsm�ssigen Betrugs zu einer unbedingten Geldstrafe von 360 Tagess�tzen zu Fr. 30.--.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Staatsanwaltschaft und X.________ Berufung. Das Kantonsgericht St. Gallen best�tigte am 11. Juli 2011 den erstinstanzlichen Schuldspruch. Es verurteilte X.________ zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, davon 16 Monate bedingt.
Das Kantonsgericht stellt im Zusammenhang mit den Verk�ufen auf den Internetplattformen ricardo.ch und eBay fest, X.________ habe gewusst bzw. in Kauf genommen, dass er nicht in der Lage sein werde, die verkauften Gegenst�nde rechtzeitig zu liefern. Er habe die K�ufer get�uscht, da er die Lieferung der Ware als zuk�nftiges Ereignis f�r den vereinbarten Zeitpunkt als gewiss dargestellt habe.
Bez�glich der zehn Mobiltelefone Nokia 6500 h�lt das Kantonsgericht f�r erwiesen, dass X.________ bereits beim Erwerb zwischen November 2007 und Januar 2008 nicht gewillt war, die Rechnungen von Tele 2 und Swisscom zu begleichen, und er sich nicht weiter um die Abonnementsvertr�ge k�mmern wollte.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil vom 11. Juli 2011 aufzuheben. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
1.1 Der Beschwerdef�hrer beanstandet, seine Beweisantr�ge seien zu Unrecht abgewiesen worden. Er habe die Durchf�hrung eines L�gendetektortests und die Einholung eines aussagepsychologischen Gutachtens beantragt, womit er h�tte beweisen k�nnen, dass er weder mit T�uschungsvorsatz noch mit Sch�digungsabsicht gehandelt habe. Auch die beantragte Befragung seiner Ehefrau w�re zur Erkundung der inneren Vorg�nge im Zusammenhang mit den unterstellten Betrugshandlungen angezeigt gewesen.
1.2 Die Parteien haben Anspruch darauf, mit rechtzeitig und formg�ltig angebotenen Beweisantr�gen und Vorbringen geh�rt zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind. Ein Verzicht auf die Abnahme von weiteren Beweisen ist zul�ssig, wenn sich das Gericht aufgrund der bereits erhobenen Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, dass die abgelehnten Beweisantr�ge nichts an seiner �berzeugung zu �ndern verm�gen (BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3).
1.3 Die Verwendung von L�gendetektoren als Methode der Wahrheitsfindung ist verfassungsm�ssig unzul�ssig (BGE 109 Ia 273 E. 7) und darf gem�ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch nicht auf Antrag der beschuldigten Person zur eigenen Entlastung eingesetzt werden (Urteile 6B_708/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 1.6; 6B_586/2008 vom 22. August 2008 E. 2). An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Die Verwendung von L�gendetektoren wurde auch in der auf den 1. Januar 2011 in Kraft getretenen, vorliegend jedoch noch nicht anwendbaren Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) f�r unzul�ssig erkl�rt, auch wenn die betroffene Person ihrer Anwendung zustimmt (vgl. Art. 140 StPO; BBl 2006 S. 1182 f.).
1.4 Die Pr�fung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist Teil der Beweisw�rdigung und geh�rt zum Aufgabenbereich des Gerichts. Eine Glaubw�rdigkeitsbegutachtung durch eine sachverst�ndige Person dr�ngt sich nur bei Vorliegen besonderer Umst�nde auf. Dies ist etwa der Fall, wenn schwer interpretierbare �usserungen eines Kleinkinds zu beurteilen sind, bei Anzeichen ernsthafter geistiger St�rungen, welche die Aussageehrlichkeit des Zeugen beeintr�chtigen k�nnten, oder wenn Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass der Zeuge einer Beeinflussung durch Drittpersonen ausgesetzt ist (BGE 129 IV 179 E. 2.4; 129 I 49 E. 4; 128 I 81 E. 2). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Vorinstanz durfte ohne Willk�r auf die Einholung des beantragten aussagepsychologischen Gutachtens verzichten.
1.5 Nicht ersichtlich ist schliesslich, was die Aussagen der Ehefrau des Beschwerdef�hrers zur Kl�rung des Sachverhalts beitragen k�nnten. Ob der Beschwerdef�hrer mit T�uschungsvorsatz und Sch�digungsabsicht handelte, beurteilt sich - bei Fehlen eines Gest�ndnisses - in erster Linie anhand der relevanten Umst�nde. Selbst wenn die Ehefrau des Beschwerdef�hrers best�tigen sollte, dass er keine Sch�digungs- oder Bereicherungsabsicht hatte, h�tten diese Aussagen kaum einen anderen Stellenwert als die Parteibehauptungen des Beschwerdef�hrers. Dass seine Ehefrau auch andere, allenfalls beweisrelevante Angaben zu den Tatvorw�rfen machen k�nnte, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar. Die Vorinstanz verf�llt nicht in Willk�r, wenn sie dessen Beweisantrag abweist.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 146 StGB und eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Er habe nicht mit T�uschungsvorsatz bzw. Sch�digungsabsicht gehandelt. Er habe im interessierenden Zeitraum zahlreiche Internettransaktionen zur Zufriedenheit der Kunden ausgef�hrt. Es liege in der Natur unternehmerischen Handelns, dass es - gerade auch im Zusammenhang mit Massengesch�ften - zu Leistungsst�rungen kommen k�nne. Diese Gefahr bestehe vor allem, wenn sich der Anbieter mit variierender bzw. knapper Liquidit�t konfrontiert sehe. Auch in dieser Situation habe er die Kundschaft jedoch mehrheitlich zufriedenstellen k�nnen. Dies sei ein starkes Indiz, dass es ihm nicht darum gegangen sei, und er auch nicht damit gerechnet habe, bei den Kunden einen Schaden - auch nur einen vor�bergehenden in Einzelf�llen - anzurichten. Fraglich sei, ob angesichts der betroffenen Betr�ge �berhaupt von einem Gef�hrdungsschaden gesprochen werden k�nne. Die Vorinstanz sei auf seine Einw�nde in Verletzung ihrer Begr�ndungspflicht und des Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) nicht eingegangen.
2.2 Die Vorinstanz f�hrt aus, die K�ufer h�tten, sofern kein Liefertermin angegeben worden sei, davon ausgehen d�rfen, sie k�nnten �ber den ersteigerten Gegenstand innert einiger Tage verf�gen. Bei Ersteigerung des Gegenstands in Kenntnis einer Lieferfrist h�tten sie den Erhalt der Ware innert der angegebenen Frist erwarten d�rfen. Der Einwand des Beschwerdef�hrers, wonach Vereinbarungen von Lieferfristen und "Noch-nicht-Besitz-Konstellationen" auf Plattformen wie Ricardo �blich und auch konform mit dem entsprechenden Regelwerk seien, sei unbehelflich und der in diesem Zusammenhang gestellte Beweisantrag mangels Relevanz abzuweisen. Die t�uschende Handlung sei nicht darin zu suchen, dass der Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt des Angebots bzw. der Ersteigerung noch nicht �ber den Gegenstand verf�gt habe. Sie bestehe vielmehr darin, dass er die Lieferung der Gegenst�nde f�r den vereinbarten Zeitpunkt als gewiss dargestellt habe, obwohl er gewusst bzw. in Kauf genommen habe, zum gegebenen Zeitpunkt nicht liefern zu k�nnen (angefochtenes Urteil S. 7 und 10). Die T�uschung sei arglistig gewesen (angefochtenes Urteil S. 8 ff.). Die K�ufer h�tten eine zumindest vor�bergehende Verminderung ihres Verm�gens erlitten, da der Vorauszahlung keine wirtschaftlich gleichwertige Gegenleistung in Form der ersteigerten Ware gegen�bergestanden sei (angefochtenes Urteil E. 6b S. 11). Der Beschwerdef�hrer habe mit Bereicherungs- und Sch�digungsabsicht gehandelt. Er habe eine T�uschung der K�ufer �ber die fristgerechte Lieferung in Kauf genommen und habe diese f�r den Fall des Eintritts gewollt. Nicht ausschlaggebend sei, ob Ursache f�r die versp�tete Lieferung Lieferprobleme gewesen seien und ob der Beschwerdef�hrer die Waren tats�chlich habe liefern wollen (angefochtenes Urteil S. 13 f.). Der Umstand, dass eine Vielzahl von Internetauktionen offenbar reibungslos abgelaufen sei, spreche nicht gegen die Gewerbsm�ssigkeit der betr�gerischen Handlungen (angefochtenes Urteil E. 9c S. 17).
2.3.1 Des Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich namentlich strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtm�ssig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdr�ckung von Tatsachen arglistig irref�hrt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Verm�gen sch�digt.
2.3.2 Als T�uschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Sie ist eine unrichtige Erkl�rung �ber Tatsachen, d.h. �ber objektiv feststehende, vergangene oder gegenw�rtige Geschehnisse oder Zust�nde. Zuk�nftige Ereignisse sind, soweit sie jedenfalls ungewiss sind, keine Tatsachen. Wer �usserungen oder Prognosen �ber k�nftige Vorg�nge macht, t�uscht somit nicht, auch wenn sie unwahr sind, d.h. nicht seiner wirklichen �berzeugung entsprechen. Prognosen k�nnen aber in Bezug auf die vom T�ter zugrunde gelegten gegenw�rtigen Verh�ltnisse (Prognosegrundlage) eine T�uschung darstellen. Massgebend ist, ob die �usserung ihrem objektiven Sinngehalt nach einen Tatsachenkern enth�lt. �usserungen oder Prognosen �ber k�nftige Vorg�nge k�nnen zu einer T�uschung f�hren, wenn sie innere Tatsachen wiedergeben. Die Zukunftserwartung kann mithin als gegenw�rtige innere Tatsache t�uschungsrelevant sein (BGE 135 IV 76 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.3.3 Arglist im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist gegeben, wenn der T�ter ein ganzes L�gengeb�ude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 mit Hinweisen). Arglist wird auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren �berpr�fung nicht oder nur mit besonderer M�he m�glich oder nicht zumutbar ist, und wenn der T�ter das Opfer von der m�glichen �berpr�fung abh�lt oder nach den Umst�nden voraussieht, dass dieses die �berpr�fung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverh�ltnisses unterlassen werde (BGE 135 IV 76 E. 5.2 S. 81 f.; 128 IV 18 E. 3a; je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist die Vorspiegelung des Leistungswillens grunds�tzlich arglistig im Sinne von Art. 146 StGB, weil sie eine innere Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen nach nicht direkt �berpr�ft werden kann. Arglist scheidet indes aus, soweit die Behauptung des Erf�llungswillens mittels Nachforschungen �ber die Erf�llungsf�higkeit �berpr�fbar ist und sich aus der m�glichen und zumutbaren Pr�fung ergeben h�tte, dass der andere zur Erf�llung nicht f�hig ist (BGE 118 IV 359 E. 2 mit Hinweisen).
2.3.4 Ein Verm�gensschaden liegt nach der Rechtsprechung vor bei tats�chlicher Sch�digung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven und wenn das Verm�gen in einem Masse gef�hrdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert wird. Letzteres ist der Fall, wenn der Gef�hrdung im Rahmen einer sorgf�ltigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder R�ckstellung Rechnung getragen werden muss (BGE 129 IV 124 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Schaden als Verm�gensnachteil hat beim Betrugstatbestand der Bereicherung als Verm�gensvorteil zu entsprechen (Erfordernis der Stoffgleichheit; BGE 134 IV 210 E. 5.3).
2.4.1 Zwar gen�gt im Rahmen von Art. 146 StGB nach st�ndiger Rechtsprechung eine bloss vor�bergehende Sch�digung (vgl. BGE 123 IV 17 E. 3d; 121 IV 104 E. 2c; 120 IV 122 E. 6b/bb). Dies ist namentlich bei einer Verm�gensgef�hrdung der Fall, welche sich in der Buchhaltung durch Wertberichtigungen oder R�ckstellungen niederschl�gt, oder wenn der T�ter sp�ter (unter dem Druck des drohenden oder h�ngigen Strafverfahrens) Ersatz leistet. Gew�hrleistungs- und Schadenersatzanspr�che k�nnen den eingetretenen Schaden beheben, f�hren jedoch nicht zur Verneinung eines Schadenseintritts (ANDREAS DONATSCH, Delikte gegen den Einzelnen, 9. Aufl. 2008, S. 216; BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 3. Aufl. 2010, N. 36 S. 331). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz begr�ndet demgegen�ber nicht jede verz�gerte Vertragserf�llung einen Verm�gensschaden im Sinne von Art. 146 StGB, auch nicht wenn sie von vornherein feststand oder in Kauf genommen wurde und der T�ter dennoch eine Vorauszahlung verlangt hat (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Aufl. 2010, N. 57 S. 406). Die Folgen von Leistungsst�rungen bei Kaufvertr�gen sind im schweizerischen Recht in Art. 102 ff. und Art. 190 f. OR geregelt. Gem�ss Art. 107 Abs. 2 OR kann der K�ufer nach erfolgter Fristansetzung auf Erf�llung nebst Schadenersatz wegen Versp�tung klagen, oder statt dessen, wenn er es unverz�glich erkl�rt, auf die nachtr�gliche Leistung verzichten und entweder Ersatz des aus der Nichterf�llung entstandenen Schadens verlangen oder vom Vertrag zur�cktreten (vgl. dazu BGE 123 III 16 E. 4 mit Hinweisen; Urteil 1P.802/2005 vom 9. M�rz 2006 E. 7). Die Ansetzung einer Frist zur nachtr�glichen Erf�llung ist gem�ss Art. 108 OR nicht erforderlich, wenn aus dem Verhalten des Schuldners hervorgeht, dass sie sich als unn�tz erweisen w�rde (Ziff. 1), wenn infolge Verzugs des Schuldners die Leistung f�r den Gl�ubiger nutzlos geworden ist (Ziff. 2) oder wenn sich aus dem Vertrag die Absicht der Parteien ergibt, dass die Leistung genau zu einer bestimmten oder bis zu einer bestimmten Zeit erfolgen soll (Ziff. 3). Tritt der K�ufer vom Vertrag zur�ck, kann er das Geleistete zur�ckfordern (vgl. Art. 109 Abs. 1 OR). Geht dem Verk�ufer der Erf�llungswille nicht grunds�tzlich ab und kommt er seinen Pflichten im Falle eines Verzugs nach, fehlt es in der Regel sowohl an einem Verm�gensschaden des K�ufers als auch an einer Bereicherung des Verk�ufers. Eine generelle strafrechtliche Erfassung von (eventualvors�tzlich in Kauf genommenen) Leistungsst�rungen bei der Vertragsabwicklung w�re nicht sachgerecht, da solche oftmals nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden k�nnen und damit eine �berm�ssige P�nalisierung des Wirtschaftsverkehrs einherginge.
2.4.2 Fraglich ist zudem, ob in der zu Unrecht in Aussicht gestellten "Rechtzeitigkeit der Lieferung" eine T�uschung im Sinne von Art. 146 StGB gesehen werden kann. Die Rechtzeitigkeit der Lieferung einer Sache ist ein zuk�nftiges Ereignis. Sie kann - namentlich wenn sich der Verk�ufer die Sache zuerst beschaffen muss - ungewiss sein und ist insoweit keine Tatsache (vgl. oben E. 2.3.2). Eine T�uschung ist zu verneinen, soweit der Verk�ufer rechtzeitig liefern will und er lediglich durch den Vertragsabschluss und die Einforderung der Vorauszahlung zum Ausdruck bringt, er werde dazu auch in der Lage sein. Anders verh�lt es sich, wenn er die Rechtzeitigkeit der Lieferung beim Vertragsabschluss bzw. im Zeitpunkt der Vorauszahlung durch den K�ufer mit unwahren gegenw�rtigen oder vergangenen Tatsachen untermauert. Dies ist der Fall, wenn er f�lschlicherweise behauptet, er sei bereits im Besitz der Ware. Darin liegt eine falsche gegenw�rtige Tatsache. Eine T�uschung �ber die Verf�gungsmacht kann auch konkludent erfolgen, wenn beispielsweise das betreffende Regelwerk bei Internetauktionen dem Verk�ufer verbietet, Waren anzubieten, die er nicht besitzt bzw. hinsichtlich derer er nicht verf�gungsberechtigt ist und sich auch aus dessen Angaben nichts Gegenteiliges ergibt. Selbst bei dieser Sachlage ist ein Betrug mangels eines Verm�gensschadens und einer Bereicherungsabsicht grunds�tzlich zu verneinen, wenn sich der Verk�ufer die Ware beschafft und dennoch liefert oder wenn er dem K�ufer die Vorauszahlung umgehend oder zumindest innert n�tzlicher Frist nach der Verzichtserkl�rung auf die nachtr�gliche Vertragserf�llung zur�ckerstattet.
Fehlt es am Verm�gensschaden und der Bereicherungsabsicht, k�nnen bei einer T�uschung �ber die Verf�gbarkeit der Ware allenfalls die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG; SR 241) zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil 6S.184/2003 vom 16. September 2003 E. 1.2.2, nicht publ. in: BGE 129 IV 305).
2.5.1 Des Betrugs macht sich nach der Rechtsprechung jedoch strafbar, wer im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keinen Leistungswillen hat (BGE 118 IV 359 E. 2; 73 IV 225), d.h. wer als Verk�ufer seiner Pflicht zur Lieferung der Ware nicht nachkommen will, und den vorausbezahlten Kaufpreis f�r sich beh�lt. Die Behauptung des Erf�llungswillens ist f�r den Vertragspartner als innere Tatsache in der Regel nicht �berpr�fbar und daher arglistig.
Die arglistige T�uschung kann auch darin bestehen, dass der Verk�ufer dem K�ufer vorspiegelt, er sei bereits im Besitz der Ware, und diesen dadurch zur Vorauszahlung des Kaufpreises veranlasst. Ist der Verk�ufer in der Folge nicht in der Lage, seinen vertraglichen Pflichten nachzukommen (d.h. kann er weder die Sache liefern noch die Vorauszahlung zur�ckerstatten), nahm er dies in Kauf und wollte er die mit der Vorauszahlung einhergehende Bereicherung f�r den Fall des Eintritts, erf�llt er den Tatbestand des Betrugs.
2.5.2 Dem Beschwerdef�hrer wird in der Anklage vorgeworfen, er habe die K�ufer sowohl �ber seinen Verkaufswillen als auch �ber seine Lieferf�higkeit get�uscht, und er habe die Zahlungen der K�ufer f�r seinen Lebensunterhalt und denjenigen seiner Familie verwendet. Dieses Verhalten f�llt grunds�tzlich unter den Tatbestand des Betrugs. Voraussetzung ist jedoch, dass dem Beschwerdef�hrer nachgewiesen werden kann, dass er die K�ufer arglistig �ber seinen Leistungswillen oder die Verf�gbarkeit der Ware t�uschte, dass diese einen Verm�gensschaden erlitten (Nichtlieferung bzw. Nichtr�ckerstattung des Kaufpreises) und dass er dies zumindest in Kauf nahm. Die Vorinstanz durfte die Fragen, ob der Beschwerdef�hrer die K�ufer �ber seinen Verkaufswillen oder die Verf�gbarkeit der Ware t�uschte, nicht offenlassen und ihn mit der Begr�ndung verurteilen, die T�uschung und der Verm�gensschaden l�gen in der versp�teten Vertragserf�llung.
Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen und die Angelegenheit zur erneuten Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
3.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Verurteilung wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Erwerb der Mobiltelefone mit einer 24-monatigen Abonnementsverpflichtung. Die Vorinstanz halte bez�glich seines Zahlungswillens lapidar fest, der subjektive Tatbestand sei erf�llt, da aus den nicht bezahlten Rechnungen und den weitergegebenen Mobiltelefonen nichts anderes gefolgert werden k�nne. Sie w�re verpflichtet gewesen, hinsichtlich seiner Motivlage beim Vertragsabschluss weit mehr Abkl�rungen durchzuf�hren. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Verk�ufer, welche ihm den Ankauf einer gr�sseren Zahl von Ger�ten via Gesch�ft und die Weitergabe empfohlen h�tten, zu diesen Umst�nden nicht befragt worden seien.
3.2 Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann nur ger�gt werden, wenn sie willk�rlich (Art. 9 BV) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1). Der Unschuldsvermutung kommt in ihrer Funktion als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen).
Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen, welche das Bundesgericht nur unter dem Gesichtspunkt der Willk�r pr�ft (vgl. BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 125 IV 242 E. 3c S. 252; je mit Hinweisen). Willk�r bei der Beweisw�rdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere L�sung oder W�rdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, gen�gt f�r die Annahme von Willk�r nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 mit Hinweisen).
3.3 Der Beschwerdef�hrer erwarb innert kurzer Zeit eine gr�ssere Anzahl Mobiltelefone, welche offensichtlich nicht alle f�r seinen pers�nlichen Gebrauch bestimmt waren. Da er sich in der Folge nicht um die Abonnementsvertr�ge k�mmerte und die Mobiltelefone ohne Abonnementsverpflichtung verkaufte bzw. weitergab, liegt der Schluss nahe, dass er diese Absicht bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses verfolgte. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist nicht willk�rlich, zumal der Beschwerdef�hrer nicht darlegt, welche anderen Gr�nde ihn zwischen November 2007 und Januar 2008 zum Erwerb von insgesamt zehn Mobiltelefonen h�tten veranlassen k�nnen. Nicht ersichtlich ist, was die Verk�ufer zu dessen Motivlage aussagen k�nnten, nachdem er sich selber nicht dazu �ussert. Vorliegend geht es um eine geringere Anzahl von Mobiltelefonen als in dem von der Vorinstanz zitierten Urteil 6B_1007/2010 vom 28. M�rz 2011 (E. 2). Die Situation ist, entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers, jedoch die gleiche. Die vorinstanzliche Verurteilung wegen Betrugs verletzt kein Bundesrecht.
4.1 Die Beschwerde ist im Schuldpunkt teilweise gutzuheissen. Damit er�brigt sich eine Pr�fung der R�gen betreffend die Strafzumessung.
4.2 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird im Umfang des teilweisen Obsiegens des Beschwerdef�hrers gegenstandslos. Soweit er unterliegt, ist es zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der finanziellen Lage des Beschwerdef�hrers ist bei der Festsetzung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Der Kanton St. Gallen hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren im Umfang seines teilweisen Obsiegens eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG). Die Entsch�digung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers zuzusprechen.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 11. Juli 2011 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Der Kanton St. Gallen hat Rechtsanwalt Andreas A. Oehler f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.