Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=07.12.2000&Aktenzeichen=III%20R%2035/98
Timestamp: 2019-06-18 05:48:40
Document Index: 232425873

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 1', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 20', '§ 15']

BFH, 07.12.2000 - III R 35/98 - dejure.org
https://dejure.org/2000,758
BFH, 07.12.2000 - III R 35/98 (https://dejure.org/2000,758)
BFH, Entscheidung vom 07.12.2000 - III R 35/98 (https://dejure.org/2000,758)
BFH, Entscheidung vom 07. Dezember 2000 - III R 35/98 (https://dejure.org/2000,758)
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EStG § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 2; InvZulG 1993 § 1 Abs. 1 Satz 2, § 6 Abs. 2 Satz 2
Sonderbetriebsvermögen - Beteiligungsgesellschaft - Nutzungsüberlassung - Personengesellschaft - Wirtschaftsgüter
§ 1 Abs. 1, § 6 Abs. 2 InvZulG 1993
Investitionszulage; Anspruchsberechtigung für Wirtschaftsgüter des Sonderbetriebsvermögens bei Betriebsaufspaltung
FG Niedersachsen, 03.06.1998 - II 67/96
BFHE 194, 294
BB 2001, 715
DB 2001, 842
BStBl II 2001, 316
NZG 2001, 1055
Es kommt weder zu einer Gesamtrechtsnachfolge (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 21. Oktober 1985 GrS 4/84, BFHE 145, 110, BStBl II 1986, 230, unter C. II. 2) wie in den anderen Formen der Umwandlung (z.B. bei der Verschmelzung, vgl. § 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG 1995, dazu BFH-Urteil vom 17. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316, unter II. 1. der Gründe) noch bedarf es der Übertragung der einzelnen Vermögensgegenstände.
In derartigen Fällen hat § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG als Zurechnungsnorm Vorrang (BFH-Urteile vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, unter B. IV. 1. c, und vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316, jeweils m.w.N.).
Denn in Fällen, in denen Wirtschaftsgüter als Sonderbetriebsvermögen der Betriebspersonengesellschaft zu beurteilen sind, ist nicht das Besitzunternehmen, sondern die Betriebsgesellschaft anspruchs- und antragsberechtigt (Senatsurteil in BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316).
Würde die Investitionszulage in solchen Fällen nicht gewährt, so wäre in den typischen Fällen der Betriebsaufspaltung die erhöhte Zulage für Handwerksbetriebe (handwerksähnliche Betriebe) ausgeschlossen, weil das die Wirtschaftsgüter überlassende Unternehmen die Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle mangels einer handwerklichen Tätigkeit nicht erfüllt (BFH-Urteile in BFHE 203, 559, BStBl II 2004, 248; vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316;… in BFH/NV 1999, 1378).
Die in BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75 genannten Voraussetzungen werden deshalb im Fall der mitunternehmerischen Betriebsaufspaltung ebenfalls erfüllt (ebenso BFH-Urteil vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316, unter II. 2. b, a.E.).
Entscheidend für die Anspruchsberechtigung der Besitzgesellschaft bei einer Betriebsaufspaltung zwischen Besitzpersonen- und Betriebskapitalgesellschaft ist, dass andernfalls eine Zulagengewährung überhaupt ausgeschlossen wäre (Senatsurteil vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316).
Der Gesellschaft steht daher auch die Anspruchsberechtigung für Investitionen an einem im Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters gehaltenen Wirtschaftsgut zu (vgl. etwa Senatsurteil vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316).