Source: http://www.taxsavingcorp.com/steuern-planen/doppelbesteuerungsabkommen-dba/nichtvorliegen-eines-dba
Timestamp: 2017-08-22 16:42:29
Document Index: 72110695

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 12', '§ 29', '§13', '§ 42']

Firmengründung ohne DBA - TSC - Firma im Ausland gründen und Steuern sparen
Billige Firmengründungen führen meist in die Steuerfalle
Besteht kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen den betroffenen Staaten, sind die Hürden für eine steuerehrliche Reduzierung der Steuerlast sehr hoch. Abkommen zum Informationsaustauch oder zur Bekämpfung der Steuerflucht können dennoch vereinbart worden sein und Auskünfte über den Firmeninhaber aus der Steueroase in den Heimatstaat leiten.
Ohne anwendbares DBA richtet sich eine Vermeidung von Doppelbesteuerung nach den hierfür vorgesehenen Regelungen des jeweiligen innerstaatlichen Rechts (vgl. § 34c und 34d EStG). Nach § 34c Abs. 6 EStG ist dann Abkommensrecht grundsätzlich vorrangig anwendbar.
Liegt kein DBA vor, so wären nach §§ 12, 13 AO schon Warenlager, Ein- und Verkaufsstellen und Bauausführungen bereits nach 6 Monaten Betriebsstätten (Österreichische Mandanten vergleichen hierzu bitte § 29 BAO).
Auch der Makler oder andere, im Weisungsbereich einer Firma stehende Personen wären ohne DBA als Betriebsstätte anzusehen. §13 AO bejaht das Vorliegen einer Betriebsstätte bereits bei:
selbständig tätigen Personen, sofern sie nur den Sachanweisungen des Unternehmens unterliegen,
Personen die Verträge nur vermitteln oder Aufträge nur einholen,
Personen, die nur Warenlager unterhalten und Auslieferungen vornehmen.
Darüber hinaus gibt es einige Gründe, die für die Wahl eines Standortes das Vorliegen eines DBA bedeutend machen. Insbesondere in Offshore-Staaten und anderen Steueroasen wird es für den Mandanten schwer werden, das Vorliegen einer Betriebsstätte und eines wirtschaftlichen Grundes nachzuweisen. Liegt aber kein DBA – und damit kein TIES – vor, so ist der Mandant gem. § 42 AStG zum Beweis verpflichtet, das ein ordentlicher Weise eingerichteter und ausgeübter Geschäftsbetrieb besteht und ein wirtschaftlicher Grund vorhanden ist, diesen genau in diesem Staat auszuüben.
Einfache Firmengründungen, oftmals zunächst billiger, als in einem DBA-Staat oder in der EU, können so zu einer Steuerfalle werden, die nur in einigen Fällen mit Geld und Aufwand auszugleichen ist.
Ob eine vermeintliche Steuerersparnis überwiegt, sollte genauestens durchdacht werden.
Kann ich ohne DBA legal eine Firma gründen?
Auch ohne DBA kann die Firma legal gegründet werden. Die Frage ist aber, wo die Gewinne zu besteuern sind. Ohne DBA ist dies meist am Lebensmittelpunkt des wirtschaftlich Berechtigten der Fall.
Der Lebensmittelpunkt hat nichts mit den oft zitierten 183-Tagen zu tun. Bei 183-Tagen Aufenthalt in einem Staat kann vermutet werden, dass jemand in diesem Staat lebt. Gerade aus Sicht der Finanzämter kann dies aber widerlegt werden: Die Geschäftsführung einer anderen Firma oder eine zur ständigen Nutzung bereiten Wohnung kann auch schon einen Lebensmittelpunkt begründen - unabhängig davon, ob man anwesend ist, oder nicht!
Erfährt das Finanzamt ohne DBA von meiner Offshore-Firma?
Wenn ein DBA vereinbart wurde, liegen auch Abkommen und Verfahren zum gegenseitigen Informatonsaustauch über Steuersachen vor.
Liegt kein DBA vor, wird trotzdem in vielen fällen ein Auskunftsverfahren in Steuersachen vereinbart oder die Staaten haben andere Vereinbarungen zur Bekämpfung der Steuerflucht vereinbart. Insbesonders BEPS sind seit einigen Jahren effektive Maßnahmen, Steuerhinterziehung zu bekämpfen.
Kann ich nicht anonym bleiben?
Häufig versucht der Firmengründer so anonym zu bleben, dass sein Finanzamt nichts von der Firma im Ausland und deren Gewinnen mitbekommt.
Dies ist ein gefährlicher Weg in eine Steuerfalle und oft mit anderen Hürden versehen:
Ist eine Inhaberschaft zu sehr anonymisiert, werden sich Banken weigern, ein Konto zu eröffnen. Bekommt man ein Bankkonto für die Firma, müssen die Banken Auskünfte über die wirtschaftlich Berechtigten an den Wohnsitzstaat dieser Person liefern.
Nur wenige Banken - oft mit fragwürdigen Methoden und Personal - beteilgen sich nicht an diesen Auskunftsverfahren.
Eine vermeintlich anonyme Firma wird oft über den Weg des Geldes entarnt. Doch dan ist es zu spät: Schwarzgeld ist an den Inhaber geflossen und wurde (meist) auch nicht beim wirtschaftlich Berechtigten versteuert: Steuerhinterziehung mit allen wirtschaftlichen, sozialen und strafrechtlichen Folgen!
Ist eine Offshore-Firma immer illegal?
Nein, es kann gute Gründe geben, warum Sie in diesem Offshore-Staat wie Belize, Cayman Islands oder Panama eine Firma gründen müssen. Allerdings ist die legale Steuerreduzierung keiner dieser Gründe, der alleine für eine Offshore-Firma spricht. Ohne diese Gründe sind Sie rasch mit ihrer Offshore-Firma im Bereich der Steuerhinterziehung.
Die steuerlich legale Ausgestaltung einer Offshore-Firma erfordert allerdings oft soviel Aufwand, dass eine Alternative in einem anderen Niedrigsteuerstaat günstiger ist.
Gibt es Alternativen zur Offshore-Firma?
Gerade für Unionsbürger und alle, die in der EU ihren Lebensmittelpunkt habe, ist eine Firmengründung innerhalb der Europäischen Union sicherer und meist auch günstiger! Günstiger heisst hierbei: Mittelfristiger weniger Kosten und ein erträglicher Steuersatz zwischen 12,5% bis runter zu 2,5%.
Wir sind der meinung, dass nur transparente Strukturen auf Dauer belastbar sind und nachhaltig den Erfolg unserer Mandanten sichern!
TSC ist gerne behilflich, die notwendigen Voraussetzungen zu prüfen und die erforderlichen Geschäftseinrichtungen zu etablieren.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie sich für eine Firmengründung interessieren, sei es in einem Offshore-Staat oder in einem anderen Staat.
Offshore-Firma gründen: Es lockt die Nullsteueroase
Wann lohnt es sich, eine Offshore-Firma zu gründen?
OECD: BEPS und Maßnahmen gegen Steuervermeidung