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Timestamp: 2019-08-24 00:40:53
Document Index: 329049373

Matched Legal Cases: ['§ 317', '§ 319', '§ 57', '§ 1', '§ 2', '§ 316', '§ 267', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 43', '§ 43', '§ 1', '§ 13', '§ 14', '§ 21', '§ 267', '§ 43']

Die Grundlagen der Wirtschaftsprüfung und die Sicherung der ...
Die Grundlagen der Wirtschaftsprüfung und die Sicherung der Unabhängigkeit in der Abschlussprüfung
von Ömür Altunbey (Autor)
2 GRUNDLAGEN DER WIRTSCHAFTSPRÜFUNG
2.1 Aufgaben und Funktionen eines Wirtschaftsprüfers
2.2 Berufspflichten eines Wirtschaftsprüfers
2.3 Ziele und Funktionen der Abschlussprüfung
3 UNABHÄNGIGKEIT IN DER ABSCHLUSSPRÜFUNG
3.1 Regelungen zur Unabhängigkeit durch HGB, WPO und BS
3.1.1 Grundsätze der Unabhängigkeit
3.2 Gefährdung der Unabhängigkeit
3.3 Maßnahmen zur Sicherung der Unabhängigkeit
3.4 Regelungen auf internationaler Ebene
Abbildung 1: Allgemeine Berufspflichten gemäß der Berufssatzung
Abbildung 2: Funktionen der Gesetzlichen Abschlussprüfung
Abbildung 3: Aufbau des Code of Ethics
Das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Wirtschaftsprüfer spielt eine fundamentale Rolle. Die Wirtschaft ist ein breitgefächertes Umfeld, in dem Tausende von Unternehmen, Konzerne etc. teilnehmen. Der Beruf „Wirtschaftsprüfer“ ist möglicherweise der wichtigste aber auch der am meisten kritisierte und dessen Ehrlichkeit in Fra- ge gestellte Beruf.1
Die ständige anhaltende Kritik über die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers hat immer wieder zur Folge, dass die Wirtschaftsprüfung einem permanenten Wandel unterliegt.
Zuletzt wurden viele Gesetzesänderungen und Reformprojekte auf nationaler und internationaler Ebene eingeführt wie z.B. das Bilanz- rechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)2 und das Grünbuch der Europäischen Kommission, welche die Zielsetzung hatten, das Handelsgesetzbuch (HGB) weiter an die internationalen Rech- nungslegungsvorschriften anzupassen. Diese Anpassungen wer- den durch einige Vorschriften wie in § 317 Abs.5 HGB ersichtlich. Vorschriften der Europäischen Union (EU) und der International Federation of Accountings (IFAC) könnten bei dieser Thematik ei- nen bedeutenden Stellenwert haben.
Bis heute wird die Glaubwürdigkeit der Abschlussprüfung (Qualität der Prüfung) und die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer gegenüber Ihren Mandanten diskutiert.
Mit Einführung von Reformen, sollen in der Zukunft vor allem die Qualität der Prüfung zu verbessert, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Abschlussprüfung zurückgewonnen werden, um Bilanzskandale und intensive Auseinandersetzungen vorzubeugen.3
Das Ziel dieser Arbeit ist es die Problematik der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu unterstreichen und dabei festzustellen, ob die bestehenden Maßnahmen die hoch angestrebte Lösung gewährleisten können und welche notwendigen Maßnahmen noch eventuell erforderlich sind.
In erster Linie werden die allgemeinen Berufsaufgaben des Wirt- schaftsprüfers dargelegt. Dabei soll man einen Einblick über das Berufsbild und Umfeld des Wirtschaftsprüfers haben. Die einzelnen Prüfungstätigkeiten des Wirtschaftsprüfers sollen den Umfang der Verantwortung klarstellen, die ein WP tragen muss. Desweiteren ist ein Blick auf die Berufspflichten des Wirtschafts- prüfers zu werfen, die in der Wirtschaftsprüferordnung und in der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer defi- niert sind. Hierbei wird im Ansatz auf grundlegende Vorschriften bezüglich der Unabhängigkeit in der Wirtschaftsprüfung eingegan- gen.
Als nächstes werden wesentliche Ziele und Funktionen der Ab- schlussprüfung dargestellt. Dabei werden in Bezug auf die Adres- saten auf die bestehenden Funktionen eingegangen und deren Bedeutung für die Unabhängigkeit in der Wirtschaftsprüfung darge- legt.
Im Anschluss darauf wird die Problematik der Unabhängigkeit tief- gründiger aufgegriffen, indem man auf aktuellen nationalen Rege- lungen zur Unabhängigkeit durch HGB WPO und BS eine Aus- schau hält. Dabei soll auch geklärt werden, in welchen Fällen eine Besorgnis der Befangenheit4 vorliegt und wie auf die Problemstel- lung mit Maßnahmen bzw. Regelungen in EU und internationaler Ebene eingegangen wird.
Zu guter Letzt erfolgt eine Schlussbetrachtung, in der die Ergebnis- se der Analysen und Feststellungen zusammengefasst werden.
Als Gesetzliche Grundlage über das Berufsbild des Wirtschaftsprü- fers / Abschlussprüfers kommt die Wirtschaftsprüferordnung (WPO) in Betracht. Der Begriff Abschlussprüfer wird konkretisiert in § 319 Abs.1 S.1 HGB. Demnach können Abschlussprüfer Wirt- schaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sein, wenn sie über eine wirksame Bescheinigung über die Teilnahme an der Qualitätskontrolle nach § 57a WPO verfügen. Das Berufsbild des Wirtschaftsprüfers setzt sich aus einer Vielzahl von Aufgaben und Pflichten zusammen und ergibt sich hauptsächlich aus den allge- meinen Vorschriften §§ 1 - 4b WPO.5
Neben betriebswirtschaftliche Prüfungen und steuerlichen Angele- genheiten ist ein Wirtschaftsprüfer Gemäß § 2 Abs.3 Nr.2 WPO befugt, fremde Interessen zu wahren. Dies erfordert unbedingt eine vertrauliche Umgehung mit Daten und Fakten im Rahmen der Prü- fungstätigkeit.6
Unternehmen ab einer bestimmten Größenordnung müssen sich gem. § 316 HGB i.V.m § 267 Abs.1 HGB einer Abschlussprüfung unterziehen. Gemäß § 2 Abs. 1 WPO kann die Durchführung von betriebswirtschaftlichen Prüfungen als die Hauptaufgabe eines WP gesehen werden. Aus diesem Grund ist die Beachtung von national und international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen von besonderer Bedeutung.7
Zunächst muss die Abschlussprüfung nicht unbedingt durch einen WP erfolgen, da bis zu einer Bilanzsumme von 19,5 Millionen Euro bzw. bis zu einem Jahresumsatz von 38,5 Millionen Euro oder bis zu einer Mitarbeiterzahl von 250, auch vereidigte Buchprüfer dazu befugt sind, eine Anschlussprüfung durchzuführen. Erst bei Über- schreitung dieser Grenzen darf die Abschlussprüfung nur noch von einem WP durchgeführt werden.8
Neben den üblichen Aufgaben eines Wirtschaftsprüfers gibt es eine Menge von Tätigkeiten, die ein WP ausübt bzw. ausüben kann. Eine Leistung, die darunter fällt ist die Steuerberatung, denn gem. § 2 Abs.2 WPO sind WP dazu befugt, ihre Auftraggeber in steuerli- chen Angelegenheiten zu beraten und uneingeschränkt zu vertre- ten. Unter Steuerlichen Angelegenheiten fallen Prüfungsleistungen wie Erstellung von Steuererklärungen bzw. Steuerbilanzen, Hilfe- leistung bei Steuerstreitigkeiten sowie Vertretung vor Finanzgerich- ten und dem Bundesfinanzhof.9
Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Wirtschafts- und Unternehmens- beratung. Ein WP ist insbesondere durch seinen Werdegang so qualifiziert, dass er gem. § 2 Abs.3 Nr.2 WPO befugt ist, seine Mandanten in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten. Diese können unter anderem betriebsintern- und externe wirt- schaftliche Problemstellungen sowie finanzielle und organisatori- sche Fälle sein.
Desweiteren kommt für ein WP die Gutachter bzw. Sachverständi- gentätigkeit in Betracht. Gem. § 2 Abs.3 Nr.1 WPO kann ein WP auch als Gutachter in der Betriebswirtschaftlichen Prüfung agieren. Die Tätigkeiten als Gutachter umfassen insbesondere die Prüfung der Kreditwürdigkeit sowie die Unternehmensbewertung.10 Letztendlich gehört auch die treuhänderische Verwaltung gem. § 2 Abs.3 Nr.3 zu den Tätigkeitsbereichen eines WP. So kann der WP als Nachlassverwalter, Insolvenzverwalter oder Testamentsvollstrecker tätig sein.
Die Berufspflichten ergeben sich ebenfalls aus der WPO zuzüglich mit einigen wichtigen Verordnungen der Berufssatzung für Wirt- schaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS). Der Beruf „Wirt- schaftsprüfer“ ist ein öffentliches Amt und setzt, aufgrund der be- sonderen Verantwortung, die Erfüllung von bestimmten Berufs- pflichten voraus.11 Diese sind in §§ 43-56 WPO geregelt, wobei die allgemeinen Berufspflichten aus § 43 Abs.1 WPO i.V.m § 1 BS entnommen werden können.12
Abbildung 1: Allgemeine Berufspflichten gemäß der Berufssatzung13
Die oben dargestellten Vorschriften in BS besagen, dass ein WP seine Tätigkeit unabhängig, gewissenhaft, verschwiegen und ei- genverantwortlich auszuüben hat. Außerdem ist gem. § 13 BS ein Berufswürdiges Verhalten, sowie gem. § 14 BS die Pflichten ge- genüber anderen WP von besonderer Bedeutung. Die Berufspflich- ten sind deshalb so wichtig, weil die Prüfungsleistungen von WP nur in Ausnahmefällen überprüft werden können bzw. dürfen.14
1 Vgl. Graumann (2009), S.1-2.
2 Vgl. Kirsch; Thiele (2007), S.722.
3 Vgl. Müller (2006), S.3.
4 Vgl. § 21 BS.
5 Vgl. Graumann (2009), S.6.
6 Vgl. Graumann (2009), S.7.
7 Vgl. Marten (2011), S.15.
8 Vgl. Beruf Wirtschaftsprüfer sowie § 267 Abs.2 HGB http://www.beruf-wirtschaftspruefer.de/taetigkeiten-aufgaben/ abgerufen am 18.04.2015.
9 Vgl. Graumann (2009), S.7-8.
10 Vgl. Graumann (2009), S.8.
11 Vgl. Graumann (2009), S.22-23 sowie § 43, 43a WPO.
12 Vgl. Graumann (2009), S.23.
13 Vgl. Graumann (2009), S.25.
14 Vgl. Zimmermann, (2008), S.12.
9783668188976
9783668188983
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Abschlussprüfung Wirtschaftsprüfung
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