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Timestamp: 2016-10-24 20:09:20
Document Index: 54427137

Matched Legal Cases: ['Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 286', 'Art. 276', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 105', 'Art. 2', 'Art. 286', 'Art. 286', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 97', 'Art. 286', 'Art. 286', 'Art. 286', 'Art. 276', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 64']

5A_618/2011 (12.12.2011)
5A_618/2011
Urteil 12. Dezember 2011
vertreten durch Rechtsanw�ltin Ir�ne Spirig,
Ab�nderung eines Scheidungsurteils,
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Zivilkammer, vom 7. Juli 2011.
X.________ (Jahrgang 1968) und Z.________ (Jahrgang 1970) hatten am xxxx 1992 geheiratet. Sie sind die Eltern der Kinder S.________ (geb. xxxx 1995) und T.________ (geb. xxxx 1996). Am 18. April 2001 schied das Bezirksgericht B�lach die Ehe. Gem�ss Scheidungsurteil hat X.________ an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder bis zum Abschluss deren ordentlicher Erstausbildung, falls n�tig �ber die M�ndigkeit hinaus, pro Monat je Fr. 610.-- zuz�glich Kinderzulagen zu bezahlen. X.________ wurde �berdies verpflichtet, seiner Frau an deren eigenen Unterhalt bis Ende 2012 monatlich Fr. 100.-- zu bezahlen. Das Scheidungsurteil h�lt fest, dass mit dieser Unterhaltsregelung der geb�hrende Unterhalt der Ehefrau von Fr. 3'607.35 nicht gedeckt werde.
Nach der Scheidung heiratete X.________ am 3. M�rz 2003 erneut.
Mit Eingabe vom 27. Januar 2010 ersuchte Z.________ das Bezirksgericht B�lach um Ab�nderung des Scheidungsurteils. Sie verlangte eine angemessene Erh�hung der Unterhaltsbeitr�ge f�r die beiden Kinder, ohne diese jedoch zu beziffern. Das Bezirksgericht erh�rte die Mutter. Es hob die Unterhaltsbeitr�ge r�ckwirkend ab 1. Februar 2009 an, f�r S.________ auf Fr. 950.-- und f�r T.________ auf Fr. 1'200.-- pro Monat, je zuz�glich Kinder- bzw. Ausbildungszulagen (Urteil vom 29. Juli 2010).
Darauf erhob X.________ am 23. August 2010 Berufung. Vor dem Obergericht des Kantons Z�rich beantragte er, das Ab�nderungsbegehren seiner fr�heren Ehefrau betreffend die Kinderunterhaltsbeitr�ge vollumf�nglich abzuweisen. In seinem Urteil vom 7. Juli 2011 bestimmte das Obergericht die Unterhaltsbeitr�ge neu mit Wirkung ab 1. Februar 2010 auf Fr. 800.-- (f�r S.________) bzw. Fr. 1'000.-- (f�r T.________).
D.a Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 12. September 2011 wendet sich X.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht. In der Hauptsache stellt er den Antrag, in Aufhebung des Urteils des Obergerichts sei das Begehren seiner fr�heren Ehefrau (nachfolgend Beschwerdegegnerin) betreffend die Ab�nderung der Kinderunterhaltsbeitr�ge gem�ss Scheidungsurteil des Bezirksgerichts B�lach vom 18. April 2001 vollumf�nglich abzuweisen; eventuell sei das Berufungsurteil aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung nach Durchf�hrung eines Beweisverfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
D.b Mit Eingabe vom 28. September 2011 beantragte die Beschwerdef�hrerin, das Gesuch um aufschiebende Wirkung abzuweisen. Zugleich ersuchte Sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Am 29. September 2011 erkannte die Pr�sidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung der Beschwerde hinsichtlich der gem�ss dem obergerichtlichen Urteil von Februar 2010 bis und mit August 2011 geschuldeten Kinderunterhaltsbeitr�ge sowie hinsichtlich der Gerichtskosten die aufschiebende Wirkung zu.
D.c Das Bundesgericht hat die Akten, in der Sache aber keine Vernehmlassungen eingeholt.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, der die Ab�nderung des Kinderunterhalts, mithin eine Zivilsache zum Gegenstand hat (Art. 72 Abs. 1, 75 Abs. 1, 90 BGG). In dieser verm�gensrechtlichen Angelegenheit ist die gesetzliche Streitwertgrenze offensichtlich erreicht (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Auf die rechtzeitig eingereichte Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten.
1.2 Im ordentlichen Beschwerdeverfahren sind vor Bundesgericht in rechtlicher Hinsicht alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig. Das Bundesgericht wendet das Recht in diesem Bereich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft behauptete Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) an sich mit freier Kognition. Soweit sich der Rechtsstreit um die Unterhaltsfestsetzung dreht, gilt es allerdings zu beachten, dass der Richter in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.). Deshalb �bt das Bundesgericht bei der �berpr�fung solcher Entscheide eine gewisse Zur�ckhaltung: Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 128 III 161 E. 2c/aa S. 162; 131 III 12 E. 4.2 S. 15; 132 III 97 E. 1 S. 99).
In jedem Fall legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann die Beschwerdef�hrerin nur einwenden, sie seien offensichtlich unrichtig, das heisst willk�rlich (vgl. BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252), oder w�rden auf einer anderen Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Urteil 5A_374/2010 vom 9. Juli 2010 E. 1), insbesondere auf der Verletzung einer verfahrensrechtlichen Verfassungsvorschrift (BGE 133 II 249, E. 1.4.3 S. 255). �berdies ist darzutun, inwiefern die Behebung des ger�gten Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22).
Der Beschwerdef�hrer nennt drei Gr�nde, weshalb das Obergericht die Unterhaltsbeitr�ge f�r seine Kinder zu Unrecht erh�ht haben soll: Erstens ist er der Ansicht, die Beschwerdegegnerin verhalte sich rechtsmissbr�uchlich, wenn sie eine Erh�hung der Unterhaltsbeitr�ge verlange und zugleich den Kontakt zu seinen Kindern verweigere und erfolgreich sabotiere. Zweitens macht er geltend, anl�sslich der Ehescheidung sei voraussehbar gewesen, dass sich sein Einkommen erh�hen und er wieder heiraten werde; daher liessen sich diese Umst�nde nicht als Ab�nderungsgr�nde im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB heranziehen. Drittens sei der Beschwerdegegnerin gest�tzt auf Art. 276 Abs. 1 ZGB zuzumuten, selbst auch einen bescheidenen Beitrag an den finanziellen Unterhalt der Kinder zu leisten. Diese drei Argumentationslinien sind im Folgenden zu pr�fen.
3.1 Im Zusammenhang mit dem Rechtsmissbrauchsverbot wirft der Beschwerdef�hrer der Beschwerdegegnerin vor, sie hintertreibe seit der Trennung mit allen Mitteln den regelm�ssigen Kontakt zu seinen Kindern, indem sie sich st�ndig bei der Vormundschaftsbeh�rde und beim Besuchsbeistand beschwere, den Kindern Briefe gegen den Vater diktiere und mit unbegr�ndeten Strafanzeigen wegen sexuellen Missbrauchs jahrelange Besuchsrechtssistierungen erwirke. Aufgrund dieser Umst�nde habe er seine Freizeit erfolgreich in Weiterbildungen investiert und sein Einkommen steigern k�nnen. Wenn die Beschwerdegegnerin nun diese Einkommenssteigerung zur Erh�hung der Kinderalimente absch�pfen wolle, nachdem sie den Kinderkontakt erfolgreich sabotiert habe, verhalte sie sich rechtsmissbr�uchlich im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB. Das Obergericht befand, selbst wenn zu pr�fen w�re, ob sich die Beschwerdegegnerin in der Tat so verhalten hat, wie der Beschwerdef�hrer es ihr vorwirft, f�hre dies nicht dazu, "dass auf einen Rechtsmissbrauch geschlossen werden muss". Es erscheine zumutbar, den Bedarf der unm�ndigen Kinder weiterhin durch den unterhaltspflichtigen Teil bestreiten zu lassen und eine entsprechende Anpassung vorzunehmen. Ein Beweisverfahren zur Frage der Rechtsmissbr�uchlichkeit er�brige sich daher.
3.2 Nach der Rechtsprechung h�ngt die Unterhaltspflicht gegen�ber unm�ndigen Kindern nicht vom Recht auf pers�nlichen Verkehr ab und untersteht auch sonst keiner Bedingung. Die Unm�glichkeit, das Besuchsrecht auszu�ben, rechtfertigt daher keine Ab�nderung des Unterhaltsbeitrags (BGE 120 II 177 E. 3b S. 179 mit Hinweisen). Wohl finden auch diese Maximen ihre Grenze im Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Diese Schranke kommt aber nur ausnahmsweise, das heisst in offensichtlichen F�llen zum Tragen. Zu denken ist etwa an den Fall, da der Inhaber der elterlichen Sorge seine Pflichten aufs gr�bste verletzt, zugleich aber, einer versteckten Rente gleich, direkt von den Kinderunterhaltsbeitr�gen profitiert, weil die finanziellen Verpflichtungen des Unterhaltsschuldners weit �ber dem liegen, was unter den gegebenen Umst�nden �blich w�re. Missbr�uchlich verh�lt sich auch das unm�ndige, wenn auch kurz vor der M�ndigkeit stehende Kind, das in bewusster Missachtung seiner gesetzlichen Pflicht den pers�nlichen Verkehr mit dem unterhaltspflichtigen Elternteil grundlos verweigert (BGE a.a.O., E. 4a S. 180). Nicht einmal das Verhalten des Kindes selbst kann jedoch ein Grund daf�r sein, die Alimente ganz zu streichen oder so stark herabzusetzen, dass die Kosten f�r seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung nicht mehr gedeckt sind (BGE a.a.O.; 95 II 385 E. 3 S. 388; 83 II 89 E. 2 S. 92). Umso gr�ssere Zur�ckhaltung ist bei der Anwendung von Art. 2 Abs. 2 ZGB geboten, wenn das vermeintlich missbr�uchliche Verhalten nicht vom Tr�ger des in Frage stehenden Rechts - hier vom unm�ndigen Kind als Tr�ger des Unterhaltsanspruches - ausgeht, sondern von einer Drittperson, im vorliegenden Fall von der sorgeberechtigten Mutter. Daran �ndert auch der Umstand nichts, dass die Mutter als gesetzliche Vertreterin des Kindes dessen Unterhaltsanspruch vor Gericht in eigenem Namen geltend machen kann (vgl. dazu BGE 84 II 241 S. 244 f.).
3.3 Die weitschweifigen Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers reduzieren sich im Wesentlichen auf das Argument, in Anbetracht des Verhaltens der Beschwerdegegnerin d�rften die Kinderalimente deshalb nicht erh�ht werden, weil im Falle einer Nichterh�hung anders als bei einer Herabsetzung gar keine finanzielle Schlechterstellung der Kinder eintrete, sondern lediglich eine nachtr�gliche Besserstellung unterbleibe. Allein damit vermag der Beschwerdef�hrer seine These vom Rechtsmissbrauch freilich nicht aufrechtzuerhalten. Denn ob die Unterhaltsbeitr�ge gest�tzt auf Art. 2 Abs. 2 ZGB nicht erh�ht oder herabgesetzt werden, macht keinen Unterschied: In beiden F�llen w�re der Rechtsmissbrauch der Grund, den Kindern nicht diejenige Geldsumme zuzusprechen, die sie aufgrund ihrer Bed�rfnisse unter Ber�cksichtigung der Leistungsf�higkeit des Unterhaltsschuldners eigentlich beanspruchen k�nnten. Die Umst�nde, unter denen die Beschwerdegegnerin den v�terlichen Anspruch auf pers�nlichen Verkehr "sabotiert" haben soll, f�hren aber auch sonst nicht zum Schluss, dass den unm�ndigen Kindern die Erh�hung ihrer Unterhaltsbeitr�ge verweigert und ihr gesetzlicher Unterhaltsanspruch ausnahmsweise beschnitten werden m�sste. Insbesondere ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin mit ihren angeblichen Widerst�nden gegen den pers�nlichen Verkehr ausschliesslich im finanziellen Interesse ihrer Kinder gehandelt und den Beschwerdef�hrer auf diese Weise unter Druck gesetzt h�tte, ein h�heres Einkommen zu erzielen. Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte daf�r, dass die erh�hten Unterhaltsbeitr�ge weit �ber dem Rahmen des �blichen l�gen und der Beschwerdef�hrerin aus deren Erh�hung im Sinne einer "versteckten Rente" ein pers�nlicher Vorteil erw�chse. Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid unter dem Blickwinkel des Rechtsmissbrauchsverbots (Art. 2 Abs. 2 ZGB) nicht zu beanstanden.
3.4 Eventualiter macht der Beschwerdef�hrer geltend, das Obergericht h�tte zur Frage der Rechtsmissbr�uchlichkeit ein Beweisverfahren durchf�hren m�ssen und diese Frage nicht als irrelevant einstufen d�rfen; darin liege eine Verletzung von Art. 2 Abs. 2 ZGB. Ob die Umst�nde, die f�r einen Rechtsmissbrauch ins Feld gef�hrt werden, nachgewiesen sind, ist keine Rechts- sondern eine Tatfrage (Urteil 5A_655/2010 vom 5. Mai 2011 E. 2.2.1). Dasselbe gilt f�r die Frage, ob das Obergericht auf weitere Abkl�rungen zum Vorwurf des Rechtsmissbrauchs mit der Begr�ndung verzichten durfte, die vom Beschwerdef�hrer behaupteten Tatsachen liessen nicht auf einen Rechtsmissbrauch schliessen (E. 3.1): Hier steht nicht die Anwendung von Art. 2 Abs. 2 ZGB zur Diskussion, sondern die vorinstanzliche Beweisw�rdigung. Diesbez�glich ist das Bundesgericht an den angefochtenen Entscheid gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG; s. E. 1.2). Dass das Obergericht den Sachverhalt offensichtlich unrichtig, das heisst willk�rlich festgestellt h�tte und das von ihm erw�nschte Beweisverfahren auch f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend gewesen w�re, zeigt der Beschwerdef�hrer indessen nicht in einer Weise auf, die den strengen Anforderungen des R�geprinzips gen�gt. Daher ist auf dieses Vorbringen gar nicht einzutreten.
4.1 Neben der Verletzung von Art. 2 Abs. 2 ZGB wirft der Beschwerdef�hrer dem Obergericht vor, eine "erhebliche Ver�nderung der Verh�ltnisse" im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB bejaht zu haben. Schon im Zeitpunkt der Scheidung sei voraussehbar gewesen, dass er eine Einkommenssteigerung erzielen und ein zweites Mal heiraten w�rde. Diese Umst�nde k�men daher nicht als Ab�nderungsgr�nde in Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelte �berdies die tats�chliche Vermutung, dass vorhersehbare Ver�nderungen bereits im Zeitpunkt der Unterhaltsfestsetzung ber�cksichtigt werden. Dass seiner Einkommenssteigerung und seiner Heirat im Scheidungszeitpunkt aber nicht Rechnung getragen worden w�re, die beschriebene tats�chliche Vermutung also widerlegt sei, ergebe sich weder aus den Vorbringen der Beschwerdegegnerin noch aus den Feststellungen des Obergerichts. Dieser Sicht der Dinge kann nicht gefolgt werden.
4.2 Gem�ss Art. 286 Abs. 2 ZGB kann das Gericht den Unterhaltsbeitrag f�r das Kind nur dann neu festsetzen oder aufheben, wenn sich die Verh�ltnisse erheblich ver�ndert haben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt es nicht so sehr auf die Vorhersehbarkeit einer bestimmten Ver�nderung an, sondern darauf, ob die Parteien den Unterhaltsbeitrag mit Blick auf diese vorhersehbare Ver�nderung festgelegt haben (BGE 131 III 189 E. 2.7.4 S. 199 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang hat das Bundesgericht erkannt, im Sinne einer tats�chlichen Vermutung sei anzunehmen, dass vorhersehbare Ver�nderungen bei der urspr�nglichen Festsetzung des Unterhalts ber�cksichtigt wurden (Urteil 5A_448/2010 vom 11. August 2010 E. 2.1). Diese tats�chliche Vermutung kommt allerdings nur dann zum Tragen, wenn �ber die Ber�cksichtigung der voraussehbaren Ver�nderung Ungewissheit herrscht. Dies trifft auf den vorliegenden Fall aber gerade nicht zu. Im angefochtenen Urteil h�lt das Obergericht n�mlich ausdr�cklich fest, die Unterhaltsbeitr�ge seien nicht im Hinblick auf eine allenfalls vorhersehbare Einkommenssteigerung des Beschwerdef�hrers festgelegt worden; Gleiches gelte sinngem�ss mit Bezug auf den Umstand der Wiederverheiratung. In Anbetracht dieser Gewissheiten ist die beschriebene tats�chliche Vermutung von vornherein widerlegt und damit entbehrlich. Dazu kommt, dass die zitierten Feststellungen des Obergerichts den Sachverhalt betreffen. Das Bundesgericht ist deshalb an sie gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG; E. 1.2). Um die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz ins Wanken zu bringen, m�sste der Beschwerdef�hrer in einer dem R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG) gen�genden Weise dartun, dass das Obergericht den Sachverhalt offensichtlich unrichtig, das heisst willk�rlich festgestellt hat und die Behebung dieses Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens h�tte entscheidend sein k�nnen (Art. 97 Abs. 1 BGG). Dies tut er aber offensichtlich nicht, wenn er ausschliesslich eine Verletzung von Art. 286 Abs. 2 ZGB geltend macht.
4.3 Steht nach dem Gesagten in tats�chlicher Hinsicht aber fest, dass bei der urspr�nglichen Unterhaltsfestsetzung weder die sp�tere Einkommenssteigerung des Beschwerdef�hrers von mittlerweile 28 Prozent noch seine erneute Eheschliessung ber�cksichtigt wurden, so kommt es nach dem Gesagten (E. 4.2) auch nicht darauf an, ob diese Umst�nde vorhersehbar waren. Dass die besagten Umst�nde an sich als erhebliche Ver�nderungen der Verh�ltnisse im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB gelten m�ssen, stellt der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht in Frage. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde auch mit Bezug auf den Vorwurf der Verletzung von Art. 286 Abs. 2 ZGB als unbegr�ndet.
Als Verletzung von Art. 276 Abs. 1 ZGB r�gt der Beschwerdef�hrer schliesslich, dass die Vorinstanz von der Beschwerdegegnerin keinen finanziellen Beitrag an den Unterhalt verlange und ihr nicht zumute, ihre Erwerbst�tigkeit auf 100 oder zumindest 80 Prozent auszudehnen.
5.1 Das Obergericht hielt fest, einerseits komme der zufolge gesundheitlicher Probleme fremdplatzierte Sohn am Wochenende, an den Feiertagen und in den Ferien nach Hause. Anderseits sei die Tochter erst 14-j�hrig, so dass die Beschwerdegegnerin ohnehin nicht verpflichtet sei, eine volle Erwerbst�tigkeit aufzunehmen. Mit ihrem gegenw�rtigen Einkommen von derzeit Fr. 2'344.-- (inklusive Unterhaltsbeitrag von Fr. 109.--) k�nne die Beschwerdegegnerin weiterhin keinen Beitrag an die Kosten der Kinder leisten. Der Beschwerdef�hrer erachtet es demgegen�ber als "nicht mehr zeitgem�ss", der sorgeberechtigten Mutter erst ab dem 16. Altersjahr des j�ngsten Kindes eine volle Erwerbst�tigkeit zuzumuten. Heutzutage k�nne der sorgeberechtigte Elternteil eine Erwerbst�tigkeit in aller Regel schon dann aufnehmen, wenn das j�ngste Kind in den Kindergarten oder in die Primarschule eintrete. Entsprechend sei sp�testens ab Eintritt in die Oberstufe bzw. ab dem 12. Altersjahr eine Erwerbst�tigkeit von 100 oder mindestens 80 Prozent zumutbar. Der Beschwerdef�hrer rechnet dem Bundesgericht vor, mit den indexierten Unterhaltsbeitr�gen von Fr. 1'324.--, den Familienzulagen von Fr. 500.-- sowie dem medizinischen Selbstkostenanteil von Fr. 29.-- seien bereits 91 Prozent des Kinderbedarfs von Fr. 2'033.80 gedeckt. Nachdem der Sohn fremdplatziert sei und die Tochter als Gymnasiastin tags�ber nicht mehr der Anwesenheit der Beschwerdegegnerin bed�rfe, sei dieser zuzumuten, die restlichen 9 Prozent bzw. Fr. 180.80 durch ihren eigenen Arbeitserwerb zu decken, zumal sie bei einer Erwerbst�tigkeit von 80 Prozent mindestens Fr. 3'576.--, bei einer solchen von 100 Prozent sogar Fr. 4'470.-- verdienen k�nne.
5.2 Entgegen dem, was der Beschwerdef�hrer anzunehmen scheint, gilt auch unter den heutigen gesellschaftlichen Verh�ltnissen als Richtlinie, dass dem betreuenden Elternteil die (Wieder-)Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit im Umfang von 50 Prozent erst zumutbar ist, wenn das j�ngste Kind 10-j�hrig ist, und zu 100 Prozent erst dann, wenn das j�ngste Kind das 16. Altersjahr erreicht hat. Vor noch nicht langer Zeit hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung best�tigt und ausdr�cklich festgehalten, die unmittelbare pers�nliche Betreuung und Pflege auch bereits im obligatorischen Schulalter stehender Kinder diene deren Interesse und bilde einen wesentlichen Gesichtspunkt f�r die Zuteilung der elterlichen Sorge (BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 109; Urteil 5A_210/2008 vom 14. November 2008 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 135 III 158). Der Sachrichter hat diese Leits�tze freilich nicht wie starre Regeln, sondern in pflichtgem�sser Aus�bung seines weiten Ermessens in Unterhaltsfragen (Art. 4 ZGB; BGE 134 III 577 E. 4 S. 580) und unter Ber�cksichtigung der konkreten Umst�nde des Einzelfalles anzuwenden (vgl. BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 109). Dass der angefochtene Entscheid mit diesen - nach wie vor g�ltigen - Grunds�tzen nicht vereinbar w�re, macht der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht geltend. Denn im Lichte des Gesagten erscheint es auch im vorliegenden Fall durchaus vertretbar, der Beschwerdegegnerin eine Ausdehnung ihrer Erwerbst�tigkeit �ber 50 Prozent nicht zuzumuten - umso mehr, als sich das Bundesgericht bei der �berpr�fung derartiger Entscheide eine gewisse Zur�ckhaltung auferlegt (E. 1.2). Insofern erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.
Gest�tzt auf die vorstehenden Erw�gungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdef�hrer. Er ist kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegegnerin liess sich zur Hauptsache nicht vernehmen. Sie hat sich lediglich gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung gewehrt, ist in diesem Punkt aber unterlegen. Eine Parteientsch�digung ist ihr daher nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 1 BGG). An ihr haften bleiben demnach ihre Parteikosten f�r die Vernehmlassung zum Gesuch um aufschiebende Wirkung. Wie die Erw�gungen in der Verf�gung vom 29. September 2911 (Bst. D.b) zeigen, muss ihr Antrag auf Abweisung dieses Gesuchs jedoch als von Anfang an aussichtslos angesehen werden, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege mangelt (Art. 64 Abs. 1 BGG). Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche Rechtspflege ist somit abzuweisen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.