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Timestamp: 2016-10-22 07:15:18
Document Index: 174435846

Matched Legal Cases: ['Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 112', 'Art. 51', 'Art. 74', 'Art. 51', 'Art. 100', 'Art. 93', 'Art. 149', 'Art. 172', 'Art. 98', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 334', 'BGE', 'Art. 60', 'BGE', 'Art. 334', 'Art. 334', 'Art. 98', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 334', 'Art. 311', 'Art. 121', 'Art. 122', 'Art. 121', 'Art. 122', 'Art. 334', 'Art. 314', 'Art. 148', 'Art. 148', 'Art. 50', 'Art. 13', 'Art. 33', 'Art. 148', 'Art. 148', 'Art. 148', 'Art. 143', 'Art. 148', 'Art. 60', 'Art. 153', 'Art. 29', 'Art. 148', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 66', 'Art. 64']

5A_94/2015 (06.08.2015)
5A_94/2015 � � Urteil vom 6. August 2015
A.a.�Die Eheleute A.C.________ und B.C.________ f�hren vor den Gerichten des Kantons Basel-Landschaft einen Eheschutzprozess, den die Ehefrau am 27. Mai 2014 vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West anh�ngig gemacht hat.
A.b.�Am 2. Oktober 2014 f�hrte das Zivilkreisgericht in Anwesenheit der Parteien und deren Rechtsvertreter eine Verhandlung durch. Mit Entscheid vom selben Tag bewilligte die Gerichtspr�sidentin den Eheleuten die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes. Sie stellte die gemeinsame Tochter unter die Obhut der Ehefrau, regelte den pers�nlichen Verkehr zwischen Vater und Kind und verpflichtete B.C.________, seiner Frau und seiner Tochter Alimente zu zahlen. Beiden Parteien wurde die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Die Entsch�digung von B.C.________s unentgeltlichem Rechtsbeistand bestimmte die Gerichtspr�sidentin auf Fr. 3'178.45 (inkl. Auslagen und MWST). Der schriftlich begr�ndete Entscheid wurde Advokat D.________, dem Rechtsvertreter der Ehefrau, am 21. Oktober 2014 zugestellt.
A.c.�In Gestalt einer als "Rektifikat" bezeichneten Urkunde vom 22. Oktober 2014 sandte das Zivilkreisgericht den Entscheid vom 2. Oktober 2014 (s. Bst. A.b) den Parteien ein zweites Mal. Darin ist die Entsch�digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Ehemannes auf Fr. 3'502.45 (inkl. Auslagen und MWST) bestimmt.
B.a.�Mit Berufung vom 31. Oktober 2014 gelangte Advokat D.________ namens und im Auftrag der Ehefrau an das Kantonsgericht Basel-Landschaft. Die Ehefrau liess im Wesentlichen die Unterhaltsregelung anfechten und stellte diesbez�gliche Berufungsantr�ge. Laut Sendungsverlauf der Schweizerischen Post wurde die Berufungseingabe am Montag, 3. November 2014, um 06.24 Uhr bei der Postagentur in R�nenberg aufgegeben. Zusammen mit der Berufung sandte der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht eine separate Eingabe vom 1. November 2014. Darin beantragte er, die Berufungsschrift in Wiederherstellung der am 31. Oktober 2014, 24.00 Uhr, endenden Berufungsfrist als rechtzeitig eingereicht entgegenzunehmen und auf die Berufung einzutreten.
B.b.�Mit Verf�gung vom 4. November 2014 sistierte das Kantonsgericht das Berufungsverfahren betreffend den Eheschutzentscheid bis zum Entscheid �ber das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Berufung. In der Folge wies es dieses Gesuch ab (Entscheid vom 16. Dezember 2014). Mit Entscheid vom 22. Dezember 2014 hob es die Sistierung des Berufungsverfahrens im Eheschutzstreit auf und trat auf die Berufung von A.C.________ nicht ein.
�Mit Beschwerde vom 3. Februar 2015 ficht A.C.________ (Beschwerdef�hrerin) beide kantonsgerichtlichen Entscheide (s. Bst. B.b) vor Bundesgericht an. Sie stellt das Begehren, beide Entscheide aufzuheben und das Kantonsgericht anzuweisen, auf die Berufung einzutreten. Eventuell seien die Anfechtungsobjekte aufzuheben und das Kantonsgericht anzuweisen, �ber das Wiederherstellungsgesuch vom 1. November 2014 im Sinne der bundesgerichtlichen Erw�gungen "neu zu urteilen und neu zu verf�gen". Mit separater Eingabe ersucht die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren ausserdem um das Armenrecht.
�Angefochten ist zum einen der Entscheid vom 22. Dezember 2014, mit dem das Kantonsgericht auf die Berufung der Beschwerdef�hrerin nicht eintritt. Das ist ein Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, die als oberes Gericht einen Rechtsmittelentscheid in einer Zivilsache gef�llt hat (Art. 72 Abs. 1, Art. 75 Abs. 1 und 2 und Art. 90 BGG). Vor der Vorinstanz drehte sich die Auseinandersetzung nur mehr um die Frauen- und Kinderalimente. Obwohl Art. 112 Abs. 1 Bst. d BGG dies vorschreibt, enth�lt der angefochtene Entscheid keinerlei Angaben zum Streitwert. Dieser bestimmt sich danach, wie viel die Beschwerdef�hrerin vor dem Kantonsgericht mehr an Alimenten fordert, als ihr vom Zivilkreisgericht zugesprochen wurde (Art. 51 Abs. 1 Bst. a BGG). Vergleicht man diese beiden Betr�ge, so muss die gesetzliche Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 Bst. b BGG) in Anwendung der Vorgaben zur Streitwertberechnung (Art. 51 Abs. 4 Satz 2 BGG) als erreicht gelten. Die Rechtsmittelfrist ist gewahrt (Art. 100 Abs. 1 BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen steht also offen.
�Mit demselben Rechtsmittel kann die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht auch diejenigen Fragen zur Beurteilung unterbreiten, die sie im Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Berufungsfrist besch�ftigen (vgl. Urteil 5A_393/2013 vom 17. Oktober 2013 E. 2). Der Wiederherstellungsentscheid vom 16. Dezember 2014 ist vor dem Nichteintretensentscheid (E. 1) ergangen (s. Sachverhalt Bst. B.b). Er schliesst das Berufungsverfahren nicht ab. Als Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 3 BGG wirkt er sich aber auf den Inhalt des Endentscheids aus. Er kann deshalb durch Beschwerde gegen diesen Endentscheid angefochten werden. Angesichts dessen kann offenbleiben, ob Art. 149 ZPO, wonach das Gericht �ber die Wiederherstellung endg�ltig entscheidet, einer selbst�ndigen Anfechtung des Wiederherstellungsentscheids vor Bundesgericht entgegensteht, die Beschwerdef�hrerin den Entscheid vom 16. Dezember 2014 also unabh�ngig vom Nichteintretensentscheid (E. 1) vor Bundesgericht ziehen k�nnte.
�In der Sache betrifft der Streit die Anordnung von Eheschutzmassnahmen nach Art. 172 ff. ZGB. Eheschutzentscheide unterstehen Art. 98 BGG (BGE 133 III 393 E. 5.1 und 5.2 S. 396 f.). Deshalb kann die Beschwerdef�hrerin nur eine Verletzung ihrer verfassungsm�ssigen Rechte r�gen (s. dazu BGE 133 III 585 E. 4.1 S. 558). Das gilt auch, soweit die Beschwerdef�hrerin mit ihrer Beschwerde gegen den Endentscheid (E. 1) den Zwischenentscheid vom 16. Dezember 2014 (E. 2) anficht. Denn bei Zwischenentscheiden folgt der Rechtsweg demjenigen der Hauptsache (BGE 133 III 645 E. 2.2 S. 647 f.). F�r die R�ge der Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte gilt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit m�glich belegte R�gen pr�ft. Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246). Wird die Verletzung des Willk�rverbots ger�gt, reicht es daher nicht aus, wenn die Beschwerdef�hrerin die Sach- oder Rechtslage aus ihrer Sicht darlegt und den davon abweichenden angefochtenen Entscheid als willk�rlich bezeichnet. Vielmehr muss sie im Einzelnen darlegen, inwiefern das kantonale Gericht willk�rlich entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246). Auch eine Berichtigung oder Erg�nzung der Sachverhaltsfeststellungen kommt nur in Frage, wenn die kantonale Instanz verfassungsm�ssige Rechte verletzt hat (BGE 133 III 585 E. 4.1 S. 588), was die rechtsuchende Partei wiederum pr�zise geltend zu machen hat.
�Die Beschwerdef�hrerin will sich nicht damit abfinden, ihre Berufung versp�tet eingereicht zu haben. Sie vertritt zun�chst die These, das Zivilkreisgericht habe das Urteil vom 2. Oktober 2014 (s. Sachverhalt Bst. A.b) w�hrend laufender Rechtsmittelfrist "revoziert". Der als "Rektifikat" bezeichnete Entscheid vom 22. Oktober 2014 (s. Sachverhalt Bst. A.c) sei keine Berichtigung des Entscheids vom 2. Oktober 2014, sondern ein "neues Urteil". Die Beschwerdef�hrerin betont, das Zivilkreisgericht habe das "Rektifikat" ohne jeden Kommentar oder irgendeinen Hinweis auf einen angeblichen Berichtigungstatbestand und miteiner vorbehaltlosen Rechtsmittelbelehrung versandt. Die urspr�ngliche Festsetzung der amtlichen Entsch�digung des gegnerischen Anwalts sei "v�llig klar" gewesen. Tats�chlich habe das Zivilkreisgericht das Honorar "neu festgelegt". Dieses Vorgehen entspreche keinesfalls einer zivilprozessualen Berichtigung. Im Ergebnis laufe die Berufungsfrist erst ab Zustellung des Entscheids vom 22. Oktober 2014 und sei mit der Berufungseingabe gewahrt.
�Um mit diesen Ideen vor Bundesgericht durchzudringen, m�sste die Beschwerdef�hrerin zuerst eine nachvollziehbare Erkl�rung daf�r liefern, wie das Zivilkreisgericht ausserhalb eines Berichtigungsverfahrens gem�ss Art. 334 ZPO von Amtes wegen auf seinen Entscheid vom 2. Oktober 2014 h�tte zur�ckkommen k�nnen. Dies aber gelingt ihr nicht. Allein der Umstand, dass das "Rektifikat" vom 22. Oktober 2014 vor Ablauf der Frist zur Berufung gegen den Entscheid vom 2. Oktober 2014 erging, erlaubte es dem Zivilkreisgericht nicht, diesen Entscheid zu "revozieren" und ein "neues Urteil" zu f�llen. Der Richter kann auf sein Urteil von jenem Zeitpunkt an nicht mehr zur�ckkommen, in welchem es den Parteien amtlich er�ffnet wurde (BGE 122 I 97 E. 3a/bb S. 99). Dass ihr der urspr�ngliche Entscheid vom 2. Oktober 2014 am 21. Oktober 2014 zugestellt wurde, stellt die Beschwerdef�hrerin vor Bundesgericht nicht in Abrede. Damit ist ihrer These, wonach das Rektifikat vom 22. Oktober 2014 in Tat und Wahrheit ein neues Urteil sei, von vornherein der Boden entzogen. Auf die daran ankn�pfenden R�gen der willk�rlichen Beweisw�rdigung und der offensichtlichen Aktenwidrigkeiten braucht das Bundesgericht nicht weiter einzugehen. Dasselbe gilt f�r den Vorwurf, das Kantonsgericht habe sich nicht vertieft mit dem "wahren Inhalt" des Entscheids vom 22. Oktober 2014 auseinandergesetzt und damit seine Pflicht missachtet, die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen zu pr�fen (Art. 60 ZPO). Mit den weiteren Behauptungen, das Kantonsgericht verletze damit "gleichzeitig" auch ihr rechtliches Geh�r und die in eherechtlichen Summarsachen geltende Untersuchungsmaxime, gen�gt die Beschwerdef�hrerin den R�geanforderungen (E. 3) nicht; darauf ist nicht einzutreten.
�Im Sinne eines Eventualstandpunkts wehrt sich die Beschwerdef�hrerin sodann gegen die vorinstanzliche Sichtweise, wonach das "Rektifikat" vom 22. Oktober 2014 nur bez�glich der berichtigten Bestandteile des Entscheides vom 2. Oktober 2014 eine neue Rechtsmittelfrist habe ausl�sen k�nnen und deshalb f�r den Lauf der Berufungsfrist unbeachtlich sei. Die Beschwerdef�hrerin verweist auf einzelne Entscheide des Bundesgerichts, wonach ein Rechtsmittel, das erst in der vom Erl�uterungs- oder Berichtigungsentscheid ausgel�sten Frist erhoben wird, auf den Gegenstand der Erl�uterung bzw. Berichtigung beschr�nkt bleiben muss (BGE 117 II 508 E. 1a S. 510; Urteile 4A_54/2013 vom 18. Februar 2013 und 4A_258/2013 vom 13. Juni 2013). Sie h�lt diese Rechtsprechung aber nicht f�r einschl�gig und f�hrt Art. 334 Abs. 4 ZPO ins Feld, wonach der erl�uterte oder berichtigte Entscheid den Parteien neu er�ffnet wird. Die Botschaft zur ZPO interpretiere diese Norm dahingehend, dass mit der neuen Er�ffnung auch "die Frist f�r das zutreffende Hauptrechtsmittel (Berufung oder Beschwerde) neu zu laufen" beginne (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7382). Die Beschwerdef�hrerin meint, auch die "massgebliche Lehre" vertrete mehrheitlich die Auffassung, die Er�ffnung eines berichtigten erstinstanzlichen Entscheides l�se eine umfassend neue Rechtsmittelfrist aus. Sie verweist auf verschiedene Autoren, die sich ihrer Ansicht nach in Kommentaren und Lehrb�chern im beschriebenen Sinne �ussern. Was es damit im Einzelnen auf sich hat, kann offenbleiben. Die Beschwerdef�hrerin begn�gt sich mit dem Vorwurf, das Kantonsgericht wende Art. 334 Abs. 4 ZPO "nicht bundesrechtskonform" an. Dies allein gen�gt nicht, wenn die Pr�fungsbefugnis des Bundesgerichts - wie hier (E. 3) - gem�ss Art. 98 BGG auf die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte beschr�nkt ist. Die Beschwerdef�hrerin m�sste aufzeigen, inwiefern das Kantonsgericht ihre verfassungsm�ssigen Rechte, namentlich das Willk�rverbot (Art. 9 BV) verletzt, wenn es ihr entgegenh�lt, dass es f�r den Lauf der Frist zur Einreichung ihrer Berufung nicht auf das Rektifikat, sondern auf die Zustellung des Entscheids vom 2. Oktober 2014 ankomme. Dies aber tut sie nicht. Allein mit der nicht weiter erl�uterten Unterstellung, "der aktuelle Kammerentscheid repr�sentiere ein schlechterdings ungerechtes Ergebnis", ist keine Willk�r dargetan.
�Ohnehin �bersieht die Beschwerdef�hrerin, dass das Zivilkreisgericht am 2. Oktober 2014 nicht einen, sondern drei Entscheide gef�llt hat, die zwei verschiedene Arten von Verfahren abschliessen. Zum einen ordnet es die Eheschutzmassnahmen an, um die sich die Eheleute streiten. Zum anderen gew�hrt es beiden Parteien das Armenrecht. Was die Festsetzung der amtlichen Entsch�digung angeht, begr�ndet die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung ein �ffentlich-rechtliches Verh�ltnis zwischen dem Staat und dem Rechtsanwalt (BGE 132V 200 E. 5.1.4 S. 205; vgl. auch BGE 133 IV 335 E. 2 S. 337 f.). Hier betrifft die "Rektifikation" vom 22. Oktober 2014 die Festsetzung des Honorars von Advokat Adrian Schmid, des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners. Das "zutreffende Hauptrechtsmittel" (Botschaft, a.a.O.) gegen die urspr�ngliche Honorarfestsetzung, dem unter den denselben Voraussetzungen auch der berichtigte Entscheid unterliegt ( DIETER FREIBURGHAUS/SUSANNE AFHELDT, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/ Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 14 zu Art. 334 ZPO), ist nach verbreiteter Lehrmeinung nicht die Berufung nach Art. 311 ff. ZPO, sondern die Beschwerde nach Art. 121 i.V.m. 319 ff. ZPO ( ALFRED B�HLER, in: Berner Kommentar, Bd. I, 2012, N 42 zu Art. 122 ZPO; FRANCESCO TREZZINI, in: Cocchi/ Trezzini/Bernasconi, Commentario al Codice di diritto processuale civile svizzero, 2011, S. 495; INGRID JENT-S �rensen, in: Oberhammer/ Domej/Haas, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2. Aufl. 2014, N 4 zu Art. 121 ZPO ). Dies soll auch dann gelten, wenn der Entsch�digungsentscheid - wie hier - zusammen mit dem Endentscheid in der Hauptsache und als dessen Bestandteil ergeht ( ALFRED B�HLER, a.a.O., N 43 zu Art. 122 ZPO). Nachdem seine Pr�fungsbefugnis im beschriebenen Sinn beschr�nkt ist (E. 3), braucht das Bundesgericht zu diesen Lehrmeinungen nicht abschliessend Stellung zu nehmen. Allein unter Willk�rgesichtspunkten kann angesichts der vorigen Erw�gungen jedenfalls nicht gesagt werden, dass der angefochtene Entscheid "im Widerspruch zum klaren Wortlaut von Art. 334 Abs. 4 ZPO" steht und sich �berhaupt nicht mit der bundesr�tlichen Botschaft vertr�gt, wenn er die Berichtigung vom 22. Oktober 2014 f�r den Lauf der Berufungsfrist ausser Acht l�sst. Auch von daher erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.
�F�r den Fall, dass sie mit den oben erw�hnten Argumenten (E. 4 und 5) nicht durchdringt, bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht, die zehnt�gige Berufungsfrist gem�ss Art. 314 Abs. 1 ZPO verpasst zu haben. Sie stellt sich aber auf den Standpunkt, dass die Vorinstanz diesfalls ihr Wiederherstellungsgesuch am 16. Dezember 2014 zu Unrecht abgewiesen habe.
6.1.�Nach Art. 148 Abs. 1 ZPO kann das Gericht auf Gesuch einer s�umigen Partei eine Nachfrist gew�hren oder zu einem Termin erneut vorladen, wenn die Partei glaubhaft macht, dass sie kein oder ein nur leichtes Verschulden an der S�umnis trifft. Art. 148 Abs. 1 ZPO ist damit weniger streng als Art. 50 Abs. 1 BGG, Art. 13 Abs. 1 BZP und Art. 33 Abs. 4 SchKG, die f�r die Wiederherstellung einer Frist ein unverschuldetes Hindernis verlangen (vgl. zur diesbez�glichen Praxis die Urteile 6B_318/2012 vom 21. Januar 2013 E. 1.3 und 8C_294/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3, je mit Hinweisen). Diese gegen�ber der s�umigen Partei grossz�gigere L�sung der ZPO ist vom Gesetzgeber gewollt (Dominik Gasser/Brigitte Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2. Aufl. 2014, N 2 zu Art. 148 ZPO). Ihr ist auch dann Rechnung zu tragen, wenn das Bundesgericht die korrekte Anwendung von Art. 148 Abs. 1 ZPO - wie hier (E. 1) - bloss auf die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte hin �berpr�ft (Urteil 5A_393/2013 vom 17. Oktober 2013 E. 2.1). Welche tats�chlichen Umst�nde die Beschwerdef�hrerin zu ihrer Entschuldigung glaubhaft gemacht hat, betrifft die Beweisw�rdigung und ist Tatfrage (vgl. Urteil 5P.199/2006 vom 13. Juli 2006 E. 4.2). Rechtsfrage ist hingegen, ob das Verschulden der Beschwerdef�hrerin angesichts der erstellten Umst�nde noch als leicht im Sinne von Art. 148 Abs. 1 ZPO einzustufen ist.
6.2.�Der Streit dreht sich um die Frage, ob der an Angina pectoris leidende Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin durch eine "ungew�hnlich heftige Herzattacke", die ihn am Freitag, 31. Oktober 2014, gegen 22.30 Uhr �berrascht haben soll, daran gehindert wurde, die Berufungsschrift bis zum Ende dieses Tages nach Massgabe von Art. 143 ZPO einzureichen. Das Kantonsgericht h�lt dem Rechtsvertreter entgegen, er anerkenne selbst, f�r seine Darstellung der Ereignisse am letzten Abend vor Ablauf der Rechtsmittelfrist bloss "sein Wort" anbieten zu k�nnen. Zwar liege es "im Bereich des M�glichen", dass den Rechtsvertreter bei einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Prozessstoff, der ihm pers�nlich sehr nahe geht, eine Herzattacke ereilt. Ebenso wahrscheinlich erscheine allerdings, dass ein Anwalt bei der Bearbeitung des Prozessstoffes "in qualifizierten Verzug" ger�t und die Frist deswegen vers�umt. Das nachgereichte Attest des Hausarztes h�lt das Kantonsgericht f�r untauglich, weil es ausdr�cklich auf einer blossen nachtr�glichen Schilderung des Patienten beruhe und die Best�tigung eines bekannten Krankheitszustandes - hier der Angina pectoris des Rechtsvertreters - regelm�ssig nicht zur Anerkennung eines Hindernisses im Sinne von Art. 148 Abs. 1 ZPO gen�ge. Das Kantonsgericht h�lt dem Rechtsvertreter vor, trotz seines Wissens um die bekannten Symptome nicht zeitgerecht zweckm�ssige Vorkehren getroffen und sich nicht so organisiert zu haben, dass er die Frist auch bei aussergew�hnlichen Verh�ltnissen wahren konnte. Dass der Rechtsvertreter angesichts einer heftigen Herzattacke - auch um sich den Beweis daf�r zu sichern - nicht sofort �rztliche Hilfe angefordert habe, wecke begr�ndete Zweifel an der "Gewichtigkeit des Geschehens". Soweit der Anwalt am sp�teren Abend des 31. Oktober 2014 noch in der Lage gewesen sei, wiederholt einen Zerst�uber mit Glyceroltrinitrat zur Gef�sserweiterung zu bedienen, w�re wohl auch ein elektronischer Versand der Fassung der Berufungsschrift m�glich gewesen, wie sie um 23.00 Uhr vorgelegen habe. Das Kantonsgericht kommt zum Schluss, so oder anders w�rden sich die Ausf�hrungen des Rechtsvertreters zu den Ereignissen kurz vor Ablauf der Rechtsmittelfrist letztlich in Behauptungen ersch�pfen, die nicht �berzeugen.
6.3.�Als willk�rliche Beweisw�rdigung wirft die Beschwerdef�hrerin dem Kantonsgericht vor, die Relevanz der Belege gem�ss ihrer Eingabe vom 11. November 2014 nicht zu beachten. Mit der Kassaquittung, der Postversandquittung und der Kopie des Zustellumschlags habe sie nachgewiesen, dass ihr Anwalt die Berufung nicht am 3. November 2014, sondern am 1. November 2014 der Post zum Versand �bergeben habe. Die Beschwerdef�hrerin folgert daraus, dass die eingesandte Berufung dem "Sachbearbeitungsstand" per 31. Oktober 2014 entspreche und den Herrschaftsbereich des Anwalts sp�testens am 1. November 2014 um 11.11 Uhr verlassen habe. Sie tut jedoch nicht dar, warum das Kantonsgericht deshalb zwingend h�tte zum Schluss kommen m�ssen, dass sie die zur Entschuldigung ihrer S�umnis vorgetragenen Tatsachen glaubhaft gemacht hat. Von vornherein unbehelflich ist auch ihr Hinweis auf Art. 60 ZPO, wonach das Gericht von Amtes wegen pr�ft, ob die Prozessvoraussetzungen erf�llt sind. Die Begr�ndetheit des Wiederherstellungsgesuchs, die allein hier zur Debatte steht, ist keine Prozessvoraussetzung. Entsprechend kann auch nicht die Rede davon sein, dass das Kantonsgericht zur Pr�fung der Begr�ndetheit des Restitutionsbegehrens gem�ss Art. 153 ZPO von Amtes wegen h�tte Beweise erheben m�ssen und sich wegen dieser vermeintlichen Pflichtverletzung dem Vorwurf aussetzen w�rde, das rechtliche Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) der Beschwerdef�hrerin verletzt zu haben. Im Weiteren geisselt die Beschwerdef�hrerin den Vorwurf, ihr Anwalt habe sich "schuldhaft ungen�gend organisiert", zwar als unzul�ssige Schlussfolgerung und Willk�r. Sie verstrickt sich aber sogleich in Widerspr�che, gesteht sie doch selbst ein, dass die gesundheitliche St�rung, an der ihr Anwalt leidet, bei diesem zu nicht voraussehbaren krankheitsbedingten Arbeitsunf�higkeit f�hren kann. Unbehelflich ist auch ihr weiterer Einwand, die Verfahrensakten seien ihr erst am 27. Oktober 2014 zur Verf�gung gestellt worden. Denn inwiefern ihr Anwalt zur Niederschrift der Berufungseingabe auf Akten angewiesen war, von denen er nicht schon im erstinstanzlichen Verfahren Kenntnis nehmen konnte, zeigt die Beschwerdef�hrerin nicht auf. Vergebens beteuert sie auch, dass eine Herzattacke, wie ihr Rechtsvertreter sie erlitten habe, keine nachweisbaren Spuren hinterlasse, weshalb auch ein umgehender Anruf beim Hausarzt am 31. Oktober 2014 nichts zum Ausmass der Attacke h�tte "hergeben" k�nnen. Dass das Kantonsgericht der Beschwerdef�hrerin den strikten Beweis von Spuren dieser Herzattacke abverlangen w�rde, l�sst sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Die Vorinstanz f�hrt der Beschwerdef�hrerin lediglich vor Augen, dass der Nachweis einer sofortigen (fernm�ndlichen) Konsultation eines Arztes zur Glaubhaftmachung des Wiederherstellungsgrundes n�tzlich gewesen w�re.
�Zu guter Letzt ist der Beschwerdef�hrerin auch zu widersprechen, wenn sie den Entscheid vom 16. Dezember 2014 dahingehend versteht, dass die geltend gemachten S�umnisumst�nde in den Augen der Vorinstanz "nicht unglaubhaft" seien. Zwar trifft es zu, dass das Kantonsgericht die streitigen Vorkommnisse "nicht partout" in Frage stellt und die angebliche Herzattacke des Anwalts dem "Bereich des M�glichen" zuordnet (E.6.2). Dem Entscheid vom 16. Dezember 2014 l�sst sich aber auch entnehmen, dass dies f�r ein Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 148 Abs. 1 ZPO nicht gen�gt. Denn in Erw�gung 2.4 dieses Entscheids h�lt die Vorinstanz ausdr�cklich fest, dass der Richter "�berwiegend geneigt sein" m�sse, an die Wahrheit der geltend gemachten Umst�nde zu glauben. Dass die Vorinstanz das Beweismass der Glaubhaftmachung damit in verfassungswidriger Weise verkannt h�tte, macht die Beschwerdef�hrerin nicht geltend.
6.4.�Nach dem Gesagten vermag die Beschwerdef�hrerin die vorinstanzliche Einsch�tzung, wonach sie die Tatsachen zur Begr�ndung ihres Wiederherstellungsgesuchs nicht glaubhaft gemacht hat, nicht als verfassungswidrig auszuweisen. Das Schicksal ihrer Beschwerde an das Bundesgericht ist damit besiegelt, und es kann offenbleiben, was es mit dem Verschulden des Rechtsvertreters auf sich hat, das sich die Beschwerdef�hrerin gegebenenfalls anrechnen lassen m�sste (BGE 119 II 86 E. 2 S. 87 mit Hinweisen), falls sie die streitigen Umst�nde glaubhaft h�tte. Von vornherein unbegr�ndet ist im �brigen ihre Bef�rchtung, das Kantonsgericht habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, weil es nicht ausf�hre, wie das Verschulden zu gewichten ist. Zu begr�nden ist das Ergebnis des Entscheides, das im Urteilsspruch zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Partei ber�hrt. Die Begr�ndung ist also nicht an sich selbst, sondern am Rechtsspruch zu messen (Urteil 5A_382/2013 vom 12. September 2013 E. 3.1). Eingedenk dessen ist der Entscheid vom 16. Dezember 2014 nicht zu beanstanden, denn das Kantonsgericht bringt sehr wohl zum Ausdruck, warum es das Wiederherstellungsgesuch abweist (s. E.6.3). Die Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls in welchem Grade den Rechtsvertreter ein Verschulden an der S�umnis trifft, brauchte schon das Kantonsgericht aus den soeben dargelegten Gr�nden gar nicht zu er�rtern.
�Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdef�hrerin. Sie hat f�r die Gerichtskosten aufzukommen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner ist kein entsch�digungspflichtiger Aufwand entstanden. Das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren ist abzuweisen. Wie die vorigen Erw�gungen zeigen, m�ssen die vor Bundesgericht gestellten Rechtsbegehren als von Anfang an aussichtslos gelten. Damit fehlt es an einer materiellen Voraussetzung f�r die Gew�hrung des Armenrechts (Art. 64 Abs. 1 BGG).
�Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, schriftlich mitgeteilt.