Source: https://pohlmannhofmann.de/vibewrite/
Timestamp: 2019-06-19 11:30:30
Document Index: 63069402

Matched Legal Cases: ['§ 488', '§ 39', '§ 38', '§ 793', '§ 38', '§ 39']

Sonderseite Vibewrite UG (haftungsbeschränkt) | Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter
Hinweis für Gläubiger im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Vibewrite UG (haftungsbeschränkt)
Stand dieser Information: 18.02.2015
Gericht und Aktenzeichen: Amtsgericht München, Gz.: 1507 IN 3171/14
Insolvenzantrag: vom 12.12.2014
Verfahrenseröffnung: 01.02.2015
Anmeldefrist für Forderungen: 30.03.2015
Ablauf der Widerspruchsfrist: 29.04.2015
[Eröffnungsbeschluss als pdf-Datei anzeigen]
durch Beschluss des Amtsgerichts München – Insolvenzgericht – vom 01.02.2015 wurde über das Vermögen der Vibewrite UG (haftungsbeschränkt) (nachfolgend: Schuldnerin) das Insolvenzverfahren eröffnet und Herr Rechtsanwalt Dr. Björn Hellfeld zum Insolvenzverwalter bestellt.
Sie finden auf dieser Internetseite Informationen zur Anmeldung Ihrer Forderungen im gegenständlichen Insolvenzverfahren.
Die Schuldnerin finanzierte sich zum einen über das sog. „Seed-Funding“ bzw. „Crowd-Funding“, im Rahmen dessen Investoren über eine Internetplattform zunächst verzinsliche (nachrangige) Darlehen gewähren und später zudem Anteile an dem Start-Up-Unternehmen erwerben können. Hierbei handelt es sich um sog. partiarische Nachrangdarlehen. Ein partiarisches Darlehen (Beteiligungsdarlehen) ist eine Sonderform des Darlehens im Sinne von § 488 BGB. Als Entgelt für die Überlassung des Darlehens wird ein Anteil am Gewinn oder Umsatz eines Unternehmens oder eines Geschäfts, zu dessen Zweck (insbesondere zur Finanzierung) das Darlehen gewährt wurde, vereinbart (partiarisch = gewinnabhängig). Neben der Gewinnbeteiligung kann eine Verzinsung vereinbart werden, wobei der Schwerpunkt auf der Gewinnbeteiligung liegen muss. Nach Auskunft des Geschäftsführers wurde die Schuldnerin von 551 Investoren unterstützt, die einen Betrag i.H.v. insgesamt rund EUR 560.250,00 investiert haben sollen.
Soweit Sie der Schuldnerin über das sog. „Seed-Funding“ bzw. „Crowd-Funding“ ein Darlehen gewährt haben, handelt es sich bei Ihrem Darlehen um eine nachrangige Insolvenzforderung gem. § 39 Insolvenzordnung (InsO). Nachrangige Insolvenzforderungen können Sie nur zur Insolvenztabelle anmelden, wenn das Gericht Sie hierzu besonders auffordert. Diese Aufforderung durch das Gericht erfolgt erst dann, wenn alle übrigen Insolvenzforderungen (Forderungen i.S. des § 38 InsO) vollständig befriedigt werden können. Eine Forderungsanmeldung ist daher zunächst nicht möglich. Es erscheint nach jetzigem Stand auch unwahrscheinlich, dass eine Quote auf die nachrangigen Insolvenzgläubiger entfallen wird.
Zum anderen finanzierte sich die Schuldnerin über sog. Wandelanleihen. Bei Wandeldarlehen handelt es sich um „echtes“ Fremdkapital, das durch das beigefügte Wandlungsrecht eine Eigenkapitalkomponente beinhaltet. Bis zur Ausübung des Wandungsrechts handelt es sich um eine Schuldverschreibung i.S.d. §§ 793 ff. BGB. Der Darlehensgeber hat das Recht, den ausbezahlten Darlehensbetrag inkl. kapitalisierter Zinsen zum gleichen Zeitpunkt wie sämtliche, anlässlich der per 2015 geplanten ersten Finanzierungsrunde (Series A) beteiligten Investoren in stimmrechtsloses Eigenkapital der VibeWrite UG (haftungsbeschränkt) zu wandeln.
Insoweit eine Wandlung des Darlehens noch nicht durchgeführt wurde, handelt es sich bei Ihren Forderungen aus dem Wandeldarlehen um sog. Insolvenzforderungen i.S. des § 38 InsO. Insolvenzforderungen können regulär bis zum 30.03.2015 bei mir zur Insolvenztabelle angemeldet werden (die Prüfung verspäteter Anmeldungen – soweit noch möglich – erfolgt erst später in einem gesonderten Verfahrensschritt und löst eine Gerichtsgebühr aus). Sollten Sie insoweit in den kommenden Tagen nicht ohnehin von mir die Unterlagen zur Anmeldung Ihrer Forderungen erhalten, stehen Ihnen diese Unterlagen und Hinweise zur Forderungsanmeldung auch unter diesem Link zur Verfügung.
Insoweit eine Wandlung bereits vollzogen wurde, handelt es sich hingegen um eine nachrangige Forderung gemäß § 39 InsO. Diese Forderungen können nur zur Insolvenztabelle angemeldet werden, wenn das Gericht Sie hierzu besonders auffordert. Das ist derzeit nicht der Fall!