Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20188,%20440
Timestamp: 2020-01-22 08:03:06
Document Index: 247432840

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 47', '§ 149', '§ 169', '§ 169', '§ 170', '§ 170', '§ 1922', '§ 1934', '§ 1967', '§ 2174', '§ 2205', '§ 2213', '§ 2216', '§ 2217', '§ 2219', '§ 9', '§ 2174', '§ 47', '§ 30', '§ 31', '§ 170', '§ 32', '§ 2223', '§ 32', '§ 31', '§ 31', '§ 31']

BFH, 09.06.1999 - II B 101/98 - dejure.org
BFH, 09.06.1999 - II B 101/98
https://dejure.org/1999,1411
BFH, 09.06.1999 - II B 101/98 (https://dejure.org/1999,1411)
BFH, Entscheidung vom 09.06.1999 - II B 101/98 (https://dejure.org/1999,1411)
BFH, Entscheidung vom 09. Juni 1999 - II B 101/98 (https://dejure.org/1999,1411)
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ErbStG § 9 Abs. 1 Nr. 1, § 30 Abs. 1, 3, § 31 Abs. 1, 2, § 32 Abs. 1 Satz 1; AO 1977 § 47, § 149 Abs. 1 Satz 1, § 169 Abs. 1 Satz 1, § 169 Abs. 2 Nr. 2, § 170 Abs. 1, § 170 Abs. 2 ... Satz 1 Nr. 1; BGB § 1922 Abs. 1, § 1934a, § 1967 Abs. 2, § 2174, § 2205, § 2213 Abs. 1 Satz 3, § 2216, § 2217, § 2219 Abs. 1
Steuererklärung - Pflicht des Testamentsvollstreckers - Erwerb von Todes wegen
§§ 9, 30, 31 ErbStG 1974
Erbschaftsteuer; Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung bei Testamentsvollstreckung
BFHE 188, 440
NJW-RR 1999, 1594
FamRZ 2000, 225 (Ls.)
BB 1999, 2285
DB 1999, 1639
BStBl II 1999, 529
Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung erstreckt sich auf Erwerbe von Todes wegen durch Erben bzw. Vermächtnisnehmer, wenn die Testamentsvollstreckung hinsichtlich des Nachlasses bzw. des Vermächtnisses angeordnet wurde (vgl. BFH-Urteil in BFHE 162, 385, BStBl II 1991, 52, und BFH-Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98, BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529).
Er umfasst grundsätzlich nicht die Regelung von (weiteren) Angelegenheiten der Personen, denen --wie einem Vermächtnisnehmer (vgl. § 2174 BGB)-- infolge des Erbfalls lediglich schuldrechtliche Ansprüche erbrechtlicher Natur gegenüber den Erben zustehen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 162, 385, BStBl II 1991, 52, und BFH-Beschluss in BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529).
Dem widerspräche es, den Testamentsvollstrecker in jedem Fall unabhängig davon, ob mit der Festsetzung einer Steuer gerechnet werden kann, als zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet anzusehen (Viskorf, FR 1999, 1256).
Ergeht die Aufforderung erst nach Ablauf der Festsetzungsfrist, so kann sie --weil der Steueranspruch bereits durch Verjährung erloschen ist (§ 47 AO 1977)-- keine anlaufhemmende Wirkung mehr entfalten (BFH-Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98, BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529).
Deren Anzeigepflicht lässt lediglich die des Erwerbers selbst entfallen (§ 30 Abs. 3 Satz 2 ErbStG) mit der Folge, dass ohne eine Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung (§ 31 Abs. 1 ErbStG) die Festsetzungsfrist nach der Grundregel mit Ablauf des Kalenderjahres beginnt, in dem die Steuer entstanden ist (§ 170 Abs. 1 1. Alt. AO 1977; vgl. BFH-Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98, BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529).
Der einen Erwerb durch Vermächtnis betreffende Erbschaftsteuerbescheid ist nach § 32 Abs. 1 Satz 1 ErbStG allerdings grundsätzlich dann dem Testamentsvollstrecker bekannt zu geben, wenn die Testamentsvollstreckung nicht nur für die Erfüllung des Vermächtnisses, sondern gemäß § 2223 BGB auch für die Verwaltung der dem Vermächtnis unterliegenden Gegenstände angeordnet worden ist (BFH-Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98, BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529; Finanzgericht München, Urteil vom 23. August 2000 4 K 3723/97, EFG 2001, 301; Jülicher in Troll/Gebel/Jülicher, ErbStG § 32 Randnr. 13).
Er muß die Steuererklärung abgeben (vgl. dazu jetzt aber BFH NJW-RR 1999, 1594 f.) und für die Bezahlung der Erbschaftsteuer sorgen.
b) Der Senat hat im Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98 (BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529, unter II., b, bb) die Frage offen gelassen, ob die Verpflichtung des Testamentsvollstreckers aus § 31 Abs. 5 ErbStG davon abhängt, dass das FA die Erben zur Abgabe von Steuererklärungen auffordert (…vgl. dazu Meincke, Erbschaftsteuergesetz, 12. Aufl., § 31 Anm. 12; Viskorf, Finanz-Rundschau --FR-- 1999, 1257).
Im Übrigen ist die Pflicht des Testamentsvollstreckers zur Abgabe einer Steuererklärung nach § 31 Abs. 5 ErbStG im Regelfall auf den Erwerb von Todes wegen seitens des/der Erben beschränkt (BFH-Beschluss vom 9. Juni 1999 II B 101/98, BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529).
BFH, 06.12.2000 - II R 44/98
FG München, 20.12.1999 - 4 K 3954/96