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Timestamp: 2019-11-22 08:31:48
Document Index: 39840093

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 44', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 135', 'BGH', 'BGH', '§ 44', '§ 242', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 65', 'BGH', '§ 522', '§ 38', 'BGH', 'BGH', '§ 214', 'BGH', 'BGH', '§ 44', 'BGH']

BGH, 24.11.1993 - BLw 19/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,951
BGH, 24.11.1993 - BLw 19/93 (https://dejure.org/1993,951)
BGH, Entscheidung vom 24.11.1993 - BLw 19/93 (https://dejure.org/1993,951)
BGH, Entscheidung vom 24. November 1993 - BLw 19/93 (https://dejure.org/1993,951)
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Inventarbeitrag - Nominalwert - Reduzierung des Eigenkapitals - Eröffnungsbilanz - LPG - Rechtsbeschwerde beim OLG
LwAnpG §§ 44 Abs. 1 Nr. 1, 65; LwVG § 2 Abs. 1
Zulässigkeit einer hilfsweise eingelegten Rechtsbeschwerde; Voraussetzungen und Höhe des Abfindungsanspruchs eines ausscheidenden LPG -Mitglieds
BGHZ 124, 192
MDR 1995, 105
WM 1994, 257
Auf den Meistbegünstigungsgrundsatz kann sich die Klägerin nicht mit Erfolg berufen, weil er die beschwerte Partei lediglich gegen solche Nachteile schützen soll, die auf der unrichtigen Entscheidungsform beruhen; er soll aber nicht zu einer Erweiterung des gesetzlichen Rechtsmittelzuges führen (BGHZ 124, 192, 194 f. m.w.Nachw; BGH, Beschl. v. 19. Dezember 1996 - IX ZB 108/96, NJW 1997, 1448).
Die Meistbegünstigung führt nämlich nicht zu einer dem korrekten Verfahren widersprechenden Erweiterung des Instanzenzugs (BGH Beschlüsse vom 5. Juli 1990 - LwZR 7/89 - NJW-RR 1990, 1483 mwN;… vom 27. Januar 2010 - AnwZ (B) 104/09 - juris Rn. 4; vom 8. Mai 2006 - II ZB 10/05 - NJW-RR 2006, 1184 f.; BGHZ 124, 192, 194 f. = WM 1994, 257 und Senatsbeschluss vom 3. November 1993 - XII ZR 135/92 - FamRZ 1994, 237, 238;… Rosenberg/Schwab/Gottwald ZPO 17. Aufl. § 135 Rn. 13).
Die Meistbegünstigung führt nämlich nicht zu einer dem korrekten Verfahren widersprechenden Erweiterung des Instanzenzugs (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 24. November 1993 - BLw 19/93, BGHZ 124, 192, 194 f.;… vom 27. Januar 2010 - AnwZ (B) 104/09, juris Rn. 4;… vom 13. Juni 2012 - XII ZR 77/10, FamRZ 2012, 1293 Rn. 15 ff.;… vom 8. Juli 2015 - XII ZB 586/14, NJW-RR 2015, 1346 Rn. 7 ff.).
Die Ermittlung des für den Abfindungsanspruch des ausgeschiedenen Mitglieds maßgeblichen Eigenkapitals nach § 44 Abs. 6 Satz 1 LwAnpG setzt eine bilanzierungspflichtige LPG voraus, die zur Aufstellung einer Bilanz entweder zum Schluss ihres Geschäftsjahres als Teil des ordentlichen Jahresabschlusses gemäß §§ 242 ff. HGB (Senat, BGHZ 124, 192, 198) oder auf Grund der Vorschriften über die Umwandlung (Senat, Beschl. v. 27. April 2001, BLw 27/00, VIZ 2001, 455) verpflichtet war.
Darunter ist grundsätzlich die gemäß § 242 Abs. 1 HGB mit dem Jahresabschluss zu erstellende Bilanz zu verstehen (Senat, BGHZ 124, 192, 198).
Andererseits ist denkbar, dass sie schon vor dem Entstehen der Klägerin und damit unmittelbar aus der LPG ausgeschieden sind (vgl. dazu Bundesgerichtshof --BGH--, Beschlüsse vom 24. November 1993 BLw 19/93, Agrarrecht 1994, 124; vom 22. Februar 1994 BLw 98/93, Deutsch-Deutsche Rechts-Zeitschrift 1994, 211;… Schweizer, Das Recht der landwirtschaftlichen Betriebe nach dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz, 2. Aufl., Rz. 287 ff., m.w.N.); davon geht erklärtermaßen das FA aus.
In der Konsequenz dieser Regelung liegt es, daß ausgeschiedene Mitglieder an der Veränderung des Eigenkapitals zwischen dem Zeitpunkt ihres Ausscheidens und dem nächsten Bilanzstichtag teilhaben (Senat, BGHZ 124, 192, 198).
Dieser Anspruch steht einem LPG-Mitglied auch dann zu, wenn die Kündigungserklärung im Zeitraum zwischen dem Umwandlungsbeschluß und der Registereintragung wirksam geworden ist (vgl. z. B. Senatsbeschl. v. 24. November 1993, BLw 19/93, WM 1994, 257, 258 ff m.w.N. unter Auseinandersetzung mit in der Literatur vertretenen Gegenmeinungen).
Soweit der Senat für eine Übergangszeit die Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen der Kreis- und Amtsgerichte (Landwirtschaftsgerichte) selbst zugelassen hat (vgl. z.B. Senatsbeschl. v. 24. November 1993, BLw 19/93, AgrarR 1994, 124, 125), kommt ein ähnliches Vorgehen nach Änderung des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes und der Einführung einer Beschwerdeinstanz (§ 65 Abs. 1 LwAnpG n.F.) nicht mehr in Frage.
Die Senatsentscheidung vom 24. November 1993, BLw 19/93 = BGHZ 124, 192, 196) betraf einen Fall, in dem die Kündigungserklärung vor dem Umwandlungsbeschluß erklärt worden war.
b) Es bedarf hiernach letztlich keiner Entscheidung, ob der Anwendung des Grundsatzes der Meistbegünstigung auf den das Wiederaufnahmebegehren als unzulässig verwerfenden Beschluss des Oberlandesgerichts vom 5. November 2009 darüber hinaus auch entgegensteht, dass der im Ausgangsverfahren ergangene Zurückweisungsbeschluss des Oberlandesgerichts vom 3. Mai 2006 (19 U 5793/05) nach § 522 Abs. 3 ZPO in der bis zum 26. Oktober 2011 gültigen und hier weiterhin maßgeblichen (§ 38a Abs. 1 EGZPO) Fassung unanfechtbar war und grundsätzlich weder das Meistbegünstigungsprinzip (BGH, Beschluss vom 24. November 1993 - BLw 19/93, BGHZ 124, 192, 194 mwN;… BSG, SozR Nr. 13 zu § 214 SGG) noch die Bestimmungen über das Wiederaufnahmeverfahren (BGH, Beschluss vom 5. Dezember 1980 - V ZB 10/80, ZIP 1981, 209) zu einer Erweiterung des Instanzenzuges führen können.
BGH, 09.11.2001 - BLw 23/01
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