Source: https://www.peterlang.com/view/9783653951295/xhtml/chapter002.xhtml
Timestamp: 2018-02-22 05:33:43
Document Index: 193820826

Matched Legal Cases: ['§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266']

B. § 266 StGB – Dogmatik und Kriminologie : Risikogeschäfte und strafbare Untreue
B. § 266 StGB – Dogmat...
„Sofern nicht einer der klassischen Fälle der Untreue vorliegt, weiß kein Gericht und keine Anklagebehörde, ob § 266 StGB vorliegt oder nicht“ 32. Mit diesem Zitat kann noch heute nahezu jede Erörterung über Fragen des Untreuetatbestandes eingeleitet werden33. Bis heute sind die Tatbestandsvoraussetzungen des § 266 StGB in weiten Bereichen nicht geklärt34. Die Anwendung des § 266 StGB wird von großen Unsicherheiten begleitet. Diese entstehen aus der Unbestimmtheit und Konturenlosigkeit und der daraus resultierenden Weite des Tatbestands35. Gerade die Tathandlung ist unbestimmt. § 266 StGB ist nicht zu entnehmen, welche Pflichten für eine Strafbarkeitsbegründung verletzt werden müssen36.
Bevor die Probleme im Umgang mit § 266 StGB vertieft dargestellt werden können, ist es unumgänglich, sich mit den Grobstrukturen der Norm auseinanderzusetzen. Zum Verständnis der Kritik ist es notwendig, sich mit dem Unrechtsgehalt und dem geschützten Rechtsgut zu beschäftigen. Hieraus ergeben sich Grund und Grenzen der Strafbarkeit. Diesseits wird die Auffassung vertreten, dass bei der Diskussion um § 266 StGB die Dogmatik aus dem Blickfeld verloren wurde. Eine Rückbesinnung auf dogmatische Grundstrukturen ist geeignet, einige Probleme im Umgang mit § 266 StGB lösen.