Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.06.1998&Aktenzeichen=IV%20ZR%20159%2F97
Timestamp: 2019-02-20 14:39:49
Document Index: 304337697

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 2351', '§ 2349', '§ 2310', '§ 301', '§ 304', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 301', '§ 301', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301', '§ 301', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301']

BGH, 24.06.1998 - IV ZR 159/97 - dejure.org
Aufhebung des Erbverzichts nach Tod des Verzichtenden
§ 2351 BGB, ein Erbverzicht kann nach dem Tod des Verzichtenden nicht durch Vereinbarung zwischen dessen Nachkommen (vgl. §§ 2349, 1924 Abs. 3 BGB) und dem Erblasser aufgehoben werden (zum Nachteil von Pflichtteilsberechtigten, vgl. § 2310 S. 2 BGB);
§§ 301, 304 ZPO, bei einem Klagebegehren, das sich aus mehreren Teilansprüchen zusammensetzt, kann ein einheitliches Grundurteil (Teil-Grundurteil) nur ergehen, wenn feststeht, daß jeder Teilanspruch dem Grunde nach gerechtfertigt ist;
§ 304 ZPO, zur eingeschränkten Möglichkeit eines Grundurteils bei Geltendmachung einer Aufrechnung;
§ 256 Abs. 2 ZPO, Zwischenfeststellungsurteil über Pflichtteilsquote
Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen und Pflichtteilsergänzungsansprüchen - Rechtskraftwirkung für die prozessual selbstständigen Pflichtteilsergänzungsansprüche - Anforderungen an die Aufrechnung gegenüber einem Pflichtteilsanspruch
Aufhebung eines Erbverzichts nach dem Tod des Verzichtenden
Keine Aufhebung eines Erbverzichts nach dem Tod des Verzichtenden
LG Ingolstadt, 17.05.1996 - 3 O 1704/95
BGHZ 139, 116
NJW 1998, 3117
MDR 1998, 1229
MDR 1998, 1481 (Ls.)
DNotZ 1998, 836
NJ 1998, 650
WM 1998, 1947
DB 1998, 2113 (Ls.)
Rpfleger 1998, 472
Es handelt sich mithin um ein Grund- und Teilurteil, gegen dessen Zulässigkeit keine Bedenken bestehen: Der Gefahr, dass es hinsichtlich des Haftungsgrundes im Teil- und Schlussurteil zu divergierender Entscheidungen kommt (vgl. BGHZ 173, 328, 333; 139, 116, 117; 120, 376, 380; 107, 236, 242;… Zöller/Vollkommer, aaO, § 301 Rdnr. 7;… P/G/Thole, ZPO, 2. Aufl., § 301 Rdnr. 3), wurde durch den Erlass des Grundurteils vorgebeugt.
In einem solchen Fall darf ein Teilurteil nicht ergehen (BGHZ 107, 236, 242; 139, 116, 117;… BGH, Urt. v. 27. Oktober 1989 - VIII ZR 184/98, WM 2000, 380, 382).
Allerdings kann bei einem Klagebegehren, das sich aus mehreren - wenn auch in einem einzigen Leistungsantrag zusammengefaßten - Teilansprüchen zusammensetzt, ein einheitliches Grundurteil nur dann ergehen, wenn feststeht, daß jeder Teilanspruch dem Grunde nach gerechtfertigt ist (vgl. BGHZ 89, 383, 388; 139, 116, 117;… BGH, Urt. v. 2.10.2000 - II ZR 54/99, NJW 2001, 224, 225).
23 Nach der Rechtsprechung des BGH kann bei einem Klagebegehren, das sich aus mehreren - wenn auch in einem einzigen Leistungsantrag zusammengefassten - Teilansprüchen zusammensetzt, ein einheitliches Grundurteil nur dann ergehen, wenn feststeht, dass jeder Teilanspruch dem Grunde nach gerechtfertigt ist (vgl. BGHZ 89, 383, 388; 139, 116, 117;… BGH, Urt. v. 02.10.2000 - II ZR 54/99, NJW 2001, 224, 225).
Dabei ist der Erlass eines Teilurteils bereits dann unzulässig, wenn sich die Gefahr widersprechender Entscheidungen durch die abweichende Beurteilung eines Rechtsmittelgerichts im Instanzenzug ergeben kann (vgl. BGHZ 107, 236; BGHZ 139, 116;… BGH Urt. v. 26.09.1996, X ZR 48/95, NJW 1997, 453;… BGH Urt. v. 21.01.1009, XII ZR 21/07, NJW 2009, 1824;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 301 Rdnr. 7).
Wollte man anders entscheiden, könnten die Abkömmlinge des Verzichtenden dessen Motive für den Erbverzicht durchkreuzen (BGH NJW 1998, 3117).
Ob diese zur Aufrechnung gestellten Forderungen den Klageanspruch übersteigen - nur dann kann der Anspruch dem Grunde nach gerechtfertigt werden (vgl. BGHZ 139, 116, 118) -, bedarf im vorliegenden Fall keiner Entscheidung.
aa) Demnach darf nicht durch Teilurteil entschieden werden, wenn die Gefahr besteht, dass es im Teil- und Schlussurteil zu widersprüchlichen Entscheidungen kommt (BGHZ 139, 116, 117; 120, 376, 380; 107, 236, 242;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 27. Aufl., § 301 Rdnr. 7;… Prütting/Gehrlein/Thole, ZPO, 2. Aufl., § 301 Rdnr. 3).Ein Teilurteil ist daher unzulässig, wenn es eine Frage entscheidet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche noch einmal stellt (BGHZ 173, 328, 333).
Dabei ist der Erlass eines Teilurteils bereits dann unzulässig, wenn sich die Gefahr widersprechender Entscheidungen durch die abweichende Beurteilung eines Rechtsmittelgerichts im Instanzenzug ergeben kann (st. Rechtsprechung, vgl. BGHZ 107, 236; BGHZ 139, 116; BGH NJW 1997, 453; NJW 2009, 1824;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 301 Rn. 7).