Source: https://sessionnet.grafing.de/bi/to0050.php?__ktonr=3828
Timestamp: 2020-07-04 10:08:09
Document Index: 245229469

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 34', '§ 34', '§ 248', '§ 4', 'Art. 6', 'Art. 24']

TOP Ö 5: Bauantrag zur energetischen Sanierung eines Einfamilienhauses mit Nutzungsänderung und Erweiterung des Anbaus, Abbruch und Neubau des Eingangsvorbaus und Errichtung eines Carports auf dem Grundstück Fl.Nr. 257/5 der Gemarkung Grafing (Wasserburger Straße 9)
Vom Verwaltungsvertreter wurden die Antragsunterlagen vorgestellt.
Beantragt ist die energetische Sanierung eines Einfamilienhauses mit Nutzungsänderung und Erweiterung sowie die Errichtung eines Carports auf dem Grundstück Fl.Nr. 257/5 der Gemarkung Grafing.
Die geplante Wohnnutzung ist im faktischen Allgemeinen Wohngebiet (§ 4 BauNVO) gemäß § 34 Abs. 2 BauGB zulässig. Auch hinsichtlich der überbaubaren Grundstücksflächen und dem Maß der baulichen Nutzung bleibt das veränderte Vorhaben innerhalb des Einfügungsrahmens (§ 34 Abs. 1 BauGB). Auf eine Abweichung nach § 248 Satz 3 BauGB kommt es im Hinblick auf die Erhöhung von Wand (6,40 m) und First durch Dämmmaßnahmen nicht mehr an.
Ungeachtet der Entscheidung über die bauordnungsrechtlichen Abstandsflächen bzw. Brandabstände kommt dem geringen Grenzabstand nach Norden auch bauplanungsrechtliche Relevanz zu. Schon das Bestandsgebäude steht nur in einem Abstand von 1,50 bis 2 m zur Nordgrenze. Durch die geplanten Dämmmaßnahmen wird dieser Grenzabstand zusätzlich minimiert.
Das Gebot der Rücksichtnahme ist aber allein durch die Dämmmaßnahmen nicht beeinträchtigt, da diese Veränderungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Belastung des Grenzabstandsverhältnisses vernachlässigbar gering sind.
Aber auch der Anbau im Westen bzw. die Nutzungsänderung des früheren Stallgebäudes zu Wohnzwecken ist nicht rücksichtslos. Hier wird der Anbau nur eingeschossig ausgeführt und führt damit nicht zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung hinsichtlich der Belichtung und des Sozialabstandes. Damit wird auch eine bedrängende Wirkung gegenüber dem Nachbargrundstück verhindert. Trotz des nur noch 1,10 m großen Grenzabstandes ist aufgrund der Eingeschossigkeit des Anbaus das Rücksichtnahmegebot nicht verletzt
Der geplante Carport liegt innerhalb des freizuhaltenden 5-Meter-Streifens gem. § 4 Abs. 3 der örtlichen Stellplatzsatzung. Da der Abstand von 3 m entsprechend der bereits vorhandenen Nachbarbebauung eingehalten ist, kann auch hier der notwendigen Abweichung zugestimmt werden.
· Bereits das Bestandgebäude unterschreitet deutlich die gesetzlichen Mindestabstände gemäß Art. 6 und 28 BayBO. Hierfür sind die notwendigen Abweichungen beantragt.
· Das Bauvorhaben liegt innerhalb der straßenrechtlichen Baubeschränkungszone nach Art. 24 BayStrWG.
· Zusätzlicher Stellplatzbedarf entsteht durch die Erweiterung nicht.
Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur energetischen Sanierung eines Einfamilienhauses mit Nutzungsänderung und Erweiterung des Anbaus, Abbruch und Neubau des Eingangsvorbaus und Errichtung eines Carports auf dem Grundstück Fl.Nr. 257/5 der Gemarkung Grafing, Wasserburger Straße 9, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.