Source: https://www.bibukurse.de/einkommensteuer/einkuenfte/einkuenfte-aus-kapitalvermoegen/einnahmen-aus-anderen-kapitalforderungen-anlagen-ohne-beteiligungscharakter/zinsen-aus-einfachen-forderungen.html
Timestamp: 2017-08-22 22:40:22
Document Index: 94791407

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 44', '§ 43', '§ 43', '§ 44', '§ 20', '§ 3', '§ 3', '§ 20', '§ 18', '§ 20', '§ 20']

Zinsen aus einfachen Forderungen - Einkommensteuer
Einkommensteuer - Zinsen aus einfachen Forderungen
Kursangebot | Einkommensteuer | Zinsen aus einfachen Forderungen
Dies sind insbesondere die Zinsen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen oder Zinsen aus Bausparguthaben. Lediglich dann, wenn der Schuldner für Zinserträge ein inländisches Kreditinstitut ist, ist der Zinsabschlag vorzunehmen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Unternehmen nicht von der Zinsabschlagssteuer betroffen sind. Die Höhe der Zinsabschlagssteuer beträgt 25 % des Kapitalertrags, wenn der Gläubiger die Steuern trägt (§ 43a I Nr. 3 EStG). Bei Tafelgeschäften hingegen beträgt der Satz 35 % (§ 44 I 4 Nr. 1 Buchst. a EStG) Doppelbuchstabe bb) i.V.m. § 43 a I Nr. 3 EStG). Unter einem Tafelgeschäft versteht man die Ausgabe von effektiven Stücken an den Anleger. Der Anleger legt für die Zahlung der Zinsen den jeweils fälligen Zinscoupon direkt bei der Bank vor und erhält die Zinsen bar ausgezahlt.
Der Steuerpflichtige H. aus München erzielt Zinseinnahmen, die er aus Forderungen gegenüber
a) dem Gewerbetreibenden Topf und
b) seiner inländischen Hausbank geltend macht.
Im Fall a) unterliegen die Zinsen aus den Forderungen nicht der Zinsabschlagsteuer, weil der Schuldner kein inländisches Kreditinstitut ist, sondern ein inländischer Gewerbetreibender.
Im Fall b) hingegen ist der Schuldner der Kapitalerträge ein inländisches Kreditinstitut. Die Kapitalerträge werden daher vom Zinsabschlag erfasst (§ 43 I 1 Nr. 7b EStG). Das inländische Kreditinstitut ist auszahlende Stelle und hat den Zinsabschlag in Höhe von 25 % (weil der Gläubiger die Steuer trägt) einzubehalten (§ 44 I 4 Nr. 2 EStG).
Für den Zinsabschlag gilt bei Einzelveranlagung ein Freibetrag in Höhe von 801 € (Sparerpauschbetrag). Bei Zusammenveranlagung von Ehegatten gilt ein Freibetrag von 1.602 € (§ 20 IX 2 EStG). Zusätzlich zu den bisher besprochenen Einnahmen aus Kapitalvermögen sind natürlich auch die Abzugsposten wichtig, d.h. die Werbungskosten. Hierzu gehören typischerweise
Bankspesen und Depotgebühren,
Reisekosten zu Hauptversammlungen (R 20.1 II EStR).
Wenn die Einnahmen dem TeilEinkünfteverfahren unterliegen, so werden ebenfalls die damit zusammenhängenden Werbungskosten nur zu 60 % berücksichtigt (§ 3c II 1 EStG). Entscheidend hierbei ist ein wirtschaftlicher Zusammenhang, nicht ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Einnahmen und den Werbungskosten. Die Abzugsbeschränkung gilt deswegen unabhängig vom Periodenanfall. Dies bedeutet insbesondere auch, dass im Voraus bzw. im Nachhinein entstehende Werbungskosten von § 3c II EStG erfasst werden. Es gilt ein Sparerpauschbetrag von 801 € bei Einzelveranlagung bzw. 1.602 € bei Zusammenveranlagung (§ 20 IX 2 EStG). Es gilt daher insbesondere folgendes Schema zur Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen:
Bruttoeinnahmen aus Kapitalvermögen
= Nettoeinnahmen aus Kapitalvermögen
= Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Und zusätzlich gilt folgendes:
Auch hier ist selbstverständlich die Gültigkeit des Teileinkünfteverfahrens zu beachten, wenn die Beteiligung im Betriebsvermögen einer natürlichen Person liegt.
Kalle Sparolo, Arzt aus Trier, erzielt Zinseinnahmen aus der Anlage von Festgeld in Höhe von 5.000 €. Ihm sind keine Aufwendungen im Zusammenhang hiermit entstanden. Das Festgeld gehört zum
a) Betriebsvermögen,
b) Privatvermögen.
Berechne den steuerpflichtigen Betrag.
a) Die Zinsen sind Betriebseinnahmen bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit (§ 18 i.V.m. § 20 VIII 1 EStG, also Subsidiaritätsprinzip). Die gesamten Zinseinnahmen sind steuerpflichtig.
b) Es liegen Einkünfte aus Kapitalvermögen vor (§ 20 EStG). Die Werbungskosten liegen bei 801 €.
Selbst wenn die tatsächlichen Kosten bei 900 € oder 1.000 € liegen, darf nur 801 € abgezogen werden.
Die Einkünfte aus Kapitalvermögen liegen damit bei
EKKapitalvermögen = Einnahmen – Werbungskosten = 5.000 – 801 = 4.199 €.
Außerdem kann der Pauschbetrag aufgeteilt werden im Rahmen des Ehegattensplitting.
Fritz und Carla, verheiratet und zusammenveranlagt seit Jahren, haben folgende Brutto-Einnahmen aus Kapitalvermögen realisieren können: Fritz: 800 € Carla 5.000 €. Es werden keine Werbungskosten gesondert nachgewiesen.
Man rechnet folgendermaßen:
Positionen Fritz Carla
Brutto-Einnahmen 800 € 5.000 €
abzgl. Sparer-Pauschbetrag (1.602 € sind aufzuteilen) 800 € 802 €
Einkünfte aus Kapitalvermögen 0 € 4.198 €
Vielleicht ist für Sie auch das Thema	Zinsen aus verbrieften Forderungen	(Einkünfte)	aus unserem Online-Kurs	Einkommensteuer interessant.
Vielleicht ist für Sie auch das Thema	Ermittlung Gesamtbetrag der Einkünfte	aus unserem Online-Kurs	Einkommensteuer interessant.
Vielleicht ist für Sie auch das Thema	Einnahmen aus der Beteiligung an juristischen Personen des privaten Rechts (z.B. Dividenden)	(Einkünfte)	aus unserem Online-Kurs	Einkommensteuer interessant.
dem Gewerbetreibenden P. aus Berlin.
Die Forderungen unterliegen der Zinsabschlagssteuer.
Die Forderungen unterliegen nicht der Zinsabschlagssteuer.
Die Forderungen unterliegen zu 60 % der Zinsabschlagssteuer.
Der Steuerpflichtige H. aus Berlin erzielt Zinseinnahmen, die er aus Forderungen gegenüber seiner inländischen Hausbank geltend macht.
Welche der folgenden Aussage sind richtig?
Welche der folgenden Aussage zu Zinsen aus einfachen Forderungen sind richtig?
Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Unternehmen sind von der Zinsabschlagssteuer betroffen.
Wenn der Schuldner für Zinserträge ein inländisches Kreditinstitut ist, ist der Zinsabschlag vorzunehmen.
Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Unternehmen sind nicht von der Zinsabschlagssteuer betroffen.