Source: https://www.sozialwerk-winterstein.de/kindertraumhaus/
Timestamp: 2020-07-03 23:53:12
Document Index: 101152523

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 34', '§ 35', '§ 53', '§ 45', '§35']

KINDERTRAUMHAUS | SOZIAL-WERK WINTERSTEIN
"Nicht das traumatisierte Kind hat sich uns anzupassen,
sondern wir haben uns dem Kind anzupassen."
(Yecheskiel Cohen)
Schloss Bantikow ist ein Angebot für traumatisierte Kinder. Oft kommen diese Kinder aus einem hochbelasteten und instabilen sozialen Umfeld, in dem sie langjährige sexuelle und körperliche Gewalt sowie emotionale und körperliche Vernachlässigung erfahren haben. Sie sind in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt und häufig nicht in der Lage, Konfliktdynamiken auszuhalten und zu bewältigen.
In Folge dessen zeigen diese Kinder ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten und haben teilweise bereits mehrere ambulante oder stationäre Maßnahmen durchlaufen und damit einhergehend Beziehungsabbrüche erlebt.
Unsere Einrichtung ist speziell ausgerichtet für mehrfachtraumatisierte Kinder,
die auf Grund ihrer seelischen Nöte, Ängste und Störungen, in den Regelangeboten nicht ihren Bedürfnissen angemessen betreut werden können.
Schloss Bantikow bietet den Kindern:
• Schutz vor der Außenwelt
• körperliche, seelische und emotionale Versorgung
• Annahme, Geborgenheit und Wertschätzung
• Raum und Zeit zur Entwicklung des kindlichen Selbst
Aufgrund der intensiven bindungsorientierten und traumazentrierten pädagogischen Arbeit, die sich strikt an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientiert, wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, sich dauerhaft emotional zu stabilisieren und zu entwickeln sowie das kompetente kindliche Selbst zu reaktivieren.
Rechtgrundlagen für die Angebote in der Einrichtung bilden der
§ 27 SGB VIII i.V.m. § 34 SGB VIII und den §§ 35a, 36 SGB VIII sowie§§ 53 ff. SGB XII. Rechtgrundlage für den Betrieb der Einrichtung ist der § 45 SGB VIII.
Die pädagogische Arbeit im KINDERTRAUMHAUS Schloss Bantikow basiert auf den folgenden fünf Säulen :
Grundlage allen pädagogischen Handelns ist die Beziehung zwischen dem Kind und dem Betreuer. Aus diesem Grund ist unser Handeln auf eine kontinuierliche Beziehungsarbeit mit den Kindern gerichtet. Hierzu gehört eine offene, wertschätzende und haltende Umgebung, tagtägliche Präsenz und empathisches Gespür, um vom Kind ausgehend dessen Bedürfnisse zu erkennen und unser pädagogisches Handeln individuell darauf abzustimmen.
Die Kinder, die zu uns kommen, haben oft lebensbedrohliche und traumatische Erfahrungen gemacht. Bei Uns erleben die Kinder einen hochstrukturierten Alltag mit klaren Absprachen und verlässlichen Regelmäßigkeiten. Uns ist wichtig, dass die Kinder wissen, was der Tag bringt, was kommt und welche Aktivitäten anstehen. Jede Veränderung wird den Kindern angekündigt. Dies vermittelt den Kindern Halt, Sicherheit, Stabilität und Orientierung.
Kontinuität bedeutet Stabilität. Darum möchten wir den Kindern ein möglichst hohes Maß an räumlicher und personeller Kontinuität bieten und haben unser Angebot für eine langfristige Unterbringung von Kindern konzipiert.
Die Kinder in unserer Einrichtung sind meist stark verhaltensauffällig. Da wir davon ausgehen, dass Kinder immer einen guten Grund für ihr Verhalten haben, ist es uns wichtig, sie zu verstehen und über ihr Verhalten zu erfahren, was das Kind über sein Innenleben zu sagen versucht. Unser Motto lautet, nicht die Kinder haben Anpassungsprobleme an uns, sondern wir an sie.
Um überhaupt eine Beziehung zu den Kindern aufbauen zu können, ist es uns wichtig, dass sie und auch ihre Eltern uns nicht als Konkurrenz wahrnehmen, sondern als einen Verbundpartner. Unser Anliegen ist es, dass Eltern unter Anleitung eine bessere Wahrnehmung für die Erlebniswelt und die Verhaltenssteuerung ihrer Kinder entwickeln. Auch soll das Kind lernen auf die elterlichen Signale angemessener reagieren zu können. Daher unser Ansatz »Einbinden statt ausgrenzen«.
Die Kinder benötigen einen hochprofessionellen, schützenden, liebevollen und haltgebenden Rahmen, in welchem wir Heilungs- und Reifungsprozesse ermöglichen.
Das KINDERTRAUMHAUS bietet 20 stationäre Plätze für Kleinstkinder und Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren (Alter bei Aufnahme) in drei differenzierten Wohngruppen (WG) und einer Inobhutnahmestelle:
Intensivpädagogische Wohngruppe (WG 1)
für mehrfachgeschädigte, schwertraumatisierte Kinder, die innerhalb einer Wohngruppe einzelbetreut werden
Aufnahmealter: 4 – 8 Jahre
Integrative Wohngruppe (WG 2 und 3)
für Kinder mit eingeschränkter Gruppentauglichkeit, fehlenden Sozialkompetenzen und / oder eingeschränkter Schultauglichkeit
Plätze: 5 und 7
Aufnahmealter: 4 – 10 Jahre
Die Betreuung ist bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres möglich.
Die Angebote sind für seelisch behinderte, bzw. von seelischer Behinderung bedrohte Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand (nach §35a SGB VIII) geeignet.
für Säuglinge und Kleinkinder, die auf Grund ihres Alters nicht in einer Regelgruppe betreut werden können
Aufnahmealter: 0 – 7 Jahre