Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202014,%20639
Timestamp: 2019-09-15 08:48:38
Document Index: 369760001

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.06.2014 - 2 StR 117/14 - dejure.org
https://dejure.org/2014,20674
BGH, 11.06.2014 - 2 StR 117/14 (https://dejure.org/2014,20674)
BGH, Entscheidung vom 11.06.2014 - 2 StR 117/14 (https://dejure.org/2014,20674)
BGH, Entscheidung vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14 (https://dejure.org/2014,20674)
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Heimtückischer Mord: Bewusstes Ausnutzen von Arg- und Wehrlosigkeit eines Opfers; Auswirkung des psychischen Zustandes des Täters auf die Erkenntnisfähigkeit
Herbeiführen der Arglosigkeit als Voraussetzung für die Annahme eines Mordes
LG Kassel, 12.12.2013 - 6 Ks 2840 Js 6389/13
NStZ 2014, 639
Revisionsrechtliche Überprüfung einer Verurteilung wegen eines heimtückisch …
Maßgeblich sind die in der Tatsituation bestehenden tatsächlichen Auswirkungen des psychischen Zustands des Täters auf seine Erkenntnisfähigkeit (vgl. Senat, Urteil vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14, NStZ 2014, 639).
Dafür genügt es, wenn er die die Heimtücke begründenden Umstände nicht nur in einer äußerlichen Weise wahrgenommen, sondern in dem Sinne in ihrer Bedeutung für die Tatbegehung erfasst hat, dass ihm bewusst geworden ist, einen durch seine Ahnungslosigkeit gegenüber dem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233; Urteil vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14;… Fischer, StGB, 61. Aufl., § 211 Rdn. 34, 44, jeweils mwN).
Dass das Ausnutzungsbewusstsein auch nicht aufgrund affektiver Anspannung des Angeklagten gefehlt hat (vgl. dazu: BGH, Beschluss vom 29. November 2011 - 3 StR 326/11, NStZ 2012, 270, 271; Urteil vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14 mwN), hat das Landgericht ebenfalls rechtsfehlerfrei festgestellt (UA S. 27).
Andererseits hindert nicht jede affektive Erregung oder heftige Gemütsbewegung einen Täter daran, die Bedeutung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers für die Tat zu erkennen (vgl. Senat, Urteil vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14); dies ist vielmehr eine vom Tatgericht zu bewertende Tatfrage (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233 mwN).