Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20300/81
Timestamp: 2019-10-18 20:03:33
Document Index: 290139109

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 17', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.02.1983 - V ZR 300/81 - dejure.org
https://dejure.org/1983,1647
BGH, 11.02.1983 - V ZR 300/81 (https://dejure.org/1983,1647)
BGH, Entscheidung vom 11.02.1983 - V ZR 300/81 (https://dejure.org/1983,1647)
BGH, Entscheidung vom 11. Februar 1983 - V ZR 300/81 (https://dejure.org/1983,1647)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1983,1647) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schadenersatzanspruch gegen einen Notar bei Amtspflichtverletzung - Nichtgenehmigung einer Schuldübernahme durch die Grundschuldgläubigerin - Voraussetzungen für das Vorliegen einer Drittschadensliquidation - Voraussetzungen für das Bestehen einer Amtspflicht gegenüber ...
DNotZ 1983, 509 (Ls.)
VersR 1983, 459
WM 1983, 416
Für die Zulassung einer Drittschadensliquidation ist der Gesichtspunkt maßgebend, dass der Schädiger keinen Vorteil daraus ziehen soll, wenn ein Schaden, der eigentlich bei dem Vertragspartner eintreten müsste, zufällig aufgrund eines zu dem Dritten bestehenden Rechtsverhältnisses auf diesen verlagert ist (vgl. BGH, Urteil vom 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, WM 1983, 416, 417, juris Rn. 17 m.w.N.).
Frühere Urteile des Bundesgerichtshofs hatten zwischen dem Auftraggeber und den sonstigen Beteiligten unterschieden, das materielle Interesse des begünstigten Dritten also nicht ausreichen lassen (…vgl. BGH, Urt. v. 6. Dezember 1963 - VI ZR 292/62, VersR 1964, 320; ebenso wohl Urt. v. 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, WM 1983, 416, 417).
Für deren Zulassung ist der Gesichtspunkt maßgebend, dass der Schädiger keinen Vorteil daraus ziehen soll, wenn ein Schaden, der eigentlich bei dem Vertragspartner eintreten müsste, zufällig aufgrund eines zu dem Dritten bestehenden Rechtsverhältnisses auf diesen verlagert ist (vgl. BGH…, Urteil vom 14. Januar 2016 - VII ZR 271/14, NJW 2016, 1089 Rn. 27; Urteil vom 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, WM 1983, 416, 417).
Hierbei handelte es sich entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts um ein selbständiges Betreuungsgeschäft im Sinne des § 24 Abs. 1 BNotO (vgl. BGH, Urt. v. 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, DNotZ 1983, 509, 512;… ferner Urt. v. 21. November 1996 - IX ZR 220/95, WM 1997, 325, 326;… Urt. v. 19. März 1998 - IX ZR 242/97, ZIP 1998, 836, 837, z. Abdr. in BGHZ 138, 179 best.).
In Rechtsprechung und Schrifttum ist zunehmend eine Ausdehnung des Auftraggeberbegriffs zu beobachten (vgl. BGH, Urt. v. 11. Februar 1983 aaO; Reithmann DNotZ 1970, 5, 17;… Haug, in: Seybold/Schippel, BNotO 6. Aufl.;… Arndt/Lerch/Sandkühler, BNotO 3. Aufl. § 19 Rdnr. 94).
Auch nach § 19 Abs. 1 Satz 1 BNotO kommt es entscheidend darauf an, ob das Interesse des Dritten nach der besonderen Natur des Amtsgeschäfts von diesem berührt wird (BGHZ 58, 343, 353; BGH, Urt. v. 11. Februar 1983 aaO S. 511).
Die Klägerin war aber geschützte Dritte im Sinne dieser Vorschrift, weil ihre Interessen durch das Urkundsgeschäft nach dessen Art und Zweck berührt wurden (vgl. BGHZ 58, 343, 353; BGH, Urt. v. 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, WM 1983, 416, 417; v. 21. Januar 1988 - IX ZR 252/86, WM 1988, 545, 547;… v. 14. Mai 1992, aaO; v. 26. Juni 1997 - IX ZR 163/96, WM 1997, 1901, 1902).
Danach entfällt eine Amtspflichtverletzung des Beklagten aus dem Zweitvertrag auch dann, wenn das Interesse der Klägerin, die an der Beurkundung dieses Vertrages nicht beteiligt war, doch durch das Amtsgeschäft nach seiner besonderen Natur betroffen und die Klägerin deswegen in dessen Schutzbereich aufgenommen gewesen sein sollte (vgl. BGHZ 58, 343, 353 [BGH 02.05.1972 - VI ZR 193/70]; Urt. v. 11. Februar 1983 - V ZR 300/81 aaO.).
Es genügt, wenn der geschützte Dritte "unbeabsichtigt" betroffen wird (Senatsurteil vom 28. September 1959 - III ZR 92/58 - DNotZ 1960, 157; BGH, Urteil vom 11. Februar 1983 - V ZR 300/81 - DNotZ 1983, 509, 511).
Sollte es, dem Vortrag der Beklagten entsprechend, auf Seiten der C GmbH & Co. KG an einem Schaden fehlen, weil allein der Kläger die maßgeblichen Verbindlichkeiten einging, wären die Voraussetzungen einer Drittschadensliquidation erfüllt (vgl. BGH WM 1983, 416, 417).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 31, 5, 10 [BGH 28.09.1959 - III ZR 112/58] m.w.N.;… BGH, Urt. v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, VersR 1974, 782; Urt. v. 11. Februar 1983 - V ZR 300/81, WM 1983, 416, 417) sind "Dritte" i. S. des § 19 BNotO nicht nur die an dem Amtsgeschäft unmittelbar beteiligten und etwaige sonst gemäß § 17 BeurkG zu belehrende Personen, sondern alle jene, deren Interesse durch das Amtsgeschäft nach dessen besonderer Natur berührt sogar wenn sie durch die Amtsausübung nur mittelbar betroffen werden und bei der Beurkundung nicht zugegen waren.
Das muß jedoch nicht so sein (BGH, Urt. v. 11. Februar 1983 aaO).
Zu der Frage, ob die Eigentümerin befugt war, den Schaden des Klägers im Wege der sog. Drittschadensliquidation geltend zu machen, hat der Senat noch nicht Stellung genommen; bislang ist sie im Rahmen der Amtspflichtverletzung nur anläßlich einer Notarhaftung angenommen worden (vgl. BGH Urteil vom 22. November 1966 - VI ZR 49/65 - NJW 1967, 930; offengelassen im Urteil vom 11. Februar 1983 - V ZR 300/81 = VersR 1983, 359/60; s. auch Hagen Drittschadensliquidation im Wandel der Rechtsdogmatik S. 132 und S. 230 f.).
OLG Dresden, 20.08.1996 - 13 U 894/96