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Timestamp: 2019-03-23 04:10:37
Document Index: 360408089

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 31', '§ 28', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

CFD | Blog MiFID II
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CFDs: Einschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs an Privatanleger
Mit Allgemeinverfügung vom 8. Mai 2017 ordnet die BaFin eine Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von finanziellen Differenzgeschäften („contracts for difference“ oder „CFDs“) im Sinne von § 2 Absatz 2 Nummer 3 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) an. Die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von CFDs an Privatkunden im Sinne des § 31a Absatz 3 WpHG wird insoweit untersagt, als diese für den Privatkunden eine Nachschusspflicht begründen können. Die Umsetzung dieser Beschränkung hat bis zum 10.08.2017 zu erfolgen.
Am 8. Dezember 2016 hatte die Bundesanstalt den Entwurf der Allgemeinverfügung veröffentlicht und den Beteiligten mit Frist bis zum 20.01.2017 Gelegenheit zur Stellungnahme nach § 28 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) gegeben. Insgesamt sind bei der Bundesanstalt in dem förmlichen Anhörungsverfahren 30 Stellungnahmen eingegangen, u.a. die Stellungnahme des CFD-Verbandes.
Die von den Petenten vorgetragenen Argumente wurden sämtlich zurückgewiesen.
Gegen die Allgemeinverfügung kann innerhalb eines Monats nach ihrer Bekanntgabe Widerspruch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn oder Frankfurt am Main erhoben werden.
Das Handelsvolumen der CFDs war in Deutschland im Jahr 2016 bereits stark zurückgegangen.
Dieser Beitrag wurde am 9. Mai 2017 von Thilo Danz in Allgemein, Kleinanlegerschutzgesetz, MiFID II (Allgemein) veröffentlicht. Schlagworte: BaFin, CFD, Contract for Difference, Kleinanlegerschutzgesetz, Produktintervention, § 4b WpHG.
CFDs – Anhörung zur Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs
Die BaFin hat am 08.12.2016 eine Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von CFDs veröffentlicht und Gelegenheit zur Äußerung bis zum 20.01.2017 gegeben. Die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von CFDs an Privatkunden wird insoweit untersagt, als diese für Privatkunden eine Nachschusspflicht begründen können.
Die BaFin hat erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz i.S.d. § 4b Abs. 2 Nr. 1a WpHG, weil der Erwerb von CFDs, die eine Nachschusspflicht des Privatkunden begründen können, für diesen mit unkalkulierbaren Verlustrisiken einhergeht. Dabei erstreckt sich das Verlustrisiko sowohl auf das eingesetzte Kapital als auch auf das sonstige Vermögen des Privatkunden.
Denn die vom Privatanleger auf seinem CFD-Konto vorzuhaltende Margin betrage beim Einsatz eines hohen Hebels nur einen Bruchteil des jeweiligen Basiswerts eines CFDs. Je höher der Hebel sei, desto kleiner sei der Bereich der Schwankungsbreite eines Basiswerts, den das als Sicherheitsleistung vorgehaltene Kapital des Privatkunden abdecke. Da der Kunde in Bezug auf den geschlossenen Kontrakt nur einen Bruchteil des Kontraktwertes als Margin vorhalten müsse, bestehe die Gefahr, dass ihm nicht deutlich werde, in welcher Höhe er tatsächlich Verlustrisiken eingehe.
Das Verlustrisiko lasse sich nach Ansicht der BaFin auch nicht durch eine Stop-Loss-Order begrenzen. Denn erteile der Privatanleger dem CFD-Anbieter zur Begrenzung seiner Verluste eine sogenannte Stop-Loss Order, so schulde der CFD-Anbieter der CFD-Anbieter dem Anleger nur die Ausführung dieser Order zum „nächstverfügbaren“ Kurs des Basiswerts. Auch bei der Ausführung der Stop-Loss-Order könne es zu hohen Verlusten des Privatkunden kommen. Denn die Ausführung zum „nächstverfügbaren“ Kurs bedeute, dass der zur Ermittlung der vom Privatkunden geschuldeten Differenz herangezogene Kurspreis deutlich von dem Kurspreis abweichen könne, dessen Überschreitung nach dem Wunsch des Privatanlegers zur Schließung seiner Position führen könne.
Den CFD-Anbietern soll eine Umsetzungsfrist von drei Monaten nach Bekanntgabe der Allgemeinverfügung gegeben werden, die Beschränkung umzusetzen.
Dieser Beitrag wurde am 8. Dezember 2016 von Thilo Danz in Allgemein, Kleinanlegerschutzgesetz veröffentlicht. Schlagworte: CFD, Kleinanlegerschutzgesetz, Produktintervention, § 4b WpHG.