Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_19_10_2010_4_StR_465_10_Aufhebung_eines_Urteils_im_Straf-d4172711.html
Timestamp: 2016-10-25 17:25:13
Document Index: 121394784

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 224', '§ 46', '§ 349', '§ 349', '§ 224', '§ 224', '§ 46', '§ 224', 'BGH', '§ 224', '§ 46', '§ 224']

BGH, 19.10.2010 - 4 StR 465/10 - Aufhebung eines Urteils im Strafausspruch durch das Revisionsgericht wegen Verstoßes gegen das Verbot der Doppelverwertung | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 29.10.2010 - IX ZB 206/10 - Voraussetzungen für die Bejahung der Erfolgsaus...…BGH, 19.10.2010 - 4 StR 465/10 - Aufhebung eines Urteils im Strafausspruch durch...BGH, 19.10.2010 - VI ZR 248/08 - Erforderlichkeit einer Aufklärung von beitritts...BGH, 19.10.2010 - AnwZ (B) 72/08 - Entscheidung über die Kosten eines Verfahrens...BGH, 19.10.2010 - AnwZ (B) 53/09 - Widerruf einer Zulassung zur Rechtsanwaltscha...BGH, 19.10.2010 - VI ZR 11/09 - Erforderlichkeit einer Aufklärung von beitrittsw...BGH, 19.10.2010 - VI ZR 124/09 - Schadensersatzansprüche eines Treugebers gegen ...BGH, 19.10.2010 - X ZR 165/07 - Nichtigkeitsklage betreffend ein Streitpatent fü...BGH, 19.10.2010 - XI ZR 376/09 - Geltendmachung eines Einwendungsdurchgriffs dur...BGH, 19.10.2010 - AnwZ (B) 48/10 - Zulässigkeit einer Beschwerde gegen einen an ...BGH, 19.10.2010 - VI ZR 321/08 - Anspruch auf Schadensersatz wegen vorsätzlicher...BGH, 19.10.2010 - VI ZR 123/09 - Schadensersatzansprüche wegen einer fehlgeschla...BGH, 19.10.2010 - VIII ZR 34/09 - Auswirkung einer Ablehnung eines Angebots auf ...BGH, 18.10.2010 - AnwZ (B) 24/10 - Zulässigkeit des Widerrufs der Zulassung als ...BGH, 18.10.2010 - II ZR 270/08 - Durchführung eines Umtausch von Aktien bei Eing...BGH, 18.10.2010 - II ZR 261/09 - Grundsätze der Rechtsprechung des Bundesgericht...BGH, 18.10.2010 - AnwZ (B) 34/10 - Widerruf einer Zulassung zur Rechtsanwaltscha...BGH, 18.10.2010 - II ZR 124/09 - Zurückweisung einer Beschwerde gegen die Nichtz...BGH, 18.10.2010 - II ZR 151/09 - Anforderungen an die Darlegungen eines Insolven...BGH, 18.10.2010 - AnwZ (B) 21/10 - Widerruf einer Zulassung zur Anwaltschaft weg...BGH, 18.10.2010 - AnwZ (B) 47/10 - Geltendmachung der Rechtswidrigkeit eines den...BGH, 18.10.2010 - AnwZ (B) 44/10 - Rechtmäßigkeit eines Widerrufs der Zulassung ...…BGH, 01.10.2010 - V ZR 220/09 - Gesteigerte Inanspruchnahme des Gemeinschaftseig...
BGH, 19.10.2010 - 4 StR 465/10 - Aufhebung eines Urteils im Strafausspruch durch das Revisionsgericht wegen Verstoßes gegen das Verbot der Doppelverwertung
BundesgerichtshofBeschl. v. 19.10.2010, Az.: 4 StR 465/10Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 19.10.2010Referenz: JurionRS 2010, 27569Aktenzeichen: 4 StR 465/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG Landau - 11.06.2010Rechtsgrundlagen:§ 46 Abs. 3 StGB§ 224 Abs. 1 Nr. 3 StGBVerfahrensgegenstand:Gefährliche KörperverletzungRedaktioneller Leitsatz:1.Die Strafvorschrift der gefährlichen Körperverletzung in der Begehungsweise des hinterlistigen Überfalls setzt einen für das Tatopfer unvorhergesehenen Angriff voraus, der von einem planmäßigen, auf Verdeckung der wahren Absichten berechneten Vorgehen - etwa durch Auflauern - gekennzeichnet ist.2.Dass sich der Täter zur Ausführung der Tat im Schutz der Dunkelheit hinter einer Mauer an einer unbelebten Stelle verbarg, also hinterlistig handelte, darf das Tatgericht - wegen des Doppelverwertungsverbots des § 46 Abs. 3 StGB - nicht straferschwerend berücksichtigen.Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers am 19. Oktober 2010 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:Tenor:1.Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Landau (Pfalz) vom 11. Juni 2010 im Strafausspruch mit den Feststellungen aufgehoben.2.Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.3.Die weiter gehende Revision wird verworfen.Gründe1Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Mit seiner Revision rügt der Angeklagte die Verletzung materiellen Rechts. Soweit es sich gegen den Schuldspruch richtet, ist das Rechtsmittel unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO. Hingegen hat es zum Strafausspruch Erfolg.I.2Nach den Feststellungen lauerte der Angeklagte der Geschädigten, die er für das durch sie und ihre Mutter, seine ehemalige Lebensgefährtin, vermeintlich erlittene Unrecht verantwortlich machte, gezielt am frühen Morgen hinter einer Hausecke in der Nähe ihrer Arbeitsstelle auf und versetzte ihr, für sie völlig überraschend, mit einer gusseisernen Armlehne mehrere Schläge auf Kopf und Oberkörper, bis Passanten auf den Vorfall aufmerksam wurden und der Angeklagte von der Geschädigten abließ. Diese erlitt eine Beule am Kopf, eine Prellung des linken Handgelenks sowie Hämatome an den Armen und am Rücken. Das Landgericht hat angenommen, der Angeklagte habe die Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeugs (§ 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB) und eines hinterlistigen Überfalls (§ 224 Abs. 1 Nr. 3 StGB) begangen.II.31.Der Strafausspruch hat schon deshalb keinen Bestand, weil das Landgericht bei der Strafrahmenwahl zu Lasten des Angeklagten seine hohe kriminelle Energie berücksichtigt hat, die darin zum Ausdruck komme, dass er bei der Tatplanung und -ausführung die Dunkelheit sowie die Vereinzelung der Geschädigten ausgenutzt habe. Damit hat die Strafkammer entgegen § 46 Abs. 3 StGB ein Merkmal des Tatbestandes bei der Strafzumessung zum Nachteil des Angeklagten herangezogen, das der Gesetzgeber bereits bei der Bestimmung des Strafrahmens als maßgeblich angesehen hat. Die Strafvorschrift der gefährlichen Körperverletzung in der Begehungsweise des hinterlistigen Überfalls (§ 224 Abs. 1 Nr. 3 StGB) setzt einen für das Tatopfer unvorhergesehenen Angriff voraus, der von einem planmäßigen, auf Verdeckung der wahren Absichten berechneten Vorgehen - etwa durch Auflauern - gekennzeichnet ist (BGH, Beschluss vom 17. Juni 2004 - 1 StR 62/04, NStZ 2005, 40; SSW-StGB/Momsen § 224 Rn. 22). Dass sich der Angeklagte zur Ausführung der Tat im Schutz der Dunkelheit hinter einer Mauer an einer unbelebten Stelle verbarg, also hinterlistig handelte, durfte das Landgericht daher für sich genommen nicht straferschwerend berücksichtigen. Die Urteilsgründe lassen auch nicht erkennen, dass mit dieser Erwägung lediglich die "Art der Tatausführung" im Sinne des § 46 Abs. 2 StGB gewertet worden ist.4Der Senat kann nicht ausschließen, dass das Landgericht ohne den aufgezeigten Rechtsfehler zu einer anderen Rechtsfolgenentscheidung gekommen wäre, zumal es bei der Strafzumessung im engeren Sinne auf seine Erwägungen zur Wahl des Strafrahmens Bezug genommen und darüber hinaus die Verwirklichung von zwei Begehungsweisen des § 224 StGB ausdrücklich straferschwerend gewertet hat.52.Für die neue Verhandlung und Entscheidung weist der Senat ergänzend darauf hin, dass auch die Erwägung, gegen den Angeklagten spreche seine in der Vielzahl der ausgeführten Schläge zum Ausdruck kommende erhebliche Gewaltbereitschaft, rechtlichen Bedenken begegnet. Sie steht insbesondere im Widerspruch zu der Begründung, mit der die Strafkammer den bedingten Tötungsvorsatz verneint hat (UA 19).ErnemannSolin-StojanovicRoggenbuckCierniakFrankeHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.