Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4249.htm
Timestamp: 2018-12-12 07:59:05
Document Index: 267946517

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

4.249 Geißberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Geißberg« vom 20. Dezember 1994 (GBl. v. 17.02.1995, S. 142).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701 ), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Hohenstein, Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Geißberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 25 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Eglingen ganz oder teilweise die Flurstücke Nr. 826, 945, 857, 861, 876, 877, 897 ‑ 900 und 902.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 20. Januar 1994 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen textlicher Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Flurkarte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung eines für die Mittlere Kuppenalb charakteristischen Biotopmosaiks aus Wacholderheide unterschiedlicher Ausprägung, Weidbuchen, Wiesen und Feldgehölzen sowie eines Trockentales als Zeugnis der Landschaftsgenese mit seiner Grün‑ und Ackerlandnutzung,
· die Erhaltung des auf Grund dieses Biotopmosaiks vorhandenen reizvollen, für die Mittlere Kuppenalb typischen Landschaftsbildes,
· die Erhaltung, Pflege und Verbesserung großflächiger Halbtrockenrasen mit ihren zahlreichen scheuen und zum Teil stark gefährdeten Pflanzen‑ und Tierarten, insbesondere zahlreicher standorttypischer Schmetterlingsarten,
· die Erhaltung eines Biotopverbundes zwischen den Wachholderheideflächen am Geißberg und benachbart liegender Heideflächen, insbesondere zum Naturschutzgebiet »Steinbuckel«.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung, insbesondere Einfriedigungen zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen sowie Sport‑, Spiel‑ oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;
11. Störungen an den Brut‑ und Wohnstätten wildlebender Tiere, insbesondere durch Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu verursachen;
12. wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Nist‑, Brut‑, Laich‑, Wohn‑, Rast‑, Nahrungs‑oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören sowie zum Fang von Tieren geeignete Vorrichtungen zu errichten, zu betreiben, oder mit sich zu führen;
14. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dein Schutzzweck zu ändern, insbesondere Grünland umzubrechen;
1. die Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe auszuüben, daß neue jagdliche Einrichtungen nur in Form einfacher Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern im unbedingt notwendigen Umfang und in unmittelbarem Anschluß an vorhandene hochwüchsige Gehölze landschaftsgerecht errichtet werden;
2.1 die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 3, 14, 17 und 18 zu beachten sind. Die Verwendung von Düngemitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 18) auf Wirtschaftsgrünland und Ackerflächen sowie von Pflanzenschutzmitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 17) auf Ackerflächen bleibt unberührt;
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden, soweit sie Belange der Forstwirtschaft berühren im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstamt, in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen festgelegt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Reutlingen vom 31. Mai 1955 über das Landschaftsschutzgebiet »Geißberg« außer Kraft.
TÜBINGEN, den 20. Dezember 1994