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Timestamp: 2017-05-28 07:23:23
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EGMR', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BRAK. Mitteilungen 2/2006. Aus dem Inhalt. H g b BundesrecHtsanwaltskammer - PDF
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Pamela Beckenbauer
1 2/2006 BRAK Jahrgang Mitteilungen H g b BundesrecHtsanwaltskammer Aus dem Inhalt Beirat RAuN Dr. Eberhard Haas, Bremen RA Dr. Christian Kirchberg, Karlsruhe RA JR Heinz Weil, Paris Akzente Schnelles Scheidungsglück ganz billig? (RAuN Dr. Bernhard Dombek) 49 Aufsätze Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen (RA Ottheinz Kääb/Dr. Willi Oberlander) 50 Berufliche Situation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Prof. Dr. Christoph Hommerich u.a.) 55 Arbeitsanleitung zur Einnahmenüberschussrechnung (RA Dr. Klaus Otto) 66 Pflichten und Haftung des Anwalts Das aktuelle Urteil (RA Holger Grams) Beweislast bei Anwaltsfehlern im Strafprozess (OLG München v ) 74 Amtliche Bekanntmachungen Beschlüsse der 5. Sitzung der 3. Satzungsversammlung bei der Bundesrechtsanwaltskammer am in Berlin 79 Berufsrechtliche Rechtsprechung Zum Verbot der Sternsozietät (BGH v ) 82 Fachanwalt zum Fallquorum im Verwaltungsrecht (AGH Berlin v ) 86 Unzulässiger Forderungseinzug zu niedrigem Pauschalpreis (OLG Köln v ) 99 BRAKMagazin Der Weg zum Kanzleierfolg Der Businessplan als Anwaltsstrategie2 II3 BRAK-Mitt. 2/2006 2/2006 III Akzente Schnelles Scheidungsglück ganz billig? (B. Dombek) Aufsätze Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland Ergebnisse einer Studie (O. Kääb/W. Oberlander) Das Soldan-Gründungsbarometer Berufliche Situation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Ch. Hommerich u.a.) Arbeitsanleitung zur Einnahmenüberschussrechnung Anlage EÜR (K. Otto) Ein Lehrstück für den deutschen Anwaltsmarkt? Erwiderung auf Wolf, BRAK-Mitt. 2006, 15 ff. (V. Römermann) Pflichten und Haftung des Anwalts Fristen Weiterleitung durch unzuständiges Gericht, insbes. bei Auslandszuständigkeit des OLG (BGH, Beschl. v IX ZB 138/05 und BGH, Beschl. v VIII ZB 125/04) Pflichten bei Erkrankung kurz vor Gerichtstermin (BGH, Urt. v I ZR 53/05) Fristeneintragung bei Parallelsachen (BGH, Beschl. v XII ZB 140/05) EDV-Fristenkalender (BGH, Beschl. v II ZB 33/04) Wiedereinsetzung bei Fehler des Referendars (BGH, Beschl. v VI ZB 13/05) PKH-abhängige Berufungsbegründung (BGH, Beschl. v XII ZB 33/05) Aus der Arbeit der BRAK Verfassungsrechtsausschüsse von BRAK und DAV auf Visite in Karlsruhe Das aktuelle Urteil (H. Grams) Beweislast bei Anwaltsfehlern im Strafprozess (OLG München, Beschl. v W 2574/05, 15 U 4753/05) Rechtsprechungsleitsätze (B. Chab/A. Jungk/H. Grams) Haftung Abraten von Geltendmachung verjährten Anspruchs (OLG Celle, Urt. v U 83/05) Haftungsverteilung zwischen Prozess- und Verkehrsanwalt (BGH, Beschl. v IX ZR 254/03) Amtliche Bekanntmachungen Beschlüsse der 5. Sitzung der 3. Satzungsversammlung bei der Bundesrechtsanwaltskammer am in Berlin Personalien Personalien4 IV Inhalt BRAK-Mitt. 2/2006 Berufsrechtliche Rechtsprechung Anwaltsgerichtliche Rechtsprechung BGH AnwZ (B) 13/05 Zulassung Widerruf wegen Vermögensverfalls 81 BGH AnwZ (B) 83/04 Zum Verbot der Sternsozietät 82 AGH Rheinland-Pfalz AGH 27/05 (n.r.) Zulassung Versagung der Zulassung für eine Privatdozentin an einer Universität (LS) 84 AGH Berlin II AGH 6/05 (n.r.) Widerruf der Zulassung einer Ein-Mann-Rechtsanwaltsgesellschaft 84 Bayerischer AGH BayAGH I 39/04 Zur Höhe der Vergütung eines Abwicklers (LS) 85 AGH Berlin I AGH 4/05 Fachanwalt zum Fallquorum im Verwaltungsrecht 86 AGH Nordrhein- Westfalen ZU 18/05 Fachanwalt Fallquorum im Verwaltungsrecht 90 AnwG Freiburg ohne AZ Werbung Führung der Bezeichnung Insolvenzverwalter auf dem Briefbogen 92 Weitere berufsrechtliche Rechtsprechung OLG Köln U 190/05 Zum Betrieb einer Verrechungsstelle für Anwaltshonorare 93 OVG Lüneburg LC 56/05 Berufsunfähigkeitsrente für einen Rechtsanwalt (LS) 94 OVG Lüneburg LB 119/03 Unentgeltliche Rechtsberatung durch pensionierten Richter 94 OLG Köln U 149/05 Unzulässiger Forderungseinzug zu niedrigem Pauschalpreis 99 Thüringer FG III 221/05 Nebentätigkeit eines Rechtsanwalts als Beratungsstellenleiter eines Lohnsteuerhilfevereins (LS) 100 BUNDESRECHTSANWALTSKAMMER Berufliche Vertretung aller Rechtsanwälte in der Bundesrepublik Deutschland; 28 Mitgliedskammern (27 regionale Rechtsanwaltskammern und Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof). Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Rechtsanwaltskammern und die Bundesrechtsanwaltskammer als Dachorganisation sind die Selbstverwaltungsorgane der Anwaltschaft. GESETZLICHE GRUNDLAGE: Bundesrechtsanwaltsordnung vom 1. August 1959, BGBl. I S. 565, in der Fassung vom , BGBl. I S ORGANE: Hauptversammlung bestehend aus den 28 gewählten Präsidenten der Rechtsanwaltskammern; Präsidium, gewählt aus der Mitte der Hauptversammlung; Präsident: Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek, Berlin. Vorbereitung der Organentscheidungen durch Fachausschüsse. AUFGABEN: Befassung mit allen Angelegenheiten, die für die Anwaltschaft von allgemeiner Bedeutung sind; Vertretung der Anwaltschaft gegenüber Gesetzgeber, Gerichten, Behörden; Förderung der Fortbildung; Berufsrecht; Satzungsversammlung; Koordinierung der Tätigkeit der Rechtsanwaltskammern, z. B. Zulassungswesen, Berufsaufsicht, Juristenausbildung (Mitwirkung), Ausbildungswesen, Gutachtenerstattung, Mitwirkung in der Berufsgerichtsbarkeit. BRAK-MITTEILUNGEN Informationen zu Berufsrecht und Berufspolitik HERAUSGEBER: Bundesrechtsanwaltskammer (Littenstr. 9, Berlin, Tel. 030/ , Telefax 030/ ). Internet: Redaktion: Rechtsanwalt Stephan Göcken (Sprecher der Geschäftsführung/Schriftleiter), Rechtsanwalt Christian Dahns, Rechtsanwältin Peggy Fiebig, Frauke Karlstedt (sachbearbeitend). VERLAG: Verlag Dr. Otto Schmidt KG, Gustav-Heinemann-Ufer 58, Köln (Bayenthal), Tel. (02 21) ; Telefax 02 21/ Konten: Sparkasse KölnBonn (BLZ ) ; Postgiroamt Köln (BLZ ) ERSCHEINUNGSWEISE: Zweimonatlich jeweils zum , , , , , BEZUGSPREISE: Den Mitgliedern der Rechtsanwaltskammern werden die BRAK-Mitteilungen im Rahmen der Mitgliedschaft ohne Erhebung einer besonderen Bezugsgebühr zugestellt. Jahresabonnement 94 (zzgl. Zustellgebühr); Einzelheft 19,80 (zzgl. Versandkosten). In diesen Preisen ist die Mehrwertsteuer mit 6,54% (Steuersatz 7%) enthalten. ANZEIGEN: an den Verlag. Anzeigenleitung: Renate Becker (verantwortlich). Gültig ist Preisliste Nr. 21 vom DRUCKAUFLAGE dieser Ausgabe: Exemplare (Verlagsausgabe). DRUCK: Boyens Offset, Heide. Hergestellt auf chlorfrei gebleichtem Papier. URHEBER- UND VERLAGSRECHTE: Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsanlagen verwendbare Sprache übertragen werden. Das gilt auch für die veröffentlichten Entscheidungen und deren Leitsätze, wenn und soweit sie von der Schriftleitung bearbeitet sind. Fotokopien für den persönlichen und sonstigen eigenen Gebrauch dürfen nur von einzelnen Beiträgen oder Teilen daraus als Einzelkopien hergestellt werden. IVW-Druckauflage 1. Quartal 2006: Exemplare. ISSN5 BRAK-Mitt. 2/2006 Aktuelle Hinweise V Aktuelle Hinweise Veranstaltungshinweise Anwaltsorientierte Lehrveranstaltungen des Institut für Anwaltsrecht an der Universität zu Köln Im Sommersemester 2006 werden vom Institut für Anwaltsrecht an der Universität zu Köln folgende anwaltsorientierte Lehrveranstaltungen angeboten: Prof. Dr. Martin Henssler: Einführung in den Anwaltsberuf Di Uhr in XII (ab ; alternierend mit der Ringvorlesung) Die auf die Vorlesung Das anwaltliche Mandat abgestimmte Veranstaltung behandelt Fragen des anwaltlichen Berufsrechts, des Mandantenvertrages sowie Haftungsfragen. Die Veranstaltung wird durch Praktikervorträge der Ringvorlesung ergänzt. RA Dr. Matthias Kilian: Das anwaltliche Mandat Mi Uhr in XII (ab ) Die auf die Vorlesung Einführung in den Anwaltsberuf abgestimmte Veranstaltung spielt unter besonderer Berücksichtigung der Schlüsselqualifikationen abstrakt den Ablauf eines typischen Mandats durch. Erläutert werden die sich bei einer Mandatsbearbeitung für den Anwalt ergebenden zivil-, straf- und berufsrechtlichen Fragen sowie die notwendigen praktischen Kenntnisse bei der Organisation der Mandatsbearbeitung und beim Umgang mit Mandanten, Kollegen und Gerichten. RA Dr. Bernd Hirtz: Anwaltliche Rhetorik Mi (5.4., 26.4., 17.5., 31.5., ) in R. 205, Institut für Arbeitsund Wirtschaftsrecht Die Veranstaltung dient der Vermittlung des handwerklichen Rüstzeugs angehender Anwälte. Der Umgang mit Sprache aus anwaltlicher Sicht soll nahe gebracht werden. Vorgesehen sind fünf Blöcke á drei Zeitstunden, in denen nicht nur die Inhalte anwaltlicher Rhetorik vorgestellt, sondern auch praktische Übungen mit den Teilnehmern durchgeführt werden. Ringvorlesung Einführung in den Anwaltsberuf Im Rahmen der von Prof. Dr. Barbara Grunewald und Prof. Dr. Martin Henssler, Direktoren des Instituts für Anwaltsrecht an der Universität zu Köln, angebotenen Ringvorlesung Einführung in den Anwaltsberuf werden Referenten zu den folgenden Themen vortragen: : MRDr.Kurt Franz, BMJ, Berlin: Rechtspolitische Entwicklungen im anwaltlichen Berufsrecht : RA/FAStrafRDr.Reinhard Birkenstock, Köln: Anwaltliche Tätigkeit als Strafverteidiger : RAMartin W. Huff, Chefredakteur Wolters Kluwer, Neuwied: Anwaltliche Werbung und Öffentlichkeitsarbeit : Prof. Dr. Harm-Peter Westermann, Tübingen: Abfindungsregelungen und Wettbewerbsverbote bei Ausscheiden aus Rechtsanwaltssozietäten : RA und Mediator Dr. Ludwig Koch, Köln/RAin und Mediatorin Andrea Koch, Heilbronn: Der Anwalt als Mediator : Claudia Fahrenkrug, Gerling-Konzern, Köln: Die gelungene Bewerbung Die Veranstaltungen finden jeweils von Uhr in der Universität zu Köln, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, Köln, im Neuen Senatssaal statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Nähere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen: (Veranstaltungen) oder unter Tel / Veranstaltungen des Instituts für Anwaltsrecht München Sommersemester 2006 (Stand: ) Änderungen vorbehalten Die jeweiligen Veranstaltungen werden durch das Institut für Anwaltsrecht finanziell gefördert und sind daher für alle Teilnehmer kostenfrei! Vortrags- und Diskussionsreihe Anwaltliches Berufsrecht Jeweils montags, 24.4., 22.5., Referenten: RA Dr. Klaus Bauer Die InteressenkollisioninTheorie undpraxis, RA Andreas von Máriássy Anwaltliches Berufsrecht aus dem Blickwinkel einer Beschwerdeabteilung der Rechtsanwaltskammer München Fallstricke im Anwaltsleben, RA Dr. Wieland Horn Internationales Anwaltsrecht oder: Wie werde ich Rechtsanwalt ohne Zweites Staatsexamen, jeweils ab 18:00 Uhr, Hörsaal C 005, Hauptgebäude der LMU, Geschwister- Scholl-Platz 1, München Vortragsreihe Anwaltliche Berufsfelder: Anwälte berichten über ihren Beruf Jeweils donnerstags, 11.5., 1.6., 8.6., 22.6., 29.6., , Referenten: RA'in Dr. Doris Kloster-Harz Familienrecht Scheidungsrecht, RA Dr. Armin Hutner Anwaltliche Beratung bei Immobilientransaktionen, RA Dr. Stefan Söder, LL.M. Presse- und Medienrecht, RA Dr. Robert Jofer Strafverteidigung in der Praxis, RA Dr. Christian Duve: Die Rolle des Wirtschaftsanwalts in komplexen Streitigkeiten Prozessführung, Schiedsgerichtsbarkeit und Mediation, RA Dr. Michael Jaffé: Insolvenzrecht, jeweils ab 18:00 Uhr, Hörsaal A 015, Hauptgebäude der LMU, Geschwister- Scholl-Platz 1, München Vortrags- und Diskussionsreihe Aktuelle Probleme des Strafrechts und Strafverfahrensrechts in der Anwaltspraxis XIX Leitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Bernd Schünemann Jeweils dienstags, 16.5., 13.6., , Referenten: RA Dr. Andreas Grötsch: Steuerstrafrecht II: Steuerliche Mitwirkungspflichten versus strafrechtliche Belastung, (Fortsetzung Seite VI)6 VI Aktuelle Hinweise BRAK-Mitt. 2/2006 (Fortsetzung von Seite V) RA Dr. Wolfgang Kreuzer: Strafrecht und Doping hinter der glitzernden Fassade des Spitzensports" RA Dr. Leonard Walischewski: Wirtschaftsrecht II: Aktuelle Probleme im Spiegel der Rechtsänderung jeweils ab 18:00 Uhr, Bibliothek des Inst. f. Rechtsphilosophie, Ludwigstraße 29/1. Stock, München Vorlesung Grundlagen der internationalen Vertragsgestaltung unter besonderer Berücksichtigung des Common Law Jeweils montags, 24.4., 8.5., 22.5., 19.6., 26.6., , Referent: RA Dr. Wolfgang Fritzemeyer, LL.M., jeweils von 14:00 Uhr c.t. 17:00 Uhr, Seminarraum 1a, 1. OG, Schellingstraße 9, München Workshop Das Plädoyer des Strafverteidigers Referent: RA Mathias H. Markert (Consultant für COM International, Spezialist für juristische Rhetorik), Freitag, , 9:00 Uhr s.t. 17:00 Uhr, Seminarraum 304, 3. Stock, Ludwigstraße 29, München Seminar Vertragsgestaltung, insbesondere im Erb-, Familien- und Gesellschaftsrecht Referenten: RA Dr. Klaus Bauer, RA'in Dr. Ingrid Groß, RADr.Josef Zanker Mittwoch, , 17:00 19:00 Uhr und Mittwoch, , 9:00 17:00 Uhr, im Seminarraum 204, Ludwigstraße 29, München, Freitag, , 9:00 17:00 Uhr und Freitag, , 9:00 17:00 Uhr Seminarraum 304, Ludwigstraße 29, München Workshop Das Mandantengespräch Referentin: RA'in Ruth Hellmich (NLP-Lehrtrainerin DVNLP, Kommunikationstrainerin, Business-Coach), Freitag, , 9:00 Uhr s.t. 17:00 Uhr, Seminarraum 304, 3. Stock, Ludwigstraße 29, München Blockseminar Vertiefungsveranstaltung: Falllösungen Lege Artis Aus Anwalticher Sicht" Referenten: RA Dr. jur. Arnim Rosenbach, RiAGUlrich Suerbaum Samstag, von 9:00 19:00 Uhr, , 9:00 18:00 Uhr, Anwaltskanzlei Dr. Rosenbach und Koll, Widenmayerstr. 49, München (Haltestelle Tivolistraße für Tram 17, Bus 54/154), Anmeldung: Grundkurs IT-Sicherheit für Anwaltskanzleien Referent: Thomas Hofer (Akad. Rat) Freitag, von 14:00 Uhr s.t. 18:00 Uhr, CIP-Pool, E 48, EG, Juristisches Seminargebäude, Prof.-Huber-Platz 2, München Weitere Informationen zu den Veranstaltungen unter DACH Europäische Anwaltsvereinigung e.v. Vom 18. bis findet im Hotel Sacher in Wien die Frühjahrstagung zu dem Thema Unternehmensnachfolge und vom 21. bis findet im Best Western Premier Hotel Slon in Ljubljana die Herbsttagung zu dem Thema Personenfreizügigkeit statt. Weitere Informationen über die DACH Europäische Anwaltsvereinigung e. V. sind erhältlich bei der Mitgliederverwaltung, c/o Frau Rechtsanwältin Dr. Susanne Hüppi, Klosbachstraße 10, CH Zürich, Tel.: , Fax.: , oder im Internet unter Vermischtes Intensivere Fortbildung von Rechtsanwälten als notwendige Qualitätssicherung Symposion der Rechtsanwaltskammer Stuttgart, des Gerling-Konzerns und der Verlage Luchterhand und Werner in Stuttgart. Sie steht zwar in der Bundesrechtsanwaltsordnung, die Pflicht zur Fortbildung. Aber viele der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Stand ) nehmen diese Pflicht nicht sehr ernst. So gehen Untersuchungen davon aus, dass nur rund Prozent der Anwälte im Jahr eine Fortbildungsveranstaltung/Seminar außerhalb ihrer Kanzleiräume besuchen. Daher verstärken die deutschen Rechtsanwaltskammern unter der Führung der Bundesrechtsanwaltskammer ihre Anstrengungen deutlich, die Anwälte zu einer intensiveren Fortbildung zu animieren. Geplant ist es, denjenigen Anwälten, die sich intensiv fortbilden, ein Gütesiegel zu verleihen, mit dem die intensive Fortbildung dokumentiert wird. Um alle Aspekte der Fortbildung unter der Überschrift Die Qualität des Anwalts zu erörtern hatten die Rechtsanwaltskammer Stuttgart, der Gerling- Konzern und die Verlage Luchterhand und Werner (Wolters Kluwer Deutschland) am 3. März 2006 in das Stuttgarter Gerling-Haus eingeladen. Der Präsident der Rechtsanwaltskammer Stuttgart, Rechtsanwalt Peter Ströbel, konnte über 100 Teilnehmer, darunter hochrangige Vertreter der Anwaltschaft (an ihrer Spitze der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer Dr. Bernhard Dombek), der Justiz und auch der Versicherungswirtschaft begrüßen. In bester Atmosphäre diskutierten die Teilnehmer einen Tag lang intensiv über die verschiedenen Aspekte einer Fortbildungspflicht. In einem nachdenklichen und dabei dennoch launigen Rückblick aus der Zukunft verdeutlichte Rechtsanwalt Frank E.R. Diem (Vizepräsident der RAK Stuttgart), dass er es noch nicht sehe, dass alle Rechtsanwälte bereit seien, sich fortzubilden. Er sah auch weiterhin große Qualitätsunterschiede innerhalb einer immer noch weiter wachsenden Anwaltschaft. Er betrachtete es als durchaus problematisch, dass eine unterlassene Fortbildung bisher nicht mit Sanktionen versehen sei. Er betonte jedoch, dass das Modell der Bundesrechtsanwaltskammer, die Fortbildung durch ein eigenes Qualitätssiegel zu unterstützen, das verschiedene Elemente berücksichtige (Seminarbesuch, Dozententätigkeit, Publikationen, Prüfertätigkeit etc.), der richtige Ansatz sei. Wie viel strenger das Ausland bei der Fortbildungspflicht ist, ergab sich aus dem sehr anschaulichen Vortrag des niederländischen Anwalts Jeroen H. Brouwer, dem ehemaligen Präsidenten der niederländischen Anwaltskammer. Für die rund niederländischen Anwälte gibt es nach ihrer Anwaltsausbildung (die Niederlande haben bereits auf die Bachelor/Masterausbildung umgestellt) eine strenge Pflicht, sich fortzubilden. Jeder Anwalt muss 16 Kredit- (Fortsetzung Seite XIV)7 Vertrauen ist gut Anwalt ist besser! 57. Deutscher Anwaltstag 25. bis 27. Mai 2006 in Köln Marketing - Akquise -Qualität - Neue Strategien auf dem Anwaltsmarkt Strafjustiz und Medien Skandaljournalismus oder Aufklärungsunteresse? Wissensmanagement für Anwälte Vergütungsvereinbarung der Rechtsanwälte in Deutschland - Ergebnisse einer empirischen Analyse Europäisches Vertragsrecht Effektiver Rechtsschutz durch Sammelklagen DAT-Zentralveranstaltung Diese und weitere interessante Themen sowie die Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaften und Ausschüsse des Deutschen Anwaltvereins erwarten Sie auf dem 57. Deutschen Anwaltstag vom 25. bis 27. Mai 2006 in Köln. Das Programm und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie im Internet unter: Weitere Informationen: Tel.: 0 30/8 VIII Rechtswirt (FSH), Betriebswirt (FSH) Bundesweit staatlich zugelassene Fernstudiengänge Fachakademie Saar für Hochschulfortbildung (FSH) Waldhausweg 3, Saarbrücken, Tel. 0681/ , Fax Juristen! Werden Sie doch Spezialist/-in und Führungskraft in der Immobilienwirtschaft z.b. als Immobilien-Fachwirt/-in Facility- u. Gebäudemanager/-in Immobilien-Sachverständige/r Qualifizierung durch staatlich geprüftes Fernstudium! Kostenlose Infos: IFH Immobilien-FernHochschule Löbleinstr. 21, Nürnberg, Tel.: 0911/ Ausführliche Infos unter Ein guter Rat: ZASTROW sondern an den Meistbietenden! Jetzt beim Marktführer Online kaufen und individuell gründen GmbH AG - GmbH & Co. KG Ltd. & Co Europäische AG (SE) Schweizer AG - SA und weitere Rechtsformen auf Anfrage FORATIS AG Serviceteam / Kurt-Schumacher-Str Servicefax / Bonn Schnell. Zuverlässig. 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Das Vormundschaftsgericht wird abgeschafft. Alles, was mit Ehe, Trennung und Scheidung zu tun hat, soll künftig vor dem Großen Familiengericht verhandelt werden. Das erheblich in die Jahre gekommene FGG wird völlig neu gefasst. Das zersplitterte Verfahrensrecht in Familiensachen, teils ZPO, teils FGG, wird vereinheitlicht. Der so genannte Anwaltszwang wird auf nahezu alle selbständigen Familienstreitsachen erweitert. Auf Kritik nicht nur bei den Anwälten, auch bei Landesjustizministern und in der Presse ist jedoch das vorgesehene Vereinfachte Scheidungsverfahren gestoßen. Danach können kinderlose Ehepaare künftig für ihre Scheidung ein Verfahren unter wesentlicher Mitwirkung eines Notars wählen. Einen Rechtsanwalt brauchen sie dann nicht mehr. Es können sich also endlich einmal die freuen, die wegen der zurückgehenden Geburtenzahl in Deutschland schon ein schlechtes Gewissen haben, die kinderlosen Ehepaare. Endlich erhalten auch sie einmal eine Vergünstigung vom Staat: Sie müssen nicht zum Anwalt, wenn sie das schnelle Scheidungsglück wünschen, sie werden also Anwaltskosten ganz und gar sparen, Gerichtskosten übrigens auch, die aber nur ein bisschen. Die kinderlosen scheidungswilligen Paare sollten ihre Vorfreude dämpfen, sie würden am falschen Ende sparen. Auch sie kennen das komplizierte Scheidungsfolgenrecht nicht. Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich müssen auch zwischen ihnen geregelt werden, ebenso wie der Ausgleich möglicher gemeinsamer Schulden. Auch der gutwilligste Notar kann ihnen beim Erarbeiten dieser Regelungen nicht helfen. Er kann nur über die rechtliche Tragweite der beabsichtigten Vereinbarungen belehren. Einseitigen Rechtsrat darf er nicht erteilen, weil er damit seine Pflicht zur Unparteilichkeit verletzt. Diesen übervorteilten Ehepartner wird es reuen, dass er die Anwaltskosten gespart hat. Er wird daher daran denken, die Wirksamkeit der notariellen Vereinbarung zu überprüfen. Er wird also zum Anwalt gehen, das ersparte Geld jetzt ausgeben und sich dafür die Auskunft holen, dass es zu spät ist, er hätte besser vor dem Abschluss der Vereinbarung den anwaltlichen Rat eingeholt. Der eine oder andere Übervorteilte wird jedoch Glück haben. Er wird erfahren, dass immer mehr notarielle Vereinbarungen zwischen Eheleuten von den Gerichten als unwirksam angesehen werden. Und so bekommt neben dem Anwalt auch das Familiengericht wieder zu tun, jetzt aber nichts Vereinfachtes, sondern was Schwieriges. Und an die Haftung des Notars muss der sorgfältige Anwalt natürlich auch denken. Eine Entlastung der Gerichte und der Justizhaushalte entsteht so nicht. Dabei hat man den Eindruck, dass das Vereinfachte Scheidungsverfahren zur Entlastung der Justizhaushalte eingeführt werden soll. 80 % der Ausgaben der Länder für Prozesskostenhilfe fallen in Familiensachen an. Wenn die Justizhaushalte im Vereinfachten Scheidungsverfahren keine Prozesskostenhilfe mehr für die Anwälte zahlen müssen, könnte sich also ein erhebliches Einsparvolumen ergeben. Auf Kosten der Notare, die gewiss öfter als bisher nach 17 Abs. 2 BNotO ihre Urkundstätigkeit nach den Prozesskostenhilferegelungen gebührenfrei erbringen müssen. Auf Kosten der Anwälte, die gewiss öfter als bisher die vom Notar zu beurkundende Vereinbarung vorbereiten, ohne hierfür Honorar zu erhalten, weil der Mandant es einfach nicht zahlen kann. Auf Kosten der mittellosen Eheleute, die sich nicht mehr zum Anwalt trauen, weil sie ihn nicht bezahlen können. Bisher trauten sie sich, weil der Staat für sie zahlte. Damit wird ihr Zugang zum Recht erschwert. Sie werden gegenüber denen, die sich den Anwalt leisten können, benachteiligt. Ob das Vereinfachte Scheidungsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte standhalten wird, ist daher fraglich. Renate Jaeger, früher Richterin am BVerfG, jetzt die deutsche Richterin am EGMR in Strassburg hat in der NJW 2004, 1 erklärt: Kein Rechtsstaat, kein garantierter Zugang zum Recht für die Bürger ist denkbar ohne den mit Rechten und Pflichten ausgestatteten Anwalt als Sachwalter der Mandanten und als Gegenspieler der Gerichte... Bernhard Dombek10 50 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Kääb/Oberlander, Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland Ergebnisse einer Studie Rechtsanwalt Ottheinz Kääb, München und Dr. Willi Oberlander, Nürnberg Das Institut für Freie Berufe Nürnberg führte in der Zeit von Januar bis Juni 2005 im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. ein Forschungsprojekt zur freiwilligen Rückgabe der Zulassung bei Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten durch. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Berufsangehörige aus den Bereichen der Rechtsanwaltskammern Nürnberg, Koblenz, Tübingen, Celle, Köln, Frankfurt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen befragt. Insgesamt wurden Fragebögen verschickt, geantwortet haben 353 Berufsträger; das entspricht einer Rücklaufquote von 15,1 % Die Ausgangslage Seit Jahren weisen die Berufsorganisationen der Rechtsanwälte und auch das Institut für Freie Berufe Nürnberg mit Nachdruck darauf hin, dass die Startbedingungen für junge Anwältinnen und Anwälte schwieriger sind denn je. So ergab eine Analyse der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), die Daten der regionalen Rechtsanwaltskammern, des Bundesjustizministeriums und des Statistischen Bundesamtes zur Zahl der Jurastudenten, Referendare und Rechtsanwälte für das Jahr 2001 ausgewertet hatte, dass nahezu 15 % der Berufsanfänger im Jahr 2001 den Anwaltsberuf wieder aufgegeben hatten Anwältinnen und Anwälte im Alter zwischen 27 und 39 Jahren hatten 2001 ihre Zulassung freiwillig wieder zurückgegeben. Die Zahl der Neuzulassungen lag in 2001 bei In diesem Zusammenhang ging die BRAK davon aus, dass der Anwaltsberuf auf Grund ausbleibenden Erfolges im Beruf zunehmend an Attraktivität verlor. Der Zuwachs zum Anwaltsberuf war seit 1995 dennoch konstant hoch. Jährlich kamen ca Anwältinnen und Anwälte hinzu. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Zahl der Zulassungen ging die BRAK davon aus, dass trotz einer leicht zurückgegangenen Zahl der Studienanfänger in den zurückliegenden Jahren die hohen Zulassungszahlen auch in den nächsten Jahren andauern würden. 2 Auch für das Jahr 2002 wies die jährliche Anwaltsstatistik der BRAK eine stark gestiegene Zahl der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aus. Zum betrug die Zahl der Anwälte in Deutschland Dies bedeutete im Vergleich zum Stichtag ( ) einen Zuwachs um und damit eine Steigerungsrate von 4,40 %. Obwohl damit noch nie so viele Anwälte in Deutschland zugelassen waren, stellte die BRAK beim Anstieg der Zulassungszahlen einen Rückgang von 5,38 % auf 4,40 % fest. Die Zahl der Referendare war seit ihrem Höchststand im Jahre 1999 (11.417) zurückgegangen auf im Jahr 2001 und lag damit erstmals unter dem Stand von 1995 (10.494). Die geburtenstarken Jahrgänge haben mittlerweile das Referendariat passiert. Wir gehen deshalb davon aus, dass der Anstieg bei den Neuzulassungen sich in den kommenden Jahren weiter verringern wird. 3 Auch in 2004 war die Zahl der Berufsabbrecher unter Deutschlands Anwälten weiterhin hoch. Nach Informationen der BRAK gaben Anwältinnen und Anwälte im Alter unter 39 Jahren ihre Zulassung freiwillig wieder zurück. Die BRAK verzeichnet damit auch im 4. Jahr ihrer statistischen Erhebung einen proportional hohen Anteil junger Berufsabbrecher. Damit setzte sich ein bereits in den vergangenen Jahren abzeichnender Trend fort. 4 Die Entwicklung der Anzahl freiwilliger Rückgaben von Zulassungen stellt sich zusammenfassend wie folgt dar: Zurückgegebene Zulassungen bei Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten im Alter bis 39 Jahre Jahr Anzahl absolut in % der Zulassungen (gerundet) % % % % Die Größenordnung dieser Problematik machte es erforderlich, deren Ursachen zu analysieren und bestehenden Handlungsbedarf zu ermitteln. In diesem Zusammenhang sind die bislang genannten Motive und Anlässe für den Verzicht auf die Zulassung zur Anwaltschaft nicht ausreichend erforscht, um die skizzierte Entwicklung zu erklären. Als Ansätze hierfür wären auch vorübergehende Verzichte auf die Zulassung zum Zweck der Kostenersparnis denkbar oder auch eine generelle Unzufriedenheit mit den Bedingungen für die Ausübung des Anwaltsberufes. Auch eine unzureichende Vorbereitung auf die Selbstständigkeit könnte unter den Ursachen zu finden sein. 1 Die teilweise geringen Rücklaufquoten sind zunächst im Zusammenhang mit der Sensibilität des Untersuchungsthemas zu begründen. Es ist vorstellbar, dass befragte Anwältinnen und Anwälte nur ungern Angaben zum Thema machten, wenn sie die Zulassung z.b. aufgrund wirtschaftlichen Scheiterns zurückgaben. Zum anderen ist der niedrige Rücklauf auf Schwierigkeiten in der Erreichbarkeit der zu Befragenden zurückzuführen. So sind den teilnehmenden Rechtsanwaltskammern meist nur die ehemaligen Kanzleiadressen bekannt, unter denen die Anwältinnen und Anwälte häufig nicht mehr erreichbar waren. Daher sollten die nachfolgend beschriebenen Ergebnisse als Tendenzen mit hohem qualitativen Stellenwert aufgefasst werden. 2 Bundesrechtsanwaltskammer (2002): Pressemitteilung der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 28 v , seiten/04_02_28.php, aufgerufen am Die Ursachen Nach Auffassung des Präsidenten der Bundesrechtsanwaltskammer war die in Abschnitt 1 skizzierte Entwicklung wenig verwunderlich: Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist der Anwaltsberuf für den Nachwuchs we- 3 Bundesrechtsanwaltskammer (2003): Pressemeldungen der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 14 v , seiten/04_03_14.php, aufgerufen am Bundesrechtsanwaltskammer (2005): Pressemeldungen der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 23 v , seiten/04_05_23.php, aufgerufen am11 BRAK-Mitt. 2/2006 Aufsätze 51 Kääb/Oberlander, Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland nig attraktiv. Wenn junge Anwälte als selbständige Einzelanwälte nur über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen Euro und Euro verfügen, dann kann dies nicht motivieren. Die Luft wird dünner für die Jüngeren. 5 Die Startbedingungen für junge Juristinnen und Juristen in die freie Anwaltstätigkeit sind schwierig bei zunehmender Tendenz. Die Zahl der Studenten und der Absolventen ist hoch und weit über der Nachfrage. Staat und Wirtschaft bieten weniger Stellen, fortschreitende Einsparungen bei Personalkosten lassen eine Wende zum Positiven nicht erwarten. Auch die Konzentration im Markt für Rechtsberatung führt zu weniger Beschäftigung. Die Anwaltschaft wird weiterhin nicht nur die Berufsangehörigen aufnehmen, die diese Form der Berufsausübung anstreben. Auch jene Berufsträger, die mangels Alternativen in die freie Advokatur gehen, werden fortgesetzt einen erheblichen Anteil der Berufszugänger bilden. Die Zahl der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte wird wohl noch über Jahre in gleichem Maße zunehmen wie bisher. Der Traum von einer Karriere als Richter oder Staatsanwalt kommt nur für die Besten in Frage. Nach wie vor halten die Rechtswissenschaften jedoch als Verlegenheitslösung her. Juristen kommen schließlich überall unter: vor Gericht, in Verwaltungen und Rechtsabteilungen. Und wenn gar nichts geht als Anwalt kann man sich immer niederlassen. 6 Damit stellt sich die Frage, ob die Nachfrage nach anwaltlichen Dienstleistungen für die Berufseinsteiger noch eine ausreichende Basis für ein wirtschaftlich tragfähiges Auskommen bietet. Eine zur Jahrtausendwende vom Institut für Freie Berufe vorgelegte Studie 7 gab erste Aufschlüsse über die Art der Berufsausübung und die wirtschaftliche Lage von jungen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. 3. Sozialstrukturelle Daten der Befragten Weibliche Befragte sind in der hier berichteten Untersuchung mit 36,1 % gegenüber 28,6 % in der gesamtdeutschen Anwaltschaft leicht überrepräsentiert. Dennoch wird die Aufteilung zwischen Männern und Frauen tendenziell gut wiedergegeben, da männliche Befragte wie in der Gesamtheit der Berufsangehörigen mit 63,9 % deutlich überwiegen. Den größten Anteil der befragten Anwälte machen die bis unter 40-jährigen Befragten mit 45 % aus. Dagegen ist die mittlere Altersklasse der 40- bis unter 60-Jährigen mit nur 19 % wesentlich geringer vertreten. Die 60-Jährigen und älteren werden mit 36 % der Befragten mit großem Anteil abgebildet. 5 Bundesrechtsanwaltskammer (2003): Pressemeldungen der Bundesrechtsanwaltskammer Nr. 20 v , seiten/04_03_20.php, aufgerufen am Achterhold, Gunda (2002): Jura studiert und dann?, in: FAZ-Hochschulanzeiger 10/2002, S. B3. 7 Im Frühjahr 1999 wurden knapp Berufsanfänger der Rechtsanwaltskammern Celle, Koblenz, Mecklenburg-Vorpommern, München und Nürnberg schriftlich befragt Befragte haben geantwortet. Die meisten Befragten gaben eine gesamte Dauer ihrer Berufstätigkeit von zwei bis fünf Jahren an (27 %). Nur 12 % der Befragten gaben an, nach 16 bis 30 Berufsjahren die anwaltliche Tätigkeit aufgegeben zu haben. Bis zu einem Jahr im Beruf tätig waren 17 % und weitere 20 % antworteten, 31 Jahre und länger als Anwältin oder Anwalt gearbeitet zu haben. Während über ein Viertel der befragten Frauen (26 %) nur maximal ein Jahr der anwaltlichen Tätigkeit nachging, taten dies nur 12 % ihrer männlichen Kollegen. Der überwiegende Teil der Anwältinnen erklärte, maximal zwei bis fünf Jahre im Beruf verblieben zu sein. Bei den Männern betrug dieser Anteil gerade 18%. Insgesamt gaben 52 % der befragten Anwältinnen und Anwälte an, neben dem Beruf des Rechtsanwaltes noch über weitere berufliche Abschlüsse und Qualifikationen zu verfügen. Fast die Hälfte der Befragten hatte promoviert (46 %). Immerhin 19 % verfügten über einen Fachanwaltstitel. Etwa gleich häufig wurde genannt, einen weiteren Studienabschluss zu besitzen (15 %) bzw. eine Lehre oder eine vergleichbare Ausbildung absolviert zu haben. Männer verfügen im Rahmen der berichteten Untersuchung deutlich häufiger über eine weitere berufliche Qualifikation als Frauen. So machten nur 46 % der weiblichen Befragten hier Nennungen, während es bei den Männern immerhin 55 % waren. Es ist festzustellen, dass insbesondere jüngeren Rechtsanwältinnen und -anwälten weitere berufliche Qualifikationen sehr wichtig sind. Die Betrachtung der persönlichen Voraussetzungen bei der Zulassung nach Geschlecht zeigt deutlich, dass männliche Befragte bei allen Kategorien häufiger vertreten sind. So sind z.b. 75 % der Befragten, die eine Dissertation aufweisen können, männlichen Geschlechts. Ähnlich deutlich zeigen sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der persönlichen Beziehungen in die Anwaltschaft und der Spezialisierung. Einzig bezogen auf Fremdsprachenkenntnisse bzw. Auslandsaufenthalt fallen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der vorliegenden Befragung weniger deutlich aus. Um Informationen über die Aufnahme der anwaltlichen Berufstätigkeit zu erhalten, wurden die Anwältinnen und Anwälte nach der Art ihres Berufseinstieges gefragt. Die entsprechenden prozentualen Verteilungen dieser Angaben werden in der Abbildung 1 dargestellt: Abb. 1: Wie haben Sie Ihren Anwaltsberuf aufgenommen? (in % der befragten Rechtsanwälte) 24 Gründung einer Einzelkanzlei 10 Partner in Sozietät/ Gesellschaft 37 Angestellter Anwalt IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. 14 Am häufigsten wurde die Anwaltstätigkeit als Angestellter in einer Kanzlei begonnen (37 %). Fast ein Viertel gab darüber hinaus an, eine Einzelkanzlei gegründet zu haben (24 %). Deutlich seltener wurde die Berufstätigkeit als freier Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei gestartet. Nur 14 % der Befragten gaben dies an. Einen Beginn der Tätigkeit als Syndikusanwalt oder Partner in einer Sozietät oder Gesellschaft nahmen nur jeweils 10 % der befragten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte wahr. Der Berufseinstieg in Form der Mitgründung einer Sozietät oder Gesellschaft oder in anderer Form ist in der vorliegenden Untersuchung nur von einem sehr geringen Teil der Anwältinnen und Anwälte genannt worden (2 % bzw. 3 %). Die Art des Berufseinstieges ist bei den befragten Anwältinnen und Anwälten sehr ähnlich. 10 Freier Mitarbeiter in Anwaltskanzlei Anstellung als Syndikusanwalt 2 Mitgründung einer Sozietät/ Gesellschaft 3 In anderer Tätigkeit Anzahl der Antworten: 33412 52 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Kääb/Oberlander, Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland 4. Ergebnisse der Befragung zur Rückgabe der Zulassungen 4.1 Gründe für die Rückgabe der Zulassung Die Abbildung 2 gibt einen Überblick über die Beweggründe der Befragten, ihre Zulassung zurückzugeben: Abb. 2: Befragte Rechtsanwälte nach dem Grund der Rückgabe ihrer Zulassung (in %) (Mehrfachantworten möglich) Abb. 3: Allgemeine Unzufriedenheit Wechsel in öff. Dienst/ Verbeamtung Berufswechsel Alter Wirtschaftliche Gründe Gesundheitliche Gründe Familiäre Gründe Verschiedenes Gründe für die freiwillige Rückgabe der Zulassung nach weiteren beruflichen Qualifikationen der Befragten (in %) n=20 n=50 n=40 n=84 n=88 n=45 n=41 n= Ja, ich habe weitere berufliche Qualifikationen Nein, ich habe keine weiteren beruflichen Qualifikationen Alter 16 Wechsel in öff. Dienst/ Verbeamtung IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. 15 Über ein Viertel der Befragten (27 %) gab wirtschaftliche Gründe als ursächlich für die Zulassungsrückgabe an. Ebenso hoch war der Anteil derjenigen, die ihr Lebensalter als Motiv nannten. Häufig genannt wurde der Wechsel in den öffentlichen Dienst bzw. die Verbeamtung (16 %). Von diesen Befragten wurde zumeist die wirtschaftliche Sicherheit des Wechsels gesucht. Zumeist im Zusammenhang mit dem Lebensalter wurden gesundheitliche Belange als Grund der Zulassungsrückgabe angeführt. 15 % der Anwältinnen und Anwälte dieser Untersuchung antworteten entsprechend. Aber auch familiäre Gründe (13 %) und ein Berufswechsel (12 %) waren bedeutsam für die Entscheidung, die Anwaltszulassung zurückzugeben. Wesentlich seltener wurde eine allgemeine Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation als entscheidend angesehen. Nur 6 % der Befragten nannten diesen Grund. Bei der Betrachtung der Rückgabegründe nach dem Geschlecht der Befragten zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede. Während von weiblichen Befragten im Rahmen von Mehrfachnennungen familiäre Gründe mit 76 % mit Abstand am häufigsten als ausschlaggebend für die Zulassungsrückgabe genannt wurden, überwiegen bei den gesundheitlichen Rückgabegründen die Männer mit 79 %. Wirtschaftliche Gründe spielen für Frauen und Männer ähnlich häufig die wichtigste Rolle bei der Entscheidung, die Zulassung zurückzugeben (48 % bzw. 52 %). Dagegen zeigt sich bezüglich des Alters als Grund für die Zulassungsrückgabe eine deutliche Verschiebung in Richtung der männlichen Befragten. Die Hälfte der befragten Anwältinnen und Anwälte, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden waren und deshalb ihre Zulassung zurückgaben, gehören ebenfalls der Altersklasse der unter 40-Jährigen an. Die Bedeutung zusätzlicher beruflicher Qualifikationen insbesondere in der angespannten wirtschaftlichen Lage ist unmittelbar einsichtig. Daher ist vorstellbar, dass weitere berufliche Situationen in engem Zusammenhang mit den Gründen für die Zulassungsrückgabe stehen. In der Abbildung 3 wird dieser Sachverhalt näher betrachtet. Tatsächlich zeigt sich, dass diejenigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die über keine weiteren beruflichen Qualifikationen verfügen, häufiger ihre Zulassung aus wirtschaftlichen Gründen zurückgaben (53 %). Aber auch familiäre Gründe 13 Familiäre Gründe Anzahl der Antworten: 402 IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. wurden in dieser Gruppe häufiger genannt als von Rechtsanwältinnen und -anwälten, die über zusätzliche berufliche Qualifikationen verfügen (61 % bzw. 39 %). Hinsichtlich gesundheitlicher Rückgabegründe überwiegen leicht die Befragten mit weiteren beruflichen Qualifikationen (51 %). Auch bei der Rückgabe der Zulassung auf Grund des Lebensalters zeigt sich dieses Bild. Bezüglich des Berufswechsels überwiegen die Anwältinnen und Anwälte mit zusätzlichen beruflichen Qualifikationen (60 %). Tendenziell zeigen Berufsangehörige mit weiteren beruflichen Qualifikationen höhere Verbleibserwartungen in der Anwaltschaft. Gleichzeitig scheint diese Gruppe auch bessere Möglichkeiten bei der Erschließung beruflicher Alternativen aufzuweisen. Besonders bemerkenswert ist, dass befragte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ohne weitere Qualifikationen deutlich häufiger nur bis zu einem Jahr anwaltlich tätig waren (23 %). Dagegen gaben nur 13 % derjenigen, die weitere berufliche Qualifikationen hatten, schon nach dieser kurzen Zeit ihre Zulassung zurück. Befragte, die eine weitere berufliche Qualifikation aufweisen konnten, gaben ihre Zulassung am häufigsten nach zwei bis fünf Jahren zurück (30 %). Dies lässt sich unter anderem mit einem möglicherweise stattfindenden Wechsel in den öffentlichen Dienst, der Verbeamtung oder einem allgemeinen Berufswechsel begründen. Ähnliches gilt für die Befragten dieser Gruppe, die sechs bis 15 Jahre im Anwaltsberuf arbeiteten. 4.2 Ausübung einer Nebentätigkeit Die an dieser Untersuchung teilnehmenden Rechtsanwältinnen und -anwälte wurden nach der Ausübung einer Nebentätigkeit neben dem Anwaltsberuf gefragt. In der Abbildung 4 werden die Ergebnisse hierzu dargestellt: Abb. 4: Ausübung einer Nebentätigkeit parallel zur anwaltlichen Tätigkeit (in % der befragten Rechtsanwälte) Haben Sie neben dem Anwaltsberuf eine Nebentätigkeit ausgeübt? nein 74% ja 26% davon: Falls ja: Welcher Art war diese Nebentätigkeit? 23 Dozent/ Mitarbeiter Universität IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. 17 Bei Bank/ Versicherung 15 Politik/ Verbände Wirtschaftliche Gründe Gesundheitliche Gründe Berufswechsel Allgemeine Verschiedenes Unzufriedenheit Rechtsberatende Tätigkeit Schriftstellerei Verschiedenes Anzahl der Antworten: 32913 BRAK-Mitt. 2/2006 Aufsätze 53 Kääb/Oberlander, Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland Insgesamt übten 26 % der Anwältinnen und Anwälte neben dem Anwaltsberuf eine Nebentätigkeit aus. Der größte Teil dieser Personen nahm Aufgaben als Dozenten oder Mitarbeiter an einer Universität wahr (23 %). Bei einer Bank, Versicherung oder in Form einer anderen rechtsberatenden Tätigkeit arbeiteten 17 % nebenberuflich. 15 % der Befragten erzielten zusätzliches Einkommen aus Aktivitäten in der Politik oder in Verbänden. Nur ein sehr geringer Teil, nämlich 6 % der Anwältinnen und Anwälte, widmete sich im Nebenberuf der Schriftstellerei. Tendenziell zeigt sich, dass die hier einbezogenen Berufsangehörigen eine erhebliche Bandbreite an Nebentätigkeiten aufweisen. Bei der Betrachtung nach dem Geschlecht zeigen sich nur marginale Unterschiede. Somit kann davon ausgegangen werden, dass Rechtsanwältinnen und -anwälte neben ihrem Anwaltsberuf ähnlich häufig einer Nebentätigkeit nachgingen. 4.3 Aktuelle Situation der befragten Rechtsanwältinnen und -anwälte In Abbildung 5 wird der Tätigkeitsbereich der Rechtsanwältinnen und -anwälte zum Befragungszeitpunkt dargestellt, nachdem sie ihre Zulassungen zurückgegeben hatten: Abb. 5: 45 Befragte Rechtsanwälte ohne Zulassung nach dem Bereich ihrer derzeitigen Tätigkeit (in %) Verbände 3 Geld und Kredit 2 3 Industrie/ Handel Universität/ Forschung 1 Von denjenigen Befragten, die nicht planten, ihre Zulassung wieder zu beantragen (n = 197), führte die überwiegende Mehrheit (56,9 %) als Motiv für diese Entscheidung ihr Alter oder gesundheitliche Ursachen an. Lediglich 6,6 % begründeten ihren Entschluss mit schlechten Berufsaussichten bzw. einer schlechten wirtschaftlichen Lage. 13,7 % wiederum zogen eine andere berufliche Tätigkeit dem Beruf des Rechtsanwaltes vor. Der gleiche Prozentsatz gab keine näheren Gründe für seine Entscheidung gegen eine erneute Beantragung der Zulassung an. Insgesamt ist die Erwartung einer neuerlichen Zulassung nur von einem relativ geringen Anteil der Antwortenden anzunehmen, jedoch haben mindestens sieben von zehn Berufsan- Nicht berufstätig Wirtschafts-/ Personalberatung Versicherung Immobilien 29 Öffentlicher Dienst 11 Sonstiges 4.4 Zufriedenheit mit der derzeitigen beruflichen Situation nach Zulassungsrückgabe Sowohl bei Männern als auch bei Frauen überwog die Zufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Situation nach der Zulassungsrückgabe. So gaben 57 % der weiblichen und 52 % der männlichen Befragten an, sehr zufrieden zu sein. Nur ein geringer Anteil meinte, weniger bzw. völlig unzufrieden zu sein. Auf Grund dieser Aufteilung kann davon ausgegangen werden, dass die Vorteile der neuen beruflichen Situation bei der Gesamtheit der in der Untersuchung befragten Anwältinnen und Anwälte deutlich überwiegen. Es kann auch festgehalten werden, dass jüngere Anwältinnen und Anwälte berufliche Wechsel erfolgreicher angehen und tendenziell zufriedener mit dem Ergebnis sind als ihre älteren Kollegen. Für Letztere scheint es problematischer zu sein, berufliche Neuorientierung als positives Lebensereignis zu bewerten. Rechtsanwältinnen und -anwälte, die über weitere Qualifikationen verfügen, gaben häufiger an, mit der neuen Situation sehr zufrieden zu sein. Es wird deutlich, dass insbesondere Qualifikationen wie Fremdsprachen, die auch im neuen beruflichen Umfeld genutzt werden können, positiv auf die Situationseinschätzung durch den Betreffenden wirken. Hingegen sind früher Praxiserwerb und persönliche Beziehungen in die Anwaltschaft persönliche Gegebenheiten, die in der neuen beruflichen Umgebung weniger nützlich sind und damit auch seltener zur Zufriedenheit führen. 4.5 Erneute Beantragung der Zulassung Die Rückgabe der anwaltlichen Zulassung muss keine endgültige Entscheidung sein. Die deutliche Mehrheit der Befragten ging allerdings nicht von einer erneuten Beantragung der Anwaltszulassung aus. Nur 6 % waren sicher, dass sie in der Zukunft wieder anwaltlich tätig sein würden. Bei 34 % stand eine diesbezügliche Entscheidung noch nicht fest. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen fallen recht deutlich aus. Während sich 8 % der weiblichen Befragten eine spätere Rückkehr in den Anwaltsberuf vorstellen konnten, sahen nur 4 % der Männer diese Perspektive. Dagegen gingen 70 % der Rechtsanwälte davon aus, nicht wieder anwaltlich tätig zu sein. Bei den Frauen gaben nur 43 % an, die Zulassung nicht wieder zu beantragen. Aber bei den weiblichen Befragten war die Unsicherheit hinsichtlich der Entscheidung über eine erneute Zulassungsbeantragung mit 49 % wesentlich größer als bei den Männern, von denen nur 26 % unsicher waren. Abbildung 6 zeigt die Gründe gegen eine neuerliche Beantragung der Zulassung: IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. Abb. 6: Gründe gegen eine erneute Beantragung der Zulassung Anzahl der Antworten: 321 (Mehrfachnennungen möglich) Mit annähernd der Hälfte gab der überwiegende Teil der Befragten an, nach der Zulassungsrückgabe nicht mehr berufstätig zu sein. Der öffentliche Dienst ist für 29,3 % der Rechtsanwältinnen und -anwälte der aktuelle Arbeitgeber. Die anderen Bereiche werden nur geringfügig genannt. Hier schwanken die Nennungen zwischen 0,9 % derer, die in Wirtschafts- oder Personalberatung arbeiten, und 4,7 % der Befragten, deren neuer Arbeitgeber eine Versicherung ist. Persönliche Voraussetzungen wie eine Promotion, die die Befragten bereits vor ihrer Zulassung erfüllten, können den Wechsel in ein anderes Berufsfeld nach der Zulassungsrückgabe erleichtern. Sonstiges 9,1% Schlechte Berufsaussichten/ schlechte wirtschaftliche Lage 6,6% Verbleib im neuen Beruf 13,7% Keine Angabe 13,7% IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v. Alter/ gesundheitliche Gründe 56,9% Anzahl der Antworten: 19714 54 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Kääb/Oberlander, Zur freiwilligen Rückgabe von Zulassungen durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Deutschland gehörigen Gründe, die nicht unmittelbar in der beruflichen oder wirtschaftlichen Situation des Berufsstandes zu suchen sind. 5. Meinungsbilder Über die Hälfte der Befragten (59,0 %) gab an, es niemals bedauert zu haben, Rechtsanwalt geworden zu sein. Bei immerhin knapp einem Drittel (32,0 %) der teilnehmenden Anwältinnen und Anwälte war dies allerdings manchmal der Fall. 9,0 % dagegen haben es bereut, sich für den Anwaltsberuf entschieden zu haben. Je jünger die befragten Anwältinnen und Anwälte sind, desto häufiger bereuen sie es, diesen Beruf ergriffen zu haben. Zu der Frage, welche Personen oder Institutionen Rechtsanwältinnen und -anwälte vor der Niederlassung beraten sollten, ergab sich folgendes Meinungsbild: Abb. 8: Abb. 7: Eigeneinschätzung der beruflichen und wirtschaftlichen Lage Vor der Zulassungsbeantragung gewünschte 2005 im Vergleich zu 2004 Beratungsthemen und hierfür präferierte Berater (in %) (in % der befragten Rechtsanwälte) (Mehrfachantworten möglich) Das Jahr 2005 wird für mich beruflich und wirtschaftlich... RAK Anwaltvereinbesser als Erfahrene Kollegen etwa wie Universitätsseminare schlechter 4 als Unabhängige Berater andere 6 IFB-Studie 2005: 2005: Freiwillige Rückgabe von von Anwaltszulassungen im im Auftrag der der Selbsthilfe der der Rechtsanwälte e.v. e.v n=16 12 itarbeiter-/kanzleiführung unternehm./steuerliche Aspekte M Spezialisierung Kosten,Chancen,Risiken Altersvorsorge,versicherungen Frauen Sonstiges Männer Gesamt Die häufigsten Nennungen zu gewünschten Beratern beim Berufseinstieg bzw. bei der Niederlassung bezogen sich auf erfahrene Kollegen. Deren Beratung wurde insbesondere hinsichtlich einer möglichen Spezialisierung sowie der Mitarbeiterund Kanzleiführung als gewinnbringend angesehen. Dagegen wurde eine Beratung zu unternehmerischen oder steuerlichen Aspekten seltener von erfahrenen Kollegen gewünscht. Sehr häufig gesucht ist auch eine vor der Zulassungsbeantragung stattfindende Beratung durch die Rechtsanwaltskammern. Insbesondere zu Themen der berufsspezifischen Spezialisierung sowie der Mitarbeiter- und Kanzleiführung war Hilfestellung gefragt. Immerhin 16 % der befragten Anwältinnen und Anwälte würden gern über unternehmerische bzw. steuerliche Aspekte durch ihre Rechtsanwaltskammer beraten werden. Ein noch größerer Anteil (30 %) derjenigen, die die Rechtsanwaltskammer als Beratungsinstanz befürworten, möchte über Mitarbeiter- bzw. Kanzleiführung informiert werden. Ein Viertel der Anwältinnen und Anwälte, die eine Beratung durch die Rechtsanwaltskammer wünschen, möchte dies zum Thema Spezialisierungsmöglichkeiten. Die Beratung durch den Anwaltsverein wünscht sich ebenfalls ein hoher Anteil der hier befragten Anwältinnen und Anwälte. 17 % derjenigen, die den Anwaltverein als Informationsvermittler sehen, möchten Informationen zu unternehmerischen und steuerlichen Aspekten erhalten. Bezüglich des Themas Spezialisierung und Mitarbeiter- bzw. Kanzleiführung ist die prozentuale Aufteilung identisch zur Rechtsanwaltskammer als Berater. Insgesamt betrachtet bleibt festzuhalten, dass der Beratungsbedarf vor der Beantragung der Zulassung bei den Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten sehr groß ist. Insbesondere von Rechtsanwaltskammern und n=150 n=95 n=195 n=92 n=50 Anzahl der Antworten: Frauen = 106 Männer = 160 Gesamt: 266 Anwaltverein wünschten sich die im Rahmen dieser Studie befragten Personen eine verstärkte Beratungstätigkeit. Die wichtigsten Themen sind dabei Spezialisierungsmöglichkeiten oder auch Mitarbeiter- und Kanzleiführung. 6. Eigeneinschätzung der beruflichen und wirtschaftlichen Lage Abb. 8: Rechtsanwältinnen beurteilten ihre eigene berufliche und wirtschaftliche Situation für das Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr positiver als ihre männlichen Kollegen. Auch die eigene aktuelle berufliche und wirtschaftliche Lage verglichen mit den Kollegen wurde von den Rechtsanwältinnen positiver eingeschätzt als von den Rechtsanwälten. Es bleibt auch festzuhalten, dass jüngere Befragte ihre persönliche Situation nach der Zulassungsrückgabe deutlich positiver bewerteten, als dies bei älteren Teilnehmern an der Untersuchung der Fall ist. Darüber hinaus ist festzustellen, dass zusätzliche berufliche Qualifikationen und Abschlüsse nur einen geringen Einfluss auf eine positive Einschätzung der persönlichen Lage haben. Weder im Vergleich der Jahre noch in der Gegenüberstellung zu den Anwaltskollegen traten hier größere Unterschiede zwischen den Gruppen auf. Trotz aller eher negativen Beurteilungen sahen die befragten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte überwiegend positiv in die Zukunft. So meinten nur jeweils 12 % der hier befragten Männer und Frauen, das Jahr 2005 würde schlechter werden als Dagegen waren jeweils 88 % der Ansicht, dass für sie persönlich eine Verbesserung eintreten oder die Situation unverändert bleiben würde. Auch im Vergleich zu den Anwaltskollegen sehen die hier befragten Anwältinnen und Anwälte ihre eigene Situation eher positiv und sind der Ansicht, dass es ihnen persönlich wirtschaftlich und beruflich besser geht als ihren Kollegen. Fazit Eigeneinschätzung der beruflichen und wirtschaftlichen Lage 2005 im Vergleich zu 2004 (in % der befragten Rechtsanwälte) Das Jahr 2005 wird für mich beruflich und wirtschaftlich... besser als 2004 etwa wie 2004 schlechter als 2004 IFB-Studie 2005: Freiwillige Rückgabe von Anwaltszulassungen im Auftrag der Selbsthilfe der Rechtsanwälte e.v Die vorliegende Untersuchung zeigt ein differenziertes Bild der Ursachen und Motivationslagen für die freiwillige Rückgabe von anwaltlichen Zulassungen. Das erschlossene Meinungsbild zeigt in Konvergenz mit den verfügbaren Daten eine insgesamt schwierige berufliche Situation der Anwaltschaft, wobei Befragungen wie die hier berichtete eine deutliche Annäherung an Einzelschicksale ermöglichen und damit nüchterne Zahlen mit Leben und Realität erfüllen Frauen Männer Gesamt Anzahl der Antworten: Frauen = 106 Männer = 160 Gesamt: 26615 BRAK-Mitt. 2/2006 Aufsätze 55 Das Soldan-Gründungsbarometer Das Soldan-Gründungsbarometer Berufliche Situation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Projektteam: Prof. Dr. Christoph Hommerich, RADr.Matthias Kilian, Dipl.-Vwl. Silke Krämer, Carola Hommerich, M.A., Dipl.-Soz. Heike Jackmuth Mag. rer. publ., Thomas Wolf, M.A. Ansprechpartner: Prof. Dr. Christoph Hommerich, Seit Jahrzehnten ist die deutsche Anwaltschaft durch ein kontinuierliches Größenwachstum gekennzeichnet. Als Folgen dieser Entwicklung sind neben dem ständig wachsenden Konkurrenzdruck und der zunehmenden Spezialisierung der Profession vor allem erschwerte Einstiegsbedingungen für junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in den Anwaltsberuf zu erkennen. Für viele Neueinsteiger ist der Weg in den Anwaltsberuf mit hohen Risiken verbunden, die angesichts bislang eher spärlich vorhandener Marktinformationen nur schwer eingeschätzt werden können. Um diese Informationslücke zu schließen, hat das Soldan Institut für Anwaltmanagement e.v. von Oktober 2004 bis Januar 2005 knapp 600 junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte des Zulassungsjahrgangs 2003 befragt und auf dieser Grundlage die berufliche Situation von Kanzleigründern sowie von angestellten Anwälten und freien Mitarbeitern untersucht. Einige zentrale Ergebnisse des Soldan-Gründungsbarometers sollen im Folgenden vorgestellt werden. 1. Ablauf der Studie und Charakterisierung der Population 1.1 Forschungsdesign und Durchführung der Befragung Im Rahmen des Soldan-Gründungsbarometers wird das Soldan-Institut für Anwaltmanagement junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte während der ersten fünf Jahre ihrer Anwaltstätigkeit begleiten und sie regelmäßig zu ihren Erfahrungen und ihrem beruflichen Werdegang befragen. Durch diese Panelstudie wird es möglich sein, Einflussfaktoren auf einen erfolgreichen Start in den Anwaltsberuf zu identifizieren. Hierzu wurden dem Soldan Institut für Anwaltmanagement von den Rechtsanwaltskammern Adressen der 2003 neu zugelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zur Verfügung gestellt. Aus dieser Grundgesamtheit wurde eine 30 %-Zufallsstichprobe gezogen, welche den Kammergrößen entsprechend gewichtet wurde. Zwischen Oktober 2004 und Januar 2005 wurden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte angeschrieben, von denen sich insgesamt 593 an der Befragung beteiligten. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 25,9 %. 1.2 Generelle Charakteristika der Befragten Die junge Anwaltschaft ist heterogen zusammengesetzt. Ein Drittel der jungen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte wählt den Weg in die Selbständigkeit. 42 % beginnen ihre berufliche Laufbahn in einem festen Angestelltenverhältnis. 11 % werden zunächst als freie Mitarbeiter tätig und 13 % der Befragten starten als Syndikusanwälte bei Unternehmen oder Verbänden in den Beruf. 40 % der jungen Anwaltschaft sind weiblich. Hinsichtlich der Art der Berufsausübung zeigen sich zwischen den Geschlechtern keine signifikanten Unterschiede. Rechtsanwälte sind im Vergleich zu ihren weiblichen Kollegen fast ebenso häufig angestellt tätig (42 % gegenüber 41 %). Rechtsanwältinnen üben den Anwaltsberuf leicht häufiger als Syndikusanwältinnen aus als ihre männlichen Kollegen (14 % gegenüber 12 %). Abb. 1: Art der Berufsausübung Im Durchschnitt haben die befragten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 9,4 Semester bis zum ersten juristischen Staatsexamen studiert. Je nach Anwaltstyp ergeben sich signifikante Unterschiede. Die in Sozietäten angestellten Rechtsanwälte weisen die kürzeste Studiendauer von durchschnittlich 8,8 Semestern auf. Angestellte Anwälte und freie Mitarbeiter in Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften haben im Schnitt ein Semester länger studiert. Die vergleichsweise längste Studiendauer von 10 Semestern absolvieren die selbständigen Einzelanwälte. Tab. 1: Durchschnittliche Studiendauer bis zum ersten juristischen Staatsexamen Anwaltstyp durchschnittliche Studiendauer bis zum ersten juristischen Staatsexamen (in Semestern) Gründer Einzelkanzlei 10,0 Gründer Sozietät 9,7 Einsteiger in eine Sozietät 9,2 angestellte Rechtsanwälte in Sozietäten 8,8 angestellte Rechtsanwälte in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften 9,9 Syndikusanwälte 9,3 freie Mitarbeiter 9,2 in Sozietäten freie Mitarbeiter in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften 9,8 p < = 0,05 Auch die Durchschnittsnoten 1 der beiden Staatsexamina variieren deutlich nach Anwaltstyp.16 56 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Das Soldan-Gründungsbarometer Die besten Noten weisen die in Sozietäten angestellten Rechtsanwälte auf. Die Gründer von Sozietäten und Einzelkanzleien erreichen durchschnittlich deutlich schlechtere Ergebnisse. Auffallend ist die Notendifferenz zwischen den freien Mitarbeitern aus Sozietäten und denen aus Einzelkanzleien oder Bürogemeinschaften. Im zweiten Staatsexamen schneiden letztere fast um eine halbe Note schlechter ab. Es wird also erkennbar, dass Sozietäten die gemessen an den Ausbildungsnoten besseren Hochschulabgänger rekrutieren können. Tab. 2: Durchschnittliche Noten in den Staatsexamina nach Anwaltstyp Die jungen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte wurden gefragt, welche berufliche Position für sie gegen Ende ihrer juristischen Ausbildung die höchste Priorität hatte. 57 % der Befragten favorisierten am Ende ihrer Ausbildung den Beruf des Rechtsanwaltes. Dies sind 10 % mehr als In gleichem Maße hat der Wunsch nach einer Karriere im Justizdienst innerhalb der letzten Jahre abgenommen. Eine Anstellung als Unternehmensjurist ist in der Beliebtheit der Befragten deutlich gestiegen und liegt mit 15 % doppelt so hoch wie Diese Entwicklung ist wohl vor allem den stagnierenden Teilarbeitsmärkten Justiz und öffentliche Verwaltung mit ihren hohen Einstiegsbarrieren geschuldet. Insgesamt ist festzuhalten, dass 43 % der Befragten den Anwaltsberuf ursprünglich nicht anstrebten. Anwaltstyp durchschnittliche Note im ersten juristischen Staatsexamen durchschnittliche Note im zweiten juristischen Staatsexamen Abb. 2: Berufspräferenz am Ende der juristischen Ausbildung 1997/2004 Gründer Einzelkanzlei 3,3 3,5 Gründer Sozietät 3,3 3,4 Einsteiger in eine Sozietät angestellte Rechtsanwälte in Sozietäten angestellte Rechtsanwälte in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften 3,0 3,0 2,3 2,5 3,1 3,2 Syndikusanwälte 3,2 3,0 freie Mitarbeiter in Sozietäten freie Mitarbeiter in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften 3,0 3,0 3,3 3,4 p<= 0, Übergang in den Anwaltsberuf Der Übergang in die Berufswelt vollzieht sich nicht immer als reibungslos verlaufender Wechsel zwischen zwei Bezugssystemen, vom Bildungssystem in das Beschäftigungssystem. Speziell im Zusammenhang mit dem Einstieg in den Anwaltsberuf soll im Folgenden analysiert werden, welche Berufspräferenzen die jungen Anwälte ursprünglich hatten und ob die in ihnen zum Ausdruck kommenden Berufswünsche verwirklicht werden konnten Berufspräferenzen Die Entscheidung für einen Beruf wird von Jurastudenten oft bis zur zweiten juristischen Staatsprüfung aufgeschoben. Gründe hierfür sind in ihrem nicht immer gerechtfertigten Vertrauen in eine hohe Fachrichtungsflexibilität 2 zu sehen, aber auch darin, dass bei Juristen die Examensnote einen sehr hohen Stellenwert für die faktischen beruflichen Optionen hat. Als Konsequenz ergibt sich, dass junge Juristen den Arbeitsmarkt erst relativ spät analysieren 3 und sich dementsprechend spät auf die faktischen Chancen einstellen. 1 Bei der Errechnung der durchschnittlichen Examensergebnisse wurden die folgenden Notenwerte vergeben: sehr gut, gut = 1, vollbefriedigend = 2, befriedigend = 3, ausreichend = 4. 2 Fachrichtungsflexibilität bezeichnet die Breite des Spektrums beruflicher Einsatzmöglichkeiten, die an eine bestimmte Ausbildung gekoppelt sind. Vgl. Hommerich, Die Dauer der Juristenausbildung. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung von Referendarinnen und Referendaren in Nordrhein-Westfalen, 1993, S. 16 Differenziert nach Geschlecht ergibt sich, dass eine Karriere im Justizdienst von Rechtsanwältinnen leicht häufiger genannt wird als von ihren männlichen Kollegen. Im Vergleich zu früheren Erhebungen 5 hat sich dieser Unterschied in den letzten Jahren allerdings stark vermindert (10 % Differenz zu 1997). Abb. 3: Berufspräferenz am Ende der juristischen Ausbildung nach Geschlecht 3 Hommerich, Der Einstieg in den Anwaltsberuf. Eine empirische Untersuchung der beruflichen Situation von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, 2001, S Die Ergebnisse dieser Studie werden mit denen einer empirischen Untersuchung des Jahres 1997 verglichen. Damals wurden knapp Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die zwischen 1990 bis 1996 zugelassen wurden, befragt. Vgl. Hommerich Vgl. Hommerich, Die Anwaltschaft unter Expansionsdruck. Eine Analyse der Berufssituation junger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, 1988, S ; Hommerich 2001, S. 48.17 BRAK-Mitt. 2/2006 Aufsätze 57 Das Soldan-Gründungsbarometer Tab. 3: Berufspräferenz am Ende der juristischen Ausbildung nach Anwaltstyp Gründer Einzelkanzlei Gründer Sozietät Einsteiger in eine Sozietät angestellte Rechtsanwälte in Sozietäten angestellte Rechtsanwälte in Einzelkanzleien/ Bürogemeinschaften Syndikusanwälte freie Mitarbeiter in Sozietäten freie Mitarbeiter in Einzelkanzleien/ Bürogemeinschaften Rechtsanwalt 58 % 62 % 61 % 70 % 53 % 17 % 72 % 35 % 16 % 14 % 11 % 8 % 12 % 48 % 2 % 25 % Justizdienst 9 % 14 % 6 % 14 % 14 % 11 % 11 % 10 % Unternehmensjurist Verwaltungsjurist Managementposition in der Wirtschaft 9% 5% 17% 5% 12% 8% 11% 5% 6% 5% 6% 2% 4% 9% 2% 5% Verbandsjurist 1% 0% 0% 1% 4% 4% 0% 20% Sonstiges 1 % 0 % 0 % 4 % 2 % 3 % 2 % 0 % p < = 0,05 Eine Differenzierung nach Anwaltstyp offenbart weitere wichtige Unterschiede innerhalb der jungen Anwaltschaft. Während 70 % der in Sozietäten angestellten Rechtsanwälte und 72 % der dortigen freien Mitarbeiter eine spezifische Berufsorientierung in Richtung Anwaltschaft erkennen lassen, trifft dies seltener auf die Gruppe der Gründer eigener Kanzleien zu. Nur 53 % der angestellten Anwälte in Einzelpraxen und Bürogemeinschaften und 35 % der dortigen freien Mitarbeiter sind in ihrem Zielberuf untergekommen. Die Syndikusanwälte favorisieren erwartungsgemäß am Ende ihrer Ausbildung weit mehr als jede andere Gruppe eine Tätigkeit als Unternehmensjurist. Lediglich 17 % von ihnen wollten ursprünglich den Beruf des Rechtsanwalts ergreifen Realisierung der Berufswünsche Die Befragten wurden gebeten anzugeben, ob sie ihren ursprünglichen Berufswunsch realisieren konnten. Knapp ein Drittel der jungen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte verneint dies, 66 % bejahen dies. Abb. 4: Realisierung der Berufswünsche Differenziert nach Anwaltstyp lassen sich einige Unterschiede erkennen: Vor allem Gründer von Sozietäten sowie Einsteiger und freie Mitarbeiter in Sozietäten konnten ihre Berufswünsche mehrheitlich realisieren. Ebenso ergeht es der überwiegenden Mehrheit der Syndikusanwälte. Einzelanwälte und freie Mit- Tab. 4: Realisierung der Berufswünsche nach Anwaltstyp selbständige Einzelanwälte Gründer einer Sozietät Einsteiger in eine Sozietät angestellte Rechtsanwälte in Sozietäten angestellte Rechtsanwälte in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften Syndi- kus- Anwälte freie Mitarbeiter in Sozietäten freie Mitarbeiter in Einzelkanzleien/Bürogemeinschaften ja 58 % 75 % 78 % 71 % 61 % 71 % 75 % 45 % derzeit noch nicht absehbar 8% 0% 0% 6% 0% 4% 9% 5% Berufswunsch nicht realisiert Examensnote reichte nicht aus keine entsprechenden Stellenangebote 22 % 20 % 11 % 13 % 22 % 11 % 6% 10 % 10 % 5% 6% 7% 16 % 7% 11 % 40 % sonstiges 3% 0% 6% 3% 2% 8% 0% 0% p > = 0,0518 58 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Das Soldan-Gründungsbarometer arbeiter in Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften konnten deutlich weniger als die anderen Gruppen ihre Berufsvorstellungen realisieren. Die freien Mitarbeiter in Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften haben zu über 50 % ihr Berufsziel nicht erreichen können. Auffallend ist, dass die nach Examensnoten eher schlechter qualifizierten angestellten Rechtsanwälte und freien Mitarbeiter in Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften jeweils zu 40 % fehlende Stellenangebote und lediglich zu 10 % ihre Examensleistung für ihre berufliche Situation verantwortlich machen. 2. Berufliche Situation der Gründer Aufgrund der Heterogenität der jungen Anwaltschaft ist es sinnvoll, den Berufseinstieg der Gründer eigener Kanzleien einerseits und der angestellten Anwälte bzw. freien Mitarbeiter andererseits separat zu untersuchen. Die Gründer lassen sich anhand der Wahl der Organisationsform ihrer Kanzleigründung in drei verschiedene Gruppen unterteilen: Zwei Drittel der Neugründer wählen als Kanzleiform die Einzelkanzlei, während 19 % eine Bürogemeinschaft eröffnen. 15 % der Befragten gründen gemeinsam mit einem oder mehr Partnern eine Sozietät. Bei ihnen allen ist vor allem von Interesse, Erfolgsfaktoren für die Gründung ihrer Praxen herauszuarbeiten. Daher sollen ihre Motivation, der Ablauf ihrer Gründungsplanung und ihre wirtschaftliche Entwicklung in der Gründungsphase analysiert werden. 2.1 Gründungsmotivation Als wichtigstes Motiv für die Gründung einer eigenen Kanzlei geben knapp zwei Drittel der Befragten (61 %) den Wunsch nach einer selbständigen Tätigkeit an. Demgegenüber äußern 42 %, aufgrund fehlender Aussicht auf eine andere Stelle den Weg in die Selbständigkeit gewählt zu haben. 14 % der Gründer wechselten in die Selbständigkeit, nachdem sie aus ihrer Sicht schlechte Erfahrungen als angestellte Anwälte oder freie Mitarbeiter gemacht hatten. Alle anderen Motive spielen bei den Kanzleigründungen eher eine untergeordnete Rolle. Gegenüber 1997 wird der Wunsch nach einer selbständigen Tätigkeit von erheblich weniger Befragten (Differenz: 15 %) geäußert. Die fehlende Aussicht auf eine Arbeitsstelle wird hingegen von mehr Kanzleigründern als ausschlaggebend für eine Gründung angegeben (Differenz: 22 %). Abb. 5: Motive für die Neugründung einer Kanzlei/Sozietät/ Bürogemeinschaft 1997/2004 Dies ist ein Indikator für eine deutliche Verschärfung der Lage auf dem Arbeitsmarkt, der von einer sinkenden Nachfrage nach Juristen gekennzeichnet ist. 6 Dennoch kann die Gründung einer eigenen Kanzlei nicht hauptsächlich aus einem übersättigten Anwaltsmarkt erklärt werden, da der überwiegende Teil der Befragten noch immer eine selbständige Berufsausübung wünscht. Differenziert nach den Kanzleiformen, die von den Gründern gewählt wurden, ergeben sich erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Motive für die Kanzleigründung. Eine große Mehrheit von 85 % der Sozietätsgründer weist eine spezifisch auf eine selbständige Anwaltstätigkeit gerichtete Motivation auf. Demgegenüber werden deutlich weniger selbständige Einzelanwälte (57 %) und Gründer von Bürogemeinschaften (52 %) vom Gedanken an die Selbständigkeit angespornt. Unter Gründern von Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften ist die fehlende Aussicht auf eine Stelle als Motiv erheblich stärker ausgeprägt (43 % bzw. 52 %) als bei den Gründern von Sozietäten (30 %). Offenbar agieren Sozietätsgründer in einem viel höheren Maße aus eigenem Antrieb heraus, während die Gründungen von Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften stärker als Reaktion auf den schwachen Arbeitsmarkt gesehen werden kann. Abb. 6: Motive für die Neugründung einer Kanzlei/Sozietät/ Bürogemeinschaft nach Kanzleiform Befragt nach den Beweggründen für die Wahl der jeweiligen Organisationsform ihrer Kanzleien, stellen die Gründer von Sozietäten meist die Möglichkeit zu kontinuierlichem Austausch mit ihrenpartnernindenvordergrund(30%), währenddie Einzelanwälte hauptsächlich die eigene Unabhängigkeit (42 %) betonen. Die Gründer von Bürogemeinschaften wählen diese Kanzleiform vor allem, um ihr Kostenrisiko zu mindern (44 %). 2.2 Gründungsplanung Trotz der Tatsache, dass eine unzureichende Planung und mangelnde kaufmännische Erfahrung von jungen Juristen 7 als Hauptursache für das Scheitern von Kanzleigründungen angesehen wird, nutzt eine überwiegende Mehrheit von 83% der Befragten keine einschlägigen Beratungsangebote, z.b. durch Besuch entsprechender Seminare von DAV oder BRAK. Im Vergleich zu 1997 ist der Anteil derer, die sich in der Gründungsphase ihres Unternehmens nicht beraten lassen, um 11% gestiegen. 8 6 Vgl. Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV), Arbeitsmarkt-Informationsservice Jahresbericht 2005, S Leis, Kanzleigründungsplan, in: DAV/FORUM junge Anwaltschaft (Hrsg.), DAV-Ratgeber für junge Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, 10. Auflage, 2004, S , S wurden verschiedene Antwortmöglichkeiten vorgegeben, unter anderem Ja, durch einen erfahrenen Anwaltskollegen. Diese Vorgaben wurden 2004 nicht gemacht, daher u.u. die geringere Zustimmung.19 BRAK-Mitt. 2/2006 Aufsätze 59 Das Soldan-Gründungsbarometer Differenziert nach Kanzleiform ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen den Neugründern. Während sich ein Viertel der Gründer von Sozietäten beraten lässt, nehmen lediglich 20 % der Kanzleigründer und nur 15 % der Gründer von Bürogemeinschaften entsprechende Beratung in Anspruch. Insgesamt ergeben sich aus der Analyse damit deutliche Hinweise auf eine abnehmende Professionalisierung der Kanzleigründungen. Der Trend zur Beratungsresistenz der jungen Gründerinnen und Gründer wird auch durch die Beantwortung der Frage bestätigt, ob sie ihrer Kanzleigründung einen individuellen Businessplan zugrunde legten. In einem solchen Plan werden Eckund Zielpunkte des eigenen Vorhabens in Form eines ausgearbeiteten Zeitplans schriftlich fixiert sowie klare und prägnante Aussagen über wesentliche Aspekte wie praktische Fragen der Gründung und betriebwirtschaftliche Analysen zu Kosten, Umsatz und Rentabilität getroffen. 9 Der Businessplan zwingt den Gründer, seine Geschäftsidee systematisch zu durchdenken, deckt Wissenslücken auf, verlangt Entscheidungen und fördert daher strukturiertes und fokussiertes Vorgehen. 10 Die Gründung einer Anwaltskanzlei verlangt eine systematische Gründungsplanung 11, um die eigene Karriere erfolgreich zu gestalten und sich frühzeitig von der Konkurrenz abzusetzen. 12 Trotz der fundamentalen Bedeutung einer solchen strategischen Grundkonzeption zeigt sich hier ein ähnliches Bild wie beim Thema Gründungsberatung. Die Mehrheit der Befragten (61 %) erstellt im Vorfeld der Gründung keinen Businessplan. Eine Differenzierung nach Organisationsformen zeigt Unterschiede zwischen den Gründern auf. Ein relativ großer Anteil von 45 % der Sozietätsgründer und 44 % der Gründer von Bürogemeinschaften erstellt eine solche Planung, wohingegen 36 % der Einzelanwälte diese strategische Option nicht in Anspruch nehmen. Abb. 7: Inanspruchnahme eines Businessplans nach Kanzleiform 2.3 Gründungsfinanzierung Die überwiegende Mehrheit der Befragten (79 %) greift auf Eigenmittel zurück. Knapp ein Viertel nimmt staatlich geförderte Existenzgründungskredite auf, während 22 % sonstige Darlehensformen wählen. Gegenüber 1997 ist der Anteil der Gründer mit Eigenkapital leicht gesunken, während sich der Anteil derjenigen, die staatlich geförderte Kredite bzw. sonstige Subventionen in Anspruch nehmen, ungefähr verdreifacht hat. Entsprechend sind Bankkredite zuletzt deutlich weniger in Anspruch genommen worden als Abb. 8: Arten der Gründungsfinanzierung 1997/2004 Der massive Anstieg der Beanspruchung staatlicher Fördermittel seit 1997 ist hauptsächlich durch das verstärkte Angebot von Förderprogrammen wie beispielsweise die der KfW-Mittelstandsbank zu erklären. Seit Januar 2003 besteht außerdem die Möglichkeit, relativ unkompliziert einen Existenzgründungszuschuss ( Ich-AG ) zu beantragen. Dies kann jedoch nur dann erfolgen, wenn bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt wurde. 13 Eine Differenzierung nach Kanzleiform zeigt, dass Gründer von Einzelkanzleien häufiger eigene Mittel aufwenden als andere Neugründer. Sozietätsgründer und Gründer von Bürogemeinschaften rekurrieren stärker auf andere Finanzierungsmöglichkeiten und gehen so ein höheres Risiko ein. Staatliche Fördermittel und andere Darlehensformen werden am stärksten durch Gründer von Bürogemeinschaften beantragt. Abb. 9: Arten der Gründungsfinanzierung nach Kanzleiform 9 Vgl. Kubr/Ilar/Marchesi, Planen, gründen, wachsen. Mit dem professionellen Businessplan zum Erfolg, 1997, S BPW-Nordbayern GmbH (Hrsg.), Handbuch Businessplan-Erstellung, 5. überarbeitete Auflage, 2002, S Vgl. Hommerich, Gründungsplanung, in: DAV/FORUM junge Anwaltschaft (Hrsg.), 2004, S , S Axmann (Hg.), Starthandbuch für Rechtsanwälte, 2002, S Ein Existenzgründungszuschuss kann nur in Anspruch genommen werden, wenn der Antragsteller bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, und vor dem Schritt in die Selbständigkeit mindestens vier Wochen lang arbeitslos gemeldet war. Im Normalfall zahlen Junganwälte während ihrer Zeit als Referendar die üblichen Sozialbeiträge, so dass die Voraussetzungen für eine Förderungsbewilligung bereits während der Ausbildung erfüllt werden.20 60 Aufsätze BRAK-Mitt. 2/2006 Das Soldan-Gründungsbarometer Die Investitionsvolumina unterscheiden sich je nach Organisationsform der Kanzleien erheblich voneinander. Bei Sozietätsgründungen verteilt sich das Investitionsvolumen auf die einzelnen Partner. Von daher ist es sinnvoll, die Pro-Kopf-Investitionen der einzelnen Gründer miteinander zu vergleichen. Bei Gründungen von Sozietäten wird mit durchschnittlich Euro pro Partner die höchste Investitionssumme aufgebracht. Gründer von Einzelkanzleien und Bürogemeinschaften investieren mit durchschnittlich Euro bzw Euro deutlich weniger. Sozietätsgründer liegen mit ihren Gründungsinvestitionen damit im Schnitt ca Euro höher als ihre Gründerkollegen und nehmen also höhere Risiken auf sich als Gründer von Einzelkanzleien. Tab. 5: Investitionsvolumen bei Kanzleigründung nach Kanzleiform 1997/ Gründer Einzelkanzlei Gründer Sozietät Gründer Bürogemeinschaft p<= 0,05 Ein Vergleich der Jahre 1997 und 2004 zeigt, dass die Höhe der insgesamt getätigten Gründungsinvestitionen bei allen Kanzleiformen deutlich zurückgegangen ist. Der stärkste Rückgang des Investitionsvolumens ist bei den Einzelkanzleien von auf Euro zu verzeichnen, während bei den anderen Anwaltspraxen der Rückgang durchschnittlich bei ca Euro liegt. Allerdings ist die Investitionssumme pro Partner bei Sozietätsgründungen leicht angestiegen. Betrachtet man den Investitionsaufwand differenziert nach einzelnen Bereichen, so ergeben sich zwischen den Gründern deutliche Unterschiede. Vor allem für die Renovierung und die Einrichtung der Büroräume investieren die Sozietätsgründer durchschnittlich über Euro mehr als die anderen Kanzleigründer, während die Differenz der Investitionen in Bürotechnik und EDV-Anlage zwischen diesen beiden Gruppen unter Euro bleibt. Abb. 10: Einzelne Investitionen bei Kanzleigründung nach Kanzleiform Über die Hälfte der Einzelanwälte (53 %) üben ihre Anwaltstätigkeit in der eigenen Wohnung aus, betreiben also so genannte Wohnzimmerkanzleien. Der Anteil dieser Wohnzimmerkanzleien ist seit 1997 um 11 % gestiegen. Hingegen sind die Anmietung und der Besitz von Büroräumlichkeiten leicht zurückgegangen. Im Ergebnis wird sichtbar, dass die Mehrheit der Einzelanwälte eine Art Berufeinstieg unter Minimalbedingungen versuchen und Investitionen tendenziell minimieren. Der Zusammenfall von Wohnung und Kanzlei ist ein deutlicher Indikator für die geringe Risikobereitschaft dieser Anwälte. Sozietätsgründer hingegen gehen deutlich höhere Risiken ein, haben also offenbar mehr Zutrauen in den späteren Berufserfolg. Im Vergleich zu anderen freien Berufen sind die Investitionskosten bei der Gründung einer Rechtsanwaltskanzlei äußerst gering: Den Werten von Euro bis Euro bei Rechtsanwälten stehen etwa Vergleichszahlen bei Zahnärzten von Euro 14, von Euro bei Ärzten 15 sowie Euro bei Psychotherapeuten gegenüber. Tab. 6: Art der Kanzleiräume nach Kanzleiform und Vergleich 1997/2004 angemieteter Büroraum Büroraum ist Bestandteil der eigenen Wohnung Büroraum ist Eigentum Gründer Einzelkanzlei Gründer Sozietät Gründer Bürogemeinschaft 53 % 56 % 37 % 80 % 92 % 37 % 26 % 53 % 5 % 4 % 10 % 18 % 11 % 15 % 4 % p<= 0, Durchschnittliche Umsätze und Kosten der Kanzleien Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden im Folgenden die durchschnittlichen monatlichen Honorarumsätze und Kosten derjenigen Kanzleigründer analysiert, die zum Zeitpunkt der Befragung mindestens 12 volle Monate tätig waren. Die höchsten durchschnittlichen monatlichen Pro-Kopf-Honorarumsätze erzielen die Gründer von Sozietäten mit Euro. Die Gründer von Einzelkanzleien setzen monatlich im Vergleich dazu leicht weniger um. Die Gründer von Bürogemeinschaften hingegen erzielen durchschnittlich ca. 400 Euro weniger Umsatz. Folglich erweist sich die Bürogemeinschaft als umsatzschwächste Gründung. Tab. 7: Durchschnittliche monatliche Honorarumsätze nach Kanzleiform Durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Honorarumsätze Gründer Einzelkanzlei Gründer Sozietät Die unterschiedliche Ausprägung von Risikobereitschaft bei verschiedenen Gründern lässt sich unter anderem an der Wahl der Kanzleiräume verdeutlichen. Die überwiegende Mehrheit der Sozietäten (80 %) und Bürogemeinschaften (92 %) sind in angemieteten Büroräumen untergebracht. Gründer Bürogemeinschaft Institut der Deutschen Zahnärzte, Praxisgründung 2004, Zahnärztliche Mitteilungen, 2004, 83 f. 15 Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung, Das Investitionsverhalten von Ärzten bei der Praxisgründung 2002/2003, S. 8. Die Investitionsvolumina bei Praxisübernahmen liegen % höher. Mehr anzeigen
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