Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202008,%20989
Timestamp: 2019-02-19 03:50:54
Document Index: 271214338

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 8', '§ 270', '§ 270', '§ 274', '§ 63', '§ 12', 'BGH', 'BGH', '§ 63', '§ 1', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 2', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 65', '§ 63', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 807', 'Art 2', 'Art 1', '§ 807', '§ 807', '§ 136', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 807', '§ 807', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 26', '§ 62', '§ 62']

Rechtsprechung: WM 2008, 989 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 31.03.2008
Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung der Mindestvergütung des Insolvenzverwalters; Staffelvergütung nach der Zahl der ihre Forderungen anmeldenden Gläubiger und dem Bearbeitungsaufwand
Neuregelung der Mindestvergütung des Insolvenzverwalters verfassungsgemäß
Neuregelung der Mindestvergütung des Insolvenzverwalters ermächtigungskonform und nicht verfassungswidrig
Verfassunsgmäßigkeit der Mindestvergütung bei masselosen Verfahren; Verhältnis von Mindestvergütung nach § 2 Abs. 2 InsVV und Zuschlag nach § 8 Abs. 3 InsO
AG Wetzlar, 28.12.2004 - 3 IN 95/04
LG Limburg, 26.01.2005 - 7 T 30/05
NJW-RR 2008, 1154 (Ls.)
ZIP 2008, 976
MDR 2008, 883
NZI 2008, 17
NZI 2008, 361
WM 2008, 989
Deshalb sind der über § 270a Abs. 1 Satz 2, § 270b Abs. 2 Satz 1, § 274 Abs. 1 InsO entsprechend für den Sachwalter anwendbare § 63 Abs. 1 InsO sowie § 12 InsVV so auszulegen, dass auch die dem vorläufigen Sachwalter zustehende Vergütung insgesamt einen seiner Qualifikation und seiner Tätigkeit angemessenen Umfang hat (vgl. BGH, Beschluss vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 11;… vom 5. März 2015 - IX ZB 48/14 Rn. 3; nur teilweise abgedruckt in InsBüro 2015, 368).
Diese Norm ist verfassungskonform dahin auszulegen, dass die dem Verwalter zustehende Vergütung insgesamt einen seiner Qualifikation und seiner Tätigkeit angemessenen Umfang erreichen muss (BGH…, Beschluss vom 15. Januar 2004, aaO; vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 11;… vgl. Uhlenbruck/Mock, InsO, 13. Aufl., § 63 Rn. 3;… Eickmann/Prasser in Kübler/Prütting/Bork, InsO, 2006, Vor § 1 InsVV Rn. 1; jeweils mwN).
Nach den Berechnungen von Haarmeyer/Mock (ZInsO 2014, 573, 575 f) ergibt sich auch bei Berücksichtigung eines inflationsbedingten Anstiegs der Teilungsmasse je nach Größe der Masse eine Entwertung der Vergütung im Bereich zwischen 0, 74 v.H. und 17, 83 v.H. Da die Staffelsätze des § 2 Abs. 1 InsVV keine nach dem konkreten Tätigkeitsaufwand berechnete Vergütung gewährleisten, sondern systembedingt auf eine Pauschalierung und auf einen gewissen Gesamtausgleich zwischen Verfahren mit eher geringen Teilungsmassen einerseits und Verfahren mit größeren Teilungsmassen andererseits ausgerichtet sind (vgl. BGH…, Beschluss vom 15. Januar 2004, aaO S. 288 f; vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 12;… vom 25. Juni 2009 - IX ZB 118/08, ZInsO 2009, 1511 Rn. 3;… Haarmeyer/Mock, InsVV, 5. Aufl., § 2 Rn. 7; aA Blersch, EWiR 2004, 985, 986), ist eine Gesamtbetrachtung des Vergütungsniveaus in den verschiedenen Degressionsstufen des § 2 Abs. 1 InsVV anzustellen.
Die Mindestvergütung soll gewährleisten, dass auch in massearmen Verfahren, in denen die Staffelvergütung nach § 2 Abs. 1 InsVV zu keiner angemessenen Vergütung führen würde, der in Verfahren dieser Art im Durchschnitt entstehende Bearbeitungsaufwand des Insolvenzverwalters im Wesentlichen auskömmlich vergütet wird (BGH, Beschluss vom 15. Januar 2004 - IX ZB 96/03, BGHZ 157, 282, 287 ff; vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, NZI 2008, 361 Rn. 11 f).
Es ist deshalb anerkannt, dass auf die Mindestvergütung des Insolvenzverwalters Zuschläge nach § 3 Abs. 1 InsVV gewährt werden können (BGH, Beschluss vom 13. März 2008, aaO Rn. 30 f;… vom 25. Juni 2009 - IX ZB 118/08, ZInsO 2009, 1511 Rn. 2;… vom 27. April 2010 - IX ZB 172/08, nv Rn. 2;… vom 19. Mai 2011 - IX ZB 27/10, NZI 2011, 542 Rn. 8;… Haarmeyer/Mock, InsVV, 5. Aufl., § 2 Rn. 56;… Keller, Vergütung und Kosten im Insolvenzverfahren, 4. Aufl., Teil A § 4 Rn. 103).
Mit der Mindestvergütung soll der durchschnittlich in massearmen Verfahren anfallende Bearbeitungsaufwand im Wesentlichen auskömmlich vergütet werden (BGH…, Beschluss vom 15. Januar 2004, aaO S. 291; vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, WM 2008, 989 Rn. 11 f).
BGH, 19.05.2011 - IX ZB 27/10
Insolvenzverwaltervergütung: Ermittlung der Mindestvergütung bei Anmeldung …
Diese Regelung ist von der gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage gedeckt und verfassungsgemäß (BGH, Beschluss vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 6 ff).
Eine auskömmliche Vergütung muss im Blick auf den Gesichtspunkt der Querfinanzierung nicht in jedem einzelnen Verfahren erzielt werden (BGH, Beschluss vom 13. März 2008, aaO Rn. 11 f).
BGH, 04.02.2010 - IX ZB 129/08
Vorläufiger Insolvenzverwalter: Höhe der Mindestvergütung
Der Senat hat entschieden, dass sich diese Neuregelung im Rahmen der Ermächtigungsgrundlage des § 65 i.V.m. § 63 InsO hält und nicht verfassungswidrig ist (Beschl. v. 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976).
Sie wird in Rechtsprechung und Schrifttum übereinstimmend bejaht (BGHZ 157, 282, 299 f ; BGH, Beschl. v. 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976, 979 Rn. 29-31;… LG Flensburg ZInsO 2006, 205 Rn. 9;… AG Potsdam ZInsO 2006, 1262 Rn. 5 f;… Haarmeyer/Wutzke/Förster, InsVV 4. Aufl. § 2 Rn. 51;… Keller, Vergütung und Kosten im Insolvenzverfahren 2. Aufl. Rn. 343;… ders. in HK-InsO, 5. Aufl. § 2 InsVV Rn. 7;… HmbKomm-InsO/Büttner 3. Aufl. § 2 InsVV Rn. 21;… Eickmann/Prasser in Kübler/Prütting/Bork, InsO, § 2 InsVV Rn. 18; Blersch ZIP 2004, 2311, 2312).
Dass sich auf diese Weise im Einzelfall eine nicht auskömmliche Vergütung ergeben kann, ist vom Insolvenzverwalter im Hinblick auf den Grundsatz der Querfinanzierung hinzunehmen (BGHZ 157, 282, 289 ; BGH, Beschl. v. 13. März 2008, aaO S. 977 Rn. 12).
BGH, 16.12.2010 - IX ZB 39/10
Insolvenzverwaltervergütung: Festsetzung der Regel-Mindestvergütung
Soweit von anderer Seite eingewandt wird, die Arbeitsbelastung des Verwalters stehe gerade nicht in einer signifikanten Relation zu der Zahl der Gläubiger (AG Hamburg NZI 2005, 234, 236;… HmbKomm-InsO/Büttner, 3. Aufl. § 2 InsVV Rn. 17 f), hat der Senat hierzu bereits Stellung genommen (vgl. BGH, Beschl. v. 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 19).
Nach der - ausdrücklich nicht verfassungswidrigen (vgl. BGH MDR 2008, 883) - Neuregelung des § 2 Abs. 2 InsVV beträgt die Mindestvergütung des Insolvenzverwalters in der Regel mindestens 1.000,00 EUR, wenn - wie im Streitfall - nicht mehr als 10 Gläubiger Forderungen angemeldet haben (bzw. anmelden würden).
Dass sich auf diese Weise im Einzelfall eine nicht auskömmliche Vergütung ergeben kann, ist vom Insolvenzverwalter im Hinblick auf den Grundsatz der Querfinanzierung hinzunehmen (BGH, Beschluss vom 15. Januar 2004 - IX ZB 96/03, BGHZ 157, 282, 289; vom 13. März 2008 - IX ZB 63/05, ZIP 2008, 976 Rn. 12;… vom 25. Juni 2009 - IX ZB 118/08, ZInsO 2009, 1511 Rn. 3).
BGH, 05.03.2015 - IX ZB 48/14
Vergütung des Insolvenzverwalters im Verbraucherinsolvenzverfahren: Erstellung …
AG Köln, 25.01.2017 - 73 IN 411/16
Vorläufige Sachwaltung; Vergütung des vorläufigen Sachwalters; vorläufige …
Art. 2 Abs. 1 GG; Art. 1 Abs. 1 GG; § 807 ZPO
Pflicht zur Offenbarung von Straftaten bei Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung des Schuldners (Angabe ausländischer Bankkonten; strafprozessuales Verwertungsverbot); Selbstbelastungsfreiheit (nemo tenetur; allgemeines Persönlichkeitsrecht); Nichtannahmebeschluss
Keine Grundrechtsverletzung durch Zwang zur Offenbarung ausländischer Bankkonten im Rahmen einer eidesstattlichen Versicherung - keine Verletzung des von Art 2 Abs 1 GG iVm Art 1 Abs 1 GG geschützten "nemo-tenetur"-Grundsatzes
Zumutbarkeit einer uneingeschränkten Auskunftspflicht; Selbstbezichtigung eines Schuldners im Rahmen einer eidesstattlichen Versicherung; Strafrechtliche Verwertbarkeit von im Zivilverfahren erzwungenen Auskünften
Zur Auskunftspflicht des Schuldners aus § 807 ZPO über etwaige Bankkonten im Ausland
ZPO § 807; StPO § 136
GG Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1; ZPO § 807
Verwertungsverbot - Zwang zur Selbstbelastung
Offenbarungspflicht (§ 807 ZPO) und nemo-tenetur-Grundsatz
AG Hamburg, 21.12.2007 - 29c M 948/07
Zum anderen ist der Schutz vor einem Zwang zur Selbstbezichtigung als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG anerkannt (vgl. BVerfGE 38, 105 ; 56, 37 ; 95, 220 ; vgl. aus der Kammerrechtsprechung BVerfGK 4, 105 ; 15, 457 ; 16, 116 ; 17, 253 ; 18, 144 ;… BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 21. April 1993 - 2 BvR 930/92 -, juris, Rn. 13;… BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 7. Juli 1995 - 2 BvR 326/92 -, juris, Rn. 30 f.; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 31. März 2008 - 2 BvR 467/08 -, juris, Rn. 2;… BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 21. April 2010 - 2 BvR 504/08, 2 BvR 1193/08 -, juris, Rn. 17 f.).
An dieser Rechtsprechung hat das Bundesverfassungsgericht in einer Reihe von nachfolgenden Kammerentscheidungen festgehalten (…vgl. BVerfG, 7. Juli 1995, 2 BvR 1778/94, NJW 1996, S. 916;… 16. November 1989, 2 BvR 510/06, NJW 1999, S. 779;… 13. Oktober 2003, 2 BvR 1321/02, wistra 2004, S. 19;… 15. Oktober 2004, 2 BvR 1316/04, NJW 2005, S. 352; 31. März 2008, 2 BvR 467/08, WM 2008, Seite 989).
Über dessen Reichweite entscheiden allerdings nicht die Arbeitsgerichte, sondern die dafür zuständigen Fachgerichte in einem gegebenenfalls durchzuführenden Strafverfahren (…vgl. BVerfG, 13. Januar 1981 a. a. O.; 31. März 2008, a. a. O.).
Nur bei diesem Verständnis begegnet die uneingeschränkte Verpflichtung zur Auskunft im Hinblick auf den verfassungsrechtlich abgesicherten Selbstbezichtigungsgrundsatz keinen Bedenken (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschl. v. 31.03.2008 - 2 BvR 467/08 -, WM 2008, 989; ein strafrechtliches Verwertungsverbot im Falle der unbeschränkten Auskunftspflicht des Seelotsen nach § 26 Abs. 1 S. 2 SeeLotG bejahend: OVG Lüneburg, Beschl. v. 04.04.2012 - 8 ME 49/12 - DVBl. 2012, 705).
OLG Celle, 16.04.2015 - 8 U 227/14
Obliegenheiten des Versicherungsnehmers in der Fahrzeugversicherung bei Verdacht …
Anerkanntermaßen werden durch den Grundsatz, dass niemand zur strafrechtlichen Belastung seiner selbst gezwungen werden darf, gesetzliche Auskunftspflichten (und erst recht -obliegenheiten) nicht generell ausgeschlossen, selbst wenn damit ein Zwang zur Offenbarung strafbarer Handlungen verbunden ist (BVerfG, WM 2008, 989).
Andernfalls wäre das verfassungsrechtlich gebotene Schweigerecht illusorisch (BVerfG, Beschl. v. 31. März 2008 - 2 BvR 467/08 -, juris Rn. 2 f., und v. 13. Januar 1981 - 1 BvR 116/77 -, juris Rn. 26 f.).
Daher ist eine zwangsweise herbeigeführte Selbstbezichtigung verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn sie mit einem strafrechtlichen Verwertungsverbot einhergeht (BVerfG, Beschl. v. 31. März 2008 - 2 BvR 467/08 -, juris Rn. 2/3, und v. 13. Januar 1981 a. a. O., juris Rn. 26/27).
OLG Celle, 13.03.2015 - 8 U 227/14
Kfz-Kaskoversicherung: Sekundäre Darlegungslast des Versicherungsnehmers …
Die uneingeschränkte Verpflichtung zur Vorlage der Arbeitspapiere nach § 62 Abs. 1 S. 2 WPO ist schließlich auch deshalb angemessen, weil die so gewonnenen Erkenntnisse nach § 62 Abs. 5 WPO nur in einem Berufsaufsichtsverfahren gegen den Wirtschaftsprüfer verwendet werden dürfen und ansonsten - beispielsweise in einem parallel geführten Strafverfahren - ein Verwertungsverbot besteht (vgl. zur Zulässigkeit einer zwangsweisen Selbstbezichtigung für den Fall eines strafrechtlichen Verwertungsverbots BVerfG, Beschluss vom 31. März 2008, 2 BvR 467/08, Rn. 3, m.w.N., zit. n. Juris; den Nemo-Tenetur-Grundsatz sogar nur auf das straf- oder ordnungswidrigkeitenrechtliche Verfahren, nicht aber auf den Bereich des Gefahrenabwehrrechtes erstreckend VGH München, Beschluss vom 14. November 2002, 22 CS 02.2687, zit. n. Juris).
OLG Düsseldorf, 12.03.2013 - 1 RBs 46/13