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Timestamp: 2019-06-20 08:14:39
Document Index: 344765725

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 827', '§ 61', '§ 61', '§ 827', '§ 827', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 81', 'BGH', '§ 81', 'BGH', '§ 104', 'BGH', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 827', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.02.1989 - IVa ZR 274/87 - dejure.org
https://dejure.org/1989,247
BGH, 22.02.1989 - IVa ZR 274/87 (https://dejure.org/1989,247)
BGH, Entscheidung vom 22.02.1989 - IVa ZR 274/87 (https://dejure.org/1989,247)
BGH, Entscheidung vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 (https://dejure.org/1989,247)
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Zur Feststellung der subjektiven Voraussetzungen grober Fahrlässigkeit bei einer Trunkenheitsfahrt im Zustand verminderter Einsichts- und Hemmungsfähigkeit
Leistungspflicht der KFZ-Versicherung bei Totalschaden - Herbeiführung des Versicherungsfalls durch grobe Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers (Alkoholkonsum und Psychopharmaka)
BGB § 827 Satz 1; VVG § 61
NJW 1989, 1612
NJW-RR 1989, 796 (Ls.)
MDR 1989, 618
NZV 1989, 228
VersR 1989, 469
a) Zutreffend geht das Berufungsgericht zunächst davon aus, dass das Führen eines Kraftfahrzeugs in alkoholbedingt fahruntüchtigem Zustand grundsätzlich objektiv und subjektiv als grob fahrlässig anzusehen ist (Senatsurteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87, VersR 1989, 469 unter 4).
Das entsprach bereits der Rechtsprechung des Senats zu § 61 VVG a.F. (Senatsurteile vom 29. Oktober 2003 - IV ZR 16/03, VersR 2003, 1561 unter II 2 a; vom 22. Februar 1989 aaO unter 3; vom 23. Januar 1985 - IVa ZR 128/83, VersR 1985, 440 f.).
Dazu bedarf es weder des Rückgriffs auf die Rechtsfigur der actio libera in causa (so noch Senatsurteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87, VersR 1989, 469 unter 4; OLG Hamm r+s 2001, 55 f.;… MünchKomm-VVG/Looschelders aaO Rn. 90-92;… Staudinger/Oechsler, BGB [2009], § 827 Rn. 27) noch des Rechtsgedankens des § 827 Satz 2 BGB (BGH, Urteil vom 6. Juli 1967 - II ZR 16/65, VersR 1967, 944 unter III; OLG Köln VersR 1995, 205;… Bruck/Möller/Baumann aaO Rn. 53;… Looschelders/Pohlmann/Schmidt-Kessel aaO Rn. 39; Veith, VersR 2008, 1580, 1581 f.;… vgl. ferner Halm/Kreuter/Schwab/Stomper aaO Rn. 1309).
c) Kann der Kläger den ihm obliegenden Beweis einer völligen Schuldunfähigkeit nicht führen, wird das Berufungsgericht ferner zu beachten haben, dass die Gründe für die erhebliche Beeinträchtigung des Bewusstseins noch unterhalb der Schwelle völliger Unzurechnungsfähigkeit, den Vorwurf grober Fahrlässigkeit jedenfalls im Sinne eines auch subjektiv unentschuldbaren Verhaltens entfallen oder zumindest abmildern lassen können (…Senatsurteile vom 29. Oktober 2003 aaO unter II 2 c; vom 22. Februar 1989 aaO unter 4;… vom 23. Januar 1985 aaO).
So verhält es sich in der Regel bei einer Trunkenheitsfahrt (Senatsurteil vom 22. Februar 1989 aaO).
Das Führen eines Kraftfahrzeugs in alkoholbedingt fahruntüchtigem Zustand gehört nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu den schwersten Verkehrsverstößen überhaupt (Senatsurteile vom 22. Februar 1989 aaO unter 4;… vom 23. Januar 1985 aaO).
Bei Trunkenheitsfahrten ist die subjektive Unentschuldbarkeit daher in der Regel zu bejahen (vgl. BGH, VersR 1989, 469;… Prölss/Martin-Knappmann, aaO, § 12 AKB, Rdn. 101 ff;… MünchKomm(VVG)-Looschelders, aaO., § 81 VVG, Rdn. 77).
Insbesondere ist grobe Fahrlässigkeit grundsätzlich dann gegeben, wenn der Versicherungsnehmer den Verkehrsunfall auf Grund alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit verursacht hat (vgl. BGH, VersR 1989, 469;… MünchKomm(VVG)-Looschelders, aaO., § 81 VVG, Rdn. 82).
OLG Naumburg, 09.12.2004 - 4 W 43/04
Zur Frage der fehlende Geschäftsfähigkeit wegen Alkoholerkrankung; Ärztliche …
Damit obliegt es dem Versicherungsnehmer versicherungsrechtlich selbst bei der bestehenden Selbstmordabsicht, vor der eigenen Alkoholisierung Vorkehrungen gegen schadensstiftende Handlungen vorzunehmen ( BGH NJW 1989, 1612 [ 1613 ]; LG Bochum VersR 1976, 949 mit Anm. von Anton Martin;… Martin, Sachversicherungsrecht, 3. Auflage, O I RdNr. 35f ).
Dieser Zustand setzt eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit in einem Umfang voraus, der nach § 104 Nr. 2 BGB zur Geschäftsunfähigkeit geführt hat ( BGH NJW 1989, 1612;… Martin, Sachversicherungsrecht, 3. Auflage, O I RdNr. 31 ).
Der Fahrer, bei dem dies aus mangelnder Einsicht nicht der Fall ist, muss sich diese mangelnde Einsicht in der Regel als grobes Verschulden zurechnen lassen (vgl. BGH 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 - zu 4 der Gründe, NJW 1989, 1612) .
b) Das steht nicht im Widerspruch dazu, daß der Versicherer im Rahmen des § 61 VVG dennoch auch die subjektiven Voraussetzungen der groben Fahrlässigkeit darlegen und beweisen muß (BGH, Urteile vom 23. Januar 1985 und 22. Februar 1989 aaO; Urteil vom 17. Juni 1998 - IV ZR 163/97 - VersR 1998, 1011 unter I 2 b; Urteil vom 29. April 1998 - IV ZR 118/97 - VersR 1998, 1231 unter II 2 a).
Er muß allerdings im Rahmen der gebotenen Gesamtwürdigung (BGH, Urteil vom 22. Februar 1989 aaO; Urteil vom 29. Januar 2003 - IV ZR 173/01 - VersR 2003, 364 unter II 3 c m.w.N.) danach fragen, ob die Gründe, auf die der Versicherungsnehmer die (unbewiesene) Behauptung der völligen Unzurechnungsfähigkeit gestützt hat, Anhaltspunkte dafür geben, daß zumindest eine erhebliche Beeinträchtigung des Bewußtseins (unterhalb der Schwelle völliger Unzurechnungsfähigkeit) im Sinne einer erheblichen Verminderung der Einsichts- oder Hemmungsfähigkeit vorgelegen haben kann, die den Vorwurf grober Fahrlässigkeit gegebenenfalls abmildert (…vgl. dazu Knappmann, aaO; Lang, NZV 1990, 169, 173).
Liegen solche Anhaltspunkte vor, trifft den Versicherer die volle Beweislast dafür, daß der Versicherungsfall dennoch grob fahrlässig herbeigeführt worden ist, die genannten, Zweifel begründenden Umstände also nicht wirksam geworden sind (BGH, Urteile vom 23. Januar 1985 und vom 22. Februar 1989 aaO).
19Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes findet die Beweislastregelung aus § 827 Satz 1 BGB, wonach die Beweislast für behauptete Unzurechnungsfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135, 136 ff.; 102, 227, 230), auch im Rahmen von § 61 VVG (a.F.) zu Lasten des Versicherungsnehmers Anwendung (BGHZ 111, 372, 374; BGH, Urteil vom 23. Januar 1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 = VersR 1985, 440 und Urteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 - NJW 1989, 1612 = VersR 1989, 469 unter 4; vgl. auch Knappmann, NVersZ 1998, 13, 14; BGH VersR 2003, 1561).
So führt der BGH in der zuletzt zitierten Entscheidung u.a. aus: " Gelingt es dem Versicherungsnehmer nicht, den völligen Ausschluss der Verantwortlichkeit für den Zeitpunkt der Herbeiführung des Versicherungsfalls zu beweisen, so hat das Gericht im Weiteren davon auszugehen, dass eine solche Unzurechnungsfähigkeit nicht vorlag ... Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass der Versicherer im Rahmen des § 61 VVG dennoch auch die subjektiven Voraussetzungen der groben Fahrlässigkeit darlegen und beweisen muß (BGH, Urteile vom 23. Januar 1985 und 22. Februar 1989 aaO; Urteil vom 17. Juni 1998 - IV ZR 163/97 - VersR 1998, 1011 unter I 2 b; Urteil vom 29. April 1998 - IV ZR 118/97 - VersR 1998, 1231 unter II 2 a).
" Das Gericht muss allerdings im Rahmen der gebotenen Gesamtwürdigung (BGH, Urteil vom 22. Februar 1989 aaO; Urteil vom 29. Januar 2003 - IV ZR 173/01 - VersR 2003, 364 unter II 3 c m.w.N.) danach fragen, ob die Gründe, auf die der Versicherungsnehmer die (unbewiesene) Behauptung der völligen Unzurechnungsfähigkeit gestützt hat, Anhaltspunkte dafür geben, dass zumindest eine erhebliche Beeinträchtigung des Bewußtseins (unterhalb der Schwelle völliger Unzurechnungsfähigkeit) im Sinne einer erheblichen Verminderung der Einsichts- oder Hemmungsfähigkeit vorgelegen haben kann, die den Vorwurf grober Fahrlässigkeit gegebenenfalls abmildert (…vgl. dazu Knappmann, aaO; Lang, NZV 1990, 169, 173).
Liegen solche Anhaltspunkte vor, trifft den Versicherer die volle Beweislast dafür, dass der Versicherungsfall dennoch grob fahrlässig herbeigeführt worden ist, die genannten, Zweifel begründenden Umstände also nicht wirksam geworden sind (BGH, Urteile vom 23. Januar 1985 und vom 22. Februar 1989 aaO).
Zur völligen Leistungsfreiheit des Vollkaskoversicherers bei absoluter …
Das Führen eines Kraftfahrzeuges im Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit ist grundsätzlich grob fahrlässig (BGH, Urt. v. 22.02.1989, IVa ZR 274/87, juris).
OLG Karlsruhe, 18.01.2013 - 12 U 117/12
Kfz-Vollkaskoversicherung: Zusammenfassung mehrerer selbständiger …
Das Führen eines Fahrzeugs in alkoholbedingt fahruntüchtigem Zustand ist grundsätzlich als objektiv und subjektiv grob fahrlässig zu betrachten (BGH VersR 1989, 469; BGH NJW 2011, 3299, 3300).
BGH, 17.06.1998 - IV ZR 163/97
Begriff des Vorsatzes; Berücksichtigung starker Alkoholisierung
Dies darf deshalb bei der Feststellung der vom Versicherer zu beweisenden Voraussetzungen eines gegenüber einfacher Fahrlässigkeit gesteigerten Verschuldens in der Form grober Fahrlässigkeit (vgl. dazu Senatsurteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 - VersR 1989, 469 unter 4) oder - worauf es hier ankommt - des Vorsatzes nicht außer Betracht bleiben.
OLG Düsseldorf, 31.03.2008 - 4 U 140/07
Zur Leistungsfreiheit der Kfz-Versicherung bei Versicherungsfall durch …
OLG Celle, 19.11.2009 - 8 U 79/09
Unfallflucht des Versicherungsnehmers - Bei Bagatellschäden kein unerlaubtes …
OLG Düsseldorf, 11.07.2000 - 4 U 80/99
Unzulässige Berufung auf Klagefrist - verzögerte Ablehnung - grob fahrlässige …
OLG Koblenz, 06.11.1998 - 10 U 1415/97
Voraussetzungen der Leistungsfreiheit des Feuerversicherers
OLG Oldenburg, 16.08.1995 - 2 U 103/95
Leistungsfreiheit, Alkohol, Wohnmobil, Verkehrsfläche, öffentliche, Campingplatz, …
OLG Düsseldorf, 18.12.2001 - 4 U 119/01
Verkehrssicherungspflichten eines Lkw-Fahrers als Versicherungsnehmer beim …
LG Tübingen, 26.04.2010 - 4 O 326/09
Kfz-Vollkaskoversicherung: Kürzung der Versicherungsleistung nach Verkehrsunfall …
LG Bonn, 31.07.2009 - 10 O 115/09
Mal sehen, wer nachher noch fahren kann
OLG Hamm, 31.05.2000 - 20 U 231/99
Alkohol im Straßenverkehr - Herbeiführung des Versicherungsfalls - grob …
OLG Dresden, 13.11.2017 - 4 U 1121/17
Leistungsfreiheit des Kaskoversicherers wegen Alkoholisierung des …
LG Mainz, 09.09.1997 - 1 O 553/94
Zum Begriff der groben Fahrlässigkeit bei einem Versicherungsfall
OLG Oldenburg, 08.03.1995 - 2 U 240/94
Fahrlässigkeit, grobe, Repräsentant, Darlegungslast, Risikoverwaltung, …
LG Oldenburg, 24.09.2010 - 13 O 1964/10
Berechtigung eines Kaskoversicherers zu einer vollständigen Leistungsfreiheit im …
OLG Köln, 27.09.2002 - 9 U 143/00
Überholvorgang trotz Sperrfläche in der Straßenmitte als leichtsinniges und …
OLG Nürnberg, 07.03.1996 - 8 U 2564/95
LG Dortmund, 15.12.2005 - 2 O 1/05
Einnicken am Steuer
OLG Nürnberg, 29.10.1992 - 8 U 1484/92
Grob fahrlässige Herbeiführung eines Versicherungsfalls
OLG Köln, 11.03.1997 - 9 U 196/96
SG Aurich, 21.03.2012 - S 15 AS 302/09
Rückzahlung der Grundsicherungsleistungen bei grob fahrlässiger Herbeiführung der …
LG Köln, 17.11.2004 - 20 O 331/04
LG Zwickau, 11.06.1997 - 7 O 169/97
OLG Nürnberg, 23.11.1995 - 8 U 2224/95