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Timestamp: 2018-12-19 01:22:52
Document Index: 389137769

Matched Legal Cases: ['§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 6', '§ 9', '§ 15', '§ 60', '§ 6', '§ 6']

Eigenleistungen | Controlling Office | Controlling | Haufe
Eigenleistungen sind Aufwendungen, die im Unternehmen anfallen, um ein Wirtschaftsgut auf eigene Kosten und Gefahr herzustellen oder in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Diese Kosten dürfen den laufenden Gewinn nicht mindern, sondern werden den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts zugerechnet. Sie bilden zudem die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung.
§ 255 Abs. 1 HGB, § 255 Abs. 2-3 HGB, § 255 Abs. 3 S. 2 HGB; § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 4 Abs. 5b EStG, § 5 Abs. 1 Satz 1 Hs. 2 EStG, § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG, § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG,
§ 6 Abs. 1 Nr. 1b EStG, § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 EStG, § 6 Abs. 2 EStG, § 6 Abs. 2a EStG, § 5 Abs. 1a-4b, Abs. 6, §§ 6, 6a, 7 EStG, § 9b Abs. 1 EStG, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG; § 60 Abs. 2 Satz 1 EStDV, R 6.3 EStR, R 9b EStR, 6.3 EStH.
1 Im Handelsrecht gibt es Wahlrechte
Eigenleistungen können sowohl bei den Anschaffungs- als auch bei den Herstellungskosten entstehen.
1.1 Anschaffungskosten setzen einen Erwerbsvorgang voraus
Anschaffungskosten[1] sind Aufwendungen, die entstehen, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Hierzu können neben den Anschaffungskosten auch noch weitere Kosten im eigenen Betrieb entstehen. Die Kosten für Eigenleistungen müssen dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Gemeinkosten (z. B. Lohnkosten oder Kosten für die Aufstellung und Inbetriebnahme des Wirtschaftsguts durch eigene Arbeitnehmer) gehören nicht zu den Anschaffungskosten.
1.2 Herstellungskosten entstehen bei der Produktion des Wirtschaftsguts auf eigene Rechnung und Gefahr
Herstellungskosten[1] sind Aufwendungen, die durch
für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Zu den Herstellungskosten gehören Kosten, die unmittelbar der Herstellung dienen, und Aufwendungen, die zwangsläufig mit der Herstellung anfallen oder mit der Herstellung in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang stehen.
Fertigungskosten und
Sonderkosten der Fertigung.
Daneben sind angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens (Abschreibung) zu berücksichtigen, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist.
Zusätzlich dürfen (Wahlrecht) auch
angemessene Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie
angemessene Aufwendungen
Aktiviert werden aber nur die Kosten, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.
Für Forschungs- und Vertriebskosten bestehen Aktivierungsverbote.
Zinsen für Fremdkapital sind nicht den Herstellungskosten zuzurechnen. Können jedoch die Zinsen für das Fremdkapital einem Vermögensgegenstand einzeln zugerechnet werden, dürfen sie angesetzt werden. Aber auch hier wieder, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. In diesem Fall gelten sie als Herstellungskosten des Vermögensgegenstands.
1.3 Wahrechte bei Zuordnung der laufenden Kosten zu den Herstellungskosten
Materialkosten (Einzelkosten) X
Fertigungskosten (Einzelkosten) X
Sonderkosten der Fertigung (Einzelkosten) X
Materialgemeinkosten X
Fertigungsgemeinkosten X
Wertverzehr des Anlagevermögens (Abschreibung), soweit dieser der Fertigung dient X
Kosten der allgemeinen Verwaltung X
Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs X
Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen X
Kosten der betrieblichen Altersversorgung X
Zinsen für Fremdkapital X
Zinsen für Fremdkapital, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen X
Forschungs- und Vertriebskosten X
Einkommen- u. Gewerbesteuer X
Tab. 1: Handelsrechtliche Aktivierungspflichten, -wahlrechte und -verbote
2 Ab 2016 und auch rückwirkend stimmen Handels- und Steuerbilanz überein
Im Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens wurde in § 6 EStG eine neue Nr. 1b eingefügt. Hierdurch wird das handelsrechtliche Aktivierungswahlrecht für
Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs
freiwillige soziale Leistungen und
in die Steuerbilanz übernommen. Voraussetzung für die Berücksichtigung als Teil der Herstellungskosten in der Steuerbilanz ist, dass in der Handelsbilanz entsprechend verfahren wurde. Der Ansatz in der Handels- und Steuerbilanz muss damit übereinstimmen.[1]
2.1 Die neue Rechtslage gilt auch rückwirkend
Der neue § 6 Abs. 1 Nr. 1b EStG kann auch für Wirtschaftsjahre berücksichtigt werden, die vor dem Tag der Verkündung des Änderungsgesetzes enden. Im Klartext: Das Gesetz gilt für alle Wirtschaftsjahre, in denen ein Wahlrecht noch ausgeübt werden kann.[1]
2.2 Die EStR 2008 leben wieder auf
Die neue Rechtslage entspricht der langjährigen Verwaltungspraxis, die auch in R 6.3 EStR 2008 festgehalten ist und nach der laut BMF weiterhin verfahren werden durfte.[1]
Nun ist alles wieder einfacher. Die Rückführung zur alten Rechtslage führt zur erheblichen Vereinfachung der Ermittlung der Herstellungskosten. Die Verwaltungsgemeinkosten sowie...
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