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Timestamp: 2019-10-18 17:49:47
Document Index: 126273481

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 12', '§ 146', '§ 146', '§ 2', '§ 146', 'Art. 12', '§ 146']

BVerfG, 21.06.1977 - 2 BvR 804/76 - dejure.org
https://dejure.org/1977,616
BVerfG, 21.06.1977 - 2 BvR 804/76 (https://dejure.org/1977,616)
BVerfG, Entscheidung vom 21.06.1977 - 2 BvR 804/76 (https://dejure.org/1977,616)
BVerfG, Entscheidung vom 21. Juni 1977 - 2 BvR 804/76 (https://dejure.org/1977,616)
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GG Art. 2 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1; StPO § 146
Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit der Ausdehnung des Verbots gemeinschaftlicher Verteidigung auf unterschiedlicher Taten Beschludigter
Gemeinschaftliche Verteidigung - Mehrere Beschuldigte - Dieselbe Tat - Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz
AG München, 29.03.1976 - 423 Cs 2 Js 245/74
LG München I, 02.07.1976 - 14 Qs 67/76
BVerfGE 45, 354
MDR 1977, 908
So muss er etwa erwägen, ob die Verfahrensverbindung gerechtfertigt ist, obwohl sie wegen der durch sie begründeten Verfahrensidentität und des - verfassungsrechtlich unbedenklichen (vgl. BVerfGE 39, 156 ; 45, 354 ) - gesetzlichen Verbots der Mehrfachverteidigung (§ 146 StPO) zur Zurückweisung des vom Beschuldigten gewählten Verteidigers seines Vertrauens führt (…vgl. Nestler-Tremel, NStZ 1988, S. 103 ;… Heinicke, NJW 1978, S. 1497 ;… Wendisch in: Löwe-Rosenberg, § 2 Rn. 27;… Lüderssen in: Löwe-Rosenberg, § 146 Rn. 28;… Niemöller/Schuppert, AöR 1982, S. 387 ).
In das durch Art. 12 Abs. 1 GG garantierte einheitliche Grundrecht der Berufsfreiheit darf nur auf gesetzlicher Grundlage und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit eingegriffen werden (stRspr; vgl nur BVerfGE 36, 212, 219 ff; 45, 354, 358 f; 93, 362, 369; 135, 90, 111 RdNr 57; 141, 82, 98 RdNr 47; zuletzt BVerfG Beschluss vom 7.3.2017 - 1 BvR 1314/12, 1 BvR 1630/12, 1 BvR 1694/13, 1 BvR 1874/13 - Juris - RdNr 121) .
Dass das Verbundverfahren einen weitaus überdurchschnittlichen und ungewöhnlich hohen Bearbeitungsaufwand erfordert, ist im Interesse einer funktionsfähigen Strafrechtspflege hinzunehmen (vgl. BVerfG, 2 BvR 804/76 v. 21.06.1977 - BVerfGE 45, 354 ).
(1) Das Verbot der Mehrfachverteidigung gemäß § 146 StPO soll den Angeklagten auch gegen seinen Willen davor schützen, dass der Verteidiger in einen Interessenwiderstreit gerät und dadurch seine Beistandsfunktion, die es auch im öffentlichen Interesse zu bewahren gilt, beeinträchtigt wird (BVerfG, Beschluss vom 21. Juni 1977 - 2 BvR 804/76 -, beckonline).
Legitimer Zweck des Verbots der Mehrfachverteidigung ist es, Interessenkollisionen zu vermeiden, um die Beistandsfunktion des Verteidigers, die es auch im öffentlichen Interesse zu wahren gilt, nicht zu beeinträchtigen (vgl. BVerfGE 45, 354 ).
OLG Nürnberg, 30.03.1990 - Ws 327/90
Anrechnung der Untersuchungshaft; Verhängte Strafe; Verbindung beider Verfahren