Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2026,%2041
Timestamp: 2020-07-08 13:55:49
Document Index: 330293332

Matched Legal Cases: ['Art. 103', '§ 360', '§ 118', 'Art. 103', '§ 360', 'Art. 103', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 360']

BVerfG, 14.05.1969 - 2 BvR 238/68 - dejure.org
https://dejure.org/1969,104
BVerfG, 14.05.1969 - 2 BvR 238/68 (https://dejure.org/1969,104)
BVerfG, Entscheidung vom 14.05.1969 - 2 BvR 238/68 (https://dejure.org/1969,104)
BVerfG, Entscheidung vom 14. Mai 1969 - 2 BvR 238/68 (https://dejure.org/1969,104)
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Art. 103 Abs. 2 GG, hinreichende Bestimmtheit einer Strafvorschrift (hier: § 360 Nr. 11 StGB aF) durch 'jahrzehntelang gefestigte Rechtsprechung', (Hinweis: vgl. jetzt § 118 OWiG)
GG Art. 103 Abs. 2; StGB § 360 Abs. 1 Nr. 11
Verfassungsmäßigkeit der Strafbarkeit "groben Unfugs"
Strafbestimmung über groben Unfug - Vereinbarkeit mit GG - Zweite Alternative
AG Wolfsburg, 22.01.1968 - 9 Cs 614/67
OLG Celle, 13.03.1968 - 1 Ss 103/68
BVerfGE 26, 41
DÖV 1969, 466
Dagegen wird ein - gegebenenfalls in höchstrichterlichen Obersätzen - gefestigtes Normverständnis einer inhaltlichen Kontrolle durch das Bundesverfassungsgericht nur in dem Sinne unterzogen, dass es nicht evident ungeeignet zur Konturierung der Norm sein darf (vgl. BVerfGE 26, 41 mit - nur verstärkendem - Hinweis darauf, dass die gefestigte Auslegung "allgemein anerkannt" sei).
Die Strafe als missbilligende hoheitliche Reaktion auf schuldhaftes kriminelles Unrecht muss deshalb in Art und Maß durch den parlamentarischen Gesetzgeber normativ bestimmt (vgl. BVerfGE 32, 346 ), eine strafende staatliche Antwort auf eine Zuwiderhandlung gegen eine Strafnorm muss für den Normadressaten vorhersehbar sein (vgl. BVerfGE 26, 41 ; 45, 363 ).
Da das BVerfG (vgl. BVerfGE 26, 41, 43) diese Bestimmung mit Art. 103 Abs. 2 GG für vereinbar erklärt hat, kann es deshalb für die Rechtspraxis nicht zweifelhaft sein, dass § 118 OWiG in gleicher Weise dem Bestimmtheitsgebot entspricht (KG NStE Nr. 1 zu § 118 OWiG;… Göhler OWiG 12. Aufl. § 118 Rdn. 1;… Senge in KK OWiG § 118 Rdn. 1).
§ 118 OWiG begegnet im Hinblick auf das Bestimmtheitsgebot keinen Bedenken, nachdem das Bundesverfassungsgericht bereits die weiter gefasste Norm über den groben Unfug ( § 360 Abs. 1 Nr. 11 zweite Alt. StGB ) als verfassungsgemäß angesehen hat (BVerfGE 26, 41 ff).