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Timestamp: 2016-10-25 03:24:54
Document Index: 7425973

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 97', 'BGE']

8C_36/2012 (18.09.2012)
Der 1947 geborene B.________ war ab 1. August 2006 als Friseur t�tig und dadurch bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Z�rich) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 12. Dezember 2006 st�rzte B.________ eine Treppe hinunter, wobei er sich eine Schulterverletzung zuzog. Die Z�rich erbrachte die gesetzlichen Leistungen und stellte diese mit Verf�gung vom 31. M�rz 2008 ein, da die noch geltend gemachten Beschwerden nicht mehr in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 12. Dezember 2006 st�nden. Gest�tzt auf ein bei der MEDAS eingeholtes interdisziplin�res versicherungsmedizinisches Gutachten vom 16. September 2010 hielt die Z�rich mit Einspracheentscheid vom 4. April 2011 an ihrem Standpunkt fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher B.________ die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen �ber den 31. M�rz 2008 hinaus, eventualiter die R�ckweisung der Sache an die Z�rich zu weiteren Abkl�rungen durch einen unabh�ngigen Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates beantragen liess, wies das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 5. Dezember 2011 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst B.________ beantragen, die Sache sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheids zur Veranlassung einer Begutachtung durch einen unabh�ngigen Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung �ber den 31. M�rz 2008 hinaus, und dabei namentlich die Frage, ob die geklagten Beschwerden (noch) in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2006 stehen.
Das kantonale Gericht hat die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt zum Wegfall des urs�chlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine vel ante und zu den sich dabei stellenden Beweisfragen (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2). Richtig sind schliesslich die Hinweise zum im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3 S. 352 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.1 Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Aktenlage, namentlich gest�tzt auf das interdisziplin�re Gutachten der MEDAS vom 16. September 2010 erkannt, es sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass vier Monate nach dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2006 nur noch die unfallfremden degenerativen Ver�nderungen vorhanden gewesen seien, weshalb die Leistungseinstellung per 31. M�rz 2008 zu Recht erfolgt sei. Der Beschwerdef�hrer kritisiert, dass bei der Wahl des Begutachtungsinstituts gegen den Willen der versicherten Person nicht so verfahren worden sei, wie dies BGE 137 V 210 erfordere. Zudem macht er - wie bereits vor Vorinstanz - geltend, zwischen der MEDAS-Beurteilung vom 16. September 2010 und dem Ergebnis der R�ntgenuntersuchung im R�ntgeninstitut X.________ vom 29. M�rz 2010 bestehe insofern ein Widerspruch, als die R�ntgenuntersuchung nur minimale degenerative Ver�nderungen des linken Schultergelenks und keine wesentlichen Anhaltspunkte f�r eine Omarthrose gezeigt habe, wohingegen der orthop�dische Gutachter der MEDAS die Schulterbeschwerden auf degenerative Ver�nderungen und eine unfallfremde Omarthrose zur�ckf�hre. Dies erfordere eine weitere medizinische Abkl�rung durch einen unabh�ngigen Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates.
3.2 Was zun�chst den Einwand gegen das Vorgehen bei der Anordnung der Begutachtung durch die MEDAS anbelangt, hat das Bundesgericht in BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 best�tigt, die Anwendbarkeit der von der Rechtsprechung erarbeiteten Grunds�tze auf laufende Verfahren bedeute nicht, dass nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se verl�ren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Pr�fung des Einzelfalles mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen R�gen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen im angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standh�lt.
3.3 Dies trifft hier zu. Die Beauftragung einer MEDAS ist verfassungskonform und rechtsprechungsgem�ss auch mit der Europ�ischen Menschenrechtskonvention vereinbar (BGE 137 V 210 E. 2.1 bis 2.3 S. 229 ff.). Richtig ist wohl, dass das Bundesgericht in diesem Urteil in �nderung der Rechtsprechung erkannt hat, die MEDAS-Begutachtung m�sse mittels erstinstanzlich anfechtbarer Zwischenverf�gung angeordnet werden (E. 3.4.2.6 S. 256) und die versicherte Person sei befugt, vorg�ngig zu den Gutachterfragen Stellung zu nehmen und entsprechende Erg�nzungsfragen zu stellen (E. 3.4.2.9 S. 258). Wie das Bundesgericht im j�ngst ergangenen, zur Publikation bestimmten Urteil 8C_336/2012 vom 13. August 2012 entschieden hat, gelten diese Korrektive zur St�rkung der Partizipationsrechte - sofern nicht IV-spezifisch - auch im Verfahren der Unfallversicherung (E. 6.1.1). Dass die Vorgehensweise der Unfallversicherung mit den Vorgaben der am 28. Juni 2011 ge�nderten Rechtsprechung nicht �bereinstimmt, ist unbestritten. Wohl hat sie dem Versicherten zusammen mit der Mitteilung, sie werde bei der MEDAS eine Begutachtung in Auftrag geben, die Gutachterfragen zugestellt und ihm die M�glichkeit einger�umt, Erg�nzungsfragen zu stellen, doch hat sie die Begutachtung nicht mittels anfechtbarer Zwischenverf�gung angeordnet. Abgesehen davon, dass dazu nach dem damaligen Stand der Rechtsprechung kein Anlass bestand, hat sich der Beschwerdef�hrer auf eine generelle Ablehnung der MEDAS beschr�nkt und keine formellen Ausstands- oder Ablehnungsgr�nde geltend gemacht. Es bestehen daher keine Anhaltspunkte daf�r, weshalb dem nach altem Verfahrensstand korrekt eingeholten MEDAS-Gutachten aus formellen Gr�nden der Beweiswert abgesprochen werden sollte.
3.4 Bez�glich materieller Schl�ssigkeit des MEDAS-Gutachtens wiederholt der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen die bereits im kantonalen Verfahren erhobenen Einwendungen, wonach die Schlussfolgerungen des orthop�dischen Gutachters nicht mit dem Ergebnis der R�ntgenuntersuchung vom 29. M�rz 2010 �bereinstimmen w�rden. Was die unterschiedliche Beurteilung der AC-Gelenksarthrose anbelangt, r�umt der Versicherte jedoch selber ein, diese m�ge noch im Rahmen des Beurteilungsermessens liegen. Entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers hat der orthop�dische Gutachter der MEDAS sodann nicht gesagt, die Schulterbeschwerden seien auf eine unfallfremde Omarthrose zur�ckzuf�hren. Wie in der Beschwerde dargelegt, gibt es keine bildgebende Untersuchung, welche eine Omarthrose im linken Schultergelenk zeigt, und st�tzt sich deren Erw�hnung einzig auf einen Bericht des Hausarztes Dr. med. K.________ vom 18. Februar 2008. Dementsprechend ist im MEDAS-Gutachten denn auch keine Omarthrose diagnostiziert und figuriert sie auch nicht unter der "Beurteilung und Prognose" des Gutachtens. Lediglich unter "Beantwortung der Fragen" werden aus orthop�discher Sicht als unfallfremde Ursachen eine deutliche degenerative Ver�nderung der Halswirbels�ule und des Schultergelenks benannt, wobei sich dies unter anderem in einer vorangeschrittenen Segmentdegeneration der mittleren unteren HWS mit Verschm�lerung der Bandscheibenzwischenr�ume, Spondylose, einer AC-Gelenksarthrose, einer Omarthrose mit Verschm�lerung des glenohumeralen Gelenkabstandes und einer Tendopathie der Rotatorenmanschette links �ussere. Die Erw�hnung einer Omarthrose neben anderen degenerativen Vorsch�den bei der Beantwortung der Fragen vermag die Schl�ssigkeit des MEDAS-Gutachtens entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht zu tangieren. Die Vorinstanz hat einl�sslich und �berzeugend aufgezeigt, dass das interdisziplin�re Gutachten vom 16. September 2010 die Anforderungen der Rechtsprechung erf�llt und insbesondere auch die bereits vorhandenen Akten mitber�cksichtigt. So sind die Gutachter nach eigener Untersuchung und unter Ber�cksichtigung s�mtlicher Akten, namentlich auch der Ergebnisse fr�herer R�ntgenuntersuchungen, zum Schluss gekommen, dass f�r die Schulterbeschwerden mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit vier Monate nach dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2006 nur noch unfallfremde Ursachen verantwortlich waren, so deutliche degenerative Ver�nderungen der Halswirbels�ule und des linken Schultergelenks sowie vermutlich ein Carpaltunnelsyndrom. Dass von der Untersuchung vom 15. Januar 2007 lediglich das R�ntgenergebnis "Schulter in 3 Ebenen: unauff�llige oss�re Verh�ltnisse" in den medizinischen Akten ist, vermag an dieser Schlussfolgerung nichts zu �ndern. Soweit der Beschwerdef�hrer wieder geltend macht, er habe vor dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2006 nicht unter Schulterbeschwerden gelitten, ist er mit der Vorinstanz erneut darauf hinzuweisen, dass die Argumentation "post hoc, ergo propter hoc" beweisrechtlich nicht zul�ssig ist (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3).
3.5 Zusammenfassend verm�gen die Vorbringen des Beschwerdef�hrers am vorinstanzlichen Ergebnis nichts zu �ndern. Er erhebt keine R�gen, die den angefochtenen Entscheid als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG (Art. 97 Abs. 1 BGG) oder die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als unrichtig oder unvollst�ndig (Art. 97 Abs. 2 BGG) erscheinen lassen. Im Rahmen der freien, pflichtgem�ssen W�rdigung der Beweise durch die Vorinstanz ergab sich ein nachvollziehbares und schl�ssiges Bild des Gesundheitszustandes, das nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit hinreichende Klarheit �ber den rechtserheblichen Sachverhalt vermittelt, weshalb ihre Sachverhaltsfeststellung bundesrechtskonform ist (Urteil 8C_830/2011 vom 9. M�rz 2012 E. 7.2). Von weiteren medizinischen Abkl�rungen ist abzusehen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_768/2011 vom 7. Februar 2012 E. 5.2).