Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/113771,70.html
Timestamp: 2019-12-15 23:59:15
Document Index: 243902504

Matched Legal Cases: ['§ 221', '§ 246', '§ 221', '§221', '§ 221', '§34', '§35']

Verfasst am: 13 März 2007 - 19:16:50 Titel:
wie ist das denn eigentlich mit dem Totschlag durch Unterlassen des C,
müsste er nicht eine Garantenstellung haben?
was prüft ihr denn alles im TK III bei A und C?
A: Aussetzung, fahrlässige Tötung, Totschlag durch Unterlassen?
C: Totschlag, fahrlässige Tötung, Totschlag durch Unterlassen?
irgendwie wird das ziiiemlich viel
Verfasst am: 13 März 2007 - 20:27:56 Titel: ...
Gar kein Totschlag! Sondern fahrlässige Tötung...
Der A hat doch niemals auch nur bedingten Vorsatz seinen Sohn zu töten!
Ihm sind die Tatumstände ja gar nicht bewusst. Er handelt sorgfaltswidrig und somit fahrlässig. Somit isses eine fahrlässige Tötung nach § 221 StGB.
Verfasst am: 13 März 2007 - 20:51:31 Titel:
Ich meinte eigentlich Totschlag seitens des C....
bei A werde ich dann wohl Aussetzung, fahrlässige Tötung und
bei C Totschlag durch Unterlassen prüfen...
(für mehr hab ich auch keinen Platz mehr )
Verfasst am: 13 März 2007 - 22:47:32 Titel:
schau Dir mal im Joecks die Rn. 18 und 19 zu § 246 an:
Vom Wortlaut her verlangt die Unterschlagung, dass der Täter sich die Sache "zueignet", also Aneignung und Enteignung. Hierfür jegliche Handlung ausreichen zu lassen, die (auch) als Zueignungshandlung verstanden werden kann, ist jedenfalls nach dem Verzicht auf den Gewahrsam des Täters zum Zeitpunkt der Tathandlung nicht mehr vertretbar, da der Tatbestand konturenlos würde. Erforderlich ist eine Handlung, die tatsächlich neben der vorübergehenden Aneignung auch die Enteignung bewirkt.
Was man sich auch fragen könnte ist, ob das ganze nicht schon am Tatbestandsmerkmal "fremd" scheitert, und ob A womöglich Mitgewahrsam an den Dokumenten hat?
Starfbarkeit des C wegen Totschlag habe ich mangels Vorsatz abgelehnt. Dabei Abgrenzung dolus eventualis vs. bewusste Fahrlässigkeit. Dann habe ich bzgl. C fahrlässige Tötung geprüft und die bejaht.
Verfasst am: 13 März 2007 - 23:18:03 Titel: ...
das in Joecks muss ich nochma nachlesen...
aber zu dem C:
ich habe da Totschlag geprüft, weil ich hier noch einen bedingten Vorsatz sehe...aus folgendem Grund:
Wer ein seeuntaugliches Boot verkauft, muss es zumindest für möglich halten, dass dieses auch sinkt und Menschen hierdurch zu Tode kommen.
Wer diese Bedenken nur "beiseite wischt", findet sich damit ab.
Somit hat man auf Seite des Wissens-Elementes das Bewusstsein, dass der Erfolg eintreten könnte und auf seiten des Wollens ein "billigend in Kauf nehmen", sodass ein Eventualvorsatz vorliegt.
Dafür, dass der C aus bestimmten Gründen ernsthaft auf einen Nichteintritt vertraut, gibt es keine Anhaltspunkte...z.B. dass die er weiss, dass der Bodensee nur 1,20m tief ist oder dass die Besatzung ausgebildete Rettungsschwimmer sind... Somit liegt keine bloße Fahrlässigkeit vor.
Wer ein seeuntüchtiges Boot in den Verkehr bringt, muss sich gewiss sein, dass Menschen hierdurch zu Tode kommen können. Ein bloßes Ignorieren dieses Bewusstseins ist gleichzusetzen mit einem Sich-damit-abfinden.
Das is der feine Unterschied zum A, der sich der potentiellen Gefahr gar nicht bewusst ist und daher einfach fahrlässig handelt...
Verfasst am: 14 März 2007 - 01:39:25 Titel:
Klar hat der C Bedenken. Aber Du könntest auch genauso gut mit der Hemmschwellen Theorie argumentieren, dass er die Gefahr zwar sah, aber nicht den Tod eines Menschen dabei in Kauf genommen hat, sondern allenfalls ein Sinken des Schiffes.
Wie schon gesagt: Mit guter Argumentation ist alles möglich. Aber die Abgrenzung zw. d.e. und bewusster Fahrlässigkeit sollte meiner Meinung nach an dem Punkt auf jedenfall diskutiert werden, egal wie man sich entscheidet.
Verfasst am: 14 März 2007 - 02:11:32 Titel:
Nochmal kurze Frage: Muss man die Strafbarkeit des A gem. § 221 StGB überhaupt prüfen? Bei den Konkurrenzen wird §221 von den Tötungsdelikten verdrängt. (Joecks, § 221, Rn. 34)
Verfasst am: 14 März 2007 - 11:39:21 Titel:
Ich denke hier Totschlag zu prüfen führt eindeutig zu weit! Denn dann könntest du auch gleich Mord prüfen weil Ertrinken grausam ist!
Der C rechnet doch nicht damit das jemand stirbt, das geht nirgendswo aus dem Sachverhalt hervor. und wenn du dir mal anschaust wieviele Umstände da zusammenkommen, würde ich sagen damit rechnet er auf keinem Fall.
Umstände die zusammenkommen damit das Kind ertrinkt:
- Kind ist Nichtschwimmer
- Vater findet die Schwimmweste nicht
- Vater kann nur ein Kind retten
- Boot geht in genau dem Moment kaputt
Jetzt sag du mir das hat der C alles voraussehen können!
Verfasst am: 14 März 2007 - 15:06:26 Titel:
Verfasst am: 16 März 2007 - 11:41:10 Titel:
ich stecke bei der Pflichtenkollision fest.
Wie macht ihr denn da den Aufbau?
Bei der Pflichtenkollision wird ja dann meist auf den übergesetzlichen Notstand verwiesen, der beinhaltet, dass §§34, 35 nicht zutreffen.
Könnte hier nicht §35 zutreffen?
Hoffe ihr blickt da durch....