Source: http://www.provinz.bz.it/land-forstwirtschaft/forstdienst-foerster/frag-den-foerster.asp
Timestamp: 2020-01-23 14:00:24
Document Index: 18828921

Matched Legal Cases: ['Art. 107', 'Art. 107', 'Art. 107', 'Art. 107', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 1', 'Art. 832', 'Art. 19']

Frag den Förster! | Forstdienst und Förster | Landesverwaltung | Autonome Provinz Bozen - Südtirol
Forstdienst und FörsterFrag den Förster!
Hallo, für meine Stückholzheizung benötige ich trockenes Holz und möchte meinen Lagerplatz Überdachen. Dazu meine Frage: Kann man im landwirschaftlichen Grün ein überdachtes Holzlager errichten? Wie gross darf die überdachte Fläche sein? Braucht es dazu eine Genehmigung mit Einreichprojekt vom Geometer, oder ist die Errichtung mit einem sog. Bagatelleingriff möglich?
Im landwirtschaftlichen Grün können überdachte Holzlagerplätze a) nach Art. 107, Abs. 1 und b) nach Art. 107 Abs. 28 errichtet werden.
Im Falle a) gilt das allgemeine Kriterium dass „in den für die Landwirtschaft bestimmten Zonen die Errichtung landwirtschaftlicher Gebäude gestattet ist; der Umfang dieser Gebäude darf das für eine rationelle Betriebsführung unbedingt erforderliche Ausmaß nicht übersteigen.“ Das Amt für ländliches Bauwesen verfügt über Tabellen für die Bedarfsberechnung. Es ist ein Projekt für eine Baukonzession einzureichen.
Im Falle b) gilt der Beschluss der Landesregierung 1526/2009 (im Lexbrowser zu finden), wonach die Fläche des Flugdaches maximal 150 qm betragen darf. Bis 50 qm Dachfläche ist ein „Bagatelleingriff“, hingegen von 50 bis 150 qm braucht es ein Projekt und eine Baukonzession.
Wertes Frag den Förster Team, mit meiner Frau und den 2 Kindern spazieren wir gerne entlang von Wiesen und Wäldern, an öffentlichen, gekennzeichneten Wanderwegen. Öfters ist sind mir folgende 2 Situation bei alten Hofruien entlang dieser Wege aufgefallen: - Der Wanderweg verläuft direkt entlang der Hausmauer einer alten Stadelruine. Gefahr: Herunterfallende Dachziegel oder Bretter. Wer haftet Falls etwas Runterfällt. Müsste hier der Eigentümer nicht eine Gefahrenprävention (sprich zumindest "Einpacken" der Fassade entlang des Wanderweges unternehmen) - Da diese oben genannten Gebäude/Stadelruinen manchmal vermutlich (meine Vermutung - ich bin aus der Baubranche) mit gefährlichen Aspest-Schindeln bedeckt sind, habe ich manchmal die Sorge meine Kinder könnte diese (falls heruntergefallen) in die Hände nehmen und damit Spielen. Wie kann man hier vorgehen, falls der Eigentümer nach freundlichem Hinweis keine Maßnahmen ergreift? Ich bitte um eine Antwort zur Rechtslage, und eine Empfehlung wie sich ein Bürger hierzu verhalten soll/kann.
Die aufgeworfene Thematik ist im Artikel 2051 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt: der Eigentümer haftet für Schäden, die Sachen (auch Immobilien) verursachen, welche er in Gewahrsam hat. Falls sich ein Gebäude mit schadhaftem Dach im Ortszentrum befindet, kann der Bürgermeister anordnen, dass Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, da die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Bei derselben Sachlage längs eines Wanderweges – auch wenn er „markiert“, d.h. öffentlich begehbar ist – werden solche Maßnahmen hingegen nicht ergriffen.
Bei Wanderungen ist in ersten Linie immer die Selbstverantwortung erforderlich und die „Akzeptanz des Risikos“ vorrangig: wenn man sich ins freie Gelände begibt, muss man zuerst selbst schauen, alle Maßnahmen zu treffen, um das Risiko für Schaden zu minimieren, beispielsweise geeignetes Schuhwerk und entsprechende Kleidung tragen, das Gelände und die Umgebung aufmerksam mustern oder Hindernisse umgehen.
Guten Tag, ich wollte mich erkundigen wie es mit der Wiederaufforstung der gefallenen Bäume vom letzten Jahr aussieht? Nachdem die gefallenen Bäume beseitigt wurden werden neue eingepflatzt? Kann man dabei behilflich sein? Wenn ich mit freiwillig Helfern zum einpflanzen meldet würde bekommen wir die Bäume gestellt? Ich mochte gern im Frühjahr neue Baume pflazen würde mich auf die unterstützeung der Forstbehörde freuen, vielen Dank!
Es werden nicht alle Flächen, die vom Windwurf Ende Oktober 2018 verwüstet wurden, aufgeforstet, sondern nur die Flächen, wo in möglichst kurzer Zeit wieder ein hochstämmiger Wald steht muss (Objektschutzwald). Andere Flächen versuchen wir, mit Naturverjüngung wieder in Bestand zu bekommen. Im Detail kennen die Aufforstungsflächen die gebietsmäßig zuständigen Forststationen und Forstinspektorate. Auf Fremdgrund beim Aufforsten freiwillig helfen ist aus Sicht der Arbeitssicherheit problematisch und daher über den Landesforstdienst nicht möglich. Falls Sie jedoch betroffener Grundeigentümer sind, können Sie selbstverständlich selber aufforsten und die Bäumchen werden von der Forststation zur Verfügung gestellt.
Eine Möglichkeit, sich an einer Aufforstung zu beteiligen, bestünde auch bei den jährlichen Aktionen des Südtiroler Alpenvereins. Details erfahren Sie dort.
Sehr geehrte Damen und Herren. Der Karersee ist umzäunt und es ist verboten, über den Zaun zu steigen. Gibt es Sanktionen und falls ja, welche? Danke.
Bereits mit Dekret des Landeshauptmanns 248-V-81 vom 07.11.1990 wurde ein Betretungsverbot für den Karersee erlassen. Dieses Verbot wurde mit Beschluss der Landesregierung vom 16.07.2007, Nr. 2434 übernommen. Die veraltete Beschilderung wird demnächst ersetzt. Die Verwaltungsstrafe bei Nichtbeachtung des Verbots beträgt derzeit 50 Euro.
Darf ich in meinem eigenen Wald eine Hütte bauen (Partyhütte, evt. zum Übernachten), wenn ja wie groß darf sie max. sein?
Gemäß geltendem Landesraumordnungsgesetz (LG 13/1997, Art. 107) gilt im Wald ein absolutes Bauverbot. Davon ausgenommen sind lediglich Hütten für die Waldbewirtschaftung, falls der jeweilige Eigentümer über einen zusammenhängenden Wald von mehr als 50 ha verfügt. Eine weitere Ausnahme gilt für die Errichtung von Holzlagern gemäß Art. 107, Abs. 28.
Ich wollte mich über den Beruf Jagdaufseher informieren. Der direkte Weg über Jäger plus Kurs würde ich machen da ich in meinem Alter nicht mehr Förster (Ausbildung) machen kann. Ich hab keine Informationen darüber gefunden was die Arbeitsbedingungen, Gehalt, Anstellung sind. Könnten sie mir bitte hierzu Infos geben?
Die Jagdaufseher sind in Südtirol nicht Bedienstete der Landesverwaltung, sondern des Südtiroler Jagdverbandes bzw. eines Jagdreviers. Daher wenden Sie sich bitte für weitere Fragen an den Südtiroler Jagdverband.
Darf man an Seen oder an einem Weiher Zelten?
Für das Zelten an Seen und Weihern gibt es keine allgemeinen, landesweit gültigen Vorschriften. Es ist daher empfehlenswert, sich im Vorfeld über besondere Schutzbestimmungen zu informieren, die für das Gebiet, in welchem man Zelten möchte, gelten.
In einigen Gebieten Südtirols mit besonderer landschaftlicher Unterschutzstellung ist das Lagern mit Zelten und der Aufenthalt mit Wohnwagen und dergleichen, mit Ausnahme des hochalpinen Biwaks, verboten. Beim Biwakieren handelt es sich um eine Sonderform des nächtlichen Aufenthalts im Hochgebirge während eines kurzen durch den Anlass gebotenen Zeitraums (z.B. Notsituation, Witterungsumschwung usw.). Hierbei kann auch ein mitgebrachtes Zelt oder eine vor Ort vorhandene Biwackschachtel verwendet werden).
Zu den Gebieten mit Zelt- und Campierverbot gehören die sieben Naturparke (siehe https://naturparks.provinz.bz.it/naturparks. asp.) und das Schutzgebiet Seiseralm. Verboten ist zudem das Zelten und Campieren im Nationalpark Stilfserjoch außerhalb der eigens ausgewiesenen und ausgestatteten Flächen, in den Biotopen, Naturdenkmälern, Trinkwasserschutzgebieten, auf Demanialgrund, sofern auf letzterem entsprechende Verbotsschilder angebracht sind.
In einigen Fällen finden sich in den Landschaftsplänen (z.B. Landschaftsplan der Gemeinde Ritten, Landschaftspläne der Gemeinden Jenesien, Mölten, Vöran) Zelt- und Campierverbote für bestimmte Gebietsbereiche. Die Bestimmungen der landschaftlichen Unterschutzstellungen sind unter http://www.provinz.bz.it/natur-umwelt/natur-raum/planung/landschaftsplaene-online-landbrowser.asp einsehbar. Vor Ort sind in der Regel auch entsprechende Beschilderungen angebracht. Einzelne Gemeinde haben weiters eigene Verordnungen über das Zelten und Campieren im Gemeindegebiet erlassen.
Es empfiehlt sich, bei der jeweiligen Gemeinde oder bei der zuständigen Forststation nachzufragen. Nicht zuletzt, ist für das Zelten auch das Einverständnis des Grundeigentümers einzuholen.
In Rabland verläuft ein Teil des Peter Mitterhofer Kulturwanderweges entlang des Waldes bis zum K&K Museum...dort kommen mir immer öfter ganze Gruppen von Fahrrädern entgegen. Desweiteren verläuft von dort aus ein Weg hoch durch den Wald zum Niederhof, wo mir letzens 3 Männer entgegen kamen die wohl versuchten mit dem Elektrofahrrad zu downhillen. Wir gehen immer öfters dort, da man am Rad-Fuß -Weg Naturns-Töll als Fußgänger schon gar nicht mehr gehen kann. Nun meine Frage: dürfen auf dem genannten Weg überhaupt Fahrräder fahren und an wen wendet man sich bezüglich dessen?
Art. 26 (Radfahrverbot auf Wanderwegen)
(1) Im Gebiet mit forstlich-hydrogeologischer Nutzungsbeschränkung kann der Bürgermeister, nach Anhören des Direktors des
gebietsmäßig zuständigen Forstinspektorates sowie des jeweils zuständigen Wegehalters, des örtlichen Vertreters des auf Landesebene
repräsentativsten Bauernverbandes, der örtlichen Tourismusorganisation und - falls es sich um Naturparke oder den Nationalpark
Stilfserjoch handelt - der Direktoren der zuständigen Landesämter der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung auf
Wanderwegen oder einzelnen Abschnitten derselben das Befahren mit Fahrrädern verbieten, wenn durch das Radfahren Konflikte mit
den Wanderern oder mit der land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit auftreten.
(2) Das Fahrverbot wird durch eine einheitliche Beschilderung laut Muster in Anlage A kenntlich gemacht, wobei die Gemeinde das
Einverständnis des betroffenen Grundeigentümers für das Aufstellen des Verbotsschildes einholt und die Ausgaben trägt.
(3) Wer das Fahrverbot übertritt, unterliegt einer Verwaltungsstrafe gemäß Artikel 12 des Landesgesetzes vom 21. Oktober 1996, Nr.
21 in geltender Fassung.
(4) Im Sinne des Landesgesetzes vom 7. Jänner 1977, Nr 9, in geltender Fassung, ist mit der Aufsicht über die Einhaltung dieser
Bestimmung das Landesforstkorps betraut. Für die Abwicklung des Verfahrens zur Anwendung der Verwaltungsstrafen ist das Amt für
Forstverwaltung zuständig. 9)
Art. 26 wurde eingefügt durch Art. 1 Absatz 1 des D.LH. vom 31. Mai 2018, Nr. 14.
Hallo! Gibt es in Südtirol Einschränkungen/Verbote für das Sammeln von Zirbenzapfen?
Grundsätzlich ist das Sammeln von Nebenprodukten des Waldes, wie Samen von Bäumen, durch den Grundeigentümer (Art. 832 ZGB) und das gebietsmäßig zuständige Forstinspektorat (DLH 29/2000, Art. 19) zu ermächtigen, speziell wenn es gewerbsmäßig betrieben wird.
Das Sammeln von Zirbenzapfen für einen beschränkten privaten Eigenbedarf entspricht hingegen einem alten Gewohnheitsrecht, welches frei – vorzugsweise in Wäldern, die öffentlichen Körperschaften gehören - ausgeübt werden kann.
Datum: 6.8.2019
Ich habe in Nordtirol bereits öfters gesehen, dass alter Asphalt-Splitt auf Forstwegen als Schotter eingesetzt wird. Ist diese – nicht gerade umweltfreundliche – Methode in Südtirol erlaubt?
Die Methode der Einschotterung von Forstwegen mit Asphaltfräsgut ist in Südtirol nicht erlaubt. Die Verwendung von Asphaltfräsgut (gilt als Abfall) ist in der „Bauschuttrichtlinie“ (Beschluss der Landesregierung vom 27.09.2016 Nr. 1030) geregelt. Meist wird es im Heißverfahren verwendet als Beigabe bei der Herstellung von Asphalt oder lose bei der Errichtung von Straßenunterbauten.