Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F16-03-2012-8C_95-2012
Timestamp: 2016-10-28 19:47:04
Document Index: 13597066

Matched Legal Cases: ['Art. 109', 'Art. 6', 'BGE', 'in casu', 'BGE', 'BGE']

8C_95/2012 (16.03.2012)
8C_95/2012
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 29. November 2011.
Die 1970 geborene S.________, verheiratet und Mutter zweier T�chter (geb. 2000 und 2005), meldete sich im Juli 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich kl�rte die Verh�ltnisse in der Folge in medizinischer, beruflich-erwerblicher und haushaltlicher Sicht ab. Gest�tzt darauf sprach sie der Versicherten nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens in Anwendung der gemischten Invalidit�tsbemessungsmethode eine Viertelsrente r�ckwirkend ab 1. Juli 2007 zu; sie ging dabei von einer Aufteilung der Aufgabenbereiche Erwerbst�tigkeit/Haushalt im Gesundheitsfall von 60 %/40 %, einer Arbeitsf�higkeit in leidensadaptierten T�tigkeiten von 50 %, einer Erwerbseinbusse von 47 % und einer Behinderung im Haushalt von 32,35 %, d.h. gewichtet von einem Invalidit�tsgrad von 41 % ([0,6 x 47 %] + [0,4 x 32,35 %]) aus (Verf�gungen vom 24. M�rz und 9. Juni 2010).
Die dagegen erhobenen Beschwerden wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich im Rahmen eines vereinigten Verfahrens mit Entscheid vom 29. November 2011 ab.
S.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids seien ihr h�here Leistungen auszurichten. Allenfalls sei die Sache zu weiteren Abkl�rungen zur�ckzuweisen.
2.1 Unbestrittenermassen w�re die Beschwerdef�hrerin ohne gesundheitliche Einschr�nkungen in einem Ausmass von 60 % erwerbst�tig und zu 40 % im h�uslichen Aufgabenbereich besch�ftigt. Der massgebende Invalidit�tsgrad ist daher nach der gemischten Methode zu ermitteln. Letztinstanzlich beanstandet werden die - Tatfragen betreffenden und daher nur eingeschr�nkt �berpr�fbaren - Ausf�hrungen des kantonalen Gerichts zur verbliebenen Leistungsf�higkeit in Erwerb und Haushalt.
2.2 Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache wurden im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen (Art. 109 Abs. 3 Satz 2 BGG).
3.1 Bez�glich der gesundheitlichen Beschwerden der Versicherten hat die Vorinstanz die entscheidwesentlichen Unterlagen umfassend wiedergegeben, sich eingehend mit den darin enthaltenen Ausf�hrungen auseinandergesetzt und sie rechtsprechungskonform gew�rdigt. Namentlich auf der Grundlage des als uneingeschr�nkt beweiskr�ftig qualifizierten interdisziplin�ren Gutachtens des Zentrums Y.________ vom 21. April 2009 (samt Erg�nzungen vom 8. und 22. Juli 2009), ist sie zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdef�hrerin aus orthop�discher und neurologischer Sicht in der Lage ist, ihre angestammte T�tigkeit als Briefsortiererin oder eine andere leidensangepasste T�tigkeit im Umfang von 50 % auszu�ben.
3.2 Die dagegen vorgebrachten Einwendungen, welche sich zur Hauptsache in einer Wiederholung der bereits im kantonalen Verfahren geltend gemachten und einl�sslich entkr�fteten R�gen ersch�pfen, belegen keine offensichtliche Unrichtigkeit oder Unvollst�ndigkeit der vorinstanzlichen Feststellungen. Im angefochtenen Entscheid wurde ausf�hrlich aufgezeigt, weshalb auf die Schlussfolgerungen der Experten des Zentrums Y.________, welche in Kenntnis der vollst�ndigen Vorakten, insbesondere auch des Gutachtens des Dr. med. K.________, Facharzt FMH f�r Rheumatologie und Innere Medizin, vom 5. September 2008, sowie in Ber�cksichtigung u.a. der Ergebnisse einer Evaluation der funktionellen Leistungsf�higkeit (EFL) ergangen sind, abgestellt werden kann. Aus dem Umstand allein, dass die Untersuchungen im Zentrum Y.________ lediglich vier Monate nach denjenigen durch Dr. med. K.________ erfolgten, ist keine fehlende Beweistauglichkeit abzuleiten, zumal der eine Arbeitsf�higkeit grunds�tzlich ausschliessende Rheumatologe selber eine erneute Beurteilung des Leistungsverm�gens nach durchgef�hrter Therapie und anschliessender Rehabilitation bzw. allf�lliger EFL vorgeschlagen hat. Den erstgenannten Massnahmen hatte sich die Versicherte indes stets widersetzt, wie sich aus der Stellungnahme des Regionalen �rztlichen Dienstes vom 6. Oktober 2008 ergibt. Anzeichen f�r eine durch das kantonale Gericht begangene Verletzung des rechtlichen Geh�rs oder des fairen Verfahrens im Sinne von Art. 6 EMRK bzw. f�r eine mangelnde rechtliche W�rdigung der Gutachten sind entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdef�hrerin nicht erkennbar.
Da dem von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen und vorinstanzlich best�tigten Einkommensvergleich im �brigen keine Opposition erwachsen ist (Einkommen, welches die versicherte Person ohne Gesundheitssch�digung h�tte erzielen k�nnen [Valideneinkommen], in H�he von Fr. 39'456.-; Einkommen, welches sie trotz Gesundheitssch�digung zumutbarerweise noch zu erzielen verm�chte [Invalideneinkommen], im Betrag von Fr. 20'791.-), hat es bei einer (Teil-)Invalidit�t im erwerblichen Bereich von 47 % sein Bewenden.
In Anbetracht einer Erwerbsunf�higkeit von gewichtet 28,2 % (0,6 x 47 %) m�sste die hauswirtschaftliche Leistungsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin krankheitsbedingt zu mindestens - ungewichtet - 53,3 % vermindert sein, damit der Anspruch auf eine halbe Rente ausgewiesen w�re (zu den Rundungsregeln: BGE 130 V 121). Daf�r bestehen im Lichte der Aktenlage auch unter Ber�cksichtigung m�glicher Folgen des am 21. Juni 2008 erlittenen Sturzes jedoch keine Anhaltspunkte, l�ge dieser Wert doch rund 20 % �ber dem im Abkl�rungsbericht Haushalt vom 15. M�rz 2008 festgehaltenen Ansatz von 32,35 % und �berschritte sogar die im Erwerbsbereich ermittelte Einschr�nkung. Bei der Bew�ltigung des eigenen Haushalts besteht aber in der Regel mehr Spielraum und Flexibilit�t f�r die Einteilung sowie die Ausf�hrung der Arbeit als im Rahmen eines Anstellungsverh�ltnisses. Mit h�uslichen Aufgaben betraute Versicherte haben denn auch Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung reduzieren und ihnen eine m�glichst vollst�ndige und unabh�ngige Erledigung der Haushaltsverrichtungen erm�glichen. Vermag die versicherte Person wegen ihrer Beeintr�chtigung gewisse T�tigkeiten lediglich noch m�hsam und mit viel h�herem Zeitaufwand zu meistern, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend gliedern, wobei sie die durch den gesundheitsbedingten Wegfall der erwerblichen Besch�ftigung gewonnene Zeit auf die Aufgaben im Haushalt zu verwenden hat (Urteil [des Bundesgerichts] 8C_440/2011 vom 11. Juli 2011 E. 4.2 mit Hinweis). Ferner ist in diesem Aufgabenbereich auch der Schadenminderungspflicht in Form der vermehrten Mithilfe der Familienangeh�rigen, in casu des Ehemannes der Beschwerdef�hrerin, Rechnung zu tragen (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 f.; 130 V 97 E. 3.3.3 S. 101 mit Hinweisen; Urteil [des Bundesgerichts] 8C_384/2010 vom 12. Dezember 2011 E. 6.2 mit diversen Hinweisen). Anzumerken bleibt schliesslich, dass die auf das Unfallereignis vom 21. Juni 2008 zur�ckzuf�hrende Verminderung des Leistungsverm�gens �rztlicherseits als vor�bergehend eingestuft wurde (vgl. Arztzeugnis UVG der Frau Dr. med. D.________, Allgemeine Medizin, vom 16. Juli 2008 [voraussichtlich bis Ende Juli 2008]; Stellungnahme des Kreisarztes der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Dr. med. O.________ vom 24. Juli 2008 [ca. zwei Monate]).
Von weiteren Abkl�rungen sind vor diesem Hintergrund keine entscheidrelevanten neuen Aufschl�sse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 124 V 90 E. 4b S. 94; Urteil [des Bundesgerichts] I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149). Es bleibt mithin bei der durch die Beschwerdegegnerin zugesprochenen Viertelsrente.
Luzern, 16. M�rz 2012