Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=15.12.1997&Aktenzeichen=2%20Ss%20OWi%201365/97
Timestamp: 2019-12-12 16:04:58
Document Index: 110966577

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 25']

OLG Hamm, 15.12.1997 - 2 Ss OWi 1365/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,3244
OLG Hamm, 15.12.1997 - 2 Ss OWi 1365/97 (https://dejure.org/1997,3244)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15.12.1997 - 2 Ss OWi 1365/97 (https://dejure.org/1997,3244)
OLG Hamm, Entscheidung vom 15. Dezember 1997 - 2 Ss OWi 1365/97 (https://dejure.org/1997,3244)
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NZV 1998, 164
Zwar muss der Tatrichter, wie der Senat bereits wiederholt entschieden hat, nicht grundsätzlich nähere Feststellungen treffen, diese sind jedoch immer dann erforderlich, wenn der Betroffene ein sog. "Augenblicksversagen" im Sinn der BGH-Rechtsprechung geltend macht (vgl. u.a. Senat in NZV 1998, 164 = DAR 1998, 150 = zfs 1998, 232 = StraFo 1998, 186 = VRS 95, 58; ZAP EN-Nr. 368/99 = DAR 1999, 327 = VRS 97, 207 = MDR 1999, 931 = VRS 97, 212).
Der Betroffene hat - zumindest ist nach den Ausführungen im amtsgerichtlichen Urteil zu seinen Gunsten davon auszugehen - ein so genanntes Augenblicksversagen im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geltend gemacht (vgl. BGHSt 43, 241 = NJW 1997, 3252 = NZV 1997, 255; vgl. dazu auch Senat in DAR 1998, 150 = VRS 95, 59).
Die Berufung auf ein Augenblicksversagen macht es aber für den Tatrichter erforderlich, sich mit dem entsprechenden Vorbringen des Betroffenen auseinander zu setzen und zu prüfen, ob nach den Grundsätzen der Rechtsprechung des BGH (…BGH, a.a.O.) ein Fahrverbot ggf. nicht festgesetzt werden kann, weil dem Betroffenen ein auch subjektiv grober Vorwurf nicht gemacht werden kann (Senat in NZV 1998, 164 = DAR 1998, 150 = zfs 1998, 232 = StraFo 1998, 186 = VRS 95, 58; VRS 100, 468 = NZV 2001, 355 = DAR 2001, 376 = zfs 2001, 381 = VM 2001, 93).
1. Allgemein weist der Senat darauf hin, daß die entsprechende Anwendung der Rechtsprechung des BGH zum "Augenblicksversaqen" (…BGHSt, a.a.O.) auf die "beharrliche Pflichtwidrigkeit" nicht in jedem Fall zusätzlichen Feststellungen hinsichtlich der "besonderen" Vorwerfbarkeit des Verkehrsverstoßes erfordert, sondern - ebenso wie bei der groben Pflichtwidrigkeit - nur, wenn der Betroffene sich auf ein solches Augenblicksversagen beruft (…vgl. dazu BGH, a.a.O.; ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. u.a. Beschluß vom 15.12.1997 in 2 Ss OWi 1375/97, die o.a. Beschlüsse und Senat in NZV 1998, 164; DAR 1998, 281; so auch OLG Celle NZV 1998, 254; OLG Karlsruhe DAR 1.998, 153 und Deutscher NZV 1999, 111, 114; a.A. offenbar OLG Düsseldorf NZV 1998, 385[ Ls.]).
Im letzteren Fall wird ein lediglich auf leichter Fahrlässigkeit beruhendes Augenblicksversagen in der Regel auszuschließen sein (vgl. OLG Köln NZV 1998, 164).
OLG Köln, 01.12.1998 - Ss 545/98
Sie ist im allgemeinen nur bei abstrakt oder konkret gefährlichen Ordnungswidrigkeiten gerechtfertigt, die immer wieder die Ursache schwerer Unfälle bilden (…BGH a.a.O.; OLG Hamm NZV 1998, 164 ;… Mühlhaus/ Janiszewski StVO 15. Aufl., § 25 StVG Rdn 9 m.w.N.).
OLG Hamm, 11.08.1998 - 3 Ss OWi 906/98
Augenblicksversagen, einfache Fahrlässigkeit, grobe Pflichtwidrigkeit, …
Vielmehr hätte es weiterer tatrichterlicher Feststellungen zu den äußeren Umständen der Geschwindigkeitsbeschränkung bedurft (OLG Hamm, Beschluss vom 15.12.1997 - 2 Ss OWi 1365/97 -, DAR 98, 150 f).