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Timestamp: 2020-04-05 01:46:58
Document Index: 263945955

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 5', '§ 2', '§ 20', '§ 1', '§ 119', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 57', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1']

Erstellen von Hochzeitsvideos - Findok Internet
Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 15.05.2014, RV/7100386/2011
Erstellen von Hochzeitsvideos
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Siegfried Fenz in der Beschwerdesache Bf., gegen den Bescheid des Finanzamtes Wien 3/11 Schwechat Gerasdorf vom 2. März 2010, betreffend Einkommensteuer für 2009 zu Recht erkannt:
Der angefochtene Bescheid wird wie mit Berufungsvorentscheidung vom 9. Juli 2010 abgeändert.
Hinsichtlich der Bemessungsgrundlagen tritt keine Änderung gegenüber der Berufungsvorentscheidung ein, weshalb auf diese verwiesen wird.
Der Beschwerdeführer machte in seiner Einkommensteuererklärung für 2009 Einkünfte aus selbständiger Arbeit in Höhe von -3.738,41 EUR geltend.
Das Finanzamt versagte diesen negativen Einkünften mit folgender Begründung die Anerkennung:
"Gem. § 2 Abs. 4 EStG i.V.m. § 1 Abs. 2 Z 3 LVO ist Liebhaberei bei einer Betätigung anzunehmen, wenn Verluste entstehen aus Tätigkeiten, die typischerweise auf eine besondere in der Lebensführung begründete Neigung zurückzuführen sind. Ihr Gewerbe "Filmproduktion einschließlich der Herstellung von Multi-Media-Produkten" wurde mit dem Jahr 2004 begonnen und mit 20. April 2009 ruhend gemeldet. Ab dem Jahr 2004 bis dem Jahr 2008 wurden Einnahmen in Höhe von € 2.488,- und Ausgaben in Höhe von € 21.637,07 erklärt. Die Betätigung wurde vor dem Erzielen eines Gesamtgewinnes beendet. Ihre Tätigkeit wird gemäß § 1 Absatz 2 Liebhabereiverordnung als Liebhaberei eingestuft. Ihr geltend gemachter Verlust in Höhe von € 3.738,41 konnte nicht berücksichtigt werden."
Die Nichtanerkennung führte zu einer Abgabennachforderung in Höhe von 1.356,96 €.
Der Bf. stellte mit nachstehender Begründung den Antrag, seine Tätigkeit solle nicht als Liebhaberei eingestuft werden:
"Keine Gewinne zu erwarten
Speziell im kreativen Bereich sind Anlaufschwierigkeiten vorprogrammiert die man überwinden muss um in der Branche Fuß fassen zu können. Im kreativen Bereich sind aber in Folge Auftragswerte zu erzielen, welche mehrere zehntausend Euro pro Auftrag betragen. Die angefallenen Verluste sind im Anlaufzeitraum entstanden, deshalb komme Ausmaß und Entwicklung der Verluste nur geringe, dem Bemühen, die Verlustzone zu verlassen, hingegen entscheidende Bedeutung zu.
Nach der Matura meines Sohnes sollte er sich der Tätigkeit widmen. Ich wollte die gesamte Zeit unselbständig erwerbstätig sein und wollte Gewinne erzielen. Dass genau zu dem Zeitpunkt die Weltwirtschaftskrise einsetzt habe ich nicht voraus gesehen. Weiter habe ich nicht voraus gesehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt arbeitslos werde. Ich MUSSTE die Firma ruhend melden, da ich sonst ALLE Ansprüche auf Arbeitslosengeld verloren hätte. Wie im Schreiben des FA vom 09. Juli 2010 festgehalten ist, ist die Firma derzeit ruhend gemeldet. Die Aussage: - Die Betätigung wurde vor dem Erzielen eines Gesamtgewinnes beendet. - ist daher falsch.
Lebensführung begründete Neigung
Ich habe keine Neigung auf fremden Hochzeiten, Geburtstagen etc. mit der Video-Kamera zu erscheinen außer zum Zwecke Gewinn zu erwirtschaften."
Die Verordnung des Bundesministers für Finanzen über das Vorliegen von Einkünften, über die Annahme einer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit und über die Erlassung vorläufiger Bescheide (Liebhabereiverordnung - LVO) BGBl. Nr. 33/1993 i.d.g.F. lautet:
(1) Fallen bei Betätigungen im Sinn des § 1 Abs. 1 Verluste an, so ist das Vorliegen der Absicht, einen Gesamtgewinn oder Gesamtüberschuss der Einnahmen über die Werbungskosten (§ 3) zu erzielen, insbesondere anhand folgender Umstände zu beurteilen:
(1) Unter Gesamtgewinn ist der Gesamtbetrag der Gewinne zuzüglich steuerfreier Einnahmen abzüglich des Gesamtbetrags der Verluste zu verstehen. Steuerfreie Einnahmen sind nur insoweit anzusetzen, als sie nicht zu einer Kürzung von Aufwendungen (Ausgaben) führen. Wertänderungen von Grund und Boden, der zum Anlagevermögen gehört, sind nur bei der Gewinnermittlung nach § 5 EStG 1988 anzusetzen.
Die Steuerbarkeit von Einkünften setzt nicht nur die Erfüllung der Tatbestandsmerkmale der in § 2 Abs. 3 EStG 1988 aufgezählten Einkunftsarten voraus, sondern auch die Absicht, eine insgesamt ertragbringende Tätigkeit zu entfalten. Fehlt es an einer derartigen Absicht, ist das Ergebnis der Betätigung - mag es auch die Tatbestandsmerkmale einer Einkunftsart des EStG 1988 erfüllen - steuerlich nicht beachtlich, sondern als Liebhaberei dem Bereich der privaten Lebensführung (§ 20 EStG 1988) zuzurechnen (vgl. Wiesner/Grabner/ Wanke, MSA EStG 13. EL Anh. II/2 Anm. 1).
Bei § 1 Abs. 2 Tätigkeiten hat der Abgabepflichtige im Rahmen seiner Offenlegungs- und Mitwirkungspflicht (§ 119 BAO) darzulegen, dass die Betätigung objektiv ertragsfähig ist (UFS vom 24.11.2003, RV/2990-W/02).
Gemäß § 1 Abs. 2 Z 1 LVO ist Liebhaberei bei einer Betätigung anzunehmen, wenn Verluste aus der Bewirtschaftung von Wirtschaftsgütern entstehen, die sich nach der Verkehrsauffassung in einem besonderen Maß für eine Nutzung im Rahmen der Lebensführung eignen und typischerweise einer besonderen in der Lebensführung begründeten Neigung entsprechen, oder aus Tätigkeiten, die typischerweise auf eine besondere in der Lebensführung begründete Neigung zurückzuführen ist (§ 1 Abs. 2 Z 2 LVO). Im ersten Fall steht sowohl die Bewirtschaftung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens als auch des Umlaufvermögens im Vordergrund. Beide Tatbestände des § 1 Abs. 2 Z 1 LVO sind abstrakt nach der Verkehrsauffassung bzw. nach der typisierenden Betrachtungsweise auszulegen. Die konkrete subjektive Sicht oder subjektive Neigung des Steuerpflichtigen ist unbeachtlich. Wirtschaftsgüter, die unter § 1 Abs. 2 Z 1 LVO fallen, sind nur jene, die sich vom Umfang her für eine private Nutzung eignen. (UFS vom 17.05.2004, RV/3306-W/02).
Steht bei einer Betätigung, die typischerweise auf eine besondere in der Lebensführung begründete Neigung zurückzuführen ist, die Bewirtschaftung von Wirtschaftsgütern, die sich nach der Verkehrsauffassung in einem besonderen Maß für eine Nutzung im Rahmen der Lebensführung eignet, und typischerweise einer besonderen in der Lebensführung begründeten Neigung entsprechen, im Vordergrund, so fällt diese unter § 1 Abs. 2 Z 1 LVO.
Am 5. Oktober 2004 teilte der Bf. dem Finanzamt Folgendes mit (Fragebogen anlässlich des Beginnes einer Tätigkeit):
(Genaue) Bezeichnung der Tätigkeit: FILM & VIDEO PR.
Beginn der Berufsausübung/ Tägigkeit am: 01.09.2004
Der voraussichtliche Jahresumsatz beträgt im Eröffnungsjahr Betrag in Euro: 0
Der voraussichtliche Gewinn beträgt im Eröffnungsjahr Betrag in Euro: 800
Der voraussichtliche Jahresumsatz beträgt im Folgejahr Betrag in Euro: [nicht ausgefüllt]
Der voraussichtliche Gewinn beträgt im Folgejahr Betrag in Euro: [nicht ausgefüllt]
Für das Jahr 2004 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Einnahmen: 0,00
Domain 2/12 7,20
Headset Nokia HDW-3 64,00
Prozessor Intel 3,20GHz 207,82
Motherboard P4S55FX+ 32,83
Kühler Zalman 30,58
DVD Brenner LG 4120B 63,37
DDR RAM 1024MB 179,40
P-Touchband 26,80
Router 124,08
TFT Bildschirm 250,40
CPU Kühler 10,39
Reifen für PKW 247,01
Montage der Reifen 34,42
Fachbuch Netzwerk 5,37
Fachbuch "C++" 11,71
Upgrade Schnitt Software 237,00
Patchkabel 2,80
PC Komponenten 237,25
Patchkabel 16,78
DVD-Hüllen 25,99
Druckerpatronen 76,60
Kaffeemaschine 363,88
DV Bänder 8,37
Filter Kaffeemaschine 9,99
DVD-RW für Kamera 38,97
Handheld PC 371,58
CD-Rohlinge 48,98
USB Stick 33,09
SD Speicherkarte 61,23
Kfz Versicherung 2/12 141,78
Kabsi 2/12 29,80
Miete und Parkplatz 2/12 904,12
Telefongrundgebühr 2/12 31,97
Heizung und Warmwasser 2/12 129,00
Stromkosten 2/12 99,24
Summe der Ausgaben: 4.156,59
Für das Jahr 2005 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Hochzeit 15.10.2005 270,00
Playbackshow SVS 13.12.2005 650,00
Summe der Einnahmen 920,00
Aktenvernichter 15,99
Tintenpatrone 32,90
Fotopapier 11,99
Lampe Spiegel 13,00
Kuvert 2,69
Sichthüllen 1,79
Hülle für iPAQ 30,31
Vignette 2005 12,10
Motherboard ASUS 39,54
1024MB DDR Ram 106,20
intel CeleronD320 54,99
200GB MaxtorS-ATA 73,78
Gehäuse Dämmung 38,18
DVD-R 47,20
Tintenpatrone 64,80
Cardreader Writer Hama 6,61
Gehäuse für PC 79,20
Drucker 73,65
Infrarot USB 23,99
USB Kabel 9,34
Domain 7,20
PC Komponenten 157,86
Ext. Festplatte 103,20
DVD-ROM Laufwerk 16,40
Optische Maus 8,40
Norton Ghost 9.0 40,80
Bücher C + Übungsbuch 23,54
§ 57a Begutachtung 36,00
DVD-Player 39,92
Elekromaterial 14,93
LCD TV Toshiba 479,80
S-Video Kabel 11,19
SCART Kabel 10,39
Handy-Reparatur 30,00
DVD-ROM Laufwerk 19,99
Wischer Bosch 32,40
Funklautsprecher 39,99
CD Brenner 31,92
Ladegerät 8,00
Batterien 8,99
1GB Memory Stick Sony 74,48
Autoaltas 9,90
Domain 9,90
DVD und Hüllen 79,88
Notebook ACER Aspire 339,75
T-Shirts, Sweater, Kappen 261,12
Postgebühren 2,85
Büromaterial 30,60
Headset 15,92
Halogenstrahler 11,99
Büromaterial 15,57
Router WPN824GR 86,90
Büromaterial 2,49
Büromaterial 23,34
Scheinwerfer 17,99
Webhostingpaket 82,50
DVD und Hüllen 38,38
Werkzeugset 67,20
CD Hüllen Reader 45,17
Buch "Der Videojournalist" 52,72
Steckdosen 11,19
Autoapotheke 11,58
Schreibtisch 318,40
Büromaterial 15,88
Tintenpatronen 51,98
120GB Samsung S-ATA 71,84
Tintenpatronen 29,90
Batterien 26,96
Tintenpatronen 29,99
Drucker HP5940 75,31
Registry-Software 11,62
Büromaterial 14,97
Video Leuchte 55,92
Kassetten und DVD RW 83,92
Tischsteckdosen 37,98
DVD und Hüllen 55,26
Batterie 82,49
Büromaterial 24,99
Keyboard und Mouse 68,00
Tintenpatronen 87,70
Web Camera Elekronic 19,98
Kabelbinder und Sockel 10,39
Safe-Box für Verlängerung 5,31
Video Leuchte 52,72
IKEA Behälter 16,46
FTP Login für dfb-tv. 9,90
DVD und Hüllen 72,21
Kfz- Versicherung 142,62
Kabsi 29,80
Miete und Parkplatz 864,68
Telefongrundkosten 31,97
Stromkosten 179,68
Heizung und Warmwasser 179,50
SVA 64,66
WKO NÖ 74,50
Summe der Ausgaben: 6.048,09
Für das Jahr 2006 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Hochzeit 21.09.2006 370,00
Geburtstagsfest 300,00
Summe der Einnahmen: 670,00
UND WEITERE 71 POSITIONEN
Summe der Ausgaben: 4.853,19
Für das Jahr 2007 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Hochzeit 19.12.2007 399,00
Summe der Einnahmen: 399,00
UND WEITERE 61 POSITIONEN
Summe der Ausgaben: 4.629,19
Für das Jahr 2008 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Schulung 01.09.2008 499,00
Summe der Einnahmen: 499,00
Vignette 2008
UND WEITERE 42 POSITIONEN
Summe der Ausgaben: 6.925,70
Für das Jahr 2009 erklärte der Bf. folgende Einnahmen und Ausgaben (Beträge in EUR):
Summe der Einnahmen: 0,00
Kaspersky 50,42
Auto-Batterie 139,55
2 Stück Vignette 140,22
Boulevardmedium Weber 27,55
Bücher Goethe 8,84
DVD Kottan 37,91
Bücher Theodor Storm 11,69
Eldea Opal 53,20
Journalistik Heft 15 9,03
Bücher Wallraff 16,53
Einschreiben 0,52
Kleinmaterial 22,02
Büromaterial 2,84
Einschreiben 3,90
Kaffeemaschine 9,45
Notebook MAC 302,94
MAC Zubehör 18,69
MAC Zubehör - Display 130,68
Festplatte ext. 1TB 24,10
iPod 22,35
LCD TV Toshiba 37WL56P 359,85
Kabelsignal TV 37,25
Kabelsignal Internet 90,00
GIS 108,85
Webhost One 24,98
Kfz Versicherung 183,70
Miete und Parkplatz 1.173,45
Stromkosten 276,41
Heizung und Warmwasser 410,66
SVA 40,83
Summe der Ausgaben: 3.738,41
Auf Grund der Anzeige des Bf. vom 20. April 2009, mit der er den Nichtbetrieb seiner Gewerbeberechtigung:
Filmproduktion einschließlich der Herstellung von Multi-Media-Produkten, Wirksamkeit der Berechtigung: 2004-09-01, anzeigte,
erfolgte seitens der Wirtschaftskammer Niederösterreich das Ruhen des Gewerbes ab 20. April 2009.
Der Aktenlage und der Abgabeninformationssystemabfrage sowie der Nichtbeantwortung des diesbezüglichen Punktes laut dem letzten Absatz des Schreibens vom 31. März 2014 folgend, nahm der Bf. die im April 2009 ruhend gemeldete Tätigkeit bis dato NICHT mehr auf.
Der Antrag des Bf., den Bescheid abzuändern, lautet:
"Meine Tätigkeit soll nicht als Liebhaberei eingestuft werden."
Diesen Antrag begründete der Bf. wie folgt:
"Speziell im kreativen Bereich sind Anlaufschwierigkeiten vorprogrammiert, die man überwinden muss, um in der Branche Fuß fassen zu können. Im kreativen Bereich sind aber in Folge Auftragswerte zu erzielen, welche mehrere zehntausend Euro pro Auftrag betragen. Die angefallenen Verluste sind im Anlaufzeitraum entstanden, deshalb kommen Ausmaß und Entwicklung der Verluste nur geringe, dem Bemühen, die Verlustzone zu verlassen, hingegen entscheidende Bedeutung zu.
Nach der Matura meines Sohnes sollte er sich der Tätigkeit widmen. Ich wollte die gesamte Zeit unselbständig erwerbstätig sein und wollte Gewinne erzielen. Dass genau zu dem Zeitpunkt die Weltwirtschaftskrise einsetzt, habe ich nicht voraus gesehen. Weiter habe ich nicht voraus gesehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt arbeitslos werde. Ich MUSSTE die Firma ruhend melden, da ich sonst ALLE Ansprüche auf Arbeitslosengeld verloren hätte. Wie im Schreiben des FA vom 09. Juli 2010 festgehalten ist, ist die Firma derzeit ruhend gemeldet. Die Aussage: - Die Betätigung wurde vor dem Erzielen eines Gesamtgewinnes beendet. - ist daher falsch.
Der Bf. sprach wiederholt davon, dass er seine Tätigkeit "im kreativen Bereich" ausgeübt habe und wollte damit begründen, dass es in diesem Bereich vorprogrammierte Anlaufschwierigkeiten zu überwinden galt, in der Folge aber Auftragswerte zu erzielen seien, "welche mehrere zehntausend Euro pro Auftrag betragen."
Konnten innerhalb eines Zeitraumes von über 4 1/2 Jahren (ab September 2004 bis April 2009)
- 1 Hochzeitsvideo im September 2005 mit Einnahmen iHv € 270,00
- 1 Playbackshow im Dezember 2005 mit Einnahmen iHv € 650,00
- 1 Hochzeitsvideo im September 2006 mit Einnahmen iHv € 370,00
- 1 Geburtstagsvideo im Dezember 2006 mit Einnahmen iHv € 300,00
- 1 Hochzeitsvideo im Dezember 2007 mit Einnahmen iHv € 399,00
- 1 Schulung im September 2008 mit Einnahmen iHv € 499,00
akquiriert und durchgeführt werden, lässt sich unter Bedachtnahme auf die Art und die Höhe der geltend gemachten Ausgaben nicht einmal ansatzweise erkennen,
- worin konkret die "vorprogrammierten Anlaufschwierigkeiten" bestanden haben,
- durch welche Umstände diese überwunden gewesen wären und welche Maßnahmen diesbezüglich gesetzt wurden und
- aus welchem Grund anstelle der Aufträge mit Auftragswerten von rd € 300 bis € 400 in der Folge Auftragswerte mit "mehreren zehntausend Euro pro Auftrag" - also der 100fachen Beträge - erzielt hätten werden können.
Wenn der Bf. ins Treffen führt, dass er keine Neigung auf fremden Hochzeiten, Geburtstagen etc. mit der Video-Kamera zu erscheinen habe, außer zum Zwecke Gewinn zu erwirtschaften, relativiert sich dieses Vorbringen, wenn man die oben angeführte Anzahl innerhalb des Zeitraumes von über 4 1/2 Jahren im Auge behält und die Vielzahl der Ausgabenpositionen, die einen Bezug zur Bewirtschaftung von Wirtschaftsgütern im Sinne des § 1 Abs. 2 Z 1 Liebhabereiverordung, die sich nach der Verkehrsauffassung in einem besonderen Maß für eine Nutzung im Rahmen Lebensführung eignen, haben (Wohnung, Kfz, Fernseher usw. (und deren Geltendmachung bspw. im Jahr 2007 bei 1x Hochzeitsfilmen zu einer Abgabengutschrift in Höhe von rd. € 2.100,00 führte).
Der Bf. misst dem Bemühen, die Verlustzone zu verlassen, entscheidende Bedeutung zu.
Auf Grund der Struktur der Ausgaben, in Verbindung mit den erklärten Einnahmen, ist das von ihm angesprochene Bemühen nicht zu erkennen.
Das diesbezügliche Ersuchen des erkennenden Gerichtes um Bekanntgabe: "Worin kam dieses Bemühen zum Ausdruck? Sie werden eingeladen, dieses Bemühen (durch Vorlage Ihnen geeignet erscheinender Unterlagen) nachzuweisen." blieb unbeantwortet.
Unbeantwortet blieb auch die Vorhaltung des erkennenden Gerichtes: "Das Vorbringen: 'Nach der Matura meines Sohnes sollte er sich der Tätigkeit widmen.' weist auf Ihre (zeitlich nicht dargetane) Absicht hin, dass Sie die Tätigkeit ohne Rücksicht darauf, ob Sie in jenem (nach der Matura gelegenenen) Zeitpunkt bereits einen Gesamtgewinn erzielt haben oder nicht, beenden wollten. Sofern Sie die Tätigkeit (entgegen dem oben Gesagten) wiederaufgenommen haben, werden Sie um Nachweisführung ersucht."
Wie aus der Relation der Einnahmen zu den Ausgaben ersichtlich ist, übersteigen die Betriebsausgaben die Einnahmen um ein Vielfaches. Wenn der Bf. Jahr um Jahr bereit war, im Vergleich zu den Einnahmen hohe Kosten aufzuwenden, und damit relativ sehr geringe Einnahmen zu erzielen, dokumentiert er damit, dass diese Tätigkeit keinesfalls zwecks Erzielen von Gewinnen betrieben wurde, wurde die Tätigkeit Jahr um Jahr ja in einer nicht erwerbswirtschaftlichen Art und Weise ausgeübt. Die Art der "Betriebsführung", die sich im Verhältnis Aufwand zu Ertrag widerspiegelt, ist im Lauf der Jahre nicht geändert worden.
Das im Zusammenhang mit dem Vorbringen, wonach sich der Sohn des Bf. nach der Matura der Tätigkeit widmen sollte, er (der Bf.) die gesamte Zeit unselbständig erwerbstätig sein wollte, in den Raum gestellte Vorbringen, er habe nicht voraus gesehen, dass "genau zu dem Zeitpunkt die Weltwirtschaftskrise einsetzt", lässt die wahre Ursache des Nichtverlassens der Verlustzone außer acht: dass ab September 2004 bis zum Einsetzen der Krise im Laufe des Jahres 2008 - somit über Jahre hinweg - nur einzelne Aufträge akquiriert und durchgeführt werden konnten und es auch mit den Jahren zu keiner Steigerung kam.
Wenn der Bf. von "angefallenen Verlusten (,die) im Anlaufzeitraum entstanden (sind)" spricht und damit die Verluste des Jahres 2009 meint, ist ihm Folgendes entgegen zu halten:
1. Die Anlaufzeitraum-Regelung betrifft Betätigungen im Sinn des § 1 Abs. 1 LVO, nicht jedoch Betätigungen im Sinn von § 1 Abs. 2 LVO.
2. Selbst wenn man vom Vorliegen einer Betätigung im Sinn des § 1 Abs. 1 LVO ausginge, wäre für den Standpunkt des Bf. nichts gewonnen, weil der Anlaufzeitraum unter Bedachtnahme auf den Beginn der Betätigung im Jahr 2004 und das erstmalige Erzielen von Einnahmen im Jahr 2005 mit Ablauf des 31. Dezember 2007 geendet hätte.
Der Bf. übte seine Tätigkeit nach dem Gesamtbild der Verhältnisse somit in einer Art und Weise aus, die zweifelsfrei erkennen lässt, dass nicht das Streben nach Gewinn im Vordergrund stand, vielmehr ist nochmals auf den oben bereits angeführten Umstand zu verweisen, wonach den sehr sporadischen Aktivitäten Jahr um Jahr (wegen abgesetzter Kosten für Wohnung, Kfz, Fernseher usw.) die Geltendmachung hoher Abgabengutschriften gegenübersteht - bspw. im Jahr 2007 (1x Hochzeitsfilmen) eine in Höhe von rd. EUR 2.100,00 geltend gemachte Abgabengutschrift.
ECLI:AT:BFG:2014:RV.7100386.2011
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Findok-Nr: 100856.1, aufgenommen am: 28.07.2014 11:26:31, Dokument-ID: 21f1777e-56fd-44f5-be3b-12d78f40acf0, Segment-ID: 280b102d-b935-4077-8f2f-62481aba9b9d