Source: http://berliner-testament.info/
Timestamp: 2017-02-24 14:46:20
Document Index: 13228125

Matched Legal Cases: ['§ 2265', '§ 2064', '§ 2229', '§ 2247', '§ 2252', '§ 2269', '§ 2303']

Was ist das Berliner Testament? Vor- und Nachteile des Berliner Testaments.
Herzlich willkommen bei Berliner-Testament.info,
hier erhalten Sie nützliche und hilfreiche Informationen zum Berliner Testament, insbesondere auch zur Erbschaftsteuer. Mit dem Berliner Testament ändern Sie - wie mit jedem Testament - die gesetzliche Erbfolge. Bitte beachten Sie auch, dass der Güterstand in dem Sie mit Ihrem Ehegatten leben, einen erheblichen Einfluss auf das Erbe hat.
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Berliner Testament und Erbschaftsteuer
Die gesetzliche Erbfolge oder Berliner Testament?
Welche Auswirkung hat der Güterstand auf die Erbschaft
Das Berliner Testament ist ein gemeinschaftliches Ehegattentestament, dass Sie also nur mit Ihrem Ehegatten gemeinsam verfassen können. Das gemeinschaftliche Testament von Ehegatten ist in § 2265 BGB geregelt. Dieses gemeinschaftliche Testament kann ausschließlich von Ehegatten persönlich errichtet werden (§ 2064 BGB). Voraussetzung ist der gemeinsame Testierwille und die Testierfähigkeit nach § 2229 BGB der Ehegatten, wobei es genügt, dass einer der Ehegatten das Testament in der vorgeschriebenen Form (schriftlich und eigenhändig) abfasst und der andere Ehegatte die gemeinschaftliche Erklärung mitunterzeichnet.
Folgende Formen des Testaments sind möglich:
Eigenhändiges Testament (Privattestament)
Das Privattestament muss handschriftlich verfasst und unterschrieben worden sein (§ 2247 Abs. 1 BGB) um Gültigkeit zu erlangen. Außerdem sollte es Ort und Datum enthalten.
Notarielles Testament (Öffentliches Testament)
Das Öffentliche Testament muss vor einem Notar errichtet werden.
Wenn auf Grund einer besonderen Situation kein ordentliches Testament abgefasst werden, kann ein sogenanntes Nottestament errichtet werden. Die Gültigkeit des Nottestaments ist auf 3 Monate beschränkt, sofern der Erblasser nach der Errichtung am Leben bleibt (§ 2252 BGB).
Die am häufigsten vorkommende Form des Ehegattentestaments ist das Berliner Testament (§ 2269 BGB): Das Berliner Testament sieht vor, dass sich die Ehegatten gegenseitig zum Erben einsetzen, so dass Kinder bzw. andere Personen erst erben, wenn auch der andere überlebende Ehegatte verstorben ist. In das Berliner Testament wird des Öfteren eine sog. „Wiederverheiratungsklausel“ aufgenommen, die verhindern soll, dass das von einem Ehegatten geerbte Vermögen nicht an einen eventuell zukünftigen neuen Ehegatten vererbt wird. Wird die Ehe durch Scheidung aufgelöst, so erlischt das Berliner Testament, es sei denn, es wurden besondere Regelungen für den Fall einer Scheidung festgehalten.
Ein bereits aufgesetztes Testament bindet Sie im Gegensatz zum Erbvertrag nicht. Sie können Ihr Berliner Testament also jederzeit ändern. Das letzte Testament verdrängt alle älteren Testamente. Bitte beachten Sie aber die Besonderheit beim Berliner Testament, dass oftmals auch Regelungen zur Nacherbschaft enthalten sind - also Bestimmungen, wer nach dem zuletzt versterbenden Ehegatten den Nachlass erhalten soll (z.B. Die Ehegatten setzen sich gegenseitig zum Erben ein und danach die Kinder). Der zuerst verstorbene Ehegatte hat also mit über seinen Tod hinaus verfügt, dass die Kinder Erbe werden sollen. Der Überlebende Ehegatte kann dann nicht mehr einseitig über den Nachlass verfügen und die Kinder enterben.
Die Änderung der Erbfolge durch ein Testament sind aber grundsätzlich gewisse Grenzen gesetzt. Nur unter Beachtung der Begrenzung Ihrer Testierfreiheit können Sie auf die Erbfolge sowie den Umgang der Erben mit Ihrem Nachlass und vor allem auf die Höhe der Erbschaftsteuer Einfluss nehmen. Sie können pflichtteilsberechtigte Erben (beim Berliner Testament in der Regel Ihre Kinder) nicht gänzlich vom Erbe ausschließen. Das wäre nur in extremen Ausnahmefällen denkbar. Den Kindern steht im Falle des Berliner Testaments der sogenannte Pflichtteil zu. Der Pflichtteil ist in § 2303 BGB geregelt. Pflichtteilsberechtigt sind neben den Kindern auch die Eltern und der Ehegatte des Erblassers. Der Anspruch auf den Pflichtteil entsteht, wenn einer dieser Personen testamentarisch enterbt wurde oder das gesamte Erbe einem familienfremden Dritten zufallen soll. Der Pflichtteil ist somit ein Mindesterbe in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.
Das Berliner Testament funktioniert also nur dann, wenn die enterbten Kinder keine Pflichtteilsrechte geltend machen. In das Berliner Testament wird des Öfteren eine sog. „Pflichtteilsklausel“ aufgenommen, die verhindern soll, dass die Kinder nicht den Pflichtteil geltend machen. Diese Klauseln sind allerdings zivilrechtlich äußerst umstritten. Das Berliner Testament bedarf daher der intensiven erb- und steuerrechtlichen Beratung. Außerdem sollten auch alle betroffenen Familienangehörigen in die Testamentsplanung mit einbezogen werden, damit es danach nicht zum Streit um den Pflichtteil kommt.
Berliner Testament und Erbschaftssteuer
Sie sollten - auch wenn Sie an der gesetzlichen oder testamentarischen Erbfolge nicht ändern möchten - über eine steuerliche Optimierung Ihres Testaments nachdenken. Dazu sollten Sie einen auf Erbschaftssteuer spezialisierten Steuerberater konsultieren. Das gilt insbesondere wenn Sie bereits über ein Berliner Testament verfügen oder aufsetzen wollen. Denn die gegenseitige Erbeinsetzung mit Ihrem Ehepartner (Berliner Testament) gilt es zu vermeiden. Solche Berliner Testamente gehören zu den steuerschädlichsten Testamenten. Das Berliner Testament sollte nur dann gewählt werden, wenn zwingende zivilrechtliche Gründe es zwingend erforderlich machen. In der Regel lassen sich aber steuerliche Gestaltungen finden, die das Berliner Testament hinsichtlich der Erbschaftssteuer optimieren können.
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