Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/bfh-kosten-fuer-die-haustierbetreuung-im-eigenen-haushalt-koennen-steuerlich-absetzbar-sein_075854.html
Timestamp: 2018-11-13 05:07:53
Document Index: 140533322

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', 'Art%3']

Wie der Bundesfinanzhof (BFH) am 25.11.2015 in einer Pressemitteilung mitteilte, kann die Versorgung und die Betreuung eines Haustieres im eigenen Haushalt nach § 35a Absatz 2 Satz 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) begünstigt sein. Dies wurde laut der Pressemitteilung mit Urteil des 6. Senats des BFH am 03.09.2015 entschieden.
Hintergrund des Urteils ist, dass die Kläger während ihrer Urlaubsabwesenheit ihre Katze in der Wohnung von der „Tier- und Wohnungsbetreuung A” betreuen ließen. Dafür zahlten sie an die Firma ca. 300 €.
Mit der Einkommenssteuererklärung beantragten die Kläger beim Finanzamt daher eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG. § 35a EStG sieht eine Einkommenssteuerermäßigung für sog. „haushaltsnahe Dienstleistungen” vor. Die Ermäßigung ist nach der ohnehin schon geltenden Rechtsprechung dann zu gewähren, wenn die in Anspruch genommene Leistung eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweist oder damit im Zusammenhang steht. Davon ist nach der Rechtsprechung insbesondere bei hauswirtschaftlichen Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt werden und in regelmäßigen Abständen anfallen, auszugehen.
Das Finanzamt lehnte die Steuerermäßigung ab und berief sich dabei auf eine Verwaltungsanweisung des Bundesministeriums für Finanzen. Nach dieser Anweisung sei für Tierbetreuungskosten keine Steuerermäßigung nach § 35a EStG zu gewähren.
Der BFH sieht dies anders und hat dementsprechend entschieden: Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres oder im Zusammenhang mit dem Tier erforderliche Reinigungsarbeiten fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Steuerpflichtigen selbst oder andere Haushaltsangehörige erledigt. Daher liegt eine „haushaltsnahe Dienstleistung” vor, wenn diese Tätigkeiten durch „entsprechend Beschäftigte“ durchgeführt werden. Die Kosten dafür können dann nach § 35a EStG in der Einkommenssteuererklärung steuerermäßigend geltend gemacht werden.
Fazit: Wenn Sie Ihr Haustier während Ihres Urlaubs gegen Geld in Ihrer Wohnung betreuen lassen, können Sie diese Kosten in Ihrer Einkommenssteuererklärung steuerermäßigend geltend machen. Dies dürfte außerhalb von Urlaubsabwesenheiten auch für die Inanspruchnahme von Leistungen wie z. B. das regelmäßige Gassigehen mit dem Hund durch Dritte gegen Bezahlung gelten.
Pressemitteilung/Urteil: http://www.bundesfinanzhof.de/pressemitteilungen?newiframecontent=http%3a%2f%2fjuris.bundesfinanzhof.de%2fcgi-bin%2frechtsprechung%2fdocument.py%3fGericht%3dbfh%26amp%3bArt%3dpm%26amp%3bpm_nummer%3d0079%2f15
aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Recht rund ums Tier, Steuerrecht