Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.10.1986&Aktenzeichen=VII%20ZR%20249/85
Timestamp: 2019-06-26 05:05:48
Document Index: 184266570

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', '§ 8', '§ 8', 'BGH', '§ 198', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 198', '§ 8', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.1986 - VII ZR 249/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,192
BGH, 09.10.1986 - VII ZR 249/85 (https://dejure.org/1986,192)
BGH, Entscheidung vom 09.10.1986 - VII ZR 249/85 (https://dejure.org/1986,192)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 1986 - VII ZR 249/85 (https://dejure.org/1986,192)
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Fälligkeit von Vergütungen bei vorzeitiger Beendigung eines VOB-Bauvertrages - Erfordernis einer Abnahme des unfertigen Werkes - Erfordernis einer Schlussrechnung - Auswirkung vertraglich vereinbarter Verjährungsfristen
VOB-Vertrag: Vorzeitige Vertragsbeendigung, Abnahme, Abrechnung
NJW 1987, 382
NJW-RR 1987, 208 (Ls.)
MDR 1987, 310
BB 1986, 2293
BauR 1987, 95
ZfBR 1987, 38
Danach bedurfte das infolge vorzeitiger Vertragsbeendigung unfertige Werk keiner Abnahme, um die Vergütung fällig werden zu lassen (Urteil vom 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85, BauR 1987, 95 = ZfBR 1987, 38); die Fälligkeit des Vergütungsanspruchs und aller sich aus der vorzeitigen Beendigung ergebenden vergütungsgleichen Ansprüche wurde für den VOB-Vertrag allein von der Erteilung einer prüfbaren Schlussrechnung abhängig gemacht (…BGH aaO; Urteil vom 4. Mai 2000 - VII ZR 394/97, BauR 2000, 1191 = ZfBR 2000, 471).
Ebenso wie nach einem vollständig abgewickelten Vertrag muß der Auftragnehmer nach einer Kündigung eine prüffähige Schlußrechnung gemäß § 14 VOB/B erstellen, § 8 Nr. 6 VOB/B. Die prüffähige Schlußrechnung ist Voraussetzung für die Fälligkeit des Anspruches des Auftragnehmers aus § 8 Nr. 1 Abs. 2 VOB/B (BGH, Urteil vom 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85 = NJW 1987, 382 bis 383 = BauR 1987, 95 = ZfBR 1987, 38).
Zwar gelten sie nach der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85 = BauR 1987, 95) bei vorzeitiger Vertragsbeendigung für erbrachte wie für nicht erbrachte Leistungen, weil insoweit insgesamt abgerechnet werden soll.
Die Verpflichtung des Auftragnehmers, eine prüfbare Rechnung zu erstellen, trägt auch und gerade den Interessen des Auftrag gebers Rechnung (Senatsurteil NJW 1987, 382, 383).
Dem Urteil NJW 1987, 382, mit dem der Senat entschieden hat, daß auch bei vorzeitiger Beendigung eines Bauvertrages, für den die VOB/B gilt, die Vergütung erst fällig wird, wenn eine Schlußrechnung erteilt ist, lag ebenfalls ein Pauschalvertrag zugrunde (vgl. dasselbe Urteil ZfBR 1987, 38; ebenso Senatsurteil vom 8. Oktober 1987 - VII ZR 45/87 = BauR 1988, 82, 85/86 = ZfBR 1988, 38, 39/40).
Gemäß §§ 198, 201 BGB verjährten in den Jahren 1978 bis 1980 fällig gewordene Ansprüche jeweils vier Jahre nach dem Schlüsse des Jahres, in welchem sie "entstanden", das heißt auch fällig wurden (vgl. dazu BGHZ 53, 222, 225 [BGH 12.02.1970 - VII ZR 168/67]; 60, 98, 100; BGH, Urt. v. 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85, BGHR BGB § 198 Satz 1 - Werklohn 1).
Im Ansatz zutreffend geht das Berufungsgericht allerdings davon aus, daß der Auftragnehmer nach der Kündigung eines VOB-Vertrages unverzüglich eine prüfbare Rechnung über die ausgeführten Leistungen vorzulegen hat, § 8 Nr. 6 VOB/B. Die Fälligkeit des Anspruchs für diese Leistungen und aller sich aus dem Vertrag ergebenden vergütungsgleichen Ansprüche des Auftragnehmers hängt grundsätzlich von der Erteilung der Schlußrechnung ab (BGH, Urteil vom 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85 = BauR 1987, 95, 96 = ZfBR 1987, 38).
Der Kläger kann nach Kündigung des Vertrags keine Abschlagszahlungen mehr verlangen, er ist vielmehr gehalten, seine Leistungen abschließend zu berechnen (vgl. a. Senatsurteil NJW 1987, 382).
In diesem Falle ist die Vergütung für erbrachte Leistungen allerdings erst fällig, wenn eine Schlußrechnung gemäß § 16 Nr. 3 Abs. 1 Nr. 1 VOB/B erteilt ist (BGH, Urt. v. 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85, NJW 1987, 382, 383).
Der Werklohnanspruch der E. wurde fällig, falls die Schlußrechnung anerkannt wurde oder prüffähig war (vgl. BGHZ 105, 290, 293; BGH, Urt. v. 9. Oktober 1986 - VII ZR 249/85, NJW 1987, 382, 383; v. 10. Mai 1990 - VII ZR 257/89, NJW-RR 1990, 1170, 1171).
Für die Fälligkeit eines Werklohns nach Kündigung des Vertrages durch den Auftraggeber bedarf es jedoch nicht der Abnahme und daher auch nicht der Herbeiführung der Abnahmefähigkeit (BGH, NJW 1987, 382, 383; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1995, 155 ; OLG Hamm, BauR 2002, 631, 632).
Erforderlich ist lediglich eine prüfbare Schlussrechnung (BGH, NJW 1987, 382 ).
OLG Hamm, 05.07.1991 - 26 U 168/90
Prüffähigkeit der Statiker-Schlußrechnung
OLG Dresden, 03.12.2004 - 13 U 1763/04
Verjährungsbeginn bei inhaltsgleicher Abschlags- u. Schlussrechnung
OLG Düsseldorf, 07.04.1987 - 21 U 240/86
Nachprüfbarkeit; Architektenhonorar; Fälligkeit; Honorarklage