Source: https://www.kvwl.de/arzt/kv_dienste/tsvg/index.htm
Timestamp: 2020-04-07 06:27:06
Document Index: 136843714

Matched Legal Cases: ['§24', '§ 75', '§ 19', '§ 17', '§ 1', '§ 1']

KVWL - TSVG Info
Infos am 27.01.2020 aktualisiert
Sprechstunden / Praxiszeiten:
Denken Sie an die Meldepflicht!
Kommen Sie Ihrer im TSVG geforderten Meldepflicht nach und erfassen Sie Ihre aktuellen Terminsprechstunden und offenen Sprechstunden über das Mitgliederportal.
Leitfaden zur Meldung von Sprechstunden und Praxiszeiten
Der Deutsche Bundestag hat am 14. März 2019 das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verabschiedet. Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist das TSVG am 11. Mai 2019 in Kraft getreten.
Das Gesetz will die Weichen stellen in Richtung Digitalisierung, den Patienten schnellere Arzttermine garantieren und den niedergelassenen Vertragsärzten und -psychotherapeuten dafür finanzielle Anreize eröffnen.
Diese Seite wird laufend aktualisiert und bietet einen stets aktuellen Überblick zum TSVG. Hier die wichtigsten Informationen, sortiert nach Themengebieten:
Terminservicestelle (TSS) 28.10.2019
Die TSS unterstützt Versicherte bei der Suche nach Haus-, Kinder- und Jugendärzten.
Die TSS vermittelt Termine zur psychotherapeutischen Akutbehandlung innerhalb von zwei Wochen. Zur Vermittlung ist eine Bescheinigung über die Erforderlichkeit der Akutbehandlung nötig (PTV 11).
Ärzte und Psychotherapeuten erhalten für Patienten, die über eine TSS in die Praxis kommen, alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Der budgetierte Teil der Vergütung wird im ersten Jahr entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
Die TSS werden bis zum 1.Januar 2020 zu Servicestellen für ambulante Versorgung und Notfälle weiterentwickelt. Sie sind über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 24 Stunden täglich an sieben Tagen pro Woche erreichbar.
Patienten mit akuten Beschwerden werden mittels eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens in die richtige Versorgungebene vermittelt (Arztpraxis, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Notfallambulanz am Krankenhaus, Rettungsdienst / 112).
Die Leistungen zur Behandlung dieser vermittelten Patienten werden extrabudgetär vergütet. Der budgetierte Teil der Vergütung wird entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
Zuschläge für den TSS-Terminfall und TSS-Akutfall
Die Gebührenordnungsposition für den Zuschlag auf die jeweilige altersgruppenspezifische Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale kennzeichnen Ärzte und Psychotherapeuten zusätzlich mit den Buchstaben A, B, C oder D – je nach Zeit, die zwischen dem Anruf des Versicherten bei der Terminservicestelle (TSS) und dem Behandlungstermin liegt.
Damit Praxen wissen, welchen Zuschlag sie ansetzen können, teilt ihnen die TSS per E-Mail oder Fax den Tag mit, an dem sich der Versicherte wegen des Termins an die TSS gewandt hat – ab diesem Datum wird gezählt.
Zeitraum ab Kontaktaufnahme des Versicherten bei der TSS bis zum Behandlungstag
Zuschlag auf die jeweilige altersgruppenspezifische Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale
A TSS-Akutfall*
spätestens Folgetag 50 Prozent
B TSS-Terminfall
1. bis 8. Tag 50 Prozent
C TSS-Terminfall
9. bis 14. Tag 30 Prozent
D TSS-Terminfall
15. bis 35. Tag 20 Prozent
*Der TSS-Akutfall setzt voraus, dass am Telefon der 116117 eine medizinische Ersteinschätzung der Dringlichkeit der Behandlung erfolgt ist.
Abrechnung TSS-Vermittlung
Die Abrechnung der Zusatzpauschalen für die TSS-Vermittlung nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 03010 und 04010 einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM) in Fällen, in denen ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des Abschnitts 1.7.1 abgerechnet werden, ist nicht möglich. Werden jedoch noch andere Leistungen durchgeführt, die zur Abrechnung der Versichertenpauschale führen, wird der Zuschlag gezahlt.
Der entsprechende Überweisungs- oder Originalschein ist je nach Kontaktaufnahme des Versicherten im Praxisverwaltungssystem (PVS) unter „Vermittlungsart“ als „TSS-Terminfall“ oder „TSS-Akutfall“ zu kennzeichnen, siehe Tabelle.
Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis.
Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften beziehen sich die Vergütungsregelungen auf den Arztgruppenfall (s. u. Arztgruppenfall).
Patienten können ab dem 1. Januar 2020 Termine für einzelne Fachgruppen auch online über die 116117-Internetseite oder die 116117-App buchen.
Infos zur Terminservicestelle (TSS)
Terminvermittlung von Haus- zu Facharzt 28.10.2019
Hausärzte erhalten für die erfolgreiche Vermittlung eines aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Facharzttermins einen extrabudgetären Zuschlag auf die Versichertenpauschale in Höhe von 10,07 Euro (93 Punkte).
Voraussetzung: der vermittelte Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der dringenden Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen. Die Zählung beginnt mit dem Folgetag.
Eine entsprechende Dokumentation in der Patientenakte für die Erfordernis eines „dringenden“ Termins ist zusätzlich zu empfehlen.
Abrechnung durch den Hausarzt
In seiner Abrechnung gibt der Hausarzt die jeweilige Gebührenordnungsposition (GOP) 03008 / 04008 des EBM zu der jeweiligen Versichertenpauschale GOP 03000 / 04000 des EBM, sowie die Betriebsstättennummer (BSNR) des weiterbehandelnden Facharztes, an.
Bei der Vermittlung zu unterschiedlichen Arztgruppen einer Praxis auf jeweils separaten Überweisungsscheinen ist der Zuschlag auch mehrfach berechnungsfähig.
Der Zuschlag ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelnde Patient bei demselben Facharzt schon in dem laufenden Quartal behandelt wurde. Dies ist vom Hausarzt beim Patienten zu erfragen.
Bitte stellen Sie für Überweisungen an verschiedene Fachgruppen grundsätzlich je Fachgruppe, eine Überweisung aus (siehe §24 BMV).
Terminvermittlung von Haus- zu Facharzt:
Weiterbehandlung durch den Facharzt 02.10.2019
Für die Vermittlung dringender Termine vom Hausarzt zum Facharzt gilt: Weiterbehandelnde Fachärzte erhalten alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Hierbei wird der budgetierte Teil der Vergütung im ersten Jahr entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
Abrechnung durch den Facharzt
Die Kennzeichnung der Überweisungsscheine ist im PVS über die „Vermittlungsart“ „ HA-Vermittlungsfall“ vorzunehmen.
Ein Termin gilt nur dann als dringend, wenn die Behandlung innerhalb von vier Kalendertagen erfolgt, nachdem der Hausarzt die Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat. Die Zählung beginnt mit dem Folgetag.
Hierfür ist es wichtig, das Datum der „Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit“ in dem Feld Ergänzende Informationen zur TSVG Vermittlungsart in Ihrem PVS mit anzugeben.
Bitte geben Sie in Ihrem PVS zusätzlich das Ausstellungsdatum der Überweisung in dem dafür vorgesehenen Feld mit an.
TSS-Vermittlung 27.01.2020
TSS-Vermittlung: Änderungen der Vergütungsregelungen
Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern
Bei Patienten, die über die Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurden, können Ärzte ab dem 1. Januar 2020 für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern eine neue Zusatzpauschale (GOP 01710 EBM) abrechnen.
Diese Anpassung des EBM war erforderlich, weil die Abrechnung der Zusatzpauschalen für die TSS-Vermittlung nach den GOP 03010 und 04010 EBM in Fällen, in denen ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des Abschnitts 1.7.1 EBM abgerechnet werden, nicht möglich ist, da es sich um Zuschläge zur Versicherten- oder Grundpauschale handelt.
Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern aufgrund einer TSS-Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1,
einmal im Arztgruppenfall.
Die GOP 01710 EBM ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelte Patient bei der die Früherkennungsuntersuchung durchführenden Arztgruppe derselben Praxis in demselben Quartal bereits behandelt wurde.
Die GOP 01710 EBM ist am Behandlungstag nicht neben einer Versicherten- oder Grundpauschale berechnungsfähig.
Die GOP 01710 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben den
GOP 01322, 01323, 03010, 04010, 05228, 06228, 07228, 08228, 09228, 10228, 11228, 13228, 13298, 13348, 13398, 13498, 13548, 13598, 13648, 13698, 14218, 15228, 16228, 17228, 18228, 20228, 21236, 21237, 22228, 23228, 23229, 24228, 25228, 25229, 25230, 26228, 27228 und 30705 EBM berechnungsfähig.
Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 EBM ist wie bei den TSS-Zuschlägen abhängig von der Wartezeit auf einen Termin:
Termin innerhalb von 8 Tagen: 114 Punkte
Termin innerhalb von 9 bis 14 Tagen: 68 Punkte
Termin innerhalb von 15 bis 35 Tagen: 45 Punkte
Erster Zähltag ist auch hier der Tag der Kontaktaufnahme des Patienten mit der TSS.
Die GOP kann nur in Fällen abgerechnet werden, in denen der Termin über die Terminservicestelle vermittelt wurde und wenn am Behandlungstag ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des EBM-Abschnitts 1.7.1 durchgeführt werden.
Die GOP kann nicht abgerechnet werden, wenn Termine für Laboruntersuchungen oder die Vorsorgeuntersuchung J1 vermittelt wurden.
Am selben Behandlungstag dürfen keine kurativen Leistungen durchgeführt und keine Versicherten- oder Grundpauschalen berechnet werden, an anderen Tagen im Quartal hingegen schon (alle Leistungen im Arztgruppenfall werden dann extrabudgetär vergütet).
Die GOP ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das heißt: Sie ist nicht berechnungsfähig, wenn das Kind in demselben Quartal in derselben Praxis bereits von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.
Kennzeichnung als TSS-Terminfall und nach Zeitraum ab Kontaktaufnahme mit den Buchstaben B (50 Prozent), C (30 Prozent) und D (20 Prozent).
Für ermächtige Ärzte, Institute beziehungsweise Krankenhäuser, die ausgewählte Leistungen ambulant durchführen dürfen, werden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: Die GOP 01322 EBM (Zuschlag zur GOP 01320 EBM) und die GOP 01323 EBM (Zuschlag zur GOP 01321 EBM).
Beide GOP sind für Patienten, die über die TSS vermittelt werden, einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Die Höhe der Bewertung ist analog zu den anderen TSS-Zuschlägen nach der Länge der Wartezeit auf einen Termin gestaffelt. Ärzte mit einem vollen Ermächtigungsumfang dürfen wie bei den Grundpauschalen nach den GOP 01320 bzw. 01321 EBM anstelle der neuen GOP 01322 und 01323 EBM, die zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale des jeweiligen Fachgebietes für Patienten abrechnen, die über die Terminservicestelle vermittelt werden.
Zuschlag zu der GOP 01320 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,
einmal im Arztgruppenfall
Die GOP 01322 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.
Die GOP 01322 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.
Zuschlag zu der GOP 01321 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,
Die GOP 01323 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.
Die GOP 01323 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.
Sprechstunden 28.10.2019
Das TSVG verpflichtet den/die Vertragsarzt*in und Vertragspsychotherapeut*in im Rahmen der Zulassung mit einem vollen Versorgungsauftrag mindestens 25 Wochenstunden in Form von Sprechstunden zur Verfügung zu stehen. Dies sind fünf Stunden mehr als bisher. Als „Sprechstunden“ gelten die Zeiten, in denen Sie für die Versorgung der Versicherten an Ihrem Vertragsarztsitz unmittelbar zur Verfügung stehen. Es handelt sich somit um Ihre Präsenzzeit in der Praxis. Dies umfasst sämtliche Tätigkeiten, die Sie in Ihrer Praxis im Rahmen der Behandlung einschließlich Hausbesuchen und ambulantem Operieren erbringen. Für die Erfüllung des Versorgungsauftrages bei Beschäftigung von Angestellten in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren gelten die Regelungen zum Sprechstundenangebot grundsätzlich entsprechend. Die Sprechstundenzeiten bzw. Präsenzzeiten sind der Kassenärztlichen Vereinigung zu melden. Nach § 75 SGB V i. V. m. § 19a Ärzte-ZV werden die personen- und praxisbezogenen Daten sowie die Sprechstundenzeiten der Vertragsärzt*innen und -psychotherapeut*innen für gesetzlich Versicherte in der E-Arztsuche auf dieser Internetseite sowie in der KBV-App (Bundesarztsuche) veröffentlicht. Die Veröffentlichung ist zweckgebunden und an die Dauer der Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung gebunden.
Für Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen mit einem reduzierten Versorgungsauftrag (z. B. hälftige Zulassung) sowie für angestellte Ärzt*innen in Teilzeit gilt diese Verpflichtung anteilig entsprechend des Versorgungsauftrags bzw. des Tätigkeitsumfangs. Konkret bedeutet dies:
1 25 1.500
¾ 18,75 1.125
½ 12,5 750
¼ 6,25 375
Das Mindestsprechstundenangebot kann an allen zugelassenen Tätigkeitsorten der Ärzt*in/Psychotherapeut*in erfüllt werden. Auch ein Sprechstundenangebot in einer Zweigpraxis oder am Sitz des Partners einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ist daher bei der Erfüllung der Mindestverpflichtung mit zu berücksichtigen. Wichtig ist hierbei, dass in allen Fällen der Ausübung der vertragsärztlichen Tätigkeit an einem weiteren oder mehreren Orten außerhalb des Vertragsarztsitzes die Tätigkeit am Vertragsarztsitz zeitlich insgesamt überwiegen muss.
Auf die Mindestsprechzeiten werden die Besuchszeiten des Vertragsarztes vollständig angerechnet. Die Wegezeiten zu den Besuchen sind ebenfalls zu berücksichtigen; Näheres wird die KVWL gemeinsam mit den Verbänden der Krankenkassen auf Landesebene klären.
Bei der Verteilung der Sprechzeiten auf die Wochentage ist das Bedürfnis nach einer ausreichenden und zweckmäßigen vertragsärztlichen Versorgung zu berücksichtigen. Im Regelfall ist diesem Bedürfnis dadurch Rechnung zu tragen, dass montags bis freitags täglich Sprechstunden anzubieten sind. Die Verteilung der Sprechstunden, möglichst von montags bis freitags, ist im Übrigen auch bei Vertragsärzt*innen mit einem Teilversorgungsauftrag, vorzunehmen.
Veröffentlichung der Sprechstunden im Mitgliederportal
Sie haben über das Mitgliederportal die Möglichkeit, die Sprechstunden der Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen Ihrer Praxis und auch die standortbezogenen Öffnungszeiten zu erfassen. Die bei uns bereits gemeldeten Sprechstundenzeiten der Praxis wurden übernommen und werden Ihnen zur entsprechenden Betriebsstätte angezeigt. Personenbezogene Zeiten müssen neu erfasst werden.
Die von Ihnen über das Mitgliederportal gemeldeten Sprechstundenzeiten werden mit einem Gültigkeitszeitraum versehen, d. h. sofern die Sprechstundenzeiten an einem beliebigen Tag verändert werden, erfolgt eine taggenaue Dokumentation der durchgeführten Änderungen. Rückwirkende Änderungen der Sprechstundenzeiten sind nicht zulässig.
Bitte beachten Sie, dass ein Vertragsarzt nach § 17 Abs. 1 S. 2 BMV-Ä gehalten ist, seine Sprechstunden auf einem Praxisschild bekannt zu geben. Diese Regelung gilt auch für Vertragspsychotherapeuten (§ 1 Abs. 5 BMV-Ä).
Definition der einzelnen Sprechstundenarten
Zu jedem Standort (jeder Betriebsstätte) können Praxiszeiten (Öffnungszeiten, die telefonische Erreichbarkeit der Betriebsstätte, Sprechstunden und Besuchszeiten) hinterlegt werden. Diese gelten für die Betriebsstätte und sind nicht an eine einzelne Ärzt*in oder Psychotherapeut*in gebunden.
Sprechstunden (personenbezogen):
Als personenbezogene Sprechstunden können für jede Ärzt*in und jede Psychotherapeut*in Sprechstunden (Terminsprechstunden, offene Sprechstunden, die persönliche telefonische Erreichbarkeit und Besuchszeiten) pro Betriebsstätte hinterlegt werden.
Besonderheit: Psychotherapie-Richtlinie:
Die telefonische Erreichbarkeit ist für alle Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen, die Leistungen nach einem Richtlinienverfahren nach der Psychotherapie-Vereinbarung erbringen, relevant.
Diese Zeiten können ebenfalls über das Mitgliederportal selbständig verwaltet werden; die bisher gemeldeten Zeiten werden für die jeweilige Betriebsstätte übernommen. Für die einzelnen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen müssen neue Zeiten über die personenbezogene Sprechstundenpflege erfasst werden.
Telefonische Erreichbarkeit pro Woche (§ 1 Abs. 8 der Psychotherapie-Richtlinie):
voller Versorgungsauftrag: insgesamt 200 Minuten
dreiviertel Versorgungsauftrag: insgesamt 150 Minuten
hälftiger Versorgungsauftrag: insgesamt 100 Minuten
in Einheiten von je mind. 25 Minuten
Die Sprechstunden und Praxiszeiten werden nach Meldung über das Mitgliederportal mit einem Tag Verzögerung in der E-Arztsuche (= Arzt- und Psychotherapeutensuche) veröffentlicht.
Offene Sprechstunden: 28.10.2019
Fachärzt*innen der unten genannten Arztgruppen sind verpflichtet, von den Mindestsprechstunden mindestens fünf offene Sprechstunden pro Woche anzubieten:
Neurologen, Neurochirurgen,
Nervenärzte,
Die offene Sprechstunde ist eine Sprechstunde ohne vorherige Terminvereinbarung. Für Ärzt*innen mit reduziertem Versorgungsauftrag und für teilzeitbeschäftigte Ärzt*innen gilt die Verpflichtung für eine offene Sprechstunde anteilig. Konkret bedeutet dies:
¾ 3,75 225
½ 2,5 150
¼ 1,25 75
Die offenen Sprechstunden sind grundsätzlich von jeder Ärzt*in der betroffenen Arztgruppen anzubieten, jedoch können Praxen an Standorten, an denen mehrere Ärzt*innen derselben Arztgruppe tätig sind, flexibel handhaben, welche Ärzt*in der jeweiligen Arztgruppe die Versorgung in den offenen Sprechstunden übernimmt. Entscheidend ist, dass die Gesamtanzahl der gemeldeten offenen Sprechstunden einer Arztgruppe den Vertragsarztsitzen der Praxis in der entsprechenden Arztgruppe entspricht.
Beispiel: Drei Ärzt*innen einer Arztgruppe in der Praxis müssen insgesamt 15 Wochenstunden offene Sprechstunden anbieten. Sie können jeweils 5 Stunden - auch zeitgleich - anbieten oder eine der drei Ärzt*innen übernimmt die 15 offenen Sprechstunden für die gesamte Praxis.
Wie die offene Sprechstunde auf die Arbeitswoche zu verteilen ist – jeden Tag eine offene Sprechstunde, alle fünf Stunden an einem Tag – ist den Praxen freigestellt. Der Gesetzgeber hat hierzu keine Vorgaben gemacht. Sie müssen aber auch diese Zeiten veröffentlichen (z. B. Praxisaushang, Anrufbeantworter, Webseite).
Veröffentlichung im Mitgliederportal
Bis zur Grenze von 17,5 % der Fallzahl der Praxis erfolgt die Vergütung für diese Sprechstunden extrabudgetär mit entsprechender Bereinigung des budgetierten Vergütungsanteils. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
Abrechnung-Offene Sprechstunde
Die Kennzeichnung der Patienten in der offenen Sprechstunde erfolgt im PVS über die Vermittlungsart „Offene Sprechstunde“.
Neue Patienten 03.09.2019
Für Patienten, die weder im aktuellen noch in den acht vorangegangenen Quartalen in einer Praxis bestimmter Fachrichtungen behandelt wurden, werden alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Dies gilt nicht für die ersten acht vollständigen Quartale nach Gründung einer Praxis oder einer Praxisübernahme. Diese Regelung gilt für folgende Arztgruppen:
Internisten ohne Schwerpunkt
Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
Auch hier wird der budgetierte Teil der Vergütung entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
Abrechnung - Neupatient
Die Kennzeichnung der Neupatienten erfolgt im PVS über die Vermittlungsart „Neupatient“.
Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften erfolgt die Zählung als Neupatient nicht je Praxis, sondern je Arztgruppe, allerdings eingegrenzt auf maximal zwei Arztgruppen in einer Praxis.
Arztgruppenfall 03.09.2019
Ein Arztgruppenfall umfasst alle Leistungen, die von derselben Arztgruppe in derselben Arztpraxis innerhalb desselben Quartals bei einem Versicherten ambulant zulasten derselben Krankenkasse durchgeführt wurden.
Wichtig: Bitte legen Sie für die Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis einen gesonderten Abrechnungsschein in ihrem PVS an.
Beispiel: In einer Gemeinschaftspraxis behandelt der Orthopäde einen Patienten im Rahmen einer Vermittlung durch die TSS. Der Originalschein wird im PVS mit der Vermittlungsart TSS-Vermittlungsfall angelegt. Im Verlauf des Quartals wird auch der zweite Orthopäde in der Gemeinschaftspraxis hinzugezogen und rechnet seine Leistung auf demselben Arztgruppenfall ab. Im weiteren Verlauf wird vom Radiologen derselben Gemeinschaftspraxis eine radiologische Untersuchung erbracht. Hierfür legt die Praxis einen neuen Abrechnungsschein an und rechnet die erbrachten Leistungen des neuen Arztgruppenfalls auf diesem Schein ab. Dieser ist nicht als TSS-Schein zu kennzeichnen, es sei denn, es liegt eine erneute Vermittlung durch die TSS vor.
Bereinigung 03.09.2019
Neben den dargestellten Vergütungsregelungen gibt das Gesetz vor, dass die MGV um diese „Leistungen unter Berücksichtigung der arztgruppenspezifischen Auszahlungsquoten des jeweiligen Vorjahresquartals… begrenzt auf ein Jahr zu bereinigen“ ist.
Im Ergebnis bedeutet dies, dass im Bereinigungszeitraum je 100 Euro extrabudgetärer Vergütung von TSVG-Leistungen gleichzeitig die MGV, und somit der Topf der jeweiligen Arztgruppe, um durchschnittlich ca. 92 Euro bereinigt wird. Wichtig ist hierbei, dass das einmal bereinigte Geldvolumen für das laufende Quartal und mit Folgewirkung für die Zeit nach der Bereinigungsphase dauerhaft weg ist und die MGV somit entsprechend vermindert ist. Mehrleistungen werden im Bereinigungszeitraum also praktisch nicht vergütet.
Diese gesetzlich vorgegebene Vorgehensweise bei der Bereinigung wird nunmehr nach dem angepassten HVM individuell auf den einzelnen Arzt übertragen. Dies geschieht, indem das Honorarvolumen (RLV+QZV) jeder einzelnen Praxis zunächst berechnet wird, als gäbe es keine TSVG-Leistungen. Anschließend wird das Honorarvolumen um die TSVG-Leistungen, multipliziert mit der arztgruppenspezifischen Auszahlungsquote des jeweiligen Vorjahresquartals, vermindert (s. Beispiel).
Durch diese Art der Bereinigung ist gewährleistet, dass keine Praxis durch das TSVG Honorareinbußen haben wird, unabhängig davon, ob sie viele, wenige oder auch gar keine TSVG-Leistungen erbringt.
Die Vergütung derjenigen Leistungen, die nicht dem Regelleistungsvolumen oder einem QZV unterliegen, bleibt im Wesentlichen unverändert.
Elektronische Patientenakten 03.09.2019
Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten bis spätestens 2021 elektronische Patientenakten anzubieten. Wer möchte, soll auch ohne den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte mit Smartphone oder Tablet auf medizinische Daten zugreifen können.
Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen 03.09.2019
Die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen sollen ab 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen nur noch digital übermittelt werden.