Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81160000087.htm
Timestamp: 2018-11-21 08:50:59
Document Index: 339202741

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 22', '§ 1']

1.16.087 Filder
Verordnung des Landratsamtes Esslingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Filder" vom 08.November 1994 (Esslinger Zeitung. vom 12.11.1994).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutze der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutz­gesetz -NatSchG -) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Filderstadt und der Stadt Leinfelden-Echterdingen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung ”Filder”.
(1)Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus 9 Teilen (A - I) und hat insgesamt eine Größe von rund 609 ha.
(2)Es umfaßt im wesentlichen das Reutewiesental, die Filderrandebene zwischen Plattenhardt und Stetten sowie Flächen auf den Fildern bei Harthausen, Sielmingen und Bernhausen.
(3) Teil A
Teil A des Landschaftsschutzgebietes "Filder" hat eine Größe von ca. 113 ha und befindet sich nordwestlich von Filderstadt-Plattenhardt und südöstlich von Stetten, zwischen der K 1255, der B 27, der L 1209 und dem Gewann "Birken".
· Im Teil A befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Höfer Brühl, Höfer Halden, Scherlach, Schwendenwiesen, Äußeres Löhle, Löhle, Riedenberg, Halden, Neugreut, Horberholz, Hebbergwiesen, Wiesenäcker, Kemmlettenwiesen, Lehenwiesen, Furtäcker, Hahnfedern, Gemeines Wegle, Küllengärtle und Riedwiesen.
Teil B des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 81 ha und erstreckt sich südlich von Filderstadt- Bernhausen und Filderstadt- Sielmingen bis nordwestlich von Filderstadt-Bonlanden.
· Im Teil B befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Unterer Fleinsbach, Emerland, Hochwiesen, Lechfeld, Achgraben, Seele, Bonländer Weg, Bei's Becken Gärtle, Wieslenberg, Halde, Hinter dem Brunnen, Fehlberg, Ehrenweg, Grundbett und Wieslen.
Teil C des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca 19 ha und erstreckt sich östlich von Filderstadt-Bernhausen unterhalb der L 1205 und westlich von Filderstadt-Sielmingen.
· Im Teil C befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Gehrn, Mühlwiesen, Mühläcker, Klinkermühle, Klinkernfeld und Katharinenäcker.
Teil D des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 228 ha und erstreckt sich östlich von Filderstadt-Sielmingen in Richtung Neuhausen auf den Fildern, Teil D endet auf der Linie nördliches Filderstadt-Bonlanden und nördliches Wolfschlugen.
· Im Teil D befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Hofwiesen, Flinsbach, Letten, Bühl, Fürhaupt, Holderäcker, Erlen, Schönwiesenländer, Grabenäcker, Hagnachfeld, Bettlen, Stümple, Gansäcker, Stonnen, Galgen, Lache, Krummer Lachenweg, Sol Kesselbausch, Hasenäcker, Hülben, Zuckmantel, Nürtinger Weg, Hausäcker, Weingartäcker, Stützenäcker, Rohrbachhecke, Taläcker, Rötlen, Am Harthäuser Weg, Etzwiesle, Hüttenweg, Rohrbach, Baischen, Tiergarten, Scheren, Halde und Weiler.
Teil E des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 42 ha und erstreckt sich südöstlich von Filderstadt-Plattenhardt und nordwestlich von Filderstadt-Bonlanden.
· Im Teil E befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Fälle, Grabenwiesen, Reutenwiesen, Untere Halden, See, Köllneren, Zelläcker, Hofwiesen, Unteres Rotfeld und Pfaffenweg.
Teil F des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 2 ha und erstreckt sich zwischen der K 1225 und der B 27, nordöstlich von Filderstadt-Bonlanden.
· Im Teil F befindet sich das Gewann Bonländer Weg.
Teil G des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 70 ha und erstreckt sich von der B 27 b, östlich von Filderstadt-Bonlanden zum westlichen Ortsrand von Filderstadt-Harthausen.
· Im Teil G befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Lachenwiesen, Lachenwiese, Schafweg, Heuwiesen, Untere Heuwiesenäcker, Obere Heuwiesenäcker, Knaupenäcker, Innere Bergäcker, Äußere Bergäcker, Vordere Gaßäcker, Brandfeld, Josang, Aicher Weg, Mühlweg, Beim Kirchhof, Stockwiesenfeld und Obere Stockwiesen.
Teil H des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 54 ha und erstreckt sich östlich von Filderstadt-Harthausen in Richtung Wolfschlugen.
· Im Teil H befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Zuckmantel, Beim weißen Kreuz, Brandfeld und Leerer Sack.
Teil I des Landschaftsschutzgebiets "Filder" hat eine Größe von ca. 4 ha und erstreckt sich südlich von Filderstadt-Harthausen in Richtung Aichtal-Grötzingen.
· Im Teil I befinden sich ganz oder teilweise folgende Gewanne: Brühl, Unter der Straße.
(4)Die genauen Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 flächig grün angelegt und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Esslingen, Pulverwiesen 11, 73726 Esslingen a. N. zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt. Ausfertigungen befinden sich bei den Rathäusern der Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung landschaftsprägender Wiesen und Obstbaumwiesen an der Schönbuch- und Filderrandstufe sowie der Bereiche am Ortsrand mit den erhaltengebliebenen ökologisch wertvollen Strukturen wie Obstbaumwiesen und Bachläufen mit ihrer ökologischen Bedeutung für die Biotopvernetzung.
Östlich von Filderstadt-Sielmingen sind auch ausgedehnte Ackerbauflächen mit ihrer Funktion als Naherholungsfläche und zur Erhaltung notwendiger Freiräume im Verdichtungsraum Filder in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen worden. Durch die Unterschutzstellung soll im übrigen der kulturhistorisch und historisch bedeutsame Übergang von der Bebauung über den Streuobstwiesenbereich zur Ackerfläche erhalten werden.
Das Landschaftsschutzgebiet wird geprägt von unterschiedlichsten Biotopen und einer hohen Strukturvielfalt, aufgrund derer auch zahlreiche z. T. vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten anzutreffen sind.
Die Erhaltung dieser Bereiche als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Erholungsraum für den Menschen und als Bereiche mit klimatischer Ausgleichsfunktion ist von allgemeinem Interesse und soll durch die Unterschutzstellung gesichert werden.
Ein weiteres wesentliches Ziel der Unterschutzstellung ist die Verhinderung des Fortschreitens der Bebauung mit Kleinbauten und Einfriedigungen. Nicht zu unterschätzen ist die landschaftsästhetische Funktion, die Erhaltung notwendiger Freiräume im Verdichtungsraum
13. Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;'
18. Die Beseitigung von Obstbäumen und der Umbruch von Wiesen zu Ackern;
Tafelbirnen ab5 a Fläche
Beerenobst ab1 a Fläche.
4. für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach 5 5 Abs. 2 Nrn. 4 und 17;
Esslingen am Neckar, den 08.11.1994
des Landratsamts Esslingen als untere Naturschutzbehörde für die Handhabung einzelner Sachverhalte unter der Geltung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Filder" vom 08.11.1994:
Zu § 5 Abs. 2 Ziff. 18: Erlaubnisvorbehalt für den Umbruch von Wiesen in Äcker:
Die Erlaubnis für den Umbruch von Wiesen in Äcker wird erteilt, wenn dem Umbruch nicht erhebliche ökologische Belange entgegenstehen (z.B. Wiesen in Talauen) und
1. im Rahmen der landwirtschaftlichen Betriebsführung erforderlich ist oder
2. im Rahmen der Fruchtfolge (Futteranbau) erfolgt.
Zu § 5 Abs. 2 Ziff. 1: Erlaubnisvorbehalt für Gewächshäuser:
Die Erlaubnis zur Errichtung eines Gewächshauses wird erteilt, wenn das Gewächshaus
1. im Rahmen der landwirtschaftlichen Betriebsführung erforderlich ist und
2. 2andschaftliche Belange (z.B. aufgrund der großen Anzahl von Gewächshäusern) nicht entgegenstehen und ökologisch wertvolle Strukturen nicht erheblich beeinträchtigt werden.
Zu § 5 Abs. 2 Ziff. 3: Erlaubnisvorbehalt für Beregnungsleitungen:
Für die Erstellung von Beregnungsleitungen im Rahmen einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung ist gem. § 6 Ziff. 1 der Landschaftsschutzgebietsverordnung keine Erlaubnis erforderlich.
Die Erlaubnis ist im Einzelfall schriftlich zu beantragen. Die untere Naturschutzbehörde prüft den Sachverhalt nach den o.g. Gesichtspunkten.
Die Richtlinien können nur nach vorheriger Anhörung des Amts für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur geändert werden.
Verordnung des Landratsamtes Esslingen vom 10.12.1998 zur Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung "Filder" vom 08.11.1994.
Aufgrund der §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. Marz 1995 (GBl. S. 385 ff.) wird verordnet:
(1) Die Abgrenzung des Landschaftsschutzgebiets "Filder" durch Verordnung vom 08.11.1994 wird auf dem Gebiet der Stadt Filderstadt, Gemarkung Sielmingen, wie folgt geändert:
Zwischen dem Ortsteil Sielmingen und der Anschlußstelle B 27 -neu- werden Flurstücke mit einer Gesamtfläche von ca. 0,7 ha ganz oder teilweise aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen (Teil B). Es handelt sich dabei um folgende Flurstücke:
Flst.Nrn.: ganz: 5005 (Weg); K 1225; 5023; 5024 (Weg); teilweise: 5019, 5020, 5021, 5022 (jeweils zwischen Weg 5005 und Verlängerung Weg 5036);
(2) Die geänderten Landschaftsschutzgebietsgrenzen sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 schwarz umgrenzt, grün angeschummert und in einem Flurkartenausschnitt im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und grün angeschummert. Die Karten sind Bestandteil dieser Änderungsverordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Esslingen, Pulverwiesen 11, 73726 Esslingen a. N., beim Bürgermeisteramt Filderstadt (Baurechts- und Bauverwaltungsamt), Uhlbergstraße 33, 70794 Filderstadt-Plattenhardt und beim Bürgermeisteramt Leinfelden-Echterdingen (Grünflächen- und Umweltamt), Bernhauser Straße 9-11, 70771 Leinfelden-Echterdingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann wahrend der Sprechzeiten niedergelegt.
Abgesehen von den in § 1 bezeichneten Grenzänderungen bleibt die Landschaftsschutzgebietsverordnung "Filder" vom 08.11.1994 nach Umfang und Wortlaut unverändert. Es hat nunmehr eine Größe von rund 608 ha.
Esslingen am Neckar, den 10.12.1998
gez. Dr. Braun Landrat