Source: http://kind-vater.de/rueckfuehrung.htm
Timestamp: 2017-08-18 07:00:31
Document Index: 396444912

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§34', '§1673', '§1674', '§1666', '§1696', '§1666', '§1666']

1994 waren in ca. 56.000 Fällen Kinder und Jugendliche nach § 33 KJHG in Pflegefamilien untergebracht. In ca. 80.000 Fällen waren Kinder und Jugendliche nach §34 KJHG in Heimunterbringung (stationäre Erziehungshilfe).
Die Unterbringung der Kinder kann nötig geworden sein, weil die Eltern verstorben, an der Wahrnehmung der tatsächlichen elterlichen Sorge ( §1673 und §1674) gehindert waren oder das Kindeswohl gefährdet war ( §1666a BGB). Zum Teil haben die Eltern das Sorgerecht weiter behalten und das Kind ist mit ihrer Zustimmung in der Fremdunterbringung.
Gemäß Grundgesetz Artikel 6 besteht grundsätzlich immer die Option der Rückkehr der Kinder in die Herkunftsfamilie, wenn dies möglich ist und das Kindeswohl dadurch nicht gefährdet wird. Nach §1696 BGB sind gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls nach §1666 BGB aufzuheben, wenn eine Gefahr für das Wohl des Kindes nicht mehr besteht. Länger andauernde Maßnahmen nach §1666 BGB hat das Gericht in angemessenen Zeitabständen zu überprüfen.
Neben dem elterlichen Pflichtrecht auf persönliche Ausübung der Betreuung und Erziehung des Kindes, die für eine nach Möglichkeit durchzuführende Rückkehr des Kindes zu den Eltern oder einem Elternteil spricht, gibt es auch finanzielle Gründe, die es sinnvoll macht, dass das Kind möglichst wieder zu den Eltern zurückkehrt. Ein Platz in einer stationären Heimunterbringung kostet jährlich zwischen 30-35.000 €. Im Jahr 2008 wurde in 32.198 Fällen eine Fremdunterbringung in einem Kinderheim neu begonnen. Die Kosten allein für diese neu begonnenen Fremdunterbringungen dürften damit bei ca. 1.000.000 € (eine Milliarde Euro) liegen.
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/11/PD09__451__225,templateId=renderPrint.psml
An dieser Stelle der Ablösung einer Fremdunterbringung und Fremdbetreuung bieten wir unsere Unterstützung an. Wir begleiten Eltern dabei, wenn diese zukünftig ihre Kinder wieder selber betreuen wollen. Dazu bieten wir die jeweils geeigneten Hilfen an oder unterstützen die Eltern dabei, diese von anderer Stelle zu erlangen. Geeignete Hilfen können Familienhilfe, Begleiteter Umgang, Familienberatung, Familientherapie oder anderes sein.
Die Kosten werden gegebenenfalls nach Beantragung durch die Eltern vom zuständigen Jugendamt übernommen. In der Hilfeplanung beim Jugendamt werden die Ziele der bewilligten Hilfe und der Umfang der Hilfeleistung festgelegt.
So kann z.B. ein sozialpädagogisch-therapeutischer Begleiteter Umgang vereinbart werden. Dieser würde bei z.B. monatlich 15 bewilligten Fachleistungsstunden ca. 600 € kosten. Für zwölf Monate wären die Gesamtkosten dann 7.200 €. Gelingt es, dass infolge des Begleiteten Umgangs die Eltern in die Lage versetzt werden, ihre Kinder wieder selbst zu betreuen, werden dadurch jährlich Kosten in Höhe von 30-35.000 € eingespart. In fünf Jahren sind es mindestens 150.000 €, die durch die fachlich begleitete Rückführung der Kinder zu den Eltern eingespart werden. Geld, das die Kommunen dann für andere sinnvolle Zwecke verwenden können.
Wenn Sie als Eltern oder Elternteil daran interessiert sind, dass Ihr Kind aus einer Fremdunterbringung wieder zu Ihnen in den Haushalt zurückkehrt, können Sie gerne bei uns einen Beratungstermin wahrnehmen, um die geeigneten Schritte zu besprechen.