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Timestamp: 2016-10-20 19:53:34
Document Index: 303267685

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 51', 'Art. 100', 'Art. 46', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 286', 'BGE', 'Art. 286', 'Art. 286', 'Art. 134', 'Art. 285', 'Art. 133', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 107', 'Art. 66', 'Art. 68']

5A_643/2015 (15.03.2016)
5A_643/2015 � � Urteil vom 15. M�rz 2016
Ab�nderung des Scheidungsurteils (Vollj�hrigenunterhalt),
Mit Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 8. Dezember 2005 wurde die Ehe von A.A.________ und E.A.________ geschieden. A.A.________ wurde gest�tzt auf eine Vereinbarung mit seiner Ehefrau vom 23. November 2005 verpflichtet, seinen T�chtern B.A.________ (geb. 17. April 1989), C.A.________ (geb. 18. Mai 1990), D.A.________ (geb. 4. November 1991) und F.A.________ (geb. 11. Februar 1995) einen indexierten Unterhalt in der H�he von Fr. 2'500.-- pro Monat und Kind (zuz�glich allf�lliger Kinderzulagen) bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen.
B.a.�Mit Vermittlungsbegehren vom 29. Januar 2013 leitete A.A.________ beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden gegen seine T�chter B.A.________, C.A.________ und D.A.________ ein Verfahren auf Ab�nderung des Scheidungsurteils ein. Er verlangte, den Unterhalt mit Wirkung ab 31. Januar 2013 auf h�chstens Fr. 1'250.-- je Kind herabzusetzen, l�ngstens zahlbar bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung des jeweiligen Kindes.
B.b.�Mit Entscheid vom 9. Juli 2014 wies die Einzelrichterin des Kantonsgerichts die Ab�nderungsklage ab und auferlegte A.A.________ die Verfahrens- und Parteikosten.
B.c.�A.A.________ wandte sich in der Folge erfolglos an das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Mit Entscheid vom 16. Juni 2015 wies der Einzelrichter des Obergerichts die Berufung ab (Disp. Ziff. 1). Die Kosten des Verfahrens vor der Einzelrichterin des Kantonsgerichts wurden best�tigt (Disp. Ziff. 3). F�r das Berufungsverfahren wurde A.A.________ eine Gerichtsgeb�hr von Fr. 6'000.-- auferlegt (Disp. Ziff. 4). Zudem wurde er verpflichtet, seinen T�chtern eine Parteientsch�digung von Fr. 20'586.75 zu bezahlen (Disp. Ziff. 6). Eine von den T�chtern erhobene Anschlussberufung wurde im selben Urteil ebenfalls unter Kosten- und Entsch�digungsfolge abgewiesen (Disp. Ziff. 2, 5 und 7).
Bez�glich der zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vollj�hrigen Tochter F.A.________ strengte A.A.________ ein separates, gegen seine fr�here Ehefrau E.A.________ gerichtetes Verfahren an. Dieses m�ndete in einen Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen betreffend Ab�nderung des Scheidungsurteils vom 4. November 2014. Der Unterhalt f�r die j�ngste Tochter bildet demnach nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
D.a.�Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 20. August 2015 wendet sich A.A.________ an das Bundesgericht. Er verlangt, Ziff. 1, 3, 4 und 6 des Entscheids des Obergerichts aufzuheben und die von ihm geschuldeten monatlichen Unterhaltsbeitr�ge mit Wirkung ab 31. Januar 2013 auf h�chstens Fr. 1'250.-- je Kind herabzusetzen, l�ngstens zahlbar bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung des jeweiligen Kindes. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese nach weiteren Abkl�rungen neu entscheide. Alles unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen zulasten der T�chter f�r die vorinstanzlichen Verfahren vor dem Kantons- und dem Obergericht Appenzell Ausserrhoden sowie f�r das bundesgerichtliche Verfahren.
D.b.�B.A.________, C.A.________ und D.A.________ (Beschwerdegegnerinnen) beantragen in ihrer Vernehmlassung vom 29. Februar 2016, die Beschwerde abzuweisen. Ferner weisen sie darauf hin, dass die Belastung f�r den Beschwerdef�hrer seit dem Sommer 2015 geringer geworden sei, nachdem er im Juli 2015 zum letzten Mal Alimente f�r B.A.________ und C.A.________ habe bezahlen m�ssen. Im Sommer 2017 werde voraussichtlich auch D.A.________ ihr Studium beendigen. Das Obergericht hat auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid verwiesen und auf eine Vernehmlassung verzichtet (Eingabe vom 2. Februar 2016).
D.c.�Der Beschwerdef�hrer nahm am 8. M�rz 2016 zur Vernehmlassung der T�chter Stellung und hielt an seinen Begehren fest. Die Eingabe wurden den Beschwerdegegnerinnen zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs zugestellt.
Angefochten ist der Endentscheid des Obergerichts, das als oberes Gericht kantonal letztinstanzlich auf Rechtsmittel hin �ber eine Klage auf Ab�nderung von Vollj�hrigenunterhalt entschieden hat (Art. 90 und Art. 75 BGG). Es handelt sich damit um eine Zivilsache in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit, wobei die erforderliche Streitwertgrenze erreicht ist (Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 Bst. b und Art. 51 Abs. 4 BGG). Die im �brigen fristgerecht (Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 Bst. b BGG) eingereichte Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich zul�ssig.
In rechtlicher Hinsicht sind im ordentlichen Beschwerdeverfahren alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig und das Bundesgericht wendet in diesem Bereich das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder das Rechtsmittel mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254; 132 II 257 E. 2.5 S. 262). Dabei ist das Bundesgericht grunds�tzlich an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann einzig vorgebracht werden, dieser sei offensichtlich unrichtig festgestellt worden (Art. 97 Abs. 1 BGG) oder er beruhe auf einer anderen Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG. Hierf�r wie auch f�r behauptete Verfassungsverletzungen gilt das R�geprinzip (BGE 133 II 249 E. 1.4.2 und E. 1.4.3 S. 254 f.; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
3.1.�Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz vor, sich in ihrem Entscheid nicht dazu zu �ussern, dass er im Jahr 2016 das ordentliche AHV-Rentenalter erreichen werde. Er sieht darin eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV), insbesondere der Begr�ndungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Geh�rs. Der Vorwurf ist angesichts seiner formellen Natur vorab zu pr�fen (BGE 135 I 187 E. 2.2 S. 190).
3.2.�Die Begr�ndungspflicht, wie sie sich aus dem verfassungsm�ssigen Geh�rsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt, bedeutet nicht, dass sich die Beh�rde zu allen Punkten einl�sslich �ussern und jedes einzelne Vorbringen widerlegen muss. Zu begr�nden ist das Ergebnis des Entscheids, das im Urteilsdispositiv zum Ausdruck kommt und das allein die Rechtsstellung der betroffenen Person ber�hrt. �ber dessen Tragweite - und nicht �ber ihm zugrunde liegende Erw�gungen - soll sich die betroffene Person Rechenschaft geben und den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten k�nnen (vgl. zum Ganzen BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 133 III 439 E. 3.3 S. 445).
3.3.�Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht eigens auf die Tatsache zu sprechen kommt, dass der Beschwerdef�hrer im Jahr 2016 das ordentliche Pensionsalter erreicht. Nach oben zitierter Rechtsprechung kann sich das Gericht auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Das Erreichen des ordentlichen AHV-Alters stellt per se aber keinen Ab�nderungsgrund dar; ein solcher w�re nur und erst gegeben, wenn der Beschwerdef�hrer tats�chlich aufh�ren w�rde zu arbeiten. Der Vorinstanz ist umso weniger etwas vorzuwerfen, als der Beschwerdef�hrer die Ab�nderung seiner Unterhaltsverpflichtung gar nicht auf den Zeitpunkt der allf�lligen Pensionierung, sondern auf den 31. Januar 2013 verlangt (vgl. Sachverhalt Bst. B.a).
Nach Art. 286 Abs. 2 ZGB setzt das Gericht bei erheblicher Ver�nderung der Verh�ltnisse den Unterhaltsbeitrag auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes neu fest oder hebt ihn auf. Eine �nderung des Unterhaltsbeitrags setzt demnach voraus, dass sich der relevante Sachverhalt nachtr�glich erheblich und dauerhaft ver�ndert hat. Die Ab�nderungsklage dient nicht dazu, eine fehlerhafte rechtskr�ftige Unterhaltsregelung zu korrigieren. Vielmehr kann es nur darum gehen, die rechtskr�ftige Unterhaltsregelung an ver�nderte Verh�ltnisse anzupassen. Bei der Neufestsetzung der Kinderalimente sind die einzelnen Parameter der Unterhaltsbemessung zu aktualisieren, wobei unter Umst�nden sogar unver�ndert gebliebene Parameter angepasst werden d�rfen (BGE 137 III 604 E. 4.1.1 und 4.1.2 S. 606 mit Hinweisen; zuletzt Urteil 5A_513/2014 vom 1. Oktober 2015 E. 5.1).
Im vorliegenden Fall streiten sich die Parteien �ber das Vorliegen (wesentlicher) ver�nderter Verh�ltnisse, dies namentlich in Bezug auf das Einkommen des Beschwerdef�hrers (nachfolgende E. 5) und das Einkommen der Mutter der Beschwerdegegnerinnen (E. 6).
5.1.�Der Beschwerdef�hrer ist selbst�ndiger Zahnarzt. Die Vorinstanz rechnete ihm aus dieser T�tigkeit ein hypothetisches Einkommen an. Sie ist dabei von einem tats�chlichen Einkommen von Fr. 315'000.-- bei einem Arbeitspensum von 60 % ausgegangen. Werde dieses Einkommen auf eine 100 % T�tigkeit aufgerechnet, die vom Beschwerdef�hrer angesichts vorhandener Kinderunterhaltspflichten erwartet werden d�rfe, ergebe sich - ohne Verm�gensertrag - ein Einkommen von Fr. 525'000.--. Wenn davon ausgegangen w�rde, dass der Beschwerdef�hrer schon im Zeitpunkt des Scheidungsurteils nur noch 80 % gearbeitet habe, h�tte er zum damaligen Zeitpunkt mit einer T�tigkeit von 80 % ein Einkommen von Fr. 500'000.-- erreicht. W�rde dem Beschwerdef�hrer heute wiederum eine T�tigkeit von 80 % zugestanden, so erg�be sich ausgehend vom tats�chlich erzielten Einkommen ein massgebliches Einkommen von Fr. 420'000.--. Das Verm�gen des Beschwerdef�hrers betrage gem�ss der Veranlagungsberechnung des Steueramts St. Gallen f�r die Kantons- und Gemeindesteuer 2012 vom 2. April 2014 Fr. 3'233'000.--. In diesem Verm�gen seien verschiedene Liegenschaften enthalten, die zweifellos nicht mit dem Verkehrswert bewertet w�rden.
Die Vorinstanz erwog sodann, es sei zwar glaubhaft, dass die Konkurrenzsituation f�r den Beschwerdef�hrer heute schwieriger sei als im Jahr 2005. Der Beschwerdef�hrer habe aber nicht den Nachweis daf�r erbracht, dass er "alles in seiner Hand M�gliche unternommen" habe, um dieser Entwicklung zum Beispiel mit Werbung oder Anstellung von jungen Zahn�rzten im Anstellungsverh�ltnis usw. entgegenzuwirken. Seine Ex-Ehefrau zeige mit ihrer Praxis in Schaffhausen, dass trotz eines dort sogar noch st�rkeren Konkurrenzdruckes wegen der nahen deutschen Grenze in einer Zahnarztpraxis in der Schweiz auch noch heute hohe Einkommen erzielt werden k�nnten. Im �brigen k�nne an dieser Stelle erg�nzend auf die den Parteien bekannten, zutreffenden Argumentationen der Einzelrichterin des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden und des Kreisgerichtes St. Gallen im Ab�nderungsprozess verwiesen werden.
Als Zwischenfazit verneinte die Vorinstanz beim Beschwerdef�hrer das Vorliegen einer wesentlichen �nderung im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZGB.
5.2.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, seine Eink�nfte betr�gen heute mit rund Fr. 250'000.-- noch etwa die H�lfte des Betrages im Scheidungszeitpunkt, womit ein Ab�nderungsgrund gegeben sei. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass er seine Praxis wieder derart ausbauen k�nnte, dass sie ihm erm�glichen w�rde, in einem vollen Arbeitspensum t�tig zu sein und damit sein urspr�ngliches Einkommen zu erzielen. Er habe anl�sslich der Verhandlung vor dem Kreisgericht St. Gallen vom 4. November 2014, auf deren Protokoll die Vorinstanz selber verschiedentlich verweise, den R�ckgang an Patienten (und damit auch an Umsatz) einl�sslich erkl�rt und dargelegt. Von einer freiwilligen Verminderung des Arbeitspensums k�nne keine Rede sein. Richtig sei, dass sich das wirtschaftliche Umfeld f�r Zahn�rzte gerade durch die erhebliche Konkurrenz gr�sserer regionaler Praxen (wie jene der Ex-Ehefrau) und national t�tiger Zahnarztfirmen deutlich verschlechtert habe. Das habe ihn gezwungen, seine Praxis an gewissen Halbtagen zu schliessen. Dies entspreche einem Gebot der wirtschaftlichen Vernunft, um unn�tige Kosten zu vermeiden. Die Vorinstanz verletzte durch die hypothetische Erh�hung des Einkommens nicht nur Bundesrecht (Art. 286 Abs. 2 i.V.m. Art. 134 Abs. 2 ZGB sowie Art. 285 Abs. 1 i.V.m. Art. 133 ZGB), sondern stelle auch den Sachverhalt offensichtlich unrichtig fest (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Im �brigen sei es widerspr�chlich und willk�rlich, wie selektiv die Vorinstanz auf seine Aussagen anl�sslich der Verhandlung vor dem Kreisgericht St. Gallen vom 4. November 2014 abstelle. Sie gehe zu Unrecht davon aus, dass er bereits vor 2014 quasi freiwillig das Pensum reduziert habe. Sie �bernehme seine Aussagen, wonach er ab den Sommerferien 2014 zu etwa 60 % gearbeitet habe. Die im selben Kontext gemachten Erl�uterungen, dass er sich aus wirtschaftlichen Gr�nden zu dieser Reduktion gezwungen gesehen habe, lasse die Vorinstanz dann aber unber�cksichtigt. Willk�rlich und gleichzeitig entscheidrelevant sei auch der vorinstanzliche Vergleich mit der offensichtlich florierenden Zahnarztpraxis der Ex-Ehefrau. Man k�nne nicht aus dem Umstand, dass deren v�llig anders ausgerichtete Zahnarzt-AG in Schaffhausen wirtschaftlich sehr erfolgreich sei, den Schluss ziehen, auch er k�nnte und m�sste mit seiner kleinen Einzelpraxis in St. Gallen ebenfalls entsprechend erfolgreich sein, wenn er sich nur gen�gend anstrengen w�rde.
5.3.�Nach der Rechtsprechung darf der Richter bei der Festsetzung von Unterhaltsbeitr�gen von einem hypothetischen Einkommen ausgehen, falls und soweit der unterhaltsberechtigte oder unterhaltspflichtige Ehegatte bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr verdienen k�nnte, als er effektiv verdient. Wo die reale M�glichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt, muss sie aber ausser Betracht bleiben (BGE 128 III 4 E. 4a S. 5 mit Hinweisen). Nichts anderes gilt, wenn sich der Streit um den Kinderunterhalt dreht (zu vollj�hrigen Kindern vgl. Urteil 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016 E. 3 mit Hinweisen). Die Zumutbarkeit und die M�glichkeit, ein Einkommen zu erzielen, sind zwei Voraussetzungen, die kumulativ erf�llt sein m�ssen. Welche T�tigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint, ist eine Rechtsfrage. Ob die als zumutbar erkannte T�tigkeit m�glich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist, bildet hingegen eine Tatfrage, die durch entsprechende Feststellungen oder durch die allgemeine Lebenserfahrung beantwortet wird (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 121; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7; je mit Hinweisen). Auch im letzteren Fall m�ssen aber die Tatsachen als vorhanden festgestellt sein, die eine Anwendung von Erfahrungss�tzen �berhaupt erst erm�glichen (BGE 128 III 4 E. 4c/bb S. 7).
5.3.1.�Dem Beschwerdef�hrer ist beizupflichten, dass ihm die Vorinstanz vorliegend kein hypothetisches Einkommen anrechnen durfte. Tats�chliche Feststellungen, dass es dem Beschwerdef�hrer effektiv m�glich gewesen w�re bzw. nach wie vor m�glich ist, das ihm von der Vorinstanz angerechnete Einkommen von Fr. 500'000.-- oder mehr zu erzielen, fehlen (vgl. Urteil 5A_939/2014 vom 12. August 2015 E. 4.3.3, 4.3.4, 4.4, in: FamPra.ch 2015 S. 926 zum Vorgehen, wenn tats�chliche Feststellungen fehlen). Vielmehr anerkennt die Vorinstanz indirekt die Behauptung des Beschwerdef�hrers, die Konkurrenzsituation habe sich versch�rft. Jedenfalls gen�gt es f�r die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nicht, jemandem einfach vorzuwerfen, dass er sein Gesch�ft besser oder wie eine andere Person f�hren m�sse.
Vorliegend kommt hinzu, dass �berdies die Aufrechnung der Vorinstanz betragsm�ssig falsch ist. Das von der Vorinstanz berechnete durchschnittliche Einkommen von Fr. 315'000.-- besteht aus Erwerbseinkommen, Verm�gens- und Mietertrag. Selbst wenn eine hypothetische Aufrechnung zul�ssig gewesen w�re, h�tte nur das Erwerbseinkommen, nicht aber wie dies das Obergericht tat auch der Verm�gens- und Mietertrag aufgerechnet werden d�rfen.
5.3.2.�So oder anders ist es nicht n�tig, dem Beschwerdef�hrer, der effektiv ein Erwerbseinkommen von Fr. 315'000.-- erzielt und �ber betr�chtliche Verm�genswerte verf�gt, zur Ermittlung seiner Unterhaltsverpflichtung ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Im Gegenzug muss er sich allerdings auch damit abfinden, dass allein sein heute gegen�ber dem Scheidungszeitpunkt tieferes effektives Einkommen keinen Grund darstellt, von erheblich ver�nderten Verh�ltnissen zu sprechen. Der Beschwerdef�hrer ist grunds�tzlich in der Lage, seinen mit dem Scheidungsurteil �bernommenen Unterhaltsverpflichtungen auch bei deutlich tieferem Einkommen nachzukommen.
6.1.�Zu pr�fen bleibt, ob sich erheblich ver�nderte Verh�ltnisse daraus ergeben, dass die fr�here Ehefrau des Beschwerdef�hrers und Mutter der Beschwerdegegnerinnen heute deutlich mehr als im Scheidungszeitpunkt verdient. Nach den unbestrittenen Angaben im vorinstanzlichen Entscheid verdient sie heute als Angestellte ihrer eigenen als AG gef�hrten Zahnarztpraxis Fr. 375'000.--, w�hrend ihr im Scheidungszeitpunkt ein Jahreseinkommen von Fr. 26'436.-- angerechnet worden ist.
Die Vorinstanz erblickt darin keinen Umstand, der auf erheblich ver�nderte Verh�ltnisse schliessen l�sst und begr�ndet dies damit, dass bereits das Scheidungsgericht im Scheidungsurteil davon ausgegangen sei, dass die Ex-Ehefrau in Zukunft weit mehr als die besagten Fr. 26'436.-- verdienen werde. Dies ergebe sich daraus, dass ihr im Scheidungsurteil kein Unterhalt zugesprochen bzw. dass dieser mit einer Kapitalleistung von Fr. 410'000.-- abgegolten worden sei.
6.2.�Der Beschwerdef�hrer h�lt daf�r, dass das Scheidungsgericht den Unterhalt der Kinder auf der Grundlage gef�llt habe, dass er Fr. 500'000.-- und seine fr�here Ehefrau Fr. 26'436.-- verdienen w�rden. Entsprechend sei von wesentlich ver�nderten Verh�ltnissen auszugehen, wenn sich diese Annahme in der Zwischenzeit in ihr Gegenteil verkehrt habe und seine fr�here Ehefrau heute mehr als er verdiene.
6.3.�Die Beschwerdegegnerinnen schliessen sich in ihrer Vernehmlassung der Einsch�tzung der Vorinstanz an. Sie machen geltend, dass der Eheschutzrichter ihrer Mutter einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 17'000.-- zur Wahrung des bisherigen Lebensstandards zugesprochen habe. Daraus resultiere, dass sie mit der in der Scheidungskonvention vereinbarten Kapitalzahlung ihren Unterhalt nur etwa zwei Jahre habe bestreiten k�nnen. Sie habe deshalb nach der Scheidung, obwohl vier unm�ndige T�chter betreuend, tageweise in der Praxis ihrer Eltern gearbeitet und diese Praxis im Sommer 2008 �bernommen.
F�r die Beschwerdegegnerinnen stossen die R�gen des Beschwerdef�hrers auch deshalb ins Leere, weil selbst bei Annahme willk�rlicher Beweisw�rdigung das Ergebnis nicht stossend w�re: Die Alimente h�tten bei Klageeinleitung insgesamt Fr. 120'000.-- ausgemacht. Die im Scheidungsurteil vereinbarte Unterhaltsregelung sei in der Meinung erfolgt, dass die Ex-Ehefrau die Kinderbetreuung und der Beschwerdef�hrer den Barunterhalt �bernehmen w�rden. Das Einkommen des Beschwerdef�hrers und seiner Ex-Ehefrau h�tten dabei eine untergeordnete Rolle gespielt; lediglich im Hinblick auf die Zukunft, n�mlich die Erwartung, dass die Beklagten studieren w�rden, sei der Scheidungsrichter offensichtlich davon ausgegangen, dass die Ex-Ehefrau mindestens so viel verdienen werde, dass sie nicht nur ihren eigenen Bedarf bestreiten k�nne, sondern auch jenen der Kinder, soweit dieser mehr als Fr. 2'500.-- betrage.
Tats�chlich sei im seinerzeitigen Eheschutzverfahren f�r die vier T�chter, die im Zeitpunkt der Scheidung 16, 15, 14 und 10 Jahre alt gewesen seien, ein Unterhaltsbeitrag von insgesamt Fr. 10'060.-- eingesetzt worden. Dieser Betrag habe keinen Wohnanteil enthalten, die Krankenkassenpr�mien f�r die Zeit des Erwachsenenseins seien viel zu tief berechnet worden und �berhaupt sei nicht ber�cksichtigt worden, dass ein sp�teres Studium hohe Kosten mit sich bringen werde. Ebensowenig seien Bedarfspositionen ber�cksichtigt worden, die zu einem hohen Lebensstandard, wie er in der Familie A.________ gepflegt werde, geh�ren w�rden.
Entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers spiele es keine Rolle, wie hoch der Bedarf der Beschwerdegegnerinnen genau sei; es reiche im vorliegenden Fall, wo es um die finanzielle Belastung der Ex-Ehefrau gehe, aus, ihn ungef�hr zu konkretisieren. Es sei offensichtlich, dass der Bedarf der Beschwerdegegnerinnen durch die Alimente des Beschwerdef�hrers nicht gedeckt sei. Es sei klar, dass das Leben von Studentinnen, die ausw�rts studieren und einen hohen Lebensstandard geniessen d�rften, mit Betr�gen von Fr. 2'500.-- nicht finanziert werden k�nne.
6.4.�Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass der Scheidungsrichter wohl davon ausgegangen ist, dass die Ex-Ehefrau innert K�rze mehr als Fr. 26'436.-- verdienen werde. Nur so l�sst sich erkl�ren, dass die Unterhaltsleistungen des Beschwerdef�hrers an seine Ex-Ehefrau durch eine einmalige Zahlung von Fr. 410'000.-- abgegolten wurden. Diese Abgeltung betrifft aber bloss den Unterhalt der Ex-Ehefrau. Sie erlaubt es nicht, auch hinsichtlich des Unterhalts der Beschwerdegegnerinnen den Tatbestand erheblich ver�nderter Verh�ltnisse zu verneinen. Die Argumente, die die Beschwerdegegnerinnen dagegen vortragen (vgl. E. 6.3), verfangen nicht. Weder l�sst sich dem Scheidungsurteil entnehmen, dass mit Fr. 2'500.-- der Barunterhalt der Beschwerdegegnerinnen nicht abgedeckt w�re noch ist dieses Urteil so zu verstehen, dass der Beschwerdef�hrer f�r den Barunterhalt seiner T�chter auch nach ihrer Vollj�hrigkeit losgel�st vom Einkommen seiner Ex-Ehefrau aufkommen m�sste. Nach der Rechtsprechung k�nnen "vorhersehbare �nderungen" sodann nur dann nicht Grundlage eines Ab�nderungsverfahrens sein, wenn der Richter diese auch tats�chlich ber�cksichtigt hat. Vorliegend kann gerade nicht gesagt werden, der Richter habe vorhersehbare �nderungen ber�cksichtigt. Die Tatsache, dass die Mutter der Beschwerdegegnerinnen heute das 15fach h�here Einkommen als im Scheidungszeitpunkt erzielt, zwingt daher zur Neuberechnung des auf den Beschwerdef�hrer entfallenden Kindesunterhalts.
7.1.�Als vollj�hrige Personen bed�rfen die Beschwerdegegnerinnen nicht mehr der Betreuung durch ihre Mutter. Die Pflicht, ihre T�chter zu unterst�tzen, konzentriert sich damit auch im Fall der Mutter darauf, finanziell an den Lebensunterhalt der Kinder beizutragen. Dazu sind beide Elternteile im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit in gleicher Weise verpflichtet. Eine solidarische Haftung der Eltern besteht nicht (Urteil 5A_179/2015 vom 29. Mai 2015 E. 6.1, in: FamPra.ch 2015, S. 997; vgl. CAROLINE B. MEYER, M�ndigenunterhalt in der Praxis: Verschulden des Kindes, Solidarhaftung der Eltern?, in: Festschrift f�r Ingeborg Schwenzer, 2011, S. 1271 ff., S. 1275 ff., mit Hinweisen). Entsprechend k�nnen die Beschwerdegegnerinnen vom Beschwerdef�hrer auch nur jenen Teil an ihren Unterhalt verlangen, der auf ihn entf�llt. Wollen sie den vollen Unterhaltsanspruch geltend machen, m�ssen die Beschwerdegegnerinnen deshalb auch ihre Mutter belangen.
7.2.�Bei der Beurteilung der Frage, ob es den Eltern nach den gesamten Umst�nden zugemutet werden kann, f�r den Unterhalt ihrer vollj�hrigen Kinder aufzukommen, steht dem Sachgericht ein weites Ermessen zu (Art. 4 ZGB; Urteil 5A_503/2012 E. 3.3.4 mit Hinweisen; in: FamPra.ch 2013 S. 525). �ber dieses Ermessen verf�gen die Gerichte nicht nur bei der Frage, ob Eltern Unterhalt schulden, sondern auch, in welcher H�he sie Unterhalt schulden. Das Bundesgericht �bt bei der �berpr�fung solcher Entscheide Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 136 III 278 E. 2.2.1 S. 279; 132 III 97 E. 1 S. 99).
7.3.�Vorliegend fehlen dem Bundesgericht aber die n�tigen Informationen, um den Unterhaltsbetrag �berhaupt sachgerecht pr�fen zu k�nnen. In Bezug auf die T�chter fehlen im angefochtenen Urteil Feststellungen zu deren konkreten Unterhaltsbedarf, der entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerinnen massgebend ist. Die Vorinstanz argumentiert diesbez�glich mit blossen Annahmen. An einer Stelle erw�gt sie, der Bedarf der T�chter belaufe sich auf "mindestens Fr. 4'000.--". Dies steht in offensichtlichem Widerspruch mit einer anderen Erw�gung, in welcher die Vorinstanz ausf�hrt, B.A.________ beziffere ihre Auslagen auf Fr. 1'936.--, C.A.________ auf Fr. 2'650.-- und D.A.________ auf Fr. 1'932.--. Ausserdem erw�hnt die Vorinstanz Verm�gen der T�chter von je �ber Fr. 40'000.--. Der Vollst�ndigkeit halber sei erg�nzt, dass die - von den Beschwerdegegnerinnen explizit (vgl. E. 6.3) und von der Vorinstanz zumindest implizit getroffene - Annahme, die Beschwerdegegnerinnen h�tten auch als vollj�hrige und nicht mehr bei den Eltern wohnende Studentinnen ohne Weiteres Anspruch auf den gleich hohen Lebensstandard wie die Eltern, nicht geteilt werden kann.
In Bezug auf die Mutter der Beschwerdef�hrerinnen steht nur fest, dass diese sieben Jahre j�nger ist als der Beschwerdef�hrer und ebenfalls als Zahn�rztin arbeitet und wieviel sie ungef�hr verdient. Dem vorinstanzlichen Urteil l�sst sich aber nicht entnehmen, in welchem Umfang der Bedarf der T�chter von ihrer Mutter abgedeckt wird.
7.4.�Die fehlenden Feststellungen verunm�glichen es dem Bundesgericht, einen reformatorischen Entscheid zu f�llen. Die Sache ist deshalb an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Diese hat den auf den Beschwerdef�hrer entfallenden Unterhalt an seine T�chter neu festzulegen: Zu ber�cksichtigen sind dabei neben dem konkreten Unterhaltsbedarf der Beschwerdegegnerinnen auch die jeweilige Leistungsf�higkeit der Eltern.
Im Ergebnis ist die Beschwerde damit gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens m�ssen die Beschwerdegegnerinnen f�r die Gerichtskosten aufkommen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Den besonderen Umst�nden des Falls wegen wird dem Beschwerdef�hrer keine Parteientsch�digung zugesprochen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Ziffern 1, 3, 4 und 6 des Urteils des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 16. Juni 2015 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Entscheidung im Sinn der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Parteientsch�digungen werden wettgeschlagen.