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Timestamp: 2016-10-28 12:19:05
Document Index: 4656979

Matched Legal Cases: ['Art. 731', 'Art. 731', 'BGE', 'Art. 75', 'Art. 100', 'Art. 76', 'Art. 72', 'Art. 74', 'BGE', 'BGE', 'Art. 76', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 731', 'Art. 731', 'BGE', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 727', 'Art. 718', 'Art. 730', 'BGE', 'Art. 731', 'BGE', 'Art. 731', 'BGE', 'Art. 731', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 731', 'Art. 731', 'Art. 731', 'Art. 731', 'Art. 731', 'Art. 731', 'Art. 106', 'Art. 106']

4A_147/2015 (15.07.2015)
4A_147/2015 � � Urteil vom 15. Juli 2015
Organisationsm�ngelverfahren,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 29. Januar 2015.
�Die B.________ AG (Gesuchs- und Beschwerdegegnerin) betreibt eine �rztliche Notfallpraxis in Luzern. Ihre Aktien werden zu je 50% von den seit Fr�hling 2014 zerstrittenen Eheleuten A.D.________ (Gesuchstellerin und Beschwerdef�hrerin) und C.D.________ gehalten.
�Die beiden Aktion�re sind sich unter anderem �ber die Besetzung des Verwaltungsrats und der Revisionsstelle bei der Gesellschaft uneinig. Seit dem 14. August 2014 sind im Handelsregister als Verwaltungsr�te C.D.________ (einzelzeichnungsberechtigt) und A.D.________ (ohne Zeichnungsberechtigung) eingetragen. An der ordentlichen Generalversammlung vom 26. August 2014 wurden jedoch beide Ehegatten nicht mehr als Verwaltungsr�te best�tigt. Auch die bisherige Revisionsstelle E.________ AG wurde nicht mehr wiedergew�hlt.
B.a.�Mit Gesuch vom 12. September 2014 stellte A.D.________ dem Bezirksgericht Luzern gest�tzt auf Art. 731 b Abs. 1 Ziff. 2 OR folgende Rechtsbegehren gegen die B.________ AG:
�"1. Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegnerin die gesetzlich vorgeschriebenen Organe fehlen.
�2. Das Handelsregisteramt des Kantons Luzern sei anzuweisen, die bisherigen Verwaltungsratsmitglieder (C.D.________ und A.D.________) sowie die bisherige Revisionsstelle (E.________ AG) der Gesuchsgegnerin im Handelsregister zu l�schen.
�3. Als neuer und einziger Verwaltungsrat sei F.________ einzusetzen.
�4. Als neue Revisionsstelle sei die G.________ AG einzusetzen."
�Mit Stellungnahme vom 27. Oktober 2014 stellte die B.________ AG folgende Antr�ge:
�"1. Das Gesuch der Gesuchstellerin sei vollumf�nglich abzuweisen.
�2. Eventualiter sei Dr.med. C.D.________ als neuer und einziger Verwaltungsrat sowie die E.________ AG als Revisionsstelle einzusetzen.
�3. Subeventualiter sei H.________ als neuer und einziger Verwaltungsrat einzusetzen.
�4. Subsubeventualiter sei I.________, Seidenhofstrasse 14, 6003 Luzern, K.________ oder L.________ von der M.________ AG als Verwaltungsrat einzusetzen."
�Mit Entscheid vom 12. November 2014 traf das Bezirksgericht folgende Anordnungen:
�"1. Als einziger Verwaltungsrat der Gesuchsgegnerin mit Einzelunterschrift wird C.D.________ ernannt.
�2. Als Revisionsstelle der Gesuchsgegnerin wird die E.________ AG ernannt.
�3. Das Handelsregisteramt des Kantons Luzern wird angewiesen, C.D.________ als Pr�sident mit Einzelunterschrift, die Gesuchstellerin (A.D.________) als Mitglied ohne Zeichnungsberechtigung und die E.________ AG als Revisionsstelle zu l�schen.
�4. Das Handelsregisteramt des Kantons Luzern wird ferner angewiesen, C.D.________ als einziger Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift und die E.________ AG per Entscheidsdatum neu einzutragen.
�5. Die Ernennungen der Organe gem�ss Ziff. 1 und 2 sind bis zur n�chsten ordentlichen Generalversammlung der Gesuchsgegnerin, an welcher die Wahl dieser Organe traktandiert wird, l�ngstens bis am 30.06.2015 g�ltig.
�6. Die Gesuchsgegnerin hat zu Gunsten der gem�ss Ziff. 2 des Rechtsspruchs ernannten Revisionsgesellschaft dem Bezirksgericht Luzern innert 10 Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids einen Kostenvorschuss in der H�he von Fr. 10'000.-- zu leisten, andernfalls die Gesuchsgegnerin nach Art. 731 b Abs. 1 Ziff. 3 OR aufgel�st und ihre Liquidation angeordnet wird.
�7. Alle weitergehenden und anderslautenden Begehren der Parteien werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
�8. Die Parteien haben die Gerichtskosten je zur H�lfte und ihre eigenen Kosten selbst zu tragen."
B.b.�Mit Berufung vom 24. November 2014 beantragte die Gesuchstellerin dem Kantonsgericht Luzern die Aufhebung des bezirksgerichtlichen Entscheids und wiederholte ihre erstinstanzlich gestellten Begehren.
�Mit Urteil vom 29. Januar 2015 hiess das Kantonsgericht die Berufung teilweise gut, hob Dispositiv-Ziffer 6 betreffend die Vorschussleistung an die Revisionsstelle auf und best�tigte im �brigen den angefochtenen Entscheid. Die oberinstanzlichen Prozesskosten auferlegte das Kantonsgericht der Gesuchstellerin.
�Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Gesuchstellerin dem Bundesgericht, es sei das Urteil des Kantonsgericht teilweise aufzuheben, soweit es die Einsetzung von C.D.________ als einziger Verwaltungsrat best�tigt hat, und im �brigen sei die Sache an die Vorinstanz zu neuer Beurteilung zur�ckzuweisen. Eventualiter sei das Kostendispositiv in Ziffer 8 aufzuheben und es seien s�mtliche Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, sowie der Beschwerdef�hrerin zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen. Weiter beantragt die Gesuchstellerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
�Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde, die Vorinstanz die Abweisung soweit Eintreten.
�Die Parteien haben repliziert und dupliziert sowie diverse weitere, unaufgeforderte Stellungnahmen (u.a. Noveneingaben) eingereicht.
�Mit Eingabe vom 9. Juli 2015 hat die Gesuchstellerin ihr Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung zur�ckgezogen.
�Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zul�ssig ist (BGE 139 III 133 E. 1 S. 133 mit Hinweisen).
1.1.�Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Rechtsmittelentscheid eines oberen kantonalen Gerichts (Art. 75 BGG), ist innert der Beschwerdefrist (Art. 100 BGG) von der mit ihren Rechtsbegehren unterlegenen Partei (Art. 76 BGG) eingereicht worden und bei der Streitsache handelt es sich um eine Zivilsache (Art. 72 BGG) mit einem Streitwert von �ber Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG).
1.2.�Die Beschwerdebefugnis setzt ein aktuelles und praktisches Interesse an der Gutheissung der Beschwerde voraus, das auch im Zeitpunkt des bundesgerichtlichen Urteils noch vorhanden sein muss (vgl. BGE 131 I 153 E. 1.2 S. 157; 120 II 5 E. 2a). Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Interesses, wenn die ger�gte Rechtsverletzung sich jederzeit wiederholen k�nnte und eine rechtzeitige gerichtliche �berpr�fung im Einzelfall kaum je m�glich w�re (BGE 140 III 92 E. 1.1 S. 94; 139 I 206 E. 1.1 S. 208).
�Im vorliegenden Fall ist ein solches Interesse der Beschwerdef�hrerin zu bejahen. Zwar ist die richterlich festgelegte Amtsdauer von C.D.________, gegen dessen Einsetzung sich die Beschwerdef�hrerin mit der vorliegenden Beschwerde wehrt, am 30. Juni 2015 abgelaufen, womit das unmittelbare Interesse an der Aufhebung dieser Einsetzung erloschen ist. Die Beschwerdef�hrerin hat aber dennoch ein Interesse an der h�chstrichterlichen Beurteilung der Frage, ob diese Einsetzung rechtm�ssig war. Denn diese kann im Hinblick auf m�gliche weitere Prozesse etwa hinsichtlich der G�ltigkeit der von C.D.________ gefassten Verwaltungsratsbeschl�sse pr�judizierend wirken und sich im Hinblick auf eine allf�llige erneute richterliche Einsetzung von C.D.________ in einem k�nftigen Organisationsm�ngelverfahren gar wiederholen. Die Voraussetzungen von Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG sind mithin als gegeben zu erachten.
1.3.�Da die Beschwerde in Zivilsachen ein reformatorisches Rechtsmittel ist (Art. 107 Abs. 2 BGG), ist grunds�tzlich ein materieller Antrag erforderlich; Antr�ge auf R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung oder blosse Aufhebungsantr�ge gen�gen nicht und machen die Beschwerde unzul�ssig (BGE 133 III 489 E. 3.1 S. 489 f.).
�Vorliegend hat die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragt, soweit dieser die Einsetzung von C.D.________ als Verwaltungsrat best�tigt hat, sowie die R�ckweisung der Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz. Es fehlt damit an einem materiellen Antrag. Nach der Rechtsprechung kommt dem Sachrichter bei der Auswahl des konkreten Organwalters, der im Rahmen eines Organisationsm�ngelverfahrens richterlich einzusetzen ist, allerdings ein Ermessen zu, das nicht durch das Bundesgericht, sondern durch das sachn�here kantonale Gericht auszu�ben ist (Urteil 4A_354/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 3). Es schadet daher nicht, wenn die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht lediglich einen kassatorischen Antrag stellt, anstatt wie vor den kantonalen Instanzen reformatorisch die Einsetzung von Herrn F.________ als Verwaltungsrat zu beantragen.
�Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt rechtsgen�glicher Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) einzutreten.
1.4.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Dazu geh�ren sowohl die Feststellungen �ber den Lebenssachverhalt, der dem Streitgegenstand zugrunde liegt, als auch jene �ber den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen �ber den Prozesssachverhalt, namentlich die Antr�ge der Parteien, ihre Tatsachenbehauptungen, rechtlichen Er�rterungen, Prozesserkl�rungen und Beweisvorbringen, der Inhalt einer Zeugenaussage, einer Expertise oder die Feststellungen anl�sslich eines Augenscheins (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 117; 135 III 397 E. 1.5). �berdies muss die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Partei, welche die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern diese Voraussetzungen erf�llt sein sollen (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18). Soweit sie den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (BGE 140 III 86 E. 2 S. 90). Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG), was in der Beschwerde n�her darzulegen ist (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist nicht einzutreten (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18; 133 II 249 E. 1.4.3).
1.5.�Die Beschwerdef�hrerin verkennt die aufgef�hrten Grunds�tze in verschiedener Hinsicht. Sie stellt in einer Sachverhalts�bersicht, die sie ihren rechtlichen Vorbringen voranstellt, die Hintergr�nde der Streitsache und des Verfahrens aus eigener Sicht dar und kritisiert dabei - wie auch in ihrer weiteren Beschwerdebegr�ndung - unter Verweis auf verschiedene Aktenst�cke des kantonalen Verfahrens die tats�chlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid, ohne substanziiert Ausnahmen von der Sachverhaltsbindung geltend zu machen. Die entsprechenden Ausf�hrungen haben unbeachtet zu bleiben.
�Soweit sie schliesslich diverse Noven vorbringt, tut sie ebenfalls nicht hinreichend dar und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass geben sollte (Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Noven haben mithin unbeachtet zu bleiben.
�Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz einen Verstoss gegen diverse Normen und Grunds�tze des Aktienrechts vor, indem diese C.D.________ gest�tzt auf Art. 731b OR richterlich als Verwaltungsrat ernannt hat, obwohl dieser zuvor von der Generalversammlung der Gesellschaft nicht mehr als Verwaltungsrat wiedergew�hlt worden sei.
2.1.1.�Gem�ss dem im Abschnitt �ber "M�ngel in der Organisation der Gesellschaft" eingeordneten Art. 731b OR kann ein Aktion�r, ein Gl�ubiger oder der Handelsregisterf�hrer dem Richter beantragen, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, falls der Gesellschaft eines der vorgeschriebenen Organe fehlt oder eines dieser Organe nicht rechtm�ssig zusammengesetzt ist (Abs. 1 Ingress). Der Richter kann insbesondere der Gesellschaft unter Androhung ihrer Aufl�sung eine Frist ansetzen, binnen derer der rechtm�ssige Zustand wieder herzustellen ist (Abs. 1 Ziff. 1), das fehlende Organ oder einen Sachwalter ernennen (Abs. 1 Ziff. 2) oder die Gesellschaft aufl�sen und ihre Liquidation nach den Vorschriften �ber den Konkurs anordnen (Abs. 1 Ziff. 3).
�Mit dieser Norm hat der Gesetzgeber eine einheitliche Ordnung f�r die Behebung und Sanktionierung organisatorischer M�ngel innerhalb einer Gesellschaft geschaffen (BGE 138 III 407 E. 2.2; 136 III 369 E. 11.4.1 mit Hinweisen). Die Bestimmung erfasst diejenigen F�lle, in denen eine zwingende gesetzliche Vorgabe hinsichtlich der Organisation der Gesellschaft nicht oder nicht mehr eingehalten wird. Sie bezieht sich sowohl auf das Fehlen als auch die nicht rechtsgen�gende Zusammensetzung obligatorischer Gesellschaftsorgane (BGE 138 III 407 E. 2.2; 138 III 294 E. 3.1.2).
2.1.2.�Zum Anwendungsbereich der nicht rechtsgen�genden Zusammensetzung des Organs z�hlen vor allem F�lle des Fehlens der gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Mitglieder der Organe (z.B. des Verwaltungsratspr�sidenten gem�ss Art. 712 Abs. 1 OR), der mangelnden Unabh�ngigkeit bzw. Bef�higung der Revisionsstelle (v.a. Art. 727b und 728 OR) oder der Nichterf�llung der gesetzlichen Wohnsitzerfordernisse (Art. 718 Abs. 4 und Art. 730 Abs. 4 OR). Eine nicht rechtsgen�gende Zusammensetzung liegt aber etwa auch dann vor, wenn ein gesetzlich vorgeschriebenes Organ nicht mehr handlungsf�hig ist, so z.B. wenn aufgrund einer andauernden Pattsituation im Verwaltungsrat die F�hrung der Gesellschaft dauerhaft unm�glich geworden ist (BGE 140 III 349 E. 2.1 S. 351; Urteil 4A_522/2011 vom 13. Januar 2012 E. 2.3 unter Hinweis auf die Botschaft vom 19. Dezember 2001 zur Revision des Obligationenrechts [GmbH-Recht sowie Anpassungen im Aktien-, Genossenschafts-, Handelsregister- und Firmenrecht], BBl 2002, S. 3232).
2.1.3.�Art. 731b Abs. 1 OR gibt dem Gericht einen Ermessensspielraum, um eine mit Blick auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalles angemessene und verh�ltnism�ssige Massnahme treffen zu k�nnen (BGE 138 III 407 E. 2.4 S. 409, 294 E. 3.1.4 S. 298, 166 E. 3.5 S. 170; 136 III 369 E. 11.4.1 S. 371). Bei den in den Ziffern 1-3 von Art. 731b Abs. 1 OR genannten Massnahmen zur Behebung des Organisationsmangels handelt es sich denn auch um einen exemplifikativen, nicht abschliessenden Katalog (BGE 138 III 294 E. 3.1.4 S. 298; 136 III 369 E. 11.4.1 S. 371). Das Gericht kann auch eine in Art. 731b Abs. 1 OR nicht gesetzlich typisierte Massnahme anordnen (vgl. BGE 138 III 294 E. 3.3.3 S. 303 f.), wie etwa die Abberufung von Verwaltungsr�ten (Urteil 4A_161/2013 vom 28. Juni 2013 E. 2.2.2) oder die Einberufung einer Generalversammlung (Urteil 4A_605/2014 vom 5. Februar 2015). F�r den Fall einer blockierten Zweipersonenaktiengesellschaft hat das Bundesgericht schliesslich auf die M�glichkeit einer �bernahme der Aktien des einen Aktion�rs durch den anderen im Rahmen einer richterlich angeordneten Versteigerung hingewiesen (BGE 138 III 294 E. 3.3.3 S. 303 f.; vgl. dazu auch die Besprechung von TRAUTMANN/VON DER CRONE, Organisationsm�ngel und Pattsituation in der Aktiengesellschaft, SZW 5/2012, S. 461 ff., mit weiteren Hinweisen auf m�gliche Massnahmen bei Pattsituationen [insb. S. 472 ff.]).
2.2.�Nach st�ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung verf�gt das kantonale Sachgericht bei Ermessensentscheiden �ber einen weiten Beurteilungsspielraum. Das Bundesgericht als H�chstgericht und Instanz der reinen Rechtskontrolle �berpr�ft Ermessensentscheide mit Zur�ckhaltung und greift nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die h�tten beachtet werden m�ssen. Es greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 136 III 278 E. 2.2.1 S. 279; 135 III 121 E. 2 S. 123 f. mit Hinweisen).
2.3.�Die Vorinstanz hat zun�chst darauf hingewiesen, dass die Ernennung des fehlenden Organs durch den Richter im Gesetz ausdr�cklich vorgesehen sei. Sie hat sodann festgehalten, dass die Parteien sich �ber die Person des zu ernennenden Verwaltungsrats bzw. �ber die konkret zu ernennende Revisionsstelle uneinig seien. W�hrend die Beschwerdef�hrerin F.________ als Verwaltungsrat eingesetzt haben wolle, beantrage die Beschwerdegegnerin die Best�tigung des erstinstanzlichen Urteils, mit dem C.D.________ als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat eingesetzt wurde.
�Bez�glich der Auswahl von C.D.________ verwies die Vorinstanz auf die Erw�gungen der ersten Instanz. Diese hat ausgef�hrt, dass C.D.________ die Beschwerdegegnerin am 12. Juli 2002 als Einzelfirma gegr�ndet und nach ihrer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft als Verwaltungsrat gef�hrt habe. Sein Know-How und seine Erfahrungen in der Medizinalbranche w�rden f�r ihn sprechen und f�r die Beschwerdegegnerin sei wichtig, eine kompetente und erfahrene Person an ihrer Spitze zu haben. Im Gegensatz zum von der Beschwerdef�hrerin vorgeschlagenen F.________, der �ber keinerlei Erfahrung im Medizinalbereich verf�ge, kenne C.D.________ die Beschwerdegegnerin, ihre Vertragspartner und Arbeitnehmenden, brauche keine Einarbeitungszeit und k�nne die Gesch�fte der Gesuchsgegnerin umgehend weiterf�hren und vorantreiben. Er eigne sich daher am besten als einziger Verwaltungsrat. Gegen seine Ernennung spreche auch nicht, dass er versuche, s�mtliche Arbeitsvertr�ge auf seine Einzelfirma zu �bertragen. Ein solches Vorgehen decke sich zwar schwerlich mit dem Gesellschaftszweck, doch sei zu ber�cksichtigen, dass diese Massnahmen sich wohl insofern aufgedr�ngt h�tten, weil die Beschwerdegegnerin durch die bestehende Pattsituation im Verwaltungsrat und dessen Folgen f�hrungslos geworden sei. Es liege somit im ureigenen Interesse der Gesellschaft und wohl auch der Aktion�re, dass die Gesuchsgegnerin weiterhin in der Lage sei, ihren wirtschaftlichen Zweck, also den Betrieb einer �rztlichen Notfallpraxis, die Durchf�hrung von Kursen und Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des Gesundheitswesens etc. erf�llen zu k�nnen. Zudem k�nne der Verwaltungsrat grunds�tzlich nicht eigenm�chtig gegen den Gesellschaftszweck handeln, sondern habe vielmehr gegen�ber der Gesellschaft und den Aktion�ren Rechenschaft abzulegen und sei letztlich f�r den Schaden verantwortlich, den er der Gesellschaft aber auch einzelnen Aktion�ren durch absichtliche oder fahrl�ssige Verletzung seiner Pflichten verursache. Weiter sei die Ernennung von C.D.________ lediglich eine befristete Massnahme.
2.4.�Die Beschwerdef�hrerin tr�gt in ihrer Beschwerde an das Bundesgericht wie bereits im Berufungsverfahren mehrere Vorw�rfe gegen C.D.________ vor: So habe dieser es damals vers�umt, eine Generalversammlung f�r das Gesch�ftsjahr 2013 rechtzeitig anzusetzen, worin eine Pflichtverletzung liege. Weiter habe C.D.________ begonnen, die Gesellschaft auszuh�hlen und deren Gesch�ftst�tigkeit auf seine Einzelfirma zu �bertragen, u.a. durch die �berleitung von Arbeitsverh�ltnissen. Zudem habe er als Verwaltungsratspr�sident einen Betrag von Fr. 400'000.-- auf sein Privatkonto �berweisen lassen. Schliesslich sei nun gegen C.D.________ ein Strafverfahren wegen Verm�gensdelikten eingeleitet worden. All dies belege, dass C.D.________ nicht �ber die n�tige Integrit�t und Unabh�ngigkeit f�r einen Verwaltungsrat verf�ge; schon aus diesem Grund habe er nicht richterlich als solcher eingesetzt werden d�rfen. Die Vorinstanz habe weiter Bundesrecht verletzt, indem sie sich �ber den Willen der Generalversammlung hinweg gesetzt habe, die C.D.________ abgew�hlt habe. Dieses Vorgehen stelle zudem einen Ermessensmissbrauch bzw. Willk�r dar.
2.5.1.�Diese Einw�nde verfangen, unabh�ngig davon, ob sie in sachverhaltlicher Hinsicht �berhaupt zutreffen, geschweige denn eine St�tze in den f�r das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) finden, nicht.
�Die Vorinstanz ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Ernennung eines fehlenden Organwalters - hier eines Verwaltungsratsmitglieds - zu den in Art. 731b Abs. 1 OR ausdr�cklich vorgesehenen Massnahmen zur Behebung eines Organisationsmangels geh�rt. Die Vorinstanz hat sich also bei der richterlichen Einsetzung eines Verwaltungsratsmitglieds im Rahmen des von Art. 731b Abs. 1 OR er�ffneten�
Ermessensspielraums�gehalten; eine Ermessens�berschreitung liegt nicht vor. Auch die Einsetzung gerade jener Person, die von der sich in einem Patt befindenden und damit blockierten Generalversammlung als Verwaltungsrat "abgew�hlt", d.h. nicht wiedergew�hlt wurde, bewegt sich grunds�tzlich noch im Ermessensspielraum. Es liegt denn auch in der Natur der Sache, dass sich der Organisationsm�ngelrichter, der infolge eines�
Deadlocks�in die Organisation der Gesellschaft einzugreifen hat, �ber den "Willen" bzw. die Unf�higkeit zur Willensbildung der blockierten Generalversammlung hinwegsetzen muss. Auch unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit scheint vertretbar, die bisherige Gesch�ftsleitung im Interesse der Unternehmenskontinuit�t f�r eine beschr�nkte Zeit fortzuf�hren. Mit der zeitlich beschr�nkten Einsetzung von C.D.________ als Verwaltungsrat hat die Vorinstanz insoweit weder gegen Art. 731b Abs. 1 OR noch gegen eine andere Norm des Aktienrechts verstossen. Dabei ist aber nicht zu �bersehen, dass mit einer solchen Massnahme die negativen Folgen des Organisationsmangels nur vor�bergehend gel�st sind und sich bei einer andauernden Pattsituation jederzeit wieder aktualisieren k�nnen. Bei einer erneuten Einsetzung von C.D.________ in einem allf�lligen k�nftigen Verfahren w�re mithin fraglich, ob eine solche Massnahme immer noch verh�ltnism�ssig und damit rechtskonform w�re.
2.5.2.�Die Frage, ob die Vorinstanz mit C.D.________ ausgerechnet einen der beiden zerstrittenen Aktion�re als Verwaltungsratsmitglied h�tte einsetzen d�rfen, bleibt damit immer noch offen. Bei dieser handelt es sich aber - da sich die entsprechende Einsetzung im durch Art. 731b Abs. 1 OR er�ffneten Ermessensspielraum bewegt - um eine solche der zutreffenden Ermessensaus�bung, also der�
Angemessenheit. Dabei ist der Beschwerdef�hrerin beizupflichten, dass unter dem Gesichtspunkt der Angemessenheit�
prima vista�fraglich erscheint, gerade C.D.________ als einen der beiden Urheber des�
Deadlock�bei der Beschwerdegegnerin mit der Unternehmensleitung zu betrauen. Andere Massnahmen w�ren zumindest auch denkbar gewesen (vgl. oben E. 2.1.3).
2.5.3.�Da das Bundesgericht als H�chstgericht und Instanz der reinen Rechtskontrolle nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen des Sachgerichts setzt, ist die Frage nach der Angemessenheit vorliegend indessen nicht zu pr�fen (vgl. auch MARCEL SCH�NB�CHLER, Die Organisationsklage nach Art. 731b OR, Diss. Z�rich, 2013, S. 450 ff.). Die Vorw�rfe der Beschwerdef�hrerin sind - abgesehen von Willk�r - nur unter dem Blickwinkel zu beurteilen, ob die Vorinstanz mit der Einsetzung von C.D.________ grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder ob sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die h�tten beachtet werden m�ssen (oben E. 2.2).
�Dies ist zu verneinen: Die Einsetzung von C.D.________ ist mit den zu Art. 731b OR entwickelten Grunds�tzen nicht unvereinbar. Die Vorinstanz hat sodann den Ermessensentscheid der ersten Instanz in Kenntnis und Ber�cksichtigung all jener Einw�nde best�tigt, welche die Beschwerdef�hrerin nunmehr auch vor Bundesgericht vortr�gt, also hinsichtlich der angeblichen Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Einberufung der Generalversammlung (E. 5.4.3 des angefochtenen Entscheids), hinsichtlich der �berleitung von Arbeitsvertr�gen (E. 5.4.4), hinsichtlich der �berweisung von Fr. 400'000.-- (E. 5.4.5) sowie hinsichtlich des gegen C.D.________ eingeleiteten Strafverfahrens (E. 5.4.6). Der Vorinstanz kann mithin nicht vorgeworfen werden, sie habe Umst�nde - und seien es auch blosse Parteibehauptungen - ausser Acht gelassen, die sie h�tte ber�cksichtigen m�ssen. Aus dem angefochtenen Entscheid geht sodann hervor, dass die Einsetzung von C.D.________ durch die Luzerner Gerichte durchaus auf einer Abw�gung von Argumenten beruht, die f�r und gegen C.D.________ sprechen, wobei die Vorinstanz - in �bereinstimmung mit der ersten Instanz - zur Auffassung gelangt ist, dass die auf rund sieben Monate beschr�nkte Einsetzung von C.D.________ aus unternehmerischer Sicht die beste L�sung f�r alle Stakeholder der Beschwerdegegnerin sei. Der Vorinstanz kann kein Ermessensmissbrauch oder Willk�r vorgeworfen werden, beruht doch ihr Entscheid auf einer Einbeziehung und Abw�gung aller f�r und gegen C.D.________ sprechenden bzw. vorgetragenen Argumente und wirkt auch nicht gerade stossend ungerecht oder offensichtlich unbillig.
�Ob die Vorinstanz bei ihrer Abw�gungst�tigkeit freilich zu einer�
angemessenen�Schlussfolgerung gekommen ist, liegt wie erw�hnt nicht in der Pr�fzust�ndigkeit des h�chsten Gerichts. Sollte sich der�
Deadlock�bei der Beschwerdegegnerin auch in Zukunft nicht aufl�sen, werden die Luzerner Gerichte auch alternative Massnahmen in Betracht zu ziehen haben, wie sie oben in E. 2.1.3 unter Hinweis auf die Ausf�hrungen von TRAUTMANN/VON DER CRONEerw�hnt wurden.
2.5.4.�Damit erweisen sich die gegen den angefochtenen Entscheid vorgetragenen R�gen als unbegr�ndet bzw. zielen ins Leere. Die Beschwerdef�hrerin vermag die vorinstanzliche Ermessensaus�bung nicht als bundesrechtswidrig auszuweisen.
�Soweit die Beschwerdef�hrerin schliesslich eine andere Kostenverlegung f�r die kantonalen Verfahren verlangt, sind ihre Beanstandungen ebenfalls unbegr�ndet. Da im erstinstanzlichen Verfahren keine der Parteien mit ihren Rechtsbegehren vollumf�nglich durchgedrungen ist, hat das Bezirksgericht gest�tzt auf Art. 106 Abs. 2 ZPO zu Recht die erstinstanzlichen Gerichtskosten den Parteien je zur H�lfte auferlegt und die Parteikosten wettgeschlagen. Demgegen�ber hat die Vorinstanz die oberinstanzlichen Prozesskosten gest�tzt auf das Unterliegerprinzip von Art. 106 Abs. 1 ZPO zu Recht der Beschwerdef�hrerin auferlegt. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin wurde mit dem vorinstanzlichen Kostenspruch keineswegs das Verursacherprinzip verletzt, ist sie doch ebenso verantwortlich f�r den�
Deadlock�bei der Beschwerdegegnerin wie C.D.________. Inwieweit schliesslich das �quivalenzprinzip verletzt sein soll, tut die Beschwerdef�hrerin nicht in einer den Begr�ndungsanforderungen gen�genden Weise dar.
�Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
�Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin mit Fr. 6'000.-- f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen.
�Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.