Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201999,%2033
Timestamp: 2020-02-18 05:59:31
Document Index: 253135755

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 323', '§ 767', '§ 767', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.11.1998 - IX ZR 116/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,627
BGH, 19.11.1998 - IX ZR 116/97 (https://dejure.org/1998,627)
BGH, Entscheidung vom 19.11.1998 - IX ZR 116/97 (https://dejure.org/1998,627)
BGH, Entscheidung vom 19. November 1998 - IX ZR 116/97 (https://dejure.org/1998,627)
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Anfechtungsprozeß - Einwendungen des Anfechtungsgegners
Zulässigkeit der Geltendmachung aller dem Schuldner nach einem Prozessvergleich zustehenden Einwendungen auch durch den Anfechtungsgegner gegenüber Anfechtungsklage des Gläubigers
Geltendmachung von Einwendungen des Schuldners durch den Anfechtungsgegner im Anfechtungsprozeß
AnfG (a. F. bis 31. 12. 1998) §§ 2, 3 Abs. 1 Nr. 1 u 2; ZPO § 323 Abs. 4, § 767 Abs. 2
Titeleigenschaft eines Prozeßvergleichs; Einwendungsbefugnisse des Anfechtungsgegners; wirtschaftliche Betrachtungsweise
NJW 1999, 641
ZIP 1999, 33
NZI 1999, 73
FamRZ 1999, 502
WM 1999, 33
DB 1999, 527
Ist der Vollstreckungstitel ein rechtskräftiges oder vorläufig vollstreckbares Urteil, sind dem Anfechtungsgegner im Anfechtungsprozess - vom Vorwurf der Kollusion zwischen Gläubiger und Schuldner abgesehen (der hier nicht erhoben worden ist) - in entsprechender Anwendung von § 767 Abs. 2 ZPO nur solche Einwendungen erlaubt, die nach der letzten mündlichen Tatsachenverhandlung im Vorprozess des Gläubigers gegen den Schuldner entstanden sind und die der Schuldner selbst noch vorbringen könnte (BGHZ 55, 20, 28; 90, 207, 210;… BGH, Urt. v. 22. September 1982 - VIII ZR 293/81, ZIP 1982, 1362, 1363; 19. November 1998 - IX ZR 116/97, WM 1999, 33, 34;… ebenso Huber, AnfG 10. Aufl. § 2 Rn. 33).
Die Revisionserwiderung weist deshalb zu Recht darauf hin, dass der Tatbestand des amtsgerichtlichen Urteils, auf den das Landgericht Bezug genommen hat, zur Frage des Zeitpunkts der Einrichtung des Breitbandkabelanschlusses in der Wohnung der Beklagten in sich widersprüchlich ist mit der Folge, dass ihm insoweit keine Beweiskraft (§ 314 ZPO) und damit auch keine Bindung für das Revisionsgericht zukommt (BGH, Urteil vom 19. November 1998 - IX ZR 116/97, NJW 1999, 641, unter II 1 a).
aa) Die Gewährung einer inkongruenten Deckung ist nach ständiger Rechtsprechung ein starkes Beweisanzeichen für die Benachteiligungsabsicht des Schuldners (BGHZ 123, 320, 326;… BGH, Urt. v. 30. Januar 1997 - IX ZR 89/96, WM 1997, 545, 547; v. 19. November 1998 - IX ZR 116/97, NJW 1999, 641, 643; v. 17. Dezember 1998 - IX ZR 196/97, NJW 1999, 1395, 1397).
Wenn dieses Beweisanzeichen nicht durch andere, vom Anfechtungsgegner zu beweisende Umstände entkräftet wird, kann es für den Nachweis der Benachteiligungsabsicht ausreichen (BGH, Urt. v. 19. November 1998 aaO).
aa) Die Gewährung einer inkongruenten Deckung ist nach ständiger Rechtsprechung ein starkes Beweisanzeichen auch für die Kenntnis des Anfechtungsgegners von der Benachteiligungsabsicht des Schuldners (vgl. BGHZ 123, 320, 326; 138, 291, 308;… BGH, Urt. v. 30. Januar 1997 aaO; v. 19. November 1998 aaO;… v. 17. Dezember 1998 aaO).
b) Auch der von der Revision bemühte Vergleich mit der Senatsentscheidung vom 19. November 1998 (IX ZR 116/97, WM 1999, 33) trägt nicht weit.