Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.07.1986&Aktenzeichen=V%20R%2096/85
Timestamp: 2020-04-08 17:11:12
Document Index: 355897532

Matched Legal Cases: ['§ 122', '§ 157', '§ 355', '§ 122', '§ 157', '§ 355', '§ 41', '§ 125', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 157', '§ 119', '§ 119', '§ 29']

BFH, 17.07.1986 - V R 96/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,316
BFH, 17.07.1986 - V R 96/85 (https://dejure.org/1986,316)
BFH, Entscheidung vom 17.07.1986 - V R 96/85 (https://dejure.org/1986,316)
BFH, Entscheidung vom 17. Juli 1986 - V R 96/85 (https://dejure.org/1986,316)
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AO 1977 § 122 Abs. 1, § 157 Abs. 1, § 355
Umsatzsteuerbescheid - Adressierung - Steuerfahndungsbericht - Rechtsbehelf - Verwaltungsakt - Bekanntgabe - Nichtigkeit - Frist
AO (1977) § 122 Abs. 1, § 157 Abs. 1, § 355
Nichtigkeit eines Steuerbescheids bei nicht hinreichend bestimmtem Steuerschuldner; keine Frist für Rechtsbehelf gegen nichtigen Verwaltungsakt
Er begehrt jetzt nur noch die Nichtigkeit des Haftungsbescheids festzustellen, da die Feststellungsklage nicht fristgebunden ist (…vgl. Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl., § 41 Rz. 6, und Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 17. Juli 1986 V R 96/85, BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834).
Soweit der BFH als Rechtsfolge der mangelnden Bestimmtheit von der Nichtigkeit der Bescheide gesprochen hat, geschah dies in Fällen, in denen der angesprochene Steuerschuldner fehlte (Senatsurteil in StRK, Abgabenordnung, § 125, Rechtsspruch 11), der Steuerschuldner nicht eindeutig bezeichnet war (Urteil vom 17. Juli 1986 V R 96/85, BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834) oder die festgesetzte Steuer ihrer Art nach (evangelische oder römisch-katholische Kirchensteuer?) nicht hinreichend angegeben war (Urteil vom 7. August 1985 I R 309/82, BFHE 145, 7, 9, BStBl II 1986, 42).
Die Angabe des Inhaltsadressaten ist konstituierender Bestandteil jedes Verwaltungsaktes; dieser muß gemäß § 119 Abs. 1 AO 1977 hinreichend bestimmt angeben, wem gegenüber der Einzelfall geregelt werden soll (Tipke / Kruse, a.a.O., § 119 AO 1977 Tz. 1 a und BFH-Urteil vom 17. Juli 1986 V R 96/85, BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834).
Daraus folgt, daß der Adressat eines Verwaltungsaktes i. S. von § 119 Abs. 1 AO 1977 (vgl. Abs. 1 Satz 2 AO 1977) hinreichend bestimmt genug bezeichnet ist, wenn Zweifel durch Auslegung behoben werden können (Urteil in BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834, 835).
Durch den Bezug auf die Pflicht, Bücher zu führen, unterscheidet sich der vorliegende Fall auch von Fallgestaltungen, in denen ein Bescheid Grundlage der Zwangsvollstreckung ist (vgl. hierzu BFH in BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834 und Rosenberg / Gaul / Schilken, a.a.O., Seite 270/271).
Während der BFH in den vorgeblichen Divergenzentscheidungen vom 17. Juli 1986 V R 96/85 (BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834) und vom 19. Februar 1992 II B 100/91 (…BFH/NV 1992, 784) auf Grund der jeweils besonderen Sachverhaltsgestaltung die Frage als zweifelhaft angesehen hat, ob der im Verwaltungsakt als Empfänger Genannte vom Finanzamt als Inhaltsadressat oder als Bekanntgabeadressat angesprochen war, hatte das FG keine Zweifel, dass die AdV-Bescheide an den früheren Kläger nur als Inhaltsadressat und nicht als Bekanntgabeadressat gerichtet waren.
Bei einer derartigen Diskrepanz zwischen Adressat des Bescheids und der Auslegung des Inhaltsadressaten aus dem Bescheid im Übrigen liege nach der Rechtsprechung des BFH Nichtigkeit vor (BFH-Urteil vom 17. Juli 1986 V R 692/85, BStBl II 1986, 834).
Ein Bescheid ist unter anderem nichtig, wenn er hinsichtlich des Adressaten nicht hinreichend bestimmt ist (BFH-Urteil vom 17. Juli 1986 V R 96/85, BStBl II 1986, 834).
Es muß dann wenigstens aus dem Gesamtinhalt eines Bescheides erkennbar sein, gegen welche Personen Abgabe- oder Umlageforderungen festgestellt werden (vgl BVerwGE 7, 17, 25/26, siehe zu § 157 AO, BFHE 98, 531, 534, 535; 114, 156, 158; 128, 14, 16; 145, 110, 115; 147, 211, 213/214).
Das Gericht kann ebenfalls jederzeit -- incidenter -- eine Entscheidung dazu treffen (vgl. BFH-Urteile vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174, 177 unter 2. der Gründe; vom 9. Mai 1985 IV R 172/83, BFHE 143, 506, BStBl II 1985, 579, 581, und vom 17. Juli 1986 V R 96/85, BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834, 836).
BFH, 17.11.1987 - V B 111/87
Voraussetzungen für die Nichtigkeit eines Steuerbescheids
Die Umsatzsteuerbescheide sind deshalb hinreichend bestimmt, wenn in ihnen möglicherweise auch ein falscher Steuerschuldner angegeben ist (vgl. zu dem Fall der Nichtigkeit eines nicht hinreichend bestimmten Umsatzsteuerbescheides BFH-Urteil vom 17. Juli 1986 V R 96 /85, BFHE 147, 211, BStBl II 1986, 834).
Die Angabe des Inhaltsadressaten ist insoweit konstituierender Bestandteil jedes Verwaltungsaktes; dieser muss gemäß § 119 Abs. 1 AO hinreichend bestimmt angeben, wem gegenüber der Einzelfall geregelt werden soll (BFH-Urteil vom 17.07.1986 V R 96/85, BStBl II 1986, 834 ).
Daraus folgt, dass der Adressat eines Verwaltungsaktes i. S. von § 119 Abs. 1 AO (vgl. Abs. 1 Satz 2 AO ) hinreichend bestimmt genug bezeichnet ist, wenn Zweifel durch Auslegung behoben werden können (BFH-Urteil in BStBl II 1986, 834, 835).
BFH, 25.03.1988 - V R 31/83
BFH, 09.12.1992 - II R 43/88
Einbringung von Grundstücken in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - …
FG Baden-Württemberg, 23.03.2004 - 11 K 211/00
Nichtigkeit mündlicher Abgabenbescheide - Unwirksamkeit des § 29a ZollV wegen …
FG Niedersachsen, 23.02.2000 - 3 K 91/94
Bestreiten des Zugangs eines Verwaltungsaktes durch Erben
BFH, 06.09.1995 - II R 128/91
FG Hamburg, 08.05.2006 - 6 K 28/04
VGH Bayern, 04.12.2003 - 23 B 03.1838
Rechtmäßigkeit der Erhebung von Beiträgen durch die Gemeinden von den …
VG Meiningen, 23.02.2006 - 8 K 231/01
Kommunale Steuern; Grundsteuererlass; Grundsteuer; Erlassantrag; Frist; …
FG Sachsen, 06.05.1999 - 2 K 16/96
Verfahrensfehlerhafte USt-Bescheide wegen Unbestimmtheit des Steuerschuldners …
VG Meiningen, 23.02.2006 - 8 K 786/01
Kommunale Steuern; Grundsteuer; Grundsteuer; Bezeichnung des Steuerschuldners; …
VG München, 25.07.2019 - M 10 K 18.2150
Niedschlagswassergebühren unrechtmäßig festgesetzt
BFH, 13.07.1988 - VIII R 96/87