Source: http://m.hensche.de/Bonus_trotz_Eigenkuendigung_Bonuszahlung_muss_trotz_Eigenkuendigung_erfolgen_LAG_Duesseldorf_17Sa1522-08-u.html
Timestamp: 2017-01-23 12:36:03
Document Index: 211056603

Matched Legal Cases: ['§ 310', '§ 305', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 319']

HENSCHE Arbeitsrecht: 17 Sa 1522/08
1. Ver­wei­sun­gen im Ar­beits­ver­trag auf ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung sind im Zwei­fel de­kla­to­risch ge­meint und be­gründen kei­nen ei­ge­nen in­di­vi­du­al­ver­trag­li­chen An­spruch. 2. Auf Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen fin­den nach § 310 Abs. 4 Satz 1 BGB die Vor­schrif­ten der § 305ff. BGB kei­ne An­wen­dung. Bin­dungs­klau­seln in Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen un­ter­lie­gen kei­ner In­halts­kon­trol­le. Dies gilt im Ar­beits­ver­trag bei ei­ner Be­zug­nah­me auf die Be­triebs­ver­ein­ba­rung. 3. Die Un­wirk­sam­keit ei­ner Klau­sel in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung führt nicht zur Un­wirk­sam­keit al­ler Re­ge­lun­gen, so­weit oh­ne Klau­sel ei­ne sinn­vol­le und ge­schlos­se­ne Re­ge­lung ver­bleibt (hier ver­neint). Vor­ins­tan­zen:
Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 26.09.2008, 1 Ca 3987/08, Urteil
1 Ca 3987/08Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf Verkündet am 28. April 2009
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte G. u.a.,T. straße 51, O.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte L. & W.,H.-H.-Straße 8, E.,
hat die 17. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 28.04.2009durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Jan­sen als Vor­sit­zen­den so­wie der eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin Cle­mens und der eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin Schmidt-We­fels
Ver­merk: Ur­teil be­rich­tigt gemäß Be­schluss v. 07.08.2009. Düssel­dorf, den 07.08.2009 Will­ms, Re­gie­rungs­beschäftig­te als UdG
T a t b e s t a n d : Die Par­tei­en strei­ten über den An­spruch des Klägers auf Zah­lung ei­ner va­ria­blen Vergütung für das Geschäfts­jahr 2007/2008.
„§ 3 VERGÜTUNGIh­re Bezüge glie­dern sich wie folgt: Fest­ge­halt
2) Aus­ge­hend von die­sen Aus­le­gungs­grundsätzen be­schränkt sich der Zweck der Leis­tung nicht nur auf die Ho­no­rie­rung der ver­gan­ge­nen Ar­beits­leis­tung. Die vor­lie­gen­de Be­triebs­ver­ein­ba­rung enthält nicht nur Re­ge­lun­gen über die Be­wer­tung und Be­rech­nung der va­ria­blen Er­folgs­vergütung, son­dern auch die Vor­aus­set­zun­gen un­ter de­nen die IST-VE nicht zur Aus­zah­lung kommt. Die Vergütung wird, wie das Ar­beits­ge­richt zu Recht aus­geführt hat, an zwei an­spruchs­be­gründen­de Vor­aus­set­zun­gen ge­knüpft. Ers­te Vor­aus­set­zung ist die Erfüllung der Ziel­vor­ga­be. Wei­te­re Vor­aus­set­zung ist, dass der Mit­ar­bei­ter we­der durch Kündi­gung un­terjährig aus­schei­det, noch dass das Ar­beits­verhält­nis vor dem Aus­zah­lungs­tag gekündigt wird. Aus der Re­ge­lung die­ser zwei­ten Vor­aus­set­zung er­gibt sich nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer of­fen­kun­dig, dass der Zweck der Leis­tung auch dar­in be­steht, künf­ti­ge Be­triebs­treue zu be­loh­nen. Wenn man der Auf­fas­sung des Klägers fol­gen würde, hätte die Re­ge­lung in § 8 kei­nen Sinn. Es kann aber nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Be­triebs­part­ner ei­ne Re­ge­lung in der Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf­neh­men, die kei­ne Be­deu­tung ha­ben soll.Der Zweck der va­ria­blen Er­folgs­vergütung, die Mit­ar­bei­ter an das Un­ter­neh­men auch für die Zu­kunft zu bin­den und zu mo­ti­vie­ren und da­mit künf­ti­ge Be­triebs­treue zu be­loh­nen, konn­te im Fal­le des aus­ge­schie­de­nen Klägers nicht mehr er­reicht wer­den. Der Kläger ist folg­lich nicht aus sach­frem­den Gründen von dem An­spruch auf Zah­lung der Er­folgs­vergütung aus­ge­schlos­sen wor­den.
Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­bie­tet so­wohl die sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer La­ge als auch die sach­frem­de Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Ar­beit­neh­mern in ei­ner be­stimm­ten Ord­nung. Ei­ne Grup­pen­bil­dung muss sach­li­chen Kri­te­ri­en ent­spre­chen. Sach­fremd ist ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung, wenn es für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung kei­ne bil­li­gens­wer­ten Gründe gibt. Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­bie­tet es dem Ar­beit­ge­ber, ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer oder Ar­beit­neh­mer­grup­pen von ei­ner all­ge­mei­nen begüns­ti­gen­den Re­ge­lung willkürlich, das heißt oh­ne Vor­lie­gen sach­li­cher Gründe, aus­zu­neh­men. Liegt ein sach­li­cher Grund nicht vor, so kann der über­g­an­ge­ne Ar­beit­neh­mer ver­lan­gen, nach Maßga­be der all­ge­mei­nen Re­ge­lung be­han­delt zu wer­den (BAG Ur­teil v. 15.11.1994 - 5 AZR 682/93 - NZA 1995, 939 f.).Der Kläger hat nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­tan, dass die Be­klag­te bei an­de­ren Ar­beit­neh­mern die Stich­tags­klau­sel in § 8 der Be­triebs­ver­ein­ba­rung nicht an­wen­det. An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass die Be­klag­te ei­ne sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung des Klägers be­strit­ten hat, hätte der Kläger im Ein­zel­nen Tat­sa­chen vor­tra­gen und dar­le­gen müssen, aus de­nen sich ei­ne sach­frem­de Un­gleich­be­hand­lung er­gibt. In­so­weit fehlt es aber an ei­nem kon­kre­ten Vor­trag, der ei­ne recht­li­che Be­ur­tei­lung zulässt.
Jan­sen Cle­mens Schmidt-We­fels - 27 -
1 Ca 3987/08Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf
LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF BERICH­TI­GUN­GS-BESCHLUSS In dem Rechts­streit
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte Pro­fes­sor Dr. L. & W.,H.-H.-Straße 8, E. ,
„22.880,00 €“. G R Ü N D E: Es han­delt sich um ei­nen Schreib­feh­ler und da­mit um ei­ne of­fen­sicht­li­che Un­rich­tig­keit, die von Amts we­gen gemäß § 319 ZPO zu be­rich­ti­gen war.
Düssel­dorf, den 07.08.2009Der Vor­sit­zen­de der 17. Kam­merJan­senVor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt	m.hensche.de
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