Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202005,%201217
Timestamp: 2019-07-19 00:55:18
Document Index: 387407748

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 2', '§ 312', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 312', '§ 2', '§ 355', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 293', 'BGH', '§ 312', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.04.2005 - II ZR 224/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,848
BGH, 18.04.2005 - II ZR 224/04 (https://dejure.org/2005,848)
BGH, Entscheidung vom 18.04.2005 - II ZR 224/04 (https://dejure.org/2005,848)
BGH, Entscheidung vom 18. April 2005 - II ZR 224/04 (https://dejure.org/2005,848)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,848) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
HaustürWG § 1 Abs. 1, § 2 Abs. 1; BGB §§ 312, 355 Abs. 2 n. F.
Bestimmtheit der Widerrufsbelehrung im Rahmen eines Haustürwiderrufsgeschäftes; Anwendbarkeit der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft auf die stille Gesellschaft; Haustürwiderrufsgesetz bei Begründung eines Gesellschaftsverhältnisses
Keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nach HWiG bei unklarer Zuordnung der Unterschriftszeilen ("Göttinger Gruppe")
Zu den Voraussetzungen des Beginns des Laufs der Widerrufsfrist nach § 2 Abs. 1 HWiG
Belehrung über das Widerrufsrecht nach dem HWiG
Nicht ordnungsgemäß belehrt: Widerrufsrecht unbegrenzt
Anlagevermittlung - Nicht ordnungsgemäß belehrt: Widerrufsrecht unbegrenzt
Die Belehrung über das Widerrufsrecht nach dem Haustürwiderrufsgesetz (Anlage)
HWiG § 1 Abs. 1, § 2 Abs. 1; BGB §§ 312, 355 Abs. 2
Fristbeginn beim Widerrufsrecht nach dem HaustürWG
Unklare Widerrufsbelehrung bei Haustürgeschäft
Voraussetzungen des Beginns des Laufs der Widerrufsfrist nach § 2 Abs. 1 HWiG
NJW-RR 2005, 1217
ZIP 2005, 1124
WM 2005, 1166
DB 2005, 1516
NZG 2005, 669
Sie entspricht dem Deutlichkeitsgebot des § 355 Abs. 2 S. 1 BGB nicht, da durch die Formulierung der in dem von der Beklagten übersandten Vertragsangebot enthaltenen Belehrung, die Widerrufsfrist beginne "zu dem Zeitpunkt, zu dem der Darlehensnehmer ein Exemplar dieser Belehrung und ... eine Abschrift des Darlehnsvertrages erhalten hat", aus der maßgeblichen Sicht eines unbefangenen durchschnittlichen Kunden, auf den abzustellen ist (vgl. dazu BGH Urteil vom 18.04.2005, Az. II ZR 224/04, WM 2005, 1166, 1168), der Eindruck entstehen kann, diese Voraussetzungen seien bereits mit der Übermittlung des die Widerrufsbelehrung enthaltenden "Darlehensvertrag(es)" der Beklagten erfüllt und die Widerrufsfrist beginne ohne Rücksicht auf eine Vertragserklärung des Verbrauchers bereits zum dem Zeitpunkt des Zugangs des Angebots der Beklagten zu laufen (…vgl. insofern BGH Urteil vom 10.03.2009, Az. XI ZR 33/08, Rn. 16).
Den Maßstab des "unbefangenen, rechtskundigen" Erklärungsempfängers zieht der BGH regelmäßig für die Beurteilung heran, ob eine Widerrufsbelehrung den Anforderungen der gesetzlichen Bestimmungen genügt, insbesondere, ob sie geeignet ist, den Verbraucher über das Widerrufsrecht vollständig, zutreffend und unmissverständlich zu informieren (vgl. BGH, Urt. v. 18.4.2005, II ZR 224/04, sub II. 3. b)).
Diese Rechtsprechung hat der Senat auch in der Folgezeit mehrfach bestätigt, nämlich mit den Urteilen vom 29. November 2004 (II ZR 6/03, ZIP 2005, 254, 255), 21. März 2005 (II ZR 140/03, ZIP 2005, 753, 756) und 18. April 2005 (II ZR 224/04, ZIP 2005, 1124, 1126).
Insbesondere reichen dafür der Wegfall der ratierlichen Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens (vgl. BGH, v. 21.03.2005 - II ZR 140/03, ZIP 2005, 753 und II ZR 310/03, ZIP 2005, 759 = NJW 2005, 1784; v. 18.04.2005 - II ZR 197/04; v. 18.04.2005 - II ZR 224/04, ZIP 2005, 1124, 1126) oder etwaige Mängel bei der Einhaltung der nach § 293 Abs. 3 AktG erforderlichen Schriftform nicht aus (vgl. BGH, v. 21.03.2005 - II ZR 140/03, ZIP 2005, 753, 756 und II ZR 310/03, ZIP 2005, 759 = NJW 2005, 1784; v. 18.04.2005 - II ZR 195/04).
Schließlich rechtfertigt auch ein etwa wirksamer Widerruf nach dem Haustürwiderrufsgesetz (jetzt: § 312 BGB n.F.) keine Ausnahme von den Regeln über die fehlerhafte Gesellschaft (vgl. BGH, v. 29.11.2004 - II ZR 6/03, ZIP 2005, 254, 255 = NJW-RR 2005, 627; BGH, v. 21.03.2005 - II ZR 140/03, ZIP 2005, 753, 756 und II ZR 310/03, ZIP 2005, 759 = NJW 2005, 1784; v. 18.04.2005 - II ZR 224/04, ZIP 2005, 1124, 1126).