Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2002/02'7'01.htm
Timestamp: 2018-01-23 09:34:19
Document Index: 144905114

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 77', 'Art. 2', '§ 7', '§ 14', '§ 66']

12. Jahrgang, Nr. 7 vom 30. Juli 2002, S. 2
Studienordnung für das Lehramt an Sonderschulen
am Institut für Rehabilitationspädagogik
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Art. 2 des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt und des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 3. April 2001 (GVBl. LSA S. 141) hat der Senat der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg in seiner Sitzung am 14.11.2001 die folgende Studienordnung Lehramt an Sonderschulen des Fachbereiches Erziehungswissenschaften beschlossen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der gültigen Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA S. 488) und der dritten Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 29.12.1999 (GVBl. LSA S. 2) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Sonderschulen an der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg.
Das Studium für das Lehramt an Sonderschulen umfasst
die Rehabilitationspädagogik (2.1.),
das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium (2.2.) und
zwei Grundschulfächer, wobei ein Unterrichtsfach Deutsch oder Mathematik sein muss
ein Sekundarschulfach (2.3.), wobei bei der Kombination von Geistigbehindertenpädagogik und Sprachbehindertenpädagogik Fremdsprachen als Unterrichtsfach ausgeschlossen sind.
(2.1.) Das Studium der Rehabilitationspädagogik umfasst folgende Bereiche:
Allgemeine Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik,
Rehabilitationspädagogische Psychologie / Diagnostik,
zwei rehabilitationspädagogische Fachrichtungen.
Die beiden rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen sind frei wählbar aus:
(2.2.) Das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium wird durch die Studienordnung für die erziehungswissenschaftlichen Grundlagenfächer geregelt.
(2.3.) Das Studium der beiden Grundschulfächer oder des Sekundarschulfaches ist in den entsprechenden Studien- bzw. Prüfungsordnungen für das Lehramt an Grundschulen bzw. Sekundarschulen geregelt.
Die Immatrikulation erfolgt in der Regel zu Beginn des Wintersemesters.
Über die Anrechenbarkeit von Studien- und Prüfungsleistungen aus anderen Studiengängen oder von anderen Hochschulen wird auf Antrag entschieden. Die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen erfolgt auf der Grundlage der gültigen Verordnung über die Erste Staatsprüfung für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt in Absprache mit dem Landesprüfungsamt sowie auf der Grundlage der Studienordnung des Institutes für Rehabilitationspädagogik in Absprache mit dem Fachstudienberater bzw. der Fachstudienberaterin.
(1) Allgemeine Studienziele
Das Studium bereitet in enger Verbindung von Theorie und Praxis die Studierenden auf ihr künftiges berufliches Tätigkeitsfeld vor und befähigt sie zur wissenschaftlichen Reflexion ihres Handelns. Dabei sollen die Studierenden fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.
Ziel des Grundstudiums ist der Erwerb grundlegender Kenntnisse in den fachrichtungsübergreifenden Studienbereichen (Allgemeine Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik und Rehabilitationspädagogische Psychologie / Diagnostik) sowie in den spezifischen Grundlagen der beiden gewählten rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen.
Ziel des Hauptstudiums ist die Erweiterung der Kenntnisse in den fachrichtungsübergreifenden Studienbereichen sowie die Vertiefung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen im Hinblick auf Pädagogik, Didaktik und spezielle Schwerpunkte der Fachrichtungen.
Die Studieninhalte orientieren sich an den Inhalten der gültigen Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt und gliedern sich in folgende Studienbereiche:
Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik,
Rehabilitationspädagogische Fachrichtungen
(1) Das Gesamtstundenvolumen für das Studium für ein Lehramt an Sonderschulen umfasst 160 SWS. Davon entfallen
auf das Studium der Rehabilitationspädagogik
80 SWS
auf das Erziehungswissenschaftliche Begleitstudium
auf das Studium der beiden Grundschulfächer oder des Sekundarschulfaches
58 SWS
auf den Kommunikationspraktischen bzw. -technologischen Grundkurs
(2) Das Studium der Rehabilitationspädagogik ist wie folgt strukturiert:
Allgemeine Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik
Rehabilitationspädagogische Psychologie / Diagnostik
Das Gesamtstundenvolumen von 80 SWS setzt sich zusammen aus obligatorischen, wahlobligatorischen und fakultativen Lehrveranstaltungsangeboten entsprechend dem Semesterangebot der einzelnen Studienbereiche.
Als Lehrveranstaltungen werden angeboten:
Vorlesungen, Seminare, Übungen, Projektseminare, Exkursionen und Praktika.
Vorlesungen dienen der übergreifenden Behandlung größerer Themenkomplexe und damit der Zusammenfassung von Einzelbereichen bzw. der Einordnung von Teilaspekten in eine Gesamtdarstellung. Sie eröffnen den Weg zum vertiefenden und ergänzenden Selbststudium. Zu den spezifischen Aufgaben der Vorlesung gehört vor allem die Vermittlung von Informationen über umfangreiche Sachgebiete und Problemzusammenhänge, insbesondere die Darstellung und Diskussion von einzelnen Studiengebieten bzw. Problembereichen in ihrem jeweiligen Forschungsstand;
Seminare dienen in der Regel der Erarbeitung bestimmter Themen bzw. Themenkomplexe. Die Studierenden sollen befähigt werden, die für die jeweilige Thematik charakteristischen Problemstellungen nach inhaltlichen und methodischen Aspekten zu bearbeiten;
Übungen dienen den Studierenden durch Bearbeitung exemplarischer Probleme zur Anwendung und Vertiefung des erarbeiteten Stoffes sowie zur Selbstkontrolle des Wissenstandes und zur Erweiterung pädagogischer Kompetenz;
Projektseminare sind in der Regel zweisemestrige Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums, in denen aus ausgewählten Themen die Verknüpfung von fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und methodologischen Aspekten untersucht und erprobt werden soll;
Exkursionen dienen dem Kennenlernen von Praxiseinrichtungen zur Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen und der Reflexion der Praxis;
Praktika dienen der Schulung der Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit der Studierenden im Hinblick auf den individuellen Förderbedarf der Schüler und der begründeten Anwendung des in der didaktischen und fachdidaktischen Ausbildung erworbenen Wissens zur Planung, Gestaltung und Reflexion des Unterrichtes.
Gliederung des Grundstudiums
Das Grundstudium umfasst 30 SWS.
Die im § 7 ausgewiesenen Studieninhalte werden wie folgt realisiert:
8 - 10 SWS
4 - 6 SWS
Das Grundstudium schließt mit der erfolgreichen Zwischenprüfung nach der jeweils geltenden Zwischenprüfungsordnung ab. Mit den Zwischenprüfungen in den beiden Fachrichtungen sind die Fachrichtungen für das Hauptstudium und für die Erste Staatsprüfung festgelegt.
(1) Zwischenprüfungsfächer
Die Zwischenprüfung wird in folgenden Fächern abgelegt:
Fachrichtung I,
Fachrichtung II.
Die Zwischenprüfungen werden in der Regel am Ende des 4. Semesters abgelegt.
Zugelassen wird, wer die Teilnahme an den für das Grundstudium geforderten Lehrveranstaltungen nachweisen und die geforderten Leistungsnachweise des Grundstudiums vorlegen kann (siehe § 14 Abs. 4).
Am Institut für Rehabilitationspädagogik werden die Prüfungen nach folgendem Modus abgelegt:
je eine mündliche Prüfung von 20 Minuten Dauer in den beiden Fachrichtungen;
je eine mündliche Prüfung von 20 Minuten Dauer in Allgemeiner Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik und Rehabilitationspädagogischer Psychologie / Diagnostik oder Klausur oder Schriftliche Hausarbeit oder Prüfungskolloquium.
Das Hauptstudium umfasst 50 SWS.
2 - 4 SWS
20 - 22 SWS
Schulpraktische Übungen (SPÜ) Fachrichtung I
Schulpraktische Übungen (SPÜ) Fachrichtung II
Schulpraktikum (Blockpraktikum) Fachrichtung I
Schulpraktikum (Blockpraktikum) Fachrichtung II
Abschluss des Studiums, Erste Staatsprüfung
Das Studium für das Lehramt an Sonderschulen schließt mit der Ersten Staatsprüfung ab.
Die Prüfungsmodalitäten sind in der gültigen Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter in Sachsen-Anhalt geregelt.
1. Allgemeine Rehabilitationspädagogik / Integrationspädagogik
(A) Theorie der Rehabilitationspädagogik
Komplexität des Behinderungsbegriffs;
Systematische Grundlagen der Rehabilitationspädagogik;
Begriffliche Grundlagen des Faches;
Anthropologische und soziologische Grundlagen von Behinderung;
Interdisziplinäre Aspekte;
Geschichte der Heil-, Sonder- und Rehabilitationspädagogik.
(B) Integrationspädagogik
Theorie und Geschichte der integrativen Erziehung und des gemeinsamen Unterrichts;
Integration von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen;
Gesellschaftliche und institutionelle Bedingungen der Integration;
Soziologische, ökonomische und rechtliche Aspekte der Integration von Menschen mit Behinderungen.
(C) Gesellschaftliche und institutionelle Bedingungen rehabilitationspädagogischer Praxis
Institutionen der Erziehung und Rehabilitation von Menschen mit Behinderung;
Pädagogische Frühförderung;
Bildung und Erziehung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder im Elementarbereich;
Gesetzliche Grundlagen der Rehabilitationspädagogik.
(D) Fachrichtungsübergreifende Schwerpunkte rehabilitativer Förderung
Förderschwerpunkte bei Lernstörungen und Lernbeeinträchtigungen;
Förderschwerpunkte im Bereich der Sprache;
Förderschwerpunkte im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung;
Förderschwerpunkte im Bereich der geistigen Entwicklung;
Förderschwerpunkte im Bereich der motorischen Entwicklung;
Förderschwerpunkte im Bereich der Wahrnehmung.
(E) Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen
Sprachwissenschaftliche Grundlagen;
Einsatz unterschiedlicher Kommunikationssysteme in der Rehabilitationspädagogik;
Sprech-, Sprach- und Redeablaufstörungen;
2. Rehabilitationspädagogische Psychologie / Diagnostik
(A) Rehabilitationspädagogische Diagnostik / Förderdiagnostik
Analyse von Lernvoraussetzungen;
Methoden und Testverfahren zur Persönlichkeitsdiagnostik;
Spezielle Verfahren zur Leistungsdiagnostik;
Rehabilitationspädagogische Gutachtenerstellung.
(B) Psychologische Beratung und pädagogisch-therapeutische Interventionen
Analyse und Gestaltung von Kommunikationsabläufen;
Grundlegende Beratungskonzepte;
Grundlegende psychologische Therapiekonzepte;
Frühförderung, auch im Sinne sofortiger Förderung bei Schädigungen im Schulalter;
Psychohygienische Konzepte.
(C) Lernförderung und Persönlichkeitsentwicklung unter erschwerten Bedingungen
Entwicklungstheorien;
Lehr- und Lerntheorien;
Supervision und Lehrertraining.
3. Rehabilitationspädagogische Fachrichtungen
3.1. Geistigbehindertenpädagogik
(A) Pädagogik der Fachrichtung
Geschichte und Theorie der Bildung und Erziehung von Menschen mit geistiger Behinderung;
Erklärungsmodelle und Erscheinungsformen geistiger Behinderung;
Leitkonzepte der Pädagogik bei geistiger Behinderung;
Institutionen und Rehabilitationssysteme für Menschen mit geistiger Behinderung.
(B) Didaktik der Fachrichtung
Didaktische Konzeptionen der Geistigbehindertenpädagogik;
Grundlagen zur Planung, Gestaltung und Reflexion des Unterrichtes mit geistig behinderten Schülern;
Basale Lernförderung unter besonderer Berücksichtigung von geistig schwerst- und mehrfachbehinderten Personen;
Grundlagen des Lesens und Rechnens bei Schülern mit geistiger Behinderung.
(C) Spezielle Schwerpunkte der Fachrichtung
Förderdiagnostische Prozesse und diagnostische Verfahren zur Ermittlung des (sonder-) pädagogischen Förderbedarfs;
Theorie und Praxis der pädagogischen Frühförderung;
Theorie und Praxis der vorschulischen und schulischen Integration;
Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung und Altenarbeit;
Theorie und Praxis der Elternarbeit;
Gesellschaftliche Integration, Wohnformen, Arbeitsmodelle;
Pädagogisch-therapeutische Konzepte;
Reformkonzepte und innovative Handlungsmodelle (z.B. Enthospitalisierung, systemische Praxisberatung);
Verhaltensauffälligkeiten / psychische Störungen bei geistiger Behinderung.
3.2. Körperbehindertenpädagogik
Theorie und Geschichte der Bildung, Erziehung und Rehabilitation körperbehinderter und chronisch kranker Menschen;
Erscheinungsformen von Körperbehinderungen und Theorien ihrer Entstehung;
Psychosoziale Entwicklung körperbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener;
Kognitive Entwicklung körperbehinderter Kinder und Entwicklungsförderung;
Psychosexuelle Entwicklung körperbehinderter Kinder und Entwicklungsförderung;
Konzeptionen der Förderung körperbehinderter Menschen unter schulischen, sonderschulischen und weiteren Bedingungen der Rehabilitation;
Soziale und berufliche Integration, Schullaufbahn- und Lebensberatung.
Didaktische Konzeptionen und Modelle der Körperbehindertenpädagogik;
Erstlesen und Erstrechnen mit körperbehinderten Kindern;
Vorschulische und schulische Integration körperbehinderter Kinder;
Besonderheiten der Didaktik der Unterrichtsfächer und Rehabilitationsbereiche;
Krankenhaus- und Hausunterricht;
Unterrichtsplanung und Analyse des Unterrichtes mit körperbehinderten Kindern.
Förderdiagnostik und Gutachtenerstellung bei Kindern mit Körperbehinderungen und chronischen Erkrankungen;
Bewegungserziehung und Bewegungserleichterung bei körperbehinderten Menschen;
Dysarthriebehandlung und Kommunikationsförderung;
Förderung von Kindern mit begrenzter Lebenserwartung;
Freizeitgestaltung körperbehinderter Menschen;
Zusammenarbeit mit Eltern körperbehinderter Kinder und Jugendlicher;
Politische Arbeit und soziale Sicherungssysteme bei Menschen mit Körperbehinderungen;
Arbeitsökonomie, Kooperation und Supervision des Pädagogen.
3.3. Lernbehindertenpädagogik
Theorie der Lernbehindertenpädagogik in Geschichte und Gegenwart;
Kenntnis moderner Lebenswelten und Aufwachsrisiken von Kindern und Jugendlichen;
Ursachen und Erscheinungsformen von Lernerschwernissen/Lernbehinderungen;
Erklärungsmodelle aus soziologischer, pädagogischer und psychologischer Sicht;
Rehabilitative und integrative Förderung von Kindern und Jugendlichen mit zusätzlichem Förderbedarf beim Lernen in vorschulischen, schulischen, nachschulischen und außerschulischen Handlungsfeldern;
Unterschiedliche Konzeptionen, Organisationsformen und Arbeitsweisen bei Lernerschwernissen/Lernbehinderungen einschließlich ihrer Rahmenbedingungen und rechtlichen Grundlagen;
Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration;
Schul- und berufsbezogene und lebensweltorientierte Beratung.
Rehabilitative Förderung von Kindern und Jugendlichen mit zusätzlichem Förderbedarf beim Lernen unter besonderer Berücksichtigung präventiver und integrativer Orientierungen;
Didaktische Konzepte und Modelle bei Lernerschwernissen/Lernbehinderungen;
Grundlagen der Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht bei Lernbehinderungen in unterschiedlichen Lernbereichen einschließlich Anfangsunterricht;
Förderkonzepte und prozessorientierte Lernhilfen bei Lernerschwernissen/Lernbehinderungen;
Medien der rehabilitativen Förderung im Unterricht bzw. Rehabilitationsbereichen.
Frühförderung, Prävention und Beratung bei Lernerschwernissen;
Prozessorientierte und förderdiagnostische Vorgehensweisen zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs beim Lernen;
Präventive und integrative Orientierungen in den vorschulischen, schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern;
Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit und Kooperation mit Jugendhilfe, (Schul-) Sozialarbeit, Freizeiteinrichtungen, lokaler Kulturarbeit;
Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung in innovativen Handlungsfeldern (z.B. Elternarbeit, kollegiale Beratung und Fortbildung, Kompetenztransfer).
3.4. Sprachbehindertenpädagogik
Sprachwissenschaftliche Grundlagen als Voraussetzung der pädagogisch-therapeutischen Förderung bei Menschen mit Sprachbehinderungen: Phonetik und Phonologie, Syntax und Morphosyntax, Lexik und Semantik, Pragmatik;
Medizinische Aspekte der Sprachbehindertenpädagogik: HNO, Phoniatrie und Pädoaudiologie, Neurologie, Kieferorthopädie;
Systematik der Sprachbehinderungen im Überblick: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Lebensbedeutsamkeit;
Theorie und Praxis der Erziehung, Bildung und Therapie bei Menschen mit Sprachbehinderungen in Geschichte und Gegenwart;
Psychosoziale Aspekte der Förderung bei Menschen mit Sprachbehinderungen;
Organisationsformen, Konzeptionen und rechtliche Grundlagen der pädagogisch-therapeutischen Rehabilitation und Integration bei Menschen mit Sprachbehinderungen;
Konzeptionen, Modelle und Methoden der pädagogischen, unterrichtlichen und sprachtherapeutischen Förderung in unterschiedlichen Organisationsformen;
Grundlagen der Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht und Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Sprachbehinderungen;
Konzepte der basalen Förderung als Voraussetzung der Sprachaufnahme, Sprachverarbeitung und Sprachproduktion;
Konzepte für Fördermaßnahmen bei Menschen mit Sprachbehinderungen, die im Zusammenhang mit anderen Behinderungen stehen;
Förderkonzepte zum Schreiben und Lesen bei Menschen mit Sprachbehinderungen;
Besonderheiten der Didaktik der Unterrichtsfächer und Rehabilitationsbereiche.
Fachspezifische Diagnostik und Therapie von Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen;
Modelle der Prozessdiagnostik bei sonderpädagogischem Förderbedarf;
Frühförderung, Prävention und Beratung;
3.5. Verhaltensgestörtenpädagogik
Historische Entwicklungen der Pädagogik bei Verhaltensstörungen;
Erscheinungsformen von Verhaltensstörungen und Theorien ihrer Entstehung;
Moderne Lebenswelten, Entwicklungsrisiken und -chancen von Kindern;
Unterschiedliche Konzepte der Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen unter Berücksichtigung schulischer Förderung;
Pädagogisch-therapeutische Ansätze der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen;
Außerschulische Konzepte der Erziehung für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen;
Möglichkeiten der Prävention und der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen;
Erziehung zwischen Risiko und Resilienz.
Didaktische Konzepte der Verhaltensgestörtenpädagogik;
Grundlagen der Analyse und Planung des Unterrichtes bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen;
Sonderpädagogische Prinzipien des Unterrichtes an der Schule für Verhaltensgestörte;
Grundlegende didaktische Aspekte der Prävention von Verhaltensstörungen;
Grundlegende Aspekte der Integration von Schülern mit Verhaltensstörungen;
Grundlagen des Elementarunterrichtes in den Kernfächern für Kinder mit Verhaltensstörungen.
Genese von Verhaltensstörungen;
Förderdiagnostische Prozesse einschließlich spezifischer Methoden und Verfahren zur Erfassung von Verhaltensstörungen;
Psychologische Erklärungsansätze zur Entstehung von Verhaltensstörungen;
Pädagogisch-therapeutisches Handeln mit Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen;
Psychische Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen sowie deren Klassifikation;
Modelle zur Steigerung der pädagogischen Handlungskompetenz;
Der Verbund der Jugendhilfe und Grundlagen interdisziplinärer Zusammenarbeit;
Zusammenhänge von Lern- und Verhaltensstörungen.
Leistungsnachweise, Studiennachweise und Teilnahmescheine
(1) Die Vergabe der Leistungsnachweise ist an die regelmäßige und aktive Teilnahme der Studierenden an den Lehrveranstaltungen gebunden. Leistungsnachweise können in der Regel im Rahmen von Seminaren in folgender Form erworben werden:
Eigenständige Seminarleitung.
(2) Die Vergabe der Studiennachweise ist an die regelmäßige und aktive Teilnahme der Studierenden an den Lehrveranstaltungen gebunden. Studiennachweise können im Rahmen von Lehrveranstaltungen u.a. in folgender Form erworben werden:
Durchführung von Interviews,
Vorbereitung und Durchführung von Übungen,
Beobachtungsprotokoll.
(4) Im Grundstudium werden folgende Leistungsnachweise erworben:
Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik: 1 Leistungsnachweis zu (A) oder (B) oder (C) oder (D)
Rehabilitationspädagogische Psychologie / Diagnostik: 1 Leistungsnachweis zu (A) oder (B) oder (C)
Fachrichtung I: 1 Leistungsnachweis zu (A)
1 Leistungsnachweis zu (B)
Fachrichtung II: 1 Leistungsnachweis zu (A)
Erziehungswissenschaftliches Begleitstudium: 1 Leistungsnachweis in Pädagogik
1 Leistungsnachweis in Psychologie
Nachweis über das Sozialpraktikum
(5) Im Hauptstudium werden folgende Leistungsnachweise erworben:
Nachweis SPÜ
Nachweis Blockpraktikum
Nachweis Förderdiagnostisches Praktikum in einer Fachrichtung
(6) Im Grund- oder Hauptstudium werden folgende Studiennachweise erworben:
Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik: 2 Studiennachweise zu (E)
- Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen
Fachrichtung I: 1 Studiennachweis zu (C)
Fachrichtung II: 1 Studiennachweis zu (C)
(7) Leistungsscheine für das Hauptstudium können nur nach bestandener Zwischenprüfung erworben werden.
(8) Der Nachweis über die Schulpraktischen Übungen (SPÜ) in den Fachrichtungen kann auch bereits im Grundstudium erworben werden.
(9) Im Grund- oder Hauptstudium ist die Teilnahme an einem Kommunikationspraktischen bzw. -technologischen Grundkurs nachzuweisen. Diese wird vom Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik bestätigt.
(1) Eine Beratung in allgemeinen Studienangelegenheiten erfolgt durch die Allgemeine Studienberatung der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg.
(2) Eine studienbegleitende Beratung in spezifischen Angelegenheiten des Studiums für das Lehramt an Sonderschulen erfolgt durch den Studienberater bzw. die Studienberaterin des Institutes für Rehabilitationspädagogik. Für fachrichtungsspezifische Fragen stehen die Lehrenden in ihren Sprechzeiten zur Verfügung.
(3) Praktikumsberatung erfolgt durch das Praktikumsamt der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg sowie durch den Praktikumsbeauftragten bzw. die Praktikumsbeauftragte des Institutes für Rehabilitationspädagogik.
(4) Die Beratung im Zusammenhang mit der Zwischenprüfung und der Ersten Staatsprüfung erfolgt durch einen Institutsbeauftragten bzw. eine Institutsbeauftragte.
Für Auskünfte im Zusammenhang mit der Ersten Staatsprüfung ist das Landesprüfungsamt Sachsen-Anhalt zuständig.
Nachteilsausgleich für Studierende mit Behinderungen
Macht der Prüfling für die Erbringung von Prüfungsleistungen außerhalb der Ersten Staatsprüfung glaubhaft, dass er wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage ist, Prüfungsleistungen ganz oder teilweise in der vorgeschriebenen Form abzulegen, so wird dem Prüfling gestattet, die Prüfungsleistung innerhalb einer verlängerten Bearbeitungszeit oder gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen. Dazu kann die Vorlage eines ärztlichen Attestes verlangt werden. Entsprechendes gilt für die Studienleistungen.
Übergangsregelungen ergeben sich aus § 66a LPVO und werden durch Aushang veröffentlicht.
Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse des Fachbereiches Erziehungswissenschaften vom 07.02.2001 und des Senats der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg vom 14.11.2001 und der Bestätigung durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt vom 13.05.2002.