Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.11.1995&Aktenzeichen=I%20R%20168/94
Timestamp: 2020-04-05 13:38:07
Document Index: 117777828

Matched Legal Cases: ['§ 46', 'BGH', 'BGH', '§ 181', '§ 181', '§ 48', 'BGH']

BFH, 22.11.1995 - I R 168/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,3715
BFH, 22.11.1995 - I R 168/94 (https://dejure.org/1995,3715)
BFH, Entscheidung vom 22.11.1995 - I R 168/94 (https://dejure.org/1995,3715)
BFH, Entscheidung vom 22. November 1995 - I R 168/94 (https://dejure.org/1995,3715)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1995,3715) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
a) Dabei mag dahinstehen, ob der Vereinbarung die steuerliche Anerkennung aufgrund des Fehlens eines für eine veränderte Gehaltsvereinbarung erforderlichen Gesellschafterbeschlusses nach § 46 Nr. 5 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu versagen ist (vgl. Senatsurteil vom 22. November 1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644, unter Verweis auf Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. März 1991 II ZR 169/90, Neue Juristische Wochenschrift 1991, 1680, unter ausdrücklicher Aufgabe seiner früheren Rechtsprechung; vgl. auch bereits Urteil vom 14. November 1983 II ZR 33/83, BGHZ 89, 48; s. für die Erforderlichkeit eines Beschlusses bei Vereinbarungen über Zeitwertkonten Wellisch/Liedtke/Quast, Betriebs-Berater --BB-- 2005, 1989, 1991; Sterzinger, BB 2012, 2728).
Das Protokollierungserfordernis ergebe sich erst aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 27. März 1995 II ZR 140/93 (GmbH-Rundschau --GmbHR-- 1995, 373) und sei auch für einen ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiter zuvor nicht absehbar gewesen (Senatsurteil vom 22. November 1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644).
An diesem Grundsatz hält der Senat auch nach seinen jüngsten Entscheidungen zu § 181 BGB fest (so BFHE 178, 321 ;… Urteile vom 30. August 1995 I R 128/94, BFH/NV 1996, 363; vom 22. November 1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644).
In vergleichbarer Weise hat der Senat es in der Vergangenheit auch im Zusammenhang mit § 181 BGB abgelehnt, dem Steuerpflichtigen die im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ungeklärte Zivilrechtslage oder einer geänderten Auslegung bürgerlich-rechtlicher Rechtsnormen durch Rechtsprechung und Literatur aufzubürden (vgl. Senatsurteile vom 17. September 1992 I R 89-98/91, BFHE 169, 171, BStBl II 1993, 141; vom 31. Mai 1995 I R 64/94, BFHE 178, 321, BStBl II 1996, 246; vom 22. November 1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644).
Zwar ist der Senat der Auffassung, dass der Verstoß gegen die Protokollierungspflicht bei Alleingesellschaftern gemäß § 48 Abs. 3 Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) im Jahr 1993 noch keine steuerlichen Konsequenzen in Form einer vGA nach sich ziehen konnte, da sie auf der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ( BGH-Urteil vom 27. März 1995 II ZR 140/93, NJW 1995, 1750) aus einem späteren Jahr basiert ( BFH-Urteil vom 22. November 1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644).
FG Hessen, 21.10.1996 - 12 Ko 2206/96
Voraussetzung der Erstattung von Schreibauslagen und Kreditzinsen; …
Das Indiz mangelnder Ernsthaftigkeit entfällt jedoch, wenn die Beteiligten alles getan haben, um die zivilrechtliche Wirksamkeit der Verträge herbeizuführen, zumindest davon ausgehen konnten, dass entsprechende Vereinbarungen wirksam sein würden (BFH-Urteil vom 22.11.1995 I R 168/94, BFH/NV 1996, 644).