Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201994,%20652
Timestamp: 2020-01-20 15:15:28
Document Index: 33000955

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 986', '§ 16', 'BGH', '§ 986', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 986', 'BGH', 'BGH', '§ 986', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 986', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', '§ 986', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.04.1994 - I ZR 22/92 - dejure.org
BGH, 21.04.1994 - I ZR 22/92
https://dejure.org/1994,1079
BGH, 21.04.1994 - I ZR 22/92 (https://dejure.org/1994,1079)
BGH, Entscheidung vom 21.04.1994 - I ZR 22/92 (https://dejure.org/1994,1079)
BGH, Entscheidung vom 21. April 1994 - I ZR 22/92 (https://dejure.org/1994,1079)
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Firmenbezeichnung - Fortbestand - Repräsentant - Herkunftshinweis - Verwechslungsfähige Bezeichnung - Unterlassungsanspruch - Rechtsmißbrauchseinwand
BGB § 242, § 986 Abs. 1; UWG § 16
Anforderungen an den Fortbestand einer Firmenbezeichnung; Benutzung durch einen Dritten; Rechte des Dritten gegenüber einem Unterlassungsbegehren
NJW 1994, 2765 (Ls.)
NJW-RR 1994, 1003
MDR 1995, 63
GRUR 1994, 652
WM 1994, 1449
BB 1994, 1238
BGH, 19.02.1998 - I ZR 138/95
"Makalu"; Sittenwidrigkeit des Erwerbs einer Marke
Denn auch wenn der Beklagten von ihrer Muttergesellschaft nur obligatorisch die Benutzung des Kennzeichens "Makalu" gestattet worden ist, kann sie sich nach der Rechtsprechung des Senats gegenüber den von der Klägerin geltend gemachten Ansprüchen entsprechend § 986 Abs. 1 BGB einredeweise auf ein ihrer Muttergesellschaft gegenüber der Klägerin zustehendes Recht berufen (BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 = WRP 1994, 536 - Virion).
Letzteres ist hier der Fall; denn die vorliegend in Rede stehende Vorschrift des § 15 MarkenG ist nicht in Umsetzung der Ersten Richtlinie des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken (…89/104/EWG, GRUR Int. 1989, 294 ff.) erfolgt, die sich nach Wortlaut und Zielsetzung auf die Vereinheitlichung des Markenrechts beschränkt und nicht auch für Unternehmenskennzeichen gilt (vgl. BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 = WRP 1994, 536, 538 - Virion;… Urt. v. 13.10.1994 - I ZR 99/92, GRUR 1995, 54, 57 = WRP 1995, 13 - Nicoline).
Zwar hat der Bundesgerichtshof verschiedentlich betont, daß die Vorschriften des Markengesetzes über geschäftliche Bezeichnungen nicht in Umsetzung der Markenrechtsrichtlinie erlassen worden sind und deshalb von dem in dieser enthaltenen Harmonisierungsgebot auch nicht erfaßt werden (BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 = WRP 1994, 536, 538 - Virion;… Urt. v. 13.10.1994 - I ZR 99/92, GRUR 1995, 54, 57 = WRP 1995, 13 - Nicoline; BGHZ 130, 276, 284 f. - Torres).
BGH, 13.10.1994 - I ZR 99/92
"Nicoline"; Durchsetzung kennzeichenrechtlicher Ansprüche durch die Konzernmutter …
Sie ist auch gemeinschaftsrechtlich nicht in Frage zu ziehen, weil die Erste Richtlinie des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken (…89/104 EWG, GRUR Int. 1989, 294 ff.) sich nach Wortlaut und Zielsetzung auf die Vereinheitlichung des Markenrechts beschränkt und nicht auch für Unternehmenskennzeichen gilt (BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 = WRP 1994, 536, 538 - Virion).
Das Berufungsgericht hat sich bei seiner Beurteilung auch nicht damit auseinandergesetzt, daß erfahrungsgemäß eine schuldrechtliche Gestattung der Verwendung einer Geschäftsbezeichnung aufgrund einer Zusammenarbeit von Unternehmen nach der Beendigung dieser Zusammenarbeit, wie sie im Streitfall durch die Beendigung des Handelsvertretervertrages erfolgt ist, nicht ohne weiteres erhalten bleibt (…vgl. BGH, Urt. v. 16.5.1991 - I ZR 1/90, GRUR 1991, 780, 782 = WRP 1991, 645 - TRANSATLANTISCHE; Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 f. = WRP 1994, 536 - Virion;… Urt. v. 20.2.1997 - I ZR 187/94, GRUR 1997, 903, 906 = WRP 1997, 1081 - GARONOR).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes endet eine Gestattung zur Firmen- oder Namensführung, die auf bestimmten Beziehungen zwischen den Vertragsparteien beruht, in der Regel mit dem Ende der Zusammenarbeit oder ermöglicht jedenfalls danach (auch) dem Gestattenden das ungestörte Auftreten unter seiner Bezeichnung (…vgl. BGH, Urt. v. 16.5.1991 - I ZR 1/90, GRUR 1991, 780, 782 = WRP 1991, 645 - TRANSATLANTISCHE; Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 22/92, GRUR 1994, 652, 653 = WRP 1994, 536 - Virion).
Dritten, auch der Klägerin gegenüber hätte die Beklagte zu 1. ein von der Muttergesellschaft abgeleitetes besseres Recht entsprechend § 986 BGB einwenden können, und zwar nach den Grundsätzen der Decker-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 122, 71 = GRUR 1993, 574 = NJW 1993, 2236 - Decker; BGH GRUR 1994, 652 = WRP 1994, 536 = NJW-RR 1994, 1003 - Virion).
OLG Stuttgart, 19.08.1994 - 2 U 116/93
Anspruch auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz wegen Warenzeichen- und …
Da sich die Beklagten insoweit auf eine Benutzungshandlung der LEL berufen können, kommt es nicht darauf an, ob sie sich gegenüber den Zeichenrechten der Klägerin auch entsprechend § 986 I BGB auf eine Gestattung der LEL und damit auf deren Priorität berufen können, was nach BGH GRUR 1993, 574 [BGH 18.03.1993 - I ZR 178/91] - Decker und BB 1994, 1238 [BGH 21.04.1994 - I ZR 22/92] - Virion voraussetzen würde, daß LEL die Klägerin auf Unterlassung der Verwendung der Bezeichnung L. in Anspruch nehmen kann.
Die Rechtsregel, daß die Berufung auf die Gestattung durch den prioritätsälteren Zeichenberechtigten in entsprechender Anwendung des § 986 I BGB nur zulässig ist, solange dieser sein Recht selbst gegenüber dem Kläger durchsetzen kann (BGH GRUR 1993, 574, 576 [BGH 18.03.1993 - I ZR 178/91] - Decker; BB 1994, 1238, 1240 [BGH 21.04.1994 - I ZR 22/92] - Virion), gilt nicht für den hier vorliegenden Fall der Repräsentation durch den Vertrieb einer vom prioritätsälteren Zeicheninhaber selbst gekennzeichneten Ware.
Im übrigen ist davon auszugehen, daß sich LEL bei der Überlassung der Bezeichnung L. Electronics zur Firmenbildung der Klägerin zumindest konkludent vorbehalten hat, nach einem Ausscheiden aus der Klägerin und nach Beendigung der Zusammenarbeit mit dieser selbst oder durch Beauftragte die eigenen Waren mit dem Zeichen L. in Deutschland zu vertreiben (vgl. BGH BB 1994, 1238 ff. [BGH 21.04.1994 - I ZR 22/92] - Virion).
Der Verein Haus & Grund I konnte als Inhaber des älteres Rechtes zumindest eine Koexistenz mit dem Namensrecht des Klägers beanspruchen (vgl. BGH GRUR 1994, 652, 654 -Virion; BGH GRUR 1993, 574, 575 -Decker;… Ingerl/Rohnke, Markengesetz, 2. Auflage, § 14 Rdn. 26).
Zu einer entsprechenden Anwendung des Rechtsgedankens des § 986 Abs. 1 BGB hat der BGH grundlegend in BGHZ 122, 71 ("Decker" - und seither in ständiger Rechtsprechung - vgl. BGH GRUR 1994, 652 "virion", BGH GRUR 1998, 1034 "makalu") Stellung genommen.
OLG Hamburg, 25.11.2004 - 3 U 33/03
Priorität einer kennzeichnungskräftigen Internet-Domain eines gewerbsmäßig aus …
BGH, 11.04.2002 - I ZR 185/99
Kennzeichnungskraft des Firmenbestandteils "NetCom"
LG Düsseldorf, 01.10.1998 - 4 O 165/98
Kennzeichenrechtlicher Schutz kann für Bezeichnung "Incom" als Firmenbezeichnung …
LG Leipzig, 06.02.2004 - 2 HKO 5080/03