Source: https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/umsetzung-des-klimaschutzprogramms-2030-im-steuerrecht_168_501900.html
Timestamp: 2019-12-14 19:33:42
Document Index: 49330941

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 4', '§ 101', '§ 12', '§ 25', '§ 3']

Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht | Steuern | Haufe
Der Bundesrat hat am 29.11.2019 den Vermittlungsausschuss angerufen, um Änderungen im Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht durchzusetzen.
Der Bundestag hatte das Gesetz am 15.11.2019 verabschiedet. Die Bundesländer fordern aber mehr Kompensationen für Steuerausfälle, zu den die vorgesehen Maßnahmen führen werden. Fraglich ist, ob nun der Zeitplan der Bundesregierung ins Wackeln gerät und das Gesetzgebungsverfahren noch bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann.
Mit dem Gesetz sollen wichtige Anpassungen vorgenommen werden, um die Herausforderung der CO2-Reduktion bis 2030 entschlossen und gleichzeitig sozial ausgewogen anzugehen. Der Gesetzgeber will umweltfreundliches Verhalten dadurch steuerlich fördern. Hier die wichtigsten Regelungen im Überblick:
In einem neuen § 9 Abs. 1 Satz 4 EStG wird die Entfernungspauschale für Berufspendler ab 2021 auf 35 Cent ab dem 21. Kilometer erhöht. Damit soll die sich durch die CO2-Bepreisung ergebende Erhöhung der Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte teilweise ausgeglichen werden. Ein neuer § 9 Abs. 1 Satz 5 EStG stellt klar, dass dies auch für Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushalt gilt. Die Regelungen gelten entsprechend bei der Ermittlung der nicht abziehbaren Aufwendungen für die Wege des Steuerpflichtigen zwischen Wohnung und Betriebsstätte und für Familienheimfahrten (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 4 EStG).
Gilt für VZ 2021 bis 2026
In den neuen §§ 101 bis 109 EStG soll für Pendlerinnen und Pendler, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegen, die Möglichkeit geschaffen werden, alternativ zu den erhöhten Entfernungspauschalen von 35 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer eine Mobilitätsprämie in Höhe von 14 Prozent dieser erhöhten Pauschale zu beantragen. So soll auch in den Fällen eine Entlastung erreicht werden, in denen ein höherer Werbungskostenabzug infolge der erhöhten Entfernungspauschalen zu keiner entsprechenden steuerlichen Entlastung führt. Bei Arbeitnehmern gilt dies nur, soweit durch die erhöhten Entfernungspauschalen zusammen mit den übrigen Werbungskosten, die im Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit stehen, der Werbungskostenpauschbetrag überschritten wird. Die Mobilitätsprämie beträgt 14 Prozent dieser Bemessungsgrundlage, was dem Eingangssteuersatz im Einkommensteuertarif entspricht.
Nicht nur wie bisher im Nahverkehr, sondern für sämtliche Zugreisen gilt nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG zukünftig der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 %. Die Deutsche Bahn kündigte bereits an, dass die Preise sinken sollen. Die sonst zum Jahresende oft übliche Preiserhöhung soll es nicht geben. Im Gegenzug zu dieser Steuersenkung steigt die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1.1.2020.
Grundsteuer bei Windenergieanlagen
Bisher können die Gemeinden bei der Grundsteuer zwei verschiedene Hebesätze festlegen, die einheitlich für die in der Gemeinde befindlichen Betriebe der Land- und Forstwirtschaft einerseits und für die Grundstücke andererseits sein müssen. In § 25 Abs. 4 bis 6 wird den Gemeinden ermöglicht, einen besonderen Hebesatz auf Sondergebiete für Windenergieanlagen festzulegen. Dieser muss höher sein als der jeweilige Hebesatz für das land- und forstwirtschaftliche Vermögen beziehungsweise das Grundvermögen.
Nicht in diesem Gesetz enthaltene Maßnahmen
Die Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung wird mit dem Klimapaket für reine Elektrofahrzeuge bis zu einem Preis von 40.000 EUR von 0,5 % auf 0,25 % abgesenkt. Diese Maßnahme ist allerdings nicht im Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht sondern im Jahressteuergesetz 2019 enthalten.
Zudem soll die Steuerbefreiung nach § 3d Kraftfahrzeugsteuergesetz bis zum 31.12.2025 verlängert werden. Es ist geplant, die auf 10 Jahre befristete Dauer der Steuerbefreiung bis längstens 31.12.2030 zu begrenzen.
In einem weiteren Schritt soll die von Bund und Herstellern getragene Kaufprämie bis 2025 verlängert und angehoben werden. Für rein elektrische Pkw unter 40.000 EUR soll sie ab 2021 statt 4.000 EUR auf 6000 EUR betragen (Plug-In-Hybride: 4.500 EUR). Bei einem Preis über 40.000 EUR sind es 5.000 EUR (Plug-In-Hybride: 4.000 EUR).
Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht (vom Bundestag verabschiedete Fassung)
Regierungsentwurf: Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht
Referentenentwurf: Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht
Klimaschutzprogramm: Lohnsteuerliche Maßnahmen aus dem Klimapaket
Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung setzt auf Bepreisung und auf steuerliche Maßnahmen. Ein Gesetzentwurf, der nun vorgelegt wurde, enthält auch Vorschläge, die sich auf die Lohnsteuer auswirken werden. Denn die Entfernungspauschalen sollen angepasst werden, um bei höheren Kraftstoffkosten niemanden zu benachteiligen.
Steuerliche Maßnahmen: Bundesregierung beschließt Klimaschutzpaket
Das Bundeskabinett hat am 9.10.2019 das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 beschlossen. Enthalten sind in dem Klimaschutzpaket auch einige Steueränderungen.
Der Bundesrat hat am 29.11.2019 den Vermittlungsausschuss angerufen, um Änderungen im Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht durchzusetzen. Der Bundestag hatte das Gesetz am 15.11.2019 verabschiedet. Die Bundesländer fordern aber ...