Source: https://www.bnlawyers.ch/2017/12/hypothek-steuern-vorzeitige-aufloesung-hypothekarschuldvertrag-steuerliche-abzugsfaehigkeit-der-vorfaelligkeitsentschaedigung-7442
Timestamp: 2020-01-26 11:09:24
Document Index: 375951694

Matched Legal Cases: ['BGer', 'BGE', 'Art. 33', 'Art. 12', 'BGer', 'BGE', 'Art. 12', '§ 216', 'Art. 12', '§ 219', 'BGer', 'BGer']

Hypothek / Steuern – Vorzeitige Auflösung Hypothekarschuldvertrag: Steuerliche Abzugsfähigkeit der Vorfälligkeitsentschädigung? » Bürgi Nägeli RechtsanwälteBürgi Nägeli Rechtsanwälte
DBG 33 Abs. 1 lit. a / StHG 12
Bis zur konzertierten Entscheid-Publikation des Bundesgerichts vom 28.04.2017 war die steuerliche Abzugsfähigkeit der Vorfälligkeitsentschädigungen bei einer Hypothekenauflösung umstritten.
Fall 2C_1148/2015 vom 03.04.2017
In einem Fall aus dem Kanton Zürich (2C_1148/2015) hatten die Eigentümer vor dem Verkauf eines Geschäftshaus-Grundstücks die darauf lastenden Hypotheken gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig aufgelöst. Ein Abzug der Vorfälligkeitsentschädigung wurde ihnen bei der Festlegung der Grundstückgewinnsteuer verwehrt.
Fall 2C_1165/2014 + 2C_1166/2014 vom 03.04.2017
In einem Fall aus dem Kanton Neuenburg (2C_1165/2014 / 2C_1166/2014) wurde vor dem Liegenschaftenverkauf durch die vorzeitige Hypotheken-Auflösung ebenfalls eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt. Diese wurde bei den Verkäufern nicht zum Abzug bei der Einkommenssteuer zugelassen.
Im Zürcher Fall (2C_1148/2015) hiess das Bundesgericht die Beschwerde nun gut:
Da die Hypothek unmittelbar vor dem Liegenschaften-Verkauf endgültig und vollumfänglich aufgelöst sowie nicht durch eine Neu-Hypothek ersetzt wurde, durfte die Vorfälligkeitsentschädigung bei der Grundstückgewinnsteuer gewinnmindernd angerechnet werden
Diese Ausgestaltung der Entschädigung erfüllte die Voraussetzungen für die Annahme abzugsfähiger „Anlagekosten“ (gemäss StHG 12), welche bei der Grundstückgewinn-Ermittlung zu berücksichtigen seien
Im Neuenburger Fall (2C_1165/2014 / 2C_1166/2014) wies das Bundesgericht die Beschwerde ab:
Erfolge die Hypotheken-Auflösung – wie im konkreten Fall – definitiv im Hinblick auf eine Liegenschaften-Veräusserung, dürften Vorfälligkeitsentschädigungen bei der Einkommenssteuer nicht als Schuldzinsen abgezogen werden
Ein entsprechender Schuldzins-Abzug könne sich nur dann rechtfertigen, wenn die aufgelöste Hypothek durch eine andere Hypothek beim gleichen Kreditgläubiger ersetzt werde
Eine doppelte Berücksichtigung der Vorfälligkeitsentschädigung, d.h. sowohl bei der Grundstückgewinnsteuer als auch bei der Einkommensteuer, sei gemäss bisheriger Rechtsprechung in jedem Fall ausgeschlossen.
Vorfälligkeitsentschädigung wegen Liegenschaftenverkaufs > Grundstückgewinnsteuer
Vorfälligkeitsentschädigungen, welche bei einer vorzeitigen Hypotheken-Auflösung anfallen, sind bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten abziehbar, sofern und soweit die Hypotheken-Auflösung in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem Liegenschaften-Verkauf erfolgt.
Vorfälligkeitsentschädigung wegen Hypothekenerneuerung > Einkommensteuer
Bei der Einkommenssteuer können Vorfälligkeitsentschädigungen nur dann als abzugsfähige Schuldzinsen geltend gemacht werden, wenn das aufgelöste Hypothekenvertragsverhältnis durch ein anderes beim gleichen Kreditgeber ersetzt wird.
BGer 2C_1165/2014 / 2C_1166/2014 vom 03.04.2017 = BGE 143 II 396 ff.
Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG; Art. 12 StHG; Entschädigung für die vorzeitige Auflösung eines Hypothekarschuldvertrags („Vorfälligkeitsentschädigung“).
BGer 2C_1148/2015 vom 03.04.2017 = BGE 143 II 382 ff.
Art. 12 StHG; § 216 ff. StG/ZH; Anlagekosten bei der Grundstückgewinnsteuer; im Hinblick auf die Veräusserung der Liegenschaft entrichtete Entschädigung für die vorzeitige Auflösung eines Hypothekarschuldvertrags („Vorfälligkeitsentschädigung“).
Eine bei vollumfänglicher und endgültiger Auflösung des Hypothekarschuldverhältnisses geleistete Vorfälligkeitsentschädigung kann als „Anlagekosten“ gemäss Art. 12 Abs. 1 StHG bzw. § 219 StG/ZH von dem mit der Grundstückgewinnsteuer erfassten steuerbaren Erlös abgezogen werden, wenn sie mit der bevorstehenden Veräusserung der Liegenschaft untrennbar verbunden ist (E. 4.3 und 5.5.1) und einer durch den Veräusserer getätigten, effektiven sowie wertvermehrenden Aufwendung entspricht (E. 4.2, 5.5.2 und 5.5.3).
BGer 2C_1165/2014 / 2C_1166/2014 | bger.ch
BGer 2C_1148/2015 vom 03.04.2017 | bger.ch
Immobilien – Grundpfandrechte: Vorfälligkeitsentschädigungen sind keine grundpfandversicherten Zinsen | law-news.ch
Ein ungeplanter Ausstieg bei Hypotheken kann teuer werden | nzz.ch
Steuerabzug bei Auflösung der Hypothek | nzz.ch
Wahlrecht „Handelsgericht“ oder „ordentliches Gericht“ und Prozessfähigkeit Stockwerkeigentümergemeinschaft →
← Öffentliches Baurecht – Baukontrolle: Drohnen als Baupolizisten?