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Timestamp: 2016-10-27 15:17:45
Document Index: 206285695

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 53', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 53', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 53', 'Art. 67', 'Art. 55', 'Art. 53', 'Art. 43', 'Art. 53', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 53', 'Art. 28', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_18/2013 (23.04.2013)
Der 1958 geborene L.________ bezieht seit dem 25. Juli 2001 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit�tsgrads von 62 %. Grundlage dieser Rentenzusprechung war ein Gutachten der MEDAS vom 25. Januar 2001, wonach die fr�her ausge�bten T�tigkeiten als Sanit�rinstallateur und als fliegender Kameramann/ H�ngegleiterpilot wegen Unfallfolgen nicht mehr zuzumuten seien, dagegen f�r leichte, in vorwiegend sitzender Position mit optimaler Stuhlanpassung aus�bbare T�tigkeiten eine Arbeitsf�higkeit von 50 % bestehe.
Im Mai 2008 ging bei der IV-Stelle des Kantons Aargau ein anonymes Schreiben ein, wonach L.________ in Spanien ein Haus baue und regelm�ssig an Gleitschirmveranstaltungen teilnehme. Bereits zuvor hatte der Hausarzt von L.________ am 10. Dezember 2007 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bescheinigt. Dies veranlasste die IV-Stelle zu weiteren Abkl�rungen. Zu den angezeigten Gleitschirmaktivit�ten f�hrte sie Internetrecherchen durch und befragte am 16. Oktober 2009 L.________. Auf Empfehlung des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) bot sie ihn am 4. November 2009 zu einer polydisziplin�ren Begutachtung im �rztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) auf. Dessen Bericht vom 27. April 2010 erachtete der RAD als nicht schl�ssig, weshalb eine weitere Begutachtung bei der MEDAS angeordnet wurde. Gest�tzt auf deren Expertise vom 21. M�rz 2011 und die Stellungnahme des RAD hob die IV-Stelle nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren die bisher ausgerichtete Rente auf Ende des folgenden Monats mit Verf�gung vom 22. Juli 2011 wiedererw�gungsweise auf.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau hob diese Verf�gung auf Beschwerde hin mit Entscheid vom 31. Oktober 2012 auf.
Dagegen f�hrt die IV-Stelle beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids. Verfahrensm�ssig wird um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht.
L.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Stellungnahme.
Mit Verf�gung vom 4. M�rz 2013 wird der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG) und kann deren Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), pr�ft grunds�tzlich aber nur die geltend gemachten R�gen. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Das kantonale Gericht hat die Voraussetzungen, unter welchen eine urspr�nglich zugesprochene Invalidenrente in Wiedererw�gung gezogen werden darf, zutreffend dargelegt (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1 S. 52). Es hat insbesondere darauf hingewiesen, dass sich dabei die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit einzig auf der Grundlage des beim urspr�nglichen Entscheid bekannt Gewesenen beurteilt. Im Unterschied dazu k�nnen bei der prozessualen Rentenrevision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG unter bestimmten Voraussetzungen erst sp�ter entdeckte Tatsachen zu einer Neubeurteilung f�hren. Dauerleistungen wie etwa jene einer Invalidenrente k�nnen sodann gem�ss Art. 17 ATSG an seither ver�nderte Verh�ltnisse angepasst werden.
Auch hat die Vorinstanz zutreffend ausgef�hrt, unter welchen Voraussetzungen ein Gericht eine von der Verwaltung mittels Wiedererw�gung verf�gte Rentenaufhebung mit subsituierter Begr�ndung der Revision nach Art. 17 ATSG oder Art. 53 Abs. 1 ATSG im Rahmen der Anwendung des Gesetzes von Amtes wegen sch�tzen kann (Urteil 9C_566/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 2.3; siehe auch BGE 125 V 368 E. 2 S. 369 sowie SVR 2012 IV Nr. 36 S. 140 E. 4.1 [9C_896/2011 vom 31. Januar 2012] und 2011 IV Nr. 20 S. 53 E. 4 [9C_303/2010 vom 5. Juli 2010]).
Formell rechtskr�ftige Verf�gungen und Einspracheentscheide m�ssen gem�ss Art. 53 Abs. 1 ATSG in (prozessuale) Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungstr�ger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht m�glich war (vgl. SVR 2010 IV Nr. 55 S. 169 E. 3.1 mit Hinweisen [9C_764/2009 vom 26. M�rz 2010]).
3.1 Neue Tatsachen im Sinne dieser Bestimmung liegen vor, wenn sie sich vor Erlass der formell rechtskr�ftigen Verf�gung oder des Einspracheentscheids verwirklicht haben, der versicherten Person oder dem Versicherungstr�ger trotz hinreichender Sorgfalt jedoch nicht bekannt waren. Das revisionsweise vorgebrachte Element, welches lediglich eine neue W�rdigung einer bereits bekannten Tatsache beinhaltet, rechtfertigt keine prozessuale Revision. Die neuen Tatsachen m�ssen zudem nach dem Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 ATSG "erheblich" ("important", "rilevante") sein. Eine neue Tatsache ist jedenfalls nur dann in diesem Sinne erheblich, wenn sie die tats�chliche Grundlage der Verf�gung oder des Einspracheentscheids so zu �ndern vermag, dass bei zutreffender rechtlicher W�rdigung ein anderer Entscheid resultiert (SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 7.1 mit Hinweisen [8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011]). Betrifft der Revisionsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung, deren Beurteilung massgeblich auf Sch�tzung oder Beweisw�rdigung beruht, auf Elementen also, die notwendigerweise Ermessensz�ge aufweisen, so ist eine vorgebrachte neue Tatsache als solche in der Regel nicht erheblich. Ein (prozessrechtlicher) Revisionsgrund f�llt demnach �berhaupt nur in Betracht, wenn bereits im urspr�nglichen Verfahren der untersuchende Arzt und die entscheidende Beh�rde das Ermessen wegen eines neu erhobenen Befundes zwingend anders h�tten aus�ben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis h�tten gelangen m�ssen (Urteil 9C_955/2012 vom 13. Februar 2013 E. 3.3.1).
3.2 Solche neue Tatsachen oder Beweismittel sind innert 90 Tagen nach deren Entdeckung geltend zu machen; zudem gilt eine absolute zehnj�hrige Frist, die mit der Er�ffnung der Verf�gung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 ATSG; SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 3 mit Hinweisen [Urteil 8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011]; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Rz. 23 zu Art. 53 ATSG).
Ergeben sich aus den neu entdeckten Tatsachen und Beweismitteln (lediglich) gewichtige Indizien f�r das Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrundes, sind innert angemessener Frist zus�tzliche Abkl�rungen vorzunehmen, um diesbez�glich hinreichende Sicherheit zu erhalten. Dabei liegt es gest�tzt auf Art. 43 ATSG im Wesentlichen im Ermessen des Versicherungstr�gers, den Umfang der medizinischen Abkl�rungen n�her zu definieren. Solange er die f�r erforderlich erachteten Abkl�rungen jeweils innert n�tzlicher Frist vorantreibt, l�st dies die 90-t�gige Revisionsfrist nicht aus. Tut der Versicherungstr�ger dies nicht, darf sich sein S�umnis nicht zu seinen Gunsten und zu Ungunsten der versicherten Person auswirken. In einem solchen Fall ist der Beginn der relativen 90-t�gigen Revisionsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem der Versicherungstr�ger den unvollst�ndigen Sachverhalt mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz h�tte hinreichend erg�nzen k�nnen (SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 4.2 und 6.2 [Urteil 8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011]).
Der Umstand, dass der Beschwerdegegner bereits ein Jahr nach dem Unfall ab 1998 seine Gleitschirmaktivit�ten wieder aufgenommen hatte und alsdann weiter pflegte, war gem�ss letztinstanzlich nicht n�her in Frage gestellter, nicht zu beanstandender Feststellung (E. 1 hiervor), den Gutachtern aus dem Jahr 2001 wie auch der gest�tzt darauf eine Invalidenrente zusprechenden IV-Stelle zumindest zun�chst nicht bekannt. Davon hat sie erstmals am 16. Oktober 2009 Kenntnis erhalten, als der Versicherte auf Anfrage hin n�her ausf�hrte, ungef�hr ein Jahr nach dem am 6. August 1997 erlittenen Unfall erstmals wieder mit dem Gleitschirm geflogen zu sein und seither regelm�ssig, das heisse sechs bis acht Wettbewerbe, respektive zw�lf Wochen, pro Jahr fliege. Die bereits vor der Befragung auf die externe Anzeige hin durchgef�hrte Internetrecherche erfasste lediglich die Zeit bis ins Jahr 2008 zur�ck. Diese neuen Erkenntnisse veranlassten zusammen mit der bereits am 10. Dezember 2007 erfolgten Anzeige des Hausarztes einer angeblichen Gesundheitsverschlechterung die IV-Stelle, den Beschwerdegegner einer neuen medizinischen Begutachten zuzuf�hren. Die Gutachter des ABI (Bericht vom 27. April 2010), der MEDAS (Bericht vom 21. M�rz 2011) und des RAD (Berichte vom 19. Juli 2010 und 31. M�rz 2011) kamen dabei in Ber�cksichtigung der neuen Erkenntnisse �ber die Gleitschirmfliegerei zum Schluss, dass dem Versicherten bereits von Beginn an in einer dem Leiden adaptierten T�tigkeit ein Arbeitspensum von 80 % zuzumuten gewesen w�re. Unterschiede gab es einzig in der n�heren Umschreibung der dabei ausf�hrbaren T�tigkeiten (N�heres dazu in E. 9).
Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, das diese neuen Arztberichte die urspr�nglich erfolgte Einsch�tzung der Restarbeitsf�higkeit nicht als schlechthin unvertretbar erscheinen lassen, wenn man die seit 1998 wieder aufgenommenen, zum Zeitpunkt der Rentenzusprechung verborgen gewesenen Gleitschirmaktivit�ten als nicht bekannt gewesen voraussetzt. Ebenso wenig kann das Abstellen auf einen Durchschnittslohn als Sanit�rinstallateur bei der Bemessung des Valideneinkommens als zweifellos unrichtig betrachtet werden, wenngleich gewisse Zweifel durchaus angebracht sind. Diesbez�glich ist auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen, denen die Beschwerde f�hrende IV-Stelle nichts Entscheidwesentliches entgegenzusetzen vermag. Damit f�llt eine Aufhebung der Rentenleistungen unter dem Rechtstitel der Wiedererw�gung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG ausser Betracht.
Auch hat das kantonale Gericht mit zutreffender Begr�ndung dargelegt, weshalb eine Revision gest�tzt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG ausgeschlossen ist. Darauf ist zu verweisen.
Was den dazu letztinstanzlich vorgetragenen Einwand anbelangt, auch eine sich auf die Arbeitsf�higkeit auswirkende verbesserte Anpassung des Leistungsbez�gers an seinen Gesundheitszustand k�nne eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG begr�nden, ist dies an sich zutreffend (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweis auf 112 V 371 E. 2b S. 372; vgl. auch UELI KIESER, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 17 ATSG); indessen steht dem die Einsch�tzung der �rzte entgegen, wonach der Grad der Arbeitsf�higkeit r�ckblickend und in Kenntnis der Gleitschirmfliegerei seit der erstmaligen Rentenzusprechung im Wesentlichen unver�ndert geblieben sei.
Nicht gefolgt werden kann hingegen den vorinstanzlichen Erw�gungen, soweit darin die Auffassung vertreten wird, die neuen Erkenntnisse �ber die Gleitschirmaktivit�ten k�nnten auch nicht im Rahmen einer prozessualen Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG Ber�cksichtigung finden, weil die IV-Stelle die hierf�r geforderte Revisionsfrist von 90 Tagen mit dem Erlass der Verf�gung vom 22. Juli 2011 verpasst habe.
7.1 Denn anders als von der Vorinstanz angenommen, hat die Frist nicht bereits mit der Kenntnisnahme des Gleitschirmfliegens anl�sslich der Besprechung vom 16. Oktober 2009 zu laufen begonnen. Darin konnte zun�chst lediglich ein Indiz f�r das Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrundes erkannt werden. Es bedurfte vielmehr weiterer Abkl�rungen zu deren m�glichen Auswirkungen auf die Einsch�tzung der Restarbeitsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit. Ohne diese konnte �ber die Erheblichkeit dieser neuen Erkenntnis lediglich spekuliert werden (vgl. SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 4.2 [8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011]; Urteil 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1.1). Die IV-Stelle ordnete daher auf Empfehlung des RAD-Arztes vom 30. Oktober 2009 richtigerweise eine medizinische Begutachtung zum zumutbaren Belastungsprofil an. Abgesehen davon stand auch noch die Aussage des Hausarztes vom 10. Dezember 2007 im Raum, wonach sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe. Zu diesem Zweck wurde am 3. November 2009 das ABI kontaktiert. Tags darauf wurde der Versicherte �ber die f�r notwendig erachteten zus�tzlichen Abkl�rungen beim ABI informiert. Die Expertise des ABI vom 27. April 2010 ging bei der IV-Stelle am 3. Mai 2010 ein, worauf sie den Beschwerdegegner innert Monatsfrist zu einer allgemein-�rztlichen Untersuchung im RAD einlud, um dabei auch durch das ABI-Gutachten nicht gekl�rte Sachverhaltsfragen insbesondere zur Gleitschirmfliegerei (nochmals) zu er�rtern. Wegen des erkannten Tinnitus wurde mit Dr. med. H.________ auch noch ein Facharzt f�r Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen beigezogen (Bericht vom 9. Juli 2010). Der RAD nahm am 19. Juli 2010 zu den Arztberichten Stellung, erachtete dabei aufgrund nach wie vor bestehender Sachverhaltsfragen und der nicht aufgel�sten deutlichen Diskrepanz zwischen orthop�disch-rheumatologischem Befund und vom Beschwerdegegner gemachten Angaben, eine weitere Begutachtung durch eine externe Stelle f�r angezeigt. Die entsprechende Expertise wurde der MEDAS am 23. Juli 2010 in Aufrag gegeben. Deren Bericht lag am 25. M�rz 2011, die Stellungnahme des RAD dazu am 31. M�rz 2011 vor. Am 8. April 2011 erliess die IV-Stelle den Vorbescheid. Der Versicherte liess sich dazu am 28. Juni 2011 vernehmen, worauf sie am 22. Juli 2011 die Aufhebung der Rente verf�gte.
7.2 Aufgrund dieser Akten kann der IV-Stelle keine S�umnis im Sinne von E. 3.2 vorgeworfen werden (vgl. auch Urteil 8C_694/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.2). Es lag insbesondere in ihrem Ermessen, den Umfang der medizinischen Abkl�rungen n�her zu definieren (E. 3.2 hiervor), ehe sie den Versicherten im Rahmen des Vorbescheidverfahrens zu den daraus gezogenen Schl�ssen und abgeleiteten Rechtsfolgen Stellung nehmen liess. Sie handelte dabei jeweils umgehend und traf die Abkl�rungen und sp�ter die neue Verf�gung unter Wahrung der Mitwirkungsrechte des Versicherten zeitgerecht. Dass sie die laufende Rente auf der Grundlage eines unzutreffenden Rechtstitels aufhob, ist dabei ohne Belang. Die absolute Verj�hrungsfrist wurde, wenn auch nur knapp, ebenfalls eingehalten.
Zwar deckt sich die medizinische Diagnose der neuen Gutachter im Wesentlichen mit jener aus dem Jahre 2001. Auch liegt der haupts�chliche Unterschied in der Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit. Dennoch f�llt eine prozessuale Revision in Betracht. Denn die Einsch�tzungen der Arbeitsf�higkeiten beruhten auf einer unterschiedlichen Tatsachengrundlage betreffend das ausge�bte und damit zumutbare T�tigkeitsfeld. Die fehlende Kenntnis �ber die regelm�ssigen Teilnahmen an internationalen Gleitschirmflugwettk�mpfen im massgeblichen Zeitraum l�sst die urspr�nglich get�tigte Einsch�tzung zur Restarbeitsf�higkeit als erheblich mangelhaft erscheinen, war diese doch - wie von den Gutachtern der MEDAS aber auch des ABI aufgezeigt - massgeblich von den subjektiven Schilderungen des Versicherten und der Annahme geleitet, sein Leiden erlaube es ihm nicht mehr, Gleitschirm zu fliegen. Dementsprechend erachteten die Berichterstatter aus dem Jahr 2001 die T�tigkeit als Gleitschirmpilot als ihm g�nzlich unzumutbar und auch andere Arbeiten als nur noch sehr beschr�nkt m�glich. Gefordert ist eine Neubeurteilung der Arbeits- (und Erwerbs-)f�higkeit.
Was der Beschwerdegegner dagegen vorbringt, dringt nicht durch. Es mag zwar durchaus diskutabel sein, ob das Gleitschirmfliegen, wie er es zum massgeblichen Zeitpunkt ausge�bt hat und auch noch weiter aus�bt, einer leichteren oder mittelschweren Arbeit gleichzusetzen ist. Auch trifft es zu, dass der schweizerische H�ngegleiterverband hinsichtlich des Belastungsprofils eines Gleitschirmpiloten davon sprach, dass die leichteste Ausr�stung am R�cken schon ab f�nf Kilogramm erh�ltlich sei, was letztlich kein grosses Gewicht darstellt. Indessen wog bzw. wiegt diejenige des Beschwerdegegners gem�ss eigenen Aussagen vom 16. Oktober 2009 mit 20 bis 25 Kilogramm ein Vielfaches davon. Ferner mag eine gute Fitness f�r das Gleitschirmfliegen nicht in s�mtlichen F�llen zwingend notwendig sein. Wer indessen in regelm�ssigen Abst�nden an sich �ber mehrere Tage erstreckenden, oftmals mehrst�ndiges t�gliches Fliegen erfordernden internationalen Wettk�mpfen auf hohem Niveau teilnimmt, muss �ber eine solche offenkundig verf�gen. Insbesondere die Gutachter der MEDAS griffen die verschiedenen Aussagen des Versicherten seit der ersten Befragung durch die IV-Stelle vom 16. Oktober 2009 zur Intensit�t und Belastung des Flugsports minuti�s auf, stellten diese einander gegen�ber und unterzogen sie alsdann einer Gesamtw�rdigung. Gest�tzt darauf werteten sie - wie bereits zuvor die ABI-Experten - die der urspr�nglichen Rentenverf�gung zugrunde liegende Einsch�tzung der Restarbeitsf�higkeit als nicht (mehr) haltbar, was eine Neubeurteilung zul�sst. Daran �ndert der Umstand, dass die Experten diese Einsch�tzung auch noch aus weiteren Gr�nden f�r fragw�rdig erachteten, nichts.
Die MEDAS umschreibt im Gutachten vom 21. M�rz 2011 den Gesundheitszustand des Versicherten mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit als seit der urspr�nglichen Rentenzusprechung weitgehend unver�ndert stabil. Die dem Leiden adaptierte T�tigkeit definiert sie wie folgt: K�rperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten mit gelegentlichen Positionswechseln und einer Hebe- und Traglimite von 10 kg, bei nur ausnahmsweisem �berschreiten bis maximal 15 kg; keine l�rmige Umgebung und/oder ohne erh�hte akustisch-kommunikative Anforderungen; in einer solchen T�tigkeit sei bei einer 8�-st�ndigen Pr�senzzeit von einer Leistungsminderung von 20 % auszugehen; als Gleitschirmpilot sei der Beschwerdegegner indessen uneingeschr�nkt arbeitsf�hig.
Das ABI erachtete im von den �rzten des RAD am 19. Juli 2010 als auf der Grundlage unvollst�ndiger Sachverhaltserhebungen zustande gekommen kritisierten Bericht vom 27. April 2010 den Gesundheitszustand ebenfalls als seit Rentenbeginn weitgehend unver�ndert. Mittelschwere Arbeiten schloss es dagegen als unzumutbar aus, sch�tzte den Versicherten aber f�r k�rperlich leichte, vorwiegend sitzende T�tigkeiten in einer Vollzeitstelle ebenfalls als zu 80 % leistungsf�hig ein.
Welcher Einsch�tzung zu folgen ist, braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden, da selbst wenn man dem Beschwerdegegner lediglich noch leichte Arbeiten bei einer Leistungsf�higkeit von 80 % zumuten will, dies ihn in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in die Lage versetzt, in einem rentenausschliessenden Umfang erwerbst�tig zu sein, wie noch zu zeigen ist.
Die Verwaltung zog bei der Invalidit�tsbemessung f�r die Zeit ab urspr�nglichem Rentenbeginn zun�chst die zuletzt ausge�bte T�tigkeit als gleitschirmfliegender Fotograf bei, f�r welche gem�ss der Einsch�tzung der MEDAS-�rzte als Invalider keine Arbeitsunf�higkeit besteht. F�r die Zeit, ab welcher der Versicherte wegen fehlender Aussicht auf Existenzsicherung mutmasslicherweise zu seiner angestammten T�tigkeit als Sanit�rinstallateur zur�ckgekehrt w�re, bestimmte die IV-Stelle den Invalidit�tsgrad auf der Grundlage eines Einkommensvergleichs zwischen dem mutmasslichen Verdienst als Sanit�rinstallateur und jenem, der theoretisch in einer einfachen und repetitiven T�tigkeit in Umfang von 80 % erzielt werden k�nnte. Da- bei gelangte sie zu einem rentenausschliessenden Invalidit�tsgrad von 31 % (Sanit�rinstallateur-Verdienst bei einem Vollzeitpensum: Fr. 71'317.-; Einkommen f�r eine einfache, repetitive T�tigkeit im Umfang von 80 %: Fr. 49'101.-).
10.1 Selbst wenn man, wie vom Beschwerdegegner gefordert, f�r den gesamten Zeitraum von einem Valideneinkommen als Sanit�rinstallateur ausgehen und dabei einen sogenannten leidensbedingten Abzug gew�hren m�sste, weil nur noch leichte Arbeiten ausgef�hrt werden k�nnen - was zwar nach Einsch�tzung der ABI-Gutachter zutreffen soll, nicht jedoch nach jener der Experten der MEDAS -, w�rde dies am Ergebnis nichts �ndern: Ein Abzug von mehr als 10 % w�re deswegen nicht angezeigt, was zu einem Invalidit�tsgrad von maximal 38 % f�hren w�rde (1- [49'101.- x 0.9 / 71'317.-]). Ein Rentenanspruch besteht indessen erst bei einem Invalidit�tsgrad von 40 % und mehr (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).
10.2 Dass die Verwaltung vor dem Rentenaufhebungsentscheid die Eingliederungsfrage - wie vom Beschwerdegegner moniert - nicht n�her gepr�ft hat, l�sst sich mit Blick auf die zu dieser Frage ergangene Rechtsprechung nicht beanstanden: Denn auszugehen ist vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung. Ausnahmsweise k�nnen - aus medizinischer oder beruflich-erwerblicher Sicht - vom Gesetz vorgesehene Eingliederungsmassnahmen angezeigt sein, etwa in F�llen langj�hriger Absenz vom Arbeitsmarkt und allenfalls daraus sich ergebender psychischer Probleme, eher schwachem Leistungsprofil hinsichtlich Wissen und intellektuellen F�higkeiten sowie bei Fehlen nennenswerter beruflicher Erfahrung. Dagegen haben nicht gesundheitlich bedingte Umst�nde, welche einer erfolgreichen Eingliederung entgegenstehen, ausser Acht zu bleiben (Urteil 9C_882/2010 vom 25. Januar 2011 E. 8.1 mit Hinweisen). Weiter muss die versicherte Person mindestens das Alter 55 zur�ckgelegt oder seit mehr als 15 Jahren eine Rente bezogen haben (SVR 2012 IV Nr. 25 S. 104 E. 3.1 [9C_363/2011 vom 31. Oktober 2011]; 2011 IV Nr. 73 S. 220 E. 3.3 [9C_228/2010 vom 26. April 2011]; 2011 IV Nr. 30 S. 86 E. 4.2.2 [9C_163/2009 vom 10. September 2009]).
Damit erweist sich die Beschwerde als begr�ndet und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdegegner die Gerichtskosten zu �berbinden (Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteientsch�digung entf�llt (Art. 68 Abs. 2 und 3 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 31. Oktober 2012 wird aufgehoben und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 22. Juli 2011 best�tigt.