Source: https://judicialis.de/Bundesarbeitsgericht_2-AZR-344-97_Urteil_07.05.1998.html
Timestamp: 2018-10-19 16:25:19
Document Index: 295766234

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 586', '§ 589', '§ 551', '§ 39', 'Art. 101', '§ 586', '§ 579', '§ 578', '§ 589', '§ 41', '§ 322', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 322', '§ 253']

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.05.1998 mit dem Az.: 2 AZR 344/97	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 2 AZR 344/97
Rechtsgebiete: ZPO, ArbGG, GG
ArbGG 1979 § 39
ZPO § 586 Abs. 1 und 2
ZPO § 589 Abs. 2
Aktenzeichen: 2 AZR 344/97 Bundesarbeitsgericht 2. Senat Urteil vom 07. Mai 1998 - 2 AZR 344/97 -
I. Arbeitsgericht Lübeck - 1 Ca 1135/93 - Urteil vom 21. Oktober 1993
II. Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein - 2 Sa 536/96 - Urteil vom 09. April 1997
Entscheidungsstichworte: Nichtigkeitsklage
Gesetz: ZPO § 551 Nr. 1; ArbGG 1979 § 39; GG Art. 101 Abs. 1 Satz 2; ZPO § 586 Abs. 1 und 2, § 579, § 578 Abs. 1, § 589 Abs. 2, § 41 Nr. 5
2 AZR 344/97 2 Sa 536/96 Schleswig-Holstein
hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 7. Mai 1998 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Etzel, die Richter Bitter und Bröhl sowie die ehrenamtlichen Richter Dr. Fischer und Walter für Recht erkannt:
3. Zu Unrecht rügt die Revision, das Landesarbeitsgericht habe rechtsfehlerhaft auch eine Sachentscheidung vorgenommen. Wegen der unterschiedlichen Rechtskraftwirkungen kann zwar grundsätzlich eine Klage nicht zugleich aus prozeßrechtlichen und sachlich-rechtlichen Gründen abgewiesen werden (Senatsurteil vom 28. Dezember 1955 - 2 AZR 496/54 - AP Nr. 1 zu § 322 ZPO, zu 2 a der Gründe; RAG ARS 27, 37, 38; BGHZ 11, 222, 223, m.w.N.; BGH Urteil vom 14. März 1978 - VI ZR 68/76 - NJW 1978, 2031); hat das Berufungsgericht daher in einem klageabweisenden Prozeßurteil Ausführungen zur Sache gemacht, sind diese nicht verbindlich, im Revisionsrechtszug als nicht geschrieben zu behandeln, das Urteil kann nur als Prozeßurteil Rechtskraft entfalten (BGH, aaO, m.w.N.; RAG, aaO). Die Ausführungen des Landesarbeitsgerichts zur Sache stellen jedoch keine Zweitbegründung im Sinne einer echten Doppelbegründung dar, sondern lediglich eine Hilfsbegründung. Hilfsbegründungen sind aber zulässig (Baumbach/Lauterbach/Albers/ Hartmann, ZPO, 56. Aufl., § 322 Rz 60 sowie Grundzüge § 253 Rz 17, m.w.N.). Aus dem Zusammenhang der Entscheidungsgründe ergibt sich, daß das Berufungsgericht die Klage nur mit den in der Klageschrift erhobenen Rügen wegen Nichteinhaltung der einmonatigen Klagefrist für unzulässig hält. Was die später im Verfahren nach Vorlage der Geschäftsverteilungspläne etc. nachgeschobenen Nichtigkeitsgründe anbelangt, geht das Berufungsgericht unausgesprochen von einer Zulässigkeit der Klage aus und hat deshalb konsequent "im übrigen" eine Sachentscheidung getroffen. Wenn in der Begründung insoweit auch Rügen mitabgehandelt werden, hinsichtlich derer die Klage schon unzulässig ist, so dient dies erkennbar dem besseren Verständnis des Gesamtzusammenhangs und stellt damit eine echte Hilfsbegründung dar.