Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/erwerb-von-gmbh-anteilen-und-bestehende-kartellrechtliche-freistellungen-392402
Timestamp: 2020-08-12 18:36:41
Document Index: 362807920

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 1', '§ 4', '§ 3', '§ 1', '§ 16', '§ 134', '§ 1', '§ 16', '§ 16', '§ 134', '§ 1', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 134', '§ 16', '§ 16', '§ 1', '§ 134', '§ 16', '§ 1', '§ 16', '§ 16', '§ 1', '§ 16', '§ 134', '§ 1', '§ 75', '§ 77', '§ 65', 'Art. 12', 'Art. 13', '§ 62', '§ 395', '§ 16', '§ 16', '§ 34', '§ 16', '§ 16', '§ 51', '§ 16', 'BGH', 'BGH', '§ 105', '§ 105', 'BGH', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 1', '§ 15', '§ 1', '§ 24', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', '§ 1', '§ 75', 'BGH', 'BGH', '§ 117', '§ 62', '§ 1', '§ 6', '§ 2', '§ 75', '§ 2', '§ 15', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 243']

Erwerb von GmbH-Anteilen - und bestehende kartellrechtliche Freistellungen | Rechtslupe
Erwerb von GmbH-Anteilen - und bestehende kartellrechtliche Freistellungen
Wird der Erwerb eines Geschäfts­an­teils an einer GmbH nach § 16 Abs. 1 GmbHG aF ord­nungs­ge­mäß bei der Gesell­schaft ange­mel­det, gilt der Gesell­schaft gegen­über der Erwer­ber auch dann als Gesell­schaf­ter, wenn durch den Bei­tritt die Vor­aus­set­zun­gen für eine Frei­stel­lung der Gesell­schaft vom Ver­bot des § 1 GWB ent­fal­len sind.
Der hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall betraf eine GmbH, die in Form einer Ein­kaufs­ko­ope­ra­ti­on u.a. den zen­tra­len Ein­kauf von Den­tal­ar­ti­keln für ihre Gesell­schaf­ter betreibt. Sie war als Mit­tel­stands­kar­tell vom Bun­des­kar­tell­amt gemäß § 4 Abs. 2 GWB a.F [1] (heu­te: § 3 GWB nF) vom Ver­bot des § 1 GWB freigestellt.2001 erwarb eine zu einem fin­ni­schen Kon­zern gehö­ri­ge Gesell­schaft einen Geschäfts­an­teil an die­ser GmbH. Das Bun­des­kar­tell ver­trag in der Fol­ge­zeit die Auf­fas­sung, dass sich die GmbH u.a. von die­ser Gesell­schaf­te­rin wie­der tren­nen müs­se, um einen kar­tell­recht­lich unbe­denk­li­chen Zustand wie­der­her­zu­stel­len.
Kein wirk­sa­mer Bei­tritt nach der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft
Gesell­schaf­ter­stel­lung kraft Anmel­dung
Leis­tun­gen zwi­schen Gesell­schaf­ter und GmbH
Kein wirk­sa­mer Bei­tritt nach der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft[↑]
Der Bun­des­ge­richts­hof hat den Anteils­er­werb (und damit dem Bei­tritt zur GmbH) zunächst nicht auf­grund der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft für wirk­sam erach­tet.
Nach die­ser Leh­re wird eine Gesell­schaft, die an einem Grün­dungs­man­gel lei­det und den­noch in Voll­zug gesetzt wor­den ist, grund­sätz­lich als wirk­sam behan­delt. Einem Gesell­schaf­ter, der sich auf den Man­gel beru­fen will, steht ein Recht zur außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung mit Wir­kung ex nunc zu [2]. Die Rechts­fol­gen einer der­ar­ti­gen Kün­di­gung erge­ben sich aus den für das Aus­schei­den eines Gesell­schaf­ters vor­ge­se­he­nen gesell­schafts­recht­li­chen Regeln [3].
Der Bun­des­ge­richts­hof wen­det die­se Grund­sät­ze in sei­ner neue­ren Recht­spre­chung nicht auf den Erwerb eines Geschäfts­an­teils an einer GmbH an. Zur Begrün­dung hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass im Ver­hält­nis des Anteils­er­wer­bers zur Gesell­schaft die­se schon durch § 16 Abs. 1 GmbHG aF geschützt sei. Danach gel­te der Gesell­schaft gegen­über im Fall der Ver­äu­ße­rung des Geschäfts­an­teils der­je­ni­ge als Erwer­ber, des­sen Erwerb unter Nach­weis des Über­gangs bei den Geschäfts­füh­rern ange­mel­det sei. Die Fra­ge, ob ein Man­gel des Erwerbs­ver­tra­ges mit Rück­wir­kung gel­tend gemacht wer­den kön­ne, betref­fe also nur das Ver­hält­nis zwi­schen Ver­äu­ße­rer und Erwer­ber. Das recht­fer­ti­ge es nicht, inso­weit von den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen einer rück­wir­ken­den Nich­tig­keit oder Anfecht­bar­keit abzu­wei­chen [4].
Gesell­schaf­ter­stel­lung kraft Anmel­dung[↑]
Für den Bun­des­ge­richts­hof steht die Nich­tig­keit des Anteils­kauf- und abtre­tungs­ver­tra­ges nach § 134 BGB, § 1 GWB jedoch der Annah­me nicht ent­ge­gen, dass die Erwer­be­rin gemäß § 16 Abs. 1 GmbHG aF der GmbH gegen­über als Erwer­be­rin des Geschäfts­an­teils und damit als Gesell­schaf­te­rin gilt.
Ob die auf­grund der Anmel­dung grund­sätz­lich anwend­ba­re Vor­schrift des § 16 Abs. 1 GmbHG aF auch dann ein­greift, wenn die Nich­tig­keit der Über­tra­gung eines Geschäfts­an­teils nach § 134 BGB auf einem Ver­stoß gegen § 1 GWB beruht, ist eben­so wie bei § 16 Abs. 1 Satz 1 GmbHG in der der­zeit gel­ten­den Fas­sung umstrit­ten. Die über­wie­gen­de Mei­nung im gesell­schafts- und kar­tell­recht­li­chen Schrift­tum nimmt dies an. Sie begrün­det die Anwen­dung im Wesent­li­chen mit der durch § 16 GmbHG bezweck­ten Rechts­si­cher­heit [5]. Nach der Gegen­mei­nung tritt § 16 GmbHG aF dage­gen hin­ter §§ 134 BGB, 1 GWB zurück. Zur Begrün­dung wird ange­führt, der gute Glau­be an die kar­tell­recht­li­che Wirk­sam­keit der Anteils­ab­tre­tung sei nicht geschützt, im Übri­gen wider­sprä­che eine Anwen­dung des § 16 GmbHG aF den Zie­len des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen [6].
Die herr­schen­de Mei­nung trifft nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs zu. Die Rege­lung des § 16 Abs. 1 GmbHG aF kommt auch bei Anteils­über­tra­gungs­ver­trä­gen zur Anwen­dung, die gegen § 1 GWB ver­sto­ßen und des­halb nach § 134 BGB nich­tig sind.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat bei der Anwen­dung des § 16 Abs. 1 GmbHG aF bis­lang nicht zwi­schen Ver­stö­ßen gegen § 1 GWB und ande­ren Unwirk­sam­keits­grün­den dif­fe­ren­ziert [7], son­dern im Gegen­teil sei­ne Auf­fas­sung, ein feh­ler­haf­ter Bei­tritt zu einer GmbH sei nicht nach den Grund­sät­zen der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft zu beur­tei­len, damit begrün­det, dass nach § 16 Abs. 1 GmbHG aF die Gesell­schaft unab­hän­gig von der wah­ren Rechts­la­ge jeden, des­sen Anteils­er­werb bei ihr ange­mel­det und nach­ge­wie­sen wor­den sei, als Gesell­schaf­ter behan­deln dür­fe und müs­se [8].
Die­se Aus­le­gung des § 16 Abs. 1 GmbHG aF ent­spricht nicht nur dem Wort­laut der Norm, son­dern auch ihrem Sinn und Zweck. Für die Gesell­schaft wie für den Ver­äu­ße­rer und den Erwer­ber soll bei einem unwirk­sa­men Bei­tritt durch die Fik­ti­on eines wirk­sa­men Erwerbs der Gesell­schaf­ter­stel­lung Rechts­si­cher­heit geschaf­fen wer­den. Ins­be­son­de­re soll die Gesell­schaft nicht dar­über strei­ten müs­sen, wer zur Zah­lung der Ein­la­ge ver­pflich­tet ist [9]. Inso­weit dient die Vor­schrift auch dem Gläu­bi­ger­schutz. Die Gläu­bi­ger sol­len dar­auf ver­trau­en dür­fen, dass die­je­ni­gen, die ihren Bei­tritt ord­nungs­ge­mäß ange­mel­det haben und dem­entspre­chend von der Gesell­schaft als Gesell­schaf­ter behan­delt wer­den, auch tat­säch­lich wie ein Gesell­schaf­ter den gesell­schafts­recht­li­chen Bin­dun­gen unter­lie­gen, etwa dem Ver­bot, aus der Gesell­schaft Ver­mö­gen zu ent­neh­men, soweit dadurch eine Unter­bi­lanz ent­steht oder ver­tieft wird [10]. Die­ses Schutz­be­dürf­nis der Gesell­schaft wie ihrer Gläu­bi­ger und der am Erwerb des Geschäfts­an­teils betei­lig­ten Gesell­schaf­ter besteht grund­sätz­lich auch dann, wenn der Bei­tritt wegen Ver­sto­ßes gegen § 1 GWB nich­tig ist, wie gera­de der vor­lie­gen­de Fall zeigt, in dem die beklag­te Gesell­schaft kei­nen kar­tell­rechts­wid­ri­gen Zweck ver­folgt hat, son­dern vom Kar­tell­ver­bot frei­ge­stellt war und die zutref­fen­de kar­tell­recht­li­che Beur­tei­lung des Bei­tritts der Erwer­be­rin nicht offen­kun­dig war.
Die Anwen­dung des § 16 Abs. 1 GmbHG aF auf nach §§ 134 BGB, 1 GWB nich­ti­ge Gesell­schafts­bei­trit­te steht auch nicht im Wider­spruch zu der an eine kar­tell­rechts­wid­ri­ge Ver­ein­ba­rung geknüpf­ten Nich­tig­keits­fol­ge oder sons­ti­gen vor­ran­gi­gen kar­tell­recht­li­chen Wer­tun­gen.
Zwar fin­det nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs die Anwen­dung der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft dort ihre Gren­ze, wo vor­ran­gi­ge Inter­es­sen der All­ge­mein­heit ent­ge­gen­ste­hen, was regel­mä­ßig dann der Fall ist, wenn die Nich­tig­keit des Gesell­schafts­ver­tra­ges dar­auf beruht, dass gegen ein im öffent­li­chen Inter­es­se zur insti­tu­tio­nel­len Siche­rung der Wett­be­werbs­frei­heit erlas­se­nes Gesetz wie § 1 GWB ver­sto­ßen wird [11]. Zum einen ist aber – wie oben dar­ge­legt – die­se Leh­re auf einen Gesell­schaf­ter­wech­sel bei einer Kapi­tal­ge­sell­schaft schon grund­sätz­lich nicht anwend­bar; zum ande­ren sieht das Gesetz für nich­ti­ge Gesell­schafts­ver­trä­ge einer GmbH und nich­ti­ge Erwerbs­vor­gän­ge spe­zi­el­le Regeln vor.
Selbst wenn der Zweck der Gesell­schaft auf einen Ver­stoß gegen das Kar­tell­ver­bot gerich­tet ist, bedarf es regel­mä­ßig kei­ner von Geset­zes wegen ein­tre­ten­den Nich­tig­keit. Viel­mehr kann jeder Gesell­schaf­ter, jeder Geschäfts­füh­rer und jeder Auf­sichts­rat eine Nich­tig­keits­kla­ge nach § 75 GmbHG erhe­ben [12] mit der Fol­ge, dass die Gesell­schaft nach § 77 Abs. 1, §§ 65 ff. GmbHG abzu­wi­ckeln ist [13], was auch mit Art. 12 Satz 1 Buchst. a, b Unter­abs. ii, Satz 2 und Art. 13 Abs. 2 und 3 der 2. Publi­zi­täts­richt­li­nie [14] über­ein­stimmt. Bei Gefähr­dun­gen des Gemein­wohls kann die Gesell­schaft auch nach § 62 Abs. 1 GmbHG durch die Ver­wal­tungs­be­hör­de von Amts wegen auf­ge­löst wer­den. Dane­ben kann das Regis­ter­ge­richt die Gesell­schaft nach §§ 395, 397 FamFG von Amts wegen löschen [15]. Fer­ner kann die Kar­tell­be­hör­de mit einer Ver­fü­gung, gege­be­nen­falls auch mit einem Buß­geld­be­scheid, auf eine Besei­ti­gung des rechts­wid­ri­gen Zustands hin­wir­ken.
Ähn­lich ver­hält es sich bei einem kar­tell­rechts­wid­ri­gen Bei­tritt zu einer Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung. § 16 Abs. 1 GmbHG aF ändert an der Nich­tig­keit des Erwerbs­vor­gangs nach den all­ge­mei­nen Regeln nichts. Gera­de für den Fall der Nich­tig­keit ord­net das Gesetz an, dass der (Schein) Erwer­ber der Gesell­schaft gegen­über als Erwer­ber gilt. Im Ver­hält­nis zum Ver­äu­ße­rer ver­bleibt es über­dies unein­ge­schränkt dabei, dass der Erwerbs­ver­trag von Anfang an nich­tig ist. Der Anteils­er­wer­ber muss also damit rech­nen, von dem Ver­äu­ße­rer jeder­zeit aus unge­recht­fer­tig­ter Berei­che­rung in Anspruch genom­men zu wer­den.
Damit ist jeden­falls für den Regel­fall gewähr­leis­tet, dass die Anwen­dung der Vor­schrif­ten des GmbH-Rechts nicht dazu führt, die vom Kar­tell­recht ange­ord­ne­te Nich­tig­keits­fol­ge zu besei­ti­gen oder in ihrer Wirk­sam­keit in Fra­ge zu stel­len. Ob es Fäl­le gibt, bei denen § 16 Abs. 1 GmbHG aF aus­nahms­wei­se nicht oder nur ein­ge­schränkt zur Anwen­dung kom­men kann, etwa bei einer bewuss­ten und gewoll­ten Ver­let­zung eines Ver­bots­ge­set­zes [16], kann offen blei­ben. Für einen sol­chen Aus­nah­me­fall ist vor­lie­gend nichts fest­ge­stellt.
Eben­falls offen blei­ben kann die Fra­ge, inwie­weit die gesell­schafts­recht­li­chen Rechts­be­hel­fe auch in Fäl­len wie dem vor­lie­gen­den anwend­bar sind, in dem die Anteils­über­tra­gung wegen der dadurch ver­än­der­ten Zusam­men­set­zung des Gesell­schaf­ter­krei­ses zum Weg­fall der Frei­stel­lungs­fä­hig­keit geführt hat [17]. Denn jeden­falls hat die Gesell­schaft mit der Ein­zie­hung des Geschäfts­an­teils nach § 34 GmbHG oder der Aus­schlie­ßung des Gesell­schaf­ters ein Mit­tel in der Hand, den kar­tell­rechts­wid­ri­gen Zustand inso­weit eben­so wie mit einer Nich­tig­keits­kla­ge zu been­den, ohne aber die Gesell­schaft auf­lö­sen zu müs­sen. Dass die Ein­zie­hung nur zu einem Unter­gang des Geschäfts­an­teils mit Wir­kung ex nunc führt, ent­spricht den dar­ge­stell­ten Rechts­be­hel­fen bei nich­ti­gen Gesell­schafts­ver­trä­gen und ist schon des­halb nicht sys­tem­wid­rig.
Leis­tun­gen zwi­schen Gesell­schaf­ter und GmbH[↑]
Danach hat die Erwer­be­rin gegen die GmbH kei­ne Ansprü­che aus unge­recht­fer­tig­ter Berei­che­rung. Alle Zah­lun­gen, die sie geleis­tet hat und jetzt von der GmbH zurück­ver­langt, sind mit Rechts­grund erfolgt. Dies gilt auch, soweit sich die Zah­lun­gen der Erwer­be­rin nicht aus dem Gesell­schafts­ver­trag erge­ben, son­dern aus dem Anteils­kauf- und abtre­tungs­ver­trag mit der frü­he­ren Gesell­schaf­te­rin sowie aus einer geson­der­ten Ver­ein­ba­rung der GmbH mit der Erwer­be­rin und sie damit auf einem rein schuld­recht­li­chen Rechts­grund beru­hen.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Vor­schrift des § 16 Abs. 1 GmbHG aF stets so aus­ge­legt, dass der Erwer­ber in allen Bezie­hun­gen im Ver­hält­nis zur Gesell­schaft als Gesell­schaf­ter gilt. Die Gesell­schaft soll unab­hän­gig von der wah­ren Rechts­la­ge berech­tigt und ver­pflich­tet sein, jeden, der sich ein­mal ihr gegen­über als Erwer­ber aus­ge­wie­sen hat, so lan­ge als Gesell­schaf­ter zu behan­deln, bis eine Rechts­än­de­rung bei ihr ange­mel­det und nach­ge­wie­sen ist [18]. Danach wer­den von § 16 Abs. 1 GmbHG aF alle mit­glied­schaft­li­chen Rech­te und Pflich­ten erfasst. Das gilt etwa für das Stimm­recht in der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, das Infor­ma­ti­ons­recht nach § 51a GmbHG und das Bezugs­recht bei einer Kapi­tal­erhö­hung. Offen blei­ben kann, ob davon auch Rechts­be­zie­hun­gen erfasst wer­den, die zwar nicht ohne die Gesell­schaf­ter­stel­lung begrün­det wor­den wären, aber nicht zur sat­zungs­ge­mä­ßen Aus­ge­stal­tung des Gesell­schafts­ver­hält­nis­ses gehö­ren, son­dern auf einem eigen­stän­di­gen Rechts­grund, etwa einem Kauf­ver­trag, beru­hen. Denn sämt­li­che Leis­tun­gen, die die Erwer­be­rin von der GmbH zurück­ver­langt, gehen auf Rechts­be­zie­hun­gen im Sin­ne des § 16 GmbHG aF zurück.
Ob in beson­ders gela­ger­ten Fäl­len die Wirk­sam­keit des Kar­tell­ver­bots und die an einen Ver­stoß hier­ge­gen geknüpf­te Nich­tig­keits­fol­ge eine ande­re Beur­tei­lung recht­fer­ti­gen, bedarf kei­ner Ent­schei­dung, da sich im vor­lie­gen­den Fall auch inso­weit kei­ne Anhalts­punk­te für einen Aus­nah­me­fall erge­ben haben.
in der Fas­sung der 6. GWB-Novel­le 1998[↩]
BGH, Beschluss vom 12.07.2010 – II ZR 160/​09, ZIP 2010, 2497 Rn. 6 mwN[↩]
BGH, Urteil vom 15.05.2000 – II ZR 6/​99, ZIP 2000, 1208; 1209 f.; C. Schä­fer in GroßKomm.HGB, 5. Aufl., § 105 Rn. 359 f.; Wer­ten­bruch in Ebenroth/​Boujong/​Joost/​Strohn, HGB, 3. Aufl., § 105 Rn. 277 f.[↩]
BGH, Urteil vom 22.01.1990 – II ZR 25/​89, ZIP 1990, 371, 373 f.; Urteil vom 13.12 2004 – II ZR 409/​02, ZIP 2005, 253 f., anders noch Urteil vom 13.03.1975 – II ZR 154/​73, WM 1975, 512, 514[↩]
Win­ter/​Löbbe in Ulmer/​Habersack/​Winter, GmbHG, 1. Aufl., 2005, § 16 Rn. 51; Löb­be in Ulmer/​Habersack/​Löbbe, GmbHG, 2. Aufl., § 16 Rn. 82; Winter/​Seibt in Scholz, GmbHG, 10. Aufl., 2006, § 16 Rn. 23, und Scholz/​Seibt, GmbHG, 11. Aufl., § 16 Rn. 26; Pentz in Rowed­der/­Schmidt-Leit­hoff, GmbHG, 5. Aufl., § 16 Rn. 28, anders noch in der 4. Aufl., 2002, § 16 Rn. 44; Münch­Komm-GmbHG/Hei­din­ger, 2. Aufl., § 16 Rn. 57; Bran­des in Bork/​Schäfer, GmbHG, 2. Aufl., § 16 Rn. 28; Nor­de­mann in Loewenheim/​Meessen/​Riesenkampff, Kar­tell­recht, 2. Aufl., GWB, § 1 Rn. 254; Fas­trich in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 20. Aufl., § 15 Rn. 29; eben­so bezüg­lich der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft Immen­ga, Fest­schrift Benisch, 1989, S. 327, 334 ff.; Krauß in Langen/​Bunte, Kar­tell­recht, 12. Aufl., GWB, § 1 Rn. 338[↩]
OLG Frank­furt am Main, WuW/​E OLG 5035; Münch.Hdb.GesR III/​Jasper, 3. Aufl., § 24 Rn. 235; Zim­mer in Immenga/​Mestmäcker, Wett­be­werbs­recht, 5. Aufl., GWB, § 1 Rn.196, der aber eine Abwick­lung ex nunc befür­wor­tet; für das Gesell­schafts­in­nen­ver­hält­nis nach der Leh­re von der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft s. Pasch­ke, ZHR 155 [1991], 1, 18 ff.[↩]
s. BGH, Urteil vom 10.05.1982 – II ZR 89/​81, BGHZ 84, 47, 49; Urteil vom 24.06.1996 – II ZR 56/​95, NJW-RR 1996, 1377, 1378; Urteil vom 13.10.2008 – II ZR 76/​07, ZIP 2008, 2214 Rn. 7[↩]
BGH, Urteil vom 22.01.1990 – II ZR 25/​89, ZIP 1990, 371, 373 f.; Urteil vom 13.12 2004 – II ZR 409/​02, ZIP 2005, 253 f.[↩]
BGH, Urteil vom 22.01.1990 – II ZR 25/​89, ZIP 1990, 371, 374; Urteil vom 24.06.1996 – II ZR 56/​95, NJW-RR 1996, 1377, 1378; Urteil vom 17.01.2007 – VIII ZR 37/​06, NJW 2007, 1058, 1059[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 23.04.2012 – II ZR 252/​10, BGHZ 193, 96 Rn. 25[↩]
BGH, Urteil vom 13.11.1990 KZR 2/​89, WuW/​E 2675, 2678 Nas­saui­sche Lan­des­zei­tung, mwN; aA K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, 4. Aufl., § 6 – III 3, S. 149 ff.; Loh­se in Fest­schrift Säcker, 2011, S. 827, 838 ff.[↩]
BGH, Urteil vom 23.06.2009 KZR 58/​07, WuW/​E DE‑R 2742 Rn. 17 Gra­tis­zei­tung Hal­lo; C. Schä­fer, Die Leh­re vom feh­ler­haf­ten Ver­band, 2002, S. 282 ff.; aA für gegen § 1 GWB ver­sto­ßen­de Ver­trä­ge K. Schmidt in Scholz, GmbHG, 11. Aufl., § 75 Rn. 12[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 09.10.1956 – II ZB 11/​56, BGHZ 21, 378, 381 f. zu § 117 BGB[↩]
Richt­li­nie 2009/​101/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 16.09.2009, ABl. EU Nr. L 258/​11[↩]
Casper in Ulmer/​Habersack/​Winter, GmbHG, § 62 Rn. 18; Zim­mer in Immenga/​Mestmäcker, Wett­be­werbs­recht, 5. Aufl., GWB, § 1 Rn.196; Immen­ga, Fest­schrift Benisch, 1989, S. 327, 334 ff.; Schwin­tow­ski, NJW 1988, 937, 939 f.; K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, 4. Aufl., § 6 – III 3 b; S. 150; Kort, Bestands­schutz feh­ler­haf­ter Struk­tur­än­de­run­gen im Kapi­tal­ge­sell­schafts­recht, 1998, S. 38 ff.; Ben­ner, Kar­tell­recht­li­che Unwirk­sam­keit bei ver­fass­ten Ver­bän­den, 1993, S. 79 ff.; ein­schrän­kend Pasch­ke, ZHR 155 (1991), 1, 16 ff.; MünchKomm-.GmbHG/Mayer, 2. Aufl., § 2 Rn. 182 f.[↩]
vgl. dazu Immen­ga in Fest­schrift Benisch, 1989, S. 327, 335[↩]
gegen eine Anwen­dung des § 75 GmbHG auf wegen Geschäfts­un­fä­hig­keit unwirk­sa­me Bei­tritts­er­klä­run­gen KG, ZIP 2000, 2253, 2254 f.; Fas­trich in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 20. Aufl., § 2 Rn. 45; § 15 Rn. 29; zum Streit um die „nach­träg­li­che“ Unwirk­sam­keit eines Gesell­schafts­ver­tra­ges nach § 1 GWB wegen Bei­tritts eines neu­en Gesell­schaf­ters zu einer Per­so­nen­ge­sell­schaft s. K. Schmidt, BB 2014, 515 ff.; Theu­rer, BB 2013, 137, 138 ff.; Wes­sels, ZIP 2014, 101 ff.; Loh­se in Fest­schrift Säcker, 2011, 827, 838 ff.[↩]
BGH, Urteil vom 10.05.1982 – II ZR 89/​81, BGHZ 84, 47, 49; Urteil vom 22.01.1990 – II ZR 25/​89, ZIP 1990, 371, 374; Urteil vom 13.10.2008 – II ZR 76/​07, ZIP 2008, 2214 Rn. 7[↩]
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