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Timestamp: 2017-07-24 20:46:23
Document Index: 56979080

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'Art. 16', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'EuG', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 4', '§ 23', 'Art. 4']

Begriffserläuterungen Bestandsschutz
Die Mitgliedstaaten müssen gemäß Art. 17 (1) FFH-RL alle 6 Jahre einen umfassenden Bericht über die Durchführung der im Rahmen der FFH-Richtlinie getroffenen Maßnahmen sowie die Bewertung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II erstellen. Des Weiteren muss gemäß Art. 16 (2) FFH-RL alle 2 Jahre ein Bericht zum Artenschutz im Zusammenhang mit den genehmigten Ausnahmen erstellt werden.Die Mitgliedstaaten übermitteln gemäß Art. 12 EG-Vogelschutzrichtlinie der Kommission alle 3 Jahre einen zusammenfassenden Bericht über die Anwendung der aufgrund dieser Richtlinie erlassenen einzelstaatlichen Vorschriften.
Die Berner Konvention ist ein amtliches Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und deren natürliche Lebensräume. Besondere Sschutzgebiete
Besondere Schutzgebiete für das Natura 2000 Schutzgebietssystem, die die Besonderen Schutzgebiete (engl. SPA, Special Protection Areas): nach Art. 4 (1) der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) zum Schutz der wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume und die Besonderen Schutzgebiete (engl. SAC, Special Area of Conservation) nach Art. 4 Abs. 4 der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) beinhalten.Diese Gebiete sind nach nationalem oder nach Landesrecht geschützt. Biogeographische Regionen
Biogeografische Regionen sind Bewertungsrahmen für die Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie. Differenziert wird in folgende biogeografische Regionen: kontinental (Mitteleuropa), atlantisch (Westeuropa), mediterran (Südeuropa), alpin (Hochgebirge), makaronesisch (Kanaren, Azoren, Madeira), boreal (Skandinavien) und pannonisch (Südosteuropa). Deutschland hat Anteil an der alpinen, atlantischen und der kontinentalen Region. Birdlife International
Birdlife International ist die Dachorganisation der Vogelschutzverbände, die von der Kommission zu bestimmten Expertentreffen, beispielsweise den Bewertungsseminaren für die Biogeographischen Regionen oder zur wissenschaftlichen Arbeitsgruppe des ORNIS-Ausschusses zur Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG), geladen wird. Biosphärenreservat (BR)
Biosphärenreservat (BR) ist die Bezeichnung für international anerkannte, großflächig geschützte Natur- und Kulturlandschaften. Biosphärenreservate sind für das jeweilige ökologische System repräsentativ oder stellen eine Besonderheit dar. Sie sollen ökologische Forschung und Umwelterziehung ermöglichen. Die UNESCO unterstützt das Errichten dieser Gebiete.In den Biosphärenreservaten sind meist drei unterschiedliche Schutzzonen ausgewiesen: Kernzone, Pufferzone und Übergangsgebiet.
Ein Biotop ist ein »Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose, im Sinne einer regelmäßig wiederkehrenden Artengemeinschaft) von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher (quasi homogener), gegen die Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit. (...) Ein Biotop ist ein im Gelände meist vegetationstypologisch oder landschaftsökologisch gegenüber der Umgebung abgrenzbarer, wiedererkennbarer Raumausschnitt (...)« (SSYMANK et al. 1993). Ein Biotop wird durch Umweltfaktoren und deren Wechselwirkung mit den Lebensgemeinschaften maßgeblich geprägt. Biotopkomplex
Biotopkomplex ist ein Begriff aus der Biotopkartierung: Erfasst werden hierbei Landschaftsausschnitte mit unterschiedlichen Biotopen, die in einem funktionalen und räumlichen Zusammenhang stehen, oder Bereiche, in denen ein Biotoptyp durch andere unterbrochen wird aber dennoch dominiert. Biotopkomplexe sind häufig als Ganzes sehr viel stärker gefährdet als die zugehörigen Biotoptypen. Biotoptyp
Unter dem Begriff Biotoptyp werden gleichartige Biotope zusammengefasst. Für die Bearbeitung der FFH-Richtlinie in Deutschland wird das Biotoptypenverzeichnis der Roten Liste Biotope (RIECKEN et al. 1994) zugrundegelegt. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit trägt die politische Verantwortung und ist für die rechtliche Umsetzung der FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie auf Bundesebene zuständig. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Nach der Föderalismusreform vom September 2006 hat der Bund das ab 1. März 2010 in-Kraft-tretende BNatSchG auf Grundlage seiner neuen konkurrierenden Gesetzgebungszuständigkeit im Naturschutzrecht erlassen. Damit gelten die Bestimmungen unmittelbar und dürfen nicht mehr in Landesrecht umgesetzt werden. Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Das Bundesamt für Naturschutz ist die nationale naturschutzfachliche Koordinationsstelle für die Umsetzung der FFH-Richtlinie und Durchführung der nationalen Bewertung nach Art. 4 der FFH-Richtlinie. EG-Vogelschutzrichtlinie (VSchRL)
Die Richtlinie 2009/147/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung wildlebender Vogelarten wird allgemein als Vogelschutzrichtlinie bezeichnet. Die Gebiete der EG-Vogelschutzrichtlinie dienen der Erhaltung seltener und gefährdeter Vogelarten. Emerald
Emerald ist der englische Begriff für Smaragd, hier: »Edelsteine des Naturschutzes«. In diesem Zusammnehang ist Emerald die Bezeichnung des Schutzgebietsystems des Europarates (Resolution 3/1996) im Rahmen der Berner Konvention. Endemiten
Endemiten sind Arten, die nur in einem geographisch eng umgrenzten Gebiet vorkommen, zum Beispiel auf einer Insel oder ausschließlich in den Alpen. In der Richtlinie wird der Begriff meist im Sinne von Arten verwendet, deren Vorkommen auf einen Mitgliedsstaat beschränkt sind und die auch außerhalb der EU nicht vorkommen. Erhaltungszustand
Die FFH-Richtlinie hat nach Art. 2 Abs. 1 zum Ziel, „zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (…) beizutragen.“ Nach Art. 1a) sind mit ’Erhaltung’ alle Maßnahmen gemeint, „die erforderlich sind, um die natürlichen Lebensräume und Populationen (…) in einem günstigen Erhaltungszustand zu erhalten oder diesen wiederherzustellen.“ Die FFH-Richtlinie gibt somit vor, dass Lebensraumtypen oder Populationen, die in einem günstigen Erhaltungszustand sind, erhalten werden müssen (Sicherung des Status Quo bzw. Verschlechterungsverbot). Liegt jedoch ein ungünstiger Erhaltungszustand vor, so muss der günstige Erhaltungszustand wiederhergestellt werden (Entwicklung/Förderung bzw. Wiederherstellungsgebot). Dreh- und Angelpunkt dieser Abstufung ist die Definition des günstigen bzw. ungünstigen Erhaltungszustandes.Der Erhaltungszustand eines Lebensraums wird nach Art. 1e) als günstig erachtet, wenn:- „sein natürliches Verbreitungsgebiet sowie die Flächen, die er in diesem Gebiet einnimmt, beständig sind oder sich ausdehnen und- die für seinen langfristigen Fortbestand notwendige Struktur und spezifischen Funktionen bestehen und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich weiter bestehen werden und - der Erhaltungszustand der der für ihn charakteristischen Arten (…) günstig ist.“Der Erhaltungszustand einer Art wird nach Art. 1i) als günstig erachtet, wenn: - „(…) anzunehmen ist, dass diese Art ein lebensfähiges Element des natürlichen Lebensraumes, dem sie angehört, bildet und langfristig weiterhin bilden wird, und- das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art weder abnimmt noch in absehbarer Zeit vermutlich abnehmen wird und- ein genügend großer Lebensraum vorhanden ist und wahrscheinlich weiterhin vorhanden sein wird, um langfristig ein Überleben der Populationen dieser Art zu sichern.“
Europäische Union wurde früher als EG bzw. EWG, Europäische (Wirtschafts-)Gemeinschaft bezeichnet. Seit 1958 bestanden drei Gemeinschaften: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die Europäische Gemeinschaft für Atomenergie (EURATOM) und die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Diese wurden 1965 in einem Vertrag als Europäische Gemeinschaften zusammengefasst.Wesentliche Gremien sind der Rat der Europäischen Gemeinschaft, die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Europäische Gerichtshof.Zur Zeit besteht die EU aus 28 Mitgliedsstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Leuxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.
Die Europäische Umweltagentur wurde gegründet mit Verordnung Nr. 1210/40 (EWG) des Rates und ist am 30.10.1993 in Kraft getreten. Se hat ihren Sitz in Kopenhagen.Ihre Hauptaufgabe ist die Sammlung und Bereitstellung von themen- und fachspezifischen Informationen zur Entwicklung und Durchführung von Umweltmaßnahmen in der Europäischen Union und den seit 1995 der EUA beigetretenen Mitgliedsstaaten Island, Liechtenstein und Norwegen.Zur Europäischen Umweltagentur gehören ein Verwaltungsrat (Vertreter der Migliedsstaaten, zwei Kommissionsvertreter, zwei Vertreter des Europäischen Parlaments) sowie ein wissenschaftlicher Beirat mit neun Mitgliedern.Der EUA unterstehen zur Umsetzung in den verschiedenen umweltrelevanten Themenfeldern sogenannte Europäische Thematische Zentren.Die EUA steuert den Aufbau des Umweltinformationssystems. Europäische Kommission (KOM)
Die Europäische Kommission (KOM) ist das Durchführungsorgan (Exekutive) der Europäischen Gemeinschaften mit Sitz in Brüssel. Sie ist zusätzlich mit dem alleinigen Initiativrecht für die EG-Gesetzgebung ausgestattet. Sie besteht aus sogenannten Kommissaren mit jeweils zugeordneten Kabinetten und einem Kommissionspräsidenten. Zu ihren Verwaltungsorganen gehören u.a. das Generalsekretariat, der juristische Dienst und 36 Generaldirektionen, darunter z.B. Landwirtschaft (AGRI), Umwelt (ENV), Forschung (RTD) und Fischerei (FISH). Hauptaufgaben der Kommission sind die Überwachung der Mitgliedsstaaten, Verwaltung, das Sanktionsrecht, Ausarbeitung von Ratsvorschlägen, Legislative zur Durchführung von Rats-Akten, Stellungnahmen, Aushandlung von Abkommen und Vertretung der EU vor Gerichten. Europäischer Gerichtshof (EuGH)
Der Europäische Gerichtshof hat seinen Sitz in Luxemburg.Zu seinen Hauptaufgaben zählen die Wahrnehmung des Rechtsschutzes bei Klagen der Kommission gegen Mitgliedsstaaten, Staatenklagen untereinander, Nichtigkeitsklagen gegen Rat oder Kommission und Untätigkeitsklagen. Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament (auch »Versammlung« genannt) mit derzeit sieben politischen Fraktionen und einer Reihe von fraktionslosen Abgeordneten, besteht aus einem Präsidium und einem Plenum mit 751 europäischen Abgeordneten. Es hat seinen Sitz in Straßburg.Zu den Hauptaufgaben des Europäischen Parlaments gehören die Mitwirkung bei der EU-Legislative, Haushaltsfestlegungen und Anfragen an Rat und Kommission (Kontrollrechte). Europarat
Der Europarat ist eine Organisation europäischer Staaten auf völkerrechtlicher Grundlage mit Sitz in Straßburg.Am 5.5.1949 wirde er zunächst von zehn Staaten gegründet.Der Europarat besteht aus den Organen Ministerkomitee (Treffen der Außenminister), Parlamentarische Versammlung (aus Delegierten der nationalen Parlamente) und dem Generalsekretariat in Brüssel zur Führung der Geschäfte. Ziel des Europarates ist eine engere Zusammenarbeit der Mitglieder auf allen Gebieten ausgenommen der Verteidigung. Ihm gehören zur Zeit 47 Staaten an. Eurostat-Nuts-Regionen
Eurostat-Nuts-Regionen sind Verwaltungsregionen für Statistiken in der Europäischen Union. Es haelt sich um ein hierarchisch gegliedertes, EDV-kodiertes System, welches in Deutschland (Code DE) nach Bundesländern, Regierungsbezirken und Landkreisen gegliedert ist. Fauna-Flora-Habitat - Richtlinie (FFH-Richtlinie)
Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ist eine Richtlinie des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (92/43/EWG), geändert durch Richtlinie 97/62/EG des Rates vom 27. Oktober 1997. Die FFH-Richtlinie wurde 1992 vom Rat der EG erlassen. Sie verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Dies soll durch den Aufbau eines europaweit vernetzten Schutzgebietssystems mit der Bezeichnung Natura 2000 geschehen, um natürliche und naturnahe Lebensräume sowie bestandsgefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen zu erhalten und ggfls. zu entwickeln. Da die Richtlinie zugleich einen Beitrag für nachhaltige Entwicklung erbringen soll, sind bei allen Maßnahmen zur Umsetzung ihrer Ziele zugleich auch wirtschaftliche, soziale, kulturelle und regionale Anforderungen zu berücksichtigen. In das Gebietsnetz Natura 2000 werden diejenigen Gebiete einbezogen, die nach der EG-Vogelschutzrichtlinie geschützt sind. Die FFH-Richtlinie enthält Regelungen zur - Auswahl von FFH-Gebietsvorschlägen (Anhang III in Verbindung mit den Anhängen I und II), - Meldung von Gebietsvorschlägen an die Europäische Kommission, - Sicherung des europaweit bedeutsamen Zustands der gemeldeten FFH-Gebiete, - Verträglichkeitsprüfung und deren Rechtsfolgen bei Plänen und Projekten, die Natura 2000-Gebiete erheblich beeinträchtigen könnten, - Nutzung wildlebender Tiere und Pflanzen sowie über deren Entnahme aus der Natur (Anhang V) ,- Untersagung bestimmter Methoden / Mittel zum Fangen, Töten und Befördern bestimmter Tierarten (Anhang VI).Der FFH-Richtlinie sind sechs Anhänge beigefügt, auf die in den einzelnen Richtlinien-Artikeln jeweils Bezug genommen wird. In den Anhängen I und II werden die natürlichen Lebensräume sowie die Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse konkret benannt. In Anhang III werden die Kriterien zur Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung aufgelistet. In den Anhängen IV und V werden Arten genannt, für die spezielle Schutzmaßnahmen bestehen. Anhang VI listet verbotene Fang- und Lockmethoden auf.
Artikel 6 der FFH-Richtlinie schützt die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung, indem die „Verschlechterung von Lebensraumtypen“ und die „Störung“ von Arten der Richtlinien-Anhänge zu vermeiden, sofern sich diese Störungen „erheblich auswirken“ können. Mit Hilfe der FFH-VP werden die Auswirkungen eines Vorhabens auf bestimmte, ausgewählte Schutzgebiete mit deren Biotopen und Arten geprüft. Das Ergebnis der Prüfung gibt an, ob das geplante Vorhaben zulässig ist. Die FFH-VP erfolgt auf der Basis der für das Gebiet festgelegten Erhaltungsziele. Zentrale Frage ist, ob ein Projekt oder Plan zu erheblichen Beeinträchtigungen eines Natura 2000-Gebiets in seinen für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen führen kann.Prüfgegenstand einer FFH-VP sind somit die:- Lebensräume nach Anhang I FFH-RL einschl. ihrer charakteristischen Arten- Arten nach Anhang II FFH-RL bzw. Vogelarten nach Anhang I und Art. 4 Abs. 2 Vogelschutz-Richtlinie einschließlich ihrer Habitate bzw. Standorte sowie:- biotische und abiotische Standortfaktoren, räumlich-funktionale Beziehungen, Strukturen, gebietsspezifische Funktionen oder Besonderheiten, die für die o.g. Lebensräume und Arten von Bedeutung sind.Den entscheidenden Bewertungsschritt im Rahmen der FFH-VP stellt die Beurteilung der Erheblichkeit der Beeinträchtigungen dar. Die Erheblichkeit kann immer nur einzelfallbezogen ermittelt werden, wobei als Kriterien u.a. Umfang, Intensität und Dauer der Beeinträchtigung heranzuziehen sind. Rechtlich kommt es darauf an, ob ein Projekt oder Plan zu erheblichen Beeinträchtigungen führen kann, nicht darauf, dass dies nachweislich so sein wird. Eine hinreichende Wahrscheinlichkeit des Eintretens erheblicher Beeinträchtigungen genügt, um zunächst die Unzulässigkeit eines Projekts oder Plans auszulösen.
Für die nationalen Gebietslisten (pSCI) nach der FFH-Richtlinie führt die Kommission ein Bewertungsverfahren durch, welches innerhalb von maximal 3 Jahren die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (engl. SCI, Site of Community Importance) festlegt (Artikel 4, Anhang III, Phase 2). Gebietskataster
Das Gebietskataster ist die flächendeckende Beschreibung aller Flurstücke (Parzellen) eines Landes – hier auf das Gebiet der EU bezogen. Dabei werden Flurstücke nach ihrer Lage, Nutzung, Größe und in diesem besonderen Fall der Arten- und Biotopvielfalt verzeichnet und kartographisch dargestellt. Generaldirektion
Die gemeinschaftliche Bewertung ist ein Verfahren zur Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach Anhang III, Phase 2 der FFH-Richtlinie. Das Auswahlverfahren führt zur Etablierung des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Günstiger Erhaltungszustand
Ein günstiger Erhaltungszustand liegt bei einem natürlichen Lebensraum vor, wenn das natürliche Verbreitungsgebiet sowie die Flächen, die der Lebensraumtyp einnimmt, nicht abnehmen und für den Erhalt ausreichend groß sind. Außerdem müssen seine Qualität und die in oder von ihm lebenden Arten erhalten bleiben.Bei einer Art liegt ein günstiger Erhaltungszustand vor, wenn das natürliche Verbreitungsgebiet, die Population und das Habitat nicht abnehmen und für den Erhalt ausreichend groß sind.
In Habitat-Klassen (engl. habitat classes) werden Lebensräume, basierend auf Formations- oder Landnutzungstypen, eingeteilt, die einer groben Beschreibung von NATURA 2000-Gebieten dienen (Allgemeiner Gebietscharakter im Standard-Datenbogen). Habitatsausschuss
Der Habitatsausschuss ist ein Ausschuss, der zur Durchführung der Umsetzung der FFH-Richtlinie eingesetzt ist (Artikel 20, 21) und die Kommission unterstützt. Mitglieder für Deutschland sind je ein Vertreter des BMU und ein Repräsentant der Bundesländer. Important Bird Area (IBA)
Important Bird Areas benennen fachliche Gebietsvorschläge der Vogelschutzverbände (Bird Life International), die für die Meldung als EG-Vogelschutzgebiete gemäß Art. 4 der Vogelschutzrichtlinie geeignet sind. International Union for Conservation of Nature (IUCN)
Wichtigstes Instrument zur Planung und Umsetzung der Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen ist der Bewirtschaftungs- / Managementplan. Er dient dem Management des gesamten Gebietes und hat verschiedene Funktionen. Neben der Erfüllung der Pflichten der FFH-RL (Maßnahmenpläne erstellen, wenn dies erforderlich ist, Berichtspflichten, Monitoring) soll er auch dazu dienen, Rechtssicherheit herzustellen und konsensorientierte Lösungen zu finden. Dies erleichtert FFH-Verträglichkeitsprüfungen und schafft größere Planungssicherheit für die Umsetzung von Projekten durch Gebietskörperschaften sowie öffentliche und private Vorhabensträger. Außerdem erleichtert der Bewirtschaftungs- / Managementplan die Festlegung von Kohärenzsicherungsmaßnahmen.Die im Managementplan vorgesehenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen haben nach Art. 2 Abs. 3 der FFH-Richtlinie den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Das bedeutet, die Bewirtschaftung / das Management des Gebietes nicht einseitig zum Nachteil der jetzigen und künftigen Gebietsnutzer einzuschränken, sondern vielmehr die Ansprüche der gefährdeten Arten und Lebensräume mit den Erfordernissen einer nachhaltigen umfassenden, also auch wirtschaftlichen Entwicklung im Natura 2000-Gebiet abzustimmen und zu vereinen. Grundsätzlich sollen jedoch alle im Natura 2000-Gebiet derzeit betriebenen und geplanten Aktivitäten nicht zu relevanten (erheblichen) Beeinträchtigungen der für dieses Gebiet festgelegten Erhaltungs- und Entwicklungszielen führen. Das heißt, die Pläne und / oder Projekte dürfen das Gebiet weder verschlechtern noch einer Verbesserung (Entwicklung) hinderlich sein.
Die nationale Bewertung ist die erste Bewertungsphase der nationalen Gebietslisten gemäß Art. 4 nach den Kriterien des Anhangs III der FFH-Richtlinie. Die Bewertung wird von den Mitgliedsstaaten, in Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), durchgeführt. Nationale Gebietsliste
Bis Juni 1995 mussten Gebietsvorschläge der Mitgliedsstaaten (engl. pSCI, proposed Sites of Community Importance) in nationalen Listen für die FFH-Richtlinie an die Kommission gesandt werden (Artikel 4, Anhang III, Phase 1). Natura 2000
Naturräumliche Haupteinheiten sind Einheiten der auf MEYNEN & SCHMIDTHÜSEN (1953-1962) basierenden, vom Bundesamt für Naturschutz zusammengestellten und vereinfachten naturräumlichen Gliederung, die der nationalen Bewertung für die FFH-Richtlinie zu Grunde liegen. Naturschutzgebiet (NSG)
Ein Naturschutzgebiet ist eine nationale, gesetzlich festgelegte Schutzgebietskategorie nach § 23 BNatSchG. Nationalpark (NLP)
Eine Non-Governmental Organisation ist eine Nicht-Regierungsorganisation. Meist wird der Begriff als Sammelbezeichnung für die Naturschutzverbände gebraucht. ORNIS-Ausschuss
Prioritäten Arten oder prioritäre Lebensraumtypen sind Arten bzw. natürliche Lebensraumtypen, deren Erhaltung im Gebiet der Europäischen Union eine besondere Bedeutung zukommt.Sie sind in den Anhängen I bzw. II der FFH-Richtlinie mit Sternchen (*) gekennzeichnet. Konsequenzen:- Entsprechende Gebiete der nationalen Gebietslisten werden unmittelbar anerkannt.- Für Ausnahmeregelungen gelten strengere Vorschriften.- Bei Eingriffen ist in bestimmten Fällen eine Stellungnahme der Kommission erforderlich.
Die Ramsar-Konvention ist ein 1971 in Ramsar/Iran in Form eines Vertrages der Teilnehmerstaaten getroffenes Übereinkommen über Feuchtgebiete Internationaler Bedeutung (FIB). Die Ramsar-Gebiete erfüllen die Kriterien der Vogelschutzrichtlinie und sollten daher als Gebiete gemäß Art. 4 der Vogelschutzrichtlinie benannt werden. Rat der Europäischen Gemeinschaften
Der Rat der Europäischen Gemeinschaften ist das politische Zentralorgan der Europäischen Gemeinschaften beziehungsweise Europäischen Union, von der die wesentlichen Gesetzgebungsakte ausgehen. Er besteht aus Ministern der Regierungen der Mitgliedsstaaten unter Vorsitz einer Präsidentschaft. Zu seinen Hauptaufgabengehören die EU-Legislative und völkerrechtliche Abkommen. Richtlinie
Die Richtlinie (original: Directive) im EU-Recht ist eine Variante der Rechtsetzung durch die Europäische Union. Während Richtlinien der EU von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen, gelten Verordnungen der EU unmittelbar. Scoping
Scoping ist der englische, eingedeutschte Begriff für abstecken, Abgrenzung, Festlegung des Untersuchungsrahmens.hier: Scoping legt den Untersuchungsumfang im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung fest.
Special Area of Conservation ist die englische Bezeichnung für ein Gebiet, welches als Besonderes Schutzgebiet nach Artikel 4 (4) der FFH-Richtlinie ausgewiesen wurde (nationales NATURA 2000-Gebiet). Die Unterschutzstellung erfolgt durch eine Rechts- oder Verwaltungsvorschrift, wenn nicht durch vertragliche Vereinbarungen oder durch die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers ein gleichwertiger Schutz gewährleistet ist. Standard-Datenbogen
Für alle FFH- und Vogelschutzgebiete gilt der Umgebungsschutz. Es werden nicht nur innerhalb des Schutzgebietes liegende Projekte und Pläne auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft, sondern auch Vorhaben, die von außen auf das jeweilige Gebiet einwirken können. Diese dürfen die vorhandenen Erhaltungsziele der Schutzgebiete nicht beeinträchtigen. Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
Die aus Bundes- bzw. Landessicht besonders schutzwürdigen größeren zusammenhängenden Gebiete, die einen wesentlichen Beitrag zu Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt (auf der Ebene der Arten, der Biotoptypen, der Biotop- und Landschaftskomplexe) leisten. Vogelschutzgebiet