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Timestamp: 2020-02-25 12:50:51
Document Index: 9159520

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 4', '§ 2', '§ 7', '§8', '§ 1', '§ 11', '§ 8', '§ 9', '§ 3', '§ 6', '§ 7', '§ 3', '§ 2', '§ 5', '§ 1', '§ 5', '§ 9']

1908 / 250 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger)
1908 / 250 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff
Die Abieilungen haben fich konstituiert.
An Vorlagen find bis jeßt seitens der Staatsregierung nur zwei Denkschrif'en und außerdem seitens des Grafen von Mirbach folgender Antrag eingegangen:
Das Herrenhaus wolle bes@ließen, die Königlihe Staats- regierung zu ersuchen, gegen j-den weiteren Ausbau der Reichs- erbshaftsftever Stellung zu nehmen. i i
Nach diesen Mitteilungen erfolgt in der vorgeschriebenen feierlihen Form die Vereidigung der neueingetretenen Mitglieder Fürst zu Wied und Remus von Woyrsch auf die Verfaffung. L ,
Schluß 21/4 Uhr. Nächste Sißung unbestimmt.
Beiden Häusern des Landtags ist die nahstehende, vom Staatéminifterium am 30. v. M. erlassene Anweisung zur Ordnung des Geschäftsganges der Ansiedlungs- kommission für Westpreußen und Posen (Regulativ) zugegangen:
Auf Srund des § 12 der Verordnung vom 29. September 1908 wird der Geschäftsgang der zur Ausführung des Geseßes vom 26. April 1886 (Geseßsamml. S. 131) nebs den Aenderung8gesetzen vom 20. April 1898 (Geseßsamwl. S 63), 1. Juli 1902 (Gesetz- famml. S. 234) und vom 20. März 1908 berufenen Anfiedlungs- kommission für Westpreußen und Posen, wie folgt, geordnet :
Geschäftskreis He Kommisson.
Der Geschäftskreis der Kommission umfaßt alle Maßnahmen zur Ausführung der in der Einleitung genannten Geseze. Soweit als nach der bestehenden Ordnung der Zuständigkeit andere Bebörden beteiligt find, hat fih die Kommission mit ihnen ins Einvernehmen zu seßen. In einer Meirungsverschied:-nbeit zwishen ein-m Minister und der Kommisfion entscheidet d1s8 Staatsministerium (§ 4 der Ver- ordnung vom 29. September Ok
Ges Ä Beschlußfaffung der Kommission unterliegen folgende 4 te:
‘1. Die Feststellung von Grundsägzen über die Erwerbung von Grundflüdcken, inebesondere die Beftimmung der Gebiete, in denen Er- werbungen zur Ansiedlung in Auesiht zu nehmen sind;
II. die Bezeihrung der Grundftücke, die auf Grund des Ent- eignungsrechts des Staats gemäß Artikel 1 Nr. 10 des Gesezes vom 20. März 1908 erworben werden sollen;
III. die Festseßung der Srundsäße, nah denen die erworbenen Grundftücke zu verwalten und für die Besiedlung vorzubereiten sind;
IV. die Genehmigung von Bauten, Meliorationen und gewerb- lihen Anlagen, insoweit als ihre Art oder ihr Umfang von der Regel pte 7d oder es fih dabei um Fragen von grundsäßliher Bedeutung V. die grundsäßlihe Besiimmung der angemessenen (§ 2 Abs. 1 des Gesetzes vom 26. April 1886) und der vollftändigen (Artikel T Nr. 4 — § 7a — des Geseßes vom 20. März 1908) Schadlos3- haltung des Staats;
VI. die Feststellung der Grundbestimmungen, nah denen die An- fiedlèrverträge abzus{ließen und Prämien zur Förderung der Seßhaft- machung von selbständigen deutshen Arkteitern auf größeren Renten- gütern und auf anderen größeren Gütern (§8 2 Abs. 2 des Gesetzes vom 26. April 1886 und Artikel T Nr. 1 und Nr. 3 — § 1 Nr.1a — des Gesetzes vom 20. März 1908) zu gewähren find;
VII. die Genehmigung der Besiedelungspläne, namentlih der darin vorgesehenen Schadloshaltung des Staats und der Ordnung der dffentlihen Verbältniffe;
VIII. die Veräußerung von Grundftück-n- außerhalb der Zweck-, die in den in der Einleitung genannten Gesezen beftimmt sind, inso- weit als es fih dabei nicht um Flächen von geringem Wert und ge- ringem Um*ange handelt; y
IX. die Aufftelung des Vorans&lages über die Einnahmen ms E der Kommission für jedes Etatsjahr (8 10 der Ver- ordnung);
X. die Festseßung der Bedingungen, unter denen
a. aus Etat83mitteln zu entihädigende Personen obne Beamten- ecraGat im Dienfte der Kommission durch Vertrag an- geftellt,
b. aus etat8wäßigen Fonds außerhalb des Beamtenverkbält- nisses im Dienste der Kommission beschäftigten Personen Entschädigungen und sonstige Zuwendungen gewährt
X1. die Feststellung des Jabresberichs (§ 11 der Verordnung);
X11. die Bestellung von Subkommi)sionen oder bescnderen Kom- mifsarien für einzelne Geschäfte der Ansiedlungskommission (§ 8 der Verordnung) ;
X1[II. die Beschlußfaffung liber Gegenftände, die der Vorsitzende der Koumission aus eigener Veranlassung zur Entscheidung vorlegt.
Die Bestimmung der Schadlcs8valtung des Staats — Nr. V — bedarf der Genehmigung des Staat8ministertums.
Sitzungen der FIRRABOR.
Die Einladung zu einer Sizung der Kommisfion, der eine vom Norfigenden aufgestellte T EIEA beizugeben ift, soll in der Regel. eine Woche vor der Sitzung in den Händen der Mitglieder sein, doch kann diese Frist in \{chleunigen Fällen bis auf zwei Tage abgekürzt werden. Auch ftebt es dem Vorsiterd?n frei, nahträglih Gegeoftände auf die Tagesordnung zu bringen, falls die Anficdlungs8- kommission n'cht wide: spricht.
Die Ar beraumung einer jeden Sitzung hat der Vorsigende dem Ministerpräfidenten und den Ministern für Landwirtshaft, Domänen und Forsten, des Innern, der Finanzen und der geiftlihen, Unter- riht3- und Medizinalan elegenheiten unter Ginfendung einer Abschrift der Tagesordnung anzuzeigen.
Ein Mitalied, das durch Krankheit oder durch andere, nicht zu beseitigende Umstände verhindert ift, einer Sißung der Kommission beizuwohnen oder ßch der Wahrnehmung der thm sonst obliegenden Seschäfte zu unterziehen, hat dies dem Vo1sißenden fofort anzuzeigen.
Ist einer der beiden der Kor m'ifion als Mitglieder zugebörigen Oberpräfidenten verhindert, einer Sitzur g beizuwohnen, so kann er ih dur seinen ständigen Vertreter (§ 9 des Gesetzes über die allg-meine Landeéverwaltung vom 30. Juli 1883 — Geseysamml. S. 195 —) vertreten lafsen; der Vertreter hat nur beratende Stimme.
Der Minifterpräfident und die im § 3 Abs. 2 genanrten Staats- minister können zu den Siguygen der Kommission Kommissare ent- senden. Die Kommissare haben beratende Stimme, ihnen muß auf Verlangen jederzeit das Wort Ee werden.
8 6. An den Sißungen der Komwission nebmen die dem Vorsißenden zugrordnet-n höheren Beamten (§ 6 der Verordnung) mit beratender
e teil. Abstimmung in der Kommisfion.
Die Kommission is unabhängig von der Zahl der erschienenen
lieder beschlußfähig. Mr be'Glie fit nach Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleihbeit
on: e Stimme des Vorsig-enden den Ausschlag (§ 7 der Ver- ordnung). Nechte und Mliea des Vórfizenden.
Der Vorsitende führt die ¡aurenden Ges®äfte, verteilt sie, be- arcitet die Beshlüfse der Kommission vor und führt fle aus.
Gr beschließt insbesondere über den Ankauf von Grundstücken, ordnet die zur Ausführung der Ansiedlungen erforderlichen Maßnahmen an und führt fie dur.
Ueber jeden beshlossenen Ankauf hat er der Kommission in térer nächsien Sizunz Mitteilung zu machen. L
Der Vorsitzende vertritt die Kommission nah außen und führt den Schriftwechsel. \
Gr führt ein Dienstsiegel mit dem Königlich Preußischen kleineren Wappen nach der in der Verordnung vem 9. Januar 1817 enthaltenen Beschreibung und mit der Umschrift „Ansiedlungtkommission für West- preußen und Posen“.
i 8 9. Der Vorsitzende leitet die Verhandlungen und Beratungen in den S*tzungen der mission, er stellt die Fragen, veranlatt die Ab- fiimmung und ftellt das Ergebnis der Abstimmung fest. Entsteht über die Fragestellung oder das Ergebais der Abstimmung eine Meinungs- verschiedenbeit, fo entscheidet die Kommission.
Die Oberpräsidenten hat er jederzeit auf Verlxzngen zum Worte zu verstatten.
Der Vorsitzende ist befugt, für cin1elne Beratungsgegenftände Haupt- und Nebenberihterftatter aus der Zabl ter Mitglieder oder der ihm zugeordneten böheren Beamten zu bestellen. Gr ernennt für jede Sizung einen Protokollführer; das Protckol ift vom Vor- fißenden, von zwei von ihm zu ernennenden Fommissionsmitgliedern und vom Protokollführer zu vollziehen.
Von jedem Sigtungsprotokolle sind dem Ministerpräfidenten und den im § 3 Abs. 2 genannten Staatsministern Abschriften ein-
zureihen.
Ift die Kommission nicht ve:sammelt, so ift der Vorsitzende in eilbedürftizen Fällen befugt, selbständig zu entsheiden. Ausgenommen hiervon find die im § 2 Nr. II genannten Geschäfte. Von jeder selbständigen Gntscheidung hat der Vorsitzende der Kommission in ihrer nächsten Sißung Mitteilung ju machen, i
Der Vorsitzende ist bein t, B-s{lüfse der Kommission zu be- anftanden. Macht er von diefer Befugnis Gebrauch, fo hat er es der Kommission mitzutcilen und den Fall dem Staatsministerium zur Gntscheidung vorzulegen (§ 5 der Verordnung). 2A S
12,] ck* E wem E E
e Es W- Der Vorsitzende ernennt die M raste ohne Beamteneigenschaft.
Der Vorsizende wird durch den gemäß § 1 der Verordnung er- nannten Stellvertreter vertreten. In den laufenden Ges&äften (§ 5 der Verordnung) kann. er fiS durch die ihm zugeordneten böberen Beamten vertreten lafsen und sie mit der Zeichnung der Schriftstücke beauftragen. Ai Pie
Verantwortlichkeit der Kommission. =ck- S 14. S4 S S T Tes
Die Geschäftsführung der Kommission if der Aufsfi®t des Staatsminifteriums unterstellt und an die leitenden Grundsäße ge- bunden, die das Staatsminiftertum aufftellt.
U-ber Beschwerden aegen Maßnahmen der Kommisfion entscheidet das Staatsminifterium (§ 9 der Verordnung).
S mmun.
Durch diese Anweisung werden tas Regulativ und die Anweisung des Staateministeriums vom 4. Mai 1904 aufgehoben.
Sesundheitöwesen, Tierkraukheiten und Absperrungs8- maßregelu.
Die ntiederländishe Regierung bat unterm 17. d. M. Riga für choleraverseucht eklärt. Die Quarantänefrift ift auf 5 Tage fest- geseßt worden.
Für die Ein- und Dur{fuhr von Lumpen, gebrauchten Kleidungs- ftüden und ungewashener Leib- und Bettwäshe aus Riga find Bestimmungen erlassen worden, welde mit der für Archangel ge- troffenen Ve:fügung vom 7. d. M. (vgl. „Reich8anzeiger“ vom 12. d. M., Nr. 241) wörtlih übereinftimmen.
Laut Bekanntmahung des Königlich \chwcdishen Kommerz- kollegiums vom 15. d. M. ift die Intel d für cholerafrei erklärt worden. Nach derselben Bekanntmachung sind zur aa folgende Teile von Earopa choleraverseucht: die finnishen Pro- vinzen Ábo und Bjöôrcneborg mit Ausnahme von Äland, Nyland und Wiborg, die rusfishen Gouvernements St. Peterëéburg, Livland, Nicbni-Novgorod, Samara, Saratow und Aftrahan, das Donische Gebiet sowie die Städte St. Petersbvrga, Rostow, Taganrog und Odessa. (Vergl. „R.-Anz.“ vom 26. v. M., Nr. 228.) 285
taxt8anzeiger“ ausliegen, können in den Wochentagen in defsen
Expedition während der Dienftftunden von 9 bis 3 Uhr eingesehen w-rden.
31. Oktober 1908, 12 Uhr. K. K. Staatsbahndirektion Inns- brudckd: Herftellung von Futtermauern in der Linie Salzburg-Wöragl. Näheres bei der Abteilung IIT der vorgenannten Direktion und beim
„Reichsanzeiger“. Belgien.
26. Oktober 1908, 11 Ubr. Maison communale à Lommel (Limburg): Lieferurg von Schulmöbeln. 1260 Fr., Sicherbeitsleiftung 50 Fr. Eingeschriebene Angebote zum 24. Oktober.
27. Oktober 1808, 3 Ubr. Administration des hospices et gecours de la ville de Bruxelles: Sieferung von: 3. November, 3 Ubr, 20 000 1 Bier und 424 000 1 Bier, Lieferung von Kartoffeln : 9 Lose, vom 1. Dezember 198 bis 1. April 1909.
28. Oktober 1908, 10 Uhr. Lokal „Het Schutter8hof", Rue Soloyns 51, in Antwerpen: Verpachtung für 3—6—9 Jahre der Fischerei und Jagd- eires Teiles der Provinz Antwerpen. Angebote vor dem 26. Oktober.
28. Oktober 1908, 11 Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung von Holz für Seebauten in Ostende. 1. Los: Eichen- und Pappelholz, 1735 Fr., Sicherheitsleiftung 150 Fr. 2. Los: Ulmenholz, 4005 Fr., Sicherheitsleistung 400 Fr. 3. Los: Tannenhbolz, 5380 Fr., Sicher- beitsIeiftung 500 Fr. 4. Los: Teakholz, 3007 Fr., Sicherbeitsliftung 300 Br: Cahier des charges spécial Nr. 1218.
. Oktober 1908, 1 Uvr. Ebenda: Lieferung von verschiedenen Materialien der belgishen Staatseisenbahnen. Cahier des charges spécial Nr. 645, 9 Lofe.
30. Oktober 1908. FHospices civils in Verviers, 73 Rue des Palais: Lieferung von Bordeauxwein für 1908—1909.
30. Oftober 1908, 10 Ubr. Gouvernement provincial in Hasselt: Ausführung von Straßenarbeiten in Lommel. 1. Los 117 063 Fr., Sicherheit leiftung 6000 Fr., 2. Los 36 930 Fr., Sicher- heit8Leiftung 1 Fr. Eingeschriebene Angebdte zum 26. Oktober.
3, November 1908, 10 Uhr. Commandant du génie de l’enceinte d’Anyvers, Ru du mai 21, in Antwerpen: Bau der Maschinenanlage in dem neuen Militärhospi:al. 70148 Fr. Sither- betisleiffung 7000 Fr. Cahier des charges und die Pläne für 2 Fr. bezw. 4 Fr. Rue des Auguftias 15 tn Brüffel. Gingeschriebene Angebote zum 31. Oktobet.
Wetterberiht vom 22. Oktober 1908, Vormittags 9 Ukr,
ES És S chf Name der SE| Winde ES [S agte ad Beobachtungs- ass irn Wetter ZS B Le In station P ärke D 24 ÉTIE st E T Stunden Borkum 775,9 |O 2!bedeckt Dr 0 iiilidi beiter Keitum 777,1 |[DNOD 2)bededckt 38! 0] mewm vbewölit Hamburg 775 5 INOD 2|Regen 48 1 |Nars jeder Swinemünde | 774,50 2/bedeckt | 23|_2 \Vorm. Niederschl, “ite ‘774,6 |Windft. |bedeckt 1,0| 0 | rieift bewz[tt Neufahrwafer| 774.9 |SSO 2|halbbed.|_ 0 7|_1 [Nachts Niede: T, Memel 777.4 |D 2|bedeckt 05|_0 | ziemlich beiter Aathen 773,3 ¡ONOD s wolkenk.| —3,2| 0 [vorwiegend beiter Hannover | 774 9 |NNO 1 'bedeckt 15|_ 0 | meift bewölkt Berl | 7742 |NO Ulbedeck |__0.6|_0 | ziemlich heiter Dresden 773,5 ¡ONO 1/bedeckt | 0,0/_0 |_meift bewölkt Breslau | 773,3 /N 2/Schnee | —1,5| 1 sanhalt. Nieder|GL Brombera _774,9 I 2|bedeckt | —1,4| 2 [anhbalt. Niederi&[ Mey 769,8 [NO 5|wolkenl.| —1,6|_0 [vorwiegend heiter Frankfurt, M. | 773,0 |NO 2L2\wolkig _—1.2 _0 |_ziemlih beiter Karlsruhe, B. | 770,9 /NO 2\wolkenl.| —2,6| 0 |vorwiegend beiter München 771,5 [N S5!wolkenl.| —51| 0 |vorwieaend beiter (Wuilhelmsnav,) Stornoway | 772,3 |SSW b wolkig | 8,3|_0 |_meifff bewölkt (Kiel Malin Head | 771,8 |SO d5|wolkig 6,7} 0 Stad Niederid. (Wustrow i. M) Valentia 771,1 |O 2\wolkig 11,7| 0 \Nadts Nieder'([, (Königsbg., Fr, Scilly 769 6 |ONO 3\wolkig | 11,7| 0 [Nachts NieberiéL (Cassel) Aberdeen 777,3 |S 3\bededt 8,9} 0 |vorwiegend beiter | (Magdeburg) Shields 776,1 |S 3/bedeckt 89 0 | ziemli beiter (Grünberg Schl) Holyhbead 774,0 |OSO l /beiter 5,0| 0 | meist bewölkt / | (Mülhaus., Kls,) Age d'Aix | 761,4 |NO A4lbedeckt | 11,2| 32 | meist bewslkt (Friedrichshaf,) St. Matbieu | 767 3 |NO ds\beiter 92| 1 [vorwiegend beiter | | | (Bamberg) Grisnez 770,70 __ 3\wolkenl.| —1,0|_0 [vorwiegend beiter Paris 768,1 |INO 3\|wolkenl.| —0,7| 1 — Vlissingen 774,1 |D 3ihetter | —0,4| 0 | — Helder 775.710 2\wólkig 51 04 — Bodoe | 777,21D 2iwolkenl.| 32! 0! — Christiansund | 77850 1/heiter 31/0 — Skudesnes | 7800 |OSO 2\wolkig 6,8| 0 — Skagen 779 5 |DSD 2 vededt | 6,5| 0 — Vestervig | 778,7 /NO 2lbedeckt 34 0 — Kopenhagen | 777,1 |NO 4l|bededt Gl! Q — Karlstad 781 2 |Windit. |bedeckt 28! — — Stockholm 781,1 |[ONO 2/beiter 40| 0 — W:sby 778 8 [DSO 2shalbbed.| 5,8] _0 —- Hernösand 782,6 |Windft. |bedeckt 2,0| 0 — Havaranda 7808 |SW 4jbededckt 4,7| 0 Niga 779,1 |NO li¡bedeckt | —09,8|- 0 - Wilna 777,1 |DSD 1|Sthnee | —1,0| 0 Pins? 774,0 10 l\Snee | —1,6| 2 — Petersburg 783,8 |[DSO 1 bedeckt | —0,4| 0 Wien _773,4 [Windft. !wolkenl.| — 3,6) 0 — Prag 774,3 |WSW 1\Nebel | —2,1| 0 Rom 758 0 ¡N 4|Negen | 120| 4 — Florenz 761,6 |N 9|wolfenl.|_10.2/|_0 — Cagliari 757,5 |[NNO 5|Regen |_ 17,2) 3 = Warschau 774,0 |[DNOD libededt | —5,9| 3 — Thorshavn | 764,9 |WSW 8|bedeckt | 11,5} — — Seydisfjord 747 9 |SW s6\beiter 129| — - Cherbourg 769,0 |DNO 6\halbbed.| 8,6) 13 — Clermont 762,4 /NO 3\bedeckt E -— Biarritz 761,2 INW 3\bedeckt | 15,2] 72 —— Nizza 760,2 |Windft. [wolkig | 11.0] 0 Krakau 772.8 WSW 1|bedeck1 —26| 1 — Lemberg _772,1 |S 1bedeckt | —2,0| 2 - Hermanstadt | 770,0 NW 1|Schnee L1H S — Triest _763,0 |OND 8\wolfenl.| 3,7|_0 E ZBrindifi 759,3 |[SW 2\Regen | 132| 15 — Livorno 760 7 ¡NO 4'beiter 10,6) 0 S Belgrad _770,5 [W 1\bedeckt | —0,1| 9 R S Helsingfors | 783,1 /NO l\|bedeckt |__21/_0 E Kúüopio _784,7 |ONO 1/swolkenl.| —2,4/ 0 E Zürich 766,9 |NO 4|bedeckÆ | —2,0| 0 S Genf 764,6 [NNO A\bedeckt | 3,7| 0 L Lugano 764,3 |/SO 1/bedeckt | 7,0) 0 S Säntis 561,6 |OND 2|wolkenk.|—13 3| — E Dunroßneß | 775,2 |S 3/bedeckt | 83/0 — Portland Bill| 770,0 |NO »ds|heiter 5,61 17
Das Hothdruckgebiet hat wieder zugenommen, es breitet si, mit einem Minu von 785 mro, von Nordwestrußland bis zu den britishen Inseln aus. Gine lade Depression unter 758 mm befindet sich über dem Mittelmeer. In Deutschland ift das Wetter bei winden im Alpenvorland beiter und dort sowie im Nordoften Hälter, sonft milder; im Norden find Tauwetter und stellenweise leichte Niederschläge eingetreten. Deutsche Seewarte.
Mitteilungen des Königliher® Aöronauttishen Observatoriums Lindenberg bei Beeskow, veröffentliht vom Berliner Wetterbureau. Drathenaufftieg vom 21. Oktober 1908,
84 Uhr Vormittags bis 12 Uhr Mittags:
Station Seeböbe . e | yoo m |1000w | 1500 m!20 w | 2970
Temperatur (0) | 4,8 | —4,8 | —7,8 | — 9,7 | — 7,0 | —91
E E (5/9) 84 82 83 98 95 78 es N N | NNO | NNO | NO | NNO /
. Geshw.mps| 4 |8bis9| 11 |12bis13|/16bie17| 2 /
mel anf be iflarend. isen 1730 un 2500 E Pébe Dce e Vou 10,1 ps wis 9,
„M 250.
_Land- und Forftwirtschaft.
Saatenftand und Ernte in Oesterreih um die Mitte des Monats Oktober 1908.
Die in der ersten Septemberdekade noch wechselnde unsihere Witterung nahm in der ¡weiten Hälfte in den Alpenländern, in Böhmen, Mähren und Westshlesien einen mehr ftetigen und ferner- bin einen fast sommerlihen Charakter an. Heitere fonnige Tage mit verhältnismäßig hohen Temperaturen brachten kühle Nächte mit Reif- und Frostbildung, dur die namentlich die bevorstehende Buchweizenernte in Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol erbheblih beeinträhtigt wurde. Durch diese konstante Witterung begünstigt, konnte die Beendigung der Haferernte auf den Hochlagen der Alpenländer, des Erz- und Riesen- gebirges in Böhmen und des Sudeten- und Karpathen-Hoh- landes in Mähren, ferrer in Einheimsung der restlichen Grummeternte vorgenommen und die Bestellung der Winter- faaten zum größten Teil durchgeführt werden. Das präch- tige Herbstwetter, im Küftenland und in Dalmatien {on Anfang September wahrnehmbar urd in Salzburg, Obersteiermark, Nordwestböhmen und Nordmähren nur durch wenige Niederschläge unterbrochen, war wie geschafen für die begonnene Weinlese sowie für die Hackfruchternte, neigte aber Anfang Oktober {on zur Trockenkeit und ershwerte in einigen Ländern den Anbau der Wintersaaten. Im Küstenland und in Dalmatien hat die Trockenheit bereits den Grad einer neuerlihen Dürre erreiht und die Bearbeitung des Bodens zur
erbstsaat bisher fast unmöglich gemacht, während fie in den anderen ändern, mit Ausnahme von Ostschlefien, Galizien und der Bukowina, au als hemmender und s{ädigender Faktor für die Keimung der lezt- beftellten sowie für die weitere Entwicklung der bereits bestockten Winter- saaten in sihtbarer Weise immer mehr zutage tritt. In Oftschlesien und Westgalizien trat der Witterungsumshwung in der dritten, haupt- sählih aber erft in der lezten Septemberwoche ein, wogegen in Oft- alizien und in der Bukowina das in der erften Septemberhbälfte Lrridien \{chöône Wetter nur von kurzer Dauer war und wieder von häufigen, oft länger anhaltenden Regenaüfsen abgelöst wurde, die bei starken Nordwinten eine empfindlihe Abküblunga, Nachtfröfte, in den Niederungen Reifbildung und auf den hohen Gebirgs- lagen Neuschnee im Gefolge hatten. In Oftgalizien und in der Bukowina haben einige starke Regengüfse Hobwafser und Ueber- schwemmungen- wverursachßt, wodurch an Kartoffeln, Rüben, Mais und noch einzuführendem Grummet ziemliher Schaden ongerihiet wurde. Durch diese ungünstigen Witterungêeverbältnisse, die bis gegen Gnde September, in einigen Gegenden felbst bis An- fang Oktober währten, hat niht nur die hier und da noch zu bergende Grummeternte sowie die ohnedies verspätete Bestellung der Wintersaaten, sondern auch die normale Ausreife von Mais und Hülsenfrüchten eine weitere Verzögerung erfahren und bei Kartoffeln wurde der {hon früher aufgetreienen Naßfäule durch übermäßige Son ein erweiterter Nährboden geschaffen. Aber auch der nfang Oktober eingetretene günstige Witterungsumshwung erfuhr noch in einigen Gegenden der leßtgenannten Länder einen kurzen Rüdschlag, sodaß an manten Orten erst in der zweiten Oktoberwoche eine endgültige Besserung zu korstatieren war. Hatte hon die Trockenheit im verflossenen Frühsommer zur Folge, daß dieselbe immer f\tôörend und hemmend auf die Vegetation fast fämiliher Kulturpflanzen, besonders der Futterpflanzen, Einfluß nahm, so dürfte auch das bisherige sommerlihe, trockene Herbstwetter, wo fh dasselbe von Mitte oder gar von Anfang September geltend madhte eine ernftlihe Gefährdung der jungen Herbstsaaten, besonders der zuleßt bestellten, in trockenen Lagen mit \fih bringen, wenn nit in kürzejter Zeit auëgiebige Niederschläge dem bereits zurückgebliebenen oder gehemmten Wachstum wieder aufhelfen.
Der Anbau der Wintersaaten, der an vielen Orten {hon Anfang September in Angriff genommen wurde, ging zufolge an- dauernd \{chöôner Witterung rasch von statten, erfuhr aber in feinem weiteren Verlaufe eine Behinderung durch die zunehmende Ver- Eärtung des Bodens, die in trockenen Lagen besonders bei bindigen Bodenarten die Bearbeitung erschwerte und bei gleichzeitigem Mangel an genügender Feuchtigkeit das Ankeimen der Saat ver- zögerte oder hemmte. Am meiften betroffen sind hierdurch die Süd- länder, wo noch sehr wenig angekaut ist, ja in vielen Gegenden an eine Bodenbearbeitung gar nit gedaht werden kann. Winterroggen- \faaten find mit Ausnahme des Küstznlandes und Dalmatiens fowie einiger Bezirke von Untersteiermark, Kärnten und Krain überall untergebraht, jene von Winterweizen teilweise noch im Zuge. Mit den [leßteren glaubt man aber bis Mitte Oktober bis auf jene Fälle fertig zu werden, in welhen W-izensaaten nah Hackfrüchten zum Anbau gelangen folen. In Galizien und in der Bukowina, teilweise au in Ostschlesien wurde infolge der durch Regenwetter ver- späteten Ernte sowie wegen der durch übergroße Feuchtigkeit und starke Verunkrautung des Bodens hervorgerufenen Er- \hwerung der Bearbeitung erst gegen Ende September und Anfang Oktober mit der Ausfaat begonnen und ift deshalb die Bes stellung von Wintersaaten, namentlich von Weizen, in manhen Lagen noch im Nückstand. Frühsaaten, die noch genügend Bodenfeuchtigkeit vorfanden, find voll und \chôn aufgegangen, und gut besftocki, Spätsaaten konnten bercits {wer ankeimen, find ungleihmäßtg auf- gegangen und erschienen {ütter und lüdckenhaft, baben sich aber unter der Einwirkung von Wärme, vornehmlich in Gebirgslagen, fo weit gebessert, daß man auf eine gute Ueberwinterung hofft. Roggen- saaten stehen im allgemeinen ungleih befser als Weizensaaten und kann — soweit ein Urteil bei der gegenwärtig noch fortdauernden
Trodckenbeit zulässig ift — der Stand der erfteren durchs{chnittlich mit"
ziemlich gut bis gut, der Stand der leßteren mit befriedigend bis ziem- lich gut bezeihnet werden. Jedenfalls bedürfen die Saaten zu ge- böôriger Entwicklung ausgiebiger, sehr baldiger Niederschläge, damit fie soweit gekräftigt werden, um den kommenden Winter ohne Schaden ¿1 übverdauern. Zudem werden Klagen über Grgerling- und Mäuse- fraß laut, welhe stellenweise ganze Parzellen ausfrefsen und bereits aroße Schäden angerihtet baben. In Schlesien und Galizien wurde an manchen Orten ein Zurückgehen der jungen Saaten infolge mafsen- haften Auftretens der kleinen Atershnecke (Limax agrostis) beobachtet.
Die Raps8saaten haben ih, begünstigt durch die {öne warme Herbsftzeit, normal entwickelt, stehen überall gut, zum Teile sehr gut und find stellenweise bereits durhgeshert worden. Die lettangebauten Saaten litten mitunter durch Erdflöhe.
Die Maisernte is in Nordtirol, Mähren, Oftgalizien und in der Bukowina im vollen Zug, in den übrigen Ländern faft beendet und gut eingebracht. Unter der Einwirkung der fommerlihen Wärme konnte der Mais gut ausreifen und ergab dessen Ernte in Unter- steierma:k, Kärnten, Krain, Göôrz und in der Bukowina ¿temlich gute bis gute Erträge. In Nordtirol haben Fröfte oder Frühreife auf großen Flähen den Mais in feiner Ausbildung und Reife axfgehalten, sodaß er in folhen Fällen nur s{chwahhe, sonst aber noch gut mittlere Ernten gibt, während in Oftgalizien und in der Bukowina naßkalte Witterung vielfah die Reise verzögerte und uaretfe Kolben nicht selten vorkommen. Jn Niederösterreich, Mähren und Ostgalizien wird die Maisernte mit mittelgut und in Jstrien und Dalmatien, wo die Frucht infolge der
rigen großen Dürre zumeist unentwickelt geblieben ist, mit {chwach mittel bezeihnet. Nur in den Niederungen der beiden leytgenannten
Länder, wo die Ernie ausnahmsweise noch im Gang if, dürften mittlere bis ziemlih gute Griräge zu gewärtigen sein.
Von Hülsenfrüchten, die bis jeßt noch geerntet wurden, haben Boknen und Fisolen, hin und wieder bloß als Grünfutter verwendet, wenig und kurze Schotenbildung aufzuweisen und zumeist nur mittlere bis {chlechte Ernten ergeben. In Nordtirol find Erbsen und Bohnen teilweise erfroren oder durch Neif ges{chädigt worden, und in Galizien fowie in der Bukowina haben Bohnen .und Fisolen niht ihte volle Gntwidlung erreicht, find bier und da noch grün und werden auch als Grünfuttér benußt. Von Erbsen, welWe in Mähren und Sthlesien gänzlih mißraten find, wurden überhaupt nur sehr {wae Ernten gewonnen. \
Buchweizen ist in Nordtirol dur Nathtfröfte, und in Steier- mark, Kärnten und Krain durch Frühreife in den Niederungen \trich- weise sehr geshädigt worden. Die vordem allgemein guten Ernte- boffnungen wurden bierdur bedeutend bherabgestimmt, sodaß von der jeßt im Zuge befindlichen Ernte in den von Froft und Reif be- troffenen Lagen nur s{chwach mittlere Samenerträge zu erwarten find. Sonst läßt die Ernte ziemlich gute bis gute Resultate gewärtigen. a Eon hatte die BuŸhweizenernte zumeist nur ein \{chwaches
rgebnis,
__ Von Spätlein liegt nur noch ein kleiner Teil auf der Röfte, die im aligemeinen sehr gut gelungen ist. Die Faser dürfte eine recht gute Qualität erlangen. Der Ertrag an Samen, wenn auch guter Qualität, wird nur als mittel bezeihnet.
__ Die Kartoffelernte ift in vollem Zug? und naht ihrem Ab- {luß oder ift zum Teil hon eingebracht. Sowsokbl die beurige Dürre im Frübsommer, welche der Entwicklung und Ausbildung der Knollen nit förderlich war, wie auch die in manchen Landstrihen und Ländern hierauf folgenden allzu reihliGen Niederschläge, welhe zwar einerseits den Knollenzuwahs fördertzn, andererseits aber die Ausbreitung der Kartoffelfäule begünstigten, haben je nach Lage und Bodenbeschaffenheit auf den Knollenertrag fo verschieden eingewirkt, daß be der diesjährigen Ernte stark von- einander abweichende Resultate erzielt wurd-n. Aus den bisherigen
Ernteergebnifsfen kann ges{lofsen werden, daß în jenen Land- ftrihen beziehungsweise Ländern, wo ausgiebige Regen im Spät!sommer dem bisher durch Trockenheit beschränkten Wahs- tum zu gute kamen, in feuchten und Tieflagen auf mittel- \ck{weren Böden ziemlich gute bis gute, hier und da au sehr gute, dagegen in böberen, trockenen Lagen und auf leihten Böden nur mittlere, mitunter {wach mittlere Kaollenerträge erzielt werden. In Galizien und in der Bukowina, teilweise auch in Oftshlesien, haben die abnormen Witterungêverbältnifse mit den häufigen und an- haltenden Niedershlägen im heurigen Sommer, die bis gegen Ende September mit wenizen UnterbreWungen andauerten und der Kartoffelfäule geradeju Vorschub leisteteri, ganz ent- gegengesezte Wirkungen geschaffen, sodaß hier nur auf trockenen Lagen und leichteren, nicht bindigen Böden mittlere bis gute Erträge zu verieihnen find. Wenn si auch forst bin und wieder fehr reihlihe Knollenerträge ergeben haben, so weist doch Kärnten unter faft allen Ländern die beste Ernte auf, nachdem dort am bäufigsten verbältnismäßig große und zablreihe gesunde Knollen fich vorfanden. Dur@hschnittlih gut ift die Ernte zu nennen in Ober- österrei, - Salzburg, Krain, Tirol und Görz, ferner in Böhmen, Mähren und S{blesfien, ziemlih gut in der Bukowina und gut mittel in Niederösterreih, Steiermark und in Galizien. In Schlesien, Salizien und in der Bukowina, wo stellenweise das Kraut von Spätsorten noch grün is und vor dem Kartoffelausgraben abgesihelt werden muß, -hat die Naßfäule einen erheblihen Ausfall im Knollenertrage verschuldet, welher mitunter auf 50 bis 75% geschäßt wird. Auch in Nieders österrei, Oberösterreih, Tirol, Böhmen und Mähren ist in feuchten und Tieflagen Kartoffelfäule, vornehmlih bei Frübsorten, beobachtet worden, welche indeffen infolge konstanter troFener Witterung nit weiter vorgeschritten isi. In manchen Gegenden find auch noch Schäden durch Engerlingfraß vorgekommen.
Die Zudckerrübenernte, îin Niederösterreik, Böhmen und Mähren bereits in vollem Gange, teilweise auch {on beendet, ift einerseits dur die \ch3ne, troEene Witterung gefördert, andererseits verursacht das Herausnehmen aus dem harten Boden nicht unerhebliche Schwierigkeiten, indem viele Wurzeln gegen die Spitze zu abbrechen, sodaß auf diese Weise auch der Rohbertrag eine Einbuße erleidet. Die Ernte ent- spricht niht vollkommen den Erwartungen binsihtlih der Quantität, da die Wurzeln nur Mittelgröße erreichen und mitunter viel Auëwüchse zeigen.
Der Zuckergehalt der Rüben, der infolge sonniger warmer Tage in der |
legten Zeit noch bedeutend gebefsert wurde, ist in Niederösterreich, Böhmen und Mähren faft sehr gut, in Schlesien ziemli gut und in Galizien und in der Bukowina mittel bis gut und zeigt h bei Hoch- ¡uhten eine ziemlich gute Polarisation. Die Ecntemengen bleiben ¡unächst um 25—30 09/9 hinter denen des Vorjahres zurück, und wird die Rübenernte in Niederöfterreiß, Böhmen, Mähren und Galizien nur als mittel, in den besten Lagen als gut und in Schlesien als ¡iemlih gut bezeichnet. : i: :
Futterrüben sind teilweise durch Dürre, teilweise durch nafß- kalte Witterung in der Entwicklung aufgehalten worden, haben auf trockdenen Lagen nur kleine, mangelhafte, sonst mittelgroße Wurzeln gebildet, und läßt die stellenweise in Angriff genommene Ernte in Nieder- und Oberösterreih, Salzburg und Steiermauk ziemlih gute, in Böhmen, Mähren, S(lesien und in der Bukowina fast gute und in den übrigen Ländern nur mittlere, teilweise auch {wach mittlere Nübenerträge erwarten. Auf ein weiteres Wachstum der Wurzel kann bei der jegigen Trockenhbeit niht mehr gerehnet werden.
Kraut konnte sich von den heuer in fast allen Ländern an- gerihteten bedeutenden Fraßshäden der mafsenhaäft aufgetretenen Kohlweißlingraupen {wer erholen und dürfte nur einen mittleren und s{wach mitileren, in manchen Fällen s{lechten Grtrag bringen. Bei der stellenweise bereits im Zuge befindlihen Ernte wurde beobachtet, daß die von der heurigen Dürre übrig gebliebenen Pflanzen \chöône, ziemlich feste, die nahgesezten Pflanzen jedoch nur kleine, oft unentwickelte Köpfe hervorg: bracht haben. :
Von der hbeuricen Grummeternte, die zumeist nur mittel autfiel und oftmals auch durch Witterungëungunft in der Qualität berabgedrückt wurde, sind die legten Reste in der zweiten September- bâlfte bei {öner Witterung gut unter Dah gebracht ‘ worden. In Galizien und in der Bukowina, wo die Grummeternte ziemlich ergiebig ausfiel, ist durch Nässe fast die Hälfte verdorben, und konnte ein Teil der Fechsung erst Ende ptember und Anfañg Oktober geborgen werden, sodaß ihre Einbringung mii der gleich- eitig erfolgenden Hadckfruhternte nur mit großer Mühe er- Dien konnte, indem si bierbei empfindliher Arbeitermangel fühlbar machte. Der an manchen Orten mögliche dritte Kleeschnitt hat bereits stattgefunden und hat in Tirol und Görj gute, in Oberösterreich, Steiermark und Krain ziemlih gute bis mittlere, in Niederöfsterreih mittlere und in Kärnten {chwach mittlere Grträge oder eine Weide ergeben. Stoppelklee ist infolge günstiger warmer Witterung auf befseren Lagen und in Tieflagen gut entwickelt und kräftig beftockt und ergibt in solchen Fällen noch einen ziemlich ergiebigen Grünfutter- nitt, der hin und wieder zu Heu gemacht wurde. Auf trockenen agen dünn und {ütter und wegen Maagels genügender Bodenfeuchtigkeit vielfach ganz verfümmert, gibt Stoppelklee kaum eine schwache Weide. Einen ziemlih erheblihen Schaden verursahen auch Engerlinge und Máâuse auf Klee- und Wiesenbeständen, sodaß in einigen Gegenden die Kleeshläge auch für nächstes Jahr große Lücken aufweisen dürften,
“und zfrar um so mehr, als die Mäuseplage bei der jeßigen Trockenheit bereits weite Gebiete ergriffen hat. Samenklee ift in Steiermark, Böhmen und Mähren bereits gut eingeheimst und wird bei recht guter Qualität in erfterem Lande auf einen mittleren, in den beiden leßteren auf einen jiemlich guten Samenertrag gerenet. Auch in Sélesien, wo sich Samnklee noch auf dem Felde zu# Trocknen be- findet, stellt derselbe eine gute, vollkörnige Shüttung in Ausficht, während in Galizien, wo der Schnitt auch beinahe beendet ift, keine guten Resultate an Kleesamen erwartet werden.
__ Viebweiden auf Stoppelfeldern, Kleeshlägen und Wiesen find ziemli ergiebig gewesen und bei der {önen Zeit au gut au8genüßt worden, haben jedoch infolge der faft an Dürre gemahnenden Trocken- heit stark nahgelafen, infolgedefsen s{hon mebrfah die oft knappen Wintervorräte an Dürrfutter angegriffen werden mußten. Wenngleich die seither ziemlich guten Weideverhältnifse sowie günstige Witterung die Hinausschiebung der Stallfütterung und bîerdurch eine Ersparung an Raubfutter ermöglihten, so wird do in einigen Landstrichen be- ziehung8weise Läntern die im Winter bevorftehende Futternot nicht überali zu bannen sein, nahdem sowobl die beurige Dürreperiode als au anbaltendes ngßkalt-s Wetter bei der diesjährigen Heuerrite einen Ausfall bis 50 9/9 gegenüber dem Vorjahre mit si brachten.
__Die Weinlese, die in den Weinbaugebieten von Böhmen und
Mähren begonnen hat, v:ripriht einen recht guten Ertrag, shreitet — bon sckonstem Wetter begünstigt — rasch vorwärts urd ift im Küsten- lande, Dalmatien, teilweise auch in Krain und Südtiro! {on in der ersten Oktoberwohe beendet worden und sonft dem Abschlufse nahe. Die sonnigen warmen Tage der letzten Zeit haben noch eine weitere Verbefserung des Produkts bewirkt und somit die vielfach quantitativ sebr gute Lese auch in der Qualität in vorzüglicher Weise beeinflußt. Die voll autgereisten Trauben haben durchwegs süße, meist sehr gut ausgebildete und auch arößtenteils cesunte Beeren von hohem Zuckergebalte, der sich in Maishe und Most zu erkennen gibt. Der Zuckergehalt der Moste wird na Klosterneuburger Wage in Niederösterreich mit 16 bis 20, in Untersteiermark mit 18 bis 20, in Südtirol mit 16 bis 22 und im Küstenlard und Dalmatien mit 18 bis 22 9/9 angegeben. Die Lese gab fast überall sehr gute Erträge, welche selbft auf den hier und da verlausten alten Wein- gärten in Krain befriedigten, ausgenommen Südtirol und teilweise Dalmatien. In Südtirol haben in einigen Bezirken das Auftreten bon Sauerwurm, hier und da auch Peronospora, ertragvermindernd gewirkt, in Dalmatien baben die Trauben an manchen Orten infolge von ftürmishen Winden und fvätem Auftreten des Sauerwurms Schaden gelitten. In FIfstrien sind bei den Sorten Rifosko und Kabineit die „Trauben infolge NRots werdens und Vertrocknens der Blätter niht vollftändig ausgereift und gesund. Die Ursache hiervon ist eine Krankheit, die einen großen Teil der Weinbaugebiete um Pirano und Isola betroffen hat. Jn Böhmen wurde au bier und da Peronospora wahrgenommen, ferner wurde in Niederösterreichß im Bezirke Spiß a. d. Donau und in Mähren im Bezirke Nikolsburg das Vorhandensein der Reblaus konstatiert. Die hbeurige reitlihe Lese brachte für viele Weinbau- treibenden mit dem Erntesegen zugleich große Sorgen, da der Grntesegen einen großen Bedarf an Fäfsern bedingt, welche boch im Preise stehen (in Jstrien 8 bis 10 Kr. für den Hektoliter) und mit den Traubenpreisen (in JFstrien 4 bis 8 Kr. für rote und 10 bis 12 Kr. für weiße, in Dalmatien bis 7,50 Kr. für rote und bis 9 Kronen für weiße Trauben für den Meterzentner) kontrastieren. Es wird daher viel Most in shadbafte Fäfser gefüllt und gehen auf diese Weise große Mengen von Wein für das nächste Jahr verloren. In Dalmatien betragen die Preise für Maische oft nur 5 bis 12 Kronen für den Hektoliter. Die Weinbautreibenden find ratlos, die Trauben einzukellern. __ Die Obsternte, fast überall beendet, hat die im vorigen Be- richte geshäßten guten und sehr guten Ausfihten bei Kernobft, mit Ausnabme der Birnen, sowie bei Steinobft und Schalenobst bestätigt. Dank des sehr s{chönen Herbftwetters konnte die Obiternte gut einge- gebracht werden uyd find die Früchte gut ausgebildet, von s{öner Farbe und guter Qualität, besonders bei Aepfeln, welhe in Böhmen, Mähren und Schlesien wenig von Ungeziefer angegriffen sein sollen. In manhen Gegenden find Aepfel und Zwetschken, welch letztere freilich etwas klein geblieben find, so viel geernte! worden wie seit Jahren niht. Wegen der Mafsenproduktion in Aepfeln und Zweischken und der fehr niedrigen Obstpreise wird dieses Obst größten- teils für Most, Dörrobft und Powidl verarbeitet. Zwetschken au zu Sliwowitz gebrannt. Nüfse und Kastanien find ebenfalls gut geraten. Nur im Küftenland und in Dalmatien hat die beurige Spätobsternte mittlere Erträge gebracht. Von Oliven fällt dieses Jahr die Ernte {lecht aus, da die Früchte wegen Dürre fih nit gehörig entwidckeln konnten und viele in roch unausgereiftem Zustande infolge von Wurm- stihen und Sturmwinden abgefallen sind. (Wiener Zeitung.)
(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengefellten „Nachrichten für Handel und Industrie *.)
Außenhandel Großbritanniens in den ersten aht Monaten 1908.
Der Gesamtwert der Einfuhr Großbritanniens in der Zeit vom 1. Januar bis 31. August des Jahres 1908 bezifferte ih auf 387 793 657 Pfd. Sterl. gegen 429 838 843 Pfd. Sterl. in dem gleihen Zeitraume des Vorjahres, derjenige der Ausfuhr auf 254 041 796 Pfd. Sterl. gegen 284 124 844 Pfd. Sterl. in den ent- sprehenden Monaten des Jahres 1907.
Auf die einzelnen Warengattungen verteilte \sih die Ein- und Ausfuhr, wie folgt :
Ginfuhr Ausfuhr Januar bis August 1907 O 1907 1908 £ L L S
Tabak . . . 159612887 156 824632 13751158 13334154 Nohmaterialien
u. Halbfabri-
tate. . . . 163367366 133487786 35368152 34719607 Le . , 105 246 047 96 006 565 230 941 462 202 245 744
Er Poft- i
I. . L S 1 474 674 4 064 072 3742 291; |
Zusammen . . 429 838 843 387 793 657 284 124 844 254 041 796
In den wichtigsten Handelsartikeln erreihte die Ein- und Aus- fuhr in den erften acht Monaten des Jahres 1908 (und 1907) die folgenden Werte in Pfd. Sterl. : 2
Einfuhr: Getreide und Mebl 46 115 129 (46 770 635) — Fleis und Schlachtvieh 32 481 257 (35 808 271) — Andere Nahrungsmittel und Geträrke, zollfreie 45333 204 (45 000730), zollpflihtige 29750309 (29 678 907) — Tabak 3 144 733 (2 354 344) — Koblen, Koks und Preß- oblen 2322 (19 345) — Eisenerz, Abfalleisen und -Stahl 3 256 958 5 216 604) —- Andere metallishe Erze 6 139 945 (7211837) — Bau- und
ußbolz 15438764 (16 398 811) — Baumwolle 34511 833 (45 660 687) — Wolle 22 485 455 (27 451 362) — Andere Spinnstoffe 8 959 739