Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%201994,%20149
Timestamp: 2020-03-30 13:48:54
Document Index: 87893460

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 40', 'BGH', '§ 189', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 823', 'BGH']

BGH, 21.12.1993 - VI ZR 246/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,1214
BGH, 21.12.1993 - VI ZR 246/92 (https://dejure.org/1993,1214)
BGH, Entscheidung vom 21.12.1993 - VI ZR 246/92 (https://dejure.org/1993,1214)
BGH, Entscheidung vom 21. Dezember 1993 - VI ZR 246/92 (https://dejure.org/1993,1214)
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Gefahrzeichen - Kinder - Bremsbereitschaft - Geschwindigkeitsreduktion - Verfahrensfehlerhafte Zeugenaussage - Fehlender Eid - Dolmetscher - Verwertung
Straßenverkehrsrecht; erhöhte Aufmerksamkeit bei möglicher Gefährdung von Kindern
NJW 1994, 941
MDR 1994, 669
NZV 1994, 149
VersR 1994, 326
Allgemein ist im Gegensatz zur immer einzurechnenden Reaktionszeit dem Handlungspflichtigen eine sog. Schrecksekunde nur unter besonderen Umständen, d.h. nur dann zuzubilligen, wenn er von einem gefährlichen, nicht zu vermutenden Ereignis überrascht wird (BGH, Urteil vom 21.12.1993 - VI ZR 246/92, NZV 1994, 149).
Lediglich ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass im Straßenverkehr üblicherweise in Verkehrssituationen, welche sofortige Bremsbereitschaft erfordern, eine Reaktionszeit von 0, 8 s (einschließlich Bremsansprechzeit) zugebilligt wird (vgl. etwa BGH, Urteil vom 21.12.1993 - VI ZR 246/92, NZV 1994, 149).
Danach muß der Fahrer besondere Vorkehrungen für seine Fahrweise nur dann treffen, wenn das Verhalten der Kinder oder die Situation, in der sie sich befinden, Auffälligkeiten zeigt, die zu einer Gefährdung führen können (vgl. Senatsurteil vom 21. Dezember 1993 - VI ZR 246/92 - VersR 1994, 326 m.w.N.).
Auch kann dem Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine zusätzliche Schreckzeit ("Schrecksekunde") zugebilligt werden, wenn er von einem gefährlichen, nicht vorhersehbaren Ereignis überrascht wird (BGH VRS 15, 276, 278; 33, 350, 352; NJW 1994, 941, 942;… Freymann in Geigel, aaO).
Daß auch im Schutzbereich dieser Vorschrift besondere Anzeichen für eine Gefährdung erforderlich sind, wird durch das Senatsurteil vom 21. Dezember 1993 - VI ZR 246/92 - VersR 1994, 326 verdeutlicht, wonach es für den Vorwurf fehlerhaften Verhaltens einer konkreten Gefahrenlage nur dann nicht bedarf, wenn durch ein Gefahrenzeichen (dort: Zeichen 136 zu § 40 StVO) darauf hingewiesen wird, daß mit dem plötzlichen Betreten der Fahrbahn durch Kinder zu rechnen und deshalb die Geschwindigkeit zu reduzieren ist.
Bei ordnungsgemäß angebrachtem Gefahrzeichen kommt daher in der Regel keine Schreckzeit in Betracht (BGH NZV 1994, 149).
Wird erneut ein Dolmetscher hinzugezogen, ist § 189 GVG zu beachten (vgl. BGH, Urteil vom 21.12.1993 - VI ZR 246/92 - NJW 1994, 941 unter II 2).
Die Verletzung dieser Sorgfaltspflicht setzt jedoch voraus, dass er die Kinder am Fahrbahnrand gesehen hat oder bei gehöriger Aufmerksamkeit hätte bemerken müssen und dass das Verhalten der Kinder oder die Situation, in der sie sich befinden, auf eine mögliche Gefährdung hinweisen; damit, dass ein bisher für ihn unsichtbares Kind hinter einem geparkten PKW auf die Fahrbahn läuft, braucht ein Fahrzeugführer auch in Wohngebieten nicht stets zu rechnen (BGH, NJW 1986, 184 [185] = VersR 1985, 1088; NJW 1991, 292 [293] = VersR 1990, 1366; NJW-RR 1992, 1116 [1117] = VersR 1982, 890; NJW 1994, 941; NJW 1998, 2816 [2817]; OLG Schleswig, VersR 1999, 334 f.).
Eine solche ist vielmehr nur dann in engen Grenzen anzunehmen, wenn im Bereich des Pflichtigen ausserordentliche Gefahren lauern (…BGH, Urt. v. 19.1.1965, VersR 1965, 515; OLG Hamm, Urt. v. 15.2.1993, VersR 1994, 326;… Staudinger-Hager, 13. Aufl., § 823 BGB Rdnr. E 43), oder eine bestimmungswidrige Benutzung nicht ganz fernliegt (…BGH, Urt. v. 21.2.1978, VersR 1978, 561;… OLG Celle, Urt. v. 6.7.1983, VersR 1983, 1163;… OLG Hamm, Urt. v. 19.6.1995, VersR 1996, 1517;… Staudinger-Hager, 13. Aufl., § 823 BGB Rdnr. E 44).
OLG Frankfurt, 12.01.2001 - 24 U 95/99
Haftung bei Kfz-Unfall: Mitverschulden bei Kollision mit einem Kind trotz …
Zwar darf die Kraftfahrerin im allgemeinen darauf vertrauen, daß andere Verkehrsteilnehmer sich verkehrsgerecht verhalten; darauf darf sie auch gegenüber größeren Kindern vertrauen (BGH VersR 1994, 326; r + s 1997, 365).
OLG Köln, 02.12.1998 - 13 U 152/98
Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung und Geschwindigkeitsüberschreitung des …
OLG Frankfurt, 10.04.1997 - 15 U 77/96
LG Stuttgart, 19.06.2009 - 4 S 63/09
Haftung bei Kfz-Unfall: Zuzubilligende Reaktionszeiten bei Fahrspurwechsel