Source: https://www.white-unicorn.org/?mod=eingliederungshilfe
Timestamp: 2018-01-23 13:24:43
Document Index: 53178020

Matched Legal Cases: ['§35', '§35', '§ 73', '§75', '§78', '§ 41', '§ 8', '§36']

White Unicorn - Eingliederungshilfe
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EINGLIEDERUNGSHILFE FÜR AUTISTISCHE KINDER
TEIL A TRÄGER
1. Name: White Unicorn - Verein zur Entwicklung eines autistenfreundlichen Umfeldes e.V.
2. Rechts-/Organisationsform: Eingetragener Verein VR34973B, Gemeinnützig
3. Grundsätzliches Selbstverständnis: Interessenverband
4. Leistungsspektrum:
Förderung der Jugendhilfe SGB-VIII §35a
5. Einrichtungen/Dienste
In dieser Leistungsbeschreibung insbesondere die Eingliederungshilfe für autistische Kinder.
TEIL B EINRICHTUNG/DIENST
1. Art der Einrichtung/des Dienstes (inkl. Organisationsform), gesetzliche Grundlagen
Der White Unicorn e.V. arbeitet nach folgenden Paragraphen
SGBVIII §35a: Die Eingliederungshilfe gilt für Kinder und Jugendliche, deren seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht, und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Zur Bestätigung dessen hat durch eine*n Kinder- und Jugendpsychiater*in eine Stellungnahme zu erfolgen, die Hilfe erfolgt ambulant.
Der Träger erfüllt sowohl die Aufgaben der Eingliederungshilfe als auch den erzieherischen Bedarf und strebt inklusive Teilhabe im Sozialraum an, in der Kinder die unter behindernden Umständen leben, ebenso wie jene sind, die diesen Umstand nicht aufweisen. Die Leistung wird in ambulanter Form erbracht. Entsprechend qualifizierte Mitglieder des Vereins erbringen diese Leistungen im Sinne der Tätigkeit als Interessenvertreter von Autisten. Die Anleitung, Beratung und Unterstützung der ehrenamtlich tätigen Personen nach § 73 ist gewährleistet. Kinder und Jugendliche Autisten haben aufgrund der beständigen Bedrohung durch Barrierelast behindert zu werden, Anspruch auf eine spezifische Hilfe.
2. Rahmenbedingungen inkl. Gesamtplatzzahl
Es ist für Autist*innen sehr wichtig die Rahmenbedingungen autistenfreundlich zu gestalten. Sie sind in einer Weise auf zu bauen, die Barrieren abbaut und Teilhabe ermöglicht. Der Grundsatz zur inklusiven Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft durch Sozialraumgestaltung zur Erfüllung der Eingliederungshilfe ist hierfür wesentlich. Im Rahmen dieser sind die Barrieren zu reduzieren und im gleichen Maße ein sog. Ruhezustand anzustreben. Erst hierdurch kann sich Resilienz in den Bereichen der Kommunikation, des Lernens sowie der seelischen und körperlichen Gesundheit entwickeln, was in den Förderkonzepten Beachtung findet. Im Alter bis etwa 21 Jahre ist die Entwicklung von Resilienz wesentlich und dient dann im Erwachsenenalter als Basis für ein gesundes Leben als Autist als Teil menschlicher Vielfalt im Sein.
Hieraus ergeben sich folgende Rahmenpunkte für die ambulante pädagogische Begleitung:
Grundsatz der inklusiven Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft durch Sozialraumgestaltung zur Erfüllung der Aufgaben der Eingliederungshilfe
Stärkung des Heranwachsenden im sozialen Umfeld nach individueller Hilfeplanung
Reduzierung von Barrierelast und Anpassung der Rahmenbedingungen für die Förderung eines sog. Ruhezustandes
Gestaltung einer Entwicklungsmöglichkeit von Resilienz
Entwicklung sozialer Kompetenzen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen
und Schaffung von Bedingungen die Potentialentfaltung ermöglichen um den Lebensweg individuell zu gestalten
Als Rahmenbedingung werden auch die Ansätze in der Hilfeplanung erachtet. Die Qualität dessen steht im Vordergrund, damit die Orientierung an der Lebenswirklichkeit des Kindes, dem ein gesundes Lebensumfeld geschaffen wird, stets beachtet wird, so dass Autonomie gelebt werden kann.
Die Gesamtplatzzahl ist abhängig vom Bedarf in den Bezirken. Die Mitarbeiter*innen und Räume werden in Qualifizierung und Anzahl dem Bedarf angemessen gewählt, den Rahmenbedingungen entsprechend.
3. Räumliche und bauliche Voraussetzungen
Es befindet sich am Vereinsstandort ein Vereinsraum, der mit Arbeitsmitteln ausgestattet ist, damit Mitarbeiter*innen dort ihre Bürotätigkeiten verrichten, sowie eine Beratung und Sitzung durchführen können.
4. Zusätzliche Angebote
Die Sozialraumgestaltung in Richtung Barrierefreieit bzw Regulierbarkeit der Barrieren steht für den Träger als Gesamtes im Vordergrund, so dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben umfänglich ermöglicht wird. Im Schulischen bietet der White Unicorn e.V. das Pilotprojekt „Fernschule/Bewegtes Lernen“ an.
Ein Team wird aufgebaut, wenn der entsprechende Bedarf gegeben ist. Die fachliche Kompetenz richtet sich nach den Rahmenverträgen aus.
6. Kooperation und Mitwirkung
nach SGBVIII §75 Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe mit Anbindung an die AWO als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege
SGBVIII §78 Kooperation in Arbeitsgemeinschaften mit Schule, Kita, Psychiater und anderer
7. Dokumentationssystem
Sitzungs-/Terminprotokolle
TEIL C LEISTUNGSANGEBOT
Dieses Angebot richtet sich Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-18 Jahren; ggf. fallen auch noch junge Erwachsene bis zum Alter von 21 Jahren unter die Zielgruppe (vgl. § 41, Abs. 1).
2. Zielgruppe, u. a. Aufnahme- und Ausschlusskriterien
autistische Kinder und Jugendliche und deren Familien
fachlich fundierte Beurteilung oder Diagnose
Interessierte Eltern für ein Erstgespräch sowie Verständigung auf eine Zielvereinbarung (s.u.)
die Kinder und Jugendlichen müssen, soweit das möglich ist, in diesen Prozess einbezogen werden
Vertrauensverhältnis und Übereinkunft, sowie Zusammenarbeit zur inklusiven Sozialraumgestaltung
vor Beginn der Hilfe ist eine Bedarfsermittlung mit dem zuständigen Jugendamt, der Familie und dem Verein notwendig
3. Pädagogische Aufgabe
Werteorientierung im Sinne der Vielfalt/Diversität
Ermöglichung einer gesunden Entwicklung unter Wahrung der Bedürfnisse
respektvolle, wertschätzende Kommunikation in grenzwahrender Interaktion in einer Gemeinschaft (inkl. Rückzugsraum)
Förderung dieser Kommunikation/Interaktion im Pädagogischen im Sinne von Autonomie
Alle individuell für die Kinder erarbeiteten pädagogischen ambulanten Angebote des Vereins, die sich nach dem Hilfeplangespräch im Einsatz als sinnvoll und notwendig heraus kristallisieren bieten demnach Unterstützung beim Hinwirken auf eine inklusive Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und berücksichtigen besonders die folgenden Aspekte:
Senkung des Stresslevels durch Regulierbarkeit der Barrieren im Alltagsgeschehen
hierdurch Ermöglichung der Förderung eines Ruhezustandes
zum Aufbau von Resilienz und der Möglichkeit zur Potentialentfaltung folglich einer
Stabilisierung der Persönlichkeit des Kindes oder Jugendlichen
mit Entwicklung zur Selbstbestimmtheit und individueller Lebensweise
wodurch eine Entlastung und Entspannung in der sozialen Teilhabe stattfindet
Es gilt dem übergeordnet als Prinzip die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen zu erfassen, weshalb ein weiteres Ziel genannten Punkten hinzu zu fügen ist:
Peer Beratung durch erwachsene Autist*innen zur Erfassung der Lebenswirklichkeit der Heranwachsenden
Familien mit autistischen Kindern und Jugendlichen sehen sich vor vielfältige – im Besonderen – gesellschaftliche Herausforderungen gestellt. Sie stoßen häufig auf Unverständnis in Bezug auf die Bedürfnisse ihres autistischen Kindes und scheitern dann aufgrund eines sehr hohen Anpassungsdrucks von Seiten der Gesellschaft daran, ihrem Kind in Erziehung und Förderung gerecht zu werden. Aus diesem Grund ist es immer auch das Ziel der Arbeit, mit dem Kind Kompetenzen zu erarbeiten, um auf eine inklusive Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft für sie hinzuwirken. Eine Grundvoraussetzung ist die Auseinandersetzung mit der Lebensweise als Autist*in und damit verbundener Teilhabe am Leben im Sozialraum.
Entsprechend des § 8a SGB VIII werden Kinderschutzthematiken jederzeit berücksichtigt und bei möglichen Gefahren erfahrene Fachkräfte hinzugezogen, um die aktuelle Situation adäquat einschätzen zu können. Der Träger verpflichtet sich ggf. dazu, bei den Personensorge- und Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinzuwirken und ggf. das Jugendamt als beratende Instanz zur Beurteilung der Situation hinzuzuziehen, um Gefährdungen des Kindeswohls abzuwenden.
b) Pädagogisches Leitbild
Der Verein White Unicorn e. V. versteht Autismus als ein Wort, das für Menschen verwendet wird, die eine hochempfindliche, andersartige Reizverarbeitung über Sinneseindrücke bis ins Soziale hin aufweisen. Autisten unterscheiden sich in der Wahrnehmung, sowie auch der Denkstruktur von der Mehrheit der Bevölkerung deutlich, als gesunder Teil menschlicher Vielfalt. Somit ist Autismus als neurologische Veränderung in Form eines menschlichenim Rahmen menschlicher Vielfalt (Diversität) des menschlichen Seins zu verstehen. Pathologische Betrachtungsweisen von Autismus, wie sie die derzeitigen Klassifikationsschemata zu Grunde legen, lehnt der Verein grundsätzlich ab. Im Gegensatz dazu bezieht sich die Betrachtungsweise des Vereins darauf, dass bei Autisten Behinderung durch Barrierelast im Umfeld der Autist*innen entsteht und es eines sogenannten Ruhezustandes bedarf, um Entwicklung von Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und damit Lebensqualität möglich zu machen.
Auf diesen Ruhezustand und damit auf die Entwicklung von Resilienz soll mit allen Angeboten des Vereins hingewirkt werden. Dieser steht im Zentrum unseres Verständnisses für Autist*innen. Aufgrund der derzeitig vorherrschenden Barrierelast für Autisten sind die Angebote in der Art und Weise konzeptioniert, dass einer bereits vorhandenen Traumatisierung durch entsprechende Methoden und die Gestaltung des Umfeldes entgegengewirkt werden kann, sowie eine gesunde Entwicklung unter Anerkennung der Verschiedenheit ermöglicht wird.
c) Fachliche Ausrichtung und methodische Grundlagen
Wir richten unsere Arbeitsweise nach den Grundsätzen des Potentialentfaltungsprinzips aus, das sehr deutlich das inklusive Gedankengut in sich trägt. Potentialentfaltung bedeutet, dass jedes Mitglied in einer individualisierten Gemeinschaft „in der Begegnung mit anderen die durchgängige Erfahrung macht, in seiner Einzigartigkeit gesehen und anerkannt zu werden – wertvoll und bedeutsam zu sein, seine eigenen Ideen entwickeln und einbringen zu können, seine Talente und Begabungen entfalten zu können und in einer verlässlichen Beziehung mit allen anderen Mitgliedern der betreffenden Gemeinschaft verbunden zu sein. (...) (Das Potentialentfaltungsprinzip geht also davon aus,)
dass alle Menschen versuchen, ihr Leben und ihr Zusammenleben mit anderen so zu gestalten, dass sie glücklich sind,
dass das Leben kein Zustand, sondern ein fortwährender Entwicklungsprozess ist und deshalb kein Mensch glücklich sein und bleiben kann, wenn er sich nicht selbst weiterentwickelt,
dass das in jedem Menschen angelegte Entwicklungspotential weitaus größer ist als die Fähigkeiten, die er sich in seiner jeweiligen Lebenswelt anzueignen bisher imstande war,
dass kein Mensch in der Lage ist, die in ihm angelegten Potentiale allein, ohne andere Menschen zu entfalten,
dass Potentialentfaltung nur dann möglich ist, wenn Menschen einander als Subjekte begegnen, sich also nicht gegenseitig zu Objekten ihrer Bewertungen, Erwartungen, Interessen oder Maßnahmen machen,
dass die Mitglieder einer Gemeinschaft jederzeit in der Lage sind, ihr Zusammenleben so zu verändern, dass die Entfaltung der in ihnen angelegten Potentiale nicht länger unterdrückt wird,
dass qualitativ herausragende, kreative und innovative Leistungen nur von Gemeinschaften erbracht werden können, deren Mitglieder einander dazu einladen, ermutigen und inspirieren.“
Da viele autistische Kinder und Jugendliche jedoch aufgrund der bereits mehrfach erwähnten Barrierelast unter starken Ängsten leben, ist es aus unserer Sicht zentral, darüber hinaus Angebote zu machen, die zu einem erweiterten Verständnis und zu Empathie gegenüber dem Kind führen, sowie dazu beitragen, Ängste auch im alltäglichen Miteinander durch pädagogische Möglichkeiten abzubauen.
Die Ambulante pädagogische Begleitung bedarf somit einer Ausrichtung welche die Ziele zu erreichen ermöglicht. Hierfür sind folgende Punkte zu beachten:
Bedürfniswahrung der Kinder und Jugendlichen, was eine Regulierbarkeit der Barrieren voraus setzt
Schaffung eines autistenfreundlichen Umfeldes mit den Bezugspersonen
Herstellung von günstigen Rahmenbedingungen die Resilienz ermöglichen
Raum für jegliche individuelle Entwicklung gewährleisten, die zu einem selbstbestimmten Leben führt
Vorbildfunktion der Interaktion von Autisten mit Nicht-Autisten
Förderung von Ausdrucksmöglichkeit des Kindes Selbst in der Interaktion als soziale Kompetenz
Begleitung und Beratung von Einrichtungen der Bildung und Betreuung
uneingeschränkte Teilhabe- und nahme an allen Aktivitäten menschlichen Lebens
d) Vernetzung/Lebensweltorientierung
Die individuellen Lebenswelten des Kindes ist für uns vorrangig zu betrachten und unter inklusiven Grundsätzen anzuschauen. Je mehr die unmittelbaren Bezugspersonen in die unmittelbare Arbeit einbezogen werden können, desto besser wird sich ein gesellschaftliches Selbstverständnis von Inklusion und Diversität im Denken und Handeln verankern können. Es geht uns also primär darum, die Rahmenbedingungen, in denen das autistische Kind lebt, seinen Bedürfnissen anzupassen, und ggf. weitere Unterstützung anzubieten, sollte der Rahmen bereits zu Ängsten und anderen Überlastungsfolgen geführt haben. Die sich daraus dann entwickelnde Resilienz aufgrund des Erreichens eines Ruhezustandes durch Senkung der Barrierelast, ermöglicht es Autisten schließlich dauerhaft, sich selber die Möglichkeiten erschießen zu können, die jeder individuell benötigt, um ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben führen zu können.
4. Dauer (besonders unter §36 SGB VIII)
Viele autistische Kinder leiden bereits jetzt unter den Folgen von Barrierelast. Es kann nur individuell betrachtet werden, wie lange ein jedes Kind dafür benötigt, um sich von den Folgen erholen und wieder ein aktiver Teil der Gemeinschaft werden zu können. Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass solche Prozesse längerfristig anzulegen sind. Es sollte aber individuell entschieden werden – auch unter Berücksichtigung der familiären Situation, sowie der Unterstützungsmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld des Kindes – wie lange eine Hilfe zeitlich angelegt werden soll.
a) Inhalte, Umfang und Struktur der Leistung
Die Inhalte konzentrieren sich auf die aktive Gestaltung von Rahmenbedingungen, damit neben Barrierefreiheit in der Umgebung die Förderung erfahren wird, welche notwendig ist den Ruhezustand zu erreichen um daraus Resilienz zu entwickeln und Potentialentfaltung zu ermöglichen. Dies geschieht in der Familie wie der Umgebung in der das Kind/ der Jugendliche lebt, dem sog. Sozialraum.
Gestaltung eines autistenfreundlichen Umfeldes in Bereichen wie der Kommunikation und dem Umgang miteinander
Berücksichtigung der Bedürfnisse des autistischen Kindes
ausführliche Vor- und Nachbereitung
Zentrale Methoden, um spielerisch Selbsterfahrung erleben zu können, was wichtig ist aufgrund Folgen durch Barrierelast als Beispiele die sich immer wieder bewährt haben:
Kommunikationskonzept welches Autonomie in der Kommunikationskompetenz fördert
Resilienzkonzept zur Entwicklung einer gesunden Distanz
Beobachtungskonzept zur Erfassung von Barrieren die sehr individuell sind
Lernkonzept mit Potentialförderung zur Entfaltung von Talenten und Begabungen
Figurenspielkonzept insbesondere bei nonverbal kommunizierenden Autisten
Aus dieser Grundlage heraus wird es den Heranwachsenden ermöglicht gesund auf zu wachsen und ihre Potentiale zu entfalten, so dass die Entwicklung welche für ein selbstbestimmtes Leben notwendig ist statt finden kann, um einen gesunden Lebensweg individuell für das Kind/ den Jugendlichen zu gestalten. Um die Lebenswirklichkeit entsprechend für Autisten notwendig zu erfassen, um einen individuellen Lebensweg gehen zu können und zu gestalten ist die Peer-Beratung ein wesentlicher Faktor in dem gesamten Prozess der Begeleitung.
Stärkung der Persönlichkeit und Vermittlung eines autistischen Selbstverständnisses durch die Rückkopplung mit erwachsenen Autisten
Der Umfang richtet sich somit danach, wie weit Barriereregulierbarkeit bisher umgesetzt wurde, in wie fern die Rahmenbedingungen gestaltet sind, damit ein gesundes Aufwachsen möglich ist und nach den psychischen Prozessen des zu begleitenden Kindes / Jugendlichen. Die pädagogische Leistung wird ambulant nach Bedarf erbracht.
Die Struktur ergibt sich aus der Bedarfslage der Heranwachsenden. Im Hilfeplan wird mit den Jugendämtern und Familien gemeinsam diese ermittelt und dokumentiert, so dass als Ziel das gesunde Aufwachsen des Kindes deutlich im Vordergrund steht und im Leistungsprozess erfüllt wird.
b) Personelle Ausstattung (Stellenzahl, Qualifikation)
Die fachliche Leitung der Angebote von White Unicorn e. V. übernimmt eine entsprechend qualifizierte Fachkraft.
Zukünftig sollen die ambulanten pädagogischen Angebote von Pädagog*innen z.B. Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik (mind. mit B.A.-Abschluss) mit entsprechender fachlicher Ausrichtung durchgeführt werden.
Die grundlegende Fähigkeit, mit den Autisten des Trägers im Sinne der Peer-Beratung zusammenarbeiten zu wollen, wird vom Personal voraus gesetzt. Es ist von zentraler Bedeutung, dass zukünftige Fachkräfte sich dazu bereit erklären, nach dem Potentialentfaltungsprinzip arbeiten und inklusives Gedankengut umsetzen und weitergeben zu wollen. Darüber hinaus bedarf es dem Wunsch nach beständiger Fort- und Weiterbildung, die durch den Träger unterstützt werden (Autonomietrainer, Gewaltfreie Kommunikation).
c) Betriebsnotwendige Anlagen und Investitionen, sachliche Ausstattung, Standort, räumliche Gegebenheiten
ambulant im direkten Umfeld des Kindes
Standorte der Einrichtungen
d) Supervision, Beratung, Fortbildung
Durch die Qualifikationen der fachlichen Leitung, sowie der Peer-Beratung durch die erwachsenen Autisten sind die interne Supervision und das Coaching der zukünftigen Mitarbeiter_innen gewährleistet. Darüber hinaus werden regelmäßige Teambesprechungen, kollegiale Beratung, sowie interne Weiterbildungen dazu beitragen, die Mitarbeiter_innen fortwährend in ihrer Arbeit zu qualifizieren.
Jede/r Mitarbeiter_in ist zusätzlich dazu verpflichtet, sich mind. in einen monatlichen Supervisionsprozess zu begeben, um Selbstreflexion im Hinblick auf die eigene Arbeit zu schulen und Entlastung zu finden. Externe Fortbildungen werden in Absprache mit den Mitarbeiter_innen und White Unicorn e. V. im Rahmen von Qualitätsentwicklung besprochen, geplant und durchgeführt.
Alle Angebote bedürfen einer detaillierten und ausführlichen Vorbereitung, sowie werden nach den Maßstäben von White Unicorn e. V. genauestens und kontinuierlich dokumentiert, sodass die Prozesse kontinuierlich überprüft und jederzeit flexibel angepasst werden können. Protokolle dienen sowohl der Reflexion von Prozessen, die entsprechend so aufbereitet werden müssen, um beispielsweise mit Eltern konkrete Handlungsstrategien für den Umgang mit Alltagssituationen erarbeiten zu können, als auch sind Grundlage für das Erstellen von Entwicklungsberichten. Diese Berichte dienen vorrangig als Qualitätsmerkmal der Arbeit und werden entsprechend an die zuständigen Ämter weitergeleitet.
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