Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20224/79
Timestamp: 2019-09-18 23:08:24
Document Index: 244290338

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BGH, 14.07.1980 - II ZR 224/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,1391
BGH, 14.07.1980 - II ZR 224/79 (https://dejure.org/1980,1391)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1980 - II ZR 224/79 (https://dejure.org/1980,1391)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1980 - II ZR 224/79 (https://dejure.org/1980,1391)
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Zur Unternehmereigenschaft i. S. des Betriebsrentengesetzes bei einem Vorstandsmitglied einer AG mit Aktenbesitz
ZIP 1980, 778
MDR 1981, 29
VersR 1980, 1119
WM 1980, 1114
DB 1980, 1993
Dagegen fallen in einer Kapitalgesellschaft geschäftsführende Gesellschafter mit einer nicht unbedeutenden Beteiligung, sofern sie entweder allein oder zusammen mit anderen Geschäftsführern oder Vorstandsmitgliedern über die Mehrheit verfügen, in aller Regel nicht unter den Schutzbereich des Gesetzes (…BGH aaO und Urteil vom 14. Juli 1980 - II ZR 224/79, VersR 1980, 1119 unter I).
Der Kläger war als Mitglied der PGH nach Vermögensbeteiligung und Einfluss nicht so stark mit dem Unternehmen verbunden, dass er es als sein eigenes betrachten konnte (vgl. dazu BGH 14. Juli 1980 - II ZR 224/79 -AP BetrAVG § 17 Nr. 3, zu I der Gründe).
Hierunter fallen der persönlich haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft (vgl. BGHZ 77, 233, 237 ff.;… SenUrt. v. 9. Juni 1980 -II ZR 180/79, WM 1980, 822 = ZIP 1980, 562; v. 1. Juni 1981 - II ZR 140/80, WM 1981, 814 = ZIP 1981, 892), der Allein- oder Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft (vgl. BGHZ 77, 94, 101 f. [BGH 28.04.1980 - II ZR 254/78]; SenUrt. v. 14. Juli 1980 - II ZR 224/79, WM 1980, 1114, 1115 = ZIP 1980, 778) und der Kommanditist, der aufgrund seiner Mehrheitsbeteiligung über eine entsprechende Leitungsmacht.
Derjenige, der allein oder zusammen mit anderen einen maßgeblichen Einfluß innerhalb einer Kapitalgesellschaft oder GmbH & Co. KG ausübt, genießt gleichwohl den Schutz des Beriebsrentengesetzes, wenn er nicht oder ganz unbedeutend, also mit weniger als 10 % am Gesellschaftsvermögen beteiligt ist (vgl. SenUrt. v. 14. Juli 1980 - II ZR 224/79, WM 1980, 1114, 1115 = ZIP 1980, 778; BGHZ 77, 94, 105 [BGH 28.04.1980 - II ZR 254/78]; 234, 240).
Als geringfügig (mit nur ca. 3,3 %) beteiligter Minderheitsgesellschafter mit nicht ausschlaggebender Leitungsmacht war er nicht etwa einem "Unternehmer" gleichzusetzen, sondern unterfiel dem Schutzbereich der Norm (vgl. Sen.Urt. v. 14. Juli 1980 - II ZR 224/79, ZIP 1980, 778, 779: Beteiligung von 8 % ist als "nicht erheblich" einzustufen).
Es übt maßgeblichen Einfluß im Unternehmen aus und ist daher einem Unternehmer gleichzustellen (BGH, Urteil vom 14. Juli 1980 - II ZR 224/79 - AP Nr. 3 zu § 17 BetrAVG).
Der Senat hat demgegenüber in seinem Urteil vom 14. Juli 1980 - II ZR 224/79 (WM 1980, 1114 = ZIP 1980, 778) zum Parallelfall der Hinterbliebenenrente nach Emil K. jun.
Der Beklagte hat nicht dargelegt, daß gerade der Kläger aufgrund dieses Vertrages eine institutionell verfestigte Mehrheitsmacht erlangt habe; dies wäre nach Auffassung des Senats (vgl. das oben zitierte Urteil v. 14.7. 80 - II ZR 224/79 - aaO) aber erforderlich gewesen, um Anteile von Familienangehörigen näheren und weiteren Grades mitberücksichtigen zu können.
Beide Gesichtspunkte sind für die Abgrenzung insolvenzgesicherter von den nicht insolvenzgesicherten, weil in einer Unternehmerstellung verdienten Pensionsansprüchen ungeeignet, wie der Senat mehrfach ausgeführt hat (vgl. BGHZ 77, 94, 233 [BGH 28.04.1980 - II ZR 254/78];… SenUrt. v. 9.6. 80 - II ZR 180/79, ZIP 1980, 562, 563; 14.7. 80 - II ZR 224/79, ZIP 1980, 778, 779).
Sollte das der Fall sein, wäre die vertraglich geschuldete Pension für die Bemessung des Ausfallanspruchs gegen den Beklagten insoweit zu kürzen, als sie über den Rahmen dessen hinausgeht, was auch bei einem Nichtunternehmer wirtschaftlich vernünftig und angemessen gewesen wäre (vgl. SenUrt. v. 14.7. 80 - II ZR 224/79, ZIP 1980, 778, 779, 780).
Dabei ist jedoch nicht, wie das Berufungsgericht es getan hat, auf die Stärke der Verhandlungsposition des Klägers abzustellen, sondern es kommt darauf an, ob die Versorgungszusage von 1971 aus Gründen, die mit dem Dienstverhältnis nichts zu tun haben, offenbar über das Maß dessen hinausgegangen ist, was bei Fremdgeschäftsführung unter sonst gleichen Verhältnissen, bei gleichen Leistungen und gleich langer Tätigkeit für das Unternehmen objektiv üblich und wirtschaftlich vernünftig gewesen wäre (BGHZ 77, 94, 106 [BGH 28.04.1980 - II ZR 254/78] u. 233, 249; Urt. d. Sen. v. 14.7. 80 - II ZR 224/79, ZIP 1980, 778 = WM 1980, 1114).
So ist als "geringfügig beteiligt" vom Bundesgerichtshof eine Beteiligung von ca. 3,3% angesehen worden (…II ZR 237/03 - Urteil vom 25.7.2005 Rdn. 15 - WM 2005, 1754 [BGH 25.07.2005 - II ZR 237/03] ), wie er auch 8 % als "nicht erheblich" beurteilt hat ( Urt. v. 14. Juli 1980 - II ZR 224/79 = ZIP 1980, 778, 779).