Source: http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/NatGKasbV_SL_2016.htm
Timestamp: 2020-01-26 17:19:40
Document Index: 205744661

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 31', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 1']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kasbruch“ (N 6609-302)
Fundstelle: Amtsblatt 2016, S. 273
§§ 3 und 4 geändert durch Artikel 88 der Verordnung vom 5. November 2019 (Amtsbl. I S. 886)
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 35 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Kasbruch“ (N 6609-302) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.07.1992 S. 7) in der derzeit geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt in der Stadt Neunkirchen, Gemarkungen Neunkirchen und Wellesweiler, im Tal zwischen Neunkirchen-Süd und Wellesweiler.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in einer Detailkarte 1:2.000 mit Flurstücknummern und Randsignatur, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung ist, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz-Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Stadt Neunkirchen. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum).
Schutzzweck ist zudem die Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines naturnahen Abschnitts der moorigen Wiesentäler im Bereich des Kasbruchgrabens mit einem Biotopkomplex aus Grünland und Waldgesellschaften feuchter bis nasser Standorte sowie Großseggenrieden und Gebüschstrukturen, welcher zur Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes beiträgt und einer Vielzahl von teils seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. Grau-Segge (Carex canescens) und Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha) sowie der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) und der Zweigestreiften Quelljungfer (Cordulegaster boltonii), einen geeigneten Lebensraum bietet.
Anpflanzungen mit Obstbäumen, ausgenommen auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A); auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
forstwirtschaftliche Bodennutzung im bisherigen Umfang unter Beachtung des § 3 Absätze 2 und 3 und des § 4 Absätze 1 und 2 sowie unter der Maßgabe, dass keine Nutzung auf Flächen mit den Lebensraumtypen 91D1 Birken-Moorwald und 91E0 Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwald erfolgt,
auf Flächen mit Lebensraumtypen Ein- und Nachsaaten im erforderlichen Umfang zur Behebung von Wildschäden nur bei dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen und ausschließlich mit Glatthafer (herkunftsgesichertes Saatgut aus der Herkunftsregion 9) oder Samen des aus dem gleichen FFH-Lebensraumtyp im Naturraum gewonnenen Heus,
fischereiliche Nutzung der Gewässer im bisherigen Umfang im Rahmen bestehender Nutzungsrechte und Pachtverträge und, soweit erforderlich, die zweckgebundene Beschilderung, unter Beachtung des § 3 Absatz 2 Nr. 1,
Arbeiten zur Unterhaltung von Gewässern in der Zeit vom 15. Juli bis 15. Ok­tober. Die Arbeiten sind dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz spätestens vier Wochen vor Beginn anzuzeigen. Bei Gefahr im Verzug gelten die Fristen nicht,
die Einleitung von Oberflächenwasser aus dem Regenrückhaltebecken der BAB 8 im bisherigen Umfang,
auf den Chemie- und Düngereinsatz wird verzichtet,
es erfolgt keine künstliche Erhöhung des Anteils nicht heimischer oder nicht lebensraumtypischer Baumarten,
in standortgerechten Beständen erfolgt die Nutzung kleinflächig und auf Aufforstungen wird verzichtet (nur Naturverjüngung),
am Steilhang und im Uferrandstreifen von jeweils 10 m erfolgt die Nutzung einzelstammweise.
Diese Verordnung tritt am Tag nach Ihrer Verkündung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kasbruch“ vom 20. Februar 1998 (Amtsbl. S. 352) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft. Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Neunkirchen vom 30. September 1988 (Amtsbl. S. 1063) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.