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Timestamp: 2016-10-28 10:28:32
Document Index: 177335832

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 49/07 (17.08.2007)
M.________, 1960, Beschwerdef�hrer,
vertreten durch F�rsprecher Daniel Wyssmann, Theaterplatz 8, 3011 Bern,
Der 1960 geborene M.________ arbeitete seit 15. Februar 1994 in der Firma Q.________ AG als Bauarbeiter und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 8. September 2003 zog er sich bei einem Autounfall als Beifahrer eine Stauchung der rechten Hand zu. Anl�sslich der kreis�rztlichen Untersuchung vom 5. Februar 2004 stellte der SUVA-Arzt, Dr. med. K.________, Allgemeine Chirurgie FMH, zus�tzlich die Diagnose einer Halswirbels�ulen (HWS)-Distorsion. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Nach einem Bericht des Dr. med. R.________, Neurochirurgie FMH, Klinik X.________, vom 7. Dezember 2004 stellte die SUVA mit Verf�gung vom 8. September 2005 die laufenden Versicherungsleistungen ab dem 30. September 2005 ein und verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 12. Januar 2006 fest.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und das Rechtsbegehren stellen, ihm seien weiterhin Taggelder basierend auf einer vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit auszurichten; eventualiter sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Damit wurden das Eidgen�ssische Versicherungsgericht und das Bundesgericht in Lausanne zu einem einheitlichen Bundesgericht (an zwei Standorten) zusammengef�gt (Seiler/von Werdt/G�ngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, S. 10 Rz. 75) und es wurde die Organisation und das Verfahren des obersten Gerichts umfassend neu geregelt. Dieses Gesetz ist auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG). Da der kantonale Entscheid am 12. Dezember 2006 und somit vor dem 1. Januar 2007 erlassen wurde, richtet sich das Verfahren nach dem bis 31. Dezember 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetz �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) vom 16. Dezember 1943 (vgl. BGE 132 V 393 E. 1.2 S. 395).
2.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) und Taggelder (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG) sowie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337). Entsprechendes gilt f�r die von der Judikatur entwickelten Grunds�tze zum Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhanges im Allgemeinen (BGE 125 V 456 E. 5a S. 461) sowie bei psychischen Unfallfolgen im Besonderen (BGE 115 V 133), zur Bemessung der Integrit�tsentsch�digung (BGE 116 V 156 E. 3a S. 157) und zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 122 V 157 E. 1c S. 160). Darauf wird verwiesen.
2.2 Die Ad�quanzbeurteilung nach HWS-Distorsionen (ohne organisch nachweisbare Unfallfolgesch�den) hat grunds�tzlich nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 und 369 E. 4b S. 382 dargelegten Rechtsprechung mit ihrer fehlenden Differenzierung zwischen k�rperlichen und psychischen Beschwerden zu erfolgen (zum Ganzen BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, 119 V 335). Von diesem Grundsatz ist abzuweichen, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben: diesfalls ist die Pr�fung der ad�quaten Kausalit�t praxisgem�ss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gem�ss BGE 115 V 133 vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil U 164/01 vom 18. Juni 2002]).
Mit Blick auf die Aktenlage und die Parteivorbringen besteht kein Anlass, den vorinstanzlich in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen bejahten (teilweisen) nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 8. September 2003 und dem �ber den 30. September 2005 hinaus fortdauernden, die Leistungsf�higkeit einschr�nkenden somatoformen Beschwerdebild des Versicherten letztinstanzlich erneut der richterlichen �berpr�fung zu unterziehen (BGE 110 V 48 E. 4b S. 53). Zu beurteilen bleibt die - einzig - umstrittene Ad�quanz des Kausalzusammenhangs.
3.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherte unmittelbar nach dem Unfall (Arztzeugnis UVG vom 25. September 2003/R�ckfallmeldung vom 6. November 2003) eine Verstauchung der rechten Hand beklagte. Erst anl�sslich der kreis�rztlichen Untersuchung vom 5. Februar 2004 stellte der SUVA-Arzt, Dr. med. K.________, die Diagnose einer HWS-Distorsion, wobei er den Verdacht des Hausarztes auf eine chronische Schmerzkrankheit bekr�ftigte und auch eine posttraumatische Belastungsst�rung mit pathologischer Schmerzverarbeitung in Betracht zog. Im Austrittsbericht der Rehaklinik Y._______ vom 28. April 2004 wurde die Diagnose der HWS-Distorsion best�tigt sowie ein zervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechts und eine Anpassungsst�rung mit gemischter St�rung von Gef�hlen und Sozialverhalten (ICD-10: F45.25) diagnostiziert. Die apparativen Untersuchungen (konventionell-radiologische Aufnahmen als auch MRI-Untersuchungen) ergaben keinen wesentlichen pathologischen Befund, welcher das Ausmass der subjektiv empfundenen Schmerzen erkl�ren k�nnte. Das psychosomatische Konsilium vom 6. April 2004 schliesst eine posttraumatische Belastungsst�rung und eine Depression mit Krankheitswert aus, weshalb die �rzte Dres. O.________, Leitender Arzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und S.________, Oberarzt Psychiater, aus psychischer Sicht eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit ausschlossen. Im kreis�rztlichen Bericht vom 19. Oktober 2004 wurde sodann eine erhebliche Diskrepanz zwischen den bildgebenden Untersuchungen (Klinik X.________ vom 14. April 2004) und den geklagten Beschwerden festgehalten, weshalb weitere Untersuchungen angeordnet wurden. Dr. med. G.________, R�ntgeninstitut Z.________, hielt in seinem Befundbericht vom 2. November 2004 explizit fest, dass die Bilder altersentsprechend eine normale Darstellung der intracraniellen Strukturen ergaben, keine Raumforderung und keine Isch�mie gegeben sei und keine alten posttraumatischen Ver�nderungen nachweisbar seien. Auch Dr. med. R.________, Neurochirurgie FMH, Klinik X.________, schliesst auf Aggravation, da alle klinischen, neurologischen und neuroradiologischen Befunde negativ waren. Gest�tzt auf die medizinischen Akten und den durchgef�hrten Untersuchungen gelangte schliesslich der SUVA-Arzt im Bericht vom 12. April 2005 zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10: F45.4). Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass die zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS auftretenden Beeintr�chtigungen wenn �berhaupt eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Die Ad�quanzbeurteilung hat daher nicht nach den f�r Schleudertrauma und schleudertrauma�hnliche Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff: RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 E. 3: SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67), sondern nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen (BGE 123 V 99 E. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437). Daran verm�gen auch die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers nichts zu �ndern. Im Gegenteil wurden trotz mehreren klinischen und bildgebenden Untersuchungen keine physischen Befunde festgestellt, weshalb schliesslich in der kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung vom 12. April 2004 nur die Diagnose einer somatoformen Schmerzst�rung festgehalten wurde.
4.1 Einfache Auffahrunf�lle werden im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 E. 5.1.2). Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs w�re daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Wiese erf�llt w�re oder mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben w�ren (BGE 115 V 140).
4.2 Der Unfall vom 8. September 2003 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleiterscheinungen ereignet noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc) - von besonderer Eindr�cklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertrauma�hnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, f�r sich allein nicht zu begr�nden. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (Urteile vom 10. Februar 2006 [U 79/05] und vom 28. April 2005 [U 386/04]). Diese k�nnen beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3). Solche Umst�nde sind hier nicht gegeben, selbst wenn der Versicherte als Beifahrer zum Unfallzeitpunkt schlief, so verstauchte er sich lediglich die Hand. Nicht erf�llt ist sodann das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung. Die prim�re Unfallbehandlung beschr�nkte sich auf ambulante Physiotherapie; in der Folge waren es somatoforme Beschwerden und psychische Beeintr�chtigungen, welche zu weiteren Untersuchungen und Behandlungen Anlass gaben. Auch wenn sp�ter erneut kurzfristig physiotherapeutische Massnahmen durchgef�hrt wurden, handelte es sich insgesamt nicht um eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planm�ssigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete �rztliche Behandlung von ungew�hnlich langer Dauer (Urteile vom 14. M�rz 2005 [U 82/04] und vom 24. September 2003 [U 361/02]). Im Vordergrund stand die Behandlung eines weitgehend psychisch bedingten Schmerzsyndroms, was bei der Ad�quanzbeurteilung unber�cksichtigt zu bleiben hat (Urteil vom 10. Februar 2006 [U 79/05]). Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und massiven Komplikationen. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf gef�hrt hat. Soweit eine physisch bedingte Beeintr�chtigung der Leistungsf�higkeit bestanden hat, war sie nicht erheblicher Natur. Schliesslich ist auch das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen zu verneinen. Da somit weder eines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist noch mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfallad�quanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen.
Der Einspracheentscheid der SUVA, mit welchem die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. September 2005 eingestellt wurden, besteht mithin zu Recht, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrt. Mangels einer Unfallkausalit�t der bestehenden Beeintr�chtigungen erweisen sich auch die Begehren um Zusprechung einer Invalidenrente als unbegr�ndet.