Source: http://so-for-humanity.com2000.at/index.php?modul=content&rubrik=9&aid=1432&page=1
Timestamp: 2019-02-15 23:19:24
Document Index: 369472294

Matched Legal Cases: ['EGMR', 'Art46', 'Art53', 'Art 46', 'EGMR', 'EGMR', 'Art41', 'EGMR', 'Art. 41', 'Art. 46', '§45', '§45', 'EGMR', 'Art. 6', '§ 45', 'Art. 46', 'EGMR', 'Art. 46', 'EGMR', 'EuG', 'EGMR', 'EGMR', 'EuG', 'EGMR']

Die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: ( EGMR) haben innerstaatlich praktisch keine Konsequenzen. Dies ist sollte europaweit diskutiert werden.
Hier einige diesbzügliche Rechtssätze:
Der gesamte Entscheidungstext ist abzurufen unter:
» http://www.ris2.bka.gv.at/Ergebnis.wxe?Abfrage=Vwgh&Entscheidungsart=Undefined&Sammlungsnummer=&Index=&SucheNachRechtssatz=False&SucheNachText=True&GZ=2004%2f10%2f0032&VonDatum=&BisDatum=08.11.2008&Norm=&ImRisSeit=Undefined&ResultPageSize=50&Suchworte=&ReturnUrl=%2fSuchen.wxe%3fQueryID%3dVwgh&WxeFunctionToken=92c2f74b-36d9-4840-a8ba-11b4906bb396
VwSlg 16502 A/2004
» 2004/10/0032
B-VGNov betreffend Staatsverträge 1964;
MRK Art46 Abs1 idF 1998/III/030;
MRK Art53;
MRK Art6 Abs1 idF 1998/III/030;
MRKZP 11te;
Nach herrschender Lehre beinhaltet Art 46 Abs. 1 MRK eine völkerrechtliche Verpflichtung, verleiht den Urteilen des EGMR jedoch keine unmittelbare innerstaatliche Wirkung; dies selbst dann nicht, wenn die Europäische Menschenrechtskonvention - wie in Österreich - unmittelbar anwendbares Verfassungsrecht ist (vgl. Mayer, Zivilrechtsbegriff und Gerichtszuständigkeit, ZfV 1988, 473 ff, (482)). Ein Urteil des EGMR kann den betreffenden konventionswidrigen Akt daher weder abändern noch aufheben (vgl. etwa Frowein/Peukert, MRK-Kommentar 2, 1996, 725 Rz 3; ferner Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention2, 1999, Rz 225).
JWR_2004100032_20041122X03
MRK Art41 idF 1998/III/030;
Soweit mit einem Urteil des EGMR eine Konventionsverletzung festgestellt wird, handelt es sich - abgesehen von einem Ausspruch nach Art. 41 MRK - um ein Feststellungsurteil. (Hier war in Zusammenhang damit die Frage der Tragweite der aus Art. 46 Abs. 1 MRK erwachsenden Verpflichtungen zu prüfen).
JWR_2004100032_20041122X02
VwGG §45 Abs1 Z4;
VwGG §45 Abs1;
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom 22. Jänner 2004, Beschwerde Nr. 38185/97, Alge gg. Österreich (= ÖJZ 2004, 16 MRK 477), hat eine Verletzung des Art. 6 Abs. 1 MRK unter anderem dadurch stattgefunden, dass vor dem Verwaltungsgerichtshof eine vom Antragsteller beantragte mündliche Verhandlung nicht durchgeführt worden ist. Die Feststellung einer Verletzung der MRK ist in § 45 VwGG nicht als Grund für eine Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof angeführt. Angesichts der Art der hier festgestellten Konventionsverletzung lässt sich unter den Umständen des vorliegenden Falles aus Art. 46 MRK keine Verpflichtung ableiten, das Ausgangsverfahren wieder aufzunehmen (nähere Begründung im Beschluss).
JWR_2004100032_20041122X01
Der EGMR betont in ständiger Rechtsprechung, dass es dem betroffenen Staat obliege, die Mittel zu wählen, die in seiner innerstaatlichen Rechtsordnung heranzuziehen sind, um seinen Verpflichtungen gemäß Art. 46 MRK nachzukommen (vgl. z.B. EGMR 13.6.1979, Marckx gg. Belgien, EuGRZ 1979, 454 ff (460); EGMR 26.10.1988, Norris gg. Irland, ÖJZ 1989, 628 ff (631); EGMR 25.2.1997,Z gg. Finnland, ÖJZ 1998, 152 ff (155)); ferner Ress, Wirkung und Beachtung der Urteile und Entscheidungen der Straßburger Konventionsorgane, EuGRZ 1996, 350 ff). Er hat auch entschieden, dass sich aus der Konvention nicht eine Pflicht des betroffenen Staates zur Wiederaufnahme des Verfahrens oder zur Durchführung irgendwelcher Verwaltungsmaßnahmen ableiten lasse (EGMR 20.9.1993, Saidi gg. Frankreich, ÖJZ 1994, 322 ff (323); bestätigt in der Entscheidung der EKMR 18.10.1995, Kremzow gg. Österreich, ÖJZ 1996, 114 f (115)).
JWR_2004100032_20041122X04
Bereitstellungszeit : 0.357 Sekunden | SQL: 7 | made by powerweb99.at