Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.04.1984&Aktenzeichen=VI%20ZR%20220%2F82
Timestamp: 2018-10-21 15:50:50
Document Index: 185796535

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 823', 'Art. 103', '§ 136', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.04.1984 - VI ZR 220/82 - dejure.org
BGB § 823; GG Art. 103 Abs. 2; ZPO § 136
Arzthaftung - Medizinisches Gutachten - Sachkunde - MündlichesGutachten - Schriftliches Gutachten - Stellungnahme
NJW 1984, 1823
VersR 1984, 661
In diesen Fällen ist zur Herstellung der "Waffengleichheit" die Gewährung einer Schriftsatzfrist notwendig, damit die nicht sachkundige Partei nach Vorliegen des Protokolls sich anderweitig sachverständig beraten lassen kann und sodann zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann (vgl. BGH Urteil vom 17.08.1984, VI ZR 220/82).
Das gilt auch dann, wenn sich eine Partei zuvor durch Einholung eines Privatgutachtens auf den Termin eingerichtet hat (BGH NJW 1984 S. 1823, NJW 1988 S. 2302, Steffen/Dressler, Arzthaftungsrecht, 9. Aufl. 2002 Rn. 594 ff.).
Die Revision möchte die vom Senat entwickelten Grundsätze über die "Waffengleichheit" im Arzthaftungsprozeß (Senatsurteile vom 17. April 1984 - VI ZR 220/82 - NJW 1984, 1823 [BGH 17.04.1984 - VI ZR 220/82] und vom 31. Mai 1988 - VI ZR 261/87 - NJW 1988, 2302) auf den vorliegenden Fall anwenden.
Das hat der erkennende Senat in seinem Urteil vom 17. April 1984 - VI ZR 220/82 - (NJW 1984, 1823 [BGH 17.04.1984 - VI ZR 220/82] = VersR 1984, 661) näher ausgeführt; daran ist festzuhalten.
Zwar ist grundsätzlich bei einem nur mündlich erstatteten Gutachten den Parteien ausreichend Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben und ggf. die mündliche Verhandlung wiederzueröffnen, wenn das mündlich erstattete Gutachten detailliert angegriffen wird (vgl. BGH NJW 1984, 1823).
Soweit die Klägerin Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zitiert, bezieht sich diese auf die hier nicht vorliegende Konstellation, dass der Sachverständige ausschließlich ein mündliches Gutachten erstattet (BGH, NJW 1984, 1823) bzw. dass die mündlichen Ausführungen des Sachverständigen neue oder ausführlichere Beurteilungen ergeben (BGH, NJW 2001, 2796), was, wie oben ausgeführt, hier nicht der Fall ist.
LG Berlin, 01.02.2001 - 9 O 523/96
Die Einräumung einer gesonderten Schriftsatzfrist nach Anhörung eines Sachverständigen ist aus Gründen der "Waffengleichheit" erst dann geboten, wenn sich aus der Anhörung neue entscheidungserhebliche Umstände ergeben, zu denen die Partei mangels eigener Sachkunde im Termin nicht Stellung nehmen kann, wie dies oftmals bei Arzthaftungsprozessen der Fall ist (vgl. dazu etwa Bundesgerichtshof, Urteil vom 17. April 1984 - VI ZR 220/82 - NJW 1984, 1823).