Source: http://gosa-online.de/?show=angebot&input=ang7
Timestamp: 2018-04-27 06:29:03
Document Index: 143151114

Matched Legal Cases: ['§ 54', '§ 55', '§ 53', '§ 85', '§ 53', '§ 58']

Die Maßnahme Hilfen für Familien mit behinderten Kindern (HFbK) ist ein individuelles ambulantes Betreuungsangebot der Eingliederungshilfe nach § 54 Abs. 1 und 2 SGB XII in Verbindung mit § 55 Abs. 1 und 2 Nr. 3 und 7 SGB IX.
HFbK bedeutet einerseits die gezielte Förderung des behinderten Kindes, andererseits die Unterstützung der gesamten Familie mit dieser besonderen herausfordernden Lebenssituation umzugehen. Leistungen sollen für Familien mit Kindern ab dem 3. Lebensjahr und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erbracht werden, die in ihrem Familienverbund leben und deren Zugehörigkeit zum Personenkreis nach § 53 Abs. 1 und 2 SGB XII durch das Gesundheitsamt oder durch einen Facharzt festgestellt und bestätigt worden ist, d. h., die körperlichen Funktionen, die geistigen Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit des Kindes bzw. Jugendlichen weichen von der für das Lebensjahr typischen Entwicklung ab. In der Regel handelt es sich um:
geistig, körperlich und/oder mehrfach behinderte Kinder
sinnesbehinderte Kinder
Kinder mit autistischem Syndrom
Leistungen können auch für Familien erbracht werden, wenn die Kinder und Jugendlichen von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind.
Die Ziele der Eingliederungshilfemaßnahme HFbK richten sich nach Besonderheit, nach Art und Schwere der Behinderung des Kindes bzw. Jugendlichen und werden im Rahmen der Antragsstellung in einer Hilfeplankonferenz auf die jeweiligen Bedürfnisse des behinderten Kindes bzw. Jugendlichen und deren Familien in Kooperation aller Beteiligten abgestimmt.
Familien mit Kindern und Jugendlichen, bei denen eine seelische Behinderung im Vordergrund steht, sind von der Leistung HFbK ausgeschlossen. Hier sind Hilfen zur Erziehung (HzE) nach SGB VIII vorrangig.
GoSa e.V. erbringt multiprofessionelle Leistungen in Form von Beratung, Motivation, Unterstützung, Begleitung, Anleitung und Förderung als eine Komplexleistung, die als Anleitung zur Selbsthilfe verstanden wird. Die Maßnahme Hilfen für Familien mit behinderten Kindern bietet speziell behinderten Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien pädagogisch ausgerichtete und adäquate Hilfen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten, die dazu beitragen, die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen und langfristig zu sichern.
die Behinderung Ihres Kindes zu verstehen, diese anzunehmen und zu akzeptieren
vorhandene Ressourcen Ihres Kindes und Ihrer gesamten Familie zu erkennen, zu fördern und zu nutzen
die Selbstständigkeit und Autonomie sowie die Entwicklung der Persönlichkeit Ihres Kindes zu stärken
belastende Lebenssituationen, die bedingt durch die Behinderung Ihres Kindes entstehen, zu meistern
adäquate Bewältigungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen
die Stabilität Ihrer Familie zu stärken
beim Aufbau von sozialen Netzwerken für Ihr Kind
bei der Alltagsorientierung
und der Freizeitgestaltung
Durch die Leistungserbringung im Rahmen der HFbK soll eine stationäre Unterbringung Ihres Kindes in einer Wohngruppe, einem Heim oder einer Klinik vermieden werden. Um dieses zu gewährleisten, umfasst die HFbK ebenfalls Hilfe in folgenden Bereichen:
Die Maßnahme HFbK ist ein Dienstleistungsangebot und setzt einen Hilfeplan voraus, der den individuellen Hilfebedarf des behinderten Kindes bzw. Jugendlichen definiert (und ggf. den seiner Familie). Die darin formulierten Ziele müssen erreichbar sein, sollen weder das behinderte Kind noch die Familie überfordern. Diese Hilfeform ist von den Eltern des betroffenen Kindes bzw. des Jugendlichen – als Voraussetzung – gewollt und ausdrücklich erwünscht.
Eine weitere Voraussetzung für die HFbK ist die Zugehörigkeit des Kindes bzw. Jugendlichen zum beschriebenen Personenkreis. Des weiteren muss das behinderte Kind bzw. der Jugendliche in seiner Familie leben bzw. sollte eine Rückführung in diese kurz bevorstehen.
Die Voraussetzungen für die Übernahme der gesamten Kosten der HFbK-Maßnahme sind entweder ein geringes Einkommen, der Bezug von ALG-II-Leistungen (Hartz IV) und/oder Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente) der Eltern. Ebenso zählen aufstockende Leistungen der ARGE neben einem geringen Einkommen dazu. Als Maßnahme der Eingliederungshilfe ist die HFbK-Maßnahme also einkommensabhängig. Dies bedeutet auch, dass ein eventuelles Vermögen geprüft wird, was unter Umständen zur eigenen Kostenübernahme der Maßnahme führen kann. Es gelten die Einkommensgrenzen nach § 85 SGB XII (Siehe auch PRIVATZAHLER).
Bei einer bestehenden Bedarfsgemeinschaft wird das gesamte Einkommen, also alle zur Verfügung stehenden Leistungen, als Berechnungsgrundlage zur Bewilligung der HFbK herangezogen.
Der Antrag auf Kostenübernahme einer HFbK kann direkt von den Eltern des behinderten Kindes bzw. Jugendlichen oder seines Vormundes bzw. Pflegers beim zuständigen Sozialen Dienstleistungszentrum (SDZ), Fachamt Grundsicherung und Soziales, gestellt werden. Sinnvoll ist es, dem Antrag bereits vorliegende Arztberichte oder Gutachten, aus denen die Erkrankung bzw. Behinderung Ihres Kindes hervorgeht, beizufügen (in einem separaten geschlossenen Umschlag). Das Grundsicherungsamt leitet die Unterlagen an das zuständige Gesundheitsamt, genauer: den Jugendpsychiatrischen Dienst (JpD), weiter, der als Voraussetzung einer Maßnahme die Zugehörigkeit zum Personenkreis nach § 53 SGB XII prüft. Hier kann ein Termin für ein persönliches Gespräch vergeben werden, wobei betroffene Personen stets eine Begleitung ihrer Wahl mitnehmen können.
Parallel bekommt der Antragsteller eine „Checkliste“ vom Fachamt Grundsicherung und Soziales zugesendet, die die Wirtschaftlichkeit darstellen soll und im Rahmen der Mitwirkungspflicht des Antragstellers ausgefüllt werden muss.
Vor der Gewährung von Leistungen der Eingliederungshilfe, wird regelmäßig ein Gesamtplan nach Maßgabe des § 58 SGB XII erstellt. Hierzu findet im Rahmen der Antragstellung in der Regel die sogenannte Gesamtplankonferenz statt, in der die benötigten Wochenstunden sowie die erforderlichen Hilfen mit der betroffenen Person bzw. deren Familie, erörtert und dokumentiert werden.
Wenn die Zugehörigkeit zum bereits beschriebenen Personenkreis bei Ihrem Kindl festgestellt wurde, und alle weiteren Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten einer HFbK erfüllt sind, erhalten Sie eine Bewilligung für die beantragte Maßnahme von Ihrem zuständigen Grundsicherungsamt. In der Regel wird von diesem bei einem Erstantrag eine Bewilligungszeit von 6 Monaten ausgesprochen. Bei einem Folgeantrag kann auch für 12 Monate eine Bewilligung der HFbK-Maßnahme erfolgen.
Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben, so vereinbaren Sie gerne telefonisch einen persönlichen Gesprächstermin. um diese zu beantworten. Rufen Sie einfach an.
Unser Büro ist werktags von 10:00 bis 13:00 Uhr telefonisch zu erreichen. Die Mitarbeiter von GoSa e.V. sind Ihnen gern bei der Beantragung einer HFbK-Maßnahme behilflich und auf Wunsch begleiten wir Sie zu den damit verbundenen Behördenterminen.
Interessierte – auch Kooperationspartner, wie z. B. Schulen oder Kindertagesstätten – sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden. Gern stellen wir die HFbK-Maßnahme auch auf Eltern- bzw. Infoabenden oder Tagen der offenen Tür in Ihrer Einrichtung vor.