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Timestamp: 2020-07-02 13:00:34
Document Index: 258784855

Matched Legal Cases: ['§ 252', '§ 6', '§ 240', '§ 256', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

Inventur: Bewertung und Buchung von Inventurdifferenzen | Haufe Finance Office Premium | Finance | Haufe
Inventur: Bewertung und Buchung von Inventurdifferenzen
Wenn sämtliche Waren und Materialien in den Verkaufsräumen und im Lager aufgenommen sind, ist zu klären:
Wie viel sind die Vorräte wert?
Wie wird der neue Bestand in der Buchhaltung erfasst?
Was ist mit Schwund, Diebstahl und sonstigen Inventurdifferenzen?
Welche Bewertungsvereinfachungen gibt es?
Wie werden Teilwertabschreibungen berechnet?
Dieser Beitrag gibt dabei Hilfestellung.
Nach § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB sind Vermögensgegenstände und Schulden einzeln aufzunehmen. Steuerlich ist die Bewertung des Vorratsvermögens in § 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG und R 6.8 EStR 2012 geregelt. Die Gruppenbewertung gleichartiger Vorratsgegenstände ist nach § 240 Abs. 4 HGB zulässig (steuerlich ist dies gemäß R 6.8 Abs. 4 EStR 2012 zugelassen). Als Bewertungsvereinfachung ist die Bewertung nach dem Prinzip "last in – first out" (Lifo) handelsrechtlich nach § 256 HGB, steuerlich nach § 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG und R 6.9 EStR 2012 zugelassen (vgl. BMF, Schreiben v. 12.5.2015, IV C 6 – S 2174/07/10001, BStBl I 2015, S. 462). Die Lifo-Methode darf jedoch nicht widersinnig sein, z. B. bei verderblicher Ware wie frischem Fleisch (BMF, Schreiben v. 12.5.2015, a.a.O, Rz. 9 und R 6.9 Abs. 2 Satz 2 EStR). Die ausschließlich steuerliche Teilwertabschreibung regelt § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG. Ein niedrigerer Wertansatz darf steuerlich nur so lange beibehalten werden, wie der niedrigere Wert gegeben ist (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 EStG). Dies gilt auch für die Bewertung des Umlaufvermögens (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 EStG).
1 Inventur gemacht, was nun?
Die durchnummerierten Inventarlisten stellen lediglich das Mengengerüst der Vorräte dar. Die aufgenommenen Vermögensgegenstände sind zu bewerten und bilden dann das Wertgerüst für die Bilanz. Diese Werte bestehen in der Regel in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten. In besonderen Fällen von voraussichtlich dauernder Wertminderung sind noch Abschreibungen auf den niedrigeren Wert, den so genannten Teilwert, zu berücksichtigen.
Für die Bewertung sind Vereinfachungsverfahren zulässig. So können Sie gleichartige Vermögensgegenstände mit einem Durchschnittswert ansetzen. Bei den Verbrauchsfolgeverfahren wird dagegen eine bestimmte Abfolge bei den Ausgängen unterstellt. So gilt z. B. nach "Lifo", dass zuletzt angeschaffte Waren als erste abverkauft werden.
Beachten Sie aber für alle Bewertungsverfahren stets den Wiederbeschaffungspreis am Bilanzstichtag. Bei der Bewertung des Umlaufvermögens gilt das strenge Niederstwertprinzip. Danach ist immer der niedrigste Wert anzusetzen, der sich aus Anschaffungskosten, Markt- oder Börsenpreis ergibt.
Wenn also der Wiederbeschaffungspreis am Stichtag niedriger ist als der von Ihnen – nach welcher Methode auch immer – ermittelte Preis, so war Ihre Berechnung vergeblich. Als Inventar- und Bilanzwert ist in jedem Fall der niedrigere Wert anzusetzen.
2 Bewertung der Vorräte nach 2 Grundsätzen
Die Einzelbewertung eines Wirtschaftsguts beruht auf den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Wirtschaftsguts. Auch den Kfz-Händlern wird zugemutet, ihre Autos einzeln zu erfassen, weil deren Anschaffungskosten ohne Weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgeg...
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