Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Hoehe-des-Pflichteils--f30017.html
Timestamp: 2016-10-28 19:51:20
Document Index: 5871040

Matched Legal Cases: ['§ 2303', '§ 2303', '§ 1371', '§2311', '§ 2311', '§ 1968', '§ 1967', '§ 280']

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Erbrecht Höhe des Pflichteils
| 29.08.2007 21:33 | Preis: ***,00 € |
ich möchte Sie bitten, die Richtigkeit der Berechnug meines Pflichtteils zu überprüfen. Der Anwalt der zweiten Frau meines verstorbenen Vaters teilte mir folgendes mit:
Zutreffend ist, dass Sie am Nachlass Ihres Vaters pflichtteilsberechtigt sind. Ihr Pflichteilsanspruch besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils am Nachlass Ihres Vaters.
Die Eheleute M. hatten keinen Ehevertrag geschlossen und lebten somit im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
(Am Todestag meines Vaters, am 03.02.2005 hat die Sparkasse
das Gemsamtguthaben in Höhe von 138 8000 € bestätigt - meine Zusammenfassung des Sachverhalts ).
Dieses Sparvermögen haben die Eheleute gemeinsam angespart.
Unter der Vorbehalt einer aussergerichtlichen Erledigung der Angelegenheit ist meine Mandantin ( sie wurde im Testament als Alleinerbin bestimmt - mein Vermerk ) ohne Anerkennung irgendeiner Verpflichtung bereit, die Hälfte des vorgennanten Sparvermögens bei der Berechnung Ihres ( meines ) Pflichtteilsanspruchs in Ansatz zu bringen. Auf dieser Grundlage ergibt sich somit ein Betrag über 69 000 ( 138 000 : 2 = 69 000 ). Abzüglich der vorgenannten Überschuldung ( 6000 € Bestattungskosten - mein Vermerk ) bleibt zur Berechnung Ihres Pflichtteils massgeblicher Nachlasswert i.H.v. 63 000 €. Hiervon 1 / 12 ( es sind drei Kinder, nur ich bekomme den Pflichtteil - mein Vermerk ) ergibt zu Ihrem Gunsten eine Pflichtteilsforderung i.H.v. 5 000 €.
Ist die Berechnung richtig? Soll ich nicht 1 / 12 von dem Gesamtvermögen bekommen, also ( 138 000 - 6000 ) : 12 =
11 000 ? Laut Rudolf Marten " Erben ohne zu streiten " Seite 34 / 33 und 52 / 53 soll 1 / 12 von dem Gesamtvermögen der Zugewinngemeinschaft berechnet werden.
Warum soll die Nachlassverbindlichkeit ausschliesslich den
zu verteilenden Teil ( mit meinem Pflichtteil ) belasten, und der Teil ( die Hälfte ) der Frau bleibt frei von der Belastung?
30.08.2007 | 09:51
Sie erkundigem sich nach Ihrem Pflichtteil und haben vom Anwalt der Erbin/ des Erben ein Angebot bekommen zur außergerichtlichen Regelung bekommen.
Als Pflichtteilsberechtigter Erbe richtet sich Ihr Pflichtteilsanspruch nach den gesetzlichen Vorschriften und wird als Anteil (Erbanteil, Erbquote) vom Wert des Nachlaß des Erblassers berechnet (§ 2303 BGB).
"§ 2303 Pflichtteilsberechtigte; Höhe des Pflichtteils
(2) 1Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu, wenn sie durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind. 2Die Vorschrift des § 1371 bleibt unberührt."
Damit ist zwingend zu ermitteln, was in den Nachlaß fällt, und was der Nachlaß wert ist. Auch hierzu bestehen umfangreiche gesetzliche Vorschriften (§2311 BGB). "§ 2311 Wert des Nachlasses
(2) 1Der Wert ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln. 2Eine vom Erblasser getroffene Wertbestimmung ist nicht maßgebend."
Zu den Nachlaßverbindlichkeiten (§ 1968 BGB Beerdigungskosten, §§ 1967 ff BGB) gehören die Beerdigungskosten, die den Nachlaß schmälern, da die Ansprüche des Pflichtteilsberechtigten den Nachlaßgläubigern nachgehen.
Sie können daher lediglich 1/12 aus dem schuldenfreien Nachlass verlangen.Nach Feststellung der Aktiva (Vermögen) sind die Passiva (Verbindlichkeiten) abzuziehen. 138.800,- EUR Aktiva
6.000,- EUR Passiva
Nachlaßwert 132.000,- EUR 1/12 hierraus ist 11.000,- EUR - Sie haben auf den ersten Blick hier einen Anspruch auf Zahlung von 11.000,- EUR gegen die Alleinerbin, falls nicht weitere Umstände (Sachverhalte) hinzukommen.
Gegebenenfalls rate ich Ihnen eine Kollegen vor Ort aufzusuchen, da diese Erstberatung hier den Sachverhalt möglicherweise nicht ausreichend erfassen kann.
Rechtsanwalt Nachfrage vom Fragesteller	30.08.2007 | 16:11
Sehre geehrter Herr Lautenschläger,
ich danke Ihnen für die Antwort, die mich in der Richtigkeit meiner Auffassung des Problems bestätigte. Warum jedoch der Rechtsanwalt der Mandantin absolut falsche Berechnung durchgeführt hatte ? Er unterscheidet bestimmt zwischen dem Erbfall Ehe mit Kindern - wo die Ehegattin 1 / 2 des Erblasses bekommt - und dem Erbfall Ehe ohne Kinder - wo die Ehegattin 3 / 4 des Erblasses bekommt, was der Rechtsanwalt trotz drei Kinder hier will. Kennt dieser Rechtsanwalt keine Ethik? Kann ich mich über seine irreführende Darstellung des Problems bei einem Verein der Rechtsanwälte beschweren?
Jetzt habe ich das Geld nur auf dem Papier. Wie bekomme ich jedoch die Summe auf mein Konto? Soll ich bei weiterer Weigerung des Rechtsanwalts und seiner Mandantin, die Richtigkeit der Berechnung anzuerkennen, anwaltliche, vorgerichtliche Mahnung beantragen? Es ist für mich selbstverständlich, dass alle Kosten die zweite Frau meines Vaters tragen soll - § 280, 286 BGB.
03.09.2007 | 19:15
Sehr geehrter Fragensteller, ich rate Ihnen sich an einen Rechtsanwalt zu wenden, denn nur so ist sichergestellt, daß im Zuge einer außergerichtlichen Einigung der Wert des Nachlasses richtig berechnet (wurde etwa ein Aktivposten "vergessen" ?) wird.
Da Sie, im Falle daß es zu keiner außergerichtlichen Regelung kommt, ohnehin einen Anwalt benötigen werden, ist es ratsam bereits jetzt die Sache anzugehen.
Ein Rechtsanwalt vertritt in erster Linie die Interessen seiner Mandantschaft ist aber wie Sie richtig erkennen - als selbstständiges Organ der Rechtspflege an Recht und Gesetz gebunden. Sie können sich bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer beschweren, obwohl ich Ihnen rate das eigentliche Problem anzugehen und Ihre Kräfte hierauf zu bündeln. Da mir keine Unterlagen vorliegen, kann ich von hier aus nur schwer beurteilen, ob und warum sich die Berechnungen meines Kollegen von den üblichen Berechnungen unterscheiden.
Mit freundlichen Grüßen Peter Lautenschläger
"Bezüglich der Antwort des Rechtsanwalts muss ich feststellen, ich habe ganz unterschiedliche Berechnungen von den Rechtsanwälten bekommen. Dieser Fall ist doch ein Standardproblem in der Erbsache , ich werde trotdem die richtige Berechnung suchen müssen. "
Stellungnahme vom Anwalt: Die Bewertung fusst auf einem Vergleich mit mir unbekannten Berechnungen eines Kollegen. Fragensteller/in verkennt ,daß hier im Rahmen einer ERSTBERATUNG im Bereich des Mindesteinsatzes keine problematischen Fälle beantwortet werden können.
Bezüglich der Antwort des Rechtsanwalts muss ich feststellen, ich habe ganz unterschiedliche Berechnungen von den Rechtsanwälten bekommen. Dieser Fall ist doch ein Standardproblem in der Erbsache , ich werde trotdem die richtige Berechnung suchen müssen. ANTWORT VON
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