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Timestamp: 2016-10-21 23:47:40
Document Index: 159052108

Matched Legal Cases: ['Art. 23', 'Art. 80', 'Art. 97', 'Art. 2', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 65', 'Art. 64', 'Art. 66', 'Art. 65']

6B_190/2012 (25.05.2012)
6B_190/2012
Versuchte vors�tzliche T�tung; Strafzumessung,
des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom
15. Juni 2010 und vom 12. Juli 2010.
Am 23. Juli 2006, um ca. 05.30 Uhr, kam es im Bereich der Stadelhoferstrasse in Z�rich zwischen mehreren G�sten eines Nachtklubs zu einer t�tlichen Auseinandersetzung, wobei die Beteiligten Stich- und Schnittverletzungen erlitten. Im Verlauf des Streits besch�digte A.________ mit einem Holzpfahl das wegfahrende Auto von X.________, worauf dieser umkehrte und ohne zu bremsen oder auszuweichen auf A.________ zufuhr, der in der Mitte der Fahrbahn stand und den Holzpfahl in den H�nden hielt. A.________ wurde vom Fahrzeug erfasst und erlitt ein Sch�delhirntrauma sowie Rissquetschwunden an der linken Stirn und am linken Unterschenkel. Aufgrund des Sch�delhirntraumas bestand unmittelbare Lebensgefahr.
Am 1. September 2008 verurteilte das Obergericht des Kantons Z�rich X.________ wegen versuchter T�tung, Raufhandels, einfacher K�rperverletzung sowie Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 al. 4 des Bundesgesetzes �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (aANAG; AS 49 279) und belegte ihn mit 11 Jahren und 8 Monaten Freiheitsstrafe im Sinne einer Gesamtstrafe und als teilweise Zusatzstrafe.
Gegen diesen Entscheid liess X.________ durch seinen amtlichen Verteidiger beim Kassationsgericht des Kantons Z�rich Nichtigkeitsbeschwerde anmelden. F�r das Beschwerdeverfahren wurde ein neuer amtlicher Verteidiger bestellt. Die von diesem begr�ndete Nichtigkeitsbeschwerde hiess das Kassationsgericht am 28. August 2009 gut, nachdem es zum Ergebnis gelangt war, dass im obergerichtlichen Verfahren die Ausf�hrungen des ersten Verteidigers zum T�tungsdelikt und zur Strafzumessung ungen�gend waren. Es wies die Sache an die Vorinstanz zur�ck zwecks Wiederholung der Hauptverhandlung und anschliessender Neubeurteilung.
Nach Durchf�hrung der zweiten Hauptverhandlung sprach das Obergericht X.________ am 15. Juni 2010 der versuchten T�tung, des Raufhandels und der einfachen K�rperverletzung schuldig und verurteilte ihn am 12. Juli 2010 im Sinne einer Gesamtstrafe und als teilweise Zusatzstrafe zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren.
Die von X.________ gegen dieses Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht am 8. Februar 2012 ab, soweit es darauf eintrat.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen gegen das obergerichtliche Urteil vom 15. Juni 2010 und 12. Juli 2010 mit den Antr�gen, er sei vom Vorwurf der versuchten T�tung freizusprechen und milder zu bestrafen. Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, er habe mit T�tungsvorsatz gehandelt (Beschwerde S. 4 ff.).
1.1 Das Kassationsgericht des Kantons Z�rich hat am 8. Februar 2012 eine Nichtigkeitsbeschwerde des Beschwerdef�hrers abgewiesen, soweit es darauf eintrat. Es begr�ndet seinen Entscheid damit, dass der als erstellt erachtete objektive Tatablauf der versuchten T�tung nicht "auf einem Nichtigkeitsgrund in Form willk�rlicher Beweisw�rdigung beruht". Folglich liessen sich auch "keine erheblichen oder un�berwindbaren Zweifel in Bezug auf die Absicht des Beschwerdef�hrers, die Kollision mit dem Gesch�digten herbeizuf�hren, ableiten" (Zirkulationsbeschluss S. 20 E. IV. 3.5).
1.2 Gem�ss Art. 80 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde in Strafsachen zul�ssig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen. Nach der hier noch anwendbaren Strafprozessordnung des Kantons Z�rich (StPO/ZH) ist die Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht zul�ssig gegen Urteile und Erledigungsbeschl�sse des Geschworenengerichts und des Obergerichts als erste Instanz (� 428 StPO/ZH). Die Nichtigkeitsbeschwerde ist gegeben wegen Verletzung gesetzlicher Prozessformen zum Nachteil des Nichtigkeitskl�gers (� 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO/ZH), wobei auch die R�ge der willk�rlichen Beweisw�rdigung erhoben werden kann (NIKLAUS SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., 2004, Rz. 1072 f.). �berdies steht die Nichtigkeitsbeschwerde offen, wenn das Gericht seinen Entscheid auf aktenwidrige tats�chliche Annahmen gest�tzt hat (� 430 Abs. 1 Ziff. 5 StPO/ZH) oder wegen Verletzung materieller Gesetzesvorschriften (� 430 Abs. 1 Ziff. 6 StPO/ZH). Allerdings ist die Nichtigkeitsbeschwerde nur zul�ssig, soweit gegen eine Entscheidung nicht die Beschwerde an das Bundesgericht wegen Verletzung materiellen Gesetzes- oder Verordnungsrechts des Bundes gegeben ist (� 430b Abs. 1 StPO/ZH).
1.3 Auf die vorliegende Beschwerde ist nicht einzutreten, soweit darin ger�gt wird, der Sachverhalt sei unrichtig oder willk�rlich festgestellt worden. Zwar kann eine solche R�ge mit der Beschwerde in Strafsachen grunds�tzlich vorgebracht werden (Art. 97 Abs. 1 BGG), doch ist das obergerichtliche Urteil insoweit kein letztinstanzlicher Entscheid. Den Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts vom 8. Februar 2012 hat der Beschwerdef�hrer nicht angefochten.
Am 1. Januar 2007 ist der revidierte Allgemeine Teil des Strafgesetzbuchs in Kraft getreten. Dieses neue Recht gelangt jedoch auf Taten, welche unter Geltung des alten Rechts begangen wurden, nur zur Anwendung, wenn es f�r den T�ter das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz ist das alte Recht anwendbar (vgl. Urteil S. 99 ff. E. 8). Eine Freiheitsstrafe von h�chstens drei Jahren, bei welcher nach dem neuen Recht noch ein teilbedingter Vollzug m�glich w�re, f�llt ausser Betracht. Somit ist das neue Recht nicht das mildere.
3.1 Gem�ss Art. 18 Abs. 2 aStGB ver�bt ein Verbrechen oder Vergehen vors�tzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausf�hrt. Diese Bestimmung erfasst auch den Eventualvorsatz, welcher vorliegt, wenn der T�ter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Verwirklichung des Tatbestands f�r m�glich h�lt, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerw�nscht sein (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.1; 131 IV 1 E. 2.2; 130 IV 58 E. 8.1 f.; je mit Hinweisen).
3.2 Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrl�ssigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvors�tzlich als auch der bewusst fahrl�ssig handelnde T�ter wissen um die M�glichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite besteht somit �bereinstimmung. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrl�ssig handelnde T�ter vertraut aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit darauf, dass der von ihm als m�glich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserf�llung sich mithin nicht verwirklichen werde. Demgegen�ber nimmt der eventualvors�tzlich handelnde T�ter den Eintritt des als m�glich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich damit ab. Nicht erforderlich ist, dass der T�ter den Erfolg billigt (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.3; je mit Hinweisen).
3.3 Soweit der T�ter nicht gest�ndig ist, kann sich das Gericht f�r den Nachweis des Vorsatzes regelm�ssig nur auf �usserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln st�tzen, die ihm R�ckschl�sse von den �usseren Umst�nden auf die innere Einstellung des T�ters erlauben. Zu den �usseren Umst�nden, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, z�hlen auch die Gr�sse des dem T�ter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggr�nde des T�ters und die Art der Tathandlung. Je gr�sser das Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der T�ter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Eventualvorsatz kann unter anderem angenommen werden, wenn sich dem T�ter der Eintritt des tatbestandsm�ssigen Erfolgs infolge seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufdr�ngte, dass sein Verhalten vern�nftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolgs gewertet werden kann (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2; 133 IV 9 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.4; je mit Hinweisen).
3.4 Was der T�ter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine innere Tatsache und ist Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob angesichts der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz begr�ndet ist. Es ist allerdings nicht zu �bersehen, dass sich insoweit Tat- und Rechtsfragen teilweise �berschneiden. Das Sachgericht hat daher die in diesem Zusammenhang relevanten Tatsachen m�glichst ersch�pfend darzustellen, damit erkennbar wird, aus welchen Umst�nden es auf Eventualvorsatz geschlossen hat. Denn der Sinngehalt der dazu entwickelten Formeln l�sst sich nur im Lichte der tats�chlichen Umst�nde des Falls erschliessen. Das Bundesgericht kann daher in einem gewissen Ausmass die richtige Bewertung dieser Umst�nde im Hinblick auf den Rechtsbegriff des Eventualvorsatzes �berpr�fen (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.1; 130 IV 58 E. 8.5; je mit Hinweisen).
4.1 In tats�chlicher Hinsicht stellt die Vorinstanz folgenden Geschehensablauf fest: A.________ besch�digte das wegfahrende Auto des Beschwerdef�hrers auf der rechten hinteren Seite mit einem Holzpfahl. In der Folge fuhr der Beschwerdef�hrer die R�mistrasse aufw�rts, bog links in die Waldmannstrasse ein, bog ein weiteres Mal links Richtung Oberdorfstrasse ab, fuhr parallel zur R�mistrasse Richtung Oberdorfstrasse, bog links in die Oberdorfstrasse und endlich links in die R�mistrasse ein, um wieder stadtausw�rts zu fahren. Dies tat er in aggressiver und in einer f�r die gegebenen Verh�ltnisse schnellen Fahrweise. Auf der R�mistrasse fuhr er mit mindestens 27 km/h ohne zu bremsen oder auszuweichen auf den in der Mitte der rechten Fahrspur stehenden A.________ zu, der den Holzpfahl in den H�nden hielt. Zu diesem Zeitpunkt war die Windschutzscheibe unversehrt und die Sicht uneingeschr�nkt. Unmittelbar vor der Kollision sprang der Gesch�digte in die H�he, wurde vom fahrerseitigen Frontbereich des Fahrzeugs getroffen, rutschte �ber die Motorhaube, prallte in die Windschutzscheibe und wurde schliesslich �ber das Dach und das Heck zu Boden geworfen. Der Gesch�digte erlitt ein Sch�delhirntrauma sowie Rissquetschwunden an der linken Stirn und am linken Unterschenkel. Kurze Zeit nach der Kollision verlor er das Bewusstsein. Die Bewertung des Bewusstseinszustands nach dem Glasgow Coma Scale (GCS) ergab einen Wert von "3". Aufgrund des Sch�delhirntraumas bestand die hohe Gefahr eines zentralen Hirntodes, mithin unmittelbare Lebensgefahr. Der Gesch�digte �berlebte indessen aufgrund der raschen �rztlichen Versorgung (Urteil S. 32 ff. E. 4.1).
4.2 Die Vorinstanz erw�gt, die Fahrweise des Beschwerdef�hrers k�nne nicht anders gedeutet werden, als dass er sich bewusst war, dass er mit einer Geschwindigkeit von mindestens 27 km/h auf den Gesch�digten zufuhr, der auf der Strasse stand. Wenn er mit dieser Geschwindigkeit ohne zu bremsen oder auszuweichen direkt auf den Gesch�digten zufuhr, so k�nne dieses Fahrman�ver nur noch so verstanden werden, dass er die Absicht hatte, eine Kollision mit dem Gesch�digten herbeizuf�hren. Dies habe er im Wissen getan, dass bei einer Kollision zwischen einem Fahrzeug und einem Menschen mit einer solchen Geschwindigkeit der Mensch schwer verletzt oder sogar get�tet werden kann. Der Beschwerdef�hrer habe durch seine Fahrweise seine Sorgfaltspflichten als Fahrzeuglenker in �usserst schwerer Weise verletzt und sei ein sehr hohes Risiko eingegangen, den Gesch�digten zu verletzen oder gar zu t�ten. Sein Handeln k�nne nur noch als Inkaufnahme des Todes des Gesch�digten verstanden werden (Urteil S. 87 f. E. 6.1.2.2).
4.3 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz �ussere sich nicht zur Frage, ob er nicht bloss einfache oder schwere K�rperverletzungen statt des Todes des Gesch�digten in Kauf genommen habe. Bei einer Kollision zwischen einem Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 27 km/h und einem Menschen l�gen solche Verletzungen n�her (Beschwerde S. 7). Die Vorinstanz sei aber verpflichtet gewesen, diese beiden M�glichkeiten zu unterscheiden und konkret Gr�nde zu nennen, weshalb er nicht nur Verletzungen, sondern den Tod des Gesch�digten in Kauf genommen habe (Beschwerde S. 7). Im Wesentlichen schliesse die Vorinstanz die Inkaufnahme einer T�tung lediglich aus dem angenommenen Wissen des Beschwerdef�hrers um die M�glichkeit, dass bei einer Kollision ein Mensch schwer verletzt oder gar get�tet werden kann. Der bloss allgemeine Hinweis auf die �usserst schwere Verletzung der Sorgfaltspflichten als Fahrzeuglenker und das Eingehen eines sehr hohen Risikos reiche nicht aus, um die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrl�ssigkeit vorzunehmen (Beschwerde S. 7 f.). Wenn die Wahrscheinlichkeit von t�dlichen Verletzungen gering sei, d�rfe dem Beschwerdef�hrer nicht angelastet werden, er habe solche in Kauf genommen. Wesentlich naheliegender sei die Annahme, er habe einfache bis schwere K�rperverletzungen in Kauf genommen (Beschwerde S. 8).
4.4 Eventualvorsatz kann auch gegeben sein, wenn der Eintritt des Erfolgs sowohl objektiv als auch nach den subjektiven Vorstellungen des T�ters bloss m�glich ist. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um die M�glichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr m�ssen weitere Umst�nde hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1). Solche Umst�nde liegen namentlich vor, wenn der T�ter das ihm bekannte Risiko in keiner Weise kalkulieren und dosieren kann und der Gesch�digte keinerlei Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5; 131 IV 1 E. 2.2; 125 IV 242 E. 3f). Dies ist vorliegend der Fall, hing der Eintritt des Todes doch ausschliesslich oder �berwiegend von Gl�ck und Zufall ab. Nur der raschen �rztlichen Versorgung war es zu verdanken, dass der Gesch�digte gerettet werden konnte (Urteil S. 120 E. 10.2.2).
4.5 Darin unterscheidet sich der vorliegende Fall wesentlich von den Sachverhalten, die in BGE 133 IV 9 und BGE 133 IV 1 zu beurteilen waren. In jenen F�llen bestand eine Abwehrchance. In BGE 133 IV 9 hatte der Beschuldigte auf einem gerade verlaufenden und �bersichtlichen Streckenabschnitt ausserorts seine Geschwindigkeit beschleunigt, nachdem ihn ein anderer Fahrzeuglenker �berholen wollte, welcher seinerseits trotz des nahenden Gegenverkehrs die Geschwindigkeit ebenfalls erh�hte, so dass er frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte, obwohl er sein �berholman�ver h�tte abbrechen k�nnen. In BGE 133 IV 1 war der Beschuldigte auf der Autobahn bei 120 km/h absichtlich mit einem anderen Fahrzeug seitlich kollidiert, doch bestand die M�glichkeit, dass der Gesch�digte sein Fahrzeug durch fahrerisches Geschick stabilisierte. Im �brigen darf nicht �bersehen werden, dass diese beiden vom Beschwerdef�hrer angerufenen Urteile Strassenverkehrsunf�lle zwischen Fahrzeugen betreffen. Demgegen�ber hat der Beschwerdef�hrer im vorliegenden Fall sein Fahrzeug gleichsam als Waffe gegen einen Widersacher eingesetzt, der wehrlos auf der Fahrbahn stand.
4.6 Der Beschwerdef�hrer hat in Bezug auf allf�llige Todesfolgen mit Eventualvorsatz gehandelt. Seine Verurteilung wegen versuchter T�tung verst�sst nicht gegen Bundesrecht.
Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung (Beschwerde S. 10 ff.).
5.1 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des T�ters zu. Es ber�cksichtigt die Beweggr�nde, das Vorleben und die pers�nlichen Verh�ltnisse des Schuldigen (Art. 63 aStGB). Bei der Bemessung der Strafe hat das Gericht die Tat- und T�terkomponenten zu w�rdigen (BGE 129 IV 6 E. 6.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.6; 134 IV 17 E. 2.1 mit Hinweisen). Alleine einer besseren Begr�ndung wegen hebt es das angefochtene Urteil nicht auf, solange die Strafzumessung im Ergebnis bundesrechtskonform ist (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2c mit Hinweisen).
5.2 Der Beschwerdef�hrer bringt im Zusammenhang mit der Strafzumessung vor, es h�tte ber�cksichtigt werden m�ssen, dass bei einer Geschwindigkeit von 27 km/h die Wahrscheinlichkeit von t�dlichen Verletzungen entgegen der Annahme der Vorinstanz als vergleichsweise gering einzustufen sei (Beschwerde S. 12). Die Vorinstanz f�hrt aus, es k�nne keine Rede davon sein, dass die Wahrscheinlichkeit der T�tung bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von mindestens 27 km/h gering sei (Urteil S. 120 E. 10.2.2). Diese Feststellung ist tats�chlicher Natur. Sie kann im vorliegenden Fall mit Beschwerde in Strafsachen nicht angefochten werden, weil das angefochtene Urteil insoweit kein letztinstanzlicher Entscheid ist (siehe E. 1.3 hiervor).
5.3 Der Beschwerdef�hrer beanstandet, dass die Vorinstanz ein erhebliches bis schweres Gesamtverschulden angenommen hat und von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 14 Jahren ausgegangen ist. Sie habe nicht ber�cksichtigt, dass er mit einer Geschwindigkeit von 27 km/h gefahren sei. Die gefahrene Geschwindigkeit und davon abh�ngig die H�he der Verletzungswahrscheinlichkeit d�rften bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere nicht unbeachtet bleiben (Beschwerde S. 11). Die Vorinstanz w�rdigt, dass der Beschwerdef�hrer den Gesch�digten mit einer Geschwindigkeit von mindestens 27 km/h "�ber den Haufen fuhr" und schwer verletzte (Urteil E. 10.2.1.1 S. 118). Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt haben soll.
5.4 Der Beschwerdef�hrer bem�ngelt, die Vorinstanz ber�cksichtige das Handeln mit Eventualvorsatz nur leicht strafreduzierend. Die Wahrscheinlichkeit des Todeseintritts h�tte bei der Strafzumessung beachtet werden m�ssen, und es h�tte eine nicht bloss leichte, sondern eine erhebliche Strafreduktion zur Anwendung kommen m�ssen (Beschwerde S. 11 f.). Die Vorinstanz h�lt fest, dass das Verschulden eines T�ters, der eine Tat vors�tzlich begeht, wesentlich schwerer zu werten sei, als das Verschulden eines T�ters, der fahrl�ssig oder mit Eventualvorsatz handelt. Dass dem Beschwerdef�hrer nur eine eventualvors�tzliche Tatbegehung nachzuweisen sei, wirke sich daher leicht strafreduzierend aus (Urteil E. 10.2.1.1 S. 118). Dass die Vorinstanz nur von einer leichten Strafreduktion ausgeht, ist angesichts der gesamten Umst�nde nicht zu beanstanden.
5.5 Der Beschwerdef�hrer r�gt, es sei nicht hinreichend ber�cksichtigt worden, dass es sich um einen Versuch handelte (Beschwerde S. 12). Die Vorinstanz stellt zutreffend fest, dass der Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 aStGB zu einer fakultativen Strafmilderung gem�ss Art. 65 aStGB f�hrt. Dass es letztlich nur bei einer versuchten Tat blieb, sei nicht auf das Verhalten des Beschwerdef�hrers zur�ckzuf�hren, sondern auf gl�ckliche Umst�nde. Die Vorinstanz betont, dass der Beschwerdef�hrer nichts zum Ausbleiben des Erfolgs beigetragen hat. Der Tod des Gesch�digten sei nur deshalb ausgeblieben, weil eine rasche �rztliche Versorgung erfolgte, die jedoch nicht vom Beschwerdef�hrer veranlasst wurde (Urteil S. 94 E. 6.1.6). Dass der Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt der Kollision nur mit einer Geschwindigkeit von mindestens 27 km/h fuhr, sei in erster Linie darauf zur�ckzuf�hren, dass das Auto auf der kurzen Strecke nicht st�rker beschleunigen konnte (Urteil S. 120 E. 10.2.2). Eine Verletzung von Bundesrecht ist nicht auszumachen. Die Gewichtung des Versuchs ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil.
5.6 Weitere Gr�nde, weshalb die vorinstanzliche Strafzumessung unhaltbar sein soll, werden vom Beschwerdef�hrer zu Recht nicht geltend gemacht. Die ausgesprochene Freiheitsstrafe von 11 Jahren h�lt sich im Rahmen des dem Sachgericht zustehenden Ermessens.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Bei diesem Ausgang tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Seiner finanziellen Lage ist bei der Festsetzung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).