Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.07.2015&Aktenzeichen=IX%20ZB%2068/14
Timestamp: 2019-04-23 15:24:13
Document Index: 97722814

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 4', '§ 11', '§ 574', '§ 6', '§ 64', '§ 574', '§ 575', '§ 63', '§ 4', '§ 21', '§ 4', '§ 54', '§ 207', '§ 54', '§ 289', '§ 289', '§ 114', '§ 4', '§ 63', '§ 207', '§ 4', '§ 4', '§ 63', '§ 207', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.07.2015 - IX ZB 68/14 - dejure.org
InsO §§ 4a, 207
§§ 11, ... 2 Abs. 2 InsVV, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO, §§ 6, 63 Abs. 2, § 64 Abs. 3 Satz 1 InsO, § 574 Abs. 3 ZPO, § 575 Abs. 1 bis 3 ZPO, § 63 Abs. 2 InsO, § 4a InsO, § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 InsO, § 4a Abs. 3 Satz 2 InsO, § 54 Nr. 2 InsO, Anlage I zum Gerichtskostengesetz, § 207 Abs. 1 InsO, § 54 InsO, § 289 Abs. 3 InsO, § 289 InsO, §§ 114 ff ZPO
§ 4a Abs 3 S 2 InsO, § 63 Abs 2 InsO, § 207 InsO
Beantragung der rückwirkenden Stundung der im Eröffnungsverfahren angefallenen Verfahrenskosten durch den Schuldner; Rechtzeitige Belehrung des Schuldners durch das Insolvenzgericht über die Notwendigkeit eines Eigenantrags verbunden mit einem Antrag auf Restschuldbefreiung
InsO §§ 4a, 14 Abs. 1
Rückwirkende Beantragung der Stundung der Verfahrenskosten bei Eröffnung aufgrund Gläubigerantrags
Zulässigkeit eines rückwirkenden Antrags des Schuldners auf Stundung der im Eröffnungsverfahren angefallenen Verfahrenskosten, wenn er durch das Insolvenzgericht in einem auf einen Gläubigerantrag eröffneten Insolvenzverfahren nicht rechtzeitig über die Notwendigkeit eines Eigenantrags verbunden mit einem Antrag auf Restschuldbefreiung belehrt worden ist
InsO § 4a; InsO § 63 Abs. 2; InsO § 207
Insolvenzeröffnung auf Gläubigerantrag - und die Verfahrenskostenstundung
Schuldner kann unter Umständen rückwirkend Stundung der Verfahrenskosten beantragen
Rückwirkende Stundung von Verfahrenskosten
Vergütungsanspruch des Insolvenzverwalters gegen Staatskasse; rückwirkende Stundung der Verfahrenskosten; Hinweispflicht des Insolvenzgerichts
AG Gera, 24.10.2013 - 8 IN 225/08
LG Gera, 11.02.2014 - 5 T 544/13
NJW-RR 2015, 1319
MDR 2015, 1098
NZI 2015, 899
WM 2015, 1642
Rpfleger 2016, 49
a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es dem Schuldner verwehrt, im eröffneten Verfahren einen Antrag auf Restschuldbefreiung zu stellen, wenn er vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Vermögen auf Antrag eines Gläubigers auf die Möglichkeit hingewiesen worden ist, zur Erreichung der Restschuldbefreiung einen eigenen Insolvenzantrag verbunden mit einem Antrag auf Restschuldbefreiung zu stellen, und wenn ihm hierfür eine richterliche Frist gesetzt worden ist, bei der es sich allerdings nicht um eine Ausschlussfrist handelt (BGH, Beschluss vom 17. Februar 2005 - IX ZB 176/03, BGHZ 162, 181;… vom 3. Juli 2008 - IX ZB 182/07, ZInsO 2008, 924 Rn. 14 ff;… vom 25. September 2008 - IX ZB 1/08, ZInsO 2008, 1138 Rn. 6 f;… vom 7. Mai 2009 - IX ZB 202/07, ZInsO 2009, 1171 Rn. 6;… vom 4. Dezember 2014 - IX ZB 5/14, ZInsO 2015, 90 Rn. 8; vom 9. Juli 2015 - IX ZB 68/14, ZInsO 2015, 1734 Rn. 20).
Ein fehlerhafter, unvollständiger oder verspäteter Hinweis des Insolvenzgerichts darf dem Schuldner nicht zum Nachteil gereichen (BGH, Beschluss vom 9. Juli 2015, aaO Rn. 20 mwN).
Deswegen ist es in einem solchen Fall ausreichend, dass der Schuldner nach Verfahrenseröffnung lediglich einen (isolierten) Antrag auf Restschuldbefreiung stellt (BGH, Beschluss vom 9. Juli 2015, aaO).
Sie widerspricht dem Antragsprinzip (BGH, Beschl. v. 9. Juli 2015 - IX ZB 68/14 -, juris Rn. 19 m. w. N.).