Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.10.2011&Aktenzeichen=IX%20ZR%20115%2F10
Timestamp: 2019-03-26 09:28:26
Document Index: 273154257

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 684', '§ 826', '§ 21', '§ 684', '§ 826', '§ 21', 'BGH', '§ 684', '§ 826', '§ 21', '§ 21', '§ 684', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 58', '§ 58', 'BGH', 'BGH', '§ 684', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.10.2011 - IX ZR 115/10 - dejure.org
BGB § 684 Satz 2, § 826; InsO § 21 Abs. 2 Nr. 2 Fall 2
§ 684 S 2 BGB, § 826 BGB, § 21 Abs 2 S 1 Nr 2 Alt 2 InsO
Insolvenzverwalterhaftung: Widerspruch des Insolvenzverwalters gegen die Belastungsbuchung bei Einziehung der Forderung im Wege des Einzugsermächtigungsverfahrens trotz Abbuchungauftrag zugunsten des Gläubigers
Möglichkeit der Erklärung der Genehmigung einer Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren gegenüber dem Lastschriftgläubiger
Genehmigung einer Belastungsbuchung im Einzugsermächtigungsverfahren nicht gegenüber dem Lastschriftgläubiger
Genehmigung einer Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren nicht gegenüber dem Gläubiger; Beachtlichkeit und Unwiderruflichkeit des Widerspruchs gegen eine Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren auch dann, wenn ein Abbuchungsauftrag erteilt war (Aufgabe von BGHZ 72, 343 = WM 1979, 194)
BGB § 684 S. 2; BGB § 826; InsO § 21 Abs. 2 Nr. 2
Genehmigung im Lastschriftverfahren
InsO § 21 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2; BGB § 684 Satz 2, § 826
Kein Schadensersatzanspruch gegen Insolvenzverwalter wegen Widerspruch gegen eine Belastungsbuchung bei "doppelt begründeter Lastschrift"
Einzugsermächtigungsverfahren: Genehmigung einer Lastschrift kann nicht gegenüber Lastschriftgläubiger erklärt werden
Zur Beachtlichkeit des Widerspruchs des Schuldners bei Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren - Rechtsprechungsänderung
Genehmigung von Einziehungsermächtigungslastschriften bei doppelt begründeten Lastschriften
LG Hamburg, 04.05.2009 - 302 O 376/08
OLG Hamburg, 09.06.2010 - 13 U 76/09
NJW 2012, 146
ZIP 2011, 2206
MDR 2011, 1432
NZI 2012, 22
WM 2011, 2130
BB 2011, 2964
DB 2011, 2543
Die Genehmigung ist durch das gemeinsame Schreiben des Klägers und der Schuldnerin vom 16. November 2007 erteilt worden, das an die Schuldnerbank und damit an den richtigen Adressaten (vgl. BGH, Urteil vom 13. Oktober 2011 - IX ZR 115/10, WM 2011, 2130 Rn. 12 mwN) gerichtet war.
Ein solcher Negativbeweis führt grundsätzlich auch nicht zu einer Änderung der Beweislast (vgl. BGH…, Urteil vom 18. Februar 2009 - XII ZR 163/07, WM 2009, 2093, zitiert juris Rn. 19, 22; vom 22. Februar 2011 - XI ZR 261/09, WM 2011, 2130, zitiert juris Rn. 19; jeweils mwN).
Die auf Zahlung, hilfsweise auf Feststellung einer Zahlungspflicht gerichtete Klage enthält keine Erklärung gegenüber der ersten Zahlstelle, auf die es für die Abwicklung des Lastschriftverkehrs entscheidend ankommt (vgl. BGH, Urteil vom 13. Oktober 2011 - IX ZR 115/10, WM 2011, 2130 Rn. 12).
So habe auch das LG Hamburg (302 O 376/08) und nachgehend der BGH (Urteil vom 13. Oktober 2011, IX ZR 115/10) entschieden.
Der Senat folgt der Rechtsprechung des 9. Zivilsenats des BGH (vgl. IX ZR 37/09; IX ZR 115/10; IX ZR 231/09).
Der BGH hat in der Entscheidung IX ZR 115/10 (…[...] Rn. 8) ausgeführt:.
Die Bank hätte im Übrigen als Zahlstelle auch dem Widerspruch des Beklagten gegen die Abbuchungen keine Folge leisten dürfen, wenn der Schuldner die Kontobelastung ihr gegenüber bereits ausdrücklich, konkludent oder fiktiv genehmigt hatte (…Ellenberger in: Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, 4. Aufl., Bd. I, § 58 Rn. 56;… zur Genehmigungsfiktion in den AGB: § 58 Rn. 76 ff.; ebenso Flick, jurisPR-BKR 7/2012 Anm. 1 zu BGH IX ZR 115/10).
Denn er hatte ersichtlich nicht die Schädigung der Klägerin im Sinn, als er den Abbuchungen gegenüber der Bank widersprach, sondern die Sicherung der Masse der Insolvenzschuldnerinnen (dazu BGH IX ZR 115/10, [...] Rn. 20; auch Tetzlaff, [...] PR-BKR 5/2012, Anm. 1).
Zwar kann nicht schon in der Mitteilung der Bargeldeinnahmen durch die Schuldnerin gegenüber der Klägerin die zur Wirksamkeit der Belastungsbuchung nach § 684 Abs. 2 BGB erforderliche Genehmigung der Schuldnerin gesehen werden, denn die Genehmigung einer Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren kann nicht gegenüber dem Lastschriftgläubiger, sondern nur gegenüber der Schuldnerbank erklärt werden (vgl. BGH NJW 2012, 146).
Tut er es dennoch, greift er in eine rechtlich gesicherte Position des Lastschriftsgläubigers ein (vgl. BGH NJW 2012, 146).
Mit diesen Genehmigungen ist deren Berechtigung erloschen, den erfolgten Belastungsbuchungen zu widersprechen (vgl. insofern auch BGH, Urteil vom 13. Oktober 2011, Az.: IX ZR 115/10 = NJW 2012, 146 ff.).