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Timestamp: 2018-11-13 19:01:23
Document Index: 317586278

Matched Legal Cases: ['§ 303', '§ 303', '§ 323', '§ 20', 'BGH', '§376']

Unzurechnungsfähig? Rückspiegel abgetretten bei 2,4 Promille (Filmriss) Strafrecht Forum 123recht.net
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6.1.2006 Thema abonnieren Zum Thema: Alkohol Sachbeschädigung Schaden
Frage vom 6.1.2006 | 14:43
Alkohol Sachbeschädigung Schaden
Antwort vom 6.1.2006 | 14:48
Hallo, also über den Vorfahl wurde sogar in der Maerkischen Allgemeinen berichtet. Kann die mal nen Link geben.
Antwort vom 6.1.2006 | 15:17
Also ich war mal mit 2,7 Promille im Krankenhaus wegen Alkohol vergiftung. Wie kann es sein das 2,4 da zu wenig ist. Muss man sich erst bewusstlos trinken? Hab Alkohol noch nie gut vertragen. Da ich den Schaden verursacht habe werde ich Privat bei der Person vorbei gehen und den Schaden aus der Welt schaffen.
Hab ich dann trotzdem noch was von seiten der Polizei zu erwarten? Im Brief steht Vorladung Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen § 303 StGB
Antwort vom 6.1.2006 | 15:35
>>Alkohol Test gemacht haben wo bei mir 2,4 Promille raus kamen<<
>>Also ich war mal mit 2,7 Promille im Krankenhaus <<
>>Hab Alkohol noch nie gut vertragen.<<
Ich fürchte, dein Problem ist nicht die Sachbeschädigung ...
Das habe ich oben ja schon angedeutet. Sachbeschädigung eben!
Das ist strafbar nach § 303 StGB. Aber um verurteilt werdeen zu können, müßte man schuldfähig sein. Eine Schuldunfähigkeit nimmt man bei schweren delikten ab 3,0 Promille an. Bei leichteren Delikten, wie zum Beispiel Sachbeschädigung kann die Schuldunfähigkeit auch schon unterhalb von 3,0 angesiedelt werden, da das Gericht jeweils auf die Hemmschwelle abstellt, die von Nöten ist, ein Delikt zu begehen.
Aber soweit ich weiß, liegt das abolute Minimum bei 2,6 Promille, drunter geht gar nichts.
Also wirst du wohl bestraft werden. Ich würde dir empfehlen, einen Anwalt aufzusuchen. Vielleicht kann der erreichen, daß die Strafe wegen eingeschränkter Schuldfähigkeit gemildert wird.
Wie ebenfalls bereits gesagt, spielt der Schadensersatz hierbei keine Rolle, der ist ungeachtet dessen natürlich zu zahlen. Das würde ich auch freiwillig machen, denn sonst kommt neben dem Strafverfahren auch noch ein zivilrechtliches Verfahren dazu. Außerdem macht es beim Strafrichter auch einen guten Eindruck, wenn man den Schaden freiwillig ausgeglichen hat.
Außerdem, wie auch bereits erwähnt. Eine Schuldunfähigkeit würde dich nichts nützen, da du in diesem fall wegen Vollrauch § 323a verurteilt werden würdest. Es ist nämlich srafbar sich in einen schuldunfähigen Zustand zu begeben und dann eine Straftat zu begehen.
Antwort vom 6.1.2006 | 16:58
@ Celestine82
Gem. § 20 StGB kann die Einsichts- oder die Steuerungsfähigkeit ausgeschlossen sein, wenn man - beispielsweise - zu viel getrunken hat. Die Einsichtsfähigkeit, also die Einsicht, dass das, was man da anstellt, eine Straftat ist, hat praktisch jeder, der nicht völlig debil ist.
Mit der Steuerungsfähigkeit sieht es schon etwas anders aus. So ab 3 Promill, darunter praktisch nicht, kann es sein, dass jemand aufgrund des konsumierten Alkohols so neben sich steht, dass er sich nicht mehr steuern kann, sich also auch nicht mehr bremsen könnte. Bei jemandem, der noch die Hufe hochbekommt, um Spiegel abzutreten, ohne dabei auf die Schnauze zu fallen, wusste was er da in diesem Moment macht. Also ist die Schuldfähigkeit auch nicht aufgehoben. Sie kann eingeschränkt sein. Wenn dass der Fall ist, und das ist bei Ihnen wohl wahrscheinlich, dann KANN die Strafe gemindert werden. Sie muss es aber nicht. Die neuere BGH-Rechtstrechung verlangt, dass besondere Gründe aufgeführt werden, warum nun gemindert werden soll. Es ist also kein Selbstläufer.
Aber Sachbeschädigung ist ein relatives Antrags- und Privatklagedelikt. Ohne Strafantrag wird es nur bei besonderem öffentlichem Interesse und die öffentliche Klage wird nach §376 STPO ohnehin nur erhoben, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. Ob das gleich beim ersten Vorfall dieser Art der Fall ist, dazu kann vielelicht wastl etwas sagen, wenn der Schaden jedoch schnell und freiwillig ausgeglichen wird, macht das vielleicht nicht nur beim Richter, sondern auch schon beim Staatsanwalt einen guten Eindruck, der darüber zu entscheiden hat, ob das öffentliche Interesse für eine Anklageerhebung genügt.
Antwort vom 6.1.2006 | 19:04
Daniel.B hat natürlich recht. Ein frühzeitiger Schadensausgleich macht sich immer gut. Auch spielen Vorbelastungen eine Rolle.
Bei Beschädigungen von Autos werden meistens Strafanträge gestellt, weil die Leute zum einen mit ihren Autos sehr empfindlich sind (das ist doch meistens das Wertvollste, was jemand hat) und zum anderen befürchten, sonst keinen Ersatz von der Versicherung zu bekommen. Auf Ersatz vom Täter müssen die meisten ja lange warten.
Sachbeschädigung, Filmriss, Alkohol
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