Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2033,%20322
Timestamp: 2019-10-21 14:26:39
Document Index: 220069788

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 239', '§ 227', '§ 239', '§ 239', '§ 18', '§ 239', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 18', '§ 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 227', 'BGH', 'BGH', '§ 226', '§ 239', 'BGH', '§ 238', '§ 238', '§ 239', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', '§ 226', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', '§ 239', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.09.1985 - 2 StR 378/85 - dejure.org
https://dejure.org/1985,617
BGH, 18.09.1985 - 2 StR 378/85 (https://dejure.org/1985,617)
BGH, Entscheidung vom 18.09.1985 - 2 StR 378/85 (https://dejure.org/1985,617)
BGH, Entscheidung vom 18. September 1985 - 2 StR 378/85 (https://dejure.org/1985,617)
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§§ 239a Abs. 3, 239b Abs. 2 StGB setzen (anders als § 227 StGB) keinen "Unmittelbarkeitszusammenhang", jedoch einen "qualifikationsspezifischen Gefahrzusammenhang" voraus
Ordnungsgemäße Besetzung des Gerichts - Tateinheit oder Tatmehrheit zwischen räuberischer Erpressung und Geiselnahme - Gesteigerter Ursachenzusammenhang zwischen der Geiselnahme und dem Tod der Geiseln - Erfordernis eines qualifikationsspezifischen Gefahrenzusammenhangs
StGB § 239 a Abs. 2, § 239 b Abs. 2
StGB § 18, § 239b Abs. 2
BGHSt 33, 322
NJW 1986, 438
MDR 1986, 68
NStZ 1986, 116
NStZ 1986, 314 (Ls.)
StV 1986, 430
Dies folgt schon aus dem Umstand, dass die verschiedenen Erfolgsqualifikationen in Bezug auf die jeweiligen Grundtatbestände uneinheitlich strukturiert sind und deshalb übergreifende Kriterien nicht benannt werden können (BGH, Urteile vom 18. September 1985 - 2 StR 378/85, BGHSt 33, 322, 323; vom 15. Mai 1992 - 3 StR 535/91, BGHSt 38, 295, 298;… vgl. auch SSW-StGB/Momsen, 3. Aufl., § 18 Rn. 8;… Lackner/Kühl, StGB, 28. Aufl., § 18 Rn. 8).
Mag die Selbsttötung des Opfers die Zurechnung des Todeserfolges nach dem Grundsatz eigenverantwortlichen Handelns bei anderen erfolgsqualifizierten Delikten unter Berücksichtigung des jeweiligen Schutzzwecks im Einzelfall ausschließen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 30. September 1970 - 3 StR 119/70, NJW 1971, 152; jeweils in Abgrenzung dazu BGH, Urteile vom 17. März 1992 - 5 StR 34/92, NJW 1992, 1708; …und vom 10. Januar 2008 - 5 StR 435/07, BGHR StGB § 227 Todesfolge 6; zur Ablehnung ärztlicher Hilfe s. BGH…, Urteil vom 9. März 1994 - 3 StR 711/93, BGHR StGB § 226 Todesfolge 8; zum Eintritt der Todesfolge bei § 239b StGB im Zuge einer Geiselbefreiung vgl. BGH, Urteil vom 18. September 1985 aaO), so gilt dies im Fall des § 238 Abs. 3 StGB - wenn ein motivationaler Zusammenhang mit der Nachstellungshandlung gegeben ist und diese Motivation für das Tatopfer handlungsleitend war - nach Sinn und Zweck der Vorschrift und auf Grund ihres systematischen Zusammenhangs mit dem auf den Schutz vor einer Selbstschädigung angelegten Grunddelikt des § 238 Abs. 1 StGB nicht.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann im Hinblick auf die deutlich erhöhte Strafdrohung in § 239a Abs. 3 bzw. § 251 StGB von einer leichtfertigen Todesverursachung "durch die Tat' nur dann ausgegangen werden, wenn nicht nur der Ursachenzusammenhang im Sinne der Bedingungstheorie gegeben ist, sondern sich im Tod des Opfers tatbestandsspezifische Risiken verwirklichen, die typischerweise mit dem Grundtatbestand einhergehen (BGH, Urteil vom 18. September 1985 - 2 StR 378/85, BGHSt 33, 322 zum Tatbestand der Geiselnahme; Urteil vom 15. Mai 1992 - 3 StR 535/91, BGHSt 38, 295, 298 zu § 251 StGB).
Freilich lassen sich die gebotenen Einschränkungsmerkmale nicht generell für alle Qualifikationstatbestände mit Todesfolge formulieren, vielmehr müssen diese für jeden in Betracht kommenden Straftatbestand nach dessen Sinn und Zweck sowie unter Berücksichtigung der von ihm erfaßten Sachverhalte in differenzierender Wertung ermittelt werden (BGHSt 33, 322, 323).
Bei dieser Sachlage haftet der Körperverletzung des Angeklagten ohne Weiteres die spezifische Gefahr an, zum Tode des Opfers zu führen (vgl. BGH, Urteil vom 18. September 1985 - 2 StR 378/85, BGHSt 33, 322, 323 mwN).
Die Vorschrift des § 251 StGB ist dadurch gekennzeichnet, daß ein besonders schwerer und gefährlicher Raub vorliegt; sie greift - ebenso wie § 226 StGB - nur ein, wenn sich in dem tödlichen Erfolg die der Verwirklichung eines Grunddelikts eigentümliche tatbestandsspezifische Gefahr niedergeschlagen hat (vgl. BGHSt 31, 96, 98; 33, 322, 323).
Die gebotenen Einschränkungsmerkmale lassen sich dabei nicht generell für alle Qualifikationstatbestände mit Todesfolge formulieren, vielmehr müssen sie für jeden in Betracht kommenden Straftatbestand nach dessen Sinn und Zweck in differenzierender Wertung ermittelt werden (vgl. BGHSt 33, 322, 323; 38, 295, 298).
Der Angeklagte hat somit den Tod des Opfers nicht durch die Vergewaltigung verursacht; denn der (beendeten) Vergewaltigung haftete nicht (typischerweise) das Risiko eines tödlichen Ausgangs an, das sich im Eintritt des Todes verwirklichte (vgl. BGHSt 31, 96, 98 f. (zu § 226 StGB a.F.); 33, 322, 323 ff. (zu § 239 b Abs. 2 StGB); auch BGH, Urteil vom 23. Dezember 1998 - 3 StR 319/98 (zu § 251 StGB) :"qualifikationsspezifischer Gefahrzusammenhang").
Sie gilt deshalb nur für solche Körperverletzungen, denen die spezifische Gefahr anhaftet, zum Tode des Opfers zu führen; gerade diese Gefahr muß sich im tödlichen Ausgang niedergeschlagen haben (BGHSt 31, 96, 98; 32, 25, 28; 33, 322, 323) [BGH 18.09.1985 - 2 StR 378/85].
BGH, 09.05.2006 - 4 StR 105/06
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