Source: http://www.jurablogs.com/2015/02/19/verkehrswert-ehemaliger-volkseigener-betriebe
Timestamp: 2017-08-17 11:39:35
Document Index: 384204576

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 9', '§ 5', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 317', '§ 319']

Die Privatisierungsstelle hat bei der Ermittlung des Verkehrswerts nach § 3 Abs. 7 Satz 1 AusglLeistG, § 9 Abs. 1, § 5 FlErwV kein Ermessen. Das Ergebnis ihrer Ermittlung ist auch nicht wie ein Schiedsgutachten einer gerichtlichen Überprüfung entzogen.
Ein Leistungsbestimmungsrecht setzt nach § 315 Abs. 1 und 3 BGB voraus, dass einer der Vertragsschließenden die Leistung nach billigem Ermessen bestimmen soll. Das ist hier nach Ansicht des Klägers die Anstalt, die den von ihm geschuldeten Kaufpreis nach billigem Ermessen zu bestimmen habe. Denkbar wäre auch eine Anpassungsklausel, nach welcher die Bestimmung der Leistung entsprechend den § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB durch Urteil erfolgen soll1. Ein solches Leistungsbestimmungsrecht ist nur anzunehmen, wenn die Leistung nicht schon in dem Vertrag und den in dem Vertrag in Bezug genommenen Vorschriften oder Regelwerken festgelegt ist, sondern letztlich erst durch die Entscheidung der bestimmungsberechtigten Vertragspartei festgelegt wird2. Dabei wäre es unschädlich, wenn das Ermessen der Vertragspartei gebunden wäre. Es muss nur überhaupt bestehen3. Bei einer der Schiedsgutachtenabrede ähnlichen Vereinbarung käme es darauf an, dass die von der Partei oder dem Dritten vorzunehmende Feststellung hier des Verkehrswerts und die Ausfüllung der damit gegebenenfalls verbundenen Wertungsspielräume einer gerichtlichen Überprüfung entzogen sein sollen4.
Die Auslegung der maßgeblichen Regelung des Kaufvertrags der Parteien unterliegt der vollständigen Überprüfung durch den Bundesgerichtshof, weil es sich um eine Allgemeine Geschäftsbedingung handelt5. Die Anstalt verwendet sie in einer Vielzahl von Verträgen6.
Schon dem Wortlaut der Klausel lässt sich eine Befugnis der Anstalt oder des Gerichts zur verbindlichen Festlegung oder Feststellung des Kaufpreises nach billigem Ermessen entsprechend § 315 Abs. 1 und Abs. 3 Satz 2, § 317, § 319 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht entnehmen ...
Grundbuchbereinigung – und der Ausgleichsanspruch bei der Wohnungseigentümergemeinschaft
Veröffentlicht February 19, 2015 5:17am im Blog Rechtslupe.
Wirtschaftsrecht, Ddr Recht, Ausgleichsleistungsgesetz, Privatisierung