Source: https://www.umweltpakt.bayern.de/werkzeuge/branchenleitfaeden/module.htm?m=2
Timestamp: 2019-04-24 14:05:00
Document Index: 158075067

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 8', '§ 3']

Abfall, der nicht anfällt, muss auch nicht entsorgt werden. Damit lassen sich Energie, Rohstoffe, Emissionen und Kosten sparen. Ganz ohne Abfälle kommt aber auch die Bäckerei nicht aus. Den größten Anteil bilden verwertbare Verpackungsabfälle aus Papier und Kartonagen, Kunststoffen und Verbundmaterialien, organische Abfälle aus Produktion, Retour-Sendungen und Backnebenprodukten sowie beispielsweise Speiseöle und Fette.
Prüfen Sie zusammen mit Ihren Lieferanten, bei welchen Produkten eine Mehrwegverpackung möglich ist. In Ihrem Bewirtungsteil sollten Sie nur Mehrweggeschirr und -besteck einsetzen. Portionsverpackungen für Milch, Zucker, Senf, Ketchup etc. könnten durch Spender zur Selbstbedienung oder durch Portionen aus Großpackungen ersetzt werden. Bieten Sie Ihren Kunden den Kauf und die Nutzung wiederverwendbarer coffee-to-go- oder Thermobecher an. Gestatten Sie weiterhin, dass mit kundeneigenen Frischhalteboxen oder Taschen und Beuteln eingekauft werden kann. Übrigens: Für Transportverpackungen (Kartonagen, Paletten, Folien etc.) von Backwaren, die bei Vertreibern (Handel) anfallen, besteht eine Rücknahmepflicht. Von Bäckereien und Filialen ausgegebene Verpackungen wie Papier-Tragetaschen und -tüten sind Verkaufs- bzw. Serviceverpackungen nach dem Verpackungsgesetz (VerpackG). Setzen Sie sich zwecks Lizenzierung mit einem der dualen Systeme in Verbindung oder klären Sie mit dem/n Vorvertreiber/n der Verpackungen, ob diese zu lizenzieren sind. Eine Registrierung bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister ist ebenfalls notwendig (§§ 6 bis 8 VerpackG), die auch durch Vorvertreiber vorgenommen werden kann.
Optimieren Sie Ihre Produktionsmengen und reduzieren Sie so Retouren. Informieren Sie Ihre Kunden über den Wert von handwerklich produzierten Lebensmitteln.
Kommt es trotz bester Planung zu Überschüssen oder Fehlproduktionen. Dann sollten Sie über eine Weitergabe für soziale Zwecke oder den Verkauf zu einem verringerten Preis, z. B. ab einer bestimmten Uhrzeit, nachdenken
Gut sortiert heißt gut gespart! In umweltgerecht arbeitenden Bäckereien sollte der Anteil des Abfalls zur Beseitigung (Restmüll) 5 % des Gesamtabfallvolumens nicht überschreiten. Die Voraussetzung für eine nach der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) verpflichtende, möglichst hochwertige, d. h. stoffliche Verwertung, somit für eine in aller Regel kostengünstige Entsorgung bildet eine dem Betriebsablauf angepasste, getrennte Erfassung der Wertstoffe. Hilfreich hierfür sind an Art und Menge der Abfälle angepasste Behältnisse, die jeweils dort aufgestellt sind, wo die Abfälle anfallen. Die Abfallbehälter lassen sich durch Farben und/oder Beschriftungen voneinander unterscheiden.
Vor allem in Großbäckereien dürften mindestens acht Abfallfraktionen (AVV-Schlüssel nach Abfallverzeichnis-Verordnung) anfallen, die getrennt zu sammeln sind:
Papier und Pappe, Kartonagen (AVV-Nr. 20 01 01)
§ 3 Abs. 1 GewAbfV nennt zudem die Abfallfraktionen Holz und Textilien als getrennt zu sammelnde Abfallfraktionen. Die Wertstoffe sowie weitere, nicht in Kapitel 20 der Anlage zur Abfallverzeichnis-Verordnung aufgeführte gewerbliche und industrielle Abfälle, die nach Art, Zusammensetzung, Schad-stoffgehalt und Reaktionsverhalten Abfällen aus privaten Haushaltungen vergleichbar sind, sind getrennt zu halten und der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Von der Getrenntsammlungspflicht kann aufgrund technischer Unmöglichkeit, beispielsweise bei fehlendem Platz zur Aufstellung der Abfallbehälter, oder aufgrund wirtschaftlicher Unzumutbarkeit abgewichen werden. Abfallgemische sind einer Vorbehandlungsanlage zuzuführen. Ist eine Vorbehandlung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar, kommt eine hochwertige sonstige, z.B. energetische Verwertung in Frage. Übrigens: In der GewAbfV sind Dokumentationspflichten festgelegt (§ 3 Abs. 3, § 4 Abs. 5, § 8 Abs. 3), die für Erzeuger und Besitzer gewerblicher Siedlungsabfälle (z.B. Bäckerei) gelten. Ausnahme für Bäckereihandwerksbetriebe: Sofern es sich um eine vergleichbare Anfallstelle nach § 3 Abs. 11 VerpackG handelt, können für bestimmte Abfallfraktionen kommunale Sammelsysteme (z. B. Gelbe Tonne für Verpackungsabfälle, Papiertonne) oder sog. Branchenlösungen in Frage kommen. Informieren Sie sich bei der entsorgungspflichtigen Körperschaft (Landkreis, kreisfreie Stadt, Zweckverband) auch über die Nutzung einer Biotonne.
Leeren Sie die Gebinde vollständig aus. Sparen Sie auch, indem Sie Behältergröße und Abholrhythmen Ihrer Abfallmenge anpassen. Informationen hierzu erhalten Sie von der Abfallberatung.
Abfälle werden als gefährlich und nicht gefährlich eingestuft. Gefährliche Abfälle bringen ein erhöhtes Umweltgefährdungspotenzial mit sich, werden in Bäckereien aber nur von untergeordneter Bedeutung sein. Reste an Reinigungs- und Putzmitteln oder konzentrierten Chemikalien (z. B. feste Laugen) sind gefährlicher Abfall, welcher an GHS-Piktogrammen (GHS - Global harmonisiertes System zur Einstufung gefährlicher Stoffe) oder den davor gebräuchlichen orangefarbigen Gefahrensymbolen zu erkennen ist. Kleinere Bäckereien können unbrauchbare oder nicht mehr verwendete Kleinmengen so gekennzeichneter Produkte eventuell über die Problemabfallsammlung der entsorgungspflichtigen Körperschaft entsorgen. Sprechen Sie mit der Abfallberatung. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt die Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Altelektro- und -elektronikgeräten. Gewerbebetriebe können haushaltsübliche Altgeräte einschließlich LED-Lampen, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren kostenlos an den kommunalen Sammelstellen (Wertstoffhöfe) abgeben. Im Fall der Entsorgung anderer Elektrogeräte (gewerbliche Rührmaschinen etc.) wenden Sie sich an den Hersteller, an eine zertifizierte Erstbehandlungsanlage oder ein Entsorgungsunternehmen, das das Gerät zu einer solchen Erstbehandlungsanlage bringt. „Normale“ Gerätebatterien und Akkus können in der Regel über den Handel (Sammelkartons) oder den Wertstoffhof entsorgt werden.
Die Erstellung einer betrieblichen Arbeitsanweisung hilft, die Mitarbeitenden über Möglichkeiten zur Vermeidung von Abfällen und zur Entsorgung nicht vermeidbarer Abfälle zu informieren. Diese Anweisung sollte alle Abfallarten, die in Ihrem Betrieb anfallen, mit Trennvorgaben und Entsorgungswegen auflisten. Ferner kann überlegt werden, ob sich nicht die Ernennung einer verantwortlichen Person für die Reduzierung von Abfällen, die Abfalltrennung und deren ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung bezahlt macht.
Wassergefährdende Stoffe sind solche, die geeignet sind, die Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern. Zu dieser Kategorie gehören viele der in Betrieben gelagerten und eingesetzten flüssigen, festen und gasförmigen Stoffe wie Säuren, Laugen, organische Lösemittel, Benzin und Heizöl. Zum ordnungsgemäßen Umgang gehört übrigens auch die regelmäßige Wartung und Entleerung von Ölabscheidern. Regelungen ergeben sich unter anderem aus der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV).
100 kg Beladung ergeben einen Kraftstoffmehrverbrauch um ca. 0,1 Liter pro 100 km, bei Stadtverkehr bis zu 0,3 Liter – je nach Fahrzeugtyp.
IZU: Praxisbeispiel Fuhrparkmanagement
IZU: Praxisbeispiel Umweltmaßnahmen
LfU: Minderung öko- und klimaschädigender Abgase aus industriellen Anlagen durch rationelle Energienutzung – Großbäckerei
https://www.umweltpakt.bayern.de/ueber_uns/
Vermeiden Sie kleinere und Portionsverpackungen und nutzen Sie wo möglich nachfüllbare, Groß- und Mehrweg-Behältnisse.