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Timestamp: 2019-09-22 19:28:10
Document Index: 48210640

Matched Legal Cases: ['§ 70', '§ 1', '§ 3', '§ 70', '§ 81', '§ 58', '§ 55', '§ 81', '§ 357', '§ 356', '§ 87', '§ 87', '§ 356', '§ 356', '§ 356', '§ 58', '§ 58', '§ 357', '§ 70']

VGH Bayern, 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 - dejure.org
VGH Bayern, 18.04.2011 - 20 ZB 11.349
https://dejure.org/2011,66802
VGH Bayern, 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 (https://dejure.org/2011,66802)
VGH Bayern, Entscheidung vom 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 (https://dejure.org/2011,66802)
VGH Bayern, Entscheidung vom 18. April 2011 - 20 ZB 11.349 (https://dejure.org/2011,66802)
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Abfallrecht; Kostenbescheid; hier Schrifterfordernis der Widerspruchseinlegung mit elektronischer Post; keine grundsätzliche Bedeutung
OVG Sachsen-Anhalt, 02.05.2016 - 1 O 42/16
Widerspruchseinlegung durch E-Mail ohne qualifizierte Signatur
Die gemäß § 70 Abs. 1 Satz 1 VwGO für die Widerspruchseinlegung vorgeschriebene Schriftform kann überdies gemäß § 1 Abs. 1 VwVfG LSA i. V. m. § 3a Abs. 2 Satz 2 VwVfG nur dann durch ein elektronisches Dokument gewahrt werden, wenn dieses mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz versehen ist ( vgl. hierzu auch: OVG Sachsen, Beschluss vom 9. Juni 2015 - 3 A 63/15 -, juris; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 8. November 2011 - 4 LB 156/11 - juris [m. w. N.]; BayVGH, Beschlüsse vom 18. April 2011 - 20 ZB 11.349 - und vom 18. Juni 2007 - 11 CS 06.1959 -, jeweils juris; HessVGH, Beschluss vom 3. November 2005 - 1 TG 1668/05 - juris [m. w. N.] ).
Für die von den Parteien im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zu dessen Abschluss durch Erlass eines Verwaltungsaktes betriebene Übung der Kommunikation auch in elektronischer Form gilt nichts anderes, denn auch die gewählte Praxis kann allenfalls darüber Aufschluss geben, dass ein Rechtsbehelf im elektronischen Wege denkbar sein kann, aber nicht darüber hinaus indizieren, dass jedwede Art der elektronischen Äußerung dem Schrifterfordernis genügt ( vgl. insoweit auch: BayVGH, Beschluss vom 18. April 2011, a. a. O. ).
b) Dies verneint ein Teil der Rechtsprechung mit den folgenden Begründungserwägungen: Zunächst sei eine Belehrung, die dem gesetzlichen Wortlaut entspreche - im verwaltungs(gerichtlichen) Verfahren § 70 Abs. 1 S. 1 bzw. § 81 Abs. 1 VwGO -, nach dem zugrunde zu legenden objektiven Empfängerhorizont nicht geeignet, eine Fehlvorstellung hervorzurufen (…vgl. nur BFH, Beschl. v. 12.12.2012 - I B 127/12 -, Rn. 19;… Urt. v. 20.11.2013 - X R 2/12 -, Rn. 15 ff., beide juris, zu den entsprechenden Vorschriften der AO sowie BFH, Urt. v. 05.03.2014 - VIII R 51/12 -, Rn 25 f.;… Urt. v. 18.06.2015 - IV R 18/13 -, Rn. 20 ff., beide juris, zu den entsprechenden Vorschriften der FGO; ohne nähere Begründung auch VGH München, Beschl. v. 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 -, Rn. 3, juris).
Sie beschränkt sich allerdings nicht - was als Mindestvorgabe genügen würde (vgl. BayVGH, B.v. 18.4.2011 - 20 ZB 11.349 - juris Rn. 3 m.w.N.) - auf die Belehrung über die gesetzlichen Vorgaben nach § 58 Abs. 1 VwGO, sondern geht mit dem weitergehende Zusatz "schriftlich, zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle dieses Gerichts oder elektronisch in einer für den Schriftformersatz zugelassenen Form" darüber hinaus und nimmt dabei in der Sache Bezug auf § 55a und § 81 Abs. 1 VwGO, in dem diese Varianten der Klageerhebung geregelt sind.
Eine Belehrung entsprechend dem Gesetzeswortlaut des § 357 Abs. 1 Satz 1 AO ist aber nicht geeignet, bei einem "objektiven" Empfänger die Fehlvorstellung hervorzurufen, die Einlegung eines Einspruchs in elektronischer Form werde den geltenden Formvorschriften nicht gerecht (…so im Ergebnis auch BFH-Beschluss vom 2. Februar 2010 III B 20/09, BFH/NV 2010, 830; FG Köln, Urteil vom 30. Mai 2012 10 K 3264/11, EFG 2012, 1813; FG Düsseldorf, Urteil vom 20. November 2012 10 K 766/12 E, juris; ebenso Klein/Brockmeyer, AO, 11. Aufl., § 356 Rz 2; Schmieszek in Beermann/Gosch, AO, § 87a Rz 71; Brandis in Tipke/Kruse, Abgabenordnung/Finanzgerichtsordnung, § 87a AO Rz 5; s. auch Verwaltungsgericht Neustadt (Weinstraße), Urteil vom 22. September 2011 4 K 540/11.NW, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof München, Beschluss vom 18. April 2011 20 ZB 11.349, juris; Skrobotz, jurisPR-ITR 7/2011 Anm. 6; Braun, jurisPR-ITR 15/2011 Anm. 5; a.A. Niedersächsisches FG, Urteil in EFG 2012, 292; Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 2. Februar 2011 OVG 2 N 10.10, juris; Böwing-Schmalenbrock, Deutsches Steuerrecht 2012, 444; Große/Bludau, DB 2012, 655, 657 f.; Geuer/ Jarasch, jurisPR-ITR 16/2012 Anm. 5; Pfützenreuter, EFG 2012, 1815 f.).
Wenn aber mehrere Gesetzesnormen Bestimmungen über die Formbedürftigkeit des Einspruchs enthalten, so ist eine Rechtsbehelfsbelehrung, die nur eine der Normen ihrem Wortlaut nach wiedergibt, nicht vollständig und damit unrichtig i.S.d. § 356 Abs. 2 Satz 1 AO (vgl. auch Seer in Tipke/Kruse, Kommentar zur AO, § 356 Tz. 7, wonach die abstrakt-schlichte Wiedergabe des Wortlauts des § 356 Abs. 1 nicht ausreicht und es widersprüchlich erscheint, in den Zeiten zunehmenden Email-Verkehrs einerseits den Einspruch durch Email zuzulassen andererseits aber auf diese Möglichkeit in der Einspruchsbelehrung nicht hinweisen zu müssen, a.A. VG Neustadt, Urteil vom 22. September 2011 4 K 540/11.NW, juris; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 18. April 2011 20 ZB 11.349, juris, jeweils mit Hinweis auf den genannten BFH-Beschluss).
VG Freiburg, 30.01.2018 - 13 K 881/16
Widerspruchserhebung durch E-Mail; Benennung der Sachbearbeiter-E-Mail im …
Eine Belehrung, die den Gesetzeswortlaut wiedergibt, ist ausreichend (vgl. BFH, Beschluss vom 12.12.2017 - I B 127/12 - Bayer VGH, Beschluss vom 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 - jeweils zitiert nach juris).
Daher müsse auf die Möglichkeit der Klageerhebung in elektronischer Form nicht gesondert hingewiesen werden (VG Magdeburg, U. v. 22.07.2014 - 7 A 482/12 - VG Schleswig, B. v. 27.11.2015 - 2 B 54/15 - VG Braunschweig, U. v. 16.12.2015 - 5 A 17/14 - VG Hannover, U. v. 18.05.2017 - 7 A 5352/16 - VG B-Stadt, U. v. 06.03.2018 - 11 K 6685/16 - Bay. VGH, B. v. 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 - OVG Bremen, U. v. 08.08.2012 - 2 A 53/12.A - BFH, B. v. 02.02.2010 - III B 20/09 - BSG, U. v. 14.03.2013 - B 13 R 19/12 R - jeweils juris).
Eine Rechtsbehelfsbelehrung, die - wie hier - den Inhalt dieser maßgeblichen Vorschrift zutreffend wiedergibt, widerspricht nicht dem Gesetz und ist daher nicht unrichtig im Sinne von § 58 Abs. 2 Satz 1 VwGO (Bay. VGH, Beschluss vom 18. April 2011 - 20 ZB 11.349 -, juris; vgl. auch BFH, Beschluss vom 2. Februar 2010 - III B 20/09 - juris).
Eine Rechtsbehelfsbelehrung, die den Wortlaut der hier maßgeblichen Vorschrift enthält, ist aber objektiv zutreffend und damit ausreichend (s. auch Bay. VGH, Beschluss vom 18. April 2011 - 20 ZB 11.349 -, juris; vgl. auch BFH, Beschluss vom 2. Februar 2010 - III B 20/09 - juris).
OVG Nordrhein-Westfalen, 31.08.2016 - 15 E 222/16
Isolierter Prozesskostenhilfeantrag; Rechtsbehelfsbelehrung; Klageerhebung mit …
So OVG Bremen, Beschluss vom 25. August 2015 - 2 LB 283/14 -, juris Rn. 35 ff., Urteil vom 8. August 2012 - 2 A 53/12.A -, juris Rn. 20 ff.; Bay. VGH, Beschluss vom 18. April 2011 - 20 ZB 11.349 -, juris Rn. 3; Meissner/Schenk, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Band I, Loseblatt, Stand April 2013, § 58 Rn. 44; außerdem BFH, Urteile vom 18. Juni 2015 - IV R 18.13 -, juris Rn. 20 ff., vom 5. März 2014 - VIII R 51/12 -, juris Rn. 24 f., und vom 20. November 2013 - X R 2/12 -, juris Rn. 12 ff., Beschluss vom 12. Dezember 2012 - I B 127/12 -, juris Rn. 14 ff.; BSG, Urteil vom 14. März 2013 - B 13 R 19/12 R -, juris Rn. 12 ff.
Von daher müsse auf die Möglichkeit der Klageerhebung in elektronischer Form nicht gesondert hingewiesen werden (vgl. VG Neustadt…, Urt. vom 22.09.2011 - 4 K 540/11.NW; VG Frankfurt…, Urt. vom 08.07.2011 - 11 K 4808/10.F; VG Berlin, Beschl. vom 20.05.2010 - 12 L 253/10; BFH, Beschl. vom 02.02.2010 - III B 20/09 - der auf den Wortlaut des § 357 Abs. 1 AO hinweist, nach dem der Einspruch schriftlich einzureichen oder zur Niederschrift zu erklären ist; ähnlich: Bay. VGH, Beschl. vom 18.04.2011 - 20 ZB 11.349 - zu § 70 VwGO; für die Sozialgerichtsbarkeit: LSG Hessen…, Urt. vom 20.06.2011 - L 7 AL 87/10 - und SG Marburg…, Urt. vom 15.06.2011 - S 12 KA 295/10 - sämtlich juris).
VG Berlin, 06.09.2016 - 9 L 251.16
Aufnahme in die Jahrgangsstufe 1 einer bestimmten Grundschule
VG München, 15.11.2013 - M 21 K 12.303
Unzulässigkeit der Klage wegen Einlegung des Widerspruchs per E-Mail
FG Köln, 30.05.2012 - 10 K 3264/11
Rechtsbehelfsbelehrung auch ohne Hinweis auf email-Einspruch ordnungsgemäß
VG Gelsenkirchen, 10.01.2014 - 6z L 1397/13
Humanmedizin, Biologie, Bachelor, Zweitstudium, wissenschaftliche Gründe, …