Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=zfs%202011,%20176
Timestamp: 2020-08-13 15:37:04
Document Index: 278855206

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 39', '§ 45', '§ 45', '§ 2', '§ 2', '§ 39', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 39', '§ 45', 'Art. 80', '§ 45', '§ 45', '§ 2', '§ 45', '§ 39', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 28', 'Art. 8', '§ 28', '§ 69', '§ 28', '§ 28', '§ 69', '§ 28', '§ 28', '§ 28', 'Art. 8', '§ 28']

Rechtsprechung: zfs 2011, 176 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: VGH Bayern, 13.01.2011
https://dejure.org/2010,962
BVerwG, 18.11.2010 - 3 C 42.09 (https://dejure.org/2010,962)
BVerwG, Entscheidung vom 18.11.2010 - 3 C 42.09 (https://dejure.org/2010,962)
BVerwG, Entscheidung vom 18. November 2010 - 3 C 42.09 (https://dejure.org/2010,962)
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StVO § 2 Abs. 4 Satz 2, § 39 Abs. 1, § 45 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 9 Satz 1 und 2; Zeichen 240 (Gemeinsamer Fuß- und Radweg)
Radweg; Radwegbenutzungspflicht; Radwegebenutzungspflicht; Radfahrer; Radverkehr; Fahrradfahrer; Fahrradverkehr; gemeinsamer Fuß- und Radweg; Fahrbahn; Zeichen 240; Verkehrszeichen; Verkehrsschild; besondere örtliche Verhältnisse; qualifizierte Gefahrenlage; das ...
§§ 45 Abs. 2 Satz 1, 45 Abs. 2 Satz 2, 39 Abs. 1, 45 Abs. 1 Satz 1, 2 Abs. 4 Satz 2 StVO
Eine Radwegebenutzungspflicht darf nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Rechtsgutbeeinträchtigung erheblich übersteigt
StVO § 2 Abs. 4 Satz 2
§ 2 Abs 4 S 2 StVO, § 39 Abs 1 StVO, § 45 Abs 1 S 1 StVO, § 45 Abs 9 S 1 StVO, § 45 Abs 9 S 2 StVO
Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht; qualifizierte Gefahrenlage
Zu den Voraussetzungen für die Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht
Radwegebenutzungspflicht - Voraussetzungen
Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht im Falle des Bestehens einer aufgrund der örtlichen Verhältnisse bestehenden und das allgemeine Risiko einer Rechtsgutbeeinträchtigung erheblich übersteigenden Gefahrenlage; Errichtung von Radwegen nach Erforderlichkeit derselben ...
StVO § 45 Abs. 1 S. 1; StVO § 45 Abs. 9 S. 2
Verkehrsrecht - Radwegebenutzungspflicht - nicht immer!
tagesschau.de-Archiv (Pressebericht, 19.11.2010)
Folgen des Radweg-Urteils: Freie Fahrt für Radfahrer - oder nicht?
Keine generelle Radwegebenutzungspflicht
Keine zwingende Radwegbenutzungspflicht - Auch nicht bei Anordnung mit Verkehrszeichen
Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht nur bei konkreter Gefahrenlage zulässig - Bei geringer Gefahrenlage auf Straßen sind Radfahrer nicht zur Nutzung von Radwegen verpflichtet
BVerwGE 138, 159
NJW 2011, 1527
NZV 2011, 363
zfs 2011, 176
Besondere örtliche Verhältnisse können bei verkehrsbehördlichen Maßnahmen u. a. in der Streckenführung, dem Ausbauzustand der Strecke, witterungsbedingten Einflüssen (z.B. Nebel, Schnee- und Eisglätte), der dort anzutreffenden Verkehrsbelastung und den daraus resultierenden Unfallzahlen begründet sein (vgl. BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 - 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159 m. w. N.).
Maßgeblich für den Erfolg einer Anfechtungsklage gegen verkehrsbezogene Ge- und Verbote, die regelmäßig den Dauerverwaltungsakten zuzurechnen sind (…st. Rspr., vgl. BVerwG, Urt. v. 21.08.2003 , a.a.O. m.w.N.), ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten tatsachengerichtlichen Verhandlung (st. Rspr.;… vgl. für verkehrsbeschränkende Anordnungen u.a. BVerwG, Urt. v. 27.01.1993 - 11 C 35.92 -, BVerwGE 92, 32, Urt. v. 14.12.1994 - 1 C 25.93 -, BVerwGE 97, 214, Urt. v. 21.08.2003 , a.a.O., Urt. v. 23.09.2010, a.a.O.; Urt. v. 18.11.2010 - 3 C 42.09 -), hier also der mündlichen Verhandlung vor dem Senat am 15.06.2016.
In der Rechtsprechung des Senats war geklärt, dass § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO a.F. als in Bezug auf Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs speziellere Regelung in seinem Anwendungsbereich die allgemeine Regelung in § 39 Abs. 1 und § 45 Abs. 9 Satz 1 StVO verdrängt (…BVerwG, Urteile vom 23. September 2010 - 3 C 37.09 - BVerwGE 138, 21 Rn. 25 und vom 18. November 2010 - 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159 Rn. 23).
Maßgeblich für den Erfolg einer Anfechtungsklage ist daher regelmäßig die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten tatsachengerichtlichen Verhandlung (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. November 2010 - 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159 Rn. 14 m.w.N.).
Eine Klage gegen den Rechtsträger der nunmehr zuständigen Behörde erscheint umso mehr bei einem Dauerverwaltungsakt angezeigt, wie er hier mit dem angefochtenen Verkehrsverbot in Rede steht (vgl. BVerwG, Urt. v. 18.11.2010 - 3 C 42.09 -).
Maßgeblich für den Erfolg einer Anfechtungsklage gegen verkehrsbezogene Ge- und Verbote, die regelmäßig den Dauerverwaltungsakten zuzurechnen sind (…stRspr, vgl. BVerwG, Urt. v. 21.08.2003 , a.a.O. m.w.N.), ist regelmäßig die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten tatsachengerichtlichen Verhandlung (stRspr; vgl. für verkehrsbeschränkende Anordnungen u.a. BVerwG, Urt. v. 27.01.1993 - 11 C 35.92 -, BVerwGE 92, 32 u. v. 14.12.1994 - 1 C 25.93 -, BVerwGE 97, 214 , v. 21.08.2003 , a.a.O., Urte. v. 23.09.2010 - 3 C 32.09 - u. 3 C 37.09 -, v. 18.11.2010 - 3 C 42.09 -), hier also der mündlichen Verhandlung vor dem Senat.
Ob hierbei die durch die 46. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 05.08.2009 (BGBl. 2631) eingeführten Änderungen außer Betracht zu bleiben haben und stattdessen auf die entsprechenden Vorschriften in der Fassung der Verordnung vom 26.03.2009 (BGBl. S. 734) abzustellen ist, weil jene wegen eines Verstoßes gegen das Zitiergebot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG insgesamt nichtig sei (vgl. hierzu die Verlautbarung des BMVBS v. 13.04.2010, www.fahrradakademie.de/stvo-novelle/index.phtml bzw. www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/StB-LA/strassenverkehrsordnung.html; BT-Drs. 17/2611 v. 20.07.2010; auch BVerwG. Urt. v. 18.11.2010, a.a.O.), kann dahinstehen, da die hier maßgeblichen Rechtsgrundlagen durch die 46. Änderungsverordnung keine materielle Veränderung erfahren haben.
VGH Baden-Württemberg, 15.09.2014 - 1 S 1010/13
Zur sachlichen Zuständigkeit für eine Anordnung gegenüber einem …
Bei Vorliegen einer bestandskräftigen Verfügung wird die Möglichkeit einer Anfechtungsklage wieder eröffnet, wenn die Behörde in der Sache neu entscheidet, ohne sich auf die Bestandskraft zu berufen; dann ist die volle gerichtliche Überprüfbarkeit des Zweitbescheids gegeben (…vgl. BVerwG, Urt. v. 27.01.2010 - 6 C 22.08 - NVwZ 2010, 1359, juris Rn. 12; Urt. v. 18.11.2010 - 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159, juris Rn. 13, m.w.N.).
Ihm wurde jedoch die Möglichkeit einer Anfechtungsklage dadurch wiedereröffnet, dass die Beklagte über sein Überprüfungs- und Aufhebungsbegehren durch die Ablehnung seines Antrags vom 23. November 2016 mit dem angegriffenen Bescheid vom 11. August 2017, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen ist, in der Sache entschieden hat, ohne sich auf die Bestandskraft der Regelung zu berufen (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 8. November 2010 - 3 C 42.09 -, www.bverwg.de, Rn. 13 m.w.N.; VG Köln…, Urteil vom 8. Mai 2015 - 18 K 189/14 - juris, Rn. 32).
Verkehrsbezogene Ge- und Verbote in Form von Verkehrszeichen - zu denen auch die hier in Rede stehenden Verkehrszeichen 244.1 und 244.2 gehören - sind den Dauerverwaltungsakten zuzurechnen (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 18. November 2010 - 3 C 42/09 -, juris, Rn. 14 m.w.N.).
§ 45 Abs. 9 Satz 2 StVO besagt, dass die Straßenverkehrsbehörde bei Vorliegen der tatbestandlichen Voraussetzungen - einer qualifizierten Gefährdungslage - nach pflichtgemäßem Ermessen über die Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht zu entscheiden hat (vgl. dazu auch Urteil vom 18. November 2010 - BVerwG 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159 Rn. 17 m.w.N.).
Im Übrigen ist in der Rechtsprechung auch des Bundesverwaltungsgerichts bereits hinreichend geklärt, dass für die Wertung, ob die in § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO vorausgesetzte besondere Gefährdungslage vorliegt, auch auf die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen zurückgegriffen werden kann (vgl. Urteil vom 18. November 2010 - BVerwG 3 C 42.09 - BVerwGE 138, 159 Rn. 27); davon gehen auch die Instanzgerichte aus (vgl. etwa VGH Mannheim, Urteil vom 10. Februar 2011 - 5 S 2285/09 - VKM 2012, 12 m.w.N.).
Das Verkehrszeichen begründet zwar kein Verbot der Benutzung der Straße (zu der auch Radwege zählen), wohl aber einen Ausschluss der Fahrradfahrer von der Benutzung der Fahrbahn (§ 2 Abs. 1 StVO) und damit eine Beschränkung in Bezug auf die allgemeine Verkehrsregel, dass Fahrzeuge einschließlich Fahrräder die Fahrbahn benutzen (vgl. BVerwG, Urt. v. 18.11.2010 - 3 C 42/09 -, juris Rn 18).
Als in Bezug auf Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs speziellere Regelung konkretisiert und verdrängt § 45 Abs. 9 Satz 3 StVO in seinem Anwendungsbereich die allgemeine Regelung in § 39 Abs. 1 und § 45 Abs. 9 Satz 1 StVO (vgl. für die seinerzeitige Rechtslage zu § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO a. F.: BVerwG Urt. v. 18.11.2010, a.a.O., Rn 23).
Im Übrigen kommt nach den einschlägigen Regelungen der VwV-StVO die Anlage von Radwegen im Allgemeinen dort in Betracht, wo es die Verkehrssicherheit, die Verkehrsbelastung und der Verkehrsablauf erfordern(vgl. BVerwG, Urt. v. 18.11.2010, a.a.O., Rn 17 ff, m.w.N.).
In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass für die Wertung, ob eine besondere Gefahrenlage im Sinne von § 45 Abs. 9 Satz 3 StVO vorliegt, neben der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur StVO die in der ERA enthaltenen technischen Regelwerke zumindest Anhaltspunkte liefern (vgl. Nds. OVG, Beschl. v. 01.02.2016 - 12 LA 211/16 -, juris Rn 20, unter Bezugnahme auf: BVerwG, Urt. v. 18.11.2010 - 3 C 42.09 -, juris Rn 27 u. Beschl. v. 16.04.2012 - 3 B 62.11 -, juris Rn 15;… VGH BW, Urt. v. 10.02.2011 - 5 S 2285/09 -, juris Rn 44;… BayVGH, Urt. v. 06.04.2011 - 11 B 08.1892 -, juris Rn 36).
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.06.2019 - 8 B 821/18
VG Köln, 08.05.2015 - 18 K 189/14
Radfahrer muss den Radweg benutzen
Klage gegen Radwegbenutzungspflicht/Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow: …
VG Freiburg, 04.04.2019 - 10 K 3398/18
VG Köln, 25.07.2014 - 18 K 4458/13
Radwegbenutzungspflicht; qualifizierte Gefahrenlage; Schwerverkehr; …
VG Köln, 01.09.2017 - 18 K 1317/15
VG Köln, 25.07.2014 - 18 K 367/14
Radwegbenutzungspflicht; qualifizierte Gefahrenlage; Einschätzungsprärogative; …
VG Köln, 09.05.2014 - 18 K 1944/13
Radwegbenutzungspflicht; qualifizierte Gefahrenlage; ERA 2010; Lkw; Sogwirkung
VG Arnsberg, 22.07.2020 - 7 L 381/20
OVG Sachsen, 10.07.2012 - 3 A 945/10
Zur Frage der Rechtmäßigkeit der Festlegung einer Radwegebenutzungspflicht (hier …
VG Köln, 08.09.2014 - 18 K 6983/13
Anordnung von Schutzstreifen für Radfahrer
VG Hannover, 19.02.2020 - 7 A 5411/18
Straßenverkehrsbehördliche Anordnung der Stadt Rinteln, die das Befahren der …
VG Hamburg, 27.01.2020 - 15 E 5647/19
Erfolgreicher Eilantrag gegen die im Rahmen des Projekts "Ottensen macht Platz" …
VG München, 08.07.2014 - M 23 K 13.3214
Absolutes Halteverbot; objektive Gefahrenlage verneint; Ermessensausfall; …
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.03.2018 - 8 A 1247/16
Streit um die Ablehnung eines Antrags auf Anordnung verkehrsbeschränkender …
VG Braunschweig, 04.12.2019 - 6 A 532/18
Streckensperrung für Krafträder (Verkehrszeichen 255)
Verkehrsversuch; Tonnagebeschränkung; Ermessensbetätigung
VG München, 22.05.2013 - M 23 M 13.1132
Erinnerung gegen Kostenfestsetzungsbeschluss; Antragsbefugnis; auswärtiger …
VG Ansbach, 17.10.2013 - AN 10 K 12.01395
Benutzungspflichtiger Radweg; qualifizierte Gefährdungslage; Abweichung von …
VG München, 06.07.2017 - M 23 K 16.2179
Sperrung eines Wegs für Reiter und Gespannfuhrwerke
VG München, 18.09.2012 - M 23 K 11.3049
Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht; qualifizierte Gefahrenlage; gemeinsamer …
VG Bayreuth, 12.09.2014 - B 1 K 13.837
Klage gegen Radwegbenutzungspflicht
https://dejure.org/2011,17690
VGH Bayern, 13.01.2011 - 11 C 10.2462 (https://dejure.org/2011,17690)
VGH Bayern, Entscheidung vom 13.01.2011 - 11 C 10.2462 (https://dejure.org/2011,17690)
VGH Bayern, Entscheidung vom 13. Januar 2011 - 11 C 10.2462 (https://dejure.org/2011,17690)
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Verhängung einer isolierten Sperre keine Maßnahme im Sinn von § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV;Gleichstellung mit den in Art. 8 Abs. 2 der Richtlinie 91/439/EWG genannten Maßnahmen Tschechische Fahrerlaubnis; Feststellung der Nichtberechtigung; Verstoß gegen das ...
§ 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2, 3, 4 Sätze 2 und 3 FeV, § 69a Abs. 1 Satz 3 StGB
Fahrerlaubnisrecht: Isolierte Sperre und Erwerb einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis | Abgelaufene aber noch im Verkehrszentralregister eingetragene isolierte Sperre; Erteilung einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis nach Ablauf der Sperrfrist; Eingetragener deutscher ...
VG Augsburg, 18.08.2010 - Au 7 K 10.543
Nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (Beschluss vom 13.1.2011 Az. 11 C 10.2462, ZfS 2011, 176) schließe diese Regelung die Annahme einer planwidrige Regelung und damit eine analoge Anwendung des § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV auf die isolierte Sperre aus.
Ist es aber danach ausreichend, dass einer Person die Fahrerlaubnis nur partiell aberkannt wurde oder dass ihre Gültigkeit vorübergehend suspendiert wurde, so erscheint es erst recht angezeigt, dem Aufnahmestaat das Recht zur Nichtanerkennung einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis dann zuzubilligen, wenn die vollständige Nichteignung des Betroffenen festgestellt wurde (so auch BayVGH vom 13.1.2011, Az. 11 C 10.2462; VG Neustadt vom 14.10.2010 Az. 6 L 953/10.NW, beide Juris).
Nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (Beschluss vom 13.1.2011, a.a.O.) schließt diese Regelung die Annahme einer planwidrigen Regelungslücke und damit eine analoge Anwendung des § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV auf die isolierte Sperre aus.
Insoweit kann dahinstehen, ob die mit Urteil des Amtsgerichts Menden (Sauerland) vom 24. September 2001 gegen den Antragsteller verhängte Festsetzung einer isolierten Sperrfrist nach § 69a Abs. 1 Satz 3 StGB für die (Wieder)Erteilung einer Fahrerlaubnis bei wertender Betrachtung einer gerichtlichen Entziehung der Fahrerlaubnis im Sinne von § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV gleichzustellen ist, so VGH Bad.Württ., Beschluss vom 18. November 2010 10 S 1837/10 , juris, Rn. 6 (= Blutalkohol 48 [2011], 118); ähnlich auch schon OVG NRW, Beschluss vom 13. Oktober 2009 16 B 1067/09 , juris, Rn. 5 (= NZV 2010, 167 = VRS 118 [2010], 228 = Blutalkohol 47 [2010], 259); anderer Ansicht Bayer. VGH, Beschluss vom 13. Januar 2011 11 C 10.2462 , juris, Rn. 20 bis 22 (= Blutalkohol 48 [2011], 121); VG Berlin, Beschluss vom 6. Dezember 2010 4 L 425.10 , juris, Rn. 16, bzw. ob die Bestimmung des § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 FeV nicht nur während des Laufes der Sperrfrist der Anerkennung einer EU/EWRFahrerlaubnis entgegensteht, sondern die Sperrzeitverhängung wie die in § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV genannten Tatbestände ohne eine entsprechende zeitliche Begrenzung die Anerkennung einer ausländischen Fahrerlaubnis ausschließt.
vgl. hierzu Bayer. VGH, Beschluss vom 13. Januar 2011 11 C 10.2462 , a.a.O., Rn. 21.
Dieser Auffassung ist der Senat bereits in seinem Beschluss vom 13. Januar 2011 Az. 11 C 10.2462 (zfs 2011, 176) entgegengetreten.
Um einen derartigen Umtausch im Sinn von Art. 8 Abs. 1 der Richtlinie 91/439/EWG handelt es sich schon deshalb vorliegend nicht, weil der Führerschein des Klägers aus dem Jahr 2006 nicht von einem anderen Mitgliedsstaat als dem Ausstellermitgliedsstaat unter Prüfung der Gültigkeit des zum Zwecke des Umtausches in eine inländische Fahrerlaubnis vorgelegten ausländischen Führerscheins ausgestellt worden ist (vgl. BayVGH, Beschl. vom 24.1.2012, Az. 11 ZB 11.1896 und Beschl. vom 13.1.2011, Az. 11 C 10.2462, RdNr. 19; sowie zur vorliegenden Konstellation BayVGH, Beschl. vom 9.8.2012, Az. 11 C 12.1631 - Juris).
Dass sich die Nichtberechtigung des Klägers, mit seiner tschechischen Fahrerlaubnis fahrerlaubnispflichtige Fahrzeuge im Inland zu führen, unmittelbar aus § 28 Abs. 4 FeV ergibt und es einer Entziehungs- bzw. Aberkennungsverfügung nicht bedarf, entspricht auch der ständigen Rechtsprechung des Bayer. Verwaltungsgerichtshofs (vgl. BayVGH, B.v. 13.01.2011, Az: 11 C 10.2462 m.w.N.).