Source: http://www.gomopa.net/Finanzforum/wer-kennt-was-meint-ihr-dazu/jens-blaume-unternehmensberatung-concept-1-unternehmensberatung-154930.html
Timestamp: 2017-10-17 04:03:39
Document Index: 316189846

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 111', '§ 20', '§ 43', '§ 43', '§ 40', '§ 32', '§ 1', '§ 134', '§ 134', 'Art. 3']

Jens Blaume Unternehmensberatung - Concept 1 Unternehmensberatung - Wer kennt, was meint Ihr dazu? - Finanznachrichten
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Jens Blaume Unternehmensberatung - Concept 1 Unternehmensberatung
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Der Inhaber der Firma Concept 1 befindet sich in Untersuchungshaft.
Kapitalanleger konnten in der Vergangenheit bei der Firma Concept 1 bzw. deren Inhaber unterschiedliche Geldanlagegeschäfte tätigen. So wurde ihnen einmal angeboten, Aktien von Daxunternehmen, die grundsätzlich nur deren Mitarbeitern zustünden weit unterhalb des Börsenpreises zu erwerben oder sich selbst als stiller Gesellschafter an der Firma Concept 1 zu beteiligen. Die Aktien sollten dann nach Ablauf einer Sperrfrist zum aktuellen Börsenkurs verkauft werden können und den Anlegern wurden Renditen von mind. 20 % versprochen, wobei den Anlegern auch suggeriert wurde, dass die versprochenen Renditen über abgeschlossene Versicherungen garantiert wären.
Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft, da die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass wohl ein Schneeballsystem vorlag
* Rechtsanwälte Engelhard, Busch & Partner
Erbsenbodenstraße 34
Die Kanzlei Engelhard, Busch und Partner vertritt geschädigte Anleger der Firma Concept 1 aus Lauf bei Nürnberg.
Die Firma Concept 1 bot den Anlegern Mitarbeiteraktien von DAX Firmen, wie z. B. Siemens, SAP, BMW, Daimler, Münchener Rück, Allianz etc. sowie Aktien von international tätigen Aktiengesellschaften, wie Apple, IBM und Samsung, an, wobei den Anlegern dabei vorgegaukelt wurde, dass für sie ein Depotkonto bei der Deutschen Bank bzw. deren Tochtergesellschaft maxblue eröffnet würde und die Anleger die entsprechenden Mitarbeiteraktien zu einem Kurs unter dem aktuellen, an der Börse geltenden Kurs erwerben könnten.
Argumentiert wurde damit, dass es den Firmen egal sei, wer die Mitarbeiteraktien beziehen würde, da die Unternehmen ein Interesse an einer breiten Streuung ihrer Wertpapiere hätten und es den Unternehmen nur darum ginge, sich gegen feindliche Übernahmen zu behaupten.
Diese Ausführungen dürften unrichtig sein, denn mit der Ausgabe von Mitarbeiteraktien wird lediglich der Zweck verfolgt, Mitarbeiter an den Arbeitgeber bzw. an die ausgebende Firma zu binden und diesen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich am Unternehmen zu beteiligen.
Externe Anleger können solche Mitarbeiteraktien nicht erwerben und es besteht für diese Mitarbeiteraktien auch kein Markt.
Der Kanzlei Engelhard, Busch & Partner liegt mittlerweile ein Schreiben der Deutsche Bank vor, in dem diese mitteilt, dass für einen Anleger, der Firma Concept 1 kein Depot und kein Depotkonto eingerichtet wurde, obwohl ihm dies seitens der Firma Concept 1 versprochen wurde.
Die Geschäftsbeziehung zur Firma Concept 1 wurde oft über Anlageberater hergestellt.
Neben möglichen Schadensersatzansprüchen gegenüber der Firma Concept 1 (www.kanzlei-ebp.de/anlagefirmen/concept-1.html) und deren Inhaber dürften unter Umständen auch Schadensersatzansprüche gegenüber den Anlageberatern bestehen, die die Concept 1-Anlage vertrieben haben. Anlageberater haben nämlich zu überprüfen, ob die angebotene Anlage wirtschaftlich plausibel ist.
Betroffene Anleger sollten umgehend reagieren, da Schadensersatzansprüche möglichst bald durchgesetzt werden sollten.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt aktuell gegen den Inhaber der Firma Concept I wegen des Verdachts der Vornahme verbotener Geschäfte und des Handelns ohne Erlaubnis.
Aktuell kann nur gemutmaßt werden, ob es sich vorliegend um ein sog. Schneeballsystem handelt und die Gelder der Kunden nie investiert wurden – dann würde sich um Betrug handeln - oder ob lediglich ohne entsprechende Bankerlaubnis gehandelt worden ist. In jedem Falle stehen Kunden der Firma Concept I Schadensersatzansprüche gegen die Firma Concept I bzw. deren Inhaber zu.
Daher hat Rechtsanwalt Siegfried Reulein, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Nürnberg, für einen geschädigten Kunden einen Arrestbeschluss bei dem Landgericht Nürnberg-Fürth zur Sicherung der Ansprüche des Geschädigten bewirkt.
Unklar ist, ob das verbliebene Vermögen der Firma Concept I ausreichen wird, um alle Ansprüche der geschädigten Kunden zu befriedigen. Daher sollten betroffene Kunden schnellstmöglich mit anwaltlicher Hilfe versuchen, die von ihnen investierten Anlagebeträge zurückzuholen, um nicht im Falle des Wettlaufs der Gläubiger unter Umständen das Nachsehen zu haben.
Daneben bestehen nach Einschätzung von Rechtsanwalt Reulein für die geschädigten Kunden gute Aussichten, Schadensersatzansprüche erfolgreich gegen die Vermittler der Anlageangebote geltend zu machen. Rechtsanwalt Reulein ist überzeugt: „Die eingesetzten Vermittler hätten bei Durchsicht der den Kunden überlassenen Vertragsunterlagen und Prüfung der Plausibilität des Anlageangebots argwöhnisch werden müssen und hätten daher den Kunden dieses Anlageangebot nicht unterbreiten dürfen.“
20.08.2013, 21:32
Der Inhaber der Firma Concept 1 Herr Jens Blaume wurde zwischenzeitlich von den Ermittlungsbehörden verhaftet und befindet sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth in Untersuchungshaft.
Nach den bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth besteht der Verdacht, dass Herr Blaume eingenommene Gelder tatsächlich nicht wie versprochen anlegte, sondern im Wege eines Schneeballsystems zur Bezahlung der Forderungen früherer Gläubiger heranzog.
Darüber hinaus soll er mehrere Millionen für die Bezahlung von Vermittlern sowie für private Zwecke verwendet werden.
Die Firma Concept 1 bzw. deren Inhaber Herr Blaume gaukelte den Anlegern vor, dass diese mit dem Kauf von Mitarbeiteraktien hohe Renditen erzielen könnten.
Seitens der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurden Vermögenswerte gesichert. Ziel des Rückabwicklungsverfahrens ist es, den durch die Straftat betroffenen Geschädigten Schadensersatz zu ermöglichen.
Jeder Geschädigte muss jedoch selbst aktiv werden und seine eventuellen Schadensersatzansprüche selbst gerichtlich geltend machen. Ein Verteilungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft findet nicht statt.
Sollte keine Maßnahme durch den Geschädigten unternommen werden, erhält der Beschuldigte möglicherweise die gesicherten Vermögenswerte wieder zurück. Nur im Wege der Zwangsvollstreckung kann auf die gesicherten Vermögenswerte zugegriffen werden. Dies setzt zivilrechtliche Titel voraus.
Die Angelegenheit stellt sich äußerst eilbedürftig dar, da in der Zwangsvollstreckung das Prioritätsprinzip gilt, d. h. "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Die Erfolgsaussichten für die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen sind bei einem schnellen Zugriff wesentlich höher.
Kanzlei Engelhard, Busch & Partner erwirkt erste Arrestbefehle- und Pfändungsbeschlüsse!
23.08.2013, 09:38
Rechtsanwalt Siegfried Reulein, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Nürnberg, der bereits für mehrere Kunden der Firma Concept I erfolgreich Vollstreckungstitel bewirkt hat, rät Betroffenen dringend zur schnellstmöglichen gerichtlichen Geltendmachung zur Sicherung ihrer Ansprüche. Denn es steht zu befürchten, dass Geschädigte leer ausgehen könnten, die zu lange mit der Geltendmachung ihrer Ansprüche zuwarten.
Ungeachtet der Möglichkeit der Geltendmachung von Ansprüchen gegen die Firma Concept I bestehen nach Einschätzung von Rechtsanwalt Reulein für die geschädigten Kunden, die durch Vermittler zur Geldanlage bei der Firma Concept I veranlasst worden sind, in vielen Fällen gute Aussichten, auch Schadensersatzansprüche erfolgreich gegen ihre Vermittler geltend zu machen, da diesen häufig mehrere Versäumnisse bei der Vermittlung bzw. Beratung von Concept I-Kunden vorgehalten werden können.
Concept 1: Die Liste der beschlagnahmten Autos, Uhren und Gemälde
Seit der Veröffentlichugn der Liste der beschlagnahmten Autos, Uhren und Gemälde bei dem am 5. Juni 2013 verhafteten Concept 1-Inhaber Jens Blaume (41) aus Nürnberg vor drei Wochen im
hat ein Gläubiger-Wettlauf um das Vermögen eingesetzt. Die Gegenstände haben maximal einen Wert von 5 Millionen Euro. Der Schaden der 120 Anzeigenden beläuft sich aber auf 20 Millionen Euro.
Lesen Sie dazu unseren Bericht
Concept 1-Chef in U-Haft: Gläubiger-Wettlauf um Autos, Uhren und Gemälde
Hier die Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft Nürnberg Fürth im Bundesanzeiger vom 9. August 2013:
Name Bereich Information V.-Datum
508 Js 1516/12 (VA)
Benachrichtigung über die Sicherstellung von Vermögenswerten zugunsten der aus einer Straftat Geschädigten im Rahmen der Rückgewinnungshilfe (§ 111 e Absatz 3 und 4 StPO)
In einem bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth unter dem oben genannten Aktenzeichen
anhängigen Ermittlungsverfahren wurde durch Beschluss des Amtsgerichtes Nürnberg,
Geschäftszeichen 58 Gs 3916/13, vom 08.05.2013 zum Zwecke der Rückgewinnungshilfe
zugunsten der durch die Straftat Geschädigten ein dinglicher Arrest in Höhe von 4.950.078,10
EUR in das Vermögen des
BLAUME Jens
geb. 20.08.1972 in Nürnberg
led., deutscher Staatsangehöriger
wh. Am Stadtpark 100, 90409 Nürnberg
– Schuldner –
In Vollziehung dieses dinglichen Arrestes konnten bereits folgende Vermögenswerte
bei o. g. Schuldner gesichert werden:
1 Bild des Künstlers James Rizzi
„Living in the USA“ mit Rahmen
Obergerichtsvollzieherin Renate
Sulzbacher Str. 83, 90489 Nürnberg
„My New York City“
„People who like to connect“ mit Rahmen
unbekanntes Motiv
1 größeres Bild unbekannter Künstler,
Herren ROLEX Armbanduhr,
Perpetual Rolestor (WG),
Serien-Nr. V122447
CARTIER Armbanduhr, Calibre,
Edelstahl Automatik
Individual-Nr. 3389790536RX
Edelstahl, 18k Rotgold Automatik
Individual-Nr. 477720RX
Herren ROLEX Taucheruhr,
Submariner, Oyster Perpetual Stahl,
Serien-Nr. FP734578
ROLEX Armbandruhr, Daytona
Individual-Nr. 93H69812
CHOPARD Herren Chronograf,
Referenz-Nr.: 168992-3001
Individual-Nr. 3578107124TX
ROLEX Armbanduhr, Explorer 2,
Individual-Nr. 8563A6Y3
hinterlegtes Bargeld
Hinterlegungsstelle AG Nürnberg,
70 3 HL 107/13
Pkw Audi Q 3, weiß,
amtl.
Kz. LAU-QS 300,
Erstzulassung 27.07.2012,
FIN: WAUZZZ8U6CR046079
Pkw VW Golf VII, 2.0 TDI Blue
Motion, grau,
amtl. Kz. WUG-AB 782
Erstzulassung: 26.03.2013
FIN: WVWZZZAUZDW108500
Hinterlegungsstelle AG Hersbruck,
Az. 67 HL 3/13
Pkw Porsche Carrera 4 S, schwarz,
Kz. LAU-KB 991,
Erstzulassung 29.05.2013
FIN: WP0ZZZ99ZDS113797
Gerichtsvollzieherin Manuela
Utz,
Sandgasse 12, 91217 Hersbruck
70 3 HL 111/13
Pkw, BMW, Mini, schwarz,
amtl. Kz. N-KB 199,
Erstzulassung 26.06.2012,
FIN: WMWSV91030T322799
Pkw, Audi, S 8, schwarz,
amtl. Kz. LAU-M 7750,
Erstzulassung 05.05.2009,
FIN: WAUZZZ4E59N011435
Pkw, Audi RS 4, Avant, schwarz,
amtl. Kz. N-PZ 7000,
Erstzulassung 21.12.2012,
FIN: WUAZZZ8K8DA900252
Pkw Ferrari F430 Scuderia
weiß, Erstzulassung 20.06.2008,
FIN: ZFFKZ64B000161591,
verwahrt bei Mertel
Italo Cars, Nürnberg
Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth,
Fürther
Str. 112, 90429 Nürnberg
Pkw Mercedes, SL63 AMG,
diamantweiß
Erstzulassung 17.03.2010,
WDB2304701F163585,
Pkw Lamborghini, Gallardo Spyder
Performante LP 570-4 MY 12, weiß,
noch keine Zulassung, Kaufdatum 26.01.2012
FIN: ZHWGE81J4CLA11764, verwahrt bei Mertel Italo Cars, Nürnberg
Pkw BMW, 1er, M Coupe,
alpinweiß,
Erstzulassung 21.03.2011,
FIN: WBSUR91000VP74934,
verwahrt bei Mertel Italo
Cars, Nürnberg
Pkw Audi R8 Spyder 5.2 FSI Quattro,
grau, Erstzulassung 08.06.2010
FIN: WUAZZZ420AN002318,
Pkw Porsche, Boxster S, weiß,
Erstzulassung 09.01.2013,
FIN: WPOZZZ98ZDK123540,
Pkw Porsche, 911 Carrera 4S,
grau, Erstzulassung 18.03.2010
FIN: WP0AB29909S721402,
Pkw Audi, RS6
weiß, Erstzulassung
FIN: WOAZZZ4F8AN900409,
verwahrt bei Mertel Italo Cars, Nürnberg
Pkw Mercedes, SLK 55 AMG,
schwarz, N-KB 950,
Erstzulassung 25.10.2005
FIN: WDB1714731FO99298,
verwahrt
bei Mertel Italo Cars, Nürnberg
Pkw Renault, Twingo 1.6 RS, rot,
Erstzulassung 28.06.2011,
FIN: VF1CNON545354924,
Pkw Fiat, Abarth 695 Tributo
Ferrari, rot,
noch keine Zulassung,
Kaufdatum 01.03.2011
FIN: ZFA31200000633138,
Pkw Lamborghini, Gallardo Superlegera,
rot, ohne Zulassung,
FIN: ZHGE71J5CLA12397,
verwahrt bei Mertel Italo Cars,
Pkw BMW, M6, spacegrau metallic,
amtl. Kz. LAU-KB 560,
Erstzulassung 21.06.2012
FIN: WBSLZ910X0C985050,
Pkw BMW, M3, weiß,
Kz. AM-M 750,
Erstzulassung 22.12.2008
FIN: WBSWD91050P303986,
Pkw Fiat, 500, grau
Kz. LAU-M 5050,
Erstzulassung 29.09.2009,
FIN: ZFA31200000323496,
Pkw, McLaren, Typ MP4-12C, silber,
Neufahrzeug ohne Zulassung,
Kaufdatum 13.05.2013
FIN: SBM11AAB3CW001076,
verwahrt bei Mille Miglia Motors, Starnberg
Pfändung der beweglichen Gegenstände lfd. Nr. 1 – 17 und 19 -
20 durch Frau Obergerichtsvollzieherin
Bühring, Nürnberg , Az. 45 DR II 582/13.
Pfändung der beweglichen Gegenstände lfd. Nr. 22, 24 – 26 durch
Frau Gerichtsvollzieherin
Manuela Utz, Hersbruck, Az. 4 DR II-0468/13.
Die Gegenstände werden im Auftrag des Gerichtsvollziehers verwahrt.
Konto- bzw.
Depot-Nr.
Platz 12, 90402 Nürnberg
578334088
Raiffeisen Spar + Kreditbank
Bahnhofstr. 8, 91207 Lauf
insbesondere aus 314463, 304808,
6025031446
Crailsheimer Str. 52, 74523 Schwäbisch Hall
19 923 597 J 1
Fa. db.Concepts e. K.,
Gasse 24, 90402 Nürnberg Vertreten durch
Stille Beteiligung -
Diese Mitteilung erfolgt, um den Geschädigten die Möglichkeit zu eröffnen, Ihre
Rechte geltend machen zu können.
Ziel des Rückgewinnungshilfeverfahrens ist es, den durch die Straftat betroffenen
Geschädigten einen (ggf. teilweisen) finanziellen Ersatz zu ermöglichen.
Der vom Gesetz vorgesehene Ablauf sieht dabei vor, dass jeder/jede Geschädigte
selbst aktiv wird. Im Regelfall muss daher jede/jeder seine/ihre eventuellen Ersatzansprüche
selbst gerichtlich geltend machen und kann anschließend mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
auf die von der Staatsanwaltschaft sozusagen stellvertretend gesicherten Vermögenswerte
Zugriff nehmen. Ein Verteilungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft findet nicht
statt. Nur dort, wo der/dem Geschädigten unmittelbar durch die Straftat ein beweglicher
Gegenstand entzogen wurde und genau dieser Gegenstand von der Staatsanwaltschaft in
amtlichen Gewahrsam genommen wurde (und dieser amtliche Gewahrsam noch besteht), reicht
ein einfacher Herausgabeantrag nach § 111k StPO aus.
Erfolgen keine Maßnahmen durch die Geschädigten erhält der/die Beschuldigte möglicherweise
die gesicherten Vermögenswerte wieder zurück!
Die Erfolgsaussichten eines gerichtlichen Zivil- und Zwangsvollstreckungsverfahrens
werden durch diese Nachricht nicht berührt, d.h. Sie müssen sich selbst vorab überlegen,
ob sich die Beschreitung des Rechtswegs für Sie, auch unter Berücksichtigung der dabei
anfallenden Kosten, überhaupt lohnt. In diesem Zusammenhang kann auch die Einschaltung
eines Rechtsanwalts für Sie sinnvoll sein, durch den allerdings weitere Kosten entstehen.
Bitte bedenken Sie, dass Sie – abgesehen vom oben genannten Sonderfall nach § 111k
StPO – nur im Wege der Zwangsvollstreckung auf die gesicherten Vermögenswerte Zugriff
nehmen können. Dies setzt immer einen zivilrechtlichen Titel voraus. Solche Titel
können Vollstreckungsbescheide, vollstreckbare Urteile oder ähnliches sein, die Vollstreckung
kann, je nach Sachlage, auch aufgrund einer einstweiligen Verfügung oder eines Arrests
möglich sein. Details hierzu müssten Sie, soweit Sie sich nicht selbst auskennen,
ggf. mit einem Anwalt erörtern. Unter Umständen bedarf die Zwangsvollstreckung in
das gesicherte Vermögen auch noch der Zulassung durch den Richter (§ 111g StPO) und/oder
eines Rangrücktritts der Staatsanwaltschaft, zu dem wiederum eine richterliche Zulassung
erforderlich ist (§ 111h StPO).
Das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip (umgangssprachlich:
"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst") gilt auch in diesem Verfahren. Die Erfolgsaussichten
für die Durchsetzung der Schadensersatzansprüche sind daher bei einem schnellen Zugriff
wesentlich höher.
Die Aufrechterhaltung der staatsanwaltschaftlichen Sicherungsmaßnahmen für die
Geschädigten ist zudem zeitlich begrenzt. Da nicht absehbar ist, wie lange das befasste Gericht
die auch zu Ihren Gunsten erwirkten Sicherungsmaßnahmen aufrechterhalten wird, wird
Ihnen dringend empfohlen, umgehend selbst tätig zu werden.
Beachten Sie bitte, dass eine Garantie zu den Angaben zum gesicherten Vermögen
bzw. zu dessen Werthaltigkeit nicht übernommen werden kann, da diese z. T. lediglich auf
den Angaben der Drittschuldner beruhen. Ebenso verhält es sich für die tatsächliche
Zugehörigkeit von sichergestellten Gegenständen, Forderungen und anderer Rechte.
Haben Sie bitte Verständnis, dass die Staatsanwaltschaft keine Ratschläge zum Verfahren
oder Auskünfte zu Erfolgsaussichten geben kann und darf und eine weitergehende Auskunftserteilung daher nicht erfolgen wird.
23.04.2014, 09:40
Nach den hier vorliegenden bisherigen Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Nürnberg wurden die Geschäfte der Firma Concept 1 durch Herrn Jens Blaume sowie die weiteren Beteiligten als Schneeballsystem geführt. Bereits seit spätestens 2009 entstand dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft zufolge eine zwischenzeitlich auf eine erhebliche Summe angewachsene Kapitalunterdeckung in Bezug auf die bestehenden Gesamtforderungen/Zahlungsansprüche aller ca. 700 Anleger.
Der millionenschwere Betrugsskandal um einen Finanzberater aus Lauf an der Pegnitz (Lkr. Nürnberger Land) weitet sich aus. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wird nun auch gegen einen Rechtsanwalt ermittelt
Ende März wurden die Kanzlei und die Wohnung des beschuldigten Rechtsanwalts durchsucht, sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke dem Bayerischen Rundfunk. Der Jurist wird der Beihilfe zum schweren Betrug verdächtigt. Konkret hat er dem mutmaßlichen Anlagebetrüger nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Gefälligkeitsgutachten ausgestellt, in dem er dem 41-Jährigen beste Bonität und Seriosität bescheinigte. Außerdem soll er in einem auf Ende 2012 datierten Schreiben bestätigt haben, dass der Finanzberater Aktien für seine Kunden halte. Das stellte sich später als falsch heraus.
Vorwurf: Anleger getäuscht
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Jurist zumindest billigend in Kauf nahm, dass Anleger durch seine Mithilfe getäuscht wurden. Einen ausführlichen Fragenkatalog des Bayerischen Rundfunks ließ der Rechtsanwalt unbeantwortet. Unterdessen wartet der 41 Jahre alte Hauptbeschuldigte auf seinen Prozess
Am Samstag (12.04.2014) wurden Luxusautos, teure Uhren und Kunstwerke aus dem Privatvermögen des Anlageberaters versteigert. Grund: Der mutmaßliche Millionenbetrüger hat inzwischen Privatinsolvenz angemeldet. Im Juni 2013 wurde er verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Einen Termin für die Hauptverhandlung gibt es noch nicht. Der Vermögensberater soll mehr als 600 Kunden betrogen haben. Anleger haben Forderungen von mehr als 90 Millionen Euro angemeldet
04.11.2014, 11:23
Jens Blaume endlich vor Gericht - 56 Millionen eingesackt - Concept 1 Unternehmensberatung
Wegen Betrugs mit nicht vorhandenen Geldanlagen in Millionenhöhe muss sich seit gestern Jens Blaume vor Gericht verantworten. Wie GoMoPa® berichtete, wird dem inhaftierten Finanzdienstleister vorgeworfen, mit Hilfe eines Schneeballsystems Hunderte Anleger betrogen zu haben.
Mindestens 700 Geschädigte fielen auf die Masche des Mannes rein; darunter ein Nürnberger Gastronomen und ein Siemens-Manager. Insgesamt entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Allein von 2009 bis Mitte 2013 sollen seine Kunden mehr als 56 Millionen Euro an den 42-Jährigen gezahlt haben. Für den Prozess hat das Gericht bislang neun weitere Termine bis Mitte Dezember geplant.
Mit dem Geld neuer Kunden beglich er Verbindlichkeiten gegenüber früheren Anlegern und zahlte Provisionen an sogenannte Vermittler, die ihm neue Kunden brachten. Etwa sieben Millionen Euro soll der Mann für sich ausgegeben haben, unter anderem für teure Sportwagen. Einer seiner insgesamt drei Verteidiger las zum Prozessbeginn eine Erklärung des Angeklagten aus Lauf an der Pegnitz vor. Der 42-Jährige sagte darin, er sei von seinem Handeln wie im Rausch gewesen. Heute sei er mittellos und bereue alles.
Der Mann hat keinerlei berufliche Qualifikation. Eine kaufmännische Ausbildung brach er kurz vor dem Ende ab. Zum Finanzdienstleister habe er sich durch ein "Eigenstudium zu Hause" selbst ausgebildet. Die Idee dazu sei gekommen, als ein Bekannter mit Aktien handelte. Zunächst bot der 42-Jährige vorwiegend festverzinsliche Sparverträge an. Später verlagerte er sein Geschäftsmodell auf - nicht vorhandene - Mitarbeiteraktien und Unternehmensbeteiligungen. Für die Aktien versprach er Renditen von 20 bis 30 Prozent pro Jahr.
Im Juni 2013 wurde der 42-Jährige festgenommen. Seidem sitzt er in Untersuchungshaft, meldete Privatinsolvenz an. Im April sammelte der Insolvenzverwalter aus der Versteigerung der Blaumschen Sammlung von Luxuskarossen, Uhren und Kunstwerken mehr als eine Million Euro ein.(if)
Rund 700 Anleger vertrauten den Versprechen von Jens Blaume, dass er mit seinen Firmen Concept 1 und db.concepts e.K. hohe zweistellige Renditen erwirtschaften könne. Die angeblichen Investments in Sparpläne, Unternehmensbeteiligungen und Mitarbeiteraktien hatte Blaume allerdings frei erfunden, um sein Schneeballsystem weiter mit dem dringend benötigten Kapitalnachschub zu versorgen. Aktuell wird Blaume der Prozess gemacht.
Es geht um etwa 56 Millionen Euro, die Vermögensberater Jens Blaume, ohne Genehmigung der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen, in den Jahren 2009 bis 2013 bei seinen Kunden einsammeln konnte. Entgegen den Beteuerungen exklusive Zugänge zu lukrativen Investments zu haben, verpulverte Blaume...
02.03.2015, 09:22
Schneeballsystem: Concept 1 Chef kassiert neun Jahre Haft
700 Anleger hatten von 2009 bis 2013 rund 55 Millionen Euro bei der Firma Concept 1 investiert. Statt exklusiver Geschäfte und Renditen, gönnte sich Firmenchef Jens Blaume lieber einen exklusiven Lebensstil. Und handelte sich eine neunjährige Haftstrafe ein.
13.08.2015, 08:30
Concept 1/Jens Blaume-Anlagebetrugsskandal: Nachveranlagung durch Finanzbehörden i.d.R. unberechtigt
12.08.2015: in einer Vielzahl von Fällen werden die Geschädigten im Anlagebetrugsskandal um Herrn Jens Blaume und dessen vormalige Firma Concept 1 von den zuständigen Finanzbehörden in Bezug auf Nachveranlagungen angeschrieben respektive zu Anhörungen über beabsichtigte Nachveranlagungen geladen. Diesem Vorgang zugrunde liegt die Tatsache, dass Blaume offensichtlich nicht beziehungsweise nur unvollständig oder jedenfalls nicht mit Erfüllungswirkung für seine Anleger entsprechende Kapitalertragssteuerbeiträge abgeführt hatte. Zwar waren ganz erhebliche Kapitalertragsteuerbeträge an das damalig zuständige Finanzamt geleistet, jedoch hier die entsprechende Zuordnung nicht einzeln und deswegen auch anlegerbezogen schuldbefreiend deklariert worden.
In der genaueren Betrachtung ergeben sich erheblich unterschiedliche Konstellationen im Hinblick auf die überhaupt mögliche Verpflichtung zur Nachversteuerung. Insbesondere wird so gut wie bei jedem Einzelfall im speziellen zu prüfen sein, welcherart Einwendungen vor dem Hintergrund der jeweiligen Einzelanlagen, Wiederanlagen sowie möglicherweise erhaltener Rückzahlungen gegenüber den zuständigen Finanzbehörden zu prüfen und zu erheben wären.
Um als bereits Geschädigter in dieser Angelegenheit nicht zusätzlich noch einer in der Tatsache nicht bestehenden Steuerpflicht unterworfen zu werden, raten wir in allen Fällen dringend dazu, das Vorgehen der Finanzämter einer umfassenden rechtlichen Würdigung und Prüfung zu unterziehen. Ganz besonders auch vor dem Hintergrund der offensichtlich irrigen – und bereits in Parallelverfahren widerlegten – Annahme der zuständigen Behörden, dass Herr Blaume respektive die Firma Concept 1 erhebliche Auszahlungen an Anleger getätigt habe, ist aus unserer Sicht eine hier unterstellte Steuerpflicht für etwaige Umsätze (Richtlinie H 20.2 „Schneeballsystem“ EStH) nicht erkennbar.
Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath vertritt in obiger Angelegenheit Dutzende Betroffene und hat sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv in die komplexe Materie eingearbeitet. Wir verweisen auf unsere langjährig erworbene hervorragende Expertise und Erfahrung insbesondere auch hinsichtlich der Verknüpfung von wirtschafts- sowie steuerrechtlichen Fragestellungen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.
Quelle: Wittmann & Schmitt Rechtsanwälte
04.01.2016, 11:28
Concept 1, Inh. Jens Blaume: Landesamt für Steuern hält an Steuerpflicht der Scheingewinne fest
Nach „umfassender Prüfung der Sach- und Rechtslage” weist das Landesamt für Steuern die Veranlagungsstellen geschädigter Anleger der Firma Concept 1 an, geschädigte Anleger für Scheingewinne auch noch nachträglich der Kapitalertragsbesteuerung zu unterwerfen.
Die rechtliche Begründung der Vorgaben des Landesamts für Steuern liegt uns hier vor und lautet auszugsweise wie folgt:
„Den Anlegern eines Schneeballsystems wurden auf vorgeblichen Depotauszügen fingierte Wertpapiergeschäfte sowie der Einbehalt von Steuerabzugsbeträgen (Kapitlertragsteuer und Solidaritätszuschlag) vorgetäuscht.
Nach der Rechtsprechung des BFH können auch Scheinrenditen - d.h. Renditen, die den Anlegern bescheinigt, tatsächlich jedoch nicht erzielt worden sind - zu steuerbaren Einnahmen führen (BFH-Urteil vom 22.07.1992, BStBt ll S. 755 ff).
Für die steuerrechtliche Qualifizierung von Scheinrenditen ist maßgeblich, wie sich das vorgetäuschte Rechtsgeschäft aus Sicht des Kapitalanlegers bei objektiver Betrachtung darstellt (BFH-Urteil vom 14.12.2004, BStBt2005 ll S. 746).
Maßgeblich für die Qualifizierung der Einnahmen sind somit der zu Grunde liegende Vertrag sowie die Mitteilungen des Unternehmens an den Kapitalanleger. Soweit dem Anleger demnach in seinem Namen getätigte Aktienveräußerungsgeschäfte vorgetäuscht wurden, sind ihm daraus tatsächlich oder im Wege der Novation zugeflossene Scheinrenditen auch zuzurechnen.
Da ab dem Veranlagungszeitraum 2009 die Einkommensteuer für Kapitalerträge im Sinne des § 20 EStG, soweit sie der Kapitalertragsteuer unterlegen haben, mit dem Steuerabzug abgegolten ist, stellt sich die Frage, ob § 43 Abs. 5 EStG einem Ansatz der Scheinrenditen im Rahmen der Veranlagung entgegensteht.
§ 43 Abs. 5 ESIG bildet die zentrale Vorschrift für die grundsätzliche Abgeltungswirkung der Kapitalertragsteuer. Diese tritt jedoch nur insoweit ein, als die Erträge der Höhe nach dem Steuerabzug tatsächlich unterlegen haben (BT-Drs. 17/2249 s. 92).
Durch den schlichten Ausweis von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf einem fingierten Depotauszug ist keine Abgeltungswirkung i. S. d. § 40 Abs. 5 Satz 1 EStG eingetreten, da die in Rede stehenden Kapitalerträge nicht tatsächlich dem Kapitalertragssteuerabzug unterlegen haben.
Die Anlegerperspektive, d. h. wie sich das vorgetäuschte Rechtsgeschäft aus Sicht des Kapitalanlegers bei objektiver Betrachtung darstellt, gilt nicht auf Ebene des Kapitalertragsteuerabzugs, sondern lediglich für die Frage der Einkünftequalifikation.
Auf Ebene des Kapitalertragsteuerabzugs, d. h. für die Frage der Anrechnung Kapitalertragsteuer und für die Frage, ob Abgeltungswirkung eingetreten ist und daher eine Erklärung der Kapitalerträge unterbleiben kann, ist auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen.
lm vorliegenden Fall unterlagen die Kapitalerträge nicht tatsächlich dem Kapitalertragsteuerabzug, so dass diese im Rahmen der Einkommensteuererklärung anzugeben sind, § 32 d Abs. 3 Satz 1 EStG. Es handelt sich insoweit um eine Pflichtveranlagung.”
Die Begründung ist ganz offensichtlich zielorientiert, jedoch nicht nachvollziehbar. Es ist in allen betroffenen Fällen damit zu rechnen, dass Veranlagungen stattfinden und Einspruchsverfahren durch die zuständigen Rechtsbehelfsstellen der Finanzämter aufgrund der Vorgaben des Landesamtes für Steuern zurückgewiesen werden. Wir raten dringend zur qualifizierten Durchführung dieser Einspruchsverfahren mit einem Experten und zur Durchführung des Klageverfahrens vor dem Finanzgericht. Die Angelegenheit hat aufgrund umfassender Prüfung Aussicht auf Erfolg. Rechtsschutzversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten des Klageverfahrens.
Quelle: ADWUS Rechtsanwälte
22.01.2016, 10:00
Concept 1: Weiterer Schock für Anleger durch Insolvenzanfechtungen
Im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Jens Blaume erreicht die Anleger die weitere Hiobsbotschaft aufgrund drohender Insolvenzanfechtungen.
Der Insolvenzverwalter Herr Dr. Harald Schwartz der Firma Concept 1, Inhaber Herr Jens Blaume, beabsichtigt gegenüber allen geschädigten Anlegern im Wege der Insolvenzanfechtung anfechtbare Vermögensabflüsse aus der Zeit vor der Insolvenz im Wege der Insolvenzanfechtung rückgängig zu machen.
Grundsätzlich ist der Insolvenzverwalter gesetzlich verpflichtet, für eine gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger zu sorgen. Dies ergibt sich aus § 1 der Insolvenzordnung. Der Insolvenzverwalter ist im Rahmen dieser gesetzlichen Bestimmungen auch verpflichtet, etwaige Anfechtungsmaßnahmen durchzuführen.
Im Zuge dieser Insolvenzanfechtungen wurden sämtliche ausgeschütteten Zahlungen an Anleger der Anfechtungsprüfung unterworfen. Soweit seitens der Firma Concept 1, Inhaber Jens Blaume, an Anleger Zahlungen geleistet hat, auf welche aufgrund des Schneeballsystems kein Anspruch bestanden hätte, droht deshalb die Anfechtung. Von den Anfechtungen sind die im Einzelfall zurück gewährten Einlagen nicht betroffen. Betroffen wären der derzeitigen Rechtsmeinung des Insolvenzverwalters nach jedoch sämtliche Ausschüttungen auf zugewiesene Scheingewinne. Dies will der Insolvenzverwalter hier auf Grundlage des § 134 Abs. 1 InsO als sogenannte objektiv unentgeltliche Leistung anfechten. Die Rechtsgrundlage des § 134 Abs. 1 InsO erlaubt die Anfechtung unentgeltlicher Leistungen des Insolvenzschuldners, die im Zeitraum bis vier Jahre vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen wurden.
Im vorliegenden Fall wurde der Insolvenzantrag am 5. August 2013 gestellt. Die Insolvenzanfechtungen des Herrn Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz wird sich demnach auf alle seitens der Firma Concept 1 ausgeschütteten Scheingewinne bis zum 5. August 2009 erstrecken.
Derzeit droht insbesondere die doppelte Inanspruchnahme durch aus unserer Sicht unrechtmäßige Steuerbescheide, veranlasst durch einen entsprechenden Erlass des Landesamt für Steuern in Bayern, mit welchem die ausgeschütteten Scheingewinne gleichfalls nachträglich noch der Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent unterworfen werden sollen. Bemessungsgrundlage soll dabei der gesamte seitens Concept 1 zur Abrechnung gebrachte entstandene Scheingewinn sein, der jedoch nur unter Abzug der angeblich abgeführten Kapitalertragssteuer, d.h. in Höhe von 75 vom Hundert zur Auszahlung kam. Wir haben hierüber bereits berichtet und verweisen unter anderem auf unsere auch auf diesem Portal veröffentlichte Berichterstattung unter dem Link
http://www.anwalt.de/rechtstipps/concept…est_076998.html.
Weitergehende Informationen erhalten Sie auch auf unsere Internetpräsenz, dort unter dem Rechtsgebiet Bank- und Kapitalmarktrecht, aktuelle Fälle: Concept 1. Aufgrund der gleichlaufenden Verfahren (Insolvenzanfechtung und nachträgliches Besteuerungsverfahren) raten wir dringend zur professionellen anwaltlichen Unterstützung. Auch im Hinblick auf die Anfechtungstatbestände gibt es eine Vielzahl offener Fragen sowie rechtliche Einwendungen, die dem etwaigen Anfechtungsbegehren des Insolvenzverwalters entgegengesetzt werden können. Gleiches gilt selbstverständlich im Besteuerungsverfahren gegenüber den Veranlagungsstellen.
22.01.2016, 10:02
Concept 1, Inh. Jens Blaume: finanzgerichtliches Verfahren wird notwendig, Erlassanträge prüfen
Nunmehr hat das Landesamt für Steuern entschieden, dass die bereits geschädigten Anleger der Firma Concept 1, Inh. Jens Blaume, auch noch der Kapitalertragsbesteuerung wegen der ausgewiesenen und abgerechneten Scheingewinne zu unterwerfen sind.
Unabhängig von der Tatsache, ob diese Scheingewinne auch zur Auszahlung an den Anleger gekommen sind oder als „Buchgeld“ wiederangelegt wurden (sog. „Novation“), sollen die Anleger nochmals 25% auf solche ausgewiesenen Gewinne Steuern nachbezahlen. Derzeit werden und wurden bereits in einer Vielzahl von Fällen entsprechende Steuerbescheide versandt. Einspruchsverfahren – so die Anweisung des Landesamtes für Steuern gegenüber den Veranlagungs- und Rechtsbehelfsstellen – sollen abgewiesen werden. Allen betroffenen Anlegern raten wir an, unbedingt den Rat eines Experten einzuholen.
Vor dem Hintergrund, dass im vorliegenden Falle wie auch in vielen anderen Parallelfällen die Anleger ihre gesamte Altersversorgung verloren haben und jetzt auch noch mit erheblichen Steuerlasten seitens der Finanzverwaltung in Einzelfällen zur Rechenschaft gezogen werden, ist die nachträgliche Besteuerung der Anleger aus unserer Sicht nicht rechtmäßig. Wir verweisen hierzu auf unsere umfangreichen Informationen auf unserer Internetpräsenz im Netz auf unserer Homepage unter „Bank- und Kapitalmarktrecht“ – „Alle Emissionsplattformen“ – „Concept 1“.
Die nachträgliche Besteuerung der bereits geschädigten Anleger ist dazu weder nachvollziehbar, angemessen noch verhältnismäßig.
Vor diesem Hintergrund besteht in Einzelfällen auch der Anlass, den Erlass aus Billigkeitsgründen der zur Festsetzung gekommenen Steuern im Hinblick auf die Investitionen bei der Firma Concept 1 für den Fall, dass das Finanzamt im vorliegenden Fall dem Einspruch nicht abhilft, zu prüfen.
Im zu beurteilenden Einzelfall kann die Besteuerung mit dem Sinn und Zweck des Steuergesetzes nicht vereinbar sein, wenn der Steuerpflichtige beispielsweise bereits durch die Anlagen bei der Firma Concept 1 die gesamten Ersparnisse und damit die Altersversorgung vollständig verloren hat. Jetzt soll der Anleger dazu auch noch Steuern bezahlen, obwohl der damit einhergehenden Steuerlast gerade kein Zuwachs an Leistungsfähigkeit zugrunde liegt (BFH-Urteil vom 26.10.1994 Aktenzeichen X R 104/92).
Der Erlass begründet sich etwaig auch in der Tatsache, dass die Finanzverwaltung im vorliegenden Falle sehenden Auges eine Ungleichbehandlung gleich gelagerter Steuerfälle durch eine nur teilweise Ab- und Aufarbeitung der Geschäftstätigkeit der Firma Concept 1, Inhaber Herr Jens Blaume betreibt, und zwar nur in Bezug auf diejenigen Anleger, für die auch Fallakten im Ermittlungsverfahren gegen Herrn Jens Blaume angelegt wurden. Dies betrifft im Ergebnis nur etwa ein Drittel aller Anleger. Alle anderen Anleger sollen offensichtlich nicht der Steuerpflicht unterworfen werden. Eine Aufarbeitung findet in diesen Fällen nicht statt. Auch hierzu verweisen wir auf unsere umfangreichen Informationen auf unserer Homepage.
Für diese Ungleichbehandlung ohne sachlichen Grund gibt es keine Rechtfertigung. Nach Art. 3 Grundgesetz, der den Gleichbehandlungsgrundsatz regelt, hat auch die Finanzverwaltung in gleichgelagerten Fällen ihren Entscheidungsspielraum in gleicher Weise auszufüllen. Die Finanzverwaltung ist an ihre Maßstäbe insoweit gebunden und in ihrer Ermessensausübung nicht mehr frei, wenn – wie im vorliegenden Fall – in einer bekannten Vielzahl von gleichgelagerten Fällen eine Veranlagung bewusst unterbleibt.
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