Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.10.1989&Aktenzeichen=XI%20ZR%20154/88
Timestamp: 2019-09-23 20:51:44
Document Index: 5592295

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', '§ 138', 'Art. 4', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 167', '§ 138', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.10.1989 - XI ZR 154/88 - dejure.org
BGH, 03.10.1989 - XI ZR 154/88
https://dejure.org/1989,951
BGH, 03.10.1989 - XI ZR 154/88 (https://dejure.org/1989,951)
BGH, Entscheidung vom 03.10.1989 - XI ZR 154/88 (https://dejure.org/1989,951)
BGH, Entscheidung vom 03. Januar 1989 - XI ZR 154/88 (https://dejure.org/1989,951)
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Scheck für Wucherdarlehen
§ 138 Abs. 2 BGB, fehlendes Eigentum am Scheck;
§ 138 Abs. 1 BGB, Einwand des Rechtsmißbrauchs
Keine Pflicht der Bank zur Scheckeinlösung bei Scheckbegebung zur Rückzahlung eines wucherischen Darlehens nach vorheriger Scheckeinlösungsgarantie
BGB §§ 138, 242, 305, 607; ScheckG Art. 4
Scheckbegebung - Nichtiger Darlehensvertrag - Zahlungsverweigerung
NJW 1990, 384
NJW-RR 1990, 180 (Ls.)
ZIP 1989, 1382
MDR 1990, 436
WM 1989, 1673
BB 1989, 2215
DB 1989, 2374
c) Ebenfalls nicht zu beanstanden ist die Auffassung des Berufungsgerichts, daß ein beachtlicher Mißbrauch der Vertretungsmacht (vgl. Senatsurteil vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88 - WM 1969, 1673, 1675; BGHZ 113, 315, 320) nicht vorliege und die Klägerin deshalb das Geschäft gegen sich gelten lassen müsse.
Die Klägerin braucht als Vertretene die Rechtsgeschäfte des Vertreters nicht gegen sich gelten zu lassen (st.Rspr. vgl. Senatsurteil vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88, NJW 1990, 384, 385; BGH, Urteil vom 31. Januar 1991 - VII ZR 291/88, NJW 1991, 1812, 1813, jeweils m.w.Nachw.).
aa) Allerdings erstreckt sich im Falle des Wuchers nach § 138 Abs. 2 BGB, anders als bei sittenwidrigen Geschäften nach § 138 Abs. 1 BGB, die Nichtigkeit nicht nur auf das Grundgeschäft, sondern auch auf die abstrakten Erfüllungsleistungen des Bewucherten (vgl. Senat, Urteil vom 4. Februar 1994 - V ZR 277/92, NJW 1994, 1470;… Urteil vom 23. Juni 2006 - V ZR 147/05, NJW 2006, 3054 Rn. 30;… Beschluss vom 28. April 2011 - V ZR 182/10, juris Rn. 18) und die Bestellung von Sicherheiten durch diesen (vgl. BGH, Urteil vom 8. Februar 1994 - XI ZR 77/93, NJW 1994, 1275; Urteil vom 8. Juli 1982 - III ZR 1/81, NJW 1982, 2767, 2768; Urteil vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88, NJW 1990, 384, 385).
Ein Geschäftsgegner, der den Mißbrauch der Vertretungsmacht erkannte oder dem sich aufgrund der Umstände aufdrängen mußte, daß der Vertreter die ihm eingeräumte Vertretungsmacht mißbraucht, ist in seinem Vertrauen auf den Bestand der Vertretungsmacht nicht schutzwürdig (BGH, Urteile vom 18. Mai 1988 - IVa ZR 59/87 = WM 1988, 1199, 1201 = NJW 1988, 3012 ; vom 8. März 1989 - IVa ZR 353/87 = WM 1989, 1068, 1069 = NJW-RR 1989, 642 und vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88 = WM 1989, 1673, 1675 - NJW 1990, 384, 385 jeweils m.w.N.).
Liegt auf seiten des Vertreters ein Mißbrauch der Vertretungsmacht vor und hat der Geschäftsgegner dies erkannt oder grob fahrlässig die Augen davor verschlossen, steht dem Vertretenen der Einwand aus Treu und Glauben (§ 242 BGB) gegen die Wirksamkeit des Geschäfts zu (BGHZ 50, 112, 114; 113, 315, 320; BGH, Urteil vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88, NJW 1990, 384 unter I, 3 m.w.Nachw.).
Ein Fall des Rechtsmißbrauchs, der es dem Geschäftspartner nach § 242 BGB verbietet, sich auf das von dem Vertreter geschlossene Geschäft zu berufen, ist gegeben, wenn der Vertreter von seiner Vertretungsmacht in treuwidriger, den objektiven Interessen des Vertretenen widersprechender Weise Gebrauch gemacht hat und der Geschäftsgegner dies erkannt hat oder hätte erkennen müssen (st. Rechtspr., vgl. BGHZ 50, 112, 114; 94, 132, 138; 113, 315, 320; 127, 239, 241;… BGH, Urt. v. 19. Mai 1980, II ZR 241/79, WM 1980, 953, 954; v. 5. Dezember 1983, II ZR 56/82, NJW 1984, 1461, 1462; v. 3. Oktober 1989, XI ZR 154/88, NJW 1990, 384, 385;… MünchKomm-BGB/Schramm, § 164 Rdn. 108;… Staudinger/Schilken § 167 BGB Rdn. 94, 101).
Ist das Grundgeschäft - hier also der jeweilige Darlehensvertrag - wegen Verstoßes gegen § 138 Abs. 1 BGB nichtig, so läßt dies zwar wegen der abstrakten Natur der Wechselerklärungen grundsätzlich die Wirksamkeit der Wechselbegebungsverträge unberührt (Senatsurteil vom 3. Oktober 1989 - XI ZR 154/88, NJW 1990, 384, 385 bezüglich der gleichliegenden Problematik beim Scheck).
Auch wenn die Voraussetzungen eines kollusiven Zusammenwirkens nicht vorliegen, kann allerdings der Vertretene wegen Rechtsmissbrauchs des für ihn Handelnden (§ 242 BGB) nicht in Anspruch genommen werden, wenn dem Vertragspartner beim Abschluss des Geschäfts der Missbrauch der Vertretungsmacht bekannt war (BGH, Urteil vom 27.03.1985, VIII ZR 5/84 = BGHZ 94, 132, 138; BGH, Urteil vom 31.01.1991, VII ZR 291/88 = BGHZ 113, 315, 320; BGH, Urteil vom 03.10.1989, XI ZR 154/88 = NJW 1990, 384).
Dabei kann - im Unterschied zur Kollusion - Rechtsmissbrauch auch bei bloßem Kennenmüssen des Vertragspartners vorliegen, wenn der Vertreter von seiner Vertretungsmacht in ersichtlich verdächtiger Weise Gebrauch gemacht hat, so dass sich dem anderen Teil der begründete Verdacht eines Treueverstoßes aufdrängen musste (BGHZ 113, 315, 320; BGH NJW 1990, 384; BGH, Urteil vom 25.10.1994, XI ZR 239/93 = NJW 1995, 250).
OLG Frankfurt, 04.02.2013 - 16 U 161/11
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Die Nichtigkeit des Kausalgeschäfts schlägt in der Regel nicht durch auf das dingliche Geschäft (BGH NJW 1990, 384).
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