Source: https://www.paychex.de/news-liste/05-04-Entgelte-fuer-Teilmonate-Unterbrechungen-und-Unterbrechungsmeldungen.html
Timestamp: 2017-08-19 13:02:46
Document Index: 168057588

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 7', '§ 8', '§ 6', '§ 7', '§ 9']

Entgelte für Teilmonate | Paychex
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Sind aufgrund von Fehltagen des Arbeitnehmers Vergütungen wie Monatslohn, Gehalt, Fixum oder Azubi-Vergütungen nur für einen Teil des Monats zu gewähren, ist für diesen Teilmonat eine gesonderte Berechnung des Bruttoverdienstes erforderlich. Die Berechnung kann dabei nach verschiedenen Methoden erfolgen. Bei der Abzugsmethode wird dieser Betrag von der festen Vergütung für einen vollen Monat abgezogen.
Bezugsmethode
tatsächliche Kalendertage Festbetrag x bezahlte KT tatsächliche KT des Monats Festbetrag x Fehl-KT tatsächliche KT des Monats
30 Tage Festbetrag x bezahlte KT 30 Festbetrag x Fehl-KT 30
tatsächliche Monatsarbeitstage Festbetrag x bezahlte AT tatsächliche AT des Kalendermonats Festbetrag x Fehl-AT tatsächliche AT des Kalendermonats
durchschnittliche Monatsarbeitstage Festbetrag x bezahlte AT durchschnittliche Monatsarbeitstage (mit Wochenfeiertagen) Festbetrag x Fehl-AT durchschnittliche Monatsarbeitstage (mit Wochenfeiertagen)
tatsächliche Sollarbeitsstunden des Kalendermonats Festbetrag x bezahlte ArbStd Sollarbeitsstunden des Kalendermonats Festbetrag x Fehl-ArbStd. Sollarbeitsstunden des Kalendermonats
feste Sollarbeitsstunden je Kalendermonat Festbetrag x bezahlte ArbStd. monatliche Normalzeit Festbetrag x Fehl-ArbStd. monatliche Normalzeit
KT = Kalendertage; AT = Arbeitstage; ArbStd. = Arbeitsstunden
Die arbeitstägliche Bezugsmethode, bei der die tatsächlichen Arbeitstage bzw. davon abgeleitet die tatsächlichen Sollarbeitsstunden des jeweiligen Kalendermonats Berechnungsgrundlage ist, widerspiegelt das so genannte Lohnausfallprinzip am besten. Durch diese Berechnungsmethode wird berücksichtigt, dass die Anzahl der Arbeitstage und Arbeitsstunden kalendermonatlich unterschiedlich sind, die festen Bruttoverdienste jedoch in jedem Monat in gleicher Höhe gewährt werden. Welche Berechnungsmethode anzuwenden ist, kann in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen geregelt sein. Liegen keine tariflichen oder betrieblichen Regelungen vor, sollte die arbeitstägliche Bezugsmethode angewendet werden.
Die Berechnung der Bruttoverdienste für Teilmonate sollte in allen Fällen (Ein- und Austritt im Laufe eines Kalendermonats, im Krankheitsfall bei unbezahltem Urlaub oder bei Kurzarbeit) nach einer gleichbleibenden Berechnungsmethode erfolgen.
Unbezahlte Fehlzeiten im Lohnsteuerrecht
Werden Vergütungen nur für Teilmonate gewährt, hat das auch Auswirkungen für die Ermittlung der Lohnsteuer. Solange das Dienstverhältnis fortbesteht, sind auch solche in den Lohnzahlungszeitraum fallende Arbeitstage mitzuzählen, für die der Arbeitnehmer keinen Lohn bezogen hat (R 118 Abs. 2 Satz 3 LStR 2005). Das bedeutet, dass in diesen Fällen die Steuertage (monatlich 30 Tage) nicht gekürzt werden, sondern die monatlichen Lohnsteuerbeträge wie gewohnt zu ermitteln sind.
• Fehltage wegen Krankheit/Kur nach Ablauf der Entgeltfortzahlung
Fehltage wegen Elternzeit
• Fehltage wegen Pflege eines kranken Kindes ohne Anspruch auf Arbeitslohn
• Fehltage wegen Wehr- oder Zivildienst bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis
• unbezahlte Urlaubstage
• unentschuldigte Fehltage
Ist während der Dauer des Dienstverhältnisses der Anspruch auf Arbeitslohn für mindestens fünf aufeinanderfol¬gende Arbeitstage im Wesentlichen weggefallen, so ist dies jeweils durch Eintragung des Großbuchstaben U im Lohnkonto zu vermerken (§ 41 Abs. 1 Satz 6 EStG).
Der Anspruch auf Arbeitslohn ist im Wesentlichen weggefallen, wenn z.B. lediglich vermögenswirksame Leistungen oder Krankengeldzuschüsse gezahlt werden, oder wenn während unbezahlter Fehlzeiten (z.B. Elternzeit) eine Beschäftigung mit reduzierter Arbeitszeit aufgenommen wird. Der Großbuchstabe U ist je Unterbrechung nur einmal im Lohnkonto einzutragen. Werden Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld oder Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektions¬schutzgesetz gezahlt, ist kein Großbuchstabe U in das Lohnkonto einzutragen (R 131 LStR 2005).
Unbezahlte Fehlzeiten im Sozialversicherungsrecht
Eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt gilt für längstens einen Monat als fortbestehend, solange das Beschäftigungsverhältnis ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt fortbesteht (§ 7 Abs. 3 Satz 1 SGB IV). Diese Regelung gilt auch für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.
Das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis bleibt auch dann für einen Monat bestehen, wenn bekannt ist, dass die Dauer der Unterbrechung mehr als einen Monat betragen wird. Bei diesen Fehlzeiten ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt fallen keine Meldungen an, soweit sie einen Monat nicht übersteigen. Bei längeren Unterbrechungen endet die Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt. Nach dem Ende der Beschäftigung ist innerhalb von sechs Wochen mit dem Vordruck "Meldung zur Sozialversicherung" eine Abmeldung zu erstatten, in der auch das bis dahin erzielte Arbeitsentgelt bescheinigt wird (§ 8 Abs. 1 DEÜV). Wird die Beschäftigung später wieder aufgenommen, ist innerhalb von zwei Wochen eine Anmeldung vorzunehmen (§ 6 DEÜV).
Konrad Kühn arbeitet bis 26. Januar 2005 und erhält vom 27. Januar 2005 bis 15. März 2005 unbezahlten Urlaub. Das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis bleibt bis zum 26. Februar 2005 (Ende der Monats¬frist) bestehen. Das Ende der Beschäftigung ist zu melden.
Grund der Abgabe: 34 = Abmeldung wegen Ende einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach einer Unterbrechung von mehr als einem Monat Beschäftigungszeit vom 01.01.2005 bis 26.02.2005 (= Ende des sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses)
Die Meldung ist spätestens bis zum 9. April 2005 (Ende der Sechs-Wochen-Frist für Abmeldungen) zu erstatten.
Bei Wiederaufnahme der Beschäftigung ist eine Anmeldung erforderlich. Grund der Abgabe: 13 = Anmeldung wegen sonstiger Gründe Als Beschäftigungsbeginn ist der 16.03.2005 einzutragen. Die Meldung ist spätestens bis zum 30. März 2005 (Ende der Zwei-Wochen-Frist für Anmeldungen) zu erstatten.
Werden Entgeltersatzleistungen wie Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld oder Erziehungsgeld bezogen, Elternzeit in Anspruch genommen oder Wehr- oder Zivildienst geleistet, besteht das Beschäftigungsverhältnis fort (§ 7 Abs. 3 Satz 2 SGB IV). Wird in diesen Fällen die Entgeltzahlung über einen vollen Kalendermonat hinweg unterbrochen, muss innerhalb von zwei Wochen nach Ablauf des ersten vollen Kalendermonats eine Unterbrechungsmeldung zur Sozialversicherung erstattet werden, in der auch das bis dahin erzielte Arbeitsentgelt zu bescheinigen ist (§ 9 Abs. 1 DEÜV). Bei Wiederaufnahme der Arbeit ist keine Anmeldung erforderlich. Es genügt eine formlose Mitteilung an die betreffende Krankenkasse über das Ende der Unterbrechung.
• Bezug von Krankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld oder Versorgungskrankengeld
• Bezug von Mutterschaftsgeld
• Bezug von Erziehungsgeld
• Inanspruchnahme von Elternzeit
Andrea Anders ist arbeitsunfähig krank. Ihr Gehalt wurde als Entgeltfortzahlung bis 26. Januar 2005 gezahlt. Sie ist über den Monat Februar 2005 hinaus weiterhin arbeitsunfähig und erhält Krankengeld. Nach Ablauf des ersten vollen Kalendermonats ohne Fortzahlung des Arbeitsentgelts ist eine Unterbrechungsmeldung vorzunehmen.
Grund der Abgabe: 51 = Unterbrechung bei Fortbestehen des Beschäftigungsverhältnisses wegen Bezugs von Entgeltersatzleistungen Beschäftigungszeit vom 01.01.2005 bis 26.01.2005 (= letzter Tag der Entgeltfortzahlung)
Die Meldung ist spätestens bis zum 14. März 2005 erstatten.
Bei Wiederaufnahme der Arbeit ist keine Anmeldung erforderlich. Bei Folgemeldungen (z.B. Jahresmeldung) ist aber zu beachten, dass bereits gemeldete Versicherungszeiten und dazugehörige Entgelte nicht ein weiteres Mal gemeldet werden.
Hier finden Sie dieses Lohn-Update "Entgelte für Teilmonate, Unterbrechungen und Unterbrechungsmeldungen" zum Download als pdf-Datei.