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Timestamp: 2020-01-17 18:27:13
Document Index: 371151383

Matched Legal Cases: ['§ 61', '§45', '§61', '§ 53', '§ 42', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 61']

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Teil 1) § 61a Landeswasserschutzgesetz, NRW
Übernahme des §45 BauO NRW in das Landeswassergesetz §61a NRW
Auszug aus dem Änderungsentwurf zum Landeswassergesetz NRW.
1. wenn Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Abwasseranlagen in dem Abwasserbeseitigungskonzept nach § 53 Abs. 1a oder in einem gesonderten Kanalsanierungs- oder Fremdwassersanierungskonzept festgelegt sind oder
(6) Die oberste Wasserbehörde ist ermächtigt, die Anforderungen an die Sachkunde durch Verwaltungsvorschrift festzulegen. Die Gemeinde kann bis zum Erlass der Verwaltungsvorschrift durch Satzung Anforderungen an die Sachkunde festlegen. Die Feststellung der Sachkunde erfolgt durch die nordrhein-westfälischen Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern und die Ingenieurkammer-Bau nach Maßgabe dieser Verwaltungsvorschrift. Über den Antrag auf Sachkundefeststellung entscheidet die nach Satz 3 zuständige Stelle innerhalb einer Frist von drei Monaten. § 42a Absatz 2 Satz 2 bis 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes gilt entsprechend. In anderen Bundesländern erfolgte Sachkundefeststellungen gelten auch in Nordrhein-Westfalen. Entsprechendes gilt für gleichwertige Sachkundefeststellungen, die in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaften oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum bereits erteilt worden sind. Zum Nachweis der Gleichwertigkeit kann die Vorlage der entsprechenden Urkunden verlangt werden, wobei sie inländischen Nachweisen gleich stehen, soweit sie mit diesen gleichwertig sind oder aus ihnen hervorgeht, dass die betreffenden Anforderungen erfüllt sind. Das Feststellungsverfahren kann über eine einheitliche Stelle nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes abgewickelt werden.
Quellnachweis: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, NRW , Stand 16.03.2010
In der Landesbauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) werden im § 45 die Anforderungen an den Betrieb und die Dichtheit von privaten Abwasseranlagen geregelt. Danach müssen auf allen Grundstücken bis Ende 2015, in Wasserschutzzonen teilweise sogar schon bis Ende 2005, die Abwasserleitungen der Grundstücksentwässerung auf Dichtheit hin überprüft und gegebenenfalls saniert werden.
Abwasserleitungen auf privaten Grundstücken weisen jedoch völlig andere Randbedingungen auf als bei öffentlichen Kanälen anzutreffen sind. Die Nennweiten sind klein (ab DN 80), die Leitungsnetze können stark verzweigt sein und Richtungsänderungen erfolgen oft ohne Schacht. Dies stellt große Herausforderungen an die Inspektionstechniken und die Sanierungsverfahren.
In Forschungsprojekten wurden daher Verfahren zur Inspektion, Dichtheitsprüfung und Sanierung von Abwasserleitungen untersucht. Schwerpunkt der Untersuchungen sind Geräte zur TV-Inspektion, Verfahren zu Wasserdruckprüfungen und Sanierung mittels Injektionssuspensionen auf mineralischer Basis. Die Anforderungen an Grundstücksentwässerungsanlagen sind im Baurecht fixiert, während die Anforderungen an öffentliche Kanäle im Wasserrecht verankert sind. Darüber hinaus ist die Zuständigkeit in den Kommunen in der Regel bei verschiedenen Ämtern angesiedelt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Randbedingungen wurde ein Konzept für die Organisation der Durchführung und Umsetzung der Forderungen des § 45 BauO NRW erstellt.
Auf Grundstücken, die aufgrund ihrer Lage nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden, wird das Abwasser in Kleinkläranlagen behandelt. Hier wurden Anforderungen an die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Pflanzenkläranlagen definiert. Außerdem wurden Onlinesonden entwickelt, um die Überwachung der Kleinkläranlagen zu erleichtern.
Die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen regelt in § 45 die Anforderungen an die bauliche Gestaltung und Dichtheitsuntersuchung privater Abwasseranlagen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist danach bereits bis zum 31.12.2005 in NRW für bis zu 20.000 km private Grundstücksentwässerungsleitungen ein Dichtheitsnachweis zu erbringen.
Die optische Inspektion und ggf. erforderliche Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen auf Grundstücken kann jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sein. Die Entwässerungs-systeme können weit verzweigt sein und Richtungsänderungen erfolgen i.d.R. ohne Schacht. Reinigungs- und Revisionsöffnungen sind meist nur an wenigen Stellen vorhanden.
Somit ergeben sich folgende Anforderungen an eine optimale Vorrichtung zur TV-Inspektion und Dichtheitsprüfung von Grundstücksentwässerungsleitungen:
■ Einsatz vom Hauptkanal aus
■ Einsatz ohne Unterbrechung des Abwasserabflusses
■ hohe Flexibilität und gute Bogengängigkeit
■ große Reichweite in den Anschluss hinein
■ Steuerbarkeit des Satellitensystems
■ abschnittsweise Dichtheitsprüfung
Bislang werden in Deutschland drei Systeme angeboten, die diesen Anforderungen zumindest teilweise gerecht werden:
■ „Göttinger-ZK-Kanalwurm“ der IMS-robotics GmbH
■ SRK+ („Lindauer Schere“) der JT-elektronik GmbH
■ IBAK ORION L („Kieler Stäbchen“) der Firma IBAK, Helmut Hunger GmbH & Co. KG.
Die drei Systeme sind grundsätzlich für die TV-Inspektion von Grundstücksentwässerungsanlagen geeignet. Die Reichweite ist bei allen drei Systemen etwa gleich. Werden die Kameras in die Leitungen eingespült, kann die Reichweite erheblich vergrößert werden. Die Reichweite hängt bei allen Systemen jedoch immer vom Rohrmaterial, der Rauhigkeit der Rohrinnenwand, dem Grad der Verschmutzung und der Art und Anzahl der durchfahrenen Bögen und Abzweige ab. Nur mit der SRK+ kann durch die einfahrbare Abbiegehilfe eine freie Sicht des Operateurs bei der Inspektion gewährleistet und einzelne Muffen vollständig abgeschwenkt werden. Die ORION L von IBAK und der „Göttinger-ZK-Kanalwurm“ können in Leitungen mit DN 100 in Abzweige mit DN 100 abbiegen. Dies schafft die SRK+ erst ab DN 115. Die Möglichkeit zur abschnittsweisen Dichtheitsprüfung kann in Einheit mit einer TV-Inspektion bislang nur der „Göttinger-ZK-Kanalwurm“ leisten.
Bei dem Einsatz der drei Systeme wurden im Hinblick auf den Zeitaufwand und die Kosten keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Hier kommt es vor allem auf den Operateur, die eingesetzte Software und die örtlichen Gegebenheiten an.
Abb. 3: ORION L -„Kieler Stäbchen“
Entwicklung und Erprobung von Methoden zur Prüfung von Hausanschlussleitungen und Grundleitungsnetzen
Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass mit TV-Inspektionen nur bei Grundwasserständen oberhalb des Rohrscheitels Undichtigkeiten sicher erkannt werden können. Daher handelt es sich bei diesem Verfahren um keine hinreichende Zustandserfassung, mit der auch die Dichtheit der Anlage beurteilt werden kann.
Bei der Druckprüfung wird hingegen ein so hoher Druck in den Leitungen aufgebaut, wie er üblicherweise in Grundleitungen nicht auftritt. Es ist daher wahrscheinlich, dass durch eine Druckprüfung mit Wasser die tatsächlichen Exfiltrationsmengen und damit auch das Gefährdungspotenzial dieser Leitungen um ein Vielfaches überschätzt werden.
■ Erprobung und Bewertung unterschiedlicher technischer Möglichkeiten zur Wasserdruckprüfung von Grundleitungen und Anschlusskanälen
■ Ermittlung tatsächlich auftretender Exfiltrationsmengen aus undichten Grundstücksentwässerungsanlagen
■ Entwicklung eines Verfahrens zur Erfassung von Exfiltrationsmengen unter betriebsähnlichen Bedingungen
Zunächst wurden verschiedene Möglichkeiten zur Wasserdruckprüfung in zwei Versuchsstrecken erprobt. Im Mittelpunkt standen dabei die verfahrenstechnische Umsetzbarkeit und die Praxistauglichkeit der Verfahren. Die am besten geeigneten Verfahren wurden daraufhin an ausgewählten Objekten in der Praxis eingesetzt.
Zur Ermittlung tatsächlich auftretender Exfiltrationsmengen wurde eine Versuchseinrichtung entworfen, mit der die Exfiltrationsmengen kontinuierlich über mehrere Tage bestimmt werden konnten. Das Abwasser wurde dabei am Revisionsschacht entnommen und die Menge mit Hilfe eines Durchflussgerätes bestimmt. Durch den Vergleich mit den verbrauchten Frischwassermengen konnten die Exfiltrationsmengen ermittelt werden.
Aus den Ergebnissen dieser Messungen wurde ein neues Prüfverfahren entwickelt, mit dem die Bestimmung von Exfiltrationsmengen unter betriebsähnlichen Bedingungen möglich ist. Für das Forschungsvorhaben wurde ein Prototyp gebaut, im Labor getestet und in situ erstmalig erprobt.
Bei der Erprobung der unterschiedlichen Möglichkeiten zur Dichtheitsprüfung zeigte sich, dass die abschnittsweise Prüfung mit einem erheblich höheren Aufwand als die Gesamtprüfung verbunden ist. Daher sollte in der Regel zunächst das Gesamtsystem geprüft werden und nur im Bedarfsfall weiterer Prüfungsaufwand betrieben werden.
Die Exfiltrationsmengen, die im normalen Betrieb ermittelt wurden, waren im Vergleich zu den hohen Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte bei der Druckprüfung mit Wasser nur gering. In Ballungsgebieten können aber auch diese geringen Mengen auf Grund der Vielzahl der Einleiter zu einer Belastung der Schutzgüter Boden und Grundwasser führen.
Mit dem neu entwickelten Prüfverfahren ist es nun möglich, die Dichtheit einer Grundstücksentwässerungsanlage auch bei geringen Exfiltrationsmengen zu prüfen, wobei mit der Prüfmethode der Betrieb der Anlage nachgestellt wird und die hierbei tatsächlich auftretenden Exfiltrationsmengen als Bewertungsmaßstab dienen. In Kombination mit einer TVInspektion ist das Prüfverfahren eine geeignete Methode zur realistischen Zustandsbewertung von Grundstücksentwässerungsanlagen.
Vergleichende Prüfung der Qualität von Sanierungsverfahren für Anschlusskanäle
Im Bereich der Anschlusskanäle sind neben den Grundstückseigentümern bei der Instandhaltung auch die öffentlichen Netzbetreiber in der Pflicht, da in Abhängigkeit von der örtlichen Satzung Teile der Anschlusskanäle zur öffentlichen Kanalisation gehören. Es ist davon auszugehen, dass Grundstückseigentümer aufgrund mangelnder Fachkenntnisse sowohl bei der Inspektion als auch bei der Auswahl geeigneter Sanierungsverfahren für Grundleitungen und Anschlusskanäle überfordert sind. Hier bietet sich eine Unterstützung durch die öffentlichen Netzbetreiber an.
Doch auch diese haben mit der Inspektion und Sanierung privater Abwasserleitungen häufig wenig Erfahrung. Vor diesem Hintergrund wurde in dem Forschungsvorhaben anhand von Prüfungen bzw. Tests die Qualität von Verfahren zur Inspektion und Sanierung von Anschlusskanälen sowie Grundleitungen untersucht. Den Ausgangspunkt bildete eine Auswertung tatsächlicher Netz- und Schadensbilder aus der Zustandserfassung von Anschlusskanälen und Grundleitungen. Eine Auswahl der heute angebotenen Verfahren zur Inspektion und Sanierung dieser Netze wurde unter Begleitung des IKT beispielhaft eingesetzt und in einigen Fällen auch umfangreicheren Tests unterzogen.
Eine besondere Rolle kam dabei den 14 beteiligten Kanalnetzbetreibern zu, die in zehn Lenkungs-kreissitzungen die Untersuchungsgegenstände, Prüfprogramme und Bewertungskriterien bestimmten. Die praktischen Erfahrungen der Netzbetreiber wurden so direkt in das Projekt einbezogen.
Im Falle von zwei Verfahrensgruppen (Inspektionssysteme für Grundstücksentwässerungsnetze und Hausanschluss-Liner) war für die beteiligten Netzbetreiber die Qualität der unterschiedlichen am Markt angebotenen Produkte von besonderem Interesse. Daher wurden diese Produkte in IKTWarentests
vergleichend getestet.
Im Fokus der Untersuchungen standen Inspektionssysteme zur Erfassung von Grundstücksentwässerungsnetzen ausgehend von einem einzelnen Zugangspunkt sowie Sanierungsverfahren der geschlossenen Bauweise (Hausanschluss-Liner, Bohrverfahren, Berstverfahren, Flutungsverfahren).
Die Stärken und Schwächen der untersuchten Inspektionssysteme variierten deutlich, z.B. hinsichtlich der Reichweite sowie Film- bzw. Bildqualität. Bei der Entscheidung für oder gegen ein System sollten die jeweiligen ingungen der zu erwartenden Inspektionsaufgaben und die eigenen
Ansprüche an das Inspektionsergebnis im Vordergrund stehen.
Vor dem Erwerb eines Inspektionssystems empfiehlt es sich daher, die Leistungsfähigkeit der Systeme z.B. in stichprobenartigen Testeinsätzen selbst zu beobachten. Auch wenn alle eingesetzten Inspektionssysteme für die Zustandserfassung von Grundstücksentwässerungsnetzen grundsätzlich geeignet sind, geht die Entwicklung der Systeme noch weiter; ein erster Trend zu noch kleineren Systemen zeichnete sich bereits während des Projektes ab.
Die Sanierungsverfahren bestätigten mögliche Vorteile der geschlossenen Bauweise, z.B. geringer Aufwand und vertretbare Umweltbelastungen bei gutem Sanierungsergebnis.
Die Verfahrenstechnik ist weit fortgeschritten, jedoch zeigten sich bei den eingesetzten Bauteilen und Materialien z.T. Mängel. Der Verfahrenseinsatz bleibt grundsätzlich eine Einzelfallentscheidung und fordert die Erfahrung des verantwortlichen Ingenieurs. In jedem Falle bleibt festzuhalten, dass auch für die Grundstücksentwässerung mittlerweile Sanierungsverfahren zur Verfügung stehen, die eine erkennbare Verbesserung des Leitungszustandes in geschlossener Bauweise erlauben. Da einige Verfahren jedoch deutliche Unsicherheiten in der Dichtwirkung zeigten, sind insbesondere im Falle von Fremdwasser-Sanierungen weitgehende Anforderungen an die Sanierungsplanung und Qualitätssicherung zu stellen. Diese Problematik verschärft sich in stark verästelten Netzen unter Grundwassereinfluss, da hier eine vollständige Renovierung der Leitungen mit den meisten Verfahren nicht möglich ist. Grundwasser kann weiter über Umläufigkeiten oder versteckte Dränageanschlüsse zufließen. Hier stellt die Neuordnung der Netzstruktur in offener
Bauweise, z.B. durch Abhängen der Leitungen im Kellerraum, eine sinnvolle und zuverlässige Alternative dar.
Organisation der Prüfung und Sanierung von Abwasserleitungen auf Grundstücken
Mit Inkrafttreten der novellierten Bauordnung für Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) im Jahr 1996 sind Eigentümer dazu verpflichtet, ihre Abwasserleitungen (Grundleitungen und Anschlussleitung) bei einer anstehenden Änderung, spätestens jedoch bis zum 31.12.2015 erstmalig auf Dichtheit überprüfen und, wenn nötig, sanieren zu lassen.
Aufgabe des Vorhabens war es, die Rahmenbedingungen für eine effektive Organisation der Prüfung und Sanierung von privaten Abwasserleitungen auf Grundstücken zu untersuchen. Im Einzelnen waren Fragen der Zuständigkeit, der Ablauforganisation sowie der Akzeptanzförderung bei Grundstückseigentümern zu klären.
Ziel war die Erarbeitung eines Konzeptes für die organisatorische und praktische Umsetzung von Maßnahmen an privaten Abwasserleitungen, die eine fristgerechte und flächendeckende Abwicklung aller erforderlichen Prüfungen und Sanierungsarbeiten zulassen.
Die Vorgehensweise umfasst vier Arbeitsschritte.
Im ersten Arbeitsschritt wurden die gesetzlichen Grundlagen sowie die administrativen und technischen Regelungen für die Grundstücksentwässerung in Nordrhein-Westfalen mit besonderer Fokussierung der rechtlichen Aspekte des § 45 BauO NRW analysiert.
Im zweiten Arbeitsschritt wurden der Status quo bei den Städten Oberhausen, Hemer,Wegberg und bei der Gemeinde Simmerath hinsichtlich der Betriebsform der Ortsentwässerung, der Entwässerungssituation, der satzungsrechtlichen Regelungen und der heute praktizierten Prüfungs und Sanierungsstrategie ermittelt und vorhandene rechtliche sowie organisatorische Defizite aufgezeigt.
Im dritten Arbeitsschritt wurde für drei der vier Projektgemeinden unter Einbeziehung der zuvor ermittelten lokalen Gegebenheiten eine systematische Vorgehensweise zur praktischen Umsetzung der Prüfung und Sanierung von Abwasserleitungen entwickelt.
Im vierten Arbeitsschritt sollten bei drei der vier Projektgemeinden Satzungen für vorgezogene Dichtheitsprüfungen in abgegrenzten Teilgebieten erarbeitet und in den jeweiligen politischen Gremien umgesetzt werden. Des Weiteren wurden Informationen und Erfahrungen der Projektgemeinden und weiterer ausgewählter Kommunen zusammengetragen und ausgewertet. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wurde ein auf andere nordrhein-westfälische Gemeinden übertragbares Organisationskonzept entwickelt.
Der § 45 BauO NRW bietet den nordrhein-westfälischen Gemeinden zusätzlich zu den Möglichkeiten, die sich aus den Entwässerungssatzungen ergeben, eine rechtliche Handhabe, auf privaten Grundstücken im Zusammenhang mit dem Ausbau oder der Instandhaltung der örtlichen Kanalisation und der Gefahrenabwehr Abwasserleitungen vom Grundstückseigentümer auf Dichtheit prüfen und gegebenenfalls sanieren zu lassen. Dabei können nach Beschluss entsprechender satzungsrechtlicher Regelungen für festgesetzte Teilbereiche eines Gemeindegebietes auch sogenannte vorgezogene Prüfungsmaßnahmen verlangt werden (Tabelle 1). Für die Umsetzung der Maßnahmen ist allerdings eine enge Abstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde empfehlenswert, da sie für die Anordnung von Ersatzvornahmen oder Sanierungsverfügungen zuständig ist.
Im Rahmen des Projektes wurde angestrebt, in drei der vier beteiligten Gemeinden Satzungen für vorgezogene Dichtheitsprüfungen in Zusammenhang mit Kanalsanierungsarbeiten in abgegrenzten Teilgebieten umzusetzen. In keiner der drei Gemeinden konnte ein Satzungsbeschluss erreicht werden, da die verantwortlichen politischen Gremien (Ausschuss, Rat) eine nicht tragbare Kostenbelastung für die Grundstückseigentümer befürchteten. In anderen nordrhein-westfälischen Gemeinden wurden derartige Ratsbeschlüsse allerdings schon realisiert. Ein wesentlicher Grund für die positiven Entscheidungen lag darin, dass in den betroffenen Teilgebieten der Gemeinden massive Entwässerungsprobleme vorlagen, was in den ausgewählten Bereichen der Projektgemeinden nicht der Fall war.
Für die Organisation der Prüfung und Sanierung von privaten Abwasserleitungen wurde ein satzungsbasiertes Konzept entwickelt, bei dem eine Gemeinde je nach personeller und technischer Ausstattung wesentliche Aufgaben für die Koordinierung, Planung, Beratung und Überwachung an kommunale Stellen, Planungsbüros und/oder qualifizierte Sachkundige vergibt. Aus organisatorischen, wirtschaftlichen und administrativen Gründen ist es vorteilhaft, die Umsetzung erforderlicher gesetzlicher Regelungen für vorgezogene Dichtheitsprüfungen in nur einer Satzung für das gesamte Gemeindegebiet zu verfolgen (Tabelle 1).
Akzeptanzfördernde Maßnahmen bei der Prüfung und Sanierung von privaten Abwasserleitungen sind unerlässlich. Dabei kommt der unabhängigen Beratung der Grundstückseigentümer bei der Beauftragung von zugelassenen Sachkundigen und qualifizierten Fachbetrieben eine große Bedeutung zu.
Empfehlenswert ist die Benennung der Ortsteile oder Straßennamen ggf. mit Hausnummern, damit jeder Grundstückseigentümer weiß, ob sein Grundstück erfasst wird.
Nennung einer Prüfungsfrist, bis zu deren Ablauf die Dichtheitsprüfung durchgeführt und die Bescheinigung über das Ergebnis der Gemeinde vorgelegt werden muss. Die Frist sollte mit dem Tag der Satzungsveröffentlichung eine Dauer von 3 Monaten nicht unterschreiten. Beispielsweise: Zulassung von Unternehmen, die bestimmte Anforderungen der Stadt/Gemeinde erfüllen. Die Satzung tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft.
Teil 2) Dichtheitsprüfungen DWA
Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen nur durch geschulte Sachkundige
DWA schult Fach-/Sachkundige nach neuem einheitlichem Konzept
Hennef, 12. Juni 2009 – Am 15. Mai 2009 wurde der Runderlass zu den „Anforderungen an die Sachkunde für die Durchführung der Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserleitungen gem. § 61 a LWG in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht. In diesem Runderlass wird festgeschrieben, dass nur geschulte Sachkundige Dichtheitsprüfungen an privaten Abwasserleitungen vornehmen dürfen. Ebenso ist klar geregelt, welche technische Ausrüstung die Sachkundigen zur Verfügung haben müssen und dass die betreffenden berechtigten Personen, nachdem ihre Sachkunde theoretisch wie praktisch geprüft worden ist, in einer landesweiten Liste geführt werden. Damit wird zum einen ein hohes Niveau des Gewässerschutzes sichergestellt, zum anderen werden die Bürger vor windigen Geschäftemachern und Betrügern geschützt. Der Runderlass wurde veröffentlicht im Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen , Nr. 13 vom 15. Mai 2009, Seite 217 (http://sgv.im.nrw.de ); er gilt ab sofort und tritt am 31. Dezember 2014 außer Kraft. Nordrhein-Westfalen ist bundesweit Vorreiter in Sachen Dichtheitsprüfung privater Abwasserleitungen.
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bietet als unabhängige Plattform aller am Gewässerschutz Interessierten bereits seit über zehn Jahren, seit Erscheinen der DIN EN 1610 „Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen“, Kurse zu den vom Runderlass jetzt verbindlich geforderten Qualifikationen bundesweit an. Mehr als 800 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden bereits geschult. Auch in der Kanalinspektion wurden seit der Einführung der Kanalinspektionskurse Anfang der 1990er-Jahre mehr als 5000 Teilnehmer von der DWA qualifiziert.
Waren diese Schulungen bisher hauptsächlich auf die Arbeiten des Personals für den öffentlichen Bereich der Abwasserkanäle ausgerichtet, so stehen nun die Abwasserleitungen auf den privaten und gewerblichen Grundstücken (mit ihren geringeren Durchmessern, DN 80–200) im Interesse der Fachöffentlichkeit. Zum einen wird die DWA, nach Abstimmung mit dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium, die bereits durch die DWA qualifizierten Kanalinspekteure, Dichtheitsprüfer und ZKS-Berater (Zertifizierte Kanalsanierungsberater) auf die Belange der Grundstücksentwässerungsleitungen nachschulen, zum anderen wird für Neueinsteiger ein neues Schulungsangebot ab September 2009 bundesweit zur Verfügung stehen. Damit kommt die DWA ihrer satzungsgemäßen Aufgabe nach, den handelnden Fachleuten praxisnahe Schulungen anzubieten. Aktuelle Informationen zu den Schulungen und zum Runderlass enthält die Bildungsdatenbank auf www.dwa.de (dort: Veranstaltungen). Ergänzt werden diese Schulungen durch das neue Merkblatt DWA M 190 „Eignung von Unternehmen für Herstellung, baulichen Unterhalt, Sanierung und Prüfung von Grundstücksentwässerungen“ (Entwurf vom Januar 2009) und den DWA-Themenband „Leitfaden Zustandserfassung, -beurteilung und Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen“, die in Kürze veröffentlicht werden.
Foto: Die Referenzstrecke in Kerpen für Schulungen zur Dichtheitsprüfungen von privaten Abwasserleitungen