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Timestamp: 2017-07-24 18:49:09
Document Index: 243494099

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 40', '§ 1', '§ 7', '§ 7', '§ 9', '§ 3', '§ 4']

Einjährige Bildungsgänge DDR
/ Verfügungen
Anordnung über die Durchführung
einjähriger Bildungsgänge für Jugendliche an Berufsschulen
vom 14. August 1990 Anordnung über die Durchführung einjähriger
Bildungsgänge für Jugendliche an Berufsschulen
Auf der Grundlage von § 5 des Gesetzes vorn 19. Juli 1990
über Berufsschulen (GBl. I Nr. 50) wird folgendes angeordnet:
Diese Anordnung gilt für Jugendlicht, die sich nicht in einem Berufsausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnis
befinden, keine andere Schule besuchen, nicht in eine Maßnahme nach § 40c AFG vermittelt
werden können und ihre Berufsschulpflicht durch den Besuch eines
Berufsvorbereitungsjahres, eines Berufsgrundbildungsjahres oder einer Einjährigen
Berufsfachschule absolvieren (im folgenden Berufsschüler genannt), Berufsschulen und Fachschulen, Schulämter der Kreise.
(1) An Berufsschulen können einjährige vollzeitschulische Bildungsgänge für
Jugendliche gemäß § 1 eingerichtet werden. Sie sind als Möglichkeit der Vorbereitung
auf eine berufliche Eingliederung bei gleichzeitiger Erfüllung der Berufsschulpflicht
Jugendlichen anzubieten.
(2) Einjährige Bildungsgänge im Sinne dieser Anordnung sind das
Berufsvorbereitungsjahr (insbesondere für Abgänger niederer Klassen), das
Berufsgrundbildungsjahr und die einjährige Berufsfachschule. (3) Maßgebend für die fachliche Profilierung dieser Bildungsgänge sind: die individuellen Voraussetzungen und Interessen der in Frage kommenden Jugendlichen, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur des Territoriums und das fachliche Profil der jeweiligen Berufsschule.
(4) Bildungsgänge im Sinne dieser Anordnung können auch an Fachschulen durchgeführt
(5) Über die Einrichtung dieser Bildungsgänge entscheiden die Schulämter der Kreise
in Abstimmung mit den Arbeitsämtern und Kammern.
(6) Schüler und Eltern sind durch die Schulen und die Abteilungen Berufsberatung der
Arbeitsämter über diese Bildungsgänge zu informieren. Ihnen ist bei der Auswahl des
Bildungsganges zu helfen.
(1) Das Berufsvorbereitungsjahr vermittelt den Berufsschülern allgemeinbildende
und fachliche Lerninhalte und bereitet auf eine Berufsausbildung vor. Sie werden
befähigt, anschließend in ein Berufsausbildungsverhältnis oder ein
Berufsgrundbildungsjahr einzutreten.
(2) Dem Berufsvorbereitungsjahr sind wöchentlich 2 Tage theoretischer Unterricht und 3 Tage fachpraktischer Unterricht
zugrund zu legen. Je nach konkreten Bedingungen der Berufsschule ist bei Einhaltung des
Verhältnisses zwischen Theorie und Praxis eine flexible Zeitplanung möglich. Unter
Beachtung dieser Festlegung kann das Berufsvorbereitungsjahr vollzeitschulisch unter Nutzung von Kabinetten für die Fachpraxis oder in Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten, polytechnischen Zentren oder ähnlichen
Einrichtungen durchgeführt werden.
(3) Als allgemeinbildende Lehrinhalte sollten Deutsch, Gesellschaftskunde und Sport
vermittelt werden. Die fachtheoretischen und fachpraktischen .Lerninhalte sind in der
Regel auf zwei Berufsfelder (Anlage) zu beschränken. Sie sind auf die spezifischen
Voraussetzungen dieser Berufsschüler auszurichten und den Rahmenlehrplänen für
Berufsgrundbildungsjahre 1) zu entnehmen.
(4) Die Klassenfrequenz im Berufsvorbereitungsjahr sollte 20 Berufsschüler nicht
überschreiten. Im fachpraktischen Unterricht sollte jede Klasse geteilt werden.
(5) Der Berufsschüler erhält eine Bescheinigung über die während der Ausbildung
vermittelten Lerninhalte. Bei erfolgreichem Abschluß erhält er zusätzlich ein
Schulzeugnis mit dem Feststellungsvermerk: "Der Besuch des Berufsvorbereitungsjahres
wurde mit Erfolg abgeschlossen."
Berufsgrundbildungsjahr und einjährige Berufsfachschule
(1) Das Berufsgrundbildungsjahr entspricht einem Teil der
beruflichen Ausbildung in einen anerkannten und diesem Berufsfeld zugeordneten
Ausbildungsberuf. Der Unterricht wird für ein Berufsfeld (Anlage) entsprechend dem
jeweiligen Rahmenlehrplan 1) durchgeführt.
(2) In der einjährigen Berufsfachschule werden fachtheoretische und fachpraktische
Kenntnisse und Fertigkeiten in der Breite eines Berufsfeldes oder in einem oder mehreren
Ausbildungsberufen oder in einem Vertiefungsbereich eines Berufsfeldes vermittelt.
(3) Als allgemeinbildende Inhalte sind mindestens Gesellschaftskunde (1 Std./Woche), Betriebswirtschaft (1 Std./Woche) und Sport (2 Std./Woche) zu vermitteln. Entsprechend dem Berufsfeld sollten darüber hinaus u. a. Deutsch, Mathematik,
Fremdsprachen und Informatikunterricht in den Bildungsgang einbezogen werden.
(4) Entsprechend den konkreten Standortbedingungen der Berufsschule wird das
Berufsgrundbildungsjahr und die einjährige Berufsfachschule vollzeitschulisch unter Nutzung von Kabinetten für die Fachpraxis oder in Zusammenarbeit der Berufsschule mit Ausbildungsstätten,.polytechnischen Zentren oder
ähnlichen Einrichtungen
(5) Die Leistungen der Berufsschüler im Berufsgrundbildungsjahr und in der
einjährigen Berufsfachschule sind zu bewerten. Eine Abschlußprüfung erfolgt nicht. Der
Berufsschüler erhält ein Schulzeugnis.
(6) Für die Anrechnung des Berufsgrundbildungsjahres und der einjährigen
Berufsfachschule auf die Dauer eines Berufsausbildungsverhältnisses des Jugendlichen kann
der fachlich zuständige Minister in Abstimmung mit dem Minister für Bildung und
Wissenschaft entsprechende Rechtsvorschriften erlassen.
(1) Für die Durchführung des Berufsvorbereitungsjahres,
des Berufsgrundbildungsjahres und der einjährigen Berufsfachschule sind dem Schulamt des
Kreises Inhaltskonzeptionen, Stundentafel, Stundendeckung sowie der Kostenvoranschlag für den fachpraktischen Teil zur Bestätigung vorzulegen.
(2) Über die Aufnahme der Jugendlichen in diese Bildungsgänge entscheidet in
Abstimmung mit dem Schulamt des Kreises der Direktor der Berufsschule bzw. anderen
durchführenden Bildungseinrichtung
Die Ausbildungsbeihilfe für Berufsschüler im
Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr und in der einjährigen Berufsfachschule
bemißt sich nach der Regelung für Schüler der 11. Klasse der Erweiterten Oberschule. 2)
(1) Das Berufsvorbereitungs-, Berufsgrundbildungs- und
Berufsfachschuljahr wird im Rahmen der geplanten Mittel der Bildung aus öffentlichen
(2) Die Planurig der finanziellen Mittel wird in den Haushaltsvoranschlag der
Berufsschulen einbezogen. Bei der Aufstellung und Ausführung des Haushaltsvoranschlages
sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten.
(3) Der Haushaltsvoranschlag der Berufsschule wird auf der Grundlage der
Haushaltsordnung der Republik nach Verteidigung im Schulamt des Kreises an das zuständige
kreisliche Verwaltungsorgan eingereicht. Die Bereitstellung der Mittel erfolgt in
Verantwortung der kreislichen Verwaltungsorgane
(4) Die Berufsschulen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und gemäß
Körperschafts-, Gewerbe- und Vermögenssteuergesetz (GBl. Sonderdruck Nr. 671, 672 und
675) steuerbefreit.
(5) Der fachpraktische Unterricht wird vorrangig an den Berufsschulen unter Nutzung von
Kabinetten u. a. kommunalen Einrichtungen der Polytechnik durchgeführt. In besonderen
Fällen kann die Durchführung des fachpraktischen Unterrichts auch an betrieblichen
Ausbildungsstätten oder betrieblichen Einrichtungen der Polytechnik erfolgen.
Der fachpraktische Unterricht wird entsprechend § 7 (1) aus öffentlichen Mitteln
finanziert. (6) Die Planung der erforderlichen Mittel für die Durchführung des fachpraktischen
Unterrichts wird in Abstimmung mit den Berufsschulen an den kommunalen
Bildungseinrichtungen auf der Grundlage der Kostenvoranschläge vorgenommen, die den
fachpraktischen Unterricht durchführen.
(7) Die Kosten für die fachpraktische Ausbildung an betrieblichen Ausbildungsstätten
(Personalausgaben, Materialkosten sowie sächliche Verwaltungsausgaben und Abschreibungen)
sind diesen Bildungseinrichtungen entsprechend § 7 (5) zu erstatten.
(8) Werden einjährige Bildungsgänge an anderen Bildungseinrichtungen (z. B.
Fachschulen) durchgeführt, erfolgt die Finanzierung analog dieser Grundsätze.
Diese Anordnung gilt für das ab 1. September 1990
beginnende Lehr- und Ausbildungsjahr. Sie tritt mit dem Ende des Lehr- und
Ausbildungsjahres oder mit Erlaß entsprechender Schulgesetze durch die Länder außer
Kraft. § 9
Inkraftsetzen Diese Anordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Berlin, den 14. August 1990 Der Minister für
1) Beschlüsse der Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland
2) Z. Z. gilt die Verordnung vom 11. Juni 19181 über Ausbildungsbeihilfen für
Schüler der erweiterten allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen sowie der
Spezialschulen im Bereich der Volksbildung (GBl. I Nr. 17 S. 232)
zu § 3 Abs. 3 und § 4 Abs. 1 und 2 vorstehender Anordnung
Berufsfelder für die Ausbildung im Berufsvorbereitungsjahr, im
Berufsgrundbildungsjahr und in der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung Metalltechnik'