Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201995,%202710
Timestamp: 2019-06-25 16:48:02
Document Index: 278356377

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 127', '§ 307', 'BGH', '§ 308', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'Art. 4', '§ 8', 'Art. 16', '§ 5', '§ 8', 'BGH', '§ 9', '§ 8', '§ 9']

BGH, 28.06.1995 - IV ZR 19/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1424
BGH, 28.06.1995 - IV ZR 19/94 (https://dejure.org/1995,1424)
BGH, Entscheidung vom 28.06.1995 - IV ZR 19/94 (https://dejure.org/1995,1424)
BGH, Entscheidung vom 28. Juni 1995 - IV ZR 19/94 (https://dejure.org/1995,1424)
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Reperaturkostenversicherung - Unterhaltungselektronik - Formularmäßige Bestimmung der fünfjährigen Laufzeit
Unwirksamkeit einer fünfjährigen Laufzeitklausel für Reparaturkostenversicherung nur bei Vertragsschluß zwischen Januar 1991 und Juni 1994
NJW 1995, 2710
ZIP 1995, 1523
MDR 1995, 1206
VersR 1995, 1185
BB 1995, 2131
DB 1995, 1953
Die Abweichung von der halbzwingenden Vorschrift des § 28 Abs. 2 Satz 2 VVG zum Nachteil des Versicherungsnehmers stellt eine unangemessene Benachteiligung dar (vgl. Senatsurteil vom 28. Juni 1995 IV ZR 19/94, unter I 3 c bb), da die Leistungsfreiheit des Versicherers bei lediglich grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung mit wesentlichen Grundgedanken des § 28 Abs. 2 Satz 2 VVG nicht zu vereinbaren ist.
Die Abweichung von der halbzwingenden Vorschrift des § 28 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 VVG zum Nachteil des Versicherungsnehmers stellt eine unangemessene Benachteiligung dar (…vgl. Senatsurteil aaO; Senatsurteil vom 28. Juni 1995 - IV ZR 19/94, VersR 1995, 1185 unter I 3 d bb;… Senatsbeschluss vom 18. März 2009 - IV ZR 298/06, VersR 2009, 769 Rn. 8).
Die Abweichung von der halbzwingenden Vorschrift des § 127 VVG zum Nachteil des Versicherungsnehmers stellt per se eine unangemessene Benachteiligung im Sinne des § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB dar (BGH NJW 2012, 217 Tz. 19; 1995, 2710 Tz. 36).
Das verstößt gegen § 308 Nr. 5 BGB (vgl. BGH NJW 1995, 2710 [2712]).
Es gibt keine gesetzliche Regelung, die für die Beurteilung der Dauer von Versicherungsverträgen, die in dem hier relevanten Zeitraum - zwischen dem 1. April 1977 und dem 31. Dezember 1990 - abgeschlossen worden sind, herangezogen werden könnte (vgl. dazu BGH NJW 1994/2693, 2694; BGH VersR 1995/1185, 1186).
Dies gilt jedoch gleichermaßen für § 8 Abs. 3 VVG in der alten wie in der aktuellen, seit dem 25. Juni 1994 geltenden Fassung, denn diese Vorschrift ist auf Verträge, die vor ihrem Inkrafttreten geschlossen worden sind, gemäß Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes zur Änderung versicherungsrechtlichen Vorschriften vom 17. Dezember 1990, mit dem erstmals § 8 VVG durch Anfügung eines dritten Absatzes ergänzt worden ist, bzw. gemäß Art. 16 § 5 Abs. 3 des dritten Gesetzes zur Durchführung versicherungsrechtlicher Richtlinien des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 21. Juli 1994, durch den § 8 Abs. 3 VVG die aktuelle Fassung erhalten hat, nicht anwendbar (vgl. dazu BGH VersR 1995/1185, 1186).
Der Bewertung der streitgegenständlichen Laufzeitregelung der Beklagten als unangemessen im Sinne von § 9 Abs. 1 AGBG steht ebenfalls nicht die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 28. Juli 1995 (VersR 1995/1185 f.) entgegen, in der dieser eine Allgemeine Geschäftsbedingung über eine fünfjährige Vertragsdauer bei einer Reparaturkostenversicherung für Fernseh- und Videogeräte auch für den im Streitfall maßgeblichen Zeitraum (bis zum Inkrafttreten des § 8 Abs. 3 VVG a.F. am 1. Januar 1991) als gemäß § 9 Abs. 1 AGBG unbedenklich angesehen hat.
Auch unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 28. Juli 1995 (aaO).
Schon die erheblich kürzere Bindungsdauer gebietet eine differenzierende Gewichtung (Senatsurteile vom 28. Juni 1995 - IV ZR 19/94 - VersR 1995, 1185 unter I 3 b, bb; vom 6. Dezember 1995 - IV ZR 380/94 - VersR 1996, 177 unter 3 b, aa).
Andern sich dennoch während der Bindungsdauer die Marktverhältnisse, begründet es jedenfalls keinen schweren Nachteil, wenn der Versicherungsnehmer noch für den Rest der Laufzeit an den Vertrag gebunden bleibt (vgl. Senatsurteil vom 28. Juni 1995, aaO.).