Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201989,%202756
Timestamp: 2020-06-02 12:29:41
Document Index: 216253274

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 25', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 613', '§ 613', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 252', '§ 278', '§ 139', '§ 279', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 139', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', '§ 528', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1989, 2756 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 13.06.1989
BGH, 23.06.1989 - V ZR 125/88
https://dejure.org/1989,791
BGH, 23.06.1989 - V ZR 125/88 (https://dejure.org/1989,791)
BGH, Entscheidung vom 23.06.1989 - V ZR 125/88 (https://dejure.org/1989,791)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88 (https://dejure.org/1989,791)
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Zur Stützung der Verurteilung des Beklagten auf dessen tatsächliches Vorbringen
Parteivorbringen - Vorbringen des Beklagten - Verurteilung - Urteilsfindung - Urteilsbegründung
NJW 1989, 2756
MDR 1989, 1090
WM 1989, 1670
JR 1990, 27
Im Grundsatz darf sich eine Partei gegnerischen Vortrag auch dann hilfsweise zu eigen machen, wenn dieser dem eigenen Vortrag widerspricht, solange das Verhältnis der Behauptungen zueinander klargestellt ist und nicht (objektiv) feststeht, dass die Hilfsdarstellung bewusst wahrheitswidrig abgegeben wurde (Senat, Urteil vom 25. Januar 1956 - V ZR 190/54, BGHZ 19, 387, 390 f.; Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756;… MünchKomm-ZPO/Wagner, 4. Aufl., § 138 Rn. 12;… Musielak/Stadler, ZPO, 11. Aufl., § 138 Rn. 2).
Aber nur wenn der Kläger dies auch tut, darf das Vorbringen des Beklagten der Entscheidung zugrunde gelegt werden (BGH, Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756 mwN; Urteil vom 14. Februar 2000 - II ZR 155/98, NJW 2000, 1641, 1642).
Wenn der Kläger den Vortrag des Beklagten bestreitet oder ein ihm günstiges Beweisergebnis nicht gegen sich gelten lassen will, ist es nicht zulässig, ihm einen Erfolg aufzunötigen, den er mit dieser tatsächlichen Begründung nicht beansprucht (BGH, NJW 1989, 2756).
Dies könnte ggf. unter dem Gesichtspunkt des gleichwertigen Parteivorbringens beachtlich sein, wenn sich der Kläger das zu seinem Sachvortrag in Widerspruch stehende Vorbringen des Beklagten wenigstens hilfsweise zu eigen macht und seine Klage (auch) hierauf stützt (BGH in ständiger Rechtsprechung: 23. Juni 1989 - V ZR 125/88 - NJW 1989, 2756 = BGHR ZPO § 138 Abs. 2 gleichwertiges Parteivorbringen 1; 14. Juli 1969 - V ZR 145/66 - MDR 1969, 995; 15. Dezember 1993 - VIII ZR 197/92 - WM 1994, 525; 14. Februar 2000 - II ZR 155/98 - WM 2000, 670).
Sie haben sich damit den Sachvortrag des Klägers gerade nicht zu eigen gemacht (…vgl. hierzu BGH, Urt. v. 25.01.1956 - V ZR 190/54, BGHZ 19, 387 ff.;… BGH, Urt. v. 14.07.1969 - V ZR 145/66, MDR 1969, 995; BGH, Urt. v. 23.06.1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756;… BGH, Urt. v. 15.12.1993 - VIII ZR 197/92, NJW-RR 1994, 1405 f., juris Rn. 21).
Zutreffend ist zwar der rechtliche Ansatzpunkt dieser Rüge, daß ein Gericht nur solche Tatsachen zugunsten einer Partei berücksichtigen darf, die diese zur Begründung ihres Begehrens vorgetragen oder sich zumindest hilfsweise zu eigen gemacht hat (BGH, Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756 unter II 2; Urteil vom 15. Dezember 1993 - VIII ZR 197/92, NJW-RR 1994, 1405 unter III 1).
Ein derartiges prozessuales Vorgehen war ohne Verstoß gegen die Wahrheitspflicht möglich (vgl. BGH 23. Juni 1989 - V ZR 125/88 - NJW 1989, 2756; 10. Januar 1985 - III ZR 93/83 - NJW 1985, 1841;… Jauernig Zivilprozessrecht 29. Aufl. § 25 VI 2).
Allerding könnte eine Verurteilung der Beklagten hierauf gestützt werden, da der Kläger sich hierauf in seinen Schriftsätzen vom 14.01.2014 und 24.06.2014 hilfsweise gestützt hat (…vgl. BGH, Urt. v. 25.01.1956 - V ZR 190/54, BGHZ 19, 387 ff.;… BGH, Urt. v. 14.07.1969 - V ZR 145/66, MDR 1969, 995; BGH, Urt. v. 23.06.1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756;… BGH, Urt. v. 15.12.1993 - VIII ZR 197/92, NJW-RR 1994, 1405 f., [...] Rn. 21).
Allerdings könnte eine Verurteilung der Beklagten hierauf gestützt werden, da der Kläger sich hierauf in seinen Schriftsätzen vom 14.01.2014 und 24.06.2014 hilfsweise gestützt hat (…vgl. BGH, Urt. v. 25.01.1956 - V ZR 190/54, BGHZ 19, 387 ff.;… BGH, Urt. v. 14.07.1969 - V ZR 145/66, MDR 1969, 995; BGH, Urt. v. 23.06.1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756;… BGH, Urt. v. 15.12.1993 - VIII ZR 197/92, NJW-RR 1994, 1405 f., juris Rn. 21).
BGH, 10.05.2001 - VII ZR 248/00
Informationspflichten des Unternehmers bei schlüsselfertiger Errichtung eines …
Wenn eine Partei den ihr günstigen Vortrag der Gegenseite bestreitet, kann regelmäßig nicht davon ausgegangen werden, daß sie sich ihn hilfsweise zu eigen macht (BGH, Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88 = NJW 1989, 2756).
Dieser Vortrag könnte unter dem Gesichtspunkt des gleichwertigen Parteivorbringens beachtlich sein, wenn sich der Kläger das zu seinem Sachvortrag in Widerspruch stehende Vorbringen der Beklagten wenigstens hilfsweise zu eigen macht und seine Klage (auch) hierauf stützt (vgl. hierzu BAG 18. April 2002 - 8 AZR 346/01 -AP BGB § 613a Nr. 232 = EzA BGB § 613a Nr. 207, zu I 1 d der Gründe im Anschluss an die ständige Rechtsprechung des BGH, vgl. BGH 23. Juni 1989 - V ZR 125/88 (KG) - NJW 1989, 2756; 14. Juli 1969 - V ZR 145/66 - MDR 1969, 995; 14. Februar 2000 - II ZR 155/98 - WM 2000, 670, 671).
BGH, 14.02.2000 - II ZR 155/98
Bei einer mehrfachen Begründung der Kündigung bedarf es zunächst einer …
BGH, 09.10.1998 - V ZR 214/97
Rechtsfolgen des Verzichts auf das Eigentum an einem Grundstück zu Zeiten der …
OLG Köln, 02.08.2001 - 8 U 24/01
Fristlose Kündigung eines gewerblichen Pachtverhältnisses
LAG Niedersachsen, 17.04.2009 - 12 Sa 1553/08
Betriebsbedingte Kündigung - anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit - grob …
BGH, 19.11.1993 - V ZR 119/92
OLG Köln, 09.10.2014 - 7 U 27/14
Bettungsmaterial gefährdet das Grundwasser: Auftragnehmer haftet auf …
BGH, 31.10.1990 - VIII ZR 186/89
Abgabe unrichtichter Erklärungen im Gebrauchtwagenhandel als positive …
LAG Hessen, 30.08.1991 - 15 Sa 997/90
ArbG Berlin, 01.11.2018 - 41 Ca 1674/18
Arbeitgebereigenschaft des kündigenden ehemaligen Arbeitgebers zum Zeitpunkt des …
LAG Hessen, 16.11.1998 - 16 Sa 29/98
OLG Koblenz, 12.10.2004 - 3 U 782/03
Haftungsfrage beim Bauen nach falschen Maßen
LAG Hessen, 21.09.1998 - 16 Sa 2553/97
Einordnung von Arbeiten mit Naßbaggern als bauliche Leistungen
BGH, 13.06.1989 - VI ZR 216/88
https://dejure.org/1989,1159
BGH, 13.06.1989 - VI ZR 216/88 (https://dejure.org/1989,1159)
BGH, Entscheidung vom 13.06.1989 - VI ZR 216/88 (https://dejure.org/1989,1159)
BGH, Entscheidung vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 (https://dejure.org/1989,1159)
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ZPO § 139 Abs. 1, § 252 S. 2, § 278 Abs. 3
Aufklärungspflicht des Gerichts - Beweisaufnahme - Falsche Beurteilung der Sach- und Rechtslage
MDR 1989, 1091
VersR 1989, 931
Eine Pflicht des Gerichts nach § 139 ZPO, im Rahmen der Erörterung im Anschluss an die Beweisaufnahme nach § 279 Abs. 3 ZPO auf das vorläufige Ergebnis der Beweiswürdigung einzugehen, ist anzunehmen, wenn die nachfolgende Entscheidung andernfalls eine Überraschungsentscheidung darstellt (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88, NJW 1989, 2756, 2757;… Beschluss vom 15. März 2006 - IV ZR 146/05, juris Rn. 5; BVerwG, NVwZ 2013, 1132, 1134 f.).
Das gilt jedenfalls dann, wenn der Anwalt die Rechtslage falsch beurteilt oder ersichtlich darauf vertraut, sein schriftsätzliches Vorbringen sei ausreichend (vgl. Senatsurteil vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 - VersR 1989, 931; BGHZ 127, 254, 260 m.w.N.;… Urteil vom 4. Juli 1989 - XI ZR 45/88 - BGHR ZPO § 139 Abs. 1 - "Anwaltsprozeß" 3).
Eines richterlichen Hinweises nach § 139 Abs. 1 ZPO, dass der Beweis nach Ansicht des Gerichts nicht geführt sei, bedürfe es nur, wenn eine entsprechende Würdigung erst im Urteil eine für die Partei unzulässige Überraschungsentscheidung darstellte (…HK-ZPO/Wöstmann, 6. Auflage, § 139 Rn. 5 unter Hinweis auf die zu § 278 Abs. 3 ZPO aF ergangene Entscheidung: BGH, Beschluss vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88, NJW 1989, 2756, 2757).
Sofern das Berufungsgericht dagegen weiterhin seine Schlüssigkeitsbedenken nicht als ausgeräumt ansah, mußte es zur Vermeidung einer unzulässigen Überraschungsentscheidung die Klägerin unmißverständlich hierauf hinweisen und ihr Gelegenheit zum weiteren Vortrag geben (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 = NJW 1989, 2756 unter II 2 = BGHR ZPO § 139 Abs. 1 Überraschungsentscheidung 1; BGH…, Urteil vom 8. Februar 1999 - II ZR 261/97, NJW 1999, 2123 unter II 1 = BGHR ZPO § 139 Abs. 1 Überraschungsentscheidung 3).
b) Der Klägerin ist zwar darin zuzustimmen, dass nach der Rechtsprechung der Zivilgerichte aus der Vorschrift des § 139 Abs. 2 Satz 1 ZPO n.F. (= § 278 Abs. 3 ZPO a.F.) die Verpflichtung der Tatsacheninstanzen folgt, die Klägerseite auf die Unschlüssigkeit ihres Klagevortrags (BGH-Urteile vom 13. Juni 1989 VI ZR 216/88, NJW 1989, 2756, und vom 16. Mai 2002 VII ZR 197/01, NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht --NJW-RR-- 2002, 1436) bzw. die Beklagtenseite auf die Unschlüssigkeit ihres Verteidigungsvorbringens (BGH-Urteile vom 2. Februar 1993 XI ZR 58/92, NJW-RR 1993, 569, unter II. 3. b, und vom 22. April 1999 I ZR 37/97, NJW 1999, 3716, unter II. 1. b) hinzuweisen.
Unzulässig sind nur Überraschungsentscheidungen, die auf Gesichtspunkte gestützt werden, mit denen die Beteiligten nicht rechnen konnten (Beschluss vom 8. August 1994 - BVerwG 6 B 87.93 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 335; BGH, Urteil vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 - NJW 1989, 2756).
BGH, 20.06.2001 - XII ZR 20/99
Nachdem keine der Parteien die Frage der Verwirkung aufgegriffen hatte, sondern ausschließlich der vom Beklagten behauptete Erlaß jeglicher weiterer Forderungen aus dem Mietverhältnis im Streit war und mit der Berufung allein die diese Frage betreffende Beweiswürdigung des Landgerichts angegriffen wurde, hätte das Berufungsgericht den Kläger gemäß § 278 Abs. 3 ZPO auf den Gesichtspunkt einer Verwirkung der Forderung hinweisen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme geben müssen, bevor es seine Entscheidung hierauf stützte (vgl. BGH, Urteil vom 2. Februar 1993 - XI ZR 58/92 - NJW-RR 1993, 569, 570; vom 20. Juni 1990 - VIII ZR 158/89 - NJW 1991, 637, 638 f. und vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 - NJW 1989, 2756, 2757).
So hat das Gericht darauf hinzuweisen, wenn bestimmte tatsächliche Angaben fehlen, die innerhalb des Streitgegenstands zur Schlüssigkeit des Vortrags der Klage (vgl. dazu BGH, NJW 1989, 2756) oder zu einer Einwendung (dazu BGH, NJW-RR 1993, 569) gehören.
BGH, 07.12.1989 - VII ZR 343/88
Formbedürftigkeit eines Geschäftsbesorgungsvertrages im Bauherrenmodell; …
Nach der Rechtsprechung des Senats ist zwar das Gericht dazu verpflichtet, eine Partei - auch wenn sie anwaltlich vertreten ist - auf einen von ihr übersehenen rechtlichen Gesichtspunkt, auf den es seine Entscheidung stützen will, hinzuweisen, und ihr Gelegenheit zu geben, die gegebenenfalls erforderlichen Tatsachen vorzutragen (NJW 1987, 781 = BGH WuB VII A. § 278 ZPO 1.87 Krämer;… NJW 1989, 717, 718 = BGH WuB VII A. § 528 1.89 E. Schneider = BGHR ZPO § 139 Abs. 1 Anwaltsprozeß 2; vgl. auch BGH NJW 1989, 2756 Nr. 7, 2757).
BGH, 02.02.1993 - XI ZR 58/92
Darin sieht die Revision mit Recht eine unzulässige Überraschungsentscheidung (vgl. BGH, Urteile vom 13. Juni 1989 - VI ZR 216/88 - …und vom 20. Juni 1990 - VIII ZR 158/89 = BGHR ZPO § 278 Abs. 3 - Überraschungsentscheidung 2 und 3, jeweils m.w.Nachw.).
BGH, 21.03.1991 - IX ZB 6/91
Hinweispflicht des Berufungsgerichts vor Verwerfung der Berufung
BGH, 25.05.1993 - XI ZR 141/92
Darlegungsanforderungen für den wegen einer nicht genügenden Befridigung eines …
OLG Bamberg, 16.12.1997 - 7 U 16/97
Zum Verbot einer Überraschungsentscheidung; Verstoß gegen das Gebot der fairen …