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Timestamp: 2016-10-27 09:05:31
Document Index: 299580051

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 83', 'Art. 8', 'Art. 63', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 96', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'EGMR', 'BGE', 'BGE', 'Art. 121', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 67', 'Art. 8', 'Art. 2', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 121', 'BGE', 'Art. 90', 'EGMR', 'Art. 99', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art 8', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 35', 'EGMR', 'Art. 66']

2C_496/2013 (15.11.2013)
2C_496/2013 � � Urteil vom 15. November 2013
Amt f�r Migration und Integration des Kantons Aargau, Rechtsdienst,
�X.________, serbischer Staatsangeh�riger, geboren 1987, reiste 1995 im Rahmen des Familiennachzugs zu seinem Vater in die Schweiz ein und erhielt hier eine Aufenthaltsbewilligung, die in der Folge in eine Niederlassungsbewilligung umgewandelt wurde. Am 26. April 2006 heiratete er eine hier niedergelassene Landsfrau. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, geboren 2008 und 2010.
X.________ wurde wie folgt strafrechtlich verurteilt:
- Durch die Jugendanwaltschaft Kreis II des Kantons Schwyz am 15. September 2003 wegen Raufhandels, am 12. November 2003 wegen Angriffs, am 16. Juli 2004 wegen Ungehorsams gegen amtliche Verf�gungen und am 30. November 2004 wegen Diebstahls, Sachbesch�digung und Hausfriedensbruchs zu Arbeitsleistungen zwischen je drei und f�nf Tagen; mit der Strafverf�gung vom 12. November 2003 wurde er zudem ausdr�cklich darauf aufmerksam gemacht, dass er sich in Zukunft wohl zu verhalten habe, ansonsten er ausgewiesen werden k�nnte;
- am 17. Dezember 2007 durch das Bezirksamt Einsiedeln wegen �berschreitens der zul�ssigen H�chstgeschwindigkeit von 80 km/h um 72 km/h mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagess�tzen zu je Fr. 70.- bei einer Probezeit von drei Jahren sowie Busse von Fr. 800.--;
- am 3. M�rz 2009 durch das Kantonsgericht Schwyz wegen versuchter vors�tzlicher T�tung (begangen am 6. November 2005) und Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu 23 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 15� Monate bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren (dies, nachdem ein erstes Urteil des Kantonsgerichts vom 17. Juni 2008, worin die Freiheitsstrafe auf 24 Monate festgesetzt wurde, vom Bundesgericht aufgehoben worden war [Urteil 6B_788/2008 vom 26. Dezember 2008]).
�Infolge dieser Verurteilung verf�gte das Migrationsamt des Kantons Aargau am 22. Dezember 2009 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung von X.________ aus der Schweiz. Nachdem diese Verf�gung einspracheweise wegen Verletzung des rechtlichen Geh�rs aufgehoben worden war, verf�gte das Migrationsamt am 10. August 2010 erneut den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und forderte X.________ auf, die Schweiz binnen 60 Tage nach Rechtskraft der Verf�gung zu verlassen.
�Eine dagegen erhobene Einsprache wurde am 14. M�rz 2011 abgewiesen.
�Dagegen erhob X.________ Beschwerde an das Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau. W�hrend des Beschwerdeverfahrens ergingen gegen ihn zwei Strafbefehle wegen Verst�ssen gegen das Strassenverkehrsgesetz (Bussen von Fr. 100.-- bzw. 250.--). Mit Urteil vom 27. M�rz 2013 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, in welches das Rekursgericht inzwischen integriert worden war, die Beschwerde ab.
�Mit Eingabe vom 27. Mai 2013 erhebt X.________ beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, das letztgenannte Urteil aufzuheben und ihm - dem Beschwerdef�hrer - die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Das Amt f�r Migration und Integration und das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau sowie das Bundesamt f�r Migration beantragen Abweisung der Beschwerde. X.________ repliziert.
�Mit Verf�gung des Pr�sidenten der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 30. Mai 2013 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG), da auf den Fortbestand dieser Bewilligung ein Rechtsanspruch besteht (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Der Beschwerdef�hrer kann sich zudem auf die Garantie von Art. 8 EMRK berufen (Anspruch auf Schutz des Familien- und Privatlebens).
2.1.�Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausl�nder zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2 S. 299 f.). Dieser Widerrufsgrund, der auch bei ausl�ndischen Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufhalten, zur Anwendung kommen kann (Art. 63 Abs. 2 AuG), ist offensichtlich und unbestritten erf�llt. Der Beschwerdef�hrer ist jedoch der Auffassung, der Widerruf sei unverh�ltnism�ssig und verletze Art. 96 AuG sowie Art. 8 EMRK.
2.2.�Nach der Praxis des Bundesgerichts, welche sich sowohl auf Art. 96 AuG als auch auf Art. 8 EMRK st�tzt, muss der Widerruf der Niederlassungsbewilligung verh�ltnism�ssig sein. Dabei sind praxisgem�ss namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149; 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit Zur�ckhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter oder schwerer Straff�lligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausl�nder hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19; Urteil des EGMR i.S.�
�ner gegen Niederlande�vom 18. Oktober 2006 [46410/99], � 55 f.; vgl. auch das Urteil des EGMR i.S.�
Trabelsi gegen Deutschland�vom 13. Oktober 2011 [41548/06], � 53 ff. bez�glich der Ausweisung eines in Deutschland geborenen, wiederholt straff�llig gewordenen Tunesiers). Bei schweren Straftaten, wozu namentlich Gewaltdelikte geh�ren, besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Ausl�nders zu beenden, der dermassen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung beeintr�chtigt (vgl. die Kasuistik in BGE 139 I 16 E. 2.2 S. 19 f. sowie im Urteil 2C_28/2012 vom 18. Juli 2012 E. 3.4). Das gilt selbst bei Ausl�ndern, die ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht haben (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c S. 436; Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1). Dabei ist auch auf Art. 121 Abs. 3-6 BV hinzuweisen, wonach Ausl�nderinnen und Ausl�nder unabh�ngig von ihrem ausl�nderrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsanspr�che auf Aufenthalt in der Schweiz verlieren, wenn sie unter anderem wegen eines vors�tzlichen T�tungsdelikts rechtskr�ftig verurteilt worden sind. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist diese Bestimmung zwar nicht unmittelbar anwendbar, doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertentscheidungen Rechnung zu tragen, soweit dies zu keinem Widerspruch zu �bergeordnetem Recht f�hrt, d.h. solange dies innerhalb des Beurteilungsspielraums liegt, den der EGMR den einzelnen Konventionsstaaten im Rahmen des Schutzes des Privat- und Familienlebens bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausl�nderpolitik im Einzelfall zugesteht (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34; 139 I 145 E. 2.5 S. 149 f.).
3.1.�Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschwerdef�hrer sei - das versuchte T�tungsdelikt vom 6. November 2005 betreffend - mit einem K�chenmesser auf das ihm unbekannte Opfer zugelaufen, habe diesem je eine Stichverletzung am Oberbauch und am R�cken zugef�gt, sei dabei gezielt vorgegangen und habe im Wissen um die m�glichen Todesfolgen den Tod des Opfers in schwerwiegender Weise zumindest in Kauf genommen. Es sei von einem schweren Verschulden auszugehen. Die versuchte T�tung sei ein �usserst gravierender Verstoss gegen die Rechtsordnung, der aus migrationsrechtlicher Sicht zu einem erh�hten �ffentlichen Interesse am Widerruf der Anwesenheitsbewilligung f�hre, auch wenn es nur ein einmaliger Vorgang sei. Zudem habe der Beschwerdef�hrer bereits als Jugendlicher mehrere Delikte begangen; insgesamt sei von einem �usserst grossen �ffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung auszugehen. Auch das seitherige Wohlverhalten �ndere daran nichts. Die Vorinstanz geht dabei in Analogie zu Art. 67 AuG und unter Hinweis auf das dazu ergangene Urteil des Bundesgerichts 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 davon aus, dass als Richtwert ein Wohlverhalten w�hrend f�nf Jahren verlangt werden m�sse, damit von einem verminderten �ffentlichen Interesse an der Fernhaltung auszugehen sei. Vorliegend seien seit der letzten rechtskr�ftigen Verurteilung (M�rz 2009) erst rund vier Jahre vergangen, wovon der Beschwerdef�hrer f�nf Monate im Strafvollzug verbracht habe. Ein Wohlverhalten w�hrend dieser Zeit gen�ge noch nicht zur Annahme, es gehe vom Beschwerdef�hrer keine oder nur noch eine kleine Gefahr f�r die �ffentliche Ordnung aus. Dem �ffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung stehe ein grosses Interesse des Beschwerdef�hrers am Verbleib in der Schweiz gegen�ber, wo er seit seinem achten Altersjahr lebe. Was die Beziehung zu seiner Ehefrau betreffe, sei festzuhalten, dass der Beschwerdef�hrer sich erst verheiratet habe, als das Verfahren betreffend die versuchte T�tung bereits h�ngig gewesen sei; die Ehefrau habe daher nicht damit rechnen d�rfen, ihr Familienleben in der Schweiz zu f�hren. Damit komme der Frage der Zumutbarkeit der R�ckkehr f�r die Familie eine untergeordnete Bedeutung zu; zudem sei die ebenfalls aus Serbien stammende Ehefrau erst im Alter von 16 Jahren in die Schweiz eingereist, lebe seit zehn Jahren hier und sei mit ihrer Heimat nach wie vor vertraut, so dass eine R�ckkehr nicht unzumutbar sei. F�r die erst viereinhalb bzw. zweieinhalb Jahre alten Kinder sei die R�ckkehr ohne Weiteres zumutbar. Die Wegweisung des Beschwerdef�hrers f�hre damit nicht zwingend zu einer Trennung der Familie. Da es der Familie zumutbar sei, nach Serbien zu ziehen, sei auch das Familienleben im Sinne von Art. 8 EMRK nicht tangiert. Beruflich sei der Beschwerdef�hrer in der Schweiz gut integriert, doch seien seine beruflichen Aussichten auch in der Heimat intakt. Er beherrsche m�ndlich die serbische Sprache und die Erlernung der Schriftsprache sei kein un�berwindbares Hindernis. Er habe auch die Verbindungen mit seiner Heimat nicht abbrechen lassen. Insgesamt sei zwar sein privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu d�rfen, gross, doch �berwiege das �ffentliche Interesse an seiner Entfernung.
3.2.�Der Vorinstanz ist zun�chst zuzustimmen, dass ein vors�tzliches T�tungsdelikt als sehr schwere Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung zu qualifizieren ist. Dieser hohe Stellenwert des Schutzes des Lebens gegen deliktische Gef�hrdung ergibt sich auch aus Konventions- und Verfassungsrecht (vgl. Art. 2 EMRK und dazu Urteile des EGMR i.S.�
R. gegen Ungarn�vom 4. Dezember 2012 [19400/11] � 28 f.; i.S.�
Choreftakis gegen Griechenland�vom 17. Januar 2012 [46846/08] � 44 f.; BGE 138 IV 86 E. 3.1.2 S. 88 f.; Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Schwere Gewaltdelikte sind auch im Zusammenhang mit ausl�nderrechtlichen Fernhaltemassnahmen als sehr schwer zu gewichten (zit. Urteil�
�ner, � 63). Eine �bersicht �ber die bundesgerichtliche Rechtsprechung der letzten Jahre zeigt, dass im Falle von schweren vors�tzlichen Gewaltdelikten (T�tung, schwere K�rperverletzung) praktisch immer der Widerruf der Anwesenheitsbewilligung best�tigt wurde (so auch in den neueren Urteilen 2C_184/2012 vom 15. Dezember 2012 [BGE 139 II 65], 2C_421/2012 vom 25. Januar 2013, 2C_566/2012 vom 18. Januar 2013, 2C_1141/2012 vom 1. Mai 2013, 2C_267/2013 vom 6. Mai 2013, 2C_1197/2012 vom 17. Mai 2013, 2C_1115/2012 vom 11. Juni 2013 sowie 2C_ 136/2013 vom 30. Oktober 2013). Dies gilt auch bei Ausl�ndern der zweiten Generation (vgl. dazu die neueren Urteile 2C_28/2012 vom 18. Juli 2012, 2C_54/2012 vom 23. Juli 2012, 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013 und 2C_259/2013 vom 29. Juli 2013). Das Bundesgericht best�tigt damit die hohe Bedeutung, die es den schweren Gewaltdelikten beimisst. In dem vom Beschwerdef�hrer zitierten Urteil des Bundesgerichts 2C_18/2009 vom 7. September 2009 war es demgegen�ber nicht um T�tungsdelikte gegangen; nach einer Zahl von Jugenddelikten (darunter mehrfache Vergewaltigung) hatte der dortige Beschwerdef�hrer nach Erreichung der Vollj�hrigkeit nur geringere Strafen erwirkt, w�hrend ein Strafverfahren wegen Betrugsverdachts noch h�ngig war. Das Bundesgericht hob den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zudem nicht einfach auf, sondern wies die Sache an die Vorinstanz zur�ck zur n�heren Abkl�rung der aktuellen Situation.
3.3.�Der Beschwerdef�hrer betont, dass er die schwerste Tat, die versuchte vors�tzliche T�tung, im Alter von bloss 18� Jahren und bei verminderter Zurechnungsf�higkeit begangen habe; seither habe er sich kein schweres Delikt mehr zuschulden kommen lassen und habe eine g�nstige Legalprognose. Er habe sich seit der Straftat vom 6. November 2005 von seinem damaligen Bekanntenkreis abgewendet und eine Familie gegr�ndet; er sei gut integriert und habe sich beruflich erfolgreich selbst�ndig gemacht; er habe ein Transportunternehmen gegr�ndet und ab 1. Mai 2013 zus�tzlich ein Restaurant �bernommen. Zudem sei die Dauer des Wohlverhaltens entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht vom Zeitpunkt der rechtskr�ftigen Verurteilung, sondern ab Tatbegehung zu bemessen, mithin ab November 2005, und betrage damit mehr als sieben Jahre.
3.4.�Dem Beschwerdef�hrer ist zuzustimmen, dass die Dauer des Wohlverhaltens nicht prim�r vom Zeitpunkt des rechtskr�ftigen Strafurteils an zu bemessen ist, zumal dieser Zeitpunkt von vielen unbeeinflussbaren und zuf�lligen Faktoren abh�ngt. Das f�hrt im Ergebnis jedoch nicht zu einer anderen W�rdigung: Einerseits kann ohnehin nicht schematisch nach einer Dauer des Wohlverhaltens von f�nf Jahren davon ausgegangen werden, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung unverh�ltnism�ssig w�re. Andererseits kann auch die Dauer des Aufenthalts w�hrend des Rechtsmittelverfahrens ab dem erstinstanzlichen Widerrufsentscheid nicht vollumf�nglich ber�cksichtigt werden, da sie nur auf der aufschiebenden Wirkung der Rechtsmittel beruht und ebenfalls von Zuf�lligkeiten abh�ngt (vgl. Urteil 2C_578/2011 vom 1. Dezember 2011 E. 3.4.5). Vorliegend kommt hinzu, dass der Beschwerdef�hrer noch w�hrend der Dauer des Strafverfahrens ein Strassenverkehrsdelikt begangen hat, indem er die zul�ssige H�chstgeschwindigkeit von 80 km/h um 72 km/h �berschritt. Wenn auch diese Tat weniger schwer wiegt als ein vors�tzliches T�tungsdelikt, so stellt sie doch ein hohes Risiko f�r einen Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern dar (vgl. heute Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. c SVG, in der Fassung vom 15. Juni 2012) und zeigt, dass der Beschwerdef�hrer M�he mit der Einhaltung der Rechtsordnung hat. Anders als im Fall�
Maslov gegen �sterreich�vom 23. Juni 2008 [1638/03], auf den sich der Beschwerdef�hrer beruft, hat er nicht als Jugendlicher, sondern als (wenn auch junger) Erwachsener delinquiert (vgl. dazu zit. Urteil des EGMR�
Trabelsi, � 57). Das genannte SVG-Delikt erfolgte zudem zu einem Zeitpunkt, als er bereits eine Familie gegr�ndet hatte, was ihn aber offenbar nicht hinreichend stabilisiert hat.
3.5.�Dem Beschwerdef�hrer ist zugute zu halten, dass er beruflich gut integriert ist, immer f�r sich und seine Familie aufgekommen ist und ein eigenes Transportgesch�ft aufgebaut hat. Die Vorinstanz hat diesen Aspekt nicht verkannt, sondern hat ihn in ihrer Interessenabw�gung ber�cksichtigt. Nicht beachtlich ist demgegen�ber die gem�ss Beschwerdeschrift per 1. Mai 2013 erfolgte �bernahme eines Restaurants: Es handelt sich dabei um ein erst nach dem angefochtenen Entscheid eingetretenes echtes Novum, das vor Bundesgericht unzul�ssig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f.). Zudem musste der Beschwerdef�hrer nach dem angefochtenen Entscheid damit rechnen, die Schweiz verlassen zu m�ssen, so dass er dieses Gesch�ft auf eigenes Risiko �bernommen hat im Bewusstsein, dass sein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zumindest unsicher erschien; er kann daher aus diesen nachtr�glich geschaffenen Umst�nden nichts zu seinen Gunsten ableiten (Urteil des EGMR i.S.�
Udeh g. Schweiz�vom 16. April 2013 [12020/09], � 50).
3.6.�In Bezug auf seine Verbundenheit zur Heimat bestreitet der Beschwerdef�hrer nicht, dass er serbisch spricht; er bringt nur vor, er kenne die kyrillische Schrift nicht und verm�ge sich daher in seiner Muttersprache nicht schriftlich auszudr�cken. Die Vorinstanz hat aber mit Recht erwogen, dass die Erlernung des kyrillischen Alphabets m�glich ist, wie umgekehrt auch von Personen, die aus Serbien in die Schweiz einreisen, ohne Weiteres erwartet wird, dass sie die lateinische Schrift erlernen.
3.7.�Zu pr�fen bleibt die Vereinbarkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung mit den Garantien von Art. 8 EMRK:
3.7.1.�Hat eine ausl�ndische Person nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz und wird die intakte famili�re Beziehung tats�chlich gelebt, kann es Art. 8 EMRK verletzen, wenn der ausl�ndischen Person die Anwesenheit in der Schweiz untersagt und damit ihr Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 mit Hinweisen). Die EMRK garantiert jedoch grunds�tzlich keinen Anspruch auf Aufenthalt in einem Konventionsstaat (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 f.). Es ergibt sich aus ihr weder ein Recht auf Einreise noch auf Wahl des f�r das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts (BGE 139 I 37 E. 3.5.1 S. 47 f.; Urteil des EGMR de Souza Ribeiro gegen Frankreich vom 13. Dezember 2012 [22689/07], � 77; je mit Hinweisen).
�Das Recht auf Achtung des Familienlebens kann daher nur angerufen werden, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme gegen eine ausl�ndische Person zur Trennung von Familienmitgliedern f�hrt. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern "ohne Schwierigkeiten" m�glich, mit der ausl�ndischen Person auszureisen, wird der Schutzbereich der genannten Garantie normalerweise nicht ber�hrt (BGE 116 Ib 353 E. 3c S. 357; Urteil 2A.676/2006 vom 13. Februar 2007 E. 3.1); anders kann es sich beim kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben verhalten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2 S. 286 ff.). Erscheint hingegen die Ausreise f�r die Familienangeh�rigen nicht von vornherein ohne Weiteres zumutbar (BGE 116 Ib 353 E. 3d S. 358), ist stets eine Interessenabw�gung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK geboten, bei der s�mtliche Umst�nde des Einzelfalls zu ber�cksichtigen sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 247 E. 4.1.1 S. 249; 135 I 143 E. 2.2 S. 147, 153 E. 2.1 S. 155; Urteile 2C_163/2013 vom 1. Mai 2013 E. 2.1; 2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.2).
3.7.2.�Vorliegend handelt es sich nicht um einen Fall, in welchem die Ausreise f�r die Familienangeh�rigen von vornherein ohne Weiteres zumutbar w�re: Die Ehefrau ist mit sechzehn Jahren in die Schweiz gekommen und hat zwei Kinder geboren. Sie lebt seit zehn Jahren hier und muss sich nun - erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ihres Ehemannes als rechtm�ssig - entscheiden, ob sie ihrem Mann folgen oder in der Schweiz bleiben und von diesem getrennt leben will. Diese Konstellation bedarf der umfassenden Interessenabw�gung (vorne E. 3.7.1, am Ende).
3.7.3.�Der vorinstanzliche Entscheid ist aber auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden: Die Ehefrau hat bis zu ihrem 16. Altersjahr in der gemeinsamen Heimat gelebt und ihre Mutter wohnt immer noch dort. Dass die Ehefrau infolge des Krieges negative Erinnerungen an ihren Heimatort hat, macht das Leben f�r sie dort nicht unzumutbar. Auch f�r die Kinder, die sich in einem anpassungsf�higen Alter befinden, ist die Ausreise nach Serbien zumutbar (BGE 135 I 143 E. 2.2 S. 147 ; 127 II 60 E. 2bS. 67). Dass die allgemeinen Lebensumst�nde dort ung�nstiger sein m�gen als in der Schweiz, begr�ndet noch keine Unzumutbarkeit. Andere spezifische Umst�nde, die besonders f�r den Beschwerdef�hrer und seine Familien das Wohnen in der Heimat als unzumutbar erscheinen liessen, werden nicht geltend gemacht. Sodann ist im Rahmen der Interessenabw�gung praxisgem�ss zu gewichten, dass die Heirat in einem Zeitpunkt geschlossen wurde, als das Strafverfahren wegen des vors�tzlichen T�tungsdelikts bereits im Gange war und die Ehefrau nicht ohne Weiteres damit rechnen konnte, das Familienleben in der Schweiz zu leben (vgl. zit. Urteile�
�ner, � 57; Udeh, � 45; BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149). Auch soweit sich der Beschwerdef�hrer - aufgrund von Aufenthaltsdauer und Integration - unabh�ngig von einem Familienleben auf Art 8 EMRK (Schutz des Privatlebens) berufen kann (vgl. zit. Urteil�
�ner, � 59), ist der Eingriff in dieses Recht aufgrund des �berwiegenden �ffentlichen Fernhalteinteresses gerechtfertigt.
3.8.�Soweit sich der Beschwerdef�hrer auf das Urteil�
Udeh�des EGMR bezieht, ist zun�chst zu bemerken, dass dessen Bedeutung ohnehin zu relativieren ist, da der EGMR dabei entgegen Art. 35 Abs. 1 EMRK auch Umst�nde ber�cksichtigt hat, die erst nach dem Entscheid des Bundesgerichts eingetreten sind (Urteil 2C_365/2013 vom 30. August 2013 E. 2.4, zur Publikation vorgesehen). Zudem unterscheidet sich der vorliegende Fall wesentlich vom Fall Udeh: Dort war f�r den EGMR ausschlaggebend, dass der nigerianische Beschwerdef�hrer Kinder mit schweizerischer Staatsangeh�rigkeit hatte, denen die Ausreise nach Nigeria unzumutbar war, so dass die Entfernung des Beschwerdef�hrers zur Trennung der Familie f�hrte (zit. Urteil�
Udeh, � 52-54). Das ist hier nicht zwingend der Fall (vorne E. 3.1 und 3.7).
3.9.�Insgesamt verletzt das angefochtene Urteil weder Bundes- noch Konventionsrecht, so dass die Beschwerde abzuweisen ist.
�Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG).
�Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Amt f�r Migration und Integration des Kantons Aargau, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.