Source: https://www.liquida-inkasso.de/de/news/eine-insolvenz-anfechten-was-zu-beachten-ist.html
Timestamp: 2020-07-12 19:50:14
Document Index: 37452058

Matched Legal Cases: ['§ 129', '§ 130', '§ 130', '§131', '§131', '§ 131', '§133', '§ 133']

Eine Insolvenz anfechten: Was zu beachten ist - Liquida Inkasso
Insolvenzanfechtung: Was zu beachten ist
Eine Insolvenzanfechtung ist ein bedeutendes Werkzeug des Gläubigerschutzes. Sie stellt sicher, dass im Rahmen eines Insolvenzverfahrens die Ansprüche aller Gläubiger zu gleichen Teilen befriedigt werden. LIQUIDA Inkasso hat in Mandy Zelazny eine kompetente Mitarbeiterin, die mit den komplexen Sachverhalten einer Insolvenzanfechtung bestens vertraut ist.
Mandy Zelazny ist seit 2002 bei LIQUIDA Inkasso und ist dort Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Thema Insolvenz.
Im Jahr 2018 registrierte das Statistische Bundesamt laut Statistikportal Statista 109.584 Insolvenzen in Deutschland. Insolvenz bedeutet, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber einem Gläubiger nicht mehr nachkommen kann. Die Aufgabe eines Insolvenzverfahrens besteht dann darin, einen gerechten Ausgleich zwischen dem überschuldeten und zahlungsunfähigen Schuldner und seinen Gläubigern zu schaffen.
Eine Insolvenz kann angefochten werden, um Zahlungen zurückzuholen, die vor dem Insolvenzverfahren getätigt wurden, und diese zur Insolvenzmasse hinzuführen. Eine Insolvenzanfechtung ist vorrangig ein Instrument des Gläubigerschutzes. Sie sorgt dafür, dass kein Gläubiger bevorteilt oder benachteiligt wird und alle Gläubiger zu einem gewissen Teil befriedigt werden.
Eine Insolvenz kann nach § 129 InsO (Insolvenzordnung) nur der Insolvenzverwalter anfechten. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist dazu nicht berechtigt. Eine weitere Voraussetzung für eine Anfechtung nach der Insolvenzordnung besteht darin, dass das Insolvenzverfahren auch eröffnet wurde.
LIQUIDA Inkasso hat mit Mandy Zelazny eine äußerst kompetente Ansprechpartnerin für alle Themen im Bereich Insolvenz sowohl für die Kunden als auch für intern. Sie hat sich in den vielen Jahren bei LIQUIDA Inkasso permanent zu diesem Thema weitergebildet. Gerade zum Thema Insolvenzanfechtung gibt es immer wieder Rückfragen der Kunden.
Im Folgenden gibt eine Zusammenfassung einen Überblick über wichtige gesetzliche Vorgaben zu diesem Thema.
Nach § 130 InsO kann bei einer sogenannten kongruenten Deckung eine Rechtshandlung angefochten werden, die einem Insolvenzgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewährt hat, die in den letzten drei Monaten vor dem Insolvenzantrag oder danach gewährt wurde. Voraussetzung ist, dass der Anfechtungsgegner zum Zeitpunkt, an dem die Rechtshandlungen vorgenommen wurden, von der Zahlungsunfähigkeit oder von dem Eröffnungsantrag wusste. § 130 InsO stellt ausdrücklich allein auf die Zahlungsunfähigkeit ab.
§131 InsO
Die Anfechtung nach §131 InsO greift bei einer inkongruenten Deckung durch, also wenn einem Insolvenzgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewährt oder ermöglicht wird, die er nicht oder nicht in der Art oder nicht zu der Zeit hätte beanspruchen können. Eine solche Rechtshandlung kann angefochten werden. § 131 InsO stellt somit erhöhte Anforderungen an den Gläubiger bzw. Anfechtungsgegner. Zum einen muss er sich gegenüber dem Insolvenzverwalter entlasten, zum anderen werden die Anfechtungszeiträume ausgedehnt. Anfechtbar sind Rechtshandlungen, die bis zu drei Monaten vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen worden sind, wenn der Schuldner zum Zeitpunkt der Handlung zahlungsunfähig war oder der Gläubiger/Anfechtungsgegner wusste, dass die Handlung die Insolvenzgläubiger in ihrer Gesamtheit benachteiligt.
§133 InsO
Nach § 133 InsO ist eine Rechtshandlung anfechtbar, die der Schuldner in den letzten vier Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorgenommen hat. Der Anfechtungsgegner muss den Vorsatz des Schuldners im Zeitpunkt der Handlung gekannt haben. Die Absicht der Gläubigerbenachteiligung muss nicht Beweggrund oder überwiegender Zweck der Handlung des Schuldners gewesen sein. Entscheidend sind vielmehr das Bewusstsein und der Wille, die übrigen Gläubiger zu benachteiligen. Es genügt, dass der Nachteil als mutmaßliche Folge des Handelns erkannt und billigend in Kauf genommen wurde.
https://de.statista.com/themen/140/insolvenz/
https://www.schuldnerberatung.de/insolvenzanfechtung/