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Timestamp: 2016-10-22 11:53:09
Document Index: 112709014

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_748/2010 (09.12.2010)
8C_748/2010
vertreten durch F�rsprecher Martin B�rkle, Genferstrasse 24, 8002 Z�rich,
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 30. Juni 2010.
Die 1969 geborene S.________ war als Primarlehrerin t�tig und �ber den Arbeitgeber bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Winterthur) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert, als sie am 13. Juli 2001 auf einer Treppe ausrutschte und r�ckw�rts auf R�cken, Schultern und Arme fiel. Die Winterthur anerkannte ihre Leistungspflicht, gew�hrte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Mit Verf�gung vom 16. Dezember 2003 er�ffnete sie der Versicherten, die Arbeitsf�higkeit betrage ab 1. Oktober 2003 75 % und ab 1. Januar 2004 100 %. Zudem verneinte die Winterthur einen Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung. Die vom obligatorischen Krankenpflegeversicherer der S.________ hiegegen vorsorglich erhobene Einsprache wurde wieder zur�ckgezogen. Die Einsprache der Versicherten wies die AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) als Rechtsnachfolgerin der Winterthur nach medizinischen Abkl�rungen (u.a. Einholung des Gutachtens der Klinik C.________ vom 16. Mai 2007) und erneuter - vor�bergehend und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgter - Ausrichtung von Taggeld mit Entscheid vom 7. Oktober 2008 ab. Sie begr�ndete dies damit, sp�testens im Zeitpunkt der effektiven Einstellung des Taggelds am 31. Mai 2007 h�tten keine unfallkausalen Beschwerden mehr vorgelegen.
Beschwerdeweise beantragte S.________, es sei mit Wirkung ab 1. Juni 2007 eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 40 % und eine angemessene Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen; eventuell sei die Sache f�r weitere medizinische Abkl�rungen an die AXA zur�ckzuweisen. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die Beschwerde mit Entscheid vom 30. Juni 2010 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst S.________ die Aufhebung von Einsprache- sowie vorinstanzlichem Entscheid beantragen und ihre vorinstanzlichen Begehren erneuern.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist es nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin aus dem Unfall vom 13. Juli 2001 �ber den 31. Mai 2007 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Das kantonale Gericht hat dies mit der Begr�ndung verneint, die noch geklagten Beschwerden seien nicht unfallkausal.
Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen Entscheid, auf den verwiesen wird, zutreffend dargelegt. Das betrifft namentlich die zu beachtenden kausal- und beweisrechtlichen Grunds�tze.
Hervorzuheben ist, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers einen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraussetzt (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt. Anders verh�lt es sich bei nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Nach der f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) werden diese Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft, w�hrend nach der bei Schleudertraumen und �quivalenten Verletzungen der HWS sowie Sch�del-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht hat erkannt, die noch geklagten Beschwerden seien nicht mit einer strukturellen traumatischen Sch�digung zu erkl�ren. Bez�glich des k�rperlichen Gesundheitszustandes sei (sp�testens) am 31. Mai 2007 der Zustand, wie er ohne den Unfall vom 13. Juli 2001 bestehen w�rde (status quo sine), erreicht gewesen.
Diese Beurteilung beruht auf einer einl�sslichen Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten, insbesondere dem Gutachten der Klinik C.________ vom 16. Mai 2007, und einer �berzeugenden rechtlichen W�rdigung.
In der Beschwerde wird nichts vorgebracht, was eine andere Betrachtungsweise zu rechtfertigen verm�chte. Namentlich werden keine begr�ndeten Einw�nde betreffend das Erreichen des (somatischen) status quo sine erhoben. Die Vorbringen der Versicherten gelten denn auch nicht der Frage, ob die noch geklagten Beschwerden mit einem unfallbedingten organischen Korrelat zu erkl�ren sind. Beanstandet wird vielmehr, dass das kantonale Gericht in seinen weiteren Erw�gungen die (ad�quate) Kausalit�t nach der Psycho-Praxis gepr�ft hat. Nach Auffassung der Versicherten sind die persistierenden Beschwerden auf eine beim Unfall erlittene Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) zur�ckzuf�hren, weshalb die Schleudertrauma-Praxis anzuwenden sei. Dies f�hre zur Bejahung der Unfallkausalit�t der Beschwerden.
Es erscheint fraglich, ob es beim Unfall vom 13. Juli 2001 zu einer Verletzung gekommen ist, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis zu rechtfertigen verm�chte. Abschliessend muss dies aber nicht beantwortet werden, wenn der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch geklagten Beschwerden selbst nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu verneinen ist. Trifft dies zu, was nachfolgend gepr�ft wird, er�brigt sich auch, weiter auf die Frage der nat�rlichen Unfallkausalit�t und der diesbez�glich beantragten Beweiserg�nzungen einzugehen (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472).
4.1 Ausgangspunkt der Ad�quanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfallereignis. Abh�ngig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 8C_283/2009 E. 9.1 Ingress, auch zum Folgenden). Massgebend f�r die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenf�llige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1).
Gem�ss dem angefochtenen Entscheid ist der Sturz vom 13. Juli 2001 den leichten Unf�llen zuzurechnen. Die Versicherte geht von einem mittelschweren Unfall aus. Wird dieser Auffassung - vorl�ufig und ohne abschliessende Beurteilung ihrer Richtigkeit - gefolgt, w�re der Treppensturz innerhalb der mittelschweren Unf�lle sicher nicht oberhalb des Grenzbereichs zu den leichten Unf�llen einzustufen (vgl. Urteile 8C_798/2007 vom 3. Juli 2008 E. 4.1 und U 83/05 vom 1. Juni 2006 E. 3.1, je mit Hinweisen).
4.2 Von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) m�ssten demnach f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter Weise gegeben sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweis). Eine H�ufung der Kriterien liegt bei der hier (h�chstens) gegebenen Unfallschwere vor, wenn mindestens deren vier erf�llt sind (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009 E. 4.5).
4.3 Gem�ss der in der Beschwerde vertretenen Auffassung sind von diesen Zusatzkriterien deren vier erf�llt, wovon eines in besonders ausgepr�gter Weise. Im Einzelnen ergibt sich Folgendes:
Zu Recht nicht geltend gemacht werden die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls, der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen.
Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ebenfalls nicht erf�llt. Die - ohnehin fragliche - Diagnose einer HWS-Distorsion gen�gt hief�r ebenso wenig wie die beim Unfall erlittenen Kontusionen (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Andere Faktoren, welche die Bejahung des Kriteriums gestatten k�nnten, sind ebenfalls nicht ersichtlich.
Von den verbleibenden drei Kriterien m�sste f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs mindestens eines in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein. Das wird f�r die Kriterien der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung und der erheblichen Beschwerden zu Recht nicht geltend gemacht. Entgegen der Auffassung der Versicherten liegt aber auch das Kriterium der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen jedenfalls nicht besonders ausgepr�gt vor, zumal bereits kurz nach dem Unfall wieder eine 65%ige Arbeitsf�higkeit best�tigt wurde. Damit kann offen bleiben, ob eines oder mehrere dieser Kriterien �berhaupt in der einfachen Form als erf�llt zu betrachten w�ren.
4.4 Zusammenfassend hat das kantonale Gericht den rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem Unfall vom 13. Juli 2001 und den noch geklagten Beschwerden, und damit die Leistungspflicht der AXA hief�r, zu Recht verneint. Dies f�hrt zur Abweisung der Beschwerde.