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Timestamp: 2017-05-25 15:01:09
Document Index: 367977395

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 9', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Merkblatt zum Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO) - PDF
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1 Merkblatt zum Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO) - mit aktuellen Hinweisen und Tipps2 1. Grundsätzliches zum AEO Für alle in der Europäischen Gemeinschaft ansässigen Unternehmen, die am grenzüberschreitenden Warenverkehr mit Drittländern teilnehmen und mit unter das Europäische Zollrecht fallenden Tätigkeiten befasst sind, hat es mit der Änderung des Zollkodex (ZK) und der Durchführungsverordnung zum Zollkodex (ZK-DVO) in den Jahren 2005 und 2006 eine wesentliche Neuerung des Europäischen Zollrechts gegeben. Bei dieser wesentlichen Änderung handelt es sich um die Einführung eines weiteren zollrechtlichen Status den Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (ZWB). Angestoßen wurde die Einführung des ZWB in der Europäischen Gemeinschaft durch das SAFE Framework der Weltzollorganisation (WCO). Das SAFE Framework der WCO enthält Mindestanforderungen an staatliche Sicherheitsprogramme. Zu diesen Mindestanforderungen gehört auch der Status des Authorised Economic Operator (AEO). Seine englische Bezeichnung wird im Europäischen Zollrecht genutzt. Ziel des Status AEO ist es, die Sicherheit der Waren- und Dienstleistungslieferkette (Supply Chain) zu gewährleisten, in dem nur noch zertifizierte Unternehmen an der internationalen Lieferkette beteiligt sind. Die Zertifizierung durch die Zollverwaltung folgt der Idee, alle Unternehmen, die weltweit grenzüberschreitend tätig sind, zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie sichere Teilnehmer am grenzüberschreitenden Warenverkehr sind. Nicht zuletzt sind diese Bestrebungen auf die Ereignisse des 11.September 2001 zurückzuführen. In Zukunft soll der Status des AEO in jedem Vertragsstaat der WCO eingeführt werden. Bereits heute existiert der Status nicht mehr nur in der EU, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Neuseeland oder Kanada. Auch in anderen Ländern soll der Status eingeführt und eine gegenseitige Anerkennung geschaffen werden. Mit Japan besteht bereits ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung, ebenso mit China und Norwegen. Mit den USA werden Verhandlungen geführt. 2. Rechtsgrundlagen des AEO Die gesetzlichen Bestimmungen für den AEO ergeben sich aus Art. 5a ZK und Artt. 14a - 14x ZK-DVO. Daneben wurden als Hilfsmittel zur Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen Leitlinien durch die Europäische Kommission (TA- XUD) geschaffen. Ferner wurden vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) Verwaltungsvorschriften erlassen. 3. AEO-Zertifikate Unternehmen, die AEO werden möchten, haben die Wahl zwischen verschiedenen AEO-Zertifikaten. Dies sind die AEO-Zertifikate: 1. AEO-Zertifikat Zollrechtliche Vereinfachungen (AEO C), 2. AEO-Zertifikat Sicherheit (AEO S) 3. AEO-Zertifikat Zollrechtliche Vereinfachungen/Sicherheit (AEO F). Das AEO-Zertifikat Sicherheit soll dem Unternehmen Sicherheitserleichterungen gewähren, wie z.b. ein Anspruch auf eine unverzügliche Kontrolle bei einer Zollbeschau oder die Abgabe eines reduzierten Datensatzes bei der Vorab- Anmeldung. Das AEO-Zertifikat Zollrechtliche Vereinfachungen soll es dem AEO ermöglichen, zollrechtliche Vereinfachungen in Anspruch nehmen zu können, ohne dass es weiteren Aufwandes bedarf. Dazu gehören vor allem die vereinfachten Verfahren im Rahmen der Ein- und Ausfuhr3 Aktuelle Hinweise: Bei der Einführung des AEO zum ging die deutsche Zollverwaltung davon aus, dass mindestens Unternehmen Anträge auf Erteilung des AEO stellen werden. Diese Zahl bestätigte sich nicht. Derzeit (Stand Dezember 2011) gibt es ca AEO s. Grund für den fehlenden Zuspruch war die fehlende Pflicht zur Umsetzung, die mit der Bewilligung verbundenen Kosten und die fehlende Aussicht auf Vorteile. Da jedoch die Implementierung von Sicherheitsaspekten in die internationale Lieferkette und die Aussonderung von unzuverlässigen Gliedern der Lieferkette ein weiterhin erklärtes Ziel war, wurden die Voraussetzungen, die für den AEO gefordert wurden, in andere zollrechtliche Bewilligungen aufgenommen, die bereits existierten und sich dafür anboten, die Zuverlässigkeit eines Unternehmens zu prüfen. Zu diesen Bewilligungen gehört der Zugelassene Ausführer (ZA). In der Bewilligung für den ZA finden sich nunmehr die wesentlichen Voraussetzungen für den AEO wieder. Alle Unternehmen, die ZA sind, sind gezwungen, bis Ende 2011 einen Antrag auf Erteilung des ZA unter den Voraussetzungen des AEO zu stellen. Hilfsweise soll es möglich sein, direkt den AEO zu beantragen. Nicht zuletzt deshalb nimmt die Anzahl der AEO s zu. Grund dafür ist auch, dass immer mehr Vertragspartner dieses Qualitätsmerkmal anfordern, insbesondere in die Zuliefererindustrie. Die sichere internationale Lieferkette wird sich so langsam schließen. Auf kurz oder lang wird sich jedes Unternehmen mit dem AEO beschäftigen müssen entweder aus rechtlichen Gründen oder aus der Unternehmenstätigkeit und den Anforderungen an diese heraus. 4. Bewilligung des AEO Der AEO-Status wird von dem für das Unternehmen zuständigen Hauptzollamt nur bewilligt, wenn das Unternehmen bestimmte Kriterien erfüllt. Dies sind: 4.1 Im Zollgebiet der Gemeinschaft ansässige Person Grundsätzlich muss das Unternehmen im Zollgebiet der Gemeinschaft ansässig sein. Der AEO-Status wird nur einem Unternehmen bewilligt, welches seinen Sitz in der EU hat. Eine Ausnahme besteht nur für Fluglinien oder Schifffahrtslinien mit Zweigniederlassungen. Der Status wird auch nur einem einzelnen Unternehmen verliehen, nicht aber einem Konzern. Dies führt dazu, dass jede Untergliederung eines Konzerns einer eigenen Bewilligung bedarf. Zur Abgrenzung, ob es eines eigenen AEO-Antrages bedarf, kann das Erfordernis / Vorhandensein einer Zollnummer herangezogen werden, d.h.: eigene Zollnummer = eigener Antrag. Achtung: auch wenn es eines eigenen Antrages bedarf, können bei der Beantragung unternehmensübergreifende Informationen, Vorgaben, Leitlinien herangezogen werden und auf diese verwiesen, also doppelt verwendet werden. 4.2 Angemessene Einhaltung der Zollvorschriften Der Antragsteller muss die angemessene Einhaltung der Zollvorschriften nachweisen. Die Einhaltung der Zollvorschriften gilt als angemessen, wenn in den letzten drei Jahren vor der Antragsstellung keine schwere Zuwiderhandlung und keine wiederholten Zuwiderhandlungen gegen Zollvorschriften begangen worden sind. Die ordnungsgemäße Einhaltung bezieht sich sowohl auf den Wirtschaftsbeteiligten, als auch auf die Geschäftsführung, die Mitglieder des Aufsichtsrates, die gesetzlichen Vertreter des Antragstellers in Zollangelegenheiten sowie die Personen, die im Antragstellerunternehmen für Zollangelegenheiten verantwortlich sind4 Sollten Sie Unregelmäßigkeiten in Ihrem Unternehmen feststellen, bedeutet dies nicht automatisch die Versagung des Status. Die Zollverwaltung hat zu prüfen, ob die Zollvorschriften angemessen eingehalten wurden. Bei der Beurteilung der Angemessenheit ist u.a. die Tätigkeit, die Größe, die Anzahl der Verstöße zu berücksichtigen. Nur weil eine Unregelmäßigkeit festgestellt wurde, muss der Status noch lange nicht versagt werden. Aber: Achten Sie zukünftig auf die Einhaltung von zoll-, außenwirtschafts- und steuerrechtlichen Gesetzen. Wie wir aus Verfahren wissen, ist der Status des AEO gefährdet, wenn Sie dies nicht tun! Problematisch sind insbesondere strafrechtliche Vorwürfe, für deren Einleitung bereits das Vorliegen eines Anfangsverdachts ausreicht. Bereits ein Ermittlungsverfahren reicht für einige Hauptzollämter als Grund zur Aussetzung des AEO aus. 4.3 Geschäftsbücher und Beförderungsunterlagen Das Unternehmen muss ferner ein zufrieden stellendes System zur Führung von Geschäftsbüchern und Beförderungsunterlagen einsetzen. Es muss innerbetrieblich gewährleistet sein, dass es ausgeschlossen ist, falsche oder überholte Stammdaten, wie z.b. Artikelnummern oder Zolltarifnummern, zu verwenden. Es müssen sämtliche Warenbewegungen einwandfrei nachvollziehbar sein. Sämtliche innerbetrieblichen Waren- und Materialbewegungen müssen erfasst sein, so dass es möglich ist, einzelne Verbindungen oder Bewegungen zurück zu verfolgen. Dies soll Zollkontrollen erleichtern. Aktueller Hinweis: Eine positive Folge der mit dem AEO-Status nachgewiesenen Zuverlässigkeit sollte sein, dass das zertifizierte Unternehmen weniger Zollkontrollen ausgesetzt ist. Uns sind jedoch Verfahren bekannt, in denen trotz Bewilligung des AEO und der Aufarbeitung etwaiger Missstände eine Anschlussprüfung angeordnet wurde. Haben auch Sie diesen Fall? Berichten Sie uns davon. Wir unterstützen Sie gerne! 4.4 Nachweisliche Zahlungsfähigkeit Der Antragsteller muss nachweislich zahlungsfähig sein. Die Zahlungsfähigkeit des Antragstellers gilt als erfüllt, wenn innerhalb der letzten drei Jahre die Fähigkeit zur Erfüllung von Forderungen nachgewiesen werden kann. Aktueller Hinweis: Ausweislich einiger Kommentierungen zum AEO soll die Insolvenz ein Ausschlussgrund für die Zuverlässigkeit und Anerkennung als AEO sein. Uns sind Fälle bekannt, in denen trotz Insolvenz der AEO-Status erhalten geblieben ist. Haben auch Sie diesen Fall? Berichten Sie uns davon. Wir unterstützen Sie gerne! 4.5 Angemessene Sicherheitsstandards Für den Fall, dass Sie das AEO-Zertifikat S oder F anstreben, müssen Sie prüfen, ob Ihr Unternehmen alle Sicherheitsstandards erfüllt, die an einen AEO gestellt werden. Auch wenn jedes Unternehmen aus eigenem Interesse sein Betriebsgelände schützt, ist doch die Auseinandersetzung mit den Sicherheitsstandards des AEO eine zu bewältigende Aufgabe. Neben sicherheitsrechtlichen Aspekten, die aus der physischen Sicherung der Ware stammen, müssen Sie auch Anforderungen wahren, die rechtlich dem Außenwirtschaftsrecht zuzuordnen sind, wozu insbesondere die Exportkontrolle gehört5 Aktueller Hinweis: Aus verschiedenen Verfahren ist uns bekannt, dass die AEO-Zertifikate S und F nur noch verliehen werden, wenn das Unternehmen nachweislich ein funktionierendes internes Exportkontrollprogramm unterhält. Davon betroffen sind nicht nur Unternehmen, die exportkontrollierte Güter ausführen. Es wird von jedem Unternehmen verlangt, dass es Geschäftspartner und Bewerber / Mitarbeiter ausnahmslos gegen die Sanktionslisten prüft. OHNE SCREE- NING KEIN AEO! Dies hat mittlerweile auch das FG Düsseldorf in einem Urteil aus Juni 2011 bestätigt. Verstöße gegen Datenschutzrecht sollen nicht bestehen. Setzen Sie sich bei der Beantragung des AEO umfassend mit den Sicherheitsanforderungen auseinander. Stellen Sie fest, dass Ihr Unternehmen die geforderten sicherheitsrechtlichen Aspekte nicht erfüllt, ist abzuwägen, ob zunächst nur der AEO-C beantragt wird oder eine Implementierung der sicherheitsrechtlichen Anforderungen erfolgt, um den AEO-F erlangen zu können. Wichtig: Unabhängig von der Frage des AEO sollten Sie sich mit dem Thema Exportkontrolle in Ihrem Unternehmen auseinandersetzen und klären, ob und inwieweit Sie von diesem Thema betroffen sind und welcher Maßnahmen es bedarf. Unabhängig vom AEO bestehen nämlich Pflichten, die exportkontrollrechtlicher Natur sind, wie z.b. das Verbot gelisteten Personen wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Gerne sind wir Ihnen bei der Auseinandersetzung mit dieser Frage behilflich! 5. AEO-Selbstbewertungskatalog Formell beantragt wird der AEO mittels eines Selbstbewertungskataloges. Dieser Katalog enthält zahlreiche Fragen, die es dem Zoll ermöglichen, die Bewilligungsvoraussetzungen zu prüfen. Erhältlich ist der Katalog unter Der Selbstbewertungskatalog ist in zweifacher Hinsicht eine Hilfestellung. Zum einen für den Fall, dass Sie sich für die Beantragung des AEO interessieren. In diesem Fall ist die Abgabe des Selbstbewertungskataloges zwingende Voraussetzung zum Erhalt des AEO. Zum anderen beinhaltet der Selbstbewertungskatalog Fragen, von denen man sagen muss, dass es sich bei diesen um die klassischen Anforderungen an ein Unternehmen handelt, welches Glied der internationalen Lieferkette ist. Also auch ohne den Status des AEO beantragen zu wollen, kann der Selbstbewertungskatalog als Audit des Unternehmens genutzt werden und Schwachstellen gefunden werden. Haben Sie noch weitere Fragen zu dem Thema AEO oder anderen Fragen rund um das Zoll-, Außenwirtschafts- und Transportrecht? Sprechen Sie uns an! Ihre Ansprechpartner bei HLW sind: Rechtsanwältin Dr. Talke Ovie, + 49 (0) 2501 / Rechtsanwalt Dr. Nils Harnischmacher, + 49 (0) 2501 / Ähnliche Dokumente
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