Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/der-in-der-vergangenheit-bezogene-altersvorsorgeunterhalt-und-der-auskunftsanspruch-3200468?pk_campaign=feed&pk_kwd=der-in-der-vergangenheit-bezogene-altersvorsorgeunterhalt-und-der-auskunftsanspruch
Timestamp: 2020-03-28 08:55:57
Document Index: 302718968

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§ 1578', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Der in der Ver­gan­gen­heit bezo­ge­ne Alters­vor­sor­ge­un­ter­halt – und der Aus­kunfts­an­spruch | Rechtslupe
Erteilt der Unter­halts­be­rech­tig­te dem Unter­halts­pflich­ti­gen auf des­sen Auf­for­de­rung hin kei­ne Aus­kunft über die Ver­wen­dung des in der Ver­gan­gen­heit bezo­ge­nen Alters­vor­sor­ge­un­ter­halts und bestehen des­halb begrün­de­te Zwei­fel dar­an, dass er die hier­für an ihn geleis­te­ten Beträ­ge zweck­ent­spre­chend ver­wen­den wird, steht der For­de­rung auf Zah­lung künf­ti­gen Alters­vor­sor­ge­un­ter­halts der Ein­wand der Treu­wid­rig­keit nach § 242 BGB ent­ge­gen 1.
Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der Vor­sor­ge­un­ter­halt gemäß § 1578 Abs. 3 BGB ein zweck­ge­bun­de­ner, in der Ent­schei­dung beson­ders aus­zu­wei­sen­der Bestand­teil des nach­ehe­li­chen Unter­halts, den der Berech­tig­te für eine ent­spre­chen­de Ver­si­che­rung zu ver­wen­den hat. Der Unter­halts­gläu­bi­ger ist bei zweck­wid­ri­ger Ver­wen­dung der als Vor­sor­ge­un­ter­halt geleis­te­ten Beträ­ge spä­ter so zu behan­deln, als hät­ten die­se zu einer ent­spre­chen­den Ver­si­che­rung geführt 2.
Macht der Berech­tig­te erst­mals Vor­sor­ge­un­ter­halt gel­tend, braucht er grund­sätz­lich kei­ne kon­kre­ten Anga­ben über die Art und Wei­se der von ihm beab­sich­tig­ten Vor­sor­ge zu machen. Dies gilt nach den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) jedoch nicht, wenn er in der Ver­gan­gen­heit als Vor­sor­ge­un­ter­halt erhal­te­ne Beträ­ge nicht bestim­mungs­ge­mäß ver­wen­det hat. Ent­spre­chen­des gilt auch dann, wenn der Unter­halts­be­rech­tig­te einem Aus­kunfts­ver­lan­gen zur Ver­wen­dung des bereits gezahl­ten Alters­vor­sor­ge­un­ter­halts nicht nach­kommt. Denn in die­sem Fall besteht die begrün­de­te Besorg­nis, dass er die an sich gezahl­ten Beträ­ge nicht zweck­ent­spre­chend ver­wen­det. Auch dann wäre die For­de­rung des Unter­halts­be­rech­tig­ten auf Vor­sor­ge­un­ter­halt nicht schlüs­sig begrün­det 3.
Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 25.03.1987 IVb ZR 32/​86 Fam­RZ 1987, 684[↩]
BGH, Urteil vom 06.10.1982 IVb ZR 311/​81 Fam­RZ 1982, 1187, 1189[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 25.03.1987 IVb ZR 32/​86 Fam­RZ 1987, 684, 688[↩]