Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20204/07
Timestamp: 2019-07-16 17:48:33
Document Index: 1501469

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', '§ 171', '§ 171', '§ 126', '§ 138', '§ 242', '§ 171', '§ 172', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.07.2008 - II ZR 204/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1112
BGH, 14.07.2008 - II ZR 204/07 (https://dejure.org/2008,1112)
BGH, Entscheidung vom 14.07.2008 - II ZR 204/07 (https://dejure.org/2008,1112)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 2008 - II ZR 204/07 (https://dejure.org/2008,1112)
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BGB §§ 226, 138, 242; HGB §§ 171, 172 Abs. 4
Schikaneverbot greift noch nicht bei bloßer Mißachtung des Innenverhältnisses einer KG durch deren Gläubiger ein
Unzulässige Rechtsausübung durch Inanspruchnahme eines Unternehmens seitens einer Bank auf Darlehensrückzahlung nach vorheriger Förderung eines vertragswidrigen Verhaltens durch diese Bank
Zur unzulässigen Rechtsausübung bei Inanspruchnahme der Kommanditisten durch Gläubiger der KG
Keine unzulässige Rechtsausübung in Form des Ausnutzens eines fremden Vertragsbruchs dadurch, dass der Gläubiger einer Kommanditgesellschaft die Kommanditisten aus § 171, 172 Abs. 4 HGB in Anspruch nimmt, obwohl er weiß, dass diese der Gesellschaft gegenüber nicht zur Erstattung der an sie zurückgezahlten Einlagen verpflichtet sind
BGB § 126 § 138 § 242; HGB § 171 § 172 Abs. 4
Inanspruchnahme des Kommanditisten auf Rückzahlung eines Darlehens an die KG
Ausnutzen eines fremden Vertragsbruchs
LG Landshut, 19.05.2006 - 24 O 2535/04
OLG München, 03.08.2007 - 5 U 3822/06
NJW 2008, 3438
ZIP 2008, 1870
MDR 2008, 1345
WM 2008, 1828
DB 2008, 2130
NZG 2008, 776
(1) Eine Rechtsausübung ist missbräuchlich, wenn die Geltendmachung des Rechts keinen anderen Zweck haben könnte als die Schädigung des anderen Teils, der Rechtsausübung kein schutzwürdiges Eigeninteresse des Berechtigten zu Grunde liegt oder das Recht nur geltend gemacht wird, um ein anderes, vertragsfremdes oder unlauteres Ziel zu erreichen (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Juli 2008 - II ZR 204/07 [unter II 1 b]).
Ein Rechtsmissbrauch kann sich aus dem Gesichtspunkt des Verleitens zum Vertragsbruch oder auch des Ausnutzens eines fremden Vertragsbruchs ergeben (vgl. BGH, Beschluss vom 14.07.2008 - II ZR 204/07 -, NJW 2008, 3438, Tz. 7, zitiert nach juris;… Erman/Palm, BGB 13. Aufl. § 138 Rn. 85).
Revisionsrechtlich kann nur überprüft werden, ob der Tatrichter den Sachverhalt zutreffend festgestellt hat, ob er den Rechtsbegriff der unzulässigen Rechtsausübung zutreffend erfasst hat und ob seine Wertung gegen Denk- oder Erfahrungssätze verstößt (BGH, Beschluss vom 14.07.2008 - II ZR 204/07 -, a.a.O., Tz. 7).
aa) Eine Rechtsausübung ist missbräuchlich, wenn die Geltendmachung des Rechts keinen anderen Zweck haben könnte als die Schädigung des anderen Teils, der Rechtsausübung kein schutzwürdiges Eigeninteresse des Berechtigten zu Grunde liegt oder das Recht nur geltend gemacht wird, um ein anderes, vertragsfremdes oder unlauteres Ziel zu erreichen (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Juli 2008 - II ZR 204/07 [unter II 1 b]).
Die Mitteilung von Einzelheiten in der Sachdarstellung kann dann bedeutsam werden, wenn der Gegenvortrag dazu Anlass bietet bzw. sie für die Rechtsfolgen bedeutsam sind (…BGH, Urt. v. 16.05.1962 - VIII ZR 79/61, in: NJW 1962, 1364, Ls nach juris;… Urt. v. 18.05.1999 - X ZR 158/97, in: NJW 1999, 2887, juris Rn. 21, m. w. N.; BGH, Beschl. v. 14.07.2008 - II ZR 204/07, in: NJW 2008, 3438, juris Rn. 14).
Erforderlich ist aber, dass die Parteien übereinstimmend von der Rechtstatsache ausgehen, den Rechtsbegriff übereinstimmend verwenden (vgl. BGH, Beschl. v. 14.07.2008 - II ZR 204/07, in: NJW 2008, 3438, juris Rn. 14;… Urt. v. 13.03.1998 - V ZR 190/97, in: NJW 1998, 2058, juris Rn. 18;… Urt. v. 02.06.1995 - V ZR 304/93, in: MDR 1996, 578, juris Rn. 7;… OLG Koblenz, Urt. v. 02.04.1992 - 5 U 1326/91, in: NJW-RR 1993, 571, juris Rn. 19, m. w. N.;… von Selle in : Vorwerk/Wolf, a.a.O., Rn. 8;… Greger in : Zöller, a.a.O., § 138 Rn. 2, 11a).
Dafür ist es erforderlich, dass in dem Eindringen des Dritten in die Beziehungen der Vertragspartner ein besonderes Maß an Rücksichtlosigkeit gegenüber dem Betroffenen hervortritt (BGH, Beschluss vom 14.7.2008 - II ZR 204/07, iuris Rdn. 7, abgedruckt in NJW 2008, 3438 f.).
Unter Berücksichtigung des eine ähnliche Fallgestaltung betreffenden Urteils des Bundesgerichtshofs vom 14.7.2008 (aaO Rdn. 8 ff.) könnte hierin ein rechtsmissbräuchliches Ausnutzen eines fremden Vertragsbruchs allenfalls gesehen werden, wenn die Streithelferin in der Lage wäre, nicht nur die fällige Teilforderung, sondern auch die Forderungen der Klägerin zu begleichen, die jederzeit fällig gestellt werden können, und wenn die Kommanditisten einschließlich des Beklagten gegenüber dem Verhalten der Klägerin rechtlos wären.
Ein Rechtsmissbrauch kann sich aus dem Gesichtspunkt des Verleitens zum Vertragsbruch oder auch des Ausnutzens eines fremden Vertragsbruchs ergeben (vgl. BGH, Beschluss vom 14.07.2008 - II ZR 204/07 -, NJW 2008, 3438 , Tz. 7, zitiert nach juris;… Erman/Palm, BGB 13. Aufl. § 138 Rn. 85).
Revisionsrechtlich kann nur überprüft werden, ob der Tatrichter den Sachverhalt zutreffend festgestellt hat, ob er den Rechtsbegriff der unzulässigen Rechtsausübung zutreffend erfasst hat und ob seine Wertung gegen Denk- oder Erfahrungssätze verstößt (BGH, Beschluss vom 14.07.2008 - II ZR 204/07 -, aaO., Tz. 7).
Die Zweckbestimmung ergibt sich konkludent aus dem identischen Zahlbetrag (vgl. BGH NJW 2008, 3438 Rn. 15 f).
Der allgemeine Einwand des Rechtsmissbrauchs schließt eine Rechtsausübung aus, wenn die Geltendmachung des Rechts keinen anderen Zweck haben könnte als die Schädigung des anderen Teils, der Rechtsausübung kein schutzwürdiges Eigeninteresse des Berechtigten zu Grunde liegt oder das Recht nur geltend gemacht wird, um ein anderes, vertragsfremdes oder unlauteres Ziel zu erreichen (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Juli 2008 - II ZR 204/07 [unter II 1 b]).
Wettbewerbsverbot: Anspruch gegen den geschäftsführenden Gesellschafter einer …