Source: https://judicialis.de/Bundesarbeitsgericht_8-AZR-574-01_Urteil_08.08.2002.html
Timestamp: 2019-06-16 16:46:39
Document Index: 255892188

Matched Legal Cases: ['§ 628', 'BGH', 'BGH', '§ 628', 'BGH', '§ 628', 'BGH', 'BGH', '§ 611', 'BGH', 'BGH']

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 08.08.2002 mit dem Az.: 8 AZR 574/01	/* Banner Ads */
Der Schadensersatzanspruch nach § 628 Abs. 2 BGB setzt ein Auflösungsverschulden mit dem Gewicht eines wichtigen Grundes voraus. Auf die Form der Vertragsbeendigung kommt es nicht an.
219.237,48 DM brutto abzüglich erhaltener 38.174,13 DM netto sowie weitere 9.987,84 DM nebst 4 % Zinsen aus dem sich jeweils ergebenden Nettobetrag von 9.237,50 DM brutto ab dem 9. Dezember 1998 83.333,33 DM brutto abzüglich 6.657,12 DM netto und weitere 4.161,60 DM ab dem 1. Juni 1999 126.666,65 DM brutto abzüglich 31.517,01 DM netto und weitere 5.826,24 DM ab dem 24. Januar 2000
hh) Damit kann der Kläger den Ausgleich aller adäquat kausal verursachten Schadensfolgen verlangen, die durch die vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses auf Grund des Auflösungsverschuldens des anderen Teils entstanden sind. Der Anspruch geht auf das Erfüllungsinteresse, der Berechtigte ist so zu stellen, wie er bei Fortbestand des Dienstverhältnisses stehen würde (BAG 26. Juli 2001 - 8 AZR 739/00 - aaO, zu B III 1 der Gründe; BGH 3. März 1993 - VIII ZR 101/92 - BGHZ 122, 9, zu II 3 a bb der Gründe; Staudinger/Preis aaO § 628 Rn. 44). Dabei bildet die ordentliche Kündigungsfrist die zeitliche Grenze des Schadensersatzanspruchs (BAG 26. Juli 2001 - 8 AZR 739/00 - aaO, zu B III 2 d der Gründe; BGH 3. März 1993 - VIII ZR 101/92 - aaO; BAG 9. Mai 1975 - 3 AZR 352/74 - BAGE 27, 137 = AP BGB § 628 Nr. 8, zu II 2 a der Gründe). Der Schaden wird nach der sogenannten Differenzmethode berechnet. Dem tatsächlichen durch die Kündigung eingetretenen Zustand ist der hypothetische ohne das schädigende Ereignis (die Kündigung) zu verzeichnende Zustand gegenüberzustellen (BGH 9. Juli 1986 - GSZ 1/86 - BGHZ 98, 212, 217). Der Schaden besteht im Ausfall der Vergütung einschließlich aller besonderen Zuwendungen (BAG 20. November 1996 - 5 AZR 518/95 - BAGE 84, 344 = AP BGB § 611 Berufsport Nr. 12) sowie einer etwaigen Naturalvergütung. Bei der Ermittlung des Verdienstausfallschadens ist von der sogenannten Bruttolohnmethode auszugehen. Danach ist bei der Schadensberechnung der entgangene Bruttoverdienst des Geschädigten anzusetzen. Vorteile, die ihm auf Grund des Schadensereignisses durch den Wegfall zB von Steuern zufließen, sind im Wege des Vorteilsausgleichs zu berücksichtigen, wobei der Vorteilsausgleich entsprechendes Verteidigungsvorbringen des Schädigers voraussetzt. Die Berechnungsmethode ist für alle Fälle des Verdienstausfalls anwendbar, gleichgültig, ob es um den Verdienstausfall von Beamten, Selbständigen oder Arbeitnehmern geht (vgl. BGH 15. November 1994 - VI ZR 194/93 - BGHZ 127, 391 ff., zu II 1 a der Gründe). Diesen Grundsätzen entspricht die vom Kläger geltend gemachte Forderung in der rechnerisch unstreitigen Höhe.