Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.01.2015&Aktenzeichen=VI%20ZR%20548%2F12
Timestamp: 2018-06-18 03:31:58
Document Index: 392945384

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 844', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Denn durch die Verletzungshandlung ausgelöste psychische Störungen von Krankheitswert sind eine Gesundheitsverletzung (vgl. BGH Urteil vom 27.01.2015 VI ZR 548/12).
Nach der Wertung des Gesetzgebers ist nämlich die Deliktshaftung auf klar umrissene Tatbestände zu beschränken, mit der Folge, dass Beeinträchtigungen, die auf die Rechtsgutsverletzung bei Dritten zurückzuführen sind, soweit diese nicht selbst in ihren eigenen Schutzgütern betroffen sind, mit Ausnahme der §§ 844, 845 BGB grundsätzlich ersatzlos bleiben (BGHZ 56, 163 ff; BGH r+s 2015, 151 ff).
Denn unter einer "schweren Beeinträchtigung", die die Annahme eines Schockschadens rechtfertigt, ist nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung eine Gesundheitsbeschädigung zu verstehen, die nach Art und Schwere deutlich über das hinausgeht, was nahe Angehörige als mittelbar Betroffene in derartigen Fällen erfahrungsgemäß an Beeinträchtigungen erleiden; nur bei Überschreiten dieser Grenze kann eine Körperverletzung auch des nur mittelbar Geschädigten durch den Schädiger angenommen werden, die einen eigenen Schmerzensgeldanspruch unter dem Gesichtspunkt des Schockschadens begründen kann [BGH, a. a. O.; BGH, NJW 2015, 1451; BGH, NJW 2015, 2246].