Source: http://he.vfa-architekten.de/teil6-umbauzuschlag-hoai-2013-serie/
Timestamp: 2017-09-20 10:51:54
Document Index: 119275348

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§36', '§ 2', '§ 6', '§ 36', '§ 126', '§ 6', '§ 2', '§ 12', '§ 7', '§ 4']

Teil 6: Umbauzuschlag (§ 7 und §36(1) HOAI 2013) - Serie
Redaktion 29. Juli 2017 HOAI, Serie 0 Comments
„Umbauten sind Umgestaltungen eines vorhandenen Objekts mit wesentlichen Eingriffen in Konstruktion oder Bestand.“ (§ 2 (5) HOAI 2013).
„Für Umbauten und Modernisierungen von Gebäuden kann bei einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad ein Zuschlag gemäß § 6 Absatz 2 Satz 3 bis 33 Prozent auf das ermittelte Honorar schriftlich vereinbart werden.“ (§ 36 (1) HOAI 2013).
Der Umbauzuschlag ist der Höhe nach schriftlich zu vereinbaren; die Schriftform (beide Unterschriften auf einem Dokument ! > § 126 BGB). Fehlt es an dieser Vereinbarung, kann nach § 6 (2) HOAI 2013 nur ein Umbauzuschlag von 20 % auf das ermittelte Grundhonorar berechnet werden; dies setzt jedoch voraus, dass das Objekt der Honorarzone III oder höher zuzuordnen ist.
Der Umbauzuschlag gilt auch für Modernisierungen; dies sind gem. § 2 (6) HOAI 2013 „… bauliche Maßnahmen zur nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchswertes eines Objekts…“.
Argumente für eine Erhöhung des Umbauzuschlages über den Mindestsatz von 20 % hinaus, können (immer projektbezogen) beispielsweise lauten:
Einbindung, Anpassung oder Übernahme von Vorgaben aus Konstruktion, Technik und Gestaltung
Mehrere Maßnahmen an einem Objekt
Zusätzlich erforderliche Maßnahmen im Bestand aufgrund behördlicher Auflagen
Umgang mit vorgefundenen unterschiedlichen und/oder ungebräuchlichen Konstruktionen
Anpassung der Substanz an gültige Vorschriften und Normen
Vorhandene Schadensbilder oder Vorschädigung der Substanz
Formulierung besonderer Ausschreibungstexte
Zusätzliche Aufmasskontrolle überdeckter Bauteile
Rechnungsprüfung von Leistungen nach Aufwand
Ausführungsabwicklung bei laufendem Betrieb
Erhöhte Baustellenpräsenz zur umgehenden Reaktion auf Unvorhergesehenes
Erhöhte Baustellenpräsenz zur Qualitätssicherung und -kontrolle
Anforderungen an Bauausführungszeiten oder Bautakte
Die Anzahl der zutreffenden Erschwernisse kann ein Faktor zur Erhöhung des Honorarsatzes darstellen.
Der Umbauzuschlag schliesst nicht die Berücksichtigung des Wertes der mitzuverarbeitenden Bausubstanz aus (wie es öff. Auftraggeber gerne vereinbaren würden); dieser kann immer bei den anrechenbaren Kosten berücksichtigt werden.
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