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Timestamp: 2019-10-16 21:02:23
Document Index: 308363501

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 38', 'Art. 79', 'Art. 28']

BVerwG, 07.12.1992 - 7 B 49.92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,619
BVerwG, 07.12.1992 - 7 B 49.92 (https://dejure.org/1992,619)
BVerwG, Entscheidung vom 07.12.1992 - 7 B 49.92 (https://dejure.org/1992,619)
BVerwG, Entscheidung vom 07. Dezember 1992 - 7 B 49.92 (https://dejure.org/1992,619)
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Ratsfraktion - Gemeinderat - Ausschuß
GG Art. 20 Abs. 1, Abs. 2 Art. 28 Abs. 1 S. 2
Ratsfraktion; Anspruch auf vollberechtigte Vertretung in den Ratsausschüssen; Demokratieprinzip; Repräsentation des Volkes; gleichberechtigte Mitwirkung der Fraktionen im Plenum und in den Ausschüssen; proporzgerechte Berücksichtigung der Fraktionen bei der ...
VG Saarlouis, 27.11.1990 - 5 K 284/89
NVwZ-RR 1993, 209
DVBl 1993, 890
Diese Repräsentation vollzieht sich nicht nur im Plenum, sondern auch in den Ausschüssen des Gemeinderats (vgl. Urteil vom 27. März 1992 - BVerwG 7 C 20.91 - BVerwGE 90, 104 und Beschluss vom 7. Dezember 1992 - BVerwG 7 B 49.92 - Buchholz 11 Art. 28 GG Nr. 87).
Aus diesem Grund haben die einzelnen Fraktionen Anspruch auf Berücksichtigung bei der Ausschussbesetzung nach Maßgabe ihrer jeweiligen Mitgliederzahl (vgl. Beschluss vom 7. Dezember 1992 - BVerwG 7 B 49.92 - a.a.O.).
Der aus dem Prinzip der repräsentativen Demokratie folgende Grundsatz der Spiegelbildlichkeit der Zusammensetzung von Ratsplenum und Ratsausschüssen gewinnt bei den so genannten beschließenden Ausschüssen, denen der Rat Angelegenheiten zur abschließenden Erledigung übertragen hat, erhöhte Bedeutung, weil sie in ihrem Aufgabenbereich die Repräsentationstätigkeit der Gesamtheit der vom Volk gewählten Ratsmitglieder nicht nur teilweise vorwegnehmen, sondern insgesamt ersetzen (…vgl. Urteil vom 27. März 1992 - BVerwG 7 C 20.91 - a.a.O. und Beschluss vom 7. Dezember 1992 - BVerwG 7 B 49.92 - a.a.O.).
BVerwG, Beschlüsse vom 14.10.1993 - 7 B 19.93 -, NVwZ-RR 1994, 109, und vom 7.12.1992 - 7 B 49.92 -, NVwZ-RR 1993, 209, .
Diese Repräsentation vollzieht sich nicht nur im Plenum, sondern auch in den Ausschüssen der Gemeindevertretung (…vgl. Urteil vom 27. März 1992 a.a.O. und Beschluss vom 7. Dezember 1992 - BVerwG 7 B 49.92 - Buchholz 11 Art. 28 GG Nr. 87).
Daraus folgt, dass der Gemeinderat, auch wenn er kein Parlament ist, sondern Organ einer Selbstverwaltungskörperschaft, die Gemeindebürger repräsentiert (vgl. BVerfGE 47, 253 [272]; BVerwG, Beschluss vom 7. September 1992 - 7 B 49.92 -, juris, Rn. 3).
Für die Gemeinderäte, auf die Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG bzw. Art. 79 Abs. 2 Satz 2 LV keine Anwendung findet, hat das Bundesverwaltungsgericht aus dem Prinzip der demokratischen Repräsentation gefolgert, dass auch Ratsausschüsse als verkleinerte Abbilder des Plenums dessen Zusammensetzung und das darin wirksame politische Kräftespektrum grundsätzlich widerspiegeln müssen (vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49.92 -, juris, Rn. 4 …und Beschluss vom 9. Dezember 2009 - 8 C 17.08 -, juris, Rn. 18; stRspr.).
Bei einer Erhöhung der Mitgliederzahl der Ratsausschüsse zur proporzgerechten Berücksichtigung selbst der kleinsten Fraktion besteht generell die Gefahr, dass hierunter die Effektivität der Ausschussarbeit leidet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49.92 -, juris, Rn. 4).
Hiervon ausgehend hat das Oberverwaltungsgericht verfassungsrechtlich unbedenklich im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49.92 -, juris, Rn. 4) angenommen, dass mit Blick auf die Notwendigkeit funktionsgerechter Aufgabenerfüllung des Rats und der Ausschüsse die Festlegung einer Ausschussgröße, die - wie hier - ungefähr einem Viertel der Zahl der Ratsmitglieder entspricht, sachlich gerechtfertigt ist, selbst wenn dann eine kleine Fraktion, wie die der Beschwerdeführerin, nicht vertreten ist.
Für die Zusammensetzung dieses Ausschusses folgt wegen des Prinzips der demokratischen Repräsentation und der Einbeziehung der Ratsausschüsse - als verkleinertes Bild des Rates - in dieses Prinzip, dass die Ausschusssitze nicht unabhängig von dem Stärkeverhältnis der Fraktionen vergeben werden können, sondern entsprechend der Zusammensetzung des Rates spiegelbildlich zu vergeben sind (…sh. etwa: BVerwG, Urt. v. 10.12.2003, NVwZ 2004, 621; Beschl. v. 7.12.1992, NVwZ-RR 1993, 209).
Daher hat eine Ausschussbesetzung nach Maßgabe der Sitzverhältnisse im Gemeinderat zu erfolgen (…sh. dazu etwa: BVerwG, Urt. v. 10.12.2003, aaO; Beschl. v. 7.12.1992, aaO;… Urt. v. 27.3.1992, NVwZ 1993, 375).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 24. Januar 2005 - 15 B 2713/04 -, www.nrwe.de; vgl. auch die Beschreibung als Zusammenschluss gleich gesinnter Mitglieder in BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992, 7 B 49.92 , NVwZ-RR 1993 S. 209.
vgl. zu einem gleichwohl nicht bestehenden Anspruch auf ein Grundmandat z. B. BVerfG, Beschluss vom 14. Februar 2005 - 2 BvL 1/05 -, http://www.bverfg.de/entscheidungen/lk20050214_2bvl000105.html, Rn. 48 = NVwZ 2005 S. 568; Urteil vom 10. April 1997 - 2 BvC 3/96 -, BVerfGE 95, 408 = NJW 1997, 1568; BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49.92 -, NVwZ-RR 1993 S. 209 = Buchholz 11 Art. 28 GG Nr. 87 = BayVBl. 1993 S. 437.
Zur Frage eines Anspruchs auf Erhöhung der Mitgliederzahl eines Gremiums vgl. z. B. BVerwG, Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49.92 -, NVwZ-RR 1993 S. 209 = DVBl. 1993 S. 890 f.; BVerfG, Beschluss vom 17. September 1997 2 BvE 4/95 -, BVerfGE 96 S. 264 = NJW 1998 S. 3037.
Zwar gewinnt der Grundsatz der Spiegelbildlichkeit bei den sog beschließenden Ausschüssen auch nach der Rechtsprechung des BVerwG besondere Bedeutung (zum Kommunalrecht vgl BVerwG Urteil vom 10.12.2003 - 8 C 18.03 - BVerwGE 119, 305 = Juris RdNr 14; BVerwG Beschluss vom 7.12.1992 - 7 B 49.92 - Juris RdNr 2, 5).
Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Urteil vom 13. Juni 1989 - 2 BvE 1/88 -, BVerfGE 80, 188 (222), und Urteil vom 16. Juli 1991 - 2 BvE 1/91 -, BVerfGE 84, 304 (323), jeweils für die Ausschüsse des Deutschen Bundestages; BVerwG, Urteil vom 27. März 1992 - 7 C 20.91 -, NVwZ 1993, 375 (376 f.); Beschluss vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49/92 -, NVwZ-RR 1993, 209, jeweils für die Ausschüsse von Gemeinderäten.
BVerfG, Urteil vom 14. Januar 1986 - 2 BvE 14/83 und 4/84, BVerfGE 70, 324 (364); BVerwG, Beschlüsse vom 12. September 1977 - VII B 112/77 -, DÖV 1978, 415, vom 25. September 1985 - 7 B 183/85 -, NVwZ 1986, 41, vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49/92 -, NVwZ-RR 1993, 209, vom 13. Oktober 1993 - 7 B 39/93 -, NVwZ-RR 1994, 109, und vom 14. Oktober 1993 - 7 B 19/93 -, NVwZ-RR 1994, 109.
Ausdrücklich gegen den Anspruch selbst einer ansonsten nicht berücksichtigten Fraktion auf überproportionale Vertretung in den Ratsausschüsse BVerwG, Beschlüsse vom 12. September 1977 - VII B 112/77 -, DÖV 1978, 415, und vom 7. Dezember 1992 - 7 B 49/92 -, NVwZ-RR 1993, 209.
Aus diesen bundesverfassungsrechtlichen Vorgaben folgt, wie es das BVerfG auf Grund anderer Normen für die Ausschüsse des Bundestages entsprechend ausgeführt hat, vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.9.1997 - 2 BvE 4/95 -, BVerfGE 96, 264 (282), Urteile vom 16.7.1991 - 2 BvE 1/91 -, BVerfGE 84, 304 (323), und vom 13.6.1989 - 2 BvE 1/88 -, BVerfGE 80, 188 (222), und das BVerwG auf den Bereich der kommunalen Ratsausschüsse übertragen hat, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 14.10.1993 - 7 B 19.93 -, NVwZ-RR 1994, 109, und vom 7.12.1992 - 7 B 49.92 -, NVwZ-RR 1993, 209, dass der Rat die Gemeindebürger repräsentiert und sich die Repräsentation auch in den Ausschüssen des Rates vollzieht, sodass diese als verkleinerte Abbilder des Plenums dessen Zusammensetzung und das darin wirksame politische Meinungs- und Kräftespektrum grundsätzlich wiederspiegeln müssen (Grundsatz der Spiegelbildlichkeit von Rat und Ausschüssen).