Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=23.04.1975&Aktenzeichen=I%20R%20236/72
Timestamp: 2019-11-15 13:31:01
Document Index: 313871447

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 6', '§ 8', '§ 6', '§ 8', '§ 7', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 255']

BFH, 23.04.1975 - I R 236/72 - dejure.org
https://dejure.org/1975,160
BFH, 23.04.1975 - I R 236/72 (https://dejure.org/1975,160)
BFH, Entscheidung vom 23.04.1975 - I R 236/72 (https://dejure.org/1975,160)
BFH, Entscheidung vom 23. April 1975 - I R 236/72 (https://dejure.org/1975,160)
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Unverzinsliche Darlehn - Nennbetrag - Anschaffungskosten der Forderung - Betriebsangehörige - Handelsvertreter - Bestimmte Gegenleistung - Barwert - Bilanzierung - Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten - Abzinsungsbetrag
BFHE 116, 16
NJW 1975, 1990
DB 1975, 1632
Diese entsprechen ihrem Nennwert (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23. November 1967 IV 123/63, BFHE 90, 484, BStBl II 1968, 176; vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875).
Der Teilwert unverzinslicher Darlehen ist deshalb regelmäßig durch Abzinsung der künftigen Rückzahlung zu ermitteln; etwas anderes gilt nur, wenn der Darlehensnehmer für die Kapitalüberlassung zwar keine Zinsen, also Geld oder vertretbare Sachen entrichtet, jedoch eine andersartige Gegenleistung als "verdeckte Verzinsung" erbringt (BFH-Urteile in BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875; vom 9. Juli 1981 IV R 35/78, BFHE 133, 543, BStBl II 1981, 734; vgl. auch § 12 Abs. 3 des Bewertungsgesetzes).
Auch bei unverzinslichen oder niedrig verzinslichen Darlehensforderungen ist der Nennbetrag als Anschaffungskosten zu behandeln (Anschluß an BFH-Urteil vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875).
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Darlehen an Betriebsangehörige sind auch dann mit dem Nennbetrag zu bilanzieren, wenn ihnen keine bestimmten Gegenleistungen der Darlehensempfänger gegenüberstehen (insoweit Abweichung von BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875).
Die Unverzinslichkeit oder die niedrige Verzinslichkeit betreffen nicht die Anschaffungskosten, sondern den Teilwert der Forderung (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875; vgl. auch Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, § 6 EStG Anm. 908).
Soweit der Senat im Urteil in BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875 eine von diesen Ausführungen abweichende Auffassung vertreten hat, hält er daran nicht mehr fest.
Im Ergebnis knüpft der Senat damit an seine frühere Entscheidung in BFHE 82, 119, BStBl III 1965, 289 an; da nach der inzwischen eingetretenen Entwicklung des Bilanzrechts die Aktivierung eines Wirtschaftsguts "Betriebstreue" nicht mehr in Betracht kommt (vgl. BFH-Urteil vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875), kann die seinerzeit angestrebte Aufwandsverteilung jedoch nur mittels einer in den Jahren zwischen Zusage und Auszahlung zunehmenden Rückstellung erreicht werden.
Die Klägerin macht geltend, Kundenforderungen aus Darlehensgewährungen eines Kreditinstitutes seien als Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens gemäß § 8 Abs. 1 KStG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG mit dem Nennwert des einzelnen Darlehens als Anschaffungskosten (ohne Berücksichtigung eines Agios oder Disagios) anzusetzen (vgl. BFH-Urteil vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875).
a) Da die Regelung, die nach § 8 Abs. 1 des Körperschaftsteuergesetzes --und i.V.m. § 7 Satz 1 des Gewerbesteuergesetzes-- auch für die Einkommensermittlung von Kapitalgesellschaften zu beachten ist, der periodengerechten Zuordnung der ansonsten sofort aufwandswirksamen Ausgaben dient, werden von § 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG nur diejenigen Ausgaben erfasst, die nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts zu rechnen sind (…Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 18. März 2010 X R 20/09, BFH/NV 2010, 1796; Senatsurteil vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875, 877; Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 31. Aufl., § 5 Rz 243; Blümich/Buciek, § 5 EStG Rz 694; Bauer in Kirchhof/ Söhn/Mellinghoff, EStG, § 5 F 50, m.w.N.); dem entspricht, dass der RAP selbst nicht als Wirtschaftsgut zu qualifizieren ist (BFH-Beschluss vom 26. Oktober 1987 GrS 2/86, BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348, 352; Blümich/Buciek, § 5 EStG Rz 654).
Insoweit gilt nichts anderes als für eine gewöhnliche Forderungszession (vgl. BFH-Urteil vom 23. April 1975 I R 236/72, BFHE 116, 16, BStBl II 1975, 875;… Schmidt/Glanegger, a. a. O., § 6 Anm. 86;… Werndl in Kirchhof/Söhn, a. a. O., § 6 B 568;… Pankow/Schmidt/Wendt, Beck'scher Bilanzkommentar, § 255 HGB Rdnr. 250).
FG München, 04.07.2008 - 7 V 1196/08
Aussetzung der Vollziehung: Teilwertabschreibung einer Schadensersatzforderung, …