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Timestamp: 2016-10-25 03:08:33
Document Index: 171582575

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 64']

8C_788/2010 (08.02.2011)
8C_788/2010
vertreten durch F�rsprecherin Barbara K�nzi-Egli,
Unfallversicherung (Kausalzusammenhang; unentgeltlicher Rechtsbeistand),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 26. Juli 2010.
Die 1972 geborene G.________ war bei der Firma K.________ AG angestellt und bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (nachfolgend Mobiliar) obligatorisch unfallversichert. Am 12. Juni 2006 bremste sie mit ihrem Auto vor einer Lichtsignalanlage ab, worauf der nachfolgende Lastwagen in das Heck ihres Autos stiess. Initial wurde bei ihr ein Zervikobrachialsyndrom diagnostiziert. Die Mobiliar erbrachte Heilbehandlung und Taggeld. Sie zog diverse Arztberichte, eine biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe X.________ vom 10. M�rz 2008 und ein Gutachten der Stelle Y.________ vom 21. Januar 2009 mit Erg�nzung vom 11. Juni 2009 bei. Mit Verf�gung vom 24. Juli 2009 stellte sie die Leistungen per Ende Februar 2009 mangels nat�rlicher und ad�quater Unfallkausalit�t der noch bestehenden Beschwerden ein. Hiegegen erhoben die Versicherte und ihr Krankenversicherer Einsprache. Letzterer zog sie in der Folge zur�ck. Die Mobiliar wies die Einsprache der Versicherten und ihr Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das Einspracheverfahren ab (Entscheid vom 9. Februar 2010).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz ab (Dispositiv-Ziffer 1; Entscheid vom 26. Juli 2010).
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 des kantonalen Entscheides; die Mobiliar sei zu verpflichten, f�r die Folgen des Unfalls vom 12. Juni 2006 fortdauernd die gesetzlichen UVG-Leistungen zu erbringen, insbesondere das halbe Taggeld ab 1. M�rz 2009 nachzuleisten; f�r das Einspracheverfahren sei ihr die unentgeltliche Verbeist�ndung zu gew�hren. Sie ersucht um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf�hrung vor Bundesgericht.
Die Mobiliar und die Vorinstanz schliessen auf Beschwerdeabweisung der. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Indessen pr�ft es grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Die Versicherte ist italienische Staatsangeh�rige. Ungeachtet des am 1. Juni 2002 in Kraft getretenen Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ�ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits �ber die Freiz�gigkeit (FZA) ist materiell schweizerisches Recht anzuwenden (BGE 130 V 253 E. 2.4 S. 257, 128 V 315; Urteil 8C_1028/2009 vom 21. Mai 2010 E. 2).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.), die erforderliche Ad�quanz des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) und Folgen eines Unfalls mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) oder �quivalenter Verletzung ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle (BGE 134 V 109) im Besonderen richtig dargelegt. Gleiches gilt betreffend den Wegfall unfallbedingter Ursachen eines Gesundheitsschadens bei Erreichen des Status quo sine vel ante und die damit verbundene Beweislast (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2 [8C_354/2007]), den Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 f. E. 5.1). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich hier die ad�quate und nat�rliche Kausalit�t weitgehend decken (BGE 134 V 109 E. 2. S. 112).
Die Versicherte reicht in materiellrechtlicher Hinsicht neu einen Bericht des Prof. Dr. med. S.________, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 9. September 2010 ein. Sie macht hief�r aber keine nach Art. 99 Abs. 1 BGG relevanten Gr�nde geltend (hiezu vgl. BGE 135 V 194; nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 135 V 163, in SVR 2009 BVG Nr. 30 S. 109 [9C_920/2008]; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 4 [8C_239/2008]; Urteil 8C_683/2010 vom 5. November 2010 E. 3). Dies gilt auch f�r ihr Vorbringen, die Vorinstanz habe sich auf die �usserung beschr�nkt, es �berrasche nicht, dass Prof. Dr. med. S.________ das Ergebnis des Gutachtens der Stelle Y.________ nicht unterst�tze. Dieser Bericht ist somit nicht zu ber�cksichtigen. Hievon abgesehen k�nnte die Versicherte daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, die Versicherte habe am 12. Juni 2006 �berwiegend wahrscheinlich eine HWS-Distorsion erlitten; objektivierbare Verletzungen seien nicht diagnostiziert worden. Der von ihr in erster Linie bestrittene Vorzustand sei aufgrund der in den Akten liegenden Berichte - zumindest bez�glich der HWS-Beschwerden und des Schwindels - gen�gend belegt. Eine vorbestehende psychische Problematik sei nicht erstellt. Laut dem Gutachten der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 - das die praxisgem�ssen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage erf�lle - sei die Unfallkausalit�t der noch bestehenden Beschwerden der Versicherten zwar m�glich, aber nicht �berwiegend wahrscheinlich. Aufgrund der schon vor dem Unfall dokumentierten HWS-Beschwerden und Schwindelgef�hle m�sse angenommen werden, dass sich der Gesundheitszustand auch ohne den Unfall analog entwickelt h�tte und der Status quo sine bereits einige Wochen nach dem Unfall erreicht gewesen sei. Deshalb habe die Mobiliar zu Recht die nat�rliche Unfallkausalit�t der anhaltenden Beschwerden verneint und die Leistungen per Ende Februar 2009 eingestellt. Die Versicherte habe nicht n�her dargelegt, aus welchen konkreten Gr�nden auf das Gutachten der Stelle Y.________ nicht abgestellt werden d�rfe. Betreffend den von ihr nachgereichten Bericht des Prof. Dr. med. S.________ vom 15. M�rz 2010 sei Folgendes anzuf�gen: Das Gutachten der Stelle Y.________ haben sich eingehend mit seiner abweichenden Meinung auseinandergesetzt. Auf die von ihm im Bericht vom 26. M�rz 2009 am Gutachten der Stelle Y.________ ge�bten Kritik seien die Gutachter der Stelle Y.________ im Erg�nzungsbericht vom 11. Juni 2009 eingegangen. Dass Prof. Dr. med. S.________ das Ergebnis dieses Gutachten nicht unterst�tze, �berrasche bei dieser Sachlage nicht.
Die Versicherte bringt vor, sie habe ausf�hrlich die Unschl�ssigkeit des Gutachtens der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 dargelegt und den spekulativ unterstellten Vorzustand mit den der Mobiliar unterbreiteten Arztberichten widerlegt. Mit der Missachtung dieser Vorbringen sei ihr das rechtliche Geh�r verweigert worden. Zudem habe sie der Vorinstanz gest�tzt auf die Stellungnahme des Prof. Dr. med. S.________ vom 15. M�rz 2010 ausf�hrlich begr�ndet dargelegt, weshalb auf das Gutachten der Stelle Y.________ nicht abgestellt werden k�nne. Die Vorinstanz habe sich in Verletzung des Geh�rsanspruchs �berhaupt nicht mit dieser Stellungnahme auseinandergesetzt, sondern sich auf den Hinweis beschr�nkt, die Gutachter der Stelle Y.________ und die Mobiliar h�tten zu seinen Einw�nden Stellung genommen. Mit der blossen Bemerkung, es �berrasche nicht, dass Prof. Dr. med. S.________ das Ergebnis des Gutachtens nicht unterst�tzte, habe die Vorinstanz die Pr�fungspflicht gest�tzt auf den Geh�rsanspruch verletzt.
Gem�ss dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) hat die Beh�rde ihren Entscheid zu begr�nden. Indessen ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen der Parteien ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich die Parteien �ber die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; Urteil 8C_663/2010 vom 15. November 2010 E. 5.2.1). Diese Anforderungen erf�llt der angefochtene Entscheid. Selbst wenn eine Verletzung der Begr�ndungspflicht vorl�ge, w�re indessen von einer R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz im Sinne einer Heilung des Mangels abzusehen, da dem Bundesgericht die volle Kognition zusteht (E. 1 hievor) und die R�ckweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unn�tigen Verz�gerungen f�hren w�rde, die mit dem (der Anh�rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer bef�rderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390; Urteil 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 5.2).
Soweit sich die Versicherte zur Begr�ndung der Unfallkausalit�t ihrer Beschwerden auf die biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe X.________ vom 10. M�rz 2008 beruft, ist dem entgegenzuhalten, dass diese keine hinreichende Grundlage f�r die Kausalit�tsbeurteilung bildet; sie vermag allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur Unfallschwere zu liefern (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 3.2 [U 193/01]; Urteil 8C_735/2009 vom 2. November 2009 E. 5.2).
8.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Haus�rztin Frau Dr. med. O.________, Innere Medizin FMH, habe am 14. Juni 2006 Par�sthesien in der Schulter rechts zum Befund erhoben. Weiter beruft sie sich auf den Bericht der Frau Dr. med. W.________, Rheumatologie FMH, vom 5. M�rz 2010. Diese diagnostizierte Folgendes: 1. Posttraumatische Teilankylose der Schulter rechts bei/mit DD: Verdacht auf Rotatorenmanschettenruptur, zufolge muskul�rer Dysbalance mit Schonhaltung im Rahmen von 2, fibr�se Kapsulose. 2. Zerviko-spondylogenes Syndrom bei/mit Status nach Unfall vom 12. Juni 2006, HWS-Distorsion mit Verdacht auf Instabilit�t der oberen HWS, muskul�re Dysbalance mit Myogelosen im Schulterg�rtelbereich. Im Ultraschall habe eine Tendinose der Supra- und Subscapularsehne mit Verdacht auf Rotatorenmanschettenruptur objektiviert werden k�nnen. Da es sich um einen posttraumatischen Zustand handle, m�sse mittels eines Arthro-MRI eine Supraspinatus- und Rotatorenmanschettenruptur ausgeschlossen werden, weil Ultraschall nicht schl�ssig sei. Die Versicherte bringt vor, hieraus folge, dass sie beim Unfall vom 12. Juni 2006 organisch erfasste Verletzungen erlitten habe, die persistierten und sich verschlimmerten.
8.2 Das Gutachten der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 st�tzte sich auf eine radiologische Abkl�rung der rechten Schulter vom 20. M�rz 2008, die unauff�llige Befunde ergab. Zum am 4. April 2008 durchgef�hrten Ultraschall betreffend diese Schulter wurde im Gutachten der Stelle Y.________ ausgef�hrt, die Ultraschalluntersuchung sei grunds�tzlich sehr vom Untersucher abh�ngig; es sei keine zuverl�ssige Aussage zur Supraspinatussehne zul�ssig, zum Beispiel zeige kein Bild deren Querschnitt ausreichend. Gem�ss dem Gutachten der Stelle Y.________ entsprechen die Schulterschmerzen rechts einer krankhaften Entwicklung im Sinne einer Periartropathie ohne gesichertes organisches Korrelat. Die Vorinstanz ber�cksichtigte weiter die von der Mobiliar eingeholte Stellungnahme des Dr. med. R.________, Facharzt f�r Chirurgie, vom 26. M�rz 2010, der eine unfallbedingte Sch�digung der rechten Schulter ebenfalls verneinte. Es sind keine Gr�nde ersichtlich, von diesen Einsch�tzungen abzuweichen. Auf weitere medizinische Abkl�rungen ist mithin zu verzichten, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148).
9.1 Frau Dr. med. W.________ diagnostizierte am 17. Oktober 2006 eine HWS-Distorsion mit grenzwertiger Instabilit�t C2/3; in den Funktionsaufnahmen k�nne eine leichte Instabilit�t C2/3 postuliert werden mit vermehrter Anterolisthesis in Inklination und grenzwertigen Wert im Funktionsdiagramm (der Befund sei grenzwertig). Dr. med. N.________ gab im Bericht vom 2. September gest�tzt auf das Funktions-MRI (englisch: functional magnetic resonance imaging [fMRI]; deutsch: funktionelle Magnetresonanztomographie [fMRT]) vom 7. August 2008 an, der Befund im Bereich der Lig. alaria erscheine aufgrund der signifikanten Seitenunterschiede (trotz Ber�cksichtigung der bekannten Anomalien) pathologisch und somit mit gr�sster Wahrscheinlichkeit einem alten Teilriss links entsprechend. Zeichen einer Instabilit�t liessen sich auf den Funktionsaufnahmen zwar in einem sehr diskreten Ausmass nachweisen (laterale Translation C1 und C2 in Rechtsrotation), schl�ssen diese aber aus bekannten Gr�nden nicht aus. Die Versicherte bringt unter Berufung auf diese Berichte vor, die HWS-Instabilit�t zeige, dass sie beim Unfall vom 12. Juni 2006 organisch erfasste Verletzungen erlitten habe, die persistierten und sich verschlimmerten.
9.2 Im Bericht des Dr. med. N.________ vom 2. September 2008 ist keine Rede von einem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 12. Juni 2006 und den festgestellten Befunden. Die fMRI-Untersuchungen gestatten denn auch keinen gesicherten Nachweis organischer St�rungen im HWS-Bereich nach Unfall mit Schleudertrauma resp. �quivalenter Verletzung (BGE 134 V 231; Urteil 8C_321/2010 vom 21. Juli 2010 E. 4.1.2). Im Bericht vom 5. M�rz 2010 beschrieb Frau Dr. med. W.________ aufgrund der Funktionsaufnahmen lediglich noch einen Verdacht auf Instabilit�t im Bereich der oberen HWS als Folge der Auffahrkollision vom Juni 2006. Wenn die Vorinstanz mithin festgestellt hat, die Pathologie im Bereich der Lig. alaria und die Instabilit�t C2/3 k�nnten nicht als unfallkausal angesehen werden, ist dies nicht zu beanstanden. Auf weitere Abkl�rungen ist in antizipierter Beweisw�rdigung zu verzichten (vgl. E. 8.2 hievor).
10.1 Die Versicherte wendet weiter ein, es sei willk�rlich und unzutreffend, soweit die Vorinstanz unter Hinweis auf das Gutachten der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 von einem ausgewiesenen Vorzustand bez�glich der Wirbels�ule ausgehe. Die Gutachter der Stelle Y.________ h�tten bez�glich des medizinischen Vorzustandes beteuert, dass sie "im R�ckblick nur spekulieren" k�nnten. Ihr Hinweis auf einen angeblichen Vorzustand sei nicht belegt und aus der Luft gegriffen. Ein unfallfremder Vorzustand m�sse zum Befund erhoben und diagnostiziert werden, um beurteilen zu k�nnen, wie er sich nach dem schicksalm�ssigen Verlauf ohne Unfall eingestellt h�tte (Status quo sine). Da diesbez�glich gutachterliche Feststellungen, Befunde und Diagnosen fehlten, sei das Gutachten f�r eine Beurteilung der durch den Unfall bewirkten und angeblich abgeklungenen Gesundheitssch�digung untauglich. Nur wenn der Unfall eine Gelegenheits- oder Zufallsursache f�r den Gesundheitsschaden sei, komme ihm beim Verh�ltnis von Ursache und Wirkung keine eigenst�ndige Bedeutung zu; auch diese Frage sei nicht gekl�rt. Die Teilursache k�nne sich nicht im weiteren Verlauf zu einer Zufallsursache umwandeln. Von Letzterem gehe die Vorinstanz indessen aus, wenn sie, ohne den Status quo zu kennen, den Unfall vom 12. Juni 2006 als Zufallsursache unterstelle.
10.2 Zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen geh�ren auch Umst�nde, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeintr�chtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten w�re. Eine schadensausl�sende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegr�ndend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis fr�her oder sp�ter wohl eingetreten w�re, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verh�lt es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenw�rtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen w�re, manifest werden l�sst, ohne im Rahmen des Verh�ltnisses von Ursache und Wirkung eigenst�ndige Bedeutung anzunehmen (SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94 E. 4.2 [U 413/05]). Ist der Unfall eine anspruchsbegr�ndende Teilursache und nicht bloss eine (anspruchshindernde) Gelegenheits- oder Zufallsursache, ist der obligatorische Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante und damit Wegfall einer Teilurs�chlichkeit leistungspflichtig (Urteil 8C_326/2006 vom 24. Juni 2008 E. 4).
10.3 Laut Bericht des dipl. Physiotherapeuten C.________ vom 9. M�rz 2010 habe die Versicherte im Jahre 2001 an einem zervikalen Hartspann rechts und in Folge davon an zeitweisen Kopfschmerzen gelitten. Unter Physiotherapie sei die Problematik wieder abgeklungen. Ab April 2006 bis 19. Mai 2006 sei sie wegen Drehschwindels insgesamt neunmal in physiotherapeutischer Behandlung gewesen. Dabei habe er keinen zervikalen Hartspann gefunden. Der Schwindel habe bei HWS-Extension und -Rotation beidseits provoziert werden k�nnen. Es h�tten weder Schmerzen zervikal, thorakal noch in die Arme ausstrahlend bestanden. Nach neun Behandlungen sei die Schwindelproblematik weitgehend behoben gewesen. Frau Dr. med. O.________ f�hrte im Bericht vom 14. Juni 2006 aus, vor dem Unfall vom 12. Juni 2006 habe die Versicherte an behandlungsbed�rftigen Nackenbeschwerden gelitten. Im Bericht vom 29. April 2008 gab Frau Dr. med. O.________ an, im Februar 2006 habe bei der Versicherten ein Zervikalsyndrom mit Schwindel vorgelegen, wobei eine schwere Eisenmangelan�mie bestanden habe. Unter Substitution sei der eher orthostatisch gepr�gte Schwindel verschwunden. Bei der �berpr�fung sei die HWS-Beweglichkeit, insbesondere die Seitneigung nach links, eingeschr�nkt mit 30� gewesen. Ebenfalls habe sich ein Muskelhartspann gefunden, links ausgepr�gt im Schulter-Scapulabereich. Unter Physiotherapie inklusive MTT sei die HWS in der Folge frei beweglich gewesen und es h�tten keine Schmerzen mehr bestanden. Frau Dr. med. E.________, Akupunktur ASA, f�hrte im Bericht vom 18. Juni 2006 aus, die Versicherte habe sie erstmals am 17. Mai 2006 aufgesucht. Symptome seien seit Jahren Nackenprobleme und seit Januar 2006 Schwindelattacken gewesen. Bei der zweiten Konsultation am 31. Mai 2006 sei der Schwindel geringer gewesen und die Versicherte habe sich ruhiger gef�hlt. Die dritte Konsultation habe am 5. Juli 2006 (mithin nach dem Unfall vom 12. Juni 2006) stattgefunden.
Im Gutachten der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 wurde ausgef�hrt, �ber die medizinische Grundlage der dokumentierterweise vorbestehenden Nackenbeschwerden k�nnten sie im R�ckblick nur spekulieren. Die R�ntgenbilder von September und Oktober 2006 zeigten als einzig auff�lligen Befund eine verst�rkte thorakale Kyphosierung mit diskreten, spondylophyt�ren Abst�tzungsreaktionen im Bereich der statisch am meisten belasteten Konkavit�t. Diese Hyperkyphose d�rfte am wahrscheinlichsten auf einen Morbus Scheuermann zur�ckzuf�hren sein, wof�r aber die radiologischen Diagnosekriterien nicht erf�llt seien. Eine Hyperkyphose pr�disponiere zu funktionellen �berbelastungen des zervikothorakalen �bergangs, was zu entsprechenden Nackenbeschwerden und mitunter zervikogen bedingtem Schwindel f�hren k�nne. Inwiefern Beschwerden eines fr�her erlittenen Schleudertraumas (so gem�ss Angaben der Versicherten im Polizeiprotokoll) die vorbestehenden Nackenschmerzen erkl�rten, lasse sich aufgrund der verf�gbaren Informationen nicht beurteilen. Andere m�gliche Erkl�rungen f�r diese vorbestehenden Beschwerden k�nnten aus den vorliegenden medizinischen Akten nicht abgeleitet werden.
10.4 Nach dem Gesagten litt die Versicherte bereits vor dem Unfall vom 12. Juni 2006 klarerweise an Nacken- und Schwindelbeschwerden. Einen fr�heren Unfall insbesondere mit HWS- oder K�rperbeteiligung verneinte die Haus�rztin Frau Dr. med. O.________ am 14. Juni 2006; auch die Versicherte negierte im Rahmen der Begutachtung der Stelle Y.________ vorg�ngige Unf�lle. Das Gutachten der Stelle Y.________ f�hrt ihre vorbestehenden Beschwerden auf eine Hyperkyphose der Wirbels�ule zur�ck. In diesem Lichte ist der Sachverhalt betreffend den Vorzustand hinreichend abgekl�rt. Es sind keine Gr�nde ersichtlich, den Schluss der Gutachter der Stelle Y.________, der Status quo sine sei nach sp�testens 6 Monaten seit dem Unfall vom 12. Juni 2006 erreicht gewesen, in Frage zu stellen. Damit ist auch gesagt, dass der Unfall als anspruchsbegr�ndende Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden der Versicherten angesehen wurde. Auf weitere Abkl�rungen ist in antizipierter Beweisw�rdigung zu verzichten (vgl. E. 8.2 hievor).
Da die gesundheitlichen Beschwerden der Versicherten nach dem Fallabschluss nicht mehr �berwiegend wahrscheinlich unfallkausal waren, ist ihre Berufung auf Art. 36 UVG unbehelflich (BGE 126 V 116 E. 3b S. 117 f.; SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125 E. 4.3 [8C_816/2009]).
12.1 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen f�r die Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung im Einspracheverfahren (Bed�rftigkeit der gesuchstellenden Partei, fehlende Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren und sachliche Gebotenheit des Anwaltsbeizugs) richtig dargelegt (Art. 2 und 37 Abs. 4 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG). An die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Verbeist�ndung ist ein sehr strenger Massstab anzulegen (BGE 132 V 200 E. 5.1.3 S. 204; SVR 2009 IV Nr. 48 S. 144 E. 4.4.1 [9C_991/2008]).
12.2 Die Vorinstanz hat erwogen, weder in tats�chlicher noch rechtlicher Hinsicht liege eine besonders komplexe Materie vor. Allein der Umfang des Gutachtens rechtfertige nicht den Beizug eines unentgeltlichen Rechtsvertreters im Einspracheverfahren, zumal die Versicherte in der Schweiz aufgewachsen sei und gute Deutschkenntnisse habe. Sie bringe zudem nicht vor, weshalb eine Verbeist�ndung durch Verbandsvertreter, F�rsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht falle. Die Mobiliar habe die unentgeltliche Verbeist�ndung zu Recht abgelehnt.
Nach Erstellung des Gutachtens der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 und vor Verf�gungserlass verlangte die Versicherte mit Eingabe vom 31. M�rz 2009 von der Mobiliar vergeblich die Zustellung der im Rahmen des Gutachtens beigezogenen Akten des Krankenversicherers. Erst auf Einsprache hin stellte ihr die Mobiliar s�mtliche Akten zu, wozu die Versicherte am 23. November 2009 Stellung nahm. Weiter hatte sich die Versicherte im Einspracheverfahren mit diversen Arztberichten, der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 10. M�rz 2008 und dem 54-seitigen Gutachten der Stelle Y.________ vom 23. Januar 2009 samt dessen 5-seitiger Erg�nzung vom 11. Juni 2009 auseinanderzusetzen. Es stellten sich schwierige tats�chliche und rechtliche Fragen, die eine fachliche Kompetenz voraussetzten, welche die Versicherte nicht aufwies und die ihr nur durch Beiordnung eines Rechtsanwalts verschafft werden konnte. Eine erhebliche Tragweite der Sache ist zu bejahen. Insgesamt war es geboten, dass sie sich im Einspracheverfahren anwaltlich verbeist�nden liess. Weiter hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass die Einsprache nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte und die Versicherte bed�rftig ist. Damit sind die Voraussetzungen f�r die unentgeltliche Verbeist�ndung im Einspracheverfahren erf�llt. Die Sache ist an die Mobiliar zur�ckzuweisen, damit sie �ber die Entsch�digungsh�he verf�ge.
Die R�ckweisung der Sache an die Mobiliar gem�ss E. 12.2 hievor gilt bez�glich der Verfahrenskosten als Obsiegen der Versicherten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235); im �brigen unterliegt sie. Somit sind die Verfahrenskosten zu zwei Dritteln ihr und zu einem Drittel der Mobiliar aufzuerlegen. Die unentgeltliche Rechtspflege kann der Versicherten, soweit sie unterliegt, gew�hrt werden, da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht von vornherein aussichtslos und die Vertretung notwendig war (Art. 64 BGG). Sie hat der Gerichtskasse Ersatz zu leisten, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG).
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 26. Juli 2010 und der Einspracheentscheid der Mobiliar vom 9. Februar 2010 in Bezug auf die unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das Einspracheverfahren aufgehoben werden und die Sache an die Mobiliar zur�ckgewiesen wird, damit sie dar�ber im Sinne der Erw�gung 12.2 verf�ge. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 750.- werden zu zwei Dritteln der Beschwerdef�hrerin und zu einem Drittel der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der Anteil der Beschwerdef�hrerin wird vorl�ufig auf die Gerichtskasse genommen.
Die Mobiliar hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 900.- zu entsch�digen.
Rechtsanwalt Felix Barmettler wird als unentgeltlicher Anwalt der Beschwerdef�hrerin bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'800.- ausgerichtet.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz zur�ckgewiesen.