Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/mobilitaetshilfen-fuer-einen-referendar-376054
Timestamp: 2019-09-20 05:30:15
Document Index: 306718265

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 53', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 53', '§ 7', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 53', '§ 27', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 53', '§ 16', '§ 45', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 3', '§ 53', '§ 16', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 27', '§ 53', '§ 53', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 45', '§ 1', '§ 27', '§ 27', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

Mobi­li­täts­hil­fen für einen Refe­ren­dar | Rechtslupe
Ein Refe­ren­dar im öffent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis hat kei­nen Anspruch auf eine Ermes­sens­ent­schei­dung über sei­nen Antrag auf Mobi­li­täts­hil­fen. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 16 Abs 1 S 2 SGB II iVm § 53 SGB III aF hier­für lie­gen nicht vor, weil die auf­ge­nom­me­ne Refe­rend­ar­tä­tig­keit nicht der Ver­si­che­rungs­pflicht unter­liegt.
Der Tat­be­stand des § 53 SGB III aF ist bei sei­ner Anwen­dung im Gel­tungs­be­reich des SGB II inso­weit nicht ein­zu­schrän­ken. Für die dar­in lie­gen­de Ungleich­be­hand­lung lie­gen hin­rei­chen­de sach­li­che Grün­de vor. Schließ­lich eröff­net auch die im strei­ti­gen Zeit­raum anwend­ba­re Gene­ral­klau­sel des § 16 Abs 2 Satz 1 SGB II aF einen Anspruch auf För­de­rungs­leis­tun­gen nicht. Bei der Anwen­dung der Gene­ral­klau­sel galt auch ohne aus­drück­li­che Rege­lung ein Umge­hungs­ver­bot. Die nach der­zei­ti­ger Rechts­la­ge für die Freie För­de­rung nach § 16f SGB II vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men vom Auf­sto­ckungs- und Umge­hungs­ver­bot fan­den im strei­ti­gen Zeit­raum noch kei­ne Anwen­dung.
Die Vor­aus­set­zun­gen des § 16 Abs 1 S 2 SGB II1 iVm §§ 53, 54 SGB III sind nicht erfüllt. Es kann dahin­ste­hen, ob der Refe­ren­dar zum Zeit­punkt der Auf­nah­me der Refe­rend­ar­tä­tig­keit als Berech­tig­ter sämt­li­che Vor­aus­set­zun­gen des § 7 SGB II erfüll­te. Hin­sicht­lich die­ser Vor­aus­set­zun­gen kommt es auf die mate­ri­el­le Berech­ti­gung wäh­rend des gesam­ten frag­li­chen Leis­tungs­zeit­raums an, wäh­rend der Bewil­li­gung von Alg II kei­ne Tat­be­stands­wir­kung zukommt2. Der Refe­ren­dar erfüll­te jeden­falls nicht die zusätz­lich zu prü­fen­den Vor­aus­set­zun­gen des § 53 Abs 1 SGB III aF.
Nach § 16 Abs 1 S 2 SGB II kann die Agen­tur für Arbeit ua die im 1. bis 3. und 6. Abschnitt des Vier­ten Kapi­tels des SGB III gere­gel­ten Leis­tun­gen erbrin­gen. Ergän­zend hier­zu bestimmt § 16 Abs 1a SGB II (eben­falls in der ab 1.08.2006 gel­ten­den Fas­sung), dass – soweit das SGB II nichts Abwei­chen­des regelt – für die Leis­tun­gen nach Abs 1 die Vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen des Drit­ten Buches mit Aus­nah­me der Anord­nungs­er­mäch­ti­gun­gen für die Bun­des­agen­tur und mit der Maß­ga­be, dass an die Stel­le des Arbeits­lo­sen­gel­des das Arbeits­lo­sen­geld II tritt, gel­ten.
Bei der vom Refe­ren­dar zum 1.02.2007 auf­ge­nom­me­nen Refe­rend­ar­tä­tig­keit, die sich in einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Wider­ruf voll­zog, han­delt es sich nicht um eine Beschäf­ti­gung, die zur Inan­spruch­nah­me von Mobi­li­täts­hil­fen berech­tigt. Nach § 53 Abs 1 SGB III3 kön­nen Arbeits­lo­se und von Arbeits­lo­sig­keit bedroh­te Arbeit­su­chen­de, die eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung auf­neh­men, durch Mobi­li­täts­hil­fen geför­dert wer­den, soweit dies zur Auf­nah­me der Beschäf­ti­gung not­wen­dig ist. Der Refe­ren­dar erfüll­te die genann­ten Vor­aus­set­zun­gen der Auf­nah­me einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung nicht, da die Tätig­keit als Beam­ter auf Wider­ruf nach § 27 Abs 1 Nr 1 SGB III ver­si­che­rungs­frei war. Zu den nach die­ser Vor­schrift ver­si­che­rungs­frei­en Per­so­nen gehö­ren auch Beam­te auf Pro­be oder Wider­ruf4.
Die hier frag­li­che Vor­aus­set­zung des § 53 Abs 1 SGB III aF gilt auch nicht dadurch als erfüllt, dass im Anschluss an die Refe­rend­ar­tä­tig­keit mit Rück­sicht auf das Lebens­al­ter des Refe­ren­dars eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Ange­stell­ten­tä­tig­keit als Leh­rer im Raum stand. Mit der genann­ten Rege­lung soll in ers­ter Linie erreicht wer­den, dass die unmit­tel­ba­re Arbeits­auf­nah­me nicht an feh­len­den Mit­teln schei­tert. Inso­fern dient § 53 Abs 1 SGB III aF dem Zweck, dem von der Rege­lung erfass­ten Per­so­nen­kreis einen Anreiz zur unmit­tel­ba­ren Beschäf­ti­gungs­auf­nah­me zu geben5. Die Anfor­de­rung bezieht sich nach dem Wort­laut der Rege­lung auf die auf­ge­nom­me­ne Beschäf­ti­gung. Eine mit der ver­si­che­rungs­frei­en Beschäf­ti­gung mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang ste­hen­de spä­te­re Beschäf­ti­gungs­auf­nah­me muss des­halb schon auf­grund des zeit­li­chen Aus­ein­an­der­fal­lens zwi­schen geför­der­ter Tätig­keit und ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Beschäf­ti­gung unbe­rück­sich­tigt blei­ben.
Ein Abwei­chen von den Vor­aus­set­zun­gen des § 53 Abs 1 SGB III aF recht­fer­tigt sich auch nicht aus den Beson­der­hei­ten des Leis­tungs­sys­tems des SGB II. § 16 Abs 1 S 2 und Abs 1a SGB II stel­len grund­sätz­lich klar, dass der Grund­si­che­rungs­trä­ger die Leis­tun­gen, die im Kata­log des § 16 Abs 1 S 2 SGB II auf­ge­führt sind, nur dann erbrin­gen kann, wenn die im SGB III auf­ge­führ­ten Vor­aus­set­zun­gen der jewei­li­gen Leis­tun­gen erfüllt sind. Es han­delt sich inso­weit um eine Rechts­grund­ver­wei­sung auf die jeweils ein­schlä­gi­gen Rege­lun­gen des SGB III6. Die leis­tungs­recht­li­chen Vor­schrif­ten des SGB III sin­dim Sin­ne einer dyna­mi­schen Ver­wei­sung in ihrer jeweils gel­ten­den Fas­sung auch für Leis­tungs­be­rech­tig­te nach dem SGB II her­an­zu­zie­hen. Gleich­zei­tig wird aus dem Rege­lungs­zu­sam­men­hang auch deut­lich, dass die Beson­der­hei­ten des Leis­tungs­sys­tems des SGB II zu beach­ten sind. Als Bei­spiel hier­für hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt das Ent­fal­len von Ver­füg­bar­keit und/​oder Arbeits­lo­sig­keit als Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen für in das SGB II trans­for­mier­te För­der­leis­tun­gen nach dem SGB III benannt7. Hier­bei ist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt – in Über­ein­stim­mung mit der herr­schen­den Auf­fas­sung in der Lite­ra­tur8 – davon aus­ge­gan­gen, dass bestimm­te Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen, die allein für das Leis­tungs­sys­tem des SGB III kenn­zeich­nend sind, bei der Prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen für die Gewäh­rung von SGB II-Ein­glie­de­rungs­leis­tun­gen außer Betracht blei­ben.
Gleich­wohl greift der Ein­wand der Revi­si­on, die im SGB III ent­hal­te­nen bei­trags­be­zo­ge­nen Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen müss­ten bei der Leis­tungs­ge­wäh­rung nach dem SGB II unbe­rück­sich­tigt blei­ben, im Ergeb­nis nicht durch. Inso­weit ist klar­stel­lend dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es sich bei der hier zu erör­tern­den Anfor­de­rung, es müs­se eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung auf­ge­nom­men wer­den, nicht um das Erfor­der­nis einer der För­de­rung vor­ge­la­ger­ten Vor­ver­si­che­rungs­zeit im Sin­ne der Zuge­hö­rig­keit zum för­de­rungs­fä­hi­gen Per­so­nen­kreis, son­dern um eine in die Zukunft gerich­te­te Anfor­de­rung han­delt. Die­se Vor­aus­set­zung recht­fer­tig­te sich in ers­ter Linie dar­aus, dass mit der Auf­nah­me der Beschäf­ti­gung eine mög­lichst nach­hal­ti­ge Ein­glie­de­rung erreicht wer­den soll­te. Hin­ge­gen stand der Ver­si­che­rungs­ge­dan­ke jeden­falls nicht im Mit­tel­punkt der der Rege­lung zugrun­de lie­gen­den Über­le­gun­gen des Gesetz­ge­bers.
Die nach § 53 SGB III aF gel­ten­de Anfor­de­rung der Auf­nah­me einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung kann nicht auf der Grund­la­ge einer Aus­le­gung des ein­fa­chen Rechts bereits nach Sinn und Zweck der Ein­glie­de­rungs­leis­tun­gen nach dem SGB II als sys­tem­wid­rig und des­halb unbe­acht­lich ange­se­hen wer­den. Die Leis­tungs­ge­wäh­rung erfor­dert auch unter Berück­sich­ti­gung der ggfs zu modi­fi­zie­ren­den Rechts­grund­ver­wei­sung des § 16 Abs 1 S 2 SGB II, dass ein ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis ange­strebt wird9. Auch im Leis­tungs­sys­tem des SGB II kann für die Beschrän­kung der För­de­rung auf die Auf­nah­me einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­ti­gung ange­führt wer­den, dass hier­mit sicher­ge­stellt wird, dass durch die geför­der­te Beschäf­ti­gung ggfs Ansprü­che auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung erwor­ben wer­den kön­nen, die bei einem spä­te­ren Ver­lust des Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses einer erneu­ten Inan­spruch­nah­me von steu­er­fi­nan­zier­ten Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de ent­ge­gen­ste­hen. Ob die Begren­zung der För­der­fä­hig­keit auf ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gun­gen ange­sichts der par­al­le­len Rege­lung in § 45 SGB III aF zur Unter­stüt­zung der Bera­tung und Ver­mitt­lung, die einen ver­gleich­ba­ren Bezug zur Ver­si­che­rungs­pflicht der ange­streb­ten Beschäf­ti­gung nicht ent­hielt10, auch sozi­al­po­li­tisch in vol­lem Umfang über­zeugt, kann dahin­ste­hen. Hier­aus allein kann die Not­wen­dig­keit einer restrik­ti­ven Aus­le­gung der in Fra­ge ste­hen­den Rege­lun­gen nicht her­ge­lei­tet wer­den. Denn selbst wenn dies der Fall wäre, könn­te allein dies nicht zur "Kor­rek­tur" des Gesetz­ge­bers durch die Gerich­te füh­ren.
Schließ­lich ist aus der unter­schied­li­chen Behand­lung von Per­so­nen, die eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung auf­neh­men, sowie von Per­so­nen, die ein ver­si­che­rungs­frei­es Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis ein­ge­hen, ein Ver­stoß gegen den Gleich­heits­satz des Art 3 Abs 1 GG nicht her­zu­lei­ten. Die auf die dar­ge­leg­ten Sach­grün­de gestütz­te Rege­lung über Mobi­li­täts­hil­fen ver­stößt nicht gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG). Art 3 Abs 1 GG gebie­tet, alle Men­schen vor dem Gesetz gleich zu behan­deln. Damit ist dem Gesetz­ge­ber aller­dings nicht jede Dif­fe­ren­zie­rung ver­wehrt. Er ver­letzt aber das Grund­recht, wenn er eine Grup­pe von Normadres­sa­ten anders als eine ande­re behan­delt, obwohl zwi­schen bei­den Grup­pen kei­ne Unter­schie­de von sol­cher Art und von sol­chem Gewicht bestehen, dass sie die unglei­che Behand­lung recht­fer­ti­gen11. Ist ein gesetz­li­ches Rege­lungs­kon­zept – wie das, wel­ches § 53 Abs 1 SGB III aF zugrun­de liegt – ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, so genü­gen hin­rei­chen­de sach­li­che Grün­de, um eine unter­schied­li­che Behand­lung Betrof­fe­ner zu recht­fer­ti­gen.
Hin­rei­chen­de Sach­grün­de lie­gen der Begren­zung auf ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se schon des­halb zugrun­de, weil durch den Erwerb von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen bei einem spä­te­ren Ein­tritt von Arbeits­lo­sig­keit eine Inan­spruch­nah­me von Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung ver­mie­den wer­den kann. Eine Gleich­be­hand­lung bei­der Per­so­nen­grup­pen im Rah­men des För­de­rungs­rechts des SGB II wür­de zudem Ver­wer­fun­gen im Ver­hält­nis zum Leis­tungs­recht des SGB III bewir­ken, da es für Leis­tungs­be­rech­tig­te im Rechts­kreis des SGB III bei der ein­schrän­ken­den Vor­aus­set­zung, es müs­se eine ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung auf­ge­nom­men wer­den, ver­blie­be. Die dadurch bewirk­te Ungleich­be­hand­lung von SGB III-Berech­tig­ten und SGB II-Berech­tig­ten im Sin­ne einer Begüns­ti­gung des zuletzt genann­ten Per­so­nen­krei­ses wäre ihrer­seits nicht zu recht­fer­ti­gen.
Es kann mit Rück­sicht auf die gesetz­ge­be­ri­sche Kon­zep­ti­on offen­blei­ben, ob – wovon das LSG aus­ge­gan­gen ist – auch die ggfs aus einem Beam­ten­ver­hält­nis erwach­sen­den Ansprü­che bei Begrün­dung eines Dienst­ver­hält­nis­ses als Begrün­dung für die Ungleich­be­hand­lung von pri­va­ten und öffent­lich-recht­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen bereits auf der Ebe­ne der Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen des § 16 Abs 1 S 2 SGB II iVm § 53 SGB III aF her­an­ge­zo­gen wer­den kann. Dies erscheint aller­dings mit Rück­sicht dar­auf zwei­fel­haft, dass die Argu­men­ta­ti­on des LSG ande­re ver­si­che­rungs­freie Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se nicht erfasst.
Vor­lie­gend brauch­te auch nicht aus­drück­lich geprüft zu wer­den, ob dem Begeh­ren des Refe­ren­dars im Rah­men der Öff­nungs­klau­sel des § 16 Abs 2 S 1 SGB II12 Rech­nung getra­gen wer­den kann. Nach die­ser Vor­schrift konn­ten über die in Abs 1 der Vor­schrift genann­ten Leis­tun­gen hin­aus wei­te­re Leis­tun­gen erbracht wer­den, die für die Ein­glie­de­rung der erwerbs­fä­hi­gen Hil­fe­be­dürf­ti­gen in das Erwerbs­le­ben erfor­der­lich sind; hier­bei durf­ten die wei­te­ren Leis­tun­gen die Leis­tun­gen nach Abs 1 nicht auf­sto­cken.
Das BSG hat­te § 16 Abs 2 S 1 SGB II aF als Gene­ral­klau­sel für ergän­zen­de Ein­glie­de­rungs­leis­tun­gen aller Art inter­pre­tiert, für die die nicht abschlie­ßend in S 2 der Vor­schrift auf­ge­führ­ten Ein­zel­leis­tun­gen die Rol­le von Haupt­bei­spie­len über­nah­men13. Mit der Ergän­zung des S 1 durch das Fort­ent­wick­lungs­ge­setz wur­de klar­ge­stellt, dass für die ergän­zen­den Leis­tun­gen das Auf­sto­ckungs­ge­bot Anwen­dung fin­det. Nicht zwei­fel­haft konn­te dar­über hin­aus sein, dass auch ohne aus­drück­li­che Rege­lung das jetzt in der Nach­fol­ge­re­ge­lung (§ 16f – Freie För­de­rung) aus­drück­lich auf­ge­nom­me­ne Umge­hungs­ver­bot auf­grund der Struk­tur der Abs 1 und 2 Anwen­dung fin­den muss­te, weil ansons­ten der abge­schlos­se­ne Leis­tungs­ka­ta­log des § 16 Abs 1 SGB II weit­ge­hend sinn­ent­leert gewe­sen wäre14. Es konn­ten des­halb Leis­tun­gen in Berei­chen, die der Gesetz­ge­ber nach Vor­aus­set­zun­gen sowie Art und Umfang aus­ge­formt hat­te, nicht durch gleich­ge­rich­te­te För­de­rungs­leis­tun­gen mit ent­spre­chen­den Modi­fi­ka­tio­nen ergänzt wer­den15. Grund­ent­schei­dun­gen des Gesetz­ge­bers zu arbeits­markt­recht­li­chen Instru­men­ten dür­fen durch die Öff­nungs­klau­sel nicht unter­lau­fen wer­den. Eine Kor­rek­tur der in § 53 SGB III aF aus­drück­lich auf­ge­führ­ten Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen kommt über die Gene­ral­klau­sel des­halb nicht in Betracht.
Kei­ne Anwen­dung fin­det schließ­lich für den strei­ti­gen Zeit­raum die nun­mehr für die Freie För­de­rung in § 16f Abs 2 S 4 SGB II getrof­fe­ne Rege­lung, wonach für bestimm­te Pro­blem­grup­pen des Arbeits­mark­tes vom Umge­hungs- und Auf­sto­ckungs­ver­bot abge­se­hen wer­den kann, weil die­se Rege­lung erst zum 1.01.2009 in Kraft getre­ten ist. Eine Rück­wir­kung die­ser Aus­nah­me vom Umge­hungs- und Auf­sto­ckungs­ver­bot hat der Gesetz­ge­ber nicht ange­ord­net, sodass der Refe­ren­dar auch hier­aus einen Anspruch nicht her­lei­ten kann.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 12. Dezem­ber 2013 – B 4 AS 7/​13 R
Mobi­li­täts­hil­fen für einen Refe­ren­dar Ein Refe­ren­dar im öffent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis hat kei­nen Anspruch auf eine Ermes­sens­ent­schei­dung über sei­nen Antrag auf Mobi­li­täts­hil­fen. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 16 Abs 1 S 2…
in der hier maß­ge­ben­den Fas­sung des Geset­zes zur Fort­ent­wick­lung der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de vom 20.07.2006, BGBl I 1706 [↩]
Eicher/​Stölting in Eicher, SGB II, 3. Aufl 2013, § 16 RdNr 34; Voelz­ke in Hauck/​Noftz, SGB II, K § 16 RdNr 54, Stand XII/​12 [↩]
idF durch das Ers­te Gesetz für moder­ne Dienst­leis­tun­gen am Arbeits­markt vom 23.12.2002, BGBl I 4607 [↩]
Tim­me in Hauck/​Noftz, SGB III, K § 27 RdNr 8, Stand V/​12 [↩]
BSG SozR 4 – 4300 § 53 Nr 2 RdNr 14 und SozR 4 – 4300 § 53 Nr 3 RdNr 15 [↩]
BSGE 108, 80, SozR 4 – 4200 § 16 Nr 6, RdNr 18 mwN [↩]
s etwa Eicher in Eicher/​Spellbrink, SGB II, 2. Aufl 2008, § 16 RdNr 56 f; Kothe in Gagel, SGB II/​SGB III, § 16 SGB II RdNr 15, Stand 7/​2009; Voelz­ke in Hauck/​Noftz, SGB II, K § 16 RdNr 67, 422, Stand VI/​2009 [↩]
vgl zum aktu­el­len Recht Voelz­ke in Hauck/​Noftz, SGB II, K § 16 RdNr 107, Stand XII/​12 [↩]
vgl zu den Grün­den BSG Urteil vom 12.05.2011 – B 11 AL 25/​10 R, SozR 4 – 4300 § 45 Nr 3 [↩]
stRspr, vgl zB: BVerfGE 112, 50, 67, SozR 4 – 3800 § 1 Nr 7 RdNr 55 mwN; BVerfGE 117, 316, 325, SozR 4 – 2500 § 27a Nr 11 RdNr 31; BSG SozR 4 – 2500 § 27a Nr 7 RdNr 12 [↩]
idF des Geset­zes zur Fort­ent­wick­lung der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de vom 20.07.2006, BGBl I 1706 [↩]
BSG SozR 4 – 4200 § 16 Nr 1 RdNr 18 [↩]
vgl nur Eicher in Eicher/​Spellbrink, 2. Aufl 2008, § 16 RdNr 177 [↩]
vgl zum Inhalt des Umge­hungs­ver­bo­tes nach der­zei­ti­gem Recht Stöl­ting in Eicher, SGB II, 3. Aufl 2013, § 16f RdNr 16 ff; Thie in LPK-SGB II, 5. Aufl 2013, § 16f RdNr 3 f; Voelz­ke in Hauck/​Noftz, SGB II, K § 16f RdNr 37 ff, Stand V/​12 [↩]
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