Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=26.09.2017&Aktenzeichen=2%20S%201916/17
Timestamp: 2019-08-26 04:26:55
Document Index: 840404

Matched Legal Cases: ['Art 19', '§ 80', '§ 80', '§ 146', 'Art. 19', '§ 146', '§ 80', '§ 146']

VGH Baden-Württemberg, 26.09.2017 - 2 S 1916/17 - dejure.org
https://dejure.org/2017,38623
VGH Baden-Württemberg, 26.09.2017 - 2 S 1916/17 (https://dejure.org/2017,38623)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 26.09.2017 - 2 S 1916/17 (https://dejure.org/2017,38623)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 26. September 2017 - 2 S 1916/17 (https://dejure.org/2017,38623)
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Art 19 Abs 4 GG, § 80 Abs 2 S 1 Nr 1 VwGO, § 80 Abs 5 VwGO
Beschwerde; Statthaftigkeit; vorläufiger Rechtsschutz; Zwischenentscheidung; Hängebeschluss; Abgabenforderung
Erforderlichkeit einer Zwischenentscheidung in Form eines sogenannten Hängebeschlusses im verwaltungsgerichtlichen Eilverfahren; Durchsetzung der Verpflichtung zur Zahlung öffentlicher Abgaben; Wirtschaftliche Existenzgefährdung des Abgabenschuldners durch die Vollstreckung der Abgabenforderung; Anfechtbarkeit einer solchen Zwischenentscheidung im Wege der Beschwerde
Wann ist ein "Hängebeschluss" im Eilverfahren zulässig?
VG Stuttgart, 17.08.2017 - 2 K 12822/17
NVwZ-RR 2017, 951
VBlBW 2018, 166
DÖV 2017, 1008
Verfahrensgegenstand im Beschwerdeverfahren und allein entscheidungserheblich ist vielmehr, ob die Voraussetzungen für den Erlass eines Hängebeschlusses vorliegen (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 26.09.2017, a.a.O.;… OVG MV, Beschl. v. 04.04.2017, a.a.O.;… HessVGH, Beschl. v. 28.04.2017, a.a.O., und v. 07.10.2014, a.a.O.; BayVGH, Beschl. v. 28.01.2015 - 22 C 15.197 - BayVBl. 2015, 614; OVG Bln-Brbg. Beschl. v. 10.03.2010 - OVG 11 S 11.10 - juris;… Happ, a.a.O., § 146 Rn. 10).
Der Erlass eines Hängebeschlusses ist, wenn keine anderen überwiegenden Interessen entgegenstehen, zulässig und geboten, wenn der Eilantrag nicht von vornherein offensichtlich aussichtslos ist und ohne die befristete Zwischenverfügung die Gewährung effektiven Rechtsschutzes (Art. 19 Abs. 4 GG) gefährdet wäre, weil irreversible Zustände oder schwere und unabwendbare Nachteile einzutreten drohen (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 26.09.2017, a.a.O., …und Beschl. v. 18.12.2015, a.a.O.;… HessVGH, Beschl. v. 28.04.2017, a.a.O.;… OVG MV, Beschl. v. 04.04.2017, a.a.O.).
VGH Bayern, 09.07.2019 - 3 C 19.1218
Beschwerde gegen abgelehnten Antrag auf Erlass eines Hängebeschlusses ist mangels …
Die Zwischenentscheidung ist kein gegenüber dem Eilverfahren selbständiges Nebenverfahren, weil es zur Wahrung effektiven Rechtsschutzes nur die Zeitspanne bis zur Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts überbrücken soll (vgl. BVerwG, B.v. 20.8.2012 - 7 VR 7.12 - juris; VGH BW, B.v. 26.9.2017 - 2 S 1916/17 - juris Rn. 10 m.w.N.).
Die Gegenauffassung (OVG MV, Beschluss vom 04.04.2017 - 3 M 195/17 - NVwZ-RR 2017, 341; VGH Bad.-Württ., Beschluss 18.12.2015 - 3 S 2424/15 - juris; vom 26.09.2017 - 2 S 1916/17 - NVwZ-RR 2017, 951; OVG NRW, Beschluss vom 14.12.2012 - 1 B 141/12 - juris; HessVGH, Beschluss vom 07.10.2014 - 8 B 1686/14 - juris;… Guckelberger, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl., § 146 Rn. 25) geht davon aus, dass eine Eröffnung einer Rechtsmittelmöglichkeit erst gegen die die Instanz abschließende Entscheidung den Interessen der Beteiligten nicht ausreichend gerecht werde, sofern diese ein erhebliches Interesse am (Nicht-)Erlass der Zwischenentscheidung hätten.
OVG Niedersachsen, 17.01.2018 - 12 ME 3/18
Beschwerde gegen erledigte Zwischenentscheidung im Verfahren nach § 80 Abs. 7 …
Es kann offen bleiben, ob dies schon deshalb gilt, weil eine - hier vom Verwaltungsgericht getroffene - Zwischenregelung/-entscheidung generell lediglich eine verfahrensleitende Bedeutung hat und deshalb dem Beschwerdeausschluss nach § 146 Abs. 2 VwGO unterfällt (in diesem Sinne Nds. OVG, Beschl. v. 7.7.2017 - 13 ME 170/17 -, a. A. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 26.9.2017 - 2 S 1916/17 -, jeweils juris und m. w. N.).
Geht es - wie auch hier - um die Verpflichtung zur Zahlung öffentlicher Abgaben, droht wegen deren Rückzahlbarkeit grundsätzlich nicht der Eintritt irreversibler Zustände oder schwerer, irreparabler Nachteile (vgl. zu diesem Gedanken: VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.9.2017 - 2 S 1916/17 - juris).