Source: https://www.teamprevent.at/arbeitnehmerinnenschutz/arbeitsmedizin/arbeitsmedizinische_untersuchungen.html
Timestamp: 2019-05-22 01:33:32
Document Index: 29446483

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 49', '§ 4', '§ 50', '§ 51', '§ 19']

Arbeitsmedizinische Untersuchungen | TeamPrevent | Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit, Umweltschutz
Welche Untersuchungen notwendig sind
Das Dienstleistungsspektrum in der Arbeitsmedizin
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen folgenden Untersuchungsanlässen:
Eignungs- und Folgeuntersuchungen, Tauglichkeitsuntersuchungen (z.B. Höhentauglichkeit), Untersuchungen der Augen- und des Sehvermögens gemäß § 11 Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V), Untersuchungen gemäß Strahlenschutzverordnung sowie Einstellungsuntersuchungen und Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (G-Untersuchungen).
Ein Unternehmen muss handeln, bevor die Gesundheit der MitarbeiterInnen leidet. Als Präventionsmaßnahmen sind unter anderem Eignungs- und Folgeuntersuchungen vorgesehen. Diese sind in der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (VGÜ) verankert.
Dies gilt vor allem bei Tätigkeiten mit:
Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen, einschließlich gentechnischer Arbeiten mit humanpathogenen Organismen
physikalischen Einwirkungen: Hitzebelastung, Kältebelastung, Lärmexposition, Vibrationen, Druckluft, Taucherarbeiten
Atemschutzgeräten; Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und sonstige Auslandsaufenthalte mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen
Der Arbeitgeber hat Pflichtuntersuchungen zu veranlassen, bevor ArbeitnehmerInnen eine der in der Verordnung aufgelisteten Tätigkeiten übernehmen. Unsere ArbeitsmedizinerInnen führen die entsprechenden Untersuchungen durch und nehmen eine ärztliche Beurteilung vor, die den Einsatz für die vorgesehene Tätigkeit gewährleisten.
Zusätzlich haben ArbeitnehmerInnen das Recht, sich auf Wunsch arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen, wenn sie ihre Gesundheit durch die Arbeitsumgebung gefährdet sehen.
Weitere Gesetze und Verordnungen hierzu sind:
Verordnung über Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente (DOK-VO)
Grenzwerteverordnung (GKV)
Verordnung über die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (KennV)
Bundesgesetz über die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen (KJBG)
Nacht-Schwerarbeitsgesetz (NSchG)
Verordnung explosionsfähiger Atmosphären (VEXAT)
Verordnung über die Gesundheitsüberwachung (VGÜ)
Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (Reach-VO)
Eignungs- und Folgeuntersuchungen gemäß § 49 ASchG
Quecksilber oder seine anorganischen Verbindungen
Arsen oder seine Verbindungen
Mangan oder seine Verbindungen
Chrom VI-Verbindungen
Cobalt oder seine Verbindungen
Nickel oder seine Verbindungen
Aluminiumstaub oder aluminiumhältiger Schweißrauch
Quarz- oder asbesthaltiger Staub oder Hartmetallstaub
Fluor oder seine anorganischen Verbindungen
Rohparaffin, Teer, Teeröle, Anthracen, Pech oder Ruß mit hohem Anteil an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, wenn die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren gemäß §§ 4 und 41 ASchG ergibt, dass eine Gesundheitsgefährdung bestehen könnte
Trichlormethan (Chloroform), Trichlorethen (Trichlorethylen), Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff), Tetrachlorethan, Tetrachlorethen (Perchlorethylen) oder Chlorbenzole
Ethylenglykoldinitrat (Nitroglykol) oder Glyzerintrinitrat (Nitroglyzerin)
Rohbaumwoll-, Rohhanf- oder Rohflachsstaub
Gasrettungsdienste, Grubenwehren sowie deren ortskundige FührerInnen, Tragen schwerer Atemschutzgeräte (mehr als 5 kg)
Den Organismus besonders belastende Hitze
Untersuchungen bei Lärmeinwirkung gemäß § 50 ASchG
Sonstige besondere Untersuchungen gemäß § 51 ASchG
Biologische Arbeitsstoffe der Gruppen 2, 3 oder 4
Vibrationen (Hand-Arm-Vibrationen oder Ganzkörpervibrationen)
Bei Arbeiten in großen Höhen, z. B durch das Besteigen von hohen Turmkranen, Masten oder Türmen, ist der Körper einer höheren körperlichen Beanspruchung ausgesetzt. Durch die Höhentauglichkeitsuntersuchung soll sichergestellt werden, dass vermeidbare Risken für einen Absturz erkannt und behoben werden.
Untersuchungen der Augen- und des Sehvermögens
Bei Beschäftigung von ArbeitnehmerInnen, die bei einem nicht unwesentlichen Teil ihrer normalen Arbeit ein Bildschirmgerät benutzen, haben diese das Recht auf eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit, anschließend in regelmäßigen Abständen sowie beim Auftreten von Sehbeschwerden, die auf die Bildschirmarbeit zurückgeführt werden können.
Untersuchungen gemäß § 19 Strahlenschutzverordnung
Die Strahlenschutzverordnung sieht zum Schutz der Gesundheit beruflich strahlenexponierter Personen eine besondere arbeitsmedizinische Vorsorge vor. Diese ärztliche Untersuchung ist unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzgegebenheiten und der damit verbundenen Belastungen und Beanspruchungen durchzuführen. Unsere ÄrztInnen verfügen über die Ausbildung der im Strahlenschutz erforderlichen Fachkunde für die arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen und sind von der zuständigen Behörde dazu ermächtigt.
Für Unternehmer ist es sinnvoll zu klären, ob BewerberInnen gesundheitlich in der Lage sind, den Anforderungen des Jobs zu entsprechen. Dazu gibt es keine rechtlichen Verordnungen – meist unterliegen diese Untersuchungen vertraglichen Regelungen.
Die ÄrztInnen sollen im Rahmen einer Einstellungsuntersuchung klären, ob eine Arbeitsunfähigkeit besteht oder unmittelbar bevorsteht, eine Erkrankung mit potenzieller Gefahr für Dritte besteht, oder ob die Eignung für die vorgesehene Tätigkeit eingeschränkt ist.
Berufsgenossenschaftliche Grundsätze sind etablierte Standards in der Arbeitsmedizin und Vorsorge bei bestimmten Gefährdungen am Arbeitsplatz:
Grundsätze der Gewerblichen BGen
G 14 Trichlorethen (Trichlorethylen) und andere Chlorkohlenwasserstoffe
G 16 Arsen
G 29 Benzolhomologe (Toluol /Xylole)
G 34 Fluor
G 46 Belastungen des Muskel- und Skelett-Systems einschließlich Vibrationen