Source: https://martinstieger.blog/tag/mst-in/
Timestamp: 2020-08-10 08:10:29
Document Index: 323060134

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 94', '§ 20', '§ 22', '§ 94', '§ 21']

Mst.in | martinstiegerblog
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Die Regelung, dass für Personen, die die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben, der Titel „Meister“ bzw. „Meisterin“ in der abgekürzten Form nun eintragungsfähig (in offizielle) Dokumente ist, hat das österreichische Parlament getroffen und in der Gewerbeordnung geregelt.
Die Meisterprüfungen an sich werden im § 21 GewO 1994 geregelt.
Der § 94 GewO kennt 75 reglementierte Gewerbe, die erst nach bestandener Befähigungsprüfung ausgeübt werden können.
Eben die 41 Handwerke mit Meisterprüfung und weitere 34 Befähigungsprüfungen, die entsprechend der für die Meisterprüfungen vorgegebenen Struktur gestaltet sein müssen und mindestens den Qualifikationsanforderungen gemäß § 20 Abs. 1 GewO zu entsprechen haben (vgl. § 22 GewO)
Die Chance auch diese weiteren Befähigungsprüfungen gem. § 94 GewO – die kein Handwerk sind – mit einem eintragungs-fähigen Titel aufzuwerten, hat das Parlament leider nicht genutzt.
Fehlendes Bemühen oder mangelnde Phantasie?
Der Titel: Befähigte/Befähigter ist ja auch lange nicht so griffig wie Meister/Meisterin.
In Deutschland hat man das aus meiner Sicht ohnehin klüger geregelt.
Mit der Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ für die Fortbildungsabschlüsse auf der Niveau-Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (Bachelor-Niveau, z. B. Geprüfte Fachwirte, Fachkaufleute, Meister und IT-Aufstiegsfortbildungen) und der Abschlussbezeichnung „Master Professional“ für die Fortbildungsabschlüsse auf der Niveau-Stufe 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens (Master-Niveau, z. B. Geprüfte Betriebswirte und Geprüfte Technische Betriebswirte).
Unbestritten positiv sind alle diese Bemühungen in Österreich und Deutschland zu sehen, die höherqualifizierende Berufsausbildung damit zu stärken und weiter zu entwickeln.
Wirklich wichtig ist dabei, dass die höherqualifizierende Berufsbildung und die dadurch erworbene berufliche Handlungsfähigkeit durch Fortbildung stetig erweitert wird.
Diese Aufstiegsfortbildungen erfolgen auf dem gleichen Niveau wie ein (Hochschul-)Studium und unterstützen dadurch den beruflichen Aufstieg.
Die einheitlichen Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ sollen die bewährten Bezeichnungen stärken und betonen, dass berufliche und akademische Bildung gleichwertig sind.
Diese Gleichwertigkeit wird zwar bereits in den jeweiligen nationalen Qualifikationsrahmen DQR und QR abgebildet und dokumentiert, hat sich jedoch in der alltäglichen Wahrnehmung noch nicht wirklich durchgesetzt.
In Österreich eintragungsfähige Titel wie Meister (Mst.) und Meisterin (Mst.in) sind daher ebenso richtig und wichtig, wie die Abschlussbezeichnungen Bachelor Professional und Master Professional in Deutschland auch.
Der Zusatz „Professional“ gewährleistet dabei die Abgrenzung zu akademischen Abschlüssen und verhindert eine Verwechselung.
Begrüßenswert wären daher auch eintragungsfähige Titel für die reglementierten Gewerbe in Österreich die keine Handwerke sind wenn man sich nicht überhaupt dazu durchringen könnte, einen Weg wie in Deutschland zu gehen, was ich persönlich stark begrüßen würde.
Damit könnten auch hoch qualitative Ausbildungen wie die zum/zur „Diplomrechtspfleger/-in (Dipl.Rpfl.in)“ (derzeit eine Berufsbezeichnung in Österreich) oder zum Werkmeister ganz leicht zuordenbar und eintragungsfähig werden.
Alle im Österreichischen Qualifikationsregister auf Niveaustufe VI bewerteten Qualifikationsnachweise werden als Bachelor Professional und alle auf Stufe VII bewerteten Qualifikationen als Master Professional eingetragen.
Industriemeister in Deutschland werden den Titel Bachelor Professional zukünftig auch nutzen können – die österreichischen Werkmeister sind den deutschen Industriemeistern gleichgestellt – und somit wäre auch die Vergleichbarkeit Deutschland und Österreich sehr leicht möglich.
Werkmeister – Anerkennung in Deutschland – Bezeichnung des österreichischen Zeugnisses – Bezeichnung des deutschen Zeugnisses:
Werkmeister für Bauwesen – geprüfter Polier
Werkmeister für Elektrotechnik – geprüfter Industriemeister/geprüfte Industriemeisterin Fachrichtung Elektrotechnik
Werkmeister für Kunststofftechnik – geprüfter Industriemeister/geprüfte Industriemeisterin Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk
Werkmeister für die Papierindustrie – geprüfter Industriemeister/geprüfte Industriemeisterin Fachrichtung Papiererzeugung
Werkmeister für Technische Chemie und Umwelttechnik – geprüfter Industriemeister/geprüfte Industriemeisterin Fachrichtung Chemie
und könnten so auch sehr rasch international verortet werden:
Weil ich schon bei der Wunschliste ans Christkind bin – diese Idee, alle im Österreichischen Qualifikationsregister auf Niveaustufe VI bewerteten Qualifikationsnachweise als Bachelor Professional und alle auf Stufe VII bewerteten Qualifikationen als Master Professional zu benennen und als solche mit eintragungsfähigen Titeln nach außen sichtbar zu machen, würde auch die Weiterführung der Ausbildung in vertiefende Regelstudien und Weiterbildungslehrgänge (Mastergrade der Weiterbildung) erleichtern.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Bildung und getaggt mit Allensbach Hochschule, Aufstiegsfortbildungen, Bachelor Professional, Befähigte, Befähigter, Befähigungsprüfung, Berufsausbildung, Dipl. Rechtspfleger, DQR, DQR/EQR-Niveau 6, GewO, Master Professional, Meisterprüfung, Mst., Mst.in, Prof. Dr. Dr. Martin Stieger, QR, Qualifikationsbezeichnung, Qualifikationsrahmen (NQR), Stieger Martin, Vienna International Studies, VIS, VIS Management GmbH, Weiterbildung, Werkmeister am 24. Juli 2020 von martingstieger.
Mit der Novelle zur Gewerbeordnung vom 8. Juli 2020 wurde der Meister- und Meisterinnentitel eintragungsfähig, d.h. er wird in offiziellen Dokumenten nun auch eingetragen.
Zwar waren Personen, die eine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben, schon derzeit berechtigt, sich mit Bezug auf das jeweilige Handwerk als „Meisterin“ oder „Meister“ zu bezeichnen. Nun dürfen Handwerksmeister/-innen die Bezeichnung „Meisterin“ bzw. „Meister“ auch vor ihrem Namen führen.
Dies darf in vollem Wortlaut oder auch in Kurzform erfolgen (z.B. „Mst.“, „Mst.in“ oder „Mstin“).
Es darf auch die Eintragung in amtlichen Urkunden verlangt werden (z.B. Reisepass, Führerschein, Personalausweis u.a).
Damit wird der handwerkliche Meister erheblich aufgewertet und die hohe Qualifikation der Meisterin und des Meisters sichtbar gemacht.
Die Bezeichnung vor dem Namen ergänzt auch die Verwendung des Gütesiegels „Meisterbetrieb“ (§ 21 Abs. 4 GewO 1994).
Wer darf den „Meistertitel“ führen?
Muss ich den „Meistertitel“ beantragen?
Wie erfolgt die Eintragung in amtlichen Urkunden?
Die Beantwortung all dieser Fragen entnehmen Sie bitte dem WKO Informationsfolder.
Ich habe darüber schon einmal geschrieben:
Schon bisher war die Meisterprüfung auf Grund des hohen Niveaus generell dem Niveau 6 des NQR[1] zugewiesen und damit dem Bachelorabschluss gleichwertig gestellt.
So können deutsche und österreichische Meister zu Bachelorstudien in Deutschland z.B. zum Bachelorstudium Betriebswirtschaftslehre (online, B.A.) an der Allensbach Hochschule, Konstanz, zugelassen zu werden oder in einen Masterlehrgang der Weiterbildung einzusteigen (mit dem Meister zum Master!)
Lassen Sie sich also Ihren wohlerworbenen Meistertitel eintragen und nutzen Sie ihn auch für weiterführende MBA-Weiterbildungs- und Regelstudien.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Bildung und getaggt mit AIM, Allensbach Hochschule, ASAS, ASAS Aus- und Weiterbildung GmbH, Bachelor, Bachelor online, FH Burgenland, Gewerbeordnung, GewO, Hans Sachs, Lehrgang der Weiterbildung, Martin Stieger, MBA, Meistertitel, mit der Meisterprüfung studieren, Mst., Mst.in, NQR, Stufe VI, Titel, Titel eintragen, Titel führen, WKO am 23. Juli 2020 von martingstieger.