Source: https://www.wf-frank.com/detail/article/schenkungen-an-us-personen-1892.html
Timestamp: 2019-06-20 21:20:49
Document Index: 68781178

Matched Legal Cases: ['§ 6039', '§ 120', '§ 1015', '§ 2', 'Art. 4', 'Art. 5']

Eine U.S. person, die eine Schenkung, Erbschaft oder andere unentgeltliche Zuwendung von einer foreign person erhält, muss gegenüber der US-Steuerbehörde IRS dies anzeigen (IRC § 6039F). Eine foreign person in diesem Sinne ist ein non-resident alien oder eine ausländische Körperschaft (foreign corporation), Personengesellschaft oder Nachlass. Eine U.S. person ist z.B. ein U.S.-Staatsangehöriger (citizen) oder U.S.-resident (Treas. Reg § 120.15). Bei der Anzeige ist die form 3520 zu verwenden. Ausgenommen sind Schenkungen, welche eine bestimmte Wertgrenze - derzeit USD 100.000 - nicht übersteigen.
Allerdings sollten bei einer Schenkung an eine in den USA ansässige Person auch die Folgen bei der Besteuerung der Einkünfte des Beschenkten berücksichtigt werden, da die USA nach den Regeln des DBA-USA-ESt für eine in den USA ansässige Person in der Regel das Besteuerungsrecht hat. Insbesondere können die USA den Gewinn aus der Veräußerung von Wertpapieren - bei einem U.S. citizen auch Grundvermögen - in Deutschland besteuern. Da - anders als beim Erwerb von Todes wegen - der Anschaffungswert nicht auf den Wert per Todestag angehoben wird ("stepped-up basis"), sondern nach IRC § 1015 der Anschaffungswert des Schenkers übernommen wird (sog. "carry-over basis") kann eine Vererbung im Einzelfall vorzuziehen sein.
Für den gesamten Vermögensanfall tritt die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland ein, wenn der Schenker zur Zeit der Schenkung oder der Beschenkte zur Zeit der Entstehung der Steuer (i.d.R. also Zeitpunkt der Schenkung) ein Inländer ist (§ 2 (1) ErbStG). Inländer ist eine Person z.B. dann, wenn sie einen Wohnsitz im Sinne von Art. 4 DBA-USA-Erb in Deutschland hat. In jedem Fall ist das „deutsche Vermögen“ im Sinne von Art. 5 bis 9 des DBA-USA-Erb zu versteuern.