Source: http://www.rechtscentrum.de/search.php?db=zivilrecht&mode=category&feld=Arztrecht&gebiet=Behandlungsmethoden
Timestamp: 2019-04-23 14:07:57
Document Index: 199328219

Matched Legal Cases: ['§823', '§823', '§ 31', '§244', '§286', '§31', '§278', '§328', '§823', '§831', '§229', '§ 1', '§ 5', '§1', '§5', '§249', '§823']

Rechtsprechung - Suchergebnis - 23.04.2019 16:07h
Arztrecht Haftungsrecht - Arzthaftung Behandlungsfehler Behandlungsmethoden Prozeßrecht
1 U 1/13
1. Dem orthopädischen Facharztstandard entspricht es, dass bei einem Bandscheibenvorfall regelmäßig der operativen Therapie eine konservative vorauszugehen hat, weil dies gut geeignet ist, in 80 % der Fälle zu einer Rückbildung der bandscheibenbedingten Raumforderung gegen die Nervenwurzel zu führen. Eine Operation kommt erst dann in Betracht, wenn die Beschwerden anhalten oder Störungen der betroffenen Nervenwurzelanteile zunehmen oder mit einen Erholung der Nervenwurzel nicht mehr zu rechnen ist.
2. Der für die Diagnostik zu betreibende Aufwand ist auch in Bezug auf deren Dringlichkeit vom Ausmaß der drohenden Gesundheitsschäden, von ihrer Revisibilität und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts abhängig.
3. Auch das Unterlassen der Erhebung medizinisch gebotener Befunde kann zu einer Umkehr der Beweislast für die haftungsbegründende Kausalität führen, wenn die versäumte Untersuchung fiktiv mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von mindestens 50 % einen so deutlichen und gravierenden reaktionspflichtigen Befund ergeben hätte, dass sich die Verkennung dieses Befundes als fundamental oder die Nichtreaktion auf diesen Befund als grob fehlerhaft darstellen würde.
Aktenzeichen: 1U1/13 Paragraphen: Datum: 2014-12-19
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=34523
1 U 14/12
Es kommt auch beim einfachen Befunderhebungsfehler zur Beweislastumkehr hinsichtlich der Kausalität, wenn sich bei der gebotenen Abklärung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein reaktionspflichtiges Ereignis gezeigt hätte und sich die Verkennung dieses Befundes als fundamental oder die Nichtreaktion darauf als grob fehlerhaft darstellen würde (hier angenommen für den Fall, dass sich bei der Erhebung der erforderlichen Befunde ein embolischer arterieller Verschluss am Unterschenkel ergeben hätte).
Aktenzeichen: 1U14/12 Paragraphen: Datum: 2014-02-13
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=34525
Arztrecht Haftungsrecht - Arzthaftung Aufklärungsrecht Behandlungsmethoden
1 U 1/06
1. Grundsätzlich ist Beweisantritten der Patientin, die darauf gerichtet sind, die Richtigkeit der Eintragungen in der Patientenakte des Krankenhauses zum Zeitpunkt und zum Inhalt eines ärztlichen Aufklärungsgespräches (hier insbesondere über die Tragweite einer Tubensterilisation) zu widerlegen, nachzugehen. Eine weitere Sachaufklärung ist jedenfalls geboten, wenn die Patientin bestreitet, dass die dokumentierte Aufklärung ihrem Inhalt nach ausreichend war.
5. Ist schon der Nachweis der Auslösung einer Infektion durch körperfremde Bakterien unmöglich, sondern demgegenüber eine Auslösung durch körpereigene Bakterien sehr wahrscheinlich, so ist dem Parteivorbringen zur mangelnden Hygiene auf der Krankenhausstation nicht weiter nachzugehen.
Aktenzeichen: 1U1/06 Paragraphen: Datum: 2006-07-11
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=19984
Berufsrecht Arztrecht - Arzthaftung Aufklärungsrecht Behandlungsmethoden
Aktenzeichen: VIZR323/04 Paragraphen: BGB§823 Datum: 2006-06-13
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=18148
5 U 216/02
Im Jahre 1998 war die operative Versorgung eines Speichenbruchs mit Abriss des Griffelfortsatzes der Elle des Typs A 3 (extraarticuläre Radiusfraktur mit Verkippung und dorsaler Trümmerzone ohne Beteiligung der Gelenkfläche) mittels Spickdrahtosteosynthese die Methode der Wahl.
Über die Alternative einer Versorgung des Bruchs mittels Fixateur externe brauchte nicht aufgeklärt zu werden.
Aktenzeichen: 5U216/02 Paragraphen: BGB§823 Datum: 2006-03-13
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=21151
Arztrecht Haftungsrecht - Arzthaftung Behandlungsmethoden
6.6.2005 1 U 7/05
1. Bei der Wahl der Therapie ist dem Arzt ein weites Ermessen eingeräumt. Die ärztliche Entscheidung ist nur dahin zu überprüfen, ob die gewählte Therapie dem Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und fachärztlichen Erfahrungen entspricht, ob sie zur Erreichung des Behandlungsziels geeignet und erforderlich ist, und regelmäßig auch, ob sie sich in der fachärztlichen Praxis bewährt hat.
2. Ist die Behandlung einer Handgelenksverletzung mit mehreren medizinisch gleichermaßen indizierten Methoden konservativ und operativ möglich, ist aber die konservative Behandlung weitaus üblicher und hat sie gleiche oder zumindest nahezu gleiche Erfolgschancen, so stellt die Möglichkeit einer operativen Therapie für den Patienten keine Alternative dar, über die er vernünftigerweise mitentscheiden muss.
Aktenzeichen: 1U7/05 Paragraphen: Datum: 2005-06-06
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=14287
Haftungsrecht Arztrecht - Arzthaftung Behandlungsmethoden
1. Deliktsrechtlich haftet jeder Arzt im Krankenhaus nur für eigene Fehler. Der ärztliche Kollege ist nicht sein Verricthungsgehilfe. Im Verhältnis der gebärenden Kassenpatientin zum Krankenhaus kommt ein Vertragsverhältnis zustande, in dessen Schutzwirkungen das Kind als begünstigter Dritter einbezogen wird.
2. Ärztliche Heileingriffe bedürfen der Einwilligung des Patienten, um rechtmäßig zu sein. Diese Einwilligung kann nur wirksam erteilt werden, wenn der Patient über den Verlauf des Eingriffs, seine Erfolgsaussichten, seine Risiken und mögliche Behandlungsalternativen sachgemäß aufgeklärt worden ist. Eine vitale Indikation einer bestimmten ärztlichen Maßnahme entbindet den behandelnden Arzt nicht von der Pflicht zur Aufklärung. Der Patient oder sein Vertreter, der sich auf einen Aufklärungsmangel berufen will, muss in Fällen der vitalen Indikation plausible Gründe dafür darlegen, dass er sich bei erfolgter Aufklärung in einem Entscheidungskonflikt befunden haben würde. Ferner obliegt dem Patienten oder seinem Vertreter die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass eine Schadensfolge, für die Ersatz verlangt wird, durch einen eigenmächtigen ärztlichen Eingriff verursacht worden ist.
3. War eine hochdosierte Puffertherapie zur Abwendung eines lebensbedrohenden septischen Schocks das einzige Mittel zur Lebensrettung des Kindes, dann fehlt es an einem Verschulden der behandelnden Ärzte für etwaige gesundheitsschädigende Nebenwirkungen. Bei der Abwägung der gefährdeten Rechtsgüter kann ein schuldhafter Pflichtverstoß der Ärzte nicht darin gesehen werden, dass sie gesundheitlich riskante Maßnahmen zur Lebensrettung eingesetzt haben.
BGB §§ 31, 278, 328 a.F., 823, 831 Abs. 1 Satz 1
Aktenzeichen: 12U420/02 Paragraphen: StPO§244 ZPO§286 BGB§31 BGB§278 BGB§328 BGB§823 BGB§831 StGB§229 Datum: 2005-05-09
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=14633
24.03.2005 8 U 3617/04
Zur Frage, ob eine In-vitro-Fertilisation als medizinisch notwendige Heilbehandlung anzusehen ist, wenn die Unfruchtbarkeit der versicherten Frau die Folge einer Tubensterilisation ist, die sie zum Zwecke der Empfängnisverhütung durchführen ließ.
MB/KK § 1 Abs. 2
MB/KK § 5 Abs. 1
Aktenzeichen: 8U3617/04 Paragraphen: MB/KK§1 MB/KK§5 Datum: 2005-03-24
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=13580
Arztrecht Haftungsrecht - Aufklärungsrecht Behandlungsmethoden Behandlungsfehler Arzthaftung
15.03.2005 VI ZR 313/03
Aktenzeichen: VIZR313/03 Paragraphen: BGB§249 BGB§823 Datum: 2005-03-15
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=13431