Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.10.2011&Aktenzeichen=XI%20ZR%20415/10
Timestamp: 2019-10-22 15:23:26
Document Index: 188896670

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 1', '§ 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.10.2011 - XI ZR 415/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,516
BGH, 11.10.2011 - XI ZR 415/10 (https://dejure.org/2011,516)
BGH, Entscheidung vom 11.10.2011 - XI ZR 415/10 (https://dejure.org/2011,516)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 2011 - XI ZR 415/10 (https://dejure.org/2011,516)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,516) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Art 1 § 1 RBerG, § 1 RBerG, § 134 BGB
Wirksamkeit einer Treuhandvollmacht: Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange von Treugeber-Gesellschaftern einer Fondsgesellschaft in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Wirksamkeit einer zur Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange von Treugeber-Gesellschaftern einer Fondsgesellschaft in der Rechtsform einer GbR bezweckten Treuhandvollmacht
Zur Erlaubnispflichtigkeit einer Treuhandvollmacht zur Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange von Treugeber-Gesellschaftern
Wirksamkeit einer Treuhandvollmacht; Immobilienfonds; Schrottimmobilien; Finanzierungsdarlehen
Zur Wirksamkeit einer Treuhandvollmacht, die die Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange von Treugeber-Gesellschaftern einer Fondsgesellschaft bezweckt
Zur Wirksamkeit einer Treuhandvollmacht
Treuhandvollmacht mit wirtschaftlichem Schwerpunkt keine erlaubnispflichtige Rechtsbesorgung
Treuhandvollmacht mit wirtschaftlichem Schwerpunkt stellt in der Regel keine erlaubnispflichtige Rechtsbesorgung dar
NJW-RR 2012, 35
ZIP 2011, 2353
MDR 2011, 1483
WM 2011, 2218
DB 2011, 2770
NZG 2012, 78
Maßgeblich ist, ob die Tätigkeit überwiegend auf wirtschaftlichem Gebiet liegt und die Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange bezweckt, oder ob die rechtliche Seite der Angelegenheit im Vordergrund steht und es wesentlich um die Klärung rechtlicher Verhältnisse geht (zuletzt etwa BGH vom 11.10.2011, XI ZR 415/10, MDR 2011, 2218; Urteil vom 30.6.2009, XI ZR 291/08 - zitiert nach juris).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bedarf derjenige, der ausschließlich oder hauptsächlich die rechtliche Abwicklung eines Grundstückserwerbs oder Fondsbeitritts im Rahmen eines Steuersparmodells besorgt, der Erlaubnis nach Art. 1 § 1 RBerG a. F. Ein ohne diese Erlaubnis abgeschlossener Vertrag, der umfassende rechtliche Befugnisse und Pflichten des Auftragnehmers zum Abschluss aller mit dem Erwerb und der Finanzierung des Fondsanteils zusammenhängenden Verträge enthält, ist daher nichtig, wobei die Nichtigkeit nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 RBerG a. F. i.V.m. § 134 BGB auch eine dem Bevollmächtigten erteilte umfassende Vollmacht erfasst (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH, Urteil vom 11. Oktober 2011 - XI ZR 415/10, WM 2011, 2218-2219,Rn. 13 unter Hinweis auf seine Urteile vom 25. April 2006 - XI ZR 29/05, BGHZ 167, 223, Rn. 12…, vom 11. November 2008 - XI ZR 468/07, BGHZ 178, 271, Rn. 33 …und vom 20. Januar 2009 - XI ZR 487/07, WM 2009, 542-545, Rn. 18, jeweils m. w. N. nach juris).
Von einer erlaubnispflichtigen Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten ist deshalb auszugehen, wenn die Tätigkeit den Abschluss eines ganzen Bündels von Verträgen mit mannigfaltigem rechtlichem Beratungsbedarf zum Gegenstand hat und nicht nur auf die Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange beschränkt ist (vgl. BGH, Urteil vom 11. Oktober 2011 - XI ZR 415/10, WM 2011, 2218-2219,Rn. 14 unter Hinweis auf seine Urteile vom 25. April 2006 - XI ZR 29/05, BGHZ 167, 223, Rn. 14 f., vom 10. Oktober 2006 - XI ZR 265/05, WM 2007, 108-110, Rn. 20 …und vom 24. Oktober 2006 - XI ZR 216/05, WM 2007, 116-119, Rn. 16 nach juris).
Von einer erlaubnispflichtigen Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten ist deshalb auszugehen, wenn die Tätigkeit des Treuhänders den Abschluss eines ganzen Bündels von Verträgen für den Treugeber mit mannigfaltigen rechtlichem Beratungsbedarf zum Gegenstand hat und nicht nur auf die Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange beschränkt ist (BGH, Urteil v. 11.10.2011, Az. XI ZR 415/10, in NJW-RR 2012, 35).
Ein ohne diese Erlaubnis abgeschlossener Treuhandvertrag, der umfassende rechtliche Befugnisse und Pflichten des Treuhänders/Auftragnehmers zum Abschluss aller mit dem Erwerb und der Finanzierung des Erwerbs zusammenhängenden Verträge enthält, ist daher nichtig, wobei die Nichtigkeit nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 Abs. 1 S. 1 RBerG a.F. i.V.m. § 134 BGB auch eine dem Treuhänder erteilte umfassende Vollmacht erfasst (vgl. zuletzt BGH, Urteil v. 11.10.2011, Az. XI ZR 415/10, in NJW-RR 2012, 35).
(1) Zwischen den Parteien steht die Unwirksamkeit der Vollmacht der Abwicklungsbeauftragten wegen Verstoßes gegen Art. 1 § 1 RBerG, § 134 BGB zu Recht außer Streit (vgl. st. Rspr., BGH, Urteil vom 11. Oktober 2011 - XI ZR 415/10 -, Rn. 13, juris).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bedarf derjenige, der ausschließlich oder hauptsächlich die rechtliche Abwicklung eines Grundstückserwerbs oder Fondsbeitritts im Rahmen eines Steuersparmodells besorgt, der Erlaubnis nach Art. 1 § 1 RBerG a.F. Ein ohne diese Erlaubnis abgeschlossener Treuhandvertrag, der umfassende rechtliche Befugnisse und Pflichten des Auftragnehmers zum Abschluss aller mit dem Erwerb und der Finanzierung des Fondsanteils zusammenhängenden Verträge enthält, ist daher nichtig, wobei die Nichtigkeit nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 RBerG a.F. i.V.m. § 134 BGB auch eine dem Treuhänder erteilte umfassende Vollmacht erfasst (BGH, Urt. v. 11.10.2011, XI ZR 415/10, Tz. 13, juris;… BGH, Urt. v. 05.12.2006, XI ZR 341/05, Tz. 14, juris).
Zur Begründung verweist der Senat auf die zutreffenden Ausführungen des Landgerichts unter Ziffer 3.1 der Entscheidungsgründe (s. a. BGH, Urt. v. 11.10.2011 - XI ZR 415/10, NJW-RR 2012, 35 f.).
Nach der obergerichtlichen Rechtsprechung zum Rechtsberatungsgesetz, dem Vorläufer des RDG, ist bei Treuhandverträgen von einer erlaubnispflichtigen Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten auszugehen, wenn die Tätigkeit des Treuhänders den Abschluss eines ganzen Bündels von Verträgen für den Treugeber mit mannigfaltigem rechtlichen Beratungsbedarf zum Gegenstand hat und nicht nur auf die Wahrnehmung wirtschaftlicher Belange beschränkt ist (vgl. BGH Urteile vom 10.10.2006 und 24.10.2006, WM 2007, 108 und 116, Urteil vom 111.10.2011, Az. XI ZR 415/10, zitiert nach juris, Rdnr. 14).