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Timestamp: 2020-02-27 17:57:53
Document Index: 20814990

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 28', '§ 29', '§ 32', '§ 33', '§ 23', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 25', '§ 26', '§ 28', '§ 28', '§ 29']

Umweltblatt 24
Themen: ..Naturschutzgebiete.. ..Nationalparks.. ..Biosphärenreservate.. ..Landschaftsschutzgebiete.. ..Naturparks.. ..Naturdenkmale.. ..Geschützte Landschaftsbestandteile.. ..Natura 2000 - FFH.. ..Berlin.. ..Adressen.. ..Neuigkeiten..
Wir wollen nicht von den Quellen schwärmen, sondern aus den Quellen trinken;
wir wollen die Blumen, die Vögel und die Schmetterlinge nicht in immer schöner aufgemachten Bildbänden,
sondern ganz persönlich kennen lernen;
wir wollen Lüfte einatmen und Früchte genießen, die uns nicht krank machen;
und lärmfrei und unter gesunden Bäumen wollen wir in den Abend hineinträumen.
Hubert Weinzierl, deutscher Naturschützer, Vors. Bund für Umwelt u. Naturschutz (BUND: 1983 - 1998)
Schutzgebietskategorien nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Der Text des Bundesnaturschutzgesetzes
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sieht verschiedene Kategorien geschützter Gebiete sowie den Schutz bestimmter Einzelobjekte vor:
Naturschutzgebiete (NSG) nach § 23 BNatSchG
Nationalparks (NLP) nach § 24 BNatSchG
Biosphärenreservate (BR) nach § 25 BNatSchG
Landschaftsschutzgebiete (LSG) § 26 BNatSchG
Naturparks (NP) nach § 27 BNatSchG
Naturdenkmale (ND) nach § 28 BNatSchG
Geschützte Landschaftsbestandteile (GLB) nach § 29 BNatSchG
"Natura 2000" nach § 32 und § 33 BNatSchG (Europa) - FFH-Richtlinie
Diese Gebiete sollen nach Möglichkeit nicht isoliert voneinander bestehen, sondern in einem Biotopverbund miteinander vernetzt sein. Es wird angestrebt, insgesamt mindestens zehn Prozent der gesamten Landesfläche als Schutzgebiete zu deklarieren.
Im folgenden werden Ihnen die einzelnen Schutzgebietskategorien näher erläutert.
Für den Bürger ist es dabei interessant, die Sichtweise des Gesetzgebers einzunehmen.
Naturschutzgebiete sind Gebiete, die durch Rechtsverordnungen festgesetzt werden. Hier ist ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Gesamtheit oder in einzelnen Teilen notwendig (§ 23 Abs. 1 BNatSchG). In diesem Paragrafen wird festgelegt, dass Naturschutzgebiete dem besonderen Schutz von Natur und Landschaft dienen. Dort sollen existierende Biotope wild lebender Arten erhalten, entwickelt und wiederhergestellt werden. Als Naturschutzgebiete können Flächen auch ausgewiesen werden, wenn sie aus wissenschaftlichen oder naturgeschichtlichen Gründen, aber auch wegen ihrer Seltenheit oder besonderen Schönheit schützenswert sind.
In Naturschutzgebieten sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes in Teilen oder im Ganzen führen können. Es gilt ein so genanntes absolutes Veränderungsverbot. Naturschutzgebiete sind aus Schutzgründen grundsätzlich nicht zugänglich. In Einzelfällen kann den Bürgerinnen und Bürgern ein Zugang ermöglicht werden (§ 23 Abs. 2 BNatSchG).
Wenn es um die Sicherung von schutzwürdigen Flächen geht, ist die Ausweisung zum Naturschutzgebiet ein vergleichsweise starkes Instrument gegenüber anderen Raumansprüchen wie zum Beispiel der Bebauung. Aufgrund dessen ist dieses Instrument bei vielen Landwirten und Bauherren nicht gerade beliebt, da oft Einschränkungen der Wirtschaftsweise Bestandteil einer NSG-Verordnung sind.
Naturschutzgebiete wurden in den alten Bundesländern durch ein grünes Schild mit einem Adler und in den neuen Bundesländern (vormals DDR) mit einem gelben Schild, eine Eule darstellend, gekennzeichnet.
Das Schild mit der Eule gilt inzwischen in ganz Deutschland.
Einige Naturschutzgebiete in Berlin
Pfaueninsel Steglitz-Zehlendorf 88,34 ha
(südlicher Teil) Charlottenburg-Wilmersdorf 9,58 ha
Fauler See Pankow 24,31 ha
Karower Teiche Pankow 127,10 ha
Schlosspark Lichterfelde Steglitz-Zehlendorf 2,54 ha
Windmühlenberg Spandau 5,11 ha
Johannisthal Treptow-Köpenick 26,40 ha
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung — Stand: 08. 07. 2003
Der Nationalpark gehört in Deutschland zu den Möglichkeiten des gebietsbezogenen Naturschutzes, den das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bereitstellt.
Die Schutzkategorie Nationalpark wurde auf Empfehlung der International Union for Conservation of Nature für Gebiete internationaler Bedeutung in das Bundesnaturschutzgesetz eingeführt. Laut BNatSchG müssen Nationalparks folgende vier Anforderungen nachkommen:
großräumig und von besonderer Eigenart,
im überwiegenden Teil ihres Gebiets die Vorraussetzungen eines Naturschutzgebietes erfüllen,
sich in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden und
vornehmlich der Erhaltung [bzw. Entwicklung eines Zustandes, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet] eines möglichst artenreichen heimischen Tier- und Pflanzenbestandes dienen." (§ 24 Abs.1 Nr. 1-3).
Nationalparks dienen aufgrund ihrer Großräumigkeit als wichtige Rückzugsgebiete für gefährdete Arten und ihre Lebensgemeinschaften.
Sie bestehen aber nicht nur aus Teilbereichen, die den Kriterien eines Naturschutzgebiets entsprechen. Auch weniger naturnahe und sogar besiedelte Bereiche können Bestandteile eines Nationalparks sein.
verschiedene Schutzzonen
In Nationalparks werden verschiede Schutzzonen eingerichtet:
Absolutes Bewirtschaftungsverbot, nicht aber unbedingt ein Betretungsverbot.
Die durch geeignete Entwicklungsmaßnahmen in einen naturnahen Zustand überführt werden.
Übergang zur "freien Natur", oft auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Zur Festsetzung von Nationalparks müssen die Bundesländer ein eigenes förmliches Gesetz oder eine Verordnung erlassen. Nationalparks sind bei der Bauleitplanung zu berücksichtigen und müssen in Bebauungsplänen dargestellt und beachtet werden. Man spricht hier von einer sogenannten nachrichtlichen übernahme. Sie sind verbindlich und können nicht etwa aufgrund eines überge-ordneten Allgemeinwohls überwunden werden.
Damit ergibt sich insgesamt eine Fläche von 2,6% des Bundes-gebiets.
Der Nationalpark Elbtal-Aue wurde direkt nach seiner Einrichtung 1998 wegen einer Klage 1999 wieder aufgelöst - das Gebiet erfüllt nicht die Anforderungen an die Naturbelassenheit (Urteil des OVG Lüneburg). Das heißt, dass das Gebiet nicht wesentliche fachliche Anforderungen, die an eine Nationalparkausweisung zu stellen sind, erfüllt.
Da diese Anforderungen nicht erfüllt sind, darf das Gebiet der Elbtal-Aue auch nicht als Nationalpark bezeichnet werden.
Nationalparks (NP) in Deutschland
Bayerischer Wald 1970 Erweiterung 1997 24.250 ha
Berchtesgaden 1978 21.000 ha
Eifel 2004 11.000 ha
Hainich 1997 7.600 ha
Hamburgisches Wattenmeer 1990 13.750 ha
Harz 1994 15.800 ha
Hochharz 1990 5.889 ha
Jasmund 1990 3.000 ha
Kellerwald-Edersee 2004 5.724 ha
Müritz 1990 32.000 ha
Niedersächsisches Wattenmeer 1986 240.000 ha
Unteres Odertal 1990 32.884 ha
Sächsische Schweiz 1990 9.292 ha
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 1985 441.000 ha
Vorpommersche Boddenlandschaft 1990 80.500 ha
Quelle: Europarc-Deutschland, Stand: 2004 Link zu einer übersichtskarte
Diese Kategorie geht zurück auf das sogenannte "Men and Biosphere"-Programm (MAB) der UNESCO, das ein weltweit angelegtes System von Schutzgebieten beinhaltet.
Laut § 25 BNatSchG sind Biosphärenreservate rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die
großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind.
in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Vorraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebietes (siehe Punkt 4) erfüllen.
vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biosphärenvielfalt, einschließlich Tier- und Pflanzenarten dienen und
beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweise dienen. (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 - 4 BNatSchG) .
Eine internationale Anerkennung ist nur für einzelne Biosphärenreservate möglich, da die MAB-Kriterien nur eine einmalige Repräsentation eines bestimmten ökotyps vorsehen.
Auch Biosphärenreservate sind in verschiedene Zonen eingeteilt:
eine Kernzone,
mit absolutem Schutzvorrang,
eine Pufferzone,
die hier dem Schutz der Kernzone sowie der Pflege und Erhaltung von ökosystemen der Kulturlandschaft dient und
eine großräumige Entwicklungszone,
die zur Entwicklung umweltschonender Landnutzungsmethoden dient.
Quelle: Bundesamt für Naturschutz — Stand: 07.02.2003
In Deutschland gibt es derzeit 14 durch die UNESCO anerkannte Modellregionen:
Schaalsee (Mecklenburg/Holstein)
Vessertal - Thüringer Wald
Landschaftsschutzgebiete gehören zu den Gebieten, die rechts-verbindlich zum Schutz von Natur und Landschaft festgesetzt sind, um
die "Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter
zu entwickelnoder
Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder die besondere kulturhistorische Bedeutung der Landschaft aufrechtzuerhalten oder
der besonderen Bedeutung (des Gebietes) für die Erholung (§ 26 Abs. 1 Nr. 1-3 BNatSchG) Rechnung zu tragen".
Die Ausweisung und Kennzeichnung (in vielen Bundesländern als grünes Schild) eines Gebietes als Landschaftsschutzgebiet obliegt den Bundesländern.
Landschaftsschutzgebiete werden insbesondere dann ausgewiesen, wenn Landschaften
eine besondere kulturhistorische Bedeutung haben
der Erholung von Anwohnern und Urlaubern dienen
Als Beispiele wären hier Heidelandschaft oder Flussauen zu nennen.
Landschaftsschutzgebiete sind zwar durch das Naturschutzgesetz geschützt, aber sie dürfen auch land- und forstwirtschaftlich genutzt werden.
Grundsätzlich sind hier alle Handlungen, Eingriffe und Vorhaben verboten, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen, zum Beispiel dem Erhalt der Heidelandschaft. Es gilt aber kein absolutes, sondern ein relatives Veränderungsverbot. Der Naturschutz im eigentlichen Sinne ist hier nicht so stark ausgeprägt wie in deklarierten Natur-schutzgebieten. Mit der Aus-weisung als Landschaftsschutzgebiet werden häufig Freiflächen in der Region gesichert, um sie vor den Nutzungsansprüchen für den Wohnungsbau und für Sport und Gewerbenutzungen zu schützen. Die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft hat in einem LSG kaum mit Einschränkungen zu rechnen.
Fachunkundige Bürgerinnen und Bürger gehen fälschlicherweise oft bei Landschaftsschutzgebieten und Naturparks von einem höherem Schutzstatus aus.
Mit den Begriffen Landschaftsschutzgebiet und Naturpark ist aber im Vergleich zum Naturschutzgebiet nur ein verhältnismäßig schwacher Schutzcharakter verbunden.
Einige Landschaftsschutzgebiete in Berlin
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung — Stand: 08.07.2003
Name des LSG
Tegeler Forst nördlicher Teil Reinickendorf 702,36 ha
Tegeler Forst südlicher Teil Reinickendorf 734,55 ha
Volkspark Rehberge Mitte 70,48 ha
Lichterfelde-Süd Steglitz-Zehlendorf 4,13 ha
Tegeler Fließ Reinickendorf 249,06 ha
Spandauer Zitadelle Spandau 11,94 ha
Rehwiese am Nikolassee Steglitz-Zehlendorf 25,60 ha
Flughafensee Reinickendorf 99,00 ha
Naturparks unterliegen in Deutschland einem gesetzlich reglementierten Gebietsschutz, der Teil des Naturschutzrechts ist.
Die Naturparks sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz keine Schutzkategorie im eigentlichen Sinne, da ihre Festsetzung im Gegensatz zu den anderen Schutzkategorien nicht zwingend auf einer rechtsverbindlichen Schutzgebietsverordnungen beruht. Es handelt sich vielmehr um einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende, großräumige Gebiete, in die Landschaftsschutzgebiete (siehe Punkt 4) oder Naturschutzgebiete (siehe Punkt 3) mit ihrem besonderen Status integriert sind.
Durch ihre landschaftlichen Vorraussetzungen eignen sie sich besonders für die Erholung der Bevölkerung und für den nachhaltigen Tourismus.
Die zugrundeliegende Idee ist ein "Schutz durch Nutzung". Deshalb ist die Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung am Schutz der Kulturlandschaft und Natur sehr wichtig. Der Schutz der Natur und die Bedürfnisse von Erholungssuchenden sollen so verknüpft werden, dass beide Seiten davon profitieren. Nachhaltiger Touris-mus mit Respekt vor dem Wert von Natur und Landschaft stehen im Vordergrund. Für die Naturparks ist es wichtig, dass sie von den dort lebenden Menschen anerkannt und mit getragen werden.
Naturparks können sich in verschiedene Zonen gliedern:
Anreizzone
Zufahrtswege, Parkplätze, Hinweistafeln,
Spazierzone
verkehrssicher, beschildert und mit Ruhezonen versehen,
Lager- und Spielzone
Einzelattraktivitäten
zum Beispiel Aussichtspunkte oder Ausflugsgaststätten.
Neben dem umfassenden Schutz der Natur dient die Kategorie der Naturparks den Regionen auch als ökonomisches Instrument den Fremdenverkehr zu bedienen. Demnach ist das Interesse sehr groß, weite Gebiete als Naturparks auszuweisen.
In Naturparks wird eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt. Sie sollen wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für die Erholung und für nachhaltigen Tourismus geeignet sein.
Einige Naturparks in Brandenburg
Link zu einer übersichtskarte Naturparks
Bei Naturdenkmalen handelt es sich um rechtsverbindlich festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder Flächen bis zu 5 ha.
Diese Kategorie ist in § 28 des deutschen Bundesnaturschutzgesetzes und in den jeweiligen Ländernaturschutzgesetzen verankert.
Der Schutz der Naturdenkmale ist "aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder "wegen ihrer Seltenheit, Eigenheit oder Schönheit" erforderlich (§ 28 Abs. 1 BNatSchG).
Einzelschöpfungen können sein: Schluchten, Findlinge, Boden-auf-schlüsse, Wasserfälle, Steinbrüche, besondere Bodenprofile etc. Aber auch Biotopelemente wie Naturwaldrestflächen, Wach-holder-heide und Einzelbäume können Gegenstand dieser Kategorie sein.
In Berlin sind als Naturdenkmale oft alte, seltene oder wertvolle Bäume oder Baumgruppen ausgewiesen. Laut Senatsverwaltung im Jahr 2003 sind es insgesamt 604.
Das vermutlich älteste lebende Naturdenkmal Berlins ist eine über 800-jährige Traubeneiche (Querecus petraea), die auch als die "Dicke Marie" bezeichnet wird. Sie befindet sich am Schlosspark Tegel und ist bereits seit 1939 als Naturdenkmal geschützt ist.
Einige Naturdenkmale in Berlin
(Flächendenkmale)
Roetepfuhl Neukölln 2,31 ha
Klarpfuhl Neukölln 1,81 ha
Lolopfuhl Neukölln 0,91 ha
Krugpfuhl Neukölln 0,21 ha
Düne Wedding Mitte 0,50 ha
Wiese im Eiskeller Spandau 1,80 ha
Chinesische Baum-Weide Pankow
Schnurbaum Pankow
Mittelstreifen Berliner Straße Steglitz-Zehlendorf
Auch die geschützten Landschaftsbestandteile werden rechtsverbindlich festgesetzt (§ 29 Abs. 1 Nr. 1-4 BNatSchG) .
Sie sind Teile von Natur und Landschaft, deren besonderer Schutz erforderlich ist
"zur Sicherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
wegen ihrer Bedeutung als Lebensstätte bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten".
Wie bei den Naturdenkmalen ist die Zielsetzung der Schutz "natürlicher" Bestandteile der Landschaft. Im Gegensatz zu den Naturdenkmalen werden geschützte Landschaftsbestandteile im Wesentlichen aus funktionalen Gründen unter Schutz gestellt.
des LSG
Grünanlage Hallesche
Straße/Möckernstraße Friedrichshain-Kreuzberg 0,70 ha
Birkenhaag Steglitz-Zehlendorf 5,00 ha
Krugpfuhl Buchholz Pankow 1,85 ha
Teich Hansastraße Pankow 4,50 ha
Luch an der
Margarethenhöhe Lichtenberg 2,50 ha
♦ Flora-Fauna-Habitats-Richtlinie
♦ Vogelschutzrichlinie
♦ Europäisches Schutzgebietssystem Natura 2000
Europäische Politiker, Parlamentarier und Naturschutz-Fachleute entwickelten Ende der 80er Jahre eine Strategie für den Erhalt von Tieren, Pflanzen und deren Lebensräumen in Europa. Ihr Name: NATURA 2000. In den 80er Jahren wurde zunächst die Vogelschutz-Richtlinie verabschiedet. Sie bildete den "Prototyp" für die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie, die für den Schutz seltener Tier- und Pflanzengruppen sorgen und eine ausreichende Zahl geschützter Lebensräume bereitstellen soll.
Von 1999 bis 2001 stellten alle deutschen Bundesländer eine Liste der geplanten FFH-Schutzgebiete und der "europaweit bedeutenden Vogelgebiete" der öffentlichkeit vor. Sie meldeten "ihre" Gebiete an die Europäische Kommission nach Brüssel. Hier wird geprüft, ob die Gebiete ausreichen, um die bedrohten und gebietstypischen Arten und Lebensräume Europas langfristig zu sichern.
Mit der "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie" und der "Vogelschutz-Richtlinie" soll in allen Mitgliedsstaaten ein Schutzgebietssystem "Natura 2000" aufgebaut werden, dass die biologische Vielfalt der Arten und Lebensräume sichern und entwickeln soll. Es soll ein zusammenhängendes ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete (als "Natura 2000" bezeichnet) entstehen. Dieses zusammenhängende ökologische Schutzgebietssystem verbindet die besonderen Schutzgebiete, die nach der EU-Vogelschutzrichtlinie und nach der FFH-Richtlinie ausgewiesen wurden.
Dabei sollen jedoch nicht nur Naturschutzaspekte, sondern alle aktuellen Nutzungen sowie regionale und lokale Besonderheiten berücksichtigt werden. Wichtige Inhalte von Natura 2000 sind das "Verschlechterungsverbot", das alle Tätigkeiten verbietet, die eine Gefährdung für die schützenswerten Lebensräume und Arten darstellen, sowie die "Verträglichkeitsprüfung", die sicherstellen soll, dass Projekte und Pläne in einem Natura-2000-Gebiet hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit überprüft werden. Dazu zählen Bauvorhaben, aber auch territoriale Pläne wie Tourismuskonzepte.
Berliner Schutzgebiete
Die Berliner Schutzgebiete können auch "erlebt" werden. Wichtig ist allerdings, dass die Besucherinnen und Besucher, folgendes insbesondere in den Naturschutzgebieten beachten:
⇒ vorhandene Wege nicht verlassen,
⇒ Tiere nicht beunruhigen,
⇒ Pflanzen nicht entfernen oder zufügen,
⇒ Feuer nicht enzünden
Bei einem besuch in einem Schutzgebiet sind folgende Unterscheidungen zu beachten:
grünes Ampelmännchen: gehen
Dieses Zeichen kennzeichnet Gebiete mit "guter Erlebbarkeit".
Das heißt, dass Fußgänger (teilweise auch Radfahrer) auf Wegen mit normaler "Waldwegqualität", ohne besonderes Schuhwerk das Gebiet erschließen können.
rotes Ampelmännchen: stehen
Dieses Zeichen kennzeichnet Gebiete mit "eingeschränkter oder fehlender Erlebbarkeit".
Es gibt nur wenige oder gar keine Wege im Gebiet.
Das Gebiet ist schlecht erreichbar.
Das Gebiet ist wegen besonders sensibler Arten für Besucher gesperrt.
rotes i für Information
Dieses Zeichen kennzeichnet Gebiete, in denen noch besondere Informationsangebote existieren.
Zum Beispiel gibt es Beobachtungsplattformen, die die Besucher zu interessanten Einblicken in die Natur anregen. Infotafeln erleichtern den Besuchern die Orientierung im Gebiet oder geben Informationen zu besonderen Artengruppen und deren Verhaltensweisen.
Berliner Schutzgebiete (eine übersicht nach Kategorie)
Schutzgebietsflächen nach Kategorie
(Flächenschutzgebiete)
Landschaftsschutzgebiet (LSG) 47 10.877,12 ha 12,21 %
Naturschutzgebiet (NSG) 34 1.853,08 ha 2,08 %
Geschütze Landschaftsbestandteile (GBL) 21 34,61 ha 0,04 %
Naturdenkmal (ND) 682 27,21 ha 0,03 %
gesamt * 12.758,73 ha 14,32 %
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung — geändert, Stand: 16.07.2002
Gebietsübersicht der Berliner Schutzgebiete
weiterführende Hinweise der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Schutzgebiete in Berlin
Markierungsfarbe für Landschaftsschutzgebiet in der Karte: grün
Markierungsfarbe für Naturschutzgebiet in der Karte: schwarz
Amt für Umwelt und Natur (AUN) im Bezirksamt Pankow
Fröbelstraße 17, 10405 Berlin, Haus 6
Telefon: 030-90295-6447
E-mail: umwelt-natur@ba-pankow.verwalt.berlin.de
Untere Naturschutzbehörde (beim AUN im BA Pankow)
Fröbelstr. 17, 10405 Berlin, Haus 6,
Telefon: 030-90295-6448, Fax: 030-90295-6553
Info-Center, Behrenstraße 42, Raum 39, 10117 Berlin
Telefon: 030-90 20 55 55, Fax: 030-90 20 52 64
Internet: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/info_center/
öffnungszeiten: Montag - Donnerstag: 10.00-16.00 Uhr, Freitag: 10.00-14.00 Uhr
0 Telefon: 030-9025-1030
Fax: 030-9025-1057
E-Mail: LandesbeauftragterfuerNaturschutz@senstadt.verwalt-berlin.de
Pressemitteilung: BfN macht deutschlandweite Natura 2000-Daten digital verfügbar
Informationsdienst Wissenschaft: Bundesamt für Naturschutz, 15.04.2009
Zugangslink: http://www.bfn.de/0316_natura2000.html
Seit heute ist die neue Gebietsdatenbank der deutschen Natura 2000 Gebiete auf der Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) abrufbar. Erstmalig für Deutschland können die Daten zu allen FFH- und Vogelschutzgebieten bundeslandweise oder unter Eingabe ihres Namens aufgerufen werden. So wird den Planern, Nutzern und interessierten Bürgen die Nutzbarkeit der bundesweiten Daten erleichtern. Dieses stellt eine wesentliche Grundlage für die praktische Umsetzung der europäischen Richtlinie, die bei Fragen des Managements, der Planung und bei Umweltverträglichkeitsprüfungen benötigt werden.
Das Umweltblatt #24 wurde von Jessica Bell im Frühjahr 2005 während eines Praktikums im UMWELTBüRO am Weißen See ausgearbeitet.