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Timestamp: 2016-10-24 10:32:29
Document Index: 83864889

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 12']

100 V 98
100 V 9825. Auszug aus dem Urteil vom 29. Juli 1974 i.S. Bercher gegen Ausgleichskasse des Kantons Bern und Versicherungsgericht des Kantons Bern
Art. 12 al. 1 LAI. La k�ratoplastie (greffe de la corn�e) chez des jeunes assur�s peut �tre reconnue comme mesure m�dicale de r�adaptation. Consid�rants � partir de page 98
BGE 100 V 98 S. 98
3. Im vorliegenden Fall steht fest, dass der 1955 geborene Beschwerdef�hrer an einem m�ssig progredienten Keratokonus leidet. Die Grunds�tze, die das Eidg. Versicherungsgericht bei der erwachsenen Verk�uferin Maria Stettler dazu f�hrten, die Keratoplastik grunds�tzlich als medizinischen Massnahmen BGE 100 V 98 S. 99gem�ss Art. 12 IVG zug�nglichen Eingriff zu qualifizieren (BGE 100 V 97), sind daher nicht anwendbar.
Bei nichterwerbst�tigen minderj�hrigen Versicherten ist indessen zu beachten, dass diese als invalid gelten, wenn ihr Gesundheitsschaden k�nftig wahrscheinlich eine Erwerbsunf�higkeit zur Folge haben wird (Art. 5 Abs. 2 IVG). Nach der Rechtsprechung k�nnen daher medizinische Vorkehren bei Jugendlichen schon dann �berwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversicherung �bernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren in absehbarer Zeit eine Heilung mit Defekt oder ein sonstwie stabilisierter Zustand eintr�te, wodurch die Berufsbildung oder die Erwerbsf�higkeit oder beide beeintr�chtigt w�rden. Selbstverst�ndlich m�ssen auch die �brigen Voraussetzungen erf�llt sein (BGE 98 V 214).
4. Nach Auffassung der Vorinstanz trifft es nicht zu, dass die Keratoplastik einer drohenden Stabilisierung mit nur schwer korrigierbarem Defekt vorbeugt. Dem Bericht des behandelnden Arztes vom 18. Februar 1974 kann jedoch entnommen werden, dass "in absehbarer Zeit" ein solcher Eingriff zun�chst am linken Auge, das noch eine - korrigierte - Sehsch�rfe von 0,2 aufweist, nicht zu umgehen sei; und im Zeugnis vom 3. Mai 1974 weist Prof. R. unmissverst�ndlich darauf hin, dass im Laufe des Jahres 1974 die Keratoplastik vorgenommen werden sollte.
Aus diesen �rztlichen Stellungnahmen kann geschlossen werden, dass ohne operative Korrektur eine Heilung mit Defekt oder ein sonstwie stabilisierter Zustand eintr�te, wodurch die Berufsbildung des jugendlichen Versicherten beeintr�chtigt w�rde.
5. Die Akten erlauben jedoch die Beantwortung der Frage nicht, ob auch die �brigen Voraussetzungen des Art. 12 Abs. 1 IVG erf�llt sind. Namentlich steht nicht fest, ob der vorgesehene Eingriff die Wesentlichkeit und Best�ndigkeit des angestrebten Erfolges im Sinne dieser Bestimmung voraussehen l�sst. Die Sache ist daher an die Verwaltung zur�ckzuweisen, damit sie in dieser Richtung n�her abkl�re und gegebenenfalls die Massnahme anordne.
100 V 97,