Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20090121_OGH0002_0150OS00125_08H0000_000&IncludeSelf=False
Timestamp: 2019-01-20 15:39:19
Document Index: 67251966

Matched Legal Cases: ['OGH', '§474', '§ 474', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 258', '§ 474', 'OGH', '§ 12', '§ 473', '§ 489', 'OGH', 'OGH', '§29', 'OGH', 'OGH', '§ 6', 'Art 1', 'EGMR', 'OGH', '§ 19', '§ 292', '§ 363', 'EGMR', '§ 363', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze für 15Os125/08h (15Os126/08f, ... - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 15Os15/08g (15Os148/08s, ...
RS0124362
15Os15/08g (15Os148/08s, 15Os149/08p); 15Os175/08m; 15Os125/08h (15Os126/08f, 15Os127/08b); 15Os130/16f (15Os131/16b); 15Os28/18h; 11Os82/18w
StPO §474
In erster Instanz unterlassene - nicht anders als erfolgreich wegen eines Verfahrens- oder Begründungsmangels angefochtene - Feststellungen können vom Berufungsgericht nur nach Maßgabe des vierten und fünften Abschnitts des XVII. (seit 1. Jänner 2008: 14.) Hauptstücks der StPO nachgeholt werden. Hat das Berufungsgericht seine Feststellungen ohne jedes Beweisverfahren getroffen, so hat es seinerseits § 474 StPO verletzt.
15 Os 15/08g
Entscheidungstext OGH 13.11.2008 15 Os 15/08g
Auch; Beisatz: Stimmt das Berufungsgericht der Beurteilung des Erstgerichts nicht zu, so hätte es auf Grund der fehlenden Feststellungen zur Wahrheit der Berichterstattung nach Aufhebung des erstrichterlichen Urteils in dem seiner Ansicht nach fehlerhaften Umfang die Medienrechtssache insofern zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückverweisen oder nach Beweiswiederholung eigene Feststellungen treffen müssen. (T1)
15 Os 125/08h
Entscheidungstext OGH 21.01.2009 15 Os 125/08h
Auch; Beisatz: Unabdingbare prozessuale Voraussetzung für Feststellungen des Oberlandesgerichts zu diesen Fragen wäre somit eine Verlesung des inkriminierten Artikels in der Berufungsverhandlung gewesen. (T2)
15 Os 130/16f
Entscheidungstext OGH 15.02.2017 15 Os 130/16f
15 Os 28/18h
Entscheidungstext OGH 14.03.2018 15 Os 28/18h
Auch; Beisatz: Verletzung von § 258 Abs 1 iVm § 474 StPO. (T3)
11 Os 82/18w
Entscheidungstext OGH 16.10.2018 11 Os 82/18w
Vgl; Beisatz: Es besteht keine Verpflichtung des Berufungsgerichts, sich in der Berufungsentscheidung mit (bloß) vorgelegten – in der Berufungsverhandlung mangels Verlesung nicht prozessförmig vorgekommenen – Urkunden auseinanderzusetzen.
Nicht prozessförmig vorgekommene Beweise (§§ 12 Abs 2, 258 Abs 1, 489 Abs 1 zweiter Satz, 474 StPO) dürfen im Berufungsurteil gar nicht berücksichtigt werden.
Vielmehr hat sich ein Berufungsgericht, wenn es im Rahmen seines Beweiswürdigungsermessens die erstgerichtlichen Feststellungen für unbedenklich und die Vernehmung neuer Zeugen nicht für notwendig befindet (§ 473 Abs 2 erster Satz StPO), bei seiner Entscheidung auf die in erster Instanz aufgenommenen Protokolle zu beschränken (§§ 489 Abs 1 zweiter Satz, 473 Abs 2 zweiter Satz StPO). (T4)
ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124362
JJR_20081113_OGH0002_0150OS00015_08G0000_001
Rechtssatz für 15Os125/08h (15Os126/08f, ...
RS0124797
15Os125/08h (15Os126/08f, 15Os127/08b)
MedienG §29 Abs1
Bei der Prüfung, ob die journalistische Sorgfalt eingehalten wurde, ist von der Maßfigur eines verantwortungsvollen, gewissenhaften, verständigen, sach- und fachkundigen Journalisten auszugehen, der sorgfältige Recherchen anstellt und dabei dem Grundsatz „audiatur et altera pars" - welchem in der Regel durch Einholung einer Stellungnahme des Betroffenen zu entsprechen ist - Rechnung trägt. Dies ist nicht in allen Fällen absolut notwendig. vielmehr kann in Ausnahmefällen darauf verzichtet werden, insbesondere dann, wenn die Informationsquelle eine besonders verlässliche ist und die Einholung einer Stellungnahme aus besonderen Umständen innerhalb angemessener Zeit nicht möglich war. Der bloße Wunsch, möglichst rasch berichten zu können, entbindet hievon jedoch nicht.
Beisatz: Hier ist kein solcher Ausnahmefall gegeben. Denn in dem Umstand, dass der vom Journalisten einzig kontaktierte Informant ein Geistlicher und mit seiner Namensnennung einverstanden war, kann noch nicht jene besondere (jegliche Verifizierung bzw Gegenrecherche überflüssig machende) Verlässlichkeit gesehen werden, wie etwa bei Vorliegen einer echten amtlichen Urkunde. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124797
JJR_20090121_OGH0002_0150OS00125_08H0000_001
RS0124798
15Os125/08h (15Os126/08f, 15Os127/08b); 15Os172/08w (15Os173/08t); 15Os155/09x; 15Os168/10k (15Os169/10g); 15Os21/11v; 15Os15/11m (15Os16/11h, 15Os17/11f); 15Os39/11s (15Os40/11p); 15Os52/10a (15Os187/10d, 15Os188/10a); 15Os75/11k (15Os76/11g); 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 15Os11/12z (15Os85/12g, 15Os86/12d); 15Os42/12h (15Os142/12i, 15Os143/12m); 15Os70/13b (15Os71/13z, 15Os19/14d, 15Os20/14a); 15Os63/13y (15Os8/14m, 15Os9/14h); 13Os22/14f; 15Os29/15a; 12Os59/15s; 13Os133/16g (13Os134/16d); 14Os25/18k
Erstes Zusatzprotokoll zur MRK Art1
Die Aufhebung eines Urteils des Oberlandesgerichts durch den Obersten Gerichtshof aufgrund einer von der Generalprokuratur erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes zum Nachteil des Privatanklägers (Antragstellers) in einem Verfahren wegen § 6 Abs 1 Mediengesetz stellt keinen Verstoß gegen Art 1 des ersten Zusatzprotokolls zur MRK dar, weil der Eingriff in seine Vermögensposition durch Aufhebung eines rechtskräftig zuerkannten Entschädigungsanspruchs auf gesetzlicher Grundlage beruht, dem öffentlichen Interesse der richtigen Rechtsanwendung dient und sogar innerhalb der Zeit erfolgt, in der noch beim EGMR in Bezug auf das rechtskräftige Urteil ein Verfahren über eine Individualbeschwerde anhängig ist, sodass sich der Privatankläger auch nicht auf das Prinzip der Rechtssicherheit berufen kann.
15 Os 155/09x
Entscheidungstext OGH 16.12.2009 15 Os 155/09x
Beisatz: Hier: Ausspruch des Berufungsgerichts, in welchem Ausmaß die Antragsteller der Antragsgegnerin Kostenersatz zu leisten haben (§ 19 Abs 6 MedienG). (T1); Beisatz: Diese Durchbrechung der Rechtskraft ist auch unter dem Aspekt der im Sinn des Art1des ersten Zusatzprotokolls zur MRK geschützten Position der Antragsteller im konkreten Fall zulässig, weil der dadurch bewirkte Eingriff in die Vermögensposition der Antragsteller auf gesetzlicher Grundlage beruht, dem öffentlichen Interesse der richtigen Rechtsanwendung dient und das dazu führende Verfahren nach § 292 StPO den Antragstellern innerhalb der der Antragsgegnerin offen stehenden sechsmonatigen Frist zur Einbringung eines Antrags auf Erneuerung des Strafverfahrens nach § 363a StPO ohne vorangegangenes Urteil des EGMR bekannt gemacht wurde. Weil die Antragsteller im Hinblick auf die bereits gesicherte Judikatur zur Weiterentwicklung des § 363a StPO innerhalb der genannten Frist grundsätzlich mit der Möglichkeit einer solchen Anfechtung im außerordentlichen Weg rechnen mussten, können sie sich nicht auf das Prinzip der Rechtssicherheit berufen. (T2)
15 Os 168/10k
Entscheidungstext OGH 19.01.2011 15 Os 168/10k
15 Os 21/11v
Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 21/11v
15 Os 15/11m
Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 15/11m
Vgl auch; Beisatz: Hier: Keine konkrete Wirkung zuerkannt. (T3)
15 Os 39/11s
Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 39/11s
Vgl; Vgl Beis wie T2; Beisatz: Hier: Gesetzesverletzung betrifft Adhäsionserkenntnis bei einem Offizialdelikt – keine konkrete Wirkung zuerkannt. (T4)
15 Os 52/10a
Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 52/10a
Vgl auch; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Hier: Fragen des Kostenersatzes. (T5)
15 Os 75/11k
Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 75/11k
Vgl; Vgl Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Kostenbestimmungsbeschluss. (T6)
15 Os 11/12z
Entscheidungstext OGH 22.08.2012 15 Os 11/12z
15 Os 42/12h
Entscheidungstext OGH 12.12.2012 15 Os 42/12h
15 Os 70/13b
Entscheidungstext OGH 19.03.2014 15 Os 70/13b
15 Os 63/13y
Entscheidungstext OGH 27.05.2014 15 Os 63/13y
13 Os 22/14f
Entscheidungstext OGH 05.06.2014 13 Os 22/14f
Vgl auch; Beisatz: Hier: Gesetzesverletzung dadurch, dass trotz gänzlicher Verweisung des Privatbeteiligten auf den Zivilrechtsweg diesem Kosten zugesprochen wurden ‑ keine konkrete Wirkung zuerkannt (Offizialdelikt) (T7)
15 Os 29/15a
Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 29/15a
12 Os 59/15s
Entscheidungstext OGH 11.06.2015 12 Os 59/15s
13 Os 133/16g
Entscheidungstext OGH 22.02.2017 13 Os 133/16g
14 Os 25/18k
Entscheidungstext OGH 06.03.2018 14 Os 25/18k
ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124798
JJR_20090121_OGH0002_0150OS00125_08H0000_002