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Timestamp: 2016-10-27 01:25:32
Document Index: 289783651

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 4', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'in fine', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 8']

I 940/05 (10.03.2006)
M.________, 1966, Beschwerdef�hrer, vertreten durch die Winterthur-ARAG Rechtsschutzversicherung, Gartenhofstrasse 17, 8070 Z�rich,
M.________, geboren 1966, konsumiert seit seinem 22. Lebensjahr Heroin und Kokain. Am 18. November 2002 meldete er sich unter Hinweis auf Konzentrationsst�rungen, tiefe Frustrationsschwelle bei chronischer Opiatabh�ngigkeit und eine ausgepr�gte Angstst�rung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich holte einen Bericht des behandelnden Hausarztes Dr. med. B.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 12. Januar 2003 ein und liess den Versicherten durch die Zentralen Sozialpsychiatrischen Dienste der Psychiatrischen Klinik U.________ abkl�ren (Gutachten vom 9. Juli 2004). Gest�tzt darauf lehnte sie das Leistungsbegehren mit Verf�gung vom 20. August 2004 und Einspracheentscheid vom 25. Februar 2005 ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 9. Dezember 2005 ab.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem sinngem�ssen Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien ihm nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zu den Begriffen der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG), insbesondere auch bei Beeintr�chtigungen der psychischen Gesundheit (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen, 127 V 298 Erw. 4c in fine) und bei Drogensucht (BGE 99 V 28 Erw. 2; AHI 2001 S. 228 f. Erw. 2b in fine mit Hinweisen, 2002 S. 30 Erw. 2a mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 Erw. 2b mit Hinweisen), zu den Voraussetzungen und dem Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen und in der ab 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung), zur Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; zu Art. 28 Abs. 2 IVG [in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002]: vgl. auch BGE 128 V 30 f. Erw. 1 mit Hinweisen), zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc) sowie zum Beweiswert von medizinischen Berichten (BGE 125 V 352 Erw. 3, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.1 Rechtsprechungsgem�ss begr�ndet eine Drogensucht f�r sich allein keine Invalidit�t, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigenden geistigen oder k�rperlichen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht gef�hrt hat oder als deren Folge eingetreten ist (BGE 102 V 167; 99 V 28 f. Erw. 2; AHI 2002 S. 29 f. Erw. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 Erw. 2b mit Hinweisen). Streitig ist hier, ob der Beschwerdef�hrer unter relevanten psychischen Beschwerden leidet. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Gutachter der Sozialpsychiatrischen Dienste h�tten mit dem behandelnden Psychotherapeuten lediglich telefonischen Kontakt aufgenommen, weshalb ihre Einsch�tzung nicht schl�ssig sei und zudem derjenigen des Hausarztes widerspreche. Auch die IV-Stelle habe es unterlassen, einen Bericht des Psychotherapeuten einzuholen.
2.2 Eine psychisch bedingte Invalidit�t im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fach�rztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsf�higkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzumuten ist, einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 353 f. Erw. 2.2.1-2.2.3, 131 V 50).
An diesen Voraussetzungen fehlt es im vorliegenden Fall. Die Gutachter - nach Angabe des Regionalen �rztlichen Dienstes der Invalidenversicherung handelt es sich um "Doppeldiagnose-Spezialisten" - f�hrten die Arbeitsunf�higkeit einzig auf die Drogensucht zur�ck; sie diagnostizierten eine St�rung durch multiplen Substanzgebrauch (ICD- 10 F19.25). Die fremdanamnestisch vermutete Angsterkrankung konnten sie nicht best�tigen, und lediglich anamnestisch erw�hnten sie Hinweise auf rezidivierende depressive Verstimmungen. Der behandelnde Hausarzt Dr. med. B.________ beschreibt in seiner Eingabe vom 18. Januar 2005 an die IV-Stelle zwar sehr einf�hlsam, wie es um den Beschwerdef�hrer steht. Er sei aus seiner Sicht schwer und chronisch krank, verwahrlost, v�llig unf�hig, sich an einen Termin zu halten, seit Jahren mangel- und fehlern�hrt, infektanf�llig, nicht in der Lage, eine einfache Wundbehandlung nach Anleitung des Arztes selbstst�ndig fortzuf�hren. Er habe Angst, sich bei der Arbeitssuche vorzustellen, vor einem Besuch beim Zahnarzt, aber auch vor Anstalten, Gef�ngnissen, und k�nne daher auch keine Entzugsbehandlung antreten. Sein Selbstwertgef�hl sei sehr schlecht, er habe massive Schuldgef�hle und zeige ein ausgepr�gtes Vermeidungsverhalten. Dr. med. B.________ ist der Auffassung, dass nicht ausschliesslich ein einschr�nkender Substanzgebrauch vorliege; am ehesten handle es sich bei den St�rungen um ausgepr�gte spezifische und isolierte Phobien (ICD-10 F40.2) sowie Probleme durch negative Kindheitserlebnisse, Herausl�sen aus dem Elternhaus in der Kindheit (ICD-10 Z61.1).
Es ist nicht ersichtlich und wird vom Hausarzt nicht begr�ndet, inwiefern dem Versicherten durch diese psychischen Beschwerden, f�r sich allein betrachtet, eine Erwerbst�tigkeit g�nzlich unzumutbar sein sollte. Damit fehlt es an einem die Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigenden psychischen Leiden mit Krankheitswert. Unter diesen Umst�nden ist es in antizipierter Beweisw�rdigung nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf eine Einholung von Akten des Psychologen, von welchem der Beschwerdef�hrer fr�her einmal (w�hrend f�nf Jahren bis Sommer 2003) betreut wurde, verzichtet hat, zumal die Gutachter der Sozialpsychiatrischen Dienste sich zumindest telefonisch bei ihm �ber den Gesundheitszustand des Versicherten erkundigt haben (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis). Die Drogensucht allein vermag keine Invalidit�t zu begr�nden, auch wenn sich die �rzte darin einig sind, dass der Beschwerdef�hrer deswegen zu 100 % arbeitsunf�hig ist. Es besteht daher weder Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 IVG) noch auf eine Rente.