Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.08.2013&Aktenzeichen=1%20StR%20449%2F13
Timestamp: 2019-03-26 17:15:40
Document Index: 92242387

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 16', '§ 32', '§ 16', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.08.2013 - 1 StR 449/13 - dejure.org
Erörterungsmangel zu einem möglichen Erlaubnistatbestandsirrtum bei der Notwehr im Fall eines Würgegriffes (Erforderlichkeit der Verteidigung; Rechtsfolgen; Fahrlässigkeit)
§ 16 Abs 1 S 1 StGB, § 32 Abs 2 StGB
Irrtum über Tatumstände bei Putativnotwehrlage
Bewertung der irrigen Annahme eines rechtfertigenden Sachverhalts wie ein den Vorsatz ausschließenden Irrtum über Tatumstände
StGB § 16 Abs. 1 S. 1; StGB § 32 Abs. 2
Andauernder Würgegriff aus Angst vor weiteren Angriffen schließt Strafbarkeit wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge aus - Mögliches Vorliegen einer strafbaren fahrlässigen Tötung
Notwehrlage und Erlaubnistatumstandsirrtum: "Schwitzkasten mit Todesfolge" (Dr. Janique Brüning; ZJS 2014,206)
LG Kempten, 04.04.2013 - 1 Ks 212 Js 7938/12
NJW 2014, 1121
NStZ 2014, 30
StV 2014, 347
Nach den ausreichend getroffenen Feststellungen befand sich der Angeklagte auch nicht in einem die Bestrafung aus einer vorsätzlichen Tat ausschließenden Erlaubnistatbestandsirrtum (vgl. BGH, Beschluss vom 21. August 2013 - 1 StR 449/13, NStZ 2014, 30 f. mwN).
Ob dies der Fall ist, muss auf der Grundlage einer objektiven ex-ante-Betrachtung der tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Verteidigungshandlung beurteilt werden (BGH, Beschluss vom 21. August 2013 - 1 StR 449/13 Rn. 6; Beschluss vom 21. November 2012 - 2 StR 311/12, NStZ-RR 2013, 105, 106; Urteil vom 27. September 2012 - 4 StR 197/12, NStZ-RR 2013, 139, 140 mwN).
Dieser Irrtum über die tatbestandlichen Voraussetzungen der Notwehr führt zum Ausschluss des Körperverletzungsvorsatzes, wie das Landgericht zutreffend erkannt hat (vgl. BGH, Beschluss vom 21. August 2013 - 1 StR 449/13, NStZ 2014, 30 f.; Urteil vom 27. September 2012 - 4 StR 197/12, NStZ-RR 2013, 139 ff. mwN).
Ob dies der Fall ist, muss auf der Grundlage einer objektiven ex-ante-Betrachtung der tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Verteidigungshandlung beurteilt werden (BGH, 21.08.2013 - 1 StR 449/13, juris).