Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/GVBL/MBL-ORD/2000/08_0213.htm
Timestamp: 2018-01-21 22:16:28
Document Index: 371236891

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 32', '§ 37', '§ 55', '§ 45', '§ 39', '§ 45', '§ 45', '§ 51', '§ 57', '§ 58', '§ 58', '§ 71', '§ 73', '§ 74', '§ 78']

08_0213
Ministerialblatt LSA Nr. 8/2000 vom 3.3.2000
Wahlmöglichkeiten der neuen Rechtschreibung
Bek. des MJ vom 8.2.2000 - 1030-204.40.60
Auf Grund der Rn. 75 Abs. 2 Satz 1 der Grundaätze der Rechtsförmlichkeit i. d. F. der Anlage 2 zum RdErl. des MJ vom 29.4.1997 (MBl. LSA S. 1037), geändert durch RdErl. des MJ vom 17.1.2000 (MBl. LSA S. 151)*), werden in der Anlage die dem Ministerium der Justiz zugeleiteten "Empfehlungen zur Nutzung von Wahlmöglichkeiten der neuen Rechtschreibregeln" als Arbeitshilfe bekanntgemacht.
*) Änderung tritt am 1.3.2000 in Kraft.
Empfehlungen zur Nutzung von Wahlmöglichkeiten der neuen Rechtschreibregeln
Hinweis: Die angegebenen Fundstellen beziehen sich auf die amtliche Regelung zur deutschen Rechtscheibung in der im Bundesanzeiger Nr. 205a vom 31. Oktober 1996 veröffentlichten Fassung.
Soweit bei Fremdwörtern die fremdsprachige und die integrierte Schreibung nebeneinander verwendet werden können (§ 20 (2) und § 32 (2)), wird empfohlen,
in der Normalsprache die fremdsprachige Schreibung zu bevorzugen
(Beispiele: Geographie, Biographie, Photosynthese)
im amtlichen Schriftverkehr bei fachsprachlicher Verwendung die fremdsprachliche Schreibung, bei umgangssprachlicher Verwendung die integrierte Schreibung zu bevorzugen.
(Beispiele: Photometrie, Phonem, Calcium, Fotokopie, Fonodiktat, Mikrofon, Kuvert)
2. Fremdsprachige Ausdrücke
Für die Normalsprache besteht kein Vereinheitlichungsbedarf, da fremdsprachige Ausdrücke in der Normalsprache grundsätzlich nicht verwendet werden.
Für den amtlichen Schriftverkehr wird empfohlen,
die Zusammenschreibung (§ 37 (1) in Verbindung mit § 55 E1) zu bevorzugen,
(Beispiele: Bluejeans, Fulltimejob, Sexappeal)
von der Möglichkeit, zur Gliederung unübersichtlicher Zusammensetzungen einen Bindestrich zu setzen (§ 45 (2)), zurückhaltend Gebrauch zu machen.
(Beispiele: Midlife-Crisis, Desktop-Publishing)
Es wird empfohlen, sowohl in der Normsprache als auch im amtlichen Schriftverkehr
die Zusammenschreibung zu bevorzugen, soweit bei Fügungen in adverbialer Verwendung, bei der Konjunktion "so dass" und bei Fügungen in präpositionaler Verwendung die Getrennt- oder Zusammenschreibung freigestellt ist (§ 39 E3).
(Beispiele: imstande sein, infrage stellen, zuschulden kommen lassen; sodass; anstelle, aufgrund, aufseiten, zugunsten, zulasten)
von der Möglichkeit, zur Hervorhebung einzelner Bestandteile oder zur Gliederung unübersichtlicher Zusammensetzungen einen Bindestrich zu setzen (§ 45 (1) und (2)), zurückhaltend Gebrauch zu machen,
(Beispiele: Icherzählung, Istaufkommen, Kannbestimmung, Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz; Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen)
von der Möglichkeit, bei dem Zusammentreffen von drei gleichen Buchstaben einen Bindestrich zu setzen (§ 45 (4)), nur im Falle des Zusammentreffens von drei Vokalen Gebrauch zu machen,
(Beispiele: Schadstofffracht, schadstofffrei, Zoo-Orchester)
von der Möglichkeit, in Zusammensetzungen einen Bindestrich zu setzen, die als ersten Bestandteils einen Eigennamen haben (§ 51), Gebrauch zu machen, soweit die Zusammensetzung nicht einen eigenständigen Begriff bildet.
(Beispiele: Luther-Jahr, Dieselmotor, Goethe-Gedicht, Nobelpreis)
von der Möglichkeit, der Großschreibung einfacher Infinitive (§ 57 E3) nicht Gebrauch zu machen,
(Beispiel: Er lernt sprechen.)
von der Möglichkeit der Kleinschreibung fester adverbialer Wendungen mit "aufs" oder "auf das" (§ 58 E1) nicht Gebrauch zu machen,
(Beispiel: Er begrüßte sie auf das Herzlichste.)
von der Möglichkeit der Kleinschreibung der Mengenangaben "hundert", "tausend" und "dutzend" (§ 58 E5) nicht Gebrauch zu machen.
(Beispiele: viele Tausend Menschen, einige Duzend Farben)
von der Möglichkeit, in kolumnenartigen Aufzählungen auf Komma und Schlußpunkt zu verzichten (§ 71 E2), nicht Gebrauch zu machen,
b) der Dekan,
c) die Lehrstuhlinhaber.)
von der Möglichkeit, bei gleichrangigen Teilsätzen, die durch "und" oder "usw." verbunden sind, zur Verdeutlichung der Gliederung des Ganzsatzes ein Komma zu setzen (§ 73), nur dann Gebrauch zu machen, wenn es sich bei den gleichrangigen Teilsätzen um Hauptsätze handelt und einer der Teilsätze durch einen Nebensatz erweitert ist,
(ohne Komma: Das Vertrauen ist in der Regel schutzwürdig, wenn der Begünstigte gewährte Leistungen verbraucht hat oder wenn er eine Vermögensdisposition getroffen hat, die er .....)
mit Komma: Das Umweltministerium bittet die obere Naturschutzbehörde um Stellungnahme, und diese stellt das Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde her, die jeweils örtlich zuständig ist.)
von der Möglichkeit, zwischen den Bestandteilen einer Wortgruppe, die die Einleitung eines Nebensatzes bildet, ein Komma zu setzen (§ 74 E1 (2)), nicht Gebrauch zu machen,
(Beispiele: angenommen dass, geschweige denn dass, je nachdem ob)
bei Infinitiv-, Partizip- oder Adjektivgruppen oder entsprechenden Wortgruppen (§ 78 (3)) von der Möglichkeit der Verdeutlichung der Gliederung durch Kommata in der Regel Gebrauch zu machen.
(Beispiele: Er hatte den Vertrag, ohne ihn gelesen zu haben, sofort unterschrieben. - Der Schuldner bat, auf seine prekäre finanzielle Situation hinweisend, um Stundung. - Die Genehmigungsbehörde hatte, gestützt auf eine fachliche Stellungsnahme des Umweltamtes, den Antrag abgelehnt.)