Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202003,%202827
Timestamp: 2020-01-24 14:18:02
Document Index: 134121591

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH']

BGH, 08.07.2003 - VI ZR 304/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,594
BGH, 08.07.2003 - VI ZR 304/02 (https://dejure.org/2003,594)
BGH, Entscheidung vom 08.07.2003 - VI ZR 304/02 (https://dejure.org/2003,594)
BGH, Entscheidung vom 08. Juli 2003 - VI ZR 304/02 (https://dejure.org/2003,594)
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Diagnosefehler - Begriff
Voraussetzungen von objektiv unrichtiger Befunderhebung und Diagnosefehler; Einstufung als schadensersatzpflichtige Behandlungsfehler; Beweislast beim Nachweis der Ursächlichkeit für den Gesundheitsschaden; Verjährung von Ansprüchen aus Behandlungsvertrag nach altem ...
Diagnosefehler eines Arztes - Voraussetzungen
Schadenersatz bei Diagnosefehler
Arztrecht - Voraussetzungen eines Diagnosefehlers
Feststellungen zur objektiven Unrichtigkeit einer Diagnose reichen nicht für die Annahme eines Behandlungsfehlers
Prellung war ein Wirbelbruch - BGH: Falsche Diagnose ist nicht immer ein ärztlicher Kunstfehler
NJW 2003, 2827
MDR 2003, 1290
VersR 2003, 1256
a) Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Übernahme der Behandlung der Mutter der Klägerin nur dann als Behandlungsfehler qualifiziert werden kann, wenn sie dem im Zeitpunkt der Behandlung bestehenden medizinischen Standard zuwiderlief (vgl. Senatsurteile vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, VersR 2003, 1256;… vom 21. Dezember 2010 - VI ZR 284/09, BGHZ 188, 29 Rn. 9, 12).
Das Berufungsgericht ist im Ansatzpunkt zutreffend davon ausgegangen, dass dem Kläger als Alleinerben seiner verstorbenen Ehefrau aus dem zwischen dieser und der Beklagten als Trägerin des Krankenhauses zustande gekommenen Behandlungsvertrag vertragliche Ansprüche zustehen können, wenn die Beklagte oder deren Ärzte als ihre Erfüllungsgehilfen (§ 278 BGB) die geschuldete ärztliche Behandlung in einer dem fachärztlichen Standard zuwiderlaufenden Weise erbracht haben (vgl. Senatsurteil vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, VersR 2003, 1256).
Im Unterschied dazu liegt ein Diagnoseirrtum vor, wenn der Arzt erhobene oder sonst vorliegende Befunde falsch interpretiert und deshalb nicht die aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachbereichs gebotenen - therapeutischen oder diagnostischen - Maßnahmen ergreift (vgl. Senatsurteile vom 10. November 1987 - VI ZR 39/87, VersR 1988, 293, 294; vom 23. März 1993 - VI ZR 26/92, VersR 1993, 836, 838; vom 4. Oktober 1994 - VI ZR 205/93, VersR 1995, 46; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, aaO, S. 1256 f. …und vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 7).
a) Grundsätzlich muss der Patient die Voraussetzungen eines Behandlungsfehlers und dessen Ursächlichkeit für den geltend gemachten Gesundheitsschaden darlegen und beweisen (vgl. Senatsurteil vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, VersR 2003, 1256).
Bei einem Diagnosefehler kommt eine Beweislastumkehr nur dann in Betracht, wenn der Fehler als grob zu bewerten ist (vgl. Senatsurteile vom 13. Februar 1996 - VI ZR 402/94, BGHZ 132, 47 ff. und vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79, VersR 1981, 1033, 1034; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, aaO, S. 1257).
Es kann nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass das Berufungsgericht bei Berücksichtigung des dargestellten Vortrags und nach ergänzender Einholung eines pathologischen Sachverständigengutachtens zu dem Ergebnis gelangt wäre, dass die Behauptung der Klägerin zutrifft und dass in der behaupteten Verwechslung von Milchglas- und Krebszellen in der Pathologie der Beklagten zu 1 nicht nur ein für die Haftung der Beklagten zu 1 unbeachtlicher Diagnoseirrtum, sondern ein haftungsbegründender Behandlungsfehler (zur Abgrenzung von bloßem Diagnoseirrtum und Behandlungsfehler vgl. nur Senatsurteil vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, NJW 2003, 2827 f., mwN) liegt.
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OLG Köln, 12.09.2007 - 5 U 16/05
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