Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202013,%20620
Timestamp: 2019-06-25 18:56:29
Document Index: 361822039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1908', '§ 1', '§ 90', '§ 1836', '§ 5', '§ 90', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1908', '§ 1', '§ 5', 'BGH', '§ 5', '§ 292', '§ 4', '§ 1908', '§ 90', 'BGH', '§ 90', 'BGH', 'BGH', '§ 1836', 'BGH', 'BGH', '§ 90', '§ 90', '§ 90']

BGH, 06.02.2013 - XII ZB 582/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,2631
BGH, 06.02.2013 - XII ZB 582/12 (https://dejure.org/2013,2631)
BGH, Entscheidung vom 06.02.2013 - XII ZB 582/12 (https://dejure.org/2013,2631)
BGH, Entscheidung vom 06. Februar 2013 - XII ZB 582/12 (https://dejure.org/2013,2631)
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BGB §§ 1908 i Abs. 1, 1836 c, 1836 d; VBVG §§ 1 Abs. 2, 5; SGB XII § 90
§§ 1836d, 1836c, 1908i Abs. 1 BGB; §§ 5, 1 Abs. 2 VBVG; § 90 SGB_XII
§ 1836c BGB, § 1836d BGB, § 1908i Abs 1 BGB, § 1 Abs 2 VBVG, § 5 VBVG
Vergütungsanspruch des Betreuers bei Mittellosigkeit des Betreuten: Vergütungsschuldner und Umfang des zu vergütenden Zeitaufwands; Einsatz eines Hausgrundstücks als verwertbares Vermögen
Familienrecht - Vergütungsanspruch des Betreuers
Betreuungsrecht - Mittellosigkeit des Betreuten und die Vergütung des Betreuers
Betreuungsrecht - Wer muss einen gerichtlich bestellten Berufsbetreuer bezahlen?
AG Kassel, 15.05.2012 - 780 XVII D 2314/11
NJW-RR 2013, 513
MDR 2013, 1136
FGPrax 2013, 117
FamRZ 2013, 620
Rpfleger 2013, 330
Dabei ist grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, ob den vorhandenen Vermögenswerten Schulden oder Verpflichtungen des Hilfebedürftigen gegenüberstehen (Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - juris Rn. 13;… BVerwG Beschluss vom 21. April 1988 - 5 B 2/88 - juris Rn. 2).
Hierfür bedarf es zumindest einer Konkretisierung der Rückforderung durch Leistungsbescheid oder Überleitungsanzeige (Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - juris Rn. 15 mwN).
Da die Betroffene im Zeitpunkt der letzten Tatsachenverhandlung mittellos war, richtet sich der Anspruch gegen die Staatskasse (vgl. Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - juris Rn. 18).
Der Schutz der Wohnstatt ist nicht für Hilfesuchende ohne Angehörige ausgeschlossen (ebenso BGH, Beschluss vom 6.2.2013 - XII ZB 582/12 -, FamRZ 2013, 620 ff).
In dem hier vorliegenden Fall hat sich in dem zunächst gegen das Vermögen des Betreuten gerichteten Festsetzungsverfahren herausgestellt, dass die Staatskasse der richtige Anspruchsgegner ist, weil der Betroffene im Zeitpunkt der Entscheidung über die Betreuervergütung in der letzten Tatsacheninstanz mittellos war (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - FamRZ 2013, 620 Rn. 18).
Dem zutreffenden Hinweis des Beschwerdegerichts, dass für den Umfang des dem Betreuer zu vergütenden Zeitaufwands auf die Vermögensverhältnisse des Betreuten im Vergütungszeitraum abzustellen und deshalb weiterhin der Stundenansatz des § 5 Abs. 1 VBVG maßgeblich ist (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - FamRZ 2013, 620 Rn. 16), hat die Betreuerin in ihrer Stellungnahme nicht widersprochen.
Unabhängig davon, ob die Vergütung im Nachhinein oder durch einen Dauervergütungsantrag verlangt wird, hat das Gericht nach §§ 292 Abs. 1, 168, 26 FamFG hierfür das Bestehen der Berufsbetreuung, die Höhe des Stundensatzes nach § 4 Abs. 1 VBVG und die Mittellosigkeit des Betreuten im Vergütungszeitraum (vgl. Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - FamRZ 2013, 620 Rn. 11 ff.) festzustellen.
bb) Wird die Vergütung des Berufsbetreuers - wie hier - bei Mittellosigkeit des Betreuten gegen die Staatskasse geltend gemacht (§§ 1908 i Abs. 1 Satz 1, 1836 Abs. 1 Satz 3 BGB, 1 Abs. 2 Satz 2 VBVG, 1836 d BGB), hat das Gericht zudem die Mittellosigkeit des Betreuten im Zeitpunkt der letzten Tatsachenentscheidung festzustellen (Senatsbeschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - FamRZ 2013, 620 Rn. 18 mwN).
Der Schutzzweck des § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII erstreckt sich zudem in zeitlicher Hinsicht auch auf die Zeit nach dem Tod des Ehemannes der Klägerin, denn erfasst sind ausdrücklich auch Angehörige, die das Hausgrundstück nach dem Tod der nachfragenden Person bewohnen sollen (BGH, Beschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12 - juris Rn. 24;… Mecke in jurisPK-SGB XII, 2. Auflage 2014, § 90 Rn. 76).
Einzusetzen ist das Aktivvermögen ohne Abzug der Verbindlichkeiten (BGH BtPrax 2013, 65; 2013, 109).
Für die Frage der Mittellosigkeit ist im Regelfall auf den Zeitpunkt der Entscheidung der letzten Tatsacheninstanz abzustellen (BGH, Beschluss vom 06. Februar 2013 - XII ZB 582/12 -, Rz. 18, juris).
Einzusetzen ist das Aktivvermögen ohne Abzug der Verbindlichkeiten (…vgl. Palandt, BGB, 72. Aufl.,§ 1836cRn. 9; BGH BtPrax 2013, 65; 2013, 109).
Deshalb ist für die Feststellung, ob der Betreute mittellos oder vermögend ist, auf den Zeitpunkt der Entscheidung der letzten Tatsacheninstanz abzustellen (BGH NJW-RR 2013, 513).
SG Berlin, 15.12.2017 - S 195 SO 851/16
Diese Angehörigen gehörten dann, wenn sie nach dem Tod der genannten Person in dem Haus wohnen sollen, ebenfalls zu dem durch § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII geschützten Personenkreis" (Beschluss vom 6. Februar 2013, XII ZB 582/12).
Dies entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach eine Auslegung von § 90 Abs. 2 Nummer 8 Satz 1 SGB XII dahin, dass ein Betroffener, der keine Angehörigen hat, von dem Schutzbereich des § 90 Abs. 2 Nummer 8 SGB XII nicht erfasst würde, im Widerspruch zu Sinn und Zweck der Vorschrift stünde und auch nicht durch den Wortlaut angezeigt ist (vgl. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 6. Februar 2013 - XII ZB 582/12).