Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20153/84
Timestamp: 2020-06-04 07:56:08
Document Index: 43459411

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 51', '§ 25', 'BGH', 'BGH', '§ 25', 'BGH', '§ 25', '§ 25', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.10.1985 - IX ZR 153/84 - dejure.org
https://dejure.org/1985,169
BGH, 10.10.1985 - IX ZR 153/84 (https://dejure.org/1985,169)
BGH, Entscheidung vom 10.10.1985 - IX ZR 153/84 (https://dejure.org/1985,169)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 1985 - IX ZR 153/84 (https://dejure.org/1985,169)
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Schadenersatz bei fehlerhafter Beratung durch Rechtsanwälte - Anforderungen an das Fortführen einer Firma - Haftung des Anwalts für Beratungsfehler gegenüber der GmbH, wenn er für die Gründungsgesellschafter tätig wurde - Einbeziehung der GmbH in den Schutzbereich des ...
Haftung eines Rechtsanwalts gegenüber neugegründeter GmbH wegen unzureichender Beratung über ihre Einstandspflicht für Altschulden bei Firmenfortführung
IX. Zivilsenat des BGH nimmt einen Schaden auch dann an, wenn eine Belastung mit einer Zahlungsverpflichtung einen Vermögenslosen trifft (BGH Urteil vom 10.10.1985 - IX ZR 153/84 -).
BGB § 249; BRAO § 51; HGB § 25
ZIP 1985, 1495
MDR 1986, 313
VersR 1986, 186
WM 1985, 1475
AnwBl 1985, 641
Von Unternehmensfortführung geht der maßgebliche Verkehr aus, wenn ein Betrieb von einem neuen Inhaber in seinem wesentlichen Bestand unverändert weitergeführt wird, der Tätigkeitsbereich, die innere Organisation und die Räumlichkeiten ebenso wie Kunden- und Lieferantenbeziehungen jedenfalls im Kern beibehalten und/oder Teile des Personals übernommen werden (…vgl. Sen.Urt. v. 16. Januar 1984 - II ZR 114/83, NJW 1984, 1186, 1187; v. 4. November 1991 - II ZR 85/91, ZIP 1992, 398, 399; BGH, Urt. v. 10. Oktober 1985 - IX ZR 153/84, NJW 1986, 581; OLG München, BB 1996, 1682, 1683; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1998, 965).
Dabei kommt es nur auf die bloße Tatsache der Geschäftsfortführung an, nicht hingegen darauf, ob ihr ein rechtsgeschäftlicher, derivativer Erwerb zugrunde liegt (…Sen.Urt. v. 4. November 1991 aaO 400 m.w.Nachw.; BGH, Urt. v. 10. Oktober 1985 aaO 581 f.).
Dementsprechend kann es für die Haftung nach § 25 Abs. 1 Satz 1 HGB nicht auf eine wort- und buchstabengetreue Übereinstimmung zwischen alter und neuer Firma, sondern nur darauf ankommen, ob nach der maßgeblichen Sicht des Verkehrs trotz vorgenommener Änderungen noch eine Fortführung der Firma vorliegt (vgl. statt aller BGH, Urt. v. 16. September 1981 - VIII ZR 111/80, WM 1981, 1255 sowie v. 10. Oktober 1985 aaO m.w.N.;… aus dem Schrifttum Staub/Hüffer, HGB 4. Aufl. § 25 Rdn. 47;… Baumbach/Duden/Hopt, HGB 28. Aufl. § 25 Anm. 1 D.b).
Dieser kann daher ein Anspruch auf Ersatz des Schadens, der durch eine fehlerhafte oder unzulängliche Beratung bei ihrer Gründung eingetreten ist, erwachsen sein (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 1985 - IX ZR 153/84, NJW 1985, 581, 582 mwN).
Ob dieser in den Augen des Verkehrs auf eine ungebrochene Kontinuität des bisherigen Unternehmens hindeutenden Fortführung ein rechtsgeschäftlicher, derivativer Erwerbsvorgang zugrunde liegt, ist dabei unmaßgeblich; ausreichend für ein Eingreifen der Fortführungshaftung ist vielmehr bereits die bloße Tatsache der Geschäftsfortführung unabhängig davon, ob zwischen dem alten und dem neuen Inhaber zum Zwecke der Fortführung des Unternehmens bestimmte Abreden getroffen sind oder ob die zu prüfende Fortführung - wie hier - lediglich tatsächlich erfolgt ist (BGH, Urteile vom 10. Oktober 1985 - IX ZR 153/84, WM 1985, 1475 unter a;… vom 28. November 2005 - II ZR 355/03, aaO;… vom 24. September 2008 - VIII ZR 192/06, aaO Rn.13; jeweils mwN).
Die Gründung der Stiftung und die Ausreichung des Darlehens von der Stiftung an die Klägerin waren wesentliche Bestandteile des von der Beklagten zu 1 erstellten Steuerkonzeptes; das Ergebnis der Beratung hatte folglich auch unmittelbaren Einfluss auf den Vermögensstand der Stiftung (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 1985 - IX ZR 153/84, NJW 1986, 581, 582) und mithin auch auf das Vermögen der Mandantin EB als Stifterin.
Daher hätte der Streithelfer auf das Ende der Primärverjährung hier sogar dann hinweisen müssen, wenn man annehmen wollte, er habe die Vollstreckungsabwehrklage aufgrund eines neuen Auftrags eingereicht (vgl. BGH, Urt. v. 10. Oktober 1985 - IX ZR 153/84, NJW 1986, 581, 583; v. 21. Januar 1988 - IX ZR 65/87, NJW 1988, 2245, 2247; v. 24. Juni 1993 - IX ZR 216/92, NJW 1993, 2747, 2751).
OLG Bremen, 03.08.1988 - 3 U 111/87
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