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Timestamp: 2020-01-21 17:02:31
Document Index: 352078360

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 30', 'Art. 6', 'Art. 3', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 16', 'Art. 12', 'Art. 17', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 11', 'Art. 31', 'Art. 34', 'Art. 32', 'Art. 33']

1874 / 286 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger)
1874 / 286 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff
des Redacteurs 2c. der „Süddeutschen Post“ wegen der in einem Artikel der Nummer vom 5. v. Mts. enthaltenen Beleidigung des Reichstags nahsucht. Auf den Vorschlag des Präsidenten v. Forckenbeck wurde dieses Schreiben der Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen. — Hierauf wurde die zweite Be- rathung des Reihshaushalts-Etats für 1875 fortgeseßt, welhe mit der Prüfung des Spezialetats für das Reichs-Eisenbahnamt (S. Nr. 263 d. Bl.) begann. Die Abgg. Wölffel und Traeger erhoben verschiedene Beschwerden gegen die Verwaltung der Thüringishen Eisenbahn. Der Präfident des Reichs - Eisenbahnamtamts Maybach versicherte, daß die Reichsbehörden, soweit ihre Zuständigkeit reiche, die thatsählichen Verhältnisse untersuchen und etwaigen Mißständen abhelfen würden. Der Abg. Richter (Meißen) plaidirte gegen die von den Bahnen beschlossenen Tariferhöhungen, welche er als einen großen wirthschaftlichen Fehler bezeihnete; er erwartete vom Bundesrathe eine baldige Beseitigung der Tariferhöhung. Gegen ihn äußerte sich mit Entschiedenheit der Abg. von Unruh, der die wirthshaftlihen Ansichten des Vorredners für grundfalsch erklärte. Der Präsident Maybach betonte, daß die Regierung eine vorübergehende Tariferhöhung zugelassen habe, weil die finanziellen Verhältnisse der meisten Eisenbahnen einer solhen Aushülfe bedürften. Die einzelnen Positionen des Etats für das Reihs-Eisenbahn- Amt wurden hierauf bewilligt. Bei Schluß des Blattes trat das Haus in die Berathung des Spezialetats für das Auswär- tige Amt ein. ;
— In der Woche vom 15. November bis 21. November 1874 find geprägt worden an Goldmünzen: — Mark 20-Mark- ftüde, 518,120 Mark 10 - Markstücke; an Silbermünzen: 138,950 Mark 5-Markstücke, 438,903 Mark 1-Markftücke, 240,585 Mark — Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 65,316 Mark 40 Pf. 10-Pfennigstücke, 77,323 Mark 80 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 53,937 Mark 60 Pf. 2-Pfennigstüe, 22,676 Mark 30 Pf. 1 - Pfennigstücke. Vorher waren geprägt: an Goldmünzen: 874,580,500 Mark 20-Markstücke, 217,308,350 Mark 10-Markstücke; an Silbermünzen : 415,145 Mark 5-Mark- ftüde, 29,645,550 Mark 1-Markstücke, 8,563,604 Mark — Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 4,428,034 Mark 10 Pf. 10-Pfennigstücke, 1,102,643 Mark 40 Pf. 5 - Pfennigstücke; an Kupfermünzen : 1,523,398 Mark 43 Pf. 2-Pfennigstücke, 602,133 Mark 95 Pf. 1-Pfennigstücke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldmünzen: 874,580,500 Mark 20-Markftücke, 217,826,470 Markt 10-Markstücke; an Silbermünzen: 554,095 Mark 5-Mark. ftüde, 30,084,453 Mark 1-Markftückde, 8,804,189 Mark — Pf. 20-Pfennigstüke; an Nickelmünzen: 4,493,350 Mark 50 Pf. 10-Pfennigstücke, 1,179,967 Mark 20 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 1,577,336 Mark 3 Pf. 2-Pfennigstücke, 624,810 Mark 25 Pf. 1-Pfennigstücke. Gesammtausprägung: an Gold- münzen: 1,092,406,970 Mark; an Silbermünzen: 29,442,737 Mark — Pf.; an Nickelmünzen: 5,673,317 Mark 70 Pf. ; an Kupfermünzen 2,202,146 Mark 28 Pf.
— Nah einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 9. November cr. wird eine Ehe auf den Antrag eines der beiden Ehegatten getrennt, wenn die begründete Vermuthung vorliegt, daß der andere Ehegatte fich eines wirklichen Ehebruches habe zu Schulden kommen laffen. Einer solhen Vermuthung gegen- über kann der eidlihen Ausfage derjenigen Person, mit welcher der \chuldige Ehegatte die Ehe gebrohen haben \oll, fein Glauben geschenkt werden.
— Die neue Rang- und Quartier-Lifte der König- lich Preußischen Armee für das Jahr 1874, nebst den Anciennetätslisten der Generalität und der Stabs-Offiziere der Armee, is in diésen Tagen in der Königlihen Hofbuhhandluug von E. S. Mittler und Sohn hierselbst erschienen. Wir be- halten uns vor, in einer der nächsten Nummern ausführlich auf dieselbe zurückzukommen.
— S. M. S. „Hertha“ ist am 20. November cr. auf dêr Rhede von Funchal (Madeira) angekommen und beabsichtigte am 24. desselben Monats, Nachmittags, die Reise nah Rio de Janeiro fortzusetzen.
Cöln, 4. Dezember. Die jüngste Nummer dcs Amtsblattes der hiesigen Königlichen Regierung enthält folgenden Erlaß vom 20. November, die Errichtung altkatholischer Pa- rohieen zu Cöln und Bonn betreffend:
«Nacbdem durch Reskript des Herrn Ministers der geiftlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 31. Oftober l. J. zur Konstituiruig einer altkatholishen Parochie Cöln und einer alt-katho- lischen Parochie Bomn unter den Modalitäten, wie dieselben in den von uns und dem katholischen Bischof Joseph Hubert Reinkens am 12. Oftober 1. J. vollzogenen Erektions-Urkunden niedergelegt find, die Genehmiguns ertheilt wordex is, wird dies hierdurch mit dem Be- merken zur öffentlichen Kenutniß gebracht, daß Mitglieder der die Parochie Cöln bildenden Gemeinde alle diejenigen im Regierungs- bezirke Côln mit Ausnahme der Kreise Bonn, Rheinbach und des Siegkreises wohnhaften Katholiken, Mitglieder der die Parochie Bonn bildénden Gemeinde alle diejenigen im Kreise Bonn, Rheinbach und im Siegkreise wohnhaften Katholiken sind, welche ihren Willen, diesen resp. Gerneinden anzugehören, vor den von uns beauftragten Beamten zu Protokoll erflärt haben oder welche in Zukunft bei den resp. Kirchenvorständen fich anmelden oder von dazu berechtigten Persone angemeldet werden.“
Bayern. München, 3. Dezember. Dem im nächsten Monat wieder zusammentretenden Landtage wird der Militär- Etat für 1875 und eventuell ein Gesezentwurf in Betreff der Erwerbung der bayerishen Ostbahnen zugehen. Von bereits vor- liegénden Arbeiten hat derselbe zu erledigen. den Entwurf eines neuéêèn Wáhlgesezes für die Kammer der Abgeordneten, den Ge- fehentwurf, bezw. Ausscheidung der Zuständigkeit der Königlichen Polizei-Direktion und des Magistrats in München, den Geseh- entwurf, bezw. der Brandversicherungs-Anstalt für Gebäude 2c.
__— Die Berechtigüng zum einjährig - freiwilligen Dien f in der Armee is, nah der „Ang. Ztg.“, im Laufe des Jahres 1874 in Bayern 1636 jungen Leuten ertheilt worden, und“ zwar: von dec Prüfungskommissfion: in München an 352, Landshut 100, Augsburg 161, Regensburg 255, Bayreuth 90, Ansbach 152, Würzburg 270 und Speyer 256. Ertheilt wurde die Berehtigung an 1387 auf Grund von vorshriftsmäßigen Zeugnissen von als berehtigt anerkannten Lehranstalten in Bayern, und an 23 auf Grund solcher Zeugnisse von hierzu be- rechtigten Lehranstalten in den anderen deutschen Bundesftaaten, dann an 226 auf Grund des abgelegten Examens. Außerdem hatten die Berehtigung nahgesucht, waren aber abgewiesen worden; 68 wegen Unzulänglichkeit der vorgelegten Papiere und 203 weil fie in dem abgelegten Examen nicht beftanden sind.
Württemberg. Ueber die Einweihung des Krieger- denfkmals in Stuttgart am 2. d. M. entnehmen wir dem
oSt. A. f. W.“ Folgendes:
Das {sue und zroßartige Grabmonument, welches den hier be- grabenen Gefallenen des deut1chen Krieges auf dem Fangelsbachkirch- hof errichtet ift, wurde heute, als am Gedenktage der zweiten Schlacht bei Champigny-Villiers, in feierliher Weise eingeweiht. Um 2 Uhr Nachmittags fand fich zur Theilnahme an der Feier eine zahlreiche Festversammlung ein, welche fi unter der Leitung des engeren Comités für Errichtung des Denkmals am Portal des Friedhofes aufstellte, um daselbst die Ankunft Sr. Majestät des Königs zu erwarten. Unter den Herren, die fi ¿zur Theilnahme an der Feier dahin begeben hatten, bemerkten wir nächf den
Comitémitgliedern, dem Feldpropste und den ausführeuden Künstlern Se. Königliche Hoheit den Herzog Eugen von Württemberg, Se. Hoheit den Prinzen Hermann zu Sachsen-Weimar, den König- lich preußishen Gesandten Freiherrn von Magnus, den König- lich bayerischen Gefandten Grafen Tauffkirchen, den bessischen Ge- sandten v. Breidenbach, den Fommandirenden General des XIIT. (König- lih württembergischen) Armee-Corps Herrn v. Schwarbkoppen, den Chef des Kriegsdepartements General v. Wundt, die übrige Generalität, den Generalstab, die Offiziere der hiesigen Garnison, Deputationen der Re- gimenter der übrigen Garnisonen, die Militärbeamten. Auch von Straß- burg waren zahlreihe Offiziere erschienen, voran der kommandirende General des XV. Armee-Corps Hr. v. Fransecky und Oberst Frhr.
v. Gaisberg. Weiter waren die Angehörigen der hier beerdigten Krieger
anwesend. Eingefunden hatte sich ferner dec St:ftungsrath und der
Bürgerauëshuß von Stuttgart, der Verwaltungsaus|chuß der Kaiser Wilhelms-Stiftung, der Sanitätéverein mit den Vorständen der wäh- rend des “Krieges zur Pflege der verwundeten und erkrankten Krieger benüßten Spitäler; das weitere Comité für das Denkmal mit den übrigen eingeladenen Theilnehmern an der Feier; der Kriegerverein u. st. w. Präzis 24 Uhr kamen Se. Majestät der König mit Höchst- ihrem General-Adjutanten Frhr. v. Spißemberg an und begaben Sich, von dem Minister des Innern als Vorstand des Comités begleitet, und von den Theilnehmern an der Feier gefolgt, zu dem mit Tannen- reisern eingefaßten Denkmal. Die VBersammlurg nahm am Denkmal Aufstellung. Nachdem die Militärmusik einen Choral vorgetragen hatte, hielt der Feldpropst Prälat v. Müller vom Fuß des Denkmals
aus eine die Herzen ergreifende Anrede, in welcher die diesein Redner
eigenthümlihe Kraft und mannhafte Begeisterung zum erhebenden Ausdruck fam und allen Hörern fih mittheilte. Das herrliche Denk- mal, unter welchem deutsche Brüder aus allen Stämmen in ewigem Frieden verbunden gebettet find, stellte er als ein Bild der Einigkeit des großen deutschen Vaterlandes hin, zugleich aber als eine Mahnung zur Treue gegen das Vaterland. Stein und Erz reden aus diesem Denkmal heraus, fie sprechen die kräftige Sprache der Treue und der Tapferkeit, für uns und die spätesten Geschlechter. Nachdem der geist- liche Redner geendet, trat der Vorstand des Comités, der Hr. .Mi- nister des Innern v. Sick, an das Denkmal heran, verlas die Urkunde über die Uebergabe des Kriegerdenkmals an die Stadt Stutt- gart. — Darauf übergab der Herr Minister dem Ober-Bürgermeister von Stuttgart Dr. Hack die Urkunde, worauf dieser Namens des Stiftungsraths und der bürgerlichen Kollegien erklärte, daß dieselben das herrlihe Kunstwerk, mit welchem der Siadt ein patriotisches Ehrendenkmal gestiftet worden, in dauernden Schuß und bleibendes Eigenthum übernehmen. Der Ober-Bürgermeister dankte den König- lichen Majestäten und den Kaiserlih Deutschen Majestäten für die Förderung, den Mitgliedern des Comités, den Künstlern, den Spen- dern allen für die Vurhführung des gelungenen Werkes, und gelobte, daß das Denkmal für immer, auch wenn der Friedbof einst geschlossen werden sollte, erhalten, geschüßt und würdig im Stand folle erhalten werden. Die Bürgerschaft werde in diejem Denk- mal für alle Zukunft ein würdiges Ecinnerungszeichen an die patrio- tische Aufopferung der Söhne Deutschlands und eine Mahnung er- blicken, dem Vaterland unwandelbare Treue zu bewahren. — Mit einem Choral {loß die ergreifende Feier, eine würdige Einweihung des herrlichen Monumentes, in dessen Anblick nach der s{önen Feier viele aus der Versammlung noch bewundernd verweilten. Es bleibt eine unvergeßlihe Stunde für älle Theilnehmer: das unwirthliche Wetter, welches die ganze Dauer der Feier begleitete, hien gleihsam nur ein leises Gemahnen an jene harten Stunden, wo vor 4 Jahren unsere Tapferen dem übermächtigen Feind Stand hielten, und Viele zum Tod verwundet, frierend, draußen auf dem Blachfeld lagen.
Das Denkmal if, wie die Urkunde meldet, nach dem Ent-
wurf: des Professors A. Gnauth angefertigt, der auch die Arbeiten leitete; Bildhauer Rau {uf das Modell des Standbilds, Bildhauer Specht das Modell des Schildes und Löwenkopfes am Sarkophag, Erzgießer W. Pelargus besorgte die Erzgußarbeiten, Bildhauer Macholdt die Steinhauerarbeit,
Die zehn Erztafeln an dem Unterbau des Denkmals enthalten
die Namen der 138 auf dem Fangelsbach- und Hoppenlaufriedbof dahier beerdigten deutschen Krieger aus dem Feldzuge 1870/71. Es be- finden sich unter denselben 10 württembergishe, 5 preußische Offi- ziere, 11 württembergische Portepeefähnriche, Offiziers - Aspiran- ten und Freiwillige, 1 wärttembergischer, 1 bayerischer Militär- beamter, 5 württembergische, 8 preußische, 3 bayerishe Unterof fi- zicre, 10 bayerische, 3 hessishe, 22 preußisce, 6 sächsishe und 53 württembergishe Soldaten.
Auf. den Ecpostamenten erheben sich 4 Bronze-Kandelaber. Den
Sarkophag krönt ein Erzftandbild : das dankbare Vaterland, auf die Gräber Kränze niederlegend.
Die das Denkmal umgebenden Gräber werden entsprechend an-
gepflanzt und mit einer gemeinsamen Umfriedigung versehen.
— Am 30. v. Mts. hat die Einweihung des von dem ver-
storbenen Königlichen Leibarzt Staatsrath Dr. v. Ludwig ge- gründeten Hospitals Charlottenhülfe hier unter Betheiligung einer Versammlung von etwa 40 Personen, welcher auch die Prin- zesfin Marie anwohnte, stattgefunden.
Baden. Karlsruhe, 3. Dezember. Zur Vorfeier des
Geburtsfestes Ihrer- Königlichen Hoheit der Groß- herzogin fand gestern Abend ein Zapfenstreih der Kapellen der hiesigen Garnison ftatt, ebenso heute früh eine Serenade vor dem Großherzoglihen Schloß. Mittags wurde eine glänzende Parade vor dem Theatergebäude abgehalten.
— (F. I.) Das Ministerium des Innern hat Schen-
fungen zur Pfarrkirhe in Wangen (im Betrage von 202 Fl.) die Genehmigung so lange versagt, als die Schenfgeber auf der beigefügten, dem Art. 4 des Gefeßes über die Rechtsverhältnisse der Altkatholiken zuwiderlgufenden Bedingung, nah welcher die Gegenstände jener Schenkungen „aus\{ließlihes Eigenthum der rômisch-katholishen Kirchengemeinschaft sein sollen“, bestehen. Das erzbischöfliche Kapitalsvifariat hat unterm 12. November diesen Standpunkt des Ministeriums zu widerlegen versucht, leß- teres blieb aber bei seiner Entshließung.
Hessen. Darmstadt, 2. Dezember. Prinz und
Prinzessin Ludwig find von Karlsruhe wieder hierher zurückgekehrt. — Der Herzog von Coburg ist zu einem Be- suhe bei denselben auf der Durchreise hier eingetroffen. — Gestern isst der Prinz Gustav von Wasa auf der Reise nah Wien hier angekommen und bei dem Prinzen Carl abgestiegen.
Meelenburg. Schwerin, 4. Dezember. Der Toast
Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs auf Se. Majestät den Kaiser bei dem Festdiner am Tage der Denkmalsenthüllung lautete nah den „Meckl. Anz.“ wörtlih wie folgt:
„Meine Herren! Wir haben heute cine Denksäule enthüllt zum
Andenken an die Gebliebenen des Mecklenburger Landes. Sie soll die Namen derselben lebendig erhalten von Gesleht zu Geschlecht, foll der Dank des Landes sein für seine Söhne, zuglei ein ehrendes Zeugniß dessen, was das Land in jenen ernsten Tagen geleistet. J danke Jhnen Allen, die heute bei dieser Feier erschienen find, J danke ganz besonders den alten Kameraden, welche von nah und fern
herbeigekommen find, um uns zu chren, die damals Noth und Kampf. aber auch Ehre und Sieg mit uns getheilt. Es is mir eine un- beschreiblihe Freude, wieder einmal fameradscaftlich mit Jhuen ver- einigt zu fein. Den Dank Ihnen auszusprehen für das, was damals von Ihnen geleiftet worden, das ist niht meines Amtes, das hat unser Kaiser und Kriegsherr gethan, der seine Armee kennt und li-bt, und für den zu siegen und zu sterben fie immer bereit if, wenn er einmal wieder rufen sollte. Deß zum Zeugniß erheben wir die Glä- ser. und rufen: Se. Majestät der Kaiser lebe hoch !*
— Der Herzog Ernft von Sachsen-Altenburg und der Herzog Paul Friedrich, sowie der Fürst Günther von Schwarzburg -Rudol ftadt find gestern Nachmittag von hier wieder abgereist.
Anhalt. Dessau, 4. Dezember. Die Geseß-Sam m- [ung für das Herzogthum Anhalt (Nr. 365 u. 366) enthält eine Be- fanntmahung, die Uebertragung der Leitung der Auseinander- seßungsgeschäfte (Separationen und Ablösungen) in Anhalt auf die Königlich preußishen Auseinandersezungsbehörden betreffend, und das Gesetz, betreffend Abänderungen und Ergänzungen der Se- parations- und Ablösungsgesegtze.
Schwarzburg - Sondershausen. Sondershausen, 4. Dezember. Zur Erinnerung an die glorreihen Kriegsthaten im Jahre 1870/71 wird nun auch in unserer Stadt, wie es {on in der Stadt Greußen geschehen, ein Den fm al errichtet werden; es ist vom Fürstlihen Ministerium dem hiefigen Krieger- verein gestattet worden, durch eine Hauskollekte in der Fürst- lien Unterherrschaft die nöthigen Mittel zu beschaffen.
Neuf j. L. Gera, 3. Dezember. (L. 3.) Nächsten Montag wird der Landtag seine öffentlihen Sißungen wieder beginnen und zunächst den Bericht der zur Prüfung der Rechts-
gewählten Kommisfion in Berathung ziehen. Der Bericht er- kennt das hocherzige Entgegenkommen Sr. Durchlaucht des Fürsten betreffs der Tilgung der Papiergeldshuld für das Land nohmals dankbarft an, meint aber, es offen aus\sprehen zu müs- sen, daß nur durch eine dauernde und namhafte Unterstüßung der Staatskasse durh die Kammerkasse das Staatswesen im Stande sein werde, den an dasselbe herantretenden Anforderun- gen zu genügen. In dem Kommissionsberihte is daraufhin weiter erwähnt, daß die oben erwähnte hochherzige Entshließung Sr. Durchlauht des Fürsten zu der Erwartung berectige, er werde diese Frage, die im eigentlihen Sinne des Wortes eine Lebens- und Existenzfrage unseres Staatswesens sei, einen baldigen und allseitig befriedigenden Abschluß erhalten. Jm Uebrigen \pricht der Kommissionsberiht sein Bedenken aus dar- über, daß der Staatshaushalts-Etat, wie “er vom Ministerium dem Landtage vorgelegt worden, drei Ausgabeposten von bedeu- tender Höhe nicht aufgenommen habe, und zwar die für Reichs- zwecke, für Tilgung der Papiergeld\huld und für Eisenbahn- garantien. Dur den Wegfall dieser Ausgabeposten sei es mög- lih geworden, bei einer Einnahme von 826,466 M. und einer Ausgabe von 766,806 M. mit einem Uebershuß von 59,660 M. ab- zuschließen. Eine derartige Aufstellung sei indessen nit geeignet, ein vollständig klares Bild über die Finanzlage unseres Staates zu geben. Um ein solches zu erhalten, fei es nothwendig, wenigstens die Po- fitionen für Reihszwecke und für Eisenbahngarantien unter die Ausgaben mit aufzunehmen, weil für diese eine gegenüberstehende Einnahme oder Deckung, wie bei der Papiergeld\{chuld, durhaus nicht vorhanden sei. Mit Hinzurehnung dex nihtetatifirten Aus- gaben entsiche aber anstatt des Uebershusses von 59,660 M. ein Defizit von ca. 100,000 M. Dieses Defizit durhch Vermehrung der Steuertermine zu decken, sci um #\o bedenklicher, als die Steuerkraft des Landes hinlänglih angespannt und außerdem durch die gegenwärtig mißlihen Geschäftsverhältnisse au dié Industrie unseres Landes lähmend beeinflußt sei. Im Hinblick auf die französische Kriegsentshädigung tritt die Kommission dem von Sr. Durhlauht dem Fürsten durch das Ministerium gemachten Vorschlag bei: dieselbe vorläufig als Kapitalfond zu e ENen und die Zinsen desselben zur laufenden Einnahme zu verwenden.
Lübeck, 3. Dezember. In seiner gestrigen Sihung wählte der Senat an Stelle des verfassungsmäßig mit Neujahr vom Vorsiß zurückttretenden Bürgermeisters Dr. Curtius den Senator Dr. Theodor Behn zu seinem Vorfißenden mit dem Titel Bür- germeister für die Jahre 1875 und 1876. Dersélbe bekleidete diesen Ehrenposten {hon einmal in den Jahren 1871 und 1872.
Defterreich-Ungaræz. Wien, 4. Dezember. (W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus nahm heute die Spezialberathun des Budgets vor. Bei der Debâtte über den den Ministerrat betreffenden Titel erklärte der Minister-Präfident, Fürst v. Auers- perg, gegenüber den gegen die Kreirung eines eigenen Ministers für die Presse und eines Ministers ohne Portefeuille gerichteten Aeußerungen der Abgg. Ditte und Stendel, das gegenwärtige Kabinet bilde ein harmonisches Ganze, in welchem die beiden er- wähnten Minister nothwendig seien. - Es gebe keinen Spreh- Minister und keinen Preß-Minister. Was die offiziôsen Zeitungen betreffe, so sei man an gewisser Seite gewöhnt, offiziöse Zei- tungen solhe zu nennen, welhe den moralischen Muth hätten, auf die Regierung nit loszuschlagen; ihm (dem Minister-Prä- fidenten) sei die Unabhängigkeit mancher sogenannten offiziösen Blätter lieber, als die Unabhängigkeit mancher sogenannten un- abhängigen Blätter. Der“ Titel, betreffend den Ministerrath, wurde darauf angenommen.
Pest, 3. Dezember. Die „Pester Correspondenz“ meldet, daß die Wahl des Bischofes Roman von Arad zum rumäni- \{hen Metropoliten in Hermannsftadt mit 51 gegen 31 Stimmen, die Popea erhielt, erfolgte, und daß diese Wahl bestimmt die Bestätigung erlangen werde.
— 4. Dezember. Der Finanzaus\chuß hat heute seine Berathungen über die Indemnitätsvorlage für das erste Quartal 1875 fortgesezt und die leßtere nunmehr genehmigt. Sämmt- lihe 10 dem Ausschusse angehörigen Mitglieder der Deakpartei ftimmten für die Vorlage, gegen dieselbe stimmten die 4 anderen zur Opposition gehörenden Deputirten. Der Minister-Präfident sprach seine Bereitwilligkeit aus, auch im Hause die Erklärung zu Protokoll zu geben, daß die Regierung den pro 1875 prâli- minirten Betrag nicht überschreiten, sondern, wenn irgend mögli, noch reduziren werde, obgleih die Indemnität auf Grund des Budgets! von 1874 ertheilt werde.
Agram, 3. Dezember. Der in den mehrtägigen Konfe- renzen unter dem Vorfiße des Banus bei der Landesregierung mit Rücksicht auf die bevcrstchende Reorganisation der politischen und der Iustizverwaitung verfaßte Gesehentwurf über den Lan- desvoranschlag pro 1875 findet in den diesen Königreichen nach dem Ausgleihsgeseze zukommenden und vom ungarischen Finanz-Ministerium mit drei Millionen berechneten 45 pCt. der
Landeseinnahmen seine vollflommene Bedeckung. Kroatien und
ien wird im kommenden Jahre auf Straßenbauten um | haben heute der Senat und die Deputirtenkammer feine Sizung ufenden Jahre verwenden und zur für Verwaltungsbeamte und für
isation genügende Mittel er-
40,000 F[. mehr als im sa ifirung neuer Posten
Durchführung der Reorgan Belgrad 4, Dezember.
Skuptschina hat au heute noch die Adreßdebatte fortgeseßt, ein Deputirter wurde wegen seiner Aeußerungen über die Person des Fürsten, nah Beschluß der Versammlung, für einen Monat von der Theilnahme an den Sigzungen ausgeshlofsen.
Bukarest, 3. Dezember.
Brüssel, 4. Dezember. (W. T. B.) Jn der Deputirtenkammer stand fündigte Interpellation des Abg.-Defuissaux andhabung des Gesetzes über die Auslieferungen weisungen zur Berathung. Defuissaux begründete ührte namentlich den Fall eines ge- ert worden sei. iderung hervor, daß diese
sondern wegen gemeiner
Belgien. der Sihung
über die H und Aus seine Jnterpellation und f en Taboukeau an, der an Frankrei ausgelief Der Justiz-Minister hob in seiner Erw Auslieferung nicht wegen politischer, Verbrechen stattgefunden habe. ¡z
freich. Paris, 2. Dezember. liht den bereits mehrfah erwähnten Geseß- ffend den Generalstabs dienst, welchen Minister in der Nationalversammlung einbringen einbegleitenden Motiven. Die Vorlage besteht aus d enthält im Wesentlichen folgende Bestimmungen : Die Offiziere des Generalstabs verbleiben in den ihnen durch die biéherigen Ordonnanzen au lstabs-Corps besteht
bung näher von deu Kr Art. 2. Die Ecole d'Àpplica Rekrutirung des Generalstabs, ab „Ecole de prépar Aufgabe, die in d u vervollständigen und die jungen L rende „Ecole. supérieure de Guerre“ Kursus in dieser Anstalt dauert Unter-Lieutenants, welche lche die Militärshule von Sai Art. 5. Die näheren Programme bestimmt d Vortrag des nach Art. 30 zu gründenden Art. 6, Nach zurückgelegtem Unterricht rücken zu Lieutenants auf. Guerre“ geg:ündet, den Generalstabsdienst vorbereiten fo diese Anstalt berechtig höchstens 28 Jahre a rang bekleiden.
(W. Zig.) Der politen und Primas von Rumänien Herr:n Orestru und Weisa zu ‘Vize- Nah den Kommissionswahlen ohl in der Deputirtenkammer
Rumänien. Senat wählte den Metro Präsidenten und die Präsidenten. in beiden Kammern verfügt die Regierung sow
wie im Senate über eine starke Majorität.
FAußland und Polen. St. Petersburg, 5. Dezember. Die Einladungen zu der Fortsehung der nz in St. Petersburg find Seitens der
(W.:S. B) Brüsseler Konfere Regierung erfolgt, jedo enthalten dieselben den Zei:punkt der Eröffnung der Konferenz, cht bemerft, daß die Regierung über den Eröffnungs- Mächten not eine weitere Mittheilung zugehen lassen e Mittag findet auf dem Marsfelde in Gegen- ers und des Prinzen Albrecht von Preu- e-Korps ftatt. — Die Res i-
Das „Bulleti C feine Angabe über
ançais* veröffent ; Dee fr f vielmetz wird in
entwurf, der Kriegs- wird nebst den 36 Artikeln un
dieser Hinsi termin den werde. — Heut wart des Kais ßen cine Parade über das Gard denz des Kaisers ist von Zarskoje-Sselo wieder nah Peter verlegt worder. Schweden un
gewiesenen Funktionen. eine Attheilung für Geodäsie, ¡iegs-Minister bestimmt t nicht mehr die direkte er sie besteht unter dem Namen Art. 3. Sie hat die
halb des Genera deren Zusammen}e d Norwegen. Stockholm, 1. Dezember.
Sonatag wurde in der Adolf Frederiks-Kirche ein doppeltes S äkularfefst gefeiert, und zwar der hundertste Jahrestag der feierlihen Einweihung der Kirche u tag der St. Olofs-Kapelle, der Stelle derselben stand. der Kultus-Minister, der Ober-Stattha!ter und andere eierlihkeit bei, die in der überfüllten
rt und von einem Sängerhor von 100 Personen
tion besorg
ation à VEtat-æœwajor“ fort. er Schule von Saint-Cyr empfangene Ausbildung eute für die nach Art. 7 ein- vorzubereiten. Zum Eintritt be- cin Jahr gedient, und die jun- nt-Cyc absolvirt haben. er Kriegs- Ninifter auf Generalstabé-Comités. die Unter-Lieutenants „Ecole supérieutre welche die Offiziere für die höheren Grade und Art. 8. Zum Eintritt in Lieutenants alier Waffen, die lt sind und mindestens seit vier Jahren D welche die Vorbereitungs- cder die gelegt baben, fönnen sih zwei Jahre den, wenn sie diese auptleute aller 3) die Lieutenants
nd der zweihundertste Jahres- g der jeßigen
welche vor Erbauun i Die Königin mit ihrem
verhältnisse des Domanialvermögens im Fürstenthum Reuß j. L. l zwzi Jahre. Kirche an rechtigt sind
gen Leute, we Würdenträger wohnten der F
Kirche ausgefüh unterstüßt wurde.
— Die Oberstcn Graf Taube, Silfverstol Vijkander sind zu General-Majoren, und der Oberf Baron Befriis zum Hofmarschall ernannt worden. nister des Aeußern, Graf Ritter ernannt.
— Der Todestag Carls XIl. wurde gestern Abend in gewöhnliher Weise vom Studenten-Corps in Lund mit cinem Faelzug gefeiert.
pe, Knorring und t-Lieutenant
Der Mis- Björnstjerna, wurde zum Serafinen-
Die Lieutenants, Artillerie-Applikationsschule zurück ster für die Ecole supérieure de Guerre mel ganze Zeit in dec Truppe Waffen, welthe weniger a und Hauptleute der Marine unter den Der Kursus in dieser Anstalt d Ablau? des Kurf lihe Offiziere auf Kriegs-Minister und treten in den kehren zu ihrer Trup Generalstab, die letzteren Hauptleute Prüfung nicht bestanden haben, kehren ohn ck Art. 13. Die neuen Hauptleute vom zu ihrer Ausbildung zwei Jahre in den angehört baben, also die er Kavallerie und ein hr in der JIn- die Artillerie-Offiziere ein n der Kavallerie. igt: 1) zwei Jahre in den hre im großen Generalftab der Minister sie weitec je nah den Oberst - Lieutenant destens ein Jahr ‘als Ba- Art. 16. Kein General-
gedient haben ; \s 32 Jahre alt sind; selben Bedingungen. Art. 12. Na
“Kopenhagen, 2. Dezember. ist Prinz Julius (Bruder des Königs) Der König, der Kronprinz, sowie
drich (ebenfalls Brüder des Königs)
Dänemark. Gesiern Nachmittag in Fredensborg eingetroffen. die Prinzen Wilhelm und Frie empfingen ihn am Bahnhofe.
— In der gestrigen Folketh Minister des Innern einen Ge
auert zwei Jahre. us und nach Maßgabe der Prüfungen werden f Nummer cins bis zu der- vont zu bestimmenden Nummer erhalten das Generalstab; die übrigen: erhalten das Patent und pe zurück. Die ersteren werden § in ihrer Truppe.
eine Lifte gestellt. ingssfizung meldete der sc{vorshlag nach Thisted, von Punkte auf der nordsceländishen on Kjôge nach Faxe und der Finanz-Mi- x das Verbot der Entgegen- \chen Münzen als Bezah- Die Vorlegung dieser Ge- Der Vor-
Präsident, daß der über die Gisenbahnanlagen von Struer Aarhus nach Ryom, von einem Bahn nah dem Tuborger Hafen und v mit einer Zweigbahn nach Storehedinge,
nister einen Gesegvorshlag übe nahme von \chleswig-holst eini lungsmittel, einbringen würden. ge geshah in der gestrigen Abendsfizung. s enthält die Bestimmung feiner öffentlihen Kasse gestattet sein ésmünze, lautend auf 1/, Species ourants, 2/; Species 1/, Species oder 20 /6 Species oder 10 S. 1/2 Species oder 5 S. lo oder 21/5 als Zahlungsmittel anzu- diese Mün-
auptleute im Die Offiziere, e jenen Vortheil zu ihren Regimentern zurü Generalstab dienen zunächst . Waffengattungen, welchen sie zuvor nicht und Genie-Offiziere ein Jahr in d
Infanterie- j Jahr 3 die Kavallerie-Offiziere ein Ja
Jahr in der Artillerie, fanterie und ein Jahr in der Artillerie, Jabr in der Jufanterie und ein Jahr i Darauf werden fie der Reihe nah beschäft Generalstäben der Divisionen, des Kriegs-Ministers, worauf Bedürfnissen des Dienstes verwendet. im Generalstab wird feiner, der nicht min taillons- oder Escadrons- Chef befehligt hat. abs-Oberst wird Brigade: General, der niht w lang ein Regiment befehligt hat. bleibt jeder dieser Ober-Offiziere in Art. 17 bis- 21. .D Offiziere bilden die Kriegsre]er ähnliche Ausbildung duxch. Generalstab verseßt werden. Das Staatsoverhaupt, die Marschälle von Frankreich behalten das Ret, Generalstavs-Offizier zum Adjutanten zu Generale dürfen einen Escadrons-Ch ralstab zum Adjutanten nehmen. länger als drei Jahre Adjutantendienste wieder übernehmen, wenn er zuvor wenigsten In der Regiel darf ein als einen Adjutanten - haben. Generale werden in der Infan den Lieutenants und Rittmeiftern ent oder die Kriegsschule durchgemackcht ha danten dürfen zwei Ordonnanz-Offiziere nur einen. Auch die Ordonnanz-Offiziere müssen f Sahren anderweit beschäftigt werden. Art. 28. Die verschiedenen Gencralstäbe bestimmt in Während des Kriegs muß Dienst erforderliche Zahl von Generalstab Art. 29. Das Effektiv des Generalstabs-
\seßvorshchlä \chlag des Finanz-Minister vom 1. Januar 1875 an \hleswig-holfteinishe Spezi oder 60 Schillinge \{chleswig-holsteinishen C oder 40 Sch. \{chleswig-holsteinishen Crt., Sch. \{chleswig-hol{teinishen Crt, 1/ \chleswig - holsteinishen Cri. , \{chleswig-holsteinishen Crt. Sch. \chleswig-holsteinisheu Von demselben Zeitpunkte an solle als Zahlungsmittel im- gewöhnlichen Verkehr be- Der Finanz-Minister bemerkte bei Vorlegung rshlages, daß die Durchführung desselben bei der Münzveränderung den Staat vor nit unbedeu- Beim Uebergang zur Reichs- Deutschland würden diese Münzen eingezogen, daß ein Theil derselben über breitung der Er wünschte nellest möglihe Förderung, 875 in Kraft treten sollte. inister und der
2) zwei Ja
der Mobilmachung er eben be-
dec Stellung, welche Reife versehenen
Die mit dem Patent der ve des Generalstabs und machen eine n Kriegszeiten köunen sie sofort in den rt. 23 und 24 handeln vom Avance- der Kriegs-Minister und einen höheren Die Divisions- Hauptmann vom Gene- Kein Generalstabs-Offizier darf versehen und solche nux dann s zwei Jahre anderwärts ¿eneral niht mehr Die Ordonnanz-Offiziere der terie den Lieutenants, in der Kavallerie lehnt, welche die Vorbereitung®- Die Cocps-Komman- haben, die übrigen Generale pätestens nah drei Zusammenseßung der und Kriegszeiten der im Junern und in Algerien
zen auch nicht nugt werden. diejes Gesezvo bevorstehenden tendem Verlust \{chühen würde, markberechnung in und man könne dann voraussegßen, die Grenze - gehen und dadurch der \{hnellen Ver neuen Kronenmünze ein Hinderniß entstehen würde.
dem Gesezvorschlage die \{ Geseg hon am 1. Januar 1 schiedene Geseßvorschl Kriegs-Minister dem zulegen gedenken, wur
gedient hat. Divisions-G
äge, welche der Marine-M Reichstage in der morgigen Sißung vor- den ebenfalls vom Präsidenten angemeldet.
Buenos-Ayres, 3. Dezember. (W. T. B.) g ist die amtlihe Meldung zugegangen, daß fich [l Mitre mit seinem Insurgenten-Corps retion ergeben hat, nachdem ucht geshlagen und auf der Jn der Provinz Bueno Die Regierungstruppen verfolgen dessen Avantgarde ebenfalls
Amerika. Der Regierun der Genera den Regierungstruppen auf Disk er von den leßteren in die Fl Flucht eingeholt worden war. ist die Ruhe wiederhergestellt. den Insurgentenführer Arredondo, eine Niederlage erlitten hat.
s-Offizieren Corps be- Das Generalstabs- unter denen ehe-
die für den zurückbleiben. z stimmt der Art. 11 des Cadresgeseßzs. Comité besteht aus Generalen malige Generalstabs-Offiziere tritt noch cin hôoheres Mitglied d Comité’s werden vom Minister, der Republik ernannt. Lieutenant vom Generalstab. Art. 31 entwirft die Pregramme für die Vor leitet die Arbeiten der Generalstabs- und der mit Offiziere und«bringt die Verbess neralstabsdiensstt in Vorschlag.
bereitungs- und_K: iegsschule wer oder einer Deputation desselben abge tritt am 1. Januar für die gegenwärtigen zu diesem Termin in Art. 34—36 enthalten no
Versailles, 4. Dezember. ( sammlung. Es wurde Über die Jreiheit des Un fortgesezt. Bischof Dupanloup trat für während der Deputirte Challemel Lac Das linke Centrum der fonstitutionellen G elbe will
verschiedener Waffen, die Mehrheit bilden müssen ; zu ihnen Die Mitglieder des der Präsident wird vom Präsidenten fretär fungirt cin Oberst oder Oberst- Das Generalstats-Comité bereitungs- und Kriegsschule, Patent verschenen ts für den Ge-
er Intendantur.
Kalkutta gemeldet, daß bt, sondern von Shir Ali st. Leßterer hat auf die lche vom Vizekönig von Ostindien in dieser hn gerihtet worden sind, noh keine Antwort ertheilt. — Die Regierung hat jeßt die Ue daß der in Gwalior gefangen genommene in Wirklichkeit nicht Nena Sahib ift, von Scindia jetzt zugiebt, daß er fich über die fangenen geirrt habe.
Asien. Der. „Times“ wird aus Yakub Khan nicht gefangen gese Khan nur in seinem Palaste internirt î Vorstellungen, we Angelegenheit an i
erungen und Reglemen Art. 32, Die Prüfungen der Vor- den vor dem Generalstabs-Comité Art. 33. Dieses Geseß hat aber feine rückwirkende Kraft Lieutenants vom Generalstab und für die bis der Ecole d’Application aufgenommenen Offi- ch weitere Uebergangébestimmungen.“
W. T. B.) Nationalver- Berathung der Gesezvorlage terrihtis an den höheren Lehranstalten ‘den Geseßzentwurf ein, denselben bekämpfte. — bezüglih der Berathung ebvorlagen die Initiative zu ergreifen, die bezüglichen Vorschläge abwarten, zu die Regierung veranlaßt schen könnte. ster will im Januar einen neuen Gef [her eine Modifikation der best enden
berzeugung gewonnen, angebliche Nena Sahib da auch der Radschah Identität des Ge-
1876 in Kraft,
Central-Blatt's für das Deutsche Reich“, Reichskanzler-Amt (Berlin, Carl Heymanns Verlag), e Verwaltungssachen : Herausgabe tschen Reichs; Mittheilungen über erweisung von Ausländern aus. dem Uebersicht über die Ausprägung von chiffahrt: Quarantaine-Borschristen* Hafen von Puerto Cabello in ver Kommissionen für die Prü- ermanns- 2c. Prüf g der Eisenbahn im Voigtlandez Leitung des chleswig-Holstein ; Eröffnung sulatwesen: Exequatur-Erthei-
Nr. 49 des erausgegeben im at folgenden Inhalt: 1) Allgemein eines amtlichen Handbuches deé den Stand dec Rinderpest ; Reichsgebiete.
at den Antrag,
2) Münzwesen : Reichsmünzen. 3) Marine und S Vorschriften für die Einfahrt in den Nachtrag zum Verzeichniß ceschiffer 2c.; Beginn von Seesteu 4) Postwesen: Bekanntmachungen, betr.: wischen Plauen in Sachsen und Öelsni ostbetriebes auf mehreren Routen in der Eisenbahn Dortmund-Lünen.
abgelehnt. Da denen fih etwa Finanz-Mini einbringen, Steuern vorschlägt.
Ftalien. Rom, 4. Dezember. -(W. T. B.) Der Präsident
des Senats, Des Ambrois di Nevacche, ist in der leßten
‘ Neichstags - Angelegenheiten.
Berlin, 5. Dezember. Jn der gestrigen Sizung des Deut- \chen Reichstages erwiderte der Reichskanzler Fürst von Bismarck dem Abg. Dr. Iôrg auf die Bezüglichkeiten, welche die- ser in die Besprehung der Etatsposition für den Bundesrath und dessen Aus\hü}e aus Veranlassung der angeblihen Nicht- wirksamkeit des Aus\hus}ses für die auswärtigen Angelegenheiten eingeflohten hatte:
Bei aller Bereitwilligkeit, auf sachliGe Anfragen bei Gelegenheit der Budgétdiskussion Avskunft zu geben, wird es mir in diefem Falle doch schwer, weil der Herr Redner eigentlih eine Frage, auf die mau antworten fönnte, nit gestellt hat. Ec hat die ganze Weltlage und das ganze Anséland ‘berührt, namentlich insoweit es dem Reiche nach- theilig sein fönnte und im Auslande unangenehme Erndrücke macht. Aber wonach er mi eigentli gefragt hat — ih habe forgfältig aufgepaßt, habe es aber nicht recht entdecken können ; denn cine Budgetposi- tion, die hier diéfutirt werdcn könnte, ift für diefen Aas\chuß nicht ausgeworfen. Mich in eine ftaatsrechklihe Diskusfion üver die Aus- legung der Reichsverfassung, über die Kompetenz dieses Ausschusses, über die Thätigkeit seiner Mitglieder, zu denen bekanntlich Preußen nicht gehört, mit dem Herrn Vorredner zu vertiefen, das werden Sie mir hier nicht zumuthen Ihrer Zeit wegen, und ih würde es meiner Zeit wegen auch an jedem anderen Orte vermeid-n. Die staatsrecht- liche Erörterung dieser Fragen iff Sache der Bundesregierung und derer, die bei dem Auéschusse betheiligt sind.
Der Ausschuß besteht in voll-r Wirksamkeit, er führt die achte Nummer der verschiedenen Ausschüsse und er besteht aus dem König- lih baycrischen Minister von Pfreßschner, dem Königlich sächsischen Minister von Friesen, dem württembergischen Gesandten von Spißem- berg, dem Großherzogli badishen Minister von Freydorf, und dem Großherzoglich mecklenburg - shwerinschen Vertreter von Bülow; also daraus wird der Herr Abgeordnete entnehmen, was er wahrscheinlich wohl schon ohnehin gewußt hat, daß der Auëshußz zu Recht besteht und zusammentritt, so oft eines der Mitglieder auf Berufung anträgt, reipeftive der Königlich baycrishe Bundeébevollmächtigte ihn beruft. Das ift vielleicht s{wierig, wenn der Bundesrath überhaupt nicht ver- sammelt ift; gewiß wäre es auch dann thunlich, und der Aus- {chuß wird zusammentreten, fo oft das Bedürfniß dazu -vor- liegt. Daß dieses Bedürfniß nicht häufig eintritt, dafür forgt das Auswärtige Amt, i-dem es die vzrbündeten Regierungen dur meta!lo- graphishe Abschriften der wichtigeren Depeschen und durch Mitthei- lung der Ergebnisse auf dem diplomatischen Gebiete weit über feine dienstlihen Verpflichtungen hinaus, und, so viel ih hate erkennen fönneo, unter voller Anerkennung der verbündeten Regierungen, auf dem Laufenden erhält. Wir haben in unseren auswärtigen Baezie- hungen recht reine Wäsche und nicht sehr viel zu verbergen, wie Sie auch daraus erseben, daß wir uns nicht daran tehren, 0% die höchsten Beamten, die wir 1m Auswärtigen Amte anste!‘en, gerade dem einen oder dem anderen Bundesstaate angehören. Wir haben zu allen Reichsangehörigen, jo weit sie nicht das Vertrauen dur politisches Verhaltea vecwirken, wir haben namentiüih zu allen MReichs- regieringen ein unbegrenztes Vertrauen. Der Präfident des früheren bayzrischen Staats-Ministeriums befindet sih in einer Stel- lung, in der ihm wahr!heinlich nich!s geheim bleibt, was im Reichs- diente passirt. Der frühere medcklenburgische Minister is in der Stellung des Staats-Sekretärs ganz genau in derselben Lage. Diese dee also, als ob, wenn ein heimlich sorgfältig präparirter Krieg dder sonft cine Abscheulickeit geplant würde, dieser Ausschuß, wenn er berufen würde, Tem auf die Sprünge kommen würde, ist ja ganz utopish und eigentlich doch mehr für Romane und Kinderlesebücher berechnet. Im Jahre 1874 ift mein:-s Erachtens gar fein Bedürfniß gewesen, daß irgend eine Auéschußsißzung hätte stattfinden mujjen, weil das Jahr 1874, was dem Herrn Vorredner, wie es scheint, einen fo erschreckenden Eindruck gemacht hat, in den 13 Jahren, die ich nunmehr an der Spiße des Auswärtigen Amts von Preußen und Deutscland stehe, eigentlih das ereignißloseste gewejen ist, was mir je vorgekommen is. Jch ziehe daraus d2a Schluß, daß dem Herrn Vorredner a lle Jahre einen furchtbaren und ershreckenden Eindruck gema{t haben, und daß ihm das leßte gerade im Gedächtniß geb!icben- ist. Wir, die wir wirklih im Geschäftsleben, haben 1874 eigertlich diplomatish weniger, ih will nit sagen weniger laufende Geschäfte — die giebt es immer —, aber sehr wenig Gemüthsbezie- hungen gehabt. Durch die ganze Rede des NBorredners zog sich der- jelbe cothe Faden leiser Verdächtigungen der Reichsregierungea, daß sie wohl damit umgehen möchten, selbst den Frieden zu ftören, au wenn sie nicht angegriffen würden, und der leise analoge rothe Faden, wie er neulich vom Abgeordneten Lasker mit vollem Rechte in der Rede eines Mitgliedes derselben Partei gerügt wurde, ais ob die Re- gierungen und die Vertreter der cinzelnen Staaten die Rechte ihrer Staaten nit gehörig wahrnehmen, damit diese Herren, wie Lasker sagte, mit einer \chlechten Zensur und leise angehaucht von dem Ver- dachte des niht hinreichend eifrigen Schußes der Landesinteressen in die Heimat zurückehren. Und fo ift dieje Karte, die hier auf der Tribüne abgegeben wurde, wohl auch an die Adresse der bayerischen öffentlihen Meinung gerichtet, um der Königlich bayerishen Re- gierung den Kredit ün Lande zu verderben und-glauben zu machen, als benuße fie die vorhandenen Hilfsmittel niht, , um Bayern den ihm zustéhenden Einfluß zu verschaffen. Der jedem Staate im Reiche zustehende Einfluß wird demjelben mit Wissen und Willen niemais irgendwie vecfümmert oder beneidet werden. Und wenn das der Fall wäre, so glaube i, sind die Regierungen selbst vollkommen tanti, das mit mehr Sachkunde geltend zu machen oder zu bekämpfen, als der Herr Vorredner dazu im Stande war. :
Der Herr Vorredner hat außerdem eine Anzahl Thatsachen theils aus dem auswärtigen, theils aus dem inneren politischen Leben des vergangenen Jahres berührt, auf die ih noch furz eingehen muß, um irgend welchen Entstellungen vorzubeugen. /
Bon einer Intervention in Spanien ist bei uns nicht die Rede gewesen in dem Sinne, wie er uns Interventionsgelüste in Frank- reich anklagte, weil wir uns über die aufrübrerishe Sprache franzö- sisher Bischôre in Erlassen, die an deutsche Unterthanen gerichtet wa- ren, beshwaten. Es handelte sich dä, juristisch genau genemmen, —
ih weiß nicht, ob der Herr Verredner Jurist ist nicht einmal um ausländische Bischöfe; dena die flagrantesten Thatsachen betrafeu sol&e Bischöfe, die damals noch einen Theil der Diözesen im Deutschen Reiche besaßen und insofern auch der Jurisdiktion des Deutschen Reichs unterlagen. Aber auch in Spanien bandelte es sich um feine Jutervention. Als ich die erste Nachricht von der Ermordung des Hauptmann Schmidt erfuhr, so ist mein Gefühl gewesen : wenn das ein englischer Zeitungskorrespondent, ein amerikanischer, ein russi- er, ein franzöfisher gewesen wäre, so wäre ihm das nicht passirt. Es regte fich in mir die Erinnerung an alle. alten Demüthigungen, die Deutschland durch seine Zerrissenheit früher zu erdulden genöthigt worden ist, und ih fagte mir: es ist Zeit, das Ausland daran zu ge- wöhnen, daß man auch Deutsche nicht ungestraft ermorden darf. Und in diesem Sinne war ih allerdings ent\chlossen, den Vorgang nicht ungerügt und unbemerkt vorübergehen zu lassen. Wäre es den völker- rechtlichen Traditionen gemäß und geziemte es uns, auf eine barba- rische, ich kann sagen henfermäßige Verfahrungsweise in ähnlicher Meise zu antworten, so hätten wir am ersten besten carlistischen Ha- fen, den wir erreichen konnten, eine Landung gemacht, hätten den ersten besten carlistischen Gta ser ergriffen und am Hafenthor gehängt. Das war das, was fich dem natürlichen Menschen als Re- pressalie aufdrängte. S i :
Sndessen so handeln wir nicht, denn wir find eminent friedfertig. Der Herr Vorréduer vindizirt diesen Charakter für Süddeutschland hauptsädlih. Ih will ihm den ja nicht bestreiten; abéèr friedfertiger, wie der Herr Vorredner, bin ih jedenfalls, da braucht man nur seine
leßte Rede zu kennen; und wenn er mir als kriegerish vorwirft, ich hätte irgend einmal von einem Strahl kälten Wassers zur Beruhigung aufgeregter Gemüther gesprochen, fo kann ich mi nur darauf be- rufen, daß kaltes Wasser ein eminent friedfertiges, abkühlendes Ele-
Nat plôglih gestorben. Aus Veranlassung des Trauerfalls
ment is Fh würde dem Hérrn Vorredner rathen, recht viel Ge- brauch davon zu machen.