Source: https://www.finanztip.de/anwaltskosten/
Timestamp: 2018-04-24 07:07:36
Document Index: 229813403

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 23', '§ 41', '§ 13', '§ 23', '§ 41', '§ 13', '§ 2', '§ 4']

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Anwaltssuche und Anwaltskosten
Rechtsanwälte dürfen eine kostenlose Erstberatung anbieten.
Anwälte, die sich auf sogenannte Massenfälle spezialisiert haben, wie die fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Baufinanzierungen oder bei Lebens- und Rentenversicherungen, bieten oft eine kostenlose Ersteinschätzung an.
Anwaltsgebühren sind gesetzlich im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgelegt.
Verlangt der Rechtsanwalt mehr als die festgelegte Mindestvergütung im Gerichtsverfahren, muss er eine schriftliche Honorarvereinbarung mit dem Mandanten abschließen.
Anwälte dürfen grundsätzlich keine Erfolgshonorare verlangen.
Wenden Sie sich an das Anwaltsvermittlungs-portal rechtsanwalt.net, falls Sie zu einer Rechtsfrage die kostenlose Einschätzung eines Rechtsanwalts wollen.
Achten Sie auf die Qualifikation Ihres Anwalts. Ein Fachanwalt ist höher qualifiziert als ein Anwalt, der auf seiner Website Rechtsgebiete als Schwerpunkt angibt.
Wollen Sie einen Anwalt kostenpflichtig beauftragen, erkundigen Sie sich vorher nach den Kosten und den Risiken eines Rechtsstreits.
Zur Einschätzung der Rechtsanwaltskosten nutzen Sie einen Online-Kostenrechner. Der vom Anwaltssuchservice bereit gestellte Rechner ist leicht zu bedienen und bietet eine gute Grundlage.
Sind Sie mit der Rechnung Ihres Anwalts nicht einverstanden, können Sie sich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden.
Egal ob Sie in einen Autounfall verwickelt sind, Ärger mit Ihrem Vermieter oder Arbeitgeber haben oder ob eine Scheidung ins Haus steht: Immer wieder kann es in Ihrem Leben Situationen geben, in denen Sie sich von einem Experten beraten lassen sollten, um Ihre Rechte durchzusetzen. Die Kosten, die auf Sie zukommen können, lassen sich vorab gut schätzen, und die Suche nach dem richtigen Anwalt ist nicht so schwer, wie Sie vielleicht befürchten.
Bei Anwaltskosten lohnt sich kein Preisvergleich: Die Gebühren, die ein Anwalt mindestens verlangen muss, sind gesetzlich festgelegt. Erst oberhalb der Mindestgebühren lässt der Gesetzgeber zu, dass Mandant und Rechtsanwalt eine höhere Bezahlung vereinbaren, zum Beispiel nach Zeitaufwand.
Anwaltsgebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Das wurde zum August 2013 durch das Kostenmodernisierungsgesetz geändert, die Gebühren haben sich dadurch erhöht. Zu unterscheiden ist zwischen dem Honorar für die außergerichtliche Beratung, dem Honorar für die außergerichtliche Vertretung sowie für die gerichtliche Vertretung.
Das kostet eine außergerichtliche Beratung
Benötigen Sie ein Gutachten zur Einschätzung der Rechtslage, müssen Sie maximal 250 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zahlen. Der Anwalt kann aber mit Ihnen durch eine Gebührenvereinbarung eine höhere Beratungspauschale ausmachen. Ohne sie bleibt es bei den gesetzlich festgelegten Mindestgebühren.
Kostenlose Erstberatung oder kostenloser Rechtsrat
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Rechtsanwälte kostenlose Erstberatungen anbieten dürfen (BGH, Urteil vom 3. Juli 2017, Az. AnwZ (Brfg) 42/16). So hatte bereits der Anwaltsgerichtshof Berlin entschieden, dass ein Rechtsanwalt für die außergerichtliche Beratung die festgelegten Gebühren auch unterschreiten kann (Beschluss vom 22. November 2006, Az. II AGH 4/06). Er darf also auch eine kostenlose Erstberatung anbieten. Das Landgericht Essen stellte ebenfalls klar: „Rechtsanwälte dürfen eine Erstberatung Rechtssuchender kostenlos anbieten und erbringen.“ (Urteil vom 10. Oktober 2013, Az. 4 O 226/13).
Spezialisierte Anwälte - Viele Anwälte bieten mittlerweile eine kostenlose Erstberatung an, vor allem dann, wenn Verbraucher eine Einschätzung benötigen, ob sie überhaupt Rechte geltend machen können. Das ist für Verbraucher eine gute Sache. Nach der kurzen Ersteinschätzung kann dann jeder überlegen, ob es sich lohnt, einen Rechtsstreit zu beginnen.
Finanztip empfiehlt Anwälte, die sich auf fehlerhafte Widerrufsbelehrungen bei Baufinanzierungen oder den Widerspruch bei Lebens- und Rentenversicherungen spezialisiert haben. Neben der juristischen Erfahrung haben wir es als positiv bewertet, wenn die Kanzlei anbietet, Verträge kostenlos zu überprüfen. Auch in anderen Bereichen wie dem Diesel-Abgasskandal oder zum Thema Filesharing bieten Kanzleien oft eine kostenlose Erstberatung an.
Anwaltsvermittlungsportale - Hat jemand eine Rechtsfrage, kann er sich an ein Anwaltsvermittlungsportal wenden. Über das Portal bieten einige Anwälte als zusätzlichen Service eine unentgeltliche Rechtsberatung an. Wir haben uns dazu zwei Portale angesehen. Wie wir sie gefunden und ausgewählt haben, erfahren Sie am Ende des Artikels.
Dieses Anwaltsvermittlungsportal besteht etwa seit dem Jahr 2015 und seit dieser Zeit gibt es auch die Rubrik „Kostenlose Rechtsfrage“. Das Portal bietet Ratsuchenden an, eine Rechtsfrage online zu stellen. Die auf dem Portal angemeldeten 5.000 Rechtsanwälte können dann entscheiden, ob sie die Rechtsfrage kostenlos beantworten möchten. Das Beratungsgespräch erfolgt telefonisch.
Das ist eine gute Möglichkeit für Verbraucher, die eine klar umrissene Rechtsfrage haben, einen fachkundigen Rat zu bekommen, ohne dafür etwas zahlen zu müssen. Für die Anwälte ist es eine Art Werbung. Das Portal gibt die Daten des Rechtsanwalts, der die Frage beantworten will, an den Fragenden weiter.
rechtsanwalt.net/rechtsfragen
kostenlos Rechtsfrage an Rechtsanwalt stellen
5.000 Anwälte sind auf dem Portal registriert
kostenlose-ersteinschaetzung.de
Das Portal bietet seit März 2017 seine Dienstleistungen in Deutschland an. Es kommt aus der Schweiz und hat dort die kostenlose Erstberatung durch Anwälte bereits etabliert. Verbraucher können über das Portal ein 15-minütiges Gespräch bei einem Rechtsanwalt grundsätzlich in allen Rechtsbereichen buchen.
Die Anwälte beraten nicht am Telefon oder per E-Mail. Das Beratungsgespräch findet immer in den Kanzleiräumen statt. Deshalb können Ratsuchenden Fahrtkosten entstehen. Es kommen aber ansonsten keine Kosten auf Verbraucher zu, das Portal speichert die Daten nicht. Bei unserer Erhebung im Juli 2017 boten rund 80 Anwälte ihre Dienstleistungen über dieses Portal an. Das Modell ist interessant, es fehlen aber noch ausreichende Erfahrungswerte und eine hinreichende Anzahl von teilnehmenden Anwälten, damit Finanztip diese Dienstleistung empfehlen kann.
Das kostet eine außergerichtliche Vertretung
Soll Ihr Anwalt Sie nicht nur beraten, sondern Sie außergerichtlich vertreten und zum Beispiel an Ihren Vermieter oder Arbeitgeber schreiben, richtet sich die Gebühr nach den Nummern 2300 fortfolgende des Vergütungsverzeichnisses (VV) des RVG. Je nach Arbeitsaufwand entsteht eine halbe bis eine zweieinhalbfache Gebühr.
Anwälte verlangen in der Regel die Mittelgebühr von 1,3. Eine höhere Gebühr als das 1,3-Fache kann Ihr Anwalt nur dann berechnen, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig war. Das muss der Anwalt Ihnen gegenüber aber besonders begründen. Soll Ihr Anwalt nur ein einfaches Schreiben ohne schwierige rechtliche Ausführungen oder größere sachliche Auseinandersetzungen verfassen, darf er sogar nur eine Gebühr von 0,3 verlangen.
Die Gebühren werden nach dem Wert berechnet, um den es in der rechtlichen Auseinandersetzung geht – dem sogenannten Gegenstandswert. Die Gebührenstaffelung nach Gegenstandswert können Sie der Anlage 2 zum RVG entnehmen. Konnte Ihr Anwalt eine außergerichtliche Einigung herbeiführen, fällt außerdem eine Einigungsgebühr von 1,5 an (Nr. 1000 VV).
Hinzu kommen immer die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sowie eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro.
Kostenbeispiel außergerichtliche Vertretung bei Eigenbedarfskündigung
Ihnen wurde wegen Eigenbedarf gekündigt. Sie wollen sich dagegen wehren. Ihre monatliche Nettokaltmiete liegt bei 800 Euro. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei diesem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2 bis 10.000 Euro).
gesamt: 887,03 €
Streitwert 9.600 €
angefallene Geschäftsgebühr 558 € x 1,3 725,40 €
Postpauschale Nr. 7002 VV RVG 20,00 €
Mehrwertsteuer von 19 % Nr. 7008 VV RVG 141,63 €
Das kostet die Vertretung vor Gericht
Für Ihre gerichtliche Vertretung fällt grundsätzlich eine 1,3-fache Verfahrensgebühr an, auf die die außergerichtlich bereits angefallene Geschäftsgebühr zur Hälfte angerechnet wird, maximal jedoch mit einer 0,7-fachen Gebühr. Für die Vertretung im Gerichtstermin fällt eine weitere 1,2-fache Termingebühr an.
Schließen Sie beziehungsweise Ihr Anwalt im gerichtlichen Verfahren einen Vergleich, kann Ihr Anwalt eine weitere einfache Vergleichsgebühr verlangen.
Kostenbeispiel gerichtliche Vertretung bei Eigenbedarfskündigung
Die außergerichtlichen Bemühungen Ihres Anwalts haben nicht zu einer zufriedenstellenden Lösung geführt. Sie lassen sich deshalb von Ihrem Anwalt vor Gericht vertreten. Der Gegenstandswert beläuft sich auf eine Jahresmiete, also 9.600 Euro (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Eine Geschäftsgebühr nach RVG beträgt bei dem Streitwert 558 Euro (§ 13 RVG, Anlage 2, bis 10.000 Euro).
gesamt: 1.252,24 €
Verfahrensgebühr (§§ 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV RVG) 558 € x 1,3 725,40 €
anzurechnen hierauf laut Vorbemerkung 3 Abs. 4 Anlage 1 VV RVG 558 € x 0,65 -	362,70 €
es verbleiben: 362,70 €
Termingebühr (Nr. 3104 VV RVG) 558 € x 1,2 669,60 €
Zwischensumme: 1.032,30 €
Mehrwertsteuer 19 % von 1.052,30 € Nr. 7008 VV RVG 199,94 €
Anwaltskosten online berechnen
Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie hoch Ihre Anwaltskosten sein werden, können Sie zum Beispiel den vom Anwaltssuchservice bereit gestellten Rechner nutzen. Erläuternde Hinweise zum Ausfüllen des Formulars erhalten Sie, wenn Sie auf das jeweilige Fragezeichen klicken.
Bei der Eingabe des Streitwerts führt der Rechner Sie zum richtigen Wert, wenn Sie einige zusätzliche Fragen beantworten. Zusätzlich zu den Gebühren fallen die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sowie eine Post- und Telekommunikationspauschale von 20 Euro an.
Achtung: Der Rechner bezieht sich nur auf zivilrechtliche Streitigkeiten. Anwaltskosten im Strafrecht, Arbeitsrecht oder öffentlichen Recht berechnen sich anders. Erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem Anwalt.
Erfolgshonorar nur ausnahmsweise zulässig
Erfolgshonorare dürfen Anwalt und Mandant nur unter strengen Voraussetzungen vereinbaren: nur im Einzelfall und nur dann, wenn der Mandant aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars seine Rechte nicht durchsetzen würde (§ 4a RVG). Die Regelung gilt seit dem Jahr 2008, vorher waren erfolgsabhängige Vergütungen verboten.
Einige Anwälte haben solche Erfolgshonorare vor allem bei fehlerhaften Widerrufsbelehrungen angeboten. Der Streitwert war in diesen Fällen oft viel höher als der wirtschaftliche Vorteil des Kreditnehmers. Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung mussten sich deshalb genau überlegen, ob sie ihre Rechte wirklich einklagen wollten.
So machen Sie sich auf die Anwaltssuche
Laut Bundesrechtsanwaltskammer gab es im gesamten Bundesgebiet zum 1. Januar 2017 insgesamt knapp 155.000 zugelassene Rechtsanwälte. Sie müssen aus dieser großen Anzahl den für Sie richtigen Anwalt finden. Das entscheidende Kriterium für Ihre Wahl ist nicht der Preis, sondern allein die Qualität. Die meisten Rechtsanwälte haben sich auf ein oder zwei Rechtsgebiete spezialisiert. Das ist angesichts der Fülle von Rechtsfragen und Rechtsprechung auch sinnvoll.
Eine Spezialisierung geht häufig mit einer speziellen theoretischen und praktischen Fachanwaltsausbildung und abschließender Prüfung einher. Jeder Fachanwalt ist verpflichtet, jährlich Fortbildungsveranstaltungen in seinem Spezialgebiet zu besuchen. Das soll sicherstellen, dass der Rechtsanwalt in seinem Schwerpunktbereich immer auf dem aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung ist: eine Grundvoraussetzung für eine gute anwaltliche Beratung.
Hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis um und erkundigen Sie sich, wer mit welchem Anwalt gute Erfahrungen gemacht hat. Fragen Sie aber immer, in welchem Rechtsgebiet der empfohlene Anwalt tätig war. Ein guter Familienrechtsanwalt ist in der Regel kein Experte für Arbeitsrecht.
Suchen Sie einen Anwalt, der für Ihre Rechtsfrage Experte ist. Ein Anwalt, der zusätzlich die Bezeichnung Fachanwalt führen darf, hat eine nachgewiesene besondere Qualifikation. Die wichtigsten Fachanwaltschaften haben folgende Ausrichtung: Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Erbrecht, Familienrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht. Laut Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum 1. Januar 2017 haben mehr als 56.000 zugelassene Anwälte einen Fachanwaltstitel, die meisten im Familienrecht.
Haben Sie eine rechtliche Frage zu Ihrem Arbeitsverhältnis, suchen Sie sich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht. Dabei gibt es Kanzleien, die ausschließlich Arbeitnehmerinteressen vertreten und solche, die allein auf Arbeitgeberseite stehen. Das vermeidet Interessenkonflikte und lässt sich auf der Homepage des Anwalts oder durch einen Anruf schnell herausfinden. Gleiches gilt im Medizinrecht: Es gibt Patientenrechtsanwälte und solche, die ausschließlich Krankenhäuser und Ärzte vertreten.
Suchen Sie sich einen Fachanwalt, der in Ihrer Nähe seine Kanzlei hat. So können Sie ein persönliches Gespräch führen, ohne allein auf das Telefon angewiesen zu sein.
Jede Rechtsanwaltskammer bietet einen Suchdienst an, in dem alle Mitglieder aufgeführt sind. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat auf ihrer Website alle Adressen der 28 Rechtsanwaltskammern aufgeführt. Auf deren Seiten können Sie in Ihrer Region einen Anwalt für Ihre Frage finden.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anwaltssuchdienste, zum Beispiel anwalt-suchservice.de. Betreiber dieses Suchdienstes ist der juristische Fachverlag Dr. Otto Schmidt. In diese Suche werden allerdings nur 15.500 Anwälte einbezogen.
Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, klärt Ihr Anwalt meist für Sie direkt mit dem Versicherer, ob dieser die Kosten übernimmt. Darauf sollten Sie sich aber nicht verlassen. Nehmen Sie selbst mit dem Versicherer Kontakt auf und bitten Sie um eine sogenannte Deckungszusage – und zwar bevor Sie den Rechtsanwalt beauftragen. So gehen Sie sicher, dass Sie auf den Anwaltskosten nicht sitzen bleiben. Es bleibt aber in der Regel eine Selbstbeteiligung, die in Ihrem Versicherungsvertrag festgelegt ist. Beachten Sie, dass Rechtsschutzversicherungen meist nur für Streitigkeiten zahlen, die nach Abschluss der Versicherung entstanden sind.
Zur Schlichtungsstelle bei Ärger mit dem Anwalt
Sind Sie mit der Höhe der Anwaltsgebühren nicht einverstanden, fühlen Sie sich über die Kosten nicht ausreichend aufgeklärt oder werfen Sie Ihrem Rechtsanwalt Fehler vor, sollten Sie das zunächst mit Ihrem Anwalt direkt besprechen. Finden Sie keine Lösung, können Sie sich kostenlos an die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft wenden.
Die Schlichtungsstelle vermittelt bei Streitigkeiten bis zu einem Wert von 50.000 Euro. Den Parteien wird ein Einigungsvorschlag unterbreitet, den sie annehmen können oder nicht. Laut Tätigkeitsbericht hat die Stelle rund 1.100 Verfahren im Jahr 2017 erledigt. Rund 5 Prozent der Schlichtungsvorschläge gingen vollumfänglich zugunsten der Verbraucher aus. In fast 300 Fällen hat sich der Verbraucher mit dem Rechtsanwalt geeinigt. Das bedeutet, der Anwalt musste seine Rechnung reduzieren oder Schadensersatz zahlen.
So haben wir die Portale für kostenlose Rechtsberatung ausgewählt
Wir haben im Juli 2017 nach einer Google-Suche für „kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt“ auf den ersten fünf Suchergebnisseiten zwei Anwaltsvermittlungsportale gefunden. Den beiden Portalen kostenlose-ersteinschaetzung.de und rechtsanwalt.net haben wir einen umfangreichen Fragebogen zugeschickt. Voraussetzung für eine Finanztip-Empfehlung war, dass ein Portal Anwälte vermittelt, die in allen Rechtsbereichen eine unentgeltliche Rechtsauskunft bieten. Beide Portale bieten Rechtsauskünfte in allen Rechtsgebieten.
Wir wollten unter anderem auch wissen, wie viele Anwälte über das jeweilige Portal ihre Dienstleistungen anbieten, in welchen Bereichen sie die meisten Anfragen vermitteln und ob die Beratung telefonisch, über E-Mail oder in den Kanzleiräumen erfolgt. Außerdem haben wir erfragt, wie die Portale Geld verdienen und wie die Daten der Ratsuchenden geschützt sind. Beide Portale haben unsere Fragen umfassend beantwortet.
Die Beratungsqualität können wir nicht einschätzen; es ist aber sichergestellt, dass ausschließlich zugelassene Rechtsanwälte beraten. Das Portal kostenlose-ersteinschaetzung.de hatte zur Zeit der Umfrage etwa 80 angebundene Anwälte. Dadurch, dass eine Beratung immer in den Kanzleiräumen erfolgt, gibt es für Verbraucher derzeit kein flächendeckendes Angebot.