Source: https://www.fachanwalt-strafrecht-muenchen.org/aktuelles/antidopingrecht-antidopg/
Timestamp: 2020-05-28 06:41:56
Document Index: 70012284

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 19']

Dopingmittel (AntidopG) | Fachanwalt Strafrecht München
Betäubungsmittelstrafrecht (AntiDopG, GÜG) – Inverkehrbringen von und Handeltreiben mit Dopingmitteln, Somatropin (§§ 2 Abs. 1, 4 Abs. 1 Nr. 1 AntiDopG) – Besitz von Dopingmitteln in nicht geringer Menge, Testosteron (§ 4 Abs. 1 Nr. 3 AntiDopG) – Besitz eines verbotenen Grundstoffs, Ephedrin (§§ 3, 19 Abs. 1 Nr. 1 GÜG)
In diesem Beitrag informiert Anwalt Betäubungsmittelstrafrecht München Volker Dembski über Verstöße gegen das AntiDopG.
2. Inverkehrbringen von und Handeltreiben mit Dopingmitteln (§§ 2 Abs. 1, 4 Abs. 1 Nr. 1 AntiDopG)
Entscheidendes Kriterium für eine Strafbarkeit nach dem Antidopinggesetz beim Umgang mit Dopingmitteln ist daher der Verwendungszweck.
Im Kraftsportbereich werden Dopingpräparate regelmäßig nicht vollständig unmittelbar eingenommen, sondern in Steroidkuren mit oftmals längeren Pausen aufgebraucht. Die Anwendung typischer, zu jeder Kur mit anabolen Steroiden gehörender Dopingwirkstoffe ist dabei mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, deren Ausgleich im Regelfall die Anwendung weiterer Arzneimittel (HCG, Clomifen, Tamoxifen) erfordert. Mit der Einnahme von Dopingmitteln sind erhebliche gesundheitliche Gefahren verbunden. Nebenwirkungen sind insbesondere Vergrößerung des Herzmuskels, Herzinfarkt, Gefäßerkrankungen, Leberschäden, Schwund von Steroid produzierenden Organen und Geweben, Ausbildung weiblicher Geschlechtsmerkmale, erektile Dysfunktion, psychische Veränderungen in Form einer Aggressivitätssteigerung oder Depression, Akne und Haarausfall. Während der Einnahme von anabolen Steroiden werden oftmals Aufzeichnungen angefertigt, um die Wirksamkeit zu überwachen, und anschließend zu Dokumentationszwecken aufbewahrt.
3. Besitz von Dopingmitteln in nicht geringer Menge (§§ 2 Abs. 3, 4 Abs. 1 Nr. 3 AntiDopG)
Ein weiteres entscheidendes Kriterium für eine Strafbarkeit nach dem Antidopinggesetz beim Umgang mit Dopingmitteln ist daher neben dem Verwendungszweck auch die Menge. Bei den anabolen Steroiden Nandrolon, Metandienon und Stanozolol handelt es sich um gegenwärtig in Deutschland nicht verkehrsfähige Arzneimittel, wobei Metandienon und Stanozolol wegen der unakzeptablen leberschädigenden Nebenwirkungen als bedenklich einzustufen sind. Testosteron und das Wachstumshormon Somatropin sind dagegen verkehrsfähige Arzneimittel. Die nicht geringe Menge liegt gemäß Dopingmittel-Mengen-Verordnung für transdemale oder orale Darreichungsformen von Testosteron bei 1500mg (sonst: 632 mg), für Nandrolon bei 45mg, für Depot-Zubereitungen von Metandienon bei 100mg (sonst: 150mg), für Depot-Zubereitungen von Stanozolol bei 100mg (sonst: 150mg), für Somatropin bei 16mg, für Tamoxifen bei 600mg, für Clomifen bei 509mg und für Clenbuterol bei 2,1mg.
4. Besitz eines verbotenen Grundstoffs (§§ 19 Abs. 1 Nr. 1, 3 GÜG)