Source: https://www.peterlang.com/view/9783653985849/14_CH08.html
Timestamp: 2018-02-20 06:14:55
Document Index: 253705056

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 7', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 1', '§ 138', 'BGH', '§ 22', '§ 32', '§ 22', '§ 22', '§ 24', '§ 22', '§ 1', '§ 22', '§ 15', '§ 21', '§ 15', '§ 21', '§ 280', '§ 823', '§ 611', '§ 823', '§ 826', '§ 1004', '§ 22', '§ 22', '§ 15', '§ 16', '§ 22', '§ 12', '§ 12', '§ 22', '§ 22', '§ 13', '§ 22', '§ 13', '§ 17', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 18', '§ 18', '§ 22', '§ 18', '§ 22', '§ 18', '§ 22', '§ 7', '§ 2', '§ 22', '§ 22', '§ 1', '§ 1', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 12', '§ 22', '§ 6', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 22', '§ 22', '§ 292', '§ 22', '§ 611', '§ 22', '§ 22', '§ 242', '§ 241', '§ 22', 'EuG', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 16', '§ 22', '§ 16', '§ 11', '§ 1', '§ 81', '§ 3', '§ 3', '§ 22', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 1', '§ 22', '§ 611', '§ 22', 'EuG', 'Art. 4', 'EuG', '§ 22', '§ 22', '§ 611', '§ 22', '§ 22', '§ 19', '§ 3', '§ 22', '§ 611', '§ 22', '§ 16', '§ 22', '§ 3', '§ 16', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 16', '§ 5', '§ 8', '§ 611', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 20', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 22', '§ 22', '§ 22']

H. Auswirkungen von § 22 AGG auf die Behauptungslast der Parteien : Die Beweislastregel des § 22 AGG
H. Auswirkungen von § ...
Mit dem im Jahre 2006 in Kraft getretenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat der Gesetzgeber den Schutz vor Diskriminierungen erstmals umfassend kodifiziert. Die Effektivität dieses Schutzes steht und fällt mit der prozessualen Durchsetzbarkeit der Benachteiligungsverbote aus den §§ 7 Abs. 1, 19 AGG. Dementsprechend enthält § 22 AGG eine Regelung, welche die beweisrechtliche Situation für Diskriminierungsopfer erleichtern soll. Der Verfasser setzt sich im Kern mit dem Anwendungsbereich der Beweislastregel sowie den Voraussetzungen und dem Umfang der Rechtsfolge der Beweislastumkehr auseinander. Dabei werden die allgemeinen zivilrechtlichen und arbeitsrechtlichen, vor allem aber die europa- und verfahrensrechtlichen Implikationen des § 22 AGG eingehend untersucht.
9783653985849
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-04589-5
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XXII, 430 S.
H. Auswirkungen von § 22 AGG auf die Behauptungslast der Parteien
← 330 | 331 →H. Auswirkungen von § 22 AGG auf die Behauptungslast der Parteien
Im Folgenden sind die Auswirkungen des § 22 AGG und der dort angeordneten Beweislastumkehr auf die Behauptungslast der Prozessparteien zu klären.
In Gegenstand und Umfang folgt die Behauptungslast grundsätzlich der Beweislast.1803 Derjenige, der im Prozess für bestimmte Tatbestandsmerkmale beweisbelastet ist, muss zunächst entsprechende Tatsachenbehauptungen aufstellen.1804 Nach den allgemeinen Grundsätzen trägt der Kläger damit nicht nur die Beweislast, sondern auch die Behauptungslast für alle anspruchsbegründenden Tatsachen. Entsprechend liegen Behauptungs- und Beweislast für alle rechtshindernden, rechtsvernichtenden und rechtshemmenden Tatsachenvoraussetzungen beim Beklagten.1805
Auch bei der Anwendung von § 22 AGG verhalten sich Behauptungs- und Beweislast spiegelbildlich zueinander.1806 Denn aus dem Wortlaut der Beweislastregel ergibt sich keine Abweichung von diesem Grundsatz. Außerdem folgt aus der Regierungsbegründung zum AGG, dass mithilfe der Beweislastregel die Anforderungen an die Darlegungs- und Beweislast danach bestimmt werden, im Einflussbereich welcher Partei sich die Tatsachen ereignen.1807 Die somit auch im Rahmen des § 22 AGG zugrunde zu legende Kongruenz von Behauptungs- und Beweislast ← 331 | 332 → hat zur Folge, dass nicht nur die Beweislast, sondern auch die Darlegungslast in zwei zeitlich aufeinander folgende Stufen aufgeteilt ist.1808
Auf der ersten Stufe der Beweislastregel trägt der Kläger die Behauptungslast für die anspruchsbegründenden Voraussetzungen einer Benachteiligung wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes. Die Anforderungen an die Substantiierung seines Tatsachenvortrags sind nach den Grundsätzen des § 138 ZPO zu beurteilen.1809 Nach ständiger Rechtsprechung des BGH genügt eine Partei ihrer Darlegungslast, wenn sie Tatsachen...
B. Die Beweislast nach allgemeinen zivilprozessualen Grundsätzen
I. Begriff und Bedeutung der Beweislast
1. Die non liquet-Situation als Grundlage einer Beweislastentscheidung
2. Die objektive Beweislast
3. Die subjektive Beweislast
II. Die Verteilung der objektiven Beweislast
1. Ausdrückliche gesetzliche Regelungen der Beweislastverteilung
a) Beweislastregeln in Gestalt ausdrücklicher Bestimmungen
b) Widerlegliche gesetzliche Vermutungen
2. Grundsatz der Beweislastverteilung
a) Die Normentheorie
b) Kritik an der Normentheorie
c) Die modifizierten Normentheorien
aa) Anknüpfung an die Grundregel der Normentheorie
bb) Theorie der negativen Grundregel
d) Verteilung der Beweislast nach Prinzipien
aa) Theorie der abstrakten Wahrscheinlichkeit
bb) Verteilung der Beweislast nach konkreter Wahrscheinlichkeit
cc) Die Gefahrenbereichslehre
dd) Beweislastverteilung nach einem Prinzipienbündel
3. Richterrechtliche Beweislastregeln
C. Modifizierung des Beweisrechts durch Beweiserleichterungen
I. Zum Begriff der Beweiserleichterung
II. Beweismaßreduzierung durch das Institut der Glaubhaftmachung
1. Regelbeweismaß
2. Glaubhaftmachung
III. Indizienbeweis
1. Die Bedeutung des Indizienbeweises
2. Voraussetzungen für den Indizienbeweis
IV. Anscheinsbeweis
2. Wirkung des Anscheinsbeweises
D. Der Anwendungsbereich von § 22 AGG
I. „Im Streitfall“ – sachlicher Anwendungsbereich
1. Begriffsverständnis im Rahmen von § 32 BVerfGG
2. Voraussetzung eines Rechtstreits bei § 22 AGG
a) Beschränkung auf kontradiktorische Verfahren
b) Verfahren vor einem Gericht oder einer anderen zuständigen Stelle
3. Anwendbarkeit von § 22 AGG im Verwaltungsprozess
a) Unmittelbare Anwendung der Beweislastregel
b) Entsprechende Geltung in Fällen des § 24 AGG
c) § 22 AGG analog in sonstigen Verwaltungsprozessen
aa) Vergleichbare Interessenlage
bb) Planwidrige Regelungslücke
4. Streitige Tatsachenbehauptung
II. Erfasste Benachteiligungsformen
III. Unzulässige Benachteiligungsgründe gem. § 1 AGG
1. Rasse oder ethnische Herkunft
3. Religion oder Weltanschauung
6. Sexuelle Identität
IV. Von § 22 AGG erfasste Regelungen
1. Anwendbarkeit auf die Ansprüche aus § 15 I, II AGG und § 21 I, II AGG
a) Keine Beschränkung auf einen bestimmten Abschnitt
b) Die Benachteiligungsverbote als zentraler Anknüpfungspunkt
2. Anwendbarkeit auf konkurrierende Ansprüche außerhalb des AGG
a) Die Regelungen des § 15 V AGG und § 21 III AGG
b) Mögliche konkurrierende Ansprüche
aa) Anspruch auf Schadensersatz gem. § 280 I BGB
bb) Konkurrierende Ansprüche aus unerlaubter Handlung
(1) § 823 I BGB in Verbindung mit einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts
(a) Rechtsprechung des BAG zu § 611a BGB a.F.
(b) Übertragung der arbeitsgerichtlichen Judikatur auf die neue Rechtslage?
(2) § 823 II BGB in Verbindung mit einem Schutzgesetz
(3) § 826 BGB
cc) Quasi-negatorische Ansprüche aus § 1004 BGB analog
c) Anwendbarkeit von § 22 AGG
aa) Ansprüche mit materiellem Bezug zu den Benachteiligungsverboten
(1) Wortlaut des § 22 AGG
(3) Systematik des Gesetzes
(a) §§ 15 V, 21 III AGG
(b) Die Verweisung in § 16 III AGG
(c) Systematischer Standort der Beweislastregel im AGG
(5) Gebot der richtlinienkonformen Auslegung
(a) Keine Beschränkung auf unmittelbar wirkende Richtlinien
(b) Vorgaben der Richtlinien
bb) Konkurrierende Ansprüche aus anderem Rechtsgrund
(1) Vergleichbare Interessenlage
(3) Richtlinienkonforme Analogiebildung
3. Anwendbarkeit von § 22 AGG auf die in § 12 AGG geregelten Pflichten
a) Die Pflichten des § 12 AGG
b) Denkbare Anwendungsfälle von § 22 AGG
c) Argumente gegen eine Anwendbarkeit von § 22 AGG
4. Beschwerde gem. § 13 AGG
a) Streitfall im Sinne von § 22 AGG
b) Entbehrlichkeit der Beweislastregeln im Verfahren nach § 13 AGG
5. Geltung der Beweislastregel im Verfahren nach § 17 II AGG
aa) Streichung eines auf § 22 AGG verweisenden Absatzes?
bb) Verweisung auf § 23 III 1 BetrVG
cc) Vereinbarkeit mit dem arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren
dd) Berücksichtigung der europäischen Richtlinien
b) Analoge Anwendung von § 22 AGG
6. Rechtsstreitigkeiten über Ansprüche aus § 18 AGG
a) Der Regelungsgegenstand des § 18 AGG
bb) Verteilung der Beweislast unter Berücksichtigung von § 22 AGG
(1) Beweislast für das Vorliegen einer Vereinigung i.S.v. § 18 I AGG
(2) Beweislast für die Erfüllung der satzungsmäßigen Voraussetzungen
(3) Beweislast für das Bestehen einer unzulässigen Benachteiligung
(a) Anwendbarkeit von § 22 AGG
(aa) Wortlaut von § 18 I AGG
(bb) Systematische Auslegung
(cc) Objektiver Zweck des § 22 AGG
(dd) Vorgaben der europäischen Richtlinien
(b) Vergleich mit der Rechtsposition von Bewerbern nach alter Rechtslage
7. Beweislast für die Wirksamkeit einer Kündigung im Kündigungsschutzprozess
a) Kündigungsschutzrechtliche Relevanz von § 7 I AGG
aa) Auslegung von § 2 IV AGG auf der Basis der deutschen Methodenlehre
bb) Gebot der richtlinienkonformen Auslegung
(1) Unvereinbarkeit der Auslegung als Anwendungsausschluss mit den Richtlinien
(a) Unwirksamkeit diskriminierender Kündigungen als notwendige Rechtsfolge
(b) Unzureichender Diskriminierungsschutz durch das herkömmliche Kündigungsrecht
(2) Grenzen des Gebots der richtlinienkonformen Auslegung
b) Folgen für die Anwendbarkeit des § 22 AGG
aa) Ordentliche Kündigungen innerhalb des Anwendungsbereichs des KSchG
(1) Betriebsbedingte Kündigungen
(a) Diskriminierende Sozialauswahl
(aa) Anwendung von § 22 AGG auf einer zusätzlichen Stufe
(bb) Anwendung der Beweislastregel aus § 1 III 3 KSchG
(cc) Richtlinienkonforme Reduktion von § 1 III 3 KSchG
(b) Sonstige diskriminierende betriebsbedingte Kündigungen
(2) Personen- und verhaltensbedingte Kündigungen
bb) Vom KSchG nicht erfasste ordentliche Kündigungen
cc) Außerordentliche Kündigungen
V. Die „Parteien“ im Sinne von § 22 AGG – persönlicher Anwendungsbereich
1. Formeller Parteibegriff
2. Anwendung von § 22 AGG zugunsten des Arbeitgebers
a) Im Kündigungsschutzprozess
b) Im Regressprozess
aa) Grammatische Auslegung von § 22 AGG
bb) Gesetzesbegründung
dd) Berücksichtigung des Schutzauftrags aus § 12 AGG
(1) Keine Lösung des Problems durch Streitverkündung
3. Anwendbarkeit von § 22 AGG auf die in § 6 III AGG genannten Personen
E. Grundsatz: Vollbeweis des Klägers für alle anspruchsbegründenden Tatsachen
I. Beweis einer unmittelbaren Benachteiligung
1. Weniger günstige Behandlung als eine andere Person
a) Subjektive Ernsthaftigkeit der Bewerbung
b) Objektive Eignung des Stellenbewerbers
aa) Meinungsübersicht
2. Vergleichbare Situation
3. Verwirklichung eines in § 1 AGG genannten Merkmals
4. Wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes
II. Beweis einer mittelbaren Benachteiligung
1. Dem Anschein nach neutrale Regelung
2. Besondere Benachteiligung von Trägern eines in § 1 AGG genannten Merkmals
a) Nachweis durch einen statistischen Vergleich
aa) Ungleichbehandlung zweier Vergleichsgruppen
bb) Quantitativ wesentlich stärkere Betroffenheit von Merkmalsträgern
b) Nachweis durch eine typisierende Betrachtungsweise
aa) Keine Beschränkung auf statistische Mittel
bb) Anforderungen des Merkmals „in besonderer Weise benachteiligen können“
(1) Meinungsspektrum in Rechtsprechung und Literatur
(2) Europarechtlicher Hintergrund
c) Erfordernis einer erheblichen Benachteiligung?
3. Kein Ausschluss gem. § 3 II, 2. Hs. AGG
a) Beweislastverteilung nach der allgemeinen Grundregel
b) Anforderungen der Voraussetzungen aus § 3 II, 2. Hs. AGG
aa) Sachlich rechtfertigendes rechtmäßiges Ziel
bb) Erforderlichkeit und Angemessenheit der Mittel
III. Beweis einer Belästigung gem. § 3 III AGG
IV. Nachweis einer sexuellen Belästigung
V. Beweis einer Anweisung zur Benachteiligung
VI. Die Verbote aus § 16 I und II AGG
1. Das Maßregelungsverbot des § 16 I AGG
2. Verbot der Berücksichtigung von Duldung oder Zurückweisung gem. § 16 II AGG
F. Der Beweis von Indizien gem. § 22 AGG
I. Zum Begriff des „Indizes“
II. Das „Vermuten Lassen“ im Sinne von § 22 AGG
1. Abgrenzung zu den Vermutungen gem. § 292 ZPO
2. Erleichterung des Indizienschlusses
a) Auslegung von § 22 AGG
aa) Der Wortlaut der Beweislastregel
b) Vorgaben der europäischen Richtlinien
aa) Freies Ermessen der Mitgliedstaaten?
bb) Wortlaut der in den Richtlinien enthaltenen Beweislastregeln
cc) Entstehungsgeschichte der richtlinienrechtlichen Beweislastregeln
(1) Kommissionsbegründung zum Richtlinienentwurf von
(2) Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses aus dem Jahr
dd) Objektiver Zweck der Beweislastbestimmungen
III. Gegenstand der Indizien
1. Bei unmittelbaren Benachteiligungen
a) Weniger günstige Behandlung als eine andere Person
aa) Die Auffassungen zu § 611a I 3 BGB a.F.
bb) Wortlaut des § 22 AGG und Ausführungen in den Gesetzesbegründungen
cc) Sinn und Zweck des § 22 AGG
(1) Bestehen eines Auskunftsanspruchs gegen den Beklagten
(a) Europarechtliche Vorgaben
(b) Auskunftsanspruch aus § 242 BGB
(c) Informationsanspruch aus einer vorvertraglichen Nebenpflicht gem.§ 241 II BGB
dd) Richtlinienkonforme Auslegung von § 22 AGG
(1) Vorgaben der Richtlinien
(a) Wortlaut der Beweislastvorschriften und Erwägungsgründe
(b) Objektiver Zweck der Beweislastregeln
(c) Rechtsprechung des EuGH zu Entgeltdiskriminierungen
(aa) Im Urteil Danfoss entwickelte Beweislastregeln
(bb) Beweiserleichterung im Fall einer mittelbaren Diskriminierung
(cc) Anwendung der Danfoss-Grundsätze bei unmittelbaren Diskriminierungen
(2) Grenzen der richtlinienkonformen Auslegung
b) Vergleichbare Situation
c) Verwirklichung eines in § 1 AGG genannten Merkmals
d) Kausalität eines in § 1 AGG genannten Benachteiligungsgrundes
2. Beweiserleichterung bei mittelbaren Benachteiligungen
a) Sachliche Rechtfertigung gem. § 3 II, 2. Hs. AGG
aa) Anwendbarkeit der Beweislastregel
bb) Indizien für das Fehlen der Voraussetzungen aus § 3 II, 2. Hs. AGG
b) Besondere Benachteiligung von Trägern eines in § 1 AGG genannten Merkmals
3. Belästigungen gem. § 3 III AGG
a) Vorliegen einer unerwünschten Verhaltensweise im Sinne von § 3 III AGG
b) Zusammenhang mit einem in § 1 AGG genannten Grund
c) Bezwecken oder Bewirken der Würdeverletzung
d) Schaffung eines „feindlichen Umfelds“
4. Sexuelle Belästigungen gem. § 3 IV AGG
5. Anweisung gem. § 3 V AGG
a) Vorliegen einer objektiven Anweisungshandlung
b) Vorsatz hinsichtlich der Weisung zu einer Benachteiligung gem. § 3 AGG
6. Gem. § 16 I und II AGG verbotene Maßnahmen des Arbeitgebers
a) Entsprechende Geltung von § 22 AGG gem. § 16 III AGG
IV. Die richterliche Würdigung der Indizien
1. Grundsatz der freien Beweiswürdigung
2. Der Rückgriff auf Erfahrungssätze
V. Beispiele für taugliche Indizien
1. Bei der Einstellung von Arbeitnehmern
a) Stellenausschreibung unter Verstoß gegen § 11 AGG
b) Fragen im Bewerbungsgespräch
aa) Das Fragerecht des Arbeitgebers
bb) Indizwirkung von Fragen nach einem in § 1 AGG genannten Merkmal
c) Verletzung von Pflichten des Arbeitgebers nach §§ 81 I, 82 S. 1, 2, 95 II SGB IX
aa) Darstellung der relevanten Verfahrensvorschriften
bb) Objektive Pflichtverletzung als Voraussetzung der Indizwirkung
cc) Kenntnis des Arbeitgebers von der Schwerbehinderteneigenschaft
2. Taugliche Indizien bei der Kündigung von Arbeitnehmern
a) Personen- und verhaltensbedingte Kündigungen
b) Betriebsbedingte Kündigungen
a) Bei mittelbaren Benachteiligungen gem. § 3 II AGG
b) Bei unmittelbaren Benachteiligungen gem. § 3 I AGG
aa) Berücksichtigung von Statistiken mit Vergangenheitsbezug
bb) Unterrepräsentanz von Merkmalsträgern als Indiz nach § 22 AGG
(1) Aussagekraft des innerbetrieblichen Vergleichs
(2) Aussagekraft des Vergleichs mit anderen Unternehmen
(3) Mittelbarer und faktischer Zwang zur Quotierung
4. Intransparenz der Differenzierung
a) Undurchschaubare Entgeltsysteme
aa) Die Entscheidung des EuGH in der Rechtssache Danfoss
bb) Das Urteil des EuGH in der Rechtssache Royal Copenhagen
cc) Übertragbarkeit der EuGH-Rechtsprechung auf die übrigen Merkmale aus § 1 AGG
b) Intransparente Einstellungssysteme
aa) Regierungsbegründung zu § 22 AGG
bb) Europarechtliche Vorgaben
(1) Kommissionsvorschlag für die Beweislastrichtlinie von
(2) Begründungen der Vorschläge für die Richtlinien 2000/43/EG und 2000/78/EG
(3) Zweck der richtlinienrechtlichen Beweislastregeln
VI. Beweismaß für das Vorliegen der Indizien
a) Handhabung des Beweismaßes in § 611a I 3 BGB a.F.
b) Das Urteil des BAG vom 5. Februar
c) Weitere Hinweise in den Gesetzesmaterialien
3. Rangverhältnis zwischen grammatischer und historischer Auslegung
a) „Theorie der Wortlautgrenze“ und „Andeutungstheorie“
b) Möglicher Wortsinn des Ausdrucks „beweist“ in § 22 AGG
5. Richtlinienkonforme Auslegung
a) Vorgaben der Richtlinien
aa) Wortlaut der Beweislastbestimmungen
bb) „Glaubhafter Anschein einer Diskriminierung“ nach den Erwägungsgründen
cc) Rechtsprechung des EuGH zu den Beweislastbestimmungen
dd) Entstehungsgeschichte der richtlinienrechtlichen Beweislastregeln
(1) Kommissionsbegründungen zu den Beweislastregeln in den geltenden Richtlinien
(2) Entstehungsgeschichte des früheren Art. 4 RL 97/80/EG
(a) Vorschlag der Kommission
(b) Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses
(c) Gemeinsamer Standpunkt des Rates der Europäischen Union
ee) Sinn und Zweck der richtlinienrechtlichen Beweislastregeln
(1) Anlehnung an die Rechtsprechung des EuGH zu Entgeltdiskriminierungen
(2) Effektive Durchsetzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über Entgeltfälle hinaus
ff) Kombination von systematischen und teleologischen Erwägungen
b) Einhaltung der Wortlautgrenze
G. Der Übergang der Beweislast auf den Anspruchsgegner
I. „Echte“ Beweislastumkehr
1. Verlagerung der objektiven und subjektiven Beweislast
2. Voller Beweis des Gegenteils auf der zweiten Stufe des § 22 AGG
3. Zulässigkeit eines Gegenbeweises auf der ersten Stufe der Beweislastregel
a) Die Vereinbarkeit eines Gegenbeweises mit den europäischen Richtlinien
bb) Entstehungsgeschichte der richtlinienrechtlichen Beweislastregeln
cc) Systematik der Beweislastregeln
4. Abgrenzung zum Indizien- und Anscheinsbeweis
a) Unterschiede zum herkömmlichen Indizienbeweis
b) § 22 AGG als legislatorisch positivierter Anscheinsbeweis?
II. Der Umfang der Beweislastumkehr
1. Reichweite der Beweislastverlagerung in § 611a I 3 BGB a.F.
2. Auslegung von § 22 AGG
a) Bestimmungen zum Schutz vor Benachteiligung
aa) Grammatische Auslegung
bb) Entstehungsgeschichte der Beweislastregel
cc) Systematische Erwägungen
dd) Sinn und Zweck des § 22 AGG
b) Kein Verstoß gegen die Benachteiligungsverbote
aa) Beschäftigteneigenschaft und zivilrechtliches Schuldverhältnis gem. § 19 I, II AGG
bb) Rechtfertigung der unterschiedlichen Behandlung
cc) Benachteiligung wegen eines unzulässigen Grundes gem. § 3 AGG
(1) Kongruenz mit dem Gegenstand der Indizien auf der ersten Stufe des § 22 AGG
(a) Einheitliches Beweisthema im Rahmen des § 611a I 3 BGB a.F.
(b) Sinn und Zweck der Beweislastregel des § 22 AGG
(c) Richtlinienkonforme Auslegung
(aa) Vorgaben der europäischen Richtlinien
(bb) Grenzen der richtlinienkonformen Auslegung
(2) Ausnahme von der Kongruenzregel bei mittelbaren Benachteiligungen
3. Umfang der Beweislastumkehr in Fällen des § 16 I und II AGG
I. Kongruenz von Beweis- und Behauptungslast
II. Erste Stufe: Behauptungslast des Klägers
III. Zweite Stufe: Behauptungslast beim Beklagten nach Eintritt der Beweislastumkehr
I. Prozessuale Verteidigungsmöglichkeiten des Beklagten
I. Bestreiten der Indizien auf der ersten Stufe der Beweislastregel
II. Verteidigung des Beklagten auf der zweiten Stufe des § 22 AGG
1. Beweis des Gegenteils
a) Widerlegung der Indizien
b) Widerlegung der ‚vermuteten‘ Tatsachenvoraussetzungen aus § 3 I bis V AGG sowie § 16 I und II AGG
aa) Beweis des Gegenteils bei unmittelbaren Benachteiligungen gem. § 3 I AGG
(1) Widerlegung der Benachteiligung gegenüber einer anderen Person
(2) Beweis des Gegenteils für die Tatsache der vergleichbaren Situation
(3) Widerlegung der Kausalität eines in § 1 AGG genannten Grundes
(a) Keine Beschränkung auf sachliche andere Gründe
(b) Das Nachschieben von Gründen bei Auswahlentscheidungen
bb) Beweis des Gegenteils in Fällen der § 3 II bis V AGG und § 16 I und II AGG
2. Beweis eines Rechtfertigungstatbestandes
a) Nachweis einer positiven Maßnahme gem. § 5 AGG
b) Beweis der Tatsachenvoraussetzungen des § 8 I AGG
aa) Vergleich zu § 611a I 2 BGB a.F.
bb) Voraussetzungen des Rechtfertigungsgrundes aus § 8 I AGG
c) Beweis eines Tatbestandes nach § 9 AGG
aa) Rechtfertigungsgrund aus § 9 I AGG
(1) Berechtigte Vereinigungen
(2) Anforderungen an eine zulässige unterschiedliche Behandlung gem. § 9 I AGG
bb) Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten nach § 9 II AGG
d) Beweis der rechtfertigenden Voraussetzungen aus § 10 AGG
aa) Legitimes Ziel gem. § 10 S. 1 AGG
bb) Objektive und angemessene Ungleichbehandlung
cc) Erforderlichkeit und Angemessenheit der Mittel
e) Zulässige unterschiedliche Behandlung gem. § 20 AGG
f) § 19 III AGG
3. Beweis einer Bereichsausnahme nach § 19 IV oder V AGG
a) Familien- und erbrechtliche Schuldverhältnisse gem. § 19 IV AGG
b) Ausnahme für besondere Nähe- und Vertrauensverhältnisse
III. Einwand des Rechtsmissbrauchs
J. Anwendung von § 22 AGG im einstweiligen Verfügungsverfahren
I. Anwendbarkeit der Beweislastregel
II. Auswirkungen von § 22 AGG auf das einstweilige Verfügungsverfahren
K. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
I. Zum Anwendungsbereich der Beweislastregel
II. Der Beweis von Indizien auf der ersten Stufe der Beweislastregel
III. Zur Beweislastumkehr auf den Beklagten
IV. Die Verteilung der Behauptungslast unter § 22 AGG
V. Zu den prozessualen Verteidigungsmöglichkeiten des Beklagten
VI. Zur Anwendung der Beweislastregel in einstweiligen Verfügungsverfahren