Source: https://www.zip-online.de/heft-3-1990/zip-1990-168-rechtsmissbraeuchlichkeit-einer-anfechtungsklage-gegen-verschmelzungsbeschluss-trotz-sachlicher-begruendetheit/
Timestamp: 2020-04-10 05:32:13
Document Index: 355949043

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 340', 'Art. 177', '§ 242', '§ 340', '§ 340', 'Art. 177', '§ 242', 'BGH', '§ 243', 'BGH', '§ 243', '§ 246', '§ 340', 'EuG', '§ 246', '§ 246']

Rechtsmißbräuchlichkeit einer Anfechtungsklage gegen Verschmelzungsbeschluß trotz sachlicher Begründetheit bei Veranlassung der Gesellschaft zum Abkauf des „Lästigkeitswerts“ („DAT/Altana II“) (BGH, Urt. v. 18.12.1989 – II ZR 254/88) – ZIP 1990, 168 | ZIP online
ZIP 1990, 168
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0723-9416 Zeitschrift für Wirtschaftsrecht ZIP 1990 Rechtsprechung II. Rechtsprechung zum Handels- und Gesellschaftsrecht AktG 1965 §§ 340a, 340b; EWGV Art. 177; BGB § 242Rechtsmißbräuchlichkeit einer Anfechtungsklage gegen Verschmelzungsbeschluß trotz sachlicher Begründetheit bei Veranlassung der Gesellschaft zum Abkauf des „Lästigkeitswerts“ („DAT/Altana II“) AktG 1965§ 340a AktG 1965§ 340b EWGVArt. 177 BGB§ 242 BGH, Urt. v. 18.12.1989 – II ZR 254/88, (OLG Köln, ZIP 1988, 1391 = EWiR § 243 AktG 1/88, 1049 (Timm))BGHUrt.18.12.1989II ZR 254/88(OLG Köln, ZIP 1988, 1391 = EWiR § 243 AktG 1/88, 1049 (Timm))
1. Der Senat hält an den Rechtsgrundsätzen fest, die er im Urteil vom 22. Mai 1989 (II ZR 206/88, ZIP 1989, 980 =EWiR § 246 AktG 1/89, 843 (Hirte)) zur Frage der an einen Verschmelzungsbericht i. S. d. § 340a AktG zu stellenden Anforderungen, der Vorlagepflicht an den EuGH und des Rechtsmißbrauchseinwandes im Rahmen einer Anfechtungsklage i. S. d. § 246 AktG entwickelt hat.
2. Eine Anfechtungsklage i. S. d. § 246 AktG kann auch dann allein in der Absicht erhoben sein, die verklagte Gesellschaft zu einer Zahlung zu veranlassen, auf die der Kläger keinen Anspruch hat und billigerweise auch nicht erheben kann, wenn sie in der Erwartung rechtshängig gemacht worden ist, die Gesellschaft werde sich unter dem Druck der infolge dieses Vorgehens befürchteten wirtschaftlichen Nachteile an den Kläger wenden und ihm Zahlungsangebote unterbreiten. Im Rahmen der Prüfung, ob eine solche Feststellung getroffen werden kann, muß der Tatrichter alle von den Parteien zu diesem Vorwurfvorgetragenen Umstände einer umfassenden Würdigung unterziehen.