Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%205/96
Timestamp: 2019-11-21 22:09:30
Document Index: 234493231

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 24', '§ 9', '§ 20', '§ 7', '§ 20', '§ 20', '§ 16']

BFH, 07.07.1998 - VIII R 5/96 - dejure.org
https://dejure.org/1998,592
BFH, 07.07.1998 - VIII R 5/96 (https://dejure.org/1998,592)
BFH, Entscheidung vom 07.07.1998 - VIII R 5/96 (https://dejure.org/1998,592)
BFH, Entscheidung vom 07. Juli 1998 - VIII R 5/96 (https://dejure.org/1998,592)
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EStG § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1, § 24 Nr. 2
Zinsen als Werbungskosten - Einbringung eines Unternehmens - Betrieblich begründete Verbindlichkeiten
§§ 9, 24 Nr. 2 EStG
Einkommensteuer; Berücksichtigung von Schuldzinsen auf eine zurückbehaltene Verbindlichkeit
BFHE 186, 526
BB 1999, 616
DB 1999, 359
BStBl II 1999, 209
NZG 1999, 272
Der VIII. Senat hat deshalb in seinem Urteil in BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209 diese Anforderungen auch für den von ihm entschiedenen Fall der Einbringung nach § 20 UmwStG geprüft und ausgeführt, dass zwar Anhaltspunkte für die beiden zuletzt genannten Tatbestandsgruppen (Tilgungshindernisse; kein Tilgungserfordernis) nicht ersichtlich seien, jedoch --mangels stiller Reserven des eingebrachten Betriebs-- nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Wert der GmbH-Anteile zur Ablösung des zurückbehaltenen Darlehens nicht ausgereicht habe und dieses deshalb zu 75 % Restbetriebsvermögen geblieben sei.
bbb) Der VIII. Senat des BFH hat in seinem Urteil in BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209 entschieden, dass die im Zuge der Einbringung zurückbehaltenen Schulden in dem Umfang ihre bisherige betriebliche Qualifikation behalten, in dem sie aus einer unterstellten Versilberung der einbringungsgeborenen Anteile nicht hätten getilgt werden können.
In diesem Sinne spricht der BFH --wenn auch in anderem Zusammenhang-- vom "Restbetriebsvermögen" des veräußerten oder aufgegebenen Betriebes (vgl. Urteile vom 25. Januar 2001 IX R 27/97, BFHE 195, 135, BStBl II 2001, 573; vom 6. März 2002 XI R 9/01, BFHE 198, 480, BStBl II 2002, 737; vom 7. Juli 1998 VIII R 5/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209) und von der "Fortführung" der freiberuflichen Tätigkeit (vgl. auch z.B. Urteile vom 29. Oktober 1992 IV R 16/91, BFHE 169, 352, BStBl II 1993, 182;… vom 8. Juni 2000 IV R 63/99, BFH/NV 2000, 1341;… Beschluss vom 6. August 2001 XI B 5/00, BFH/NV 2001, 1561).
Allerdings hat das FG die strittigen Schuldzinsen zu Recht nicht als nachträgliche Betriebsausgaben abgezogen, weil der vom Kläger bei der Veräußerung seines Betriebs erzielte Veräußerungserlös ausgereicht hätte, die betrieblichen Schulden zu tilgen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 7. Juli 1998 VIII R 5/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209, m.w.N.).
Gewinn aus Auflösung einer Ansparrücklage in Folge der Einbringung eines …
Abgesehen davon, dass eine Norm zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlage (§ 7g Abs. 4 EStG) nicht lex specialis im Verhältnis zu einer Tarifnorm (§ 20 Abs. 5 Satz 1 UmwStG) sein kann, ist die Einbringung eines Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten nach § 20 UmwStG eine Veräußerung i.S. des § 16 Abs. 1 Nr. 1 EStG (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 7. Juli 1998 VIII R 5/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209, m.w.N.).
Sie hat ihn indes sofort auf die --von den genannten Normen nicht erfassten-- Fälle der Betriebsaufgabe und -veräußerung von Einzelunternehmen angewendet (BFH-Urteile in BFHE 133, 22, BStBl II 1981, 460, unter I. 2; vom 11. Dezember 1980 I R 61/79, BFHE 133, 25, BStBl II 1981, 461; vom 11. Dezember 1980 I R 174/78, BFHE 133, 29, BStBl II 1981, 463, unter 2.; vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79, BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321, unter 1. b; vom 7. Juli 1998 VIII R 5/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209, unter 1. c bb; vom 15. Mai 2002 X R 3/99, BFHE 199, 241, BStBl II 2002, 809, unter 3. b) und später auch auf die Veräußerung von Mitunternehmeranteilen (BFH-Urteil vom 27. November 1984 VIII R 2/81, BFHE 143, 120, BStBl II 1985, 323) sowie auf die Verwendung der aktiven Wirtschaftsgüter des Sonderbetriebsvermögens zur Rückführung von Verbindlichkeiten des Sonderbetriebsvermögens I oder II ausgedehnt (BFH-Urteil in BFHE 180, 79, BStBl II 1996, 291, unter 2. b).
Allerdings hat die neuere Rechtsprechung des BFH für verschiedene Fallgestaltungen die Möglichkeit einer "Umwidmung" des ursprünglichen Darlehenszwecks anerkannt (BFH-Urteile vom 23. Januar 1991 X R 37/86, BFHE 163, 376, BStBl II 1991, 398, unter 2. b; in BFHE 180, 79, BStBl II 1996, 291, unter 3. d; vom 1. Oktober 1996 VIII R 68/94, BFHE 182, 312, BStBl II 1997, 454, unter II. 2. a; in BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209, unter II. 2. b bb).
FG Münster, 16.03.2001 - 11 K 1500/99
Wechsel der Gewinnermittlungsart und Veräußerung