Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%20166/70
Timestamp: 2019-10-18 10:07:36
Document Index: 301828727

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 4', '§ 155', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 230', '§ 705', '§ 335', '§ 230']

BFH, 04.07.1974 - IV R 166/70 - dejure.org
BFH, 04.07.1974 - IV R 166/70
https://dejure.org/1974,341
BFH, 04.07.1974 - IV R 166/70 (https://dejure.org/1974,341)
BFH, Entscheidung vom 04.07.1974 - IV R 166/70 (https://dejure.org/1974,341)
BFH, Entscheidung vom 04. Juli 1974 - IV R 166/70 (https://dejure.org/1974,341)
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Bürgschaft - Kommanditist - Übernahme - Schulden der KG - Erfüllungszahlungen - Sonderbetriebsausgaben - Kapitaleinlage - Bewertunug der Zahlungen - Selbständige Erwerbstätigkeit - Zugehörigkeit zur KG
EStG § 15 Nr. 2, § 4 Abs. 4
BFHE 113, 30
DB 1974, 2137
BStBl II 1974, 677
Einlagen erzeugen Rechtswirkungen grundsätzlich erst in der Liquidation der Gesellschaft, und zwar insofern, als die (positiven) Kapitalkonten in der Liquidationsschlußbilanz gemäß §§ 155, 161 HGB die Höhe des Auseinandersetzungsanspruchs bestimmen (BFH-Urteil vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, 34, BStBl II 1974, 677; Huber, ZGR 1988, 1, 6).
Denn aus der Regelung in § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG ergibt sich, daß es zwischen einer Personengesellschaft und ihren Gesellschaftern in der Regel keine Darlehensforderungen und -verbindlichkeiten, sondern nur Einlagen und Entnahmen gibt (BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677).
Nach dem BFH-Urteil vom 4. Juli 1974 IV R 166/70 (BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677) sind die in Erfüllung der Bürgschaft geleisteten Zahlungen nicht Sonderbetriebsausgaben, sondern Kapitaleinlagen des Kommanditisten.
Der IV. Senat hat seinerzeit zutreffend darauf hingewiesen, daß es zur Rechtfertigung seines Ergebnisses keiner Berufung auf die Bilanzbündeltheorie bedürfe (BFHE 113, 30, 37, BStBl II 1974, 677).
Soweit allerdings in BFHE 113, 30, 35, BStBl II 1974, 677 das Wertloswerden des Einlagekapitals und damit eine Verlustentstehung erst für möglich erachtet wird, wenn die Gesellschaft beendigt ist und der Kommanditist einen entsprechend geminderten Auseinandersetzungsanspruch erhält, bestehen Bedenken.
Bürgschaftszahlungen eines Kommanditisten zugunsten einer KG wurden seit jeher als Einlagen behandelt und minderten folglich den Steuerbilanzgewinn des Bürgen nicht (vgl. BFH-Urteil vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677; Herrmann/Heuer/Raupach;… Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, Erg. § 15 EStG Stand Mai 1976 Rdnr. 27 e).
Im übrigen wurden Darlehen des Gesellschafters einer Mitunternehmerschaft seit jeher wie Bürgschaftszahlungen (s.o.) in der Sonderbilanz des Mitunternehmers als Eigenkapital erfaßt (vgl. z.B. BFH in BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677;… Schmidt, a.a.O., 2. Aufl., § 15 Anm. 84, m.w.N.).
Die Hingabe eines Darlehens oder die Übernahme einer Bürgschaft für die Verbindlichkeiten des Unternehmens führen nicht zu einer Mehrung des Betriebsvermögens und sind deshalb nach herrschender Meinung nicht als Einlage i.S. des § 230 HGB geeignet; sie sind jedoch unzweifelhaft mögliche Beiträge zur Förderung des Gesellschaftszwecks i.S. von § 705 BGB (vgl. BFH-Urteile vom 23. Februar 2000 VIII R 40/98, BFHE 192, 490, BStBl II 2001, 24; vom 28. Oktober 1981 I R 25/79, BFHE 134, 421, BStBl II 1982, 186; vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677;… Karsten Schmidt in Schlegelberger, a.a.O., § 335 (§ 230 n.F.) Rz. 138).
Es vertrat unter Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4. Juli 1974 IV R 166/70 (BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677) die Auffassung, bei den in Erfüllung der Bürgschaften geleisteten Zahlungen handle es sich nicht um Sonderbetriebsausgaben, sondern um Kapitaleinlagen der Kommanditisten.
Wie der Senat in seiner Entscheidung vom 4. Juli 1974 IV R 166/70 (BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677) im einzelnen dargelegt hat, kann ein Gesellschafter, der zugunsten der Personengesellschaft Leistungen aus einem Bürgschaftsverhältnis erbringt, nicht anders behandelt werden als ein Gesellschafter, der die Leistung unmittelbar an die Gesellschaft erbringt, damit diese ihren Gläubiger befriedigt.
Der Senat bleibt daher bei seinen Ausführungen in BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677.
Während des Bestehens der Gesellschaft liegt ein steuermindernd zu berücksichtigender Aufwand selbst dann noch nicht vor, wenn der Gesellschafter die Verpflichtung erfüllt; die Erfüllungsleistung ist --unabhängig davon, ob dadurch ein Aufwendungsersatzanspruch gegen die Gesellschaft entsteht-- steuerrechtlich als Einlage zu behandeln (grundlegend BFH-Urteil vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677; in BFHE 162, 30, BStBl II 1991, 64; vom 19. Januar 1993 VIII R 128/84, BFHE 170, 511, BStBl II 1993, 594, unter II. 1. der Gründe) und --soweit die Leistung als Beitrag geschuldet ist-- als mittelbare Einlage in der Gesellschaftsbilanz oder --soweit ein Aufwendungsersatzanspruch entsteht-- als Mehrkapital zum Kapitalkonto der Gesellschaftsbilanz in der Sonderbilanz des Gesellschafters auszuweisen.
Der Verlust einer Einlage findet seinen Niederschlag aber nicht im Sonderbetriebsvermögen, sondern in der Gesellschaftsbilanz; er kann deshalb nicht nochmals als Sonderverlust erfasst werden (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 14. Dezember 1995 IV R 106/94, BFHE 179, 368, BStBl II 1996, 226, unter II.4. der Gründe; zur Auswirkung des Wertverlustes des Gesellschaftsanteils auf das Kapitalkonto des Gesellschafters vgl. näher BFH-Urteil vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677).
Soweit in den Leistungen des Klägers aus dem Bürgschaftsverhältnis und der Schuldübernahme Zuwendungen an die Klägerin als Kommanditistin der KG zu sehen sind, kommt eine mittelbare verdeckte Einlage der Klägerin in das Betriebsvermögen der KG in Betracht (vgl. BFH-Beschlüsse vom 27. Juli 1994 I R 23/93, I R 58/93, I R 103/93, BFHE 175, 264, BStBl II 1995, 27, und vom 4. Juli 1974 IV R 166/70, BFHE 113, 30, BStBl II 1974, 677).
Stiller Gesellschafter bei fehlender Beteiligung am Geschäftswert des …