Source: http://rsw.beck.de/cms/?toc=mmr.120&docid=371986
Timestamp: 2017-11-20 19:14:45
Document Index: 104384058

Matched Legal Cases: ['BGH', 'EuG', 'EuG', '§ 5', '§ 1', '§ 3', '§ 4']

Theodor Enders, Beratung im Urheber- und Medienrecht - Recht-Steuern-Wirtschaft - Verlag C.H.BECK
MMR-Aktuell 2015, 371981 Seit der 3. Auflage im Jahr 2008 mussten mit der 4. Auflage sieben Jahre Gesetzesänderungen und Rechtsentwicklungen im Urheber- und Medienrecht in die Neuauflage eingearbeitet werden. Dies ist Enders gelungen. Das nunmehr über 550 Seiten umfassende Werk (zuvor ca. 450 Seiten) gibt einen ausführlichen Gesamtüberblick für Interessierte, besonders für Rechtsanwälte. Bei der Suche nach Lösungen in den genannten Rechtsgebieten gelangt man schnell über das Stichwortverzeichnis zu den einschlägigen Fundstellen im Werk. Dort finden sich nicht nur zahlreiche Literaturhinweise, Entscheidungen der Instanzgerichte, des BGH, des EuG und des EuGH, sondern auch Muster und Schriftsätze für die anwaltliche Beratung. Die als Muster vorgeschlagenen Formulare wurden auf den aktuellen Stand gebracht (§ 5). Dadurch kommt Enders besonders den Praktikern entgegen, die auf der Suche nach Umsetzungsalternativen im Prozess- und Vertragsrecht sind.
Der Schwerpunkt des Praxisratgebers liegt sicherlich im Urheber- und Urhebervertragsrecht (§ 1 bis § 3). Gerade die im Jahr 2013 stattgefundenen Gesetzesänderungen u.a. zur Abmahnbremse, der Abschaffung des fliegenden Gerichtsstands hinsichtlich Privatpersonen, das Leistungsschutzrecht für Presseverleger, die Schutzfristverlängerung von Rechten für Tonträgerhersteller, die Neuregelung für vergriffene und verwaiste Werke finden sich im Werk mit fundierten Erläuterungen wieder. Auf die Open Access-Thematik, die gerade für Wissenschaftspublikationen bedeutsam ist, wurde leider nicht explizit eingegangen. Enders geht auf die urheberspezifischen Rechtsprobleme im Internet (u.a. soziale Netzwerke) ein, die auch grenzüberschreitende Aspekte mit einbeziehen. Da die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen zugenommen hat, wären kurze Ausführungen hierzu hilfreich gewesen wären.
Die Aktualisierung der medienrechtlichen Aufarbeitung (§ 4) hat bewirkt, dass die Praktiker von der Telekommunikation über die Telemedien bis hin zum Rundfunk in Bezug auf die Neuregelungen einen Einblick in die medienspezifischen Aspekte erhalten. Durch die zunehmend von der Medienkonvergenz beeinflusste Thematik gibt Enders durch seine übersichtliche Darstellung vor, wie die ineinander verwobenen Materien in der Beratung rechtlich sauber getrennt werden können.
Das breit angelegte Werk dient nicht nur als Praxisratgeber, sondern ist in besonderem Maße für die Ausbildung zum Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht geeignet.
Dr. Paul H. Klickermann ist Rechtsanwalt in der Kanzlei DAMM Rechtsanwälte in Frankfurt/M. sowie Dozent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Masterstudiengang Medienrecht des Mainzer Medieninstituts.