Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20202/86
Timestamp: 2019-08-23 20:56:20
Document Index: 264382726

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', '§ 242', '§ 51', '§ 242', '§ 675', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.10.1987 - IX ZR 202/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,386
BGH, 01.10.1987 - IX ZR 202/86 (https://dejure.org/1987,386)
BGH, Entscheidung vom 01.10.1987 - IX ZR 202/86 (https://dejure.org/1987,386)
BGH, Entscheidung vom 01. Januar 1987 - IX ZR 202/86 (https://dejure.org/1987,386)
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Schadensersatz wegen schuldhafter Verletzung der Berufspflicht als Rechtsanwalt - Verjährung eines Regressanspruchs nach § 51 BRAO (Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung) bei Unkenntnis des Geschädigten von seinem Schaden und der Pflichtverletzung seines Anwalts - Hinweispflicht des Anwalts auf einen Bearbeitungsfehler und auf die Regressmöglichkeit gegenüber seinem Auftraggeber als Voraussetzung für den Sekundäranspruch - Erhebung der Verjährungseinrede als unzulässige Rechtsausübung
BGB § 242; BRAO § 51, BGB § 242, § 675
MDR 1988, 228
AnwBl 1988, 285
Das genügt nicht für den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung gegenüber der Verjährungseinrede (vgl. Senatsurt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, NJW 1988, 265, 266).
a) Rechtsmißbräuchlich ist die Erhebung der Verjährungseinrede entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts nicht nur dann, wenn eine Partei durch aktives Tun in arglistiger Weise die Gegenseite in ihrem Vertrauen bestärkt, auch ohne Klage zu ihrem Recht zu kommen, und sie dadurch von der rechtzeitigen Erhebung der Klage abhält (vgl. BGH, Urteil vom 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, NJW 1988, 265 = BGHR BGB § 242, Rechtsmißbrauch 5 unter 5 a).
Von diesen Zeitpunkten an lief die dreijährige Verjährungsfrist des § 51, 1. Alt. BRAO (BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, WM 1988, 127, 128), weil das Mandat des Beklagten über die Jahre 1983 und 1984 hinaus bestand (vgl. BGHZ 94, 380, 390) [BGH 23.05.1985 - IX ZR 102/84].
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gebietet es der Zweck der Verjährungsregelung des § 51 BRAO, strenge Maßstäbe anzulegen und den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung nur gegenüber einem wirklich groben Verstoß gegen Treu und Glauben durchgreifen zu lassen, etwa wenn der Verpflichtete den Berechtigten durch sein Verhalten von rechtzeitiger Klageerhebung abgehalten oder ihn nach objektiven Maßstäben zu der Annahme veranlaßt hat, es werde auch ohne Rechtsstreit eine vollständige Befriedigung seines Anspruchs zu erreichen sein (vgl. BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 aaO;… Urt. v. 21. Januar 1988 - IX ZR 65/87, WM 1988, 629, 632).
Das gilt nicht nur für den Primär-, sondern auch für einen eventuellen Sekundäranspruch (BGHZ 94, 380, 390 [BGH 23.05.1985 - IX ZR 102/84]; BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, NJW 1988, 265, 266), dessen notwendige Voraussetzungen, insbesondere eine weitere schuldhafte Pflichtverletzung der Anwälte, die Beklagten im übrigen nicht dargelegt haben.
Der Zweck der Verjährungsregelung verlangt, an diesen Einwand strenge Anforderungen zu stellen, so dass dieser einen groben Verstoß gegen Treu und Glauben voraussetzt (BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, WM 1988, 127, 128;… v. 29. Februar 1996 - IX ZR 180/95, aaO; v. 21. Juni 2001 - IX ZR 73/00, WM 2001, 1677, 1679).
Die Verjährungseinrede ist aber nicht allein deswegen ein Rechtsmissbrauch, weil der Anwalt zum geltend gemachten Schadensersatzanspruch geschwiegen hat oder der Mandant der Ansicht war, er könne mit der Klageerhebung noch zuwarten (BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, aaO, WM 1988, 127, 128;… Zugehör in Zugehör/Fischer/Sieg/Schlee, aaO, Rn. 1437).
Daher sind an die Voraussetzungen eines Verstoßes gegen Treu und Glauben bei der Berufung auf Verjährungsfristen strenge Maßstäbe anzulegen (BAG 7. November 2002 - 2 AZR 297/01 - BAGE 103, 290, 301 f.; BGH 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86 - NJW 1988, 265, 266, zu 5 a der Gründe).
Bloßes Schweigen und Untätigkeit rechtfertigen das Unwerturteil einer unzulässigen Rechtsausübung regelmäßig nicht (BGH 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86 - NJW 1988, 265, 266, zu 5 a der Gründe).
Der Zweck der Verjährungsregelung verlangt, an diesen Einwand strenge Anforderungen zu stellen, so dass dieser einen groben Verstoß gegen Treu und Glauben voraussetzt (BGH, Urteil vom 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, WM 1988, 127, 128;… vom 29. Februar 1996, aaO; vom 21. Juni 2001 - IX ZR 73/00, WM 2001, 1677, 1678 f, insoweit in BGHZ 148, 156 nicht abgedruckt;… Beschluss vom 20. November 2008 - IX ZR 145/06, Rn. 2, nv).
Abgesehen davon, daß der von der Klägerin erhobene Vorwurf der Untätigkeit sowie der nachlässigen Bearbeitung des Mandats in der Hauptsache nicht ausreicht, um einen groben Verstoß gegen Treu und Glauben zu begründen (vgl. Senatsurt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 202/86, NJW 1988, 265, 266; v. 21. Januar 1988 - IX ZR 65/87, NJW 1988, 2245, 2247; v. 3. November 1988 - IX ZR 203/87, WM 1988, 1855, 1858), betrifft er lediglich die Zeit ab September 1985, als der Anspruch bereits verjährt war.
OLG Koblenz, 18.10.1990 - 5 U 1465/89
Zu einem Anspruch auf Provisionszahlung eines Maklers; Mitursächlichkeit der …