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Timestamp: 2020-07-09 01:49:06
Document Index: 114604650

Matched Legal Cases: ['Art. 25', 'Art. 27', 'Art. 26', 'Art. 1', 'Art. 22', 'Art. 32', 'Art. 33']

Lawbrary | BöB - Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen
Geltungsbereich und Begriffe (2 - 7)
Grundsätze und Teilnahmebedingungen (8 - 12)
Vergabeverfahren (13 - 25)
Verfahren und Rechtsschutz (26 - 35)
1Der Bund will mit die­sem Ge­setz:
das Ver­fah­ren zur Ver­ga­be von öf­fent­li­chen Lie­fer-, Dienst­leis­tungs- und Bau­auf­trä­gen re­geln und trans­pa­rent ge­stal­ten;
den Wett­be­werb un­ter den An­bie­tern und An­bie­te­rin­nen stär­ken;
den wirt­schaft­li­chen Ein­satz der öf­fent­li­chen Mit­tel för­dern.
2Er will auch die Gleich­be­hand­lung al­ler An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen ge­währ­leis­ten.
1Die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen als Auf­trag­ge­be­rin­nen:
die all­ge­mei­ne Bun­des­ver­wal­tung;
die Eid­ge­nös­si­sche Al­ko­hol­ver­wal­tung;
die Eid­ge­nös­si­schen Tech­ni­schen Hoch­schu­len und ih­re For­schungs­an­stal­ten;
die Post- und Au­to­mo­bil­diens­te der Schwei­ze­ri­schen Post, so­weit sie nicht Tä­tig­kei­ten in Kon­kur­renz zu Drit­ten aus­üben, wel­che dem GPA2 nicht un­ter­ste­hen. Die Au­to­mo­bil­diens­te der Schwei­ze­ri­schen Post un­ter­ste­hen dem Ge­setz zu­dem nur für Auf­trä­ge, die sie zur Durch­füh­rung ih­rer in der Schweiz aus­ge­üb­ten Tä­tig­keit im Be­reich des Per­so­nen­trans­ports ver­ge­ben;
das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat;
das Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­mu­se­um;
das Eid­ge­nös­si­sche In­sti­tut für Me­tro­lo­gie;
die An­stalt nach dem Aus­gleichs­fonds­ge­setz vom 16. Ju­ni 20177, mit Aus­nah­me der Ver­mö­gens­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 3 des ge­nann­ten Ge­set­zes.
2Der Bun­des­rat be­zeich­net die öf­fent­lich-recht­li­chen und die pri­vat­recht­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen, die in der Schweiz Tä­tig­kei­ten in den Be­rei­chen der Was­ser-, der Ener­gie- und der Ver­kehrs­ver­sor­gung so­wie der Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on aus­üben und für die­se Tä­tig­kei­ten nach dem GPA und an­dern völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen auch un­ter die­ses Ge­setz fal­len.
3Er kann die­ses Ge­setz oder ein­zel­ne Be­stim­mun­gen auf wei­te­re öf­fent­li­che Auf­trä­ge des Bun­des an­wend­bar er­klä­ren. Ge­gen­über aus­län­di­schen An­bie­tern und An­bie­te­rin­nen gilt ei­ne sol­che Aus­deh­nung des Gel­tungs­be­rei­ches nur, so­weit schwei­ze­ri­schen An­bie­tern und An­bie­te­rin­nen im be­tref­fen­den Staat Ge­gen­recht ge­währt wird. In je­dem Fall gel­ten die Grund­sät­ze nach Ar­ti­kel 8. Die An­wen­dung des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens (5. Ab­schnitt) auf sol­che Auf­trä­ge ist aus­ge­schlos­sen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2465; BBl 1996 III 1306).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 773; BBl 2013 5441 5457). Die Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
3 Ein­ge­fügt durch Art. 25 Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007 über das Eid­ge­nös­si­sche Nu­klear­si­cher­heits­in­spek­to­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2007 5635; BBl 2006 8831).
4 Ein­ge­fügt durch Art. 27 des Mu­se­ums- und Samm­lungs­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5113 6427; BBl 2007 6829).
5 Ein­ge­fügt durch Art. 26 Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 über das Eid­ge­nös­si­sche In­sti­tut für Me­tro­lo­gie, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 6515; BBl 2010 8013).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
1Die­ses Ge­setz ist nicht an­wend­bar für:
Auf­trä­ge an Be­hin­der­ten­in­sti­tu­tio­nen, Wohl­tä­tig­keitsein­rich­tun­gen und Straf­an­stal­ten;
Auf­trä­ge, die im Rah­men von Agrar- oder Er­näh­rungs­hilfs­pro­gram­men er­teilt wer­den;
Auf­trä­ge, die auf­grund ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­tra­ges zwi­schen den Ver­trags­staa­ten des GPA oder der Schweiz und an­de­ren Staa­ten über ein ge­mein­sam zu ver­wirk­li­chen­des und zu tra­gen­des Ob­jekt ver­ge­ben wer­den;
Auf­trä­ge, die auf­grund ei­nes be­son­de­ren Ver­fah­rens ei­ner in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on ver­ge­ben wer­den;
die Be­schaf­fung von Waf­fen, Mu­ni­ti­on oder Kriegs­ma­te­ri­al und die Er­stel­lung von Bau­ten der Kampf- und Füh­rungs­in­fra­struk­tur von Ge­samt­ver­tei­di­gung und Ar­mee.
2Die Auf­trag­ge­be­rin braucht einen Auf­trag nicht nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes zu ver­ge­ben, wenn:
da­durch die Sitt­lich­keit oder die öf­fent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit ge­fähr­det sind;
der Schutz von Ge­sund­heit und Le­ben von Mensch, Tier und Pflan­zen dies er­for­dert; oder
da­durch be­ste­hen­de Schutz­rech­te des geis­ti­gen Ei­gen­tums ver­letzt wür­den.
Die­ses Ge­setz ist an­wend­bar auf An­ge­bo­te von An­bie­tern und An­bie­te­rin­nen aus:
den Ver­trags­staa­ten des GPA über das öf­fent­li­che Be­schaf­fungs­we­sen, so­weit die­se Staa­ten Ge­gen­recht ge­wäh­ren;
an­dern Staa­ten, in dem Aus­mass, als die Schweiz mit die­sen ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Ab­ma­chun­gen ein­ge­gan­gen ist oder der Bun­des­rat die Gleich­be­hand­lung schwei­ze­ri­scher An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen in die­sem Land fest­ge­stellt hat.
1In die­sem Ge­setz be­deu­ten:
Lie­fer­auf­trag: Ver­trag zwi­schen der Auf­trag­ge­be­rin und ei­nem An­bie­ter oder ei­ner An­bie­te­rin über die Be­schaf­fung be­weg­li­cher Gü­ter, na­ment­lich durch Kauf, Lea­sing, Mie­te, Pacht oder Miet­kauf;
Dienst­leis­tungs­auf­trag: Ver­trag zwi­schen der Auf­trag­ge­be­rin und ei­nem An­bie­ter oder ei­ner An­bie­te­rin über die Er­brin­gung ei­ner Dienst­leis­tung nach An­hang 1 An­nex 4 des GPA;
Bau­auf­trag: Ver­trag zwi­schen der Auf­trag­ge­be­rin und ei­nem An­bie­ter oder ei­ner An­bie­te­rin über die Durch­füh­rung von Hoch- und Tief­bau­ar­bei­ten im Sin­ne von Zif­fer 51 der zen­tra­len Pro­duk­te­klas­si­fi­ka­ti­on (CPC-Lis­te) nach An­hang 1 An­nex 5 des GPA.
2Ein Bau­werk ist das Er­geb­nis der Ge­samt­heit von Hoch- und Tief­bau­ar­bei­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­be c.
1Die­ses Ge­setz ist nur an­wend­bar, wenn der ge­schätz­te Wert des zu ver­ge­ben­den öf­fent­li­chen Auf­tra­ges fol­gen­den Schwel­len­wert oh­ne Mehr­wert­steu­er er­reicht:
230 000 Fran­ken für Lie­fe­run­gen;
230 000 Fran­ken für Dienst­leis­tun­gen;
8,7 Mil­lio­nen Fran­ken für Bau­wer­ke;
700 000 Fran­ken für:
Lie­fe­run­gen und Dienst­leis­tun­gen im Auf­trag ei­ner Auf­trag­ge­be­rin nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 BöB,
Auf­trä­ge, wel­che die Au­to­mo­bil­diens­te der Schwei­ze­ri­schen Post zur Durch­füh­rung ih­rer in der Schweiz aus­ge­üb­ten Tä­tig­keit im Be­reich des Per­so­nen­trans­ports ver­ge­ben.1
2Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF)2 passt die Schwel­len­wer­te im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD) pe­ri­odisch den Vor­ga­ben des GPA an.
1 Be­rei­nigt ge­mä­ss Art. 1 der V des WBF vom 22. Nov. 2017 über die An­pas­sung der Schwel­len­wer­te im öf­fent­li­chen Be­schaf­fungs­we­sen für die Jah­re 2018 und 2019, in Kraft vom 1. Jan. 2018 bis 31. Dez. 2019 (AS 2017 7267).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655).
1Ein Auf­trag darf nicht in der Ab­sicht auf­ge­teilt wer­den, die An­wend­bar­keit die­ses Ge­set­zes zu um­ge­hen.
2Ver­gibt die Auf­trag­ge­be­rin für die Rea­li­sie­rung ei­nes Bau­wer­kes meh­re­re Bau­auf­trä­ge, so ist de­ren Ge­samt­wert mass­ge­bend. Der Bun­des­rat legt den Wert der ein­zel­nen Bau­auf­trä­ge fest, die auf je­den Fall den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes un­ter­ste­hen. Er be­stimmt, wel­chen pro­zen­tua­len An­teil sie am Ge­samt­bau­werk aus­ma­chen müs­sen (Ba­ga­tell­klau­sel).
3Ver­gibt die Auf­trag­ge­be­rin meh­re­re gleich­ar­ti­ge Lie­fer- oder Dienst­leis­tungs­auf­trä­ge oder teilt sie einen Lie­fer- oder Dienst­leis­tungs­auf­trag in meh­re­re gleich­ar­ti­ge Ein­zel­auf­trä­ge (Lo­se), so be­rech­net sich der Auf­trags­wert auf­grund:
des tat­säch­li­chen Wer­tes der wäh­rend der ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­te ver­ge­be­nen wie­der­keh­ren­den Auf­trä­ge; oder
des ge­schätz­ten Wer­tes der wie­der­keh­ren­den Auf­trä­ge, die in den zwölf Mo­na­ten nach der Ver­ga­be des ers­ten Auf­tra­ges ver­ge­ben wer­den.
4Ent­hält ein Auf­trag die Op­ti­on auf Fol­ge­auf­trä­ge, so ist der Ge­samt­wert mass­ge­bend.
1Bei der Ver­ga­be von öf­fent­li­chen Auf­trä­gen sind fol­gen­de Grund­sät­ze zu be­ach­ten:
Die Auf­trag­ge­be­rin ach­tet in al­len Pha­sen des Ver­fah­rens auf die Gleich­be­hand­lung der in­län­di­schen und der aus­län­di­schen An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen.
Sie ver­gibt den Auf­trag für Leis­tun­gen in der Schweiz nur an einen An­bie­ter oder ei­ne An­bie­te­rin, wel­che die Ein­hal­tung der Ar­beits­schutz­be­stim­mun­gen und der Ar­beits­be­din­gun­gen für die Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen ge­währ­leis­ten. Mass­ge­bend sind die Be­stim­mun­gen am Ort der Leis­tung.
Sie ver­gibt den Auf­trag nur an An­bie­ter oder An­bie­te­rin­nen, wel­che für je­ne Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen, die Leis­tun­gen in der Schweiz er­brin­gen, die Gleich­be­hand­lung von Frau und Mann in Be­zug auf die Lohn­gleich­heit ge­währ­leis­ten.
Sie wahrt den ver­trau­li­chen Cha­rak­ter sämt­li­cher vom An­bie­ter oder der An­bie­te­rin ge­mach­ten An­ga­ben. Vor­be­hal­ten blei­ben die nach der Zu­schlags­er­tei­lung zu pu­bli­zie­ren­den Mit­tei­lun­gen und die im Rah­men von Ar­ti­kel 23 Ab­sät­ze 2 und 3 zu er­tei­len­den Aus­künf­te.
2Der Auf­trag­ge­be­rin steht das Recht zu, die Ein­hal­tung der Ar­beits­schutz­be­stim­mun­gen, der Ar­beits­be­din­gun­gen und der Gleich­be­hand­lung von Frau und Mann zu kon­trol­lie­ren oder kon­trol­lie­ren zu las­sen. Auf Ver­lan­gen hat der An­bie­ter oder die An­bie­te­rin de­ren Ein­hal­tung nach­zu­wei­sen.
1Die Auf­trag­ge­be­rin kann die An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen auf­for­dern, einen Nach­weis ih­rer fi­nan­zi­el­len, wirt­schaft­li­chen und tech­ni­schen Leis­tungs­fä­hig­keit zu er­brin­gen. Sie stellt da­zu Eig­nungs­kri­te­ri­en auf.
2Sie gibt die Eig­nungs­kri­te­ri­en und die er­for­der­li­chen Nach­wei­se in der Aus­schrei­bung oder in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen be­kannt.
1Die Auf­trag­ge­be­rin kann ein Prü­fungs­sys­tem ein­rich­ten und die An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen auf ih­re Eig­nung hin prü­fen.
2Er­fül­len die­se die nach Ar­ti­kel 9 ver­lang­ten Kri­te­ri­en, so wer­den sie in ein Ver­zeich­nis auf­ge­nom­men.
3Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren.
Die Auf­trag­ge­be­rin kann den Zu­schlag wi­der­ru­fen oder An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen vom Ver­fah­ren aus­sch­lies­sen so­wie aus dem Ver­zeich­nis nach Ar­ti­kel 10 strei­chen, ins­be­son­de­re wenn sie:
die ge­for­der­ten Eig­nungs­kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 9 nicht mehr er­fül­len;
der Auf­trag­ge­be­rin falsche Aus­künf­te er­teilt ha­ben;
Steu­ern oder So­zi­al­ab­ga­ben nicht be­zahlt ha­ben;
den Ver­pflich­tun­gen aus Ar­ti­kel 8 nicht nach­kom­men;
Ab­re­den ge­trof­fen ha­ben, die wirk­sa­men Wett­be­werb be­sei­ti­gen oder er­heb­lich be­ein­träch­ti­gen;
sich in ei­nem Kon­kurs­ver­fah­ren be­fin­den.
1Die Auf­trag­ge­be­rin be­zeich­net die er­for­der­li­chen tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen in den Aus­schrei­bungs-, den Ver­ga­be- und den Ver­trags­un­ter­la­gen.
2Sie be­rück­sich­tigt da­bei so­weit als mög­lich in­ter­na­tio­na­le Nor­men oder na­tio­na­le Nor­men, die in­ter­na­tio­na­le Nor­men um­set­zen.
1Die Auf­trag­ge­be­rin kann einen öf­fent­li­chen Auf­trag im of­fe­nen oder im se­lek­ti­ven Ver­fah­ren oder, un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen, frei­hän­dig ver­ge­ben.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen nach GPA, un­ter de­nen das frei­hän­di­ge Ver­fah­ren ge­wählt wer­den darf.
3Er re­gelt den Pla­nungs- und Ge­samt­leis­tungs­wett­be­werb.
1Die Auf­trag­ge­be­rin schreibt den ge­plan­ten Auf­trag öf­fent­lich aus.
2Al­le An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen kön­nen ein An­ge­bot ein­rei­chen.
2Al­le An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen kön­nen einen An­trag auf Teil­nah­me ein­rei­chen.
3Die Auf­trag­ge­be­rin be­zeich­net auf­grund der Eig­nung nach Ar­ti­kel 9 oder Ar­ti­kel 10 die An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen, die ein An­ge­bot ein­rei­chen dür­fen.
4Sie kann die Zahl der zur An­ge­bots­ab­ga­be Ein­zu­la­den­den be­schrän­ken, wenn sonst die Auf­trags­ver­ga­be nicht ef­fi­zi­ent ab­ge­wi­ckelt wer­den kann. Da­bei muss ein wirk­sa­mer Wett­be­werb ge­währ­leis­tet sein.
Die Auf­trag­ge­be­rin ver­gibt einen Auf­trag di­rekt und oh­ne Aus­schrei­bung ei­nem An­bie­ter oder ei­ner An­bie­te­rin.
Der Bun­des­rat re­gelt die Fris­ten, die nach GPA im Ver­ga­be­ver­fah­ren und bei der Be­kannt­ga­be des Zu­schlags ein­zu­hal­ten sind.
1Je­der ge­plan­te Auf­trag, der im of­fe­nen oder im se­lek­ti­ven Ver­fah­ren ver­ge­ben wird, muss ein­zeln aus­ge­schrie­ben wer­den.
2 Auf­trag­ge­be­rin­nen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 und die Au­to­mo­bil­diens­te der Schwei­ze­ri­schen Post, so­weit sie Auf­trä­ge zur Durch­füh­rung ih­rer in der Schweiz aus­ge­üb­ten Tä­tig­keit im Be­reich des Per­so­nen­trans­ports ver­ge­ben, dür­fen statt des­sen Auf­trä­ge, die für einen be­stimm­ten Zeit­raum ge­plant sind, ge­samt­haft in ei­ner ein­zi­gen Pu­bli­ka­ti­on ver­öf­fent­li­chen. Sie dür­fen die­se Auf­trä­ge auch im Rah­men ei­nes Prü­fungs­sys­tems nach Ar­ti­kel 10 aus­schrei­ben.1
1Die An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen müs­sen ih­re An­trä­ge auf Teil­nah­me und ihr An­ge­bot schrift­lich, voll­stän­dig und frist­ge­recht ein­rei­chen. An­trä­ge auf Teil­nah­me am Ver­fah­ren kön­nen auch per Te­le­gramm, Te­lex oder Te­le­fax ein­ge­reicht wer­den.
2Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men vor­se­hen.
3Die Auf­trag­ge­be­rin schliesst An­ge­bo­te und An­trä­ge auf Teil­nah­me mit we­sent­li­chen Form­feh­lern vom wei­te­ren Ver­fah­ren aus.
1Es dür­fen Ver­hand­lun­gen ge­führt wer­den, vor­aus­ge­setzt:
es wird in der Aus­schrei­bung dar­auf hin­ge­wie­sen; oder
kein An­ge­bot er­scheint als das wirt­schaft­lich güns­tigs­te nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1.
2Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren nach den Grund­sät­zen der Ver­trau­lich­keit, der Schrift­lich­keit und der Gleich­be­hand­lung.
1Das wirt­schaft­lich güns­tigs­te An­ge­bot er­hält den Zu­schlag. Es wird er­mit­telt, in­dem ver­schie­de­ne Kri­te­ri­en be­rück­sich­tigt wer­den, ins­be­son­de­re Ter­min, Qua­li­tät, Preis, Wirt­schaft­lich­keit, Be­triebs­kos­ten, Kun­den­dienst, Zweck­mäs­sig­keit der Leis­tung, Äs­the­tik, Um­welt­ver­träg­lich­keit, tech­ni­scher Wert, Aus­bil­dung von Ler­nen­den in der be­ruf­li­chen Grund­bil­dung. Die­ses letz­te Kri­te­ri­um kann nur aus­ser­halb des Staats­ver­trags­be­reichs be­rück­sich­tigt wer­den.1
1bisTeilt die Auf­trag­ge­be­rin die zu be­schaf­fen­den Leis­tun­gen in Teil­leis­tun­gen (Lo­se) auf, so kann sie fest­le­gen, dass ein ein­zel­ner An­bie­ter oder ei­ne ein­zel­ne An­bie­te­rin nur ei­ne be­schränk­te An­zahl Lo­se er­hal­ten kann. Sie kün­digt dies in der Aus­schrei­bung an.2
2Die Zu­schlags­kri­te­ri­en sind in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen in der Rei­hen­fol­ge ih­rer Be­deu­tung auf­zu­füh­ren.
3Der Zu­schlag für weit­ge­hend stan­dar­di­sier­te Gü­ter kann auch aus­sch­liess­lich nach dem Kri­te­ri­um des nied­rigs­ten Prei­ses er­fol­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. April 2015 (AS 2015 773; BBl 2013 5441 5457).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 18. März 2011 (6. IV-Re­vi­si­on, ers­tes Mass­nah­men­pa­ket), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5659; BBl 2010 1817).
Art. 22 Vertragsschluss
1Der Ver­trag mit dem An­bie­ter oder der An­bie­te­rin darf nach dem Zu­schlag ab­ge­schlos­sen wer­den, es sei denn, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ha­be ei­ner Be­schwer­de die auf­schie­ben­de Wir­kung nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 er­teilt.
2Ist ein Be­schwer­de­ver­fah­ren ge­gen die Zu­schlags­ver­fü­gung hän­gig, so teilt die Auf­trag­ge­be­rin den Ver­trags­schluss um­ge­hend dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 11 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1Die Auf­trag­ge­be­rin er­öff­net sum­ma­risch be­grün­de­te Ver­fü­gun­gen nach Ar­ti­kel 29 durch Ver­öf­fent­li­chung nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 oder durch Zu­stel­lung.
2Auf Ge­such hin muss die Auf­trag­ge­be­rin den nicht be­rück­sich­tig­ten An­bie­tern und An­bie­te­rin­nen um­ge­hend fol­gen­des be­kannt­ge­ben:
das an­ge­wen­de­te Ver­ga­be­ver­fah­ren;
den Na­men des be­rück­sich­tig­ten An­bie­ters oder der be­rück­sich­tig­ten An­bie­te­rin;
den Preis des be­rück­sich­tig­ten An­ge­bots oder die tiefs­ten und die höchs­ten Prei­se der in das Ver­ga­be­ver­fah­ren ein­be­zo­ge­nen An­ge­bo­te;
die we­sent­li­chen Grün­de für die Nicht­be­rück­sich­ti­gung;
die aus­schlag­ge­ben­den Merk­ma­le und Vor­tei­le des be­rück­sich­tig­ten An­ge­bo­tes.
3Die Auf­trag­ge­be­rin muss In­for­ma­tio­nen nach Ab­satz 2 nicht lie­fern, wenn da­durch:
ge­gen Bun­des­recht ver­stos­sen oder öf­fent­li­che In­ter­es­sen ver­letzt wür­den;
be­rech­tig­te wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen der An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen be­ein­träch­tigt oder der lau­te­re Wett­be­werb zwi­schen ih­nen ver­letzt wür­de.
1Ver­öf­fent­li­chun­gen er­fol­gen in ei­nem vom Bun­des­rat be­zeich­ne­ten Pu­bli­ka­ti­ons­or­gan.
2Aus­schrei­bung und Zu­schlag sind im­mer zu ver­öf­fent­li­chen.
3Bei Bau­auf­trä­gen und da­mit ver­bun­de­nen Lie­fe­run­gen so­wie Dienst­leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit Bau­vor­ha­ben sind die Aus­schrei­bung und der Zu­schlag we­nigs­tens in der Amtss­pra­che des Stand­ortes der Bau­te zu ver­öf­fent­li­chen, bei al­len üb­ri­gen Lie­fe­run­gen und Dienst­leis­tun­gen in we­nigs­tens zwei Amtss­pra­chen.
4Wird ein ge­plan­ter Auf­trag nicht in fran­zö­si­scher Spra­che aus­ge­schrie­ben, so muss der Aus­schrei­bung zu­sätz­lich ei­ne Zu­sam­men­fas­sung in fran­zö­si­scher, eng­li­scher oder spa­ni­scher Spra­che bei­ge­fügt wer­den.
Die Auf­trag­ge­be­rin er­stellt jähr­lich ei­ne Sta­tis­tik über ih­re Be­schaf­fun­gen nach GPA und über­mit­telt sie der zu­stän­di­gen Bun­des­stel­le.
1Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­ver­wal­tungs­rechts­pfle­ge, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt.
2Für das Ver­fü­gungs­ver­fah­ren nach dem 4. Ab­schnitt sind zu­dem die Ar­ti­kel 22a, 24-28, 30, 30a und 31 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nicht an­wend­bar.
1Ge­gen Ver­fü­gun­gen der Auf­trag­ge­be­rin ist die Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu­läs­sig.
2Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in­for­miert die Auf­trag­ge­be­rin um­ge­hend über den Ein­gang ei­ner Be­schwer­de.
1Die Be­schwer­de hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
2Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt kann die auf­schie­ben­de Wir­kung auf Ge­such hin er­tei­len.1
Als durch Be­schwer­de selb­stän­dig an­fecht­ba­re Ver­fü­gun­gen gel­ten:
Zu­schlag oder Ab­bruch des Ver­ga­be­ver­fah­rens;
die Aus­schrei­bung des Auf­trags;
der Ent­scheid über die Aus­wahl der Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen im se­lek­ti­ven Ver­fah­ren;
der Aus­schluss nach Ar­ti­kel 11;
der Ent­scheid über die Auf­nah­me des An­bie­ters oder der An­bie­te­rin in das Ver­zeich­nis nach Ar­ti­kel 10.
Be­schwer­den müs­sen in­nert 20 Ta­gen seit Er­öff­nung der Ver­fü­gung ein­ge­reicht wer­den.
Im Be­schwer­de­ver­fah­ren kann die Un­an­ge­mes­sen­heit nicht ge­rügt wer­den.
Art. 32 Beschwerdeentscheid
1Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schei­det in der Sa­che selbst oder weist die­se mit ver­bind­li­chen Wei­sun­gen an die Auf­trag­ge­be­rin zu­rück.
2Er­weist sich die Be­schwer­de als be­grün­det und ist der Ver­trag mit dem An­bie­ter oder der An­bie­te­rin be­reits ab­ge­schlos­sen wor­den, so stellt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt le­dig­lich fest, in­wie­fern die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung Bun­des­recht ver­letzt.
Art. 33 Revision
Hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt über ein Re­vi­si­ons­ge­such zu ent­schei­den, so gilt Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss.
1Der Bund oder die Auf­trag­ge­be­rin­nen aus­ser­halb der or­dent­li­chen Bun­des­ver­wal­tung haf­ten für einen Scha­den, den sie durch ei­ne Ver­fü­gung ver­ur­sacht ha­ben, de­ren Rechts­wid­rig­keit im Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 33 fest­ge­stellt wor­den ist.
2Die Haf­tung nach Ab­satz 1 be­schränkt sich auf Auf­wen­dun­gen, die dem An­bie­ter oder der An­bie­te­rin im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­ga­be- und Rechts­mit­tel­ver­fah­ren er­wach­sen sind.
3Im Üb­ri­gen ist das Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19581 an­wend­bar.
1Der An­bie­ter oder die An­bie­te­rin reicht das Scha­den­er­satz­be­geh­ren bei der Auf­trag­ge­be­rin ein. Der Bun­des­rat be­zeich­net die für den Ent­scheid zu­stän­di­ge Stel­le.
2Ge­gen de­ren Ver­fü­gung ist die Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu­läs­sig.1
3Das Scha­den­er­satz­be­geh­ren muss spä­tes­tens ein Jahr nach Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit im Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 33 ein­ge­reicht wer­den.
1 Die Än­de­rung kann un­ter AS 1996 508 kon­sul­tiert wer­den.
Die­ses Ge­setz fin­det auf sämt­li­che ge­plan­ten Auf­trä­ge An­wen­dung, die nach sei­nem In­kraft­tre­ten aus­ge­schrie­ben wer­den oder, falls die Auf­trä­ge oh­ne Aus­schrei­bung ver­ge­ben wer­den, über die vor dem In­kraft­tre­ten noch kein Ver­trag ge­schlos­sen wur­de. Die üb­ri­gen Ver­fah­ren rich­ten sich nach al­tem Recht und sind für die Be­rech­nung des Schwel­len­wer­tes nicht mass­ge­bend.