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Timestamp: 2020-07-09 01:22:25
Document Index: 184229500

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 9', 'Art. 11', 'Art. 21', 'Art. 25', 'Art. 333', 'Art. 333', 'Art. 321', 'Art. 334']

Lawbrary | BewG - Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland
Zweck und Grundsätze (1 - 3)
Bewilligungspflicht (4 - 7)
Bewilligungs- und Verweigerungsgründe (8 - 14)
Behörden und Verfahren (15 - 24)
Verwaltungsrecht (25 - 25)
Zivilrecht (26 - 27)
Strafrecht (28 - 35)
Schlussbestimmungen (36 - 40)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 30. April 1997
Schlussbestimmungen der Änderung vom 8. Oktober 1999
Die­ses Ge­setz be­schränkt den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land, um die Über­frem­dung des ein­hei­mi­schen Bo­dens zu ver­hin­dern.
1Per­so­nen im Aus­land be­dür­fen für den Er­werb von Grund­stücken ei­ner Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de.
2Kei­ner Be­wil­li­gung be­darf der Er­werb, wenn:
das Grund­stück als stän­di­ge Be­triebs­stät­te ei­nes Han­dels-, Fa­bri­ka­ti­ons- oder ei­nes an­de­ren nach kauf­män­ni­scher Art ge­führ­ten Ge­wer­bes, ei­nes Hand­werks­be­trie­bes oder ei­nes frei­en Be­ru­fes dient;
das Grund­stück dem Er­wer­ber als na­tür­li­cher Per­son als Haupt­woh­nung am Ort sei­nes recht­mäs­si­gen und tat­säch­li­chen Wohn­sit­zes dient; oder
ei­ne Aus­nah­me nach Ar­ti­kel 7 vor­liegt.1
3Beim Er­werb von Grund­stücken nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a kön­nen durch Wohnan­teil­vor­schrif­ten vor­ge­schrie­be­ne Woh­nun­gen oder da­für re­ser­vier­te Flä­chen mit­er­wor­ben wer­den.2
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
1Die Be­wil­li­gung wird nur aus den Grün­den er­teilt, die die­ses Ge­setz vor­sieht.
2Die Kan­to­ne kön­nen zur Wah­rung ih­rer un­ter­schied­li­chen In­ter­es­sen zu­sätz­li­che Be­wil­li­gungs­grün­de und wei­ter­ge­hen­de Be­schrän­kun­gen vor­se­hen, so­weit die­ses Ge­setz sie da­zu er­mäch­tigt.
1Als Er­werb ei­nes Grund­stückes gilt:
der Er­werb des Ei­gen­tums, ei­nes Bau­rechts, ei­nes Wohn­rechts oder der Nutz­nies­sung an ei­nem Grund­stück;
die Be­tei­li­gung an ei­ner ver­mö­gens­fä­hi­gen Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­stücken ist;
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­nem An­teil an ei­nem Im­mo­bi­li­en­fonds, des­sen An­teil­schei­ne auf dem Markt nicht re­gel­mäs­sig ge­han­delt wer­den, oder an ei­nem ähn­li­chen Ver­mö­gen;
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­ner Ak­tie ei­ner Im­mo­bi­li­en-SI­CAV, de­ren Ak­ti­en auf dem Markt nicht re­gel­mäs­sig ge­han­delt wer­den, oder an ei­nem ähn­li­chen Ver­mö­gen;
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­nem An­teil an ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­stücken ist, so­fern die An­tei­le die­ser ju­ris­ti­schen Per­son nicht an ei­ner Bör­se in der Schweiz ko­tiert sind;
die Be­grün­dung und Aus­übung ei­nes Kaufs-, Vor­kaufs- oder Rück­kaufs­rechts an ei­nem Grund­stück oder an ei­nem An­teil im Sin­ne der Buch­sta­ben b, c und e;
der Er­werb an­de­rer Rech­te, die dem Er­wer­ber ei­ne ähn­li­che Stel­lung wie dem Ei­gen­tü­mer ei­nes Grund­stückes ver­schaf­fen.
2Als Er­werb ei­nes Grund­stückes gilt auch, wenn ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder ei­ne ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit ih­ren sta­tu­ta­ri­schen oder tat­säch­li­chen Sitz ins Aus­land ver­legt und Rech­te an ei­nem Grund­stück bei­be­hält, das nicht nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a be­wil­li­gungs­frei er­wor­ben wer­den kann.7
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 2005 1337; BBl 2003 4357).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
1Als Per­so­nen im Aus­land gel­ten:
Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on, die ih­ren recht­mäs­si­gen und tat­säch­li­chen Wohn­sitz nicht in der Schweiz ha­ben;
Staats­an­ge­hö­ri­ge an­de­rer aus­län­di­scher Staa­ten, die nicht das Recht ha­ben, sich in der Schweiz nie­der­zu­las­sen;
ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren sta­tu­ta­ri­schen oder tat­säch­li­chen Sitz im Aus­land ha­ben;
ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren sta­tu­ta­ri­schen und tat­säch­li­chen Sitz in der Schweiz ha­ben und in de­nen Per­so­nen im Aus­land ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne­ha­ben;
na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die nicht Per­so­nen im Aus­land nach den Buch­sta­ben a, abis und c sind, wenn sie ein Grund­stück für Rech­nung von Per­so­nen im Aus­land er­wer­ben.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 14. Dez. 2001 be­tref­fend die Be­stim­mun­gen über die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit im Abk. zur Änd. des Über­eink. zur Er­rich­tung der EFTA, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 685; BBl 2001 4963).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 701; BBl 1999 6128).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 701; BBl 1999 6128).
1Ei­ne Per­son im Aus­land hat ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne, wenn sie auf­grund ih­rer fi­nan­zi­el­len Be­tei­li­gung, ih­res Stimm­rech­tes oder aus an­de­ren Grün­den al­lein oder ge­mein­sam mit an­de­ren Per­so­nen im Aus­land die Ver­wal­tung oder Ge­schäfts­füh­rung ent­schei­dend be­ein­flus­sen kann.
2Die Be­herr­schung ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn die­se:
mehr als einen Drit­tel des Ak­ti­en-, Stamm- oder Ge­nos­sen­schafts­ka­pi­tals be­sit­zen;
über mehr als einen Drit­tel der Stim­men in der Ge­ne­ral- oder Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung ver­fü­gen;
die Mehr­heit des Stif­tungs­ra­tes oder der Be­güns­tig­ten ei­ner Stif­tung des pri­va­ten Rechts stel­len;
der ju­ris­ti­schen Per­son rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven der ju­ris­ti­schen Per­son und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Per­so­nen aus­ma­chen.
3Die Be­herr­schung ei­ner Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn ei­ne oder meh­re­re von ih­nen:
un­be­schränkt haf­ten­de Ge­sell­schaf­ter sind;
der Ge­sell­schaft als Kom­man­di­täre Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die einen Drit­tel der Ei­gen­mit­tel der Ge­sell­schaft über­stei­gen;
der Ge­sell­schaft oder un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­tern rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven der Ge­sell­schaft und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Per­so­nen aus­ma­chen.
4Die Be­herr­schung ei­nes Im­mo­bi­li­en­fonds durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn des­sen Ver­wal­tung im Sin­ne die­ses Ge­set­zes von ei­ner Per­son im Aus­land wahr­ge­nom­men wird und die Fonds­lei­tung ei­ne Per­son im Aus­land ist.2
5Die Be­herr­schung ei­ner Im­mo­bi­li­en-SI­CAV durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn de­ren Ver­wal­tung im Sin­ne die­ses Ge­set­zes von ei­ner Per­son im Aus­land wahr­ge­nom­men wird und Per­so­nen im Aus­land:
über mehr als ein Drit­tel der Stim­men für das Un­ter­neh­me­rak­ti­en­ka­pi­tal ver­fü­gen;
die Mehr­heit des Ver­wal­tungs­rats stel­len;
rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven des An­le­gerak­ti­en­ka­pi­tals der Im­mo­bi­li­en-SI­CAV und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ten Per­so­nen aus­ma­chen.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 2005 1337; BBL 2003 4357).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
Art. 7 Übrige Ausnahmen von der Bewilligungspflicht
Kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen:
ge­setz­li­che Er­ben im Sin­ne des schwei­ze­ri­schen Rechts im Erb­gang;
Ver­wand­te des Ver­äus­se­rers in auf- und ab­stei­gen­der Li­nie so­wie des­sen Ehe­gat­te, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder ein­ge­tra­ge­ner Part­ner;
der Er­wer­ber, der be­reits Mit- oder Ge­sam­tei­gen­tum am Grund­stück hat;
Stock­werk­ei­gen­tü­mer für den Tausch ih­rer Stock­wer­ke im sel­ben Ob­jekt;
der Er­wer­ber, der ein Grund­stück als Rea­ler­satz bei ei­ner Ent­eig­nung, Landum­le­gung oder Gü­ter­zu­sam­men­le­gung nach dem Recht des Bun­des oder des Kan­tons er­hält;
der Er­wer­ber, der ein Grund­stück als Er­satz für ein an­de­res er­wirbt, das er an ei­ne öf­fent­lichrecht­li­che Kör­per­schaft oder An­stalt ver­äus­sert hat;
der Er­wer­ber, der ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Flä­che in­fol­ge ei­ner Grenz­be­rei­ni­gung oder in­fol­ge ei­ner Er­hö­hung der Wert­quo­te von Stock­werk­ei­gen­tum er­wirbt;
der Er­wer­ber, des­sen Er­werb im staats­po­li­ti­schen In­ter­es­se des Bun­des ge­bo­ten ist; die Flä­che darf nicht grös­ser sein, als es der Ver­wen­dungs­zweck des Grund­stücks er­for­dert;
na­tür­li­che Per­so­nen, die in­fol­ge der Li­qui­da­ti­on ei­ner vor dem 1. Fe­bru­ar 1974 ge­grün­de­ten ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­stücken ist, ei­ne Woh­nung er­wer­ben, wenn sie nach den da­mals gel­ten­den Vor­schrif­ten im ent­spre­chen­den Um­fang An­tei­le an der ju­ris­ti­schen Per­son er­wor­ben ha­ben;
Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on, die als Grenz­gän­ger in der Re­gi­on des Ar­beit­sorts ei­ne Zweit­woh­nung er­wer­ben.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 2005 1337; BBl 2003 4357).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (AS 2002 701; BBl 1999 6128). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 14. Dez. 2001 be­tref­fend die Be­stim­mun­gen über die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit im Abk. zur Änd. des Über­eink. zur Er­rich­tung der EFTA, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 685; BBl 2001 4963).
Art. 7a Institutionelle Begünstigte von Vorrechten, Immunitäten und Erleichterungen
Der Er­werb ei­nes Grund­stücks für dienst­li­che Zwe­cke durch in­sti­tu­tio­nel­le Be­güns­tig­te nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072, die Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen ge­nies­sen, un­ter­steht aus­sch­liess­lich dem 3. Ka­pi­tel des Gast­staat­ge­set­zes.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
1Der Er­werb wird be­wil­ligt, wenn das Grund­stück die­nen soll:
als Ka­pi­tal­an­la­ge aus der Ge­schäftstä­tig­keit aus­län­di­scher und aus­län­disch be­herrsch­ter, in der Schweiz zum Ge­schäfts­be­trieb zu­ge­las­se­ner Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, so­fern die all­ge­mein an­er­kann­ten An­la­ge­grund­sät­ze be­ach­tet wer­den und der Wert al­ler Grund­stücke des Er­wer­bers die von der Ver­si­che­rungs­auf­sichts­be­hör­de als tech­nisch not­wen­dig er­ach­te­ten Rück­stel­lun­gen für das Schwei­zer Ge­schäft nicht über­steigt;
zur Per­so­nal­vor­sor­ge von in­län­di­schen Be­triebs­stät­ten oder zu aus­sch­liess­lich ge­mein­nüt­zi­gen Zwe­cken, wenn der Er­wer­ber für das Grund­stück von der di­rek­ten Bun­des­steu­er be­freit ist;
zur De­ckung pfand­ge­si­cher­ter For­de­run­gen aus­län­di­scher und aus­län­disch be­herrsch­ter, in der Schweiz zum Ge­schäfts­be­trieb zu­ge­las­se­ner Ban­ken und Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen in Zwangs­ver­wer­tun­gen und Li­qui­da­ti­ons­ver­glei­chen.
2Ei­nem Er­ben, wel­cher der Be­wil­li­gung be­darf und kei­nen Be­wil­li­gungs­grund hat, wird der Er­werb mit der Auf­la­ge be­wil­ligt, das Grund­stück in­nert zwei­er Jah­re wie­der zu ver­äus­sern. Weist der Er­be en­ge, schutz­wür­di­ge Be­zie­hun­gen zum Grund­stück nach, so kann die Be­wil­li­gung oh­ne die­se Auf­la­ge er­teilt wer­den.3
3Ei­ner na­tür­li­chen Per­son, die von ei­ner an­de­ren ei­ne Haupt-, Zweit- oder Fe­ri­en­woh­nung oder ei­ne Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel er­wirbt und da­für man­gels kan­to­na­ler Be­stim­mun­gen oder in­fol­ge ei­ner ört­li­chen Be­wil­li­gungs­sper­re kei­nen Be­wil­li­gungs­grund hat, wird die Be­wil­li­gung er­teilt, wenn ein Här­te­fall für den Ver­äus­se­rer vor­liegt. Als Här­te­fall gilt ei­ne nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ne, un­vor­her­seh­ba­re Not­la­ge des Ver­äus­se­rers, die er nur ab­wen­den kann, in­dem er das Grund­stück an ei­ne Per­son im Aus­land ver­äus­sert. …4.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
3 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 2005 1337; BBl 2003 4357).
4 Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 1052 2748).
Art. 9 Kantonale Bewilligungsgründe
1Die Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz be­stim­men, dass der Er­werb be­wil­ligt wird, wenn das Grund­stück dient:
dem so­zia­len Woh­nungs­bau nach kan­to­na­lem Recht und oh­ne Bun­des­hil­fe in Or­ten, die un­ter Woh­nungs­not lei­den, oder wenn sich auf dem Grund­stück sol­che neu­er­stell­ten Wohn­bau­ten be­fin­den;
ei­ner na­tür­li­chen Per­son als Zweit­woh­nung an ei­nem Ort, zu dem sie aus­ser­ge­wöhn­lich en­ge, schutz­wür­di­ge Be­zie­hun­gen un­ter­hält, so­lan­ge die­se an­dau­ern.
2Die Kan­to­ne kön­nen aus­ser­dem durch Ge­setz be­stim­men, dass ei­ner na­tür­li­chen Per­son der Er­werb als Fe­ri­en­woh­nung oder als Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel im Rah­men des kan­to­na­len Kon­tin­gents be­wil­ligt wer­den kann.
3Die Kan­to­ne be­stim­men die Or­te, die des Er­werbs von Fe­ri­en­woh­nun­gen oder von Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels durch Per­so­nen im Aus­land be­dür­fen, um den Frem­den­ver­kehr zu för­dern.3
4Nicht an das Kon­tin­gent an­ge­rech­net wird ei­ne Be­wil­li­gung:
wenn be­reits dem Ver­äus­se­rer der Er­werb der Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel be­wil­ligt wor­den ist;
die nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 er­teilt wird;
für den Er­werb ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils an ei­ner Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel, so­fern der Er­werb ei­nes an­de­ren Mit­ei­gen­tumsan­teils an der­sel­ben Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel be­reits an das Kon­tin­gent an­ge­rech­net wor­den ist.4
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 1052 2748).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 1052 2748).
Als Ap­par­tho­tel gilt ein neu­es oder zu er­neu­ern­des Ho­tel im Stock­werk­ei­gen­tum des Be­triebs­in­ha­bers, von Per­so­nen im Aus­land und ge­ge­be­nen­falls von Dritt­per­so­nen, wenn es fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt:
Ei­gen­tum des Be­triebs­in­ha­bers an den be­son­de­ren An­la­gen und Ein­rich­tun­gen für den Ho­tel­be­trieb und an den Wohn­ein­hei­ten im Um­fang von ins­ge­samt min­des­tens 51 Pro­zent der Wert­quo­ten;
dau­ern­de ho­tel­mäs­si­ge Be­wirt­schaf­tung der Wohn­ein­hei­ten im Um­fan­ge von min­des­tens 65 Pro­zent der dar­auf ent­fal­len­den Wert­quo­ten, ein­sch­liess­lich al­ler dem Be­triebs­in­ha­ber ge­hö­ren­den Wohn­ein­hei­ten;
an­ge­mes­se­nes Dienst­leis­tungs­an­ge­bot, ent­spre­chen­de bau­li­che und be­trieb­li­che Eig­nung so­wie mut­mass­li­che Wirt­schaft­lich­keit des Ho­tels ge­stützt auf ein Gut­ach­ten der Schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schaft für Ho­tel­kre­dit.
Art. 11 Bewilligungskontingente
1Der Bun­des­rat be­stimmt die jähr­li­chen kan­to­na­len Be­wil­li­gungs­kon­tin­gen­te für den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen und Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels im Rah­men ei­ner ge­samtschwei­ze­ri­schen Höchst­zahl; er be­rück­sich­tigt da­bei die staats­po­li­ti­schen und volks­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Lan­des.
2Die Höchst­zahl nach Ab­satz 1 darf 1500 Kon­tin­gents­ein­hei­ten nicht über­schrei­ten.
3Der Bun­des­rat be­misst die kan­to­na­len Kon­tin­gen­te nach der Be­deu­tung des Frem­den­ver­kehrs für die Kan­to­ne, den tou­ris­ti­schen Ent­wick­lungs­pla­nun­gen und dem An­teil an aus­län­di­schem Grund­ei­gen­tum auf ih­rem Ge­biet.
4Die Kan­to­ne re­geln die Ver­tei­lung der Be­wil­li­gun­gen aus ih­rem Kon­tin­gent.
Die Be­wil­li­gung wird auf je­den Fall ver­wei­gert, wenn:
das Grund­stück ei­ner nach die­sem Ge­setz un­zu­läs­si­gen Ka­pi­tal­an­la­ge dient;
die Flä­che grös­ser ist, als es der Ver­wen­dungs­zweck er­for­dert;
der Er­wer­ber ver­sucht hat, die­ses Ge­setz zu um­ge­hen;
dem Er­wer­ber ei­ner Zweit­woh­nung im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 1 Buch­sta­be c, ei­ner Fe­ri­en­woh­nung oder ei­ner Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel, sei­nem Ehe­gat­ten, sei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder sei­nem ein­ge­tra­ge­nen Part­ner oder sei­nen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren be­reits ei­ne sol­che Woh­nung in der Schweiz ge­hört;
der Er­werb staats­po­li­ti­schen In­ter­es­sen wi­der­spricht.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
1Die Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen und von Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels wei­ter­ge­hend ein­schrän­ken, in­dem sie ins­be­son­de­re:
ei­ne Be­wil­li­gungs­sper­re ein­füh­ren;
den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen nur im Rah­men von Stock­werk­ei­gen­tum oder ei­ner an­de­ren Ge­samt­heit meh­re­rer Fe­ri­en­woh­nun­gen zu­las­sen;
für ei­ne Ge­samt­heit von Fe­ri­en­woh­nun­gen und für Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels den Er­werb nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Quo­te des Wohn­raums zu­las­sen;
zu­guns­ten von Per­so­nen, die kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen, ein Vor­kaufs­recht zum Ver­kehrs­wert ein­füh­ren;
den Er­werb auf das Bau­recht, das Wohn­recht oder die Nutz­nies­sung be­schrän­ken.
2Die Ge­mein­den kön­nen die­se Ein­schrän­kun­gen von sich aus ein­füh­ren. Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren.
1Die Be­wil­li­gung wird un­ter Be­din­gun­gen und Auf­la­gen er­teilt, die si­cher­stel­len, dass das Grund­stück zu dem vom Er­wer­ber gel­tend ge­mach­ten Zweck ver­wen­det wird.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Min­dest­be­din­gun­gen und -auf­la­gen, so­weit die­ses Ge­setz sie nicht re­gelt, und den Ver­fall von Be­wil­li­gun­gen.
3Auf­la­gen sind im Grund­buch an­zu­mer­ken.
4Sie kön­nen auf An­trag des Er­wer­bers aus zwin­gen­den Grün­den wi­der­ru­fen wer­den.
5Wird die Be­wil­li­gungs­pflicht ver­neint, weil Per­so­nen im Aus­land kei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne­ha­ben, so ist die­se Fest­stel­lung an die Auf­la­ge zu knüp­fen, dass der Er­wer­ber vor je­der Än­de­rung der Ver­hält­nis­se, wel­che die Be­wil­li­gungs­pflicht be­grün­den könn­te, er­neut um die Fest­stel­lung nach­zu­su­chen hat.
1Je­der Kan­ton be­zeich­net:
ei­ne oder meh­re­re Be­wil­li­gungs­be­hör­den, die über die Be­wil­li­gungs­pflicht, die Be­wil­li­gung und den Wi­der­ruf ei­ner Be­wil­li­gung oder Auf­la­ge ent­schei­den;
ei­ne be­schwer­de­be­rech­tig­te Be­hör­de, die auch den Wi­der­ruf ei­ner Be­wil­li­gung oder die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens ver­lan­gen und auf Be­sei­ti­gung des rechts­wid­ri­gen Zu­stan­des kla­gen kann;
2Zu­stän­dig ist die Be­hör­de am Ort des Grund­stückes; beim Er­werb von An­tei­len an ju­ris­ti­schen Per­so­nen oder bei der Be­tei­li­gung an ei­ner ver­mö­gens­fä­hi­gen Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit ist die Be­hör­de zu­stän­dig, in de­ren Amts­be­reich wert­mäs­sig der gröss­te Teil der Grund­stücke liegt.
3Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment ent­schei­det in Kom­pe­tenz­kon­flik­ten zwi­schen den Be­hör­den ver­schie­de­ner Kan­to­ne.
1Der Bun­des­rat stellt nach An­hö­ren der Kan­tons­re­gie­rung fest, ob:
es sich um einen Er­werb han­delt, für den der Er­wer­ber aus Grün­den des staats­po­li­ti­schen In­ter­es­ses des Bun­des kei­ner Be­wil­li­gung be­darf;
der Er­werb staats­po­li­ti­schen In­ter­es­sen wi­der­spricht; trifft dies zu, so ver­wei­gert er die Be­wil­li­gung.
4In den üb­ri­gen Fäl­len sind das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment und, so­weit die­ses Ge­setz es vor­sieht, das Bun­des­amt für Jus­tiz zu­stän­dig.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
1Er­wer­ber, de­ren Be­wil­li­gungs­pflicht sich nicht oh­ne wei­te­res aus­sch­lies­sen lässt, ha­ben spä­tes­tens nach dem Ab­schluss des Rechts­ge­schäf­tes oder, man­gels des­sen, nach dem Er­werb um die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung nach­zu­su­chen, dass sie kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen.
2Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de er­öff­net ih­re Ver­fü­gung mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung den Par­tei­en, der Ge­mein­de, in der das Grund­stück liegt, und mit den voll­stän­di­gen Ak­ten der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de.
3Ver­zich­tet die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de auf ei­ne Be­schwer­de oder zieht sie die­se zu­rück, so er­öff­net sie die Ver­fü­gung mit den voll­stän­di­gen Ak­ten kos­ten­los dem Bun­des­amt für Jus­tiz.
1Kann der Grund­buch­ver­wal­ter die Be­wil­li­gungs­pflicht nicht oh­ne wei­te­res aus­sch­lies­sen, so setzt er das Ver­fah­ren aus und räumt dem Er­wer­ber ei­ne Frist von 30 Ta­gen ein, um die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung ein­zu­ho­len, dass er kei­ner Be­wil­li­gung be­darf; er weist die An­mel­dung ab, wenn der Er­wer­ber nicht frist­ge­recht han­delt oder die Be­wil­li­gung ver­wei­gert wird.
2Der Han­dels­re­gis­ter­füh­rer ver­fährt wie der Grund­buch­ver­wal­ter; er ver­weist je­doch ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren Sitz von der Schweiz ins Aus­land ver­legt, vor der Lö­schung in je­dem Fal­le an die Be­wil­li­gungs­be­hör­de.
3Die ab­wei­sen­de Ver­fü­gung des Grund­buch­ver­wal­ters und des Han­dels­re­gis­ter­füh­rers un­ter­liegt der Be­schwer­de an die nach die­sem Ge­setz zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz; die­se Be­schwer­de tritt an die Stel­le der Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­de für das Grund­buch oder Han­dels­re­gis­ter.
1Er­stei­gert je­mand ein Grund­stück in ei­ner Zwangs­ver­stei­ge­rung, so hat er der Stei­ge­rungs­be­hör­de nach dem Zu­schlag schrift­lich zu er­klä­ren, ob er ei­ne Per­son im Aus­land ist, na­ment­lich ob er auf Rech­nung ei­ner Per­son im Aus­land han­delt; er ist dar­auf und auf die Be­wil­li­gungs­pflicht von Per­so­nen im Aus­land für den Er­werb von Grund­stücken in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen auf­merk­sam zu ma­chen.
2Be­steht Ge­wiss­heit über die Be­wil­li­gungs­pflicht und liegt noch kei­ne rechts­kräf­ti­ge Be­wil­li­gung vor, oder lässt sich die Be­wil­li­gungs­pflicht oh­ne nä­he­re Prü­fung nicht aus­sch­lies­sen, so räumt die Stei­ge­rungs­be­hör­de dem Er­wer­ber un­ter Mit­tei­lung an den Grund­buch­ver­wal­ter ei­ne Frist von zehn Ta­gen ein, um:
die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung ein­zu­ho­len, dass der Er­wer­ber kei­ner Be­wil­li­gung be­darf;
den Kauf­preis si­cher­zu­stel­len, wo­bei für die Dau­er der Si­cher­stel­lung ein jähr­li­cher Zins von 5 Pro­zent zu ent­rich­ten ist;
die Kos­ten ei­ner er­neu­ten Ver­stei­ge­rung si­cher­zu­stel­len.
3Han­delt der Er­wer­ber nicht frist­ge­recht oder wird die Be­wil­li­gung rechts­kräf­tig ver­wei­gert, so hebt die Stei­ge­rungs­be­hör­de un­ter Mit­tei­lung an den Grund­buch­ver­wal­ter den Zu­schlag auf und ord­net ei­ne neue Ver­stei­ge­rung an.
4Die Auf­he­bungs­ver­fü­gung der Stei­ge­rungs­be­hör­de un­ter­liegt der Be­schwer­de an die nach die­sem Ge­setz zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz; die­se Be­schwer­de tritt an die Stel­le der Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­de für Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs.
5Wird bei der er­neu­ten Ver­stei­ge­rung ein ge­rin­ge­rer Er­lös er­zielt, so haf­tet der ers­te Er­stei­ge­rer für den Aus­fall und al­len wei­te­ren Scha­den.
1Der Be­schwer­de an die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz un­ter­lie­gen die Ver­fü­gun­gen der Be­wil­li­gungs­be­hör­de, des Grund­buch­ver­wal­ters, des Han­dels­re­gis­ter­füh­rers und der Stei­ge­rungs­be­hör­de.
2Das Be­schwer­de­recht steht zu:
dem Er­wer­ber, dem Ver­äus­se­rer und an­de­ren Per­so­nen, die ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se an der Auf­he­bung oder Än­de­rung der Ver­fü­gung ha­ben:
der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de oder, wenn die­se auf die Be­schwer­de ver­zich­tet oder sie zu­rück­zieht, dem Bun­des­amt für Jus­tiz;
der Ge­mein­de, in der das Grund­stück liegt, ge­gen ei­ne Be­wil­li­gung, ge­gen die Fest­stel­lung, dass der Er­wer­ber kei­ner Be­wil­li­gung be­darf, und ge­gen den Wi­der­ruf ei­ner Auf­la­ge.
3Die Be­schwer­de­frist be­trägt 30 Ta­ge seit der Er­öff­nung der Ver­fü­gung an die Par­tei­en oder die be­schwer­de­be­rech­tig­te Be­hör­de.
4Die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz er­öff­net ih­ren Ent­scheid mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung den be­schwer­de­be­rech­tig­ten Per­so­nen, der Be­wil­li­gungs­be­hör­de und, kos­ten­los, den be­schwer­de­be­rech­tig­ten Be­hör­den.
Art. 21 Beschwerde an Bundesbehörden
1Für die Be­schwer­de an Bun­des­be­hör­den gel­ten die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.
2Die Par­tei­en und Be­hör­den, die zur Be­schwer­de an die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz be­rech­tigt sind, kön­nen auch bei Bun­des­be­hör­den Be­schwer­de füh­ren.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 17 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
1Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de und die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz stel­len den Sach­ver­halt von Am­tes we­gen fest. Sie stel­len nur auf Vor­brin­gen ab, die sie ge­prüft und über die sie nö­ti­gen­falls Be­weis er­ho­ben ha­ben.
2Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de, die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz, die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und, aus­ser­halb ei­nes Ver­fah­rens die­ser Be­hör­den, die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de und das Bun­des­amt für Jus­tiz kön­nen Aus­kunft über al­le Tat­sa­chen ver­lan­gen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind.1
3Aus­kunfts­pflich­tig ist, wer von Am­tes we­gen, be­rufs­mäs­sig, ver­trag­lich, als Or­gan ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son oder Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit oder ei­nes An­la­ge­fonds durch Fi­nan­zie­rung oder auf an­de­re Wei­se an der Vor­be­rei­tung, dem Ab­schluss oder dem Voll­zug ei­nes Rechts­ge­schäf­tes über den Er­werb mit­wirkt; er hat auf Ver­lan­gen auch Ein­sicht in die Ge­schäfts­bü­cher, Kor­re­spon­den­zen oder Be­le­ge zu ge­wäh­ren und sie her­aus­zu­ge­ben.
4Die Be­hör­de kann zu Un­guns­ten des Er­wer­bers ent­schei­den, wenn ein Aus­kunfts­pflich­ti­ger die not­wen­di­ge und zu­mut­ba­re Mit­wir­kung ver­wei­gert.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 17 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1Die kan­to­na­len Be­hör­den und, aus­ser­halb ei­nes Ver­fah­rens, auch das Bun­des­amt für Jus­tiz kön­nen vor­sorg­li­che Mass­nah­men an­ord­nen, um einen recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Zu­stand un­ver­än­dert zu er­hal­ten.
2Die Be­schwer­de ge­gen ei­ne vor­sorg­li­che Ver­fü­gung hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
1Die Ver­wal­tungs- und Ge­richts­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne leis­ten sich ge­gen­sei­tig Rechts- und Amts­hil­fe.
2Be­hör­den und Be­am­te, die in ih­rer amt­li­chen Ei­gen­schaft Wi­der­hand­lun­gen wahr­neh­men oder Kennt­nis da­von er­hal­ten, sind ver­pflich­tet, sie so­fort der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de, der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de oder dem Bun­des­amt für Jus­tiz an­zu­zei­gen.
3Die zu­stän­di­gen Be­hör­den lie­fern dem Bun­des­amt für Jus­tiz die zur Füh­rung und Ver­öf­fent­li­chung ei­ner Sta­tis­tik über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land not­wen­di­gen An­ga­ben; das Bun­des­amt für Jus­tiz er­teilt den zu­stän­di­gen Be­hör­den Aus­kunft über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind.
Art. 25 Widerruf der Bewilligung und nachträgliche Feststellung der Bewilligungspflicht
1Die Be­wil­li­gung wird von Am­tes we­gen wi­der­ru­fen, wenn der Er­wer­ber sie durch un­rich­ti­ge An­ga­ben er­schli­chen hat oder ei­ne Auf­la­ge trotz Mah­nung nicht ein­hält.
1bisDie Be­wil­li­gungs­pflicht wird von Am­tes we­gen nach­träg­lich fest­ge­stellt, wenn der Er­wer­ber ei­ner zu­stän­di­gen Be­hör­de, dem Grund­buch­ver­wal­ter oder dem Han­dels­re­gis­ter­füh­rer über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht von Be­deu­tung sind, un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben ge­macht hat.2
2Sank­tio­nen nach dem Aus­län­der­recht blei­ben vor­be­hal­ten.
1Rechts­ge­schäf­te über einen Er­werb, für den der Er­wer­ber ei­ner Be­wil­li­gung be­darf, blei­ben oh­ne rechts­kräf­ti­ge Be­wil­li­gung un­wirk­sam.
2Sie wer­den nich­tig, wenn:
der Er­wer­ber das Rechts­ge­schäft voll­zieht, oh­ne um die Be­wil­li­gung nach­zu­su­chen oder be­vor die Be­wil­li­gung in Rechts­kraft tritt;
die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung rechts­kräf­tig ver­wei­gert oder wi­der­ru­fen hat;
der Grund­buch­ver­wal­ter oder Han­dels­re­gis­ter­füh­rer die An­mel­dung ab­weist, oh­ne dass die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung vor­gän­gig ver­wei­gert hat;
die Stei­ge­rungs­be­hör­de den Zu­schlag auf­hebt, oh­ne dass die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung vor­gän­gig ver­wei­gert hat.
3Un­wirk­sam­keit und Nich­tig­keit sind von Am­tes we­gen zu be­ach­ten.
4Sie ha­ben zur Fol­ge, dass:
ver­spro­che­ne Leis­tun­gen nicht ge­for­dert wer­den dür­fen;
Leis­tun­gen in­ner­halb ei­nes Jah­res zu­rück­ge­for­dert wer­den kön­nen, seit der Klä­ger Kennt­nis von sei­nem Rück­for­de­rungs­an­spruch hat, oder in­ner­halb ei­nes Jah­res seit Ab­schluss ei­nes Straf­ver­fah­rens, spä­tes­tens aber in­ner­halb von zehn Jah­ren seit die Leis­tung er­bracht wor­den ist;
von Am­tes we­gen auf Be­sei­ti­gung ei­nes rechts­wid­ri­gen Zu­stan­des ge­klagt wird.
1Die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de oder, wenn die­se nicht han­delt, das Bun­des­amt für Jus­tiz, klagt ge­gen die Par­tei­en auf:1
Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des, wenn ein Grund­stück auf­grund ei­nes man­gels Be­wil­li­gung nich­ti­gen Rechts­ge­schäf­tes er­wor­ben wur­de;
Auf­lö­sung der ju­ris­ti­schen Per­son mit Ver­fall ih­res Ver­mö­gens an das Ge­mein­we­sen im Fal­le von Ar­ti­kel 57 Ab­satz 3 des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches2.
2Er­weist sich die Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des als un­mög­lich oder un­tun­lich, so ord­net der Rich­ter die öf­fent­li­che Ver­stei­ge­rung nach den Vor­schrif­ten über die Zwangs­ver­wer­tung von Grund­stücken an. Der Er­wer­ber kann nur sei­ne Ge­ste­hungs­kos­ten be­an­spru­chen; ein Mehr­er­lös fällt dem Kan­ton zu.
3Die Kla­ge auf Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des ent­fällt, wenn die Par­tei­en ihn wie­der her­ge­stellt ha­ben oder ein gut­gläu­bi­ger Drit­ter das Grund­stück er­wor­ben hat.
4Bei­de Kla­gen sind an­zu­brin­gen:
in­ner­halb ei­nes Jah­res seit ei­nem rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid, der die Nich­tig­keit be­wirkt;
im üb­ri­gen in­ner­halb von zehn Jah­ren seit dem Er­werb, wo­bei die Kla­ge­frist wäh­rend ei­nes Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ruht;
spä­tes­tens bis zur Ver­jäh­rung der Straf­ver­fol­gung, wenn die­se län­ger dau­ert.
5Für den Schutz gut­gläu­big er­wor­be­ner ding­li­cher Rech­te und die Er­satz­pflicht gilt Ar­ti­kel 975 Ab­satz 2 des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).
1Wer vor­sätz­lich ein man­gels Be­wil­li­gung nich­ti­ges Rechts­ge­schäft voll­zieht oder als Er­be, der für den Er­werb der Be­wil­li­gung be­darf, nicht frist­ge­recht um die­se nach­sucht, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.1
2Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe nicht un­ter 180 Ta­ges­sät­zen.2
3Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.
4Stellt der Tä­ter den ur­sprüng­li­chen Zu­stand wie­der her, so kann der Rich­ter die Stra­fe mil­dern.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).
1Wer vor­sätz­lich ei­ner zu­stän­di­gen Be­hör­de, dem Grund­buch­ver­wal­ter oder dem Han­dels­re­gis­ter­füh­rer über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder für die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind, un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht oder einen Irr­tum die­ser Be­hör­den arg­lis­tig be­nutzt, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.1
2Wer fahr­läs­sig un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht, wird mit Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken be­straft.
1Wer vor­sätz­lich ei­ne Auf­la­ge miss­ach­tet, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.1
2Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.
3Wird die Auf­la­ge nach­träg­lich wi­der­ru­fen oder kommt der Tä­ter nach­träg­lich der Auf­la­ge nach, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.
4Bis zur rechts­kräf­ti­gen Er­le­di­gung ei­nes Ver­fah­rens auf Wi­der­ruf der Auf­la­ge darf der Straf­rich­ter nicht ur­tei­len.
Wer sich wei­gert, der Aus­kunfts- oder Edi­ti­ons­pflicht nach­zu­kom­men, die ihm die zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter Hin­weis auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels auf­er­legt, wird mit Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken be­straft.1 Er bleibt straf­los, wenn er sich auf ein Be­rufs­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 321 des Straf­ge­setz­bu­ches2 be­ru­fen kann.
2 SR 311.0. Heu­te: nach Art. 321 und 321bis.
1Die Straf­ver­fol­gung ver­jährt:
in zwei Jah­ren für die Ver­wei­ge­rung von Aus­kunft oder Edi­ti­on;
in fünf Jah­ren für an­de­re Über­tre­tun­gen;
in zehn Jah­ren für Ver­ge­hen.
2Die Stra­fe für ei­ne Über­tre­tung ver­jährt in fünf Jah­ren.
1Wer durch ei­ne Wi­der­hand­lung einen un­recht­mäs­si­gen Vor­teil er­langt, der nicht auf Kla­ge hin be­sei­tigt wird, ist bis zur Ver­jäh­rung der Straf­ver­fol­gung oh­ne Rück­sicht auf die Straf­bar­keit ei­ner be­stimm­ten Per­son zu ver­pflich­ten, einen ent­spre­chen­den Be­trag an den Kan­ton zu zah­len.
2Ge­schen­ke und an­de­re Zu­wen­dun­gen ver­fal­len nach den Ar­ti­keln 70-72 des Straf­ge­setz­bu­ches1.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 334 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).
Für Wi­der­hand­lun­gen im Ge­schäfts­be­trieb gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht sinn­ge­mä­ss.
1Die Straf­ver­fol­gung ob­liegt den Kan­to­nen.
2Je­de Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens, al­le Ein­stel­lungs­be­schlüs­se, Straf­be­schei­de und Stra­f­ur­tei­le sind oh­ne Ver­zug und un­ent­gelt­lich der Bun­des­an­walt­schaft mit­zu­tei­len; die­se kann je­der­zeit Aus­kunft über den Stand ei­nes hän­gi­gen Straf­ver­fah­rens ver­lan­gen.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 6 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).
1Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne er­las­sen die not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.
2Die Kan­to­ne kön­nen aus­ser ih­ren not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen auch er­gän­zen­de ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen, zu de­ren Er­lass die­ses Ge­setz sie er­mäch­tigt, vor­läu­fig durch nicht re­fe­ren­dums­pflich­ti­ge Ver­ord­nung er­las­sen; die­se Ver­ord­nun­gen blei­ben bis zum Er­lass ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen in Kraft, längs­tens je­doch für die Dau­er von drei Jah­ren seit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes.
3Die Be­stim­mun­gen, wel­che die Kan­to­ne und die Ge­mein­den er­las­sen, sind dem Bun­des­amt für Jus­tiz zur Kennt­nis zu brin­gen.1
1Der Bun­des­be­schluss vom 23. März 19611 über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land wird auf­ge­ho­ben.
2 Die Än­de­rung kann un­ter AS 1984 1148 kon­sul­tiert wer­den.
Die­ses Ge­setz und die ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen sind auf Be­wil­li­gun­gen an­wend­bar, die nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes in ers­ter In­stanz er­teilt wer­den, so­weit sie nicht auf rechts­kräf­ti­gen Grund­satz­be­wil­li­gun­gen nach dem frü­he­ren Recht1 be­ru­hen.
Der Bun­des­rat setzt für die ers­te Pe­ri­ode von zwei Jah­ren die ge­samtschwei­ze­ri­sche Höchst­zahl an Be­wil­li­gun­gen für Fe­ri­en­woh­nun­gen und Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels auf höchs­tens zwei Drit­tel der Be­wil­li­gun­gen fest, die im Durch­schnitt der fünf letz­ten Jah­re vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes für den Er­werb von Zweit­woh­nun­gen im Sin­ne des frü­he­ren Rechts er­teilt wor­den sind.
2Es tritt am 1. Ja­nu­ar 1985 in Kraft, wenn die Volks­i­ni­tia­ti­ve «ge­gen den Aus­ver­kauf der Hei­mat» vor die­sem Zeit­punkt zu­rück­ge­zo­gen oder ver­wor­fen wird.1 An­dern­falls be­stimmt der Bun­des­rat das In­kraft­tre­ten.
1 Die In­itia­ti­ve wur­de am 20. Mai 1984 ver­wor­fen (BBl 1984 II 989).