Source: https://religionsrecht.jura.uni-koeln.de/schwerpunkt
Timestamp: 2020-06-03 17:54:54
Document Index: 259858437

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 49', 'Art. 4', 'Art. 140', 'Art. 136', 'Art. 140', 'Art. 136']

Institut für Kirchenrecht: Schwerpunkt
Schwerpunktbereichsbetreuung
Herr Professor Dr. Muckel betreut folgende Schwerpunktbereiche:
Religion, Kultur und Recht (Nr. 11)
Hinweise zum Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht
Der Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht setzt sich - wie alle Schwerpunktbereiche - aus einem Kernbereich und einem Wahlbereich zusammen. Die Studierenden müssen im Schwerpunktbe­reich Veranstaltungen im Gesamtumfang von mindestens 16 Semesterwochenstunden (SWS) besu­chen, davon mindestens acht SWS aus dem Kernbereich. Der Besuch eines Schwerpunktseminars, in dem die häusliche Arbeit im Schwerpunktbereich präsentiert wird, wird mit 2 SWS auf die 16 SWS angerechnet.
Vgl. § 11 Abs.2 Studien- und Prüfungsordnung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät für den Studiengang Rechtswissenschaft der Universität zu Köln v. 24.7.2014.
Die Studien- und Prüfungsordnung findet sich auf der Homepage der Fakultät.
(1) Im Kernbereich: Staatskirchenrecht/Religionsverfassungsrecht, Kirchenrecht (Kanonisches Recht und Evangelisches Kirchenrecht), Bildungsrecht (Schul- und Prüfungsrecht, Wissenschaftsrecht);
(2) im Wahlbereich: Religion in der Europäischen Union, Recht der Kunst und Kulturpflege, Islami­sches Recht, Kirchliche Rechtsgeschichte, Arbeitsrecht im kirchlichen und kulturellen Bereich, Vertiefung Grundrechte, International Human Rights, Medienrecht (nationales öffentliches Medienrecht), Kommunikationsrecht, Internetrecht, Stiftungsrecht, Die Modernisierung rechtlicher Grundbegriffe im 21. Jahrhundert (§ 49 Nr. 11 Studien- und Prüfungsordnung).
Die Vorlesungen im Kernbereich sind zweistündig vorgesehen; im Wahlbereich finden sich Vorlesun­gen, die sowohl zweistündig als auch einstündig angeboten werden können.
In den kommenden Semestern werden die Lehrveranstaltungen des Kernbereichs durchgängig ange­boten, aus dem Wahlbereich mit Sicherheit auch „Religion in der Europäischen Union“, „Kirchliche Rechtsgeschichte“, „Medienrecht“, „Kommunikationsrecht“ und „Internetrecht“.
Den Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht können Studierende somit ohne weiteres zu dem gewünschten Abschluss führen, auch wenn aus Kapazitätsgründen nicht in jedem Semester alle Lehrveranstaltungen des Wahlbereichs angeboten werden können.
Bedeutung des Schwerpunktbereichs und Inhalt der Fächer
Der Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht bietet die in dieser Form bundesweit einzige Mög­lichkeit, im Jurastudium einen Akzent auf die rechtliche Behandlung von Religion zu setzen. Dies ist der Ausgangspunkt des Schwerpunktbereichs und erklärt, warum im Kernbereich zu­nächst die Vorlesungen im Staatskirchenrecht/Religionsverfassungsrecht und Kirchenrecht aufgeführt werden. Das dritte Fach des Kernbereichs, das Bildungsrecht, bildet ein gewisses Gegengewicht zu den religionsbezogenen Fächern. Der Wahlbereich des Schwerpunktbereichs ist so konzipiert, dass die Studierenden die Möglichkeit haben, den religionsbezogenen Akzent noch zu verstärken oder abzuschwächen.
Der Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht wurde vor allem deshalb ins Leben gerufen, weil die religionsbezogenen Fächer für die alltägliche Rechtspraxis eine große, oftmals unterschätzte Be­deutung haben. Für das Staatskirchenrecht/Religionsverfassungsrecht, das sich hauptsächlich mit der Religionsfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) und der Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften im staatlichen Recht (Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 ff. WRV) befasst, ist dies evident. Die Religionsfrei­heit ist nicht nur ein hochrangiges Freiheitsgrundrecht, das die Stellung des Staates zum Bürger we­sentlich prägt. Fragen der Religionsfreiheit sind zudem in vielen Rechtsbereichen von oftmals maßge­bender Bedeutung, etwa im Arbeitsrecht, im öffentlichen Dienstrecht, im Bauplanungsrecht, im Daten­schutzrecht, im Deliktsrecht, im Europarecht, im Gewerberecht, im Hochschulrecht, im Medienrecht, im Mietrecht, im Schulrecht, im Sozialrecht, im Steuerrecht, im Strafrecht, im Vereinsrecht oder im Versammlungsrecht. Vergleichbares gilt für die rechtliche Stellung der Kirchen und Religionsgemein­schaften gemäß Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 ff. WRV. Da die Kirchen und ihre rechtlich selbstständigen Untergliederungen in unzähligen Bereichen - etwa als Dienst- und Arbeitgeber, Träger sozialer Ein­richtungen und Dienste, Schulträger oder Grundeigentümer - am allgemeinen Rechtsverkehr teilneh­men, spielen auch die Besonderheiten ihrer rechtlichen Stellung in praktisch allen Teilen des allge­meinen Rechtsverkehrs eine große Rolle. Kenntnisse des Staatskirchenrechts sind daher nicht nur für Kirchenjuristen, sondern auch für die staatliche Verwaltung und Justiz unverzichtbar. Anwälten eröff­nen sie interessante Tätigkeitsbereiche, etwa als Rechtsberater kirchlicher Arbeitnehmer(-vertreter) oder kirchlicher Einrichtungen. Es ist nicht übertrieben, insoweit von einer Marktlücke für Juristen zu sprechen.
Die Bedeutung des Kirchenrechts als von den Kirchen selbst gesetztes, also innerkirchliches Recht folgt zunächst daraus, dass die Positionen und das Handeln der Kirchen durch die Kenntnis der da­hinterstehenden kirchlichen Normen leichter zu erfassen sind. So werden die Dienst- und Arbeitsver­hältnisse in der Kirche maßgebend vom kirchlichen Dienst- und Arbeitsrecht, insbesondere dem kirch­lichen Kollektivarbeitsrecht, geprägt. Kirchenrechtlich vorgeformt sind etwa auch die Erziehungs- und Bildungstätigkeit z. B. der katholischen Kirche, die in den Canones 793 ff. des kirchlichen Gesetz­buches (Codex Iuris Canonici - CIC) grundgelegt ist, sowie das kirchliche Vereinsleben, das in den can. 298 ff. CIC eine kirchenrechtliche Grundlage findet.
Die Bedeutung des Kirchenrechts erschöpft sich indes nicht in seiner Nützlichkeit für die tägliche Rechtspraxis. Es ist zudem kultur- und rechtsgeschichtlich von großer Bedeutung. Abgesehen davon, dass das Kirchenrecht bis zur Säkularisation 1806 „ein ebenbürtiger Partner des weltlichen Rechts“ (Erler, Kirchenrecht, 5. Aufl., S. 1) war und das staatliche Recht stark beeinflusst hat, hat sich das Recht der Kirche im Laufe von Jahrhunderten zu einer überaus reifen und stabilen Rechtsordnung entwickelt, die tiefe Einblicke in das Verhältnis von Rechtsordnung und charismatischer Ordnung, von Macht und Recht, von Wirklichkeit und Wahrheit, von Kirche und Staat sowie von Einzelperson und Gemeinschaft vermittelt. Vor allem aber schützt das Kirchenrecht mit seinem Anspruch, eine eigene, vom Staat unabhängige Legitimations- und Geltungsbasis zu besitzen, den Juristen vor der Selbst­überschätzung und Verabsolutierung des Staates. „Denn für den richtigen Juristen“ - so formulierte Otto Mayer, der Jurastudenten vor allem als einer der Schöpfer und Klassiker des modernen deut­schen Verwaltungsrechts begegnet, im Jahre 1896 – „ist die erste Aufgabe, dass er sich überall der Grenzen seines Kunstgebietes bewusst bleibe“. Dabei ist Kirchenrecht im modernen Sinne des Wor­tes ein interdisziplinäres Fach, das vor allem mit der Theologie und der Rechtsgeschichte in enger Verbindung steht. Das Kirchenrecht darf auch insofern als modern gelten, als es nationale Grenzen überwindet. Für das universelle Recht der katholischen Weltkirche bedarf dies keiner Begründung, für die evangelischen Kirchen gilt es in zunehmendem Maße.
Arbeitsbedingungen am Institut für Religionsrecht
Interessenten für den Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht finden im Institut für Religionsrechtder Universität zu Köln ausgezeichnete Arbeitsbedingungen. Das Institut ist in der Vorlesungs­zeit zumeist ganztägig von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Bibliothek des Instituts verfügt über 8 ruhige Arbeitsplätze und die Möglichkeit zur digitalen Quellenrecherche. Der Bibliotheksbestand wird durch unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit hohem Sachverstand betreut. Durch eine jahrzehntelange gezielte Spezialisierung konnte in den Bereichen Staatskirchenrecht, Kirchenrecht und Kirchenrechtsgeschichte ein weitgehend vollständiger Buch- und Zeitschriftenbestand zusammenge­tragen werden, der im rheinischen Raum als einzigartig gelten darf. Daher dürfte die für die häusliche Arbeit im Schwerpunktbereich benötigte Literatur zum ganz überwiegenden Teil im Institut vorhanden sein. Kurzfristige Ausleihe zur Kopie ist selbstverständlich möglich. Speziell für die Studierenden des Schwerpunktbereichs Religion, Kultur und Recht wurden die gängige Studienliteratur und die ein­schlägigen Handbücher zum Kirchen- und Staatskirchenrecht in größerer Stückzahl angeschafft und werden in der Bibliothek bereitgehalten.
Betreuer des Schwerpunktbereichs
Der Schwerpunktbereich Religion, Kultur und Recht wird betreut von Prof. Dres. Muckel (hauptverantwortlich), Depenheuer, Haferkamp, Höfling, Kempen, Nußberger und Sachs. Für das Lehrangebot des Schwerpunktbereichs konnten darüber hinaus Lehrbeauftragte gewonnen werden, die durchweg wissenschaftliche Arbeit auf hohem Niveau mit reichhaltigen Erfahrungen aus praktischer Arbeit verbinden. Bitte beachten Sie, dass die einzelnen Professoren in aller Regel mehrere Schwerpunktbereiche betreuen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Home­pages der entsprechenden Institute. Herr Prof. Muckel steht auch für die Betreuung des Schwerpunktbereiches Öffentliches Recht (Nr. 8) zur Verfügung.
Dr. Sebastian Klappert, „Katholisches Kirchenrecht“, „Kirchliche Rechtsgeschichte“
Dr. Hubert Detmer, „Bildungsrecht“
Dr. Michael Hartmer, „Bildungsrecht“
Prof. Dr. Ansgar Hense, „Religion in der Europäischen Union“
Dr. Götz Klostermann, „Evangelisches Kirchenrecht“
Dr. Daniela Schrader, Justitiarin des Erzbistums Köln, „Arbeitsrecht im kirchlichen und kulturellen Bereich“
Öffentliches Recht (Nr. 8)
Übersicht über den Schwerpunktbereich Öffentliches Recht
Die Anmeldung zum Schwerpunktseminar erfolgt über KLIPS 2.0.
Erstellt am: 25. April 2017, zuletzt geändert am: 17. Februar 2020