Source: https://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/miet-immobilienrecht/bgh-keine-auskunft-ueber-betriebskosten-bei-pauschale_214_78704.html
Timestamp: 2016-12-07 16:35:00
Document Index: 27818300

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 560', '§ 242', '§ 242', '§ 560', 'BGH']

BGH: Keine Auskunft über Betriebskosten bei Pauschale | Recht | Haufe
02.12.2011 | Betriebskostenpauschale
BGH: Keine Auskunft über Betriebskosten bei Pauschale Haufe Online Redaktion
Der Mieter kann vom Vermieter grundsätzlich keine Auskunft über die tatsächliche Höhe der Betriebskosten verlangen, wenn eine Pauschale vereinbart ist: Die Pauschale dient gerade dazu, dass der Vermieter nicht jährlich abrechnen muss. Nur bei Anhaltspunkten für eine Änderung besteht ein Auskunftsanspruch.
Vermieter und Mieter einer Wohnung stritten über AuskunftsanspruchDie Mieter zahlen für die kalten Betriebskosten eine monatliche Pauschale von 190 Euro. Diese halten sie für zu hoch, von Anfang an. Sie verlangen vom Vermieter
Auskunft über die tatsächliche Höhe der Betriebskosten sowie Einsicht in die zugehörigen Belege. BGH gibt dem Vermieter RechtDer Vermieter muss keine Auskunft erteilen. Die Mieter können nicht deshalb Auskunft verlangen, weil sie die vereinbarte Pauschale für von Anfang an überhöht halten. Sie haben den Mietvertrag mit diesem Inhalt selbst abgeschlossen. Hieran müssen sie sich festhalten lassen. Der Vermieter muss seine anfängliche Kalkulation nicht offen legen.Ein Anspruch auf Offenlegung der anfänglichen Kalkulation kann auch nicht aus § 560 Abs. 3 BGB hergeleitet werden. Hiernach ist der Vermieter bei einer Ermäßigung der Betriebskosten verpflichtet, die Betriebskostenpauschale entsprechend herabzusetzen. Die Vorschrift gilt aber nicht für von vornherein zu hoch angesetzte Pauschalen. Auskunft auch nicht nach Ablauf jedes JahresDie Mieter können auch nicht nach Ablauf jedes Jahres Auskunft über die tatsächlichen Kosten verlangen. Eine Pauschale dient gerade dazu, dass der Vermieter nicht jährlich abrechnen muss. Dieser Vorteil ginge verloren, wenn der Vermieter doch jedes Jahr die konkreten Kosten ermitteln müsste. Auskunftsanspruch nach § 242 BGB?Daher kann ein Auskunftsanspruch der Mieter nach § 242 BGB nur in Betracht kommen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich die Betriebskosten nachträglich ermäßigt haben.Ohne einen solchen Auskunftsanspruch könnten die Mieter nicht kontrollieren, ob der Vermieter seiner Pflicht aus § 560 Abs. 3 BGB nachgekommen ist, die Betriebskostenpauschale bei einer Ermäßigung der Betriebskosten herabzusetzen. Dabei sind Ermäßigungen einzelner Betriebskosten nicht relevant, wenn sie durch Erhöhungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden.(BGH, Urteil v. 16.11.2011, VIII ZR 106/11).
Der Verwalter-Brief Juli+August 2015 unter anderem mit dem Thema "Mietpreisbremse"
Betriebskostenpauschale – Kein Auskunftsanspruch des Mieters
Im frei finanzierten Wohnungsbau haben die Mietparteien die Wahl, ob sie eine Bruttokaltmiete, d. h. eine Miete inkl. aller Betriebskosten (mit Ausnahme der Heizungs- und Warmwasserkosten), eine Nettomiete zzgl. einer jährlich abzurechnenden ...mehr