Source: https://gesetze-in-app.de/MarkenG/127
Timestamp: 2019-05-20 03:00:01
Document Index: 375471850

Matched Legal Cases: ['§ 127', '§ 127', '§ 128', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', '§ 127', '§ 127', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 127', '§127', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'Art. 13', 'Art. 13', 'BGH', 'BGH', '§ 127', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', '§ 127', 'Art. 1', 'BGH', '§ 127', '§ 1', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', '§ 73', '§127', '§ 127', 'BGH', '§ 127', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH', '§ 128', '§ 127', 'BGH', '§ 127', '§ 127', 'BGH', '§127', 'BGH', '§ 127', '§127', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'BGH', '§ 127', 'BGH', 'BGH']

§ 127 MarkenG: Schutzinhalt
§ 127 MarkenG
Teil 6: Geographische Herkunftsangaben
Abschnitt 1: Schutz geographischer Herkunftsangaben
Schutzinhalt
(1) Geographische Herkunftsangaben dürfen im geschäftlichen Verkehr nicht für Waren oder Dienstleistungen benutzt werden, die nicht aus dem Ort, der Gegend, dem Gebiet oder dem Land stammen, das durch die geographische Herkunftsangabe bezeichnet wird, wenn bei der Benutzung solcher Namen, Angaben oder Zeichen für Waren oder Dienstleistungen anderer Herkunft eine Gefahr der Irreführung über die geographische Herkunft besteht.
(2) Haben die durch eine geographische Herkunftsangabe gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen besondere Eigenschaften oder eine besondere Qualität, so darf die geographische Herkunftsangabe im geschäftlichen Verkehr für die entsprechenden Waren oder Dienstleistungen dieser Herkunft nur benutzt werden, wenn die Waren oder Dienstleistungen diese Eigenschaften oder diese Qualität aufweisen.
(3) Genießt eine geographische Herkunftsangabe einen besonderen Ruf, so darf sie im geschäftlichen Verkehr für Waren oder Dienstleistungen anderer Herkunft auch dann nicht benutzt werden, wenn eine Gefahr der Irreführung über die geographische Herkunft nicht besteht, sofern die Benutzung für Waren oder Dienstleistungen anderer Herkunft geeignet ist, den Ruf der geographischen Herkunftsangabe oder ihre Unterscheidungskraft ohne rechtfertigenden Grund in unlauterer Weise auszunutzen oder zu beeinträchtigen.
(4) Die vorstehenden Absätze finden auch dann Anwendung, wenn Namen, Angaben oder Zeichen benutzt werden, die der geschützten geographischen Herkunftsangabe ähnlich sind oder wenn die geographische Herkunftsangabe mit Zusätzen benutzt wird, sofern
1.in den Fällen des Absatzes 1 trotz der Abweichung oder der Zusätze eine Gefahr der Irreführung über die geographische Herkunft besteht oder
2.in den Fällen des Absatzes 3 trotz der Abweichung oder der Zusätze die Eignung zur unlauteren Ausnutzung oder Beeinträchtigung des Rufs oder der Unterscheidungskraft der geographischen Herkunftsangabe besteht.
§ 128 MarkenG
BGH, URTEIL vom 4.5.2007, Az. I ZR 49/04 Zwar hat der Senat angenommen, dass von § 127 Abs. 1 MarkenG nicht der Fall erfasst wird, dass eine geographische Herkunftsangabe nicht zur Bezeichnung von Waren - für Dienstleistungen hat Entsprechendes zu gelten -, sondern in einer Firma Verwendung findet und sich das Verbot gegen eine Benutzung des Firmenbestandteils schlechthin richtet (BGH, Urt. v. 10.8.2000 -1 ZR 126/98, GRUR 2001, 73, 76 = WRP 2000, 1284 - Stich den Buben).
BGH, URTEIL vom 3.2.2013, Az. Dementsprechend hat sich die Klägerin zur Begründung ihres Antrags auf § 127 Abs. 1 MarkenG gestützt, der die Irreführung über die geographische Herkunft eines Produkts, also unzutreffende Angaben über den Ort, an dem das Produkt hergestellt wurde, verbietet (vgl. Hacker in Ströbele/Hacker aaO § 127 Rn. 7 ff.).
BGH, vom 4.8.2011, Az. Ausreichend dafür ist, dass die geographische Herkunftsangabe ein besonderes Ansehen genießt, ohne dass dies durch objektive Eigenschaften der mit der geographischen Herkunftsangabe gekennzeichneten Produkte begründet sein muss (vgl. zu dem Schutz der bekannten Marke BGH, Urteil vom 9. Dezember 1982 -1 ZR 133/80, BGHZ 86, 90, 95 f. - Rolls-Royce; zu dem Schutz der geographischen Herkunftsangabe mit besonderen Ruf OLG München, GRUR-RR 2002, 64, 66; Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy aaO § 127 MarkenG Rn. 31; Fezer, Markenrecht, 4. Aufl., §127 Rn. 22; Hacker in Ströbe-le/Hacker aaO § 127 Rn. 29; Omsels, Geografische Herkunftsangaben, 2007, Rn. 612).
BGH, vom 4.8.2011, Az. Sollte das Berufungsgericht allerdings die Voraussetzungen des § 127 Abs.3 MarkenG bejahen, spricht dies auch für das Vorliegen der Voraussetzungen des Art. 13 Abs. 1 Buchst, b der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 und des inhaltsgleichen Art. 13 Abs. 1 Buchst, b der Verordnung (EG) Nr. 510/2006 (vgl. auch BGH, GRUR 2008, 413 Rn. 18 - Bayerisches Bier I).
BGH, BESCHLUSS vom 4.6.1998, Az. I ZR 54/96 Allerdings steht auch das aus § 127 Abs. 1 MarkenG hergeleitete Verbot unter dem Vorbehalt seiner Verhältnismäßigkeit (vgl. Fezer, Markenrecht, § 127 MarkenG Rdn. 6; Helm, Festschrift Vieregge, S. 335, 352).
BGH, URTEIL vom 4.4.2005, Az. I ZR 262/02 Wie der Senat bereits für den Schutz der geographischen Herkunftsangaben mit besonderem Ruf nach § 127 Abs.3 MarkenG ausgesprochen hat, ist der wettbewerbsrechtlich begründete Schutz geographischer Herkunftsangaben nicht auf die Benutzung in Form einer Marke beschränkt (vgl. BGH, Urt. v. 17.1.2002 -1 ZR 290/99, GRUR 2002, 426, 427 = WRP 2002, 542 - Champagner bekommen, Sekt bezahlen).
BGH, Urteil vom 4.0.2002, Az. a)	Die Regelungen der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 des Rates vom 14. Juli 1992 zu dem Schutz von geographischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (ABI. Nr. L 208 S. 1, abgedruckt bei Fezer aaO S. 2376) stehen der Anwendung des § 127 Abs.3 MarkenG schon deshalb nicht entgegen, weil diese Verordnung nach ihrem Art. 1 Abs. 1 Satz 2 auf den Schutz von Ursprungsbezeichnungen und geographischen Angaben von Weinbauerzeugnissen keine Anwendung findet.
BGH, Urteil vom 4.0.2002, Az. Die - ihrem Wesen nach wettbewerbsrechtliche - Vorschrift des § 127 Abs.3 MarkenG ist als besonderer Unlauterkeitstatbestand zu dem Schutz geographischer Herkunftsangaben mit besonderem Ruf in das Markengesetz aufgenommen worden, um in seinem Anwendungsbereich § 1 UWG als Rechtsgrundlage für den Schutz geographischer Herkunftsangaben zu ersetzen, und entspricht weitgehend dem zu dieser Vorschrift von der Rechtsprechung (vgl. dazu z.B. BGH, Urt. v. 4.6.1987 -1 ZR 109/85, GRUR 1988, 453 = WRP 1988, 25 - Ein Champagner unter den Mineralwässern) entwickelten Schutz bekannter Herkunftsangaben (vgl. Begründung zu § 127 des Regierungsentwurfs eines Markenrechtsreformgesetzes, BT-Drucks. 12/6581 S. 118; vgl. weiter BGHZ 139, 138, 139 f. - Warsteiner II; BGH, Urt. v. 25.1.2001
BGH, Urteil vom 4.0.2002, Az. Auf die Intensität der bereits vorgenommenen Benutzung kommt es nicht an; sie könnte nach § 127 Abs.3 MarkenG auch nicht als zusätzliches Unlauterkeitsmerkmal herangezogen werden (anders noch - zu dem früheren Recht - BGH GRUR 1988, 453, 455 - Ein Champagner unter den Mineralwässern).
BGH, BESCHLUSS vom 4.10.2014, Az. I-ZR 16/14 Solchen Maßstäben kann jedoch keine entscheidende Bedeutung für den Irreführungscharakter der Angabe 'Made in Germany' zukommen, weil dafür auf das Begriffsverständnis der angesprochenen Verkehrskreise abzustellen ist (vgl. OLG Düsseldorf, WRP 2011, 939, 940 - Produziert in Deutschland; OLG Köln, WRP 2014, 1082 Rn. 16 - Schmiedekolben 'Made in Germany'; Helm in Gloy/Loschelder/Erdmann aaO § 73 Rn. 35; Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy aaO §127 MarkenG Rn. 10; Hacker in Ströbele/Hacker, MarkenG, II.Aufl., § 127 Rn. 7).
BGH, URTEIL vom 4.6.1998, Az. I ZR 55/96 Auch das aus § 127 Abs. 1 MarkenG hergeleitete Verbot steht unter dem Vorbehalt seiner Verhältnismäßigkeit (vgl. Fezer, Markenrecht, § 127 MarkenG Rdn. 6; Helm, Festschrift Vieregge, S. 335, 352).
BGH, Urteil vom 4.4.2001, Az. Die (einfache) geographische Herkunftsangabe gemäß § 127 Abs. 1 MarkenG setzt nicht voraus, daß der Verbraucher mit ihr eine besondere, auf regionale oder örtliche Eigenheiten zurückzuführende Qualitätsvorstellung verbindet (vgl. BGHZ 139, 138, 140 - Warsteiner II, m.w.N.).
BGH, Urteil vom 4.4.2001, Az. -11 - währten Schutz der geographischen Herkunftsangabe i.S. des § 127 Abs. 1 MarkenG nicht entgegen (vgl. hierzu näher BGHZ 139, 138, 142 - Warstei-ner II).
BGH, Urteil vom 4.4.2001, Az. c)	Ein Unterlassungsanspruch nach § 128 Abs. 1 i.V. mit § 127 Abs. 1 MarkenG scheidet jedenfalls deshalb aus, weil das Verbot unter dem Vorbehalt der Verhältnismäßigkeit steht (vgl. BGHZ 139, 138, 145 - Warsteiner II, m.w.N.;Fezer aaO § 127 Rdn. 6a; Althammer/Klaka aaO § 127 Rdn. 5; zur Interessenabwägung auch Helm aaO S. 335, 352).
BGH, Urteil vom 4.4.2001, Az. Dabei sind an den Ausschluß der Irreführung des Verkehrs durch entlokalisierende Zusätze (vgl. §127 Abs.4 Nr. 1 MarkenG) strenge Anforderungen zu stellen (vgl. BGH, Urt. v. 29.4.1982 -IZR111/80, GRUR 1982, 564, 565 = WRP 1982, 570 - Elsässer Nudeln; Fezer aaO § 127 Rdn. 18; Althammer/Klaka aaO §127 Rdn. 17; Großkomm./Lindacher,
BGH, URTEIL vom 4.2.2007, Az. I ZR 122/04 Letzteres kommt vor allem dann in Betracht, wenn durch das Verbot ein wertvoller Besitzstand an einer Individualkennzeichnung zerstört würde (BGH GRUR 2003, 628, 630 - Klosterbrauerei; BGH, Urt. v. 19.2.2004 -1 ZR 76/02, GRUR 2004, 613, 614 = WRP 2004, 904 - Schlauchbeutel; zu § 127 Abs. 1 MarkenG vgl. auch BGHZ 139, 138, 145 ff. - Warsteiner II).
LG Nürnberg, Urteil vom 3.0.2015, Az. 3 O 1430/14 Zwar ist § 127 Abs. 1 MarkenG nach der Rechtsprechung nicht anwendbar, wenn die geografische Herkunftsangabe nicht zur Bezeichnung von Waren, sondern in einer Firma Verwendung findet und sich das Verbot gegen eine Benutzung des Firmenbestandteils schlechthin richtet (BGH GRUR 2001, 73, 76 - Stich den Buben).
LG Nürnberg, Urteil vom 3.0.2015, Az. 3 O 1430/14 Zwar ist streitig, ob zur Verwirklichung des § 127 Abs. 1 MarkenG eine relevante Irreführungsgefahr zur Tatbestandsverwirklichung von Nöten ist (ablehnend BGH GRUR 2001, 420 - SPA; bejahend Ingerl/Rohnke, MarkenG, 3. Aufl. 2010, § 127 Rz. 5; offen gelassen nun BGH GRUR 2002, 160, 162 - Warsteiner III und BGH GRUR 2002, 1044, 1076 - Original Oettinger).