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Timestamp: 2019-10-16 18:54:53
Document Index: 128453056

Matched Legal Cases: ['§ 113', '§ 65', '§ 31', '§ 133', '§ 132', '§ 113']

BVerwG, 15.02.1990 - 4 C 39.86 - dejure.org
https://dejure.org/1990,894
BVerwG, 15.02.1990 - 4 C 39.86 (https://dejure.org/1990,894)
BVerwG, Entscheidung vom 15.02.1990 - 4 C 39.86 (https://dejure.org/1990,894)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Februar 1990 - 4 C 39.86 (https://dejure.org/1990,894)
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Feststellungsklage - Baugenehmigung - Verletzung in eigenen subjektiven Rechten - Berufungseinlegung des Nachbarn - Nachbarrecht
VG Köln, 14.04.1980 - 13 K 198/79
NJW 1990, 2901 (Ls.)
MDR 1990, 1074
NVwZ 1990, 857
DÖV 1991, 897
BauR 1990, 453
Nach dem das geltende Verwaltungsprozeßrecht tragenden und in § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO niedergelegten, auch für das Rechtsmittelverfahren geltenden verfahrensrechtlichen Grundsatz kann ein Beigeladener nur dann mit einem Rechtsmittel erfolgreich sein, wenn dies auch materiell-rechtlich seiner subjektiven Rechtsstellung entspricht (BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 39.86 - BauR 1990, 453).
Ihr Rechtsmittel hat daher auch in der Sache Erfolg (vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 39.86 - NVwZ 1990, 857).
Die Beschwer und damit die Rechtsmittelbefugnis des Beigeladenen ist immer dann gegeben, wenn er durch die Entscheidung der Vorinstanz in seinen rechtlich geschützten Interessen nachteilig berührt ist - anders ausgedrückt - wenn die Möglichkeit einer Verletzung seiner Rechte besteht (vgl. BVerwG, Urt. v. 15.02.1990 - 4 C 39.86 -, juris Rn. 15 ff.;… Urt. v. 11.01.2001 - 7 C 10.00 -, juris Rn. 13;… Czybulka in: Sodan/Ziekow, VwGO-Großkommentar, 4. Aufl. 2014, § 65 Rn. 180).
Den Berufungen der Beigeladenen zu 2 und 3 gegen das der Klage teilweise stattgebende Urteil des Verwaltungsgerichts durfte das Oberverwaltungsgericht nur dann stattgeben, wenn diese Beteiligten durch das erstinstanzliche Urteil, das den Beklagten teilweise zur Erteilung des vom Kläger begehrten Vorbescheids verpflichtet, jeweils in subjektiven Rechtspositionen verletzt worden sind (vgl. z.B. BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1990 - 4 C 39.86 - Buchholz 406.19 Nachbarschutz Nr. 96 = juris Rn. 15 m.w.N.).
Denn weil § 31 Abs. 2 BauGB mit dem Gebot der Würdigung nachbarlicher Interessen drittschützende Wirkung hat, kann sowohl bei einer Befreiung von nicht-nachbarschützenden Festsetzungen eines Bebauungsplans als auch bei einer unter Verstoß gegen diese Festsetzungen erteilten Baugenehmigung Nachbarschutz gegeben sein (vgl. BVerwG, Urteil vom 19. September 1986 - BVerwG 4 C 8.84 - Buchholz 406.19 Nachbarschutz Nr. 71; Urteil vom 6. Oktober 1989 - BVerwG 4 C 14.87 - BVerwGE 82, 343; Urteil vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 39.86 - BRS 50 Nr. 183; Urteil vom 26. September 1991 - BVerwG 4 C 5.87 - BVerwGE 89, 69 ).
- 4 C 39.86 -, BauR 1990, 453 = juris Rn. 15, vom 13. Juni 1980 - IV C 31.77 -, BRS 36 Nr. 185 = juris Rn. 17, vom 23. August 1974 - IV C 29.73 -, BRS 28 Nr. 127 = juris Rn. 29, und vom 12. Januar 1968 - IV C 10.66 -, juris Rn. 18, Beschluss vom 28. Juli 1994.
Entgegen der Auffassung der Beschwerde liegt diese Voraussetzung für den Erfolg einer jeder Berufung - auch derjenigen eines Beigeladenen - hier vor; sie betrifft allerdings nicht die Zulässigkeit, sondern die Begründetheit der Berufung (…vgl. Urteile vom 16. September 1981, a.a.O., S. 4 und 5, sowie vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 39.86 - Buchholz 406.19 Nachbarschutz Nr. 96 S. 50 ).
Wie bereits erwähnt, hat das Bundesverwaltungsgericht in diesem Zusammenhang allein auf die (erforderliche) materielle Beschwer abgestellt, die eine vorherige erfolglose Antragstellung des Beigeladenen nicht voraussetzt (…vgl. u.a. Urteile vom 10. Dezember 1970, a.a.O., und vom 15. Februar 1990, a.a.O.).
Die Beschwerde hat auch nicht dargelegt (§ 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO), daß und inwiefern das Berufungsurteil von den zitierten Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Januar 1969 - BVerwG IV C 83.66 - (BVerwGE 31, 233), vom 16. September 1981 - BVerwG 8 C 1 und 2.81 - (BVerwGE 64, 67 = NJW 1982, 951) und vom 15. Februar 1990 - BVerwG 4 C 39.86 - (Buchholz 406.19 Nachbarschutz Nr. 96 = NVwZ 1990, 857) im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO abweicht.
Erforderlich ist darüber hinaus, dass der Beigeladene durch das Urteil in eigenen Rechten verletzt wird (Fortentwicklung von BVerwG, Urteil vom 23.8.1974 - IV C 29.73 - BVerwGE 47, 19, vom 13.6.1980 - IV C 31.77 - NJW 1981, 67 , und vom 15.2.1990 - 4 C 39.86 - NVwZ 1990, 857 ).
Denn das Bundesverwaltungsgericht erblickt in dem Erfordernis einer Verletzung subjektiver Rechte für den Erfolg eines Rechtsmittels einen "das geltende Verwaltungsprozessrecht tragenden" Grundsatz, der in § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO ausdrücklich Niederschlag gefunden hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.2.1990 - 4 C 39.86 - NVwZ 1990, 857 ;… vgl. auch Urteil vom 16.9.1981 - 8 C 1.81 und 8 C 2.81 - BVerwGE 64, 67 , [...], Rn. 13, m. w. N.).
Auf die Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit der im angefochtenen Urteil ausgesprochenen Verpflichtung des Beklagten kommt es dann nicht an (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.02.1990 - 4 C 39/86 -, NVwZ 1990, 857).(Rn.17).
Ob er insoweit auch in einem eigenen subjektiven Recht verletzt wird, ist jedenfalls für die Zulässigkeit seines Rechtsmittels unerheblich (vgl. BVerwG, Urteile vom 23.08.1977 - 4 C 29.73 - BVerwGE 47, 19 und vom 15.02.1990 - 4 C 39.86 - NVwZ 1990, 857 m.w.N.).
Auf die Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit der im angefochtenen Urteil ausgesprochenen Verpflichtung des Beklagten kommt es dann nicht an (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.02.1990, a.a.O. m.w.N.).
VGH Baden-Württemberg, 28.07.1997 - 3 S 2556/96
Berufung des beigeladenen Nachbarn gegen eine erfolgreiche Klage des Bauherrn - …
BVerwG, 31.10.1991 - 2 B 129.91
Rechtsmittelbefugnis des Beigeladenen im verwaltungsgerichtlichen Verfahren