Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20218,%2089
Timestamp: 2019-08-19 23:45:02
Document Index: 237558835

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 50', '§ 50', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', '§ 162', '§ 191', '§ 60', '§ 121', '§ 1', '§ 50', '§ 50', '§ 50', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', '§ 162', '§ 191', '§ 60', '§ 121', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 1', '§ 50', '§ 162', '§ 60', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 56', 'Art. 57', 'EuG', 'Art. 16', '§ 50', 'EuG', '§ 50', '§ 50', '§ 50', 'EuG', '§ 50', 'EuG', '§ 50', 'EuG', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 56', 'Art. 57']

BFH, 24.04.2007 - I R 39/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,658
BFH, 24.04.2007 - I R 39/04 (https://dejure.org/2007,658)
BFH, Entscheidung vom 24.04.2007 - I R 39/04 (https://dejure.org/2007,658)
BFH, Entscheidung vom 24. April 2007 - I R 39/04 (https://dejure.org/2007,658)
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EStG 1990 § 1 Abs. 4, § ... 50a Abs. 5, § 50d Abs. 1; EStG 1990 n. F. § 50a Abs. 4; DBA-Niederlande Art. 1 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a, Art. 2 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 5, Art. 5; AO § 162, § 191; FGO § 60 Abs. 1 und 3, § 121 Satz 1
EStG 1990 § 1 Abs. 4, § 50a Abs. 5, § 50d Abs. 1; EStG 1990 n.F. § 50a Abs. 4; DBA-Niederlande Art. 1 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a, Art. 2 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 5, Art. 5; AO § 162, § 191;... FGO § 60 Abs. 1 und 3, § 121 Satz 1
Haftung des Vergütungsschuldners gemäß § 50a Abs. 5 EStG: keine Beiladung des Vergütungsgläubigers - Vereinbarkeit des Steuerabzugs und der Haftung gemäß § 50a Abs. 4 EStG 1990 n.F. und § 50a Abs. 5 EStG 1990 mit Gemeinschaftsrecht
Haftung des Vergütungsschuldners gemäß § 50a Abs. 5 EStG : keine Beiladung des Vergütungsgläubigers; Vereinbarkeit des Steuerabzugs und der Haftung gemäß § 50a Abs. 4 EStG 1990 n.F. und § 50a Abs. 5 EStG 1990 mit Gemeinschaftsrecht
Schlussurteil in der Rechtssache "Scorpio": Vereinbarkeit des Steuerabzugs und der Haftung gemäß § 50a Abs. 4 EStG 1990 n.F. und § 50a Abs. 5 EStG 1990 mit Gemeinschaftsrecht
Anfechtung eines gegen einen Vergütungsschuldner ergangenen Haftungsbescheid durch einen Vergütungsgläubiger aus eigenem Recht; Notwendige Beiladung eines Vergütungsgläubigers im finanzgerichtlichen Verfahren bei Anfechtung eines Haftungsbescheids durch einen Vergütungsschuldner; Verweisung eines Vergütungsgläubigers auf ein Freistellungsverfahren oder Erstattungsverfahren zur Durchsetzung seiner Rechte im Falle von Auswirkungen der Haftung eines Vergütungsschuldners auf die Höhe einer Vergütung des Vergütungsgläubigers; Entstehung eines Einkommensteueranspruchs gegen einen beschränkt Steuerpflichtigen bei fehlender Freistellungsbescheinigung im Falle einer Steuerfreistellung durch ein Doppelbesteuerungsabkommen; Berücksichtigung des Bruttovermögens im Rahmen eines Steuerabzugsverfahrens beschränkt steuerpflichtiger Künstler im Anmeldungszeitraun 1993 bei fehlenden Angaben zu Betriebsausgaben seitens des beschränkt Steuerpflichtigen
Beim Steuerabzug für ausländische Personen sind deren Betriebsausgaben zu berücksichtigen
Zur Besteuerung künstlerischer Darbietungen innerhalb der EU
Weiterhin Steuerabzug vom Brutto-Honorar ausländischer Künstler bei Auftritten im Inland
Steuerabzug und Haftung bei Einkünften beschränkt Steuerpflichtiger
Einkommensteuergesetz (EStG 1990), §§ 1 Abs. 4, 50a Abs. 5 und 50d Abs. 1 ; Einkommensteuergesetz (EStG 1990, n. F.), § 50a Abs. 4 ; Abgabenordnung (AO), §§ 162 und 191 ; Finanzger... ichtsordnung (FGO), §§ 60 Abs. 1 und 3, 121 Satz 1 ; Doppelbesteuerungsabkommen Niederlande, Art. 1 Abs. 2 No. 1 Buchstabe a, Art. 2 Abs. 1 No. 1, 2 und 5, Art. 5
BFHE 218, 89
BB 2007, 2436
BStBl II 2008, 95
Nach der Rechtsprechung des Senats kann ein beschränkt steuerpflichtiger Vergütungsgläubiger prinzipiell einen Haftungsbescheid, dessen unmittelbarer Adressat der inländische Vergütungsschuldner ist, aus eigenem Recht mit Einspruch und Klage anfechten (vgl. Senatsurteil vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
Es besteht insoweit keine wechselseitige Bindungswirkung (vgl. Senatsurteil in BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95 zur Frage der notwendigen Beiladung).
Denn auch wenn der EuGH und ihm folgend der Senat entschieden haben, dass das Steuerabzugsverfahren bei beschränkt Steuerpflichtigen und die damit einhergehende Haftung des Vergütungsschuldners grundsätzlich mit EU-Recht, insbesondere den Art. 49, Art. 50 EG (Art. 56, Art. 57 AEUV), vereinbar ist, sofern im Steuerabzugsverfahren die im unmittelbaren Zusammenhang mit der inländischen Tätigkeit stehenden Betriebsausgaben des beschränkt steuerpflichtigen EU-Vergütungsgläubigers, die er dem Vergütungsschuldner mitgeteilt hat, geltend gemacht werden können (vgl. EuGH-Urteil vom 3. Oktober 2006 C-290/04 "Scorpio", Slg. 2006, I-9461; Senatsurteile in BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95, …sowie vom 5. Mai 2010 I R 104/08, BFH/NV 2010, 1814, …und vom 5. Mai 2010 I R 105/08, BFH/NV 2010, 2043), so ist diese Rechtsprechung jedenfalls wegen Art. 16 Abs. 2 FZA im Streitfall nicht anwendbar.
Soweit § 50a Abs. 4 Sätze 5 und 6 EStG 1990/1997 dies ausschließt, verstößt die Vorschrift gegen Unionsrecht und ist sie deswegen in normerhaltender Weise zu reduzieren (Anschluss an EuGH-Urteil vom 3. Oktober 2006 C-290/04 "Scorpio", Slg. 2006, I-9461; Bestätigung des Senatsurteils vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
Um dem Rechnung zu tragen, hat der Senat ein entsprechendes Abzugsgebot in § 50a Abs. 4 Satz 6 EStG 1990/§ 50a Abs. 4 Satz 4 EStG 1997 "geltungserhaltend" hineingelesen (vgl. Senatsurteil vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
Soweit der Senat in seinem Urteil in BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95 ausgeführt hat, der Steuerschuldner könne seine Erwerbsaufwendungen im Rahmen eines Erstattungsbegehrens geltend machen, bezog sich diese Aussage erkennbar auf jene Aufwendungen, die er dem Vergütungsschuldner im Abzugsverfahren noch nicht mitgeteilt hatte, was wiederum zur Folge hatte, dass der Steuerabzug auf der Grundlage der erzielten Einnahmen vorgenommen wurde.
Das von C gegen den Haftungsbescheid -i. d. F. des Änderungsbescheids des zwischenzeitlich zuständig gewordenen Beklagten vom 15.08.2000- angestrengte Einspruchs- und Klageverfahren wurde mit Urteil des BFH vom 24.04.2007 (I R 39/04, BStBl II 2008, 95) rechtskräftig abgewiesen.
Nach Kenntniserlangung von dem Haftungsverfahren gegen C beantragte der Kläger seine Beiladung zu dem dortigen Revisionsverfahren, was der BFH mit folgender Begründung abgelehnt hat (BFH-Urteil 24.04.2007 I R 39/04, BStBl II 2008, 95): Gegenstand des Rechtsstreits sei der gegen die C als Vergütungsschuldnerin gemäß § 50a Abs. 5 EStG 1990 ergangene Haftungsbescheid.
Der Kläger habe von dem Haftungsverfahren erst im Rahmen der Veröffentlichung der Schlussanträge des Generalanwalts Legér in dem in Sachen der C geführten EuGH-Verfahren C-290/04 (Vorlagebeschluss des BFH vom 28.4.2004 I R 39/04, BStBl II 2004, 878) im Mai 2006 Kenntnis erlangt.
In der Haftungsschuld realisiert die Finanzbehörde vielmehr (nur) die (eigene) Entrichtungssteuerschuld des Vergütungsschuldners auf Anmeldung und Abführung der Abzugssteuer gemäß § 50a Abs. 4 EStG a. F. (BFH-Urteil vom 24.04.2007 I R 39/04, BStBl II 2008, 95).
Der BFH hat sich in seinem Urteil in BStBl II 2008, 95 mit diesen gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben auseinandergesetzt und den gegenüber C erlassenen und hier streitigen Haftungsbescheid im Lichte der EuGH-Rechtsprechung für rechtmäßig erklärt.
Die Besteuerung des Vergütungsgläubigers und Steuerschuldners auf Basis einer Nettobemessungsgrundlage kann im Wege eines -ggf. analog-anzuwendenden Erstattungsverfahrens nach § 50d EStG a. F. hergestellt werden (vgl. BFH-Urteile vom 10.01.2007 I R 87/03, BStBl II 2008, 22; vom 24.04.2007 I R 39/04, BStBl II 2008, 95; BFH-Beschluss vom 07.11.2007 I R 19/04, BStBl II 2008, 228).
NV: Entgegen der gesetzlichen Regelung kann der Vergütungsschuldner im Abzugsverfahren aufgrund des Anwendungsvorrangs des EU-Rechts Betriebsausgaben des Vergütungsgläubigers berücksichtigen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Einnahmen stehen und ihm vom Vergütungsgläubiger mitgeteilt wurden (Anschluss an Senatsurteil vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
Der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften, jetzt Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), hat mit Urteil vom 3. Oktober 2006 C 290/04 "Scorpio" (Slg. 2006, I 9461) entschieden, dass das Steuerabzugsverfahren bei beschränkt Steuerpflichtigen und die damit einhergehende Haftung des Vergütungsschuldners grundsätzlich mit EU-Recht, insbesondere den Art. 49, Art. 50 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG), jetzt Art. 56, Art. 57 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (Amtsblatt der Europäischen Union 2007 Nr. C 306/01), vereinbar sind, sofern im Steuerabzugsverfahren die im unmittelbaren Zusammenhang mit der inländischen Tätigkeit stehenden Betriebsausgaben des beschränkt steuerpflichtigen EU-Vergütungsgläubigers, die er dem Vergütungsschuldner mitgeteilt hat, geltend gemacht werden können (vgl. dazu Senatsurteil vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
Vielmehr kann der Steuerschuldner seine Erwerbsaufwendungen im Nachhinein im Rahmen eines Erstattungsbegehrens geltend machen (vgl. Senatsurteil in BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
NV: Entgegen der gesetzlichen Regelung kann der Vergütungsschuldner aufgrund des Anwendungsvorrangs des EU-Rechts Betriebsausgaben geltend machen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Einnahmen stehen und ihm vom Vergütungsgläubiger mitgeteilt wurden (Anschluss an Senatsurteil vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95).
BFH, 13.02.2008 - IX B 141/07
Voraussetzungen einer notwendigen Beiladung von Miteigentümern einer …