Source: https://archivalia.hypotheses.org/date/2010/11/13
Timestamp: 2020-07-15 18:39:21
Document Index: 344832125

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 95', 'BGH', '§ 19', '§ 95', '§ 95']

13 | November | 2010 | Archivalia
Archiv für den Tag: 13. November 2010
Fragwürdige BGH-Entscheidung zu DRM und Deep Links
Veröffentlicht am 13. November 2010 von Klaus Graf
http://www.heise.de/newsticker/meldung/BGH-Linksetzung-kann-Urheberrechte-verletzen-1135956.html
„Um Urheberrechte zu verletzen, genügt es in bestimmten Fällen, im Web einen Link besonders geschickt auf fremde, urheberrechtlich geschützte Inhalte zu setzen – nämlich dann, wenn man damit Schutzmaßnahmen, die der Rechteinhaber gegen die unbefugte Nutzung seiner Inhalte getroffen hat, bewusst aushebelt.“
Der BGH: Der urheberrechtliche Schutz eines Werkes sei nicht von der Wirksamkeit einer Schutzmaßnahme abhängig. Das Gesetz sagt etwas anderes in § 95a UrhG, aber das hat den BGH ja noch nie gekümmert. Er schreibt sein Urheberrecht, wie es ihm gefällt, ob der Gesetzgeber das so vorgesehen hat oder nicht.
„Bedient sich ein Berechtigter einer technischen Schutzmaßnahme, um den öffentlichen Zugang zu einem geschützten Werk nur auf dem Weg über die Startseite seiner Website zu eröffnen, greift das Setzen eines Hyperlink, der unter Umgehung dieser Schutzmaßnahme einen unmittelbaren Zugriff auf das geschützte Werk ermöglicht, in das Recht der öffentlichen Zugänglich-machung des Werkes aus § 19a UrhG ein. Bei der technischen Schutzmaß-nahme muss es sich nicht um eine wirksame technische Schutzmaßnahme im Sinne des § 95a UrhG handeln. Es reicht aus, dass die Schutzmaßnahme den Willen des Berechtigten erkennbar macht, den öffentlichen Zugang zu dem geschützten Werk nur auf dem vorgesehenen Weg zu ermöglichen.“ (Leitsatz)
Es ist absoluter Schwachsinn, nicht-wirksame technische Schutzmaßnahmen außerhalb von § 95a zu schützen. Dass der Gesetzgeber dies gewollt habe, ist nicht ersichtlich.
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=1&nr=53902&pos=40&anz=595
„Das neue Landesarchiv NRW, der BLB NRW und das Vergaberecht.“
Veröffentlicht am 13. November 2010 von wolfthomas
Ein neuer Beitrag auf dem Landesarchiv-Forum, das sich den Korruptionsvorwürfen um den Bau des Duisburger Landesarchiv widmet.
Fotoimpressionen Stadtarchiv Gießen
Probleme der Nationenbildung in Europa
Der Sammelband von 1995 ist online:
http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00052662/image_1
Köln: Sonder-Ausstellung „Was bleibt“ des AKK „Angewandte Kunst Köln“
“ … Ein weiteres Ausstellungshighlight ist die traditionelle Sonderschau, zu der jeder Ausstellungsteilnehmer eine Arbeit beisteuert. Angeregt durch die neue Nachbarschaft des Kölner Stadtarchivs zur Handwerkskammer widmet sie sich unter dem Motto „Was bleibt“ in diesem Jahr den Themen Vergänglichkeit, Bewahren und Sammeln. So ist beispielsweise die Kölner Goldschmiedin Katrin Brusius mit schwerer Kupferkette im Röntgenbild zu sehen.
Eröffnet wird die AKK-Werkschau 2010 am Samstag, den 27. November 2010, 17.00 Uhr. …“
Quelle: Pressemmitteilung des AKK „Angewandte Kunst, 8.11.2010
Islamic Manuscripts of the Walters Art Museum online
http://art.thewalters.org/viewgallery.aspx?id=1255
Neue Umfrage: Wer liest Archivalia?
Wer liest Archivalia http://archiv.twoday.net?
Ich bin Archivarin (w)
Ich bin Archivar (m)
Ich bin im Bibliothekswesen tätig
Ich bin im Museumswesen tätig
Ich bin Historiker oder im Berufsfeld Geschichte tätig
Ich bin an einer Hochschule tätig
Ich bin selbst Blogger (soweit nicht obige Kategorien einschlägig)
Für mich trifft keine dieser Schubladen zu
Archive und Kunst: Guttorm Guttormsgaard „ARKIV“
“ ARKIV (“Archive” in english) is an artist’s book by the Norwegian artist Guttorm Guttormsgaard. The book is a result of the three-year long exhibition project at Guttormsgaard’s studio in Blaker Old Dairy, titled “Obs!m.fl.&m.m.m”. ARKIV is filled with items displayed during the 55 exhibitions, usually from G.G.’s own collection. This collection is the study material of the artist, serving as a continuing source of inspiration as well as representing the artist’s lifelong journey in understanding different materials, cultures, techniques and concepts, which ultimately comes through in the artist’s own work. ARKIV is, however, not a collection of random images, it’s a picture book with a subtle storyline, drawing parallels between materials, cultures and historical periods. It’s a work of art in it’s own right……“
Quelle: Thomas S. Hansen, Blog
Lucky Luke ein Archivzerstörer?
Mehr auf LES CARNETS DE MICHEL ROBERGE (frz.).
Archiv der beiden Wipperfürther Fotografen Theodor Meuwsen und Emil Hard
“ …. Das Archiv der beiden Wipperfürther Fotografen Theodor Meuwsen und Emil Hard umfasst schätzungsweise rund 40.000 Negative – Porträts, Gruppenbilder und unzählige Stadtansichten. Ein fotografisches Gedächtnis der Stadt Wipperfürth. Jahrzehntelang schlummerte das Archiv auf dem Dachboden eines Hauses. Bis sich der Besitzer, Udo Wiegardt aus Niederkassel, ein Enkel von Hardt, bereit erklärte, das Archiv der Stadt Wipperfürth zu schenken – unter der Bedingung, dass es als Einheit erhalten bleibt.
Maßgeblich beteiligt an der Schenkung ist der Heimat- und Geschichtsverein Wipperfürth. „Ich wusste, dass Herr Wiegardt diese alten Negative besitzt und habe ihn im Abstand von einigen Jahren immer wieder darauf angesprochen“, berichtet der 1. Vorsitzende Erich Kahl. „Ich hatte die große Sorge, dass irgendwann Erben kommen und den ganzen Nachlass entsorgen könnten.“ Ulrich Bürger, ebenfalls aktiv im Heimat- und Geschichtsverein, rief Wiegardt noch einmal an, und sein Anruf hatte schließlich Erfolg. Der Hauptausschuss der Stadt Wipperfürth entschied einstimmig, die unerwartete Schenkung anzunehmen. „Es ist ein Schatz, um den uns viele andere Städte beneiden“, sagte Bürgermeister Michael von Rekowski. Für die Stadt Wipperfürth sollen durch die Schenkung keine Kosten entstehen.
Nun lagern hunderte von flachen Kisten auf dem Dachboden des Wipperfürther Rathauses. Beim Umgang mit den alten Negativen ist große Vorsicht geboten, bestehen sie doch aus dünnen Glasplatten, meist in den Formaten 12 x 16, 13 x 18 und 18 x 24. Diese Platten wurden im trockenen Gelatineverfahren hergestellt. Die älteste datierbare Stadtansicht stammt aus dem Jahr 1870, die jüngsten Fotos wohl aus den 1920er Jahren.
Erstes Atelier der Stadt 1870 eröffnet
Währenddessen haben Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth mit der Recherche und der Aufarbeitung des Nachlasses begonnen. Theodor Meuwsen, geboren 1839 in Wipperfürth, eröffnete 1870 das erste Fotoatelier der Stadt in der Unteren Straße. 1900 zog er weg und übergab sein Geschäft an Emil Hardt (1877 – 1945). Hardt gab hunderte von Ansichtskarten heraus und porträtierte viele tausend Personen…..“
Quelle: Kölnische Rundschau, 13.11.2010
Berlusconi lässt Italiens Kulturdenkmäler verkommen
Der Einsturz des Gladiatoren-Hauses in Pompeji gilt vielen Italienern als Sinnbild für den Zustand des Landes. Von dem Kulturdenkmal ist nur noch ein Haufen Schutt übrig.
http://www.fr-online.de/panorama/broeckelnde-kulturdenkmaeler/-/1472782/4821946/-/index.html
Für den Erhalt seiner antiken Schätze gibt Italien nur einen verschwindend geringen Teil seines Geldes aus. Das Budget des Kultusministeriums, das unter anderem für den Erhalt der antiken Stätten zuständig ist, beläuft sich gerade einmal auf 0,18 Prozent der Staatsausgaben. Zum Vergleich: In Frankreich sind es ein Prozent. Dabei kann kein Land der Welt mehr antike Ruinen, Kirchen, Klöster und andere künstlerische und architektonische Kostbarkeiten sein Eigen nennen als Italien.
http://de.news.yahoo.com/17/20101112/ten-italiens-antikes-erbe-zerfaellt-bea3593.html
Am Freitag legten in Italien die Beschäftigten in Hunderten von Museen und Sehenswürdigkeiten die Arbeit nieder, um gegen die Kürzungen im Kulturetat durch die Regierung Berlusconi zu protestieren.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,728832,00.html
http://www.patrimoniosos.it/rsol.php?op=getsection&id=5&year=2010&month=11
http://archiv.twoday.net/stories/5176988 (2008)
http://archiv.twoday.net/stories/6393398
http://archiv.twoday.net/stories/5753514
http://archiv.twoday.net/stories/5362067
Update: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/einstuerzende_altertuemer_1.8424141.html
Foto: Martha de Jong-Latink http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.en
Mehr zur Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Augsburger Allgemeine 5.11.2010 http://tinyurl.com/37fq32l
Zum Erhalt der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek soll eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten und Vertretern der Stadt Augsburg und des Bayerischen Wissenschaftsministeriums eingesetzt werden. Das haben Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Oberbürgermeister Kurt Gribl in einem gemeinsamen Treffen in München vereinbart.
Die Arbeitsgruppe soll ein tragfähiges Zukunfts- und Finanzierungskonzept für die Staats- und Stadtbibliothek erarbeiten.
Für Heubisch gehört die Stabi in Augsburg mit ihrem wertvollen historischen Bestand zu den bedeutendsten Stadt- und Regionalbibliotheken in Deutschland. „Eine Zersplitterung des städtischen und staatlichen Buchbestandes wäre ein großer Verlust für die Stadt Augsburg als Wissenschafts- und Kulturstandort“, sagte er.
Die Augsburger Stadtspitze hatte zunächst angekündigt, das Bibliotheksgebäude an der Schaezlerstraße zu schließen und die staatlichen Bestände ganz oder teilweise an den Freistaat Bayern zurückzugeben, wenn sich das Land nicht stärker an den Unterhaltskosten beteiligt. Zumindest der Aufteilung der Bibliotheksbestände hat der Stadtrat inzwischen aber eine Absage erteilt.
Die Staats- und Stadtbibliothek bewahrt neben städtischen Bibliotheksbeständen auch Bücher in staatlichem Eigentum auf. In einem bereits 1898 geschlossenen Vertrag ist geregelt, dass die Stadt Augsburg den Unterhalt der Bibliothek trägt, aber für Miete und Verwaltungskosten des staatlichen Teils jährlich eine Entschädigung (derzeit 18 900 Euro) erhält.
Unterdessen haben die Initiatoren der Aktion „Rettet die Stabi“ den Verein „Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg“ gegründet. Anliegen des Vereins ist der geschlossene Erhalt der Bestände der „Stabi“ in ihrem angestammten Gebäude. Im Rahmen seiner Möglichkeiten möchte der Verein die Bibliothek in der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen und Forschungsarbeiten fördern.
Der Verein versteht sich als politisch unabhängiger Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern Augsburgs und Schwabens sowie von in- und ausländischen Freunden der Bibliothek.
Die Gründungsversammlung wählte als Vorsitzende Dr. Helmut Zäh, Dr. Barbara Rajkay und Katrin Holly. Vorstandsämter übernehmen zudem Dr. Christine Werkstetter (Schatzmeisterin) und Edith Seidl M.A. (Schriftführerin).
http://www.initiative-stabi.org
Kommentar: Schön, dass die Zerschlagung der Bestände abgewendet erscheint und sich eine bürgerschaftliche Initiative formiert hat. Weniger schön, dass diese keine Ahnung von Web 2.0 hat und nach wie vor keine Zimelien der Stadtbibliothek auf den Seiten der Initiative zu bewundern sind. Die meisten einschlägigen Bilder habe ich auf Commons gesammelt und z.T. selbst gescannt:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Staats-_und_Stadtbibliothek_Augsburg
?s=stadtbibliothek
Ein EU-Projekt soll Wege aufzeigen, wie die Wissenschaft sich stärker als bisher das revolutionäre Potential des Web zunutze machen kann.
Paradox: http://project.liquidpub.org ist derzeit offline!
http://cordis.europa.eu/ictresults/index.cfm?section=news&tpl=article&id=91404
http://blog.ithenticate.com/tag/liquid-publication
http://www.the-scientist.com/blog/display/57613
Erinnerung: Umfrage zur Bewertung von Archivalia
Blog „Digitale Regionalgeschichte“ über „Basel, das Web 2.0 und ein paar Irritationen“
Folgendem Fazit kann man nur zustimmen: „…. Blogs können eine Nische füllen, für die Informationen zwischendurch, vorweg und danach, womit ich in erster Linie Lehre, aber auch Veranstaltungen wie diese meine. Sie könnten auch eine Ergänzung zu den Diskussionsrunden von Tagungen bieten, besser nachbereiten und auch vorbereiten. Dafür müssten aber die „Richtigen“ oder genauer: mehr! bloggen. Warum nicht schon vor einer Tagung im eigenen Blog auf den eigenen Beitrag hinweisen und danach kommentieren? Warum nicht Verweise und Anregungen sammeln, warum … Wenn wir schon einen derartigen Aufwand für Tagungen einkalkulieren wie Anreise, Zuhören, Reden, Heimreise, warum dann nicht das gewisse Mehr an Arbeit investieren?
Und warum leiten wir nicht stärker Debatten um in die Blogs statt sie „nur“ auf Tagungen oder in Zeitschriften zu führen? Manches hat nur eine begrenzte Halbwertzeit, manches muss auch nicht im aufwendigen Verfahren gedruckt werden, aber es sollte zur Diskussion gestellt werden.
Allerdings sind Blogs öffentlich, jeder und jede kann darin lesen. Wollen das die meisten – oder werden sie sich, wenn sie endlich die digitalen Medien nicht mehr schneiden in geschützten Räumen wie Research Gate treffen? ….“
Dieses Ergebnis gilt zwar zunächst für die Geschichtswissenschaft, kann aber aber, ohne allzu großen Widerspruch zu erwarten, auch auf die deutsche Archivszene übertragen werden. Geradezu unverständlich ist es hier, dass Möglichkeit des Gemeinschaftsweblogs nur wenig genutzt wird.
Auch die Berichterstattung über archivische Tagungen könnte in Blogs erfolgen; dies macht ja schon der ICA.
Ziel sollten mehr archivische Stimmen im Web 2.0 sein. Stimmen, die die digitale Bohéme für das Archivwesen interessieren, vielleicht sogar begeistern könnten. Zu erzählen hätten wir viel.
Tagungsmaterialien sollen hier veröffentlicht werden:
http://www.hist.net/index.php?id=136 .
Aachen: Sammlung „Kunst aus NRW“ bleibt offenbar in Kornelimünster
„Die landeseigene Sammlung „Kunst aus NRW“ bleibt offenbar in Aachen-Kornelimünster. Der „Welt am Sonntag“ sagte Landeskulturministerin Schäfer, die Sammlung werde nicht in die Abtei Brauweiler verlegt. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte entsprechende Pläne verfolgt. In Pulheim-Brauweiler sollte ein Museumsneubau entstehen. Schäfer erklärte nun, es habe eine Finanzierungslücke von 2,5 Millionen Euro gegeben. Die Sammlung umfasst rund 3.300 Gemälde und Skulpturen, die das Land seit 60 Jahren zusammengetragen hat.“
Quelle: http://WDR.de, Lokalzeit Aachen, Nachrichten v. 13.11.2010
s. a. ?s=kornelim%C3%BCnster
Letter of Benedict XVI on reopening the Vatican Library
http://www.zenit.org/article-30940?l=english
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20101109_biblio-vatic_it.html
Workshop im Gebäude des Kreisarchivs Siegen-Wittgenstein: