Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20193,%20144
Timestamp: 2019-11-19 12:49:39
Document Index: 368222802

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 12', '§ 19', 'Art. 3', '§ 10', '§ 8', '§ 12', '§ 19', 'Art. 3', 'Art. 5', '§ 10', '§ 19', '§ 8', '§ 19', 'Art. 11', '§ 19', '§ 19', '§ 19']

BFH, 23.08.2000 - I R 98/96 - dejure.org
https://dejure.org/2000,2564
BFH, 23.08.2000 - I R 98/96 (https://dejure.org/2000,2564)
BFH, Entscheidung vom 23.08.2000 - I R 98/96 (https://dejure.org/2000,2564)
BFH, Entscheidung vom 23. August 2000 - I R 98/96 (https://dejure.org/2000,2564)
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GewStG a. F. § 8 Nr. 1, § 12 Abs. 2 Nr. 1; GewStDV a. F. § 19; GG Art. 3 Abs. 1; Schlussprotokoll zum DBA-Niederlande 1959 Nr. 6; KWG § 10 Abs. 2 Nr. 1
GewStG a.F. § 8 Nr. 1, § 12 Abs. 2 Nr. 1; GewStDV a.F. § 19; GG Art. 3 Abs. 1; Schlussprotokoll zum DBA-Niederlande 1959 Nr. 6 - zu Art. 5 DBA-Niederlande 1959 - ; KWG § 10 Abs. 2 Nr. 1
Regelungsbereich des § 19 GewStDV - Inländische Betriebsstätte - Ausländisches Unternehmen - Dotationskapital
§§ 8 Nr. 1, 12 Abs. 2 Nr. 1 GewStG; § 19 GewStDV
Gewerbesteuer; Darlehen zur Refinanzierung eines Mitunternehmeranteils an einem Kreditinstitut
BFHE 193, 144
DB 2001, 310
BStBl II 2002, 207
Die bankenaufsichtsrechtlichen Regelungen seien nicht als Rechtsgrundlage für die steuerliche Fiktion von Eigenkapital geeignet, was sich ausdrücklich aus der BFH-Entscheidung vom 23.08.2000 I R 98/96 ergebe.
Für Eigenkapital dürfen der Zweigniederlassung vom ausländischen Stammhaus keine Zinsen in Rechnung gestellt werden (BFH in BStBl III 1966, 24, BFH-Urteil vom 23.08.2000 I R 98/96 BFHE 193, 144 ; BStBl II 2002, 207).
Bei Betriebsstätten von Banken sind die gesetzlichen Vorschriften über die Ausstattung mit haftendem Mindesteigenkapital nach dem Kreditwesengesetz ( KWG ) zu beachten (BFH in BStBl II 1986, 785; BFH-Urteil vom 23.08.2000 I R 98/96 BFHE 193, 144 ; BStBl II 2002, 207).
Intention der Rechtsprechung ist es nämlich nicht, zusätzliches Eigenkapital zu fingieren (BFH in BStBl II 2002, 207).
Sie würde dem Wesen des Eigenkapitalcharakters widersprechen (Kumpf, Besteuerung inländischer Betriebsstätten von Steuerausländern, 151; BFH in BStBl II 2002, 207).
aa) Das FG hat in diesem Zusammenhang in seinem Urteil (zu 2.a der Gründe) darauf verwiesen, dass zur Bemessung eines ausreichenden Dotationskapitals der Betriebsstätte grundsätzlich ein äußerer Fremdvergleich nach der direkten Methode durchzuführen sei (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 25. Juni 1986 II R 213/83, BFHE 147, 264, BStBl II 1986, 785); bei Betriebsstätten von Banken seien in diesem Zusammenhang die gesetzlichen Vorschriften über die Ausstattung mit haftendem Mindestkapital nach dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) zu beachten (Hinweis auf das Senatsurteil vom 23. August 2000 I R 98/96, BFHE 193, 144, BStBl II 2002, 207).
Der Senat hat in seinem Urteil in BFHE 193, 144, BStBl II 2002, 207 als Zweck der Rechtsprechung zum Dotationskapital inländischer Betriebsstätten ausländischer Kreditinstitute herausgestellt, das Eigenkapital ausländischer Kreditinstitute mit Betriebsstätten im Inland nach wirtschaftlichen Kriterien --zu denen auch bankaufsichtsrechtliche Vorgaben gehören-- für steuerliche Zwecke rechnerisch zwischen den inländischen und den anderen Betriebsstätten des Kreditinstituts aufzuteilen.
aa) Abkommensrechtlich stellen alle Betriebsstätten einer Personengesellschaft Betriebsstätten der einzelnen Gesellschafter dar (vgl. Art. 11 Abs. 1 Buchst. f und j DBA-GB; BFH-Urteile in BStBl II 1991, 444; vom 26.02.1992 I R 85/91, BStBl II 1992, 937; vom 23.08.2000 I R 98/96, BStBl II 2000, 207).
Auch der BFH habe in seinem Urteil vom 23. August 2000 (I R 98/96, BStBl II 2002, 207) zu § 19 GewStDV a.F. ausgeführt, dass bei der Anwendung der Norm auch das passive Sonderbetriebsvermögen der Mitunternehmer zu berücksichtigen sei und es dem Sinn und Zweck des § 19 GewStDV entspreche, in den Regelungsbereich auch die Schulden einzubeziehen, die zum Erwerb eines Anteils an einem von Mitunternehmern betriebenen Kreditinstitut oder zur Refinanzierung von Einlagen der Mitunternehmer aufgenommen worden seien.
ee) Aus der Rechtsprechung des BFH zu § 19 GewStDV in der in den Jahre 1984 bis 1988 geltenden Fassung (Urt. vom 23. August 2000 I R 98/96, BStBl II 2002, 207) ergibt sich nichts Anderes.