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Timestamp: 2020-05-28 16:20:46
Document Index: 328730724

Matched Legal Cases: ['§ 317', '§ 155', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10']

Aktenzeichen: II R 6/17
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.061119.IIR6.17.0
Normen: § 317 ZPO, § 155 S 1 FGO, § 10 Abs 5 Nr 3 S 1 ErbStG 1997, § 10 Abs 6 S 1 ErbStG 1997
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 06. November 2019 – II R 6/17 –, BFHE nn
(Zustellung finanzgerichtlicher Urteile - Abziehbarkeit vergeblicher Rechtsverfolgungskosten als Nachlassverbindlichkeit - Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 06.11.2019 II R 29/16)
1. Kann der beglaubigten Abschrift eines Urteils nicht entnommen werden, ob die erkennenden Richter die Urschrift des Urteils unterschrieben haben, ist die Urteilszustellung unwirksam (Rn.16) (Rn.17).
2. Kosten eines Zivilprozesses, in dem ein Erbe vermeintliche zum Nachlass gehörende Ansprüche des Erblassers eingeklagt hat, sind als Nachlassregelungskosten gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abzugsfähig. § 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG steht dem Abzug nicht entgegen (Rn.19).
vorgehend FG Düsseldorf, 25. Januar 2017, Az: 4 K 509/16 Erb, Urteil
Teilweise Parallelentscheidung BFH, 6. November 2019, Az: II R 29/16
Vergleiche BVerwG, 6. November 2017, Az: 8 PKH 3/17
Vergleiche BGH, 27. Januar 2016, Az: XII ZB 684/14
Vergleiche BFH, 22. Juli 2015, Az: II R 21/13
Vergleiche BFH, 22. Juli 2015, Az: II R 12/14
Vergleiche Finanzgericht Baden-Württemberg, 18. Dezember 2014, Az: 7 K 1377/14
Vergleiche BFH, 19. Juni 2013, Az: II R 20/12
Vergleiche OLG Köln, 28. September 2012, Az: 19 U 129/12
Vergleiche BGH, 9. Juni 2010, Az: XII ZB 132/09
Vergleiche FG Köln, 5. Februar 2009, Az: 9 K 204/07
Vergleiche BGH, 30. Mai 1990, Az: XII ZB 33/90
Vergleiche BGH, 23. Januar 1975, Az: VII ZR 199/73
Vergleiche BFH, 11. Januar 1961, Az: II 155/59 U
Ab Januar 2006 verwaltete der Bruder des Klägers das Vermögen der Erblasserin, die ihm Vollmachten für ihre Bankkonten erteilt hatte. Von Februar 2006 bis Februar 2012 hob er Beträge in Höhe von insgesamt 345.400 € von einem Bankkonto der Erblasserin ab. Bis Juli 2012 erteilte er Überweisungsaufträge und ließ Abbuchungen in Höhe von insgesamt 94.323 € vornehmen. Zudem wurden die Nebenkosten für die ihm zugeteilten Mietwohngrundstücke mit Mitteln vom Konto der Erblasserin beglichen.
Aufgrund des Rechtsstreits sind dem Kläger Gerichts- und Rechtsanwaltskosten in Höhe von 15.014,14 € entstanden.
Der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt --FA--) setzte zuletzt mit Änderungsbescheid vom 02.05.2014 Erbschaftsteuer in Höhe von 113.350 € für den Erwerb des Klägers von Todes wegen fest.
Im Einspruchsverfahren beantragte der Kläger die Berücksichtigung der Kosten des Rechtsstreits mit seinem Bruder in Höhe von 15.014,14 € als Nachlassverbindlichkeiten gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der für 2012 geltenden Fassung (ErbStG). Das FA lehnte dies in seiner Einspruchsentscheidung vom 03.02.2016 mit der Begründung ab, die Prozesskosten hingen nicht unmittelbar mit dem der Besteuerung unterworfenen Erwerb des Klägers zusammen. Die besteuerten Vermögensgegenstände seien nicht Gegenstand des Rechtsstreits gewesen. In dem Prozess sei es vielmehr darum gegangen, bisher nicht der Besteuerung unterworfenes Vermögen in den Nachlass zu überführen.