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Timestamp: 2019-04-20 00:56:47
Document Index: 224627539

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 321', '§ 215', '§ 42', '§ 29', '§ 29', '§ 42', '§ 29', '§ 215', '§ 29', '§ 29', '§ 29']

BGH, II AGH 21/07: BGH (antragsteller, stellungnahme, rüge, berlin, strafurteil, geldstrafe, rechtsbehelf, form, begründung, sitzung)
Urteil des BGH vom 18.02.2010, II AGH 21/07
II AGH 21/07
BGH (antragsteller, stellungnahme, rüge, berlin, strafurteil, geldstrafe, rechtsbehelf, form, begründung, sitzung)
Antragsteller, Stellungnahme, Rüge, Berlin, Strafurteil, Geldstrafe, Rechtsbehelf, Form, Begründung, Sitzung
AnwZ (B) 101/08
Richter Dr. Ganter, den Richter Dr. Ernemann, die Richterin Lohmann und die
Rechtsanwälte Dr. Wüllrich und Dr. Frey
Die Anhörungsrügen gegen die Beschlüsse des Anwaltssenats
des Bundesgerichtshofs vom 7. Dezember 2009 werden auf Kosten des Antragstellers als unzulässig verworfen.
1Mit Beschluss vom 7. Dezember 2009 hat der Anwaltssenat des Bundesgerichtshofs die sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des II. Senates des Anwaltsgerichtshofs Berlin vom 21. Mai 2008 zurückgewiesen. Mit Beschluss vom gleichen Tage hatte der Senat die Selbstablehnung der Rechtsanwältin beim Bundesgerichtshof Dr. H. für begründet
erklärt. Gegen beide Beschlüsse hat der Antragsteller mit Schriftsatz vom
12. Januar 2010, der am selben Tag beim Bundesgerichtshof eingegangen ist,
einen von ihm als "Rüge nach § 321a ZPO" bezeichneten Rechtsbehelf eingelegt. Hinsichtlich des Ablehnungsbeschlusses rügt er, keine Gelegenheit zur
Stellungnahme zur Befangenheitsanzeige der Rechtsanwältin erhalten zu haben. Hinsichtlich des Beschlusses in der Hauptsache beanstandet er, dass das
am 17. Oktober 2007 gegen ihn ergangene Strafurteil verwertet worden sei,
ohne dass ihm zuvor die Strafakten zugänglich gemacht worden seien und ihm
Gelegenheit zum Nachweis der Tilgung der Geldstrafe gegeben worden sei.
2Die gegen den Ablehnungsbeschluss gerichtete Anhörungsrüge ist nach
§ 215 Abs. 3 BRAO, § 42 Abs. 6 Satz 2 BRAO a.F., § 29a Abs. 1 Satz 2 FGG
a.F. unstatthaft. Gegen eine der Endentscheidung vorausgehende Entscheidung findet die Rüge nicht statt. Auf die fehlende Begründung der Entscheidungserheblichkeit (§ 29 Abs. 2 Satz 6, Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4 Satz 1 FGG
a.F.) - der Antragsteller hat weder die fehlende Stellungnahme nachgeholt noch
vorgetragen, bei Berücksichtigung seiner Stellungnahme wäre abweichend zu
entscheiden gewesen - kommt es hier nicht an.
3Der gegen die Hauptsacheentscheidung gerichtete Rechtsbehelf ist als
Anhörungsrüge gemäß § 42 Abs. 6 Satz 2 BRAO a.F., § 29a Abs. 1 Satz 1
FGG a.F., § 215 Abs. 3 BRAO statthaft. Er ist jedoch unzulässig, weil der Antragsteller entgegen § 29a Abs. 2 Satz 6 FGG a.F. zwar einen (vermeintlichen)
Verfahrensfehler benannt, jedoch nicht begründet hat, warum dieser Fehler
entscheidungserheblich gewesen sein soll (vgl. § 29a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FGG
a.F.). Der Vortrag, der ihm abgeschnitten worden sein soll, wurde im Schriftsatz
vom 12. Januar 2010 nicht nachgeholt. Insbesondere behauptet der Antragsteller nicht, die Geldstrafe tatsächlich bezahlt oder in anderer Weise getilgt zu haben. Ist die Rüge nicht in der gesetzlichen Form erhoben, ist sie als unzulässig
zu verwerfen (§ 29a Abs. 4 Satz 1 FGG a.F.). Klarstellend sei bemerkt: Der Senat hat keine Strafakten beigezogen. Das gegen den Antragsteller ergangene
Strafurteil ist auf Anforderung des Senats von der Antragsgegnerin übersandt
worden, lag im Termin zur mündlichen Verhandlung vor und ist, soweit es für
die Entscheidung von Bedeutung war, mit der Verfahrensbevollmächtigten des
Antragstellers erörtert worden. Diese hat weder Schriftsatznachlass beantragt
noch in anderer Weise zu erkennen gegeben, dass noch ergänzend vorgetragen werden sollte, auch nachdem ihr eröffnet worden war, dass der Senat am
Schluss der Sitzung eine Entscheidung verkünden werde.
Ganter Ernemann Lohmann
Wüllrich Frey
AGH Berlin, Entscheidung vom 21.05.2008 - II AGH 21/07 -