Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20132/09
Timestamp: 2019-10-20 13:08:59
Document Index: 11823790

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BGH, 29.01.2010 - V ZR 132/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,616
BGH, 29.01.2010 - V ZR 132/09 (https://dejure.org/2010,616)
BGH, Entscheidung vom 29.01.2010 - V ZR 132/09 (https://dejure.org/2010,616)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 2010 - V ZR 132/09 (https://dejure.org/2010,616)
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Zahlungsanspruch bei Umzug des Pflegeberechtigten in ein Pflegeheim
Pflegeleistung als Gegenleistung für die Übertragung eines Grundstücks: Ergänzende Vertragsauslegung bei Umzug des Übergebers in ein Pflegeheim
Pflegeverpflichtung bei Übergabe; im Zweifel keine Umwandlung in Zahlungsanspruch durch ergänzende Vertragsauslegung
Voraussetzung für die Entstehung eines Zahlungsanspruches für den ersparten Zeitaufwand; Pflegeübernahme einer Person als Gegenleistung für die Übertragung eines Grundstückes
Auslegung eines Grundstückübertragungsvertrags bezüglich Betreuungs- und Pflegeverpflichtung des Erwerbers gegenüber Übergeber
Grundstücksübertragung gegen Pflegevertrag und ersparte Aufwendungen bei Wegfall der Pflegeleistung; Schenkung; vorzeitige Erbfolge; dingliches Wohnrecht
Grundstücksübertragung - Pflegeübernahme und Pflegeheim
Nichterbringbarkeit einer Gegenleistung für Grundstücksübertragung
Vertragsauslegung/Grundstücksübertragung: Pflege als Gegenleistung
Familienrecht - Unmöglich gewordene Pflegeleistung bei Umzug in Pflegeheim - Pflegeheim zahlen?
Unmöglich gewordene Pflegeleistung bei Umzug des Übergebers in Pflegeheim
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.01.2010, Az.: V ZR 132/09 (Gegenleistung des Übernehmers und ergänzende Vertragsauslegung beim Überlassungsvertrag)" von Notar Dr. Hans-Frieder Krauß, original erschienen in: NotBZ 2010, 182 - 183.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.01.2010, Az.: V ZR 132/09 (Geldausgleich für übernommene Pflegeverpflichtung bei Heimaufenthalt)" von RA/FAFamR Jörn Hauß, original erschienen in: FamRB 2010, 147 - 148.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.01.2010, Az.: V ZR 132/09 (Pflegeleistung als Gegenleistung für Übertragung eines Grundstücks: Ergänzende Vertragsauslegung bei Umzug des Übergebers in Pflegeheim)" von RiOLG Dirk Both, original erschienen in: WuM 2010 Heft 6, ...
AG Grevenbroich, 10.06.2008 - 11 C 52/08
NJW 2010, 2649
MDR 2010, 614
DNotZ 2010, 831
NZM 2010, 759
FamRZ 2010, 554
So hat der V. Zivilsenat in seinem Urteil vom 29. Januar 2010 - V ZR 132/09 - (FamRZ 2010, 554 unter 2 b) entschieden, ein Familienangehöriger, der als Gegenleistung für die Übertragung eines Grundstücks die Pflege des Übergebers übernommen habe und seine Leistung wegen Umzugs des Übergebers in ein Pflegeheim nicht mehr erbringen könne, sei aufgrund einer ergänzenden Vertragsauslegung im Zweifel nicht verpflichtet, an Stelle des ersparten Zeitaufwands eine Zahlungsverpflichtung zu übernehmen.
Wenn die Beteiligten beim Abschluss eines Übergabevertrages davon ausgegangen sind, der Übergeber könne im Alter zu Hause gepflegt werden, und deshalb keine Regelung für den Fall seines Umzuges in ein Senioren- oder Pflegeheim eingetroffen haben, kommt eine ergänzende Vertragsauslegung in Betracht, nach der der Verpflichtete die ersparten Aufwendungen zu erstatten hat (BGH NJW 2010, 2649; Krüger ZNotP 2010, 2 jew. m.w.N.).
Müsste der Übernehmer den aufgrund des Heimaufenthaltes des Übergebers entstandenen (Frei-) Zeitgewinn in Geld ausgleichen, wäre jedoch genau dieses die Folge (zum Vorstehenden BGH NJW 2010, 2649).
Der Beklagte wandte gegen seine Inanspruchnahme im Wesentlichen ein, auf den notariellen Vertrag könne die Klageforderung nicht gestützt werden, denn nach der höchstrichterlichen Entscheidung vom 29. Januar 2010 - V ZR 132/09 - könne bei Umzug des Berechtigten in ein Pflegeheim nicht anstelle der zu erbringenden Pflegeleistungen ein Zahlungsanspruch angenommen werden; zur Pflege aufgrund Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung sei er ohnehin nicht verpflichtet gewesen, sondern nur zur Pflege bei Krankheit.
Denn es ist- im Einklang mit der von beiden Parteien zitierten höchstrichterlichen Entscheidung vom 29. Januar 2010 (V ZR 132/09 - Rdnr. 12) - jedenfalls nicht gerechtfertigt, die etwaig vorliegende Regelungslücke dadurch zu schließen, dass der zur Pflege verpflichtete Beklagte bei einer notwendigen Heimunterbringung die entstehenden Kosten zu tragen hat.
- V ZR 132/09, FamRZ 2010, 554 Rn. 12) und muss in dem Beschluss eine Stütze finden (BGH, Urteil vom 25. Juni 1980 - VIII ZR 260/79, BGHZ 77, 301, 304;… vgl. auch Beschluss vom 24. Juli 2012 - II ZR 185/10, ZIP 2013, 366 Rn. 8).
Auch eine ergänzende Vertragsauslegung (vgl. BGH, Beschluss vom 21.11.2002, V ZB 40/02, NJW 2003, 1126, 1127; BGH, Urteil vom 29.01.2010, V ZR 132/09, NJW 2010, 2649, 2650) ist nicht mehr möglich.
Die richterliche (ergänzende) Auslegung darf dabei - wie der Bundesgerichtshof für die Auslegung von Verträgen bereits entschieden hat - nicht zu einer unzulässigen Erweiterung des Beschlussgegenstandes führen (BGH, Urteil vom 22. April 1953 - II ZR 143/52, BGHZ 9, 273, 278; Urteil vom 15. Dezember 1954 - II ZR 76/54, BGHZ 16, 71, 77; Urteil vom 29. Januar 2010 - V ZR 132/09, FamRZ 2010, 554 Rn. 12) und muss in dem Beschluss eine Stütze finden (BGH, Urteil vom 25. Juni 1980 - VIII ZR 260/79, BGHZ 77, 301, 304;… vgl. auch Beschluss vom 24. Juli 2012 - II ZR 185/10, ZIP 2013, 366 Rn. 8).
LG Münster, 12.01.2016 - 9 S 35/15
Überleitung von Ansprüchen auf ersparte Aufwendungen für vertraglich übernommene …
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil, vom 29.1.2010 - V ZR 312/09 -, NJW 2010, 2649 m.w.N.) ist eine ergänzende Vertragsauslegung geboten, wenn die Beteiligten eines Übergabevertrages bei dessen Abschluss davon ausgegangen sind, der Übergeber könne im Alter zuhause versorgt werden, und deshalb keine Regelung für den Fall seines Umzugs in ein Senioren- oder Pflegeheim getroffen haben.