Source: https://dejure.org/gesetze/BestattG/22.html
Timestamp: 2018-04-24 04:34:49
Document Index: 298499016

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 35', '§ 35', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 29', '§ 50', '§ 22', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 159', '§ 22']

§ 22 BestattG Vornahme der Leichenschau - dejure.org
dejure.org Übersicht BestattGAbs./Nr./Satz hervorhebenRechtsprechung zu § 22 BestattG
(1) 1Die Ärztin oder der Arzt hat die Leichenschau unverzüglich vorzunehmen. 2Die Leichenschau ist an entkleideten Verstorbenen an dem Ort vorzunehmen, an dem der Tod eingetreten ist oder an dem sie aufgefunden worden sind. 3Die Entkleidung hat zu unterbleiben, wenn sich bereits ohne Untersuchung der Verdacht auf Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod ergibt. 4Um eine Leichenschau im Freien zu vermeiden, kann von Satz 2 abgewichen werden. 5Die Ärztin oder der Arzt ist berechtigt, zum Zweck der Leichenschau jederzeit den Ort zu betreten, an dem die Verstorbenen sich befinden, um dort die Leichenschau vorzunehmen. 6Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 des Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt.
(2) 1Die Ärztin oder der Arzt hat unverzüglich eine Todesbescheinigung (nicht vertraulicher und vertraulicher Teil) auszustellen, wenn sichere Zeichen des Todes festgestellt wurden. 2Sichere Zeichen des Todes sind Totenstarre, Totenflecken, Fäulniserscheinungen, mit dem Leben unvereinbare Verletzungen, Hirntod sowie die Erfolglosigkeit der Reanimation nach hinreichend langer Dauer.
(3) 1Ergeben sich Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod, ist die Todesart ungeklärt oder handelt es sich bei den Verstorbenen um unbekannte Personen, so hat die Ärztin oder der Arzt sofort eine Polizeidienststelle zu verständigen. 2Sie oder er hat, soweit ihr oder ihm das möglich ist, dafür zu sorgen, daß an den Verstorbenen und deren Umgebung bis zum Eintreffen der Polizei keine Veränderungen vorgenommen werden. 3Die Todesbescheinigung darf erst ausgehändigt werden, wenn die Staatsanwaltschaft oder der Amtsrichter die Bestattung schriftlich genehmigt hat.
(4) 1Die Todesbescheinigung darf für die Todesursachenstatistik, für Zwecke eines epidemiologischen Krebsregisters sowie für die Durchführung von wissenschaftlich-medizinischen Forschungsvorhaben von öffentlichen Einrichtungen mit der Aufgabe unabhängiger wissenschaftlicher Forschung verwendet werden. 2Das Gesundheitsamt kann zur Durchführung wissenschaftlich-medizinischer Forschungsvorhaben in die Todesbescheinigung Einsicht gewähren oder Auskünfte daraus erteilen, soweit
3Die Einsichtnahme oder Auskunfterteilung kann insbesondere versagt werden, wenn sie einen unverhältnismäßig großen Aufwand verursacht. 4Für die Verarbeitung der Angaben in der Todesbescheinigung bei der Durchführung von wissenschaftlich-medizinischen Forschungsvorhaben von öffentlichen Einrichtungen gilt § 35 Abs. 3 und 4 des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) entsprechend; öffentliche Einrichtungen, die ihren Sitz nicht im Geltungsbereich dieses Gesetzes haben, haben sich schriftlich zu verpflichten, die Daten nur für das Forschungsvorhaben zu nutzen und die Vorschriften des § 35 Abs. 3 und 4 LDSG einzuhalten.
(6) 1Die Standesämter übermitteln den zuständigen Stellen bei Sterbefällen folgende Daten:
2Die Übermittlungen erfolgen elektronisch, soweit die technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen sind.
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Rechtsprechung zu § 22 BestattG
Entscheidung zu § 22 BestattG in unserer Datenbank:
Auf § 22 BestattG verweisen folgende Vorschriften:
§ 29 (Konservierung und Einbalsamierung von Verstorbenen)
§ 50 (Rechtsvorschriften)
Redaktionelle Querverweise zu § 22 BestattG:
§ 20 IV 2 (Leichenschaupflicht) (zu § 22 III 1)
§ 22 III 1 (Vornahme der Leichenschau) (zu § 22 III 1)
§ 159 I (Anzeigepflicht bei Leichenfund und Verdacht auf unnatürlichen Tod) (zu § 22 III 1)