Source: https://www.transparenz.bremen.de/vorschrift_detail/bremen2014_tp.c.105405.de
Timestamp: 2019-09-18 13:55:08
Document Index: 287592567

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 16', '§ 18', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 16', '§ 18', '§ 3', '§ 9', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 18']

Transparenzportal Bremen - Satzung über die Anordnung, Durchführung und Bewertung von Ausgleichsmaßnahmen nach § 3 Absatz 4 und 5 BremArchG
Veröffentlichungsdatum:05.10.2017 Inkrafttreten06.10.2017 FundstelleBrem.ABl. 2017, 866
Bezug (Rechtsnorm)32005L0036, BremArchG § 1, BremArchG § 3, BremArchG § 16, BremArchG § 18
Zitiervorschlag: "Satzung über die Anordnung, Durchführung und Bewertung von Ausgleichsmaßnahmen nach § 3 Absatz 4 und 5 BremArchG (Brem.ABl. 2017, 866)"
Normen: 32005L0036, § 1 BremArchG, § 3 BremArchG, § 16 BremArchG, § 18 BremArchG
Fundstelle: Brem.ABl. 2017, 866
Satzung über die Anordnung, Durchführung und Bewertung von
Ausgleichsmaßnahmen nach § 3 Absatz 4 und 5 BremArchG
§ 9 Bewertung von Ausgleichsmaßnahmen
Diese Satzung regelt im Rahmen von Eintragungsverfahren bei der Architektenkammer Bremen die Anordnung, Durchführung und Bewertung von Ausgleichsmaßnahmen nach § 3 Absatz 4 und 5 Bremisches Architektengesetz (BremArchG).
„Anpassungslehrgang“ ist die Ausübung des Berufs in der beantragten Fachrichtung in den jeweiligen Berufsaufgaben nach § 1 BremArchG, die unter der Verantwortung einer qualifizierten berufsangehörigen Person erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zusatzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung. Qualifizierte berufsangehörige Personen sind Architektinnen oder Architekten der betreffenden Fachrichtung.
Ein „wesentliches Defizit“ besteht, wenn sich die bisherigen Ausbildungsinhalte der antragstellenden Person auf Fächer beziehen, die sich von denen, die durch den § 3 Absatz 1 Nummer 2 BremArchG i. V. m. der Anlage zu § 3 Absatz 1 Nummer 2 geforderten Ausbildungsnachweis vorgeschrieben sind, in der Weise unterscheiden, dass eine mit Rücksicht auf den Verbraucherschutz ordnungsgemäße Berufsausübung ohne eine Ausgleichsmaßnahme nicht gewährleistet ist. Letzteres kann sich insbesondere daraus ergeben, dass
die in der Anlage zu § 3 Absatz 1 Nummer 2 BremArchG genannten Bereiche ganz oder teilweise überhaupt nicht abgedeckt wurden,
die theoretischen und praktischen Aspekte der Architekturausbildung nicht in ausgewogener Form berücksichtigt wurden, oder
die Ausbildungsdauer, die die antragstellende Person nachweist, mindestens ein Jahr unter der in § 3 Absatz 1 Nummer 2 BremArchG geforderten Ausbildungsdauer liegt.
Im Übrigen wird auf Artikel 46 und 47 Richtlinie 2005/36/EG verwiesen.
„Fächer“ umfassen sämtliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die eine wesentliche Voraussetzung für die Ausübung des Berufs sind.
Zuständig für die Entscheidung über Ausgleichsmaßnahmen ist der Eintragungsausschuss.
Kopien der Befähigungsnachweise oder der Ausbildungsnachweise, die zur Aufnahme des entsprechenden Berufes berechtigen, sowie gegebenenfalls eine Bescheinigung über die von der antragstellenden Person erworbene Berufserfahrung.
Ferner kann die Architektenkammer Bremen die antragstellende Person auffordern, Informationen zu ihrer Ausbildung vorzulegen, soweit dies erforderlich ist, um festzustellen, ob diese möglicherweise gegenüber der geforderten Ausbildung ein wesentliches Defizit aufweist. Ist die antragstellende Person nicht in der Lage, diese Informationen vorzulegen, so kann sich die Architektenkammer Bremen an die Kontaktstelle, die zuständige Behörde oder an eine andere einschlägige Stelle des Herkunftsmitgliedstaates wenden.
In begründeten Fällen kann die Architektenkammer Bremen die Vorlage von Originaldokumenten verlangen.
(1) Die Architektenkammer Bremen stellt zunächst fest, welchem Niveau nach Artikel 11 der Richtlinie 2005/36/EG die vorgelegte Berufsqualifikation der antragstellenden Person entspricht (Ausgangsniveau).
(2) Dabei soll die Architektenkammer Bremen auch prüfen, ob die vorgelegte Berufsqualifikation der im Eintragungsantrag angestrebten Fachrichtung nahekommt. Sofern eine andere Fachrichtung der Berufsqualifikation näher kommt als die im Antrag angestrebte, soll die Architektenkammer Bremen die antragstellende Person hierüber informieren und ihr Gelegenheit zur Änderung des Antrags einräumen.
(1) Die Architektenkammer Bremen prüft, ob sich die vorgelegte Berufsqualifikation der antragstellenden Person von den Eintragungsvoraussetzungen in Bezug auf die Studienanforderungen und die praktische Tätigkeit nach § 3 Absatz 1 Ziffer 2 BremArchG wesentlich unterscheidet (Defizitprüfung).
(3) Der Vergleich der bisherigen Ausbildung der antragstellenden Person findet hinsichtlich der Studienanforderungen statt mit den in der Anlage des BremArchG geregelten Leitlinien zu Ausbildungsinhalten.
(4) Liegt ein wesentliches Defizit vor, prüft die Architektenkammer Bremen, ob dieses durch Kenntnisse, Fähigkeiten oder Kompetenzen, die die antragstellende Person durch Berufserfahrung oder lebenslanges Lernen erlangt hat, ganz oder teilweise ausgeglichen wurde. Berufsqualifikationen aus Berufserfahrung oder lebenslangem Lernen werden für den Ausgleich eines wesentlichen Defizits nur dann anerkannt, wenn sie hierfür von einer zuständigen Stelle formell als gültig anerkannt wurden.
(5) Verbleibt nach der Prüfung gemäß Absatz 3 und 4 noch ein wesentliches Defizit, ist der antragstellenden Person durch Beschluss eine Ausgleichsmaßnahme aufzuerlegen. Der Beschluss ist hinreichend zu begründen und der antragstellenden Person bekanntzugeben. Insbesondere ist mitzuteilen:
das Niveau der in § 3 Absatz 1 Ziffer 2 BremArchG verlangten Berufsqualifikation und das Niveau der von der antragstellenden Person vorgelegten Berufsqualifikation gemäß der Klassifizierung in Artikel 11 der Richtlinie 2005/36/EG,
die wesentlichen Defizite und die Gründe, aus denen diese Unterschiede nicht nach Absatz 3 ausgeglichen werden können,
ggf. Möglichkeit des Wahlrechts nach § 3 Absatz 4 Satz 4 BremArchG,
im Fall eines Wahlrechts der antragstellenden Person frühestens mit dem Zugang der entsprechenden Erklärung der antragstellenden Person bei der Architektenkammer.
(3) Zur Durchführung der Eignungsprüfung wird von der Architektenkammer ein Prüfungsausschuss berufen. Der Prüfungsausschuss besteht aus
dem Vorsitzenden oder, bei dessen Verhinderung, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Eintragungsausschusses,
zwei Beisitzern des Eintragungsausschusses der Fachrichtung der antragstellenden Person,
zwei weiteren Mitgliedern des Eintragungsausschusses.
Der Prüfungsausschuss kann einen externen Gutachter bei der Abnahme und Bewertung der Eignungsprüfung hinzuziehen.
(2) Der Beginn des Anpassungslehrgangs hat spätestens zwölf Monate nach Unanfechtbarkeit der Entscheidung zur Auferlegung eines Anpassungslehrgangs zu erfolgen. Der Beginn und die qualifizierte berufsangehörige Person sind der Architektenkammer Bremen unverzüglich anzuzeigen.
Unterbrechungen des Lehrgangs (z. B. Krankheit, Freistellung). Branchenüblicher Erholungsurlaub ist nicht gesondert aufzuführen.
(5) Die Architektenkammer Bremen kann im Rahmen des Anpassungslehrgangs eine Zusatzausbildung anordnen. Diese kann aus thematisch vorgegebenen Fortbildungsveranstaltungen, einem Lehrgang, einer akademischen Teilausbildung oder ähnlichen Maßnahmen bestehen. Das erfolgreiche Absolvieren der Zusatzausbildung ist durch geeignete Bescheinigungen zu belegen.
Die Architektenkammer Bremen bewertet im Rahmen der Entscheidung über die Eintragung abschließend, ob die antragstellende Person durch die Ausgleichsmaßnahme die wesentlichen Defizite ausgeglichen hat. Konnten diese nicht oder nicht vollständig ausgeglichen werden, hat die Architektenkammer Bremen dieses zu begründen und gegenüber der antragstellenden Person bekanntzugeben.
Beschlossen am 30. November 2016 von der Kammerversammlung der Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen aufgrund § 18 Absatz 1 Nummer 12 BremArchG.