Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%201,%2034
Timestamp: 2019-07-21 22:25:01
Document Index: 212092099

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BGH, 11.01.1951 - III ZR 83/50 - dejure.org
BGH, 11.01.1951 - III ZR 83/50
https://dejure.org/1951,42
BGH, 11.01.1951 - III ZR 83/50 (https://dejure.org/1951,42)
BGH, Entscheidung vom 11.01.1951 - III ZR 83/50 (https://dejure.org/1951,42)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 1951 - III ZR 83/50 (https://dejure.org/1951,42)
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BGHZ 1, 34
NJW 1951, 188
NJW 1951, 230
MDR 1951, 93
DB 1951, 56
Einmal ist die Höhe streitig, zum anderen muß die Frage des mitwirkenden Verschuldens noch geprüft werden, was hier zweckmäßigerweise dem Betragsverfahren zu überlassen ist (BGHZ 1, 34).
Sie behielt zwar ihre rechnungsmässige Selbstständigkeit in der Form eines Sondervermögens, war aber rechtlich nichts anderes als eine Reichsbehörde; ihr Vermögen wurde ein Teil des Reichsvermögens (vgl. BGHZ 1, 34; 13, 67).
Sie kann jedoch ausnahmsweise (s.Senatsurteil vom 15. Mai 1979 - VI ZR 70/77 = NJW 1979, 1933, 1935 m.w.Nachw.) auch dem Nachverfahren vorbehalten werden, wenn das mitwirkende Verschulden des Geschädigten zweifellos nur zu einer Minderung, nicht aber zu einer Beseitigung der Schadenshaftung führen kann (BGHZ 1, 34, 36 [BGH 01.11.1951 - III ZR 83/50]; BGH Urteile vom 11. Januar 1974 - I ZR 89/72 - MDR 1974, 558, 559 undvom 24. Oktober 1974 - VII ZR 80/73 - NJW 1975, 106, 108).
Abtretung eines Befreiungsanspruchs
Die Nachprüfung des Einwandes, die Firma R. & Co. habe die Beschlagnahme und damit den Verlust des Lastzuges ursächlich mitverschuldet, konnte das Berufungsgericht entgegen der Meinung der Revision dem Verfahren über die Höhe des bezifferten Klageanspruchs überlassen, da, wie das Berufungsgericht ohne Rechtsirrtum annimmt, dieser Einwand bei der gegebenen Sachlage zweifelsfrei nicht den völligen Wegfall des Anspruchs zur Folge haben kann (BGHZ 1, 34, RG JW 1936, 2313 Nr. 9, 2389 Nr. 5; 1938, 2738 Nr. 15).
Um eine solche Forderung handelt es sich jedoch entgegen der von Reinicke (NJW 1951, 230 ff und 684) vertretenen Auffassung bei Schadensersatzansprüchen nicht (Harmening-Duden § 14 UmstG Anm. 1 S. 205 und Duden MDR 1949, 722).
Die hier vertretene Rechtsauffassung steht auch nicht im Widerspruch zu der Entscheidung des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes vom 11. Januar 1951 - III ZR 83/50 - (BGHZ 1, 34 ff und Anmerkungen bei Lindenmaier-Möhring zu § 14 UmstG Bl. 25 und in NJW 1951 S. 230 ff); denn in dem Falle, der jener Entscheidung zugrunde lag, waren die Ersatzbeschaffungen in Reichsmark bezahlt worden.
Die Höhe des Mitverschuldens kann dem Betragsverfahren vorbehalten werden, wenn das mitwirkende Verschulden des Geschädigten nach der Meinung des Tatrichters zweifellos nur zu einer Minderung, nicht aber zu einer Beseitigung der Schadenshaftung führen kann (vgl. BGHZ 110, 196, 202; 76, 397, 400; 1, 34, 36).
"Sie war ein Teil des Reiches, ihr Vermögen war ein Teil des Reichsvermögens" (BGHZ 1, 34 [37]).
Die Einheit der Verwaltung des Reiches war damit auch bezüglich der Reichsbahn wiederhergestellt (Finger, Das neue Reichsbahngesetz in der Zeitschrift "Verkehrstechnische Woche" 1939, 341; ebenso Huber, Wirtschaftsverwaltungsrecht II. Aufl. § 13 II 1 b; BGHZ 1, 34 [37]).
Bei einer solchen Sachlage muß es als ein Rechtsmißbrauch angesehen werden, wenn die Klägerin, die nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs mit der Reichsbahn personengleich ist (BGHZ 1, 34 [35, 39]; Urteil des BGH vom 23. April 1951 - IV ZR 158/50 zu 1 (soweit nicht veröffentlicht); Huber zu § 13 II, 2 a S. 127), Rückgriffsrechte gegen den Beklagten deshalb geltend macht, weil der Beklagte ihr ein Grundstück, das ehemals in jüdischem Eigentum gestanden hat, verkauft habe.
Sie kann dem Betragsverfahren nur vorbehalten werden, wenn der Einwand aus § 254 Abs. 2 BGB nur zu einer Minderung, nicht aber zu einer Betätigung der Schadenshaftung führen kann (BGHZ 1, 34 sowie die Urteile des BGH vom 6. Oktober 1954 - VI ZR 265/53 - VersR 1955, 21 undvom 20. November 1962 - VI ZR 6/62 - VersR 1963, 187).
Bestand wie im vorliegenden Falle die Möglichkeit, daß die Berücksichtigung des Mitverschuldens aus § 254 Abs. 2 BGB zum völligen Ausschluß der Haftung führte, so mußte darüber im Grundverfahren entschieden werden (BGHZ 1, 34).
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