Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202002,%201445
Timestamp: 2020-08-08 21:46:17
Document Index: 94997677

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 852', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.05.2002 - XI ZR 150/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,79
BGH, 28.05.2002 - XI ZR 150/01 (https://dejure.org/2002,79)
BGH, Entscheidung vom 28.05.2002 - XI ZR 150/01 (https://dejure.org/2002,79)
BGH, Entscheidung vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01 (https://dejure.org/2002,79)
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Revision - Terminoptionsvermittler - Optionsunerfahrene Kunden - Hinweispflicht - Unmissverständlichkeit - Schriftform - Auffälligkeit - Börsenoptionsprämie - Chancen-Risiko-Verhältnis - Gleichgewicht - Gewinnerzielungschance - Schadensersatz - Unzureichende Aufklärung - ...
Pflicht des Terminoptionsvermittlers zur unmissverständlichen Aufklärung über Gewinnchancenreduzierung durch Aufschläge auf die Optionsprämie
Haftung eines Terminoptionsvermittlers wegen unzureichender Aufklärung über die Risiken von Warentermin- und Optionsgeschäften
Zum Inhalt der Aufklärungspflicht des Terminoptionsvermittlers gegenüber optionsunerfahrenen Kunden; zum Beginn der Verjährungsfrist von Schadensersatzansprüchen wegen unzureichender Aufklärung
Terminoptionsgeschäften an US-amerikanischen Börsen - Schadensersatzanspruch für Verluste
Geldanlagen - Umfang der Aufklärungspflicht bei Terminoptionen
Schadensersatzrecht; Aufklärungspflichten eines Terminoptionsvermittlers
BGB § 826; BGB a. F. § 852
Aufklärungspflichten gewerblicher Vermittler von Optionsscheinen; Verjährung
NJW 2002, 2777
ZIP 2002, 1289
MDR 2002, 1262
WM 2002, 1445
BB 2002, 1979
DB 2002, 1497
Hierzu gehört bei unzureichender Aufklärung auch die Kenntnis der Umstände, aus denen sich die Rechtspflicht zur Aufklärung ergibt (BGH, Urteile vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, VersR 2003, 511 unter II 3;… vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, NJW 2008, 2576 Rn. 27; jeweils m.w.N.).
cc) Ebenso wird in Fällen unzureichender Aufklärung für den Beginn der kenntnisabhängigen Verjährung beim geschädigten Anleger auch die Kenntnis der Umstände einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenhänge verlangt, aus denen sich eine Rechtspflicht zur Aufklärung ergibt (BGH, Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447;… vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27, jeweils mwN;… vgl. auch MünchKomm-BGB/Grothe, 6. Aufl., § 199 Rn. 26).
(2) Diesen Anforderungen genügen, wie der Senat bereits in seinem die Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom 28. Februar 2001 - 25 U 105/00 - aufhebenden Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445 ausgesprochen hat, der formularmäßige Vermittlungs- und Betreuungsvertrag sowie die Broschüre "Grundlagen des Terminhandels" nicht.
a) Zur Kenntnis des Schadens gehört, wenn - wie im vorliegenden Fall - Schadensersatz wegen unzureichender Aufklärung über die Risiken von Optionsgeschäften verlangt wird, die Kenntnis der Umstände, aus denen sich die Rechtspflicht zur Aufklärung ergibt (Senat, Urteile vom 29. Januar 2002 - XI ZR 86/01, WM 2002, 557, 558 und vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447 m.w.Nachw.).
Erst die positive Kenntnis dieser die Aufklärungspflicht begründenden wirtschaftlichen Zusammenhänge ermöglicht dem Anleger die aussichtsreiche Geltendmachung eines Schadensersatzanspruches wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (Senat, Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447).
Die Aussagekraft dieses Hinweises, der schriftlich und in auch für flüchtige Leser auffälliger Form zu erfolgen hat, darf weder durch Beschönigungen noch auf andere Weise beeinträchtigt werden (Senat BGHZ 124, 151, 155 f.; Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1446).
Ein Geschäftsführer, der Optionsgeschäfte ohne gehörige Aufklärung der Kunden abschließt, den Abschluß veranlaßt oder bewußt nicht verhindert, mißbraucht seine geschäftliche Überlegenheit in sittenwidriger Weise und haftet den Optionserwerbern gemäß § 826 BGB auf Schadensersatz (Senat BGHZ 124, 151, 162; Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1446 jeweils m.w.Nachw.).
Dabei wird außer den schwerwiegenden Aufklärungsmängeln zu berücksichtigen sein, daß ein etwaiger Irrtum über die Reichweite der Aufklärungspflicht vorsätzliches Handeln nicht ohne weiteres ausschließt (Senat BGHZ 124, 151, 163; Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447).
BGH, 11.03.2003 - XI ZR 230/02