Source: https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1430/87_read-34792/
Timestamp: 2019-07-21 05:00:16
Document Index: 74499488

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

Einbürgerungsmöglichkeiten - Rechtsgrundlagen und Voraussetzungen - E - Erlangen - Portal der Stadt Erlangen
Einbürgerung - Rechtsgrundlagen und Voraussetzungen
1. Ermessenseinbürgerung (§ 8 Staatsangehörigkeitsgesetz)
Bei Ermessenseinbürgerungen gelten für bestimmte Personengruppen (beispielsweise Asylberechtigte, Ehegatten von Deutschen) kürzere Mindestaufenthaltszeiten als bei Anspruchseinbürgerungen.
I. d. R. mindestens 8 Jahre rechtmäßiger Inlandsaufenthalt
politisch Verfolgte (insb. Asylberechtigte), Kontingentflüchtlinge, Staatenlose: 6 Jahre
Deutschsprachige aus Österreich, Liechtenstein oder anderen deutschsprachigen europäischen Gebieten: 4 Jahre
Weitere Ausnahmen je nach Lage des Einzelfalles möglich
Besitz einer (unbefristeten) Aufenthaltserlaubnis bzw. Niederlassungserlaubnis
Kein Bezug von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe
Keine Verurteilung zu erheblichen Geld- oder Freiheitsstrafen
Nachweis über Kenntnisse der Rechts-und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland
Erforderliche Unterlagen für die Einbürgerung:
Geburtsurkunde mit anerkannter Übersetzung
Ggf. Heiratsurkunde(n) und Scheidungsurteil(e) mit anerkannter Übersetzung und ggf. Anerkennung bzw. Auszug aus dem Familienbuch (Standesamt)
Einkommensnachweis und ggf. Nachweis über Alterssicherung
Bestandener Einbürgerungstest, bzw. gleichwertiger Nachweis
Ggf. Schulbescheinigung oder Immatrikulationsbescheinigung
Je nach Lage des Einzelfalles können weitere Unterlagen erforderlich sein.
Bei Einbürgerungen gem. § 8 Staatsangehörigkeitsgesetz trifft nicht die Stadt Erlangen, sondern die Regierung von Mittelfranken die Entscheidung über die Einbürgerung. Die Stadt Erlangen nimmt in diesen Fällen die Anträge entgegen und wickelt das Verfahren vor Ort ab.
2. Einbürgerung für Ausländer mit deutschem Ehepartner (§ 9 Staatsangehörigkeitsgesetz)
Mindestens 3-jähriger rechtmäßiger Inlandsaufenthalt
Mindestens 2-jähriger Bestand der Ehe mit dem deutschen Ehepartner
Heiratsurkunde(n) und Scheidungsurteil(e) mit anerkannter Übersetzung und ggf. Anerkennung bzw. aktueller Auszug aus dem Familienbuch (Standesamt)
Einkommensnachweise beider Ehepartner
Staatsangehörigkeitsausweis des deutschen Ehegatten
Bei Einbürgerungen gem. § 9 Staatsangehörigkeitsgesetz trifft nicht die Stadt Erlangen, sondern die Regierung von Mittelfranken die Entscheidung über die Einbürgerung. Die Stadt Erlangen nimmt in diesen Fällen die Anträge entgegen und wickelt das Verfahren vor Ort ab.
3. Anspruchseinbürgerung (§ 10 Staatsangehörigkeitsgesetz)
Wesentliche Voraussetzungen für einen Einbürgerungsanspruch sind:
mindestens 8 Jahre rechtmäßig-gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland
Besitz einer Aufenthaltserlaubnis bzw. Niederlassungserlaubnis
Bestreitung des Lebensunterhaltes ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten (z.B. ALG II) oder Zwölften (z.B. HLU) Buch Sozialgesetzbuch (Ausnahmen möglich)
Keine Verurteilung zu erheblichen Freiheits- oder Geldstrafen
Miteinbürgerung von Ehegatten und Kindern (§ 10 Abs. 2 StAG)
Eine Miteinbürgerung ist nur möglich, wenn ein Elternteil bzw. der Ehepartner die Voraussetzungen einer Anspruchseinbürgerung nach § 10 Abs. 1 StAG erfüllt und selbst einen Einbürgerungsantrag gestellt hat.
Miteinbürgerung von Ehegatten:
Mindestens 4 Jahre rechtmäßig gewöhnlicher Aufenthalt bei 2-jährigem Ehebestand
Miteinbürgerung von Kindern:
Ggf. Nachweis über das Personensorgerecht erforderlich
Kinder unter 6 Jahren: müssen unmittelbar vor Einbürgerung halbes Leben im Inland verbracht haben
Kinder zwischen 6 und 16 Jahren: müssen mindestens 3 Jahre Inlandsaufenthalt vor Einbürgerung nachweisen
Kinder ab 16 Jahren: in der Regel eigene Antragstellung erforderlich
Schul- bzw. Kindergartenbesuchs-Bestätigung
Schuljahreszeugnisse als Nachweis deutscher Sprachkenntnisse
Zuständig für die Entscheidung über Einbürgerungen nach § 10 Staatsangehörigkeitsgesetz ist die Stadt Erlangen.
Die ausländische Staatsangehörigkeit muss nach wie vor grundsätzlich aufgegeben werden.
Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn eine Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz vorliegt oder wie bisher der Verlust der Heimatstaatsangehörigkeit nicht oder nur unter besonderen Schwierigkeiten herbeigeführt werden kann. Darüber hinaus enthält ein Ausnahmekatalog weitere Gründe, bei deren Vorliegen die Hinnahme einer Mehrstaatlichkeit in Frage kommen kann. Die Prüfung und Entscheidung darüber erfolgt in jedem Einzelfall gesondert.
Im Falle der Wiederannahme der früheren oder einer anderen Staatsangehörigkeit erlischt die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch ! (Ausnahme: Annahme einer Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder der Schweiz)!