Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201980,%201386
Timestamp: 2020-02-21 00:50:47
Document Index: 109868007

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', '§ 31']

BGH, 28.02.1980 - VII ZR 183/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,253
BGH, 28.02.1980 - VII ZR 183/79 (https://dejure.org/1980,253)
BGH, Entscheidung vom 28.02.1980 - VII ZR 183/79 (https://dejure.org/1980,253)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 1980 - VII ZR 183/79 (https://dejure.org/1980,253)
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Schadensersatz für den Nutzungsausfall eines privaten Schwimmbades wegen Baumängeln - Beeinträchtigung des Gebrauchs einer Sache als Vermögensschaden - Abgrenzung von Aufwendungsersatz für die ersatzweise Anmietung zur Schadensersatz für die Beeinträchtigung von ...
Schwimmbad: Entgangene Nutzung als Vermögensschaden?
BGHZ 76, 179
NJW 1980, 1386
MDR 1980, 571
VersR 1980, 480
DB 1980, 1016
JR 1981, 14
BauR 1980, 271
d) Der VII. Zivilsenat ließ im Schwimmbad-Fall (BGHZ 76, 179 = NJW 1980, 1386) offen, ob dem V. Senat allgemein darin gefolgt werden könne, daß kein Vermögensschaden entstehe, wenn nur die Gebrauchsmöglichkeit eines Hauses oder einer Eigentumswohnung vorübergehend beeinträchtigt werde.
Darüber hinaus hat er - namentlich in den hier interessierenden Fällen auch ohne Beteiligung Dritter ausnahmsweise einen Vermögensschaden ohne Vermögensdifferenz für möglich gehalten, wenn es sich um die Verletzung eines einzelnen Vermögensguts handelt und sich das Maß der Beeinträchtigung nach objektiven, im Verkehr anerkannten Maßstäben geldlich bewerten läßt (BGHZ 54, 45 (49, 50) = NJW 1970, 1411 m. w. Nachw.; BGHZ 63, 393 (397) = NJW 1975, 733; BGHZ 76, 179 (184 f.) = NJW 1980, 1386 m. w. Nachw.).
An diese Bedenken hält der Senat im Anschluß an BGHZ 66, 273, 279 fest (vgl. im übrigen zu weiteren grundsätzlichen Einwänden die Nachw. in BGHZ 76, 179 (184) = NJW 1980, 1386 sowie aus jüngster Zeit Jahr, AcP 183, 769 - zu Fußn. 205 -, 778 ff., 784, 786: "Zirkelschluß"; Schiemann, S. 277 ff.; Hagen, JZ 1983, 835 m. w. Nachw.; Dunz, JZ 1984, 1014: "Denkfehler"; dagegen Weber, VersR 1985, 114 li.).
c) Nach alledem kommt es nicht darauf an, ob sich für die geldmäßige Bemessung einer zeitweiligen Gebrauchsentbehrung Maßstäbe finden ließen, die in gewisser Hinsicht von der Rechtsordnung anerkannt sind (so Hommelhoff, JZ 1981, 17, gegen die Begründung des VII. Zivilsenats in BGHZ 76, 179 (187) = NJW 1980, 1386 - Schwimmbad; vgl. auch Steffen, in: RGRK, § 823 Rdnr. 444 m. w. Nachw.).
Diese vom Berufungsgericht in Anlehnung an die Entscheidung des VII. Zivilsenats vom 28. Februar 1980 (BGHZ 76, 179) gezogene Grenzlinie zwischen allgemeinen und alltäglichen Bedürfnissen einerseits und darüber hinausgehenden besonderen Bedürfnissen und Luxusbedürfnissen andererseits erscheint sachgerecht, um die Verantwortlichkeit für den zeitweiligen Nutzungsausfall sinnvoll zu begrenzen.
Der Senat hat diese Frage zwar für den Fall verneint, daß ein zu einer größeren Wohnanlage gehörendes privates Schwimmbad den Wohnungseigentümern zeitweise nicht zur Verfügung stand (BGHZ 76, 179 mit krit. Anmerkungen von Hommelhoff JR 1981, 17 ff., Schacht NJW 1981, 1350 und Littbarski aaO).
Ebenso hat er einen Vermögensschaden im Falle des vorübergehenden Verlustes der Nutzungsmöglichkeit verneint, der dem Besteller eines noch zu entrichtenden Wohnhauses (V. Zivilsenat: BGHZ 66, 277 [BGH 14.05.1976 - V ZR 157/74]) oder einer noch zu errichtenden Eigentumswohnung (V. Zivilsenat: BGHZ 71, 234) durch die verspätete Fertigstellung des betreffenden Objekts, ferner dem Erwerber einer Wohnung mit - fehlerhaft geplantem - privatem Schwimmbad durch dessen Nichtbenutzbarkeit während der Mängelbeseitigung (VII. Zivilsenat: BGHZ 76, 179) sowie dem Eigentümer eines Wohnwagens infolge der verzögerten Herausgabe durch den Verpächter des Einstellplatzes (VIII. Zivilsenat: BGHZ 86, 128) entstanden war (der Beschluß des Großen Senats für Zivilsachen vom 9. Juli 1986 - BGHZ 98, 212 [BGH 09.07.1986 - GSZ 1/86] - betrifft allein die Frage des Vermögensschadens im Falle einer vorübergehenden Nutzungsbeeinträchtigung durch einen deliktischen Eingriff).
Ein derartiger Vertrag führt zur Absonderung des Gebrauchsrechts vom Eigentum und begründet seine Selbständigkeit als Vermögensgut (vgl. BGHZ 76, 179, 184; Handbuch des Schuldrechts/Lange, Schadensersatz S. 186;… Larenz, Festschrift aaO;… derselbe, Lehrbuch des Schuldrechts Band I Allgemeiner Teil 14. Aufl. § 29 II c S. 503;… Esser/Schmidt, Schuldrecht Band I Allgemeiner Teil 6. Aufl. § 31 II d S. 487 f.).