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Timestamp: 2018-04-26 07:17:51
Document Index: 240521963

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 35', '§ 35', '§ 41', '§ 10', '§ 18', '§ 50']

Der Bereich "Erzieherische Hilfen" ist zuständig für alle Maßnahmen, Angebote und Leistungen, die im Auftrag des örtlich zuständigen Jugendamtes nach §§ 27 ff. SGB VIII [Sozialgesetzbuch Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe] am erzieherischen Bedarf des Einzelfalls, organisiert und durchgeführt werden.
Zur größeren Transparenz dem öffentlichen Träger gegenüber stellen wir im Folgenden die verschiedenen Grundformen unserer Unterstützungsangebote in einer Kurzbeschreibung dar (kein ausschließlicher Angebotskatalog), die im Einzelfall je nach Bedarf gleichzeitig, abwechselnd oder einzeln zum Zuge kommen können:
(1) Ambulante Krisenintervention (nach § 27ff SGB VIII)
Es handelt sich hierbei um eine Kurzzeithilfe auf der Basis lösungsorientierter und organisationsfokussierter Methoden mit dem vorrangigen Ziel, einer akuten Kindeswohlgefährdung in Folge von Verwahrlosung, Misshandlung, materieller geringer Leistungen, Wohnungsräumung etc. entgegenzuwirken und die Option einer Fremdunterbringung des Kindes zu vermeiden.
Die ambulante Krisenintervention erfolgt in Anlehnung an das Modell des FAM (Familien-Aktivierendes-Management).
Dauer und Intensität des Angebots:
In der Regel umfasst die Krisenintervention 2-6 Wochen und variiert je nach Umfang der zu regelnden Bedarfe und abzuwendenden Krisen zwischen 15 und 30 Wochenstunden. Dabei können mehrere Pädagogen mit der Aufgabenerledigung und Stabilisierung der Familie betraut sein bzw. werden.
(2) Ambulantes Clearing (§ 27ff SGB VIII)
Das Clearing wird als ein "intensives und aktivierendes Beobachtungsangebot" für Familien, Teilfamilien und Jugendliche verstanden, auf der Grundlage eines vorangestellten Klärungsauftrages oder einer konkreten Fragestellung durch das hiesige Jugendamt. Es stellt ein kurzfristig verfügbares Instrumentarium dar, welches Chancen, familiäre Ressourcen und Grenzen sichtbar macht, wenn es sich bspw. um die Rückführung eines Kindes in den elterlichen Haushalt handelt, um die Option der Verselbständigung im eigenen Wohnraum für Heranwachsende oder um die weiterführende Erziehungskompetenzen eines Elternteils etc.
Dauer und Intensität des Angebotes:
In der Regel wird ein Clearing von zwei Fachkräften über die Dauer von 6-8 Wochen mit einem Wochenkontingent von 8-12 Stunden (je nach Familiensystem) durchgeführt und mit einem Empfehlungsbericht für Familie und Jugendamt abgeschlossen.
(3) Soziale Gruppenarbeit (§ 29 SGB VIII)
Das Angebot richtet sich an Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche, die durch Entwicklungsverzögerungen (Kontaktschwierigkeiten, fehlendes Durchsetzungsvermögen oder bspw. geringes Selbstwertgefühl), durch ihre Verhaltensoriginalität (offener Umgang mit Regeln und Grenzen, ausbaufähige Sozialkompetenzen) oder aggressives und impulsgesteuertes Auftreten auffallen.
Durch regelmäßige, methodisch strukturierte Zusammenkünfte der Kinder und Jugendlichen wird soziales Lernen gefördert.
In der Regel findet das Gruppenangebot einmal wöchentlich für die Dauer von 3 Stunden statt und ist auf 3 Monate angelegt.
(4) Erziehungsbeistandschaft ( § 30 SGB VIII)
Die Erziehungsbeistandschaft ist ein Angebot für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, die individuelle, altersbedingte Probleme und Schwierigkeiten sowohl im häuslichen als auch im schulischen Bereich aufweisen.
Eine stabile Bezugsperson soll - möglichst unter Einbezug des sozialen Umfeldes - den jungen Menschen in seiner Persönlichkeitsentwicklung begleiten, die Beziehung zu den Eltern fördern und bei Konflikten Aufklärungsarbeit leisten.
Die Dauer der Maßnahme wird je nach Einzel- und Bedarfsfall in der Hilfeplanung festgeschrieben. In der Regel dauert die Hilfe mindestens 6 Monate mit wöchentlich 1-2 Kontakten.
(5) Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) (§ 31 SGB VIII)
Die SPFH ist eine unterstützend und längerfristig angelegte Hilfe für Familien, die multifaktoriell belastet sind. Als ganzheitlich angelegte Hilfeform bezieht sie alle Familienmitglieder, das soziale Umfeld und insbesondere die Ressourcen des Systems in ihrer Alltags- und Handlungsorientierung mit ein. Dabei stehen die Stärke des Einzelnen und des familiären Systems im Fokus und werden in der Hilfe zur Selbsthilfe verortet.
Dauer und Intensität der SPFH orientieren sich an den individuellen Problemlagen und Bedürfnissen der Familie und werden in der gemeinsamen Hilfeplanung erfasst.
(6) Intensiv sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35 SGB VIII)
Die intensiv sozialpädagogische Einzelbetreuung ist ein Angebot für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, deren Lebenssituation durch schwierige familiäre, schulische oder sozial(ökonomische) Verhältnisse und/oder soziale Benachteiligungen gekennzeichnet ist.
Die intensive Betreuung des jungen Menschen will durch eine altersgerechte Stützung, Förderung und Begleitung eine positive Persönlichkeitsentwicklung, soziale Stabilisierung und eine eigenverantwortliche Lebensführung erreichen.
Die Maßnahme ist längerfristiger, in der Regel auf 1 Jahr oder länger angelegt und die wöchentlichen Kontakte richten sich nach Einzelfall und Bedarf.
(7) Ambulante Betreuung zur Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche (§ 35a SGB VIII)
Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, die von einer seelischen Behinderung bedroht sind oder diese bereits diagnostiziert ist und pädagogische Unterstützung und Begleitung benötigen zur Bewältigung ihres Lebensalltags.
Die Maßnahme ist längerfristiger, in der Regel auf mehrere Jahre ausgerichtet. Die wöchentlichen Kontakte richten sich nach Einzelfall und Bedarf.
(8) Hilfe für junge Volljährige (§ 41 SGB VIII)
Das Unterstützungsangebot ist für junge Erwachsene ausgelegt, die in der zuverlässigen Gestaltung ihrer Lebensräume und -bezüge noch Begleitung benötigen.
Hierzu zählen u.a. auch die Übergänge in selbstständig angemietete Wohnräume, Integration ins Arbeits- bzw. Berufsleben, alternative Schulabschlüsse, Loslösungsprozesse von elterlichen und familiären Beziehungen sowie der eigenständige und verantwortungsvolle Umgang mit materiellen Bezügen und Behörden.
Besonders die Mitwirkung des jungen Menschen ist hier gefragt und basiert in vielen Bereichen des Angebotes auf einer Komm-Struktur.
Dies richtet sich im besonderen Maße an der Mitwirkung und vereinbarten Zielsetzung des jungen Erwachsenen aus. In der Regel wird die Hilfe mindestens jedoch 3 Monate und längstens bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt. Die Betreuungsintensität liegt bei 1-2 Kontakten die Woche.
abzurechnen über Fachleistungsstunden
Betreuungsweisung über die JGH
Bei der Betreuungsweisung handelt es sich um eine Hilfeform, nach der sich der Hilfeempfänger der "Betreuung und Aufsicht einer bestimmten Person" gem. § 10 Abs. 1 Nr. 5 JGG für eine vom Gericht bzw. von der Staatsanwaltschaft festgelegte Zeit "zu unterstellen" hat.
Begleiteter Umgang (§ 18 Abs. 3 und § 50 SGB VIII)
Der "begleitete Umgang" ist ein zielgerichtetes und zeitlich begrenztes Angebot zur fachlichen Begleitung von Umgangskontakten. Insbesondere dient sie der Anbahnung, Wiederherstellung und Praktizierung der Kontakte zwischen einem Kind/Jugendlichen und der umgangsberechtigten Person bzw. den Eltern.
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