Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VRS%2066,%20352
Timestamp: 2019-03-26 23:37:46
Document Index: 370756777

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 261', '§ 316', '§ 316', '§ 316', '§ 24', 'BGH', '§ 316']

OLG Köln, 02.12.1983 - 3 Ss 828/83 - dejure.org
OLG Köln, 02.12.1983 - 3 Ss 828/83
VRS 66, 352
Die Blutalkoholkonzentration, die sich aus dem Nachtrunk ergibt, kann in der Weise berechnet werden, dass die Alkoholmenge (in g) durch das mit dem sog. Reduktionsfaktor multiplizierte Körpergewicht (in kg) geteilt wird (sog. WidmarkFormel; vgl. OLG Köln VRS 66, 352 [353] m. w. Nachw.;… Hentschel a.a.O. Rdnr. 116 f.).
Wenn der individuelle Reduktionsfaktor nicht festgestellt ist, muss der Sachverständige darlegen, welcher Reduktionsfaktor bei dem Angeklagten als niedrigster Wert in Betracht kommt und zugunsten des Angeklagten davon ausgehen (vgl. OLG Frankfurt/M., Beschluss vom 20.05.1996 - 3 Ss 132/96 - und vom 13.11.2001 - 3 Ss 306/01 - OLG Köln VRS 66, 352, 353).
Auch wenn anerkannt ist, daß bei allgemein anerkannten häufig angewandten Untersuchungsmethoden nur eine eingeschränkte Darlegungspflicht besteht (vgl. BGH StV 91, 339; Senat VRS 66, 352, Beschluß vom 23.05.1996 - Ss 219/96 - vgl. auch BayObLG DAR 85, 246 (Rüth)) und in solchen Fällen u.U. sogar die alleinige Mitteilung des Ergebnisses ausreichen kann (vgl. BGHSt 39, 291 ff.), ist zumindest eine knappe Darstellung der wesentlichen Anknüpfungstatsachen, der Ausführung des Sachverständigen und der eigenen Erwägungen des Gerichts (…vgl. zu den generell bei der Bewertung eines Sachverständigengutachten erforderlichen Darlegungen in einem Strafurteil etwa Hürxthal, in Karlsruher Kommentar, StPO, § 261 Rn. 32 mit zahlreichen Nachweisen zur Rspr.), jedenfalls dann unentbehrlich, wenn das Gericht im Einzelfall - wie hier - selbst zu erkennen gegeben hat, daß ein solcher einfach gelagerter Sachverhalt nicht zur Entscheidung anstand.
OLG Karlsruhe, 16.10.1996 - 2 Ss 239/96
Beweisführung zum Nachtrunk
Zu den insoweit vom Tatrichter zu treffenden Feststellungen und der anzuwendenden Berechnungsmethode kann der Senat - zur Vermeidung von bloßen Wiederholungen - auf die übereinstimmend von der Rechtsprechung (BayObLG VRS 58, 391; OLG Köln VRS 66, 352; BA 1985, 74) und der Literatur (…Dreher/Tröndle StGB 47. Auflage § 316 Rdnr. 8 e;… Mühlhaus-Janiszewski StVO 14. Aufl. § 316 StGB Rdnr. 24;… Jagusch/Hentschel StrVR 33. Auflage § 316 StGB Rdnrn. 50, 59 i.V.m. Rdnr. 15 b zu § 24 a StVG ; vgl. neuestens auch Grohmann BA 1996, 177, 193 f.) aufgestellten Grundsätze verweisen.
Auch wenn sich der Tatrichter dem Gutachten eines Sachverständigen anschließt, ist es erforderlich, die wesentlichen tatsächlichen Grundlagen, an die der Sachverständige anknüpft, und die Art seiner Folgerungen insoweit anzugeben, als es zum Verständnis des Gutachtens und zur Beurteilung der gedanklichen Schlüssigkeit erforderlich ist; denn nur dann kann das Revisionsgericht beurteilen, ob die auf das Gutachten gestützte Annahme des Tatrichters auf einer rechtlich einwandfreien Grundlage beruht oder ob Denkfehler oder Verstöße gegen Erfahrungssätze vorliegen (vgl. BGHSt 12, 312; OLG Köln VRS 66, 352; OLG Frankfurt a. M. - 3 Ss 282/97 -).
Ist ein Nachtrunk behauptet oder wie vorliegend nach den bisherigen Feststellungen im Bezug auf 0, 5 l Bier und 2 cl Grappa nicht widerlegt, ist auch die aus diesem Nachtrunk sich ergebende Blutalkoholkonzentration zu berechnen und von der ermittelten Gesamt- BAK abzuziehen (Senat VRS 66, 352, 353;… Tröndle/Fischer, § 316 Rdnr. 20).
Dieser Wert ist von der durch Rückrechnung - ohne Berücksichtigung des Nachtrunks - ermittelten Tatzeit-Blutalkoholkonzentration abzuziehen (vgl. OLG Köln VRS 66, 352, 353).