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Timestamp: 2019-05-20 20:47:28
Document Index: 34737717

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 4', '§ 52', '§ 16', '§ 34', '§ 12', '§ 4', '§ 12', '§ 16', '§ 36', '§ 52']

OFD Frankfurt/M. v. 11.07.2012 - S 2135 A – 9 – St 210 - NWB Datenbank
OFD Frankfurt/M. v. 11.07.2012 - S 2135 A – 9 – St 210
BFH-Urteile vom 17.07.2008 – I R 77/06 – und vom 28.10.2009 – I R 99/08 –
Bezug: BMF-Schreiben vom 18.11.2011, BStBl 2011 I, 1278
Mit Urteil vom 28. Oktober 2009 – I R 99/08 – ( BStBl 2011 II S. 1019) hat der BFH – abweichend von seiner jahrzehntelangen Rechtsprechung – entschieden, dass die Verlegung des Betriebs in das Ausland nicht zur Annahme einer (fiktiven) Betriebsaufgabe führt. Die Aufgabe der Rechtsprechung zur „Theorie der finalen Betriebsaufgabe” steht im Zusammenhang mit dem Urteil vom 17. Juli 2008 – I R 77/06 – ( BStBl 2009 II S. 464), nach dem die Überführung (Entnahme) von Einzelwirtschaftsgütern aus dem inländischen Betrieb des Steuerpflichtigen in die ausländische Betriebsstätte im Zeitpunkt der Überführung (Entnahme) nicht zur Aufdeckung der stillen Reserven führt, wenn der Gewinn der ausländischen Betriebsstätte aufgrund eines DBA nicht der inländischen Besteuerung unterliegt.
Durch das Jahressteuergesetz 2010 ( BGBl. 2010 I S. 1768) wurde in § 52 Absatz 8b Satz 2 ff. i. V. m. § 4 Absatz 1 Satz 3 EStG, in § 52 Absatz 34 Satz 5 i. V. m. § 16 Absatz 3a EStG und in § 34 Absatz 8 Satz 3 ff. i. V. m. § 12 Absatz 1 KStG die jahrzehntelange BFH-Rechtsprechung und Verwaltungspraxis zur finalen Entnahme und zur finalen Betriebsaufgabe für Sachverhalte vor Inkrafttreten des Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) vom 7. Dezember 2006 ( BGBl. 2006 I S. 2782, ber. BGBl. I 2007 S. 68) gesetzlich festgeschrieben.
Durch diese gesetzlichen Anpassungen sind die Grundsätze des Urteils des BFH vom 17. Juli 2008 – I R 77/06 – und des Urteils des BFH vom 28. Oktober 2009 – I R 99/08 – auf die entschiedenen Einzelfälle beschränkt. In den Fällen des § 4 Absatz 1 Satz 3 EStG und des § 12 Absatz 1 KStG bleibt die bisherige Billigkeitsregelung in Tz. 2.6 des BMF-Schreibens vom 24. Dezember 1999 ( BStBl 1999 I S. 1076 – sog. Betriebsstätten-Verwaltungsgrundsätze) für Wirtschaftsjahre, die vor dem 1. Januar 2006 enden, weiterhin anwendbar. Für Fälle des § 16 Absatz 3a EStG in Wirtschaftsjahren, die vor dem 1. Januar 2006 enden, findet § 36 Absatz 5 EStG bereits Anwendung (vgl. § 52 Absatz 50d Satz 3 EStG).
Die Rechtslage für Sachverhalte ab Inkrafttreten des Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) vom 7. Dezember 2006 ( BGBl. 2006 I S. 2782, ber. BGBl. 2007 I S. 68) wird durch die genannte BFH-Rechtsprechung nicht berührt.
Dieses Schreiben gilt in allen offenen Fällen und ist im BStBl 2011 I S. 1278 veröffentlicht.
Im dem o. g. BFH-Urteil vom 17.07.2008 hatte der BFH auch entschieden, dass die Einbringung eines Wirtschaftsguts als Sacheinlage in eine KG ertragsteuerlich insoweit als Veräußerungsgeschäft anzusehen ist, als ein Teil des Einbringungswerts in eine Kapitalrücklage eingestellt wird. Hierzu ist das BMF-Schreiben vom 11.07.2011, BStBl 2011 I S. 713 (ofix: EStG/6/42) zu beachten.
JAAAE-14887
OFD Frankfurt/M. v. 11.07.2012 - S 2135 A – 9 – St 210 ablegen in?