Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%202/98
Timestamp: 2019-06-20 20:45:53
Document Index: 308444306

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 776', '§ 9', '§ 767', '§ 767', '§ 9', '§ 776', '§ 776', '§ 9', 'BGH', 'BGH', '§ 776', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 776', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.04.2000 - IX ZR 2/98 - dejure.org
https://dejure.org/2000,381
BGH, 06.04.2000 - IX ZR 2/98 (https://dejure.org/2000,381)
BGH, Entscheidung vom 06.04.2000 - IX ZR 2/98 (https://dejure.org/2000,381)
BGH, Entscheidung vom 06. April 2000 - IX ZR 2/98 (https://dejure.org/2000,381)
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Bürgschaft - Ergänzende Vertragsauslegung - Erweiterung der Verpflichtung des Bürgen - Verstoß gegen § 9 AGBG
Unwirksamkeit von Tilgungsänderungen (hier: Schlusszahlung statt Monatsraten) zu Lasten des Bürgen trotz Ermächtigungsklausel in Formularbürgschaft
Zum Umfang einer Bürgschaft hinsichtlich Zinsänderungen, die sich bei Unwirksamkeit der globalen Sicherungsklausel aus ergänzender Vertragsauslegung ergeben; zur Frage der Haftung des Bürgen bei Änderungen der zwischen Gläubiger und Hauptschuldner getroffenen Tilgungsvereinbarung; zu den Folgen der Unwirksamkeit eines klauselmäßigen Verzichts des Bürgen auf die Rechte aus § 776 BGB
AGBG § 9; BGB §§ 767, 776
BGB §§ 767, 776; AGBG § 9
Unwirksamkeit von Tilgungsänderungen (hier: Schlußzahlungen statt Monatsraten) zu Lasten des Bürgen trotz Ermächtigungsklausel in Formularbürgschaft
Zinsänderungen bei unwirksamer weiter Zweckerklärung; Änderung der Tilgungsvereinbarung zwischen Gläubiger und Hauptschuldner; unwirksamer Verzicht auf Rechte aus § 776 BGB
NJW 2000, 2580
ZIP 2000, 962
MDR 2000, 894
WM 2000, 1141
DB 2000, 1401
Der Ausschluß des § 776 BGB verstößt ebenfalls gegen § 9 AGBG (BGHZ 144, 52, 55 ff.; BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1144).
a) Die von der Klägerin am 9. März 2009 in Höhe von 1.100.000 EUR abgetretene Sicherungsgrundschuld ist ein selbstständiges Sicherungsrecht im Sinne von § 776 BGB (BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1144 mwN).
Die Vorschrift soll auch verhindern, dass Gläubiger und Hauptschuldner durch eine nachträgliche Absprache das Haftungsrisiko des Bürgen in einer Weise verschärfen, die für ihn bei Abschluss des Bürgschaftsvertrages nicht erkennbar war (BGHZ 130, 19, 27, 33; 142, 213, 219 f; BGH, Urt. v. 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1143).
Aus diesem Grunde hat der Senat nachträgliche Verlängerungen der Laufzeit des Kredits sowie eine Absprache über das Hinausschieben der Tilgung der Hauptschuld als für den Bürgen unverbindlich behandelt, wenn er an diesen Regelungen nicht beteiligt worden war (BGHZ 142, 213, 219; BGH, Urt. v. 6. April 2000, aaO).
Nach diesen Grundsätzen ist in der Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1142 f.; vgl. zu diesem Urteil auch BGHZ 180, 257, Tz. 31 ff.) ein Bürgschaftsvertrag, der eine Darlehensforderung nebst Zinsen erfasste, ergänzend dahin ausgelegt worden, dass die Bürgschaft nach Ablauf der Festschreibung des Zinssatzes eingetretene Zinsänderungen umfasst.
Den formularmäßigen Verzicht jedenfalls auf die Rechte aus § 776 BGB hält der Senat nunmehr für unwirksam (…Urt. v. 2. März 2000 - IX ZR 328/98, WM 2000, 764, 767 f., z.V.b. in BGHZ; v. 6. April 2000 - IX ZR 2/98, WM 2000, 1141, 1144).
a) Eine Stundung bewirkt nach allgemeinem Verständnis das Hinausschieben der durch Parteivereinbarung oder durch Gesetz bestimmten Fälligkeitszeitpunkte (vgl. BGH, Urteil vom 6. April 2000 - IX ZR 2/98, NJW 2000, 2580, 2582 mwN).
BGH, 04.10.2001 - IX ZR 174/99
AG Berlin-Charlottenburg, 26.07.2010 - 205 C 67/10
Abgemahnt als illegaler Filesharer/Tauschbörsennutzer