Source: https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/1985/BGH/a.-Keine-Strafmilderung-aus-der-ersten-Alternative-dieser-Vorschrift-wenn-der-Taeter-trotz-erheblich-verminderter-Einsichtsfaehigkeit-das-Unerlaubte-seines-Tuns-erkannt-hat
Timestamp: 2019-09-15 05:44:18
Document Index: 67297727

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 20', '§ 20', '§ 21', '§ 20', '§ 20', 'BGH', 'BGH']

a. Keine Strafmilderung aus der ersten Alternative dieser Vorschrift, wenn der Täter trotz erheblich verminderter Einsichtsfähigkeit das Unerlaubte seines Tuns erkannt hat. / BGH / 1985 / Rechtsprechung / Rechtsprechung / Rechtsportal - Deubner Rechtsportal
Die Schuld des Täters ist nicht gemindert, wenn er das Unrecht der Tat ungeachtet seiner geistigen Verfassung tatsächlich eingesehen hat. §§ 20, 21 StGB regeln - soweit sie auf die Einsichtsfähigkeit abstellen - einen Fall des Verbotsirrtums. Fehlt dem Täter die Einsicht Unrecht zu tun wegen einer krankhaften seelischen Störung oder aus einem anderen in § 20 StGB bezeichneten Grund, ohne daß ihm dies zum Vorwurf gemacht werden kann, so ist nicht § 21 StGB sondern § 20 StGB anzuwenden. Die Vorschrift des § 20 StGB kann bei verminderter Einsichtsfähigkeit nur dann angewendet werden, wenn die Einsicht aus Gründen gefehlt hat, die dem Täter vorzuwerfen sind.
BGH (4 StR 665/85) | Datum: 17.10.1985
BGH (4 StR 80/85)
Datum: 05.05.1985
Fundstelle: DRsp III(310)120a; GA 1985, 322; NStZ 1985, 309