Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2152.htm
Timestamp: 2018-12-11 23:25:23
Document Index: 119059249

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 63', '§ 59']

2.152 Seckachtal
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Seckachtal" (Neckar-Odenwald-Kreis, Stadt Buchen und Gemeinde Seckach) vom 25. August 1992 (GBl. v. 16.10.1992, S. 681).
Aufgrund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (85/337/EWG) vom 12. Dezember 1991 (GBl. S. 848), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Buchen, Gemarkung Bödigheim, und der Gemeinde Seckach, Gemarkungen Seckach und Großeicholzheim, Landkreis Neckar-Odenwald-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Seckachtal".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 63,4 ha. Es umfaßt im wesentlichen den gesamten Talraum der oberen Seckach östlich von Großeichholzheim zwischen dem Glashof im Norden und der Hagenmühle im Süden.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in zwei Übersichtskarten im Maßstab 1:5000 sowie in fünf Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck dieser Rechtsverordnung ist die Sicherung und Erhaltung - des Gebietes insgesamt wegen seines wertvollen Mosaiks unterschiedlicher Lebensräume; - des Baches mit seiner Gewässergüte als Lebensraum einer vielfältigen aquatischen Flora und Fauna; - des gewässerbegleitenden Ufergehölzes als Rest naturnaher Auwaldgesellschaften; - der gewässerbegleitenden feuchten Talwiesen; - der Talflanken als - wegen ihres Strukturreichtums - ideales Rückzugsgebiet für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, Veränderung oder Störung des Schutzgebietes, seiner Bestandteile oder seines Naturhaushaltes oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.
5. Gegenstände jeglicher Art zu lagern;
20. Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen.
(1) Die Verbote des § 4 gelten nicht:
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Einschränkung, daß
a) jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze und Jagdkanzeln landschaftsgerecht und nur in der Zeit vom 1. September bis 31. März errichtet werden,
b) Futterstellen nicht in der Talaue eingerichtet werden;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Einschränkung, daß ein Besatz nur noch mit Bachforellen erfolgt und Angeln nur an den entsprechend gekennzeichneten Stellen erlaubt ist;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Einschränkung, daß
a) fließende oder stehende Gewässer nicht geschaffen, beseitigt oder verändert sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen nicht vorgenommen werden, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;
b) Dauergrünland - auch zur Neueinsaat - nicht umgebrochen wird;
c) außerhalb von Ackerland Pflanzenbehandlungsmittel nicht verwendet werden; erlaubt ist die gezielte Ampfer- und Brennesselbekämpfung auf Grünlandgrundstücken;
d) landschaftsprägende Gehölze, insbesondere Ufergehölze, Hecken und Sträucher nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden; der Bach darf nur an den entsprechend gekennzeichneten Stellen als Viehtränke benutzt werden;
e) Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen nicht angelegt werden; Flächen, die auf der Grundlage von Bewilligungen oder Verträgen vorübergehend stillgelegt oder extensiviert waren, dürfen in die zuletzt ausgeübte Nutzung zurückgeführt werden;
4. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Einschränkung, daß die Waldflächen mit dem Ziel eines reichhaltigen Laubmischwaldes aus standortheimischen Arten bewirtschaftet werden;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde zugelassen werden;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG oder nach den jagdrechtlichen Vorschriften Befreiung erteilt werden.
Eine Verletzung der in § 59 des Naturschutzgesetzes genannten Verfahrens- und Formvorschriften ist nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlaß der Rechtsvorschriften gegenüber dem Regierungspräsidium Karlsruhe schriftlich geltend gemacht worden ist; der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
Karlsruhe, den 25. August 1992