Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/rueckueberstellungshaft-und-die-fluchtgefahr-3127366
Timestamp: 2020-08-07 13:24:15
Document Index: 126818190

Matched Legal Cases: ['§ 62', 'Art. 28', 'Art. 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 50', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 62', 'Art. 2']

Rücküberstellungshaft - und die Fluchtgefahr | Rechtslupe
Rücküberstellungshaft - und die Fluchtgefahr
Rück­über­stel­lungs­haft – und die Flucht­ge­fahr
Bei der Anord­nung von Haft zur Siche­rung der Rück­über­stel­lung im Anwen­dungs­be­reich der Ver­ord­nung (EU) Nr. 604/​2013 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 26.06.2013 (Dub­lin-III-Ver­ord­nung) kann die Haft­an­ord­nung nicht auf § 62 Abs. 3 Auf­en­thG gestützt wer­den [1].
Im Anwen­dungs­be­reich der Dub­lin-III-Ver­ord­nung dür­fen die Mit­glied­staa­ten nach des­sen Art. 28 Abs. 2 eine Per­son in Haft neh­men, wenn eine erheb­li­che Flucht­ge­fahr besteht. Flucht­ge­fahr ist nach Art. 2 Buch­sta­be n Dub­lin-III-Ver­ord­nung das Vor­lie­gen von Grün­den im Ein­zel­fall, die auf objek­ti­ven, gesetz­lich fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en beru­hen und zu der Annah­me Anlass geben, dass sich ein Antrag­stel­ler, ein Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ger oder Staa­ten­lo­ser, gegen den ein Über­stel­lungs­ver­fah­ren läuft, die­sem Ver­fah­ren mög­li­cher­wei­se durch Flucht ent­zie­hen könn­te.
Der deut­sche Gesetz­ge­ber hat in § 2 Abs. 15 Auf­en­thG die Kri­te­ri­en für die Annah­me einer Flucht­ge­fahr nach der Dub­lin-III-Ver­ord­nung fest­ge­legt. Die Rege­lung in § 2 Abs. 15 Satz 1 i.V.m. Abs. 14 Nr. 1 Auf­en­thG genügt den Anfor­de­run­gen der Ver­ord­nung [2].
Die Vor­aus­set­zun­gen von § 2 Abs. 14 Nr. 1 Auf­en­thG lie­gen jedoch nicht in jedem Fall vor, in dem der Betrof­fe­ne sei­nen Auf­ent­halts­ort nach Ablauf der Aus­rei­se­frist gewech­selt hat, ohne der zustän­di­gen Behör­de eine Anschrift anzu­ge­ben, unter der er erreich­bar ist. Die genann­te Vor­schrift setzt näm­lich wei­ter vor­aus, dass der Betrof­fe­ne durch die Aus­län­der­be­hör­de auf die Anzei­ge­pflicht nach § 50 Abs. 4 Auf­en­thG und die ein­schnei­den­den Fol­gen ihrer Ver­let­zung in einer ihm ver­ständ­li­chen Spra­che hin­ge­wie­sen wor­den ist [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Juli 2017 – V ZB 50/​17
BGH, Beschluss vom 07.07.2016 – V ZB 21/​16, FGPrax 2016, 278 Rn. 4; Beschluss vom 25.02.2016 – V ZB 157/​15, FGPrax 2016, 140 Rn. 6[↩]
BGH, Beschluss vom 16.02.2017 – V ZB 10/​16 7 mwN[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 16.02.2017 – V ZB 10/​16 8 mwN[↩]
Rück­über­stel­lungs­haft – und die Flucht­ge­fahr Bei der Anord­nung von Haft zur Siche­rung der Rück­über­stel­lung im Anwen­dungs­be­reich der Ver­ord­nung (EU) Nr. 604/​2013 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 26.06.2013 (Dub­lin-III-Ver­ord­nung)…
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