Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2052/12
Timestamp: 2017-10-20 19:59:53
Document Index: 35413603

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 2', '§ 23', '§ 24', '§ 2', '§ 2', '§ 23', '§ 24', 'BGH', '§ 23', '§ 24', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 9', '§ 823', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 120', '§ 120', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.07.2013 - I ZR 52/12 - dejure.org
Pippi-Langstrumpf-Kostüm - Ein einzelner Charakter eines Sprachwerks (hier: Pippi Langstrumpf) kann selbständigen Urheberrechtsschutz genießen.
§ 2 Abs 1 Nr 1 UrhG, § 23 UrhG, § 24 Abs 1 UrhG
Urheberrechtlicher Schutz einer literarischen Figur: Selbstständiger Urheberrechtsschutz des einzelnen Charakters eines Sprachwerks; Abgrenzung der verbotenen Übernahme von der freien Benutzung bei Abbildung zu Karnevalszwecken - Pippi-Langstrumpf-Kostüm
Selbstständiger Urheberrechtsschutz bzgl. eines einzelnen Charakters eines Sprachwerks (hier: Pippi Langstrumpf)
§§ 2 Abs. 1 Nr. 1, 3, 24 Abs. 1 UrhG
UrhG § 2 Abs. 1 Nr. 1; UrhG § 23; UrhG § 24 Abs. 1
Hey, Pippi Langstrumpf... - Urheberrechtlicher Schutz einer literarischen Figur
Pippi-Langstrumpf-Kostüm sorgt Mitten im Karneval für Wirbel
Pippi Langstrumpf: Penny darf weiter mit Kostüm werben
"Pippi Langstrumpf"-Kostüm des Discounters Penny verstößt nicht gegen Urheberrechte der Saltkråkan A/B an dem Sprachwerk "Pippi Langstrumpf"
Werbung in Pippi Langstrumpf-Kostüm stellt keine Urheberrechtsverletzung der Rechte an der literarischen Figur dar
Zu Urheberrechtsschutz an Romanfiguren Pippi Langstrupf
Penny-Markt verletzt mit Pippi-Langstrumpf-Fotos kein Urheberrecht
Pippi Langstrumpf im Penny-Markt
Pippi Langstrumpf Urteil: Urheberrechtlicher Schutz einer literarischen Figur
Werbende Abbildung von Personen in Pippi-Langstrumpf-Karnevalskostüm ist nicht urheberrechtswidrig
Keine Urheberrechtsverletzung durch "Pippi Langstrumpf"-Kostüme
Urheberrechtlicher Schutz von Pippi Langstrumpf-Figur
Unerlaubte Vermarktung eines "Pippi Langstrumpf"-Kostüms verstößt nicht gegen das Urheberrecht
ra-dr-graf.de (Zusammenfassung)
Werbung für Pippi-Langstrumpf-Kostüm verstößt nicht gegen Urheberrecht
Auch literarische Figuren können urheberrechtlich geschützt sein
Urheberrechtlicher Schutz einer literarischen Figur (Pippi Langstrumpf)
Urheberrechtlichen Schutz einer literarischer Figuren (BGH Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12)
Pippi-Langstrumpf-Verkleidung ist nicht unbedingt eine Urheberrechtsverletzung
Urheberrechtlichen Schutz einer literarischen Figur
Pippi Langstrumpf als Werbefigur zulässig
Urheberrechtlicher Schutz einer literarischen Figur
Pippi Langstrumpf - Assoziieren ist nicht gleich kopieren
Werbung mit Pippi-Langstrumpf-Kostüm verletzt nicht Urheberrecht an der literarischen Figur
Romanfigur Pippi Langstrumpf auch wettbewerbsrechtlich nicht gegen Benutzung als Karnevalskostüm geschützt
Kein Penny für Pippi
Freie Benutzung oder Bearbeitung - die §§ 23, 24 UrhG
Pippi Langstrumpf: Zum urheberrechtlichen Schutz einer literarischen Figur
Freie Benutzung oder Umgestaltung? - die §§ 24, 24 UrhG
Literarische Figuren sind urheberrechtlich geschützt
Werbung für Pippi-Langstrumpf-Kostüm
Urheberschutz für Pippi Langstrumpf als literarische Figur?
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.07.2013, Az.: I ZR 52/12 (Urheberrechtsschutz für literarische Figur)" von RA Dr. Felix Laurin Stang, LL.M., original erschienen in: GRUR 2014, 258 - 263.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.07.2013, Az.: I ZR 52/12 (Bewerbung eines der Figur Pippi Langstrumpf nachempfundenen Karnevalskostüms)" von RA Dr. Anne Hahn, original erschienen in: ZUM 2014, 234 - 242.
LG Köln, 10.08.2011 - 28 O 117/11
OLG Köln, 24.02.2012 - 6 U 176/11
OLG Köln, 20.06.2014 - 6 U 176/11
NJW 2014, 771
GRUR 2014, 258
MIR 2014, Dok. 006
K&R 2014, 202
ZUM 2014, 234
afp 2014, 60
afp 2014, 69
Maßgebend ist dabei ein Vergleich des jeweiligen Gesamteindrucks der Gestaltungen, in dessen Rahmen sämtliche übernommenen schöpferischen Züge in einer Gesamtschau zu berücksichtigen sind (vgl. BGH, Urteil vom 28. Mai 1998 - I ZR 81/96, BGHZ 139, 68, 77 - Stadtplanwerk; Urteil vom 13. April 2000 - I ZR 282/97, GRUR 2000, 703, 704 = WRP 2000, 1243 - Mattscheibe; BGH, GRUR 2004, 855, 857 - Hundefigur;… BGH, GRUR 2014, 65 Rn. 38 - Beuys-Aktion; BGH, Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 40 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm).
Ein solcher Abstand kann nicht nur in einer antithematischen Behandlung zum Ausdruck kommen, sondern auch auf andere Weise hergestellt werden (vgl. BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 39 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm, mwN).
Eine freie Benutzung setzt voraus, dass angesichts der Eigenart des neuen Werkes die entlehnten eigenpersönlichen Züge des geschützten älteren Werkes verblassen (vgl. BGH, Urteil vom 11. März 1993 - I ZR 263/91, BGHZ 122, 53, 60 - Alcolix; Urteil vom 11. März 1993 - I ZR 264/91, GRUR 1994, 191, 194 - Asterix-Persiflagen; Urteil vom 29. April 1999 - I ZR 65/96, BGHZ 141, 267, 280 - Laras Tochter; Urteil vom 20. März 2003 - I ZR 117/00, BGHZ 154, 260, 267 - Gies-Adler;… Urteil vom 1. Dezember 2010 - I ZR 12/08, GRUR 2011, 134 Rn. 34 = WRP 2011, 249 - Perlentaucher; BGH, Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 38 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
Auch in einem solchen Fall kann davon gesprochen werden, dass die entlehnten individuellen Züge des älteren Werkes im neueren Werk "verblassen" (BGHZ 122, 53, 60 f. - Alcolix; BGHZ 141, 267, 280 f. - Laras Tochter; BGHZ 154, 260, 268 - Gies-Adler; BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 39 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
Ein innerer Abstand kann vielmehr auch auf andere Weise hergestellt werden (vgl. BGHZ 122, 53, 60 f. - Alcolix; BGH, GRUR 1994, 191, 193 - Asterix-Persiflagen; BGHZ 141, 267, 281 - Laras Tochter; BGHZ 154, 260, 268 - Gies-Adler;… BGH, GRUR 2011, 134 Rn. 34 - Perlentaucher; GRUR 2014, 258 Rn. 39 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
Im Hinblick auf die von der Klägerin hilfsweise geltend gemachten Ansprüche aus wettbewerbsrechtlichem Leistungsschutz gemäß §§ 3, 4 Nr. 9, § 9 UWG sowie aus §§ 823, 826 BGB hat er die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
Hierzu hat es auf die - vom Senat in der Entscheidung "Pippi-Langstrumpf-Kostüm I" (GRUR 2014, 258) nicht beanstandeten - Ausführungen in seinem ersten im Streitfall ergangenen Urteil Bezug genommen, mit denen es die urheberrechtliche Schutzfähigkeit der literarischen Figur "Pippi Langstrumpf" als Sprachwerk im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG festgestellt hat.
Daraus ergibt sich, dass das Berufungsgericht die wettbewerbliche Eigenart in der im Werk von Astrid Lindgren detailliert beschriebenen besonderen eigenschöpferischen Kombination von äußeren Merkmalen und ausgeprägten Charaktereigenschaften der Figur "Pippi Langstrumpf" gesehen hat (vgl. BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 31 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
Die von den angegriffenen Abbildungen gezeigten kostümierten Personen weisen vielmehr eine Vielzahl der für die Annahme einer wettbewerblichen Eigenart der literarischen Gestalt der "Pippi Langstrumpf" maßgeblichen äußeren Merkmale (kartoffelförmige Nase, riesig breiter Mund, gelbes Kleid, sichtbare blaue Hose mit weißen Punkten, verschieden gestaltete Strümpfe, viel zu große schwarze Schuhe) nicht auf (vgl. bereits BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 48 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I).
(1) Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass Fragen des Urhebervertragsrechts - wie hier diejenige nach der durch Auslegung eines Vertrags zu klärenden Reichweite eines urheberrechtlichen Nutzungsrechts - grundsätzlich nicht nach dem Schutzlandprinzip, sondern nach dem Vertragsstatut zu beurteilen sind (vgl. BGHZ 136, 380, 388 - Spielbankaffaire; BGH, Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 13 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm;… Katzenberger in Schricker/Loewenheim aaO Vor §§ 120 ff. UrhG Rn. 147 bis 151;… Dreier in Dreier/Schulze, UrhG, 4. Aufl., Vor § 120 Rn. 49 f.).
Dessen Auslegung unterliegt im Revisionsverfahren nur einer eingeschränkten Überprüfung im Hinblick darauf, ob gesetzliche Auslegungsgrundsätze, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder ob die Auslegung auf Verfahrensfehlern beruht, etwa weil wesentliches Auslegungsmaterial unter Verstoß gegen Verfahrensvorschriften außer Acht gelassen worden ist (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 17. März 2011 - I ZR 93/09, GRUR 2011, 946 Rn. 17 f. = WRP 2011, 1302 - KD; Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 11 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm).
aa) Die tatrichterliche Auslegung von Individualvereinbarungen unterliegt im Revisionsverfahren nur einer eingeschränkten Überprüfung im Hinblick darauf, ob gesetzliche Auslegungsgrundsätze, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder ob die Auslegung auf Verfahrensfehlern beruht, etwa weil wesentliches Auslegungsmaterial unter Verstoß gegen Verfahrensvorschriften außer Acht gelassen worden ist (Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 11 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm, mwN).
Verfassungskonforme Reduzierung des Anwendungsbereichs des § 4 Abs. 3 …
Das Revisionsgericht prüft nur, ob der Auslegungsstoff vollständig berücksichtigt ist und gesetzliche Auslegungsregeln, Denkgesetze, Erfahrungssätze oder Verfahrensvorschriften verletzt sind (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, GRUR 2014, 258 Rn. 11 = WRP 2014, 178 - Pippi-Langstrumpf-Kostüm I;… Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 168/14, WM 2016, 968 Rn. 9).
In der Regel ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn die dem geschützten älteren Werk entlehnten eigenpersönlichen Züge im neuen Werk zurücktreten, so dass die Benutzung des älteren Werkes durch das neuere nur noch als Anregung zu einem neuen, selbstständigen Werkschaffen erscheint (BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 38 - Pippi Langstrumpf Kostüm).
Maßgebend dabei ist ein Vergleich des jeweiligen Gesamteindrucks der Gestaltungen, in dessen Rahmen sämtliche übernommenen schöpferischen Züge in einer Gesamtschau zu berücksichtigen sind (BGH, GRUR 2014, 258 Rn. 40 - Pippi Langstrumpf Kostüm).
Zu diesen vom Tatrichter zu beachtenden Grundsätzen gehört auch, dass die Auslegung nach beiden Seiten hin interessengerecht zu erfolgen hat (…BGH, Urteile vom 2. Juli 2014 - VIII ZR 316/13, NJW 2014, 3148 Rn. 21, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt; vom 17. Juli 2013 - I ZR 52/12, NJW 2014, 771 Rn. 11; vom 14. Juli 2004 - VIII ZR 164/03, BGHZ 160, 83, 88 f.; vom 12. Januar 2001 - V ZR 372/99, BGHZ 146, 280, 284; vom 28. Oktober 1997 - XI ZR 260/96, BGHZ 137, 69, 72; vom 31. Oktober 1995 - XI ZR 6/95, BGHZ 131, 136, 138; jeweils mwN).
Hintergrund war eine zwischenzeitlich am 17.07.2013 ergangene Entscheidung des BGH - I ZR 52/12 - (BGH NJW 2014, 771 u.v.a.), in der eine Urheberrechtsverletzung in einem nahezu gleichartigen Fall verneint wurde.
Es hat allerdings auch gemeint, dass es darauf nicht ankomme, weil mit der Entscheidung des BGH vom 17.07.2013 (NJW 2014, 771) erstmals die bereits geltende Rechtslage höchtrichterlich festgestellt worden sei.
Vielmehr hat der BGH mit der Entscheidung vom 17.07.2013 (NJW 2014, 771) erstmals - verneinend - zu der Frage Stellung genommen, ob literarische Figuren auch außerhalb des Handlungs- und Beziehungsgeflechts des Romans, zu dem sie gehören, selbständigen Urheberrechtsschutz genießen.
Diese Frage hatte der BGH bislang offen gelassen (BGH GRUR 1958, 354, 356 - Sherlock Holmes - Stang in Anm. zu BGH GRUR 2014, 258, 262).
Umfang des Schadensersatzes wegen Bewerbung eines Karnevalskostüms mit einer …