Source: https://enphotoblog.com/kosten-einer-abtreibung/
Timestamp: 2020-07-12 09:55:23
Document Index: 5733275

Matched Legal Cases: ['§ 218', '§ 218', '§ 218', '§ 218', '§ 218', '§ 5']

Wie viel kostet eine abtreibung – kostenübernahme schwangerschaftsabbruch rechner
Schwangerschaftsabbruch: Was kostet eine Abtreibung?
Kosten für eine Absaugung oder Ausschabung
Kosten für die Abtreibungspille
Wann die Krankenversicherung zahlt
Die Kosten einer Abtreibung
In diesen Kosten sind folgende Leistungen enthalten:
Anonyme Beratung bei ungewollter Schwangerschaft
Hilfe – ich glaube, ich bin schwanger
Wann ist ein Schwangerschaftsabbruch „rechtswidrig“?
Wann bleibt eine Abtreibung straflos?
Wie läuft eine „Schwangerschafts-Konfliktberatung“ ab?
Darf die Frau alleine entscheiden?
Bis wann darf eine Abtreibung durchgeführt werden?
Werden die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch von der Krankenkasse übernommen?
Welche Abtreibungs-Methoden gibt es?
Beratung in einer anerkannten Beratungsstelle
Medizinische oder kriminologische Indikationen
Regelungen zur Kostenübernahme eines Schwangerschaftsabbruchs
Abtreibung: Rechtsgrundlagen, Methoden und Kosten
Kriminologische Gründe für einen erlaubten Schwangerschaftsabbruch
Schwangerschaftsabbruch mit Medikamenten bis zur neunten SSW möglich
Schwangerschaftsabbruch mit OP
Spätabbrüche nach der zwölften SSW
Was kostet ein Schwangerschaftsabbruch?
Wo können Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen?
Wo bekomme ich unabhängige Beratung?
Schwangerschaftsabbruch: Ablauf, Kosten, Risiken der Abtreibung
Medizinische Indikation für Spätabtreibung
Beratungsregelung ermöglicht Schwangerschaftsabbruch ohne Indikation
Ablauf des Schwangerschaftsabbruches
Operative Methode: Absaugung
Abbruch per Kürettage
Medikamentöse Methode: „Abtreibungspille“
Spätabtreibung: Künstlich herbeigeführte Geburt
Nachuntersuchung per Ultraschall nötig
Schwere Komplikationen bei Schwangerschaftsabbruch selten
Kosten der Abtreibung
Psychische Probleme nach Schwangerschaftsabbruch selten
Fortsetzen einer ungewollten Schwangerschaft oft belastender
Trauer nicht mit Reue verwechseln
Zu einem Schwangerschaftsabbruch gehören auch immer finanzielle Fragen. Was eine Abtreibung kostet und in welchen Fällen die Krankenkasse zahlt, erfährst du hier.
Die Kosten einer Abtreibung hängen von den Deatils ab. In manchen Fällen übernimmt sie auch die Krankenkasse.
Wer sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, muss sich in dieser schweren Situation nicht nur mit vielen Fragen rund um medizinische und rechtliche Dinge auseinandersetzen, auch die Kostenfrage spielt eine essenzielle Rolle. Liegen keine gesundheitlichen oder speziellen Gründe wie etwa eine Vergewaltigung vor, muss der Abbruch selbst bezahlt werden. Eine Abtreibung kostet etwa zwischen 200 und 600 €. Insgesamt hängt der finanzielle Aufwand von den Details des Eingriffs ab, also welche Methode angewendet und welche Art der Narkose (z. B. Vollnarkose) genutzt wird:
Ein Schwangerschaftsabbruch mittels einer Ausschabung geschieht meistens unter Vollnarkose, die Absaugmethode wird häufig unter örtlicher Betäubung, manchmal aber auch unter Vollnarkose durchgeführt. Die Narkoseart wirkt sich auf die Kosten der Abtreibung aus. Insgesamt kostet eine Ausschabung oder Absaugung etwa zwischen 400 und 600 €.
Bei einer medikamentösen Abtreibung mit der Pille Mifegyne ist keine Narkose und kein körperlicher Eingriff notwendig. Hier belaufen sich die Kosten meist auf 200 und 300 €.
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Die ärztliche Beratung vor der Abtreibung, die ärztliche Betreuung nach einem Abbruch und die Behandlung von Komplikationen werden generell immer von den Krankenkassen übernommen. Die Kostenübernahme für die eigentliche Abtreibung muss bei der Krankenkasse beantragt werden.
Jede gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Abtreibungskosten, wenn das Kind aus medizinischen Gründen, also befürchteter gesundheitlicher Gefährdung der Schwangeren oder aufgrund einer Vergewaltigung abgetrieben wird. Bei anderen Beweggründen zahlt die gesetzliche Krankenkasse nur unter bestimmten Bedingungen für den Eingriff. Das ist dann der Fall, wenn sich die Schwangere eine Abtreibung finanziell nicht leisten kann. Wenn eine Einkommensgrenze 1.179 € netto nicht überschritten wird und auch kein Erspartes zur Verfügung steht, muss die Krankenkasse einspringen. Die Einkommensgrenze erhöht sich um jeweils 279 € für jedes minderjährige Kind, das die Schwangere schon hat. Wird monatlich mehr als 345 € für Miete ausgegeben, ist wird die Einkommensgrenze ebenfalls um maximal 345 € erhöht.
Wenn du dich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidest, sind Beratungstermine bei einer Schwangerschaftskonfliktberatung sowie beim Frauenarzt Pflicht. Hier bekommst du noch weiterreichende Informationen rund um die Abtreibung. Wenn du Ängste und Sorgen hast und vorab lieber anonyme Beratung möchtest, kannst du unter der Telefonnummer 0800 – 4040020 die Beratungshotline „Schwangere in Not – anonym und sicher“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund um die Uhr erreichen. Die Beratung ist kostenlos. Auf der Website https://www.geburt-vertraulich.de kannst du außerdem Schwangerschaftsberatungsstellen in deinem Umkreis suchen und dich per E-Mail oder Chat von Expertinnen beraten lassen.
In Österreich werden die Kosten des Abbruchs leider nicht von der Krankenkassa übernommen und die Frau muß dies selbst bezahlen.
(In allen anderen Westeuropäischen Ländern wird der Abbruch bezahlt, zumindest für Jugendliche und sozial schwache Frauen. Ausnahme sind Irland, Liechtenstein, Malta und Monaco, wo der Abbruch verboten ist.)
Für einen Schwangerschaftsabbruch verrechnen wir pauschal und ohne zusätzliche Kosten, unabhängig davon welche Methode angewendet wird:
Bis zur 10. Schwangerschaftswoche € 560,-
Von der 10. bis zur 14. Schwangerschaftswoche € 600,-
(Im Gynmed Ambulatorium Wien ist eine Bankomatkasse vorhanden)
(Petrenko Andriy / )
Gestern haben wir in der Apotheke einen Schwangerschaftstest gekauft und hoffen beide, dass er negativ sein wird. Falls nicht, hätte ich einige Fragen:
Wie viel kostet eine Abtreibung für ein 15-jähriges Mädchen (Schülerin ohne Einkommen)?
Müssen in diesem Alter die Eltern einbezogen werden, oder unterliegt dieser Eingriff der ärztlichen Schweigepflicht?
Kann es auch sein, dass ihre Periode (die sie erst seit ca. 8 Monaten hat und schon öfter unregelmäßig war) einfach ausbleibt und dann Monate später wieder einsetzt?
Da wir unseren Eltern davon möglichst nichts erzählen möchten, suchen wir dringend nach einer Anlaufstelle (in Innsbruck), bei der wir uns anonym beraten lassen können.
Antwort: Ihre Situation ist sicher sehr angespannt und schwierig. Zunächst ist es wichtig, das Testergebnis abzuwarten. Wenn die Menstruation erst vor acht Monaten erstmals aufgetreten ist, kann durchaus eine Blutungsstörung (Ausbleiben der Regel) vorliegen. Manchmal dauert es einfach sehr lange, bis sich ein regelmäßiger Zyklus eingependelt hat. Das ist normal und braucht an sich kein Grund zur Sorge sein. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft sehr hoch, wenn Sie mehrmals ungeschützten Geschlechtsverkehr praktiziert haben.
Sollte der Schwangerschaftstest tatsächlich positiv ausfallen, ist ein umgehender Besuch bei einem Frauenarzt anzuraten. Dieser unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und darf daher keinem anderen – also auch nicht den Eltern – etwas über eine etwaige Schwangerschaft sagen. Mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung wird festgestellt, ob eine intakte Schwangerschaft vorliegt bzw. wird dabei deren Alter eingeschätzt. Das ist deshalb von Bedeutung, weil in Österreich ein Schwangerschaftsabbruch nur in den ersten drei Monaten erfolgen darf.
Falls Sie sich zu einem Abbruch entschließen, muss in Österreich vor dem Eingriff ein ausführliches Gespräch geführt werden. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ist eine junge Frau berechtigt, alleine über einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.
Die Kosten für eine Abtreibung betragen durchschnittlich 400 bis 500 Euro, in manchen gynäkologischen Ordinationen liegt der Preis aber auch höher. Es besteht jedoch die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Das sollte in einem Beratungsgespräch abgeklärt werden.
Im Raum Innsbruck findet sich leider kein spezielles Ambulatorium für Schwangerschaftsabbrüche. Es gibt jedoch sicherlich Frauenärzte, die einen Abbruch ambulant in ihrer Praxis durchführen. Unter diesem Link finden Sie Beratungs- und Anlaufstellen in ganz Österreich: www.oegf.at/service-beratungsstellen
Das Personal in Beratungsstellen ist mit Konfliktsituation wie der Ihren sehr gut vertraut, weshalb man eine problemgerechte Betreuung mit Sicherheit erwarten kann. Auch über den genauen Ablauf eines eventuellen Schwangerschaftsabbruches wird man informiert. Der Aufenthalt für den Abbruch dauert in den meisten Fällen etwa zwei bis drei Stunden, einschließlich des Beratungsgesprächs. Falls chronische Erkrankungen vorliegen, können zusätzlich Untersuchungen notwendig sein.
Die Angst davor, den Eltern diese Botschaft mitteilen zu müssen, ist meist sehr groß. Es ist möglich, dass diese zunächst wütend reagieren und nicht besonders erfreut sind. Sehr wohl ist es aber auch möglich, dass in einer derartigen Krisensituation völlig unerwartete, positive Reaktionen kommen. Mitunter reagieren Eltern sogar eher besonnen und unterstützend, um gemeinsam die Situation zu meistern.
Leider kann Ihnen keiner dieses Gespräch und die möglichen Spannungen abnehmen, es ist eine Situation, die Sie gemeinsam mit Ihrer Freundin bewältigen sollten. Darüber hinaus sollten Sie sich um- und eingehend mit dem Thema Verhütung auseinander setzen, um in Zukunft derartig belastende Situationen vermeiden zu können.
Dr. Britta Bürger, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (2002)
Aktualisiert am: 17.03.2015 | 15:42
Vor allem für sehr junge Frauen ist es meist zunächst ein Schock, wenn sie vermuten, dass sie schwanger sein könnten.
Viele Schwangerschaften sind nicht geplant, manche auch ungewollt. Oft gerät dann die eigene Lebensplanung ins Wanken.
Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch wird ein Medikament mit dem Wirkstoff Mifepriston, die sogenannte „Abtreibungspille“, verabreicht. …
Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch verlangen wir eine
Pauschalzahlung von CHF 700.- (ohne Blutgruppenausweis: 820.-)
Darin enthalten sind die Kosten für eine Voruntersuchung mit Ultraschall, die Betreuung bei der Medikamenteneinnahme, der CheckToP® zur selbstständigen Nachkontrolle und falls nötig oder gewünscht eine Nachkontrolle mit Ultraschall. Darin enthalten sind auch die Hämatologie, Quick und eine Packung Mifegyn® sowie die übrigen Medikamente.
Für einen chirurgischen Schwangerschaftsabbruch bis 12 Wochen verlangen wir eine
Pauschalzahlung von CHF 800.- (ohne Blutgruppenausweis: 920.-)
In Ausnahmefällen kann ein Schwangerschaftsabbruch bei uns bis 14 Wochen gemacht werden:
Pauschalzahlung von CHF 1’050.- (ohne Blutgruppenausweis: 1’0170.-)
Falls Sie keine Rhesus-Antikörper im Blut haben (Rhesus negativ), oder wenn wir keinen Blutgruppenausweis vor uns haben, spritzen wir vorsorglich Rhesus-Antikörper, welche CHF 120.– kosten.
Nach Behandlungsende erhalten Sie die Honorarrechnung und einen Rückerstattungsbeleg, den Sie bitte der Krankenkasse schicken. Mit den meisten Krankenkassen können wir allerdings direkt und ohne Anzahlung abrechnen, wenn Sie uns die Karte Ihrer Krankenkasse (Versicherungsnachweis) vorlegen. Der Schwangerschaftsabbruch ist eine Pflichtleistung der Krankenkassen, deren Kosten Ihre Krankenkasse rückerstatten muss. Wenn Sie keine Rechnung für die Krankenkasse wollen, gilt mit der Anzahlung unsere Forderung als pauschal bezahlt, sonst schulden Sie uns den Rest.
Musterrechnungen können Sie hier als Beispiele ansehen:
→ Medikamentöse Methode (PDF)
→ Chirurgische Methode (PDF)
Verrechnet werden die Einzelleistungen nach Tarmed.
‚Hormonspirale‘: Die Einlage einer Mirena® nach einem chirurgischen Schwangerschaftsabbruch kostet bei uns CHF 280.-,
sonst kostet die Einlage einer Mirena® bei uns inklusive Nachkontrolle CHF 350.-.
→ Costs English (PDF)
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland rechtswidrig, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei. Was das genau bedeutet und was Frauen sonst noch wissen sollten: Die wichtigsten Fragen zum Thema Abtreibung!
Laut Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs hat eine Frau, die abtreibt, ein Gesetz gebrochen und „wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Aber: Es gibt Ausnahmen, festgehalten in Paragraf 218a …
Oberstes Gebot ist, dass die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung in letzter Konsequenz bei der Schwangeren liegt. Zudem müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden darf. Um eine Abtreibung vornehmen lassen zu können, müssen Schwangere nachweisen, …
a) … dass sie an einer Schwangerschafts-Konfliktberatung teilgenommen haben,
b) … dass eine kriminologische Indikation besteht, also die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung entstanden ist, oder
c) … dass es eine medizinische Indikation gibt: die Schwangerschaft eine Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der werdenden Mutter darstellt.
Die Schwangere muss zum Gespräch eine Beratungsstelle aufsuchen. Darin muss sie ihren Willen, die Schwangerschaft abzubrechen, gegenüber verschiedenen Argumenten (und sich selbst) bestätigen.
Neben Kommunen bieten auch das Deutsche Rote Kreuz und Pro Familia eine Konfliktberatung an. Bei einer Abtreibung auf eigenen Wunsch müssen zwischen der Beratung und der Abtreibung mindestens drei Tage liegen. Wichtig: Der Abbruch darf nicht von dem Arzt durchgeführt werden, der die Konfliktberatung vorgenommen hat.
Klar ist, dass die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung in letzter Konsequenz bei der Frau liegt. Trotzdem sollte der Vater des Kindes bei der Entscheidung nicht außen vor bleiben. Es gibt daher auch kostenlose Schwangerschafts-Konfliktberatungen für Männer, an denen sie wahlweise mit oder ohne ihre schwangeren Frauen teilnehmen können.
Nicht immer sind sich Mann und Frau einig. Am Ende entscheidet aber sieFoto: ehrenberg-bilder – Fotolia
In der Regel kann in Deutschland eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Wenn eine medizinische Indikation besteht, verlängert sich die Frist auf die 22. Schwangerschaftswoche.
Liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation vor, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen automatisch die Kosten.
Lässt eine Schwangere auf eigenen Wunsch (ohne medizinischen Grund) abtreiben, muss sie die Kosten in Höhe von 250 bis 600 Euro selber tragen. In vielen Fällen kann sie zumindest die Kosten für die ärztliche Behandlung während der Schwangerschaft und für die Nachbehandlung (etwa in Folge von Komplikationen) bei der Krankenkasse geltend machen, bei der sie versichert ist. Die Kostenerstattung werden durch die Krankenkasse mit dem jeweiligen Bundesland geregelt.
Sonderfall: Ist die Frau sozial bedürftig, hat sie – unabhängig von der Indikation – Anspruch darauf, die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch von der Kasse übernehmen zu lassen. Dafür muss sie einen Antrag stellen, wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) schreibt.
„Als bedürftig werden vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 Frauen angesehen, deren verfügbares persönliches Einkommen 1.179 Euro im Monat nicht übersteigt und denen auch persönlich kein kurzfristig verwertbares Vermögen zur Verfügung steht.“ Details dazu lesen Sie in der Mitteilung des BMFSFJ.
Es gibt zwei operative Möglichkeiten, eine Schwangerschaft gezielt zu beenden: Absaugung und Ausschabung. Meist erfolgt ein operativer Schwangerschaftsabbruch unter Vollnarkose und in einem Krankenhaus mit stationärer Aufnahme. Einige Kliniken und Arztpraxen bieten aber auch eine ambulante Abtreibung bei örtlicher Betäubung an. Nach einem operativen Schwangerschaftsabbruch überprüft der Arzt per Ultraschall, ob die Abtreibung erfolgreich war.
Absaugung: In der Regel erfolgt ein Schwangerschaftsabbruch mithilfe der Absaugung (Vakuumaspiration). Die Absaugung findet unter Narkose statt. Der Arzt saugt über ein schmales Röhrchen, das er durch die Vagina in die Gebärmutter einführt, die Gebärmutterschleimhaut, die Fruchtblase und den Embryo ab.
Ausschabung: Eine Abtreibung ist auch per Ausschabung (auch Kürettage oder Abrasio genannt) möglich. Unter Narkose werden Gebärmutterschleimhaut, Fruchtblase und Embryo mit einem löffelartigen Instrument ausgeschabt. Eine Ausschabung wird aber seltener für eine Abtreibung eingesetzt, sondern dient eher dazu, nach einer Fehlgeburt verbliebenes Gewebe zu entfernen. So lassen sich Komplikationen vermeiden.
Eine Alternative zum operativen Schwangerschaftsabbruch ist die sogenannte Abtreibungspille. Mithilfe des Wirkstoffs Mifepriston werden die Wehen medikamentös eingeleitet und so eine Fehlgeburt provoziert. Die Wirkung der Abtreibungspille setzt gewöhnlich nach zwei bis drei Tagen ein.
Die Abtreibungspille darf nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Eine Abtreibung in dieser Form ist nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche möglich.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland gemäß § 218 Strafgesetzbuch (StGB) grundsätzlich für alle Beteiligten strafbar. Es gelten aber folgende Ausnahmen:
Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht strafbar, wenn die betroffene Frau den Vorgaben der sogenannten Beratungsregelung folgt (Beratungsregelung nach § 218a Abatz 1 StGB). Die Schwangere, die den Eingriff verlangt, muss sich drei Tage vor diesem Termin in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten lassen. Sie hat der Ärztin oder dem Arzt, welche den Eingriff vornehmen sollen, eine Beratungsbescheinigung über dieses Gespräch vorzulegen. Außerdem muss eine Ärztin oder ein Arzt, welche oder welcher nicht an der Beratung teilgenommen hat, den Schwangerschaftsabbruch innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis vornehmen. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann keiner der am Schwangerschaftsabbruch Beteiligten bestraft werden.
Straflos bleibt der Schwangerschaftsabbruch auch, wenn bestimmte rechtfertigende Indikationen vorliegen:
Eine medizinische Indikation liegt vor, wenn für die Schwangere Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes besteht.
Eine kriminologische Indikation ist gegeben, wenn die Schwangerschaft auf einem Sexualdelikt, also zum Beispiel einer Vergewaltigung, beruht (Indikationen nach § 218a Absatz 2 und 3 StGB).
Die Schwangere bleibt zudem straflos, wenn der Schwangerschaftsabbruch nach einer Beratung durch eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen wird und seit der Empfängnis nicht mehr als 22 Wochen verstrichen sind. In diesem Fall bleibt die Schwangere straflos, andere Beteiligte können sich dagegen strafbar machen (Straflosigkeit der Schwangeren nach § 218a Absatz 4 Satz 1 StGB).
Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs aufgrund einer medizinischen oder kriminologischen Indikation werden bei krankenversicherten Frauen von der Krankenkasse getragen. Bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung werden die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Allerdings können in diesem Fall die Kosten für die ärztliche Behandlung während der Schwangerschaft und für die Nachbehandlung von Komplikationen geltend gemacht werden. Ein Anspruch auf Kostenübernahme für den Schwangerschaftsabbruch selbst besteht aber dann, wenn die Frau sozial bedürftig ist. Der Antrag auf Kostenübernahme bei Bedürftigkeit ist bei der Krankenkasse zu stellen.
Voraussetzung dafür ist die soziale Bedürftigkeit der Frau. Als bedürftig werden vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020 Frauen angesehen, deren verfügbares persönliches Einkommen 1216 Euro im Monat nicht übersteigt und denen auch persönlich kein kurzfristig verwertbares Vermögen zur Verfügung steht. Diese Einkommensgrenze, die an den Rentenwert der gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt ist, erhöht sich für jedes im Haus der Frau lebende minderjährige Kind um 288 Euro. Eine weitere Erhöhung bis maximal 356 Euro ist möglich, wenn die Kosten der Unterkunft 356 Euro übersteigen. Nähere Auskünfte können die Schwangerschafts(konflikt)beratungsstellen erteilen.
Eine ungeplante Schwangerschaft kann Frauen in eine Krise stürzen. Viele Fragen müssen geklärt werden. Will ich überhaupt ein Kind? Wo kann ich mich informieren, wenn ich eine Entscheidungshilfe brauche? Kommt ein Schwangerschaftsabbruch für mich in Frage? Unabhängige Informationen erhalten Sie hier.
Wird eine Frau überraschend schwanger, ohne es gewollt zu haben, ist das nicht selten erstmal ein Schock. Sofort dreht sich das Gedankenkarussell. Ängste und viele Fragen kommen auf.
In Deutschland können Frauen nicht einfach einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Sie müssen sich zunächst an eine anerkannte Beratungsstelle wenden. Der Paragraph 218 des Strafgesetzbuches macht einen Schwangerschaftsabbruch zu einer Straftat, die unter bestimmten Voraussetzungen jedoch straffrei bleibt. Zum Beispiel müssen Schwangere in der Regel vor einer Abtreibung eine Beratung wahrnehmen. Das gilt nicht für Frauen, die durch Missbrauch oder Vergewaltigung schwanger geworden sind.
Beratung im Vorfeld eines möglichen Schwangerschaftsabbruchs
Nach der Beratungsregelung (§ 218a Abs. 1StGB und §§ 5 ff. Schwangerschaftskonfliktgesetz) bleibt der Schwangerschaftsabbruch unter folgenden Bedingungen straffrei:
• Die Schwangere muss den Schwangerschaftsabbruch verlangen.
• Sie muss in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftskonflikt-Beratung wahrgenommen und dort den Beratungsschein erhalten haben.
• Zwischen dem Ausstellen des Beratungsscheins und dem Eingriff müssen mindestens drei Tage liegen.
• Es dürfen seit der Empfängnis (Befruchtung) nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein. Dies entspricht der 14. Schwangerschaftswoche (SSW), wenn nicht vom Tag der Empfängnis, sondern vom ersten Tag der letzten Regelblutung gerechnet wird.
• Der Schwangerschaftsabbruch muss von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen werden.
• Die Ärztin oder der Arzt, die oder der den Abbruch vornimmt, darf nicht bereits die Schwangerschaftskonflikt-Beratung durchgeführt haben.
Quelle: www.familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Ein medizinischer Grund liegt dann vor, wenn das Leben der Betroffenen durch die Schwangerschaft oder Geburt bedroht ist, etwa weil sie schwer krank ist und die anstehende Belastung nicht verkraften würde. Auch wenn die körperliche oder seelische Gesundheit der Frau durch Schwangerschaft massiv bedroht ist, kann es medizinisch begründet sein, einen Abbruch vorzunehmen. Ein Arzt muss dann feststellen, dass er den Schwangerschaftsabbruch für alternativlos hält, weil er eine Schwangerschaft und/oder Geburt als nicht zumutbar erachtet.
Auch wenn mit einer „erheblichen gesundheitlichen Schädigung des Kindes“ zu rechnen ist, kann ein Abbruch gerechtfertigt sein. Das muss jedoch durch eine pränatale Untersuchung belegt werden. In einem solchen Fall ist auch nach der zwölften Woche nach Empfängnis eine Abtreibung noch straffrei möglich. Diese darf jedoch nicht von demselben Arzt vorgenommen werden, der die Diagnose gestellt hat.
Ist eine Frau Opfer einer Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauchs geworden, kann sie sich straffrei gegen die Schwangerschaft entscheiden. Eine Beratung muss sich vorher nicht aufsuchen. Die „kriminologische Indikation“ muss jedoch durch einen Arzt nachgewiesen werden. Mädchen, die noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet haben und schwanger werden, fallen auch unter diese Regelung: Das heißt, ein Schwangerschaftsabbruch bleibt in ihrem Fall straffrei. Jedoch dürfen seit der Befruchtung (Empfängnis) nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein. Wird nicht vom Tag der Befruchtung an gerechnet, sondern vom ersten Tag der letzten Regel, entspricht dies der 14. Schwangerschaftswoche.
Ein Abbruch der Schwangerschaft ist bis zum 63. Tag nach Beginn der vergangenen Periode (bis zur neunten Schwangerschaftswoche) rechtlich zulässig mithilfe von Medikamenten. Zum Einsatz kommt der Wirkstoff Mifepriston, der unter dem Handelsnamen „Mifegyne“ zugelassen ist. Der Wirkstoff hemmt das Hormon Progesteron, das zentral für die Schwangerschaft ist. Anschließend muss das Hormon Prostaglandin eingenommen werden. In Apotheken ist die sogenannte Abtreibungspille (Mifegyne) nicht erhältlich.
Mit der Gabe dieser beiden Wirkstoffe wird eine Fehlgeburt eingeleitet. Bis der Schwangerschaftsabbruch tatsächlich abgeschlossen ist, vergehen einige Tage bis zwei Wochen. Allerdings dürfen ausschließlich Ärzte und Kliniken, die zu Schwangerschaftsabbrüchen befugt sind, diese Form des Abbruchs durchführen.
Nicht jede Schwangere darf die Wirkstoffe Mifepriston und Prostaglandine zur Provokation eines Abbruchs einnehmen. Das gilt zum Beispiel für Frauen mit Allergien gegen die Wirkstoffe, Frauen mit chronischem Nierenversagen oder Blutgerinnungsstörungen.
Nach der neunten Schwangerschaftswoche ist eine Abtreibung nur noch durch eine operative Maßnahme gestattet. Es gibt zwei mögliche Verfahren: die Absaugmethode und die Ausschabung der Gebärmutter. Die Absaugmethode ist das gängige operative Verfahren und kann vor der zwölften Schwangerschaftswoche mit örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dabei wird mit einem Vakuumschlauch der Embryo oder Fötus von der Gebärmutter abgesaugt. In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wird ein solcher Abbruch ambulant im Krankenhaus oder einer gynäkologischen Praxis vorgenommen, das heißt, die Betroffene kann wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause.
Die Variante der Ausschabung, auch Kürettage oder Abrasio genannt, wird seltener angewendet. Dabei wird unter Vollnarkose der Fötus entfernt. Die Gebärmutter wird dabei mit einem löffelartigen Instrument ausgeschabt. Die meisten Frauen bleiben bei dieser Methode eine Nacht im Krankenhaus.
Bei Schwangerschaftsabbrüchen nach der zwölften Woche nach der Empfängnis ist ein operativer Schwangerschaftsabbruch nicht mehr rechtens. Wenn sich nach dieser Zeit aber herausstellt, dass das Kind schwer krank oder behindert sein wird, ist ein Abbruch dennoch rechtlich zugelassen. In einem solchen Fall wird der Fötus abgetötet und mit Medikamenten die Geburt eingeleitet. Es handelt sich dann um eine beabsichtigte Fehlgeburt. Im Anschluss müssen Gewebereste aus der Gebärmutter mittels Ausschabung entfernt werden.
Schwanger, aber keiner soll es wissen. Informationen zur vertraulichen Geburt erhalten Sie hier.
Wenn die Abtreibung muss die Schwangere in der Regel selbst bezahlen, außer es liegen medizinische oder kriminologische Gründe vor. Die Kosten liegen je nach Praxis und Methode zwischen 200 und 800 Euro. Allerdings variieren die verfügbaren Angaben zu den Kosten zwischen Krankenkassen und Beratungsstellen. Insofern sollten betroffene Frauen sich individuell erkundigen.
Ist die Schwangere finanziell nicht in der Lage, die Kosten zu tragen, werden diese übernommen. Das gilt für Geringverdienerinnen, Bezieherinnen von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder einer Ausbildungsförderung wie BAföG. Voraussetzung ist, dass die Frau weniger als 1.142 Euro netto monatlich zur Verfügung hat und kein Vermögen besitzt, auf das sie kurzfristig zugreifen kann. Wenn sie noch minderjährige Kinder betreut, erhöht sich die Einkommensgrenze für jedes Kind um 270 Euro. Liegt die Kaltmiete der Wohnung der Schwangeren über 334 Euro, wird die Einkommensgrenze ebenfalls um diesen Betrag heraufgesetzt. Die Übernahme der Kosten muss bei der Krankenkasse im Vorfeld des Schwangerschaftsabbruchs beantragt werden. Die Bemessungsgrenze wird jährlich erhöht. Die Angaben gelten bis einschließlich Juni 2018.
Welche Frauenärzte eine Abtreibung entweder in einer gynäkologischen Praxis oder einer Klinik durchführen dürfen, erfährt man über Listen von unabhängigen Beratungsstellen.
An folgende Einrichtungen können betroffene Schwangere sich wenden:
Fragen und Antworten: “Vertrauliche Geburt“ – Gute Alternative zur Babyklappe?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert auf der Internetseite www.familienplanung.de über Rechte, Pflichten und medizinische Hintergründe zum Thema Schwangerschaftskonflikt. Sie bietet zudem eine Online-Suche nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe an. Die Beratung ist für jede Frau kostenlos.
Vor dem Schwangerschaftsabbruch hat der Gesetzgeber die Pflicht zu einem Beratungsgespräch gesetzt. ©iStock.com/Capifrutta
Kommt es ungewollt zu einer Schwangerschaft, haben die betroffenen Frauen die Möglichkeit, bis spätestens zum Ende der 12. Woche nach der Empfängnis einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen.
An sich ist eine Abtreibung, wie ein Schwangerschaftsabbruch umgangssprachlich auch bezeichnet wird, nach deutschem Recht nur rechtskonform, wenn entweder eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt. Besteht also bei Fortdauer der Schwangerschaft Gefahr für Leib und Leben der Mutter oder ist die Schwangerschaft Folge einer sexuellen Straftat, darf sie bei Vorliegen eines entsprechenden ärztlichen Attests beendet werden.
Liegt eine medizinische Infikation vor, so kann eine Schwangerschaft auch noch bis zum Ende der Schwangerschaft abgebrochen werden. Wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, sie also Schwangerschaft oder Geburt nicht überleben würde oder aber, wenn das Kind schwerstbehindert zur Welt kommen würde oder nicht lebensfähig ist, dann kann eine sogenannte Spätabtreibung durchgeführt werden. Eine ärztliche Beratung und Wartefrist ist auch hier vorgeschrieben.
Das trifft aber nur auf einen Bruchteil der jährlich rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland zu. Rechtswidrig, aber straffrei kann eine ungewollte Schwangerschaft aber auch ohne Indikation auf Grund der so genannten Beratungsregelung (Paragraf 218 und 219 des Strafgesetzbuches) innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen erfolgen. Die schwangere Frau muss sich dazu einer Schwangerschaftskonfliktberatung bei einer staatlich anerkannten Beratungsstelle unterziehen, sich die erfolgte Beratung bescheinigen lassen und kann dann nach mindestens drei Tagen Bedenkzeit, also frühestens am 4. Tag nach der Beratung, den Eingriff vornehmen lassen.
Der Abbruch kann medikamentös oder operativ erfolgen. Absaugung wie medikamentöser Abbruch erfolgen meist ambulant in einer gynäkologischen Praxis. Folgende Methoden sind möglich:
Am häufigsten kommt die die zu den operativen Verfahren zählende Absaugung beziehungsweise Vakuumaspiration, so die medizinische Bezeichnung, zum Einsatz (etwa 70 Prozent der Fälle). Dabei wird entweder nur der Muttermund lokal betäubt, oder der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Arzt dehnt zunächst den Muttermund mit speziellen Stiften. Dann führt er ein mit einer Saugpumpe verbundenes Röhrchen in die Gebärmutter ein, über das er den Embryo samt Gebärmutterschleimhaut absaugt.
Für noch spätere Schwangerschaftsabbrüche bis zur 16. Woche wende Ärzte gewöhnlich die Kürettage (Ausschabung) an. Während die Frau sich in Vollnarkose befindet, entfernt der Chirug den Fötus mit einer kleinen Zange und schabt anschließend die Gebärmutter aus. Die Kürettage dauert etwas länger als das Absaugen und erfordert somit eine längere Narkose. Die meisten Frauen bleiben deshalb eine Nacht im Krankenhaus.
Bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Regelblutung beziehungsweise bis zur neunten Schwangerschaftswoche kann eine ungewollte Schwangerschaft auch medikamentös beendet werden. Dabei wird unter ärztlicher Aufsicht zunächst der Wirkstoff Mifepriston eingenommen, der die Entwicklung des Embryos unterbricht. Zugelassen ist hier das Präparat Mifegyne. 36 bis 48 Stunden danach muss die Frau wieder in die Praxis oder Klinik zurückkehren und bekommt dann ein Prostaglandin-Präparat als Vaginalzäpfchen oder in Tablettenform. Es löst in der Regel innerhalb der folgenden drei bis sechs Stunden Gebärmutterkontraktionen (Wehen) und eine Austoßung der Frucht aus.
Manchmal kann eine erneute Prostaglandin-Einnahme notwendig sein. Bis der Embryo ausgestoßen wurde, sollte die Frau unter ärztlicher Aufsicht bleiben und auch danach zu Hause nicht alleine bleiben, um im Fall von Komplikationen Hilfe zu haben.
Die medikamentöse Abtreibung ist zwar schonender, jedoch empfinden Frauen die zwei Tage Wartezeit als seelisch sehr belastend.
Eine späte Abtreibung nach medizinischer Indikation ist für die Frau psychisch besonders belastend. Der Fötus wird – falls er bereits außerhalb der Gebärmutter lebensfähig wäre (ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche) – mit einer Injektion in das Herz getötet. Anschließend bekommt die Frau ein Wehenmittel, welches die Geburt künstlich einleitet. Den Embryo muss die Frau auf natürlichem Weg zur Welt bringen und aktiv bei der Geburt mitwirken.
Nach einer Absaugung wird mit einer Ultraschalluntersuchung sicher gestellt, dass keine Gewebereste zurückgeblieben sind, die gegebenenfalls durch eine Ausschabung entfernt werden müssen. Die Ausschabung, medizinisch Kurettage, wurde früher häufig als alleinige Methode des Schwangerschaftsabbruchs angewendet, verliert aber aufgrund der höheren Komplikationsrate zunehmend an Bedeutung. Dabei wird die Frucht mit einer Kürette, einem löffelartigen Instrument, entfernt.
Nach dem Abbruch kommt es zu Blutungen, die zwei bis drei Wochen anhalten können, oft begleitet von Unterleibsbeschwerden. Schwere Komplikationen sind jedoch selten. So kann es nach einem Schwangerschaftsabbruch zu einer Gebärmutterentzündung kommen oder bei der Absaugung die Gebärmutter verletzt werden. Treten starke Blutungen, Schmerzen, Fieber oder übel riechender Ausfluss auf, sollte in jedem Fall umgehend ein Arzt eingeschaltet werden.
Zu beachten ist, dass die medikamentöse Abbruchmethode bei bestimmten Grunderkrankungen oder Überempfindlichkeiten nicht angewendet werden darf. Dies ist der Fall bei
chronischen Nebennierenerkrankungen,
schwerem Asthma bronchiale,
bekannter Allergie gegenüber Mifepriston oder einem anderen Bestandteil der Tabletten,
bekannter Unverträglichkeit von Prostaglandinen.
Voruntersuchungen, eine eventuelle Nachsorge, Medikamente und Krankschreibung sind durch die Krankenversicherung abgedeckt. Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch müssen die Krankenkassen jedoch nicht bezahlen. Diese betragen je nach gewählter Methode zwischen 200 und knapp 600 Euro, hinzu kommen der Tagessatz im Krankenhaus bei stationärer Aufnahme.
Wenn das persönliche Einkommen unterhalb des Existenzminimums liegt, übernimmt das jeweilige Bundesland die Kosten. Einen entsprechenden Antrag zur Kostenübernahme müssen Frauen vor dem Eingriff bei der Krankenkasse stellen und dazu ihre Einkommensverhältnisse offenlegen. Maßgeblich sind hierbei nur das Einkommen und Vermögen der Frau. Das Einkommen der Eltern, des Ehemanns oder anderer unterhaltspflichtiger Personen spielt keine Rolle.
Wichtig: Der Arzt oder das Krankenhaus, wo der Abbruch durchgeführt wird, benötigt eine schriftliche Zusage zur Kostenübernahme.
Ist jedoch die körperliche und seelische Gesundheit der Mutter gefährdet, übernehmen die Kassen unabhängig vom Einkommen alle Kosten. Das gleiche gilt für den Fall, dass die Frau durch eine Vergewaltigung schwanger geworden ist.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist medizinisch gesehen risikoarm. Zwar kann der Eingriff auch psychische Folgen haben. Schwere psychische Erkrankungen als Folge eines Abbruchs sind jedoch in der Regel nicht zu erwarten.
Viele Frauen haben am ersten Tag nach einem Schwangerschaftsabbruch krampfartige Schmerzen und die meisten bluten. Blutungen und Unterleibskrämpfe sind aber normal, sofern sie nicht massiver als bei einer starken Monatsblutung ausfallen. Nach dem Abbruch einer Frühschwangerschaft sind Frauen in der Regel nach zwei Tagen körperlich wieder fit. Folgen gibt es kaum. Bis sich die Gebärmutter zurückbildet, können aber zwei Wochen vergehen: Deshalb ist Sex, Schwimmen und die Benutzung von Tampons während dieser Zeit tabu. Gewöhnlich gibt die Klinik der Frau Antibiotika mit nach Hause, um Infektionen vorzubeugen.
Die meisten Patientinnen sind nach einer Abtreibung erschöpft und müde. Das ist oft narkosebedingt und meist nur von kurzer Dauer. Manche Frauen spüren als Folgen Erleichterung, andere reagieren teilnahmslos, wieder andere sind traurig und wütend. In den seltensten Fällen durchleben Frauen längerfristige und schwere Depressionen als Folgen einer Abtreibung. Wenn schwere Missstimmungen auftauchen, dann sind zumeist sehr junge Frauen davon betroffen. Aber auch die Patientinnen leiden, die einen Abbruch in einem sehr späten Stadium der Schwangerschaft vornehmen lassen oder eine erwünschte Schwangerschaft abbrechen, weil der Fetus fehlgebildet ist. Grundsätzlich aber ist die Gefahr eines psychischen Zusammenbruchs nach einem Abbruch anscheinend weitaus geringer, als wenn eine ungewollte Schwangerschaft fortgesetzt wird. Ein so genanntes Post-Abtreibungs-Syndrom ist in der Psychologie als Krankheitsbild nicht bekannt.
Trotzdem, selbst eine Frau, die überzeugt ist, mit der Abtreibung die richtige Entscheidung getroffen zu haben, kann die Folgen spüren. Sie mag traurig werden und den Verlust beklagen. Wichtig ist, dass sie über diese Gefühle mit jemandem spricht und keineswegs Trauer mit Reue verwechselt.
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