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Timestamp: 2019-03-18 22:31:33
Document Index: 68618992

Matched Legal Cases: ['§670', '§ 670', '§324', '§ 670', '§ 670', '§ 669', '§ 670', '§ 670']

Wer übernimmt wirklich Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch? | Erwerbslosenforum Deutschland
Wer übernimmt wirklich Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch?
Datum Start 17 Jun 2006
fahrtkosten uebernimmt wirklich
ich habe eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen und da die Fahrtkosten nicht unbedingt niedrig sind, einen Antrag auf Reisekostenerstattung bei meinem FM gestellt. Dieser ist mir heute auch zugegangen.
Nun ist dabei aber auch eine Seite, die der Arbeitgeber ausfüllen muss und darin steht, dass er normalerweise dazu verpflichtet sei, mir die Kosten zu erstatten, wenn er mich eingeladen hat.
Doch in dem Einladungsschreiben stand bzw. steht, dass keine Kosten übernommen werden.
Kann es nun sein, dass ich auf den Fahrtkosten sitzen bleibe, weil ich diese ja schließlich vorstrecken muss?
... wenn ich das so richtig sehe/meine, dann muß dort der "AG" bestätigen das er keine Kosten erstattet hat .....
Somit will das Amt vorbeugen das "doppelt" abgerechnet wird - die denken doch nur das Schlechte von uns feiff: feiff:
... Also halb so schlimmmmmmm
ach du lieber mein Schreck, an was die alle denken. Aber ich habe mir sagen lassen, das sei ein Standardformular. Hast Du so eins vielleicht zufälligerweise auch schon mal so eins gehabt?
Und wieso werfen die dann immer gleich mit einem § um sich, hier der §670 BGB. ?
Na ja, wollen wir mal das beste hoffen, wenn die sich streiten wollen, dann sollen die das unter sich klären, die haben mehr Geld als meinereiner.
Re: Hi Arco
ne Sanne,
ich habe so ein Formular noch nicht gesehen - aber wie du richtig scheibst ist es wohl ein Standartformular um auch den Einlader nochmals darauf aufmerksam zu machen das ER eigentlich deine Unkosten tragen "müßte" ! !
Der § 670 BGB sagt dies so aus -- sinngemäß " wer eine Einladung (Auftrag) ausspricht, der muß auch die Unkosten/Aufwendungen tragen"
..... aber wie gesagt, wenn der "AG" bescheinigt das es nicht zahlt, dann muß die Arge zahlen ....
Korrekt. Ist auch so üblich.
na ja, wenn jeder Arbeitgeber die Kosten übernehmen sollte, würde letztendlich kaum noch ein Vorstellungsgespräch stattfinden oder?
Es sei denn es handelt sich um hoch qualifizierte Bewerber.
Soll ich meinen FM noch einmal darauf hinweisen, dass die Firma eine Bezahlung der Fahrtkosten von vornherein abgelehnt hat?
Oder weiß er das sowieso aus Erfahrung?
feiff: da ich/wir das Formular nicht kennen könne wir nur vermuten das in dem Formular der AG bestätigen soll das er oder das er keine Aufwendungen erstattet :twisted:
Wenn das so ist, dann ist doch die Sache klar - oder ? ?
Wenn es sagt das du was bekommen hast, freut sich die Arge - und wenn er unterschreibt das er dir nichts gegeben hat, ja nun dann muß die Arge deine Abrechnung begleichen da du ja vorher den Antrag gestellt hast.
Sollte das alles nicht zutreffen, dann scanne uns doch mal das Formular hier rein und dann wird dir geholfen ....
Denn du bist hier klar im Vorteil denn wir kennen nun mal nicht den Wortlaut des Formulares.
OK ???? :kratz: :kratz:
Nur wenn die Fahrtkosten nicht vom Arbeitgeber erstattet werden, ist die Erstattung bei der ARGE zu beantragen. Dazu reicht meines Wissens bereits der formlose Hinweis in der Einladung zum Vorstellungsgespräch, dass die Fahrtkosten vom Arbeitgeber nicht erstattet werden.
Wenn sie dir ein zusätzliches Formular geschickt haben, schicke es dem Arbeitgeber zur Bestätigung. Kein Arbeitgeber ist verpflichtet Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen zu erstatten, jedoch ist dies in vielen großen Firmen üblich. Der Hinweis in dem Formular ist insofern irreführend.
Erstmal zum Rechtlichen nach:
SGB III - §324 (Auszug - hinsichtlich Bewerbungskosten)
(1) Leistungen der Arbeitsförderung werden nur erbracht, wenn sie vor Eintritt des leistungsbegründenden Ereignisses beantragt worden sind. Zur Vermeidung unbilliger Härten kann das Arbeitsamt eine verspätete Antragstellung zulassen.
Das Formular ist damit zulässig und sollte vom AG wie auch von Dir ausgefüllt werden, sonst erhält man nichts.
Und wenn Du ein Gespräch erhalten hast nutze die Chance und bereite Dich gut vor.
Rechtlich ist:
Eigentlich ist der AG nach § 670 BGB verpflichtet Vorstellungskosten zuerstatten. Voraussetzung ist das dieser eine Stelle ausgeschrieben hat, man sich darauf bewirbt und eine Einladung zum Gespräch erhält. Die Kosten sind auf jeden Fall in Höhe der billigsten Variante ( DB 2ter Klasse ) zu erstatten.
Gängige:
Praxis ist aber inzwischen ( auch ein Verdienst der Politik ) das die AG sich dumm stellen bzw. zynisch reagieren. Auch bei Fachkräften und sogar im mittleren Management.
Ich selber habe mir dieses Jahr so ein Formular geholt und erlebte die Frage ob das denn noch in Deutschland liegt? Nun wenn Sie Ihre eigene Republik nicht kennen traurig genug. Das Gespräch war in Hessen. Für mich auch einige 100 Km.
Das hervorragende ist das man aber in Kauf nahm das ich zuvor betreffs Bewerbungseinladungen ungefähr 4000 Km aus eigener Tasche finanziert habe. Von 2 AG sah ich gerade mal das Geld alle anderen, o Gott was man da erlebt. Denn ich bin seit dem Frühjahr arbeitslos, und bekam vorher aufgrund Kündigungsfrist noch Gehalt. Damit war ich nicht anspruchsberechtigt und konnte keine Förderung beantragen. Förderung gibt es erst nach einem Monat Arbeitslosigkeit. Ein Rechtsanspruch besteht aber nicht mehr darauf. Beim KM Geld werden auch nicht 0,30 € erstattet wenn genehmigt sondern nur 0,22 €.
AG versuchen auch besonders schlau zu sein um es zu umgehen. Entweder wird man telefonisch eingeladen so das man nichts in der Hand hat oder die Formelierungen gehen zu Erstgesprächen bzw. Kennlerngesprechen.
Man sieht diese Politik trägt überall Früchte. Die meisten AG wälzen alles auf den Staat oder den Einzelnen ab, weil es Ihnen ja so schlecht geht. Darunter sind wirklich Unternehmen die hervorragende Bilanzen veröffentlichen aber wenn Sie auf eine Stelle vielleicht 5 Bewerber einladen und vielleicht 800 € Reisekosten für alle anfallen zusammenbrechen. Ich nenne Sie inzwischen Gangster in Nadelstreifen.
Und seit dieser Hetzkampagne der letzten Wochen muß ich feststellen das es für mich schwieriger wird bezüglich Bewerbungen bzw. Gehalt. In meinem Fall möchten Sie eine Fachkraft die dann in diesem Berufsfeld immer eine 60 Std. Woche und mehr haben wird, für ein Minimaleinkommen.
Das vielleicht als Hinweis auch wenn man in ALG 1 ist, aufgrund Qualifikation und Erfahrung, das Alter ist dann wirklich zweitrangig, eine gute Chance hat wieder in Arbeit zukommen von der Politik bewusst in Hartz IV getrieben wird.
Und die Bürokratie ist hervorragend. Der Staat geht davon das man in einen Betrieb kommt und eine Personalabteilung das Formular ausfüllt. Mag in vielen Fällen gehen. Wenn man sich als Fachkraft bewirbt kann man sich die Chancen verbauen an die Stelle zukommen wenn man das Formular vorlegt, weil dann leider im Endeffekt gedacht wird " Einen Hungerleider wollen wir nicht ". Und die Behörden gehen weiter davon aus das man immer in das Unternehmen eingeladen wird. Nun in meinem Fall waren die Häfte der Gespräche in Hotels was hier absolut üblich ist.
Ach, dahin schleppen die Personalverantwortlichen auch einen Stempel des Unternehmens mit, womit das Formular abgestempelt werden soll.
Das letztere gehörte zwar nicht zu Deiner Frage, ich wollte aber mal aufführen wie der Staat alles möglich unternimmt um die Personen scheitern zulassen. Und dann kommen Programme wie Kombilohnmodelle. Könnte man sich vieles sparen wenn man vernünftige Arbeitsmarktpolitik betreibt und nicht Hetze.
@Zumutbarkeit
Ich sehe nicht wie § 670 BGB auf den Arbeitgeber anwendbar sein soll? Wenn sich jemand bei mir bewirbt und ich ihn zu einem Vorstellungsgespräch einlade, beauftrage ich ihn nicht im Sinne des von dir zitierten Gesetzestext. Im Gesetzestext geht es auch nicht um Einladungen zu Bewerbungsgesprächen, sondern um den "Auftrag und Geschäftsbesorgungsvertrag". Ich kann den Zusammenhang im Moment nicht so recht erkennen?
Würde der Gesetzestext allerdings anwendbar, wäre auch § 669 BGB anwendbar;
@ Andi- und @ Zumutbarkeit
Juristische Grundsatzdiskussionen sind hier nicht am richtigen Platz.
Bitte bleibt beim Thema. Und das heißt "wie bekommt Sanne ihre Fahrkosten."
Schau Dir das einfach mal an, Sanne:
Die Kosten für das Vorstellungsgespräch trägt nach allgemeiner Auffassung gemäß § 670 BGB der Arbeitgeber, wenn er einen Bewerber zur Vorstellung aufgefordert hat. Er muß dem Bewerber dann alle Aufwendungen ersetzen, die dieser den Umständen nach für erforderlich halten durfte. § 670 BGB lautet:
Macht der Beauftragte zum Zweck der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet."
Zu den zu erstattenden Aufwendungen gehören vor allem die Fahrtkosten, falls der Bewerber mit Wissen des Arbeitgebers von einem weiter entfernt liegenden Wohnort zum Vorstellungsgespräch anreist. Bei Anfahrt mit dem Pkw kann der Bewerber seine Kosten entsprechend der steuerlichen Pauschale für die Pkw-Nutzung abrechnen. Flugkosten sind in der Regel nur nach vorheriger Absprache mit dem Arbeitgeber zu erstatten. Der Arbeitgeber muß auch die Kosten für eine Übernachtung erstatten, wenn dem Bewerber aufgrund der großen Entfernung zwischen Wohnort und Ort des Vorstellungsgesprächs eine An- und Abreise an einem Tag nicht zugemutet werden kann, und wenn dem Arbeitgeber die große Entfernung zwischen dem Wohnort und dem Ort des Vorstellungsgesprächs bekannt ist.
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Bewerbungskosten.html
Aber, und das ist der wesentliche Punkt: Der Arbeitgeber muss Dich ja nicht einladen. Er hat -noch - keinen Arbeitsvertrag mit Dir. Und wenn er sagt, "unter diesen Umständen nicht", ist die Sache gegessen für Dich.
Vermutlich hat er auch deshalb in seiner Einladung darauf hingewiesen, um keine vorvertraglichen Sorgfaltspflichten zu verletzen.
Laß Dir, wenn Du an der Stelle interessiert bist, also vom Arbeitgeber bescheinigen, dass Du keine Erstattung bekommst und rechne dann mit der Arge ab. Sind die Fahrkosten sehr hoch, kannst Du auch versuchen, von dort einen Vorschuss zu bekommen.
:mrgreen: :mrgreen: :klatsch: :klatsch:
jau so kann man es auch sagen/schreiben
.... also wie ich es jetzt sehe, dürften jetzt keine Fragen mehr offen sein
--- einen schönen Sonntag allen hier --- :hug: :hug:
Sorry, aber der Arbeitgeber hat doch bereits in seiner Einladung darauf hingewiesen, daß er keine Kosten erstattet.
Trotzdem soll sie natürlich auch das Formular ausfüllen und von ihm unterschreiben lassen, wenn die ARGE es so möchte. In meiner ersten Antwort habe ich insofern @Sanne genau dies empfohlen, wie du jetzt erneut. Siehe Kommentar 18.06.2006 01:00. Für sie war die Frage insofern beantwortet, was will man mehr?
Nun kam der Einwand von @Zumutbarkeit ins Spiel. Darüber kann man doch diskutieren? Warum der Arbeitgeber einladen darf, aber die Kosten verweigert meine ich, oder? Wenn du das natürlich nicht möchtest, lassen wir es halt feiff:
Vielleicht hat der Arbeitgeber auch einen sozialen Tag und tut es trotzdem?? :twisted: Die Arge besteht nun mal in der Regel auf solchen Bescheinigungen, die auch gleich den Nachweis beinhalten, dass sie da war.
Nun kam der Einwand von @Zumutbarkeit ins Spiel. Darüber kann man doch diskutieren? Warum der Arbeitgeber einladen darf, aber die Kosten verweigert meine ich, oder?
Klar darf man das, aber dann tut auch das, anstatt Euch in seitenlangen Mutmaßungen über Paragraphen ergehen, das überlasst besser den Juristen.
Wenn du das natürlich nicht möchtest, lassen wir es halt feiff:
Um mich geht es nicht dabei. Eher darum, dass die User zwischendurch nicht einschlafen und dass nicht noch was Falsches hängenbleibt.
Hallo und vielen Dank für Eure ausführlichen und hilfreichen Antworten.
Was mich nur noch interessieren würde wäre, muss ich es der ARGE mitteilen, dass der Arbeitgeber in seinem Einladungsschreiben geschrieben hat, dass er mir keine Kosten erstattet? Oder weiß die ARGE das irgendwie sowieso schon? Na ja eigentlich hätte ich ja andernfalls die Fahrtkosten nicht beantragt,
Was mich dabei nur gewundert hat, obwohl ich mich um diese Stelle selbst beworben habe, lag nun, beim Antragsformular für die Reisekostenerstattung eine Rechtsfolgebelehrung mit dabei. Komisch oder?
ach mein liebe sanne,
gehe doch mit dem Formular einfach zu deinem Vorstellungsgespräch und lasse dir nach diesem Gespräch von der Personalabteilung oder dem Gesprächspartner ganz einfach bescheinigen das du von ihm keinerlei Erstattung bekommen hast .....
Und wehe wenn du jetzt nochmal die gleiche/selbe Frage stellst :mued:
ooh, nun habe ich aber Angst, habe ich.
Nee, war doch gar nicht dieselbe Frage, ging doch nur um diesen Hinweis auf Rechtsfolgen.
Bin aber schon ruhig und danke noch mal gell?