Source: https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/versorgung/praevention/
Timestamp: 2019-09-18 03:32:51
Document Index: 217579106

Matched Legal Cases: ['§2', '§25', '§92', '§ 20', '§ 20', '§ 25', '§ 62']

Ärzte Versorgung Prävention
Die demografische Entwicklung der deutschen Bevölkerung bringt neben der erhöhten Lebenserwartung auch ein erhöhtes Maß an Krankheitsrisiken und Behandlungsbedarf mit sich. Nicht zuletzt deshalb hat in den letzten Jahren die Gesundheitsförderung und Prävention in den gesundheitspolitischen Diskussionen eindeutliche Aufwertung erfahren. Viele der vorherrschenden chronischen Erkrankungen können durch eine Stärkung der Gesundheit sowie durch die Reduktion bekannter Risikofaktoren abgewendet, andere in einer frühen Krankheitsphase erkannt und in ihrem Verlauf abgemildert werden.
Zudem hatte sich der 110. Deutsche Ärztetag intensiv mit dem Thema „Ärztliche Prävention“ befasst.
Prävention ist eine zentrale Aufgabe ärztlichen Handelns. Dazu heißt es in §2 in der ärztlichen Berufsordnung:
die Gesundheitsberatung,
die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen und von Untersuchungen zur Krankheitsfrüherkennung (§§25, 26 SGB V) [1],
sowie die rehabilitative Versorgung und Rezidivprophylaxe
Die Leistungen im Einzelnen sind durch Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt (§92 SGB V).
(1) Die Krankenkasse soll in der Satzung Leistungen zur primären Prävention vorsehen [...]. Leistungen zur Primärprävention sollen den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen erbringen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen beschließt gemeinsam und einheitlich unter Einbeziehung unabhängigen Sachverstandes prioritäre Handlungsfelder und Kriterien für Leistungen nach Satz 1, insbesondere hinsichtlich Bedarf, Zielgruppen, Zugangswegen, Inhalten und Methodik.
In einem Handlungsleitfaden zum § 20 haben die Spitzenverbände der Krankenkassen Kriterien für die Durchführung der individuellen und der settingbezogenen Präventionsmaßnahmen sowie für die betriebliche Gesundheitsförderung festgelegt.
Durch Verabschiedung eines eigenständigen Präventionsgesetzes soll der bestehende § 20 SGB V weiterentwickelt und gestärkt werden.
Mit der Novellierung der Chroniker-Richtlinie vom 19. Juli 2007 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss werden zukünftig nur noch diejenigen chronisch Kranken in den Genuss der auf ein Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen reduzierten Belastungsgrenze kommen, die sich in Dauerbehandlung befinden und eine fristgerechte ärztliche Beratung zu den Nutzen und Risiken von Früherkennungsuntersuchungen auf Mamma-, Colon- oder Zervix-Carcinom gemäß § 25 SGB V in Anspruch genommen haben. Damit hat der G-BA die vom Gesetzgeber zunächst vorgesehene Untersuchungspflicht durch seine Richtlinie in eine Beratungspflicht abgewandelt.
G-BA-Richtlinie zum § 62 SGB V
­[1] Hinterlegung der Vorsorgeuntersuchungen mit den entsprechenden G-BA-Richtlinientexten
Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung setzen mit der Veröffentlichung der „Muster-Gesundheitsaufklärung für Früherkennungsmaßnahmen“ [PDF] einen Standard für Informationen zur Früherkennung.