Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20138/08
Timestamp: 2019-09-16 15:24:47
Document Index: 297149743

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1578', 'BGH', '§ 1', '§ 1578', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', 'BGH']

BGH, 02.06.2010 - XII ZR 138/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1052
BGH, 02.06.2010 - XII ZR 138/08 (https://dejure.org/2010,1052)
BGH, Entscheidung vom 02.06.2010 - XII ZR 138/08 (https://dejure.org/2010,1052)
BGH, Entscheidung vom 02. Juni 2010 - XII ZR 138/08 (https://dejure.org/2010,1052)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2010,1052) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 1573 Abs 2 BGB, § 1578 Abs 1 S 1 BGB
Nachehelicher Unterhalt: Berücksichtigung einer nach der Scheidung erhaltenen Abfindung bei der Bemessung des Unterhaltsbedarfs
Nach Ehescheidung zusätzlich zu unverändertem Einkommen erhaltene Abfindung für Bedarf irrelevant
Berücksichtigung einer nach Ehescheidung zusätzlich zu einem in unveränderter Höhe bezogenem Einkommen erhaltenen Abfindung bei der Bemessung des Unterhaltsbedarfs; Berücksichtigung einer zur Tilgung von unterhaltsmindernd berücksichtigten Verbindlichkeiten verwendeten ...
Berücksichtigung einer Abfindung bei Unterhaltsbedarf
Familienrecht - Abfindung nach Scheidung bleibt unberücksichtigt für Unterhalt
Abfindung bleibt unberücksichtigt
Familienrecht - Abfindung ohne Einfluss auf Unterhaltsanspruch?
Kein Aufleben des Unterhaltsanspruchs nach unerwartetem "Geldsegen"
Keine Berücksichtigung einer Abfindung beim Unterhalt
Die Abfindung beim Nachscheidungsunterhalt
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 02.06.2010, Az.: XII ZR 138/08 (Berücksichtigung einer Abfindung i. R. der Unterhaltsbemessung)" von RiOLG Dr. Winfried Maier, original erschienen in: FamRZ 2010, 1311 - 1316.
AG Oberndorf/Neckar, 01.02.2008 - 4 F 138/08
AG Oberndorf, 01.02.2008 - 4 F 162/05
NJW 2010, 2582
MDR 2010, 993
FamRZ 2010, 1311
Im Umfang der unterhaltsrechtlichen Berücksichtigung ist dann ein zusätzlicher güterrechtlicher Ausgleich ausgeschlossen (Senatsurteil vom 21. April 2004 - XII ZR 185/01 - FamRZ 2004, 1352 f. mit Anm. Bergschneider;… Wendl/Dose Das Unterhaltsrecht in der familienrechtlichen Praxis 7. Aufl. § 1 Rn. 16, 71; vgl. aber Senatsurteil vom 2. Juni 2010 - XII ZR 138/08 - FamRZ 2010, 1311 Rn. 28 f.).
Dabei verbietet sich eine kumulative Berücksichtigung von Altersrente und ungeschmälertem Erwerbseinkommen schon deswegen, weil diese den Bedarf auf ein Niveau anheben würde, das vom Sinn und Zweck der in § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB angeordneten Teilhabe am ehelichen Lebensstandard nicht mehr gedeckt wäre (vgl. Senatsurteil 2. Juni 2010 - XII ZR 138/08 - FamRZ 2010, 1311 Rn. 28 sowie Wendl/Dose Das Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis 7. Aufl. § 1 Rn. 557 a).
Für diesen Fall hat der Senat entschieden, dass eine nach Ehescheidung zusätzlich zu dem in unveränderter Höhe bezogenen Einkommen erhaltene Abfindung bei der Bemessung des Unterhaltsbedarfs unberücksichtigt bleibt (Senatsurteil vom 2. Juni 2010 - XII ZR 138/08 - FamRZ 2010, 1311 Rn. 28 f.).
Zwar kann unter Umständen ein neben das unveränderte Einkommen tretender Bezug eine unerwartete und vom Normalverlauf abweichende Entwicklung darstellen, die dessen Berücksichtigung bei der Bedarfsbemessung entgegensteht (vgl. Senatsurteil vom 2. Juni 2010 - XII ZR 138/08 - FamRZ 2010, 1311 Rn. 28 f. zu einer an den Unterhaltspflichtigen gezahlten Abfindung).
Ließ sich im Einsatzzeitpunkt rechnerisch kein Anspruch auf Aufstockungsunterhalt darstellen, weil der mehrverdienende Ehegatte von seinem höheren Einkommen eheprägende Verbindlichkeiten bedient hat, hindert dies eine nachträgliche Geltendmachung von Aufstockungsunterhalt durch den anderen Ehegatten nicht, wenn der Schuldendienst zu einem späteren Zeitpunkt infolge der Kredittilgung entfällt (Senatsurteil vom 2. Juni 2010 - XII ZR 138/08 - FamRZ 2010, 1311 Rn. 36).
Unschädlich ist in diesem Zusammenhang zwar, dass die Antragstellerin erst über zehn Jahre nach der rechtskräftigen Scheidung überhaupt nachehelichen Unterhalt begehrt (vgl. BGH FamRZ 2010, 1311 Rz. 36).
Dahinstehen kann ebenfalls, wie und inwieweit er die für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlte Abfindung verwendet hat (vgl. hierzu: BGH, FamRZ 2010, 1311 m. Anm. Maier ).
Jedenfalls müsste die Antragsgegnerin, was bei der Bemessung ihrer Erwerbsobliegenheiten berücksichtigt ist, jetzt "von null" beginnen (vgl. BGH, FamRZ 2010, 1311, 1315 m. Anm. Maier ).
Das Vorliegen ehebedingter Nachteile ist dabei anhand eines Vergleichs des tatsächlich erzielten mit dem fiktiv bei nicht unterbrochener Erwerbstätigkeit möglichen Einkommen zu beurteilen (vgl. zum gesamten Vorstehenden: BGH v. 02.06.2010 - XII ZR 138/08, zit. n. juris; BGH v. 14.10.2009 - XII ZR 146/08, FamRZ 2009, 1990; OLG Karlsruhe v. 15.07.2009 - 18 UF 10/09 zit. n. juris m.w.N.).
Voraussetzung eines Anspruchs auf Aufstockungsunterhalt gemäß § 1573 BGB ist vielmehr das Bestehen eines Einkommensgefälles (BGH FamRZ 2010, 1311 Rn. 36).