Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%2057/10
Timestamp: 2019-04-22 09:23:41
Document Index: 175999816

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 355', '§ 14', '§ 355', 'Art. 245', '§ 495', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 245', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'Art. 245', '§ 355', '§ 495', '§ 355', 'Art. 245', '§ 355', '§ 355', '§ 254', '§ 832', '§ 833', '§ 254', '§ 833', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH']

Rechtsprechung: 5 U 57/10 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Rostock, 10.12.2010 | OLG Celle, 03.02.2011
OLG Jena, 28.09.2010 - 5 U 57/10
Vertrauensschutz in eine Widerrufsbelehrung gemäß Anlage 2 zu § 14 BGB-InfoVO
Kein Vertrauensschutz des Unternehmers bei Verwendung der den gesetzlichen Anforderungen nicht genügenden Widerrufsbelehrung nach der BGB-InfoV
Anforderungen an die Widerrufsbelehrung bei einem Haustürgeschäft; Rechtsfolgen einer den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechenden Belehrung
Abschluss eines Darlehensvertrages nach zuvor erfolgten mündlichen Verhandlungen in einer Privatwohnung ohne vorangegangene Bestellung; Anforderungen an den Inhalt einer wirksamen Widerrufsbelehrung
Widerrufsmöglichkeit erlischt nicht durch fehlerhafte Belehrung des Verbrauchers -
BGB §§ 355, 358; BGB-InfoV § 14
Kein Vertrauensschutz des Unternehmers bei Verwendung der Widerrufsbelehrung nach der BGB-InfoV
LG Gera, 14.12.2009 - 2 O 1780/08
ZIP 2011, 1063 (Ls.)
Zudem verdiene ein mit der Musterbelehrung bezweckter Vertrauensschutz des Verwenders keinen Vorrang vor den gleichermaßen schutzwürdigen Belangen des Verbrauchers an der Erteilung einer dem Gesetz entsprechenden Belehrung (OLG Schleswig, OLGR 2007, 929, 931; OLG Jena, Urteil vom 28. September 2010 - 5 U 57/10, juris Rn. 69 f.;… vgl. auch MünchKommBGB/Masuch, 5. Aufl., § 355 Rdnr. 57; jeweils mwN;… Staudinger/Kaiser, BGB, Neubearb. 2003, Art. 245 EGBGB Rn. 13;… Staudinger/Kessal-Wulf, BGB, Neubearb. 2004, § 495 Rn. 35).
Der Verbraucher wird jedoch darüber im Unklaren gelassen, um welche etwaigen Umstände es sich dabei handelt (BGH v. 09.12.2009 - VIII ZR 219/08 Tz. 13, 15; BGH v. 29.04.2010 - I ZR 66/08 Tz. 21; BGH v. 01.12.2010 - VIII ZR 82/10 Tz. 12; BGH v. 02.02.2011 - VIII ZR 103/10 Tz. 14; BGH v. 28.06.2011 - XI ZR 349/10 Tz. 34; ebenso OLG Hamm v. 15.03.2007 - 4 W 1/07; OLG Schleswig v. 25.10.2007 - 16 U 70/07; Thüringer OLG v. 28.09.2010 - 5 U 57/10).
Schon deshalb, weil sie dieses sich aus dem (förmlichen) Gesetz selbst - nämlich aus Art. 245 EG und nicht erst aus der BGB-InfoV - ergebende Regelungsziel aus den Augen verloren hat, kann der Gegenmeinung (vgl. etwa OLG Schleswig OLGR 2007, 929 = MDR 2008, 254; Urteil des OLG Thüringen vom 28.09.2010 - 5 U 57/10 -) nicht gefolgt werden.
Unwirksamkeit hat das OLG Jena (Urt. v. 28. Sept. 2010 - 5 U 57/10, ZIP 2011, 1063; ebenso OLG Schleswig, OLGR 2007, 929) angenommen; die vom OLG Jena zugelassene Revision hat aber schon deshalb keinen Erfolg gehabt, weil die Widerrufsbelehrung nach Ansicht des BGH vom Text der Musterbelehrung abwich (BGH, WM 2011, 1799 Tz. 36).
Er wird jedoch darüber im Unklaren gelassen, um welche Voraussetzungen es sich dabei handeln könnte (siehe hierzu zuletzt die Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofs [Urteil vom 28.06.2011 - XI ZR 349/10, WM 2011, 1799, Rn. 34, mwN] zu der auch im landgerichtlichen Urteil [LGU 10] erörterten Entscheidung des OLG Thüringen vom 28.09.2010 - 5 U 57/10 [juris]).
LG Mönchengladbach, 27.09.2011 - 3 O 223/10
Vergleichbarkeit der Begebung einer Inhaberschuldverschreibung mit einem …
Entgegen der durch das OLG Frankfurt a.M. (Beschluss v. 22.06.2009, Az. 9 U 111/08, zit. nach juris) vertretenen Auffassung ist der überzeugenden Position des OLG Thüringen (Urt. v. 28.09.2010, Az. 5 U 57/10, zit. nach juris) und des OLG Schleswig (…Urt. v. 25.10.2007, Az. 16 U 70/07, zit. nach juris) zu folgen, dass die Fiktion des § 14 Abs. 1 BGB-InfoVO dann nicht gelten kann, wenn die Widerrufsbelehrung, wie hier, hinter den Anforderungen des BGB zurückbleibt.
Überdies steht dem Vertrauensschutz des Unternehmers auch das Vertrauen des Verbrauchers entgegen, dass gesetzliche Vorgaben bindend sind (vgl. OLG Thüringen, Urt. v. 28.09.2010, Az. 5 U 57/10, Rn. 69, zit. nach juris).
Zwar wird mitunter vertreten, die Musterbelehrung aus der Anlage 2 der Verordnung in der hier maßgeblichen Fassung sei nicht von der Ermächtigungsgrundlage des Art. 245 EGBGB a. F. gedeckt, insbesondere weil auch der Verordnungsgeber an das Deutlichkeitsgebot des § 355 Abs. 2 BGB a. F. gebunden sei (OLG Jena, Urteil vom 28.09.2010 - 5 U 57/10, in: VuR 2011, 425; OLG Schleswig, Urteil vom 25.10.2007 - 16 U 70/07, in: NJOZ 2008, 1477; LG Kassel, Urteil vom 22.04.2009 - 4 O 2360/08; LG Halle, Urteil vom 13.05.2005 - 1 S 28/05, in: VuR 2006, 411).
2004, § 495 BGB, Rz. 35; Münchener Kommentar zum BGB/Masuch, 5. Auflage, § 355, Rz. 56/57; OLG Schleswig, Urteil vom 25.10.2007, 16 U 70/07, zitiert nach juris; OLG Jena, Urteil vom 28.09.2010, 5 U 57/10, zitiert nach juris) erfordert die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts.
Zwar vertreten manche Stimmen die Meinung, dass die Musterbelehrung aus der Anlage 2 der Verordnung in der hier maßgeblichen Fassung nicht von der Ermächtigungsgrundlage des Art. 245 EGBGB a.F. gedeckt sei, insbesondere weil auch der Verordnungsgeber an das Deutlichkeitsgebot des § 355 Abs. 2 BGB a.F. gebunden sei (OLG Jena, Urteil vom 28.09.2010 - 5 U 57/10; OLG Schleswig, Urteil vom 25.10.2007 - 16 U 70/07; LG Kassel, Urteil vom 22.04.2009 - 4 O 2360/09; LG Halle, Urteil vom 13.05.2005 - 1 S 28/05;… Masuch, in: MüKo.BGB, 5. Auflage, § 355 Rn. 57 m.w.N.).
OLG Rostock, 10.12.2010 - 5 U 57/10
Zur Aufsichtspflicht der Eltern und zur Abwägung der Haftung aus der Tiergefahr zwischen Pferde- und Hundehalter
BGB § 254; BGB § 832; BGB § 833
Haftungsverteilung bei Verletzung eines Pferdes aufgrund eines in der Koppel laufenden Hundes
Pferderecht - Abwägung der Haftung aus der Tiergefahr zwischen Pferde- und Hundehalter
Pferd erschrickt vor Dalmatiner - Tödlicher Unfall: Der Hundehalter haftet nur für die Hälfte des Schadens
pferdekenner.de (Kurzinformation)
Hund jagt Pferd auf Weide!
LG Neubrandenburg, 04.03.2010 - 12 O 21/09
NJW-RR 2011, 820
MDR 2011, 540
AG Brandenburg, 28.05.2018 - 31 C 49/16
Zur Haftungsverteilung bei Realisierung der Tiergefahr auch durch das Tier des …
Ist jedoch für die Entstehung eines Schadens auch die Tiergefahr des eigenen Tieres des Geschädigten mitursächlich, so muss sich der Geschädigte dies entsprechend § 254 Abs. 1 BGB mindernd auf seinen Anspruch aus § 833 Satz 1 BGB anrechnen lassen (BGH, Urteil vom 31.05.2016, Az.: VI ZR 465/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2737 f.; BGH, Urteil vom 27.10.2015, Az.: VI ZR 23/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 1589 f.; BGH, Urteil vom 05.03.1985, Az.: VI ZR 1/84, u.a. in: NJW 1985, Seiten 2416 f.; OLG Rostock, Urteil vom 10.12.2010, Az.: 5 U 57/10, u.a. in: NJW-RR 2011, Seiten 820 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 11.12.1998, Az.: I-22 U 110/98, u.a. in: NJW-RR 1999, Seiten 1256 f.).
Voraussetzung ist dabei nur, dass die typische Tiergefahr des Tieres des Geschädigten bei der Schadensentstehung adäquat mitursächlich geworden ist (BGH, Urteil vom 31.05.2016, Az.: VI ZR 465/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2737 f.; BGH, Urteil vom 27.01.2015, Az.: VI ZR 467/13, u.a. in: NJW 2015, Seiten 1824 ff.; BGH, Urteil vom 25.03.2014, Az.: VI ZR 372/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 2434 f.; BGH, Urteil vom 20.12.2005, Az.: VI ZR 225/04, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 813 ff.; BGH, Urteil vom 06.07.1976, Az.: VI ZR 177/75, u.a. in: NJW 1976, Seiten 2130 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 29.11.2013, Az.: 11 U 120/12, u.a. in: OLG Report Ost 1/2014 Anm. 6; OLG Rostock, Urteil vom 10.12.2010, Az.: 5 U 57/10, u.a. in: NJW-RR 2011, Seiten 820 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 10.02.1999, Az.: 15 U 94/98, u.a. in: BeckRS 1999, Nr. 16944 = "juris").
Eine typische Tiergefahr äußert sich nach ständiger Rechtsprechung in einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbstständigen Verhalten (BGH, Urteil vom 31.05.2016, Az.: VI ZR 465/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2737 f.; BGH, Urteil vom 27.01.2015, Az.: VI ZR 467/13, u.a. in: NJW 2015, Seiten 1824 ff.; BGH, Urteil vom 25.03.2014, Az.: VI ZR 372/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 2434 f.; BGH, Urteil vom 20.12.2005, Az.: VI ZR 225/04, u.a. in: NJW-RR 2006, Seiten 813 ff.; BGH, Urteil vom 06.07.1976, Az.: VI ZR 177/75, u.a. in: NJW 1976, Seiten 2130 f.; OLG Rostock, Urteil vom 10.12.2010, Az.: 5 U 57/10, u.a. in: NJW-RR 2011, Seiten 820 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 10.02.1999, Az.: 15 U 94/98, u.a. in: BeckRS 1999, Nr. 16944 = "juris").
OLG Frankfurt, 07.02.2018 - 11 U 153/17
Keine Haftung des Hundehalters für erschreckendes Pferd
Der Grundsatz, dass die auf Seiten des Geschädigten mitwirkenden Sach- und Betriebsgefahr den Ersatzanspruch beschränkt, gilt auch im Bereich der Tierhalterhaftung (…vergleiche Wagner in: Münchner Kommentar zum BGB, 7. Aufl., § 833 Rn. 72; OLG Rostock, Urteil vom 10.12.2010 - 5 U 57/10; OLG Saarbrücken, Urteil vom 14.07.2005 - 8 U 280/04 [richtig: 8 U 283/04 - d. Red.] ).
OLG Celle, 03.02.2011 - 5 U 57/10
LG Verden, 11.03.2010 - 4 O 77/09
BGH, 11.10.2011 - VIII ZR 88/11