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Timestamp: 2019-06-27 13:27:08
Document Index: 60668925

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 823', '§ 823', '§ 823', 'de lege ferenda', '§ 827', '§ 829', '§ 276', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823']

Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 823 – Sch ... / 3. Verschulden. | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 823 – Sch ... / 3. Verschulden.
Die subjektive Vorwerfbarkeit der unerlaubten Handlung (Verschulden) ist Voraussetzung der Haftung nach § 823 (zu anderen Haftungsmodellen Vor §§ 823 ff Rn 9 ff); die Darlegungs- und Beweislast trifft grundsätzlich den Geschädigten (zu Modifikationen insb Rn 197, 200, 232 sowie – de lege ferenda – Rother NJ 12, 317, 321 ff). Das Verschulden muss sich auf Tatbestand und Rechtswidrigkeit, nicht aber auf Schaden und haftungsausfüllende Kausalität beziehen und setzt sich aus den Komponenten Verschuldensfähigkeit (§§ 827 f; Ausn: § 829) sowie Vorsatz bzw Fahrlässigkeit iSd § 276 (§ 276 Rn 5 ff) zusammen. Der Vorsatz umfasst – anders als im Strafrecht – auch das Unrechtsbewusstsein iS eines (ggf auch unreflektierten) unmittelbaren Erfassens des Unrechtsgehalts des Verhaltens (BGHZ 69, 128, 142 f; NJW 85, 134, 135). Bei Irrtum hierüber kommt eine Haftung für Fahrlässigkeit in Betracht (BGHZ 2, 387, 393; vgl aber auch BGHZ 17, 266, 295; zum Erlaubnistatbestandsirrtum BGHZ 169, 364 Rz 8; Schlesw NZBau 08, 646, 649 [OLG Schleswig 06.06.2008 - 1 U 175/08]; Ddorf 15 U 100/08). Für die Fahrlässigkeit gilt ein objektivierter, gruppentypischer Maßstab (zu Einzelheiten § 276 Rn 3, 13), der allerdings teilw umstr und im internationalen Vergleich nicht selbstverständlich ist (s. nur H Koziol AcP 1996, 593 ff). Es wird nach Verkehrskreisen differenziert (zB BGHZ 39, 281, 283 f; 113, 297, 303 f, beide mwN; NJW 01, 1786, 1787 [BGH 13.02.2001 - VI ZR 34/00]), aber besondere Kenntnisse und Fähigkeiten des Schädigers sind zu berücksichtigen (BGH NJW 87, 1479, 1480 [BGH 10.02.1987 - VI ZR 68/86]). Im Ergebnis wird durch diese Kombination von Typisierung und Berücksichtigung individueller Fähigkeiten die Position des Geschädigten gestärkt. Zu Haftungsmilderungen Vor §§ 823 ff Rn 16 f.