Source: https://www.stmuv.bayern.de/global/script/kontrast.php?url=/service/freizeittipps/ratgeber/recht.htm
Timestamp: 2020-03-30 00:36:31
Document Index: 82325425

Matched Legal Cases: ['Art. 141', 'Art. 141', 'Art. 27', 'Art. 21', 'Art: 32', 'Art. 23', 'Art. 21']

Ratgeber Freizeit und Natur: Rechte und Pflichten bei Freizeitgestaltung und Sportausübung in der freien Natur
Rechte und Pflichten bei Freizeitgestaltung und Sportausübung in der freien Natur
Das Grundrecht:
"Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet." (Art. 141 Abs. 3 Satz 1 der Bayerischen Verfassung)
Die Grundpflicht:
"Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen." (Art. 141 Abs. 3 Satz 2 der Bayerischen Verfassung)
Dieses Grundrecht und diese Grundpflicht werden konkretisiert durch
Regelungen zum Betretungsrecht auf Flächen in der freien Natur nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz und
Regelungen zum Gemeingebrauch an Gewässern nach dem Bayerischen Wassergesetz
Was erlaubt das Betretungsrecht?
Das grundsätzlich freie Betreten ohne Erlaubnis des Grundstücksberechtigten oder einer Behörde
von allen Teilen der freien Natur (Privatwege, Feld und Flur sowie Wald)
zum Naturgenuss und zur Erholung
im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung
als Einzelperson, mit Verwandten oder Bekannten oder als Teilnehmer einer organisierten Veranstaltung.
(Art. 27 Abs. 1 und 2 des Bayerischen Naturschutzgesetzes)
Was erlaubt der Gemeingebrauch?
Das grundsätzlich freie Benutzen von Gewässern ohne Erlaubnis des Gewässereigentümers oder einer Behörde
zum Naturgenuss und zur Erholung, aber auch aus primär wirtschaftlichen oder ausschließlich sportlichen Interessen
(Art. 21 Abs. 1 Satz 1 des Bayerischen Wassergesetzes)
Wann besteht kein Betretungsrecht?
Wenn die Betätigung durch Gesetz, Schutzverordnung oder behördliche Einzelanordnung verboten ist.
Wenn die Betätigung nicht zum Naturgenuss und zur Erholung, sondern primär wirtschaftlichen oder ausschließlich sportlichen Interessen dient.
Wenn die Betätigung nicht den traditionellen Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung vergleichbar ist.
Wenn mit Natur und Landschaft nicht pfleglich umgegangen wird (Grundsatz der Naturverträglichkeit).
Wenn auf die Belange der Grundstücksberechtigten nicht Rücksicht genommen wird (Grundsatz der Eigentümerverträglichkeit).
Wenn Naturgenuss und Erholung anderer verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt wird (Grundsatz der Gemeinverträglichkeit).
Wenn die Fläche durch den Grundstücksberechtigten gesperrt ist.
Wann besteht kein Gemeingebrauch?
Wenn die Betätigung durch Gesetz, Schutzverordnung, Gemeingebrauchsregelung oder sonstige behördliche Einzelanordnung verboten ist.
Wenn mit dem Gewässer und seinen Ufern sowie der Tier- und Pflanzenwelt nicht pfleglich umgegangen wird (Grundsatz der Naturverträglichkeit).
Wenn auf die Belange der Gewässereigentümer und -anlieger nicht Rücksicht genommen wird (Grundsatz der Eigentümerverträglichkeit).
Wenn Sportausübung und Freizeitgestaltung anderer verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt wird (Grundsatz der Gemeinverträglichkeit).
Wenn die Uferfläche durch den Grundstücksberechtigten gesperrt ist bzw. kein Zugangsrecht zum Gewässer besteht.
Was gilt bei organisierten Veranstaltungen?
Soweit die allgemeinen Voraussetzungen des Betretungsrechts auf Flächen in der freien Natur und des Rechts auf Ausübung des Gemeingebrauchs an Gewässern erfüllt sind, stehen diese Rechte auch den Teilnehmern einer organisierten Veranstaltung zu, wenn
nach den örtlichen Gegebenheiten (Beschaffenheit der Grundstücke, des Gewässers und des gesamten Uferbereichs)
eine Beeinträchtigung der Grundstücke, Gewässer und Ufer, Tier- und Pflanzenwelt nicht zu erwarten ist (Art: 32 des Bayerischen Naturschutzgesetzes; Art. 23 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 des Bayerischen Wassergesetzes).
Kein Betretungsrecht - aber ein Recht auf Ausübung des Gemeingebrauchs an Gewässern - haben
bei gewerbsmäßigen Veranstaltungen der Organisator und
bei Sport-Wettkampf-Veranstaltungen der Organisator und die Teilnehmer,
da diese Aktivitäten nicht dem Naturgenuss und der Erholung dienen.
Wo gibt es nähere Hinweise zu bestimmten Aktivitäten?
Nähere Hinweise zum Betretungsrecht auf Flächen in der freien Natur und zum Gemeingebrauch an Gewässern finden Sie in nachfolgender Auflistung.
Beeren- und Schwammerlsammeln
Datenbank "NaturSportInfo" des Bundesamtes für Naturschutz