Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1005.htm
Timestamp: 2018-12-15 02:58:16
Document Index: 219806337

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 7', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 3', '§ 3']

1.005 Rotwildpark bei Stuttgart
Verordnung des Württ. Kultministers als höherer Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet ”Rotwildpark bei Stuttgart” im Stadtkreis Stuttgart vom 21. Juni 1939 (Regierungs-Anzeiger für Württemberg vom 24. Juni 1939).
Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) wird mit der Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:
Der ”Rotwildpark bei Stuttgart” im Stadtkreis Stuttgart ist in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.
Das Schutzgebiet hat eine Größe von 518,5 Hektar und umfaßt auf der Markung Rot= und Schwarzwildpark die Parzellen Nr. 12 a bis e, h, i, m bis q, s bis w Nr. 23, 24 und 25 sowie den nördlich der Landstraße 1. Ordnung Nr. 189 gelegenen Teil der Parzelle Nr. 43/1 mit 481 Hektar Wald, 16 Hektar Wildwiesen, 1,5 Hektar Dedland und 20 Hektar Seen. Es wird begrenzt: im Osten und Nordosten durch die Landstraße 1 Ordnung Nr. 180, beginnend am Stuttgarter Tor in Richtung Golitudentor bei Schloß Golitude, und anschließend durch die Lindenallee (Feldweg Nr. 10) bis zur Gemarkungsgrenze Stuttgart-Gerlingen. Von hier aus bildet diese Gemarkungsgrenze zugleich die Westgrenze des Schutzgebietes bis zur Landstraße 1. Ordnung Nr. 187 (Madentalstraße). Die Südgrenze fällt mit der Landstraße 1. Ordnung Nr. 187 (Madentalstraße) und der Landstraße 1. Ordnung Nr. 189 zusammen bis zurück zum Stuttgarter Tor. Im westlichen Teil des Naturschutzgebietes liegt der 1936 errichtete eingezäunte ”Hirschpark” mit rund 100 Hektar Größe.
Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000und eine Forstkarte 1 : 10 000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der Württembergischen Forstdirektion in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Stuttgart und dem Forstamt Stuttgart.
1. Pflanzen zu beschädigen, auszureißen oder auszugraben,
2. Hunde frei laufen zu lassen, freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,
3. Pflanzen und Tiere einzubringen - mit Ausnahme der in dem rund 100 Hektar großen ”Hirschpark” auszusetzenden Tiere -,, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, Zelte aufzuschlagen, ohne ausdrückliche Genehmigung des Forstamts Stuttgart Kraftfahrzeuge zu benützen, die Junghölzer und Kulturen in der Zeit vom 1. April bis 31. August zu durchstreifen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen, außer für die notwendigen Wegarbeiten Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder bis Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,
4. Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebiets, auf die Wanderwege und auf die Waldeinteilung hinweisen.
1. die rechtmäßige Ausübung der Jagd,
2. die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung im Rahmen des der Erholung dienenden Landschaftswaldes, derart, daß die alten Bäume und der jetzige Charakter von Wald und Landschaft unter Meidung fremdländischer Holzarten erhalten und durch planmäßige Pflege für die Zukunft gesichert werden . Maßgebend für die forstwirtschaftliche Behandlung sind die Grundsätze, die in der Niederschrift zum Wirtschaftsplan des Forstamts Stuttgart 1932/41 (II. Teil S. 911 und S. 21-30) niedergelegt sind.
3. Die Nutzung der Seen als Fischgewässer und zur Wasserversorgung der Stadt Stuttgart,
die Nutzung der Waldwiesen und
4. das Lagern auf den Wiesen und im Walde - außerhalb der geschlossenen Kulturen und Stangenhölzer - sowie das Spielen auf den hierfür ausdrücklich freigegebenen Wiesen.
Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs-Anzeiger für Württemberg” in Kraft; mit dem gleichen Zeitpunkt verliert meine Verordnung vom 1. Oktober 1937 über das Naturschutzgebiet ”Rotwildpark” (Regierungs-Anzeiger vom 9. Oktober 1937 Nr. 114, Regierungsblatt S. 95, Amtsblatt der Stadt der Auslandsdeutschen vom 9. Oktober 1937 Nr. 116) ihre Gültigkeit.
Nachtragsverordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg über das ”Naturschutz­gebiet Rotwildpark bei Stuttgart” in der Gemarkung Stuttgart vom 24. September 1958 (GBl. v. 10.12.1958, S. 211).
Auf Grund der §§ 4 Abs. 1, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) sowie des § 7 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 in der Fassung der Änderungsverordnung vom 19. März 1956 (Ges. Bl. S.77), wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:
(1) Das Naturschutzgebiet ”Rotwildpark bei Stuttgart” (Verordnung vom 21. Juni 1939, Reg.Anz. f. Württ. Nr. 70 vom 24. Juni 1939) wird durch Einbeziehung von Teilen des Schwarzwildparks und des Pfaffenwaldes auf der Nordost- und Südseite erweitert.
(2) Diese Teile des Schwarzwildparks und des Pfaffenwalds werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.
Das Naturschutzgebiet Rotwildpark bei Stuttgart umfaßt nunmehr eine Gesamtfläche von 830,50 ha. Die Grenzen des erweiterten Gebiets sind in die Forstkarte 1 : 10 000 und in die Karte 1:25000mit roter Farbe eingetragen. Die Karten sind bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart niedergelegt. Mehrfertigungen der Karten befinden sich bei der obersten Naturschutzbehörde, der unteren Naturschutzbehörde, der Forstdirektion und dem Forstamt Stuttgart in Stuttgart.
(1) Für die in das Naturschatzgebiet neu einbezogenen Waldteile gelten die Bestimmungen der §§ 3 bis 5 der Verordnung vom 21. Juni 1939.
(2) § 3 der Verordnung vom 21. Juni 1939 erhält folgenden weiteren Absatz:
(3) Bei Verstößen gegen die Bestimmungen des Abs. I trifft die im Einzelfall zur Wiederherstellung eines vorschriftsmäßigen Zustands erforderlichen Anordnungen die untere Naturschutzbehörde.”
Diese Nachtragsverordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.
Stuttgart, den 24. September 1958