Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.05.2011&Aktenzeichen=1%20StR%20179/11
Timestamp: 2019-05-23 22:21:34
Document Index: 18541520

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 15', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH']

BGH, 18.05.2011 - 1 StR 179/11 - dejure.org
BGH, 18.05.2011 - 1 StR 179/11
https://dejure.org/2011,16160
BGH, 18.05.2011 - 1 StR 179/11 (https://dejure.org/2011,16160)
BGH, Entscheidung vom 18.05.2011 - 1 StR 179/11 (https://dejure.org/2011,16160)
BGH, Entscheidung vom 18. Mai 2011 - 1 StR 179/11 (https://dejure.org/2011,16160)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,16160) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 212 StGB; § 15 StGB; § 16 StGB
Unzureichende Begründung eines bedingten Tötungsvorsatzes (Eventualvorsatz)
Versuchter Totschlag: Annahme des bedingten Tötungsvorsatzes bei barfuß ausgeführten Fußtritten gegen den Kopf des Opfers ohne erhebliche Verletzungsfolgen
Sachrüge gegen ein Urteil wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wegen fälschlicher Annahme bedingten Tötungsvorsatzes ist erfolgreich; Sachrüge gegen ein Urteil wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bei fälschlicher Annahme bedingten Tötungsvorsatzes
Unzureichende Begründung des Tötungsvorsatzes
LG München II, 30.11.2010 - 1 Ks 21 Js 953/10
StV 2012, 89
Die Annahme des Landgerichts, der Tritt des Angeklagten könne nicht von "besonders starker Intensität" (UA 27) oder "nicht von übermäßiger Wucht" (UA 19) gewesen sein, weil bei dem Geschädigten keine knöchernen Schädelverletzungen festzustellen waren, stellt einseitig auf die ex post feststellbaren Verletzungsfolgen ab (vgl. BGH…, Urteil vom 21. Dezember 2011 - 1 StR 400/11 Rn. 28) und lässt die generelle Gefährlichkeit derartiger Tritte außer Acht (vgl. BGH, Beschluss vom 18. Mai 2011 - 1 StR 179/11, Rn. 10).
Zwar ist es im Ausgangspunkt zutreffend, angesichts der verhältnismäßig geringen Verletzungen des Nebenklägers die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Angeklagte den Tritt bewusst nicht mit einer Intensität ausgeführt haben könnte, die eine tödliche Wirkung haben konnte (BGH…, Urteil vom 18. September 1986 - 4 StR 458/86, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 5; Beschluss vom 18. Mai 2011 - 1 StR 179/11, StV 2012, 89, 90).
Trotz dieses gewichtigen Beweisanzeichens ist aber in einer Gesamtschau auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Täter die Gefahr der Tötung nicht erkannt oder jedenfalls darauf vertraut hat, ein solcher Erfolg werde nicht eintreten (vgl. BGH, Beschluss vom 18. Mai 2011 - 1 StR 179/11, StV 2012, 89, 90, und Urteil vom 15. April 1997 - 1 StR 144/97, NStZ-RR 1997, 233).