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Timestamp: 2019-03-23 01:21:18
Document Index: 8090605

Matched Legal Cases: ['§ 2', 'Art 3', 'Art 1', 'Art 2', 'Art 20', 'Art 80', 'Art 103', '§ 24', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 25', 'BGH', '§ 25', '§ 4', '§ 25', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 37']

BVerfG, 24.03.1996 - 2 BvR 616/91, 2 BvR 588/92, 2 BvR 1585/93, 2 BvR... - dejure.org
BVerfG, 24.03.1996 - 2 BvR 616/91, 2 BvR 588/92, 2 BvR 1585/93, 2 BvR 1661/93
Fahrverbot II
§ 2 GG BußgeldkatalogV, Regelbeispiele, Indizwirkung, Verhältnismäßigkeitsprinzip
GG Art 3 Abs 1; GG Art 1 Abs 1; GG Art 2 Abs 1; GG Art 20 Abs 3; GG Art 80; GG Art 103 Abs 2; StVG § 24; StVG § 24a; StVG § 25 Abs 1; StVG § 26a; BKatV § 2 Abs 1 S 1; BKatV § 2 Abs 2 S 2
§ 2 der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) ist mit dem Grundgesetz vereinbar
Die BKatV ist verfassungsgemäß
Pflichtverstöße - Konkretisierung - Indizwirkung von Regelbeispielen - Fahrverbot - Formelles Gesetz - Ermächtigungsrahmen - Schuldprinzip - Verhältnismäßigkeitsprinzip - Gesamtwürdigung - Sanktionsempfindlichkeit - Einzelfallwürdigung - Abweichung desTatbildes - Angemessene Sanktion - Unerträgliche Härten - EinmaligerVerstoß - Grobe oder beharrliche Pflichtverletzung
Straßenverkehrsrecht; Verfassungsmäßigkeit von Fahrverboten nach der Bußgeldkatalog-Verordnung
Kurznachricht zu "Fahrverbot für wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitungen auf dem verfassungsrechtlichen und rechtspolitischen Prüfstand" von RA Michael Schäfers, original erschienen in: DAR 2011, 190 - 196.
OLG Celle, 11.04.1991 - 1 Ss OWi 73/91
AG Northeim, 14.10.1991 - 86 Js 864/91
OLG Celle, 19.03.1992 - 1 Ss OWi 20/92
AG Neunkirchen, 14.12.1992 - 19-535/92
AG Braunschweig, 17.02.1993 - 901 Js 39663/92
OLG Saarbrücken, 17.06.1993 - Ss (B) 27/93 (49/93
OLG Braunschweig, 28.06.1993 - Ss (B) 56/93
NJW 1996, 1809
NStZ 1996, 391
NZV 1996, 284
VersR 1996, 1521
DVBl 1996, 1421
Eine grobe Pflichtverletzung kann ihm nur vorgehalten werden, wenn seine wegen ihrer Gefährlichkeit objektiv schwerwiegende Zuwiderhandlung subjektiv auf groben Leichtsinn, grobe Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit zurückgeht (BVerfG DAR 1996, 196, 197; BayObLG NZV 1990, 401; 1994, 370; OLG Saarbrücken NZV 1993, 38, 39; Geppert DAR 1997, 260, 263;… Hentschel in Festschrift für Salger, 1995, S. 471, 472 f.;… ders. in Jagusch/Hentschel Straßenverkehrsrecht 34. Aufl. § 25 StVG Rdn. 14; Deutscher NZV 1997, 20; aA OLG Düsseldorf DAR 1992, 271).
Im Hinblick darauf gebieten es schließlich auch das verfassungsrechtliche Übermaßverbot und der Schuldgrundsatz, den Begriff der groben Pflichtverletzung dahin auszulegen, daß nur Verhaltensweisen erfaßt werden, die auch subjektiv als besonders verantwortungslos gewertet werden können (vgl. auch BVerfGE 27, 36, 42; DAR 1996, 196, 197).
Die Bußgeldkatalogverordnung befreit die Bußgeldstellen und Gerichte nicht von der Erforderlichkeit einer Einzelfallprüfung; sie schränkt nur den Begründungsaufwand ein (BVerfG DAR 1996, 196, 198; BGHSt 38, 125, 136;… Geppert aaO S. 263;… Jagusch/Hentschel aaO § 25 Rdn. 15b).
Zweck derartiger Maßnahmen der Verkehrsüberwachung ist die Aufrechterhaltung der Sicherheit des Straßenverkehrs und damit - angesichts des zunehmenden Verkehrsaufkommens und der erheblichen Zahl von Verkehrsübertretungen - der Schutz von Rechtsgütern mit ausreichendem Gewicht (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 24. März 1996 - 2 BvR 616/91 -, NJW 1996, S. 1809 f.).
OLG Hamm, 20.08.2015 - 5 RVs 102/15
Unfall mit Todesfolge - kann bei einem erheblichen Mitverschulden des …
Der sog. qualifizierte Rotlichtverstoß (länger als 1 Sekunde Rot) ist bereits durch § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BKatV i.V.m. Nr. 132.3 als grobe Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers im Sinne des § 25 Abs. 1 Satz 1 StVG normativ vorbewertet (vgl. auch BVerfG, NJW 1996, 1809, 1810).
Zweck derartiger Maßnahmen ist die Aufrechterhaltung der Sicherheit des Straßenverkehrs und damit - angesichts des zunehmenden Verkehrsaufkommens und der erheblichen Zahl von Verkehrsübertretungen - der Schutz von Rechtsgütern mit ausreichendem Gewicht (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 5. Juli 2010 - 2 BvR 759/10 -, juris; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 24. März 1996 - 2 BvR 616/91 -, NJW 1996, S. 1809 f.).
Vielmehr steht dem Tatrichter ein Ermessensspielraum zu, um Verstößen im Straßenverkehr mit der im Einzelfall angemessenen Sanktion zu begegnen (BVerfG NJW 1996, 1809; st.Rspr. der Rechtsbeschwerdesenate des OLG Bamberg, vgl. u. a. Beschl. v. 17.03.2008 - 2 Ss OWi 265/08 = VRS 114 [2008], 379 = VerkMitt 2008, Nr. 54 = OLGSt StVG § 4 Nr. 1 = VRR 2008, 272).
Absehen von Fahrverbot aufgrund persönlicher Umstände, …
Die Fallbeschreibungen der Katalogverordnung entfalten nämlich entsprechend der dort angewendeten Regelbeispielstechnik nur Indizwirkung und entbinden den Richter nicht von der Pflicht, dem Schuldprinzip (Artikel 1 Abs. 1 und Artikel 20 Abs. 3 GG) und dem Verhältnismäßigkeitsprinzip (Artikel 2 Abs. 1 in Verbindung mit Artikel 20 Abs. 3 GG) durch eine Gesamtwürdigung zu entsprechen, in die alle Umstände der Tat und die Sanktionsempfindlichkeit des Betroffenen einzustellen sind (BVerfG, Beschluss vom 24. März 1996, NStZ 1996, 391, 392; vgl. auch BVerfGE 90, 145, 173).Der Richter ist an die Indizwirkung des Regelbeispiels nicht gebunden.
Ihm bleibt vielmehr, im Rahmen einer Gesamtwürdigung unter Abwägung der Umstände des Einzelfalles in objektiver und subjektiver Hinsicht zu bestimmen, ob das gesamte Tatbild vom Durchschnitt der erfahrungsgemäß vorkommenden Fälle in solchem Maße abweicht, dass das Fahrverbot unangemessen wäre, mithin eine unverhältnismäßige Reaktion auf objektiv verwirklichtes Unrecht und subjektiv vorwerfbares Verhalten darstellt (BVerfG, Beschluss vom 24. März 1996, a.a.O., m.w.N.).
Die damit erforderliche Abwägung nach Verhälnismäßigkeitsgesichtspunkten (BVerfG, Beschluss vom 24. März 1996, a.a.O.) ist Rechtsanwendung und unterliegt der Überprüfung durch das Rechtsbeschwerdegericht.
Es muß vielmehr hinzukommen, daß der Täter subjektiv besonders verantwortungslos handelt (vgl. BGH NStZ 1997, 3252 (3253(), seine Zuwiderhandlung muß subjektiv auf groben Leichtsinn, grobe Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit zurückgehen (BVerfG, DAR 1996, 196 (197(, BGH a.a.O. m.w.N.).
Danach kann das Fahrverbot unter Geltung der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) und angesichts erheblich angewachsener Verkehrsdichte nicht mehr lediglich als "ultima ratio" angesehen werden, die in aller Regel erst dann angewendet werden dürfte, wenn auch durch verschärfte Geldbußen nicht auf den Betroffenen eingewirkt werden könnte (BVerfG DAR 1996, 196).
OLG Bamberg, 02.01.2018 - 3 Ss OWi 1704/17
Absehen vom Fahrverbot wegen verkehrspsychologischer Schulung
OLG Frankfurt, 30.10.2009 - 2 Ss OWi 239/09
Voraussetzungen eines Ausnahmefalls für Fahrverbot
OLG Frankfurt, 04.12.2001 - 2 Ws (B) 450/01
Verkehrsordnungswidrigkeit: Regelfahrverbot trotz Existenzgefährdung
OLG Frankfurt, 14.03.2001 - 2 Ws (B) 94/01
Arzt; Geschwindigkeitsüberschreitung; Notstandsähnliche Situation; Fahrverbot; …
OLG Hamm, 09.11.1999 - 2 Ss OWi 1065/99
Absehen von Verhängung eines Fahrverbots bei Rotlichtverstoß durch Mitzieheffekt
OLG Brandenburg, 18.11.2003 - 2 Ss OWi 167 B/03
Urteilsgründe bei Absehen von Regelfahrverbot wegen drohender Insolvenz des …
OLG Düsseldorf, 11.09.1996 - 5 Ss OWi 251/96
Kein Absehen vom Regelfahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen auf einer …
OLG Hamm, 03.08.2004 - 4 Ss OWi 464/04
Aufhebung im Rechtsfolgenausspruch, Arzt, Ärztin, Absehen vom Fahrverbot, …
OLG Bamberg, 28.12.2015 - 3 Ss OWi 1450/15
Absehen von Fahrverbot wegen befürchteter Ertragseinbußen?
OLG Hamm, 27.04.1998 - 3 Ss OWi 1429/97
Absehen vom Regelfahrverbot, Anwendungsgleichheit, besondere Härte, …
OLG Hamm, 29.11.1996 - 2 Ss OWi 1314/96
Fahrverbot, Absehen, Ansprechen der Möglichkeit, Gesamtzusammenhang
OLG Düsseldorf, 06.01.1997 - 5 Ss OWi 392/96
OLG Hamm, 05.08.1999 - 4 Ss OWi 794/99
Verhängung eines Fahrverbots)
KG, 20.03.2018 - 3 Ws (B) 90/18
Indizwirkung des § 4 Abs. 2 Satz 2 BKatV
KG, 22.03.2015 - 3 Ws (B) 132/15
Bußgeldurteil wegen erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitung: Absehen von der …
KG, 03.05.2017 - 3 Ws (B) 102/17
KG, 22.09.2004 - 3 Ws (B) 418/04
Verkehrsordnungswidrigkeit: Absehen von der Anordnung eines Regelfahrverbots
BayObLG, 23.04.1997 - 2 ObOWi 127/97
Verspätete Rechtskraft bei Verhängung eines Fahrverbots
OLG Düsseldorf, 19.12.1996 - 5 Ss OWi 372/96
OLG Frankfurt, 25.07.2006 - 2 Ss OWi 246/06
OWi-Recht: Voraussetzungen für Ausnahmefall vom Fahrverbot bei Verstoß gegen § 37 …
OLG Düsseldorf, 27.02.1997 - 5 Ss OWi 20/97
BayObLG, 17.07.1996 - 1 ObOWi 376/96
OLG Köln, 08.02.2000 - Ss 51/00 (B) 23
KG, 07.12.2015 - 3 Ws (B) 606/15
Verhängung eines Regelfahrverbots gegen einen angestellten Taxifahrer
KG, 31.07.2015 - 3 Ws (B) 356/15
Verkehrsordnungswidrigkeit: Fahrverbot wegen eines qualifizierten …
OLG Hamm, 15.02.2000 - 2 Ss OWi 1175/99
Fahrverbot; Berufskraftfahrer; Härte außergewöhnlicher Art; Regelfahrverbot; …
OLG Hamm, 11.03.1999 - 1 Ss OWi 209/99
Rotlichtverstoß, Sonneneinstrahlung, Sonne, Sonnenlicht, Ampel, …
KG, 25.02.1998 - 3 Ws (B) 767/97
Zu den Anforderungen an eine Geschwindigkeitsfeststellung durch Tachovergleich - …
OLG Hamm, 18.06.1996 - 3 Ss OWi 218/96
Absehen von Fahrverbot, Möglichkeit der Erhöhung der Geldbuße bei Absehen vom …
OLG Frankfurt, 14.03.2001 - 2 Ws (B) 94/01 OWiG 961
Geschwindigkeitsüberschreitung - Fahrverbot für Arzt im Dienst?
OLG Hamm, 29.10.1998 - 3 Ss OWi 1206/98
Fahrverbot, Geschwindigkeitsüberschreitung, ein Jahr nach Rechtskraft, neue Tat …