Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/erhoehten-saeumniszuschlaegen-auf-die-beitragsrueckstaende-freiwillig-krankenversicherter-351204
Timestamp: 2020-04-09 08:42:20
Document Index: 57402478

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 191', '§ 191', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', 'Art 3', 'Art 100', '§ 24', 'Art 3', 'Art 3', '§ 24', '§ 240', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 191', '§ 191', '§ 191', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 250', '§ 252', '§ 24', '§ 249', '§ 252', '§ 253', '§ 28', '§ 24', '§ 191', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 5', '§ 26', '§ 32', '§ 76', '§ 76', '§ 76', '§ 24', 'Art 3', 'Art 20', '§ 16', 'Art 3', '§ 189', '§ 192', '§ 250', '§ 254', '§ 250', '§ 24', '§ 5', '§ 189', '§ 192', '§ 9', '§ 24', 'Art 2', 'Art 2', 'Art 2', 'Art 2', 'Art 20', '§ 24', '§ 24', 'Art 20', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 46', '§ 24', '§ 24', '§ 111', '§ 335', 'Art 14', '§ 23', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 191', '§ 24', '§ 24', '§ 266', '§ 44', '§ 1246', '§ 5', '§ 266', '§ 24', '§ 266', '§ 397', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 6', '§ 191', 'Art 5', '§ 68', '§ 1246', '§ 242', '§ 10', 'Art 5', '§ 5', '§ 4', '§ 189', '§ 58', '§ 27', '§ 58', 'Art 14', '§ 74', '§ 2', '§ 165', '§ 5', '§ 74']

erhöh­ten Säum­nis­zu­schlä­gen auf die Bei­trags­rück­stän­de frei­wil­lig Kran­ken­ver­si­cher­ter | Rechtslupe
erhöh­ten Säum­nis­zu­schlä­gen auf die Bei­trags­rück­stän­de frei­wil­lig Kran­ken­ver­si­cher­ter
Eine gesetz­li­che Kran­ken­kas­se kann auf­grund einer ent­spre­chen­den sat­zungs­mä­ßi­gen Bestim­mung von ihren frei­wil­lig ver­si­cher­ten Mit­glie­dern erhöh­te Säum­nis­zu­schlä­ge – im Streit­fall in Höhe von 5 % statt 1 % – auf die geschul­de­ten Bei­trä­ge zur frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung ver­lan­gen, mit denen das Mit­glied län­ger als einen Monat säu­mig ist.
Rechts­grund­la­ge hier­für ist § 24 Abs 1a SGB IV in der ab 1.04.2007 gel­ten­den Fas­sung des Geset­zes zur Stär­kung des Wett­be­werbs in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV-WSG) 1. Danach haben u.a. frei­wil­lig Ver­si­cher­te abwei­chend zu § 24 Abs 1 SGB IV für Bei­trä­ge und Bei­trags­vor­schüs­se, mit denen sie län­ger als einen Monat säu­mig sind, für jeden wei­te­ren ange­fan­ge­nen Monat der Säum­nis einen Säum­nis­zu­schlag von 5 % des rück­stän­di­gen, auf 50 € nach unten abge­run­de­ten Bei­tra­ges zu zah­len. Die­se Vor­aus­set­zun­gen wer­den durch die Säum­nis des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes erfüllt; die Kran­ken­kas­se hat die Säum­nis­zu­schlä­ge auf die Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge auch zutref­fend ermit­telt.
§ 24 Abs 1a SGB IV ist vor­lie­gend anwend­bar, denn er fin­det ab sei­nem Inkraft­tre­ten am 1.04.2007 2 Anwen­dung auch auf sog. Alt­schul­den, also vor die­sem Tag fäl­lig gewor­de­ne Bei­trä­ge 3. Dies folgt aus den Grund­sät­zen des inter­tem­po­ra­len Rechts, auf die bei Feh­len beson­de­rer Über­gangs- oder Über­lei­tungs­vor­schrif­ten – wie hier – zurück­zu­grei­fen ist 4. Danach ist ein Rechts­satz grund­sätz­lich nur auf sol­che Sach­ver­hal­te anwend­bar, die nach sei­nem Inkraft­tre­ten ver­wirk­licht wer­den. Dem­entspre­chend hat das BSG in stän­di­ger Recht­spre­chung ent­schie­den, dass sich die Ent­ste­hung und der Fort­be­stand sozi­al­recht­li­cher Ansprü­che bzw Rechts­ver­hält­nis­se nach dem Recht beur­tei­len, das zur Zeit der anspruchs­be­grün­den­den Ereig­nis­se oder Umstän­de gegol­ten hat, soweit nicht spä­ter in Kraft getre­te­nes Recht etwas ande­res bestimmt 5.
"Anspruchs­be­grün­den­der Umstand" im Rah­men des § 24 Abs 1a SGB IV ist nicht das erst­ma­li­ge Ent­ste­hen des Bei­trags­an­spruchs bzw des­sen Fäl­lig­keit, son­dern das Vor­lie­gen der Säum­nis "für jeden wei­te­ren Monat", wodurch ein Anspruch auf zusätz­li­che Säum­nis­zu­schlä­ge für die­sen Monat erst­ma­lig ent­steht und ggf zur Sum­me der bereits in den Vor­mo­na­ten abschlie­ßend ent­stan­de­nen Säum­nis­zu­schlä­ge zu addie­ren ist. In die­sem Sin­ne wird der Sach­ver­halt der Säum­nis mit jedem wei­te­ren Monat jeweils neu ver­wirk­licht. § 24 Abs 1a SGB IV ist daher auf alle Ansprü­che auf (wei­te­re) Säum­nis­zu­schlä­ge anzu­wen­den, die nach dem 1.04.2007 ent­stan­den sind bzw ent­ste­hen, ohne dass hier­in eine unzu­läs­si­ge ech­te Rück­wir­kung oder auch nur eine – grund­sätz­lich zuläs­si­ge – unech­te Rück­wir­kung bzw tat­be­stand­li­che Rück­an­knüp­fung 6 läge.
Der in der GKV frei­wil­lig ver­si­cher­te frei­wil­lig Ver­si­cher­te war mit den Bei­trä­gen für die Zeit 1.12.2006 bis 15.03.2007 säu­mig, weil er die­se nicht bis zum Ablauf des jewei­li­gen Fäl­lig­keits­ta­ges gezahlt hat (vgl § 24 Abs 1a i.V.m. Abs 1 S 1 SGB IV). Dabei kann das Bun­des­so­zi­al­ge­richt offen­las­sen, ob die Bei­trä­ge zur frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung nach § 23 Abs 1 S 1 und 4 SGB IV 7 i.V.m. § 22 Abs 1 S 1 der Sat­zung der AOK Bran­den­burg 8 jeweils zum Fünf­zehn­ten des Fol­ge­mo­nats oder nach § 23 Abs 1 S 2 SGB IV bereits am dritt­letz­ten Bank­ar­beits­tag des Monats, in dem die Tätig­keit aus­ge­übt wur­de, fäl­lig gewor­den sind 9. Denn die Kran­ken­kas­se ist von einer Fäl­lig­keit zum 15. des Fol­ge­mo­nats und damit von der für den frei­wil­lig Ver­si­cher­te güns­ti­ge­ren Aus­le­gung des § 23 SGB IV aus­ge­gan­gen.
Die Kran­ken­kas­se hat zu Recht Säum­nis­zu­schlä­ge gemäß § 24 Abs 1a SGB IV bereits ab dem zwei­ten und nicht erst ab dem drit­ten Monat der Säum­nis 10 erho­ben 11. Bereits der Wort­laut des § 24 Abs 1a SGB IV spricht dafür, dass der erhöh­te Säum­nis­zu­schlag schon ab dem zwei­ten Monat der Säum­nis zu erhe­ben ist, was auch die Geset­zes­ma­te­ria­li­en bestä­ti­gen.
Nach § 24 Abs 1a SGB IV haben "abwei­chend zu Absatz 1" bestimm­te Ver­si­cher­te "für Bei­trä­ge und Bei­trags­vor­schüs­se, mit denen sie län­ger als einen Monat säu­mig sind, für jeden wei­te­ren ange­fan­ge­nen Monat der Säum­nis" einen Säum­nis­zu­schlag von 5 % zu zah­len. Zwar hat bei einer Säum­nis "län­ger als einen Monat" der zwei­te Monat bereits begon­nen, sodass zu die­sem Zeit­punkt ein "wei­te­rer" Monat der Säum­nis erst nach Ende die­ses Monats beginnt. Dem Satz­teil "mit denen sie län­ger als einen Monat säu­mig sind" kommt inner­halb des Gesamt­sat­zes jedoch nicht die Funk­ti­on zu, den Beginn der Erhe­bung des erhöh­ten Zuschlags zu bezeich­nen. Viel­mehr bezieht er sich auf "Bei­trä­ge und Bei­trags­vor­schüs­se", wodurch der Anwen­dungs­be­reich des Abs 1a gegen­über dem des § 24 Abs 1 SGB IV über die per­so­nel­le Abgren­zung im ers­ten Satz­teil hin­aus zusätz­lich in gegen­ständ­li­cher Hin­sicht abge­grenzt wird. Dem­zu­fol­ge ist § 24 Abs 1a SGB IV auf Bei­trags­rück­stän­de anzu­wen­den, die über die Gren­ze von einem Monat hin­aus­ge­hen; bis zu die­ser Gren­ze ver­bleibt es bei der Anwend­bar­keit des Abs 1. Hier­an knüpft die nur der Rechts­fol­genan­ord­nung zuzu­rech­nen­de Wen­dung "jeden wei­te­ren ange­fan­ge­nen Monat" an, die sich damit auf jeden über den ers­ten Monat hin­aus­ge­hen­den Monat bezieht.
Eine sol­che am Wort­laut ori­en­tier­te Aus­le­gung des § 24 Abs 1a SGB IV ent­spricht auch der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/​CSU und SPD zum Ent­wurf des GKV-WSG 12. Die­se ver­weist auf die Auf­he­bung des § 191 S 1 Nr 3 SGB V 13, wonach "bis­lang die frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft" ende­te, "wenn zwei­mal am Zahl­tag die frei­wil­li­gen Bei­trä­ge nicht ent­rich­tet wur­den". Danach knüpft der Gesetz­ent­wurf zum erhöh­ten Säum­nis­zu­schlag nicht an den Ein­tritt der Rechts­fol­ge des § 191 S 1 Nr 3 SGB V – "mit Ablauf des nächs­ten Zahl­ta­ges" nach Säum­nis für zwei Mona­te 14 – an, son­dern an das Tat­be­stands­ele­ment der Säum­nis für zwei Mona­te; im Kon­text des § 24 Abs 1a SGB IV ent­spricht dies dem Ver­strei­chen­las­sen auch des auf den ursprüng­li­chen Fäl­lig­keits­ter­min fol­gen­den Zahl­tags, sodass der erhöh­te Zuschlag schon ab Beginn des zwei­ten Säum­nis­mo­nats zu zah­len ist.
Dar­über hin­aus hat die Kran­ken­kas­se die nach § 24 Abs 1a SGB IV gefor­der­ten Säum­nis­zu­schlä­ge – was der frei­wil­lig Ver­si­cher­te nicht in Zwei­fel zieht – auch der Höhe nach zutref­fend berech­net; ins­be­son­de­re hat die Kran­ken­kas­se jeden ein­zel­nen Monats­bei­trag vor Berech­nung der Säum­nis­zu­schlä­ge geson­dert auf durch 50 teil­ba­re €-Beträ­ge abge­run­det. Dass – ent­ge­gen dem inso­weit miss­ver­ständ­li­chen Wort­laut – kei­ne Abrun­dung eines jeden Bei­trags auf (nur) 50 € zu erfol­gen hat, ergibt sich schon aus der gleich­lau­ten­den For­mu­lie­rung in § 24 Abs 1 S 1 SGB IV und dem die­se Rege­lung ergän­zen­den § 24 Abs 1 S 2 SGB IV, wonach der Säum­nis­zu­schlag bei einem rück­stän­di­gen Betrag unter 100 € nicht zu erhe­ben ist, sofern er geson­dert schrift­lich anzu­for­dern wäre.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes ver­stößt § 24 Abs 1a SGB IV, soweit frei­wil­lig Ver­si­cher­te – wie der frei­wil­lig Ver­si­cher­te – einen Säum­nis­zu­schlag in Höhe von 5 % zu zah­len haben, auch nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht; ins­be­son­de­re stellt dies kei­nen Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art 3 Abs 1 GG dar. Auch sons­ti­ges Ver­fas­sungs­recht wird dadurch nicht ver­letzt, sodass die vom frei­wil­lig Ver­si­cher­te begehr­te Aus­set­zung des Ver­fah­rens und Vor­la­ge an das BVerfG gemäß Art 100 Abs 1 S 1 GG nicht in Betracht kam.
Dass frei­wil­lig Ver­si­cher­te gemäß § 24 Abs 1a SGB IV in der ab dem 1.04.2007 gel­ten­den Fas­sung des GKV-WSG 1 einen Säum­nis­zu­schlag in Höhe von 5 % – und damit einen höhe­ren Säum­nis­zu­schlag als ande­re Zah­lungs­pflich­ti­ge – zu zah­len haben, ver­stößt ent­ge­gen der Ansicht des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes nicht gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art 3 Abs 1 GG 15.
Art 3 Abs 1 GG gebie­tet dem Norm­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln. Er ver­wehrt dem Gesetz­ge­ber nicht jede Dif­fe­ren­zie­rung. Dif­fe­ren­zie­run­gen bedür­fen jedoch stets der Recht­fer­ti­gung durch Sach­grün­de, die dem Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel und dem Aus­maß der Ungleich­be­hand­lung ange­mes­sen sind. Der Gleich­heits­satz ist dann ver­letzt, wenn eine Grup­pe von Normadres­sa­ten oder Norm­be­trof­fe­nen im Ver­gleich zu einer ande­ren anders behan­delt wird, obwohl zwi­schen bei­den Grup­pen kei­ne Unter­schie­de von sol­cher Art und sol­chem Gewicht bestehen, dass sie die unter­schied­li­che Behand­lung recht­fer­ti­gen kön­nen. Die Gren­zen, die der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz dem Gesetz­ge­ber vor­gibt, kön­nen sich von ledig­lich auf das Will­kür­ver­bot beschränk­ten Bin­dun­gen bis hin zu stren­gen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­sen erstre­cken. Es gilt ein am Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­satz ori­en­tier­ter, stu­fen­lo­ser Prü­fungs­maß­stab, der nicht abs­trakt, son­dern nur nach dem jeweils betrof­fe­nen Sach- und Rege­lungs­be­reich näher bestimm­bar ist. Der Gesetz­ge­ber unter­liegt ins­be­son­de­re dann einer stren­ge­ren Bin­dung, wenn die Dif­fe­ren­zie­rung an Per­sön­lich­keits­merk­ma­le anknüpft, die für den Ein­zel­nen nicht ver­füg­bar sind. Rele­vant für das Maß der Bin­dung ist zudem die Mög­lich­keit der Betrof­fe­nen, durch ihr Ver­hal­ten die Ver­wirk­li­chung der Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­en zu beein­flus­sen 16. Maß­geb­lich ist, ob für die vor­ge­se­he­ne Dif­fe­ren­zie­rung Grün­de von sol­cher Art und sol­chem Gewicht bestehen, dass sie die unglei­chen Rechts­fol­gen recht­fer­ti­gen kön­nen 17.
Ent­ge­gen der Ansicht des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes schei­det ein Ver­gleich der von ihm reprä­sen­tier­ten Grup­pe bei­trags­säu­mi­ger frei­wil­lig gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ter mit säu­mi­gen Steu­er­pflich­ti­gen von vor­ne­her­ein aus. Auch wenn die Neu­fas­sung des § 24 Abs 1 SGB IV durch das 2. Gesetz zur Ände­rung des Sozi­al­ge­setz­buchs 18 im Wesent­li­chen die Rege­lun­gen des § 240 Abga­ben­ord­nung über­nahm 19, sind bei­de Grup­pen nicht ver­gleich­bar, da die sie tref­fen­den Zah­lungs­pflich­ten ande­ren recht­li­chen Ord­nungs­be­rei­chen ange­hö­ren und in ande­ren sys­te­ma­ti­schen und sozi­al­ge­schicht­li­chen Zusam­men­hän­gen ste­hen 20. Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz ent­hält kein ver­fas­sungs­recht­li­ches Gebot, ähn­li­che Sach­ver­hal­te in ver­schie­de­nen Ord­nungs­be­rei­chen gleich zu regeln 21.
Aus­ge­hend von den ein­gangs genann­ten Grund­sät­zen ist bei dem Ver­gleich der in § 24 Abs 1a SGB IV genann­ten Grup­pe der säu­mi­gen frei­wil­lig Ver­si­cher­ten – zu der der frei­wil­lig Ver­si­cher­te als Zah­lungs­pflich­ti­ger gehör­te – mit der Grup­pe der säu­mi­gen Zah­lungs­pflich­ti­gen, die nicht in § 24 Abs 1a SGB IV genannt sind und daher nur den nied­ri­ge­ren Säum­nis­zu­schlag nach § 24 Abs 1 SGB IV zu zah­len haben, ein über eine rei­ne Will­kür­kon­trol­le hin­aus­ge­hen­der Prü­fungs­maß­stab anzu­le­gen, denn die an die Art der Mit­glied­schaft anknüp­fen­den gesetz­li­chen Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­le sind per­so­nen­be­zo­gen 22. Jedoch muss im Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen dem Schutz der Frei­heit des Ein­zel­nen und den Anfor­de­run­gen einer sozi­al­staat­li­chen Ord­nung auch der ange­sichts der hohen Bedeu­tung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät der Sozi­al­ver­si­che­rung wei­te sozi­al­po­li­ti­sche Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers berück­sich­tigt wer­den 23. Unter Anwen­dung die­ser Grund­sät­ze ist die vor­lie­gen­de Schlech­ter­stel­lung der vom frei­wil­lig Ver­si­cher­te reprä­sen­tier­ten Per­so­nen­grup­pe sach­lich gerecht­fer­tigt, weil sie legi­ti­men Zwe­cken dient und zu deren Errei­chung als geeig­net, erfor­der­lich und ange­mes­sen ange­se­hen wer­den durf­te.
Die Benach­tei­li­gung von säu­mi­gen frei­wil­lig Ver­si­cher­ten gegen­über den säu­mi­gen Zah­lungs­pflich­ti­gen, die nicht in § 24 Abs 1a SGB IV genannt sind und daher nur den nied­ri­ge­ren Säum­nis­zu­schlag nach § 24 Abs 1 SGB IV zu zah­len haben, dient legi­ti­men Zwe­cken.
Die Erhe­bung von Säum­nis­zu­schlä­gen nach § 24 SGB IV sank­tio­niert die ver­spä­te­te Bei­trags­zah­lung, indem durch die säum­nis­be­ding­te Erhö­hung des Zahl­be­tra­ges einer­seits zur Sicher­stel­lung eines geord­ne­ten Ver­wal­tungs­ab­laufs und der Beschaf­fung der hier­für benö­tig­ten Finanz­mit­tel Druck auf den Schuld­ner aus­ge­übt wird 24, ande­rer­seits aber auch ein stan­dar­di­sier­ter Min­dest­scha­dens­aus­gleich für den durch die Nicht­zah­lung ein­ge­tre­te­nen Zins­ver­lust und Ver­wal­tungs­auf­wand vor­ge­nom­men wird 25. Damit soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Sozi­al­leis­tungs­trä­ger die ent­stan­de­nen Bei­trä­ge zum Fäl­lig­keits­ter­min auch tat­säch­lich zur Erfül­lung ihrer Leis­tungs­pflich­ten zur Ver­fü­gung haben, und soll aus­ge­schlos­sen wer­den, dass sich der Bei­trags­schuld­ner durch rechts­wid­ri­ges Ver­hal­ten ein "zins­lo­ses" Dar­le­hen ver­schafft oder durch eine ver­spä­te­te Bei­trags­zah­lung selbst einen Zins­vor­teil erlangt 26. In die­ser "Dop­pel­funk­ti­on" die­nen Säum­nis­zu­schlä­ge somit der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät der Sozi­al­ver­si­che­rung. Hier­bei han­delt es sich um einen über­ra­gend wich­ti­gen Gemein­wohl­be­lang und ein legi­ti­mes gesetz­ge­be­ri­sches Ziel 27.
Die­sen legi­ti­men Zwe­cken dient auch die Ergän­zung des § 24 SGB IV um Abs 1a mit der Anord­nung erhöh­ter Säum­nis­zu­schlä­ge für frei­wil­lig Ver­si­cher­te. Die Anord­nung erhöh­ter Säum­nis­zu­schlä­ge in § 24 Abs 1a SGB IV ist Fol­ge der mit Ein­füh­rung einer Ver­si­che­rungs­pflicht für Per­so­nen, die kei­nen ande­ren Anspruch auf Absi­che­rung im Krank­heits­fall haben, erfolg­ten Auf­he­bung des bis­he­ri­gen § 191 S 1 Nr 3 SGB V durch das GKV-WSG 28. Nach § 191 S 1 Nr 3 SGB V in der bis zum 31.03.2007 gel­ten­den Fas­sung ende­te die Mit­glied­schaft frei­wil­lig Ver­si­cher­ter mit Ablauf des nächs­ten Zahl­ta­ges, wenn für zwei Mona­te die fäl­li­gen Bei­trä­ge trotz Hin­wei­ses auf die Fol­gen nicht ent­rich­tet wor­den waren. Durch die Auf­he­bung des § 191 S 1 Nr 3 SGB V blei­ben nun­mehr frei­wil­li­ge Mit­glie­der dau­er­haft in der GKV ver­si­chert, ohne dass die Nicht­zah­lung von Bei­trä­gen die Mit­glied­schaft been­det. Da die Bei­trä­ge nur im Wege der regu­lä­ren Voll­stre­ckung bei­zu­trei­ben sind, soll­te zur Durch­set­zung der Ver­pflich­tung der Bei­trags­zah­lung die schuld­haf­te Nicht­zah­lung der Bei­trä­ge künf­tig mit einem höhe­ren Säum­nis­zu­schlag ver­se­hen wer­den. Dies sei schon allein des­halb erfor­der­lich, weil Ein­nah­me­aus­fäl­le von der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft aus­zu­glei­chen sei­en. Die Sank­ti­on durch Säum­nis­zu­schlä­ge in der bis­he­ri­gen Höhe von 1 % wur­de als nicht aus­rei­chend betrach­tet 29. Die Erhö­hung des Säum­nis­zu­schlags für die in § 24 Abs 1a SGB IV genann­ten Per­so­nen­grup­pen zielt somit auf eine gegen­über § 24 Abs 1 SGB IV ver­stärk­te Druck­funk­ti­on, um die Säu­mi­gen zur Bei­trags­zah­lung zu bewe­gen, und gleich­zei­tig auf einen gegen­über § 24 Abs 1 SGB IV höhe­ren pau­scha­lier­ten Scha­dens­aus­gleich für die durch die Nicht­zah­lung ein­ge­tre­te­nen Nach­tei­le der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft. Auch § 24 Abs 1a SGB IV dient somit den legi­ti­men Zie­len der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät der Sozi­al­ver­si­che­rung.
Gegen den erhöh­ten Säum­nis­zu­schlag für frei­wil­lig Ver­si­cher­te kann auch nicht mit Erfolg ein­ge­wandt wer­den, er sei zur Errei­chung die­ser Zwe­cke nicht geeig­net, nicht erfor­der­lich und unan­ge­mes­sen.
Der Gesetz­ge­ber durf­te nach Weg­fall der Been­di­gung der Mit­glied­schaft frei­wil­lig in der GKV Kran­ken­ver­si­cher­ter wegen Säum­nis im Rah­men des ihm bei der Gestal­tung des Sozi­al­rechts zukom­men­den Spiel­raums 30 für die Grup­pe der frei­wil­lig Ver­si­cher­ten erhöh­te Säum­nis­zu­schlä­ge als geeig­net und erfor­der­lich anse­hen, um auch für die­se einen aus­rei­chen­den Aus­gleich des mit der Bei­trei­bung ver­spä­te­ter Bei­trä­ge ver­bun­de­nen Ver­wal­tungs­auf­wan­des und einen hin­läng­li­chen Druck zur pünkt­li­chen Zah­lung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen sicher­zu­stel­len. Eine Erhö­hung des Säum­nis­zu­schlags von 1 % auf 5 % ist hier­zu geeig­net, denn der Auf­wand für die Bei­trei­bung aus­ste­hen­der Bei­trä­ge wird hier­durch stär­ker aus­ge­gli­chen. Gleich­zei­tig ver­stärkt sich der wirt­schaft­li­che Anreiz zur pünkt­li­chen Zah­lung. Der erhöh­te Säum­nis­zu­schlag durf­te auch als erfor­der­lich ange­se­hen wer­den. Der Gesetz­ge­ber durf­te davon aus­ge­hen, dass der Ver­wal­tungs­auf­wand bei der Bei­trei­bung von Bei­trä­gen der ein­zel­nen Selbst­zah­ler, zu denen auch die frei­wil­li­gen Mit­glie­der gehö­ren (vgl § 250 Abs 2, § 252 Abs 1 S 1 SGB V), gegen­über bei­trags­ab­füh­ren­den Stel­len (zB Arbeit­ge­bern, die von § 24 Abs 1 SGB IV erfasst wer­den, vgl § 249, § 252 Abs 1 S 1, § 253 SGB V, §§ 28d, 28e Abs 1 S 1 SGB IV) idR deut­lich höher ist, weil der ein­zel­ne Selbst­zah­ler geson­dert in Anspruch genom­men wer­den muss, wäh­rend Arbeit­ge­ber als Bei­trags­schuld­ner für eine idR grö­ße­re Anzahl von Ver­si­cher­ten ange­gan­gen wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig durf­te der Gesetz­ge­ber auch eine gerin­ge­re Zah­lungs­mo­ral frei­wil­li­ger Mit­glie­der unter­stel­len, wenn in den Mate­ria­li­en aus­ge­führt wird, dass die "schuld­haf­te" Nicht­zah­lung zu sank­tio­nie­ren und dafür 1 % nicht aus­rei­chend sei 31. Inso­weit bie­ten die seit 1.04.2007 stei­gen­den Bei­trags­rück­stän­de frei­wil­lig Ver­si­cher­ter 32 einen über­zeu­gen­den Anhalt dafür, dass die Anga­be der Kran­ken­kas­sen zutrifft, wonach die Rück­stands­quo­te unter frei­wil­li­gen Mit­glie­dern zwi­schen 13 % und 17 %, dage­gen im Bereich der Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nur bei 6 % bis 7 % liegt.
Die mit der Fest­le­gung des erhöh­ten Säum­nis­zu­schlags von 5 % anstel­le eines sol­chen von 1 % ein­her­ge­hen­de Benach­tei­li­gung frei­wil­lig Ver­si­cher­ter gegen­über dem von § 24 Abs 1 SGB IV erfass­ten Per­so­nen­kreis ist auch noch ange­mes­sen; die vor­ste­hend benann­ten Recht­fer­ti­gungs­grün­de hier­für ste­hen noch in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zum Grad der Ungleich­be­hand­lung 33. Die Fol­gen eines Bei­trags­rück­stands wur­den gegen­über der zuvor bestehen­den Rechts­la­ge sogar abge­schwächt 34, da nun­mehr im Fal­le eines Bei­trags­rück­stan­des Säum­nis­zu­schlä­ge erho­ben wer­den, wäh­rend bis­her Bei­trags­rück­stän­de frei­wil­lig Ver­si­cher­ter deren Mit­glied­schaft been­de­ten, wodurch auch eine frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung bei einer ande­ren Kran­ken­kas­se aus­ge­schlos­sen war (vgl § 191 S 1 Nr 3, S 2 SGB V in der bis 31.03.2007 gel­ten­den Fas­sung).
Auch der Höhe nach bedeu­tet der erhöh­te Säum­nis­zu­schlag ab dem zwei­ten Monat der Säum­nis jeden­falls typi­scher­wei­se kei­ne unan­ge­mes­se­ne Mehr­be­las­tung, wie dies die vor­lie­gend in Streit ste­hen­den abso­lu­ten Beträ­ge bei­spiel­haft zei­gen. So befand sich der frei­wil­lig Ver­si­cher­te bei Erlass des strei­ti­gen Bescheids am 6.08.2007 mit drei­ein­halb Monats­bei­trä­gen in einer Gesamt­hö­he von 685,08 € im Rück­stand, wobei Säum­nis bezüg­lich der Bei­trä­ge für Dezem­ber 2006 bereits seit 16.01.2007, also seit mehr als einem hal­ben Jahr bestand. Auf­grund des § 24 Abs 1a SGB IV waren auf die rück­stän­di­gen Bei­trä­ge für Dezem­ber 2006 ab 1.04.2007 Säum­nis­zu­schlä­ge von monat­lich 7,50 € (5 %) anstel­le des zuvor monat­lich ange­fal­le­nen Zuschlags von 1,50 € (1 %) zu zah­len. Bei zutref­fen­der Berech­nung betrü­gen die vom frei­wil­lig Ver­si­cher­te bei aus­schließ­li­cher Anwen­dung des § 24 Abs 1 SGB IV am 6.08.2007 ins­ge­samt ange­fal­le­nen Säum­nis­zu­schlä­ge 36,50 € anstel­le der von der Kran­ken­kas­sen – ab dem 1.04.2007 in ergän­zen­der Anwen­dung des § 24 Abs 1a SGB IV – gefor­der­ten 136,50 €, sodass die aus der Neu­re­ge­lung fol­gen­de Mehr­be­las­tung des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes auf­grund sei­ner anhal­ten­den Säum­nis genau 100,00 € beträgt.
Zutref­fend weist die Kran­ken­kas­se auch dar­auf hin, dass selbst bei einem monat­li­chen Höchst­bei­trag von 592,88 € (3825 € x 15,5 %) im Jah­re 2012 durch § 24 Abs 1a SGB IV der Säum­nis­zu­schlag ab dem zwei­ten Monat ledig­lich von 5,50 € (550 € x 1 %) auf 27,50 € (50 € x 5 %) steigt, wor­aus sich eine Mehr­be­las­tung von 22,00 € für den zwei­ten und jeden wei­te­ren Monat der Säum­nis ergibt. Die­se Mehr­be­las­tung ist zum Errei­chen einer wirk­sa­men wirt­schaft­li­chen Moti­va­ti­on zur pünkt­li­chen Bei­trags­ent­rich­tung frei­wil­lig Ver­si­cher­ter hin­zu­neh­men. Denn bei zur Abfüh­rung von Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen Ver­pflich­te­ten wer­den zu einem Ter­min regel­mä­ßig Bei­trä­ge für eine grö­ße­re Zahl von Ver­si­cher­ten fäl­lig, sodass sich die hier­auf zu ent­rich­ten­den Säum­nis­zu­schlä­ge zu wirt­schaft­lich bedeu­ten­den Sum­men auf­ad­die­ren. Dem­ge­gen­über haben frei­wil­lig Ver­si­cher­te bei Fäl­lig­keit stets nur einen ein­zel­nen Bei­trag zu ent­rich­ten; auch der nun­mehr ver­fünf­fach­te Zuschlag je Ein­zel­bei­trag ent­spricht nur dem wirt­schaft­li­chen Nach­teil eines säu­mi­gen Arbeit­ge­bers mit fünf pflicht­ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mern.
Eine auch in abso­lu­ten Zah­len deut­lich spür­ba­re Mehr­be­las­tung ergibt sich aller­dings bei einer län­ge­ren Säum­nis, ins­be­son­de­re wenn die­se nicht einen ein­zel­nen, son­dern meh­re­re Monats­bei­trä­ge betrifft, weil zB die Bei­trags­zah­lung über einen län­ge­ren Zeit­raum voll­stän­dig unter­bleibt. Inso­weit hat der Gesetz­ge­ber jedoch aus­rei­chen­de Vor­keh­run­gen getrof­fen, um auf­tre­ten­de Här­ten zu ver­mei­den bzw abzu­mil­dern. So sind Säum­nis­zu­schlä­ge auf eine durch Bescheid mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit fest­ge­stell­te Bei­trags­for­de­rung nach § 24 Abs 2 SGB IV nicht zu erhe­ben, soweit der Bei­trags­schuld­ner glaub­haft macht, dass er unver­schul­det kei­ne Kennt­nis von der Zah­lungs­pflicht hat­te. Eine kurz­fris­ti­ge Säum­nis zieht auch bei frei­wil­lig Ver­si­cher­ten noch kei­nen erhöh­ten Säum­nis­zu­schlag nach sich. Die­ser fällt erst an, wenn die geschul­de­te Bei­trags­zah­lung nicht inner­halb eines Monats nach Fäl­lig­keit nach­ge­holt wird und die Säum­nis für mehr als einen Monat fort­be­steht.
Sofern ein frei­wil­lig Ver­si­cher­ter wirt­schaft­lich nicht in der Lage ist, die fäl­li­gen Bei­trä­ge aus eige­nem Ein­kom­men oder Ver­mö­gen zu tra­gen, besteht für ihn die Mög­lich­keit, Leis­tun­gen nach dem SGB II oder SGB XII zu bean­tra­gen. Bei Bedürf­tig­keit und Leis­tungs­be­zug nach dem SGB II wäre der frei­wil­lig Ver­si­cher­te im hier zu betrach­ten­den Säum­nis­zeit­raum (16.01. bis 6.08.2007) in der GKV ver­si­che­rungs­pflich­tig gewor­den (§ 5 Abs 1 Nr 2a SGB V i.d.F. durch Gesetz vom 24.12.2003 35). Gegen­wär­tig wür­den zumin­dest die Bei­trä­ge zur frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung nach § 26 Abs 1 S 1 Nr 2 SGB II bzw § 32 Abs 1 oder 2 SGB XII über­nom­men.
In Här­te­fäl­len kann dar­über hin­aus eine zZ nied­ri­ger ver­zins­te 36 oder aus­nahms­wei­se sogar zins­lo­se Stun­dung der Bei­trags­for­de­rung in Betracht kom­men (§ 76 Abs 2 S 1 Nr 1, S 2 SGB IV; vgl BSG SozR 2100 § 76 Nr 1). Auch durch Erlass und Nie­der­schla­gung (vgl § 76 Abs 2 S 1 Nr 2 und Nr 3 SGB IV) der Bei­trags­for­de­rung 37 oder nur der Säum­nis­zu­schlä­ge 38 kann auf Här­te­fäl­le reagiert wer­den.
Wenn der frei­wil­lig Ver­si­cher­te den erhöh­ten Säum­nis­zu­schlag nach § 24 Abs 1a SGB IV gleich­wohl nicht mehr für recht­mä­ßig hält, weil sich ein "Ver­zugs­zins von 60 % per annum" im Bereich des "straf­ba­ren Wuchers" bewe­ge und "sich außer­halb des sozia­len Rechts­staats stel­le" (Rüge der Ver­let­zung von Art 3 Abs 1 GG i.V.m. Art 20 Abs 3 GG), ver­kennt er, dass es sich beim Unter­las­sen der Zah­lung geschul­de­ter und fäl­li­ger Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung nicht um die Inan­spruch­nah­me eines pri­va­ten Kre­dits han­delt. Viel­mehr kann die ter­min­ge­rech­te Bei­trags­ent­rich­tung zur Siche­rung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der GKV nicht zur Dis­po­si­ti­on des ein­zel­nen Bei­trags­schuld­ners ste­hen, wes­halb es wirk­sa­mer Anrei­ze zur pünkt­li­chen Erfül­lung der öffent­lich-recht­lich begrün­de­ten Bei­trags­zah­lungs­pflich­ten bedarf. Zudem ver­bleibt dem Ver­si­cher­ten selbst bei nach­hal­ti­ger Bei­trags­ver­wei­ge­rung immer noch ein – wenn auch begrenz­ter – Leis­tungs­an­spruch gegen sei­ne Kran­ken­kas­se (§ 16 Abs 3a S 2 SGB V).
Ein Ver­stoß gegen Art 3 Abs 1 GG liegt auch nicht vor, soweit der Gesetz­ge­ber ande­re Grup­pen von Selbst­zah­lern – wie Stu­den­ten, Ren­ten­an­trag­stel­ler gemäß § 189 SGB V und Schwan­ge­re, deren Mit­glied­schaft nach § 192 Abs 2 SGB V erhal­ten bleibt (vgl § 250 Abs 1 Nr 3 i.V.m. § 254 SGB V, § 250 Abs 2 SGB V) – nicht der Ver­pflich­tung zur Zah­lung erhöh­ter Säum­nis­zu­schlä­ge nach § 24 Abs 1a SGB IV unter­wor­fen und damit gegen­über Per­so­nen wie dem frei­wil­lig Ver­si­cher­te pri­vi­le­giert hat. Hier­bei han­delt es sich um Grup­pen, deren Mit­glie­der idR für eine begrenz­te und damit kür­ze­re Zeit Selbst­zah­ler sind als die Mit­glie­der der Grup­pe der frei­wil­lig Ver­si­cher­ten. Dar­über hin­aus sind die­se Per­so­nen pflicht­ver­si­chert (vgl § 5 Abs 1 Nr 9, § 189 Abs 1 S 1, § 192 Abs 2 SGB V) 39, wor­in ein aus Sicht des Gesetz­ge­bers gegen­über frei­wil­lig Ver­si­cher­ten gestei­ger­tes Schutz­be­dürf­nis zum Aus­druck kommt. Mit Rück­sicht hier­auf ist es dem Gesetz­ge­ber nicht ver­wehrt, die Grup­pe der pflicht­ver­si­cher­ten Selbst­zah­ler bes­ser zu behan­deln, als die der frei­wil­lig in der GKV Ver­si­cher­ten, deren Schutz­be­dürf­nis er als so gering ansieht, dass er ihnen den Weg der Absi­che­rung gegen Krank­heits­ri­si­ken – frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft in der GKV oder Wech­sel zur pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung – nach Maß­ga­be des § 9 Abs 1 SGB V frei­stellt.
Die Ver­pflich­tung frei­wil­li­ger GKV-Mit­glie­der wie des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes zur Zah­lung eines erhöh­ten Säum­nis­zu­schlags nach § 24 Abs 1a SGB IV stellt auch kei­nen Ver­stoß gegen die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit nach Art 2 Abs 1 GG dar. Dabei kann offen­blei­ben, ob der Schutz­be­reich des Art 2 Abs 1 GG vor­lie­gend über­haupt berührt ist. Aner­kannt ist dies nur für den Fall, dass der Gesetz­ge­ber durch die Anord­nung von Zwangs­mit­glied­schaft und Bei­trags­pflich­ten in einem öffent­lich-recht­li­chen Ver­band der Sozi­al­ver­si­che­rung die all­ge­mei­ne Betä­ti­gungs­frei­heit des Ein­zel­nen durch Ein­schrän­kung ihrer wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht uner­heb­lich ein­engt 40, wobei auch Rege­lun­gen, die das Sozi­al­ver­si­che­rungs­ver­hält­nis, vor allem die Bei­trä­ge der Ver­si­cher­ten und die Leis­tun­gen näher aus­ge­stal­ten, am Maß­stab des Art 2 Abs 1 GG zu mes­sen sind 41. Jedoch ist das Grund­recht der all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit nur in den Schran­ken des Art 2 Abs 1 Halbs 2 GG gewähr­leis­tet. Es ist daher nicht ver­letzt, wenn die Ein­griffs­nor­men for­mell und mate­ri­ell ver­fas­sungs­ge­mäß sind, ins­be­son­de­re dem Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit und den rechts­staat­li­chen Anfor­de­run­gen des Ver­trau­ens­schut­zes ent­spre­chen 42. Dies ist hier der Fall, denn die Erhe­bung eines erhöh­ten Säum­nis­zu­schlags von 5 % von frei­wil­lig Ver­si­cher­ten ist – wie oben dar­ge­stellt – ver­hält­nis­mä­ßig: sie dient dem legi­ti­men gesetz­ge­be­ri­schen Ziel der Siche­rung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der finan­zi­el­len Sta­bi­li­tät der Sozi­al­ver­si­che­rung und durf­te zur Errei­chung die­ses Ziels als geeig­net, erfor­der­lich und ange­mes­sen ange­se­hen wer­den. Sie ver­letzt – ent­ge­gen der inso­weit nicht näher begrün­de­ten Rüge des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes – auch nicht das Prin­zip rechts­staat­li­chen Ver­trau­ens­schut­zes (vgl Art 20 Abs 3 GG). Zwar begren­zen Rechts­staats­prin­zip und Grund­rech­te die Befug­nis des Gesetz­ge­bers, Rechts­än­de­run­gen vor­zu­neh­men, die an Sach­ver­hal­te der Ver­gan­gen­heit anknüp­fen. Ver­fas­sungs­recht­lich nicht geschützt ist jedoch die schlich­te Erwar­tung, das gel­ten­de Recht wer­de auch in der Zukunft unver­än­dert fort­be­stehen 43. Weil § 24 Abs 1a SGB IV nicht an den Zeit­raum anknüpft, für den Bei­trä­ge geschul­det wer­den, son­dern an den Sach­ver­halt der (fort­be­stehen­den) Säum­nis, der mit jedem wei­te­ren Monat jeweils neu ver­wirk­licht wird, liegt in der Anwen­dung die­ser Norm auch auf sog. Alt­schul­den kei­ne unzu­läs­si­ge ech­te Rück­wir­kung oder auch nur eine – grund­sätz­lich zuläs­si­ge – unech­te Rück­wir­kung bzw tat­be­stand­li­che Rück­an­knüp­fung.
Die Ver­pflich­tung frei­wil­lig Ver­si­cher­ter, nach § 24 Abs 1a SGB IV bei Säum­nis einen erhöh­ten Zuschlag zu zah­len, ver­stößt auch im Übri­gen nicht gegen Ver­fas­sungs­recht.
Ins­be­son­de­re lässt sich vor­lie­gend aus dem Sozi­al­staats­prin­zip (Art 20 Abs 1 GG) – ent­ge­gen der Ansicht des frei­wil­lig Ver­si­cher­tes – auch kein Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­bot (i.V.m. Art 3 Abs 1 GG) her­lei­ten. Zwar begrün­det das Sozi­al­staats­prin­zip die objek­ti­ve Pflicht des Staa­tes, für eine gerech­te Sozi­al­ord­nung zu sor­gen, die Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tung obliegt indes­sen vor­nehm­lich der eigen­ver­ant­wort­li­chen Gestal­tung des Gesetz­ge­bers, wobei ihm ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum ein­ge­räumt ist 44, und führt auch in der Zusam­men­schau mit dem Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG) regel­mä­ßig – wie auch vor­lie­gend – nicht zu Beschrän­kun­gen des Gesetz­ge­bers 45; ins­be­son­de­re kann es nicht zur Kor­rek­tur jeg­li­cher hart oder unbil­lig erschei­nen­den Fol­gen von gesetz­li­chen Rege­lun­gen die­nen 46.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 29. August 2012 – B 12 KR 3/​11 R
Bio­gas­an­la­ge in der Umsatz­steu­er Über­gibt ein Land­wirt dem Betrei­ber einer Bio­gas­an­la­ge auf­grund einer zwi­schen bei­den geschlos­se­nen Ver­ein­ba­rung Bio­mas­se, die im Eigen­tum des Land­wirts ver­bleibt und ledig­lich zur Gewin­nung von…
erhöh­ten Säum­nis­zu­schlä­gen auf die Bei­trags­rück­stän­de… Eine gesetz­li­che Kran­ken­kas­se kann auf­grund einer ent­spre­chen­den sat­zungs­mä­ßi­gen Bestim­mung von ihren frei­wil­lig ver­si­cher­ten Mit­glie­dern erhöh­te Säum­nis­zu­schlä­ge – im Streit­fall in Höhe von 5 % statt…
Erlass von Säum­nis­zu­schlä­gen aus sach­li­chen… Säum­nis­zu­schlä­ge, die auf einer mate­ri­ell rechts­wid­ri­gen und des­we­gen auf Grund eines Rechts­be­helfs des Steu­er­pflich­ti­gen geän­der­ten Jah­res­steu­er­fest­set­zung beru­hen, sind aus sach­li­chen Bil­lig­keits­grün­den zu erlas­sen, wenn der…
Bei­trags­hö­he in der frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung Grund­sätz­lich bie­ten Rege­lun­gen der "Ein­heit­li­chen Grund­sät­ze zur Bei­trags­be­mes­sung frei­wil­li­ger Mit­glie­der der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und wei­te­rer Mit­glie­der­grup­pen sowie zur Zah­lung und Fäl­lig­keit der von Mit­glie­dern selbst…
vom 26.03.2007, BGBl I 378[↩][↩]
vgl Art 46 Abs 1 GKV-WSG, BGBl I 2007, 378, 471[↩]
zustim­mend Met­te in Beck'scher Online-Kom­men­tar, § 24 SGB IV RdNr 7a, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung März 2012; aA Roß­bach in Kreikebohm/​Spellbrink/​Waltermann, Kom­men­tar zum Sozi­al­recht, 2. Aufl 2011, § 24 SGB IV RdNr 6[↩]
vgl zB BSG SozR 4 – 5910 § 111 Nr 1 RdNr 9[↩]
BSG SozR 4 – 4300 § 335 Nr 1 RdNr 13 mit zahl­rei­chen Nach­wei­sen[↩]
zu deren Vor­aus­set­zun­gen vgl zB BVerfGE 128, 90, 106 f = SozR 4 – 1100 Art 14 Nr 23 RdNr 45, 47 mwN[↩]
i.d.F. des Ers­ten Geset­zes zum Abbau büro­kra­ti­scher Hemm­nis­se ins­be­son­de­re in der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft vom 22.08.2006, BGBl I 1970[↩]
vom 08.10.1991 i.d.F. des 17. Nach­tra­ges vom 18.12.1996[↩]
vgl zum Streit­stand: Bai­er in Kraus­kopf, Sozia­le Krankenversicherung/​Pflegeversicherung, § 23 SGB IV RdNr 8, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Novem­ber 2011 mwN[↩]
so gefor­dert von Sege­brecht in juris­PK-SGB IV, 2. Aufl 2011, § 24 RdNr 50, 52 f[↩]
wie hier zB See­wald in Kas­se­ler Komm, § 24 SGB IV RdNr 8, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Okto­ber 2008; Roß­bach in Kreikebohm/​Spellbrink/​Waltermann, Kom­men­tar zum Sozi­al­recht, 2. Aufl 2011, § 24 SGB IV RdNr 6; Bai­er in Kraus­kopf, Sozia­le Krankenversicherung/​Pflegeversicherung, § 24 SGB IV RdNr 15, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung März 2007[↩]
BT-Drucks 16/​3100 S 182 [↩]
in der bis zum 31.03.2007 gel­ten­den Fas­sung des Geset­zes zur Ein­ord­nung des Sozi­al­hil­fe­rechts in das Sozi­al­ge­setz­buch vom 27.12.2003, BGBl I 3022[↩]
vgl hier­zu BSGE 76, 28 = SozR 3 – 2500 § 191 Nr 2[↩]
so im Ergeb­nis auch SG Darm­stadt Urteil vom 25.02.2011 – S 13 KR 244/​09;; SG Aachen Urteil vom 11.01.2011 – S 13 KR 234/​10;; kri­tisch See­wald in Kas­se­ler Komm, § 24 SGB IV RdNr 9 ff, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Okto­ber 2008; Bai­er in Kraus­kopf, Sozia­le Krankenversicherung/​Pflegeversicherung, § 24 SGB IV RdNr 14, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung März 2007[↩]
stRspr des BVerfG, vgl zB BVerfGE 129, 49, 68 f mwN; und BVerfGE 113, 167, 214 f = SozR 4 – 2500 § 266 Nr 8 RdNr 83[↩]
vgl BVerfGE 82, 126, 146; 88, 87, 97[↩]
vom 13.06.1994, BGBl I 1229[↩]
vgl Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zum Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung von Vor­schrif­ten des Sozi­al­ge­setz­bu­ches über den Schutz der Sozi­al­da­ten sowie zur Ände­rung ande­rer Vor­schrif­ten, BT-Drucks 12/​5187 S 27 f und S 30 Zu Num­mer 8 Zu Absatz 1[↩]
vgl zu die­sem Aspekt der Ver­gleich­bar­keit BVerfGE 40, 121, 139 f = SozR 2400 § 44 Nr 1 S 6 f mwN; BVerw­GE 124, 178, 185[↩]
BVerfGE 75, 78, 107 = SozR 2200 § 1246 Nr 142 S 468; BAGE 87, 180, 184[↩]
vgl auch BVerfGE 102, 68, 87 = SozR 3 – 2500 § 5 Nr 42 S 184[↩]
vgl BVerfGE 113, 167, 215 = SozR 4 – 2500 § 266 Nr 8 RdNr 84 ff mwN[↩]
BSG SozR 4 – 2400 § 24 Nr 5 RdNr 15; BSG SozR 4 – 2500 § 266 Nr 4 RdNr 15; BSGE 35, 78 = SozR Nr 1 zu § 397a RVO; BSG Urteil vom 23.10.1987 – 12 RK 11/​86 – ZIP 1988, 984, 985[↩]
BSGE 92, 150, 152 = SozR 4 – 2400 § 24 Nr 2, RdNr 12; BSGE 88, 146, 152 = SozR 3 – 2400 § 24 Nr 4 S 15[↩]
BSGE 92, 150, 152 = SozR 4 – 2400 § 24 Nr 2, RdNr 12[↩]
vgl BVerfGE 123, 186, 264 f = SozR 4 – 2500 § 6 Nr 8 RdNr 233 mwN[↩]
zur Ände­rung des § 191 vgl Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/​CSU und SPD zum Ent­wurf des GKV-WSG, BT-Drucks 16/​3100 S 159 zu Num­mer 139 [↩]
Gesetz­ent­wurf zum GKV-WSG, aaO, S 182 zu Art 5 Num­mer 1a [↩]
vgl BVerfG SozR 4 – 2600 § 68 Nr 2 RdNr 53; BVerfGE 75, 78, 101 = SozR 2200 § 1246 Nr 142 S 464; BVerfGE 76, 220, 241 = SozR 4100 § 242b Nr 3 S 14; BVerfGE 100, 1, 37 = SozR 3 – 8570 § 10 Nr 3 S 51[↩]
vgl Gesetz­ent­wurf zum GKV-WSG, BT-Drucks 16/​3100 S 182 zu Art 5 Num­mer 1a [↩]
vgl Stel­lung­nah­me der Sach­ver­stän­di­gen Dr. Pfeif­fer in der 21. Sit­zung des Aus­schus­ses für Gesund­heit am 25.10.2010, Pro­to­koll Nr 17/​21 S 9; Ergeb­nis der Bespre­chung des Fach­aus­schus­ses Grund­satz­fra­gen und Gesund­heits­po­li­tik des GKV-Spit­zen­ver­ban­des vom 03.11.2009, Die Bei­trä­ge 2010, 81, 82 und 88; Greß/​Walendzik/​Wasem, Aus­wir­kun­gen der Rege­lun­gen des GKV-WSG auf Nicht­ver­si­che­rung im deut­schen Kran­ken­ver­si­che­rungs­sys­tem, Exper­ti­se für die Hans-Böck­ler-Stif­tung, Okto­ber 2008, S 20, unter Hin­weis auf die Pres­se­mit­tei­lung der Spit­zen­ver­bän­de der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen vom 25.06.2008, jeweils recher­chiert im August 2012[↩]
zu die­sem Maß­stab vgl BVerfGE 102, 68, 87 = SozR 3 – 2500 § 5 Nr 42 S 184 mwN[↩]
vgl Mer­ten, DÄ 2007, A 1280, 1281: "sanf­te Sank­tio­nen"[↩]
BGBl I 2954[↩]
vgl § 4 der Ein­heit­li­chen Grund­sät­ze zur Erhe­bung von Bei­trä­gen, zur Stun­dung, zur Nie­der­schla­gung und zum Erlass sowie zum Ver­gleich von Bei­trags­an­sprü­chen – Bei­trags­er­he­bungs­grund­sät­ze – vom 17.02.2010, Die Bei­trä­ge 2010, 269, 271; Rund­schrei­ben des GKV-Spit­zen­ver­ban­des zur Erhe­bung von Bei­trä­gen, Stun­dung, Nie­der­schla­gung und Erlass von Bei­trags­an­sprü­chen, Die Bei­trä­ge 2010, 568, 569[↩]
hier­zu Bei­trags­er­he­bungs­grund­sät­ze, aaO; zur vor­her­ge­hen­den Übung Sie­ben in Fig­ge, Sozi­al­ver­si­che­rungs-Hand­buch Bei­trags­recht, 7.05.04.1, S 132/​1 ff, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Novem­ber 2005[↩]
sie­he dazu die Gemein­sa­me Ver­laut­ba­rung der Spit­zen­ver­bän­de der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger vom 09.11.1994, Die Bei­trä­ge 1995, 99, 106 ff; dem fol­gend Mar­bur­ger, DÖD 2012, 8, 11 f; Schma­lor, Der Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag, 8. Aufl 2003, S 451 ff; sie­he auch Sie­ben, aaO, 7.05.03.3.5, S 129, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Novem­ber 2006[↩]
bzgl der Ren­ten­an­trag­stel­ler sie­he Peters in Kas­se­ler Komm, § 189 SGB V RdNr 9, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung April 2010[↩]
BVerfGE 97, 271, 286 = SozR 3 – 2940 § 58 Nr 1 S 7; BSG Urteil vom 11.10.2001 – B 12 KR 19/​00 R – SozVers 2002, 243, 245[↩]
BVerfGE 115, 25, 42 = SozR 4 – 2500 § 27 Nr 5 RdNr 19[↩]
vgl BVerfGE 97, 271, 286 = SozR 3 – 2940 § 58 Nr 1 S 7 mwN; BSG Urteil vom 11.10.2001 – B 12 KR 19/​00 R – SozVers 2002, 243, 245[↩]
BVerfGE 128, 90, 106 = SozR 4 – 1100 Art 14 Nr 23 RdNr 43 mwN[↩]
vgl BVerfGE 110, 412, 445; BSGE 108, 126 = SozR 4 – 2600 § 74 Nr 3, RdNr 66 – 67[↩]
vgl auch BSG SozR 4 – 7837 § 2 Nr 8 RdNr 45[↩]
BVerfGE 69, 272, 314 f = SozR 2200 § 165 Nr 81 S 135 f; BSG SozR 4 – 2500 § 5 Nr 4 RdNr 20 – 21; BSGE 108, 126 = SozR 4 – 2600 § 74 Nr 3, RdNr 66 – 67[↩]
Gesetzliche KrankenversicherungSäumniszuschlag