Source: http://doczz.com.br/doc/1272032/steuertipps---nieders%C3%A4chsisches-finanzministerium
Timestamp: 2018-04-24 21:02:19
Document Index: 50652927

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 51', '§ 52', '§ 67', '§ 23', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 53', '§ 53', '§ 54', '§ 52', '§ 61', '§ 58', '§ 56', '§ 60', '§ 57', '§ 57', '§ 58', '§ 55', '§ 63', '§ 63', '§ 63', '§ 14', '§ 65', '§ 66', '§ 67', '§ 67', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 136', '§ 68', '§ 68', '§ 132', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 67', '§ 58', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 14', '§ 5', '§ 3', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 65', '§ 5', '§ 64', '§ 24', '§ 23', '§ 3', '§ 64', '§ 8', '§ 11', '§ 5', '§ 44', '§ 44', '§ 52', '§ 6', '§ 52', '§ 10', '§ 40', '§ 40', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 52', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 75', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 41', '§ 8', '§ 8', '§ 69']

Steuertipps - Niedersächsisches Finanzministerium
I NFORMATIONSBROSCHÜRE
Die Bedeutung der Gemeinnützigkeit
Steuervergünstigungen durch Gemeinnützigkeit
Welche Betätigungen sind aus steuerlicher
Sicht unbeachtlich?
Voraussetzungen für die Anerkennung der
Vergütungen an Vorstandsmitglieder
Welche Einnahmen eines Vereins sind steuerfrei,
Welche wirtschaftlichen Betätigungen eines
Vereins sind steuerbegünstigt, welche steuerpflichtig?
Was ist unter einem Zweckbetrieb zu verstehen?
Beispiele für steuerbegünstigte Zweckbetriebe
Wann sind sportliche Veranstaltungen nicht mehr
steuerbegünstigt (Zweckbetriebsgrenze)?
Verzicht auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze
Wie wirkt sich ein Verzicht auf die Zweckbetriebsgrenze
Wann gilt ein Sportler als bezahlt?
In welchen Fällen ist der Verzicht auf die Anwendung
der Zweckbetriebsgrenze für den Verein günstiger?
2.3 Wann ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Bis zu welcher Höhe sind Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb eines Vereins von Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit?
Steuerfreiheit bei mehreren wirtschaftlichen
Geschäftsbetrieben eines Vereins
Verfahren bei Überschreitung der Besteuerungsgrenze
Ermittlung des Gewinns bei anderen wirtschaftlichen
Die Unternehmereigenschaft von Vereinen
Umsatzsteuer für im Ausland erworbene Gegenstände
Aufzeichnungen und Abgabe von Steuererklärungen
Steuerbegünstigte (gemeinnützige, mildtätige und kirchliche)
Vereine i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG
Nicht als gemeinnützig anerkannte Vereine
Was ist unter steuerbegünstigten Zuwendungen
Wer kann Empfänger steuerbegünstigter
Zuwendungen sein?
Welche Zuwendungen können steuerlich abgesetzt
Wichtig für Spender und Spendenempfänger
Zuwendungsbestätigung des Empfängers
Sonderregelung für Kleinspenden bis 200 €
Höchstgrenze des Spendenabzugs
Sonderregelung für Großspenden
Nachweis über Einnahme und Verwendung der
Wer ist Arbeitnehmer eines Vereins, wer nicht?
Typische Arbeitnehmertätigkeiten in einem Verein
Was ist nicht als Arbeitnehmertätigkeit anzusehen?
Wer übt eine selbständige Tätigkeit aus?
Wie ist ein Aufwandsersatz steuerlich zu behandeln?
Lohnsteuerpflichtiger Aufwandsersatz
Lohnsteuerfreier Aufwandsersatz
Wie sind die für Auswärtstätigkeiten vom Verein
erstatteten Reisekosten steuerlich zu behandeln?
Steuervergünstigungen nach § 3 Nr. 26 EStG
(„Übungsleiterpauschale“)
Wer erhält die Steuerbefreiung?
Wann liegt eine nebenberufliche Tätigkeit vor?
Welche Tätigkeiten für welche Auftraggeber fallen
unter die Steuerbefreiung?
Beachtung der Höchstgrenze für die Steuerbefreiung
Wer betätigt sich als Übungsleiter usw.?
Wer übt eine Pflegetätigkeit aus?
Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26a EStG für
Kassenwarte usw.
Wie ist der steuerfreie Betrag zu behandeln?
Kirchensteuerabzug bei Lohnsteuerpauschalierung
Aufzeichnungen und Steueranmeldungen
1 Auszug aus der Abgabenordnung (Steuerbegünstigte Zwecke)
2 Mustersatzung für einen Verein
3 Vordruckmuster für Zuwendungsbestätigungen
Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Kapitalertragsteuer, Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Lotteriesteuer, Lohnsteuer.
Die einzelnen Steuerarten sind hinsichtlich ihrer Anwendung auf Vereine insbesondere mit Blick auf die entsprechenden Steuervergünstigungen für Vereine
in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.
Auch für Vereine bleibt der unkorrekte Umgang mit dem Steuerrecht
nicht ohne rechtliche Konsequenzen. Also lieber rechtzeitig informieren.
Als gemeinnützig anerkannt werden können nur Körperschaften im Sinne des
§ 1 Körperschaftsteuergesetz (KStG). Es handelt sich dabei u.a. um:
Kapitalgesellschaften [AG, GmbH, Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)],
Betriebe gewerblicher Art der juristischen Personen des öffentlichen
Rechts (z. B. kommunale Kindergärten).
Eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit bei Personengesellschaften und Gesellschaften des bürgerlichen Rechts ist dagegen nicht möglich.
Diese Broschüre ist in erster Linie auf Vereine ausgerichtet. Die folgenden Ausführungen gelten jedoch überwiegend auch für die übrigen oben aufgezählten
Körperschaften entsprechend.
Ein Verein kann von Steuerzahlungen nur befreit werden, wenn die Gemeinnützigkeit anerkannt wird. Der Begriff der Gemeinnützigkeit ist zentral für die steuerliche Zuordnung eines Vereins, einer Stiftung oder anderer Körperschaften.
Die Tätigkeiten eines Vereins werden steuerlich wie folgt unterschieden:
Ideeller Bereich, Vermögensverwaltung, Zweckbetrieb, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Alle vier Bereiche werden steuerlich unterschiedlich behandelt
und müssen dahingehend differenziert voneinander betrachtet werden.
Um sich gegenüber den Spendern, die ihre Spenden Steuer mindernd absetzen
wollen, richtig zu verhalten, ist es unabdingbar, sich im Bereich der Spendenregelungen sachkundig zu machen. Dasselbe gilt auch, um einer Haftung des
Vereins gegenüber dem Finanzamt, die bei Missbrauch von Zuwendungsbestätigungen eintritt, entgegenzuwirken.
Unter bestimmten Voraussetzungen wird der Verein zum ganz „normalen“
Arbeitgeber und unterliegt dann bestimmten Pflichten:
Wann der Verein z.B. verpflichtet ist, Lohnsteuer für bestimmte mitarbeitende
Personen abzuführen, wird durch ein Gesamtbild der Tätigkeit für den Verein
festgelegt. Zu den wesentlichen Regelungen zählen in diesem Zusammenhang
die Steuerbefreiungen für nebenberuflich tätige Übungsleiter, Vereinsvorsitzende, Kassenwarte usw.
Vereine unterliegen grundsätzlich mit allen Einkünften der unbeschränkten
Körperschaftsteuerpflicht. Sie sind allerdings von Steuerzahlungen befreit, soweit sie gemeinnützige Zwecke verfolgen. Diese Steuerbefreiung gilt nicht nur
für die Körperschaftsteuer, sondern auch für die Gewerbesteuer. Denn gemeinnützige Vereine entlasten den Staat, da dieser durch die gemeinnützige
Tätigkeit von Vereinen Steuermittel spart.
Die Steuerfreiheit für gemeinnützige Vereine erstreckt sich nur auf den sog.
ideellen Bereich der Vereinstätigkeit.
Aus der Verfolgung gemeinnütziger Zwecke resultieren steuerliche
Vorteile, soweit die Einkünfte dem ideellen Bereich der Vereinstätigkeit – in Abgrenzung zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb – zuzuordnen sind.
Betätigt sich der Verein wirtschaftlich, tritt er in Wettbewerb mit „normalen“
steuerpflichtigen Unternehmen. Die Steuergerechtigkeit verlangt deshalb, dass
sich der Verein insoweit auch wie ein erwerbswirtschaftlich Tätiger behandeln
lassen und die Erträge aus dieser wirtschaftlichen Betätigung grundsätzlich versteuern muss. Dies ist nur dann nicht der Fall, wenn die wirtschaftliche Betätigung als Zweckbetrieb zu beurteilen ist, d.h. die gemeinnützigen Zwecke im
Wesentlichen nur durch einen solchen Geschäftsbetrieb erreicht werden können.
1.1 Steuervergünstigungen durch Gemeinnützigkeit
Wird ein Verein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, sind damit folgende Steuervergünstigungen verbunden, die jedoch nur für die ideelle Tätigkeit
des Vereins, die Vermögensverwaltung und die Zweckbetriebe angewendet
Steuerfreiheit bei Körperschaft- und Gewerbesteuer (siehe S. 43 f.),
Abstandnahme vom Kapitalertragsteuerabzug bzw. Erstattung der
Kapitalertragsteuer (siehe S. 44 f.),
Befreiung von der Grundsteuer (siehe S. 47),
Befreiung von der Schenkung- und Erbschaftsteuer (siehe S. 48),
Besteuerung der Umsätze mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % bei der
Umsatzsteuer (siehe S. 36),
Befreiung von der Lotteriesteuer, wenn bei genehmigten Lotterien und
Ausspielungen der Gesamtpreis der Lose den Wert von 40.000 € nicht
übersteigt (siehe S. 50),
Berechtigung zur Annahme von Spenden, die der Geber steuerlich absetzen kann (siehe S. 50 ff.),
Zahlungen, die der gemeinnützige Verein an für den Verein nebenberuflich tätige Personen leistet, sind aus Sicht der nebenberuflich Tätigen bis
zu einem Betrag von 2.100 € bei Übungsleitern usw. und bis zu 500 € bei
Vereinsvorsitzenden, Kassenwarten usw. steuerfrei (siehe S. 57 und 62).
Durch diese weit reichenden Steuervergünstigungen zahlen die meisten gemeinnützigen Vereine keine Steuern.
1.2 Was ist gemeinnützig?
Das Gemeinnützigkeitsrecht ist in den §§ 51 ff. der Abgabenordnung (AO, Anhang 1) geregelt. Als gemeinnützige Zwecke kommen die in § 52 Abs. 2 AO
aufgeführten Zwecke in Betracht, die grundsätzlich abschließend aufgeführt
Die Gemeinnützigkeit eines Vereins ergibt sich aus seiner satzungsmäßigen Zielsetzung. Was als gemeinnützige Zielsetzung anzusehen
ist, legt das Gesetz genau fest.
die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen
Gesundheitspflege, insbesondere die Verhütung und Bekämpfung von
übertragbaren Krankheiten, auch durch Krankenhäuser im Sinne des § 67
AO, und vor Tierseuchen;
Studentenhilfe;
Bundesnaturschutzgesetzes und der Naturschutzgesetze der Länder, des
Umweltschutzes, des Küstenschutzes und des Hochwasserschutzes;
die Förderung des Wohlfahrtswesens, insbesondere der Zwecke der
amtlich anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege (§ 23 Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung), ihrer Unterverbände und ihrer angeschlossenen Einrichtungen und Anstalten;
Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler, Kriegsopfer, Kriegshinterbliebene, Kriegsbeschädigte und Kriegsgefangene, Zivilbeschädigte und Behinderte sowie Hilfe für Opfer von Straftaten; Förderung des
Andenkens an Verfolgte, Kriegs- und Katastrophenopfer; Förderung des
Suchdienstes für Vermisste;
die Förderung des Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutzes sowie
der Unfallverhütung;
der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens;
die Förderung der Tierzucht, der Pflanzenzucht, der Kleingärtnerei, des traditionellen Brauchtums einschließlich des Karnevals, der
Fastnacht und des Faschings, der Soldaten- und Reservistenbetreuung, des Amateurfunkens, des Modellflugs und des Hundesports;
die allgemeine Förderung des demokratischen Staatswesens im Geltungsbereich des Grundgesetzes; hierzu gehören nicht Bestrebungen, die nur
bestimmte Einzelinteressen staatsbürgerlicher Art verfolgen oder die auf
den kommunalpolitischen Bereich beschränkt sind;
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass § 52 Abs. 2 Nr. 25 AO
keinen eigenen gemeinnützigen Zweck begründet, sondern lediglich der Hervorhebung der Bedeutung, die ehrenamtlicher Einsatz für unsere Gesellschaft
hat, dient.
Auch Zwecke, die nicht direkt im Katalog des § 52 Abs. 2 AO genannt sind,
können gemeinnützig sein, wenn sie hinsichtlich der Merkmale, die ihre steuerrechtliche Förderung rechtfertigen, mit den in § 52 Abs. 2 AO aufgeführten
Zwecken identisch sind.
Beispiele für identische – und damit gemeinnützige – Zwecke anhand der in
§ 52 Abs. 2 Nr. 23 AO genannten Freizeitzwecke:
Bau und Betrieb von Schiffs-, Auto-, Eisenbahn- und Drachenflugmodellen
CB-Funken
Beispiele für nicht identische – und damit nicht gemeinnützige – Zwecke:
Amateurfilmen und –fotografieren,
Brett- und Kartenspiele (z.B. Skat, Bridge),
Sammeln von Gegenständen (z.B. Briefmarken, Münzen, Autogrammkarten) und
Tätigkeit von Reise- und Touristik-, Sauna-, Geselligkeits-, Kosmetik- und
Oldtimervereinen.
Sollte sich der von Ihrem Verein zu fördernde Zweck nicht in dem Katalog des
§ 52 Abs. 2 AO wiederfinden und auch nicht identisch mit den genannten
Zwecken sein, so besteht – vorausgesetzt alle übrigen gesetzlichen Anforderungen werden erfüllt, d.h. die Allgemeinheit wird auf materiellem, geistigem
oder sittlichen Gebiet entsprechend selbstlos gefördert – die Möglichkeit, bei
dem zuständigen Finanzamt um eine Prüfung zu bitten, ob dieser Zweck ggf.
als gemeinnützig erklärt werden kann (§ 52 Abs. 2 Sätze 2 und 3 AO). Die
Anerkennung der Gemeinnützigkeit solcher Zwecke ist bundeseinheitlich abzustimmen.
Die Pflege der Geselligkeit ist mit keinem der in § 52 Abs. 2 AO genannten
Zwecke identisch. Vereine, bei denen die Geselligkeit im Vordergrund steht,
können daher nicht gemeinnützig sein. Gelegentlich gesellige Zusammenkünfte, die im Vergleich zur Steuerbegünstigung von untergeordneter Bedeutung
sind, schließen die Gemeinnützigkeit jedoch nicht aus. Geselligkeit darf jedoch
kein Satzungszweck sein.
Steuerbegünstigt ist nicht nur die Verfolgung gemeinnütziger Zwecke, sondern
auch die Verfolgung mildtätiger Zwecke.
Mildtätige Zwecke i. S. d. § 53 AO sind gegeben, wenn die Tätigkeit des Vereins
darauf gerichtet ist, Personen selbstlos zu unterstützen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen
oder wirtschaftlich hilfsbedürftig sind.
Ob eine wirtschaftliche Hilfsbedürftigkeit vorliegt, ergibt sich im Einzelnen aus
§ 53 Nr. 2 AO (siehe Anhang 1).
Des Weiteren wird die Verfolgung kirchlicher Zwecke steuerlich begünstigt
(§ 54 AO). Ein Verein verfolgt kirchliche Zwecke, wenn seine Tätigkeit darauf
ausgerichtet ist, eine Religionsgemeinschaft, die den Status einer Körperschaft
des öffentlichen Rechts hat, selbstlos zu fördern. Begünstigt ist z.B. die Unterhaltung von kirchlichen Gemeindehäusern. Bei Religionsgemeinschaften,
die nicht Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, kann nach § 52 Abs. 2
Nr. 2 AO wegen Förderung der Religion eine Anerkennung als gemeinnützige
Körperschaft in Betracht kommen.
Die Anerkennung als steuerbegünstigter Verein setzt voraus, dass dessen Tätigkeit der Allgemeinheit zugute kommt. Unter „Allgemeinheit“ ist die Bevölkerung von Deutschland bzw. ein Ausschnitt daraus zu verstehen, denn der
deutsche Staat gewährt den privaten gemeinnützigen Körperschaften die Steuerbefreiungen, weil diese Gemeinwohlaufgaben übernehmen, die der Staat
ansonsten selbst aus Steuergeldern finanzieren müsste. Allerdings können steuerbegünstigte inländische Körperschaften ihre gemeinnützigen Zwecke grundsätzlich auch im Ausland verwirklichen. Dies gilt insbesondere bei der Förderung
der Entwicklungshilfe in einem Entwicklungsland und der humanitären Hilfe bei
Katastrophen. Diese Arten der Förderung entfalten positive Rückwirkungen auf
das Ansehen Deutschlands und die deutsche Bevölkerung (Allgemeinheit); der
Staat hätte ansonsten auch in diesen Fällen Hilfe aus Steuermitteln zu leisten.
Notwendige Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit ist eine erkennbare Förderung der Allgemeinheit.
Die Allgemeinheit in diesem Sinne wird jedoch dann nicht gefördert, wenn der
Kreis der geförderten Personen fest abgeschlossen ist (z.B. durch die Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens) oder infolge
seiner Abgrenzung dauernd nur klein sein kann.
Ein Verein, dessen Tätigkeit in erster Linie seinen Mitgliedern zugute kommt
(insbesondere Sportvereine und Vereine zur Förderung von Freizeitaktivitäten),
fördert nur dann die Allgemeinheit, wenn er für jedermann offen ist. Wenn er
z.B. den Kreis der Mitglieder durch hohe Aufnahmegebühren und / oder hohe
Mitgliedsbeiträge klein hält, ist das nicht der Fall.
Um eine klare Abgrenzung vornehmen zu können, sind Betragsgrenzen eingeführt worden. Bis zu den im Folgenden genannten Höchstbeträgen kann eine
Förderung der Allgemeinheit anerkannt werden:
Mitgliedsbeiträge und sonstige Mitgliedsumlagen dürfen zusammen nicht
mehr als 1.023 € je Mitglied und Jahr und
Aufnahmegebühren für die im Jahr aufgenommenen Mitglieder dürfen
1.534 € je Mitglied nicht übersteigen.
Zusätzlich darf der Verein eine Investitionsumlage von höchstens 5.113 € innerhalb von 10 Jahren je Mitglied erheben.
Zur Prüfung, ob eine Förderung der Allgemeinheit innerhalb der oben genannten Höchstbeträge vorliegt, werden jeweils die durchschnittlichen Werte
herangezogen. D.h. die von allen Mitgliedern gezahlten Mitgliedsbeiträge sind
zu addieren und die sich daraus ergebende Summe ist durch die Anzahl der
zu berücksichtigenden Mitglieder zu dividieren. Eine gleiche Berechnung ist für
die Aufnahmegebühren durchzuführen. Umlagen (ohne Investitionsumlagen)
sind bei der Berechnung der durchschnittlichen Mitgliedsbeiträge oder Aufnahmegebühren zu berücksichtigen. Diese Durchschnittsberechnung erlaubt den
Vereinen, Beiträge, Umlagen und Aufnahmegebühren z.B. für Jugendliche, für
Familien und für finanziell schlechter gestellte Mitglieder zu ermäßigen. Soweit die Aufnahme von Mitgliedern aus finanziellen, technischen oder anderen
sachlichen Gründen begrenzt ist, steht dies der Annahme einer Förderung der
Allgemeinheit nicht entgegen, wenn der Begrenzung der Mitgliederzahl sachgerechte Erwägungen zugrunde liegen.
Ein Tennisclub nimmt nur so viele Mitglieder auf, wie es die Kapazität der zur
Verfügung stehenden Spielfelder zulässt.
Verwirklicht der Verein seine steuerbegünstigten Zwecke im Ausland, müssen
dadurch natürliche Personen mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt im
Inland gefördert werden oder die Vereinstätigkeit neben der Verwirklichung der
steuerbegünstigten Zwecke auch zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland beitragen können.
Die förderungswürdigen gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecke
müssen zudem selbstlos verfolgt werden. Selbstlosigkeit bedeutet: Der Verein
muss die satzungsmäßigen Zwecke uneigennützig verfolgen, d.h. die Tätigkeit
des Vereins darf nicht auf eigenwirtschaftliche Interessen des Vereins, der Gesamtheit der Mitglieder oder einzelner Personen gerichtet sein.
Selbstloses Verhalten liegt nur dann vor, wenn der Verein nicht in erster Linie
eigenwirtschaftliche Zwecke – z.B. gewerbliche Zwecke oder sonstige Erwerbszwecke – fördert.
Dies bezieht sich sowohl auf die eigene wirtschaftliche Tätigkeit eines Vereins
als auch auf die Erwerbstätigkeit seiner Mitglieder. Ist also die Tätigkeit eines
Vereins in erster Linie auf die Mehrung seines eigenen Vermögens oder die
Mehrung der Vermögen seiner Mitglieder gerichtet, handelt er nicht selbstlos.
Selbstloses Handeln verlangt auch, dass der Verein
seine (sämtlichen) Mittel nur für die satzungsmäßigen (ideellen) Zwecke
verwendet. Dies gilt auch für die Gewinne aus Zweckbetrieben (siehe
S. 18 ff.) und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben (siehe S. 28 ff.);
keine Zuwendungen an Mitglieder gewährt. Unschädlich sind aber Annehmlichkeiten, wie sie im Rahmen der Betreuung von Mitgliedern allgemein
üblich und nach der Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen sind;
keine Person durch Ausgaben, die seinem Zweck fremd sind oder durch
unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt, z.B. durch Zahlung
unverhältnismäßig hoher Aufwandsentschädigungen, Sitzungsgelder,
Reisekosten an Vorstandsmitglieder, Beiratsmitglieder o.Ä. Unschädlich ist
dagegen der Ersatz von Aufwendungen, die Mitgliedern durch die Tätigkeit
für den Verein entstanden sind, soweit es sich nicht um den Ersatz von Zeitaufwand handelt. Der Aufwandsersatz kann nur auf der Basis einer im Voraus getroffenen klaren, eindeutigen Vereinbarung mit dem Vereinsmitglied
geleistet werden (zu empfehlen ist aus Gründen der Beweisvorsorge immer
die Schriftform). Fahrt- und Reisekosten können pauschal nur in Höhe des
lohnsteuerlich zugelassenen Umfangs, im Übrigen nur auf der Grundlage
von Einzelnachweisen ersetzt werden; zur Zulässigkeit von Vergütungen an
Vorstandsmitglieder vgl. S. 20;
sein Vermögen bei seiner Auflösung oder bei Wegfall seines bisherigen
Zwecks nur für steuerbegünstigte Zwecke, wie z.B. für andere gemeinnützige Vereine, verwendet (Grundsatz der Vermögensbindung). Hiermit soll
verhindert werden, dass Vereinsvermögen, das aufgrund der Steuervergünstigungen gebildet worden ist, später zu nicht begünstigten Zwecken
verwendet wird. Die satzungsmäßigen Anforderungen an die Vermögensbindung sind in den §§ 61 und 62 AO (siehe Anhang 1) geregelt. Eine satzungsmäßige Vermögensbindung an eine bspw. nicht unbeschränkt steuerpflichtige ausländische Körperschaft genügt diesen Anforderungen nicht;
seine Mittel grundsätzlich zeitnah für seine steuerbegünstigten satzungsgemäßen Zwecke einsetzt. Zeitnah heißt, dass die Mittel spätestens in dem auf
den Zufluss folgenden Kalender- oder Wirtschaftsjahr für die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden müssen. Die Bildung von
Rücklagen ist nur in eingeschränktem Maße (§ 58 Nr. 6 und 7 AO) zulässig.
Eine weitere wichtige Voraussetzung der Gemeinnützigkeit ist die Ausschließlichkeit. Nach § 56 AO darf ein Verein nur den steuerbegünstigten Zweck bzw.
die steuerbegünstigten Zwecke verfolgen, die er in seiner Satzung festgelegt
Will ein Verein weitere steuerbegünstigte Zwecke fördern, die bisher in der Satzung nicht genannt sind, ist eine Satzungsänderung erforderlich, die auch wieder den Erfordernissen des § 60 AO entsprechen muss.
Weiterhin fordert die Gemeinnützigkeit, dass ein Verein seine steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke grundsätzlich unmittelbar verfolgen muss
(§ 57 AO). Dies bedeutet, jeder Verein muss diese Zwecke selbst verwirklichen.
Jedoch lässt § 57 Abs. 1 S. 2 AO eine Ausnahme von diesem Grundsatz zu:
Die Verwirklichung der steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke kann auf
Hilfspersonen übertragen werden, wenn das Wirken der Hilfspersonen wie eigenes Wirken des Vereins anzusehen ist. Das bedingt wiederum, dass der Verein
jederzeit rechtlich und tatsächlich auf die Tätigkeit der Hilfspersonen einwirken
und Inhalt und Umfang ihrer Tätigkeit bestimmen können muss. Hilfspersonen
können natürliche und steuerlich begünstigte oder nicht begünstigte juristische
Personen (z.B. Wohlfahrtseinrichtungen, öffentliche Dienststellen) sein. Ein Handeln als Hilfsperson begründet keine eigene steuerbegünstigte Tätigkeit.
Welche Betätigungen sind aus steuerlicher Sicht unbeachtlich?
Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Tätigkeit eines Vereins auch dann
als gemeinnützig anzusehen, wenn die oben geschilderten Grundsätze nicht
in allen Punkten erfüllt werden. § 58 AO enthält dazu eine abschließende Aufzählung von Tätigkeiten, die Ausnahmen von den Geboten der Selbstlosigkeit,
Ausschließlichkeit oder Unmittelbarkeit darstellen, die jedoch die Anerkennung
der Gemeinnützigkeit und damit die Steuervergünstigung nicht antasten.
Ein gemeinnütziger Verein muss die in der Satzung festgeschriebenen
Zwecke gemäß den Geboten der Selbstlosigkeit, Ausschließlichkeit
und Unmittelbarkeit verfolgen. Ausnahmen sind als „steuerlich unschädliche Betätigungen“ vom Gesetz genau festgelegt.
Es handelt sich dabei u.a. um folgende Tätigkeiten:
die Weitergabe von Mitteln an andere steuerbegünstigte Körperschaften. Die Regelung ermöglicht es, sog. Fördervereine und Spendensammelvereine, die ihre steuerbegünstigten Zwecke nicht selbst verwirklichen, als gemeinnützig anzuerkennen. Auch die Weitergabe von
Mitteln an Körperschaften des öffentlichen Rechts (z.B. kommunale Kindergärten) zur Verwirklichung steuerbegünstigter Zwecke ist unschädlich;
die Bildung von Rücklagen. An sich steht dies dem Gebot der zeitnahen
Mittelverwendung entgegen und ist deshalb nur in eingeschränktem Maße
zulässig. So darf ein Verein u.a. zweckgebundene Rücklagen bilden. Diese
Rücklage darf nur für bestimmte steuerbegünstigte Vorhaben (z.B. Bau eines
Vereinsheims) gebildet und verwendet werden. Für die Verwirklichung des
Projekts, für das die Rücklage gebildet wurde, muss eine konkrete Zeitvorstellung bestehen. Weiterhin ist die Bildung einer Betriebsmittelrücklage für
periodisch wiederkehrende Ausgaben (z.B. Gehälter, Mieten) zulässig. Freie
Rücklagen können jährlich bis zur Höhe von einem Drittel des Überschusses
aus der Vermögensverwaltung zuzüglich höchstens 10 % der sonstigen
nach § 55 Abs. 1 Nr. 5 AO zeitnah zu verwendenden Mittel gebildet werden. Mittel im Sinne dieser Vorschrift sind die Überschüsse bzw. Gewinne
aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und Zweckbetrieben sowie die Bruttoeinnahmen aus dem ideellen Bereich. Diese freien
Rücklagen sind für den Verein bis zur seiner Auflösung verfügbar und stehen
nicht unter dem Druck der zeitnahen Mittelverwendung. Die in die Rücklage eingestellten Mittel können auch dem Vermögen zugeführt werden;
die Veranstaltung geselliger Zusammenkünfte, die im Vergleich zu ihrer steuerbegünstigten Tätigkeit nur von untergeordneter Bedeutung ist;
die teilweise Förderung des bezahlten Sports (siehe S. 24 ff.);
die Aufstockung des Vermögens des Vereins durch Zuwendungen aufgrund
eines Spendenaufrufs, wenn aus dem Spendenaufruf diese Verwendung
der Mittel ersichtlich ist.
1.3 Voraussetzungen für die Anerkennung der
Grundlegende Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Steuervergünstigungen durch einen Verein ist, dass sich die Gemeinnützigkeit aus seiner Satzung ergibt.
Die Satzung muss die gemeinnützige Zielsetzung des Vereins genau
beschreiben. Die tatsächliche Geschäftsführung des Vereins muss dieser Zielsetzung exakt entsprechen. Die Überprüfung der Gemeinnützigkeit nimmt das Finanzamt vor.
Die Satzung muss so präzise gefasst sein, dass aus ihr unmittebar entnommen werden kann, ob die Voraussetzungen für die Gewährung der Steuervergünstigung vorliegen. Der Satzungszweck sowie die Art seiner Verwirklichung müssen genau bestimmt sein.
Die selbstlose Förderung des Satzungszwecks muss aus der Satzung
Die ausschließliche und unmittelbare Verfolgung des steuerbegünstigten
Zwecks muss aus der Satzung hervorgehen.
Zahlt der Verein die sog. „Ehrenamtpauschale“ oder sonst eine Vergütung an
Vorstandsmitglieder, ist dies nur bei Angemessenheit und einer zivilrechtlich
wirksamen Vereinbarung mit dem Grundsatz der Selbstlosigkeit zu vereinbaren. Da nach dem gesetzlichen Regelstatut des Bürgerlichen Gesetzbuches ein
Mitglied des Vorstands nur einen Anspruch auf Auslagenersatz hat, bedarf die
Zahlung einer Vergütung, also eines darüber hinaus gehenden Betrags, einer
ausdrücklichen Grundlage in der Satzung des Vereins. Zivilrechtlich unwirksam wäre also ein bloßer Beschluss des Vorstandes, dass einzelne Mitglieder
des Vorstandes oder alle Vorstandsmitglieder eine Tätigkeitsvergütung erhalten. Auf dieser Grundlage geleistete Zahlungen wären mit dem Grundsatz der
Selbstlosigkeit nicht zu vereinbaren.
Vergütungen für Vorstandsmitglieder müssen in der Satzung geregelt
Übergangsregelung: Sollten in der Vergangenheit pauschale Zahlungen an Vorstandsmitglieder ohne ausreichende satzungsmäßige Grundlage geleistet worden sein, beanstandet die Finanzverwaltung dies nicht, wenn die Mitgliederversammlung bis zum 31. Dezember 2010 eine entsprechende Satzungsänderung
Die tatsächliche Geschäftsführung muss den satzungsmäßigen Bestimmungen
entsprechen (§ 63 Abs. 1 AO). Den Nachweis, dass die tatsächliche Geschäftsführung den notwendigen Erfordernissen entspricht, hat der Verein durch ordnungsgemäße Aufzeichnungen über die Einnahmen und Ausgaben zu führen
(§ 63 Abs. 3 AO). Dazu gehören die vollständige Aufzeichnung und die geordnete Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben sowie die Aufbewahrung
der anfallenden Belege. Die Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben hat für
jeden Tätigkeitsbereich eines Vereins (ideeller Bereich, Vermögensverwaltung,
Zweckbetrieb, steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb) gesondert zu
erfolgen. In Ausnahmefällen kann sich die Pflicht ergeben, Bücher zu führen
und aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu erstellen.
Andere Nachweise, die Aufschluss über die tatsächliche Geschäftsführung der
Körperschaft geben (z.B. Protokolle, Tätigkeitsberichte, Vermögensübersicht
mit Nachweisen über die Bildung und Entwicklung der Rücklagen), sind dem
Finanzamt auf Verlangen vorzulegen.
Bei neu gegründeten Vereinen oder beim Wechsel von der Steuerpflicht in die
Steuerbefreiung bescheinigt das zuständige Finanzamt auf Antrag vorläufig und
befristet, dass der Verein steuerlich erfasst ist und die Satzung den gemeinnützigkeitsrechtlichen Voraussetzungen entspricht.
Sind alle Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit erfüllt, erteilt das
Finanzamt einen Körperschaftsteuerfreistellungsbescheid, der grundsätzlich für drei Jahre gilt. Unterhält der Verein einen oder mehrere
wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, muss jedoch jährlich eine Körperschaftsteuererklärung abgegeben werden.
Die vorläufige Bescheinigung berechtigt einen Verein zum Empfang von Spenden vom Tag der Ausstellung der Bescheinigung an bzw. von dem in der Bescheinigung angegebenen Tag an. Nach Ablauf von 18 Monaten überprüft das
Finanzamt erstmals, ob die tatsächliche Geschäftsführung des Vereins ihrem
Satzungszweck entspricht (s. o. zu § 63 AO). Erfüllt die tatsächliche Geschäftsführung den Satzungszweck, wird ein Körperschaftsteuerfreistellungsbescheid
erteilt, aus dem die Anerkennung der Gemeinnützigkeit der Körperschaft hervorgeht. Derartige Überprüfungen des Finanzamts erfolgen alle drei Jahre. Körperschaften, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten, werden
jährlich zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert.
Ob ein Verein die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit erfüllt und welchen
Umfang die Steuerbefreiung hat, wird (endgültig) in dem vom zuständigen
Finanzamt vorgenommenen Veranlagungsverfahren entschieden.
2. Besteuerung von Vereinen
Die Frage, ob die unterschiedlichen Einnahmen eines Vereins steuerpflichtig
oder steuerfrei sind, hängt davon ab, welchem Tätigkeitsbereich (dem ideellen
Bereich, der Vermögensverwaltung, einem Zweckbetrieb oder dem Bereich der
wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe) sie zuzurechnen sind.
Die Besteuerung des Einkommens eines Vereins hängt davon ab, in
welchem Tätigkeitsbereich des Vereins das Einkommen erwirtschaftet
2.1 Welche Einnahme eines Vereins sind steuerfrei,
Die Erträge aus dem ideellen Bereich sowie aus der Vermögensverwaltung sind
ausnahmslos steuerfrei.
Zu den Erträgen aus dem ideellen Tätigkeitsbereich gehören echte Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse der öffentlichen Hand, Schenkungen, Erbschaften und Vermächtnisse.
Zu den Erträgen aus der Vermögensverwaltung gehören z.B. die Zinsen aus
Bank- und Sparguthaben sowie Erträge aus Wertpapieren. Die Geldinstitute behalten bei den Einnahmen aus Kapitalvermögen die Zinsabschlagsteuer nicht
ein, wenn ihnen der Verein eine Bescheinigung des Finanzamts über die Gemeinnützigkeit vorlegt (siehe S. 44 f.).
Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung von Grundvermögen oder der Verpachtung von Geschäftsbetrieben gehören grundsätzlich auch zur vermögensverwaltenden Tätigkeit. Dies gilt jedoch nicht, wenn es sich dauerhaft um kurzfristige Vermietungen an wechselnde Mieter handelt, die spekulative Absichten
und eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr erkennen lassen
oder ergänzend zur Vermietung nicht unbedeutende Nebenleistungen gewährt
werden, so dass die Tätigkeit dem Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs zuzurechnen ist.
Unter einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ist eine selbständige nachhaltige Tätigkeit zu verstehen, durch die Einnahmen oder andere wirtschaftliche
Vorteile erzielt werden, und die über den Rahmen einer Vermögensverwaltung hinausgeht. Die Absicht, einen Gewinn zu erzielen, ist nicht erforderlich
(§ 14 AO).
Die Abgrenzung zwischen einem steuerbegünstigten Zweckbetrieb und einem
steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb wird im folgenden Kapitel
2.2 Welche wirtschaftlichen Betätigungen eines Vereins
sind steuerbegünstigt, welche steuerpflichtig?
Ein Zweckbetrieb allgemeiner Art (§ 65 AO) liegt vor, wenn
ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb in seiner Gesamtausrichtung dazu
dient, die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke eines Vereins zu
die Zwecke nur durch einen solchen Geschäftsbetrieb erreicht werden
der Verein mit seinem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nicht in größerem Umfang zu nicht steuerbegünstigten Betrieben, die dieselben oder
ähnliche Leistungen erbringen, in Wettbewerb tritt, als es bei Erfüllung der
satzungsmäßigen Zwecke unvermeidbar ist.
Eine wirtschaftliche Betätigung eines Vereins mit dem Ziel, finanzielle Mittel zur
Verwirklichung des Satzungszwecks zu beschaffen, kann nicht allein deshalb als
steuerbegünstigter Zweckbetrieb angesehen werden, denn er konkurriert mit
seiner Tätigkeit mit gleichartigen steuerpflichtigen Betrieben.
Ein Zweckbetrieb muss in seiner Gesamtheit auf die Erfüllung der steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke des Vereins ausgerichtet sein. Es reicht nicht
aus, nur mit den durch den Zweckbetrieb erzielten Einnahmen dem steuerbegünstigten Zweck zu dienen.
Die durch den allgemeinen Zweckbetrieb erwirtschafteten (Geld-) Mittel dürfen
ausschließlich für die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke verwendet
werden. Eine Verrechnung von Verlusten aus dem Bereich des steuerpflichtigen
wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs oder aus der Vermögensverwaltung mit Gewinnen aus den Zweckbetrieben ist nicht zulässig.
Gewinne aus dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb können
sowohl für die ideellen Zwecke als auch für den Zweckbetrieb verwendet werden; für den Zweckbetrieb deshalb, weil er dem begünstigten Bereich zugeordnet wird.
Bestimmte wirtschaftliche Betätigungen klassifiziert die Abgabenordnung ausdrücklich als Zweckbetrieb.
Neben dem allgemeinen Zweckbetrieb legt das Gesetz bestimmte Tätigkeiten in einer abschließenden Aufzählung als besondere Zweckbetriebe fest. Die Voraussetzungen für den allgemeinen Zweckbetrieb
Die gesetzlich bestimmten, im Folgenden aufgeführten steuerbegünstigten
Zweckbetriebe gehen den o.g. allgemeinen Anforderungen an einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb vor:
Einrichtungen der Wohlfahrtspflege (§ 66 AO),
Krankenhäuser (§ 67 AO),
sportliche Veranstaltungen, die nicht als steuerpflichtige wirtschaftliche
Geschäftsbetriebe zu behandeln sind (§ 67a AO; siehe S. 20 ff.),
Alten-, Altenwohn- und Pflegeheime, Erholungsheime, Mahlzeitendienste
(§ 68 Nr. 1a AO),
Kindergärten, Kinder-, Jugend-, Studentenheime, Schullandheime und
Jugendherbergen (§ 68 Nr. 1b AO),
Selbstversorgungsbetriebe (§ 68 Nr. 2 AO), z.B. landwirtschaftliche Betriebe, Tischlereien,
Werkstätten für behinderte Menschen i. S. d. § 136 SGB IX (§ 68
Nr. 3a AO), Einrichtungen für Beschäftigungs- und Arbeitstherapie (§ 68
Nr. 3b AO) und Integrationsprojekte i. S. d. § 132 SGB IX (§ 68 Nr. 3c AO),
Einrichtungen der Blindenfürsorge und der Fürsorge Körperbehinderter
(§ 68 Nr. 4 AO),
(§ 68 Nr. 5 AO),
Lotterien und Ausspielungen, wenn diese von den zuständigen Behörden
genehmigt sind und der Reinertrag unmittelbar und ausschließlich zur
Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke verwendet
wird (§ 68 Nr. 6 AO),
kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen soweit sie Satzungszweck
sind; der Verkauf von Speisen und Getränken gehört nicht dazu, da es
sich dabei um einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
handelt (§ 68 Nr. 7 AO),
Volkshochschulen und ähnliche Bildungseinrichtungen (§ 68 Nr. 8 AO)
bestimmte Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen (§ 68 Nr. 9 AO).
Die aufgezählten wirtschaftlichen Betätigungen von Zweckbetrieben sind unabhängig von der Höhe der erzielten Einnahmen steuerbegünstigt.
Wann sind sportliche Veranstaltungen nicht mehr steuerbegünstigt
(Zweckbetriebsgrenze)?
Unter einer sportlichen Veranstaltung ist eine organisatorische Maßnahme eines Sportvereins zu verstehen, die es aktiven Sportlern (nicht nur Vereinsmitgliedern) ermöglicht, Sport zu treiben. Dazu gehören z.B. Spiele, Wettkämpfe,
Volksläufe, Trimmwettbewerbe, wie auch die Durchführung von Sportkursen
und Sportlehrgängen für Mitglieder und Nichtmitglieder. Sportreisen können
nur dann als sportliche Veranstaltung angesehen werden, wenn die sportliche
Betätigung wesentlicher und notwendiger Bestandteil der Reise ist (z.B. Fahrt
zu Wettkampforten, Trainingslager) und der Verfolgung touristischer Zwecke
praktisch keine Bedeutung zuzumessen ist.
Für sportliche Veranstaltungen gelten besondere Regelungen
(§ 67a AO).
Eine sportliche Veranstaltung liegt auch dann vor, wenn ein Sportverein in Erfüllung seiner Satzungszwecke im Rahmen einer Veranstaltung einer anderen Person oder Körperschaft (z.B. eines anderen Vereins) eine sportliche Darbietung
leistet. Die Veranstaltung, bei der die sportliche Darbietung präsentiert wird,
braucht keine steuerbegünstigte Veranstaltung zu sein.
Die sportlichen Veranstaltungen eines Sportvereins sind ein steuerbegünstigter
Zweckbetrieb, wenn alle durch diese Veranstaltungen erzielten Einnahmen einschließlich der Umsatzsteuer die Zweckbetriebsgrenze in Höhe von 35.000 € im
Jahr nicht übersteigen.
Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen sind steuerbegünstigt,
solange sie die Zweckbetriebsgrenze von 35.000 € nicht übersteigen.
Ab dieser Grenze wird die Vereinstätigkeit als steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb angesehen, woraus eine andere steuerliche Behandlung resultiert.
Zu den Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen gehören nur die Einnahmen aus der reinen sportlichen Betätigung, wie z.B. Eintrittsgeld, Startgeld,
Zahlungen für die Übertragung sportlicher Veranstaltungen in Rundfunk und
Fernsehen, Lehrgangsgebühren und Ablösezahlungen. Mitgliedsbeiträge und
Spenden sind dem ideellen Bereich zuzuordnen und fallen daher nicht unter die
Zweckbetriebsgrenze. Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken
und für Werbung bilden einen gesonderten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb,
so dass die daraus erzielten Einnahmen nicht mit in die Prüfung der Zweckbetriebsgrenze einzubeziehen sind.
Übersteigen die Einnahmen des Sportvereins aus der reinen sportlichen Betätigung einschließlich der Umsatzsteuer die Zweckbetriebsgrenze von 35.000 €
jährlich, liegt ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor. Dies hat
zur Folge, dass dafür Umsatzsteuer mit dem Regelsteuersatz von 19 % anfällt.
Da die Verrechnung von Überschüssen und Verlusten der steuerpflichtigen Geschäftsbetriebe zulässig ist, können Sportvereine die durch die sportlichen Veranstaltungen in der Regel erwirtschafteten Verluste mit den Überschüssen aus
anderen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben verrechnen.
Liegen die Einnahmen des Sportvereins unterhalb der Zweckbetriebsgrenze,
ändert auch die Teilnahme von bezahlten Sportlern an sportlichen Veranstaltungen die Beurteilung als Zweckbetrieb nicht. Diese Ausnahmeregelung zur
Selbstlosigkeit (§ 58 Nr. 9 AO), nach der die Förderung von bezahlten Sportlern
eine steuerlich unschädliche Betätigung darstellt, gilt auch bei der Bezahlung
von Sportlern anlässlich der Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen.
Ein Sportverein kann wählen, ob bei der steuerlichen Beurteilung seiner sportlichen Veranstaltungen die Zweckbetriebsgrenze angewendet werden soll
(§ 67a Abs. 2 AO). Verzichtet der Sportverein auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze, hat er dies dem Finanzamt formlos bis zur Unanfechtbarkeit des
Körperschaftsteuerbescheids zu erklären. An diese Erklärung ist der Sportverein
für mindestens fünf Veranlagungszeiträume (das Jahr der erstmaligen Anwendung und die vier folgenden Veranlagungszeiträume) gebunden. Bei Verzicht
der Anwendung der Zweckbetriebsgrenze richtet sich die steuerliche Behandlung seiner sportlichen Veranstaltungen nach § 67a Abs. 3 AO.
Wie wirkt sich ein Verzicht auf die Zweckbetriebsgrenze aus?
Verzichtet ein Verein auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze, stellen
sportliche Veranstaltungen dann einen Zweckbetrieb dar, wenn an ihnen kein
bezahlter Sportler des Vereins teilnimmt und der Verein auch keinen vereinsfremden Sportler aus eigenen Mitteln oder im Zusammenwirken mit einem Dritten bezahlt.
Bei sportlichen Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine und Verzicht
auf Anwendung der Zweckbetriebsgrenze ist für die steuerliche Einschätzung von Bedeutung, ob an der Veranstaltung bezahlte Sportler
Bezahlter Sportler i. S. d. § 67a AO ist, wer für seine sportliche Betätigung
oder für die Benutzung seiner Person, seines Namens, seines Bildes oder seiner
sportlichen Betätigung zu Werbezwecken bezahlt wird. Jede einzelne sportliche Veranstaltung ist auf die Zweckbetriebseigenschaft hin zu überprüfen. Auf
die Höhe der Einnahmen oder Überschüsse der sportlichen Veranstaltungen
kommt es nicht an. Sportliche Veranstaltungen, an denen ein oder mehrere bezahlte(r) Sportler teilnimmt bzw. teilnehmen, sind steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe. Es kommt nach dem Gesetz nicht darauf an, ob
ein Verein eine Veranstaltung von vornherein als steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb angesehen hat oder ob er – aus welchen Gründen auch
immer – zunächst irrtümlich einen Zweckbetrieb angenommen hat.
Ein Sportler gilt als bezahlt, wenn er Vergütungen für die Ausübung seines
Sports oder die Benutzung seiner Bekanntheit zu Werbezwecken vom Verein
oder von Dritten erhält. Nicht als Bezahlung gilt dagegen die Erstattung von
Aufwand. Die Höhe des Aufwandsersatzes muss nachgewiesen und in angemessener Höhe erbracht werden. Es ist auch möglich, den Aufwandsersatz
pauschal zu bemessen. Die Finanzverwaltung sieht pauschale Zahlungen eines
Vereins an einen seiner Sportler als unschädliche Aufwandserstattung an, wenn
sie 400 € monatlich im Jahresdurchschnitt nicht übersteigen.
Zuwendungen der „Stiftung Deutsche Sporthilfe, Frankfurt“ und vergleichbarer
Einrichtungen der Sporthilfe sind nicht auf den höchstzulässigen pauschalen
Aufwandsersatz anzurechnen. Leistet ein Verein jedoch die Pauschale übersteigende Aufwandserstattungen und weist in diesem Zusammenhang die damit
verbundenen Kosten nach, sind auch die Aufwendungen, die mit den Zuwendungen der Deutschen Sporthilfe und vergleichbarer Einrichtungen der Sporthilfe im Zusammenhang stehen, in die Nachweisung mit aufzunehmen.
In welchen Fällen ist der Verzicht auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze für den Verein günstiger?
Die Besteuerung der sportlichen Veranstaltungen nach den Grundsätzen des
§ 67a Abs. 3 AO ist in – verhältnismäßig wenigen – Einzelfällen günstiger als die
Anwendung der Zweckbetriebsgrenze des § 67a Abs. 1 AO.
Bei Sportvereinen, die die jährliche Zweckbetriebsgrenze überschreiten, an
deren sportlichen Veranstaltungen aber keine bezahlten Sportler teilnehmen,
kann sich der Verzicht auf die Anwendung der Zweckbetriebsgrenze bei der
Erwirtschaftung von Überschüssen aus dem Zweckbetrieb günstiger auswirken.
Dies ist der Fall, wenn die sportlichen Veranstaltungen als Zweckbetriebe gelten,
deren Erträge steuerfrei bleiben und die Umsatzsteuer nur mit dem ermäßigten Steuersatz anfällt. Bei gleicher Fallkonstellation kann ein Sportverein, der
durch die sportlichen Veranstaltungen regelmäßig Verluste erzielt, Vorteile bei
der Umsatzsteuer erzielen. Diese Möglichkeit besteht dann, wenn keine anderen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe vorhanden sind, mit deren Überschüssen der Verein die Verluste der sportlichen Veranstaltungen verrechnen könnte.
Wenn aber die Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen eines Sportvereins
die Zweckbetriebsgrenze nicht überschreiten und der Verein mindestens einen
bezahlten Sportler einsetzt, kann sich ein Vorteil durch die Verrechnungsmöglichkeit zwischen Gewinnen und Verlusten in dem Bereich der steuerpflichtigen
wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe ergeben. Dies ist insoweit möglich, als aus
den sportlichen Veranstaltungen regelmäßig Verluste anfallen und in anderen
wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben Gewinne erzielt werden.
Ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb ist gegeben, sobald eine selbständige und
nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen oder zur Erlangung sonstiger Vorteile ausgeübt wird. Eine Tätigkeit wird grundsätzlich nachhaltig ausgeübt, wenn sie auf Wiederholung angelegt ist. Es muss also der Wille bestehen,
gleichartige oder ähnliche Handlungen bei sich bietenden Gelegenheiten zu
wiederholen. Die wirtschaftliche Tätigkeit muss über den Rahmen einer Vermögensverwaltung hinausgehen. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht erforderlich (§ 14 AO). Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb darf jedoch die steuerbegünstigten Satzungszwecke des Vereins nicht in den Hintergrund drängen.
Jeder Verein kann neben seiner gemeinnützigen Tätigkeit auch einen (steuerpflichtigen) wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten,
ohne dass deshalb die Gemeinnützigkeit als solche beeinträchtigt
wird. Aber Vorsicht: der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb darf nicht
zur Hauptbetätigung des Vereins werden.
Steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe liegen bei gemeinnützigen
Vereinen z.B. in folgenden Bereichen vor:
Vereinsgaststätten,
gesellige Veranstaltungen, bei denen Eintrittsgeld verlangt werden
Einnahmen bei Basaren und Flohmärkten,
Verkauf des Sammelguts aus Altmaterial,
Verkauf von Vereinszeitschriften.
Unter Sponsoring wird üblicherweise die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/
oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen,
sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden, mit dem regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene
Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden. Leistungen eines
Sponsors beruhen häufig auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem
Sponsor und dem Empfänger der Leistungen (Sponsoring-Vertrag), in der Art
und Umfang der Leistungen des Sponsors und des Empfängers geregelt sind.
Die steuerliche Auswirkung von Sponsorengeldern ist abhängig von
der Art der Gegenleistung, die der Verein dafür erbringt. Die Zuordnung erfolgt anhand der steuerlich relevanten Tätigkeitsbereich des
Sponsoring-Einnahmen eines gemeinnützigen Vereins, die vom Geber mit der
Absicht geleistet werden, die vom Verein verfolgten satzungsmäßigen Zwecke
zu fördern, und mit denen der Geber selbst werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit leisten will, sind je nach Art und Umfang des Sponsorings unterschiedlichen
Tätigkeitsbereichen des Vereins zuzuordnen.
Die Einnahmen gehören zum ideellen Bereich des gemeinnützigen Vereins,
wenn er für den Erhalt der Förderung keine Gegenleistung zu erbringen hat.
Der Sponsor kann die Ausgabe in der Regel als Spende steuerlich absetzen. Der
Abzug als Betriebsausgabe kommt beim Sponsor nur dann in Betracht, wenn
der gemeinnützige Verein eine Gegenleistung für die Einnahmen z.B. im Rahmen von Werbeleistungen erbringt.
Die Sponsoring-Einnahmen stellen noch keinen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb dar, wenn der Verein gestattet, dass der Sponsor selbst
zu eigenen Werbezwecken oder zur Imagepflege auf seine Leistungen an den
(gemeinnützigen) Verein hinweist. Bei geringen Werbeleistungen des Vereins,
die mehr denen einer Höflichkeitsgeste gegenüber dem Sponsor entsprechen,
nimmt die Finanzverwaltung noch keine Steuerpflicht an. Dem steuerfreien Bereich (nicht Vermögensverwaltung) sind daher auch Einnahmen aufgrund eines
Hinweises des Vereins auf den Sponsor z.B. auf Plakaten, Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen oder in anderer Weise zuzurechnen.
Wichtiges und entscheidendes Kriterium für die Zuordnung zum steuerfreien
Bereich ist, dass lediglich auf die Unterstützung durch den Sponsor hingewiesen
wird. Unschädlich ist in diesem Zusammenhang auch die unauffällige Verwendung des Emblems oder Logos des Sponsors.
Übersteigt die Werbeleistung des Vereins diesen Rahmen, wie z.B. bei der Produkt- oder Anzeigenwerbung, liegt grundsätzlich ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor.
Vereine, die nach ihrer Satzung und der tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen, sind von der Körperschaftsteuer befreit (§ 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG). Die
Steuerbefreiung gilt nicht für die Unterhaltung von wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, so dass durch wirtschaftliche Geschäftsbetriebe erzielte Einnahmen
der Körperschaftsteuer unterliegen. Dies ist aus Gründen der steuerlichen
Gleichbehandlung geboten, denn mit dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
konkurriert der steuerbegünstigte Verein mit steuerpflichtigen Betrieben.
Die gleiche Regelung gilt für die Gewerbesteuer (§ 3 Nr. 6 Gewerbesteuergesetz; GewStG). Steuervergünstigungen für die dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnenden Besteuerungsgrundlagen (Einkünfte, Umsätze, Vermögen) entfallen, soweit es sich nicht um einen Zweckbetrieb handelt.
Körperschaft- und Gewerbesteuer entfallen für gemeinnützige Vereine komplett, wenn die Einnahmen aus den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben des Vereins nicht höher sind als 35.000 €.
Um die Besteuerung gemeinnütziger Vereine zu vereinfachen, hat der Gesetzgeber eine weitere Ausnahme von der Besteuerung zugelassen und eine Besteuerungsgrenze (§ 64 Abs. 3 AO) eingeführt. Danach fällt bei gemeinnützigen Vereinen dann keine Körperschaft- und Gewerbesteuer an, wenn die von
ihnen erzielten Einnahmen aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben (ohne
Zweckbetriebe) einschließlich Umsatzsteuer insgesamt 35.000 € jährlich nicht
übersteigen. Diese Besteuerungsgrenze wird unabhängig von der Zweckbetriebsgrenze für sportliche Veranstaltungen angewendet.
In den Fällen, in denen der Ansatz des geschätzten bzw. pauschal ermittelten
Gewinns gesetzlich zugelassen ist (§ 64 Abs. 5 und 6 AO) ist zur Überprüfung, ob die Besteuerungsgrenze überschritten ist, das Ergebnis zu berücksichtigen, das sich bei der Ermittlung nach den allgemeinen Regelungen ergeben
Ein Verein erzielt aus der Verwertung von Altpapier Einnahmen i. H. v. 1.000 €
und 190 € Umsatzsteuer.
Selbst wenn der Verein von dem Wahlrecht gem. § 64 Abs. 5 AO Gebrauch
macht und die Einnahmen nur pauschal mit dem branchenüblichen Reingewinn (5 % von 1.000 € = 50 €) ansetzt, müssen für die Überprüfung der Besteuerungsgrenze die tatsächlichen Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer in
die Berechnung mit einbezogen werden. Überschreitet der Verein mit den Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
„Altpapierverwertung“ und den anderen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben
zusammen die Besteuerungsgrenze, unterliegt er mit seinen wirtschaftlichen
Geschäftsbetrieben der Körperschaft- und Gewerbesteuerpflicht.
Durch die Einführung der Besteuerungsgrenze sind gemeinnützige Vereine mit
ihrer wirtschaftlichen Betätigung gegenüber anderen steuerpflichtigen Unternehmern privilegiert, da sie für Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer von bis
zu 35.000 € pro Jahr keine Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen müssen.
Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb ist Mittelbeschaffungsbetrieb für
den steuerbegünstigten Verein. Das bedeutet: Der Überschuss aus einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb muss für die steuerbegünstigten Zwecke verwendet werden.
Letztendlich können damit die Vereine ihre Waren und Dienstleistungen dem
Verbraucher günstiger anbieten als andere steuerpflichtige Unternehmer, welche die steuerliche Belastung in die Preisgestaltung einkalkulieren müssen. Diese
Begünstigung führt zu Wettbewerbsverzerrungen und durchbricht den Grundsatz der Wettbewerbsneutralität des Steuerrechts. Wettbewerbsverzerrungen
müssen einerseits steuerrechtlich vermieden werden, andererseits ist es aber zur
Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Mitglieder notwendig, die Besteuerung gemeinnütziger Vereine so einfach wie möglich zu gestalten. Die Höhe der
Besteuerungsgrenze bildet deshalb einen Kompromiss zwischen den Interessen
der Wirtschaft und denen der gemeinnützigen Vereine. Sie bewegt sich an der
Obergrenze des unter Wettbewerbsgesichtspunkten Vertretbaren.
Steuerfreiheit bei mehreren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben eines
Unterhält ein gemeinnütziger Verein mehrere wirtschaftliche Geschäftsbetriebe (keine Zweckbetriebe), werden diese Betätigungen zusammen als ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb behandelt (§ 64 Abs. 2 AO). Dieser Grundsatz gilt
auch für die Berechnung der Einnahmen, um zu ermitteln, ob die Besteuerungsgrenze überschritten wird.
Die Aufteilung eines Vereins in mehrere selbständige Körperschaften zum Zweck
der mehrfachen Inanspruchnahme der Besteuerungsgrenze gilt als Missbrauch
rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten (§ 64 Abs. 4 AO) und ist unzulässig.
Die Betrachtung der gesamten wirtschaftlichen Betätigung als eine Einheit ist
für einen Verein vorteilhaft, weil er Überschüsse und Verluste aus den einzelnen
wirtschaftlichen Betätigungen uneingeschränkt miteinander verrechnen kann.
Ergibt sich ein Verlust aus dem einheitlichen steuerpflichtigen wirtschaftlichen
Geschäftsbetrieb, darf dieser grundsätzlich nicht aus Mitteln des ideellen Bereichs, Gewinnen aus Zweckbetrieben oder Erträgen aus der Vermögensverwaltung und entsprechendem Vermögen ausgeglichen werden. Ein Verlust
aus dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führt grundsätzlich zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit. Auch von diesem Grundsatz sind
Ausnahmen möglich, beispielsweise wenn dem ideellen Bereich in den sechs
vorangegangen Jahren Gewinne aus dem einheitlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb in mindestens gleicher Höhe zugeführt worden sind. In diesem
Fall kann ein Verlust beim steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
ausgeglichen werden, ohne dass dies die Aberkennung der Gemeinnützigkeit
Übersteigen die Einnahmen aus den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben die Besteuerungsgrenze von 35.000 €, muss der Überschuss genau ermittelt werden.
Da es sich um eine Besteuerungsgrenze und nicht um einen Freibetrag handelt,
ist vorbehaltlich der Berücksichtigung von Freibeträgen bei der Körperschaftund Gewerbesteuer, der gesamte Gewinn zu versteuern.
Der Überschuss ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Einnahmen aus der
jeweiligen Tätigkeit mit den entsprechenden Ausgaben, die durch die Erzielung
der Einnahmen veranlasst worden sind. Als Betriebsausgaben abziehbar sind
dabei die Einzelkosten des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs und die Gemeinkosten, die dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nach dem Grad der Inan34
spruchnahme durch den Betrieb zugeordnet werden können. Ausgaben, die
auch ohne jegliche wirtschaftliche Betätigung des Vereins im ideellen Bereich
oder bei der Vermögensverwaltung angefallen wären, dürfen grundsätzlich
nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden. Eine Ausnahme ist gegeben,
wenn die Aufteilung der Ausgaben auf den steuerpflichtigen und auf den steuerfreien Bereich nach objektiven Maßstäben (z.B. nach zeitlichen Gesichtspunkten) möglich ist.
Führt ein gemeinnütziger Verein Altmaterialsammlungen (Sammlung und Verwertung von Lumpen, Altpapier, Schrott) durch, um die gesammelten Materialien an Altwarenhändler zu verkaufen, so liegt ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor. Der Überschuss berechnet sich auch in diesem Fall grundsätzlich
durch eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Der Verein hat
aber das Wahlrecht, statt der Überschussermittlung den branchenüblichen
Reingewinn zu schätzen (§ 64 Abs. 5 AO). Voraussetzung für die Ausübung
dieses Wahlrechts ist es, dass das Altmaterial nicht im Rahmen einer dafür ständig vorgehaltenen Verkaufsstelle gesammelt und verwertet wird. Zudem ist
der Einzelverkauf der gebrauchten Sachen z.B. auf Basaren und Flohmärkten
nicht begünstigt. Der branchenübliche Reingewinn wird bei der Verwertung
von Altpapier auf 5 % und bei der Verwertung von anderem Altmaterial auf
20 % der Einnahmen geschätzt. Zu den maßgeblichen Einnahmen gehört nicht
die im Bruttopreis enthaltene Umsatzsteuer. Wird der branchenübliche Reingewinn geschätzt, sind die mit der Altmaterialsammlung zusammenhängenden
Einnahmen und Ausgaben gesondert aufzuzeichnen. Die Ausgaben sind durch
Schätzung des Reingewinns abgegolten und dürfen nicht zusätzlich abgezogen
Bei bestimmten steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben ist wahlweise eine pauschalierte Gewinnermittlung zulässig.
Bei bestimmten Aktivitäten eines Vereins besteht hinsichtlich der Gewinnermittlung die Wahlmöglichkeit zwischen der pauschalierten
Gewinnermittlung und der detaillierten Einnahmen-/Ausgabenrechnung.
Der Gewinn kann in den nachstehend aufgeführten Fällen mit 15 % der Einnahmen angesetzt werden (§ 64 Abs. 6 AO):
Werbung für Unternehmen, die im Zusammenhang mit der steuerbegünstigten Tätigkeit einschließlich Zweckbetrieben stattfindet, z.B.
Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen, die ein Zweckbetrieb sind.
Totalisatorbetriebe gemeinnütziger Pferderennvereine und
Nimmt der Verein die Wahlmöglichkeit nicht in Anspruch, hat er den Gewinn
nach den allgemeinen Grundsätzen zu ermitteln.
3. Welche Steuerarten kommen für Vereine in Frage?
Alle entgeltlichen Leistungen, die ein Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens erbringt, unterliegen der Umsatzsteuer (sog. umsatzsteuerbare Leistungen). Vereine – auch gemeinnützige – sind Unternehmer, soweit sie eine
nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen ausüben. Nachhaltigkeit
besteht z.B. schon dann, wenn ein Musikverein jedes Jahr ein Musikfest veranstaltet und dabei Eintrittsgelder erhebt. Ob ein Gewinn erzielt werden soll
und ob der Verein nur gegenüber seinen Mitgliedern oder auch gegenüber
Dritten tätig wird, ist dagegen unerheblich. Für die Unternehmereigenschaft
macht es auch keinen Unterschied, ob die Umsätze durch einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, durch eine vermögensverwaltende Tätigkeit oder durch
einen Zweckbetrieb einschließlich der Veranstaltungen getätigt werden. Diese
Umsätze werden alle zusammengefasst und zu einem „Vereinsunternehmen“
Ein Verein ist umsatzsteuerlich Unternehmer, wenn er eine nachhaltige, d.h. auf Dauer angelegte Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen
ausübt. Durch die Unternehmereigenschaft unterliegen entsprechende Leistungen des Vereins der Umsatzsteuer.
Umsatzsteuerbare Vorgänge sind z.B.:
Veranstaltungen, für die ein Eintrittsgeld erhoben wird,
Zeitschriften- und Programmverkauf,
Vermietung von Gebäuden, Sportanlagen und –geräten sowie Bootsanliegeplätzen,
Erteilung von Unterricht gegen Bezahlung,
Verkauf von Speisen und Getränken (z.B. in einer vereinseigenen Gaststätte) und
entgeltliche Werbung.
Außer diesen entgeltlichen Leistungen sind auch unentgeltliche Leistungen eines Vereins umsatzsteuerbar, wenn sie aus dem unternehmerischen Bereich für
nichtunternehmerische Zwecke gegenüber Mitgliedern oder Dritten erbracht
Ein Sportverein unterhält eine eigene Gaststätte. Bei Vorstandssitzungen und
anlässlich der Jahreshauptversammlung werden Vereinsmitglieder aus den Vorräten der Gaststätte unentgeltlich bewirtet. Die dem Verein dadurch entstehenden Kosten sind der Umsatzsteuer zu unterwerfen.
Im Übrigen sind Lieferungen und sonstige Leistungen nicht umsatzsteuerbar,
für die der Verein kein besonderes Entgelt erhält, weil sie z.B. durch allgemeine
Mitgliedsbeiträge, Spenden oder öffentliche Zuschüsse finanziert werden (z.B.
unentgeltliche Nutzung von Tennisplätzen durch Vereinsmitglieder). Wenn ein
Mitgliedsbeitrag einen Anteil für bestimmte besondere Leistungen an einzelne
Mitglieder enthält, ist auch dieser Anteil des Mitgliedsbeitrages umsatzsteuerbar (z.B. bei Mietervereinen oder Haus- und Grundeigentümervereinen, die ihren Mitgliedern kostenlose Rechtsberatung und Prozessvertretung anbieten).
Umsatzsteuer für im Ausland erworbene Gegenstände und Dienstleistungen
Wenn ein Verein Gegenstände aus einem Land, das nicht Mitgliedstaat der EU
ist (sog. Drittland), in die Bundesrepublik Deutschland einführt, entsteht Einfuhrumsatzsteuer. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Gegenstand im unternehmerischen oder im nichtunternehmerischen Bereich des Vereins verwendet
Tätigt der Verein Einkäufe im Ausland, muss er unbedingt die besonderen Regelungen zur Einfuhrumsatzsteuer beim Handel mit Drittländern bzw. zur Umsatzsteuer beim innergemeinschaftlichen Handel
Ein Musikverein führt aus der Schweiz Musikinstrumente ein. Die (regelmäßig
an der Grenze im Rahmen der Abfertigung der Ware zum freien Verkehr zu
entrichtende) Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 %.
In seinem unternehmerischen Bereich tätigt ein Verein einen innergemeinschaftlichen Erwerb, wenn er einen Gegenstand aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat (sog. übriges Gemeinschaftsgebiet) erwirbt und dieser Gegenstand
dabei ins Inland gelangt. Dieser Vorgang unterliegt der Umsatzsteuer, die unter
den allgemeinen Voraussetzungen als Vorsteuer abgezogen werden kann.
Ein Volleyballverein lässt sich Trikots aus den Niederlanden für die Profimannschaft zum Preis von 1.200 € zusenden. Es liegt ein steuerpflichtiger innergemeinschaftlicher Erwerb in Höhe von 1.200 € vor, für den der Verein 228 €
Umsatzsteuer abzuführen hat (19 % von 1200 €).
Zu beachten ist im Übrigen, dass auch Vereine, die nicht Unternehmer sind
oder einen Gegenstand nicht für ihr Unternehmen kaufen, den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen grundsätzlich der Umsatzsteuer unterwerfen müssen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Gesamtbetrag der Entgelte
für solche Erwerbe aus anderen EU-Mitgliedsstaaten den Betrag von 12.500 €
(Erwerbsschwelle) im vorangegangenen Kalenderjahr überschritten hat oder im
laufenden Kalenderjahr voraussichtlich überschreiten wird oder der Verein auf
die Anwendung dieser Erwerbsschwelle verzichtet hat.
Ein Sportverein bestellt im Jahr 2010 bei einem Hersteller in Belgien ein Sportgerät für 10.000 € zzgl. 21 % belgische Umsatzsteuer. Daneben erwirbt der
Verein im Jahr 2010 keine weiteren Gegenstände aus anderen EU-Mitgliedstaaten. Im Jahr 2009 hat der Verein für 5.000 € Gegenstände aus anderen
EU-Mitgliedstaaten bezogen.
Der Verein muss das Sportgerät nicht der deutschen Umsatzsteuer unterwerfen, weil er in 2010 und 2009 die Erwerbsschwelle jeweils nicht überschritten
hat. Er wird deshalb mit der belgischen Umsatzsteuer belastet, die der Verkäufer des Sportgeräts in Belgien entrichten muss. Der Verein könnte aber durch
formlose Erklärung gegenüber seinem Finanzamt auf die Anwendung der Erwerbsschwelle verzichten. Er wird dann nicht mit der belgischen Umsatzsteuer
(21 %), sondern mit der deutschen Umsatzsteuer (19 %) belastet, denn er
kann sich wegen der in Deutschland durchzuführenden Erwerbsbesteuerung
in Belgien steuerfrei beliefern lassen. Allerdings braucht der Verein hierzu eine
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die er bei seinem Finanzamt beantragen
muss. Der innergemeinschaftliche Erwerb des Sportgerätes ist im Rahmen der
abzugebenden Umsatzsteuer-Voranmeldung gegenüber dem deutschen Finanzamt zu erklären.
Der Verzicht bindet den Verein für mindestens zwei Kalenderjahre!
Bei verbrauchsteuerpflichtigen Waren (Tabakerzeugnisse, Mineralölerzeugnisse,
alkoholische Getränke, Kaffee) gilt diese Erwerbsschwelle nicht!
Ein Verein lässt sich im Mai 2010 aus Frankreich 50 Flaschen Wein für eine Jubiläumsfeier schicken.
Der Verein muss den Erwerb des Weines – ohne Rücksicht auf die Menge und
den Wert, da verbrauchsteuerpflichtiges Erzeugnis – der Erwerbsbesteuerung
in Deutschland in Höhe von 19 % unterwerfen. Bemessungsgrundlage ist das
Entgelt (Preis, ohne Umsatzsteuer).
Vereine, die einen unternehmerischen Bereich haben und bei einem im Ausland
ansässigen Unternehmer Werklieferungen (z.B. Errichtung eines Gebäudes, Bau
eines Sportplatzes) oder sonstige Leistungen (z.B. bei der Verpflichtung ausländischer Künstler oder Sportler) bestellen, welche anschließend im Inland ausgeführt werden, schulden die anfallende Umsatzsteuer als Leistungsempfänger
(Wechsel der Steuerschuld). Das bedeutet, dass der Verein die Umsatzsteuer auf
diese Leistungen selbst zu berechnen und an das für ihn zuständige Finanzamt
abzuführen hat. Der ausländische Unternehmer hat in seiner Rechnung auf
den Wechsel der Steuerschuld hinzuweisen und darf selbst keine Umsatzsteuer
Für bestimmte Umsätze gilt eine Befreiung von der Umsatzsteuer. So ist u.a. die
Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Gebäuden grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit. Umsatzsteuerpflichtig ist dagegen die Vermietung von Inventar und Vorrichtungen, die zu einer Betriebsanlage gehören
(sog. Betriebsvorrichtungen), auch wenn diese mit dem Grund und Boden fest
verbunden sind. Die Nutzungsüberlassung von Sportanlagen ist regelmäßig
Bei den steuerbaren Umsätzen ist zu unterscheiden zwischen steuerpflichtigen und steuerfreien Umsätzen. Die Gemeinnützigkeit eines
Vereins allein bewirkt noch keine Umsatzsteuerfreiheit.
Umsatzsteuerfrei sind auch die entgeltlichen Leistungen der Jugendgruppen
von Sportvereinen im Bereich der Jugendarbeit, wenn die Jugendgruppe als
Träger der freien Jugendhilfe anerkannt ist (z.B. Lehrgänge, Freizeiten, Zeltlager,
Fahrten und Sportunterricht). Steuerfrei sind ferner die Teilnehmergebühren bei
kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen von gemeinnützigen Vereine
Steuerpflichtige Umsätze von gemeinnützigen Vereinen unterliegen grundsätzlich dem ermäßigten Steuersatz von 7 %; dies gilt auch für die Umsätze der nach
§ 65 AO anerkannten Zweckbetriebe. Jedoch ist für Umsätze, die ein Verein im
Rahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes erbringt, der Regelsteuersatz
von 19 % anzuwenden.
Auch die von mehreren Vereinen gebildeten Spielgemeinschaften, die umsatzsteuerlich als selbständige Unternehmer auftreten, können für ihre Umsätze
den ermäßigten Steuersatz in gleichem Umfang in Anspruch nehmen wie die
Vereine, welche die Spielgemeinschaft bilden.
Ein Verein kann die Umsatzsteuer, die ihm von anderen Unternehmern für Lieferungen und sonstige Leistungen gesondert in Rechnung gestellt wird oder
die er als Leistungsempfänger schuldet, von der von ihm zu zahlenden Umsatzsteuer als sog. Vorsteuer abziehen, soweit diese Leistungen beim Verein für
steuerpflichtige Umsätze verwendet werden.
Nicht von der Umsatzsteuerschuld abziehbar sind solche Vorsteuerbeträge, die
mit nicht umsatzsteuerbaren oder steuerfreien Tätigkeiten des Vereins zusammenhängen.
Beim Finanzamt anzumelden und an das Finanzamt abzuführen (sog. Zahllast)
ist also nur der Unterschiedsbetrag zwischen der Umsatzsteuer, die auf die steuerpflichtigen Lieferungen und sonstigen Leistungen entfällt und der abziehbaren Vorsteuer. Ergibt sich bei der Berechnung ein Überschuss an Vorsteuern, ist
auch dieser negative Betrag beim Finanzamt anzumelden, der dann dem Verein
Gemeinnützige Vereine, deren steuerpflichtigen Umsätze (ohne Umsatzsteuer)
im Vorjahr insgesamt nicht mehr als 35.000 € betragen haben, können als abziehbare Vorsteuerbeträge pauschal einen Durchschnittssatz von 7 % des steuerpflichtigen Umsatzes geltend machen. Bei Anwendung des Durchschnittssatzes entfällt die Notwendigkeit, die Vorsteuerbeträge dem unternehmerischen
oder nichtunternehmerischen Bereich zuzuordnen sowie nach steuerpflichtigen
und steuerfreien Umsätzen aufzuteilen. Sofern nur Umsätze zum ermäßigten
Steuersatz von 7 % erbracht werden, entsteht bei dieser Pauschalierung der
Vorsteuern keine Umsatzsteuer-Zahllast gegenüber dem Finanzamt.
An die Wahl des pauschalen Vorsteuerabzugs ist der Verein allerdings fünf
Kalenderjahre gebunden.
Der Verein kann wählen zwischen einem pauschalen Vorsteuerabzug
einerseits und der genauen Zuordnung der Vorsteuern zum unternehmerischen oder nichtunternehmerischen Bereich sowie der Aufteilung
der Vorsteuern nach steuerpflichtigen und steuerfreien Umsätzen andererseits.
Ein Verein braucht überhaupt keine Umsatzsteuer zu zahlen, wenn die jährlichen
Einnahmen aus steuerpflichtigen Umsätzen (jeweils einschließlich Umsatzsteuer) im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 € nicht überstiegen haben und
im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen werden
(sog. Kleinunternehmerregelung). Allerdings darf der Verein dann auch keine
Umsatzsteuer für seine Leistungen in Rechnungen offen ausweisen, und er darf
auch keine Vorsteuern abziehen.
Wenn sich diese Regelung für den Verein, z.B. weil er selbst hohe Vorsteuerbeträge zahlt, als nachteilig erweist, kann er auf sie verzichten (sog. Option).
An diesen Verzicht ist er dann allerdings fünf Jahre lang gebunden und wird in
dieser Zeit dann wie alle anderen Unternehmer behandelt.
Die steuerpflichtigen und steuerfreien Umsätze sowie die Vorsteuerbeträge
müssen aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen sind mit den dazugehörigen Belegen geordnet aufzubewahren. Bei der Pauschalierung der Vorsteuern
entfällt die Aufzeichnungspflicht für die Vorsteuern.
Die Umsätze sind dem Finanzamt vierteljährlich (bei einer Steuerschuld im vorangegangenen Jahr von über 1.000 bis 7.500 €) oder monatlich (bei einer
Steuerschuld im vorangegangenen Jahr von mehr als 7.500 € bzw. im Fall der
Aufnahme der unternehmerischen Betätigung im ersten und darauf folgenden
Jahr) anzumelden. Gleichzeitig ist die nach Abzug der Vorsteuern verbleibende
Steuer an das Finanzamt zu entrichten. Der Verein kann auch die monatliche
Voranmeldung wählen, wenn sich für ihn im Vorjahr ein Erstattungsanspruch
von mehr als 7.500 € ergeben hat. An die Wahl, die er durch die Abgabe der
Januaranmeldung bis zum 10. Februar ausübt, ist er für das ganze Jahr gebunden. Nach Ablauf des Kalenderjahres ist dann eine Jahressteuererklärung
entfällt regelmäßig die Abgabe von Voranmeldungen. In diesem Fall ist nach
Ablauf des Kalenderjahres nur eine Jahressteuererklärung abzugeben.
Die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sind grundsätzlich auf elektronischem
Weg abzugeben. Weitere Informationen dazu erhalten Sie im Internet unter
http://www.elster.de.
Gemeinnützige Vereine sind hinsichtlich ihrer Betätigungen im ideellen Bereich,
in der Vermögensverwaltung und den Zweckbetrieben von der Körperschaftsteuer befreit (§ 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG). Die Steuerbefreiung gilt nicht für die
wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe. Unterhält ein Verein mehrere wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, werden diese als ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
behandelt (§ 64 Abs. 2 AO, siehe S. 32 ff.).
Körperschaftsteuer wird erst ab jährlichen Einnahmen in dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb in Höhe von 35.000 € fällig. Ab dieser
Grenze wird der Gewinn besteuert.
Eine Ausnahme von der Steuerpflicht der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe besteht, wenn die Einnahmen einschließlich der Umsatzsteuer aus allen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben zusammen die Besteuerungsgrenze von 35.000 € im
Jahr nicht übersteigen (siehe S. 30).
Wird die Besteuerungsgrenze überschritten, unterliegt der in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben insgesamt erzielte Überschuss (bzw. – für den Fall,
dass Bilanzen nebst Gewinn- und Verlustrechnung erstellt werden – der auf dieser Basis ermittelte Gewinn) der Körperschaftsteuer. Maßgeblich ist der Betrag,
der sich nach Zusammenfassung der Ergebnisse (Überschüsse und Fehlbeträge)
aller wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe ergibt. Der Überschuss/Fehlbetrag des
einzelnen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs ermittelt sich durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben.
Von dem insgesamt erzielten Überschuss (bzw. Gewinn) wird ein Freibetrag
in Höhe von 5.000 € (§ 24 KStG) abgezogen. Der den Freibetrag übersteigende Betrag unterliegt der Körperschaftsteuer, deren Steuersatz 15 % beträgt
(§ 23 Abs. 1 KStG).
Gemeinnützige Vereine sind für die Erträge aus ihrem ideellen Tätigkeitsbereich,
der Vermögensverwaltung und den Zweckbetrieben von der Gewerbesteuer
befreit (§ 3 Nr. 6 GewStG). Nicht befreit sind hingegen die wirtschaftlichen
Geschäftsbetriebe (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft). Auch bei der
Gewerbesteuer werden sämtliche wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe zu einem
Geschäftsbetrieb zusammengefasst (§ 64 Abs. 2 AO, § 8 GewStDV).
Die Steuerfreiheit des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs gemeinnütziger Vereine gilt auch bei der Gewerbesteuer bis zu einem Jahresumsatz von 35.000 €.
Wie schon bei der Körperschaftsteuer ist ein Verein mit einem Jahresumsatz
im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb bis zu 35.000 € von der Gewerbesteuer
vollständig befreit (siehe S. 30).
Überschreitet der Jahresumsatz des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs die Besteuerungsgrenze, so tritt Steuerpflicht ein. Bei der Ermittlung des Gewerbeertrags wird bei gemeinnützigen Vereinen ein Freibetrag i. H. v. 5.000 € abgezogen (§ 11 Abs. 1 GewStG).
3.4 Kapitalertragsteuer
Die Kapitalerträge von Vereinen unterliegen vom Grundsatz her dem Kapitalertragsteuerabzug. Inländische Kreditinstitute, bei denen Kapitalanlagen eines
Vereins bestehen, haben bei jeder Auszahlung oder Gutschrift von Zinsen auf
Spareinlagen, Bausparguthaben und festverzinsliche Wertpapiere eine Kapitalertragsteuer von 25 v. H. einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.
Die Vereine können unter bestimmten Voraussetzungen die Einbehaltung der
Kapitalertragsteuer vermeiden. Diese Voraussetzungen sind unterschiedlich
und davon abhängig, ob der Verein wegen Gemeinnützigkeit von der Körperschaftsteuer befreit ist oder nicht.
Steuerbegünstigte (gemeinnützige, mildtätige und kirchliche) Vereine
i. S. d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG
Als gemeinnützig anerkannte Vereine können nur mit ihren steuerpflichtigen
wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
Im ideellen Bereich, im Zweckbetrieb und im Bereich der Vermögensverwaltung
wird keine Kapitalertragsteuer einbehalten, wenn dem Schuldner der Kapitalerträge oder der auszahlenden Stelle (Sparkasse, Bank etc.) im Zeitpunkt der
Auszahlung entsprechende Unterlagen vorliegen. Der Verein hat hier die Wahl
zwischen drei Alternativen:
1. Vorlage einer Mehrfertigung bzw. einer amtlich beglaubigten Kopie des
zuletzt erteilten Freistellungsbescheids (Vordruck
Gem 2 für gemeinnützige Körperschaften), der für einen nicht älter als
fünf Jahre zurückliegenden Veranlagungszeitraum vor dem Zeitraum des
Zuflusses der Kapitalerträge erteilt worden ist,
2. Vorlage einer Mehrfertigung bzw. einer amtlich beglaubigten Kopie der
vorläufigen Bescheinigung des Finanzamts über die Gemeinnützigkeit
(Vordruck Gem 5), deren Gültigkeitsdauer (18 Monate) im Veranlagungszeitraum des Zuflusses der Kapitalerträge oder später endet, oder
3. Vorlage einer Nichtveranlagungs(NV)-Bescheinigung nach § 44a Abs. 4
Satz 3 EStG (Vordruck NV 2B).
Für steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe gemeinnütziger Vereine
gelten besondere Regelungen. Sind Kapitalerträge dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen, so ist der Steuerabzug grundsätzlich
vorzunehmen. Ausnahme: Für den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb wird keine Veranlagung durchgeführt, weil die Besteuerungsgrenze von
35.000 € oder aber der Körperschaftsteuer- Freibetrag i. H. v. 5.000 € nicht
überschritten ist. In diesen Fällen erhält der Verein auf Antrag vom Finanzamt
ebenfalls eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung. Bei deren Vorlage verzichtet
das Kreditinstitut auf den Steuerabzug.
Beispiel für die Zuordnung von Kapitaleinkünften zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb: Der Verein stellt Mittel für eine bevorstehende, größere Reparatur im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zurück und hat diese
verzinslich angelegt.
Bei nicht als gemeinnützig anerkannten Vereinen wird die Kapitalertragsteuer
– abweichend vom Grundsatz – nicht erhoben, wenn der auszahlenden Stelle
ein Freistellungsauftrag nach amtlich vorgeschriebenem Muster erteilt wird.
Dadurch sind Kapitalerträge von der Kapitalertragsteuer befreit, soweit
sie den Sparer-Pauschbetrag von 801 € nicht übersteigen. Dies gilt nicht,
wenn die Zinserträge zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören.
eine Nichtveranlagungs (NV)-Bescheinigung nach § 44 a Abs. 2 Satz 1
Nr. 2 EStG (Vordruck NV 3B) vorgelegt wird. Diese Bescheinigung wird vom
Finanzamt ausgestellt, wenn das steuerpflichtige Einkommen nicht mehr
als 5.000 € beträgt.
Wurde die Kapitalertragsteuer vom Kreditinstitut einbehalten, obwohl eine
Freistellung möglich gewesen wäre, kann das Kreditinstitut den Kapitalertragsteuerabzug korrigieren, sobald ihm ein Freistellungsauftrag, eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung oder ein aktueller Freistellungsbescheid vorgelegt wird.
Hierzu ist das Kreditinstitut jedoch nicht verpflichtet. Falls dieses nicht bereit ist,
die verspätet vorgelegten Unterlagen zu berücksichtigen und den Kapitalertragsteuerabzug rückgängig zu machen, kann wie folgt vorgegangen werden:
Findet eine Veranlagung statt, kann die einbehaltene Kapitalertragsteuer im
Veranlagungsverfahren auf die Steuerschuld angerechnet und ggf. erstattet
werden. Hierzu ist die Abgabe einer Steuererklärung erforderlich. Die Einkünfte
aus Kapitalvermögen unterliegen dann bei der Veranlagung nur dem Tarifsteuersatz von 15 v. H. Eine Veranlagung findet beispielsweise statt, bei:
nicht als gemeinnützig anerkannten Vereinen,
gemeinnützigen Vereinen, wenn die Einnahmen des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes 35.000 € übersteigen.
Findet eine Veranlagung nicht statt, wie beispielsweise bei gemeinnützigen Vereinen, deren Einnahmen im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
die 35.000 €-Grenze nicht übersteigen, lässt die Finanzverwaltung in diesen Fällen eine Erstattung der Kapitalertragsteuer durch das zuständige Finanzamt zu.
3.5 Grundsteuer
Grundsätzlich sind alle Grundstücke, Grundstücksteile und Gebäude grundsteuerpflichtig. Für gemeinnützige, kirchliche oder mildtätige Vereine gelten
allerdings weit reichende Steuerbefreiungen, wenn die Grundstücke steuerbegünstigten Zwecken einschließlich Zweckbetrieben dienen. Bei gemeinnützigen
Sportvereinen sind also nicht nur die Sportanlagen und Sportplätze einschließlich Zuschauertribünen, sondern auch Unterrichts- und Ausbildungsräume,
Übernachtungs-, Umkleide- oder Erfrischungsräume, Gerätedepots, Schutzhütten von Bergsteiger- oder Wandervereinen und Aufenthaltsräume von der
Grundstücke, die für steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe genutzt
werden, sind grundsteuerpflichtig. Dies gilt auch bei Sportveranstaltungen, die
als steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetriebe zu behandeln sind. Ausnahme: Anlagen, die überwiegend von Amateur- und Jugendmannschaften zu
Trainingszwecken oder zu Amateursportveranstaltungen ohne Eintrittsgeld verwendet werden.
Grundsteuer wird auch erhoben, wenn Grundstücke nicht begünstigten Dritten
überlassen werden. Ebenso ist Grundbesitz steuerpflichtig, der zu Wohnzwecken oder land- und forstwirtschaftlichen Zwecken genutzt wird. Bei unbebauten Grundstücken besteht Steuerpflicht, solange sie nicht für steuerbegünstigte
Zwecke hergerichtet werden.
Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer ist der vom Finanzamt festgestellte
Einheitswert. Auf diesen wendet das Finanzamt eine Messzahl an (im Regelfall
3,5 ‰) und teilt den sich daraus ergebenden Grundsteuermessbetrag sowohl
dem Verein als auch der Gemeinde mit. Die Grundsteuer wird von der Gemeinde durch Multiplikation des Messbetrages mit dem gemeindeeigenen Hebesatz
festgesetzt. Freibeträge – wie bei anderen Steuerarten – gibt es bei der Grundsteuer nicht.
Die Grundsteuerbefreiung für von gemeinnützigen Vereinen genutzten Grundbesitz muss beim zuständigen Finanzamt beantragt werden, solange der
Grundsteuermessbescheid noch nicht bestandskräftig ist. Wird der Befreiungsantrag erst nach Bestandskraft des Grundsteuermessbescheides eingereicht,
ist eine rückwirkende Befreiung von der Grundsteuerpflicht nur insoweit möglich, als auf den Zeitpunkt, auf den die Befreiung beantragt wird, noch keine
bestandskräftige Festsetzung eines Grundsteuermessbetrages vorliegt und die
Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist.
3.6 Grunderwerbsteuer
Jeder Grunderwerb ist grunderwerbsteuerpflichtig. Das Grunderwerbsteuergesetz sieht weder besondere Befreiungen für Vereine noch Vergünstigungen für
gemeinnützige oder mildtätige Zwecke vor. Die Grunderwerbsteuer beträgt in
Niedersachsen seit 1997 3,5 % der Bemessungsgrundlage. Das ist im Regelfall
der Wert der Gegenleistung. Beim Grundstückskauf ist das der Kaufpreis einschließlich der vom Käufer übernommenen sonstigen Leistungen und der dem
3.7 Erbschaft- und Schenkungsteuer
Vermögensübergänge auf einen rechtsfähigen Verein aufgrund eines Erbfalls,
Vermächtnisses oder einer Schenkung unterliegen der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer, soweit der maßgebliche Freibetrag i. H. v. 20.000 € überschritten
wird. Für steuerpflichtige Erwerbe bis einschließlich 6.000.000 € ist eine Steuer
i. H. v. 30 % zu entrichten.
Für Vereine, die nach der Satzung und nach ihrer tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen, sind Vermögenserwerbe steuerfrei. Die Steuerbefreiung
fällt jedoch rückwirkend weg, wenn der Verein innerhalb von zehn Jahren nach
dem Erhalt der Erbschaft bzw. Schenkung die Steuerbegünstigung verliert und
das Vermögen für nicht begünstigte Zwecke verwendet.
3.8 Kraftfahrzeugsteuer
Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger, die im Inland gehalten werden
und für den Verkehr auf öffentlichen Straßen vorgesehen sind, unterliegen der
Kraftfahrzeugsteuer. Schuldner der Kraftfahrzeugsteuer ist derjenige, für den
das Fahrzeug zugelassen ist (der Halter). Halter eines Kraftfahrzeugs kann auch
ein Verein sein. Das Kraftfahrzeugsteuergesetz kennt keine Befreiungen für Vereine, auch sind allgemeine Vergünstigungen für die Verwendung zu gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken nicht vorgesehen.
Die Kraftfahrzeugsteuer kennt keine Ausnahmen für Vereine bei
„normaler“ Fahrzeugnutzung. Fahrzeuge, die ausschließlich für bestimmte im Gesetz genannte Zwecke eingesetzt werden, sind aber
von der Steuer befreit.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings das Halten von Fahrzeugen
von der Steuer befreit, wenn sie ausschließlich im Feuerwehrdienst, im Katastrophenschutz, für Zwecke des zivilen Luftschutzes, bei Unglücksfällen, im Rettungsdienst oder zur Krankenbeförderung verwendet werden. Voraussetzung
ist, dass sie äußerlich als für diese Zwecke bestimmt erkennbar sind. Fahrzeuge
von Vereinen können nur befreit werden, wenn sie nach ihrer Bauart und Einrichtung den vorgenannten Zwecken angepasst sind.
Befreit werden können auch Fahrzeuge von gemeinnützigen oder mildtätigen
Organisationen für die Zeit, in der sie ausschließlich für humanitäre Hilfsgütertransporte in das Ausland oder für zeitlich damit zusammenhängende Vorbereitungsfahrten verwendet werden.
Für Vereine kann darüber hinaus von Bedeutung sein, dass Spezialanhänger zur
Beförderung von Sportgeräten oder Tieren für Sportzwecke von den Vorschriften über das Zulassungsverfahren ausgenommen sind, wenn die Anhänger ausschließlich für solche Beförderungen verwendet werden. Die Entscheidung trifft
die Zulassungsbehörde. Das Halten von Fahrzeugen, die von den Vorschriften
über das Zulassungsverfahren ausgenommen sind, ist ebenfalls von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.
3.9 Lotteriesteuer
Veranstaltet ein Verein Lotterien oder Ausspielungen, kann dafür Lotteriesteuer
erhoben werden. Sie beträgt 16 2/3 % des Bruttopreises aller Lose.
Die öffentlichen Veranstaltungen müssen von der zuständigen Behörde (Gemeinde, Landkreis oder Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport)
genehmigt werden. Der Veranstalter ist verpflichtet, die Lotterie oder Ausspielung rechtzeitig vor Beginn bei dem für das gesamte Land Niedersachsen zuständigen Finanzamt Hannover-Nord, Vahrenwalder Str. 206, 30165 Hannover,
Nichtöffentliche Lotterien und Ausspielungen sind steuerfrei. Sie gelten als nicht öffentlich, wenn nur die Mitglieder des Vereins daran
Eine genehmigte Lotterie bleibt jedoch steuerfrei, wenn der Gesamtpreis der
Lose 650 € nicht übersteigt und keine Bargeldgewinne ausgeschüttet werden.
Dient eine solche Veranstaltung ausschließlich gemeinnützigen, mildtätigen
oder kirchlichen Zwecken und beträgt der Gesamtpreis der Lose nicht mehr als
40.000 €, ist ebenfalls keine Lotteriesteuer zu zahlen.
4. Spendenabzug
Ausgaben zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der §§ 52 bis
54 AO können beim Spender unter Berücksichtigung bestimmter Höchstsätze
im Rahmen der Einkommensbesteuerung abgezogen werden.
4.1 Was sind steuerlich absetzbare Spenden?
Was ist unter steuerbegünstigten Zuwendungen zu verstehen?
Spenden sind freiwillige Geld- oder Sachleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden und die kein Entgelt für eine Gegenleistung darstellen. Nicht zu den steuerbegünstigten Zuwendungen gehören Dienstleistungen
oder die Überlassung von Nutzungsmöglichkeiten. Unentgeltliche Arbeitsleistungen für einen Verein oder die kostenlose Überlassung von Räumen oder
Fahrzeugen sind keine Spenden.
Nimmt ein Verein einen Geldbetrag an und erbringt dafür eine Gegenleistung
(z.B. Eintrittskarten für eine Vereinsveranstaltung), handelt es sich nicht um eine
Spende. Das gilt auch dann, wenn ein höherer Betrag als der Eintrittspreis gezahlt wird. D.h. es ist nicht möglich, den über den Eintrittspreis hinausgehenden
Betrag als Spende zu deklarieren. Soll einem Verein neben dem Eintrittspreis
für eine Veranstaltung eine Spende zukommen, muss dieser Betrag gesondert
angenommen und dem Spender gesondert als Spende bescheinigt werden.
Sog. Aufwandsspenden, bei denen der Spender auf einen ihm zustehenden Aufwendungsersatzanspruch (z.B. auf Erstattung für Fahrtkosten oder Tätigkeitsvergütungen) gegenüber dem Verein verzichtet, können hingegen als Spenden
angenommen und dem Spender bescheinigt werden. Voraussetzung hierfür
ist, dass ein satzungsgemäßer oder schriftlich vereinbarter Aufwendungsersatzanspruch besteht. Der Anspruch kann auch durch einen rechtsgültigen Vorstandsbeschluss eingeräumt werden, wobei dieser Beschluss den Mitgliedern
des Vereins vor Ausführung der zum Aufwand führenden oder zu vergütenden
Tätigkeit bekannt gemacht werden muss. Der Anspruch muss ernsthaft und
rechtswirksam eingeräumt werden und darf nicht unter der Bedingung des Verzichts stehen, d.h., das Vereinsmitglied, das den Aufwand erbringt, muss frei
entscheiden können, ob es sich den Aufwendungsersatz auszahlen lässt oder
dem Verein als Spende überlässt. An der Ernsthaftigkeit von Aufwendungsersatzansprüchen mangelt es regelmäßig, wenn der Verein infolge geringer
wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht in der Lage ist, den geschuldeten Aufwendungsersatz zu leisten. Über Art und Umfang der dem Verein erbrachten
Tätigkeiten und die dabei entstandenen Ausgaben müssen geeignete Aufzeichnungen und Nachweise vorhanden sein.
Als Sachspenden kommen Wirtschaftsgüter aller Art in Betracht. Der Wert einer Sachspende wird grundsätzlich mit dem gemeinen Wert angesetzt. Dieser
entspricht bei neuen Wirtschaftsgütern regelmäßig dem Bruttopreis einschließlich Umsatzsteuer. Bei gebrauchten Wirtschaftsgütern (z.B. Kleidung) ist der
Nachweis des gemeinen Werts regelmäßig schwieriger zu erbringen. Anhaltspunkte können sich aus dem Neupreis, dem Alter und dem Erhaltungszustand
der Sache im Zeitpunkt der Spende ergeben. Ist der Gegenstand vor der Spende aus einem Betriebsvermögen entnommen worden, darf höchstens der Wert
angesetzt werden, der auch der Entnahme zugrunde gelegt worden ist. Das
kann auch der Buchwert sein (Buchwertprivileg i.S. von § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 4
EStG). Die bei der Entnahme angefallene Umsatzsteuer gehört zum Wert der
Sachspende dazu.
Daneben ist auch das sog. Durchlaufspendenverfahren zulässig. D.h. Spenden
für gemeinnützige Zwecke (z.B. zur Förderung des Sports) sind auch steuerlich
abziehbar, wenn sie nicht direkt dem (gemeinnützigen) Verein, sondern erst einer juristischen Person des öffentlichen Rechts (z.B. Bund, Bundesland, Gemeinde) als Erstempfänger übergeben werden, die ihrerseits die erhaltene Spende
an den als gemeinnützig anerkannten Letztempfänger (z.B. den Sportverein)
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen sind, auf den das Abkommen über
den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) Anwendung findet,
als Empfänger steuerbegünstigter Spenden in Betracht kommen.
Welche Zuwendungen können steuerlich abgesetzt werden?
Steuerlich abziehbar sind Mitgliedsbeiträge und Spenden. Nicht abziehbar sind
jedoch Mitgliedsbeiträge an solche Vereine, die
Zwecke im Sinne des § 52 Abs. 2 Nr. 23 der Abgabenordung (Tier- und
Pflanzenzucht, traditionelles Brauchtum einschließlich Karneval, Fastnacht
und Fasching, Soldaten- und Reservistenbetreuung, Amateurfunken, Modellflug einschließlich Modellbau und Hundesport)
fördern. Die Mitgliedsbeiträge sind hier vom Spendenabzug ausgeschlossen,
weil sie bei typisierender Betrachtungsweise überwiegend für Leistungen des
Vereins gegenüber den Mitgliedern erbracht werden (z.B. für die Benutzung
von Anlagen und Einrichtungen des Vereins).
4.2 Wichtig für Spender und Spendenempfänger
Zuwendungsbestätigungen unterliegen einer bestimmten Form. Die amtlichen
Muster der Zuwendungsbestätigung werden vom Bundesministerium der Finanzen erstellt. Entsprechende Muster können auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums (http://www.bundesfinanzministerium.de) abgerufen werden
und sind im Anhang 3 abgedruckt.
Der Spender kann seine Zuwendungen nur dann steuerlich wirksam
geltend machen, wenn er dem Finanzamt eine ordnungsgemäße Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster vorlegt.
Die Zuwendungsbestätigung ist eine unverzichtbare sachliche Voraussetzung
für den Spendenabzug. Sie wird nur anerkannt, wenn das vom Verein in der
Bestätigung angegebene Datum des Freistellungs- oder Steuerbescheids nicht
länger als fünf Jahre oder das Datum der vorläufigen Bescheinigung nicht länger
als drei Jahre zurückliegt.
Die Zuwendungsbestätigung muss grundsätzlich von mindestens einer durch
Satzung oder Auftrag zur Entgegennahme von Zahlungen berechtigten Person
unterschrieben sein. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das zuständige
Finanzamt genehmigen, dass Bestätigungen maschinell ohne eigene Unterschrift erstellt werden. Der Zuwendungsempfänger muss das dafür eingesetzte
maschinelle Verfahren dem Finanzamt zur Genehmigung mitteilen.
Für Zuwendungen bis 200 € reicht der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts aus, wenn der Zuwendungsempfänger
eine gemeinnützige Körperschaft ist, die auf dem von ihr erstellten Empfangsbeleg den steuerbegünstigten Zweck, für den die Zuwendung verwendet wird und Angaben über die Freistellung des Vereins von der Körperschaftsteuer aufdruckt; zusätzlich muss angegeben sein, ob es sich bei
der Zuwendung um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt oder
eine politische Partei ist.
Bei Zuwendungen an eine gemeinnützige Körperschaft hat der Zuwendende
zusätzlich den vom Zuwendungsempfänger erstellten Beleg vorzulegen.
Für den steuerlichen Spendenabzug gelten bestimmte Höchstgrenzen:
Der Abzug der Zuwendungen ist grundsätzlich auf 20 % des Gesamtbetrags
der Einkünfte oder 4 ‰ der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter begrenzt.
Abziehbare Zuwendungen, die im Jahr der Zahlung die vorstehenden Höchstgrenzen übersteigen oder im Veranlagungszeitraum der Zuwendung steuerlich
nicht berücksichtigt werden können, sind in den folgenden Jahren als Sonderausgaben abziehbar. Die Zuwendungen werden dort im Rahmen der Höchstbeträge des § 10b Einkommensteuergesetz berücksichtigt.
Der Spender darf auf die Richtigkeit der Zuwendungsbestätigung über Spenden
und Mitgliedsbeiträge vertrauen, es sei denn, er hat die Bestätigung durch unlautere Mittel oder falsche Angaben erwirkt oder die Unrichtigkeit der Bestätigung ist ihm infolge grober Fahrlässigkeit nicht bekannt.
4.3 Was hat der Spendenempfänger zu beachten?
Nachweis über Einnahme und Verwendung der Zuwendungen
Gemeinnützige Vereine müssen einen buchmäßigen Nachweis über die Annahme der Zuwendungen und deren zweckentsprechende Verwendung führen.
Das Original der Zuwendungsbestätigung erhält der Spender. Das Doppel der
Zuwendungsbestätigung ist aufzubewahren. Bei Sachspenden und sog. Aufwandsspenden müssen sich aus den Aufzeichnungen des Vereins auch die
Grundlagen für den vom Empfänger bestätigten Wert der Spende ergeben.
Verstöße gegen die Aufzeichnungspflichten können zum Verlust der Gemeinnützigkeit und zur Haftung des Spendenempfängers führen.
Dem Vertrauensschutz des Spenders steht auf der Seite des Vereins dessen Verantwortlichkeit für die Richtigkeit der ausgestellten Zuwendungsbestätigungen
gegenüber. Wenn der Verein vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtige Bestätigungen ausstellt (Ausstellerhaftung) oder veranlasst, dass Zuwendungen nicht
zu den in der Bestätigung angegebenen Zwecken verwendet werden (Veranlasserhaftung), haftet er für die entgangene Steuer. Für entgangene Einkommenoder Körperschaftsteuer wird der Haftungsschuldner ohne Rücksicht auf die
tatsächliche Steuerverkürzung immer pauschal mit 30 % des zugewendeten
Betrags in Anspruch genommen. Für evtl. entgangene Gewerbesteuer beträgt
der Haftungsbetrag pauschal 15 % zusätzlich. Haftungsschuldner können sowohl der Verein selber als auch die für den Verein handelnden verantwortlichen
Personen sein. In den Fällen der Veranlasserhaftung ist vorrangig der Zuwendungsempfänger in Anspruch zu nehmen.
Missbräuche bei der Ausstellung von Zuwendungsbestätigungen können zum
Verlust der Gemeinnützigkeit führen.
Sollten Sie im Zusammenhang mit steuerbegünstigten Zuwendungen weitere
Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt oder einen
Vertreter der steuerberatenden Berufe.
Als Arbeitnehmer des Vereins sind beispielsweise anzusehen:
alle fest angestellten Personen, wie z.B. Geschäftsführer, hauptberufliche
Trainer, Kassierer von Beiträgen und Eintrittsgeldern, Platzwarte,
Ordner und andere Personen, die regelmäßig wiederkehrend ähnliche
Dienste leisten,
nebenberufliche Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher und Betreuer, die
durchschnittlich mehr als sechs Stunden wöchentlich für einen Verein
andere kurzfristig und/oder aushilfsweise beschäftigte Personen, wenn
nicht nach Art und Umfang ihrer Dienste eine selbständige Tätigkeit
das Bedienungspersonal bei Vereinsfestlichkeiten, nicht dagegen die
Mitglieder einer dabei aufspielenden Musikkapelle,
die vom Verein beschäftigten oder engagierten Berufssportler (soweit sie
ihre Tätigkeit nichtselbständig ausüben).
Beschäftigt ein Verein Arbeitnehmer, hat er für diese Lohnsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Ein Dienstverhältnis im
lohnsteuerlichen Sinne liegt vor, wenn der Beschäftigte dem Verein
seine Arbeitskraft schuldet und einem Weisungsrecht unterliegt. Entscheidend ist das Gesamtbild des Arbeitsverhältnisses.
Grundsätzlich kann auch die Sportausübung bei Amateursportlern Gegenstand
eines Dienstverhältnisses sein. Zahlungen, die nur den tatsächlichen Aufwand
(z.B. Reisekosten) des Sportlers abdecken sollen, führen noch nicht zur Einkunftserzielung. Anders verhält es sich, wenn ein Sportler im Zusammenhang
mit einer Betätigung Zahlungen erhält, die höher sind als die ihm hierbei entstehenden steuerlich abziehbaren Aufwendungen. Die Sportausübung ist in einem solchen Fall nicht mehr reiner Selbstzweck, sondern auch Mittel zur Erzielung von Einkünften. Die Zahlungen unterliegen in diesen Fällen auch dann der
Lohnsteuer, wenn sie die für die Beurteilung der Gemeinnützigkeit maßgebliche
Grenze von 400 € monatlich nicht übersteigen.
Vereinsmitglieder, die hin und wieder bei besonderen Anlässen helfend
einspringen und nur Auslagenersatz oder ein Verzehrgeld erhalten,
ehrenamtliche Vorstandsmitglieder und andere für den Verein tätige Mitglieder, die für Reisen, Telefon usw. nur eine ihre Kosten deckende Aufwandsentschädigung erhalten; bei höheren Vergütungen muss allerdings
steuerlich von einem Arbeitsverhältnis ausgegangen werden,
Sportler, die von ihrem Verein für ihren sportlichen Einsatz Vergütungen
erhalten, deren Höhe die tatsächlichen Aufwendungen nur unwesentlich
Im Allgemeinen kann bei diesen Personengruppen das Fehlen einer Einkunftserzielungsabsicht angenommen werden, wenn die Einnahmen abzüglich aller
Werbungskosten den Betrag von 256 € im Jahr nicht übersteigen.
Als Selbständige sind beispielsweise anzusehen:
Berufstrainer der Turn- und Sportvereine, die für mehrere Vereine tätig
sind und die sich ihre Tätigkeit in der Art eines Freiberuflers einrichten
Chor- und Kapellenleiter bei Gesang- und Musikvereinen unter den gleichen Voraussetzungen wie zuvor,
durchschnittlich nicht mehr als sechs Stunden wöchentlich für einen Verein arbeiten (es sei denn, sie werden auf Grund eines als Arbeitsvertrag
ausgestalteten Vertrags tätig) sowie
Pächter von Vereinsgaststätten.
Für die an selbständig Tätige gezahlte Vergütung braucht keine Lohnsteuer
einbehalten zu werden, da diese nicht als Angestellte des Vereins anzusehen
sind, sondern als Unternehmer, die für die Versteuerung ihres Einkommens
selbst verantwortlich sind. Diese Personen müssen ihre Vergütungen im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung angeben.
5.2 Wie ist Aufwandsersatz steuerlich zu behandeln?
Zum lohnsteuerpflichtigen Aufwandsersatz gehören beispielsweise
die Aufwandspauschale für Sportler von monatlich bis zu 400 € im Jahresdurchschnitt,
der über die Pauschale von 400 € hinausgehende und insgesamt einzeln
nachzuweisende Aufwandsersatz,
die Abgeltungen zum Kauf und zur Pflege von Sportkleidung sowie des
Verpflegungsmehraufwands bei Spielen und Trainingsveranstaltungen am
die ersetzten Fahrtkosten für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte; regelmäßige Arbeitsstätte ist dabei die Heimsportstätte
(Sportplatz, Sporthalle); jedoch besteht für den Verein die Möglichkeit, diese Vergütungen im Rahmen des § 40 Abs. 2 S. 2 EStG pauschal mit 15 %
zu versteuern (Auswärtsspiele und beispielsweise Trainingslager gehören im
Übrigen zu den Auswärtstätigkeiten des Sportlers).
Zum lohnsteuerfreien Aufwandsersatz gehören beispielsweise
Auslagen für Portokosten und Telefongebühren, soweit sie einzeln belegbar sind und für den Verein aufgewendet wurden,
Aufwendungen aus Anlass von Auswärtstätigkeiten für Fahrtkosten und
Übernachtungskosten sowie in Höhe der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen,
Einnahmen von nebenberuflich tätigen Übungsleitern, Ausbildern, Erziehern und Betreuern bis zur Höhe von 2.100 € jährlich und
Einnahmen von nebenberuflich tätigen Kassenwarten, Platzwarten, Reinigungskräften usw. bis zur Höhe von 500 € jährlich.
Die Bezahlung bestimmter Tätigkeiten für gemeinnützige Vereine
wird bis zu festgelegten Grenzen von der Lohnsteuer befreit, um der
gemeinnützigen Tätigkeit im Verein Anreiz zu geben.
Wie sind die für Auswärtstätigkeiten vom Verein erstatteten Reisekosten steuerlich zu behandeln?
Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb der Wohnung und der regelmäßigen Arbeitsstätte für den Verein tätig
wird. Zu den Kosten für die Auswärtstätigkeit gehören Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten sowie die Reisenebenkosten (z.B. Aufwendungen für die Beförderung und die Aufbewahrung des
Gepäcks, öffentliche Verkehrsmittel oder Taxi am Reiseort, Fernsprech- und
Telegrammgebühren sowie Porto, Garagen- und Parkplatzkosten während der
Auswärtstätigkeit).
Die jeweils geltenden Pauschbeträge für Auswärtstätigkeiten im
Ausland sind auf den Internet-Seiten des Bundesfinanzministeriums
(http://www.bundesfinanzministerium.de) veröffentlicht.
Die Aufwendungen für Inlandsreisen müssen, soweit nicht Pauschbeträge in Anspruch genommen werden, einzeln nachgewiesen werden. Ein Einzelnachweis
der tatsächlichen Verpflegungsmehraufwendungen ist seit 1996 nicht mehr zulässig. Diese werden nur noch in Höhe der Pauschbeträge steuerfrei belassen.
Folgende Pauschbeträge werden bei Auswärtstätigkeiten im Inland gewährt:
Fahrtkosten bei Benutzung eines privaten Fahrzeugs
(pauschal für den gefahrenen Kilometer)
Werden mehrere Auswärtstätigkeiten an einem Kalendertag durchgeführt,
sind die Abwesenheitszeiten an diesem Kalendertag zusammenzurechnen,
woraus sich dann die Angabe zur Reisedauer ergibt.
Werden vom Verein höhere Vergütungen als in der Pauschale vorgesehen
für Verpflegungsmehraufwand gezahlt, besteht für den Verein die Möglichkeit, diese Vergütungen im Rahmen des § 40 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 EStG
pauschal mit 25 % zu versteuern, soweit die Vergütungen die oben genannten Beträge um nicht mehr als 100 % übersteigen.
Für jede Übernachtung darf der Arbeitgeber einen Pauschbetrag von
20 € steuerfrei zahlen, sofern die Unterkunft von ihm nicht unentgeltlich
gestellt wird. Wird nur ein Gesamtpreis für Unterkunft und Verpflegung
nachgewiesen und lässt sich der Preis für Verpflegung nicht feststellen (z.B.
Trainingslagerpauschale), ist der Gesamtpreis zur Ermittlung der Übernachtungskosten im Inland wie folgt zu kürzen:
1. für Frühstück um 4,80 €,
2. für Mittag- und Abendessen um jeweils 9,60 €.
Bei Auswärtstätigkeiten im Ausland gelten höhere Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand und Übernachtung. Die Pauschbeträge sind von
Land zu Land unterschiedlich und werden vom Bundesministerium der Finanzen bekannt gegeben.
5.3 Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 EStG
Von besonderer Bedeutung für Vereine ist die Steuerbefreiung nach § 3
Nr. 26 EStG („Übungsleiterpauschale“), die ab dem Jahre 2007 deutlich verbessert worden ist (Anhebung des Höchstbetrags von bisher 1.848 € auf 2.100 €).
Die Steuerfreiheit für Tätigkeiten bei gemeinnützigen Vereinen ist auf
einen Jahreshöchstbetrag von 2.100 € beschränkt.
Nach § 3 Nr. 26 EStG sind Einnahmen für folgende nebenberufliche Tätigkeiten
bis zu einem Höchstbetrag von insgesamt 2.100 € im Jahr steuerfrei:
Voraussetzung dafür ist, dass die Tätigkeit im Dienst oder Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts (das kann eine Gemeinde
sein) oder einer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienenden Einrichtung (das kann ein gemeinnütziger Verein sein) ausgeübt wird. Sie
kann selbständig (wohl der Regelfall) oder nichtselbständig ausgeübt werden.
Die Begriffe der gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecke ergeben
sich aus den §§ 52 bis 54 AO (siehe Anhang 1).
Eine Tätigkeit wird nebenberuflich ausgeübt, wenn sie nicht mehr als ein Drittel
der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt; eine
Halbtagsbeschäftigung wird deshalb bereits als hauptberufliche Tätigkeit angesehen. Es können aber auch solche Personen nebenberuflich tätig sein, die
im steuerrechtlichen Sinne keinen Hauptberuf ausüben, z.B. Hausfrauen, Vermieter, Studenten, Rentner oder Arbeitslose. Übt ein Arbeitnehmer mehrere
verschiedenartige Tätigkeiten i. S. d. § 3 Nr. 26 EStG aus, ist die Nebenberuflichkeit für jede Tätigkeit getrennt zu beurteilen. Mehrere gleichartige Tätigkeiten sind zusammenzufassen, wenn sie sich nach der Verkehrsanschauung als
Ausübung eines einheitlichen Hauptberufs darstellen.
A, Hausfrau, ist auf Grund eines Arbeitsvertrags an einer Schule als Dozentin
tätig; sie gibt etwa fünf Wochenstunden Unterricht. Daneben übt sie eine Trainertätigkeit in einem Sportverein aus (etwa sechs Stunden in der Woche).
Da hier verschiedenartige Tätigkeiten ausgeübt werden, dürfen für die Beurteilung der „Nebenberuflichkeit“ die Stunden nicht zusammengerechnet werden.
A übt zwei unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG fallende nebenberufliche Tätigkeiten aus. Der Steuerfreibetrag von 2.100 € darf aber trotzdem
Bei Prüfung der Nebenberuflichkeit ist auf das ganze Jahr abzustellen ("Jahresbetrachtung").
Ein Lehrer betreut während der Ferien für einen gemeinnützigen Verein vier
Wochen lang behinderte Kinder.
Während der Ferienbetreuung ist der Lehrer zwar ganztags tätig. Dies ist aber
unerheblich, weil es sich bezogen auf das ganze Jahr (auch der Steuerfreibetrag ist ein Jahresbetrag!) um eine typische nebenberufliche Tätigkeit handelt.
Welche Tätigkeiten für welche Auftraggeber fallen unter die Steuerbefreiung?
Nur Tätigkeiten für bestimmte in der Vorschrift aufgeführte „begünstigte Auftraggeber“ fallen unter die Steuerbefreiung. Begünstigte Auftraggeber sind
u.a. alle gemeinnützigen Vereine, wie z.B. das Deutsche Rote Kreuz oder auch
Die Höchstgrenze für die Steuerbefreiung gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer
mehrere begünstigte Tätigkeiten ausübt oder Vergütungen für mehrere Jahre
in einer Summe erhält, wie z.B. eine Nachzahlung von Arbeitslohn. Der Jahreshöchstbetrag ist nicht zeitanteilig aufzuteilen, selbst wenn die begünstigte
Tätigkeit lediglich wenige Monate ausgeübt wird, so wie bei der Betreuung
von Kindern bei Ferienmaßnahmen. Andere Steuerbefreiungen, wie z.B. die
Gewährung steuerfreier Aufwandsentschädigungen nach § 3 Nr. 12 EStG oder
der Ersatz von Reisekosten nach § 3 Nr. 13 EStG oder § 3 Nr. 16 EStG, können
zusätzlich gewährt werden. Der Abzug ist in der für den Steuerpflichtigen günstigsten Reihenfolge vorzunehmen.
Bei Arbeitnehmern ist mindestens der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 €
anzusetzen, soweit er nicht bei anderen Dienstverhältnissen verbraucht ist.
Wichtig ist, dass Betriebsausgaben oder Werbungskosten nur insoweit berücksichtigt werden können, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen (§ 3 Nr. 26 zweiter Halbsatz EStG abweichend von § 3c EStG).
Betriebsausgaben oder Werbungskosten im Zusammenhang mit der
begünstigten Tätigkeit können nur abgesetzt werden, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die jeweiligen Ausgaben den Freibetrag von 2.100 € übersteigen.
A hat im Jahr Einnahmen aus einer Trainertätigkeit bei einem Sportverein von
4.200 € jährlich, von denen 2.100 € nach § 3 Nr. 26 EStG steuerfrei bleiben
(50 %). Seine mit dieser Tätigkeit im Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben für Sportkleidung, Fahrtkosten, Fortbildungslehrgänge, Fachliteratur u.Ä.
betragen 2.200 €.
Von dem steuerpflichtigen Betrag von 2.100 € könnte A nach § 3c EStG
1.100 € (50 % von 2.200 €) als Betriebsausgaben absetzen, da diese zur Hälfte
mit steuerpflichtigen Einnahmen im Zusammenhang stehen. Es ergäben sich
somit Einkünfte von 1.000 €.
Abweichend von § 3c EStG ist nach § 3 Nr. 26 EStG aber nur ein Abzug von
Betriebsausgaben zulässig, soweit sie den Steuerfreibetrag von 2.100 € übersteigen (das sind nur 100 €). Es ergeben sich somit steuerpflichtige Einkünfte
von 2.000 €.
Wer betätigt sich als Übungsleiter usw.
Hauptanwendungsfälle der Vorschrift sind
die nebenberufliche Tätigkeit eines Sporttrainers oder eines Chorleiters
oder Orchesterdirigenten,
die Lehr- und Vortragstätigkeit im Rahmen der allgemeinen Bildung und
Ausbildung, z.B. Kurse und Vorträge an Schulen und Volkshochschulen,
Mütterberatung, Erste-Hilfe-Kurse, Schwimm-Unterricht oder der beruflichen Ausbildung und Fortbildung,
die nebenberufliche Tätigkeit eines Prüfers bei einer Prüfung, die zu Beginn, im Verlaufe oder als Abschluss einer Ausbildung abgenommen wird,
die Betreuung einer Fußballmannschaft.
Ehrenamtliches Einkommen kann aus der Übungsleitertätigkeit, aus
einer künstlerischen Tätigkeit oder aus einer Pflegetätigkeit resultieren. Bei der Zuordnung dieser Tätigkeit spielt in erster Linie der Umgang mit Menschen eine wesentliche Rolle.
Begünstigt ist nur eine Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder
Betreuer, wenn der Steuerpflichtige durch persönlichen Kontakt auf andere
Menschen Einfluss nimmt, um auf diese Weise deren geistige und leibliche
Fähigkeiten zu entwickeln und zu fördern, d.h. die Tätigkeit muss pädagogisch
ausgerichtet sein. Die Betreuung von Gegenständen (z.B. beim Gerätewart
oder Vereinskassierer) ist ebenso wenig begünstigt wie eine "reine" Aufsichtstätigkeit. Die Abgrenzung kann schwierig sein:
Nicht begünstigt sind die Ausbildung von Tieren (z.B. Rennpferden oder Diensthunden) sowie "verwaltende" Tätigkeiten z.B. als Vorstandsmitglied, Vereinskassierer oder Platzwart bei einem Sportverein, auch wenn solche Tätigkeiten
ebenfalls unmittelbar im Vereinsinteresse – und damit auch im öffentlichen Interesse – liegen.
Für solche auch weiterhin nicht unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG
fallende nebenberufliche Tätigkeiten im Vereinsinteresse gibt es ab 2007 jedoch
die neue Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26a EStG (siehe nachfolgend Nr. 5.4).
Hierunter kann z.B. die nebenberuflich ausgeübte Konzerttätigkeit eines Musikpädagogen in Kirchen, Altenheimen usw. sowie die nebenberufliche Organistentätigkeit in Kirchengemeinden fallen. Viele Tätigkeiten sind aber bereits als
Ausbildungstätigkeiten begünstigt (z.B. Chorleiter in einem Gesangsverein).
bei der häuslichen Betreuung durch ambulante Pflegedienste, z.B. Unterstützung bei der Grund- und Behandlungspflege, bei häuslichen
Verrichtungen und Einkäufen, beim Schriftverkehr, bei der Altenhilfe
entsprechend § 75 BSHG, z.B. Hilfe bei der Wohnungs- und Heimplatzbeschaffung, in Fragen der Inanspruchnahme altersgerechter Dienste und
bei Sofortmaßnahmen gegenüber Schwerkranken und Verunglückten,
z.B. durch Rettungssanitäter und Ersthelfer.
5.4 Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26a EStG für
Nach der rückwirkend ab 01.01.2007 eingeführten neuen Steuerbefreiung des
§ 3 Nr. 26a EStG sind grundsätzlich alle Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten für Vereine usw. bis zur Höhe von insgesamt 500 € im Jahr steuerfrei.
Auf die Art der Tätigkeit für den Verein kommt es nicht an. Unter die neue
Steuerbefreiung fallen daher z.B. nebenberufliche tätige Vereinsvorsitzenden,
Kassenwarte, Zeugwarte, Platzwarte, Hausmeister, Schreibkräfte, Reinigungskräfte usw.
Die übrigen Voraussetzungen (z.B. nebenberufliche Tätigkeit, begünstigter
Auftraggeber) entsprechen den o.g. Voraussetzungen für die Anwendung der
Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG („Übungsleiterpauschale“) – bis auf eine
Anders als bei der Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 EStG kann diese Steuerbefreiung nicht gewährt werden, wenn für die Einnahmen aus der Tätigkeit ganz
oder teilweise eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 12 EStG (Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen) oder § 3 Nr. 26 EStG (Übungsleiter usw.)
Die Steuerfreiheit für Tätigkeiten bei gemeinnützigen Vereinen ist
auf einen Jahreshöchstbetrag von 2.100 € (Übungsleiter usw.) bzw.
500 € (Kassenwarte usw.) beschränkt.
5.5 Welche Pflichten obliegen dem Verein als
Werden die nebenberuflichen Tätigkeiten in einem Dienstverhältnis ausgeübt,
hat der Arbeitgeber den steuerfreien Höchstbetrag von 2.100 € (siehe S. 61 f.)
vor der Berechnung der Lohnsteuer abzuziehen. Der Freibetrag wird nicht auf
der Lohnsteuerkarte eingetragen. Eine zeitanteilige Aufteilung ist dabei nicht
erforderlich, selbst wenn feststeht, dass das Dienstverhältnis nicht bis zum
Ende des Kalenderjahres besteht. Der Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber jedoch schriftlich zu bestätigen, dass die Steuerbefreiung nicht bereits in einem
anderen Dienst- oder Auftragsverhältnis berücksichtigt worden ist oder wird.
Diese Erklärung ist zum Lohnkonto zu nehmen. Außerdem sind die steuerfreien
Beträge nach § 3 Nr. 26 EStG und § 3 Nr. 26a EStG in das Lohnkonto einzutragen (§ 41 Abs. 1 S. 3 EStG).
Bitte denken Sie aber auch an die Sozialversicherungsbeiträge, auf
die in dieser Broschüre nicht eingegangen werden kann. Nähere Informationen zur Sozialversicherung einschließlich der sozialversicherungsrechtlichen Behandlung der sog. Mini-Jobs erhalten Sie bei den
Ein Verein muss sich von seinen Arbeitnehmern in der Regel vor Beginn des
Kalenderjahres oder bei Aufnahme der Tätigkeit Lohnsteuerkarten vorlegen lassen, sofern der Arbeitslohn nicht pauschal versteuert werden kann.
Die Lohnsteuerkarte wird durch das ELStAM-Verfahren (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) abgelöst, das dem Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale für den automatisierten
Abruf bereitstellt. Deshalb werden Lohnsteuerkarten letztmals für
das Kalenderjahr 2010 ausgestellt. Diese gelten bis auf Weiteres
weiter. Ist keine Lohnsteuerkarte 2010 ausgestellt worden,
so erteilt das Finanzamt auf Antrag eine entsprechende Bescheinigung.
Als Arbeitgeber hat der Verein dann nach den Angaben auf der Lohnsteuerkarte oder der Bescheinigung (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Konfession,
eingetragene Frei- und Hinzurechnungsbeträge) die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und eventuell die Lohnkirchensteuer einzubehalten und an das
Finanzamt abzuführen. Der um die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und
evtl. die Lohnkirchensteuer verminderte Bruttoarbeitslohn wird an die Arbeitnehmer ausgezahlt. Legt ein Arbeitnehmer keine Lohnsteuerkarte oder keine
Bescheinigung vor, muss der Verein Lohnsteuer nach Maßgabe der Steuerklasse VI einbehalten und an das Finanzamt abführen.
Weitere Informationen zu den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen erhalten Sie bei der Minijob-Zentrale, 45115 Essen
(http://www.minijob-zentrale.de). Diese ist unter der Rufnummer
01801/200504 (Festnetzpreis 3,9 ct/Min; höchstens 42 ct/Min aus
Mobilfunknetzen) oder 0355 2902-70799 montags bis freitags von
7 bis 19 Uhr zu erreichen.
Die Höhe der Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und der Lohnkirchensteuer,
die für den „Lohnzahlungszeitraum“ (in der Regel: ein Monat) einzubehalten
ist, kann in den so genannten Lohnsteuertabellen abgelesen oder mit Hilfe
eines Lohnsteuerberechnungsprogramms selbst ermittelt werden. Diese sind
im Buchhandel erhältlich. Daneben kann auch der Interaktive Abgabenrechner des Bundesministeriums der Finanzen (http://www.abgabenrechner.de)
Vereine haben aber auch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen
den Arbeitslohn ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte pauschal zu versteuern
(z.B. bei geringfügig Beschäftigten oder Aushilfskräften). Bei einer Pauschalversteuerung muss der Verein dann als Arbeitgeber die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Lohnkirchensteuer übernehmen.
Pauschalierung der Lohnsteuer für Teilzeitbeschäftigte und geringfügig
Vereine nehmen häufig Hilfe nur für kurze Zeit und/oder gegen Zahlung eines verhältnismäßig geringen Lohns in Anspruch. Bei vielen derartigen Dienstverhältnissen kann sich der Verein für eine vereinfachte Besteuerung ohne
Lohnsteuerkarte (pauschalierte Besteuerung) entscheiden. Schuldner der Pauschalsteuer ist stets der Verein als Arbeitgeber. Steuerfreie Einnahmen (z.B.
steuerfreie Einnahmen als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher und Betreuer bis zu
jährlich 2.100 €) bleiben auch bei der Lohnsteuerpauschalierung und bei der
Prüfung der Pauschalierungsgrenzen außer Betracht.
Muss der Arbeitslohn besteuert werden, kann dies entweder über
die Lohnsteuerkarte bzw. der Bescheinigung erfolgen oder durch
eine Lohnsteuerpauschalierung.
Eine Pauschalierung ist in den folgenden Fällen möglich
- bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen:
Der Arbeitslohn aus einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis kann mit
einer einheitlichen Pauschsteuer von 2 % (Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) versteuert werden, wenn
es sich um eine geringfügige Beschäftigung i. S. d. § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV
(sog. Mini-Job) handelt und
der Verein für den Arbeitnehmer pauschale Rentenversicherungsbeiträge
zu entrichten hat.
Die einheitliche Pauschalsteuer von 2 % ist neben den pauschalen Sozialversicherungsbeiträgen (15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung) an
die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft/Bahn/See zu entrichten. Diese
ist berechtigt, die einheitliche Pauschalsteuer zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen vom Verein einzuziehen.
Hat ein Verein bei einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis i. S. d. § 8
Abs. 1 Nr. 1 SGB IV keine pauschalen Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten, kann er die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 20 % des Arbeitsentgelts erheben, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und 6 % Kirchensteuer
der pauschalen Lohnsteuer. Die einbehaltenen Beträge sind wie bisher an das
Betriebsstättenfinanzamt abzuführen.
Die steuerlichen Pauschalierungsvorschriften bei kurzfristiger Beschäftigung weichen von den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften ab. Das bedeutet, dass bei einer sozialversicherungsfreien
kurzfristigen Beschäftigung nicht immer auch eine Lohnsteuerpauschalierung zulässig ist.
- sowie bei kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmern:
der Arbeitnehmer gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird,
die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht
der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 12 € durchschnittlich je
Arbeitsstunde nicht übersteigt und
der Arbeitslohn entweder während der Beschäftigungsdauer 62 € durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt oder die Beschäftigung zu einem
unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird.
Die vom Verein an das Finanzamt abzuführende pauschalierte Lohnsteuer beträgt hier 25 % des Arbeitslohns; außerdem ist ggf. Lohnkirchensteuer in Höhe
von 6 % und ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der pauschalierten
Lohnsteuer zu entrichten.
Bei der Lohnsteuerpauschalierung wird die Kirchensteuer grundsätzlich mit einem ermäßigten Steuersatz von 6 % der Lohnsteuer erhoben, und zwar für
alle Arbeitnehmer, für die die Lohnsteuer pauschaliert werden soll. Durch den
ermäßigten Steuersatz wird der Tatsache Rechnung getragen, dass nicht alle
Arbeitnehmer Mitglied einer kirchensteuererhebenden Körperschaft sind.
Weist der Verein nach, dass einzelne Arbeitnehmer, für die die Lohnsteuer
pauschaliert werden soll, keiner kirchensteuererhebenden Körperschaft angehören, entfällt für diese Arbeitnehmer der Kirchensteuerabzug. Für die anderen kurzfristig oder in geringem Umfange beschäftigten Arbeitnehmer, die
der Lohnsteuerpauschalierung unterliegen, ist in diesen Fällen der allgemeine
Kirchensteuersatz von 9 % anzuwenden.
Art und Höhe des gezahlten Arbeitslohns sowie die einbehaltene
oder übernommene Lohnsteuer sind vom Verein auf Lohnkonten
Der Verein muss spätestens am 10. Tag nach Ablauf eines jeden LohnsteuerAnmeldungszeitraums
eine Steuererklärung einreichen; darin ist die Summe der im Anmeldungszeitraum einzubehaltenden bzw. zu übernehmenden Lohnsteuer anzugeben (Lohnsteuer-Anmeldung) und
die angemeldete Lohnsteuer an das Finanzamt abführen.
Die Lohnsteuer-Anmeldung ist nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck auf
der Kalendermonat, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 4.000 € betragen hat,
das Kalendervierteljahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 1.000 € und nicht mehr als 4.000 €
betragen hat,
das Kalenderjahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Jahr nicht mehr als 1.000 € betragen hat.
Ein Verein wird von der Verpflichtung zur Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen befreit, wenn er Arbeitnehmer, für die er Lohnsteuer einzubehalten oder zu
übernehmen hat, nicht mehr beschäftigt und das dem Betriebsstättenfinanzamt
mitteilt. Das Gleiche gilt, wenn er nur Arbeitnehmer beschäftigt, für die er eine
einheitliche Pauschsteuer von 2 % an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft/Bahn/See zu entrichten hat (sog. Mini-Jobs).
Soweit die vorstehenden Pflichten (u.a. Abgabe von Lohnsteuer-Anmeldungen
und Abführung der Lohnsteuer) vorsätzlich oder grob fahrlässig nicht oder nicht
rechtzeitig erfüllt werden, haften die für den Verein handelnden Personen für
den entstandenen Schaden/Steuerausfall (z.B. nach §§ 69 i.V.m. 34, 35 AO).
Die Inanspruchnahme erfolgt durch besonderen Haftungsbescheid.
Trotz großer Sorgfalt lassen sich Fehler oder Unstimmigkeiten leider nicht vollständig ausschließen. Eine Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben kann daher
Bei weiteren Fragen hilft Ihnen Ihr zuständiges Finanzamt gern weiter. Dort können auch weitere Exemplare dieser Broschüre bezogen werden.
Diese Broschüre darf wie alle Broschüren der Niedersächsischen Landesregierung nicht zur Wahlwerbung in Wahlkämpfen verwendet werden.
Steuer-ABC für gemeinnützige Vereine Anhang 14