Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/inspektorat/Arbeitsstoffe/Massnahmen_bei_der_Verwendung_von_Arbeitsstoffen/
Timestamp: 2020-01-21 13:31:47
Document Index: 277919304

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 52', '§ 55', '§ 42', '§ 16', '§ 43', '§ 15', '§ 16', '§ 32']

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Maßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsstoffen
Technische und organisatorische Maßnahmen sowie persönliche Schutzausrüstung
Rangordnung der Maßnahmen
Verbot und Ersatz, Meldung
Bei der Verwendung von gefährlichen Arbeitsstoffen sind zahlreiche Maßnahmen möglich um die Gefährdung zu reduzieren und um die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.
Dabei legt § 43 ASchG eine verpflichtende Rangordnung fest, welche Maßnahmen zuerst ergriffen werden müssen.
Beschränkung der Menge der eingesetzten Arbeitsstoffe
Beschränkung der Zahl der exponierten ArbeitnehmerInnen
Beschränkung von dauer und Intensität der Exposition
Geschlossene Systeme, räumliche Trennung etc: "Die Arbeitsverfahren und Arbeitsvorgänge sind, soweit dies technisch möglich ist, so zu gestalten, daß die Arbeitnehmer nicht mit den gefährlichen Arbeitsstoffen in Kontakt kommen können und gefährliche Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe nicht frei werden können"
Erfassen an der Austrittsstelle
Einige Maßnahmen die bei Verwendung aller Arbeitsstoffe anzuwenden sind, sind in der Allgemeinen Arbeitnehmerschutzverordnung (AAV) festgelegt.
So bestimmt § 52 AAV, unter anderem, dass:
Gesundheitsgefährdende Arbeitstoffe am Arbeitsplatz nur in den erforderlichen Mengen (bis maximal Tagesbedarf) vorhanden sein dürfen;
verschüttete Arebtistoffe unverzüglich zu beseitigen sind;
das bei Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen Rauchen, Essen und Trinken verboten sind;
in Arbeitsräume, in denen Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen vorgenommen werden, dürfen Speisen und Getränke nicht mitgebracht werden.
Das Verbot des Trinkens schützt zwar vor der oralen Aufnahme von gefährlichen Arbeitsstoffen, kann aber bei vielen Arbeitsplätzen und Arbeitsvorgängen, insbesondere bei sommerlicher Hitze, zu einer Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen, da nicht bei Bedarf unkompliziert - vor allem Wasser - getrunken werden kann.
Das Verwenden einiger Arbeitsstoffe über einem Volumsprozent hinaus ist durch § 55 AAV verboten. Betroffen davon sind Benzol, Tetrachlorkohlenstoff, 1,1,2,2-Tetrachlorethan und Pentachlorethan. Für diese Arbetisstoffe gibt es stark eingeschränkte Ausnahmen, sowie weitere Verbote. Weitere Verbote betreffen Schwefelkohlenstoff, Arsen, Blei, chlorierte Phenole, Quarz als Strahlmittel, sowie nicht stabilsierte chlorierte Kolhenwasserstoffe bei der Entfettung als Leichtmetall.
Wesentlich mehr Arbeitsstoffe haben das Gebot das Ersatzes durch weniger gefährliche Arbeitsstoffe. So dürfen gemäß § 42 ASchG krebserzeugende, erbgutverändernde, fortpflanzungsgefährdende und biologische Arbeitsstoffe der Gruppe 2, 3 oder 4 nicht verwendet werden, wenn ein gleichwertiges Arbeitsergebnis mit nicht gefährlichen oder mit weniger gefährlichen Arbeitsstoffen erreicht werden kann.
Die beabsichtigte Verwendung von krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Arbeitsstoffen ist dem Arbeitsinspektorat schriftlich bekanntzugeben. Auch die erstmalige Verwendung biologischer Arbeitsstoffe der Gruppe 2, 3 oder 4 ist dem Arbeitsinspektorat mindestens 30 Tage vor Beginn der Arbeiten schriftlich zu melden.
Technische Daten wie Luftwechselzahl, Saugluftvolumenstrom und Raumvolumen sind zu beachten. (§ 16 AAV und § 43 ASchG)
Die Rückführung der Abluft von Absauganlagen und -geräten darf unter den genannten Bedingungen immer erfolgen. (§ 15 GKV 2011)
Die Möglichkeit zur Luftrückführung gilt für alle Holzstäube (§ 16 GKV 2011)
Die Wirksamkeit von Absauganlagen ist vor der ersten Inbetriebnahme durch Messung der Absaugleistung nachzuweisen. Weiters sind Absauganlagen mindestens einmal im Kalenderjahr, jedoch längstens im Abstand von 15 Monaten auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen. Prüfungen müssen von geeigneten, fachkundigen und hiezu berechtigten Personen durchführt werden. Umfang und Ergebnisse der Prüfungen sind eindeutig und nachvollziehbar zu dokumentieren. (§ 32 GKV 2011)
Weitere Informationen zu Absauganlgen bietet zB das Merkblatt M.plus 911 "Absauganlagen" der AUVA.