Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20476/11
Timestamp: 2019-12-16 06:04:00
Document Index: 336541584

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 136', '§ 163', '§ 72', '§ 136', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 163', 'BGH']

BGH, 19.10.2011 - 1 StR 476/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,4946
BGH, 19.10.2011 - 1 StR 476/11 (https://dejure.org/2011,4946)
BGH, Entscheidung vom 19.10.2011 - 1 StR 476/11 (https://dejure.org/2011,4946)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 2011 - 1 StR 476/11 (https://dejure.org/2011,4946)
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§ 136 StPO; § 163a StPO; § 72 StPO; § 136a StPO
Pflicht zur Belehrung des Beschuldigten (Beschuldigtenbegriff: Beurteilungsspielraum insbesondere bei Tötungsdelikten; Verwertungsverbot bei mangelnder Belehrung: Auswirkung auf die spätere Erhebung eines Sachverständigenbeweises; Widerspruchslösung)
Beweisverwertungverbot im Strafverfahren: Beurteilungsspielraum der Strafverfolgungsbehörde hinsichtlich des Übergangs von der Zeugen- zur Beschuldigtenvernehmung
Übergang von der Zeugenvernehmung zur Beschuldigtenvernehmung bei ernstlichem Inbetrachtkommen der belehrten Person als Täter der untersuchten Straftat
LG Traunstein, 14.04.2011 - 5 Ks 402 Js 7461/10
NStZ-RR 2012, 49
Falls jedoch der Tatverdacht so stark ist, dass die Strafverfolgungsbehörde andernfalls willkürlich die Grenzen ihres Beurteilungsspielraums überschreiten würde, ist es verfahrensfehlerhaft, wenn sie dennoch nicht zur Beschuldigtenvernehmung übergeht (vgl. zum Ganzen BGH…, Urteil vom 3. Juli 2007 - 1 StR 3/07, BGHSt 51, 367 Rn. 17 ff. mwN; Beschluss vom 18. Juli 2007 - 1 StR 280/07, NStZ 2008, 48 f.;… Urteil vom 18. Dezember 2008 - 4 StR 455/08, BGHSt 53, 112 Rn. 9; Beschluss vom 19. Oktober 2011 - 1 StR 476/11, NStZ-RR 2012, 49 f.;… KK/Griesbaum, StPO, 8. Aufl., § 163a Rn. 2).
Die Grenzen des Beurteilungspielraums sind jedoch überschritten, wenn trotz starken Tatverdachts nicht von der Zeugen- zur Beschuldigtenvernehmung übergegangen wird oder auf diese Weise die Beschuldigtenrechte umgangen werden (BGH NStZ-RR 2012, 49).