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Timestamp: 2019-05-25 22:05:37
Document Index: 364818961

Matched Legal Cases: ['§ 307', '§ 66', '§ 520', '§ 264', '§ 1', '§ 256', '§ 256', '§ 36', '§ 291']

LAG Düsseldorf, Urteil vom 06.05.2010, 13 Sa 1129/09 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 06.05.2010, 13 Sa 1129/09
Schlagworte: Chefarzt, Rufbereitschaft, AGB, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Transparenzgebot
Eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wonach die Ableistung von Rufbereitschaft "im üblichen Rahmen" durch die Vergütung und die Einräumung des Liquidationsrechts abgegolten sein soll, ist wegen Verstoßes gegen das Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB unwirksam.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Wesel, Urteil vom 5.08.2009, 3 Ca 746/09
3 Ca 746/09
Verkündet am 06. Mai 2010
Wil­den Re­gie­rungs­beschäftig­te
Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Rechts­an­walt Dr. jur. V. C.,
T. str. 11, E.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte I., L., M., X.,
H.-H.-Str. 4, E.,
Die Par­tei­en strei­ten über Vergütung für Ruf­be­reit­schaft aus dem Zeit­raum Ju­ni 2005 bis März 2006.
Dienst­verhält­nis
(2) Das An­ge­stell­ten­verhält­nis gründet sich auf den BAT in der kirch­li­chen Fas­sung, so­weit in die­sem Ver­trag nichts an­de­res ver­ein­bart ist.
Dienst­auf­ga­ben
Vergütung, Einräum­ung des Li­qui­da­ti­ons­rechts
(1) Für sei­ne dienst­li­che Tätig­keit erhält der lei­ten­de Ab­tei­lungs­arzt
ei­ne Grund­vergütung nach BAT-KF I zuzüglich des Orts­zu­schlags so­wie sons­ti­ge ta­rif­li­che Zu­wen­dun­gen.
... lei­der bin ich bis­her oh­ne Ant­wort auf mei­ne Schrei­ben vom 20./27. Ok­to­ber 2005 ...
Vor dem Hin­ter­grund der sich ab­zeich­nen­den Ei­ni­gung hat­te ich Herrn Dr. N. emp­foh­len, zunächst den An­spruch auf Gel­tend­ma­chung der Be­reit­schafts­dienst­vergütung zurück­zu­stel­len. Of­fen­sicht­lich wird die­ses Ent­ge­gen­kom­men nicht gewürdigt. Zu mei­nem Be­dau­ern muss ich Herrn Dr. N. nun­mehr ra­ten, die Ansprüche ge­richt­lich gel­tend zu ma­chen...
Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig, ins­be­son­de­re un­ter Be­ach­tung der Vor­ga­ben der §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 520 ZPO form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Be­den­ken an der Zulässig­keit be­ste­hen auch nicht, so­weit der Kläger in der Be­ru­fungs­in­stanz sein auf die Beiträge zur Zu­satz­ver­sor­gung ge­rich­te­tes Be­geh­ren nicht mehr durch Leis­tungs­kla­ge, son­dern im We­ge ei­nes Fest­stel­lungs­an­trags ver­folgt. Ein Über­gang von der Leis­tungs- auf ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge ist nach § 264 Nr. 2 ZPO nicht als Kla­geände­rung an­zu­se­hen (vgl. für den um­ge­kehr­ten Fall BAG 21. Fe­bru­ar 2006 – 3 AZR 77/05 – AP Be­trAVG § 1 Aus­le­gung Nr. 4; 18. No­vem­ber 2008 – 3 AZR 192/07 – NZA 2009, 435).
Die Be­ru­fung des Klägers hat in der Sa­che nur be­zo­gen auf den Zah­lungs­an­trag Er­folg.
Der als 2. ge­stell­te Fest­stel­lungs­an­trag ist be­reits un­zulässig. Für ei­nen der­ar­ti­gen Fest­stel­lungs­an­trag ist er­for­der­lich, dass der Kläger zum gemäß § 256 ZPO er­for­der­li­chen Fest­stel­lungs­in­ter­es­se vorträgt. Zwar können auch Tei­le ei­nes Rechts­verhält­nis­ses zum Ge­gen­stand ei­ner Kla­ge nach § 256 ZPO ge­macht wer­den (st. Rspr. des Bun­des­ar­beits­ge­richts vgl. nur 18. Au­gust 2009 – 9 AZR 482/08 – NZA 2010, 503), al­so auch die Fra­ge, ob die Be­klag­te für Ruf­be­reit­schafts­vergütung Beiträge an die Rhei­ni­sche Ver­sor­gungs­kas­se ab­zuführen hat. Zwi­schen den Par­tei­en be­stand – wie die Be­klag­te im Ter­min vor der Be­ru­fungs­kam­mer noch­mals aus­drück­lich bestätigt hat – je­doch kein ent­spre­chen­der Streit. Die Be­klag­te hat auf die streit­ge­genständ­li­che Ruf­be­reit­schaft al­lein des­halb kei­ne Beiträge ab­geführt, weil sie meint, es be­ste­he
Die Zah­lungs­kla­ge ist zulässig und be­gründet.
Nach dem Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en steht dem Kläger für die Ab­leis­tung von Ruf­diens­ten ei­ne ge­son­der­te Vergütung zu.
Es be­durf­te auch kei­ner Fest­stel­lun­gen da­zu, ob der Kläger je­den­falls teil­wei­se während der strei­ti­gen Ruf­diens­te sei­ner nor­ma­len Ar­beits­leis­tung nach­ge­gan­gen ist.
Die Ansprüche des Klägers sind ent­ge­gen der An­sicht der Be­klag­ten auch nicht (teil­wei­se) nach § 36 BAT-KF ver­fal­len.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten ist kei­ne Verjährung der streit­ge­genständ­li­chen Ansprüche ein­ge­tre­ten. Denn trotz ih­res Wort­lauts be­zog sich die Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en vom 6./9. De­zem­ber 2005 über ei­nen Verjährungs­ver­zicht nicht auf ei­nen Be­reit­schafts­dienst, son­dern auf die hier frag­li­che Ruf­be­reit­schaft.
Der Höhe nach sind die Ansprüche des Klägers un­strei­tig. Die Par­tei­en ha­ben die Ruf­dienst­vergütung stets mit dem An­satz vergütet, den der Kläger der Be­rech­nung sei­ner For­de­rung zu­grun­de ge­legt hat. Die im Schrei­ben der Be­klag­ten vom 7. Ja­nu­ar 2003 an­gekündig­te Ände­rung ha­ben die Par­tei­en nicht voll­zo­gen. Im Ge­gen­teil hat die Be­klag­te mit dem wei­te­ren Schrei­ben vom 19. Fe­bru­ar 2003 bestätigt, bis zu ei­ner neu­en Ent­schei­dung, die – un­abhängig
Die aus­ge­ur­teil­ten Zin­sen ha­ben ih­re Grund­la­ge in §§ 291, 288 Abs. 1 Satz 2 BGB.
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