Source: http://cyberfahnder.de/nav/news/art10/art-1007-01.htm
Timestamp: 2017-06-22 14:15:05
Document Index: 22862221

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bandenstrafrecht
Die neue, vom Großen Senat eingeleitete Rechtsprechung grenzt sich von der älteren ab, die nur dann eine Bande angenommen hat, wenn die Täter am Tatort bei der Vollendung oder Beendigung der Straftat zusammenwirken. Seither lässt der BGH auch das arbeitsteilige Zusammenwirken im Rahmen eines Gesamtplans ausreichen (siehe Kasten
oben links). Neuere Erscheinungsformen arbeitsteiliger Tätergruppen pflegen intensive Kommunikationsbeziehungen innerhalb einer abgrenzbaren Gruppe, deren Beteiligte nach Maßgabe eines Grundkonsenses handeln: Keiner muss zur Begehung von Straftaten überredet werden, sie sind durchweg tatgeneigt und zur kriminellen Zusammenarbeit in wechselnden Konstellationen bereit. Dabei binden sie sich in aller Regel nicht über den einzelnen Vorgang hinaus, bleiben aber kontinuierlich in Kontakt zueinander und finden sich immer wieder zur gemeinsamen Begehung verschiedener Taten zusammen. Sie verbindet miteinander, dass sie einen Beuteanteil aus dem einzelnen „Geschäft“ erzielen oder durch ihre Beteiligung bereits bestehende Schulden getilgt haben wollen. Der Grundkonsens ist leitend für die Tatausführung im Einzelnen.
BGH, Beschluss vom 22.03.2001 – GGSt 1/00, S. 18.
BGH, Beschluss vom 22.03.2001 – GGSt 1/00
BGH, Urteil vom 16.06.2005 – 3 StR 492/04, S. 5.
BGH, Beschluss vom 16.03.2010 – 4 StR 497/09, Rn 3;
BGH, Beschluss vom 16.03.2010 – 4 StR 497/09, Rn 4.
BGH, Beschluss vom 29.04.2008 – 4 StR 125/08
BGH, Urteil vom 21.12.2007 – 2 StR 372/07