Source: http://www.payer.de/rakwb/rakwb05.htm
Timestamp: 2017-05-23 10:37:07
Document Index: 312721319

Matched Legal Cases: ['§ 629', '§ 603', '§ 621', '§ 603', '§ 602', '§ 603', '§ 602', '§ 185', '§ 603', '§ 621', '§ 5', '§ 622', '§ 184', '§ 621', '§ 621', '§ 162', '§ 162', '§ 522', '§ 817', '§ 817', '§ 601', '§ 703', '§ 647', '§ 604', '§ 606', '§ 605', '§ 612', '§ 613', '§ 613', '§ 629', '§ 614', '§ 708', '§ 161', '§ 708', '§ 617', '§ 610', '§ 611', '§ 618', '§ 708', '§ 607', '§ 608', '§ 620', '§ 708', '§ 619', '§ 708', '§ 609', '§ 148', '§ 162', '§ 162']

RAK-WB, Kapitel 5: Haupteinträge und Nebeneinträge bei Verfasserwerken
RAK-WB : SKRIPT
Kapitel 5: Haupteinträge und Nebeneinträge bei Verfasserwerken
Payer, Margarete <1942 - >: RAK-WB : Skript. -- Kapitel 5: Haupteinträge
und Nebeneinträge bei Verfasserwerken. -- Fassung vom 2002-10-06. -- URL:
http://www.payer.de/rakwb/rakwb05.htm.
Überarbeitungen: 1997-09-22; 2001-03012 [Revision]; 2002-10-06
Anlass: Lehrveranstaltungen an der HdM Stuttgart
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Global Village Library 5. Haupteinträge und Nebeneinträge bei Verfasserwerken
5.0. Übersicht
5.1. Verfasserwerk (Allgemeines)
5.2. Gemeinschaftliches Werk von mehr als 3 Verfassern 5.3. Sonderfall bei Verfasserschriften: Sammlungen der Schriften eines
5.4. Spezielle Arten von Verfasserschriften
5.4.1. Bestimmte Schrifttumsgattungen
5.4.2. Hochschulschriften
Ein Werk gilt im allgemeinen als Verfasserwerk, wenn es entweder von einer Person oder
von bis zu 3 Personen gemeinschaftlich verfasst ist.
Ausnahme: immer unter den Sachtitel (bzw. unter den Urheber) werden
gestellt: Loseblattausgaben und Schulbücher (Sind 1 - 3 Verfasser genannt, werden
Nebeneintragungen unter ihnen gemacht.)
Ausstellungs- und Museumskataloge, Drehbücher (§ 629 neu) Zeitungen, Zeitschriften, zeitschriftenartige Reihen, Schriftenreihen (Unter Verfassern, Hrsg., Begründern oder Körperschaften werden in der Regel keine
Nebeneintragungen gemacht.)
Ein Verfasserwerk erhält die Haupteintragung unter dem 1. Verfasser und - wenn
vorhanden - Nebeneintragungen unter dem 2. und 3. Verfasser. Zusätzlich kann unter dem
Herausgeber eine Nebeneintragung gemacht werden; das muss aber jeweils begründet werden. (Die herausgebende Person muss in der Vorlage nicht als "Herausgeber"
u.ä. bezeichnet sein, sondern sie muss die Funktion eines Herausgebers haben.)
Wenn kein Herausgeber genannt ist, kann ein Redakteur oder ein Übersetzer genommen
werden. Auch ein Bearbeiter kann wie ein Herausgeber behandelt werden. Nach § 603, 1 neu
wird diese Nebeneintragung nur dann gemacht, wenn die sonstige beteiligte Person einen
wesentlichen Anteil an der vorliegenden Ausgabe hat. Dieser wesentliche Anteil ist immer
dann anzunehmen, wenn die sonstige beteiligte Person eine Sammlung, ein begrenztes
Sammelwerk oder eine Ausgabe der klassischen oder schönen Literatur herausgegeben hat
oder eine Ausgabe der klassischen oder schönen Literatur übersetzt hat. (Erklärung zu Sammlung: da das Regelwerk sich hier auf § 621
bezieht, ist immer zu prüfen, ob die vorliegende Schrift von der Definition her eine
Sammlung ist - unabhängig davon, ob die Schrift eine Nebeneintragung mit dem
Sammlungsvermerk erhält.) (Erklärung zu "klassische Literatur: Das Regelwerk
definiert nicht, was es unter "klassisch" versteht. Es bezieht sich sicher nicht
nur auf die "deutsche Klassik". Aus der Gegenüberstellung "oder schönen
Literatur" ist zu schließen, dass klassische Literatur im weitesten Sinne gemeint
ist - also z.B. Klassiker der Geisteswissenschaft (Kant), der Sozialwissenschaft (Max
Weber), der Naturwissenschaft (Max Planck). Da diese inhaltliche Bestimmung innerhalb der
formalen Erschließung schwierig ist, gehe man davon aus, dass ein heutiger Herausgeber
bzw. Übersetzer wissenschaftlicher Literatur immer dann einen wesentlichen Anteil hat,
wenn er ein älteres Werk (entstanden bis etwa 1945) erstmalig herausgibt. Über diese zeitlichen Bestimmungen hinaus sollte bei Autoren mit vielen
Werken im Katalog auf eine solche Nebeneintragung geachtet werden, da der Benutzer hier
eher über den Herausgeber oder Übersetzer einsteigt. Diese Vorgehensweise ist zwar nicht
von RAK-WB her intendiert, scheint aber vor allem im Verbund die pragmatischste Lösung zu
sein. (Schließlich dürfen zumindest Sondersammelgebietsbibliotheken laut RAK-Vorwort
mehr Nebeneintragungen machen.)
Es hat also ein Herausgeber Vorrang vor einem Redakteur bzw. vor einem Übersetzer. Der
Herausgeber bzw. der Redakteur bzw. der Übersetzer muss auf der Haupttitelseite, der
Rückseite der Haupttitelseite oder einer anderen Titelseite (z.B. Paralleltitelseite)
stehen. Ein Herausgeber, der nur unter dem Vorwort steht, wird also im allgemeinen nicht
beachtet, ebenso wenig eine sonstige beteiligte Person, die aus dem Inhaltsverzeichnis zu
entnehmen ist. Auch ein Übersetzer, der nur im Kolophon genannt wird, bleibt nach dieser
Regel im allgemeinen unberücksichtigt. (Durch diese Regelung erreicht man,
dass gerade bei moderner schöngeistiger Literatur die Nebeneintragungen eingeschränkt
werden.) Ebenso wird ein auf dem Titelblatt genannter Mitarbeiter nicht
Ist bei einem Verfasserwerk ein Illustrator (oder auch mehrere) besonders hervorgehoben
(z.B. wenn es sich um eine bibliophile Ausgabe handelt), erhält ein auf der
Haupttitelseite genannter bzw. zuerst genannter Illustrator eine Nebeneintragung (§ 603,
1 neu). Handelt es sich bei der Vorlage allerdings um einen Bild- oder Kunstband sind
besondere Regeln zu beachten.
Zusätzlich zu diesen allgemeinen Bestimmungen ist zu beachten, dass weitere sonstige
beteiligte Personen mit Nebeneintragungen bedacht werden können bzw. müssen. Es handelt
sich dabei im wesentlichen um Kommentatoren, wenn der Text des kommentierten Werkes überwiegt Bearbeiter, wenn es sich nicht um eine wesentliche Umgestaltung des Textes handelt.
Außerdem ist zu beachten, dass bei speziellen Arten von Verfasserschriften jeweils
bestimmte Nebeneintragungen Pflicht sind!
5.2. Gemeinschaftliches Werk von mehr als 3 Verfassern (§ 602,2 +
§ 603 neu) Ein gemeinschaftliches Werk von mehr als 3 Verfassern wird wie ein anonymes Werk
behandelt (d.h. Haupteintrag unter dem vorliegenden Sachtitel = Sachtitelwerk). Handelt es
sich dabei um ein begrenztes Werk, wird wie bei jedem anonymen begrenzten Werk in jedem
Fall unter dem besonders hervorgehobenen oder ersten Herausgeber eine Nebeneintragung
gemacht. Allerdings muss dieser Herausgeber auf der Titelseite, der Rückseite der
Titelseite oder einer anderen Titelseite (s.o.) genannt sein. Ist kein Herausgeber
genannt, wird ein Redakteur bzw. ein Übersetzer genommen.
(Sollte eine Körperschaft beteiligt sein, muss auf jeden Fall geprüft
werden, ob diese die Schrift veranlasst und herausgegeben hat, d.h. ob sie Urheber ist und
als solcher eine Eintragung erhält. Diese Nebeneintragung ist durchaus zusätzlich zu
einer Nebeneintragung unter einem Übersetzer denkbar.)
Zusätzlich zu diesen Regelungen wird der besonders hervorgehobene bzw. erste Verfasser
mit einer Nebeneintragung bedacht, wenn er auf der Titelseite, der Rückseite der
Titelseite oder einer anderen Titelseite steht (§ 602,2 neu): Müller, Maier, Fuchs und Bär Gemeinschaftliche Überlegungen zur Katzenhaltung Herausgegeben von Ida Hirsch Bibliographische Beschreibung: Gemeinschaftliche Überlegungen zur Katzenhaltung
/ Müller ... Hrsg. von Ida Hirsch. - xxxx NE: Hrsg.; Müller, Max (vgl. § 185, 2 neu)
Ist allerdings dieser erste Verfasser mit dem Herausgeber identisch, wird nur eine
Nebeneintragung gemacht (§ 603). Diese Nebeneintragung ist im allgemeinen einteilig.
5.3. Sonderfall bei Verfasserschriften: Sammlungen der Schriften
eines Verfassers (§ 621ff.)
Definition (§ 5)
Eine Sammlung der Schriften eines Verfassers liegt vor, wenn das Werk 2 und mehr Einzelwerke enthält: Stifter: Werke Stifter: Witiko. Nachsommer Stifter: ¬Der¬ Bergquell : ausgewählte Erzählungen Stifter: ¬Die¬ schönsten Erzählungen oder 2 und mehr Teile mindestens zweier Einzelwerke: Das Schönste aus den Erzählungen Stifters Ausgewählte Gedanken aus den Werken Stifters es sich um eine Sammlung von Aufsätzen handelt
um Reden um Briefe !! Nicht als Sammlung gilt: eine Ausgabe von Gedichten eines Verfassers eine Sammlung von Abbildungen der Schöpfungen eines bildenden Künstlers a) Einträge im Katalog
Die Haupteintragung erhält der Verfasser immer mit dem Hauptsachtitel bzw. dem ersten
genannten Sachtitel.
Eine Nebeneintragung mit dem Sammlungsvermerk erhält der Verfasser
nur, wenn das Werk (§ 622) einen generellen übergeordneten Sachtitel hat: Stifter: Werke Stifters Briefe an Heckenast oder einen gemischt generellen übergeordneten Sachtitel hat: Goethes naturwissenschaftliche Werke Briefe der ersten Liebe ("Briefe" = generell, "erste Liebe" = Mischung).
oder keinen übergeordneten Sachtitel hat (also mehrere Sachtitel eines Verfassers auf
dem Titelblatt stehen): Stifter: Witiko. Nachsommer
Aber: werden zwei oder mehr Schriften mit "und" auf dem Titelblatt
angegeben, handelt es sich um einen übergeordneten Sachtitel.
oder der Sachtitel nur aus dem Namen des Verfassers besteht (! nicht bei Abbildungen der
Schöpfungen bildender Künstler s.o.), was gern bei älteren Werkausgaben gemacht wurde: auf d. Titelblatt nur: Stifter Stuttgart 1900
Diese Nebeneintragungen werden als zweiteilige Nebeneintragungen gemacht (§ 184ff): Stifter, Adalbert: [Sammlung] Stifter Stifter, Adalbert: Stifter / [hrsg. von Max Müller]. - Stuttgart : Cotta, 1900
Die Nebeneintragungen mit dem Sammlungsvermerk werden nicht gemacht,
wenn ein spezifischer Sachtitel vorliegt, - auch wenn es sich um eine Sammlung handelt: Stifter, Adalbert: ¬Der¬ Bergquell : ausgewählte Erzählungen
(Wäre ein Herausgeber an vorgeschriebener Stelle genannt, müsste
zwei Gründen eine Nebeneintragung erhalten: es handelt sich ja um eine Sammlung und um
ein schöngeistiges Werk!)
!! Liegt ein übergeordneter Sachtitel vor, werden mit den Sachtiteln
der enthaltenen Werke keine Nebeneintragungen gemacht (§ 621,3): Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: Ausgewählte Werke Goethes / hrsg. von N. N. - xxx Enth.: Faust. Italienische Reise NE: Verf.: [Sammlung]; Niemand, Nora [Hrsg.]
!! Liegt kein übergeordneter Sachtitel vor, werden mit den Sachtiteln
der beigefügten Werke keine Nebeneintragungen gemacht (§ 621 3). (HE
unter: Verfasser: vorliegender Sachtitel, NE unter: Verf.: [Sammlung]) Stifter, Adalbert: Witiko. Nachsommer. Von Adalbert Stifter NE: Verf.: [Sammlung] keine Nebeneintragung unter "Stifter: Nachsommer"
b) Zusätzliche Regeln
Fußnoten (§ 162, 8a)
zur Angabe enthaltener oder beigefügter Werke s.o.
Angaben zum Inhalt einer Sammlung können angegeben werden, wenn aus der
Titelbeschreibung nicht hervorgeht, um was es sich bei der Sammlung handelt, z.B.
Enth. 10 Novellen (§ 162,8b)
Angaben von Ordnungshilfen
Handelt es sich bei einer Sammlung nicht um eine Sammlung in der Originalsprache, wird
dem Sammlungsvermerk als OH eine Sprachbezeichnung hinzugefügt (§ 522,1). Bei
mehrsprachigen Ausgaben mit dem Text in der Originalsprache wird keine OH angegeben.
Bei Übersetzungen in eine Mundart oder in eine nicht moderne Sprachstufe einer anderen
Sprache wird zuerst die Grundsprache, danach die Sprachstufe angegeben.
Bei Übersetzungen in eine Mundart oder in eine andere nicht moderne Sprachstufe
derselben Sprache, wird die OH so angegeben: <-, sächs.>
Umgekehrt bei einer Übersetzung aus einer Mundart oder Sprachstufe derselben Sprache
in die moderne Sprache: <-, dt.>
Ordnung (§ 817)
Nebeneintragungen mit dem Sammlungsvermerk gehen den übrigen Eintragungen unter einem
Verfasser voran, wobei Sammlungsvermerke ohne OH solchen mit OH vorausgehen (s. Beispiel
in § 817). Als nächste Ordnungsmöglichkeit wird der vorliegende Sachtitel herangezogen.
Bei bestimmten Schrifttumsgattungen muss erst festgelegt werden, wer der dazugehörige
Verfasser (mit Haupteintragung) bzw. wer die sonstige beteiligte Person ist oder, was es
mit dem Sachtitel auf sich hat. Eine Person, die eine Bibliographie, einen Katalog, ein Wörterbuch,
ein Werkverzeichnis u. dgl. zusammengestellt und nicht lediglich redaktionell bearbeitet
hat, gilt als Verfasser (§ 601 Anm. 3). Es ist eine Nebeneintragung unter dem
Hauptsachtitel vorgeschrieben, wenn dieser für sich zitierbar wäre (§ 703) (es ist zu empfehlen, bei Bibliographien diese Nebeneintragung immer zu machen!),
und unter einer Körperschaft, wenn sie im Sachtitel genannt ist. (§ 647) (Zu Katalog: "Katalog im Sinne von Katalog einer Bibliothek,
Verlags- , Antiquariatskatalog u.ä. Darunter fallen nicht Ausstellungs- und
Museumskataloge. Letztere werden wie anonyme Werke behandelt!) (Zu Werkverzeichnis s. auch unter 5) Kunstbände!) Steht der Verfasser nicht auf der Haupttitelseite, sondern ist aus dem Buch oder
anderweitig ermittelt, erhält er trotzdem als Verfasser die
Haupteintragung (§ 604). Vorgeschrieben ist eine Nebeneintragung unter dem
Hauptsachtitel, da in vielen Fällen nur dieser bekannt sein dürfte, und zusätzlich
unter einer eventuell vorhandenen sonstigen beteiligten Person. Gleiche Regeln gelten
für den Fall, dass auf der Haupttitelseite nur Buchstaben oder ähnliches für den
Verfasser stehen (§ 606) (Unter den Buchstaben wird eine Nebeneintragung gemacht, wenn
diese nicht auflösbar sind.)
Auch wenn der Verfasser nur im Sachtitel genannt ist, erhält er die
Haupteintragung § 605. Wenn allerdings die Verfasserschaft aus dem Sachtitel nicht
eindeutig hervorgeht, wird unter dem Sachtitel eine NE gemacht.
Bei Bildbänden oder Bilderbüchern, deren Bilder und Text von einer
Person stammen, wird die Haupteintragung unter dieser Person gemacht. Es dürfen
zusätzlich Bildautoren und /oder Textautoren beteiligt sein, wenn ihr Anteil gering ist
und sie nicht auf der Haupttitelseite genannt sind. Der Sachtitel erhält eine
Nebeneintragung. Von Bildbänden oder Bilderbüchern spricht man, wenn das Werk zu einem
wesentlichen Teil aus Bildern besteht, d.h. dass die Abbildungen mindestens beinahe die
Hälfte des Buches ausmachen. Gardi, René: Alantika : vergessenes Bergland in Nordkamerun NE: HST (etwa 50% des Buchumfangs besteht aus Fotographien, die fast alle vom
Verfasser stammen)
Im Gegensatz zur RAK-WB-Regel vor Sept. 1988 entfallen bei Bildbänden und
Bilderbüchern, die von mehreren Personen zusammengetragen wurden, die schwierigen Fragen
nach gemeinschaftlicher Verfasserschaft. Solche Werke werden inzwischen wie anonyme Werke
behandelt (s. § 612 neu). Der erste Bildautor und der erste Textverfasser erhalten je
eine Nebeneintragung, sofern sie an gewohnter Stelle stehen. Bei 2 bis 3 Personen, die an
gewohnter Stelle stehen, aber deren Funktionen nicht genannt sind, erhalten alle als
Verfasser eine Nebeneintragung; bei mehr als 3 Personen erhält nur die erste Person als
Verfasser eine Nebeneintragung.
Bei Kunstbänden, die im wesentlichen aus Schöpfungen oder Abbildungen
von Schöpfungen bildender Künstler (Maler, Bildhauer) bestehen, gilt der bildende
Künstler als Verfasser. Der besonders hervorgehobene bzw. zuerst genannte Textverfasser
erhält eine Nebeneintragung als Herausgeber, wenn er auf der Haupttitelseite, der
Rückseite der Haupttitelseite oder einer anderen Titelseite steht. Handelt es sich
allerdings um ein Werk über den Künstler oder auch über mehrere Künstler - auch mit
vielen Abbildungen der Werke, erhält der Textverfasser die Haupteintragung und der
Künstler bzw. der erste Künstler, sofern er auf der Haupttitelseite steht, nur die
Nebeneintragung als Illustrator. (§ 613,3 neu)
! Werkverzeichnisse, die die Werke bildender Künstler wiedergeben, gelten als Werke
über die Künstler = § 613: die Haupteintragung erhält der Zusammensteller des
Werkverzeichnisses. Der Künstler erhält nur eine Nebeneintragung als Illustrator, wenn
er auf der Haupttitelseite genannt ist. ! Ausstellungs- und Museumskataloge über bildende Künstler auch mit zahlreichen
Abbildungen ihrer Werke werden wie anonyme Werke behandelt. Der Künstler bzw. der
hervorgehobenste oder zuerst genannte erhält eine Nebeneintragung, wenn er auf der
Haupttitelseite genannt ist (§ 629, 3)
Der Komponist wird zum Verfasser, auch wenn nur der Text zu einer
musikalischen Komposition vorliegt. Der Textverfasser erhält eine Nebeneintragung als 2.
Verfasser. (Handelt es sich nicht nur um den Text, ist RAK-Musik heranzuziehen.) Mozart, Wolfgang Amadeus: Don Giovanni / Wolfgang Amadeus Mozart. Libretto: Lorenzo da Ponte. - xxx NE: 2. Verf.: [besser doch wohl: NE: Da Ponte, Lorenzo:] Nur wenn in einem Werk mehrere Texte eines Textdichters zu mehreren musikalischen
Kompositionen verschiedener Komponisten enthalten sind, wird der Textdichter zum
Verfasser. Dann erhält der 1. Komponist eine Nebeneintragung als 2. Verfasser. = § 614
Der Kommentator eines Werkes wird zum Verfasser, wenn der Kommentar
gegenüber der Ausgabe des kommentierten Werkes erheblich überwiegt, oder wenn sich der
Kommentar auf mehrere Werke verschiedener Verfasser bezieht. (Normalerweise erhält
allerdings die Textausgabe die Haupteintragung und ein Kommentator die Nebeneintragung.) Bezieht
sich der Kommentar auf ein einziges Werk, das auf der Haupttitelseite genannt ist und
dessen Text mindestens mit großen Teilen im vorliegenden Buch enthalten ist, werden
Nebeneintragungen unter diesem gemacht (bei Sachtitelwerken unter dem vorliegenden Titel
in Ansetzungsform und eventuell unter dem EST, bei Verfasserschriften unter 1 bis 3
Verf. usw. § 708 + § 161) (Ausnahme: Biblische Schriften und viel publizierte Gesetze
erhalten keine Nebeneintragungen.) Ist jedoch das kommentierte Werk auf der Haupttitelseite genannt - ohne im Innern
enthalten zu sein - , wird nur eine einzige Nebeneintragung unter dem kommentierten Werk
gemacht - und zwar mit/oder unter dem vorliegenden Sachtitel in der Ansetzungsform. = §
Der Bearbeiter eines Werkes wird zum Verfasser, wenn die Bearbeitung
eine wesentliche Umgestaltung des Werkes darstellt. Das ursprüngliche Werk erhält eine
Nebeneintragung, wenn es auf der Haupttitelseite genannt ist (nur eine Nebeneintragung
mit/unter dem vorliegenden Sachtitel in der Ansetzungsform, nicht z.B. unter einem
Einheitssachtitel - § 708). Im Zweifelsfall erhält der Bearbeiter nur die
Nebeneintragung. = § 617
Als Verfasser gilt die Person, von der das Gedankengut stammt - also
nicht etwa ein Ghostwriter. Derjenige, der die literarische Form geschaffen hat, erhält
eine Nebeneintragung als Bearb. = § 610
Enthält ein Werk die wörtliche Wiedergabe von Gesprächen mehrerer
Personen, gelten diese alle als Verfasser = § 611,2: RAK-WB ist hier unklar. Nach
Haller/Popst dürfen diese Gespräche aber nicht zu verschiedenen Zeiten geführt worden
sein. Zu empfehlen ist, dass man bei bis zu drei Gesprächspartnern von einer
Verfasserschrift ausgeht, bei der der erste Gesprächspartner die Haupteintragung erhält,
der andere oder die beiden anderen jeweils eine Nebeneintragung als 2. bzw. 3. Verfasser.
Bei mehr als drei Gesprächspartnern sollte man die Haupteintragung unter dem Sachtitel
vornehmen und dem ersten Gesprächspartner eine Nebeneintragung geben. Berichtet eine
Person (nicht wörtlich!) über Gespräche mit anderen Personen, gilt sie als Verfasser.
Der erste oder besonders hervorgehobene Gesprächspartner erhält eine Nebeneintragung als
weiterer Verfasser. Er muss allerdings auf der Haupttitelseite genannt sein. = 611,1
Verfasser eines Registers --> § 618 (NE s. § 708)
mutmaßlicher Verfasser, angeblicher und überlieferter Verfasser
--> § 607 und § 608
Illustrationen zu einem Werk ohne das Werk --> § 620 (NE s. § 708)
Fortsetzer --> § 619 (NE s. § 708) Verfasserkollektiv unter einem Pseudonym --> § 609
Es handelt sich um: Dissertationen, Habilitationsschriften, Diplom- und
Magisterarbeiten, die nicht als Verlagspublikationen erscheinen.
Die Titelaufnahme ist etwas vereinfacht: die einleitenden Wendungen zur Verfasserangabe werden nicht beachtet ist kein Verlag genannt, wird nur das Erscheinungsjahr angegeben (§ 148neu)
auf die Angabe des Literaturverzeichnisses wird verzichtet (§ 162,8b Anm)
der Hochschulschriftenvermerk muss als Fußnote angegeben werden: Hochschulort, Hochschule, Angabe ob Diss. oder Habil.-Schr. u.a., Promotions-,
Habilitations- bzw. Prüfungsjahr (§ 162, 9)
Tübingen, Univ., Diss., 1988
eventuell muss auf das Erscheinen in einer Schriftenreihe hingewiesen werden: Auch als: Reihe ; Bandangabe
Erscheint die Hochschulschrift aber in einer Buchhandelsausgabe wird die Schrift wie
üblich aufgenommen, erhält aber eine Fußnote, die eingeleitet wird durch "Zugl.,
bzw. Teilw. zugl.:" Hochschulort usw. - so weit bekannt. Zum nächsten Kapitel: Kapitel 6: Begrenzte