Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/66084,0.html
Timestamp: 2019-10-22 17:05:46
Document Index: 229778910

Matched Legal Cases: ['§ 985', '§ 985', '§ 1007', '§ 861', '§ 816', '§ 1007', '§ 1007', '§ 861', '§ 858', '§ 816', '§ 816', '§ 823', '§12', '§ 823', '§ 823']

Einfache Frage von BWL'er
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bwl80
Verfasst am: 29 Apr 2006 - 11:09:20 Titel: Einfache Frage von BWL'er
Ich bin BWL'er und "darf" den Recht-Schein machen. Zu folgendem Fall habe ich eine Frage:
Der A leiht dem B ein Buch. Der B übereignet dieses wirksam an den (gutgläubigen) D, der also Eigentümer geworden ist. Ein Anspruch des A gegen den D nach § 985 BGB scheidet demnach aus.
Welche Ansprüche kann aber der A gegen B und/ oder D geltend machen?
Verfasst am: 29 Apr 2006 - 13:00:04 Titel:
Also: B war nicht verfügungsbefugt, aber D war gutgläubig und somit hat A sein Eigentum an dem Buch an D verloren. Ein Anspruch aus § 985 scheidet demnach aus. Weiter kommen also Ansprüche nach § 1007 I, II, § 861 und § 816 I in Betracht. § 1007 I scheidet mangels Bösgläubigkeit aus, § 1007 II mangels Abhandenkommen. § 861 scheidet mangels verbotener Eigenmacht i.S.d. § 858 aus.
Aber es ergibt sich ein erfolgreicher Anspruch nach § 816 I von A gegen B. Hiernach ist zwar B nicht Verfügungsberechtigt, aber die Verfügung ist wegen Gutgläubigkeit des D A gegenüber wirksam. Somit muss B dem A das durch die Verfügung Erlangte herausgeben, also den Kaufpreis, auch wenn dieser den gemeinen Wert des Buches übersteigt (Wortlaut!).
Das BGB will in erster Linie immer den redlichen Besitzer also D als Gutgläubigen schützen. So kommt hier nur § 816 I als Kondiktionsanspruch (Eingriffskondiktion) des A gegen B in Betracht!
Verfasst am: 29 Apr 2006 - 13:03:47 Titel: § 823 ?
@ §12BGB: vielen Dank!
Könnte man auch noch zusätzlich an § 823 I BGB denken?
Verfasst am: 29 Apr 2006 - 13:15:04 Titel:
Oh ja, das habe ich ganz vergessen.
A hat gegen B einen Anspruch aus § 823 I. Als Rechtsgutsverletzung kommt hier die Rechtsstellung des Eigentümers (Eigentumsverletzungen sind 1. Verletzung der Rechtsstellung; 2. Substanzverletzung des Eigentums; 3. Gebrauchsbeeinträchtigung des Eigentums), also dass generell A mit seinem Eigentum nach seinem Belieben verfahren kann, in Betracht. Adäquat kausale Verletzungshandlung ist die wirksame Verfügung des B an D. Beim Haftungsausfüllenden Tatbestand kann dann A den Wert des Buches von B als materiellen Schaden verlangen.