Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20341/05
Timestamp: 2018-11-16 23:25:29
Document Index: 12332952

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 607', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.12.2006 - XI ZR 341/05 - dejure.org
VerbrKrG § 12 Abs. 1 Nr. 2
Streit über die Wirksamkeit zweier Darlehen zur Finanzierung der Beteiligung an einem Immobilienfonds; Auswirkungen der Nichtigkeit der einer Treuhänderin erteilten Vollmacht zum Abschluss eines Darlehensvertrages wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz (RBerG); Anwendbarkeit der Regelungen über die Rechtsscheinhaftung auf eine einem Treuhänder erteilte nichtige Abschlussvollmacht; Begründung eines Rechtsschein durch Vorlage einer Ausfertigung eines Angebots auf Abschluss eines Treuhandvertrages nebst Vollmacht; Entbehrlichkeit einer Nachfristsetzung mit Kündigungsandrohung; Ernsthafte und endgültig Weigerung des Darlehensnehmers zur Erbringung weiterer Leistungen auf das Darlehen
Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung mit Kündigungsandrohung bei endgültiger Leistungsverweigerung des Darlehensnehmers
Nachfristsetzung bei Verbraucherkreditgesetz
Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung mit Kündigungsandrohung nach § 12 Abs. 1 Nr. 2 VerbrKrG, wenn sich der Darlehensnehmer ernsthaft und endgültig geweigert hat, auf das Darlehen weitere Leistungen zu erbringen
Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung mit Kündigungsandrohung beim Verbraucherdarlehen
Darlehensvertrag: Entbehrlichkeit einer Nachfristsetzung
VerbrKrG § 12 Abs. 1 Nr. 2; BGB § 607 a. F.; RBerG Art. 1 § 1
BGH statuiert Erlaubnis zum Lügen
Hohe Hürden für Nachweis der Anlegertäuschung
Immobiliarhaftungsfälle; Unwirksamkeit einer umfassenden Abschlussvollmacht; Gutglaubensschutz; fristlose Kündigung des Verbraucherdarlehensvertrages
NJW-RR 2007, 1202
ZIP 2007, 414
NZM 2007, 578
VersR 2007, 1239
WM 2007, 440
BB 2007, 963
DB 2007, 857
(1) Allerdings sind - wie das Berufungsgericht zu Recht angenommen hat und auch die Revision nicht in Abrede stellt - sowohl der von dem Beklagten mit der Treuhänderin geschlossene Treuhand- und Geschäftsbesorgungsvertrag als auch die gleichzeitig erteilte Vollmacht im Hinblick auf die umfassenden Befugnisse der Treuhänderin wegen Verstoßes gegen Art. 1 § 1 RBerG i.V. mit § 134 BGB nichtig (st.Rspr.; vgl. zuletzt Senat BGHZ 167, 223, 227 Tz. 12 sowie Senatsurteile vom 5. Dezember 2006 - XI ZR 341/05, WM 2007, 440, 441 Tz. 14, vom 27. Februar 2007 - XI ZR 56/06, WM 2007, 731, 732 Tz. 15 und vom 26. Juni 2007 - XI ZR 287/05, WM 2007, 1648, 1649 Tz. 17, jeweils m.w.Nachw.).
(a) Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind diese Vorschriften auch dann anwendbar, wenn die einem Treuhänder erteilte umfassende Vollmacht wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz nichtig ist (vgl. Senat BGHZ 167, 223, 232 f. Tz. 24 ff.; Senatsurteile vom 25. April 2006 - XI ZR 219/04, WM 2006, 1060, 1062 Tz. 18 und vom 5. Dezember 2006 - XI ZR 341/05, WM 2007, 440, 441 f. Tz. 16 f.; jeweils m.w.Nachw.).
Ein - wie hier - ohne diese Erlaubnis abgeschlossener Treuhand- bzw. Geschäftsbesorgungsvertrag, der so umfassende rechtliche Befugnisse und Pflichten des Auftragnehmers enthält, ist daher nichtig, wobei die Nichtigkeit nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 RBerG i.V. mit § 134 BGB auch die dem Treuhänder/Geschäftsbesorger erteilte umfassende Vollmacht erfasst (st.Rspr., BGHZ 145, 265, 269 ff.; 159, 294, 299; 167, 223, 227, Tz. 12; Senatsurteile vom 5. Dezember 2006 - XI ZR 341/05, WM 2007, 440, 441, Tz. 14, vom 27. Februar 2007 - XI ZR 56/06, WM 2007, 731, 732, Tz. 15, vom 4. Dezember 2007 - XI ZR 227/06, WM 2008, 244, 245, Tz. 15, für BGHZ 174, 334 vorgesehen, und vom 26. Februar 2008 - XI ZR 74/06, WM 2008, 683, 686, Tz. 26 m.w.Nachw.).
aa) Nach dieser Rechtsprechung (BGHZ 168, 1, 22 ff., Tz. 50 ff. sowie Senatsurteile vom 19. September 2006 - XI ZR 204/04, WM 2006, 2343, 2345, Tz. 23, für BGHZ 169, 109 ff. vorgesehen, vom 17. Oktober 2006 - XI ZR 205/05, WM 2007, 114, 115, Tz. 17 f., vom 5. Dezember 2006 - XI ZR 341/05, ZIP 2007, 414, 418, Tz. 29 und vom 20. März 2007 - XI ZR 414/04, WM 2007, 876, 882, Tz. 53) können sich die Anleger in Fällen institutionalisierten Zusammenwirkens der kreditgewährenden Bank mit dem Verkäufer oder Vertreiber des finanzierten Objekts unter erleichterten Voraussetzungen mit Erfolg auf einen die Aufklärungspflicht auslösenden konkreten Wissensvorsprung der finanzierenden Bank im Zusammenhang mit einer arglistigen Täuschung des Anlegers durch unrichtige Angaben der Vermittler, Verkäufer oder Fondsinitiatoren bzw. des Fondsprospekts über das Anlageobjekt berufen.
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