Source: https://dost-rechtsanwalt.de/rechtsanwalt-bei-kapitalverbrechen/strafverteidigung-im-sexualstrafrecht/erwerb-von-kinderpornographie/strafe-bei-kinderpornographie/
Timestamp: 2020-03-31 11:05:40
Document Index: 390488113

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 53']

Rechtsanwalt kämpft um geringe Strafe bei Kinderpornographie
Die Strafe bei Kinderpornographie
Welche Strafe droht bei Kinderpornographie?
Das Gesetz sieht als Strafe bei Kinderpornographie (Besitz von kinderpornographischen Schriften) Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren im Normalfall vor. In besonders schweren Fällen kann die Strafe bis zehn Jahre Freiheitsstrafe betragen. Die angedrohten Strafen sind mit der Novellierung des Sexualstrafrechts auch hier drastisch in die Höhe gegangen. Der Schrei nach Strafe durch den Staat ist nach hiesiger Sicht völlig überzogen.
Zumessungskriterien für die Strafe bei Kinderpornographie
Bei der Strafzumessung kann strafschärfend berücksichtigt werden, dass nicht nur eine fiktionale (z.B. nachgestellte) Szene sondern ein realer Kindesmissbrauch wiedergegeben wird. In diesem Fall liegt ein schwerwiegender Eingriff in das sexuelle Selbstbestimmungsrecht des Opfers vor, der durch die Wiedergabe perpetuiert wird, während die Strafwürdigkeit von fiktiver Kinderpornographie zweifelhaft erscheint. Maßgebliche Parameter für die Strafzumessung sind weiterhin die Art der Darstellung, weil sie das Ausmaß der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung betrifft, und die Menge der Bilder als Maß des Erfolgs. Dabei ist der Hinweis banal, dass es immer auf den Einzelfall ankommt.
Aus den weiteren in § 46 Abs. 2 StGB genannten Strafzumessungsgründen sind vor allem das Vorleben des Täters und sein Nachtatverhalten zu nennen. Bei Ersttätern wird in aller Regel eine Strafaussetzung zur Bewährung in Betracht kommen, falls nicht ohnehin (nur) eine Geldstrafe verhängt wird. Bei einschlägiger Vorbelastung wird dagegen früher zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, deren Vollstreckung dann auch kaum noch zur Bewährung ausgesetzt werden wird. Umgekehrt kann selbst bei einer sehr hohen Zahl von Bildern noch eine Geldstrafe im Raume stehen, wenn der Täter sich beispielsweise zu einer Therapie bereit erklärt. Im Übrigen sind reine Eigenbesitzdelikte eher selten. Zumeist streben die Täter danach, ihre Sammlungen zu vergrößern.
Sobald Sie dazu Bilder tauschen, ist bereits der deutlich höhere Strafrahmen nach § 184 b Abs. 1 StGB (bzw. § 184 c Abs. 1 StGB) eröffnet. Bewegen sie sich dazu in Tauschbörsen bzw. in abgeschlossenen Internetforen, kann eine bandenmäßige Begehung nach § 184 b Abs. 3 StGB bzw. § 184 c Abs. 3 StGB) vorliegen. Schließlich stehen mehrere Beschaffungsvorgänge nach § 184 b Abs. 4 S. 1 StGB (bzw. § 184 c Abs. 4 S. 1 StGB) zueinander im Verhältnis der Tatmehrheit (§ 53 Abs. 1 StGB), was ebenfalls zu einer höheren Strafe führt.Dazu darf man dann freilich
nicht nur Bilder zählen.
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