Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.07.2017&Aktenzeichen=V%20ZR%20250%2F15
Timestamp: 2019-08-20 06:25:26
Document Index: 83176362

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 444', '§ 437', '§ 280', '§ 434', '§ 561', '§ 562', '§ 563', '§ 563', '§ 434', '§ 434', '§ 444', '§ 434', '§ 434', '§ 444', '§ 434', 'BGH', 'BGH', '§ 444', '§ 444', 'BGH', 'BGH', '§ 634', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.07.2017 - V ZR 250/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,42695
BGH, 21.07.2017 - V ZR 250/15 (https://dejure.org/2017,42695)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2017 - V ZR 250/15 (https://dejure.org/2017,42695)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2017 - V ZR 250/15 (https://dejure.org/2017,42695)
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§ 444 BGB, § 437 Nr. 3, §§ 280, 281 BGB, § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB, § 561 ZPO, § 562 Abs. 1, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO
BGB §§ 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2, 444
Altlastenverdacht als Sachmangel; Arglist des Verkäufers
Annahme eines Sachmangels bei Begründung eines Altlastenverdachts durch die frühere Nutzung eines Grundstücks; Objektive Arglist des Verkäufers bei Verschweigen der ihm bekannte frühere Nutzung des Grundstücks; Sekundäre Darlegungslast des Verkäufers bzgl. eines seines Wissens nach ausgeräumten Altlastenverdachts
Sachmangel eines Grundstücks aufgrund Altlastenverdachts - arglistiges Verschweigen des Verkäufers
BGB § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, § 444
Arglistiges Verschweigen des Sachmangels der einen Altlastenverdacht begründenden früheren Nutzung eines Grundstücks
Altlastenverdacht als Sachmangel im Sinne von § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB; zur Arglist in objektiver und subjektiver Hinsicht, wenn der Verkäufer eine ihm bekannte frühere Nutzung des Grundstücks, die einen Altlastenverdacht begründet, verschweigt
BGB § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2; BGB § 444
Bereits ein Altlastenverdacht ist ein Mangel!
Sachmangel bei Altlastenverdacht aufgrund früherer Grundstücksnutzung
Zur Arglist beim Grundstückskauf im Hinblick auf Altlastenverdacht
Altlastenverdacht aufgrund früherer Nutzung des Grundstücks begründet Sachmangel - Vorhandensein auf von Altlasten deutende Tatsachen nicht erforderlich
§§ 434, 444 BGB
Altlastenverdacht als Sachmangel eines Grundstücks
Altlastenverdacht ist bereits ein Sachmangel und darf nicht arglistig verschwiegen werden! (IMR 2018, 69)
LG Saarbrücken, 20.04.2010 - 9 O 192/04
OLG Saarbrücken, 29.10.2015 - 4 U 266/10
NJW 2018, 389
ZIP 2018, 839
DNotZ 2018, 217
NZM 2018, 631
VersR 2018, 302
Entgegen der - auch von der Revisionserwiderung geteilten - Auffassung des Berufungsgerichts ist das Vorliegen eines sogenannten "Montagsautos" nicht mit den (Sonder-)Fällen vergleichbar, in denen der Bundesgerichtshof bereits aufgrund des bloßen Verdachts eines Mangels einen Sachmangel der Kaufsache bejaht hat (…vgl. etwa BGH, Urteile vom 22. Oktober 2014 - VIII ZR 195/13, BGHZ 203, 98 Rn. 43; vom 7. Februar 2003 - V ZR 25/02, NJW-RR 2003, 772 unter II 1; vom 21. Juli 2017 - V ZR 250/15, NJW 2018, 389 Rn. 6 ff.; jeweils mwN).
bb) Arglistig im Sinne von § 444 BGB handelt bei einer Täuschung durch Verschweigen eines offenbarungspflichtigen Mangels, wer einen Sachmangel mindestens für möglich hält und gleichzeitig weiß oder damit rechnet und billigend in Kauf nimmt, dass der Vertragsgegner den Sachmangel nicht kennt und bei Offenbarung den Vertrag nicht oder nicht mit dem vereinbarten Inhalt geschlossen hätte (st. Rspr, vgl. Senat, Urteil vom 21. Juli 2017 - V ZR 250/15, NJW 2018, 389 Rn. 11 mwN).
OLG München, 15.05.2019 - 20 U 4346/18
Kein Gewährleistungsausschluss wegen arglistigen Verschweigens
Bei einer Täuschung durch Verschweigen eines offenbarungspflichtigen Mangels handelt arglistig i.S.d. § 444 BGB, wer einen Sachmangel mindestens für möglich hält und gleichzeitig weiß oder damit rechnet und billigend in Kauf nimmt, dass der Vertragsgegner den Sachmangel nicht kennt und bei Offenbarung den Vertrag nicht oder nicht mit dem vereinbarten Inhalt geschlossen hätte (BGH, Urteil vom 21.07.2017 - V ZR 250/15, NJW 2018, 389/390).
Indem sie die Klägerin über das Risiko der Verwendung nicht gütegeprüften Bettungsmaterials nicht aufklärte, handelte sie arglistig (…BGH, Urt. v. 23.05.2002 - VII ZR 219/01 -, Rn. 15, juris; Urt. v. 21.07.2017- V ZR 250/15-, NJW 2018, 389;… Kniffka in: ibr-online-Kommentar, Stand: 12.03.2018, § 634a BGB Rn. 61).
Die Aufklärungspflicht zielt gerade darauf ab, einem Käufer durch die Aufklärung die Möglichkeit zur Untersuchung und zur Abschätzung etwaiger Mehrkosten im Falle der Übernahme des fehlerhaften Kaufobjekts zu geben (vgl. BGH, Urteil vom 21.7.2017 - V ZR 250/15, bei Juris Rn. 12;… Urteil vom 12.7.1991 - V ZR 121/90, bei Juris Rn. 18).
OLG München, 09.01.2019 - 20 U 1016/18
Ersatzpflicht für Schäden wegen Kontaminierung eines Grundstücks
Dieser Zielrichtung liefe es zuwider, wenn den Verkäufer eine Offenbarungspflicht erst dann träfe, wenn er konkrete, über das Wissen um die frühere Nutzung hinausgehende Anhaltspunkte dafür hat, dass das Grundstück tatsächlich kontaminiert ist (vgl. BGH, Urteil vom 21.07.2017 - V ZR 250/15, NJW 2018, 389/390 m.w.N.).
Dabei liegt ein Mangel auch bereits dann vor, wenn der begründete Verdacht einer Gesundheitsgefährdung (…vgl. OLG Oldenburg, Urt. v. 14.10.1998 - 2 U 179/98 = NJW-RR 1999, 241 Rz. 7; sowie für das Kaufrecht: BGH, Urt. v. 21.07.2017 - V ZR 250/15 = NJW 2018, 389 Rz. 6;… v. 23.11.1988 - VIII ZR 247/87 = NJW 1989, 218 Rz. 26; v. 20.06.1968 - III ZR 32/66 = WM 1968, 1220 ff) bzw. eine Ungewissheit über die Risiken des Gebrauchs eines Bauwerks besteht (…s. OLG Köln, Urt. v. 22.09.2004 - 11 U 93/01 = NJW-RR 2005, 1042 Rz. 11;… Urt. v. 09.10.2014 - 7 U 27/14, zitiert nach BeckRS 2014, 122554 Rz. 21, die dagegen eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde wurde mit Beschluss des BGH vom 30.08.2017 - VII ZR 268/14 zurückgewiesen).