Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/ausschluss-des-versorgungsausgleichs-327386
Timestamp: 2020-01-23 14:09:49
Document Index: 155393378

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 27', '§ 18', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 27', 'BGH', '§ 1587', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Aus­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs | Rechtslupe
Aus­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs
Der Weg­fall des Rent­ner­pri­vi­legs nach § 101 Abs. 3 SGB VI aF führt nur in Aus­nah­me­fäl­len zu einem Weg­fall des Ver­sor­gungs­aus­gleichs nach § 27 VersAus­glG, ist aber zuguns­ten des aus­gleichs­pflich­ti­gen Ren­ten­be­zie­hers im Rah­men des § 18 VersAus­glG zu beach­ten.
Gemäß § 27 VersAus­glG fin­det ein Ver­sor­gungs­aus­gleich aus­nahms­wei­se nicht statt, soweit er grob unbil­lig wäre, was nach den Umstän­den des Ein­zel­falls zu beur­tei­len ist. Eine gro­be Unbil­lig­keit liegt nur dann vor, wenn im Ein­zel­fall die rein sche­ma­ti­sche Durch­füh­rung des Wert­aus­gleichs unter den beson­de­ren Bege­ben­hei­ten des kon­kre­ten Fal­les dem Grund­ge­dan­ken des Ver­sor­gungs­aus­gleichs, näm­lich eine dau­er­haft gleich­mä­ßi­ge Teil­ha­be bei­der Ehe­gat­ten an den in der Ehe­zeit ins­ge­samt erwor­be­nen Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten zu gewäh­ren, in uner­träg­li­cher Wei­se wider­sprä­che 1.
Der Aus­schluss oder eine Her­ab­set­zung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs ist nicht allein des­halb gerecht­fer­tigt, weil dem Aus­gleichs­pflich­ti­gen durch den Ver­sor­gungs­aus­gleich wenig Geld zum Leben, even­tu­ell sogar nicht ein­mal der eige­ne ange­mes­se­ne Selbst­be­halt ver­bleibt 2. Zwar darf der Ver­sor­gungs­aus­gleich nicht zu einem erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Ungleich­ge­wicht zu Las­ten des Aus­gleichs­pflich­ti­gen füh­ren. Unter­halts­recht­lich erheb­li­che Selbst­be­halt­gren­zen bestehen dabei aber nicht. Eine durch den Ver­sor­gungs­aus­gleich ent­ste­hen­de Bedürf­tig­keit des Ver­pflich­te­ten kann bei der Bil­lig­keits­ab­wä­gung nach § 27 VersAus­glG allen­falls dann rele­vant wer­den, wenn der Aus­gleichs­be­rech­tig­te bereits unter Berück­sich­ti­gung außer­halb der Ehe­zeit erwor­be­ner Anwart­schaf­ten oder sei­nes sons­ti­gen Ver­mö­gens über eine aus­rei­chen­de Alters­ver­sor­gung ver­fügt 3.
Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 7. März 2011 – 18 UF 332/​10 und 18 WF 276/​10
Aus­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs bei Straf­haft Für einen Selb­stän­di­gen, der kei­ne Alters­vor­sor­ge betreibt, geht dies im Rah­men des § 27 VersAus­glG nur dann zu sei­nen Las­ten, wenn es auf einem illoya­len…
Johannsen/​Henrich/​Holzwarth, Fami­li­en­recht, 5. Aufl., Rn. 13 zu § 27 VersAus­glG unter Ver­weis auf die BGH-Recht­spre­chung zu § 1587c BGB aF in BGH Fam­RZ 2009, 205; 2005, 1238[↩]
OLG Ros­tock Fam­RZ 2011, 57 unter Ver­weis auf BGH Fam­RZ 2006, 769 zum alten Recht; OLG Köln, Beschluss vom 20.10.2010, 4 UF 79/​10[↩]
vgl. BGH Fam­RZ 2006, 769 m.w.Nachw.[↩]