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Timestamp: 2020-05-24 23:53:23
Document Index: 192728933

Matched Legal Cases: ['§\n28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 14', '§ 12', '§ 15', '§ 15', '§ 27', '§ 25', '§ 15', '§ 15', '§ 6']

Masterarbeit im Forum für Hochschulrecht
Registriert: 29.08.12, 13:20
Beitrag von Nina 78 » 29.08.12, 13:43
zur kurzen Info: Studiengang: Geschichte; Bundesland: NRW, Ruhrgebiet
ich habe folgendes Problem und möchte das mir jmd. die Rechtslage erklärt.
Ich habe eine Masterarbeit geschrieben, Gutachter Nr. 1 bewertete diese zunächst mit einer 1,3, Gutachter Nr. 2 mit einer 5,0. Beide Gutachter wollten sich in einem Gespräch einigen, was dazu führte das Gutachterin Nr. 1 auf eine 2,0 runter ging (in einer Email an mich dokumentiert). Gutachter Nr. 2 beharrte auf seiner Benotung und blieb bei der 5,0. Im Ergebis ist nun meine Arbeit mit einer 2, 0 und einer 5,0 bewertet worden. Nun sitzt ein Drittgutachter an meiner Arbeit, das Ergebnis ist bislang unbekannt.
Bei beiden Gutachtern habe ich nach den jeweiligen Gutachten nachgefragt mit der Bitte mir diese zukommen zu lassen bisher erfolglos. Von Gutachterin Nr. 1 bekomme ich keine Antwort auf meine Frage nach dem Gutachten - lediglich Verständnisbekundungen zu meiner Lage, Gutachter Nr. 2 antwortet mir nicht.
Vom Prüfungsamt wurde mir mitgeteilt, das das arithmetische Mittel aus den drei Noten (Erst,- Zweit und Drittgutachten) die Endnote meiner Masterarbeit ergibt, dieses würde durch die Mitgewichtung der 5,0 eine erhebliche Schlechterbenotung bedeuten.
Die Gesamtnote meines Masterabschlusses würde sich ebenfalls erheblich verschlechtern. Zur Benotung der Masternote ist ein Geschichtsmodul welches ich mit einer 1,8 abschloss, der Optionalbereich und die mündliche Prüfung im Zweitfach welche ich beide mit einer 1,0 abschloss, mit entscheidend.
Wie ist die übliche Verfahrensweise sprich Drittbegutachtung, Rechtmässigkeit des Ganzen, Einspruchsmöglichkeiten etc.?
Zuletzt geändert von Nina 78 am 29.08.12, 15:11, insgesamt 3-mal geändert.
Re: Masterarbeit
Beitrag von Fernsprechtischapparat » 29.08.12, 13:53
Nina 78 hat geschrieben: Wie ist die übliche Verfahrensweise?
Das haben Sie doch gerade selber ausführlich geschildert:
Nina 78 hat geschrieben: Vom Prüfungsamt wurde mir mitgeteilt, das das arithmetische Mittel aus den drei Noten (Erst,- Zweit und Drittgutachten) die Endnote meiner Masterarbeit ergibt [...]
Beitrag von moro » 29.08.12, 14:31
Ungewöhnlich finde ich nur die Notenveränderung für das Erstgutachten nach Scheitern des Einigungsgesprächs. Oder war die Bewertung mit 1,3 erst das informelle Ergebnis einer vorläufigen Korrektur? Was sagt denn die Prüfungsordnung über ein solches Einigungsgespräch?
Beitrag von Nina 78 » 29.08.12, 14:56
Die Bewertung der Masterarbeit mit einer 1,3 ging per Email direkt an das Prüfungsamt und wurde an mich weitergeleitet.
In der Prüfungsordnung findet sich nur das Folgende:
(8) Die Master-Arbeit wird von zwei Prüferinnen oder Prüfern
begutachtet und bewertet. Eine der Prüferinnen oder einer der
Prüfer soll diejenige bzw. derjenige sein, die bzw. der das Thema
gestellt hat. Die zweite Prüferin oder der zweite Prüfer wird von
der oder dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Prüfungsaus-
schusses bestimmt. Das Bewertungsverfahren für die Master-
Arbeit soll acht Wochen nicht überschreiten. Das Nähere regelt §
28 GPO.
Ich weiß zumindest von anderen Dozenten das es durchaus üblich ist, sich bei einer Arbeit zu beratzuschlagen.
Beitrag von Nina 78 » 29.08.12, 15:07
Ich möchte nun wissen wie die übliche Verfahrensweise ist?
Wie kann ich die Gutachten bekommen die mir bisher verweigert werden?
Wie kann so ein Gutachten angefochten werden?
Entspricht die ganze Sachlage der üblichen Verfahrensweise an deutschen Universitäten?
Welche konkreten rechtlichen Möglichkeiten gibt es in solchen Fällen?
Beitrag von Townspector » 30.08.12, 12:38
Was steht denn in § 28 GPO ....?
"Das Nähere" wäre hier deutlich von Interesse.
Beitrag von Nina 78 » 30.08.12, 15:42
So nun beantworte ich wieder eine Frage, hier ist § 28:
§ 28 - 31 (um weiteren Fragen vorzubeugen)
Annahme und Bewertung der M.A.-Arbeit
(1) Die M.A.-Arbeit ist fristgemäß beim Gemeinsamen Prü-
fungsausschuss in zweifacher Ausfertigung (maschinenschrift-
lich, gebunden und paginiert) einzureichen; der Abgabezeitpunkt
ist aktenkundig zu machen. Wird die M.A.-Arbeit nicht fristgemäß
abgeliefert, gilt sie gemäß § 14 Abs. 1 als mit „nicht ausreichend"
(5,0) bewertet.
(2) Die M.A.-Arbeit ist von zwei Prüferinnen oder Prüfern nach
§ 12 zu begutachten und zu bewerten. Eine der Prüferinnen oder
einer der Prüfer soll diejenige bzw. derjenige sein, die bzw. der
das Thema gestellt hat. Die zweite Prüferin oder der zweite Prü-
fer wird von der oder dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Prü-
fungsausschusses bestimmt. Die einzelne Bewertung ist ent-
sprechend § 15 Abs. 1 vorzunehmen und schriftlich zu begrün-
den. Die Note der Arbeit wird aus dem arithmetischen Mittel der
Einzelbewertungen gemäß § 15 Abs. 3 und 4 gebildet, sofern die
Differenz nicht mehr als 2,0 beträgt. Beträgt die Differenz mehr
als 2,0 oder lautet eine Bewertung „nicht ausreichend“, die ande-
re aber „ausreichend“ oder besser, wird vom Prüfungsausschuss
eine dritte Prüferin oder ein dritter Prüfer zur Bewertung der M.A.-
Arbeit bestimmt. In diesem Fall wird die Note der Arbeit aus dem
arithmetischen Mittel der drei Noten gebildet. Die Arbeit kann
jedoch nur dann als „ausreichend" oder besser bewertet werden,
wenn mindestens zwei Noten „ausreichend" oder besser sind.
(3) Das Bewertungsverfahren für die M.A.-Arbeit soll acht Wo-
chen nicht überschreiten.
Wiederholung der Fachprüfungen und der M.A.-Arbeit
(1) Bei „nicht ausreichenden" Leistungen kann jede Fachprü-
fung zweimal wiederholt werden.
(2) Die M.A.-Arbeit kann bei „nicht ausreichender“ Bewertung
einmal wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung ist ausge-
schlossen. Eine Rückgabe des Themas der Arbeit in der in § 27
Abs. 6 genannten Frist ist in diesem Falle jedoch nur zulässig,
wenn die Kandidatin oder der Kandidat bei der Anfertigung der
ersten M.A.-Arbeit von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch ge-
Bildung der Gesamtnote der M.A.-Phase
(1) Die M.A.-Note im 2-Fach-Modell setzt sich wie folgt zusam-
men: Die M.A.-Arbeit 40%, die gemäß § 25 Abs. 2 gebildete
Fachnote des ersten Faches 30%, die ebenso gebildete Fachno-
te des zweiten Faches 30%.
(2) Die M.A.-Note im 1-Fach-Modell mit Ergänzungsbereich
setzt sich wie folgt zusammen: Die M.A.-Arbeit 40%; die
Fachprüfungen einschließlich der beiden Prüfungsrelevanten
Module 60 %. Sofern die fachspezifischen Bestimmungen
Prüfungsrelevante Module im Ergänzungsbereich vorsehen,
gehen diese bis zu 20 % in die Fachnote ein; der
Anrechnungsfaktor für die Fachprüfung wird entsprechend
(3) Bei der
(4) Bildung der Gesamtnote gemäß § 15 wird nur die erste
Dezimalstelle hinter dem Komma berücksichtigt; alle weiteren
Stellen werden ohne Rundung gestrichen. § 15 Absätze 4 und 5
(5) Ist in allen Prüfungsleistungen die Note „sehr gut“ (1,0)
erreicht worden, wird das Prädikat „Mit Auszeichnung bestanden“
Abschlusszeugnisse und Bescheinigungen von Prüfungs-
und Studienleistungen
(1) Hat die Kandidatin oder der Kandidat die B.A.- oder die
M.A.-Prüfung bestanden, erhält sie bzw. er über die Ergebnisse
spätestens vier Wochen nach der letzten Prüfungsleistung ein
Zeugnis, das die Prüfungsfächer mit den Fachnoten, das Thema
und die Note der B.A.- bzw. der M.A.-Arbeit sowie die Gesamtno-
te enthält. Auf Antrag der Kandidatin oder des Kandidaten wird in
das Zeugnis auch die bis zum Abschluss der B.A.- bzw. M.A.-
Prüfung benötigte Fachstudiendauer aufgenommen. Das Zeugnis
trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung
erbracht worden ist.
(2) Der Bescheid über eine nicht bestandene B.A.- oder M.A.-
Prüfung wird der Kandidatin oder dem Kandidaten durch den
Prüfungsausschuss in schriftlicher Form erteilt. Der Bescheid ist
mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.
(3) Hat eine Kandidatin oder ein Kandidat die B.A.-Prüfung oder
die M.A.-Prüfung endgültig nicht bestanden, wird ihr bzw. ihm auf
Antrag eine schriftliche Bescheinigung ausgestellt, die die er-
brachten Prüfungsleistungen sowie die Studienleistungen mit
Kreditpunkten und erzielten Noten nennt und die erkennen lässt,
dass die B.A.- bzw. die M.A.-Prüfung endgültig nicht bestanden
(4) Studierenden ist nach der Exmatrikulation auf Antrag eine
Bescheinigung auszustellen, die die erbrachten Studien- und
Prüfungsleistungen sowie bei nicht bestandenen Prüfungsleis-
tungen die Anzahl der in Anspruch genommenen Prüfungsversu-
che enthält.
Ich kann hier zwar alle Fragren beantworten die gestellt werden, doch irgendwann würde ich die meinigen auch gerne beantwortet haben.
Hat jeder Püfling nicht das Recht die Gutachten einzusehen, mir wird dies bisher verweigert.
Warum erhalte ich von der Universität keine weiteren Statements?
Wie ist die Rechtslage, ist das normal???
Beitrag von moro » 30.08.12, 16:00
Nina 78 hat geschrieben: Ich kann hier zwar alle Fragren beantworten die gestellt werden, doch irgendwann würde ich die meinigen auch gerne beantwortet haben.
Man kann juristische Fragen nur auf der Grundlage der einschlägigen Rechtsvorschriften sinnvoll beantworten.
Was die Frage der Einsichtnahme angeht, ergibt sich aus den von Ihnen mitgeteilten Vorschriften nichts. Vielleicht gibt es ja noch eine Durchführungssatzung oder dergleichen, wo das Nähere steht, siehe (nur als Beispiel) für die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung im Studiengang Rechtswissenschaft der Uni Freiburg hier (§ 6):
http://www.jura.uni-freiburg.de/studium ... nload/file
Allgemein üblich ist allerdings, dass Einsichtnahmen und Rechtsbehelfe erst nach Abschluss des Verfahrens möglich sind, und Ihres läuft ja noch, solange der Drittgutachter am Werk ist und eine Endnote nicht fest steht.
Beitrag von Townspector » 31.08.12, 08:38
- warten Sie den offiziellen Bescheid mit der Bekanntgabe der Note ab
- beantragen Sie Einsicht in die Arbeit (und ziehen sich ggf Kopien)
- wenn Sie immer noch der Meinung sind, ungerecht benotet worden zu sein, legen Sie Rechtsmittel (s. Rechtsbehelf des Bescheides) ein.
- sollten diese zurückgewiesen werden, müssen Sie ggf. vor dem zuständigen Gericht klagen.
Beitrag von Nina 78 » 31.08.12, 10:40
Danke für die Antwort, die genannten Ratschläge werde ich umsetzen, sobald ich dazu Gelegenheit erhalte.
Und ja ich bin der Meinung ungerecht benotet worden zu sein, so habe ich inoffiziell von einem Prof. der die Arbeit nicht begutachtet hat und sich mit der Vertretung des Prüfungsamtes zusammengesetzt hat, erfahren das bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits zwei Formfehler geschehen sind.
Laut Aussage dieses Profs. fürchtet die Uni eine Klage die laut seiner Aussage, auf Basis aller gegebenen Fakten hohe Aussicht auf Erfolg hätte.
Tja und so darf ich zunächst weiter warten und hoffen, das die Uni recht bald die Mauer des Schweigens bricht!
Nie hätte ich für möglich Gehalten das ein derartiges Geschehen möglich ist, schließlich hat man uns zu Beginn des Studiums in der Einführungsveranstaltung deutlich gesagt, wir sollen uns an unsere Prof. wenden, "wir unterstützen und helfen den Studenten." Es hieß nicht, wir ignorieren Anrufe, Emails und sind zu keiner Kommunikation bereit! Es hieß auch niemals das persönliche Differenzen zwichen zwei Dozenten eine Rolle spielen, Noten auf Verhandlunsgbasis gegeben werden; wie in meinem Fall geschehen.
Ganz zu Schweigen von der fehlenden menschlichen Komponente, mir via Email lediglich ein paar Paragraphen um die Ohren zu schmeißen und mir vom fehlgeschlagenen Notenverhandlungsgeschick zu berichten.
Aber es sind alle Emails mit der Uni dokumentiert, auf dem Rechner und dem Stick gespeichert. Ausreden sind folglich sinnlos!