Source: https://www.lecturio.de/jura/kalkulationsirrtum.vortrag
Timestamp: 2017-08-20 07:43:57
Document Index: 211608279

Matched Legal Cases: ['§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 123', '§ 241']

Willenserklärung und Anfechtung: Kalkulationsirrtum
Willenserklärung und Anfechtung: Kalkulationsirrtum von Prof. Dr. John Montag
Der Vortrag „Willenserklärung und Anfechtung: Kalkulationsirrtum“ von Prof. Dr. John Montag ist Bestandteil des Kurses „Zivilrecht Grundlagen und BGB Allgemeiner Teil“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
1. Kalkulationsirrtum III
1.1 Komplexe Kalkulation
2. Anfechtungsgrund 119 II
3. Anfechtungsgrund 123 I
3.1 Übungsfall: Anfechtung und Sachenrecht
Ein Laie ist...
eine Person, von der man kraft Verkehrssitte nicht erwarten kann, dass sie die einzelnen Rechnungspositionen nachvollziehen kann.
eine Person, von der man kraft Verkehrssitte erwarten kann, dass sie die einzelnen Rechnungspositionen nachvollziehen kann.
eine Person, die kein Jura studiert hat.
eine Person, die noch nicht voll geschäftsfähig ist.
Was gilt, wenn ein Laie eine Rechnung erhält, die einen Rechenfehler enthält und deren Berechnung er nicht im Einzelnen nachvollziehen kann?
Es gilt die Endsumme als verbindliches Angebot.
Der Laie muss jede Rechnung prüfen bzw. durch Experten prüfen lassen. Die Endsumme ist somit kein verbindliches Angebot.
Es gilt die nicht auf der Rechnung vermerkte, korrekt berechnete Endsumme als verbindliches Angebot.
Es wurde überhaupt kein verbindliches Angebot abgegeben.
Welche Ansichten werden heute vertreten?
Ein Kalkulationsirrtum ist ein unbeachtlicher Motivirrtum.
Ein offener Kalkulationsirrtum ist ein erweiterter Inhaltsirrtum nach § 119 I 1 BGB (so das Reichsgericht).
Ein versteckter Kalkulationsirrtum gibt kein Recht zur Anfechtung.
Bei einem Kalkulationsirrtum liegt eine perplexe, mehrdeutige Erklärung vor, die einer weiteren Auslegung bedarf.
Ein Kalkulationsirrtum kann auch als Störung der Geschäftsgrundlage angesehen werden.
Für eine verkehrswesentliche Eigenschaft i.S.d. § 119 II BGB kommt es darauf an, dass ein Merkmal...
die Echtheit eines Gegenstandes, z.B. eines Gemäldes betrifft.
der Wert selbst ist.
für dieses Rechtsgeschäft wesentlich ist.
einen wertbildenden Faktor darstellt.
Ein Motiv- oder Motivationsirrtum...
ist grundsätzlich unbeachtlich und nur in Form eines Eigenschaftsirrtums nach § 119 II BGB ausnahmsweise beachtlich.
ist immer unbeachtlich.
fällt unter § 119 I BGB.
ist grundsätzlich beachtlich.
ist grundsätzlich unbeachtlich und nur in Form eines Erklärungsirrtums nach § 119 II BGB ausnahmsweise beachtlich.
Eine widerrechtliche Drohung nach § 123 I, 2. Alt. BGB...
ist ein Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels, auf das der Drohende vorgibt, Einfluss zu haben.
ist ein Inaussichtstellen eines zukünftigen Übels, wobei es nicht darauf ankommt, ob der Drohende behauptet, darauf Einfluss zu haben.
liegt nur im Fall einer tatbestandsmäßigen Bedrohung nach § 241 StGB vor.
ist die Unterdrückung wahrer Tatsachen.
Dozent des Vortrages Willenserklärung und Anfechtung: Kalkulationsirrtum