Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-12-2011-1B_559-2011
Timestamp: 2016-10-21 11:28:59
Document Index: 288907642

Matched Legal Cases: ['Art. 319', 'Art. 78', 'Art. 81', 'Art. 81', 'BGE', 'BGE', 'Art. 81', 'Art. 66', 'Art. 68']

1B_559/2011 (15.12.2011)
Beschwerde gegen den Beschluss vom 23. August 2011 des Obergerichts des Kantons Z�rich, III. Strafkammer.
Am 22. M�rz 2010 erstattete X.________ Strafanzeige gegen ihren Ehemann, Y.________, wegen gleichentags erfolgten T�tlichkeiten bzw. K�rperverletzung sowie einer am 27. Juni 2008 begangenen Drohung. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis f�hrte daraufhin eine Strafuntersuchung gegen Y.________ durch.
Am 23. M�rz 2010 verf�gte die Kantonspolizei Z�rich Schutzmassnahmen nach Gewaltschutzgesetz gegen Y.________ (Wegweisung aus der ehelichen Wohnung; Rayon- und Kontaktverbot). Am 6. April 2010 wies der Haftrichter des Bezirksgerichts Horgen das Begehren von X.________ um Verl�ngerung der Schutzmassnahmen ab, weil eine Gef�hrdung nicht glaubhaft gemacht sei.
Am 21. M�rz 2011 stellte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis das Strafverfahren gegen Y.________ nach Art. 319 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) ein, weil sich der Tatverdacht weder hinsichtlich der Drohung vom 27. Juni 2008 noch der T�tlichkeit, eventuell K�rperverletzung vom 22. M�rz 2010 anklagegen�gend erh�rtet habe .
Gegen den Einstellungsbeschluss erhob X.________ Beschwerde an das Obergericht des Kantons Z�rich. Dieses wies die Beschwerde am 23. August 2011 ab.
Dagegen hat X.________ am 7. Oktober 2011 Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung und zum Abschluss der Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zur�ckzuweisen.
Der angefochtene Entscheid betrifft die Einstellung einer Strafuntersuchung. Dagegen ist die Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG grunds�tzlich gegeben. N�her zu pr�fen ist die Legitimation der Beschwerdef�hrerin.
1.1 Zur Beschwerde in Strafsachen ist nach Art. 81 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a) und ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids hat (lit. b); ein solches Interesse wird insbesondere der Privatkl�gerschaft zuerkannt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilanspr�che auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in der seit 1. Januar 2011 geltenden Fassung).
Im Falle der Einstellung des Strafverfahrens wird nicht vorausgesetzt, dass die gesch�digte Person ihre Zivilforderungen bereits adh�sionsweise im Strafverfahren geltend gemacht hat; dagegen wird verlangt, dass sie im Verfahren vor Bundesgericht darlegt, aus welchen Gr�nden sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderungen auswirken kann (BGE 137 IV 246 E. 1.3.1 S. 248 mit Hinweisen), es sei denn, dies sei - etwa aufgrund der Natur der untersuchten Straftat - ohne Weiteres aus den Akten ersichtlich (BGE 137 IV 219 E. 2.4 S. 223 mit Hinweisen).
1.2 Vorliegend �ussert sich die anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrerin mit keinem Wort zu den Zivilanspr�chen, die sie gegen den Beschwerdegegner erheben will. Diese sind auch nicht ohne Weiteres aus den Akten ersichtlich: Obwohl das Strafverfahren bis zur Einstellung bereits ein Jahr gedauert hatte und die Beschwerdef�hrerin anwaltlich vertreten war, finden sich keine Hinweise auf allf�llige Genugtuungsforderungen. In den vorinstanzlichen Verfahren wurden vielmehr die Auswirkungen des Straf- und des parallelen Gewaltschutzverfahrens auf das damals h�ngige Ehetrennungsverfahren und insbesondere auf die zwischen den Parteien streitige Zuteilung der Obhut �ber die gemeinsamen Kinder und die eheliche Wohnung thematisiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Zivilanspr�che i.S.v. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG, die adh�sionsweise im Strafverfahren geltend gemacht werden k�nnten. Schliesslich ist auch aufgrund der Natur der untersuchten Straftat (Drohung und T�tlichkeiten bzw. K�rperverletzung) nicht evident, dass Genugtuungsanspr�che im Raum stehen: Nach dem von der Beschwerdef�hrerin selbst beigebrachten Arztbericht vom 23. M�rz 2010 hat sie jedenfalls keine schwerwiegenden Verletzungen erlitten.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 BGG) und hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 BGG).
4. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis und dem Obergericht des Kantons Z�rich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.