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Timestamp: 2019-02-18 07:18:44
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Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 25', '§ 1', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 6']

OVG Nordrhein-Westfalen, 18.08.2005 - 1 A 2722/04 - dejure.org
Qualifizierung des von einem Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes geleisteten Bereitschaftsdienstes mit Pflicht zur Anwesenheit in der Dienststelle als Arbeitszeit; Zulässige Höchstdauer der wöchentlichen Arbeitszeit eines Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes; Voraussetzungen des Anspruches auf Abänderung eines rechtswidrigen Dienstplanes; Qualifizierbarkeit eines Dienstplanes als Verwaltungsakt
Bereitschaftsdienst mit Anwesenheitspflicht
VG Minden, 02.06.2004 - 4 K 3276/03
DÖV 2006, 347
vgl. BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1989 - 6 A 2.87 -, BVerwGE 81, 258 (260), sowie vom 2. Mai 1980 - 2 C 30.78 -, BVerwGE 60, 144 (146); Senatsurteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, ZBR 2006, 199 = NWVBl. 2006, 263, und juris Rn. 35.
vgl. EuGH, Beschluss vom 14. Juli 2005 - C-52/04 (Feuerwehr Hamburg) -, Slg. 2005 I-7111 (8128 ff.) und juris Rn. 35 ff., wobei der EuGH auf sein Urteil vom 5. Oktober 2004 - C-397/01 (Pfeiffer u.a.) -, Slg. 2004 I-8835 (8902 ff.) und juris Rn. 48 ff., Bezug nimmt; Senatsurteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, ZBR 2006, 199 (200) = NWVBl. 2006, 263 (264), und juris Rn. 40 ff.; Nds. OVG, Urteil vom 18. Juni 2007 - 5 LC 225/04 -, PersV 2007, 490 (492 f.), und juris Rn. 48 f.; VG Saarlouis, Urteil vom 24. Mai 2005 - 12 K 59/04 -, juris Rn. 20 ff.; Fieg, Höchstarbeitszeit bei der Berufsfeuerwehr, Der Personalrat 2006, 114 (115); a.A. BAG, Urteil vom 29. Mai 2002 - 5 AZR 370/01 -, PersV 2002, 457( 461 f.), und juris Rn. 28.
vgl. Senatsurteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, juris Rn. 72.
Nichts anderes ergibt sich aus der Entscheidung des Senats vom 18. August 2005 in dem Verfahren 1 A 2722/04: Soweit darin ausgeführt wird, dass der Dienstherr darauf habe vertrauen dürfen, dass er sich mit seiner Rechtsansicht, wonach die Arbeitszeitrichtlinien für Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht gelten würden, durchsetzen würde mit der Folge, dass ein "treuwidriges" Verhalten zumindest bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 14. Juli 2005 nicht vorgelegen habe, vgl. Senatsurteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, juris Rn. 82, betrifft dies eine besondere Fallgestaltung, die sich - wie der Entscheidung ausdrücklich zu entnehmen ist - speziell auf den gesetzlich geregelten Fall der Anordnung bzw. Genehmigung von Mehrarbeit bezieht.
Dabei ist durch die Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4.11.2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung ABl.L 299, 90, keine Rechtsänderung eingetreten ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18.8.2005 - 1 A 2722/04 -, ZBR 2006, 199 = DÖV 2006, 347.
Bis zu diesem Zeitpunkt durfte die Beklagte noch darauf vertrauen, dass sie sich mit ihrer Rechtsansicht, dass die vorstehend zitierte Richtlinie für Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht gilt, durchsetzt ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18.08.2005 - 1 A 2722/04 -, juris, insoweit in ZBR 2006, 199, und DÖV 2006, 347, nicht abgedruckt.
ee) Da die vielfältigen Probleme, vor denen die Beklagte bei der richtlinienkonformen Anpassung der Dienstpläne steht, insbesondere die notwendige Ausbildung zusätzlicher Beamter, keine sofortige Anpassung der Dienstpläne zulassen, kann auch gegenwärtig kein treuwidriges Verhalten der Beklagten festgestellt werden ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urteile vom 18.08.2005 - 1 A 2722/04 -, a. a. O., und vom 13.10.2005 - 1 A 2724/04 -, juris.
vgl. dazu EuGH, Urteile vom 3. Mai 2012 - C-337/10 -, NVwZ 2012, 688 = juris Rn. 19 ff., und vom 14. Oktober 2010 - C-243/09 (Fuß I) -, Slg. 2010, I-9849 = juris Rn. 44, Beschluss vom 14. Juli 2005 - C-52/04 (Personalrat der Feuerwehr Hamburg) -, Slg. 2005, I-7111 = juris Rn. 36 ff., sowie Urteil vom 5. Oktober 2004 - C-397/01 u.a. (Pfeiffer) -, Slg. 2004, I-8835 = juris Rn. 47 ff.; OVG NRW, Urteile vom 7. Mai 2009 - 1 A 2655/07 -, a. a. O., Rn. 63 ff., und vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, NWVBl. 2006, 263 = juris Rn. 44 ff.
Abgesehen davon, dass nach dem Alimentationsprinzip Besoldung und Dienstleistung nicht in einem unmittelbaren Gegenseitigkeitsverhältnis stehen und eine Mehrleistung grundsätzlich mit den Dienstbezügen abgegolten ist, vgl. dazu im Einzelnen OVG NRW, Urteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, a. a. O., Rn. 61 ff., m. w. N., zählt die Vereinbarung einer Gegenleistung auch nach dem arbeitsrechtlichen Vertragsrecht nicht zum notwendigen Mindestinhalt des Arbeitsvertrags.
Das von der Beklagten zitierte Urteil des OVG NRW vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 - befasse sich lediglich mit der Frage, ob der dortige Kläger einen Anspruch auf Vergütung für geleistete Zuvielarbeit habe.
vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 28. Mai 2003 - 2 C 28/02 -, ZBR 2003, 383, und Beschluss vom 3. Januar 2005 - 2 B 57/04 - OVG NRW, Urteile vom 17. März 2004 - 1 A 2426/02 -, IÖD 2004, 218, vom 18. Mai 2005 - 1 A 2722/04 -, DÖV 2006, 347, und vom 13. Oktober 2005 - 1 A 2724/04 -, juris.
vgl. BVerwG, Urteil vom 28. Mai 2003, a.a.O.; OVG NRW, Urteil vom 18. August 2005, a.a.O..
vgl. hierzu OVG NRW, Urteil vom 18. August 2005, a.a.O..
Zur Begründung stützte sich die Beklagte auf die Rechtsprechung des OVG Nordrhein-Westfalen (Urteil vom 18.08.2005 - 1 A 2722/04 -) und führte im Wesentlichen aus, ein Anspruch auf Freizeitausgleich bestehe lediglich bei einer dienstlich angeordneten oder genehmigten Mehrarbeit.
Einen weiteren Abschlag hält die Kammer für erforderlich, um im Rahmen der vorzunehmenden Interessenbewertung dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Kläger seinen Antrag bei der Beklagten erst geraume Zeit nach Ergehen des Beschlusses des EuGH vom 14.07.2005 - C-52/04 - gestellt hat (Abschläge für die Zeit vor der EuGH-Entscheidung nehmen - mit unterschiedlicher Begründung - ebenfalls vor: OVG Saarland, Urteil vom 19.07.2006 - 1 R 20/05 - OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18.08.2005 - 1 A 2722/04 -, DÖV 2006, 347; Urteil vom 13.10.2005 - 1 A 2724/04 - VG Bremen, Urteil vom 24.04.2007 - 6 K 1008/04 - VG Minden, Urteil vom 25.07.2007 - 4 K 864/06 -).
Dies bestätigen die Wertungen, die auch das nationale Recht etwa in § 25 Abs. 1 AZuVO zum Verfall von Jahresurlaub, der nicht im Folgejahr genommen wird, vorsieht (zum erforderlichen zeitlichen Zusammenhang bei der nachträglichen Genehmigung von Mehrarbeit vgl. auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18.08.2005 - 1 A 2722/04 -, DÖV 2006, 347; VG Göttingen, Urteil vom 01.02.2006 - 3 A 172/04 -).
Der Normkonflikt lässt sich jedoch durch eine richtlinienkonforme Auslegung von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nds. ArbZVO-Feu in der Weise lösen, dass die Beamten des Feuerwehrdienstes lediglich 48 Stunden im Durchschnitt wöchentlich Dienst zu leisten haben (…vgl. auch: OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 13.10.2005 - 1 A 2724/04 -, zitiert nach juris, Rn. 41 ff. des Langtextes; Urt. v. 18.8.2005 - 1 A 2722/04 -, DÖV 2006, 347 f.).
Zur Begründung verwies sie auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW) vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 - und führte im Wesentlichen aus, eine Anerkennung der über 48 Stunden hinaus geleisteten Arbeitszeit als Mehrarbeit scheide wegen Fehlens einer einzelfallbezogenen ausdrücklichen Anordnung von Überstunden aus.
Die Kammer geht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), vgl. Urteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 - m. w. N., juris, davon aus, dass die Tätigkeit der Einsatzkräfte einer staatlichen Feuerwehr in der Regel in den Anwendungsbereich der Richtlinien 89/391/EWG und 93/104/EG fällt mit der Folge, dass Art. 6 Nr. 2 der Richtlinie 93/104/EG (= Art. 6 b der Richtlinie 2003/88/EG) grundsätzlich der Überschreitung der für die wöchentliche Höchstarbeitszeit vorgesehenen Obergrenze von 48 Stunden entgegensteht.
vgl. BVerwG, Urteil vom 28. Mai 2003 - 2 C 28.02 -, ZBR 2003, 383, OVG NRW, Urteile vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, m.w.N., a.a.O.
vgl. Senatsurteil vom 18. August 2005 - 1 A 2722/04 -, Schütz BeamtR ES/E III 2 Nr. 15.
Sie verstößt, mit der aus Art. 2 Nr. 1 und Art. 6 b) der Richtlinie 2003/88/EG vom 4. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (…ABl. L 299, S. 9) folgenden Maßgabe, dass die wöchentliche Dienst- und Bereitschaftszeit (mit Anwesenheitspflicht) 48 Stunden nicht übersteigen darf, vgl. Senatsurteil vom 18. August 2005 a.a.O., insbesondere nicht zu Lasten des Klägers gegen höherrangiges Recht.