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Timestamp: 2019-01-20 19:09:36
Document Index: 172026883

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 17', '§ 16', '§ 38', '§ 1', '§ 38', '§ 12', '§ 54', '§ 38', '§ 4', '§ 54', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 57', '§ 6', '§ 37', '§ 4', '§ 2']

Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein TalHahnNatSchGV SH 2004 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Talwald Hahnenkoppel" vom 7. Juli 2004 | gültig ab: 30.07.2004
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Talwald Hahnenkoppel"...
juris-Abkürzung: TalHahnNatSchGV SH 2004
Ausfertigungsdatum: 07.07.2004
Gültig ab: 30.07.2004
Fundstelle: GVOBl. 2004, 276
Gliederungs-Nr: 791-4-212
über das Naturschutzgebiet „Talwald Hahnenkoppel"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Talwald Hahnenkoppel" vom 7. Juli 2004 30.07.2004
Eingangsformel 30.07.2004
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 30.07.2004
§ 2 - Geltungsbereich 30.07.2004
§ 3 - Schutzzweck 30.07.2004
§ 4 - Verbote 30.07.2004
§ 5 - Zulässige Handlungen 30.07.2004
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen 30.07.2004
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten 30.07.2004
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 30.07.2004
Anlage 30.07.2004
GS Schl.-H. II, Gl. Nr. 791-4-212
Aufgrund des § 17 Abs. 1 in Verbindung mit § 16 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 38 des Landesjagdgesetzes verordnet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft:
(1) Die im Übergangsbereich der Naturräume Hamburger Ring und Lauenburger Geest gelegene Teilfläche des Forstortes Hahnenkoppel auf dem Gebiet der Stadt Reinbek, Kreis Stormarn, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Talwald Hahnenkoppel" unter Nummer 197 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/ EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42).
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 33 ha groß und umfasst unterschiedlich breite Waldbereiche auf beiden Seiten der den Forst Hahnenkoppel durchquerenden Hahnenbek.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karte ist im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Weitere Karten sind bei
der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Stormarn
der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der Stadt Reinbek,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz, der Erhaltung und Entwicklung regional seltener Edellaubholz- Mischwaldbestände mit Hainsimsen-Buchenwald (Lebensraumtyp „Hainsimsen-Buchenwald", 9110, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG), Waldmeister-Buchenwald (Lebensraumtyp „Waldmeister-Buchenwald", 9130, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG) und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Lebensraumtyp „Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald", 9160, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG) einschließlich einzelner Feuchtwaldbestände entlang eines naturnahen, unverbauten Waldbaches als Lebensraum einer charakteristischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt.
die ungestörte Entwicklung der geologischen und ökologischen Prozesse auch zur Dokumentation für natur- und forstwissenschaftliche Forschungen,
den ungestörten Wasserhaushalt der naturnahen und unverbauten Hahnenbek,
die Lebensgemeinschaften des Waldes mit den typischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierarten
zu erhalten und zu schützen und
natürliche Waldgesellschaften auf den nadelbaumbestandenen Flächen unter Berücksichtigung der standörtlichen Verhältnisse
(2) Beschränkungen, Verbote und Gebote nach anderen Rechtsvorschriften bleiben unberührt.
die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung
der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Nadelwald genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass diese Bestände spätestens nach Hiebreife oder Kalamitätennutzung zu einem Naturwald im Sinne des Schutzzweckes zu entwickeln sind;
der im Verzeichnis der Generhaltungsobjekte in der Försterei Reinbek, Forstort Hahnenkoppel, eingetragenen Baumarten Esche und Vogelkirsche einschließlich der erforderlichen Pflegemaßnahmen;
die erforderlichen Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht auf den übrigen Waldflächen. Zur Erhaltung ungestörter Naturabläufe sollen dort alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen unterlassen werden;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes;
aufgrund einer Anordnung oder Verordnung nach § 38 Abs. 4 des Landeswassergesetzes;
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege, Plätze oder sonstiger Verkehrsflächen unter Beachtung des
§ 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes mit folgender Einschränkung:
der Betrieb und die Unterhaltung der im Gebiet verlaufenden Erdgasleitungen der Hamburger Gaswerke GmbH, der BEB Erdgas und Erdöl GmbH, der Abwasserdruckrohrleitung der Gemeinde Reinbek und der Ver- und Entsorgungsleitungen der ehemaligen Försterei Hahnenkoppel;
Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege der im Denkmalbuch eingetragenen Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörde im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde und der zuständigen Forstbehörde durchführt oder durchführen lässt;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der zuständigen Forstbehörde durchführt oder durchführen lässt;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Naturwaldparzelle in Abteilung 97, die die Landesforstverwaltung und die Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt im Einvernahmen mit der unteren Naturschutzbehörde durchführen oder durchführen lassen.
Auf Antrag kann die untere Naturschutzbehörde nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 1 Satz 2 des Landesnaturschutzgesetzes Ausnahmen zulassen für
die erforderlichen Maßnahmen zur Gefährdungsabschätzung und Untersuchung nach dem Bundesbodenschutzgesetz sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der festgestellten schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten auf der Grundlage des Bundesbodenschutzgesetzes und des Landesbodenschutzgesetzes,
die Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 38 des Landeswassergesetzes,
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 10 bis 12 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 10 die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere beseitigt oder nachteilig verändert, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 Pflanzen, Pflanzenteile oder sonstige Bestandteile des Naturschutzgebietes entnimmt oder Pflanzen einbringt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 12 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 gentechnisch veränderte Organismen einbringt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 14 Flugmodelle, Modellflugkörper mit Eigenantrieb, Frei- und Fesselballone, Drachen aufsteigen oder landen lässt oder mit Luftsportgeräten startet oder landet;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 15 die Gewässer mit Wasserfahrzeugen jeder Art befährt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 in den Gewässern badet oder mit Tauchgeräten taucht oder auf den Gewässern Schiffsmodelle fahren lässt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 17 Zelte oder Wohnwagen aufstellt, Gegenstände jeder Art lagert, Feuer macht oder Hunde nicht angeleint mitführt;
(2) Ordnungswidrig nach § 57 Abs. 1 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes handelt auch, wer vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 vornimmt.
(3) Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 26 des Landesjagdgesetzes handelt, wer bei der Jagdausübung vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 Nr. 12 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung zur Unterschutzstellung von Landschaftsteilen in der Gemeinde Schönningstedt vom 3. April 1970 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 71), zuletzt geändert durch Kreisverordnung vom 26. August 1992 (Stormarner Tageblatt und Lübecker Nachrichten vom 3. September 1992), außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.
Kiel, 7. Juli 2004