Source: https://www.evdbag.de/bioenergiepark.html
Timestamp: 2019-02-17 12:21:32
Document Index: 115380188

Matched Legal Cases: ['§8', '§8', '§ 7', '§ 8', '§ 16', '§8', '§8', '§ 4']

Bioenergiepark - EVDB AG
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Information der Öffentlichkeit gemäß §8a der Störfallverordnung
Aufgrund der in den Gasspeichern der Biogasanlagen der Bioenergiepark Dahlenburg GmbH & Co. KG gespeicherten Menge an Biogas unterliegt der Bioenergiepark den Vorschriften der Störfallverordnung, und zwar der unteren Klasse. Nach §8a der vorgenannter Verordnung muss die Bioenergiepark Dahlenburg GmbH & Co. KG, die Betreiberin der Biogasanlagen im Sohlgarten in Dahlenburg ist, ständig aktuelle Informationen über den Betrieb für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Die notwendigen Informationen finden Sie nachfolgend. Zusätzlich können Sie die Informationen auch als pdf-Dokument herunterladen.
Name des Betriebsbereiches: Bioenergiepark Dahlenburg
Anschrift des Betriebsbereiches: Sohlgarten
Kontakt: Tel.: 05851 – 955 0
Der genannte Betriebsbereich unterliegt den Vorschriften der Störfallverordnung. Es liegt ein Betriebsbereich der unteren Klasse vor. Der zuständigen Behörde, dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg in 21318 Lüneburg, wurde die Anzeige nach § 7 Absatz 1 der Störfallverordnung vorgelegt und sie wird über jede störfallrelevante Änderung informiert. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben wurde für die Anlage ein Konzept zur Verhinderung von Störfällen gemäß § 8 StörfallV erstellt.
In dieser Biogasanlage werden nachwachsende Rohstoffe zu Biogas vergoren. In einem geschlossenen Behälter werden die eingesetzten Stoffe unter Licht- und Luftausschluss von Mikroorganismen vergärt. Die Mikroorganismen nutzen die Energie der Biomasse zum Überleben und während des Verdauungsprozesses entsteht dabei, ähnlich wie bei einer Kuh, das Biogas als Abfallprodukt. Es besteht neben Methan vor allem aus Kohlenstoffdioxid und einem kleiner Teil Schwefelwasserstoff. Von der Biomasse bleibt nach der Vergärung durch die Mikroorganismen der Gärrest übrig. Dieser wird als hochwertiger Dünger auf die Felder ausgebracht.
Das Biogas wird im Anschluss gereinigt und in Blockheizkraftwerken in Wärme und Strom gewandelt.
Betreiberphilosophie:
Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Nachbarn hat beim Betrieb der Anlage oberste Priorität. Dieses spiegelt sich in unserem ausführlichen Störfallkonzept wider, das durch interne und externe Fachkräfte regelmäßig überprüft und kontrolliert wird. Darin wurden getroffene Maßnahmen beschrieben, um Störfälle zu verhindern.
Mit dieser Information möchten wir nun Sie als Nachbarn über das richtige Verhalten im Störfall informieren. Trotz aller denkbaren Sicherheitsvorkehrungen kann dieser nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Störfallrelevante Stoffe im Betriebsbereich:
Sollte es zu einem Störfall kommen, kann aus dieser Anlage Biogas austreten. Biogas ist entzündbar und kann in Verbindung mit Luft eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden. Dieses kann zum Beispiel durch einen Funken entzündet werden und explodieren. Die Hauptbestandteile sind Methan und Kohlendioxid; in unterschiedlichen Konzentrationen. Nebenbestandteile sind Schwefelwasserstoff, Ammoniak und andere gasförmige oder verdampfbare Bestandteile. Bei höheren Konzentrationen wirkt Biogas erstickend. Biogas enthält Schwefelwasserstoff (meist 0,01-0,4 Vol.-%) und kann zu akuter Toxizität beim Einatmen führen. Es riecht je nach Zusammensetzung nach faulen Eiern oder auch stechend. In einem Havariefall können maximal 24.775 kg Biogas aus der Anlage austreten.
Aufgrund der gegebenen Abstände zu den Nachbarn sind dort keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Bränden, Explosionen oder sonstiges Freisetzen von Biogas zu erwarten. Sollte ein größerer Brandfall eintreten und Brandgase durch eine ungünstige Windsituation dennoch wahrnehmbar sein, ist es angeraten, geschlossene Räume aufzusuchen und die Fenster zu schließen. Auswirkungen durch Explosionen oder Hitzeentwicklung im Brandfall sind auf das Betriebsgelände beschränkt.
Im tatsächlichen Notfall werden Sie über Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr und Polizei und über regionale Warnungen der Rundfunksender informiert.
Bitte bleiben Sie dann in ihren Häusern und schließen Türen und Fenster.
Vermeiden sie offenes Feuer, z.B. durch Zigaretten.
Schalten Sie Ihr Radio ein und achten Sie auf die Durchsagen der Polizei.
Blockieren Sie nicht die Telefonleitungen der Einsatzkräfte durch Rückfragen.
Bleiben Sie dem Unfallort fern und halten Sie die Straßen und Wege für Einsatzkräfte frei.
Überwachung des Betriebes:
Die Biogasanlage wird gemäß § 16 StörfallV regelmäßig durch die zuständige Behörde überwacht.
Die letzte Vor-Ort-Besichtigung der Behörden fand am 07.08.2018 statt. Ausführlichere Informationen bezüglich der Inspektion oder des Überwachungsplanes können bei der zuständigen Behörde erfragt werden.
Kontakt zuständige Behörde: Tel.: 04131 15 14 00
Aktuelle und weiterführende Informationen zum Thema Störfall erhalten Sie auf der Internetseite des Umwelt Bundesamtes (www.thru.de).
Dahlenburg, den 24.08.2017
Bioenergiepark Dahlenburg GmbH & Co. KG
Diese Information finden Sie auch im Internet unter:
https://www.evdbag.de/bioenergiepark.html
Information der Öffentlichkeit gemäß §8a der 12. Bundesimmissionsschutzverordnung
BED17_Information der Oeffentlichkeit §8a 2018-08-07.pdf (98,0 kB)
Mit Mineralien aus dem Boden, Kohlendioxid aus der Luft und Wasser wandeln Pflanzen im Vorgang der Photosynthese Sonnenenergie in organisches Material um. Das Wachsen der Pflanzen macht diesen Prozess für uns sichtbar. Die in Biogasanlagen eingebrachte Biomasse besteht zumeist aus Energiepflanzen wie Mais, Grünroggen oder Getreide, aber auch weniger bekannte Pflanzen, wie die "durchwachsende Silphie" kommen in manchen Anlagen zum Einsatz.
Aufbau und Wirkungsweise von Biogasanlagen
Zum grundsätzlichen Aufbau und zur Wirkungsweise von Biogasanlagen verweisen wir gerne auf das ver­anschau­lich­ende Video der Fa. BioConstruct GmbH aus Melle.
Entstehung und Zusammensetzung von Biogas
Biogas entsteht durch einen natürlichen Abbauprozess. Dabei werden die im eingesetzten Substrat enthaltenen Kohlen­hydrate, Eiweiße und Fette in einer Biogasanlage von Mikroorganismen in die Hauptbestandteile des Biogases, Methan und Kohlenstoffdioxid umgewandelt. In Spuren sind meist auch Stickstoff, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff und Ammoniak enthalten. Der bei der Vergärung ablaufende Prozess ist 4-stufig und findet unter Abschluss von Sauerstoff statt.
Für die Verbrennung des Biogases oder die weitere Verarbeitung ist der Methananteil am wichtigsten. Für die Ver­bren­nung in Blockheizkraftwerken wird das Biogas entfeuchtet und von Spurengasen gereinigt. Im Biogas sind je nach ein­ge­setz­ten Substraten zwischen 45 ...70% Methan enthalten. Soll das Biogas weiter verarbeitet und bei­spiels­weise in das Erdgasnetz eingespeist werden, so muss der Methananteil zum Erreichen des Heizwertes von Erdgas jedoch durch die Aufbereitung erhöht werden.
Diese Vorteile sprechen für die Biomasse als Energielieferant:
Biomasse wächst ständig nach
Der Einsatz von Biomasse ersetzt fossile Energieträger
Die Nutzung von Biomasse ist klimaneutral, da nicht mehr C02 freigesetzt wird, als vorher bei der Entstehung der Biomasse aus der Atmosphäre gebunden wurde
Biomasse ist regional verfügbar
verstromte Biomasse ist grundlastfähig. Das heißt, die Stromproduktion kann kontinuierlich und unabhängig von Witterungseinflüssen erfolgen
Der Bioenergiepark Dahlenburg
Bei der Energieversorgung Dahlenburg Bleckede AG nehmen die sparsame und effiziente Nutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen einen zentralen Stellenwert ein. Wir betrachten die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte nicht isoliert, sondern ganzheitlich. So haben wir uns für den Bau von Biogasanlagen in der Region eingesetzt.
Der Bioenergiepark Dahlenburg in Zahlen
Anzahl der Anlagen 2
Anlagenhersteller BioConstruct GmbH
Anlagentyp Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo)-Anlage
Einsatzstoffe ca. 43.000 t nachwachsende Rohstoffe
Fermenter Trockenfermentation
(keine Verwendung von Gülle)
Anzahl der Blockheizkraftwerke 4 BHKW
(jeder Anlage sind 2 BHKW zugeordnet)
Leistung pro Blockheizkraftwerk 549 kW elektrische Leistung und
ca. 521 kW thermische Leistung
Gesamtwirkungsgrad bezogen auf die eingesetzte Energie ca. 80 %
Jährlicher Stromertrag ca. 18,5 Mio kWh
Jährlicher thermischer Energieabsatz ca. 14,0 Mio kWh
Verfügbarkeit der Anlage Verfügbarkeit ca. 99 Prozent (> 8.600 Jahresstunden) und damit Grundlastversorgung
Besonderheiten Alle Gärrestlager sind geruchs- und gasdicht abgedeckt.
Gute klimatische Bilanz aufgrund vorliegendem Wärmenutzungskonzept
Betriebslaufzeit mind. 20 Jahre
Gesellschafter / Investoren Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG und
19 Kommanditisten - darunter landwirtschaftliche Betriebe, der
Hersteller und das Planungsbüro
Nahwärmeversorgung in Dahlenburg Schulzentrum (ab 2011)
Sporthalle (ab 2011)
Schwimmbad mit Schützenhaus (ab 2011)
Sportzentrum (ab 2011)
Campingplatz (ab 2011)
Orchideen-Gärtnerei Karge (ab 2007)
Holztrocknung Bockelmann (ab 2007)
Übersicht über den Standort beider Biogasanlagen sowie der 4 BHKW
Lageplan Standort Sohlgarten
NaWaRo-Lager
Fermenter, Nachgärer,
Holztrocknungshalle
Gaswaschtrockner, Aktivkohlefilter
Neben der Nachhaltigkeit von Biomasse, ist auch der Bioenergiepark Dahlenburg ein regionales Wirtschaftsprojekt, das den heimischen Raum stärkt. Die Wertschöpfung durch den Anbau und die Abnahme der eingesetzten Rohstoffe bei den heimischen Landwirten, der Beteiligung und der Gewerbesteuerzahlungen verbleibt in der Region.
Die EVDB AG hat mit der Übernahme der kaufmännischen und technischen Betriebsführung der Biogasanlagen ein weiteres Standbein erhalten. Dies sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in der Region.
Die Geschichte unseres Bioenergieparks
Auf der Suche nach einem weiteren Geschäftsfeld im energiewirtschaftlichen Bereich, wurden im Frühjahr 2006 erste Überlegungen im Hause der damaligen Elektrizitätswerk Dahlenburg AG zum Thema Biogasanlagen getätigt. In diesem Zusammenhang wurden viele umfassende Gespräche mit Ingenieurbüros, Behörden und Landwirten geführt. Zusätzlich wurden diverse Anlagen von verschiedenen Herstellern besichtigt, um sich einen Überblick über die verschiedenen Anlagentypen zu verschaffen.
Im Herbst desselben Jahres wurde dann abschließend nach Prüfung der technischen Umsetzbarkeit, der Wirt­schaft­lich­keit des Vorhabens und nach Sicherung der entsprechenden Rohstoffe für den Betrieb der Anlage der endgültige Be­schluss zur Errichtung der Biogasanlagen zur Energiegewinnung gefasst. Dabei lag während der gesamten Zeit die Pla­nung bzw. Projektierung bis zum Erhalt der Baugenehmigung ausschließlich in den Händen der damaligen Elek­tri­zi­täts­werk Dahlenburg AG.
Bis eine Biogasanlage die Baugenehmigung erhält müssen zahlreiche Fachbehörden zustimmen. Grundlage ihrer Ent­schei­dung sind Unterlagen und Gutachten, die vor allem die Einhaltungen der Bun­des­immissions­schutz­ver­ordnung überprüfen. Im Fall der Biogasanlagen Dahlenburg erhielten renommierte Ingenieurbüros und Institute Aufträge für die entsprechenden Untersuchungen. Ende 2006 wurden die erforderlichen Bauanträge und Genehmigungsunterlagen nach §§ 4, 19 BImSchG bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht.
Im Rahmen der Schallgutachten wurde festgestellt, dass die im angrenzenden Wohngebiet Quickborn befindlichen Grenz­werte für Dorfmischgebiete (45 dB) deutlich unterschritten werden.
Die Anforderungen im Gewerbegebiet Dahlenburg hinsichtlich Geruchsbelastung sind erheblich höher als bei vielen landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Laut Geruchsgutachten werden die zulässigen Geruchsimmissionen deutlich unter­schritten.
Errichtung der Biogasanlagen
Im März 2007 wurden die Genehmigungen zum Bau erteilt und zeitnah begannen die Tiefbau-, Rohrleitungs- und Grün­dungs­arbei­ten. Anschließend wurde mit dem Bau der Siloflächen, den Fundamentierungen und dem Hochbau der Be­häl­ter und sonstigen Gebäude begonnen. Auf Grund der widrigen Witterungs­verhält­nisse mussten die Arbeiten jedoch immer wieder unterbrochen werden. Im Frühsommer konnten die Gewerke elektro­tech­nische Verkabe­lung und An­schluss der Rohr­leitungen begonnen werden. Es folgte der Einbau der Technik durch den Hersteller der Anlagen, der Firma Bioconstruct aus Melle. Rechtzeitig zur Ernte im Sep­tember konnten die Siloflächen sowie die Waage fertig­ge­stellt und die dazugehörige Anlagen­technik installiert werden. Im Oktober war der Bau der Anlagen schon so weit fort­geschritten, dass die Behälter befüllt werden und die Anlagen in Betrieb genommen werden konnten. Neben dem Her­steller der Anlagen wurden zum größten Teil Firmen aus der Region mit der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt.
Im laufenden Betrieb der Biogasanlagen wurden mittlerweile einige Änderungen und Verbesserungen vorgenommen, so wurden zum Beispiel Separatoren an den Anlagen installiert und die Blockheizkraftwerke mit einer aufwändigen Fil­ter­tech­nik und Abgasreinigung ausgestattet, damit die neuen Abgas-Grenzwerte sicher eingehalten werden konnten.
Im Jahre 2010/2011 wurde der Bioenergiepark um ein Satelliten-BHKW, das über ein Mikro-Gasnetz gespeist wird, er­wei­tert. Dieses BHKW versorgt seit März 2011 öffentliche Gebäude im Dahlenburger Dornweg mit regenerativ er­zeug­ter Wärme. Die erzeugte elektrische Energie wird komplett in das Energieversorgungsnetz der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG eingespeist.
Bereits zu Beginn der Planungen wurde der Beschluss gefasst, eine Betreibergesellschaft mit Sitz in Dahlenburg zu grün­den. Die gegründete Betreibergesellschaft firmiert unter dem Namen Bioenergiepark Dahlenburg GmbH & Co. KG.
Die komplette kaufmännische und technische Betriebsführung und die Betreuung der Biogasanlage erfolgt durch die Mitarbeiter der Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG. Durch das neue Geschäftsfeld wurden drei neue Arbeits­plätze geschaffen und langfristig gesichert.