Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20C%2035.13
Timestamp: 2019-06-25 23:04:00
Document Index: 366705865

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 4', 'Art 5', 'Art 2', 'Art 1', '§ 4', 'Art. 1', '§ 4', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'BGH', '§ 4', 'Art. 5']

BVerwG, 01.10.2014 - 6 C 35.13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,27574
BVerwG, 01.10.2014 - 6 C 35.13 (https://dejure.org/2014,27574)
BVerwG, Entscheidung vom 01.10.2014 - 6 C 35.13 (https://dejure.org/2014,27574)
BVerwG, Entscheidung vom 01. Januar 2014 - 6 C 35.13 (https://dejure.org/2014,27574)
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GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1; PresseG BW § 4
Presseauskunftsersuchen; Namen von Funktionsträgern im gerichtlichen Verfahren; Pressefreiheit; allgemeines Persönlichkeitsrecht; grundrechtliches Gewicht des Auskunftsinteresses der Presse; Öffentlichkeitsgrundsatz.
Art 5 Abs 1 S 2 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 1 Abs 1 GG, § 4 PresseG BW
Presseauskunftsersuchen; Namen von Funktionsträgern im gerichtlichen Verfahren
Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, 5 Abs. 1 Satz 2 GG
Presse hat Anspruch auf Auskunft über alle Beteiligten an einem Gerichtsverfahren
Anspruch der Presse auf Namensnennung von Staatsanwalt und Verteidiger
Mitwirkende an einem Gerichtsverfahren - und der Auskunftsanspruch der Presse
Zum Anspruch der Presse auf Kenntnis der Namen von an Gerichtsverfahren mitwirkenden Personen
Presse hat Anspruch auf Namensnennung von Mitwirkenden an Gerichtsverfahren
Anspruch der Presse auf Herausgabe ungeschwärzter Urteile
Presse hat Auskunftsanspruch über Namen beteiligter Amtspersonen im Gerichtsverfahren
Auskunftsanspruch der Presse bei Gerichtsverfahren
BVerwG stärkt Rechte der Presse: Gerichte dürfen Namen nicht schwärzen
Presserechtlicher Auskunftsanspruch hinsichtlich Namensnennung der an Strafverfahren beteiligten Verteidiger und Staatsanwälte
§ 4 LPresseG; Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 GG
Informationsverbund Asyl und Migration (Dokument mit Bezug zur Entscheidung)
Urteil des AG Nürtingen vom 02.07.2009 - 20 Ls 56 Js 18187/09 jug.
VGH Baden-Württemberg, 16.06.2011 - 1 S 1137/11
VG Stuttgart, 18.04.2012 - 1 K 57/12
NJW 2015, 807
StV 2016, 542
K&R 2015, 67
AnwBl 2015, 272
afp 2015, 80
Der Schutz der Pressefreiheit reicht hier weiter als in Fällen, in denen die Presse eine Berichterstattung über private Umstände zu Unterhaltungszwecken anstrebt (vgl. BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35/13 -, NJW 2015, S. 807 , unter Verweis auf BVerfGE 34, 269 ; 101, 361 ).
Die Presse muss nach publizistischen Kriterien selbst entscheiden dürfen, was sie des öffentlichen Interesses für Wert hält und was nicht (vgl. BVerfG, Urteil vom 15. Dezember 1999 - 1 BvR 653/96 - BVerfGE 101, 361 ; Kammerbeschluss vom 28. August 2000 - 1 BvR 1307/91 - NJW 2001, 503 ; BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35.13 [ECLI:DE:BVerwG:2014:011014U6C35.13.0] - Buchholz 11 Art. 5 Abs. 1 GG Nr. 3 Rn. 41).
Staatlichen Stellen dürfen sich keine Möglichkeiten bieten, über den Informationswert bestimmter Gegebenheiten mit zu entscheiden und auf diese Weise mittelbar auf den Publikationsinhalt Einfluss zu nehmen (BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35.13 - Buchholz 11 Art. 5 Abs. 1 GG Nr. 3 Rn. 41).
Ein Instanzgericht wendet revisibles Recht auch insoweit an, als es sich bei der Auslegung und Anwendung irrevisiblen Rechts durch revisibles Recht gebunden sieht (stRspr; vgl. etwa BVerwG, Urteile vom 16. Januar 2003 - 4 CN 8.01 - BVerwGE 117, 313 und vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35.13 - Buchholz 11 Art. 5 Abs. 1 GG Nr. 3 Rn. 20).
Es ist Sache der Presse zu entscheiden, welche Informationen für sie vonnöten sind, um ein bestimmtes Thema zum Zweck einer möglichen Berichterstattung im Recherchewege aufzubereiten (BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35.13 - Buchholz 11 Art. 5 Abs. 1 GG Nr. 3 Rn. 41).
(ständige Rechtsprechung; vgl. BVerwG, Urteil vom 01.10.2014, 6 C 35/13, dort Rdnr. 26, sowie BVerfG, Urteil vom 05.08.1966 - 1 BvR 586/62 - BVerfGE 20, 162 ; BVerfGE 52, 283 ).
(vgl. BVerwG Urteil vom 01.10.2014, 6 C 35/13, dort Rdnr. 18).
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass jeder ohne weitere Voraussetzungen einen Anspruch auf Herausgabe von (auch unveröffentlichten) gerichtlichen Entscheidungen - Urteile und (Hinweis)Beschlüsse - in anonymisierter Form hat, wie jüngst das Bundesverfassungsgericht, das Bundesverwaltungsgericht und zuletzt der Bundesgerichtshof judiziert haben (BVerfG, Beschl. v. 14.09.2015, 1 BvR 857/15; BVerwG, Urt. v. 01.10.2014, 6 C 35/13;… BGH, Urt. v. 05.04.2017 - IV AR (VZ) 2/16.
Soweit diese Vorschrift überhaupt anwendbar wäre (BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35/13 - juris Rn. 49), gilt für die Reduzierung des Auskunftsanspruchs auf eine bestimmte Form der Auskunft nichts anders als im Rahmen des § 4 Abs. 1 TPG.
e) Ein Anspruch unmittelbar aus Art. 5 GG besteht in Anbetracht der abschließenden, die verfassungsrechtliche Position der Presse hinreichend berücksichtigenden gesetzlichen Regelung in den landesrechtlichen Pressegesetzen nicht (BVerwG, Urteil vom 1. Oktober 2014 - 6 C 35/13 - juris Rn. 50).
Der Presse kommt neben der Informationsfunktion gegenüber dem Bürger insbesondere auch in eine Kontrollfunktion zu (…vgl. BVerfG, Beschl. v. 14. September 2015 - 1 BvR 857/15 -, juris Rn. 16;… BVerwG, Urt. v. 16. März 2016 - 6 C 65/14 -, juris Rn. 17; Urt. v. 1. Oktober 2014 - 6 C 35.13 -, juris Rn. 26).
Der Schutz der Pressefreiheit reicht hier weiter als in Fällen, in denen die Presse eine Berichterstattung über private Umstände zu Unterhaltungszwecken anstrebt (vgl. BVerwG, Urt. v. 1. Oktober 2014 - 6 C 35/13 -, juris Rn. 16).
Wie bereits oben ausgeführt, reicht der Schutz der Pressefreiheit hier weiter als in Fällen, in denen die Presse eine Berichterstattung über private Umstände zu Unterhaltungszwecken anstrebt (vgl. BVerwG, Urt. v. 1. Oktober 2014 - 6 C 35/13 -, juris Rn. 16).
Bei der Entscheidung hat aber stets eine am Einzelfall orientierte Abwägung zwischen dem Auskunftsbegehren der Presse und dem Persönlichkeitsrecht betroffener Personen vorauszugehen, (vgl. BVerwG Urteil vom 01.10.2014, 6 C 35/13, dort Rdnr. 18).
Eine Ausnahme gilt nur hinsichtlich der beteiligten Richter/innen, Schöffen/innen, Staatsanwälte/innen und Verteidiger/innen, die namhaft gemacht bleiben, (vgl. hierzu BVerwG Urteil vom 01.10.2014, Geschäftszeichen: 6 C 35/13).
Die persönlichen Verhältnisse der Angeklagten sowie die Namen der beteiligten Personen und Firmen sind im Rahmen dieser Anonymisierung unkenntlich gemacht worden außer Personen, deren namentliche Nennung deshalb erfolgte, weil es sich um beteiligte Gerichtspersonen (siehe dazu BVerwG, Urteil vom 01.10.2014, Aktenzeichen: 6 C 35/13) oder Personen handelte, die ohnehin im öffentlichen Leben stehen und deren Namen daher anhand ihrer Funktion ohne Probleme ermittelt werden könnte, wie dies bei - dem griechischen Verteidigungsminister der Fall ist.
OLG München, 27.01.2016 - 2 Ws 79/16
Anspruch eines verfahrensfremden Dritten auf Überlassung eines nicht …