Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.01.1994&Aktenzeichen=XII%20ZB%2010/92
Timestamp: 2020-01-25 18:13:46
Document Index: 266837969

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1587', '§ 1587', '§ 3', '§ 1587', '§ 1587', 'BGH', '§ 1587', 'BGH', 'BGH', '§ 1587', '§ 1587', 'BGH', '§ 1587', '§ 1587', '§ 1587', '§ 1587', '§ 1587', 'BGH', '§ 1587', 'BGH', '§ 1587', '§ 4']

BGH, 26.01.1994 - XII ZB 10/92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,661
BGH, 26.01.1994 - XII ZB 10/92 (https://dejure.org/1994,661)
BGH, Entscheidung vom 26.01.1994 - XII ZB 10/92 (https://dejure.org/1994,661)
BGH, Entscheidung vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 (https://dejure.org/1994,661)
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Versorgungsausgleich - Bemessung der Ausgleichsrente - Schuldrechtlicher Ausgleich - Betriebliche Altersversorgung - Maßgeblichkeit des Bruttobetrages
NJW 1994, 1214
MDR 1994, 800
MDR 1994, 801
FamRZ 1994, 560
Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die auf diese Versorgungen entfielen, blieben deshalb bei der Ermittlung der Ausgleichsrente im Prinzip unberücksichtigt (…Senatsbeschlüsse vom 4. Juli 2007 - XII ZB 5/05 - FamRZ 2007, 1545 Rn. 20 mwN; vom 10. August 2005 - XII ZB 191/01 - FamRZ 2005, 1982, 1983 und vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561 f.;… aA OLG Zweibrücken Beschluss vom 27. April 2010 - 2 UF 112/09 - juris Rn. 87; OLG Hamm FamRZ 1992, 694; 1987, 290, 291;… Glockner/Uebelhack Die betriebliche Altersversorgung im Versorgungsausgleich 1993 Rn. 196;… Soergel/Vorwerk BGB 12. Aufl. § 1587 g Rn. 13).
Dies gilt gerade auch für diejenigen Beiträge des Ausgleichsverpflichteten zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, die auf den Teil seiner Versorgung entfallen, der kraft des schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs dem Ausgleichsberechtigten gebührt (…Senatsbeschlüsse vom 4. Juli 2007 - XII ZB 5/05 - FamRZ 2007, 1545 Rn. 20 mwN; vom 10. August 2005 - XII ZB 191/01 - FamRZ 2005, 1983, 1984 und vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561).
Diesem infolge des Systems der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung eintretenden Verstoß gegen den Halbteilungsgrundsatz konnte nach der bisherigen Senatsrechtsprechung nur ausnahmsweise durch die Anwendung der versorgungsausgleichsrechtlichen Härteklauseln (§§ 1587 h Nr. 1, 1587 c Nr. 1 BGB) Rechnung getragen werden, soweit sich im Einzelfall grob unbillige Härten für den ausgleichsverpflichteten Ehegatten ergaben (…Senatsbeschlüsse vom 5. November 2008 - XII ZB 217/04 - FamRZ 2009, 205 Rn. 50 mwN;… vom 4. Juli 2007 - XII ZB 5/05 - FamRZ 2007, 1545 Rn. 20 f.; vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 562).
Auch der Vergleich mit dem öffentlich-rechtlichen Versorgungsausgleich, bei welchem stets die Bruttorente maßgeblich ist (Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561), vermag nicht zu überzeugen.
Dass - beispielsweise bei einer freiwilligen Mitgliedschaft des Ausgleichsberechtigten in der gesetzlichen Krankenversicherung - Fälle möglich sind, in denen der Ausgleichsberechtigte aus der ihm zufließenden schuldrechtlichen Ausgleichsrente zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen hat (vgl. Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 562), kann ebenfalls nicht ausschlaggebend sein.
Vor diesem Hintergrund können auch Berechnungsschwierigkeiten bei teilweisem Ausgleich gemäß § 3 b VAHRG ein Festhalten am Bruttoprinzip nicht rechtfertigen (anders noch Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561).
Ausgangspunkt für die Berechnung des schuldrechtlichen Ausgleichsanspruchs ist der Ehezeitanteil der als betriebliche Altersversorgung des Antragsgegners bei beiden Trägern gezahlten Renten, die sich nach § 1587 g II S. 1 BGB i. V. m. § 1587 a BGB nach den Bruttobeträgen bemessen, d. h. vor Berücksichtigung etwaiger Abzüge wie Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge u. s. w. (BGH, FamRZ 1994, 560; 2001, 25).
Im Ausgangspunkt zutreffend weist der Antragsgegner darauf hin, dass die Anknüpfung an die Nominalbeträge für die Bemessung der Ausgleichspflicht dazu führt, dass die ihm abverlangten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aus der ungeschmälerten Betriebsrente auch dann ermittelt werden, wenn er infolge des schuldrechtlichen Ausgleichs Teile dieser Rente an die Antragstellerin nach § 1587 i BGB abtreten musste (vgl. BGH FamRZ 1994, 560, 561).
Würde infolge dieser Gegebenheiten umgekehrt generell von der Nominalrente vorab der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, so würde dies im Ergebnis bedeuten, dass der Ausgleichsberechtigte die Krankenversicherung des Verpflichteten teilweise mitfinanziert, obwohl er seinerseits grundsätzlich einen Anspruch auf den vollen Ehezeitanteil der Altersrente hat und im Einzelfall möglicherweise mangels eigener gesetzlicher Rentenversicherung keinen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz genießt (vgl. BGH FamRZ 1994, 560, 562;… Johannsen/Henrich/Hahne, a. a. O. § 1587 g Rn. 15).
Nur wenn das Gesamtergebnis unter Berücksichtigung der beiderseitigen wirtschaftlichen Verhältnisse ausnahmsweise im Einzelfall zu grob unbilligen Härten führt, kann nach herrschender Meinung eine Korrektur nach § 1587 h Nr. 1 BGB in Frage kommen (BGH FamRZ 1994, 560, 562).
Im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561) ist das Oberlandesgericht bei der Bemessung der Ausgleichsrente vom Bruttobetrag der beiden Versorgungsrenten des Ehemannes ohne Vorwegabzug der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ausgegangen.
Der Senat hat bereits ausgesprochen, dass den im System der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung angelegten Unterschieden bei der beitragsrechtlichen Behandlung der vom Ausgleichspflichtigen bezogenen Betriebsrente einerseits und der an den Ausgleichsberechtigten gezahlten Ausgleichsrente andererseits bei evidenten und unter Berücksichtigung der gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Parteien nicht mehr hinnehmbaren Verstößen gegen den Halbteilungsgrundsatz durch die Anwendung des § 1587 h Nr. 1 BGB begegnet werden kann (Senatsbeschlüsse vom 26. Januar 1994 aaO S. 562 …und vom 10. August 2005 aaO; vgl. weiterhin OLG Celle 1995, 812, 814; OLG Hamm FamRZ 2004, 1213, 1214 f.; OLG Frankfurt FamRZ 2005, 623, 625 f.;… Palandt/Brudermüller, BGB, 64. Aufl., § 1587 g Rdn. 7;… Gerhardt/von Heintschel-Heinegg/Gutdeutsch, Handbuch des Fachanwalts Familienrecht, 5. Aufl., Kap. 7, Rdn. 216;… Wick, Der Versorgungsausgleich [2004], Rdn. 333;… Erman/Klattenhoff, BGB, 11. Aufl., § 1587 g Rdn. 3;… Hoppenz/Triebs aaO, § 1587 g Rdn. 13;… MünchKomm/Dörr, aaO, § 1587 h Rdn. 10;… Hauß, Versorgungsausgleich und Verfahren in der anwaltlichen Praxis [2004], Rdn. 668).
Individuelle Abzüge und Belastungen, die den einzelnen geschiedenen Ehegatten treffen, sind dabei vom System des Versorgungsausgleichs her grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (vgl. z.B. BGH-Beschluss vom 26. Januar 1994 XII ZB 10/92, FamRZ 1994, 560).
Allerdings hat der Senat bereits entschieden, dass den im System der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung angelegten Unterschieden bei der beitragsrechtlichen Behandlung der vom Ausgleichspflichtigen bezogenen Betriebsrente einerseits und der an den Ausgleichsberechtigten gezahlten Ausgleichsrente andererseits bei evidenten und unter Berücksichtigung der gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Parteien nicht mehr hinnehmbaren Verstößen gegen den Halbteilungsgrundsatz durch die Anwendung des § 1587 h Nr. 1 BGB begegnet werden kann (Senatsbeschlüsse vom 25. Oktober 2006 - XII ZB 211/04 - zur Veröffentlichung bestimmt;… vom 9. November 2005 aaO S. 325 m.w.N.;… vom 10. August 2005 aaO S. 1983 und vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 562).
Zwar hat der BGH es grundsätzlich abgelehnt, individuelle Belastungen, die den einzelnen geschiedenen Ehegatten betreffen, im Rahmen des schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs zu berücksichtigen (Beschluss vom 26. Januar 1994 XII ZB 10/92, Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 1994, 560).
Im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 561) ist das Oberlandesgericht bei der Bemessung der Ausgleichsrente vom Bruttobetrag der Betriebsrente des Ehemannes ohne Vorwegabzug der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ausgegangen.
Auch vor diesem Hintergrund hat der Senat bereits entschieden, dass den im System der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung angelegten Unterschieden bei der beitragsrechtlichen Behandlung der vom Ausgleichspflichtigen bezogenen Betriebsrente einerseits und der an den Ausgleichsberechtigten gezahlten Ausgleichsrente andererseits bei evidenten und unter Berücksichtigung der gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Parteien nicht mehr hinnehmbaren Verstößen gegen den Halbteilungsgrundsatz durch die Anwendung des § 1587 h Nr. 1 BGB begegnet werden kann (Senatsbeschlüsse vom 25. Oktober 2006 - XII ZB 211/04 - FamRZ 2007, 120, 122 vom 9. November 2005 - XII ZB 228/03 - FamRZ 2006, 323, 325 m.w.N.; vom 10. August 2005 - XII ZB 191/01 - FamRZ 2005, 1982, 1983 und vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 562).
Bei deren Anwendung wird der Tatrichter ein Ergebnis zu erreichen suchen, das im Rahmen des Möglichen dem Grundsatz der Halbteilung am nächsten kommt, ohne dass die Benachteiligung des Ausgleichspflichtigen, die Folge eines ungekürzten Versorgungsausgleichs wäre, in eine Benachteiligung des Ausgleichsberechtigten umschlägt (Senatsbeschluss vom 26. Januar 1994 - XII ZB 10/92 - FamRZ 1994, 560, 562; vgl. auch Senatsbeschluss vom 24. Mai 1989 - IVb ZB 17/88 - FamRZ 1989, 1163, 1165 betr. die Berücksichtigung der unterschiedlichen Besteuerung von Beamtenpensionen und Renten).
OLG Schleswig, 22.03.2007 - 8 UF 182/06
Versorgungsausgleich: Schuldrechtlicher Versorgungsausgleich trotz geltend …
OLG Nürnberg, 07.04.2005 - 10 UF 4069/04
Keine Berücksichtigung der konkreten Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung …
OLG Rostock, 14.12.2006 - 11 UF 19/06
Zur Berücksichtigung des Kürzungsbetrages nach § 4a BSZG im Versorgungsausgleich
OLG Karlsruhe, 30.01.2009 - 20 UF 56/08
AG Bergisch Gladbach, 28.11.2007 - 29 F 182/07