Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202008,%201442
Timestamp: 2020-02-28 09:25:20
Document Index: 125924718

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 55', '§ 60', '§ 112', '§ 60', '§ 112', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', 'BGH', '§ 60', 'BGH', '§ 546', '§ 53', '§ 87', 'BGH', '§ 21', '§ 55', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 21', '§ 22', 'BGH', '§ 55', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.01.2008 - IX ZR 201/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,626
BGH, 24.01.2008 - IX ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,626)
BGH, Entscheidung vom 24.01.2008 - IX ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,626)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,626)
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Verpflichtung eines vorläufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt zur Weiterleitung von Mietzahlungen an den Hauptvermieter; Begründung einer Masseschuld durch die Unterlassung einer Mietzahlung
Keine Pflicht des schwachen vorläufigen Insolvenzverwalters eines Zwischenvermieters, die vom Endmieter vereinnahmte Miete an den Hauptvermieter weiterzuleiten
Nur Kündigung statt fehlenden Zahlungsanspruchs nach Insolvenzantrag; Weiterleitung von Mieten; vor Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens enstandene Mietrückstände; fristlose Kündigung; Kündigungssperre; Masseschuld; Masseverbindlichkeit; Pflichten des ...
Durch Unterlassung der Weiterleitung der vom Schuldner als Zwischenvermieter erhaltenen Mietzahlungen durch den vorläufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt Begründung eines fristlosen Kündigungsrechts des Vermieters, aber keiner Masseschuld
InsO § 21 Abs. 2 Nr. 1 § 55 Abs. 2 § 60 § 112
Haftung des schwachen vorläufigen Insolvenzverwalters wegen unterlassener Zustimmung zur Weiterleitung von Mietzahlungen an den Hauptvermieter
Insolvenz: Ausbleibende Mietzahlungen im Eröffnungsverfahren keine Masseschuld
Zur Weiterleitung von Mieten aus einem Zwischenmietverhältnis
InsO §§ 60, 21 Abs. 2, § 112
Zwischenvermietung: Keine Haftung des vorläufigen Insolvenzverwalters aus nicht weitergeleiten Mieten! (IMR 2008, 180)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 24.01.2008, Az.: IX ZR 201/06 (Keine Pflicht des vorläufigen Verwalters mit Zustimmungsvorbehalt zur Weiterleitung eingezogener Zwischenmiete)" von RA Michael Drasdo, original erschienen in: NZI 2008, 296 - 297.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.01.2008, Az.: IX ZR 201/06 (Keine Pflicht des vorläufigen Verwalters mit Zustimmungsvorbehalt zur Weiterleitung eingezogener Zwischenmiete)" von MinRat Dr. Ulf Gundlach und RA Dr. Volkhard Frenzel, original erschienen in: NJW ...
AG Wuppertal, 08.02.2006 - 90 C 525/05
BGH, 24.02.2008 - IX ZR 201/06
NJW 2008, 1442
ZIP 2008, 608
NZI 2008, 295
NZM 2008, 365
ZMR 2008, 442
WM 2008, 742
Sie können jedoch eine Haftung aus § 60 InsO begründen, wenn diesem Dritten gegenüber andere, insolvenzspezifische Pflichten bestehen, deren Erfüllung durch die Verletzung der anderen Pflichten gefährdet wird (vgl. BGH 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06 - Rn. 12, NJW 2008, 1442; 25. Januar 2007 - IX ZR 216/05 - Rn. 7 mwN, NJW 2007, 1596) .
Eine Haftung nach § 60 InsO kann nur dann begründet sein, wenn diesem Dritten gegenüber besondere, insolvenzspezifische Pflichten bestehen, deren Erfüllung durch die Verletzung der anderen Pflichten gefährdet wird (…BGH, Urt. v. 25. Januar 2007 - IX ZR 216/05, ZIP 2007, 539 f Rn. 7; v. 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06, ZIP 2008, 608 f Rn. 12).
Die Miet(zins)forderung ist ebenso wenig wie die Entschädigungsforderung nach § 546a Abs. 1 BGB eine Masseforderung im Sinne der §§ 53 ff. InsO, sondern eine nur nach den Vorschriften des Insolvenzverfahrens geltend zu machende Insolvenzforderung gemäß § 87 InsO (vgl. auch BGH, Urteil vom 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06, NJW 2008, 1442 f.).
Denn bereits die detaillierte, vom Gesetzgeber speziell geschaffene Regelung der Nutzungsentgeltansprüche des von einer insolvenzgerichtlichen Anordnung nach § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 Satz 1, 1. Halbsatz InsO betroffenen Aussonderungsberechtigten steht jedenfalls der Annahme einer planwidrigen gesetzgeberischen Lücke, die durch eine analoge Anwendung des § 55 Abs. 2 InsO zu schließen wäre, entgegen (vgl. auch BGH, Urteil vom 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06, NJW 2008, 1442 f., im Anschluss an BGH, Urteil vom 18. Juli 2002 - IX ZR 195/01, BGHZ 151, 353 ff.).
Denn die hier entscheidungserheblichen Auslegungsfragen zu der Vorschrift des § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 InsO werden in der Literatur kontrovers diskutiert, und es gibt dazu bislang keine höchstrichterliche Rechtsprechung; die Vorschrift war insbesondere auch nicht Gegenstand des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 24. Januar 2008 (IX ZR 201/06, NJW 2008, 1442 f.).
Außerhalb einer - hier nicht gegebenen - Einzelermächtigung kann auch der mitbestimmende vorläufige Insolvenzverwalter (§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2, § 22 Abs. 2 InsO) keine Masseverbindlichkeiten begründen (BGHZ 174, 84, 94); die Vorschrift des § 55 Abs. 2 InsO ist auch nicht entsprechend anwendbar (…BGH, Urt. v. 20. September 2007 - IX ZR 91/06, aaO S. 2280; v. 24. Januar 2008 - VK ME 211/06 [richtig: IX ZR 201/06 - d. Red.] , ZIP 2008, 608;… HK-InsO/Lohmann, aaO Rn. 29).
Aus dem Verhalten des Beklagten im Zusammenhang mit der von ihm begehrten Beseitigung der belastenden Buchposition auf dem Konto des Schuldners kann sich deshalb selbst dann kein Schadensersatzanspruch gegen die Masse ergeben, wenn dem Verwalter - wie die Klägerin meint - eine Pflichtverletzung vorzuwerfen wäre (vgl. BGH, Urt. v. 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06, aaO S. 608).
Die Vorschrift ist weder unmittelbar noch entsprechend auf Rechtshandlungen eines vorläufigen Insolvenzverwalters ohne begleitendes allgemeines Verfügungsverbot anzuwenden (vgl. BGH 24. Januar 2008 - IX ZR 201/06 - Rn. 9 mwN) .
Ein Zulassungsgrund ist nicht gegeben, nachdem der Bundesgerichtshof in einem im Wesentlichen gleich gelagerten Parallelverfahren durch Urteil vom 24. Januar 2008 (IX ZR 201/06, ZIP 2008, 608) die maßgeblichen Rechtsfragen geklärt hat.
Zwar konnte der Kläger das Mietverhältnis zur Schuldnerin wegen eines im Eröffnungsverfahren eingetretenen Zahlungsverzugs fristlos kündigen (BGH, Urt. v. 24. Januar 2008, aaO S. 609 Rn. 16).
Die von ihm zum Ausdruck gebrachte Rechtsauffassung war zum damaligen Zeitpunkt vertretbar (BGH, Urt. v. 24. Januar 2008, aaO S. 609 Rn. 18).
Nicht insolvenzspezifisch sind außerdem im Allgemeinen die Pflichten, die dem Insolvenzverwalter als Verhandlungs- oder Vertragspartner eines Dritten auferlegt sind (BGH NJW 2008, 1442 f., Rn. 12;… BGH NJW 2007, 1596 Rn. 7).
Für den Fall von Mietzahlungen ist entschieden, dass den vorläufigen Insolvenzverwalter mit oder ohne begleitendem Verfügungsverbot insolvenzrechtlich keine Pflicht trifft, im Eröffnungsverfahren Mietzahlungen zu leisten oder solchen Zahlungen des Schuldners zuzustimmen (BGH NJW 2008, 1442 [1443, Rn. 13]).