Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20318/97
Timestamp: 2018-05-21 12:36:40
Document Index: 132573866

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 158', '§ 161', '§ 852', '§ 3', '§ 208', '§ 3', '§ 116', 'BGH', '§ 116', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.12.1998 - VI ZR 318/97 - dejure.org
BGB § 158 Abs. 2, § 161 Abs. 2, § 852; PflVG 1965 § 3 Nr. 3 Satz 2 und 3
Übergegangene Schadensersatzansprüche - Rückfall an Unfallgeschädigten - Ende der Verjährungshemmung - Abschluß des Abfindungsvergleichs
NJW 1999, 1782
MDR 1999, 353
NZV 1999, 158
VersR 1999, 382
Bezüglich des Ersatzanspruchs tritt der nächste Sozialleistungsträger die Rechtsnachfolge des bisherigen Trägers an (vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 1985 - VI ZR 219/83, VersR 1985, 1083, 1084;… vom 4. November 1997 - VI ZR 375/96, aaO; vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97, aaO;… vom 24. April 2012 - VI ZR 329/10, aaO;… KassKomm/Kater, aaO).
Das Berufungsgericht hat bei der Auslegung auch berücksichtigt, daß der Kläger möglicherweise von der Vorstellung geleitet worden ist, die Beklagte habe mit der Annahme des Vorbehalts zugleich einen Verzicht auf die Einrede der Verjährung erklärt; es hat indessen mit Recht zugrundegelegt, daß die Interessenlage des Geschädigten bei Abschluß der Abfindungsvereinbarung allein nicht maßgebend ist (vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - VersR 1999, 382, 383 f. …und vom 26. Mai 1992 - VI ZR 253/91 - aaO).
Insoweit hat die Zahlung des Abfindungsbetrages im September 1993 die Verjährungsfrist erneut in Lauf gesetzt (§§ 208, 217 BGB a.F.; vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - aaO 384); die durch die Anmeldung der Ansprüche gemäß § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVG eingetretene Hemmung hat mit der vereinbarten Zahlung des Abfindungsbetrages geendet.
Da ein Anspruchsübergang auf die Klägerin bereits zum Zeitpunkt des Unfalls erfolgt ist und der Anspruch mithin nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt von der LVA auf die Klägerin übergegangen ist, können sich die Beklagten entgegen der Auffassung der Revision nicht mit Erfolg auf die Grundsätze berufen, die der erkennende Senat für Fälle des Rechtsübergangs auf nachfolgende Leistungsträger und rechtlich analog zu behandelnde Sachverhalte entwickelt hat (vgl. Senatsurteile vom 26. März 1974 - VI ZR 217/72 - VersR 1974, 862; vom 4. April 1978 - VI ZR 252/76 - VersR 1978, 660; vom 9. Juli 1985 - VI ZR 219/83 - VersR 1985, 1083; und vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - VersR 1999, 382).
Dieser Rechtsübergang erstreckte sich dem Grunde nach auch auf solche Forderungen, die wegen künftig zu erbringender Leistungen der Klägerin erst später entstanden (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - VersR 1999, 382, 383 m.w.N).
Es entspricht der ständigen Rechsprechung des erkennenden Senats, daß bei einem derartigen Wechsel der versicherungsrechtlichen Leistungszuständigkeit die vom zuerst verpflichteten Sozialversicherungsträger gemäß § 116 Abs. 1 Satz 1 SGB X erworbenen Ersatzansprüche kraft Gesetzes auf den nun zuständigen Sozialversicherungsträger übergehen (Senatsurteile vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - aaO und vom 4. November 1997 - VI ZR 375/96 - VersR 1998, 124, 125 m.w.N.).
Da eine solche Möglichkeit von Anfang an in Betracht kommt, steht der Rechtsübergang von vornherein unter der auflösenden Bedingung des späteren Wegfalls der Leistungspflicht des Sozialversicherungsträgers (Senatsurteile vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - aaO, vom 7. Mai 1974 - VI ZR 223/72 - VersR 1974, 966, 968 und vom 3. Mai 1960 - VI ZR 74/59 - VersR 1960, 709; BGHZ 48, 181, 191; RGZ 72, 430, 434).
Der Rechtsübergang nach § 116 Abs. 1 SGB X steht nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats zwar unter der auflösenden Bedingung eines späteren Wegfalls der Leistungspflicht des Sozialversicherungsträgers, weil dadurch dem Forderungsübergang nachträglich der Boden entzogen wird (vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - VersR 1999, 382, 383 …und vom 13. März 2001 - VI ZR 290/00 - aaO, m.w.Nachw.).
Auch in dem Fall, der dem Urteil des BGH vom 08.12.1998 zugrunde liegt (VersR 99, 382, 383), hatte die Versicherung lediglich die Abfindungserklärung des Klägers entgegen genommen und selbst keine ausdrückliche schriftliche Anerkenntniserklärung abgegeben.
Der Forderungsübergang ist jedoch auflösend bedingt; die Bedingung tritt nur ein, wenn die Klägerin nicht geleistet hat und feststeht, daß sie als Versorgungsträger keine Leistungspflicht mehr trifft (vgl. Senatsurteile vom 3. Mai 1960 - VI ZR 74/59 - VersR 1960, 709 und vom 8. Dezember 1998 - VI ZR 318/97 - VersR 1999, 382, 383; ebenso BGHZ 48, 181, 191).
VG Stuttgart, 06.03.2006 - 17 K 3937/05
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