Source: https://anwvs.de/glossar/
Timestamp: 2018-02-18 06:37:50
Document Index: 37850327

Matched Legal Cases: ['§ 49', '§ 49', 'BGH', 'BGH', '§ 49', '§ 49', '§ 59']

Glossar der AnwVS – Anwaltliche Verrechnungsstelle
Durch Arztpraxen verfügen Verrechnungsstellen bereits über einen hohen Bekanntheitsgrad und eine hohe Akzeptanz bei Mandanten. Beim → Offenen Verfahren wird diese positive Grundhaltung auch auf die Anwaltliche Verrechnungsstelle übertragen. Beim → Stillen Verfahren dagegen sind wir der Dienstleister im Hintergrund und Ihre Kanzlei bleibt der Ansprechpartner.
Unser Preismodell ist einfach und transparent: Die vereinbarten Gebühren decken alle alltäglichen Servicekosten. Ausnahmen bestehen nur in wenigen Sonderfällen wie bei der → Bonitätsprüfung ausländischer Mandanten und den Kosten der Rechtsverfolgung bei Inkassoforderungen.
Wer hierzulande regelmäßig Forderungen finanziert und ankauft, muss als Finanzdienstleistungsinstitut zugelassen sein. Die Kontrolle und Freigabe obliegt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinschaftlich mit der Bundesbank, die näheren Details regelt das Kreditwesengesetz. Als Pionier im Bereich der Verrechnungsstellen für Anwälte (siehe → Zulässigkeit) verfügt die Gesellschaft hinter der AnwVS seit vielen Jahren über eine Zulassung. Auch die Inkassoerlaubnis ist vorhanden.
Die Fähigkeit als auch die Bereitschaft, aufgenommene Schulden zu begleichen, wird allgemein als Bonität bezeichnet. Übernimmt die AnwVS eine Forderung, wird bei unbekannten Mandanten erst einmal die Bonität überprüft und bei bekannten Mandanten frühestens nach einem Jahr wieder. Unsere Auskünfte holen wir üblicherweise bei Creditreform oder Kreditversicherung (gewerblich) oder Schufa (Privatpersonen) ein.
Relevant in der Berufsordnung für Anwälte (BRAO) ist aus Sicht der AnwVS vor allem § 49b IV zur Frage der Abtretbarkeit von Honoraren. Im Rahmen der Reform der Rechtsanwaltsvergütung wurde dieser Paragraph im Dezember 2007 neu- bzw. eindeutig formuliert; zu Beginn unserer Geschäftstätigkeit sorgte die ursprüngliche Fassung teilweise noch für missverständliche Auslegungen. Im April 2008 bestätigte außerdem der → Bundesgerichtshof (Az. IX ZR 53/07) die Zulässigkeit unseres Geschäftsmodells mit der alten Fassung des § 49b.
Auf dem Gebiet der ordentlichen Gerichtsbarkeit ist der Bundesgerichtshof (BGH) das oberste Gericht in Deutschland und die letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren. Wenn es nötig ist, fechten die Anwälte der AnwVS Honorarprozesse bis zu dem in Karlsruhe ansässigen Gericht aus. Sollten wir uns in den unteren Instanzen noch nicht durchgesetzt haben, erhält unsere Rechtsauffassung im Regelfall hier Zustimmung. Im April 2008 bestätigte der BGH außerdem die Zulässigkeit unseres Geschäftsmodells mit der zu Beginn unserer Tätigkeit gültigen Fassung von § 49b → BRAO (Az. IX ZR 53/07).
Die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbands e.V. stellen über 98 % des verbandlich organisierten Factoring-Volumens dar. Der in Berlin ansässige Spitzenverband vertritt die Interessen der AnwVS Anwaltliche Verrechnungsstelle und anderer Branchenvertreter auf nationaler und internationaler Ebene.
Debitor und Kostenschuldner
Im deutschen Rechnungswesen ist Debitor der Begriff für den Schuldner aus Lieferungen und Leistungen. Auch wenn stets der Mandant dem Anwalt die Erstattung der Gebühren schuldet, kann aber ein Dritter der Kostenschuldner sein, etwa die Rechtschutzversicherung des eigenen Mandanten oder die gegnerische Haftpflichtversicherung. Selbstverständlich akzeptiert die AnwVS auch die Staatskasse als Debitor, z.B. im Fall der Prozesskostenhilfe.
Mit Factoring wird die gewerbliche, revolvierende Übertragung von Forderungen eines Gläubigers gegen einen oder mehrere → Schuldner bezeichnet. Die AnwVS hat sich auf das „echte“ Factoring spezialisiert und trägt damit das Ausfallrisiko, während beim „unechten“ Factoring das Risiko bei der Kanzlei verbleibt. Als Verrechnungsstelle bieten wir aber einen Service an, der deutlich über reines Factoring hinausgeht.
Mit Insolvenz wird die Unfähigkeit eines Schuldners bezeichnet, gegenüber Gläubigern die fälligen finanziellen Verpflichtungen erfüllen zu können. Unterschiede ergeben sich in der Praxis daraus, ob eine Zahlungsunfähigkeit akut ist, ob sie drohend ist oder ob eine Überschuldung vorliegt.
Quasi als Gegenstück zur → Insolvenz bezeichnet Liquidität die Fähigkeit, fällige Verbindlichkeiten jederzeit und uneingeschränkt begleichen zu können. Schnelle Zahlungseingänge wirken positiv auf die Liquidität, hohe Außenstände stellen eine Gefahr dar.
Nutzen der AnwVS Anwaltliche Verrechnungsstelle
Die Auslagerung des Honorarmanagements an die AnwVS entlastet die eigene Buchhaltung und senkt die Kosten. Honorarausfälle sind Vergangenheit dank der verbindlichen Ankaufsprüfung zu Beginn. Die Honorarauszahlung von 100% der angekauften Rechnungssumme innerhalb eines Werktages führt zu sofortiger Liquidität. Das sichert die Planbarkeit und gibt den Freiraum, sich ausschließlich auf die Beratung der Mandanten zu konzentrieren.
Beim offenen Verfahren erfolgen der Rechnungsversand und alle nachgelagerten Schritte ausschließlich durch die AnwVS. Aus Sicht Ihres Mandanten werden damit der Rechnungsausgleich und das Mandat entkoppelt. Damit bleiben Sie als Anwalt ausschließlich in der Beraterrolle.
Soweit sich der Gläubiger damit einverstanden erklärt, können Forderungen entgegen der Norm auch mit Teilzahlungen ausgeglichen werden. Im Rahmen des Honorarmanagements bietet die AnwVS → Schuldnern bei Bedarf Ratenzahlungen ab drei Monaten an.
Einen Sicherheitseinbehalt gibt es nicht: Die AnwVS zahlt 100% des Kaufpreises der Rechnung innerhalb eines Werktages aus. Über die entstandenen Gebühren aller eingereichten Rechnungen kommt stattdessen eine Sammelrechnung zum Monatsende. Im Gegensatz dazu behalten reine Factoringanbieter oft bis zu 10 oder gar 20 % einer gekauften Forderung erst einmal als Sicherhalt ein.
Hier versenden Sie die Rechnung in Ihrem Namen, also auf Ihrem Briefpapier – sowie eine Kopie an die AnwVS. Dass Sie mit uns arbeiten, ist für den Mandanten somit nicht erkennbar. Das Mahnwesen wird für Sie auf Ihrem Briefkopf durch uns übernommen, so dass Sie sich hierum nicht mehr zu kümmern brauchen. Eine Einwilligung seitens des Mandanten ist nicht erforderlich, da die Abtretung von Anwalt zu Anwalt erfolgt. Das Stille Verfahren eignet sich vor allem für große und mittlere Kanzleien.
Zulässigkeit der Forderungsabtretung
Die Formulierung in § 49, Absatz 4, Satz 1 BRAO (Bundesrechtsanwaltsordnung) ist eindeutig: „Die Abtretung von Vergütungsforderungen oder die Übertragung ihrer Einziehung an Rechtsanwälte oder rechtsanwaltliche Berufsausübungsgemeinschaften (§ 59a) ist zulässig.“ Eine Einwilligungserklärung des Mandanten muss also nicht vorliegen; in diesem Fall setzen wir das → stille Verfahren um. Wenn Sie sich alternativ für das → offene Verfahren entscheiden, muss der Mandant aber einmalig der Abrechnung über die AnwVS zustimmen.