Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20U%20156/13
Timestamp: 2018-10-17 00:04:57
Document Index: 347894424

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 127', '§ 73', '§ 127', '§ 127', 'BGH']

Rechtsprechung: 6 U 156/13 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Oldenburg, 29.04.2014
OLG Köln, 13.06.2014 - I-6 U 156/13
Werbung für Produkte mit "Made in Germany
UWG § 5 Abs. 1 Nr. 1; MarkenG § 127
Schmiedekolben "Made in Germany"
Made in Italy = Made in Germany
Made in Germany, aber nur zu 90 Prozent: Online-Händler handelt nicht wettbewerbswidrig
Was bedeutet "Made in Germany"? - Diese Reklame für einen Kolben ist nicht allein deshalb irreführend, weil er in Italien geschmiedet wird
NJW-RR 2015, 361
GRUR-RR 2015, 7
Solchen Maßstäben kann jedoch keine entscheidende Bedeutung für den Irreführungscharakter der Angabe "Made in Germany" zukommen, weil dafür auf das Begriffsverständnis der angesprochenen Verkehrskreise abzustellen ist (vgl. OLG Düsseldorf, WRP 2011, 939, 940 - Produziert in Deutschland; OLG Köln, WRP 2014, 1082 Rn. 16 - Schmiedekolben "Made in Germany";… Helm in Gloy/Loschelder/Erdmann aaO § 73 Rn. 35;… Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy aaO § 127 MarkenG Rn. 10;… Hacker in Ströbele/Hacker, MarkenG, 11. Aufl., § 127 Rn. 7).
Für die Richtigkeit einer Angabe, die auf eine Herkunft der Ware aus Deutschland hinweist, ist es in jenem Segment notwendig, aber auch ausreichend, dass die Leistungen in Deutschland erbracht worden sind, durch die das zu produzierende Industrieerzeugnis seine aus Sicht des Verkehrs im Vordergrund stehenden qualitätsrelevanten Bestandteile oder wesentlichen produktspezifischen Eigenschaften erhält (BGH…, Beschluss vom 27. November 2014 - I ZR 16/14, WRP 2015, 452, bei juris Rz. 16 - KONDOME "Made in Germany", m.w.N.; OLG Stuttgart, NJWE-WettbR 1996, 53, 54; OLG Düsseldorf, WRP 2011, 939, 940 - Produziert in Deutschland; OLG Köln, WRP 2014, 1082, Rn. 15 - Schmiedekolben "Made in Germany").
So ist es beispielsweise irreführend, nicht in Deutschland hergestellte Produkte als "made in Germany" zu bewerben, auch wenn die beworbenen Produkte keinerlei qualitativen Unterschied zu in Deutschland gefertigten Konkurrenzprodukten aufweisen (vgl. Senat, WRP 2014, 1082, 1084 f. - Schmiedekolben).