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Timestamp: 2016-10-21 00:39:39
Document Index: 174367331

Matched Legal Cases: ['Art. 404', 'Art. 405', 'Art. 102', 'Art. 100', 'Art. 47', 'Art. 47', 'Art. 418', 'Art. 405', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 418', 'Art. 418', 'Art. 337', 'BGE', 'Art. 337', 'BGE', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 337', 'BGE', 'BGE', 'Art. 418', 'Art. 418', 'Art. 418', 'BGE', 'Art. 418']

4A_433/2011 (27.01.2012)
vertreten durch Rechtsanw�lte Murat Even und Dr. Thilo Pachmann,
vertreten durch Rechtsanw�ltin Mariella Orelli
fristlose Vertragsk�ndigung,
Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 26. Mai 2011.
Die X.________ (Beschwerdef�hrerin), eine Gesellschaft mit beschr�nkter Haftung nach t�rkischen Recht mit Sitz in Istanbul, ist im Bereich der Vermittlung von Aromastoffen, namentlich auch solcher f�r die Herstellung von Tabakprodukten, in der T�rkei t�tig. Die Y.________ AG (Beschwerdegegnerin) mit Sitz in der Schweiz ist eines der international f�hrenden Unternehmen im Bereich Duft- und Aromastoffe f�r eine breite Palette von Produkten. Am 27. November 1997 bzw. am 8. Januar 1998 schloss die Beschwerdef�hrerin mit der Rechtsvorg�ngerin der Beschwerdegegnerin ein "Sales Representation Agreement" (nachfolgend SRA) urspr�nglich auf f�nf Jahre (Ziff. 16.1 SRA), das durch sp�tere Zus�tze (zuletzt durch ein Amendment vom 4. bzw. 10. Januar 2007) bis 30. Juni 2012 verl�ngert wurde. Die Beschwerdef�hrerin wurde darin zur exklusiven Verkaufsagentin der Beschwerdegegnerin f�r Tabakaromastoffe gegen�ber allen m�glichen Kunden in der T�rkei ernannt, wobei die T�tigkeit der Beschwerdef�hrerin in der Vermittlung von Kunden f�r die betreffenden Produkte an die Beschwerdegegnerin bestand (Ziff. 1 - 4 SRA). Der Beschwerdegegnerin war f�r die Dauer des Vertrages untersagt, zu diesem Zweck irgend eine andere Person als Agentin, Verk�uferin oder Vertreiberin einzusetzen (Ziff. 3 Abs. 2 SRA). Sie durfte zwar weiterhin f�r ihre Produkte werben, war aber bei direktem Kundenkontakt verpflichtet, die Beschwerdef�hrerin vorg�ngig zu informieren und die Gesch�ftsbeziehungen und den Ruf der Beschwerdef�hrerin auf dem Markt zu achten. Der lokalen Vertretung der Beschwerdegegnerin war jeglicher Kundenkontakt verboten (Ziff. 4 Abs. 3 SRA). Im Gegenzug verpflichtete sich die Beschwerdef�hrerin, die Interessen der Beschwerdegegnerin zu f�rdern und den Verkauf ihrer Produkte voranzutreiben (Ziff. 4 Abs. 1 SRA). Der Beschwerdef�hrerin stand an den von ihr vermittelten Verk�ufen der Beschwerdegegnerin eine bestimmte Provision zu (Ziff. 10 SRA).
Am 29. Juli 2008 k�ndigte die Beschwerdef�hrerin den Vertrag fristlos unter Berufung auf wichtige Gr�nde, welche die Beschwerdegegnerin f�r nicht gegeben erachtete. Mit Klage vom 4. November 2008 beantragte die Beschwerdef�hrerin dem Handelsgericht des Kantons Z�rich, die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr Fr. 3'018'702.-- zuz�glich 5 % Zins seit dem 29. Juli 2008 zu bezahlen. In der Replik stellte sie zus�tzlich ein Eventualbegehren auf Zahlung von EUR 1'853'839.50 (entsprechend Fr. 3'018'702.--) nebst 5 % Zins seit dem 29. Juli 2008, und sie verlangte, die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr alle Verk�ufe von Aromastoffen offenzulegen, die f�r Tabakprojekte in der T�rkei seit dem Jahr 2007 verwendet wurden. Am 26. Mai 2011 beschloss das Handelsgericht, das in der Replik gestellte Offenlegungsbegehren nicht zuzulassen, und es erkannte alsdann, die Klage werde abgewiesen.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des Handelsgerichts vom 26. Mai 2011 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr Fr. 3'018'702.--, eventualiter EUR 1'853'839.50 nebst Zins seit dem 29. Juli 2008 zu bezahlen (Ziff. 2) und alle ihre Verk�ufe von Aromastoffen offenzulegen, die f�r Tabakprojekte in der T�rkei seit dem Jahr 2007 verwendet wurden (Ziff. 3). Eventuell sei das angefochtene Urteil aufzuheben und zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens und zu neuer Entscheidung zur�ckzuweisen (Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten, und eventuell, diese abzuweisen. Die Vorinstanz hat sich nicht vernehmen lassen. Die Beschwerdef�hrerin hat am 26. Oktober 2011 unaufgefordert eine Beschwerdereplik eingereicht, zu der sich die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 14. November 2011 ge�ussert hat.
Die Vorinstanz hat die im Jahre 2008, also vor Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (1. Januar 2011) eingereichte Klage zu Recht nach der bis dahin geltenden Zivilprozessordnung des Kantons Z�rich beurteilt (Art. 404 Abs. 1 ZPO). F�r die Rechtsmittel gilt dagegen das Recht, das bei Er�ffnung des Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Demgem�ss stand f�r das am 26. Mai 2011 gef�llte Urteil und den Beschluss vom selben Tage die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde nicht mehr zur Verf�gung, weshalb sich das handelsgerichtliche Urteil als letztinstanzlich erweist.
Die Beschwerdef�hrerin beanstandet als Verletzung der Waffengleichheit, dass entgegen ihrem Antrag, die Frist zur Beschwerdeantwort entsprechend der Beschwerdefrist unerstreckbar auf 30 Tage festzusetzen, der Beschwerdegegnerin die Frist zur Vernehmlassung erstreckt wurde, ihrem eigenen Antrag auf Erstreckung der Frist zur Eingabe der Beschwerdereplik aber nicht stattgegeben wurde. Bei der Vernehmlassungsfrist handelt es sich indessen um eine richterlich bestimmte Frist (Art. 102 Abs. 1 BGG), bei jener zur Einreichung der Beschwerde (30 Tage; Art. 100 Abs. 1 BGG) um eine gesetzlich bestimmte. Richterlich bestimmte Fristen k�nnen auf rechtzeitiges Gesuch hin aus zureichenden Gr�nden erstreckt werden (Art. 47 Abs. 2 BGG), gesetzlich bestimmte dagegen nicht (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die unterschiedliche Behandlung mit Bezug auf die M�glichkeit einer Fristerstreckung findet ihre gesetzliche Grundlage im Bundesgerichtsgesetz. Der Hinweis der Beschwerdef�hrerin auf die Eidgen�ssische Zivilprozessordnung verf�ngt nicht, da diese nicht zum Zuge kommt. Die Beschwerdef�hrerin �bergeht ferner, dass das Bundesgericht keinen zweiten Schriftenwechsel angeordnet hat, weshalb keine Verl�ngerung der Frist f�r allf�llige Bemerkungen zur Beschwerdeantwort zu gew�hren war. Auch die Frist f�r allf�llige Bemerkungen zur Beschwerdereplik w�re nicht verl�ngert worden.
Die Beschwerdef�hrerin hat der Vorinstanz in ihrer Replik als neue Rechtsbegehren einen Eventualantrag auf Geldleistung in Euro gestellt sowie die Offenlegung aller Verk�ufe von Aromastoffen, die f�r Tabakprojekte in der T�rkei seit dem Jahre 2007 verwendet wurden. Die Beschwerdegegnerin hielt den betreffenden Anspruch nach Art. 418k Abs. 2 OR zufolge versp�teter Geltendmachung f�r verwirkt.
3.1 Die Vorinstanz hat diese Antr�ge nach � 61 Abs. 1 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 (ZPO/ZH) beurteilt, wonach im Rahmen der Zust�ndigkeit des angerufenen Gerichts ein anderer oder weiterer Anspruch erhoben werden kann, sofern der neue Anspruch mit dem bisher geltend gemachten in engem Zusammenhang steht. Nach der kantonalen Rechtsprechung kann die Klage�nderung als unzul�ssig erkl�rt werden, wenn durch sie die Rechtsstellung des Beklagten wesentlich beeintr�chtigt oder das Verfahren ungeb�hrlich verz�gert wird (ZR 89/1990 S. 217 ff. S. 223). Die Vorinstanz liess in diesem Sinne den Eventualantrag auf Geldleistung in Euro ohne Weiteres zu. F�r die rechtliche Beurteilung der beklagtischen Behauptung der Verwirkung des Einsichtsrechts sei dagegen abzukl�ren, ob zutreffe, dass die Beschwerdef�hrerin entsprechend ihrer Behauptung rechtzeitig Einsicht in die B�cher der Beschwerdegegnerin verlangt habe und ob die Beschwerdegegnerin am 17. Juli 2008 die Herausgabe dieser Informationen zugesichert, diese aber nicht geliefert habe. Dar�ber hinaus sei bedeutsam und zu ermitteln, welche Partei in welcher Periodizit�t Abrechnungen erstellt und wann die Beschwerdef�hrerin allenfalls von der Unvollst�ndigkeit etwaiger Abrechnungen erfahren habe. Diese Fragen k�nnen nach Einsch�tzung der Vorinstanz lediglich in einem nicht als geringf�gig zu bezeichnenden Beweisverfahren beantwortet werden, welches eine ungeb�hrliche Verz�gerung des im �brigen spruchreifen Verfahrens bedeuten w�rde. Auf das erst in der Replik gestellte Rechtsbegehren um Offenlegung von Aromastoffverk�ufen trat die Vorinstanz daher nicht ein.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, die neuen Begehren h�tten zugelassen werden m�ssen. Die Anwendung des kantonalen Rechts sei durch das Bundesgericht frei zu pr�fen, denn zufolge des �bergangsrechts (Art. 405 ZPO) verliere sie mit Inkrafttreten der Eidgen�ssischen Zivilprozessordnung die Weiterzugsm�glichkeit an das Kassationsgericht und erfahre im Vergleich zu Verfahren nach Eidgen�ssischer Zivilprozessordnung, deren Anwendung vom Bundesgericht frei gepr�ft werde, eine Schlechterstellung. Ihr Vertrauen auf das Prinzip der double instance bez�glich der Verletzung kantonalen Rechts bei Abschluss der Gerichtsstandsklausel werde durch diese Einschr�nkung des Rechtsschutzes verletzt. Die Beschwerdef�hrerin ersucht daher darum, entweder mit gleicher Kognition wie das Kassationsgericht �ber die Anwendung des kantonalen Rechts zu entscheiden oder diese im Lichte der eidgen�ssischen Prozessrechts zu beurteilen.
3.2.1 Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Der Begriff des Bundesrechts umfasst die von den Bundesorganen erlassenen Rechtsnormen aller Erlassstufen, insbesondere die Bundesverfassung, die Bundesgesetze sowie die verschiedenen Arten von Verordnungen. Soweit sich der angefochtene Entscheid auf Quellen des kantonalen Rechts st�tzt, welche nicht in Art. 95 lit. c - e BGG genannt werden, beschr�nkt sich die �berpr�fung durch das Bundesgericht demgegen�ber auf die Frage, ob die Anwendung des kantonalen Rechts zu einer Bundesrechtswidrigkeit f�hrt. Im Vordergrund steht dabei eine Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte, insbesondere des Willk�rverbots nach Art. 9 BV (BGE 135 V 94 E. 1 S. 95; 133 I 201 E. 1 S. 203 mit Hinweisen; zum Begriff der Willk�r BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211 mit Hinweisen). Diesbez�gliche R�gen pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als sie in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53).
3.2.2 Es besteht kein Grund, Beschwerden gegen Entscheide des Handelsgerichts des Kantons Z�rich, die noch nach kantonalem Prozessrecht zu beurteilen waren, anders zu behandeln als solche gegen Urteile von Handelsgerichten anderer Kantone, welche nicht oder eingeschr�nkter als im Kanton Z�rich durch eine kantonale Instanz �berpr�fbar waren (z. B. Kanton Aargau). Die Rechtsfolge, dass das kantonale Recht einzig darauf zu �berpr�fen ist, ob dessen Anwendung zu einer Vereitelung von Bundesrecht f�hrt, konnte dem Gesetzgeber bei der Schaffung des �bergangsrechts nicht verborgen bleiben und ist hinzunehmen. Somit kommt in der gegebenen �bergangsrechtlichen Konstellation weder eine freie Pr�fung der Anwendung des kantonalen Prozessrechts in Frage noch eine Pr�fung auf Kompatibilit�t mit Normen der Eidgen�ssischen Zivilprozessordnung, welche vom kantonalen Gericht gerade nicht zu beachten war (Art. 404 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 4A_293/2011 vom 23. August 2011 E. 1.3). Eine Gerichtsstandsklausel regelt prim�r die Zust�ndigkeit der Gerichte und hat nur indirekt Auswirkung auf das anwendbare Prozessrecht. Die Beschwerdef�hrerin konnte mithin nicht darauf vertrauen, dass bei einem allf�lligen Prozess das Prinzip der double instance bez�glich der Verletzung kantonalen Rechts Anwendung finden w�rde.
3.3 Grunds�tzlich zul�ssig ist dagegen die von der Beschwerdef�hrerin ebenfalls erhobene R�ge der willk�rlichen Anwendung von � 61 ZPO/ZH. Dass die Beschwerdef�hrerin keinen formellen Antrag auf Aufhebung des gleichzeitig mit dem Urteil ergangenen Beschlusses stellt, schadet ihr entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht, zumal die Beschwerdef�hrerin in ihrer Begr�ndung klarstellt, dass sie auch die Aufhebung des dem Urteil vorangestellten Beschlusses erzielen will.
3.3.1 Zur Begr�ndung ihrer Willk�rr�ge macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Frage der Verfahrensverz�gerung durch die Klage�nderung habe sich nicht gestellt, da sie bereits in der Klagebegr�ndung die Edition der betreffenden Unterlagen verlangt habe, wodurch der materielle Inhalt des neuen Rechtsbegehrens abgedeckt gewesen sei. Die Beschwerdef�hrerin bringt dar�ber hinaus sinngem�ss vor, angesichts der Zusicherung der Beschwerdegegnerin w�re eine allf�llige Versp�tung bei der Geltendmachung des Einsichtsrechts geheilt worden, weshalb sich weitere Beweisabnahmen er�brigt h�tten und "ein nicht als geringf�gig zu bezeichnendes Beweisverfahren" gar nicht notwendig gewesen w�re. Die Argumentation der Vorinstanz sei somit nicht logisch und damit willk�rlich.
3.3.2 Die Beschwerdef�hrerin l�sst ausser Acht, dass die Vorinstanz ein einmal eingeleitetes Beweisverfahren �ber die Frage der behaupteten Zusicherung auch bei Scheitern des Beweises h�tte fortsetzen m�ssen. Ausserdem ist nicht ohne Weiteres klar, ob die Beschwerdegegnerin eine - allenfalls bewiesene - Ank�ndigung, bestimmte Informationen herauszugeben, auch dann h�tte wahr machen m�ssen, wenn sich herausgestellt h�tte, dass die Beschwerdef�hrerin die Offenlegung der Verk�ufe zu sp�t verlangt h�tte. Insoweit erscheint die Beurteilung des f�r die neu beantragte Edition bevorstehenden Beweisverfahrens als "nicht geringf�gig" und die dadurch verursachte Verfahrensverz�gerung als "ungeb�hrlich" nicht als unhaltbar. Soweit die Beschwerdef�hrerin anf�hrt, ein Editionsverfahren h�tte ohnehin durchgef�hrt werden m�ssen, da sie zu ihrer Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe �ber die konkret umschriebenen in weit gr�sserem, der Beschwerdef�hrerin jedoch nicht bekanntem Umfang vertragswidrige Verk�ufe get�tigt, einen entsprechenden Beweisantrag gestellt habe, ist ihre Argumentation nur schl�ssig, wenn die Vorinstanz mit der Annahme, das Verfahren sei spruchreif, Recht verletzt hat. Dies ist nachfolgend zu pr�fen.
3.4 Nicht zu folgen ist der Beschwerdef�hrerin, soweit sie geltend macht, die Vorinstanz h�tte angesichts des Nachklagevorbehalts nicht davon ausgehen d�rfen, dem Editionsantrag m�sse nicht stattgegeben werden, da die Beschwerdef�hrerin ihr Rechtsbegehren beziffert habe und das Editionsbegehren f�r den eingeklagten Betrag nicht relevant sei. Die Beschwerdef�hrerin verkennt, dass ein Kl�ger mit dem Vorbehalt einer Nachklage einzig zu erkennen gibt, dass die Gegenpartei im Falle der Gutheissung der Klage mit der Erhebung weiterer, noch nicht erhobener Anspr�che aus demselben Rechtsverh�ltnis rechnen muss. F�r das bereits eingeleitete Verfahren ist der Nachklagevorbehalt dagegen bedeutungslos. Da sich die materielle Rechtskraft nur auf den eingeklagten Teil eines Anspruchs erstreckt (FRANK/STR�ULI/MESSMER, Kommentar zur z�rcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auf. 1997, N. 17 zu � 54 ZPO/ZH), trifft auch nicht zu, dass bei Nichtzulassung der Klage�nderung und des Editionsbegehrens ein res iudicata-Effekt f�r alle, d. h. auch f�r die bislang nicht eingeklagten Provisionsanspr�che der Beschwerdef�hrerin eintreten w�rde, wie diese vortr�gt.
3.5 Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz vor, ihr mit der Abweisung des Editionsbegehrens den Beweis eines K�ndigungsgrundes abgeschnitten und Art. 8 ZGB, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK verletzt zu haben.
3.5.1 Die R�ge ist unbegr�ndet, da die Beschwerdef�hrerin in der Replik mit der Offenlegung der Verk�ufe seit dem Jahr 2007 durch die Beschwerdegegnerin ein materielles Begehren gestellt, daf�r Beweise offeriert und damit das Editionsbegehren nicht als Beweis f�r eine bestimmte Sachbehauptung, sondern entsprechend seiner Zwecksetzung (� 61 Abs. 2 ZPO/ZH) zur Bezifferung des Begehrens angeboten hat. Aus welchen Umst�nden die Vorinstanz dem Editionsbegehren etwas anderes h�tte entnehmen m�ssen, legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar und ist nicht ersichtlich.
3.5.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin zur Verletzung der betreffenden Vorschriften anf�hrt, die Vorinstanz h�tte ihrem in der Klagebegr�ndung als Beweisantrag gestellten Editionsbegehren stattgeben m�ssen, mit welchem sie noch deutlich gr�ssere Verk�ufe der Beschwerdegegnerin h�tte beweisen k�nnen, wobei sie explizit festgehalten habe, dass sie den Umfang der vertragswidrigen Verk�ufe noch nicht genau kenne, �bergeht sie, dass ein derartiges Editionsverfahren hinreichend bestimmte Behauptungen voraussetzt (FRANK/STR�ULI/MESSMER, a.a.O., N. 27 zu � 61 ZPO/ZH) und die zum Beweis vorgesehene Edition nicht der Tatsachenausforschung dient. Es verletzt kein Bundesrecht, wenn die Vorinstanz die in allgemeiner Form ge�usserte, von der Beschwerdegegnerin bestrittene blosse, sich auf keine konkreten Anhaltspunkte st�tzende Vermutung weiterer vertragswidriger Verk�ufe als nicht hinreichend substanziiert erachtete und dem Beweisantrag nicht stattgab. Da die Beschwerdef�hrerin den angef�hrten Beweisantrag nach nur vager Umschreibung der Faktenlage stellte, um sich den Stoff f�r konkrete Sachbehauptungen zu verschaffen, wie sie selbst darlegt, l�uft ihr Beweisantrag auf einen Ausforschungsbeweis hinaus (HABSCHEID, Schweizerisches Zivilprozess- und Gerichtsorganisationsrecht, 2. Aufl. 1990, S. 383 Rz. 641; SABINE KOFMEL, Das Recht auf Beweis im Zivilverfahren, 1992, S. 228 ff.). Einen solchen zu verbieten stand den Kantonen unter der Geltung des kantonalen Prozessrechts nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts frei. Von Bundesrechts wegen die Kantone zu zwingen, ein Sachvorbringen auch dann als ausreichend substanziiert gelten zu lassen, wenn die bestehenden L�cken erst noch durch das Beweisverfahren geschlossen werden m�ssen, war nicht ang�ngig, denn eine solche Forderung liefe weitgehend darauf hinaus, durch eine Hintert�re ein Offizialverfahren einzuf�hren und verstiesse gegen die Verfahrenshoheit der Kantone, ohne dass das zur Gew�hrleistung des materiellen Rechts erforderlich w�re (BGE 108 II 337 E. 3 S. 141 mit Hinweisen).
3.5.3 Da die Beschwerdef�hrerin mit dem in der Klage gestellten Editionsantrag erkl�rtermassen keine Sachbehauptung untermauern wollte, kann von einer Verletzung des Beweisf�hrungsanspruchs nicht die Rede sein, wenn die Vorinstanz die betreffende Edition nicht anordnete. Damit ist auch den R�gen der Beschwerdef�hrerin, wonach der Wert des Vertrages bzw. der Umfang der behaupteten Vertragsverletzung unter Einbezug der Ergebnisse der beantragten Edition h�tten eruiert werden m�ssen, der Boden entzogen. Die Vorinstanz hat daher weder kantonales Recht willk�rlich angewandt noch Bundesrecht verletzt, indem sie auf den konkret behaupteten vertragswidrig erzielten Umsatz abstellte und diesen zur Beurteilung der Schwere des Verstosses mit dem j�hrlich in den letzten 5 Jahren durch die Beschwerdef�hrerin generierten Umsatz verglich.
3.6 Somit steht fest, dass die Vorinstanz mit Bezug auf das Editionsbegehren mit der Annahme, das Verfahren sei spruchreif, kein Bundesrecht verletzte. Demgem�ss erweist sich die R�ge, die Vorinstanz h�tte die Klage�nderung nicht wegen bef�rchteter Verz�gerung des Verfahrens verweigern d�rfen, als unbegr�ndet.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe verschiedentlich die Substanziierungsanforderungen �berspannt und Angaben verlangt, die f�r die rechtliche Beurteilung keine Rolle spielten.
4.1 Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begr�ndung der Antr�ge in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Zwar wendet das Bundesgericht nach Art. 106 Abs. 1 BGG das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (zu den Ausnahmen vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG); soweit jedoch eine Erw�gung als bundesrechtskonform anerkennt wird, indem diese in der Begr�ndung der Rechtsschrift unangefochten bleibt, sind die formellen Rechtsmittelvoraussetzungen f�r eine Beurteilung durch das Bundesgericht nicht erf�llt. Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbst�ndigen, alternativen Begr�ndungen, so ist f�r jede einzelne darzutun, weshalb sie Recht verletzt; denn soweit nicht beanstandete Begr�ndungen das angefochtene Urteil selbstst�ndig st�tzen, fehlt das Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der geh�rig begr�ndeten R�gen (BGE 133 IV 119 E. 6.3 S. 120 f.; vgl. auch BGE 132 III 555 E. 3.2 S. 560).
4.2 Die Beschwerdef�hrerin hat als Grund f�r die fristlose K�ndigung unter anderem angef�hrt, die Beschwerdegegnerin habe durch h�ufige Meinungsumschw�nge und ihr sonstiges Verhalten in Bezug auf eine m�gliche Zusammenarbeit mit dem im Wasserpfeifengesch�ft aktiven Unternehmen A.________ ihren Ruf als Agentin bei den Kunden auf dem t�rkischen Markt sowie beim Topmanagement der Beschwerdegegnerin gesch�digt. Die Vorinstanz hielt die der Beschwerdegegnerin vorgeworfene Verhaltensweise ungeachtet der mangelhaften Substanziierung hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs nicht f�r geeignet, jedenfalls nicht f�r hinreichend gravierend, um den Ruf der Beschwerdef�hrerin als verantwortungsbewusste Agentin herabzusetzen. Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, verf�ngt nicht. Der Entscheid �ber einen allf�lligen Verkauf von Aromastoffen lag nach den insoweit unangefochtenen Ausf�hrungen der Vorinstanz bei der Beschwerdegegnerin. In allf�lligen Meinungsumschw�ngen kann mithin keine Vertragsverletzung gesehen werden. Damit braucht auf die in diesem Zusammenhang von der Beschwerdef�hrerin ge�bte Kritik der von der Vorinstanz gestellten Substanziierungsanforderungen nicht eingetreten zu werden.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin hat weiter behauptet, die Beschwerdegegnerin habe sechs verschiedene Aromastoffe zur Aromatisierung von Wasserpfeifentabak an A.________ verkauft, die haupts�chlich oder mindestens zu 50 % f�r Tabak verwendbar seien. Diesbez�glich stellte die Vorinstanz fest, entsprechend den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin sei von einer �usserst geringen durch die Beschwerdegegnerin direkt gelieferten Menge an Aromastoffen auszugehen, weshalb es an der eine fristlose Vertragsaufl�sung rechtfertigenden Schwere der Vertragsverletzung fehle, w�re diese denn bewiesen. Auch insoweit hat somit die Erw�gung der Vorinstanz, die Beschwerdef�hrerin schweige sich zu Zeitraum und Menge der behaupteten Verk�ufe aus, keine eigenst�ndige Bedeutung. Dasselbe gilt im Wesentlichen auch bez�glich der Lieferung an zwei weitere Abnehmer (B.________ und C.________). Soweit die Beschwerdef�hrerin konkrete Verk�ufe behauptet hatte, erachtete sie die Vorinstanz f�r nicht hinreichend schwerwiegend und die K�ndigung diesbez�glich als versp�tet. Dass die Vorinstanz die in allgemeiner Form ge�usserte, sich auf keine konkreten Anhaltspunkte st�tzende Vermutung weiterer vertragswidriger Verk�ufe als nicht hinreichend substanziiert erachten durfte, wurde bereits dargelegt (vgl. E. 3.5.2 hiervor).
4.4 Auch mit Bezug auf den Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe �ber das Wasserpfeifenprojekt mit der A.________ nicht hinreichend informiert, kommt der Erw�gung der Vorinstanz zur mangelnden Konkretisierung der Sachvorbringen keine selbstst�ndige Bedeutung zu. Nach Auffassung der Vorinstanz ist angesichts der geringen wirtschaftlichen Bedeutung des Projekts, �ber welches versp�tet informiert worden ist, die f�r eine fristlose K�ndigung erforderliche Schwere nicht erreicht, abgesehen davon, dass die Verz�gerung bei der Information der Beschwerdef�hrerin mit Blick auf die Organisation der Beschwerdegegnerin noch im zul�ssigen Rahmen lag.
4.5 Die Beschwerdef�hrerin hat sodann behauptet, die Beschwerdegegnerin habe D.________, eine im Verh�ltnis zur Beschwerdegegnerin eigenst�ndige Gesellschaft, die �hnlich wie die Beschwerdef�hrerin auf dem t�rkischen Markt als Verkaufsagentin oder Vertreiberin f�r Aromastoffe fungierte, konkludent beim Versuch unterst�tzt, den wichtigsten Kunden der Beschwerdef�hrerin, E.________, abzuwerben. Nach dem angefochtenen Urteil legte die Beschwerdef�hrerin indessen nicht substanziiert dar, inwiefern die Abwerbungsversuche durch D.________ der Beschwerdegegnerin zugeordnet werden k�nnten. Dass die Vorinstanz dabei �berh�hte Anforderung an die Substanziierung gestellt haben k�nnte, zeigt die Beschwerdef�hrerin nicht hinreichend auf und ist nicht ersichtlich. Entgegen ihrer Ansicht setzt ein Abwerbeversuch und ein Angebot von D.________ an E.________ nicht zwingend voraus, dass die Beschwerdegegnerin E.________ bereits unter Umgehung der Beschwerdef�hrerin Tabakaromastoffe verkauft hat. In der Beschwerde wird angef�hrt, die Verk�ufe der Tabakaromastoffe durch D.________ w�rden gegen den Vertrag verstossen und setzten die Genehmigung der Beschwerdegegnerin voraus. Dies trifft jedoch nur zu, wenn die Verk�ufe der Beschwerdegegnerin zuzurechnen sind. Welche vertragswidrigen Verhaltensweisen der Beschwerdegegnerin selbst die Beschwerdef�hrerin im Einzelnen vor Handelsgericht prozesskonform bezeichnet h�tte, legt sie indessen nicht rechtsgen�gend dar. Die Beschwerdef�hrerin ist der Meinung, alle Verk�ufe von Tabakaromastoffen nach der am 2. M�rz 2007 erfolgten Fusion der Beschwerdegegnerin mit deren holl�ndischer Konkurrentin F.________ seien vertragswidrig gewesen, gleichg�ltig zu welchem Zeitpunkt diese erfolgten und wer sie get�tigt hat. Nach der verbindlichen Feststellung der Vorinstanz hatte F.________ bis zur Fusion �ber D.________ Aromastoffe in der T�rkei vertrieben. Bei dieser Sachlage vermag die Beschwerdef�hrerin nicht gegen den Hinweis der Vorinstanz durchzudringen, dass das Verhalten von D.________ nicht automatisch der Beschwerdegegnerin zuzurechnen sei.
4.6 Die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin betreffend �berspannte Substanziierungsanforderungen erweisen sich weitgehend als irrelevant, so dass nicht darauf einzutreten ist, oder als unbegr�ndet. Mangels hinreichend begr�ndeter Sachverhaltsr�gen in der Beschwerde (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.) ist die Beschwerdef�hrerin auch nicht zu h�ren, soweit sie in ihre Ausf�hrungen unter Hinweis auf die Akten Sachverhaltselemente einfliessen l�sst, als ob sie von der Vorinstanz festgestellt w�ren, obwohl sie im angefochtenen Urteil keine St�tze finden. Das gilt beispielsweise f�r die Darstellung vertragswidriger Verk�ufe an D.________ durch die Beschwerdegegnerin, aber auch der Verletzung der Informationspflicht und die neue Behauptung, die Beschwerdegegnerin selbst setze sich mit D.________ gleich, ferner f�r die Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe "w�hrend zwei Jahren konstant zugelassen, dass ihre Tabakaromastoffe auf dem t�rkischen Markt verschiedenen Kunden verkauft und dadurch die Stellung der Kl�gerin untergraben" werde, aber auch f�r zahlreiche weitere Vorbringen, welche die Beschwerdegegnerin zutreffend auflistet. Die darauf aufbauenden Ausf�hrungen in der Beschwerde bleiben ausser Acht. Soweit die Bescherdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz h�tte Feststellungen zum Wert treffen m�ssen, den der Vertrag im K�ndigungszeitpunkt f�r sie gehabt habe, verkennt sie, dass diesem Wert f�r die Frage der Zul�ssigkeit der fristlosen K�ndigung nur Bedeutung zukommen kann, soweit er einen Einfluss auf die Zumutbarkeit der Fortsetzung des Vertragsverh�ltnisses hat.
Die Vorinstanz hat das Vertragsverh�ltnis aufgrund einer Parteivereinbarung nach schweizerischem Recht beurteilt und als Agenturvertrag im Sinne von Art. 418a ff. OR eingestuft. Insoweit blieb ihr Urteil zu Recht unangefochten, ebenso wie mit Bezug auf die rechtliche Umschreibung der Voraussetzungen f�r eine fristlose Aufl�sung des Agenturverh�ltnisses, die gem�ss Art. 418r Abs. 2 OR jenen im Arbeitsvertrag entsprechen (Art. 337 ff. OR; BGE 136 III 518 E. 4 S. 519; 125 III 14 E. 2a S. 16). Danach gilt als wichtiger Grund jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem K�ndigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Vertragsverh�ltnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Art. 337 Abs. 2 OR). Nach der Rechtsprechung m�ssen die Gr�nde, die eine fristlose K�ndigung rechtfertigen, einerseits objektiv geeignet sein, die f�r das Vertragsverh�ltnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerst�ren oder zumindest so tiefgreifend zu ersch�ttern, dass dem K�ndigenden die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zuzumuten ist, und anderseits auch tats�chlich zu einer derartigen Zerst�rung oder Ersch�tterung des gegenseitigen Vertrauens gef�hrt haben (vgl. BGE 130 III 213 E. 3.1 S. 220 f. mit Hinweis).
5.1 Nur eine schwere Verletzung des Vertrages vermag eine fristlose Aufl�sung des Vertragsverh�ltnisses ohne vorherige Abmahnung zu rechtfertigen. In allen anderen F�llen ist die K�ndigung nur zul�ssig, wenn die k�ndigende Partei, soweit es von ihr vern�nftigerweise erwartet werden kann, versucht hat, die bestehenden Unstimmigkeiten zu bereinigen, und dabei erfolglos geblieben ist (Urteil des Bundesgerichts C.80/1985 vom 9. Juli 1985 E. 5 mit Hinweisen, publ. in: SJ 1985 S. 650 f.; vgl. zum allgemeinen Grundsatz auch Art. 107 f. OR). Ob die der Gegenpartei vorgeworfene Pflichtverletzung die erforderliche Schwere erreicht, l�sst sich nicht allgemein sagen, sondern h�ngt von den konkreten Umst�nden des Einzelfalles ab (BGE 127 III 153 E. 1a S. 155; 116 II 145 E. 6a S. 149 f.).
5.2 �ber das Vorhandensein solcher Umst�nde f�llt das Gericht einen Ermessensentscheid (Art. 337 Abs. 3 OR; BGE 136 III 518 E. 4 S. 519), den das Bundesgericht an sich frei pr�ft. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgegangen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die h�tten beachtet werden m�ssen. Es greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. BGE 130 III 213 E. 3.1 S. 220 mit Hinweis).
5.3 Die Vorinstanz kam insgesamt zu Recht zum Ergebnis, die einzelnen Vertragsverletzungen, soweit sie hinreichend konkret behauptet waren, seien weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit derart gravierend, dass mit Blick darauf der Beschwerdef�hrerin die Fortsetzung des Vertragsverh�ltnisses nicht zugemutet werden k�nnte. Zudem sei zu ber�cksichtigen, dass in einer langj�hrigen Vertragsbeziehung Probleme und Unstimmigkeiten in der Gr�ssenordnung der Vorw�rfe, wie sie im einzelnen abgehandelt worden seien, erfahrungsgem�ss vork�men. Solche seien indessen durch ein kooperatives Suchen nach L�sungen zu �berwinden, was denn auch betreffend ein bestimmtes Zigarettenprojekt im Januar 2008 durch Gespr�che zwischen Vertretern der Parteien gelungen sei. Auch mit Bezug auf anders gelagerte Problemkreise, namentlich die mit den behaupteten Verk�ufen in den Jahren 2007 und 2008 verbundenen Vertragsverletzungen, w�re ein Bem�hen der Beschwerdef�hrerin um Bereinigung nicht von vornherein aussichtslos gewesen, weshalb die fristlose Aufl�sung des Vertrages als ultima ratio noch nicht in Betracht kam. Zum selben Ergebnis gelangte die Vorinstanz in einer eingehenden Gesamtbeurteilung der geltend gemachten Verst�sse. Ob der Vorinstanz auch beizupflichten ist, soweit sie in Analogie zur arbeitgeberseitigen K�ndigung anf�hrt, die Abmahnung habe zugleich R�ge- und Warnfunktion und k�nne ihren Warnzweck nur erf�llen, wenn f�r die Gegenpartei nach Treu und Glauben erkennbar sei, dass sie im Wiederholungsfall die fristlose K�ndigung riskiere, erscheint fragw�rdig, kann aber offen bleiben, nachdem die Vorinstanz festgestellt hat, dass die Beschwerdef�hrerin nichts unternommen hat, was als konstruktive Bem�hung zur Bereinigung der bestehenden Divergenzen gewertet werden k�nnte. Diesbez�glich erhebt die Beschwerdef�hrerin keine hinreichend begr�ndete Sachverhaltsr�ge.
5.4 Was die Beschwerdef�hrerin einwendet, �ndert an diesem Ergebnis nichts:
5.4.1 Die Beschwerdef�hrerin ist der Meinung, die Vorinstanz habe bei der Kumulation von Vertragsverletzungen die Anforderungen an den K�ndigungsgrund �berzogen. Sie r�gt sinngem�ss, die Vorinstanz habe die zuk�nftigen j�hrlichen Ertr�ge, ca. EUR 500'000, welche die Beschwerdef�hrerin bei Fortsetzung des Vertragsverh�ltnisses h�tte generieren k�nnen, nicht ber�cksichtigt und so ihr Ermessen gar nicht richtig aus�ben k�nnen. Die Vorinstanz habe die Behauptungen der Beschwerdef�hrerin nicht als wahr unterstellt und damit die antizipierte Beweisw�rdigung nicht korrekt vorgenommen. Die R�ge ist nicht nachvollziehbar, zumal im Hinblick auf die Frage, ob sich die Beschwerdegegnerin eine Vertragsverletzung zuschulden kommen liess, nicht erheblich sein kann, welchen Wert die Beschwerdef�hrerin dem Vertrag beimass (vgl. E. 4.6 hiervor).
5.4.2 In der Folge beanstandet die Beschwerdef�hrerin den Ermessensentscheid auf appellatorische Weise, indem sie Tatsachen einfliessen l�sst, die sich aus dem angefochtenen Urteil nicht ergeben, ohne zugleich rechtsgen�gend begr�ndete Sachverhaltsr�gen zu erheben - so etwa, wenn sie geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe ihr Verhalten trotz Abmahnung nicht ge�ndert - und dabei zu Unrecht davon ausgeht, das Handelsgericht h�tte die nicht hinreichend substanziiert behaupteten weiteren Vertragsverletzungen durch Verk�ufe in gr�sserem Umfang ber�cksichtigen m�ssen oder die zuk�nftig zu erwartenden Ertr�ge. Dass die Vorinstanz ein objektiv zu ber�cksichtigendes Sachverhaltselement zu Unrecht ausser Acht liess, zeigt die Beschwerdef�hrerin nicht rechtsgen�glich auf und ist nicht ersichtlich. Insoweit ist die Beschwerde unbegr�ndet, soweit �berhaupt darauf eingetreten werden kann.
Nach Art. 418u Abs. 1 OR hat der Agent unter gewissen Voraussetzungen bei Aufl�sung des Vertragsverh�ltnisses Anspruch auf eine Kundschaftsentsch�digung. Dieser besteht aber gem�ss Art. 418u Abs. 3 OR nicht, wenn das Agenturverh�ltnis aus einem Grunde aufgel�st worden ist, den der Agent zu vertreten hat. Die Bestimmung ist im Lichte der Billigkeitsvoraussetzung nach Art. 418u Abs. 1 OR zu verstehen und konkretisiert, dass unbillig w�re, die Gegenpartei zu einer Abgeltung der weiteren Kundschaftsnutzung zu verpflichten, wenn das fr�hzeitige Ende der Nutzungsm�glichkeit des Agenten diesem selbst zuzurechnen ist (vgl. BGE 110 II 280 E. 3c S. 281 f.). Die Tatsache, dass sich eine fristlose K�ndigung als nicht gerechtfertigt erweist, reicht f�r sich genommen nicht aus, um jeglichen Entsch�digungsanspruch nach Art. 418u Abs. 1 OR zu verneinen. Wie nunmehr feststeht, haben sich aber die gegen�ber der Beschwerdegegnerin erhobenen Vorw�rfe als nicht besonders schwerwiegend erwiesen, und es ist nicht auszuschliessen, dass die Unstimmigkeiten h�tten bereinigt werden k�nnen, wenn die Beschwerdef�hrerin sich bei der Beschwerdegegnerin darum bem�ht h�tte, was sie jedoch unterlassen hat. Wenn die Beschwerdef�hrerin in dieser Situation fristlos k�ndigt, verletzt die Vorinstanz kein Bundesrecht mit der Annahme, die Beschwerdef�hrerin habe die Aufl�sung des Vertragsverh�ltnisses zu vertreten, weshalb sie keine Kundschaftsentsch�digung beanspruchen k�nne.
Die Vorinstanz hat den eingeklagten Schadenersatzanspruch im Betrage von Fr. 6'082.75 entsprechend EUR 3'820.50 unter anderem mit der Begr�ndung abgewiesen, diese auf einem Verkauf von Aromastoffen durch D.________ beruhende Forderung k�nne nicht auf ein Verhalten der Beschwerdegegnerin zur�ckgef�hrt werden und sei dieser nicht anzulasten. Dass diese Begr�ndung vor Bundesrecht standh�lt, wurde bereits er�rtert. Beizuf�gen bleibt, dass der Vorinstanz auch darin beizupflichten ist, dass sich das durch das SRA einger�umte Exklusivit�tsrecht nicht auf Vorr�te bezieht, welche D.________ am 2. M�rz 2007 noch am Lager hatte, als die Beschwerdegegnerin deren Konkurrentin F.________ �bernahm, f�r welche D.________ bis anhin Aromastoffe in der T�rkei vertrieben hatte. Dass die Beschwerdegegnerin unter der Geltung des Vertrages Stoffe an D.________ verkauft h�tte, steht nicht fest und hat die Beschwerdef�hrerin nicht hinreichend substanziiert behauptet, weshalb die Vorinstanz diesbez�glich auch den Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf Beweis nicht verletzt haben konnte. Mangels Nachweises der betreffenden Verk�ufe ist auch keine Provision geschuldet. Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkte unbegr�ndet.
Die Beschwerde erweist sich insgesamt als unbegr�ndet. Sie ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren kosten- und entsch�digungspflichtig.