Source: http://www.h2mk.com/news/baugb-novelle-2017-%E2%80%9Eurbanes-gebiet%E2%80%9C-der-baunutzungsverordnung
Timestamp: 2017-12-17 02:03:02
Document Index: 166883971

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 17', '§ 34']

BauNVO 2017 Urbanes Gebiet (§ 6a BauNVO) | HÜLSEN MICHAEL HAUSCHKE SEEWALD Rechtsanwälte
BauGB-Novelle 2017: „Urbanes Gebiet“ in der Baunutzungsverordnung
Das „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2014/52/EU im Städtebaurecht und zur Stärkung des neuen Zusammenhalts in der Stadt“, welches am 13. Mai 2017 in Kraft getreten ist, statuiert einen neuen Baugebietstyp in der BauNVO: das Urbane Gebiet (MU). Das Urbane Gebiet soll die Innenentwicklung von Städten fördern und eine Nachverdichtung sowie Nutzungsmischung von Wohnen und Gewerbe ermöglichen.
Sowohl was die Art der baulichen Nutzung als auch das Maß der baulichen Nutzung betrifft, nimmt das Urbane Gebiet einen Platz zwischen einem Mischgebiet und einem Kerngebiet ein. Nach § 6a Abs. 1 BauNVO dienen Urbane Gebiete dem Wohnen sowie der Unterbringung von Gewerbebetriebe und sozialen, kulturellen und anderen Einrichtungen, die die Wohnnutzung nicht wesentlich stören. Die Nutzungsmischung muss nicht gleichgewichtig sein. Je nach städtebaulichen Zielen können damit gebietsbezogen unterschiedliche Nutzungen in den Vordergrund treten. In Urbanen Gebieten ist folgendes zulässig: Wohngebäude, Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Schank- und Speisewirtschaften sowie Betriebe des Beherbergungsgewerbes, sonstige Gewerbebetriebe, Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, § 6a Abs. 2 BauNVO. Ausnahmsweise können zugelassen werden: Vergnügungsstätten, soweit sie nicht wegen ihrer Zweckbestimmung oder ihres Umfangs nur in Kerngebieten allgemein zulässig sind, und Tankstellen, § 6a Abs. 3 BauNVO.
Mit einer Geschossflächenzahl von 3,0 (§ 17 Abs. 1 BauNVO) gleicht die Bebauungsdichte im Urbanen Gebiet derjenigen eines Kerngebiets und geht wesentlich über die Bebauungsdichte eines Mischgebietes hinaus. Die Grundflächenzahl liegt bei 0,8 und damit genau in der Mitte zwischen Misch- und Kerngebiet.
Die Einführung des Urbanen Gebiets führte zugleich zu einer Änderung der TA Lärm. Der zulässige Lärmwert im Urbanen Gebiet beträgt tagsüber 63 dB(A) und ist damit um 3 dB(A) höher als im Kern-, Dorf- und Mischgebiet. Nachts besteht in allen vier Baugebieten ein gleicher Lärmwert von 45 dB(A).
Praktisch bedeutsam: § 34 Abs. 2 BauGB ist nicht auf das Urbane Gebiet anwendbar. Es gibt also kein "faktisches" urbanes Gebiet.
Die Information wird Ihnen von Rechtswältin Christina Peterek bereitgestellt.