Source: https://m.grin.com/document/323520
Timestamp: 2020-07-15 18:08:38
Document Index: 160234514

Matched Legal Cases: ['§264', '§1', '§ 242', '§ 275', '§ 242', '§ 266', '§ 242', '§ 264', '§ 297', '§246', '§266', '§275']

Grundlagen der Bilanzanalyse - GRIN
Grundlagen der Bilanzanalyse. Methoden und exemplarische Fallstudie
von Tobias Werner (Autor)
Referat (Ausarbeitung) 2008 22 Seiten
1.2 Aufgabenstellung, Aufbau der Arbeit
2 Bilanzanalyse
2.1 Inhaltsbestimmung und Aufgabe
2.2 Methodik der Bilanzanalyse
2.3 Externe Bilanzanalyse
2.4 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.5 Vergleichsmaßstäbe
3 Fallstudie zur Bilanzanalyse
3.1 Erläuterungen Fallstudie
3.2 Aufbereitung des Datenmaterials
3.3 Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse
3.3.1 Analyse der Vermögensstruktur
3.3.2 Analyse der Kapitalstruktur
3.3.3 Analyse der Liquidität
3.4 Erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse
3.4.1 Aufbereitung der GuV
3.4.2 Rentabilitätsrechnung
3.5 Cashflow
4 Zusammenfassung und Kritische Würdigung
Abb.1: Methodik der Bilanzanalyse
Abb. 2 : Gruppenbilanz Periode 1 und
Abb. 3: Auswertung Vermögensstruktur
Abb. 4: Auswertung Kapitalstruktur
Abb. 5: Auswertung Liquidität
Abb. 6: Beständedifferenzbilanz
Abb. 7: Bewegungsbilanz
Abb. 8: Aufbereitete GuV
Abb. 9: Auswertung Rentabilitätsberechnung
Abb. 10: Auswertung Cashflow
Jeder Kaufmann1 ist verpflichtet zu Beginn seiner Geschäftstätigkeit und zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine Eröffnungsbilanz und eine Schlussbilanz zu erstellen.2 Am Ende eines Geschäftsjahres muss zudem eine Gewinn und Verlustrechnung (GuV)3 erstellt werden. Schlussbilanz4 und GuV bilden den Jahresabschluss.5 Der Jahresabschluss soll gemäß den §§264 Abs.2 und 297 Abs. 2 HGB einen den „ tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage vermitteln.“6
Dieser Forderung wird dabei nur begrenzt Rechnung getragen, da nur die Vermögenslage und die Ertragslage dargestellt werden.7 Die Vermögenslage wird durch die Bilanz, welche die Vermögens- mit den Schuldenpositionen gegenüberstellt, beschrieben und die Ertragslage wird durch die GuV beschrieben, welche die Aufwendungen und die Erträge gegenüberstellt. Die Finanzlage kann mittels des Jahresabschlusses nicht hergeleitet werden, da dieser vergangenheitsorientiert ist, die Bilanzen nur Stichtagsbestände dokumentieren und man davon ausgehen kann, das nur die gesetzlichen Pflichtangaben gemacht werden.8
Daher ist es notwendig, den Jahresabschluss so zu verarbeiten, damit ein konkretes Bild der gesamtwirtschaftlichen Lage (also der Vermögens,Finanz- und Ertragslage) eines Unternehmens entsteht.9 Diese Betrachtungsweise wird durch die Bilanzanalyse hergestellt.
Das Referat beschäftigt sich mit den Grundzügen der externen Bilanzanalyse. Ziel der Arbeit ist dabei nicht die umfassende Darstellung aller Inhalte der Bilanzanalyse, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Vielmehr geht es in dieser Arbeit darum, die Vorgehensweise und die in der Literatur wichtigsten Kennzahlen der Bilanzanalyse darzustellen. Hierzu wird anhand eines konkreten Fallbeispiels die Bilanzanalyse erörtert. Das dafür notwendige Datenmaterial liefern die Bilanzen 1 und 8 des Unternehmen U1 des Unternehmensplanspiels TOPSIM im Modul BWL09.10
Das Referat ist in vier Kapitel aufgeteilt. Nach der Beschreibung der Problemstellung und der Gliederung der Arbeit, wird in Kapitel Zwei auf die Grundlagen der Bilanzanalyse eingegangen, indem die Bilanzanalyse inhaltlich abgegrenzt wird, Ziele und Aufgaben dargestellt werden, auf die Kennzahlen und Kennzahlensystem, die eine sehr große Rolle spielen, und auf Vergleichsmaßstäbe eingegangen. Nach der Erläuterung der Theorie, wird in Kapitel Drei die Fallstudie bearbeitet. Das Referat endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer kritischen Würdigung.
2 Grundzüge der Bilanzanalyse
In der Literatur versteht man unter einer (externen) Bilanzanalyse die Aufbereitung und Verdichtung von Unternehmensinformationen mittels Kennzahlen, Kennzahlensysteme und sonstigen Methoden für bestimmte Erkenntnisziele nur anhand publizierter Informationsquellen (namentlich Jahresabschluss).11
Die Erkenntnisziele basieren dabei auf dem Grundsatz der Koalitionstheorie 12 und damit unterliegen sie dem Grundsatz der Wesentlichkeit. Es kommt demnach darauf an, welche Informationen für bestimmte Interessengruppen von Belang sind.13 Interessengruppen sind vor allem diejenigen, die an dem Unternehmen interessiert sind14. Interne Adressaten sind bspw. die Geschäftsführung. Die interne Bilanzanalyse ist für die internen Adressaten und die externe Bilanzanalyse für die externen Adressaten, denen keine anderen Daten als die des Jahresabschlusses zur Verfügung stehen. Danach richtet sich auch die Art und Güte des Datenmaterials der Bilanzanalyse.
Es gibt zwei Formen der Datenermittlung. Zum Einen spricht man von der originären Ermittlung, wenn die Daten aus den Konten der Finanzbuchhaltung stammen. Dies geschieht nur durch interne Organe15, diese interne Bilanzanalyse (Betriebsvergleich) ist vor allem für die Geschäftsführung von Belang. Dabei basiert das Datenmaterial auf interne Prozesse und ist somit detailliert genug um alle wesentlichen Sachverhalte zu analysieren. Zum Anderen spricht man von einer derivaten Ermittlung, wenn die Analyse auf dem veröffentlichten Jahresabschluss aufbauen. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Güte der Daten ist bei der derivaten Ermittlung meist nie genau und das ist ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bei der Bilanzanalyse. Das gewonnene Datenmaterial erfüllt dann die Funktion einer Näherungsrechnung.16
Die Bilanzanalyse steht damit in einem Spannungsfeld zwischen Informationsbedürfnis und Informationsmöglichkeit.
Alles in allem hat die Bilanzanalyse hat damit eine Ergänzungsfunktion, in dem sie Informationen für die Adressatengruppen aufbereitet, die nicht sofort aus dem Jahresabschluss abzuleiten sind. In Verbindung mit den neu geschaffenen Informationen ist es möglich einen besseren Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu gewinnen.17
Die Bilanzanalyse kann als mehrstufiger Prozesses beschrieben werden:18
Abb.1 Methodik der Bilanzanalyse
1. Zielsetzung: Hierbei werden die grundsätzlichen Ziele der Bilanzanalyse festgelegt. Dabei gibt es kein allgemeingültiges Ziel, da es maßgeblich von den Interessen der Adressaten abhängt, welche Aussagen mittels der Bilanzanalyse getroffen werden sollen.19
2. Informationssammlung: Hierbei werden alle zur Verfügung stehenden Informationsquellen genutzt. Eine Selektion des Datenmaterials findet kaum statt, da die Basis der Analyse auf dem Jahresabschluss basiert.
3. Instrumente auswählen: Die Methodenauswahl muss sich auf den Umfang des vorhandenen Datenmaterials beziehen.20
4. Berechnung: Dies ist ein reiner Rechenvorgang, bei dem die Informationen so verarbeitet werden, dass sie später interpretiert werden. Dennoch kann der Umfang der Berechnung so umfangreich werden, dass er dann nur noch mittels EDV wirtschaftlich und zeitlich zu bewältigen ist.
5. Ergebnisdarstellung: Dieser letzte Schritt umfasst ist die Interpretation der Ergebnisse und anschließend die Darstellung für die Adressaten.
Wie beschrieben hat die externe Bilanzanalyse nur externe Adressaten. Dies ist insoweit problematisch, da der Jahresabschlusses eine unvollständige Informationsquelle ist.
Kennzahlen haben die Aufgabe komplizierte Sachverhalte auf verständliche Weise abzuleiten um dem Interessent einen schnellen und umfassenden Überblick zu gewähren. Die Bilanzanalyse verwendet daher in großem Umfang Kennzahlen und Kennzahlensysteme.21
Es gibt daher Kennzahlen zu allen wesentlichen Bereichen der Bilanzanalyse: zur Kapital- und Vermögensstruktur, zur Finanzierung bzw. Liquidität, zur Rentabilität und sonstige Kennzahlen.22
Der Vorteil von Kennzahlen besteht darin, dass wirtschaftliche Verhältnisse und Veränderungen in einem oder mehreren Wirtschaftsperioden konzentriert dargestellt werden können, so dass schnell bestimmte komplexe Sachverhalte abgelesen werden können. Zudem spricht die leichte Berechnung von Kennzahlen für Ihren Gebrauch.
Es kann zwischen Grundzahlen (absolute Zahlen) und Verhältniszahlen (relative Zahlen) unterschieden werden. Verhältniszahlen werden unterteilt in Gliederungszahlen ( bspw. EK-Quote Eigenkapital Gesamtkapital*100 ), Beziehungszahlen (bspw. Verhältnis von Mitarbeitern zu intern ausgeschriebenen Stellen) und Indexzahlen.23 Diese werden gebildet, indem man einen Basiswert = 100 setzt und die zu vergleichenden Zahlen zu diesem Basiswert im Verhältnis umrechnet.
Da einzelne Kennzahlen immer nur einen Teilaspekt des Unternehmens darstellen können, wurden Kennzahlensysteme entwickelt, um eine Gesamtübersicht zu erhalten. Die Einzelkennzahlen werden in ein geordnetes System von einander abhängigen und sich ergänzenden Kennzahlen zusammengefasst.24 Zu nennen sind das Du-Pont Kennzahlensystem, das ZVEI.Kennzahlensystem und das RL Kennzahlensystem.25 Alle genannten Systeme basieren auf Spitzenkennzahlen, welche die Oberziele des Systems ausdrücken.
Eine einzelne Kennzahl hat eine begrenzte Aussagekraft, sie bezieht sich nur auf ein Unternehmen, da ein Maßstab fehlt, an dem man die ermittelte Kennzahl messen lassen kann. Hierfür verwendet man eine Vergleichsrechnung, die in drei Varianten vorliegt:26
1. Zeitvergleich: Hierbei werden die Zahlen des Berichtsjahres mit denen des Vorjahres verglichen.
2. Soll-Ist-Vergleich.27
3. Betriebsvergleich: Hierbei werden die Unternehmenszahlen mit denen anderer Unternehmen der gleichen Branche verglichen, um die Lage des Unternehmens besser einordnen zu können.
3 Fallstudie
3.1 Erläuterung zur Fallstudie
Die Grundlage für das Datenmaterial entstammt dem Unternehmen U1 des BWL Planspiels TOPSIM im Rahmen des Moduls BWL09.
Der Autor (als Interessengruppe) will durch die Bilanzanalyse Aussagen über die zukünftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens erhalten. Ziel ist28 es daher anhand der Bilanz und GuV der Periode 1 und Periode 8 (vorliegendes Datenmaterial) eine schlüssige Bilanzanalyse anzufertigen, um daraus Aussagen über die finanzwirtschaftliche und erfolgswirtschaftliche Situation des Unternehmens abzuleiten. Hierfür werden ausgesuchte Kennzahlen, verwendet. Die Anwendung erhebt daher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
1 Vgl. §§1 ff. PublG, 6-7HGB in: o.V. (2007), S.398,5-6, S., Schult (2003), S. 29.
2 Vgl. Hirsch ( 2000), S.65.
3 Vgl. § 242 Abs.1 und 3 in: o.V. (2007), S.50, § 275 HGB in: o.V. (2007), S.64.
4 Vgl. § 242 Abs.1 und 3 in: o.V. (2007), S.50, § 266 HGB in: o.V. (2007), S.59f.
5 Vgl. § 242 HGB in: o.V. (2007), S.50.
6 Vgl. § 264 Abs.2 HGB in: o.V. (2007), S.56 ; § 297 Abs.2 HGB in: o.V. (2007), S.77, Küting/Weber (2007), S. 114.
7 Vgl. §246 Abs.1 in: o.V. (2007), S.51, §266 in: o.V. (2007), S.59f., §275 HGB in: o.V. (2007), S.64f. .
8 Vgl. Küting/ Weber ( 2006), S. 4, 115 f, 170 ff., Döring/Buchholz(2005),S.1-4.
9 Vgl. Küting/ Weber ( 2006), S.41.
10 Vgl. Anhang A
11 Vgl. Küting/ Weber (2006), S. 1, Schult ( 2003), S.5-6.
12 Vgl. Küting/ Weber( 2006), S. 7.
13 Vgl. küting/Weber ( 2006), S. 3ff.
14 bspw. Kleinkapitalgeber, Kleinfremdkapitalgeber ( Lieferanten, Banken)
15 Vgl. Küting/ Weber (2005), S. 519f.
16 Vgl. Küting/ Weber ( 2006), S. 115 f, 170 ff.
17 Vgl. Schult ( 2003), S. 6.
18 Vgl. Schult (2003), S. 35-45.
19 Vgl. Schult (2003), S. 35ff.
20 siehe hierfür Kapitel 3.3.3 Kapitalflussrechnung kann nicht hergeleitet werden.
21 Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Kennzahlenrechnung.
22 Vgl. Hirsch ( 2000), S. 83 - 104.
23 Vgl. Küting/ Weber (2006), S. 12f.,51 ff, Helbing ( 1997), S. 221f, Hirsch ( 2000), S. 82ff., Kapitel 3.2
24 Vgl. Küting /Weber ( 2006), S. 55f., Helbing ( 1997), S. 221f., Hirsch ( 2000), S. 82.
25 Vgl. Küting/ Weber (2006), S. 54ff.
26 Näheres hierzu in: Küting/ Weber ( 2006), S. 68ff.
27 Vgl. Küting/ Weber (2006), S. 69.
28 Vgl. Schema in Kapitel 2.2 Methodik der Bilanzanalyse
9783668231917
9783668231924
v323520
AKAD-Fachhochschule Pinneberg (ehem. Rendsburg) – Tax
Bilanzierung Bilanzanalyse Bewegungsbilanz Kennzahlen Kennzahlenanalyse Beständedifferenzbilanz Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse Analyse der Vermögensstruktur Analyse der Liquidität Erfolgswirtschaftliche Analyse GuV Rentabilitätsberechnung Cashflow
Tobias Werner (Autor)
Die neue Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16. Auswirkungen auf GuV, Bilanz und wesentliche Kennzahlen
Forschungsstand, Theorie und Methoden der Wortschatzarbeit. Fallstudie in einer 9. Klasse einer Gesamtschule
Resilienz. Grundlagen und Methoden zur Förderung
Grundlagen und Methoden der Straßensozialarbeit
Die Prozesskostenrechnung. Grundlagen, Methodik und Ziele
Kreatives Schreiben in der Grundschule. Grundlagen, Methoden, Probleme
Gestaltungsspielräume im Rahmen der Goodwill Bilanzierung nach HGB und IFRS
Erstellung eines individuellen Förderplans auf der Grundlage eines exemplarischen Sonderpädagogischen Gutachtens
Übungsaufgaben Investition und Finanzierung I - mit Lösungen
Übungsaufgaben Investition und Finanzierung II - mit Lösungen
Übungsaufgaben zu Investition und Finanzierung IV - mit Lösungen
Empirische Bilanzanalyse versus Kennzahlenanalyse
Kraftfähigkeit - Grundlagen und Methoden
Grundlagen und Methoden der Kostenstellenplanung mit Hilfe von SAP R/3
Grundlagen und Methoden der psychoanalytischen Sozialarbeit
Möglichkeiten und Grenzen der Bilanzverkürzung durch die Neuregelungen im BilMoG zur Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen
Die Kapitalflussrechnung in der handelsrechtlichen Bilanzierung
Die Bilanzierung nach IFRS für den Mittelstand und ihre Bedeutung für Bilanzpolitik und Bilanzanalyse
Kennzahlen zur Bilanzanalyse und zur Unternehmensbewertung