Source: https://reihengeschaeftrechner.at/U1_transportiert/Reihengeschaeft_IT-AT-DE-kA.php
Timestamp: 2019-08-17 23:15:19
Document Index: 293409125

Matched Legal Cases: ['Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 138', 'Art. 3', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 141', 'Art. 25', 'Art. 197', 'Art. 25', 'Art. 25']

Reihengeschäftrechner Österreich / IT-AT-DE / U1 versendet
Ein deutscher Unternehmer U3 (=Empfänger) bestellt bei seinem österreichischen Lieferanten U2 (=Erwerber) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim italienischen Großhändler U1 (=Erstlieferant) und weist diesen an, die Maschine direkt an den deutschen Unternehmer U3 zu liefern.
Kurzbeschreibung des Dreiecksgeschäfts:
Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (Art. 25 Abs. 1 UStG) ist für den Erwerber U2 keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.
"Lieferung 2" von U2 (Österreich) an U3 (Deutschland)
Steuerbare Lieferung in Deutschland (U3)
Dreiecksgeschäft gem. Art. 25 Abs. 1 UStG (BMR): Die Steuerschuld des österreichischen Erwerbers U2 geht auf den deutschen Empfänger U3 über (Reverse-Charge-Verfahren).
Aus der Sicht des Erstlieferanten U1 (aus Italien):
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. Art. 6 UStG iVm. Art. 7 UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen (italienischen) UID-Nummer sowie der (österreichischen) UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U2.
Auf dieser Rechnung erfolgt kein Hinweis auf das Dreiecksgeschäft!
Zusammenfassende Meldung (ZM):
Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (österreichische) UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U2.
Keine Kennzeichnung als Dreiecksgeschäft!
Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Deutschland.
Aus der Sicht des Erwerbers U2 (aus Österreich):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des Erwerbers U2 im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist (aus österreichischer Sicht) lediglich unter Kennziffer 077 (Erwerbe gem. Art. 3 Abs. 8 zweiter Satz, die gem. Art. 25 Abs. 2 im Inland als besteuert gelten) zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U2 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U3 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
D.h. obwohl der Unternehmer U1 eine Innergemeinschaftliche Lieferung meldet, hat der Unternehmer U2 keinen Innergemeinschaftlichen Erwerb zu melden.
Bei Dreiecksgeschäften hat der Erwerber U2 keine Meldepflicht.
Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. Art. 25 Abs. 1 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 141 der Richtlinie 2006/112/EC) und "Übergang der Steuerschuld gem. Art. 25 Abs. 5 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 197 der Richtlinie 2006/112/EC) (siehe auch RZ 4062 UStR). In der Rechnung muss neben der eigenen (österreichischen) UID-Nummer die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U3 angegeben werden.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den deutschen Unternehmer U3 über. Es erfolgt daher kein Eintrag in der UVA.
Erfassung des Umsatzgeschäfts an die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U3 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.
Aus der Sicht des Empfängers U3 (aus Deutschland):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der deutsche Unternehmer U3 hat daher die Steuer nach den deutschen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerschuld gem. Art. 25 Abs. 5 UStG und andererseits als Vorsteuern betreffend die Steuerschuld gem. Art. 25 Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.
Eingangsmeldung mit Versendungsland Italien.
Anmerkungen zum Dreiecksgeschäft:
Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Italien und in Deutschland die österreichischen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur österreichischen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!
Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Dreiecksgeschäften finden Sie unter www.dreiecksgeschaeft.at.
Die Beurteilung dieses Dreiecksgeschäfts aus deutscher Sicht finden Sie im reihengeschaeftrechner.de (sowie in der englischen Version im chaintransaction-calculator.de).