Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20114,%20299
Timestamp: 2020-07-12 23:41:21
Document Index: 151198906

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 115', 'BGH', '§ 3', '§ 115', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 115', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 115', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.04.1991 - VI ZR 229/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,854
BGH, 30.04.1991 - VI ZR 229/90 (https://dejure.org/1991,854)
BGH, Entscheidung vom 30.04.1991 - VI ZR 229/90 (https://dejure.org/1991,854)
BGH, Entscheidung vom 30. April 1991 - VI ZR 229/90 (https://dejure.org/1991,854)
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Versicherer - Direktanspruch des Beschädigten
PflichtversG § 3 Nr. 3 S. 3
BGHZ 114, 299
NJW 1991, 1954
MDR 1991, 947
NZV 1991, 307
VersR 1991, 878
a) Zwar kann nicht nur eine ablehnende, sondern auch eine anspruchsbejahende, für den Geschädigten positive Erklärung des Versicherers eine Entscheidung im Sinne des § 115 Abs. 2 Satz 3 VVG darstellen (vgl. dazu im Einzelnen Senatsurteil vom 30. April 1991 - VI ZR 229/90, BGHZ 114, 299, 301 ff. [zu § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVG aF]).
Zwar kann dem Konkretisierungsgrad der Schadensanmeldung bei der Bewertung einer als Entscheidung des Versicherers im Sinne des § 115 Abs. 2 Satz 3 VVG in Frage kommenden Erklärung Bedeutung zukommen (vgl. Senatsurteil vom 30. April 1991 - VI ZR 229/90, BGHZ 114, 299, 304).
BGH, 05.11.2002 - VI ZR 416/01
Dies ergibt sich sowohl aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes (zu deren Bedeutung vgl. Senatsurteil BGHZ 114, 299, 302 f.) als auch aus dem Wortlaut und Sinn der maßgeblichen Bestimmung.
a) Allerdings geht das Berufungsgericht zutreffend davon aus, daß nicht nur eine ablehnende, sondern auch eine anspruchsbejahende, für den Geschädigten positive Erklärung des Versicherers eine Entscheidung in Sinne des § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVersG darzustellen vermag (vgl. dazu im einzelnen Senatsurteil BGHZ 114, 299, 301 ff.).
Zwar kann dem Konkretisierungsgrad der Schadensanmeldung bei der Bewertung einer als Entscheidung des Versicherers im Sinne des § 3 Nr. 3 Satz 3 PflversG in Frage kommenden Erklärung Bedeutung zukommen (vgl. Senatsurteil BGHZ 114, 299, 304).
Nach ständiger Rechtsprechung sind nicht nur ablehnende, sondern auch eine anspruchsbejahende, für den Geschädigten positive Erklärung des Versicherers als Entscheidung i. S. d. § 3 Nr. 3 S. 3 PflVG anzusehen (vgl. dazu grundlegend BGH VersR 91, 878).
Zwar hängt die Wertung, ob eine Erklärung des Versicherers den insoweit maßgeblichen Anforderungen genügt, wesentlich von der Würdigung der Umstände des Einzelfalls ab, wobei der Entwicklung des Anmeldeverfahrens und insbesondere dem Konkretisierungsgrad der Schadensanmeldung besondere Bedeutung zukommen (BGH NJW 1991, 1954).
So erfüllt etwa eine Mitteilung, in der sich der Versicherer nur zum Grund des geltend gemachten Anspruchs positiv erklärt und zur Höhe des Anspruchs Vorbehalte anmeldet, nicht die Anforderungen, die an eine "Entscheidung" zu stellen sind (BGH NJW 1991, 1954).
Im Rahmen dieser Bewertung kann dem Konkretisierungsgrad der Schadensanmeldung Bedeutung zukommen (BGH VersR 91, 878 (879 f.)).
Jedoch kann die Verjährungshemmung nur dann ihr Ende finden, wenn dem Geschädigten durch die Erklärung zweifelsfrei Klarheit über die Haltung des Haftpflichtversicherers des Schädigers gegenüber seinen Forderungen als Grundlage für die sachgerechte Durchsetzung seiner Ansprüche verschafft wird (vgl. grundlegend BGH, Urteil vom 30. April 1991 - VI ZR 229/90 - NJW 1991, 1954; BGH, Urteil vom 5. Dezember 1995 - VI ZR .50/95 -' VersR 1996, 369 = NJW-RR 1996, 474; Senat, Urteil vom 29. März 1999 - 12 U 8899/97 - VM 1999, 92 Nr. 94; Senat, Urteil vom 27. Februar 2006 - 12 U 262/04 -).
Dabei ist für die Frage, ob die schriftliche Erklärung eine Entscheidung im Sinne des § 3 Nr. 3 Satz 3 PfIVG darstellt auf die Umstände des Einzelfalls, insbesondere auch das Verfahren und die Konkretisierung der Schadensanmeldung abzustellen (BGH, Urteil vom 30. April 1991, a.a.O.).
Verbleiben aber im Einzelfall über die Tragweite einer (positiven) Erklärung des Versicherers in wesentlichen Punkten (zu Anspruchsgrund oder Anspruchshöhe) Zweifel, dann liegt eine "Entscheidung" im Sinne des § 3 Nr. 3 Satz 3 PfVG, nicht vor (BGH, NJW 1991, 1954).
Dieses Schreiben schuf gerade keine Basis für die Entscheidung des Klägers, "sich trotz positiver Entscheidung des Versicherers gegen eine Verjährung seiner Ansprüche ... gegebenenfalls durch die Erhebung einer Feststellungsklage zu schützen" (vgl. S. 5 der Berufungsbegründung; BGH VersR 1991, 878).
Hemmung der Verjährung von Ansprüchen gegen den Versicherer nach dem …
Auch bei einer positiven Entscheidung des Versicherers nach § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVG muß die Entscheidung schriftlich getroffen werden, um die Hemmung der Verjährung zu beenden (Fortführung des Senatsurteils BGHZ 114, 299 ff. [BGH 30.04.1991 - VI ZR 229/90]).
Wie der erkennende Senat im Urteil BGHZ 114, 299 ff. [BGH 30.04.1991 - VI ZR 229/90] dargelegt hat, stellt auch eine anspruchsbejahende, für den Geschädigten positive Erklärung des Versicherers eine Entscheidung im Sinn des § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVG dar.
An der formstrengen Regelung des § 3 Nr. 3 Satz 3 PflVG und damit am Erfordernis schriftlicher Entscheidung des Versicherers ist nämlich auch für den Fall einer positiven Entscheidung des Versicherers festzuhalten, weil der Gesetzeswortlaut eindeutig ist und zwischen positiven und negativen Entscheidungen nicht unterscheidet (Senatsurteil BGHZ 114, 299, 302) [BGH 30.04.1991 - VI ZR 229/90].
Zwar kann nicht nur eine ablehnende, sondern auch eine anspruchsbejahende, für den Geschädigten positive Erklärung des Versicherers eine Entscheidung im Sinne des § 3 Nr. 3 Satz 1 PfIVG a. F. darstellen (vgl. etwa BGH, Urteil vom 30.04.1991 - VI ZR 229/90, BGHZ 114, 299, 301; s. auch BGH, Urteil vom 14.03.2017 - VI ZR 226/16, NJW 2017, 2271, 2272 [BGH 14.03.2017 - VI ZR 226/16] , zu dem weitgehend textidentischen § 115 Abs. 2 Satz 3 VVG).
Demgemäß muss die Erklärung zu den Ansprüchen erschöpfend, umfassend und endgültig sein (vgl. hierzu etwa BGH, Urteil vom 30.04.1991 - VI ZR 229/90, BGHZ 114, 299, 303; s. auch BGH, Urteil vom 14.03.2017 - VI ZR 226/16, NJW 2017, 2271, 2272 [BGH 14.03.2017 - VI ZR 226/16] , zu § 115 Abs. 2 Satz 3 VVG).
Im Übrigen ergibt sich aus den nicht angegriffenen Feststellungen der Vorinstanzen, dass der Versicherer des Unfallverursachers seine Einstandspflicht voll anerkannt hatte und im Hinblick auf diese positive Entscheidung von einer Fortdauer der Hemmungswirkung nicht auszugehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 30. April 1991 - VI ZR 229/90, BGHZ 114, 299, 301f; KG VersR 1980, 156, 157).
Die im Hinblick auf die Schadensanzeige mit dem Schluss des Jahres 1990 eingetretene Hemmung der Verjährung (…vgl. hierzu Prölss/Martin, a.a.O., § 12 VVG, Rn. 16) dauerte gemäß § 12 Abs. 2 VVG bis zum Eingang einer schriftlichen Entscheidung der Beklagten im Sinne einer abschließenden Stellungnahme zu Grund und Umfang der Entschädigungspflicht an, die eine klare, umfassende und endgültige Erklärung des Versicherers zu dem angemeldeten Anspruch voraussetzt (vgl. BGH, Urt. v. 30.04.1991 - VI ZR 229/90 - BGHZ 114, 299 ff.;… Urt. v. 05.12.1995 - VI ZR 50/95 - VersR 1996, 369 ff.; OLG Hamm, VersR 2002, 563 f.; OLG Rostock, VersR 2003, 363 f.).
BGH, 28.01.1992 - IV ZR 114/91
Schriftform zur Beendigung der Verjährungshemmung bei positiver Entscheidung des …
OLG Hamm, 13.01.1993 - 20 U 224/92
Hemmung der Verjährung; Invaliditätsentschädigungsanspruch; Unfallanzeige; …
LG Leipzig, 01.08.2017 - 2 O 453/17
Verkehrsunfall - Einrede der Verjährung
OLG München, 14.07.1992 - 5 U 4098/90
Beendigung der Verjährungshemmung nach Abbruch wiederaufgenommener …