Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201982,%202316
Timestamp: 2019-04-23 21:03:23
Document Index: 135613664

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 11', '§ 326', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.06.1982 - VIII ZR 89/81 - dejure.org
Schadensersatz bei Nichtabnahme eines Neuwagens - Schadenspauschalierung
Zur Wirksamkeit von Schadenspauschalierungsklauseln in AGB
Schadenspauschalierungsklausel - AGB - Wortlaut - Wirksamkeit einer AGB-Klausel - Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines Kaufvertrages über ein Kraftfahrzeug - Unberechtigte Verweigerung der Abnahme - Wirksamkeit einer Klausel über eine Schadenspauschale - Positive Vertragsverletzung durch unberechtigte Erfüllungsverweigerung - Fristsetzung mit Ablehungsandrohung
Zur Wirksamkeit einer Schadenspauschalierungsklausel
Schadenspauschalierungsklausel ohne Hinweis auf Gegenbeweis
AGBG § 11 Nr. 5b
NJW 1982, 2316
ZIP 1982, 1092
WM 1982, 907
Der Anspruch ist aber nicht gemäß § 326 Abs. 1 Satz 2 BGB, sondern wegen positiver Vertragsverletzung begründet, weil der Beklagte die Erfüllung seiner Pflicht zur Abnahme des Darlehens nach den rechtsfehlerfreien Feststellungen des Berufungsgerichts bereits vor Fälligkeit ernsthaft und endgültig verweigert hat (vgl. BGH, Urteile vom 16. Juni 1982 - VIII ZR 89/81, WM 1982, 907, 908 und vom 18. Dezember 1985 - VIII ZR 47/85, WM 1986, 325, 326).
Einen ausdrücklichen Hinweis auf das Recht zum Gegenbeweis muß sie nicht enthalten (Senatsurteil vom 16.6. 1982 - VIII ZR 89/81 = WM 1982, 907 unter II 2 b).
Das Gesetz verpflichtet den Klauselverwender nicht, ausdrücklich auf die Möglichkeit des Gegenbeweises hinzuweisen (BGH, Urt. v. 16.6.1982 - VIII ZR 89/81, NJW 1982, 2316, 2317;… Urt. v. 25.10.1984 - VII ZR 11/84, NJW 1985, 633, 634).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist derjenige, der die Abnahme einer ihm aufgrund eines Vertrages zu liefernden Sache vor Fälligkeit ernsthaft und endgültig verweigert, dem Vertragspartner nach den Grundsätzen der positiven Vertragsverletzung zum Schadensersatz verpflichtet (Senatsurteile vom 16. Juni 1982 - VIII ZR 89/81, WM 1982, 907 unter II 1 und vom 14. Oktober 1992 - VIII ZR 153/91, WM 1992, 2155 unter II 1 a, jew.m.w. Nachw.).
Zwar braucht auch eine Schadenspauschalierungsklausel nicht den ausdrücklichen Vorbehalt des Rechts zum Gegenbeweis zu enthalten (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1982 - VIII ZR 89/81 = WM 1982, 907, 908 m.Nachw.).
Vielmehr ist die Formulierung, der Kunde habe "mindestens 7, 5 % p.a." zu zahlen, geeignet, den Eindruck zu erwecken, ein Schaden sei dem AGB-Verwender in dieser Höhe auf jeden Fall erwachsen (vgl. bereits Senatsurteil vom 16. Juni 1982 a.a.O. §. 909 a.E.;… ebenso Graf von Westphalen a.a.O. § 11 Nr. 5 Rdn. 35).
Zwar braucht dem Auftraggeber das Recht zum Gegenbeweis nicht ausdrücklich vorbehalten zu werden (BGH NJW 1982, 2316, 2317; 1983, 1491, 1492).
Durch die Verwendung des Begriffs "mindestens" wird ihm bis zu dieser Höhe jedwede Verteidigungsmöglichkeit gegen den geltend gemachten Zahlungsanspruch abgeschnitten (BGH NJW 1982, 2316, 2317; 1983, 1320, 1322 [BGH 26.01.1983 - VIII ZR 342/81]m.N.).
Dem Kläger kann es grundsätzlich nicht versagt werden, formularmäßig seinen gesetzlich begründeten Anspruch festzuschreiben (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juni 1982 VIII ZR 89/81 = NJW 1982, 2316, 2317).
Zwar braucht dem Vertragspartner das Recht zum Gegenbeweis nicht ausdrücklich vorbehalten zu werden (BGH, Urt. v. 16.6.1982 - VIII ZR 89/81, NJW 1982, 2316, 2317).
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