Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2203.htm
Timestamp: 2018-11-19 10:15:06
Document Index: 28207300

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 40', '§ 4', '§ 5', '§ 28']

2.203 Allmendäcker
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Allmendäcker" in Rheinstetten, Landkreis Karlsruhe vom 26. November 1996 (GBl. v. 28.01.1997, S. 19), VO 04.04.1997 (Berichtigung; GBl. v. 04.04.1997, S. 119).
Auf Grund der §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 386) und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1.Juni 1996 (GBl. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Rheinstetten, Gemarkung Mörsch, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Allmendäcker".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 44 ha. Es wird im wesentlichen begrenzt im Westen durch den entlang der Oberkante der Steilböschung verlaufenden Flurweg, der innerhalb des Gebietes liegt, im Süden durch die L 566, im Osten durch die Bundesbahnlinie Karlsruhe - Rastatt und im Norden durch die südliche Uferlinie des Epple-Sees. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Rheinstetten Gemarkung Mörsch, die Grundstücke Flst.-Nrn. 3819/7 (tw), 2485/5 (tw), 2458, 2458/11, 2458/12, 2458/13, 3898 und 3896 (tw).
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter Linie und in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Karlsruhe auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1. die Sicherung der Sandgruben als Pionierstandorte vom feuchten bis hin zum extrem trockenen Bereich;
2. die Sicherung und Förderung der Strukturvielfalt der Topographie und Morphologie der Sandgruben, ihrer Steilböschungen und Bodenerhebungen;
3. die Sicherung und Förderung der Sukzessionsstadien der Vegetation auf den verschiedenen Standorten;
4. die Sicherung und Förderung der an diese extremen Standorte angepaßten Tier- und Pflanzenwelt, vor allem spezialisierter und gefährdeter Arten. Dazu zählen insbesondere Vögel, Insekten und Filzkräuter.
6. Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;
4. Veranstaltungen durchzuführen, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;
5. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle zu betreiben;
6. zu baden;
7. mit Wasserfahrzeugen jedweder Art auf den Wasserflächen zu fahren oder Wassermodelle zu betreiben;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß
a) keine Hochsitze bzw. Jagdkanzeln errichtet werden;
b) keine Futterstellen bzw. Kirrplätze eingerichtet oder unterhalten werden;
d) die Wasservogeljagd nicht zulässig ist;
e) die Brutgebiete gefährdeter Vogelarten (Rohbodenstandorte und Hangbereiche) in der Zeit vom 15. Februar bis 15. August nur zur Nachsuche und zur Bergung erlegten Wildes betreten werden dürfen;
3. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß nur an den in Karte und Gelände gekennzeichneten Ufern geangelt werden darf;
4. für den planfestgestellten Ausbau der L 566, den planfestgestellten Bau der Unterführung unter den Bahnübergang und den planfestgestellten Bau eines dritten Bahngleises parallel zur bestehenden DB-Strecke;
5. für eine Kies- und Sandentnahme im derzeit landwirtschaftlich genutzten Bereich nördlich der L 566;
(2) Unberührt bleibt die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen, Wege und Bahnanlagen sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden von der höheren Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. § 4 ist insoweit nicht anzuwenden.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
Karlsruhe, 26. November 1996
Berichtigung der Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutz­gebiet »Allmendäcker« in Rheinstetten, Landkreis Karlsruhe, vom 26. November 1996 (GBl.1997 S. 19)
In der Eingangsformel lautet die Ermächtigungsgrundlage für die jagdlichen Regelungen:
»§§ 28 und 40 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBl. S. 369)«.