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Timestamp: 2020-04-09 10:11:53
Document Index: 298312450

Matched Legal Cases: ['Art. 329', 'Art. 324', 'Art. 336', 'Art. 336', 'Art. 336', 'Art. 329', 'Art. 336', 'Art. 329']

S. K. 27.05.2019 21:06:42
Guten Abend. Ist es erlaubt dem Arbeitgeber mit zu wirken wann am besten die Operation statt finden soll, wenn ein Spezialist die Operation für sofort notwendig hält und alles mögliche veranlasst diese sobald wie möglich durchzuführen?
Grundsätzlich entscheidet der behandelnde Arzt über den Zeitpunkt einer Operation, insbesondere wenn er sie für dringlich einschätzt. Selbstverständlich ist es von Vorteil wenn Sie dies mit dem Arbeitgeber absprechen und mit Arzt und Arbeitgeber eine Lösung finden - aber die Entscheidung wann welche Operation gemacht werden muss, obliegt dem Arzt. Der Arbeitgeber kann bei Zweifeln einen Vertrauensarzt beiziehen.
G. . B. 27.05.2019 21:13:17
Guten Abend wenn man die Gand verstaucht hat darf man nach draußen u wie lange besten dank
Auch wenn Sie arbeitsunfähig geschrieben sind, dürfen sie selbstverständlich nach draussen gehen. Die Dauer spielt dabei keine Rolle.
E. H. 27.05.2019 21:24:01
Ich bin in der Nacht ins Bettgestell gelaufen ! Ich weiss das ich den kleinen vielleicht noch die weiteren Zeh verletzt hab( gebrochen)!! DA ich im Sicherheitsdienst Arbeite und S3 Klasse Schuh abhaben muss !! Muss ich für ein S 3 Schuh erlassen zum Arzt gehen?
Der Arbeitgeber wünscht für eine Schuhtragedispens oft einen Beweis. Ein Arztzeugnis ist ein gutes Beweismittel.
M. W. 27.05.2019 21:26:30
Hat man Anrecht au freie Tage wenn die Kinder Krank sind?
Hier handelt es sich um eine arbeitsrechtliche Frage. Es kommt darauf an, wie Ihr Arbeitgeber das grundsätzlich geregelt hat. Manche Arbeitgeber übernehmen eine bestimmte Anzahl Tage pro Kind und Ereignis. Oftmals muss man dazu ein Arztzeugnis vorlegen. Ein genereller Anspruch besteht nicht.
A. M. 27.05.2019 21:29:59
Guten Abend, darf der Arbeitgeber den fehlenden Tag bei Krankheit, trotz Arztzeugnis, am Lohn / Überstunden abziehen? Durch GAV geregelt.
Es liegt eine unverschuldete Arbeitsverhinderung vor (belegt durch das Arztzeugnis) und der Arbeitgeber hat während der Abwesenheit des Arbeitnehmers weiterhin den Lohn (oder zumindest 80%) zu bezahlen. Ein Lohnabzug ist nicht zulässig. Hat der Arbeitgeber statt der gesetzlichen OR-Lösung aber eine Krankentaggeldversicherung gewählt, so können sog. Karenztage (1-3) eingeführt werden, während denen der Arbeitnehmer keinen Lohn erhält. Somit kann es sein, dass der Arbeitnehmer in einem solchen Fall z.B. für den ersten Krankheitstag keinen Lohn erhält.
F. H. 27.05.2019 21:33:36
nach einem Sportunfall mit mehrfachen komplexen Brüchen muss ich 4 Mal in der Woche in verschiedene Therapien. diese lassen sich nicht vollständig um das reduzierte Pensum rum legen und es benötigt eine Verschiebung der Arbeitszeit. der Arbeitgeber legt mir steine in den weg und verlangt Therapien ausserhalb der Arbeitszeit. ist das gerechtfertigt?
Grundsätzlich sind Arztbesuche und Therapien ausserhalb der Arbeitszeit zu machen. Dies ist in der Praxis nicht immer möglich. Hier soll sich der Arbeitgeber grosszügig zeigen. Von Ihrer Seite her wäre es von Vorteil, dem Arbeitgeber aufzuzeigen, dass Sie alles daran legen, die Therapien ausserhalb des reduzierten Pensums durchzuführen. Suchen Sie mit dem Vorgesetzten das Gespräch. Bilden Sie dadurch Vertrauen.
H. H. 27.05.2019 21:36:44
Ich habe im Fingergelenk eine Entzündung und muss mir eine Kortisonspritze machen lassen. Da ich Bürolist bin werde ich danach zwei Tage krank geschrieben. Darf ich in dieser Zeit am Abend auswärts essen gehen?
Auch wenn Sie arbeitsunfähig sind, dürfen Sie auswärts essen gehen. Nicht sinnvoll sind Aktivitäten, welche den Heilverlauf behindern oder verlängern.
F. F. 27.05.2019 21:37:01
Ich bin seit 3 Monaten krank geschrieben wegen Burnout. Darf mir der Arbeitgeber für dieses Jahr Ferientage streichen? Ab wann und wieviel?
Das Gesetz (Art. 329b OR) sieht eine Ferienkürzung bei längerer Arbeitsverhinderung vor. Sofern die Arbeitsverhinderung unverschuldet ist (was hier anzunehmen ist), so kann eine Ferienkürzung ab dem vollendeten 2. Abwesenheitsmonat erfolgen. Es erfolgt dann jeweils eine Kürzung von 1/12 pro weiteren Abwesenheitsmonat.
L. M. 27.05.2019 21:38:28
Darf ein Arzt in der Praxis die Begleichung des Arztzeugnis(Fr. 10.-) in Bar verlangen?
Da das Ausstellen eines Arztzeugnisses keine Tarifleistung ist, kann der Arzt zum einen den Betrag selber festlegen (10 Fr. sind üblich), zum anderen den Betrag in bar einverlangen.
A. E. 27.05.2019 21:39:50
Ich bin 80% arbeitstätig und hatte mir die Schulter verletzt. Ich war vorübergehend arbeitsunfähig. Zwischenzeitlich kann ich meiner Arbeit wieder voll nachgehen. Ich muss aber wöchentlich zur Physiotherapie. Ist der Besuch bei der Physio Krankheitsabsenz und ich kann die ca. 1 Stunde/Woche als 'krank' aufschreiben - gilt also somit zu meiner Jahresarbeitszeit?
Grundsätzlich sind Arztbesuche und Therapien ausserhalb der Arbeitszeit zu legen. Bei einem 80% Pensum müsste dies am freien Arbeitstag erfolgen. Wenn dies ausnahmsweise nicht möglich ist, sollte es als "krank" durchgehen.
P. F. 27.05.2019 21:42:35
muss ich meinem Arbeitgeber eine Bestätigung eines Arzttermins zu Randzeiten abgeben? Darf er das verlangen?
wenn dieser Arzttermin in die Arbeitszeit fällt und sich dadurch ihre Arbeitszeit verkürzt und sie trotzdem den Lohn erhalten wollen, müssen Sie einen Beweis für die Verhinderung Ihrer Arbeitsleistung erbringen.
C. S. 27.05.2019 21:42:55
Die Krankentaggeldversicherung endet nach 2 Jahren Ende Jahr.. Ich habe noch einen Kündigungsschutz von 2 jahren.( Gesamthaft war 5 Jahre, wegen Übernahme ) . Kann mir nach trotzdem gekündigt werden, infolge keine Krankentaggelder mehr zu bekommen ? Mein Krankheit ist chronisch, IV in der Abklärung.
Der Kündigungsschutz und die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers sind zwei verschiedene Sachen und sind (leider) nicht koordiniert. Ob weiter ein Lohnfortzahlungsanspruch (Art. 324a f. OR) besteht, richtet sich oftmals nach den Bestimmungen der Krankentaggeldversicherung (KTG), welche der Arbeitgeber abgeschlossen hat. Der zeitliche Kündigungsschutz bei Arbeitsunfähigkeit ist in Art. 336c OR geregelt und gibt dem Arbeitnehmer - abhängig vom Dienstjahr - einen zeitlich befristeten Schutz vor Kündigung (30 bis max. 180 Tage). Sobald die zeitliche Sperrfrist abgelaufen ist, kann ein Arbeitgeber grundsätzlich künden.
S. K. 27.05.2019 21:43:47
Guten Abend,ein Freund von mir hat kürzlich ein Arbeitsunfall gehabt bei dem er sich einen Hexenschuss zuzog.daraufin ist er krank geschrieben.möchte aber dieses Wochenende nach Frankreich in ferien per Auto.wie soll er sich verhalten?
Grundsätzlich muss man nach einem Unfall nicht einfach zu Hause bleiben. Wichtig ist es, keine Aktivitäten durchzuführen, die den Heilverlauf behindern oder verlängern. Eine längere Auto- oder Zugfahrt oder auch eine Flugreise werfen nach einem Hexenschuss sicher Fragen auf. Medizinisch gesehen, ist solche eine Belastung nicht förderlich für den Heilverlauf.
D. F. 27.05.2019 21:46:01
Was empfehlen Sie einem Arbeitsgeber, wenn der Eindruck besteht, dass der Hausarzt den Mitarbeiter im Verhältnis zu lange 100% krankgeschrieben hat? Besten Dank
Sie können bei den meisten Unfall- oder Krankentaggeldversicherern um eine vertrauensärztliche Untersuchung zur Klärung der Arbeitsfähigkeit bitten.
F. M. 27.05.2019 21:46:13
Grüezi Was kann mal als Vorgesetzter unternehmen, wenn ein Arbeitnehmer, der Teilzeit arbeitet, oft Absenzen wegen Krankheiten hat, deren Gründe immer irgendwie zweifelhaft sind (Magen/Darm, schlecht, Schwindel) Ein Arzt darf mir ja keine Rückmeldung geben?
Als erster Schritt ist ein direktes Gespräch mit dem Angestellte nie falsch. Wenn daraus keine befriedigende Lösung resultiert, können Sie eine vertrauensärztliche Untersuchung verlangen.
R. L. 27.05.2019 21:46:34
Mir wurde fristlos gekündigt, musste sofort meinen Arbeitsplatz räumen, da ich hintereinander 2 Nervenzusammenbrüche wegen der Arbeit hatte. Ich hatte vorher schon ein Bournaut. Ist dies rechtlich O.K?
Der Arbeitgeber darf ein Arbeitsverhältnis fristlos nur künden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Eine (belegte) Erkrankung ist grundsätzlich kein wichtiger Grund im Sinne des Gesetzes. Der Arbeitgeber geht somit ein Risiko ein, wenn er ausschliesslich wegen einer wiederholten Erkrankung fristlos kündigt. Der Arbeitnehmer kann dagegen vorgehen und unter Umständen eine Entschädigung vor Gericht erstreiten. In jedem Fall ist und bleibt aber das Arbeitsverhältnis beendet.
S. R. 27.05.2019 21:47:36
Guten Abend Ich bin seit kanpp 4 Wochen Krankgeschriben wegen Burnout gehe inzwischen auch in Therapie nun hatt mir mein Cheff die Kündigung gegeben ist das Rechtens? und Wie ist es mit der Lohn Zahlung alle mitarbeiter haben ihren Lohn bekommen nur ich habe noch nichts überwisen bekommen. Durch diese stapatzen und druck und stress geht es mir gesundheitlich wieder schlechter was und wie kann ich am besten ohne streit ect das klären?
Die Kündigung bei Krankschreibung kann nach einer gewissen Frist erfolgen, abhängig wie lange Sie angestellt sind (schauen Sie im Internet unter Sperrfrist/Lohnfortzahlungspflicht bei Krankheit nach). Sollten Sie länger als ein Jahr bei diesem Arbeitgeber tätig sein, ist die Kündigung zur Unzeit erfolgt und das nicht Auszahlen des Lohnes nicht korrekt. Unterstützung erhalten Sie vom RAV oder dem lokalen Arbeitsgericht. Letzteres hat oft eine kostenlose Sprechstunde.
K. H. 27.05.2019 21:49:27
Ich war aufgrund einer Knieoperation welche über die SUVA abgerechnet wurde 3 Monate arbeitsunfähig. Mein Arbeitgeber zog mir daher Ferientage ab. Darf er dies? Ich arbeite in der Altenpflege. Gruss und Danke für eine Info
Ihr Arbeitgeber darf ab dem 2. Monat die Ferientage entsprechend kürzen
D. M. 27.05.2019 21:52:06
Wenn ich während der Kündigungsfrist krank werde, ist es richtig, dass sich das Kündigungsdatum um einen Monat verschiebt? Falls ja, auf welcher Rechtsgrundlage?
Nur bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung führt eine Arbeitsunfähigkeit während der Kündigungsfrist zu einer Erstreckung um die Krankheitstage. Die Kündigungsfrist wird somit unterbrochen (Art. 336c Abs. 2 OR). Bei einer Kündigung durch den Arbeitnehmer findet keine Verlängerung statt. Sofern im Arbeitsvertrag nichts Gegenteiliges geregelt ist, kann das Arbeitsverhältnis jedoch stets nur per Ende Monat enden, sodass auch bereits eine Arbeitsverhinderung von wenigen Tagen zu einer faktischen Verlängerung der Kündigungsfrist um einen Monat führt (Art. 336c Abs. 3 OR).
K. Z. 27.05.2019 21:53:00
Guten Abend. Wenn ich wegen Grippe zu Hause bleibe, wie sieht es da mit der Betreung von Haustieren aus? Wenn ich zB. mit dem Hund rausgehen muss und meine eigenen Pferde versorgen muss? Darf ich das?
Bei einer Grippe mit Fieber und Gliederschmerzen sind die Beschwerden ausgeprägt, und erlaubt das Ausführen von Hunden oder das Versorgen von Pferden nicht.
R. B. 27.05.2019 21:55:27
Bin nach einem Burnout krankgeschrieben, jedoch z.Z. in einem therapeutischen Arbeitsversuch. Mein Arbeitgeber fragte mich ob ich auch "gratis"arbeiten würde , wenn gegebenenfalls die Taggeldversicherung nicht mehr zahlen würde...Ist das erlaubt ? und wie soll ich mich verhalten?
wenn die Krankentaggeldversicherung nicht mehr bezahlt, Sie aber noch nicht die volle Leistung erbringen können, müssen Sie mit der IV schauen. Diese kann Ihnen Einarbeitunsgzuschüsse gewähren und somit den Arbeitgeber finanziell entlasten. Gratis arbeiten ist keine Option. Suchen Sie mit dem Arbeitgeber und der IV eine Lösung.
J. B. 27.05.2019 21:55:28
Darf man arbeiten gehen, wenn man krankgeschrieben ist?
Grundsätzlich ja. In diesem Fall erfolgt auch keine Lohnfortzahlung infolge Arbeitsunfähigkeit, sondern "gewöhnlicher" Lohn. Unter Umständen kann jedoch die Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein und das könnte eine Verletzung der Treuepflicht des Arbeitnehmers darstellen (volle Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers). Der Arbeitnehmer soll sich das somit gut überlegen und auch vorgängig mit dem Arbeitgeber und/oder Arzt besprechen.
S. K. H. 27.05.2019 21:57:30
Wurde in den letzten 2 Jahren total 5 Mal operiert. Habe meinen Direktvorgesetzten immer zuerst mündlich über die Eingriffe orientiert, danach die Originale der Arztzeugnisse weitergeleitet. Ging auch einmal im Büro sowie beim Personaldienst vorbei. Nun teilte mir mein Direktvorgesetzter mit, dass der Abteilungsleiter sowie er zu einem Besuch bei mir Zuhause vorbei kommen wollen. Habe nichts zu verstecken, jedoch ist mir mein Zuhause heilig und ich möchte entscheiden, wen ich bei mir empfange.
Ein Treffen bei Ihnen kann vom Arbeitgeber nicht verlangt werden. Wenn es Ihnen möglich ist, gehen Sie im Geschäft vorbei. Sie haben das Anrecht auf Ihre Privatsphäre.
A. R. 27.05.2019 22:01:12
Ich möchte wegen Kurzsichtigkeit die Augen lasern lassen. Ich werde voraussichtlich 3 Tage 100% arbeitsunfähig sein und ca. eine Woche zu 50%. Bin ich verpflichtet diese Operation in meinen Ferien zu machen oder gilt das als Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit?
Hierbei handelt es sich um einen Eingriff, welcher medizinisch nicht notwendig ist. Die anschliessende Arbeitsunfähigkeit ist somit nicht "ohne das Verschulden" des Arbeitnehmers erfolgt. Es besteht somit keine Lohnfortzahlungspflicht und die entsprechenden Tage müssten mittels Ferienbezug oder z.B. durch Bezug von Mehrarbeitsguthaben bewältigt werden.
P. F. 27.05.2019 22:03:08
Wegen meinem Arbeitsweg muss ich bei Arztterminen entweder am morgen später zur Arbeit oder am Abend früher weggehen. Kann der Arbeitgeber mir das verbieten, obwohl ich keine Wahl habe?
Grundsätzlich sind Arztbesuche ausserhalb der Arbeitszeit zu machen. Wenn Sie allerdings zu 100% arbeiten ist das schwierig. Ein Verbot für einen Arztbesuch kann der Arbeitgeber nicht aussprechen. Suchen Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung.
D. R. 27.05.2019 22:04:38
Ist es richtig, dass es im Ermessen des Krankgeschriebenen steht, vor Ablauf des Arztzeugnisses wieder die Arbeit auf zu nehmen? Entstehen dadurch für den AG keine Nachteile?
Der Arzt bescheinigt die Arbeitsfähigkeit aus seiner medizinischen Erfahrung mit Blick auf die Diagnose und die berufliche Tätigkeit. Es ist gut möglich, dass der Heilverlauf in Realität kürzer oder länger dauert. Durch eine vorzeitige Aufnahme der Arbeit entsteht dem Arbeitgeber kein Nachteil. Um dem Risiko einer allfälligen Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorzubeugen, ist es von Vorteil diese Entscheidung vorher mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
u. b. 27.05.2019 22:06:23
Guten Abend..mein Arbeitspensum ist 80% (Mo-Do)..meine Diagnose vor 11/2 Jahren..AML..Akute Leukämie..jetziges Arbeitspensum..3 Tage..vor 1Monat war ich 2 Wochen in den Ferien..wieviele Tage Ferien dürfen mir abgezogen werden..6 Tage oder 8 Tage?
Sie haben ein Arbeitspensum von 80% und eine Arbeitsunfähigkeit von 25%. Mit Ihrer Erkrankung sind Sie ferienfähig. Das heisst der Arbeitgeber kann die vollen 8 Arbeitstage als Ferien abziehen.
A. M. . 27.05.2019 22:07:37
Ich bin seit 10 Tagen krankgeschrieben. Gestern erhielt ich von der Krankentaggeldversicherung schon die Generalvollmacht zur Unterzeichnung zugestellt, was ich sicher nicht unterzeichnen werde. Stattdessen stelle ich Einzelvollmachten genau definiert aus. Zudem hat sich heute ein Gesundheitsmanager von der Versicherung telefonisch gemeldet. Ist ein solches Vorgehen einer Versicherung nach bereits 10 Tagen Krankheit angebracht bzw. üblich? Besten Dank für Ihre Antwort. Freundliche Grüsse
Schon nach 10 Tagen eine Vollmacht zu verlangen und einen Case-Manager einzuschalten ist (wenn es sich um den ersten Fall, und nicht um einen wiederkehrenden handelt) unangemessen und übertrieben. Aber es ist rechtlich möglich.
E. C. 27.05.2019 22:08:19
Ich bin im Stundenlohn angestellt und nun Krankgeschrieben seit zwei Monaten (Burnout). Im Vertrag ist 50-60% vereinbart und es wurden auch so viele Stunden vorgeplant. Bezahlt die Versicherung 80% der geplanten Stunden oder den Durchschnitt meines Jahresgehaltes?
Der Arbeitnehmer soll während der Arbeitsunfähigkeit so gestellt sein, als würde er/sie arbeiten. Wenn somit im Arbeitsvertrag ein bestimmter Umfang festgeschrieben ist, der Arbeitnehmer jedoch über längere Zeit deutlich mehr als die vereinbarten Stunden gearbeitet hat, so stellt man grds auf den durchschnittlichen Lohn in den letzten 12 Monaten ab. Darauf ist zumindest 80% Lohn fortzubezahlen (falls die OR-Lösung zur Annwendung kommt).
H. M. 27.05.2019 22:14:05
Meine Nichte fiel letzten februar von 0 auf 100 in ein burnout. Die taggeldversicherung des arbeitgebers, axa in Winterthur schickte sie zum Vertrauensarzt. Daraufhin erhielt sie von axa die aufforderung per 1.7.2019 wieder zu arbeiten oder sie müsse im eine klinik gehen. Sie selber durfte den bericht des vertrauensarztes nicht lesen. Ist dies so korrekt? Ich erlebte sie nach diesem bescheid von axa in der nächsten panikattacke. Also voll kontraproduktiv! Danke für Ihre meinung!
Sicher hat Ihre Nichte einen behandelnden Arzt, respektive Psychiater. Dieser soll bei der Versicherung intervenieren und den Bericht verlangen. Nur so kann er eine Stellungnahme machen. Ultimative Aufforderungen sind in der Situation der Nichte effektiv kontraproduktiv. Ein Burnout heilt nicht innert 4 Monaten.
M. Z. 27.05.2019 22:14:08
Ich hatte am 23. Mai eine Operation am Karbaltunnel. Nun bin ich 6 Wochen Arbeitsunfähig geschrieben zu 100 %. In diesen 6 Wochen habe ich 3 Wochen Ferien geplant. Meine Chefin plante mir diese 3 Wochen Ferien ein trotz der Krankschreibung. Darf sie das? Und kann sie von mir verlangen das ich ein Ferienznfähigkeitszeugniss bringe wenn ich die Ferien wegen der Krankschreibung nicht antreten kann? Besten Dank für Ihre Antwort.
Falls die Operation medizinisch notwendig war, so ist die nachträgliche Arbeitsunfähigkeit "unverschuldet" und es besteht eine Lohnfortzahlungspflicht durch den Arbeitgeber. Rein rechtlich bestimmt der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Ferien (Art. 329c Abs. 2 OR), hat jedoch auf die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. Der Arbeitgeber kann jedoch nicht einfach mit kurzer Vorlaufzeit 3 Wochen Ferien während einer (geplanten) Arbeitsunfähigkeit einseitig einplanen. Zudem kann es sein, dass infolge der Arbeitsunfähigkeit keine Ferienfähigkeit vorliegt und ein Ferienbezug von vorne herein entfällt. Das Einfordern eines Ferienunfähigkeitszeugnis kann aber u.U. geboten sein (Ausfluss der Treuepflicht).
Das Interesse am Thema ist gross! Die Experten arbeiten mit Hochdruck an der Beantwortung Ihrer Fragen - danke für Ihre Geduld...
R. S. 27.05.2019 22:19:27
Ich höre immer wieder von Ferientagerückerstatung infolge Krankheit. Mein Arzt ist überzeugt, dass dies für alle Berufsleute gilt, da sonst wirkliche Erholungstage verloren gehen. Noch nie habe ich aber gehört, dass eine Lehrperson dieses Recht auch zu Gute hat. Im Gegentei: krank bis zu den Ferien durchkämpfen und während den Schulferien dann krank sein statt Kräfte zu tanken oder Arbeiten ajour zu halten. Danach mit Pendenzen wieder starten, welche durch Krankheit liegen blieben.
Auch Personen im Lehrberuf können während den Ferien krank werden und haben Anrecht auf Ferienrückerstattung wenn sie ihre Arbeitsunfähigkeit beweisen können. Dazu benötigen Sie ein Arztzeugnis, das Sie während den Ferien als krank bescheinigt. Davon abzugrenzen ist die Ferienfähigkeit. Das Ziel von Ferien dient der Erholung. Wenn Sie während der Ferien eine Krankheit haben, die Ihre Erholungsfähigkeit nicht beeinträchtigt, erhalten Sie keine Ferienrückerstattung.
D. R. 27.05.2019 22:20:39
Darf ich als Arbeitgeber mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen, um ein klärendes Gespräch zu führen, ob der Arzt überhaupt weis, was sein Patient arbeitet und ob eine Teilarbeitsfähigkeit angebracht wäre?
Der Arzt unterliegt einer gesetzlichen Schweigepflicht und darf mit dem Arbeitgeber ohne Einwilligung des Patienten/Arbeitnehmers nicht über medizinische Aspekte sprechen. Es kann aber u.U. sinnvoll sein, dass der behandelnde Arzt durch den Arbeitnehmer selber über Möglichkeiten am Arbeitsplatz informiert wird, welche eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit (z.B. Büroarbeit) ermöglichen könnte. Hegt der Arbeitgeber seinerseits Zweifel, kann er in der Regel eine Untersuchung durch einen Vertrauensarzt verlangen.
M. R. 27.05.2019 22:21:16
Als arbeitgebende Institution in der beruflichen Integration stellen sich immer folgende Fragen bei Arztzeugnissen: Was heisst 50 % Arbeitsunfähigkeit bei einem Beschäftigungsgrad von 80%? Sind das nun 40% arbeitsfähig oder 50%? Ist das auf die aktuelle spezifische Tätigkeit ausgestellt, die er Arzt ja oft nicht kennt? Und heisst 50% zum Beispiel nur halbtags möglich oder kann dies auch an aufeinanderfolgenden Ganztagen sein für eine halbe Woche? Danke für die Klärung (inkl. Datenschutzthema)
Die Arbeitsunfähigkeit bezieht sich auf das aktuelle Pensum in der aktuellen Tätigkeit. 50% arbeitsunfähig auf dem Zeugnis heisst bei einem 80% Pensum 40% Arbeitsfähigkeit. Je nach betrieblichen Umständen sollte der Arbeitseinsatz mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.
S. O. 27.05.2019 22:25:39
Guten Abend Ich bin seit längerem krankgeschrieben. Dann musste ich vom Arbeitgeber aus zu einem Gutachter. Der kam zum Ergebnis, dass ich 100% arbeitsfähig sei und meinte die Diagnose der anderen 3 Ärzte treffen nicht zu. Mir wurde aufgrund des Gutachtens gekündigt. Was kann ich tun?
Der Arbeitgeber hat das Recht, eine behauptete Arbeitsunfähigkeit einer Arbeitnehmerin durch einen vertrauensärztlichen Untersuch zu begutachten. Wenn der Vertrauensarzt von keiner Arbeitsunfähigkeit ausgeht, so muss der Arbeitgeber für sich entscheiden, ob er das Risiko eingehen will, der Arbeitnehmerin zu künden. Anlässlich eines Gerichtsverfahrens könnte noch immer der Schluss kommen, dass eine Arbeitsunfähigkeit vorlag. Dann wäre die Kündigung nichtig (vollständig ungültig) und die Arbeitnehmerin hätte (weiterhin) einen Lohnanspruch. Das Risiko für den Arbeitgeber ist somit beträchtlich.
P. v. A. 27.05.2019 22:28:13
Ich arbeite in einem Arbeitsintegrationsprogramm und bin täglich mit Krankmeldungen von jungen Erwachsenen konfrontiert. Viele erhalten immer wieder Arztzeugnisse, was letztendlich ihre Integration verhindert. Um Feststellen zu können, inwieweit die betroffene Person arbeitsfähig ist, unterschreiben sie oft auch die Schweigepflichtsentbindungen. So kann beim Arzt angefragt werden, was das Problem. Ist es zulässig, dass der Arzt nur rudimentäre Auskunft gibt? Damit ist ja niemandem geholfen.
Ich gebe Ihnen recht. Die Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin hat ein detailliertes Arztzeugnis erstellt (https://www.swiss-insurance-medicine.ch), um mehr Informationen zu erhalten. Ich würde den behandelnden Ärzten dieses Zeugnis mit einer detaillierten Arbeitsplatzbeschreibung zustellen. Das erleichtert die Arbeit dieser Ärzte. Die Kosten des Arztes belaufen sich zwischen CHF 60 bis 100. Alternativ können Sie sich einen Vertrauensarzt suchen, der das Gespräch mit dem behandelnden Arzt sucht und die Integration mit klaren Anweisungen unterstützt.
R. U. 27.05.2019 22:28:37
Als Hausfrau erhalte ich nie ein Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis. Nicht einmal als ich eine Lungenentzündung hatte und dadurch stark eingeschränkt war. Gäbe es in so einer Situation die Möglichkeit einer Familien-/Haushalthilfe? Könnte man mit Zeugnis von irgendwo finanzielle Unterstützung erhalten um diese Hilfe zu bezahlen? Besten Dank für Ihre Bemühungen!
Hier kann es hilfreich sein, Kontakt mit der Krankenversicherung aufzunehmen. Diese kann auch mitteilen, welche Unterlagen konkret für die Prüfung eines Leistungsanspruchs erforderlich sind. Nicht vergessen sollte man eine allfällig mögliche Unterstützung durch den Sozialdienst ihrer Wohngemeinde.
T. B. 27.05.2019 22:30:50
Grüezi bei einer starken Erkältung wo man 1 Tag Fieber hat muss man für diesen Tag extra zum Arzt? Die Erkältung geht zwar schon eine Woche aber gefehlt habe ich nur 1 Tag.
Ihr Arbeitgeber kann entscheiden, ab wann er ein Arztzeugnis will. Üblicherweise ab dem 3. oder 5. Tag. Wenn Sie in Ihrem Arbeitsvertrag ab dem 1. Tag ein Zeugnis beibringen müssen, ist das halt so....
D. C. 27.05.2019 22:31:33
Wann kann ich Berufsinvadlidität anmelden? Muss es wirklich zuerst passieren? Das Militär hat mich als doppelt Untauglich erklärt. Grund: zu Leicht (52kg/178cm). Trotzdem arbeite ich seit ich 15 bin als Koch und beklage mich nun über tägliche, heftige Schmerzen. (Schulterblätter Wirbelsäule Untererrücken Knie und keine ruhigen Hände mehr) Der Beruf Koch bringt mich an ein Burn Out, der Stress und die körperliche Belastung viel zu gross. Kann ich mich für eine Berufsklasse Krankschreiben?
Sie können sich an Ihren Hausarzt wenden. Ist er ebenfalls der Ansicht, dass Ihr Beruf Sie krank macht, kann eine Umschulung in Erwägung gezogen werden, über eine Meldung und Beratung bei der Invalidenversicherung.
K. P. 27.05.2019 22:31:46
Mein Arbeitgeber handelt die Absenz durch Krankheit wie folgt: Ab dem ersten Tag, bei Abgabe eines Artzeugnis 80% des ursprünglichen Lohns, ohne Arztzeugnis muss ein Ferientag angerechnet werden. Ich bin mir ziemlich sicher,dass dies so nicht gesetzeskonform ist, und würde daher gerne wissen, mit welchem OR-Artikel ich die Führungsperson mit der Rechtslage kontaktieren kann.
Die Arbeitnehmerin muss grds die Arbeitsunfähigkeit beweisen. Sie macht dies oftmals mit einem Arztzeugnis. Der Beweis kann aber auch durch andere Beweise erbracht werden (z.B. Zeugen). Sofern die Arbeitnehmerin den Beweis erbracht hat, schuldet der Arbeitgeber den Lohn (mind. 80%). Es kann aber sein, dass der Arbeitgeber ein Arztzeugnis bereits ab dem ersten Tag verlangt (die Arbeitsverhinderung kann aber - wie erwähnt - auch anderweitig erbracht werden). Eine Verrechnung mit Ferien ist hingegen nicht statthaft. PS: Es kann aber sein, dass bei einer Krankentaggeldversicherungslösung die ersten 1-3 Krankheitstage überhaupt nicht bezahlt werden (sog. Karenztage), aber dabei handelt es sich natürlich nicht um eine Verrechnung mit den Ferientagen.
E. L. 27.05.2019 22:34:16
User Sohn erlitt eine Sportverletzung und wurde vom Arzt zu 100 % für eine Woche arbeitsunfähig geschrieben. Der Lehrbetrieb hat ihm für die Woche für jeden Tag 20% der Arbeitszeit abgezogen. Er musste die Zeit nacharbeiten. Ist das zulässig?
Oftmals betreffen bei Lernenden die erwähnten 20% den Schultag. Bei vielen Verletzungen besteht bei einer beruflichen Arbeitsunfähigkeit gleichwohl eine "Schulfähigkeit" des Lernenden.
C. S. 27.05.2019 22:35:16
Laut Vertrag kann man mir nicht kündigen bis 2022, nun meine Krankentaggeldversicherung zahlt "nur" noch bis Ende 2020. Kann mir de Arbeitgeber trotz Vertrag kündigen ? Ich habe eine chronische Krankheit.
Es ist zu beachten, dass der Kündigungsschutz und die Lohnfortzahlung (inkl. Krankentaggeldversicherung) zwei verschiedene Sachen sind und nicht miteinander koordiniert sind. Der Vertrag sieht offenbar eine Kündigungsmöglichkeit nicht vor 2022 vor. Es kann aber sein, dass die Lohnfortzahlungspflicht bereits früher erlischt und dass somit keine Lohnfortzahlung mehr geleistet wir, trotz noch bestehendem Arbeitsvertrag. Sobald die Arbeitsfähigkeit aber wieder (ganz/teilweise) gegeben ist, lebt die Lohnzahlung wieder auf.
F. F. 27.05.2019 22:37:18
Mein Arbeitgeber hat mir zwei freie Tage, die bereits im Wochenarbeitsplan eingeteilt waren, an Überzeit abgezogen , bin dann aber in dieser Woche krank geschrieben worden. Darf er das? Ich arbeite verschiedene Schichten, auch teilweise am Wochenende.
Die zwei geplanten freien Tage scheinen bei Ihnen wie ein Wochenende geplant gewesen zu sein. Erkrankungen am Wochenende sind Pech, müssen aber nicht als Krankheitstage zurückerstattet werden. Somit gelten sie trotz Erkrankung nicht als Arbeitstage.
C. G. 27.05.2019 22:39:09
Nach 2 Wochen krank arbeiten hat mich mein Arzt für 1 Woche wegen Grippe krank geschrieben. Dies habe ich dem Arbeitgeber direkt nach dem Arzttermin telefonisch mitgeteilt und das Attest per Mail geschickt. Einen Tag später verlangte die Chefin, dass ich trotz Krankschreibung arbeiten komme wegen Personalmangels. Ich lehnte ab, weil es mir wirklich schlecht ging. Beim Austrittgespräch wurde mir nahegelegt,dass ich nicht teamfähig und unzuverlässig bin,weil ich da nicht zur Arbeit kam.Stimmt das?
Durch die Krankschreibung gestützt auf ein Arztzeugnis liegt eine unverschuldete Arbeitsunfähigkeit vor. Sie dürfen somit der Arbeit fernbleiben und haben Anrecht auf Lohnfortzahlung. Der Grund "Personalmangel" kann nicht dazu führen, dass Sie trotz Arbeitsunfähigkeit am Arbeitsplatz erscheinen müssen. Etwaige negative Konsequenzen daraus wären rechtlich nicht zulässig (z.B. negative Erwähnung im Arbeitszeugnis oder bei Referenzauskünften).
G. M. 27.05.2019 22:39:38
Guten Abend : Es herrschen ja unterschiedliche Ansichten ab wann ein Arztzeugnis notwendig sei. Was gilt eigentlich? Ein, zwei oder drei Tag?
Der Arbeitgeber kann dies frei entscheiden, es geht auch erst nach 2 Wochen. Im Arbeitsvertrag respektive dem Reglement sollte dies festgehalten sein.
D. C. 27.05.2019 22:40:06
Berufsinvalidität - Muss es immer erst passieren? Durch meinen Beruf habe ich im ganzen Körper immer wieder und stark vermehrt die selben Schmerzen. Am meisten ist mein Rücken davon betroffen. Es liegt nahe, dass wenn ich so weiter arbeite, meine Berufsfähigkeit verlieren werde. Welche Möglichkeiten habe ich? Umschulen ist klar, kann ich mir alleine aber nicht Finanzieren. Krankschreiben auf eine Berufsklasse? Kann mich das RAV Unterstützen?
Wie in der ersten Antwort erwähnt würde ich Ihre Situation mit dem Hausarzt besprechen. Sollte er der Meinung sein, dass Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, wäre eine Umschulung sinnvoll. Das RAV kann Sie dort in Zusammenarbeit mit Hausarzt und Invalidenversicherung unterstützen.
J. S. 27.05.2019 22:41:05
Mein Ex-Arbeitgeber akzeptiert 6-wöchiges AUF-Zeugnis (100%) nicht (Rücken-OP) akzeptiere nur über 4 Wochen. Darf er das? Nahtlos hatte ich nochmals ein 1-wöchiges AUF-Zeugnis (100%), das bis 1. des darauffolgenden Monates datiert ist, akzeptiert er auch nicht. Dies war alles in der Kündigungszeit (Arbeitgeber aus betriebswirtschaftlichen Gründen) mir gekündigt. Verlangt ebenso Bestätigung des Arztes, dass Operation dann nötig war. Kann er das verlangen? Könnte mich ja zu Vertrauensarzt schicken
Zur Klärung des Sachverhaltes wäre sicherlich eine vertrauensärztliche Untersuchung von Vorteil. Diese kann der Arbeitgeber bei den meisten Unfall- oder Krankentaggeldversicherungen einfordern. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie eine solche vertrauensärztliche Untersuchung anfragen. Wenden Sie sich diesbezüglich an Ihre zuständige Versicherung.
K. H. 27.05.2019 22:42:28
Ich erlebe seit 3 Monaten tägliches Mobbing von meiner neuenVorgesetzten. Bin seit Beginn in psych. Begleitung, habe etliche Gespräche mit Personalverantwortlichen und Gemeinderat ersucht, vergeblich. War auf der Mobbing-Fachtelle etc. 3 weitere Mitarbeitende bestätigen die Schikanen etc. Nun bin ich gezwungen zu kündigen. Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Hausarzt, die Stelle als "unzumutbar" bezeichnet? Ich bin nicht krank, aber weitere 3 Monate machen mich krank. Habe 2 kleine Kinder.
Ihr Hausarzt hat die Möglichkeit Sie für diesen spezifischen Arbeitsplatz krank zu schreiben. Für andere Arbeitsplätze wären Sie dann arbeitsfähig.
T. J. 27.05.2019 22:45:17
Unsere Schüler (Berufsschule) müssen bei Prüfungsabsenzen ein Arztzeugnis vorlegen. Kürzlich erhielt ich ein Zeugnis mit dem Vermerk des Arztes, dass dieses aufgrund von Angaben des Patienten ausgestellt wurde. Den genauen Wortlaut weiss ich nicht mehr. Das Zeugnis wurde nur für diesen Tag ausgestellt, an dem die Prüfung stattfand. Ist ein solches Arztzeugnis gültig?
Die Prüfungsordnung kann vorsehen, dass eine Prüfungsabsenz durch ein Arztzeugnis zu belegen ist. Ein Zeugnis, welches festhält, dass es aufgrund der Angaben des Patienten erstellt wurde, ist nicht per se ungültig oder falsch. Es zeigt aber, dass der Arzt offenbar keine eigenen Feststellungen machen konnte oder wollte. Zudem ist es nur für einen konkreten Tag ausgestellt (Prüfungsdatum). Es stellen sich daher gewisse Fragen (Gefälligkeitszeugnis etc.). Die Berufsschule könnte ein solches Zeugnis u.U. nicht akzeptieren, geht dabei aber ein Risiko ein, dass das Zeugnis vor Gericht dennoch gutgeheissen wird (immerhin ist es eine Urkunde eines Arztes und das Ausstellen eines falschen Zeugnisses ist ein Straftatbestand).
A. R. 27.05.2019 22:49:14
Guten Abend. Seit Wochen habe ich zwischenmenschliche Probleme mit meinem Vorgesetzten. Das habe ich mit meinen Hausarzt besprochen. Er hat mich wegen psychischer Belastung für vier Wochen zu 100% Krank geschrieben. Mein Arbeitgeber hinterfragt meine Arbeitsunfähigkeit. Kann ich mich nun zuerst erholen, oder muss ich arbeiten gehen. Der Chef hat gesagt, dass er den Lohn nicht mehr weiter zahlen will.
Ihr Arbeitgeber kann Ihren Lohn nicht nach Wunsch und Laune auszahlen. Es gibt eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers, deren Dauer abhängig von Ihrer Anstellungsdauer ist (siehe auch im Internet über Dauer Lohnfortzahlung bei Krankheit). Ihr Hausarzt entscheidet mit der Krankschreibung ob Sie arbeitsfähig oder arbeitsunfähig sind (zuerst erholen oder arbeiten gehen...). Ihr Arbeitgeber hat die Möglichkeit einen Vertrauensarzt beizuziehen. Vermutlich haben Sie auch eine Lohnausfallversicherung die im Falle einer Krankschreibung bezahlt.
E. F. 27.05.2019 22:50:00
Guten Abend. Ich musste nach einem Unfall mein Schlüsselbein vor 1,5 Wochen operieren und bin jetzt zu 100% krank geschrieben. Meine Ferien (ab morgen) in Spanien, habe ich schon vor langer Zeit gebucht. Ich habe das ok vom operierenden Arzt für die Reise bekommen, mein Hausarzt hat aber jetzt gesagt, für Ferien im Ausland muss die Arbeitsunfähigkeit ab morgen beendet werden. Ist das so richtig? D
Dies kommt auf die Bedingungen der Krankentaggeldversicherung an. Es gibt Versicherungslösungen, bei denen die Taggeld-Leistungen nur ausbezahlt werden, wenn sich die betroffene Person in der Schweiz aufhält. Erkundigen Sie sich nach ihrem konkreten Versicherungsprodukt.
A. V. 27.05.2019 22:50:17
Eine Mitarbeiterin informiert den Vorgesetzten transparent über eine bevorstehende Schönheit-OP. Der Vorgesetzte trägt krank ein. Es gibt Komplikationen, eine neue Abwesenheit entsteht. Der Vorgesetzte hätte nicht krank, sondern Ferien vereinbaren müssen. Kann der AG nun für die Komplikationsabwesenheit (gleiche OP) von der MiA Ferien verlangen?
Bei der ursprünglichen Operation handelt es sich um eine "Schönheits-OP" und somit um einen Fall einer "verschuldeten" Arbeitsunfähigkeit. Falls die anschliessenden Komplikationen aber einen Krankheitsgrad erreichen, welcher zu einer unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit führt, dann hat der Arbeitgeber grds eine Lohnfortzahlungspflicht. Im letzteren Fall wäre eine Verrechnung mit Ferien nicht statthaft.
M. S. 27.05.2019 22:54:05
Ist es rechtlich zugelassen, dass der Arbeitgeber vom 1. Tag an ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis verlangen darf?
Ab wann ein Zeugnis notwendig ist, regelt der Arbeitsvertrag, unter Umständen der Gesamtarbeitsvertrag der Branche. Im Anstellungsvertrag kann also festgehalten werden, dass ab dem 1. Tag ein Zeugnis beigebracht werden muss. Ebenso kann der Arbeitgeber in speziellen Fällen verlangen, dass ab dem 1. Tag ein Zeugnis einzuholen ist.
T. S. 27.05.2019 22:56:32
Ich bekamm fie Kündigung und bin aber in der Kündigungsfrist 50% krank geschrieben. Wird die Kündigungsfrist verlängert? Ich war zuvor wegen der gleicher Krankheit krank geschrieben und die 90 Tage Kündigungsschutz sind schon länger vorbei.
Abhängig vom Dienstjahr (hier max. 90 Tage, für Arbeitsverhältnisse zwischen dem 2. bis und mit 5. Dienstjahr) geniesst die Arbeitgeberin einen zeitlich beschränkten Kündigungsschutz. Wenn infolge einer Krankheit dieser 90 Tage-Kredit aber bereits "aufgebraucht" ist, so führt eine erneute Erkrankung (diesselbe Krankheit) zu keiner neuen Sperrfrist. Das Arbeitsverhältnis kann in diesem Fall gültig gekündigt werden. Falls eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer anderen Ursache eintritt, wird eine neue Sperrfrist (wiederum 90 Tage) ausgelöst. Das dürfte hier aber nicht der Fall sein.
C. B. 27.05.2019 22:59:47
Eine Angehörige ist zur Zeit wegen grosser Belastung am Arbeitsplatz zu 40% krankgeschrieben. Nun will der Betrieb ihr eine Vertragsänderung zu Teilzeit machen. Muss sie die Vertragsänderung während sie krankgeschrieben ist annehmen?
Es stellt sich die Frage der Sperrfrist (siehe im Internet unter Dauer Sperrfrist bei Krankheit). Wenn diese abgelaufen ist, kann der Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen, auch wenn die Person noch krank geschrieben ist. Bei längerer Fortdauer der Erkrankung wäre dies jedoch ungeschickt, da die Krankentaggeldversicherung, IV und RAV dann auf dem tieferen Lohn berechnet würden. Wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist, muss sie die Änderungskündigung nicht annehmen.
b. z. 27.05.2019 23:02:21
Guten Abend, Darf einem Mitarbeiter, der seit 2 Jahren psychisch krank geschrieben ist und zwischendurch 20 - 100% arbeitsfähig war, während dieser Zeit aber nie Ferien beziehen konnte, gekündigt werden und verlangt werden, das Ferienguthaben der letzten 2 Jahre in den 2 Monaten Kündigungsfrist zu beziehen, obwohl er bis Heute 80% krank geschrieben ist?
Die Möglichkeit, zu künden, richtet sich nach Art. 336c OR. Während einer Krankheit geniessen Arbeitnehmer einen zeitlich beschränkten Kündigungsschutz (Sperrfristen: 30, 90, 180 Tage, abhängig vom Dienstjahr). Falls eine etwaige Sperrfrist bereits abgelaufen ist, kann ein Arbeitsverhältnis u.U. gekündigt werden. Der Ferienbezug wird grds vom Arbeitgeber angeordnet; dieser hat aber auf die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. Zudem kann der Arbeitgeber nicht mittels sehr kurzer Vorlaufzeit eine grössere Anzahl von Ferienbezügen vom Arbeitnehmer verlangen. Dazu kommt, dass Ferien nur bezogen werden können, wenn der Arbeitnehmer ferienfähig ist. Der Arbeitgeber kann aber u.U. eine Ferienkürzung infolge Krankheit vornehmen (Art. 329b OR). Diejenigen Ferientage, welche nicht mehr während des Arbeitsverhältnisses bezogen werden können, hat der Arbeitgeber in Geld auszubezahlen.
A. S. 27.05.2019 23:03:04
Anstellungsbeginn: 01.01.2017, war dann öfters krank, wegen unterschiedlichen Kleinigkeiten. Habe die 15 Krankheitstage aufgebraucht und wurde im November 2018 wegen Mobbing am Arbeitsplatz für 2 Wochen krankgeschrieben. Mein Arbeitgeber hat mir dann diese 17 Tage, die ich zuviel krank war, voll von meinem November-Lohn abgezogen, da die Krankentaggeldversicherung erst ab dem 31. Tag zahlen musste. Ist dies rechtens? Dazuzusagen ist, dass ich Schwanger war und es mir sehr schlecht ging..
Ein Kontingent an "Kranktagen" ist mir nicht bekannt, niemand hat Krankheitstage zu gut. Wenn Sie krank sind, können Sie nicht arbeiten, die Dauer ist von der Krankheit bestimmt. Die meisten Taggeldversicherungen zahlen nach 30 oder 60 Tagen, bis zu diesem Zeitpunkt ist der Arbeitgeber für den Lohn in der Pflicht. In der Schwangerschaft ist der Schutz noch speziell verstärkt.
C. D. 27.05.2019 23:05:45
Unsere Tochter wurde während ihrem 1-jährigen Praktikum für 2 Monate krank geschrieben. Darf dies der Arbeitgeber im Arbeitszeugnis erwähnen.
Die rechtlichen Bandbreiten sind hier für den Arbeitgeber sehr eng. Ganz generell kann gesagt werden, dass Absenzen im Zeugnis nicht erwähnt werden dürfen (es sei denn, sie waren sehr lang und/oder hatten einen erheblichen Einfluss auf die Leistung und das Verhalten der Arbeitnehmerin oder die Eignung zur Erfüllung der bisherigen Aufgaben stellte sich in Frage. Die Tochter kann sich hier wohl mit guten Erfolgsaussichten wehren.
Der Experten-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber auf https://www.srf.ch/sendungen/puls/krankgeschrieben-fertiggerichte-trauma-folgen-anno-puls-2