Source: https://www.schwanger.bayern.de/babywunsch/adoption/
Timestamp: 2018-04-23 01:40:34
Document Index: 141172658

Matched Legal Cases: ['§ 1741', '§ 1741', '§ 9', '§ 1743', '§ 1747', '§ 1744']

Viele ungewollt kinderlose Paare oder Paare mit einem weiteren unerfüllten Kinderwunsch sehen durch die Adoption die Möglichkeit, ihren Wunsch nach einer (größeren) Familie zu verwirklichen.
Die Adoptionsvermittlung wird ausschließlich von Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter und von anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen freier Träger durchgeführt. Es geht darum, für ein Kind, das nicht in seiner Herkunftsfamilie leben kann, neue Eltern zu finden. Dabei steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt, d.h. für ein bestimmtes Kind werden die bestmöglichsten Adoptiveltern gesucht und nicht für ein Paar das „passende“ Kind.
Die Fachkräfte in den Adoptionsvermittlungsstellen sind für den gesamten Beratungs- und Vermittlungsprozess verantwortlich. Dieser erstreckt sich von der Beratung der leiblichen Eltern, über die Überprüfung der Eignung von Adoptionsbewerbern und die Auswahl bestimmter Bewerber für ein konkretes Kind bis hin zur Beratung und Unterstützung auch nach Abschluss der Adoption.
Die Adoption eines Kindes ist nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen den Adoptiveltern und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht.
§ 1741 Abs. 1 Satz 1 BGB
Unter dieser Voraussetzung können Ehepaare oder Einzelpersonen, zum Beispiel Alleinstehende und in nichtehelichen oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften einer der beiden Partner ein Kind adoptieren.
Bei Ehepaaren erfolgt die Adoption eines Kindes in der Regel gemeinschaftlich.
Ein Ehepartner oder ein Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kann das Kind des jeweils anderen Ehepartners bzw. Lebenspartners adoptieren (Stiefelternadoption). § 1741 Abs. 2 BGB bzw. § 9 Abs. 7 LPartG
Bei der Annahme durch ein Ehepaar muss ein Ehegatte das 25. Lebensjahr, der andere das 21. Lebensjahr vollendet haben; eine einzelne Person muss das 25. Lebensjahr vollendet haben.
§ 1743 BGB
Zur Annahme eines Kindes ist auch die Einwilligung der leiblichen Eltern erforderlich; diese kann von der Mutter und dem ehelichen Vater frühestens acht Wochen nach der Geburt erteilt werden.
§ 1747 Abs. 1 und 2 BGB
Die Adoption soll erst nach einer angemessenen Adoptionspflegezeit durch das Amtsgericht ausgesprochen werden. § 1744 BGB
Bei Säuglingen beträgt diese Zeit in der Regel ein Jahr, bei älteren Kindern entsprechend länger.
Bei einer Fremdadoption erlischt mit der Annahme das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes zu der leiblichen Familie und das Kind erlangt die rechtliche Stellung eines Kindes der Adoptiveltern bzw. des Adoptivelternteils.
Die Aufhebung der Adoption ist nur aus schwerwiegenden Gründen und nur zum Wohle des Kindes möglich, nicht im Interesse der Annehmenden.
Bei einer Adoption ändert sich die rechtliche Beziehung des Kindes zu seinen Eltern grundlegend. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die leibliche Familie
Wer sein Kind zur Adoption freigibt, sieht sich nicht in der Lage, für das leibliche und seelische Wohl des Kindes ausreichend Sorge zu tragen. Die weitreichende, endgültige Entscheidung, sein Kind zur Adoption frei zu geben wird in der Hoffnung auf ein förderliches Leben für das Kind getroffen. Sie ist alles andere als leicht und wird oft Jahre später noch von Gefühlen der Schuld, der Trauer oder des Versagens begleitet. Vielen leiblichen Eltern hilft es bei ihrer Entscheidung, wenn sie z. B. in den konkreten Vermittlungsprozess (persönliche Vorstellungen hinsichtlich einer Adoptivfamilie, anonymes Kennenlernen) mit einbezogen werden.
Für das adoptierte Kind bleibt seine Herkunftsfamilie bedeutsam, auch wenn keine rechtliche Beziehung mehr zu ihr besteht. Ein wesentlicher Unterschied zu leiblichen Kindern besteht darin, dass es faktisch zwei Elternpaare hat: die biologischen und die sozialen Eltern.
Die Frage nach den Wurzeln, also der leiblichen Herkunft, wird früher oder später gestellt.
Beim Kind können Gefühle der Wut, der Trauer oder der Verunsicherung auftreten. Es ist nicht einfach die Gründe für die Adoptionsfreigabe nachzuvollziehen. Und der Wunsch, die leiblichen Eltern kennen zu lernen, ist oft groß.
Die Adoptiveltern wurden bereits im Rahmen der sogenannten Eignungsüberprüfung auf eine Adoption vorbereitet. Im Rahmen der Adoptionspflegezeit und auch nach der Adoption stehen ihnen die Fachkräfte der Adoptionsvermittlung beratend zur Verfügung. Bei den Adoptiveltern treten oftmals Unsicherheiten auf, wenn ihr Kind Fragen hinsichtlich seiner Herkunft hat.
Der offene und ehrliche Umgang mit der erfolgten Adoption ist hier für alle Beteiligten das Beste.
Vor allem für die Identitätsfindung des Kindes / des Jugendlichen ist ein transparenter Umgang mit der Situation förderlich.