Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2033,%20360
Timestamp: 2020-02-26 15:42:29
Document Index: 334628850

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'Art. 8', '§ 233', 'BGH', '§ 206', 'BGH', 'BGH', '§ 206', 'BGH', 'Art. 8', 'BGH', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'Art. 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH', '§ 194', '§ 194', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.10.1960 - III ZR 132/59 - dejure.org
BGH, 24.10.1960 - III ZR 132/59
https://dejure.org/1960,239
BGH, 24.10.1960 - III ZR 132/59 (https://dejure.org/1960,239)
BGH, Entscheidung vom 24.10.1960 - III ZR 132/59 (https://dejure.org/1960,239)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 1960 - III ZR 132/59 (https://dejure.org/1960,239)
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Anspruchsberechtigter - Frist zur Klageerhebung - Vorprozessuale Ausschlußfrist - Hemmung von Verjährungsfristen - Wiedereinsetzung
BGB § 203; FinVertr Art. 8; ZPO § 233
Rechtsnatur der Frist zur Erhebung der Klage
BGHZ 33, 360
NJW 1961, 1533 (Ls.)
NJW 1961, 312
MDR 1961, 210
Soweit das Berufungsgericht die Zeit bis zur Wiedervereinigung gleichwohl unter Hinweis auf die - die Hemmung der Verjährung wegen höherer Gewalt betreffende - Vorschrift des § 206 BGB für berücksichtigungsfähig hält, übersieht es, dass sich der Regelung keine über die Verjährung hinausgehenden Grundsätze entnehmen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 24. Oktober 1960 - III ZR 132/59, BGHZ 33, 360, 363;… Erman/Schmidt-Räntsch, BGB, 13. Aufl., § 206 Rn. 2 mwN).
Der Senat hat bereits in seiner Entscheidung vom 24. Oktober 1960 - III ZR 132/59 - (BGHZ 33, 360) ausgeführt, daß die Bestimmung des Art. 8 Abs. 10 FV eine vorprozessuale Ausschlußfrist enthält, auf die weder die Bestimmungen über die Hemmung von Verjährungsfristen noch die zivilprozessualen Vorschriften über die Wiedereinsetzung anwendbar sind.
Wie der Senat in BGHZ 33, 360, 364 bereits dargelegt hat, spricht auch ein Vergleich des Abs. 6 und des Abs. 10 des Art. 8 FV dafür, daß der Gesetzgeber bewußt die Auflockerung der Fristbestimmungen in das Anmeldeverfahren verlegt hat, während für die Eröffnung des Rechtsweges nach Abschluß des förmlichen Verwaltungsverfahrens eine nicht durch Wiedereinsetzungsmöglichkeiten durchbrochene Fristenstrenge herrschen soll.
Die Wahrung der Klagefrist des Art. 8 Abs. 10 FV ist Prozeßvoraussetzung, ihre Versäumung macht die Klage unzulässig (vgl. die bereits zitierten Entscheidungen des Senats vom 24. Oktober 1960 - III ZR 132/59 - insoweit in BGHZ 33, 360 nicht, jedoch in VersR 1961, 115 abgedruckt - und vom 27. November 1961 - III ZR 133/60, S. 5).
Die frühere, einheitliche Auffassung in Schrifttum und Rechtsprechung ging dahin, auf Ausschlußfristen seien die Vorschriften für Verjährungsfristen nicht anwendbar, weil es sich nach Gegenstand und Wirkung um völlig verschiedene Begriffe handele (vgl. RGZ 158, 137, 140; BGHZ 33, 360, 363 m.w.N.).
Diese Auffassung, die anfänglich, auch im Schrifttum vertreten wurde (vgl. Vowinkel NJW 1960, 1144), konnte der Prozeßbevollmächtigte des Klägers, obwohl er zu eigener Prüfung der Rechtsfrage verpflichtet war, sich ohne ein Verschulden zu eigen machen, denn der Charakter der Klagefrist als einer vorprozessualen Ausschlußfrist, die durch die Gerichtsferien nicht berührt wird, ist erst seit dem Urteil des erkennenden Senats vom 24. Oktober 1960 - III ZR 132/59 - (BGHZ 33, 360 = NJW 1961, 312) allgemein anerkannt.
Da es sich um eine vorprozessuale Ausschlußfrist handelt (BGHZ 33, 360, 363) [BGH 24.10.1960 - III ZR 132/59], kann die Frist nur durch eine ordnungsmäßige Zustellung nach Maßgabe der Gesetze in Gang gesetzt werden (BGH VersR 1963, 130); das ergibt sich insbesondere auch aus § 9 Abs. 2 des Verwaltungszustellungsgesetzes vom 3. Juli 1952 (BGBl I 379), der einen allgemeinen Grundsatz ausspricht.
Die zweimonatige Klagefrist des Art. 8 Abs. 10 PV ist nach der Rechtsprechung des Senats eine prozessuale Ausschlußfrist, auf deren Einhaltung von Amts wegen zu achten ist; der Bescheid des AVL ist eine Prozeßvoraussetzung (Urteile vom 24. Oktober 1960 - III ZR 132/59 = BGHZ 33, 360; 5. Juni 1961 - III ZR 73/60 = HJW 1961, 1627; 9. Juli 1964 - III ZR 189/63 - s. auch VersR 1962, 139; 1963, 1197- wie hier auch Arnolds in DRiZ 1961, 79, 83/4 -).
Bei dieser Frist handelt es sich um eine vorprozessuale Ausschlußfrist (BGHZ 33, 360).
Hierbei handelt es sich vielmehr um eine Ausschlussfrist materiellen Rechts, auf die die zivilprozessualen Bestimmungen der Wiedereinsetzung nicht anwendbar sind (OLG Celle, Beschluss vom 26.03.2007, AZ 8 W 12/07; vergleiche BGH NJW 1961, 312;… Zöller ZPO, 27. Auflage, § 233, Rdnr. 7 ff.).
Ausschlußfrist für Entschädigungsansprüche wegen Strafverfolgung
Insoweit ist anerkannt, dass, soweit nicht - was hier aber nicht der Fall ist - ausnahmsweise eine gesetzliche Inbezugnahme erfolgt, die für Verjährungsfristen geltenden Vorschriften auf gesetzliche Ausschlussfristen grundsätzlich unanwendbar sind, da es sich nach Gegenstand und Wirkung um völlig verschiedene Rechtsinstitute handelt ( RGZ 102, 339, 341; 158, 137, 140; BGHZ 33, 360, 363; BGHZ 98, 295, 298; Staudinger/Peters (2001) Vor § 194 a.F. RdNr. 15; RGRK/Johannsen Vor § 194 a.F. RdNr. 7).
BGH, 16.05.1963 - III ZR 32/62
BGH, 04.03.1968 - II ZR 36/67
Anforderungen an die Auslegung eines Sozietätsvertrages - Umfang der …