Source: http://www.international-probate-lawyer.com/detail/article/schenkung-von-us-vermoegen-durch-in-deutschland-ansaessige-person-ohne-us-staatsangehoerigkeit-4293.html
Timestamp: 2019-09-18 03:54:23
Document Index: 376147411

Matched Legal Cases: ['§ 2501', '§ 25', '§ 2501', '§ 25', 'Art. 5', '§ 2522', '§ 1015']

Wir beraten bei Vermögen in den USA umfassend bei allen Fragen des Vermögensübergangs auf die nächste Generation (oder andere Personen). Ein Instrument ist dabei die lebzeitige Schenkung des US-Vermögens. Der Beitrag zeigt auf, welche Fragen sich stellen, wenn eine in Deutschland ansässige Person ohne US-Staatsangehörigkeit Vermögen in den USA einer anderen Person schenken will und gibt erste Hinweise für Lösungen.
Die USA erheben auf Bundesebene eine Schenkungssteuer (U.S. federal gift tax). Gegenstand der Steuer ist die Übertragung von Vermögensgegenständen durch eine in den USA ansässige Person (resident) oder nicht-ansässige Person (non-resident), IRC § 2501(a)(1).
Merke: Der Umstand, dass der Beschenkte in den USA lebt, ist also im Grundsatz unerheblich. Hierzu verweisen wir auch auf den Beitrag Schenkungen an US-Personen.
Dabei wird an sich nicht zwischen US-Staatsangehörigen und Ausländern (z.B. Deutschen) unterschieden. Wenn der Schenker kein US-resident und kein US-citizen ist, unterfällt allerdings die Übertragung von immateriellen Vermögensgegenständen (intangible property) allerdings nicht der US-Schenkungssteuer, siehe hierzu die Ausführungen unter US-Vermögen.
Für Zwecke der Schenkungssteuer ist ein resident eine Person, die ihr domicile in den USA im Zeitpunkt der Schenkung hat (Treas. Reg. § 25.2501-1(b)). Alle anderen Personen sind nicht ansässig (non-resident) in diesem Sinne.
Hinweis: Im Anwendungsbereich des deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommens auf dem Gebiete der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungssteuern (DBA-USA-Erb) wird ein besonderer DBA-Wohnsitz definiert. Die USA haben nur dann ein Besteuerungsrecht, wenn der Schenker einen solchen DBA-Wohnsitz in den USA hatte (oder es sich um US-Vermögen im Sinne des DBA-USA-Erb handelt).
Wenn der Schenker kein US-resident und kein US-citizen ist, unterfällt die Übertragung von immateriellen Vermögensgegenständen (intangible property) nicht der US-Schenkungssteuer, siehe IRC § 2501(a)(2). Vermögen ist immateriell, wenn das Recht gewährt wurde von oder vollziehbar ist gegenüber einem US-resident oder einer US-Kapitalgesellschaft (domestic corporation) unabhängig davon, wo der schriftliche Beweis über das Vermögen physisch bei Übertragung belegen ist (Treas. Reg. § 25.2511-3(b). Ob zum immateriellen Vermögen auch Anteile an einer Personengesellschaft (z.B. LLP oder LLC bei entsprechender Wahl) ist streitig. Ist nach US-Einkommensteuerrecht die Gesellschaft durchsichtig (disregarded entity), ist das Vermögen der Gesellschaft dem Gesellschafter zurechenbar und, sofern es körperlich ist und in den USA belegen ist, US-Vermögen.
Hinweis: Im Anwendungsbereich des DBA-USA-Erb kann die USA allerdings nur das in den Art. 5 bis 8 des DBA-USA-Erb bezeichnete Vermögen besteuern, wenn der Schenkende nicht in den USA ansässig war. Daher kann auch (private) Anteile eines US-Unternehmens steuerfrei übertragen werden.
Steuerbefreiung für gemeinnützige Zuwendungen
Gemeinnützige Zuwendungen können nur abgezogen werden, wenn sie an ein US-Körperschaft (domestic corporation) oder bestimmte andere US-Einheiten (Trust, Community Chest, Fund oder Foundation) erfolgen, welche sie für steuerbefreite Zwecke ausschließlich in den USA verwenden (IRC § 2522 (b) (2) und (3)).
Allerdings sollten bei einer Schenkung von US-Vermögen auch die steuerlichen Folgen im Fall des Verkaufs des Geschenks durch den Beschenkten berücksichtigt werden. So steht den USA nach den Regeln des DBA-USA-ESt insbesondere das Besteuerungsrecht für den Gewinn aus der Veräußerung von Grundvermögen in den USA und Beteiligungen an Unternehmen zu. Da - anders als beim Erwerb von Todes wegen - der Anschaffungswert nicht auf den Wert per Todestag angehoben wird (stepped-up basis), sondern nach IRC § 1015 der Anschaffungswert des Schenkers übernommen wird (carry-over basis), kann dies gegen eine Schenkung im Sinne des US-Rechts und für eine Vererbung sprechen.
Etwas anderes ergibt sich in der Regel auch nicht aus den Regeln des DBA-USA-Erb, da Deutschland danach eine Schenkung von US-Vermögen besteuern kann, wenn der Schenker oder der Beschenkte einen DBA-Wohnsitz im Deutschland im Zeitpunkt der Schenkung hat. Besteuern die USA und Deutschland die Schenkung, wird die Doppelbesteuerung nach den Regeln des DBA-USA-Erb durch Anrechnung (der US-Schenkungssteuer auf die deutsche Schenkungssteuer) nach den Regeln und im Umfang des DBA-USA-Erb vermieden.
Jan-Hendrik Frank 23.08.2019