Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-04-2006-4P-28-2006
Timestamp: 2016-10-28 14:11:10
Document Index: 48894132

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 88', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156']

4P.28/2006 (03.04.2006)
Die Baugenossenschaft X.________ (nachstehend: Bauherrin) plante die Erstellung eines Wohn- und Gesch�ftshauses in Visp. �ber die Ausf�hrung des entsprechenden Baugrubenabschlusses schloss die Bauherrin am 8./15. Januar 1991 mit der ARGE A.________ AG und B.________ AG (nachstehend: ARGE) als Teilunternehmerin sowie der C.________ AG als Subunternehmerin einen Werkvertrag ab. Die ARGE �bertrug mit Vertrag vom 23. Januar 1991 die Arbeiten zur Erstellung der Spundw�nde f�r den Baugrubenabschluss zu einem Pauschalpreis von Fr. 860'000.-- der C.________ AG. Im Zusammenhang mit der Erstellung eines weiteren Untergeschosses �bertrug die ARGE der C.________ AG zus�tzlich die Ausf�hrung der Longarinen der zwei unteren Ankeranlagen zum Pauschalpreis von Fr. 130'000.--. Die C.________ AG schloss ihre Arbeiten im Sommer 1991 ab.
Die A.________ AG leistete der C.________ AG an den Werklohn Teilzahlungen in der H�he von Fr. 760'000.--.
Die Schlussabrechnung der C.________ AG mit einem Restsaldo von Fr. 187'870.-- wurde von der A.________ AG am 21. Dezember 1993 der H�he nach anerkannt, wobei sie Verrechnungsforderungen wegen mangelhafter Vertragsausf�hrung geltend machte.
Die C.________ AG liess die A.________ AG �ber den Betrag von Fr. 187'870.-- zuz�glich Zins zu 6 % seit 20. September 1993 betreiben. Die A.________ AG erhob Rechtsvorschlag.
Am 12. Juli 1996 klagte die C.________ AG (nachstehend: Kl�gerin) beim Kantonsgericht Zug gegen die damals in Zug domizilierte A.________ AG (nachstehend: Beklagte) mit den Begehren, diese zu verpflichten, der Kl�gerin Fr. 187'870.-- nebst Zins zu 6 % seit 20. September 1993 zuz�glich Friedensrichterkosten von Fr. 198.-- sowie Betreibungskosten von Fr. 198.-- zu bezahlen.
Das Kantonsgericht Zug liess bez�glich der Frage, ob das von der Kl�gerin erstellte Werk mangelhaft war, von Y.________, Ing. ETH, ein Sachverst�ndigengutachten einholen. Der Experte kam in seinem Gutachten vom 12. Juli 2000 zum Ergebnis, die Kl�gerin habe den Werkvertrag m�ngelfrei ausgef�hrt. Zum Schadensvorgang wird im Gutachten ausgef�hrt, der Einbruch sei bei 1-3 Bohlen mit Endtiefe oberhalb der Aushubsohle im Schliessbereich der Spundwand (NE-Ecke resp. Nordwand) erfolgt. Die Bohlen h�tten nicht bis auf Solltiefe vibriert werden k�nnen und die Resttiefe sei deshalb ausinjiziert worden.
Das Kantonsgericht liess den Experten Erg�nzungsfragen beantworten, lehnte jedoch den Antrag der Beklagten auf Einholung eines Obergutachtens ab. Mit Urteil vom 21. Juni 2001 hiess es die Klage gut, wobei es den verlangten Zins erst ab dem 20. Januar 1995 zusprach. Die Beklagte focht dieses Urteil mit kantonaler Berufung an, mit der sie insbesondere die Edition s�mtlicher Prozessakten aus einem Verfahren der Bauherrin gegen die Kl�gerin vor dem Bezirksgericht Visp verlangte. Das Obergericht kam diesem Begehren insoweit nach, als es die in diesem Verfahren eingeholte Expertise von Y.________, Z.________ und W.________ vom 3. M�rz 2002 und das Erg�nzungsgutachten vom 27. M�rz 2002 �ber die Ursachen des Materialeinbruchs beizog. Mit Urteil vom 11. Juni 2003 wies das Obergericht die Berufung ab
Die Beklagte focht dieses Urteil sowohl mit staatsrechtlicher Beschwerde als auch mit eidgen�ssischer Berufung an. Das Bundesgericht hiess am 6. Januar 2004 die Beschwerde auf Grund von Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Geh�r gut und schrieb die Berufung als gegenstandslos ab. Das Bundesgericht nahm an, das Obergericht habe das rechtliche Geh�r der Beklagten namentlich verletzt, weil es sich nicht zur R�ge der Beklagten �usserte, der Experte habe unzul�ssigerweise Personen befragt, ohne deren Aussagen zu protokollieren. Diesbez�glich f�hrte das Bundesgericht aus, das Obergericht habe zu beachten, dass der Experte die Grundlagen seines Gutachtens offen zu legen und deshalb anzugeben habe, auf welche Aussagen er abgestellt habe. Dazu gen�ge, wenn er eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen wiedergebe. Dies erlaube den Parteien, die Einvernahme der befragten Personen vor Gericht zu beantragen, wenn hinsichtlich ihrer Aussagen Zweifel best�nden.
Mit Verf�gung des Referenten vom 15. April 2004 verlangte das Obergericht vom Experten Y.________ die Zustellung gewisser Unterlagen und die Angabe, auf welche Aussagen von Personen, die er selber befragt hat, er in seiner Expertise abgestellt hat, wobei es gen�ge, wenn er eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen wiedergebe. Mit Eingabe vom 3. Mai 2004 �bermittelte der Experte dem Obergericht eine Zusammenfassung von wesentlichen Aussagen von befragten Personen. Zu dieser Eingabe reichte die Beklagte am 23. September 2004 eine schriftliche Stellungnahme ein. Mit Urteil vom 13. Dezember 2005 wies das Obergericht die kantonale Berufung der Beklagten abermals ab.
Die Beklagte erhob staatsrechtliche Beschwerde mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 13. Dezember 2005 sei aufzuheben und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wurde am 3. Februar 2006 abgewiesen. Daraufhin stellte die Beklagte ein erneutes Gesuch um aufschiebende Wirkung, welches mit Pr�sidialverf�gung vom 16. M�rz 2006 gutgeheissen wurde.
Die Kl�gerin beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Das Obergericht schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
Das angefochtene Urteil ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OG, der die Beschwerdef�hrerin in ihren rechtlich gesch�tzten Interessen ber�hrt (Art. 88 OG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten, soweit damit zul�ssige und rechtsgen�glich begr�ndete R�gen erhoben werden.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Obergericht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r durch eine willk�rliche antizipierte Beweisw�rdigung vor.
2.2 Der Geh�rsanspruch gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV gibt dem Betroffenen insbesondere einen Anspruch darauf, vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden. Dem entspricht die Pflicht der Gerichte, die rechtzeitig und formrichtig angebotenen erheblichen Beweismittel abzunehmen (BGE 124 I 241 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann der Richter das Beweisverfahren indessen schliessen, wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, seine �berzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert (BGE 125 II 129 E. 5b; 124 I 208 E. 4a und 247 E. 5; 122 I464 E. 4a S. 469).
Art. 9 BV gew�hrt den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Ein Entscheid ist nicht schon dann willk�rlich, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist (BGE 128 II 259 E. 5 S. 280 f.; 127 I 54 E. 2b). Soweit Willk�r in der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht wird, ist zu beachten, dass dem Sachrichter in der Beweisw�rdigung ein breiter Ermessensspielraum zusteht. Dieser wird �berschritten, wenn das kantonale Gericht sein Ermessen missbrauchte, indem es zum Beispiel aus Beweisen offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht oder es einseitig einzelne Beweise ber�cksichtigt und es andere ohne Grund ausser Acht l�sst (BGE 129 I 8 E. 2.1; 118 Ia 28 E. 1b S. 30). Inwiefern das kantonale Gericht sein Ermessen im dargelegten Sinn missbraucht haben soll, ist in der staatsrechtlichen Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.; 122 I 70 E. 1c S. 73). Dazu gen�gt es nicht, einzelne Beweise anzuf�hren, die anders als im angefochtenen Entscheid gewichtet werden sollen, und dem Bundesgericht in appellatorischer Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten, als ob dem Bundesgericht die freie Pr�fung aller Tatfragen zuk�me.
2.3 Das Obergericht f�hrte aus, das Kantonsgericht habe die Herren D.________ und E.________ einerseits deshalb nicht als Zeugen einvernommen, weil es nach neun Jahren kaum mehr m�glich sei, einen Sachverhalt im Detail zu rekonstruieren; andererseits handle es sich bei den angerufenen Zeugen um solche, die in einem Vertragsverh�ltnis zur Bauherrschaft st�nden und somit nicht v�llig unabh�ngig seien. Die von der Beschwerdef�hrerin erhobene R�ge der willk�rlichen antizipierten Beweisw�rdigung sei nicht stichhaltig. Es sei eine Erfahrungstatsache, dass ein Zeuge nach so langer Zeit kaum mehr in der Lage sei, einen Geschehensablauf zuverl�ssig wiederzugeben. Zutreffend sei sodann die Feststellung des Kantonsgerichts, dass die Zeugen in einem engen Verh�ltnis zur Bauherrschaft st�nden. Hinzu komme, das der Gutachter den Materialeinbruch aufgrund der im Gutachten angef�hrten Dokumente und der von E.________ stammenden Fotos, die in der Expertise wiedergegeben seien, an einer anderen Stelle lokalisiert habe als die Beschwerdef�hrerin.
2.4 Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Obergericht bez�glich der Ablehnung der genannten Zeugen eine willk�rliche antizipierte Beweisw�rdigung vor. Eine solche sei nur zul�ssig, wenn das Gericht aufgrund der W�rdigung der bereits erhobenen Beweise zum Schluss gelangt sei, dass die Zeugenaussage - wie immer sie ausfalle - am Ergebnis des Prozesses nichts zu �ndern verm�ge. Sie erlaube dem Gericht nicht, Spekulationen �ber den Inhalt der Zeugenaussagen oder das Erinnerungsverm�gen des Zeugen anzustellen, wie dies das Obergericht getan habe. Zudem sei es willk�rlich zu sagen, dass sich Zeugen nach so langer Zeit nicht mehr zuverl�ssig erinnern k�nnten. Ob sich ein Zeuge noch erinnern verm�ge, k�nne erst die Zeugenbefragung zeigen. Dabei sei zu beachten, dass der fragliche Materialeinbruch ein aussergew�hnliches und seltenes Ereignis sei, weshalb anzunehmen sei, die Zeugen k�nnten sich auch noch nach Jahren daran erinnern. Der Zeitablauf sei somit kein Grund, von der Zeugeneinvernahme abzusehen. Dass zwischen der Bauherrschaft und den Zeugen ein Arbeitsverh�ltnis bestanden habe, k�nne nicht erheblich sein, da ein solches nicht zwischen den Zeugen und den Parteien bestanden habe. Hinzu komme, dass eine angebliche Befangenheit eines Zeugen bei der Beweisw�rdigung zu ber�cksichtigen sei, es aber unzul�ssig w�re, deshalb auf eine Einvernahme �berhaupt zu verzichten. Das Obergericht behaupte zudem, der Experte habe aufgrund der Akten den Ort des Materialeinbruchs an einem anderen Ort lokalisiert als die Beschwerdef�hrerin. Dies sei unzutreffend, da die Annahme des Experten in den von ihm bzw. dem Obergericht angerufenen Aktenst�cken keine St�tze finden w�rde. Der Bericht des Geologen vom 19. Juni 1990 sei nicht relevant, da sich die dortigen Aussagen nicht auf den Ort des Materialeinbruchs bez�gen. Dass im Bereich der Nordostecke ein Fenster vorhanden gewesen sei, sei unbestritten. Zur Sicherung seien dort auch Injektionen vorgenommen worden. Der Materialeinbruch sei jedoch gerade nicht dort erfolgt. Die Fotos der Expertise zeigten den Ort des Materialeinbruchs nicht. Auch das Protokoll von Herrn E.________ vom 9. Dezember 1991 werde vom Obergericht entgegen dem klaren Wortlaut interpretiert. Herr E.________ schreibe n�mlich nicht, dass der Materialeinbruch in der Nordostecke erfolgt sei. Er halte lediglich fest, dass dies im Bereich der Nordostecke gewesen sei. Die Angabe "im Bereich" sei sehr offen und lasse einen grossen Interpretationsspielraum zu. "Im Bereich" k�nne durchaus auch einige Meter von der Nordostecke entfernt sein. Damit lasse sich der genaue Ort des Materialeinbruchs dem genannten Protokoll nicht entnehmen. Vielmehr best�nden Unsicherheiten. Gerade deshalb h�tte Herr E.________ zu dieser Frage unbedingt einvernommen werden m�ssen. Auch der Bericht von Herrn F.________ vom 6. Mai 1993 best�tige die falsche Annahme des Obergerichts nicht. Dass Jettin-Arbeiten ausgef�hrt worden seien, sei unbestritten. Mehr lasse sich dem Bericht von Herrn F.________ jedoch nicht entnehmen, da der Bericht sich nicht dazu �ussere, wo und wann die Jetting-Arbeiten ausgef�hrt wurden. Die beantragten Zeugen h�tten best�tigen k�nnen, dass diese Arbeiten auf der S�dseite der Baugrube erfolgten und keinen Zusammenhang zum Materialeinbruch gehabt h�tten. Auch aus dem Bericht von E.________ vom 12. Januar 1995 ziehe das Obergericht unzul�ssige Schl�sse. Wie es selber schreibe, stehe in diesem Bericht lediglich, dass der Materialeinbruch auf der "Nordseite" der Baugrube "im Nordosten" stattgefunden habe. "Im Nordosten" heisse aber nicht, dass der Einbruch in der Nordostecke erfolgt sei. Genau so gut h�tte es zehn Meter davon entfernt gewesen sein k�nnen. Gleiches gelte f�r die Injektionen. Zudem k�nne entgegen der Annahme des Obergerichts die Zeugenaussage von G.________ vor Bezirksgericht Visp, wonach der Materialeinbruch nicht in der Nordostecke, sondern ca. zehn Meter davon entfernt stattgefunden habe, nicht �bergangen werden. Die Annahme des Obergerichts, diese Aussage werde durch keine der anderen Zeugen best�tigt, sei nicht erheblich, da die anderen Zeugen, die in Visp einvernommen worden seien, sich gar nicht zum Ort des Materialeinbruchs ge�ussert h�tten. Das Obergericht f�hre zudem an, die angegebenen Urkunden w�rden die Zeugenaussage von G.________ nicht best�tigen. Wie dargelegt, widerlegten aber diese Urkunden die Zeugenaussage nicht. In allen im Prozess beigezogenen Urkunden stehe nichts �ber den genauen Ort des Materialeinbruchs. Aus diesen Gr�nden sei eine weitere Beweiserhebung unabdingbar gewesen.
2.5 Mit diesen Ausf�hrungen vermag die Beschwerdef�hrerin nicht darzutun, inwiefern die Annahme des Obergerichts, gem�ss den Gutachten und den Akten sei davon auszugehen, der Materialeinbruch sei in der Nordostecke erfolgt, offensichtlich unhaltbar sein soll. Dies kann jedenfalls nicht daraus abgeleitet werden, dass die Berichte von E.________ vom 9. Dezember 1991 und vom 12. Januar 1995 bei der Auslegung einen Interpretationsspielraum zulassen, weil das Obergericht diesen Spielraum nicht �berschritt. Damit ist das Obergericht nicht in Willk�r verfallen, wenn es der Zeugenaussage von G.________ auf Grund anderer Beweise keinen Glauben schenkte. Unter diesen Umst�nden konnte das Obergericht willk�rfrei annehmen, auch m�gliche Aussagen der von der Beschwerdef�hrerin zus�tzlich beantragen Zeugen E.________ und D.________ k�nnten am Beweisergebnis nichts mehr �ndern, zumal seit dem Materialeinbruch �ber zehn Jahre vergangen sind und die Zeugen in einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis zur Bauherrschaft stehen, was nach der zutreffenden Annahme des Obergerichts die Beweiskraft ihrer Aussagen reduziert.
Nach dem Gesagten ist bez�glich des Verzichts auf die Einvernahme der beantragen Zeugen eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu verneinen, da sie in willk�rfreier antizipierter Beweisw�rdigung abgelehnt wurden. Damit ist nicht entscheiderheblich, ob die entsprechenden Antr�ge auch wegen prozessualer Versp�tung h�tten abgelehnt werden k�nnen, wie dies das Obergericht annahm. Auf die R�ge der Beschwerdef�hrerin, diese Annahme sei willk�rlich und �berspitzt formalistisch, ist daher mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.
3.1 Das Obergericht f�hrte an, der Experte Y.________ habe vor Erstellung seiner Expertise im Zusammenhang mit dem Materialeinbruch verschiedene Personen befragt und in seinem Bericht vom 3. Mai 2004 eine "Zusammenfassung von wesentlichen Aussagen von befragten Personen" unterbreitet. Die Beschwerdef�hrerin halte daf�r, der Gutachter habe die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen nicht erf�llt. Diese R�ge sei unbegr�ndet. Unter lit. a werde - entsprechend der Beilage 1 zum Gutachten vom 12. Juli 2000 - auf eine Sitzung vom 5. Mai 2000 hingewiesen, an welcher der Gutachter Y.________, D.________, H.________, E.________, G.________ und I.________ teilgenommen h�tten. Nach Angabe des Experten wurde eine kontradiktorische Diskussion �ber offene Fragen gef�hrt. Die Themen seien gewesen: Organisation/Vorbohren/Wasserhaltung/Durchbruch/Berechnungen. Der Experte habe nicht angegeben, wer was zu welchen Themen ge�ussert habe. Dies schade indes nicht, da die f�r die Beurteilung einer Haftung der Kl�gerin f�r allf�lliges vertragswidriges Verhalten relevanten Punkte anl�sslich dieser Sitzung gem�ss den zusammengefassten Aussagen der Teilnehmer nicht oder nur am Rand besprochen worden seien. Bedeutsam sei einerseits der Ort des Materialeinbruchs und andererseits, ob an dieser Stelle vor dem Einbruch Injektionen vorgenommen wurden, weil die Spundw�nde nicht alle auf den Fels gerammt waren. Diese Fragen seien zwar beim Thema "Durchbruch" offensichtlich diskutiert worden, wenn der Experte angebe: "Ca. 10 m ab Ecke. Zwei bis drei Bohlen bleiben auf h�herem Niveau stecken. Dieser Bereich wurde injiziert". Diese Aussage sei auf Grund der Akten aus dem Verfahren vor Bezirksgericht Visp dem Gesch�ftsf�hrer der J.________ AG - Rechtsvorg�ngerin Beschwerdef�hrerin - G.________ zuzuordnen, der im dortigen Verfahren als Zeuge erkl�rt habe, es sei richtig, dass die Spundwand an dieser Ecke (gemeint sei die Nordostecke) durch Injektionen abgedichtet worden sei; der Materialeinbruch habe jedoch nicht an dieser Ecke stattgefunden, sondern etwa zehn Meter westw�rts. Unter lit. b. weise der Experte auf eine Befragung von Ing. K.________ am 19. Juni 2000 und ein Telefongespr�ch mit diesem vom 30. Mai 2000 hin und verweise auf den Inhalt des Dokumentenordners. Der Inhalt der mit Ingenieur K.________ gef�hrten Gespr�che ergebe sich aus der detaillierten Auflistung der Dokumente. Unter lit. c werde die Befragung des Herrn I.________ vom 15. M�rz plus Telefonate vom 8. Mai und 10. Juli 2000 erw�hnt. Diese Aussagen zu den Themen Offerte/Spundwand/Dichtigkeit/Einbruch/L�ge der Bohlen und Injektionen resp. Jettin, seien rechtsgen�glich zusammengefasst, was die Beschwerdef�hrerin in ihrer Stellungnahme vom 23. September 2004 auch nicht bestreite. Unter lit. d verweise der Gutachter schliesslich auf eine "Pr�sentation der forensischen Ergebnisse und kontradiktorische Diskussion am 27. Juni 2000" zu den Themen Dichtigkeit/Aushub, Sohlplatte, Westwand/Einbruch/L�rm. Die Teilnehmer dieser Diskussion seien zwar nicht aufgef�hrt, doch schade dies nicht. Zum zentralen Punkt "Einbruch" sei einzig festgehalten, dass die Bohlen oberhalb der Sohleplatte stecken geblieben seien und der Eckbereich in Ordnung gewesen sei. Dass nicht alle Bohlen auf den Fels gerammt gewesen seien, sei von Anfang an nie bestritten gewesen. Es sei daher festzuhalten, dass die vom Experten zusammengefasst wiedergegebenen Aussagen der von ihm befragten Personen die vom Bundesgericht gestellten Anforderungen erf�lle. Der Experte Y.________ habe somit bei der Ermittlung des Sachverhalts das rechtliche Geh�r der Beschwerdef�hrerin nicht verletzt. Das Gutachten leide demgem�ss an keinem formalen Mangel, weshalb eine Oberexpertise wegen Verletzung formaler Regeln nicht anzuordnen sei.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Obergericht habe zu Unrecht angenommen, das Gutachten gen�ge den vom Bundesgericht gestellten Anforderungen bez�glich der Offenlegung der Grundlagen. So fehlten in der Stellungnahme des Experten Y.________ klare und strukturierte Angaben, wer zu welchem Beweisthema etwas ausgesagt habe und auf welche Protokolle und welche Aussagen sich der Experte in seinem Gutachten st�tze. Es sei daher der Beschwerdef�hrerin nicht m�glich nachzupr�fen, wer an der Sitzung vom 5. Mai 2000 welche Aussage gemacht habe. Das Obergericht ordne die Aussage, wonach der Materialeinbruch ca. 10 m von der Nordostecke der Baugrube entfernt erfolgte und dass in diesem Bereich nachtr�glich injiziert wurde, G.________ zu. Dies sei eine unzul�ssige Spekulation. Aus der Zusammenfassung des Experten sei nicht ersichtlich, wer diese Aussage gemacht habe. Der Experte sei erst sp�ter von dieser Aussage abgewichen, ohne dies zu begr�nden. Entgegen der Annahme des Obergerichts sei auch die Zusammenfassung des Experten betreffend der Diskussion vom 27. Juni 2000 ungen�gend, da insoweit nicht einmal die Teilnehmenden aufgef�hrt seien. Damit ergebe sich, dass das Gutachten an formalen M�ngeln leide, weil der Experte Y.________ bei der Ermittlung des Sachverhalts das rechtliche Geh�r der Beschwerdef�hrerin verletzt habe.
3.3 Zutreffend ist, dass aus der Eingabe des Experten vom 3. Mai 2004 nicht hervorgeht, wer ausgesagt haben soll, der Materialeinbruch sei ca. 10 m von der Nordostecke der Baugrube entfernt erfolgt, bzw. drei Bohlen seien oberhalb der Sohlplatte stecken geblieben, [der] Eckbereich sei in Ordnung gewesen. Dies ist jedoch unerheblich, weil die Expertise davon ausgeht, der Materialeinbruch sei in der Nordostecke resp. Nordwand erfolgt und der Experte nur gehalten ist, die Aussagen zusammenzufassen, auf die er sein Gutachten abst�tzt. Bez�glich der Aussage zum Einbruch, nach [dem] L�sen der Anker sei bei ca. 4 m ab Ecke leichte, sichtbare Sickerstr�mung erfolgt und nach 24 Stunden der Einbruch erfolgt, hat der Experte die befragte Person angegeben. Demnach war f�r die Beschwerdef�hrerin erkennbar, auf welche Aussagen von befragten Personen der Experte sein Gutachten abstellte, weshalb insoweit eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu verneinen ist.
Das Obergericht ist zum Ergebnis gekommen, die von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachte Kritik am Gutachten sei nicht begr�ndet, weshalb auch insoweit kein Obergutachten einzuholen sei.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Obergericht sei in Willk�r verfallen, indem es das Gutachten inhaltlich als �berzeugend erachtete. Zur Begr�ndung bringt die Beschwerdef�hrerin die in E. 2.4 bereits wiedergegebenen Argumente vor.
Diese Willk�rr�ge ist - wie in E. 2.5 hiervor dargelegt - unbegr�ndet. Demnach hat das Obergericht den Anspruch auf rechtliches Geh�r der Beschwerdef�hrerin nicht verletzt, wenn es auf die Einholung eines Obergutachtens verzichtete.
5.1 Schliesslich f�hrt die Beschwerdef�hrerin aus, sie habe zusammen mit der Stellungnahme vom 23. September 2004 ein Privatgutachten von L.________ ins Recht gelegt. Das Obergericht habe sich dazu nicht ge�ussert. Es halte zwar im angefochtenen Urteil pauschal fest, es k�nnten in der Stellungnahme vom 23. September 2004 - unter Vorbehalt zul�ssiger Noven - nur jene R�gen ber�cksichtigt werden, die bereits in der Berufungsschrift erhoben worden seien. Bez�glich des Privatgutachtens von Herrn L.________ sei diese Begr�ndung jedoch unbehelflich. Die Beschwerdef�hrerin habe in der Stellungnahme vom 23. September 2004 festgehalten, dass erst die von der Vorinstanz aufgrund des Urteils des Bundesgerichts vom 6. Januar 2004 getroffenen Abkl�rungen Anlass zur Einholung eines Privatgutachtens gegeben h�tten. Erst mit Zustellung der Prozessakten aus Visp habe die Beschwerdef�hrerin vollumf�nglich Kenntnis von den Aussagen der dort befragten Zeugen und den dort vorgelegten Akten gehabt. Die Eingaben des Experten Y.________ vom 3. Mai 2004 zeigten zudem, dass er sich auf unvollst�ndige Sachverhaltsabkl�rungen gest�tzt habe. Erst dadurch habe die Beschwerdef�hrerin Anlass gehabt, ein Privatgutachten einzuholen, um allenfalls doch noch die Einholung eines Obergutachtens zu erreichen. Somit h�tte sich das Obergericht mit dem Privatgutachten L.________ zumindest kurz auseinandersetzen m�ssen. Indem es dies nicht getan habe, habe es ihre Begr�ndungspflicht und damit das rechtliche Geh�r der Beschwerdef�hrerin verletzt.
5.2 Die Beschwerdef�hrerin hat gem�ss ihren Angaben in der Beschwerde durchaus erkannt, dass das Obergericht annahm, das Privatgutachten sei nicht zu ber�cksichtigen, weil es prozessual versp�tet eingereicht wurde. Dies hat das Obergericht in seiner Vernehmlassung best�tigt. Damit war f�r die Beschwerdef�hrerin ersichtlich, aus welchem Grund das Obergericht nicht auf das Gutachten einging, weshalb insoweit eine Verletzung der Begr�ndungspflicht zu verneinen ist (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102). Dass die Annahme der prozessual versp�teten Einreichung des Privatgutachtens willk�rlich sein soll, wird von der Beschwerdef�hrerin nicht behauptet und ist auch nicht ersichtlich, zumal sie das Gutachten Y.________ bereits vor erster Instanz als ungen�gend qualifizierte und sie deshalb eine Oberexpertise verlangte.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Demnach hat die Beschwerdef�hrerin die Gerichtsgeb�hr zu tragen und die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 156 Abs. 1 und 159 Abs. 2 OG). Bei der Bemessung der Parteientsch�digung wird die Mehrwertsteuer im Rahmen des geltenden Tarifs pauschal ber�cksichtigt (Urteil 2P.69/1996 vom 28. Februar 1996 E. 2, SJ 1996, S. 275).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'500.-- wird der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 6'500.-- zu entsch�digen.