Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%20280/12
Timestamp: 2017-09-21 03:25:12
Document Index: 123333133

Matched Legal Cases: ['§ 134', '§ 202', '§ 276', '§ 278', '§ 309', '§ 104', '§ 3', '§ 66', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 202', '§ 202', '§ 309']

BGB § 134 ; BGB § 202 Abs. 1 ; BGB § 276 Abs. 3 ; BGB § 278 S. 2; BGB § 309 Nr. 7 Buchst. a; SGB VII § 104 Abs. 1
Verpasste Klagefrist bei Mobbing
Kein Ausschluss von Mobbing
bb) Auch die Annahme, eine arbeitsvertraglich vereinbarte Ausschlussfrist solle nur die von den Parteien für regelungsbedürftig gehaltenen Fälle erfassen, während eine Anwendung auf Fallkonstellationen, die zwingend durch gesetzliche Verbote oder Gebote geregelt sind, regelmäßig nicht gewollt sei (BAG 20. Juni 2013 - 8 AZR 280/12 - Rn. 21 f. mwN; 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - zu IV 6 der Gründe, BAGE 115, 19) , führt zu keinem anderen Ergebnis (zum Mindestlohngesetz ebenso Riechert/Nimmerjahn MiLoG § 3 Rn. 17; Schaub/Vogelsang ArbR-HdB 16. Aufl. § 66 Rn. 47; Sagan/Witschen jM 2014, 372, 376;… Nebel/Kloster BB 2014, 2933, 2936;… unentschieden Preis/Ulber aaO S. 53 f.;… Bayreuther NZA 2014, 865, 870) .
Altersteilzeitvereinbarung, Abfindungsregelung und Altersrente für besonders …
a) Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von einem verständigen und redlichen Vertragspartner unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei nicht auf die Verständnismöglichkeit des konkreten, sondern auf die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders abzustellen ist (vgl. BAG vom 20.06.2013 - 8 AZR 280/12 in NZA 2013, 1265; BAG vom 13.06.2012 - 7 AZR 669/10; BAG vom 19.10.2011 - 7 AZR 743/10 in AP Nr. 61 zu § 307 BGB; BAG vom 09.02.2011 - 7 AZR 91/10 in NZA-RR 2012, 232; BAG vom 08.12.2010 - 10 AZR 671/09 in NZA 2011, 628; BAG vom 19.03.2009 - 6 AZR 557/07 in NZA 2009, 896;… BAG vom 06.09.2006 - 5 AZR 644/05 in EzA-SD 2006 Nr. 25, 16; BAG vom 09.11.2005 - 5 AZR 128/05 in NZA 2006, 202; BAG vom 04.11.2005 - 5 AZR 144/05; BAG vom 31.08.2005 - 5 AZR 545/04 in NZA 2006, 324; BGH vom 21.05.2005 - VIII ZR 284/04 in DB 2005, 2575).
Ansatzpunkt für die nicht am Willen des konkreten Vertragspartners zu orientierende Auslegung allgemeiner Geschäftsbedingungen ist in erster Linie der Vertragswortlaut (vgl. BAG vom 20.06.2013 - 8 AZR 280/12 a.a.O.; BAG vom 24.01.2013 - 8 AZR 965/11 in NZA-RR 2013, 400;… BAG vom 31.08.2005 - 5 AZR 545/04 a.a.O.; BGH vom 17.02.1993 - VIII ZR 37/92 in NJW 1983, 1381).
Ist der Wortlaut eines Formularvertrags nicht eindeutig, kommt es für die Auslegung entscheidend darauf an, wie der Vertragstext aus der Sicht der typischerweise an Geschäften dieser Art beteiligten Verkehrskreise zu verstehen ist, wobei der Vertragswille verständiger und redlicher Vertragspartner beachtet werden muss (BAG 24. Februar 2016 - 5 AZR 258/14 - Rn. 28; 20. Juni 2013 - 8 AZR 280/12 - Rn. 18) .
§ 202 BGB steht dem nicht entgegen (offen gelassen in BAG 18. August 2011 - 8 AZR 187/10 - Rn. 37 und 20. Juni 2013 - 8 AZR 280/12 - Rn. 24).
Solchen Tarifklauseln steht § 202 Abs. 1 BGB (gerade) nicht entgegen, da das Gesetz die Erleichterung der Haftung wegen Vorsatzes nur "durch Rechtsgeschäft" verbietet (…BAG 18.08.2011 - 8 AZR 187/10 - Rn. 32 ff.; 20.06.2013 - 8 AZR 280/12 - Rn. 24).
Auch in der Entscheidung vom 20.06.2013 (- 8 AZR 280/12 -) wurde die Rechtsfrage unter Randnummer 24 wie folgt offen gelassen:.
Ausnahmefälle würden von der Klausel nicht erfasst (vgl. BAG, 20. Juni 2013, 8 AZR 280/12, Rn. 20 ff., NZA 2013, 1265).
(c) Es ist nichts dafür ersichtlich, dass Arbeitsvertragsparteien bei der Vereinbarung einer Ausschlussfrist eher an laufende Entgeltansprüche, also an Ansprüche des Arbeitnehmers, gegebenenfalls aber auch an Ansprüche des Arbeitgebers auf Rückzahlung überzahlten Arbeitsentgelts, nicht aber an vertragliche oder deliktische Ansprüche wegen Personenschäden denken (so BAG, 20. Juni 2013, 8 AZR 280/12, NZA 2013, 1265, Rn. 22), wobei im Rahmen dieser Argumentation die ebenfalls von einer umfassend formulierten Verfallfrist erfassten Ansprüche wegen sonstiger Schäden außen vor bleiben, obwohl selbst dieser Haftungsausschluss nach § 309 Nr. 7 Buchst. b) BGB ohne Wertungsmöglichkeit zur Unwirksamkeit der Klausel insgesamt führt.
Überstundenvergütung, AGB-Kontrolle
ArbG Arnsberg, 31.08.2015 - 4 Ca 1950/14