Source: https://juraeinmaleins.de/agb-pruefung/
Timestamp: 2017-11-18 06:21:01
Document Index: 275468091

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 307', '§ 309', '§ 308', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 306', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 307', 'BGH', '§ 16', '§ 16', '§ 321']

AGB-Prüfung - Juraeinmaleins.de
Zumutbare Kenntnisnahme durch den Vertragspartner, § 305 Abs. 2 Nr. 2 BGB. Dies liegt vor, wenn der Vertragspartner freien Zugang zu den AGB hat und diese gut lesbar sind.3
Einverständnis des Vertragspartner mit der Geltung der AGB, § 305 Abs. 2 a.E BGB. Dies kann ausdrücklich oder konkludent erfolgen.4
Überraschungsklausel, § 305c Abs. 1 BGB: Vertragsbestimmungen werden trotz Einbeziehung nach den oberen Kriterien nicht Bestandteil des Vertrags, wenn es sich dabei um Überraschungsklauseln handelt, also Klauseln, mit denen der Vertragspartner vernünftigerweise nicht zu rechnen braucht.5
Vorrangige Individualabrede, § 305b BGB: „Individuelle Vertragsabreden haben Vorrang vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen.“
Unklarheitenregel, § 305c Abs. 2 BGB: „Zweifel bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen gehen zu Lasten des Verwenders.“
Schranke der Inhaltskontrolle gem. § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB: die Inhaltskontrolle bezieht sich nur auf solche Vertragsvereinbarungen, die von Rechtsvorschriften abweichen oder diese ergänzen.6
Spezielle Klauselverbote
Ohne Wertungsmöglichkeit: § 309 BGB.
Mit Wertungsmöglichkeit: § 308 BGB (z.B. „unangemessen“, welches eine umfassende Interessenabwägung erfordert!7).
Generalklausel, § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB: Vetragsbedingungen sind unwirksam, wenn sie dem Vertragspartner entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen.8
Unangemessen ist eine Benachteiligung, wenn der Verwender missbräuchlich eigene Interessen auf Kosten seines Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne dessen Belange hinreichend zu berücksichtigen.9
Transparanzgebot, § 307 ABs. 1 Satz 2 BGB.
Konkretisierung der Generalklausel anhand Regelbeispiele gem. § 307 Abs. 2 BGB (Nr. 1: dispositives Recht; Nr. 2: Kardinalpflichten, Freizeichnungsklauseln10).
§ 306 Abs. 1 BGB: Sind Vertragsbedingungen unwirksam oder nicht Bestandteil des Vertrags geworden, so bleibt grundsätzlich der restliche Vertrag wirksam.
§ 306 Abs. 2 BGB: Anstelle der nicht einbezogenen Vertragsbedingungen treten die gesetzlichen Regelungen ein. Sind keine Vorhanden, muss die Vertragslücke mittels ergänzender Vertragsauslegung gefüllt werden.11
§ 306 Abs. 3 BGB: Dennoch kann der Vertrag im Ganzen unwirksam sein, wenn trotz Berücksichtigung nach § 306 Abs. 2 BGB das Festhalten an dem Vertrag für eine Vertragspartei eine unzumutbare Härte darstellen würde.
1 – Looschelders, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 14. Auflage 2016, § 16, Rn. 324.
2 – Vgl. Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 325.
3 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 327.
5 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 331.
6 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 334.
7 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 339.
8 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 336.
9 – Heinrichs, Palandt: Bürgerliches Gesetzbuch, 76. Auflage 2016, § 307, Rn. 8.
10 – BGHZ 89, 363; Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 338.
11 – Looschelders, (Fn. 1), § 16, Rn. 333.
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