Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/fag/2018/2567/steuererklaerung_fuer_2018_das_ist_neu
Timestamp: 2019-01-20 10:33:48
Document Index: 176607795

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 33', '§ 6', '§ 46', '§ 149', '§ 10', '§ 149', '§ 152', '§ 8', '§ 93', '§ 24', '§ 138']

Der steuerliche Grundfreibetrag stellt sicher, dass der Anteil des Einkommens, der für den Lebensunterhalt absolut notwendig ist, nicht mit Steuern belastet wird (Existenzminimum). Ab dem 1.1.2018 wird der Grundfreibetrag von 8.820 Euro auf 9.000 Euro angehoben. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag (§ 32a EStG, geändert durch das "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" vom 20.12.2016, kurz auch BEPS genannt für Base Erosion and Profit Shifting).
Im Jahre 2018 werden die Eckwerte des Steuertarifs um die geschätzte Inflationsrate erhöht, d.h. "nach rechts" verschoben werden. Für 2018 erfolgt eine Erhöhung 1,65 %. Durch diese Anpassung greifen steigende Steuersätze des progressiven Steuertarifs erst bei etwas höherem Einkommen, es bleibt etwas mehr Netto vom Brutto.
Für Familien gibt es - wie schon in den letzten drei Jahren - wieder mal nur marginale Verbesserungen: Erhöht werden
Der BEA-Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf wird nicht angehoben. Er beträgt seit 2010 unverändert 2.640 EUR und wird jetzt nicht erhöht. Als ob es in den letzten 5 Jahren keine Kostensteigerungen gegeben hätte! Geschiedenen sowie nicht miteinander verheirateten Eltern stehen die steuerlichen Freibeträge jeweils zur Hälfte zu. Kindergeld wird in vielen Fällen als Einkommen auf Sozialleistungen angerechnet und verringert so deren Bezug, z.B. beim SGB II.
Zum 1.1.2018 wurde der Unterhaltshöchstbetrag von 8.820 Euro auf 9.000 Euro angehoben (§ 33a Abs. 1 EStG, geändert durch das "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" vom 20.12.2016). Der Unterhaltshöchstbetrag wird häufig nicht in dieser Höhe gewährt, sondern gekürzt. Und zwar um ein Zwölftel für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen nicht gegeben sind, um eigene Einkünfte und Bezüge des Unterhaltsempfänger, die über den Anrechnungsfreibetrag von 624 EUR hinausgehen, sowie um ein, zwei oder drei Viertel, wenn der Unterhaltsempfänger in einem Land mit niedrigerem Lebensstandard lebt.
Falls der Familienangehörige eine geringfügige Beschäftigung ausübt, darf das zulässige Gesamteinkommen die Minijob-Grenze von 450 EUR nicht übersteigen. Für die Anwendung dieser Grenze spielt es keine Rolle, wie hoch der Verdienst aus dem Minijob tatsächlich ist. Die Einkommensgrenze von 325 EUR bzw. 450 EUR darf in Jahren 2015 bis 2018 dreimal (bis 2014 nur zweimal) im Jahr überschritten werden, ohne dass deswegen die beitragsfreie Familienversicherung verloren geht. Falls die Einkommensgrenze jedoch mehrfach überschritten wird, besteht die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig zu versichern.
Ab 2018 wird für Wirtschaftsgüter, die ab dem 1.1.2018 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden, nach nunmehr über 50 Jahren endlich die Grenze fürgeringwertige Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 800 Euro angehoben. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu diesem Betrag (ohne USt.) können die Kosten in voller Höhe sofort als Betriebsausgaben abgesetzt werden (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG, geändert mit dem "Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen" vom 27.6.2017).
Durch die Beibehaltung der Möglichkeit zur Bildung eines Sammelpostens (sog. "Poolabschreibung") wird eine deutliche Verwaltungsvereinfachung für die Wirtschaft und die Finanzverwaltung verhindert. Die Beibehaltung dieses Wahlrechts verringert den Mehrwert der Anhebung der Sofortabschreibungsgrenze und vereinfacht das Steuerrecht an dieser Stelle nicht. Durch die Beibehaltung der Wahlpflichtoption müssen bei deren Anwendung weiterhin Sammelposten gebildet und ein Anlagenverzeichnis geführt werden.
Seit dem Steuerjahr 2017 sind alle Steuerbürger, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln, grundsätzlich verpflichtet, ihre Einkommensteuererklärung und die standardisierte "Anlage EÜR" elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Dies gilt künftig auch dann, wenn die Betriebseinnahmen geringer als 17.500 EUR sind. Die bisherige Kulanzregelung läuft also aus (BMF-Mitteilung vom 30.3.2017).
Im Jahre 2018 steigt die Mindestlohngrenze auf 11.400 Euro für Ledige und auf 21.650 Euro für Verheiratete (§ 46 Abs. 2 Nr. 3 und 4 EStG, geändert durch das "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" vom 20.12.2016). Wessen Arbeitslohn unter der Mindestlohngrenze liegt, muss keine Steuererklärung abgeben - auch wenn er werden eines eingetragenen Lohnsteuerfreibetrages oder wegen zu hoher Mindestvorsorgepauschale eigentlich abgeben müsste werden.
Für die Steuererklärung 2018 werden die Abgabefristen allgemein und gesetzlich verlängert. Auch für beratene Steuerbürger wird nun eine gesetzliche Fristverlängerung eingeführt (§ 149 AO, geändert durch das "Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" vom 18.7.2016). Die Neuregelung ist erstmals anzuwenden für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31.12.2017 beginnen (§ 10a Abs. 4 Einführungsgesetz zur AO). Künftig gelten folgende gesetzliche Abgabefristen:
Bürger, die von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten werden, bekommen ebenfalls zwei Monate mehr Zeit zur Abgabe ihrer Erklärung. Während nach dem bisherigen "Fristenerlass" eine Fristverlängerung über den 31. Dezember des Folgejahres nur aufgrund begründeter Einzelanträge möglich war, besteht nunmehr Zeit bis Ende Februar des Zweitfolgejahres, d.h. für das Jahr 2018 bis zum 28.2.2020 bzw. 2.3.2020. Damit wird den beratenden Berufen mehr Zeit gegeben und außerdem für kontinuierlichere Auslastung der Berater und ihrer Mitarbeiter gesorgt (§ 149 Abs. 3 und 4 AO).
Ab 2019 gelten neue Regeln zur Erhebung von Verspätungszuschlägen, die erstmals für die Steuererklärung des Jahres 2018 gelten. Neben der bisher unveränderten "Kann-Regelung" werden eine "Muss-Regelung" und ein Mindest-Verspätungszuschlag neu eingeführt (§ 152 AO, geändert durch das "Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" vom 18.7.2016).
Die Neuregelung ist zwar am 1.1.2017 in Kraft getreten, ist aber dennoch erstmals anzuwenden auf Steuererklärungen, die nach dem 31.12.2018 einzureichen sind; eine Verlängerung der Steuererklärungsfrist ist hierbei nicht zu berücksichtigen (§ 8 Abs. 4 Einführungsgesetz zur AO). Es gilt folgende Regelung:
Einen Verspätungszuschlag muss das Finanzamt künftig festsetzen, wenn eine Steuererklärung nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungsjahres oder - bei Vorabanforderung durch das Finanzamt - nicht bis zu dem in der Anordnung bestimmten Zeitpunkt abgegeben wurde (Muss-Regelung).
Diese "Muss-Regelung" gilt allerdings nicht, wenn
Seit dem 1.1.2018 wird die bestehende Kontenabrufmöglichkeit auf die Erhebung von Rückforderungsansprüchen auf dem Gebiet bundesgesetzlich geregelter Steuererstattungen und Steuervergütungen (z. B. Kindergeld) ausgedehnt (§ 93 Abs. 7 Nr. 4 AO, eingefügt durch das "Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz" vom 23.6.2017). Ferner wurden ab 2018 zusätzliche Kontenabrufbefugnisse eingeführt
Nach der alten Rechtslage dürfen die Daten für die automatisierte Kontenabfrage erst drei Jahre nach der Auflösung des Kontos oder Depots gelöscht werden. Seit dem 1.1.2018 dürfen die gespeicherten Daten erst nach Ablauf von zehn Jahren nach der Auflösung des Kontos oder Depots gelöscht werden. Das heißt: Bis zu 10 Jahre nach Auflösung des Kontos müssen die Banken die gespeicherten Daten noch vorhalten (§ 24c Abs. 1 Satz 3 KWG).
Seit dem 1.1.2018 werden die Meldepflichten verschärft: Künftig ist nicht nur der Erwerb zu melden, sondern auch die Veräußerung einer Beteiligung. Dies gilt nunmehr bereits ab Erreichen einer Beteiligung von mindestens 10 Prozent, wobei jetzt unmittelbare und mittelbare Beteiligungen zu addieren sind. Zu melden ist allerdings nur noch die Beteiligung an Gesellschaften mit Sitz oder Geschäftsleitung im Ausland, nicht mehr solche mit Sitz oder Geschäftsleitung in Deutschland (§ 138 Abs. 2 AO, geändert mit dem "Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz" vom 23.6.2017).
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