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Timestamp: 2016-10-28 23:39:12
Document Index: 286289041

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 90', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 64', 'EGMR', 'Art. 6', 'Art. 64', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'EuG', 'Art. 64']

109 IA 332
109 Ia 33256. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 1. Dezember 1983 i.S. K. gegen Regierungsrat des Kantons Luzern (staatsrechtliche Beschwerde)
Art. 6 par. 1 CEDH. Contr�le judiciaire de d�cisions de l'autorit� administrative dans le domaine du droit de l'adoption. Le contr�le final d'une d�cision rejetant une demande d'adoption exerc� par le Tribunal f�d�ral en tant que premi�re et seule instance judiciaire est suffisant au regard des exigences pos�es par l'art. 6 par. 1 CEDH, conform�ment � l'interpr�tation que la Suisse a donn�e de cette disposition dans sa d�claration. Faits � partir de page 332
BGE 109 Ia 332 S. 332
Am 7. November 1980 stellte K. ein Adoptionsgesuch, das der Regierungsstatthalter des Amtes Luzern am 21. Juni 1982 ablehnte. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Verwaltungsbeschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Luzern am 16. Mai 1983 ab. Mit staatsrechtlicher Beschwerde beantragt K. die Aufhebung dieses Entscheides.
BGE 109 Ia 332 S. 333
3. Schliesslich macht die Beschwerdef�hrerin auch eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geltend. Fraglich bleibt, ob die Beschwerde diesbez�glich im Sinne von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG hinreichend begr�ndet ist. Indessen ist die R�ge des fehlenden Richters in jedem Fall materiell unbegr�ndet.
Bei der Ratifikation der EMRK (SR 0.101) hat der Bundesrat zu Art. 6 Ziff. 1 folgende auslegende Erkl�rung abgegeben: "F�r den Schweizerischen Bundesrat bezweckt die in Absatz 1 von Art. 6 der Konvention enthaltene Garantie eines gerechten Prozesses, sei es in bezug auf Streitigkeiten �ber zivilrechtliche Rechte und Pflichten, sei es in bezug auf die Stichhaltigkeit der gegen eine Person erhobenen strafrechtlichen Anklage, nur, dass eine letztinstanzliche richterliche Pr�fung der Akte oder Entscheidungen der �ffentlichen Gewalt �ber solche Rechte und Pflichten oder �ber die Stichhaltigkeit einer solchen Anklage stattfindet." (SR 0.101, S. 26 f.) Der Bundesrat gab diese Erkl�rung ab, weil er sich bewusst war, dass zivilrechtliche Streitigkeiten gerade auch im Bereiche des Familienrechts aufgrund von Art. 64 Abs. 3 BV und des Bundeszivilrechts in verschiedenen Kantonen weiterhin von Verwaltungsbeh�rden entschieden werden und das Bundesgericht auf eine staatsrechtliche Beschwerde oder eine zivilrechtliche Berufung hin den Streit als erstes und einziges Gericht beurteilt. Der Bundesrat trug sich vorerst mit den Gedanken zu einem entsprechenden formellen Vorbehalt (Erg�nzungsbericht vom 23. Februar 1972, BBl 1972 I 996 f.). Indessen gaben ihm �usserungen des Delegierten der Europ�ischen Kommission f�r Menschenrechte vor dem Gerichtshof im Falle Ringeisen (Urteil vom 16. Juli 1971, in EGMR Serie B Bd. II, S. 242-244) Anlass zur Annahme, dass eine letztinstanzliche �berpr�fungsm�glichkeit durch den Richter den Anforderungen von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gen�ge (Botschaft vom 4.3.1974, BBl 1974 I 1045 ff.). So oder so kommt jedoch der auslegenden Erkl�rung gest�tzt auf die konkrete Abwicklung der Ratifikation der EMRK durch den Schweizerischen Bundesrat die Bedeutung eines formellen Vorbehaltes im Sinne von Art. 64 EMRK zu. Entsprechend hat das Bundesgericht in seinem Entscheid 106 Ia 214 die weitere auslegende Erkl�rung des Schweizerischen Bundesrates zu Art. 6 Ziff. 3 lit. c und e betreffend die Garantie der Unentgeltlichkeit des Beistandes eines amtlichen Verteidigers und eines Dolmetschers qualifiziert. Es ist kein Grund BGE 109 Ia 332 S. 334ersichtlich, die auslegende Erkl�rung zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK anders zu w�rdigen (BGE 108 Ia 313; vgl. auch WAGNER und WILDHABER, Der Fall Temeltasch und die auslegenden Erkl�rungen der Schweiz, in EuGRZ 1983, S. 145 ff., insbesondere S. 149).
Art. 64 EMRK