Source: https://www.deubner-steuern.de/produkte/personengesellschaften/p/86-bilanzierung-bei-der-typisch-stillen-gesellschaft-908520
Timestamp: 2019-11-12 00:39:20
Document Index: 200084964

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 238', '§ 235', '§ 266', '§ 236', '§ 247', '§ 266', '§ 10']

8.6 Bilanzierung bei der typisch stillen Gesellschaft
8.6.1 Handelsbilanz
Die stille Gesellschaft ist als Innengesellschaft nicht Kaufmann (§§ 1 , 6 Abs. 1 HGB ) und deshalb als solche nach Handelsrecht weder buchführungs- noch bilanzierungspflichtig (§§ 238 HGB ff.). Die Gewinnermittlung erfolgt nur auf der Grundlage des Jahresabschlusses des Geschäftsinhabers, im Fall der GmbH & Still folglich nur der GmbH. Die geleistete Einlage des Stillen ist in der Handelsbilanz der GmbH als Vermögenszugang zu aktivieren. Solange die Einlage vereinbart, aber noch nicht geleistet ist, ist eine Forderung auszuweisen.
Bei Beendigung der stillen Gesellschaft ist das "Guthaben in Geld zu berichtigen" (§ 235 HGB ). Die Verpflichtung zur Rückzahlung der Einlage gehört zu den sonstigen Verbindlichkeiten1) BFH, Urt. v. 27.03.2012 - I R 62/08 , BStBl II, 745 Rdnr. 13. (§ 266 Abs. 3 C. 8. HGB ). Abweichend hiervon wird die stille Beteiligung jedoch als Sonderposten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen, wenn die Gesellschaft für mindestens fünf Jahre nicht gekündigt werden kann, abweichend von § 236 HGB eine Rückzahlung der Einlage erst nach Befriedigung aller Gläubiger verlangt werden kann und der Stille am Verlust beteiligt ist.2) Schubert, in: Beck’scher Bilanz-Kommentar, 11. Aufl. 2018, § 247 HGB Anm. 236; nach Schubert/Waubke, ebenda, § 266 HGB , Anm. 192, Ausweis gesondert nach dem Eigenkapital. Dies wird aus § 10 Abs. 5KWG abgeleitet, der die Bilanzierung stiller Beteiligungen an Banken regelt.