Source: https://www.advocado.de/ratgeber/mietrecht/mietvertrag/gewerbemietvertrag.html
Timestamp: 2020-07-06 02:31:27
Document Index: 326987864

Matched Legal Cases: ['§ 580', '§ 535', '§ 535', '§ 273', '§ 543', '§ 580']

Gewerbemietvertrag: So profitieren Sie von der Vertragsfreiheit
Ratgeber Mietrecht Mietvertrag Gewerbemietvertrag: Klauseln prüfen & rechtssicheren Vertrag erhalten
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Julia Pillokat (jur. Redaktion) | Stand: 07.04.2019
Gewerbemietvertrag: Rechtsgrundlage
Nachteilige Klauseln wie Schönheitsreparaturen
Gewerbemietvertrag & Nebenkosten
Gewerbemietvertrag kündigen: Fristen & Rechte
Vorsicht vor Mustervorlagen
Fazit: Gewerbemietvertrag sorgfältig prüfen
Im Gewerbemietrecht gilt Vertragsfreiheit. Das den Mieter schützende Mietrecht findet keine Anwendung. Miete, Instandhaltung, Kündigungsfristen – gesetzliche Vorgaben gibt es nicht. Möchten Sie Gewerberaum mieten, müssen Sie selbst für Ihre Rechte im Gewerbemietvertrag eintreten.
Es ist deshalb wichtig, Mietverträge im Gewerbebereich vor der Unterschrift zu prüfen. Nur so können Sie Streitigkeiten verhindern und sichergehen, dass nachteilige Klauseln nicht Ihren Geschäftsbetrieb bedrohen.
Für den Gewerbemietvertrag gilt Vertragsfreiheit.
Das heißt, die Vertragsparteien können im Vertrag nahezu alles festhalten, was Sie für richtig halten.
Die den Mieter sonst schützenden Bestimmungen des “herkömmlichen” Mietrechts gelten im Gewerbemietrecht nicht.
Prüfen Sie die Vertragsinhalte genau, bevor Sie unterschreiben.
Eine nachträgliche Änderung zu Ihren Gunsten braucht triftige Gründe.
Die Vertragsfreiheit bietet sowohl Flexibilität als auch Risiko – und kann sich zum Nachteil einer Partei auswirken.
Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie den Vertrag anwaltlich prüfen lassen.
1. Gewerbemiet­vertrag: Rechts­grundlage
Der Gewerberaummietvertrag ist nicht mit dem für privaten Wohnraum vergleichbar. Bei Wohnungsmietverträgen ist der Mieterschutz viel stärker verankert, da gesetzlich vorgeschrieben.
Die meisten gesetzlichen Bestimmungen des “herkömmlichen” Mietrechts gelten nicht für den Gewerbemietvertrag. Durch die Vertragsfreiheit haben Vermieter und Mieter großen Spielraum in der Ausgestaltung.
Nur der § 580a II thematisiert den Gewerbemietvertrag im BGB. Alle anderen Regelungen des Mietrechts (§§ 535–580) sind auf den Gewerbemietvertrag nicht ohne Weiteres übertragbar.
Für Mietverträge im Gewerbe gelten diese Regelungen des BGB beispielsweise nicht:
Regelungen zum zulässigen Mietpreis
Sozialklausel (Mieter kann einer Kündigung nicht aufgrund besonderer Härte widersprechen)
Bestandsschutz bei langjährigem Mietvertrag
Sanierungs- & Renovierungsvorschriften
All diese Punkte können beide Parteien – Mieter und Vermieter – individuell vertraglich regeln. Deswegen sorgt die Vertragsfreiheit manchmal für Probleme. Beispielsweise, wenn einer Partei durch den Vertragsinhalt ein starker Nachteil entsteht.
Konfliktpotenzial bieten beispielsweise Klauseln, die das Gewerbe des Mieters erheblich stören können (mehr dazu in Kapitel 4 – Nachteilige Klauseln wie Schönheitsreparauren). Da die Gestaltung des Gewerbemietvertrags nicht gesetzlich geregelt ist, sollten Sie diesen vor Unterzeichnung gründlich prüfen.
Ein erfahrener Anwalt für Mietrecht weiß, auf welche Regelungen Sie im Gewerbemietvertrag besonders achten müssen.
Kontaktieren Sie uns, um einen Gewerberaummietvertrag rechtssicher zu prüfen. Ein spezialisierter Anwalt erläutert Ihnen, inwieweit der Mietvertrag für Sie nachteilige Bestimmungen enthält und sorgt dafür, dass Sie einen vorteilhaften, rechtskonformen Gewerbemietvertrag erhalten, den Sie guten Gewissens unterschreiben können.
► Vertragsdetails schildern & Gewerbemietvertrag absichern lassen.
2. Notwendige Vertragsinhalte
Obwohl bei der Erstellung eines Gewerbemietvertrags Gestaltungsfreiheit herrscht, gibt es Informationen, die zwingend Teil des Vertrages sein müssen.
Mit diesen Informationen besteht eine allgemeingültige Verhandlungsbasis für die individuellen Vertragsklauseln.
Grundlage des Mietvertrags ist die Beschreibung des Mietobjektes bzw. der Mieträume. Lage und Umfang lassen sich am besten anhand eines Grundrissplans nachvollziehen. Ein detailliertes Übergabeprotokoll gibt Aufschluss über bereits vorhandene Mängel.
Je genauer das Protokoll ist, desto weniger Konfliktpotenzial besteht zukünftig, wenn es um die Instandhaltung und Schönheitsreparaturen geht.
Diese Informationen zum Mietobjekt sollten im Vertrag stehen:
Mietflächen inkl. Parkplätze,
Lager-, Archiv- und Kellerräume
Alle zum Mietobjekt gehörenden Einbauten
Außenwände und Reklameflächen
Wichtig gerade bei älteren Mietobjekten und Gewerbeimmobilien: Entspricht das Gebäude den behördlichen Auflagen? Um dies festzuhalten, sind folgende Informationen wichtig:
Ist für Lärmschutz im Gebäude gesorgt?
Sind Umweltschutzmaßnahmen erfüllt?
Besteht ein barrierefreier Zugang zum Objekt?
Ist die Statik einwandfrei?
Sie müssen keinen Mietzweck im Vertrag festlegen. Dann dürfen Sie jedes Gewerbe in den Mieträumen anbieten.
Möglicherweise besteht der Vermieter jedoch auf die Festlegung des Mietzwecks. So hat er Sicherheit darüber, was in seiner Gewerbeimmobilie passiert und wer durch Sie Zugang erhält. Zudem kann er vorab sicherstellen, dass Sie alle Genehmigungen zur Umsetzung Ihres Mietzwecks besitzen.
Ihr Nachteil: Mit dem Mietzweck ist genau festgelegt, was Sie in den Mieträumen tun bzw. anbieten dürfen. Weichen Sie davon ab, muss der Vermieter dies nicht dulden.
Insofern sollte der Mietzweck nicht zu eng gefasst werden. Lassen Sie alternative Nutzungen aufnehmen. Sonst müssen Sie später die Genehmigung Ihres Vermieters einholen, wenn Sie die Ausrichtung Ihres Unternehmens anpassen wollen, um nicht aus den Mieträumen verwiesen zu werden.
Konkurrenzschutz sichern:
Der Vermieter ist verpflichtet, Sie vor direkter Konkurrenz zu schützen. Er darf auf dem gleichen oder direkt angrenzenden Grundstück nicht an einen Ihrer Wettbewerber vermieten. Tut er dies, haben Sie u. a. das Recht zur fristlosen Kündigung und können Schadensersatz verlangen.
Damit Konkurrenzschutz angemessen möglich ist, müssen Sie den Mietzweck so genau wie möglich festlegen.
Der Konkurrenzschutz besteht mit Vertragsschluss automatisch. Achten Sie aber darauf, dass dieser nicht durch eine Klausel im Gewerbemietvertrag ausgeschlossen wird.
Auch die Miete für die Gewerberäume ist frei verhandelbar – sie ist nicht an die Mietpreisbindung oder örtliche Vergleichsmieten gebunden. Vermieter von Gewerberäumen dürfen außerdem mehr Betriebskosten auf den Mieter umlegen.
Deshalb gilt auch hier: Lassen Sie sich von der Vertragsfreiheit nicht über den Tisch ziehen.
Festmiete: Fester Mietzins, der für die gesamte Vertragsdauer gilt. Er kann nicht nachträglich geändert werden.
Staffelmiete: Die Miete wird in festgelegten Abständen um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Bei einem langfristigen Mietverhältnis kann diese Regelung für Sie nachteilig sein.
Ähnlich wirkt die sogenannte Gleitklausel zur Festlegung der Miete. Diese nutzt den statistischen Lebenshaltungskostenindex als Referenzwert. Ändert sich dieser Index um einen bestimmten Prozentsatz, wird die Miete entsprechend angepasst.
Umsatzorientierte Miete: Zusätzlich zu einer Grundmiete wird ein fester Prozentsatz des Umsatzes als Miete gezahlt. Die Umsatzmiete passt sich den Gegebenheiten des Gewerbebetriebes optimal an. Achten Sie nur darauf, inwieweit der Vermieter am Umsatz beteiligt wird. Definieren Sie genau, welche Umsatzfaktoren einbezogen werden und ob Brutto- oder Netto-Umsatz die Grundlage sein soll.
Kappungsgrenze festlegen:
Einigen Sie sich auf eine umsatzorientierte Miete, achten Sie darauf, eine Kappungsgrenze in den Vertrag aufzunehmen. Damit legen Sie einen Grenzwert für die Umsatzbeteiligung des Vermieters fest. So schützen Sie sich davor, eine für den Standort unangemessen hohe Miete zahlen zu müssen.
Diese Angaben zum Mietzins sollte Ihr Vertrag beinhalten:
Vorauszahlung für Heizung, Wasser & die übrigen Betriebskosten
Welche Nebenkosten auf Sie zukommen, muss durch den Vertrag genau festgelegt sein. Da der Vermieter Ihnen mehr Betriebskosten auferlegen darf, als es bei Wohnraum-Mietverhältnissen zulässig ist, müssen Sie hier genau hinschauen.
Weitere Informationen zu den Nebenkosten finden Sie im Kapitel 5 – Gewerbemietvertrag & Nebenkosten.
Verhandeln Sie die Miete klug im Sinne Ihrer Unternehmensinteressen. Sie allein sind für die Rentabilität Ihres Gewerbes verantwortlich. Umsatzschwache Monate und Fehlkalkulationen berechtigen nicht zur Mietminderung oder Kündigung Ihres Gewerbemietvertrages.
Die Vertragslaufzeit ist frei verhandelbar. Befristeter oder unbefristeter Gewerbemietvertrag – Planungssicherheit oder Flexibilität? Sie haben die Wahl. Beide Regelungen haben ihre Vor- und Nachteile.
3. Die Vertragslaufzeit
Sie können den Gewerbemietvertrag auf unbestimmte Zeit abschließen. Sind Sie sich sicher, die richtigen Gewerberäume zu einem guten Preis gefunden zu haben, scheint das die bessere Wahl zu sein.
Der unbefristete Vertrag kann aber jederzeit ohne Angabe von Gründen innerhalb vereinbarter Kündigungsfristen gekündigt werden. Dann ist es wichtig, günstige Kündigungsfristen auszuhandeln. Alle wichtigen Informationen hierzu finden Sie im Kapitel 6 – Gewerbemietvertrag kündigen: Fristen & Rechte.
Entscheiden Sie sich dafür, die Laufzeit festzulegen, kann der Gewerbemietvertrag nicht vorher ordentlich gekündigt werden. Er endet automatisch mit Ablauf der Festmietzeit. Noch mehr Sicherheit erhalten Sie, wenn Sie Optionsrecht oder Verlängerungsklausel in den Vertrag aufnehmen lassen.
Nutzen Sie Ihr Optionsrecht, können Sie den Gewerbemietvertrag nach Ablauf der Festmietzeit noch verlängern. Eine Verlängerungsklausel geht noch weiter: Sie sorgt dafür, dass der Vertrag automatisch verlängert wird – auch ohne dass Sie mit Ihrem Vermieter darüber sprechen.
► Sie wollen sichergehen, dass Ihr Gewerbemietvertrag rechtskonform und für Sie günstig ist? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.
4. Nachteilige Klauseln wie Schönheits­reparaturen
Da die Vertragsparteien den Gewerbemietvertrag frei verhandeln können, ist Vorsicht geboten, damit der Vertrag niemanden benachteiligt.
Bei diesen Regelungen müssen Sie besonders aufpassen, damit der Vermieter nicht unbemerkt Regelungen zu seinem eigenen Vorteil durchsetzt:
Schönheitsreparaturen bzw. Dach-und-Fach-Klauseln
Durch § 535 BGB ist der Vermieter grundsätzlich dazu verpflichtet, sein Mietobjekt zu erhalten und Abnutzungserscheinungen durch vertragsgemäßen Gebrauch zu beseitigen. Tatsächlich aber nutzt der Vermieter oft die Vertragsfreiheit, die Schönheitsreparaturen auf den Mieter zu übertragen.
Dieser muss dann z. B. selbst Wände, Türen und Fenster streichen, Dübel und Schrauben aus den Wänden entfernen sowie Bohrlöcher schließen. Nicht zu den Schönheitsreparaturen gehören Parkettpflege oder die Erneuerung des Teppichbodens.
Der Vermieter kann die Zahl der zu erledigenden Schönheitsreparaturen im Gewerberaummietvertrag jedoch erweitern. Wichtig hierbei: Schließen beide Parteien eine individuelle Vereinbarung dazu oder nutzt der Vermieter einen Formularvertrag?
Denn: Dach-und-Fach-Klauseln zu Schönheitsreparaturen sind nur rechtsgültig, wenn sie individuell vereinbart werden.
Nutzt der Vermieter einen Formularvertrag, ist es wichtig, dass Ihnen nicht mehr Reparaturarbeiten auferlegt werden, als Sie verursachen könnten. Benachteiligen die Reparaturklauseln Sie, kann die gesamte Renovierungsvereinbarung unwirksam sein.
Dies wäre z. B. der Fall, wenn Sie vertraglich stetig zur Durchführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet sind und abschließend eine Endrenovierung durchführen müssen.
Die Salvatorische Klausel sorgt dafür, dass der Mietvertrag auch trotz einer ungültigen Klausel noch Bestand hat. Diese Regelung ist im Gewerbemietvertrag generell ungültig.
Ähnlich wie bei Reparaturarbeiten müssen Sie auch bei der Mietzahlung darauf achten, nicht durch einzelne Formulierungen zusätzliche Kosten auferlegt zu bekommen.
Folgende Vereinbarungen sind unwirksam:
„Alle Nebenkosten trägt der Mieter.“
„Zusätzlich übernimmt der Mieter die Hausgebühren.“
Anders als im Wohnraummietrecht ist die Höhe Kautionszahlung frei verhandelbar. Die Mietsicherheit kann also auch 3 Monatsmieten übersteigen.
Der Vermieter ist nicht verpflichtet, die Kaution anzulegen oder zu verzinsen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie aber darauf bestehen, dass der Vermieter Ihre Kautionssumme auf ein Treuhandkonto – getrennt von seinem Privatvermögen – einzahlt. So ist Ihr Geld zumindest im Falle der Insolvenz des Vermieters sicher.
Darüber hinaus gibt es viele weitere Formulierungen, die nachteilig für Sie sein können, sodass Sie eine gründliche Prüfung des Gewerbemietvertrages durch einen erfahrenen Anwalt für Gewerbemietrecht in Betracht ziehen sollten.
Ein Anwalt weiß, welche Formulierungen in Verträgen zulässig sind und wann eine Klausel ungültig ist. Er prüft Ihren Vertrag und klärt Sie darüber auf, inwieweit der Gewerbemietvertrag Sie benachteiligt. Vertragsdetails schildern & Mietvertrag absichern lassen.
5. Gewerbemiet­vertrag & Nebenkosten
Auch die Nebenkosten können individuell vereinbart werden. Vermieter dürfen für die Mieträume grundsätzlich mehr Betriebskosten auf den Mieter umlegen als bei Wohnraummietverhältnissen.
Dafür muss jede Nebenkosten-Position explizit im Gewerbemietvertrag aufgeführt sein.
Achtung: Verhindern Sie, dass der Vermieter lediglich auf die Betriebskostenverordnung verweist, um Ihnen die Nebenkosten aufzuerlegen. Sind die Nebenkosten nicht detailliert im Mietvertrag aufgeschlüsselt, können Sie diese nicht kalkulieren, was ein unnötiges finanzielles Risiko für Sie und Ihr Unternehmen darstellt.
Auf den Mieter umlagefähige Betriebskosten sind:
Kosten für den Betrieb eines Aufzugs
Kosten für Straßenreinigung & Müllabfuhr
Hausreinigung & Gartenpflege
Bezahlung des Schornsteinfegers
Bezahlung des Hausmeisters
Kosten für eine gemeinschaftliche Antennenanlage
Der Vermieter hat 12 Monate Zeit, Ihnen die Betriebskostenabrechnung des Vorjahres für die Mieträume zukommen zu lassen. Er kann die Abrechnung aber auch nach Ablauf dieser Frist zustellen und entsprechende Nachforderungen stellen.
Sein Anspruch auf Zahlung der Nebenkosten verjährt nach 3 Jahren.
Aber: Um den Vermieter zur rechtzeitigen Abrechnung zu bewegen, können Sie Ihr Zurückbehaltungsrecht durch § 273 BGB geltend machen.
Nach Ablauf der 12 Monate dürfen Sie die Vorauszahlungen der Nebenkosten einstellen, bis Sie die Abrechnung erhalten haben. Bedingung: Sie müssen den Vermieter zur Erstellung der Abrechnung auffordern und ihn über die Konsequenz informieren.
6. Gewerbemiet­vertrag kündigen: Fristen & Rechte
Haben Sie einen befristeten Gewerbemietvertrag abgeschlossen, ist die ordentliche Kündigung für die Vertragsdauer ausgeschlossen. Wollen Sie den befristeten Vertrag vorzeitig auflösen, haben Sie 3 Optionen:
Aufhebungsvertrag schließen, mit dem das Mietverhältnis einvernehmlich aufgelöst wird.
Denken Sie daran, die Bedingungen des Aufhebungsvertrags im Gewerbemietvertrag zu regeln.
Denn: Wollen Sie frühzeitig aus dem Gewerbemietvertrag heraus, sind zwei Dinge wichtig:
Besteht die Option, einen Nachmieter zu benennen?
Was steht im Gewerbemietvertrag zu Abstandszahlungen?
Lassen Sie eine Nachmieterklausel aufnehmen, haben Sie Anspruch auf die Vertragsauflösung, wenn Sie einen Nachmieter benennen können. Der Vermieter ist durch die Klausel an Ihren Vorschlag gebunden.
Noch wichtiger ist es, Abstandszahlungen aufgrund eines frühzeitigen Auszugs zu regeln. Halten Sie vertraglich genau fest, welcher Betrag wann zu zahlen ist.
Die Kündigung des Gewerbemietvertrages kann immer ohne Begründung erfolgen – auch weil Sie die Gründe für eine fristlose Kündigung bereits im Mietvertrag festlegen können.
In diesen Fällen ist Ihre fristlose Kündigung z. B. berechtigt:
Der Vermieter äußert sich geschäftsschädigend Ihnen oder Ihrem Unternehmen gegenüber.
Vermieter verwehrt den vertragsgemäßen Gebrauch der Mieträume.
Einzige Bedingung: Zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund ist eine vorherige Abmahnung notwendig.
Die Kündigung muss nicht schriftlich erfolgen. Wurde dies nicht vertraglich vereinbart, sollten Sie dennoch schriftlich kündigen. So haben Sie einen eindeutigen Nachweis Ihrer fristgerechten Kündigung, falls der Vermieter die Kündigung nicht akzeptiert.
Mangelhafte Schriftform berechtigt zu vorzeitiger Kündigung!
Der Gewerbemietvertrag muss die Schriftform einhalten:
Detaillierte Beschreibung des Mietobjekts (siehe Kapitel 1)
Unterzeichnung des Mietvertrags durch alle Parteien
Wird der Gewerbemietvertrag der Schriftform nicht gerecht, ist er trotzdem zunächst unbefristet wirksam. Der Vertrag kann jedoch unter Berufung auf die fehlerhafte Schriftform frühzeitig nach einem Jahr gekündigt werden.
Gewerbemietvertrag – Sonderkündigungsrecht bei Geschäftsaufgabe?
Bei einem befristeten Gewerberaummietvertrag besteht keine Kündigungsoption – dadurch haben Sie mehr Sicherheit. Ändern sich die Umstände im Unternehmen entscheidend, hat die Befristung Nachteile.
Haben Sie aufgrund schlechter Auftragslage kein Geld für die Miete oder wollen Ihr Geschäft aus Altersgründen aufgeben, besteht grundsätzlich kein Sonderkündigungsrecht.
Wollen Sie ein Sonderkündigungsrecht gemäß § 543 BGB erhalten, müssen Sie dieses vertraglich vereinbaren. Definieren Sie in der Klausel genau, welche Umstände für beide Seiten das Sonderkündigungsrecht zur Folge haben.
Mögliche Anlässe für ein Sonderkündigungsrecht:
Vermieter verweigert Untermieter
Für den Vermieter: Tod eines Mieters
Akzeptiert der Vermieter Ihre Kündigung nicht, obwohl Sie einen berechtigten Grund haben, den Gewerbemietvertrag vorzeitig fristlos zu kündigen, sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen.
Der Anwalt setzt Ihr Kündigungsvorhaben mit zielgerichteter, rechtlich fundierter Argumentation gegenüber dem Vermieter durch. Schildern Sie dafür hier Ihren Fall.
Bei einem unbefristeten Gewerbemietvertrag ist es wichtig, auf für Sie günstige Kündigungsfristen zu achten. Grundsätzlich legen die Vertragsparteien alle Kündigungsregelungen vertraglich fest.
Wenn Sie im unbefristeten Gewerbemietvertrag keine Kündigungsfristen vereinbaren, gilt für die ordentliche Kündigung die gesetzliche Frist gemäß § 580 BGB: 6 Monate zum Quartalsende. Der Vermieter muss das Kündigungsschreiben bis zum 3. Werktag eines Quartals (Kalendervierteljahr) erhalten.
Beispiel: Wollen Sie den Vertrag für die Mieträume zum 31. März 2020 beenden, muss die Kündigung bis zum 3. Oktober 2019 erfolgen.
7. Vorsicht vor Mustervorlagen
Legt der Vermieter Ihnen als Gewerbemietvertrag ein kostenloses Muster vor, sollten Sie dieses nicht vorschnell unterschreiben.
Mustervorlagen sollten nur als Orientierung dienen – als Vertragsgrundlage sind sie ungeeignet. Gerade weil Sie beim Gewerbemietvertrag alles individuell regeln müssen, kann ein Muster Ihrem individuellen Fall auf keinen Fall gerecht werden.
Hinzu kommt: Enthalten Formular-Verträge Dach-und-Fach-Klauseln sind diese ungültig!
Auch ein Muster-Gewerbemietvertrag der Firma Haus und Grund GmbH kann Ihren individuellen Fall nicht umfassend darstellen. Tatsächliche Vertragssicherheit erhalten Sie, wenn Sie den Gewerbemietvertrag von einem Anwalt prüfen lassen. Anwalt beauftragen & rechtssicheren Vertrag erhalten.
8. Fazit: Gewerbemiet­vertrag sorgfältig prüfen
Wollen Sie Gewerberäume mieten, sollten Sie frühzeitig planen und sich umfassend informieren. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass die Bestimmungen des Mietrechts Sie schützen, wenn Sie einen fehlerhaften, nachteiligen Gewerbemietvertrag unterschrieben haben.
Jede Klausel kann für Sie nachteilige Regeln festschreiben, die Sie in Ihrem Unternehmensalltag beeinträchtigen. Aufgrund der Vertragsfreiheit ist es für Laien jedoch schwer einzuschätzen, welche Formulierungen günstig und welche unzulässig sind. Deshalb sollten Sie den Vertrag für die Mieträume sorgfältig prüfen.
Um ganz sicher zu gehen, ziehen Sie vor Vertragsschluss einen spezialisierten Anwalt hinzu. Er prüft alle Unterlagen, prüft, ob alle Angaben zum Mietobjekt korrekt sind und klärt Sie darüber auf, welche Klauseln zulässig sind.
Er trägt Sorge für die Rechtssicherheit des Mietvertrages und setzt die für Sie günstigsten Regelungen im Gewerbemietvertrag durch.
Sie möchten einen Gewerbe­mietvertrag prüfen lassen?
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