Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-arbeitsvertrag.html
Timestamp: 2020-04-08 11:18:26
Document Index: 225326250

Matched Legal Cases: ['§ 309', '§ 622', '§ 106', '§ 1', 'EuG', 'EuG', '§ 8', '§ 7']

Urteile und Kommentare: Arbeitsvertrag - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Ar­beits­ver­trag
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Ar­beits­ver­trag von 2003 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Ar­beits­ver­trag.
16.03.2018. Der Deut­sche Fuß­ball­bund (DFB) muss mit sei­nen Schieds­rich­tern kei­ne fes­ten Ar­beits­ver­trä­ge ab­schlie­ßen: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.03.2018, 9 Sa 1399/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
23.03.2017. Wett­be­werbs­ver­bo­te müs­sen fi­nan­zi­el­le Ent­schä­di­gun­gen ent­hal­ten. An­dern­falls sind sie auch dann nich­tig, wenn der Ar­beits­ver­trag ei­ne sal­va­to­ri­sche Klau­sel ent­hält: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.03.2017, 10 AZR 448/15 (Pres­se­mel­dung des BAG).
03.03.2017. Schließt ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lung die Ver­set­zung in ei­ne an­de­re Stadt von vorn­her­ein aus, kann der Ar­beit­neh­mer da­ge­gen im Eil­ver­fah­ren vor­ge­hen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 01.011.2016, 7 Sa­Ga 1629/16.
16/353 Bayrische Landesbank kann sich von Betriebsrentenzusagen freikaufen
17.11.2016. Die Bay­ri­sche Lan­des­bank hat­te 2010 mit vie­len Ar­beit­neh­mern Ver­ein­ba­run­gen über die Ab­lö­sung ei­ner Be­triebs­ren­ten­zu­sa­ge ge­trof­fen. Die Ver­ein­ba­run­gen sind wirk­sam: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.11.2016, 3 AZR 539/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/254 Neuregelung zur Schriftform bei Ausschlussfristen
10.08.2016. § 309 Nr.13 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) wird zum 01.10.2016 ge­än­dert: Ver­trag­li­che Aus­schluss­klau­seln dür­fen künf­tig nur noch die Text­form für For­de­rungs­schrei­ben vor­se­hen: Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der zi­vil­recht­li­chen Durch­set­zung von ver­brau­cher­schüt­zen­den Vor­schrif­ten des Da­ten­schutz­rechts.
16/229 Betriebsrente gemäß Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung
20.07.2016. Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen kön­nen Ar­beit­neh­mer von Be­triebs­ren­ten­an­sprü­chen we­gen ar­beits­ver­trag­li­cher Pen­si­ons­an­wart­schaf­ten nur aus­schlie­ßen, wenn die Ren­ten­an­sprü­che gleich­wer­tig sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.07.2016, 3 AZR 134/15 (Pres­se­mel­dung des BAG).
16/224 Werkvertrag und Arbeitnehmerüberlassung
15.07.2016. Bei Schein­werk­ver­trä­gen kommt kein Ar­beits­ver­hält­nis zwi­schen Leih­ar­beit­neh­mer und Ent­lei­her zu­stan­de, wenn der Ver­lei­her ei­ne Vor­rats­er­laub­nis zur Ar­beit­neh­mer­über­las­sung hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12.07.2016, 9 AZR 352/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/106 Gesetzliche Definition des Arbeitnehmerbegriffs
29.03.2016. Im Re­fe­ren­ten­ent­wurf des Ar­beits­mi­nis­te­ri­ums zur Re­form der Leih­ar­beit vom No­vem­ber 2015 war ei­ne De­fi­ni­ti­on des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ent­hal­ten. Jetzt wur­de nach­ge­bes­sert: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS), Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes und an­de­rer Ge­set­ze, Stand 17.02.2016.
08.12.2015. Prak­ti­kum und Aus­bil­dung sind nicht das­sel­be: Kei­ne An­rech­nung ei­nes vor­an­ge­gan­ge­nen Prak­ti­kums oder Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf die Pro­be­zeit im Be­rufs­aus­bil­dungs­ver­hält­nis: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 19.11.2015, 6 AZR 844/14 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
23.09.2015. Nach­dem das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) 2014 ent­schie­den hat­te, dass Un­ter­neh­mens­an­wäl­te in die ge­setz­li­che Ren­ten­kas­se ein­zah­len müs­sen, soll nun ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung her: Frak­ti­on CDU/CSU und SPD, Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Neu­ord­nung des Rechts der Syn­di­kus­an­wäl­te, vom 16.06.2015, Bun­des­tags-Druck­sa­che 18/5201.
25.02.2015. Kann sich Grie­chen­land als Ar­beit­ge­ber ei­nes in Deutsch­land zu er­fül­len­den deut­schen Ar­beits­ver­trags auf sei­ne Spar­ge­set­ze be­ru­fen und das Ge­halt ei­nes an­ge­stell­ten Leh­rers kür­zen? BAG, Be­schluss vom 25.02.2015, 5 AZR 962/13 (A).
28.07.2014. Sechs Mo­na­te Kün­di­gungs­frist bei zwei fes­ten End­ter­mi­nen pro Jahr (En­de Ju­ni oder De­zem­ber) ge­mäß Ar­beits­ver­trag sind bes­ser als sie­ben Mo­na­te Kün­di­gungs­frist zum Mo­nats­en­de ge­mäß § 622 Abs.2 BGB: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 05.03.2014, 15 Sa 1552/13.
22.07.2014. Ei­ne Ver­trags­stra­fe für die "Be­en­di­gung" des Ver­trags oh­ne Ein­hal­tung der Kün­di­gungs­frist er­fasst nicht die ver­trags­wid­ri­ge Leis­tungs­ver­wei­ge­rung, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Fall: BAG, Ur­teil vom 23.01.2014, 8 AZR 130/13.
02.05.2014. Mit ei­ner Ver­set­zung übt der Ar­beit­ge­ber sein Wei­sungs­recht aus, das ihm ge­mäß § 106 Ge­wer­be­ord­nung (Ge­wO) zu­steht und ihn da­zu be­rech­tigt, u.a. den Ort der Ar­beits­leis­tung "nach bil­li­gem Er­mes­sen nä­her be­stim­men". Ent­spricht es noch bil­li­gem Er­mes­sen, ei­nen über 36 Jah­re am sel­ben Ort be­schäf­tig­ten drei­fa­chen Fa­mi­li­en­va­ter mit ge­rin­gem Mo­nats­lohn an ei­nen 120 km ent­fern­ten an­de­ren Ar­beits­ort zu ver­set­zen? Und wie soll­te sich ein Ar­beit­neh­mer in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on am bes­ten ge­richt­lich zur Wehr set­zen? Da­mit be­fasst sich ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Rhein­land-Pfalz: LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 20.03.2014, 5 Sa­Ga 13/13.
24.04.2014. Manch­mal strei­ten Rechts­an­wäl­te in ei­ge­ner An­ge­le­gen­heit vor dem Ar­beits­ge­richt ge­gen ih­re Be­rufs­kol­le­gen, d.h. ge­gen die Kanz­lei, für die sie tä­tig sind oder wa­ren. Vor­aus­set­zung für den Zu­gang zur klä­ger­freund­li­chen Ar­beits­ge­richts­bar­keit ist, dass der kla­gen­de An­walt Ar­beit­neh­mer ist, d.h. als An­ge­stell­ter sei­nen An­walts­be­ruf aus­übt. Da­zu muss er von der be­auf­tra­gen­den Kanz­lei so­zi­al ab­hän­gig sein. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg vor kur­zem ent­schie­den: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 27.01.2014, 4 Sa 1731/13.
30.03.2014. Ar­beit­ge­ber, die ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung aus­spre­chen, müs­sen ei­ne So­zi­al­aus­wahl zwi­schen den in Be­tracht kom­men­den "Kün­di­gungs­kan­di­da­ten" vor­neh­men. Das schreibt § 1 Abs.3 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) vor. Ist der Ar­beit­ge­ber (zu­recht) der Mei­nung, der aus be­trieb­li­chen Grün­den zu kün­di­gen­de Ar­beit­neh­mer sei mit kei­nem Kol­le­gen ver­gleich­bar, ist ei­ne So­zi­al­aus­wahl nicht er­for­der­lich. Ei­ne sol­che Ver­tei­di­gung im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess ist für den Ar­beit­ge­ber aber ge­fähr­lich, wie ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Schles­wig-Hol­stein zeigt: LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 28.01.2014, 1 Sa 230/13.
13/276 Arbeitsvertrag oder Werkvertrag?
26.09.2013. Ar­beit­neh­mer ge­nie­ßen Kün­di­gungs­schutz, ein Recht auf Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall und auf Ur­laub, Selb­stän­di­ge da­ge­gen nicht. In ei­nem ak­tu­el­len Fall konn­te sich ein baye­ri­scher wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter mit Er­folg ge­gen die Ein­ord­nung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses als Werk­ver­trag zur Wehr set­zen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.09.2013, 10 AZR 282/12.
13/272 Arbeitsvertrag und Verbraucherinsolvenz
19.09.2013. Ar­beit­neh­mer in der Ver­brau­cher­insol­venz brau­chen kei­ne Zu­stim­mung des Treu­hän­ders, wenn sie ei­ne Än­de­rungs­kün­di­gung er­hal­ten und das da­mit ver­bun­de­ne An­ge­bot ei­ner Ver­rin­ge­rung von Ar­beits­zeit und Ge­halt an­neh­men. Der Treu­hän­der hat kei­ne recht­li­che Mög­lich­keit, das zu ver­hin­dern oder vom Ar­beit­ge­ber den Teil des Lohns zu ver­lan­gen, auf den der in­sol­ven­te Ar­beit­neh­mer in­fol­ge ei­ner Ar­beits­zeit- und Ge­halts­re­du­zie­rung ar­beits­ver­trag­lich "ver­zich­tet" hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.06.2013, 6 AZR 789/11.
13/263 Scheinwerkverträge bei der Heinrich-Böll-Stiftung
09.09.2013. Die Hein­rich-Böll-Stif­tung, ei­ne par­tei­na­he Stif­tung von Bünd­nis 90/Die Grü­nen, hat am Don­ners­tag letz­ter Wo­che vor dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin ei­ne Nie­der­la­ge hin­neh­men müs­sen. In dem Pro­zess hat­te ein Fremd­fir­men-Ar­beit­neh­mer die Stif­tung we­gen il­le­ga­ler Ar­beit­neh­mer­über­las­sung ver­klagt. Ziel der Kla­ge war die ge­richt­li­che Fest­stel­lung, dass zwi­schen ihm und der Stif­tung ein Ar­beits­ver­hält­nis be­steht: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Teil­ur­teil vom 04.09.2013, 33 Ca 5347/13 (Pres­se­mel­dung).
13/225 Scheinwerkvertrag und Scheinselbständigkeit
05.08.2013. In ei­nem ak­tu­el­len Fall hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg ent­schie­den, dass zwei über ei­ne Fremd­fir­ma ein­ge­setz­te EDV-Mit­ar­bei­ter Schein­selb­stän­di­ge sind, d.h. in Wahr­heit Ar­beit­neh­mer: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 01.08.2013, 2 Sa 6/13.
13/216 Karenzentschädigung nach Ermessen des Arbeitgebers
29.07.2013. Nach­ver­trag­li­che Wett­be­werbs­ver­bo­te sind nich­tig, wenn sie kei­ne Ka­ren­zent­schä­di­gung ent­hal­ten. Dann hat das Wett­be­werbs­ver­bot von vorn­he­rei kei­ner­lei Rechts­wir­kun­gen. Frag­lich ist, ob ein Wett­be­werbs­ver­bot die Hö­he der Ka­ren­zent­schä­di­gung in das Er­mes­sen des Ar­beit­ge­bers stel­len kann, d.h. ob in die­sem Fall ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Ka­ren­zent­schä­di­gung vor­liegt oder nicht. Ja, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung: LAG Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 09.01.2013, 16 Sa 563/12.
04.12.2012. Be­wer­ber soll­ten sich über Ih­ren künf­ti­gen Ar­beit­ge­ber ge­nau in­for­mie­ren, vor al­lem über sei­ne wirt­schaft­li­che La­ge. Denn wenn der neue Ar­beit­ge­ber wirt­schaft­lich an­ge­schla­gen ist, ist das Ar­beits­ver­hält­nis mög­li­cher­wei­se nur von kur­zer Dau­er. Und die recht­li­chen Mög­lich­kei­ten, in ei­nem sol­chen Fall Scha­dens­er­satz we­gen ei­nes Ver­dienst­aus­falls durch­zu­set­zen, sind sehr be­grenzt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz , Ur­teil vom 09.10.2012, 3 Sa 247/12.
16.10.2012. Vie­le Schul­trä­ger ver­lan­gen Leh­rern Ver­zichts­er­klä­run­gen ab, mit de­nen Leh­rer vor der Ge­neh­mi­gung ei­ner Klas­sen­fahrt auf die Er­stat­tung von Rei­se­kos­ten ver­zich­ten. Auf sol­che Ver­zichts­er­klä­run­gen kann sich der Schul­trä­ger als Ar­beit­ge­ber aber nicht be­ru­fen, da die­se Pra­xis treu­wid­rig ist, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner Ent­schei­dung vom heu­ti­gen Ta­ge: BAG, Ur­teil vom 16.10.2012, 9 AZR 183/11.
30.08.2012. Vie­le eh­ren­amt­lich tä­ti­ge Bür­ge­rin­nen und Bür­ger müs­sen eben­so wie Ar­beit­neh­mer Wei­sun­gen be­fol­gen, d.h. sie kön­nen nicht selbst über die Art und Wei­se ih­rer Tä­tig­keit so­wie über Zeit und Ort ih­rer eh­ren­amt­li­chen Ar­beit ent­schei­den. Die­se Wei­sungs­ab­hän­gig­keit al­lein macht sie aber noch nicht zu Ar­beit­neh­mern. Da sie kein Geld ver­lan­gen kön­nen, sind sie nicht auf der Grund­la­ge von Ar­beits­ver­trä­gen tä­tig. Eh­ren­amt und Ar­beit­neh­mer­sta­tus schlie­ßen sich da­her in al­ler Re­gel aus. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ges­tern klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 29.08.2012, 10 AZR 499/11.
27.07.2012. In ei­nem ak­tu­el­len Ber­li­ner Fall hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) ent­schie­den, dass Bot­schafts­an­ge­stell­te aus­län­di­scher Staa­ten vor deut­schen Ar­beits­ge­rich­ten kla­gen kön­nen. Vor­aus­set­zung für die­se "in­ter­na­tio­na­le Zu­stän­dig­keit" deut­scher Ar­beits­ge­rich­te für Strei­tig­kei­ten zwi­schen aus­län­di­schen Bot­schaf­ten und ih­ren Ar­beit­neh­mern ist al­ler­dings, dass der kla­gen­de Bot­schafts­an­ge­stell­te kei­ne "ho­heit­li­chen" Auf­ga­ben wahr­nimmt: EuGH, Ur­teil vom 19.07.2012, C-154/11 - "Ma­ham­dia".
22.03.2012. Die Ver­rech­nung ei­nes Zeit­gut­ha­bens auf ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to mit Mi­nus­stun­den des Ar­beit­neh­mers ist oh­ne Rechts­grund­la­ge im Ar­beits­ver­trag, in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung oder im Ta­rif­ver­trag nicht mög­lich: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.03.2012, 5 AZR 676/11.
17.03.2012. Ein Ar­beit­ge­ber darf Mi­nus­stun­den nur ver­rech­nen, wenn er mit dem Ar­beit­neh­mer ei­ne Ver­ein­ba­rung über ein Ar­beits­zeit­kon­to ge­trof­fen hat. In ei­ner sol­chen Ver­ein­ba­rung muss ge­nau ge­re­gelt sein, wie ei­ne Ar­beits­zeit­schuld ent­ste­hen und wie sie aus­ge­gli­chen wer­den kann. Oh­ne ei­ne sol­che Ar­beits­zeit­kon­to-Ver­ein­ba­rung trägt der Ar­beit­ge­ber das Ri­si­ko, sei­nen Ar­beit­neh­mer kei­ne Ar­beit zu­wei­sen zu kön­nen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 15.11.2011, 3 Sa 493/11.
21.02.2012. Die meis­ten Ver­triebs­mit­ar­bei­ter er­hal­ten ne­ben ih­rem Fest­ge­halt ei­ne va­ria­ble Ver­gü­tung, und die ist nicht von ih­ren Leis­tun­gen ab­hän­gig, son­dern auch von ei­ner be­stimm­ten Or­ga­ni­sa­ti­on des Ver­triebs. Wenn der Ar­beit­ge­ber die­se Ver­triebs­struk­tu­ren än­dert, kön­nen va­ria­ble Ver­gü­tungs­be­stand­tei­le weg­bre­chen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat von ei­ni­gen Ta­gen ent­schie­den, dass Ar­beit­neh­mer in ei­nem sol­chen Fall kei­nen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich ver­lan­gen kön­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.02.2012, 8 AZR 98/11.
08.12.2011. Zielt ein An­trag auf Teil­zeit nicht nur auf ei­ne Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung und ei­ne be­stimm­te Ar­beits­zeit­ver­tei­lung, son­dern auch auf die Ver­än­de­rung an­de­rer Ar­beits­be­din­gun­gen, ist er ins­ge­samt kein An­trag nach § 8 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG). Der Ar­beit­ge­ber kann ei­nen sol­chen An­trag schlicht ab­leh­nen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 29.08.2011, 2 Sa 181/11.
18.07.2011. Teil­zeit­be­schäf­tig­te kön­nen auch bei lang­fris­ti­ger, deut­li­cher Über­schrei­tung der ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit nicht da­von aus­ge­hen, dass der Ar­beit­ge­ber ih­nen da­mit ein Voll­zeit­ar­beits­ver­hält­nis an­bie­ten will, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln. Ge­gen ein sol­ches An­ge­bot kann ins­be­son­de­re spre­chen, dass der Wunsch des Ar­beit­neh­mers nach Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit vom Ar­beit­ge­ber ab­ge­lehnt wur­de: LAG Köln, Ur­teil vom 14.04.2011, 6 Sa 1499/10.
30.06.2011. Seit An­fang 2002 sind vom Ar­beit­ge­ber vor­for­mu­lier­te ar­beits­ver­trag­li­che Klau­seln (All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen - AGB) nur wirk­sam, wenn sie dem stren­gen neu­en AGB-Recht ent­spre­chen. Ar­beit­ge­ber hat­ten ein Jahr Zeit (vom 01.01.2002 bis zum 31.12.2002), ih­re vor dem 01.01.2002 ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trä­ge dem neu­en Recht an­zu­pas­sen. Ob aber ab An­fang 2003 das stren­ge neue Recht oh­ne Ab­stri­che für Alt­ver­trä­ge gilt und Ar­beit­ge­ber mit ih­ren un­wirk­sa­men Alt­ver­trags-Klau­seln da­her auf die Na­se fal­len, ist um­strit­ten. Der fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) will zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers Alt­ver­trags­klau­seln, die nach neu­em Recht un­wirk­sam sind, im We­ge der "er­gän­zen­den Ver­trags­aus­le­gung" ret­ten: BAG, Ur­teil vom 20.04.2011, 5 AZR 191/10.
20.05.2011. Das Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) hat ent­schie­den, dass die An­ga­be ei­nes Sach­grun­des im Ar­beits­ver­trag noch nicht un­be­dingt be­deu­tet, dass ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung aus­ge­schlos­sen sein soll: Thü­rin­ger LAG, Ur­teil vom 12.10.2010, 7 Sa 425/09.
10.03.2011. In vor­for­mu­lier­ten Ar­beits­ver­trä­gen dür­fen dem Grun­de nach Stra­fen für den Fall ver­trags­wid­ri­gen Ver­hal­tens auf­ge­nom­men wer­den. Der Hö­he nach dür­fen die­se so ge­nann­ten Ver­trags­stra­fen je­doch den Ar­beit­neh­mer nicht un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­gen. Das ist der Fall, wenn die Stra­fe hö­her als das wirt­schaft­li­che In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Ar­beits­kraft des Ar­beit­neh­mers ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.09.2010, 8 AZR 897/08.
10.02.2011. Ar­beits­ver­trä­ge wer­den meist vom Ar­beit­ge­ber vor­for­mu­liert, oh­ne dass der Ar­beit­neh­mer Ein­fluss­mög­lich­kei­ten hat. Da in Ar­beits­ver­trä­gen das grund­sätz­lich wei­te Wei­sungs­recht des Ar­beit­ge­bers ein­ge­schränkt wer­den kann, ist bei­spiels­wei­se bei Ver­set­zungs­klau­seln ent­schei­dend, ob Ar­beits­in­halt und Ar­beits­ort ver­trag­lich wirk­sam fest­ge­legt wur­den oder ob hier ein Spiel­raum be­steht. Im Au­gust 2010 fass­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt die in­so­weit gel­ten­den recht­li­chen Prü­fungs­grund­la­gen le­sens­wert zu­sam­men: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.08.2010, 10 AZR 275/09.
27.12.2010. Ar­beits­ver­trä­ge kom­men wir al­le an­de­ren zi­vil­recht­li­chen Ver­trä­ge da­durch zu Stan­de, dass ei­ne Ver­trags­par­tei der an­de­ren Ver­trags­par­tei ein An­ge­bot un­ter­brei­tet, wel­ches die­se an­nimmt. We­der das An­ge­bot noch die An­nah­me müs­sen aus­drück­lich er­klärt wer­den, es ge­nügt so ge­nann­tes schlüs­si­ges Ver­hal­ten. Das glei­che gilt für Än­de­run­gen be­ste­hen­der Ver­trä­ge. Frag­lich kann da­her in lau­fen­den Ar­beits­ver­hält­nis­sen sein, was nun ge­nau zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bart wur­de. Denn das blo­ße Schwei­gen auf ein er­hal­te­nes An­ge­bot ist noch längst nicht des­sen "schlüs­si­ge" An­nah­me: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg, Ur­teil vom 01.06.2010, 7 Sa 402/09.
17.11.2010. Ar­beits­ver­trä­ge müs­sen we­der schrift­lich noch aus­drück­lich ab­ge­schlos­sen wer­den, um wirk­sam zu sein. Sie kön­nen viel­mehr auch durch so ge­nann­tes schlüs­si­ges Ver­hal­ten ver­ein­bart wer­den. Da es schon ge­nügt, wenn ein be­stimm­tes Ver­hal­ten als Ver­trags­an­ge­bot auf­ge­fasst wer­den kann, sind des­halb durch­aus auch un­ge­woll­te Ver­trä­ge mög­lich, falls das ver­meint­li­che An­ge­bot an­ge­nom­men wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.04.2010, 10 AZR 163/09
26.03.2010. Ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Mün­chen be­fasst sich mit der Fra­ge, ob ein Ar­beit­neh­mer auf der Grund­la­ge ei­ner vom Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten Ver­trags­klau­sel "auf Pro­be" be­för­dert wer­den kann: LAG Mün­chen, Ur­teil vom 17.12.2009, 3 Sa 644/09.
10.03.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Meck­len­burg-Vor­pom­mern hat ent­schie­den, dass durch die vor­läu­fi­ge Wei­ter­be­schäf­ti­gung ei­nes ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mers bis zum Ab­schluss des Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­rens ein neu­es Ar­beits­ver­hält­nis auch dann be­grün­det wird, wenn die Auf­for­de­rung des Ar­beit­ge­bers zur Wei­ter­be­schäf­ti­gung er­folgt, nach­dem er in ers­ter In­stanz hier­zu ver­ur­teilt wur­de, wenn nicht der Ar­beit­neh­mer nach Er­lass des Ur­teils sei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung aus­drück­lich ver­langt. LAG Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 21.10.2009, 2 Sa 152/09.
11.01.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln be­fasst sich in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung mit den Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen Aus­zu­bil­den­de, die ta­rif­lich über­nom­men wer­den müs­sen, per Eil­an­trag auf vor­läu­fi­ge Über­nah­me kla­gen kön­nen, wenn der Ar­beit­ge­ber die Über­nah­me ver­wei­gert und das Haut­psa­che­ver­fah­ren an­dau­ert. LAG Köln, Be­schluss vom 23.11.2009, 4 Ta 350/09.
21.08.2008. Will der Ar­beit­ge­ber ein Per­so­nal­ge­spräch zum Zwe­cke ei­ner Än­de­rung des Ar­beits­ver­trags füh­ren, be­stellt er ihn ein und ist ver­schnupft, wenn der Ar­beit­neh­mer mit ihm ver­han­deln will. Da­her liegt es na­he, den Ar­beit­neh­mer "of­fi­zi­ell", d.h. per Ar­beits­an­wei­sung, zu ei­nem sol­chen Ge­spräch ein­zu­be­stel­len. Ei­ne sol­che An­wei­sung ist aber nicht vom Wei­sungs­recht des Ar­beit­ge­bers ge­deckt, denn der Ar­beit­neh­mer hat kei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht, Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit dem Ar­beit­ge­ber zu füh­ren: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 03.06.2008, 3 Sa 1041/07.
23.05.2008. Die blo­ße Ar­beits­auf­nah­me vor Ge­gen­zeich­nung ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags durch den Ar­beit­neh­mer führt nicht zur wirk­sa­men Ver­ein­ba­rung ei­nes un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten, wenn der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer schon vor Ar­beits­an­tritt ei­nen vor­un­ter­zeich­ne­ten Ver­trags­ent­wurf mit ei­ner Be­fris­tungs­ab­re­de vor­ge­legt hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.04.2008, 7 AZR 1048/06.
28.09.2007. Der Köl­ner Pro­fes­so­ren­ent­wurf zum Ar­beits­ver­trags­recht führt die zer­split­ter­te ar­beits­recht­li­che Ge­setz­ge­bung aus ins­ge­samt rund 30 Ein­zel­ge­set­zen in ei­nem ein­zi­gen Ge­setz zu­sam­men, das Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern ge­recht zu wer­den ver­sucht.
28.06.2007. Die Bun­des­re­gie­rung hat am 21.05.2007 ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor­ge­stellt, der der Um­set­zung der Richt­li­nie 2005/36/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen der Heil­be­ru­fe dient. Künf­tig sol­len es Per­so­nen mit ei­ner im EU-Aus­land er­wor­be­nen Be­rufs­qua­li­fi­ka­ti­on für ei­nen "re­gle­men­tier­ten Heil­be­ruf" leich­ter als bis­her ha­ben, die­sen Be­ruf in Deutsch­land aus­zu­üben: Ge­setz zur Um­set­zung der Richt­li­nie 2005/36/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes über die An­er­ken­nung von Be­rufs­qua­li­fi­ka­tio­nen der Heil­be­ru­fe, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 21.05.2007.
10.09.2006. Bei ge­fähr­li­chen Ar­bei­ten und auf der Grund­la­ge ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung kann der Ar­beit­ge­ber stich­pro­ben­ar­ti­ge Dro­gen­tests durch­füh­ren: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 01.09.2006, 27 Ca 136/06.
15.01.2003. Zum 01.01.2003 sind ei­ni­ge neue Vor­schrif­ten der Ge­wer­be­ord­nung in Kraft ge­tre­ten, die we­sent­li­che Fra­gen des Ar­beits­ver­trags­rechts be­tref­fen, die bis­he­ri­ge Rechts­la­ge aber nicht än­dern
08.01.2003. Seit An­fang die­ses Jah­res gibt es kei­ne spe­zi­el­le ge­setz­li­che Re­ge­lung zur sog. Schein­selb­stän­dig­keit mehr. Die bis­he­ri­ge Re­ge­lung in § 7 Abs.4 Vier­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV) wur­de er­satz­los ge­stri­chen, da sie kei­ne po­si­ti­ven Ef­fek­te hat­te.
Wenn Sie vor der Ent­schei­dung ste­hen, ei­nen Ar­beits­ver­trag oder ei­nen Ge­schäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trag ab­zu­schlie­ßen, oder wenn Ih­nen be­reits ein kon­kre­tes Ver­trags­an­ge­bot vor­liegt, das Sie an­walt­lich über­prü­fen las­sen wol­len, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Um das Ver­hand­lungs­kli­ma kurz vor ei­nem ge­plan­ten Ver­trags­schluss nicht zu be­las­ten, tre­ten wir in sol­chen Fäl­len in al­ler Re­gel nicht nach au­ßen in Er­schei­nung.
Ent­wurf des Ar­beits­ver­trags / Ge­schäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trags (falls vor­han­den)
Ent­wurf ei­ner Dienst­wa­gen­re­ge­lung (falls vor­han­den)
Ent­wurf ei­nes Wett­be­werbs­ver­bots (falls vor­han­den)
Wie kann man das Ar­beits­recht de­fi­nie­ren? - War­um gibt es das Ar­beits­recht als be­son­de­res Rechts­ge­biet? - Wor­in be­ste­hen die wich­tigs­ten Vor­schrif­ten des Ar­beits­rechts? - Wo fin­den sich ...