Source: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/esth-2010/hin10d.html
Timestamp: 2017-11-17 21:20:53
Document Index: 111691330

Matched Legal Cases: ['§ 351', '§ 177', '§ 2', '§ 15', '§ 22', '§ 10', '§ 62', '§ 10', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 10', '§ 10']

[ Hinweis 10b.3 EStH 2010 ]
[ Hinweis 10f EStH 2010 ]
Ehegatten können das Wahlrecht der Veranlagungsart (z. B. getrennte Veranlagung) grundsätzlich bis zur Unanfechtbarkeit eines Berichtigungs- oder Änderungsbescheids ausüben und die einmal getroffene Wahl innerhalb dieser Frist frei widerrufen. § 351 Abs. 1 AO kommt insoweit nicht zur Anwendung (>BFH vom 19.5.1999 - BStBl II S. 762).
Mit der Gewährung des Verlustrücktrags ist insoweit eine Durchbrechung der Bestandskraft des für das Rücktragsjahr ergangenen Steuerbescheids verbunden, als - ausgehend von der bisherigen Steuerfestsetzung und den dafür ermittelten Besteuerungsgrundlagen - die Steuerschuld durch die Berücksichtigung des Verlustabzugs gemindert würde. Innerhalb dieses punktuellen Korrekturspielraums sind zugunsten und zuungunsten des Stpfl. Rechtsfehler i. S. d. § 177 AO zu berichtigen (>BFH vom 27.9.1988 - BStBl 1989 II S. 225).
Im Verlustentstehungsjahr nicht ausgeglichene Verluste sind in einen vorangegangenen, nicht festsetzungsverjährten VZ auch dann zurückzutragen, wenn für das Verlustentstehungsjahr selbst bereits Festsetzungsverjährung eingetreten ist (>BFH vom 27.1.2010 - BStBl II S. 1009).
Im Rahmen des § 2b , § 15 Abs. 4 Satz 1 und 2 sowie Satz 3 bis 5 und 6 bis 8 , §§ 22 Nr. 2, 3 und 23 EStG gelten gesonderte Verlustverrechnungsbeschränkungen (besondere Verrechnungskreise) >BMF vom 29.11.2004 (BStBl I S. 1097).
Verluste, die der Stpfl. vor und während des Konkursverfahrens erlitten hat, sind dem Grunde nach in vollem Umfang ausgleichsfähig und nach § 10d EStG abzugsfähig (>BFH vom 4.9.1969 - BStBl II S. 726).
> § 62d EStDV
Der Erbe kann einen vom Erblasser nicht genutzten Verlust nach § 10d EStG nicht bei seiner eigenen Veranlagung geltend machen (>BFH vom 17.12.2007 - BStBl 2008 II S. 608). Die bisherige Rechtsprechung des BFH ist weiterhin auf alle Erbfälle anzuwenden, die bis zum Ablauf des Tages der Veröffentlichung des Beschlusses im Bundessteuerblatt (18.8.2008) eingetreten sind (>BMF vom 24.7.2008 - BStBl I S. 809).
Verlustvortragsbegrenzung - Beispiel
S. d. E. § 22 Nr. 2 i. V. m. § 23 3.000.000
unbeschränkt abziehbar 2.000.000
davon 60 % 600.000
Höchstbetrag 2.600.000
Ehemann: 500.000 5.000.000 x 2.600.000 260.000
Ehefrau: 4.500.000 5.000.000 x 2.600.000 2.340.000
Verlustvortrag max. in Höhe der
positiven Einkünfte 260.000 500.000
2.340.000 - 500.000 1.840.000 1.840.000
max. in Höhe der positiven Einkünfte 250.000 250.000
davon 60 % 840.000
Höchstbetrag 2.840.000 2.840.000
Ehemann: 6.000.000 8.000.000 x 2.840.000 2.130.000
Ehefrau: 2.000.000 8.000.000 x 2.840.000 710.000
Abzüglich Verlustvortrag in den lfd. VZ 2.130.000 710.000
Verbleibender Verlustvortrag zum 31.12. des lfd. VZ 3.870.000 1.290.000
Abzüglich Verlustvortrag in den lfd. VZ 260.000 2.340.000
Verbleibender Verlustvortrag aus § 22 Nr. 2 i. V. m. § 23 zum 31.12. des lfd. VZ 240.000 2.160.000
Abzüglich Verlustvortrag in den lfd. VZ 500.000
Verbleibender Verlustvortrag aus § 22 Nr. 3 zum 31.12. des lfd. VZ 500.000
Der Antrag, vom Verlustrücktrag nach § 10d Abs. 1 Satz 1 EStG ganz oder teilweise abzusehen, kann bis zur Bestandskraft des den verbleibenden Verlustvortrag feststellenden Bescheids i. S. d. § 10d Abs. 4 EStG geändert oder widerrufen werden (>BFH vom 17.9.2008 - BStBl 2009 II S. 639).