Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20174/11
Timestamp: 2019-10-16 18:46:16
Document Index: 2797142

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 831', '§ 280', '§ 536', '§ 831', '§ 831', '§ 831', '§ 831', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 328', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.11.2012 - VI ZR 174/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,39262
BGH, 06.11.2012 - VI ZR 174/11 (https://dejure.org/2012,39262)
BGH, Entscheidung vom 06.11.2012 - VI ZR 174/11 (https://dejure.org/2012,39262)
BGH, Entscheidung vom 06. November 2012 - VI ZR 174/11 (https://dejure.org/2012,39262)
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§ 831 Abs 1 BGB
Geschäftsherrn-/Verrichtungsgehilfenverhältnis zwischen konzernangehörigen Gesellschaften
Zu den Voraussetzungen eines Geschäftsherrn-/Verrichtungsgehilfenverhältnisses bei konzernangehörigen Gesellschaften
Bestehen eines Geschäftsherrnverhältnisses oder Verrichtungsgehilfenverhältnisses durch Beurteilung nach den tatsächlichen Umständen i.R.e. Schadensersatzanspruchs
Zum Verrichtungsgehilfenverhältnis zwischen Konzernunternehmen
Unzutreffende Besucherzahlen im vermieteten Einkaufszentrum; Schadensersatz des Gewerbemieters wegen nicht erreichter Besucherfrequenz; Garantieansprüche; Mietmangel; Eignung zum wirtschaftlichen Betrieb; Verrichtungsgehilfe
BGB § 280 Abs. 1; BGB § 536a; BGB § 831 Abs. 1
Geschäftsherrn-/Verrichtungsgehilfenverhältnis?
Konzernrecht, Weisung, Weisungsfreiheit
Regelmäßig keine Verrichtungsgehilfeneigenschaft gemäß § 831 BGB von konzernangehörigen Gesellschaften untereinander
Zu den Voraussetzungen eines Geschäftsherrn-/ Verrichtungsgehilfenverhältnisses zwischen konzernangehörigen Gesellschaften
Konzernschwester als Verrichtungsgehilfe i.S.d. § 831 BGB?
LG Oldenburg, 23.03.2010 - 4 O 3490/07
OLG Oldenburg, 07.06.2011 - 9 U 26/10
NJW 2013, 1002
MDR 2013, 144
NZM 2013, 147
NJ 2013, 126
VersR 2013, 203
Richtig ist zwar, dass das beauftragte Abrissunternehmen kein Verrichtungsgehilfe im Sinne von § 831 Abs. 1 BGB ist (vgl. BGH, Urteil vom 6. November 2011 - VI ZR 174/11, NJW 2013, 1002 Rn. 15 f.;… MüKoBGB/Wagner, 6. Aufl., § 831 Rn. 16, jeweils mwN).
Es genügt, dass der Geschäftsherr die Tätigkeit des Handelnden jederzeit beschränken oder entziehen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann (BGH, NJW 2013, 1002 Tz. 15).
Entscheidend ist, dass die Tätigkeit in einer organisatorisch abhängigen Stellung vorgenommen wird (BGH, NJW 2013, 1002 Palandt/Sprau a.a.O. § 831 Rn. 5).
Die Delegation von Aufgaben der Konzernobergesellschaft an eine Tochtergesellschaft oder zwischen Tochtergesellschaften begründet nach der Rechtsprechung nicht die Verrichtungsgehilfeneigenschaft der übernehmenden Gesellschaft für die delegierende Gesellschaft (BGH, Urt. vom 6. November 2012, VI ZR 174/11, VersR 2013, 203 Rn. 16).
Entscheidend für die Verrichtungsgehilfeneigenschaft ist aber, dass die Tätigkeit in einer abhängigen Stellung vorgenommen wird und der Geschäftsherr die Tätigkeit des Handelnden jederzeit beschränken oder entziehen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann (…vgl. Senatsurteile vom 10. Dezember 2013 - VI ZR 534/12, VersR 2014, 466 Rn. 12; vom 6. November 2012 - VI ZR 174/11, VersR 2013, 203 Rn. 15;… vom 10. März 2009 - VI ZR 39/08, VersR 2009, 784 Rn. 11; BGH, Urteile vom 30. Juni 1966 - VII ZR 23/65, BGHZ 45, 311, 313 und vom 12. Juni 1997 - I ZR 36/95, VersR 1998, 862, 863).
Der Untermieter ist nicht schutzbedürftig, weil ihm eigene vertragliche Ansprüche gegenüber dem Hauptmieter zustehen (BGH, Urteile vom 15.2.1978 - VIII ZR 47/77 = BGHZ 70, 327, 330; vom 6.11.2012 - VI ZR 174/11 = NJW 2013, 1002 Rdn. 9;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77. Aufl., § 328 Rn. 28, 29).
Denn Ziel der Aufgabenübertragung auf ein unabhängig handelndes, wenn auch gesellschaftsrechtlich verbundenes Unternehmen ist es i.d.R. gerade, andere Teile des Konzerns zu entlasten (vgl. BGH VersR 2013, 203 Tz 16 - zitiert nach juris).
Entscheidend ist, ob die Tätigkeit in einer organisatorisch abhängigen Stellung erbracht wird, wobei das Weisungsrecht nicht ins Einzelne zu gehen braucht und es als ausreichend angesehen wird, wenn der Geschäftsherr die Tätigkeit des Handelnden jederzeit beschränken oder entziehen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann (vgl. BGH VersR 2013, 203 Tz 15; MDR 2012, 1483 Tz 44 f. d. Fall der Weisungsgebundenheit nach Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags; ZIP 1989, 830 Tz 26 - zitiert nach juris) .
Entscheidend ist aber, dass die Tätigkeit in einer organisatorisch abhängigen Stellung vorgenommen wird und der Geschäftsherr die Tätigkeit des Handelnden jederzeit beschränken oder entziehen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann (vgl. Senatsurteile vom 6. November 2012 - VI ZR 174/11, VersR 2013, 203 Rn. 15;… vom 10. März 2009 - VI ZR 39/08, VersR 2009, 784 Rn. 11; BGH, Urteile vom 30. Juni 1966 - VII ZR 23/65, BGHZ 45, 311, 313 und vom 12. Juni 1997 - I ZR 36/95, VersR 1998, 862, 863).
aa) Entscheidend für die Verrichtungsgehilfeneigenschaft ist, dass die Tätigkeit in einer organisatorisch abhängigen Stellung vorgenommen wird und der Geschäftsherr die Tätigkeit des Handelnden jederzeit beschränken oder entziehen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann (…vgl. Senatsurteile vom 10. Dezember 2013 - VI ZR 534/12, VersR 2014, 466 Rn. 12; vom 6. November 2012 - VI ZR 174/11, VersR 2013, 203 Rn. 15;… vom 10. März 2009 - VI ZR 39/08, VersR 2009, 784 Rn. 11; BGH, Urteile vom 30. Juni 1966 - VII ZR 23/65, BGHZ 45, 311, 313 und vom 12. Juni 1997 - I ZR 36/95, VersR 1998, 862, 863).
Verrichtungsgehilfe ist derjenige, dem eine Tätigkeit von einem anderen übertragen worden ist, unter dessen Einfluss er allgemein oder im konkreten Fall handelt, und zu dem er in einer gewissen Abhängigkeit steht (BGH, NJW 2013, 1002 Rn. 15).