Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-662-00275-9_11
Timestamp: 2020-07-12 04:05:38
Document Index: 291372903

Matched Legal Cases: ['Art. 178', '§ 43', '§ 43', '§ 243', '§ 267', '§ 312', '§ 43', '§ 45', '§ 151', '§ 83', '§ 6', '§ 229', '§ 81', '§ 3678', '§ 2392', '§ 226', '§ 46', '§ 46', '§ 159', '§ 59', '§ 59']

Der Versuch | Springer for Research & Development
Lehrbuch des Strafrechts pp 151-161 | Cite as
Strafbarkeit des Versuchs ist bereits das Zeichen eines fortgeschrittenen Rechts. Die Italiener bringen die erste zusammenfassende Behandlung; ihnen folgt wesentlich die Carolina (Art. 178). Im Preußischen Landrecht tritt bereits der Begriff der Ausführungshandlung auf. Bald darauf bestimmt das französische Recht den Versuch als „commencement d’exécution“. Daran knüpft, entsprechend dem Preußischen StrGB. von 1851, unser Reichsrecht (StrGB. § 43) an, ganz überwiegend auch das Recht des Auslands2.
Vgl. näher über vorstehende Entwicklung oben S. 10 (allgemeingeschichtlich); 16 (römisch); 19, Anm. 8 (Italiener); 21 (germanisch); 22/23 (fränkisch); 27 (Mittelalter); 32, Anm. 5 (Carolina). Dazu Strafr. II, 392/94.Google Scholar
So auch zutreffend, nur in ausführlicherer Fassung, StrGB. § 43 (das Wort „beabsichtigt“ bezeichnet dort lediglich den Vorsatz; vgl. oben S. 136, Anm. 9); näher dazu, auch über die Literatur zur Versuchslehre, Strafr. II, 394/95.Google Scholar
Anerkannt, auch in ständiger Rechtsprechung des RG.; vgl. oben S. 134, Nr. 3.Google Scholar
Beispiel: Wegnahme beweglicher Sache ist kein Delikt; Diebstahl aber die Wegnahme fremder beweglicher Sache.Google Scholar
Tatfrage ist die Feststellung der Handlung und des Plans des Täters. Je nach dem damit verfolgten Zweck kann dieselbe Handlung Vorbereitung oder Ausführung, also Versuch, seins.Google Scholar
Rechtsfrage ist es, welche Handlung begrifflich Tatbestands-handlung ist. Regelmäßig kennzeichnet das Gesetz dies durch einGoogle Scholar
Diebstahlsversuch daher z. B., wenn die vermeintlich fremde Sache in Wahrheit eine herrenlose oder eigene war.Google Scholar
Zu weitgehend straft das RG. jeden untauglichen Versuch; richtig aber ist, daß auch dieser unter den Versuchsbegriff fällt; vgl. unten S. 160. Grundsätzlich hat sich das RG. wiederholt im obigen Sinne ausgesprochen; vgl. z. B. E. 60, 8; ferner — gegen die Lehre vom sog. Mangel am Tatbestand — E. 42, 92; 47, 190; näher Strafr. II, 396/97.Google Scholar
Neuerdings wird hier öfters (insbes. BINDING, BRUNO, FRANK, Graf DONNA) eine Lehre vom sog. Mangel am Tatbestand vertreten, die den obigen Versuchsbegriff einschränken will; vgl. dagegen unten S. 159; dazu Strafr. II, 397.Google Scholar
So z. B. jede Art von Tötungshandlung bei der Tötung; das Wegnehmen beim Diebstahl; das Täuschen beim Betrug; das Drohen bei Nötigung und Erpressung usw.Google Scholar
So insbes. die Beschaffung der Mittel zur Tat, das Auskundschaften, Verabreden, das Aufsuchen des Tatorts usw.Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 398.Google Scholar
Vgl. schon RG. E. 3, 136; ferner z. B. E. 53, 217, 336; 59, 386. Es entspricht dies auch durchaus der Auffassung des täglichen Lebens.Google Scholar
Beispiele: töten, verletzen, wegnehmen, täuschen, drohen usw.; vgl. näher Strafr. II, 401.Google Scholar
Beispiel: Einbrechen, Einsteigen bei § 243 Nr. 2 usw.; vgl. RG. E. 43, 332.Google Scholar
Beispiel: Beginn des Fälschens bei der Urkundenfälschung (StrGB. § 267, „zweiaktiger Tatbestand“, vgl. E. 56, 206 ).Google Scholar
Beispiel: StrGB. §§ 312/13; „Herbeiführen“ einer Überschwemmung bedeutet (analog der Brandstiftung) das Überschwemmen selbst.Google Scholar
So, anschließend an FRANK, in ständiger Rechtsprechung das Reichs - gericht. Vgl. z. B. E. 54, 35 (Einbruchsdiebstahl; Einseifen der Fensterscheibe); E. 54, 254 (Einschleichen in die Bodenkammer zwecks Stehlens); E. 59, 57 (Tötungsversuch; Betäubung durch Morphium zwecks anschließender Öffnung der Pulsader); weitere Fälle vgl. Strafr. II, 402.Google Scholar
Zu warnen ist aber vor zeitlicher und sachlicher Ausdehnung dieses Begriffs; denn solche führt zu unzulässiger Bestrafung der Vorbereitung.Google Scholar
Dasselbe Problem kehrt bei der Konkurrenzlehre wieder und ist dort ebenso zu entscheiden; vgl. unten S. 173.Google Scholar
Also z. B. das Hinstellen des Gifttranks, das Stellen des Selbstschusses; vgl. näher Strafr. II, 402/03. Ausführungshandlungen können strafrechtlich nur solche sein, die sich gegen den Verletzten richten, nicht Handlungen dieses letzteren.Google Scholar
Vgl. unten S. 167, Nr. 6. 8 Beispiel: Vorbeischießen.Google Scholar
Beispiel: Einbrechen, aber noch keine Wegnahme; Beginn der Wegnahme, aber keine Durchführung.Google Scholar
Der Unterschied ist wichtig für die Frage straffreien Rücktritts; vgl. unten S. 155.Google Scholar
Vgl. unten S. 163ff., 173.Google Scholar
Zurechnungsfähigkeit, Vorsatz und Fahrlässigkeit müssen grundsätzlich zur Zeit der Ausführung vorliegen; vgl. oben S. 129, Anm. 3.Google Scholar
Oben S. 104, 105.Google Scholar
Im weiteren Sinne, also Verwirklichung des Deliktstatbestandes (oben S. 92, Anm. 5).Google Scholar
Hierzu eingehend Strafr. II, 403/05. Ich hebe hervor: Der Versuch bedeutet die objektive Gefahr der Verwirklichung des konkret enDeliktstatbestandes. Schief sind die Bezeichnungen als Gefährdung der Rechtsordnung bzw. des Rechtsguts. Denn eine kraft Gesetzes strafbare Handlung verletzt die Rechtsordnung und gefährdet sie nicht nur; Gefährdung des Rechtsguts aber ist das Wesen des vollendeten Gefährdungsdelikts (vgl. oben S. 87). Über den Begriff der objektiven Gefahr vgl. unten S. 157/59.Google Scholar
Und zwar selbstverständlich wesentlich milder; denn sonst wäre diese Vorschrift zwecklos. Beweis auch § 43 Abs. 2/3; vgl. die folgende Anm. Näher Strafr. II, 405/06. Dazu geschichtlich oben S. 19, Anm. 8, 32, Anm. 5.Google Scholar
Abs. 2/3: Statt Todes-oder lebenslanger Freiheitsstrafe tritt solche von 3–15 Jahren. Im übrigen kann auf 1/4 des Mindestbetrages der für die Vollendung angedrohten Freiheits-bzw. Geldstrafe herabgegangen werden; vgl. näher das Gesetz. Nebenstrafen bleiben zulässig gemäß StrGB. § 45.Google Scholar
Hier kommen insbes. in Betracht: a) Typische und zugleich gefährliche Handlungen (Beispiele: StrGB. §§ 151, 201); b) Schutz besonders wichtiger Rechtsgüter (Beispiele §§ 83–86; 49a; c) besonders gefährliche Angriffsmittel (Beispiel: Sprengstoffgesetz, 1884, §§ 6–9); vgl. weiter Strafr. II, 406/07.Google Scholar
Anerkannt; vgl. insbes. RG. E. 58, 392. Anders, wenn die betr. Handlung als selbständiges Delikt gestaltet ist (Auslegungsfrage; Beispiele StrGB. §§ 229, 265); vgl. näher Strafr. II, 407.Google Scholar
Vgl. StrGB. §§ 81/82, 105, 114, 122, 159, 357, 3605.Google Scholar
Herrschende Ansicht, eingehend begründet in RG. E. 42, 266ff. Auch hier ist es unzulässig, einen Versuch des Unternehmens zu konstruieren; vgl. näher Strafr. II, 407/08.Google Scholar
Denn dieses fordert Vollendung und der Versuch Vorsatz; näher Strafr. II, 408.Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 408/09.Google Scholar
a) Tätigkeitsdelikte (Begriff oben 5. 92). Beispiele: Der Eigentümer wirft den Eindringling schon bei der Haustür hinaus (nicht beendeter Versuch). Ferner: Schießen an bewohnten Orten (§ 3678); die Patrone versagt (beendeter Versuch).Google Scholar
b) Unterlassung: Kommissivdelikte: Noch rechtzeitiges Geben der zwecks Tötung unterlassenen Ernährung des Kindes (nicht beendeter Versuch); Ins - wasserfallenlassen des Kindes, das Dritte retten (beendeter Versuch). Bei reinen Unterlassungsdelikten (Omissivdelikten) scheint mir Versuch als nicht beendeter, nicht aber als beendeter möglich; streitig, näher Strafr. II, 409.Google Scholar
So das RG. E. 61, 179 (betr. § 2392); vgl. näher Strafr. II, 409.Google Scholar
Überwiegende Ansicht. Beispiel: Der Angegriffene weicht dem Schlage aus (nur versuchte Körperverletzung), stürzt aber dabei die Treppe hinunter und bricht das Genick (StrGB. § 226); näher Strafr. II, 410.Google Scholar
Vgl. oben S. 149. Der Grund ist ein kriminalpolitischer: Besser, der Täter entgeht der Strafe, als daß es zur Vollendung kommt; vgl. näher Strafr. II, 410/11.Google Scholar
Vgl. oben S. 153. StrGB. § 46 Nr. 1; hier genügt regelmäßig einfaches Aufhören bei der bereits begonnenen Ausführungshandlung, z. B. bei der Wegnahme.Google Scholar
StrGB. § 46 Nr. 2. Hier bedarf es aktiv hindernden Eingreifens (sog. tätige Reue); z. B. Löschen der bereits brennenden Zündmasse.Google Scholar
Vgl. dazu RG. E. 57, 278. Nicht erforderlich ist, daß der innere Beweggrund löblich war; Beispiel E. 55, 66 (dem Dieb waren die Sachen nicht wertvoll genug); vgl. näher Strafr. II, 412.Google Scholar
Vgl. oben S. 149, Anm. 1; näher E. 56, 209; eingehend Strafr. II, 412/13.Google Scholar
Vgl. RG. E. 10, 324 (betr. § 159 StrGB.); näher Strafr. II, 413.Google Scholar
Vgl. Strafr. II, 413/14.Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 414.Google Scholar
Im weiteren Sinne, also Verwirklichung des Deliktstatbestandes; vgl. oben S. 92, Anm. 5.Google Scholar
Beispiel: Vorbeischießen.Google Scholar
Durch Naturvorgänge oder menschliches Handeln. Beispiel: Löschen der Zündmasse durch Regen oder Menschen.Google Scholar
Beispiele: Tötungsversuch mit vermeintlich geladenem, in Wahrheit ungeladenem Gewehr (untaugliches Mittel); Abtreibungsversuch bei fehlender Schwangerschaft (untaugliches Objekt).Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 415/16; früher Kasuistik.Google Scholar
So ausdrücklich die Motive zum StrGB. (Reichstagsvorlage S. 53); näher Strafr. II, 416.Google Scholar
Früher, insbes. in Preußen, herrschend, heute mehr zurückgetreten; teilweise auch im Ausland vertreten; näher Strafr. II, 417.Google Scholar
Es besteht hierüber Unklarheit; vgl. Strafr. II, 418.Google Scholar
Beispiele oben S. 156, Anm. 9.Google Scholar
Die Untauglichkeit liegt hier also in der Relation beider. Beispiele: Versuchte Sprengung oder Vergiftung mit zu geringer Dosis. Oder: Schuß auf zu weite Entfernung.Google Scholar
Vgl. oben S. 154; näher Strafr. II, 417.Google Scholar
Ohne Rücksicht auf die Lage der Verhältnisse zur Zeit der Tat im Einzelfalle fragt es sich hier, ob Handlungen solcher, nachträglich festgestellter Art allgemein gefährlich sind oder nicht; vgl. näher Strafe. II, 418/19.Google Scholar
Übertreibende Gesinnungsstrafe. Deshalb sah sich das RG. veranlaßt, wenigstens den abergläubischen Versuch auszunehmen. Vgl. E. 33, 321 (zur Kritik Strafr. II, 424). Die Entwürfe geben allgemein dem Richter die Möglichkeit freier Strafmilderung, auch des Absehens von Strafe. Kritik: Damit wird das vom Gesetzgeber zu lösende Problem auf den Richter abgeschoben, mit der Möglichkeit beliebig verschiedener Praxis; vgl. näher Strafr. II, 437/38.Google Scholar
Die logische Konsequenz wäre: Strafbarkeit des Versuchs bei allen Delikten, und zwar gleich der Vollendung; ferner Strafbarkeit der Vorbereitung (denn auch hier ist der Vorsatz vorhanden). Unser geltendes Recht läßt sich also nur vom objektiven Standpunkt rechtfertigen; vgl. oben S. 154; näher Strafr. II, 420/41.Google Scholar
Vgl. bereits RG. E. 1, 439 (Vereinigte Strafsenate) und insbes. E. 8, 202/03. Eingehende kritische Darstellung (auch neuere Urteile) Strafr. II, 420–424. Danach wären z. B. unsere gesamten aus dem Felde heimgekehrten Kriegsteilnehmer in keiner objektiven Gefahr gewesen. Denn der Kausalverlauf ist notwendig, in Gefahr waren hiernach nur die Gefallenen.Google Scholar
Im Interesse der Vollständigkeit sei ein weiterer Grund des RG. E. 42, 94 erwähnt: „Wie der tatsächliche Irrtum nach § 59 die Schuld ausschließt, so findet er auch umgekehrt zuungunsten des Täters Beachtung, wenn er zur Annahme eines in Wirklichkeit nicht vorhandenen Tatbestandserfordernisses führt.“ Kritik: Also liegt auch beim untauglichen Versuch Vorsatz vor — was niemand bestreitet! Gänzlich zweifellos aber sagt § 59 nichts über die Strafbarkeit des Versuchs. Gegen diesen „Umkehrschluß” des RG. denn auch einmütig die Literatur.Google Scholar
Diesen naheliegenden Ausdruck habe ich gewählt. Näher Strafr. II, 425/27.Google Scholar
Leider ist v. LISZT-SCHMIDT jetzt zur Lehre vom sog. „Mangel am Tatbestand“ übergegangen; vgl. unten S. 159/60.Google Scholar
Vgl. Strafr. II, 431. Zur Erläuterung folgendes:Google Scholar
a) Maßgebend ist Beurteilung vorher, nicht hinterdrein (sog. „nachträgliche Prognose“, v. LISZT; über die Bedeutung dieses oft mißverstandenen Wortes, vgl. oben S. 98, Anm. 1).Google Scholar
b) Maßgebend ist: Was war damals dem Täter bekannt und ferner damals für verständiges objektives Urteil (Richter, evtl. mit Sachverständigen) erkennbar? vgl. oben S. 98, Anm. 2.Google Scholar
c) Erschien danach der Eintritt des Erfolges praktisch möglich, so war der Versuch gefährlich; erschien er danach als ausgeschlossen, so war der Versuch ungefährlich (vgl. oben S.98 Nr. b). Im ersten Falle hätte ein verständigerGoogle Scholar
Unbefriedigend ist dies natürlich für jeden, dem allein der Vorsatz wichtig, die objektive Bedeutung der Tat aber gleichgültig ist. Das soll es aber auch sein.Google Scholar
Beispiele: a) Relativ untauglicher aber ungefährlicher, deshalb strafloser Versuch: zweifellos ungenügende Dosis von Gift oder Sprengstoffen. — b) Absolut untauglicher, aber gefährlicher, daher strafbarer Versuch: Schuß mit möglicherweise geladener Waffe, die sich hinterher als ungeladen ergibt; Abtreibung bei ernstlichen Anzeichen von Schwangerschaft, die sich hinterher als nicht vorhanden erweist usw.; näher Strafr. II, 429.Google Scholar
Die adäquate Verursachung fordert: Keine strafrechtliche Haftung für unberechenbaren Zufall, wenn der Erfolg eintrat (vgl. oben S. 96ff.); daher erst recht hier nicht, wo er ausblieb. Für v. LISZT kam dieser Gesichtspunkt nicht in Betracht, weil er die reine Bedingungstheorie (v. BURT, RG.) vertrat; vgl. näher hierzu Strafr. II, 430.Google Scholar
So zunächst BINDING; dann insbes. OETKER, BELING, FRANK, Graf DGHNA, M. E. MAYER, V. LISZT-SCHMIDT, OLSHAUSEN, LOBE usw.; vgl. näher über Anhänger und Gegner Strafr. II, 431.Google Scholar
Z. B. die Eigenschaft der Sache als fremder, die Schwangerschaft, das Gift.Google Scholar
Vgl. oben S. 93, 151/52. Beispiele: Vorsätzliche Wegnahme, Zueignung, Beschädigung, Tötung sind ein juristisches Nichts. Verbrechen dagegen (Schuld vorausgesetzt) die Wegnahme usw. fremder Sache, die Tötung eines Menschen.Google Scholar
Vgl. näher hierüber Strafr. II, 432.Google Scholar
So auch unsere natürliche Lebensauffassung. Niemand wird zweifeln, von einem mißglückten Abtreibungsversuch zu reden, wenn sich hinterher mangelnde Schwangerschaft herausstellte, von einem Vergiftungsversuch bei untauglichen Mitteln usw. Vgl. näher hierzu Strafr. II, 433/34; dort auch über andere, offensichtlich fehlgreifende Begründungsversuche jener Theorie.Google Scholar
Denn hier fehlt ein Tatbestandsmerkmal: Beispiele: Keine Schwangerschaft, keine fremde Sache, kein Mensch.Google Scholar
Denn das Gesetz fordert regelmäßig kein bestimmtes Mittel.Google Scholar
Beispiel: „Gift“ bei der Vergiftung; dann also Straflosigkeit.Google Scholar
Es ist sachlich nicht einzusehen, warum Abtreibung mit untauglichem Mittel strafbar, Vergiftung straflos sein soll. Ebensowenig, warum bei gleicher Unmöglichkeit des Erfolges Abtreibung mit untauglichem Mittel strafbar, am untauglichen Objekt straflos sein soll; dazu Strafr. II, 434.Google Scholar
So kommt BEr.ixG im Ergebnis zur Strafbarkeit relativ, Straflosigkeit absolut untauglichen Versuchs (Mittel und Objekt); das ist im Ergebnis ältere objektive Theorie (oben S. 156), aber unzutreffend abgeleitet. — Nach FRANK soll bei absolut untauglichem 0 b j e kt, wo wirklich stets „Mangel am Tatbestand“ vorliegt, dennoch Strafbarkeit eintreten, wenn sich das Objekt (der Mensch, die Sache) an einem anderen Orte befand (Kritik• Eine objektive Bedingung der Strafbarkeit, die mit Tat und Schuld nichts zu tun hat). Andere, z. B. Graf DomsA, legen beim untauglichen Mittel das Gewicht auf konkrete Gefährlichkeit (Kritik: Das ist insoweit Gefährlichkeitstheorie); vgl. näher Strafr. II, 435/36.Google Scholar
Vgl. oben S. 147.Google Scholar
So auch das RG. E. 42, 92; 47, 190. Wenig glücklich ist es daher, Fälle straflosen untauglichen Versuchs „Putativdelikt“ zu nennen. Und geradezu falsch die Behauptung: Irgendein Fall sei „Putativdelikt”, deshalb kein Versuch; vgl. oben S. 147, Anm. 7; dazu Strafr. II, 436.Google Scholar
v. Hippel R. (1932) Der Versuch. In: Lehrbuch des Strafrechts. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-00275-9_11