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Timestamp: 2020-07-10 04:20:09
Document Index: 152039210

Matched Legal Cases: ['Art. 54', 'Art. 80', 'BGer', 'BGer', 'Art. 79', 'BGer', 'BGer', 'BGer']

Lawbrary | VPAV - Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
Verordnung betreffend die Pfändung, Arrestierung und Verwertung von Versicherungsansprüchen nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag
I. Schadensversicherung (1 - 3)
II. Personenversicherung
A. Pfändung (4 - 9)
B. Konkurs (10 - 14)
C. Verwertung eines Lebensversicherungsanspruches (15 - 23)
vom 10. Mai 1910 (Stand am 1. Januar 1997)
in Anwendung von Artikel 15 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes2 (SchKG),
verordnet:3
Bei der Pfän­dung und der Ar­res­tie­rung ei­ner kör­per­li­chen Sa­che hat der Be­trei­bungs­be­am­te vom Schuld­ner Aus­kunft dar­über zu ver­lan­gen, ob und all­fäl­lig wo sie ge­gen Scha­den ver­si­chert sei. Be­ja­hen­den­falls hat er den Ver­si­che­rer von der Pfän­dung bzw. Ar­rest­nah­me zu be­nach­rich­ti­gen und ihn dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen, dass er nach Ar­ti­kel 56 des Bun­des­ge­set­zes vom 2. April 19081 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag (im fol­gen­den VVG ge­nannt) ei­ne all­fäl­li­ge Er­satz­leis­tung bis auf wei­te­re An­zei­ge gül­tig nur an das Be­trei­bungs­amt aus­rich­ten kön­ne.
Fällt die Pfän­dung oder der Ar­rest in der Fol­ge da­hin, oh­ne dass es zur Ver­wer­tung ge­kom­men wä­re (in­fol­ge Rück­zugs oder Er­lö­schens der Be­trei­bung, Zah­lung usw.), so ist von die­ser Tat­sa­che dem Ver­si­che­rer eben­falls so­fort An­zei­ge zu ma­chen.
Ge­langt da­ge­gen die Ge­samt­heit der den Ge­gen­stand ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges bil­den­den Ob­jek­te im Be­trei­bungs- oder Kon­kurs­ver­fah­ren zur Ver­wer­tung (Art. 54 VVG1), so ist bei der Ver­wer­tungs­hand­lung auf die be­ste­hen­de Ver­si­che­rung auf­merk­sam zu ma­chen. Wird die Ge­samt­heit der ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben, so ist der Ver­si­che­rer vom Über­gang des Ei­gen­tums auf die­sel­be so­fort in Kennt­nis zu set­zen.
A. Pfändung
1Reicht das üb­ri­ge Ver­mö­gen des Schuld­ners zur De­ckung der in Be­trei­bung lie­gen­den For­de­rung nicht hin, so dass zur Pfän­dung von An­sprü­chen aus ei­ner vom Schuld­ner ab­ge­schlos­se­nen Per­so­nen­ver­si­che­rung ge­schrit­ten wer­den muss, und er­gibt sich, dass der Ehe­gat­te oder die Nach­kom­men des Schuld­ners als Be­güns­tig­te be­zeich­net sind (Art. 80 VVG1), oh­ne dass sie je­doch im Be­sitz der Po­li­ce wä­ren, so hat das Be­trei­bungs­amt den Schuld­ner, und wenn die­se An­ga­ben von ihm nicht er­hält­lich sind, den Ver­si­che­rer an­zu­hal­ten, ge­nau an­zu­ge­ben, even­tu­ell un­ter Vor­la­ge der Po­li­ce:
den Na­men und den Wohn­ort des oder der Be­güns­tig­ten;
das Da­tum der Be­güns­ti­gungs­er­klä­rung und ih­re Form (ob schrift­lich oder münd­lich, als Ver­fü­gung un­ter Le­ben­den oder von To­des we­gen).2
2Die­se An­ga­ben sind in die Pfän­dungs­ur­kun­de auf­zu­neh­men oder, falls die­se dem Gläu­bi­ger schon zu­ge­stellt wor­den ist, die­sem be­son­ders zur Kennt­nis zu brin­gen. Gleich­zei­tig for­dert das Be­trei­bungs­amt den Gläu­bi­ger auf, sich bin­nen zehn Ta­gen dar­über aus­zu­spre­chen, ob er an­er­ken­ne, dass der be­tref­fen­de Ver­si­che­rungs­an­spruch von der Zwangs­voll­stre­ckung aus­ge­schlos­sen sei oder nicht. Er­folgt kei­ne Be­strei­tung, oder er­klärt er, ge­gen den oder die Be­güns­tig­ten die An­fech­tungs­kla­ge an­stren­gen zu wol­len, so fällt da­mit der An­spruch so­wohl des Be­güns­tig­ten als des Ver­si­che­rungs­neh­mers aus der Pfän­dung weg.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2917).
1Im Fal­le der recht­zei­ti­gen Be­strei­tung setzt das Be­trei­bungs­amt dem Gläu­bi­ger ei­ne Frist von 20 Ta­gen, in­ner­halb de­ren er ge­gen den oder die Be­güns­tig­ten ge­richt­li­che Kla­ge auf Fest­stel­lung der Un­gül­tig­keit der Be­güns­ti­gung an­zu­he­ben hat, mit der An­dro­hung, dass an­dern­falls die Be­güns­ti­gung als an­er­kannt gel­ten wür­de.1
2Hat der Gläu­bi­ger die Kla­ge recht­zei­tig ein­ge­lei­tet, so bleibt der Schuld­ner in der Ver­fü­gung über die ge­pfän­de­ten An­sprü­che bis zum Aus­trag der Sa­che ge­mä­ss Ar­ti­kel 96 SchKG ein­ge­stellt, und es lau­fen auch die in Ar­ti­kel 116 SchKG ge­setz­ten Fris­ten wäh­rend die­ser Zeit nicht.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2917).
1Be­haup­tet da­ge­gen der Schuld­ner oder ein Drit­ter, dass die Po­li­ce dem oder den Be­güns­tig­ten über­ge­ben und auf das Recht des Wi­der­rufs in der­sel­ben un­ter­schrift­lich ver­zich­tet wor­den sei (Art. 79 Abs. 2 VVG1 ), oder be­haup­tet der Schuld­ner, dass er sonst auf den Wi­der­ruf der Be­güns­ti­gung in ge­setz­li­cher Wei­se end­gül­tig ver­zich­tet ha­be, so hat, so­fern die sons­ti­gen Ver­mö­gen­s­ob­jek­te des Schuld­ners zur De­ckung der in Be­trei­bung ge­setz­ten For­de­rung nicht hin­rei­chen, der Schuld­ner oder der Drit­te, der den Aus­schluss der Zwangs­voll­stre­ckung be­haup­tet, dem Be­trei­bungs­be­am­ten aus­ser den in Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b an­ge­ge­be­nen Punk­ten auch noch dar­über Aus­kunft zu ge­ben, wann die Po­li­ce dem oder den Be­güns­tig­ten über­ge­ben wor­den ist.
2Die­se An­ga­ben wer­den dem Gläu­bi­ger mit­ge­teilt, mit der Be­mer­kung, dass der An­spruch aus der Per­so­nen­ver­si­che­rung nur dann ge­pfän­det wer­de, wenn er ein aus­drück­li­ches Be­geh­ren stel­le.
3Ver­langt der Gläu­bi­ger die Pfän­dung, so wird ihm gleich­zei­tig mit der Zu­stel­lung der Pfän­dungs­ur­kun­de auch ei­ne Frist von 20 Ta­gen an­ge­setzt, in­nert wel­cher er ge­gen den oder die Be­güns­tig­ten ge­richt­li­che Kla­ge auf Fest­stel­lung der Un­gül­tig­keit der Be­güns­ti­gung an­zu­he­ben hat, mit der An­dro­hung, dass bei Nicht­ein­hal­tung der Frist die Pfän­dung da­hin­fal­len wür­de.2
4Die recht­zei­tig an­ge­ho­be­ne Kla­ge hat die in Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 an­ge­ge­be­nen Wir­kun­gen.
Dem Gläu­bi­ger bleibt, so­wohl wenn er in­nert Frist den Aus­schluss der Zwangs­voll­stre­ckung nicht be­strit­ten hat als auch wenn er in dem dar­über ge­führ­ten Pro­zess un­ter­le­gen ist, das Recht vor­be­hal­ten, beim Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen der Ar­ti­kel 285ff. SchKG durch Kla­ge ge­gen die Be­güns­tig­ten die Be­güns­ti­gung an­zu­fech­ten.
Wer­den in ei­nem Ar­restbe­fehl als zu ar­res­tie­ren­de Ge­gen­stän­de die An­sprü­che des Ver­si­che­rungs­neh­mers aus ei­nem Per­so­nen­ver­si­che­rungs­ver­trag an­ge­ge­ben, von wel­chen der Ar­rest­schuld­ner oder ein Drit­ter gel­tend macht, dass sie ge­mä­ss Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 oder Ar­ti­kel 80 VVG1 der Zwangs­voll­stre­ckung nicht un­ter­lie­gen, so wer­den die­se An­sprü­che trotz der Be­güns­ti­gungs­klau­sel mit Ar­rest be­legt. Da­bei sind je­doch vom Ar­rest­schuld­ner bzw. vom Drit­ten die in den Ar­ti­keln 4 und 6 die­ser Ver­ord­nung ver­lang­ten nä­he­ren An­ga­ben über die Mo­da­li­tä­ten der Be­güns­ti­gung zu ma­chen und ist im wei­tern nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 und Ar­ti­kel 5 die­ser Ver­ord­nung vor­zu­ge­hen.
Wer­den am ge­pfän­de­ten oder ar­res­tier­ten Ver­si­che­rungs­an­spruch Pfand­rech­te gel­tend ge­macht, so un­ter­bleibt die Ein­lei­tung des Ver­fah­rens nach den Ar­ti­keln 106-108 SchKG zur Fest­stel­lung die­ser Pfand­rech­te, bis über die Fra­ge der Gül­tig­keit der Be­güns­ti­gung ge­mä­ss den Ar­ti­keln 4-6 und 8 die­ser Ver­ord­nung end­gül­tig ent­schie­den ist.
B. Konkurs
1Im Kon­kurs kann ein An­spruch aus ei­ner Per­so­nen­ver­si­che­rung, für wel­chen ein Drit­ter in ei­ner nach den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 79 Ab­satz 2 und 80 VVG1 den Aus­schluss der Zwangs­voll­stre­ckung be­wir­ken­den Wei­se als Be­güns­tig­ter be­zeich­net ist, nur dann von der Mas­se li­qui­diert wer­den, wenn die Be­güns­ti­gung durch ge­richt­li­ches Ur­teil in ei­nem von der Mas­se oder ei­nem ein­zel­nen Gläu­bi­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG ge­gen die Be­güns­tig­ten durch­ge­führ­ten Pro­zess als un­gül­tig bzw. nach den Ar­ti­keln 285ff. SchKG an­fecht­bar be­zeich­net wor­den oder die Be­güns­ti­gung durch einen an­dern ei­nem ge­richt­li­chen Ur­teil gleich­wer­ti­gen Akt hin­fäl­lig ge­wor­den ist.
2Der Ver­si­che­rer ist ge­mä­ss Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 aus­kunfts­pflich­tig.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2917).
Wird von ei­nem Kon­kurs­gläu­bi­ger an ei­nem Per­so­nen­ver­si­che­rungs­an­spruch mit Be­güns­ti­gung im Sin­ne des Ar­ti­kels 10 hie­vor ein Pfand­recht gel­tend ge­macht, so hat die Kon­kurs­ver­wal­tung sich vor­erst dar­über schlüs­sig zu ma­chen, ob sie die Be­güns­ti­gung auf dem Pro­zess­weg be­strei­ten oder auf ei­ne Be­strei­tung ver­zich­ten wol­le und im letz­tern Fal­le den Kon­kurs­gläu­bi­gern Ge­le­gen­heit zu ge­ben, ih­rer­seits nach Ar­ti­kel 260 SchKG den Pro­zess durch­zu­füh­ren.
Wird die Be­güns­ti­gung an­er­kannt oder die Be­strei­tung durch ge­richt­li­ches Ur­teil oder einen gleich­wer­ti­gen Akt als un­be­grün­det er­klärt, so fin­det die Li­qui­da­ti­on des Pfan­des nicht im Kon­kurs statt, son­dern es ist Ar­ti­kel 61 der Ver­ord­nung vom 13. Ju­li 19112 über die Ge­schäfts­füh­rung der Kon­kur­säm­ter an­wend­bar.
2 SR 281.32
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996 (AS 1996 2917).
Im Fal­le, dass auf die Be­güns­ti­gung von den Be­güns­tig­ten ver­zich­tet oder dass sie vom Schuld­ner wi­der­ru­fen oder ge­richt­lich als un­gül­tig bzw. an­fecht­bar be­zeich­net wor­den ist, hat die Kon­kurs­ver­wal­tung über die An­er­ken­nung oder Be­strei­tung des Pfand­rechts und der Pfand­for­de­rung im Kol­lo­ka­ti­ons­plan, evtl. in ei­nem Nach­trag da­zu, ei­ne Ver­fü­gung zu tref­fen und die Li­qui­da­ti­on des Pfan­des im Kon­kurs vor­zu­neh­men.
C. Verwertung eines Lebensversicherungsanspruches
Steht fest, dass ein gül­tig ge­pfän­de­ter An­spruch aus ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, den der Schuld­ner auf sein ei­ge­nes Le­ben ab­ge­schlos­sen hat, zur Ver­wer­tung zu kom­men hat, sei es in der Pfän­dungs­be­trei­bung, sei es in der Be­trei­bung auf Pfand­ver­wer­tung, oder lie­gen die in den Ar­ti­keln 10 und 14 hie­vor auf­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­wer­tung ei­nes sol­chen Le­bens­ver­si­che­rungs­an­spruchs im Kon­kurs­ver­fah­ren vor, so hat das Be­trei­bungs- bzw. Kon­kur­samt den Ver­si­che­rer zur An­ga­be des Rück­kaufs­wer­tes auf den für die Ver­wer­tung in Aus­sicht ge­nom­me­nen Zeit­punkt ge­mä­ss Ar­ti­kel 92 VVG1 auf­zu­for­dern und die be­tref­fen­de An­ga­be nö­ti­gen­falls dem Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­amt zur Kon­trol­le vor­zu­le­gen.
1Hat die Ver­wer­tung durch öf­fent­li­che Stei­ge­rung zu er­fol­gen, so hat die Pu­bli­ka­ti­on min­des­tens einen Mo­nat vor­her statt­zu­fin­den und ist in der­sel­ben die Art des Ver­si­che­rungs­an­spruchs, so­wie der Na­me des Schuld­ners ge­nau zu be­zeich­nen und der ge­mä­ss Ar­ti­kel 15 die­ser Ver­ord­nung fest­ge­stell­te Rück­kaufs­wert an­zu­ge­ben.
2Gleich­zei­tig sind Ehe­gat­te und Nach­kom­men des Schuld­ners, wel­che von dem ih­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 86 VVG1 zu­ste­hen­den Recht der Über­nah­me des Ver­si­che­rungs­an­spruchs Ge­brauch ma­chen wol­len, auf­zu­for­dern, spä­tes­tens 14 Ta­ge vor dem für die öf­fent­li­che Ver­stei­ge­rung an­ge­setz­ten Ter­min beim Be­trei­bungs- bzw. Kon­kur­samt sich über die Zu­stim­mung des Schuld­ners aus­zu­wei­sen und den Rück­kaufs­preis bzw., wenn der Ver­si­che­rungs­an­spruch ver­pfän­det ist und die in Be­trei­bung ge­setz­te pfand­ge­si­cher­te For­de­rung den Rück­kaufs­wert über­steigt, den Be­trag der Pfand­for­de­rung nebst den Be­trei­bungs­kos­ten zu be­zah­len, mit der An­dro­hung, dass bei Nicht­be­ach­tung die­ser Auf­for­de­rung das Über­nah­me­recht als ver­wirkt be­trach­tet wür­de.2
3So­weit dem Amt Ehe­gat­te und Nach­kom­men nicht be­kannt sind, hat es die Auf­for­de­rung in die Pu­bli­ka­ti­on auf­zu­neh­men.3
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2917).
Der Aus­weis dar­über, dass der Schuld­ner mit der Über­tra­gung an den Ehe­gat­ten oder die Nach­kom­men ein­ver­stan­den ist, kann durch ei­ne schrift­li­che, auf Ver­lan­gen des Am­tes zu be­glau­bi­gen­de, oder auch, wenn ihm der Schuld­ner per­sön­lich be­kannt ist, durch ei­ne münd­li­che Er­klä­rung des Schuld­ners vor dem be­tref­fen­den Be­am­ten er­fol­gen. Ei­ne münd­li­che Er­klä­rung ist zu pro­to­kol­lie­ren und vom Schuld­ner zu un­ter­zeich­nen.
Ma­chen ei­ne oder meh­re­re Per­so­nen in­nert der hie­für an­ge­setz­ten Frist das Recht der Über­tra­gung des Le­bens­ver­si­che­rungs­an­spruchs gel­tend, so soll der Be­trei­bungs- bzw. Kon­kurs­be­am­te, wenn er im Zwei­fel dar­über ist, ob die­se Per­so­nen die Ei­gen­schaft des Ehe­gat­ten bzw. von Nach­kom­men des Schuld­ners ha­ben, be­vor er die Über­tra­gung auf sie vor­nimmt, einen zi­vil­stands­amt­li­chen Aus­weis oder ei­ne sons­ti­ge of­fi­zi­el­le Be­schei­ni­gung dar­über ver­lan­gen.
1Be­an­spru­chen die meh­re­ren Be­rech­tig­ten die Über­tra­gung auf al­le zu­sam­men, so ha­ben sie einen ge­mein­schaft­li­chen Ver­tre­ter zu be­zeich­nen, dem die Po­li­ce für sie aus­ge­hän­digt wer­den kann. Der Über­gang des Ver­si­che­rungs­an­spruchs ist vom Be­trei­bungs- bzw. Kon­kur­samt auf der Po­li­ce zu be­ur­kun­den.
2Wird da­ge­gen von ver­schie­de­nen Be­rech­tig­ten das Be­geh­ren ge­stellt, dass die Über­tra­gung auf ih­re Per­son je al­lein und aus­sch­liess­lich er­fol­ge und hat sich je­der über die Zu­stim­mung des Schuld­ners aus­ge­wie­sen, so hat einst­wei­len zwar je­der An­spre­cher den Aus­lö­sungs­be­trag zu be­zah­len, die Über­tra­gung wird je­doch so­lan­ge sis­tiert, bis durch ein rechts­kräf­ti­ges Ur­teil oder einen gleich­wer­ti­gen Akt der An­spruch ei­nem un­ter ih­nen rechts­kräf­tig zu­er­kannt ist.
3Die be­zahl­ten Be­trä­ge sind in­zwi­schen zu de­po­nie­ren, doch kann dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger auf sein Ver­lan­gen der ihm zu­kom­men­de Be­trag aus­be­zahlt wer­den.
4Auf al­le Fäl­le ist die aus­ge­kün­dig­te öf­fent­li­che Stei­ge­rung un­ter An­ga­be des Grun­des so­fort zu wi­der­ru­fen.
1War der Ver­si­che­rungs­an­spruch ver­pfän­det und der zu be­zah­len­de Über­nah­me-preis hö­her als die pfand­ver­si­cher­te For­de­rung nebst Be­trei­bungs­kos­ten, so fällt der Über­schuss an den Schuld­ner bzw. die Kon­kurs­mas­se, es wä­re denn, dass auf den be­tref­fen­den An­spruch ein Be­güns­tig­ter ein im Sinn der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 4-11 die­ser Ver­ord­nung fest­ge­stell­tes An­recht gel­tend ma­chen wür­de.
2Wi­der­setzt sich je­doch der Schuld­ner der Aus­zah­lung an den Drit­ten, so ist der Be­trag so­lan­ge zu de­po­nie­ren, bis durch ein rechts­kräf­ti­ges Ur­teil oder einen gleich­wer­ti­gen Akt ent­schie­den ist, wer der Be­zugs­be­rech­tig­te ist.
Im Kon­kurs­ver­fah­ren darf der Ver­kauf ei­nes Le­bens­ver­si­che­rungs­an­spruchs aus frei­er Hand im Sinn von Ar­ti­kel 256 SchKG nicht er­fol­gen, wenn nicht vor­her dem Ehe­gat­ten und den Nach­kom­men des Ge­mein­schuld­ners Ge­le­gen­heit ge­ge­ben wor­den ist, in­nert be­stimm­ter Frist von ih­rem Über­nahms­recht Ge­brauch zu ma­chen. Da­bei sind die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 17-20 die­ser Ver­ord­nung in An­wen­dung zu brin­gen; ei­ne öf­fent­li­che Auf­for­de­rung an die Be­rech­tig­ten zur Gel­tend­ma­chung des Über­nahms­rechts hat je­doch nur statt­zu­fin­den, wenn ihr Wohn­ort un­be­kannt ist.
Die in Ar­ti­kel 81 VVG1 vor­ge­se­he­ne Be­schei­ni­gung des Be­trei­bungs­am­tes bzw. der Kon­kurs­ver­wal­tung be­steht le­dig­lich in ei­ner Er­klä­rung dar­über, dass ge­gen den Schuld­ner ein de­fi­ni­ti­ver Ver­lust­schein aus­ge­stellt (mit An­ga­be des Da­tums des­sel­ben), bzw. dass und wann der Kon­kurs über ihn er­öff­net wor­den sei. Da­bei ist an­zu­mer­ken, dass die­se Er­klä­rung zum Zweck des Aus­wei­ses über den Ein­tritt in die Rech­te des Schuld­ners aus dem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag er­fol­ge.
Die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung tritt auf den 1. Ju­li 1910 in Kraft.