Source: http://hoechststrafe.dorkawings.de/2013/09/munition-fuer-die-revision/
Timestamp: 2013-12-10 18:02:23
Document Index: 37817554

Matched Legal Cases: ['§ 229', '§ 270', '§ 225', '§ 229', '§ 225', '§270', '§225']

Munition für die Revision | Höchststrafe?
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Verhaftung vor der Gefängnistür »
Die Überschrift klingt wie gemacht für einen Gangsta-Rapper-Hit von Jura studierenden Erstsemestern, trifft aber doch auf das tägliche Arbeiten zu. In der üblichen Strafverhandlung fährt der erfahrene Strafverteidiger gedanklich zweigleisig – zum einen wird natürlich in der Sache selbst versucht, den je nach Verteidigungsstrategie (möglichst milde Strafe, Einstellung, Freispruch) bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Zum anderen muss man dafür gewappnet sein, dass gute Angriffsmöglichkeiten gegeben sind, falls das Gericht bei der eigenen Verteidigungsstrategie nicht mitspielt und eine härtere als nötige Bestrafung für erforderlich hält. Für einen ordentlichen Angriff mit der Revision bedarf es guter Revisionsgründe. Denn in der Revision wird nicht mehr geschaut, ob es “wirklich so war”, sondern ob das Urteil weitestgehend nach dem Verfahrensrecht richtig zustande kam und inhaltlich logisch ist. Gute Chancen hat also diejenige Verteidigung, in der ein Verfahrensfehler auf der Hand liegt (böse Zungen behaupten, dass manche Verteidiger sogar extra welche durch eigene Anträge provozieren – tsss).
Posted by Thomas Wings on September 19th, 2013 Posted in Allgemein
maaax sagt:	19. September 2013 um 08:49	Sind denn Richter keine Juristen…? Die sollten sich doch mindestens genau so gut auskennten, wie die RAe! Schon interessant soetwas.
Antworten	Strafrichter sagt:	19. September 2013 um 13:15	Ich zitiere mal aus dem Karlsruher Kommentar zur StPO:
“Wird die HV gemäß § 229 unterbrochen, so gilt § 270 auch während der Unterbrechung (Meyer-Goßner § 225 a Rn 4). Ist dagegen, zB wegen § 229 Abs. 3 S. 1, eine neue HV durchzuführen, so ist bis zu ihrem Beginn nach § 225 a zu verfahren (Meyer-Goßner [s.o.]).”
Da die Sache hier mehrere Monate nicht bearbeitet wurde, war eine neue HV erforderlich. Somit war kein Beschluss nötig.
Ich würde mal sagen: Kenntnisse beim Verteidiger (-), dem Teufel aber aus anderen Gründen von der Schippe gesprungen.
@ maaax: Der Kommentar wird zum Bumerang. S.o.
Antworten	Thomas Wings sagt:	19. September 2013 um 13:49	@Strafrichter: Es gibt weder von dem einen, noch von dem anderen Gericht einen Beschluss. Auch ist der Weg über die Staatsanwaltschaft nicht eingehalten (was ich im übrigen häufig beobachte – meistens allerdings bei Gerichten am selben Ort), von den anderen Voraussetzungen mal ganz abgesehen. Ergo sowohl nach §270 als auch nach §225a ein definitiv nicht zuständiges Landgericht. Wobei man natürlich nie weiß, welche Begründung sich ein Revisionssenat aus den Fingern saugt, um ein Urteil unbedingt zu halten.