Source: http://www.sport-id.de/multiclient/vz/401/article/view/articleID/37593
Timestamp: 2018-07-20 16:28:42
Document Index: 6398515

Matched Legal Cases: ['§4', '§ 14', '§14', '§19', '§22', '§26', '§37']

Auf einen Blick: Die Beschlüsse des DHB-Bundestags - 10.11.2017
Nach dem Bundestag des Deutschen Handballbundes Ende Oktober standen vor allem zwei Entscheidungen im Mittelpunkt: Die Wahl des Präsidiums sowie die Satzungsänderung zur Strukturreform (hier nachzulesen). Die Delegierten entschieden jedoch auch über zahlreiche weitere Anträge, die wir hier für euch - nach den Paragrafen der Spielordnung sortiert - zusammengefasst haben.
Das Präsidium des Deutschen Handballbundes stellte den Antrag, in §4 Spielgemeinschaften eine Zeile zu ergänzen. Im ersten Absatz folgt auf die Erlaubnis zur Bildung von Spielgemeinschaften „mit sämtlichen Mannschaften der Handballabteilungen oder mit sämtlichen Mannschaften in den Bereichen Männern, Frauen, männliche Jugend, weibliche Jugend“ nun der Hinweis: „Lediglich die Jugendaltersklasse F kann von der Spielgemeinschaftsbildung ausgenommen werden.
§ 14a Erlöschen der Spielberechtigung, Löschung der Spielerdaten
Über den Antrag des HV Schleswig-Holstein zu §14a Erlöschen der Spielberechtigung, Löschung der Spielerdaten wurde hingegen nicht abgestimmt. Da der Antrag zu spät eingegangen war, musste das Plenum gemäß Satzung zunächst die Dringlichkeit des Antrags feststellen. Die dafür notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit kam nicht zustande, sodass keine Abstimmung über den Inhalt des Antrags erfolgte.
Auch der Antrag zu §19 Doppelspielrecht von Jugendspielern stammte vom Präsidium des DHB und soll für mehr Klarheit sorgen, wenn ein Jugendspieler ein Doppelspielrecht im Erwachsenenbereich für einen anderen Verein erhält. „Mit Beendigung des Jugendspielrechts im Stammverein“, so der hinzugefügte Satz, den die Delegierten verabschiedeten, „endet automatisch das abgetretene Erwachsenenspielrecht im Zweitverein.“
Der §22 Jugendschutzbestimmungen regelte bisher, dass Jugendlichen innerhalb von 48 Stunden nur in zwei Spielen über die volle Spielzeit mitwirken dürfen, „ausgenommen sind Turnierspiele mit verkürzter Spielzeit“. Diese schwammige Formulierung wurde auf Antrag des DHB-Präsidiums nun konkretisiert, indem die Satzung nun so genannte Maximalspielzeiten enthält. An einem Kalendertag beträgt diese 120 Minuten (A- und B-Jugend), 100 Minuten (C- und D-Jugend), 80 Minuten (E-Jugend) bzw. 60 Minuten (unterhalb der E-Jugend).
Entscheidend für die Berechnung ist die Summe der einzelnen Spielzeiten der Turnierspiele. „Die Teilnahme an einem Turniertag“, so die neue Formulierung des Paragrafen weiter, „gilt als ein Spiel über die volle Spielzeit i.S.v. Satz1“. Bei Maßnahmen von Landesauswahlmannschaften kann von diesen Bestimmungen jedoch abgewichen werden.
Der §26 der Spielordnung regelt die Dauer der Wartefrist. „Für Jugendspieler gilt eine Wartefrist von zwei Monaten“, heißt es dort im zweiten Absatz. „Diese entfällt bei deinem einmaligen Wechsel im Zeitraum vom 15. März bis 31. Mai eines Jahres.“ Auf Antrag des Präsidiums beschlossen die Delegierten des Bundestag eine Umformulierung des folgenden Satzes, sodass es nun wie folgt weitergeht: „Im Fall des Satzes 2 darf frühestens zum 15. Oktober desselben Jahres ein Vereinswechsel vollzogen oder eine weitere Jugendspielberechtigung erteilt werden.“ Ein Vereinswechsel, so die mündliche Erläuterung auf dem Bundestag, gelte mit Erteilung der Spielberechtigung als vollzogen.
Die Reform der Auf- und Abstiegsregelung der DKB Handball-Bundesliga hat Auswirkungen bis in die Oberliga. So soll u.a. die 2. Bundesliga von 20 auf 18 Teams reduziert werden. Um die gestiegene Zahl der Absteiger aus der 2. Bundesliga am Ende der kommenden Saison zu kompensieren, werden aus der Oberliga einmalig nur zehn anstatt zwölf Teams aufsteigen. Einzelheiten der Regelung sind noch nicht beschlossen.
Es handelt sich jedoch ausdrücklich um eine Sonderregelung für die kommende Spielzeit. „Am Ende der Spielsaison 2018/19 stellen die Oberligabereiche [...] grundsätzlich 10 Aufsteiger in die 3. Liga“, heißt es in dem entsprechenden Antrag des DHB-Präsidiums. Die Delegierten des Bundestages verabschiedeten den Antrag mit großer Mehrheit.
Sollten außerhalb des sportlichen Abstiegs weitere Plätze in der 3. Liga frei werden (z.B. durch Ligaverzicht, Insolvenz), erhöht sich laut Antrag "die Zahl der Oberliga-Aufsteiger bis zur Zahl 12, ehe die freien Plätze auf die Zahl der Absteiger aus der 3. Liga angerechnet werden". Welche Oberligameister genau auf den Aufstieg werden verzichten müssen, steht noch nicht fest: "Einzelheiten (Modus, Termine etc.) werden in einer gemeinsamen Sitzung der Spielkommission 3. Liga und je einem Vertreter der Oberligabereiche beschlossen".
Der Bundestag stellte zudem die Weichen für den Amateurpokal 2018/19 - und beschloss eine entscheidende Änderung. Die Landesverbände können nun auch offiziell die Pokalsieger der Vorsaison melden und müssen ihren Landespokal somit nicht mehr bis Ende Dezember ausspielen.
Der Amateurpokal beginnt im Pokaljahr 2018/19, so die gestern verabschiedete neue Formulierung der Spielordnung, „mit 22 von den Landesverbänden gemeldeten amtierenden Landes-Pokalsiegern, die in dem Kalenderjahr ermittelt wurden, in dem das Pokaljahr beginnt.“
Die 22 Pokalsieger der Landesverbände spielen in geografisch zugeordneten Qualifikationsspielen die 16 Mannschaften für die erste Hauptrunde aus. Anschließend werden im K.O.-System die beiden Finalisten ermittelt.
Eine entscheidende Änderung gab es zudem in der Rechtsordnung. Laut der neuen Fassung von §37 Form der Entscheidungen, Anträge und Rechtsbehelfe ist es nun möglich, Anträge, Einsprüche, Beschwerden, Berufungen und Revisionen auch als E-Mailanhang zu senden: „Die Übermittlung durch Telefax oder als E-Mailanhang in einem unveränderbaren Format (z.b. PDF oder TIFF) ist zulässig und ausreichend.“