Source: http://www.hwk-karlsruhe.de/ausbildung/geselle/gesellenpruefung.html
Timestamp: 2013-05-20 14:32:30
Document Index: 317876726

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 15', '§ 10', '§ 31', '§ 14', '§ 21', '§28', '§ 950', '§ 950', '§ 951', '§ 950', 'BGH', '§ 14', '§ 37']

Handwerkskammer Karlsruhe - Gesellenprüfung
Am Ende der Ausbildungszeit wird die erreichte berufliche Qualifikation durch Ablegen der Gesellen-/Abschlussprüfung nachgewiesen. Dafür hat die Handwerkskammer Prüfungsausschüsse errichtet, die Zwischen-, Gesellen- und Abschlussprüfungen in den Ausbildungsberufen des Handwerks durchführen.
Die Prüfungsinhalte sind in der jeweiligen Ausbildungsordnung verbindlich geregelt. Die Allgemeinen Vorschriften über die Durchführung der Prüfung finden sich in der Gesellen- und in der Abschlussprüfungsordnung der Handwerkskammer Karlsruhe.
Der erfolgreiche Abschluss der Prüfung begründet in der Regel den tariflichen Anspruch auf den Gesellenlohn im jeweiligen Beruf. Der Gesellenabschluss ist ferner erforderlich, um einen Rechtsanspruch auf Zulassung zu verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen (z.B. Meisterprüfung) zu haben. Auch für den Zugang zu bestimmten Ehrenämtern im Handwerk ist der Gesellenabschluss Voraussetzung
Was man über die Prüfung wissen sollte: Fragen + Antworten
Zur Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung ist zugelassen,1. wer die Ausbildungszeit zurückgelegt hat oder wessen Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,2. wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen und überbetrieblichen Unterweisungen teilgenommen sowie vorgeschriebene Berichtshefte/ Ausbildungsnachweise geführt hat und3. wessen Ausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder der Lehrling noch dessen gesetzlicher Vertreter zu vertreten hat. weniger
Sinn und Zweck der Zwischenprüfung ist die Ermittlung des jeweiligen Ausbildungsstandes, um gegebenenfalls korrigierend und beratend auf die weitere Ausbildung einwirken zu können. Darüber hinaus soll der Auszubildende mit der Prüfungssituation vertraut gemacht werden. Mit dem Erlass von Erprobungsverordnungen wurde für einige Ausbildungsberufe (weitere Infos beim ZDH) die neue Prüfungsform der so genannten gestreckten Gesellenprüfung eingeführt. Kernpunkt dieser Neuerung ist die Aufwertung der Zwischenprüfung, die nun Bestandteil der Gesellenprüfung ist und je nach Ausbildungsberuf bis zu 35 % in das Gesamtergebnis einfließt.Den Zeitpunkt der Zwischenprüfung regelt die Ausbildungsordnung. Den Prüfungstag und Ort legt der Prüfungsausschuss bei der zuständigen Innung fest. weniger
Wenn sie eine Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung/ Facharbeiterprüfung bereits bestanden haben, sind Sie berechtigt sich vom Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde befreien zu lassen, sofern die Anmeldung zur Prüfung innerhalb von fünf Jahren nach der Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prüfung erfolgt (§ 17 Gesellenprüfungsordnung). Senden Sie uns einen formlosen Antrag an die Handwerkskammer mit einer Zeugniskopie der abgelegten Prüfung (Gesellen-, Abschluss- oder Facharbeiterprüfung) und einer Kopie des Abschlussprüfungszeugnisses der Berufsschule. Über eine Befreiung der allgemein bildenden Fächer Gemeinschaftskunde und Deutsch kann der Prüfungsausschuss nicht entscheiden, da es sich bei diesen Fächern um ein Berufs-schul- und nicht um ein Prüfungsfach des schriftlichen Teils der Gesellenprüfung/ Abschlussprüfung handelt. In diesem Fall setzen Sie sich mit Ihrer zuständigen Berufsschule in Verbindung. weniger
Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und für die Teilnahme an der Zwischenprüfung / Teil 1 der Gesellenprüfung und der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung freizustellen (§ 15 Berufsbildungsgesetz). Die Zeit der Freistellung umfasst auch Wegzeiten und Pausen. Auszubildende unter 18 Jahren sind an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Gesellenprüfung/Abschlussprüfung vorangeht freizustellen (§ 10 Jugendarbeitsschutzgesetz). weniger
Auszubildende sind von der Zahlung einer Prüfungsgebühr freigestellt (§ 31 Abs. 4 Handwerksordnung). Die Prüfungskosten werden dem Ausbildungsbetrieb auferlegt.Die Höhe der Gebühr richtet sich - gleich, ob die Prüfung von der Innung oder der Kammer abgenommen wird - nach der Gebührenordnung der Handwerkskammer Karlsruhe. Sie beträgt zur Zeit für die Zwischenprüfung/Teil 1 Prüfung: 145 €Gesellenprüfung: 210 €Abschluss- und Umschulungsprüfung: 180 € Anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten zum Beispiel am Ort der Prüfung sind vom Lehrling selbst zu tragen, falls Sie nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. weniger
Sofern von der zuständigen Stelle (Handwerkskammer bzw. Innung) keine Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung gestellt werden, muss der Ausbildungsbetrieb diese dem Auszubildenden kostenlos zur Verfügung stellen, soweit Sie zum Ablegen der Zwischenprüfung und der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung erforderlich sind, auch soweit die Prüfung erst nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses stattfindet (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 Berufbildungsgesetz). weniger
Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit dem Ablauf der Ausbildungszeit. Im Falle der Stufenausbildung endet es mit Ablauf der letzten Stufe.Bestehen Auszubildende vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung, so endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.Bestehen Auszubildende die Abschlussprüfung nicht, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf ihr Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr.(§ 21 Abs. 3 BBiG) weniger
Wie oft finden Gesellenprüfungen/Abschlussprüfungen statt?
Gesellenprüfung/Abschlussprüfung finden zweimal im Jahr statt. Sommerprüfung: die schriftliche Prüfung findet im Mai, die praktische von Juni – August statt. Winterprüfung: die schriftliche findet im November, die praktische von Dezember bis März des nächsten Jahres statt. weniger
Wann findet meine Gesellenprüfung/Abschlussprüfung statt?
Der Termin der schriftlichen Prüfung wird Ihnen in Ihrer Berufsschulklasse bekannt gegeben. Den Termin der praktischen Prüfung legt der Prüfungsausschuss bei der Innung fest. Die Einladung hierzu erhalten Sie von der zuständigen Innung. Sie können den Prüfungstermin dort erfragen. weniger
Wann habe ich meine Gesellenprüfung/Abschlussprüfung bestanden?
Ab dem Tag, an dem Sie vom Prüfungsausschuss die Mitteilung oder die vorläufige Prüfungsbescheinigung erhalten, dass Sie die Prüfung bestanden haben. weniger
Melden Sie sich schriftlich bei der Handwerkskammer oder direkt bei der Innung mit folgenden Angaben zur Wiederholungsprüfung an:Termin der nicht bestandenen Prüfung, Ausbildungsberuf, Prüfungsteil der wiederholt werden muss (schriftlichen oder praktischer Teil). weniger
Auf Antrag ist dem Prüfling binnen eines Monats zur Einlegung eines Rechtsbehelfs Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren (§28 Gesellenprüfungsordnung).Zur Akteneinsicht berechtigt ist grundsätzlich nur der Prüfling und gegebenenfalls dessen Anwalt. Andere Personen haben keinen Anspruch auf Akteneinsicht. Die geschäftsführende Stelle kann Betriebsinhabern seines Auszubildenden Akteneinsicht gewähren. Zu den einsehbaren Prüfungsunterlagen gehören alle für das Prüfungsverfahren relevanten Unterlagen wie die Prüfungsarbeiten, die Einzelbewertungsbogen und die Niederschrift. Akteneinsicht erfolgt grundsätzlich in den Räumen der geschäftsführenden Stellen nach vorheriger Vereinbarung. weniger
Gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses (z.B. Nichtzulassung zur Prüfung, Nichtbestehen der Prüfung) kann der Auszubildende binnen einen Monats ab Zugang der Entscheidung Widerspruch bei der zuständigen Innung oder bei der Handwerkskammer einlegen. Die Handwerkskammer überprüft dann die Entscheidung. Weist die Kammer den Widerspruch nach Überprüfung als unbegründet zurück, kann der Auszubildende binnen einen Monats ab Zugang des Widerspruchsbescheides Klage vor dem Verwaltungsgericht erheben. weniger
Wer Eigentümer des Gesellenstückes ist, richtet sich nach § 950 BGB. Danach ist der Ausbildungsbetrieb Eigentümer, wenn das Gesellenstück weisungsgebunden im unmittelbar wirtschaftlichen Interesse des Arbeitgebers gefertigt wurde – z.B. als Teil einer Serienproduktion oder als auftragsbezogene Herstellung eines beim Ausbildungsbetrieb bestellten Werkstückes. Der Auszubildende erlangt dagegen kraft Gesetz (§ 950 BGB) Eigentum am Gesellenstück, wenn er dieses im eigenen Interesse auf Veranlassung des Prüfungsausschusses und in der Regel ohne Vorgaben/Weisungen des Ausbilders als Demonstration der verlangten praktischen Fertigkeiten und Kenntnisse fertigt (LAG München v. 8.8.2002, NZA-RR 2003, 187). Ein Ausgleichsanspruch des Ausbildungsbetriebes (Ersatz der Materialkosten) gem. § 951 BGB besteht nicht (BAG v. 3.3.1960, BB 1960, 557). Der Ausbildungsbetrieb bleibt aber auch in diesen Fällen Eigentümer, wenn der Wert des zur Verfügung gestellten Materials – etwa bei Goldschmieden – ausnahmsweise den Wert der Verarbeitung erheblich übersteigt (§ 950 BGB), was jedenfalls beim Verhältnis 100:60 anzunehmen ist (BGH NJW 95, 2633). Beispiel: Gesellenstück eines Goldschmiede-AuszubildendenMaterialwert (Edelstein, Gold): 1.000 €Wert der Verarbeitungsleistung: 600 €Folge: Betrieb bleibt Eigentümer! Der Ausbildungsbetrieb muss grundsätzlich die Materialkosten des Gesellenstückes tragen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG). Hierzu zählen nur die für die Anfertigung notwendigen Materialkosten. Materialmehrkosten, die entstehen, weil der Auszubildende für die Erstellung des Gesellenstückes hochwertiges Material wünscht (z.B. Edelhölzer), muss der Betrieb dagegen nicht übernehmen. Bei der Herstellung des Prüfungsstückes geben sich die Auszubildenden die größtmögliche Mühe und stecken viel Herzblut in das Produkt. Daher sollte ihnen der Eigentumserwerb in jedem Fall ermöglicht werden. Angesichts der komplizierten Rechtslage sollten sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender spätestens vor Erstellung des Gesellenstückes über die Frage des Eigentums am Prüfungsstück und die Materialmehrkostenfrage verständigen, um Missverständnisses und spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Einen Mustertext finden Sie zum Download in der rechten Spalte. weniger
I Kürzung der AusbildungszeitBei Vorliegen der folgenden Voraussetzungen ist einem Antrag auf Abkürzung der Ausbildungszeit stattzugeben :1.Abgeschlossene Berufsausbildung um 12 Monate2.Realschul- oder gleichwertiger Abschluss um 6 Monate3.Fachhochschulreife oder Abitur um 12 Monate4.Bei einem Lebensalter von 21 Jahren bei Beginn der Ausbildung um 12 Monate Bitte beachten Sie:Sofern der Antrag auf Kürzung der Ausbildungszeit nicht vor bzw. bei Beginn der betrieblichen Ausbildung gestellt wurde, ist er innerhalb der ersten 12 Monate nach Lehrzeitbeginn zu stellen. II. Verlängerung der AusbildungszeitDie Ausbildungszeit kann auf Antrag verlängert werden, wenn die Verlängerung insbesondere erforderlich ist, um das Ziel der Ausbildung zu erreichen. Gründe für die Verlängerung der Ausbildungszeit liegen in folgenden Fällen vor:1.Das Klassenziel der Berufsschule wurde nicht erreicht2.Die Ausbildungszeit wurde durch eine mehrmonatige Krankheit, Grundwehrdienst oder Schwangerschaft unterbrochen.3.Die Gesellen- oder Abschlussprüfung wurde nicht bestanden Bitte beachten Sie:Stellen Sie im eigenen Interesse Ihren Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit ohne Verzögerung.Anträge wegen nicht bestandener Prüfung sind unverzüglich nach Erhalt der Mitteilung über das Nichtbestehen zu stellen, spätestens jedoch am 1. März (nicht bestandene Winterprüfung) bzw. 1. September (nicht bestandene Sommerprüfung), nur so ist die Teilnahme an der Wiederholungsprüfung gewährleistet. III. Vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder AbschlussprüfungVor Ablauf seiner Ausbildungszeit kann der Lehrling auf Antrag zur Gesellen- oder Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen.Hierfür müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:1. Bestätigung des Ausbildenden, dass der Lehrling bisher über dem Durchschnitt liegende Leistungen erreicht hat und ihm bis zum vorzeitigen Termin der Gesellenprüfung alle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden können.2. Das zuletzt erteilte Berufsschulzeugnis weist in den für die Kenntnisprüfung relevanten Fächern bzw. Bereichen einen Notendurchschnitt von mindestens 2,4 aus (in der Regel Halbjahreszeugnis).3. Das Zwischenprüfungszeugnis weist einen Notendurchschnitt von mindestens 2,4 aus.4. Eine betriebliche Ausbildungszeit von mindestens 18 Monaten bei dreijährigen Ausbildungsberufen und von 24 Monaten bei dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen bis zur vorgezogenen Prüfung wird nicht unterschritten.5. Die vorgeschriebenen überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungskurse wurden besucht.6. Die vorgeschriebenen Berichtshefte/Ausbildungsnachweise sind geführt.Die Zulassungsentscheidung zur vorzeitigen Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung wird durch den Gesellen- / Abschlussprüfungsausschuss ausgesprochen.Bitte beachten Sie:Anträge auf vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung sind für die Sommerprüfung bis 1. März und für die Winterprüfung bis 1. September zu stellen. Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass später eingehende Anträge wegen Fristversäumnis abgelehnt werden müssen. IV. Antragstellung:Die Anträge sind unter Verwendung des Vordrucks bei der Handwerkskammer Karlsruhe zu stellen.Die entsprechenden Nachweise sind den Anträgen beizufügen. weniger
Ausnahmsweise Zulassung zur Gesellenprüfung/Abschlussprüfung (Externenprüfung)
Der Gesetzgeber hat auch denen, die keine Berufsausbildung absolviert haben (so genannte Externe), die Möglichkeit eingeräumt, an der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung teilzunehmen und so die formale Facharbeiterqualifikation zu erwerben. Folgende Vorraussetzungen müssen erfüllt sein:Zur Gesellenprüfung ist zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem er die Prüfung ablegen will. Hiervon kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass der Bewerber die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigt. Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland sind dabei zu berücksichtigen (§ 37 II Handwerksordnung). Mehr Informationen finden Sie unter Gesellenprüfung ohne Berufsausbildung. weniger
Eva Sitter Gesellenprüfung
Telefon: 0721 1600-151
Telefax: 0721 1600-59151
Andrea Schaufelberger Gesellenprüfung
Telefon: 0721 1600-150
Telefax: 0721 1600-59150
Mustervereinbarung Eigentumserwerb am Prüfungsstück