Source: https://hartz.info/index.php?topic=107814.0
Timestamp: 2018-06-21 20:11:03
Document Index: 111056710

Matched Legal Cases: ['§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 11', '§ 615']

Hartz IV Forum - Kündigung bekommen
Kündigung bekommen (Begonnen von: mali123)
Autor Thema: Kündigung bekommen (Gelesen 2168 mal)
Kündigung bekommen
« am: 25. Februar 2017, 11:39:02 »
Ich habe eine Kündigung während meiner Krankheit bekommen. Ziemlich mies. Ich war in Probezeit.
Folgendes steht drin: Wie werden ab sofort freigestellt unter der Fortzahlung von vertraglich vereinbarten Bezüge und unter Einbeziehung von Resturlaub. Während der Feristellung wird § 615 S.2 BGB angewendet.
Wie darf ich das verstehen? Muss ich noch erscheinen oder bekomme ich das Geld? Was ist, falls ich weiter krankgeschrieben sein sollte?
Frist ist 14 Tage.
Re: Kündigung bekommen
« Antwort #1 am: 25. Februar 2017, 11:41:58 »
du bist freigestellt, brauchst nicht mehr zu erscheinen. Wenn du weiterhin krank bist tritt nach dem Kündigungsdatum die KK ein, spätestens.
« Antwort #2 am: 25. Februar 2017, 11:45:44 »
Zitat von: Kaffeesäufer am 25. Februar 2017, 11:41:58
Bist Du sicher wegen dem § 615? Ich würde Ihr zutrauen, dass sie mich austricksen will.....
« Antwort #3 am: 25. Februar 2017, 11:56:41 »
Rechtssicher kann dir der Anwalt weiterhelfen.....alternativ bleibste eben solange AU dann biste auf der sicheren Seite ganz ohne Streß.
« Antwort #4 am: 25. Februar 2017, 12:33:00 »
Das sehe ich auch so - wenn du bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses krankgeschrieben bist oder keine Einnahmen aus einer anderweitigen Tätigkeit erzielst. Solltest du darüber hinaus AU sein, musst du Krankengeld beantragen. Und natürlich jetzt das Kündigungsschreiben beim JC bzw. bei der Arbeitsagentur nachweislich einreichen und dich arbeitslos melden.
http://m.wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/annahmeverzug.html
''3. Der Arbeitnehmer behält seinen Lohnanspruch, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein, soweit die Arbeitsleistung infolge des Annahmeverzugs unterbleibt (§ 615 Satz 1 BGB). Anzurechnen ist, was er infolge des Unterbleibens der Arbeitsleistung aufgrund anderweitiger Dienste erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt (§ 615 Satz 2 BGB). Böswillig handelt, wer untätig geblieben ist oder die Aufnahme einer Arbeit verhindert hat, obwohl die Möglichkeit zum Tätigwerden bestand und die Tätigkeit zumutbar war. Das kann auch eine vom Arbeitgeber angebotene Weiterbeschäftigung zu vertragswidrigen Bedingungen sein (BAG, 7.2.2007 - 5 AZR 422/06). Allerdings darf dies nicht dazu führen, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen einseitig ändert, ohne dass er eine Änderungskündigung ausspricht.
Über den anderweitigen Verdienst ist der Arbeitnehmer auskunftspflichtig.
4. Im gekündigten Arbeitsverhältnis ist für den Annahmeverzug nicht § 615 BGB, sondern der im Wesentlichen inhaltsgleiche § 11 KSchG maßgeblich.''
« Antwort #5 am: 25. Februar 2017, 12:36:39 »
Zitat von: SantanaAbraxas am 25. Februar 2017, 12:33:00
Das bedeutet also doch, dass ich erscheinen muss, sonst handle ich bösartig. Somit spekuliert meine Chefin, dass ich nicht erscheinen werde, weil ich davon ausgehe, dass ich nicht erscheinen muss. (Satz 2). In der Kündigung steht drin, dass Satz 2 Anwendung findet.
« Antwort #6 am: 25. Februar 2017, 13:26:11 »
"... werden ab sofort freigestellt unter der Fortzahlung von vertraglich vereinbarten Bezüge und unter Einbeziehung von Resturlaub."
« Antwort #7 am: 25. Februar 2017, 13:32:11 »
Zitat von: SantanaAbraxas am 25. Februar 2017, 13:26:11
Ja, und gleich danach steht, dass § 615 Satz 2 angewendet werden wird....
« Antwort #8 am: 25. Februar 2017, 13:43:15 »
Du brauchst nicht mehr dort erscheinen. Entweder bist du bis Ende der Kündigungsfrist krankgeschrieben und erhältst den Urlaubsanspruch ausgezahlt oder du läßt dich nicht weiter krankschreiben, dann wird der Urlaub verrechnet.
« Antwort #9 am: 25. Februar 2017, 13:44:30 »
Zitat von: Terra am 25. Februar 2017, 13:43:15
Demnach wäre es sinnvoll sich kranschreiben zu lassen, weil man dann noch den Urlaubsanspruch bekommt... Stimmts?
« Antwort #10 am: 25. Februar 2017, 13:51:59 »
Das habe ich nicht gesagt. Wenn du krank bist, dann musst du weiter krankgeschrieben werden. Eine Alibikrankschreibung um eventuell mehr Geld rauszuholen ist damit nicht gemeint.
« Antwort #11 am: 25. Februar 2017, 13:58:23 »
Zitat von: Terra am 25. Februar 2017, 13:51:59
meine ich doch... falls es mir nicht besser gehen sollte nächste woche.
« Antwort #12 am: 27. Februar 2017, 21:05:10 »
Zitat von: mali123 am 25. Februar 2017, 11:39:02
Ist das der exakte Wortlaut?
Dann wäre die Urlaubsanrechnung möglicherweise unzulässig, wenn sich nicht aus dem Rest des Kündigungsschreibens noch was anderes ergibt.
« Antwort #13 am: 28. Februar 2017, 06:26:33 »
« Antwort #14 am: 28. Februar 2017, 18:54:46 »
Weil die Urlaubsanrechnung eine unwiderrufliche Freistellung voraussetzt.
Das eine Wort fehlt mir.