Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2051,%20130
Timestamp: 2019-04-19 23:36:39
Document Index: 161472551

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 80', '§ 80', '§ 123', '§ 123', '§ 80', '§ 93']

BVerfG, 03.04.1979 - 1 BvR 1460/78, 1 BvR 1482/78, 1 BvR 27/79, 1 BvR... - dejure.org
BVerfG, 03.04.1979 - 1 BvR 1460/78, 1 BvR 1482/78, 1 BvR 27/79, 1 BvR 169/79
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.10.1978 - XIII B 8059/78
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.11.1978 - XIII B 5148/78
BVerfGE 51, 130
NJW 1979, 1541
DVBl 1979, 557
DÖV 1979, 561
Unter diesem Gesichtspunkt hat das Bundesverfassungsgericht die Zulässigkeit von Verfassungsbeschwerden gegen verwaltungsgerichtliche Entscheidungen in Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes einschränkend beurteilt; es hat insoweit festgestellt, daß ein Beschwerdeführer gehalten sein kann, vor der Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichts den jeweiligen Hauptsacherechtsweg zu durchmessen (vgl. BVerfGE 51, 130 - betreffend Verfahren gemäß § 123 VwGO; BVerfGE 53, 30 - betreffend Verfahren gemäß § 80 Abs. 5 VwGO; BVerfGE 70, 180 - betreffend Verfahren gemäß § 80 Abs. 6 VwGO).
Dies ist grundsätzlich nicht der Fall, wenn eine anderweitige Möglichkeit besteht, die Grundrechtsverletzung zu beseitigen oder ohne Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichts im praktischen Ergebnis dasselbe zu erreichen (vgl. BVerfGE 33, 247 ; 51, 130 ; 59, 63 ).
Für das Verfahren der einstweiligen Anordnung hat das Bundesverfassungsgericht die Zulässigkeit von Verfassungsbeschwerden neuerdings unter dem Gesichtspunkt der Subsidiarität einschränkend beurteilt und ausgeführt, ja nach Eigenart des Verfahrensgegenstandes könne der Beschwerdeführer gehalten sein, vor Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichts das verwaltungsgerichtliche Hauptsacheverfahren durchzuführen (BVerfGE 51, 130).
a) Gegenüber Verfahren in der Hauptsache sind Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes, mithin auch das vorliegende Ausgangsverfahren, in dem der Beschwerdeführer den Erlaß einer einstweiligen Anordnung gemäß § 123 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) begehrte, rechtlich selbständig (st. Rspr.; siehe etwa BVerfGE 47, 46 [64]; 51, 130 [138] m. w. N.; 53, 30 [52] m. w. N.).
Es hat insoweit ausgeführt, je nach Eigenart des Verfahrensgegenstands könne der Beschwerdeführer gehalten sein, vor Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichts das verwaltungsgerichtliche Hauptsacheverfahren durchzuführen (BVerfGE 51, 130 [138 ff.] - betreffend Verfahren gemäß § 123 VwGO - BVerfGE 53, 30 [52 ff.] - betreffend Verfahren gemäß § 80 Abs. 5 VwGO - jeweils m. w. N.).
Sie ist nicht zulässig, wenn dem Beschwerdeführer ein Weg zur Verfügung steht, auf dem er die Beseitigung der Grundrechtsverletzung ohne Anrufung des Bundesverfassungsgerichts erreichen kann (vgl. BVerfGE 33, 247 >258<; 51, 130 >139<; 63, 45 >58<; 68, 376 >380<).
Andernfalls übernähme das Bundesverfassungsgericht die Aufgabe der Revisionsinstanz (vgl. dazu BVerfGE 51, 130 (140);… Beschluß nach § 93 a Abs. 3 BVerfGG a.F. vom 6. Februar 1984 - 1 BvR 1204/83 -, NVwZ 1984, S. 781).
Da ist nicht der Fall, wenn ein Beschwerdeführer die von ihm behauptete Grundrechtsverletzung durch Einlegen von Rechtsbehelfen abwenden (…BVerfGE, aaO.) oder auf andere Weise ohne Anrufung des Bundesverfassungsgerichts beseitigen konnte (vgl. BVerfGE 51, 130 [139]).
Gegen Gerichtsentscheidungen über vorläufigen Rechtsschutz kann ungeachtet des im Hauptsacheverfahren gewährleisteten Rechtsschutzes Verfassungsbeschwerde erhoben werden, sofern nicht der Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde entgegensteht (vgl. BVerfGE 53, 30 [52 ff.]; 51, 130 [138 ff.]; jeweils m.w.N.).
VGH Hessen, 09.11.1995 - 6 TG 2992/95
Änderung der Rechtsprechung des BVerfG nach Rechtskraft einer den Erlaß einer …