Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4219.htm
Timestamp: 2018-12-15 05:15:48
Document Index: 263978861

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4', '§ 5']

4.219 Buchbach
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Buchbach« vom 20. März 1993 (GBl. v. 30.04.1993, S. 242).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.Novernber 1991 (GBl. S. 701), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20.Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neukirch, Gemarkung Neukirch, und der Gemeinde Tettnang, Gemarkung Tannau, Landkreis Bodenseekreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Buchbach«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 7,08 ha.
· Es umfaßt auf Gemarkung Neukirch die Flurstücke 2908/1 teilweise, 2908/3 tw., 2909, 2910 tw., 2911 tw., 2912, 2913, 2914, 2915, 2916, 2917, 2918 tw.,2919, 2920, 2921, 2922 tw., 2925 tw., 2926 tw. Auf Gemarkung Tannau die Flurstücke 476 tw., 47611, 477 tw., 481, 482, 483 tw.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 11. Juni 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· einem naturnahen Fließgewässer mit seinen vielgestaltigen Uferzonen und der daran angepaßten, zum Teil besonders geschützten Flora und Fauna;
· Pfeifengrasstreuwiesen, deren floristischer Artenreichtum Lebensraum für zahlreiche Insektenarten ist, insbesondere für nur dort beheimatete Tagfalterarten und Widderchen; die reichhaltige Insektenweit bedingt eine artenreiche Vogel‑Lebensgemeinschaft;
· Tümpel, Wald‑ und Einzelbaumbeständen und Gehölzstrukturen, die eine wertvolle Ergänzung zu den anderen Lebensräumen darstellen;
· Grünlandflächen als Pufferzonen zu intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen.
19. Hangquellmoorbereiche, Streu‑ und Feuchtwiesen sowie Gewässerrandzonen zu beseitigen oder zu zerstören.
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang außerhalb des in der Schutzgebietskarte (1:2500) als ökologische Vorrangfläche dargestellten Bereiches, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3‑5, 7, 9 und 18, mit der Maßgabe, daß entlang des kartierten Feuchtgebietes in einem 10 m breiten Pufferstreifen nicht gedüngt und keine Chemikalien verwendet werden dürfen;
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung) vom 27.Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196) in der jeweils gültigen Fassung bleibt unberührt;
4. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß während der Vogelbrutzeit (1.März bis 30. Juni) nicht geangelt werden darf;
5. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen mit der Maßgabe, daß keine chemischen oder biologischen Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, angewendet werden dürfen;
6. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑insbesondere Entwässerungsanlagen‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
7. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle ‑im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt‑ veranlaßt werden;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 bis 7 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Tettnang zum Schutz von Landschaftsteilen entlang der Argen in den Gemeinden Kressbronn, Langnau, Neukirch und Tannau, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 20. März 1993