Source: https://home.kpmg.com/at/de/home/insights/2016/06/ean-abschlusspruefungsrechtsaenderungsgesetz-2016.html
Timestamp: 2017-10-18 02:25:35
Document Index: 26483843

Matched Legal Cases: ['§ 189', '§ 271', '§ 92', '§ 30', 'Art 5', '§ 271']

› Express Accounting News 09/2016
Express Accounting News 09/2016
Das Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetz 2016 („APRÄG 2016“) wurde am 13. Juni 2016 im BGBl veröffentlicht. Das APRÄG 2016 setzt die Anforderungen der EU Audit Reform (EU-RL 2014/56/EU und EU-VO Nr. 537/2014) in österreichisches Recht um und ist grundsätzlich auf Geschäftsjahre anwendbar, die am oder nach dem 17. Juni 2016 beginnen.
Dieser EAN bietet Ihnen einen Überblick über die neuen Anforderungen, die sich in erster Linie an Unternehmen von öffentlichem Interesse (d.h. börsennotierte Gesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungen i.S. von § 189a Z 1lit a bis d UGB) richten:
Prüfungsausschuss: Die EU Audit Reform bringt bei Unternehmen von öffentlichem Interesse und „besonders großen“ Gesellschaften im Sinne von § 271a Abs 1 UGB neue Regelungen zur Einrichtung und Zusammensetzung des Prüfungsausschusses, sowie eine Ausweitung der Aufgaben des Prüfungsausschusses (vgl. § 92 Abs 4a AktG, § 30g Abs 4a GmbHG ua sondergesetzliche Regelungen gemäß BWG und VAG).
Nicht-Prüfungsleistungen: Die EU-VO unterscheidet in Art 5 zwischen erlaubten und nicht erlaubten Nicht-Prüfungsleistungen, die ein Abschlussprüfer an ein Unternehmen von öffentlichem Interesse neben der Abschlussprüfung zusätzlich erbringen darf. Im Vergleich zu den bisherigen Bestimmungen in Österreich ändert sich die Zulässigkeit von bisher erbrachten Leistungen nur in wenigen Einzelfällen. Alle Nicht-Prüfungsleistungen müssen künftig im Voraus vom Prüfungsausschuss genehmigt werden. Dies kann auch im Rahmen eines „Vorratsbeschlusses“ erfolgen. Aufgrund dieser neuen Anforderung sollte rechtzeitig ein neuer Genehmigungsprozess eingerichtet werden.
Externe Rotation: Die EU Audit Reform sieht vor, dass das Unternehmen von öffentlichem Interesse nach einer Grundrotationsperiode von 10 Jahren den Abschlussprüfer wechseln muss. Für diese Anforderungen bestehen detaillierte Übergangsbestimmungen, die abhängig von der Anzahl der bisher geprüften Jahre zu einem verpflichtenden Wechsel im GJ 2020 oder später führen. Bestätigungsvermerk: Der Abschlussprüfer hat bei Unternehmen von öffentlichem Interesse künftig über „besonders bedeutsame Prüfungssachverhalte“ im Bestätigungsvermerk zu berichten. Darunter sind die nach dem Ermessen des Abschlussprüfers auf Grund ihrer Wesentlichkeit und Komplexität bedeutsamsten Themen der abgeschlossenen Prüfung zu verstehen.
Zusätzlicher Bericht an den Prüfungsausschuss: Bei Unternehmen von öffentlichem Interesse und „besonders großen“ Gesellschaften im Sinne von § 271a Abs 1 UGB hat der Abschlussprüfer künftig an den Prüfungsausschuss einen zusätzlichen Bericht über wesentliche Eckdaten der Abschlussprüfung zu erstatten.
Mit der KPMG Publikation „AC News“ haben wir im April 2016 bereits umfangreich über die neuen Anforderungen auf Basis der Regierungsvorlage informiert.
Die Veröffentlichung im BGBl kann hier abgerufen werden.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihr KPMG Team.