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Timestamp: 2016-10-26 02:29:20
Document Index: 10806776

Matched Legal Cases: ['Art. 299', 'Art. 308', 'Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 98', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 176', 'Art. 176', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 58', 'Art. 296']

5A_157/2012 (23.07.2012)
Z.________ (geb. xxxx 1979) und X.________ (geb. xxxx 1969) heirateten am 16. September 2000. Sie sind die Eltern der beiden unm�ndigen Kinder S.________ (geb. 27. Dezember 2000) und T.________ (geb. 3. Juni 2003).
Am 3. M�rz 2011 stellte die Ehefrau ein Eheschutzbegehren beim Gerichtspr�sidium Lenzburg und beantragte unter anderem die Zuteilung der Obhut �ber beide Kinder. In seiner Klageantwort vom 27. April 2011 beantragte der Ehemann die Anordnung der gemeinsamen Obhut, eventuell die Zuteilung der Obhut an sich.
Mit Verf�gung vom 16. Mai 2011 wurden die Kinder superprovisorisch unter die Obhut der Ehefrau gestellt. Am 26. Mai 2011 entschied die Vizepr�sidentin des Bezirksgerichts Lenzburg, die beiden Kinder f�r die Dauer der Trennung unter die Obhut der Ehefrau zu stellen und regelte das Besuchsrecht sowie den Kinder- und Ehegattenunterhalt.
Gegen diesen Entscheid erhob der Ehemann am 31. Mai 2011 Berufung an das Obergericht des Kantons Aargau und verlangte namentlich die Zuteilung der Obhut �ber beide Kinder an sich, und zwar superprovisorisch bereits f�r die Dauer des obergerichtlichen Verfahrens. Am 9. Juni 2011 ersuchte er sodann um Bestellung einer Kindesvertretung gem�ss Art. 299 ZPO f�r Sohn S.________.
Mit Verf�gung vom 14. Juni 2011 wies der zust�ndige Instruktionsrichter das Begehren um superprovisorische Massnahmen ab, h�rte die beiden Kinder am 17. August 2011 an und bestellte ihnen mit Verf�gung vom 29. August 2011 eine Kindesvertretung in der Person von Y.________.
Mit Entscheid vom 13. Dezember 2011 best�tigte das Obergericht die erstinstanzliche Obhutszuteilung, hiess die Berufung aber insofern gut, als es die Kinderunterhaltsbeitr�ge sowie den Ehegattenunterhalt teilweise ab�nderte. Zudem bestellte es den Parteien einen Erziehungsbeistand im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB. Schliesslich auferlegte es die Gerichtskosten (einschliesslich Kosten der Kindesvertretung) zu 9/10 dem Ehemann und zu 1/10 der Ehefrau und sprach Letzterer eine reduzierte Parteientsch�digung zu.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 15. Februar 2012 gelangt X.________ (nachfolgend: Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht und verlangt im Wesentlichen die Zuteilung der Obhut �ber die beiden Kinder (Antrag 1) unter Einr�umung eines Besuchsrechts an die Ehefrau betreffend T.________ sowie Verzicht eines solchen gegen�ber S.________ (Antrag 2); ausserdem sei davon Vormerk zu nehmen, dass er bei Zuteilung der Obhut auf die Bezahlung von Kinderunterhaltsbeitr�gen durch die Beschwerdegegnerin an ihn verzichte (Antrag 3), bzw. er selbst schulde keine solchen mehr (Antrag 4). Schliesslich seien die zweitinstanzlichen Gerichtskosten sowie die Kosten der Kindesvertretung den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen (Antr�ge 5 und 6).
Superprovisorisch (eventualiter vorsorglich) beantragt der Beschwerdef�hrer die �bertragung der Obhut �ber die beiden Kinder, eventualiter die Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung bez�glich der vorinstanzlich verf�gten Obhutszuteilung an die Beschwerdegegnerin. Zudem sei die aufschiebende Wirkung bez�glich Kinder- und Ehegattenunterhalt, Einsetzung eines Erziehungsbeistands sowie bez�glich der Regelung von Gerichts- und Parteikosten zu erteilen.
Am 29. Februar 2012 nahm die Beschwerdegegnerin zum Gesuch um aufschiebende Wirkung Stellung. Mit Datum vom 1. M�rz 2012 unterbreitete der Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht unaufgefordert eine weitere Eingabe namentlich betreffend superprovisorische Anordnungen sowie aufschiebende Wirkung.
Die Pr�sidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung wies das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen am 2. M�rz 2012 ab. Da sich die Kinder derzeit beim Beschwerdef�hrer aufhalten, erteilte sie der Beschwerde bez�glich der Obhutsfrage, der Kinderunterhaltsbeitr�ge sowie der Beistandschaft f�r die Dauer des bundesgerichtlichen Verfahrens die aufschiebende Wirkung.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Eheschutzentscheid, der u.a. die Obhutszuteilung regelt; die Beschwerde in Zivilsachen steht somit unabh�ngig von einem Mindeststreitwert offen (Art. 72 Abs. 1, Art. 75 Abs. 2 und Art. 90 BGG).
1.2 Nach der Rechtsprechung gelten Eheschutzentscheide als vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG (BGE 133 III 393 E. 5.1 und 5.2 S. 396 f.). Daher kann in der Beschwerde nur die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden (s. dazu BGE 133 III 585 E. 4.1 S. 588). Auch eine Berichtigung oder Erg�nzung der Sachverhaltsfeststellungen kommt nur dann in Frage, wenn die kantonale Instanz verfassungsm�ssige Rechte verletzt hat (BGE 133 III 585 E. 4.1 S. 588). F�r alle Vorbringen betreffend die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte gilt das strenge R�geprinzip. Die rechtssuchende Partei muss pr�zise angeben, welches verfassungsm�ssige Recht durch den angefochtenen kantonalen Entscheid verletzt wurde, und im Einzelnen darlegen, worin die Verletzung besteht (BGE 133 III 439 E. 3.2 S. 444). Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen. Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.).
1.3 Gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG d�rfen neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt. Das Vorbringen von Tatsachen oder Beweismitteln, die sich zwar auf das vorinstanzliche Prozessthema beziehen, jedoch erst nach dem angefochtenen Entscheid zutage getreten oder entstanden sind (sog. "echte" Noven), kann aber von vornherein nicht durch das weitergezogene Urteil veranlasst worden sein und ist im bundesgerichtlichen Verfahren unzul�ssig (BGE 135 I 221 E. 5.2.4 S. 229; 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f.). Daraus folgt, dass die vom Beschwerdef�hrer eingereichten Beweismittel, die sich auf einen Sachverhalt beziehen, der sich erst nach dem vorinstanzlichen Entscheid zugetragen hat, vom Bundesgericht nicht ber�cksichtigt werden k�nnen.
Die beiden Kinder wurden nach der Trennung der Parteien (am 19. November 2010 bzw. im Dezember 2010 bzw. erst im Januar 2011) gem�ss einvernehmlicher Regelung der Parteien w�chentlich alternierend von einem Elternteil betreut. Ab welchem Zeitpunkt sich S.________ faktisch zus�tzlich auch in der Betreuungswoche der Beschwerdegegnerin vom Donnerstagnachmittag bis zum Freitagmorgen bzw. -nachmittag auf eigenen Wunsch beim Beschwerdef�hrer aufhielt, konnte nicht festgestellt werden.
Nach dem Scheitern von Vergleichsverhandlungen bei einer gemeinsam bestellten Rechtsanw�ltin leitete die Beschwerdegegnerin am 3. M�rz 2011 das Eheschutzverfahren ein. Am 16. Mai 2011 teilte die Vizepr�sidentin des Bezirksgerichts Lenzburg die Obhut �ber beide Kinder superprovisorisch der Beschwerdegegnerin zu. Am 23. Mai 2011 brachte der Beschwerdef�hrer die Kinder um 15.00 Uhr zur Beschwerdegegnerin. Zwei Stunden sp�ter "fl�chtete" S.________ zur�ck zum Beschwerdef�hrer.
Nachdem der Eheschutzentscheid am 26. Mai 2011 ergangen war, erhob der Beschwerdef�hrer am 31. Mai 2011 Berufung an das Obergericht des Kantons Aargau, w�hrend die Beschwerdegegnerin am 6. Juni 2011 beim Bezirksgericht Lenzburg ein Vollstreckungsbegehren in Sachen Obhut stellte.
Am 15. Juni 2011 reichte die neue Lebenspartnerin des Beschwerdef�hrers sowie dessen Schwester auf der Gemeindekanzlei A.________ eine "Gef�hrdungsmeldung" ein, wonach die Kinder bei der Beschwerdegegnerin in Gefahr seien. Am 9. Juni 2011 rannte S.________ vor der Beschwerdegegnerin, die ihn in der Schule abholen wollte, weg. Am 17. Juni 2011 fand eine Unterredung der Parteien sowie von Vertretern der Schule statt, an der ein Verzicht auf Vollstreckung vereinbart wurde. Zudem einigten sich die Parteien - in Abweichung vom erstinstanzlichen Entscheid - auf eine w�chentlich alternierende Betreuung. W�hrend sich T.________ an diese Abmachung hielt, blieb S.________ beim Beschwerdef�hrer.
Am 18. August 2011 wurden beide Kinder vom Instruktionsrichter des Obergerichts getrennt angeh�rt und ihnen mit Verf�gung vom 29. August 2011 ein Vertreter bestellt. Mit Eingabe vom 30. August 2011 teilte der Beschwerdef�hrer dem Obergericht unter anderem mit, die Parteien h�tten mit dem Schulpsychologen - wiederum in Abweichung vom erstinstanzlichen Entscheid - eine neue Vereinbarung getroffen, wonach S.________ bis auf Weiteres beim Beschwerdef�hrer bleibe und T.________ w�chentlich alternierend zwischen den Parteien wechsle.
Mit Eingabe vom 3. Oktober 2011 teilte der Kindervertreter mit, T.________ habe seinen kurz zuvor gefassten Entscheid, bei der Mutter zu bleiben, widerrufen und wolle - ohne jede Angabe von Gr�nden - nun doch ausschliesslich beim Vater wohnen. Am 10. Oktober 2011 telefonierte T.________ pers�nlich dem Obergericht und teilte mit, es sei ihm sehr wichtig, dass er beim Vater bleiben k�nne. Gr�nde f�r diesen Meinungsumschwung konnte er keine angeben.
Am 11. Oktober 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin beim Vollstreckungsrichter die Fortf�hrung des Vollstreckungsverfahrens. Am 12. Oktober 2011 erliess dieser eine Vollstreckungsverf�gung betreffend T.________. Die damit verbundene Pflicht wurde dem Beschwerdef�hrer mit Entscheid vom 17. Oktober 2011 dahin gehend erl�utert, dass es seine Pflicht sei, T.________ zur Beschwerdegegnerin zu bringen. Am 21. Oktober ging der Bericht der Regionalpolizei B.________ zur versuchten �bergabe von T.________ am 18. Oktober 2011 am Obergericht ein. Am 24. Oktober 2011 fand eine Instruktionsverhandlung statt, anl�sslich welcher die Parteien die �bergabe von T.________ am folgenden Tag in der Kanzlei des Kindesvertreters vereinbarten. Am 25. Oktober 2011 teilte der Kindesvertreter mit, die �bergabe sei gescheitert.
S.________ h�lt sich seit Ende Mai 2011, T.________ seit dem 9. Oktober 2011 ausschliesslich beim Beschwerdef�hrer auf.
Strittig ist vorliegend prim�r die Obhutszuteilung und als Folge davon die damit zusammenh�ngenden finanziellen Belange wie auch das Besuchsrecht.
3.1 Das mit der "Regelung des Getrenntlebens" (Marginalie zu Art. 176 ZGB) befasste Eheschutzgericht trifft nach den Bestimmungen �ber die Wirkungen des Kindesverh�ltnisses die n�tigen Massnahmen, wenn die Ehegatten unm�ndige Kinder haben (Art. 176 Abs. 3 ZGB). F�r die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grunds�tzlich die gleichen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen �berlegungen, insbesondere vor den W�nschen der Eltern (zuletzt: Urteil 5A_905/2011 vom 28. M�rz 2012 E. 2.1).
Vorab muss die Erziehungsf�higkeit der Eltern gekl�rt werden. Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die M�glichkeit hat und dazu bereit ist, sie pers�nlich zu betreuen. Erf�llen beide Elternteile diese Voraussetzung ungef�hr in gleicher Weise, kann die Stabilit�t der �rtlichen und famili�ren Verh�ltnisse ausschlaggebend sein. Unter Umst�nden kann die M�glichkeit der pers�nlichen Betreuung auch dahinter zur�cktreten (Urteil 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006 E. 4.2 und 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.). Schliesslich ist - je nach Alter der Kinder - ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer pers�nlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGE 115 II 206 E. 4a S. 209; 115 II 317 E. 2 und 3 S. 319 ff.; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.; 136 I 178 E. 5.3 S. 180 f.).
Bei der Beurteilung der f�r die Obhutszuteilung massgebenden Kriterien verf�gt das Sachgericht �ber ein weites Ermessen (vgl. alle soeben zitierten Urteile). Auf Willk�rbeschwerde hin kann das Bundesgericht deshalb nur eingreifen, wenn das Sachgericht grundlos von in Rechtsprechung und Lehre anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn es Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn es umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Der Ermessensentscheid muss sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 109 la 107 E. 2c S. 109; 128 III 4 E. 4b S. 6 f.; 132 III 97 E. 1 S. 99).
Zur Obhutsfrage erwog die Vorinstanz, deren Instruktionsrichter die Kinder pers�nlich anh�rte, in tats�chlicher Hinsicht im Wesentlichen Folgendes:
Die anl�sslich der Anh�rung gemachten Aussagen der Kinder belegten, dass "beide Kinder vom Beklagten erheblich manipuliert sind". Die Begr�ndung von S.________ f�r seinen Zuteilungswunsch zeige auf, dass der Beschwerdef�hrer die Kinder in den elterlichen Konflikt miteinbeziehe. Die "Flucht" von S.________ vom 23. Mai 2011 sei "ganz offensichtlich vom Beklagten inszeniert" gewesen. Der Beschwerdef�hrer scheue auch nicht davor zur�ck, "sein pers�nliches Umfeld f�r eine Diffamierung der Kl�gerin einzusetzen". Auch der Kindesvertreter gelangte namentlich aufgrund von Formulierungen, die T.________ benutzte, zum Schluss, dass der Vater auf T.________ entsprechend Druck ausge�bt hatte. Mit Blick auf die gescheiterten Kinder�bergaben hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdef�hrer verhalte sich unkooperativ und "widersetze sich auch jeglichen gerichtlichen Anordnungen". Er �berfordere die Kinder nicht nur massiv, sondern missbrauche sie f�r die Durchsetzung seiner eigenen Interessen. Jedes Mal, wenn ein Entscheid zu Gunsten der Beschwerdegegnerin ausfiel, habe er zu manipulativen Gegenmassnahmen gegriffen.
Mit Blick auf vorstehende Tatsachenfeststellungen erwog die Vorinstanz in rechtlicher Hinsicht, die Erziehungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers sei "erheblich eingeschr�nkt". Es er�brige sich daher die �berpr�fung der weiteren Zuteilungskriterien und es sei insbesondere auch ein durch die Obhutszuteilung an die Beschwerdegegnerin bedingter Wohnort- und Schulwechsel (von A.________ nach C.________, beides Kanton Aargau) ohne weiteres in Kauf zu nehmen. Die Erziehungsf�higkeit der Beschwerdegegnerin beurteilte die Vorinstanz als intakt.
3.3 Der Beschwerdef�hrer macht sinngem�ss geltend, der Verzicht auf die Pr�fung der weiteren Zuteilungskriterien sei willk�rlich.
Die Erziehungsf�higkeit desjenigen Elternteils, der die Obhut aus�ben soll, ist das wichtigste Kriterium f�r die Zuteilung der Kinder. Es kann n�mlich nicht zum Wohl der Kinder sein, diese der Obhut jenes Elternteils anzuvertrauen, gegen�ber dessen Erziehungsf�higkeit gr�sste Bedenken bestehen, wie dies vorliegend der Fall ist. Wird die Erziehungsf�higkeit verneint, r�cken die anderen Kriterien in den Hintergrund (Urteil 5A_905/2011 vom 28. M�rz 2012 E. 2.4 Absatz 3). �berdies hat die Vorinstanz das Kriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse in ihre Erw�gungen einbezogen, indem sie den Wohnort- und Schulwechsel der Kinder ausdr�cklich als zumutbar beurteilte, was der Beschwerdef�hrer selbst einr�umt. Dass die Vorinstanz diese Beurteilung nicht im Detail begr�ndete, wie der Beschwerdef�hrer ihr vorwirft, ist im Rahmen des vorliegenden Summarverfahrens nicht zu beanstanden. Schliesslich kann auch das Zusatzkriterium des Zuteilungswunsches der Kinder - mit Blick auf das von der Vorinstanz festgestellte manipulative Verhalten des Beschwerdef�hrers diesen gegen�ber - von vornherein nicht ausschlaggebend sein. Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Beschwerdef�hrer ins Feld gef�hrten Bundesgerichtsurteil 5A_586/2010 vom 4. M�rz 2011. Zun�chst trifft nicht zu, was der Beschwerdef�hrer dazu ausf�hrt, denn in jenem Entscheid hat das Bundesgericht Willk�r verneint und die Beschwerde abgewiesen. M�glicherweise meint der Beschwerdef�hrer das im angesprochenen Entscheid erw�hnte Urteil 5A_22/2010 vom 7. Juni 2010. In diesem hob das Bundesgericht einen kantonalen Entscheid auf, weil das Kriterium der Stabilit�t nicht gepr�ft worden war. Die Stabilit�t war dabei von besonderer Relevanz, weil die kantonalen Instanzen, anders als hier, beiden Eltern die Erziehungsf�higkeit in gleichem Masse zugestanden hatten (dort. E. 4). Daher kann der Beschwerdef�hrer aus dem erw�hnten Urteil nichts zu seinen Gunsten ableiten.
3.4 Weiter behauptet der Beschwerdef�hrer, er selbst sei sehr wohl erziehungsf�hig, die Beschwerdegegnerin jedoch nicht. Dabei kritisiert er einerseits die von der Vorinstanz festgestellten Tatsachen, bei denen es sich vorliegend naturgem�ss um Indizien handelt; andererseits wirft er der Vorinstanz vor, aus diesen Indizien rechtlich falsche Schl�sse gezogen zu haben.
Der Beschwerdef�hrer kritisiert die vorinstanzliche Beurteilung in seiner 66-seitigen Eingabe, indem er sie Punkt f�r Punkt dadurch zu relativieren versucht, dass er anhand der gesamten Akten einzelne Indizien aufzeigt und rechtlich interpretiert, die eher zu seinen Gunsten sprechen. Damit verkennt der anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrer das Wesen des Willk�rbegriffs bez�glich Tat- sowie Rechtsfragen (dazu oben E. 1.2 und E. 1.3) und verwechselt das Verfahren vor Bundesgericht mit einem kantonalen Berufungsverfahren.
�ber weite Strecken seiner Eingabe bringt er �berdies selbst explizit zum Ausdruck, dass er lediglich einer abweichenden Beweisw�rdigung das Wort redet bzw. der Vorinstanz nur eine falsche, nicht aber eine willk�rliche Rechtsanwendung vorwirft (Beispiele: Ziff. 2.6: "... l�sst den Schluss zu, dass...."; Ziff. 2.9: "...erscheint nicht plausibel, dass..."; Ziff. 2.11: "...erscheint die Tatsache ... tats�chlich als ..."; Ziff. 2.16: "Es ist durchaus nachvollziehbar, dass...."; "... w�re wohl eher zu erwarten gewesen, dass...."; Ziff. 2.51: "...erscheint vor diesem Hintergrund nicht plausibel"; Ziff. 2.55: "Die Vorinstanz hat ... falsch gew�rdigt"; Ziff. 2.62: "Es ist deshalb absolut nachvollziehbar, dass...."; Ziff. 2.71: "Es ist nachvollziehbar, dass...."; Ziff. 2.72: "Die Formulierung der Aussagen des Beschwerdef�hrers l�sst vielmehr den Schluss zu, dass..."; Ziff. 2.86: "Bei korrekter W�rdigung der Umst�nde h�tte die Vorinstanz ohne weiteres zum Schluss kommen m�ssen, dass es plausibel ist, wenn..."; Ziff. 2.93: "...dr�ngt sich eher der Schluss auf..."; Ziff. 2.95: "...erscheint es plausibel, dass...."; Ziff. 2.112: "Der Beschwerdef�hrer hat glaubhaft versichert, dass..."; Ziff. 2.124: "Es ist nicht plausibel, dass..." etc.).
Aber auch dort, wo der Beschwerdef�hrer von Willk�r und Aktenwidrigkeit spricht, handelt es sich um bloss appellatorische Kritik. Darauf ist nicht einzutreten.
Dasselbe gilt hinsichtlich des Vorwurfs, die Vorinstanz habe die Offizialmaxime verletzt. Dieser Grundsatz besagt, dass das Gericht ohne Bindung an die Parteiantr�ge entscheidet (BGE 120 II 229 E. 1c S. 231; vgl. auch Art. 58 Abs. 2 und Art. 296 Abs. 3 ZPO); er hat als solcher nichts mit Beweiserhebung von Amtes wegen zu tun. Mithin kann die Offizialmaxime nicht verletzt werden, indem das Gericht (angeblich gebotene) Sachverhaltsabkl�rungen unterlassen hat. Dass die Vorinstanz mit dem Verzicht auf weitere Abkl�rungen hinsichtlich der Erziehungsf�higkeit der Mutter und der Frage, ob auch sie die Kinder manipuliere, gegen ein verfassungsm�ssiges Recht verstossen h�tte, macht der Beschwerdef�hrer indes nicht geltend.
3.5 Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz an einer Stelle eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vor, weil sie von ihm in der Berufungsbeilage geschilderte Ereignisse nicht beachtet habe. Sinngem�ss erhebt er damit eine Sachverhaltsr�ge, begr�ndet diese jedoch wiederum bloss appellatorisch. Darauf ist nicht einzutreten.
3.6 Der Beschwerdef�hrer betont, der vorinstanzliche Vorwurf, wonach er sich unkooperativ verhalten und sich jeglichen gerichtlichen Anordnungen widersetzt habe, sei aktenwidrig; vielmehr habe er die Kinder �ber die Entscheide des Gerichts stets informiert.
Der Beschwerdef�hrer irrt. Die Vorinstanz hat ihm nicht vorgeworfen, die Kinder nicht informiert zu haben, sondern ausgef�hrt, er h�tte den Kindern klar machen m�ssen, dass sie sich an den Gerichtsentscheid zu halten h�tten, d.h. es w�re seine Aufgabe gewesen, ihnen dies positiv zu vermitteln, auch wenn er selber anderer Auffassung sei. Die elterliche Verantwortung ersch�pfe sich insofern nicht in blosser Information, sondern umfasse vor allem auch das erzieherische Einwirken auf die Kinder, dem Gerichtsentscheid Folge zu leisten. Dies hat der Beschwerdef�hrer gem�ss vorinstanzlichen Feststellungen nicht getan (was er �brigens nicht einmal selber in der Beschwerdeschrift behauptet); statt dessen hat er die Kinder wiederholt im gegenteiligen Sinne manipuliert.
3.7 Nach dem Gesagten erweist sich die vorinstanzliche Obhutszuteilung nicht als willk�rlich. Hinsichtlich der Regelung des Besuchsrechts, des Kindes- und des Ehegattenunterhalts erhebt der Beschwerdef�hrer keine selbst�ndigen R�gen. Ebenso wenig begr�ndet er, weshalb die vorinstanzliche Kostenregelung unabh�ngig vom Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens gegen die Verfassung verstossen soll. Auf diese Vorbringen ist daher nicht weiter einzugehen.