Source: http://www.polizei.gv.at/wien/buergerservice/fuehrerschein/1/probefuehrerschein.aspx
Timestamp: 2018-02-19 09:53:40
Document Index: 116720844

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 7', '§ 16', '§ 16', '§ 19', '§ 37', '§ 46', '§ 80', '§ 102']

Lenkberechtigungen für alle Klassen (ausgenommen AM und F), die Personen erteilt werden, die vorher keine in- oder ausländische Lenkberechtigung für eine dieser Klassen besessen haben, unterliegen einer Probezeit. Bei einem Erwerb der Lenkberechtigung bis 30. 6. 2017 beträgt die Probezeit 2 Jahren, ab dem 1. 7. 2017 beträgt die Probezeit 3 Jahre.
Diese Probezeit von 2 bzw. 3 Jahren gilt auch für Personen, die im Besitz einer ausländischen Lenkberechtigung sind und ihren Wohnsitz innerhalb dieser Probezeit nach Österreich verlegen.
Begeht ein Inhaber eines Probeführerscheins eine schwere Übertretung, so wird eine Nachschulung angeordnet und die Probezeit um ein Jahr verlängert. Wird innerhalb der dritten Verlängerung der Probezeit ein neuerlicher schwerer Verstoß begangen, so hat die Behörde die gesundheitliche Eignung des Lenkers durch eine amtsärztliche Untersuchung inkl. verkehrspsychologischer Untersuchung zu überprüfen.
Folgende Übertretungen gelten als schwerer Verstoß in der Probezeit:
Fahrerflucht (§ 4 Abs. 1 lit. a StVO)
Fahren gegen Einbahn (§ 7 Abs. 5 StVO)
Überholen unter gefährlichen Umständen (§ 16 Abs. 1 StVO)
Nichtbefolgen von Überholverboten (§ 16 Abs. 2 lit. a StVO)
Vorrangverletzung (§ 19 Abs. 7 StVO)
Überfahren von Rotlicht bei geregelten Kreuzungen (§§ 37 Abs. 3, 38 Abs. 2a, 38 Abs. 5 StVO)
Sogenannte "Geisterfahrer" (§ 46 Abs. 4 lit. a und b StVO)
mit technischen Hilfsmitteln festgestellte Überschreitungen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit im Ausmaß von mehr als 20 km/h im Ortsgebiet oder mehr als 40 km/h auf Freilandstraßen;
fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung, die beim Lenken eines Kraftfahrzeuges begangen wurde (§§ 80, 81 oder 88 StGB) .
Ab 1.7.2017 Telefonieren während der Fahrt ohne Benützung einer Freisprecheinrichtung (§ 102 Abs. 3 , 5. Satz KFG)
Hinweis: Grundsätzlich ist die Rechtskraft der Bestrafung des schweren Verstoßes abzuwarten. Im Fall des Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung ist jedoch auch nach Ausstellung eines Organmandats eine Nachschulung anzuordnen und die Probezeit zu verlängern.
Während der Probezeit darf der Lenker ein Kraftfahrzeug nur in Betrieb nehmen und lenken, wenn der Alkoholgehalt des Blutes nicht mehr als 0,1 Promille oder der Alkoholgehalt der Atemluft nicht mehr als 0,05 mg/l beträgt. Er darf während der Fahrt - einschließlich der Fahrtunterbrechungen - keinen Alkohol zu sich nehmen. Verstöße gegen diese Bestimmungen sind nur mit der Anordnung einer Nachschulung zu ahnden, sofern bei einem festgestellten Alkoholgehalt der Atemluft von 0,25 mg/l (= 0,5 Promille Blutalkoholgehalt) und mehr nicht auch ein Verstoß gegen andere Vorschriften vorliegt.