Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=29.09.2004&Aktenzeichen=24%20BV%2003.3162
Timestamp: 2019-11-14 13:29:08
Document Index: 104438579

Matched Legal Cases: ['§ 284', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 284']

https://dejure.org/2004,1935
VGH Bayern, 29.09.2004 - 24 BV 03.3162 (https://dejure.org/2004,1935)
VGH Bayern, Entscheidung vom 29.09.2004 - 24 BV 03.3162 (https://dejure.org/2004,1935)
VGH Bayern, Entscheidung vom 29. September 2004 - 24 BV 03.3162 (https://dejure.org/2004,1935)
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Vermittlung von Sportwetten zu festen Quoten an private Veranstalter als Glücksspiele im Sinne des § 284 Strafgesetzbuch (StGB); Beihilfeleisten zu einem rechtswidrigen Veranstalten von Glücksspielen; Konkurrierende Gesetzgebungskompetenz der Länder für Glücksspielrecht; ...
Allerdings zählt das Veranstalten von Sportwetten zu festen Quoten (sog. Oddset-Wette) nach überwiegender Meinung zu den grundsätzlich verbotenen Glücksspielen (vgl. BVerwG vom 28.3.2001 BVerwGE 114, 92, BGH vom 1.4.2004 BGHZ 158, 343; BayObLG vom 26.11.2003 NJW 2004, 1057, BayVGH vom 29.9.2004 BayVBl 2005, 241 m.w.N.).
Der Senat kann sich dieser primär zivilrechtlichen Betrachtungsweise jedoch nicht anschließen, weil es für die straf- und sicherheitsrechtliche Verantwortlichkeit nicht auf letztlich beliebig gestaltbare interne Verhältnisse, sondern allein auf das extern sichtbare Verhalten ankommen kann (vgl. BayVGH vom 29.9.2004 BayVBl 2005, 241 m.w.N.).
Tatbestandsausschließende Wirkungen haben aber nur Erlaubnisse, die von einer dazu berufenen staatlichen Stelle ausgestellt werden (vgl. BayVGH vom 29.9.2004 BayVBl 2005, 241).
Auch das Veranstalten von Sportwetten zu festen Quoten (sog. Oddset-Wette) gehört nach überwiegender Meinung zu den grundsätzlich verbotenen Glücksspielen (vgl. BVerwG vom 28.3.2001 BVerwGE 114, 92, BGH vom 1.4.2004 BGHZ 158, 343; BayObLG vom 26.11.2003 NJW 2004, 1057, BayVGH vom 29.9.2004 BayVBl 2005, 241 m.w.N.).
(3) An dieser Rechtslage hatte sich auch durch den am 1.7.2004 in Kraft getretenen und seit dem Ratifizierungsgesetz vom 23.11.2004 (GVBl. S. 442) auch in Bayern geltenden Staatsvertrag zum Lotteriewesen in Deutschland (Lotteriestaatsvertrag) nichts geändert (so ausdrücklich VGH München BayVBl. 2005, 241 ff, Rz. 44).
Die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten durch Private war nicht vorgesehen (vgl. VGH München BayVBl. 2005, 241 ff, Rz. 44).
Dieser Einschätzung hat sich später auch der VGH München (BayVBl. 2005, 241 ff, Rz. 46;… ebenso VGH München, Urt. v. 10.7.2006 - 22 BV 05.457) ausdrücklich angeschlossen, wenn der Senat dort ausführt:.
Vorschriften der Gewerbeordnung griffen wegen § 33 h GewO nicht (vgl. VGH München BayVBl 2005, 241; BVerwGE 114, 92/96); ein Glückspiel im Sinne von § 284 Abs. 1 StGB konnte also nicht nach Gewerberecht gestattet werden.
In ähnliche Richtung hat sich später auch ein anderer Senat des VGH München in seinem Urteil vom 29.9.2004 geäußert, wobei dort die Frage der Vermittlung von Sportwetten an einen im Ausland ansässigen Veranstalter jedoch nicht streitgegenständlich war (vgl. BayVBl. 2005, 241 ff).