Source: https://www.grin.com/document/130170
Timestamp: 2020-03-31 07:56:25
Document Index: 220383467

Matched Legal Cases: ['§34', '§32', '§34', '§ 34', '§ 37', '§ 32', '§ 35', '§34']

Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34 | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
Grundlegende Darstellung der Elternarbeit anhand verschiedener Methoden, Formen und Arbeitsweisen
31 Seiten, Note: Sehr gut bestanden
D M Dominik Molnos (Autor)
1. Anfang und Entwicklung der Elternarbeit
2. Definition, Ziele und Begründungen der Elternarbeit
2.3 Gesetzliche Begründung der Elternarbeit
2.4 Pädagogische Begründung
2.5 Die Adressaten der Elternarbeit
3. Zusammentreffen von Eltern und Erziehern
3.1 Verhaltensformen von Eltern
3.2 Anforderungen an die Erzieher
3.3 Kompetenzbasiertes Arbeiten mit Eltern
4. Die verschiedenen Formen der Elternarbeit
4.1 Kontaktpflege und Betreuung als einfachste Form
4.2 Methodische Arbeit mit fester Zielsetzung
4.3 Familientherapeutisch orientierte Elternarbeit
4.4 Elternarbeit als Trauerarbeit
4.5 Elternarbeit ohne Eltern
5. Theoretische Grundlagen für eine systemische Sichtweise
5.1 Die Familie als ganzheitliches natürliches System
5.2 Das Heim als kiinstliches „inszeniertes" System
5.3 Erziehung des Kindes an zwei Orten
5.4 Emotionale Barrieren im Erzieher-Eltern-Verhältnis
5.5 Soziale Hindernisse im Erzieher-Eltern-Verhältnis
6. Kritik und Zweifel an den Formen der Elternarbeit
7. Ein Einrichtungsgebundenes Konzept
Durch mein 5-monatiges Praktikum in einer WAB Wohngruppe (Wohnen mit alternierender Betreuung) habe ich einen Eindruck von den Arbeitsweisen in stationären Einrichtungen erhal-ten. Die Kooperation von Eltern und Erziehern empfand ich jedoch meistens als unbefriedigend. So scheiterte die Elternarbeit häufig an Eltern, die sich gegen uns stellten. Auch kompetenzba-sierte Ansätze, auf die ich später näher eingehe, schienen nicht zu funktionieren. Die Eltern hat-ten meist mit eigenen Problemen zu kämpfen und kein Interesse an positiver Zusammenarbeit. Kontakte stürzten das Kind in innerliche Konflikte und Unzuverlässigkeit gegenüber dem Kind (z.B. fehlende Anwesenheit am Geburtstag, trotz Verabredung) hinterließen jedesmal negative Auswirkungen.
Bisher hatte ich keinerlei Erfahrungen in diesem Themenfeld gesammelt. Auch in der Ausbil-dung wurde Elternarbeit nicht behandelt. Die Facharbeit ist mir wichtig, um Handlungsweisen zu finden, die möglicherweise eine gute Kooperation mit den Eltern ermöglichen und nicht nur auf den Ablösungsprozess hinzuarbeiten.
Mir ist klar, das es keine Patentlösung gibt, jedoch sollen einige Handlungsmöglichkeiten darge-stellt werden, die eine gute Kooperation mit den Eltern ermöglichen. Auch die Eltern, wie sie von den Erziehern gesehen werden, sollen vorgestellt werden.
Die Facharbeit kann einen kleinen Einblick in das sehr breit gefächerte Themenfeld der Eltern-arbeit bieten. Im besonderen möchte ich auf die Aspekte einer positiven Zusammenarbeit einge-hen und welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten es auch bei mangelnder oder nicht mög-licher Zusammenarbeit gibt. Aber auch die Kritik soll nicht zu kurz kommen, so werden im letz-ten Teil nochmals einige Methoden der Elternarbeit in Zusammenhang mit dem System der Fa-milie in Frage gestellt. Auch ein für unsere Verhältnisse nicht ganz alltägliches Konzept einer australischen Einrichtung, dass sicher diskussionswürdig ist, soll einen neuen einen Einblick in die Arbeit mit Eltern geben. Vergleicht man das Konzept mit der Kritik am Ende, müsste dies die optimale Form der Elternarbeit bieten. Die Kritik ist gedacht, um weitere Denkanstöße zu liefern und soll nicht meine persönliche Meinung wiederspiegeln.
These: Elternarbeit muss als Anspruch für eine wertvolle pädagogische Arbeitsweise und darf nicht als Mittel zur Verkürzung der Aufenthaltsdauer reduziert gesehen werden. Sie muss in ihrer gesamten Vielfalt wahrgenommen werden.
Ich möchte anfangs einen kurzen Überblick darüber gehen, wie in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts grundsätzlich neue Sichtweisen zu Theorie und Praxis der Heimerziehung ent-standen sind. Danach soll erläutert werden, was man unter Elternarbeit versteht und welche Grundlagen und Ziele formuliert worden sind. Anschließend will ich auf typisches Elternverhal-ten bei einer bevorstehenden Heimaufnahme des Kindes hinweisen und schildern, welche Anfor-derungen gerade bei diesem Trennungsprozess an sie gestellt werden. Der nachfolgende Ab-schnitt soll über die verschiedenen Formen der Elternarbeit informieren, die schlimmstenfalls auch ohne die Teilnahme der Eltern stattfinden soll. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit einer sehr weit gefassten Sichtweise von Elternarbeit, die das gesamte familiäre System einschließt. Hier wird auch auf die Schwierigkeiten eingegangen, die durch die Zugehörigkeit des Kindes zu zwei Systemen entstehen. Danach folgt die Zusammenfassung einer ziemlich umfassenden und-grundsätzlich orientierten Kritik an der Elternarbeit. Schließlich soll an einem Beispiel in Aust-ralien dargestellt werden, dass Elternarbeit in anderen Ländern sehr unterschiedlich zu der in Deutschland eingeführten Praxis gesehen werden kann. Schlussendlich versuche ich ein Resümee aus dem gewonnenen Wissen zu ziehen.
Die gesamte Facharbeit gründet sich auf Fachliteratur, da meine eigenen Erfahrungen nicht als repräsentativ gewertet können. Ich beziehe mich auf stationäre Jugendhilfeeinrichtungen nach dem KJHG §32- §34. Der Begriff Heim, wird zum besseren Verständnis verwendet. Die hier dargestellten Methoden können je nach Einrichtung und Anwendung in der Praxis abweichen. Elternarbeit ist ein sehr komplexes Themenfeld, in der es keine 100%ige Lösung gibt, sondern nur Ansätze zur möglichen Erreichung der Ziele.
Die Heimkampagne linker Studentengruppen Ende der 60er Jahre kann als Anstoßzu einem völlig neuen Denkmodell für die Heimpädagogik gesehen werden, bei der die Eltern als wichtiger Bestandteil beteiligt werden (vgl. Conen, 1990, S.12).
Das Untersuchungsergebnis der Studenten über 400 Jahre Heimerziehung in Deutschland fiel erschütternd aus: Seit Mitte des 16. Jahrhunderts hatte sich, von wenigen Ausnahmen abgese-hen, kaum etwas verändert. Anfangs noch von überschaubarer Größe, wuchsen die Heime infol-ge der nach den dicht aufeinander folgenden Kriegen immer größer werdenden Zahlen von Wai- sen und Halbwaisen immer mehr und mit ihnen die zu betreuenden Gruppen, so dass individuel-le Kontakte zwischen Erziehern und Kindern weitgehend verhindert wurden.
Hinzu kamen die so genannten Niemandskinder, Ausgesetzte, Verstoßene, sowie Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen, meist als schwer erziehbar bezeichnet.
Die Heimstrukturen waren fast ausnahmslos autoritär. Die Kinder standen recht- und hilflos den Erziehern gegenüber, die mit sittenstrengen Vorschriften agierten, deren Nichteinhaltung in der Regel streng bestraft wurde, und die unbehelligt ihre Macht ausüben konnten, was nicht selten zum Missbrauch führte. Die Pädagogik beschränkte ihr kulturelles Angebot häufig auf die Ver-mittlung einfacher christlicher Werte und zielte auf die Heranbildung der Jugendlichen zu ar-beitsfähigen Menschen.
Der Kontakt mit den Eltern war, wenn überhaupt, selten und unstrukturiert und hatte keinen Einfluss auf die Erziehung. Diese Einrichtungen, die man bis zum Ende des 19.Jahrhundert meist Anstalt nannte, waren als Heime noch über 20 Jahre nach dem Ende des 2.Weltkriegs na-hezu unverändert in Betrieb.
In Zusammenhang mit der Forderung der 68er-Bewegung nach einer anti-autoritären Erziehung der Jugend wurden auch, unterstützt durch Berichte über die antiautoritäre Internatsschule Summerhill und andere fortschrittliche Einrichtungen in England, Neuseeland und den USA, Reformbestrebungen für die Heimerziehung in Gang gesetzt. An erster Stelle stand auch hier die Abschaffung repressiver und autoritärer Methoden.
Hier wurde der Keim gelegt für die Beteiligung der Eltern an der Erziehung ihrer im Heim un-tergebrachten Kinder mit Übernahme der entsprechenden Verantwortung zusammen mit den Erziehern. Als Instrument zur Installation und Durchführung dieser Zusammenarbeit dient die Elternarbeit der Erzieher, die 1990 im Kinder-und Jugendhilfegesetz (KJHG) ihre gesetzliche Grundlage gefunden hat.
Seitdem sind wieder fast 20 Jahre vergangen, und die Einsicht, dass Elternarbeit positiv und notwendig ist, hat sich allgemein durchgesetzt. Die Umsetzung jedoch stößt auf mannigfaltige Schwierigkeiten, auf die später noch eingegangen wird. Viele Faktoren sind für den Erfolg aus-schlaggebend und so verwundert es nicht, dass es neben einer Vielzahl von positiven Beispielen auch Misserfolge und Verweigerungen gibt. Hier stehen vor allen Dingen den Erziehern noch Lernprozesse ins Haus, weil jeder Fall für sich betrachtet und individuell behandelt werden muss.
Elternarbeit ist ein vielfältiger Begriff und umfasst in stationären Einrichtungen einen weiten Bereich. Dazu zählen Elterngespräche, Elternberatung, Familienarbeit oder Familientherapie, mit unterschiedlichen Zielsetzungen, Methoden und Anwendungen. Nicht zuletzt werden auch Kinder und Jugendliche in die Elternarbeit einbezogen, indem sie ein Mitspracherecht bei ihrer Heimerziehung und der Formulierung ihrer angestrebten Lebensperspektiven haben (insbeson-dere beim Hilfeplan). Aufgrund des großen Umfangs kann jedoch nicht jeder Bereich durch die-ser Facharbeit abgedeckt werden.
Birtsch (1995) meint mit Elternarbeit alle Erzieheraktivitäten, die sich auf den Kontakt mit den Familienangehörigen der betreuten Kindern beziehen. Dazu gehören auch Gespräche mit den Kindern und die Reflexion des eigenen Verhaltens, dass sich aus der Elternarbeit ergibt.
Eine differenziertere Beschreibung liefert Büttner, er versteht Elternarbeit als den vom Heim aus geplanten und durchgeführten Kontakt mit der Herkunftsfamilie des Kindes.
Ergänzen sollte man noch, dass der Kontakt auch mit anderen Bezugspersonen erfolgen kann.
Elternarbeit ist auf das Wohl des Kindes gerichtet und soll bewirken, da ss die „gestärte" Eltern -Kind -Beziehung auf Dauer beseitigt oder so verbessert werden kann, dass eine Ablösung vom Heim und die anschließende Rückführung in die Familie möglich ist. Ist dies nicht erreichbar, bietet Elternarbeit dem Minderjährigen Hilfe bei seiner Identitätsfindung und kann den Ablöse-vorgang von der Familie begünstigen. Um die genannten Ziele zu erreichen, soll eine Stärkung der elterlichen Erziehungsfähigkeit bewirkt werden. Bei jedem Kind müssen individuelle Ziele zur Elternarbeit je nach Situation und Möglichkeit entwickelt werden.
Elternarbeit ist im KJHG gesetzlich fest verankert. In § 34 Abs. 1 wird die Rückkehr des Kindes in die Familie als Ziel festgelegt, dieses ist ohne Elternarbeit nicht zu erreichen.
Genauer verdeutlicht wird dies in § 37 Absl „ Bei Hilfen nach § 32-34 und § 35a Abs. 2 soll da-rauf hingewirkt werden, dass die Pflegepersonen oder die in der Einrichtung verantwortlichen Personen und die in der Einrichtung für die Erziehung verantwortlichen Personen und die El-tern zum Wohle des Kindes oder des Jugendlichen zusammenarbeiten. Durch Beratung und Unterstützung sollen die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie innerhalb eines auf die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen vertretbaren Zeitraumes so weit verbessert werden, dass sie das Kind oder den Jugendlichem wieder selbst erziehen kann. Während dieser Zeit soll durch begleitende Beratung und Unterstützung der Familien darauf hingewirkt werden, dass die Beziehung des Kindes oder Jugendlichen gefördert wird. Ist eine nachhaltige Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie innerhalb dieses Zeitraumes nicht erreichbar, soll mit den beteiligten Personen eine andere dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen för-derliche und auf Dauer angelegte Lebensperspektive erarbeitet wer den." Der Absatz setzt die Grundlage für Elternarbeit in Hinblick auf eine Rückführung, geht aber auch vom einer weite- ren Zusammenarbeit mit den „Betei O igten" bei fehlenden Erfolgsaussichten aus. Die Elternarbeit ist immer auf das Wohl des Kindes ausgerichtet, so wird den Eltern geholfen, um die Situation des Kindes zu verbessern.
Zwischen Eltern und Kind besteht eine enge bioemotionale Bindung, die eine bedeutsame Rolle in der Entwicklung des Kindes spielt. Die Qualität dieser Bindung ist für das seelisch körperliche Befinden von großer Bedeutung. Eine Störung oder gar ein strikter Abbruch der Kontakte zwi-schen Eltern und Kind kann auf beiden Seiten zu Versagensängsten führen und die weitere Ent-wicklung des Kindes negativ beeinflussen.
Die Eltern und Familienarbeit soll auch dazu beitragen, typische Probleme innerhalb der Heim-erziehung zu vermeiden, wie zum Beispiel Konkurrenzdenken von Eltern und Erziehern, die oft Loyalitätskonflikte zu einer Seite oder beiden auslösen können.
Bei der Beschreibung der Elternarbeit und deren Zielsetzung unterscheidet Günder die Maß-nahmen und Zielsetzungen, die primär auf das Wohl und die Entwicklung des Kindes ausgerich-tet sind von solchen, die im Interesse der gesamten Familie, in der das Kind aufgewachsen ist, ergriffen werden.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten und Verfahren einer Elternarbeit vom Heim aus können also zunächst einmal von dem Grundgedanken geleitet sein, dass die Inhalte und Methoden vor-rangig im Interesse der Minderjährigen selbst erarbeitet werden.
Die Eltern werden zwar einbezogen, die Wirkung wird aber vor allem bei den Kindern und Ju-gendlichen erwartet. So sollen bei ihnen die die Entwicklung behindernden Schwierigkeiten im Verhältnis zu den Eltern verringert werden, sodass möglicherweise eine Rückführung möglich wird. Die Verarbeitung von Problemen und Konflikten kann aber auch für die Minderjährigen Wege zur Neuorientierung aufzeigen und die Ablösung vom Elternhaus unterstützen.
Eine andere Vorgehensweise geht von dem Gedanken aus, dass es dem Kind gut gehen wird, wenn es gelingt, die Familie zu stabilisieren. Hier geht man davon aus, dass das Kind in einer Familie gelebt hat, deren Kommunikations- und Verhaltensstruktur Defizite aufweist. Eine Wie-dereingliederung des Kindes oder Jugendlichen erscheint nur möglich, wenn diese Defizite abge-baut werden können. Hier werden die Interessen nicht nur des Kindes, sondern der ganzen Her-kunftsfamilie, Geschwister und Großeltern eingeschlossen, ins Blickfeld gerückt. Ihnen soll ge-holfen werden, ihre Erziehungskompetenzen zu verbessern und Probleme zu beseitigen. So kann man als Ziel der Elternarbeit die Beseitigung negativer Entwicklungsbedingungen für das Kind und alle anderen Familienmitglieder und die Schaffung von langfristig positiven Bedingungen sehen. „Durch die Arbeit mit der Gesamtfamilie sollen problematische Familienstrukturen, Rol-lenverteilungen, Konflikte und Probleme sichtbar gemacht und bearbeitet werden"(SOS Kin-derdorf e.V.,1999,S.21).
Bei der Vorbereitung der Kooperation aller Beteiligten müssen die Erzieher in der Lage sein, auf unterschiedliche Verhalten mit hoher Profession einzugehen.
§lAbs.2 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes betont "das Recht und die Pflicht der Eltern, ihren Kindern eine angemessene Erziehung, Bildung und Pflege zu kommen zu lassen". Was angemes-sen ist, bleibt jedoch weitgehend den Eltern überlassen. Die Ansichten darüber und die Beurtei-lung, welche Eltern ihre Aufgabe gut und welche schlecht erfüllen, sind sehr subjektiv und damit auch sehr unterschiedlich.
Relevant wird diese Frage auch erst, wenn sich in der Entwicklung der Kinder Auffälligkeiten und Störungen einstellen, die intern nicht mehr bewältigt werden können.
Hier will die Gesellschaft durch ihre Einrichtungen Abhilfe schaffen. Die professionellen Helfer werden jedoch bei ihren Bemühungen auf sehr unterschiedliche Reaktionen bei den Betroffenen stoßen. Zuerst sind hier die Jugendämter gefordert, deren Mitarbeiter in der öffentlichen Wahr-nehmung nur selten Familienarbeit leisten, sondern vielfach als Kontrolleure verstanden werden. Wenn die Jugendämter am Ende ihrer Möglichkeiten stehen, wird die Heimerziehung eingelei-tet.
Genau wie die Vertreter der Jugendämter zuvor sehen sich dann auch die Mitarbeiter der Heime ganz verschiedenen Eltern und ihren Verhaltungsweisen gegenüber. Auch wenn jede Familie ihre eigene kleine Welt mit unterschiedlichen Individuen repräsentiert, lassen sich die unter-schiedlichen Reaktionen doch ganz grob anhand der Beschreibungen von Fachkräften in drei typische Kategorien unterteilen: Die Defensiven, die Dominanten und die Sucht oder psychisch Kranken.
- Die defensiven Eltern werden als schwach empfunden; sie empfinden sich als Versager und be-gegnen den Helfern mit Unsicherheit, Scham und Furcht. Sie sind aber in der Regel bereit, Hilfe anzunehmen und werden deshalb von den Familienarbeitern als diejenigen eingestuft, mit denen man am besten arbeiten und mit denen man die größten Erfolge erzielen kann. Bei diesen Eltern geht es vorrangig um die Aufspürung der Ressourcen und die Entwicklung derselben. Die Be-troffenen fühlen sich in ihren Kompetenzen wahrgenommen und sind meist zur Mitarbeit bereit.
- Die Schwierigkeiten mit sogenannten dominanten Eltern sind zum Teil erheblich. Diese strotzen vor Selbstsicherheit und sehen das Kind meist als alleinigen Verursacher aller Schwierigkeiten. Sie fordern, dass sich die Fachkräfte dessen Schwierigkeiten annehmen und möchten denen mög-lichst das Vorgehen vorschreiben.
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These: Elternarbeit muss als Anspruch für eine wertvolle pädagogische Arbeitsweise dienen und darf nicht als Mittel zur Verkürzung der Aufenthaltsdauer reduziert gesehen werden.Sie muss in ihrer gesamten Vielfalt wahrgenommen werden.
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Dominik Molnos (Autor), 2009, Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130170
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