Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201995,%20116
Timestamp: 2019-07-17 23:42:30
Document Index: 81455792

Matched Legal Cases: ['§ 1896', '§ 104', '§ 1896', '§ 1836', '§ 1618', '§ 1610', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836']

Rechtsprechung: FamRZ 1995, 116 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG München I, 28.02.1994
BayObLG, 19.05.1994 - 3Z BR 70/94
https://dejure.org/1994,2407
BayObLG, 19.05.1994 - 3Z BR 70/94 (https://dejure.org/1994,2407)
BayObLG, Entscheidung vom 19.05.1994 - 3Z BR 70/94 (https://dejure.org/1994,2407)
BayObLG, Entscheidung vom 19. Mai 1994 - 3Z BR 70/94 (https://dejure.org/1994,2407)
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BGB § 1896 Abs. 2, § 104 Nr. 2
FamRZ 1995, 116
a) Zwar ist anerkannt, dass die Aufgabenkreise des Betreuers so klar und so konkret wie möglich angegeben werden müssen und dass dabei jeweils eine strenge Prüfung der Erforderlichkeit durchzuführen ist (BayObLGRep 1994, 63 = FamRZ 1995, 116).
Aus der Beurteilung des Sachverständigen, die Betroffene sei in völlig beherrschender Weise von ihren Wahnvorstellungen okkupiert, sie könne die Folgen ihres Handelns nicht ohne Beeinträchtigung abwägen, konnte das Landgericht folgern, sie sei auch bezüglich des Aufgabenkreises Vermögenssorge nicht in der Lage ihren Willen frei und unbeeinflußt von ihrer Krankheit zu bilden und der zutreffend gewonnenen Einsicht entsprechend zu handeln (vgl. BayObLG FamRZ 1995, 116 ).
Der Beschwerdeentscheidung läßt sich auch hinreichend deutlich entnehmen, dass die Betreuung für die Aufgabenkreise Aufenthaltsbestimmung (vgl. BayObLG NJWE-FER 1999, 209) und Vermögenssorge erforderlich ist (§ 1896 Abs. 2 Satz 1 BGB; vgl. BayObLG FamRZ 1995, 116; OLG Hamm Fam.RZ 1995, 433/435).
Aus der Beurteilung des Sachverständigen, der Betroffene sei bezüglich Vermögensangelegenheiten partiell geschäftsunfähig, konnte das Landgericht folgern, er sei auch bezüglich des Aufgabenkreises Vermögenssorge nicht in der Lage, seinen Willen frei und unbeeinflußt von seiner Krankheit zu bilden und zutreffend gewonnenen Einsichten entsprechend zu handeln (vgl. BayObLG FamRZ 1995, 116 ).
Diese Voraussetzung ist erfüllt, da die Betroffene nach der vom Landgericht übernommenen Beurteilung des Sachverständigen geschäftsunfähig ist (vgl. BayObLG FamRZ 1995, 116 ).
Aus der Geschäftsunfähigkeit des Betroffenen hat die Kammer ersichtlich und rechtsfehlerfrei gefolgert, daß er zu einer freien Willensbestimmung nicht in der Lage ist (vgl. BayObLG FamRZ 1995, 116/117).
Das bedarf für jeden einzelnen Aufgabenkreis der Konkretisierung (BayObLG FamRZ 1995, 116; OLG Hamm FamRZ 1995, 433/435).
LG München I, 28.02.1994 - 13 T 24251/93
https://dejure.org/1994,7581
LG München I, 28.02.1994 - 13 T 24251/93 (https://dejure.org/1994,7581)
LG München I, Entscheidung vom 28.02.1994 - 13 T 24251/93 (https://dejure.org/1994,7581)
LG München I, Entscheidung vom 28. Februar 1994 - 13 T 24251/93 (https://dejure.org/1994,7581)
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BGB § 1836a, § 1618a
Der gegenteiligen Auffassung, daß der Betreuerin die begehrte Aufwandsentschädigung nicht gewahrt werden könne, weil sie mit der Betreuung ihres geistig behinderten Sohnes eigene Unterhaltspflichten (§ 1610 Abs. 2 BGB) erfülle und § 1836a BGB nicht dem Zweck diene, Unterhaltspflichten zu Lasten der Allgemeinheit zu mindern (vgl. LG Passau JurBüro 1993, 734, LG Ingolstadt Rpfleger 1994, 354, LG München I FamRZ 1995, 116, LG Bamberg JurBüro 1995, 604 sowie Kittel, Betreuungsrecht, Loseblattausgabe, Stand 1. Juli 1995, § 1836a BGB Rdn. 2 a) kann nicht gefolgt werden.
(1) Wie das Landgericht verneinen einen Anspruch auf Aufwandsentschädigung für Elternteile, die Betreuer ihres Kindes sind, u. a. das Landgericht Passau (JurBüro 1993, 734 ), das Landgericht Ingolstadt (Rpfleger 1994, 354 ) und das Landgericht München I (FamRZ 1995, 116 ) sowie Knittel (… BtG § 1836a BGB Rn. 2a).