Source: http://dimagb.de/info/baualt/abuenev1.html
Timestamp: 2017-03-28 23:28:53
Document Index: 196619043

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 13', '§ 8', '§ 8', '§ 1', '§ 13', '§ 11', '§ 23', '§ 11', '§ 5', '§ 8', '§ 7', '§ 6', '§ 18', '§ 8', '§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 5', '§ 1', '§ 17', '§ 5', '§ 14', '§ 16', '§ 17', '§ 8', '§ 3', '§ 3', '§5', '§ 1', '§ 3', '§ 7']

DIMaGB.de - Infobereich: Altbauten und die EnEV
Inhaltsverzeichnis Bereich: Bauen
im Bestand .:
:: Wärmedämmung und Schimmel
Man mag von der EnEV halten, was man will, aber man muss ihre Forderungen einhalten. Für
horrende Bußgelder ist per Dekret gesorgt. Vorbei sind die Zeiten, wo
man mit dem Zauberwort "Bestandsschutz" bauliche und somit finanzielle
Erleichterungen erzielen konnte. Es sei denn, ...Inhaltsverzeichnis
Neue Checkliste über Verordnungen im Gebäudebestand
EnEV schreibt Nachrüstpflichten im Altbau vor
Abschnitt 3 Bestehende Gebäude und Anlagen § 8 Änderung von Gebäuden
§ 13 Ausweise über Energie- und Wärmebedarf,
Anhang 3 Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender
Gebäude (zu § 8 Abs. 1)
Aus der Begründung zur EnEV
Anforderungen für den Gebäudebestand
Dämmen - koste es, was es wolle?
Über den Sinn und Unsinn von Wärmedämmung Eine Betrachtung zur Wirtschaftlichkeit
Möglichkeiten und Grenzen der EnEV bei Fachwerkaussenwänden
Was ist Pflicht für Altbauten?
Wer ein Haus besitzt oder kauft und die geltenden Verordnungen nicht kennt, kann
Überraschungen erleben. Denn beispielsweise bei Eigentümerwechsel muss eine
selbstgenutzte Immobilie mit bis zu zwei Wohnungen innerhalb von zwei Jahren modernisiert
werden. Das schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Für Klarheit sorgt hier die
kostenlose "EnEV-Checkliste für bestehende Gebäude", die man beim
Initiativkreis Erdgas & Umwelt bestellen kann. Die neue Broschüre informiert über alle Verordnungen, die im Zusammenhang mit
Wärmeschutz und Energieeinsparung für Hauseigentümer relevant sind. Neben der EnEV wird
auch die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) behandelt. So erfährt man die
genauen Fristen für fällige Heizungsmodernisierungen und verordnete Dämmmaßnahmen. Die
Checkliste beantwortet außerdem Fragen wie: Welche Heizungen dürfen überhaupt eingebaut
werden oder wer kontrolliert die Umsetzung der EnEV? Die Broschüre informiert auch über
die geltenden Vorschriften für den Wärmeschutz von Anbauten. Die kostenlose "EnEV-Checkliste für bestehende Gebäude" kann man beim
Initiativkreis Erdgas & Umwelt unter der Telefon-Nr. 0 18 02/34 34 52 (6
Cent/Gespräch) bestellen oder im Internet unter www.ieu.de anfordern. IEU
Bonn und Essen, Januar 2003
Herausgeber: Initiativkreis Erdgas & Umwelt, Huttropstraße 60, 45138 Essen
Am 01.02.2002 tritt die EnEV in Kraft. Sie normiert verschärfte Grenzwerte für den
Energieverbrauch von Gebäuden. Hauseigentümer müssen Sanierungsmaßnahmen durchführen
Bei Altbauten stehen Heizung, Fenster, Fassade und Dach auf dem Prüfstand, für
Neubauten gilt der Niedrigenergiehaus-Standard: Seitdem die Energie-Einsparverordnung
(EnEV) in Kraft getreten ist, gelten verschärfte Grenzwerte für den Energieverbrauch von
Gebäuden. Jetzt müssen viele Eigentümer von Altbauten ihre alten Heizanlagen
erneuern und den Wärmedämmstandard erhöhen, sagt Dipl.-Ing. Günther Volz,
Vorstandsvorsitzender der Bundesinitiative Zukunftsorientierte Gebäudemodernisierung
jetzt!. Die EnEV setzt hierfür Fristen, je nach Alter oder Zustand bestimmter
Technik oder Gebäudeteile laufen diese zwischen 2005 und 2008 aus.
Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) löst die bislang gültigen Normen Wärmeschutz-
und Heizanlagen-Verordnung ab. Neubauten müssen künftig den Niedrigenergiehaus-Standard
erfüllen, und auch für Altbauten schreibt die EnEV zum Teil zwingend bauliche Maßnahmen
vor. Beispielsweise sind Heizkessel, die vor Oktober 1978 in Betrieb gingen, bis Ende 2006
zu ersetzen. Erfolgte ein Brenneraustausch nach Oktober 1996, verlängert sich diese Frist
um zwei Jahre. Spätestens beim Verkauf einer Immobilie muss das Althaus weitere
EnEV-Standards erfüllen: Nicht begehbare, aber zugängliche Dach-Geschossdecken
sind bis Ende 2005 nachträglich zu dämmen. Bei schlecht isolierenden Wänden fordert die
Norm eine zusätzliche Dämmschicht, wenn der Außenputz ohnehin zu erneuern ist.
Außerdem müssen Heizungs- und Warmwasserrohre in nicht beheizten Räumen vor
Wärmeverlusten geschützt werden.
Energetische Gebäudemodernisierung schont Umwelt und Geldbeutel, betont
Volz. Durch wärmedämmende Sanierung sinkt der Verbrauch von Öl oder Gas und der
Ausstoß von Kohlendioxid. Das ist umweltfreundlich. Der Bund fördert diese Investitionen
mit günstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Über die sinkenden
Heizkosten amortisiert sich die Investition  das entlastet die Haushaltskasse. Wer
mehr erfahren möchte, kann sich bei Architekten, speziell geschulten Energieberatern oder
Bauhandwerkern (z. B. Maler, Stuckateure, Zimmerleute, Dachdecker, Heizungsbauer oder
Schornsteinfeger) individuell beraten lassen.
Ihr Ansprechpartner: PR NORD Corporate Communications, e-Mail: d.kosic@pr-nord.de, Weitere Infos finden
Sie unter: http://http://www.initiative-jetzt.de/ (dead link, 29.01.2005)
Nun nicht gleich in Panik verfallen.
Heizungsrohre dämmen, ist tatsächlich sinnvoll. Und "schlecht isolierende
Wände" haben nur relativ wenige Altbauten. Wenn man aber unter "gut
isolierende" nur gedämmte Wände versteht, dann ist die Mehrzahl allerdings
"schlecht isolierend". Wenn ich mir die tausende von Altbauten z.B. in Berlin
ansehe, sind dünne Aussenwände eher selten vorzufinden. Was mag wohl eine 6 cm dicke
zusätzliche Dämmung auf einer trockenen 0,5-m- Ziegel-Aussenwand verbessern? Allenfalls
den Umsatz. Zudem wird die Fassade verhunzt und das Verhältnis von Kosten zu Nutzen ist
fragwürdig bis lächerlich. Also: nicht pauschal heran gehen, sondern wohlüberlegt
planen und nicht "über die Normen schiessen". Man unterscheide gut zwischen Altbausanierung und Altbauverhunzung, es wurden schon zu
viele schöne Häuser kaputt saniert. ;-)
Manchmal ist es aber auch ganz gut zu wissen, wovon man redet. Deshalb habe ich an
dieser Stelle die betreffenden §§ aus der EnEV aufgeführt. Damit Sie was mit den bezogenen Passagen anfangen können, habe ich
diese hier gleich noch drangehängt. Einige Textteile sind per
Kommentar erklärt.
Abschnitt 3 Bestehende Gebäude und Anlagen§ 8 Änderung von
(1) Soweit bei beheizten Räumen in Gebäuden nach § 1 Abs. 1 (das sind Gebäude mit normalen Innentemperaturen von 19
Grad Celsius und mehr und jährlich mehr als vier Monate beheizt) Änderungen gemäß Anhang 3 Nr. 1 bis 5 durchgeführt werden,
dürfen die in Anhang 3 Tabelle 1 festgelegten Wärmedurchgangs- Koeffizienten der
betroffenen Außenbauteile nicht überschritten werden. Dies gilt nicht für
1. bei Außenwänden, außen liegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenstern
weniger als 20 vom Hundert der Bauteilflächen gleicher Orientierung im Sinne von Anhang 1
Tabelle 2 Zeile 4 Spalte 3 oder
(zu 20 vom Hundert sagt der Volksmund auch 20%)
2. bei anderen Außenbauteilen weniger als 20 vom Hundert der jeweiligen Bauteilfläche
(2) Absatz 1 Satz 1 gilt als erfüllt, wenn das geänderte Gebäude insgesamt
den jeweiligen Höchstwert nach Anhang 1 Tabelle 1 oder Anhang 2
Tabelle 1 um nicht mehr als 40 vom Hundert überschreitet.
(3) Bei der Erweiterung des beheizten Gebäudevolumens um
zusammenhängend mindestens 30 Kubikmeter sind für den neuen Gebäudeteil die jeweiligen
Vorschriften für zu errichtende Gebäude einzuhalten. Ein Energiebedarfsausweis ist nur unter den Voraussetzungen des § 13 Abs. 2 auszustellen.
(1) Eigentümer von Gebäuden müssen Heizkessel, die mit flüssigen
oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut oder
aufgestellt worden sind, bis zum 31. Dezember 2006 außer Betrieb nehmen. Heizkessel nach Satz 1, die nach § 11 Abs. 1 in Verbindung
mit § 23 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen so ertüchtigt wurden,
dass die zulässigen Abgasverlustgrenzwerte eingehalten sind, oder deren Brenner nach dem
1. November 1996 erneuert worden sind, müssen bis zum 31. Dezember 2008 außer Betrieb
Die Sätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden, wenn die vorhandenen Heizkessel
Niedertemperatur- Heizkessel oder Brennwertkessel sind, sowie auf heizungstechnische
Anlagen, deren Nennwärmeleistung weniger als 4 Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt
beträgt, und auf Heizkessel nach § 11 Abs. 3 Nr. 2 bis 4. (2) Eigentümer von Gebäuden müssen bei heizungstechnischen Anlagen ungedämmte,
zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen,
die sich nicht in beheizten Räumen befinden, bis zum 31. Dezember 2006 nach Anhang 5 zur
Begrenzung der Wärmeabgabe dämmen.
(3) Eigentümer von Gebäuden mit normalen Innentemperaturen müssen nicht
begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume bis zum 31.
Dezember 2006 so dämmen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,30
Watt/(m²×K) nicht überschreitet.
(4) Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen zum Zeitpunkt des
Inkrafttretens dieser Verordnung eine der Eigentümer selbst bewohnt, sind die
Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 3 nur im Falle eines Eigentümerwechsels
zu erfüllen. Die Frist beträgt zwei Jahre ab dem Eigentumsübergang; sie läuft jedoch
nicht vor dem 31. Dezember 2006, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 nicht vor dem 31.
Dezember 2008, ab.
(1) Außenbauteile dürfen nicht in einer Weise verändert werden,
dass die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert wird. Das Gleiche gilt für Anlagen
nach dem Abschnitt 4, soweit sie zum Nachweis der Anforderungen
energieeinsparrechtlicher Vorschriften des Bundes zu berücksichtigen waren. ( Abschnitt 4 = Heizungstechnische Anlagen, Warmwasseranlagen )
(2) Energiebedarfssenkende Einrichtungen in Anlagen nach Absatz 1 sind
betriebsbereit zu erhalten und bestimmungsgemäß zu nutzen. Satz 1 gilt als erfüllt,
soweit der Einfluss einer energiebedarfs- senkenden Einrichtung auf den Jahres-
Primärenergiebedarf durch anlagentechnische oder bauliche Maßnahmen ausgeglichen wird.
(3) Heizungs- und Warmwasseranlagen sowie raumlufttechnische Anlagen sind sachgerecht
zu bedienen, zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung
ist Fachkunde erforderlich. Fachkundig ist, wer die zur Wartung und Instandhaltung
notwendigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten besitzt.
Ich glaube und hoffe, dass Sie mit
diesen Angaben mehr anfangen können, als mit solch einer Meldung wie oben. Wenn nicht,
Energieverbrauchskennwerte(2) Für Gebäude mit normalen
Innentemperaturen, die wesentlich geändert werden, ist ein Energiebedarfsausweis
entsprechend Absatz 1 auszustellen, wenn im Zusammenhang mit den wesentlichen Änderungen
die erforderlichen Berechnungen in entsprechender Anwendung des Absatzes 1 durchgeführt
worden sind. Einzelheiten, insbesondere bezüglich der erleichterten Feststellung der
Eigenschaften von Gebäudeteilen, die von der Änderung nicht betroffen sind, werden in
der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift nach Absatz 1 Satz 3 geregelt. Eine wesentliche
Änderung liegt vor, wenn 1. innerhalb eines Jahres mindestens drei der in Anhang 3 Nr. 1 bis 5 genannten
Änderungen in Verbindung mit dem Austausch eines Heizkessels oder der Umstellung einer
Heizungsanlage auf einen anderen Energieträger durchgeführt werden oder
2. das beheizte Gebäudevolumen um mehr als 50 vom Hundert erweitert wird.
(1) Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und
deren Nennwärmeleistung mindestens 4 Kilowatt und höchstens 400 Kilowatt beträgt,
dürfen zum Zwecke der Inbetriebnahme in Gebäuden nur eingebaut oder aufgestellt werden,
wenn sie mit der CE-Kennzeichnung nach § 5 Abs. 1 und 2 der Verordnung über das
Inverkehrbringen von Heizkesseln und Geräten nach dem Bauproduktengesetz vom 28. April
1998 (BGBl. I S. 796) oder nach Artikel 7 Abs. 1 Satz 2 der Richtlinie 92/42/EWG des Rates
vom 21. Mai 1992 über die Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
beschickten neuen Warmwasserheizkesseln (ABl. EG Nr. L 167 S. 17, L 195 S. 32), geändert
durch Artikel 12 der Richtlinie 93/68/EWG des Rates vom 22. Juli 1993 (ABl. EG Nr. L 220
S. 1), versehen sind. Satz 1 gilt auch für Heizkessel, die aus Geräten zusammengefügt
werden. Dabei sind die Parameter zu beachten, die sich aus der den Geräten beiliegenden
EG-Konformitätserklärung ergeben.
Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude (zu § 8 Abs.
und bei Errichtung von Gebäuden mit geringem Volumen (§ 7)1. Außenwände
b) Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie
Vorsatzschalen angebracht werden,
e) bei einer bestehenden Wand mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten größer 0,9
W/(m².K) der
Außenputz erneuert wird oder
sind die jeweiligen Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten nach Tabelle 1 Zeile 1
Bei einer Kerndämmung von mehrschaligem Mauerwerk gemäß Buchstabe d gilt die
Anforderung als
erfüllt, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff
ausgefüllt wird.
Soweit bei beheizten Räumen außen liegende Fenster, Fenstertüren oder
Dachflächenfenster in der
Weise erneuert werden, dass
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 einzuhalten. Satz 1 gilt nicht für Schaufenster und Türanlagen aus Glas. Bei Maßnahmen gemäß
Buchstabe c gilt Satz 1 nicht, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der
vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist. Werden Maßnahmen nach Buchstabe c an Kasten-
oder Verbundfenstern durchgeführt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn eine
Glastafel mit einer infrarot-reflektierenden Beschichtung mit einer Emissivität en £
0,20 eingebaut wird. Werden bei Maßnahmen nach Satz 1
1. Schallschutzverglasungen mit einem bewerteten Schalldämmmaß der Verglasung von
Rw,R = 40 dB nach DIN EN ISO 717-1 : 1997-01 oder einer vergleichbaren Anforderung oder
2. Isolierglas-Sonderaufbauten zur Durchschusshemmung, Durchbruchhemmung oder
Sprengwirkungshemmung nach den Regeln der Technik oder
3. Isolierglas-Sonderaufbauten als Brandschutzglas mit einer Einzelelementdicke von
mm nach DIN 4102-13 : 1990-05 oder einer vergleichbaren Anforderung verwendet, sind abweichend von Satz 1 die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 einzuhalten.
Bei der Erneuerung von Außentüren dürfen nur Außentüren eingebaut werden, deren
Türfläche einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 2,9 W/m²× K nicht überschreitet.
Nr. 2 Satz 2 bleibt unberührt.
Soweit bei Steildächern Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen sowie Decken und
Wände (einschließlich Dachschrägen), die beheizte Räume nach oben gegen die Außenluft
b) die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu
aufgebaut werden,
e) zusätzliche Bekleidungen oder Dämmschichten an Wänden zum unbeheizten Dachraum
sind für die betroffenen Bauteile die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 a einzuhalten.
Wird bei Maßnahmen nach Buchstabe b oder d der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung
ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung und der
Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach den Regeln der
Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird.
Soweit bei beheizten Räumen Flachdächer a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 b einzuhalten. Werden bei der Flachdacherneuerung Gefälledächer durch die keilförmige Anordnung
einer Dämmschicht aufgebaut, so ist der Wärmedurchgangskoeffizient nach DIN EN ISO 6946
: 1996-11, Anhang C zu ermitteln. Der Bemessungswert des Wärmedurchgangswiderstandes am
tiefsten Punkt der neuen Dämmschicht muss den Mindestwärmeschutz nach § 6 Abs. 1
Soweit bei beheizten Räumen Decken und Wände, die an unbeheizte Räume oder an
Erdreich grenzen,
b) außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen, Feuchtigkeitssperren oder Drainagen
angebracht oder erneuert,
c) innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen an Wände angebracht,
d) Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite aufgebaut oder erneuert,
e) Deckenbekleidungen auf der Kaltseite angebracht oder
f) Dämmschichten eingebaut werden,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 5 einzuhalten. Die Anforderungen nach Buchstabe d gelten als erfüllt, wenn ein Fußbodenaufbau mit
der ohne Anpassung der Türhöhen höchstmöglichen Dämmschichtdicke (bei einem
Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit l= 0,04 W/(m × K) ausgeführt wird.
b) die Füllung (Verglasung oder Paneele) ersetzt wird,
sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 c einzuhalten. Werden bei Maßnahmen nach Satz 1 Sonderverglasungen entsprechend Nr. 2 Satz 2
verwendet, sind abweichend von Satz 1 die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 c
(ich gebe sie auszugsweise wieder) Umax
in W / (m²·K)
De+Wd gg. Erdreich
§ 18 OrdnungswidrigkeitenOrdnungswidrig im Sinne des § 8
Abs. 1 Nr. 1 des Energieeinsparungsgesetzes handelt,
entgegen § 11 Abs. 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 2, einen Heizkessel einbaut
oder aufstellt,
entgegen § 12 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 1 eine Zentralheizung oder eine
heizungstechnische Anlage nicht oder nicht rechtzeitig ausstattet,
entgegen § 12 Abs. 3 nicht dafür Sorge trägt, dass Umwälzpumpen in der dort
genannten Weise ausgestattet oder beschaffen sind oder
entgegen § 12 Abs. 5 die Wärmeabgabe von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen
sowie Armaturen nicht oder nicht rechtzeitig begrenzt.
Anhang 1: Das möchte ich Ihnen ersparen, weil ich glaube,
dass dieser kleine Exkurs bereits anstrengend genug war und daher genügen soll.
Jetzt sind Sie schon
etwas schlauer? Nun, zumindest wissen Sie jetzt etwas mehr. Und für alle, die noch
nicht kapiert haben, worum es geht, bringe ich zum abschluss die Passage zu den
Bestandsbauten aus der Begründung zur EnEV:
e) Anforderungen für den GebäudebestandWesentliche
Regelungen für den Gebäudebestand sind die verschärften energetischen Anforderungen bei
bestimmten baulichen und anlagentechnischen Änderungen sowie unmittelbar wirkende
Verpflichtungen zur Nachrüstung von Gebäuden und Anlagen. Zur fakultativen Einführung
von Energieverbrauchskennwerten und der bedingten Einführung von Energiebedarfsausweisen
bei wesentlichen Änderungen vgl. unten g).
Im Zusammenhang mit Änderungen an bestehenden Gebäuden, wie etwa dem Ersatz, dem
erstmaligen Einbau und der Erneuerung von Außenbauteilen sowie von Teilen der
Heizungsanlage, werden auch künftig Anforderungen an die energetische Qualität dieser
Bauteile gestellt. Die der Verordnung unterliegenden Sachverhalte werden im Lichte der
jüngeren technischen Entwicklung erweitert (z.B. um den Tatbestand der
Außenputzerneuerung). Zugleich werden die Anforderungen an den fortgeschrittenen Stand
der Technik angepasst. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit der verschärften energetischen
Anforderungen ist durch Gutachten belegt. Die Anforderungen an Maßnahmen im Gebäudebestand können vor allem dann erheblich zur
Energieeinsparung und zur Umweltentlastung beitragen, wenn die Investitionsbereitschaft im
Gebäudebestand durch Förderprogramme gestützt und eine Verbesserung des Vollzugs in
diesem Bereich sichergestellt wird. Einen weiteren Schwerpunkt der Verordnung bilden die Nachrüstungsvorschriften für
bestehende Gebäude und Anlagen. Die vorgesehenen Verpflichtungen zur Nachrüstung sind in
besonderem Maße wirtschaftlich, weil sich ihre Kosten in verhältnismäßig kurzer Zeit
amortisieren. Vergleichbare Regelungen gab es bereits im Anwendungsbereich der
Heizungsanlagen-Verordnung (HeizAnlV) (z. B. nachträglicher Ausstattung mit Steuerungs-
und Regelungseinrichtungen). Weitere Einsparpotenziale sollen hier durch die Außerbetriebnahme von Heizkesseln
erschlossen werden, die vor 1978 eingebaut worden sind. Ferner soll eine Pflicht zur
nachträglichen Dämmung bestimmter Wärmeund Warmwasserverteilungseinrichtungen
aufgenommen werden. Als bauliche Nachrüstungspflicht soll die nachträgliche Dämmung
oberster Geschossdecken unter nicht ausgebauten Dachräumen eingeführt werden, für
welche die Wirtschaftlichkeit ebenfalls generell gegeben ist.
Ja, und wozu das Ganze? werden sich nun manche fragen. Aber auch dazu gibt es eine Antwort:
Wegen des bedeutsamen Einsparpotenzials im Gebäudebereich bildet die
Energieeinsparverordnung auch ein wesentliches Element des Klimaschutzprogramms der
Bundesregierung. Gut ein Drittel der CO2-Emissionen wird dem Energieverbrauch im
Gebäudebereich zugerechnet. Die jetzt vorgesehene Verschärfung der Anforderungen ist
deshalb auch Bestandteil der Initiative der Bundesregierung zur Senkung der CO2-
Emissionen, durch die bis zum Jahre 2005 eine Verminderung der Emissionen gegenüber dem
Stand von 1990 um 25 % erreicht werden soll.
Ja, gut: die Umwelt soll meinetwegen geschont werden -
aber was soll das alles kosten? Müssen jetzt die Bauherren / Eigentümer / Mieter dafür
die Zeche bezahlen? Ja, das müssen sie. Auch wenn der ganze Zinnober nichts nutzt. Denn
die Klimaentwicklung hat nichts mit dem CO2-Ausstoss zu tun.
Keine Angst, nichts wird teurer - alles "rechnet sich":
b) Gebäudekosten
Der neue integrative Ansatz der Verordnung erlaubt dem Bauherrn, die verschärften
energetischen Zielvorgaben nach eigener Entscheidung stärker über den baulichen
Wärmeschutz, stärker über die Anlagentechnik oder mit einer Kombination beider
Sachbereiche zu erfüllen. Die künftigen Gebäudekosten sind davon abhängig, in welchem der beiden Bereiche der
Schwerpunkt der Maßnahmen liegen wird. Kostensteigerungen lassen sich im Neubau oft sogar
ganz vermeiden, wenn das Gebäude mit einer optimierten Anlagentechnik ganzheitlich
geplant wird. Mehrkosten sind dagegen zu erwarten, wenn die neue Flexibilität der
Verordnung nicht genutzt wird und die vorgeschriebenen energetischen Verbesserungen
gegenüber geltendem Recht allein auf der baulichen Seite umgesetzt werden.
Für diesen Fall ist nach den vorliegenden Gutachten bei großen Wohngebäuden
(insbesondere Mehrfamilienhäusern) trotz deutlich höherer Anforderungen (schärfere
spezifische Grenzwerte) als im Bereich kleinerer Wohngebäude (insbesondere
Einfamilienhäuser) von Mehraufwendungen in Höhe von etwa 1 - 1,5 % der Gebäudekosten
auszugehen; bei kleineren Wohngebäude ist mit Mehraufwendungen von etwa 1,5 - 2 % der
Gebäudekosten zu rechnen. Für Nicht-Wohngebäude dürften die Mehrkosten bei einem nicht
integrativen Planungskonzept unter 1% liegen.
Die angegebenen Kostensteigerungen sind durch gutachterliche Untersuchungen belegt, in
denen die Anlagentechnik gegenüber dem geltenden Recht unverändert gehalten wurde und
die Verbesserungen allein beim baulichen Wärmeschutz ansetzten. Die Ergebnisse werden durch Erkenntnisse aus Förderprogrammen untermauert. Inwieweit
sich die Kostenfolgen tatsächlich verwirklichen, wird maßgeblich von der künftigen
Praxis der Gebäudeplanung, aber auch von der Entwicklung der Marktpreise für Produkte,
welche die strengeren Vorgaben dieser Verordnung erfüllen, bestimmt. Obwohl sich bei der zurückliegenden Novellierung der Wärmeschutzverordnung im Jahre
1993 aus den damaligen Gutachten Erhöhungen der Gebäudekosten in derselben
Größenordnung ergaben, sind in der Praxis statistisch kaum verordnungsbedingte
Erhöhungen der Gebäudekosten nachweisbar.
c) Preisniveau bei Bauprodukten
Da einige Bauprodukte von hoher energetischer Qualität künftig Standardprodukte sein
werden, ist für diese Produkte mit einem Sinken der Preise infolge der Skaleneffekte bei
Herstellung und Vertrieb zu rechnen. Diese Wirkung trat schon bei den zurückliegenden
Novellierungen der Wärmeschutz- und der Heizungsanlagen-Verordnung auf (z. B. bei
Fenstern und bei Thermostatventilen).
d) Mieten und Gesamtwohnkosten, Verbraucherpreise
Weil die Anforderungen der Verordnung sämtlich dem Wirtschaftlichkeitsgebot genügen,
ist davon auszugehen, dass investiv bedingte Steigerungen der Mieten und Gesamtwohnkosten
durch die eingesparten Energiekosten weitgehend kompensiert werden. Für das
Verbraucherpreisniveau sind eher die Gesamtwohnkosten maßgebend. Mit wahrnehmbaren Auswirkungen auf das Preisniveau, insbesondere das
Verbraucherpreisniveau,
ist vor diesem Hintergrund nicht zu rechnen.
Fassen wir zusammen: nur bei schlechter
Planung werden sich Kostensteigerungen von 1-2 % ergeben, die Baustoffe werden billiger
und die Gesamtwohnkosten erhöhen sich nicht. Ausserdem rettet Deutschland das Weltklima
(auch wenn mal wieder der Pinatubo ausbricht oder erst recht wenn jährlich in Spanien,
Frankreich, Italien, USA und Australien tausende km2 Wald abfackeln). Nun
muss es aber auch der grösste Skeptiker begriffen haben, dass die EnEV ein Segen nicht
nur für die deutsche Dämmstoffindustrie ist, sondern auch für den Rest der Welt: egal
was es kostet, wir sparen uns reich!
Ein ernsthaftes Schlusswort:
nicht resignieren - den Fachmann fragen, was zu tun
von Matthias Bumann
Dass man im Bauwesen Dämmstoffe einsetzt, ist keine Erfindung der Neuzeit. Neu ist
lediglich die Hysterie, die einsetzte, als die bis dahin fast nicht zur Kenntnis genommene
EnEV (Energieeinsparverordnung) per 01.02.2002 als Gesetz eingeführt wurde.
Ob Presse oder Internet, Veröffentlichungen dazu waren noch im Vorjahr eher spärlich.
Obwohl der Entwurf seit Oktober jedem Interessierten zugänglich war. Aber das wird jetzt
nachgeholt, von allen Seiten bekommen wir beigebracht, dass wir die Häuser zu dämmen
haben, um Heizenergie zu sparen und somit einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses
Dieses Argumente kennen auch tausende von Mietern aus ihren
Modernisierungs-Ankündigungen. Da wurde ihnen vorgerechnet, wie viel Heizenergie man
einspart, nachdem 6 oder mehr cm Wärmedämmung angebracht wurden. Der Umfang an
Einsparung wurde zum Maßstab der umzulegenden Kosten.
Selbst bei einer einfachen Ausführung - 6 cm Styropor, Armierung, Spachtel,
Kunststoff-Reibeputz Mittelkorn, getönt oder mit Egalisierungsanstrich - kamen m2-Preise
von 120-130 DM zusammen, das sind jetzt eben 60-65 /m2. Die Gesamtkosten
je Wohnhaus wurden nach Anteil der Wohnfläche umgelegt und dann mit 11% und 1/12 je Monat
für die monatliche Modernisierungszulage ausgerechnet.
Das lief noch nach WSchV (Wärmeschutzverordnung von 1994, 1995 eingeführt) und die
gesetzlichen Grundlagen wurden mit der Modernisierungsankündigung mitgeteilt. So weit so
gut, inzwischen sind für viele einige Jahre herum, und nach spätestens drei
Jahresheizkostenabrechnungen dürfte Stunde der Wahrheit sein.
Haben Sie es überprüft? Wurde tatsächlich so viel eingespart, wie vordem berechnet
wurde? Nun, wenn nicht, liegt es sicher daran, dass Sie ein falsches Lüftungsverhalten an
den Tag legen und die vom Vermieter verteilten Merkblätter zum richtigen Lüften nicht
befolgt haben. Und wenn doch eingespart wurde: haben Sie sich mal gefragt, zu welchem
Womit wir wieder beim Thema sind: wie viel Dämmung braucht der Mensch? Nach
"modernen" Planungsansätzen sollten es mindestens 25 cm sein, besser noch 0,5 m
oder gar 1,0 m. Diese Dämmstoffgebilde nennt man dann Passivhaus: eine Heizungsanlage
fällt weg, eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung soll für angenehmes
Raumklima sorgen. Sie müssen sich allerdings daran gewöhnen müssen, die Fenster
Viele werden sich fragen, was das wohl kosten mag. Nun, nehmen Sie sich zur Beruhigung
die Begründung zur EnEV her, dort werden Kostensteigerungen in der Größenordnung 1,1 -
1,5 % prognostiziert.
Ein wesentlicher Schritt nach vorn wurde mit der EnEV mit der Einbeziehung des
Begriffes der Primärenergie und der komplexen Betrachtung von Hochbau und Haustechnik
getan. Primärenergie bedeutet: wie viel kW Energie verbrauche ich insgesamt, um ein kW an
Heizenergie zu erzeugen? Dies findet sich in der Anlagenaufwandszahl wieder, wo Anlagen
mit regenerativen Energien einen besseren Faktor bekommen als Elektroheizungen.
Ansonsten dreht sich der Kern der Überlegungen um den sagenumwobenen u-Wert, der bis
vor kurzem noch k-Wert hieß. Die Überlegung ist einfach: super Dämmung - super u-Wert -
super Einsparung an Heizenergie. Damit lassen sich hohe Kosten rechtfertigen. Oder nicht?
Auf jeden Fall wird viel von verschärften Anforderungen gesprochen.
Was leider zu wenig zur Sprache kommt, ist das Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Das ist
so neu auch wieder nicht, es wird halt nicht viel darüber geredet. Deshalb zitiere ich
gern das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz 
EnEG) vom 22. Juli 1976 (BGBl I S. 1873), geändert durch Erstes Gesetz zur Änderung des
Energieeinsparungsgesetzes vom 20. Juni 1980 (BGBl I S. 701).
Der hier vorgegebene Grundgedanke erscheint mir so vernünftig und nachvollziehbar,
dass man ihn nicht oft genug wiederholen kann. Ich zitiere aus dem EnEG: § 5 Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen
(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen
müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung
wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn
generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die
eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die
noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den
Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände
durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte
Von diesen Überlegungen sollte man sich leiten lassen, wenn man sich über das
Dämmvermögen Gedanken macht. Bei Altbauten mit Wandstärken von 36,5 cm über 0,49 m bis
hin zu 0,74 m wird eine aufgebrachte Wärmedämmung keine Wunder vollbringen, jedoch viel
kosten und ggf. die Fassade entstellen.
Auch beim Neubau kann man mit dämmenden Massivbaustoffen (Poroton oder Porenbeton)
viel erreichen, ohne Styropor oder Mineralwolle darauf zu kleben. Denn für das Raumklima
sind viele Faktoren entscheidend und es ist völlig falsch, alles am u-Wert fest zu
Übrigens wurde hierzulande bereits vor Jahren an Wärmedämmung gedacht, ohne viel
Theater darum zu machen. Dies wurde durch TGL und durch Vorschriften Der Staatlichen
Bauaufsicht geregelt. Insofern sind Stahlbeton-Sturzträger mit HWL-Auflagen keine
Neuigkeiten und selbst mit Hochlochziegeln musste man die Giebelwände damals dicker
Gut beraten sind Sie, wenn Sie die Vorschriften einhalten (gerade so ist auch
eingehalten) und wenn jeder investierte Euro auch einen konkreten Nutzen hat. Wer will
schon 1.000 Euro ausgeben, um 999 zu sparen? Nebenher sollte man auch einige
bauphysikalische Belange berücksichtigen, oder ist das Phänomen der "abgesoffenen
WDV-Fassade" nur eine Erfindung?
Tel. 030 - 67 48 97 27
www.dimagb.de - Informationen für Bauherren
Über den Sinn und Unsinn von Wärmedämmung
Eine Betrachtung zur Wirtschaftlichkeit
von M. BumannVorhin waren wir beim Thema: Wie viel Dämmung braucht der Mensch?
Hier sind wir an der Stelle angelangt, wo ich immer wieder die Frage stelle: "Ist der
U-Wert das Maß aller Dinge, wenn es um das Bauen geht - oder ist es der Mensch?"
Hatte ich eingangs auf das im Energieeinspargesetz (EnEG) geforderte
Prinzip der Wirtschaftlichkeit verwiesen, möchte ich unterstellen, dass jeder Bauherr
oder Eigentümer dank seines ganz normalen Menschenverstandes zunächst die Frage stellt:
Man sollte meinen, diese Einstellung sei legitim. Denn: wozu
investiert man? Antwort: Um einen konkreten Nutzen zu erzielen. Dieser Nutzen dürfte nach
vernünftiger Sicht auf die Dinge darin bestehen, in Zukunft weniger Ausgaben zu haben.
Wir kennen alle die kernigen Werbesprüche á la "Sie sparen
soundsoviel , wenn Sie gleich ein Dutzend kaufen". Aber viele kennen auch die
Überlegung: "ich spare noch viel mehr , wenn ich die Sache gar nicht
kaufe"!
Womit wir wieder beim Thema Wirtschaftlichkeit wären. Auch wenn es
wenig propagiert wird: das Gebot der Wirtschaftlichkeit ist mit der EnEV nicht abhanden
gekommen. In § 17 der EnEV sind nämlich "Befreiungen" vorgesehen:
"Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag
von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall
wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu
einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die
erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an
bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht
erwirtschaftet werden können."
Dazu möchte ich meine oben eher angedeuteten Rechenbeispiele noch
konkretisieren - z.B. nach Maßstab einer Ölheizung, d.h. vorrechnen, wann sich welche
Dämmung tatsächlich rechnet und wann sie in Wirklichkeit (wirtschaftlicher)
Eins sei hierbei vorweg genommen: Dämmung wird immer zu einer
Verbesserung der Dämmeigenschaften führen - die Frage ist nur, ob ein sinnvoller, d.h.
vorrangig wirtschaftlicher Nutzen erreicht wird. Und zu beachten sei auch, dass die
Dämmeigenschaft nur eine von mehreren Eigenschaften ist.
Für eine Beispielrechnung habe ich ein simples Einfamilienhaus
(EFH) mit 8 x 8 m Außenabmessungen mit EG und DG angenommen. Das EG habe eine Wandhöhe
von 3 m, die Abseite des DG betrage 1 m, der Rest ergibt sich aus der Dachneigung von
Zunächst habe ich mit "schlechten" U-Werten [W/m2K]
gerechnet: für die 36,5cm-Ziegelwand mit Innen- und Außenputz sind es 1,177, für die
Fenster 1,8, für das Dach 0,60 und für den Fußboden auf Erdreich 0,63.
Den Jahresheizwärmebedarf berechnet man nach EnEV so: Qh = 66 x (HT + HV) - 0,95 x (QS
+ QI)
Dabei sind H die Verluste (Transmission und Lüftung) und Q die
Gewinne (solare und innere). Soll gedämmt werden, betrifft das die Außenwand. Somit wird
HT in dieser Gleichung die einzige zu verändernde Größe.
Durch die Dämmmaßnahme wird der Transmissionswärmeverlust über
die Außenwandflächen verringert. Wir haben in diesem Beispiel 128 qm Außenwand, das
sind ca. 40% der Hüllfläche. Der U-Wert sei gem. EnEV unter 0,35 zu
Der - nach EnEV errechnete - Jahresheizwärmebedarf wird von 20.500
kWh (167 kWh/m2a) auf 13.300 kWh (108 kWh/m2a) reduziert - somit
sagenhafte 7.200 kWh bzw. 35%! Mithin beeindruckende Werte.
Jedoch will ich Sie nicht beeindrucken, sondern etwas zur
Wirtschaftlichkeit sagen. Um diese Verbesserung des U-Wertes zu erreichen, benötige ich 9
cm PS 15 WLG 040 (im Volksmund Styropor genannt). Das verursacht Kosten in Höhe von rd.
10.000 .
Der Preis für leichtes Heizöl (ohne USt.) "kleine Menge,
Rheinschiene" lag im Juli 2002 bei 30,10 /hl (gegenüber Januar 2002 ist das
eine Erhöhung um knapp 12%. Quelle: Index-Meldung der Statistischen Ämter).
Den eingesparten 7.2000 kWh entsprechen rd. 690 l Heizöl EL (mit
10,4 kWh/l, bei Erdgas sind es 11,5 kWh/m3). Bei einem Literpreis von 0,35
 ergeben sich stolze 241,50  Einsparung im Jahr.
10.000,00 / 241,50 = 41,4; es dauert also nur wenig mehr als 40
Jahre, bis sich die Investition gelohnt hat - wenn man jegliche Zinsbetrachtung weg
lässt. So viel zum Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung, betrachtet unter dem Aspekt
der Wirtschaftlichkeit.
Beim Neubau hingegen sind andere Ansätze zu treffen: über
Wirtschaftlichkeit denkt man nur nach, indem man die Errichtungskosten verschiedener
Konstruktionen und haustechnischer Einbauten vergleicht. Die Mindest-U-Werte sind bereits
Abschließend sei noch auf 2 weitere Beispiele verwiesen, welche
sich ebenfalls mit dem Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung befassen. Zu Bsp. 2: Grau
ist jede Theorie, sagt das Sprichwort. Deshalb habe ich etwas voll aus dem Leben
gegriffen, insofern sei die unredigierte Ausdrucksweise vorab entschuldigt.
Beispiel 1:aus:
Niedrigenergie- und Passivhäuser im Kreuzfeuer von Prof. Claus Meier
Das Passivhaus wird mit ca. 30 kWh/m²a Heizenergie gehandelt
(Spitzenwerte liegen - gerechnet - schon bei ca. 10 kWh/m²a). Sogenannte Referenzhäuser
wurden vor zehn Jahren mit 100 kWh/m²a angenommen. Die Wärmeschutzverordnung legt den
berechneten Bedarf (das ist nicht der Verbrauch) im Mittel etwa auf 75 kWh/m²a fest.
Die energetischen Verbesserungen betragen somit rein rechnerisch im
ersten Fall etwa 70 beziehungsweise im zweiten Fall 45 kWh/m²a; das sind konkret 7 bzw.
4,5 Liter Heizöl oder an Heizkosteneinsparung etwa 3,90 DM/m²a bzw. 2,50 DM/m²a.
Wer die dynamische Investionsrechnung richtig handhabt (auch dies
wird sinnigerweise dem Kunden vorenthalten), kommt dann auf maximale Mehrkosten von etwa
47 DM/m² bzw. 30 DM/m². Bei 100 m² Wohnfläche würden dies maximale Mehrkosten von 4.700
oder 3.000 DM bedeuten. Die Pioniere der "energiesparenden" Bauweisen operieren
inzwischen mit Mehrkosten, die ja nur bei 15.000 bis 25.000 DM liegen würden! Wie man
sieht, hier wird der Kunde maßlos hinters Licht geführt und betrogen; ihm wird mit den
Offerten dieser Wahnsinnsbauweise, ohne nun eine entsprechende Gegenleistung in Form einer
ausreichenden Heizenergieeinsparung zu erhalten, nur das Geld aus der Tasche gezogen. Als Richtschnur kann folgende Faustformel dienen: Eine Einsparung von 10 kWh/m² Nutzfläche darf bei wohlwollender
Beachtung der Wirtschaftlichkeit grob die dafür notwendigen Mehrkosten von 8 DM/m²
Nutzfläche nicht überschreiten.
Dieses Limit wird jedoch bei der Niedrigenergiebauweise immer
Soll nun trotzdem ein Beharrungszustand, der in Realität ja nie
vorkommen kann, angenommen werden, dann erfolgt die nächste bewußte
Informationsselektion. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion führt bei kleinen k-Werten zu
uneffizienten Lösungen. Die Nachhaltigkeit ist nicht mehr gegeben, weil zusätzliche
Energie kaum noch eingespart werden kann - das ist unwiderlegbare Mathematik. Dieses fatale Naturgesetz sieht konkret so aus: 05 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,8 W/m²K 10 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,4 W/m²K 20 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,2 W/m²K 40 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,1 W/m²K
Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des
k-Wertes. dass hierbei eine Effizienzschwelle zu beachten ist, dürfte
einleuchtend sein. Da die Wirtschaftlichkeit durch die Neigung der Tangente an die
Hyperbel, durch das Verhältnis von Nutzen und Aufwand bestimmt wird, ist die
Unwirtschaftlichkeit kleiner k-Werte unausweichlich gegeben. Besonders Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und
Nullenergiehäuser, die sich alle durch "Mini-k-Werte" auszeichnen, sind somit
völlig uneffizient und damit unwirtschaftlich. Die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 und damit erst
recht die der beabsichtigten Energieeinsparverordnung sind mit wirtschaftlichen
Konstruktionen nicht zu erfüllen. Der viele Dämmstoff wird energetisch nahezu nutzlos
Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz
(EnEG, § 5) werden Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert. Deshalb wird auch
ständig behauptet, die Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Derartige Aussagen sind
wahrheitswidrig, denn Dämmstoffdicken über 6 bis 8 cm sind effizienzlos (siehe Fakt 4). Die großen Dämmstoffdicken sind nach dem EnEG somit gesetzwidrig,
da sie nicht wirtschaftlich zu realisieren sind; wer etwas anderes behauptet oder zu
beweisen versucht, präsentiert Mogelpackungen. Die Unwirtschaftlichkeit bezieht sich auch
auf andere technische Empfehlungen (z. B. Photovoltaik, Sonnenkollektoren,
Wärmerückgewinnung). Gesetz geht vor Verordnung; somit muß der gesetzestreue Planer vor
allem die Superdämmungen ablehnen; dies ist er gemäß Berufsordnung auch seinem
Bauherren gegenüber schuldig. Seine Verordnungstreue kann er ja stillen, indem er die
Befreiung z. B. nach WSchVO 1995 § 14 "Härtefälle" beantragt. Man muß diesen verordneten Dämmwahn also nicht mitmachen, auch die
konstruktiven Schwierigkeiten sind zu beachten. Wenn überall Meinungsmanipulationen und
bewußte Fehlinformationen auf vollen Touren laufen, dann kann sich ein vernunftbegabter
Intellektueller dem durchaus entziehen.
Beispiel 2aus: BauherrenForum bei DIMaGB.de
Gekammerte Ziegelwand nachträglich dämmen? Frage: Ich besitze ein Siedlungshaus Baujahr 1938.
Die Außenwand besteht aus einer Ziegelschicht 250x150 mm (bxh). Der Ziegel besitz zwei
getrennte Luftkammern. Von Innen ist eine 35 mm zementgebundene Holzwoll-Platte angebracht
und mit Putzmörtel verputzt. Gibt es für diese Konstruktion eine bauphysikalisch saubere
Möglichkeit die Außenwand nachträglich zu dämmen? Mit freundlichen Grüssen V.
Antwort 1: Ja, gibt es. Das war die gute Nachricht.
Jetzt die schlechte: das kann man nur vor Ort beurteilen. Vorsicht! Dämmung einer Wand
kann dazu führen, dass auf einmal Kondenswasser an den Fenstern ausfällt. (Martin
Beisse)
Antwort 2: Sehr geehrter Herr V., wozu soll denn
die zusätzliche Dämmung gut sein? Ich glaube nicht, dass die von Ihnen beschriebene
gekammerte Ziegelwand so schlechte Eigenschaften hat, dass sich die Investition in ein
WDVS lohnt. Wenn das Wandsystem bislang funktioniert hat und die Mindestwerte für die
Wärmedämmung eingehalten sind (was ich ungesehen glaube), lassen Sie es doch einfach.
Herr Beisse hatte schon den Daumen drauf: sobald Sie aussen noch ne
Dämmlage draufklatschen, kann das problematisch werden. Und ein gekammerter Ziegel hat
seeeeeehr viel Platz, Tauwasser aufzunehmen, bis Sie das irgendwann mal merken. Wie das
mit Tauwasser, Kapillarwirkung und Diffusion zusammenhängt, können Sie hier auf der
Homepage im Infobereich BAUPHYSIK nachlesen.
Re: Sehr geehrte Herren, der Grund für die
Dämmung ist in der Absicht zu suchen Heizoel zu sparen. Das alte Haus hat eine beheizte
Wohnfläche von ca. 50 qm. Später habe ich einen Flachbau angebaut mit ca. 60 qm
beheizter Wohnfläche. Dieser Bau von 1986 hat 360er Außenwände. Das Flachdach ist mit
100 mm Styrotect ähnlichen Material gedämmt. Für diese Fläche von 110 qm benötige ich
etwa durchschnittlich 2.800 l Heizoel im Jahr. In dem alten Haus habe ich noch eine
Reserve gesehen. Mit freundlichen Grüssen
Antwort 3: Ich versuche einmal ohne genaue Kenntnis
aller Bauteile eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung. Sollte ich deutlich
daneben liegen, bitte ich die Experten im Forum um Verbesserung.
Etwa 10%-15% Ihres Heizöles benötigen Sie für die
Warmwasserbereitung, es verbleiben also 2500 Liter für die Heizung. Der
Lüftungswärmebedarf dürfte davon 25%-30% ausmachen. Es verbleiben somit kanpp 1.900
Liter für die Deckung des Transmissionswärmeverlustes, als für das was durch die
Umfassungsbauteile nach aussen abgegeben wird.
Daran haben die Wände je nach Gebäudeabmessung und Ausbildung der
Bauteile einen Anteil von 30-40%, maximal 'verschlingen' die Wände also 700-800 Liter
Heizöl. Hiervon wird der Löwenanteil auf Ihren Altbau entfallen, sagen wir einmal gut
500-600 Liter. Durch eine Verbesserung des k-Wertes (seit 1.2.2002 U-Wert) um 100% oder
auch noch darüber können Sie dann 300 bis 400 Liter Heizöl jährlich einsparen. Bei
heutigen Energiepreisen entspricht dies weniger als 200 Euro im Jahr. Bei der gesamten
eben gemachten Abschätzung habe ich einigermaßen großzügig gerechnet.
Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem für Ihren Altbau
müssten Sie sich anbieten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie unter 5.000
Euro damit hinkommen (meine Zahl ist mit grosser Unsicherheit behaftet, da ich die Fläche
und den Preis nur grob abschätzen kann). Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird sich eine Investition
von 5.000 Euro bei Einsparung von max. 200 Euro p.a. schwer rechnen. Wenn Sie den Betrag
langfristig mit 4% über der Inflationsrate anlegen können, holen Sie die Mehrkosten für
die Beheizung herein, konstante Energiekosten vorausgesetzt. Die Bauphysik und die
Wohnbehaglichkeit habe ich bei meinen Ausführungen ausser Acht gelassen. (Bruno
Stubenrauch)
Zugabe: Ich danke Kollegen Stubenrauch für die
transparente Darstellung. Anhand aller unserer Gedanken zum Thema erkennt der Bauherr:
Dämmung mag zwar nützlich sein, aber nicht gleichzeitig
Dämmung kann Spareffekte erzielen (um welchen Preis?), aber
gleichzeitig Schaden anrichten
auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse lassen sich für den
konkreten Fall leider doch nicht ohne weiteres sichere Schlüsse ableiten
Wenn ich von einer Baufirma wäre, würde ich Herrn V. dringend zu
einem WDVS raten (das ist dann wenigstens für den Umsatz der Firma gut, wenn auch nicht
für Herrn V.). Da ich aber einen Sinn fürs praktische habe, rate ich folgendes: wenn Sie
handwerklich begabt sind oder Ihnen ein Freund helfen kann (aber bitte keine
Schwarzarbeit!) verfahren Sie wie folgt: verbreitern Sie durch betonieren das Fundament
und mauern Sie eine Ziegellage davor. Die ist so dick, wie es nur geht (an Verankerung und die
Traufsituation denken!). Sie wird dicht angesetzt und ohne jede Trennlage dazwischen
hochgezogen. Dann kommt ein mineralischer Aussenputz dran (am besten Kalkputz!). So
entsteht eine dicke und weitgehend homogene Aussenwand aus Ziegelmauerwerk. Die dämmt besser als die bisherige, aber sie gestattet auch solare
Wärmegewinne (ein WDVS nicht) und sie hat ein gutes Speichervermögen. Dadurch werden die
Temperaturamplituden gesenkt, es ergibt sich eine gute Phasenverschiebung und
Behaglichkeit stellt sich ein. Ausserdem lässt diese Wand Wasser in jeder Form raus
(flüssig und dampfförmig), auch kapillar an der Aussenseite! Das macht ein
"diffusionsoffenes" WDVS nicht immer.
Lesen Sie die Beiträge im Infobereich Bauphysik, dann werden Sie
vieles besser verstehen.
Dachausbau Giebeldämmung Frage 1: Wir möchten unser Alt-Dach ausbauen.
Idee: die 140er Sparren entsprechend mit Glas-/Steinwolle WLG 035 voll dämmen
(diffusionsoffene Unterspannbahn vorhanden), dann Dampfsperre/Luftdichtigkeitsschicht,
dann Untersparrendämmung 40mm oder 50mm.
2. Die Giebelwände (24cm) sollen ebenfalls von innen gedämmt
werden. Wie dick kann/soll diese Dämmung sein? Da gibt es Taupunktverlagerung
möglicherweise? Was ist das?
Vielen, vielen Dank fürs Mitdenken!, L.
Antwort 1: Sehr geehrter Herr L.,
mitdenken kann man ja auch hier im Forum. Eine vernünftige Planung
wird das allerdings nicht ersetzen. Zur ersten Frage: 14 cm MiWo WLG 035 + 5 cm
Untersparren-Dämmung - das geht.
Es kommt allerdings darauf an, was für eine Dampfbrenmse und was
für eine Unterspannbahn genommen wird. Dann ist es wichtig zu wissen, ob die Ziegel auf
einer Lattung liegen oder ob es eine Schalung mit Bahnen gibt (eher unwahrscheinlich).
Man muss also die gesamte Konstruktion betrachten und dann ist zu
entscheiden, ob der Nachweis zum Tauwasserschutz nach DIN 4108 oder nach dem
ZDVH-Merkblatt geführt wird. Merke: Unterspannbahnen und Dampfsperren (-bremsen) können
diffusionsoffen oder -dicht sein, je nach Material.
Zur Giebelwand: im Prinzip gilt dasselbe. Man betrachte die gesamte
Konstruktion (Putz, Ziegelmaterial, geplante Dämmung) und führe daraufhin die
erforderlichen Nachweise. So etwas lässt sich durch Antwortensammeln in Foren nicht
ersetzen. Wichtig sind hierbei auch wirtschaftliche Überlegungen (was ist vom Geldeinsatz
her sinnvoll?), da muss man schon mal hin- und herrechnen, dazu sagt man auch optimieren.
Frage 2: Danke, Herr Bumann, so richtig klar war mir nicht,
wie kompliziert es ist und wie viel man wahrscheinlich falsch machen kann. Dachziegel
liegen auf Lattung, Unterspannbahn Tyvek/Klöber HD Soft (SD < 0,02). Ausbauen wollten
wir mit Produkten der Fa. Isover (oder vielleicht Rockwool??).
Gruß, L. S.
Antwort 2: Das Fabrikat ist doch völlig Wurst.
Mineralwolle ist Mineralwolle. Entscheidend sind die Eigenschaften, die der Hersteller
mittels der technischen Blätter angibt.
Informationen im Internet: www.dimagb.de
- Informationen für Bauherren
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von Peter RauchDie Diskussion zur Energieeinsparverordnung ENEV 2000 ist sicherlich einer der
interessantesten gegenwärtigen Fachthemen. Kritiker und Befürworter aus der Industrie,
von Planungsbüros, aus der Wissenschaft und Politik sowie von Verbänden versuchen ihre
zum Teil recht unterschiedliche Auffassung öffentlich darzustellen und zu begründen. Wie
soll hier der Bauherr, den das eigentlich betrifft, noch durchsehen? Beim Neubau ist dies sicherlich anders zu bewerten, da man in der Planungsphase die
entsprechenden Maßnahmen konstruktiv berücksichtigen kann und dies sich in den
Gesamtbaukosten nur gering auswirkt. Anders sieht es beim Altbaubestand aus. In diesem
kurzen Beitrag werden auszugsweise verschiedene Aussagen zusammengefasst und
Eine einseitige Orientierung allein auf die Dämmung verursacht in unseren Breiten
unbehagliche Wohnbedingungen, die nur mit hohem technischen Aufwand gemildert werden
können. [5] Von den 8 relevanten Energieeinspargrößen [1] wird sich besonders auf die
Wärmeleitung konzentriert.
In der Praxis heißt das, je besser die Wärmedämmung (Dicke) ist, so weniger Wärme
wandert durch die Außenwände nach außen. Ein sehr interessanter Aspekt für die zu
erwartenden hohen Umsatzerträge an Polystyrol und andere Dämmstoffe. Dies wird noch mit
der Argumentation der Schaffung von 400 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen untermauert,
wenn die Altbausubstanz eingepackt wird. Diese Mehrinvestitionen von ca. 15 Milliarden DM jährlich dürfen oder sollen
ausschließlich die Wohnungseigentümer auf den Tisch legen. [2] Die durch Herrn Dr.-Ing.
Freytag dargestellter Wirtschaftlichkeitsberechnung für die nachträgliche Wärmedämmung
konnte keine prinzipielle Wirtschaftlichkeit unterstellt werden. [3] Alle anderen Versuche
einer wirtschaftlichen Darstellung können nur sehr schlecht nachvollzogen werden. Betz, Kreißig und Schöch verweisen in ihrer Zusammenfassung zur Öko-Bilanz auf einen
sinnvollen Einsatz von Wärmedämmverbundsysteme im Altbau als auch im Neubau hin. Bereits
binnen weniger als 2 Jahren kann die durch die Produktion des WDVS verbrauchte Energie
eingespart werden.[4] Dem gegenüber vertritt Herr Prof. C. Meier im Praxisratgeber Altbau und Wärmeschutz,
dass die errechneten Energieeinsparungen der Dämmstoffbauweise praktisch weit verfehlt,
zu hochgradig unwirtschaftliche Konstruktionen führt und daneben die Gesundheit
gefährdet wird. [5] Ebenso wird durch Herrn K. Fischer dargestellt, dass die genannten Energieeinsparungen
durch Dämmstoffpakete auf Altbauten nur auf dem Papier existieren. Vielmehr kommt es auf
die Speicherfähigkeit von Massivbauweisen an, wo sinnvoll Energie gespart werden kann.
[6] Mit zufriedenen Aussagen kann die Ziegelindustrie aufwarten, die mit den
sägemehlporosierten Ziegeln die verschärften Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz
genügen.[9] Die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e.V., Bonn, beauftragte das Frauenhofer
Institut für Bauphysik mit einem Forschungsvorhaben, welches neue richtungsweisende
Ergebnisse für die massive Bauweise mit Ziegel brachten. Es wurde "deutlich gemacht,
dass Energiebilanzen nicht allein an Dämmmaßnahmen und (k) u-Werten künftiger Wände
festzumachen sind. Die Aufklärung der Bewohner in Bezug auf ein Verhalten sowie ihre
Akzeptanz und Nutzung der haustechnischen Ausstattung darf auf keinen Fall außer acht
gelassen werden." [10] Untersuchungen des GEWOS-Institutes Hamburg haben festgestellt, dass bei gleichen
Außenwandflächen und k-Werten der Jahresbrennstoffverbrauch bei monolithischen Wänden
niedriger ist. Dies soll noch durch eine weitere Aussage ergänzt werden, " Je
niedriger die (k) u-Werte der Gebäudehülle, desto wichtiger werden Faktoren, wie das
Nutzungsverhalten oder der Wirkungsgrad und die Regeltechnik der Heizungsanlage."
[11] Unter den mitteleuropäischen Klimabedingungen beträgt die Heizperiode ca. 9 Monate.
In dieser Zeit liegt ein Wärmestrom von innen nach außen an. [12] Die Außenhülle
sollte daher so geschaffen sein, dass möglichst wenig Wärme abgeleitet wird. Die viel
diskutierten Solargewinne können wegen der begrenzten Sonnenstunden nur einen Teil des
notwendigen Energiebedarfs decken und stellen so allein keine alternative Lösung dar.
" Noch niemals in unserer Geschichte war das Klima in instandgesetzten Wohnungen
so schlecht wie heute, ... Gezielte Dämmung und ohne mechanische Klimatisierungsanlagen
bringen in unsere Häuser und Wohnungen exakt das zurück, was immer mehr vermißt wird:
Gesundes Wohnklima!" [7] Dieser Kommentar zeigt, dass die Festlegungen des
Wärmeschutzes, mit der Begründung etwas zum Klimaschutzes zu tun, etwas einseitig
betrachtet wird. Dies wird auch in Erhebungen des Lehrstuhls für Umweltmedizin festgestellt, dass
gerade durch die falsche Bauweise jährlich hohe Folgekosten entstehen [8], die sicherlich
unter anderem in der traurigen Bilanz, dass mittlerweile jeder 10. Erstklässer
Asthmatiker ist und nahezu 1/3 der Bevölkerung an Allergien leidet, Begründung finden.
[5] Im Architektenbrief 17 [12] wird hingegen darauf verwiesen, dass bei Untersuchungen von
700 ungedämmten Wohnungen in den fünfziger Jahren in 30% der Fälle Schimmel
nachgewiesen wurde und hierfür die schlechte Wärmedämmung verantwortlich war. Ich habe in den letzten Jahren vorwiegend ältere Häuser (ungedämmt) aus dem Baujahr
von 1900 bis 1960 mit ca. 500 Wohnungen untersucht. Die aufgetretenen Schimmelprobleme
können dabei an einer Hand abgezählt werden. Das waren vorwiegend das Nutzungsverhalten,
falsche Wandbeschichtung und durchfeuchtete Wände. Es kommt sicherlich auch darauf an,
welche Objekte in die Betrachtung einbezogen und wie sie bewertet werden.
Bei Bauwerksteilen die eine geringe Wärmespeicherkapazität aufweisen, erfolgt der
Wärmedurchgang ohne Zeitverzögerung, er wird stationär. Bei massiven Bauwerksteilen
tritt jedoch eine zum Teil über viele Stunden verzögerter Wärmeaustausch auf.
Zwischenzeitlich haben sich aber auch die Temperaturen, vor allem außen, geändert.
Berücksichtigt man diese Gegebenheit aber, so wird jede wärmetechnische Berechnung
überaus kompliziert. Es handelt sich hier um einen instationären Wärmedurchgang, der
sowohl im Sommer als auch im Winter gilt. [13]
Zum Schluß noch eine Bemerkung. Wenn die Temperatur in der Wohnung nur 1 K reduziert
wird, dann verringert sich der Wärmeenergieverbrauch um ca. 5%. Bei Strahlungswärme wird
ohnehin eine niedrigere Raumlufttemperatur bei gleicher Behaglichkeit benötigt
Dipl.-Ing.oec., Ing. Peter Rauch
(Leipziger Institut für Bildung und Forschung e.V.)
/1/ 22. Juni 2000, Architekt Bauingenieur Paul Bossert, CH-8953 Dietikon /2/ bau-zeitung 54(2000)6 S. 54 ff /3/ bau-zeitung 54(2000)1/2 S. 55 ff, 5 S.39 ff u. 6 S. 65 ff /4/ bau-zeitung 53(1999)10 S.10 ff. Wärmedämmverbundsysteme eine Öko-Bilanz, M. Betz,
J. Kreißig, H. Schöch, Institut für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde Uni.
Stuttgart /5/ Praxis Ratgeber Nr. 7 - Januar 1999 - Herausgeber: Deutsche Burgenvereinigung e.V.
(DBV) Marksburg, D-56338 Braubach, Prof. Dr.-Ing. habil. C. Mayer /6/ bauplan-bauorga 3/2000 S. 114 /7/ bau-zeitung 53(1999)11 Rolf Köneke, Hamburg /8/ bauplan-bauorg 3/2000 S. 114, Prof. Dr. M. Schata, Lehrstuhl für Umweltmedizin /9/ bau-zeitung 53(1999)10 S.50 ff /10/ bauplan-bauorg 6/99 S.231 Forschungsvorhaben Bochum-Werne /11/ bau-zeitung 50(1996)10 S. 39 /12/ Architektenbrief 17, W. Eicke-Hennig, Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt 1994 /13/ Eichler/Arndt, Bautechnischer Wärme- und Feuchtigkeitsschutz 1989 Quelle/Autor: Peter Rauch, Tel./Fax. 0341/9015382, info@ib-rauch.de, www.ib-rauch.de
(Dieser Beitrag wurde in der bauzeitung in 7/8 2001 auf der Seite 59 veröffentlicht.)
Was soll man machen als Planer, wenn man einen Auftrag für die
Sanierung eines alten Fachwerk- Gebäudes hat und nicht weiß, wie man die neuen
Vorschriften der EnEV auf diesen Sonderfall anwenden soll, weit die Grenzwerte der EnEV
nur schwer zu erfüllen sind? Der folgende Beitrag über die Umsetzung der EnEV bei der
Instandsetzung von Fachwerkaußenwänden gibt mit der Beschreibung des Bauteilverfahrens
und des Bilanzverfahrens eine Antwort.FACHWERKFASSADEN sind eindrucksvolle Zeitzeugen früherer Baukunst. Heute bieten sie
den Ingenieuren und Architekten bei der Instandsetzung mannigfache Probleme. Vor allem die
neue Energieeinspar-Verordnung hält so ihre Tücken für die Außenwände von
Fachwerkhäusern parat.
Beim Fachwerk ist sie sperrig
Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) [1] soll die Reduzierung des Ausstoßes von
CO2-Emissionen im Gebäudebereich weiter voran gebracht werden. So verschärfen sich die
Anforderungen an den Jahres-Heizenergiebedarf von Gebäuden in dieser jetzt 4.
Verordnungsstufe. Dieses Reduktionsziel kann wirksam nur erreicht werden, wenn neben den
Neubauten auch der Gebäudebestand mit einbezogen wird. Zum ersten Mal werden dabei auch
Anforderungen an die Gefache von Fachwerkwänden explizit formuliert, die für den Planer,
Ausführenden und Bauherren einer Fachwerk-Instandsetzungsmaßnahme viele praktische Fragen aufwerfen
Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und
Denkmalpflege e. V. (WTA) verfolgt seit über 20 Jahren das Ziel, die Forschung und deren
praktische Anwendung auf dem multidisziplinären Gebiet der Bauwerkserhaltung und
Denkmalpflege produktunabhängig zu fördern. Dafür wurden acht Referate eingerichtet
(siehe dazu: www.wta.de), die sich in verschiedenen
Arbeitsgruppen mit der Bearbeitung der relevanten Sach- und Arbeitsgebiete befassen.
Das dabei gewonnene Expertenwissen über die verschiedenen Sachgebiete der
Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege wird für die Anwendung in der Praxis aktuell
aufgearbeitet und zum Beispiel als WTA-Merkblätter veröffentlicht. Seit 1992 hat das
WTA-Referat 8 "Fachwerk" neun praxisorientierte WTA-Merkblätter 8-1 bis 8-9 [2]
zu Erhalt und Instandsetzung historischer Holzfachwerkbauten erstellt, die in einem
Fachwerkkompendium Band 1 zusammenfasst sind; in diesem Jahr wird Band 2 mit aktuellen
Veröffentlichungen zum Thema erscheinen.
Aus dem Kreise der WTA wurde bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass mit
der EnEV für den Fachwerkbau teils schwer zu erfüllende Grenzwerte festgeschrieben
werden. Insbesondere der geforderte U-Wert bei "neuen Ausfachungen in
Fachwerkwänden" in Höhe von < 0,45 W/m2K gemäß Anhang 3, EnEV bereitet
Dieser Wert widerspricht bei einer Innendämmung den Vorgaben des WTA-Merkblattes
8-1-96/D. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass die Innendämmung in ihrer wärmetechnischen
Funktionsweise begrenzt werden sollte, da unter anderem die Abtrocknung von eingedrungener
Feuchte (über die Fuge Gefach/Holz) negativ beeinflusst wird. Dieses betrifft insbesondere feuchtebelastete Fassaden. Weiterhin problematisch ist,
dass kapillaraktive Innendämmsysteme (z.B. Wärmedämmputze, Wärmedämmlehme usw.) in
den nach EnEV erforderlichen Materialstärken häufig materialtechnisch nicht zu erreichen
Die energetische Qualität des Fachwerkgebäudes darf nicht vermindert werden
Die gestiegenen Komfortansprüche der Nutzer ziehen auch eine Anpassung des
wärmetechnischen Standards bei Altgebäuden nach sich. Hierbei sind im Rahmen einer
Fachwerkinstandsetzung die Anforderungen des oben schon erwähnten WTA-Merkblattes
8-1-96/D zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt weiterhin, dass die energetische
Qualität des Fachwerkgebäudes in Hinsicht auf die Außenbauteile und die energetisch
relevanten Anlagenteile durch die Instandsetzung nicht verschlechtert werden soll.
Des weiteren sind die gesundheitlich erforderlichen Mindestvorgaben zum Wohle des
Nutzers und des Gebäudes einzuhalten. Beispielhaft ist das bekannte Problem des Ersatzes
alter Fenster durch neue (dichte) Fenster zu nennen, das bei vielen Projekten und
besonders auch bei Fachwerkbauten mit ihrem im Bestand eher reduzierten
Wärmedämmstandard zu Schimmelpilzbildung an den Außenwänden geführt hat, wie auch die
erforderliche Betrachtung der wärme- und feuchtetechnischen Speicherkapazität der
Bauteile. Bei einer Instandsetzungsplanung sind so stets die komplexen bauphysikalischen
Vorgänge zu betrachten.
Werden bei der geplanten Maßnahme mindestens 20 Prozent der jeweiligen Fassade
beziehungsweise des Bauteils instandgesetzt, so gelten die Anforderungen der EnEV. Eine
unreflektierte Anwendung der Verordnung für den Fachwerkbestand ist aber problematisch,
da dieser mit seinen speziellen Fragestellungen besonders bei Sichtfachwerk
(Schlagregenbelastung, Fugendichtigkeit, Innendämmung etc.) eine besondere
Berücksichtigung erfahren muss. Dieses haben zahlreiche wissenschaftliche und
baupraktische Erfahrungen gezeigt (u.a. [3], [4], deren Ergebnisse in die bisherigen WTA-
Merkblätter eingeflossen sind).
Für Ausnahmen von der Regel sollte der Planer immer einen Antrag einreichen
Da die Anforderungen der EnEV in der Praxis der Fachwerkinstandsetzung oft nicht
schadensfrei erfüllbar sind, bestehen im Moment nur folgende Möglichkeiten: Anwendung EnEV § 16 - Ausnahmen: Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die
Erfüllung der Anforderungen der EnEV 2002 die Substanz oder das Erscheinungsbild
beeinträchtigen und andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen
würden, lassen die nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Antrag Ausnahmen zu. Dabei
ist aber zu berücksichtigen, dass nur ein geringer Prozentsatz des Fachwerk-Bestandes
unter Denkmalschutz steht.
Anwendung EnEV § 17 - Befreiungen: Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen
der EnEV 2002 befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände
führen. Diese kann vorliegen, wenn eine Wirtschaftlichkeit der Maßnahme innerhalb der
üblichen Nutzungsdauer nicht gegeben ist.
Planer und Bauherr müssen also für jedes einzelne Bauvorhaben auf dem Behördenweg
die Anerkennung als erhaltenswerte Bausubstanz oder die Anerkennung unbilliger Härte
beantragen - und natürlich diesen Antrag genehmigt bekommen! Gerade die Argumentation zur
"Härtefallregelung" wird viel Aufklärungsarbeit mit Fakten und Details sowie
Unterstützung durch entsprechende Fachkreise erforderlich machen.
Aus diesem Anlass wird in der WTA-Arbeitsgruppe 8.2, Referat Fachwerk, zurzeit ein
Merkblatt mit Hinweisen zum Umgang mit der Energieeinsparverordnung bei der
Fachwerk-Instandsetzung erarbeitet, das als Version E-8-11-02-D im Entwurf vorliegt und
eine Hilfestellung zur Interpretation und Umgehensweise mit der Verordnung geben soll.
Außerdem erörtert die WTA gemeinsam mit dem Bundesministehum für Verkehr, Bau- und
Wohnungswesen (BMVBW) und den Länderministerien, ob der spezifische Fall
"Fachwerk" gesondert bearbeitet werden kann, um eine potentielle Flut von
Befreiungsanträgen bei den zuständigen Baubehörden zu vermeiden. Sind die genannten Ausnahme-Regelungen nicht beziehungsweise nur eingeschränkt
anzuwenden, so ist der geforderte Nachweis entweder nach dem Bauteilverfahren (EnEV Anhang
3) oder dem Bilanzverfahren (EnEV Anhang 1) zu erstellen. Vorzugsweise wird bei
Sanierungen das Bauteilverfahren angewendet.
Das Bauteilverfahren nach Anhang 3 der EnEV
Werden einzelne Außenbauteile "erstmalig eingebaut, ersetzt oder erneuert"
kann das Bauteilverfahren nach Anhang 3 angewendet werden. Dieses ist jedoch nur
anzuwenden, wenn mehr als 20 Prozent der jeweiligen Bauteilfläche beziehungsweise bei
Außen wänden und Fenstern mehr als 20 Prozent der Bauteilfläche gleicher Orientierung
erneuert werden. Liegen die Erneuerungsflächen darunter, gelten die Anforderungen der
EITEV nicht. Es sind dann jedoch die der WFA-Merkblätter sowie der DIN 4108 im Sinne
einer Bauteilsicherheit (Vermeidung von Schimmelpilzen u.ä.) anzuwenden. Die nachfolgende Übersicht (Tab. 1) zeigt die Anforderungen nach EnEV, Anhang 3, Nr. 1
an Außenwände mit den baupraktischen Auswirkungen,
Bei den in Tab. 1 formulierten Fällen sind die folgenden Hinweise zur Planung und
Ausführung zu beachten.
Maßnahme [nach EnEV]
Umax [W/m2K]
Gesamtes Bauteil ersetzen oder erstmalig einbauen
[1.a]
Bekleidungen in Form von plattenartigen Bauteilen aussen anbringen
[1.b]
Bekleidungen auf der Innenseite aufbringen
[1.c]
Einbau von Dämmschichten
[1.d]
Erneuerung des Außenputzes bei bestehender Wand mit UAW >
[1.e]
Einsatz von neuen Ausfachungen in Fachwerkverbände
Aufbringen eines Innendämmsystems bei vorhandenen Ausfachungen
A 1: Gesamtes Bauteil ersetzen oder erstmalig einbauen: Werden ganze Fachwerkwände
ersetzt, so ist in der Regel die erforderliche Wärmedämmung nach A2 (Außenseitige
Bekleidung) beziehungsweise A6 (Ausfachung) zu dimensionieren,
A,2: Bekleidungen in Form von plattenartigen Bauteilen außen anbringen: Werden
außenseitige Bekleidungen (z.B. aus Gründen des Schlagregenschutzes) angebracht, sind
Wärmedämmungen von ca. 10 cm (bei WLG040) hinter dieser anzuordnen. Im allgemeinen
werden hierfür Faserdämmstoffe verwendet. Auf eine ausreichende Hinterlüftung von
mindestens 2 cm ist zu achten.
A3: Bekleidungen auf der Innenseite aufbringen: Werden auf der Innenseite Bekleidungen
angebracht, sollen Wärmedämmungen von ca. 7 bis 8 cm (bei WLG040) eingebaut werden. Hier
ist unbedingt das feuchtetechnische Verhalten der gesamten Außenwand (Konvektion,
Diffusion, Kapillarität) zu beachten! Besondere Nachweise sind zu erstellen, insbesondere
ist Vorsicht geboten bei Vorsatzschalen auf Ständerwerk! Es gelten zudem die
Ausführungen zu A6.
A4: Einbau von Dämmschichten: Allgemein ist es erforderlich, eine Wärmedämmung mit
einer Dicke von ca. 10 cm (bei WLG040) einzubringen. Der Einbau von Dämmschichten ist im
Fachwerkbau so nicht als Regelfall anzusehen.
A5: Erneuerung des Außenputzes bei bestehender Wand mit UAW > 0,9 W/rn2K. Das
Kriterium von UAW > 0,9 W/m2K (Wärmedurchgang der Außenwand) wird von allen
ungedämmten Fachwerkwänden beziehungsweise bei bereits bestehender Dämmschichtstärke
bis ca. 3 cm (WLG040) erfüllt. In diesen Fällen ist bei Erneuerung des Außenputzes eine
zusätzliche Dämmung erforderlich (mind. 7 cm bei WLG040). Vielfach wird diese als
Wärmedämmverbundsystem aufgebracht (spezielle Hinwiese s. WTA-MB 8-4-00/D [ 2 ]).
A6. Einsatz von neuen Ausfachungen in Fachwerkwünde: Es ist ausdrücklich darauf
hinzuweisen, dass diese Forderung nur bei neuen Ausfachungen besteht! Diese Forderung kann
von einem Ausfachungsmaterial in der Regel allein nicht erfüllt werden (Ausnahme z.B.
> 25 cm Porenbeton - Jedoch Prüfung des feuchtetechnischen Verhaltens der Wand, gerade
bei Ummauerungen der Holzbauteile, unbedingt erforderlich). Bei der Wahl eines geeigneten
Innendämmsystems ist insbesondere das feuchtetechnische Verhalten (Tauwasser im
Bauteilquerschnitt, Gefahr der Schimmelpilzbildung, Abtrocknung von eingedrungenem
Schlagregenwasser) zu betrachten. In diese Betrachtung ist auch die Fuge Gefach/Holz sowie
eine eventuell erforderliche Windsperre hinzu zu ziehen. Wird im weiteren eine
zusätzliche Innendämmung in der geforderten Dicke (ca. 13 cm bei WLG070) aufgebracht,
besteht die Gefahr der verminderten Abtrocknung von eingedrungenem Schlagregen (s. [4] -
[6]). Dämmschichtstärken nach WTA-Merkblatt 8-1-96/D [2] und die Anwendung der
Ausnahmeregelungen sind zu empfehlen.
A7. Aufbringen eines Innendämmsystems bei vorhandenen Ausfachungen: Bei diesem Fall
ist die Innendämmung gemäß den Vorgaben des WTA-Merkblattes 8-1-96/D und 8-5-00/D zu
dimensionieren (Abb. 1).
Das Bilanzverfahren nach Anhang 1 der EnEV
Dieses Verfahren kann bei Fachwerkgebäuden alternativ zum Bauteilverfahren sinnvoll
sein. Hierbei können Kompensationsmöglichkeiten zum Beispiel durch eine größere
Dachdämmung bei geringerer Wanddämmung genutzt werden, wodurch eventuelle Problempunkte
(s. Außenwand Innendämmung) vermieden werden können. Dieser Nachweis gilt als erfüllt,
wenn der Primärenergiebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust kleiner als
das 1,4-fache des Neubauwertes ist (EnEV § 8 (2). Die Frage, ob dieser Nachweis geführt
werden kann, sollte im Vorfeld geprüft werden, da einige (ungünstige) Sonderpunkte zu
beachten sind:
Wärmebrücken sind besonders zu berücksichtigen: Die Möglichkeit jede Wärmebrücke energetisch vollständig zu ermitteln, wird für
ein normales Fachwerkgebäude als äußerst umfassend eingestuft. Da weiterhin in DIN 4108
Bbl. 2 keine Planungsbeispiele für den Fachwerkbau vorhanden sind, müsste in diesem Fall
ein pauschaler Zuschlag von (UWI3 = 0, 10 W/(m2K) auf alle Bauteile erfolgen.
Die Luftdichtigkeit ist zu überprüfen. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass bei einer Überprüfung mit dem
Luftdichtigkeitstest (Blower-Door) bei Fachwerkgebäuden auf Anhieb der geforderte Wert
von n50 < 3,0 h-1 eingehalten wird, ist im allgemeinen in den Berechnungen
ein mit 0,7 h-1 erhöhter Luftwechsel anzusetzen.
Heizungs- und eventuelle Lüftungsanlagen sind zu berücksichtigen. Der Nachweis nach Anhang 1 ist bei Fachwerkgebäuden nur dann zu vertreten, wenn auch
eine neue Heizungsanlage eingebaut wird. Der Primärenergieaufwand einer älteren Anlage
ist durch die bei Fachwerkbauten nicht überdurchschnittlich auszuführende Wärmedämmung
Das BMVBW hat kurzfristig realisierbare Lösung in Aussicht gestellt
Die WTA und das BMVBW sind sich einig, dass die Dimensionierung und Ausführung der
Wärmedämmung einer Fachwerk-Außenwand differenzierter, insbesondere in Hinsicht auf die
vorliegende Schlagregen-Belastung, betrachtet werden muss. Da die EnEV in Kraft getreten
ist und am Text dieser Verordnung sich nichts ändern lässt, wird daher eine kurzfristige
bundesweite Regelung über die Auslegungsfragen angestrebt. Das BMVBW stellte deshalb in
Aussicht, die von der WTA aufgezeigten Auslegungsvorschläge hinreichend zu würdigen.
Über weitere Ergebnisse wird die WTA zeitnah berichten.
Literatur:[1] EnEV. Verordnung über energieeinsparenden Wärmeschutz und
energieeinsparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV); in
Kraft seit 01.02.2002
[2} WTA. Fachwerkinstandsetzung nach WTA; Kompendium Band 1; Merkblätter 8-1 bis 8-9;
[3] Lamers, R.; Rosenzweig, D.; Abel, R.: Bewährung innen wärmegedämmter
Fachwerkbauten; Bauforschung für die Praxis, Band 54, IRB-Verlag 2000
[4] Künzel, H.-M.: Der Feuchtehaushalt von Holz-Fachwerkwänden; Bauforschung für die
Praxis, Band 23, IRB-Verlag 1996
[5} Wetzel, J. et al: Historische Holzfachwerkbauten, Band 1, expert verlag Renningen,
[6} Eßmann, F.: Anforderungen der Energieeinsparverordnung bei der Fachwerk-Sanierung;
WTA-Kompendiuni, Band 2, 2002
Autoren: Dipl.-Ing. Jürgen Gänßmantel, Dipl.-Ing. Frank Eßmann, Dipl.-Ing. Gerd
Quelle: Deutsches Ingenleurblatt, Oktober 2002, S. 22-26
www.Deutsches-Ingenieurblatt.de
3-Säulen-Modell des richtigen Bauens (09.2004, aktuell)
Ein Sanierungsbeispiel: 900 DM für 200 DM Einsparung (08.2005)
Die die Energiebilanz des Bauteils Außenwand beeinflussenden Faktoren (09.2004)
14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling (10.2004)
Die WDVS-Recycling-Lüge
Recycling: Theorie und Träume (Beispiele: 1997, 2005)
Bewertung von Wandkonstruktionen: monolithisch vs. WDVS (08.2005)
Alterungsverhalten von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) (1998)
Ein Beispiel für die Glaubwürdigkeit des FV WDV (08.2005)
Wärmedämmung bei Altbauten: Theorie und Praxis (08.2005)
Das Heizenergie-Einspar-Quiz (10.2005)
Fungizide gegen Algen an Fassaden (10.2005)
Welchen Schallschutz kann der Erwerber verlangen?
PE-Trittschalldämmung mit 21 dB
Theorie und Praxis beim Heizwärmebedarf von Neubauten (1998)
Bauphysik für jedermann - Erläuterungen und
praktische Beispiele (2002)
Bauphysik für jedermann - ein Seminar
(hier die Folien) (2003)
Wärmetransporte in Außenbauteilen
- mikroskopisch und komplex betrachtet (09.2004)
Energie einsparen ohne Wärmedämmung
Über die Wiederentdeckung der Feuchte (09.2004)
Wirksamkeit von WDVS (10.2004)
Schönrederei von WDVS (04.2005)
3-Säulen-Modell des richtigen Bauens
Die Problemlösung für das Bauen im Bestand.
1.) Richtige Bauweise
MASSIV, MINERALISCH
• Speichervermögen
• Sorptionsvorgänge
• Wärmeschutz (TAV)
2.) Richtiges Heizkonzept
• Behaglichkeit
• Konvektionsfrei
je 1°C ca. 4…6% (!)
• Gleichmäßigkeit:
keine Strahlungssenken
• zugluftfrei
3.) Richtige Energetik
• Membranwirkung
• ungehinderte Sorption
• beständige Kapillarität
• Entfeuchten auf
• a - Filterung
• solare Gewinne (Winter)
• Hitzeschild (Sommer)
© DIMaGB, 09.2004
Ein praktisches Sanierungsbeispiel: 900 DM jährliche Kosten für 200 DM jährliche Einsparung
"Die angenehme Wärmedämmung des Gebäudes basiert auf vielen respektabel zu lesenden gesetzlichen Forderungen, damit es ehrlich zugehe mit der Energieeinsparung, obwohl das – wie gleich zu lesen sein wird – dem Mieter schnurzpiepe sein kann, denn was er einspart ist ja unbedeutend gegenüber der Summe, die er zuzahlt. Der Mieter unserer Beispielwohnung zahlt monatlich je Quadratmeter Wohnfläche für die Keller- und Drempeldämmung DM 0,28 und für die Wärmedämmung außen DM 1,07 je Quadratmeter. Bei 56,27 Quadratmeter Wohnfläche löhnt der Mieter dafür im Jahr DM 911,40! Soviel spart er an Heizkosten nie und nimmer ein. Den, wenn auch durch die Wärmedämmung geringeren Verbrauch, muss er natürlich bezahlen, und dazu die Gebühr für das Ablesen. Der Mieter unserer Beispielwohnung hatte 1998 für seine Heizkosten DM 609,24 zu entrichten. Dank der Wärmedämmung waren das etwa DM 200,– weniger als vorher. Dafür bezahlte er aber zusätzlich DM 911,40 jährlich für die Wärmedämmung, d.h. seine warme Stube kostete ihn vorher ohne Wärmedämmung rund DM 800,– und nun mit Wärmedämmung DM 1.562,64!"
aus: Mieterecho, ME 282/2000, S.16
„Der Vermieter, der einen Modernisierungszuschlag nach § 3 Abs. 1 MHG wegen Wärmedämmaßnahmen geltend macht, muß in der Mieterhöhungserklärung nach § 3 Abs. 3 MHG durch eine Wärmeberechnung darlegen, in welchem Maß sich eine Verringerung des Verbrauchs an Heizenergie ergibt.“
Rechtsentscheid des Kammergerichts Berlin vom 17.08.2000
Hierbei handelt es sich um ein Paradebeispiel an Unwirtschaftlichkeit. Noch dazu ist es schlichtweg ungesetzlich, denn des Energieeinspargesetz schreibt Wirtschaftlichkeit zwingend vor: §5 EnEG
"(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen."
Vorsicht hinsichtlich des oben aufgeführten rationalen Entscheids des Kammergerichts! Das ist Vergangenheit. Seit 2002 ist dem Unfug Tür und Tor geöffnet.
"Zur Erläuterung einer Mieterhöhungserklärung des Vermieters wegen baulicher Maßnahmen
zur Einsparung von Heizenergie im Sinne von MHG § 3 Abs. 3 Satz 2) bedarf es nicht der
Beifügung einer Wämebedarfsberechnung."
DIMaGB, 13.08.2005
Die die Energiebilanz des Bauteils Außenwand beeinflussenden Faktoren
DIMaGB, 09.2004, hier ein Auszug1 GEOMETRIE
1.1 Dicke
1.4 Gebäudegeometrie
2 STOFFZUSAMMENSETZUNG
2.1 Rohdichte
2.2 Innere Struktur
2.2.1 Porosität
2.2.2 Kapillarität
2.2.3 Homogenität
2.3 Oberflächenstruktur
2.3.1 Struktur
2.3.2 Farbe
2.4 Thermische Eigenschaften
2.4.1 Wärmespeichervermögen
2..4.2 Wärmeleitvermögen
D - Feuchte als Dampf
W - Feuchte als Wasser
3.1 Feuchte von innen
3.1.1 Adsorption
3.1.2 Absorption
3.1.3 Tauwasser
3.2 Feuchte von außen
3.2.1 Adsorption
3.2.2 Absorption
3.2.3 Tauwasser
3.3 Feuchte, im Stoff verbleibend
WB1 Niederschlag (Tau)
WB2 Verdunstung
4.1 Strahlung von innen
4.2 Strahlung von außen
4.3 Strahlung im Stoff
5 KONVEKTION
5.1 Konvektion an der Innenseite
5.2 Konvektion an der Außenseite
5.3 Konvektion innerhalb
5.3.1 zweischalige Wand
a) mit Lüftungsöffnungen
b) ohne Lüftungsöffnungen
6.1 das Heizungssystem
6.1.1 Strahlungsheizung
6.1.2 Konvektionsheizung
6.2 das Wetter
6.2.1 die Luft
6.2.1.1 Temperatur
6.2.1.2 Feuchte
6.2.1.3 Druck
6.2.1.4 Bewegung
6.2.2 die Strahlung
6.2.2.1 direkt/indirekt (global)
6.2.2.2 lang-/kurzwelliger
6.3 der Mensch
6.3.1 gibt Wärme ab
6.3.2 gibt Feuchte ab
6.3.3 erzeugt Wärme und Feuchte
14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling
ein Dokument der Sprach- und Hilflosigkeit
Hier die Wiedergabe eines Textes aus einer - sollte man annehmen - relativ einfach zu beantwortenden Anfrage.
Angesichts von > 600 Mio. m2 WDVS an deutschen Wänden (Quelle: Fachverband WDVS) ist das eine Größen-
ordnung von hohem umweltpoltischen und volkswirtschaftlichen Stellenwert.
Sehr geehrte Damen und Herren,ich bitte um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen. Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschut-
zes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von all-
gemeinem Interesse zu betrachten ist.
Hierzu habe ich einige konkreten Fragen:
1. Wie ist der Stand der Technik beim Recyceln von WDVS?
2. Unter welcher Deklaration werden entfernte WDVS vom Containerdienst abgeholt?
3. Wie sehen die praktischen Reinheitsanforderungen aus? (es geht um ein Verbundsystem)
4. Wie erfolgt die Trennung nach den einzelnen Bestandteilen?
5. Wie sehen die Aussichten für die Zukunft aus?
6. In welchen Anlagen erfolgt das Recycling von WDVS?
7. Wie sehen die Endprodukte des Recyclings aus?
8. Wie hoch ist die Wiederverwertungsquote?
9. Wie hoch ist der Anteil der thermischen Verwertung?
10. Werden zurück gebaute WDVS auf Deponie gelagert?
11. Wie hoch sind die Kosten für das Recycling als Bestandteil der Lebenskreisanalyse anzusetzen?
Referenz: je 8 cm WDVS Styropor/Mineralwolle mit Spachtel, Armierungsgewebe und Kunststoffputz
12. Wo und wie werden die im Recycling gewonnenen Stoffe eingesetzt?
13. Wie erfolgen wirksame Mechanismen der Qualitätssicherung?
14. Gibt es gesetzliche Vorgaben zum Recycling von WDVS?
(Absender vollständig)
Diese Anfrage ging zeitgleich am 05.10.2004 an
D-10115 Berlin Telefon: (030) 2008-0
(01888) 300-0 oder -30 60 (Bürgertelefon/Broschürenbestellung: Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00)
E-Mail: buergerinfo@bmvbw.bund.de
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Referat Kommunikation und Internet
V. i. S. d. P. Dr. Thomas Zielke
Telefax: 01888-615-5208
E-Mail: info@bmwa.bund.de
Telefon (01888) 305-0
Telefax (01888) 305 20 44
E-Mail des BMU: service@bmu.bund.de
Umweltbundesamt Postfach 33 00 22 14191 Berlin Telefon: +49 (0)30 8903-0 Telefax: +49 (0)30 8903-2285 E-Mail: info@umweltbundesamt.de
Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
Ich ging davon aus, dass die Beantwortung bei solch einer geballten Kompetenz ein Kinderspiel sei:
Im folgenden ist der Stand der Antworten wiedergegeben.
Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. Oktober 2004. Das BMVBW kann die gewünschten Auskünfte - deren Inhalt und Umfang etwa dem eines gewichtigen Lehrbuchs gleichen müssten -
nicht geben. Sie erhalten für einen konkreten Sachverhalt im Rahmen einer Baumaßnahme von den für Sie zuständigen Landesbehörden (für die Umwelt oder/und für die Bauaufsicht) Auskunft.
Im Auftrag B.T.
Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Mail vom heutigen Tag, indem Sie 14 konkrete Fragen zum technischen Stand des Recyclings von WDVS an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit stellen. Die von Ihnen gewünschten Informationen können umfassend nur von einem Experten auf dem Gebiet Recycling beantwortet werden. Ich habe deshalb mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) Kontakt aufgenommen und Ihre Mail an Herrn Schulz (Bundesvereinigung Baustoff-Recycling e.V) weitergeleitet. Herr Schulz wird zur Beantwortung Ihrer Fragen mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Referat Bauwirtschaft
Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich habe das
Umweltbundesamt, das Sie ja ebenfalls angeschrieben haben, gebeten, Ihre Anfrage zu beantworten.
Telefonat: keine Kapazitäten wegen Stellenabbau, deshalb muss telf. Auskunft genügen, eigentlich müssten FV WDVS und BV RBS etwas dazu sagen können; Literaturtipp: 2 Bücher von Rentz u.a. zu selektivem Rückbau bzw. Verwertungskonzepten, die haben aber eher theoretischen Charakter, die Praxis bedeutet aus Geldgründen eher die Abrissbirne und therm. Verwertung, Tipp: Vollzugsbehörden gibt es auf Landesebene (Berlin: SenStadt)
Recycling-Bau-
stoffe e.V.
BV RBS
Telefonat (Rückruf vom Geschäftsführer): er hat die Fragen vom BMWA zur Beantwortung weiter geleitet bekommen, was die Fragen sollen, was ich mit den Antworten anfangen wolle, etwa publizieren, oder stehe vielleicht irgendein Auftraggeber dahinter
Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Beantwortung aufgrund der doch sehr umfangreichen Detailfragen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis und freundliche Grüße aus Baden-Baden Fachverband WDVS W. S.
Zitate1.)
"Hinter der Fassade eines Wärmedämm-Verbundsystems stecken ungeahnte Möglichkeiten. Denn Sie sparen nicht nur Heizkosten, sondern gewinnen auch völlig neue Freiräume bei der Fassadengestaltung hinzu. Von der klassischen Stuckfassade bis hin zu futuristischer Architektur, mit dem WDV-System lässt sich immer eine ästhetisch ausdrucksstarke Lösung finden, die sich dann auch in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht sehen lassen kann."
2.) "Die Produktion von Wärmedämm-Verbundsystemen entspricht dem Grundsatz der Nachhaltigkeit. Wärmedämm-Verbundsysteme haben eine ausgezeichnete Ökobilanz und entlasten die Umwelt nachweisbar. ... Eine ausführliche Darstellung der ökologischen Vorteile von Wärmedämm-Verbundsystemen können Sie in der „Technischen Systeminfo Nr.4, Ökobilanz" nachlesen."
Im Folgenden erfahren Sie mehr zum Thema "Ökobilanz", getreu dem Motto: ausrechnen lässt sie sich, auch eindrucksvoll darstellen - nur bitte nicht nach den Grundlagen fragen (abgesehen vom rechnerischen Nachweis der Minderung von CO2-Emisionen.
",Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne die Möglichkeiten nachfolgender Generationen zu schmälern."
Rio 1992, Kongress der int. StaatengemeinschaftZitat 2:
"In der Bundesrepublik Deutschland entfallen 36 % des gesamten Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Raumwärme, bei den privaten Haushalten fast 80 %. Diese Zahlen machen dos Einsparpotenzial deutlich. Zur Bewältigung der Aufgaben werden intelligente Lösungen benötigt, die Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden." [Kommentar: das mit dem Bedarf an intelligenten Lösungen stimmt.]
"Ökobilanzen beschreiben gemäß der internationalen Norm DIN EN ISO I 4040 die Umweltauswirkungen eines Produktes über seinen gesamten Produkt-Lebenszyklus." [Kommentar: Und dazu gehören Entsorgung bzw. Recycling.]
"Innerhalb der Sachbilanz werden die Stoff- und Energieströme während des Produkt- und Lebenszyklus bestimmt und endproduktbezogen addiert.
Produkt-Lebenszyklus::
- Produktion, Herstellungsprozess
- Verwendung, Nutzung
- Entsorgung" [Kommentar: Dacht ich es mir doch, dass die Entsorgung dazu gehört. Aber: entsorgen ist nicht gleich recyclen.]]
"Potenziale bei Recycling und Verwertung Eine vollständige Lebenszyklusanalyse schIießt die Betrachtung der Entsorgung des jeweiligen Produktes mit ein.
[Kommentar: und warum wird es dann nicht getan?] Bei langlebigen Gütern wie Gebäuden treten jedoch enorme Probleme im Hinblick auf die Datensicherheit auf. [Kommentar: Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen.] So erscheint es aus heutiger Sicht nahezu unmöglich zu analysieren, welche Recyclingmöglichkeiten für Baustoffe in 50-l00 Jahren bestehen werden. Deshalb wird an dieser Stelle lediglich auf Verwertungs-mögIichkeiten aus heutiger Sicht hingewiesen. [Kommentar: Auf diese Hinweise dürfen wir gespannt sein.]
Recycling bzw. Verwertung von Dämmstoffen:
Polystyrol-Dämmstoffe haben als reine Erdölprodukte einen hohen Brennwert. Die Verbrennung eines Kilogramms Polystyrol spart die Verbrennung von knapp einem Liter Rohöl ein. Somit kann der Einsatz anderer Brennstoffe verringert werden. [Kommentar: Also bedeutet Verwertung doch nur, dass das Zeug durch die Esse gejagt wird?]
Steinwolledämmstoffe können, solange keine nennenswerten Verunreinigungen [Kommentar: Keiner weiß, was das bedeutet, Antworten dazu gibt es nicht.] vorliegen, direkt wieder in den Produktionsprozess eingesetzt werden. Ein stoffliches Recycling und damit die Schonung von Ressourcen ist somit möglich. [Kommentar: möglich ja, aber auch praktiziert?]
Bei den übrigen Bestandteilen von WDV-Systemen handelt es sich in der Nachnutzungsphase um unkritischen Bauschutt, der dem Bauschuttrecycling zugeführt werden kann." [Kommentar: Es kann oder will eben nur niemand verraten, wie dieses Bauschuttrecycling aussieht.]
"Die vorliegende Studie konnte belegen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können." [Kommentar: was wird nachhaltig entwickelt: die Sanierungssysteme oder das Entsorgungsgeschäft?]
Quellenangabe: die Zitate stammen aus der Broschüre "Ökobilanz" herausgegeben vom Fachverband Wärmedämmstoffe. Sie könne sich das Heftchen da kostenlos bestellen. Die [ Kommentare ]
stammen von mir.
Um die Bedeutung der Fragen noch einmal herauszustellen: wir reden von
über 600 Mio. m2.
Zum vorläufigen Abschluss noch eine simple Frage: wie kann man behaupten, dass "Wärmedämm-Verbundsysteme ... eine ausgezeichnete Ökobilanz (haben)", wenn diese simplen 14 Fragen nicht beantwortet werden können? siehe auch: Wirksamkeit von WDVS (10.2004)
Am 10.12.2004 fragte ich noch einmal schriftlich an, bei jemandem, der es am besten wissen sollte: dem Fachverband Wärmedämmverbundsysteme:
ich bat um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen. Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschutzes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von allgemeinem volkswirtschaftlichen und umweltpolitischen Interesse zu betrachten ist. Hierzu habe ich einige Fragen, die noch unbeantwortet sind: ...
Dies zur Erinnerung. Dass es sich um recht umfangreiche Detailfragen handelt, kann ich nicht bestätigen, zumal es sich bei vielen um relativ simple Ja/Nein-Antworten handelt. Insofern halte ich 2 Monate Bearbeitungszeit für äußerst großzügig angesetzt. Es wäre höchst bedauerlich, wenn Sie mir die Fragen nicht beantworten können. Dann nämlich stellte sich die Frage, wie Sie in der Lage sind, den WDVS eine „ausgezeichnete“ Ökobilanz zu bescheinigen. Im Übrigen darf ich darauf verweisen, dass Sie anlässlich des IBP-Symposiums am 30.11. angeboten haben, jede Frage binnen 48 Stunden zu beantworten.
Man vermutet richtig: ein paar mal 48 Stunden vergingen - und keine Antwort kam. Fazit; weder Regierung noch Industrie können diese simplen Fragen beantworten, dennoch fühlt man sich berufen zu behaupten, "Wärme-dämm- Verbundsysteme haben eine ausgezeichnete Ökobilanz und entlasten die Umwelt nachweisbar." Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf. Und freuen Sie sich auf die nächste Sanierung,
denn die bezahlen Sie.
15.12.2004 DIMaGB
Ergänzung vom zum Stichwort "Recycling"
Recycling von Steinwolle
Produktionsabfall und Baustellenverschnitt werden recycelt
• Zermahlen und Pressen (Briketts)
• Rücknahme an drei Standorten
• Rücknahme ist kostenpflichtig
• Rücknahme von Verpackung kostenfrei
Betriebsbesichtigung einmal anders
von Tobias Wienzek und Ulrich Schulz
am 16. Juni 2004 (Rockwool Referat)
Kommentar DIMaGB: prinzipiell ist also ein Recycling von Steinwolle möglich, man beachte aber bitte, dass es sich um den Baustoff pur handelt, das heißt ohne Kaschierung, Armierung, Mörtelung, Putz. Es muss also nur (ausgebaut und) eingesammelt werden, ohne trennen zu müssen, was bei einem WDVS nicht geht. Immerhin ist es interessant festzustellen, dass mit Stand Juni 2004 eine kostenpflichtige Rücknahme an drei (!) Standorten möglich ist. Und bei WDVS? Da gibt es kein Recycling. 26.04.2005
Recycling: Theorie und Träume
Bsp. 1 aus 1997
Die Arbeitshilfen gelten für Neubau-, Umbau- und Rückbaumaßnahmen auf Liegenschaften
des Bundes sowie für die Verwendung/Verwertung und Beseitigung gebrauchter Baustoffe
bei Bundesbaumaßnahmen gemäß RBBau durch die Finanzbauverwaltung der Länder und die
Bundesbaudirektion.
Dem Anwender der "Arbeitshilfen Recycling" werden in einer komprimierten und
übersichtlichen Erläuterung die Grundgedanken des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes,
der Produktverantwortung, Basiszahlen des Abfallaufkommens, Strategien der
Abfallvermeidung und der Verantwortung des Bundes bei seinen Maßnahmen dargestellt.
Als Ziel der Arbeitshilfen wurde festgelegt, daß die bei Planung und Ausführung notwendigen
Maßnahmen für einen umweltverträglichen Umgang mit Bauabfällen zu beschreiben und die
Grundsätze für Stoffströme im Hinblick auf Vermeidung, Wiederverwendung, Verwertung
und Beseitigung festzulegen sind.
Das Kaskadenmodell Vermeidung vor Verwertung vor Beseitigung wird am Beispiel der
Bauabfälle erläutert.
Kapitel 4: Rechtliche Grundlagen
Ausgewählte Rechtsgrundlagen
Die Verpflichtung des § 7 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) zur Wirtschaftlichkeit und
Sparsamkeit ist gemäß den Arbeitshilfen auch auf Recyclingmaßnahmen anzuwenden.
Kapitel 5: Neubau
Planung zur Abfallvermeidung und -reduzierung
In diesem Kapitel werden die Möglichkeiten des Einsatzes von Recyclingbaustoffen zur
Abfallvermeidung und der am Planungsprozeß Beteiligten erläutert.
Anhang 4: Verzeichnis von Verbänden
Da es in den Arbeitshilfen nicht möglich ist, das Verzeichnis fachkundiger Verbände aktuell
zu halten, wird auf die jährlich im Bundesanzeiger erscheinende "Bekanntmachung der
öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern" hingewiesen.
aus: "Arbeitshilfen Recycling" vom
Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen
Referat BS 33
hrsg. vom Staatshochbauamt Hannover II
Die "Arbeitshilfen Recycling" des BMBau Handlungsanweisung für den sicheren Umgang mit der neuen gesetzlichen Regelung 1. Einleitung Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro wurde ein Prozeß in Gang gesetzt, der darauf abzielt, von der Ebene der internationalen Politik über die nationalen Regierungen bis hin zu den Kommunen eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich damals auf das Leitbild einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung verständigt. Die mit dem Leitbild verbundene grundlegende Zielsetzung, die in der Agenda 21 niedergelegt ist, nämlich gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, bedingt in den Unterzeichnerstaaten Änderungen in sämtlichen Politikbereichen. Letztlich ist es erforderlich, die Defizite bisheriger Politik zu überwinden und flexible und diskursive Strukturen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu schaffen, um eine integrative Politik einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung gestalten zu können.
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung dient die Agenda 21 als Leitlinie für erfolgreiche und ökologische Innovationen. Es ist zu verzeichnen, daß in der Umsetzung der Agenda 21 die Ressourcen- und Energieeffizienz des Wirtschaftens in Deutschland deutlich verbessert werden konnte. Während EU-weit die erzeugten Abfallmengen weiterhin zunehmen ist das Abfallaufkommen in Deutschland im Zeitraum 1990 bis 1993 um 10 % zurückgegangen. Die Verwertungsquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 25%. Dies ist ein sichtbarer Erfolg des abfallpolitischen Konzepts der Bundesregierung, die Verantwortung des Produzenten auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts auszudehnen.
Ca. 70 % der Stoffströme in Deutschland sind dem Bauen zugeordnet. Ströme sind zu analysieren und zu reduzieren. Management von Stoffströmen im Bereich Bauen und Wohnen ist auch Inhalt der Beratungen der Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt".
2. Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau Im für Bundesbaumaßnahmen verpflichtendem Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau wird festgelegt, daß Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, Belastungen zu vermeiden, eingetretene Schäden zu beheben oder auszugleichen sind und auf sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energien zu achten ist. U.a. wird mit dem K 14 für die Baumaßnahmen vorgegeben, daß Baureststoffe möglichst schadstoffrei weiter- bzw. wiederzuverwenden sind, daß Schadstoffe zu entsorgen sind und daß nach der Beseitigung bestehender baulicher Anlagen das Gelände, soweit möglich, wieder naturnah zu gestalten ist.
3. Umwelt- und abfallrechtliche Regelungen Neben den Zielvorgaben der RBBau, Abschnitt K 14 sind bei Baumaßnahmen des Bundes die geltenden Umwelt- und Abfallrechtlichen Gesetze und Regelungen zu beachten. Dies sind insbesondere das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG), die Technische Anleitung Siedlungsabfälle (TASi), die Landesabfallgesetze sowie die jeweiligen Ortssatzungen.
4. Arbeitshilfen Recycling Durch das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG) vom 27. September 1994 ist die Entsorgung von Abfällen vom Bundesgesetzgeber neu geordnet worden. Dies gilt auch für die Entsorgung gebrauchter Baustoffe bei Bundesbaumaßnahmen. Um dem KrW-/AbfG mit seinen untergesetzlichen Verordnungen bei Baumaßnahmen des Bundes zu entsprechen und bei den Mitarbeitern der Bauverwaltung ein sicheres Bau- und Verwaltungshandeln zu gewährleisten, entschloß sich das Bundesbauministerium in einem interministeriellen Arbeitskreis mit Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums, des Bundesumweltministeriums und unter Leitung des Bundesbauministeriums "Arbeitshilfen Recycling" für die Bundesbauverwaltung zu erarbeiten. Dem Arbeitskreis gehörten neben Vertretern der Ministerien, Vertreter aus der Bauverwaltung, von Hochschulen (Uni Dortmund und Bergische Universität Wuppertal), von Verbänden (Bundesvereinigung Recycling Bau e.V. BRB und dem Verband der Abbruchunternehmer) und Ingenieurbüros an.
Die "Arbeitshilfen Recycling" sind für die Bearbeiter von Bundesbaumaßnahmen erstellt worden. Durch die Verwendung der Terminologie der RBBau als auch der allgemeinverbindlichen HOAI-Schreibweise sind die Arbeitshilfen auf alle Baumaßnahmen mit Abfallerzeugung gleichermaßen anwendbar.
Was die Fachkunde von Fachverbänden betrifft, darf ich auf die höchst aufschlussreiche Antwort des Geschäftsführers des zitierten Fachverbandes Recycling verweisen (siehe oben). Ansonsten bleibe festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.
Bsp. 2 aus 2005:
Stolpe: Bund unterstützt Technologietransfer in Ostdeutschland
Internationale Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München
"In vielen Bereichen des Technologietransfers ist Ostdeutschland dank seiner spezifischen Erfahrungen ein erfolgreicher und beispielhafter Vorreiter." Das sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Dr. Manfred Stolpe am Dienstag auf der internationalen Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München.
Die LES, eine weltweite agierende Organisation, deren Mitglieder sich mit Fragen der Lizensierung von geistigem Eigentum sowie dessen Transfer und Management beschäftigen, hält in diesem Jahr ihre Jahrestagung in München ab. Ziel der LES ist es, erfolgreichen Technologietransfer bei gleichzeitigem Schutz geistigen Eigentums zu befördern. Durch die Förderprogramme der Bundesregierung sei es in den neuen Ländern gelungen, innovative, zumeist mittelständische Firmen und exzellente Forschungseinrichtungen miteinander zu vernetzen und in diesem Rahmen die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung für die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu nutzen, so der Bundesminister.
Stolpe hob die besonderen Erfahrungen bei der Sanierung industrieller Altlasten, beispielsweise in der Chemieindustrie, dem Braunkohle- und Uranerzbergbau sowie bei der Demontage von Anlagen der Kernenergie hervor. Wie in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern), wo die Energiewerke Nord bei der Demontage des dortigen Kernkraftwerkes Technologien entwickelt haben, die inzwischen bei der Entsorgung der Reaktoren ausgemusterter russischer Atom-U-Boote zum Einsatz gelangen, gebe es in Ostdeutschland auch an anderen Orten die Möglichkeit, technisches Know-How beim Recycling von Industrieanlagen und -flächen zu exportieren.
Pressemitteilung BMVBW, 14. Juni 2005, Nr.: 194/2005
leider besteht das Know-How beim Recycling von WDVS darin, dass man dazu nichts zu sagen hat.
Auch hier bleibe festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.
Daniela Bunte, Peter Göricke und Hermann-Josef Wagner
Theorie und Praxis beim Heizwärmebedarf von Neubauten
- das Beispiel einer Reihenhauszeile Für Häuser, die nach der gültigen Wärmeschutzverordnung (WSVO '95) errichtet werden, wird im Vorfeld ein Jahres-Heizwärmebedarf errechnet, der, ausgeführt als Wärmeschutznachweis, Bestandteil der Baugenehmigung ist. Bezogen auf die Nutzfläche sind je nach Gebäudegeometrie (A/V-Verhältnis) vorgegebene Höchstwerte zwischen 54 und 100kWh/(m2a) zulässig. Die spätere Einhaltung der Werte wird, ebenso wie die bautechnische Ausführung der Wärmeschutzmaßnahmen, nicht überprüft. Eine näherungsweise Ermittlung des tatsächlichen Heizwärmeverbrauchs über den Brennstoffbedarf bleibt dem interessierten Bewohner vorbehalten. Im nachfolgend beschriebenen Hausobjekt einer Essener Wohnungsbaugesellschaft haben die beteiligten Firmen von vorn herein für Meßwertaufnahmen gesorgt. Der frühzeitig festgestellte, unerwartet hohe Heizwärmebedarf der Häuser gab den Anlaß, die Abweichungen zwischen vorausberechnetem und gemessenem Verbrauch genauer zu untersuchen. Die analysierten Ursachen und damit verbundenen Grenzen von Berechnungsverfahren sind im folgenden Beitrag dargestellt. Quelle:
Inhaltsverzeichnis 3/1998 gi - Gesundheitsingenieur Haustechnik - Bauphysik - Umwelttechnik 122. Jahrgang 1998. ISSN 0932-6200
Daran, dass die spätere Einhaltung der Werte nicht überprüft wird, hat sich auch 7 Jahre später nichts geändert. Warum auch? Die Überprüfung der bautechnischen Ausführung indes sollte Bestandteil der Bauüberwachung sein (LPh 8 nach HOAI). Ansonsten hat sich einmal der Fachverband Wärmedämmverbundsysteme damit befasst: 99% sind mangelfrei. Sicher ein verblüffendes Ergebnis, aber wer wagt es, es anzuzweifeln? betreff: Wärmedämmung bei Altbauten
Gesendet: Freitag, 2. September 2005 14:58
Sehr geehrter Herr Bumann,
im Zuge meiner Recherche über Wärmedämmsysteme für Altbauten im Internet bin ich jetzt schon häufiger über Ihre Seiten "gestolpert" und habe Sie mit Interesse gelesen. Meine Frage ist nun, ob Sie die nachträgliche Dämmung mit Styroppor verdammen oder generell die nachträgliche Dämmung. Ich habe ein Altbau Jg. 1959 mit einem 2 schaligen Mauerwerk mit Hohlschicht. Ich beabsichtige, die Hohlschicht mit einem Dämmmaterial (Einblasdämmsystem Rockwool o.ä.) zu verfüllen, da ich schon in den kühleren Jahreszeiten bemerkt habe, dass die Wand sich ziemlich kühl anfühlt und ein unangenehmes Wohnklima verbreitet. Wie stehen Sie zu diesem Dämmsystem. Das die Styropordämmung nichts bringt, habe ich an einer anderen Stelle an unserem Haus bemerkt. Dort wurde eine entsprechende Dämmung von unserem Vorbesitzer angebracht und die Wände sind ähnlich kühl, wie im ungedämmten Teil. Für eine kurze Nachricht von Ihnen wäre ich dankbar.
Mit freundlichem Gruss, K.K.
grundsätzlich verdamme ich nur unsinnige Maßnahmen am Bau, die den Bauherrn einen Haufen Geld kosten und wenig nützen. Styropor-WDVS gehören leider oft dazu.
Unterscheiden müssen wir zwischen Mauerwerk und Beton (Stichwort: Platte). Bei Mauerwerk ist es völlig falsch, weil man von innen nach außen dichter baut. Bei Beton ist es unbedenklicher, weil da die Sorptionsprozesse nicht so sind wie bei Mauerwerk.
Das ist bislang reine Bauphysik und hat nichts mit Wirtschaftlichkeit zu tun. Wer sich für dieses Thema interessiert, kommt an meiner
Wirtschaftlichkeitsseite nicht vorbei. Dort sind reichlich Erläuterungen und abschreckende Beispiele aufgeführt.
Zu dem von Ihnen angesprochen Praxistest mit Styropor: nur auf dem Blatt Papier eines formelverliebten Technokraten bewirkt Wärmedämmung auf 2-schaligen Konstruktionen etwas, leider auch nach DIN, aber das macht nichts: die Praxis zeigt wieder mal, was wirklich los ist. Zum Glück lässt sich die Praxis weder von Trittin noch dena noch DIN usw. beeindrucken.
Die von Ihnen angesprochene Kerndämmung ist eine Möglich- keit, etwas zu bewirken. Wissen Sie schon, was der Spaß kostet? Wissen Sie auch, was es Ihnen nützt, ich meine garantiert und nicht wischi-waschi-unverbindlich?
Es gibt noch eine Variante, die können Sie selber umsetzen und die dürfte an Wirtschaftlichkeit nicht zu übertreffen sein: eine Innenbeschichtung mit TS Interieur. Das Ergebnis schlägt sich schon nach der kommenden Heizperiode nieder und spüren werden Sie bereits nach wenigen Wochen etwas.
Ich kenne die neuesten Messergebnisse (Dt. Welle, Bonn, Büro- räume, 01.+02.09.2005 gemessen), die strafen jeden Ignoranten Lügen: mit 2 kW in 0,5 h die Wandoberflächentemp. um +3,5 °C angehoben (!). Somit bewiesen: im Sommer kühl. Im Winter warm.
Im AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. wird die vg. Studie vorgestellt. Die Bewertung verschiedener massiver Neubau-Wandkonstruktionen durch das Institut für Bauforschung e.V., Hannover (Pfeiffer, M., Fanslau, D., Zedler, J.: Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen Abschlussbericht Gutachten G-633 – 35202, Institut für Bauforschung, Hannover, 2005) schreibt eine seit über 10 Jahren vorliegende Studie von Menkhoff und Gerken (Menkhoff, H., Gerken, D.: Bewertung der relevanten Auswahlkriterien für Wandbaustoffe, Forschungsbericht, Institut für Bauforschung, Hannover, 1994) fort und bestätigt die hohe Qualität von Ziegelwandkonstruktionen.
Differenziert wird einerseits nach Einfamilienhäusern (EFH, RH, DHH) und Mehrgeschosswohnungsbau (MGW), andererseits zwischen einschaligen, mehrschaligen und zusatzgedämmten Neubau-Wandkonstruktionen. Anhand bautechnischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte wurden Bewertungskriterien aufgestellt. Die Aufstellung von Übersichten, Checklisten und Diagrammen macht die Aussagen nachvollziehbar.
Sehr viel größer als im Bereich der Bautechnik schwankt die Bandbreite der ökonomischen Klassifizierung, wo zwischen 80 und 320 Bewertungspunkte vergeben wurden. Grundlage für diese Bewertung sind die Aspekte der Herstellung und Ausführungssicherheit, der Dauerhaftigkeit der gesamten Wandkonstruktion sowie die Investitionskosten und der sich über die in dieser Studie festgelegte Betrachtungsdauer (Lebensdauer) von 80 Jahren ergebende Kapitalwert.
Im Bewertungskriterium Bautechnik liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 210 und 290. Im Bewertungskriterium Ökologie liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 100 und 340. Im Mittel liegen die erreichten Bewertungspunkte für Wände mit WDVS 20 % niedriger als bei den monolithischen Außenwänden, was im Wesentlichen aus den ungünstigeren ökologischen Kriterien aus dem Erneuerungszyklus eines WDVS resultiert. Ökonomisch unvorteilhafte Rahmenbedingungen, bedingt durch den Wartungsaufwand der Fassaden, kommen hinzu. Hierzu zählen z. B. Reinigung und Pflege der WDVS-Fassade im Jahr 10, 30, 50 und 70 nach der Erstellung und Instandsetzung des WDVS in den Jahren 20, 40 und 60.
Bildausschnitt aus Bild 1: Übersicht der untersuchten monolithischen Außenwandaufbauten, getrennt nach Einfamilien-und Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der erreichten Gesamtpunktzahl von ca. 850 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)
Bildausschnitt Bild 2: Übersicht der untersuchten Außenwandaufbauten mit WDVS, getrennt nach Einfamilienund Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der erreichten Gesamt-
punktzahl von ca. 650 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)
Literaturtipp: Der vollständige Forschungsbericht kann digital im PDF-Format bei den Produktgruppen der Ziegelindustrie bezogen werden. Er dient damit Planern und Bauherren als eine Entscheidungshilfe für die Auswahl von Neubau-Wandkonstruktionen unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Kriterien.
Linktipp: AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel (derzeit 20.08.2005 noch nicht online)
Und hier das Kontrastprogramm, geliefert vom FV WDV:
demnach weisen - nur 2% der WDVS mechanische Mängel auf und nur 1% ist von Algen befallen !
Potzblitz! Hier der Link für Märchenfreunde: Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002
Für Neunmalkluge: wenngleich sich die Studie auf Neubauten bezieht, sollte doch unstrittig sein, dass jeder Neubau irgendwann einmal älter wird. Und ob man ein unwirtschaftliches und wenig ökologisches System
an eine alte oder an eine neue Mauerwerkswand klebt, dürfte auch egal sein.
DIMaGB.de, 20.08.2005
AMz-Bericht 5/98: Alterungsverhalten und Bauphysik
von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)
"Die ersten WDVS im Bausektor wurden zu Beginn der 60er-Jahre ausgeführt. Ihr großflächiger Einsatz begann mit der Ölkrise in den Jahren 1973/1974. Zu dieser Zeit wurden Styropor-Hartschaumplatten mit Dämmstärken zwischen 20 und 50 mm eingesetzt. Die Dämmstoffplatten wurden auf dem Untergrund verklebt und mit Kunstharzputzen wettergeschützt. Von diesem WDVS aus den Anfangsjahren waren schon nach im Schnitt 3 Jahren Standzeit nur zwei Drittel aller Systeme ohne jegliche Mängel [1]. Nach im Mittel 8 weiteren Jahren wurden die zuvor begutachteten Systeme im Jahr 1983 ein weiteres Mal untersucht [2]. Es stellte sich heraus, dass nach einer durchschnittlichen Standzeit von 11 Jahren noch 49 % der untersuchten Systeme gänzlich ohne Mängel waren. Eine neuere Untersuchung aus den Jahren 1994/1995 in der 21 Gebäude mit WDVS untersucht wurden [3], lag das Durchschnittsalter der Systeme bei 22 Jahren. Hierzu zeigte sich, dass lediglich 22 % ohne Mängel, 28 % mit geringen Mängel und 50 % aller Systeme mit größeren Mängel behaftet waren.
Die Auswertung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt Tendenzen, die hinsichtlich der Mängelhäufigkeit zwischen den zuvor genannten Ergebnissen [3, 4, 5, 6, 7] liegen und auf eine entsprechende Reparaturanfälligkeit schließen lassen. Eine Übersicht hierzu gibt Tabelle 1. Die ausführlichen Ergebnisse sind in der Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff nachzulesen, die die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel beauftragt hat."
Renovierungszyklen
"Außenwände mit WDVS unterliegen während ihrer Lebensdauer bestimmten Renovierungszyklen. Diese werden nach [8] wie folgt angegeben:
• Mineralische Außen-/Oberputze müssen zwischen dem 15. und 50. Jahr erneuert bzw. überarbeitet werden. Der Mittelwert liegt bei 35 Jahren. Da insbesondere diese Art von Putzen unter Umständen mit einem Anstrich versehen werden, müssen auch hierfür Renovierungszyklen eingeplant werden. Diese werden mit 5 bis 20 Jahren bei einem Mittelwert von 10 Jahren angegeben. Kunstharzputze auf Mauerwerk oder auf WDVS weisen deutlich kürzere Lebensdauern auf. Diese liegen zwischen 10 und 25 Jahren bzw. bei einem Mittelwert von etwa 18 Jahren.
• Selbst wenn neue entwickelte Kunstharzputze eine gegenüber den zuvor genannten Zahlen deutlich längere Lebensdauer aufweisen, wird häufig eine zumindest optische Renovierung notwendig, da schon nach kurzer Zeit die Putzoberflächen der kunststoffmodifizierten Oberputze an nord- und ostorientierten Fassaden zur Veralgung und Grünbildung neigen. Dies kann auch eine Ausrüstung der Systeme mit Fungiziden nicht dauerhaft ausschließen.
• Zum Renovierungszyklus der Wärmedämmschichten liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Aus den o. g. Gutachten ist nur bekannt, dass beschädigte oder abgelöste Dämmplatten nachträglich ausgetauscht werden mussten. Diese haben allerdings ihre Lebensdauer noch lange nicht erreicht und hätten, wäre das System schadensfrei geblieben, ihre Funktion weiterhin erfüllt."
"Am häufigsten vertreten sind Putzrisse insbesondere an Bauteilanschlüssen wie am Fenster, Brüstungen, Rollladenkästen etc. Diese Risse stellen sich schon sehr frühzeitig nach Fertigstellung des WDVS ein, werden aber in der Anfangsphase häufig nicht wahrgenommen. Erst mit der Zeit bilden sich in den Rissen durch den Eintrag von Schmutzwasser dunkle Verfärbungen, die dann den eigentlichen Riss erst sichtbar machen. Vor allem an Südfassaden aber auch an Westseiten sind diese Schäden vorzufinden. Ursache hierfür sind die starken Temperaturänderungen durch die Sonneneinstrahlung. Von kleinen Rissen kann kaum eine Gefährdung der Systemdauerhaftigkeit ausgehen, größere ermöglichen insbesondere in Westlagen ein Eindringen von Regenwasser und somit eine Funktionsbeeinträchtigung des gesamten Systems.
Neben den Risseschäden sind im Erdgeschossbereich häufig Oberflächenbeschädigungen durch mechanische Beanspruchung festzustellen. Insbesondere in Geschossbauten mit direkt an der Fassade verlaufenden Verkehrsflächen sind diese zu beobachten (Abstellen von Fahrrädern, PKW-Anstoß, Einkaufswagen, etc.). Sie lassen sich auch trotz Einlage von sog. Panzergeweben nicht gänzlich ausschließen.
Systembedingte Schwachpunkte, die immer wieder zu beobachten sind und unabhängig vom verwendeten Dämm-Material auftreten sind sich abzeichnende Dämmplatten, Putzrisse über Dämmplattenfugen, Putzaufwölbungen und Farbaufwölbungen. ..."
Arbeitsaufwand und Kosten der Mängelbeseitigung
"Die bislang bekannten Untersuchungen lassen keine gesicherten Rückschlüsse auf den Arbeitsaufwand und die zu erwartenden Renovierungskosten zu. Man kann allerdings davon ausgehen, dass eine partielle Mängel-beseitigung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Aus optischen Gründen wird man immer die gesamte Fassadenfläche oder zumindest große Abschnitte überarbeiten müssen. Das führt dazu, dass neben der Ausbesserung schadhafter Stellen eines WDVS zumindest eine Fassadenreinigung und ein anschließender Neuanstrich notwendig werden.
Darüber hinaus wird aus einigen Gutachten ablesbar, dass schon wenige Jahre nach Instandsetzungs-maßnahmen ähnliche oder gleiche Mängel erneut auftreten. Dies lässt den Schluss zu, dass bestimmte WDVS mit systemimmanenten Fehlern behaftet sein können und deren Dauerhaftigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit derartiger Systeme stark sinkt."
Zum Feuchteschutz wird festgestellt:
"Systeme mit Außenputzen auf Kunstharzbasis weisen recht hohe wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicken (SD-Werte) auf.
Bei ungünstiger Schichtenfolge kann es zu einem nicht unerheblichen Tauwasserausfall in der Dämmschicht kommen (s. Grafik)."
Anmerkung zur Datentabelle der Auswertung:
Grafische Darstellung der Werte der Untersuchung
dazu im Vergleich die Daten des FV WDV
(siehe weiter oben: Kontrastprogramm)
Der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff im Auftrage der AMz oder
der des Instituts für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing (= FV WDV)?
Ich glaube der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff.
Infos ier.
DIMaGB, 20.08.2005
Sanierung eines Altbaus : Welchen Schallschutz kann der Erwerber verlangen? Der Bauträger haftet auch dann, wenn die Holzbalkendecke der von ihm sanierten
Altbauwohnung zwar den Anforderungen, die die Baubehörde an den Schallschutz stellt,
genügt, nicht aber den Mindestanforderungen der DIN 4109 zum Zeitpunkt der
Sanierung. Quelle : IBR, Ausgabe 05/2003
Quelle: bbg news Juni/Juli 2003
Sanierung, Ertüchtigung,
Neubau als Einfeldträger
www.timco.at
www.hbv-systeme.de
Neubau als Durchlaufträger,
gebogene Träger usw.
Dazu ein Zitat von Fachleuten:
"Besondere bauliche Schutzmaßnahmen
Die Innenräume guter alter Gebäude mit dicken Wänden und schweren Decken haben, falls sie gut belichtet und belüftet sind, zumeist ohne weiteres drei schätzenswerte Eigenschaften: Sie sind trocken, sie sind im Winter warm, im Sommer kühl, und sie sind lärmdicht. Neuzeitliche Gebäude benötigen zwar infolge der genaueren Bemessungsverfahren einer hochentwickelten Baustatik und Baustoffkunde erheblich geringere Mengen von Baustoffen für tragende Bauteile, wie Wände und Decken. Dafür müssen jedoch erhöhte Aufwendungen für sorgfältige Maßnahmen, die dem Schutz vor Feuchtigkeit, vor Wärmeverlusten und vor Lärm dienen, gemacht werden, wenn der Wohnwert nicht herabgemindert werden soll. Der Ton möge hierbei, wie in der gesamten Baukonstruktion, besonders auf dem Worte sorgfältig liegen. Je genauer gerechnet, je feiner in Rechnung und Zeichnung bemessen wird, um so genauer muß auch die Arbeit auf den Baustellen ausgeführt werden! Das einen bis zwei Daumen dicke "Zimmermannshaar" als traditionelle Maßtoleranz ist nicht mehr brauchbar."
Quelle: Frick, Knöll, Neumann: Baukonstruktionslehre Teil 1, B.G. Teubner Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 1963, S. 195
Kommentar DIMaGB: überflüssig.
Linktipp: Bauwerksabdichtungen, historisches
Dow informiert im November 2004 über eine 5 mm dünne Ethafoam SD Trittschalldämmung aus PE-Schaum. Damit sind niedrige Fußbodenaufbauten möglich.
bewertete Trittschalldämmung nach DIN ISO 717 T.2: DLW = 21 dB Rechenwert der Trittschalldämmung nach Zulassung: DLW,R = 17 dB Ethafoam ist dauerhaft feuchtigkeitsunempfindlich auch in Nassbereichen
Das Heizenergie-Einspar-Quiz
Worum geht es? Sie vermuten richtig: es geht um die Einsparung an Heizenergie mithilfe von WDVS (Wärme- Dämm - Verbund - Systemen, Vollwärmeschutz, Fassadendämmung, Außenwandisolierung ... was vergessen?). Was gibt es zu gewinnen? Da muss ich Sie leider enttäuschen: da die Leistungsversprechen von bestimmten Unternehmen bzw. Verbänden abgegeben wurden, müssen Sie sich an diese halten.
So viel sei schon jetzt verraten: Sie sparen jede Menge. Wie viel genau? Na, darum geht es doch in dem Quiz. Um Ihnen das Erraten leicht zu machen, führen Links zu möglichen Fundstellen für die Antworten.
Mit einem WDVS spart man ein:
statistisch irrelevant wenig
21 % Heizenergie
Lösung:C:
35 % Heizenergie
(baumit Bayosan)
43 % Heizenergie
(Caparol)
50 % Heizenergie
- 60% Heizenergie
(FV WDV)
(Sto AG)
~ 66 % Heizenergie
- 70% Heizenergie
75 % Heizenergieverluste aller Außenwände (Hess. Umweltmin.)
50-80 % Heizenergie
35 Mrd. l Heizöl p.a.
Lösung M:
218 Mrd. l Heizöl p.a.
Lösung N:
mehr als verbraucht wird
Viel Spaß beim Raten und Lösen wünscht Ihnen
DIMaGB, 11.10.2005
PS: fordern Sie die Gewinne bei den zitierten Quellen ein
hier werden Sie nur Ihre Meinung los.
Fungizide gegen Algen an Fassaden
Nun kann man meinen, dass außen nicht innen ist - aber Gift bleibt Gift. Zudem wird das Zeug ausgewaschen und es gelangt somit auf den Rasen, die Beete, in den Erdboden. Somit ist die fungizide Wirkung temporär, es entstehen also ständig Folgekosten - zudem muss man sich als Eltern überlegen, wie man die Kinder von den kontaminierten Bereichen fern hält.
. ► ... mehr dazu hier
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:: Algen an Fassaden, Feuchte, Kalk, Schimmel, WDVS
:: Dachgeschossausbau
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