Source: http://zsb.uni-muenster.de/material/m573_1.htm
Timestamp: 2013-05-20 21:51:12
Document Index: 166353310

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 26', '§ 25', '§ 12', '§ 8', '§ 8']

Stand: 29.04.2013InhaltGegenstand des FachsAnforderungen an StudieninteressierteBerufs- und TätigkeitsfelderStudien- und ForschungsschwerpunkteStruktur und Aufbau des StudiumsHinweise zur Studien- und PrüfungsordnungLiteraturhinweise1. Gegenstand des FachsDie Rechtswissenschaft beschäftigt sich mit dem geltenden Recht, mit seiner systematischen und begrifflichen Durchdringung und Auslegung sowie mit seiner Geschichte und seinem Verhältnis zu anderen Lebensbereichen. Die Materien des Jurastudiums lassen sich grob wie folgt unterteilen:
Dabei handelt es sich um Pflichtfächer, die jeder Jurastudent absolvieren muss.Hinzu kommen die folgenden acht Schwerpunktbereiche mit einer Palette weiterer Rechtsgebiete, aus denen die Studierenden in einem fortgeschrittenen Studienabschnitt ihr Schwerpunktfach wählen:
Dieses Angebot wird von der Fakultät in Münster erweitert durch verschiedene ergänzende Veranstaltungen, in denen teilweise auch Zusatzzertifikate erworben werden können wie z.B. Gewerblicher Rechtsschutz, Journalismus und Recht, Versicherungsrecht, Bankrecht, Anwaltsrecht, Einführung in ausländische Rechtssysteme (Fachspezifische Fremdsprachenausbildung) u.v.m.Wer sich einen Überblick über das Gesamtangebot der Lehrveranstaltungen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Münster verschaffen will, findet im Internet ein aktuelles kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (http://www.jura.uni-muenster.de/index.cfm?objectID=B795CF43-DD0D-57F7-80A8FDCA7107FD22).2. Anforderungen an StudieninteressierteEignung zum JurastudiumEs gibt kein Schulfach, das die individuelle Eignung zum Jurastudium belegt, bzw. das eine verlässliche Aussage über die Erfolgsaussichten des Einzelnen im Jurastudium zulässt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Rechtsanwendung neben positivem Wissen eine bestimmte Mischung an Gespür, (juristischer) Phantasie und Methodik voraussetzt, von der der Erfolg in der Schule nicht abhängt.Es gibt jedoch gewisse Indikatoren für die Eignung zum Jurastudium: Gute Noten in Mathematik und Deutsch, die i.d.R. auf die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu erfassen und auf ausgeprägte Sprachkompetenz hinweisen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines entsprechenden Erfolgs im Staatsexamen. Außerdem korrespondieren insgesamt schwache Abiturdurchschnittsnoten mit unterdurchschnittlichen Examensergebnissen.Zwar lässt sich die Eignung zum Jurastudium nur im konkreten Fall positiv feststellen, trotzdem gibt es einige Anhaltspunkte für eine Eignung zum Studium der Rechtswissenschaften:Wichtig ist es, konkrete Interessenlagen verstehen und erfassen zu können und insbesondere ein Gespür für die Notwendigkeiten und Bedürfnisse der Praxis zu entwickeln. Darüber hinaus sollte jede/jeder Einzelne juristische "Neugier" darauf verspüren, wie die Rechtsordnung bestimmte Streitfälle löst und ob sich Alternativen zur aktuellen Regelung anbieten.Angesichts der nicht unbeträchtlichen Stofffülle und des großen Freiraums im juristischen Studium, sind Fleiß, Selbstorganisation und Disziplin unerlässliche Voraussetzungen; auch Neigung zum Lesen von Sachtexten sollte ebenfalls vorhanden sein.Angesichts der großen Zahl der Studierenden sind soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit unentbehrlich, denn die Beteiligung an Diskussionen auch in größeren Gruppen und die Teamarbeit mit anderen Studierenden kann zu einem großen Teil zu einem erfolgreichen Abschluss des Studiums beitragen.Die Fähigkeit, schwierige Problemkonstellationen zu erfassen und kreative Lösungsmöglichkeiten dafür zu entwickeln, das intuitive Gespür dafür, worauf es bei der juristischen Fallbearbeitung ankommt (Juristen sprechen vom "Judiz"), lässt sich wohl nur ein Stück weit erlernen. Dies kann bis zu einem gewissen Grad geschult werden, u.U. lässt sich erst nach einem oder zwei Semestern Jurastudium beurteilen, ob man die erforderlichen Fähigkeiten hat. Wer dann jedoch immer noch das Gefühl hat "zu schwimmen", keinen Zugang zu den Materien gefunden zu haben, sollte ernsthaft überlegen, ob er das Studium weiterverfolgen will.3. Berufs- und TätigkeitsfelderDie Nachfrageseite des Arbeitsmarktes für Juristen wird im Wesentlichen durch folgende drei Tätigkeitsbereiche bestimmt:
Justiz und RechtspflegeDie Hoffnung auf eine Anstellung im Bereich der Justiz (z.B. als Richter) wird sich nur für die wenigsten Absolventen erfüllen. Hier werden nur die Besten genommen. 80 % der Juristen mit zweitem Staatsexamen arbeiten als Rechtsanwälte. Die Zahl der zugelassenen Anwälte hat sich seit Anfang der 90er Jahre bis heute ungefähr verdoppelt, während der Rechtsberatungsbedarf nicht im selben Maß zugenommen hat. Die freiberufliche Berufsausübung als Rechtsanwalt bietet unmittelbar nach dem zweiten Staatsexamen daher nur mäßige Erfolgsaussichten. Rechtsanwälte in Kleinkanzleien verdienen durchschnittlich nicht mehr als 1300 Euro netto monatlich. Das ist offenbar der Grund, warum viele Kanzleigründer nach einiger Zeit wieder aufgeben.Juristen, die in die Selbständigkeit streben, sollten zunächst als Angestellte erste berufliche Erfahrungen in einem Anwaltsbüro sammeln. Hier können Fähigkeiten erworben werden, die für die Selbständigkeit unerlässlich sind: die Vertiefung von fachlicher und sozialer Kompetenz. Aber auch hier werden – insbesondere in den größeren Kanzleien - inzwischen hohe Anforderungen an junge Juristen gestellt, wie Prädikatsexamen, Fremdsprachenkenntnisse oder gar Promotion. Hinzu kommt in verstärktem Maße regionale Mobilität, beispielsweise auch die Bereitschaft, in einem anderen Bundesland oder nach gewisser Einarbeitungszeit auch im Ausland zu arbeiten.Öffentliche VerwaltungDie Nachfrage nach Verwaltungsjuristen angesichtes der knappen öffentliche Kassen rückläufig. Allerdings können nicht alle Stellen von Verwaltungsjuristen, die in den Ruhestand gehen, eingespart werden, insoweit wird auch künftig ein konstanter Bedarf bestehen, wenn auch auf niedrigem Niveau.WirtschaftNeben den traditionellen juristischen Tätigkeiten in Justiz, Rechtspflege und Verwaltung ergeben sich für Juristen zahlreiche unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten in der Wirtschaft. Allerdings sollen die sich für diesen Bereich interessierenden Rechtswissenschaftler auch ein auf die private Wirtschaft mitabgestimmtes Qualifikationsprofil mitbringen. Andererseits ist für eine Tätigkeit in der Wirtschaft die Qualifikation als Volljurist nicht zwingend erforderlich. In diesem Zusammenhang wird daher auf die neuen Bachelor-Studiengänge mit juristischen Modulen hingewiesen (in Münster z.B. "Economics and Law" oder "Politik und Recht), die durchaus Berufsfelder in diesen Bereichen eröffnen können. Auswahlkriterien für BerufsanfängerTrotz der Problematik der Vergleichbarkeit zählen die Examensnoten – gerade in den "klassischen" juristischen Berufen - nach wie vor zu den wichtigsten Aussagekriterien über Berufsanfänger. Das gilt weniger für die tatsächliche Einstellung als vielmehr für die Chance, in den engeren Kreis der zur Vorstellung eingeladenen Bewerber zu gehören. Dabei kommt der Note des zweiten Staatsexamens wegen des größeren Praxisbezugs auch mehr Bedeutung zu.Daneben sind die Studiendauer, Fremdsprachenkenntnisse, EDV und Internetkenntnisse, eine Promotion, eine vorherige Lehre, Auslandsaufenthalte, Praktika und soziale Fähigkeiten (Zielstrebigkeit, Teamorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Organisationstalent, Kreativität etc.) weitere Faktoren, die positive Berufsaussichten mit beeinflussen.4. Studien- und ForschungsschwerpunkteStudienschwerpunkteJurastudium in MünsterDie Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Münster, die mit mehr als 30 Professorenstellen und fast 6000 Studierenden eine der größten in der Bundesrepublik Deutschland ist, bietet in allen juristischen Teilfächern ein breites Angebot an Lehrveranstaltungen. Die Fakultät verfügt über zwölf eigene Forschungsinstitute, deren Erkenntnisse laufend in die Lehre einfließen. So arbeitet beispielsweise das Institut für Internationales Wirtschaftsrecht über den internationalen Handelsverkehr, das internationale Gesellschaftsrecht, das internationale Patentrecht und die Rechtsvergleichung. Das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (Landeskompetenzzentrum) beschäftigt sich mit den juristischen Aspekten der neuen Medien. Aus der Vielzahl weiterer Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind das Kommunalrecht und die Kommunalwissenschaften hervorzuheben, die in Münster traditionell einen hohen Stellenwert haben. Für die gesamte Bundesrepublik richtungsweisend sind zudem die Forschungen des Instituts für Raumplanung, das der Universität angegliedert ist.Interdisziplinäre Zusammenarbeit und DienstleistungenDie Rechtswissenschaftliche Fakultät wirkt an folgenden interdisziplinären Zentren der Universität mit: Zentrum für Niederlande-Studien, Lateinamerika-Zentrum, Zentrum für Umweltforschung, Zentrum für Angewandte Informatik. Es werden zahlreiche Lehrveranstaltungen für Studierende anderer Fächer angeboten. Vor allem sind hier die Wirtschaftswissenschaften und die Geographie (insbesondere Raumplanung) zu nennen. Darüber hinaus beteiligt sich die Rechtswissenschaftliche Fakultät auch am "Studium im Alter" und an der Juristenbildung in der Region.Universitäre ExamensvorbereitungDie Trennung von Ausbildungs- und Prüfungszuständigkeit sowie das Prüfungsverfahren verlangt von den Studierenden, dass sie den Stoff der Pflichtfächer und ihres Wahlpflichtfachs im Prüfungszeitpunkt vollständig präsent haben. In dieser Struktur liegt die Ursache dafür, dass zum Ende des Studiums der gesamte Stoff repetiert werden muss. Sie bildet zugleich die Grundlage für das (wirtschaftliche) Betätigungsfeld privater Repetitoren. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist der Auffassung, dass es zuerst die Universitäten sind, denen die Juristenausbildung obliegt. Sie sind daher verpflichtet, das Lehrangebot so zu gestalten, dass die Studierenden auch ohne zusätzliche, private (nicht unerhebliche finanzielle) Aufwendungen eine faire Chance haben, mit dem an der Universität erworbenen Wissen die erste juristische Staatsprüfung zu bestehen. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität gehörte zu den ersten, die diesen Anspruch ernst genommen und mit dem sogenannten "Unirep" ein universitäres Repetitionsprogramm angeboten haben. Das Repetitorium ist flächendeckend angelegt. Abgehandelt werden alle dogmatischen Examenspflichtfächer.Die Veranstaltungsreihe wird ganzjährig und durchlaufend angeboten. Während der (an sich) vorlesungsfreien Zeit wird sie von Lehrbeauftragten durchgeführt. Dafür können überwiegend solche in anderen juristischen Berufen tätige Personen ("Praktiker") gewonnen werden, die zugleich Mitglieder des Justizprüfungsamtes, d. h. Prüfer im 1. juristischen Staatsexamen sind. Die Studierenden dieser Fakultät haben aufgrund dieser Konstruktion daher nicht nur die Möglichkeit, nach eigener Zeitplanung jederzeit in die Repetitionsphase einzusteigen, sondern auch die Gelegenheit, ihre möglichen späteren Prüfer jedenfalls in der Lehre kennen zu lernen.Dieses Veranstaltungsprogramm gilt bundesweit als Modell und ist mit ein Grund für den Ruf der Fakultät, was unter anderem durch die Verleihung des Lehrpreises der Universität im Jahre 2011 unterstrichen wurde (http://www.uni-muenster.de/videoportal/video/unirep_lehrpreis.html). Ergänzend zum Examensrepetitorium werden sowohl im Semester als auch in den Semesterferien fünfstündige Examensklausurenkurse im Bürgerlichen Recht, Öffentlichen Recht und Strafrecht durchgeführt. Im Semester werden die Klausuren von den Professoren, in den Semesterferien von erfahrenen Prüfern und Praktikern gestellt und besprochen. Es können im Semester mindestens zwei Klausuren pro Woche von den Studierenden geschrieben werden. Das Angebot übersteigt das jeder anderen Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Deutschland.EDV-LehrangebotIm Zusammenhang mit dem Betrieb des EDV-Pools ist die Fakultät zu entsprechenden Lehrangeboten verpflichtet (CIP-Bedingungen).Es werden regelmäßig folgende Veranstaltungen angeboten:
Die folgenden Zusatzausbildungen ergänzen das reichhaltige Pflicht- und Wahlpflichtangebot der Fakultät: Zusatzausbildung im "Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht"Das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht führt eine zweisemestrige Zusatzausbildung zum Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht durch. Der erste Block findet jeweils im Wintersemester statt und beinhaltet eine Einführung in die öffentlichrechtlichen und zivilrechtlichen Bezüge des Informations- und Medienrechts. Bei der zivilrechtlichen Vorlesung stehen Fragen des Rechtsschutzes von Informationen, Probleme des EDV-Vertragsrechts sowie die Haftung für Softwaremängel und Informationsfehlern im Vordergrund. Die öffentlichrechtliche Vorlesung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen des Telekommunikations- und Rundfunkrechts. Beide Vorlesungen schließen mit Abschlussklausuren ab, die von Mitarbeitern des Lehrstuhls bzw. des künftigen Instituts korrigiert werden. Parallel zu den beiden Vorlesungen wird der Besuch von Einführungsveranstaltungen zur Datenverarbeitung empfohlen. Ansonsten müssen wir einen gewissen minimalen Informationsstand im Bereich der EDV voraussetzen.Diejenigen, die die Abschlussklausuren bestanden haben, haben das Recht, im Sommersemester an verschiedenen Seminaren zu Einzelaspekten des Informations- und Medienrechts teilzunehmen. Es geht um einen Fächerkanon, der vom Presserecht, über Spezialfragen des Urheberrechts, des Rundfunk- und Telekommunikationsrechts bis hin zur Rechtsinformatik und zum Computerstrafrecht reicht. Diejenigen, die das Seminar erfolgreich mit einer entsprechenden Seminararbeit und Referat ableisten, erhalten eine Bescheinigung.
Weitere Zusatzausbildungen Daneben werden weitere Zusatzausbildungen angeboten:
Zusatzausbildung zum Gewerblichen Rechtsschutz Zusatzausbildung Journalismus und Recht
ForschungsschwerpunkteZivilrecht Die zivilrechtlichen Forschungsschwerpunkte werden hauptsächlich durch die Fächer bestimmt, die im Juristenausbildungsgesetz vorgegeben sind. Hierzu gehören vor allem das Bürgerliche Recht mit seinen verschiedenen Spezialgebieten wie dem Familien- und Erbrecht, dem Handels- und Gesellschaftsrecht, dem Arbeits- sowie Sozialrecht, dem internationalen Privatrecht und der Rechtsvergleichung. Forschungsthemen sind das auf das Zivilrecht bezogene Verfahrensrecht ebenso wie die deutsche und die römische Rechtsgeschichte. Darüber hinaus wird auf verschiedenen Spezialgebieten gearbeitet. Beispielhaft dafür sind das Banken- und Versicherungsrecht, das Arzt- und Medizinrecht, der Bereich der "Mediation", die Europäische Privatrechtsgeschichte und vor allem auch das Internationale Recht und die Rechtsvergleichung.Öffentliches RechtAuch im öffentlichen Recht erstrecken sich die Forschungsschwerpunkte naturgemäß in erster Linie auf die Rechtsgebiete, die obligatorische Prüfungsfächer sind. Hierzu gehören das Staats- und Europarecht, das allgemeine und besondere Verwaltungsrecht (beispielsweise Polizei- und Ordnungsrecht, Kommunalrecht, Baurecht, Umweltrecht und Wirtschaftsverwaltungsrecht), das Verfahrensrecht, das Verfassungs- und Verwaltungsprozessrecht sowie die Verfassungsgeschichte. Darüber hinaus gibt es in den Forschungseinrichtungen und an den Lehrstühlen zusätzliche Spezialgebiete mit besonders ausgeprägter Forschungsleistung. Dazu zählen Allgemeine Staatslehre, Staatsphilosophie, Atomrecht, Gentechnikrecht, Immissionsschutzrecht, Abfallrecht, Kulturrecht (Schul- und Hochschulrecht, Staatskirchenrecht, Presse- und Rundfunkrecht, Kulturgüterrecht) und neuerdings mehr und mehr das Medienrecht.StrafrechtZum Forschungsgebiet des Strafrechts zählen das materielle Strafrecht, das Strafprozessrecht, das Strafvollzugsrecht, das Recht der Ordnungswidrigkeiten, das Jugendstrafrecht, die Kriminologie und die Kriminalpolitik. Das Strafrecht ist repressives Recht und "ultima ratio" staatlicher Intervention. Es trifft regelmäßig auf Sachverhalte, die rechtlich bereits vorgeformt sind. Die kriminalwissenschaftliche Forschung überschreitet daher immer auch die Grenzen des eigenen Rechtsgebiets und in der Kriminologie auch die Grenzen der Rechtsdogmatik.Der Umstand, dass das Strafrecht in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet wurde und vielfach als Instrument zur "Lösung" gesellschaftlicher Probleme (wie politisierter Gewalt; organisierter Kriminalität; Drogenkriminalität; Asylrecht; Wirtschaftskriminalität; Korruption) eingesetzt wird, hat einen neuen Forschungsbedarf hervorgerufen.Ein ständiges "Kriminalwissenschaftliches Kolloquium", in dem die Wissenschaftler ihre Forschungsinteressen auch mit auswärtigen Hochschullehrern, Politikern und in der Praxis tätigen Juristen übergreifend diskutieren, hat sich zu einem besonderen Forum entwickelt. Zentrale Themen sind in diesem Kreis die Computerkriminalität, Pressestrafrecht und Jugendschutz, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Verkehrsstrafrecht, Jugendstrafrecht, organisierte Kriminalität, Verfahrensprobleme der Verbrechens- und Sozialkontrolle und die international vergleichende Kriminologie.GrundlagenfächerÜber die klassischen drei Hauptrechtsgebiete hinaus wird an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät auch Forschung in den Grundlagenfächern betrieben. Gegenstand der Forschung sind die geschichtlichen, philosophischen oder gesellschaftswissenschaftlichen Grundlagen des Rechts und die Methode der Anwendung des Rechts. Diese Forschungsaktivitäten konzentrieren sich in erster Linie auf das Institut für Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte sowie das Institut Römische Rechtsgeschichte, die organisatorisch dem Zivilrecht angehören und sich darüber hinaus mit den geschichtlichen Grundlagen des Rechts befassen.Auf den Gebieten Rechtstheorie, Rechts- und Sozialphilosophie und Rechtssoziologie wird am Lehrstuhl für Rechtstheorie und Zivilrecht und für Rechtssoziologie, Rechts- und Sozialphilosophie sowie innerhalb der Professur für Bürgerliches Recht, Rechtstheorie und Rechtsvergleichung geforscht.Ebenfalls zu den Grundlagenfächern zählt die Kriminologie. Diesem Feld widmet sich eine eigene Professur für Kriminologie mit Forschungsschwerpunkten unter anderem in der Viktimologie (Wissenschaft vom Verbrechensopfer) und der Kriminalität in den Massenmedien.Schließlich kommt heute der Informatik auch auf dem Gebiet des Rechts größte Bedeutung zu. Rechtsinformatik ist die Wissenschaft der Anwendung informatischer Methoden auf Informations- und Entscheidungsvorgänge im Rechtssystem. Sie unterstützt die juristische Tätigkeit auf allen Stufen der Rechtsanwendung. Die Informationstechnik ermöglicht die Materialsammlung und die Materialaufbereitung; sie beeinflusst zunehmend auch inhaltlich den juristischen Entscheidungsprozess. Die Fakultät hat daher ein neues Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht eingerichtet, an dem auch eine Professur für Rechtsinformatik angesiedelt ist. Auslandsstudium und FremdsprachenausbildungInternationale KontakteIm Zuge der zunehmenden Internationalisierung der Rechtsbeziehungen und der europäischen Einigung ist es immer wichtiger, sich auch mit ausländischen Rechtsordnungen auseinander zu setzen. Neben dem Besuch entsprechender Vorlesungen, die an der hiesigen Fakultät ergänzend zu dem Pflichtprogramm des Juristenausbildungsgesetzes angeboten werden, empfiehlt die Rechtswissenschaftliche Fakultät, während des Jurastudiums ein oder zwei Semester im Ausland zu studieren. Die Fakultät unterhält Beziehungen zu einer großen Zahl von sowohl europäischen als auch nicht-europäischen Universitäten. So kann man z.B. in Paris, Poitiers, Lausanne, Genf, Padua, Madrid, Sheffield, Exeter, Liverpool, Leuven, Nijmegen oder auch in Niigata (Japan) studieren. Unter Umständen besteht die Möglichkeit, für ein Studium im europäischen Ausland ein Erasmus-Mobilitätsstipendium zu erhalten.Fachspezifische FremdsprachenausbildungAllgemeinesDarüber hinaus bietet die Fakultät einen Zusatzstudiengang "Fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristinnen und Juristen" an. Studierende der Rechtswissenschaft haben die Möglichkeit, neben ihrem Hauptfach eine viersemestrige Ausbildung wahlweise in der englischen oder französischen Rechtssprache sowie ab dem WS 2007/08 auch in der spanischen Rechtssprache zu durchlaufen.Der Studiengang ist in eine Testatsphase und eine Zertifikatsphase von jeweils zwei Semestern gegliedert. Das Ausbildungsangebot umfasst in jeder Sprache Kurse zu mindestens vier Themen zur Entwicklung der fachbezogenen Sprachfertigkeit und landeskundlichen Kenntnisse einschließlich der Einführung in die Methodik der Fallbearbeitung und die juristische Literatur des betreffenden Landes und Kurse über mindestens vier Themen zur Einführung in die Grundzüge der Rechtsordnung und die Terminologie wichtiger Rechtsgebiete. Es besteht die Möglichkeit, sich eine gleichwertige Ausbildung sowie dabei erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen (z.B. im Rahmen eines Auslandsstudiums) anrechnen zu lassen. Die Ausbildung ist durch eine starke Praxisbezogenheit geprägt. Bei den Lehrbeauftragten handelt es sich um Juristinnen und Juristen der betreffenden Länder, "native speakers", die in der betreffenden Fremdsprache praktisch tätig und in der beruflichen Praxis und Ausbildung erfahren sind. Sie vermitteln die Rechtssprache im Zusammenhang mit der jeweiligen Rechtsordnung. Vorgesehen ist auch ein Auslandspraktikum in den Semesterferien (oder während eines Studienaufenthaltes an einer ausländischen Partneruniversität).Die angehenden Juristen in Münster erhalten mit diesem Studiengang die Möglichkeit, gute Englisch- oder Französisch- bzw Spanischkenntnisse aus ihrer Schulzeit während des Studiums fachbezogen weiterzuentwickeln und gleichzeitig Kenntnisse in ausländischen Rechtsordnungen zu erwerben. Nach einer Abschlussprüfung, für die hohe Anforderungen vorgesehen sind, wird den Absolventen ein zweisprachiges Zertifikat über die erbrachten Leistungen erteilt. Die jungen Juristen können sich auf diese Weise auf die stark anwachsenden auslandsbezogenen Aufgaben in der Berufspraxis und insbesondere an die Anforderungen, die die europäische Integration an ihre künftige Tätigkeit stellen wird, frühzeitig sprachlich und fachlich vorbereiten.TeilnahmevoraussetzungenStudierende des Studienfachs Rechtswissenschaft an der Universität Münster können bei Erreichen der erforderlichen Punktzahl in einem Eingangstest, der am Anfang eines jeden Semesters stattfindet, an dieser auf vier Semester angelegten zusätzlichen Ausbildung neben dem Studium ihres Hauptfachs teilnehmen. Des Weiteren kann der Prüfungsausschuss in begründeten Fällen Personen, die sich nach abgeschlossenem Studium weiterqualifizieren wollen, zulassen. Bei dem Eingangstest handelt es sich um einen computergestützten schriftlichen Test von ca. 30 Minuten Dauer (sog. C-Test).Zusatzstudiengang für ausländische JuristenStudierende mit einem dem deutschen ersten juristischen Staatsexamen gleichwertigen ausländischen Universitätsabschluss können in einem zweisemestrigen Zusatzstudiengang "Deutsches Recht für im Ausland graduierte Juristen" den Titel eines Magister Legum Münster (L.L.M. Münster) erwerben. Der Kandidat wählt Veranstaltungen aus dem allgemeinen Angebot der Fakultät aus. Verpflichtend sind Einführungsveranstaltungen in Zivilrecht, Öffentlichem Recht oder Strafrecht.5. Struktur und Aufbau des Studiums5.1 AllgemeinesAusbildung zum "Volljuristen"Das Ziel des Jurastudiums wird in § 2 Abs. 1 der Studienordnung folgendermaßen umschrieben:"Das rechtswissenschaftliche Studium soll die Studierenden befähigen, das Recht mit Verständnis zu erfassen und anzuwenden. Hierfür werden ihnen die erforderlichen Rechtskenntnisse, die europarechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Bezüge des Rechts sowie seine philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen vermittelt."Die Ausbildung besteht aus zwei Teilen: einem Universitätsstudium, das mit der ersten juristischen Prüfung abschließt (es heißt nicht mehr Staatsexamen, weil ein Teil der Prüfung nicht mehr beim OLG sondern an der Universität abgelegt wird), und einem zweijährigen praktischen Vorbereitungsdienst (Referendariat), an dessen Ende die zweite juristische Staatsprüfung steht. Nur wer beide Abschnitte erfolgreich durchlaufen hat, besitzt als "Volljurist" die Befähigung zum Richteramt sowie zur Ausübung aller anderen juristischen Berufe wie z.B. Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Jurist in Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden. Leitbild der traditionellen Juristenausbildung ist nach wie vor der "Einheitsjurist" mit dieser umfassenden Qualifikation. Dementsprechend ist eine Spezialisierung während der Ausbildung nur in eingeschränktem Umfang möglich (Schwerpunktbereiche, ergänzende Zusatzangebote der Universitäten, wie z.B. die in Münster angebotene Fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristen).AusbildungsdauerDas Juristenausbildungsgesetz sieht eine universitäre Regelstudienzeit von 9 Semestern bis zum Abschluss der ersten juristischen Prüfung einschließlich eines Examenssemesters vor. An dieser Regelstudienzeit orientieren sich auch die Studienpläne der juristischen Fakultäten. Durch die Einführung der sog. "Freiversuchsregelung" konnte die durchschnittliche Studiendauer von 12 auf ca. 10 Semester gesenkt werden. Die Mindeststudiendauer beträgt 4 Semester. In so kurzer Zeit können aber bei realistischer Einschätzung nur solche Studierende die für das Examen notwendigen Kenntnisse erwerben, die bereits zuvor eine einschlägige Ausbildung absolviert haben (z.B. Rechtspfleger). Nach der ersten Prüfung schließt sich nach einer gewissen Wartezeit das zweijährige Referendariat an, das mit dem zweiten Staatsexamen endet. Das Referendariat umfasst die Ausbildung in der Praxis in verschiedenen Stationen, und zwar bei Gerichten, bei der Staatsanwaltschaft, in der Verwaltung, bei einem Rechtsanwalt und in einer Wahlstation. Nach zwei Jahren findet das zweite juristische Staatsexamen statt. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Voljuristen also ungefähr sieben Jahre.
Das Juristenausbildungsgesetz schreibt den Studierenden keinen bestimmten Studienaufbau vor. Das JAG NRW bestimmt lediglich, dass man bei der Anmeldung zum ersten juristischen Staatsexamen mindestens 4 Semester Jura studiert haben muss, dass bestimmte Leistungsnachweise vorgelegt werden und dass der Studiengang eine "zweckmäßige Ordnung" aufweisen muss. Der Nachweis eines ordnungsgemäßen Studiums wird durch das Studienbuch erbracht: die zu einem ordnungsgemäßen Studium gehörenden Lehrveranstaltungen müssen besucht und vom Studierenden selbst in das Studienbuch eingetragen werden. Ob der Kandidat in den erforderlichen Lehrveranstaltungen tatsächlich anwesend war, wird (mit Ausnahme der Arbeitsgemeinschaften) nicht überprüft.Dies ist ein Ausdruck der akademischen Freiheit, die es den Studierenden grundsätzlich freistellt, ihr Studium selbstverantwortlich zu gestalten. Einen Vorschlag für einen zweckmäßigen Aufbau findet man im Studienplan der Münsteraner Fakultät. Dieser ist nur eine unverbindliche Empfehlung für die Studierenden. Es dürfte aber kaum sinnvoll sein, einen vollkommen anderen Aufbau zu wählen. Als Faustregel gilt: Nicht mehr als 20-22 Stunden Veranstaltungen pro Woche, sonst ist eine ausreichende Vor- und Nacharbeit nicht möglich.5.2 Inhalte und Aufbau des StudiumsIntegrations- und OrientierungsphaseAls Einführungsangebot findet zu Beginn des Studiums eine sog. Integrations- und Orientierungsphase (IOP, auch: "O-Woche") statt, die von der Fachschaft Jura (Tel. 0251/83-22708) organisiert wird (jeweils in der ersten Woche vor Vorlesungsbeginn). Im Anschluss an die Begrüßung durch den Dekan/die Dekanin der Fakultät und einer Einführung in den Studienverlauf bilden sich die IOP-Gruppen mit ca. 10 - 20 Teilnehmern unter der Anleitung von einem oder zwei Mentoren. Mentoren sind Studierende aus höheren Semestern, deren Aufgabe es ist, die anstehenden Fragen der Erstsemester in kleiner Runde zu beantworten.ZwischenprüfungsphaseDer erste Studienabschnitt umfasst vier Semester und endet mit der Zwischenprüfung. Durch Vorlesungen mit begleitenden Arbeitsgemeinschaften werden grundlegende Kenntnisse der drei großen Rechtsgebiete (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht) sowie der Grundlagenfächer vermittelt. In allen Pflichtfachvorlesungen wird jeweils am Semesterende eine Abschlussklausur angeboten, mit denen man "Credits" für die Zwischenprüfung sammeln kann. SchwerpunktbereichWährend des zweiten Studienabschnitts (5. und 6. Semester) werden die Kenntnisse im Pflichtfachbereich erweitert und vertieft und Kenntnisse im gewählten Schwerpunktbereich (Wirtschaft und Unternehmen; Arbeit und Soziales; Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht; Internationales Recht, Europäisches Recht, IPR; Rechtsgestaltung und Streitbeilegung; Staat und Verwaltung; Kriminalwissenschaften oder Steuerrecht) erworben. Dieser Studienabschnitt endet mit der universitären Schwerpunktbereichsprüfung, deren Bewertung zu 30 % in die Gesamtnote der Examensprüfung mit eingeht.ExamensvorbereitungNach der universitären Schwerpunktbereichsprüfung beginnt die Vorbereitung auf den größeren Examensteil, die staatliche Pflichtfachprüfung, die anders als die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung nicht studienbegleitend abgelegt wird, sondern in Form einer Abschlussprüfung, in der das gesamte Examenswissen auf einmal abgefragt wird. Für die Vorbereitungsphase ist ca. ein Jahr zu veranschlagen. In dieser Zeit sollte der gesamte Pflichtfachstoff, den man bereits in den ersten Semestern gehört hat, noch einmal wiederholt und vertieft werden, bevor man sich zur staatlichen Pflichtfachprüfung anmeldet. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät in Münster bietet zur Vorbereitung auf die Pflichtfachprüfung ein kostenloses universitätsinternes Repetitorium (Unirep) im Umfang von 20 Stunden pro Woche an, das auch während der Semesterferien stattfindet. Hier wird der gesamte examensrelevante Stoff noch einmal wiederholt und vertieft. Die Dozenten sind größtenteils selbst Prüfer im Examen und wissen daher, worauf es ankommt. Außerdem führt die Rechtswissenschaftliche Fakultät in einem Ausmaße Examensklausurenkurse durch, wie es dies an kaum einer anderen Fakultät in Deutschland gibt. Viele Jurastudenten besuchen anstelle des UniRep einen privaten (kommerziellen) Repetitor, um sich dort "examensfit" machen zu lassen. Dies ist eine ausgesprochen teure Alternative. Zudem ist zweifelhaft, ob die bei den privaten Repetitorien betriebene Form der Aufarbeitung des examensrelevanten Stoffes im Examen wirklich den Erfolg bringt, den viele Repetitorien so großzügig versprechen. Der große Zulauf der Repetitorien mag verschiedene Gründe haben: die privaten Repetitorien haben gerade in Münster eine lange Tradition. Ältere Juristengenerationen, die in Münster studiert haben, und die selbst beim Repetitor waren, überliefern der nächsten, dass man das Examen ohne ein privates „Rep“ nicht schaffen könne. Die Ratschläge der erfahrenen Examensabsolventen machen dem jüngeren natürlich Angst, ohne Repetitor womöglich durchzufallen. Diese Angst ist die beste Werbung für die privaten Repetiroren. So hält sich dieses Gerücht weiterhin hartnäckig. Hinzu kommt, dass viele offenbar meinen, was nichts kostet (nämlich das UniRep), könne auch nichts taugen. Mittlerweile gibt es aber immer mehr mutige Studenten, die sich nicht beirren lassen, oder die sich den privaten Repetitor schlicht nicht leisten können, die aber trotzdem mit Hilfe des UniRep hervorragende Examensnoten erzielt haben. Zudem sei auf die Verleihung des WWU-Lehrpreises 2011 an das Unirep verwiesen.AbschlussprüfungDas Universitätsstudium endet mit der Anmeldung zur Pflichtfachprüfung bei einem Justizprüfungsamt, deren Ergebnis 70 % der Endnote ausmacht.5.3 PrüfungenZwischenprüfungDie Zwischenprüfung wird studienbegleitend in Form von Klausuren und Hausarbeiten abgelegt und soll nach 4 Semestern abgeschlossen sein. In allen Pflichtfachvorlesungen wird jeweils am Semesterende eine Abschlussklausur angeboten, mit denen man "Credits" für die Zwischenprüfung sammeln kann. Es wird in der Regel ein Rechtsfall als Aufgabe gestellt, zu dem in ca. zwei Stunden ein schriftliches Gutachten angefertigt werden muss. Außerdem sind während der Semesterferien Hausarbeiten anzufertigen, die ebenfalls die Begutachtung eines Sachverhaltes zum Gegenstand haben. Für den erfolgreichen Abschluss der Zwischenprüfung müssen eine Semesterabschlussklausur in einer Grundlagenveranstaltung (2 SWS), zwei Ferienhausarbeiten und Semesterabschlussklausuren aus den Pflichtvorlesungen der ersten vier Semester im Ausmaß von insgesamt 60 Credits erfolgreich absolviert werden (siehe § 4 Abs. 3 PrüfungsO).SchwerpunktbereichsprüfungAuch die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung wird studienbegleitend in Form von Klausuren und einem Seminar absolviert. sie erstreckt sich über zwei Semester. Für den erfolgreichen Abschluss der Schwerpunktbereichsprüfung müssen folgende Leistungen erbracht werden (siehe § 26 der Prüfungsordnung):
eine Semesterabschlussklausur in einer Grundlagenveranstaltung (3 Credits), eine Seminarhausarbeit (9 Credits)
Semesterabschlussklausuren in den zum gewählten Schwerpunktbereich gehörenden Veranstaltungen (insgesamt 18 Credits). Die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung hat bestanden, wer alle o.g. Teilprüfungen versucht und durchschnittlich mindestens 4,0 Punkte und in den Klausuren mindestens 3,5 Punkte erreicht hat.Staatliche PflichtfachprüfungDas Universitätsstudium endet mit der Anmeldung zur Pflichtfachprüfung bei einem Justizprüfungsamt, deren Ergebnis 70 % der Endnote ausmacht. Da es sich um eine Staatsprüfung handelt, wird diese nicht von der Universität durchgeführt, sondern zentral von den Justizprüfungs­ämtern. Die Prüfung setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Zunächst werden sechs Klausuren geschrieben. Verlangt wird - wie bereits während des Studiums - jeweils ein Gutachten zur Lösung eines Rechtsfalles. Im Anschluss hieran findet eine mündliche Prüfung mit Vortrag und einem anschließenden Prüfungsgespräch statt.Um die Studierenden zu motivieren, sich möglichst frühzeitig zum Examen anzumelden und nicht aus Angst vor einem möglichen Scheitern die Prüfung immer wieder hinauszuschieben, hat der Gesetzgeber die sog. Freischussregelung eingeführt. Diese Vorschrift (§ 25 JAG NRW(2003)) räumt Studierenden, die sich spätestens zum Ende des achten Fachsemesters zum Examen anmelden, im Falle des Misslingens des ersten Prüfungsversuchs einen weiteren Versuch ein. Der "Freischütze" hat damit insgesamt drei Versuche zur Erlangung des Examens. Darüber hinaus ist auch eine Wiederholung zur Notenverbesserung möglich.Denjenigen Studierenden, die sich noch früher, nämlich spätestens nach dem siebten Fachsemester zum Examen anmelden, wird eine zusätzliche Erleichterung eingeräumt (§ 12 JAG NRW(2003)): sie können "abschichten", d.h. die Klausuren werden nicht - wie sonst üblich - in einem zeitlichen Block geschrieben, sondernin zwei oder drei zeitlich getrennten Abschnitten. Dadurch wird es möglich, sich auf die einzelnen Klausur-Pflichtfächer separat vorzubereiten.Bei der Berechnung der Anzahl der Fachsemester bleibt ein Auslandsstudium unberücksichtigt, wenn der Studierende während dieser Zeit an einer ausländischen Universität eingeschrieben war, dort mindestens 8 Wochenstunden ausländisches Recht belegt hat und pro Semester mindestens einen Leistungsnachweis im ausländischen Recht erbracht hat. Unberücksichtigt bleiben auch Zeiten, in denen ein Kandidat wegen längerer schwerer Krankheit, Mutterschutz oder aus anderen zwingenden Gründen am Studium gehindert war.5.4 PraktikaJeder Studierende der Rechtswissenschaft muss eine praktische Studienzeit absolvieren (§ 8 JAG NRW). Es empfiehlt sich, sich für einen Praktikumsplatz möglichst frühzeitig zu bewerben. Die Praktika gem. § 8 JAG (2003) sind während der vorlesungsfreien Zeit in zwei Teilen abzuleisten. Sechs Wochen sind in der Rechtspflege, vornehmlich bei einem Rechtsanwalt oder in einem Wirtschaftsunternehmen, und sechs Wochen bei einer Verwaltungsbehörde zu absolvieren. Der Studienplan der Fakultät empfiehlt, den ersten Teil des Praktikums nach dem 2. Semester und den restlichen Teil nach dem 4. Semester zu absolvieren. Diese Aufteilungsempfehlung ist aber nicht verbindlich. Man kann die einzelnen Abschnitte auch in je zwei 3-wöchige Teile splitten. Das Praktikum ist unabhängig von der Zwischenprüfung, es werden also keine Credits angerechnet. Weitere Informationen zur praktischen Studienzeit erhalten Sie beim JPA unter http://www.olg-hamm.nrw.de/formular/merkprakt.pdf. Dort finden Sie auch ein Formular für die Praktikumsbescheinigung.5.5 Sonstige AnforderungenNachweis der FremdsprachenkompetenzZusätzlich zur Zwischenprüfung und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung muss jeder Jurastudent während seines Studiums nachweisen, dass er erfolgreich eine fremdsprachige rechtswissenschaftliche Veranstaltung oder einen rechtswissenschaftlich ausgerichteten Sprachkurs besucht hat. Dieser Nachweis kann z.B. durch die abgeschlossene FFA (fachspezifische Fremdsprachenausbildung) erbracht werden. Aber auch für nicht ganz so sprachbegabte Jurastudenten bietet die Fakultät Vorlesungen (z.B. Juristische Technik und Methodik des Common Law) an, in denen man durch eine Klausur den nötigen Fremdsprachenschein erwerben kann. Man kann die Fremdsprachenkompetenz auch anderweitig nachweisen, z.B. durch ein sechswöchiges juristisches Auslandspraktikum.6. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
http://zsb.uni-muenster.de/material/m573_2.htm.Die Prüfungsordnung finden Sie unter
7. LiteraturhinweiseJuS-StartDas ErstsemesterheftVerlag C.H. Beck, 2008
Gramm, Christof, Wolff, Heinrich AmadeusJura - erfolgreich studieren. Für Schüler und StudentenVerlag C.H. Beck, 6. Aufl., 2012
Köbler, GerhardWie werde ich Jurist? Eine Einführung in das Studium des RechtsVahlen-Verlag, 5. Auflage, 2007 Kühl, Kristian/Reichhold, Hermann/Ronellenfitsch, MichaelEinführung in die Rechtswissenschaft: Ein StudienbuchVerlag C.H. Beck, 2011
Zippelius, ReinholdEinführung in die RechtswissenschaftVerlag C.F. Müller, 6. Auflage 2011
Engisch, KarlEinführung in das juristische DenkenKohlhammer-Verlag, 10. Auflage, 2005
Möllers, ThomasJuristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches ArbeitenVerlag Vahlen, 4. Auflage 2008Blätter zur BerufskundeBundesanstalt für Arbeit (Hrsg.)"Jurist/in" (3-VII A 01)"Richter/in" (3-VII A 02)"Staatsanwalt/Staatsanwältin" (3-VII A 03)"Rechtsanwalt/Rechtsanwältin" (3-VII A 04)"Notar/in" (3-VII A 05) Diese Seite: