Source: https://evermood.com/de/steuerfrei-nach-%C2%A73-nr-34-estg/
Timestamp: 2020-06-01 05:51:49
Document Index: 4993296

Matched Legal Cases: ['§3', '§3', '§ 3', '§ 20', '§ 20', '§8', '§3', '§3', '§3', '§3', '§ 8']

Steuerfrei nach §3 Nr. 34 EStG -
Steuerfrei nach §3 Nr. 34 EStG
Was gilt nach § 3 Nr. 34 EStG?
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sind „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit in Betrieben, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen, soweit sie 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen“ steuerfrei.
Die hier genannten 600 Euro sind ein so genannter Steuerfreibetrag, keine Steuerfreigrenze. Lediglich der Anteil der Leistungen, der den Betrag von 600 EUR übersteigt, ist steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Gut zu wissen: Die Leistungen der §§ 20 und 20b SGB V gelten für Arbeitnehmer*innen, einschließlich Geringverdiener*innen (Mini-Job) und Gesellschafter*innen bzw. Geschäftsführer*innen.
Evermood ist eine Leistung, die überwiegend im eigenbetrieblichen Interesse liegt.
Erhält der Arbeitgeber keinen Zuschuss von den Krankenkassen oder anderen Kostenträgern, muss er selbst keine Umsatzsteuer abführen. Es bleibt beim Vorsteuerabzug in voller Höhe.
Erhält der Arbeitgeber einen Zuschuss von den Krankenkassen oder anderen Kostenträgern, ist durch den Arbeitgeber auf den Zuschuss Umsatzsteuer zu entrichten, da es sich bei dem Zuschuss der Krankenkasse um eine Entgeltzahlung durch Dritte handelt.
Besteht hierdurch ein geldwerter Vorteil für Mitarbeitende?
Ja, durch die Bereitstellung von Evermood entsteht ein geldwerter Vorteil für Mitarbeitende.
Ein geldwerter Vorteil ist jede (Sach-)Leistung des Arbeitgebers, die er dem Arbeitnehmer zuzüglich zum Gehalt anbietet. Neben Mitarbeiter-Rabatt, Firmenwagen oder kostenlosem Mittagessen fallen hierunter auch gesundheitsfördernde Maßnahmen.
Gut zu wissen: Ein geldwerter Vorteil gilt nach §8 EStG auch als Einnahme und somit als versteuerungspflichtiges Einkommen zu berücksichtigen. Evermood ist jedoch als „gesundheitsfördernde Maßnahmen“ gemäß §3 Nr. 34 EStG steuerbefreit.
Sollte ich Evermood anstelle des Arbeitslohnes einsetzen oder zuzüglich anbieten?
Grundsätzlich können Arbeitgeber ihr Vergütungssystem selbst frei gestalten. Das heißt, sie können innerhalb der vertraglichen Regelungen mit ihren Mitarbeitenden auch entscheiden, ob sie Evermood zusätzlich zu dem Gehalt bereitstellen möchten, oder die Lizenzkosten entsprechend vom Gehalt abziehen.
Gut zu wissen: Zieht der Arbeitgeber die Lizenzkosten für Evermood vom Gehalt der Mitarbeitenden ab, so entfällt die Steuerbefreiung gemäß §3 Nr. 34 EStG, da gesundheitsfördernde Maßnahmen nur dann steuerbefreit sind, wenn sie „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“ erbracht werden.
Gilt die Steuerbefreiung auch für den öffentlichen Dienst?
Ja. Die Steuerbefreiung gilt auch für den öffentlichen Dienst.
Das Einkommenssteuergesetz regelt die Steuerpflicht für natürliche Personen in Deutschland. Steuersubjekt ist also die Person, bei der die Einkünfte anfallen – unabhängig davon, ob sie selbstständig ist, im privaten oder öffentlichen Sektor beschäftigt ist. Solange ich als Arbeitnehmer eine gesundheitsfördernde Leistung gemäß §3 Nr. 34 EStG erhalte, gilt die entsprechende Steuerbefreiung – unabhängig, wer diese Leistung bereitstellt.
Buchungssatz für Evermood mit DATEV
Evermood wird auf das Konto „Freiwillige soziale Aufwendungen, lohnsteuerfrei“ 4140 (SKR 03) bzw. 6130 (SKR 04) gebucht.
Die Steuerbefreiung des §3 Nr. 34 EStG bezieht sich auf das Lohnsteuerrecht, nicht aber auf das Umsatzsteuerrecht. Die Steuerfreiheit führt gleichermaßen dazu, dass kein Arbeitsentgelt vorliegt und entsprechende Maßnahmen sozialversicherungsfrei zu behandeln sind. Es gilt stets eine Aufzeichnungspflicht dieser Leistungen. Evermood ist somit als steuerfreier Bezug im Lohnkonto zu buchen.
Evermood wird nicht auf die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG) angerechnet, da diese nur lohnsteuerpflichtige Bezüge erfasst.
Exemplarischer Buchungssatz von Evermood mit DATEV