Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=19.01.1982&Aktenzeichen=VIII%20R%20150/79
Timestamp: 2020-04-07 17:13:37
Document Index: 1018944

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 24', '§ 16', '§ 16', '§ 24', '§ 2']

BFH, 19.01.1982 - VIII R 150/79 - dejure.org
https://dejure.org/1982,632
BFH, 19.01.1982 - VIII R 150/79 (https://dejure.org/1982,632)
BFH, Entscheidung vom 19.01.1982 - VIII R 150/79 (https://dejure.org/1982,632)
BFH, Entscheidung vom 19. Januar 1982 - VIII R 150/79 (https://dejure.org/1982,632)
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EStG § 4 Abs. 4, § 24 Nr. 2, § 16 Abs. 1 Nr. 1
Schuldzinsen - Betriebsveräußerung - Nachträgliche Betriebsausgaben - Verbindlichkeit - Verwertung von Wirtschaftsgütern
Schuldzinsen als nachträgliche Betriebsausgaben, soweit Verbindlichkeiten bei Betriebsveräußerung nicht abgedeckt werden konnten
BFHE 135, 193
BStBl II 1982, 321
Der erkennende Senat hat für die Veräußerung eines ganzen Gewerbebetriebs nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 EStG ausgeführt, daß die Schuldzinsen für betrieblich begründete zurückbehaltene Verbindlichkeiten nachträgliche Betriebsausgaben (§ 24 Nr. 2 EStG) sein können, soweit sie nicht auf Verbindlichkeiten entfallen, die durch den Veräußerungserlös und die Verwertung von zurückbehaltenen Wirtschaftsgütern abgedeckt werden konnten (BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321).
Solange besteht die betriebliche Veranlassung der nicht erfüllten Verbindlichkeiten fort (BFH-Urteile vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79, BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321; vom 27. November 1984 VIII R 2/81, BFHE 143, 120, BStBl II 1985, 323).
Der erkennende Senat verneint dies ebenso, wie es das FG bereits unter Bezugnahme auf das Urteil in BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321 getan hat.
Ein bloßer rechtlicher Zusammenhang - etwa infolge einer Belastung des Grundstücks mit einer Hypothek - reicht nicht aus (BFH-Urteile vom 18. November 1980 VIII R 194/78, BFHE 132, 522, BStBl II 1981, 510; in BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321; vom 26. November 1985 IX R 64/82, BFHE 145, 211, BStBl II 1986, 161).
Diese Einschränkung gegenüber der rechtlichen Möglichkeit des Abzugs nachträglicher Schuldzinsen als Betriebsausgaben (BFH-Urteile vom 11. Dezember 1980 I R 119/78, BFHE 133, 22, BStBl II 1981, 460, und vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79, BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321) ist durch die unterschiedliche Ermittlung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb und der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung geboten (§ 2 Abs. 2 EStG).
Daher sind nach den Entscheidungen in BFHE 133, 22, BStBl II 1981, 460 und in BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321 Schuldzinsen, welche nach Aufgabe oder Veräußerung des Betriebs bezahlt werden, keine nachträglichen Betriebsausgaben, soweit es der Steuerpflichtige unterläßt, die zugrunde liegende Schuld mit Mitteln abzudecken, die er aus der Verwertung der Wirtschaftsgüter oder als Veräußerungspreis erlangt hat.
Entsprechendes gilt bei einer Betriebsveräußerung für die vom Erwerber des Betriebs nicht übernommenen Betriebsschulden, soweit sie durch den Veräußerungserlös und die Verwertung von zurückbehaltenen aktiven Wirtschaftsgütern hätten getilgt werden können (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79, BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321).
Einen ähnlich gelagerten Fall hat das BFH-Urteil vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79 (BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321 unter 3.) in dem Sinne entschieden, daß es für die Abzugsmöglichkeit auf den Grund der ursprünglichen Schuldaufnahme ankomme.
Besteht dieser Zweck darin, Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erzielen und werden die aufgenommenen Mittel zweckentsprechend verwendet, dann sind die Kreditkosten Werbungskosten im Rahmen dieser Einkunftsart (vgl. BFH-Urteile vom 15. Januar 1980 VIII R 70/78, BFHE 130, 147, BStBl II 1980, 348; vom 21. Juli 1981 VIII R 154/76, BFHE 134, 113, BStBl II 1982, 37; vom 19. Januar 1982 VIII R 150/79, BFHE 135, 193, BStBl II 1982, 321; vom 9. August 1983 VIII R 35/80, BFHE 139, 253, BStBl II 1984, 27; vom 8. Oktober 1985 VIII R 234/84, BFHE 145, 335, BStBl II 1986, 596).