Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201977,%201048
Timestamp: 2020-02-25 23:05:10
Document Index: 234532404

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 463', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', '§ 276', 'BGH', '§ 463', 'BGH']

BGH, 29.06.1977 - VIII ZR 43/76 - dejure.org
BGH, 29.06.1977 - VIII ZR 43/76
https://dejure.org/1977,394
BGH, 29.06.1977 - VIII ZR 43/76 (https://dejure.org/1977,394)
BGH, Entscheidung vom 29.06.1977 - VIII ZR 43/76 (https://dejure.org/1977,394)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 (https://dejure.org/1977,394)
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Aufklärungspflicht eines nach der Unfallfreiheit eines Fahrzeugs gefragten Gebrauchtwagenhändlers
Anspruch auf Schadensersatz wegen des Fehlens einer zugesicherten Eigenschaft - Fälschliche Zusicherung der Unfallfreiheit eines PKW - Ermittlung der Verjährung eines Schadensersatzanspruches
NJW 1977, 1914
MDR 1978, 133
WM 1977, 1048
DB 1977, 1741
Der Verkäufer muss vielmehr, um den Vorwurf der Arglist zu vermeiden, durch die Mitteilung dessen, was ihm bekannt gegeben wurde, dem Käufer den Entschluss überlassen, ob er den Wagen überhaupt bzw. zu diesem Preis erwerben will (vgl. BGH, Urt. v. 29.06.1977, Tz. 16 - VIII ZR 43/76 - NJW 1977, 1914.).
Unfallschäden, die dem Verkäufer bekannt sind oder mit deren Möglichkeit er rechnet, muß er in jedem Fall offenbaren; die Entscheidung darüber, ob es sich um einen noch hinzunehmenden Bagatellschaden handelt, steht allein dem Käufer zu (vgl. Senatsurteilevom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = WM 1977, 584 = NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75] undvom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 = WM 1977, 1048 = NJW 1977, 1914; vgl. allerdings auch Senatsurteilevom 21. Oktober 1964 - VIII ZR 151/63 = NJW 1965, 35 = LM BGB § 463 Nr. 11 sowievom 28. Februar 1973 - VIII ZR 192/71 = WM 1973, 490).
Nicht anders liegt es hier: Jedenfalls auf ausdrückliche Nachfrage durch die Klägerin mußte der Beklagte dieser alles offenbaren, was er wußte (BGHZ 74, 383, 391 f.; Senatsurteile vom 20. März 1967 - VIII ZR 288/64 = NJW 1967, 1222 unter II 2 a und vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 = WM 1977, 1048 unter II 3 a bb und cc).
Die Grenze für derartige nicht mitteilungspflichtige "Bagatellschäden" ist bei Personenkraftwagen sehr eng zu ziehen (Senatsurteil vom 29. Juni 1977 a.a.O. m.Nachw.).
Für den Gebrauchtwagenhandel aufgrund Vermittlung hat dies der erkennende Senat mehrfach besonders betont (Urteile vom 17. März 1976 - VIII ZR 208/74 = WM 1976, 614; vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 = WM 1977, 1048 und vom 14. März 1978 - VIII ZR 129/78 = WM 1979, 672).
Der erkennende Senat hat wiederholt ausgesprochen, daß das Aufgehen des Ersatzanspruchs des Käufers aus Verschulden bei Vertragsschluß im Gewährleistungsanspruch nicht zur Folge hat, daß er einen Anspruch auf Ersatz des Vertrauensschadens gegen den Vermittler oder Abschlußvertreter verliert, daß aber andererseits die daneben bestehende Haftung des Vermittlers oder Vertreters aus enttäuschtem Verhandlungsvertrauen nicht weitergeht, als diejenige des Verkäufers aus dem Vertrag (BGHZ 63, 382, 387 ff; Senatsurteile vom 17. März 1976 und 29. Juni 1977 aaO).
Auf solche Fragen ist der Verkäufer verpflichtet, alles mitzuteilen, was er insoweit weiß, um dem Käufer auf dieser Grundlage eine Abwägung zu ermöglichen, ob und zu welchem Preis er kaufen will (BGH Urt. v. 29. Juni 1977, VIII ZR 43/76, NJW 1977, 1914); eine Verletzung dieser Offenbarungspflicht stellt ein Verschulden bei Vertragsschluß dar.
Auf solche Fragen ist, wie bereits dargelegt, der Verkäufer entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts verpflichtet, alles mitzuteilen, was er insoweit weiß, um dem Käufer auf dieser Grundlage eine Abwägung zu ermöglichen, ob und zu welchem Preis er kaufen will (s. das bereits zitierte Urteil BGH v. 29. Juni 1977, VIII ZR 43/76, NJW 1977, 1914).
Anfechtung eines Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung - Verheimlichung eines …
Als derartige "Bagatellschäden" hat der erkennende Senat bei Personenkraftwagen allerdings bisher nur ganz geringfügige, äußere (Lack-)Schäden anerkannt, nicht dagegen andere (Blech-)Schäden, auch wenn sie keine weitergehenden Folgen hatten und sich der Reparaturaufwand in einem Falle aus dem Jahre 1961 nur auf 332, 55 DM belief (Senatsurteile vom 20. März 1967 - VIII ZR 288/64 = LM BGB § 123 Nr. 35 - NJW 1967, 1222 und vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 = LM BGB § 276 Ca Nr. 21 = NJW 1977, 1914 - WM 1977, 1048).
Umfang einer formularmäßigen Freizeichnungsklausel bei einem …
Daß ein solcher völliger Haftungsausschluß bei Gebrauchtwagen zulässig ist, entspricht gefestigter Rechtsprechung des erkennenden Senates (zuletztSenatsurteil vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 = WM 1977, 1048 m.w.Nachw.).
Hier wird und darf der Käufer davon ausgehen, daß der Verkäufer - etwa aufgrund seiner Kenntnis der Voreigentümer oder einer sorgfältigen Untersuchung des Kraftwagens, zu der er an sich nicht verpflichtet ist(Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = WM 1977, 584 = NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75]; vgl. aber auchSenatsurteil vom 29. Juni 1977 - VIII ZR 43/76 a.a.O.) - das Risiko der Unfallfreiheit entsprechend der gesetzlichen Regelung (§ 463 BGB) behalten will.
OLG Koblenz, 28.11.2002 - 5 U 786/02
Arglistige Täuschung bei Kauf eines gebrauchen Kraftfahrzeugs
BGH, 25.01.1983 - KZR 12/81
Kartellverbot und Schutzgesetz
OLG Koblenz, 01.07.1987 - 1 U 1374/86
Wandelungsanspruch wegen arglistiger Täuschung; Vorliegen eines Scheingeschäftes …
OLG Düsseldorf, 01.06.2012 - 7 U 51/11
OLG Hamm, 14.11.2002 - 22 U 45/02
Offenbarungspflichten eines Verkäufers
OLG Koblenz, 16.03.1989 - 5 U 1162/88
Arglistige Täuschung beim Autokauf durch Herunterspielen von Unfallschäden
OLG Nürnberg, 29.02.2000 - 3 U 4377/98
Wandelung - Unfallwagen mit angeblich repariertem Blechschaden