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Timestamp: 2020-07-09 02:10:03
Document Index: 123115189

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 138', 'Art. 85', 'Art. 15', 'Art. 2']

Lawbrary | VeÜ-ZSSV - Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren
Eingaben an eine Behörde (4 - 8)
Zustellung durch eine Behörde (9 - 11)
Trägerwandel (12 - 13)
Massenverfahren im Bereich Schuldbetreibung und Konkurs (14 - 14)
Schlussbestimmungen (15 - 16)
1Die­se Ver­ord­nung re­gelt die Mo­da­li­tä­ten des elek­tro­ni­schen Ver­kehrs zwi­schen den Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten und den Be­hör­den im Rah­men von Ver­fah­ren, auf wel­che die ZPO, das SchKG oder die StPO An­wen­dung fin­det.
2Sie gilt nicht für Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richt.
Ei­ne Platt­form für die si­che­re Zu­stel­lung (Zu­stell­platt­form) wird an­er­kannt, wenn sie:
für Si­gna­tur und Ver­schlüs­se­lung kryp­to­gra­fi­sche Schlüs­sel ein­setzt, die auf Zer­ti­fi­ka­ten ei­ner nach dem Bun­des­ge­setz vom 18. März 20162 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur (Zer­tES) an­er­kann­ten An­bie­te­rin von Zer­ti­fi­zie­rungs­diens­ten (an­er­kann­te An­bie­te­rin) ba­sie­ren;
un­ver­züg­lich ei­ne Quit­tung aus­stellt mit dem Zeit­punkt des Ein­gangs ei­ner Ein­ga­be auf der Zu­stell­platt­form oder der Über­ga­be durch die Platt­form an die Adres­sa­tin oder den Adres­sa­ten; die­se Quit­tung und der von ei­nem syn­chro­ni­sier­ten Zeit­stem­pel­dienst be­stä­tig­te Zeit­punkt ist mit ei­nem ge­re­gel­ten elek­tro­ni­schen Sie­gel (Art. 2 Bst. d Zer­tES) zu ver­se­hen;
nach­weist, wel­che Do­ku­men­te über­mit­telt wur­den;
die Ein­ga­ben und Ver­fü­gun­gen in ge­eig­ne­ter Wei­se vor un­be­rech­tig­tem Zu­griff durch Drit­te schützt; liegt die Zu­stell­platt­form aus­ser­halb des ge­schütz­ten Be­reichs der Be­hör­de, so dür­fen die Ein­ga­ben und Ver­fü­gun­gen nur in ver­schlüs­sel­ter Form auf der Zu­stell­platt­form ab­ge­legt wer­den und nur für die Be­hör­de und die Adres­sa­tin oder den Adres­sa­ten les­bar sein;
die Ver­schlüs­se­lung nach den tech­ni­schen Stan­dards der Bun­des­ver­wal­tung ge­währ­leis­tet;
im­stan­de ist, mit den Bun­des­be­hör­den nach den tech­ni­schen Stan­dards der Bun­des­ver­wal­tung be­züg­lich si­che­rer Über­mitt­lung zu kom­mu­ni­zie­ren;
den Ver­kehr mit den an­dern an­er­kann­ten Zu­stell­platt­for­men si­cher­stellt und die Nut­zung von Ver­mitt­lungs­funk­tio­nen und Teil­neh­mer­ver­zeich­nis­sen un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung stellt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
1Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD) ent­schei­det über An­er­ken­nungs­ge­su­che. Es kann die Ein­zel­hei­ten des An­er­ken­nungs­ver­fah­rens re­geln und ins­be­son­de­re be­stim­men:1
wel­che funk­tio­na­len und be­trieb­li­chen An­for­de­run­gen zu er­fül­len sind;
wie Ver­mitt­lungs­funk­tio­nen und Teil­neh­mer­ver­zeich­nis­se be­reit­zu­hal­ten sind; und
wel­che An­ga­ben mit dem Ge­such ein­zu­rei­chen sind.
2Es kann die An­er­ken­nung ent­zie­hen, wenn es von Am­tes we­gen oder auf An­zei­ge hin fest­stellt, dass die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 2 nicht mehr er­füllt sind.
3Die Ent­scheid­ge­bühr wird nach Zeit­auf­wand be­rech­net; der Stun­den­an­satz be­trägt 250 Fran­ken. Im Üb­ri­gen sind die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 20042 an­wend­bar.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Mai 2013, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1535).
Ein­ga­ben an ei­ne Be­hör­de sind an die Adres­se auf der von ihr ver­wen­de­ten an­er­kann­ten Zu­stell­platt­form zu sen­den.
1Die Bun­des­kanz­lei ver­öf­fent­licht im In­ter­net ein Ver­zeich­nis der Be­hör­de­n­adres­sen.
2Das Ver­zeich­nis führt für je­de Be­hör­de auf:
die In­ter­net­adres­se;
die Adres­se für die elek­tro­ni­sche Ein­ga­be;
die Adres­se der Zer­ti­fi­ka­te, die für die Über­prü­fung der elek­tro­ni­schen Si­gna­tur der Be­hör­de zu ver­wen­den sind.
3Die Bun­des­kanz­lei kann die Auf­nah­me und die Nach­füh­rung der Ein­trä­ge re­geln.
1Die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten ha­ben ih­re Ein­ga­ben ein­sch­liess­lich Bei­la­gen im For­mat PDF zu über­mit­teln.
2Das EJPD kann durch Ver­ord­nung fest­le­gen, dass die Ver­fah­rens­da­ten zu­sam­men mit der Ein­ga­be in struk­tu­rier­ter Form ein­ge­reicht wer­den kön­nen. Es re­gelt die tech­ni­schen Vor­ga­ben und das Da­ten­for­mat.1
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
Ist das qua­li­fi­zier­te Zer­ti­fi­kat mit dem Si­gna­tur­prüf­schlüs­sel we­der auf der von der Be­hör­de ver­wen­de­ten Zu­stell­platt­form zu­gäng­lich noch im Ver­zeich­nis der an­er­kann­ten An­bie­te­rin auf­ge­führt, so muss es der Sen­dung bei­ge­fügt wer­den.
Art. 8a Nachreichung auf Papier
1Ei­ne Be­hör­de kann die Nach­rei­chung von Ein­ga­ben und Bei­la­gen auf Pa­pier ver­lan­gen, wenn die­se auf­grund von tech­ni­schen Pro­ble­men:
von der Be­hör­de nicht ge­öff­net wer­den kön­nen; oder
für die Be­hör­de beim An­zei­gen am Bild­schirm oder in ge­druck­ter Form nicht les­bar sind.
2Sie ge­währt den be­trof­fe­nen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten un­ter An­ga­be des Grun­des ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist für die Nach­rei­chung.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
Art. 8b Wahrung einer Frist
1Für die Wah­rung ei­ner Frist ist der Zeit­punkt mass­ge­bend, in dem die von den Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten ver­wen­de­te Zu­stell­platt­form die Quit­tung aus­stellt, dass sie die Ein­ga­be zu­han­den der Be­hör­de er­hal­ten hat (Ab­ga­be­quit­tung).
2Das EJPD be­stimmt, wie die­ser Zeit­punkt auf der Ab­ga­be­quit­tung fest­ge­hal­ten wird.
1Wer Vor­la­dun­gen, Ver­fü­gun­gen, Ent­schei­de und an­de­re Mit­tei­lun­gen (Mit­tei­lun­gen) auf elek­tro­ni­schem Weg zu­ge­stellt er­hal­ten will, hat sich auf ei­ner an­er­kann­ten Zu­stell­platt­form ein­zu­tra­gen.
2Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten, die sich auf der Zu­stell­platt­form ein­ge­tra­gen ha­ben, kön­nen die Mit­tei­lun­gen auf elek­tro­ni­schem Weg zu­ge­stellt wer­den, so­fern sie die­ser Art der Zu­stel­lung ent­we­der für das kon­kre­te Ver­fah­ren oder ge­ne­rell für sämt­li­che Ver­fah­ren vor ei­ner be­stimm­ten Be­hör­de zu­ge­stimmt ha­ben.
3Ei­ne Per­son, die re­gel­mäs­sig Par­tei in ei­nem Ver­fah­ren vor ei­ner be­stimm­ten Be­hör­de ist oder re­gel­mäs­sig Par­tei­en vor ei­ner be­stimm­ten Be­hör­de ver­tritt, kann die­ser Be­hör­de mit­tei­len, dass ihr in ei­nem oder in al­len Ver­fah­ren die Mit­tei­lun­gen auf elek­tro­ni­schem Weg zu er­öff­nen sind.
4Die Zu­stim­mung kann je­der­zeit wi­der­ru­fen wer­den.
5Zu­stim­mung und Wi­der­ruf müs­sen schrift­lich oder in ei­ner an­de­ren Form, die den Nach­weis durch Text er­mög­licht, er­fol­gen; sie kön­nen auch münd­lich zu Pro­to­koll ge­ge­ben wer­den.
1Die Zu­stel­lung er­folgt über ei­ne an­er­kann­te Zu­stell­platt­form.
2Die Mit­tei­lun­gen wer­den im For­mat PDF/A, die Bei­la­gen im For­mat PDF über­mit­telt.
3Die Mit­tei­lun­gen wer­den mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Si­gna­tur ver­se­hen (Art. 2 Bst. e Zer­tES1).2
4Elek­tro­ni­sche Ko­pi­en von Mit­tei­lun­gen kön­nen mit ei­nem ge­re­gel­ten elek­tro­ni­schen Sie­gel (Art. 2 Bst. d Zer­tES) der Be­hör­de ver­se­hen wer­den.3
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 6 der V vom 23. Nov. 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4667).
1Die Zu­stel­lung gilt im Zeit­punkt des Her­un­ter­la­dens von der Zu­stell­platt­form als er­folgt.
2Er­folgt die Zu­stel­lung in ein elek­tro­ni­sches Post­fach der Adres­sa­tin oder des Adres­sa­ten, das auf ei­ner an­er­kann­ten Zu­stell­platt­form nach per­sön­li­cher Iden­ti­fi­ka­ti­on der In­ha­be­rin oder des In­ha­bers des Post­fa­ches ein­ge­rich­tet wur­de, so sind die Be­stim­mun­gen der ZPO und der StPO über die Zu­stel­lung ein­ge­schrie­be­ner Sen­dun­gen sinn­ge­mä­ss an­wend­bar (Art. 138 Abs. 3 Bst. a ZPO bzw. Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO).
1Ver­fah­rens­be­tei­lig­te kön­nen ver­lan­gen, dass ih­nen die Be­hör­de Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de, die ih­nen nicht elek­tro­nisch zu­ge­stellt wor­den sind, zu­sätz­lich auch elek­tro­nisch zu­stellt.
2Die Be­hör­de fügt dem elek­tro­ni­schen Do­ku­ment die Be­stä­ti­gung bei, dass es mit der Ver­fü­gung oder dem Ent­scheid über­ein­stimmt.
1Die Be­hör­de über­prüft die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur be­züg­lich:
Iden­ti­tät der un­ter­zeich­nen­den Per­son;
Gül­tig­keit und Qua­li­tät der elek­tro­ni­schen Si­gna­tur ein­sch­liess­lich all­fäl­li­ger recht­lich be­deu­ten­der At­tri­bu­te;
Da­tum und Uhr­zeit der elek­tro­ni­schen Si­gna­tur ein­sch­liess­lich Qua­li­tät die­ser An­ga­ben.
2Sie fügt dem Pa­pier­aus­druck das Er­geb­nis der Si­gna­tur­prü­fung und ei­ne Be­stä­ti­gung bei, dass der Pa­pier­aus­druck den In­halt der elek­tro­ni­schen Ein­ga­be kor­rekt wie­der­gibt.
3Die Be­stä­ti­gung ist zu da­tie­ren, zu un­ter­zeich­nen und mit An­ga­ben zur un­ter­zeich­nen­den Per­son zu ver­se­hen.
1Das EJPD re­gelt die tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­ga­ben und das Da­ten­for­mat, nach de­nen Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger so­wie Be­trei­bungs- und Kon­kur­säm­ter in ei­ner ge­schlos­se­nen Be­nut­zer­grup­pe als Ver­bund­teil­neh­men­de Be­trei­bungs- und Kon­kurs­da­ten aus­tau­schen.
2Es be­stimmt die zu ver­wen­den­de Zu­stell­platt­form und die zu ver­wen­den­de elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, die auf ei­nem Zer­ti­fi­kat ei­ner an­er­kann­ten An­bie­te­rin ba­siert.
3Für je­de Ver­bund­teil­neh­me­rin und je­den Ver­bund­teil­neh­mer wird auf der Zu­stell­platt­form ein Post­fach ein­ge­rich­tet.
1Das EJPD kann auf Ver­lan­gen ei­ne Zu­stell­platt­form vor­läu­fig an­er­ken­nen, wenn aus dem An­er­ken­nungs­ge­such nach sum­ma­ri­scher Prü­fung er­sicht­lich ist, dass die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 2 wahr­schein­lich er­füllt sind.
2Vor­läu­fi­ge An­er­ken­nun­gen nach Ab­satz 1 so­wie sol­che nach bis­he­ri­gem Recht gel­ten bis zum de­fi­ni­ti­ven Ent­scheid, längs­tens aber bis zum 31. De­zem­ber 2016.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Dez. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5565).
Art. 15a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
Für Quit­tun­gen nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be b ge­nügt bis 31. De­zem­ber 2018 das An­brin­gen ei­ner fort­ge­schrit­te­nen elek­tro­ni­schen Si­gna­tur (Art. 2 Bst. b Zer­tES2), die auf ei­nem Zer­ti­fi­kat ei­ner an­er­kann­ten An­bie­te­rin ba­siert.
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2011 in Kraft.