Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsghutungsaehle
Timestamp: 2020-02-20 08:27:45
Document Index: 158513568

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 74', '§ 5']

(GVBl.II/03, [Nr. 12], S.247)
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichnete Fläche im Landkreis Uckermark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Hutung Sähle“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 44 Hektar. Es umfasst Flächen in der Stadt Lychen, Gemarkung Retzow, Flur 5.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 und in einer Flurkarte mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in der Flurkarte.
(3) Die Verordnung mit Karten und Flurstücksliste kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam, sowie beim Landkreis Uckermark, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das ein nährstoffarmes Torfmoosmoor mit gehölzarmer, moosreicher Moorvegetation, ein angrenzendes Feldgehölz sowie einen durch Schafhutung entstandenen großflächigen Sandtrockenrasen umfasst, ist
als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Übergangs- und Schwingrasenmoore, Moorgehölze, Feucht-, Frisch- und Großseggenwiesen, Röhrichte und der Schafschwingel-Trockenrasen,
als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere Großvogel-, Amphibien-, Reptilien- und Insektenarten;
die Erhaltung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Sumpfiris (Iris pseudacorus), Gewöhnliche Grasnelke (Armeria elongata), Kammwurmfarn (Dryopteris cristata) und Fieberklee (Menyanthes trifoliata);
die Wiederherstellung eines naturnahen Wasserhaushalts und die Sicherung der Wasserspeicherfä-higkeit des Kesselmoores,
die Erhaltung der besonderen Eigenart und Vielfalt des Gebietes in seiner kleinräumigen Verzahnung von nassen bis trockenen Standorten.
des Gebietes als Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Uckermärkische Seenlandschaft“ nach der Richtlinie 79/409 EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (ABl. EG Nr. L 103 S. 1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/49/EG vom 29. Juli 1997 (ABl. EG Nr. L 233 S. 9) – Vogelschutz-Richtlinie – in seiner Funktion als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie, beispielsweise Kranich (Grus grus), Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) und Heidelerche (Lullula arborea) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope;
des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Hutung Sähle“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Übergangs- und Schwingrasenmooren als natürlichem Lebensraumtyp von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Moorwäldern als prioritärem natürlichem Lebensraumtyp im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Tiere auszusetzen oder Pflanzen anzusiedeln; wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
die Nutzung des Grünlandes vor dem 16. Juni unzulässig ist,
Walzen oder Schleppen von Grünland im Zeitraum vom 15. März eines Jahres bis zur ersten Nutzung unzulässig ist,
§ 4 Abs. 1 Nr. 15, 21 und 22 gilt;
Feldgehölze nur einzelstammweise genutzt werden,
bei Wiederaufforstungen keine standortfremden, nichtheimischen Baumarten zu verwenden sind,
ein Totholzanteil von mindestens fünf Prozent am stehenden und liegenden Bestandesvorrat zu gewährleisten ist,
die Anlage von Kirrungen außerhalb geschützter Biotope; Im Übrigen bleibt die Anlage von Wildfütterungen, Kirrungen, Ansaatwildwiesen oder Wildäckern verboten;
die Sohle der Entwässerungsgräben soll angehoben werden;
am Nord-, Ost- und Südrand des Gebietes sollen Hecken oder Baumreihen angelegt werden;
die Kopfweiden sollen einen regelmäßigen Pflegeschnitt erhalten;
das Torfmoosmoor soll bei Bedarf entbuscht werden.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis 51129,19 Euro (in Worten: einundfünfzigtausendeinhundertneunundzwanzig Euro, neunzehn Cent) geahndet werden.
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a und c, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.