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Timestamp: 2016-10-25 05:03:17
Document Index: 106898315

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 23', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 23', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 23', 'BGE']

U 457/00 (02.04.2001)
Bundesrichter Borella, R�edi und Bundesrichterin Leuzinger,
G.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rolf Hofmann, c/o Kupferschmid + Partner, Beethovenstrasse 24, Z�rich,
A.- Die 1962 geborene G.________ ist seit dem 1. April 1988 bei der K. + Co AG in W. als B�roangestellte t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 8. Januar 1995 erlitt sie als Mitfahrerin einen Autounfall und zog sich ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) sowie einen Zahnschaden zu (Bericht des Dr. T.________ vom 1. Februar 1995). Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Gest�tzt auf die beigezogenen Arztberichte, die kreis�rztliche Untersuchung des Dr. L.________, Facharzt f�r Chirurgie, vom 1. November 1996 und die neurootologische Untersuchung des Dr. M.________, SUVA-Abteilung Arbeitsmedizin, vom 13. August 1997 stellte die Anstalt mit Verf�gung vom 23. Januar 1998 die Taggeldleistungen r�ckwirkend ab 17. M�rz 1997 ein, da sie die Versicherte im vor dem Unfall ausge�bten Teilzeitpensum von 70% als arbeitsf�hig erachtete. Zur Begr�ndung f�hrte sie an, dass die Restbeschwerden aus dem Unfall vom 8. Januar 1995 die Arbeitsf�higkeit nicht soweit einschr�nkten, dass die von der Versicherten vorgenommene Reduktion des Arbeitspensums von 70 % auf 50% notwendig gewesen w�re. Ebenso sei eine vorgesehene Erh�hung desselben ohne Unfall im massgebenden Zeitraum nicht rechtsgen�glich nachgewiesen.
Daran hielt die SUVA nach Beizug eines Gutachtens des Spitals Z., Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin, vom 14. Oktober 1998, mit Einspracheentscheid vom 11. Februar 1999 fest.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher G.________ die Zusprechung weiterer Taggelder r�ckwirkend ab 17. M�rz 1997 unter Annahme einer Vollzeitbesch�ftigung beantragen liess, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, unter Ber�cksichtigung der Akten der Invalidenversicherung sowie des von G.________ ins Recht gelegten audio-neurootologischen Berichts des Dr. A.________, Spezialarzt f�r Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 11. Mai 2000, ab. Dies mit der Begr�ndung, dass eine Arbeitsf�higkeit im Umfang von 70% ausgewiesen und eine Erh�hung des Arbeitspensums auf mehr als 70% nicht mit dem n�tigen Beweisgrad erstellt sei (Entscheid vom 29. September 2000).
C.- G.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei ihr unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides ein Taggeld auf Grund einer Arbeitsf�higkeit von 50%, bei einem Arbeitspensum von 100%, auszurichten; eventuell sei ein interdisziplin�res �rztliches Gutachten, insbesondere aus neurologischer Sicht, mit einer Sch�tzung der Arbeitsf�higkeit seit Februar 1997, einzuholen.
1.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Taggeld (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG), dessen H�he (Art. 17 Abs. 1 UVG) und den f�r die Bemessung der Taggelder massgebenden Lohn bei einer wenigstens drei Monate dauernden Taggeldberechtigung und in diese Zeitspanne fallender Lohnerh�hung um mindestens 10% (Art. 23 Abs. 7 UVV), in der hier anwendbaren, bis 31. Dezember 1997 in Kraft gewesenen Fassung) zutreffend wiedergegeben. Richtig dargelegt hat das kantonale Gericht auch die Rechtsprechung zum Begriff und zur Festsetzung der Arbeitsunf�higkeit (BGE 115 V 133 Erw. 2 mit Hinweisen) sowie zur richterlichen Beweisw�rdigung von Arztberichten (BGE 122 V 160 Erw. 1c; siehe auch 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis). Darauf kann verwiesen werden.
2.- a) Die Vorinstanz hat mit einl�sslicher Begr�ndung, welcher sich das Eidgen�ssische Versicherungsgericht vollumf�nglich anschliesst, festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin nach einer �bergangszeit in der Lage gewesen w�re, ab 17. M�rz 1997 als B�roangestellte bei einem Teilpensum von 70% einer Vollzeitbesch�ftigung, wie es im Gutachten der Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin am Spital X. vom 14. Oktober 1998 bei einem diagnostizierten chronischen Cervicothorakovertebral-Syndrom mit intermittierend cervicospondylogener Ausstrahlung linksbetont, als zumutbar erachtet wurde, t�tig zu sein. Diese Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit deckt sich mit jener des Dr. S.________, SUVA-�rzteteam Unfallmedizin, vom 20. August 1997, der die Beschwerdef�hrerin als B�roangestellte bei einem Pensum von w�chentlich 29 Stunden ebenfalls als voll arbeitsf�hig erachtete, und der kreis�rztlichen Einsch�tzung des Dr. L.________ vom 1. November 1996, welcher seinem Bericht einen aus radiologischer Sicht unauff�lligen Befund des Dr. B.________ zu Grunde legte (Bericht vom 1. November 1996).
b) Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen erhobenen Einw�nde verm�gen an diesem Ergebnis nichts zu �ndern. Insbesondere �berzeugt die Stellungnahme des Neurologen Dr. H.________ (vom 30. M�rz 1998) nicht, gem�ss welcher er die Versicherte im Umfang von 50 % in ihrer angestammten T�tigkeit als arbeitsf�hig sch�tzte, zumal er auch gest�tzt auf die durchgef�hrte MRI- Untersuchung der HWS und die Funktions-CT keinen pathologischen Befund erhob (Bericht vom 18. Oktober 1996). Ebenso ergab die Untersuchung an der Neurologischen Klinik des Spitals X. einen unauff�lligen Status (Bericht vom 23. Dezember 1997), sodass die subjektiv geklagten Beschwerden weder in neurologischer noch in neuropsychologischer Hinsicht ein objektivierbares Korrelat fanden. Aufgrund der zuverl�ssigen und schl�ssigen medizinischen Beurteilungen sind von einer zus�tzlichen interdisziplin�ren Begutachtung keine zu einem abweichenden Ergebnis f�hrenden Erkenntnisse zu erwarten. Soweit eine Sch�tzung der Arbeitsunf�higkeit bis zum heutigen Zeitpunkt beantragt wird, kann dem nicht stattgegeben werden, da das Sozialversicherungsgericht nach st�ndiger Rechtsprechung die Streitsache nach dem Sachverhalt, wie er zur Zeit des Einspracheentscheides gegeben war, beurteilt (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis). Die Stellungnahme des Dr. A.________ (Gutachten vom 11. Mai 2000) ist demnach insoweit unbeachtlich, als sie sich auf die aktuelle Arbeitsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin bezieht.
Damit ist mit Vorinstanz und Verwaltung davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin in ihrer jetzigen T�tigkeit als B�roangestellte unter Vermeidung einseitiger Belastung bei einem Teilpensum von 70% einer Vollzeitbesch�ftigung arbeitsf�hig ist.
3.- Unbegr�ndet ist auch der Einwand, die SUVA sei aufgrund von Art. 23 Abs. 7 UVV verpflichtet, ab 17. M�rz 1997 ein h�heres Taggeld im Umfang von 50% bei einem Arbeitspensum von 100% zu erbringen.
Gem�ss Art. 15 Abs. 1 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt f�r die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Gest�tzt auf Art. 15 Abs. 3 UVG erhielt der Bundesrat u.a. die Kompetenz zum Erlass von Bestimmungen �ber den versicherten Verdienst in Sonderf�llen. Der Beschwerdef�hrerin ist darin beizupflichten, dass die Sonderbestimmung von Art. 23 Abs. 7 UVV nicht nur bei Lohnerh�hungen, sondern auch bei Erh�hungen der Arbeitszeit anwendbar ist (RKUV 1994 Nr. U 195 S. 210). Die Versicherte vermag jedoch nicht mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun, dass eine Erh�hung der Arbeitszeit erfolgt w�re, wenn sie keinen Unfall erlitten h�tte. Unbestritten ist, dass seitens der K.+ Co AG der Wunsch bestand, dass die Beschwerdef�hrerin das bei Arbeitsbeginn vereinbarte Teilzeitpensum von 50% zu einer Vollzeitbesch�ftigung ausbauen w�rde (SUVA-Bericht vom 22. Februar 1997); ob und allenfalls ab wann dieser Wunsch realisiert worden w�re, ist jedoch nicht rechtsgen�glich erstellt, wie die Vorinstanz in einl�sslicher Auseinandersetzung mit den verschiedenen Angaben der Arbeitgeberin und der Beschwerdef�hrerin festgestellt hat. Insbesondere f�llt auf, dass weder bei der Unfallmeldung vom 10. Januar 1995 noch am 18. Januar 1995 bei den erg�nzenden Angaben des Vorgesetzten zur Arbeitszeit zuhanden des Unfallversicherers die Absicht einer Pensenerh�hung erw�hnt wurde. Obwohl H. K.________ sp�ter angab, dass er und die Beschwerdef�hrerin ab Januar 1995 eine Erwerbst�tigkeit im Umfang von 100% vereinbart h�tten, wird in den Arztberichten von einer vollen Arbeitsf�higkeit in Bezug auf ein 70% Pensum ausgegangen (Bericht des Dr. T.________ vom 27. Juni 1995, kreis�rztliche Untersuchung des Dr. L.________ vom 1. November 1996). Gest�tzt auf diese mit besonderer Beweiskraft ausgestatteten "Aussagen der ersten Stunde" (BGE 121 V 47 mit Hinweisen) und auf die eigenen Angaben der Beschwerdef�hrerin (SUVA-Bericht vom 18. April 1995 und Schreiben vom 26. April 1995) ist mit Vorinstanz und Verwaltung davon auszugehen, dass die Vereinbarung einer Vollzeitbesch�ftigung ab Januar 1995 nicht mit dem notwendigen Beweisgrad erstellt ist. Selbst wenn die Beschwerdef�hrerin w�hrend einer Zeitspanne von rund drei Wochen im Umfang von 100% t�tig war, dieser Versuch jedoch aufgrund der Schmerzexacerbation abgebrochen werden musste, kann daraus nicht auf eine dauernde Erh�hung der Arbeitszeit geschlossen werden, da es sich dabei um eine Ferienvertretung handelte (SUVA-Bericht vom 25. November 1997, Gutachten des Spitals X. vom 14. Oktober 1998). Auch der Einwand, die Arbeitgeberin h�tte ab 17. M�rz 1997 der Versicherten Leistungen erbracht, welche die Absicht einer vollen Erwerbst�tigkeit beweisen w�rden, vermag am Ergebnis nichts zu �ndern. Die auf den Lohnabrechnungen Februar 1997 bis M�rz 1998 ausgewiesenen Zahlungen basieren nicht auf effektiv geleisteten Arbeitsstunden, sondern wurden unter der Rubrik "Unfall" aufgef�hrt und analog dem Taggeld der SUVA im Umfang von 80% des versicherten Verdienstes ausgerichtet. Daraus l�sst sich jedoch, entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin, nichts zugunsten einer vereinbarten Arbeitszeit im Umfang von 100% ab Januar 1995 ableiten.
Eidgen�ssichen Versicherungsgerichts