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Timestamp: 2018-11-12 18:01:42
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Steffen Haase. Eigentümerversammlung PDF
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1 Steffen Haase Eigentümerversammlung 2013
2 Agenda 1. Planung der Versammlungssaison 2. Ladung und Formalien 3. Teilnahme-, Rede- und Stimmrecht 4. Vollmachtsfragen 5. Beschlussformulierung 6. Beschlussverkündung 7. Was ist sonst noch wichtig?
3 1. Planung der Versammlungssaison Der Jahreszeitenlauf
5 Planung der Versammlungssaison Nach der Eigentümerversammlung ist vor der Eigentümerversammlung
6 Planung der Versammlungssaison Langfristige Planung unter Einbeziehung von Jahresabrechnung Wirtschaftsplan Bedarfsermittlung - Begehungen der Wohnanlage - Beiratstreff - Materialsammlung unterjährig
7 Planung der Versammlungssaison Terminplanung 1. Gedanken zur Tagesordnung 2. Planung Beiratsseminar 3. Planung der Versammlungstermine im Herbst des Vorjahrs durch den Verwalter (Sachbearbeitung/Buchhaltung) 4. Kommunikation zum Kunden
8 Planung der Versammlungssaison Terminplanung im Herbst Termintabelle Jeder kann sich darauf einstellen Angebotskoordination Reservierung der Räumlichkeiten - Liste / Verzeichnis ETV Lokale
9 Planung der Versammlungssaison Grundbuchamt Eigentümer in der EDV überprüfen Anforderung der entsprechenden Listen beim Grundbuchamt
10 Planung der Versammlungssaison Sitzung des Verwaltungsbeirats Vorzeitige Planung möglich! Telefonkonferenz zur Terminfindung Kommunikation des Versammlungstermins in Bezug auf Zeitplan Abrechnung Rechnungsprüfung / Sitzung - ETV
11 Planung der Versammlungssaison Sitzung des Verwaltungsbeirats Vorbereitung Abrechnung / Wirtschaftsplan Angebote Kosten / Kalkulationen Entwurf der Tagesordnung
12 Planung der Versammlungssaison
13 Planung der Versammlungssaison Abstimmung der Tagesordnung zwischen Verwalter und Beirat
14 2. Ladung und Formalien
15 Ladung und Formalien Stammdatenüberprüfung Ein Wohnungseigentümer wird nicht geladen. BGH: die unterbliebene Einladung einzelner Eigentümer führt zur Anfechtbarkeit der in der Versammlung gefassten Beschlüsse, nicht aber zu deren Nichtigkeit (NZM 1999, S. 1101). Risiko: 49 Abs. 2 WEG
16 Ladung und Formalien Leitsatz Die Einladung muss so gestaltet sein, dass sie den Wohnungseigentümer angemessen auf die Erörterung der Tageordnungspunkte auf der Eigentümerversammlung vorbereitet. BGH, , V ZR 96/10
17 Ladung und Formalien Ankündigung von Tagesordnungspunkten / Sonderumlage Der Verwalter muss Informationen zu Grund und Höhe der Sonderumlage liefern, damit sich die Eigentümer sachgerecht darauf vorbereiten können. BGH, , V ZR 129/11,
18 Ladung und Formalien Ankündigung von Tagesordnungspunkten Soll die Änderung eines Kostenverteilungsschlüssels auf einer Eigentümerversammlung beschlossen werden, muss die beabsichtigte Änderung nach 23 Abs. 2 WEG angekündigt werden. BGH, , V ZR 202/09
19 Ladung und Formalien Ankündigung von Tagesordnungspunkten Die Änderung kann nicht unter dem Tagesordnungspunkt Wirtschaftsplan erfolgen. PRAXISTIPP: Eine beabsichtigte Änderung muss auch separat angekündigt werden als Änderung Kostenverteilerschlüssel für folgende Kosten: (unter genauer Nennung).
20 Ladung und Formalien Ankündigung von Tagesordnungspunkten Die unbestimmte Bezeichnung eines Beschlussgegenstands und die hiervon nicht gedeckte angefochtene Beschlussfassung stellen einen Veranlassungstatbestand i. S. v. 49 Abs. 2 WEG dar. LG Nürnberg-Fürth, , 14 T 359/11
21 Ladung und Formalien Aufnahme von Tagesordnungspunkten Jeder Wohnungseigentümer hat Anspruch auf Aufnahme eines Tagesordnungspunkts in die Einladung für die nächste Eigentümerversammlung, wenn dessen Behandlung ordnungsgemäßer Verwaltung entspricht. Der Anspruch entfällt, wenn die Ladungsfrist des 24 Abs. 4 Satz 2 WEG nicht mehr gewahrt werden kann und auf diese nicht ausnahmsweise verzichtet werden kann. LG München I, , 1 S 5166/11
22 3. Teilnahme-, Rede und Stimmrechte
23 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Nichtöffentlichkeit Wird die Nichtöffentlichkeit der Eigentümerversammlung bewusst nicht beachtet, sind die gefassten Eigentümerbeschlüsse für ungültig zu erklären, ohne dass es auf die Ursächlichkeit des Verfahrensfehlers für die Beschlussfassung ankommt. AG Halle, , 120 C 4333/10
24 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Nichtöffentlichkeit PRAXISFÄLLE: Ehegatte/Gattin (s. o. Grundbuchabgleich) Mitgebrachte Personen zur Versammlung
25 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Nichtöffentlichkeit: Dient dem Zweck, die Versammlung von fremden Einflüssen freizuhalten. Außenstehende Dritte sollen nicht auf den Ablauf der Versammlung und dadurch auf die Meinungsbildung Einfluss nehmen können. Anders: Vom Verwalter hinzugezogene Mitarbeiter
26 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Teilnahme Dritter Dabei ist jedoch zu beachten, dass beratende Personen zum Teil eine Teilnahmeberechtigung haben, wenn auch diese möglicherweise nur zu einigen Tagesordnungspunkten zu gewähren ist, auf die der Verwalter vor der Beschlussfassung hinweisen muss. Ein unberechtigter Ausschluss kann zur Anfechtbarkeit aller in der Eigentümerversammlung gefassten Beschlüsse führen. Praxis-Beispiel Geschäftsordnungsbeschluss zur Teilnahme Dritter Dem Herrn/der Frau wird gestattet, an der Versammlung teilzunehmen/an der Versammlung zu folgenden Tagesordnungspunkten teilzunehmen.
27 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Teilnahme Dritter Ein vom Verwalter beauftragter und bezahlter Steuerberater hat zwecks neutraler Prüfung und Bewertung der Abrechnung an der Eigentümerversammlung teilgenommen. Folge: Aufhebung der Beschlüsse zur Abrechnung und Entlastung LG Karlsruhe, , 11 S 70/09 Die Teilnahme von Dritten an der Versammlung, ist nur im Interesse aller Wohnungseigentümer möglich
28 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Teilnahmerecht Mehrhausanlage WEG besteht aus mehreren Gebäuden. Gemeinschaftsordnung regelt: Instandhaltung beschließen die Eigentümer eines Hauses. Getrennte Buchhaltungskreisläufe sind ebenfalls vorhanden. Frage: Wen lade ich ein, wenn es eine außerordentliche Versammlung ist mit einem Tagesordnungspunkt: Sanierungsmaßnahme an Haus 1?
29 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Teilnahmerecht Mehrhausanlage Antwort: Alle, aber mit Hinweis in der Ladung, dass nur Haus 1 stimmberechtigt ist. Die anderen Eigentümer haben ein: Anwesenheits-, Teilnahme- und Rederecht.
30 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Unterbliebene Einladung zur ETV Die unterbliebene Einladung eines Wohnungseigentümers zu einer Eigentümerversammlung führt regelmäßig nur zur Anfechtbarkeit der in der Versammlung gefassten Beschlüsse, nicht aber zu deren Nichtigkeit. BGH, , V ZR 235/11
31 Teilnahme-, Rede- und Stimmrechte Widerruf einer bereits abgegebenen Stimme Die in der Eigentümerversammlung abgegebene Stimme kann nach ihrem Zugang bei dem Versammlungsleiter nicht mehr widerrufen werden. In diesem Fall wurde mit Stimmzetteln abgestimmt. BGH, , V ZR 254/11
32 4. Vollmachtsfragen
33 Stimmrechtsvollmachten Vollmacht im PDF-Format Haben die Wohnungseigentümer für Vollmachten die Schriftform vereinbart, genügt der Nachweis einer Stimmrechtsvollmacht im PDF-Format nicht. LG München I, , 1 T 5151/10
34 Stimmrechtsvollmachten Grundlagen der Stellvertretung ( 164 ff. BGB) Abgabe einer eigenen Willenserklärung im Namen des Vertretenen innerhalb bestehender Vertretungsmacht Liegen diese 3 Voraussetzungen vor, wirkt die Erklärung des Vertreters unmittelbar für und gegen den Vertretenen.
35 Stimmrechtsvollmachten Worauf man achten sollte! Stammt die Vollmacht tatsächlich vom Eigentümer? Nach zutreffender Ansicht ist der Verwalter nicht per se verpflichtet, vor jeder Versammlung das Grundbuch einzusehen. Freilich hat er die Möglichkeit hierzu, weil er ein berechtigtes Interesse i. S. v. 12 GBO hat. Er sollte im Zweifel Einsicht nehmen, wenn er Zweifel an der Zusammensetzung der Gemeinschaft hat. Probleme entstehen in der Praxis häufig, wenn das Wohnungseigentum mehreren Personen gehört. Von geradezu herausragender Bedeutung sind Formfragen und Weisungen durch die Eigentümer. Ferner relevant: Interessenkonflikte des Verwalters.
36 Stimmrechtsvollmachten Eigentum steht mehreren zu Grundsatz: Steht das Eigentum mehreren zu, muss die Erklärung daher von allen Eigentümern oder aber zumindest im Namen aller abgegeben sein. Abzulehnen ist aber die von manchen Gerichten angenommene Vermutung, Ehegatten handelten stets für den anderen mit und seien dazu auch berechtigt.
37 Stimmrechtsvollmachten Einseitiges Rechtsgeschäft eines Bevollmächtigten ( 174 BGB): Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ein Bevollmächtigter einem anderen gegenüber vornimmt, ist unwirksam, wenn der Bevollmächtigte eine Vollmachtsurkunde nicht vorlegt und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist. Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den anderen von der Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hatte.
38 Stimmrechtsvollmachten Unwirksamkeit der Stimme Ein Verstoß gegen 174 BGB führt zur Unwirksamkeit der Stimme. Die h. M. verlangt Vorlage der Vollmacht im Original!!!
39 Stimmrechtsvollmachten Bestehen einer Formvereinbarung Bei Bestehen einer Formvereinbarung kommt es anders als in den Fällen des 174 BGB nicht darauf an, ob ein Eigentümer die Zurückweisung erklärt. Denn der Verwalter hat als Versammlungsleiter die Pflicht, über die Einhaltung der Gemeinschaftsordnung zu wachen. Daraus folgt, dass er die ihm nicht formgerecht vorliegenden Vollmachten nicht ausüben darf und andere Vertreter, die sich nicht legitimieren können, zurückweisen muss.
40 Stimmrechtsvollmachten Stimmrechtsausschluss Ist der Vertretene vom Stimmrecht ausgeschlossen, kann der Verwalter ihn nicht vertreten. Wichtige Ausschlüsse nennt 25 Abs. 5 WEG: Vornahme eines die Verwaltung betreffenden Rechtsgeschäfts mit dem Eigentümer oder Einleitung/Erledigung eines Rechtsstreits gegen ihn. Ist der Verwalter Eigentümer, darf er etwa bei seiner Entlastung oder Abberufung aus wichtigem Grund nicht mitstimmen. Nach h. M. gilt das entsprechend bei einer Vertretung. Anders OLG München (ZMR 2011, 148) Ein Stimmverbot besteht aber dann nicht, wenn der Eigentümer das Stimmverhalten vorgibt. Geht es um die Verwalterwahl, darf er ebenfalls abstimmen (s. BGHZ 150, 46; OLG Hamm ZWE 2007, 40).
41 Stimmrechtsvollmachten Stimmrechtsausschluss des Verwalters Ist der Verwalter vom Stimmrecht ausgeschlossen, droht die Stimme zu verfallen. Es kann daher im Interesse des Eigentümers liegen, die Stimme auf eine andere Person zu übertragen. Zur Unterbevollmächtigung ist der Verwalter nur dann berechtigt, wenn die Vollmacht diese Befugnis enthält. Auch hier ist eine Auslegung geboten. Es empfiehlt sich daher, eine ausdrückliche Regelung in das Formular aufzunehmen. Fehlt eine Regelung, ist eine Unterbevollmächtigung m. E. statthaft, wenn der Eigentümer den Verwalter trotz des erkennbaren Interessenkonflikts bevollmächtigte. Der Verwalter kann die Person auswählen, darf ihr aber keine Weisungen erteilen!
42 Weitere Fragen rund um die Leitung der ETV Beschlussfähigkeit 25 Abs. 3 und 4 WEG legen zur Beschlussfähigkeit fest: (3) Die Versammlung ist nur beschlussfähig, wenn die erschienenen stimmberechtigten Wohnungseigentümer mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile, berechnet nach der im Grundbuch eingetragenen Größe dieser Anteile, vertreten. (4) Ist eine Versammlung nicht gem. Abs. 3 beschlussfähig, so beruft der Verwalter eine neue Versammlung mit dem gleichen Gegenstand ein. Diese Versammlung ist ohne Rücksicht auf die Höhe der vertretenen Anteile beschlussfähig; hierauf ist bei der Einberufung hinzuweisen.
43 Weitere Fragen rund um die Leitung der ETV Beschlussfähigkeit Stimmrechtsausschluss von 50 % und mehr Die h. M.: Sind mindestens die Hälfte der Miteigentumsanteile dauerhaft von der Ausübung des Stimmrechts ausgeschlossen, ist die Erstversammlung stets beschlussfähig.
44 Weitere Fragen rund um die Leitung der ETV Die Zweitversammlung gem. 25 Abs. 4 WEG Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist die Zweitversammlung erst dann einzuberufen, wenn die Beschlussunfähigkeit der Erstversammlung feststeht. Eine Eventualeinberufung ist nur statthaft, wenn eine Vereinbarung (nicht nur ein Beschluss) sie zulässt.
45 5. Beschlussformulierung
46 Rechtssicheres Formulieren von Beschlüssen Wie sehen die Anträge aus? a) Bestimmtheit / Bezugnahmen auf Anlagen b) 648a BGB Bauhandwerkersicherung (einpreisen) Baustellenverordnung beachten! c) Delegationsmöglichkeiten ( 27 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7 WEG)
47 Rechtssicheres Formulieren von Beschlüssen d) Anträge zur Sanierung: Was soll gemacht werden? e) Anträge zur Person: Wer soll handeln? (Handwerker, Architekt, Verwalter, Verwaltungsbeirat) f) Anträge zur Finanzierung: Woher kommt das Geld? (Wirtschaftsplan, Instandhaltungsrückstellung, Sonderumlage mit Kostenverteilungsschlüssel) g) Anträge zur Kostenverteilung: Wer bezahlt was/das? 14 Nr. 4; 16 Abs. 4 WEG; 16 Abs. 6 WEG (BGH , V ZR 65/11) Achtung: Untersuchungskosten!!
48 Rechtssicheres Formulieren von Beschlüssen Reihenfolge bei Tops: a) Einführung ins Thema durch Versammlungsleiter, Diskussion. b) Antragsformulierung (Überflüssiges weglassen! Also nur das, was geregelt werden soll!) c) Abstimmung (nach Klärung der Stimmberechtigungen) d) Auszählung e) Feststellung und Verkündung des Ergebnisses: Der Beschluss wird existent. f) Eintrag in die Beschlusssammlung g) Protokollerstellung und Versendung
49 6. Beschlussverkündung
50 Beschlussverkündung durch den Verwalter Beschlussverkündung Damit ein Beschluss zustande kommt, bedarf es nicht nur der Abstimmung der Eigentümer, sondern zusätzlich auch noch der Feststellung und Verkündung des Beschlussergebnisses. Dies ergibt sich zwingend aus 24 Abs. 7 Satz 2 Nr. 1 WEG.
51 Beschlussverkündung durch den Verwalter Beschlussverkündung Die Verkündung des Beschlussergebnisses hat für die Entstehung des Beschlusses eine sog. konstitutive (rechtsbegründende) Wirkung (BGH v , V ZB 10/01, NJW 2001, 3339), d. h.: ohne Verkündung kein Beschluss! Der Inhalt eines Beschlusses wird durch die Verkündung bestimmt. Zuständig für die Beschlussverkündung ist der Versammlungsleiter.
52 Beschlussverkündung durch den Verwalter Beschlussverkündung Abstimmungsergebnis: Ja-Stimmen Nein-Stimmen Enthaltungen Gesamt Der Beschlussantrag ist damit angenommen / nicht angenommen.
53 7. Was ist sonst noch wichtig?
54 Was ist sonst noch wichtig? Kreditaufnahme Es liegt in der Kompetenz der Wohnungseigentümer, die Aufnahme eines Kredits zur Deckung des Finanzbedarfs der WEG zu beschließen. BGH, , V ZR 251/11
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