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Timestamp: 2018-10-22 20:53:18
Document Index: 336230923

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 5', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 32']

Tipp 20 Erträge aus einem Investmentfonds - Helfer in Steuersachen
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Tipp 20 Erträge aus einem Investmentfonds
Anlage KAP, Zeile 7
Die Geschäftsidee wirkt überzeugend: Ein Investmentfonds sammelt Geld und legt es für die Kunden als Sondervermögen an. Die Anteile an diesem Sondervermögen werden an der Börse gehandelt und können jederzeit verkauft werden. Alles gesetzlich verankert im Investmentgesetz (InvG), nicht zu verwechseln mit dem Investmentsteuergesetz (InvStG).
⇒ Sondervermögen ist sicher angelegt
Das Sondervermögen bestehend aus dem Anlagekapital der Fondsanleger, ist – wie der Name sagt – vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt. Dadurch ist jedes Sondervermögen sowohl von den Wertänderungen der anderen Fonds der Investmentgesellschaft als auch vor dem Zugriff der Investmentgesellschaft selbst oder ihrer Gläubiger (auch im Insolvenzfall) geschützt.
Investmentgesellschaften werden entweder in Form einer AG oder einer GmbH geführt. Deshalb gehören die Ausschüttungen an private Investmentsparer zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, auch dann, wenn es sich um einen Immobilienfonds handelt, der bekanntlich vermieteten Grundbesitz verwaltet.
⇒ Steuerliche Behandlung
Die Regelungen zur Abgeltungsteuer sind auf Erträge aus Investmentfonds uneingeschränkt anzuwenden. Die Erträge werden pauschal mit 25 % besteuert. Ein solcher Steuerabzug hat also abgeltende Wirkung (§ 1 Investmentsteuergesetz / InvStG). Wenn Sie eine Anlage KAP abgeben, entnehmen Sie alle Angaben aus der Steuerbescheinigung der depotführenden Bank und tragen die Erträge in > Zeile 7 der Anlage KAP ein, auch die Erträge aus einem Investmentfonds
Anmerkung: Bewahren Sie alle Unterlagen zu Ihren Investmentfonds gut auf. So haben sie die entsprechenden Unterlagen zur Hand, wenn das Finanzamt auch noch für den Verkaufsgewinn Steuern verlangt.
→ Erträge ausschütten oder thesaurieren
Es gibt Fonds, die laufend Erträge an die Anleger ausschütten und solche, die sie im Fondsvermögen behalten. Letztere nennen sich thesaurierende Fonds, die Erträge dementsprechend als thesaurierte Erträge. Thesaurierende Fonds haben den Vorteil, dass Sie sich als Anleger nicht um die Wiederanlage der Erträge kümmern müssen.
Abgeltungsteuer auf Inländische thesaurierte Erträge
Haben Sie Anteile an einem ausländischen Fonds (zu erkennen an dem Kürzel ISIN zu Beginn der Wertpapiernummer: Nicht DE, sondern z. B. LU, FR, GB oder US / § 5 InvStG), wird es kompliziert, weil ausländische Fonds keine Abgeltungsteuer an den deutschen Fiskus abführen. Deshalb müssen deutsche Anleger selbst die Erträge aus dem ausländischen Fonds in ihrer Steuererklärung angeben, zu entnehmen aus der Bescheinigung der depotführenden Bank. Die Erträge sind in > Zeile 17 der Anlage KAP zu erklären, auch wenn diese in einem inländischen Depot verwahrt werden. Alle Veräußerungstatbestände tragen Sie zusätzlich in die > Zeilen 18 bis 21 ein.
Bewahren Sie alle Unterlagen zu Ihren Investmentfonds gut auf. So sind Sie gewappnet, wenn das Finanzamt für den Verkaufsgewinn zu hohe Steuern verlangt.
→ Fondssteuerreform ab 2018
Die Besteuerung von Kapitalerträgen aus Investmentzertifikaten ist im Investmentsteuergesetz (InvStG) geregelt. Die neueste Änderung datiert vom 19.7.2016 und gilt ab 1.1.2018.
1. Steuerpflicht der Fondsgesellschaften
Ab 2018 unterliegen inländische und ausländische Investmentfonds mit bestimmten inländischen Einkünften einer 15 %-gen Körperschaftsteuer. Bisher waren inländische Fondsgesellschaften in Deutschland steuerbefreit. Ausländische Fondsgesellschaften erhielten ihre Steuerbefreiung i.d.Regel im Sitzstaat.
2. Steuerpflicht der Anleger
Der Anleger versteuert die ihm zugeflossene Ausschüttung mit dem Bruttobetrag.
b) Vorabpauschale (§ 18 InvStG 2018)
Mit der Vorabpauschale wird die risikolose Marktverzinsung versteuert. Grundlage hierfür ist der Basiszinssatz der Bundesbank. Die anzusetzende Vorabpauschale beträgt 70 % des Basiszinssatzes, bezogen auf den ersten öffentlichen Rücknahmepreis des Kalenderjahres. Die Vorabpauschale ist auf den Wertzuwachs des Fondsanteils des Kalenderjahres begrenzt. Die tatsächlichen Ausschüttungen mindern die Vorabpauschale. Sie gilt zum ersten Werktag das Folgejahres als zugeflossen.
c) Veräußerungsgewinn (§ 19 InvStG 2018)
Der Veräußerungsgewinn ist um evtl. angesetzte Vorabpauschalen zu mindern.
3. Steuerbefreiungen der Anleger (§ 20 InvStG 2018)
Aufgrund der Vorbelastung mit Steuern auf der Ebene der Fondsgesellschaften mit 15 % werden die Einkünfte des Fondsanlegers teilweise steuerbefreit. Die Höhe der Steuerbefreiung hängt vom >>Fondstyp<< ab, wobei es hier auf die Anlageregelungen des Fonds ankommt.
Steuerbefreiungen der Privatanleger
Aktienfonds mit einer Aktienquote von mehr als 51 % 30 %
Mischfonds mit einer Aktienquote zwischen 25 und 51 % 15 %
Immobilienfonds mit einer Immobilienquote von mehr als 51 % 60 %
Immobilienfonds mit Auslandsimmobilien von mehr als 51 % 80 %
Übrige Fonds 0 %
Quelle: § 32d EStG