Source: https://www.studentische-versicherungen.de/krankenversicherung-student/nach-dem-studium/
Timestamp: 2019-05-19 19:32:04
Document Index: 324224349

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 159', '§ 157', '§ 24', '§ 6', '§ 26', '§ 9']

Krankenversicherung nach dem Studium: mit & ohne Job (arbeitslos)
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Wie es nach dem Studium mit deiner Krankenversicherung weitergeht, hängt davon ab, was du genau machst und wie du während des Studiums krankenversichert warst, also insbesondere ob gesetzlich oder privat.
Werkstudenten aufgepasst: Die Hochschulausbildung im Sinne der Anwendung des Werkstudentenprivilegs, das unter anderem zu Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung führt (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V), endet mit Ablauf des Monats, indem du vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet wurdest. Bist du danach noch weiter immatrikuliert und arbeitest, wirst du als Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn es sich nicht nur um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Zu diesem Zeitpunkt kannst du übrigens innerhalb von 14 Tagen ohne Kündigung deine Krankenkasse wechseln (Bindungsfrist beachten).
Nach dem Studium dauerhaft ins Ausland: Wer seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt nach dem Studium nicht (mehr) in Deutschland hat, unterliegt nicht der deutschen Krankenversicherungspflicht (Ausnahmen bestehen gegebenenfalls unter anderem für Bezieher einer Rente der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung). Privat Krankenversicherte können ihren Versicherungsvertrag üblicherweise kündigen, wenn der neue Wohnsitz außerhalb eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) liegt.
Nach dem Studium arbeitslos
Nicht jeder übt direkt einen Tag nach dem letzten Studiensemester eine (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung aus. Manche wollen bewusst erstmal eine Pause einlegen oder in Ruhe den Arbeitsmarkt sondieren, einen passenden Job finden, sich bewerben, weil davor keine Zeit war oder es ohne Abschlusszeugnis schlicht nicht ging. Andere sind dazu gezwungen, da sie bisher keine Jobzusage bekommen haben.
Wer in der Zeit nach dem Studium Arbeitslosengeld nach dem SGB III bezieht („Arbeitslosengeld I“) oder nur deshalb nicht bezieht, weil der Anspruch wegen einer Sperrzeit (§ 159 SGB III) oder wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 157 Abs. 2 SGB III) ruht, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge übernimmt die Bundesagentur für Arbeit.
Voraussetzung für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld ist unter anderem, dass du zuvor versicherungspflichtig beschäftigt gewesen warst und lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hast: mindestens 12 Monate in den letzten zwei Jahren (unter bestimmten Umständen gelten abweichende Voraussetzungen; gewisse Ersatzzeiten sind anrechenbar). Während des Studiums werden die allermeisten aber wenn überhaupt eine versicherungsfreie Beschäftigung ausgeübt haben (als Werkstudent oder eine geringfügige Beschäftigung).
Ebenfalls versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem SGB II („Hartz IV“), es sei denn, dass diese Leistung nur darlehensweise gewährt wird oder nur Leistungen nach § 24 Abs. 3 Satz 1 des SGB II bezogen werden. Die Beiträge übernimmt das Jobcenter.
Nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind jedoch ALG-II-Bezieher, die unmittelbar zuvor privat krankenversichert waren oder weder gesetzlich noch privat krankenversichert waren und hauptberuflich selbständig erwerbstätig waren oder zu den in § 6 Abs. 1 oder 2 SGB V genannten Personen gehören (Arbeiter und Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt sowie Beamte, Richter, Zeitsoldaten, Berufssoldaten und andere mit Anspruch auf Beihilfe oder freie Heilfürsorge) oder bei Ausübung der beruflichen Tätigkeit im Inland gehört hätten.
Ohne Bezug von Arbeitslosengeld I und II
Wer im Studium gesetzlich krankenversichert war, danach arbeitslos ist, aber keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I sowie II besitzt, wird nach dem Studium entweder beitragsfrei familienversichert, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, oder im Status eines freiwillig Versicherten weiterversichert.
Die beitragsfreie Familienversicherung über ein Elternteil in deren gesetzlicher Krankenkasse ist nach dem Studium möglich, wenn du nicht versicherungspflichtig bist und entweder:
unter 18 bist,
unter 23 und nicht erwerbstätig (z.B. arbeitslos ohne Arbeitslosengeld I-/II-Bezug) oder
unter 25 und du dich in Schul- oder Berufsausbildung befindest bzw. ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leistest.
Keine Altersgrenze in der Familienversicherung gibt es für behinderte Kinder, die außerstande sind sich selbst zu unterhalten, und bei einer Familienmitversicherung über den Ehegatten bzw. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz.
Wer zuvor im Studium privat krankenversichert war und danach nicht versicherungspflichtig in der GKV wird, dort kein Anspruch auf Familienversicherung oder ein dauerhafter Anspruch auf Heilfürsorge entsteht, bleibt weiterhin privat krankenversichert.
Wer nicht versicherungspflichtig wird, kann prüfen, ob das Jobcenter einen Zuschuss zur Krankenversicherung zahlt, wenn dadurch Hilfebedürftigkeit verhindert wird (§ 26 SGB II).
Nach dem Studium mit Arbeit / Job
Hast du nach dem Studium einen Job, so kommt es in Sachen Krankenversicherung darauf an, ob dieser Versicherungspflicht auslöst oder nicht. Ist die Beschäftigung versicherungspflichtig, ist der Fall einfach, dein Arbeitgeber und du teilen sich die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Du kannst übrigens bei eintretender Versicherungspflicht innerhalb von 14 Tagen ohne Kündigung (Bindungsfrist gilt) ganz einfach deine gesetzliche Krankenkasse wechseln. Wir helfen dir bei der Auswahl.
Handelt es sich bei deinem Job nach dem Studium jedoch um eine geringfügige Beschäftigung (geringfügig entlohnt alias 450-Euro-Minijob oder kurzfristige Beschäftigung) oder bist du versicherungsfrei (z.B. regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze), so wird es komplizierter:
Wer zuletzt gesetzlich krankenversichert war, bleibt dies auch weiterhin, entweder im Status eines beitragsfrei Familienversicherten, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, oder als freiwilliges Mitglied, wenn nicht aus anderem Grund eine (vorrangige) Versicherungspflicht in der GKV eintritt.
Wer zuletzt privat krankenversichert war, bleibt dies, da keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eingetreten ist, sofern kein Anspruch auf Familienversicherung oder ein dauerhafter Anspruch auf Heilfürsorge entsteht. Geprüft werden kann aber eine freiwillige Versicherung in der GKV nach § 9 Abs. 1 Nr. 3, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und dadurch Versicherungsfreiheit vorliegt.
Nach dem Studium hauptberuflich selbständig
Wer nach dem Studium hauptberuflich selbständig tätig ist und zuvor gesetzlich krankenversichert war, bleibt dies im Status eines freiwillig Versicherten oder wechselt alternativ in die private Krankenversicherung. Wer jedoch zuvor schon privat krankenversichert war, bleibt dies, kann also nicht einfach so in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.
Krankenkasse wechseln nach dem Studium
Selbstverständlich kannst du als pflichtversichertes oder freiwilliges Mitglied auch nach dem Studium oder zum Studienende hin deine gesetzliche Krankenkasse wechseln. Dabei ist die gesetzliche Bindungsfrist einzuhalten, das heißt du musst mindestens schon 18 Monate Mitglied bei der Krankenkasse gewesen sein (abgeschlossene Wahltarife können diese Zeit verlängern). Eine Ausnahme besteht bei einer Erhöhung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes, in diesem Fall besteht ein Sonderkündigungsrecht (aufpassen, wer einen Wahltarif mit Krankengeld abgeschlossen hat: in diesem Fall muss die dreijährige Bindungsfrist immer eingehalten werden!).
Füll einfach das folgende Formular aus und wir stellen dir kostenlos Mitgliedschaftsanträge der besten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands zur Verfügung: