Source: https://www.flugrechte.eu/8859/holidycheck-flug%C3%A4nderung-verschoben-holidaycheck-hilfsbereit
Timestamp: 2020-05-31 00:07:45
Document Index: 304431460

Matched Legal Cases: ['§ 651', '§651', '§ 651', '§ 651', '§ 308', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651']

Holidycheck Flugänderung Flugzeit von 12:45 auf 6:25 verschoben Holidaycheck zeigt sich nicht hilfsbereit - FLUGGASTRECHTE
habe am 28.12.16 eine Pauschalreise für 4 Personen über Holidaycheck nach Gran Canaria über Ostern 13.04 - 20.04.17 gebucht. Die ursprünglichen Flugzeiten waren:
FRA LPA 13.04 12:45 - 16:30
LPA FRA 20.04 17:20 22:50
Leider haben diese sich verschoben die neuen Flugzeiten sind wie folgt:
FRA-FUE Do,13.04.2017 06:25 10:00
FUE-LPA Do,13.04.2017 11:40 12:20
LPA-FRA Do,20.04.2017 11:45 17:30
Da ich am 13.04 noch bis 6:30 arbeiten muss und auch leider keine Möglichkeit habe freizunehmen kann ich diesen Flug nicht wahrnehmen. Welche Möglichkeiten bzw. Rechte habe ich nun??
PS: Reiseveranstalter ist Schaumisland-reisen
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Gefragt 9, Mär 2017 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
Bearbeitet 9, Mär 2017 von admin
du hast eine Pauschalreise bei Schaumisland-Reisen gebucht, bei der die Flugzeiten leider verschoben wurden. Ihr solltet ursprünglich um 12:45 starten, diese Zeit liegt nun auf 06:25. Es wurde außerdem ein Zwischenstopp in Fuerteventura eingebaut, sodass ihr nun anstatt um 16:30 zudem erst um 17:30 ankommt. Eure Reisezeit hat sich also insgesamt verlängert.
Du hast einen Reisevertrag abgeschlossen, und zwar nach den §§ 651 a - m BGB. Mit der Umbuchung bist du nicht einverstanden, vor alle, weil du einen Flug um 06:25 nicht wahrnehmen kannst.
Eine Flugbeförderung stellt eine wesentliche Reiseleistung dar, deren Abweichungen unter Umständen zu einer Reisepreisminderung führen oder andere Ansprüche begründen können. Die wesentliche Pflicht des Reiseveranstalters besteht darin, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften besitzt und nicht mit Mängeln behaftet ist (§651c, Abs. 1 BGB):
Der Flug stellt eine wesentliche Reiseleistung dar, da der Transport in der Regel einen der wichtigen Bestandteile eines Pauschalreisevertrages ausmacht. Änderungen einer wesentlichen Reiseleistung können meiner Meinung nach eine Reisepreisminderung nach § 651d BGB oder die Möglichkeit einer Kündigung nach § 651e BGB sich ziehen.
> Flugzeitenänderung
Die Möglichkeit einer Änderung der Flugzeiten muss zuerst ausdrücklich in den Allgemeinen Reisebedingungen vorgesehen sein - dann sind die Flugzeiten nämlich kein fester Vertragsbestandteil geworden. Ist dem nicht so, und sind die Flugzeiten damit fester Vertragsbestandteil geworden, so ist jede Änderung unzulässig. Aber auch Klauseln, die das endgültige Festlegen der Flugzeiten bis kurz vor dem Abflug vorsehen, sind unzulässig:
OLG Düsseldorf, Urteil vom 02.05.2013, Az.: I-6 U 123/12
Die streitgegenständlichen Klauseln, die der Beklagten das Recht einräumen, die vereinbarten Flugzeiten auch ohne Begründung einseitig zu ändern, sowie darüber hinaus auch Streckenführungen und Zwischenlandungen ermöglichen, verstoßen nach Ansicht des Oberlandesgerichts gegen § 308 Nr. 4 BGB.
Dennoch, um der Flexibilität des Flugverkehrs Rechnung zu tragen, sind Abweichungen von etwa 4-6 Stunden, je nach Umständen, zulässig:
OLG Düsseldorf, Urteil vom 02.05.2013, Az. I-6 U 123/12 (einfach zu finden, wenn du bei Google eingibst: „OLG Düsseldorf I-6 U123/12 reise-recht-wiki.de")
AG Bonn, Urteil vom 27.06.1996, Az. 18 C 14/96 (ganz einfach zu finden, auch bei Google unter: " AG Bonn 18 C 14/96 reise-recht-wiki.de“)
Dein Abflug wurde um knapp 6 Stunden nach vorne verschoben, dies kann denke ich noch innerhalb der tolerierbaren Grenzen zu sehen sein.
Die Abweichungen müssen für dich aber auch zumutbar sein. Der Begriff der Zumutbarkeit ist jedoch nicht eindeutig definiert. Eine Flugzeitenänderung ist klassischerweise eindeutig dann unzumutbar, wenn dadurch die Nachtruhe beeinträchtigt wird.
AG München, Urteil vom 06. Mai 2009, Az.: 212 C 1623/09 (ganz einfach zu finden, wenn du bei Google AG München 212 C 1623/09 reise-recht-wiki.de eingibst)
Der erste und der letzte Tag sind jedoch keine Urlaubstage, weil sie der An- bzw. Abreise dienen.
Es ist schwierig zu beurteilen, ob wegen der Flugzeitenverschiebung ein Mangel angenommen werden kann finde ich. Einerseits ist die Verschiebung um knapp 6 Stunden nach vorne innerhalb der Grenzen, die von der Rechtsprechung als tolerierbar gezogen werden und sie betrifft den lediglich deinen Anreisetag. Andererseits könnte dir diese Verschiebung aber persönlich unzumutbar sein, da du arbeiten musst.
Beantwortet 30, Mär 2017 von Expo (12,980 Punkte)
> Eingefügte Zwischenlandung
Möglicherweise ergibt sich ein Mangel daraus, dass eine Zwischenlandung eingefügt wurde. Es ist fraglich, ob du innerhalb der Pauschalreise einen Non-Stop Flug, also zugesichert ohne Zwischenlandungen, oder einen Direktflug gebucht hast. Ein Direktflug kann Zwischenlandungen beinhalten, dabei hat lediglich die Flugnummer gleich zu bleiben, auch wenn Code-Sharing vorliegt.
Bei Direktflügen sind nachträglich eingefügte Zwischenstopps also in Ordnung, soweit diese nicht mehr als beispielsweise 6 Stunden betragen - dann scheint eine Zumutbarkeitsgrenze überschritten. Dies entnehme ich aus den obigen Urteilen. Du verweilst bei deiner Zwischenlandung kaum eine Stunde in Fuerteventura. Falls du also einen Direktflug, und nicht ausdrücklich einen Non-Stop-Flug gebucht hast denke ich, dass das Einfügen einer Zwischenlandung in Bezug auf das Vorliegen eines Mangels nicht zu beanstanden ist.
Aus dem Einfügen der Zwischenlandung ergibt sich also denke ich kein Mangel, aber vielleicht ergibt sich ja einer aus der Verschiebung der Flugzeiten in deine Arbeitszeiten. Das wird wohl im Einzelfall zu bestimmen sein, denn bei dieser Bewertung spielen die persönlichen Verhältnisse offenbar eine besonders große Rolle. Sollte die Flugzeitenverschiebung wegen deiner Arbeitstätigkeit für dich aus objektiver Sicht unzumutbar sein, dann könnte allein schon deshalb vielleicht ein Mangel angenommen werden.
Kann dadurch ein Mangel angenommen werden, dann könntest du vielleicht von der Reise kostenfrei zurücktreten, nach § 651e BGB. Eine weitere Möglichkeit wäre meiner Meinung nach vielleicht eine Reisepreisminderung, nach § 651d BGB. Dazu ist es meiner Meinung nach nötig, dass du eine unverzügliche Anzeige des Mangels vornimmst (§ 651d, Abs. 2 BGB), und Abhilfe verlangst (§ 651c, Abs. 2 BGB) - also eine Umbuchung oÄ.
2. EU-VO
Dein Flug wurde um 6 Stunden vorverlegt, und es wurde außerdem ein Zwischenstopp eingefügt. Ich denke also, dass man deshalb davon ausgehen kann dass deine ursprüngliche Verbindung so nicht mehr wahrgenommen wird, und eine Annulierung anzunehmen sein könnte.
Deshalb denke ich, dass an Ansprüche aus Artikel 7 - 9 EU-VO zu denken ist. Ein Anspruch nach Artikel 7 ist allerdings dann ausgeschlossen, wenn man lange genug im Voraus über eine Annulierung informiert wurde:
Du wurdest mehr als zwei Wochen im Voraus informiert, insofern denke ich, dass Ansprüche aus Artikel 7 nicht bestehen.
Es bleiben Ansprüche aus Artikel 8 EU-VO auf Erstattung oder anderweitige Beförderung:
Insofern könntest du dich denke ich auch auf dieser Grundlage an deinen Reiseveranstalter wenden und ein Gespräch über eine andere Flugverbindung beginnen.