Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%2090,%20386
Timestamp: 2019-03-22 01:02:55
Document Index: 318592472

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 21', '§ 254', '§ 286', '§ 254', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 152', '§ 3', 'BGH', '§ 162', '§ 81', '§ 61', '§ 170', '§ 170', '§ 162', '§ 162', '§ 827', 'BGH', '§ 827', '§ 81', '§ 61', '§ 152', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 152', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 152', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 152', 'BGH', 'BGH', '§ 827', '§ 61', 'BGH', '§ 6', 'BGH']

Rechtsprechung: NZV 1990, 386 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 20.06.1990
Sicherheitsgurt III
§ 21a StVO, § 254 BGB;
§ 286 ZPO, Anscheinsbeweis für unterlassenes Anlegen des Sicherheitsgurtes bei entsprechender Unfallstypik
Anscheinsbeweis - Verkehrsunfall - Typische Verletzungen - Nichtbenutzung des Sicherheitsgurtes
BGB § 254; ZPO § 286
NJW 1991, 230
NJW-RR 1991, 413 (Ls.)
MDR 1991, 235
NZV 1990, 386
VersR 1991, 195
DB 1990, 2117
Ein Anscheinsbeweis wird vielmehr bereits dadurch erschüttert, dass der Prozessgegner atypische Umstände des Einzelfalles darlegt und im Falle des Bestreitens Tatsachen nachweist, die die ernsthafte, ebenfalls in Betracht kommende Möglichkeit einer anderen Ursache nahelegen (BGH, Urteile vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89, NJW 1991, 230, 231 mwN und vom 17. Januar 1995 - X ZR 82/93, VersR 1995, 723, 724).
Vielmehr kann zur Erschütterung des Anscheinsbeweises die Darlegung und ggf. der Nachweis aller und damit auch außerhalb des technischen Zahlungsvorgangs liegender Tatsachen genügen, die die ernsthafte Möglichkeit eines Missbrauchs nahelegen (vgl. dazu BGH, Urteile vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89, NJW 1991, 230, 231 mwN und vom 17. Januar 1995 - X ZR 82/93, VersR 1995, 723, 724).
Spricht ein Anscheinsbeweis für einen bestimmten Ursachenverlauf, kann der Inanspruchgenommene diesen entkräften, indem er Tatsachen darlegt und gegebenenfalls beweist, die die ernsthafte, ebenfalls in Betracht kommende Möglichkeit einer anderen Ursache nahelegen (BGH, Urteile vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89, NJW 1991, 230, 231 m.w.Nachw. und vom 17. Januar 1995 - X ZR 82/93, VersR 1995, 723, 724).
Der behauptete Vorgang muss vielmehr zu jenen gehören, die schon auf den ersten Blick nach einem durch Regelmäßigkeit, Üblichkeit und Häufigkeit geprägten Muster abzulaufen pflegen (BGH, NJW 1991, 230/231).
Indessen ist ein Anscheinsbeweis nur möglich, wenn ein typischer Geschehensablauf vorliegt, sich also aufgrund allgemeiner Erfahrungssätze der Schluss aufdrängt, die erlittenen Verletzungen seien darauf zurückzuführen, dass der Verletzte keinen (offenen) Schutzhelm getragen hat (vgl. Senatsurteil vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89 - VersR 1991, 195 m.w.N.).
Vielmehr ist - worauf die Revision zu Recht hinweist - vorliegend wesentlich, daß der Beweis des ersten Anscheins auch dann einzugreifen vermag, wenn aus einem eingetretenen Erfolg nach der allgemeinen Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache geschlossen werden kann (vgl. z. B. Senatsurteil vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89 - VersR 1991, 195 m. w. N.; s. auch BGHZ 100, 31, 33).
cc) Allerdings greift der Anscheinsbeweis nicht durch, wenn das Schadensereignis Umstände aufweist, die vom typischen Geschehensablauf abweichen und konkret eine andere, ernsthaft ebenfalls in Betracht kommende Möglichkeit für die Entwicklung des Unfalls nahelegen (vgl. z. B. Senatsurteile vom 20. Juni 1978 - VI ZR 15/77 - VersR 1978, 945 f.; vom 11. Oktober 1983 - VI ZR 141/82 - VersR 1984, 44, 45 und vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89 - aaO, 196).
Solche zur Erschütterung des Anscheinsbeweises geeignete Umstände müssen vom Beklagten zur Überzeugung des Tatrichters nachgewiesen werden (vgl. BGHZ 6, 169, 170; Senatsurteile vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87 - VersR 1989, 54, 55 und vom 3. Juli 1990 - VI ZR 239/89 - aaO, 196).
Die Tatsachen, aus denen eine solche Möglichkeit abgeleitet werden soll, bedürfen allerdings des vollen Beweises (BGH NJW 1991, 230 (231)), das heißt, der Senat muss auf Grund gesonderter Beweiswürdigung zur vollen Überzeugung von der ernsthaften Möglichkeit eines atypischen Ablaufs gelangen.
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Vorsätzliche Herbeiführung des Versicherungsfalls - Beweislastregelung
BGHZ 111, 372
NJW 1990, 2387
NJW-RR 1990, 1308 (Ls.)
MDR 1991, 134
VersR 1990, 888
OLG Nürnberg, 02.08.2013 - 5 U 562/13
Zur Beweislast des Versicherers für das Vorliegen von Vorsatz
Aus dieser Vorschrift wird abgeleitet, dass bei vorsätzlicher Herbeiführung des Versicherungsfalles durch den Versicherungsnehmer gleichwohl kein Direktanspruch besteht, denn die vom Versicherer übernommene Gefahr umfasst gerade nicht Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer aufgrund vorsätzlicher Schadenszufügung; bestätigt wird dieses Ergebnis durch § 12 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Pflichtversicherungsgesetz, der für einen solchen Fall einen Anspruch gegen den Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen gewährt (ebenso OLG Nürnberg, NZV 2011, 538; OLG Oldenburg SP 2010, 121 - zur früheren Rechtslage - BGHZ 111, 372).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist dieses vom Versicherer zu beweisen, jenes dagegen vom Versicherungsnehmer bzw. - im Falle der Geltendmachung eines Direktanspruches - von dem geschädigten Dritten (BGHZ 111, 372, bestätigt durch BGH VersR 2003, 1561).
OLG Nürnberg, 02.12.2004 - 2 U 2712/04
Voraussetzungen für Annahme der vorsätzlichen Herbeiführung eines durch Abbremsen …
Da der Direktanspruch eines im Straßenverkehr durch ein Kraftfahrzeug Geschädigten gegen die Haftpflichtversicherung des Gegners nach § 3 Nr. 1 Pflichtversicherungsgesetz voraussetzt, daß dieser seinerseits einen- Anspruch auf Haftpflichtleistungen gegen seine eigene Versicherung hat, entfällt konsequent der Direktanspruch, wenn der Versicherungsnehmer den Verkehrsunfall vorsätzlich herbeigeführt hat (vgl. hierzu BGH VersR 1971, 239, 240; VersR 1990, 888, 889;… Stiefel/Hofmann, Kraftfahrtversicherung, 17. Aufl., § 152 VVG Rdnr. 3).
Der unmittelbare Anspruch des bei einem Verkehrsunfall Geschädigten gegen den Versicherer des Unfallverursachers besteht nach § 3 Nr. 1 Pflichtversicherungsgesetz nur im Rahmen der Leistungspflicht des Versicherers aus dem Versicherungsverhältnis mit dem Schädiger (vgl. BGH VersR 1990, 888).
Auch insoweit kann für § 162 VVG nichts anderes als für § 81 Ab. 1 VVG und den früheren § 61 VVG a.F. gelten: Ist der Täter nicht schuldfähig, handelt er nicht vorsätzlich (vgl. LG Berlin, VersR 1986, 282 zu § 170 VVG a.F.;… Schwintowski in Berliner Kommentar zum VVG, § 170 Rdn. 8;… Schneider in Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 162 Rdn. 4;… Mönnich in MünchKommVVG, § 162 Rdn. 5;… Spindler in Bamberger/Roth, BGB, Stand: 1.5.2016, § 827 Rdn. 7 f.;… siehe auch BGH, Urt. v. 22.6.2011 - IV ZR 225/10 - VersR 2011, 1037 zur entsprechenden Anwendung des § 827 Satz 1 BGB im Rahmen des § 81 VVG; Urt. v. 20.6.1990 - IV ZR 298/89 - VersR 1990, 888 zu § 61 VVG a.F. und § 152 VVG a.F.).
Dies ist nahezu allgemein anerkannt (vgl. BGH NJW 1971, 459; BGH NJW 1990, 2387; OLG Hamm, ZfS 1996, 260; KG VersR 1989, 1188; OLG Oldenburg, VersR 1999, 482; OLG München, OLG 1990, 484; Heitmann, VersR 1997, 941; Langheid, VersR 1997, 348; Lemcke, r+s 1996, 483; Lorenz, VersR 1997;… Maier/Biela, Die Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung, 2001, Rdn. 104;… Prölss/Martin/Knappmann, VVG, 26. Aufl. 1998, § 3 Nr. 4 PflVersG, Rdn. 2).
Er folgt vielmehr der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH NJW 1971, 459; BGH NJW 1990, 2387), daß sich der Haftpflichtversicherer auch bei einer - hier vorliegenden - Direktklage nach § 3 Nr. 1 PflVersG auf seine Leistungsfreiheit nach § 152 VVG wegen vorsätzlicher Herbeiführung des Versicherungsfalls berufen kann.
Insbesondere rechtfertigt die Abweichung von dem Urteil des OLG Frankfurt (VersR 1997, 224 f) die Zulassung der Revision nicht, weil der Bundesgerichtshof bereits entschieden hat (BGH NJW 1971, 459; BGH NJW 1990, 2387), daß sich der Haftpflichtversicherer auch bei einer - hier vorliegenden - Direktklage nach § 3 Nr. 1 PflVersG auf die Leistungsfreiheit nach § 152 VVG wegen vorsätzlicher Herbeiführung des Schadens berufen kann, und der erkennende Senat der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs folgt.
OLG Nürnberg, 12.07.2013 - 5 U 562/13
Darlegung- und Beweislast hinsichtlich der vorsätzlichen Herbeiführung des …
Aus dieser Vorschrift wird abgeleitet, dass bei vorsätzlicher Herbeiführung des Versicherungsfalles durch den Versicherungsnehmer gleichwohl kein Direktanspruch besteht, denn die vom Versicherer übernommene Gefahr umfasst gerade nicht Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer aufgrund vorsätzlicher Schadenszufügung; bestätigt wird dieses Ergebnis durch § 12 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Pflichtversicherungsgesetz , der für einen solchen Fall einen Anspruch gegen den Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen gewährt (ebenso OLG Nürnberg, NZV 2011, 538; OLG Oldenburg SP 2010, 121 - zur früheren Rechtslage - BGHZ 111, 372 ).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist dieses vom Versicherer zu beweisen, jenes dagegen vom Versicherungsnehmer bzw. - im Falle der Geltendmachung eines Direktanspruches - von dem geschädigten Dritten (BGHZ 111, 372 , bestätigt durch BGH VersR 2003, 1561 ).
In seiner Entscheidung vom 20.6.1990 [IV ZR 298/89 (BGHZ 111, 372)] ist er gleichfalls davon ausgegangen.
Im Rahmen der dafür erforderlichen Würdigung aller Umstände des Einzelfalls kann eine erheblich verminderte Einsichts- und Hemmungsfähigkeit nicht außer Betracht bleiben (BGH U.v. 22.2.1989, IVa ZR 274/87 VersR 1989, 469, 470), auch wenn die Annahme von Vorsatz und damit eine Leistungsfreiheit nach § 152 VVG - nichts anderes kann für den Fall der vorsätzlichen Herbeiführung des Versicherungsfalls der Kaskoversicherung gelten - nicht daran scheitert, dass offen bleibt, ob der Versicherungsnehmer oder seine Repräsentanten in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Bewußtseinszustand gehandelt haben (BGH, U. v. 20.6.1990 - IV ZR 298/89, BGHZ 111, 373).
OLG Düsseldorf, 23.08.2005 - 4 U 172/04
Beweislast für den Ausschluss der Verantwortlichkeit zur Vermeidung der …
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist § 827 S.1 BGB im Rahmen von § 61 VVG entsprechend anwendbar (BGH NJW 1990, 2387 f).
Das geht zu Lasten des Klägers, der die Vorsatzvermutung des § 6 Abs. 3 VVG widerlegen muss und auch für seine Schuldunfähigkeit beweispflichtig ist (vgl. BGH v. 20.6.90 - IV ZR 298/89 - VersR 1990, 888).
OLG Oldenburg, 29.04.1998 - 2 U 264/97
Vorsatz, Schadensersatz, Halter, Risikoausschluß, Obhutspflicht, …
OLG München, 29.03.1999 - 30 U 761/98
Notwendigkeit einer Überweisung bzw. Pfändung der Ansprüche des Versicherten …
OLG Hamm, 14.03.1996 - 6 U 188/95
Versicherungsschutz für einen Verkehrsunfall aus einer …