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Timestamp: 2018-11-18 10:14:57
Document Index: 337613707

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 252', '§ 247', '§ 237', '§ 327', '§ 531', '§ 582', '§ 587']

XII. Siebenhundert - [Pali]
446. Zu jener Zeit, als der Erhabene einhundert[1294] Jahre erloschen war, da dekla­rierten Mönche, die Vajjiersöhne waren, in Vesāli zehn Thesen: die Praxis „Salz­hörnchen“[1295] sei erlaubt, die Praxis „zwei Fingerbreit“[1296] sei erlaubt, die Praxis „ins Dorf gehen“[1297] sei erlaubt, die Praxis „Kloster“[1298] sei erlaubt, die Praxis „Zustimmung“[1299] sei erlaubt, die Praxis „Gewohnheit“[1300] sei erlaubt, die Praxis „Unverrührt“[1301] sei erlaubt, Angegorenes zu trinken[1302] sei erlaubt, eine nicht umsäumte Sitzunterlage[1303] sei erlaubt, Annehmen von Gold und Silber[1304] sei erlaubt.
Zu dieser Zeit war der ehrwürdige Yasa, Sohn des Kākaṇḍaka[1305] mit den Vajjiern unterwegs und gelangte nach Vesāli. Dort nahm der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta seinen Wohnsitz in der Hochdachhalle im Großen Hain zu Vesāli. Zu dieser Zeit machten die Mönche, die Vajjiersöhne waren, in Vesāli folgendes: nachdem sie einen kupfernen Behälter mit Wasser gefüllt hatten, stellten sie diesen am Uposathatag inmitten der Mönchsgemeinschaft auf und sprachen zu den Laienanhängern von Vesāli, die herbeikamen: „Gebt Münzen, ihr Freunde, für den Orden einen Kahāpaṇa, oder einen halben, oder einen Pāda oder einen Māsaka[1306]. Es gibt für den Orden einiges zu tun.“ Als das gesagt wurde, sprach der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta zu den Laienanhängern von Vesāli: „Ihr Freunde, gebt dem Orden keine Münzen, keine Kahāpaṇa, Halbe, Pāda oder Māsaka. Für Asketen, die Sakyasöhne sind, ist das Annehmen von Gold und Silber nicht erlaubt. Die Asketen, die Sakyasöhne sind, die stimmen der Annahme von Gold und Silber nicht zu. Die Asketen, die Sakyasöhne sind, die nehmen kein Gold und Silber an. Die Asketen, die Sakyasöhne sind, die haben sich befreit vom Gold[1307], die benut­zen kein Gold und Silber.“ Doch auch nachdem der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍaka­putta das zu den Laienanhängern gesagt hatte, fuhren diese damit fort, dem Orden Münzen zu geben, Kahāpaṇas, Halbe, Pādas und Māsakas.
Da nun haben die Mönche von Vesāli, die Vajjiersöhne waren, als die Nacht zuende ging, das gespendete Geld[1308] in Portionen aufgeteilt. Dann sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, zum ehrwürdigen Yasa Kākaṇḍa­kaputta: „Das hier, Bruder Yasa, ist dein Anteil vom Geld.“ – „Nein, meine Brü­der, das ist nicht mein Anteil am Geld, ich akzeptiere kein Geld.“ Da nun sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne: „Der Bruder Yasa Kākaṇḍakaputta beleidigt und missachtet die Laienanhänger, die voller Vertrauen und Hingabe sind. Lasst uns [gegen ihn] ein Verfahren zum Verzeihungerbitten[1309] durchfüh­ren.“ Und dann führten sie das Verfahren zum Verzeihungerbitten durch. Da aber sprach der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta zu den Mönchen aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren: „Der Erhabene, ihr Brüder, hat festgelegt: ‘Beim Verfahren des Verzeihungerbittens soll ein Bote gegeben werden.’[1310] Brüder, gebt mir also einen Mönch als Boten mit.“
Als sich nun die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, auf einen Mönch geeinigt hatten, gaben sie dem ehrwürdigen Yasa Kākaṇḍakaputta diesen als Boten mit. Da nun ging der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta mit diesem Mönch als Boten gemeinsam nach Vesāli und dort sprach er zu den Laienan­hängern von Vesāli: „Es wird gesagt, dass ich die ehrbaren Laienanhänger, die voller Vertrauen und Hingabe sind, beleidigt und missachtet habe, dass ich aus Unzufriedenheit nicht das, was nicht lehrgemäß ist als nicht der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was lehrgemäß ist als der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was nicht satzungsgemäß ist als nicht satzungsgemäß ausspreche und dass ich nicht das, was satzungsgemäß ist als satzungsgemäß ausspreche.“
447. „Einstmals, Freunde, da weilte der Erhabene bei einer Gelegenheit in Anātha­piṇḍikas Kloster im Jetahain zu Sāvatthi. Da nun, ihr Freunde, sprach der Erha­bene zu den Mönchen: ‘Vier Verdunklungen[1311] gibt es, ihr Mönche, die Sonne und Mond verdunkeln, und von diesen Verdunklungen verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Welche vier? [Dunkle] Wolken, ihr Mönche, verdunkeln Sonne und Mond, und von dieser Verdunkelung verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Nebel, ihr Mönche, verdunkelt Sonne und Mond, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Rauch, ihr Mönche, verdunkelt Sonne und Mond, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Verfinsterungen[1312], ihr Mönche, verdunkeln Sonne und Mond, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Das, ihr Mönche, sind die vier Verdunklungen von Sonne und Mond, und von diesen Verdunklungen verdunkelt, strahlen Sonne und Mond nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Und genau so, ihr Mönche, gibt es bei den Asketen und Brahmanen vier Verdunklungen, und wenn sie von einer dieser Verdunklungen verdunkelt sind, da strahlen Asketen und Brahmanen nicht, da glänzen sie nicht, da leuchten sie nicht. Welche vier? Da gibt es, ihr Mönche, Asketen und Brahmanen, die trinken Vergorenes, die trinken Gebranntes, die enthalten sich nicht berauschender Getränke. Das, ihr Mönche, ist die erste Art von Asketen und Brahmanen, die verdunkelt sind, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen diese Asketen und Brahmanen nicht, glänzen sie nicht, leuch­ten sie nicht. Und weiter noch, ihr Mönche, da gibt es Asketen und Brahmanen, die pflegen Geschlechtsverkehr auszuüben, die lassen nicht ab vom Geschlechts­verkehr. Das, ihr Mönche, ist die zweite Art von Asketen und Brahmanen, die verdunkelt sind, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen diese Asketen und Brahmanen nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Und weiter noch, ihr Mönche, da gibt es Asketen und Brahmanen, die stimmen der Annahme von Gold und Silber zu, die lassen nicht ab vom Umgang mit Gold und Silber. Das, ihr Mönche, ist die dritte Art von Asketen und Brahmanen, die verdunkelt sind, und von dieser Verdunklung verdunkelt, strahlen diese Asketen und Brahmanen nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Und weiter noch, ihr Mönche, da gibt es Asketen und Brahmanen, die eine üble und unerlaubte Art des Lebenserwerbes haben, die nicht ablassen von unrechtem Lebenserwerb. Das, ihr Mönche, ist die vierte Art von Asketen und Brahmanen, die verdunkelt sind, und von dieser Ver­dunklung verdunkelt, strahlen diese Asketen und Brahmanen nicht, glänzen sie nicht, leuchten sie nicht. Das nun, ihr Mönche, sind die vier Arten der Verdunk­lung von Asketen und Brahmanen, und wenn sie von einer dieser Verdunklungen verdunkelt sind, da strahlen Asketen und Brahmanen nicht, da glänzen sie nicht, da leuchten sie nicht.’ So, ihr Freunde, sprach der Erhabene. Und danach sprach der Vollendete noch diese Verse:
‘Von Gier und Hass geplagte
Asketen und Brahmanen gibt’s;
von Wahn umfang’ne Männer sind’s,
nach Lieblichem verlangen sie.
Sie trinken Wein und Branntewein,
und frönen dem Geschlechtsverkehr;
sie nehmen Gold und Silber an,
verblendet stimmen sie dem zu.
Den üblen Lebensunterhalt,
führ’n einige Asketen und Brahmanen;
Verdunkelungen sind’s, sprach er,
der Buddha, der des Lichtes Sohn.
Von Dunkelheiten ganz verdunkelt,
manch Asketen und Brahmanen;
nicht strahlen und nicht leuchten sie,
sind unrein, staubig, Narren auch.
Eingehüllt in Dunkelheit,
von Gier geleitet und versklavt;
so mehren sie die Leichenfelder,
neh’m dauernd neue Existenz.’
Und weil ich so spreche, da sagt man von mir, dass ich die ehrenwerten Laienanhänger, die voller Vertrauen und Hingabe sind, beleidigt und missachtet habe, dass ich aus Unzufriedenheit nicht das, was nicht lehrgemäß ist als nicht der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was lehrgemäß ist als der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was nicht satzungsgemäß ist als nicht satzungsgemäß ausspreche und dass ich nicht das, was satzungsgemäß ist als satzungsgemäß aus­spreche.“
448. „Einstmals, ihr Freunde, da weilte der Erhabene am Eichhörnchenfutterplatz im Bambuspark zu Rājagaha. Zu jener Zeit, da gab es in den Privatgemächern des Fürsten eine fürstliche Zusammenkunft, und als diese zusammengekommen waren und beieinander saßen, da kam folgende Unterhaltung auf: ‘Den Asketen und Sakyasöhnen ist das Annehmen von Gold und Silber erlaubt. Die Asketen und Sakyasöhne billigen die Annahme von Gold und Silber. Die Asketen und Sakya­söhne akzeptieren Gold und Silber.’ Zu dieser Zeit nun, ihr Freunde, da saß auch der Dorfvorsteher Maṇicūḷaka mit in dieser Versammlung. Da nun, Freunde, sprach Maṇicūḷaka der Dorfvorsteher zur Versammlung: ‘Sagt so etwas nicht, ihr Ehrenwerten. Den Asketen und Sakyasöhnen ist Gold und Silber nicht erlaubt. Die Asketen und Sakyasöhne nehmen kein Gold und Silber an. Die Asketen und Sakyasöhne billigen das Annehmen von Gold und Silber nicht. Die Asketen und Sakyasöhne haben sich vom Gold befreit, sie benutzen kein Gold und Silber.’ Da nun, ihr Freunde, war der Dorfvorsteher Maṇicūḷaka in der Lage, die Versamm­lung zu überzeugen.
Dann, ihr Freunde, nachdem nun der Dorfvorsteher Maṇicūḷaka diese Ver­sammlung hat überzeugen können, ging er zum Erhabenen, und bei ihm angekom­men, verehrte er ihn und setzte sich zur Seite hin. Seitwärts sitzend, Freunde, sprach der Dorfvorsteher Maṇicūḷaka zum Erhabenen: ‘Da gab es, o Herr, in den Privatgemächern des Fürsten eine fürstliche Zusammenkunft, und als diese zusam­mengekommen war und sie beieinander saßen, da kam folgende Unterhaltung auf: ›Den Asketen und Sakyasöhnen ist das Annehmen von Gold und Silber erlaubt. Die Asketen und Sakyasöhne billigen die Annahme von Gold und Silber. Die Asketen und Sakyasöhne akzeptieren Gold und Silber.‹ Da nun, o Herr, sprach ich zur Versammlung: ›Sagt so etwas nicht, ihr Ehrenwerten. Den Asketen und Sakya­söhnen ist Gold und Silber nicht erlaubt. Die Asketen und Sakyasöhne nehmen kein Gold und Silber an. Die Asketen und Sakyasöhne billigen das Annehmen von Gold und Silber nicht. Die Asketen und Sakyasöhne haben sich vom Gold befreit, sie benutzen kein Gold und Silber.‹ Da nun, o Herr, war ich in der Lage, die Versammlung zu überzeugen. Wie ist das nun, o Herr, habe ich etwas [wahrheits­gemäß] von dir Gesagtes wiedergegeben oder verleumdete ich den Erhabenen mit etwas Falschem? Erklärte ich lehrgemäß die Lehre, sodass keiner, der derselben Lehre angehört, ein Plauderer sei und zu einem tadelnswerten Standpunkt kommt? O Herr, ich möchte den Erhabenen nicht verleumden.’ – ‘Ganz recht hast du, Vorsteher, ihnen etwas [wahrheitsgemäß] von mir Gesagtes wiedergegeben. Du hast mich nicht mit etwas Falschem verleumdet. Du hast lehrgemäß die Lehre erklärt, sodass keiner, der derselben Lehre angehört, ein Plauderer sei und zu einem tadelnswerten Standpunkt kommt. Nein, Vorsteher, den Asketen und Sakyasöhnen ist Gold und Silber nicht erlaubt. Die Asketen und Sakyasöhne nehmen kein Gold und Silber an. Die Asketen und Sakyasöhne billigen das Annehmen von Gold und Silber nicht. Die Asketen und Sakyasöhne haben sich vom Gold befreit, sie benutzen kein Gold und Silber. Wem auch immer, Vorsteher, Gold und Silber erlaubt sind, dem sind auch die fünf Sinnesfreuden erlaubt. Einen, dem die fünf Sinnesfreuden erlaubt sind, den darfst du, Vorsteher, mit Gewissheit als einen solchen erkennen: als einer Nichtasketenlehre zugehörig, nicht zur Lehre der Sakyasöhne. Gleichwie, Vorsteher, wenn ich sage, dass nach Gras ausgeschaut werde für jemanden, der da Gras braucht; dass nach Holz ausgeschaut werde für jemanden, der da Holz braucht; dass nach einem Karren ausgeschaut werde für jemanden, der da einen Karren braucht; und so sollen die Leute danach Ausschau halten für denjenigen. Aber ich sage nicht, Vorsteher, dass man Geld annehmen oder danach ausschauen soll.’
Weil ich so spreche, da sagt man von mir, dass ich die ehrenwerten Laien­anhänger, die voller Vertrauen und Hingabe sind, beleidigt und missachtet habe, dass ich aus Unzufriedenheit nicht das, was nicht lehrgemäß ist als nicht der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was lehrgemäß ist als der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was nicht satzungsgemäß ist als nicht satzungsgemäß ausspreche und dass ich nicht das, was satzungsgemäß ist als satzungsgemäß aus­spreche.“
449. „Einstmals, ihre Freunde, bei einer Gelegenheit, als der Erhabene in Rājagaha war, da hat er bezüglich des ehrwürdigen Upananda Sakyaputta Gold und Silber abgewiesen und diese Übungsregel erlassen. Weil ich so spreche, da sagt man von mir, dass ich die ehrenwerten Laienanhänger, die voller Vertrauen und Hingabe sind, beleidigt und missachtet habe, dass ich aus Unzufriedenheit nicht das, was nicht lehrgemäß ist als nicht der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was lehrgemäß ist als der Lehre gemäß spreche, dass ich nicht das, was nicht satzungs­gemäß ist als nicht satzungsgemäß ausspreche und dass ich nicht das, was sat­zungsgemäß ist als satzungsgemäß ausspreche.“
Als das zu den Laienanhängern von Vesāli gesagt wurde, da sprachen sie zum ehrwürdigen Yasa Kākaṇḍakaputta: „Der einzige Asket, Herr, unter den Sakyasöhnen ist Meister Yasa Kākaṇḍakaputta. Alle anderen sind keine Asketen, keine Sakyasöhne. Herr, möge der Meister Yasa Kākaṇḍakaputta in Vesāli verweilen. Wir werden für den Meister Yasa Kākaṇḍakaputta Anstrengungen unternehmen bezüglich der Grunderfordernisse Roben, Almosenspeise, Unter­kunft und Medizin.“ Als nun der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta die Laienan­hänger von Vesāli überzeugt hatte, ging er zusammen mit dem Mönch zum Kloster zurück.
Da nun fragten die Mönche von Vesāli, die Vajjiersöhne waren, den Mönch, der als Bote dabei war: „Und, Bruder, hat der Yasa Kākaṇḍakaputta die Vergebung der Laienanhänger von Vesāli erhalten?“ – „Die Laienanhänger, Brü­der, haben uns Übles angetan. Allein den Yasa Kākaṇḍakaputta machten sie zum Asketen, zum Sakyasohn. Wir alle anderen wurden zu Nichtasketen gemacht, wir seien keine Sakyasöhne.“ Da nun sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjier­söhne waren: „Dieser Yasa Kākaṇḍakaputta, Brüder, hat ohne unsere Zustimmung die Haushälter informiert.[1313] Lasst uns daher ein Suspendierungsverfahren gegen ihn durchführen.“ Und so versammelten sie sich, begierig, das Suspendierungs­verfahren durchzuführen. Da aber nun verschwand der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍa­kaputta durch den Luftraum und erschien in Kosambi wieder.
450. Dann sandte der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta Boten zu den Mönchen nach Pāṭheyya[1314] und auf den Weg nach Süden, nach Avanti[1315] [mit der Nach­richt]: „Kommt, ihr Ehrwürdigen, es ist ein Streitfall entstanden. Bevor das, was nicht die Lehre ist erstrahlt und die Lehre abgewiesen wird; [bevor] das, was nicht die Ordenssatzung ist erstrahlt und die Ordenssatzung abgewiesen wird; bevor die Anhänger dessen, was nicht die Lehre ist erstarken und die Anhänger der Lehre schwächer werden; [bevor] die Anhänger dessen, was nicht die Ordenssatzung ist erstarken und die Anhänger der Ordenssatzung schwächer werden.“
Zu jener Zeit lebte der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi[1316] am Ahogaṅga-Berg[1317]. Da nun ging der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta zum Ahogaṅga-Berg, zum ehrwürdigen Sambhūta Sāṇavāsi. Beim ehrwürdigen Sambhūta Sāṇavāsi angekommen, verehrte er diesen und setzte sich zur Seite hin. Seitwärts sitzend sprach dann der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta zum ehrwürdigen Sambhūta Sāṇavāsi: „Diese zehn Thesen, Herr, werden in Vesāli von den Mönchen, die Vajjiersöhne sind in Vesāli verbreitet: die Praxis ‘Salzhörnchen’ sei erlaubt, die Praxis ‘zwei Fingerbreit’ sei erlaubt, die Praxis ‘ins Dorf gehen’ sei erlaubt, die Praxis ‘Kloster’ sei erlaubt, die Praxis ‘Zustimmung’ sei erlaubt, die Praxis ‘Gewohnheit’ sei erlaubt, die Praxis ‘Unverrührt’ sei erlaubt, Angegorenes zu trinken sei erlaubt, eine nicht umsäumte Sitzunterlage sei erlaubt, Annehmen von Gold und Silber sei erlaubt. Lass uns, Herr, diese Streitsache aufgreifen, bevor das, was nicht die Lehre ist erstrahlt und die Lehre abgewiesen wird; [bevor] das, was nicht die Ordenssatzung ist erstrahlt und die Ordenssatzung abgewiesen wird; bevor die Anhänger dessen, was nicht die Lehre ist erstarken und die Anhänger der Lehre schwächer werden; [bevor] die Anhänger dessen, was nicht die Ordens­satzung ist erstarken und die Anhänger der Ordenssatzung schwächer werden.“ – „So sei es, Bruder.“ antwortete der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi dem ehrwür­digen Yasa Kākaṇḍakaputta. Da nun versammelten sich etwa sechzig Mönche aus Pāṭheyya – alle Waldbewohner, alle Almosengeher, alle Fetzengewand-Träger, alle Dreirobenträger, alles Heilige – am Ahogaṅga-Berg. Etwa achtzig Mönche aus Avanti, aus dem Süden – auch alle Waldbewohner, auch alle Almosengeher, auch alle Fetzengewand-Träger, auch alle Dreirobenträger, auch alle Heilige – versammelten sich ebenfalls am Ahogaṅga-Berg. Da nun kam bei den Ordens­älteren diese Überlegung auf: „Diese Streitsache ist ernst und schwierig. Wie kann unsere Seite erreichen, dass wir in Bezug auf diese Streitsache die Stärkeren werden?“
451. Zu jener Zeit, da lebte in Soreyya der ehrwürdige Revata – einer, der viel von dem gehört hat, was kanonisch überliefert ist, der die Lehre (auswendig) kennt, der die Ordensregeln (auswendig) kennt, der die Tabellen kennt, ein Weiser, Gebildeter, Kluger, ein sich Zurückhaltender, Gewissenhafter, Lernwilliger. Da nun sagten sich die ordensälteren Mönche: „In Soreyya, da lebt der ehrwürdige Revata, das ist einer, der viel von dem gehört hat, was kanonisch überliefert ist, der die Lehre (auswendig) kennt, der die Ordensregeln (auswendig) kennt, der die Tabellen kennt, ein Weiser, Gebildeter, Kluger, ein sich Zurückhaltender, Gewis­senhafter, Lernwilliger. Wenn wir den ehrwürdigen Revata auf unsere Seite bekommen, dann werden wir hinsichtlich dieser Streitsache die Stärkeren sein.“ Da aber hörte der ehrwürdige Revata, denn er besaß das Himmlische Ohr, das klare, das das menschliche übertrifft, was die ordensälteren Mönche sich überleg­ten. Als er das gehört hatte, kam ihm der Gedanke: ‘Das ist ein ernster und schwie­riger Streitfall. Es ist nicht angemessen für mich, wenn ich mich von dieser Streitsache fernhalte. Aber diese Mönche kommen jetzt hierher. Es wird für mich nicht angenehm sein, wenn es hier so voll wird. Was, wenn ich nun vorher weg­gehen würde?’ Da nun ging der ehrwürdige Revata von Soreyya nach Saṅkassa.
Als nun die ordensälteren Mönche in Soreyya ankamen, fragten sie: „Wo ist der ehrwürdige Revata?“ Ihnen wurde geantwortet: „Brüder, der ehrwürdige Revata ist nach Saṅkassa gegangen.“ Dann ging der ehrwürdige Revata von Saṅkassa nach Kaṇṇakujja. Als nun die ordensälteren Mönche Saṅkassa erreich­ten, fragten sie: „Wo ist der ehrwürdige Revata?“ Ihnen wurde geantwortet: „Brü­der, der ehrwürdige Revata ist nach Kaṇṇakujja gegangen.“ Dann ging der ehrwür­dige Revata von Kaṇṇakujja nach Udumbara. Als nun die ordensälteren Mönche Kaṇṇakujja erreichten, fragten sie: „Wo ist der ehrwürdige Revata?“ Ihnen wurde geantwortet: „Brüder, der ehrwürdige Revata ist nach Udumbara gegangen.“ Dann ging der ehrwürdige Revata von Udumbara nach Aggaḷapura. Als nun die ordens­älteren Mönche Udumbara erreichten, fragten sie: „Wo ist der ehrwürdige Revata?“ Ihnen wurde geantwortet: „Der ehrwürdige Revata ist nach Aggaḷapura gegangen.“ Dann ging der ehrwürdige Revata von Aggaḷapura nach Sahajāti. Als nun die ordensälteren Mönche Aggaḷapura erreichten, fragten sie: „Wo ist der ehr­würdige Revata?“ Ihnen wurde geantwortet: „Der ehrwürdige Revata ist nach Sahajāti gegangen.“ Da nun trafen die ordensälteren Mönche in Sahajāti mit dem ehrwürdigen Revata zusammen.[1318]
452. Da nun sprach der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsa zum ehrwürdigen Yasa Kākaṇḍakaputta: „Der ehrwürdige Revata, Bruder, ist einer, der viel von dem gehört hat, was kanonisch überliefert ist, der die Lehre (auswendig) kennt, der die Ordensregeln (auswendig) kennt, der die Tabellen kennt, ein Weiser, Gebildeter, Kluger, ein sich Zurückhaltender, Gewissenhafter, Lernwilliger. Wenn wir dem ehrwürdigen Revata Fragen stellen, dann wird der ehrwürdige Revata [wenn es sein muss] eine ganze Nacht über diese Frage nachdenken. Jetzt wird der ehrwür­dige Revata nach einem Mönch verlangen, der sein Schüler und ein Rezitator[1319] ist. Sobald dieser Mönch seine Rezitation beendet hat, gehst du zum ehrwürdigen Revata und befragst ihn zu diesen zehn Thesen.“ – „So sei es, Herr.“ antwortete der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta dem ehrwürdigen Sambhūta Sāṇavāsissa. Dann verlangte der ehrwürdige Revata nach dem Mönch, der sein Schüler und ein Rezitator war. Als nun der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta bemerkte, dass jener Mönch seine Rezitation beendet hatte, ging er zum ehrwürdigen Revata, bei ihm angekommen verehrte er ihn und setzte sich an einer Seite hin. Seitwärts sitzend sprach dann der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta zum ehrwürdigen Revata: „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Salzhörnchen’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Salzhörnchen’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, ein Hörnchen mit Salz mit sich zu führen [in dem Gedanken]: ‘Was auch immer ungesalzen ist, das kann ich genießen.’?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘zwei Fingerbreit’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘zwei Fingerbreit’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, wenn der Schatten bis zu zwei Fingerbreit weiter gewandert ist, dann noch zur falschen Zeit Speise zu verzehren?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘ins Dorf gehen’?“ – „Was aber, Bru­der, ist die Praxis ‘ins Dorf gehen’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, nachdem man geges­sen hat und wenn man weitere Speisen ablehnte, dann noch etwas zu essen, das nicht als übrig gelassen bezeichnet wurde?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Kloster’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Kloster’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, dass verschiedene Wohnstätten die innerhalb derselben Grenze sind, nicht gemeinsam Uposatha begehen?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Zustimmung’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Zustimmung’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, dass eine unvollständige Gruppe [Mönche] Ordensverfahren durchführt [in dem Gedanken]: ‘Wir werden die Gastmönche darüber informieren’?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Gewohnheit’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Gewohnheit’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, in dem Gedanken zu handeln: ‘Das hat mein Unterweiser entsprechend seiner Gewohnheit so gemacht, das hat mein Lehrer entsprechend seiner Gewohnheit gemacht.’?“ – „Manchmal, Bruder, ist das erlaubt und in manchen Fällen ist das nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Unverrührt’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Unverrührt’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, etwas zu trinken, das Milch ist aber in das Stadium von nicht mehr [ganz] Milch eingetreten ist, nachdem man sein Mahl beendet hat und weitere Speise abgelehnt hatte?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, Angegorenes zu trinken?“ – „Was aber, Bruder, ist ‘Angegorenes’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, das zu trinken, was vom unvergorenen Zustand in den des Vergorenseins übergeht, aber noch nicht das Stadium eines Rauschtrankes erreicht hat?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, eine nicht umsäumte Sitzunterlage?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Ist das erlaubt, Herr, das Annehmen von Gold und Silber?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Das, Herr, waren die von den Mönchen in Vesāli, die Vajjiersöhne sind, in Vesāli verbrei­teten zehn Thesen. Lass uns, Herr, diese Streitsache aufgrei­fen, bevor das, was nicht die Lehre ist erstrahlt und die Lehre abgewiesen wird; [bevor] das, was nicht die Ordenssatzung ist erstrahlt und die Ordenssatzung abge­wiesen wird; bevor die Anhänger dessen, was nicht die Lehre ist erstarken und die Anhänger der Lehre schwächer werden; [bevor] die Anhänger dessen, was nicht die Ordenssatzung ist erstarken und die Anhänger der Ordenssatzung schwächer werden.“ – „So sei es, Bruder.“ antwortete der ehrwürdige Revata dem ehrwürdi­gen Yasa Kākaṇḍakaputta.
453. Da hörten die Mönche in Vesāli, Vajjiersöhne waren: „Man sagt, der Yasa Kākaṇḍakaputta diese Streitsache aufgreifen will und Gruppen bildet, auch dass er eine Gruppe erlangt habe.“ Da nun sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjier­söhne waren: „Das ist ein ernster und schwieriger Streitfall. Wie können wir zu einer Gruppe werden, die in dieser Streitsache kräftemäßig überlegen ist?“
Dann sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren zu sich: „Der ehrwürdige Revata, Bruder, ist einer, der viel von dem gehört hat, was kano­nisch überliefert ist, der die Lehre (auswendig) kennt, der die Ordensregeln (aus­wendig) kennt, der die Tabellen kennt, ein Weiser, Gebildeter, Kluger, ein sich Zurückhaltender, Gewissenhafter, Lernwilliger. Wenn wir den ehrwürdigen Revata auf unsere Seite bekommen, dann werden wir in dieser Streitsache die Stärkeren sein.“
Da nun packten die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, reichlich Ausrüstungsgegenstände für Asketen zusammen: Almosenschalen, Roben, Sitz­unterlagen, Nadelkästchen, Gürtel, Wasserfilter und Filtertöpfe. Dann nahmen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, diese Ausrüstungsgegenstände für Asketen und fuhren mit einem Boot stromauf nach Sahajāti. Nachdem sie mit dem Boot angelegt hatten, nahmen sie unter einem gewissen Baum ihre Mahlzeit ein. Als der ehrwürdige Sāḷha einsam und abgeschieden weilte, kam ihm diese Über­legung auf: ‘Wer ist nun ein Anhänger der (rechten) Lehre: die Mönche aus dem Osten oder die Mönche aus dem Westen?’ Da nun überlegte der ehrwürdige Sāḷha, was die Lehre und Ordenssatzung sind und sprach [zu sich]: „Die Mönche aus dem Osten sind Anhänger dessen, was nicht die Lehre ist, und die Mönche aus dem Westen sind Anhänger dessen, was die Lehre ist.“
Da nun durchdrang eine gewisse Gottheit aus den Reinen Gefilden mit ihrem Geist den Geist des ehrwürdigen Sāḷha, und so schnell wie ein kräftiger Mann den Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm beugt, ebenso verschwand diese Gottheit aus den Reinen Gefilden und erschien vor dem Angesicht des ehrwürdigen Sāḷha. Dann sprach diese Gottheit zum ehrwürdigen Sāḷha: „Gut so, Herr Sāḷha, Anhänger dessen, was nicht die Lehre ist, sind die Mönche aus dem Osten, Anhänger dessen, was die Lehre ist, sind die Mönche aus dem Westen. Nun denn, Herr Sāḷha, sei standhaft in dem, was die (rechte) Lehre ist!“ – „Früher schon, Gottheit, und so auch jetzt, da war ich standhaft in dem, was die (rechte) Lehre ist. Aber ich werde meine Ansicht nicht preisgeben, bevor man sich in dieser Streitsache geeinigt hat.“
454. Dann gingen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, mit den mit­genommenen Ausrüstungsgegenständen für Asketen zum ehrwürdigen Revata, und bei ihm angekommen sprachen sie: „Herr, möge der Ordensältere diese Aus­rüstungsgegenstände für Asketen annehmen: Almosenschalen, Roben, Sitzunter­lagen, Nadelkästchen, Gürtel, Wasserfilter und Filtertöpfe.“ – „Genug damit, Brüder, ich habe meine Roben und Almosenschale.“ Und er wollte nichts anneh­men.
Zu jener Zeit war der Mönch Uttara, der zwanzig Regenzeiten hatte, der Aufwärter des ehrwürdigen Revata. Da nun gingen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, zum ehrwürdigen Uttara, und nachdem sie bei ihm angekom­men waren, sprachen sie zu ihm: „Möge der ehrwürdige Uttara diese Ausrüstungs­gegenstände für Asketen annehmen: Almosenschalen, Roben, Sitzunterlagen, Nadelkästchen, Gürtel, Wasserfilter und Filtertöpfe.“ – „Genug damit, Brüder, ich habe meine Roben und Almosenschale.“ Und er wollte nichts annehmen. „Die Leute, Bruder Uttara, die bringen Ausrüstungsgegenstände für Asketen zum Erhabenen. Wenn der Erhabene diese annimmt, dann werden sie froh gesinnt. Nimmt der Erhabene sie nicht an, dann bringen sie diese zum ehrwürdigen Ānanda und sagen: ‘Herr, möge der Ordensältere diese Ausrüstungsgegenstände für Aske­ten annehmen. Als hätte sie der Erhabene angenommen, so werden wir es auf­fassen.’ Möge der ehrwürdige Uttara diese Ausrüstungsgegenstände annehmen. Als hätte sie der Ordensältere angenommen, so würden wir das auffassen.“ Da nun nahm der ehrwürdige Uttara, weil er von den Mönchen aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, so bedrängt wurde, eine Robe an. „Sagt mir, Brüder, was ihr wollt.“ – „Nur so viel mag der ehrwürdige Uttara dem Ordensälteren sagen: ‘Herr, möge der Ordensältere inmitten des Ordens sagen: ›In den Ländern des Ostens, da erscheinen die Buddhas, da ist der Erhabene geboren worden. Anhänger der (rech­ten) Lehre sind die Mönche aus dem Osten und die Mönche aus dem Westen sind Anhänger von dem, was nicht die Lehre ist.‹’“ –„So sei es, Brüder.“ Nachdem das der ehrwürdige Uttara den Mönchen aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, geant­wortet hatte, ging er zum ehrwürdigen Revata, und bei ihm angekommen, sprach er zu ihm: „Herr, möge der Ordensältere inmitten des Ordens sagen: ‘In den Ländern des Ostens, da erscheinen die Buddhas, da ist der Erhabene geboren worden. Anhänger der (rechten) Lehre sind die Mönche aus dem Osten, und die Mönche aus dem Westen sind Anhänger von dem, was nicht die Lehre ist.’“ – „Du willst mich zu etwas anstiften, was nicht der Lehre entspricht.“ Da entließ[1320] der Ordensältere den ehrwürdigen Uttara.
Da nun sprachen die Mönche aus Vesāli, die Vajjiersöhne waren, zum ehr­würdigen Uttara: „Und, Bruder Uttara, was sagte der Ordensältere?“ – „Übles, ihr Brüder, ist getan worden. ‘Du willst mich zu etwas anstiften, was nicht der Lehre entspricht.’ Dann entließ der Ordensältere mich.“ – „Bist du, Bruder Uttara, nicht ein Älterer mit zwanzig Regenzeiten?“ – „Ja Brüder.“ –„Na dann gehen wir zu dir als unseren Lehrer und nehmen die Abhängig­keit[1321].“
455. Da nun versammelte sich der Orden mit dem Wunsch, diese Streitsache beizulegen. Der ehrwürdige Revata kündigte dem Orden an:
„Hört mich an, Brüder, Orden! Wenn wir diese Streitsache hier beilegen, da könnte es sein, dass die Mönche, die das ursprünglich aufgegriffen haben, an einem anderen Ort erneut eröffnen. Wenn es dem Orden recht ist, mag diese Streit­sache dort vom Orden beigelegt werden, wo sie aufgekommen ist.“
Da nun gingen die ordensälteren Mönche nach Vesāli in dem Wunsch, diese Streitsache zu untersuchen.
Zu jener Zeit, da lebte in Vesāli ein Ordensälterer mit dem Namen Sabba­kāmi, der war der Älteste auf Erden mit hundertzwanzig Regenzeiten. Er war ein Schüler des ehrwürdigen Ānanda. Da nun sprach der ehrwürdige Revata zum ehrwürdigen Sambhūta Sāṇavāsi: „Ich, Bruder, werde zur Wohnstätte gehen, wo der Ordensältere Sabbakāmi weilt. Du musst beizeiten zum ehrwürdigen Sabba­kāmi gehen und ihn zu den zehn Thesen befragen.“
„So sei es, Herr.“ antwortete der ehrwürdige Sambhūto Sāṇavāsi dem ehr­würdigen Revata. Dann ging der ehrwürdige Revata zu dieser Wohnstätte, wo der ehrwürdige Ordensältere Sabbakāmi weilte. Im Innenraum war für den ehrwür­digen Sabbakāmi Lagerstatt und Sitz vorbereitet und im Vorraum für den ehrwür­digen Revata. Da nun dachte der ehrwürdige Revata bei sich: ‘Dieser Ordensältere ist ein Greis aber er legt sich nicht hin.’ und legte sich [auch] nicht zum Schlafen hin. Der ehrwürdige Sabbakāmi dachte bei sich: ‘Dieser Mönch kam hier müde an, aber er legt sich nicht hin.’ und legte sich [auch] nicht zum Schlafen hin. Als nun die Nacht fast vorüber war, im Morgengrauen, da sprach der ehrwürdige Sabbakāmi zum ehrwürdigen Revata: „Aufgrund welcher Art Verweilen hast du, mein Guter[1322], bis jetzt die meiste Zeit verbracht?“ –„Ich verweilte, Herr, bis jetzt die meiste Zeit im Zustand der Freundlichkeit.“ – „Man sagt, mein Guter, dass du die meiste Zeit recht oberflächlich[1323] verweiltest. Dieses Verweilen in Oberfläch­lichkeit, mein Guter, das ist Freundlichkeit.“ – „Früher, Herr, habe ich als Haus­hälter [die Meditation in] Freundlichkeit vollendet. Deshalb verweile ich auch jetzt die meiste Zeit im Zustand der Freundlichkeit, doch die Heiligkeit verwirklichte ich schon vor langem. Der Ordensältere, Herr, auf welche Weise verweilt er die meiste Zeit?“ – „Im Zustand der Leerheit[1324], mein Guter, verweile ich jetzt die meiste Zeit.“ – „Man sagt, Herr, dass der Ordensältere jetzt die meiste Zeit im Bereich der Großen Menschen[1325] verweilt. Dieser Bereich der Großen Menschen, Herr, das ist die Leerheit.“ – „Früher, mein Guter, als Haushälter habe ich [bereits] die Leerheit betreten. Deshalb verweile ich auch jetzt die meiste Zeit im Zustand der Leerheit, doch die Heiligkeit verwirklichte ich schon vor langem.“
Aber da wurde diese erhobene Unterhaltung der ordensälteren Mönche unterbrochen, weil der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi erschien. Da nun ging der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi zum ehrwürdigen Sabbakāmi, und bei ihm ange­kommen, verehrte er ihn und setzte sich an einer Seite hin. Seitwärts sitzend sprach der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi zum ehrwürdigen Sabbakāmi: „Diese zehn Thesen, Herr, werden in Vesāli von den Mönchen, die Vajjiersöhne sind in Vesāli verbreitet: die Praxis ‘Salzhörnchen’ sei erlaubt, die Praxis ‘zwei Fingerbreit’ sei erlaubt, die Praxis ‘ins Dorf gehen’ sei erlaubt, die Praxis ‘Kloster’ sei erlaubt, die Praxis ‘Zustimmung’ sei erlaubt, die Praxis ‘Gewohnheit’ sei erlaubt, die Praxis ‘Unverrührt’ sei erlaubt, Angegorenes zu trinken sei erlaubt, eine nicht umsäumte Sitzunterlage sei erlaubt, Annehmen von Gold und Silber sei erlaubt. Der Ordens­ältere, Herr, hat zu Füßen seines Unterweisers vieles von der Lehre und Ordens­satzung gemeistert. Wenn vom Ordensälteren, Herr, über die Lehre und Ordens­satzung nachgedacht wird, wonach ist ihm dann? Welche sind nun Anhänger der (rechten) Lehre: die Mönche aus dem Osten oder die aus dem Westen?“ – „Du selber, Bruder, hast zu Füßen deines Unterweisers vieles von der Lehre und Ordenssatzung gemeistert. Wenn von dir, Bruder, über die Lehre und Ordens­satzung nachgedacht wird, wonach ist dir dann? Welche sind nun Anhänger der (rechten) Lehre: die Mönche aus dem Osten oder die aus dem Westen?“ – „Als ich nun, Herr, über die Lehre und Ordenssatzung nachdachte, da war mir so, dass die Mönche aus dem Osten Anhänger von dem sind, was nicht die Lehre ist, und die Mönche aus dem Westen seien Anhänger von dem, was die (rechte) Lehre ist. Aber ich möchte nicht eher meine Ansicht äußern, bevor mich [der Orden] diese Streitsache überprüfen ließ.“ – „Als ich nun, Bruder, über die Lehre und Ordens­satzung nachdachte, da war mir so, dass die Mönche aus dem Osten Anhänger von dem sind, was nicht die Lehre ist, und die Mönche aus dem Westen seien Anhän­ger von dem, was die (rechte) Lehre ist. Aber auch ich möchte nicht eher meine Ansicht äußern, bevor mich [der Orden] diese Streitsache überprüfen ließ.“
456. Da nun versammelte sich der Orden mit dem Wunsch, in dieser Streitsache zu entscheiden. Während nun also diese Streitsache untersucht wurde, da entstand daraus [nur] Geschwätz und nicht ein einziger Spruch trug zur Klärung des Falles bei. Da nun wandte sich der ehrwürdige Revata an den Orden:[1326]
„Hört mich an, hoher Orden! Während wir diesen Streitfall endlos unter­suchten, entstand daraus [nur] Geschwätz und nicht ein einziger Spruch, der zur Klärung des Falles beitrug. Wenn es dem Orden recht ist, dann mag der Orden ein Gremium einberufen, auf dass dieser Streitfall beigelegt werde.“ Der Orden er­wählte vier Mönche aus dem Osten und vier Mönche aus dem Westen. Von den Mönchen aus dem Osten waren es: der ehrwürdige Sabbakāmi, der ehrwürdige Sāḷha, der ehrwürdige Khujjasobhita und der ehrwürdige Vāsabhagāmika. Von den Mönchen aus dem Westen waren es: der ehrwürdige Revata, der ehrwürdige Sambhūta Sāṇavāsi, der ehrwürdige Yasa Kākaṇḍakaputta und der ehrwürdige Sumana. Dann wandte sich der ehrwürdige Revata an den Orden und verkündete:
„Hört mich an, hoher Orden! Während wir diesen Streitfall endlos unter­suchten, entstand daraus [nur] Geschwätz und nicht ein einziger Spruch, der zur Klärung des Falles beitrug. Wenn es dem Orden recht ist, dann mag sich der Orden auf vier Mönche aus dem Osten und vier Mönche aus dem Westen einigen, die als Gremium diese Streitsache beilegen.“ Das war die Ankündigung.
„Hört mich an, hoher Orden! Während wir diesen Streitfall endlos unter­suchten, entstand daraus [nur] Geschwätz und nicht ein einziger Spruch, der zur Klärung des Falles beitrug. Der Orden einigt sich nun auf vier Mönche aus dem Osten und vier Mönche aus dem Westen, die als Gremium diese Streitsache bei­legen. Wenn die Ehrwürdigen dulden, dass sich auf vier Mönche aus dem Osten und vier Mönche aus dem Westen geeinigt wird, die als Gremium diese Streitsache beilegen, sollen sie schweigen. Wer es nicht duldet, soll sprechen.“
„Geeinigt wurde sich durch den Orden darauf, dass vier Mönche aus dem Osten und vier Mönche aus dem Westen als Gremium diese Streitsache beilegen. Der Orden duldet es, daher das Schweigen, so nehme ich es an.“
Zu jener Zeit, da war der ehrwürdige Mönch Ajita mit zehn Ordensjahren im Orden der Rezitator des Pātimokkha. Da nun einigte sich der Orden darauf, dass der ehrwürdige Ajita der Platzanweiser sein mag für die ordensälteren Mönche. Dann sprachen die ordensälteren Mönche zu sich: „Wo aber könnten wir diese Streitsache beilegen?“ Da sprachen die ordensälteren Mönchen zu sich: „Das Kloster Vālika ist angenehm, mit wenig Lärm und wenig Störungen. Was, wenn wir nun im Vālika-Kloster diese Streitsache beilegen würden?“
457. Da nun gingen die ordensälteren Mönche mit dem Wunsch zum Vālika-Kloster[1327], dort diese Streitsache beizulegen. Dann wandte sich der ehrwürdige Revata an den Orden und kündigte an:
„Hört mich an, hoher Orden. Wenn es dem Orden recht ist, werde ich den ehrwürdigen Sabbakāmi zur Ordenssatzung befragen.“
Der ehrwürdige Sabbakāmi kündigte dem Orden an:
„Hört mich an, ihr Brüder, Orden. Wenn es dem Orden recht ist, werde ich auf die Fragen des Revata bezüglich der Ordenssatzung antworten.“
Dann sprach der ehrwürdige Revata zum ehrwürdigen Sabbakāmi: „Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Salzhörnchen’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Salzhörnchen’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, ein Hörnchen mit Salz mit sich zu führen [in dem Gedanken]: ‘Was auch immer ungesalzen ist, das kann ich genießen.’?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Sāvatthi, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Genießens von Aufbewahrtem.“[1328]
„Hört mich an, hoher Orden! Der erste Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die erste Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘zwei Fingerbreit’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘zwei Fingerbreit’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, wenn der Schatten bis zu zwei Fingerbreit weiter gewandert ist, dann noch zur falschen Zeit Speise zu verzehren?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewie­sen?“ – „In Rājagaha, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Genießens von Speise zur falschen Zeit.“[1329]
„Hört mich an, hoher Orden! Der zweite Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die zweite Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘ins Dorf gehen’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘ins Dorf gehen’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, nachdem man gegessen hat und wenn man weitere Speisen ablehnte, dann noch etwas zu essen, das nicht als übrig gelassen bezeichnet wurde?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Sāvatthi, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Ver­gehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Genießens von Speisen, die nicht übrig gelassen wurden.“[1330]
„Hört mich an, hoher Orden! Der dritte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die dritte Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Kloster’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Kloster’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, dass verschiedene Wohnstätten die innerhalb derselben Grenze sind, nicht gemeinsam Uposatha begehen?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Rājagaha, bezüglich des Uposatha.“[1331] – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein Dukkaṭa wegen Vergehens gegen die Ordenssatzung.“
„Hört mich an, hoher Orden! Der vierte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die vierte Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Zustimmung’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Zustimmung’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, dass eine unvollständige Gruppe [Mönche] Ordensverfahren durchführt [in dem Gedanken]: ‘Wir werden die Gastmönche darüber informieren’?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Campā, bezüglich Vinaya-Angelegen­heiten.“[1332] – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein Dukkaṭa wegen Vergehens gegen die Ordenssatzung.“
„Hört mich an, hoher Orden! Der fünfte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die fünfte Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Gewohnheit’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Gewohnheit’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, in dem Gedanken zu handeln: ‘Das hat mein Unterweiser entsprechend seiner Gewohnheit so gemacht, das hat mein Lehrer entsprechend seiner Gewohnheit gemacht.’?“ – „Manchmal, Bruder, ist das erlaubt und in manchen Fällen ist das nicht erlaubt.“[1333]
„Hört mich an, hoher Orden! Der sechste Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die sechste Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, die Praxis ‘Unverrührt’?“ – „Was aber, Bruder, ist die Praxis ‘Unverrührt’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, etwas zu trinken, das Milch ist, aber in das Stadium von nicht mehr [ganz] Milch eingetreten ist, nachdem man sein Mahl beendet hat und weitere Speise abgelehnt hatte?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Sāvatthi, im Sutta­vibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Genießens von Speisen, die nicht übrig gelassen wurden.“
„Hört mich an, hoher Orden! Der siebente Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die siebente Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, Angegorenes zu trinken?“ – „Was aber, Bruder, ist ‘Angegorenes’?“ – „Ist es erlaubt, Herr, das zu trinken, was vom unvergorenen Zustand in den des Vergorenseins übergeht, aber noch nicht das Stadium eines Rauschtrankes erreicht hat?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Kosambi, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Trinkens von Vergorenem oder Gebranntem.“[1334]
„Hört mich an, hoher Orden! Der achte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die achte Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, eine nicht umsäumte Sitzunterlage?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Sāvatthi, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen[1335] in Zusammenhang mit Zuschneiden.“[1336]
„Hört mich an, hoher Orden! Der neunte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die neunte Stimme, die ich abgebe.“
„Ist das erlaubt, Herr, das Annehmen von Gold und Silber?“ – „Nein, Bruder, das ist nicht erlaubt.“ – „Wo wurde das abgewiesen?“ – „In Rājagaha, im Suttavibhaṅga.“ – „Welches Vergehen ist das?“ – „Ein zu sühnendes Vergehen, wegen Annehmens von Gold und Silber.“[1337]
„Hört mich an, hoher Orden! Der zehnte Sachverhalt in dieser Streitsache wurde vom Orden geprüft. Es ist eine Sache gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers. Das ist die zehnte Stimme, die ich abgebe.“
„Hört mich an, hoher Orden! Diese zehn Sachverhalte sind durch den Orden geprüft worden. Es sind zehn Sachen gegen die Lehre, gegen die Ordens­satzung, gegen die Anweisung des Lehrers.“
458. „Niedergeschlagen, ihr Brüder, ist diese Streitsache, befriedet, beschwichtigt und gut beigelegt. Aber dennoch möget ihr Brüder mich inmitten des Ordens bezüglich dieser zehn Sachverhalte befragen – eben um diese Mönche zufrieden­zustellen.“ Da nun fragte der ehrwürdige Revata den ehrwürdigen Sabbakāmi inmitten des Ordens bezüglich dieser zehn Sachverhalte. Frage um Frage wurde vom ehrwürdigen Sabbakāmi beantwortet.
Weil aber nun bei diesem Konzil zur Ordenssatzung[1338] siebenhundert Mönche zugegen waren – und nicht einer mehr oder weniger – deshalb wird es „Siebenhunderter“ genannt.
Das war der Abschnitt von den Siebenhundert, der zwölfte.
In diesem Abschnitt gibt es fünfundzwanzig Sachverhalte.
Zehn Sachverhalte, angefüllt,
Verfahren, Boten mitgegegang’;
die Vier, des weiteren und Silber,
Kosambi und Pāṭheyya-Mönche.
Weg nach Soreyya, Saṅkassa,
Kaṇṇakujja, Udumbara;
Sahajāti, ihn gebeten,
gehört, „Wie könnten wir?“.
Schale und dann stromauf im Boot,
im Privaten, ihm darbieten;
Lehrer, Orden und Vesāli,
Freundlichkeit, Orden, Gremium.
Der Abschnitt von den Siebenhundert ist beendet.
Der Cullavagga ist beendet.
[1294] Zahlenangaben sind nicht wortwörtlich zu nehmen, sondern nur als ungefähre Aussagen.
[1295] siṅgiloṇakappo = das Aufbewahren (und Benutzen) von Salz in einem Behäl­ter aus Horn. Das bezieht sich auf Pāc 38, wobei Salz als „Speise“ gewertet wird.
[1296] dvaṅgulakappo = es darf gegessen werden, bis der Schatten nach dem Zenit (Mittag) zwei Zoll lang (dva-aṅgula) geworden ist. Das bezieht sich auf Pāc 37. Interessant ist, dass es in (manchen?) Klöstern der Thai-Tradition durchaus als erlaubt gilt, nach 12:00 Mittag (Winterzeit) weiterzuessen.
[1297] gāmantarakappo = dass einer, der ins Dorf gehen will (um dort etwas anderes zu essen), erneut zu essen anfangen darf, nachdem er seine Mahlzeit beendet hat. Das bezieht sich auf Pāc 38.
[1298] āvāsakappo = dass eine Anzahl Mönche, die im selben Kloster (innerhalb der gleichen Grenze) separat Ordens-Akte durchführen bzw. Uposatha abhalten darf. Das bezieht sich auf Mvg 382 und Mvg 164ff.
[1299] anumatikappo = dass der Orden, auch wenn er sich nicht einig ist, Akte durch­führen kann, indem er die Mönche darüber in Kenntnis setzt. Das bezieht sich auf die Gültigkeit des entsprechenden Verfahrens, siehe → Cvg I.
[1300] āciṇṇakappo = dass ein Mönch etwas genauso tut, wie es die Gewohnheit seines Unterweisers ist (auch wenn es falsch sein sollte). Das bezieht sich unter anderem auf Mvg 66 („Wenn der Unterweiser im Begriff ist einen Fehler zu machen, soll er ihn daran hindern.“).
[1301] amathitakappo = dass Milcherzeugnisse (Dickmilch, Yoghurt usw.) nicht als Speise gelten und somit nach dem Mittag verzehrt werden dürfen. Das bezieht sich auf Pāc 37 als auch 38. Interessant ist, dass es in der Thai-Tradition durch­aus als erlaubt gilt, nach dem Mittag Käse zu verzehren.
[1302] jaḷogiṃ pātuṃ. Der aus den angeschnittenen Palmblüten gezapfte Saft ist „nur“ angegoren, aber noch nicht vollständig zu Palmwein vergoren bzw. zu Arrak gebrannt. Das bezieht sich auf Pāc 51.
[1303] adasakaṃ nisīdanaṃ Gemeint ist „ungesäumt“, mit unzugeschnittenem Rand, ohne Umrandung bzw. ohne das vorgeschriebene Stück alten Tuches bzw. Filz zum Unansehnlichmachen. Eine falsche Größe ist hier nicht gemeint. Das bezieht sich auf Mvg 353. Nur dass dort die Größe frei gestellt wird. Nis 15 besagt, dass beim Anfertigen einer neuen Matte zum Sitzen (nisīdanasan­thata) diese mit einer Spanne (Filz bzw. Umrandung) von einer alten Sitzmatte zu versehen ist. Pāc 89 hingegen besagt, dass die Sitzunterlage 2x1,5 Spannen (120x90 cm) mit einer Spanne (30 cm) Umrandung anzufertigen sei. Die Abmessung bezieht sich auf die sog. Sugata-vidatthi, einem Standard-Maß.
[1304] jātarūparajatanti. Gemeint ist damit das Benutzen von Geld. Das bezieht sich auf Nis 18 und 19. Dazu siehe Anhang in → Mvg „Geld“.
[1305] DPPN: Er war der Sohn des Brahmana Kākaṇḍaka und ein Schüler des Ānanda. Es wird gesagt, dass er das Glück hatte, den Buddha gesehen zu haben. [Das bedeutet nichts anderes, als dass er jetzt weit über einhundert Jahre alt sein muss.] Aufgrund der herausragenden Rolle des Yasa wird das Zweite Konzil auch gern als „Yasatherasaṅgīti“ („Konzil des Ordensälteren Yasa“) genannt.
[1306] kahāpaṇa, aḍḍha, pāda, māsakarūpa. Die Bedeutung von -rūpa („-Stücke“ bzw. „silbern“ oder auch „geprägt“) kann sich durchaus auf alle Arten Münzen erstrecken. Zu „Münzen“ siehe „Geld“ im Anhang zum Mvg.
[1307] nikkhittamaṇi-suvaṇṇā Sie haben sich von bearbeitetem Gold losgesagt. Während jāta-rūpa bzw. rūpiyā für „Geld“ ganz allgemein verwendet wird.
[1308] Im Text steht hirañña (Gold) aber das passt nicht so recht im Zusammenhang mit den Münzen, war aber gebräuchliches Zahlungsmittel (weltweit).
[1309] paṭisāraṇīya „Versöhnungsverfahren“ → Cvg 33.
[1310] dūta → Cvg 41.
[1311] upakkilesa „Unreinheiten, Verderbtheiten, [geringere] Hindernisse“; Nyp: „Trübungen“.
[1312] rāhu Hier sind tatsächlich Sonnen- und Mondfinsternis gemeint.
[1313] = Pāc 9 (Bhikkhu-Vibhaṅga § 78ff).
[1314] Pāveyyakā, Pāṭheyyakā (singh) Buddhaghosa: „Pāṭheyya ist der Name eines Fürstentumes westlich von Kosala. Dieser Text bezieht sich auf Mönche, die dort wohnen. Die Bhattavaggiya-Theras waren Brüder des Fürsten von Kosala, Söhne desselben Vaters, auf die wird hier angespielt.“ DPPN: „Pāveyyakā – Der Name, der den Einwohnern von Pāvā, den Pāveyyakā Mallā gegeben wird. ... in diesem Zusammenhang werden die Pāveyyakā auch als ‘Pacchimikā’ bezeichnet, im Gegensatz zu den Vajjiputtas, die man ‘Pācīnakā’ nannte. Es wird erklärt, dass die Pāveyyakā ‘Pacchimikā’ genannt werden, weil sie im Westen leben.“ Schaut man auf die Landkarte, wird Pāvā unwahrscheinlich, denn das liegt nördlich und nicht westlich. Siehe ausführliche Anmerkung zu Mvg 306.
[1315] avantidakkhiṇāpatha Das bezeichnet nicht den Dekkan, sondern die Han­delsroute in den Süden. Von Rājagaha über Nālanda, Pāṭaligāma, Vesāli, Koṭi­gāma, Kapilavatthu, Kusināra, Pāva, Setavya, Sāvatthi, Sāketa, Kosambi, Vana (Vanasāvatthi), Ujjenī, Māhissati bis nach Patiṭṭhāna oder Paithān jen­seits der Vindhya-Bergkette. [Sarkar 2003] (→ Karte 13)
[1316] sāṇavāsi wtl: „Hanfgewand-Träger“.
[1317] ahogaṅga Sarkar: „Ein Berg in Nord-Indien am Oberlauf des Ganges, irgend­wo nahe Haridvāra. ... Wir vermuten, dass die Namensgebung in der Tatsache begründet liegt, dass von einem Ort nahebei der Unterlauf des Ganges beginnt. Die Bedeutung ist, dass der Fluss die steilen Berge verlässt und in die Ebene herunterkommt.“ Das ergibt Sinn, denn die nachfolgende „Reiseroute“ folgt dem Lauf der Gaṅgā weit oberhalb von Vārāṇasī.
[1318] Diese „Reise“ erscheint etwas fragwürdig, denn wenn man sich die Entfernun­gen und die tägliche Wegstrecke vor Augen hält, sind das einige Wochen, in denen Revata sich vor den anderen Mönchen davonmacht bzw. diese ihn ver­folgen. Saṅkīsa liegt in der Nähe von Fatehgarh, etwa 400 km (Landweg) von Vārāṇasī entfernt und Sahajāti soll am rechten Ufer der Yamunā auf dem Weg dahin liegen. Diese geografischen Angaben sind sicherlich ungenau. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass die Reise größtenteils auf der Gaṅgā erfolgte.
[1319] sarabhāṇaka Einer der die Texte auswendig gelernt hat und sie auf eine bestimmte Weise intoniert wiedergibt.
[1320] paṇāmesi Siehe → Mvg 68.
[1321] garunissaya. Garu bedeutet sicherlich Guru. Zu nissaya siehe Mvg 103.
[1322] bhūmi, (PTS: bhummi) Anrede mit Zuneigung.
[1323] kullakavihārena ist ein wenigstens zweideutiger Begriff. Einerseits kann es bedeuten, dass hier ein „meditativer Zustand eines Edlen“ (Cone) gemeint sei, was sich aber aus mettā, einem der sog. „erhabenen Verweilungen“ nicht begründen lässt, andererseits ist mettābhāvanā eben „nur“ ein Verweilzustand, der bis zur Nichtwiederkehr führt, wie aus dem Mettā-sutta (Sn I,8) ersichtlich ist. Da Revata aber bereits ein Heiliger war, findet auch diese Ansicht wenig Unterstützung. Allerdings kann man in SN III 22,122.19 nachlesen, dass auch ein Heiliger sich in der Körperbetrachtung (hier: die Betrachtung der Fünf Gruppen des Anhaftens) zu üben habe – obwohl es prinzipiell nichts mehr zu üben gab (a-sekha). D/O übersetzt mit „Leichtigkeit des Lebens“; IBH: „Freundschaft“. Der Kommentar erklärt kullaka mit uttāna „flach, oberfläch­lich“ – und deshalb wurde es auch verwendet.
[1324] suññatāvihārena Das ist eine immaterielle Versenkungsstufe.
[1325] SN V 47,11: „Hat man den Geist erlöst, so ist man ein Großer Mensch.“
[1326] Nur den Ordensälteren ist es gestattet, sich in der Versammlung direkt an den Orden zu wenden. Hier wird entsprechend Cvg 231 gehandelt.
[1327] Laut Mahāvaṃsa und Dīpavaṃsa fand das in der Spitzdachhalle statt.
[1328] = Pāc 38 im Bhikkhu-Vibhaṅga (§ 252ff).
[1329] = Pāc 37 im Bhikkhu-Vibhaṅga (§ 247ff).
[1330] = Pāc 35 im Bhikkhu-Vibhaṅga (§ 237).
[1331] → Mvg II.
[1332] → Mvg 382. Aber auch in Mvg 164ff.
[1333] Je nachdem ob die Handlungsweise mit der Lehre und Ordenssatzung überein­stimmt.
[1334] = Pāc 51 im Bhikkhu-Vibhaṅga (§ 327f). Weiterhin ist dringend anzumerken, dass es nicht ausschließlich um Alkohol geht! Dazu siehe die dortigen Anmer­kung.
[1335] a) wegen Nichtunansehnlichmachens; b) wegen Überschreitung des Maßes.
[1336] Bei Nichtunansehnlichmachen ist das Nis 15. Bei Maßüberschreitung ist das Pāc 89. „Zuschneiden heißt also: a) dass von einer alten Sitzunterlage ein Stück abgetrennt wird und an die neue angefügt werden soll; b) dass die zu große Sitzunterlage (samt Einfassung/Saum) auf das richtige Maß gebracht werden soll. Siehe dazu im Bhikkhu-Vibhaṅga → Pāc 89 (§ 531ff).
[1337] = Nis 18 im Bhikkhu-Vibhaṅga (§ 582). Aber auch Nis 19 und 20 (= §§ 587ff und 593ff) sind relevant.
[1338] Es steht tatsächlich nur vinayasaṅgīti im Text, statt dhammavinayasaṅgīti, wie IBH übersetzt. Demnach ist beim Zweiten Konzil nur die Ordenssatzung (Vinaya) rezitiert worden.