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Timestamp: 2017-06-26 09:01:24
Document Index: 128266446

Matched Legal Cases: ['BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'Art. 65', 'Art. 27', 'Art. 47', 'Art. 48']

Geschäftsbericht 2014 Credit Life AG - PDF
Geschäftsbericht 2014 Credit Life AG
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1 Geschäftsbericht 2014 Credit Life AG2 Credit Life AG auf einen Blick 2014 Bestand in Versicherungssumme Mio ,4 Versicherungsverträge Anzahl Gesamt Brutto-Beiträge Mio. 70,8 Versicherungsleistungen Mio. 19,5 Kapitalanlagen Mio. 221,1 Kapitalerträge Mio. 8,4 Nettoverzinsung % 3,2 gleitende Nettoverzinsung % 3,7 Verwaltungskostensatz % 8,3 Abschlusskostensatz % 11,2 Stornoquote % 4,1 Credit Life AG3 Geschäftsbericht 2014 Credit Life AG 34 Inhaltsverzeichnis Aufsichtsrat und Vorstand 5 Bericht des Aufsichtsrats 6 Lagebericht 8 Wirtschaftsbericht 8 Nachtragsbericht 16 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 16 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen 25 Mitgliedschaften 25 Gewinnverwendungsvorschlag 25 Jahresabschluss 26 Jahresbilanz zum 31. Dezember Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang 34 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 35 Vergleichszahlen Erläuterungen zur Jahresbilanz 42 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 48 Sonstige Angaben 52 Finanzielle Verpflichtungen 53 Überschussbeteiligung der Versicherten für das Jahr Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 73 Anlage zum Lagebericht 74 Bewegung des Bestandes an selbst abgeschlossenen Lebensversicherungen im Geschäftsjahr Anlage zum Anhang 78 Entwicklung der Aktivposten A.I. und A.II. im Geschäftsjahr Weitere Angaben zum Lagebericht 81 Verzeichnis der betriebenen Versicherungsarten 81 Verzeichnis der Gesellschaften 82 4 Credit Life AG5 Aufsichtsrat und Vorstand Aufsichtsrat Wilhelm Ferdinand Thywissen Kaufmann, Generalbevollmächtigter der C. Thywissen GmbH, Neuss Vorsitzender Dr. Ludwig Baum Kaufmann, Geschäftsführer der Effektenverwaltung Cornel Werhahn GbR, München stellv. Vorsitzender Jutta Stöcker Diplom-Kauffrau, Bornheim Vorstand Christoph Buchbender Neuss Dr. Lothar Horbach Köln (ab 1. September 2014) Udo Klanten Bergisch Gladbach Andreas Schwarz Neuss 56 Bericht des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat sich 2014 in vier Sitzungen auf Basis schriftlicher und mündlicher Berichte des Vorstands eingehend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens, den Geschäftsverlauf und über grundlegende Fragen der Geschäftspolitik informiert. Dabei wurden die strategische Ausrichtung der Gesellschaft, die Maßnahmenplanung für 2015 sowie alle wesentlichen geschäft lichen Ergebnisse und Vorhaben mit dem Vorstand beraten. Nach Gesetz und Satzung zustimmungspflichtige Geschäfte sind mit dem Vorstand ausführlich erörtert worden. Die vertriebliche Ausrichtung der Gesellschaft und die Aktualisierung der Produktpalette wurden gerade im Hinblick auf die Umorientierung eines Großkunden mit dem Vorstand intensiv beraten. Darüber hinaus wurde die Reorganisation des Restkreditgeschäfts nach der grenzüberschreitenden Fusion des niederländischen Risikoträgers Credit Life International N.V. auf unsere Gesellschaft eingehend diskutiert. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über das Erreichen der geplanten Ziele für das laufende Geschäftsjahr und über die Mittelfristplanung informiert. Im Mittelpunkt der Beratungen standen des Weiteren die Sicherung der Risikotragfähigkeit, die Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die Auswirkungen eines Niedrigzinsszenarios auf die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat sich zudem über den Stand der Vorbereitungsarbeiten zur Einführung von Solvency II berichten lassen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Anwendung des vorhandenen Risikomanagementsystems überzeugt und diesem Steuerungs- und Überwachungssystem besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig quartalsweise schriftlich über die Risikolage der Gesellschaft. Die Risikoberichterstattung wurde in zwei Aufsichtsratssitzungen behandelt. Die Prüfungsergebnisse der Internen Revision wurden erörtert. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat über compliancerelevante Themen Bericht erstattet und über den Auf- und Ausbau der Complianceorganisation und -prozesse informiert. Auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsratsvorsitzende in Einzelgesprächen Fragen der geschäftspolitischen Ausrichtung, der strategischen Ziele und der Organisation sowie Einzelvorgänge besprochen. Eine gesonderte Vergütung der Vorstände wird durch unsere Gesellschaft nicht vorgenommen, weil diese durch unsere Muttergesellschaft, die RheinLand Holding AG, geregelt ist. Der Aufsichtsrat hat eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt und seine Effizienz überprüft. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurden der Jahresabschluss 2014 und der Lagebericht vom bestellten Prüfer, der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, geprüft und mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Bei der Beratung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts war der Abschlussprüfer anwesend. Er hat über die Durchführung der Prüfung berichtet und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. 6 Credit Life AG7 Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt er keine Einwendungen und billigt den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 der Credit Life AG. Der vorgelegte Jahresabschluss 2014 ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns an. Der vom Vorstand erstellte Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hierzu lagen vor und wurden überprüft. Der Abschlussprüfer hat dem Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war. Der Aufsichtsrat schließt sich dieser Beurteilung an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärungen des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erhoben. Der zertifizierende Aktuar hat in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung über seine Tätigkeit Bericht erstattet und stand dem Aufsichtsrat für Auskünfte zur Verfügung. In seiner Sitzung am 7. März 2014 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Lothar Horbach mit Wirkung zum 1. September 2014 in den Vorstand berufen. Er hat die Verantwortung für Rechnungswesen, Risikomanagement, Personal, Recht und Compliance sowie Schadenregulierung übernommen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der RheinLand Versicherungsgruppe für ihren tatkräftigen und engagierten Einsatz im Berichtsjahr. Neuss, 11. Mai 2015 Der Aufsichtsrat Wilhelm Ferdinand Thywissen Vorsitzender 78 Lagebericht Wirtschaftsbericht Geschäftsverlauf Gestützt durch eine ungewöhnlich milde Witterung startete die deutsche Wirtschaft mit Schwung ins Jahr Doch trotz der günstigen Finanzierungsbedingungen, der steigenden Kapazitätsauslastung sowie der guten Stimmung der Unternehmen stellte sich die erwartete Investitionsbelebung nicht ein. Im Gegenteil: Internationale Krisen wie die kriegerischen Auseinandersetzungen im arabischen Raum sowie der russisch-ukrainische Konflikt mit den eingeleiteten Sanktionen belasteten das Geschäftsklima. Vor allem aber die ausgeprägte Schwächephase im Euroraum mit zum Teil stark rezessiven Tendenzen in einigen Mitgliedsländern trübten die Erwartungen ein. Die Konjunktur zog erst gegen Jahresende wieder deutlich an und sorgte doch noch dafür, dass das reale Bruttoinlandsprodukt mit einem Plus von 1,5 % die anfänglichen Erwartungen nicht allzu sehr enttäuschten. Das Beitragswachstum in der Lebensversicherung ist ausschließlich Folge eines weiteren Anstiegs der Einmalbeiträge, diese stiegen um 12,9 % auf 29 Mrd. Der Branchenverband begründet dies vor allem mit fallweisen Einzahlungen in Rentenversicherungen der Generation der 40- bis 50-Jährigen. Dagegen sanken die laufenden Beiträge geringfügig um 0,8 % auf 64,4 Mrd. Nach dem die ONTOS Lebensversicherung AG bereits im Vorjahr im Rahmen der Neuausrichtung der RheinLand Versicherungsgruppe in Credit Life AG umbenannt wurde und ihr Geschäftsfeld als Risikoversicherer auf den Vertrieb von Restkreditversicherung erweitert hat, erfolgte in 2014 nun die Weiterentwicklung der RheinLand-Gruppe. Im Geschäftsjahr wurde rückwirkend zum 1. Januar 2014 die Credit Life International N.V. auf die Credit Life AG verschmolzen. Die Credit Life AG erzielte im Geschäftsjahr gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 70,8 Mio. Davon entfielen 41,0 Mio. auf Einmalbeiträge und 29,8 Mio. auf laufende Beiträge. Aufgrund der Gewinnung von zwei neuen Kooperationspartnern ist ein Anstieg der laufenden Beiträge um 7,6 % zu verzeichnen. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung beliefen sich im Berichtsjahr auf 41,8 Mio. (Vorjahr: 33,9 Mio.) Vom Rohüberschuss nach Direktgutschrift in Höhe von 16,2 Mio. konnten 6,79 % = 1,1 Mio. (Vorjahr 6,8 % = 1,7 Mio.) der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugewiesen werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung schloss das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3,0 Mio. Im Einzelnen berichten wir wie folgt: 8 Credit Life AG9 Bestandsentwicklung Der gesamte Zugang an Versicherungen machte im Berichtsjahr Verträge mit einer Versicherungssumme von 4 543,8 Mio. aus. Der fusionierte Versicherungsbestand ist, gemessen an der Stückzahl der Verträge, um 21,4 % auf gesunken. Im Bestand der selbst abgeschlossenen Lebensversicherungen zum 31. Dezember 2014 sind Restkreditversicherungsverträge mit einer Versicherungssumme von 7 698,1 Mio. enthalten. Durch Tod, Ablauf und vorzeitiges Storno gingen Verträge mit einer Versicherungssumme von 4 503,6 Mio. ab. Die Stornoquote betrug, gemessen am laufenden Beitrag, im Geschäftsjahr 4,1 %. Der laufende Beitrag konnte im Geschäftsjahr von 28,5 Mio. auf 33,5 Mio. gesteigert werden. Die Bewegung des selbst abgeschlossenen Versicherungsbestandes ist in der Anlage zum Lagebericht auf den Seiten 74 ff. dieses Berichts dargestellt. Auf der Seite 81 findet sich eine Übersicht über die geschäftsplanmäßig betriebenen Versicherungen. Bestandsentwicklung nach Versicherungssumme in Mio. (selbst abgeschlossenes Geschäft) , , , , , , , , , , ,5 51,4 50,4 50, ,3 49, ,1 89,5 Risikoversicherungen Restkreditversicherungen Kapitalversicherungen und sonstige Lebensversicherungen Überschussbeteiligung Die Überschussbeteiligung der Versicherten wurde für das Geschäftsjahr 2014 mit 3,5 % festgesetzt und verringert sich für das Geschäftsjahr 2015 auf 3,0 %. Für die Bestandsgruppe der Niederlassung NL wird das Ansammlungsguthaben mit 2,8 % (Vorjahr 3,3 %) verzinst. 910 Beitragseinnahmen An Beitragseinnahmen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft ohne Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung wurden 70,8 Mio. gegenüber 100,0 Mio. im Vorjahr erzielt. Das entspricht einem Rückgang von 29,2 %. 41,6 Mio. der Beitragseinnahmen entfallen auf die Restkreditversicherungen. Versicherungsleistungen Die Leistungen eines Lebensversicherungsunternehmens stellen sich nicht nur in effektiven Zahlungen an die Versicherungsnehmer dar, sondern auch im Zuwachs von Leistungsverpflichtungen, die das Unternehmen gegenüber den Versicherungsnehmern ausweist. Die ausgezahlten Leistungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 56,1 Mio., hiervon waren 36,7 Mio. bereits zurückgestellt. Insgesamt beliefen sich die Versicherungsleistungen auf 19,5 Mio. Finanzmärkte Europäische Zentralbank weiterhin extrem expansiv Die Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten wurde zu Beginn des Berichtsjahrs durch die in den wichtigsten Währungsräumen weiterhin gleichgerichtete, extrem expansive Geldpolitik bestimmt. Der Wert des Euro gegenüber dem Dollar stieg bis Mai 2014 auf knapp 1,40 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Herbst Dies lag nicht zuletzt an Signalen der US-Notenbank, die darauf hindeuteten, dass eine zügige Erhöhung des US-Leitzinses wenig wahrscheinlich sei. Dieser Trend kehrte sich um, als der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im Frühjahr für den Euroraum weitere geldpolitische Lockerungen ankündigte. Im Juni wurden der Zinssatz für Einlagen der Banken beim Eurosystem erstmals mit einem Strafzins von minus 0,10 % belegt sowie der Hauptrefinanzierungssatz auf das Rekordtief von 0,15 % und dann im September 2014 sogar auf 0,05 % gesenkt. Mit seiner Ankündigung, die Bilanzsumme der EZB durch Ankäufe von Asset Backed Securities um eine Billion auf drei Billionen Euro auszuweiten, signalisierte Mario Draghi den Märkten, dass diese extreme Expansionspolitik auf längere Sicht beibehalten wird. Dies wurde dahin-gehend interpretiert, dass die EZB, dem Drängen insbesondere Frankreichs und Italiens nachgebend, den Außenwert des Euro gezielt schwächen wolle. Da sich seit Sommer 2014 sowohl in den USA als auch in Großbritannien immer deutlicher ein baldiger Kurswechsel der Geldpolitik abzeichnete, beschleunigte sich die Abwertung des Euro noch. In dieselbe Richtung wirkten die von der Ukraine ausgehenden politischen Spannungen. Gegen Jahresende näherte sich der Wert des Euro der Schwelle von 1,20 Dollar. 10 Credit Life AG11 Die Renditen an den Anleihemärkten des Euroraums reagierten auf den verschärften Expansionskurs der EZB. Die Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen sank unter die Schwelle von 1 %, und auch die gewichteten Renditen zehnjähriger Anleihen der anderen Mitgliedsländer der Eurozone, also ohne Deutschland gerechnet, fielen weiterhin zügig. Gemessen an der Umlaufrendite von Bundesanleihen sank der Kapitalmarktzins im Verlauf des Berichtsjahrs kontinuierlich um einen knappen %punkt auf nur noch 0,6 % im Dezember. Schon seit Herbst 2011 liegt diese Umlaufrendite unter dem für das Neugeschäft relevanten Höchstrechnungszins. Da der Anteil höher- und hochverzinslicher Wertpapiere im Portefeuille der Lebensversicherer kontinuierlich sinkt und zunehmend durch immer niedriger verzinsliche Anleihen refinanziert werden muss, sinkt die Kapitalanlagenrendite deutlich schneller als der durchschnittliche Garantiezins von knapp 3,1 % (2013: gut 3,1 %) im Berichtsjahr, auch wenn sie noch knapp darüber liegen dürfte. Kapitalanlagen Die Vermögensanlagen gingen um 33,0 Mio. auf 221,1 Mio. zurück. Der Rückgang macht 13,1 % nach einem Anstieg von 5,2 % im Vorjahr aus. Mit 91,7 % ist der überwiegende Teil der Vermögensanlagen in festverzinslichen Anlagen investiert. Der RheinLand-ABS-Fonds I, an dem die Gesellschaft mit einem Anteil von 6,1 % beteiligt ist, wurde zum Jahresende um 0,1 Mio. auf den Marktwert in Höhe von 3,4 Mio. zugeschrieben. Der ABS-Fonds II wurde per 31.Oktober 2014 durch risikoadäquate Aufteilung der ABS-Titel zum Marktwert in den Direktbestand der beteiligten Gesellschaften aufgelöst. Die Entwicklung der Aktivposten mit den Angaben der stillen Reserven und stillen Lasten zeigt die Anlage zum Anhang auf den Seiten 78 ff. Zusammensetzung der Kapitalanlagen in % 29,8 % Schuldscheinforderungen, Darlehen 38,8 % festverzinsliche Wertpapiere 2,9 % Investmentanteile 5,9 % sonstige 22,6 % Namensschuldverschreibungen Ergebnisentwicklung An Vermögenserträgen konnten 7,7 Mio. nach 9 Mio. im Vorjahr erzielt werden. Bedingt durch das niedrige Zinsniveau sind Abgangsgewinne bei den Rentenpapieren in Höhe von 0,7 Mio. zu verzeichnen. Im Vorjahr waren in den Vermögenserträgen Erträge aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 1,2 Mio. enthalten. Daneben wurden Abschreibungen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip in Höhe von 0,3 Mio. vorgenommen. Das laufende Ergebnis lag mit 7,2 Mio. leicht unter dem des Vorjahres. Insgesamt ergibt sich ein Kapitalanlageergebnis von 7,6 Mio. (Vorjahr 10 Mio.). 1112 Verzinsung Nach der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v., Berlin, empfohlenen Formel berechnet sich, unter Berücksichtigung der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen, die Nettoverzinsung aus dem Nettoergebnis der Kapitalanlagen im Verhältnis zum mittleren Anlagebestand. Der sich hieraus ergebende Zinssatz beträgt 3,2 % (Vorjahr 3,8 %). Die gleitende Nettoverzinsung der Kapitalanlagen der letzten drei Jahre (arithmetisches Mittel der Nettoverzinsung) erreicht 3,7 % (Vorjahr 4,0 %). Die durchschnittliche Verzinsung der Neuanlagen für festverzinsliche Wertpapiere, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen belief sich im Geschäftsjahr auf 1,6 % (Vorjahr 3,1 %). Nettoverzinsung und gleitende Nettoverzinsung der Kapitalanlagen in % 5,5 5,0 Nettoverzinsung Gleitende Nettoverzinsung (3-Jahres-Durchschnitt) 4,5 4,0 3,5 3,89 3,80 4,00 3,98 4,11 3,96 3,96 3,79 3,70 3,19 3, Kosten Im Berichtsjahr wurden an Abschlusskosten 20,9 Mio. aufgewendet. Im Verhältnis zur Beitragssumme des Neugeschäfts machten diese im Geschäftsjahr 11,2 % aus. Die Höhe des Abschlusskostensatzes resultiert aus der Verschmelzung sowie dem neuen Geschäftsfeld der Restkreditversicherung. Die Verwaltungskosten beliefen sich im Berichtsjahr auf 5,9 Mio. Im Verhältnis zu den gebuchten Beiträgen machten diese im Geschäftsjahr 8,3 % aus. 12 Credit Life AG13 Wesentliche Überschussquellen Lebensversicherer kalkulieren den Preis für Versicherungsschutz vorsichtig. Dies ist geboten, um die vertraglich vereinbarten Leistungen jederzeit erfüllen zu können. Die Überschüsse, die sich aus dieser vorsichtigen Kalkulation, einer effizienten Verwaltung und der ausgewogenen Anlage der Spargelder auf dem Kapitalmarkt ergeben, machen im Wesentlichen den Jahresüberschuss eines Lebensversicherungsunternehmens aus. Hieraus bildet sich die Überschussbeteiligung der Versicherten. Unter Einbeziehung der Direktgutschrift erreichte der Rohüberschuss im Geschäftsjahr 16,2 Mio. gegenüber 25,0 Mio. im Vorjahr (davon im Vorjahr Credit Life AG i.h.v. 14,2 Mio. und Credit Life N.V. i.h.v. 10,8 Mio.). Die Gewinn- und Verlustrechnung schloss das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3,0 Mio. Eine Übersicht der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer befindet sich auf den Seiten 53 ff. Rechtliche Rahmenbedingungen Im Geschäftsjahr 2014 gab es für die Versicherungswirtschaft zahlreiche wichtige gesetzliche Änderungen und Neuerungen sowie höchstrichterliche Urteile. Das Europäische Parlament (EP) hat am 17. April 2014 den Richtlinienvorschlag zur Durchsetzung privater Schadensersatzansprüche bei Verstößen gegen das Kartellrecht verabschiedet. Sammelklageinstrumente sind in der Richtlinie nicht vorgesehen. Die Mitgliedstaaten haben nach Beendigung des Gesetzgebungsverfahrens zwei Jahre Zeit, die Richtlinienvorgaben in nationales Recht umzusetzen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich am 7. Mai 2014 mit den Schlussfolgerungen befasst, die sich aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 19. Dezember 2013 zur Europarechtswidrigkeit der Ausschlussfrist des sogenannten Policenmodells ( 5a Abs. 2 Satz 4 Versicherungsvertragsgesetz alte Fassung) in der Lebensversicherung ergeben. Der BGH hat entschieden, dass ein Versicherungsnehmer im Falle einer unzureichenden Widerspruchsbelehrung bzw. einer unterbliebenen Verbraucherinformation oder einer unterbliebenen Aushändigung der Versicherungsbedingungen in der Lebensversicherung das Widerspruchsrecht auch noch nach Ablauf der Jahresfrist des 5a Abs. 2 Satz 4 Versicherungsvertragsgesetz alte Fassung geltend machen kann. Im Ergebnis führt die Geltendmachung des Widerspruchsrechts zur Rückabwicklung des Versicherungsvertrages nach bereicherungsrechtlichen Vorschriften, was die Herausgabe tatsächlich gezogener Nutzungen (Zinsen) mit umfasst. Gewährter Versicherungsschutz ist allerdings als Vermögensvorteil zu berücksichtigen. 1314 Am 7. August 2014 trat das neue Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG), vom Deutschen Bundestag am 4. Juli 2014 verabschiedet, in Kraft. Der Gesetzgeber reagierte damit auf die historisch niedrigen Zinsen, welche frühere Kalkulationen der Versicherer zunichtemachen und unter anderem eine Senkung des Garantiezinses ab dem Jahr 2015 von 1,75 auf 1,25 % erzwingen. Mit dem neuen LVRG soll die Versicherungswirtschaft im aktuellen Zinsumfeld nachhaltig gestützt werden. Die Zinssenkung betrifft Neuverträge. Um, laut Gesetzesbegründung, die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen dauerhaft finanzieren zu können, wurde durch das LVRG die Beteiligung der Versicherungsnehmer an bestimmten Bewertungsreserven begrenzt, wenn ihr Vertrag endet. Lebensversicherer dürfen die Versicherungsnehmer daran nur noch beteiligen, wenn beim Versicherungsunternehmen kein Sicherungsbedarf aus Versicherungsverträgen mit Zinsgarantie besteht. Aus dem gleichen Grund begrenzt das LVRG auch die Dividendenausschüttung an Aktionäre. Mit diesen Regelungen in Zusammenhang steht die Verpflichtung der Versicherungsunternehmen zu höherer Kostentransparenz und einem straffen Risikomanagement. Die Bundesregierung hat am 3. September 2014 den Gesetzentwurf zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen (s.g. 10. VAG-Novelle) beschlossen. Mit diesem Beschluss soll die Solvency II-Rahmenrichtlinie vom 25. November 2009, geändert durch die Omnibus II-Richtlinie vom 22. Mai 2014, in deutsches Recht umgesetzt werden. Eine Umsetzung der Solvency II-Rahmenrichtlinie in nationales Recht hat bis zum 31. März 2015 zu erfolgen. Das Inkrafttreten und die Anwendung des nationalen Gesetzes werden zum 1. Januar 2016 gefordert. Grundsätzliche Neuerungen im Vergleich zum aktuellen Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) umfassen: Neuregelungen zu risikoorientierten Solvenzkapital- und Eigenmittelanforderungen, Marktwerte als neue Bewertungsvorschriften für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, höhere Anforderungen an die Unternehmensorganisation und die Berichterstattung gegenüber der Aufsichtsbehörde und der Öffentlichkeit sowie Anforderungen an zusätzlicher Aufsicht über Versicherungsgruppen. Am 30. September 2014 wurde eine überarbeitete Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit ist der geänderte DCGK in Kraft getreten. Der DCGK ist ein Regelwerk, das vor allem Empfehlungen und Anregungen enthält, die auf eine gute Unternehmensführung zielen. 161 Aktiengesetz verpflichtet börsenorientierte sowie bestimmte nicht börsenorientierte Gesellschaften zur Abgabe einer jährlichen Erklärung darüber, ob sie sich an die Verhaltensempfehlung halten. Der nun bekanntgemachte DCGK enthält keine wesentlichen inhaltlichen Neuerungen im Vergleich zu der Fassung aus Bei den Mustertabellen für die Vorstandsvergütung im Anhang zum Kodex wurden einige klarstellende Erläuterungen sowie Fußnoten hinzugefügt. Der BGH hat mit Urteil vom 10. Dezember 2014 (Az: IV ZR 289/13) unter anderem entschieden, dass die von einem Versicherungsunternehmen verwendete Ausschlussklausel in der Restkreditversicherung unwirksam ist. 14 Credit Life AG15 Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2014 der Verordnung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zur Änderung steuerlicher Verordnungen und weiterer Vorschriften zugestimmt, mit der auch die Erbschaftsteuerdurchführungsverordnung (ErbStDV) geändert wird. Mit einer Verkündung im Bundesgesetzblatt ist in Kürze zu rechnen. Danach müssen Versicherungsunternehmen in ihren Anzeigen über erbschaftsteuerlich relevante Sachverhalte insbesondere Auszahlungen von Versicherungsdienstleistungen an vom Versicherungsnehmer abweichende Empfänger künftig auch die Steueridentifikationsnummer des Versicherten und des Versicherungsnehmers angeben. Die erweiterten Anzeigepflichten gelten bereits für erbschaftsteuerliche Erwerbe, die nach dem Tag der Verkündung der Verordnung erfolgen. Die Bundesregierung hat am 7. Januar 2015 einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Aktiengesetzes, die Aktienrechtsnovelle 2014, beschlossen. Der Gesetzesentwurf sieht insbesondere eine Neuregelung der Ausgabe von Inhaberaktien vor, um die Beteiligungsstrukturen nicht börsenorientierter Aktiengesellschaften zum Zwecke einer effektiven Bekämpfung von Terrorfinanzierung und Geldwäsche transparenter zu machen. Das Gesetz soll voraussichtlich im August/September 2015 in Kraft treten. Soweit erforderlich hat die RheinLand Versicherungsgruppe die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um auf die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen angemessen zu reagieren. 1516 Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht zu verzeichnen. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognoseberichterstattung Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Versicherungswirtschaft eine Fortsetzung des Vorjahrestrends. Die verbesserten Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft mit weiter steigender Beschäftigung und beschleunigtem Anstieg der verfügbaren Einkommen bei einer Inflationsrate nahe Null erhöhen jedenfalls den Spielraum der privaten Haushalte wie der Unternehmen zum Ausbau ihres Versicherungsschutzes signifikant. In der Lebensversicherung hingegen verschlechtern sich die durch die Europäische Zentralbank gesetzten Rahmenbedingungen weiter. Deren Entscheidung weitere Wertpapiere aus den Euro-Ländern in Höhe von 60 Mrd. monatlich anzukaufen, bezeichnete der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft als Zumutung. Die Neuanlage wird den Lebensversicherern durch die weiter sinkenden Zinsen erschwert und wirken sich bis hin zur Existenzgefährdung auf die Lebensversicherungsbranche aus. Die Credit Life AG, als Risikoversicherer der RheinLand Versicherungsgruppe, ist von den Zinsentwicklungen an den Kapitalmärkten weniger stark betroffen. Die von der Aufsicht vorgeschriebenen Stresstests und Szenariorechnungen führen wir gewissenhaft durch. Trotz des weiterhin anhaltenden Drucks auf die Kapitalanlagen zeigt sich aktuell kein Handlungsbedarf. Im bisherigen Jahresverlauf entwickelten sich unsere Kapitalanlagebestände und die hieraus erzielten laufenden Erträge unseren Erwartungen entsprechend. Vorausgesetzt, dass es an den Finanzmärkten nicht wieder zu überraschenden Entwicklungen kommt, erwarten wir im Geschäftsjahr 2015 für die Credit Life AG inklusive Restkreditgeschäft ein Kapitalanlageergebnis von 8,1 Mio. Vor dem Hintergrund des weiteren Ausbaus des Restkreditgeschäfts sowie einer starken Bestandszunahme bei den Risikolebensversicherungen sowohl auf dem deutschen als auch auf dem niederländischen Markt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2015 bei einem günstigen Risikoverlauf und sich stabil verhaltender Kapitalmärkte steigende Ergebnisse. Chancenberichterstattung Das Geschäftsmodell der RheinLand Versicherungsgruppe konzentriert sich auf die drei Vertriebswege eigener Außendienst, Maklervertrieb und Bancassurance. In Verbindung mit deren stetigem Ausbau ist die Gruppe klar gegliedert, schlank aufgestellt und ertragsorientiert ausgerichtet. Darüber hinaus stellen Sanierungsmaßnahmen und innovative Produkte sicher, dass jedes Geschäftsfeld seinen Beitrag zur Profitabilität der Gruppe leistet. Ein wachsendes Bewusstsein für Veränderungen trägt zur Stärkung von Kreativität, Innovation und Erfolg bei. 16 Credit Life AG17 Die Credit Life AG sieht ihre Stärken beim eigenen Außendienst und dem Maklervertrieb insbesondere in der Risikoleben- und Berufsunfähigkeitsversicherung und bei der Bancassurance in der Restkreditversicherung. Klassische Lebensversicherungen mit lang laufenden Garantien sollen nicht vertrieben werden. Die stärkere Fokussierung auf profitable Geschäftsfelder und der weitere Ausbau der Vertriebe sichern den Fortbestand der Credit Life AG am Versicherungsmarkt. Risikoberichterstattung Aktiengesellschaften sind gemäß 91 Abs. 2 AktG verpflichtet, über die Risiken der künftigen Entwicklung zu berichten. Darüber hinaus sind mit den seit 1. Januar 2008 geltenden 55c und 64a VAG, deren Konkretisierung durch die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk VA) sowie die aufsichtsrechtlichen Anforderungen aus den Vorbereitungsrichtlinien zu Solvency II weitere gesetzliche Anforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen - im Vorgriff auf die qualitative Aufsicht nach Solvency II - gestellt worden. Die Erfüllung dieser Vorgaben wurde gruppenweit einheitlich umgesetzt. Darüber hinaus wurde das in 2010 gestartete konzernweite Projekt zur weiteren Vorbereitung auf Solvency II in 2014 fortgeführt. Dieses Projekt ist aufgrund seiner Komplexität im Hinblick auf Kapazitäten und Kosten sehr anspruchsvoll. Die Dokumentationen zum Risikomanagement werden jährlich überprüft und wurden 2014 einer vollständigen Überarbeitung unterzogen. Hierunter fallen insbesondere die aus der Geschäftsstrategie abgeleitete Risikostrategie, die Innerbetriebliche Leitlinie zum Risikomanagement, das Limitsystem sowie der Umgang mit und die Einschätzung von operationellen, strategischen und Reputationsrisiken. Darüber hinaus wird das Interne Steuerungs- und Kontrollsystem in den jeweiligen Bereichen mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Für die Credit Life AG sind insbesondere das versicherungstechnische Risiko und das Marktrisiko im Kapitalanlagebereich wesentlich. Nach den einzelnen Risikokategorien ergibt sich für die Gesellschaft insgesamt folgende Risikolage: Versicherungstechnisches Risiko Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko, dass bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten Aufwand abweicht. Es umfasst auch das Kosten- und Katastrophenrisiko. Lebensversicherung Die Produktpalette der Credit Life AG umfasst im Wesentlichen Risikolebensversicherungen inkl. Berufs- und Erwerbsunfähigkeitszusatzversicherungen. Die Gesellschaft hat sich als Risikolebensspezialist am Markt positioniert. Dabei bietet sie sowohl überschussberechtigte Risikolebensversicherungen, bei denen die Überschussbeteiligung hauptsächlich durch Beitragsverrechnung erfolgt, als auch Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung an. Darüber hinaus besteht ein kleiner Bestand an Kapitallebensversicherungen. 1718 Insgesamt besteht für die klassische Lebensversicherung mit ihren lang laufenden Leistungsgarantien ein besonders schwieriges Kapitalmarktumfeld. Es ist davon auszugehen, dass das sehr niedrige Marktzinsniveau durch die aktuelle Niedrigzinspolitik der EZB fortdauert. Die Credit Life AG hat durch die Bildung von sogenannten Zinszusatzreserven weiter Vorsorge getroffen. Der für die Berechnung relevante Referenzzins ist von 3,41 % auf 3,15 % gefallen. Somit müssen jetzt für Bestandsverträge mit zugesagter Zinsgarantie in Höhe von 4,00 %, 3,50 % und 3,25 % Zinszusatzreserven gestellt werden. Die Zinszusatzreserven betragen zum Ende des Geschäftsjahres 1,7 Mio. (Vorjahr 1,1 Mio.). Durch die in der Deckungsrückstellungsverordnung definierten Regelungen wird sich auch künftig bei sinkenden Referenzzinssätzen weiterer Zuführungsbedarf zur Zinszusatzreserve ergeben. Mit dem am 6. August 2014 veröffentlichten Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte, auch genannt Lebensversicherungsreformgesetz, soll die Fähigkeit der privaten Lebensversicherer zur Erbringung der zugesagten Zinsgarantien im andauernden Niedrigzinsumfeld gestärkt werden. Mittelabflüsse durch zu hohe Ausschüttungen an Aktionäre, hohe Kosten oder ökonomisch inadäquate Überschussbeteiligungen zu Lasten der Mehrheit der im Kollektiv verbleibenden Versicherungsnehmer sollen hierdurch eingeschränkt werden. Die Deckungsrückstellungsverordnung wurde an wesentlichen Stellen angepasst. Zum 1. Januar 2015 wurde der Höchstrechnungszins von 1,75 % auf 1,25 % gesenkt. Folglich sinken die garantierten Leistungen bei Kapitallebens- und Rentenversicherungen im Neugeschäft. Der sogenannte Höchstzillmersatz, in dessen Höhe die Lebensversicherer einen Teil der im Geschäftsjahr angefallenen Abschlusskosten des Neugeschäfts auf die Folgejahre vortragen können, wird von 40 Promille auf 25 Promille der Beitragssumme gesenkt. Obwohl es sich dabei nur um eine Veränderung der Bilanzierungsregeln handelt, wird indirekter Handlungsdruck auf Vergütungssysteme mit hohen Sofortprovisionen aufgebaut. Eine weitere Anpassung betrifft den Basiszins, der dem Referenzzins zur Berechnung der Zinszusatzreserve zu Grunde liegt. Hier ist die Wirkung allerdings zumindest vorerst unbedeutend. Wesentlich angepasst wurde die Mindestzuführungsverordnung. Bislang mussten die Versicherungsnehmer mindestens zu 90 % am positiven Zinsergebnis, zu 75 % am positiven Risikoergebnis und zu 50 % am positiven übrigen Ergebnis beteiligt werden. Eine Verrechnung von negativen Ergebnissen mit positiven Ergebnissen war nicht erlaubt, so dass Verluste einseitig vom Unternehmen getragen werden mussten. Künftig müssen die Versicherungsnehmer sogar zu 90 % am Risikoergebnis beteiligt werden, so dass die Versicherer durch das Lebensversicherungsreformgesetz in der wichtigen versicherungstechnischen Ertragsquelle beschnitten werden. Allerdings dürfen negative Zinsergebnisse jetzt mit positiven Risiko- und übrigen Ergebnissen verrechnet werden. Folglich wird für die Versicherer im Falle sehr niedriger Kapitalerträge eine gewisse Pufferfunktion vor Überschussbeteiligung geschaffen. Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz ist auch eine Erweiterung des VAG 56a Überschussbeteiligung verbunden. Bislang müssen die Versicherungsnehmer gemäß VVG 153 an den Bewertungsreserven aus Kapitalanlagen beteiligt werden. Das führte im aktuellen Niedrigzinsumfeld zur Auszahlung von Bewertungsreserven aus festverzinslichen Wertpapieren, obwohl diese Wertpapiere zur Sicherstellung der langfristigen Garantien im Bestand nicht vorzeitig verkauft werden sollten. Je 18 Credit Life AG19 niedriger das Marktzinsniveau desto höher die Bevorteilung von gerade abgelaufenen oder stornierten Verträgen zu Lasten des Kollektivs. Ausdrücklich positiv ist daher die Einführung eines sogenannten Sicherungsbedarfes, der das aktuell sehr niedrige Marktzinsniveau berücksichtigt. Bewertungsreserven aus festverzinslichen Wertpapieren, die unterhalb des Sicherungsbedarfes liegen, müssen zur Sicherstellung der dauerhaften Risikotragfähigkeit im Unternehmen gehalten werden. Ebenfalls im VAG 56a wird eine Ausschüttungssperre für Aktiengesellschaften vorgesehen. Bislang konnte der Teil des Rohüberschusses, der nicht für die Überschussbeteiligung vorgesehen war, prinzipiell an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Künftig darf ein Bilanzgewinn nur noch dann ausgeschüttet werden, wenn er den Sicherungsbedarf übersteigt. Die Bilanzgewinne müssen ansonsten innerhalb der Gesellschaften thesauriert werden, so dass die Risikotragfähigkeit steigt. Trotz überdurchschnittlicher Kapitalisierung ist auch der Risikolebensspezialist Credit Life AG betroffen. Wegen der hohen Komplexität der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigt sich seit Jahren eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe speziell mit diesen Themen. In mehreren Diskussionsrunden haben sich Vorstand und Arbeitsgruppe intensiv mit der Zukunft der Lebensversicherung auseinander gesetzt. Vom Vorstand wurden verschiedene Maßnahmen verabschiedet, u.a. soll die Überschussbeteiligung für das Neugeschäft bei der Credit Life AG von 3,5 % auf 3,0 % gesenkt werden. Von einem erhöhten Stornorisiko wird aktuell nicht ausgegangen. Die Wechselwirkungen aus Kapitalanlagen und Versicherungstechnik werden darüber hinaus im Asset-Liability- Management systematisch modelliert und analysiert. Restkreditversicherung Im Restkreditgeschäft besteht das Portfolio der Credit Life AG aus Risikolebensversicherungen. Diese werden über Kooperationspartner für die Absicherung von Ratenzahlungsausfällen im Kredit- und Leasing-Geschäft vertrieben. Nach der Fusion der niederländischen Gesellschaft Credit Life International N.V. auf die Credit Life AG trägt letztgenannte Gesellschaft das Risiko aus diesem Geschäft. Die Credit Life AG zählt unter der Marke Credit Life International zu den führenden Restkreditspezialisten in Deutschland und darüber hinaus. Die Beherrschung der versicherungstechnischen Risiken erfolgt auf Basis der vorhandenen Datengrundlagen und Erfahrungen. Das ist insofern besonders wichtig, weil in diesem Spezialsegment keine allgemein gültigen statistischen Rechnungsgrundlagen vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) oder der Deutschen Aktuarsvereinigung (DAV) vorliegen. Durch ein systematisches monatliches versicherungstechnisches Plan-/Ist-Controlling nach Kundengruppen und Sparten wird sichergestellt, dass gravierende Fehlentwicklungen zeitnah erkannt werden. Rückversicherung Die Credit Life AG zielt auf eine bedarfsgerechte, kostengünstige Rückversicherungspolitik unter Beachtung von Sicherheits- und Kontinuitätsaspekten ab. Bei der Auswahl der einzelnen Rückversicherungs-Vertragspartner besteht vor dem Hintergrund der angestrebten langfristigen Vertragsbeziehungen als Nebenbedingung im Hinblick auf deren Bonität die Anforderung eines Mindestratings von A- (Standard and Poor s oder ein vergleichbares Rating einer anderen Rating-Agentur). Marktentwicklungen und Verschlechterungen der Bonität unterliegen einer kontinuierlichen Beobachtung im Rahmen des Limitsystems. 1920 Risiken aus Kapitalanlagen (Marktrisiko, Ausfallrisiko) Das Marktrisiko bezeichnet das Risiko, das sich direkt oder indirekt aus den Sensitivitäten von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumenten in Bezug auf Veränderungen oder die Volatilität der Zinskurve bzw. Zinssätze, der Aktienkurse, der Credit Spreads (über der risikolosen Zinskurve) sowie der Marktpreise von Immobilien ergibt. Das Marktrisiko schließt das Währungskursrisiko ein. Es umfasst außerdem Konzentrationsrisiken, die sich durch eine mangelnde Diversifikation des Assetportfolios ergeben. Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko, das sich aufgrund eines unerwarteten Ausfalls oder der Verschlechterung der Bonität von Gegenparteien und Schuldnern ergibt. Zur Steuerung der Kapitalanlagerisiken bestehen bereits hohe aufsichtsrechtliche Anforderungen, die im Rahmen der innerbetrieblichen Anlagerichtlinien und verfahren beschrieben und spezifiziert sind. Zusätzlich erfolgen eine Überwachung und Steuerung der Kapitalanlagerisiken durch definierte Risikokapitalbudgets, Limits sowie Schwellenwerte. Zur Risikovorsorge und Kontrolle für die ABS-Wertpapierbestände besteht ein Ampelsystem. Auf Grundlage dieses Ampelsystems und der vorhandenen externen Ratings werden der ABS-Fonds und der Direktbestand regelmäßig auf mögliche Ausfälle hin überwacht und der aktuelle Stand an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. ABS-Wertpapiere im Fonds, die in der Ampel eine rote Kennzeichnung erhalten, werden umgehend zum Zeitwert in den Direktbestand übertragen, um die Sicherungsvermögensfähigkeit des ABS-Fonds zu gewährleisten. In 2014 haben sich der ABS-Markt und insbesondere die Kurse der ABS-Wertpapiere weiter erholt. Der Buchwert des ABS-Fonds liegt bei 3,4 Mio. und entspricht dem Zeitwert. Des Weiteren befinden sich ABS-Wertpapiere mit einem Buchwert von 1,0 Mio. und einem Zeitwert von 0,8 Mio. im Direktbestand. Tilgungsausfälle bei ABS-Wertpapieren liegen aktuell nicht vor. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich durch Tilgungsausfälle in Zukunft Abschreibungen ergeben. Im Berichtsjahr tätigte die Credit Life AG im ABS-Fonds Wiederanlagen in qualitativ hochwertige, kurz laufende Asset Backed Securities (mind. A-Rating). Aufgrund der Auflösung des ABS-II-Fonds verzeichnete die Credit Life AG im Geschäftsjahr einen Zugang an ABS-Wertpapieren im Direktbestand in Höhe von T 108. Von weiteren Neuanlagen in strukturierte Produkte mit Kreditrisiken (Asset Backed Securities, Collateralized Debt Obligations, Collateralized Loan Obligations) bzw. von Anlagen in Credit Linked Notes oder der direkten Anlage in Private Equity wurde weiterhin abgesehen. In 2014 beteiligte sich die Credit Life AG mit 0,2 Mio. an einer Gesellschaft mit dem Unternehmenszweck: Vergabe von Mezzanine-Kapital. Darüber hinaus wurde im Direktbestand ein weiteres einfach strukturiertes Produkt (Callable) erworben. Abschreibungen erfolgten im Wesentlichen auf die Inhaberschuldverschreibung der Heta Asset Resolution AG (ehemals Hypo Alpe-Adria Bank International) in Höhe von T 250 und auf den Monega Spezialfonds in Höhe von T Credit Life AG Mehr anzeigen
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