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Timestamp: 2019-12-10 16:06:16
Document Index: 217838071

Matched Legal Cases: ['Art. 30', 'Art. 9', 'Art. 29', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 27', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 30', 'Art. 8', 'Art. 27', 'Art. 9', 'Art. 29', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 56']

Anwendung des Kartellgesetzes auf den Elektrizitätsmarkt.
Äusserungsrecht zu einem Verfügungsentwurf der Wettbewerbskommission gemäss Art. 30 Abs. 2 KG und Anspruch auf einen Zuständigkeitsentscheid laut Art. 9 Abs. 1 und Art. 29 ff. VwVG (E. 2).
VORBEHALT WETTBEWERBSAUSSCHLIESSENDER VORSCHRIFTEN GEMÄSS KARTELLGESETZ
Lage des Elektrizitätsmarktes in der Schweiz (E. 3.1). Aus dem Umstand, dass das Bundesgesetz über den Elektrizitätsmarkt in der Volksabstimmung abgelehnt worden ist, kann nicht geschlossen werden, dass das Kartellgesetz auf den Elektrizitätsbereich nicht anwendbar ist (E. 3.2).
(Eher restriktive) Auslegung der zwei Arten von Vorschriften gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. a und b KG, die einen Wettbewerbsausschluss ermöglichen (E. 3.3).
Auf Bundesebene besteht keine Vorschrift, welche den Wettbewerb im Elektrizitätsbereich ausschliessen würde (E. 4).
ÜBERPRÜFUNG DES FRÜHEREN RECHTS DES KANTONS FREIBURG
Zuständigkeit der Kantone zur Regelung der Elektrizitätslieferung und -verteilung (E. 5.1). Freie Kognition des Bundesgerichts bei der Überprüfung des im Rahmen von Art. 3 Abs. 1 KG anzuwendenden kantonalen Rechts (E. 5.2). Zeitlich anwendbares kantonales Recht (E. 5.3).
Das kantonale Recht sieht keine Wettbewerbsausschlussklausel vor. Die Freiburger Elektrizitätswerke verfügen nicht über ein rechtliches, sondern nur über ein faktisches Monopol für den Transport und die Lieferung von Elektrizität. Ein Verwaltungsakt, wie eine Konzession, kann unter gewissen Voraussetzungen eine "Vorschrift" im Sinne von Art. 3 Abs. 1 KG darstellen. Ein Sondernutzungsmonopol für den Bau und Betrieb von Elektrizitätsleitungen umfasst nicht zwingend deren Benützung für den Transport und die Lieferung des Stroms (E. 5.4.1-5.4.8).
Wird einem Unternehmen eine öffentliche Aufgabe übertragen, so rechtfertigt dies nur dann einen Wettbewerbsausschluss, wenn die Erfüllung dieser Aufgabe durch die Anwendung des Kartellgesetzes verunmöglicht würde, was hier nicht der Fall ist. Möglichkeit der ausnahmsweisen Zulassung eines Wettbewerbsausschlusses durch den Bundesrat gemäss Art. 8 KG. Überprüfung der Verträge zur Abgrenzung der Stromverteilgebiete (E. 5.4.9-5.4.11).
ÜBERPRÜFUNG DER NEUEN GESETZGEBUNG DES KANTONS FREIBURG
Die neue kantonale Gesetzgebung sieht keinen Wettbewerbsausschluss vor. Offen gelassen, ob und inwieweit ein Kanton auf Grund von Art. 27 und 36 BV befugt wäre, für die Stromlieferung ein Rechtsmonopol zu Gunsten eines einzigen Unternehmens zu errichten (E. 5.5-5.7).
ANWENDUNGSVORAUSSETZUNGEN VON ART. 7 KG
Begriff des Unternehmens gemäss Art. 2 Abs. 1 KG (E. 6.2) mit marktbeherrschender Stellung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 KG (E. 6.3). Von den Freiburger Elektrizitätswerken geltend gemachte Gründe, um die Durchleitung des von der Migros bei Watt gekauften Stroms durch ihr Netz zu verweigern (E. 6.4).
Eine Wettbewerbsbehinderung ist nur dann widerrechtlich, wenn sie missbräuchlich ist. Als missbräuchlich ist das Verhalten eines marktbeherrschenden Unternehmens einzustufen, das als einziges über die für das Erbringen einer Leistung notwendigen Infrastrukturen verfügt und sich ohne objektive Gründe weigert, sie seinen Konkurrenten zugänglich zu machen (E. 6.5.1-6.5.5).
Kein Vertragsbruch im Sinne von Art. 4 lit. a UWG bei ordnungsgemässer Kündigung eines Stromliefervertrags (E. 6.5.6).
Migros missbraucht ihre Marktmacht nicht, wenn sie den Stromlieferanten wechseln will (E. 6.5.7).
Ein Unternehmen kann einer Konkurrentin den Zugang zu seinem Markt nicht deshalb verweigern, weil sie in einem anderen Marktbereich eine beherrschende Stellung innehabe (E. 6.5.8).
Festsetzung des angemessenen Preises für die Benützung des Elektrizitätsnetzes (E. 6.5.9).
BGE: 127 II 32, 125 I 209, 121 I 279, 127 I 49 mehr... , 126 I 133, 108 IA 135, 127 II 306, 126 II 522, 120 IB 317, 112 IB 39, 127 I 84, 127 I 54, 124 I 48, 122 I 53, 127 V 431, 126 I 19, 105 II 234, 95 I 144, 88 I 57, 82 I 223, 128 I 3, 110 II 220, 119 IA 390, 101 IA 473, 128 II 247, 119 IB 103, 123 II 359, 115 IB 347, 128 I 136, 126 I 250, 125 II 293, 126 II 26, 125 II 508, 123 I 254, 122 III 469, 114 II 91
Artikel: Art. 3 Abs. 1 KG, ART. 7 KG, art. 3 LCart, Art. 4 Abs. 2 KG mehr... , art. 24quater aCst., Art. 2 Abs. 1 KG, Art. 30 Abs. 2 KG, art. 7 al. 1 LCart, Art. 8 KG, Art. 27 und 36 BV, art. 46 al. 3 LIE, Art. 9 Abs. 1 und Art. 29 ff. VwVG, Art. 4 lit. a UWG, art. 26 et 27 LCart, art. 30 LCart, art. 29 al. 2 Cst., art. 3 al. 1 let. a LCart, art. 27 Cst., art. 10 LFH, art. 7 LEne, art. 104 let. a OJ, art. 55 et 56 LDP, art. 664 CC, art. 7 al. 2 let. a LCart, art. 4 LCD, art. 7 al. 2 let, Art. 3 Abs. 1 lit. a und b KG, art. 620 ss CO, art. 26 LCart, art. 29 ss PA, art. 45 al. 2 let. a PA, art. 76 al. 4 Cst., art. 164 al. 1 Cst., art. 5 ss LCart, art. 2 LCart, art. 3 al. 1 let. b LCart, art. 31bis aCst., art. 94 al. 4 Cst., art. 43 al. 2 et 44 let. b LIE, art. 43 et 44 LIE, art. 43 al. 2 LIE, art. 5 LEne, art. 7 al. 1 LEne, art. 19 al. 1 et 2 LAT, art. 19 LAT, art. 19 al. 3 LAT, art. 91 al. 1 Cst., art. 91 Cst., art. 9 Cst., art. 3 Cst., art. 189 Cst., art. 21 al. 3 let, art. 18-26 LDP, art. 40-57 LDP, Art. 56, art. 56 al. 1 LDP, art. 56 al. 2 LDP, art. 14 ss LTC, art. 4 ss LTC, art. 2-4 LPO, art. 26 ss LRTV, art. 31b al. 1 LPE, art. 19 Cst., art. 5 al. 2 LEne, art. 55 al. 2 LDP, art 7 al. 2 LCart