Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.11.1987&Aktenzeichen=III%20ZR%2098/86
Timestamp: 2013-05-25 11:50:44
Document Index: 227211143

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung BGH, 05.11.1987 - III ZR 98/86 Volltextver�ffentlichungen (4)
Bestimmung des auff�lligen Mi�verh�ltnisses beim Ratenkreditvertrag; Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages wegen Erfordernis der Abl�sung eines anderen Darlehens
Sittenwidriger Ratenkredit und Umschuldung
Nichtigkeit eines Ratenkreditvertrags wegen wirtschaftlich unvertretbarer Umschuldung
NJW 1988, 818
NJW-RR 1988, 493 (Ls.)
ZIP 1988, 497
MDR 1988, 475
WM 1988, 181
BB 1988, 432
Wird zitiert von ... (15) BGH, 24.03.1988 - III ZR 24/87 Auff�lliges Mi�verh�ltnis zwischen Leistung und Gegenleistung beim Ratenkredit; …a) Bei l�ngeren Kreditlaufzeiten (�ber 48 Monate) ist nicht die Uniformmethode, sondern - unter Benutzung einschl�giger Tabellenwerke - eine finanzmathematisch genauere Methode anzuwenden (Senatsurteil vom 5. M�rz 1987 - III ZR 43/86 = BGHR BGB � 138 Abs. 1 Ratenkredit 8 = WM 1987, 613 , vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181 …und vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 zu III 3, demn�chst in BGHR BGB � 138 Abs. 1 - Ratenkredit 11 -).Demgem�� hat der Senat in der Folgezeit regelm��ig, wenn eigene Zinsberechnungen in der Revisionsinstanz notwendig wurden, die Restschuldversicherungskosten beim Vertragswie beim Marktzins au�er Betracht gelassen (vgl. BGHZ 99, 333, 336; Senatsurteile vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = WM 1987, 463 zu II 2. a.E. und vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181 zu II 2; vgl. auch Senatsurteil vom 14. Januar 1988 - III ZR 249/86 = WM 1988, 364 zu II 3 a).Bei einem relativen Zinsunterschied von weniger als 90 % hat der Senat dagegen ein auff�lliges Mi�verh�ltnis regelm��ig verneint (Senatsurteile BGHZ 99, 333, 336 und vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181, 182; vgl. auch Senatsurteil vom 24. September 1987 - III ZR 187/86 = WM 1987, 1245, 1248).Bei der Gesamtw�rdigung nach � 138 Abs. 1 BGB kann eine solche Umschuldung entscheidende Bedeutung gewinnen, wenn sie dem Kreditnehmer, weil die Vorkredite erheblich zinsg�nstiger waren, unvertretbare wirtschaftliche Nachteile brachte und wenn der Kreditgeber den Kreditnehmer dar�ber pflichtwidrig nicht aufgekl�rt oder ihn sogar zu der Umschuldung veranla�t hat (Senatsurteile vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181 zu III und vom 24. M�rz 1988 - III ZR 30/87 -, zur Ver�ffentlichung in BGHZ bestimmt).
BGH, 20.02.1990 - XI ZR 195/88 Ber�cksichtigung der Nichtigkeit eines Vorkredits im Rahmen einer Umschuldung�Der Bankmitarbeiter oder Vermittler, dem die Pr�fung der wirtschaftlichen Vertretbarkeit einer externen Umschuldung obliegt (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 - WM 1988, 181, 182/183 zu III.; ferner BGHZ 104, 102, 106/107), mu� dabei die Nichtigkeit eines Vorkredits ber�cksichtigen, wenn er sie positiv kennt, sonst aber allenfalls dann, wenn und soweit im Zeitpunkt der Umschuldung die entscheidenden Rechtsfragen von der Rechtsprechung bereits so eindeutig, umfassend und endg�ltig gekl�rt sind, da� die Nichtigkeit und deren Rechtsfolgen sich ihm auf den ersten Blick aufdr�ngen.�.Bei der Sittenwidrigkeitspr�fung nach � 138 Abs. 1 BGB hat der Bundesgerichtshof der Tatsache, da� ein Kredit zu wesentlichen Teilen der externen Umschuldung diente, nicht nur in der zitierten Entscheidung BGHZ 104, 102 , sondern auch in seinem Urteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 (= WM 1988, 181 ) wesentliche Bedeutung beigemessen.Hier waren n�mlich - anders als in den F�llen der zitierten Urteile (BGHZ 104, 102 und vom 5. November 1987 aaO), wo alle Vorkredite erheblich niedriger zu verzinsen waren als der zu ihrer Abl�sung aufgenommene Kredit, - von den insgesamt f�nf abgel�sten Krediten nur zwei (WE.-Teilzahlungsbank: 18, 62% Effektivzins, 7.468,54 DM Restschuld; D. Bank: 8,15%, 12.817 DM Restschuld) billiger als der (mit 22, 92% zu verzinsende) neue Kredit.Insgesamt konnte durch die Umschuldung - ebenfalls im Unterschied zu den Entscheidungen BGHZ 104, 102 und vom 5. November 1987 aaO - die monatliche Belastung der Kreditnehmer trotz des Zusatzkredits von rund 7.800 DM ganz erheblich, n�mlich um rund 500 DM (= 25%), gesenkt werden.
BGH, 24.03.1988 - III ZR 30/87 Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages�bersteigt dagegen der Vertragszins den Marktzins relativ um weniger als 90 %, so hat der Senat ein auff�lliges Mi�verh�ltnis regelm��ig verneint (Senatsurteile BGHZ 99, 333, 336 und vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181, 182; vgl. auch Senatsurteil vom 24. September 1987 - III ZR 187/86 = WM 1987, 1245, 1248).Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 5. November 1987 (III ZR 98/86 = WM 1988, 181, 182) ausgef�hrt hat, ist eine solche Umschuldung zwar nicht grunds�tzlich zu mi�billigen: Die Bank hat ein berechtigtes Bed�rfnis, alleinige Gl�ubigerin zu sein und an vorhandenen Sicherungen nicht nur letztrangig teilzuhaben.
BGH, 11.12.1990 - XI ZR 24/90 Sittenwidrigkeit eines Kredits; Abl�sung eines zu weitaus g�nstigeren Bedingungen …Bei den in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bisher als sittenwidrig angesehenen Umschuldungskrediten habe der Zinsunterschied zwischen Vertragszins und Marktzins 88, 6% und 83, 72% betragen (BGH NJW 1988, 818 f.; 1659 f.).Dieser Umstand ist bei der Beurteilung der Sittenwidrigkeit im Rahmen der gebotenen Gesamtw�rdigung zu ber�cksichtigen (BGH, Urteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86, NJW 1988, 818 /819; BGH, Urteil vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88, NJW 1990, 1048 /1049; Senatsurteil vom 20. Februar 1990, NJW 1990, 1597/1598).Nicht die Steigerung der Gesamtkreditkosten allein, sondern die Verbindung mit dem von der kreditgebenden Bank festgelegten hohen Vertragszins verleiht dem Kreditvertrag insgesamt das Gepr�ge der Sittenwidrigkeit (BGH NJW 1988, 818/819).
BGH, 29.11.2011 - XI ZR 220/10 Restschuldversicherungskosten bei sittenwidrigem DarlehensvertragHierf�r k�nnte sprechen, dass eine Bank nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Rahmen einer Umschuldung ihre eigenen Interessen nicht ohne R�cksicht auf die wirtschaftlichen Belange des Darlehensnehmers durchsetzen darf, dass sich vielmehr ein Kredit als gem�� � 138 Abs. 1 BGB sittenwidrig und damit nichtig erweisen kann, wenn die Bank die Kreditvergabe von Bedingungen abh�ngig macht, die unter Abw�gung aller Vor- und Nachteile zu einer unverh�ltnism��ig gesteigerten finanziellen Gesamtbelastung des Kreditnehmers f�hren (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86, WM 1988, 181, 182 f.); auch m�ssen Kredit- und Bearbeitungsgeb�hren einer Restschuldversicherung, die nach einem h�heren Prozentsatz als die des Hauptkredits berechnet werden, schon jetzt hinsichtlich des �berschie�enden Teils zu Lasten der Bank in den �quivalenzvergleich einbezogen werden (BGH, Urteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86, WM 1988, 184, 187).
BGH, 07.12.1989 - III ZR 276/88 Begriff der "vorherigen Bestellung"Der Umstand, da� sich das Umschuldungsverlangen der Bank im Einzelfall als unangemessen erweist, ist bei der Beurteilung der Sittenwidrigkeit im Rahmen der gebotenen Gesamtwurdigung zu ber�cksichtigen (Senatsurteile BGHZ 104, 102, 106 f; vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 - WM 1988, 181, 182 f; vom 24. M�rz 1988 - III ZR 24/87 - WM 1988, 647, 649).
BGH, 03.12.1987 - III ZR 103/86 Auswirkungen der Sittenwidrigkeit eines Kreditvertrages auf die Beurteilung eines …Dagegen ist zumindest bei den Vertr�gen vom 1. August 1980 und 27. Januar 1981 ein auff�lliges Mi�verh�ltnis ersichtlich nicht gegeben; es d�rfte aber auch f�r den zweiten Vertrag zu verneinen sein (vgl. dazu auch Senatsurteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 -, zur Ver�ffentlichung bestimmt).
BGH, 01.12.1988 - III ZR 175/87 Sittenwidrigkeit eines Ratenkreditvertrages bei Einplanung der �bergangsbeihilfeSie beruft sich insoweit auf das Senatsurteil vom 5. November 1987 - III ZR 98/86 - WM 1988, 181 .
BGH, 01.12.1988 - I ZR 190/87 "K�nstlervertr�ge"; Sittenwidrigkeit eines K�nstlervertragesEs hat auch zutreffend angenommen, da� objektiv die Feststellung eines - auff�lligen Mi�verh�ltnisses von Leistung und Gegenleistung - gegebenenfalls in Verbindung mit weiteren, den Vertragspartner belastenden Umst�nden - zur Sittenwidrigkeit f�hren kann; hinzutreten mu� ein subjektives Tatbestandselement, das u.a. dann erf�llt ist, wenn sich der Handelnde zumindest leichtfertig der Einsicht verschlie�t, da� sich der andere nur aufgrund seiner Unerfahrenheit oder unter dem Zwang der Verh�ltnisse auf den ung�nstigen Vertrag einl��t (st. Rspr., vgl. BGHZ 80, 153, 156, 160 f; BGH, Urt. v. 5.11.1987 - III ZR 98/86, BGHR BGB � 138 Abs. 1 - Ratenkredit 14).
OLG Stuttgart, 21.12.2009 - 6 U 110/09 Verbraucherdarlehensvertrag: Verbundenes Gesch�ft mit Restschuldversicherung; …cc) Nach der Rechtsprechung kann ein Kreditvertrag auch dann sittenwidrig sein, wenn er auf einem unangemessenen Umschuldungsverlangen der Bank beruht, weil die Umschuldung unter Abw�gung der Vor- und Nachteile aus dem Vertragsabschluss zu einer unverh�ltnism��ig gesteigerten finanziellen Gesamtbelastung des Kreditnehmers f�hrt (vgl. BGH NJW 1988, 818 f�r den Fall der Abl�sung eines von einer anderen Bank gew�hrten Darlehens;… ebenso NJW 1990, 1048, Juris, Rdnr. 17; OLG Stuttgart, 6 U 89/87, NJW-RR 1988, 427).
OLG Schleswig, 20.08.2001 - 16 W 130/01 Taschengeldpf�ndung wegen vorehelicher Darlehensschuld.
OLG Brandenburg, 14.10.1998 - 1 U 26/98 Sittenwidrige Knebelung bei Darlehensvertrag
OLG M�nchen, 11.08.1989 - 25 W 1883/89 BGB � 138; ZPO � 114
OLG Koblenz, 21.04.1988 - 5 U 289/87 Was ist dejure.org?