Source: https://notlicht.at/de/vorschriften/praxisbeispiele/arbeitsstaetten/arbeitsstaette-mit-allgemeinen-anforderungen/
Timestamp: 2020-01-20 20:38:01
Document Index: 217710862

Matched Legal Cases: ['§19', '§22', '§ 3', '§ 3', '§ 20', '§ 21']

din - Dietmar Nocker Sicherheitstechnik - Arbeitsstätten (allgemeine Anforderungen)
Home » Vorschriften » Praxisbeispiele » Arbeitsstätten » Arbeitsstätten (allgemeine Anforderungen)
Die lichttechnische Ausführung muss den erhöhten Anforderungen gemäß OVE-Richtlinie R 12-2 2019-01-01 Tabelle 5.1 erfolgen. Das oben angeführte Praxisbeispiel stellt die Anforderungen beispielhaft dar.
Auszug aus OVE-Richtlinie R 12-2 2019-01-01 Tabelle 5.1
„Die erhöhten Anforderungen beinhalten, in Abhängigkeit der Art der Nutzung, Folgendes:
Die Ausführung einer Sicherheitsbeleuchtung und ggf. einer Ersatzbeleuchtung gemäß ÖNORM EN 1838 sowie ÖVE/ÖNORM EN 50172.“
Für die erhöhten Anforderungen ist unter anderen der ÖNORM EN 1838 Punkt 4.1.2 zu beachten und folgende Stellen hervorzuheben:
„nahe jeder im Notfall zu benutzenden Ausgangstür
nahe Treppen, um jede Treppenstufe direkt zu beleuchten
nahe jeder Niveauänderung
beleuchtete Sicherheitszeichen, Richtungszeichen an Rettungswegen und andere Sicherheitszeichen
bei jeder Kreuzung der Gänge/Flure
nahe jeder Erste-Hilfe-Stelle, so dass 5 lux vertikale Beleuchtungsstärke am Erste-Hilfe-Kasten erreicht werden
nahe jeder Brandbekämpfungs- und Meldeeinrichtung, so dass 5 lux vertikale Beleuchtungsstärke an den Melde-, den Brandbekämpfungseinrichtungen und der Anzeigen der Brandmeldeanlage erreicht werden
nahe Fluchtgeräten für Menschen mit Behinderung
Unter „Nahe“ versteht man einen Abstand < 2m.
‚Unter „bei“ versteht man, dass die Sicherheitsleuchte beide Richtungen einer Richtungsänderung oder Kreuzung ausleuchtet.““
ÖNORM EN 1838 Punkt 4.3.8
Antipanikbeleuchtung ist in Toiletten für Menschen mit Behinderung erforderlich
OVE E 8101 2019-01-01 Punkt 718.560.9.001.AT
Ist in folgenden Bereichen eine zusätzliche Sicherheitsbeleuchtung erforderlich:
„bei Fahrtreppen, in Sanitärbereichen ab 8 m² und in barrierefreien WC- Anlagen
in Räumen für Sicherheits- und Ersatzstromaggregate, für Hauptverteiler der Sicherheit- und Ersatzstromversorgung und der allgemeinen Stromversorgung und für Schaltanlagen mit Nennspannungen über 1 kV und in Räumen zu Bedienung zentraler Brandschutztechnischer Einrichtungen (zB Sprinklerzentrale, Brandmeldezentrale)
in verkehrstechnischen Einrichtungen wie zB. Flughäfen und Bahnhöfen ist zusätzlich zu den Einrichtungen wie oben beschrieben
in Wartezonen, Abfertigungshallen, Geschäftsflächen über 60 m², in Arbeitsräumen und Räumen über 60 m² Fläche, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig sind, eine Sicherheitsbeleuchtung zu errichten.“
Wussten Sie, dass gemäß Bundes-Arbeitsstättenverordnung §19(2) Verkehrswege, die im Gefahrenfall nicht benützt werden dürfen, als solche zu kennzeichnen sind. Für diese Anforderung empfehlen wir die Anwendung eines temporär sichtbaren Rettungszeichen oder ein Rettungszeichen mit Sperrkreuz.
Was ist ein Arbeitsraum bzw. ständiger Arbeitsplatz gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz?
Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) definiert unter §22 „Arbeitsräume sind jene Räume, in denen mindestens ein ständiger Arbeitsplatz eingerichtet ist.“
In diesem Zusammenhang stellt die Arbeiterkammer, Bereich Arbeit und Gesundheit, folgende Informationen zur Verfügung.
„Als ständige Arbeitsplätze werden jene räumlichen Bereiche bezeichnet, in denen sich ArbeitnehmerInnen, der Zweckbestimmung des Raumes entsprechend, bei der von ihnen regulär ausgeübten Tätigkeit aufhalten.
Dies können sowohl ortsgebundene Arbeitsplätze wie im Büro an einem Büroschreibtisch oder in einer Portiersloge sein.
Der ständige Arbeitsplatz kann aber auch das Lager, bei der Bedienung von Lagerregalen oder das Arbeiten am Produktionsband etc. sein.
Ständige Arbeitsplätze sind in jenen Bereichen der Arbeitsstätte in denen ArbeitnehmerInnen entweder an 30 oder mehr Tagen im Jahr beschäftigt sind oder in Bereichen in denen ArbeitnehmerInnen an weniger als 30 Tagen im Jahr, aber in der Regel länger als vier Stunden täglich beschäftigt sind.“
Wie muss eine ordnungsgemäße 3-Phasenüberwachung der Allgemeinbeleuchtungskreise ausgeführt sein?
Eine ordnungsgemäße 3-Phasenüberwachung der Allgemeinbeleuchtungskreise ist in der angeführten Grafik dargestellt.
Das 3 Phasen-Spannungsüberwachungsmodul ist nach den Sicherungselementen in den Allgemeinbeleuchtungsstromkreis zu integrieren.
Eine Veränderung des Spannungsniveaus (Spannungsabfall bzw. -ausfall) wird in diesem Fall vom 3 Phasen-Überwachungsmodul erkannt und die kombinierte Sicherheitsbeleuchtung über die Phasenüberwachungsschleife am Ausgang des Moduls (Kontakt 11, 14) aktiviert.
Ist in der Holzindustrie generell E30-Verkabelung für Endstromkreise der Sicherheitsbeleuchtung (Funktionserhalt) erforderlich?
OVE E 8101 Punkt 560.7.2
„Stromkreise für Sicherheitszwecke dürfen nicht durch) Bereiche mit hohem Brandrisiko (BE2) geführt werden, es sei denn, sie entsprechen den Anforderungen gemäß 560.8.1.“
Eine E30-Verkabelung ist nicht generell gefordert, sondern nur in solchen Bereichen, wo es durch Verarbeitungsvorgänge zu einer erhöhten Brandgefahr und zu Staubentwicklung kommen kann. E30-Verkabelung ist gefordert in den Werkstätten und gesicherten Fluchtbereichen, nicht aber in den Fluchtwegen in einem Brandabschnitt.
OVE E 8101 Tabelle 51.ZA1 (15 von 16)
„BE2 bedeutet Brandrisiko wie zB: Herstellung, Bearbeitung oder Lagerung von entflammbarem Material einschließlich Vorhandensein/Auftreten von Staub zB. in Scheunen, Werkstätten für Holzberarbeitung bzw. Holzverarbeitung, Papier- und Textilfabriken“
Sind die Arbeitsstätten neben der ASTV auch in der OVE E 8101 geregelt?
Ja, siehe OVE E 8101, Teil 7-718 „Öffentliche Einrichtungen und Arbeitsstätten“, zusätzlich wird generell auf die ASTV und die Fachinformation des OEK „Arbeitsstätten – Ausführung von Sicherheitsbeleuchtung und nachleuchtenden Orientierungshilfen“ verwiesen.
In diesem Zusammenhang ist auch die ÖVE/ÖNORM 50171 zu beachten:
„Anwendungsbereich = Diese Europäische Norm legt die Kennzeichnung von Rettungswegen und die Anforderungen der Beleuchtung an Rettungswege bei Störung der allgemeinen Stromversorgung sowie die Mindestanforderung einer solchen Sicherheitsbeleuchtung je nach Größe, Art und Nutzung der baulichen Anlage fest. Diese Norm betrifft die Festlegung einer elektrischen Sicherheitsbeleuchtung an allen Arbeitsplätzen und anderen baulichen Anlagen für Menschenansammlungen.“
In welche Kategorie fällt ein Reitstall und muss in solchem eine Notbeleuchtungsanlage installiert werden?
Wenn der Reitstall in den Geltungsbereich der ASTV fällt dann ja.
Wenn Veranstaltungen abgehalten werden und die Personengrenze für Versammlungsstätten überschritten wird, dann ist eine Notbeleuchtungsanlage ebenso erforderlich.
Sind die Fachinformationen „Funktionserhalt für Leitungsanlagen der Sicherheitsbeleuchtung“ und „Arbeitsstätten - Ausführung von Sicherheitsbeleuchtungen und nachleuchtenden Orientierungshilfen“ weiterhin gültig?
Ja, sie sind zusätzlich zur R12-2 und OVE E 8101 anzuwenden.
Was ist der Unterschied zwischen Rettungsweg, Fluchtweg, Verkehrsweg und gesicherter Fluchtbereich?
Fachinformation für Arbeitsstätten
Der Fluchtweg ist die Weglänge bis zum Erreichen eines gesicherten Fluchtbereiches oder des Freien. „Die Fluchtweglänge darf maximal 40 m betragen. Nach maximal 10 m Verkehrsweg muss ein Fluchtweg erreicht werden.“
In welcher Vorschrift ist die verantwortliche Person zur Beurteilung der Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung definiert?
Als verantwortliche Person zur Beurteilung von Arbeitsplätzen mit besonderer Gefährdung ist der Arbeitgeber (Betreiber eines Objektes) zu erwähnen. In diesem Zusammenhang wird im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) § 3 folgendes definiert:
„§ 3. (1) Arbeitgeber sind verpflichtet, für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen. …“
„…(3) Arbeitgeber sind verpflichtet, durch geeignete Maßnahmen und Anweisungen zu ermöglichen, daß die Arbeitnehmer bei ernster, unmittelbarer und nicht vermeidbarer Gefahr
außer in begründeten Ausnahmefällen ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen, solange eine ernste und unmittelbare Gefahr besteht. …“
Welche Regelwerke und Anforderungen sind im Zusammenhang mit der Auslegung der Sicherheitsbeleuchtung in Arbeitsstätten zu beachten?
Das ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz) schreibt gemäß § 20. (6) und § 21. (4) vor, dass Fluchtwege und Notausgänge gut sichtbar und dauerhaft gekennzeichnet sein müssen, sowie bei Ausfall der künstlichen Beleuchtung und einem daraus folgenden Gefahrenpotential für den Arbeitnehmer eine Sicherheitsbeleuchtung erforderlich ist.
Die AStVO (Arbeitsstättenverordnung) definiert jene Bereiche, die mit einer Sicherheitsbeleuchtung auszustatten sind, trifft jedoch keine Aussage zur technischen Ausführung. In diesem Zusammenhang kann als Leitfaden die Fachinformation „Arbeitsstätten – Ausführung von Sicherheitsbeleuchtung und nachleuchtenden Orientierungshilfen“ des OEK (Österreichischen Elektrotechnischen Komitees) herangezogen werden.
Als Bestätigung empfehlen wir mit dem zuständigen Arbeitsinspektorat Kontakt aufzunehmen.