Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=26.10.2004&Aktenzeichen=B%204%20RA%2040/04%20R
Timestamp: 2020-02-21 04:21:46
Document Index: 100255547

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 101', '§ 22', '§ 12', '§ 5', '§ 1', '§ 5', '§ 101', '§ 5', '§ 307', '§ 1', '§ 6', '§ 5', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 5', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 1']

BSG, 26.10.2004 - B 4 RA 40/04 R - dejure.org
https://dejure.org/2004,1053
BSG, 26.10.2004 - B 4 RA 40/04 R (https://dejure.org/2004,1053)
BSG, Entscheidung vom 26.10.2004 - B 4 RA 40/04 R (https://dejure.org/2004,1053)
BSG, Entscheidung vom 26. Januar 2004 - B 4 RA 40/04 R (https://dejure.org/2004,1053)
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Zugehörigkeit zur zusätzlichen Altersversorgung der technischen Intelligenz - gleichgestellter Betrieb - Forschungsinstitut
Anspruch auf die Feststellung einer fiktiven Versorgungsberechtigung; Feststellung von Zeiten der Zugehörigkeit zur zusätzlichen Altersversorgung der technischen Intelligenz (AVItech); Persönliche, sachliche und betriebliche Voraussetzungen für die Einbeziehung in die ...
NZS 2005, 543 (Ls.)
Aus den Ausführungen im Urteil des 4. Senats des BSG vom 26.10.2004 (SozR 4-8570 § 5 Nr. 5 RdNr 7) lässt sich nichts Abweichendes herleiten; denn sie bezogen sich insoweit nicht auf ein angenommenes Teilanerkenntnis iS von § 101 Abs. 2 SGG, sondern auf eine Vereinbarung der Prozessbeteiligten zum Vorliegen eines für den geltend gemachten prozessualen Anspruch (auf Feststellung von Zeiten der Zugehörigkeit zur zusätzlichen Altersversorgung der technischen Intelligenz) maßgeblichen Sachverhaltselements (…zu solchen - gelegentlich unscharf ebenfalls als "Teilanerkenntnis" bezeichneten - Unstreitigstellungen des Vorliegens einzelner Tatbestandsmerkmale s zB BSG vom 7.11.2006 - BSGE 97, 217 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 1, RdNr 22;… BSG vom 13.5.2009 - BSGE 103, 153 = SozR 4-4200 § 12 Nr. 13, RdNr 12 f).
Nach dem Beschluss des BSG vom 5.5.2009 (B 13 RS 1/09 B) sei durch das Urteil des BSG vom 26.10.2004 (B 4 RA 40/04 R - SozR 4-8570 § 5 Nr. 5) geklärt, dass ein Forschungsinstitut, dessen zweck- und betriebsbezogene wissenschaftliche Forschung und Entwicklung sich weder auf die Bereiche der Industrie oder des Bauwesens noch auf die in § 1 Abs. 2 2. DB zur VO-AVItech aufgezählten Bereiche/Kategorien bezogen habe, nicht zu den gleichgestellten Betrieben im Sinne der Bestimmung gehöre.
Diese einschränkende Auslegung möge zwar nicht mit hinreichender Deutlichkeit aus dem Urteil des BSG vom 26.10.2004 (aaO) hervorgehen.
Die vom LSG vertretene Auslegung ergebe sich auch nicht aus sonstigen Regelungen des Binnenrechts der DDR und sei ebenso wenig unter Berücksichtigung der Entscheidungen des BSG vom 26.10.2004 (aaO) bzw vom 5.5.2009 (…aaO) gerechtfertigt.
Hierbei handelt es sich, wie der 4. Senat des BSG bereits entschieden hat (Urteil vom 26.10.2004 - B 4 RA 40/04 R - SozR 4-8570 § 5 Nr. 5 RdNr 19) , um selbstständige Einrichtungen der Wirtschaft, deren Hauptzweck die zweck- und betriebsbezogene (wissenschaftliche) Forschung und Entwicklung ist.
Das früher von der Rechtsprechung des BSG verwendete Bild zweier kongruenter, gegenüber dem Gericht abgegebener Prozesserklärungen beider Beteiligter, der erst zum Erfolg iS von § 101 Abs. 2 SGG führe und nicht einseitig kraft hoheitlicher Gewalt durch Verwaltungsakt rückgängig gemacht werden könne (vgl BSG Urteil vom 27.6.1978 - 4/5 RJ 10/77 - Juris RdNr 13 mit Hinweis auf BSGE 7, 279, 280 zum Prozessvergleich; siehe auch BSG Urteil vom 6.5.2004 - B 4 RA 52/03 R - Juris; BSG SozR 4-8570 § 5 Nr. 5) , entfaltet gerade unter Einbeziehung der aktuellen Regelung des § 307 S 1 ZPO keine Überzeugungskraft .
Bei dem IKB habe es sich nicht um ein Forschungsinstitut i. S. von § 1 Abs. 2 der 2. DB gehandelt, denn hierunter fielen nur Forschung betreibende selbständige Einrichtungen der Wirtschaft mit dem Hauptzweck der betriebsbezogenen wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung (vgl. BSG, Urteile vom 10. April 2002, B 4 RA 56/01 R, und vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, jeweils in juris).
Bei der Auslegung des Begriffs "Forschungsinstitut" im Sinne des § 6 VO-AVIwiss sind jedoch die jeweiligen Besonderheiten in der DDR zu beachten (BSG, Urteil vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, in SozR 4-8570 § 5 Nr. 6).
Während die Grundlagenforschung typischerweise an selbständigen staatlichen Einrichtungen wie Hochschulen, Akademien und Instituten (vgl. die Verordnung über die Aufgaben der Universitäten, wissenschaftlichen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen mit Hochschulcharakter vom 25. Februar 1970 [GBl. II, S. 189], und die Forschungs-VO) erfolgte, wurde die angewandte Forschung - wie unten noch dargestellt wird - vorwiegend in den Wirtschaftseinheiten, das heißt den Forschungsabteilungen und -instituten der volkseigenen Betriebe und Kombinate, durchgeführt (vgl. BSG, Urteil vom 26. Oktober 2004, a. a. O.).
Während für die an Forschungsinstituten im Sinne des § 6 VO-AVIwiss tätigen Wissenschaftler das Zusatzversorgungssystem der wissenschaftlichen Intelligenz vorgesehen war, gehörten die in den Forschungsinstituten bzw. in den Forschungsabteilungen der volkseigenen Betriebe (VEB) und Kombinate Tätigen dem von dem Zusatzversorgungssystem der technischen Intelligenz erfassten Personenkreis an (…vgl. BSG, Urteile vom 10. April 2002, B 4 RA 56/01 R, in SozR 3-8570 § 1 Nr. 4; vom 31. Juli 2002, B 4 RA 62/01 R, in juris; vom 31. März 2004, B 4 RA 31/03 R, in juris; vom 26. Oktober 2004, a. a. O.).
Bei der Auslegung des Begriffs "Forschungsinstitut" im Sinne der 2. DB sind ebenso wie bei der Auslegung des Begriffs "Forschungsinstitut" im Sinne des § 6 VO-AVIwiss die jeweiligen Besonderheiten in der DDR zu beachten (BSG, Urteil vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, in SozR 4-8570 § 5 Nr. 6).
LSG Berlin-Brandenburg, 03.12.2009 - L 21 R 894/07
Zudem habe das BSG mit dem Urteil vom 26. Oktober 2004 (B 4 RA 40/04 R) ausgeführt, dass Forschungsinstitute im Sinne des § 1 Abs. 2 2. DB Forschung betreibende selbständige Einrichtungen der Wirtschaft mit dem Hauptzweck der betriebsbezogenen wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung gewesen seien.
Nach der Rechtsprechung des BSG (v. 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04) seien Forschungsinstitute im Sinne der 2. DB Forschung betreibende selbständige Einrichtungen der Wirtschaft, deren Hauptzweck die zweck- und betriebsbezogene wissenschaftliche Forschung und Entwicklung war.
In die Versorgungsordnung sollten nur solche Personen einbezogen werden, die für die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit und der Technik zuständig waren, die mit technischer Qualifikation aktiv den Produktionsprozess in der Forschung oder bei der Produktion gefördert haben (BSG vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 7; vom 31. März 2004, B 4 RA 31/03 R, juris; Urteil des Senats vom 05. Dezember 2006, L 21 RA 15/04, juris).
44 (BSG v. 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, juris, Rn 21).
BSG, 24.04.2008 - B 4 RS 31/07 R
Damit steht zwischen den Beteiligten materiell-rechtlich fest, dass der Kläger dem persönlichen Anwendungsbereich des AAÜG unterfällt (…BSG vom 24.7.2003 - B 4 RA 40/02 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 1 RdNr 28; BSG vom 26.10.2004 - B 4 RA 40/04 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 5 RdNr 7).
Forschungsinstitute i. S. dieser Vorschrift sind nämlich nur Forschung betreibende selbständige Einrichtungen der Wirtschaft, deren Hauptzweck die zweck- und betriebsbezogene wissenschaftliche Forschung und Entwicklung ist (vgl. Urteil des BSG vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 R - in SozR 4-8570 § 5 Nr. 6).
Nach der Entscheidung des BSG vom 26. Oktober 2004 (- B 4 RA 40/04 R -, a. a. O.), der sich der Senat nach eigener Prüfung anschließt, ist ein Forschungsinstitut entsprechend dem allgemeinen Sprachgebrauch eine Forschung betreibende Einrichtung, wobei unter Forschung die planmäßige und zielgerichtete Suche nach neuen Erkenntnissen in einem bestimmten Wissensgebiet verstanden wird.
Zu den durch § 1 Abs. 2 der 2. DB als Forschungsinstitute gleichgestellten Betrieben gehören demnach vor allem volkseigene (Kombinats-)-Betriebe, die nicht Produktionsbetriebe waren, aber deren Aufgabe die Forschung und Entwicklung war (vgl. hierzu umfassend und grundlegend: Urteil des BSG vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 - a. a. O.).
Nach den Regelungen des Versorgungssystems der wissenschaftlichen Intelligenz konnte eine Einbeziehung in das Versorgungssystem nur bei der Beschäftigung in einer wissenschaftlich selbstständigen staatlichen Einrichtung erfolgen, nicht aber z. B. bei einer Beschäftigung in einem VEB oder sogar einem Forschungszentrum eines volkseigenen Betriebs (…vgl. Urteile des BSG vom 10. April 2002 - B 4 RA 56/01 R -, SozR 3-8570 § 1 Nr. 4 und vom 31. Juli 2002 - B 4 RA 62/01 R -, zitiert nach juris, sowie vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 5).
Den Wirtschaftseinheiten, d.h. den Forschungsabteilungen und -instituten der volkseigenen Betriebe und Kombinate, hingegen oblag die zweck- und betriebsbezogene Forschung und Entwicklung i.S.d. angewandten Forschung (vgl. etwa das Urteil des BSG vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 R - SozR 4-8570 § 5 Nr. 6 m.w.N.).
Während für die an Forschungsinstituten im Sinne des § 6 VO-AVIwiss tätigen Wissenschaftler das Zusatzversorgungssystem der wissenschaftlichen Intelligenz vorgesehen war, gehörten die an den Forschungsinstituten bzw. in den Forschungsabteilungen der volkseigenen Betriebe und Kombinate Tätigen dem von dem Zusatzversorgungssystem der technischen Intelligenz erfassten Personenkreis an (…vgl. die Urteile des BSG vom 10. April 2002 - B 4 RA 56/01 R - SozR 3-8570 § 1 Nr. 4, vom 31. Juli 2002 - B 4 RA 62/01 R - juris, vom 31. März 2004 - B 4 RA 31/03 R - juris, und vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 - a.a.O.).
Bei der Auslegung des Begriffs "Forschungsinstitut" im Sinne des § 6 VO-AVIwiss sind jedoch ebenso wie bei der Auslegung des Begriffs "Forschungsinstitut" im Sinne des § 1 Abs. 2 der zweiten Durchführungsbestimmung vom 24. Mai 1951 (GBl. S. 487)zur Verordnung über die zusätzliche Altersversorgung der technischen Intelligenz in den volkseigenen und ihnen gleichgestellten Betrieben vom 17. August 1950 (GBl. S. 844, im Folgenden VO-AVItech) als faktische Anknüpfungspunkte die jeweiligen Besonderheiten in der DDR zu beachten (vgl. das Urteil des BSG vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 6).
Während die Grundlagenforschung typischerweise an selbständigen staatlichen Einrichtungen wie Hochschulen, Akademien und Instituten (vgl. etwa die Verordnung über die Aufgaben der Universitäten, wissenschaftlichen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen mit Hochschulcharakter vom 25. Februar 1970, GBl. II S. 189, und die Verordnung über die Leitung, Planung und Finanzierung der Forschung an der Akademie der Wissenschaften und an Universitäten und Hochschulen vom 23. August 1972, GBl. II S. 589) erfolgte, wurde die angewandte Forschung vorwiegend in den Wirtschaftseinheiten, das heißt den Forschungsabteilungen und -instituten der volkseigenen Betriebe und Kombinate, durchgeführt (vgl. das Urteil des BSG vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04 R, SozR 4-8570 § 5 Nr. 6, m.w.N.).
Während für die an Forschungsinstituten im Sinne des § 6 VO-AVIwiss tätigen Wissenschaftler das Zusatzversorgungssystem der wissenschaftlichen Intelligenz vorgesehen war, gehörten die an den Forschungsinstituten bzw. in den Forschungsabteilungen der volkseigenen Betriebe und Kombinate Tätigen dem von dem Zusatzversorgungssystem der technischen Intelligenz erfassten Personenkreis an (…vgl. die Urteile des BSG vom 10. April 2002, B 4 RA 56/01 R, SozR 3-8570 § 1 Nr. 4, vom 31. Juli 2002, B 4 RA 62/01 R, zitiert nach juris, vom 31. März 2004, B 4 RA 31/03 R, zitiert nach juris, und vom 26. Oktober 2004, B 4 RA 40/04, SozR 4-8570 § 5 Nr. 6).
Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 R zum Forschungsinstitut sei nicht einschlägig.
Forschungsinstitute im Sinne des § 1 Abs. 2 2. DB zur AVtI-VO sind sowohl staatliche (wissenschaftliche) Einrichtungen als auch zweck- und betriebsbezogene (wissenschaftliche) Einrichtungen, sofern sie rechtlich selbstständig, also juristische Personen, sind (so umfassend BSG, Urteil vom 26. Oktober 2004 - B 4 RA 40/04 R).
Bei der Auslegung des Begriffs "Versuchsstation" im Sinne des § 1 Abs. 2 2. DB sind die Besonderheiten in der DDR - soweit welche bestanden - zu beachten (BSG, Urteil vom 26.10.2004, B 4 RA 40/04 R).
BSG, 31.07.2019 - B 5 RS 3/19 B
BSG, 05.05.2009 - B 13 RS 1/09 B
Zugehörigkeit eines Forschungsinstituts zur zusätzlichen Altersversorgung der …
Unzulässige Wiederaufnahmeklage
LSG Sachsen-Anhalt, 08.08.2013 - L 1 R 310/11
LSG Berlin-Brandenburg, 14.04.2011 - L 8 R 1705/07
Altersversorgung der technischen Intelligenz, "betriebliche Voraussetzung", VEB …
LSG Sachsen-Anhalt, 19.08.2010 - L 1 R 287/08
BSG, 19.10.2007 - B 4 RS 48/07 B
BSG, 15.04.2014 - B 5 RS 37/13 B
BSG, 22.01.2008 - B 4 RS 35/07 B
SG Lübeck, 28.02.2006 - S 14 R 501/05
SG Dresden, 17.08.2005 - S 8 RA 974/03
Anspruch auf Feststellung bestimmter Zeiten als Zeit der Zugehörigkeit zur …