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Timestamp: 2016-10-25 06:53:42
Document Index: 121650081

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 95/01 (15.02.2002)
I 95/01 Gi
H.________, 1952, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, 9410 Heiden,
IV-Stelle des Kantons Appenzell I. Rh., Poststrasse 9, 9050 Appenzell, Beschwerdegegnerin,
Kantonsgericht Appenzell I. Rh., Appenzell
A.- Der 1952 geborene H.________ war seit Februar 1982 bei der W.________ AG, Innenausbau, besch�ftigt, zun�chst als Schreiner, dann als Beizer, und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfall versichert. Auf Meldung der Arbeitgeberin vom 14. Juni 1995 wurde von der Arbeitsmedizinischen Abteilung der SUVA ein durch Isocyanath�rter ausgel�stes Asthma bronchiale festgestellt. Am 26. September 1995 erliess die SUVA eine Nichteignungsverf�gung f�r alle Arbeiten mit Exposition zu Isocyanaten. Bereits per 1. Juni 1995 wurde H.________ von der Arbeitgeberin an einen neuen Arbeitsplatz als Hilfsarbeiter ausserhalb der Lackiererei versetzt.
Per 31. Januar 1996 wurde ihm gek�ndigt, weil die Arbeitgeberin ihn als Hilfsarbeiter l�ngerfristig nicht mehr besch�ftigen konnte. Bis 31. Januar 1996 wurde ihm ein �bergangstaggeld nach Art. 83 VUV ausgerichtet. Bis Ende Januar 1998 bezog er Taggelder der Arbeitslosenversicherung.
Bereits am 20. November 1995 hatte sich H.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung und Umschulung) angemeldet. Die IV-Stelle des Kantons Appenzell Innerrhoden (nachfolgend: IV-Stelle) zog die Akten des Unfallversicherers und der Arbeitslosenversicherung bei und lehnte mit Verf�gung vom 12. Februar 1996 einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen sowie Rente gest�tzt auf einen Invalidit�tsgrad von 9.7 % ab. Diese Verf�gung wurde nicht angefochten.
Mit Neuanmeldung vom 9. Januar 1997 ersuchte H._______ um Umschulung. Die IV-Stelle zog weitere SUVA-Akten und verschiedene Arztberichte bei, veranlasste insbesondere eine Begutachtung durch die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS; Gutachten vom 13. Januar 1999) und kl�rte die erwerblichen Verh�ltnisse ab. Mit Verf�gungen vom 15., 16.
und 18. Oktober 1999 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf Psychotherapie, Physiotherapie sowie auf berufliche Massnahmen ab. Mit Verf�gung vom 2. Dezember 1999 sprach sie H.________ mit Wirkung ab 1. Juli 1998 eine halbe Rente nebst Zusatzrente f�r die Ehegattin und einer Kinderrente zu.
B.- Die hiegegen erhobenen Beschwerden vereinigte das Kantonsgericht Appenzell Innerrhoden zu einem Verfahren und wies diese mit Entscheid vom 5. September 2000 ab.
C.- H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides seien ihm und seinen Angeh�rigen ganze Renten zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, berufliche Massnahmen zu treffen und entsprechendende Taggelder auszurichten.
1.- Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und die Grunds�tze �ber die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG, BGE 104 V 136 Erw. 2a und b), die Zuhilfenahme von Tabellenl�hnen bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb, 124 V 322 Erw. 3b/aa) und die Rechtsprechung zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 115 V 134 Erw. 2 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.- Streitig sind noch der Umfang des Rentenanspruchs sowie der Anspruch auf berufliche Massnahmen.
3.- a) Die Vorinstanz hat in sorgf�ltiger W�rdigung der umfangreichen medizinischen Unterlagen zu Recht auf das massgebende, in sich schl�ssige MEDAS-Gutachten vom 13. Januar 1999 abgestellt und daraus zutreffend gefolgert, dass der Beschwerdef�hrer im bisherigen T�tigkeitsbereich als Beizer bzw. f�r schwere k�rperliche Arbeit arbeitsunf�hig ist, dass ihm hingegen eine r�ckengerechte Hilfsarbeitert�tigkeit, wo das Heben und Tragen von Lasten �ber 25 kg und langdauernde isometrische Arbeitshaltungen vermieden werden k�nnen sowie keine Expositionsgefahr f�r Isocyanate besteht, zu 50 % zumutbar ist.
b) Die Einw�nde in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde verm�gen nicht zu einer abweichenden Beurteilung zu f�hren.
Soweit der Beschwerdef�hrer die Auffassung vertritt, IV-Stelle und Vorinstanz h�tten lediglich die psychischen invalidisierenden Faktoren gewichtet, die somatischen aber v�llig ausser Acht gelassen, kann ihm nicht gefolgt werden.
Im MEDAS-Gutachten vom 13. Januar 1999 wird nachvollziehbar dargelegt, dass unter Ber�cksichtigung der verschiedenen Aspekte des somatischen und des psychischen Leidens und des In-Einander-�bergreifens von somatischen und psychischen Faktoren die Arbeitsf�higkeit gesamthaft beurteilt werden muss, die Arbeitsf�higkeit von 50 % sich also auf somatisch wie auf psychisch limitierende Faktoren bezieht. Von der MEDAS werden als die zumutbare Arbeitsf�higkeit einschr�nkende Hauptdiagnosen denn auch somatische (lumboradicul�res Syndrom L5) wie auch psychogene Befunde (psychogene �berlagerung) aufgef�hrt. Dass im �brigen das MEDAS-Gutachten vom 13. Januar 1999 datiert, vermag dessen Beweiskraft nicht in Frage zu stellen, nachdem bis zum hier massgebenden (BGE 121 V 366 Erw. 1b) Verf�gungszeitpunkt (2. Dezember 1999) keine Hinweise f�r eine zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestehen.
4.- In erwerblicher Hinsicht besteht weder auf Grund der Akten noch der Vorbringen der Parteien Anlass, auf den vom kantonalen Gericht best�tigten Invalidit�tsgrad von 58.5 % zur�ckzukommen.
Soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, es sei unrichtig, dass er, psychisch gesund, aber mit seinen k�rperlichen Leiden behaftet, ein Einkommen von Fr. 4'800.- erzielen k�nne, da er v�llig gesund bloss Fr. 4'940.- verdient habe, geht er f�lschlicherweise von der Annahme aus, ein Versicherter erziele ohne Invalidit�t immer das ihm h�chstm�gliche Einkommen. Dies trifft indes nicht zu. Es ist durchaus m�glich, dass ein Versicherter vor Eintritt des Gesundheitsschadens einer weniger gut entl�hnten T�tigkeit nachging und damit weniger verdiente, als ihm eigentlich m�glich und zumutbar gewesen w�re, was sich dann in einer allenfalls geringen Differenz zu einem hypothetischen Invalideneinkommen niederschlagen kann (Urteil P. vom 14. Januar 2002, I 460/00).
Grunds�tzlich ist der vom kantonalen Gericht vorgenommene Einkommensvergleich in Anwendung der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zu beanstanden. Indes sind einige Korrekturen anzubringen. Bei der Festlegung von Validen- und Invalideneinkommen ist praxisgem�ss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) der Zeitpunkt der Verf�gung, das heisst das Jahr 1999, massgebend. Grundlage des statistischen Wertes bildet dabei die neuste Lohnstrukturerhebung 1998, auch wenn sie der Vorinstanz allenfalls mangels Ver�ffentlichung noch nicht bekannt war, da sie - als Teil des rechtlich erheblichen Sachverhalts - im Verf�gungszeitpunkt massgebend war. Zudem ist der statistische Wert von 40 Stunden auf die betriebs�bliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden im Jahr 1999 aufzurechnen (Die Volkswirtschaft, Heft 10, Tabelle B 9.2) und die Nominallohnentwicklung bis zum Verf�gungszeitpunkt (allgemein: 0.3 %; Die Volkswirtschaft, a.a.O., Tabelle B 10.2) aufzurechnen. Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) f�r einfache und repetitive T�tigkeiten m�nnlicher Arbeitnehmer (Anforderungsniveau 4; Sektor Produktion) von Fr. 4'433.- (neueste Erhebung LSE 1998 S. 25 Tabelle A1) ergibt sich deshalb f�r das Jahr 1999 ein durchschnittliches Monatseinkommen von Fr. 4'657.-. Bei einer Leistung von 50 % sowie unter Ber�cksichtigung eines gesamthaften leidensbedingten Abzuges von 10 % (BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 2'096.- monatlich oder Fr. 25'148.- j�hrlich. Damit ergibt sich in Gegen�berstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 62'400.- ein Invalidit�tsgrad von 59.7 %, weshalb Anspruch auf eine halbe Rente besteht. Dabei ist anzuf�gen, dass der leidensbedingte Abzug vom Tabellenlohn in jedem Einzelfall nach pflichtgem�ssem Ermessen festzulegen ist (BGE 126 V 80 Erw. 5b/bb mit Hinweisen; Urteil D. vom 27. November 2001, I 82/00). Hier erscheint ein Abzug von 10 % (vgl. hierzu BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) unter den gegebenen Umst�nden und im Vergleich mit anderen F�llen (unter anderem Urteile F. vom 14. November 2001, I 683/00; H. vom 5. Oktober 2001, I 552/00, und I. vom 15. Oktober 2001, I 540/00) als angemessen. Abgesehen davon w�re selbst bei einem maximal zul�ssigen Abzug von 25 % - und damit einem Invalideneinkommen von Fr. 20'959.- - der Anspruch auf eine ganze Rente nicht ausgewiesen.
5.- Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass das kantonale Gericht das Eventualbegehren des Versicherten auf Zusprechung beruflicher Massnahmen oder Arbeitsvermittlung abgewiesen hat. Es ist nicht ersichtlich, inwieweit berufliche Umschulungsmassnahmen hier eingliederungswirksam w�ren, mithin zu einer wesentlichen Verbesserung der Verdienstm�glichkeiten beizutragen oder vor Verlust der noch vorhandenen Erwerbsf�higkeit zu sch�tzen verm�chten. Dem Beschwerdef�hrer stehen ausreichend Hilfsarbeitert�tigkeiten offen, die keiner vorg�ngigen beruflichen Ausbildung bed�rfen, zumal Faktoren wie mangelnde Ausbildung oder Verst�ndigungsschwierigkeiten infolge ihres invalidit�tsfremden Charakters bei der Invalidit�tsbemessung ausser Acht zu lassen sind (BGE 107 V 21 Erw. 2c mit Hinweisen; AHI 1999 S. 238 Erw. 1). Abgesehen davon fehlen, wie die Vorinstanz zutreffend ausf�hrt, die subjektiven Voraussetzungen f�r eine Umschulung (bildungsm�ssige Erfordernisse und Eingliederungswille; ZAK 1992 S. 366 Erw. 2b) wie auch f�r Arbeitsvermittlung.
Der Versicherte nimmt sich selbst als schwer krank wahr und f�hlt sich nicht arbeitsf�hig; die sozialberufliche Rehabilitation, wie Aufbau der Arbeitsmotivation und Gew�hnung an den Arbeitsprozess, f�llt indes nicht unter die von der Invalidenversicherung zu leistenden beruflichen Massnahmen (ZAK 1992 S. 367 Erw. 2b).
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Appenzell Innerrhoden, Abteilung Verwaltungsgericht, der Ausgleichskasse des Kantons Appenzell Innerrhoden
und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.