Source: https://meistercody.zendesk.com/hc/de/articles/208810669-Legasthenie-eine-seelische-Behinderung-
Timestamp: 2019-06-19 00:30:13
Document Index: 11160539

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 47', '§ 3', '§ 5', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 47', '§ 3', '§ 3', '§ 39']

Legasthenie, eine seelische Behinderung? – Offenes Ohr von Meister Cody
Unter der Voraussetzung der Erweiterung des Katalogs der Verordnung § 3 des § 47 BSHG auf die im ICD-10 genannten Störungen gehören die Entwicklungsstörungen zu den psychischen Erkrankungen, die zu einer seelischen Behinderung führen können. Das heißt aber auch, dass die Lese-Rechtschreibstörung an sich noch keine seelische Behinderung darstellen muss, jedoch zu einer seelischen Behinderung führen kann.
Die Lese-Rechtschreibstörung wird zu einer drohenden oder bestehenden seelischen Behinderung in dem Moment, in dem aufgrund dieser Störung die gesellschaftliche Integration gefährdet ist.
Jedoch sind mit § 3 der Verordnung nur die schon seelisch Behinderten beschrieben. Da jedoch nach KJHG Eingliederungshilfe für die Gruppe der von einer seelischen Behinderung Bedrohten und für seelisch nicht wesentlich Behinderte gewährt wird, müssen auch diese Gruppen definiert werden.
Von einer Behinderung bedroht sind nach § 5 Eingliederungshilfe die Personen, bei denen der Eintritt der Behinderung nach allgemeiner ärztlicher oder sonstiger fachlicher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Die Lese-Rechtschreibstörung wird zu einer drohenden oder bestehenden seelischen Behinderung in dem Moment, in dem aufgrund dieser Störung die gesellschaftliche Integration gefährdet ist.
Faktoren, die die gesellschaftliche Integration negativ beeinflussen können, sind Risikofaktoren. Risikofaktoren für die Lese-Rechtschreibstörung wurden aus der Forschungsliteratur gewonnen. Die Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren können für jedes Kind unterschiedlich sein, teilweise können auch mehrere Risikofaktoren additiv wirken. Hierzu zählen der Schweregrad der Störung, der Verlauf der Störung (chronisch), die zusätzlichen Erkrankungen und das soziale und familiäre Umfeld.
Das KJHG verpflichtet im § 35 a die Jugendhilfe, Hilfe für seelisch Behinderte bzw. von einer Behinderung Bedrohte zu gewähren.
Behinderung ist im Sinne des KJHG ein sozialrechtlicher Begriff, der es erlaubt, Personenkreise zu definieren, die auf Eingliederungshilfe Anrecht haben."
Nach § 35a kann Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche oder von einer solchen Behinderung Bedrohte gewährt werden. Die Anwendung des Paragraphen 35a setzt folglich eine Bestimmung des Personenkreises voraus, auf den § 35a angewendet werden kann. Für die Bestimmung dieses Personenkreises wird auf den § 47 des BSHG § 3 verwiesen.
Jedoch sind mit dem § 3 der Verordnung nur die seelisch Behinderten beschrieben. Da jedoch nach dem KJHG Eingliederungshilfe für die Gruppe der von einer seelischen Behinderung Bedrohten und für seelisch nicht wesentlich Behinderte gewährt wird, muss auch diese Gruppen definiert werden.
3 Seelisch wesentlich Behinderte.
Seelisch wesentlich behindert im Sinne des § 39 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes sind Personen, bei denen infolge seelischer Störungen die Fähigkeit zur Eingliederung in erheblichem Umfang beeinträchtigt ist. Seelische Störungen, die eine Behinderung im Sinne des Satzes 1 zur Folge haben können, sind