Source: http://www.jurablogs.com/2012/04/17/laenge-tariflicher-ausschlussfristen-urlaubsabgeltung
Timestamp: 2017-08-19 11:28:46
Document Index: 85811639

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 13', 'Art. 7', 'EuG', '§ 16', '§ 16']

Das Bundesarbeitsgericht hat bereits entschieden, dass Ansprüche auf Abgeltung des tariflichen Mehrurlaubs und des gesetzlichen Mindesturlaubs tariflichen Ausschlussfristen unterfallen können. Der unabdingbare Schutz des gesetzlichen Mindesturlaubs nach §§ 1, 3 Abs. 1, § 13 Abs. 1 Satz 1 BUrlG steht dem nicht entgegen.
Seine frühere Rechtsprechung, der zufolge tarifliche Ausschlussfristen nicht auf Urlaubsabgeltungsansprüche anzuwenden seien, hat das Bundesarbeitsgericht im Hinblick auf Art. 7 Abs. 2 der Arbeitszeitrichtlinieund seiner Auslegung durch den EuGH für die Fälle fortdauernder Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers ausdrücklich aufgegeben. Das ist eine notwendige Folgewirkung der Aufgabe der Surrogatstheorie. Nach der reformierten Rechtsprechung ist der Urlaubsabgeltungsanspruch ein reiner Geldanspruch, der als solcher den Bedingungen unterfällt, die nach dem anwendbaren Tarifvertrag für die Geltendmachung von Geldansprüchen vorgeschrieben sind. Dazu gehören tarifliche Ausschlussfristen.
Im hier vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall ist damit der Arbeitnehmer (Kläger) gemäß § 16 Ziff. 3 Satz 1 des Manteltarifvertrags für die Kautschukindustrie in den Ländern Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland vom 17. Dezember 2003 (im Folgenden: MTV) mit der Geltendmachung des Abgeltungsanspruchs für den anteiligen gesetzlichen Mindesturlaub für das Jahr 2006 ausgeschlossen. Er machte den Anspruch nicht innerhalb der Fristen des § 16 Ziff. 1, Ziff ...
Veröffentlicht April 17, 2012 4:15am im Blog Rechtslupe.
Arbeitsrecht, Bundesarbeitsgericht, Verfall Von Urlaubsansprüchen, Tarifvertrag, Urlaubsabgeltung, Niedersachsen, Hessen, Verfallklausel, Rheinland Pfalz, Ausschlussfristen, Saarland, Mtv