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Timestamp: 2019-12-15 06:26:57
Document Index: 13938824

Matched Legal Cases: ['§ 15', 'BGH', '§ 166', '§ 8', '§ 9', '§ 164']

BFH, 10.11.1987 - VIII R 166/84 - dejure.org
https://dejure.org/1987,969
BFH, 10.11.1987 - VIII R 166/84 (https://dejure.org/1987,969)
BFH, Entscheidung vom 10.11.1987 - VIII R 166/84 (https://dejure.org/1987,969)
BFH, Entscheidung vom 10. November 1987 - VIII R 166/84 (https://dejure.org/1987,969)
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KG - Familienpersonengesellschaften - Mitunternehmerschaft - Stellung eines Kommanditisten - Kündigung - Kündigung zum Buchwert
Schenkweise als Kommanditisten in eine Kommanditgesellschaft aufgenommene minderjährige Kinder als Mitunternehmer
BFHE 152, 325
BB 1988, 897
DB 1988, 940
BStBl II 1989, 758
Zu Beschränkungen des Entnahmerechts bei Personengesellschaften hat der BFH bereits entschieden, dass einer solchen Klausel im Rahmen des Fremdvergleichs keine wesentliche Indizwirkung zu Lasten des Steuerpflichtigen zukommt, wenn die stehen zu lassenden Beträge angemessen verzinst werden (BFH-Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758: ebenfalls 8 %).
Es genügt für die Annahme eines Mitunternehmerrisikos des Kommanditisten, wenn er im Fall der Auflösung der KG an den stillen Reserven und am Geschäftswert beteiligt wird (BFH-Urteil in BFHE 152, 325, 331, BStBl II 1989, 758); diese Voraussetzung ist im Streitfall erfüllt.
Dieser Gesichtspunkt ist für die Anerkennung der Mitunternehmerstellung der Kläger zu 2 und 3 von erheblichem Gewicht, weil er deutlich macht, dass mit der Aufnahme der Kläger zu 2 und 3 in die KG ein endgültiger Rechtszustand geschaffen werden sollte, den Klägern zu 2 und 3 ihre Rechtsposition also nicht durch den Kläger zu 1 oder X entzogen werden konnte (BFH-Urteil in BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758).
Diese Einschränkung der Gesellschafterrechte der Kläger zu 2 und 3 ergibt sich jedoch nicht aus einer wesentlichen Abweichung des Gesellschaftsvertrags vom Regelstatut des HGB, sondern aus der geringen Beteiligung der Kläger zu 2 und 3 am Kapital der KG, wie sie in jeder Personengesellschaft vorkommen kann (Urteil in BFHE 152, 325, 329 f., BStBl II 1989, 758).
Gegen die Schädlichkeit der Beschränkung des Entnahmerechts spricht auch der Umstand, dass die Kommanditisten durch diese Regelung keine vermögensrechtlichen Nachteile erlitten haben, weil ihre nicht entnommenen Gewinnanteile mit 3 v.H. über dem jeweiligen Bundesbankdiskontsatz zu verzinsen sind (BFH-Urteil in BFHE 152, 325, 331, BStBl II 1989, 758).
Der Gesellschafter wird u. a. vor allem deshalb zum Mitunternehmer, weil er dieses Risiko der Teilhabe an den stillen Reserven trägt (vgl. z. B. BFH-Beschluß vom 25. Juni 1984 GrS 4/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C V. 3. c, cc - 2. - Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758, unter 2. e;… Schmidt, a. a. O., § 15 Anm. 49 c, m. w. N.).
Auch der Bundesfinanzhof (BFH) lasse im Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84 (BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758) durch Verweis auf das Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 18. Januar 1973 II ZR 144/71 (Betriebs-Berater --BB-- 1973, 999) erkennen, dass er in derartigen Fällen die gesetzlichen Auszahlungsmöglichkeiten für nicht den tatsächlichen Bedürfnissen angepasst halte.
Dies entspricht der bisherigen Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 22. August 1951 IV 246/50 S, BFHE 55, 449, BStBl III 1951, 181;… in BFH/NV 1986, 327, unter II. 2.; in BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758, unter 2. d).
Das genügt nicht für die Annahme einer Mitunternehmerschaft (vgl. Beschluß des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 25. Juni 1984 GrS 4/82, BFHE 141, 405, 440, BStBl II 1984, 751, und Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325, 328).
In diesem Punkt unterscheidet sich diese Vertragsgestaltung von der im Urteil in BFHE 152, 325.
Der Ausschluß des Widerspruchsrechts ist zwar zivilrechtlich möglich und mag auch für sich gesehen die Unternehmerinitiative nicht ausschließen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 152, 325, …und vom 5. November 1985 VIII R 275/81, BFH/NV 1986, 327 zu 2.b).
bb) Ausgehend von den dargestellten Grundsätzen scheidet eine Mitunternehmerstellung eines Kommanditisten, dessen Risiko dem handelsrechtlichen Bild eines Kommanditisten entspricht, also nicht bereits deshalb aus, weil seine Initiativrechte nur in den Rechten als Gesellschafter in der Gesellschafterversammlung und den Kontrollrechten, wie sie § 166 HGB dem Kommanditisten einräumt, bestehen (z.B. BFH-Urteil vom 30. Juli 1975 I R 174/73, BFHE 116, 497, BStBl II 1975, 818; vgl. auch BFH-Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758).
Ob ein Gesellschafter Mitunternehmer durch Erfüllung beider, die Mitunternehmerstellung begründenden, Merkmale ist, kann in besonders gelagerten Fällen in den einzelnen Jahren der Beteiligung unterschiedlich zu beurteilen sein (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325; Beschluß vom 25. Juni 1984 GrS 4/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751).
Ein Kommanditist, der unter der ständigen Drohung der Hinausdrängung zum Buchwert steht, kann keine hinreichende Mitunternehmerinitiative entfalten und trägt kein Mitunternehmerrisiko (Urteile in BFHE 152, 325; vom 9. Oktober 1986 IV R 259/84, BFH / NV 1987, 567; vom 5. Juni 1986 IV R 53/82, BFHE 147, 139, BStBl II 1986, 798; vom 15. Oktober 1981 IV R 52/79, BFHE 135, 179, BStBl II 1982, 342; vom 29. April 1981 IV R 131/78, BFHE 133, 392, BStBl II 1981, 663; vom 6. April 1979 I R 116/77, BFHE 128, 202, BStBl II 1979, 620).
Bei dieser Sach- und Rechtslage mag es dahingestellt bleiben, ob insbesondere in den weitreichenden Entnahmebeschränkungen der Beigeladenen zu 3 bis 6 (§ 8 Abs. 5 bis 7 des Gesellschaftsvertrags) und der sich mindestens über 20 Jahre erstreckenden Auszahlung der Auseinandersetzungsguthaben der Beigeladenen im Falle ihrer Kündigung (§ 9 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrags) weitere Umstände zu sehen sind, die das Mitunternehmerrisiko der Beigeladenen ausschließen (vgl. dazu Urteil in BFHE 152, 325).
Der BFH hat jedoch bereits wiederholt darauf hingewiesen, es sei auch in Gesellschaftsverträgen zwischen fremden Personen nicht unüblich, daß die dispositiven Vorschriften des HGB über die Rechtsstellung der Gesellschafter einer KG in verschiedener Hinsicht abbedungen werden, z. B. das Widerspruchsrecht nach § 164 HGB beschränkt oder ausgeschlossen wird (BFH-Urteile vom 8. Februar 1979 IV R 163/76, BFHE 127, 188, BStBl II 1979, 405, 409; vom 10. November 1987 VIII R 166/84, BFHE 152, 325, BStBl II 1989, 758).
Die schenkweise überlassenen Kommanditanteile stehen einer Mitunternehmerschaft nicht entgegen (BFH-Urteil vom 10.11.1987 VIII R 166/84, BStBl. II 1989, 758).