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Timestamp: 2019-07-17 05:32:15
Document Index: 137923965

Matched Legal Cases: ['§ 127', '§ 73', '§ 127', '§ 172', '§ 73', '§ 127', '§ 127', '§ 127', '§ 511', '§ 73', '§ 73', '§ 127', '§ 73', '§ 144', '§ 172']

LSG Hessen, 08.07.2009 - L 6 AS 174/09 B - dejure.org
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LSG Hessen, 08.07.2009 - L 6 AS 174/09 B (https://dejure.org/2009,9710)
LSG Hessen, Entscheidung vom 08.07.2009 - L 6 AS 174/09 B (https://dejure.org/2009,9710)
LSG Hessen, Entscheidung vom 08. Juli 2009 - L 6 AS 174/09 B (https://dejure.org/2009,9710)
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Systematischer Zusammenhang sowie Sinn und Zweck des § 127 Abs. 2 S. 2 Hs. 2 Zivilprozessordnung (ZPO); Entsprechende Anwendung der Vorschriften der ZPO zur Statthaftigkeit der Beschwerde im sozialgerichtlichen Verfahren
Die Beschwerde gegen die Ablehnung von PKH bleibt gemäß § 73a Abs. 1 S. 1 SGG i.V.m. § 127 Abs. 2 S. 2 2. Hs. ZPO trotz der Änderung des § 172 Abs. 3 Nr. 1 SGG für das einstweilige Rechtsschutzverfahren durch das Änderungsgesetz vom 5. August 2010 (BGBl I 1127) auch für Hauptsacheverfahren ausgeschlossen, wenn in der Hauptsache kein Rechtsmittel ohne Zulassung statthaft ist (Fortführung von LSG HE, 6.7.2009 - L 9 B 274/08 AS und 8.7.2009 - L 6 AS 174/09 B).
Das setzte voraus, in der Hauptsache ein statthaftes Rechtsmittel einlegen zu können (vgl. hierzu ausführlich: Hessisches Landessozialgericht 6. Juli 2009 - L 9 B 274/08 AS und 8. Juli 2009 - L 6 AS 174/09 B; sich anschließend: Hessisches Landessozialgericht, 13. Juli 2009 - L 7 AL 89/09 B).
Dieser gilt neben dem Beschwerdeausschluss für Fälle, in denen Prozesskostenhilfe wegen mangelnder Erfolgsaussicht der Hauptsache verneint und der Beschwerdewert der Berufung nicht erreicht wird (§ 73a SGG i.V.m. § 127 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO) und zwar als sozialgerichtliche Spezialregelung abweichend von § 127 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 2. Var. ZPO (so auch LSG Niedersachsen-Bremen…, Beschluss vom 15. Juli 2007, a.a.O.; LSG Baden-Württemberg…, Beschluss vom 5. Dezember 2008, a.a.O.; Hessisches LSG, Beschluss vom 8. Juli 2009, a.a.O.; Thüringer LSG, Beschluss vom 19. Mai 2009, L 8 B 246/08 AY, zitiert nach juris).
Entgegen einer verbreiteten Auffassung in der instanzgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. etwa Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss vom 5. Dezember 2008 - L 8 AS 4968/08 PKH-B - ; Hess. LSG, Beschluss vom 8. Juli 2009 - L 6 AS 174/09 B - Schlw.-Holst. LSG, Beschluss vom 4. November 2009 - L 9 B 50/09 AS PKH - ) kommt eine entsprechende Anwendung des § 127 Abs. 2 Satz 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. § 511 ZPO nicht in Betracht (so auch Roller, NZS 2009, 252, 258 f.; Burkiczak, NJW 2010, 407, 408 f.); die Heranziehung dieser letztgenannten Verfahrensregelungen war bereits unter dem bis 31. März 2008 geltenden Rechtsmittelrecht des SGG ausgeschlossen (vgl. hierzu eingehend LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 2. Januar 2007 - L 13 AS 4100/06 PKH-B - ;… zustimmend Leitherer in Meyer-Ladewig u.a., SGG, 9. Auflage, § 73a Rdnr. 12b) und bleibt es auch nach der seit 1. April 2008 geltenden neuen Rechtslage.
Dieser durch das Gesetz zur Reform des Zivilprozesses vom 27. Juli 2001 (Zivilprozessreformgesetz - BGBl. I 1887, 1896) mit Wirkung ab 1. Januar 2002 eingeführte begrenzte Ausschluss der Beschwerde ist nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Beschluss vom 6. Juli 2009 - L 9 B 274/08 AS - juris; ebenso Hess. LSG, Beschluss vom 8. Juli 2009 - L 6 AS 174/09 B - juris und Beschluss vom 13. Juli 2009 - L 7 AL 89/09 B -) von der Verweisung des § 73a Abs. 1 Satz 1 SGG mit umfasst.
§ 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO findet jedoch im sozialgerichtlichen Verfahren keine entsprechende Anwendung über § 73a Abs. 1 Satz 1 SGG (aus der jüngeren Rechtsprechung ebenso Beschluss des LSG Niedersachsen-Bremen vom 09.06.2008 - L 9 B 117/08 AS -, Beschluss des LSG Rheinland-Pfalz vom 09.01.2009 - L 1 AY 6/09 B - a.A. Beschlüsse des Hessischen LSG vom 08.07.2009 - L 6 AS 174/09 B -, des Sächsischen LSG vom 18.08.2009 - L 2 AS 321/09 B PKH - des LSG Mecklenburg-Vorpommern vom 18.08.2009 - L 8 B 258/09 -, des Bayerischen LSG vom 22.10.2009 - L 7 AS 525/09 B -).
Wie der Senat bereits entschieden hat (Beschluss mit Leitsätzen vom 8. Juli 2009, L 6 AS 174/09 B, veröffentlicht in Juris) ist die Beschwerde gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe wegen fehlender Erfolgsaussicht nicht statthaft, wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes des Ausgangsverfahrens die Wertgrenze von 750, 00 EUR gemäß § 144 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGG (dort wegen des erstinstanzlich zu Grunde liegenden Eilverfahrens i.V.m. § 172 Abs. 3 Nr. 1 SGG) nicht übersteigt.
Dies setzt bei einer Beschwerde gegen eine Entscheidung, mit der das SG die Bewilligung von Prozesskostenhilfe abgelehnt hat, regelmäßig voraus, dass in der Hauptsache ein statthaftes Rechtsmittel eingelegt werden könnte (vgl. hierzu ausführlich: Hess. LSG, 06.07.2009 - L 9 B 274/08 AS und 08.07.2009 - L 6 AS 174/09 B; außerdem Senat, 13.07.2009 - L 7 AL 89/09 B und 04.10.2010 - L 7 AS 436/10 B).