Source: https://www.neustart.org/at/de/unsere_angebote/nach_verurteilung/dialog_statt_hass.php
Timestamp: 2020-04-09 16:49:52
Document Index: 170608785

Matched Legal Cases: ['§ 283', '§ 283', '§ 188', '§ 282', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Viele Menschen nutzen soziale Medien im Internet. Facebook ist zum Beispiel ein soziales Medium. Dort wird viel diskutiert, weil die Menschen verschiedene Meinungen haben. Deshalb streiten sich aber auch viele Menschen im Internet. Immer mehr Menschen gehen dabei zu weit. Sie sagen Dinge, die sie im echten Leben nicht sagen würden. Ihre Texte nennt man Hasspostings. Manchmal werden sie dafür angezeigt.
Man darf im Internet nicht alles sagen, was man will. Im echten Leben darf man das auch nicht. Es gibt bestimmte Dinge, die man nicht sagen darf. Das steht im Gesetz. Man darf immer die eigene Meinung sagen. Man muss aber aufpassen, dass man das auf eine Art und Weise macht, die nicht gegen das Gesetz ist. Es ist immer gut, höflich miteinander zu reden. Man soll einander nicht beschimpfen, auch wenn man verschiedene Meinungen hat.
Menschen, die etwas geschrieben haben, das man nicht schreiben darf, können an Dialog statt Hass teilnehmen. NEUSTART hat sich Dialog statt Hass extra für diese Menschen einfallen lassen. Dabei wurde NEUSTART von der Justiz unterstützt. Ob man an Dialog statt Hass teilnehmen darf, entscheidet das Gericht.
Was passiert bei Dialog statt Hass?
Dialog statt Hass ist ein Kurs, wo man lernt, wie man seine Meinung im Internet sagen darf, ohne dass man angezeigt wird. Dort lernt man, was Diskriminierung ist. Außerdem lernt man, was man falsch gemacht hat. Man muss über das eigene Verhalten nachdenken. So lernt man, was man anders machen kann. Man darf danach immer noch seine eigene Meinung sagen. Man muss aber gut aufpassen, wie man das macht. Wie das geht, lernt man bei Dialog statt Hass.
Polarisierende gesellschaftliche Debatten sowie Vorurteile werden heute zunehmend in sozialen Medien ausgetragen. Dabei wird immer wieder der Tatbestand der Verhetzung (§ 283 StGB) überschritten.
NEUSTART hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Justiz (Staatsanwaltschaften und Richterschaft) als rationale, sozial konstruktive Antwort auf diese Herausforderung im Bereich der Hasskriminalität ein passendes Interventionsangebot entwickelt: Dialog statt Hass soll für Themen der Diskriminierung sensibilisieren, Unrechtsbewusstsein schaffen, zu Reflexion und in der Folge zu Verhaltensänderung führen.
DIALOG STATT HASS: NEUSTART EMPFIEHLT
Das Programm „Dialog statt Hass" richtet sich an Personen, die ein Strafverfahren wegen Verhetzung (§ 283 StGB) anhängig haben. Aber auch andere geeignete Delikte (z. B. § 188 StGB „Herabwürdigung religiöser Lehren", § 282 StGB „Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen", § 3 VerbotsG und § 3g VerbotsG bei Delikten, die im Kontext sozialer Medien begangen wurden und wenn keine ideologische Verhärtung und keine Vorverurteilung wegen VerbotsG vorliegt) mit dem Hintergrund diskriminierenden Äußerungen im Weg über elektronische und soziale Medien können im Rahmen von „Dialog statt Hass" bearbeitet werden.
Voraussetzung und Anordnung
Voraussetzung zur Durchführung des Programms ist eine Anordnung von Bewährungshilfe mit Weisung zur Teilnahme am Programm „Dialog statt Hass".
Gesetzliche Grundlagen für dIALOG STATT HASS
§ 3 VerbotsG