Source: https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsportraet/organisation-der-bundesversammlung/vereinigte-bundesversammlung-und-ihre-organe
Timestamp: 2020-03-31 17:32:52
Document Index: 265195577

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 157', 'Art. 41', 'Art. 39', 'Art. 39', 'Art. 40']

​​Der Nationalrat und der Ständerat verhandeln in der Regel getrennt. Um Wahlen vorzunehmen, Begnadigungen auszusprechen, Zuständigkeitskonflikte zu entscheiden und Erklärungen des Bundesrates entgegenzunehmen, verhandeln sie jedoch gemeinsam als Vereinigte Bundesversammlung.
I. Beratungsgegenstände
III. Büro
Einberufen wird die Vereinigte Bundesversammlung von der Koordinationskonferenz (Art. 33 Abs. 2 ParlG). Den Vorsitz führt die Präsidentin oder der Präsident des Nationalrates (Art. 157 Abs. 1 BV) oder im Verhinderungsfall die Präsidentin oder der Präsident des Ständerates. Für das Verfahren gelten sinngemäss die Bestimmungen des Geschäftsreglements des Nationalrates (Art. 41 Abs. 1 ParlG).
Das Büro der Vereinigten Bundesversammlung besteht aus den Präsidien der beiden Räte, d. h. den beiden Ratspräsidentinnen oder Ratspräsidenten sowie den Vizepräsidentinnen und - präsidenten (Art. 39 Abs. 1 ParlG). Es ist für die organisatorische Vorbereitung der Sitzungen zuständig und setzt die Kommissionen der Vereinigten Bundesversammlung ein (Art. 39 Abs. 3 ParlG).
die Gerichtskommission und
die Kommission für Begnadigungen und Zuständigkeitskonflikte.
Die Begnadigungskommission behandelt Gesuche um Begnadigung, die Entscheide des Bundesstrafgerichts oder einer eidgenössischen Verwaltungsbehörde betreffen, aber auch für Militärstrafsachen, die vom Bundesgericht beurteilt wurden. Ausserdem ist sie für die Vorberatung von Zuständigkeitskonflikten zwischen den obersten Bundesbehörden zuständig (Art. 40 ParlG).
Der Nationalrat zählt seit den Anfängen des Bundesstaates mehr Mitglieder als der Ständerat. Ursprünglich stellte der Ständerat 28 Prozent der Mitglieder der Vereinigten Bundesversammlung. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der damaligen Berechnungsmethode für die Nationalratssitze – sie war an das Bevölkerungswachstum gekoppelt – verschob sich das Kräfteverhältnis bis 1960 weiter in Richtung Nationalrat. Mit der Festlegung der Nationalratssitze per Verfassungsänderung auf 200 Mitglieder blieb der Anteil ab 1963 konstant bei 18 Prozent. Eine minime Verschiebung zugunsten des Ständerates ergab sich durch die 1979 erfolgte Gründung des Kantons Jura und die damit verbundene Erhöhung der Ständeratssitze auf 46.
​111 ​44 ​155
​120 ​44 164​
​128 ​44 ​172
​135 ​44 ​179
​145 ​44 ​189
​147 ​44 ​191
​167 ​44 ​211
​189 ​44 ​233
​198 ​44 ​242
​187 ​44 ​231
​194 ​44 ​238
​196 ​44 ​240
​200 ​44 ​244
​200 ​46 ​246
Der Nationalrat hat 200 Sitze. Diese werden aufgrund der Bevölkerungszahl auf die 26 Kantone verteilt. Der Nationalrat wird daher auch oft als «Volkskammer» bezeichnet.