Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20173/87
Timestamp: 2019-03-20 10:29:43
Document Index: 256982305

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 261', '§ 139', '§ 696', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', '§ 256', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 261', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', '§ 261']

BGH, 20.01.1989 - V ZR 173/87 - dejure.org
Rechtshängigkeit eines Leistungsanspruchs als Prozesshindernis für eine spätere Feststellungsklage - Rechtshängigkeitssperre einer späteren Leistungsklage bei Vorliegen einer negative Feststellungsklage - Hinausgehen eines Leistungsanspruchs über das Ziel einer bloßen Feststellung eines streitigen Rechtsverhältnisses - Amtsprüfung eines Prozesshindernisses als Amtsermittlung
ZPO § 261 Abs. 3 Nr. 1, § 139 Abs. 2, § 696 Abs. 3
NJW 1989, 2064
MDR 1989, 623
WM 1989, 834
Die vor dem Landgericht München zuvor erhobene negative Feststellungsklage umgekehrten Rubrums steht der Zulässigkeit nicht entgegen, denn in der Rechtsprechung ist anerkannt, daß eine negative Feststellungsklage keine Rechtshängigkeitssperre für eine später erhobene Leistungsklage begründet (RGZ 71, 68, 73 f; RG DR 1939, 1914, 1915; BGH, Urteil vom 20. Januar 1989 - V ZR 173/87 - NJW 1989, 2064).
Solange ein das Hindernis begründender Sachverhalt weder behauptet, noch gerichtsbekannt oder erkennbar wahrscheinlich ist, braucht es ihm nicht nachzugehen (vgl. BGH 20. Januar 1989 - V ZR 173/87 - zu 2 der Gründe; 5. November 1975 - VIII ZR 73/75 - zu II 2 a der Gründe;… Zöller/Greger aaO) .
Die Rechtshängigkeit ist ein Prozesshindernis und führt ohne Sachprüfung zur Abweisung der zweiten Klage als unzulässig durch ein Prozessurteil (vgl BGH NJW 1989, 2064;… Hartmann in: Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 66. Aufl 2008, § 261 RdNr 26).
Indem eine Leistungsklage über die bloße Feststellung eines streitigen Rechtsverhältnisses hinausgeht, weil mit ihr eine vollstreckungsrechtliche durchsetzbare Verurteilung zur Zahlung verlangt wird, begründet eine negative Feststellungsklage niemals eine Rechtshängigkeitssperre für eine später erhobene und umfassendere (Hilfs-)Widerklage (BGH, Urteil vom 20.01.1989 - V ZR 173/87, juris Rn. 15 mwN;… Zöller/Greger, ZPO, 32. Auflage, § 256 Rn. 16 mwN).
Denn das Vorliegen des rechtlichen Interesses im Sinne des § 256 Abs. 1 ZPO ist Sachurteilsvoraussetzung und deshalb von Amts wegen, d.h. unabhängig davon zu prüfen, ob die beklagte Partei eine entsprechende Rüge erhoben hat (BGH NJW 1989, 2064, 2065).
Soweit die Klägerin gegen die Zulässigkeit der Zwischenfeststellungswiderklage unter Bezugnahme auf BGH (Urteil vom 20.01.1989, V ZR 173/87, NJW 1989, 2064) die Rüge der bereits vorliegenden Rechtshängigkeit gemäß § 261 Abs. 3 Nr. 1 ZPO erhoben hat, weil ihr Streitgegenstand bereits von der zuvor erhobenen Leistungsklage umfasst sei, hat sie damit keine Erfolg.
Ein von Amts wegen zu beachtendes Prozeßhindernis im Sinne des § 261 Abs. 3 Nr. 1 ZPO läge nur dann vor, wenn der hier geltend gemachte prozessuale Anspruch auch Streitgegenstand des Parallelrechtsstreits wäre (BGHZ 7, 268, 271; Senatsurt. v. 11. Dezember 1986 - IX ZR 165/85, WM 1987, 367, 368; BGH, Urt. v. 20. Januar 1989 - V ZR 173/87, NJW 1989, 2064, jeweils m.w.N.).
Der Streitgegenstand wird bestimmt durch das im Antrag zum Ausdruck kommende konkrete Rechtsschutzziel sowie den Lebenssachverhalt (Klagegrund), aus dem die begehrte Rechtsfolge hergeleitet wird (Senatsurt. v. 19. Dezember 1991 - IX ZR 96/91, WM 1992, 671, 672, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt;… v. 11. Dezember 1986 aaO. und v. 18. November 1982 - IX ZR 91/81, WM 1983, 71, 72; BGH, Urt. v. 20. Januar 1989 aaO.).
Die Rechtshängigkeit einer solchen negativen Feststellungsklage steht der Zahlungsklage nicht nach § 261 Abs. 3 Nr. 1 entgegen (BGH, Urteil vom 20. Januar 1989 - V ZR 173/87 - NJW 1989, 2064 unter 1).
Das Prozesshindernis anderweitiger Rechtshängigkeit unterliegt wie jede andere (negative) Prozessvoraussetzung der Amtsprüfung (vgl. BGH Urteil vom 20. Januar 1989 - V ZR 173/87 - NJW 1989, 2064 f.;… Zöller/Greger ZPO 26. Aufl. § 261 Rdn. 11).
OLG Frankfurt, 28.03.2001 - 2 UF 303/00