Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/zustaendigkeitsfragen-in-der-rechtsbeschwerde-3131232
Timestamp: 2019-08-18 15:12:16
Document Index: 19919001

Matched Legal Cases: ['§ 576', '§ 281', '§ 513', '§ 228', '§ 545', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Zustän­dig­keits­fra­gen in der Rechts­be­schwer­de | Rechtslupe
Zustän­dig­keits­fra­gen in der Rechts­be­schwer­de
Gemäß § 576 Abs. 2 ZPO kann die Rechts­be­schwer­de nicht dar­auf gestützt wer­den, dass das Gericht des ers­ten Rechts­zu­ges sei­ne Zustän­dig­keit zu Unrecht ange­nom­men oder ver­neint hat.
Eine allein auf die­se Rüge gegrün­de­te Rechts­be­schwer­de ist unzu­läs­sig, denn ein Rechts­mit­tel, das kei­nen zuläs­si­gen Angriff ent­hält, ist selbst unzu­läs­sig 1.
Aller­dings ist in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur strei­tig, ob eine Zustän­dig­keits­prü­fung durch das Beru­fungs­ge­richt und/​oder den Bun­des­ge­richts­hof aus­nahms­wei­se dann statt­zu­fin­den hat, wenn die Ent­schei­dung des Gerichts des ers­ten Rechts­zugs oder des Beru­fungs­ge­richts über die Zustän­dig­keits­fra­ge auf Will­kür oder auf einer Ver­let­zung des Anspruchs auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs beruht und aus die­sem Grund ein Ver­wei­sungs­be­schluss nach § 281 ZPO nicht bin­dend wäre 2.
Auch Ver­wei­sungs­be­schlüs­se, die auf Ver­fah­rens­män­geln beru­hen und des­halb rechts­feh­ler­haft sind, sind grund­sätz­lich wirk­sam. Aus­nah­men gel­ten bei einer Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör 3, die vor­lie­gend im Hin­blick auf die erteil­ten Hin­wei­se nicht gege­ben ist 4.
Im hier ent­schie­de­nen Fall lag dar­über hin­aus ein Will­kür­ver­stoß durch das ver­wei­sen­de Land­ge­richt Ham­burg schon des­we­gen nicht vor, weil eine Sach­ent­schei­dung über die Kla­ge nur durch das Land­ge­richt Bre­men, an das ver­wie­sen wor­den war, mög­lich war.
Die Annah­me des Beru­fungs­ge­richts, es sei nach § 513 Abs. 2 ZPO gehin­dert, die Zustän­dig­keit des Land­ge­richts zu prü­fen, ist daher nicht will­kür­lich. Sie ent­spricht viel­mehr Sinn und Zweck der genann­ten Vor­schrift; die­se will ver­hin­dern, dass ein in der unte­ren Instanz erar­bei­te­tes Sachur­teil allein wegen deren feh­len­der Zustän­dig­keit hin­fäl­lig wird 5.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. April 2018 – IX ZB 66/​17
Ein­wil­li­gung in die Kör­per­ver­let­zung – und die guten Sit­ten Eine Kör­per­ver­le­te­zung kann trotz Ein­wil­li­gung als rechts­wid­rig anzu­se­hen sein, wenn die Tat gegen die guten Sit­ten ver­sto­ße (§ 228 StGB). Für die Beur­tei­lung der Sit­ten­wid­rig­keit kommt es nicht allein, aber…
Der Streit um die sach­li­che Zustän­dig­keit – und die end­gül­ti­ge… Nach § 545 Abs. 2 ZPO kann die Revi­si­on nicht dar­auf gestützt wer­den, dass das Gericht des ers­ten Rechts­zu­ges sei­ne Zustän­dig­keit zu Unrecht ange­nom­men oder ver­neint hat. Die Vor­schrift gilt…
vgl. BGH, Beschluss vom 09.12 2004 – IX ZB 24/​04, NZI 2005, 184↩
vgl. zum Streit­stand BGH, Urteil vom 17.03.2015 – VI ZR 11/​14, WM 2015, 819 Rn.19 mwN↩
vgl. BGH, Beschluss vom 11.07.1990 – XII ARZ 26/​90, NJW-RR 1990, 1282↩
vgl. BGH, Beschluss vom 11.07.1990, aaO↩
vgl. BGH, Urteil vom 12.07.2013 – V ZR 122/​12, NJW 2013, 3779 Rn. 6↩
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