Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201997,%20477
Timestamp: 2020-02-24 15:22:32
Document Index: 331926669

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 276', '§ 278', '§ 662', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.02.1997 - XI ZR 31/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,1669
BGH, 04.02.1997 - XI ZR 31/96 (https://dejure.org/1997,1669)
BGH, Entscheidung vom 04.02.1997 - XI ZR 31/96 (https://dejure.org/1997,1669)
BGH, Entscheidung vom 04. Februar 1997 - XI ZR 31/96 (https://dejure.org/1997,1669)
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§ 278 BGB, unmittelbarer sachlicher Zusammenhang, strafbare Handlung
Ausländischer Broker - Korrespondenz durch Auftragnehmer - PVV - Weisungsgerechtes Verhalten - Weisung des Auftraggebers
Haftung einer Investmentgesellschaft bei weisungswidrigem Verhalten ihres Kundenberaters
BGB § 276, § 278, § 662
Haftung für die Weitergabe von nicht durch Weisungen des Auftraggebers gedeckten Aufträgen zur Vornahme von Börsentermingeschäften an einen ausländischen Broker
Haftung des Anlagevermittlers für Weiterleitung nicht erteilter Anlageaufträge; Haftung für Hilfspersonen
NJW 1997, 1360
ZIP 1997, 444
VersR 1997, 703
WM 1997, 477
BB 1997, 650
DB 1997, 719
Bei Vorliegen des unmittelbaren sachlichen Zusammenhangs zwischen der Erfüllung einer Vertragspflicht und der Schadensverursachung haftet der Geschäftsherr auch für vorsätzliches strafbares Verhalten seiner Hilfsperson (BGH, Urteil vom 4.02.1997, NJW 1997, 1360 m. w. N.).
Das gilt selbst dann, wenn diese seinen Weisungen oder Interessen vorsätzlich zuwiderhandeln, um eigene Vorteile zu erzielen (…vgl. BGH, Urt. v. 11. Oktober 1994 - XI ZR 238/93, NJW 1994, 3344, 3345;… ferner Urt. v. 29. Januar 1997 - VIII ZR 356/95, NJW 1997, 1233, 1234 f.; v. 4. Februar 1997 - XI ZR 31/96, NJW 1997, 1360, 1361; v. 13. Mai 1997 - XI ZR 84/96, NJW 1997, 2236, 2237).
Demgegenüber ist die Einstandspflicht des Geschäftsherrn für eigenmächtiges Verhalten seines Gehilfen nur dann zu verneinen, wenn dessen Verfehlung sich von dem ihm übertragenen Aufgabenbereich so weit entfernt hat, dass aus der Sicht eines Außenstehenden ein innerer Zusammenhang zwischen dem Handeln der Hilfsperson und dem allgemeinen Rahmen der ihr übertragenen Aufgaben nicht mehr zu erkennen ist, etwa, wenn der Gehilfe rein zufällig mit den Rechtsgütern des Geschädigten in einer Weise in Berührung gekommen ist, die ihm lediglich die Gelegenheit geboten hat, wie ein deliktisch handelnder Dritter eine von den ihm übertragenen Aufgaben völlig losgelöste unerlaubte Handlung zu begehen (vgl. zu Vorstehendem nur BGH, NJW 1997, 1360; BGH, VersR 1989, 522).
Der Gehilfe darf nicht nur bei Gelegenheit der Erfüllung einer Verbindlichkeit des Schuldners gehandelt haben, sondern sein schuldhaftes Fehlverhalten muss in Ausübung der ihm übertragenen Hilfstätigkeit erfolgt sein (Manfred Löwisch, Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2004, § 278, Rn 48 m. Hinweis auf st.Rspr RGZ 63, 343 f; RG WarnR 1908 Nr. 293; BGHZ 23, 319, 323; 31, 358, 366; 84, 141, 145; 123, 1, 14; BGH NJW-RR 1989, 723; BGH LM § 675 BGB Nr. 173 = NJW 1991, 3208; BGH NJW 1997, 1233, 1234 f; NJW 1997, 1360; BAGE 10, 176, 182 = MDR 1961, 355, 356; BAG NJW 2000, 3369).
Die Haftung der Beklagten für materielle Schäden ergibt sich auch auf vertraglicher Grundlage i. V. m. § 278 BGB, da die Schädigungshandlung des Y in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang mit der ihm übertragenen Aufgabe als Ordnungskraft stand (vgl. BGH NJW 1997, 1360, 1361) und nicht nur bei Gelegenheit der Vertragserfüllung erfolgte.
In diesem Rahmen haftet der Schuldner auch für vorsätzliches weisungswidriges und sogar strafbares Verhalten seiner Hilfsperson (BGH, NJW 1997, 1360, 1361; NJW 1965, 1709, 1710).
Das gilt selbst dann, wenn diese seinen Weisungen oder Interessen vorsätzlich zuwiderhandeln, um eigene Vorteile zu erzielen (vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 1991, XI ZR 207/90, NJW 1991, 3208, 3209; Urteil vom 11. Oktober 1994, XI ZR 238/93, NJW 1994, 3344, 3345; Urteil vom 29. Januar 1997, VIII ZR 356/96, NJW 1997, 1233, 1234f.; Urteil vom 4. Februar 1997, XI ZR 31/96, NJW 1997, 1360, 1361; Urteil vom 13. Mai 1997, XI ZR 84/96, NJW 1997, 2236, 2237; Urteil vom 7. Mai 1998, III ZR 268/96, NJW-RR 1998, 1342, 1343; Urteil vom 19. Juli 2001, IX ZR 62/00, NJW 2001, 3190, 3191).
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