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Timestamp: 2016-10-24 08:57:58
Document Index: 346515258

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42']

8C_738/2010 (05.01.2011)
8C_738/2010
vertreten durch Rechtsanw�ltin Susanne Schaffner-Hess,
Unfallversicherung (Invalidenrente; Arbeitsunf�higkeit),
Der 1957 geborene D.________ war als Maschinenf�hrer bei der L.________ AG t�tig, als er am 28. Februar 2007 von einer Rampe fiel und sich dabei eine Ellbogenluxationstr�mmerfraktur am rechten Arm zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei der er gegen die Folgen von Unf�llen versichert war, erbrachte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Nach einer initial konservativen Therapie wurde der Versicherte bei anhaltenden Beschwerden an der Klinik X.________ zwei Mal operiert und weilte vom 15. Oktober bis 19. November 2008 in der Rehaklinik Y.________. Im Weiteren wurde D.________ mehrmals von Kreisarzt Dr. med. K.________ untersucht. Mit Verf�gung vom 4. Juni 2009 sprach die SUVA dem Versicherten ab Mai 2009 eine Rente von 14 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 15 % zu. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 9. Oktober 2009).
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 8. Juli 2010 ab.
D.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides sei die Sache zu weiteren medizinischen Abkl�rungen an eine Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter sei ihm ab Mai 2009 eine Rente von mindestens 50 % und eine Integrit�tsentsch�digung von mindestens 20 % zu gew�hren.
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer auf Grund der durch den Unfall vom 28. Februar 2007 erlittenen Gesundheitssch�digungen h�here als die ihm zugesprochenen Versicherungsleistungen (Invalidenrente basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 14 %, Integrit�tsentsch�digung entsprechend einer Integrit�tseinbusse von 15 %) beanspruchen kann.
Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache wurden im vorinstanzlichen Entscheid korrekt dargelegt. Hervorzuheben sind die Bestimmungen und Rechtsprechung �ber den Anspruch auf Versicherungsleistungen in Form einer Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) und einer Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1, Art. 25 Abs. 1 und 2 UVG, Art. 36 UVV und Anhang 3 zur UVV) und die Bemessung der Invalidit�t nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.4.2 S. 349 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass das Bundesrecht nicht vorschreibt, wie die einzelnen Beweismittel zu w�rdigen sind. F�r das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung. Danach haben Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
4.1 Uneinigkeit besteht unter den Verfahrensbeteiligten zun�chst bez�glich der auf Grund der Unfallfolgen verbliebenen Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers. Vorinstanz und Unfallversicherer st�tzen sich insbesondere auf die Einsch�tzung gem�ss kreis�rztlicher Abschlussuntersuchung des Dr. med. K.________ vom 3. Februar 2009, wonach die angestammte T�tigkeit zwar nicht mehr zumutbar sei, dem Versicherten aber leidensadaptierte Verrichtungen (k�rperlich leichte Arbeiten ohne dauerndes Extendieren und Flektieren des Ellenbogens und des Handgelenks respektive ohne dauerndes Rotieren des Vorderarmes und des rechten Handgelenks sowie mit einer Hebelimite von zwei bis drei Kilogramm) bei ganzt�giger Pr�senz m�glich seien. Demgegen�ber stuft der Beschwerdef�hrer die vorhandenen medizinischen Akten im Hinblick auf die Frage der Restarbeitsf�higkeit als widerspr�chlich und namentlich vor dem Hintergrund der Ergebnisse der bei der Stiftung Z.________ im Zeitraum vom 3. August bis 2. November 2009 durchgef�hrten Einarbeitung/Eingliederung f�r nicht aussagekr�ftig ein. Er beantragt denn auch in erster Linie weitere medizinische Abkl�rungen. Soweit die Vorinstanz den Abkl�rungsbericht der Stiftung Z.________ vom 26. Oktober 2009 ohne n�here Pr�fung als f�r den Nachweis von Arbeitsunf�higkeit als untauglich qualifizierte, weil er nicht von einem Arzt abgefasst worden sei, fehle es an einer gesetzlichen oder rechtsprechungsm�ssigen Grundlage f�r diese Beschr�nkung in der freien Beweisw�rdigung. Vielmehr sei auf die in jenem Bericht �ber die tats�chliche Leistungsf�higkeit gemachten Aussagen abzustellen, wonach die eingeschr�nkte Einsatzm�glichkeit der rechten Hand eine Besch�ftigung im ersten Arbeitsmarkt nicht zulasse.
4.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt weiter, die von der SUVA ausgew�hlten Arbeitspl�tze im Rahmen der DAP (Dokumentation �ber Arbeitspl�tze) w�rden nicht dem von den �rzten genannten Zumutbarkeitsprofil entsprechen und bei einer Invalidit�tsbemessung mittels statistischer Angaben (Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik: LSE) sei eine Einbusse von 50 % wegen der verletzungsbedingten Verlangsamung sowie ein sogenannter behinderungsbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen. Im Weiteren wird die Bemessung der Integrit�tsentsch�digung kritisiert.
Dem Beschwerdef�hrer ist insofern zuzustimmen, als es bei freier Beweisw�rdigung im Sozialversicherungsprozess (vgl. E. 2) nicht angeht, einem Bericht �ber die funktionelle Leistungsf�higkeit einen Beweiswert nur deshalb abzusprechen, weil er nicht von einem Arzt verfasst wurde. Vielmehr ist auch der Bericht der Stiftung Z.________ vom 26. Oktober 2009 frei zu w�rdigen.
5.1 Aus dem vom Beschwerdef�hrer im kantonalen Verfahren eingereichten Aktenst�ck l�sst sich nicht entnehmen, wer die Abkl�rung in Auftrag gegeben hat und welche Fragen dabei gestellt wurden. Ebenso wenig ist aus dem Dokument vom 26. Oktober 2009 ersichtlich, ob die mit der Erstellung des "Programmberichts" betrauten Personen �ber die medizinischen Akten, insbesondere �ber die Zumutbarkeitsbeurteilung des Dr. med. K.________ vom 3. Februar 2009 und die Beurteilungen der Rehaklinik Y.________ und der Klinik X.________ verf�gten. Aus dem Bericht ergibt sich, dass der Beschwerdef�hrer bei der Stiftung Z.________ in einem Pensum von 50 % t�tig war. Es fehlt indessen an einer Begr�ndung, weshalb kein Versuch mit einem vollen Pensum durchgef�hrt wurde und wie das genannte Pensum �ber die Woche oder den Tag hin verteilt war. Weiter wird angef�hrt, der Einsatz der rechten Hand sei gem�ss Auskunft des Teilnehmers und auch gem�ss den gemachten Beobachtungen nur eingeschr�nkt m�glich gewesen. Offen bleibt dabei, ob die Einschr�nkung auf Grund einer Selbstlimitierung erfolgte oder ob diese rein k�rperlicher Natur war. Zusammenfassend steht fest, dass sich der Bericht der Stiftung Z.________ vom 26. Oktober 2009 aus den genannten Gr�nden nicht eignet, Zweifel an der Zumutbarkeitsbeurteilung des Dr. med. K.________ zu wecken.
5.2 Zu pr�fen bleibt, ob die vorliegenden Berichte und Abkl�rungen gen�gen um zu beurteilen, welche Art von T�tigkeiten in welchem zeitlichen Umfang dem Beschwerdef�hrer trotz der festgestellten Behinderungen noch zumutbar sind.
Gem�ss Austrittsbericht der Rehaklinik Y.________ vom 20. November 2008 leidet der Beschwerdef�hrer in k�rperlicher Hinsicht an Schmerzen im Ellbogen rechts mit einem Flexions- und Extensionsdefizit sowie an Schmerzen im rechten Handgelenk bei einem eingeschr�nkten Bewegungsumfang. Gest�tzt auf medizinisch-theoretische �berlegungen und unter Ber�cksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm erachteten die Spezialisten in der Rehaklinik Y.________ eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags als zumutbar. Eingeschr�nkt sei der Versicherte einzig bei wiederholtem Krafteinsatz des rechten Armes. Kreisarzt Dr. med. K.________ erachtete k�rperlich leichte Arbeiten ohne dauerndes Extendieren und Flektieren des Ellenbogens und des Handgelenks respektive ohne dauerndes Rotieren des Vorderarmes und des rechten Handgelenks sowie T�tigkeiten mit einer Hebelimite von zwei bis drei Kilogramm als ganztags zumutbar. Schliesslich �usserte sich auch Dr. med. M.________, leitender Oberarzt Orthop�die an der Klinik X.________, in seinem Bericht vom 25. August 2009 �ber die zumutbare Arbeitsf�higkeit. Demnach seien die vom Patienten geschilderten Restbeschwerden absolut glaubhaft. Bei den in der klinischen Untersuchung erhobenen Befunden mit einer leicht eingeschr�nkten Flexion, Pro- und Supination und einer Verminderung der rohen Kraft im Faustschluss sowie in der Pinch-Kraft zwischen Daumen und Zeigefinger, aber ohne residuelle Schwellung im Bereiche des rechten Ellbogens und ohne Instabilit�t im Valgus- oder im Varusstress erachtete der behandelnde Spezialarzt eine leidensangepasste T�tigkeit ohne weitere Einschr�nkung als zu 100 % zumutbar. Eine andere, die Arbeitsf�higkeit weitergehend einschr�nkende Zumutbarkeitsbeurteilung aus �rztlicher Sicht findet sich in den Akten nicht, sodass es nicht zu beanstanden ist, dass das kantonale Gericht von weiteren Sachverhaltsabkl�rungen abgesehen und die Erwerbsunf�higkeit auf Grund der vorhandenen, sich nicht widersprechenden Angaben gepr�ft hat. Von einer R�ckweisung, wie sie der Beschwerdef�hrer in erster Linie beantragt, kann daher abgesehen werden.
Zu pr�fen bleibt die kritisierte Invalidit�tsbemessung.
Der Beschwerdef�hrer bem�ngelt, die von der SUVA ausgew�hlten DAP (Dokumentation von Arbeitspl�tzen) w�rden nicht den von den �rzten gemachten Vorgaben bez�glich der Zumutbarkeit entsprechen. Insbesondere sei nur das regelm�ssige Heben von Gewichten von 2 bis 3 kg m�glich, w�hrend die angef�hrten Arbeitspl�tze solche bis 5 kg vors�hen. Dem ist entgegenzuhalten, dass die genauen Arbeitsplatzbeschreibungen (Seite 4 der jeweiligen Dokumentationen) zeigen, dass - wenn �berhaupt - nur ganz selten Gewichte gehoben werden m�ssen und diese gegebenenfalls auch mit dem unverletzten linken Arm bewegt werden k�nnten. Dar�ber hinaus w�rde auch die Invalidit�tsbemessung mittels statistischer Durchschnittswerte zu keinem h�heren Resultat f�hren. Gem�ss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2008 (LSE) verdiente ein m�nnlicher Arbeitnehmer in einer T�tigkeit auf Anforderungsniveau 4 durchschnittlich Fr. 4'935.- pro Monat bei 40 Stunden pro Woche, was einem Jahreslohn von Fr. 61'589.- entspricht (4'935 : 40 x 41.6 x 12). Unter Ber�cksichtigung der durchschnittlich f�r das Jahr 2009 erhobenen Lohnentwicklung (2008: 104.9; 2009: 107.1) ergibt sich f�r 2009 ein Lohn von Fr. 62'880.-. Auch mit einem maximal gerechtfertigten behinderungsbedingten Abzug von 15 % w�rde das dermassen ermittelte Invalideneinkommen noch Fr. 53'448.- betragen und damit �ber demjenigen liegen, welches die SUVA ihrer Verf�gung zu Grunde gelegt hat. Der Invalidit�tsgrad von 14 % ist damit nicht zu beanstanden.
Schliesslich verlangt der Beschwerdef�hrer eine h�here Integrit�tsentsch�digung. Er unterl�sst es indessen, sich mit der diesbez�glichen Begr�ndung im Einspracheentscheid und im vorinstanzlichen Entscheid auseinanderzusetzen, und f�hrt lediglich aus, es erscheine gerechtfertigt, die Sch�den im Handgelenk und im Ellenbogen mit je 10 % zu entsch�digen. Damit gen�gt er den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 42 Abs. 2 BGG nicht, weshalb auf dieses Rechtsbegehren nicht einzutreten ist.