Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2085/71
Timestamp: 2019-07-20 09:01:10
Document Index: 69288517

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH', '§ 201', '§ 852', '§ 14']

BGH, 11.07.1972 - VI ZR 85/71 - dejure.org
https://dejure.org/1972,2184
BGH, 11.07.1972 - VI ZR 85/71 (https://dejure.org/1972,2184)
BGH, Entscheidung vom 11.07.1972 - VI ZR 85/71 (https://dejure.org/1972,2184)
BGH, Entscheidung vom 11. Juli 1972 - VI ZR 85/71 (https://dejure.org/1972,2184)
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Regress unter Versicherungen für das schuldhafte Verursachen eines Verkehrsunfalls des Versicherungsnehmers mit tödlichem Ausgang - Unterbrechung bzw. Hemmung der Verjährung - Vorliegen eines Schuldanerkenntnisses - Führen von "Verhandlungen" i.S.d. § 14 Abs. 2 Straßenverkehrsgesetz (StVG) - Missbrauch der Rechtsordnung bei Berufung auf die Verjährung
VersR 1972, 1078
Unabhängig von der verneinten Drittwirkung des Einredeverzichts ist einem Schuldner die Berufung auf Verjährung dann nicht möglich, wenn er als Schuldner den oder die neuen Gläubiger, sei es auch unabsichtlich, von einer rechtzeitigen Klageerhebung abgehalten hat (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 1991 - XII ZR 146/90 - NJW-RR 1991, 1033, 1034 f.; vgl. auch Senat, Urteil vom 11. Juli 1972 - VI ZR 85/71 - VersR 1972, 1078, 1079).
Davon wurden auch die Ansprüche auf wiederkehrende Leistungen erfaßt (§§ 201, 197 BGB a.F.; vgl. Senatsurteile vom 11. Juli 1972 - VI ZR 85/71 - VersR 1972, 1078, 1079; vom 3. Juli 1973 - VI ZR 38/72 - VersR 1973, 1066, 1067; vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - VersR 2000, 1116, 1117).
Dieser Inhalt der Korrespondenz der Parteien spricht dafür, daß - wie in der Regel - die Vergleichsverhandlungen über eine Bereinigung des gesamten Schadens geführt wurden und sich nicht unter Ausklammerung des Erwerbsschadens allein auf das von der Klägerin "konkretisierte" Schmerzensgeld beschränkten (vgl. Senatsurteil vom 11. Juli 1972 - VI ZR 85/71 - VersR 1972, 1078, 1079 f).
Für die Verjährungsfrist des § 852 BGB oder des § 14 StVG usw. ist nun allerdings bei Rentenansprüchen auf das "Stammrecht", aus dem die Rechte auf die einzelnen wiederkehrenden Leistungen fließen (RGZ 136, 427, 430), abzustellen (Senatsurt. v. 3. Juli 1973 - VI ZR 38/72 = VersR 1973, 1066); hat der Berechtigte das Stammrecht verjähren lassen, so sind auch alle seine Ansprüche auf die jeweilig fällig gewordenen Rentenleistungen verjährt (Senatsurt. v. 11. Juli 1972 - VI ZR 85/71 = VersR 1972, 1078 m.w.Nachw.).