Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%202008,%2043
Timestamp: 2020-02-22 08:05:10
Document Index: 17159066

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 267', '§ 3', '§ 3']

OLG Stuttgart, 24.10.2007 - 4 Ss 264/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,7490
OLG Stuttgart, 24.10.2007 - 4 Ss 264/07 (https://dejure.org/2007,7490)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 24.10.2007 - 4 Ss 264/07 (https://dejure.org/2007,7490)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 24. Januar 2007 - 4 Ss 264/07 (https://dejure.org/2007,7490)
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Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit: Lichtschrankenmessung mit einem Gerät der Marke ESO Typ ES 1.0
Verwertbarkeit der Lichtschrankenmessung mit einem Gerät der Marke ESO Typ ES 1.0 mittels passiver Messung ohne Lichtsender
Lichtschrankenmessung - mittels ESO Typ ES 1.0 - passive Messung
Geschwindigkeitsüberschreitung - Lichtschrankenmessung mit dem ESO Typ ES 1.0
Das Geschwindigkeits-Überwachungsgerät Typ ES 1.0 der Firma ESO erfüllt die Vorgaben der Rechtssprechung des BGH
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des OLG Stuttgart vom 24.10.2007, Az.: Ss 264/07 (Lichtschrankenmessung mit dem Gerät ESO Typ ES 1.0 standardisiertes Messverfahren)" von RiAG Dr. Axel Deutscher, original erschienen in: VRR 2007, 476 - 477.
AG Heilbronn - 4 Ss 264/07AK 484/06
NStZ-RR 2008, 123
NZV 2008, 43
Der Senat kann vorliegend offen lassen, ob es sich bei dem bei der Messung auf der Bundesautobahn A 8 Fahrtrichtung Stuttgart-Karlsruhe eingesetzten tragbaren Messgerät der Marke "PoliScan Speed" der Firma Vitronic um ein anerkanntes und weitgehend standardisiertes Messverfahren handelt (so nunmehr OLG Düsseldorf, Beschluss vom 20.01.2010, IV-5 Ss-OWi 206/09 - (OWi) 178/09; offen gelassen in: OLG Stuttgart, Beschluss vom 30.11.2009, 2 Ss 1450/09; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 12.02.2010, 3 (5) SsBs 629/09 - AK 4/10; vgl. allg. hierzu BGHSt 39, 241 ff.; 43, 277 ff.; OLG Hamm VRS 97, 144 ff.; OLG Stuttgart DAR 2007, 657 ff.; dass. NZV 2008, 43 ff.; OLG Saarbrücken NZV 1996, 207 ff.) oder die unter anderem gegen die Nachprüfbarkeit und Zuverlässigkeit des Messverfahrens vorgebrachten Einwände (vgl. hierzu Löhle DAR 2009, 422 ff.; AG Dillenburg DAR 2009, 715 f. mit kritischer Anmerkung von Priester zum Messverfahren, abgedruckt in: jurisPR-VerkR 2/2010 Anm. 6) eine solche Einstufung nicht zulassen, denn das Amtsgericht hat seine Feststellung, der Betroffene habe die an der Messstelle zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 28 km/h überschritten, im Einzelfall rechtsfehlerfrei begründet (ebenso OLG Stuttgart, Beschluss vom 30.11.2009, 2 Ss 1450/09).
Der Tatrichter hat nur dann Veranlassung; die Zuverlässigkeit von Messungen zu überprüfen, die mit einem standardisierten Messverfahren gewonnen worden sind, wenn sich konkrete Tatsachen ergeben, die geeignet sind, Zweifel an der Richtigkeit des Messergebnisses zu wecken (std. Rspr. seit BGHSt 39, 291, 297; s. etwa BGHSt 43, 277; OLG Köln NZV 2003, 100, 101; NZV 2013, 459; OLG Stuttgart NZV 2008, 43; OLG Hamm NZV 2002, 282).
Nur bei Vorliegen von Umständen, die abweichend vom Regelfall dem Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Messung entgegen stehen, mithin konkrete Zweifel an der Funktionstüchtigkeit und der sachgerechten Handhabung des eingesetzten Messgerätes begründen, sind im Urteil über die bereits genannten Angaben hinaus nähere Ausführungen zur Messung erforderlich (OLG Stuttgart NZV 2008, 43 unter Hinweis auf OLG Dresden VRS 109, 196, 199 m.w.N.).
Senatsbeschluss vom 11.07.2006 - 3 Ss OWi 906/06 = OLGSt StPO § 267 Nr. 18; zu den Anforderungen an die Anerkennung eines ,standardisierten' Messverfahrens zuletzt instruktiv auch Beschlüsse des OLG Stuttgart vom 24.10.2007 - 4 Ss 264/07 und vom 14.08.2007 - 4 Ss 23/07 DAR 2007, 657 ff.; aus der Lit. ferner Janiszewski/Jagow/Burmann Straßenverkehrsrecht 19. Aufl. § 3 StVO Rn. 85 und Hentschel Straßenverkehrsrecht 39. Aufl. § 3 StVO Rn. 56b jeweils m. zahlr.
In Erfüllung dieser Voraussetzungen gehört zur ordnungsgemäßen Begründung auch der Vortrag, dass der Inhalt der Urkunde auch nicht anderweitig, insbesondere durch Vorhalt oder durch Vernehmung eines Zeugen, in die Hauptverhandlung eingeführt worden ist (zu vgl. Senatsbeschluss vom 20.09.2007, StRR 2007, 323 und vom 22.04.2008, VRR 2008, 243).
Es ist insoweit auf die Ausführungen des OLG Stuttgart zum Vorgängermodell ES1.0 des hier genutzten Messsystems in NJW-Spezial 2008, 75 = VRR 2007, 476 [Deutscher] zu verweisen.