Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201990,%20463
Timestamp: 2020-01-19 05:52:15
Document Index: 207332942

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.09.1989 - I ZR 27/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1001
BGH, 21.09.1989 - I ZR 27/88 (https://dejure.org/1989,1001)
BGH, Entscheidung vom 21.09.1989 - I ZR 27/88 (https://dejure.org/1989,1001)
BGH, Entscheidung vom 21. September 1989 - I ZR 27/88 (https://dejure.org/1989,1001)
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Wettbewerbsförderungsabsicht bei Handlungen von Gemeindeverwaltungen - Vorgehensmöglichkeit eines Mitbewerbers bei irreführender Auskunft der Gemeindeverwaltung zu Gunsten seines Konkurrenten - Ansage der Telefonnummer eines Bestattungsunternehmens beim gemeindlichen ...
"Firmenrufnummer"; Förderung fremden Wettbewerbs durch Auskünfte einer Gemeindeverwaltung
NJW-RR 1990, 534
GRUR 1990, 463
DÖV 1990, 627
Abweichend davon ist aber eine Absicht zur Förderung des Wettbewerbs gegeben, wenn der öffentliche Auftraggeber an dem wirtschaftlichen Erfolg des Gewerbetreibenden, dessen Wettbewerb zu fördern sein Handeln geeignet ist, ein Interesse hat, weil er davon aufgrund besonderer Umstände - etwa aufgrund vertraglicher Beziehungen - profitiert (vgl. BGH, Urt. v. 21.9. 1989 - I ZR 27/88, GRUR 1990, 463, 464 = WRP 1990, 254 - Firmenrufnummer; Alexander, WRP 2004, 700, 704 f.).
Allerdings kann bei der Beklagten zu 1 als Gemeinde, die selbst nicht erwerbswirtschaftlich tätig geworden ist, nicht vermutet werden, dass sie mit dem Ziel gehandelt hat, den Wettbewerb zu fördern (vgl. BGH, Urteil vom 21. September 1989 - I ZR 27/88, GRUR 1990, 463, 464 = WRP 1990, 254 - Firmenrufnummer).
Dann besteht wie bei anderen Unternehmen auch eine tatsächliche Vermutung für das Vorliegen einer geschäftlichen Handlung (BGH GRUR 1990, 463 [464] - Firmenrufnummer ).
Diese kann insbesondere dann gegeben sein, wenn eine Gemeinde an dem wirtschaftlichen Erfolg eines Gewerbetreibenden, dessen Wettbewerb zu fördern ihr Handeln geeignet ist, ein Interesse hat, weil sie davon aufgrund vertraglicher oder sonstiger Beziehungen profitiert (BGH, Urt. v. 21.9.1989 - I ZR 27/88, GRUR 1990, 463, 464 = WRP 1990, 254 - Firmenrufnummer, m.w.N.).
wobei als Mitwirkung auch die Unterstützung oder Ausnutzung der Handlung eines eigenverantwortlich handelnden Dritten genügt, sofern der in Anspruch Genommene die rechtliche Möglichkeit zur Verhinderung dieser Handlung hatte (…st. Rspr., vgl. BGH, Urt. v. 19.5.1988 - I ZR 17O/86, GRUR 1988, 832, 834 = WRP 1988, 663, 664 - Benzinwerbung;… Urt. v. 7.7.1988 - I ZR 36/87, GRUR 1988, 829, 830 = WRP 1988, 668, 669 - Verkaufsfahrten II; Urt. v. 21.9.1989 - I ZR 27/88, GRUR 199O, 463, 464 - WRP 199O, 254, 255 - Firmenrufnummer;… Urt. v. 12.10.1989 - I ZR 29/88, GRUR 199O, 373, 374 = WRP 199O, 270, 272 - Schönheitschirurgie, jeweils m.w.N.).
Es kann indessen dahinstehen, ob die öffentliche Verbreitung eines Werbekonzepts durch eine Werbeagentur allein schon deren wettbewerbsrechtliche Störerhaftung zu begründen vermag (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 21.9. 1989 - I ZR 27/88, GRUR 1990, 463, 464 - Firmenrufnummer;… Urt. v. 2.5. 1991 - I ZR 227/89, GRUR 1991, 769, 770 - Honoraranfrage).
Für eine solche Absicht spricht bei kaufmännisch geführten Unternehmen und objektiv zur Wettbewerbsbeeinflussung geeignetem Verhalten eine Vermutung (st. Rspr., BGH, Urt. v. 21.9.1989 - I ZR 27/88, GRUR 1990, 463, 464 - WRP 1990, 254 - Firmenrufnummer m. Nachw.).
Der Vorwurf des Wettbewerbsverstoßes ist mithin nicht allein durch die Berufung auf ein hoheitliches Tätigwerden auszuräumen, denn die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben und die Wettbewerbsabsicht schließen einander nicht aus (BGH GRUR 1990, 463/464 - Firmenrufnummer; OLG Stuttgart NJWE-WettbR 1999, 3/4).
Eine Vermutung besteht diesbezüglich nicht (BGH GRUR 1990, 463/464 - Firmenrufnummern).
KG, 08.08.2000 - 5 U 4488/99
Unlauterer Wettbewerb; Kassenärztliche Vereinigung; Krankenhauseinweisung; …
OLG Köln, 26.02.1993 - 6 U 27/92
Warenzeichen; Schleichwerbung; Presseäußerungen
OLG München, 09.02.1995 - 29 U 3287/94