Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=X%20ZR%206/93
Timestamp: 2019-09-17 15:40:01
Document Index: 223864996

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 65', '§ 693', '§ 166', '§ 168', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 65', '§ 12', 'BGH', '§ 167', '§ 167', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 270', '§ 270', '§ 270', '§ 270', '§ 270', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

https://dejure.org/1993,151
BGH, 29.06.1993 - X ZR 6/93 (https://dejure.org/1993,151)
BGH, Entscheidung vom 29.06.1993 - X ZR 6/93 (https://dejure.org/1993,151)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 1993 - X ZR 6/93 (https://dejure.org/1993,151)
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Voraussetzungen für eine alsbaldige Zustellung - Zustellung eines Mahnbescheids - Verpflichtung des Klägers zum Prozeßkostenvorschuß - Einzahlung des Gebühren- und Auslagenvorschusses ohne gerichtliche Aufforderung - Zahlungsaufforderung des Gerichts - Abhängigkeit des ...
GKG § 65 Abs. 3 Satz 1; ZPO § 693 Abs. 2
WM 1993, 1818
Entsprechend hat die Geschäftsstelle des Landgerichts, die die Zustellung der Klageschrift nach § 166 Abs. 2, §§ 168, 170 ZPO zu bewirken hatte, die Bezeichnung des gesetzlichen Vertreters ausgelegt und die Zustellung an den (nicht notwendig namentlich zu benennenden, vgl. BGH, Urteil vom 29. Juni 1993 - X ZR 6/93, WM 1993, 1818, 1821) Vorstand der Beklagten als deren gesetzlichen Vertreter bewirkt, so dass das Prozessrechtsverhältnis zur Beklagten wirksam zustande gekommen ist.
Dem Kläger sind nur solche Verzögerungen zuzurechnen, die er oder sein Prozeßbevollmächtigter bei sachgerechter Prozeßführung hätten vermeiden können (BGHZ 145, 358, 362; BGH, Urt. v. 29. Juni 1993 - X ZR 6/93, NJW 1993, 2811, 2812; v. 9. November 1994 - VIII ZR 327/93, NJW-RR 1995, 254, 255).
Hingegen ist es dem Kläger nicht zuzurechnen, wenn das Gericht seinerseits durch nicht gebotene Rückfragen und Zwischenverfügungen zur Zustellungsverzögerung beigetragen hat (vgl. BGHZ 134, 343, 352; BGH, Urteile vom 29. September 1983 - VII ZR 31/83 - NJW 1984, 242 und vom 29. Juni 1993 - X ZR 6/93 - aaO, 2813).
Sie ergibt sich nicht aus dem Prozessrechtsverhältnis, weil der Kläger seinerseits bereits alles getan hat, was die Zivilprozessordnung für die Klagzustellung von ihm fordert (vgl. dazu BGH, Urteil vom 29. Juni 1993 aaO).
Den hier eingetretenen Zeitablauf haben die Kläger im wesentlichen nicht zu vertreten: Sie waren nicht verpflichtet, den Gerichtskostenvorschuß nach § 65 Abs. 1 Satz 1 GKG (nunmehr § 12 Abs. 1 Satz 1 GKG) einzuzahlen, bevor sie dazu vom Gericht aufgefordert worden waren (…vgl. BGH, Urt. v. 25. November 1985, aaO; v. 29. Juni 1993 - X ZR 6/93, NJW 1993, 2811, 2812;… Zöller/Greger, ZPO 24. Aufl. § 167 Rn. 15;… MünchKomm-ZPO/Wenzel, 2. Aufl. Aktualisierungsband § 167 Rn. 9).
Dabei ist die Dauer der Verzögerung dann unerheblich, wenn diese im Verantwortungsbereich des Gerichts bzw. hier der ÖRA liegt (BGH, Urteil vom 29. Juni 1993, X ZR 6/93, NJW 93, 2811).
Dabei habe der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung Verzögerungen bis zu 14 Tagen als geringfügig erachtet, selbst wenn sie auf einem nachlässigen Verhalten des Gläubigers beruhten, und als unschädlich angesehen (Bezugnahme unter anderem auf BGH, NJW 1993, S. 2811 ).
aa) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs besteht grundsätzlich keine Verpflichtung des Klägers, den Gebührenvorschuss von sich aus, vor gerichtlicher Zahlungsaufforderung, einzuzahlen (…z.B. BGH, NJW 1956, S. 1319 f.;… NJW 1972, S. 1948 f.;… BGHZ 69, S. 361, 363 f.;… BGH, WM 1985, S. 36 f.;… NJW 1986, S. 1347 f.;… VersR 1992, S. 433 f.; NJW 1993, S. 2811 f.;… NJW 1994, S. 1073 f.;… NJW-RR 1995, S. 254 f.;… VersR 1999, S. 1525 f.;… ebenso die ganz herrschende Meinung in der Literatur, z.B. Baumbach/Lauterbach u.a., ZPO, 58. Auflage 2000, § 270 Rn. 27;… Zöller, ZPO, 22. Auflage 2001, § 270 Rn. 8;… Stein/Jonas, ZPO, 21. Auflage, § 270 Rn. 48;… Münchner Kommentar zur ZPO, Bd. 1, § 270 Rn. 54;… Musielak, ZPO, 2. Auflage 2000, § 270 Rn. 22).
Mit dieser Frage beschäftigte sich insbesondere auch die Entscheidung des Bundesgerichtshofs, auf die der Beschwerdeführer das Oberlandesgericht in seinem Schriftsatz vom 12. August 1999 ausdrücklich hingewiesen hat (BGH, NJW 1993, S. 2811).
Auf der damit gegebenen Abweichung von dem zitierten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, NJW 1993, S. 2811) beruht die Ent-scheidung des Oberlandesgerichts.
Darüber hinaus hat das Oberlandesgericht in seiner eigenen Entscheidung - wenn auch in anderem Zusammenhang - nicht nur mehrere der einschlägigen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, sondern gerade auch die Entscheidung zitiert, deren alleiniger Gegenstand die Frage ist, ob jedenfalls in den Fällen anwaltlicher Vertretung und einfacher Berechnung des Vorschusses dieser innerhalb einer Woche ab Einreichung des Mahnantrags unaufgefordert bezahlt werden muss (BGH, NJW 1993, S. 2811), ohne sich hiermit auseinander zu setzen.
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