Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.01.1992&Aktenzeichen=IX%20ZR%20113/91
Timestamp: 2020-08-05 22:05:57
Document Index: 367969453

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 138', '§ 765', '§ 307', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 765', '§ 765', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH']

BGH, 16.01.1992 - IX ZR 113/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,286
BGH, 16.01.1992 - IX ZR 113/91 (https://dejure.org/1992,286)
BGH, Entscheidung vom 16.01.1992 - IX ZR 113/91 (https://dejure.org/1992,286)
BGH, Entscheidung vom 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91 (https://dejure.org/1992,286)
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Nichtige Bürgschaft - Bürgschaftsverpflichtung - Inhaltliche Unbestimmtheit - Bestimmtheit - Teilnichtigkeit - Teilunwirksamkeit - Unternehmenskredit - Mehrheitsgesellschafter - Geschäftsführer des Unternehmens - Nennenswertes Vermögen - AGB
Wirksamkeit der Bürgschaft einer vermögenslosen Ehefrau
Wirksamkeitsvorraussetzungen eines formulargemäßen Bürgschaftsversprechens
AGBG § 6 Abs. 1; BGB § 138, § 765
Bürgschaft; Mithaftung der Ehefrau für Unternehmenskredit
Nach dieser Bestimmung, die auch dann zur Anwendung kommt, wenn die Unwirksamkeit sich nicht aus den §§ 307 bis 309 BGB, sondern aus anderen gesetzlichen Vorschriften ergibt (vgl. zur Vorgängerregelung in § 6 Abs. 1 AGBG etwa BGH 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91 - zu I 2 der Gründe) , bleibt, sofern Allgemeine Geschäftsbedingungen ganz oder teilweise nicht Vertragsbestandteil geworden oder unwirksam sind, der Vertrag im Übrigen wirksam.
Dieser ist mit dem Begriff der Geschäftsverbindung, die im anschließenden Halbsatz - "insbesondere aus laufender Rechnung und aus der Gewährung von Krediten jeder Art" - näher erläutert wird, genügend konkret beschrieben (vgl. BGHZ 25, 318, 321;… BGH, Urt. v. 6. Dezember 1984 - IX ZR 115/83, NJW 1985, 848; v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, ZIP 1992, 233).
Ob die weiteren Teile der Klausel ebenfalls nur die bankmäßige Geschäftsverbindung erläutern oder eine darüber hinausgehende Verpflichtung ohne jede sachliche Begrenzung begründen sollen, die unwirksam wäre (vgl. Senatsurt. v. 5. April 1990 - IX ZR 111/89, NJW 1990, 1909; v. 16. Januar 1992 aaO S. 234), ist hier unerheblich.
Die hier zu beurteilende Bürgschaftsklausel entspricht in Form und Inhalt im wesentlichen derjenigen, die der Senat im Urteil vom 16. Januar 1992 (aaO) zu würdigen hatte.
Ein Rechtsgeschäft ist nach dieser Vorschrift nur dann nichtig, wenn es in seinem aus der Zusammenfassung von Inhalt, Beweggrund und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter den guten Sitten widerspricht, wobei allein auf die Umstände bei Vertragsschluß abzustellen ist (BGHZ 86, 82, 88; 107, 92, 97; BGH, Urt. v. 16. Januar 1992, aaO S. 235).
In der Rechtslehre wird zwar teilweise die Ansicht vertreten, schon dieser erste Teil der Sicherungszweckerklärung (…zum zweiten Teil vgl. BGH, Urt. v. 5. April 1990 - IX ZR 111/89, WM 1990, 969, 970; v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, WM 1992, 391, 392; v. 24. Februar 1994 - IX ZR 227/93, NJW 1994, 1341, 1342) sei inhaltlich nicht bestimmt genug, weil zu der sachlichen Begrenzung auf Forderungen aus der Geschäftsverbindung eine Begrenzung der Höhe nach hinzutreten müsse (…Brandner, in: Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG 7. Aufl. Anh. §§ 9 - 11 Rdnr. 260;… Horn, in: Festschrift für Merz 1992 S. 217, 219 ff;… ders., in: Staudinger/Horn, BGB 12. Aufl. § 765 Rdnr. 10;… Pecher, in: MünchKomm-BGB, 2. Aufl. § 765 Rdnr. 12; Reinicke/Tiedtke JZ 1985, 485, 486; dies. JZ 1986, 426, 427 f; Tiedtke ZIP 1994, 1237, 1238; Thelen DB 1991, 741 ff).
Soweit dem Senatsurteil vom 16. Januar 1992 (IX ZR 113/91 - NJW 1992, 896, 899) eine davon abweichende Auffassung zu entnehmen sein sollte, wird daran nicht festgehalten.
Dieser ist mit dem Begriff der Geschäftsverbindung, die im Klammerzusatz näher erläutert wird, genügend konkret beschrieben (vgl. BGHZ 25, 318, 321;… BGH, Urt. v. 6. Dezember 1984 - IX ZR 115/83, NJW 1985, 848; v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, ZIP 1992, 233).
Zwar sind die übrigen Teile der Klausel, weil sie eine darüber hinausgehende Verpflichtung ohne jede sachliche Begrenzung begründen sollen, unwirksam (vgl. Senatsurt. v. 5. April 1990 - IX ZR 111/89, NJW 1990, 1909; v. 16. Januar 1992 aaO S. 234).
Ein Rechtsgeschäft ist nach § 138 Abs. 1 BGB nur dann nichtig, wenn es in seinem aus der Zusammenfassung von Inhalt, Beweggrund und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter den guten Sitten widerspricht, wobei allein auf die Umstände bei Vertragsschluß abzustellen ist (BGHZ 86, 82, 88; 107, 92, 97; BGH, Urt. v. 16. Januar 1992, aaO S. 235).
Es handelt sich um inhaltlich von dem übrigen Vertragstext trennbare, aus sich heraus verständliche Regelungen, die jeweils einer gesonderten Wirksamkeitsprüfung zugänglich sind (vgl. in diesem Zusammenhang BGHZ 106, 19, 25 f; 107, 185, 190 f; 109, 197, 203; BGH, Urt. v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, WM 1992, 391, 392 f;… Ulmer/Brandner/Hensen aaO. § 6 Rdn. 12).
Diese Regelung hat Schutzfunktion zugunsten des Kunden (BGH, Urt. v. 16. Januar 1992 - IX ZR 113/91, WM 1992, 391, 392).
OLG Koblenz, 25.03.1992 - 5 W 94/92
Sittenwidrigkeit der Bürgschaftserklärung des vermögenslosen Ehegatten; …
Wirksamkeit der Vereinbarung einer Vertragsstrafe in einer …