Source: http://www.gevestor.de/details/sparen-sie-steuern-setzen-sie-werbungskosten-richtig-ein-2833.html
Timestamp: 2017-08-22 12:50:26
Document Index: 127378825

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 24', '§ 12', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

Sparen Sie Steuern: Setzen Sie Werbungskosten richtig ein
Wenn Sie mit Ihren Kapitalanlagen Zinsen erwirtschaften, oder wenn Sie etwa Dividenden oder Einnahmen aus stillen Beteiligungen kassieren, freut sich auch der Staat. Je mehr Einkünfte Sie nämlich, beispielsweise mit Hilfe der Tipps aus dem „Geldanlage-Berater“, aus Ihren Anlagen erzielen, desto mehr Steuern kann der Staat einsammeln.
Dann können Sie Ihre Werbungskosten gegenrechnen: Werbungskosten sind alle Ausgaben, die Sie aufgebracht haben, um Ihr Kapital Gewinn bringend anzulegen, zu verwalten und zu sichern. Diese Kosten können Sie im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung (Anlage KAP, Seite 2, Zeilen 54 bis 61) ansetzen, und so die Einnahmen aus Kapitalvermögen und damit Ihre Steuerschuld verringern. Ausländische Werbungskosten sind abzugsfähig, wenn die Erträge der deutschen Einkommensteuer unterliegen (Anlage KAP, Seite 2, Zeilen 57 bis 58).
Was Sie zum Halbeinkünfteverfahren in der Geldanlage berücksichtigen müssen
Kapitalgesellschaften versteuern Gewinne grundsätzlich mit 25%. Die Gesellschafter müssen aber die Hälfte der Ausschüttungen der Kapitalgesellschaft weiterhin als Einnahmen aus Kapitalvermögen versteuern. Die mit diesen, nur zur Hälfte steuerpflichtigen Einnahmen im Zusammenhang stehenden Werbungskosten können auch nur zur 50% berücksichtigt werden (§ 3 c Abs. 2 EStG).
Für die Aufteilung von Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen, die nur teilweise dem Halbeinkünfteverfahren unterliegen, gilt: Die Aufteilung der Werbungskosten erfolgt nach den vertraglich vereinbarten Gebühren. Ist eine exakte Zuordnung der Werbungskosten nicht möglich, kann auch geschätzt werden. Als Maßstab gilt der Kurswert.
Lassen sich Werbungskosten bis 500 € (1.000 € bei Verheirateten) nicht unmittelbar der einzelnen Kapitalanlage zuordnen, übernimmt das Finanzamt Ihre gewählte Aufteilung. Das Steueränderungsgesetz 2003 bringt seit 2004 auch eine Erleichterung für Ihre Steuererklärung als Kapitalanleger. Inländische Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute müssen seit 2004 Bescheinigungen für abgewickelte Transaktionen ausstellen (§ 24c EStG).
In diesen Bescheinigungen sind sowohl die Zinsen als auch die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften anzugeben. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass der Steuerzahler nicht mehr „vergessen“ kann, die Erträge aus Spekulationsgeschäften in die Steuererklärung zu übernehmen. Ein amtliches Muster der Bescheinigung wurde mit einem BMF-Schreiben vom 31.8.2004 veröffentlicht.
Werbungskosten-Check von A bis Z
Der Abzug von Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen führt häufig zu Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt. Damit Sie in diesen Fällen gute Argumente parat haben und außerdem bei der Einkommensteuererklärung keine Ausgaben vergessen, finden Sie hier die gesamte Werbungskostenpalette von A bis Z. „Geldanlage-Berater“-Tipp: Nutzen Sie unsere praktische Excel-Vorlage zur Auflistung Ihrer persönlichen Werbungskosten. Download im Internet unter www.geldanlage-berater.de.
Absetzungen für Abnutzung (AfA)
Wenn Sie Wirtschaftsgüter zur Erzielung einkommensteuerpflichtiger Einkünfte einsetzen, gelten auch deren Anschaffungskosten als Werbungskosten. Kosten von über 410 € netto müssen Sie allerdings auf die gewöhnliche Nutzungsdauer verteilen. Im Bereich der Überschusseinkünfte, wozu auch die Einkünfte aus Kapitalvermögen gehören, ist nur die lineare Abschreibung zulässig, bei der Sie die Anschaffungskosten gleichmäßig auf die Nutzungsdauer verteilen.
Für bewegliche Wirtschaftsgüter wie etwa Autos, Büromaschinen oder Computer hat das Bundesfinanzministerium die Nutzungsdauern festgelegt (amtliche AfA-Tabellen: z. B. PKW 6 Jahre, Büromöbel: 13 Jahre; Notebook: 3 Jahre). Hierbei handelt es sich jedoch nur um Durchschnittssätze. Weichen Sie von diesen Sätzen ab, müssen sich auf kritische Fragen des Finanzamtes einstellen.
Abschreiben kann generell nur der Eigentümer. Eigentümer sind Sie in der Regel mit dem Zeitpunkt der Lieferung. Nur in Ausnahmefällen kann auch der so genannte „wirtschaftliche Eigentümer“ die AfA als Werbungskosten berücksichtigen. Durch das Haushaltsbegleitgesetz 2004 müssen Sie die AfA im Jahr der Anschaffung für jeden Monat der Nutzung mit 1/12 der Jahres-AfA ansetzen. Bis 2003 konnten Sie bei einer Anschaffung bis zum 30.6. die volle Jahresabschreibung berücksichtigten, danach war nur noch die halbe Jahresabschreibung abzugsfähig.
Aktionärsversammlung/ Gesellschafterversammlung
Als Aktionär/Gesellschafter haben Sie das Recht, an der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft/der Gesellschafterversammlung einer GmbH teilzunehmen. Entstehen Ihnen Kosten für die Teilnahme an der Veranstaltung (siehe Reisekosten), sind diese als Werbungskosten abzugsfähig.
Allerdings schiebt die Finanzverwaltung Kleinaktionären/Minderheitsgesellschaftern einen Riegel vor. Hier sind nur die Kosten abzugsfähig, die in einem angemessenen Verhältnis zu den Dividendenzahlungen/Erträgen stehen. Darüber hinausgehende Kosten gehören zu den nicht abzugsfähigen Kosten der Lebensführung (§ 12 EStG).
Benötigen Sie zur Erzielung von Kapitalerträgen Arbeitsmittel, sind diese als Werbungskosten abzugsfähig. Hierzu gehören etwa Aktentasche, Computer, Software für die Wertpapieranalyse und zur Verwaltung der Wertpapiere, Büromöbel, Fachliteratur, Taschenrechner und Büromaterial.
Neben dem reinen Warenwert zählen auch die Nebenkosten (z. B. Transport- oder Installationskosten) dazu. Abziehen müssen Sie Preisvorteile durch Skonti. Liegt der Netto-Rechnungsbetrag über 410 € (475,60 € brutto) müssen Sie die Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer verteilen (siehe auch Absetzung für Abnutzung).
Aufwendungen für das Arbeitszimmer sind auch als Werbungskosten (anteilig) abzugsfähig. Dazu gehören beispielsweise: Miete, Gebäude-AfA bei einem eigenen Objekt, Finanzierungskosten für die Anschaffung oder Herstellung des Gebäudes, Betriebskosten, Reparatur- und Renovierungsaufwendungen, Versicherungen, Steuern, Reinigungskosten, Ausstattungskosten (z. B. Tapeten, Teppiche, Vorhänge, Deckenleuchten).
Kosten für ein Arbeitszimmer sind nur abzugsfähig, wenn es ausschließlich zur Verwaltung Ihrer Vermögenswerte genutzt wird. Der Gesetzgeber hat die jährlich abzugsfähigen Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer auf maximal 1.250 € begrenzt.
Das gilt für Arbeitsräume innerhalb der eigenen Wohnung, im Dachgeschoss, in einer angemieteten zusätzlichen Wohnung auf der gleichen Etage oder im Hobbyraum. Nur wenn Sie ein Arbeitszimmer außerhalb Ihres Wohnhauses oder außerhalb der Wohnung angemietet haben, sind die gesamten Aufwendungen abzugsfähig. Das Gleiche gilt auch, wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen und von einem Fremden zusätzliche Kellerräume anmieten.
Bankgebühren/-spesen
Bei den Bankgebühren bzw. -spesen müssen Sie unterscheiden ob die Kosten mit der Anschaffung, der Veräußerung oder mit der Verwaltung im Zusammenhang stehen. Als Werbungskosten können Sie generell nur Ausgaben für die Verwaltung und Betreuung durch die Bank ansetzen.
Beim Abschluss eines Bausparvertrages fallen Werbe- und Abschlusskosten an, mit denen das Bausparkonto belastet wird. Diese Abschlussgebühren können Sie als Werbungskosten berücksichtigen. Dabei muss allerdings die Erwartung einer – wenn auch bescheidenen – Rendite aus dem Bausparguthaben im Vordergrund stehen und es darf keine konkrete Bauabsicht bestehen. Zweck des Vertrages ist somit die Erlangung eines Baudarlehens und die Verwendung der Kreditmittel. Erst wenn der Bausparvertrag zur Finanzierung einer vermieteten Immobilie eingesetzt wird, liegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vor.
Hinweis: Sie haben einen Bausparvertrag abgeschlossen, um hiermit später eine Immobilie zu finanzieren? Vorsicht! Obwohl die Abschlussgebühren nicht als Werbungskosten abzugsfähig sind, gehören die Guthabenzinsen trotzdem zu den Einnahmen aus Kapitalvermögen. Bei unbeschränkt Einkommensteuerpflichtigen (Wohnsitz im Inland) können die ausländischen Steuern auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet werden (§ 34 Abs. 1 EStG). Auf Antrag kann das Finanzamt die ausländischen Steuern sowohl bei unbeschränkt als auch bei beschränkt einkommensteuerpflichtigen Personen wie Werbungskosten berücksichtigen (§ 34 Abs. 2 EStG).
Das Wahlrecht muss aber einheitlich für die gesamten Einkünfte und Steuern aus dem betreffenden Staat ausgeübt werden. Bei unbeschränkt Einkommensteuerpflichtigen, bei denen die Steuer nicht angerechnet werden kann und die keinen Antrag gestellt haben, muss das Finanzamt diese ausländischen Steuern von sich aus wie Werbungskosten berücksichtigen (§ 34 Abs. 3 EStG). Im Fall der Zusammenveranlagung mit Ihrem Ehepartner können beide unterschiedliche Anträge stellen.
Beratungskosten (Rechts-, Steuer- oder Vermögensberatung) können Sie als Werbungskosten berücksichtigen, soweit sich die Beratung darauf bezieht, Einkünfte zu erzielen. Dies gilt für die Beratung nach dem Erwerb des Kapitalvermögens bis zur Veräußerung. Dazu gehören auch anteilige Steuerberatungskosten zur Erstellung der Anlage KAP. Steuerberatungskosten, die nicht abzugsfähig sind, können Sie aber als Sonderausgaben berücksichtigen. Zu den allgemeinen Vermögensverwaltungskosten gehören auch die Depotgebühren. Die entstandenen Kosten sind in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig.
Soweit das Damnum (Abschlag bei Vorauszahlung) im Zusammenhang mit der Erzielung von Zinseinnahmen steht, ist es im Zeitpunkt der Zahlung oder Verrechnung als Werbungskosten abzugsfähig. Es handelt sich um zinsähnlichen Aufwand. Das Damnum können Sie selbst dann in voller Höhe als Werbungskosten abziehen, wenn im gleichen Kalenderjahr noch keine Einnahmen aus der finanzierten Kapitalanlage zufließen. Es reicht aus, dass das Damnum mit der Erzielung künftiger Einnahmen zusammenhängt. Seit 2004 ist das Damnum/Disagio nicht mehr mit 10 %, sondern nur noch mit 5 % der Darlehenssumme abzugsfähig.
Reine Fachliteratur gehört stets zu den abzugsfähigen Werbungskosten. Hierzu gehört auch der „Geldanlage-Berater“. Kosten für eine Tageszeitung, die auch der allgemeinen Information dient, sind keine Werbungskosten. Vorsicht auch bei den so genannten Wirtschaftsmagazinen (z. B. Impulse, Capital, DM/Euro). Es wird Sie sehr viel Überzeugungsarbeit kosten, den Finanzbeamten zu „verkaufen“, dass die Zeitschriften der Erzielung von Zinseinnahmen dienen.
Finanzvereine
Beiträge an Vereine, Verbände oder Vereinigungen (wie Aktionärsverein, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz), die die Interessen der Kapitalanleger vertreten und deren Ziel es ist, den Mitgliedern höhere Einnahmen aus Kapitalvermögen zu verschaffen, sind als Werbungskosten abzugsfähig.
Zu den Gebühren zählen unter anderem Depotgebühren, Transaktionsgebühren, Kontoführungsgebühren und Verwaltungsgebühren. Stehen diese im unmittelbaren Zusammenhang mit der Verwaltung, Betreuung und Nutzung von Wertpapieren, können Sie die Kosten als Werbungskosten berücksichtigen. Mietgebühren für die Aufbewahrung ertragbringender Wertpapiere können Sie als Werbungskosten geltend machen.
Die Gebühren für einen Internetanschluss können Sie als Werbungskosten ansetzen, wenn Sie hierüber ausschließlich Ihr Vermögen verwalten und das Börsengeschehen im Auge behalten. In den meisten Fällen wird der Internetanschluss auch anderweitig genutzt, aber viele Finanzämter erkennen hier auch pauschale Kosten an. Eventuell verlangen die Finanzbeamten zusätzlich einen Nachweis über die insgesamt entstandenen Kosten – um das Verhältnis zu sehen.
Es empfiehlt sich außerdem, Aufzeichnungen über die Internetnutzung zur Verwaltung der Kapitalvermögenswerte zu führen. Bei den Provisionen müssen Sie unterscheiden, für welche Leistung diese Zahlung erfolgt. Für Provisionen, die für die Vermittlung eines Darlehens gezahlt werden, gilt allerdings nichts anderes als hinsichtlich einer Provision, die im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Mietvertrages steht. Diese Kosten sind in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig.
Abwesenheit Pauschalbetrag
mindestens 8 Stunden 6
mindestens 14 Stunden 12
mindestens 24 Stunden 24
Prozesskosten (Anwaltskosten, Gerichtsgebühren, Schreibgebühren, Portokosten, Beitreibungskosten) sind abzugsfähig, soweit sie mit der Kapitalanlage, dem Erwerb oder mit der sonstigen Nutzung des Kapitalvermögens im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen.
Abzugsfähige Kosten liegen vor, wenn Sie Kapitalerträge einklagen, die zu steuerpflichtigen Zinseinnahmen führen. Ebenfalls abzugsfähig sind die Kosten zur Sicherung und Erhaltung des Kapitals. Denn durch die Sicherung des Kapitals werden auch zukünftige Einnahmen abgesichert.
Die Abwesenheitszeit beginnt mit Verlassen der Wohnung und endet auch wieder mit der Rückkehr zur Wohnung. Diese Pauschalen gelten nur für Reisen im Inland. Für Reisen ins Ausland können Sie höhere Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen.
Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln können in der nachgewiesenen Höhe als Werbungskosten angesetzt werden. Bei Fahrten mit dem eigenen Pkw sind je gefahrenem Kilometer 0,30 € abzugsfähig. Haben Sie die gesamten Kfz-Kosten aufgeschlüsselt und sind diese höher, können Sie natürlich auch die anteiligen Kosten berücksichtigen. Übernachtungskosten sind bei Inlandsreisen nur in der nachgewiesenen Höhe als Werbungskosten abzugsfähig. Der Gesetzgeber lässt hier keine Pauschalen zu. Vielfach ist in den Übernachtungskosten auch das Frühstück enthalten.
Werden die Kosten für das Frühstück im Beleg nicht gesondert ausgewiesen, müssen Sie bei einer Übernachtung im Inland die Übernachtungskosten um 4,50 € kürzen. Das Frühstück gehört zu den Verpflegungsmehraufwendungen. Hierfür sind aber nur pauschale Beträge abzugsfähig.
Hier können Sie nur die vom Gesetzgeber vorgegebenen Pauschalen berücksichtigen. Zusätzlich zu den Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten können auch noch weitere Kosten abgesetzt werden: z. B. Parkplatzgebühren, Eintrittsgelder, Telefon, Reparaturkosten am Kfz infolge eines Unfalls, Reiseversicherungen, Verlust von Gegenständen (außer Verlust der Geldbörse).
Für Verpflegungsmehraufwendungen können höhere Pauschalen geltend gemacht werden. Die Pauschalen richten sich auch wieder nach der Abwesenheitsdauer. Werden an einem Tag eine Auslands- und eine Inlandsreise durchgeführt, ist für diesen Tag das entsprechende Auslandstagegeld maßgebend, auch dann, wenn Sie die überwiegende Zeit im Inland verbringen.
Im Gegensatz zum Inland ist bei Auslandsreisen der Ansatz von Pauschalen für Übernachtungskosten zulässig. Bei Flug- und Schiffsreisen können Sie die jeweils gültige Pauschale nach den Grundsätzen für Verpflegungsmehraufwendungen berücksichtigen (R 40 Abs. 2 Satz 4 LStR) oder aber die tatsächlichen Kosten als Werbungskosten ansetzen.
Ist in den Übernachtungskosten auch das Frühstück mit enthalten, müssen Sie wieder kürzen. Werden die Kosten für das Frühstück im Beleg nicht gesondert ausgewiesen, sind die Übernachtungskosten um 20% des maßgebenden Pauschbetrages für Verpflegungsmehraufwendungen (für mindestens 24 Std. Abwesenheit) zu kürzen.
Ist das Wirtschaftsgut als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abzugsfähig, sind auch die Reparaturkosten abzugsfähig. Ausnahmen bilden Unfallkosten (siehe dieses Stichwort). Schuldzinsen entstehen, falls Sie Ihre Kapitalanlagen durch Kredit finanzieren. Im Vordergrund steht der Zweck der Schuldaufnahme. Besteht dieser Zweck darin, Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erzielen, sind die Kreditkosten Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Es spielt keine Rolle, dass die Einnahmen aus der Kapitalanlage eventuell erst später zufließen. Entscheidend ist aber, dass aus dieser Kapitalanlage auf Dauer ein Überschuss zu erwarten ist. Hinweis: Darlehen können auch umgewidmet werden.
Schuldzinsen sind aber nicht allein auf den ursprünglichen – mit der Schuldaufnahme verfolgten Zweck – abzustellen. Wird etwa ein mit Darlehensmitteln finanziertes Hausgrundstück veräußert und mit dem Veräußerungserlös eine andere Kapitalanlage erworben, können die für das aufrechterhaltene Darlehen gezahlten Zinsen als Werbungskosten bei der neuen Kapitalanlage berücksichtigungsfähig sein. Es muss aber Einvernehmen zwischen den Parteien des Darlehensvertrages darüber bestehen, dass das dem Darlehensnehmer überlassene Kapital dem neuen Zweck dienen soll.
Schuldzinsen, nachträgliche
Die Anerkennung von nachträglichen Schuldzinsen ist in der Rechtsprechung uneinheitlich. Praxistipp: Berücksichtigen Sie diese Aufwendungen als Werbungskosten. Erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf ein entsprechendes Urteil des saarländischen Finanzgerichts vom 5.08.2002.
Unfallkosten wie auch sonstige Schadensfälle sind steuerlich abzugsfähig, wenn das Ereignis mit der Erzielung von Einnahmen im Zusammenhang steht. Es muss sich also um Fahrten zur Bank, zur Gesellschafterversammlung oder zur Hauptversammlung handeln. Abzugsfähig sind die tatsächlich gezahlten Reparaturkosten nach Verrechnung mit den Versicherungsleistungen. Reparieren Sie das Fahrzeug selbst, sind die entstandenen Kosten (ohne eigene Arbeitsleistung) abzugsfähig.
Hinweis: Es ist ratsam, Unfallprotokolle, Polizeiberichte und Versicherungsunterlagen aufzubewahren. Bei Bagatellunfällen sollten Sie dem Finanzamt den Unfallhergang mit einer Skizze darlegen und eventuell Zeugen benennen. Der Bundesfinanzhof hat bisher vorab getätigte Aufwendungen immer als Werbungskosten anerkannt. Laut den Richtern steht hier das Veranlassungsprinzip im Vordergrund.
Werbungskosten können bereits anfallen, wenn hiermit zusammenhängende Einnahmen noch nicht erzielt werden. Maßgebend ist, ob die vergeblichen Aufwendungen im Falle ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einkünften gestanden hätten.
Wertpapiere, niedrig verzinsliche
Für den Abzug von Werbungskosten für niedrig verzinsliche Wertpapiere ist Voraussetzung, dass insgesamt gesehen ein Überschuss (Totalüberschuss) erzielt wird. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen oder steuerfreier Kursgewinne überwiegt. Sogar dann nicht, wenn die zu erwartenden steuerfreien Vermögensvorteile die beabsichtigten Einnahmeüberschüsse übersteigen.
Achtung: Diese Kosten können Sie nicht als Werbungskosten absetzen
Kosten für die Anschaffung oder Gebühren bei dem Verkauf von Kapitalanlagen sind grundsätzlich keine Werbungskosten. Denn: Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalanlagen oder Wertsteigerungen sind in der Regel auch nicht steuerpflichtig.
Wertminderungen durch Kursverluste (Abwertungsverluste aufgrund von Wechselkursveränderungen, Inflation, wertlose oder uneinbringliche Forderungen).
Rückzahlungen von Zinseinnahmen mindern als negative Einnahmen direkt die steuerpflichtigen Einnahmen und gehören somit nicht zu den Werbungskosten.
Stückzinsen sind bei einem festverzinslichen Wertpapier Zinsen vom Beginn des Zinszahlungszeitraums bis zum Erwerb. Der Käufer eines solchen Wertpapiers muss meist die bis zum Veräußerungszeitpunkt angefallenen Stückzinsen bezahlen. Diese Zahlung gilt aber steuerlich als negative Einnahme.
Halten Sie ertragslose Wertpapiere, können Sie mit dieser Kapitalanlage im Zusammenhang stehende Aufwendungen auch nicht als Werbungskosten abziehen.
Kosten für die Erzielung steuerfreier Einnahmen gelten generell nicht als Werbungskosten, auch nicht Kosten der Vermögensverwaltung.
Ein gezahltes Ausgabeaufgeld etwa an den Geschäftsinhaber für den Erwerb einer stillen Beteiligung gehört zu den Anschaffungskosten der stillen Beteiligung, nicht zu den Werbungskosten.
Von: Lutz Schumann. Über den Autor
Lutz Schumann ist Fachautor zahlreicher Bücher und Software zum Thema Steuern.