Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=19.03.1958&Aktenzeichen=2%20BvL%2038%2F56
Timestamp: 2019-03-22 07:19:55
Document Index: 243039087

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 82', '§ 77', 'Art. 82', 'Art. 105', 'Art. 125']

BVerfG, 19.03.1958 - 2 BvL 38/56 - dejure.org
LG Koblenz, 30.08.1956 - 13 Ms 33/56
BVerfGE 7, 330
NJW 1958, 988
DVBl 1958, 607
Mit der Verkündung, die einen integrierenden Bestandteil der Rechtsetzung darstellt (BVerfGE 7, 330 [337]), ist das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen.
Ein wirksamer Antrag kann nämlich nicht gestellt werden, bevor die Norm, auf die er sich stützt, gleichermaßen durch die Verkündung nach Art. 82 Abs. 1 Satz 1 GG rechtlich existent (vgl BVerfG Beschluss vom 19. März 1958, 2 BvL 38/56, BVerfGE 7, 330) als auch mit dem Inkrafttreten (Art. 82 Abs. 2 GG) wirksam geworden ist.
Erst mit der Verkündung wurde der Gesetzgebungsakt vollzogen (Beschluß vom 19. März 1958 -- 2 BvL 38/56 -).
Die Beklagte kann sich jedenfalls der Klägerin gegenüber, die von ihr Leistungen wegen Arbeitslosigkeit begehrt, auf diese Vereinbarungen schon deshalb nicht berufen, weil sie nach Mitteilung des BMA weder veröffentlicht noch dem betroffenen Personenkreis sonst bekanntgegeben worden ist und damit nicht dem für die innerstaatliche Wirksamkeit von Rechtsvorschriften geltenden formellen Verkündungsgebot bzw. Publikationsprinzip genügt (vgl. dazu BVerfGE 7, 330, 337; vgl. allg. Werner Weber, Die Verkündung von Rechtsvorschriften, 1942 S. 7 ff.).
Rechtsstaatliche Grundsätze erfordern für das rechtswirksame Zustandekommen einer Rechtsverordnung eine Weise der Veröffentlichung, die dem Staatsbürger zugänglich ist (…Laband, aaO, S. 13 ff, 54 ff; Jacobi in Anschütz-Thoma, Handbuch des deutschen Staatsrechts, Bd. II, § 77 VIII 3;… Fleiner, Institutionen, 6/7. Aufl., S. 72 f;… Weber, Die Verkündung von Rechtsvorschriften, 1942, S. 7, 8, 10, 50; BVerfGE 7, 330 (337); BVerwG, Urteil vom 29. August 1961, DVBl. 1962 S. 137; BVerwGE 17, 192 (196)).
vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. März 1958 - 2 BvL 38/56 -, BVerfGE 7, 330 = NJW 1958, 988.
10 - Vgl. Art. 82 des deutschen Grundgesetzes und die Urteile des Bundesverfassungsgerichts vom 19. März 1958 (2 BvL 38/56, BVerfGE 7, 330 [337]) sowie vom 8. Juli 1976 (1 BvL 19 und 20/75, 1 BvR 148/75, BVerfGE 42, 263 [283]).
Das gilt auch für die konkurrierende Gesetzgebungszuständigkeit des Bundes nach Art. 105 Abs. 2 GG (vgl. Beschluß des Bundesverfassungsgerichts 2 BvL 38/56 vom 19. März 1958, BVerfGE 7 S. 330 [337]).
Durch die Fortgeltung gemäß Art. 125 GG wird die Gesetzgebungszuständigkeit der Länder in der gleichen Weise beschränkt wie durch die Gesetzgebungsakte des Bundes auf dem Gebiete der konkurrierenden Gesetzgebung (vgl. Beschluß des Bundesverfassungsgerichts 2 BvO 5/56 vom 28. Mai 1957, BVerfGE 7 S. 18 [27], sowie den oben angeführten Beschluß 2 BvL 38/56 vom 19. März 1958).