Source: https://jonnykrueger.de/recht/schwere-gefaehrliche-koerperverletzung-111/
Timestamp: 2017-10-18 16:20:06
Document Index: 284992570

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 224', '§ 226', '§ 224', '§ 226', '§ 226', '§ 224']

Schwere oder gefährliche Körperverletzung – Jonny Krüger
Jonny Krüger
Medienmacher. Juratyp.
Schwere oder gefährliche Körperverletzung
Recht — 5. März 2016 Nicht nur in Gesprächen, zuweilen auch in der Berichterstattung höre ich von der schweren und der gefährlichen Körperverletzung. Gern werden die beiden Begriffe synonym verwendet oder verwechselt. Tatsächlich gibt es aber Unterschiede. Und diese zu erkennen und zu verstehen ist eigentlich gar nicht so schwer.
Die Körperverletzung kann „einfach“ begangen werden (§ 223 StGB) oder „gefährlich“ (§ 224 StGB) oder „schwer“ (§ 226 StGB).
Die gefährliche Körperverletzung liegt vor, wenn die Art der Tathandlung gefährlich ist.
Die schwere Körperverletzung knüpft dagegen an die Tatfolgen der Handlung an.
Vorweg: Bei den Begriffen der einfachen und der schweren Körperverletzung geht es nicht um die „Schwierigkeit“ der Tat. Während man die „einfache Körperverletzung“ auch als „normale“ verstehen kann, bedeutet „schwer“ also eher schwerwiegend, im Sinne von schlimm oder übel.
Die einfache Körperverletzung
Zunächst lohnt sich, wie immer, ein Blick in das Gesetz. Wir lesen zuerst, was eine einfache Körperverletzung ist:
Ziemlich kurz und knapp – und relativ verständlich im Vergleich zu anderen Normen.
Es folgt sogleich die gefährliche Körperverletzung:
Wem das zu komplex ist, der liest den Absatz 1 einfach so: „Wer die Körperverletzung mit bestimmten Mitteln oder Methoden begeht, wird soundso.“ Entscheidend ist hier also, dass an bestimmte Arten die Tat zu begehen ein höherer Strafrahmen angelegt wird. Der Gesetzgeber befürchtet bei diesen Handlungen eine besondere Gefährlichkeit für das Opfer. Es kommt also beispielsweise nicht darauf an, ob die verwendete Waffe schlimmere Verletzungen hervorgerufen hat als etwa die Faust. Es reicht schon, dass eine Waffe verwendet wurde, weil sie als so gefährlich angesehen wird.
Es fehlt das letzte Puzzleteil für das Verständnis:
Jetzt wird der Unterschied deutlich: Schon der erste Satzteil („hat zur Folge“) macht klar, dass es hier nicht mehr nur um die Gefährlichkeit der Tatausführung geht, sondern um die Folgen der Tat.
Verhältnis zueinander
Weder setzen § 224 und § 226 StGB einander voraus noch schließen sie sich gegenseitig aus. Ob der § 226 StGB etwa die Strafbarkeit aus § 224 StGB verdrängt, hängt von den genauen Tatumständen ab.
Themen: Gefährliche Körperverletzung, Schwere Körperverletzung, Strafrecht.
Ein Beitrag von Jonny Krüger. Shortlink: http://mrjk.de/?p=111
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