Source: https://www.ref-ag.ch/wikiref/anstellung_sigristin.html
Timestamp: 2020-04-06 09:46:55
Document Index: 71353168

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 49', '§ 45', '§ 34', '§ 32', '§ 1']

Sigristin_Anstellung
Pfad: Personal > Anstellung, Beginn > Anstellungsverfügung
Anstellung von Sigristinnen und Sigristen
Viele Sigristinnen und Sigristen bringen eine handwerkliche oder gärtnerische Grundausbildung mit. Sie hilft bei der Erledigung der Arbeiten und ist wichtig für die Berechnung des Anfangslohns.
Sigristinnen und Sigristen haben Anspruch auf einen Freisonntag pro Quartal. Im übrigen richtet sich ihre Arbeitszeit nach den Bedürfnissen des Kirchgemeindelebens und schliesst die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie Abenddienste ein.
Hinweise zum Ausfüllen der Anstellungsverfügung
Alle gelb markierten Stellen sind nach Anweisung zu bearbeiten oder zu löschen.
Präämbel
Der Ingress macht darauf aufmerksam, dass die Erfüllung der Aufgaben der Sigristin oder des Sigrists nicht nur ein Job, sondern ein Dienst am Evangelium sein soll.
Die Funktion Hauswart oder Hauswartin umfasst Reinigung, Reparaturen und Umgebungspflege. Zur Funktion der Sigristin oder des Sigrists gehört zusätzlich die Vorbereitung und Begleitung des Gottesdienstes dazu.
1 Natur der Anstellungsverfügung
Das Anstellungsverhältnis ist verbindlich im DLM geregelt. Die Anstellungsverfügung ergänzt und präzisiert das Anstellungsverhältnis nur, wo das DLM Spielräume offen lässt. Es ist sehr empfohlen, der Angestellten oder dem Angestellten bei der Unterzeichnung eine ausgedruckte Version des DLM auszuhändigen.
2 Personendaten
Die Personendaten sind vollständig auszufüllen, weil sie für die Personaladministration von Bedeutung sind.
3 Beginn und Umfang
Das unbefristete Anstellungsverhältnis ist dauerhaft und wird in der Regel nur durch Erreichen des Pensionsalters oder durch Kündigung beendet.
Das befristete Anstellungsverhältnis ist geeignet für Stellvertretungen und darf nur in Ausnahmefällen länger als ein Jahr dauern. Mit der gesetzten Frist erlöscht das Anstellungsverhältnis automatisch. Wird das befristete Anstellungsverhältnis nach Ablauf der Frist stillschweigend fortgesetzt, so gilt es als unbefristetes Anstellungsverhältnis.
Es ist üblich, Sigristinnen und Sigristen mit einem Pensum (%) anzustellen. Im Pensum inbegriffen sind die Ferien und Feiertage.
Die zu leistende Arbeit kann auch in Jahresarbeitsstunden angeben werden. In den effektiven Arbeitsstunden sind die Ferien nicht eingerechnet. Beim Stundenlohn muss deshalb eine Ferienentschädigung dazugerechnet werden.
§§ 3 und 22 DLM
4 Arbeitsort
Als Arbeitsort kann eines oder mehrere kirchliche Gebäude genannt werden. Der Arbeitsort ist zu klären, weil für den Weg zum Arbeitsort keine Fahrtspesen entrichtet werden, für den Weg vom Arbeitsort zu einem weiteren Einsatzort hingegen schon. Wenn mehrere Arbeitsorte genannt sind, besteht kein Anspruch auf Spesen für Fahrten zwischen ihnen.
5 Funktionsbeschrieb und Mitarbeitendengespräch
Formular Funktionsbeschrieb
Hinweise zum Ausfüllen des Funktionsbeschriebs
Informationen zum Mitarbeitendengespräch
6 Lohn
Einstufung in ein Dienstjahr
Der Lohn gemäss Lohntabelle im DLM ist ein Mindestlohn. Er darf über-, jedoch nicht unterschritten werden.
Anstellungen, die vor dem 1. Juli beginnen, steigen im Folgejahr in das nächsthöhere Dienstjahr. Anstellungen, die erst nach dem 30. Juni beginnen, steigen erst im übernächsten Jahr in das nächsthöhere Dienstjahr.
Der Lohn wird in der Regel monatlich ausbezahlt. Bei kleinen Pensen kann er auch quartalsweise oder halbjährlich ausbezahlt werden. Ist ein Stundenlohn vereinbart, so erfolgt die Auszahlung nach Einreichung der Arbeitszeiterfassung.
Wird ein Stundenlohn ausbezahlt, so muss eine Ferienentschädigung wie folgt dazugerechnet werden:
20 Tage Ferien
25 Tage Ferien
30 Tage Ferien
7 Spesen und Entschädigungen
Informationen zu Spesen
8 Ferien
Informationen zu Ferien
Sigristinnen und Sigristen haben Anspruch auf mindestens ein freies Wochenende pro Quartal.
§ 49-52 DLM
9 Versicherungen
Informationen zur Pensionskasse
Personen, die das 70. Altersjahr zurückgelegt haben, können je nach Versicherungspartner der Kirchgemeinde nicht mehr gegen den Lohnausfall bei Krankheit (Krankentaggeld) versichert werden. Über 70-Jährige erhalten aber wie alle anderen Personen im Krankheitsfall während sechs Monaten den vollen Lohn. Ob sie anschliessend Lohn von der Kirchgemeinde erhalten müssten, der den Leistungen der Krankentaggeldversicherung entspricht, ist rechtlich nicht klar. Es wird daher empfohlen, bei der Anstellung von über 70-Jährigen Vorsicht walten zu lassen (Verzicht auf Anstellung, Befristung des Anstellungsverhältnisses oder Reduktion der Pensen), um die Risiken für die Kirchgemeinde zu minimieren.
Da Angestellte über 70 Jahre nicht für ein Krankentaggeld versichert werden können, darf bei ihnen auch kein entsprechender Abzug vom Lohn vorgenommen werden.
Teilzeitangestellte mit weniger als acht Arbeitsstunden pro Woche pro Arbeitgeber sind gegen Nichtbetriebsunfälle nicht durch den Arbeitgeber versichert. Arbeitsstunden bei verschiedenen Arbeitgebern können nicht kumuliert werden. In diesem Fall müssen die Angestellten privat eine Nichtbetriebsunfallversicherung bei einer Krankenkasse abschliessen. Der Arbeitgeber darf in diesem Fall keine Lohnabzüge für die Nichtbetriebsunfallversicherung machen.
§ 45 DLM
10 Geheimhaltungs- und Schweigepflicht
Informationen zur Schweigepflicht
11 Weiterbildung
12 Rechtsgrundlagen
Dienst- und Lohnreglement für die nicht ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (DLM)
13 Besondere Regelungen
Wenn eine Sigristin oder ein Sigrist bei der Tätigkeit in der Kirchgemeinde Kontakt mit Kindern, Jugendlichen oder Personen in Abhängigkeitsverhältnissen hat, so muss die Kirchenpflege verlangen, dass die aufgeführten Massnahmen (Sonderprivatauszug, Schulung Prävention, Verhaltenskodex) erfüllt werden. Andernfalls kann dieser Abschnitt gelöscht werden.
Das Pensum von Sigristinnen und Sigristen darf inklusive allfällige Zweitbeschäftigungen 100% nicht übersteigen. Deshalb sind alle Zweitbeschäftigungen von der Kirchenpflege zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist zu beachten, dass der Sigristendienst durch die Zweitbeschäftigungen nicht beeinträchtigt wird.
§ 34 DLM
14 Änderungen dieser Anstellungsverfügung
Änderungen an der Anstellungsverfügung können im gegenseitigen Einvernehmen vorgenommen werden. Die Änderungen sind als solche zu kennzeichnen, mit einem Datum zu versehen und durch Unterschriften der Kirchenpflege (Doppel-Unterschrift) und der Angestellten zu beglaubigen. Änderungen im gegenseitigen Einvernehmen sind an keine Fristen gebunden. Werden neue Bestimmungen gefordert, die entweder die Kirchenpflege oder die Angestellten nicht mittragen können, soll eine einvernehmliche Lösung angestrebt werden. Ist dies nicht möglich, ist die Dekanatsleitung um Vermittlung anzugehen.
Informationen zur Unterschriftenregelung
Die Anstellungsverfügung ist ein mitwirkungsbedürftiges Dokument. Die Angestellten bekunden durch ihre Unterschrift ihr Einverständnis. Der Funktionsbeschrieb hingegen muss zwar im gemeinsamen Gespräch zwischen der vorgesetzter Stelle und Angestellten erarbeitet werden, erlassen aber wird er von der Kirchenpflege allein. Die Angestellten unterschreiben ihn nicht. Deshalb ist der Funktionsbeschrieb nicht in die Anstellungsverfügung integriert, sondern steht, durch die Nennung ihres Datums zwar in klarem Bezug zu ihr, aber dennoch selbstständig neben ihr.
Im Streitfall kann der Funktionsbeschrieb von der Kirchenpflege sogar gegen den Willen der Angestellten erlassen werden. Diesen steht dann aber der Rechtsweg offen. Bei sich anbahnenden Konflikten im Zusammenhang mit dem Funktionsbeschrieb ist zuerst die Dekanatsleitung einzubeziehen.
Die Anstellungsverfügung ist zudem ein Dokument von Dauer, welches in der Regel einmal erstellt wird und nur bei substantiellen Änderungen wie Erhöhung oder Kürzung des Stellenpensums angepasst werden muss. Beim Funktionsbeschrieb hingegen ergibt sich erfahrungsgemäss dann und wann Änderungsbedarf. Die Arbeitsschwerpunkte können sich verlagern, neue Aufgaben dazu kommen, andere wegfallen. So kann bei Anpassungen beim Funktionsbeschrieb nur dieser selbst geändert und es muss nicht eine neue Anstellungsverfügung erlassen werden.
§ 32 Abs. 2 DLM
1 Angestellte / Angestellter
Da die Personaldaten in der Anstellungsverfügung festgehalten sind, reicht im Funktionsbeschrieb die Nennung von Vorname und Name der Angestellten.
2 Vorgesetzte Stelle
Alle Angestellten haben eine vorgesetzte Stelle, welche die Personalverantwortung innehat und als Ansprechstelle für Personalanliegen gilt. Diese vorgesetzte Stelle muss von einem Mitglied der Kirchenpflege besetzt sein. Der Eintrag kann personalisiert, also mit Nennung von Name und Vorname, oder unpersonalisiert, also mit Nennung des Ressorts der Kirchenpflege, vorgenommen werden.
3 Stellvertretung
Sind Angestellte abwesend oder fallen sie aus, so ist für ihre Funktion eine Stellvertretung zu benennen. Im Funktionsbeschrieb ist festzuhalten, durch wen die Angestellten vertreten werden und für wen sie selber als Stellvertretende fungieren.
4 Beschreibung der Aufgaben
Hier ist eine Liste mit den Hauptaufgaben zu erstellen. Hilfreich bei der Erarbeitung kann das Berufsbild des Sigristenverbands sein. Die Liste kann nach erfolgtem Mitarbeitendengespräch von der Kirchenpflege angepasst werden.
Berufsbild des Sigristenverbands
Arbeitsdossier (Dienstreglement) des Sigristenverbands (auf Bestellung)
5 Arbeitszeitregelung
Hier können Präzisierungen zur Arbeitszeit festgehalten werden, wie z.B.:
▪Präsenzzeiten
▪Ferienbezug
▪Freisonntage
▪Überstunden
6 Besondere Auflagen
Aufgaben können auf ganz verschiedene Art und Weise erledigt werden. Soll festgehalten werden, dass eine Aufgabe so und nicht anders erledigt werden muss, so kann dies hier beschrieben werden, z.B. «Handwerker werden nur in Absprache mit der vorgesetzten Stelle beigezogen», «Putzmittel sind bei der Firma xxx zu beziehen», «Schäden an Gebäuden und Mobiliar sind umgehend der vorgesetzten Stelle zu melden» etc.
Entstehen Differenzen zwischen Kirchenpflege und Angestellten, so kann die Kirchenpflege besondere Auflagen einseitig verfügen. Hierin erweist sich der Funktionsbeschrieb als Instrument der Personalführung. Besondere Auflagen sollen aber nicht beschlossen werden, ohne vorher mit den Betroffenen im Rahmen eines Mitarbeitendengesprächs oder zusammen mit der Dekanatsleitung nach Lösungen gesucht zu haben. Gegen den Beschluss von besonderen Auflagen steht den Angestellten der Rechtsweg offen.
Der Funktionsbeschrieb wird von der Kirchenpflege erlassen, weshalb er nur durch sie mit Doppel-Unterschrift unterzeichnet werden muss.
Weitere Informationen, warum die Angestellten den Funktionsbeschrieb nicht unterzeichnen, in den Ausführungen zum Ingress
§§ 1, 12, 18, 41 Abs. 2, 42 Abs. 3 und 52 sowie Anhang zum DLM