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Timestamp: 2020-06-04 12:03:22
Document Index: 52717172

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 108', '§ 18', '§ 108', '§ 11', '§ 18']

EÜR: So werden Umsatzsteuer-Vorauszahlungen richtig erfasst | Finance | Haufe
Bild: Haufe Online Redaktion Einnahmen-Überschuss-Rechner – darauf müssen Sie bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung Dezember achten.
Solche Umsatzsteuervorauszahlungen, die innerhalb von 10 Tagen nach Ablauf des Kalenderjahres gezahlt werden, sind auch dann im Vorjahr steuerlich abziehbar, wenn der 10. Januar des Folgejahres auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt. Dies hat der BFH (Urteil v. 27.6.2018, X R 44/16) so entschieden und sich gegen die bisherige Verwaltungsauffassung gestellt.
Praxis-Hinweis: Wie richtig vorgegangen wird, wenn der 10. Januar auf einen Samstag oder Sonntag fällt
Regelmäßig sind Betriebsausgaben und Werbungskosten in dem Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Dies gilt zumindest dann, wenn der Gewinn durch eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben erfolgt, da im Fall einer Gewinnermittlung durch Bilanzierung andere Grundsätze gelten.
Ausnahmsweise gelten jedoch regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, die beim Steuerpflichtigen kurze Zeit, d.h. innerhalb von 10 Tagen, nach Beendigung des Kalenderjahres angefallen sind, gemäß § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG als in dem Kalenderjahr abgeflossen, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Sie können damit bereits in diesem Jahr abgezogen werden. Auch die vom Unternehmer an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer ist eine Betriebsausgabe, die dieser Regelung unterliegt. Diese Regelung gilt dabei auch dann, wenn der 10. Januar auf ein Wochenende fällt. Mit seiner Entscheidung wendet sich der BFH gegen die Auffassung der Finanzverwaltung. Das Urteil ist immer dann von Bedeutung, wenn der 10. Januar auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt. Das nächste Mal wird dies im Januar 2021 der Fall sein.
Einnahmen-Überschuss-Rechner begehrte die USt-VA Dezember 2014, gezahlt 2015, den Betriebsausgabenabzug 2014
Die Klägerin, die ihre Einkünfte durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelte, hatte ihre Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014 am 8.1.2015 geleistet und diese Zahlung unter Bezugnahme auf § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG als Betriebsausgabe des Jahres 2014 geltend gemacht.
Das Finanzamt meinte demgegenüber, diese Vorschrift sei nicht anzuwenden. Die Klägerin habe zwar innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums geleistet, die Umsatzsteuervorauszahlung müsse aber auch innerhalb dieses Zeitraums fällig gewesen sein. Daran fehle es. Die Vorauszahlung sei wegen § 108 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) nicht am Sonnabend, dem 10.1.2015, sondern erst an dem folgenden Montag, dem 12.1.2015 und damit außerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig geworden. Nach einem erfolglosen Einspruchsverfahren erhob die Klägerin Klage beim zuständigen Finanzgericht. Dieses gab der Klage statt, ließ indes die Revision zum BFH zu.
BFH stimmte dem Betriebsausgabenabzug 2014 zu
Der BFH wies die Revision des Finanzamts ab und gewährte damit abschließend den Betriebsausgabenabzug für 2014. Auch wenn man fordert, dass die Umsatzsteuervorauszahlung innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig sein müssen, ist diese Voraussetzung im Streitfall in jedem Fall erfüllt.
Denn bei der Ermittlung der Fälligkeit
ist allein auf die gesetzliche Frist des § 18 Abs. 1 Satz 4 des UStG abzustellen,
nicht hingegen auf eine mögliche Verlängerung der Frist gemäß § 108 Abs. 3 AO.
Diese Verlängerung ist im Zusammenhang mit § 11 Abs. 2 EStG nicht anwendbar, da es sich um eine Zufluss- und Abflussfiktion, nicht aber um eine Frist handelt, sodass die Frage einer Verlängerung keine Bedeutung erlangt.
Schlagworte zum Thema: Umsatzsteuer-Voranmeldung, Einnahmenüberschussrechnung
Ich erledige grade die Jahreserklärung für 2018 und ganz begreife ich es noch nicht.
(Randinfos: Quartalweise Abgabge der USt.Voranmeldungen inkl. Dauerfristverlängerung).
Sehe ich folgende Punkte richtig?
1.) Für die USt.-Jahreserklärung gilt das Vorauszahlungsoll, sprich die Summe akkumuliert aus den Einzelsummen der Voranmeldungen fürs betroffene Wirtschaftsjahr. In dieses Soll fließt also auch die erst im Folgejahr abgegebene Voranmeldung fürs 4. Quartal. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beträge bereits "bezahlt" bzw. "erstattet" wurden.
2.) Für die EÜR ist das Vorauszahlungssoll irrelevant, hier geht es nur tatsächlich bezahlte Vorsteuer.
Die erst im Folgejahr gezahlte Vorsteuer für Q4 des Vorjahres, kann bei Zahlung innerhalb der 10-Tage-Regelung nur dann als Betriebsausgabe (unter ans FA gezahlte Vorsteuerbeträge, Zeile 50 EÜR) geltend gemacht werden, wenn diese Beträge auch FÄLLIG waren. (Alle mit Dauerfristverlängerung fallen hier z. B. auch raus.)
Nun heißt es im Artikel: Denn bei der Ermittlung der Fälligkeit ist allein auf die gesetzliche Frist des § 18 Abs. 1 Satz 4 des UStG abzustellen,
Ich habe die Vorsteuer für Q4/2018 bereits am 08.01.2019 gezahlt, obwohl diese erst (aufgrund Dauerfristverlängerung) am 10.02.2019 fällig war.
Ist diese Zahlung nun trotz Dauerfristverlängerung als Betriebsausgabe für 2018 ansetzbar?
24.08.201917:02 Uhr
vielen Dank für Ihre Anfrage. Da es sich um eine ausführliche Anfrage handelt, würden wir Ihnen diese gerne per E-Mail beantworten. Bitte nehmen Sie doch über finance-office@haufe.de Kontakt mit uns auf.
FinanceOnlineRedaktion
27.08.201910:52 Uhr
FG-Kommentierung - Zu- und Abflussprinzip: "Kurzer Zeitraum" von 10 auf 12 Tage verlängert
Das Zu- und Abflussprinzip für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben gilt bei Einnahmen-Überschussrechnern. Hier geht es darum, in welchem Jahr die Ausgaben abgezogen werden dürfen bzw. Einnahmen angesetzt werden müssen. Das Finanzgericht München hat aktuell einen seit langem gültigen Zeitraum verlängert.
Leitsatz Das Finanzgericht Sachsen entschied, dass eine am 9.1.2015 (Freitag) geleistete Umsatzsteuer-Vorauszahlung für November 2014 aufgrund der Abflussfiktion noch als Betriebsausgabe des Jahres 2014 abgezogen werden kann, obwohl die Fälligkeit der Zahlung ...