Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20K%2072.08
Timestamp: 2019-07-19 07:22:04
Document Index: 180369092

Matched Legal Cases: ['§ 278', '§ 106', 'BGH', '§ 278', '§ 106', 'BGH', '§ 106', 'BGH', 'BGH']

OVG Berlin-Brandenburg, 16.03.2009 - 1 K 72.08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,33962
OVG Berlin-Brandenburg, 16.03.2009 - 1 K 72.08 (https://dejure.org/2009,33962)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 16.03.2009 - 1 K 72.08 (https://dejure.org/2009,33962)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 16. März 2009 - 1 K 72.08 (https://dejure.org/2009,33962)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,33962) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Teil 3 Vorbem 3 Abs 3 RVG-VV, Nr 3104 Abs 1 Ziff 1 RVG-VV
Gestützt wird sie auf vier Beschlüsse: auf die Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 27. Oktober 2005 (III ZB 42/05) und vom 10. Juli 2006 (II ZB 28/05), auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin vom 23. Juni 2008 (14 KE 227.06, 14 V 29.05) und auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 16. März 2009 (OVG 1 K 72.08) (vgl. LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 11. März 2015, L 9 AL 277/14 B).
Auch dies widerspricht der Annahme, dass der Gesetzgeber mit der Ergänzung der Nr. 3106 Satz 1 Nr. 1 Alternative 2 VV RVG durch das zweite Kostenrechtsmodernisierungsgesetz die Rechtsansicht, die den Beschlüssen des Verwaltungsgerichts Berlin vom 23. Juni 2008 (14 KE 227.06, 14 V 29.05) und des Oberverwaltungsgerichts Berlin vom 16. März 2009 (OVG 1 K 72.08) zugrunde liegt, übernehmen wollte.
Nach der ganz herrschenden Rechtsprechung zu Ziffer 3104 Abs. 1 Nr. 1, 3. Alt. VV RVG ist ein "schriftlicher Vergleich" nur ein solcher, der nach § 278 Abs. 6 ZPO oder § 106 Satz 2 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) unter konstitutiver Mitwirkung des Gerichts geschlossen wird (vgl. z.B. BGH…, Beschluss vom 27.10.2005 - III ZB 42/05 -, juris Rn. 9 und Leitsatz; Beschl. v. 03.07.2006 - II ZB 31/05 -, juris 8 und Leitsatz;… Beschl. v. 10.07.2006 - II ZB 28/05 -, juris Rn. 6 und Leitsatz 1; OVG Berlin, Beschl. v. 16.03.2009 - OVG 1 K 72.08 -, juris Rn. 8;… VG Berlin, Beschl. v. 23.06.2008 - 14 KE 227.06, 14 V 29.05 -, juris Rn. 6).
Nach der ganz herrschenden Rechtsprechung zu dieser Vorschrift ist ein "schriftlicher Vergleich" nur ein solcher, der nach § 278 Abs. 6 ZPO oder § 106 Satz 2 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) unter konstitutiver Mitwirkung des Gerichts geschlossen wird (…vgl. BGH, Beschl. v. 27.10.2005 - III ZB 42/05 -, juris Rn. 9 und Leitsatz;… Beschl. v. 10.07.2006 - II ZB 28/05 -, juris Rn. 6 und Leitsatz 1; OVG Berlin, Beschl. v. 16.03.2009 - OVG 1 K 72.08 -, juris Rn. 8;… VG Berlin, Beschl. v. 23.06.2008 - 14 KE 227.06, 14 V 29.05 -, juris Rn. 6).
(ferner VG Berlin…, Beschluss vom 23. Juni 2008 - 14 KE 227.06, 14 V 29.05 -, Rn. 6, juris; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 16. März 2009 - OVG 1 K 72.08 -, Rn. 8, juris;… jeweils zitiert von LSG NRW im Beschluss vom 11.03.2015 - L 9 AL 277/14 B, juris, Rn. 19).
Eine Einigung, die einer übereinstimmenden Erledigungserklärung der Sache nach zugrunde liegt, stellt keinen "schriftlichen Vergleich" dar (OVG BB B.v. 16.3.2009 - OVG 1 K 72.08 - juris Rn. 8).
Es kann offen bleiben, ob unter Nr. 3104 Abs. 1 Nr. 1 VV-RVG nur der gerichtliche Vergleich i.S.d. § 106 Satz 2 VwGO fällt (vgl. OVG BB B.v. 16.3.2009 a.a.O.;… VG Berlin B.v. 23.6.2008 - 14 KE 227.06, 14 V 29.05 - juris Rn. 5;… OVG NRW B.v. 24.6.2009 - 5 E 728/09 - juris Rn. 2) oder ob hiervon auch sonstige, außerhalb der mündlichen Verhandlung geschlossene streitbeendende Verträge erfasst werden (…vgl. OVG NRW B.v. 30.10.2008 - 12 E 1273/08 - juris Rn. 2).
Denn nachdem der Antragsgegner als seinerzeitiger Beklagter des Ausgangsverfahrens mit Schriftsatz vom 5. Februar 2013 deutlich gemacht hatte, an seiner ablehnenden Haltung zur Neufestsetzung der Versorgungsbezüge nicht mehr festhalten zu wollen, bestand ein Entscheidungs- bzw. Verhandlungsbedarf nicht mehr in der Hauptsache, sondern nur noch hinsichtlich der Kosten (vgl. OVG BB B.v. 16.3.2009 a.a.O.).
Vorbemerkung 3 Abs. 3 Halbsatz 1 VV-RVG a.F. setzt eine Besprechung mit oder ohne Beteiligung des Gerichts im Sinne eines mündlichen Austausches von Erklärungen zwischen den Prozessbeteiligten voraus (…vgl. BGH, B.v. 20.11.2006 - II ZB 9/06 - juris Rn. 8; OVG Berlin-Bbg, B.v. 16.3.2009 - OVG 1 K 72.08 - juris Rn. 7).
Ein Telefonat allein zwischen einem Beteiligten und dem Gericht lässt daher eine Terminsgebühr nicht entstehen (vgl. OVG Berlin-Bbg, B.v. 16.3.2009 - OVG 1 K 72.08 - juris Rn. 7;… LSG NW, B.v.11.12.2009 - L 19 B 281/09 AS - juris Rn. 25;… LAG Berlin-Bbg, B.v. 10.8.2012 - 17 Ta [Kost] 6068/11 - juris Rn. 3;… FG Münster, B.v.10.9.2012 - 4 Ko 1422/12 - juris Rn. 19;… Müller-Rabe in Gerold/Schmidt, RVG 21. Aufl. 2013, VV Vorb. 3 Rn. 195).
Der Hinweis auf die Vorbemerkung Absatz 3 des Teils 3 VV RVG für die Vertretung in einem Verhandlungs-, Erörterungs- oder Beweisaufnahmetermin oder die Wahrnehmung eines von einem gerichtlich bestellten Sachverständigen anberaumten Termins oder die Mitwirkung an auf die Vermeidung oder Erledigung des Verfahrens gerichteten Besprechungen auch ohne Beteiligung des Gerichts passt schon deswegen nicht, weil nach dem Wortlaut dieser Bestimmung jedenfalls die Mitwirkung an einer "Besprechung", die einen mündlichen Austausch von Erklärungen zwischen den Prozessbeteiligten erfordert, Voraussetzung ist, um die Terminsgebühr auszulösen (BGH, Beschlüsse vom 20. November 2006 - II ZB 9/06 - und - II ZB 6/06 - sowie vom 27. Februar 2007 - XI ZB 38/05 - OVG Lüneburg, Beschluss vom 25. Oktober 2006 - 8 OA 119/06 -, NVwZ-RR 2007, 215; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 16. März 2000 - OVG 1 K 72.08 -, Rn. 7 bei juris).
vgl. OVG Berlin-Bbg., Beschluss vom 16. März 2009 - 1 K 72/08 -, juris, mit weiteren Nachweisen.
Notwendig ist nicht eine persönliche Begegnung zwischen den Beteiligten, vielmehr kann auch eine telefonische Erörterung der Angelegenheit das Merkmal "Besprechung" im Sinne der Vorbemerkung 3 zum Vergütungsverzeichnis erfüllen (vgl. zu diesem Merkmal ausführlich: OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 16.03.2009 - 1 K 72.08 - juris).
Entstehen der Terminsgebühr nach Nr. 3104 VV RVG
VG Chemnitz, 16.03.2010 - 3 L 20/10
Eilantrag des Bürgermeisters von Mühlau abgelehnt
VG München, 11.03.2014 - M 18 M 14.278
Terminsgebühr; Telefonat mit Gericht nicht ausreichend; Erledigungsgebühr …