Source: http://blogs.hr-online.de/lateline/2018/08/07/themenroulette-6/
Timestamp: 2018-08-22 08:07:18
Document Index: 81561295

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 11', '§ 12', '§ 3', '§ 23']

Veröffentlich von Ingmar am 7. August 2018	mit There are no comments
Liebe LateLiner, die Sendung ist vorbei – deshalb kann es etwas dauern bis eure Kommentare freigeschaltet werden. Am Dienstag/morgen geht es weiter mit Claudia Kamieth und der Übersinnlichkeits-LateLine!
Ernst des Lebens gibt es auch als KinderbuchEmpfehlungen für heiße Sommertage in Arbeitsstätten
An heißen Sommertagen kann es schnell vorkommen, dass in Arbeitsräumen wie Büros, Ladengeschäften oder auch in Werkstätten die Lufttemperaturen auf „unzuträgliche“ Werte ansteigen und die Mitarbeiter unter der Hitze zu leiden haben – sinkende Leistungsfähigkeit und Arbeitslust, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche bis hin zu einer vermehrten Schweißabgabe und Herz-Kreislaufbelastungen sind die Folge. Studien belegen ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko.
Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) vom August 2004 fordert für Arbeitsräume gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen und den Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung, eine maximal zulässige Temperatur wird aber nicht genannt. Die diese allgemeine Forderung konkretisierende Arbeitsstättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur vom Juni 2010 legt im Punkt 4.2 Abs. 3 fest, dass die Lufttemperatur in Arbeits- und Sozialräumen +26 °C nicht überschreiten soll. Der oben beschriebene „Sommerfall“ wird zusätzlich in der ASR A3.5 mit einem gesonderten Punkt. 4.4 geregelt. Hier wird für Außenlufttemperaturen von über +26 °C ein Stufenmodell mit zu beachtenden Randbedingungen und nötigen Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten beschrieben. Dabei können die Beschäftigten bei Lufttemperaturen in Arbeitsräumen in den Stufen bis +30 °C, bis +35 °C und darüber weiter tätig sein, vorausgesetzt der Arbeitgeber ergreift geeignete Schutzmaßnahmen. Trotz dieser neuen Regelungen gibt es für Beschäftigte keinen direkten Rechtsanspruch auf z. B. klimatisierte Räume oder „Hitzefrei“. Nach § 4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber aber verpflichtet die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden wird und verbleibende Gefährdungen gering gehalten werden.
Ist eine Klimaanlage vorhanden, soll bei hohen Außenlufttemperaturen die Differenz zur Raumlufttemperatur nicht zu groß eingestellt werden, sonst besteht beim Gang ins Freie die Gefahr eines „Hitzeschocks“. In der Praxis hat sich dabei eine Differenz von ca. 6 K bewährt. Werden die klimatechnischen Geräte nicht sachgemäß betrieben, können Beeinträchtigungen der Gesundheit auftreten, z. B. durch Zugluft oder Keimbelastung.
Mobile Klimageräte können auch eingesetzt werden, die damit verbundenen Anschaffungs- und Betriebskosten sind zu beachten. Geräuschbelästigungen können entstehen und an den Luftauslässen besteht die Gefahr von Zugluft. Eine Erkältung oder ein „steifer Hals“ sind dann nicht ausgeschlossen. Die Betriebsanleitung ist genau zu beachten, insbesondere in Bezug auf die mögliche Raumgröße und die Führung der Schläuche nach außen.
Arbeits-, Arbeitszeit- und Pausenregime sollten im Rahmen des technologisch oder betriebsbedingt Möglichen an die Situation angepasst werden:
schwere körperliche Arbeit in den heißen Stunden vermeiden bzw. reduzieren und mit kurzen Ruhephasen unterbrechen
früher mit der Arbeit beginnen
zusätzliche kurze Pausen von ca. zehn Minuten einlegen und ggf. mit einem Aufenthalt oder leichter Tätigkeit in kühleren Bereichen verbinden
Maßnahmen frühzeitig planen, in Abstimmung zwischen Arbeitgeber, Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebs-/Personalrat
Die Beschäftigten für das Thema Hitzebelastung am Arbeitsplatz sensibilisieren (Information, Beratung, Schulung)
Rücksichtnahme auf besondere Personengruppen: insbesondere werdende oder stillende Mütter, Frauen an Steharbeitsplätzen, ältere und gesundheitlich gefährdete Beschäftigte (z. B. chronisch Kranke), Menschen mit bestimmter Behinderung bzw. medikamentöser Behandlung
Wasseranwendungen in Form von Armgüssen, kühlenden Tüchern und Umschlägen, Benetzung der Hautoberflächen, ggf. auch Bädern, Duschen oder Fußbädern, sind sehr wirkungsvolle Kühlmethoden, soweit sie in der Praxis anwendbar sind. Öfter kühles Wasser über die Handgelenke fließen lassen ist einfach und effektiv.
Bekleidung anpassen: Helle, luftdurchlässige, lockere und schweißaufnehmende Kleidung um Wärmestau zu vermeiden, leichtes Schuhwerk, „Krawattenzwang“ aussetzen
Spezialbekleidung, wie z. B. spezielle Kühlwesten und Arm- bzw. Beinmanschetten sind wirkungsvoll, jedoch muss deren Akzeptanz gegeben sein (z. B. Tragen an Büroarbeitsplätzen) und sie sind eher an Hitzearbeitsplätzen geeignet.
Ausreichend Trinken: Man sollte rechtzeitig noch vor dem Durst und ausreichend trinken. Der normale Tageswasserbedarf des Erwachsenen beträgt, je nach Körpermasse und Schweißabgabe 1,8-2,5 l und erhöht sich bei körperlicher Arbeit und Hitze entsprechend. An heißen Tagen gilt nicht zu viel auf einmal trinken, besser öfter in kleinen Mengen.
Sehr kalte Getränke (Eiswürfel) sollten vermieden oder nur in geringen Mengen und in kleinen Schlucken zu sich genommen werden, da sie den Körper veranlassen mehr Wärme zu produzieren. Milch ist ebenfalls nicht als Durstlöscher geeignet, da der hohe energetische Gehalt den Organismus eher belastet als die Flüssigkeitsbilanz auszugleichen. Alkoholhaltige Getränke fördern den Wasserverlust des Körpers, also diese meiden.
Werden Kaffee oder koffeinhaltige Getränke in den gewohnten Mengen zu sich genommen, wirken sie nicht dehydrierend, sollten aber dennoch nur in Maßen genossen werden. Von Energydrinks als Durstlöscher ist abzuraten. Ebenso zählen Trendgetränke, wie sogenannte „Smoothies“ (Säfte aus püriertem Obst) eher als kleine Mahlzeit.
Bewusst Essen: Keine schweren und reichhaltigen Mahlzeiten einnehmen, geeignet sind leichtverdauliche Obst- und Gemüsesalate, Kaltschale oder einmal nur eine halbe Portion verlangen. Eine Banane ist beispielsweise gut geeignet, um den Mineralstoffhaushalt schnell auszugleichen. Unbedingt auf sachgemäße Lagerung von Lebensmitteln achten, da diese bei großer Hitze schnell verderben.
Auch in einem überwärmten Büroraum können gesundheitliche Störungen wie Hitzeerschöpfung oder Hitzekollaps auftreten. Deren Anzeichen sollten rechtzeitig erkannt und Sofortmaßnahmen eingeleitet werden.
Hitzeerschöpfung ist die Reaktion des Körpers auf einen übermäßigen Verlust von Wasser und Salzen, die im Schweiß enthalten sind. Werden diese Verluste nicht ausgeglichen so kann es zu Symptomen wie Schwäche, blassgrauer feuchtwarmer Haut, Muskelkrämpfen, Übelkeit und Schwindel, Verwirrtheit, Fieber, Kreislaufkollaps oder Bewusstlosigkeit kommen.
Ein Hitzekollaps wird durch eine vermehrte Durchblutung der Haut zur Wärmeabgabe bei anhaltender Hitze und einer damit verbundenen kritischen Blutdrucksenkung hervorgerufen. Dabei wird die Hirndurchblutung so vermindert, dass es zu kurzfristiger Bewusstlosigkeit und zum Kollaps kommen kann.
Betroffenen an einen schattigen, kühlen Ort bringen und Ruhe bewahren
Portionsweise kühle, elektrolythaltige, nichtalkoholische Getränke geben
kühlende Umschläge, Frischluft zuführen, ggf. Dusche oder Bäder
leichte und bequeme Kleidung, bzw. überflüssige Kleidung ablegen
Bei einer Verschlimmerung der Symptome und wenn diese länger andauern Notarzt verständigen. Bis zu dessen Eintreffen ist der Beschäftigte in kühler Umgebung bequem zu lagern bzw. bei Bewusstlosigkeit in stabiler Seitenlage. Auch sind Puls und Atmung zu kontrollieren, um eine eventuelle Herz-Lungen-Wiederbelebung zu veranlassen. Soweit vorhanden, kann im Notfall ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) eingesetzt werden. Dieser gibt über Lautsprecher Verhaltensanweisungen, misst vor dem Auslösen des Stromstoßes, ob dessen Einsatz zur Wiederbelebung notwendig ist und löst diesen ggf. automatisch aus. Diese Geräte sollten nur von geschultem Personal angewendet werden. Defibrillatoren sind heute an vielen öffentlichen Plätzen zu finden. (z. B. an Flughäfen, Bahnhöfen etc.)
Oft werden die Gefahren durch intensive Sonnenstrahlung unterschätzt. Neben Licht und Wärme, ist die nicht sichtbare UV-Strahlung Bestandteil der Sonnenstrahlung. Diese ist verantwortlich für die Bräunung der Haut und wichtig für die Vitamin D-Bildung. Sie ist aber auch eine mögliche Ursache für Haut- und Augenerkrankungen. Obwohl ein Sonnenbrand meistens noch gut heilt, erhöht sich aber mit jedem Mal das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Ein großes Gesundheitsrisiko, das tödliche Folgen haben kann. Deshalb gilt: Sonnenschutz ist Arbeitsschutz.
Für Arbeitgeber bestehen mit dem Arbeitsschutzgesetz (§ 4, § 5, § 11 § 12), der Arbeitsstättenverordnung (§ 3a, Anhang 5.1) und der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 (bisher: BGV A1, § 23) bereits jetzt schon Verpflichtungen hinsichtlich des Schutzes von Beschäftigten vor solarer UV-Strahlung.
Für eine Gefährdungsbeurteilung kann der UV-Index eine wichtige Größe sein und zur einfachen Ermittlung der Gefährdung beitragen. Der UV-Index (UVI) beschreibt die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung der Sonne. Dabei gilt: Je größer der UVI ist, desto größer ist die UV-Belastung und damit das Sonnenbrandrisiko. Ab einem UV-Index 3 sollten sie ihre Gesundheit schützen indem sie:
unnötige Sonnenstrahlung auf Haut und Augen vermeiden,
möglichst im Schatten arbeiten,
Kleidung tragen, die vor der Sonne schützt (Nicht mit freiem Oberkörper arbeiten!),
sich besonders vor der intensiven Sonnenstrahlung zwischen 11 Uhr und 15 Uhr (Sommerzeit in Deutschland) schützen.
Darüber hinaus kann ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (min. LSF 30) Hautschädigungen deutlich vermindern. Wichtig hierbei ist, dass sich die Sonnencreme leicht anwenden lässt und ausreichend dick aufgetragen wird. Nur dann ist ein wirksamer Schutz zu erzielen. Häufig ist die Auftragungsmenge zu gering, was zu einer Abnahme der Schutzwirkung bis auf ein Drittel führen kann.
Bei starker Sonneneinstrahlung sollte deshalb eine geeignete Sonnenbrille getragen werden. Achten sie beim Kauf auf das CE-Kennzeichen, die Filterkategorie 2 oder 3. Wenn die Brillengläser dann noch ausreichend das Auge abdecken, ist eine nahezu 100%iger Schutz vor UV-Strahlung gegeben. Hilfreiche Tipps zum Thema liefert das Faltblatt „Sonnenbrillen – Augen auf beim Brillenkauf!“.
Bei der Arbeit im Freien sind – neben den in Kapitel 1 für Arbeitsstätten in Gebäuden genannten Hinweisen – im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitere Einflussfaktoren wie UV-Strahlung, erhöhte Hitzebelastung durch direkte Sonneneinstrahlung, erhöhte Konzentrationen von Luftschadstoffen (Sommersmog, Ozon etc.) zu beachten. Der Schutz vor diesen schädigenden Einflüssen ist von höchster Priorität, um eine Gefährdung der Gesundheit der Beschäftigten zu vermeiden. Ob mit einer Hitzewelle zu rechnen ist, darüber informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit einem Hitzewarnprogramm.
Insbesondere auf Baustellen sind Anlagen zur Beschattung, Belüftung oder Besprühung mit Wasser einzurichten. (z. B. Sonnensegel, Schirme etc.)
Arbeitszeit und Arbeitsrhythmus sowie Arbeitsintensität der Witterung anpassen, z. B. Verschiebbarkeit von Arbeiten prüfen, Verlegung der Arbeitszeiten in die kühlen Morgenstunden, Pausenzeiten der Belastung anpassen
Mitarbeiter schulen:
Sensibilisierung der Mitarbeiter und Schärfung der Aufmerksamkeit
Erste-Hilfe-Maßnahmen organisieren (Handlungsplan festlegen)
Informationen über die Gefahren und Vorsorgemaßnahmen vermitteln
gegenseitige Beobachtung auf Symptome von Hitzeerkrankungen
Schadstoffgrenzwerte: Werden durch die Umweltbehörden Überschreitungen der Ozonwerte bzw. Sommersmog gemeldet, sind deren Empfehlungen zu befolgen, insbesondere sind schwere Arbeiten einzugrenzen oder ganz zu vermeiden. Aktuelle Messdaten und Verhaltenshinweise sind abrufbar beim Umweltbundesamt.
Trinkverhalten: Die ständige Verfügbarkeit von geeigneten Getränken ist zu gewährleisten. So ist z. B. die Wasserflasche im Bauwagen keine Möglichkeit regelmäßig Flüssigkeit aufzunehmen, ohne den Arbeitsplatz zu verlassen. Getränke sollten sich im direkten Arbeitsumfeld befinden.
Hitzeerkrankungen: Besonders bei der Arbeit im Freien stellen Hitzeerkrankungen eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit dar, neben einem Sonnenstich ist in Extremfällen auch ein Hitzschlag möglich. Weiterführende Informationen und Verhaltensmaßnahmen finden Sie im Bericht „Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und Hitzewellen und Tipps zum vorbeugenden Gesundheitsschutz“ des Bundesumweltamtes.
Sonnenstich (durch lang anhaltende, direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken) Symptome: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Nackenschmerzen
Hitzschlag (Kühlfunktion des Körpers versagt, Schweißproduktion versiegt) Symptome: Haut ist trocken, gerötet und heiß, im Endstadium BewusstlosigkeitKugel für 1,50 Euro: Warum wird Eis immer teurer?
Ein paar Pfennige für eine Kugel Eis? Das ist Geschichte. Heute zahlen Kunden bis zu 1,50 Euro. Wir erklären die Preisexplosion.
Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als wir für eine Kugel Eis schlappe 30 Pfennige berappen mussten? Ehrlich gesagt: wir auch nur noch sehr dunkel. Denn seit Jahren steigen die Preise gefühlt unaufhöhrlich an. In einigen Städten zahlen Kunden bis zu 1,50 Euro – pro Kugel. Wenn man die Inflation ignoriert kommt das einer Verzehnfachung des Preises gleich. Zumindest in einigen Teilen Deutschlands, denn nicht überall sind die Preise so explodiert wie beispielsweise in Stuttgart oder Hamburg. Bremen beispielsweise liefert noch immer Eisgenuss bei knapp einem Euro. Aber auch das dürfte sich bald ändern: Ohne Preisanpassungen droht vielen alten Eisbars das Aus.Rohstoffkosten bringen Eisdielen in Not
Die Sprecherin der Union der Italienischen Speiseeishersteller, Annalisa Carnio, zeigt sich im Gespräch mit Deutschlandfunk Nova alles andere als begeistert von den ewigen Fragen der Journalisten zur „Kostenexplosion”. Denn letztendlich seien die Preise nur Teil der allgemeinen Kostenentwicklung: Die Rohstoffe der kalten Kugeln werden immer teurer. Annalisa Carnio spricht in diesem Zuge von einer nur konsequenten Preisanpassung, konträr zur oft beschworenen Preiserhöhung. Und tatsächlich: Vanille, die Kernzutat der noch immer beliebtesten Eissorte, kostet je Kilo inzwischen 600 Euro. Wer hier nicht auf billige und künstliche Aromen setzen möchte, bezahlt entsprechend. Dazu kommen ebenfalls steigende Kosten für Miete, Strom und Mitarbeiter. Wenn Eiskugeln all das finanzieren (und am Ende im Idealfall noch Gewinn abwerfen) sollen – auch bei wetterbedingt vielleicht schwächerem Laufpublikum – ist es unausweichlich, dass der Preis je Kugel steigt.
Der Preis von Eis: Deutschland noch Human
Tatsächlich ist Deutschland beim Eispreis im internationalen Schnitt gar nicht so teuer, wie vielleicht anzunehmen wäre. Im europäischen Ausland gehen die Preise nach Auskunft der Expertin noch deutlich weiter. In Italien blechen die eishungrigen Kunden zwischen 1,80 und 2,50 Euro. Da kann man bei uns wohl doch noch ohne allzu große Gewissensbisse zugreifen.So schlafen Sie bei Hitze gut
„Tatsächlich schlafen wir im Sommer etwas weniger als im Winter“, bestätigt Dr. Kai Spiegelhalder, Schlafforscher am Universitätsklinikum Freiburg. Der im Schlaflabor gemessene Unterschied sei zwar mit etwa drei Minuten sehr gering, allerdings ruhen die Patienten dort vor der Sommerhitze geschützt. Der Unterschied könnte in der Realität also durch­aus größer sein.
Erstaunlicherweise ist der Einfluss der Temperatur auf den Schlaf wissenschaftlich noch kaum untersucht. Doch fast jeder kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass warme Sommernächte das Einschlafen erschweren. Psycho­loge Spiegelhalder sieht darin eine biologisch sinnvolle Schutzfunktion: „Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir nur beruhigt einschlafen, wenn die Umgebungsbedingungen dem entsprechen, was wir gewohnt sind.“
Zumindest in unseren Breitengraden gelten 18 Grad als ideal zum Einschlafen. „Zu hohe Außentemperaturen verhindern, dass die Körpertemperatur nachts wie sonst um ein halbes bis ein Grad absinkt“, erklärt Professor Thomas Penzel vom Schlafmedizinischen Zentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin. Diese körpereigene Klimaanlage helfe normalerweise beim Einschlafen. Um den kühlenden Effekt künstlich herbeizuführen, rät Penzel, vor dem Schlafengehen lauwarm zu duschen. Eiskalt sollte das Wasser aber nicht sein. Dann verengt es die Blutgefäße, sodass der Körper die gespeicherte Wärme schlechter abgeben kann.
Viele empfinden es zudem als wohl­tuend, bei geöffnetem Fenster zu schlafen. Doch vor allem wenn man stark schwitzt, kann der Luftzug zu steifem Nacken oder Erkältungen führen. Klimaanlagen und Ventilatoren erhöhen dieses Risiko. Auch Nacktschläfer ziehen sich leicht eine Erkältung zu: „Im Traumschlaf vergisst der Körper, seine Temperatur zu regulieren, sodass er auch im Sommer auskühlen kann“, erklärt Schlafmediziner Penzel. Er empfiehlt leichte Decken und Nachtwäsche aus natürlichen Materialien wie Leinen und Seide.Wenn die innere Uhr nachgeht
Doch nicht nur die sommerliche Hitze stört die Nachtruhe. „Ebenso wichtig ist das Licht, dem wir im Sommer auch abends noch ausgesetzt sind“, weiß Psychologe Spiegelhalder. Es hält uns länger wach und weckt uns morgens früher auf. Vor allem für Menschen mit Einschlafstörungen seien die kurzen Sommernächte problematisch. Die lange Helligkeit verschiebt den Rhythmus unserer inneren Uhr nach hinten, sodass wir später zu Bett gehen als sonst.
Ein Effekt, den die alljährliche Zeitumstellung im Frühjahr noch verstärkt. Denn dadurch bleibt es eine ganze Stunde länger hell. „Die Sommerzeit wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen, ist aus schlafmedizinischer Sicht aber nicht sinnvoll“, sagt Spiegelhalder. Nur Menschen mit Durchschlafstörungen können eventuell von der Umstellung der Uhr profitieren, da es morgens nicht ganz so früh hell wird.
Trotzdem raten Experten der US-amerikanischen National Sleep Foundation Erwachsenen, auch im Sommer mindestens sieben Stunden zu schlafen. „Allerdings ist das Schlafbedürfnis individuell sehr unterschiedlich“, räumt Penzel ein. Wer sich tagsüber wach und frisch fühlt, schläft in der Regel genug.
Doch obwohl wir im Sommer weniger schlafen, kann die Schlafqualität ­sogar besser sein als in der dunklen Jahreszeit. Die Menschen sind aktiver, bewegen sich mehr an der frischen Luft und pflegen regelmäßiger soziale Kontakte. All das führt dazu, dass man schneller einschläft. „Im Sommer haben wir auch weniger Anfragen fürs Schlaflabor“, sagt Experte Penzel.
Untersuchungen bestätigen: Je kürzer die Zeit, die man im Bett verbringt, umso tiefer der Schlaf. Offenbar kann der positive Einfluss des Sommers auf Stimmung und Lebensqualität die Nachteile durch Hitze und Licht zum Teil kompensieren. „Wenn es einem insgesamt gut geht, schläft man auch besser“, sagt Spiegelhalder. So treten Schlafstörungen nicht selten als Folge depressiver Verstimmungen auf – und die sind im Winter häufiger als im Sommer.
„Abends sollte man nichts Schweres mehr essen“, sagt Penzel. Wer zu später Stunde viel trinkt, muss nachts außerdem häufiger raus. Alkohol sei zwar als Einschlafhilfe beliebt, störe aber das Durchschlafen: „Schon wenige Stunden später ist man wieder wach und kann nicht mehr einschlafen.“ Vor allem, wenn es bereits hell wird und die Vögel zwitschern.So schlafen Sie auch bei Hitze gut
Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke überschreiten, wollen wir oft nur noch eines: Schlafen. Doch das ist oft leichter gesagt als getan.Im Schlafzimmer ist es viel zu heiß. Die Luft steht. Bei extremer Sommer-Hitze fällt das Einschlafen vielen Menschen schwer.
Kein Wunder, für entspanntes Schlummern sollte die Raumtemperatur im Schlafzimmer bei 16 bis 18 Grad liegen, weiß der Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley. Doch was kann man tun, um auch bei extremer Hitze gut zu schlafen?
„Sich vor dem Schlafengehen lauwarm abduschen und nicht ganz abtrocknen“, empfiehlt Prof. Zulley. „Wenn das Wasser auf der Haut verdunstet, entzieht das dem Körper Wärme.“ Auch wer mitten in der Nacht schweißgebadet aufwacht, kann es mit einer lauwarmen Dusche versuchen. „Die Gefäße erweitern sich dadurch und die Körpertemperatur sinkt“, weiß der Düsseldorfer Schlafexperte Dr. Michael Bohndorf.
Eiskalt Duschen macht hingegen keinen Sinn: Es regt den Kreislauf an, und der Körper produziert dadurch sogar noch mehr Wärme.Der Pyjama gehört nicht ins Eisfach
Dass man nur leichte Kleidung trägt, versteht sich eigentlich von selbst. Doch auch hier sollte man es nicht übertreiben. Den Schlafanzug vorher ins Eisfach zu legen, ist aus Experten-Sicht keine gute Idee. „Das ist zu heftig“, mahnt Zulley. Denn der Körper reagiert auf die Kälte, indem er Wärme produziert. Außerdem hält der Effekt von eisgekühlter Kleidung überhaupt nicht lange an.
Eine eisgekühlte Wärmflasche hingegen kann helfen. Bohndorfs Tipp: Am besten an den Füßen platzieren, nicht direkt auf dem Körper, dann droht nämlich Erkältungsgefahr!
Das geht ganz einfach: Einfach die Flasche etwa drei Stunden vor dem Zubettgehen mit Wasser befüllen und in den Kühlschrank legen. Anschließend die Kühlflasche in ein dünnes Laken einschlagen und mit ins Bett nehmen.
Leinentuch statt dicker Decke
Wer nicht ohne Bettdecke schlafen kann, sollte sich mit einem leichten Leinentuch zudecken. Das ist nicht ganz so warm und schützt trotzdem vor kühler Zugluft.
Ein feuchtes Handtuch hingegen macht weder als Decke noch als Vorhang Sinn. „Je geringer die Luftfeuchtigkeit ist, desto besser kann der Körper seine Temperatur regulieren.“ Cleveres Lüften ist Pflicht
Damit die Temperatur im Schlafzimmer nicht zu hoch steigen, ist cleveres Lüften gefragt: am besten über Nacht oder am frühen Morgen, sagt Prof. Zulley.
Bohndorf empfiehlt: „Das Schlafzimmer am besten erst abends vor dem Zubettgehen gut durchlüften.“
Sinken die Temperaturen abends merklich ab, so ist es wohltuend bei offenem Fenster zu schlafen.
Einen Ventilator neben das Bett zu stellen, ist keine gute Idee: „Im starken Luftzug zu schlafen ist unangenehm und tut vielen auch gar nicht gut“, so Zulley.
Die Vorhänge sollte man nach Möglichkeit auch tagsüber geschlossen halten und die Fenster in jedem Fall zu machen, wenn die Sonne draufscheint.
Haben Sie Computer, Fernseher oder andere Geräte im Schlafzimmer? Dann am besten ganz ausschalten und nicht nur auf Stand-By-Funktion, denn das kostet Strom und heizt den Raum zusätzlich auf.
In einen anderen Raum ausweichen
Wenn es in der Wohnung einen kühleren Raum gibt, schläft man besser dort. Wer einen halbwegs behaglichen Keller hat, übernachtet vielleicht sogar dort.
Von Übernachtungen im Freien rät der Experte eher ab: „Man achtet wahrscheinlich auf jedes Rascheln und Knacken“, sagt Zulley. Wer es trotzdem ausprobieren will, sollte sich vorher im Zweifelsfall ein Moskitonetz zulegen – sonst stören Mücken den ruhigen Schlaf.
Und selbst wenn keiner der Tipps hilft, hat Zulley zumindest einen kleinen Trost parat: Im Sommer benötige man eh weniger Schlaf. Der Grund: Weil mehr helles Licht in die Augen trifft, bildet der Körper kleinere Mengen des Schlafhormons Melatonin.Wie schwitzen Katzen? – Wärmeausgleich der Katze
Auch Katzen müssen ihre Körperwärme regulieren und vertragen weder extreme Kälte noch große Hitze. Wie der Wärmeausgleich bei Katzen vonstattengeht, erfahren Sie hier.Das dichte Fell von Katzen schützt diese in der kalten Jahreszeit und hält sie warm. Jedoch stellt sich beim Anblick von Katzen, die im Sommer in ihrem Fellmantel von A nach B flanieren, für so manch einen Katzenbesitzer die berechtigte Frage, ob Katzen überhaupt schwitzen können. Und wenn ja, wie genau erfolgt die Wärmeregulation trotz dichtem Fell?
Katzen schwitzen über die Füße, die Ohren und die Zunge
Katzen verfügen über Schweißdrüsen an der Unterseite der Pfoten, die für den Wärmeaustausch verantwortlich sind. Wird es Katzen zu warm, sondern sie an den Füßen Schweiß ab. Besonders auf Laminatböden oder Möbelstücken kann man diese Fußabdrücke dann deutlich erkennen.
Auch die Ohren der Katze sind dazu geeignet, überschüssige Wärme nach draußen zu leiten. Allerdings können warme Ohren auch andere Ursachen (z.B. Stress) haben.
Anders als Hunde, hecheln Katzen nur selten. Erst bei stärkerem Schwitzen (meist in Verbindung mit Bewegung) versuchen Katzen auch über das Hecheln Verdunstungskälte (korrekt Verdampfungswärme) zu erzeugen. Dabei verdunstet der Speichel auf der Zunge und im Rachen und kühlt damit indirekt das Blut der Katze. Zusätzlich kann es sein, dass sich die Katze an heißen Tagen großflächig übers Fell leckt. Das nasse Fell kann auf diese Weise (Wärmeentzug durch Verdunstung) ebenfalls für Kühlung sorgen.
Aber Achtung: Bei ausgeprägten nassen Fußabdrücken oder stark hechelnden Katzen sollte der Mensch jedoch entsprechend eingreifen.Wie schwitzen Hunde? – Thermoregulation und Wärmeausgleich
Bringt uns Menschen die Sonne an heißen Sommertagen zum Schwitzen, haben wir es einfach: Wir schlüpfen bei schönem Wetter in angemessen Bekleidung und suchen uns ein schattiges Plätzchen. Doch wie machen das Hunde, die beim besten Willen nicht aus ihrem Fell herauskönnen?
Hunde schwitzen über die Zunge
Grundsätzlich haben Hunde mit Hitze mehr zu kämpfen als mit Kälte. Um die hohen Temperaturen auszugleichen, hecheln Hunde was das Zeug hält und kühlen sich durch die Atmung ab. Sie atmen die warme Luft über die Schnauze aus und kühle Luft durch die Nase ein.
Zusätzlich sorgt der auf der Zunge verdunstende Speichel für Kühlung. Anders als beim Menschen haben Hunde im wesentlichen nur die Zungenoberfläche zur Verfügung, um dem Körper mittels Verdunstung Wärme zu entziehen. Je schneller der Hund atmet oder hechelt, desto besser kann er sich abkühlen. Darüber hinaus tragen auch die Pfoten mitsamt ihren Schweißdrüsen etwas dazu bei, höhere Temperaturen auszugleichen. Um die Verdunstungskälte jedoch effektiv nutzen zu können, benötigen Hunde im Sommer – genau wie wir Menschen – deutlich mehr Wasser. Achten Sie daher beim Ihrem Vierbeiner immer darauf, dass er genügend Flüssigkeit aufnehmen kann.
Was diese Thermoregulation für ein Kraftakt ist und wie leicht dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt wird, wird von einigen Haltern oftmals unterschätzt. Immer wieder lassen manche Herrchen ihren Vierbeiner im Auto zurück, weil sie doch nur mal kurz etwas erledigen müssen – und immer wieder müssen viele Hunde dieses unachtsame Verhalten mit einem Hitzschlag oder Kreislaufkollaps bezahlen. Da der Wärmeausgleich bei Hunden hauptsächlich über die Nase erfolgt, können sie ihre Körpertemperatur durch das Hecheln nur dann senken, wenn die Außenluft kälter ist als die Luft, die ausgeatmet wird – anderenfalls kommt es zum Hitzschlag. Und wie schnell sich ein in der Sonne stehendes Auto aufheizen kann, haben schon einmal alle erlebt, die im Sommer ohne Klimaanlage im Stau gestanden haben.
Darum gilt: In der warmen Jahreshälfte dürfen Hunde nicht einfach „mal kurz“ im Auto untergebracht werden. Selbst wenn das Auto im Schatten steht, kann ein Abziehen der Wolkendecke dafür sorgen, dass das Wageninnere für den verzweifelt nach Kühlung hechelnden Hund dann doch noch zum Backofen wird.
Wie erkennt man, ob es dem Hund zu warm ist?
Ob Gefahr im Verzug ist und ein baldiger Hitzschlag droht, erkennt man am immer stärker werdenden Hecheln. Stellt man zudem noch eine erhöhte Pulsfrequenz und Körpertemperatur fest, gehört das Tier nicht nur schnell in den Schatten, sondern in tierärztliche Obhut, damit der Kreislauf stabilisiert wird.
Vorbeugend gilt: An heißen Sommertagen oder in der prallen Mittagssonne sollte kein Hund zu sportlicher Aktivität genötigt werden. Die Gassirunden am Mittag daher möglichst kurz halten und Spiel und Aktivität in die Morgen- bzw. Abendstunden verlege