Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2098/15
Timestamp: 2019-06-16 21:50:46
Document Index: 356732937

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 12', '§ 12', '§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 12', 'Art 17', '§ 12', '§ 2', '§ 10', '§ 12', '§ 2', '§ 9', '§ 15', 'Art. 2']

BFH, 20.12.2017 - I R 98/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,56026
BFH, 20.12.2017 - I R 98/15 (https://dejure.org/2017,56026)
BFH, Entscheidung vom 20.12.2017 - I R 98/15 (https://dejure.org/2017,56026)
BFH, Entscheidung vom 20. Dezember 2017 - I R 98/15 (https://dejure.org/2017,56026)
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§ 10 AO, § 12 S 1 AO, § 12 S 2 Nr 1 AO, § 15 Abs 2 EStG 2002, § 2 Abs 1 GewStG 2002
Der Fußball-Schiedsrichter - und seine Besteuerung
Fußballschiedsrichter sind doch gewerbesteuerpflichtig
Einkünfte eines national und international tätigen Fußballschiedsrichters - Gewerblichkeit und abkommensrechtliche Behandlung
National und international tätige Fußballschiedsrichter unterliegen der Gewerbesteuer
International tätiger Fußballschiedsrichter erzielt gewerbliche Einkünfte
Der Fußballschiedsrichter = ein Durchschnitts-Gewerbetreibender?
Abgrenzung zwischen den Einkunftsarten Gewerbebetrieb und sonstigen Einkünften
EStG § 15 Abs 2 S 1, GewStG § 2 Abs 1 S 1, GewStG § 2 Abs 1 S 2, AO § 12, OECDMustAbk Art 17
Gewerbebetrieb, Gewerbesteuerpflicht, Sport, Schiedsrichter, Verkehrsbeteiligung, Unternehmer, Unternehmerrisiko, Betriebsstätte, Doppelbesteuerung, Besteuerungsrecht
BFH - X B 123/14 (anhängig)
BFH - X R 5/15 (anhängig)
BFHE 260, 169
NJW 2018, 1840
BB 2018, 534
DB 2018, 482
NZA-RR 2018, 333
NZG 2018, 1400
Die Begriffsbestimmung des § 12 Satz 2 Nr. 1 AO ist für § 2 Abs. 1 Satz 3 GewStG maßgeblich (BFH, Urteile vom 20. Dezember 2017 - I R 98/15, BFHE 260, 169 Rn. 28;… vom 9. Juli 2003 - I R 4/02, juris Rn. 16 und vom 3. Juli 1997 - IV R 58/95, BFHE 184, 185, 187).
Damit gelten die zum "Mittelpunkt der geschäftlichen Oberleitung" (§ 10 AO) dargestellten Grundsätze auch für § 12 Satz 2 Nr. 1 AO i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 3 GewStG (BFH, Urteile vom 20. Dezember 2017 - I R 98/15, BFHE 260, 169 Rn. 29 …und vom 5. November 2014 - IV R 30/11, BFHE 248, 81 Rn. 26 ff.).
(2) Sollte zudem eine Betriebsstätte in S. bestanden haben, wären nicht die gesamten Erträge der Gewerbesteuer zu unterwerfen gewesen (vgl. § 9 Nr. 3 Satz 1 GewStG; BFH, Urteil vom 20. Dezember 2017 - I R 98/15, BFHE 260, 169 Rn. 27 ff. mwN).
Da der Begriff "aus einem gewerblichen Unternehmen" im DBA Luxemburg 1958 nicht näher bestimmt wird, ist die Definition des Gewerbebetriebs in § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG maßgeblich (Art. 2 Abs. 2 DBA Luxemburg 1958; vgl. auch BFH, Urteil vom 20. Dezember 2017 I R 98/15, BFHE 260, 169).
Entspricht die betreffende Tätigkeit nämlich - wie hier - ihrer Art und ihrem Umfang nach dem Bild einer unternehmerischen Marktteilnahme, so ist es unschädlich, wenn Geschäftsbeziehungen nur zu einem einzigen Vertragspartner bestehen (BFH, Urteil vom 20. Dezember 2017 I R 98/15, BFHE 260, 169).
Im Übrigen geht der Senat davon aus, dass sich in der Privatwohnung des Klägers in X dessen Geschäftsleitungsbetriebsstätte befunden hat (vgl. zur Auffangfunktion der Wohnung als Geschäftsleitungsbetriebsstätte z.B. BFH, Urteil vom 20. Dezember 2017 I R 98/15, BFHE 260, 169).
Ist das der Fall, so ist es unschädlich, dass Geschäftsbeziehungen nur zu einem einzigen Vertragspartner bestehen (BFH-Urteil vom 20.12.2017 - I R 98/15, BFHE 260, 169, DStR 2018, 449, Rz 21, m.w.N.).
Soweit der Kläger nämlich nicht im Rahmen eines Gewerbebetriebes der Forst-, Garten- und Landschaftspflege tätig wurde, sondern einzig an ihn von A gestellte Rechnungen an die GmbH mit einem Aufschlag weiterleitete, trat er --wie auch von ihm und C beabsichtigt-- nicht gegenüber der Allgemeinheit in Erscheinung, was jedoch für eine gewerbliche Betätigung erforderlich gewesen wäre (vgl. BFH in BFHE 260, 169, DStR 2018, 449, Rz 22).
Eine natürliche Person ist selbständig tätig, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr tätig ist, d.h. wenn sie das Erfolgsrisiko der eigenen Betätigung (Unternehmerrisiko) trägt und Unternehmerinitiative entfalten kann (vgl. BFH-Urteil vom 20.12.2017 I R 98/15, BFHE 260, 169).