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Timestamp: 2016-10-23 09:47:26
Document Index: 371604232

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'BGE', 'Art. 292', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 90', 'Art. 90', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 113', 'BGE', 'Art. 98', 'Art. 106', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 15', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'Art. 15', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 5']

134 I 8310. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. Labo Cosprophar AG gegen Allergan Inc. (Beschwerde in Zivilsachen)
D�cision portant sur des mesures provisionnelles. Qualification d'une d�cision de mesures provisionnelles comme d�cision finale ou d�cision incidente, au sens de l'art. 90, respectivement, 93 LTF. Une d�cision de mesures provisionnelles peut causer un pr�judice irr�parable selon l'art. 93 al. 1 let. a LTF (consid. 3.1). Griefs recevables d'apr�s l'art. 98 LTF et principe d'all�gation (consid. 3.2). Regeste b
Art. 29 al. 2 Cst.; exigences de motivation d'une d�cision de mesures provisionnelles en mati�re de droit de la propri�t� intellectuelle reposant sur la vraisemblance d'un risque de confusion. Les exigences minimales de motivation d�duites de la norme constitutionnelle valent �galement pour les d�cisions de mesures provisionnelles. Insuffisance de motivation d'une d�cision d'interdiction, qui n'indique pas quel droit de protection concret, dont peut se pr�valoir le requ�rant en mati�re de propri�t� intellectuelle, a �t� l�s� sous l'angle de la vraisemblance et d'apr�s quelle disposition l�gale, notamment de la loi sur la protection des marques et des indications de provenance (LPM) ou de la loi contre la concurrence d�loyale (LCD; consid. 4). Faits � partir de page 84
Die Allergan Inc. (Beschwerdegegnerin), ein Pharmaunternehmen des amerikanischen Rechts mit Sitz in Kalifornien, hat verschiedene Marken mit dem Bestandteil BOTOX registrieren lassen. Die Labo Cosprophar AG (Beschwerdef�hrerin) mit Sitz in Basel vertreibt unter der Marke BOTOINA eine Kosmetiklinie zur Entspannung von Ausdrucksfalten. Am 17. Februar 2006 reichte die Beschwerdegegnerin beim Zivilgericht Basel-Stadt eine Klage ein, mit der sie u.a. begehrte, es sei der Beschwerdef�hrerin zu verbieten, das Zeichen BOTOINA zur Kennzeichnung von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten zu gebrauchen sowie kosmetische Pr�parate zur Entspannung der Ausdrucksfalten dominant mit der Abbildung einer Spritze zu bewerben. Mit der Klage verband sie das Gesuch, die Verbote bereits als vorsorgliche Verf�gung zu erlassen.
Die verfahrensleitende Zivilgerichtspr�sidentin kam nach der Pr�fung dieses Gesuchs zum Schluss, die Marke und das Erscheinungsbild der BOTOINA-Produkte liessen beim Letztabnehmer den Eindruck entstehen, dass zwischen der Marke BOTOINA und der Marke BOTOX eine Verbindung bestehe bzw. dass in den Produkten der Marke BOTOINA der Wirkstoff Botox enthalten sei, was unbestritten nicht der Fall sei. Damit sei aber zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr gegeben. Sie gab dem Gesuch in der Folge mit Verf�gung vom 16./17. August 2006 (Rektifikat vom 1./4. BGE 134 I 83 S. 85September 2006) teilweise statt und setzte der Beschwerdegegnerin Frist zur Leistung einer Sicherheit von Fr. 400'000.-, indem sie wie folgt verf�gte:
2. Der Beklagten 1 [= Beschwerdef�hrerin] wird vorsorglich verboten unter Androhung der �berweisung der verantwortlichen Organe an den Strafrichter im Widerhandlungsfalle zur Bestrafung mit Haft oder Busse gem�ss Art. 292 StGB:
b) Kosmetika, die mit dem Zeichen Botoina gekennzeichnet sind, anzubieten, in Verkehr zu bringen, einzuf�hren und zu lagern;
c) Das Zeichen Botoina im Zusammenhang mit dem Anbieten, Vertreiben und Inverkehrbringen von Kosmetika in der Werbung, auf Gesch�ftspapieren, im Internet, als Domainname oder sonst in irgendeiner Form im Gesch�ftsverkehr zu gebrauchen.
3. Der Beklagten 1 wird vorsorglich verboten, kosmetische Pr�parate zur Entspannung der Ausdrucksfalten, insbesondere die unter der Bezeichnung Botoina vertriebenen Produkte, im Internet, in Prospekten, auf Schaufensterdisplays oder sonstigen Werbematerialien dominant mit einer Spritze zu bewerben.
4. Die Kl�gerin [= Beschwerdegegnerin] hat innert einer Frist von 30 Tagen ab Zustellung eine Sicherheitsleistung von Fr. 400'000.- zu leisten.
Dagegen gelangte die Beschwerdef�hrerin mit einer sogenannten "Verfahrensmangelbeschwerde" an das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt und r�gte eine Verletzung ihres rechtlichen Geh�rs durch mangelnde Begr�ndung der angefochtenen Verf�gung. Das Appellationsgericht wies dieses Rechtsmittel am 31. Januar 2007 ab.
Die Beschwerdef�hrerin erhob in der Folge Beschwerde in Zivilsachen sowie vorsorglich subsidi�re Verfassungsbeschwerde. Sie beantragt, das Urteil des Appellationsgerichts vom 31. Januar 2007 sowie die Ziffern 2 und 3 der Verf�gung des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 16./17. September 2006 bzw. des Rektifikats vom 1./4. September 2006 seien aufzuheben; sodann sei das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Verf�gung vom 17. Februar 2006 vollumf�nglich abzuweisen, eventualiter die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. BGE 134 I 83 S. 86
Das Bundesgericht tritt auf die subsidi�re Verfassungsbeschwerde nicht ein. Die Beschwerde in Zivilsachen heisst es gut, hebt das Urteil des Appellationsgerichts sowie die Ziffern 2 und 3 der Verf�gung der Zivilgerichtspr�sidentin vom 16./17. August 2006 und des Rektifikats vom 1./4. September 2006 auf und weist die Sache an die Zivilgerichtspr�sidentin zur�ck.
3. 3.1 Die Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich nur gegen Endentscheide im Sinne von Art. 90 BGG zul�ssig, d.h. gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Das Bundesgericht soll sich als oberste rechtsprechende Beh�rde des Bundes in der Regel nur ein Mal mit der gleichen Angelegenheit befassen m�ssen. Anders als nach der Praxis zur (altrechtlichen) Berufung (Art. 48 Abs. 1 OG), wonach ein Endentscheid nur dann vorlag, wenn das kantonale Sachgericht �ber den im Streit stehenden Anspruch materiell entschieden oder dessen Beurteilung aus einem Grund abgelehnt hatte, der endg�ltig verbot, dass der gleiche Anspruch nochmals geltend gemacht wird (BGE 132 III 178 E. 1.1 S. 180 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 III 393 E. 4), gen�gt f�r die neurechtliche Beschwerde allgemein der rein formelle Abschluss eines Verfahrens (Urteil 5A_9/2007 vom 20. April 2007, E. 1.2.2; vgl. Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4331 Ziff. 4.1.4.1; Sp�hler/Dolge/Vock, Kurzkommentar zum BGG, Z�rich/St. Gallen 2006, N. 3 zu Art. 90 BGG; Bernard Corboz, Le recours en mati�re civile selon le projet de loi sur le Tribunal f�d�ral, Schweizerische Zeitschrift f�r Zivilprozessrecht [SZZP] 2005 S. 79 ff., 82; Denis Tappy, Le recours en mati�re civile, in: Wurzburger et al., La nouvelle loi sur le Tribunal f�d�ral, Lausanne 2007, S. 76; Peter Karlen, Das neue Bundesgerichtsgesetz, Die wesentlichen Neuerungen und was sie bedeuten, Basel 2006, S. 35; FABIENNE HOHL, Le recours en mati�re civile selon la Loi sur le Tribunal f�d�ral du 17 juin 2005, in: Fo�x/Hottelier/ Jeandin [Hrsg.], Les recours au Tribunal f�d�ral, Gen�ve 2007, S. 86).
Entscheide �ber vorsorgliche Massnahmen sind nur dann Endentscheide, wenn sie in einem eigenst�ndigen Verfahren ergehen. Selbst�ndig er�ffnete Massnahmenentscheide, die vor oder w�hrend eines Hauptverfahrens erlassen werden und nur f�r die Dauer des Hauptverfahrens bzw. unter der Bedingung, dass ein BGE 134 I 83 S. 87Hauptverfahren eingeleitet wird, Bestand haben, stellen dagegen Zwischenentscheide im Sinne von Art. 93 BGG dar (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 4332 f.; von Werdt, in: Seiler/von Werdt/G�ngerich, Bundesgerichtsgesetz, St�mpflis Handkommentar, Bern 2007, N. 6 zu Art. 90 BGG; Tappy, a.a.O., S. 76 f.; Bernard Corboz, Introduction � la nouvelle loi sur le Tribunal f�d�ral, in: Bundesrechtsmittel, Schriftenreihe SAV, Bd. 20, Bern 2007, S. 4 ff., 9; Hans Peter Walter, Neue Zivilrechtspflege, in: Tschannen [Hrsg.], Neue Bundesrechtspflege, Berner Tage f�r die juristische Praxis [BTJP] 2006, Bern 2007, S. 131; Christoph Auer, Der Rechtsweg in Zivilsachen, in: Ehrenzeller/Schwander [Hrsg.], Reorganisation der Bundesrechtspflege - Neuerungen und Auswirkungen in der Praxis, St. Gallen 2006, S. 72 f. und S. 74 Fn. 31; Tarkan G�ksu, Die Beschwerden ans Bundesgericht, St. Gallen 2007, Rz. 80; vgl. auch Sp�hler/Dolge/Vock, a.a.O., N. 4 zu Art. 90 BGG; ISAAK MEIER, Rechtsmittel an das Bundesgericht in Zivilsachen nach dem BGG, in: Meier et al. [Hrsg.], Wege zum Bundesgericht in Zivilsachen nach dem Bundesgerichtsgesetz, Z�rich/St. Gallen 2007, S. 26 f.). Gegen solche ist die Beschwerde nur zul�ssig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken k�nnen (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG [Die Variante nach Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG f�llt bei Massnahmenentscheiden von vornherein ausser Betracht]). Dabei muss es sich - entsprechend dem Begriff des Nachteils im Sinne von Art. 87 OG - um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, der auch durch einen f�r den Beschwerdef�hrer g�nstigen Entscheid in der Zukunft nicht mehr behoben werden kann (BGE 133 IV 139 E. 4; BGE 133 V 477 E. 5.2.1; Urteil 4A_85/2007 vom 11. Juni 2007, E. 3.1).
Gegenstand der angefochtenen Entscheide sind w�hrend des Hauptverfahrens erlassene vorsorgliche Massnahmen. Demnach handelt es sich bei diesen Entscheiden um Zwischenentscheide nach Art. 93 BGG. Es liegt auf der Hand und wurde auch in konstanter Praxis zur staatsrechtlichen Beschwerde bejaht, dass ein solcher Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 87 OG bewirken kann und daher vor Bundesgericht anfechtbar ist (vgl. BGE 116 Ia 446 ff.; BGE 114 II 368 E. 2a S. 369; BGE 108 II 69 E. 1 S. 71, je mit Hinweisen).
Die Beschwerde in Zivilsachen steht somit gegen die angefochtenen Entscheide grunds�tzlich offen. Damit erweist sich die vorsorglich erhobene subsidi�re Verfassungsbeschwerde als unzul�ssig (Art. 113 BGG) und es ist darauf nicht einzutreten. BGE 134 I 83 S. 88
3.2 Da mit der vorliegenden Beschwerde Entscheide angefochten werden, die eine vorsorgliche Massnahme zum Gegenstand haben, kann einzig die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden (Art. 98 BGG). Die Verletzung von Grundrechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass - entsprechend den altrechtlichen Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG - klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen (BGE 133 III 393 E. 6, BGE 133 III 439 E. 3.2; BGE 133 II 249 E. 1.4.2; vgl. zu Art. 90 OG: BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f. mit Hinweisen).
4. Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Verf�gung der Zivilgerichtspr�sidentin vom 16./17. August 2006 gen�ge den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Entscheidbegr�ndung nicht. Das Appellationsgericht habe eine entsprechende Geh�rsverletzung zu Unrecht verneint.
4.1 Das rechtliche Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a, BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 130 II 530 E. 4.3 S. 540; BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b, je mit Hinweisen).
Diese verfassungsrechtlichen Minimalanforderungen an die Begr�ndung gelten auch f�r die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen. Daran �ndert nichts, dass diese regelm�ssig aufgrund einer summarischen Beurteilung der Anspruchsgrundlage erfolgen und ihrem Zweck nach rasch erlassen werden m�ssen und dass damit nicht endg�ltig �ber materielle Gebrauchsrechte oder BGE 134 I 83 S. 89Unterlassungsanspr�che der Parteien entschieden wird (vgl. Guldener, Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Z�rich 1979, S. 581; STAEHELIN/SUTTER, Zivilprozessrecht, Z�rich 1992, � 23 Rz. 22).
4.2 Die Beschwerdef�hrerin macht zun�chst geltend, die Zivilgerichtspr�sidentin habe ihre Pflicht zur Begr�ndung ihrer Verf�gung insoweit verletzt, als sie die Rechtsnormen, die dieser zugrunde liegen, nicht genannt habe.
4.2.1 Das Appellationsgericht hielt dazu fest, die Parteien h�tten Anspruch darauf, dass sie �ber die Rechtsnormen Kenntnis erhielten, auf die sich der Entscheid st�tze. Dies brauche indessen nicht notwendigerweise ausdr�cklich zu geschehen. Oftmals machten die Parteien in ihren Rechtsschriften zum Teil detaillierte Ausf�hrungen zum Rechtlichen. Es sei nicht zu beanstanden, wenn in der Folge die entscheidende Beh�rde die Rechtsauffassung der einen Partei als zutreffend bezeichne und diese damit implizit zur Grundlage ihres Entscheides mache. Im vorliegenden Fall habe die Zivilgerichtspr�sidentin ein solches Vorgehen gew�hlt. Damit habe der Beschwerdef�hrerin ausreichend klar sein m�ssen, worauf sich die Verf�gung st�tzte. Dass sie nicht in der Lage gewesen sein will, den Entscheid sachgerecht beim Bundesgericht anzufechten, treffe offensichtlich nicht zu, wenn man sich ihre staatsrechtliche Beschwerde vor Augen f�hre.
4.2.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt namentlich, das Appellationsgericht ignoriere damit, dass die Beschwerdegegnerin in ihren Rechtsschriften mehrere unterschiedliche Anspruchsgrundlagen geltend mache. So behaupte sie insbesondere eine Verletzung von Art. 15 MSchG (SR 232.11 [ber�hmte Marke]), von Art. 3 Abs. 2 lit. b MSchG (notorisch bekannte Marke), von Art. 3 Abs. 1 MSchG, Art. 3 lit. b und d UWG (SR 241) und Art. 5 des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 �ber Lebensmittel und Gebrauchsgegenst�nde (Lebensmittelgesetz, LMG; SR 817.0). Diese Rechtsgrundlagen unterschieden sich in ihren Tatbestandsvoraussetzungen wesentlich, so dass im Entscheid ausdr�cklich h�tte festgehalten werden m�ssen, welche Normen das Gericht als verletzt betrachte. Es bliebe offen und unklar, welche Normen die Zivilgerichtspr�sidentin als glaubhaft verletzt erachtet habe. Dadurch werde der Beschwerdef�hrerin die Durchsetzung ihrer Rechtsposition durch Anfechtung der Verf�gung wesentlich erschwert.
4.2.3 Die R�ge ist begr�ndet. Die Verf�gung der Zivilgerichtspr�sidentin vom 16./17. August 2006 enth�lt keinen einzigen Hinweis, BGE 134 I 83 S. 90auf welche Gesetzesbestimmungen sich die darin ausgesprochenen Verbote st�tzen. Ihre zur teilweisen Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Massnahmen f�hrenden Erw�gungen schloss die Zivilgerichtspr�sidentin mit dem Befund, die Marke und das Erscheinungsbild der BOTOINA-Produkte liessen beim Letztabnehmer den Eindruck entstehen, dass zwischen der Marke BOTOINA und der Marke BOTOX eine Verbindung bestehe bzw. dass in den Produkten der Marke BOTOINA der "Wirkstoff Botox" enthalten sei, was unbestritten nicht der Fall sei. Damit sei aber zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr gegeben.
Ob eine Verwechslungsgefahr besteht, kann immer nur mit Bezug zu einem konkreten, angeblich beeintr�chtigten immaterialg�terrechtlichen Anspruch des Massnahmegesuchstellers beurteilt werden, namentlich einem ihm zustehenden subjektiven Markenrecht oder einem Schutzanspruch, den ihm ein lauterkeitsrechtlich relevanter Marktauftritt verschafft. Es ist f�r die Nachvollziehbarkeit eines wegen Verwechslungsgefahr ausgesprochenen Verbots unabdingbar, dass in der Begr�ndung die Anspruchsgrundlage - unter Angabe der einschl�gigen Gesetzesbestimmungen - genannt wird, d.h. aus welchen Gr�nden der Massnahmerichter den Bestand von welchen unter mehreren angerufenen, in bestimmten Gesetzesbestimmungen gew�hrleisteten Schutzanspr�chen und deren Verletzung als glaubhaft gemacht betrachtet hat. Nur so kann der vom Verbot Betroffene ein ausgesprochenes Verbot nachvollziehen und in einem allf�lligen Rechtsmittelverfahren substantiiert bestreiten, ohne dass er auf Spekulationen dar�ber angewiesen ist, aus welchen Gr�nden der Richter gegen seine Antr�ge entschieden hat.
Der in verschiedenen Bereichen des Immaterialg�terrechts vorkommende Begriff der Verwechslungsgefahr ist zwar f�r das gesamte Kennzeichenrecht ein einheitlicher (BGE 128 III 401 E. 5 S. 403). Es geht stets um die Beurteilung, ob ein Zeichen einem anderen derart �hnlich ist, dass die massgebenden Verkehrskreise Gefahr laufen, die gekennzeichneten Gegenst�nde zu verwechseln oder falsche Zusammenh�nge zu vermuten (BGE 128 III 146 E. 2a; BGE 127 III 160 E. 2b/c). Die Umst�nde, die im �brigen die Gefahr falscher Individualisierung oder falscher Assoziationen erheblich beeinflussen, unterscheiden sich jedoch je nach dem Rechtsschutz, der f�r die Kennzeichen beansprucht wird. So sind etwa f�r den lauterkeitsrechtlichen Kennzeichenschutz (Art. 3 lit. d UWG) - im Gegensatz zum markenrechtlichen Schutz - Registereintr�ge nicht wesentlich BGE 134 I 83 S. 91 (vgl. BGE 116 II 365 E. 4 S. 370 und zum Ganzen das Urteil 4C.169/ 2004 vom 8. September 2004, E. 2.4, publ. in: sic! 3/2005 S. 221 ff.). Es ist demnach schlechterdings nicht m�glich, ein Verbot wegen einer Verwechslungsgefahr nachvollziehbar zu begr�nden, wenn die einzelnen Voraussetzungen, die das MSchG oder das UWG daf�r aufstellen, wie vorliegend, nicht genannt und auseinandergehalten werden.
Die Zivilgerichtspr�sidentin begr�ndet ihre Verf�gung vorwiegend mit der Gefahr der indirekten Verwechslung der Marke BOTOINA mit einer Marke BOTOX der Beschwerdegegnerin und der mit diesen Marken bezeichneten Produkte, wenn sie am Schluss ihrer Erw�gungen zur Verwechslungsgefahr auch auf das "Erscheinungsbild" der Produkte Bezug nimmt. Sie konkretisiert jedoch die angeblich verletzten Markenrechte der Beschwerdegegnerin nicht, d.h. welche subjektiven Markenrechte der Beschwerdegegnerin nach welchen Rechtsnormen glaublich beeintr�chtigt worden sein sollen. Ebenso wenig begr�ndet sie die Gefahr der Verwechslung mit Bezug auf die Waren, f�r welche die angeblich verletzten Markenrechte beansprucht werden und f�r die der Verletzer sein Zeichen verwendet, was bei der Beurteilung der Verwechslungsgefahr ein wesentliches Element darstellt. Dies w�re indes vorliegend namentlich deshalb wichtig, weil die Beschwerdef�hrerin den Bestand eines Markenrechts BOTOX in der Schweiz zur Bezeichnung von kosmetisch einsetzbaren Produkten bestreitet und auch die Zivilgerichtspr�sidentin selber feststellt, dass die Marke BOTOX in der Schweiz zur Bezeichnung von kosmetisch einsetzbaren Produkten nicht zugelassen sei. Anhaltspunkte daf�r, dass die Zivilgerichtspr�sidentin gepr�ft h�tte, ob die in der Schweiz f�r neurologische und ophthalmologische Anwendungen zugelassene Marke BOTOX als ber�hmte Marke im Sinne von Art. 15 MSchG und damit �ber den Warengleichartigkeitsbereich hinaus gegen die Bezeichnung von kosmetisch einsetzbaren Produkten mit einem verwechselbaren Kennzeichen zu sch�tzen ist, fehlen in der Begr�ndung der angefochtenen Verf�gung. Schliesslich wird aus der Begr�ndung der Verf�gung insgesamt auch nicht mit hinreichender Deutlichkeit ersichtlich, ob und inwiefern die Zivilgerichtspr�sidentin eine lauterkeitsrechtlich relevante Verwechslungs- oder Irref�hrungsgefahr als glaubhaft gemacht erachtet haben k�nnte.
4.2.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verf�gung der Zivilgerichtspr�sidentin den verfassungsrechtlichen Anforderungen BGE 134 I 83 S. 92 an die Begr�ndung von Entscheiden nicht gen�gt. Die Beschwerdef�hrerin konnte daraus nicht entnehmen, auf welche �berlegungen sich das darin ausgesprochene Verbot st�tzt, so dass es ihr m�glich gewesen w�re, die Verf�gung in voller Kenntnis der Sache anzufechten. Sie war bei der Anfechtung vielmehr auf Spekulationen �ber die glaubhaft gemachte Anspruchsgrundlage angewiesen. Indem das Appellationsgericht verneinte, dass die Zivilgerichtspr�sidentin die verfassungsrechtlichen Begr�ndungsanforderungen missachtet habe, hat es seinerseits den Geh�rsanspruch (Art. 29 Abs. 2 BV) der Beschwerdef�hrerin verletzt.
114 II 368,
128 III 146,
Art. 3 Abs. 2 lit. b MSchG,
Art. 3 lit. b und d UWG,
Art. 5 des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 �ber Lebensmittel und Gebrauchsgegenst�nde (Lebensmittelgesetz, LMG; SR 817.0),