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Timestamp: 2019-12-07 14:58:31
Document Index: 72415275

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§34', '§34', '§ 34', '§ 34', '§ 39', '§ 39', '§ 36', '§ 57', '§36', '§36', '§36']

01 Mar 2013 - 19 Sep 2016
Überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks 2004 - 2006
"Das amtliche Regelwerk geht in seiner Anlage und Form auf das im Jahre 1996 anlässlich der Reform erstellte Regelwerk zurück. Es wurde in seinen Regelungen zuletzt im Jahre 2006 geändert, als auf Vorschlag des Rats größere Modifikationen in den Bereichen Getrennt- und Zusammenschreibung, Zeichensetzung, Worttrennung am Zeilenende und Teilen der Groß- und Kleinschreibung vorgenommen wurden." -- http://www.rechtschreibrat.com/
Hinweise der DWDS-Redaktion:
Die Nachträge aus dem Bericht 2010 werden gegenwärtig in das Dokument eingearbeitet (Januar 2013). Das aktuelle Regelverzeichnis findet sich hier: http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/download/regeln2006.pdf
Grundlegende Laut-Buchstaben-Zu/ordnungen
1. Kurze einfache Vokale
2. Lange einfache Vokale
E2: Für langes [e:] und langes [E:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel:
quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, Ähre (aber Ehre), Bär sind Ausnahmen.
§ 16 Für den Diphthong [OY] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.
[2:] eu adieu, Milieu; häufig in den Suffixen -eur, -euse: Ingenieur, Souffleuse
[U], [u], [u:] oo Boom, Swimmingpool
[Y], [y], [y:] y Analyse, Hymne, Physik, System, Typ; auch in den Präfixen dys- (aber dis), hyper-, hypo-, syl-, sym-, syn-: dysfunktional, hyperkorrekt, Hypozentrum, Syllogismus, Symbiose, synchron
[E~], [E~:] ain Refrain, Souterrain, Terrain
[O~], [O~:] on Annonce, Chanson, Pardon
[9~], [9~:] um Parfum
[U], [u], [u:] ou – u Bravour – Bravur, Bouquet – Bukett, Doublé – Dublee, Coupon – Kupon, Nougat – Nugat
1. Einfache Konsonanten
[N] ng Gang, Länge, singen, Zange
[r], [R], [6] r rauben, Rampe, hören, Zitrone
2. Konsonantenverbindungen (innerhalb des Stammes)
E1: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibung ß mit s. Beispiele:
E2: Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz kann man immer ss schreiben. Beispiel:
E: Die bei Flexion und in Ableitungen entstehende Lautverbindung [ks] wird je nach dem zugrunde liegenden Wort gs, ks oder cks geschrieben, zum Beispiel:
du hegst (wegen hegen), du hinkst (wegen hinken), Streiks (wegen Streik), Häcksel (wegen hacken)
1.1. Einfache Konsonanten
[Z] g Genie, Ingenieur, Loge, Passagier, Regime;
1.2. Konsonantenverbindungen
t (vor [i] + Vokal) sehr häufig im Suffix -tion; außerdem häufig in Fällen wie -tie, -tiell, -tiös:
Funktion, Nation, Produktion; Aktie, partiell, infektiös
[f] ph – f -photo- – -foto-, zum Beispiel Photographie – Fotografie
-graph- – -graf-, zum Beispiel Graphik – Grafik
-phon- – -fon-, zum Beispiel Mikrophon – Mikrofon,
Delphin – Delfin, phantastisch – fantastisch
[g] gh – g Ghetto – Getto, Joghurt – Jogurt, Spaghetti – Spagetti
qu – k Bouquet – Bukett, Kommuniqué – Kommunikee
[r] rh – r Katarrh – Katarr, Myrrhe – Myrre
[s] c – ss, ß Facette – Fassette, Necessaire – Nessessär, Sauce – Soße
[S] ch – sch Anchovis – Anschovis, Chicorée – Schikoree, Sketch – Sketsch
t – z (vor [i]+ Vokal) pretiös – preziös, Pretiosen – Preziosen;
potentiell – potenziell (wegen Potenz),
substantiell – substanziell (wegen Substanz)
E4: Zusammensetzungen mit wieder-: In Verbindung mit einem Vollverb kann wieder- untrennbare Zusammensetzungen bilden, die sich semantisch von den trennbaren Zusammensetzungen unterscheiden (s. auch: *§34 E5) können. "Wieder"-Zusammensetzungen, in denen die Verbpartikel die Bedeutung 'zurück' hat, werden zusammengeschrieen, Beispiel: das Buch wiederbekommen = zurückbekommen.
*E5: Zusammensetzungen mit wieder-: In Verbindung mit einem Vollverb kann wieder- trennbare Zusammensetzungen bilden, die sich von den untrennbaren Zusammensetzungen semantisch unterscheiden (s. auch: *§34 E4). "Wieder"-Zusammensetzungen, in denen die Verbpartikel die Bedeutung 'erneut, nochmals, ein weiteres Mal' hat, werden getrennt geschrieben, Beispiel: ein Kompliment wieder bekommen = erneut, nochmals bekommen.
*1.7: Adjektivische Zusammensetzungen, die eine neue semantische Einheit bilden (d.h. dass Gesamtbedeutung sich nicht mehr aus den einzelnen sprachlichen Elementen ableiten lässt), werden obligatorisch zusammengeschrieben, z.B. kleinkariert, i.S.v. engstirnig.
*2.4 Wenn bei zusammengesetzten Adjektiven weder der erste Bestandteil des Adjektivs graduierbar ist noch das zugrundeliegende Adjektiv ein adjektivisch gebrauchtes Partizip ist, kann dieses Adjektiv je nach Betonung optional getrennt oder zusammengeschrieben werden, z.B. allgemein verständlich vs. allgemeinverständlich
*3. Alle Zusammensetzungen von Adjektiv und Adjektiv, die nicht in den Paragrafen 36(1) und 36(2) beschrieben sind, werden obligatorisch getrennt geschrieben, z.B. schmutzig grau
E1 Zu Fällen wie abhanden kommen, anheim fallen siehe § 34 1.3; zu Fällen wie außerstand setzen/außer Stand setzen, imstande sein/im Stande sein siehe unten E3(1).
2.2.4 so, wie oder zu + Adjektiv, Adverb oder Pronomen, zum Beispiel:
4. für Substantive, die Bestandteile fester Gefüge sind und nicht mit anderen Bestandteilen des Gefüges zusammengeschrieben werden (siehe dazu auch Teil B, Getrennt- und Zusammenschreibung, § 34(3), zum Beispiel:
Was drei wissen, wissen bald dreißig. Diese drei kommen mir bekannt vor. Sie rief um fünf an. Wir waren an die zwanzig. Er sollte die Summe durch acht teilen. Dieser Kandidat konnte nicht bis drei zählen. Wir fünf gehören zusammen. Der Abschnitt sieben fehlt im Text. Der Mensch &.uuml;ber achtzig schätzt die Gesundheit besonders.
E1: Großschreibung gilt auch für ältere Anredeformen wie:
E2: In Anreden wie Seine Majestät, Eure Exzellenz, Eure Magnifizenz schreibt man das Pronomen ebenfalls groß.
E: In Briefen können die Anredepronomen du und ihr mit ihren Possessivpronomen auch großgschrieben werden:
*Einzelfälle
*Einzelfall Mal/mal
Als Adverb zusammengeschrieben: einmal, zweimal, vieltausendmal (wie § 39(1))
Als Substantiv getrennt- und großgeschrieben (wie § 39 E2(2)): jedes Mal, unzählige Mal, Millionen Mal, aber: viele tausend oder Tausend Mal.
einmal, aber: ein Mal (wenn beide Wörter betont werden); hundertmal, aber: hundert Mal (bei besonderer Betonung); wievielmal, auch: wie viel Mal; erstmal auch:erst mal
*Einzelfall „Stammprinzip“
Der Wortstamm bleibt in Zusammensetzungen erhalten: Rohheit (roh + heit); Zähheit (zäh + heit); Zierrat (zier + rat); im Falle von selbstständig(selbst + ständig (stand + ig)) sind beide Schreibungen zugelassen.
*Einzelfall "Mengenangabe als Substantiv + voll/breit"
Mengenangaben, die aus einem Nomen und -breitzusammengesetzt sind, werden
als Adjektiv klein geschrieben (wie § 36 (1.1)): fußbreit; fingerbreit; handbreit; spaltbreit
als Substantiv getrennt oder zusammengeschrieben: Fußbreit, Fuß breit; Fingerbreit, Finger breit; Handbreit, Hand breit; Spaltbreit, Spalt breit;
Ausnahme: Haarbreit, Haar breit wir nur als Substantiv verwendet.
Mengenangaben, die aus einem Nomen und -voll zusammengesetzt sind, werden
als Substantiv getrennt oder zusammengeschrieben: Armvoll, Arm voll; Mundvoll, Mund voll; Handvoll, Hand voll
*Einzelfall "sonst"
Verbindungen mit sonst werden immer getrennt geschrieben, z.B. sonst woher.
Einzelfall "Substantivierung"
Kleinschreibung als Adjektiv: der hunderste Besucher; am nächsten Morgen; das letztere (zuletzt genannte) Argument
Großschreibung bei Substantivierung (wie § 57(1)), z.B. vom Hundertsten ins Tausende kommen; Der Nächste, bitte!
*Einzelfall "h" am Wortende
Durch den Ausfall des "h" am Wortende soll eine einheitliche Schreibung für analoge Wörter ermöglicht werden:
rau wie
blau, grau, genau
Känguru wie Gnu, Kakadu (aber: Kuh)
*Einzelfall "wohl"
Bei Getrenntschreibung kann es zur Mehrdeutigkeit zwischen einer modalen und einer qualitativen Lesart kommen, z.B. wohl verpackt
qualitativ i.S.v. gut verpackt
modal i.S.v. wahrscheinlich/vermutlich verpackt.
Diese Mehrdeutigkeit klärt sich meist im Kontext auf, vgl. aber: Er hat das Geschenk wohl verpackt (gut verpackt oder wahrscheinlich verpackt?).
Bei Fällen, in denen sowohl §36(1.5) als auch §36(2.2) anwendbar sind, haben wir uns für die optionale G/Z-Schreibung entsprechend §36(2.2) entschieden. Hier ist eine Graduierung des Adjektivs wohl (besser, am besten) möglich, allerdings ist im Fall der Zusammenschreibung auch eine intensivierende Lesart (Bedeutungsverstärkung) auszumachen. Beispiel wohlbewandert:
Darin ist er sicherlich besser bewandert als ich. (Neue Zürcher Zeitung Gesamtausgabe 1999) – Graduierung
*Einzelfall Alternative Schreibung folgt etymologischen Prinzipien
(Rote) Beete,Bete