Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/72503,0.html
Timestamp: 2019-08-25 03:34:27
Document Index: 204376326

Matched Legal Cases: ['§275', '§280', '§280', '§985', '§326', '§433', '§433']

Verfasst am: 09 Jun 2006 - 20:45:32 Titel: Probeklausur BGB 1. Semester
Im ersten Fall geht es darum dass die 17jährige A mit dem Taschengeld, das ihre Eltern ihr zur freien Verfügung gegeben haben, von einem Süßigkeitenautomaten eine Tüte Gummibärchen kaufen will.A wirft das Geld ein, aber es gibt keine Gummibärchen mehr. in dem moment kommt der Automatenbetreiber V um abzukassieren un neu aufzufüllen. A erzählt ihm, dass die Geld eingeworfen hat und es keine Gummibärchen mehr gibt. Da V auch keine gummibärchen mehr nachgeliefert hat, will er A ihr Geld zurückgeben. A geht es aber ums Prinzip und sie will nicht das Geld, sondern die Gummibärchen.
Die Frage ist, ob das Verlangen von A berechtigt ist.
Bei dem nächsten Fall hat A ein comicheft gekauft, dass sie doch nicht mehr will, da sie gemerkt hat das sie zu Hause das gleiche hat. also entscheidet sie sich es ihrer 15jährigen freundin S zu verkaufen. die hat aber kein taschengeld mehr, sondern nur noch das Geld das ihre Mutter ihr gegeben hat, damit sie sich einen neuen Füller kauft. A sagt der S, dass sie sich den Füller nächst Woche kaufen kann mit ihrem taschengeld und sich mit dem Geld, das ihre Mutter ihr gegeben hat, das Comicheft von A abkaufen soll. S tut das. Ihre Mutter M bemerkt das S sich statt einen Füller ein Comicheft gekauft hat und geht zu A. M verlangt von A das Geld zurück, da sie es nicht duldet das ihre Tochter sich Comics kauft.
A gibt ihr das Geld.
AM nächsten Tag fordert A von S ihr Comicheft zurück, doch S weigert sich.Sie sagt das A warten soll bis sie ihr Taschengeld bekommt, dann werde sie den Comic bezahlen. Doch A gehts wieder nur ums Prinzip und sie verlangt ihr Heft zurück.
Hier ist die Frage, ob es mit Recht ist?
Also ich bin erst im 1. Semester und habe noch keinen Plan wie ich an diesen Fall rangehen soll. ich habe vorher immernur Fälle bearbeitet die sehr einfach waren.
Also das hier minderjährigenrecht und die beschränkte geschäftsfähigkeit im vordergrund sind , weiß ich zwar, aber nicht wie ich anfangen soll.
wäre echt nett, wenn mir jemand einen tipp geben könnte.
Zuletzt bearbeitet von gülo23 am 20 Jun 2006 - 23:34:52, insgesamt 2-mal bearbeitet
Verfasst am: 09 Jun 2006 - 22:50:31 Titel:
Uiiii... das ist aber n Hammer fürs erste Semester!!
Also im ersten Fall würd ich sagen hat das mit Minderjährigkeit recht wenig zu tun, da sie es ja von ihrem TG bezahlt hat. Allerdings würde ich sagen versuchs mal mit §275 I BGB, da der Automatenmann keine Gummibärchen dabei hat, kann er dem Kind auch keine geben. Also ist die Leistung unmöglich! Natürlich kann sie ihren Euro zurückkriegen (§280)
Prüfst halt erst normal
I) Anspruch entstanden und dann
II) Anspruch erloschen
--> wegen unmöglichkeit (§280)
Im zweiten Fall würde ich einfach rangehen, mit §985.
Komplizierter wärs doch zu kompliziert, oder?!
Ich kann dir nicht versprechen, dass das richtig ist, aber ich hoffe ich konnt dir trotzdem ein wenig helfen
Verfasst am: 09 Jun 2006 - 23:39:34 Titel:
ich danke dir. wusste halt nicht was ich als anspruchsgrundlage nehmen soll beim ersten fall. vielen dank noch mal. werde es mal versuchen.
Verfasst am: 09 Jun 2006 - 23:43:10 Titel:
Anspruchsgrundlage ist halt ganz normaler Kaufvertrag, nur dass der Anspruch dann erloschen ist...
Wir haben das erst im zweiten Semester gelernt, deshalb wunder ich mich so... aber viel erfolg noch dabei
Verfasst am: 10 Jun 2006 - 00:09:28 Titel:
Verfasst am: 12 Jun 2006 - 14:46:37 Titel:
nach dem euro ist ja nicht gefragt bei Fall 1 aber AGL wäre wohl nicht 280 sondern 326 IV iVm 346 I.
Verfasst am: 12 Jun 2006 - 19:08:34 Titel:
Hier liegt mE kein Fall von Unmöglichkeit vor, das wäre auch ziemlich seltsam von Seiten des Dozenten - in keiner Einführungsvorlesung zum BGB wird Schuldrecht im Detail behandelt. Ich würde es vielmehr so sehen, dass es sich hier um einen Fall von invitatio ad offerendum handelt, die Beschriftung auf einem solchen Automaten ist lediglich die Einladung zur Abgabe eines Angebotes, und stellt selbst noch kein verbindliches Angebot dar. Nach allgemeiner Lebenserfahrung kommt aus einem Automaten nur solange etwas heraus, wie sich noch etwas darin befindet, also nur solange der Vorrat reicht - also vergleichbar mit einem Werbeprospekt oder einer Schaufensterauslage (mal abgesehen davon, dass es real tatsächlich so ist, dass man bei derartigen Geräten in einer Auslage sehen kann, ob das Gewünschte noch vorrätig ist ). Der Betreiber der Automaten kann keine Garantie dafür übernehmen, dass das Gerät immer die gewünschte Ware enthält.
Zuletzt bearbeitet von Lord Pride am 12 Jun 2006 - 19:14:36, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 12 Jun 2006 - 19:09:46 Titel:
hmm, werde mir §326 mal ansehen iVm dem Fall... mal sehn wie weit ich komme.
Verfasst am: 12 Jun 2006 - 19:13:01 Titel:
ja ich denke auch das es sich hierbei um den invitatio ad offerendum handelt. nur wie löse ich den fall danach. also würde das heißen das die AGL der §433I wäre und das Angebot durch das Kind gemacht wird und der Automatenbetreiber das Angebot nicht annimt. und somit ist kein Kaufvertrag iS §433 entstanden.oder?
Verfasst am: 12 Jun 2006 - 19:34:42 Titel: