Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Oldenburg&Datum=11.09.2009&Aktenzeichen=11%20U%2075/08
Timestamp: 2019-07-21 16:06:24
Document Index: 213311693

Matched Legal Cases: ['§ 241', '§ 280', '§ 311', '§ 675', 'BGH', 'BGH', '§ 276']

OLG Oldenburg, 11.09.2009 - 11 U 75/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,525
OLG Oldenburg, 11.09.2009 - 11 U 75/08 (https://dejure.org/2009,525)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 11.09.2009 - 11 U 75/08 (https://dejure.org/2009,525)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 11. September 2009 - 11 U 75/08 (https://dejure.org/2009,525)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,525) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Bankenhaftung bei Kapitalanlageberatung: Aufklärungspflicht über Innenprovisionen beim Vertrieb eines hauseigenen Medienfonds; unvermeidbarer Rechtsirrtum hinsichtlich des Umfangs dieser Pflicht
Prospekthaftung; Medienfonds; Beratungspflicht; Verschulden
Kick Backs bei geschlossenen Fonds - Zur Aufklärungspflichtverletzung durch die Bank
BGB § 241; BGB § 280; BGB § 311; BGB § 675
Der unwissende Anlageberater
Neue Entscheidung zur Aufklärungspflicht über Innenprovisionen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des OLG Oldenburg vom 11.09.2009, Az.: 11 U 75/08 (Kick Backs bei geschlossenen Fonds - Zur Aufklärungspflichtverletzung der Bank)" von RA Markus Langen, LL.M., original erschienen in: BB 2009, 2390 - 2393.
LG Osnabrück, 21.10.2008 - 7 O 807/08
BGH, 23.02.2010 - XI ZR 286/09
BB 2009, 2390
NZG 2009, 1315
Sofern eine Verpflichtung zur Aufklärung über die Vertriebsprovision verletzt worden sei, fehle es jedenfalls am Verschulden entsprechend den Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (…Urt. v. 24.07.2009, 8 U 1240/08, WM 2009, 1689) und Oldenburg (Urt. v. 11.09.2009, 11 U 75/08, BB 2009, 2390).
Den gegenteiligen Entscheidungen der Oberlandesgerichte Dresden (…Urt. v. 24.07.2009, 8 U 1240/08, zit. nach Juris) und Oldenburg (Urt. v. 11.09.2009, 11 U 75/08, zit. nach Juris) vermag sich der Senat nicht anzuschließen.
Dem hat sich das Oberlandesgericht Oldenburg angeschlossen (Urteil vom 11. September 2009 - 11 U 75/08, BB 2009, 2390 ff.).
Andernfalls würde das bei ihm liegende Risiko der unzutreffenden Beurteilung der Rechtslage zu Unrecht auf den Gläubiger abgewälzt (BGH NJW 1994, 2754; NJW 1998, 2144; NJW 2001, 3114; NJW 2006, 3271; NJW 2007, 428, OLG Oldenburg BB 2009, 2390;… Palandt/Grüneberg, Kommentar zum BGB, 69. Auflage 2010, § 276 BGB Rdn. 22; Heße, MDR 2009, 1197/1201).
Dem hat sich das Oberlandesgericht Oldenburg angeschlossen (Urteil vom 11. September 2009 - 11 U 75/08).
Der Umstand, dass Kollegialgerichte mehrfach das Verschulden im Zusammenhang mit der hier in Rede stehenden Pflichtverletzung verneint haben (OLG Oldenburg, Urt. v. 11.09.2009, 11 U 75/08, Rn. 59;… OLG Dresden, Urt. v. 24.07.2009, 8 U 1240/08, Rn. 30ff., zitiert jeweils nach juris), entlastet die Beklagte nicht.
Wie das Oberlandesgericht Oldenburg in seiner Entscheidung vom 11.09.2009 - 11 U 75/08 (BB 2009, 2390) - zutreffend dargelegt hat, lässt sich unter Zugrundelegung der Faktoren der Planrechnung auf S. 30 des Prospekts durchaus ein Szenario errechnen, bei dem Aktiva in Höhe von 82.321.398,00 EUR (Kapital 50 Mio. EUR zuzüglich Garantieleistungen aus 60 % der Produktionskosten in Höhe von 53.868.997,00 EUR = 32.321.398,00 EUR) Kosten von 59.532.115,00 EUR gegenüberstehen, sodass auch bei einem "Floppen" der Filmproduktionen 45, 58 % und damit "etwa" 50 % der Einlage für Ausschüttungen zur Verfügung stünden.
Gleichwohl gehen eine Vielzahl der veröffentlichten obergerichtlichen Urteile in mit der vorliegenden Fallkonstellation vergleichbaren Fällen von Rückvergütungen und nicht von reinen Vertriebs- oder Innenprovisionen aus (vgl. nur OLG Celle, ZIP 2009, 2149; OLG Dresden WM 2009, 1689; OLG Oldenburg BB 2009, 2390).
Soweit das OLG Dresden mit Entscheidung vom 24.07.2009 (WM 2009, 1689 ff.) und das OLG Oldenburg mit Entscheidung vom 11.09.2009 (11 U 75/08, zitiert nach BeckRS 2009, 26235) einen unvermeidbaren Rechtsirrtum angenommen haben, sind die Gründe dieser Entscheidungen für den vorliegenden Fall nicht tragend.