Source: http://www.ijon.de/elster/landver.html
Timestamp: 2018-12-13 00:09:13
Document Index: 63782103

Matched Legal Cases: ['§1', '§20', '§13', '§20', '§20', '§20', '§2', '§19', '§1', '§20', '§1', '§20', '§4', '§20', '§2', '§22', '§20', '§13', '§2', '§1', '§2', '§3', '§1', '§2', '§22', '§20', '§20', '§1', '§20', '§20', '§45', '§1', '§1', '§2', '§1']

Landesverordnungen zur Bejagung von Elstern
Elstern (Titelseite)
Einige Landesverordnungen zur Bejagung von Elstern
Die Verordnungen von 10 der 16 Länder wurden mir freundlicherweise vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zugesandt. Ich habe mich bemüht, alle wichtigen Passagen abzuschreiben. Alle Regelungen traten am Tag ihrer Verkündung in Kraft.
Für die Korrektheit der Informationen kann ich jedoch keinerlei Garantie geben. Die Verordnungen in dieser Datei stammen aus dem Jahr 1999.
Falls jemand Informationen darüber hat, wie streng oder locker die Verordnungen in den einzelnen Ländern umgesetzt werden, wäre ich dafür sehr dankbar.
Verordnung der Landesregierung über Ausnahmen von den Schutzvorschriften für Rabenvögel
§1 (1) Abweichend von §20f Abs.1 Nr.1 BNatSchG dürfen Jagdausübungsberechtigte und mit deren Erlaubnis Inhaber von Jagderlaubnisscheinen zum Schutz der heimischen Tierwelt oder zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher Schäden wildlebenden Tieren der Arten Rabenkrähe (Corvus corone corone) und Elster (Pica pica) außerhalb von befriedeten Bezirken, von Naturschutzgebieten, von Naturdenkmalen und außerhalb der Brutzeit (15. März bis 15. Juli) nachstellen und sie töten. Unberührt bleiben die Bestimmungen über verbotene Fangmethoden, Verfahren und Geräte (§13 der Bundesartenschutzverordnung) und über das Zerstören von Nist- und Brutstätten (§20f Abs.1 Nr.1 BNatSchG).
(2) Abweichend von §20f Abs.2 Nr.1 BNatSchG dürfen Jagdausübungsberechtigte im Rahmen des Absatzes (1) erlegte Tiere in Besitz nehmen und sich aneignen. Die Vermarktungs- und Verkehrsverbote (§20f Abs.2 Nr.2 und 3 BNatSchG) bleiben unberührt.
§2 Die Jagdausübungsberechtigten haben der unteren Verwaltungsbehörde Art und Anzahl der erlegten Tiere jährlich bis spätestens 15. April anzuzeigen.
§19 Die Verordnung des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 2.April 1977 (BGBl. I S.531) über die Jagdzeiten gilt mit der Maßgabe, daß [...] ergänzend zu $1 Abs.2 der Bundesverordnung die Jagd das ganze Jahr ausgeübt werden darf auf Waschbär, Marderhund, Sumpfbiber (Nutria), Eichelhäher, Elster und Rabenkrähe.
Verordnung über die Bestimmung weiterer Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, und über die Änderung der Jagdzeiten
§1 (1) Weitere Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, sind Waschbär, Marderhund, Nutria (Sumpfbiber), Rabenkrähe und Elster.
(2) Waschbär, Marderhund und Nutria genießen keine Schonzeit. Rabenkrähe und Elster dürfen in der Zeit vom 1.September bis 31.März bejagt werden.
(3) Der Verkauf von erlegten Rabenkrähen und Elstern oder von Teilen von ihnen ist nicht zulässig. Die sonstigen Aneignungs- und Verwertungsrechte des Jagdausübungsberechtigten bleiben davon unberührt.
[Hier wird zunächst noch einmal die bundesgesetzliche Lage zusammengefaßt]
Die Aaskrähe und die Elster können die positiven Ansätze einer Bestandsanhebung von Niederwildarten, wie Rebhuhn, Fasan und Feldhasen, gefährden.
Deshalb weise ich an:
1. Die Jagdausübungsberechtigten im Land können gemäß §20g Abs.6 BNatSchG für ihren Jagdbezirk beim Landesamt für Umwelt und Natur, Abteilung Naturschutz, Mecklenburg-Vorpommern, Wampener Straße, 17498 Neuenkirchen, die Erlaubnis zur Bejagung von Aaskrähe und Elster zum Schutz des Niederwildes beantragen. Sie haben dies zu begründen.
Die Zustimmung des Landesamtes für Umwelt und Natur gilt als erteilt, wenn sie nicht binnen vier Wochen nach Eingang des Antrages des Jagdausübungsberechtigten verweigert wird.
2. Die Genehmigungsbehörde erteilt die Erlaubnis zur Bejagung der Aaskrähe und Elster befristet für ein Jagdjahr (1.April bis 31.März) unter Einhaltung folgender Bedingungen:
Die Bejagung ist nur erlaubt in der Zeit vom 1.August bis 15.Oktober und vom 1.Februar bis 15.März.
In befriedeten Bezirken, Nationalparken, Naturschutzgebieten und Naturdenkmalen ist die Bejagung der Aaskrähe und Elster verboten.
Das Ausschießen von Horsten und die Zerstörung von Nist- und Brutstätten ist verboten.
Unberührt bleiben die Bestimmungen über verbotene Fangmethoden, Verfahren und Geräte.
Durch den Jagdausübungsberechtigten ist die Art und die Anzahl der erlegten Tiere in einer Streckenliste einzutragen und für das vergangene Jagdjahr bis zum 10.April dem Landesamt für Umwelt und Natur schriftlich anzuzeigen.
Die Bejagung im Rahmen des Jagdschutzes ist nur durch Jagdausübungsberechtigte und durch sie bestellte und von der Jagdbehörde bestätigte Jagdaufseher zulässig.
Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tierarten
§1 Zum Schutz der heimischen Tierwelt oder zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher Schäden wird abweichend von §20f Abs.1 Nr.1 BNatSchG Personen, die zur Jagd berechtigt sind, gestattet, Vögel der Arten Corvus corone corone (Rabenkrähe) und Pica pica (Elster) außerhalb befriedeter Bezirke (§4 Abs.1 und 2 Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen - LJG-NW) und außerhalb der Brutzeit (1.April bis 31.Juli) durch Abschuß zu töten. Nach Satz 1 erlegte Vögel der genannten Arten sind von Besitz-, Vermarktungs- und sonstigen Verkehrsverboten des §20f Abs.2 BNatSchG ausgenommen.
§2 Art und Zahl der getöteten Vögel sind den unteren Jagdbehörden bei den Kreisen und kreisfreien Städten mit der jährlichen Streckenmeldung (§22 Abs.7 LJG-NW) anzuzeigen.
Verordnung über Ausnahmen von Schutzvorschriften für besonders geschützte wildlebende Vögel
$1 (1) Abweichend von den Verboten des §20f Abs.1 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es den Jagdschutzberechtigten oder den sonst von dem Landkreis/ der kreisfreien Stadt Beauftragten gestattet, wildlebenden Rabenkrähen, Elstern und Eichelhähern in der Zeit vom 16.Juli bis zum 30.April nachzustellen und diese zu töten; §13 Abs.1 der Bundesartenschutzverordnung vom 19.Dezember 1986 (Bundesgesetzbl. I S.2705) bleibt unberührt. Der Landkreis/ die kreisfreie Stadt kann die Gestattung nach Satz 1 im Einzelfall aussetzen, wenn von ihr durch übermäßiges Nachstellen in mißbräuchlicher Weise Gebrauch gemacht worden ist.
(2) Die Jagdschutzberechtigten oder sonst Beauftragten sind verpflichtet, dem Landkreis/ der kreisfreien Stadt nach dem Stande vom 1.April eines jeden Jahres die Art, Anzahl und den Ort der erlegten Vögel nach Vordruck zu melden.
§2 Der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestimmt in einer Anlage zu dieser Verordnung die Gebiete der Landkreise und kreisfreien Städte, in denen Bekämpfungsmaßnahmen für alle oder einzelne der in §1 Abs.1 genannten Arten nicht mehr durchgeführt werden dürfen, wenn dies zum Schutz der heimischen Tierwelt oder zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher Schäden nicht mehr geboten erscheint.
§2 Waschbär, Marderhund, Rabenkrähe und Elster werden zu jagdbaren Tieren erklärt. Waschbär und Marderhund genießen keine Schonzeit. Die Jagd auf Rabenkrähe und Elster darf vom 1.August bis 15.März ausgeübt werden.
§3 Die oberste Jagdbehörde kann aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdbezirke aufheben; sie kann zu wissenschaftlichen sowie zu Lehr- und Forschungszwecken im Einzelfall das Fangen oder Erlegen von Wild während der Schonzeit genehmigen.
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten über Jagd- und Schonzeiten (JaSchoVO)
§1 (1) Ergänzend zu §2 Abs.1 Bundesjagdrecht unterliegen folgende Tierarten dem Jagdrecht: Waschbär, Marderhund, Sumpfbiber (Nutria), Mink, Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher.
(2) Vorbehaltlich der Bestimmungen des §22 Abs.4 Satz1 Bundesjagdrecht darf die Jagd auf das im Absatz 1 genannte Haarwild das ganze Jahr ausgeübt werden. Die Jagd auf Nebelkrähe, Rabenkrähe und Elster darf vom 1.August bis 15.März ausgeübt werden.
Richtlinien für die Zulassung von Ausnahmen im Einzelfall gemäß §20g Abs.6 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bei Saatkrähen, Aaskrähen und Elstern
Gemäß §20g Abs.6 Satz 1 BNatSchG i.V. mit §1 Abs.2 der "Landesverordnung über die zuständigen Behörden für die Zulassung von Ausnahmen nach §20g Abs.6 des Bundesnaturschutzgesetzes" vom 14.August 1995 (GVOBl. Schl.-H. S.301) können die unteren Naturschutzbehörden (Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister der Kreise und kreisfreien Städte) im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des §20f Abs.1 und 2 BNatSchG zum Abschluß [sollte vermutlich "Abschuß" heißen] oder gegebenenfalls zum Fang mit selektiv lebendfangenden Einzelfallen von Saatkrähen, Aaskrähen und Elstern zulassen. Dazu bestimme ich folgendes:
1 Ausnahmevoraussetzungen
1.3 Elstern (Pica pica): Ausnahmen können zugelassen werden, wenn in einem bestimmten Gebiet (Mindestgröße 100ha) mehr als fünf belegte Elsternnester pro 100ha festgestellt worden sind.
2.1 Eine Ausnahmegenehmigung kann nur erteilt werden für die Zeit vom 16.Juli bis zum 14.März.
2.2 Die Ausnahme ist schriftlich zu beantragen und durch schriftlichen Bescheid zu genehmigen. In dem Antrag ist die Siedlungsdichte von Aaskrähen oder Elstern unter Angabe der Revier-/ Gebietsgröße kartenmäßig darzustellen.
2.3 [...]
2.4 Ausnahmen zum Abschuß von Rabenvögeln werden nur Antragstellerinnen und Antragstellern erteilt, die im Besitz eines gültigen Jagdscheines sind. Ist die Antragstellerin oder der Antragsteller selbst nicht im Besitz eines gültigen Jagdscheines, haben sie eine andere Jagdscheininhaberin oder einen anderen Jagsdscheininhaber zu benennen, die oder der berechtigt ist, den Abschuß durchzuführen. Die Benachrichtigung der oder des jeweiligen Jagdausübungsberechtigten für das Gebiet ist ebenfalls von der Antragstellerin oder von dem Antragsteller sicherzustellen.
2.5 In der Ausnahmegenehmigung ist auf die erforderliche waffenrechtliche Erlaubnis nach §45 des Waffengesetzes ausdrücklich hinzuweisen.
2.6 Im Ausnahmebescheid ist zu bestimmen,
daß höchstens jeweils 20 Vögel erlegt oder gefangen werden dürfen.
daß erlegte oder gefangen Vögel nur an Personen abgegeben werden dürfen, die im Besitz einer entsprechenden Genehmigung sind.
Der obersten Naturschutzbehörde ist über Zahl und Art der erteilten Ausnahmegenehmigung sowie der erlegten Vögel bis zum 15.April zu berichten.
Thüringer Verordnung über die Bestimmung weiterer Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen und über die Jagdzeiten (Thüringer Jagdzeitenverordnung - ThürJagdZVO-)
§1(1) Weitere Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, sind: Waschbär, Marderhund, Mink, Sumpfbiber (Nutria), Rabenkrähe und Elster.
§1(3) Der Verkauf von erlegten Rabenkrähen und Elstern oder Teilen von ihnen ist nicht zulässig. Die sonstigen Aneignungs- und Verwertungsrechte des Jagdausübungsberechtigten bleiben davon unberührt.
§2 (1) Abweichend von §1 der Bundesartenschutzverordnung in der Fassung vom 18.September 1989 (BGBl. I S.1677, 2011) in der jeweils geltenden Fassung darf die Jagd ausgeübt werden auf: Rabenkrähen, Elstern vom 1.August bis 15.Februar.
by Michael Becker, 9/1999. Letzte Änderung: 4/2004.