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Timestamp: 2019-12-10 18:15:52
Document Index: 233965742

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 28', '§ 27', '§ 3', '§ 1', '§ 40']

AEVO Übungsaufgaben mit Lösungen | AEVO Online
In der schriftlichen AdA-Prüfung soll Ihr Fachwissen mit rund 70 Aufgaben im Multiple-Choice-Verfahren überprüft werden. Zu jeder Frage werden mehrere Lösungsmöglichkeiten vorgegeben, von denen dann mindestens eine Lösung richtig ist. Bei mehreren richtigen Lösungen, ist die Anzahl der korrekten Antworten bei der Frage angegeben. Ihnen werden jedoch nur die Fragen als richtig anerkannt, bei denen Sie alle richtigen Antwortmöglichkeiten erkannt und angekreuzt haben.
Damit Sie den schriftlichen Prüfungsteil Ihrer AdA-Prüfung erfolgreich bestehen, müssen Sie mindestens 50 von 100 Punkten erreichen, was der Note „ausreichend“ entspricht. Es gilt dabei der folgende Punkteschlüssel:
Nachfolgend haben wir für Sie einige Fragen mit Lösungshinweisen zusammengestellt, wie diese auch in der AEVO-Prüfung vorkommen können.
Beispielfrage aus Handlungsfeld 1 der AEVO
Ihr Unternehmen, eine Möbelschreinerei, möchte nun auch ausbilden und Sie sollen künftig die Berufsausbildung verantworten. Geplant ist, ab dem kommenden Ausbildungsjahr einen Azubi zum Schreiner einzustellen. Außer Ihnen sind noch ein Schreinermeister und 7 Hilfskräfte beschäftigt. Welche rechtlichen Voraussetzungen muss das Unternehmen erfüllen, um künftig ausbilden zu dürfen? (Anzahl der richtigen Antworten: 2)
a) Der Ausbildende muss persönlich und die Ausbilder müssen persönlich und fachlich geeignet sein.
b) Der Ausbildende und die Ausbilder müssen persönlich und fachlich geeignet sein.
c) Das Unternehmen muss nach Art und Einrichtung für die Ausbildung in diesem Beruf geeignet sein. Zu berücksichtigen ist weiterhin das angemessene Verhältnis von Fachkräften zu Auszubildenden.
d) Sobald alle Ausbildungsinhalte im Unternehmen vermittelt werden können, ist die Eignung als Ausbildungsstätte gegeben. Das Verhältnis von Fachkräften zu Auszubildenden spielt dabei keine Rolle.
Erklärung zur Antwort:
Berücksichtigung bei der Beantwortung der Frage finden die Eignung des Ausbilders und die Eignung des Ausbildungsbetriebs, sowie §§ 28-30 BBiG.
Nach §§ 28-30 BBiG muss ein Ausbilder persönlich und fachlich geeignet sein. Der Ausbildende hingegen muss um ausbilden zu dürfen mindestens persönlich geeignet sein.
Entsprechend des § 27 BBiG dürfen Auszubildende nur eingestellt und ausgebildet werden, wenn die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung geeignet ist. Dafür muss die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze oder zur Zahl der beschäftigten Fachkräfte stehen. Falls die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nicht im vollen Umfang in einer Ausbildungsstätte vermittelt werden können, sind diese dann durch Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte zu vermittelt.
Als “angemessenes Verhältnis“ zwischen Zahl der Auszubildenden und Fachkräften wird dabei im Regelfall das Folgende betrachtet: 1-2 Fachkräfte – 1 Auszubildender, 3-5 Fachkräfte – 2 Auszubilende, 6-8 Fachkräfte – 3 Auszubildende, plus 3 weitere Fachkräfte für jeden weiteren Auszubildenden.
Beispielfrage aus Handlungsfeld 2 der AEVO
Das Ziel des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ist es, Diskriminierungen bestimmter Merkmale zu verhindern. Eine Stellenausschreibung muss, um AGG-konform zu sein, so neutral formuliert sein, dass sie sich ausschließlich auf die Tätigkeit bezieht und nur Anforderungen enthält, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.
Welche Formulierung in einer Stellenanzeige ist AGG-konform? (Anzahl der richtigen Antworten: 1)
a) Erfahrene Sekretärin für unseren Geschäftsführer gesucht.
b) Wir stellen 2 Auftragssachbearbeiter m/w für die Versandabwicklung ein.
c) Wir stellen ein: junge/r Lagerarbeiter/in in Teilzeit.
d) Wir suchen eine Putzfrau für unsere Büroräume. Arbeitszeit täglich ab 18:00 Uhr.
Richtig ist die Antwort b.
Entsprechend § 3 Abs. 1 AGG liegt eine unmittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn eine Person wegen eines in § 1 des AGG genannten Grundes (dazu gehören Benachteiligungen aufgrund der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität) eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation erfährt, erfahren hat oder erfahren würde.
Wenn in einer Stellenanzeige Sachbearbeiter ohne die geschlechtsneutrale Ergänzung m/w, eine Sekretärin, eine Putzfrau oder eine junge Sekretär/in gesucht werden, so sind das Beispiele, die auf eine unmittelbare Benachteiligung hinweisen.
Beispielfrage aus Handlungsfeld 3 der AEVO
Sie bilden in Ihrem Unternehmen mehrere Auszubildende im Beruf „Maler/-in und Lackierer/-in“ aus. Hierfür sind regelmäßige Belehrungen zur Arbeitssicherheit erforderlich, wobei den Auszubildenden die gesetzlichen Vorgaben dargestellt werden.
Welche Ausbildungsmethode ist für diesen Zweck geeignet? (Anzahl der richtigen Antworten: 1)
a) Modell der vollständigen Handlung
c) Rollenspiel
d) Projektmethode
e) Kurzvortrag
Richtig ist die Antwort e.
Der Kurzvortrag hat zum Ziel, den Auszubildenden in komprimierter Form Informationen zu vermitteln, sie zu motivieren und für einen Lerneffekt zu sorgen. Für die Vermittlung von gesetzlichen Vorgaben eignet sich der Kurzvortrag daher.
Bei dem Modell der vollständigen Handlung hingegen, werden die Auszubildenden durch Fragen und Aufgaben zu selbständiger Informationssuche sowie der Arbeit mit Materialien, Quellen und Medien angeleitet.
In Rollenspielen ist es möglich, praxisnahe Fälle zu bearbeiten, sowie Handlungsweisen zu trainieren.
Als Projekt wird in der Ausbildung eine umfangreiche Arbeitsaufgabe bezeichnet, die zeitlich begrenzt ist und mehrere Themen oder Arbeitsbereiche umfasst. Die von den Auszubildenden entwickelte Lösung wird in der Praxis umgesetzt.
Die Vier-Stufen-Methode eignet sich besonders zur Vermittlung, sowie dem Üben und dem Ausbau, von psychomotorischen oder gewerblichen Fertigkeiten – also wenn „praktisch“ etwas gelernt werden soll.
Für die Vermittlung von gesetzlichen Vorgaben sind somit das Modell der vollständigen Handlung, das Rollenspiel, die Projektmethode und die Vier-Stufen-Methode nicht geeignet.
Beispielfrage aus Handlungsfeld 4 der AEVO
Sie haben Ihre Ausbildereignungsprüfung erfolgreich bestanden und bereits praktische Erfahrungen als Ausbilder in einem mittelständischen Unternehmen der chemischen Industrie gesammelt. Nun möchten Sie sich im Prüfungsausschuss einbringen.
Welche Aussagen zum Prüfungsausschuss sind richtig? (Anzahl der richtigen Antworten: 2)
a) Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Mitgliedern.
b) Dem Prüfungsausschuss muss mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule angehören.
c) Die Mitglieder werden von der zuständigen Stelle längstens für drei Jahre berufen.
d) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss wird entsprechend der Arbeitszeit der Prüfer vergütet.
Richtig sind die Lösungen a und b.
Berücksichtigung finden §§ 40-42 BBiG für die Beantwortung.
Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in gleicher Zahl sowie mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule angehören.
Mindestens zwei Drittel der Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sein. Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das den Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend übernimmt.
Die Mitglieder werden von der zuständigen Stelle längstens für fünf Jahre berufen.
Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Die Höhe der Entschädigung für die Tätigkeit wird von der zuständigen Stelle mit der Genehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt.