Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-10-2007-5C-53-2007
Timestamp: 2016-10-28 08:43:17
Document Index: 93866993

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 46', 'Art. 43', 'Art. 63', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 54', 'Art. 48', 'Art. 125', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 125', 'BGE', 'Art. 125', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 125', 'BGE', 'Art. 276', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 125', 'Art. 125', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 43', 'Art. 55', 'in fine', 'Art. 156', 'Art. 159']

5C.53/2007 (19.10.2007)
vertreten durch Rechtsanw�ltin Elisabeth Blumer,
Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Zivilkammer, vom 4. Dezember 2006.
A.a M.________ (geboren 1953) und F.________ (geboren 1951) heirateten im Jahre 1975. Aus ihrer Ehe gingen die beiden Kinder A.________ (geboren 1987) und B.________ (geboren 1989) hervor. Im Jahre 2003 ordnete der Bezirksgerichtspr�sident Hinterrhein auf entsprechendes Gesuch hin verschiedene Eheschutzmassnahmen an. So wurden die Ehegatten f�r berechtigt erkl�rt, ab dem 1. August 2003 getrennt zu leben, das eheliche Haus F.________ zur Benutzung zugewiesen und die beiden S�hne unter ihre alleinige Obhut gestellt. Im Weiteren wurde M.________ verpflichtet, an den Unterhalt der beiden S�hne monatlich je Fr. 800.-- und an den Unterhalt seiner Ehefrau monatlich Fr. 850.-- zu bezahlen. Die von F.________ eingereichte Klage auf Durchf�hrung der g�terrechtlichen Auseinandersetzung hiess das Bezirksgericht Hinterrhein mit Urteil vom 12. Oktober 2005 gut und verpflichtete die Kl�gerin, dem Ehegatten aus G�terrecht den Betrag von Fr. 37'122.50 zu bezahlen. In dem von diesem eingeleiteten Berufungsverfahren einigten sich die Ehegatten darauf, dass der geschuldete Betrag mit dem noch zu bestimmenden Pensionskassenguthaben des Ehemannes verrechnet werden solle.
A.b Nachdem F.________ am 12. September 2005 eine Ehescheidungsklage mit Nebenfolgenregelung eingereicht hatte, erkl�rte im Oktober 2005 auch M.________ sein Scheidungsbegehren und reichte Antr�ge zur Regelung der Nebenfolgen ein. Mit Urteil vom 7. September 2006 schied das Bezirksgericht Hinterrhein die Ehe von M.________ und F.________ und verpflichtete M.________ unter anderem, an den Unterhalt von F.________ monatliche, im Voraus zahlbare und indexierte Beitr�ge in der H�he von Fr. 850.-- bis zum 31. Juli 2007 (Zeitpunkt des Lehrabschlusses des Kindes A.________), resp. von Fr. 1'750.-- hernach bis zum Erreichen des AHV-Alters von F.________ zu bezahlen.
Gegen dieses Urteil f�hrte M.________ Berufung an das Kantonsgericht von Graub�nden und beantragte, von der Festsetzung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrages abzusehen, eventualiter diesen als befristete �bergangsrente bis Ende Juli 2007 auf monatlich Fr. 400.-- festzusetzen. In teilweiser Gutheissung der Berufung setzte das Kantonsgericht von Graub�nden mit Urteil vom 4. Dezember 2006 den nachehelichen, monatlich im Voraus zahlbaren und jeweils auf den Ersten f�llig werdenden sowie indexierten Unterhaltsbeitrag neu auf Fr. 770.- bis zum 31. Juli 2007, resp. auf Fr. 1'170.-- hernach bis zum Erreichen des AHV-Alters von F.________ fest.
Mit einer als Beschwerde/Berufung bezeichneten Eingabe vom 7. Juni 2007 beantragt M.________ (fortan: Beklagter) dem Bundesgericht, in Aufhebung des obergerichtlichen Urteils von der Festsetzung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrages abzusehen. Eventualiter seien die Unterhaltsbeitr�ge bis Ende Juli 2007 auf h�chstens Fr. 500.--, resp. hernach bis zum Erreichen des AHV-Alters von F.________ (fortan: Kl�gerin) auf h�chstens Fr. 400.-- festzusetzen. Das Kantonsgericht beantragt in seinen Gegenbemerkungen die Abweisung der Berufung. Im �brigen ist keine Berufungsantwort eingeholt worden.
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Einzig entscheidendes Kriterium zur Beantwortung der Frage, ob noch das alte oder schon das neue Prozessrecht anzuwenden ist, ist gem�ss Art. 132 Abs. 1 BGG der Zeitpunkt, in welchem der angefochtene Entscheid ergangen ist. Mit diesem Zeitpunkt ist das Datum der Entscheidfindung durch die (letzte) kantonale Instanz gemeint. Davon zu unterscheiden ist das Datum der Mitteilung des Entscheides durch die kantonale (Letzt-) Instanz, ungeachtet der Tatsache, ob anl�sslich der Entscheidfindung den Parteien vom Dispositiv (Urteilsspruch) Kenntnis gegeben worden ist oder nicht. Der Entscheid des Kantonsgerichts von Graub�nden ist am 4. Dezember 2006 gef�llt worden, weshalb noch die Bestimmungen des Bundesgesetzes �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz, OG; SR 173.110) anzuwenden sind.
1.3 Der Beklagte verlangt die Aufhebung der nachehelichen Unterhaltsbeitr�ge, eventualiter die Herabsetzung auf monatlich maximal Fr. 500.-- bis Ende Juli 2007, resp. auf monatlich maximal Fr. 400.-- danach bis die Kl�gerin das AHV-Alter erreicht hat. Gem�ss Art. 55 Abs. 1 lit. b OG ist in der Berufungsschrift nicht nur genau anzugeben, welche Punkte des kantonalen Entscheides angefochten werden, sondern auch, inwiefern diese abge�ndert werden sollen. Wo eine Geldforderung im Streite liegt, muss der Antrag einen ziffernm�ssig bestimmten Betrag nennen, und zwar auch dann, wenn das kantonale Recht es gestattet, auf eine Zahlung nach richterlichem Ermessen zu klagen (vgl. BGE 121 III 390 E. 1 S. 391 mit Hinweisen). Dieser Anforderung wird der Beklagte insofern gerecht, als die Unterhaltsbeitragsaufhebung ziffernm�ssig durchaus bestimmbar ist.
Strittig sind die vom Beklagten an seine geschiedene Ehefrau zu leistenden Unterhaltsbeitr�ge. Es handelt sich dabei um eine verm�gensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit im Sinne von Art. 46 OG. Dabei bestimmt sich der Streitwert nach den Begehren, wie sie vor der Vorinstanz streitig geblieben waren. Streitig war vor Kantonsgericht die H�he des nachehelichen Unterhaltsbeitrages bis zum Erreichen des AHV-Alters der Kl�gerin. In Anbetracht deren Alters �bersteigen dabei die streitigen Rechtsbegehren betreffend den Ehegattenunterhalt die gesetzliche Streitwertgrenze von Fr. 8'000.-- bei Weitem.
1.4 Mit Berufung kann geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid verletze Bundesrecht (Art. 43 Abs. 1 OG). Grunds�tzlich unzul�ssig sind dagegen Vorbringen zum Sachverhalt. Insoweit steht nur die staatsrechtliche Beschwerde offen, mit der Willk�r in der Beweisw�rdigung und Verletzung des rechtlichen Geh�rs ger�gt werden k�nnen. Eine solche ist vom Beklagten gegen den angefochtenen Entscheid allerdings nicht erhoben worden. Demnach ist das Bundesgericht als Berufungsinstanz an die tats�chlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder zu erg�nzen sind (Art. 64 OG). Liegen solche Ausnahmen vor, so hat die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (BGE 115 II 484 E. 2a S. 485; 110 II 494 E. 4 S. 497). Eine Erg�nzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht f�r unerheblich gehalten oder �bersehen worden sind, was wiederum n�her anzugeben ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und damit als unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 111 II 471 E. 1c S. 473 mit Hinweisen). Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen richten, sowie das Vorbringen neuer Tatsachen, Einreden, Bestreitungen und Beweismittel sind somit unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Insoweit der Beklagte den Sachverhalt erweitert und kritisiert, sind seine Vorbringen unbeachtlich und es kann darauf nicht eingetreten werden, womit seine Ausf�hrungen betreffend die H�he seines Einkommens sowie die Bedarfspositionen beider Ehegatten nicht ber�cksichtigt werden.
1.5 Auf die rechtzeitig erhobene Berufung gegen den Endentscheid des oberen kantonalen Gerichts, der nicht mehr durch ein ordentliches kantonales Rechtsmittel angefochten werden kann (Art. 54 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 OG), ist somit grunds�tzlich einzutreten.
Anlass zur Berufung geben die H�he und die Dauer des nachehelichen Unterhaltsanspruchs der Kl�gerin. Gem�ss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf einen angemessenen nachehelichen Unterhaltsbeitrag, wenn einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, dass er f�r den ihm geb�hrenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufkommen kann. Strittig ist vor Bundesgericht neben den Kriterien der Unterhaltsberechnung (vgl. unten E. 3) und der sogenannten Eigenversorgungskapazit�t der Kl�gerin (vgl. unten E. 4) auch die Frage, inwiefern die Altersvorsorge der Kl�gerin bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts zu ber�cksichtigen ist (vgl. unten E. 5).
2.1 Der Beklagte �ussert sich vorweg in bloss allgemeiner Weise zu verschiedenen Fragen des nachehelichen Unterhalts. Dabei fasst er die herrschende Lehre und Rechtsprechung zum Unterhaltsrecht zusammen. Diese Ausf�hrungen lassen ihn sodann zum Schluss kommen, die Vorinstanz habe die herrschende Lehre sowie die Rechtsprechung, obwohl sie diese selbst zusammengefasst dargestellt habe, nur unterschwellig ber�cksichtigt.
Eine Berufungsschrift muss die genaue Angabe enthalten, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Ab�nderungen beantragt werden. Dabei muss vom Berufungskl�ger dargelegt werden, welche Bundesrechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind (Art. 55 Abs. 1 lit. b und c OG). Das Bundesgericht nimmt in diesem Rahmen nur zu konkreten Fragen Stellung. Der Beklagte wirft jedoch, ohne auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides einzugehen, keine solchen Fragen auf, sondern begn�gt sich mit einer rechtstheoretischen Abhandlung zum ehelichen Unterhaltsrecht. In diesem Umfang kann daher auf die Berufung nicht eingetreten werden (vgl. BGE 116 II 745 E. 3 S. 749).
2.2.1 Weiter bringt der Beklagte vor, die Vorinstanz habe die von ihm durch die Streichung der Familienzulage erlittene Einkommensreduktion unber�cksichtigt gelassen. Auch seien die von den beiden S�hnen monatlich an ihre Mutter entrichteten Geldbetr�ge in der H�he von gesamthaft mindestens Fr. 1'400.-- bei deren Einkommen nicht ber�cksichtigt, sondern lediglich durch den reduzierten Grundbetrag f�r die Kl�gerin und die Nichtanrechnung des Grundbetrages f�r das �ltere Kind A.________ kompensiert worden. Bez�glich einiger Bedarfspositionen (Berufsauslagen, Steuern, Wohnkosten, Besuchsrechtskosten) wirft er der Vorinstanz Willk�r vor, indem sie nicht von den vom ihm in seinen Eingaben geltend gemachten Betr�gen ausgegangen sei.
2.2.2 Die Vorbringen des Beklagten ersch�pfen sich in diesen Punkten im Wesentlichen in unzul�ssigen Sachverhaltsvorbringen. Er �bt vorwiegend rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, ohne dass er genaue Angaben macht, inwiefern der Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt werden sollte (vgl. oben E. 1.4). Insofern der Beklagte die tatbest�ndlichen Feststellungen der Vorinstanz r�gt, ohne eine Verletzung von Bundesrecht darzutun - was insbesondere f�r seine Ausf�hrungen zur H�he seines Einkommens und zu den diversen Bedarfspositionen gilt - kann demnach auf die Berufung nicht eingetreten werden.
Als im Berufungsverfahren �berpr�fbare Rechtsfrage gilt dahingegen die �berpr�fung der angewandten Kriterien der Unterhaltsberechnung.
3.1 Gem�ss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, f�r den ihm geb�hrenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen. Absatz 2 z�hlt - wenn auch nicht abschliessend - die f�r die Beantwortung dieser Frage massgebenden Kriterien auf, die auch bei der Bemessung des Beitrages zu ber�cksichtigen sind. Absatz 3 nennt die Voraussetzungen, unter denen ein Beitrag ausnahmsweise versagt oder gek�rzt werden kann. Der nacheheliche Unterhalt soll insbesondere den durch die Ehescheidung verursachten Ver�nderungen Rechnung tragen. Einerseits hat jeder Ehegatte - soweit immer m�glich - f�r seinen Unterhalt selbst zu sorgen; anderseits ist der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeitr�gen an den anderen verpflichtet, wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls beeintr�chtigte wirtschaftliche Selbstst�ndigkeit nicht erreichen kann (BGE 132 III 593 E. 9.1 S. 600; 127 III 136 E. 2a S. 138, je mit Hinweisen). In materieller Hinsicht ist dabei zu bemerken, dass die nacheheliche Unterhaltspflicht in Art. 125 ZGB offen umschrieben wird und das Gericht entsprechend �ber einen weiten Ermessensspielraum verf�gt (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.). Das Bundesrecht schreibt insbesondere keine bestimmte Methode vor, wie der nacheheliche Unterhalt festzulegen ist (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414). Anstelle der Quotenregel oder des sogenannt einstufig-konkreten Vorgehens hat das Kantonsgericht die Existenzminimumsberechnung mit �berschussteilung gew�hlt, bei welcher der geb�hrende Unterhalt dadurch berechnet wird, dass vom Gesamteinkommen beider Ehegatten deren familienrechtlichen Existenzminima abzuziehen sind und der danach verbleibende �berschuss grunds�tzlich h�lftig zwischen den Ehegatten zu teilen ist (vgl. dazu: Schwenzer, FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N. 69 ff. zu Art. 125 ZGB).
3.2 Den anrechenbaren Eink�nften der Parteien hat die Vorinstanz dabei ihren jeweiligen Bedarf gegen�bergestellt, welcher dadurch bestimmt worden ist, dass zum Grundbetrag gem�ss den Richtlinien der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz die Wohnkosten, die Krankenkassenpr�mien, die Steuern sowie die Auslagen f�r die notwendigen Versicherungen addiert wurden. Dieses Vorgehen kann auf Grund der Vorbringen des Beklagten - der sich mit dem blossen Hinweis, die diversen Bedarfspositionen seien willk�rlich festgesetzt worden, begn�gt und die Methode zur Berechnung des Unterhaltsbeitrages nicht grunds�tzlich in Frage stellt - nicht beanstandet werden. Es ist auch nicht ersichtlich oder sonstwie dargetan, inwiefern das Kantonsgericht das ihm bei der Bestimmung des Unterhaltsbeitrags zustehende Ermessen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141) verletzt haben k�nnte. Das vom Kantonsgericht gefundene Ergebnis h�lt somit vor Bundesrecht stand.
3.3 Der Beklagte bringt weiter vor, die monatlichen Beitr�ge der beiden S�hne an Kost und Logis seien willk�rlich nicht beim Einkommen der Kl�gerin ber�cksichtigt worden. Dass eine solche Verpflichtung besteht, ist von der Vorinstanz tatbest�ndlich festgestellt worden und auch zwischen den Parteien nicht strittig. In diesem Zusammenhang ist allerdings danach zu fragen, ob und in welchem Umfang die beiden Kinder mit ihrem eigenen Erwerbseinkommen (z.B. Lehrlingslohn) verh�ltnism�ssig an ihren Unterhalt beitragen und so ihre Mutter entlasten k�nnen (Art. 276 Abs. 3 ZGB), was allenfalls rechtfertigen k�nnte, den Grundbedarf f�r die beiden Kinder nicht oder nicht vollumf�nglich in die Berechnung aufzunehmen. Dabei gilt es freilich ebenso zu beachten, dass der Lehrlingslohn nicht in jedem Falle voll, sondern verh�ltnism�ssig je nach Ausbildungsstand und Einkommensh�he ber�cksichtigt werden sollte. Das Kantonsgericht hat dem insofern Rechnung getragen, als es einerseits den Grundbetrag der Kl�gerin auf Fr. 1'110.-- (f�r eine alleinstehende Person) festgesetzt und andererseits den Grundbedarf f�r den minderj�hrigen Sohn B.________ in der H�he von Fr. 500.-- nicht ber�cksichtigt hat. Da sich die beiden S�hne im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch in Ausbildung befunden haben und deren konkreten sp�teren Verdienste noch nicht festgestellt worden sind, steht der Vorinstanz auch in diesem Bereich ein gewisses Ermessen (vgl. oben E. 3.1) zu, das sie in bundesrechtskonformer Weise ausge�bt hat.
Gem�ss dem angefochtenen Urteil lebten die Parteien w�hrend rund 28 � Jahren eine Zuverdienstehe, wobei neben der Vollerwerbst�tigkeit des Beklagten die Kl�gerin auch w�hrend der Betreuungszeit f�r die beiden gemeinsamen S�hne immer ganz- oder teilzeitig erwerbst�tig war. Eine durch die Ehe bewirkte erhebliche Beeintr�chtigung der vorehelichen Erwerbsf�higkeit der Beklagten liegt deshalb nicht vor.
4.1 Strittig ist vor Bundesgericht unter anderem die sog. Eigenversorgungskapazit�t der Kl�gerin und damit die Frage, ob es der Kl�gerin m�glich und zumutbar ist, ihre Erwerbst�tigkeit von heute 60 % nicht bloss auf 75 % auszudehnen, wovon das Kantonsgericht ausgegangen ist, sondern auf 100 %, eventuell auf mindestens 80 %, wie das der Beklagte fordert, oder - anders gefragt - ob der Kl�gerin ein (hypothetisches) Einkommen aus voller oder nur teilzeitlicher Erwerbst�tigkeit angerechnet werden darf. Der Beklagte bringt im Wesentlichen vor, die vom Kantonsgericht getroffene Annahme, der Kl�gerin sei (lediglich) eine Erwerbst�tigkeit von 75 % zuzumuten, erscheine realit�tsfremd. Wirklichkeitsnaher sei eine Anstellung der Beklagten mit einem Besch�ftigungsgrad von mindestens 80 %.
4.2 Ob der Kl�gerin ein hypothetisches Einkommen, d. h. eine T�tigkeit im Sinne der Eigenversorgungskapazit�t, in der beantragten H�he zugemutet werden kann, bildet eine vom Bundesgericht im Berufungsverfahren �berpr�fbare Rechtsfrage. Ob die Erzielung dieses hypothetischen Einkommens auch als tats�chlich m�glich erscheint, ist hingegen eine Tatfrage, die durch entsprechende Feststellungen oder durch die allgemeine Lebenserfahrung beantwortet wird (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12; 128 III 4 E. 4 c/bb und cc S. 7); auch letzternfalls m�ssen aber jene Tatsachen als vorhanden festgestellt sein, die eine Anwendung von Erfahrungss�tzen �berhaupt erst erm�glichen (vgl. Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4.A. Bern 1984, S. 225/226). Der Beklagte begr�ndet seine diesbez�glichen Vorbringen jedoch nicht n�her, sondern begn�gt sich damit, die Auswirkung der verschiedenen Grade der Eigenversorgungskapazit�t (75 %, 80 % oder 100 %) auf die Verteilung des �berschusses aufzuzeigen.
Die Vorinstanz hat eine Ausdehnung der Eigenversorgungskapazit�t der Kl�gerin von 60 % auf 75 % aufgrund der Tatsache, dass sie keine gesundheitlichen Probleme habe und die Kinder keiner speziellen Betreuung mehr bed�rften, als angemessen erachtet. Ob und in welchem Ausmass der Unterhaltsgl�ubigerin ab einem bestimmten Zeitpunkt ein h�heres als das tats�chlich erzielte Einkommen angerechnet werden darf, ist eine ausgesprochene Wertungsfrage, die das Sachgericht nach pflichtgem�ssem Ermessen zu beantworten hat. Das Bundesgericht �berpr�ft solche Ermessensentscheide grunds�tzlich frei; es �bt jedoch Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. f�r die Eigenversorgungskapazit�t: BGE 127 III 136 E. 2c und E. 3a S. 140; Urteil 5C.278/2000 vom 4. April 2001, E. 3b, publ. in: ZBJV 138/2002 S. 35; allgemein: BGE 131 III 12 E. 4.2 S. 15).
Die Vorinstanz hat sich bei dieser Wertung von verschiedenen Kriterien wie dem Alter der Kl�gerin, deren Ausbildung und Berufserfahrung sowie der allgemeinen Lage auf dem Arbeitsmarkt leiten lassen. Die Aufnahme einer vollen Erwerbst�tigkeit hat die Vorinstanz hingegen angesichts des fortgeschrittenen Alters der Kl�gerin, derer langj�hrigen Einschr�nkung der Berufst�tigkeit in ihrem erlernten Beruf als Pharmaassistentin zu Gunsten der Familienarbeit sowie der andauernden Kinderbetreuung f�r unzumutbar und angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt f�r unrealistisch gehalten. Aufgrund dieser von der Vorinstanz angewandten Entscheidkriterien kann nicht gesagt werden, diese sei von nicht massgeblichen Kriterien ausgegangen und habe das ihr zustehende Ermessen �berschritten. Die Berufung erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegr�ndet.
Bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts ist auch die Altersvorsorge der Ehefrau mit zu ber�cksichtigen. Denn nachehelicher Unterhalt besteht im "geb�hrenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge" (Art. 125 Abs. 1 ZGB). Der sog. Vorsorgeunterhalt, der zum nachehelichen Unterhalt geh�rt, bezweckt namentlich den Ausgleich allf�lliger zuk�nftiger Verm�genseinbussen in der Altersvorsorge, die dadurch entstehen, dass der anspruchsberechtigte Ehegatte nach der Scheidung auf Grund seiner - z.B. wie hier bloss teilzeitlichen - Erwerbst�tigkeit keine oder nur geringe Beitr�ge an die eigene Altersvorsorge wird leisten k�nnen (vgl. Gloor/ Spycher, Basler Kommentar, N. 4 zu Art. 125 ZGB; BGE 129 III 7 E. 3.1.2 S. 9 und 257 E. 3.5 S. 263).
5.1 Der Beklagte bringt dagegen vor, die Kl�gerin sei bereits gen�gend versorgt. Dies begr�ndet er damit, dass der Kl�gerin im Rahmen der g�terrechtlichen Auseinandersetzung das Wohnhaus zugewiesen worden sei und ihr dar�ber hinaus noch ein Anteil am elterlichen Erbe zustehe.
5.2 Der Beklagte argumentiert hier auf weiten Strecken bloss tatbest�ndlich (so insbesondere bez�glich des Ertrages aus der elterlichen Erbschaft). Dass die Feststellungen der Vorinstanz selektiv und aktenwidrig sein sollen, wird von ihm zwar ger�gt, jedoch fehlen dazu genauere Angaben mit Aktenhinweisen (vgl. oben E. 1.4). Des Weiteren �bersieht er, dass die Vorinstanz die Aufteilung der beruflichen Altersvorsorge im Zusammenhang mit dem G�terrecht ber�cksichtigt hat. So hat sie den von der Erstinstanz der Kl�gerin angerechneten Bedarfsposten "Berufliche Vorsorge" in der H�he von Fr. 360.-- als nicht gerechtfertigt gestrichen, da diese noch neun Jahre Erwerbst�tigkeit vor sich habe, h�lftig an dem w�hrend der Ehe ge�ufneten Pensionskassenguthaben teilhabe und ihr ein verh�ltnism�ssig grosser �berschuss zukomme. Es kann somit nicht gesagt werden, die Vorinstanz sei hierbei von bundesrechtswidrigen Kriterien ausgegangen.
Offen bleiben kann schliesslich die Frage der h�lftigen Aufteilung des �berschusses von Fr. 2'172.-- (bis zum 31. Juli 2007), resp. von Fr. 2'972.-- hernach auf beide Ehegatten, da diese vom Beklagten nicht aufgeworfen wird.
Schliesslich stellt der Beklagte die Kostenaufteilung der kantonalen Verfahren (Bezirks- und Kantonsgericht) mit Hinweis auf Art. 122 ZPO/GR in Frage. Der Beklagte verkennt dabei, dass sich diese Kostenaufteilung nach kantonalem Recht richtet, mit Berufung jedoch ausschliesslich geltend gemacht werden kann, der angefochtene Entscheid verletze Bundesrecht (Art. 43 Abs. 1 OG). Er�rterungen �ber die Verletzung kantonalen Rechts sind in der Berufung unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c in fine OG). Auf das diesbez�gliche Vorbringen des Beklagten kann daher nicht eingetreten werden.
Nach dem Gesagten ist der Berufung kein Erfolg beschieden. Damit wird der Beklagte auch kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt worden ist und der Kl�gerin somit keine Kosten erwachsen sind, entf�llt praxisgem�ss die Zusprechung einer Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 OG).