Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20AZB%2027/15
Timestamp: 2019-12-14 07:33:11
Document Index: 293575392

Matched Legal Cases: ['§ 91', '§ 12', '§ 29', '§ 48', '§ 97', '§ 63', '§ 91', '§ 12', '§ 48', '§ 29', '§ 91', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 48', '§ 91', '§ 12', '§ 91', '§ 91', '§ 91', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

BAG, 17.08.2015 - 10 AZB 27/15 - dejure.org
BAG, 17.08.2015 - 10 AZB 27/15
https://dejure.org/2015,23235
BAG, 17.08.2015 - 10 AZB 27/15 (https://dejure.org/2015,23235)
BAG, Entscheidung vom 17.08.2015 - 10 AZB 27/15 (https://dejure.org/2015,23235)
BAG, Entscheidung vom 17. August 2015 - 10 AZB 27/15 (https://dejure.org/2015,23235)
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§ 91 Abs. 1 ZPO, § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG, § 29 Abs. 1 ZPO, § 48 Abs. 1a ArbGG, § 97 Abs. 1 ZPO, § 63 Abs. 2 GKG
§ 91 Abs 1 ZPO, § 12a Abs 1 S 1 ArbGG, § 48 Abs 1a ArbGG, § 29 Abs 1 ZPO
Umfang der prozessualen Kostenerstattungspflicht - hypothetische Reisekosten der obsiegenden Partei
ZPO § 91 Abs. 1; ArbGG § 12a Abs. 1 S. 1
Erstattungsfähige hypothetische Reisekosten auch bei am Erfüllungsort des Arbeitsverhältnisses geführtem Rechtsstreit
ArbG Kiel, 28.11.2013 - 2 Ca 2116d/11
ArbG Kiel, 27.01.2015 - 2 Ca 2116d/11
NJW 2015, 3053
NZA 2015, 1150
BB 2015, 2292
DB 2015, 2340
(2) Dass § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG eine Erstattung von Auslagen der Prozesspartei wie Portokosten, Sachaufwendungen oder Fotokopien sowie der Kosten, die der Partei für die Wahrnehmung des Gerichtstermins tatsächlich entstehen, nicht ausschließt, und dass auch in dem Fall, dass eine Partei nicht selbst erscheint, sondern einen Prozessbevollmächtigten entsendet, die hierdurch entstehenden Kosten im Rahmen hypothetisch berechneter Reisekosten, die der Partei sonst entstanden wären, grundsätzlich erstattungsfähig sind (vgl. hierzu BAG 17. August 2015 - 10 AZB 27/15 - Rn. 14) , führt zu keiner anderen Bewertung.
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 23.10.2015 - 2 Ta 2/15
Kostenrecht - Hypothetische Reisekosten der obsiegenden Partei bei Klage vor dem …
Der Ausschluss der Erstattungsfähigkeit der durch die Hinzuziehung eines Prozessbevollmächtigten entstandenen Kosten (§ 12a ArbGG) steht dem nicht entgegen (BAG 17. August 2015 -10 AZB 27/15 - NJW 2015, 3053 = NZA 2015, 1150).
Wird der Arbeitgeber, der seinen Hauptsitz außerhalb des Gerichtsbezirks hat, am Gerichtsstand des Erfüllungsortes oder des gewöhnlichen Arbeitsortes (§ 48 Absatz 1a ArbGG) verklagt, gehören die (fiktiven) Kosten der Anreise des Arbeitgebers vom Hauptsitz zum Gerichtstermin nur dann zu den notwendigen Kosten im Sinne von § 91 ZPO, wenn eine ordnungsgemäße Prozessführung durch Mitarbeiter der Arbeitgeberin am Ort des Prozessgerichts nicht möglich wäre (BAG 17. August 2015 aaO; Koch in ErfK § 12a ArbGG RNr. 4).
Dabei ist auf die konkreten Umstände des Einzelfalls abzustellen (BAG 17. August 2015 aaO; BAG 21. Januar 2004 - 5 AZB 43/03 - AP Nr. 37 zu § 91 ZPO = NZA 2004, 398).
a) Reisekosten sind notwendige Kosten im Sinne von § 91 Absatz 1 ZPO, wenn eine Partei in der konkreten Lage die die Kosten verursachende Reise vernünftigerweise als sachdienlich ansehen darf (BAG 17. August 2015 -10 AZB 27/15 - NJW 2015, 3053 = NZA 2015, 1150).
Die gesetzlichen Gerichtsstandsregelungen haben keinen kostenrechtlichen Bezug (BAG 17. August 2015 aaO).
Für die Frage der Notwendigkeit der Reisekosten im Sinne von § 91 Absatz 1 ZPO kommt es darauf an, ob eine ordnungsgemäße Prozessführung durch Mitarbeiter der Partei am Ort des Prozessgerichts möglich wäre (BAG 17. August 2015 aaO; Koch in ErfK § 12a ArbGG RNr. 4).
Nur solche außergerichtlichen Kosten der Partei, die nicht in § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG genannt sind, sind erstattungsfähig (BAG 17.08.2015 - 10 AZB 27/15, NZA 2015, 1150).
a) Nach diesem Grundsatz trifft jede Prozesspartei die Verpflichtung, die Kosten ihrer Prozessführung, die sie im Falle ihres Sieges vom Gegner erstattet verlangen will, so niedrig zu halten, wie sich dies mit der Wahrung ihrer berechtigten Belange vereinbaren lässt (vgl. BAG 17. August 2015 - 10 AZB 27/15 - Rn. 13) .
Auch wenn dieser Ausschluss nicht allumfassend ist (vgl. hierzu BAG 17. August 2015 - 10 AZB 27/15 - Rn. 14; GK-ArbGG/Schleusener Stand November 2017 § 12a Rn. 19 ff.) , erfasst er doch die bei typisierender Betrachtung letztlich wirtschaftlich bedeutsamen Kostenpositionen des eigenen Zeitverlustes der Partei und des Aufwands für die Zuziehung eines Rechtsanwalts (Lembke NZA 2016, 1501, 1502; Ulrici jurisPR-ArbR 8/2018 Anm. 7 zu C II 3) .
Des Weiteren ist es nicht Zweck des § 12a ArbGG, sämtliche Kostenerstattungsansprüche auszuschließen (so ausdrücklich BAG, Beschluss vom 17.08.2015, Az. 10 AZB 27/15, juris, Rn. 14), sondern nur die dort ausdrücklich genannten: die Kosten für die Zuziehung eines Prozessbevollmächtigten und die Entschädigung für Zeitversäumnis.
LAG Köln, 24.10.2017 - 4 Ta 193/17
Erfallen der Terminsgebühr für die Teilnahme an einer Besprechung über die …
Reisekosten sind notwendige Kosten, wenn eine Partei in der konkreten Lage die die Kosten verursachende Reise vernünftigerweise als sachdienlich ansehen darf (BAG, Beschluss vom 17.08.2015 - 10 AZB 27/15 -, Rn. 13, juris).
Das folgt aus dem vom Gesetz verfolgten Zweck, die durch einen Prozessbevollmächtigten eintretende Verteuerung des Prozesses zu verhindern, nicht jedoch Kostenerstattungsansprüche schlechthin auszuschließen (BAG, Beschluss vom 17.08.2015 - 10 AZB 27/15 -, Rn. 14, juris).
LAG Schleswig-Holstein, 22.09.2016 - 1 Ta 78/16
Kostenfestsetzung, Kostenerstattung, Reisekosten der Partei, Berufungstermin, …
LAG Schleswig-Holstein, 16.01.2017 - 1 Ta 111/16
Kostenfestsetzung, Kostenerstattung, Reisekosten der Partei, Erforderlichkeit, …
LAG Niedersachsen, 29.04.2019 - 12 Sa 863/18
Tarifliche Vergütung von Einarbeitungs- und Abrechnungstätigkeiten durch eine …
LAG Niedersachsen, 29.04.2019 - 12 Sa 864/18