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Timestamp: 2019-10-14 16:27:29
Document Index: 231640223

Matched Legal Cases: ['§ 147', 'BGH', '§ 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bundespatentgericht, Beschluss vom 29. Juli 2010, Az.: 12 W (pat) 324/05
Aktenzeichen: 12 W (pat) 324/05
Die Erteilung des Patents 199 52 214 mit der Bezeichnung "Becherförmiger Schraubverschluss"
ist am 10. Februar 2005 veröffentlicht worden. Gegen dieses Patent hat die Einsprechende am 14. April 2005 Einspruch erhoben. Das Deutsche Patentund Markenamt hat mitgeteilt, dass das Patent 199 52 214 am 1. Mai 2010 wegen Nichtzahlung der Jahresgebühr erloschen ist. Die Einsprechende hat mitgeteilt, dass sie ein Rechtsschutzinteresse an einem rückwirkenden Widerruf des Patents nicht geltend macht.
1 . Das Bundespatentgericht ist für die Entscheidung über den Einspruch gemäß § 147 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 PatG in der bis zum 30. Juni 2006 gültigen Fassung weiterhin zuständig, weil die Einspruchsfrist im vorliegenden Fall nachdem 1. Januar 2002 zu laufen begonnen hat und der Einspruch vor dem 1. Juli 2006 eingelegt worden ist (vgl. BGH GRUR 2007, 863
-Informationsübermittlungsverfahren II).
Das Patent 199 52 214 ist durch Nichtzahlung der Jahresgebühr erloschen (§ 20 Abs. 1 Nr. 3 PatG). Ein Patent kann für die Zeit nach seinem Erlöschen weder widerrufen noch aufrechterhalten werden, so dass sich das Einspruchsverfahren hinsichtlich des Patents für die Zeit nach seinem Erlöschen erledigt hat.
Ein Einsprechender kann nach Erlöschen des Patents eine Fortsetzung des Einspruchsverfahrens, das dann nur noch die Wirkungen des Patents für die Zeit vor dessen Erlöschen betrifft, nur verlangen, wenn bei ihm ein besonderes Rechtsschutzinteresse gegeben ist (BGH GRUR 1997, 615 -Vornapf; BGH PMZ 2008, 154 -Kornfeinung). Ein Angriff auf ein Schutzrecht, das nicht mehr in Kraft ist, kann nämlich nicht mit Allgemeininteressen gerechtfertigt werden (BGH GRUR 1995, 342 -Tafelförmige Elemente). Da die Einsprechende ein besonderes Rechtsschutzinteresse hinsichtlich der Wirkungen des Patents für die Vergangenheit nicht geltend gemacht hat und ein solches auch nicht ersichtlich ist, ist der Einspruch zum maßgebenden Zeitpunkt der Entscheidung unzulässig und daher zu verwerfen.
Dr. Ipfelkofer Bayer Sandkämper Dr. Baumgart Me
Beschluss v. 29.07.2010
Az: 12 W (pat) 324/05
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