Source: https://www.anwaltslupe.de/zulassungswiderruf-vermoegensverfall-forderungen-1121102/
Timestamp: 2019-09-20 20:40:41
Document Index: 16111923

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 32', '§ 26', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Zulassungswiderruf wegen Vermögensverfall — und die offenen Forderungen | Anwaltslupe
Zulassungswiderruf wegen Vermögensverfall - und die offenen Forderungen
Ste­ht der Ver­mö­gensver­fall des Recht­san­walts auf­grund der geset­zlichen Ver­mu­tung des § 14 Abs. 2 Nr. 7 Halb­satz 2 BRAO fest, muss er zur Wider­legung der Ver­mu­tung ein voll­ständi­ges und detail­liertes Verze­ich­nis sein­er Gläu­biger und Verbindlichkeit­en vor­legen und konkret dar­legen, dass seine Ver­mö­gensver­hält­nisse nach­haltig geord­net sind1.
Lassen Indizien wie offene Forderun­gen, Titel und Voll­streck­ung­shand­lun­gen den Schluss auf einen Ver­mö­gensver­fall des Recht­san­walts zu, ist der Recht­san­walt kraft sein­er Mitwirkungslast gemäß § 32 Satz 1 BRAO, § 26 Abs. 2 VwVfG bere­its im Wider­rufsver­fahren gehal­ten darzule­gen, ob und wie er die gegen ihn gerichteten Forderun­gen tilgen kann2.
Von einem Ver­mö­gensver­fall kann in diesem Fall nur dann nicht mehr aus­ge­gan­gen wer­den, wenn der Recht­san­walt sich in Ver­gle­ichs- und Raten­zahlungsvere­in­barun­gen mit seinen Gläu­bigern zur raten­weisen Tilgung sein­er Verbindlichkeit­en verpflichtet hat, diesen Raten­zahlun­gen nachkommt und während­dessen keine (weit­eren) Voll­streck­ungs­maß­nah­men gegen ihn ein­geleit­et wer­den3.
Diese Voraus­set­zun­gen hat der Recht­san­walt auch dann darzule­gen, wenn es nicht um die Wider­legung der geset­zlichen Ver­mu­tung des § 14 Abs. 2 Nr. 7 Halb­satz 2 BRAO geht, son­dern um die Entkräf­tung eines Indizien­be­weis­es4.
Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 14. Feb­ru­ar 2017 — AnwZ (Brfg) 1/17
vgl. etwa BGH, Beschluss vom 29.12 2016 — AnwZ (Brfg) 36/16, mwN [↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 06.02.2012 — AnwZ (Brfg) 42/11 [↩]
BGH, Beschluss vom 29.12 2016 — AnwZ (Brfg) 36/16 7 [↩]
vgl. etwa BGH, Beschluss vom 15.07.2015 — AnwZ (Brfg) 13/15 6 [↩]