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Timestamp: 2019-01-21 03:20:20
Document Index: 215021071

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Domain-Namen. Agenda. Domain Name System David Rosenthal, Insider Communications, Basel, Switzerland - PDF
Domain-Namen. Agenda. Domain Name System David Rosenthal, Insider Communications, Basel, Switzerland
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1 Domain-Namen Vorlesung Informatik und Telekommunikationsrecht Universität Basel, WS 99/00 V1.0 von lic. iur. David Rosenthal Agenda Domain-Namen Markenschutz Namensschutz Unlauterer Wettbewerb Fälle Vorgehen in Streitfällen Registrierstellen Neue Entwicklungen 2 Domain Name System Hierarchisch aufgebaut: z.b. Art des Angebots www. ftp. etc. frei wählbar z.b. Anbieter (Second Level Domain) Top-Level-Domain.com.org.net.de etc. 3 1
2 Domain Name System Wenige Top Level Domains werden benutzt.com Kommerzielle Angebote.net Internet- und Netzwerkdienste.org Andere Organisationen, inkl. non-profit.ch Schweizer Angebote.de Deutsche Angebote Jeder kann jeden Domain-Namen anmelden Schweiz: 4 Problematik Wer im Internet auftreten will, braucht sie Es gibt bisher nur wenige Top-Level-Domains, die normalerweise in Frage kommen Pro Endung ist ein Name nur einmal möglich Jeder kann registrieren lassen, was er will Domain-Namen wirken weltweit 5 Relevante Rechtsnormen Markenrecht Markenschutzgesetz Namensrecht Art. 29 ZGB Wettbewerbsrecht Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Urheberrecht Strafrecht 6 2
3 Markenschutz Grundgedanke: Monopol über ein bestimmtes Kennzeichen für Waren und Dienste, geschützt durch den Staat Schweiz: Registrierung und Gebrauch erforderlich Ausländische, sehr bekannte Marken können in der Schweiz ebenfalls Schutz geniessen USA: Nur Gebrauch erforderlich (trademark = ) Registrierung ist aber besser (registered trademark = ) Für einzelne Bundesstaaten oder landesweit 7 Markenschutz Schutz für unterschiedlichste Kennzeichenformen Wörter, Bilder, Wortbild-Marken, Tonfolgen, 3D-Zeichen Verschiedene Markenarten Individualmarken, Kollektivmarken, Garantiemarken Nicht alles kann geschützt werden Rein beschreibende Angaben (Spezialfall: Freizeichen) Täuschende Angaben Erste Prüfung bei der Hinterlegung, spätere im Streitfall Grundsatz: Kein Monopol für Gemeingut 8 Markenschutz Schutzumfang Monopol über die Verwendung der Marke in gleicher oder ähnlicher Form, aber... nur bezüglich der Verwendung als Kennzeichen Aber nicht (mehr) nur die markenmässige Verwendung nur bezüglich gleichen oder ähnlichen Waren oder Dienstleistung, für die die Marke hinterlegt wurde Aber: Berühmte Marken geniessen Verwässerungsschutz nur gegenüber Verwendungen in der Schweiz nur gegenüber neueren Kennzeichen 9 3
4 Namensschutz Art. 29 Abs. 2 ZGB Schutz gegen Namensanmassung Gilt für natürliche und juristische Personen sowie Gemeinden Gilt auch für Pseudonyme 10 Lauterkeitsrecht Verboten: Unfairer, verfälschter Wettbewerb Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG Erfasst jedes Tun im kommerziellen Umfeld Kein Konkurrenzverhältnis (mehr) nötig Meist keine Absicht erforderlich UWG definiert nur einige Tatbestände davon Generalklausel erfasst aber auch neue «Tricks» 11 Lauterkeitsrecht Nachahmung (Verwechslungen) Zulässig, falls keine Verwechslungsgefahr Schutz nur bei Originalität oder Bekanntheit Kann Marken- und Namensrecht nicht ersetzen Anlehnung Ruf eines anderen wird ausgenutzt Besonders aggressive Verkaufsmethoden 12 4
5 Lauterkeitsrecht Vergleich, Herabsetzung Unlauter falls unrichtig, irreführend, unnötig herabsetzend bzw. verletzend oder anlehnend Irreführung z. B. Verwendung fremder Absender-Adressen bei s, Verschleierungstaktiken Behinderung z. B. Reservieren fremder Domain-Namen 13 Probleme Es gibt keine fest Rangfolge der Schutzrechte Domain-Namen wirken weltweit, Schutzrechte oft nur innerhalb eines Staates Domain-Namen können bloss blockiert werden Der Anwendungszweck von Domain-Namen kann jederzeit geändert werden 14 Was tun? Namensrecherche Internet, Markenregister Marke hinterlegen Kein Schutz: gemeinfreie/irreführende Begriffe Gegen Verletzer vorgehen Aber: Vorbenutzung ist geschützt Urteile nachlesen: Domain-Name rasch registrieren
6 Domain-Namen Unlauterer Wettbewerb: weshallprevail.com Gemeinfreier Begriff: business.com Anlehnung: internic.com, altavista.com Verletzungsgefahr: juris.de Territorialität: prince.com, epson.de Adresshandel: aresserono.ch, serono.com Vorbenutzung: swisscom.ch, gateway.com Namensrecht: mcdonalds.com, nasa.com First-come, first served: pitman.co.uk 16 Regeste BGE 125 III 91 «Über Kollisionen zwischen Namensrecht oder Firma und Markenrecht ist nicht schematisch zu entscheiden, sondern durch Abwägen der gegenseitigen Interessen, die einem möglichst gerechten Ausgleich entgegenzuführen sind (Bestätigung der Rechtsprechung). Anwendung dieses Grundsatzes auf den Fall, wo eine als Domänenname im Internet verwendete Firma einer jüngeren Marke entgegen steht.» 17 Auszug aus dem Urteil bezgl. Art. 3 lit. d UWG: «Die Stärke der Adresse liegt in der Vermutung unzähliger Internetbenützer, hinter ihr stehe der Kläger [=BOT] oder eine offizielle Trägerschaft. Damit versucht die Beklagte, die ihr wohl bewusste Verwechslungsgefahr zu ihren Gunsten einzusetzen, womit sie jedoch gegen das Gebot von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr verstösst. Es besteht die begründete Gefahr, zumal die wirtschaftliche Bedeutung des Internet unaufhörlich wächst, dass sie in Zukunft noch vermehrt versuchen wird, ihre Vorzugsstellung auszunützen, beispielsweise durch das Placieren touristischer Werbung oder entsprechender Hyperlinks.» (Hger. Bern, ) Art. 3 lit. d UWG: Unlauter handelt,... wer Massnahmen trifft, die geeignet sind, Verwechslungen mit den Waren, Werken, Leistungen oder dem Geschäftsbetrieb eines anderen herbeizuführen 18 6
7 Registrierstellen Länderspezifische Top-Level-Domain Eine Registrierstelle pro Land (Schweiz: Switch) Private Organisation, aber seit 1998 durch den Gesetzgeber als «Adressierungselement» geregelt und in der Kompetenz des Bakom (Art. 28 FMG) Länderunabhängige Top-Level-Domain Mehrere Registrierstellen konkurrieren Eine Firma führt die Datenbank (Internic) 19 Registrierung Privatrechtliches Geschäft, unbestimmte Dauer Allgemeine Geschäftsbedingungen, Gebühren Kündigung beidseitig möglich M.E. vom Lizenzvertrag abgeleitete Vertragsform First-come, first-served Kein Nachweis der Berechtigung (Normalfall) Keine Nutzungspflicht Kein Anspruch auf Registrierung einer Domain Domain-Weiterverkauf: «Vertragsübernahme» 20 Aktuelle Entwicklung Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) * Seit 1998: Private, international abgestützte «Regulierungsbehörde» mit diversen Beiräten Konkurrierende Registrierstellen für länderunabhängige Top-Level-Domains Vergaberegeln, Schiedsgerichtsklauseln Neue Top-Level-Domains geplant *
8 Thema 9. Dezember: Haftung für Online-Inhalte, Haftung von Providern Rosenthal von Orelli Information Technology Law Postfach 228, CH-4003 Basel Tel , Fax
Domain-Namensschutz für öffentlich-rechtliche Körperschaften
Domain-Namensschutz für öffentlich-rechtliche Körperschaften VON RECHTSANWALT LUKAS FÄSSLER, ZUG Darstellung der rechtlichen Aspekte für den Schutz von Domain-Namen öffentlich-rechtlicher Körperschaften
Schweizerisches Bundesgericht (BGE), Urteil vom 2.5.2000, 4C.450/1999/rnd berneroberland.ch (Vorinstanz HG Bern Nr. 8736 KOFR)
Schweizerisches Bundesgericht (BGE), Urteil vom 2.5.2000, 4C.450/1999/rnd berneroberland.ch (Vorinstanz HG Bern Nr. 8736 KOFR) Fundstelle: BGE 126 III 239 = CRI 2001, 22 m Anm Walz = GRURInt 2000, 944
Praxis des Immaterialgüterrechts in der Schweiz Kennzeichenrecht. Nicolas Birkhäuser 30. Juni 2011
Praxis des Immaterialgüterrechts in der Schweiz Kennzeichenrecht Nicolas Birkhäuser 30. Juni 2011 Page 1 HARRY POTTER / Harry Popper (fig.) Urteil des Kantonsgerichts Schwyz vom 17. August 2010 (ZK 2008
Quelle: Schweizerisches Bundesgericht www.bger.ch. Urteilskopf 128 III 401
Quelle: Schweizerisches Bundesgericht www.bger.ch Urteilskopf 128 III 401 73. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung i.s. X. GmbH gegen Stadt Luzern (Berufung) 4C.9/2002 vom 23. Juli 2002 Regeste