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Timestamp: 2016-10-28 14:03:31
Document Index: 215390992

Matched Legal Cases: ['Art. 15', 'Art. 12', 'Art. 97', 'Art. 5', 'Art. 103', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 45', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 46', 'Art. 45', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 124', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 17', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 17', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 20', 'Art. 15', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 14', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 16', 'BGE']

1A.252/2000 (08.12.2000)
I. �ffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichterin Klett,
Bundesrichter F�raud, Bundesrichter Catenazzi, Ersatzrichterin Pont Veuthey und Gerichtsschreiberin Gerber.
X.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno H�fliger, Schwanenplatz 7, Postfach, Luzern,
Anspr�che nach OHG, hat sich ergeben:
A.- X.________ wurde am 2. Juli 1994 anl�sslich eines T�tungsdelikts im Frauenhaus Luzern durch Sch�sse des T�ters auf seine dort wohnende Ehefrau verletzt. X.________ erlitt Verletzungen am Hals, am Oberschenkel und am Fuss und musste hospitalisiert werden. Der T�ter hat sich unmittelbar nach der Tat selbst get�tet.
B.- Am 21. August 1995 stellte X.________ ein Gesuch um Entsch�digung und Genugtuung nach dem Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG; SR 312. 5). Darin machte sie einen Lohnausfall und eine Beeintr�chtigung im Haushaltsbereich geltend und verlangte einen Vorschuss gem�ss Art. 15 OHG. Am 26. August 1996 bewilligte das Kantonale Sozialamt einen Vorschuss in H�he von Fr. 8'486.--. Es wies darauf hin, dass der Betrag ganz oder teilweise zur�ckzuerstatten sei, wenn das dem Vorschuss zugrunde liegende Entsch�digungsgesuch ganz oder teilweise abgewiesen werde.
Mit Verf�gung vom 28. Mai 1998 sprach die Winterthur Versicherung als Unfallversicherer X.________ r�ckwirkend w�hrend der Heilbehandlung eine Taggeldnachzahlung von Fr. 43'215. 80 sowie ab 1. Januar 1998 eine monatliche Invalidenrente von Fr. 787.-- (Invalidit�tsgrad 20 %) und eine Integrit�tsentsch�digung von 20 % (Fr. 19'440.--) zu.
C.- Am 3. April 2000 wies das Kantonale Sozialamt den Entsch�digungsanspruch vollumf�nglich ab. Die Genug- tuung setzte es unter Ber�cksichtigung der Verzinsung auf Fr. 29'497.-- fest; davon seien die Integrit�tsentsch�di- gung (Fr. 19'440.--) und der geleistete Vorschuss (Fr. 8'486.--) abzuziehen, so dass noch eine Differenz von Fr. 1'571.-- verbleibe.
D.- Hiergegen erhob X.________ Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern. Sie akzeptierte die Festsetzung der Genugtuung und den Abzug der Integrit�tsentsch�digung, beanstandete aber den Abzug der Vorschussleistung von Fr. 8'486.--. Dar�ber hinaus focht sie die Abweisung ihres Entsch�digungsgesuchs an.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wies die Beschwerde am 4. August 2000 ab. Das Verwaltungsgericht ging davon aus, der Haushaltschaden sei nach Art. 12 OHG jedenfalls dann nicht abzugelten, wenn das Opfer - wie die Beschwerdef�hrerin - als Alleinstehende einen Ein-Personen-Haushalt f�hre und ihr damit die Versorgereigenschaft fehle.
F�r den Erwerbsausfall komme eine Entsch�digung nicht in Betracht, weil dieser Schaden vollumf�nglich von der Unfallversicherung durch die Taggeldnachzahlung abgedeckt worden sei. Schliesslich sei auch der Abzug des Vorschusses von der Genugtuungssumme rechtlich nicht zu beanstanden.
E.- Gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts erhob X.________ am 18. September 2000 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht. Sie beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und ihr sei unter dem Titel "Genugtuung" total Fr. 10'057.-- (statt lediglich Fr. 1'571.--) zu zahlen. Es sei festzustellen, dass der Vorschuss vom Fr. 8'486.-- nicht zur�ckbezahlt bzw. nicht verrechnet werden m�sse. Ferner sei ihr f�r die Beeintr�chtigung im Haushaltsbereich eine Entsch�digung zuzusprechen. Zur Berechnung dieser Entsch�digung sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
F.- Das Kantonale Sozialamt und das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen (soweit darauf einzutreten sei). Das Bundesamt f�r Justiz hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.- a) Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der sich auf das Opferhilfegesetz und damit auf Bundesverwaltungsrecht st�tzt. Hiergegen steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht grunds�tzlich offen (Art. 97 Abs. 1 OG i.V.m. Art. 5 VwVG). Die Beschwerdef�hrerin, deren Entsch�digungsgesuch abgewiesen worden ist, ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert (Art. 103 lit. a OG). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist daher einzutreten.
b) Unstreitig ist, dass die Beschwerdef�hrerin Opfer i.S.v. Art. 2 Abs. 1 OHG ist und aufgrund ihres Einkommens grunds�tzlich Anspruch auf eine (nach Art. 3 Abs. 3 der Verordnung vom 18. November 1992 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten [OHV; SR 312. 51] gek�rzte) Entsch�digung hat.
Streitig ist allerdings die H�he der Entsch�digung, insbesondere, ob auch der sogenannte Haushaltschaden zu ersetzen ist und ob ein Anspruch aus Erwerbsausfall mindestens in H�he des Vorschusses von Fr. 8'486.-- besteht. Dies ist im Folgenden zu pr�fen.
2.- a) Bei der Bestimmung des Schadens sind grunds�tzlich die Regeln des Privatrechts analog anzuwenden (Botschaft des Bundesrates vom 25. April 1990 zum OHG, BBl 1990 II 991). Im privaten Haftpflichtrecht ist der sogenannte Haushaltschaden, d.h. der wirtschaftliche Wertverlust, der durch die Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit im Haushalt entsteht, als ersatzf�higer Schaden anerkannt. Seine Besonderheit liegt darin, dass er auch zu ersetzen ist, wenn er sich nicht in zus�tzlichen Aufwendungen niederschl�gt: Der wirtschaftliche Wertverlust ist unabh�ngig davon auszugleichen, ob er zur Anstellung einer Ersatzkraft, zu vermehrtem Aufwand der teilinvaliden Person, zu zus�tzlicher Beanspruchung der Angeh�rigen oder zur Hinnahme von Qualit�tsverlusten f�hrt (Bundesgerichtsentscheid i.S. J. vom 13. Dezember 1994, Pra 84/1995 Nr. 172 S. 548 ff. E. 5a S. 556). Anspruchsberechtigt ist die Person, die verletzt und in ihrer Haushaltsf�hrung beeintr�chtigt worden ist (BGE 99 II 221 E. 2 S. 223; 117 II 609 E. 7 S. 623 f.; Pra 84/1995 Nr. 172 E. 5 S. 555; Marc Schaetzle/Brigitte Pfiffner Rauber, Hirnverletzung und Haushaltschaden - ausgew�hlte rechtliche Probleme, in: Die Ermittlung des Haushaltschadens nach Hirnverletzung, Z�rich 1995, S. 104; Hans Peter Walter, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Haushaltschaden, in: Die Ermittlung des Haushaltschadens nach Hirnverletzung, S. 22); im Fall der T�tung kann der Haushaltschaden gem�ss Art. 45 Abs. 3 OR von den hinterbliebenen Haushaltsangeh�rigen als Versorgerschaden geltend gemacht werden (BGE 108 II 434 E. 2 S. 436 mit Hinweisen). Die Berechnung des Haushaltschadens, d.h. die Bestimmung des Wertes der Arbeit im Haushalt, erfolgt in beiden F�llen (Verletzung oder T�tung) grunds�tzlich in gleicher Weise (Brigitte Pfiffner/Beat Gsell, Schadenausgleich bei Arbeitsunf�higkeit in der Haus- und Familienarbeit, Pl�doyer 1989 Heft 4 S. 46; Walter, a.a.O., S. 16 Rz 1 und 2 und S. 29 Rz. 12a). Zwar bezogen sich die bisherigen Urteile des Bundesgerichts auf haushaltsf�hrende Ehefrauen; ein entsprechender Schadenersatzanspruch steht jedoch jeder Person zu, die in der F�hrung eines Haushalts beeintr�chtigt wird, d.h. nicht nur der Hausfrau, sondern auch dem Hausmann, nicht nur dem Ehepartner, sondern auch der ledigen, geschiedenen oder verwitweten Person, die ihren eigenen Haushalt f�hrt (Walter, a.a.O. S. 22 Rz 10; Schaetzle/Pfiffner Rauber, a.a.O. S. 104 und 109 f.); die Gr�sse des Haushalts (Ein- oder Mehrpersonenhaushalt) spielt nur bei der Berechnung des Zeitaufwands und damit f�r die Schadensh�he eine Rolle.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdef�hrerin einen Entsch�digungsanspruch gegen den T�ter h�tte (w�rde dieser noch leben), sofern sie durch die Verletzung in ihrer F�higkeit beeintr�chtigt worden ist, ihren eigenen Haushalt zu f�hren. Im Folgenden ist zu pr�fen, ob dieser Schaden auch nach dem Opferhilfegesetz zu ersetzen ist.
b) Gem�ss Art. 12 Abs. 1 OHG hat das Opfer Anspruch auf eine Entsch�digung f�r "den durch die Straftat erlittenen Schaden" ("pour le dommage qu'elle a subi"). Nach dem Wortlaut dieser Bestimmung w�ren s�mtliche Sch�den zu ersetzen, die ad�quat kausal durch die Straftat verursacht worden sind. Gest�tzt auf die Entstehungsgeschichte des Gesetzes und den Opferbegriff wird jedoch in der Literatur z.T. die Auffassung vertreten, entsch�digungspflichtig seien nur die Sch�den, die durch die Beeintr�chtigung der k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t entstanden sind, nicht aber "reine" Sach- und Verm�genssch�den (Ruth Bantli Keller/Ulrich Weder/Kurt Meier, Anwendungsprobleme des Opferhilfegesetzes, Pl�doyer 1995 Heft 5 S. 42; Peter Gomm/Peter Stein/Dominik Zehntner, OHG-Kommentar, Bern 1995, Art. 13 N 7 f.; Dominik Zehntner, Straftaten, in: Peter M�nch/Thomas Geiser (Hrsg.), Schaden - Haftung - Versicherung, Basel 1999, Rz 14.31 S. 693 f.), wie z.B. Sch�den an der Kleidung, gestohlene Verm�genswerte oder die Kosten f�r die Annullierung einer Ferienreise. Bisher hat das Bundesgericht diese Frage nicht entschieden. Sie kann auch im vorliegenden Fall offen bleiben.
c) Der Haushaltschaden ist ein Nachteil aufgrund g�nzlicher oder teilweiser Arbeitsunf�higkeit, der - eben- so wie der Erwerbsausfall - gem�ss Art. 46 Abs. 1 OR bei K�rperverletzungen zu ersetzen ist (vgl. Pfiffner/Gsell, a.a.O. S. 45). Im vorliegenden Fall wurde die (teilweise) Arbeitsunf�higkeit der Beschwerdef�hrerin (im Erwerbsleben wie angeblich auch im Haushalt) durch ihre Schussverletzungen verursacht, d.h. durch eine Beeintr�chtigung ihrer physischen Integrit�t. Es handelt sich deshalb um einen K�rperschaden (i.w.S.) und nicht um einen reinen Sach- oder Verm�gensschaden im oben erw�hnten Sinne. Dann aber gibt es keinen Grund, diesen Schadensposten von der Entsch�digungspflicht nach Opferhilfegesetz auszunehmen.
d) Entgegen der Auffassung der kantonalen Instanzen spielt es keine Rolle, dass die Beschwerdef�hrerin den Haushalt nur f�r sich selbst und nicht auch f�r Familienangeh�rige f�hrt: Auf die Versorgereigenschaft i.S.v. Art. 45 Abs. 3 OR kommt es nur im Falle der T�tung einer haushaltsf�hrenden Person an, wenn dem Opfer nahestehende Personen den Haushaltschaden als Versorgerschaden geltend machen (Art. 2 Abs. 2 lit. c OHG). Wird die haushaltsf�hrende Person nicht get�tet sondern verletzt, steht ihr selbst ein Schadenersatzanspruch gegen den T�ter wegen Beeintr�chtigung ihrer Arbeitsf�higkeit im Haushalt zu, gleichg�ltig, ob sie den Haushalt nur f�r sich oder auch f�r Familien- oder Hausangeh�rige f�hrte (vgl. oben, E. 2a).
e) Fraglich k�nnte allenfalls sein, ob die von den Zivilgerichten entwickelte abstrakte ("normative") Berechnung des Haushaltschadens, wonach der Wert der verunm�glichten Arbeitsleistung gesch�tzt wird, unter Ber�cksichtigung des Grades der Arbeitsunf�higkeit, des Zeitaufwands f�r den Haushalt und des Werts der Arbeitsstunde im Haushalt (vgl. BGE 108 II 434 E. 2b-d S. 436 ff.; 113 II 345 E. 2 S. 350 ff.; 117 II 609 E. 7 S. 623 f.; Pfiffner/Gsell, a.a.O. S. 47 ff.; Walter, a.a.O. S. 28 ff.), auch im Bereich der Opferhilfe zu �bernehmen ist. Das Verwaltungsgericht geht davon aus, dass opferhilferechtlich nur reale zus�tzliche Aufwendungen zu ersetzen seien, nicht aber ein "normativer" Schaden. Eine R�ckkehr zur Differenztheorie im Opferhilferecht h�tte zur Folge, dass der Haushaltschaden eines Opfers immer dann zu ersetzen w�re, wenn es eine Ersatzkraft anstellt, dagegen kein Anspruch auf Entsch�digung best�nde, wenn sich das Opfer auf andere Weise behilft (z.B. durch Redimensionierung des Haushalts oder mit Hilfe von Angeh�rigen, Nachbarn, etc.).
Bei der Bestimmung des Schadens sind grunds�tzlich die Regeln des Privatrechts analog anzuwenden (Botschaft des Bundesrates vom 25. April 1990 zum OHG, BBl 1990 II 991; vgl. auch BGE 123 II 210 E. 3b/dd S. 216 f�r die Genugtuung).
Es gibt keinen zwingenden Grund, im Fall des Haushaltschadens von diesem Grundsatz abzuweichen (so auch Peter Gomm, Einzelfragen bei der Ausrichtung von Entsch�digung und Genugtuung nach dem Opferhilfegesetz, Solothurner Festgabe zum Schweizerischen Juristentag 1998, S. 676 Fn. 6). Die Entsch�digung nach Opferhilfegesetz soll denjenigen helfen, die infolge der Straftat in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten (vgl. Art. 124 BV). Gerade solche Personen werden jedoch z�gern, eine Haushaltshilfe anzustellen und damit Kosten zu verursachen, deren Ersatz ungewiss ist oder jedenfalls geraume Zeit beanspruchen kann. Zudem kann dem Opfer, das an den psychischen Folgen der Straftat leidet, die Anstellung einer Ersatzkraft im Haushalt und damit im h�chstpers�nlichen Bereich (Pfiffner/Gsell a.a.O. S. 45) nicht aufgedr�ngt werden; dies w�re aber die Konsequenz einer Berechnung des Haushaltschadens nach der Differenztheorie.
f) Nach dem Gesagten wird das Verwaltungsgericht kl�ren m�ssen, ob die Beschwerdef�hrerin aufgrund der erlittenen Gesundheitsst�rung in der F�hrung ihres Haushaltes beeintr�chtigt ist und wenn ja, in welchem Grade. Dabei kann das Ergebnis durchaus von der Beurteilung der Arbeitsf�higkeit im Erwerbsleben abweichen (vgl. Walter, a.a.O., S. 31 f.; BGE 117 II 609 E. 7a S. 623). Ist eine haushaltbezogene Arbeitsunf�higkeit zu bejahen, wird das Verwaltungsgericht die H�he des Haushaltschadens berechnen und den Entsch�digungsanspruch der Beschwerdef�hrerin, deren Einkommen zwischen dem ELG-Grenzbetrag und dem OHG-H�chstbetrag liegt, gem�ss Art. 3 Abs. 3 OHV k�rzen m�ssen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
3.- Die Beschwerdef�hrerin macht weiter einen Entsch�digungsanspruch aus Erwerbsausfall mindestens in H�he des geleisteten Vorschusses (Fr. 8'486.--) geltend. Es sei da- her verfehlt, den Vorschuss zur�ckzufordern bzw. mit der Genugtuung zu verrechnen.
a) Das Verwaltungsgericht ging davon aus, der Unfallversicherer habe den Erwerbsausfall im Rahmen des UVG voll entsch�digt, und zwar unter Ber�cksichtigung der von der Beschwerdef�hrerin beabsichtigten, jedoch aufgrund der Verletzung nicht realisierten Pensumsaufstockung auf 80 %. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet dies und macht geltend, f�r den Zeitraum von 1. Oktober 1994 bis zum 31. Dezember 1997 bestehe eine Differenz zwischen dem Validen- und dem Invalideneinkommen und damit ein Schaden in H�he von Fr. 15'021. 70; auch nach Zusprechung einer Invalidenrente per 1. Januar 1998 bleibe ein Erwerbsausfallschaden zur�ck.
b) Die Differenz ergibt sich, wie das Verwaltungsgericht in seiner Vernehmlassung dargelegt hat, im Wesentlichen aus dem Umstand, dass der Anspruch auf Taggeld gem�ss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. M�rz 1981 �ber die Unfallversicherung (UVG; SR 832. 20) auf maximal 80 % des versicherten Verdienstes beschr�nkt ist. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist es nicht Aufgabe des subsidi�ren Entsch�digungssystems des OHG, Leistungen abzugelten, auf die im Bereich des Sozialversicherungsrechts zufolge prozentualer Leistungsbeschr�nkung kein Anspruch besteht.
Dem ist nicht zuzustimmen: Das Opfer hat nach Art. 12 Abs. 1 OHG grunds�tzlich Anspruch auf eine Entsch�digung f�r den gesamten durch die Straftat erlittenen Schaden. Allerdings sind Bestehen und H�he des Entsch�digungsanspruchs an das Einkommen des Opfers gekoppelt; liegt das Einkommen des Opfers nach der Straftat - wie im vorliegenden Fall - zwischen dem ELG-Grenzwert und dem OHG-H�chstwert, wird die Entsch�digung gem�ss Art. 13 Abs. 1 OHG i.V.m. Art. 3 Abs. 3 OHV herabgesetzt. Zudem setzt Art. 4 OHV H�chst- und Mindestbetr�ge f�r die Entsch�di- gung fest. Dabei handelt es sich jedoch um absolute Betr�ge (Fr. 100'000.-- und Fr. 500.--); eine Beschr�nkung der Entsch�digung auf einen bestimmten Prozentsatz des Schadens (entsprechend Art. 17 Abs. 1 UVG) ist dem OHG fremd. Die sozialversicherungsrechtlichen Leistungen an das Opfer sind lediglich nach Art. 14 Abs. 1 OHG anzurechnen, und zwar in dem Ausmasse, in dem sie tats�chlich erbracht worden sind (Gomm/Stein/Zehntner, Art. 14 N 19 sowie Berechnungsbeispiele unter Ber�cksichtigung von SUVA-Taggelder in H�he von 80 % des Einkommens Art. 14 N 30). Dies hat zur Folge, dass die Beschwerdef�hrerin einen (nach Art. 3 Abs. 3 OHV zu k�rzenden) Anspruch auf Entsch�digung f�r den durch die UVG-Taggelder nicht gedeckten Erwerbsausfall hat.
c) Die Beschwerdef�hrerin verlangt allerdings nicht die Auszahlung einer Erwerbsausfallentsch�digung, sondern macht lediglich geltend, ihr stehe eine Entsch�digung mindestens in H�he des geleisteten Vorschusses von Fr. 8'486.-- zu, weshalb sie den Vorschuss behalten und dieser nicht mit ihrem Genugtuungsanspruch verrechnet werden d�rfe. Insofern bedarf es keiner genauen Berechnung des Entsch�digungsanspruchs, sondern es gen�gt, wenn dieser mit Sicherheit den geleisteten Vorschuss �bersteigt.
Die Beschwerdef�hrerin macht f�r den Zeitraum
K�rzt man diesen Betrag gem�ss Art. 3 Abs. 3 OHV (im vorliegenden Fall ist gem�ss Art. 12 Abs. 4 OHV die Fassung vor der �nderung vom 20. Juni 1997 massgeblich) unter Einsetzung des vom Verwaltungsgericht ermittelten anrechenbaren Einkommens (Fr. 29'784.--), des zugrunde gelegten ELG-Grenzbetrags (Fr. 17'090.--) und des OHG-H�chstbetrags (Fr. 51'270.--), erh�lt man eine Entsch�digung von rund Fr. 9'450.--.
(OHG-H�chstbetrag - ELG-Grenzwert)
Ber�cksichtigt man zus�tzlich, dass die Beschwerdef�hrerin auch nach Zusprechung der Invalidenrente (seit 1998) einen Erwerbsausfall erleidet, weil die Invalidenrente gem�ss Art. 20 Abs. 1 UVG h�chstens 80 % des versicherten Verdienstes betr�gt und gem�ss Art. 15 Abs. 2 UVG auf der Grundlage des vor dem Unfall bezogenen Lohns (d.h. ohne Ber�cksichtigung der geplanten Pensumserh�hung) berechnet wird, ist davon auszugehen, dass ihr insgesamt ein Entsch�digungsanspruch wegen Erwerbsausfalls mindestens in H�he des gezahlten Vorschusses zusteht.
Dann aber hat der Kanton Luzern keinen Anspruch auf R�ckzahlung dieses Vorschusses, den er mit dem Genugtuungsanspruch der Beschwerdef�hrerin verrechnen k�nnte.
d) Das Verwaltungsgericht hat in seinem Entscheid den Kapitalwert der vom Versicherer gezahlten Rente auf Fr. 187'935.-- bzw. Fr. 170'653.-- beziffert und deshalb angenommen, die Entsch�digungsgrenze von Fr. 100'000.-- sei bereits �berschritten. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet diese Berechnung: Es gehe nicht an, eine lebensl�ngliche Kapitalisierung vorzunehmen, weil sie vermutlich in ein bis drei Jahren wieder 100 % arbeitsf�hig sein werde. Der streitige Kapitalisierungswert der Rente spielt jedoch f�r den vorliegenden Rechtsstreit keine Rolle.
Art. 13 Abs. 3 OHG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 OHV beschr�nkt lediglich die Entsch�digung nach Opferhilfege- setz auf maximal Fr. 100'000.-- (Zehntner, a.a.O. Rz 14.34 S. 695), nicht aber die gesamten, einem Opfer nach der Verletzung zugefliessenden Leistungen. Die vom Unfallversicherer gezahlten Leistungen vermindern gem�ss Art. 14 Abs. 1 OHG die Entsch�digung des Opfers nach OHG und sind bei der Berechnung des H�chstbetrags gem�ss Art. 13 Abs. 3 OHG, Art. 4 OHV nicht zu ber�cksichtigen. Eine Entsch�digung wegen Erwerbsausfalls kann deshalb nicht unter Hinweis auf die H�he der bereits erbrachten Leistungen der Unfallversicherung verweigert werden.
Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache ist zu neuer Beurteilung hinsichtlich des Haushaltschadens an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen. Da die Beschwerdef�hrerin keinen den Vorschuss �bersteigenden Anspruch auf Erwerbsausfallentsch�digung geltend macht, gen�gt es, den Entscheid �ber die Auszahlung der Genugtuung abzu�ndern.
b) Da die Beschwerdef�hrerin obsiegt, ist ihr eine Parteientsch�digung zuzusprechen. Das bundesgerichtlichen Verfahren ist gem�ss Art. 16 OHG kostenlos (vgl. dazu BGE 122 II 211 E. 4 S. 217 ff.).
Die Sache wird zu neuer Beurteilung des Gesuchs um Entsch�digung wegen Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit im Haushalt sowie zur Neuverlegung der Kosten des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
b) Der Kanton Luzern wird verpflichtet, der Beschwerdef�hrerin eine Genugtuungssumme in H�he von Fr. 10'057.-- auszuzahlen.
3.- Der Kanton Luzern hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
4.- Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Sozialamt des Kantons Luzern, Opferhilfe, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Abgaberechtliche Abteilung, sowie dem Bundesamt f�r Justiz schriftlich mitgeteilt.