Source: http://archiv.twoday.net/stories/197330649/
Timestamp: 2017-09-20 21:41:43
Document Index: 194358448

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 41', '§ 41', '§ 38']

Archivalia: Rechtsfragen von Open Access (2012)
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- die im wesentlichen in eine Richtung gehenden Erklärungen von
- die Empfehlungen anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der "Budapest
Open Access Initiative" (2012), die inzwischen auch auf Deutsch
allem um den "grünen Weg" von OA, also die Zweitveröffentlichung von Nicht-OA-Publikationen.
Nachdem ich bereits früher mehrfach Anleitungen zum Thema im Internet und im Druck veröffentlicht habe [Anm. 2], auf die ich ergänzend vor allem diejenigen verweisen möchte, die sich vertieft mit der Problematik befassen wollen, möchte ich anhand der geltenden Rechtslage (vorwiegend in Deutschland) die wichtigsten Fragen möglichst allgemeinverständlich beantworten. Die folgenden Antworten sollen die FAQ von Open-Access.net ergänzen:
Wissenschaftler schaffen mit Büchern und Aufsätzen urheberrechtlich geschützte Werke [Anm. 3]. Als Schöpfer dieser Werke können sie nach deutschem Recht das Urheberrecht nicht als Ganzes übertragen, sondern nur Nutzungsrechte einräumen bzw. auf die Ausübung bestimmter Urheberpersönlichkeitsrechte verzichten. Ihre Position ist daher von vornherein eine starke, zumal regelmäßig auf eine finanzielle Vergütung - zumindest bei den Zeitschriftenaufsätzen und den Beiträgen in Sammelbänden - verzichtet wird.
Die Forscher können mit ihrem geistigen Eigentum im Prinzip machen, was sie wollen. Sie können beispielsweise eine Open-Access-Zeitschrift ("goldener Weg" von OA) wählen und ihren Beitrag dort unter CC-BY stellen (zu den Creative-Commons-Lizenzen siehe unten).
"öffentliche Wiedergabe", zu der die Internetnutzung ("öffentliche
Zugänglichmachung") gehört. Nach meiner - nicht von allen geteilten - Rechtsauffassung darf also der Autor eine Online-Veröffentlichung auch schon vor Ablauf der Ein-Jahres-Frist vornehmen. Das ergibt sich nicht direkt aus § 38 UrhG. Aus § 38 UrhG ergibt sich nur, dass der Verlag nicht automatisch die ausschließlichen Online-Rechte erhält. Aber berücksichtigt man die sogenannte Zweckübertragungsregel [Anm. 5], wonach nur diejenigen Rechte stillschweigend eingeräumt werden, die der Vertragszweck unbedingt erfordert, so kommt man zu dem Ergebnis, dass eine zusätzliche Online-Nutzung einer gedruckten Publikation nicht zwingend ist. Daher steht es dem Autor frei, den Beitrag OA zu
http://archiv.twoday.net/stories/498217317/ ]
Nun ist aber § 38 UrhG eine Auslegungsregel, die dann keine Gültigkeit hat, wenn ein Verlag Abweichendes mit seinem Autor vereinbart. Die Juristen sagen: § 38 UrhG ist "abdingbar".
"(2a) An wissenschaftlichen Beiträgen, die im Rahmen einer
abbedungen werden." [Anm. 7]
Wird einem ein Verlagsvertrag vorgelegt, der eine OA-Veröffentlichung nicht ermöglicht, kann man durch Streichungen oder Zusätze (englisch: "Author's Addendum") für OA sorgen. Mehr dazu:
http://open-access.net/de/allgemeines/rechtsfragen/verlagsvertraege/
Muster: "Mit Blicks auf eine geplante Open-Access-Veröffentlichung
meines Beitrags wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir zur Ergänzung meiner möglicherweise unvollständigen Unterlagen die einschlägigen vertraglichen Regelungen, die ich seinerzeit eingegangen bin, zukommen lassen könnten". Ergibt sich aus der Antwort nicht, dass der Verlag über ein ausschließliches Nutzungsrecht verfügt, steht OA nichts im Wege!
Rechte einwenden kann, um Zustimmung bitten. Ich rate davon ab nach dem Motto "Gehe nicht zum Fürst, wenn du nicht gerufen wirst". Höflichkeitshalber kann man auch den Herausgeber fragen, aber wozu? Rechteinhaber ist - wenn überhaupt - der Verlag.
Repositorienmanager dt. und OA-net) nach - ggf. auch vertraulicher - Mitteilung solcher Fälle gefragt. Erhalten habe ich nur zwei
Inhaltskontrolle als "Allgemeine Geschäftsbedingungen" (AGB). Es gibt zwar noch keine Rechtsprechung dazu, aber da § 38 UrhG bei
wissenschaftlichen Publikationen das "gesetzliche Leitbild" vorgibt,
Würden Hochschulsatzungen wie in anderen Ländern ("Thesis-Mandate" [Anm. 10]) die Pflicht-OA-Veröffentlichung von Dissertationen und anderen Abschlussarbeiten vorsehen, hätte ich dagegen keine rechtlichen Einwände. Ich würde es sogar begrüßen, wenn endlich dieser überfällige Schritt gegangen würde.
getroffen wurde, darf auch - entgegen weitverbreiteter
Verlagspropaganda - die Verlagsfassung verwendet werden. So gut wie nie hat der Verlag ein Recht am Layout, ein entsprechendes
http://archiv.twoday.net/stories/156271790/
einen Rückruf der Online-Rechte bzw. eine entsprechende Ankündigung. Gemäß § 41 UrhG kann ein nicht ausgeübtes Nutzungsrecht zurückgerufen werden [14]. Frühestens zwei Jahre nach Abschluss des Verlagsvertrags kann dem Verlag eine Frist - ein halbes Jahr erscheint vertretbar - für ein Online-Angebot (OA kann natürlich nicht unbedingt verlangt werden) des Buchs gesetzt werden.
Muster: "Da es keine Open-Access-Veröffentlichung meines Buchs gibt, wäre ich Ihnen für die Übertragung der Online-Nutzungsrechte dankbar. Auf die Möglichkeit, das nicht ausgeübte Online-Nutzungsrecht nach § 41 UrhG unter Setzung einer Frist zurückzufordern, mache ich vorsorglich aufmerksam."
Muster: "Mit Blick auf § 38 UrhG wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie die folgenden Beiträge in die Open-Access-Version von DigiZeitschriften verschieben könnten".
wissenschaftlichen Werks an einen Verlag übertragen, kann er sein Werk nur mit Zustimmung des Verlags unter einer Creative Commons Lizenz verbreiten. Mit vielen anderen und auch den BOAI-10-Empfehlungen (siehe oben) sehe ich nur dann wahren OA gegeben, wenn die Beiträge nicht nur kostenlos ("gratis OA"), sondern nachnutzbar ("libre OA") sind. Die BOAI-10-Empfehlungen schlagen ausdrücklich die liberalste Lizenz CC-BY vor [17].
[3] Zum Urheberrecht verweise ich auf meine Einführung "Urheberrechtsfibel"
http://archiv.twoday.net/stories/49598992/
http://open-access.net/de/allgemeines/rechtsfragen/bereitstellen_von_dokumenten_in_repositorien/
[10] http://roarmap.eprints.org/
http://archiv.twoday.net/search?q=layout+steinhauer
[14] http://archiv.twoday.net/stories/4069056/
[15] Siehe auch http://www.doabooks.org/
http://archiv.twoday.net/stories/97033564/
KlausGraf - am Montag, 29. Oktober 2012, 13:38 - Rubrik: Open Access
Sebastian Gießmann (Gast) meinte am 2012/11/02 14:18:
Steht in diesem Text wirklich "geistiges Eigentum"? Müsste nicht von immateriellen Gütern die Rede sein? Ich bin etwas enttäuscht.