Source: https://www.widerruf-darlehen-anwalt.de/entwicklung-des-widerrufsrechts/
Timestamp: 2020-07-13 11:37:02
Document Index: 204521985

Matched Legal Cases: ['§ 495', '§ 7', '§ 312', '§ 355', '§ 495', '§ 355', '§ 355', '§ 495', '§ 355', '§ 355', '§ 14', 'BGH', 'Art 229', '§ 38', '§ 14', 'Art. 245', '§ 6', 'Art. 247', '§ 6', 'Art. 247', '§ 355', '§ 356', '§ 492', '§ 280', '§ 280', '§ 249', 'BGH', 'Art 247', 'Art 246', 'BGH', 'Art 247']

Entwicklung des Widerrufsrechts - Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen von Kredit- & Darlehensverträgen!
Die Wider­rufs­be­leh­rung unter­zog sich im Lau­fe der Zeit einer Rei­he von Ände­run­gen und Wan­de­lun­gen. Neben dem Wider­rufs­recht für Ver­brau­cher­dar­le­hen nach § 495 BGB gibt es noch ande­re Wider­rufs­rech­te für Ver­trä­ge. Mit am Bedeu­tends­ten in die­sem Zusam­men­hang ist das Wider­rufs­recht für Fern­ab­satz­ver­trä­ge. Für das Vor­lie­gen eines Wider­rufs­rechts und des­sen Umfang ist es wich­tig, auf den jeweils rich­ti­gen Zeit­punkt abzu­stel­len. Eine Über­sicht über den Wan­del der gesetz­li­chen Grund­la­gen fin­den Sie im nach­fol­gen­den Abschnitt.
Wider­rufs­recht für Dar­le­hens­ver­trä­ge bis zum 31.12.2001
Der Gesetz­ge­ber war in jün­ge­ren Jah­ren immer mehr bestrebt, die Ver­brau­cher zu schüt­zen. Die­se Ent­wick­lung begann in den 80er Jah­ren. Um ein Gleich­ge­wicht zwi­schen Unter­neh­men und Ver­brau­cher her­zu­stel­len, wur­de daher über die Zeit ein Wider­rufs­recht für bestimm­te Ver­trä­ge und bestimm­te Abschluss­ar­ten ein­ge­räumt. Damit sol­len Ver­brau­cher vor unge­woll­ten Ver­trags­schlüs­sen geschützt wer­den. Es soll dem Ver­brau­cher die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, noch ein­mal in Ruhe über sei­ne Ent­schei­dung nach­zu­den­ken und ggf. repres­si­ons­frei davon Abstand neh­men zu kön­nen. Dahin­ter steckt der grund­le­gen­de Gedan­ke des Ver­brau­cher­schut­zes. Die­ser kommt wie so oft aus den Vor­ga­ben der Euro­päi­schen Uni­on. Bereits mit der Richt­li­nie 85/577/EWG zum Ver­brau­cher­schutz im Fal­le von außer­halb von Geschäfts­räu­men geschlos­se­nen Ver­trä­gen beschloss der Euro­päi­sche Rat, Ver­brau­cher, die im Rah­men einer Haus­tür­si­tua­ti­on Ver­trä­ge abschlie­ßen, mit einem Wider­rufs­recht zu schüt­zen. Dabei ließ er den ein­zel­nen Mit­glieds­staa­ten aller­dings noch eini­ges an Spiel­raum.
Der deut­sche Geset­ze­ber erließ dar­auf­hin das Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz (HWiG) wel­ches vom 1. Mai 1986 bis zum 31.12.2001 galt. Die­ses war auch auf Dar­le­hens­ver­trä­ge anwend­bar und zwar immer dann, wenn die­se außer­halb der Geschäfts­räu­me der Bank abge­schlos­sen wur­den. Somit bot die­ses Gesetz die ers­te Mög­lich­keit eines wirk­sa­men Wider­ru­fes von Dar­le­hens­ver­trä­gen. Auf­grund der offen­sicht­li­chen Beschrän­kun­gen auf Haus­tür­si­tua­tio­nen war es für die Mas­se der Dar­le­hens­ver­trä­ge aller­dings wenig prak­ti­ka­bel. Den­noch wur­de es oft her­an­ge­zo­gen, um sich von Dar­le­hens­ver­trä­gen zu lösen. Dies liegt dar­an, dass anders als bei dem spä­ter erlas­se­nen Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz das Wider­rufs­recht bei einer fal­schen Beleh­rung nicht ver­fris­ten konn­te. Der Wider­ruf war bis einen Monat nach bei­der­sei­ti­ger Erfül­lung des Ver­tra­ges mög­lich. Ins­be­son­de­re bei dar­le­hens­fi­nan­zier­ten Antei­len an geschlos­se­nen Fonds kamen die­se Vor­schrif­ten oft zum Ein­satz.
Es folg­te das Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz (auf­grund der euro­päi­schen Richt­li­nie 87/102/EWG), wel­ches vom 1. Janu­ar 1991 bis eben­falls zum 31.12.2001 galt und jedem Ver­brau­cher ein Wider­rufs­recht bei Dar­le­hens­ver­trä­gen ein­räum­te. Wobei zu beach­ten ist, dass bei­de Geset­ze kumu­la­tiv gal­ten und anwend­bar waren. Aller­dings gab es im Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz, wel­ches mehr­fa­chen Ände­run­gen unter­wor­fen war u.a. wegen der Recht­spre­chung zu den soge­nann­ten “Schrott­im­mo­bi­li­en” Fäl­len, ins­be­son­de­re für Dar­le­hen, die über eine Immo­bi­lie abge­si­chert waren, gro­ße Ein­schrän­kun­gen. Das Wider­rufs­recht war gemäß § 7 VerbKG a.F. auf den Zeit­raum von einem Jahr nach Ver­trags­schluss beschränkt, egal ob feh­ler­haft belehrt wur­de oder nicht. Daher bot es gegen­über dem Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz eine enor­me fak­ti­sche Ein­schrän­kung.
Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge von 01.01.2002 bis 10.06.2010
Mit dem 01.01.2002 trat die gro­ße Schuld­rechts­re­form in Kraft. Dabei wur­den wich­ti­ge Geset­ze, wie unter ande­rem das Ver­brau­cher­kre­dit­ge­setz und das Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz in das Bür­ger­li­che Gesetz­buch inte­griert. Gleich­zei­tig wur­de das Ver­brau­cher­wi­der­rufs­recht ein­heit­lich gere­gelt und befin­det sich bis heu­te in den §§ 312 ff. BGB und § 355 ff. BGB. Für Dar­le­hens­neh­mer die Ver­brau­cher sind, bestimmt dabei der § 495 Abs. 1 BGB, dass die­sen ein Wider­rufs­recht nach § 355 BGB zusteht. Dabei unter­zog sich sowohl der § 355 BGB als auch der § 495 BGB bis heu­te immer wie­der Ände­run­gen, die das Wider­rufs­recht für Ver­brau­cher­dar­le­hen modi­fi­ziert haben, dem Grun­de nach hat es aber bis heu­te Bestand. Das soge­nann­te ewi­ge Wider­rufs­recht des § 355 BGB gibt es aller­dings erst ab August 2002 und es wur­de mitt­ler­wei­le wie­der aus dem Gesetz ent­fernt (13. Juli 2014). Tat­säch­lich mit einer Beleh­rung über das Wider­rufs­recht infor­mie­ren, muss­ten die Ban­ken zudem erst ab Novem­ber 2002. Erst ab dem 01.11.2002 konn­ten sie falsch beleh­ren und damit die Wider­rufs­frist nicht in Gang set­zen (§ 355 Abs. 3 S. 3 BGB a.F.).
Der Gesetz­ge­ber woll­te aber zugleich auch das Leben der Unter­neh­mer ein­fa­cher machen und bot die­sen einen Mus­ter­text für ihre Wider­rufs­be­leh­rung an. Denn seit der Ein­füh­rung des Wider­rufs­rechts wird über Art und Aus­ge­stal­tung der Wider­rufs­be­leh­rung gegen­über dem Ver­brau­cher gestrit­ten und dies ist Gegen­stand zahl­lo­ser Urtei­le und Ver­öf­fent­li­chun­gen. Der Gesetz­ge­ber erließ daher für ver­schie­de­ne Berei­che u.a. Rei­se­recht, Ver­brau­cher­dar­le­hens­recht Ermäch­ti­gungs­ge­set­ze im EGBGB (Ein­füh­rungs­ge­setz zum Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­che), die es den jewei­li­gen Minis­tern erlaub­te Ver­ord­nun­gen zu erlas­sen (i.d.R. Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um + Beneh­men der Fach­mi­nis­te­ri­en). Für Ver­brau­cher­dar­le­hen wur­de sodann in der BGB-Infor­ma­ti­ons­pflich­ten-Ver­ord­nung im Anhang 2 das Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­rung ver­fasst und ver­öf­fent­licht. Die opti­sche und inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung des Wider­rufstex­tes wur­de dabei vom § 14 Abs. 1 und 2 BGB-Info­VO vor­ge­ben. Die­se Rege­lun­gen hat­ten bis zum 10.06.2010 Bestand.
Der Mus­ter­text wur­de bis zum Aus­lau­fen der Rege­lung aller­dings mehr­fach geän­dert, weil ver­schie­de­ne Pas­sa­gen und Fas­sun­gen immer wie­der von Gerich­ten als feh­ler­haft und irre­füh­rend für den Ver­brau­cher aus­ge­legt wur­den und damit die jewei­li­gen Wider­rufs­be­leh­run­gen als nicht erfolgt gal­ten. Dies führ­te not­wen­di­ger­wei­se für die Ver­wen­der die­ses Mus­ter­tex­tes zu erheb­li­chen Pro­ble­men. So hat der BGH mehr­fach ent­schie­den, dass die Wider­rufs­be­leh­run­gen die die For­mu­lie­run­gen der BGB-Info­VO ver­wen­den, dem Grun­de nach irre­füh­rend und feh­ler­haft sind. Dar­le­hens­neh­mer die Ver­trä­ge aus die­ser Zeit haben, haben mit die größ­ten Chan­cen, dass eine feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung ver­wen­det wur­de. Mehr Infor­ma­tio­nen zu Feh­lern in der Wider­rufs­be­leh­rung fin­den Sie auf der Sei­te „Typi­sche Feh­ler­quel­len von Wider­rufs­be­leh­run­gen“
Das Wider­rufs­recht für die­se Ver­trä­ge erlischt end­gül­tig nach Art 229 § 38 Abs. 3 EGBGB zum 21.06.2016. Danach ist für die­se Ver­trä­ge kein Wider­ruf mehr mög­lich.
Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge vom 11.06.2010 bis zum 12.06.2014
Im Jah­re 2010 nahm der Gesetz­ge­ber erneut wesent­li­che Ände­run­gen an den gesetz­li­chen Grund­la­gen des Ver­brau­cher­wi­der­rufs­rechts für Dar­le­hens­ver­trä­ge vor. Dem Gesetz­ge­ber wur­de das lau­fen­de Anpas­sen und Ändern des Wider­rufstex­tes in der BGB-Info­VO irgend­wann zu bunt. Das Pro­blem mit der Ver­ord­nung war näm­lich das, dass sich Gerich­te zwar an for­ma­le Geset­ze hal­ten müs­sen, nicht aber an ein­fa­che Ver­ord­nun­gen. Wenn sie der Ansicht sind, die­se ver­sto­ßen gegen gel­ten­des Recht, kön­nen sie sie für unwirk­sam erklä­ren.
Daher haben zahl­rei­che Instanz­ge­rich­te die Mus­ter­wi­der­rufs­be­leh­run­gen für unwirk­sam erklärt, weil sich § 14 Abs. 1 und 2 BGB-Info­VO nicht mit der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung aus Art. 245 EGBGB ver­ein­ba­ren lässt, da die Mus­ter­be­leh­run­gen den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des BGB nicht genüg­ten.
Die Lösung des Gesetz­ge­bers war dar­auf­hin die bis­her in der BGB-Info­VO befind­li­chen Rege­lun­gen in das EGBGB zu inte­grie­ren. Fort­an fin­den sich die Infor­ma­tio­nen über Art und Aus­ge­stal­tung der Wider­rufs­be­leh­run­gen für Ver­brau­cher­dar­le­hen im Arti­kel 247 § 6 EGBGB. Der Mus­ter­text hin­ge­gen in der Anla­ge 6 zum Arti­kel 247 EGBGB. Das EGBGB hat for­ma­len Geset­zes­rang und kann von Instanz­ge­rich­ten nicht für unwirk­sam erklärt wer­den. Ein­zig das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist in der Lage, for­ma­le Geset­ze für unwirk­sam zu erklä­ren. Ein Instanz­ge­richt müss­te dem­nach ein Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ein­lei­ten und die­se Fra­ge dem BVerfG vor­le­gen, soll­te es Zwei­fel an den Aus­füh­run­gen im Art. 247 § 6 oder der Anla­ge 6 des EGBGB haben. Im Ergeb­nis heißt dies: Ver­wen­det ein Unter­neh­men die­sen Mus­ter­text, muss ein Gericht davon aus­ge­hen, dass kor­rekt über das Wider­rufs­recht infor­miert wur­de. Damit erlang­ten Unter­neh­men eine deut­lich bes­se­re Posi­ti­on, hin­sicht­lich ihrer ver­wen­de­ten Wider­rufs­be­leh­run­gen. Dies bedeu­te nicht, dass nicht auch wei­ter­hin feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­run­gen ver­wen­det wur­den, aller­dings ist die Mess­lat­te für Feh­ler deut­lich ange­ho­ben wor­den.
Wider­rufs­be­leh­rung für Dar­le­hens­ver­trä­ge vom 13.06.2014 bis 20.03.2016
Im Zuge der Har­mo­ni­sie­rung des Ver­brau­cher­wi­der­rufs­rechts in der Euro­päi­schen Uni­on wur­de erneut die gesetz­li­che Grund­la­ge des Wider­rufs­rechts für Ver­brau­cher­dar­le­hen geän­dert. Inhalt­lich hat sich zumin­dest für Ver­brau­cher­dar­le­hen zunächst wenig geän­dert. Der Mus­ter­text ist eine Num­mer nach hin­ten gerutscht und fin­det sich nun­mehr in der Anla­ge 7 zum Art. 247 EGBGB. Gleich­zei­tig wur­de der Absatz 4 des § 355 BGB gestri­chen. Die­ser garan­tier­te zuvor Ver­brau­chern, die falsch über ihr Wider­rufs­recht auf­ge­klärt wur­den, ein unbe­grenz­tes Wider­rufs­recht. Zudem ist jetzt per Gesetz vor­ge­se­hen, dass Ver­brau­cher die ein Dar­le­hen wider­ru­fen, den ver­ein­bar­ten Soll­zins­satz zah­len müs­sen.
Wider­rufs­be­leh­run­gen für Dar­le­hens­ver­trä­ge ab dem 21.03.2016
Der Gesetz­ge­ber hat mit Wir­kung zum 21.03.2016 eine Höchst­gren­ze für das Wider­rufs­recht bei neu­en Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen im § 356b BGB ein­ge­führt. Das Wider­rufs­recht erlischt unbe­acht­lich aller Feh­ler ein Jahr und 14 Tage nach Ver­trags­schluss bzw. Über­ga­be eines Darlehensvertrages/Darleheantrages für den Dar­le­hens­neh­mer (Hier zählt der jeweils spä­te­re Zeit­punkt). Hin­sicht­lich der Wider­rufs­be­leh­rung selbst und der Pflicht­in­for­ma­tio­nen wur­den die Anfor­de­run­gen noch ein­mal erhöht bzw. der Umfang ange­passt. Das Wider­rufs­recht wird ab hier jedoch für Dar­le­hens­neh­mer von Immo­bi­li­en­dar­le­hen erheb­lich an Bedeu­tung ver­lie­ren, da das Wider­rufs­recht selbst nur noch davon abhängt, ob der Ver­trag oder eine Kopie dem Dar­le­hens­neh­mer über­ge­ben wur­de und die­ser Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen ent­hält. Die bis­he­ri­gen Pflicht­in­for­ma­tio­nen nach § 492 Abs. 2 BGB sind kei­ne Vor­aus­set­zung mehr für den Beginn der Wider­rufs­frist bei Immo­bi­li­en­dar­le­hen.
Der Gesetz­ge­ber hat dabei ein ver­meint­li­ches Schlupf­loch offen gelas­sen. In der Geset­zes­be­grün­dung heißt es wie folgt:
Das Unter­las­sen der vor­ge­schrie­be­nen Pflicht­an­ga­ben zum Wider­rufs­recht im Ver­trag stellt eine Pflicht­ver­let­zung im Sin­ne von § 280 Absatz 1 BGB dar und begrün­det grund­sätz­lich einen Scha­dens­er­satz­an­spruch des Dar­le­hens­neh­mers gegen den Dar­le­hens­ge­ber gemäß den §§ 280 Absatz 1, 241 Absatz 2 BGB. Ist die­se Pflicht­ver­let­zung kau­sal für den nicht erfolg­ten Wider­ruf des Dar­le­hens kann der Dar­le­hens­neh­mer in beson­ders gela­ger­ten Ein­zel­fäl­len ver­lan­gen, so gestellt zu wer­den, als hät­te er das Dar­le­hen inner­halb der Wider­rufs­frist wirk­sam wider­ru­fen, § 249 BGB.
Feh­len jetzt in neu­en Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen Pflicht­in­for­ma­tio­nen, hat das nicht mehr wie bis­her die Wider­rufs­mög­lich­keit zur Fol­ge, aber die Mög­lich­keit ggf. Scha­dens­er­satz zu ver­lan­gen. Die hier genann­ten Rechts­fol­gen ent­spre­chen in etwa der bis­he­ri­gen Rück­ab­wick­lung von Dar­le­hens­ver­trä­gen nach dem BGH. Der Knack­punkt ist frei­lich, dass der Man­gel in den Pflicht­in­for­ma­tio­nen kau­sal für den nicht erfolg­ten Wider­ruf sein muss. Dies dürf­te nur schwer zu bewei­sen sein, aus­ser es lie­gen kla­re Feh­ler in den Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen des Ver­tra­ges vor. Die­se Kau­sa­li­täts­prü­fung gibt es beim Wider­rufs­recht gera­de nicht. Es bleibt abzu­war­ten, was die Recht­spre­chung dar­aus machen wird.
Die­se Frist von 12 Mona­ten und 2 Wochen gilt nur Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­ge. All­ge­mei­ne-Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­ge sind auch wei­ter­hin ohne Höchst­frist zu wider­ru­fen, wenn ent­spre­chen­de Feh­ler vor­lie­gen.
Die­se Diver­genz erfolgt auf­grund der euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben. Die­se regeln das allg. Dar­le­hens­recht unter dem Gesichts­punk­tes des “Ver­brau­cher­schut­zes”. Deutsch­land hat sich dafür ent­schie­den im Sin­ne des “Ver­brau­cher­schut­zes” eine Höchst­frist für die Wider­rufs­mög­lich­keit von Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­gen ein­zu­füh­ren.
Das Mus­ter der Wider­rufs­be­leh­run­gen fin­det sich ab jetzt zudem in den Anla­gen 7 & 8 zum Art 247 EGBGB. In der Anla­ge 7 fin­det sich das Mus­ter für allg. Dar­le­hens­ver­trä­ge, in der Anla­ge 8 das Mus­ter für Immo­bi­li­en­dar­le­hens­ver­trä­ge und in der Anla­ge 9 zum Art 246 EGBGB das Mus­ter für unent­gelt­li­che Dar­le­hens­ver­trä­ge.
Für Dar­le­hens­ver­trä­ge gilt dabei grund­sätz­lich das Recht des Zeit­punk­tes zu dem sie geschlos­sen wur­den. Dar­an sind laut BGH sowohl die Form und der Inhalt der Wider­rufs­be­leh­rung als auch die Rechts­fol­gen zu mes­sen. Es ist daher ent­schei­dend für die Beur­tei­lung einer Wider­rufs­be­leh­rung, wann sie ver­wen­det wur­de.
Für einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag, der im Jahr 1999 geschlos­sen wur­de, gilt das damals gel­ten­de Wider­rufs­recht in Form des Ver­brau­cher­kre­dit­ge­set­zes. Ein Wider­ruf ist danach für den Ver­trag von 1999 bereits ver­fris­tet, weil es damals eine Aus­schluss­frist gab.
Für einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag, der im Jah­re 2007 geschlos­sen wur­de, ist die Geset­zes­la­ge aus dem Jah­re 2007 ein­schlä­gig. Ent­hält er eine feh­ler­haf­te Wider­rufs­be­leh­rung und wur­de der Ver­brau­cher nicht nach­be­lehrt, stün­de ihm auch heu­te noch ein Wider­rufs­recht zu. Die Wider­rufs­be­leh­rung ist an dem dama­li­gen Mus­ter der BGB-Info­VO zu mes­sen.
Ein Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag aus dem Jah­re 2011 wäre hin­sicht­lich der Wider­rufs­be­leh­rung hin­ge­gen an den Vor­ga­ben des Art 247 EGBGB und des­sen Anla­ge 6 zu prü­fen.
Dieser Beitrag wurde unter Fehlerhafte Widerrufsbelehrung abgelegt am 14. August 2014 von Rechtsanwalt Dirk Dametz.
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