Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%201205
Timestamp: 2019-12-11 21:31:21
Document Index: 176911124

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 463', '§ 444', 'BGH', '§ 463', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 444', 'BGH', '§ 438', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH']

BGH, 31.01.1996 - VIII ZR 297/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,358
BGH, 31.01.1996 - VIII ZR 297/94 (https://dejure.org/1996,358)
BGH, Entscheidung vom 31.01.1996 - VIII ZR 297/94 (https://dejure.org/1996,358)
BGH, Entscheidung vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94 (https://dejure.org/1996,358)
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§ 463 BGB <Fassung bis 31.12.01>, Wissensvertreter, GmbH & Co. KG, 'aktenmäßig festgehalten', organisatorische Vorkehrungen, Fahrlässigkeit - Arglist (nunmehr § 444 BGB <Fassung seit 1.1.02>), vergessenes Wissen
(Keine) arglistige Täuschung über die tatsächliche Laufleistung eines Gebrauchtwagens - Wissenszurechnung
Wissensvertreter - Arglist
Fortdauer der Wissenszurechnung eines vergeßlichen Mitarbeiters der Komplementär-GmbH nur bei typischerweise aktenmäßig festgehaltenem Wissen
Wissensvertreter einer GmbH & Co. KG beim Ankauf eines Fahrzeugs
Voraussetzungen einer Wissenszurechnung
NJW 1996, 1205
NJW-RR 1996, 1460 (Ls.)
ZIP 1996, 500
NZV 1996, 190
WM 1996, 824
DB 1996, 932
Fz-Brief" oder "laut Vorbesitzer" bejaht hat (…BGHZ, aaO, 400; Urteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, WM 1996, 824 = NJW 1996, 1205, unter II 1), hält er hieran nicht mehr fest.
Dieser Senat hat zwar bei der Beurteilung der Arglist im Sinne des § 463 S. 2 BGB in seinem Urteil vom 17. Mai 1995, VIII ZR 70/94 = WM 1995, 1145, 1147 für eine Kommanditgesellschaft die Zurechnung von Wissen eines ausgeschiedenen Mitglieds abgelehnt, die entsprechende Frage für eine GmbH & Co KG aber ausdrücklich offengelassen (jetzt weitergehend auch: VIII. Zivilsenat, Urt. v. 31. Januar 1996, VIII ZR 297/94 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Maßgebender Grund für eine Zurechnung des Wissens von Mitarbeitern anderer als der gerade handelnden Abteilungen entsprechend § 166 BGB ist der Schutz des Rechtsverkehrs (vgl. Senat…, Urteil vom 27. März 2001 - VI ZR 12/00 aaO;… BGH, Urteile vom 2. Februar 1996 - V ZR 239/94 aaO S. 35 ff.;… vom 15. April 1997 - XI ZR 105/96 aaO und vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, NJW 1996, 1205).
Eine Wissenszurechnung in diesem Sinne setzt grundsätzlich voraus, dass derjenige, auf dessen Kenntnisse (allein oder im Zusammenwirken mit dem Wissensstand anderer) abgestellt werden soll, in den betreffenden Aufgabenkreis eingebunden war (vgl. dazu z.B. BGH, Urteil vom 24. Januar 1992 - V ZR 262/90, BGHZ 117, 104, 106 f. und Urteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, NJW 1996, 1205 f.).
aa) Von einem arglistigen Verschweigen im Sinne des § 444 BGB ist dann auszugehen, wenn der Verkäufer einen Mangel kennt oder ihn mindestens für möglich hält oder mit ihm rechnet und dann billigend in Kauf nimmt, dass der Käufer ihn übersieht und den Vertrag in Kenntnis des Mangels nicht geschlossen hätte (BGH NJW-RR 1992, 333; NJW 1996, 1205;… Münchener Kommentar/Westermann, 5. Aufl., 2008, § 438 BGB Rn. 29), wobei es sich um Umstände handeln muss, die für die Kaufentscheidung von Bedeutung sind.
Gleichwohl muß sich die Beklagte bzw. ihr für Vertragsschlüsse zuständiges Organ die von der Abtretungsanzeige erlangte Kenntnis dieses "Wissensvertreters", der ersichtlich damit betraut war, nach außen eigenständig Aufgaben zu erledigen, wichtige Informationen zur Kenntnis zu nehmen und sie weiterzuleiten, entsprechend § 166 BGB zurechnen lassen (vgl. BGHZ 117, 104, 106 f.; 132, 30, 35; BGH, Urt. v. 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, NJW 1996, 1205).
Eine Wissenszurechnung in diesem Sinne setzt grundsätzlich voraus, daß derjenige, auf dessen Kenntnisse (allein oder im Zusammenwirken mit dem Wissensstand anderer) abgestellt werden soll, in den betreffenden Aufgabenkreis eingebunden war (vgl. dazu z.B. BGHZ 117, 104, 106 f., BGH, Urteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94 - WM 1996, 824, 825).
Diese Bestimmung ist zwar nicht nur auf den rechtsgeschäftlichen Vertreter, sondern auch auf sonstige "Wissensvertreter" anwendbar, die nach der Arbeitsorganisation des Geschäftsherrn dazu berufen sind, im Rechtsverkehr als dessen Repräsentant bestimmte Aufgaben in eigener Verantwortung zu erledigen und die dabei anfallenden Informationen zur Kenntnis zu nehmen und gegebenenfalls weiterzugeben (BGHZ 117, 104, 106 f.; Senatsurteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, WM 1996, 824 unter II 2 b bb).
Auch der Kaufmann J. B. , der sein Wissen gemäß § 166 Abs. 1 BGB den von ihm vertretenen Gesellschaften EVG GmbH und D. GmbH und als Geschäftsführer der Komplementär-GmbH auch der D. KG vermittelte (vgl. Senatsurteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, NJW 1996, 1205, unter II 2 b aa), konnte sich nicht der Tatsache verschließen, dass die Gemeinde sich anschickte, unter seiner Mitwirkung ein für ihre Verhältnisse offensichtlich weit überdimensioniertes Projekt zu verwirklichen.
Für die Hereinnahme eines Schecks zum Einzug bedeutet dies nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats, daß einer Bank nicht nur das präsente Wissen der konkret mit der Bearbeitung des Schecks befaßten Angestellten, sondern das in den beteiligten Bankabteilungen, in der Regel Schalterabteilung oder Posteingangsstelle und Scheckabteilung, vorhandene Wissen zuzurechnen ist (Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 543 [BGH 19.01.1993 - XI ZR 76/92]; s. auch BGH, Urteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, WM 1996, 824, 825; Rehbein EWiR 1993, 489, 490).
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