Source: https://www.ihre-vorsorge.de/drv-forum/forum/detail/regelaltersrente-und-weiterbeschaeftigung-1.html
Timestamp: 2018-05-20 11:53:15
Document Index: 90871264

Matched Legal Cases: ['§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 66', '§ 77', '§ 66', '§ 66', '§ 77', '§ 76', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 115', '§ 14', '§ 115', '§ 63', '§ 63', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 76', '§ 66', '§ 77', '§ 77', '§ 66', '§ 77', '§ 77', '§ 66', '§ 77', '§ 66', '§77', '§77', '§ 66', '§ 76', '§ 66', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 76', '§ 66', '§ 66', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 66', '§ 66', '§ 66']

sehe ich das richtig, dass meine Frau,geb. Dezember 1951, ab Juli 2017 die reguläre Altersrente beziehen kann und ohne Abzüge unbegrenzt hinzuverdienen darf ?
Lohnt es sich weiterhin den Eigenanteil für die Rentenversicherung zu bezahlen ?
Wie berechnet sich dann der steuerfreie Betrag der Rente ?
Ungegrenzt hinzuverdienen darf man ab der Regelaltersgrenze die beim Jahrgang 51 bei 65+5 liegt.
Somit konkrets bereits ab 06/2017.
Sie hat in Folge des neuen Flexirentengesetzes künftig 3 statt bisher 2 Altermativen:
a) Sie bezieht die volle Rente und verdient voll dazu ohne Beiträge zu zahlen dann hat sie auch keine Abzüge vom Lohn mehr für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Und die rente verändert sich nicht mehr.
b) Sie arbeitet weiter und bekommt Beiträge abgezogen und geht noch nicht in Rente. In diesem Fall steigern die Beiträge die spätere Rente und es gibt pro Monat den die Rente nach hinten geschoben wird einen Zuschlag von 0,5%.
c) das ist neu - sie bezieht die volle Rente und zahlt trotzdem die Rentenbeiträge als Arbeitnehmer weiter. Dann wird jeweils zum nächsten 01. Juli die Rente um das weitere Beitragsjahr erhöht.
Das auszurechnen sollten die lieben Kollegen im Beratungsdienst hinbekommen - aber lassen Sie uns noch ein paar Tage Zeit, das Gesetz ist druckfrisch und es werden sicher noch Kommentierungen und Auslegungen kommen, die momentan noch nicht absehbar sind.
Aber pi mal Daumen sollte es machbar sein.
- aber lassen Sie uns noch ein paar Tage Zeit,
frage trotzdem dazwischen, weil mit gerade der Gedanke kommt, ob dann auch jeweils ein Zuschlag zur Rente errechnet wird - für jeden einzelnen Monat bis zum nächsten 01.07., gemessen an den jeweils Monat für Monat erzielten neuen EP?
Zur Verdeutlichung: der 1. Monat Hinzuverdienst/zusätzliche EP erhält nach 12 Monaten/Stichtag 01.07. erreicht, 6 % Zuschlag , der 2. Monat nur noch 5,5 %, der 3. noch 5 % ...oder gibt es für alle neuen EP im 12-Monatszeitraum einheitlich 6 % ontop – oder gar gar nichts für 12 Monate geschuldeter Nichtzahlung des zusätzlichen Rentenbetrags?
Nicht dass Sie da faul aufm Sofa liegen müssen ... ;-)
schaun wir mal.......das ist das was ich mit Auslegungen meinte.......aber das ist m.E. ja auch nicht der Knackpunkt weshalb ich mich so oder so entscheide.....wenn es dann noch Zuschläge gibt umso besser, wenn nicht auch nicht schlimm.
Uns wird schon ne komplizierte Regelung dazu einfallen. :)
Uns wird schon ne komplizierte Regelung dazu einfallen. icon_smile.gif
mir klar ...im Kontext haben wir wieder mal ein 'unausgegorenes' Gesetz, weil Politik nicht bereit war, im Vorfeld alle Eventualitäten auszuloten/noch in den Entwurf einzubinden.
Unterm Strich wird sich eh kaum einer mit zusätzlichen Rentenerwartungen ab Regelaltersgrenze anfreunden können - wie sich das bisher (nicht) rechnet/bis zur Grube einsachtzichtief ...die Zahlen/Rendite werden dadurch nicht besser für den Rentenempfänger. Den zusätzlichen *Scheiß-Verwaltungsaufwand haben 'wir' ..."ich hätt da mal ne Frage" ;-)
Wünsche Ihnen nunmehr eine gute Nacht. Und Vorfreude, auf die neuen Rechtsauslegungen :-)
KSC hat in seiner Antwort die drei Möglichkeiten gut dargestellt. Welche Möglichkeit sich für Ihre Frau "lohnt", lässt sich nicht so einfach beantworten. Wie KSC bereits gesagt hat, sollten Sie sich die Möglichkeiten einmal berechnen lassen und dann selbst entscheiden, welche Vorgehensweise Sie bevorzugen.
Zur Rentenbesteuerung:
Der "Rentenfreibetrag" – also der Betrag der Rente, der nicht versteuert wird – richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Wenn Ihre Frau im Jahr 2017 erstmalig in Rente geht, sind 26 % ihrer Jahresbruttorente steuerfrei. Da sie im Jahr 2017 keine vollen 12 Monate Rente erhält, wird der endgültige "Rentenfreibetrag" erst aus der vollen Jahresbruttorente des zweiten Rentenbezugsjahres ermittelt, also aus der Jahresbruttorente im Jahr 2018. In diese Bruttorente fließen sogar noch die Rentenversicherungsbeiträge ein, die Ihre Frau im Jahr 2017 neben der Regelaltersrente zahlt (falls sich Ihre Frau dafür entscheidet, neben der Regelaltersrente Pflichtbeiträge zu zahlen).
Wenn sich die Rente künftig weiter erhöht, weil Ihre Frau weiter Beiträge zur Rentenversicherung zahlt, bleibt der einmal berechnete Freibetrag unverändert. Es handelt sich also um einen fixen Geldbetrag, der steuerfrei bleibt.
Vielen Dank für die fundierten Antworten.
für die Bestimmung des Zugangsfaktors für Zuschläge an Entgeltpunkten, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze jeweils zum 01.07. zur Rente ermittelt werden, bedarf es wohl keiner Auslegung, da die gesetzlichen Regelung in § 77 SGB VI in der Fassung ab 01.07.2017 ziemlich eindeutig ist.
Der neue Satz 4 in § 77 Absatz 2 SGB VI legt fest, dass für die Ermittlung des Zugangsfaktors für Zuschläge an Entgeltpunkten aus Beiträgen nach Beginn einer Rente wegen Alters die Zeitpunkte, in denen die Zuschläge bei der Rente berücksichtigt werden, der späteren Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters (im Sinne des Absatz Satz 1 Nr. 2b) gleich stehen.
Das bedeutet, dass für die Zuschläge der Zugangsfaktor für jeden Kalendermonat nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zur Berücksichtigung des Zuschlags um 0,005 zu erhöhen ist (Der Zugangsfaktor für diese Zuschlagsentgeltpunkte ist so zu erhöhen, wie er zu erhöhen wäre, wenn die Rente erst im Zeitpunkt der Zuschlagsgewährung beginnen würde --> § 77 Absatz 2 Satz 4 SGB VI).
Die Regelaltersgrenze wird am 15.07.2017 erreicht, die Regelaltersrente (Vollrente) beginnt am 01.08.2017 (Zugangsfaktor somit 1,0).
Versicherungspflichtige Beschäftigung vom 01.01.2018 bis 31.12.2018 (Verzicht auf Versicherungsfreiheit).
Zuschlagsentgeltpunkte für die Beiträge aus der Beschäftigung vom 01.01.2018 bis 31.12.2018 werden ab 01.07.2019 bei der Rente berücksichtigt (§ 66 Abs. 3a SGB VI in der Fassung ab 01.07.2017).
Berechnung des Zugangsfaktors für die Zuschlagsentgeltpunkte:
Die Zuschlagsentgeltpunkte wurden nach Erreichen der Regelaltersgrenze in der Zeit vom 01.08.2017 bis 30.06.2019 nicht in Anspruch genommen. Der Zugangsfaktor von 1,0 erhöht sich daher für 23 Monate der Nichtinanspruchnahme um 23 x 0,005 = 0,115. Er beträgt somit 1,115 (= 11,5 % Zuschlag).
Entspricht die von Ihnen erläuterte Auslegung tatsächlich der Rechtsauffassung der RVT? Das kann ich kaum glauben. Denn diese Auslegung widerspricht grundlegend der bisherigen Systematik bei der Ermittlung des Zugangsfaktors.
Ein erhöhter Zugangsfaktor soll die verspätete Inanspruchnahme der Entgeltpunkte belohnen. In Ihrem Fall konnten die aus der im Jahr 2018 ausgeübten Beschäftigung resultierenden Zuschlagsentgeltpunkte aber frühestens zum 1. Juli 2019 beansprucht werden. Erst ab dem 1. Juli 2019 bestand hierauf ein Rechtsanspruch. Demgemäß handelt es sich hier auch nicht um eine verspätete Inanspruchnahme der Zuschlagsentgeltpunkte, die mit einem höheren Zugangsfaktor zu honorieren wäre. Vielmehr wäre hier der Zugangsfaktor 1,0 zu berücksichtigen.
So verstehe ich im übrigen auch den Wortlaut des § 77 Abs. 2 Satz 4 SGB VI. Für die Ermittlung des Zugangsfaktors ist auf die sich aus § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI ergebenden Zeitpunkte abzustellen. Das heißt also, dass ein erhöhter Zugangsfaktor nur dann berücksichtigt werden kann, wenn die Zuschlagsentgeltpunkte erst zu einem späteren, als dem sich aus § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI ergebenden Zeitpunkt berücksichtigt werden.
Hierfür spricht auch die Gesetzesbegründung zu § 77 Abs. 2 Satz 4 SGB VI. Dort heißt es wie folgt:
"Entsprechend der Systematik im bisherigen Recht wird für die Ermittlung des Zugangsfaktors für Zuschläge aus Beiträgen, die nach Beginn der Rente wegen Alters entrichtet wurden (§ 76d), auf den Zeitpunkt abgestellt, zu dem die Entgeltpunkte hieraus beansprucht werden. Dies ist nach § 66 Absatz 3a Satz 1 zunächst der Monat nach Erreichen der Regelaltersgrenze bzw. für danach entrichtete Beiträge der jeweilige 1. Juli eines Jahres."
Experte, da ist wohl der Zuschlag etwas zu üppig berechnet worden.
der Regelaltersrentner, der auf die Versicherungsfreiheit verzichtet hat und nach Rentenbeginn EP erwirbt, erhält ab dem 01.07. des Folgejahres aus den erworbenen EP des letzten Kalenderjahres die Zuschläge. In dem Beispiel wurde die Beschäftigung vom 01.01.- 31.12.18 ausgeübt, somit kann der Zugangsfaktor nur 1, 06 betragen gem. § 66 Abs. 3a und 77
eine Null vergessen Zitat: "somit kann der Zugangsfaktor nur 1, 06 betragen gem. § 66 Abs. 3a und 77 "
sollte heißen Zugangsfaktor 1,006 = 6% Zuschlag.
Ein erhöhter Zugangsfaktor soll die verspätete Inanspruchnahme der Entgeltpunkte belohnen.
Hallo hegehosa,
ich kann leider nicht nachvollziehen, warum ein erhöhter Zugangsfaktor eine "Belohnung" darstellen soll. "Belohnung" ist die wohlwollende Anerkennung für ein gutes / positives Verhalten. Die Rentenversicherung verfolgt aber gar nicht das Ziel, dass Versicherte eine Rente oder Entgeltpunkte erst später in Anspruch nehmen. Vielmehr sind die Rentenversicherungsträger nach § 115 Abs. 6 SGB VI und § 14 SGB I dazu verpflichtet, Versicherte rechtzeitig auf Rentenansprüche hinzuweisen, damit Renten zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Anspruch genommen werden können. Eine "Belohnung", also ein besonderer Anreiz für eine spätere Inanspruchnahme würde daher der Intention des § 115 Abs. 6 SGB VI zu wider laufen.
Tatsächlich ergibt sich der Grund, warum ein Zugangsfaktor erhöht wird, direkt aus dem Gesetz. § 63 Absatz 5 SGB VI lautet: "Vorteile und Nachteile einer unterschiedlichen Rentenbezugsdauer werden durch einen Zugangsfaktor vermieden".
Maßgeblich für den Zugangsfaktor ist also die unterschiedliche Rentenbezugsdauer, nicht aber der Grund für die unterschiedliche Rentenbezugsdauer. An einem Beispiel lässt sich das gut verdeutlichen:
a) Ein Versicherter zahlt einen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 100,- Euro vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Dieser Beitrag fließt in die Berechnung der Regelaltersrente ab Rentenbeginn ein.
b) Derselbe Versicherte zahlt einen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 100,- Euro nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Dieser Beitrag fließt erst 2 Jahre nach Beginn der Regelaltersrente in die Rentenberechnung ein (über Zuschlagsentgeltpunkte).
Ergebnis: Im Fall b) hat der Versicherte – bezogen auf die Entgeltpunkte aus der Beitragszahlung von 100,- Euro – im Vergleich zu Fall a) eine 2 Jahre kürzere Rentenbezugsdauer. Dieser Nachteil einer kürzeren Rentenbezugsdauer – bei gleich hohem Beitrag – wird durch eine Erhöhung des Zugangsfaktors ausgeglichen. So legt es die Regelung in § 63 Abs. 5 SGB VI als Grundsatz fest.
Können Sie mir Ihre gegenteilige Behauptung von der "Belohnungswirkung" oder die von Ihnen behaupteten "bisherige Systematik" (diese Bezeichnung ist leider zu allgemein, als dass ich mir hierunter irgendetwas konkretes vorstellen kann) irgendwie belegen (z. B. durch Verweis auf eine rechtliche Arbeitsanweisung, einen Gremienbeschluss oder ähnliches)?
Das heißt also, dass ein erhöhter Zugangsfaktor nur dann berücksichtigt werden kann, wenn die Zuschlagsentgeltpunkte erst zu einem s p ä t e r e n, als dem sich aus § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI ergebenden Zeitpunkt berücksichtigt werden.
Es gibt nach meinem Kenntnisstand keinen s p ä t e r e n Zeitpunkt zur Ermittlung von Zuschlagsentgeltpunkten, als den Zeitpunkt in § 66 Absatz 3a Satz 1 SGB VI.
§ 66 Absatz 3a Satz 1 SGB VI ist eine abschließende Regelung, eine Ausnahmeregelung hierzu ist mir nicht bekannt.
Könnte Sie mir also bitte mitteilen, in welchen Fallgestaltungen die Zuschlagsentgeltpunkte nach § 76d SGB VI zu einem s p ä t e r e n Zeitpunkt als dem sich aus § 66 Absatz 3a Satz 1 SGB VI ergebenden zu berücksichtigen sind und auf welche Rechtsgrundlage (Norm) bzw. Rechtsauslegung (z. B. Auslegungsfrage) sich Ihre Behauptung stützt?
Ich sehe bei meinen Ausführungen keinen Widerspruch zu der zitierten Gesetzesbegründung.
Für die Ermittlung des Zugangsfaktors wird auf den Zeitpunkt abgestellt, zu dem die Entgeltpunkte beansprucht werden, im Beispiel also auf den 01.07.2019. Ausgehend von diesem Datum – das insoweit nach § 77 Abs. 2 Satz 4 dem Beginn bzw. der verspäteten Inanspruchnahme einer Renten gleichgestellt wird – wir der Zugangsfaktor ermittelt. Im Zeitpunkt 01.07.2019 wurden die Entgeltpunkte nach Erreichen der Regelaltersgrenze (vgl. § 77 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 b)) für 23 Monate nicht in Anspruch genommen, daher ist der Zugangsfaktor für jeden Monat um 0,005 zu erhöhen.
Im bisherigen Recht ist es genauso: maßgebend für die Ermittlung des Zugangsfaktors ist der Zeitpunkt, zu dem die Entgeltpunkte beansprucht werden. Das ist nach § 66 Absatz 3 Satz 2 SGB VI der Beginn der Altersvollrente. Ausgehend von diesem Zeitpunkt ist zu prüfen, ob der Zugangsfaktor für Zeiten der vorherigen Nichtinanspruchnahme der Entgeltpunkte zu erhöhen ist.
inwieweit Sie die Gesetzesbegründung anders interpretieren, kann ich leider nicht nachvollziehen, da Sie die Gesetzesbegründung lediglich im Originaltext wiedergegeben haben.
wenn der Zuschlag 6% betragen soll, ist der Zugangsfaktor von 1,06 schon richtig gewesen.
Ich kann Ihre Schlussfolgerung, dass der Zugangsfaktor "somit nur" 1,06 betragen kann, aber leider nicht nachvollziehen.
Könnten Sie das vielleicht ein wenig erläutern oder die Berechnungsschritte darlegen?
"Die Zuschlagsentgeltpunkte wurden nach Erreichen der Regelaltersgrenze in der Zeit vom 01.08.2017 bis 30.06.2019 nicht in Anspruch genommen. Der Zugangsfaktor von 1,0 erhöht sich daher für 23 Monate der Nichtinanspruchnahme um 23 x 0,005 = 0,115. Er beträgt somit 1,115 (= 11,5 % Zuschlag)."
Sie rechnen in ihrem Beispiel für die Ermittlung der Monate ab Beginn der Regelaltersrente 01.08.2017.
Sie dürfen aber erst ab Beginn der Beschäftigung nach Erreichen der Regelaltersrente rechnen, also ab 01.01.2018 und nur bis 31.12.2018 also 12 Monate x 0,005=0,06
die maßgebende Vorschrift für die Berechnung des Zugangsfaktors (§ 77 SGB VI) stellt nicht auf den Beginn einer Beschäftigung ab, sie stellt auf das Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e ab:
§ 77 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 b):
"Der Zugangsfaktor ist für Entgeltpunkte, die noch nicht Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer Rente waren, bei Renten wegen Alters, die nach Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e trotz erfüllter Wartezeit nicht in Anspruch genommen werden, für jeden Kalendermonat um 0,005 höher als 1,0"
Folge: Erhöhung des Zugangsfaktors für jeden Kalendermonat nach Erreichen der Regelaltersgrenze, nicht erst nach Beginn der Beschäftigung.
Nachdem die Inanspruchnahme der Entgeltpunkte erst zum 01.07.2019 erfolgt (§ 66 Abs. 3a S. 1 SGB VI in Verbindung mit § 77 Abs. 2 Satz 4 SGB VI), zählen alle Kalendermonate bis einschließlich Juni 2019 mit, also nicht nur die Monate bis zum 31.12.2018.
§ 66 Abs 3 a S.1 kennt nur zwei Termine: Regelaltersgrenze und Anpassungszeitpunkt. Dies ist immer der (abstrakte) Zeitraum der Nichtinanspruchnahme, obwohl - und da haben sie Recht - vor Beschäftiogungsbeginnn keine EP in Anspruch genomen werden konnten.
Jetzt wo ich das so schreibe, grusel ich mich langsam. Wenn all die Seniorenschauspieler und -synchronsprecher das entdecken ... Und dann mixen wir das mit 99%-Teilrenten und Pflege. Arme Sachbearbeitung.
Dank allen Beteiligten für diesen interessanten Dialog, der auch mir einen neuen Erkenntnisgewinn gebracht hat!
Und ja Knut, jede Erweiterung des SGB 6 bringt mehr und mehr Gruseln mit sich ...mögen die potentiellen Fallzahlen überschaubar bleiben, denn für Kopf-/Hochrechnungen in der Beratung geht das schon arg an die Grenzen.
Und da das ganz ja wohl auch noch steuerrechtliche Auswirkungen hat auf den zusätzlichen Rentenbetrag mit jeweils fallendem Freibetrag ...aber das ist ja nicht unser Problem ;-)
Gem. §77 Abs. 3 SGB 6 behalten die EP die bereits Grundlage einer früheren Berechnung waren den ZF 1,0 (im Beispiel also die die Zeit vom 01.08. bis 31.12.17. = 5 Monate)
und gem. dem neuen § §77 Abs. 2 Satz 4 in Verb. mit § 66 Abs. 3a s. 1 und § 76 d erhält er nur Zuschläge aus den Beiträgen des letzten Kalenderjahres also max. 12 Monate = 6%
neben dem SGB 6 gibt es auch noch das SGB 4 und das Einkommensteuerrecht, aber die meisten Rentner haben aktuell nur die höhere Hinzuverdienstmöglichkeiten neben der vorgez. AR oder auch die Möglichkeit durch Verzicht auf die Versicherungsfreiheit die vorgez. AR ab erreichen Regelaltersgrenze und die Regelaltersrente zu erhöhen vor Augen, übersehen aber völlig das bei überschreiten der 450,- Euro Grenze ggf. sofort SV Pflicht eintritt zur KV/PV/RV/und ggf. ALV und Steuerpflicht je nach Konstellation, Höhe des EK und Alter!
Mit der Folge das u.U. von dem Arbeitslohn und durch die höhere Steuerbelastung bei der AR wesentlich weniger überbleibt als bisher, ob das Minus später durch ein paar Euro mehr in der Rente ausgeglichen wird ist fraglich.
Den meisten wäre unter diesen Gesichtspunkten anzuraten nur einen normalen Minijob- Job bis mtl. 450,- auszuüben mit Pauschalbesteuerung.
Zuschlagsentgeltpunkte die nach § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI nach Erreichen der Regelaltersgrenze jährlich zum 01.07. ermittelt werden, waren regelmäßig n i c h t bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Berechnung. Es handelt sich regelmäßig um "neue" Entgeltpunkte. Daher ist für die Bestimmung des Zugangsfaktors für diese Entgeltpunkte nicht § 77 Abs. 3 SGB VI, sondern § 77 Abs. 2 SGB VI anwendbar. Im Fall von Puh – um den es hier geht – ist § 77 Abs. 2 SGB VI maßgebend.
Im Übrigen dürfen Sie § 77 Absatz 3 SGB VI nicht nur auf Satz 1 reduzieren, sondern müssen auch Satz 3 der Vorschrift beachten. Nach § 77 Absatz 3 Satz 3 Nr. 3 SGB VI wird der Zugangsfaktor für Entgeltpunkte, die bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Rente waren, um 0,005 je Kalendermonat erhöht, soweit diese Entgeltpunkte bei einer Rente nach Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e nicht in Anspruch genommen wurden.
Wie Sie also erkennen können, würde nach § 77 Abs. 3 SGB VI dieselbe Erhöhung erfolgen wie nach § 77 Abs. 2 SGB VI, wenn Entgeltpunkte nach Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e für 23 Monate nicht in Anspruch genommen werden.
Sie vermischen hier wohl die Begriffe "Zuschläge":
Sie müssen unterscheiden zwischen "Zuschlägen an Entgeltpunkten" einerseits und der Erhöhung des Zugangsfaktors andererseits.
Die Erhöhung des Zugangsfaktors wird zwar u m g a n g s s p r a c h l i c h auch als "Zuschlag" oder "Rentenzuschlag" bezeichnet. Das Gesetz kennt diese Terminologie für die Erhöhung des Zugangsfaktors aber nicht.
Es ist vollkommen richtig, dass die Zuschläge an Entgeltpunkten nach § 76d SGB VI nach § 66 Abs. 3a Satz 2 SGB VI jährlich zum 01.07. jeweils aus den Beiträgen des vergangenen Kalenderjahres ermittelt.
Für diese Zuschläge an Entgeltpunkten ist in einem zweiten Schritt dann aber ein Zugangsfaktor zu ermitteln (§ 66 Abs. 1 SGB VI). Die Ermittlung des Zugangsfaktors richtet sich nach § 77 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2b SGB VI in Verbindung mit § 77 Absatz 2 Satz 4 SGB VI.
§ 77 Absatz 2 Satz 4 SGB VI verweist zwar auf § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI, nicht aber auf § 66 Abs. 3a Satz 2 SGB VI. Bitte beachten Sie diesen "kleinen Unterschied". Denn soweit Sie angeführt haben, dass nur die Zuschläge (an Entgeltpunkten) aus den Beiträgen des letzten Kalenderjahres zu berücksichtigen sind, ist dies in Satz 2 des § 66 Abs. 3a SGB VI geregelt, nicht in Satz 1 der Vorschrift.