Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=31%20U%2097/12
Timestamp: 2019-05-24 12:21:34
Document Index: 111981091

Matched Legal Cases: ['§ 355', '§ 492', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', '§ 14', '§ 14', 'BGH']

OLG Hamm, 19.11.2012 - I-31 U 97/12 - dejure.org
OLG Hamm, 19.11.2012 - I-31 U 97/12
https://dejure.org/2012,43502
OLG Hamm, 19.11.2012 - I-31 U 97/12 (https://dejure.org/2012,43502)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19.11.2012 - I-31 U 97/12 (https://dejure.org/2012,43502)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19. November 2012 - I-31 U 97/12 (https://dejure.org/2012,43502)
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BGB § 355 Abs. 2; BGB § 492
A I + II; OLG Hamm, Urt.v. 19.11.2012 - 31 U 97/12).
Voraussetzung hierfür wäre gewesen, dass für die Widerrufsbelehrung ein Formular verwendet worden wäre, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV in der maßgeblichen Fassung sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entsprochen hätte (BGH…, Urteil vom 12. Juli 2016, AZ.: XI ZR 564/15, Rn. 22; vgl. BGH WM 2014, 887 [BGH 18.03.2014 - II ZR 109/13] ; BGH NJW-RR 2012, 183 [BGH 28.06.2011 - XI ZR 349/10] ; BGH NZG 2012, 427 [BGH 01.03.2012 - III ZR 83/11] ; BGH NJW-RR 2011, 785 [BGH 02.02.2011 - VIII ZR 103/10] ; OLG München WM 2012, 1536; OLG Stuttgart VuR 2012, 145; OLG Hamm, Urteil vom 19. November 2012, Az.: 31 U 97/12; jeweils m.w.N.).
Welches diese weiteren Voraussetzungen sein könnten, wird nicht deutlich (vgl. BGH, Urteil vom 28.06.2011, XI ZR 349/10, NJW-RR 2012, 183; Urteil vom 15.08.2012, VIII ZR 378/11, NJW 2012, 3298 m.w.N.; OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2012, 31 U 97/12, zit. nach juris; OLG München, Urteil vom 06.12.2011 - 5 U 2167/11, BeckRS 2012, 03696).
Ob die Abweichungen marginal sind, weil es sich beispielsweise ausschließlich um sprachliche Abweichungen handelt, ist danach irrelevant (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2012, 31 U 97/12, zit. nach juris; OLG München, Urteil vom 06.12.2011, 5 U 2167/11, BeckRS 2012, 03696).
Im Falle des OLG Hamm (Urteil vom 19.11.2012, 31 U 97/12, zitiert nach juris), in dem eine Anspruch auf tatsächlich gezogene Kapitalnutzung bei einem widerrufenen Verbundgeschäft verneint wurde, hatte die dortige Klägerin den Eigenkapitalanteil direkt an die Beteiligungsgesellschaft, eine Filmfondsgesellschaft, gezahlt.
Die Darlegungs- und Beweislast für solche Umstände trägt der Schädiger; allerdings trifft den Geschädigten insoweit eine sekundäre Darlegungslast (vgl. insgesamt OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2012, 31 U 97/12, zit. nach juris).
Dabei muss die Widerrufsbelehrung umfassend, unmissverständlich und für den Verbraucher eindeutig sein, damit der Verbraucher in die Lage versetzt wird, das Widerrufsrecht auszuüben (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 19.11.2012, Az. 31 U 97/12).
Ein Unternehmer kann sich aber auf die Schutzwirkung des § 14 I BGB-InfoVO nur berufen, wenn er gegenüber dem Verbraucher ein Formular verwendet hat, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 I BGB-InfoVO in der jeweils maßgeblichen Fassung sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (OLG Hamm, Urteil vom 19.11.2012, Az. 31 U 97/12).
Dabei steht nicht jede - seien sie auch noch so unbedeutende - textliche Abweichung vom Muster der Gesetzlichkeitsfiktion entgegen (so aber wohl OLG Hamm, Urteil vom 19. November 2012, 31 U 97/12, Tz. 78 -juris).
Voraussetzung hierfür wäre gewesen, dass für die Widerrufsbelehrung ein Formular verwendet worden wäre, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV in der maßgeblichen Fassung sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entsprochen hätte (vgl. BGH WM 2014, 887; NJW-RR 2012, 183; NZG 2012, 427; NJW-RR 2011, 785; OLG München WM 2012, 1536; OLG Stuttgart VuR 2012, 145; OLG Hamm, Urt. v. 19.11.2012 - 31 U 97/12; jew. m.w.N.), woran es im vorliegenden Fall fehlt.