Source: https://www.jusmeum.de/urteil/ovg_nordrhein-westfalen/083c3f706b10d71319f3f0cbd4eac92897a0ba32b94e9f245e5c1b46d6191bcf
Timestamp: 2018-08-21 06:26:19
Document Index: 205223388

Matched Legal Cases: ['§ 124', '§ 121', '§ 124', '§ 124', '§ 154', '§ 152', '§ 124']

OVG Nordrhein-Westfalen, 12 A 4031/03: OVG NRW: versicherungsschutz, leistungsfähigkeit, angemessenheit, unvorhersehbarkeit, benachrichtigung, datum
Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen vom 11.03.2005, 12 A 4031/03
12 A 4031/03
OVG NRW: versicherungsschutz, leistungsfähigkeit, angemessenheit, unvorhersehbarkeit, benachrichtigung, datum
Versicherungsschutz, Leistungsfähigkeit, Angemessenheit, Unvorhersehbarkeit, Benachrichtigung, Datum
Oberverwaltungsgericht NRW, 12 A 4031/03
Aktenzeichen: 12 A 4031/03
Vorinstanz: Verwaltungsgericht Münster, 5 K 2325/99
3Die Ausführungen in der Zulassungsschrift führen nicht zu ernstlichen Zweifeln an der Richtigkeit der erstinstanzlichen Entscheidung (§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Das Verwaltungsgericht ist unter Berücksichtigung der mit der Zulassungsschrift geltend gemachten Umstände des Einzelfalles zu dem Ergebnis gelangt, dass die Frist, die die Klägerin hat verstreichen lassen, nicht mehr als angemessen im Sinne des § 121 Abs. 2 BSHG angesehen werden kann, weil es ihr zuzumuten und im Übrigen auch naheliegend war, dem Beklagten bereits nach der ersten Ablehnung einer Kosten-tragung durch die Versicherung der Patientin Mitteilung von deren Krankenhausaufenthalt zu machen und die Übernahme der entstandenen Kosten zu beantragen. Das Zulassungsvorbringen rechtfertigt keine andere Wertung. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
vgl. Urteil vom 31. Mai 2001 - 5 C 20.00 -, FEVS 53, 102 (104) 4
5schließt es sogar schon das Vorliegen eines "Eilfalls" überhaupt aus, wenn eine rechtzeitige Benachrichtigung des Sozialhilfeträgers nicht aus Gründen der Unvorhersehbarkeit und Eilbedürftigkeit der Hilfe, sondern in Folge einer Fehleinschätzung der wirtschaftlichen Lage des Hilfeempfängers durch den Helfer erfolgt. Um so strengere Anforderungen sind bei einer Unklarheit über das Vorliegen von Versicherungsschutz des Patienten als Ausdruck seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an einen rechtzeitigen Antrag zu stellen. Wollte man die Angemessenheit der eingehaltenen Frist daran ausrichten, wann abschließend festgestanden hat, dass Versicherungsschutz nicht gewährt wird, würde der Sozialhilfeträger endgültig in die vom Gesetz nicht bezweckte Rolle eines
Ausfallbürgen gedrängt werden.
Vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 28. März 1974 - V C 27.73 -, FEVS 22, 301 (303 f.). 6
7Angesichts dieser eindeutigen Ausgangslage weist die Rechtssache weder besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten im Sinne von § 124 Abs. 2 Nr. 2 VwGO auf, noch besitzt sie nach § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO grundsätzliche Bedeutung.
Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 154 Abs. 2, 188 Satz 2 VwGO. 8
9Mit diesem Beschluss, der nach § 152 Abs. 1 VwGO unanfechtbar ist, wird das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts Münster rechtskräftig (§ 124a Abs. 5 Satz 4 VwGO).