Source: http://manualzz.com/doc/39165/verordnung-zum-planungs--und-baugesetz--v-pbg-
Timestamp: 2017-10-23 06:22:27
Document Index: 228353929

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 62', '§ 4', '§ 18', '§ 27', 'Art. 703', '§ 29', 'Art. 802', '§ 4', '§ 8', '§ 8', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

Verordnung zum Planungs- und Baugesetz (V PBG)
zum Planungs- und Baugesetz
(V PBG)
Vom 16. November 1999 (Stand 1. Juli 2012)
Der Regierungsrat des Kantons Zug,
gestützt auf § 3 Abs. 2 und § 62 Planungs- und Baugesetz vom 26. November 19981),
1. Allgemeine Bestimmungen *
Kantonale Fach- und Koordinationsstelle
Das Amt für Raumplanung ist die kantonale Fachstelle für Raumplanung
und die Koordinationsstelle in planungs- und baurechtlichen Verfahren mit
kantonaler Beteiligung.
Beizug der Kommission für Natur- und Landschaftsschutz
Behörden von Kanton und Gemeinden können in wichtigen Fragen des
Vollzugs des Natur- und Landschaftsschutzrechts an die Kommission für
Natur- und Landschaftsschutz gelangen und eine schriftliche Stellungnahme
2. Ablauf von gemeindlichen Sondernutzungsplanungen *
Vorentscheid für Erschliessungs-, Baulinien- und Strassenpläne
Der Gemeinderat leitet die Erschliessungs-, Baulinien- oder Strassenplanung durch Beschluss ein und bestimmt die Verfahrensschritte.
BGS 721.11
GS 26, 449
Ersuchen Dritte um die Erschliessungs-, Baulinien- oder Strassenplanung,
trifft der Gemeinderat dazu einen Vorentscheid innert 30 Tagen seit Eingang des Gesuches. Stimmt er dem Ersuchen zu, legt er die Verfahrensschritte fest und kann die Ersuchenden mit Planungsarbeiten beauftragen.
Die Überwälzung der Planungs- auf die Werkkosten und der Rechtsschutz
In einfachen Fällen und bei Änderungen bestehender Erschliessungs-,
Baulinien- und Strassenplänen kann der Gemeinderat davon absehen, einen
einleitenden Beschluss zu fällen bzw. einen Vorentscheid zu treffen.
Vorentscheid im Verfahren für Bebauungspläne
Der Gemeinderat leitet die Bebauungsplanung durch Beschluss ein und
umschreibt darin den Ablauf der Planung.
Ersuchen Dritte um die Bebauungsplanung, trifft der Gemeinderat dazu
einen Vorentscheid innert 30 Tagen seit Eingang des Gesuches. Stimmt er
dem Ersuchen zu,
a) umschreibt er den Ablauf der Planung;
b) kann er die Ersuchenden mit Planungsarbeiten beauftragen;
c) begleitet er die Planung mit einer Vertretung der Gemeinde aus Behörde oder Verwaltung;
d) legt er die Grundsätze der Planung und die Finanzierung fest.
In einfachen Fällen und bei Änderungen von Bebauungsplänen kann der
Gemeinderat auf Beschluss bzw. Vorentscheid verzichten.
3. Baurechtliche Begriffe *
3.1. Bauten und Anlagen *
Bauten und Anlagen sind künstlich geschaffene und auf Dauer angelegte
Einrichtungen, die den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen.
Namentlich sind es unter oder über dem Boden errichtete Gebäude und
Anlagen aller Art, einschliesslich An-, Um- und Aufbauten, Keller, Strassen, Parkplätze, Mauern und Terrainveränderungen und dergleichen. Ferner
sind es Fahrnisbauten und provisorische Bauten.
Kleinbauten sind eingeschossige, nicht Wohn- oder Gewerbezwecken dienende selbständige Nebengebäude von höchstens 50 m² Grundfläche,
3.50 m Gebäudehöhe und 5 m Firsthöhe.
Als Einkaufszentren und ihnen gleichgestellte Anlagen gelten Verkaufslokale für Produkte und Dienstleistungen,
a) die in räumlicher Nähe zueinander angeordnet sind oder sonstwie eine
bauliche oder planerische Einheit bilden, und
b) * deren Verkaufsfläche zusammen mindestens 7500 m² beträgt.
§ 4c *
Das gewachsene Terrain entspricht dem natürlichen Verlauf des Bodens.
Kleine Geländeunebenheiten innerhalb der Gebäudefassade werden vernachlässigt.
Veränderungen des natürlichen Verlaufs des Bodens sind unbeachtlich,
wenn sie über 15 Jahre zurückliegen oder geringfügig sind.
Unterniveaubauten
Unterniveaubauten enthalten unterirdisch angelegte Räume und überragen
das gewachsene, in besonderen Fällen das neue Terrain an keinem Punkt in
erheblichem Masse.
3.2. Gebäude *
Die Gebäudelängen werden an den Seiten des flächenkleinsten Rechtecks
gemessen, welches das Gebäude umfasst. *
An das Gebäude angebaute selbständige Kleinbauten und auskragende Gebäudeteile wie Dachvorsprünge, Vordächer, Balkone usw. werden nicht berücksichtigt. *
An Hanglagen werden Untergeschosse bei der Ermittlung der Gebäudelänge berücksichtigt, wenn sie in erheblichem Masse aus dem gewachsenen
Terrain ragen und anzurechnende Geschossflächen enthalten. *
Als Vollgeschoss zählt das Erdgeschoss und jedes Stockwerk, das über
dem Erdgeschoss und unter dem Dachgeschoss liegt.
Die Geschosshöhe wird «OK-OK fertig Boden» gemessen.
Untergeschoss, Dachgeschoss
Untergeschosse liegen ganz oder teilweise unter dem Erdgeschoss. Das
Untergeschoss zählt als Vollgeschoss, wenn seine anzurechnende Geschossfläche mehr als 60 % der darüber liegenden anzurechnenden Geschossfläche ausmacht. *
Ein Dachgeschoss liegt über einem Flach- oder unter einem Mansardenoder Tonnendach. Das Dachgeschoss zählt als Vollgeschoss, wenn *
a) * dessen Grundfläche samt verglasten Terrassen mehr als 60 % der
Grundfläche des obersten Vollgeschosses, einschliesslich allfälliger
verglaster Balkone, ausmacht;
b) * seine Dachfläche mehr als 80 % der Deckenfläche des obersten Vollgeschosses beträgt.
Bei Gebäuden mit Schrägdächern zählt das Dachgeschoss als Vollgeschoss, wenn der Kniestock, gemessen ab der Oberkante des Dachgeschossbodens bis OK Fusspfette, mehr als 50 cm beträgt.
3.3. Abstände und Höhen
Der Grenzabstand ist die kürzeste Entfernung zwischen der Fassade und
Wo zwischen einem grossen und kleinen Grenzabstand unterschieden
wird, ist der grosse Abstand rechtwinklig von der Fassade mit der Hauptwohnrichtung aus, der kleine von allen übrigen Fassaden aus einzuhalten.
Bei steilem Gelände muss das Untergeschoss mit der Hauptwohnrichtung
den grossen Grenzabstand nur einhalten, wenn es anzurechnende Geschossflächen, ausgenommen Erschliessungsflächen, enthält.
Der Gebäudeabstand entspricht der Summe der Grenzabstände.
Der Gebäudeabstand ist die kürzeste Entfernung zwischen zwei Gebäudefassaden.
Bei Gebäuden auf demselben Grundstück, ausgenommen bei Kleinbauten,
wird der Gebäudeabstand gemessen, wie wenn eine Grenze dazwischen
Näherbau
Der Näherbau ist die Unterschreitung oder Aufhebung von Grenzabständen, sei es aufgrund nachbarlicher Zustimmung oder gestützt auf ein bestehendes Näher- oder Grenzbaurecht. Vorbehalten bleiben feuerpolizeiliche
und wohnhygienische Vorschriften oder andere öffentliche Interessen.
Die Gebäudehöhe ergibt sich aus der Summe der einzelnen, in der Höhe
begrenzten Vollgeschosse. Sie wird gemessen ab der Oberkante des Erdgeschossfussbodens bis Oberkante der Decke des obersten Vollgeschosses,
ohne Wärmedämmung und Dachbegrünung. *
Fassaden- und Firsthöhe
Die Fassadenhöhe ist der senkrecht gemessene Abstand zwischen der
Fussbodenhöhe des Erdgeschosses und dem Schnittpunkt der Fassade mit
der Unterkante der Dachkonstruktion. *
Die Firsthöhe ist der senkrecht gemessene Abstand zwischen der Fussbodenhöhe des Erdgeschosses und dem obersten Punkt des Daches.
Höhenlage des Erdgeschosses
Der Fussboden des Erdgeschosses liegt entweder höchstens 1,2 m über
dem tiefsten oder 0,3 m über dem höchsten Punkt des gewachsenen Terrains
längs der Gebäudefassade. Liegt der Fussboden des Erdgeschosses höher als
3 m über dem tiefsten Punkt des gewachsenen Terrains längs der Gebäudefassade, zählt das Erdgeschoss als zwei Geschosse.
Bei besonderem Geländeverlauf kann die Höhenlage der angrenzenden
Strassen und Wege berücksichtigt werden. Allfällige Niveaulinien bleiben
vorbehalten. *
3.4. Baudichte
Die Ausnützungsziffer (AZ) ist die Verhältniszahl zwischen der anzurechnenden Geschossfläche der Gebäude und der anzurechnenden Landfläche.
Anzurechnende Geschossfläche
Bei der Berechnung der Ausnützungsziffer sind als Geschossfläche anzurechnen: *
a) * Sämtliche Flächen des Erdgeschosses und der darüber liegenden Geschosse, einschliesslich der Treppenhäuser und Laubengänge, soweit
sie der Erschliessung dienen, nicht aber soweit es sich um Not- oder
Fluchttreppen handelt;
b) * Die Querschnittsflächen von innen liegenden Mauern und Wänden sowie die Lufträume bei Treppenhäusern und Lifts;
c) * Die Flächen unterhalb des Erdgeschosses, soweit sie Wohn- oder
Gewerbezwecken dienen können, jedoch ohne die Erschliessungsflächen.
Nicht anzurechnen sind
a) * die Querschnittsflächen von Aussenwänden, bei zusammengebauten
Gebäuden auch jene der innen liegenden Trennwände;
b) Flächen von Räumen über dem obersten Geschoss, wenn sie unter einem Dach mit gegenseitiger Neigung liegen und ein allfälliger Kniestock an keiner Stelle des Daches höher als 50 cm ist;
c) Flächen von Räumen, wenn sie auf einem Flach- oder unter einem
Mansarden- oder Tonnendach angeordnet sind, nicht mehr als 50 %
der darunterliegenden anrechenbaren Geschossfläche beanspruchen
und auf einer Ebene liegen. Eine das Mass von 50 % übersteigende
Mehrfläche zählt zur anrechenbaren Geschossfläche;
d) Flächen von bergseitig gelegenen Keller-, Heizungs-, Wasch- und
Trockenräumen bei steilem Gelände, soweit diese Räume nicht zugleich Wohn- oder Gewerbezwecken dienen können;
e) * Flächen von Gemeinschaftsräumen in Wohnhäusern mit mehr als drei
Wohnungen; von nicht gewerblichen Einstellräumen für Fahrzeuge;
von offenen Erdgeschosshallen und offenen überdeckten Dachterrassen; von ein- und vorspringenden Balkonen; von verglasten Veranden,
Vorbauten, Balkonen und Terrassen, sofern sie weniger als 15 % der
Summe aller anrechenbaren Geschossflächen ausmachen und heiztechnische Installationen fehlen;
f) * gewerbliche Lagerräume in Untergeschossen ohne ständige Arbeitsplätze und ohne Publikumsverkehr.
Die Gemeinden können in ihren Bauordnungen die Nichtanrechenbarkeit
von Flächen gemäss Abs. 2 Bst. b und c hievor einschränken oder aufheben. *
Nutzungsanteile für Wohnen, Gewerbe usw.
Wo Mindestnutzungsanteile gelten, sind sie pro Gebäude als Verhältnis
der zweckbestimmten Geschossflächen zur gesamten anzurechnenden Geschossfläche zu ermitteln. Für diese Berechnung allein sind die Dachgeschossflächen anrechenbar. Wo die Baumassenziffer gilt, sind die Mindestnutzungsanteile nach dem Bauvolumen in Kubikmetern zu bestimmen.
Die Übertragung von Nutzungsanteilen innerhalb eines Quartiers ist zulässig, sofern keine öffentlichen Interessen entgegen stehen. Erfolgt sie unter
Einbezug zweier oder mehrerer Grundstücke, müssen diese Zonen gleicher
Nutzung angehören.
Der Gemeinderat kann bei besonderen Verhältnissen die Mindestnutzungsanteile reduzieren oder auf sie verzichten.
Anzurechnende Landfläche
Die anzurechnende Landfläche ist die vom Baugesuch, auch als Gesuch
für eine Arealbebauungsbewilligung, erfasste, in einer Bauzone gelegene
Nicht anzurechnen sind die Fahrbahnen und unmittelbar anstossenden
Gehwege von öffentlichen Strassen und die Fahrbahnen von Radstrecken,
auch als projektierte Anlagen, für deren Festlegung die Sondernutzungsplanung eingeleitet oder durchgeführt ist.
Benötigt das Gemeinwesen für den Bau oder Ausbau von öffentlichen
Strassen, Radstrecken oder Wegen Land von der dem Baugesuch zugrundeliegenden Fläche, so kann der für diese öffentlichen Anlagen beanspruchte
Teil des Baugrundstücks im Ausmass von max. 25 % der dem Baugesuch
zugrundeliegenden Fläche zur anzurechnenden Landfläche gezählt werden.
Dies gilt auch für zukünftige Baugesuche sowie bei der Übernahme von
Strassen und Wegen durch das Gemeinwesen, sofern eine entsprechende
Vereinbarung zwischen der Bauherrschaft und der Gemeinde vorliegt.
Die Ausnützungsübertragung ist der vertragliche Verzicht einer Eigentümerin/eines Eigentümers auf Ausschöpfung der Ausnützungsziffer zu Gunsten einer Eigentümerin/eines Eigentümers in der Nachbarschaft. Der Vertrag muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
b) die Grundstücke müssen der gleichen Zonenart, jedoch nicht einer
Zone mit dem gleichen Nutzungsmass angehören;
c) die übrigen Bauvorschriften gehen dem Anspruch auf Ausschöpfung
der Ausnützungsziffer vor.
Im Bereich der Grundstücksgrenze liegende Wege, Erschliessungsstrassen
und Fliessgewässer hindern die Ausnützungsübertragung nicht.
Die Baumassenziffer (BZ) bestimmt das Verhältnis des nach neuem Verlauf des Bodens ermittelten oberirdischen Bauvolumens zur anrechenbaren
Landfläche gemäss § 18. Im Einzelnen sind Treppenhäuser und Laubengänge, soweit sie der Erschliessung dienen und nicht Fluchttreppen darstellen,
Teil dieses Volumens, nicht aber die Aussenwände.
Nicht angerechnet werden Räume, die als öffentliche Fahrbahn-, Fusswegund Trottoirflächen benützt werden oder sich im Witterungsbereich unter
vorspringenden, freitragenden Bauteilen befinden.
Paragraf 19 gilt sinngemäss.
Die Freiflächenziffer (FZ) ist das Verhältnis der offenen Flächen für Spielund Ruheplätze, Parks und Gärten zur anrechenbaren Landfläche.
Niveaulinien bestimmen die Höhe der Strassen- oder Wegachse.
Sie sind für die zulässige Erdgeschosskote von Gebäuden massgebend. Bei
Strassen und Wegen mit Gefälle gilt die Höhe der Niveaulinie in der Mitte
der Strassenfassade des Gebäudes. Bei Bauten und Anlagen von über 25 m
Länge gelten je die Höhen der Niveaulinien im ersten und letzten Drittel der
Strassenfassade des Gebäudes. Bei zusammengesetzten Gebäuden ist die
Niveaulinie für jeden Gebäudeteil gesondert zu ermitteln.
Als Mehrfamilienhäuser gelten Gebäude mit drei und mehr Wohneinheiten. Andere Wohngebäude, Reiheneinfamilienhäuser und Terrassenhäuser
gelten nicht als Mehrfamilienhäuser, auch wenn sie mehr als eine Wohneinheit enthalten.
Als Terrassenhäuser gelten am Hang gelegene Gebäude, deren Geschosse
um mindestens 3 m horizontal versetzt sind.
4. Behindertengerechtes Bauen *
Bauliche Anforderungen *
Die Normen über das behindertengerechte Bauen sind wegleitend für die
baulichen Anforderungen an die Bauten und Anlagen. Die Normen sind
verhältnisgerecht anzuwenden. *
5. Bauanzeige; Baubewilligungsverfahren *
Die Bauanzeige muss einen aktuellen Situationsplan mit Darstellung des
vermassten Vorhabens sowie einen Beschrieb in Stichworten enthalten und
ist vom Grundeigentümer bzw. der Grundeigentümerin zu unterzeichnen.
Baugesuch, Unterlagen im Allgemeinen
Das Baugesuch leitet das Baubewilligungsverfahren ein. Die Unterlagen
sind in der Regel in vierfacher Ausfertigung bei der Gemeindeverwaltung
einzureichen. Sie umfassen insbesondere Folgendes: *
a) Das vollständig ausgefüllte Baugesuchsformular, mit Angabe der Koordinaten zur Publikation eines allfälligen Standortes ausserhalb der
b) Sämtliche Pläne und Beilagen gemäss § 27 und Berechnungen von
Nutzungsziffern;
c) Die weiteren Angaben bzw. Formulare namentlich zum Vollzug des
Umweltrechts, des Energierechts und der Brandschutzvorschriften.
Die Baubehörde leitet das Baugesuch an die zuständigen Dienststellen
weiter, soweit sie Entscheide koordinieren muss. *
Baugesuch, Pläne und Beilagen im Besonderen
Dem Baugesuch sind folgende Pläne in der Regel in vierfacher Ausfertigung, gefalzt im Format A4 (210 × 297 mm) beizulegen: *
a) Grundbuchplankopie (wo noch nicht erhältlich, ein Situationsplan) mit
Angaben der Lage und Abstände der Bauten gegenüber Strassen,
Nachbargrundstücken und Gebäuden sowie Baulinien; der strassenmässigen Erschliessung, der Baulinien, der Abwasserbeseitigung;
b) Projektpläne im Massstab von mindestens 1:100, bestehend aus den
Grundrissen aller Geschosse, sämtlichen Fassaden, der Dachaufsicht
bei Flachdachgebäuden, allen zum Verständnis notwendigen Schnitten, den Plänen für die Erschliessung und die Ver- und Entsorgung sowie den zugehörigen Strassenplänen. Bei Grossbauten kann die Baubehörde einen kleineren Massstab bewilligen.
Die Pläne müssen vollständige Angaben enthalten über die Ausmasse, die
wichtigsten Mauerstärken, Boden- und Fensterflächen, die Zweckbestimmung der Räume, den längs der Gebäudeaussenseite bestehenden und projektierten Terrainverlauf samt den wichtigsten Höhenkoten und Fixpunkten,
die Niveaulinien, Abstellplätze für Motorfahrzeuge und Fahrräder sowie die
Gestaltung der Umgebung und der Fussgängerverbindungen. Ferner sind im
Baugesuch die vorgesehenen Materialien und Farben anzugeben, soweit sie
nach aussen in Erscheinung treten. Bei Veränderung bestehender Bauten
sind im Plan alte Bauteile grau, abzubrechende gelb und neue Bauteile rot
Die Pläne sind je von Bauherr, Grundeigentümer und Projektverfasser zu
Vor der Publikation des Baugesuches hat der Gesuchsteller bzw. die Gesuchstellerin bei Gebäuden Profile zu errichten, welche das künftige Volumen, insbesondere die Umrisse und die First- sowie die Gebäudehöhe erkennen lassen und die Erdgeschosskote deutlich sichtbar bezeichnen. Andere Bauten und Anlagen sind je nach Möglichkeit im Gelände abzustecken.
Die Profile dürfen nur mit Zustimmung der Baubehörde beseitigt werden.
Wenn der Entscheid rechtskräftig ist, sind sie binnen Monatsfrist zu entfernen. *
Prüfung durch die Baubehörde *
Die Baubehörde prüft die Gesuchsunterlagen auf ihre Vollständigkeit. *
Sind die Unterlagen vollständig, publiziert sie das Baugesuch umgehend. *
Sie leitet das Baugesuch an die kantonale Koordinationsstelle weiter, soweit ihr Entscheid mit Entscheiden des Bundes oder des Kantons zu koordinieren ist. *
Stellungnahmen von kantonalen Behörden und Fachstellen
Die kantonalen Behörden und Fachstellen prüfen ein Bauvorhaben auf seine Vereinbarkeit mit den öffentlich-rechtlichen Vorschriften, für die sie zuständig sind.
In den Entscheiden und Stellungnahmen zuhanden der kantonalen Koordinationsstelle ist festzuhalten, ob
a) das Bauvorhaben zu bewilligen oder zu verweigern ist;
b) Nebenbestimmungen in den kantonalen Gesamtentscheid aufzunehmen sind;
c) eine Ausnahmebewilligung erteilt werden soll.
Fristen und Fristenunterbruch
Die Fristen für die Behandlung von Baugesuchen beginnen zu laufen,
wenn die Baugesuchsunterlagen vollständig und die Einsprachefrist abgelaufen sind.
Die Zeit für die Ergänzung von Baugesuchsunterlagen und für Fristerstreckungen wird nicht an die Verfahrensdauer angerechnet.
Verfahrensvorschriften bei Einspracheverfahren
Werden gegen ein Baugesuch Einsprachen erhoben, so stellt die Baubehörde die Einsprachen den Gesuchstellenden zu. Ist für das Baugesuch ein
kantonaler Entscheid erforderlich, so sind die Einsprachen auch der kantonalen Koordinationsstelle zuzustellen.
Auf Ersuchen der Gesuchstellenden setzt die Baubehörde diesen eine Frist
für eine Stellungnahme zu den Einsprachen.
Kantonaler Gesamtentscheid
Das Amt für Raumplanung führt die Entscheide und Stellungnahmen von
kantonalen Behörden und Fachstellen zuhanden der gemeindlichen Baubehörde in einem kantonalen Gesamtentscheid zusammen. Widersprechen
sich einzelne kantonale Entscheide, so fällt der Regierungsrat den kantonalen Gesamtentscheid.
Entscheid der Baubehörde
Die Baubehörde prüft das Baugesuch auf die Übereinstimmung mit den
Vorschriften des öffentlichen Rechts. Sie entscheidet nicht über zivilrechtliche Verhältnisse.
Über das Baugesuch und allfällige Einsprachen entscheidet die Baubehörde gleichzeitig. Die Baubewilligung und der Einspracheentscheid sind zusammen mit dem kantonalen Gesamtentscheid allen Verfahrensbeteiligten
gleichzeitig zuzustellen.
Bauanzeigen und Baugesuche für Bauten und Anlagen im Wald sind bei
der Direktion des Innern einzureichen.
Die Vorschriften für das gemeindliche Baubewilligungsverfahren gelten
sinngemäss auch für Bauten und Anlagen im Wald.
Technische Bewilligungen
In der Baubewilligung können technische Bewilligungen wie der Energienachweis oder die Brandschutzbewilligung vorbehalten werden.
Technische Bewilligungen sind ergänzende Konkretisierungen der Baubewilligung, welche Erschliessung, Lage, Dimension und Erscheinung eines
Bauvorhabens nicht verändern.
In der Baubewilligung ist festzulegen, welche technischen Bewilligungen
vor Baubeginn vorliegen müssen.
Die zuständige Baubehörde kann Ausnahmebewilligungen erteilen. Die
Ausnahmebewilligung ist Teil der Baubewilligung. Sie erfolgt dann, wenn
gemeindliche Bauvorschriften im Einzelfall zu einer offensichtlich unzweckmässigen Lösung führen oder eine unbillige Härte bedeuten würden
und nachbarliche Interessen nicht erheblich beeinträchtigt werden.
Von Bauvorschriften, welche die Baudichte (Ausnützungsziffer, Baumassenziffer usw.) bestimmen, gibt es keine Ausnahmen.
Die ordentlichen Baukontrollen sind mit der Baubewilligung im Voraus
für bestimmte Bauabschnitte festzulegen.
6. Landumlegung und Grenzbereinigung *
6.1. Landumlegung *
Einleitung des Landumlegungsverfahrens
Will die zuständige Behörde die Landumlegung einleiten, lässt sie ihren
Entscheid während 30 Tagen auf der betreffenden Gemeindekanzlei auflegen und gewährt den Betroffenen das Einspracherecht. Sie weist im Amtsblatt zweimal auf die Auflage hin.
Wollen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer ein Verfahren einleiten, reichen sie dem Gemeinderat vorbereitende Unterlagen zur Vorprüfung ein. Der Gemeinderat lässt die vorbereitenden Unterlagen für die Beteiligten auf der Gemeindekanzlei zur Einsichtnahme während 30 Tagen
auflegen und lädt die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer zu einer
beschlussfassenden Versammlung mit dem Hinweis darauf ein (Art. 703 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 19071)), dass
a) die Stimmen der an der beschlussfassenden Versammlung nicht erscheinenden, sich der Stimme enthaltenden oder nicht vorschriftsgemäss vertretenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer als zustimmend gezählt werden;
b) für jedes gemeinschaftliche Eigentum nur eine Stimme abgegeben
werden kann; Gesamteigentümerinnen und Gesamteigentümer haben
sich auf eine gemeinsame Stimmabgabe zu einigen, Miteigentümerinnen und Miteigentümer stimmen nach ihren Anteilen;
c) Stellvertretung aufgrund schriftlicher Ermächtigung möglich ist, soweit sie höchstens zwei Stimmen umfasst.
Beschlussfassende Versammlung der Grundeigentümerinnen
An der beschlussfassenden Versammlung führt ein Mitglied des Gemeinderates den Vorsitz. Das Protokoll verfasst eine Urkundsperson.
Soll eine Ausführungskommission das weitere Verfahren durchführen, ist
sie mit drei oder fünf Mitgliedern zu bestellen, von denen die Mehrheit und
namentlich der Präsident bzw. die Präsidentin kein persönliches Interesse an
der Landumlegung haben darf.
Die Wahl der Ausführungskommission erfolgt an der Grundeigentümerversammlung mit einfachem Mehr der Anwesenden.
Die Ausführungskommission stellt die Finanzierung ihrer eigenen Arbeit
und der Landumlegung sicher.
Unterlagen im Landumlegungsverfahren
a) das Verzeichnis aller vom Landumlegungsverfahren erfassten Grundstücke sowie die Liegenschaftsbeschreibung;
b) das Verzeichnis der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer;
c) das Verzeichnis der eingetragenen Dienstbarkeiten, Grundlasten und
Grundpfandrechte sowie der Vormerkungen und Anmerkungen;
d) die Bestimmung der Grundsätze für die Verteilung von übrig bleibenden Flächen;
e) die Bewertung des alten Besitzstandes bzw. die Festsetzung der für
Geldausgleiche und Entschädigungen massgebenden Landpreise.
Die für die Umlegung wesentlichen öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (Zonenpläne, Sondernutzungspläne usw.) sind zu belegen.
Das durchführende Organ erstellt einen Umlegungsplan mit Zuteilungsplan und Darstellung der alten und neuen Grundstücke, Umlegungsverzeichnis unter Berücksichtigung der Verfahrensgrundlagen gemäss § 29,
Plan der Dienstbarkeiten und Angabe der Geldausgleiche und Entschädigungen sowie ihrer Bemessungen.
Zuteilungen von Restflächen sind zulässig, wenn keine übermässige Belastung entsteht.
Dienstbarkeiten, Grundlasten sowie vorgemerkte und angemerkte Rechte
sind zu bereinigen und können aufgehoben, abgeändert, auf die neuen
Grundstücke verlegt oder neu begründet werden. Art. 802 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 19071) bleiben vorbehalten.
Wird ein beschränktes dingliches oder ein vorgemerktes Recht aufgehoben
oder abgeändert, so ist ein Schaden nach den Grundsätzen der formellen
Enteignung zu entschädigen.
Mit schriftlicher Zustimmung der Eigentümerinnen und Eigentümer kann
gemeinschaftliches Eigentum geteilt oder in Form von Miteigentum neu gebildet werden.
Mit der Rechtskraft der Neuzuteilung aufgrund des Umlegungsplans hat
das Durchführungsorgan die Änderungen im Grundbuch zu erwirken und
den Geldausgleich sowie die Entschädigungen auszurichten.
Ergibt die Vermessung flächenmässige Abweichungen vom Umlegungsplan, ist dieser vom Durchführungsorgan ohne weiteres Verfahren zu ersetzen, soweit die Differenzen der üblichen Toleranz entsprechen.
6.2. Grenzbereinigung *
Der von der zuständigen Behörde erstellte Bereinigungsplan enthält:
a) die genaue Aufzeichnung der Grundstücke mit Angabe der bisherigen
und der neuen Grenzen;
b) bei Änderung von Dienstbarkeiten und Grundlasten, Vormerkungen
und Anmerkungen ein Verzeichnis derselben nach altem und neuem
c) die erforderlichen Bewertungen.
Im Übrigen gelten sinngemäss die Bestimmungen über die Landumlegung.
7. Enteignung *
Personen, die Liegenschaften besitzen, haben die vorbereitenden Handlungen, wie Begehungen, Planaufnahmen, Bodenproben, Aussteckungen und
Vermessungen nach vorgängiger Benachrichtigung zu dulden.
Für Schäden hat der Enteigner Ersatz zu leisten.
Einleitung der Enteignung
Um Einleitung der Enteignung und Festsetzung der Entschädigung ist bei
der Schätzungskommission nachzusuchen.
Der Präsident bzw. die Präsidentin der Schätzungskommission lässt die
Werkpläne, Enteignungspläne und Erwerbstabellen (Angaben über die
Grundstücke, die beschränkten dinglichen Rechte, die Nachbarrechte, die
vorgemerkten persönlichen Rechte, usw.) während 30 Tagen bei der zuständigen Gemeindekanzlei öffentlich auflegen. Er bzw. sie kann anordnen,
dass der Enteigner Veränderungen im Gelände markiert und profiliert.
Der Enteigner muss Personen, deren Rechte voraussichtlich in Anspruch
genommen werden, vor Beginn der öffentlichen Auflage benachrichtigen.
Die Präsidentin oder der Präsident der Schätzungskommission kann die öffentliche Auflage durch persönliche, schriftliche Anzeigen ersetzen, wenn
der Kreis der Betroffenen genau bestimmbar ist. *
Eingaben der Betroffenen, namentlich Einsprachen
Innert der Auflagefrist sind bei der Schätzungskommission zuhanden des
Enteigners einzureichen:
a) Einsprachen gegen die Enteignung oder deren Umfang sowie Begehren um Planänderung;
Enteignete Personen können nachträgliche Forderungen und Begehren bei
der Schätzungskommission geltend machen, wenn
a) ihnen der Bestand eines beanspruchten Rechtes erst nach der Auflagefrist zur Kenntnis gelangt oder ihnen die Geltendmachung ihrer Ansprüche wegen unverschuldeter Hindernisse unmöglich gewesen ist;
b) der Enteigner ein Recht in Anspruch nimmt, das in den Unterlagen
nicht als Gegenstand der Enteignung aufgeführt war;
c) ein Schaden erst während oder nach Erstellung des Werkes oder als
Folge seines Gebrauches erkennbar wird.
Nachträgliche Forderungen und Begehren sind innerhalb von sechs Monaten geltend zu machen, seit die enteignete Person vom Bestand oder von der
Inanspruchnahme oder der Schädigung des Rechtes Kenntnis erhalten hat.
Sie erlöschen jedenfalls zehn Jahre nach Vollendung des Werkes.
Verteilung der Entschädigung
Mit Zustimmung der betroffenen Berechtigten aus beschränkten dinglichen sowie vorgemerkten persönlichen Rechten ist die Entschädigung für
das enteignete Recht und für den Minderwert des verbleibenden Teils den
Eigentümerinnen bzw. Eigentümern zu leisten.
Entschädigungen für sonstige, den Eigentümerinnen bzw. Eigentümern
verursachten Nachteile sowie Entschädigungen an Mieterinnen und Mieter,
Pächterinnen und Pächter sind ohne weiteres an die Berechtigten auszuzahlen.
Zur Auszahlung von Entschädigungen für enteignete Dienstbarkeiten an
die Berechtigten ist die Zustimmung der Grundpfand- und Grundlastberechtigten erforderlich.
Verteilungsplan für die Entschädigung
Können sich die Parteien über die Auszahlung der Entschädigung nicht einigen, entwirft die Schätzungskommission unter Beizug des Grundbuchund Vermessungsamtes einen Verteilungsplan. Die Vorschriften über den
Verteilungsplan bei der Zwangsverwertung von Grundstücken sind sinngemäss anzuwenden. *
Die Schätzungskommission legt den Verteilungsplan während 30 Tagen
unter Anzeige an die Beteiligten auf. Diese können während der Auflagefrist Einsprache erheben.
Die Schätzungskommission entscheidet über die Einsprachen und den
Auszahlung von Enteignungsentschädigungen an Gläubiger
Die Auszahlung an Grundpfand-, Grundlast- und Nutzniessungsberechtigte setzt voraus, dass sie die Forderungsurkunden der Schätzungskommission
eingereicht haben. Auf nicht eingereichte Titel entfallende Beträge werden,
unter Anzeige an die Berechtigten, bei der Zuger Kantonalbank in Zug hinterlegt.
Werden Grundpfandverschreibungen und Schuldbriefe vollständig gelöscht, lässt die Schätzungskommission durch das Grundbuch- und Vermessungsamt bei der Verteilung allen Pfandgläubigern für den ungedeckt bleibenden Betrag ihrer Forderungen einen Pfandausfallschein ausstellen. *
Grundbuch- und Titelbereinigung
Nach der Verteilung nimmt das Grundbuch- und Vermessungsamt die notwendigen Änderungen und Löschungen im Grundbuch sowie die Berichtigung oder Entkräftung der Pfandtitel vor. *
Ist ein Pfandtitel nicht eingereicht worden, so erfolgen die erforderlichen
Löschungen oder Abänderungen im Grundbuch trotzdem. Diese sind durch
einmalige Publikation im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen und den
Gläubigern, sofern Name und Wohnort bekannt sind, durch eingeschriebenen Brief zur Kenntnis zu bringen, mit der Anzeige, dass die Veräusserung
oder Verpfändung des Pfandtitels ohne Berücksichtigung der erfolgten Löschung oder Abänderung strafbar wäre.
8. Schluss- und Übergangsbestimmungen *
Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über die
Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB)
Der Regierungsrat erklärt den Beitritt des Kantons Zug zur IVHB per
Nach bisherigem Recht werden Baugesuche beurteilt, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens der geänderten Verordnung zum PBG hängig sind, es sei
denn, für die Gesuchstellenden sei eine Beurteilung nach neuem Recht
Die Regelung gemäss Abs. 1 gilt sinngemäss auch für Sondernutzungspläne, welche bereits öffentlich aufgelegt wurden sowie für Rechtsmittelverfahren, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der geänderten Verordnung zum
PBG hängig sind.
Die Vollziehungsverordnung zum Baugesetz vom 29. März 19881) wird
Der Regierungsratsbeschluss über die Planung und den Bau von Einkaufszentren vom 26. Februar 19742) wird aufgehoben.
GS 23, 101
GS 20, 373
§ 4b Abs. 1, b)
Titel 3.2.
§ 8 Abs. 2, a)
§ 8 Abs. 2, b)
totalrevidiert
GS 28, 95
GS 28, 771
GS 31, 539
§ 16 Abs. 1, a)
§ 16 Abs. 1, b)
§ 16 Abs. 1, c)
§ 16 Abs. 2, a)
§ 16 Abs. 2, e)
§ 16 Abs. 2, f)
Titel 6.1.
Titel 6.2.
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