Source: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccatheduc/documents/rc_con_ccatheduc_doc_20110128_dec-rif-filosofia_ge.html
Timestamp: 2015-11-25 02:29:11
Document Index: 158627709

Matched Legal Cases: ['Art. 72', 'Art. 81', 'Art. 83', 'Art. 32', 'Art. 51', 'Art. 60', 'Art. 52', 'Art. 17', 'Art. 59', 'Art. 72', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 60', 'Art. 45', 'Art. 17', 'Art. 62', 'Art. 81', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 72', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 51', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 93', 'Art. 81', 'Art. 41', 'Art. 81', 'Art. 59']

Dekret zur Reform der kirchlichen Studien der Philosophie, KONGREGATION F�R DAS KATHOLISCHE BILDUNGSWESEN
Dekret zur Reform der kirchlichen Studien der Philosophie
1. Die Kirche verfolgt in ihrer Arbeit f�r die Evangelisierung der Welt mit Aufmerksamkeit und Unterscheidungsverm�gen den schnellen kulturellen Wandel, der im Gange ist und der die Kirche selbst und die ganze Gesellschaft beeinflusst. Unter diesen Ver�nderungen der vorherrschenden Kultur sind einige, besonders grundlegende, die die Konzeption der Wahrheit betreffen. Sehr oft n�mlich stellt man gegen�ber der F�higkeit der menschlichen Intelligenz, zu einer objektiven und universalen Wahrheit zu gelangen, an der sich Menschen in ihrem Leben zu orientieren verm�gen, Misstrauen fest. Dar�ber hinaus stellen die Auswirkungen der Humanwissenschaften und die Folgen aus wissenschaftlicher und technischer Entwicklung die Kirche vor neue Herausforderungen.
2. Mit der Enzyklika Fides et ratio wollte Papst Johannes Paul II. die Notwendigkeit der Philosophie, um mit ihr in der Erkenntnis der Wahrheit voranzukommen und die irdische Existenz fortlaufend menschlicher zu gestalten, bekr�ftigen, da die Philosophie �unmittelbar dazu beitr�gt, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen und die Antwort darauf zu entwerfen�[1]. Diese Frage entspringt sowohl dem Staunen, das der Mensch angesichts des Menschen und des Kosmos erf�hrt, als auch den schmerzlichen und tragischen Erfahrungen, die sein Leben bedr�ngen. Das philosophische Wissen �stellt sich daher als eine der vornehmsten Aufgaben der Menschheit dar�[2].
II. Die �urspr�ngliche Berufung� der Philosophie
3. Die philosophischen Str�mungen haben sich im Laufe der Geschichte vervielf�ltigt und zeigen damit den Reichtum des konsequenten und von der Weisheit geleiteten Suchens nach der Wahrheit. Hat die antike Weisheit das Sein unter dem Blickwinkel des Kosmos betrachtet, so hat das patristische und mittelalterliche Denken die Erkenntnis, im Kosmos die freie Sch�pfung eines wahren und guten Gottes (vgl. Weis 13,1-9; Apg 17,24-28) zu sehen, vertieft und gereinigt. Die modernen Philosophien haben besonders die Freiheit des Menschen, die Spontaneit�t der Vernunft und ihre F�higkeit, das Universum zu messen und zu beherrschen, gesch�tzt. Gegenw�rtig konzentriert eine bestimmte Anzahl von zeitgen�ssischen Richtungen, die sehr sensibel f�r die Verletzlichkeit unseres Wissens und unserer Humanit�t sind, ihre Reflexion auf die Vermittlung von Sprache[3] und Kultur. Wie sollte man schlie�lich nicht, jenseits des abendl�ndischen Denkens, auch an die vielen und zum Teil bemerkenswerten Ans�tze erinnern, die �ber das Verst�ndnis des Menschen, der Welt und des Absoluten in den verschiedenen Kulturen � wie z. B. in den asiatischen oder afrikanischen � angestellt werden? Diese vielf�ltige Erforschung des Denkens und des Redens darf jedoch nie ihre Verwurzelung im Sein vergessen. Die metaphysische Komponente ist der unumg�ngliche Weg, �um die Krisensituation, die heutzutage gro�e Teile der Philosophie durchzieht, zu �berwinden und auf diese Weise manche in unserer Gesellschaft verbreiteten abwegigen Verhaltensweisen zu korrigieren�[4]. Unter dieser Perspektive sind die Philosophen dazu eingeladen, mit Nachdruck die �urspr�ngliche Berufung� der Philosophie[5] wieder zu gewinnen: die Suche nach dem Wahren und seiner weisheitlichen und metaphysischen Dimension.
4. Die Weisheit betrachtet die ersten und fundamentalen Prinzipien der Wirklichkeit und sucht nach dem letzten und umfassenden Sinn der Existenz. So erm�glicht sie �die entscheidende kritische Instanz [zu] sein, die die verschiedenen Seiten des wissenschaftlichen Wissens auf ihre Zuverl�ssigkeit und ihre Grenzen hinweist�, und sie steht daf�r bereit �sich auch als letzte Instanz f�r die Einigung von menschlichem Wissen und Handeln [zu] erweisen, indem sie diese dazu veranl��t, ein endg�ltiges Ziel und einen letzten Sinn anzustreben�[6]. Der weisheitliche Charakter der Philosophie impliziert ihre �wahrhaft metaphysische(r) Tragweite�, die �imstande sein [mu�], das empirisch Gegebene zu transzendieren, um bei ihrer Suche nach der Wahrheit zu etwas Absolutem, Letztem und Grundlegendem zu gelangen�[7], wenn auch in einem schrittweisen Erkennen im Laufe der Geschichte. Die Philosophie oder Metaphysik handelt in der Tat zuerst vom Seienden und seinen Merkmalen und in dieser Weise erhebt sie sich zur Erkenntnis der spirituellen Wirklichkeit, indem sie nach der Ersten Ursache f�r alles sucht[8]. Dieses Unterstreichen des weisheitlichen und metaphysischen Charakters sollte jedoch nicht als eine ausschlie�liche Ausrichtung auf die Philosophie des Seins gelten, denn alle verschiedenen Bereiche der Philosophie sind wichtig f�r die Erkenntnis der Wirklichkeit. Genauer gesagt, das eigene Studiengebiet und die spezifische Methode einer jeden Philosophie werden um der Angleichung an die Wirklichkeit und der Vielfalt der Weisen menschlicher Erkenntnis wegen respektiert.
5.�Da die Bruchst�ckhaftigkeit des Wissens eine fragmentarische Ann�herung an die Wahrheit mit der sich daraus ergebenden Sinnzersplitterung mit sich bringt, verhindert sie die innere Einheit des heutigen Menschen�. Angesichts dieser Aufspaltung des Wissens hallen die Worte Johannes Pauls II. laut wider: �Ich greife deshalb auf, was die P�pste seit Generationen unaufh�rlich lehren und was auch das II. Vatikanische Konzil bekr�ftigt hat, und m�chte mit aller Deutlichkeit der �berzeugung Ausdruck geben, da� der Mensch imstande ist, zu einer einheitlichen und organischen Wissensschau zu gelangen. Das ist eine der Aufgaben, deren sich das christliche Denken im Laufe des n�chsten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung wird annehmen m�ssen�[9].
6. Aus christlicher Sicht kann die Wahrheit nicht von der Liebe getrennt sein. Einerseits sind die Verteidigung und die Sorge um die Wahrheit eine wesentliche Form von Liebe: �Die Wahrheit zu verteidigen, sie dem�tig und �berzeugt vorzubringen und sie im Leben zu bezeugen, sind daher anspruchsvolle und unersetzliche Formen der Liebe�[10]. Andererseits erm�glicht allein die Wahrheit wahre Liebe: �Die Wahrheit ist ein Licht, das der Liebe Sinn und Wert verleiht�[11]. Schlie�lich sind die Wahrheit und das Gute aufs engste miteinander verbunden: �Aber Wahrheit meint mehr als Wissen: Die Erkenntnis der Wahrheit zielt auf die Erkenntnis des Guten. Das ist auch der Sinn des sokratischen Fragens: Was ist das Gute, das uns wahr macht? Die Wahrheit macht uns gut, und das Gute ist wahr�[12]. Durch das Angebot einer organischen Vision von Wissen, das nicht von der Liebe getrennt ist, kann die Kirche ihren spezifischen Beitrag leisten, und sie ist dadurch auch in der Lage, kulturelle und soziale Projekte wirksam zu gestalten[13].
7. Daher ist die Philosophie, die man im Inneren der Universitas pflegt, zuerst dazu berufen, die Herausforderung anzunehmen, Vern�nftigkeit in einem sehr weiten Horizont zu �ben, zu entwickeln und zu verteidigen, damit �es auch wieder m�glich [wird], den Horizont unserer Rationalit�t zu erweitern, [�] Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften miteinander zu verbinden, mit vollem Respekt gegen�ber [�] ihrer Unabh�ngigkeit voneinander, aber auch im Bewu�tsein der inneren Einheit, die sie zusammenh�lt�[14]. Auf institutioneller Ebene ist es �die gro�e Aufgabe der Universit�t�, �diesen gro�en Logos� und �diese Weite der Vernunft� wieder zu finden[15].
8. Die Kirche hegte stets gro�e Aufmerksamkeit f�r die Philosophie. In der Tat ist die Vernunft, mit der jeder Mensch von der Sch�pfung her ausgestattet ist, einer der beiden Fl�gel, mit denen sich der Mensch zur Schau der Wahrheit erhebt. Die philosophische Weisheit ist der Gipfel, den die Vernunft zu erklimmen vermag[16]. In einer Welt, die so reich an wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen ist, die aber zugleich durch Relativismus bedroht wird, f�hrt allein der �Weisheitshorizont�[17] zu einer Gesamtschau und zum Vertrauen in die F�higkeit der Vernunft, der Wahrheit zu dienen. Genau deswegen ermutigt die Kirche mit Nachdruck zu einer philosophischen Ausbildung einer auf den Glauben hin offenen Vernunft, ohne Vermischung und ohne Trennung[18].
9. Die Philosophie ist f�r die theologische Ausbildung �berdies unverzichtbar. In der Tat �hat die Theologie immer den philosophischen Beitrag gebraucht. Sie braucht ihn auch weiterhin�[19]. Indem die Philosophie zur Vertiefung des offenbarten Wortes Gottes mit seinem Charakter als transzendente und universale Wahrheit beitr�gt, verhindert sie, auf dem Niveau der religi�sen Erfahrung zu verharren. Zurecht wurde beobachtet: �Die Krise der nachkonziliaren Theologie ist in weitem Ma�e eine Krise ihrer philosophischen Fundamente [�]. Wenn aber die philosophischen Grundlagen nicht gekl�rt werden, dann verliert die Theologie den Boden unter den F��en. Denn dann ist nicht mehr klar, bis zu welchem Punkt der Mensch wahrhaft die Realit�t erkennen kann und auf welchen Grundlagen er denken und sprechen kann�[20].
10. Schlie�lich stellt die philosophische Vorbereitung vor allem ein �wesentliches Element der intellektuellen Ausbildung� f�r die zuk�nftigen Priester dar: �Nur eine gesunde Philosophie kann den Priesterkandidaten helfen, ein reflektiertes Bewusstsein von der Grundbeziehung zu entwickeln, die zwischen dem menschlichen Geist und jener Wahrheit besteht, die sich uns in Jesus Christus voll enth�llt�[21]. Daher gilt, dass �das Studium der Philosophie ein grundlegendes und untilgbares Wesensmerkmal im Aufbau des Theologiestudiums und in der Ausbildung der Priesteramtskandidaten darstellt. Es ist kein Zufall, da� dem Curriculum der Theologie eine Periode vorausgeht, in der eine besondere Besch�ftigung mit dem Studium der Philosophie vorgesehen ist�[22].
11. Eine angemessene philosophische Ausbildung im Raum der kirchlichen akademischen Einrichtungen muss sowohl die intellektuellen �Habitus� als auch die Inhalte umfassen.
Durch den Erwerb der intellektuellen, wissenschaftlichen und weisheitlichen �Habitus� lernt die Vernunft, �ber die empirischen Daten hinaus zu erkennen. Gerade die intellektuelle Debatte in einer pluralistischen Gesellschaft, heftig bedroht vom Relativismus und den Ideologien, oder in Gesellschaften ohne echte Freiheit, fordert von den Studenten der kirchlichen Fakult�ten die Aneignung einer soliden philosophischen forma mentis. Diese �Habitus� erlauben, stringent zu denken, zu erkennen und zu begr�nden und auch auf wirksame Weise und ohne Angst mit jedermann in einen Dialog einzutreten.
Die Dimension der �Habitus� ist jedoch mit der Annahme von sicher erworbenen Inhalten verkn�pft. Das hei�t, dass sie der Erkenntnis und der Vertiefung der wichtigsten Wahrheiten entspringen, die durch philosophische �berlegungen erworben wurden, manchmal auch unter dem Einfluss der g�ttlichen Offenbarung. Um zur genauen und koh�renten Erkenntnis vom Menschen, der Welt und von Gott zu gelangen[23], bedarf eine derartige Dimension der Lehre einer Philosophie, die sich sowohl auf das �immer g�ltige philosophische Erbe� st�tzt, das sich im Laufe der Geschichte entwickelt hat, als auch gleichzeitig offen daf�r ist, die Beitr�ge die die philosophischen Forschungen erbracht haben und weiterhin erbringen, aufzunehmen[24]. Unter diesen fundamentalen Wahrheiten haben einige zentrale und besonders aktuelle Bedeutung: Die F�higkeit, zu einer objektiven und universalen Wahrheit und zu einer g�ltigen metaphysischen Erkenntnis zu gelangen[25]; die Leib-Seele-Einheit des Menschen[26]; die W�rde der menschlichen Person[27]; die Beziehungen zwischen Natur und Freiheit[28]; die Bedeutung des Naturgesetzes und der �Quellen der Moralit�t�[29], insbesondere des Objekts des sittlichen Aktes[30]; die notwendige �bereinstimmung von staatlichem und sittlichem Gesetz[31].
12. Sowohl f�r den Erwerb der intellektuellen �Habitus� als auch f�r die ausgereifte Aufnahme des philosophischen Erbes geb�hrt der Philosophie des heiligen Thomas von Aquin eine herausragende Stellung, verstand er es doch, �den Glauben in positive Beziehung [�] zu der Form der vernunftgem��en Argumentation, die zu seiner Zeit herrschte�[32], zu stellen. Deshalb wird er noch immer �Apostel der Wahrheit�[33] genannt. �Weil er die Wahrheit vorbehaltlos anstrebte, konnte er in seinem Realismus deren Objektivit�t anerkennen. Seine Philosophie ist wahrhaftig die Philosophie des Seins und nicht des blo�en Scheins�[34]. Der Vorzug, den die Kirche seiner Methode und seiner Lehre einr�umt, ist nicht ausschlie�lich, sondern �exemplarisch�[35].
V. Die gegenw�rtige Reform des Philosophiestudiums
13. Die Kongregation f�r das Katholische Bildungswesen h�lt es in Wahrnehmung ihres Auftrags, die Leitlinien der Kirche hinsichtlich einer gr��eren Wirkung in der Evangelisierung immer besser zu gestalten, f�r n�tig, einige Punkte der Apostolischen Konstitution Sapientia christiana und der Ausf�hrungsbestimmungen dieser Kongregation zu �berarbeiten[36]. Die vorliegende Reform des kirchlichen Philosophiestudiums will den kirchlichen Hochschuleinrichtungen helfen, einen angemessenen Beitrag zum kirchlichen und kulturellen Leben in unserer Zeit zu leisten.
14. Es ist angebracht, eine klare Unterscheidung zwischen Studien an kirchlichen Fakult�ten f�r Philosophie und dem philosophischen Kurs, der integraler Bestandteil der Studien an einer Theologischen Fakult�t oder in einem Priesterseminar ist, zu treffen. Sollten sich in einer Institution nebeneinander sowohl eine kirchliche Fakult�t f�r Philosophie als auch eine Fakult�t f�r Theologie befinden, ist die entscheidende Instanz, die das Studienprogramm festlegt, wenn die Kurse f�r Philosophie als Teil des ersten Zyklus, also in den ersten f�nf Jahren der Theologie � gem�� ihres spezifischen Wesens und der geltenden Regeln � in der philosophischen Fakult�t absolviert werden, der Dekan der Theologischen Fakult�t. Dabei sind das geltende Recht zu beachten und die enge Kooperation mit der Philosophischen Fakult�t zu w�rdigen.
Dieser philosophische Kurs, der auf die theologische Ausbildung hin ausgerichtet und entsprechend diesem Ziel strukturiert ist, erlaubt es nicht, einen akademischen Grad in Philosophie mit kanonischer Geltung zu erlangen. Er wird mit einem Zertifikat �ber die philosophischen Studienanteile unter Vorbehalt eines akademischen Titels abgeschlossen. Das Zertifikat dient lediglich dazu, die im Rahmen der philosophischen Ausbildung besuchten Kurse und erreichten Kreditpunkte � entsprechend dem neuen Regelwerk � zu bescheinigen.
a) Die kirchliche Philosophische Fakult�t
Die Apostolische Konstitution Sapientia christiana von 1979 stellte die drei Studienabschnitte in der Fakult�t f�r Philosophie[37] wieder her und legte dabei die Dauer des ersten Zyklus auf zwei Jahre fest[38]. Die Erfahrung von mehr als 30 Jahren hat schrittweise zur Erkenntnis gef�hrt, dass drei Ausbildungsjahre n�tig sind, um die in der erw�hnten Apostolischen Konstitution vorgegebenen Ziele f�r die Philosophie besser zu erreichen, insbesondere damit der Student �zu einem soliden und einheitlichen Gesamtbild�[39] kommt. Faktisch hat schon eine ganze Anzahl von Fakult�ten und Institutionen die Initiative ergriffen, eine Ausbildung anzubieten, die nach drei Jahren mit dem kanonischen Bakkalaureat in Philosophie abschlie�t. In diesem Bereich wird erwartet, dass alle kirchlichen Fakult�ten f�r Philosophie an der Entwicklung der �blichen Praxis im universit�ren Umfeld teilnehmen, auch hinsichtlich der erforderlichen Zeiten f�r akademische Grade, so dass ein dreij�hriges Philosophiestudium die conditio sine qua non zur Erlangung eines akademisch anerkannten ersten Titels des Philosophiestudiums darstellt.
Der zweite Studienzyklus umfasst weiterhin eine zweij�hrige Spezialisierung, nach der das Lizentiat verliehen wird. Der dritte Zyklus f�r das wissenschaftliche Doktorat dauert mindestens drei Jahre. Diese Stufe ist grunds�tzlich f�r diejenigen vorgesehen, die sich auf eine Lehrt�tigkeit auf Hochschulniveau vorbereiten, zu der die Forschung ein wesentliches Element darstellt, auch um f�r die Lehre eine solide Grundlage zu bieten.
b) Die philosophische Ausbildung in einer Theologischen Fakult�t oder in einem Priesterseminar
Die Dauer der philosophischen Ausbildung als integraler Bestandteil der theologischen Studien in den Theologischen Fakult�ten oder in den Priesterseminarien wird pr�zisiert. Ohne die eigene Unabh�ngigkeit zu verlieren, erlaubt diese in das theologische Wissen einbezogene philosophische Ausbildung[40], dass sich der Student, der die richtige Methodologie und philosophische oder theologische Hermeneutik anwendet, angemessen den eigentlich theologischen Studien widmen kann und zu seiner eigenen Synthese am Ende der philosophisch-theologischen Studien findet.
Eine ausufernde Vermischung der philosophischen und theologischen oder auch anderer F�cher hat bei den Studenten eine mangelnde Ausbildung der jeweiligen intellektuellen �Habitus� und ein Durcheinander der Methodologien der verschiedenen Disziplinen und ihres spezifischen epistemologischen Status zur Folge. Um die wachsende Gefahr eines Fideismus zu bannen und sowohl eine Instrumentalisierung als auch eine Fragmentierung der Philosophie zu vermeiden, ist es zu bevorzugen, die philosophischen Kurse in den ersten beiden Jahren der philosophisch-theologischen Ausbildung zu konzentrieren. Diese Philosophiestudien, die im Hinblick auf das Theologiestudium absolviert werden, sollten im Laufe der ersten beiden Jahre mit den Einf�hrungskursen in die Theologie verbunden werden.
Alles, was die Dauer, die Zahl der Kreditpunkte und den Inhalt des Philosophiestudiums betrifft, ist auch in den L�ndern, wo das Studium der Philosophie in das Programm zur Erlangung des Bakkalaureats an einer katholischen Hochschule au�erhalb einer kirchlichen Fakult�t integriert ist, anzuwenden.
Die hohe Verantwortung der Gew�hrleistung einer philosophischen Ausbildung f�r die Studenten erfordert es, auf Dozenten z�hlen zu k�nnen, die akademische Grade in den kirchlichen Institutionen (kirchliche Fakult�ten f�r Philosophie, f�r Theologie und affiliierte oder aggregierte Institute) erworben haben, mit einer geeigneten wissenschaftlichen Vorbereitung ausgestattet und dazu bef�higt sind, in aktueller Form das fruchtbare Erbe der christlichen Tradition darzulegen[41].
16. Diesen unterschiedlichen Feststellungen Rechnung tragend werden die Artikel der Apostolischen Konstitution Sapientia christiana und der entsprechenden Ordinationes der Kongregation f�r das Katholische Bildungswesen aktualisiert. Und zwar betreffend
- den Inhalt der Studien des ersten Zyklus einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie;
- den cursus studiorum der Philosophie, der integraler Bestandteil des ersten Zyklus einer Theologischen Fakult�t oder eines Priesterseminars oder innerhalb einer universit�ren Ausbildung ist (vgl. oben 15b);
- die Festlegung einiger Normen hinsichtlich des Lehrk�rpers;
Die Teile derApostolischen Konstitution Sapientia christiana, die unver�ndert bleiben, sind kursiv wiedergegeben.
Art. 72. a) [Der Studiengang der Theologischen Fakult�t]
Der Studiengang der Theologischen Fakult�t umfasst:
a) den ersten Zyklus oder den Grundausbildungskurs, der sich �ber f�nf Jahre oder zehn Semester erstreckt oder nur �ber drei Jahre, wenn zuvor ein zweij�hriges Philosophiestudium verlangt wird.
Die ersten beiden Jahre sollen mehrheitlich einer soliden philosophischen Grundlage gewidmet werden, da diese f�r ein angemessenes Angehen des Theologiestudiums notwendig ist. Das Bakkalaureat, das in einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie erlangt wurde, ersetzt die Kurse der Philosophie eines ersten Zyklus an einer Theologischen Fakult�t. Das Bakkalaureat in Philosophie, das an einer nicht kirchlichen Fakult�t erlangt wurde, ist kein hinreichender Grund f�r die vollst�ndige Dispens eines Studenten von philosophischen Kursen des ersten Zyklus an einer Theologischen Fakult�t.
Die theologischen Disziplinen [m�ssen] in der Weise gelehrt werden, da� eine organische Darlegung der gesamten katholischen Lehre geboten wird, mit gleichzeitiger Einf�hrung in die Methode wissenschaftlicher Forschung.
Der Zyklus schlie�t mit dem akademischen Grad des Bakkalaureates oder einem anderen entsprechenden Grad ab, wie es in den Statuten der Fakult�t festgesetzt ist;
Art. 81 [Studiengang in einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie]
Der Studiengang in der Philosophischen Fakult�t umfa�t:
a) den ersten Zyklus oder den Grundausbildungskurs, w�hrend dessen durch drei Jahre oder sechs Semester eine organische Darstellung der verschiedenen Bereiche der Philosophie geboten wird, die von der Welt, vom Menschen und von Gott wie auch von der Philosophiegeschichte handeln; zugleich soll eine Einf�hrung in die Methode wissenschaftlicher Forschung erfolgen;
b) den zweiten Zyklus, eine beginnende Spezialisierung, w�hrend dessen man sich f�r zwei Jahre oder vier Semester durch spezielle Disziplinen und Seminare auf irgendeinem Gebiet der Philosophie um eine vertiefte philosophische Reflexion bem�ht;
c) den dritten Zyklus, in dem f�r eine Periode von mindestens drei Jahren die philosophische Ausbildung vervollkommnet wird, insbesondere durch die Ausarbeitung der Dissertation.
Art. 83 [F�r Studenten erforderliche Diplome]
Um sich in die Philosophische Fakult�t f�r den ersten Zyklus einschreiben zu k�nnen, ist erforderlich, die im Art. 32 dieser Konstitution vorgeschriebenen Studien abgeschlossen zu haben.
Jedem Studenten, der erfolgreich die vorgeschriebenen Kurse in Philosophie im ersten Zyklus einer Theologischen Fakult�t abgeschlossen hat und danach die philosophischen Studien fortf�hren will, um ein Bakkalaureat einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie zu erwerben, sind die von ihm w�hrend des erw�hnten Studiums besuchten Kurse anzurechnen.
VERORDNUNGEN [Ordinationes]
Art. 51, 1� a) [Studiengang der Philosophie in der Theologischen Fakult�t]
a) - Die f�r das Studium der Theologie erforderlichen philosophischen F�cher, also vor allem die systematische Philosophie in ihren wichtigsten Teilen und die Philosophiegeschichte (antike, mittelalterliche, moderne, zeitgen�ssische). Die systematische Lehre soll, �ber eine allgemeine Einleitung hinaus, die grundlegenden Teile der Philosophie beinhalten: 1) Metaphysik (verstanden als Philosophie des Seins und der Theologia naturalis), 2) Naturphilosophie, 3) philosophische Anthropologie, 4) philosophische Ethik und politische Philosophie, 5) Logik und Erkenntnislehre.
- Ohne die Humanwissenschaften sollen die streng philosophischen Disziplinen (vgl. SapChrOrd Art. 60, 1� a), wenigstens 60 % der Kreditpunkte in den ersten beiden Jahren ausmachen. In jedem einzelnen Jahr sollte eine angemessene Zahl von Kreditpunkten f�r ein volles universit�res Studienjahr vorgesehen werden.
- Es ist sehr zu bevorzugen, die Kurse in Philosophie in den ersten beiden Jahren der philosophisch-theologischen Ausbildung zusammen zu fassen. Diese Philosophiestudien, die im Hinblick auf das Theologiestudium absolviert werden, sollten im Laufe der ersten beiden Jahre mit den Einf�hrungskursen in die Theologie verbunden werden.
In den f�nf grundlegenden Studienjahren des ersten Zyklus ist gewissenhaft daf�r Sorge zu tragen, da� alle F�cher systematisch, ausf�hrlich und mit eigener Methode unterrichtet werden, damit sie auf harmonische und wirksame Weise zu einer soliden, organischen und vollst�ndigen theologischen Bildung der Studenten beitragen und diese somit bef�higen, sowohl ihr Studium im zweiten Zyklus fortzusetzen als auch die ihnen �bertragenen kirchlichen Aufgaben gut zu erf�llen.
Art. 52 bis[Qualifikation der Professoren f�r Philosophie in der Theologischen Fakult�t]
Die Zahl der Philosophie lehrenden Professoren soll mindestens drei betragen, die auch mit den erforderlichen philosophischen Titeln ausgestattet sind (vgl.
SapChrOrd Art. 17 und 61 b). Sie sollen fest angestellt sein, das hei�t sich in Vollzeit der Lehrt�tigkeit in Philosophie und der Forschung auf diesem Gebiet widmen.
Art. 59 [Zweck der kirchlichen Fakult�ten f�r Philosophie]
� 1. Forschung und Lehre der Philosophie an einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie m�ssen sich auf das �immer g�ltige philosophische Erbe�[42] st�tzen, wie es sich im Laufe der Geschichte, insbesondere im Werk des heiligen Thomas von Aquin entwickelt hat. Gleichzeitig soll die an einer kirchlichen Fakult�t gelehrte Philosophie offen sein f�r die Ergebnisse, die neuere Forschungen erbracht haben und weiterhin erbringen. Es ist dabei wichtig, die weisheitliche und metaphysische Dimension der Philosophie zu betonen.
� 2. Im ersten Zyklus soll die Philosophie so gelehrt werden, da� die Studenten im Lauf des grundlegenden Studienzyklus zu einem soliden und einheitlichen Gesamtbild des Lehrgeb�udes gelangen, die verschiedenen philosophischen Systeme pr�fen und beurteilen lernen und sich allm�hlich daran gew�hnen, selbst philosophisch zu denken. Wenn die Studenten des ersten Zyklus der theologischen Studien die Kurse im ersten Zyklus einer Philosophischen Fakult�t besuchen, soll darauf geachtet werden, dass die Besonderheit von Inhalt und Zweck eines jeden Ausbildungskurses gewahrt wird. Am Ende der philosophischen Ausbildung wird kein akademischer Titel in Philosophie verliehen (vgl. SapChr Art. 72, a). Die Studenten k�nnen jedoch eine Bescheinigung �ber die besuchten Kurse und die erreichten Kreditpunkte erbitten.
� 3. Die im ersten Zyklus erhaltene Ausbildung kann im folgenden Zyklus der beginnenden Spezialisierung durch eine gr��ere Konzentration auf einen Teil der Philosophie und einen gr��eren Einsatz des Studenten im philosophischen Denken vervollst�ndigt werden.
� 4. Es ist angebracht, eine klare Unterscheidung zwischen Studien an kirchlichen Fakult�ten f�r Philosophie und dem philosophischen Kurs, der integraler Bestandteil der Studien an einer Theologischen Fakult�t oder in einem Priesterseminar ist, zu treffen. Sollten sich in einer Institution nebeneinander sowohl eine kirchliche Fakult�t f�r Philosophie als auch eine Fakult�t f�r Theologie befinden, ist die entscheidende Instanz, die das Studienprogramm festlegt, wenn die Kurse f�r Philosophie als Teil des ersten Zyklus, also in den ersten f�nf Jahren der Theologie in der Philosophischen Fakult�t absolviert werden, der Dekan der Theologischen Fakult�t. Dabei sind das geltende Recht zu beachten und die enge Kooperation mit der Philosophischen Fakult�t zu w�rdigen.
Art. 60 [Studiengang der kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie]
Die Pflichtf�cher der verschiedenen Zyklen sind:
a) die grundlegenden Pflichtf�cher:
- Eine generelle Einf�hrung, die insbesondere darauf bedacht ist, die weisheitliche Dimension der Philosophie zu zeigen.
- Die philosophischen Hauptf�cher: 1) Metaphysik (verstanden als Philosophie des Seins und der Theologia naturalis), 2) Naturphilosophie, 3) philosophische Anthropologie, 4) philosophische Ethik und politische Philosophie, 5) Logik und Erkenntnislehre. Eine besondere Bedeutung gilt der Metaphysik. Diesem Umstand sollte eine ausreichende Zahl an Kreditpunkten entsprechen.
- Die Philosophiegeschichte: antike, mittelalterliche, moderne und zeitgen�ssische. Das aufmerksame Studium der j�ngeren philosophischen Richtungen mit gr��erem Einfluss, sollte wenn m�glich von der Lekt�re der Texte der bedeutenderen Autoren begleitet sein. Je nach Erfordernis sollte ein Studium der einheimischen Philosophien hinzugef�gt werden.
Die grundlegenden Pflichtf�cher sollten wenigstens 60 % und nicht mehr als 70 % der Kreditpunkte des ersten Zyklus ausmachen.
b) Die erg�nzenden Pflichtf�cher:
- Das Studium des Verh�ltnisses von Vernunft und christlichem Glauben bzw. zwischen Philosophie und Theologie aus systematischer und historischer Sicht unter Wahrung sowohl der Autonomie beider Gebiete voneinander als auch ihrer Verbindung miteinander. [43]
- Lateinkenntnisse, die das Verst�ndnis der philosophischen Werke (besonders der christlichen Autoren), die in dieser Sprache abgefasst sind, erm�glichen. Die Lateinkenntnisse sollen innerhalb der ersten beiden Jahre festgestellt werden.
- Eine moderne Fremdsprache au�er der eigenen Muttersprache. Die Kenntnisse sollen vor dem Ende des dritten Jahres festgestellt werden.
- Eine Einleitung in die Methodologie des Studiums und das wissenschaftliche Arbeiten, die zum Gebrauch des Instrumentariums der Forschung und zum praktischen argumentativen Diskurs bef�higen soll.
c) Die erg�nzenden Wahlf�cher aus den Bereichen:
- Literatur und K�nste;
- Andere m�gliche philosophische Wahlf�cher: z. B.: Philosophie der Wissenschaften, Kulturphilosophie, Philosophie der Kunst, Philosophie der Technik, Sprachphilosophie, Rechtsphilosophie, Religionsphilosophie.
- Einige spezielle F�cher, die je nach den verschiedenen Spezialisierungen, einschlie�lich der �bungen und Seminare und einer schriftlichen Lizentiatsarbeit auf die verschiedenen Sektionen aufgeteilt werden.
- Erlernen oder Vertiefen des klassischen Griechisch oder einer zweiten modernen Fremdsprache �ber die im ersten Zyklus geforderte hinaus oder deren Vertiefung.
Die Statuten der Fakult�t sollen festlegen, ob und welche speziellen F�cher zu behandeln sind, einschlie�lich ihrer �bungen und Seminare. Das Erlernen einer weiteren Sprache oder die Vertiefung einer schon vorher erlernten Sprache ist notwendig.
Art. 61 [Dozenten einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie]
a) Die Fakult�t soll wenigstens sieben st�ndige, ausreichend qualifizierte Dozenten besch�ftigen, so dass diese die Lehre in allen grundlegenden Pflichtf�chern gew�hrleisten k�nnen (vgl. SapChrOrd Art. 60, 1.; Art. 45 � 1,b).
Insbesondere der erste Zyklus soll wenigstens f�nf fest angestellte Dozenten aufweisen, die in folgender Weise aufgeteilt sein sollen: jeweils ein Dozent f�r Metaphysik, Naturphilosophie, philosophische Anthropologie, philosophische Ethik und politische Philosophie, Logik und Erkenntnislehre.
F�r die anderen F�cher, ob verpflichtend oder freiwillig, kann die Fakult�t andere Dozenten anfragen.
b) Ein Dozent ist zur Lehrt�tigkeit in einer kirchlichen universit�ren Einrichtung berechtigt, wenn er die entsprechenden akademischen Grade einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie vorweisen kann (vgl. SapChrOrd Art. 17).
c) Ist der Dozent weder in Besitz eines kanonischen Doktorats noch eines kanonischen Lizentiats, kann er nur unter der Bedingung als fest angestellter Professor aufgenommen werden, dass seine philosophische Ausbildung sowohl nach Inhalt als auch nach Methode mit jener �bereinstimmt, die in einer kirchlichen Fakult�t �blich ist. In der Bewertung der Kandidaten f�r die Lehre in einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie muss beachtet werden: die n�tige Kompetenz in den von ihnen gelehrten F�chern; eine angemessene Offenheit f�r den Zusammenhang des Wissens; die Zustimmung in ihren Publikationen und ihrer didaktischen T�tigkeit zu der vom Glauben gelehrten Wahrheit; eine angemessen vertiefte Kenntnis des harmonischen Verh�ltnisses von Glaube und Vernunft.
d) Es soll sichergestellt sein, dass an einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie immer eine Mehrheit von fest angestellten Dozenten gewahrt wird, die ein kanonisches Doktorat in Philosophie besitzen, oder � falls das philosophische Doktorat durch eine nichtkirchliche Universit�t verliehen wurde � zumindest mit einem kirchlichen Lizentiat ausgestattet sind.
Art. 62 [Einige besondere Normen f�r kirchliche Falkult�ten f�r Philosophie und die affilierten Institutionen]
Wenn ein Student die philosophischen Studien an einer nichtkirchlichen Fakult�t f�r Philosophie an einer katholischen Universit�t oder einer anderen Hochschule absolviert hat, kann er zum zweiten Zyklus nur zugelassen werden, nachdem er durch eine geeignete Pr�fung gezeigt hat, dass seine Vorbildung mit jener vergleichbar ist, die von einer kirchlichen Fakult�t f�r Philosophie geleistet wird und eventuelle M�ngel in Bezug auf die Jahre und die f�r den ersten Zyklus auf der Basis der vorgesehenen Studienpl�ne entsprechend den vorliegenden Ordinationes behoben hat. Die Wahl der Kurse muss eine Synthese der gelehrten F�cher f�rdern (vgl. SapChrArt. 81, a). Am Ende dieser Erg�nzungsstudien wird der Student zum zweiten Zyklus zugelassen, jedoch ohne das kirchliche Bakkalaureat in Philosophie zu erhalten.
[Anpassung der Normen f�r die Affiliation oder Aggregation in Philosophie]
� 1. Der Reform des ersten Zyklus von drei Jahren der kirchlichen Studien in Philosophie, die mit dem Bakkalaureaut in Philosophie abschlie�en, Rechnung tragend soll bei einer Affiliation der Philosophie dies mit dem, was f�r den ersten Zyklus verf�gt worden ist, sowohl hinsichtlich der Zahl der Jahre als auch des Studienplans �bereinstimmen (vgl. SapChrOrd Art. 60, 1); die Zahl der fest angestellten Dozenten mit entsprechender Qualifikation in einem affiliierten Institut soll wenigstens f�nf betragen (vgl. SapChrOrd Art. 61).
� 2. Der Reform des zweiten Zyklus von zwei Jahren der kirchlichen Studien in Philosophie, die mit dem Lizentiat in Philosophie abschlie�en, Rechnung tragend soll bei einer Aggregation der Philosophie dies mit dem, was f�r den ersten und den zweiten Zyklus verf�gt worden ist, sowohl hinsichtlich der Zahl der Jahre als auch des Studienplans (vgl. SapChr Art. 72 a und b; SapChrOrd Art. 60) �bereinstimmen; die Zahl der fest angestellten Dozenten mit entsprechender Qualifikation in einem aggregierten Institut soll wenigstens sechs betragen (vgl. SapChrOrd Art. 61).
[Anpassung der Normen des Studiengangs f�r Philosophie im ersten Zyklus an einem affilierten Institut f�r Theologie]
� 3. Der Reform des Studienplans innerhalb des ersten philosophisch-theologischen Zyklus, der mit dem Bakkalauerat in Theologie abgeschlossen wird, Rechnung tragend soll die philosophische Ausbildung eines affiliierten Instituts in Theologie mit dem, was hinsichtlich des Studienplans verf�gt worden ist (vgl. SapChrOrd Art. 51, 1) �bereinstimmen. Die Zahl der fest angestellten Dozenten soll wenigstens zwei betragen.
�bergangsnormen
Art. 65. Mit Inkrafttreten des vorliegenden Dekrets sind diebisherigen Artikel 72, 81 und 83 der Apostolischen Konstitution Sapientia christiana und die Artikel 51, 52, 59, 60, 61 und 62 der Ordinationes aufgehoben.
Art. 66. Alle kirchlichen akademischen Einrichtungen f�r Theologie und Philosophie sollen sich dem vorliegenden Dekret mit Beginn des Studienjahres 2012-2013 anpassen.
[1] Enzyklika Fides et ratio (14. September 1998), AAS 91 (1999), 5-88, Nr. 3. In dieser Enzyklika richtet Johannes Paul II. die Aufmerksamkeit auf dasselbe Thema der Wahrheit und ihrer Grundlagen im Verh�ltnis zum Glauben. Er f�hrt damit die �berlegungen fort, die er in der Enzyklika Veritatis splendor (6. August 1993) �ber die Wahrheit auf dem Gebiet der Moral (vgl. Fides et ratio, Nr. 6) ge�u�ert hatte, die auch einige fundamentale, rein rationale Wahrheiten umfasst. [2] Fides et ratio, Nr. 3.
[3]Vgl. Fides et ratio, Nr. 84.
[4]Fides et ratio, Nr. 83.
[5] Vgl. Fides et ratio, Nr. 6.
[6] Fides et ratio, Nr. 81.
[7] Fides et ratio, Nr. 83.
[8] Vgl. Hl. Thomas von Aquin, Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles, Proemium; vgl. Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est (25. Dezember 2005), AAS 98 (2006), 217-252, Nr. 9.
[9]Fides et ratio, Nr. 85.
[10] Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate (29. Juni 2009), Nr. 1.
[11] Caritas in veritate, Nr. 3. [12] Benedikt XVI., Vorlesung von Benedikt XVI. f�r die r�mische Universit�t �La Sapienza�, 17. Januar 2008, OR (17. Januar 2008), 4-5.
[13] Vgl.Caritas in veritate, Nr. 5. [14] Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer des IV. Nationalen Kongresses der Kirche in Italien, Verona, 19. Oktober 2006, OR (20. Oktober 2006), 6-7.
[15] Vgl. Benedikt XVI., Treffen mit den Vertretern aus dem Bereich der Wissenschaften in der Aula Magna der Universit�t Regensburg (12. September 2006), AAS 98 (2006), 728-739.
[16]�Glaube und Vernunft (Fides et ratio) sind wie die beiden Fl�gel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt� (Fides et ratio, Segen).
[17] Fides et ratio, Nr. 106.
[18] Vgl.Fides et ratio, Nr. 77; vgl. Deus caritas est, Nr.10 und 29.
[19] Fides et ratio, Nr. 77.
[20] Joseph Ratzinger, �Die Einheit von Mission und Person in der Gestalt von Johannes Paul II.�, 1998, in: Johannes Paul II.: Mein geliebter Vorg�nger, Augsburg 2008, S. 23f.
[21]Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis (25. M�rz 1992), AAS 84 (1992), 657-804, Nr. 52.
[22] Fides et ratio, Nr. 62; vgl. Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis (19. M�rz 1985), Nr. 59-61.
[23] Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Optatam totius, Nr. 15.
[24] CIC, can. 251; vgl. Sacra Congregatio de Institutione Catholica, Das Philosophiestudium in den Seminaren (20. Januar 1972), III, 2, Roma, 1972, S. 11-13.
[25] Vgl.Fides et ratio, Nr. 27, 44, 66, 69, 80, etc.
[26] Vgl. Veritatis splendor, AAS 85 (6. August 1993), 1133-1228, Nr. 48-49.
[27] Vgl.Fides et ratio, Nr. 60, 83, etc.; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastorale Konstitution Gaudium et spes, Nr. 12-22.
[28] Vgl. Veritatis splendor, Nr. 46-47.
[29] Vgl. Veritatis splendor, Nr. 43-44, 74; vgl. Internationale Theologenkommission, Auf der Suche nach einer universellen Ethik: ein neuer Blick auf das Naturgesetz, 27. M�rz 2009.
[30] Vgl. Veritatis splendor, Nr. 72.
[31] Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae (25. M�rz 1995), AAS 87 (1995), 401-522, Nr. 68-74; vgl. Deus caritas est, Nr. 28.
[32] BenediktXVI., Ansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der r�mischen Kurie beim Weihnachtsempfang, 22. Dezember 2005, OR (23. Dezember 2005), 4-6.
[33] Paul VI., Apostolisches Schreiben Lumen Ecclesiae (20. November 1974), AAS 66 (1974), 673-702, Nr. 10.
[34] Fides et ratio, Nr. 44; vgl. Johannes Paul II., An die P�pstliche Universit�t "Angelicum" (17. November 1979), OR(19.-20. November 1979), 2-3, Nr. 6.
[35] Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer des VIII. Internationalen Thomistischen Kongresses, 13. September 1980, OR (14. September 1980), 1-2, Nr. 2.
[36] Vgl. Johannes Paul II., Apostolische Konstitution Sapientia christiana, AAS 71 (1979), 469-499, Art. 93.
[37] Vgl. Sapientia christiana Art. 81; vgl. Pius XI, Apostolische Konstitution Deus scientiarum Dominus (24. Mai 1931), AAS 23 (1931), 241-262, Art. 41-46.
[38] Vgl. Sapientia christiana, Art. 81a.
[39]Konregation f�r das Katholische Bildungswesen, Verordnungen zur Apostolischen Konstitution �Sapientia christiana� (29. April 1979), AAS 71 (1979), 500-521, Art. 59, � 1.
[40] Vgl.Fides et ratio, Nr. 77.
[41]Vgl. Fides et ratio, Nr. 105.
[42] Vgl. CIC, can. 251 und Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Optatam totius, Nr. 15.
[43] Vgl. Fides et ratio, Nr. 75, worin �die Theorie von der sogenannten �getrennten� Philosophie�, die �eine Unabh�ngigkeit des Denkens� fordert, zur�ckgewiesen und doch eine gewisse Unabh�ngigkeit best�tigt wird: �die Philosophie [bekundet] das legitime Bestreben, eine Unternehmung zu sein, die autonom ist; das hei�t: sie geht nach ihren eigenen Gesetzen vor und bedient sich ausschlie�lich der Kr�fte der Vernunft�.