Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BSGE%2062,%2067
Timestamp: 2019-05-27 12:40:54
Document Index: 71165337

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 30', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 119', '§ 1', '§ 30', '§ 1', '§ 30', '§ 1', '§ 205', '§ 1', '§ 1', '§ 30', '§ 1', '§ 1', 'Art. 2', '§ 51', '§ 30', '§ 30', '§ 11', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 30', '§ 1', '§ 1', '§ 56']

BSG, 25.06.1987 - 11a REg 1/87 - dejure.org
https://dejure.org/1987,4609
BSG, 25.06.1987 - 11a REg 1/87 (https://dejure.org/1987,4609)
BSG, Entscheidung vom 25.06.1987 - 11a REg 1/87 (https://dejure.org/1987,4609)
BSG, Entscheidung vom 25. Juni 1987 - 11a REg 1/87 (https://dejure.org/1987,4609)
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BErzGG § 1 Abs. 1 Nr. 1; SGB I § 30 Abs. 3 S. 2
BSGE 62, 67
DVBl 1987, 1123
Ausgangspunkt ist ein "Aufenthalt"; es sind dann die mit dem Aufenthalt verbundenen "Umstände" festzustellen; sie sind schließlich daraufhin zu würdigen, ob sie "erkennen lassen", dass der Betreffende am Aufenthaltsort oder im Aufenthaltsgebiet "nicht nur vorübergehend verweilt" (vgl BSG vom 25.6.1987 - BSGE 62, 67, 68 f = SozR 7833 § 1 Nr. 1 S 2).
Für die Unterscheidung zwischen gewöhnlichem und vorübergehendem Aufenthalt kann es nach alledem keine feste allgemeingültige Grenze im Sinne von Höchst- oder Mindestzeiten geben (BSG vom 25.6.1987 - BSGE 62, 67, 69 = SozR 7833 § 1 Nr. 1 S 3) .
Mithin hat der Prognosesteller alle mit dem Aufenthalt verbundenen Umstände zu berücksichtigen (BSG vom 25.6.1987 - BSGE 62, 67, 69 = SozR 7833 § 1 Nr. 1 S 2) ; dies können subjektive wie objektive, tatsächliche wie rechtliche sein.
Solche zeitlichen Aufenthaltsbeschränkungen hindern eine Prognose, der Aufenthalt werde "bis auf weiteres" (vgl. Nr. 3.2.1 des von der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe herausgegebenen Leitfadens zur Gewährung von Sozialhilfe an Deutsche im Ausland nach § 119 BSHG) andauern, für den Betreffenden bestehe die "gute Möglichkeit eines weiteren Verbleibs" (BSG…, Urteil vom 16. Oktober 1986 - 12 RK 13/86 (a.a.O. S. 10)) an dem betreffenden Ort; sie lassen im Gegenteil "ein Ende des Aufenthalts erwarten" (vgl. BSGE 62, 67 (69) [BSG 25.06.1987 - 11a REg 1/87]).
Ausgangspunkt ist ein "Aufenthalt"; es sind dann die mit dem Aufenthalt verbundenen "Umstände" festzustellen; sie sind schließlich daraufhin zu würdigen, ob sie "erkennen lassen", dass der Betreffende am Aufenthaltsort oder im Aufenthaltsgebiet "nicht nur vorübergehend verweilt" (vgl BSG vom 25.6.1987 - BSGE 62, 67, 68 f = SozR 7833 § 1 Nr. 1 S 2;… Senatsurteil vom 31.10.2012 - BSGE 112, 116 = SozR 4-1200 § 30 Nr. 6, RdNr 24) .
Die Prognose hat alle mit dem Aufenthalt verbundenen Umstände zu berücksichtigen (BSG vom 25.6.1987 - BSGE 62, 67, 69 = SozR 7833 § 1 Nr. 1 S 2;… Senatsurteil vom 31.10.2012 - BSGE 112, 116 = SozR 4-1200 § 30 Nr. 6, RdNr 32) ; dies können subjektive wie objektive, tatsächliche wie rechtliche sein.
Es komme darauf an, ob aus der Sicht der in Frage kommenden Bezugszeit ein Ende des Aufenthaltes nicht zu erwarten sei (Hinweis auf BSGE 62, 67 = SozR 7833 § 1 Nr. 1).
An dieser Stelle ist nicht darauf einzugehen, welche Konkretisierung diese Begriffe in anderen Regelungszusammenhängen des SGB erfahren; die Rechtspr des BSG (…stellvertretend: SozR 2200 § 205 Nr. 56;… BSGE 63, 93 = SozR aaO Nr. 65;… SozR 7833 § 1 Nr. 4; BSGE 62, 67 = SozR 7833 § 1 Nr. 1;… BSGE 65, 84 = SozR 1200 § 30 Nr. 17; SozSich 1989, 318;… BSGE 63, 47 = SozR 5870 § 1 Nr. 14;… SozR 5870 § 1 Nr. 12;… SozR 5750 Art. 2 § 51a Nr. 58;… BSGE 60, 262 [BSG 16.10.1986 - 12 RK 13/86] = SozR 1200 § 30 Nr. 10;… SozR 1200 § 30 Nr. 9; BSG Beschluß vom 29. Januar 1990 - 1 BA 235/88; zum kontroversen Meinungsstand im Schrifttum stellvertretend: Wollenschläger/Becker, SGb 1989, 317; Wollenschläger/Kreßel, SGb 1989, 439; Wollenschläger, SGb 1987, 479; ders SGb 1986, 119; Moritz, SGb 1988, 45; Hambüchen, ZSR 1986, 165; Bode, Streit 1990, 26; Rittstieg, InfAuslR 1988, 54; Schödel, Mittl Landesversicherungsanstalt (LVA) Oberfr 1986, 249; Bokeloh, ZSR 1989, 339; alle mwN) sowie die des Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) zB zum Begriff des gewöhnlichen Aufenthaltsortes iS der Zuständigkeitsvorschrift des § 11 Ges.
Entsprechend hat das BSG schon immer angenommen, daß dem Begriff des "gewöhnlichen Aufenthaltes" das Moment der Dauer eigen ist (vgl zB BSGE 62, 67, 69 = SozR 7833 § 1 Nr. 1 zum Bundeserziehungsgeldgesetz - BErzGG), was erst recht auch für den "Wohnsitz" gelten muß (…BSG SozR 3-7833 § 1 Nr. 2 S 11f).
Den Widerspruch der Klägerin mit dem Antrag, Erziehungsgeld vom Tage der Geburt des Kindes an zu zahlen, wies das Landesversorgungsamt Hessen (LVA) mit gleicher Begründung unter Hinweis auf das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 25. Juni 1987 - 11a REg 1/87 - zurück; von einem früheren Zeitpunkt an bestehe auch deshalb kein Anspruch auf Erziehungsgeld, weil die Ausländerbehörde in ihrem Schreiben vom 29. Oktober 1987 keine Aussage habe machen können, ob bei negativem Abschluß des Asylverfahrens eine "Duldung ausgestellt" und von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen abgesehen werde (Widerspruchsbescheid vom 28. April 1988).
Der mit Erziehungsgeld früher befaßt gewesene 11. Senat des BSG hat im Urteil vom 25. Juni 1987 - 11a REg 1/87 (BSGE 62, 67 = SozR 7833 § 1 Nr. 1) darauf hingewiesen (…aaO S 69), daß die gewählte Definition mit entsprechenden Vorschriften im Steuerrecht habe übereinstimmen sollen (BT-Drucks 7/3786 S 5), die dortige Regelung, wonach die durch den gewöhnlichen Aufenthalt begründete Steuerpflicht stets bei einem länger als sechs Monate dauernden Inlandsaufenthalt eintrete, aber nicht mit übernommen worden sei, ohne daß ein Anhalt für ein Versehen des Gesetzgebers bestünde.
Asylbewerber können schon während des Asylverfahrens den gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben, wenn sie auch nach Ablehnung des Asylantrages im Bundesgebiet dauernd geduldet werden (Fortführung von BSG vom 25.6.1987 - 11a REg 1/87).
Der Unterschied zwischen dem vorliegenden Fall und dem vom Senat im Urteil vom 25. Juni 1987 - 11a REg 1/87 - entschiedenen liege darin, daß die zuständige Ausländerbehörde für die absehbare Zukunft keine Schritte zur Beendigung des Aufenthaltes erwäge.
Das gilt auch, wie der Senat im Urteil vom 25. Juni 1987 - 11a REg 1/87 - (DVBl. 1987, 1123) entschieden hat, für das BErzGG.
Das Bundeserziehungsgeldgesetz knüpft nicht an die besondere Schutzbedürftigkeit gerade von Müttern an (vgl BSGE 62, 67, 71 = SozR 7833 § 1 Nr. 1).
Soweit demgegenüber von einzelnen Senaten des BSG betont worden ist, daß sich die konkrete Bedeutung des Begriffs des gewöhnlichen Aufenthaltes iS des § 30 Abs. 3 Satz 2 SGB I erst aus dem Gesetz ergebe, das ihn anwende (vgl. BSGE 62, 67, 71 = SozR 7833 § 1 Nr. 1;… BSGE 67, 243, 246 = SozR 3-7833 § 1 Nr. 2;… BSGE 71, 78, 80 = SozR 3-2600 § 56 Nr. 2; ausdrücklich offengelassen in BSG, Urteile vom 24. März 1992 - 14b/4 REg 12/90 - Umdruck S 5 f. und vom 9. September 1992 - 14b/4 REg 25/91 - Umdruck S 5), vermag der erkennende Senat dem nicht zu folgen.