Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20S%201695/05
Timestamp: 2019-07-23 21:11:24
Document Index: 73610968

Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 8', '§ 10', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', 'Art 28', '§ 10', '§ 12', '§ 12', '§ 73', '§ 94', '§ 12', '§ 12', '§ 8', '§ 4', '§ 87', '§ 12', '§ 12', '§ 7', '§ 87', 'Art. 28', '§ 12', '§ 87', 'Art. 28', '§ 12', '§ 73', '§ 12']

VGH Baden-Württemberg, 24.11.2005 - 12 S 1695/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2792
VGH Baden-Württemberg, 24.11.2005 - 12 S 1695/05 (https://dejure.org/2005,2792)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05 (https://dejure.org/2005,2792)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24. November 2005 - 12 S 1695/05 (https://dejure.org/2005,2792)
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§ 73 Abs 2a ... S 4 AsylVfG 1992, § 8 RuStAG, § 10 Abs 1 S 1 Nr 4 RuStAG, § 12 Abs 1 S 1 RuStAG, § 12 Abs 1 S 2 Nr 2 RuStAG, § 12 Abs 1 S 2 Nr 3 RuStAG, § 12 Abs 1 S 2 Nr 6 RuStAG, § 12 Abs 3 RuStAG, Art 28 FlüAbk
Mehrstaatigkeit, Entlassung Staatsangehörigkeit, Reiseausweis, Widerruf, Aussetzung, Unzumutbare Bedingung, Entlassungsvoraussetzung, Wehrdienst, Untätigkeit Herkunftsstaat, Serbien und Montenegro, Kosovo-Albaner, Folgenbeseitigungslast
StAG § 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 4; StAG § 12 Abs. 1 S. 1; StAG § 12 Abs. 1 S. 2 Nr. 6; AsylVfG § 73 Abs. 2 a S. 4; VwGO § 94; StAG § 12 Abs. 1 S. 2 Nr. 2; StAG § 12 Abs. 1 S. 2 Nr. 3; StAG § 8; AsylVfG § 4
Einbürgerung, Anspruchseinbürgerung, Ermessenseinbürgerung, Mehrstaatigkeit, Konventionsflüchtlinge, Flüchtlingsausweis, Widerruf, Flüchtlingsanerkennung, Bindungswirkung, Anerkennungsbescheid, Aussetzung des Verfahrens, Rückwirkung, Entlassung, Staatsangehörigkeit, Antrag, Serbien und Montenegro, Kosovo, Albaner, Zumutbarkeit, Ermessensreduzierung auf Null, Folgenbeseitigungsanspruch
Einbürgerung nach StAG - Mehrstaatigkeit, Entlassung Staatsangehörigkeit, Reiseausweis, Widerruf, Aussetzung, Unzumutbare Bedingung, Entlassungsvoraussetzung, Wehrdienst, Untätigkeit Herkunftsstaat, Serbien und Montenegro, Kosovo-Albaner, Folgenbeseitigungslast
Widerruf der Anerkennung als Asylberechtigter; Fortsetzung des ausgesetzten Einbürgerungsverfahrens nach Erlass eines Widerrufsbescheides oder Rücknahmebescheides; Auswirkungen des Besitzes eines durch den Flüchtlingsstatus erlangten Ausweises; Erfordernis der Stellung eines ordnungsgemäßen Entlassungsantrages; Reduzierung des Ermessens der Einbürgerungsbehörde; Voraussetzungen für eine Einbürgerung unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit
VG Sigmaringen, 08.12.2004 - 1 K 353/04
BVerwG, 02.02.2006 - 5 C 3.06
BVerwG, 03.05.2007 - 5 C 3.06
VGH Baden-Württemberg, 24.09.2008 - 13 S 1812/07
DVBl 2006, 1196 (Ls.)
Zur Einbürgerung eines serbischen Staatsangehörigen albanischer …
Mit Urteil vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05 - hat der 12. Senat des erkennenden Gerichtshofs entschieden, der Kläger habe keinen Anspruch auf Einbürgerung; allerdings habe die Beklagte unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts über den Antrag des Klägers auf Ermessenseinbürgerung zu entscheiden.
Sie scheidet nicht bereits deshalb aus, weil es an der Einleitung eines Entlassungsverfahrens fehlt (im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 3.5.2007 - 5 C 3/06 -, BVerwGE 129, 20 = NVwZ 2007, 931; anders noch der 12. Senat des erkennenden Gerichtshofs, Urteil vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05 -, InfAuslR 2006, 230).
Für Variante 1 folgt diese Voraussetzung daraus, dass der Herkunftsstaat über den Entlassungsantrag negativ entschieden haben muss ("Versagung") und die Ablehnung vom Ausländer zu vertreten ist, wenn er keinen vollständigen und formgerechten Entlassungsantrag gestellt hat (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2002 - 13 S 810/12 - DVBl. 2003, 469, zum gleichlautenden § 87 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AuslG a.F.; Urt. v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 - InfAuslR 2006, 230;… Berlit, a.a.O., § 12 Rn. 77 ff., 82 ff. ;… Hailbronner, a.a.O., § 12 Rn. 18, 33;… Münch, in: Marx: Ausländer- und Asylrecht. Verwaltungsverfahren. Prozess, 2. Aufl., § 7 Rn. 150).
Diese Vorschrift stellt - anders als § 87 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 AuslG - nicht auf den Status eines politisch Verfolgten oder Flüchtlings ab, sondern auf den - rechtmäßigen - Besitz (u.a.) eines Reiseausweises nach Art. 28 des Abkommens vom 28.07.1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge so auch Bayerischer VGH, Urteile vom 17.02.2005 - 5 B 04.392 - EzAR-NF 076 Nr. 1 und - 5 BV 04.1225 - NVwZ-RR 2005, 856 = BayVBl 2006, 112 = EzAR-NF 073 Nr. 2 sowie vom 14.09.2006 - 5 BV 05.1698 - juris; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05 - InfAuslR 2006, 230 = ESVGH 56, 189 (LS).
Hierzu gehen der VGH Baden-Württemberg Urteil vom 24.11.2005, a.a.O., und der Bayerische VGH Urteile vom 17.02.2005 und 14.09.2006, a.a.O., übereinstimmend davon aus, dass es albanischen Volkszugehörigen aus dem Kosovo generell möglich und auch zumutbar ist, ihre Entlassung aus der serbisch-montenegrinischen - inzwischen serbischen - Staatsangehörigkeit zu beantragen a.A. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 04.10.2005 - 7 A 10700/05 -, InfAuslR 2006, 92.
VGH Bayern, 14.09.2006 - 5 BV 05.1698
Einbürgerung - Hinnahme von Mehrstaatlichkeit - Kosovo-Albaner - …
§ 12 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 StAG stellt - anders als § 87 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 AuslG - nicht auf den Status eines politisch Verfolgten oder Flüchtlings ab, sondern auf den - rechtmäßigen (BayVGH, U.v. 17.2.2005 - 5 B 04.392, VGH n.F. 58, 55/57 f.; ebenso VGH Mannheim, U.v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 ) - Besitz (u.a.) eines Reiseausweises nach Art. 28 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (BGBl 1952 II S. 559).
Ob das auch bei einer an bekannten und gleichmäßig von allen Konsulaten geübten Entlassungspraxis eines Staates, die in unzumutbarer Weise an abstrakten Kriterien (z.B. Gruppenzugehörigkeit) anknüpft, in jedem Einzelfall zu fordern ist (dafür VGH Mannheim, U.v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 ; differenzierend Berlit in: GK-StAR, § 12 StAG RdNr. 78 ff.), braucht hier nicht entschieden zu werden.
Soweit der VGH Bad.-Württ. in einer vereinzelten Entscheidung (Urt. v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 -, , aufgehoben durch BVerwG, Urt. v. 03.05.2007 - 5 C 3/06 -, BVerwGE 129, 20, InfAuslR 2007, 389) die Auffassung vertrat, es sei unter Umständen berechtigt, dass eine Einbürgerungsbehörde durch vorläufiges Abwarten, ob ein Widerruf der Asylanerkennung bestandskräftig erfolge, um dafür Sorge zu tragen, dass die Einbürgerungsvoraussetzungen möglichst dauerhaft erfüllt sind und nicht - möglicherweise kurz nach erfolgter Einbürgerung - wieder wegfallen, vermag dies das entsprechende Vorgehen der Behörden ebenfalls nicht zu rechtfertigen.
OVG Niedersachsen, 10.09.2008 - 13 LB 208/07
§ 73 Abs. 2c AsylVfG ergibt nur dann einen Sinn, wenn im Fall der Bekanntgabe einer Widerrufs- bzw. Rücknahmeentscheidung des Bundesamtes der davon betroffene Einbürgerungsbewerber sich nicht mehr auf seinen bisherigen Status als politischer Flüchtling und den Besitz eines darauf beruhenden Reiseausweises berufen kann (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 -, InfAuslR 2006, 230).
Prüfung eines Anspruchs einer identitätslos nach Deutschland eingereisten Familie …
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH BW) hat hierzu ausgeführt (Urteil vom 24. November 2005 - 12 S 1695/05 -, Informationsbrief Ausländerrecht - InfAuslR - 2006, 230):.
VG Freiburg, 25.01.2012 - 2 K 1237/10
Einbürgerung in den deutschen Staatsverband; Stellung eines erfolgversprechenden …
Eine Berufung auf die Erfolglosigkeit eines solchen Unterfangens lässt die Notwendigkeit der Bemühungen nur dann entfallen, wenn der negative Ausgang des Verfahrens von vornherein sicher absehbar ist (…vgl. BVerwG, Urt. v. 3.5.2007 - 5 C 3/06 -, BVerwGE 129, 20 = NVwZ 2007, 931;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 24.09.2008 - 13 S 1812/07 -, InfAuslR 2009, 120; weitergehend noch VGH Bad.-Württ., Urt. v. 24.11.2005 - 12 S 1695/05 -, InfAuslR 2006, 230).
Auch hier kann sich ein Ausländer nicht mehr auf den Besitz eines Reiseausweises für Flüchtlinge berufen, wenn sein Asylstatus widerrufen wurde (vgl. OVG Lüneburg vom 10.09.2008 - 13 LB 208/07; BayVGH vom 17.02.2005 - 5 B 04.392; VGH BW vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05, juris).
Ein solcher Einfluss bestünde allenfalls dann, wenn der Kläger eine Einbürgerung unter Beibehaltung seiner bisherigen irakischen Staatsangehörigkeit begehren und er sich deshalb auf den Ausnahmetatbestand des § 12 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 StAG berufen müsste (hierzu VGH Bad.-Württ., Urteil vom 24.11.2005 - 12 S 1695/05 -, InfAuslR 2006, 230 = ESVGH 56, 189).