Source: https://www.pbw-lsa.de/seminar/detail/522--weiterbildung-zur-kinderschutzfachkraft/
Timestamp: 2020-05-28 20:22:48
Document Index: 186857228

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 4', '§8', '§ 8', '§ 1666', '§ 8', '§4']

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K3-M1-18S
Fachstelle Wildwasser (Wildwasser Magdeburg e.V. - Verein gegen sexualisierte Gewalt)
1.055,00 € pro Teilnehmer für Mitglieder des PARITÄTISCHEN LSA zzgl. der Prüfungsgebühr von 95,00 € (1.095,00 € pro Teilnehmer für Nichtmitglieder des PARITÄTISCHEN zzgl. der Prüfungsgebühr von 95,00 €)
Bitte beachten Sie auch das „Kinderschutz - Praktikerforum für Fachkräfte mit rechtlichem und fachspezifischem Input“ am 07.11.2018 Sem.-Nr.: B-004-18S http://pbw-md.de/seminar/502
Die insoweit erfahrene Fachkraft nach SGB VIII §§ 8a, b und § 4 KKG - Zertifikatskurs
Nach der Einführung des Begriffes „insoweit erfahrene Fachkraft“ haben sich in der Praxis diverse Begriffe wie „Fachkraft im Kinderschutz“ oder „Kinderschutzfachkraft“ etabliert. Durch diese synonyme Verwendung der Begrifflichkeiten in der beruflichen Praxis, sind Fragen zur Qualifikation der „insoweit erfahrenen Fachkraft“ laut geworden.
Die insoweit erfahrene Fachkraft wird beim Vorliegen von gewichtigen Anhaltspunkten von Kindeswohlgefährdung beratend hinzugezogen. Sie muss abhängig vom jeweiligen Fall über spezifisches Fachwissen und Erfahrungen verfügen und wird für das jeweilige Beratungsanliegen entsprechend ausgewählt.
Der Gesetzgeber macht keine detaillierten inhaltlichen Vorgaben für die Profession der insoweit erfahrenen Fachkraft. Diese müssen von den örtlichen Träger in einer Vereinbarung nach §8a Abs. 4 SGBVIII festgelegt werden. Bezogen auf Sachsen-Anhalt bedeutet dies für die Qualifikation:
- Es muss eine sozialpädagogischen, psychologischen oder jugendhilfespezifischen Berufsausbildung vorliegen („Fachkraft“)
- Und die Person muss Praxiserfahrungen im Hinblick auf die jeweiligen Hilfe- und Gefährdungskontexte bei Kindeswohlgefährdung aufweisen („insoweit erfahren“)
Kinderschutzfachkräfte können daher unter bestimmten Voraussetzungen als „insoweit erfahrene Fachkräfte“ eingesetzt werden. Die Qualifikation zur Kinderschutzfachkraft allein genügt aber nicht, um als „insoweit erfahrene Fachkraft“ tätig zu werden. Die Benennung zur „insoweit erfahrenen Fachkraft“ liegt in der Hoheit des örtlichen Trägers.
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte der Kinder-und Jugendhilfe mit mehrjähriger Berufserfahrung, die im Rahmen des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII eine beratende oder koordinierende Funktion wahrnehmen oder sich für solche Funktionen qualifizieren möchten.
Außerdem ist die Weiterbildung offen für Interessierte, die sich in einem intensiven Kurs zum Kinderschutz fortbilden möchten. Zudem kann der Kurs als Zusatzqualifikation für „insoweit erfahrene Fachkräfte“ dienen.
Dieser Kurs bietet Ihnen die Möglichkeit, sich ohne Zugangsvoraussetzungen zu folgenden Themen zum Basiswissen des Kinderschutzes fortzubilden:
Einführung in das Thema (u.a. über Fallbeispiele) – Grundlagen, Rahmenbedingungen, Ursachen; Sichtweise und Standards des Jugendamtes
Recht allgemein (Grundgesetz, § 1666 BGB, §§ 8a und b SGB VIII, §4 KKG/Bundeskinderschutzgesetz; Kindeswohl und seine Gefährdung, Formen der Gefährdung, fachliche Verantwortung und Rolle der InsErFa aus rechtlicher Sicht)
Kindeswohlgefährdung aus ärztlicher und psychologischer Sicht – Einblick in die ärztliche und psychologische Gutachtenerstellung, Dokumentation, Begutachtung, Handlungsoptionen, Opferperspektiven, Täterperspektiven
Rolle und Funktion der InsErFa/Anforderungen – Kindeswohl und Formen der Gefährdung wie Vernachlässigung,physische/psychische Misshandlung, häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch; Risikoeinschätzung, spezielle Probleme bei der Einschätzung; Opferperspektiven, Täterperspektiven; Dokumentation
Fallmanagement – Recht im Speziellen – Fälle aus der Praxis/Falleinschätzung, Handlungsoptionen/Intervention und Dokumentation, Gerichtsbarkeit (Familiengericht)
Fallmanagement – Beobachtung, Gefährdungseinschätzung, spezielle Probleme bei der Einschätzung, adäquates Handeln/Intervention; Kooperation mit verschiedenen Fachdiensten, Standards in Bezug auf Vorgehen bei Anfangsverdacht und begründetem Verdacht; Hilfen für das Kind; Dokumentation
Konfrontationsgespräche bei Kindeswohlgefährdung – Gesprächsführung und Selbstmanagement; Gesprächssituationen mit Eltern, den betroffenen Kindern und Jugendlichen selbst sowie deren Geschwistern; Methoden; Chancen und Grenzen; Selbstschutz und Vertrauen
Kooperation/Vernetzung – innerhalb der Einrichtung (von den unmittelbaren Kollegen bis hin zum Träger) sowie außerhalb mit Dritten (Beratungsstellen, Fachdienste, Familiengericht, Ämter usw.)
Supervision/Abschlussrunde
88 UE – Präsenz
12 UE – Selbstlernphasen, berufliche Reflexion in der Praxis
Prüfung – jeder Prüfling erhält ein Fallbeispiel zur Bearbeitung (Vorbereitungszeit 30 min.), die Prüfungssituation besteht aus der Vorstellung des Falls sowie der Darstellung der daraus abgeleiteten Handlungsoptionen und Intervention vor der Gruppe mit kurzer Diskussion (da sich die Methode der Fallarbeit durch den gesamtem Kurs zieht, ist diese Form der Prüfung für die Teilnehmenden keine unbekannte Situation)
Der Kurs schließt nach vollständigem Absolvieren der 5 Module und einer Prüfung mit dem Zertifikat: „Kinderschutzfachkraft“
*Einzelfallentscheidungen bei Fehlen eines Kurstages bleiben dem Bildungswerk vorbehalten.
Als Spezialisierung im Bereich Kinderschutz bieten wir Ihnen zusätzlich den Zertifikatskurs „Sexualpädagogische Intervention bei sexuell grenzverletzendem Verhalten/sexuellem Missbrauch“ mit 90UE an.
Dieser Kurs kann auch unabhängig von der Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft besucht werden. Er ist offen für alle Interessierten.
Bei Teilnahme an beiden Kursen erhalten Sie zum Abschluss ein Gesamtzertifikat. Weitere Informationen zu den Kursinhalten erhalten sie unter https://pbw-md.de/seminar/523.