Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.03.1962&Aktenzeichen=4%20StR%2028/62
Timestamp: 2020-02-18 07:53:34
Document Index: 379224642

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.03.1962 - 4 StR 28/62 - dejure.org
https://dejure.org/1962,3458
BGH, 16.03.1962 - 4 StR 28/62 (https://dejure.org/1962,3458)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1962 - 4 StR 28/62 (https://dejure.org/1962,3458)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1962 - 4 StR 28/62 (https://dejure.org/1962,3458)
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Bestimmung der Voraussetzungen an die Annahme einer "Volltrunkenheit" - Möglichkeit einer weiteren Strafmilderung wegen Versuchs bei Beeinträchtigung der Zurechnungsfähigkeit
Damit befand er sich - da das Revisionsgericht von dem für den Angeklagten günstigsten festgestellten Wert von 2, 97 %o ausgehen muß - unmittelbar an dem Grenzwert von 3 %, von dem ab in der Regel auch bei einem trinkgewohnten Täter Zurechnungsunfähigkeit eintritt (BGH, Urteile vom 13. Mai 1959 - 2 StR 168/59 - und vom 16. März 1962 - 4 StR 28/62), was nicht ausschließt, daß im Einzelfall die Grenze nach unten oder nach oben abweichen kann.
Die Strafkammer setzt sich nicht näher damit auseinander, daß eine Blutalkoholkonzentration von 2, 3 Promille einen körperlich gesunden und nicht trinkungewohnten jungen Mann wie den Angeklagten F. im allgemeinen nicht zurechnungsunfähig macht (vgl. BGH 4 StR 28/62 vom 16. März 1962 S. 3; 3 StR 288/69 vom 22. April 1970 S. 4).
Berücksichtigt man die vom Landgericht festgestellten näheren Umstände der Tat sowie das Verhalten des Angeklagten nach der Tat und geht man weiter davon aus, daß Zurechnungsunfähigkeit in der Regel erst bei Blutalkoholwerten über 3 Promille auftritt (vgl. BGH 4 StR 28/62 vom 16. März 1962, 2 StR 289/64 vom 23. September 1964), so sind keine Bedenken dagegen zu erheben, daß das Landgericht dem Angeklagten auf Grund dieser Feststellungen nur verminderte Zurechnungsfähigkeit zugebilligt hat.
Volle Zurechnungsunfähigkeit ist im allgemeinen erst bei einem Blutalkoholgehalt ab 3 Promille anzunehmen (4 StR 28/62 vom 16. März 1962; 2 StR 289/64 vom 23. September 1964).
Alkoholgewöhnte sind aber im allgemeinen bei einem Blutalkoholgehalt von weniger als 3 Promille noch nicht hemmungsunfähig (4 StR 28/62 vom 16.3.1962, 5 StR 479/62 vom 27.11.1962, Weltzien DAR 1953, 48, 51).
Erfahrungsgemäß kommt Zurechnungsunfähigkeit in der Regel erst bei einem Blutalkoholgehalt ab 3 Promille in Betracht (4 StR 28/62 vom 16. März 1962; 2 StR 289/64 vom 23. September 1964; 4 StR 394/66 vom 2. Dezember 1966); dafür, daß es in der vorliegenden Sache anders gewesen sein sollte, bieten die Feststellungen keinen Anhalt.
BGH, 27.11.1962 - 5 StR 479/62
Alkoholgewöhnte sind aber im allgemeinen bei einem Blutalkoholgehalt von weniger als 3 Promille noch nicht hemmungsunfähig (BGH 4 StR 342/59 vom 9. Oktober 1959;4 StR 28/62 vom 16. März 1962; Weltzien in DAR 1953, 48, 51).