Source: https://scanall.de/resiscan07.html
Timestamp: 2019-02-23 04:37:51
Document Index: 183556266

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 17', '§ 23', '§ 24', '§ 2', '§ 4', '§ 371', '§ 371', '§ 371', '§ 416', '§ 371', '§ 416']

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"Integrität" bedeutet, dass die Daten oder Systeme nicht verändert wurden. Bei einem wirksamen Integritätsschutz werden zudem Veränderungen erkannt.
"Integritätsschutz" bedeutet, dass geeignete Mechanismen für den Schutz der Integrität der Datenobjekte eingesetzt werden. Hintergrund ist, eine unerkannte nachträgliche Manipulation des Scanprozesses (Scanprodukt, Transfervermerk, Index- und Metadaten, Protokolldaten, etc.) zu verhindern. Entscheidend für die Eignung eines Mechanismus zum Integritätsschutz ist die Widerstandsfähigkeit gegen gezielte Angriffe – welche sich wiederum am Schutzbedarf orientiert.
Einsatz kryptographischer Mechanismen zum Integritätsschutz
Diese kryptographischen Mechanismen (digitale Signatur) sollen laut TR RESISCAN ab einem Schutzbedarf von mindestens "hoch" zum Einsatz kommen:
⇒ Mit einer fortgeschrittenen Signatur (gemäß § 2 Nr. 2 SigG) kann neben der Integrität auch die Authentizität (z. B. Scanprodukt, Transfervermerk) sicher gestellt werden. Um die Verkehrsfähigkeit der Datenobjekte sicher zu stellen, wird die Verwendung von standardisierten Formen (z. B. CAdES, PAdES und XAdESI) empfohlen.
⇒ Die besondere Form der fortgeschrittenen elektronischen Signatur ist die qualifizierte elektronische Signatur (gemäß § 2 Nr. 3 SigG). Diese beruht auf einem qualifizierten Zertifikat und wurde mit einer sicheren Signaturerstellungseinheit erzeugt.
ScanAll® verwendet ausschließlich qualifiziert elektronische Signaturen (→ QES im Scanprozess)
Durch die Integration unseres zertifizierten elektronischen Signaturdienstes bietet ScanAll® einen eigenständigen Prozess, mit dem sich PDF- und PDF/A-Dateien signieren und rechtskonform speichern lassen. Die qualifizierte Signatur ermöglicht den rechtssicheren Nachweis darüber, dass die durch den Scanvorgang erzeugten digitalen Daten nicht unentdeckt manipuliert wurden.
Folgend eine Erklärung eines führenden Anbieters für elektronische Signaturen, deren Software bei ScanAll® Verwendung findet:
PDF- und PDF/A-Dokumente kennen zwei Typen von Dokumentsignaturen: Die unsichtbare und die sichtbare Signatur. Die unsichtbare Signatur verändert im Gegensatz zur sichtbaren Signatur das Erscheinungsbild des elektronischen Dokuments nicht. Daher ist diese Form der Signatur für alle Prozesse geeignet, in denen zwar die Sicherheitsmerkmale elektronischer Signaturen benötigt werden, eine Veränderung des Erscheinungsbildes jedoch in keinem Falle erfolgen darf. Die sichtbare Signatur ermöglicht die Einbindung von Visualisierungsdaten in das PDF-Dokument, so dass das Vorhandensein einer elektronischen Signatur dem Anwender durch eine separate Darstellung innerhalb des Dokuments angezeigt wird. Beiden Signaturtypen gemeinsam ist das Vorhandensein eines Darstellungsobjektes – dem Appearance Stream. Das Signaturobjekt der unsichtbaren Signatur weist einen leeren Appearance Stream auf. Für sichtbare Signaturen bzw. deren Signaturobjekte gelten hingegen die Anforderungen von PDF/A, wenn die PDF/A-Konformität des Dokuments gewahrt bleiben soll. Daher müssen die verwendeten Fonts zur Signaturvisualisierung eingebettet werden. Weiterhin muss die Verwendung geräteabhängiger Farbräume innerhalb der Signaturobjekte unterbleiben.
Im Zusammenhang mit PDF-Dokumenten gelten einige besondere Regeln bei der Einbettung von Signaturobjekten. So ist zu beachten, dass das leere Signaturobjekt ohne Inhalt zu den verarbeiteten Daten gehört. Dieses Objekt beinhaltet bereits bei der Erzeugung Längenangaben, welche die Größe des Inhalts des Signaturobjektes spezifizieren. Kommt es bei der Berechnung der Signatur zu Situationen, bei denen die Längenangabe durch das erzeugte Objekt (den Inhalt des Signaturobjektes) überschritten wird, ist das resultierende Dokument nach der Signatur nicht mehr konsistent. Bereiche, die nicht durch den Inhalt des Signaturobjektes ausgefüllt sind, werden bei der Einbettung der Signatur in das Dokument mit 0-Bytes aufgefüllt. Daher müssen die Anwendungen zur Einbettung elektronischer Signaturen so angelegt sein, dass der angeforderte Platz in den Signaturobjekten ein akzeptables Maß nicht überschreitet, da sonst die Dokumentengröße mit jeder Signatur stark zunimmt. Aufgrund dieser Besonderheiten muss von der theoretisch vorhandenen Möglichkeit mehrerer SignerInfo-Objekte in einem eingebetteten CMS Objekt Abstand genommen werden.
Quelle: OpenLimit SignCubes AG auf ADDS – Association for Digital Document Standards e.V. Elektronische Signaturen in PDF/A – Konzepte, Einsatz und technische Interoperabilität
Geeignetes Schlüsselmanagement und Auswahl eines geeigneten kryptographischen Verfahrens
Im Falle, dass schlüsselbasierte kryptographische Mechanismen eingesetzt werden, sind zuverlässige Verfahren festzulegen. Hierbei muss zwingend, vor allem für den Aufbewahrungszeitraum der Scanprodukte, gewährleistet werden, dass:
⇒ die Integrität, Vertraulichkeit und Authentizität der Schlüssel geschützt bleibt,
⇒ geheime oder private Schlüssel nur von befugten Personen verwendet werden können und dass,
⇒ die erforderlichen Schlüssel und Zertifikate für die Prüfung der Integritätssicherung verfügbar bleiben.
Hierbei werden die einschlägigen Empfehlungen aus (BSI-M 2.46, NIST-800-57-1, NIST-800-57-2 und NIST-800-133) bei der Verwaltung des Schlüsselmaterials berücksichtigt bzw. vertrauenswürdige Dienstleister (z. B. akkreditierte Zertifizierungsdienstanbieter) für das Schlüsselmanagement genutzt.
ScanAll® verwendet ausschließlich Schlüssel und Zertifikate (Signaturen) der Bundesdruckerei (D-Trust) http://www.bundesdruckerei.de/
Die Validation von Signaturen ist sowohl für den Nachweis der Dokumentenintegrität, als auch der Urheberschaft der elektronischen Unterschrift erforderlich. Dieser Prozess erfolgt in mehreren Stufen:
⇒Im ersten Schritt muss unter Verwendung der Hashfunktion die kryptografische Prüfsumme über die signierten Daten erneut ermittelt werden.
⇒Im zweiten Schritt wird der öffentliche Schlüssel des Unterzeichners verwendet, um die Signatur gegen den erneut berechneten Hashwert zu prüfen.
⇒Nach diesem Schritt wird die Zertifikatskette bis zu einer vertrauenswürdigen Wurzelinstanz, der sogenannten Root, aufgebaut. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass das Zertifikat tatsächlich der Person zugeordnet ist, auf die mit dem Zertifikat verwiesen wird. Dies wird durch die hohen Sicherheitsanforderungen an die Trust-Center sichergestellt, die gesonderte Verfahren zur Identifikation des Zertifikatsinhabers erfordern.
⇒Im letzten Schritt muss geprüft werden, ob das Zertifikat zum angegebenen Zeitpunkt der Unterzeichnung gültig und nicht gesperrt war. Ist letzteres der Fall, ist die Signatur nicht vertrauenswürdig bzw. ungültig. Liegt keine Sperrung des Zertifikats vor, ist die Signatur gültig und vertrauenswürdig.
Hinsichtlich der Funktionalität und Vertrauenswürdigkeit müssen geeignete Produkte herangezogen werden. Bei dem eingesetzten Sicherheitsmechanismus muss die angemessene Widerstandsfähigkeit und Stärke berücksichtigt werden. Sicherheitsstandards (wie beispielswiese FIPS-140, ITSEC oder Common Criteria) sowie der Einsatz veröffentlichter/ gemeinschaftlich analysierter Algorithmen und Quellen werden bevorzugt angewendet. Die Signaturerstellungseinheiten und Signaturanwendungskomponenten müssen sich bei der Erstellung von qualifizierten elektronischen Signaturen an das SigG halten. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht Listen mit Bestätigungen und Herstellererklärungen solcher Produkte. Da sich die Sicherheitseignung der kryptographischen Algorithmen ändern kann, müssen die jeweiligen Komponenten leicht austauschbar sein. Im Allgemeinen sollen die Empfehlungen des Herstellers beachtet werden.
ScanAll® verwendet sichere Signaturkomponenten von:
⇒Secrypt (empfohlen von der Bundesdruckerei D-Trust) http://www.bundesdruckerei.de/de/192-secrypt-digiseal-office-pro
⇒Reiner SCT (empfohlen von der VR Bank) http://www.reiner-sct.com
⇒OpenLimit (Ersetzendes Scannen konform zur TR RESISCAN - BSI-zertifiziert!) https://www.openlimit.com/de/loesungen/ersetzendes-scannen.html
Langfristige Datensicherung bei Einsatz kryptographischer Verfahren
Die Eignung der eingesetzten Algorithmen und Parameter soll regelmäßig überprüft werden. Dafür wird durch die Bundesnetzagentur einmal jährlich die Eignung der Verfahren veröffentlicht. Insofern der Beweiswert der signierten Scans über einen längeren Zeitraum bestehen soll, ist ein Nachsignieren/ Übersignieren ggf. nötig.
⇒ PDF/A-Dateien bilden in Verbindung mit elektronischen Signaturen die Basis für die Eignung zur Langzeitarchivierung. In den kommenden Jahren werden jedoch Wechsel der zugrundeliegenden kryptografischen Algorithmen erfolgen, sodass bereits bei Erstellung die Übersignatur bereits signierter Dokumente in den Systemen berücksichtigt werden muss.
⇒ Grundsätzlich kann ein PDF-Dokument beliebig viele elektronische Signaturen aufnehmen. Dabei muss beachtet werden, dass die Einbindung einer Signatur in ein Dokument eine Fortschreibung des Dokuments nach sich zieht. Jede neue elektronische Signatur bezieht sich dabei auf die vorangegangene Version des Dokuments und schließt dabei bereits erzeugte elektronische Signaturen mit ein.
Bei Schutzbedarf "sehr hoch" soll ein Vier-Augen-Prinzip durchgeführt werden.
⇒ Bei ScanAll® ist dies prinzipiell der Fall – also nicht nur in höheren Schutzklassen. Die Nachkontrolle und die Qualitätssicherung wird niemals nur von einem Scan-Operator durchgeführt.
Einsatz qualifizierter elektronischer Signaturen und Zeitstempel
Bei den nachfolgenden Verfahren soll die qualifizierte Signatur für die Integritätssicherung des Transfervermerks und des dokumentierten Zeitpunktes der Bearbeitung der qualifizierte Zeitstempel genutzt werden. Dies betrifft vor allem Dokumente,
⇒ mit einem Schutzbedarf von „sehr hoch“ bezüglich der Integrität deklariert sind,
⇒ für die Verkehrsfähigkeit gefordert ist und
⇒ für die im Digitalisierungsprozess entstandenen Scanprodukte, Transfervermerke, Index- und Metadaten sowie Protokolldaten, die Beweiswert haben sollen.
ScanAll® richtet sich hierbei vollumfänglich nach der Anlage R (BSI TR RESISCAN – 03138-R; Version 1.1).
"Gemäß § 2 Nr. 14 SigG ist ein qualifizierter Zeitstempel eine elektronische Bescheinigung eines Zertifizierungsdiensteanbieters, der mindestens die Anforderungen der §§ 4 bis 14 sowie § 17 oder § 23 SigG und der sich darauf beziehenden Vorschriften der Signaturverordnung nach § 24 SigG erfüllt, darüber, dass ihm bestimmte elektronische Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgelegen haben.
Qualifizierte Zeitstempel dienen beispielsweise dazu, Post- und Eingangsstempel zu ersetzen. Durch ihre Anwendung soll insbesondere eine Vor- oder Rückdatierung des elektronischen Dokuments kenntlich gemacht und somit verhindert werden [Roßn13, § 2 SigG, Rn. 91, 95], [BR-Drs. 966/96, S. 32]. Die Zeitangabe in einer elektronischen Signatur ist hierfür nicht ausreichend, da diese die Systemzeit des Rechners wiedergibt. Die Systemzeit eines Rechners ist aber im Allgemeinen leicht manipulierbar und deshalb für die Aufnahme als Metadatum in der Regel nicht ausreichend.
Qualifizierte Zeitstempel werden in der Praxis dergestalt umgesetzt, dass von den Daten, die mit einem qualifizierten Zeitstempel versehen werden sollen, ein Hashwert gebildet wird, der an den Zeitstempeldiensteanbieter übermittelt wird. Dieser ermittelt Datum und Uhrzeit nach der gemäß § 4 EinhZeitG definierten gesetzlichen Zeit, die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig per Funk verbreitet wird. Der Zeitstempeldiensteanbieter bildet einen neuen Datensatz, der bei Bedarf aus einem Verweis auf das Zertifikat des Diensteanbieters, dem Hashwert und der ermittelten Uhrzeit besteht und mit seiner eigenen qualifizierten Signatur versehen wird.
Da der qualifizierte Zeitstempel die Möglichkeit der eindeutigen Zuordnung einer Uhrzeit zu einem Hashwert gewährleistet, bieten sich Beweisvorteile bei den Fragen des Zeitpunkts der Abgabe einer Willenserklärung oder deren Zugang beim Empfänger. Wurde ein Dokument mit einem qualifizierten Zeitstempel versehen, der auf einer qualifizierten elektronischen Signatur basiert, kann vor Gericht § 371a ZPO Berücksichtigung finden. Gegenstand der von § 371a ZPO geforderten Erklärung ist die Tatsache, dass der Hashwert dem Zeitstempeldiensteanbieter zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgelegen hat. Bewiesen wird daher die Echtheit und Unverfälschtheit der Zeitangabe gemäß § 371a Abs. 1 Satz 2 ZPO.
Hinsichtlich der Datums- und Zeitangabe kann durch den qualifizierten Zeitstempel ein deutlich höherer Beweiswert erzielt werden, da bei Papierdokumenten die Identität und Authentizität nach § 416 ZPO beurteilt wird, die Echtheit des Datums und die Frage, ob dieses bei Erstellung des Dokuments gefälscht wurde, aber der freien Beweiswürdigung unterliegt. Die Echtheit des Datums des qualifizierten Zeitstempels hingegen unterfällt der Wirkung des § 371a ZPO, so dass § 416 ZPO gilt. Begründet wird also eine gesetzliche Vermutung für die Echtheit des Datums."
Solche Arbeiten führt ScanAll® im Rahmen des Office-Managements durch (→ Erfassen des Posteingangs).
Insofern der Schutzbedarf bzgl. Vertraulichkeit oder Integrität als "sehr hoch" eingestuft wurde, müssen sich die für das Scannen eingesetzten IT-Systeme in einem eigenständigen Netzsegment befinden:
⇒ Manipulation oder Veränderung bei der Datenübertragung
Die bei ScanAll® eingesetzten Produktions- und Nachbearbeitungscomputer befinden sich generell in einem eigenständigen Netzsegment – der Zugriff auf dieses Segment aus anderen Netzen (und selbstverständlich auch aus dem Internet) ist entkoppelt und nur beim Starten der Verbindungen durch uns möglich.
Das ersetzende Scannen und die elektronische Akte
• BSI TR-03138 "Ersetzendes Scannen (RESISCAN)"