Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20102,%2017
Timestamp: 2020-01-25 04:18:26
Document Index: 258690426

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.09.1987 - VI ZR 238/86 - dejure.org
BGH, 22.09.1987 - VI ZR 238/86
https://dejure.org/1987,121
BGH, 22.09.1987 - VI ZR 238/86 (https://dejure.org/1987,121)
BGH, Entscheidung vom 22.09.1987 - VI ZR 238/86 (https://dejure.org/1987,121)
BGH, Entscheidung vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86 (https://dejure.org/1987,121)
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§ 823 Abs. 1 BGB, Arzthaftung, Kriterien für die Reichweite der Aufklärungspflicht über Behandlungsalternativen (hier: über risikoärmere Therapiemöglichkeiten in besser ausgestatteten Kliniken muß nicht generell aufgeklärt werden)
Ärztlicher Aufklärungspflicht - Alternativen Behandlungsmöglichkeiten - Erfolgschance - Medizinischer Standard
Zu den Grenzen der Anforderungen an die ärztliche Aufklärung des Krankenhauspatienten über Behandlungsalternativen
Zur Aufklärung des Patienten über alternative Behandlungsmöglichkeiten
BGHZ 102, 17
NJW 1988, 763
NJW-RR 1988, 413 (Ls.)
MDR 1988, 216
VersR 1988, 179
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats ist die Wahl der Behandlungsmethode zwar primär Sache des Arztes (Senatsurteile BGHZ 102, 17, 22; 106, 153, 157; vom 11. Mai 1982 - VI ZR 171/80 - VersR 1982, 771, 772; vom 24. November 1987 - VI ZR 65/87 - VersR 1988, 190, 191 und vom 15. März 2005 - VI ZR 313/03 - VersR 2005, 836; OLG Zweibrücken, OLGR 2001, 79, 81 mit NA-Beschluss des Senats vom 19. Dezember 2000 - VI ZR 171/00 - OLG Karlsruhe, MedR 2003, 229, 230).
Er repräsentiert den jeweiligen Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und der ärztlichen Erfahrung, der zur Erreichung des ärztlichen Behandlungsziels erforderlich ist und sich in der Erprobung bewährt hat (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 24 f.; vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93, VersR 1995, 659, 660 mwN; vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98, VersR 1999, 716, 718; vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 305 f.;… Katzenmeier in Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 6. Auflage, Kap. X Rn. 6;… Wenzel/Müller, Der Arzthaftungsprozess, Rn. 1426 ff.;… Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 12. Aufl., Rn. 157 ff., 174;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Auflage, B Rn. 2 ff.; Dressler, FS Geiß, S. 379 f., jeweils mwN).
Die Frage, welches Verhalten von einem gewissenhaften und aufmerksamen Arzt in der konkreten Behandlungssituation im Zeitpunkt der Behandlung erwartet werden kann, bestimmt sich indes aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachgebiets und nicht derjenigen anderer Fachbereiche (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 24 f.; vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93, VersR 1995, 659, 660 mwN; vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98, VersR 1999, 716, 718; vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 305 f.).
Gibt es indessen mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Behandlungsmethoden, die wesentlich unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen aufweisen, besteht mithin eine echte Wahlmöglichkeit für den Patienten, dann muß diesem nach entsprechend vollständiger ärztlicher Aufklärung die Entscheidung überlassen bleiben, auf welchem Wege die Behandlung erfolgen soll und auf welches Risiko er sich einlassen will (vgl. Senatsurteile BGHZ 102, 17, 22; vom 24. November 1987 - VI ZR 65/87 - VersR 1988, 190, 191 - je m.w.N.).
Die Therapiewahl ist primär Sache des Arztes, dem die Rechtsprechung bei seiner Entscheidung ein weites Ermessen einräumt für den Fall, dass praktisch gleichwertige Methoden zur Verfügung stehen (vgl. Senat, BGHZ 102, 17, 22; 106, 153, 157; Urteile vom 24. November 1987 - VI ZR 65/87 - VersR 1988, 190, 191; vom 15. März 2005 - VI ZR 313/03 - VersR 2005, 836).
Die Aufklärung über Behandlungsalternativen kann allerdings erforderlich sein, wenn diese zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten (BGHZ 102, 17, 22 m.w.N.).
Eine nur geringfügig niedrigere Komplikationsrate einer anderen Behandlungsmethode begründet keine Verpflichtung des Arztes, auf diese hinzuweisen (vgl. BGHZ 102, 17, 27).
Der Grundsatz, daß die Wahl der Behandlungsmethode primär Sache des Arztes ist und es insoweit regelmäßig keiner Aufklärung des Patienten bedarf, kann nach der Rechtsprechung - über die schon geschilderten Ausnahmefälle hinaus - auch dann keine Geltung beanspruchen, wenn die angewendete Therapie nicht dem medizinischen Standard entspricht oder ernsthaft umstritten ist (BGHZ 102, 17, 22 m.w.N.).
OLG Hamm, 15.12.2017 - 26 U 3/14
Besteht mithin für den Patienten eine echte Wahlmöglichkeit, dann muss ihm durch eine entsprechend vollständige Aufklärung die Entscheidung darüber überlassen bleiben, auf welchem Weg die Behandlung erfolgen soll und auf welches Risiko er sich einlassen will (vgl. BGH Urt. v. 22.09.1987 - VI ZR 238/86, MDR 1988, 216;… BGH Urt. v. 6.12.1988 - VI ZR 132/88, MDR 1989, 437;… BGH Urt. v. 11.5.1982 - VI ZR 171/80, MDR 1982, 1009;… BGH Urt. v. 24.11.1987 - VI ZR 65/87, MDR 1988, 398;… BGH Urt. v. 15.3.2005 - VI ZR 313/03, MDR 2005, 988).
Er repräsentiert den jeweiligen Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und der ärztlichen Erfahrung, der zur Erreichung des ärztlichen Behandlungsziels erforderlich ist und sich in der Erprobung bewährt hat (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 24 f.;… vom 15. April 2014 - VI ZR 382/12, VersR 2014, 879 Rn. 11).
Allerdings ist die Entscheidung über das ärztliche Vorgehen primär Sache des Arztes selbst (s. etwa Senatsurteile BGHZ 102, 17, 22 und vom 24. November 1987 - VI ZR 65/87 - VersR 1988, 190, 191).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist eine Aufklärung über eine alternative Behandlungsmöglichkeit erforderlich, wenn für eine medizinisch sinnvolle und indizierte Therapie mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 22;… vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04, BGHZ 168, 103 Rn. 13;… vom 17. Mai 2011 - VI ZR 69/10, VersR 2011, 1146 Rn. 10, jeweils mwN).
OLG Hamm, 23.01.2018 - 26 U 76/17
BGH, 31.05.1988 - VI ZR 261/87
Beweiswürdigung im Arzthaftungsprozeß; Recht zur Stellungnahme zu neuen …
OLG Koblenz, 30.01.2013 - 5 U 336/12
Ärztliche Befunderhebung, Aufklärung und Therapie nach …
BGH, 23.02.1988 - VI ZR 56/87
BGH, 30.05.1989 - VI ZR 200/88
Übernahmeverschulden bei unzureichender apparativer Ausstattung eines …
OLG Koblenz, 30.07.2013 - 5 U 641/13
Anforderungen an die ärztliche Aufklärung über konservative …
OLG Koblenz, 20.07.2006 - 5 U 180/06
OLG Hamm, 15.03.2000 - 3 U 171/99
OLG Hamm, 04.06.2014 - 3 U 63/13
Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht über zur Verfügung stehende …
OLG Düsseldorf, 25.01.2007 - 8 U 116/05
Arzthaftung: Behandlungsfehler bei Schilddrüsenresektion ohne Darstellung des …
OLG Frankfurt, 30.04.2013 - 14 U 66/12
Arzt- und Krankenhaushaftung bei Geburtsschaden: Festlegung des medizinischen …
OLG Dresden, 18.10.2016 - 4 U 86/16
Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der Einhaltung von Hygienestandards im …
OLG Koblenz, 29.07.2013 - 5 U 427/13
Umfang der ärztlichen Aufklärung; Aufklärung hinsichtlich der Möglichkeit einer …
OLG Koblenz, 12.10.2006 - 5 U 456/06
Arzthaftung: Anforderungen an die ärztliche Aufklärung bei zwei in Betracht …
OLG Frankfurt, 05.08.2003 - 8 U 14/03
Arzthaftung: Wahl der Operationsmethode
OLG Hamm, 22.10.2013 - 9 U 235/12
OLG Düsseldorf, 07.07.2005 - 8 U 69/02
Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch wegen eines ärztlichen …
Verfahrensfehler bei Unterlassen einer Sachverständigenanhörung im …
OLG Koblenz, 04.03.2015 - 5 U 966/14
Anforderungen an die ärztliche Aufklärung vor einem Heileingriff
OLG Hamm, 10.04.2018 - 26 U 67/17
Anforderungen an die Aufklärung über alternative Behandlungsmethoden vor einer …
OLG Saarbrücken, 17.04.2002 - 1 U 612/01
Schmerzensgeldanspruch wegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers
OLG Hamm, 12.08.2013 - 9 U 235/12
Inanspruchnahme des medizinischen Sachverständigen wegen fehlerhafter Beurteilung …
OLG Naumburg, 14.05.2019 - 1 U 48/18
Aufklärungspflichten vor einer operativen Behandlung eines Hirntumors
OLG Koblenz, 15.05.2013 - 5 U 423/13
Therapeutische Aufklärungspflicht des Zahnarztes; Beweisfolgen des Verlusts von …
OLG Koblenz, 08.05.2013 - 5 U 1536/11
Anforderungen an den Nachweis der ärztlichen Aufklärung bei Verlust des …
OLG Stuttgart, 26.07.2011 - 1 U 163/10
Arzthaftung: Aufklärungspflicht und Haftung beim Einsatz eines in Deutschland …
OLG Dresden, 14.07.2010 - 4 U 1834/09
Arzthaftung; Aufklärung; Herzkatheteruntersuchung; Koronarfistel Coil Stent "off …
LG Nürnberg-Fürth, 28.08.2008 - 4 O 13193/04
Arzt- und Krankenhaushaftung: Aufklärungspflichtverletzung bei computergestützter …
LG Hamburg, 02.06.2016 - 323 O 154/13
Arzthaftung: Verwendung von Misoprostol zur Einleitung einer Zwillingsgeburt; …
OLG Koblenz, 10.11.2015 - 5 U 428/15
Umfang der ärztlichen Aufklärung über Behandlungsalternativen vor Reposition …
OLG München, 14.03.2013 - 1 U 1781/12
Abweisung der Arzthaftungsklage mangels Nachweises eines Behandlungsfehlers bei …
OLG Hamm, 24.02.2010 - 3 U 7/09
Schmerzensgeld auf Grund eines Behandlungsfehlers anlässlich einer stationären …
OLG Hamm, 14.09.2009 - 3 U 30/09
Ärztlicher Behandlungsfehler im Zusammenhang mit einem implantierten …
OLG Saarbrücken, 14.01.2004 - 1 U 44/02
OLG Stuttgart, 24.03.1994 - 14 U 56/93
Arzthaftung wegen mangelhafter kieferorthopädischer Behandlung
LG Köln, 09.12.2015 - 25 O 430/13
Schmerzensgeldbegehren auf Grundlage eines Behandlungsvertrags
KG, 02.12.2013 - 20 U 124/11
Arzthaftung: Stillung einer venösen Blutung durch Einsatz von Overholt-Klemmen; …
OLG Frankfurt, 17.04.2007 - 14 U 124/06
Arzthaftungsrecht: Zutreffende Wahl der Behandlungsmethode (hier: Rekonstruktion …
OLG Düsseldorf, 22.02.2007 - 8 U 96/06
Schadensersatz wegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers im Zusammenhang mit …
OLG Hamm, 19.05.2004 - 3 U 269/03
Bestehen verschiedener Operationsmethoden und Varianten von Methoden innerhalb …
OLG Düsseldorf, 09.10.2003 - 8 U 120/02
Behandlung eines Schlaganfalls durch Heparinisierung als ärztlicher …
OLG Oldenburg, 18.06.1996 - 5 U 191/94
Bandscheibenvorfall, Behandlung, Operation, Aufklärung, Methode, Zugang, …
OLG Köln, 20.04.1989 - 7 U 20/88
Anspruch auf Schadensersatz wegen fehlerhafter ärztlicher Behandlung; …
OLG Celle, 17.03.1986 - 1 U 37/85
OLG Oldenburg, 19.12.2018 - 5 U 114/18
Operation bei Knieprothese: Aufklärungspflichten des Arztes über konservative …
OLG Düsseldorf, 22.02.2007 - 8 U 20/06
Behandlungsfehler durch verspätete Überweisung zur Vornahme einer …
OLG Hamm, 12.05.2003 - 3 U 206/02
Schmerzensgeld wegen des Austauschs einer Hüftgelenksprothese links und …
OLG Hamm, 28.03.2001 - 3 U 116/00
Magenoperation nach Mason jedenfalls als ein im Jahr 1996 anerkanntes und zu …
OLG Köln, 21.08.1996 - 5 U 218/95
Anspruch auf Schadensersatz aus unerlaubter Handlung wegen eines postoperativ …
OLG Köln, 22.05.1996 - 5 U 22/95
Schädigung der Stimmbandnerven und Entfernung oder Funktionsstörung der …
OLG Oldenburg, 28.01.1992 - 5 U 85/91
Arztpflichten, Hebammenpflichten, Nabelschnurumschlingung, Schnittentbindung, …
VG Ansbach, 23.05.2007 - AN 15 K 06.03484