Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Sonderumlage-f-Sanierung-fehlerhaft--f36719.html
Timestamp: 2020-07-15 11:30:08
Document Index: 184661996

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 812', '§ 16', '§ 194', '§ 199', '§ 46']

Sonderumlage f. Sanierung fehlerhaft - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deMietrecht, WohnungseigentumSonderumlage f. Sanierung feh...
Sonderumlage f. Sanierung fehlerhaft
17.02.2008 10:50 |
meine Frage betrifft das WEG.
In einer WEG-Versammlung im Sommer 2007 wurde die notwendige Sanierung einer begehbaren Dachterrasse von allen beschlossen.
Es wurde vom Verwalter über einen Verteilungsschlüssel (Anteilsfläche/Gesamtfläche) umgelegt.
Der Verwalter forderte auf Basis eines Handwerkerangebotes die Vorauszahlung der anteiligen Beträge.
Die abschließende Handwerkerrechnung stammt aus April 2007.
Nun ist mir in Vorbereitung zur kommenden WEG Versammlung aufgefallen, daß Positionen der Rechnung , die eigentlich lt. Rechtssprechung nicht auf die Gemeinschaft umgewälzt hätten werden können, (da es sich z.B. um den begehbaren Terrassenaufbau um Sondereigentum handelt) dennoch aufgeführt sind und somit von allen aus der Sonderumlage bezahlt wurden.
Eine Jahresendabrechnung für 2007 hat die WE Gemeinschaft noch nicht angefordert.
Welche Chancen hätte ich gegebenenfalls diese vom Verwalter (oder evtl. gegenüber der WE Gemeinschaft) zurückzufordern bzw. Regreß vom Verwalter zu verlangen ?
(Es handelt sich um ca. € 2.000,- bei einer Gesamtrechnung von rund € 8.000,-.)
Für ihre Anwort bedanke ich mich vorab.
legte abschließend die Rechnung
17.02.2008 | 11:27
Für die Rechtsbeziehungen der Wohnungseigentümer ist das im folgenden nachlesbare Gesetz über das Wohnungseigentum (WEG) maßgebend.
Gemäß § 5 Absatz 3 WEG können die Wohnungseigentümer allerdings vereinbaren, dass Bestandteile des Gebäudes, die Gegenstand des Sondereigentums sein können, zum gemeinschaftlichen Eigentum gehören.
Sollte der Verwalter für die Sanierung von Sondereigentum ( § 5 WEG) zu unrecht Kosten auf Sie umgelegt haben, so kommen Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung gemäß den §§ 812 ff. BGB in Betracht.
Schließlich sind Sie gegenüber den anderen Wohnungseigentümern nach den Vorgaben des § 16 Abs. 2 WEG (nur) verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums sowie die Kosten der Instandhaltung, Instandsetzung, sonstigen Verwaltung und eines gemeinschaftlichen Gebrauchs des gemeinschaftlichen Eigentums nach dem Verhältnis Ihres Anteils zu tragen.
Alles in allem empfehle ich einen Rechtsanwalt zu mandatieren. Dieser wird die Angelegenheit bei Einsicht in die Teilungsvereinbarung prüfen und ggf. die zu viel geleisteten ca. 2.000,00 €uro in Ihrem Auftrag zurückzufordern wissen.
Nachfrage vom Fragesteller	17.02.2008 | 12:31
Gestatten Sie mir eine kurze Nachfrage:
Gibt es Fristen zu beachten ?
Immerhin stammt die mir in Kopie gezeigte Handwerkerrechnung aus April 2007.
Danke, und noch einen schönen Tag.
Damit wäre meine Frage dann auch beantwortet.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2008 | 13:46
Grundsätzlich gilt es gemäß §§ 194 ff. BGB die regelmäßige Verjährungsfrist zu beachten.
Diese beträgt drei Jahre und beginnt gemäß § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.
Auf den Eintritt der Verjährung können Sie sich damit nicht berufen.
Sollten die vom Verwalter geltend gemachten Forderungen begründet sein, so sehe ich auch keine zu Ihren Gunsten greifenden Ansatzpunkte für eine Verwirkung von Ansprüchen.
Da der Verwalter auf der Basis eines Handwerkerangebotes auf eine Vorauszahlung bestand ist nach erster Einschätzung keine „Verwirkung“ eingetreten.
Rein vorsorglich mache ich noch darauf aufmerksam, dass bei Anfechtung eines Beschlusses gemäß § 46 Abs. 1 Satz 2 WEG eine Frist von einem Monat beachtet werden müsste. Vorliegend monieren Sie jedoch nicht einen Beschluss der Gemeinschaft, sondern die vom Hausverwalter vorgenommenen Abrechnungsmodalitäten.
Ich hoffe Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche ebenfalls noch einen schönen Tag.
Verwalter verstößt bei der Sanierung gegen Gesetz - was tun?
WEG Sonderumlage / Beschluss
WEG Recht - Sonderumlage
Sonderumlage Eigentumswohnung