Source: https://www.transnetbw.de/de/suedlink/technologie
Timestamp: 2019-02-15 21:47:25
Document Index: 116833113

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 2', '§ 25', '§ 2', '§ 5', '§ 8', '§ 58', '§ 8', '§ 20', '§ 14', '§ 44', '§ 38', '§ 34']

Verlegung von Gleichstromleitungen als Erdkabel
TenneT hat bereits rund 1.800 Kilometer Gleichstromkabel verlegt und somit viele Erfahrungen sammeln können. Bis zum Baubeginn von SuedLink wird noch etwas Zeit vergehen. TransnetBW und TenneT werden die technischen Entwicklungen bis dahin genau verfolgen. Ziel ist es, die am besten geeignete Erdkabelumsetzung mit den geringsten Umweltauswirkungen zu ermitteln.
Die Art der Verlegung eines Gleichstromerdkabels hängt von den Gegebenheiten vor Ort und den jeweiligen technischen Rahmenbedingungen ab. Hier spielen z.B. die Bodenbeschaffenheit und Hangneigung eine Rolle oder ob andere Infrastrukturen (Auto- und Eisenbahnen) gekreuzt werden müssen. Die Kabel können in offener Bauweise verlegt werden. Beim Kreuzen von Gewässern oder anderen Infrastrukturen können die Kabel auch per HDD-Bohrung verlegt werden.
Verlegung von HGÜ-Erdkabeln
Grundsätzlich werden HGÜ-Erdkabel in etwa zwei Metern Tiefe verlegt. Zunächst werden der Mutter- und der Unterboden sauber getrennt entnommen und gelagert, um die Bodeneigenschaften möglichst zu erhalten. Anschließend werden die Kabel in einer Schutzbettung aus Sand verlegt. Die einzelnen Kabelenden werden mit Muffen verbunden. Dies geschieht in einem staubfreien, klimatisierten Container, der anschließend wieder entfernt wird, sodass oberirdisch später nichts mehr von den Muffen zu sehen ist.
Nach dem Verlegen der Kabel wird der Graben wieder verfüllt und rekultiviert, der ursprüngliche Zustand also wieder vollständig hergestellt. Nach der Bauphase kann die Trasse erneut landwirtschaftlich genutzt oder begrünt werden. Sie muss lediglich von tiefwurzelnden Gehölzen freigehalten werden. In der offenen Landschaft ist die Erdkabeltrasse nur durch kleine Markierungspfähle an den Endpunkten von Bohrungen sichtbar.
Factsheet Erdkabel PDF/1,6MB/DE
Das Stromnetz in Deutschland wird standardmäßig mit Wechselstrom betrieben und auch in Haushaltsgeräten wird Wechselstrom verbraucht. Um Gleichstromleitungen wie SuedLink in das bestehende Wechselstromnetz zu integrieren, sind daher Konverter notwendig. An den Endpunkten der SuedLink-Verbindungen werden deshalb sogenannte Konverterstationen errichtet. Dort wird der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und umgekehrt. Mit einem Konverter können darüber hinaus Eigenschaften großer Kraftwerke, sogenannte Systemdienstleistungen, nachgebildet werden. Denn ein Konverter wirkt wie ein virtuelles Kraftwerk und hilft so, die Frequenz des angebundenen Wechselstromnetzes stabil bei 50 Hertz zu halten.
Gleichstromleitungen wie SuedLink sammeln den dezentral produzierten Strom, bündeln ihn und transportieren ihn effizient und verlustarm zu den großen Verbrauchszentren. Dabei ist die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) im Vergleich zum Wechselstromtransport effizienter und hat bei langen Distanzen weniger Transportverluste. Moderne Gleichstromtechnik macht es außerdem möglich, Lastflüsse im Netz besser zu steuern. Damit können erneuerbare Energien flexibler in das Stromnetz integriert werden.
Die erprobte Gleichstromtechnik ist ein zentraler Baustein, um das Stromnetz für einen weiter steigenden Anteil an erneuerbarem Strom fit zu machen. Unverzichtbarer Bestandteil einer solchen Gleichstromverbindung sind sogenannte Konverter.
Das Gelände einer Konverterstation, auch Umrichterstation genannt, hat etwa die Größe von 230 x 300 Metern. Darauf stehen die Konverterhallen mit den Konvertern und der eigentlichen Leistungselektronik. Im Außenbereich der Konverterstation befinden sich u.a. Transformatoren und Kühlaggregate. Die Außenanlagen sind vergleichbar mit einer Umspannanlage und können zu großen Teilen begrünt werden.
Nach Abschluss des derzeit laufenden Umbaus des Umspannwerks Großgartach und insbesondere dem geplanten Rückbau der 220-kV-Schaltanlage bietet sich diese innerhalb des Umspannwerks vorhandene freie Fläche für den Konverterstandort besonders an.
TransnetBW wird daher den Standort Großgartach in der Gemeinde Leingarten als Potenzialstandort in die nächste Phase des Bundesfachplanungsverfahrens einbringen. Dort wird eine Verschränkung des Standorts mit der Trassenkorridorfindung sichergestellt, damit Endpunkt der Trasse mit Netzverknüpfung und Konverterstandort übereinstimmen. Das eigentliche Genehmigungsverfahren für den Konverter findet im Anschluss statt. Hierfür wird die TransnetBW ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz durchführen. Den Antrag für dieses Genehmigungsverfahren bereitet die TransnetBW jetzt vor.
Noch vor der Antragstellung führt die TransnetBW eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Grundlagen hierfür sind § 25 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) und § 2 des Umweltverwaltungsgesetzes Baden-Württemberg (UVwG BW). Im späteren Genehmigungsverfahren wird es dann nochmals eine Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß der Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV) geben.
Der Genehmigungsprozess für die Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb des Konverters am Standort Großgartach soll in einem umfassenden Verfahren durchgeführt werden. Rechtliche Grundlagen für den Ablauf des Verfahrens bzw. einzelner Verfahrensschritte sind § 25 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG), § 2 des Umweltverwaltungsgesetzes des Landes Baden-Württemberg (UVwG BW), die Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV) und § 5 des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG).
Wesentliche Aufgaben des Antragstellers sind demnach die Durchführung einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung, die Antragstellung und die Erarbeitung und Übermittlung von Antragsunterlagen. Welche Unterlagen dies im Einzelnen sind, legt die Genehmigungsbehörde, also das Landratsamt Heilbronn fest. Die Behörde prüft den Antrag und die Antragsunterlagen. Im Rahmen der Prüfung führt sie ein Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren durch. Hierzu legt sie Antragsunterlagen öffentlich aus. Wenn auf dieser Grundlage Einwendungen erhoben werden, führt die Behörde einen Erörterungstermin mit den Einwendern durch. Nach Abschluss von Prüfung und Bewertung des Antrags, trifft die Behörde eine Entscheidung über die Genehmigung des Antrags und veröffentlicht das Ergebnis. Die Behörde kann für das Verfahren einen oder mehrere unabhängige Sachverständige hinzuziehen.
Mit diesem Genehmigungsverfahren wird die erste Teilgenehmigung nach § 8 BImSchG beantragt. Der Antrag auf die erste Teilgenehmigung umfasst dabei folgende Punkte:
Die Baugenehmigung nach § 58 Landesbauordnung Baden-Württemberg für alle notwendigen Anlagenbauwerke und Gebäude
Nach § 8 Abs. 1 Nr. 3 müssen die vorzulegenden Unterlagen im Rahmen einer vorläufigen Beurteilung sicherstellen, dass der Errichtung und dem Betrieb der gesamten Anlage keine von vornherein unüberwindlichen Hindernisse im Hinblick auf die Genehmigungsvoraussetzungen entgegenstehen.
Kein Betriebsbereich der Anlage unterliegt den Vorschriften der Störfallverordnung (12. BImSchV).
Darüber hinaus werden im Verfahren für die erste Teilgenehmigung folgende Unterlagen erstellt und den Antragsunterlagen beigefügt:
Eingriffsregelung gem. § 20ff NatSchG i. V. m. § 14ff BNatSchG
besonderer Artenschutz gem. § 44 BNatSchG
Natura 2000-Verträglichkeit gem. § 38 NatSchG i. V. m. § 34 BNatSchG
Für die Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung ist gemäß den rechtlichen Vorgaben (u. a. Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz) keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich. Dennoch wird TransnetBW im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens ein Umweltbericht in Anlehnung der rechtlichen Vorgaben für eine UVP vorlegen. Der Umweltbericht ermittelt, beschreibt und bewertet die Auswirkungen des Vorhabens auf folgende Schutzgüter sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Schutzgütern. Die Schutzgüter sind vom Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz vorgegeben:
Der Umweltbericht enthält insbesondere eine detaillierte Beschreibung der Auswirkungen des Vorhabens auf die oben genannten Schutzgüter einschließlich ihrer Wechselwirkungen untereinander. Der Umweltbericht wird von der TransnetBW als Antragsteller beauftragt und von einem unabhängigen Umweltsachverständigen erstellt. Er wird im Rahmen des behördlichen Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahrens als Bestandteil der Antragsunterlagen ausgelegt.
Sie haben Fragen, Anmerkungen oder Hinweise konkret zu diesem Vorhaben? Dann senden Sie diese Rückmeldung bitte an die TransnetBW
Die eingegangenen Rückmeldungen werden für die Antragstellung betrachtet und von der TransnetBW öffentlich dokumentiert.
Über die rechtlichen Vorgaben hinaus wird die TransnetBW die lokale Öffentlichkeit weiterhin umfassend informieren.
TransnetBW und TenneT wollen die mit dem Bau von SuedLink verbundenen Auswirkungen auf Mensch und Natur so gering wie möglich halten. Dieser Grundsatz ist maßgeblich für die Planung. So erhalten Siedlungen grundsätzlich ein Stopp-Schild bei der Planung von Erdkabelkorridoren. Besonders sensible Bereiche wir Naturparks oder Naturschutzgebiete werden möglichst umgangen. Auch in der Bauphase werden Baustraßen auf das Notwendigste reduziert und Veränderungen des Landschaftsbildes weitestgehend vermieden. Durch eine umsichtige umweltfachliche und bodenkundliche Begleitung werden die Auswirkungen der Erdkabelverlegung auf Böden und Gewässer begrenzt. Sofern Beeinträchtigungen für die Natur unvermeidbar sind, entwickeln TransnetBW und TenneT Maßnahmen zum Ausgleich und Ersatz. Nach Abschluss der Bauarbeiten und der Rekultivierung wird von der Erdkabelverlegung oberirdisch nichts mehr zu sehen sein.
Elektrische und magnetische Felder beim Stromtransport
Jede elektrische Ladung ist von einem elektrischen Feld umgeben. Dieses elektrische Feld existiert bereits, wenn Elektrogeräte mit einem Kabel an das Stromnetz angeschlossen sind. Je höher die Spannung, desto größer ist das elektrische Feld. Wird das Gerät eingeschaltet, d.h. der Strom fließt, entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld. Gleichstromleitungen erzeugen statische elektrische und magnetische Felder, bei Wechselstromleitungen entstehen elektrische und magnetische Wechselfelder. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bei neu errichteten Anlagen die Möglichkeiten zur Minimierung der elektrischen und magnetischen Felder nach dem Stand der Technik auszuschöpfen sind. TransnetBW und TenneT planen und betreiben SuedLink so, dass gesetzliche Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten werden.
Das elektrische Feld eines HGÜ-Erdkabels wird durch die Kabelisolation und das Erdreich vollständig abgeschirmt. Das magnetische Feld in unmittelbarer Nähe eines HGÜ-Kabelpaars erreicht in etwa 45 Mikrotesla und entspricht damit ungefähr dem Wert des natürlichen Erdmagnetfelds, das uns ohnehin immer umgibt.