Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20294/89
Timestamp: 2019-06-19 04:20:28
Document Index: 78216283

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 767', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', 'BGH']

BGH, 05.07.1990 - IX ZR 294/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,413
BGH, 05.07.1990 - IX ZR 294/89 (https://dejure.org/1990,413)
BGH, Entscheidung vom 05.07.1990 - IX ZR 294/89 (https://dejure.org/1990,413)
BGH, Entscheidung vom 05. Juli 1990 - IX ZR 294/89 (https://dejure.org/1990,413)
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Zustandekommen einer Bürgschaft "auf erstes Anfordern"
Bürge - Forderungen eines Kreditinstituts - Bankmäßige Geschäftsverbindungen - Darlegungspflicht - Beweispflicht - Erstes Anfordern
Übernahme einer Bürgschaft auf Anfordern nur durch Kreditinstitute
BGB § 765, § 767
Bürgschaft auf erstes Anfordern (IBR 1990, 672)
NJW-RR 1990, 1265
ZIP 1990, 1181
ZIP 1990, 1186
WM 1990, 1410
BB 1990, 1863
DB 1990, 1964
BauR 1990, 608
(a) Es ist eine grundlegende gesetzliche Regel des privaten Schuldrechts, daß der Gläubiger das Entstehen, die Begründetheit und die Fälligkeit seiner Forderung darlegen und beweisen muß, bevor er Erfüllung verlangen kann, und daß er umgekehrt keine Leistung beanspruchen kann, wenn der Schuldner berechtigte Einwände darlegt und beweist (vgl. BGH, Urt. v. 05.07.1990 - IX ZR 294/89, NJW-RR 1990, 1265 für den ähnlich gelagerten Fall der Bürgschaft auf erstes Anfordern, dort auch in Anwendung des § 9 Abs. 2 Nr. 1 AGBG).
Schon die das Akzessorietätsprinzip lockernde Rechtsform der Bürgschaft auf erstes Anfordern kann formularmäßig lediglich in sehr eingeschränktem Umfang, im wesentlichen allein von Unternehmen, zu deren Geschäftsbetrieb solche Erklärungen typischerweise gehören, vereinbart werden (BGH, Urt. v. 5. Juli 1990 - IX ZR 294/89, WM 1990, 1410; v. 2. April 1998 - IX ZR 79/97, WM 1998, 1062, 1063).
Dem Senatsurteil vom 5. Juli 1990 (IX ZR 294/89, ZIP 1990, 1186) lag ein Fall zugrunde, in dem ein Nichtkaufmann eine entsprechende Verpflichtung formularmäßig erklärt hatte.
bb) Bereits vor der Geltung des AGB-Gesetzes hat der Bundesgerichtshof die formularmäßige Bürgschaftsverpflichtung eines GmbH-Geschäftsführers, jeden Betrag bis zur vereinbarten Höhe auf erstes Anfordern des Gesellschaftsgläubigers zu zahlen, als unwirksam angesehen, weil sie von der gesetzlichen Regelung abweicht und die Durchsetzung des Bürgschaftsanspruchs ohne weitere Prüfung seiner Voraussetzungen ermöglicht (BGH, Urteil vom 5. Juli 1990 - IX ZR 294/89, WM 1990, 1410, 1411).
»Eine am internationalen Wirtschaftsverkehr beteiligte Aktiengesellschaft kann in einem Individualvertrag wirksam eine Bürgschaft oder Garantie auf erstes Anfordern übernehmen (Klarstellung zu BGH, Urt. v. 5. Juli 1990 - IX ZR 294/89, WM 1990, 1410).
Die Revision macht unter Bezugnahme auf das Senatsurteil vom 5. Juli 1990 (IX ZR 294/89, WM 1990, 1410) vergeblich geltend, die nicht im Kreditgewerbe tätige Beklagte zu 1) habe eine Bürgschaft auf erstes Anfordern nicht wirksam vereinbaren können.
Eventuelle Unklarheiten über den Umfang der mit der Bürgschaft gesicherten Hauptschuld gehen im übrigen zu Lasten des Gläubigers (BGHZ 76, 187; BGH, Urt. v. 5. Juli 1990 - IX ZR 294/89, WM 1990, 1410, 1412).
Das Berufungsgericht bezieht sich für seine ablehnende Haltung zu Unrecht auf das Urteil vom 5. Juli 1990 (IX ZR 294/89, WM 1990, 1410 = WuB I F 1 a. Bürgschaft 13.90 m. Anm. Schäfer = ZIP 1990, 1186 = EWiR § 765 BGB 3/90, 981 m. Anm. von Stebut).
Die Bedenken gegenüber einer formularmäßigen Vereinbarung einer Bürgschaft auf erstes Anfordern gelten nicht, wenn wie hier - Bürge eine Bank oder Sparkasse ist (vgl. BGH NJW-RR 1990, 1265.;… Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 11. Aufl., Teil 2 (9) Rn. 22).
OLG München, 20.06.1995 - 13 U 5787/94