Source: http://www.juricom.de/tacheles-rechtsprechungsticker-kw-262014/
Timestamp: 2018-08-15 14:58:07
Document Index: 228728087

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 32', '§ 23', '§ 30', '§ 30']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 26/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
Home Tacheles Rechtsprechungsticker KW 26/2014
1.1 BSG, Urteil vom 02.04.2014 – B 4 AS 27/13 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren – Rechtsanwaltsvergütung – erstattungsfähige Kosten im isolierten Vorverfahren – Auftraggeber – Mehrheit – Vertretung – dieselbe Angelegenheit – Umstände des Einzelfalls – einheitlicher Auftrag – innerer Zusammenhang – Individualansprüche – Vollmacht – Bedarfsgemeinschaft – Erhöhungsgebühr – Geschäftsgebühr – Bestimmung – Unbilligkeit – Schwellengebühr
Die beiden für die Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate des BSG sind davon ausgegangen, dass es sich auch bei Individualansprüchen nach dem SGB II grundsätzlich um dieselbe Angelegenheit iS des § 15 Abs 2 S 1 RVG aF bzw § 15 Abs 2 RVG handeln kann, wobei die Konstellation einer Bedarfsgemeinschaft dann eine Erhöhungsgebühr nach Nr 1008 VV RVG auslöst (vgl BSG Urteil vom 21.12.2009 – B 14 AS 83/08 R; BSG Urteil vom 27.9.2011 – B 4 AS 155/10 R ). Grundsätzlich können daher auch im SGB II mehrere Aufträge verschiedener Auftraggeber "dieselbe Angelegenheit" sein. Gleiches gilt unter Berücksichtigung der maßgebenden Umstände des Einzelfalls grundsätzlich auch, wenn die Angelegenheit verschiedene Gegenstände und teilweise getrennte Prüfaufgaben betrifft. So liegt der Fall hier.
Anmerkung: Vgl. dazu SG Cottbus, Urt. v. 17.03.2014 – S 32 AS 436/13 – Vertretung in Rechtsstreitigkeiten auf dem Gebiet des SGB 2 – "dieselbe Angelegenheit" im Sinne des Gebührenrechts – getrennte Widerspruchsverfahren bei Festsetzungs- und Erstattungsbescheiden gegenüber mehreren Mitgliedern einer Bedarfsgemeinschaft – einheitlicher Lebenssachverhalt.
2.1 BSG, Urteil vom 13.02.2014 – B 4 AS 22/13
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren – Antrag auf Überprüfung sämtlicher Bescheide der letzten Jahre auf ihre Rechtmäßigkeit ohne Darlegung der Rechtswidrigkeitsgründe – keine Pflicht zur inhaltlichen Prüfung des Trägers der Grundsicherung für Arbeitsuchende
3.1 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 21.05.2014 – L 7 AS 347/14 B ER
Anmerkung: Ebenso Bay LSG, Beschluss vom 14.11.2013 – L 7 AS 579/13 B ER -.
3.2 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 24.10.2012 – L 16 AS 389/12 – Revision anhängig beim BSG – B 14 AS 21/14 R –
Anmerkung 1: LSG NRW, Beschluss vom 04.09.2012,- L 6 AS 596/12 B – Durchgreifende verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Neuregelung des § 32 Abs. 1 SGB 2 bestehen jedenfalls dann, wenn es sich wie hier um sog ältere Erwachsene handelt, nicht.
Anmerkung 2: weitere Revisionen beim BSG bezüglich der Zulässigkeit von einer Addition der Kürzungen bei Meldeterminen anhängig: B 14 AS 19/14 R – und B 14 AS 20/14 R -.
Anmerkung 1: gleicher Auffassung SG München, Beschl. v. 05.06.2014 – S 48 AS 1306/14 ER und SG Hamburg, Beschl. v. 28.04.2014 – S 58 AS 1238 /14 ER – ( beide unveröffentlicht ).
Anmerkung 2: Vgl. hierzu LSG NRW, Beschl. v. 24.03.2014 – L 19 AS 250/14 B ER –
In einem solchen Fall ist es dem Verwaltungsträger nicht zumutbar, weitere Versuche zu unternehmen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind (Urteil des Senats vom 17.02.2014 – L 19 AS 749/13; weitergehend LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 09.12.2013 – L 2 AS 1956/13 B ER; ersetzender Verwaltungsakt bereits bei drohendem Zeitverlust).
3.4 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 27.05.2014 – L 16 AS 344/14 B ER
3.5 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 26.05.2014 – L 11 AS 350/14 NZB
Das SG weicht von der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ab, wenn es davon ausgeht, dass bei fehlender realitätsnaher Schätzung ein Abschlag entsprechend der im Regelbedarf für Haushaltsenergie enthaltenen Kosten vorgenommen werden darf (vgl. hierzu BSG, Urteil vom 24.11.2011 – B 14 AS 151/10 R – und Urteil vom 19.10.2010 – B 14 AS 50/10 R -; anderer Auffassung wohl noch BSG, Urteil vom 27.02.2008 – B 14/11b AS 15/07 -).
3.6 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 27.05.2014 – L 11 AS 369/11
Normen: § 23 Abs. 3 SGB II a.F. – Schlagworte: Waschmaschine als Erstausstattung, Defekt vor Leistungsbezug, Zäsur nach Umzug
Der Anspruch auf Leistungen für Erstausstattung der Wohnung besteht auch dann, wenn der Leistungsberechtigte die erforderliche Anschaffung von Wohnungsgegenständen zunächst aus freier Entscheidung unterlassen und bereits längere Zeit ohne diese – an sich erforderlichen – Gegenstände gelebt hat. Eine "Verwirkung" kommt allenfalls in Ausnahmefällen in Betracht (vgl. BSG, Urteil vom 20. August 2009 – B 14 AS- 45/08- R ).
Anmerkung: Vgl. LSG BB, Urt. v. 17.11.2010 – L 5 AS 1220/07 – Anspruch auf die Gewährung einer Erstausstattung für die Wohnung besteht auch dann, wenn der Hilfebedürftige die erforderliche Anschaffung von Wohnungsgegenständen zunächst aus freier Entscheidung unterlassen und bereits längere Zeit in einer un- oder teilmöblierten Wohnung gelebt hat.
3.7 Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 30.04.2014 – L 7 AS 502/14 B ER
Vorläufige Gewährung von ALG II für rumänische Staatsangehörige – Anordnungsgrund für die Vergangenheit (Mietschuldenübernahme) bejaht.
3.8 LSG Hessen, Beschluss vom 06.06.2014 – L 6 AS 130/14 B ER
Das Hessische LSH hat entschieden, dass eine 26-Jährige, bulgarische Staatsangehörige einen Anspruch auf Grundsicherung hat – gegen den Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof.
4.1 SG München, Beschluss vom 05.06.2014 – S 48 AS 1306/14 ER
Anmerkung: ebenso zur Geltungsdauer eines Verwaltungsakts ohne Ermessenserwägungen – SG Chemnitz, Beschluss vom 29. April 2014 – S 29 AS 1636/14 ER – , unveröffentlicht.
4.2 SG Köln, Beschluss vom 16.06.2014 – S 6 AS 2024/14 ER
4.3 SG Leipzig, Beschluss vom 30.05.2014 – S 17 AS 1911/14 ER
Leitsatz (beck – online)
4.4 Sozialgericht Lübeck, Beschluss vom 12.10.2011 – S 21 AS 942/11 ER – rechtskräftig
Anmerkung: Vgl. zur Übernahme der Kosten für das Umgangsrecht im Ausland: LSG NRW, Beschluss vom 17.03.2014 – L 7 AS 2392/13 B ER ( Indonesien); SG Bremen, Beschluss vom 13.05.2013 – S 23 AS 612/13 ER ( Australien) und LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 24. November 2010 – L 1 SO 133/10 B ER ( Kalifornien).
4.5 Sozialgericht Gießen, Urteil vom 13.08.2013 – S 26 AS 1436/10 – Berufung anhängig beim Hessischem LSG unter dem Az. L 9 AS 666/13
Arbeitslosengeld II – Regelbedarf für Alleinstehende – Aufenthalt des ausländischen Vaters im Haushalt – Nichtvorliegen einer Bedarfsgemeinschaft – keine Aufteilung der Unterkunftskosten nach Kopfteilprinzip – Jobcenter verkennt die Bedeutung der Regelleistung als Sicherung des Existenzminimums.
Anmerkung: S. a. Vater zu Besuch – Voller Hartz-IV-Satz für alleinerziehende Mutter – weiterlesen aug n- tv – Ratgeber: http://www.n-tv.de/ratgeber/Voller-Hartz-IV-Satz-fuer-alleinerziehende-Mutter-article13057736.html
5.1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 26.05.2014 – L 9 SO 474/13
Anmerkung: Vgl. dazu SG Dortmund, Urt. v. 20.09.2013 – S 41 SO 132/12
1. Im Hinblick auf § 30 Abs. 7 S. 2 Nr. 5 SGB XII ("soweit nicht im Einzelfall ein abweichender Bedarf besteht") erlaubt die Norm die Festlegung eines von der vorgegebenen Pauschale abweichenden Bedarfs für die Warmwasserkosten bis zur Höhe der tatsächlichen – angemessenen – Kosten. § 30 Abs. 7 SGB XII erlaubt auch die Übernahme einmaliger Nachforderungen durch den Sozialhilfeträger.
6.1 Sozialgericht Duisburg, Urteil vom 01.04.2014 – S 44 AY 140/12 – rechtskräftig – Die Berufung wird zugelassen.
8. Mietschuldenübernahme auch im Wiederholungsfall – ein Beitrag von RA Helge Hildebrandt
Anmerkung: Anderer Auffassung – LSG Baden-Württemberg Beschluss, vom 13.3.2013 – L 2 AS 842/13 ER-B – die wiederholte zweckwidrige Mittelverwendung (hier für Mietzahlungen) spricht dafür, dass der Leistungsempfänger bewusst die Miete nicht zahlt im Vertrauen darauf, dass Rückstände später übernommen werden. In einem solchen Fall sozialwidrigen Herbeiführens von Mietrückständen trotz ausreichender Mittel erscheint eine Hilfegewährung nicht gerechtfertigt ( Anschluss an LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 1. März 2011 – L 12 AS 622/11 ER-B m. Hinweis auf LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 27. Dezember 2010 – L 3 AS 557/10 B ER -).
Quelle: http://tacheles-sozialhilfe.de/