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Timestamp: 2019-07-19 17:27:01
Document Index: 318423198

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 9', '§ 1', '§ 8', '§9', '§ 8', '§ 6']

In Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig - auch bei nur geringem Aufenthalt - Steuerberatung & Steueroptimierung - Finanznachrichten
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21.02.2011, 07:36
Sie sind dann in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig, wenn Sie nach der Abgabenordnung (AO) in Deutschland einen Wohnsitz (§ 8 AO) oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO) haben.
Gem. § 1 EStG sind Sie unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig, wenn Sie im Inland einen Wohnsitz (§ 8 AO) oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§9 AO) haben
Eine im Ausland lebende Flugbegleiterin ist auch dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie im Bundesgebiet für seltene, beruflich veranlasste Übernachtungen eine sog. Standby-Wohnung für gelegentliche Aufenthalte nutzt
Die Klägerin .. mietete die Klägerin eine kleine Wohnung mit Küche und Bad an, wo sie im Schnitt zwei bis drei Nächte im Monat zu Dienst- oder mehrtägigen Schulungszwecken verbrachte
Hessisches Finanzgericht: Sog. Standby-Wohnung einer ansonsten im Ausland lebenden Flugbegleiterin kann zu unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland führen.
Eine im europäischen Ausland lebende Flugbegleiterin ist auch dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie im Bundesgebiet für seltene, beruflich veranlasste Übernachtungen lediglich eine 26 qm große sog. Standby-Wohnung in der Nähe ihres festen Einsatzflughafens vorhält. Denn dadurch begründet sie einen Wohnsitz im Sinne des § 8 Abgabenordnung (AO). Das hat das Hessische Finanzgericht entschieden (Az. 3 K 1060/09).
Geklagt hatte eine Flugbegleiterin, die mit ihrem Ehemann im europäischen Ausland lebt. Ihre Fluglinie verlangt, dass sie im Einzugsbereich von 50 km zu ihrem Einsatzflughafen über eine Unterkunft verfügt, wobei auch ein Hotelzimmer reicht. Der Einsatzflughafen der Klägerin liegt im Bundesgebiet. Deshalb mietete sie in der Nähe zum Einsatzflughafen eine 26 qm große, ebenfalls im Bundesgebiet gelegene 1,5 Zimmerwohnung mit Küche und Bad. In den Streitjahren verbrachte die Klägerin im Schnitt zwei bis drei Nächte im Monat in der Wohnung und zwar immer nur dann, wenn es für ihren Dienst oder mehrtägige Schulungen erforderlich war.
Das Urteil vom 13. Dezember 2010 ist vorläufig nicht rechtskräftig.
.. egal, wohin das Kapital auch transferiert wird, solange Personen in Deutschland ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, bleiben sie hierzulande unbeschränkt vermögensteuerpflichtig.
Das gilt genauso, wenn sie zwar ihren Wohnsitz verlegen, aber mehr als 183 Tage in Deutschland verbringen, denn dann wird das als inländischer gewöhnlicher Aufenthalt gewertet.
Selbst wenn sie ganz ins Ausland ziehen und auch dort bleiben, kommt meist immerhin noch eine beschränkte Vermögensteuerpflicht für die Inlandsvermögen in Betracht. Und wer seinen Wohnsitz in ein Niedrigsteuerland verlegt, den trifft nach dem Außensteuergesetz eine erweiterte beschränkte Steuerpflicht, zum Beispiel auch für den Fall von Briefkastenfirmen im Ausland. „Es dürfen beim Wegzug also keine wirtschaftlichen Interessen wie etwa Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen hier zurückbleiben“, sagt Experte Husken von Ernst & Young. „Das heißt, es müsste nach dem Verkauf sämtlichen Inlandsvermögens ein kompletter Wegzug sein, um keine Anknüpfungspunkte für die Erhebung der Vermögensteuer zurückzulassen.“ Ein doch eher seltenes Szenario, das zudem persönlich gut überlegt sein sollte. „An den erforderlichen Konsequenzen fehlt es häufig, denn viele wollen ihr soziales Umfeld nicht verlassen – oder kommen nach kurzer Auswanderung deswegen wieder zurück“, weiß Steueranwalt Wolf-Georg von Rechenberg von der Kanzlei CMS Hasche Sigle aus der Praxis.
Das stimmt so brachial-pauschal NICHT.
NOCH haben wir in Deutschland nicht wieder die Erhebung von Vermögensteuer. Wir reden also derzeit, wenn überhaupt, von Abzugssteuer bei Beteiligungen, Kapitalertragssteuer bei Zinserträgen und Einkommensteuer bei beschränkt steuerpflichtigen Erträgen.
Die in Deutschland weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Interessen - seien es Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, andere Assets - dürfen (lediglich) das Gesamtinteresse des "Steuersubjekts" nicht überwiegen. Besser als ein "Interessens-Patt" ist hier sicherlich ein eher untergeordnetes wirtschaftliches Interesse.
Also mal ganz pauschal: Wer seinen Wohnsitz (wirklich, also so richtig mit allem Drum und Dran) ins Ausland verlegt und dann nur eine Briefkastenfirma dort gründet, ist es selber schuld.
Komplette Auswanderung ist auf dem Vormarsch - das sollte und muss sich ein Staatswesen auch kritisch auf der Zunge zergehen lassen, wieso das so ist - und alle Statistiken belegen, dass die Quote der "Rückwanderer" doch eher gering ist. Ich persönlich glaube sogar, dass sich die Rückwanderer ganz überwiegend aus den Leuten rekrutieren, die ziemlich kritiklos einfach zu viel "Good Bye Deutschland" geschaut haben.
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