Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F03-09-2013-6B_127-2013
Timestamp: 2016-10-25 08:26:30
Document Index: 295940530

Matched Legal Cases: ['Art. 81', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 73', 'Art. 81', 'Art. 42', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 310', 'Art. 310', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 309', 'Art. 309', 'Art. 310', 'Art. 319', 'in dubio', 'Art. 5', 'Art. 2', 'Art. 319', 'Art. 324', 'BGE', 'Art. 310', 'Art. 319', 'BGE', 'Art. 310', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 146', 'Art. 340', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 66', 'Art. 68']

6B_127/2013 (03.09.2013)
6B_127/2013 � � Urteil vom 3. September 2013
Nichtanhandnahme einer Untersuchung (Betrug),
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich, III. Strafkammer, vom 20. Dezember 2012.
�Die X.________ S.A. ist eine Gesellschaft mit Sitz in Panama und einer c/o-Adresse bei einem Finanzinstitut in Genf. Sie erstattete am 23. Juli 2010 Strafanzeige gegen A.________, B.________ und C.________ wegen Betruges. Der Anzeige liegt ein Kaufgesch�ft zwischen der X.________ S.A. und der D.________ Ltd., einer von den drei Beschuldigten kontrollierten Unternehmung, mit Sitz in Moskau, �ber 500,48 Gramm des stabilen Isotops SE-74 zugrunde. Die X.________ S.A. bezahlte f�r das Isotop einen Preis von insgesamt USD 8'327'820.--, wobei die betragsm�ssig gr�sste Zahlung im Umfang von USD 7'502'500.-- von Z�rich aus erfolgte. Die X.________ S.A. warf den Beschuldigten vor, ihrem Direktor E.________ in einem regelrechten L�gengeb�ude vorget�uscht zu haben, f�r das Isotop SE-74 bestehe eine grosse Nachfrage und es sei gewinnbringend ver�usserbar. In Wirklichkeit handele es sich um ein praktisch wertloses Produkt.
�Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Z�rich, Abteilung Wirtschaftsdelikte, nahm mit Verf�gung vom 20. M�rz 2012 die Strafuntersuchung gegen die drei Beschuldigten nicht an die Hand. Eine gegen diese Verf�gung erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Z�rich mit Beschluss vom 20. Dezember 2012 ab.
�Die X.________ S.A. f�hrt Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Sie beantragt, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft III des Kantons Z�rich sei anzuweisen, ein Strafverfahren gegen A.________, B.________ und C.________ zu er�ffnen oder das Strafverfahren an die Staatsanwaltschaft des Kantons Genf abzutreten. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Das Obergericht des Kantons Z�rich hat auf Stellungnahme verzichtet. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich beantragt in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde. Die X.________ S.A. hat dazu Stellung genommen.
�Zur Beschwerde in Strafsachen ist nach Art. 81 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten (lit. a) und ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids hat (lit. b). Nach Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG wird der Privatkl�gerschaft ein rechtlich gesch�tztes Interesse zuerkannt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilanspr�che auswirken kann. Dies setzt grunds�tzlich voraus, dass die Privatkl�gerin bereits adh�sionsweise Zivilforderungen geltend gemacht hat. Bei Nichtanhandnahme oder Einstellung der Strafuntersuchung wird auf dieses Erfordernis verzichtet. In diesen F�llen muss im Verfahren vor Bundesgericht aber dargelegt werden, aus welchen Gr�nden sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderungen auswirken kann (BGE 137 IV 246 E. 1.3.1).
�Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Sie hat Strafanzeige wegen Betrugs gestellt, einen Schaden von USD 8'327'820.-- geltend gemacht und die Beschlagnahme von Verm�genswerten der Beschuldigten zwecks Einziehung und Verwendung zu ihren Gunsten gem�ss Art. 73 StGB beantragt. Dies gen�gt f�r die Bejahung der Legitimation nach Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG.
�Gem�ss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG ist in der Begr�ndung der Beschwerde in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (vgl. dazu Art. 95 ff. BGG). Dies setzt voraus, dass sich der Beschwerdef�hrer wenigstens kurz mit den Erw�gungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1). Die massgeblichen Ausf�hrungen m�ssen in der Beschwerdeschrift selber enthalten sein. Ein Verweis auf fr�here Rechtsschriften oder auf die Verfahrensakten ist unzul�ssig (vgl. BGE 133 II 396 E. 3.1, mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdef�hrerin auf die Strafanzeige und die im kantonalen Verfahren erhobene Beschwerdeschrift verweist (Beschwerde S. 4 und 10), ist auf ihre Beschwerde nicht einzutreten.
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung von Art. 3 und 8 StGB sowie von Art. 310 StPO. Sie macht geltend, es stehe nicht eindeutig fest, dass keine schweizerische Strafhoheit bestehe. Beim grenz�berschreitenden Betrug k�men f�r die Bestimmung der schweizerischen Gerichtsbarkeit sowohl der Ort, wo die beabsichtigte Bereicherung eintreten soll, als auch der Ort der sch�digenden Verm�gensdisposition in Frage. Dem Ort der Verm�gensverf�gung komme das gleiche Gewicht zu wie demjenigen der arglistigen T�uschung, der Irrtumserregung, oder des Verm�gensschadens. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz sei der einzelzeichnungsberechtigte E.________ den Darlehensvertrag zur Finanzierung des Gesch�fts mit der D.________ in Genf eingegangen, wo auch seine B�ros l�gen. Die Vorinstanz h�tte das Verfahren somit er�ffnen und nach Genf abtreten m�ssen (Beschwerde S. 6 f.).
�Die Beschwerdef�hrerin bringt weiter vor, der Kaufpreis f�r das Isotop SE-74 sei von der F.________ Bank AG, Z�rich, �ber die G.________, Z�rich, auf ein ausl�ndisches Konto der D.________ �berwiesen worden. Damit sei die sch�digende Verm�gensdisposition zus�tzlich auch in Z�rich erfolgt (Beschwerde S. 7 ff.). Damit seien die Voraussetzungen f�r eine Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung gem�ss Art. 310 StPO nicht erf�llt. Die Vorinstanz habe sich ausschliesslich auf die Darstellung der Beschwerdegegnerin gest�tzt, ohne E.________ je angeh�rt zu haben. Dieser habe stets beteuert und mit diversen Unterlagen belegt, dass die Vertragsverhandlungen betreffend den Kauf des Isotop SE-74 in Z�rich stattgefunden h�tten. Dort sei er mithin auch get�uscht worden und habe die massgeblichen Vertr�ge unterzeichnet (Beschwerde S. 8 ff.).
�Im Eventualstandpunkt macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Vorinstanz habe die Frage offengelassen, ob eine allf�llige Strafverfolgung durch die russischen Beh�rden oder die Mitverantwortung des Opfers der Er�ffnung eines Strafverfahrens entgegenstehe. Soweit das Bundesgericht dieser Frage entscheidende Bedeutung beimessen sollte, sei die Sache zur Entscheidung hier�ber an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Beschwerde S. 10 f.).
3.2.�Die Strafanzeige nennt als t�uschende Handlungen die Darstellung der D.________ als staatlichen Betrieb, die Anmietung entsprechender R�umlichkeiten in einem Staatsgeb�ude, die angeblich hohe Reputation der Beschuldigten, namentlich von A.________ als Experte f�r Isotope in Russland, die Vorspiegelung eines existierenden Marktes und eines hohen Marktwertes des Isotops SE-74 durch Weiterleitung fiktiver Kaufofferten sowie die Zusicherung eines Exklusivkaufrechts.
�Die Staatsanwaltschaft nimmt an, diese T�uschungshandlungen seien nicht in Z�rich, sondern in Moskau ausgef�hrt worden. Selbst wenn man annehmen wollte, dass E.________ den Kaufvertrag f�r die Beschwerdef�hrerin in Z�rich unterzeichnet h�tte, k�nnte dies den Z�rcher Gerichtsstand nicht begr�nden, da der Vertragsschluss nur als das letzte Element einer ganzen Kette verschiedener T�uschungshandlungen erscheine. Zudem befinde sich auch der Ort des Deliktserfolgs nicht in der Schweiz, sondern in Moskau (Sitz der D.________ [Ort der Bereicherung]) oder in Panama (Sitz der Beschwerdef�hrerin [Ort der Entreicherung]) resp. auf den Cayman Islands (Sitz der Darleiherin [Ort der Entreicherung]). Die �berweisung des Kaufpreises von einer Schweizer Bank aus sei nebens�chlich und stelle ebenfalls keinen gen�genden Ankn�pfungspunkt f�r die schweizerische Strafgerichtsbarkeit dar. Zudem habe die Beschwerdef�hrerin am 30. August 2010 eine Strafanzeige bei den Beh�rden in Moskau eingereicht. Auch aus diesem Grund bestehe kein Raum mehr f�r ein Schweizer Strafverfahren. Schliesslich sei das Tatbestandsmerkmal der Arglist nicht erf�llt, da die Beschwerdef�hrerin jegliche eigene Abkl�rungen unterlassen und damit die minimalste Vorsicht nicht beachtet habe (angefochtener Beschluss S. 3; Nichtanhandnahmeverf�gung vom 20. M�rz 2012 [Urk. 3/1]).
3.3.�Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, ein Ankn�pfungspunkt im Sinne von Art. 8 Abs. 1 StGB sei gest�tzt auf das Territorialprinzip (Art. 3 StGB) nicht gegeben. Die mutmasslich begangene Straftat habe wahrscheinlich an mehreren Orten stattgefunden. Aus der Strafanzeige erg�ben sich indes nicht gen�gend Hinweise daf�r, dass die Tat auf schweizerischem Staatsgebiet ausgef�hrt worden sei. Die aus dem Zeitraum vor Abschluss des Hauptvertrages vom 25. April 2007 stammenden Belege, namentlich zwei Hotelrechnungen und ein Zugticket, seien nicht stichhaltig. Zudem seien sowohl der Hauptvertrag als auch die beiden Zusatzvertr�ge vom 4. Juni 2008 und vom 8. Juli 2008 unter Abwesenden geschlossen worden. Dies folge bez�glich des Hauptvertrags aus den Angaben der Beschwerdef�hrerin selbst und bez�glich der Zusatzvertr�ge aus den Stempeln neben der Unterschrift der Beschuldigten. Wo E.________ die Vertr�ge unterschrieben habe, sei unerheblich, da es bei der Bestimmung des Ausf�hrungsortes nicht auf die Handlungen des Get�uschten, sondern auf diejenigen der T�ter ankomme. Dass die Beschuldigten das Isotop SE-74 in die Schweiz gebracht, im Zollfreilager Z�rich gelagert und der Beschwerdef�hrerin in Z�rich �bergeben h�tten, bilde keinen Ankn�pfungspunkt f�r die schweizerische Zust�ndigkeit. Weder die Lagerung des Kaufgegenstandes in Z�rich noch dessen �bergabe an die Beschwerdef�hrerin seien T�uschungshandlungen (angefochtener Beschluss S. 8 ff.). Der Ort des Eintritts des Verm�gensschadens liege in Panama, der Erfolgsort der Bereicherung in Russland. Wo der Irrtum eingetreten sei, lasse sich nicht feststellen. In der Schweiz (Genf) liege einzig der Ort der Verm�gensdisposition, d. h. der Ort, wo die Beschwerdef�hrerin bzw. der f�r sie handelnde E.________ den Darlehensvertrag zur Finanzierung des Gesch�fts mit der D.________ eingegangen sei. Soweit dieser Ort als Erfolgsort anerkannt werde, erscheine er im Zusammenhang der Geschehensabl�ufe als derart untergeordnet, dass sich sachlich nicht rechtfertige, einzig aufgrund dieses Ortes die Zust�ndigkeit der Schweizer Beh�rden zur Strafverfolgung zu bejahen. Schliesslich verm�ge auch die �berweisung des Kaufpreises von einem Konto der Darleiherin bei einer Bank mit Sitz in Z�rich auf ein ausl�ndisches Konto der D.________ die schweizerische Gerichtsbarkeit nicht zu begr�nden (angefochtener Beschluss S. 12 f.).
4.1.�Nach Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO er�ffnet die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt. Sie verzichtet auf die Er�ffnung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverf�gung oder einen Strafbefehl erl�sst (Art. 309 Abs. 4 StPO). Gem�ss Art. 310 Abs. 1 StPO verf�gt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbest�nde oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erf�llt sind (lit. a) oder wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b). Hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung er�ffnet, stellt sie gem�ss Art. 319 Abs. 1 StPO das Verfahren ein, wenn u.a. kein Tatverdacht erh�rtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), oder wenn kein Straftatbestand erf�llt ist (lit. b).
�Die Frage, ob ein Strafverfahren durch die Strafverfolgungsbeh�rde �ber eine Nichtanhandnahme erledigt werden kann, beurteilt sich nach dem aus dem Legalit�tsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in dubio pro duriore" (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO; BGE 138 IV 86 E. 4.2). Danach darf eine Nichtanhandnahme durch die Staatsanwaltschaft gest�tzt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nur in sachverhaltsm�ssig und rechtlich klaren F�llen ergehen, so bei offensichtlicher Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand f�llt, oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Im Zweifelsfall, wenn die Nichtanhandnahmegr�nde nicht mit absoluter Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren er�ffnet werden. Dementsprechend darf keine Nichtanhandnahme verf�gt werden, wenn die Staatsanwaltschaft zur Pr�fung der Nichtanhandnahmegr�nde vorg�ngig Untersuchungshandlungen durchf�hren muss. Ergibt sich nach durchgef�hrter Untersuchung, dass kein Straftatbestand erf�llt ist, kann die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gest�tzt auf Art. 319 StPO einstellen (vgl. BGE 138 IV 86 E. 4.1; 137 IV 219 E. 7 und 285 E. 2.3; ESTHER OMLIN, in: Basler Kommentar, Strafprozessordnung, 2011, Art. 310 StPO N 8).
4.2.1.�Gem�ss Art. 3 Abs. 1 StGB ist dem Schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder ein Vergehen ver�bt. Nach Art. 8 Abs. 1 StGB (aArt. 7 Abs. 1 StGB) gilt ein Verbrechen oder ein Vergehen als da begangen, wo der T�ter es ausf�hrt oder pflichtwidrig unt�tig bleibt, und da, wo der Erfolg eingetreten ist. Fallen Handlungs- und Erfolgsort auseinander (Distanzdelikte), bestehen somit mehrere Tatorte, denen dasselbe Gewicht zukommt. Dies ergibt sich aus der tatbest�ndlichen Einheit von Handlung als Verwirklichung des Tatvorsatzes und Erfolg als Beeintr�chtigung des gesch�tzten Rechtsguts. Die Anerkennung des Erfolgsorts als Tatort beruht auf dem Gedanken, dass die Anwendung des inl�ndischen Strafrechts zum Schutz der im Inland gelegenen Rechtsg�ter auch dann geboten ist, wenn diese durch eine Handlung im Ausland angegriffen werden (vgl. Martin B�se, in: Nomos Kommentar, Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2013, Bd. 1, � 9 N 2; Gerhard Werle/Florian Jessberger, Strafgesetzbuch, Leipziger Kommentar, 12. Aufl., Berlin 2006 ff. � 9 N 3; f�r den Erfolgsort als bloss subsidi�res Ankn�pfungskriterium Popp/Keshelava, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, Art. 8 StGB N 9).
�Als Ausf�hrung der Tat gilt jedes einzelne tatbestandsm�ssige Verhalten. Dabei gen�gt bereits eine teilweise Erf�llung des Tatbestands auf schweizerischem Gebiet, nicht aber der Entschluss der Tat oder die blosse Vorbereitungshandlung (BGE 119 IV 250 E. 3c S. 253; Urteil des Bundesgerichts 6B_74/2011 vom 13. September 2011 E. 2; ferner Ursula Cassani, Die Anwendbarkeit des schweizerischen Strafrechts auf internationale Wirtschaftsdelikte, ZStrR 114/1996 S. 245; vgl. auch Christian Schwarzenegger, Handlungs- und Erfolgsort beim grenz�berschreitenden Betrug, in: Wirtschaft und Strafrecht, Festschrift f�r Niklaus Schmid zum 65. Geburtstag, 2001, S. 149 f.). Erfolg ist der als Merkmal im Tatbestand umschriebene, r�umlich und zeitlich vom T�terverhalten abtrennbare Aussenerfolg des Delikts (BGE 105 IV 326; vgl. auch Trechsel/Vest, Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2. Aufl., 2013, Art. 8 N 6).
�Nach der Rechtsprechung erscheint es im internationalen Verh�ltnis zur Vermeidung negativer Kompetenzkonflikte grunds�tzlich als geboten, auch in F�llen ohne engen Bezug zur Schweiz die schweizerische Zust�ndigkeit zu bejahen. Selbst bei einer weiten Anwendung des in Art. 8 StGB verankerten Ubiquit�tsprinzips, wonach entweder der Handlungs- oder der Erfolgsort in der Schweiz liegen muss, bleibt allerdings ein Ankn�pfungspunkt zur Schweiz unabdingbar. Als solcher gen�gt namentlich, dass im Ausland ertrogene Gelder auf einem Schweizer Bankkonto gutgeschrieben werden (BGE 133 IV 171 E. 6.3).
4.2.2.�Ein Betrug im Sinne von Art. 146 StGB gilt als dort ausgef�hrt, wo der T�ter jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdr�ckung von Tatsachen oder unter Ausn�tzung eines Irrtums zu einem Verhalten bestimmt, das den sich Irrenden oder einen Dritten am Verm�gen sch�digt (vgl. Nay/Thommen, in: Basler Kommentar zum StGB, 2. Aufl., Art. 340 N 9 [zum Gerichtsstand des Begehungsorts; aufgehoben mit Wirkung ab 1. Januar 2011]). Bei schriftlichen T�uschungshandlungen liegt der Ausf�hrungsort dort, wo der T�ter die Schrift geschrieben und versandt hat (vgl. Schweri/B�nziger, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl., 2004, N 77 und 106). Als Ort des Erfolgs gilt nach der Rechtsprechung sowohl der Ort der sch�digenden Verm�gensverf�gung bzw. der Sch�digung des Verm�gens als auch derjenige, an dem die beabsichtigte Bereicherung eingetreten ist oder h�tte eintreten sollen (BGE 125 IV 177 E. 2a; 117 Ib 210 E. 3b/cc; 109 IV 1 E. 3c). So gilt der Erfolg als in der Schweiz eingetreten, wenn das Opfer der Sch�digung eine Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz ist, auch wenn ein Grossteil der deliktischen Handlung im Ausland ver�bt wurde (BGE 124 IV 241 E. 4c).
�In der Lehre werden f�r den Fall, dass Irrtum, Verm�gensdisposition und Verm�gensschaden r�umlich auseinanderfallen, drei Erfolgsorte, n�mlich derjenige des Irrtums, der Verm�gensverf�gung und des Eintritts des Verm�gensschadens unterschieden (Schwarzenegger, a.a.O., S. 155; Andreas Hoyer, in: Systematischer Kommentar zum Strafgesetzbuch, hrsg. von J�rgen Wolter, Frankfurt a.M., 8. Aufl. [Stand 136. Lfg. Oktober 2012], � 9 N 6; vgl. auch Trechsel/Vest, a.a.O., Art. 8 N 6). Dabei wird die Verm�gensdisposition als Ausf�hrungshandlung des Verletzten verstanden, die ein Tatbestandsmerkmal verwirklicht und vom Tatbestand mithin als (Zwischen-) Erfolg erfasst wird. Entscheidend ist danach der Aufenthaltsort (die physische Pr�senz) des Verletzten im Moment, in welchem er die Verm�gensdisposition vornimmt (Schwarzenegger, a.a.O., S. 156).
4.3.�Die Vorinstanz erw�gt in Bezug auf die Verm�gensverf�gung als Ankn�pfungspunkt, das Bundesgericht habe sich bis anhin noch nicht mit der Frage auseinandergesetzt, ob der Ort, an welchem die Verf�gung vorgenommen werde, als Erfolgsort gelten k�nne oder als eine blosse Zwischenwirkung zu verstehen sei (angefochtener Beschluss S. 6). Wenn die Frage, ob der Ort der Verm�gensdisposition als Erfolgsort gilt, h�chstrichterlich noch nicht entschieden ist und im Schrifttum zudem beachtliche Gr�nde f�r eine derartige Auffassung vorgebracht werden, l�sst sich nicht ernsthaft annehmen, die Zust�ndigkeit der Schweizer Beh�rden zur Strafverfolgung sei offensichtlich nicht gegeben. Nach der Rechtsprechung kann der Umstand, dass Pr�judizien zur Anwendung des materiellen Strafrechts fehlen, denn auch ein Kriterium darstellen, das im Zweifel f�r eine Anklageerhebung spricht (Urteil des Bundesgerichts 1B_528/2011 23. M�rz 2012 E. 2.4). Ob tats�chlich Anklage erhoben wird, entscheidet sich in einem differenzierenden Abw�gungsprozess, der die Er�ffnung einer Untersuchung voraussetzt.
�Soweit die Vorinstanz annimmt, der Ort der Verm�gensverf�gung erscheine im Gesamtkontext als derart nebens�chlich und zuf�llig, dass es sich nicht rechtfertigen w�rde, einzig aufgrund dieses Ortes die Zust�ndigkeit der Schweizer Beh�rden zur Strafverfolgung zu bejahen (angefochtener Beschluss S. 12), nimmt sie eine Wertung vor. Auch insofern kann somit nicht gesagt werden, Schweizer Recht sei mit Sicherheit nicht anwendbar.
�In Bezug auf die Vertragsverhandlungen �ber den Kauf des Isotop SE-74 ergibt sich aufgrund der eingelegten Beweise ebenfalls nicht schon von vornherein, dass diese nicht auch in Z�rich gef�hrt wurden und der f�r die Beschwerdef�hrerin handelnde E.________ dort get�uscht wurde. Die Vorinstanz nimmt eine vorl�ufige W�rdigung der Beweise vor und kommt zum Schluss, auch wenn nicht mit Sicherheit festgestellt werden k�nne, dass alle T�uschungshandlungen in Moskau ausgef�hrt worden seien, erg�ben sich anhand der Strafanzeige und den dazu eingereichten Beilagen, namentlich der Hotelrechnungen und Zugtickets, zumindest nicht gen�gend klare Anhaltspunkte daf�r, dass Z�rich oder ein anderer Ort in der Schweiz als Ausf�hrungsort in Frage kommen k�nnte (angefochtener Beschluss S. 8 f.). Wie die Beschwerdef�hrerin zutreffend ausf�hrt (Beschwerde S. 9), r�umt die Vorinstanz damit ein, dass durchaus Anhaltspunkte f�r Z�rich als Ausf�hrungsort bestehen, auch wenn sie diese nicht als stichhaltig erachtet. Bei dieser Sachlage l�sst sich aber ebenfalls nicht annehmen, der Straftatbestand oder die Prozessvoraussetzungen seien eindeutig nicht erf�llt.
�Die Strafbeh�rden haben daher die Strafuntersuchung zu Unrecht nicht an die Hand genommen. Der angefochtene Beschluss verletzt Bundesrecht und die Beschwerde erweist sich als begr�ndet. Bei diesem Ergebnis muss die eventualiter vorbrachte R�ge nicht gepr�ft werden.
�Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Sache ist an die Vorinstanz zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen und an die Staatsanwaltschaft zur Er�ffnung einer Untersuchung zur�ckzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Der Kanton Z�rich hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 20. Dezember 2012 aufgehoben und die Sache ans Obergericht zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen sowie an die Staatsanwaltschaft III des Kantons Z�rich zur Er�ffnung einer Untersuchung zur�ckgewiesen.
Der Kanton Z�rich hat der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- auszurichten.