Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202017,%20256
Timestamp: 2019-06-19 18:04:49
Document Index: 155464388

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 894', 'Art. 34', '§ 177', '§ 4', '§ 37', '§ 28', '§ 28', '§ 29', '§ 563', '§ 563', '§ 812', '§ 875', '§ 195', 'Art. 229', '§ 6', '§ 196', '§ 204', '§ 167', '§ 812', '§ 121', '§ 121', 'Art 37', 'Art 38', '§ 894', 'Art. 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 38', 'BGH', '§ 44', 'BGH', 'BGH', '§ 44', '§ 44', '§ 44', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 38', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 38', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.11.2016 - V ZR 266/14 - dejure.org
https://dejure.org/2016,51478
BGH, 18.11.2016 - V ZR 266/14 (https://dejure.org/2016,51478)
BGH, Entscheidung vom 18.11.2016 - V ZR 266/14 (https://dejure.org/2016,51478)
BGH, Entscheidung vom 18. November 2016 - V ZR 266/14 (https://dejure.org/2016,51478)
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§ 894 BGB, Art. 34 Abs. 1 Satz 2 der Gemeindeordnung für den Freistaat ... Bayern, §§ 177 ff. BGB, § 4 Abs. 1 Satz 1 RsprEinhG, § 37 Abs. 1 Satz 2 LKrO BW, § 28 GO NRW, §§ 28, 55 GO NRW, § 29 GBO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO, § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 875 Abs. 1 BGB, § 195 BGB, Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB, § 196 BGB, § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB, § 167 ZPO, § 812 Abs. 1 BGB, § 121 Abs. 2 nF BGB, § 121 Abs. 1 Satz 1 BGB
Art 37 Abs 1 Nr 1 GemO BY, Art 38 Abs 1 GemO BY, § 894 BGB
BayGO Art. 29, 30, 36, 37, 38
Umfassende organschaftliche Vertretungsmacht des Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde im Außenverhältnis
Organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde im Außenverhältnis als allumfassend und unbeschränkt; Berechtigung und Verpflichtung der Gemeinde durch Vornahme von Rechtshandlungen des ersten Bürgermeisters ohne erforderliche Beschlussfassung des Gemeinderats; Berichtigung des Grundbuchs aus der Anfechtung der Pfandfreigabeerklärung
Unbeschränkte Vertretungsmacht auch des bayrischen ersten Bürgermeisters (hier: Pfandfreigabe eines Grundstücks)
Zur allumfassenden und unbeschränkten organschaftlichen Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde im Außenverhältnis
Bayerische Bürgermeister sind unbeschränkt vertretungsbefugt!
Bayerische Bürgermeister - und ihre Vertretungsmacht
Was man über die Vertretungsmacht eines bayerischen Bürgermeisters wissen sollte
Unbeschränkte organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters (Sebastian Henke und Jan Singbartl; ZJS 2017, 495)
LG Ansbach, 16.08.2013 - 2 O 1474/11
OLG Nürnberg, 28.10.2014 - 4 U 1900/13
BAG, 22.08.2016 - 2 AZB 26/16
BGHZ 213, 30
NJW 2017, 2412
MDR 2017, 265
FGPrax 2017, 47
DÖV 2017, 476
Rpfleger 2017, 259
BauR 2017, 1081
Die organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde ist im Außenverhältnis allumfassend und unbeschränkt; infolgedessen wird die Gemeinde auch durch solche Rechtshandlungen des ersten Bürgermeisters berechtigt und verpflichtet, die dieser ohne die erforderliche Beschlussfassung des Gemeinderats vorgenommen hat (Bestätigung von BGH, Urteil vom 18. November 2016, V ZR 266/14, WM 2017, 256, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
Infolgedessen wird die Gemeinde auch durch solche Rechtshandlungen des ersten Bürgermeisters berechtigt und verpflichtet, die dieser ohne die erforderliche Beschlussfassung des Gemeinderats vorgenommen hat (Urteil vom 18. November 2016 - V ZR 266/14, WM 2017, 256 Rn. 12, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
Für diese Auslegung des Art. 38 Abs. 1 BayGO als Einräumung einer umfassenden Vertretungsmacht im Außenverhältnis spreche schließlich entscheidend - wie in den anderen Bundesländern auch - das Bedürfnis nach Rechtssicherheit und angemessenem Verkehrsschutz (vgl. im Einzelnen BGH, Urteil vom 18. November 2016 - V ZR 266/14, aaO Rn. 13-23).
In dieser Lage gebührt vielmehr dem Interesse der Normbetroffenen an der Einhaltung der gesetzlichen Kompetenzordnung Vorrang vor dem Interesse des übernehmenden Trägers, zumal dieser aufgrund seiner Vertretung in der Trägerversammlung (§ 44c Abs. 1 Satz 2 SGB II) unproblematisch Kenntnis von der entsprechenden Beschlusslage erlangen kann (anders demgegenüber die Interessenlage im Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichen Körperschaften und "echten" Außenstehenden, vgl dazu zuletzt etwa BGH vom 18.11.2016 - V ZR 266/14 - BGHZ 213, 30 RdNr 21;… wie dort wohl Knapp in jurisPK-SGB II, 4. Aufl 2015, § 44d RdNr 19: fraglich, ob Unwirksamkeit vereinbar mit Bedürfnissen des Rechtsverkehrs; wie hier dagegen im Ergebnis Luik in Hohm, GK-SGB II, § 44b RdNr 182.1, Stand April 2017;… Weißenberger in Eicher/Luik, SGB II, 4. Aufl 2017, § 44d RdNr 12: ohne Beschluss der Trägerversammlung geschlossener Vertrag ist schwebend unwirksam).
Hinzutreten muss in subjektiver Hinsicht, dass diese Übung von der Überzeugung getragen wird, mit ihrer Anwendung geltendes Recht zu befolgen (BGH, Urteil vom 16. Februar 2001 - V ZR 422/99, NJW-RR 2001, 1208, 1209;… Urteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, ZIP 2013, 966 Rn. 29;… Beschluss vom 4. September 2013 - XII ZB 526/12, NJW 2014, 387 Rn. 16; Urteil vom 18. November 2016 - V ZR 266/14, WM 2017, 256 Rn. 23).
Der Vorlage eines Gemeinderatsbeschlusses zur Grundbucheintragung bedarf es daher nicht (Anschluss an BGH NJW 2017, 2412).
Dagegen wenden sich die Beteiligten mit der Beschwerde vom 23.8.2017, mit der sie auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 18.11.2016, V ZR 266/14, verweisen.
Soweit das Grundbuchamt anführt, der Bundesgerichtshof habe am 18.11.2016 (NJW 2017, 2412 ff.) das Verfahren nur zu einer neuen Entscheidung zurückverwiesen, hat es verkannt, dass sich die Zurückverweisung allein auf eine vom Berufungsgericht nicht entschiedene andere Rechtsfrage bezogen hat.
Wie der 5. Senat des BGH in seiner Entscheidung vom 18.11.2016 explizit feststellte (BGH V ZR 266/14, WM 2017, 256), ist die organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde im Außenverhältnis allumfassend und unbeschränkt.
Wie oben bereits ausgeführt, hat die von den Klägerinnen erhobene Rüge, dass der Bürgermeister des Nebenintervenienten zu 2) ohne Gemeinderatsbeschluss eine Übertragung der Stimmrechte nicht wirksam habe vornehmen können, angesichts des Art. 38 BayGO und der zitierten Entscheidung des BGH (WM 2017, 256) keinen Erfolg.
Die Vertretungsmacht des im Außenverhältnis berufenen Organs ist grundsätzlich nicht von der im Innenverhältnis ggf. erforderlichen Mitwirkung anderer Organe abhängig (BAG…, Beschluss vom 22. August 2016 - 2 AZB 26/16 - Rn. 10 ff., juris = NZA 2016, 1296; BAG…, Urteil vom 27. September 2001 - 2 AZR 389/00 - Rn. 35, juris = NJW 2002, 1287; BAG…, Urteil vom 14. November 1984 - 7 AZR 133/83 - Rn. 27, juris = NJW 1986, 2271; LAG Mecklenburg-Vorpommern…, Urteil vom 05. November 2008 - 2 Sa 137/08 - Rn. 32, juris; BGH, Urteil vom 18. November 2016 - V ZR 266/14 - Rn. 7, juris = MDR 2017, 265).
Wie der 5. Senat des BGH in seiner Entscheidung vom 18.11.2016 explizit feststellte (BGH V ZR 266/14, WM 2017, 256 ), ist die organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters einer bayerischen Gemeinde im Außenverhältnis allumfassend und unbeschränkt.
Wie oben bereits ausgeführt, hat die von den Klägerinnen erhobene Rüge, dass der Bürgermeister des Nebenintervenienten zu 2) ohne Gemeinderatsbeschluss eine Übertragung der Stimmrechte nicht wirksam habe vornehmen können, angesichts des Art. 38 BayGO und der zitierten Entscheidung des BGH (WM 2017, 256 ) keinen Erfolg.
Dies orientiert sich an der im Kommunalrecht anerkannten strikten Unterscheidung zwischen interner Willensbildung und externer Vertretungsbefugnis und an der herrschenden Meinung für die Vertretung juristischer Personen des Zivilrechts durch ihre Organe. Der Bundesgerichtshof hat dies kürzlich bekräftigt und erstmals auch für das bayerische Kommunalrecht entschieden (MDR 2017, 265 m.w.N. auch zur Literatur).
- V ZR 266/14 -, BGHZ 213, 30; BGH, Urteil vom 16. November 1978 - III ZR 81/77 -, NJW 1980, 117; OVG RP, Beschluss vom 18. März 2015 - 7 B 10021/15.OVG -, LKRZ 2015, 377).
Die Wirksamkeit der Vereinbarungen kann auch nicht an einer fehlenden Ermächtigung des Gemeinderats der damaligen Gemeinde Rieden zur Unterzeichnung der Verträge scheitern, da die organschaftliche Vertretungsmacht des ersten Bürgermeisters im Außenverhältnis davon unberührt bliebe (vgl. BGH, U.v. 18.11.2016 - V ZR 266/14 - juris).
OLG München, 12.10.2017 - 34 Wx 351/17
Unzulässigkeit einer Zwischenverfügung bei Anweisung des Grundbuchamts das …