Source: http://www.klicktipps.de/einkommensteuer2.php?fb=aktiv
Timestamp: 2018-02-25 21:06:05
Document Index: 320440330

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 10', '§ 3', '§ 10', '§ 92', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 22', '§ 22', '§ 3', '§ 24', '§ 3']

Klicktipps - Einkommensteuererklärung - Teil 2
Meine Steuererklärung - Wie funktioniert das? (2. Teil)
Pro Kind wird eine Anlage Kind ausgefüllt. Es geht vor allem darum,
- wer die Eltern des Kindes sind,
- wie viel Kindergeld für das Kind gezahlt wurde,
- was das Kind gerade tut (Schule, Ausbildung, Studium, arbeitslos, ...),
- welche Einkünfte das Kind hat,
- wo es wohnt,
- und welche Betreuungskosten angefallen sind.
Die Einkünfte von Kindern müssen nur ab dem 18. Geburtstag des Kindes angegeben werden.
Auf der Rückseite der Anlage Kind geht es um besondere Situationen (Alleinerziehende ...) und Kosten (Betreuungskosten ...) für die Kinder.
Ganz oben kann z. B. angekreuzt werden, dass der andere Elternteil keinen/zu wenig Unterhalt gezahlt hat. Bei komplizierten Familienverhältnissen sollte man sich beim Ausfüllen beraten lasen.
In der Mitte kann ein Freibetrag für Kinder, die zur Ausbildung auswärts untergebracht sind, beantragt werden.
Darunter werden Kinderbetreuungskosten eingetragen. Zur besseren Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf können erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten für Kinder unter 14 Jahren in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, höchstens 4.000 € (ab 2006), berücksichtigt werden (§§ 4f, 9, 9a EStG).
Dies gilt für erwerbstätige Alleinerziehende und auch wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Eine entsprechende Regelung gilt auch, wenn nur ein Elternteil erwerbstätig und der andere Elternteil behindert, dauerhaft krank oder in Ausbildung ist (§ 10 Abs. 1 Nr. 8 EStG).
Bei Angestellten werden die Kinderbetreuungskosten wie Werbungskosten (neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag) gewertet, bei Selbstständigen wie Betriebsausgaben.
Je Person im Haushalt, die als Arbeitnehmer (AN) gearbeitet hat, wird eine Anlage N ausgefüllt. Ebenso für Menschen, die von Ihrer früheren Firma eine Pension erhalten.
Bei 400€-Jobs ist i. d. Regel keine Anlage N nötig, da nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber die Steuer pauschal gezahlt hat. Diese pauschale Steuer kann nicht zurückerstattet werden.
Wenn "auf Lohnsteuer" gearbeitet wurde und der Arbeitnehmer die Steuern gezahlt hat, wird dies Anlage N eingetragen.
Auch eine Tätigkeit bis zu 2.100€ pro Jahr als Übungsleiter im Sportverein, als Jugendleiter, als Betreuer, als Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen, oder Ähnliches ist gemäß § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz bis zur o. g. Grenze steuerfrei. Rückwirkend zum 1.1.2013 wurde diese Grenze auf 2.400 €/Jahr geändert.
Bei Überschreiten der Grenze werden die Einkünfte in Anlage S (ab 2008) eingetragen.
Solch eine Nebentätigkeit kann auch mit einem Minijob bis 400€ kombiniert werden. Eine Kombination aus Hauptberuf, 400€-Minijob und Nebentätigkeit ist ebenfalls möglich.
In die Anlage N werden die Einkünfte aus "nichtselbstständiger Arbeit" eingetragen. Der größte Teil der Anlage N dient dazu, die Werbungskosten für diese Einkünfte einzutragen, also alle Kosten, die ich aufgewendet habe, um diesen Arbeitsplatz zu bekommen (z. B. Kosten für Bewerbungen), zu erreichen (z. B. Fahrtkosten) und zu behalten (z. B. Fortbildung, Gewerkschaftsbeiträge). Aktuell:
Der Lohnsteuerbescheid 2010 kann fehlerhaft sein:
Mehr in www.focus.de: Link 1 und Link 2
Hinweis für Rentner und Pensionäre:
Menschen, die eine Pension z. B. von ihrer früheren Firma erhalten, bekommen am Jahresende wie die Angestellten eine Lohnsteuerbescheinigung. Dort finden sie ihren Brutto-'Lohn' nochmals in der Zeile 'Versorgungsbezüge'. Diese Zahl muss in der Anlage N in das Feld 'Versorgungsbezüge' eingetragen werden! Ganz unten in der Lohnsteuerbescheinigung steht die 'Bemessungsgrenze für den Versorgungsfreibetrag'. Auch sie wird in Anlage N eingetragen; ebenso Monat und Jahr 'Beginn des Versorgungsbezugs'.
Ab Steuerjahr 2009 gibt es die Anlage Vorsorgeaufwand, in der die Ausgaben für Vorsorge (Krankenkasse, Versicherungen usw.) und die staatlichen Altersvorsorgeaufwendungen pro Person eingetragen werden.
Im oberen Teil der Seite werden Daten vor allem aus der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen; z. B. die Arbeitnehmeranteile aus Zeile 22 und 23 der Lohnsteuerbescheinigung.
In der Mitte der Seite Werden die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen eingetragen.
Zunächst die Arbeitnehmerbeiträge aus der Lohnsteuerbescheinigung, Zeilen 25 und 26) des Arbeitgebers, weiter unten Krankenversicherungsbeiträge von Rentnern oder Beiträge zu ausländischen Krankenversicherungen.
In den oberen Teil von Seite 2 kommen Beiträge und Erstattungen von privaten Kranken- und Pflegeversicherungen. Darunter Kranken- und Pflegeversicherungen, die für andere Personengezahlt werden.
In die untere Hälfte der Seite kommen
Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (aus Zeile 27 der Lohnsteuerbescheinigung)
Auslands-Krankenversicherung (z. B. die ADAC-Auslandsversicherung)
freiwillige Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen
Unfallversicherungen;
Zur privaten Unfallversicherung kann noch der Anteil der Unfallversicherung in der KFZ-Versicherung addiert werden.
Zur Privat-Haftpflichtversicherung kann der Anteil der Haftpflichtversicherung in der KFZ-Versicherung addiert werden. Bei 2 Autos plus einer Privathaftpflichtversicherung kann eine kleine tabellarische Aufstellung hilfreich sein.
Teilkasko- und Vollkaskoversicherung für's Auto sind für private PKWs i. d. Regel nicht absetzbar.
Die Brandversicherung für das selbstgenutzte Haus oder eine Hausratversicherung können nicht abgesetzt werden.
Ab Steuerjahr 2010 gibt es wieder die Anlage AV, in der ein Paar oder ein Einzelner die Beiträge zu steuerlich begünstigten privaten und betrieblichen Altersvorsorgeverträgen (z. B. Riester-Rente oder andere Rentenversicherungen) eintragen kann.
Bis zum Steuerjahr 2008 und ab 2010 gab es eine Anlage AV pro Person.
In 2009 gab es keine Anlage AV. Die entsprechenden Angaben wurden auf der Rückseite der Anlage Vorsorgeaufwand gemacht.
Die Riester-Rente lohnt sich vor allem für Eltern von Kindern. Hier zahlt der Staat hohe Zulagen. Es zählt jedes Kind, für das im Steuerjahr mindestens ein Monat Kindergeld gezahlt wurde.
Vom Finanzamt gibt es zu den eingezahlten Beträgen eine Steuererstattung. Man bekommt dazu von der Gesellschaft, bei der das Geld angelegt ist, eine "Bescheinigung nach § 10a EStG" über die geleisteten Beiträge für die Anlage AV. Sie wird mit der Anlage AV beim Finanzamt abgegeben.
Für den Einzahler selbst gibt es noch eine Bescheinigung nach § 92 EStG. Sie ist eigentlich nicht für das Finanzamt. Es dürfte aber die Arbeit des Finanzamtes erleichtern, wenn Sie ihm eine Kopie davon geben.
Achten Sie darauf, dass Sie die Anlage AV zum richtigen Steuerjahr verwenden, und passen Sie sorgfältig auf, was aus welchem Jahr jeweils in die Felder eingetragen werden muss. Die Folgende Kurzbeschreibung bezieht sich auf die Anlage AV zum Jahr 2010:
In Zeile 4 kommen die Sozialversicherungsnummern; bestehend aus 2 Ziffern, Geburtsdatum, erster Buchstabe des Geburtsnamens, 3 Ziffern.
In Zeile 9 wird eingetragen, wieviele Bescheinigungen der Anbieter für die Geldanlage beigelegt werden.
Für die Riesterrente wird in Zeile 10 angegeben, ob man unmittelbar begünstigt ist, in Zeile 20, ob man mittelbar begünstigt ist. Bei einem Paar mit einem Einkommen wäre der Alleinverdiener unmittelbar begünstigt, der Andere mittelbar.
In Zeile 11 kommt das für die Sozialversichrung gültige Einkommen; und zwar das aus dem Jahr vor dem Steuerjahr! Das findet man als kumuliertes "Sozialversicherungsbrutto" in der Dezember-Gehaltsabrechnung oder ebenso in der Jahresmeldung des Arbeitgebers an die Sozialversicherung, von der die Arbeitnehmer eine Kopie erhalten.
Wer mehrere Arbeitsstellen hatte, rechnet am besten die Zahlen aus den Meldungen an die Sozialversicherung zusammen
Zeile 14 wird nur ausgefüllt, wenn das tatsächliche Einkommen von den Einzahlungen in die Sozialversicherung abweicht: Entgelt in einer Werkstatt für Behinderte, Gehalt bei Altersteilzeit, Entgelt bei häuslicher Pflege von angehörigen.
In Zeile 21 und 22 wird geregelt, wohin die Kinderzulage geht. Es geht hierbei um die Anzahl der Kinder im Steuerjahr.
In der Anlage AV werden ggf. auch Beiträge in Pensionsfonds von Arbeitgebern berücksichtigt. Man bekommt am Ende des Jahres eine Bescheinigung vom AG und vom Anbieter der Geldanlage drüber.
In der Rückseite werden die Daten zu den einzelnen Altersvorsorgeverträgen eingetragen. In die obere Hälfte kommen die Angaben zu den Altersvorsorgeverträgen des Steuerzahlers oder Ehemanns, in die untere Hälfte die der Ehefrau.
Anmerkung zur staatlichen Zulage
Die Zulage wird direkt auf den Vertrag eingezahlt, sie muss aber extra(!) beantragt werden. Das vergessen ca. 30% aller Leute, die eine Riesterrente abgeschlossen haben.
Von der Gesellschaft, bei der das Geld angelegt ist, bekommt man einen Zulagenantrag. Er muss ausgefüllt und dort hingeschickt oder abgegeben werden. Um sich die Arbeit zu erleichtern, kann auch ein "Dauer-Zulageantrag" ausgefüllt werden.
Schauen Sie auch regelmäßig in Ihren Unterlagen nach, ob der Antrag wirklich ausgeführt wird! Wir haben bei unserem Riester-Anbieter erlebt, dass vergessen wurde, das entsprechende Kreuzchen in den Computer zu übertragen. Zufall; aber so was kann halt passieren.
Ab Steuerjahr 2009 muss pro Person je eine Anlage KAP ausgefüllt werden. In früheren Jahren konnte sie von Ehepaaren gemeinsam genutzt werden.
Die Informationen hier sind noch für eine Anlage KAP aus den Jahren vor 2009. Der Text zur Version ab 2009 ist in Arbeit.
Wer ab 2007 als Lediger/Ehepaar über 801€/1.602€ Kapitalerträge hatte/hat, muss diese in der Anlage KAP eintragen. (Damit werden dann schon die Erträge von Ersparnissen ab ca. 27.000€/54.000€ steuerpflichtig.) Exakt setzen sich diese Beträge aus 750€/1.500€ Sparerfreibetrag plus je 51€ Werbungskostenpauschale zusammen.
Mit Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009 bleibt es bei den Beträgen von 801€/1.602€. Das Ganze ist jetzt aber ein Sparerfreibetrag (= darüber hinausgehende Kosten können nicht mehr abgesetzt werden).
Bis Steuerjahr 2007 waren 1.421€/2.842€ Kapitalerträge steuerfrei.
Beim Eintragen der Kapitalerträge in die Anlage KAP sollten besonders die von der Bank abgezogenen Steuern und Solidaritätszuschläge nicht vergessen werden. Sie gelten als bereits gezahlte Steuern und mindern die zu zahlenden Steuern.
Auch wer weniger Kapitalerträge als die oben genannten Grenzen hatte, aber von seinen Zinsen/Kapitalerträgen Steuer und Soli abgezogen bekam, sollte die Anlage KAP ausfüllen! Sie bekommen dann Steuer und Soli komplett wieder. Schauen Sie doch mal in Ihre Sparbücher und Bausparverträge!
Um dies ab dem laufenden Steuerjahr zu verhindern, kann man Freistellungsaufträge erteilen.
Über alle Kapitalerträge und die gezahlte Steuer/Soli gibt es Belege von den Banken, bzw. Einträge im Sparbuch.
Banken müssen ihren privaten Kunden ab 2004 Jahresbescheinigungen über Kapitalerträge nach § 24c EStG ausstellen (früher Erträgnisaufstellung genannt), in denen Kapitalerträge und Spekulationsgeschäfte bescheinigt werden. Die Jahresbescheinigung nach § 24c EStG enthält alle Einnahmen einer Person bzw. eines Ehepaares bei einer Bank. Sie muss nicht an das Finanzamt geschickt werden, sollte aber gut aufbewahrt werden.
Die Steuerbescheinigung ist die offizielle Bescheinigung für einbehaltenen Zinsabschlag bzw. Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag. Sie muss dem Finanzamt im Original eingereicht werden. Wem kein Zinsabschlag usw. einbehalten worden ist, der bekommt keine Steuerbescheinigung sondern nur die Jahresbescheinigung nach § 24c.
Zusammen mit Jahresbescheinigung und Steuerbescheinigung muss die Bank dem Kunden auch ein Merkblatt aushändigen, wie er die Anlagen KAP, AUS und SO zu Steuererklärung auszufüllen hat. Für die einfachen Sachen ist dann klar, wo sie in der Anlage KAP hingehören. Wenn Daten von mehreren Banken zusammenkommen sollte man eine entsprechende Aufstellung machen. Wird der Aufwand gar zu groß, sollte man Beratung in Anspruch nehmen.
Geben Steuerzahler in der Anlage KAP oder SO nun Kapitalerträge oder Gewinne und Verluste aus Spekulationsgeschäften an und diese Angaben führen zu Unstimmigkeiten, darf das Finanzamt zur Kontrolle die Vorlage der Jahresbescheinigung verlangen. Um gar nicht erst Zweifel aufkommen zu lassen, dürfte es ein gute Idee sein, dem FA gleich die Jahresbescheinigungen zuzusenden (aber Kopie behalten).
Zum Erzielen der Kapitalerträge hat man auch Kosten: Depotgebühren, Safemiete, Literatur zum Thema, Steuerberatung speziell für den Bereich Kapitalerträge, Abschlussgebühren z. B. für Bausparverträge, Telefonate, Porto, usw. Einige dieser "Werbungskosten für Kapitalerträge" sind auch in der Jahresbescheinigung enthalten. Man listet alle Werbungskosten auf, und sie kommen ebenfalls in die Anlage KAP. Bis Steuerjahr 2008 können alle diese Werbungskosten von den Kapitalerträgen abgezogen werden.
Ab Steuerjahr 2009 kann nur noch der Sparerfreibetrag von 801€/1.602€ abgezogen werden, egal wie hoch die tatsächlichen Werbungskosten für Kapitalerträge sind.
Es dürfte aber trotzdem sinnvoll sein, die Werbungskosten für Kapitalerträge aufzulisten und deren Abzug zu beantragen. Das FA muss und wird dies ablehnen, aber man könnte dann mit Hinweis auf die bis dahin sicher schon laufenden ersten Gerichtsverfahren Einspruch einlegen. Diese Vorgehensweise wird sogar von Mitarbeitern des Finanzamts (im August 2010) als sinnvoll bezeichnet.
Die Kapitalertragsteuer gibt es rechtlich gesehen auch nach dem 1.1.2009. Sie wird ab dann aber Abgeltungsteuer genannt, weil mit ihren 25% (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) alle Steuern für Kapitalerträge abgegolten sind. Auch wer sonst einen höheren Steuersatz als 25% hat, zahlt für Kapitalerträge nur einheitlich die 25%.
Dieser Satz gilt sowohl für Zinsen, Dividenden usw. als auch für Gewinne, die durch den Verkauf von Wertpapieren entstehen. Bei nach dem 1.1.2009 gekauften Wertpapieren gilt keine Einjahresfrist mehr, nach der Kursgewinne steuerfrei sind. Die Kursgewinne müssen dann immer berechnet und versteuert werden.
(Link des Bundesministeriums für Finanzen (BMF): Einfach erklärt: Die Abgeltungsteuer
und meine Seite Abgeltungsteuer)
Für die Abgeltungsteuer gilt das so genannte Veranlagungswahlrecht: Ein Steuerpflichtiger, dessen individueller Steuersatz (Grenzsteuersatz) über 25 Prozent liegt, wird sich für die neue Besteuerung entscheiden.
Liegt der Steuersatz des Steuerpflichtigen aber unter 25 Prozent, kann er das alte Besteuerungsverfahren wählen, das sich am individuellen Steuersatz orientiert. Die Einkünfte werden in der Steuererklärung eingetragen, und er bekommt die Differenz zwischen der gezahlten Abgeltungssteuer und seinem individuellen Steuersatz zurück.
Dies ist besonders lohnend für Geringverdiener (Schüler, Studenten, Rentner, Arbeitslose)
Hier werden ausländische Einkünfte eingetragen. Dieses Thema ist sehr kompliziert. Wenn die Erträgnisaufstellung der Bank zum Ausfüllen nicht weiterhilft, sollte man sich beraten lassen.
Auch Renten (Altersrente, Witwenrente, Waisenrente, Halbwaisenrente usw.) müssen bei der Einkommensteuer angegeben werden.
Renten werden ab Steuerjahr 2005 in die Anlage R eingetragen. Bis 2004 wurden sie in Anlage SO eingetragen
Ab 2005 ändert sich die Besteuerung der Altersrenten: Für Rentner mit Rentenbeginn ab 2005 und früher werden 50% der Rente besteuert. Dieser Prozentsatz (Besteuerungsanteil) steigt für Menschen, deren Rente später beginnt, pro Jahr des Rentenbeginns um 2% (siehe § 22 EStG).
Der im Jahr des Rentenbeginns ermittelte steuerfreie Betrag bleibt während der Laufzeit der Rente gleich. D. h. wenn die Rente steigt, ist nicht ein bestimmter Prozentsatz sondern nur der einmal ermittelte Betrag steuerfrei.
Links dazu z. B. von Bundesfinanzministerium und OFD Niedersachsen
Auch Renten, deren Laufzeit begrenzt ist (z. B. Waisenrente, Halbwaisenrente usw. ), werden ab 2005 wie Altersrenten besteuert.
Bis 2004 wurde von Renten nur der sogenannte 'Ertragsteil' als Einkommen gewertet. Dieser war umso kleiner, je kürzer die Laufzeit der Rente war, bzw. je älter der Rentenempfänger beim Rentenbeginn war. Bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren betrug der Ertragsteil 27%. Alle Renten sind aber inzwischen auf die neue Art der Besteuerung umgestellt.
TAXMAN 2014 für
Konz: Das Arbeitsbuch
zur Steuererklärung für
Da Renten für die Einkommensteuer nur teilweise relevant sind, bleiben viele Rentner letztlich steuerfrei. Wenn dann aber noch eine Pension/Betriebsrente, Kapitalerträge oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hinzukommen, können für diese gesamten Einkünfte Steuern fällig werden. Um zu klären, ob Steuern zu zahlen sind, ist in vielen Fällen die Abgabe einer Steuererklärung Pflicht. Alle Belege für Einkünfte und damit zusammenhängenden Kosten müssen deshalb aufgehoben werden.
Ein Verschweigen von Einkünften ist weder möglich noch sinnvoll: Alle Zinszahlungen und Spekulationsgewinne werden seit 2004 automatisch von den Banken dem Finanzamt gemeldet; alle Rentenzahlungen werden ab dem 1. Oktober 2009 und dann auch rückwirkend bis 2005 von den Rententrägern gemäß § 22a EStG gemeldet. Die Finanzämter werden ab Oktober 2009 genauer überprüfen, ob Renten korrekt angegeben und besteuert wurden.
Für behinderte Rentner gibt es je nach Grad (Prozentsatz) und Art der Behinderung (Behindertenausweis beim Versorgungsamt beantragen!) Pauschbeträge, die als Außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden können.
Der Rentenbeginn und der Bruttobetrag der Rente(n) werden in Anlage R eingetragen; Einkünfte aus gesetzliche Renten im oberen Teil der Anlage R, Einkünfte aus privaten Rentenversicherungen im unteren Teil der Anlage R.
Das FA zieht von der Rente automatisch 102 € als Werbungskostenpauschale ab. Wenn man höhere Kosten hatte, um die Rente zu bekommen oder "am Laufen" zu halten (Gutachten Anwalt, Porto, Telefonate, ...), fertigt man eine entsprechende Liste an und trägt sie in die Anlage R auf der Rückseite (unten) ein.
Die von einer Berufsgenossenschaft gezahlte Unfallrente ist steuerfrei nach § 3 Nr. 1 a EStG. Man sollte sie trotzdem angeben (Rentenbescheid beilegen), weil man sich zum Beispiel Nachfragen über das Einkommen durch das Finanzamt spart, z. B.: "Wovon haben Sie denn das letzte Jahr gelebt??"
Bei Pensionszahlungen (Beamtenpension, Firmenpension) läuft das Verfahren etwas anders: Die auszahlende Stelle bekommt vom Finanzamt des Pensionärs die Lohnsteuerdaten (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale ELStAM). Nach Endes des Kalenderjahrs bekommt der Pensionär eine Lohnsteuerbescheinigung, und deren Zahlen kommen in die Anlage N.
Viele Tipps zur Rentenbesteuerung gibt es in einem Artikel aus www.focus.de.
Auf dieser Seite finden Sie Viele weitere Tipps für Senioren.
Auf dieser Seite werden private Veräußerungsgeschäfte (früher "Spekulationsgeschäfte" genannt) eingetragen. Wenn z. B. Aktien nach weniger als einem Jahr verkauft werden, muss der Gewinn versteuert werden. Es gibt dabei bis 2008 eine Freigrenze von 512 €. Wird sie überschritten, muss der gesamte Gewinn versteuert werden.
Bei nicht-selbstgenutzten Grundstücken und Immobilien gilt ein Zeitraum von 10 Jahren.
Banken müssen ihren privaten Kunden ab 2004 Jahresbescheinigungen über Kapitalerträge nach § 24c EStG ausstellen, in denen Kapitalerträge, Veräußerungsgeschäfte, anrechenbare Steuern und Werbungskosten bescheinigt werden. Mit der Jahresbescheinigung muss die Bank oder die Sparkasse dem Kunden auch ein Merkblatt aushändigen, wie er die Anlagen KAP, AUS und SO zu Steuererklärung auszufüllen hat.
Der Gewinn aus den verkauften Wertpapieren muss für WP, die dem "Anrechnungsverfahren" oder dem "Halbeinkünfteverfahren" unterliegen, jeweils getrennt erfasst und angegeben werden. Bei letzteren wirkt sich nur die Hälfte das Gewinns (oder des Verlusts) steuerlich aus.
Ab 2009 gibt es kein Halbeinkünfteverfahren mehr. Alle Gewinne aus Veräußerungsgeschäften unterliegen der Abgeltungssteuer mit konstant 25% plus Solidaritätszuschlag plus ggf. Kirchensteuer. Es entfallen auch die oben genannte Freigrenze und für ab 2009 gekaufte Wertpapiere der Einjahreszeitraum. Veräußerungsgewinne sind damit immer steuerpflichtig.
Geben Steuerzahler in der Anlage KAP oder SO Kapitalerträge oder Gewinne und Verluste aus Veräußerungsgeschäfte an und diese Angaben führen zu Unstimmigkeiten, darf das Finanzamt die Vorlage der Jahresbescheinigung verlangen.
Provisionen aus gelegentlichen Vermittlungen oder Einkünfte aus der Vermietung beweglicher Gegenstände werden ebenfalls in der Anlage SO angegeben.
Anlage G (Gewerbe), Anlage S (selbstständige Arbeit)
und Anlage EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
Für den Gewinn oder Verlust aus einem Gewerbe wird die Anlage G ausgefüllt, für den Gewinn/Verlust aus einer sonstigen selbstständigen Tätigkeit (z. B. als Freiberufler) die Anlage S.
Bis 2007 gab es für alle gewerblich und selbstständigen Tätigkeiten die gemeinsame Anlage GSE.
Die Anlagen G, S und GSE werden pro Person ausgefüllt.
Falls nicht bilanziert wird, muss zusätzlich eine Anlage EÜR zur Anlage G bzw. zur Anlage S abgegeben werden. Wenn die Betriebseinnahmen (Umsatz) unter der Grenze von 17.500 € liegen, wird es nicht beanstandet, wenn statt der Anlage EÜR nur eine formlose Einnahmen-Überschuss-Rechnung gelegt wird. Die 'Anlage EÜR' ist dann nicht unbedingt nötig.
Zusätzlich zur Einkommensteuererklärung muss mindestens noch eine Umsatzsteuererklärung ausgefüllt werden.
Weitere Informationen zum Thema "Gewerbe und Steuern" auf der Seite Gewerbe und Freiberuf.
In diese Anlage gehört auch der Gewinn bzw. der anfängliche Verlust aus dem Betrieb einer Betrieb einer Photovoltaikanlage.
Eine Tätigkeit bis zu 2.100 € pro Jahr als Übungsleiter im Sportverein, als Jugendleiter, als Betreuer, als Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen, oder Ähnliches ist gemäß § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz sind bis zur o. g. Grenze (bzw. bis 175 € pro Monat) steuerfrei. Rückwirkend zum 1.1.2013 wurde diese Grenze auf 2.400€/Jahr geändert. Bei Überschreiten der Grenze werden die Einkünfte in Anlage S auf Seite 2 unten eingetragen (bis 2007 Anlage GSE, seite 2 unten).