Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%20178/99
Timestamp: 2019-06-25 02:54:57
Document Index: 392685904

Matched Legal Cases: ['§ 286', 'BGH', '§ 178', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 178', '§ 180', 'BGH']

OLG Köln, 26.02.2003 - 5 U 178/99 - dejure.org
https://dejure.org/2003,12284
OLG Köln, 26.02.2003 - 5 U 178/99 (https://dejure.org/2003,12284)
OLG Köln, Entscheidung vom 26.02.2003 - 5 U 178/99 (https://dejure.org/2003,12284)
OLG Köln, Entscheidung vom 26. Februar 2003 - 5 U 178/99 (https://dejure.org/2003,12284)
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Beweis freiwilliger Herbeiführung einer Gesundheitsbeeinträchtigung
Selbstverstümmelung? - Augenarzt trennte sich beim Hacken von Holz den linken Zeigefinger ab
VersR 2004, 1042
(2) Zwar kommt grundsätzlich ein Indizienbeweis in Betracht; das Gericht kann in freier Beweiswürdigung (§ 286 ZPO) aufgrund von Erfahrungssätzen und Hilfstatsachen zu der Überzeugung gelangen, die Vermutung sei widerlegt (BGH…, Urteil vom 18.3.1987 aaO; OLG Köln, Urteil vom 26.2.2003 - 5 U 178/99, juris Rn. 2; OLG Hamm, VersR 1982, 64; KG, VersR 1987, 777;… Knappmann aaO;… Leverenz in Bruck/Möller, VVG, 9. Aufl. § 178 Rn. 198).
Zwar kann die Möglichkeit eines Unfallfes ausgeschlossen werden, wenn dessen Annahme nach einer Gesamtschau aller Umstände (BGH, Urteil vom 15.06.1994, Az. IV ZR 126/93 = VersR 1994, 1054) nur das Resultat einer Kette von Ungereimtheiten sein könnte, die in einer solchen Art und Häufung nur höchst theoretisch und so fernliegend denkbar sind, dass sie außer Betracht zu bleiben haben (OLG Koblenz, Urteil vom 20.03.1992, Az. 10 U 1172/90 = VersR 1993, 874) und letzten Zweifeln Schweigen gebieten (OLG Köln, Urteil vom 26.02.2003, Az. 5 U 178/99 = VersR 2004, 1042).
Noch beziehen sich die Ausführungen des Sachverständigen auf die dem Unfall vorangegangenen - rational gesteuerten - Handlungen des Klägers, über die etwa das OLG Köln schon wiederholt zu entscheiden hatte (Urteil vom 26.02.2003, Az. 5 U 178/99 = VersR 2004, 1042 sowie Urteil vom 20.03.1996, Az. 5 U 142/95 = VersR 1996, 1530).
Zwar ist nach gefestigter obergerichtlicher Rechtsprechung davon auszugehen, dass die Möglichkeit eines Unfalls bereits dann ausgeschlossen werden kann, wenn dessen Annahme nur das Resultat einer Kette von Ungereimtheiten sein könnte, die in einer solchen Art und Häufung nur höchst theoretisch und so fernliegend denkbar sind, dass sie außer Betracht zu bleiben haben, ohne letzte Zweifel völlig auszuschließen (statt vieler OLG Koblenz, Urteil vom 20.03.1992, Az. 10 U 1172/90 = VersR 1993, 874; vgl. auch OLG Düsseldorf, Urteil vom 09.06.1998, Az. 4 U 141/97 = VersR 2000, 1227; OLG Köln, Urteil vom 26.02.2003, Az. 5 U 178/99 = VersR 2004, 1042).
Denn als solche sind meist solche Fälle beurteilt worden, in denen lediglich einzelne Finger und oft nur Teile von Gliedmaßen amputiert wurden [Daumen (BGH. Urteil vom 17.04.1991, Az. VI ZR 61/90 = ZfS 1991, 354); Daumen und Zeigefinger (OLG Celle, Urteil vom 17.06.1993, Az. 8 U 89/91 = NJW-RR 1994, 113); Daumen (OLG Köln, Urteil vom 20.03.1996, Az. 5 U 142/95 = VersR 1996, 1530); Zeigefinger (OLG Köln, Urteil vom 26.02.2003, Az. 5 U 178/99 = VersR 2004, 1042); Zeigefinger (BGH, Urteil vom 15.06.1994, Az. IV ZR 126/93 = VersR 1994, 1054); vgl. zusammenfassend auch Tomaschewski, Verletzungsmerkmale nach freiwilliger und unfreiwilliger Zufügung von Hand- und Fingerverletzungen, S. 56 ff.).
OLG Hamm, 02.12.2011 - 20 U 83/11
Anforderungen an den Nachweis der Unfreiwilligkeit einer Gesundheitsbeschädigung …
Dem Versicherer - hier dem Beklagten - steht aber die Möglichkeit des Indizienbeweises offen (vgl. OLG Köln, Urteil v. 26.02.2003, 5 U 178/09, VersR 2004, 1042;… Knappmann in Prölss/Martin, VVG 28. Aufl., § 178 VVG n.F., Rn 26).
Sie trägt insoweit zwar die Beweislast (§ 180 a Abs. 1 VVG; vgl. BGH, VersR 1985, 177; OLG Köln, Urt. v. 18. Oktober 1999 - 5 U 215/97 -, v. 13. März 2002 - 5 U 139/99 - und v. 26. Februar 2003 - 5 U 178/99 -).