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Timestamp: 2020-06-05 08:41:14
Document Index: 374202705

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 556', '§ 2', '§ 7', '§ 1', '§ 2', '§ 23', '§ 556']

BGH: Klausel für Kostenbeteiligung des Mieters an der Gasthermenwartung muss keine Obergrenze beinhalten - Ebner Stolz
BGH: Klausel für Kostenbeteiligung des Mieters an der Gasthermenwartung muss keine Obergrenze beinhalten
Urteil des BGH vom 7.11.2012 - VIII ZR 119/12
Die Klä­ge­rin ist seit 1987 Ver­mie­te­rin der Beklag­ten. In dem von der Ver­mie­te­rin ges­tell­ten For­mular­miet­ver­trag, waren die Kos­ten der jähr­li­chen War­tung der Gastherme antei­lig der Beklag­ten auf­er­legt wor­den. Im Jahr 2010 nahm die Klä­ge­rin des­halb die Beklagte für die durch­ge­führte War­tung der Gastherme auf Zah­lung der antei­lig ent­stan­de­nen Kos­ten i.H.v. 58,48 € nebst Zin­sen und vor­ge­richt­li­chen Anwalts­kos­ten in Anspruch.
Das AG wies die Klage ab; das LG gab ihr antrags­ge­mäß statt. Die Revi­sion der Beklag­ten blieb vor dem BGH erfolg­los.
Die Klä­ge­rin hat gegen die Beklagte einen Zah­lungs­an­spruch, da die Klau­sel über die Kos­ten­tra­gungspf­licht im von der Klä­ge­rin ges­tell­ten For­mular­miet­ver­trag wirk­sam war.
Die War­tungs­kos­ten für eine Gastherme gehö­ren zu den Betriebs­kos­ten einer Woh­nung i.S.v. § 556 Abs. 1 S. 2 BGB i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 4 a, 4 b BetrKV. Sie kön­nen gem. § 7 Abs. 2 Heiz­kos­tenVO vom Ver­mie­ter auf den Mie­ter umge­legt wer­den, sofern es sich bei der Gastherme um eine zen­trale Hei­zungs- und/oder Warm­was­ser­ver­sor­gungs­an­lage gem. § 1 Nr. 1 Heiz­kos­tenVO han­delt und keine Aus­nah­me­re­ge­lung hin­sicht­lich der Anwend­bar­keit der Ver­ord­nung gem. §§ 2, 11 Heiz­kos­tenVO ein­g­reift. Dazu hatte das Beru­fungs­ge­richt zwar keine Fest­stel­lun­gen getrof­fen. Das war indes­sen unschäd­lich, da die Beklagte die Kos­ten der War­tung der Gastherme nach § 23 Nr.11 des Miet­ver­trags tra­gen muss.
Die Betriebs­kos­ten einer Miet­woh­nung, deren Umle­gung auf den Mie­ter ent­we­der gesetz­lich bestimmt oder von den Ver­trag­s­par­teien ver­ein­bart ist, hat der Mie­ter grund­sätz­lich in der ange­fal­le­nen Höhe zu tra­gen. Eine Ober­g­renze dafür sieht die gesetz­li­che Rege­lung nicht vor. Es ist ledig­lich das Gebot der Wirt­schaft­lich­keit aus § 556 Abs. 3 S. 1 Hs. 2 BGB bei der Abrech­nung und der Ver­ur­sa­chung von Betriebs­kos­ten zu beach­ten. Dies war hier der Fall. Soweit sich aus der eine Vor­nah­me­klau­sel betref­fen­den Ent­schei­dung des Senats aus dem Jahr 1991 (Az.: VIII ZR 38/90) etwas ande­res erge­ben sollte, hält der Senat hieran nicht fest.