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Timestamp: 2016-10-22 16:15:52
Document Index: 124327625

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 16', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 97', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 29', 'Art. 4', 'Art. 88', 'Art. 16', 'Art. 38', 'Art. 61', 'Art. 46', 'Art. 16', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 38', 'BGE', 'Art. 38', 'Art. 16', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 16', 'Art. 61', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 14', 'Art. 61', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 33', 'Art. 14', 'Art. 18', 'Art. 16', 'Art. 14', 'Art. 16', 'Art. 14', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 48', 'Art. 61', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 18', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 29', 'Art. 45', 'Art. 98', 'Art. 29', 'Art. 16', 'Art. 45', 'Art. 45', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 45', 'Art. 63', 'Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 61', 'Art. 97', 'Art. 18', 'Art. 45', 'Art. 45', 'Art. 38', 'Art. 61', 'Art. 14', 'Art. 100', 'Art. 44', 'Art. 99', 'Art. 16', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 156', 'Art. 159', 'Art. 157', 'Art. 159']

5C.89/2000 (05.11.2001)
K.________, Kl�gerin und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Volker Pribnow, St. Urbangasse 2, 8001 Z�rich,
B.________, Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch F�rsprecher Ren� W. Schleifer, Stampfenbachstrasse 42, Postfach 636, 8035 Z�rich,
A.- Im Jahre 1989 schloss X.________, Jahrgang 1904, Doktor der Medizin (Urologie), mit der B.________ eine Unfallversicherung ab. Nebst Taggeld und Invalidit�tsentsch�digung war eine Todesfallsumme von Fr. 50'000.-- an den Ehegatten vereinbart. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) f�r Unfall- und Krankenversicherung, auf die in der Police als Bestandteil des Vertrags - nebst Zusatzbedingungen - verwiesen wurde, ist unter dem Titel "Umfang der Versicherung" (Art. 2-7) und "Schadenfall" (Art. 16- 20) insbesondere Folgendes geregelt:
b) Unfall: jede K�rpersch�digung, die der Versicherte
durch pl�tzlich auf ihn einwirkende
�ussere Gefahr unfreiwillig erleidet.
Art. 6. Grobe Fahrl�ssigkeit. Die Gesellschaft verzichtet
die Versicherungsleistung zu k�rzen, wenn der Versicherungsnehmer
Ereignis grobfahrl�ssig herbeigef�hrt hat.
Art. 16. Pflicht zur �rztlichen Behandlung. In
gibt, ist so bald als m�glich
ein Arzt beizuziehen und f�r zweckm�ssige Pflege zu
Art. 17. Anspruchsbegr�ndung. Bei Anspr�chen auf
Obliegenheiten zu erf�llen: ...
zu k�rzen oder zu verweigern, es sei denn, der Versicherungsnehmer
keinen Einfluss ausge�bt hat.. "
Am Abend des 11. August 1993 erlitt X.________ bei rund 100 km/h einen Autounfall (Frontalkollision) und wurde mit Verletzungen des Brustkorbs (Thoraxkontusion mit Fraktur der 5. Rippe rechts ventral) nebst einer Sch�delprellung und Rissquetschwunden im Gesicht per Helikopter in das Kantonsspital Chur eingeliefert. Entgegen �rztlicher Empfehlung zur station�ren �berwachung und nach Unterzeichnung der Bescheinigung, dass "er auf die m�glichen medizinischen und rechtlichen Folgen des vorzeitigen Austrittes aufmerksam gemacht worden ist, sowie auf m�gliche lebensbedrohliche Komplikationen" (act. 41/4), verliess X.________ gleichentags das Kantonsspital und reiste mit dem Taxi in seine Ferienwohnung nach Celerina. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1993 verstarb X.________, nachdem er am Abend noch �ber starke Schmerzen im Thorax-Bereich geklagt hatte.
B.- Im Dezember 1994 begehrte die anspruchsberechtigte Ehefrau bzw. nach deren Tod die Alleinerbin K.________ (im Folgenden: Kl�gerin) vor dem Handelsgericht des Kantons Z�rich, die B.________ (nachstehend: Beklagte) zur Bezah- lung des Todesfallkapitals nebst Zins zu verurteilen. Die Beklagte beantragte die Klageabweisung.
C.-Das Handelsgericht wies die Klage ab. Es bejahte die Anwendbarkeit der Art. 16 ff. AVB. Bei unbestrittenem Verstoss des Versicherungsnehmers gegen die "Pflicht zur �rztlichen Behandlung" (Art. 16 AVB) war die Frage der Leistungsk�rzung oder -verweigerung zu beantworten (Art. 18 AVB).
Das Handelsgericht nahm an, dem Versicherungsnehmer sei sein Verhalten als mittleres Verschulden anzulasten, weshalb sich eine Herabsetzung des Todesfallkapitals um die H�lfte rechtfertigen w�rde. Da indes Art. 18 AVB von Verschulden nichts sage, erkl�rte das Handelsgericht die Beklagte f�r berechtigt, die Entsch�digung um jenen Betrag zu k�rzen, um den diese sich bei Erf�llung der verletzten Obliegenheit gem�ss Art. 16 AVB vermindert h�tte; das Todesfallkapital sei nicht geschuldet, nachdem die Kl�gerin den Beweis - anders als die Beklagte den Gegenbeweis - nicht erbracht habe, dass der Versicherungsnehmer auch bei einer station�ren �berwachung im Spital an den Unfallfolgen gestorben w�re (E. C/d-e S. 29 ff.
des Urteils vom 21. November 1997, teilweise ver�ffentlicht in ZR 97/1998 Nr. 86 S. 200 ff., vorab S. 206).
Auf Nichtigkeitsbeschwerde der Kl�gerin hob das kantonale Kassationsgericht das handelsgerichtliche Urteil auf (Beschluss vom 14. M�rz 1999). Die von der Kl�gerin gleichzeitig eingereichte eidgen�ssische Berufung wurde dadurch gegenstandslos (Beschluss vom 25. Mai 1999, 5C.8/ 1998).
Nach Einr�umung des rechtlichen Geh�rs zur Auslegung von Art. 18 AVB wies das Handelsgericht die Klage erneut ab. Es bejahte wiederum die Anwendbarkeit der Art. 16 ff.
AVB, gegen die der Versicherungsnehmer unstreitig verstossen hatte (E. D/a-d S. 22 ff.), und hielt nochmals daf�r, die Kl�gerin habe den ihr obliegenden (Entlastungs-)Beweis nicht erbracht, dass der Versicherungsnehmer auch bei einer station�ren �berwachung im Spital an den Unfallfolgen gestorben w�re (E. D/e S. 28 ff.). In Erw�gung, dass die Leistungen aus einer Todesfallversicherung als Summenversicherung mangels abstufbaren Schadens gar nicht gek�rzt werden k�nne und dass der Versicherungsnehmer sich nicht schuldlos verhalten habe, erkl�rte das Handelsgericht die Beklagte zur Leistungsverweigerung berechtigt (E. D/f S. 34 ff. des Urteils vom 19. Januar 2000).
D.- Auch gegen das zweite handelsgerichtliche Urteil hat die Kl�gerin kantonale Nichtigkeitsbeschwerde und eidgen�ssische Berufung eingelegt. Dem Bundesgericht beantragt sie, die Beklagte zu verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 50'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 3. M�rz 1994 zu bezahlen. Das Handelsgericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Berufung.
E.- Die gleichzeitig gegen das n�mliche Urteil erhobene Nichtigkeitsbeschwerde hat das Kassationsgericht des Kantons Z�rich abgewiesen (Beschluss vom 11. Juni 2001).
1.- Gegenstand der - formell ohne weiteres zul�ssigen - Berufung ist die Auslegung der Vertragsbestandteil bildenden Art. 16 und Art. 18 AVB. Ein erster Streitpunkt betrifft die Frage, in oder ab welchem Zeitpunkt der Versicherte einen Arzt h�tte beiziehen und sich dessen Anordnungen h�tte unterziehen m�ssen. Zweitens ist unter den Parteien strittig, ob die Beklagte ihre Versicherungsleistung verweigern oder nur - und bejahendenfalls in welchen Umfang und nach welchem Massstab - k�rzen darf. Da kein wirklicher Wille der Vertragsschliessenden feststellbar gewesen ist, muss der mutmassliche Parteiwille nach dem Vertrauensgrundsatz ermittelt werden. Dabei hat das Gericht vom Wortlaut auszugehen und zu ber�cksichtigen, was sachgerecht erscheint. Es orientiert sich am dispositiven Recht, weil derjenige Vertragspartner, der dieses verdr�ngen will, das mit hinreichender Deutlichkeit zum Ausdruck bringen muss. Schliesslich und subsidi�r m�ssen mehrdeutige Klauseln nach der Unklarheitsregel gegen den Versicherer als deren Verfasser ausgelegt werden (BGE 122 III 118 E. 2a S. 121; 126 III 388 E. 9d S. 391).
2.- Das Handelsgericht ist mit der Beklagten davon ausgegangen, der massgebende Zeitpunkt sei der Autounfall (Frontalkollision) gewesen; ab diesem Zeitpunkt h�tte sich der Versicherte den Anordnungen des beigezogenen Arztes und des Pflegepersonals unterziehen m�ssen. Die Kl�gerin h�lt zur Hauptsache dagegen, versichertes Ereignis sei der Tod und nicht der Unfall als solcher; auch die Verj�hrung von Anspr�chen aus Unfallversicherung beginne mit dem Tod und nicht am Unfalltag. Das Verhalten des Versicherten sei nicht als Verstoss gegen eine Schadenminderungspflicht zu begreifen, sondern allenfalls als grobfahrl�ssiges Herbeif�hren des versicherten Ereignisses; auf eine Leistungsk�rzung in diesem Fall aber habe die Beklagte gem�ss Art. 6 AVB verzichtet.
a) Zwingende Bestimmungen des Bundesgesetzes �ber den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (SR 221. 229.1, VVG) schliessen Parteivereinbarungen �ber Obliegenheiten, wie sie in Art. 16 f. AVB vorgesehen sind, nicht aus (Art. 97 f. VVG). Der Versicherungsnehmer kann sich vertraglich zur Schadenminderung verpflichten; das dispositive Recht auferlegt hingegen nur dem Anspruchsberechtigten eine "Rettungspflicht" (Marginalie zu Art. 61 VVG), d.h. die Obliegenheit, "nach Eintritt des bef�rchteten Ereignisses tunlichst f�r Minderung des Schadens zu sorgen" (Art. 61 Abs. 1 VVG, Satz 1). Es ist auch die Vereinbarung zul�ssig, dass der Versicherungsnehmer - als Vertragspartei - Massnahmen zu ergreifen hat, wenn der Versicherungsfall noch nicht eingetreten ist, aber auf Grund besonderer Umst�nde sich zu verwirklichen droht; darin liegen gefahrspr�ventive Obliegenheiten, d.h. Obliegenheiten, "die Gefahr zu vermindern oder eine Gefahrserh�hung zu verh�ten" (Art. 29 Abs. 1 VVG; vgl. Maurer, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 3. Aufl. , Bern 1995, S. 345; Weber, Die Schadenminderungspflicht, in:
Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung, St. Gallen 1999, S. 170 ff.; Schaer, Das Verschulden bei gefahrspr�ventiven Obliegenheiten, verhaltensbezogenen Deckungsausschl�ssen und bei der Schadenminderung, in: Verschulden im Wandel des Privatversicherungs-, Sozialversicherungs- und Haftpflichtrechts, Basel 1992, S. 164 ff.).
b) Die streitgegenst�ndlichen Obliegenheiten des Versicherungsnehmers, der hier mit dem Versicherten identisch ist, entstehen "in jedem Fall, der voraussichtlich Anspruch auf Versicherungsleistungen gibt". Zur Diskussion steht der Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls.
aa) Der "Anspruch auf Versicherungsleistungen" entsteht, wenn sich die versicherte Gefahr am versicherten Gegenstand verwirklicht, wenn in der Unfallversicherung die versicherte Person einen gedeckten Unfall erleidet (Maurer, a.a.O., S. 327). Der Versicherungsfall "Unfall" umfasst das Unfallereignis einerseits, das bestimmte Merkmale aufweisen muss, und die K�rpersch�digung andererseits, die durch das Unfallereignis verursacht wird (vgl. die Definition in Art. 4 lit. b AVB); dar�ber hinaus muss die gesundheitliche Sch�digung hier eine Arbeitsunf�higkeit (Taggeld), die Invalidit�t oder den Tod (Kapitalleistungen) zur Folge haben (vgl. etwa Mauer, a.a.O., S. 476 ff.; Ileri, in: Kommentar zum Bundesgesetz �ber den Versicherungsvertrag (VVG), Basel 2001, N. 11 zu Art. 88 VVG).
Entgegen der Annahme der Kl�gerin ist der Unfalltatbestand schon erf�llt, wenn die K�rpersch�digung eingetreten ist, und zwar selbst dann, wenn deren endg�ltige Folgen (z.B. Arbeitsunf�higkeit) noch keineswegs feststehen.
In jenem Zeitpunkt entstehen Obliegenheiten wie die Anzeigepflicht, die Rettungspflicht usw. (Koenig, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 3. Aufl. , Bern 1967, S. 455; Brehm, L'assurance priv�e contre les accidents, Bern 2001, N. 38 S. 54). Diese Auslegung dr�ngt sich auch f�r die g�ngigen Umschreibungen des Unfalls in den AVB auf: In der Unfallversicherung kann das bef�rchtete Ereignis zeitlich nicht als eingetreten betrachtet werden, solange es an der K�rpersch�digung fehlt; dagegen geht es zu weit, den Eintritt des Unfalls erst auf den Zeitpunkt anzunehmen, wo die K�rpersch�digung auch erkennbar geworden ist (vgl.
Der auszulegende Art. 16 AVB verdeutlicht die gezeigten Grunds�tze, indem er die Pflicht zur �rztlichen Behandlung in jedem Fall beginnen l�sst, der "voraussichtlich" den Versicherungsfall "Unfall" darstellt. Voraussichtlich meint in diesem Zusammenhang: Der Versicherte muss unter Beachtung der erforderlichen Sorgfalt eines ordentlichen und verst�ndigen Menschen zum Schluss kommen k�nnen, dass er die Gesundheitssch�digung infolge eines Unfallereignis- ses erlitten hat, und darf die Erf�llung seiner Obliegenheit zur �rztlichen Behandlung nicht so lange hinausz�gern, bis er �ber die Unfallfolgen und die Leistung Klarheit gewonnen hat (zur praktisch w�rtlich �bereinstimmenden Formulierung in � 9 I der Allgemeinen Unfallbedingungen: Grimm, Unfallversicherung, AUB-Kommentar, 2. Aufl. , M�nchen 1994, N. 9 zu � 9 AUB 88). Mit Blick auf die Auswirkungen der Frontalkollision (lit. A hiervor) ist die Pflicht des Versicherten zur �rztlichen Behandlung zweifellos im Unfallzeitpunkt entstanden.
bb) Das VVG kennt den Ausdruck "Versicherungsfall" nicht und spricht vielmehr vom Eintritt des bef�rchteten Ereignisses (z.B. Art. 38 Abs. 1, Art. 61 Abs. 1 VVG u.a.m.) oder verwendet Umschreibungen, die an das bef�rchtete Ereignis denken lassen (z.B. Art. 46 Abs. 1 VVG: "Eintritt der Tatsache, welche die Leistungspflicht begr�ndet"). Mangels festumrissenen Begriffs ist bei jeder gesetzlichen Bestimmung zu pr�fen, was sie unter dem bef�rchteten Ereignis versteht; es ist auf die Funktion abzustellen, die eine Norm mit dem Ausdruck verbindet, und bei allgemeinen Umschreibungen der Sinn der Bestimmung aus dem Zusammenhang zu ermitteln (vgl. etwa Maurer, a.a.O., S. 167 f. und S. 327 f.).
Aus diesem Grund verschl�gt es nichts, wenn die Kl�gerin f�r die Auslegung von Art. 16 AVB ("Fall, der voraussichtlich Anspruch auf Versicherungsleistungen gibt") die �hnliche Formulierung in Art. 46 Abs. 1 VVG betreffend Verj�hrung anruft und daraus ableiten will, der massgebende Zeitpunkt sei nicht der Unfalltag, sondern der - allenfalls sp�ter eintretende - Tod (zuletzt: BGE 127 III 268 E. 2b S. 270). Von der Funktion her und aus dem Zusammenhang ist diese Auslegung f�r den Beginn der Verj�hrung richtig, f�r die Pflicht zur �rztlichen Behandlung (Art. 16 AVB) aber offenkundig eine andere Ankn�pfung geboten. Sie findet sich beispielsweise in der - mit denjenigen gem�ss Art. 16 f. AVB regelm�ssig verbundenen - Obliegenheit "Anzeigepflicht", die nach dem Gesetzeswortlaut aktuell wird, wenn "das bef�rchtete Ereignis eingetreten" ist (Art. 38 Abs. 1 VVG). Mit R�cksicht auf ihren Zweck ist freilich nicht der Tod abzuwarten, sondern Meldung bereits im Zeitpunkt zu erstatten, in dem ernsthaft mit der M�glichkeit jener Unfallfolge gerechnet werden muss (z.B. BGE 115 II 88 E. 3 S. 90; Brehm, a.a.O., N. 134 S. 90 f.; Nef, im zit. VVG-Kommentar, N. 8 zu Art. 38 VVG, mit weiteren Nachweisen).
Dieselbe Auslegung muss f�r die Pflicht zur �rztlichen Behandlung gelten. Sie l�sst sich einerseits - wie erw�hnt (E. 2b/aa soeben) - auf die Formulierung von Art. 16 AVB ("voraussichtlich") st�tzen, andererseits aber auch mit dem Zweckgedanken begr�nden, der dieser Obliegenheit wie jeder Schadenminderungspflicht zugrunde liegt: Wer einen Schaden erlitten hat, den er nach Gesetz oder Vertrag auf einen anderen abzuw�lzen gedenkt, soll alles Zumutbare vorkehren, damit die Schadensfolgen m�glichst gering ausfallen (H�nger/ S�sskind, im zit. VVG-Kommentar, N. 1 zu Art. 61 VVG, mit Nachweisen); zu beginnen ist damit naturgem�ss nicht erst, wenn die Schadensfolgen sich bereits verwirklicht haben, sondern im Verletzungszeitpunkt (vgl. Weber, a.a.O, S. 137).
cc) Schliesslich will die Kl�gerin einwenden, es liege keine Schadenminderungspflicht mehr vor, wenn sie ihre Pflicht zur �rztlichen Behandlung in einem Zeitpunkt erf�llen m�sse, in dem die Unfallfolgen noch gar nicht festst�nden; im Gegensatz zur Pr�vention setze Schadenminderung den Eintritt eines Schadenfalls voraus. Die Auffassung trifft in dieser Form nicht zu. Die Pflicht zur �rztlichen Behandlung ist eine vertragliche Ausgestaltung der gesetzlichen Rettungspflicht gem�ss Art. 61 VVG (Maurer, a.a.O., S. 346; Pr�lss/Martin, Versicherungsvertragsgesetz, 26. Aufl. , M�nchen 1998, N. 3 zu � 9 AUB 88). Die gesetzliche Rettungspflicht entsteht nun aber - wie die Obliegenheit nach Art. 16 AVB (E. 2b/aa-bb soeben) - ebenfalls mit der Ersteinwirkung auf die Substanz einer Person oder einer Sache (Schaer, a.a.O., S. 169 ff.; H�nger/S�sskind, N. 5 zu Art. 61 VVG, mit Nachweisen). Das Handelsgericht ist deshalb zu Recht - und zudem in �bereinstimmung mit den Parteien - davon ausgegangen, dass die Art. 16 f. AVB die Schadenminderungspflicht beschlagen (E. D/a S. 22).
c) Die Kl�gerin wendet eine weitere Abgrenzungsschwierigkeit ein, um nunmehr eine Auslegung nach Massgabe der Unklarheitsregel zu begr�nden. Ihrer Ansicht nach beziehen sich die Obliegenheiten nach Art. 16 f. AVB - wohl als Ausdruck genereller Sorgfaltspflichten - auf das schuldhafte Herbeif�hren des bef�rchteten Ereignisses, auf dessen Sanktionierung die Beklagte in Art. 6 AVB f�r den Fall der Grobfahrl�ssigkeit verzichtet habe.
Der Verzicht in Art. 6 AVB auf Leistungsk�rzung bei grobfahrl�ssiger Herbeif�hrung des bef�rchteten Ereignisses und die in Art. 16 ff. AVB vorgesehene Leistungsk�rzung bei Missachtung bestimmter Obliegenheiten betreffen verschiedene Sachverhalte: Art. 6 AVB befasst sich mit der Verursachung des Versicherungsfalls, wohingegen eine Schadenminderungspflicht (Art. 16 f. AVB) erst entsteht, wenn der Versicherungsfall - im gezeigten Sinne (E. 2b soeben) - eingetreten ist (vgl. etwa Maurer, a.a.O., S. 354 f.; H�nger/S�sskind, N. 48 zu Art. 14 und N. 28 zu Art. 61 VVG; vgl. auch Weber, a.a.O., S. 171; Schaer, a.a.O., S. 167 f. und S. 186 ff.).
Insoweit k�nnte gest�tzt auf Art. 6 AVB die Leistung nicht mit dem Argument gek�rzt werden, der Versicherungsnehmer habe die Frontalkollision grobfahrl�ssig herbeigef�hrt (vgl.
dazu BGE 117 II 591 E. 3 S. 595; 125 V 307 E. 2c S. 310); wie er sich hingegen nach dem Unfall zu verhalten hat, k�nnen die Art. 16 ff. AVB eigenst�ndig regeln.
Die beiden Befugnisse zu einer Leistungsk�rzung sind klar unterscheidbar, so dass keine Rede davon sein kann, die Art. 16 ff. AVB f�hrten die Leistungsk�rzung, auf die Art. 6 AVB verzichte, "durch die Hintert�r" wieder ein.
BGE 126 V 499 E. 3b S. 504; Maurer, a.a.O., S. 163). Die Klausel ist zudem nicht ungew�hnlich, so dass ihr deshalb die Wirksamkeit zu versagen w�re. Die in den AVB aufgestellte Pflicht zur �rztlicher Behandlung bei Krankheit und Unfall kann selbst f�r einen Laien nicht �berraschend sein und auch nicht als branchenfremd bezeichnet werden (allgemein:
BGE 119 II 443 E. 1a S. 446; Fuhrer, im zit. VVG-Kommentar, N. 57 ff. zu Art. 33 VVG); entsprechende Klauseln mit der Folge einer Leistungsk�rzung bei Obliegenheitsverletzung sind bei Unfall- wie Krankenversicherung g�ngig (vgl. nur Maurer, a.a.O., S. 346; Brehm, a.a.O., N. 308 S. 161; Weber, a.a.O., S. 170).
d) Schliesslich unterstellt die Kl�gerin, die Beklagte vertrete ebenfalls die Rechtsmeinung, das Verhalten des Versicherten beschlage nicht die Schadenminderungspflicht, sondern allenfalls das schuldhafte Herbeif�hren des versicherten Ereignisses im Sinne von Art. 14 VVG. Der Einwand ist unbehelflich. Im angef�hrten Schreiben (act. 61, S. 2 Z. 2) hat die Beklagte mitgeteilt, sie sei "berechtigt, gest�tzt auf Art. 18 AVB (...) in Verbindung mit Art. 16 AVB ihre Leistungen zu verweigern". Daran schliesst die Beurteilung an, das Verhalten des Versicherungsnehmers sei "dermassen schuldhaft ..., sodass f�r nur eine Leistungsk�rzung �berhaupt kein Raum bleibt (Art. 14 VVG)". Die Beklagte geht offenkundig von einer Verletzung der Obliegenheiten gem�ss Art. 16 ff. AVB aus und bezieht sich nur f�r die Frage des Masses der Leistungsk�rzung - vergleichsweise - auf Art. 14 VVG, nach dessen Abs. 1 der Versicherer seine Leistung insgesamt verweigern darf ("haftet nicht"), wenn der Versicherte das bef�rchtete Ereignis absichtlich herbeif�hrt. Davon abgesehen, kann die Kl�gerin aus der Rechtsmeinung der Beklagten im Verfahren der eidgen�ssischen Berufung ohnehin nichts ableiten (Art. 63 Abs. 1 OG; BGE 127 III 248 E. 2c S. 252/253) und ist f�r die Auslegung von im Prozess abgegebenen Parteierkl�rungen grunds�tzlich das kantonale Recht massgebend (Art. 43 OG; BGE 116 II 196 E. 3a S. 201).
e) Aus den dargelegten Gr�nden h�tte der Versicherte nach dem erlittenen Autounfall (Frontalkollision) seinen Obliegenheiten gem�ss Art. 16 f. AVB nachkommen m�ssen. Dass er das nicht getan und die "Pflicht zur �rztlichen Behandlung" (Art. 16 AVB) verletzt hat, indem er entgegen der �rztlichen Empfehlung aus dem Spital ausgetreten ist, bestreitet die Kl�gerin nicht.
3.- Aus der Rechtsnatur der Unfallversicherung mit Todesfallkapital hat das Handelsgericht abgeleitet, als Folge der Obliegenheitsverletzung k�nne nur die vollumf�ngliche Leistungsverweigerung in Betracht fallen. Bei der Summenversicherung werde die vom Versicherer zu erbringende Summe von den Vertragsparteien im Voraus festgelegt. Unabh�ngig vom Vorhandensein eines Schadens resp. der finanziellen Folgen des Unfallereignisses ver�ndere sich die H�he des Todesfallkapitals nicht. Bei Eintritt des bef�rchteten Ereignisses habe der Versicherer die Versicherungsleistung vollumf�nglich zu erbringen, oder er k�nne sie ganz verweigern. Eine blosse Leistungsk�rzung k�nne nur dort von Relevanz sein, wo Abstufungen auf Grund eines eingetretenen Schadens m�glich seien (E. D/f S. 35 f.). Nach Ansicht der Kl�gerin besteht zwischen dem Charakter einer Versicherung und der Frage einer Leistungsk�rzung wegen Obliegenheitsverletzung kein Zusammenhang.
a) Das im Todesfall durch Unfall geschuldete Kapital ist eine typische Summenleistung; sie hat nicht den Zweck, einen konkreten Schaden zu decken, und ist unabh�ngig von einer Verm�genseinbusse zu leisten. Parteien und Handelsgericht haben zu Recht nichts Abweichendes aus den massgebenden AVB abgeleitet (zur Abgrenzung der Summen- von der Schadensversicherung: BGE 104 II 44 E. 4 S. 47 ff.; 119 II 361 E. 4 S. 364 f.; zuletzt: Brehm, a.a.O., N. 6 S. 38 und N. 16 S. 42 f.; im zit. VVG-Kommentar: Stoessel, N. 27 ff.
R�tsche/Ducksch, Schadens- und Summenversicherung, in: Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung, St. Gallen 1995, S. 50 ff.).
b) Dass Leistungen aus Summenversicherung - im Gegensatz zu solchen aus Schadensversicherung - weder den Eintritt eines Schadens voraussetzen noch anhand der erlittenen Verm�genseinbusse bemessen werden, bedeutet nicht, es gebe bei dieser Versicherungsart keine Schadenminderungspflicht.
Die Rettungspflicht nach Art. 61 VVG als Anwendungsfall einer Schadenminderungspflicht beansprucht - obwohl im Kapitel �ber die Schadensversicherung geregelt (Art. 48 ff.
VVG) und damit auch bei einer Summenversicherung; es kann den Versicherten beispielsweise die Pflicht treffen, die Auswirkungen einer K�rperverletzung in Grenzen zu halten (H�nger/S�sskind, N. 3 zu Art. 61 VVG; Brehm, a.a.O., N. 210 S. 122 f., je mit weiteren Nachweisen). Das deutsche Recht kennt sogar eigene Vorschriften �ber die Rettungspflicht in der Schadensversicherung (� 62 VVG) und in der Unfallversicherung f�r den Fall, dass eine Summenversicherung vorliegt (� 183 VVG; Pr�lss/Martin, N. 1 dazu). Das Bundesgericht hat ausdr�cklich anerkannt, dass Art. 61 VVG einen allgemeinen Grundsatz zum Ausdruck bringt und deshalb in allen Gebieten des Versicherungsrechts gilt (Urteil vom 21. Oktober 1919, in: SVA IV/1917-1921 Nr. 256 E. c S. 492 f.; aus der kantonalen Praxis: z.B. das Genfer Urteil vom 24. Mai 1991, in:
Was die Frage eines abstufbaren Schadens angeht, darf nicht �bersehen werden, dass die vereinbarte Summenleistung zwar nicht durch eine Schadensberechnung variiert wird. Auch die Summenversicherung bezweckt jedoch, einen f�r m�glich gehaltenen Verm�gensnachteil abzudecken (BGE 119 II 361 E. 4 S. 365; vgl. dazu R�tsche/Ducksch, a.a.O., S. 47 ff.). Diesbez�glich k�nnen Obliegenheiten im Versicherungsfall entstehen, deren Verletzung - gleichwie die schuldhafte Herbeif�hrung des bef�rchteten Ereignisses (Art. 14 VVG; z.B. BGE 87 II 376 E. 2 S. 382) - eine Leistungsverweigerung oder -k�rzung gestattet (H�nger/S�sskind, N. 7, und Ostertag/Hiestand, Das Bundesgesetz �ber den Versicherungsvertrag,
2. Aufl. , Z�rich 1928, N. 1 zu Art. 61 VVG, je mit dem Beispiel einer Verletzung der Pflicht zur �rztlichen Behandlung bei der Todesfallversicherung).
c) Schliesslich gilt es zu beachten, dass die Parteien des Versicherungsvertrags den zul�ssigen Rechtsnachteil inhaltlich frei bestimmen k�nnen (E. 4a und E. 5a hiernach).
Der massgebende Art. 18 AVB unterscheidet nun aber nicht danach, ob eine Leistung, die bei vertragswidrigem Verhalten gek�rzt oder verweigert werden kann, aus einer Summen- oder Schadensversicherung herr�hrt. Es ist folglich davon auszugehen, dass jede versicherte Leistung der K�rzung unterliegt.
4.- Bei Zuwiderhandeln gegen die Obliegenheiten gem�ss Art. 16 f. AVB ist die Beklagte befugt, ihre Leistungen zu k�rzen oder zu verweigern. Der massgebende Art. 18 AVB sieht ferner vor, dass eine Leistungsk�rzung oder -verweigerung ausgeschlossen ist, wenn das vertragswidrige Verhalten auf die Folgen der Krankheit oder des Unfalls und deren Feststellung keinen Einfluss ausge�bt hat. Dass dieser Nachweis ihr oblegen hat und nicht gegl�ckt ist, bestreitet die Kl�gerin nicht. Sie wendet sich vorab gegen die Annahme, die Obliegenheitsverletzung sei dem Versicherungsnehmer vorwerfbar.
a) Zwingende Bestimmungen des VVG schr�nken Parteivereinbarungen �ber Rechtsnachteile bei Obliegenheitsverletzungen insofern ein, als Art. 29 Abs. 2 und Art. 45 VVG nicht zu Ungunsten des Versicherungsnehmers oder des Anspruchsberechtigten abge�ndert werden d�rfen (Art. 98 Abs. 1 VVG).
Die erstere Bestimmung l�sst gegen�ber den mit Verwirkungsklausel versehenen Obliegenheiten den Beweis mangelnder Kausalit�t zu, betrifft aber nach dem klaren Wortlaut Vertragspflichten zur Gefahrspr�vention (Fuhrer, N. 4 zu Art. 29 VVG) und damit nicht die hier in Frage stehende Schadenminderungspflicht gem�ss Art. 16 AVB, wie das Handelsgericht zutreffend festgehalten hat (E. D/a S. 24). Auf vertragliche Obliegenheiten im Allgemeinen bezieht sich hingegen Art. 45 VVG, nach dessen Abs. 1 ein wegen Obliegenheitsverletzung vereinbarter Rechtsnachteil nicht eintritt, "wenn die Verletzung den Umst�nden nach als eine unverschuldete anzusehen ist". Die Praxis wendet einen strengen Massstab an und l�sst ein leichtes Verschulden gen�gen (Maurer, a.a.O., S. 308; weitere Nachweise bei Nef, N. 12 zu Art. 45 VVG; kritisch im Zusammenhang mit der Verletzung der Pflicht zur �rztlichen Behandlung: Brehm, a.a.O., N. 313 S. 163). Die W�rdigung der Umst�nde und der Gr�sse des Verschuldens beruhen auf gerichtlichem Ermessen (z.B. BGE 127 III 73 E. 5e S. 80; vgl. zur Ermessenspr�fung des Bundesgerichts zuletzt BGE 127 III 300 E. 6b S. 308, 310 E. 3 S. 313 und 351 E. 4a S. 354).
b) In seine Verschuldensw�rdigung hat das Handelsgericht zun�chst einbezogen, dass der Versicherte zur Zeit des Unfalls neunundachtzigj�hrig gewesen sei. Er sei mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestossen und habe somit einen sehr schweren Unfall erlitten. Von den behandelnden �rzten in der Klinik sei er ausdr�cklich auf die m�glichen medizinischen und rechtlichen Folgen des vorzeitigen Austritts sowie die M�glichkeit lebensbedrohlicher Komplikationen hingewiesen worden. Auch wenn der Versicherte von seinem Spezialgebiet her Urologe gewesen sei, h�tten ihm als Mediziner auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung die m�glichen Folgen des Verzichts auf eine weitere �berwachung, insbesondere auch angesichts seines Alters und des erlittenen schweren Unfalls, bewusst sein m�ssen. Unbestrittenermassen habe er desto trotz den Revers unterzeichnet, die Klinik verlassen und so die Verantwortung f�r sein Verhalten �bernommen. Das Handelsgericht hat keine Anhaltspunkte daf�r feststellen k�nnen, dass die Urteilsf�higkeit des Versicherungsnehmers im Zeitpunkt des Klinikaustritts beeintr�chtigt gewesen sein k�nnte oder dass es dem Versicherungsnehmer irgendwie - subjektiv oder objektiv - unzumutbar gewesen w�re, zur weiteren station�ren �berwachung im Spital zu verbleiben. Es ist deshalb davon ausgegangen, der Versicherungsnehmer habe die vertraglich vereinbarte Obliegenheit gem�ss Art. 16 AVB krass verletzt, indem er sich, den �rztlichen Ratschl�gen nicht folgend, schon wenige Stunden nach dem Unfallereignis der Spital�berwachung und -pflege entzogen habe (E. D/f S. 37 f.).
c) Die handelsgerichtliche Beurteilung, dass die Obliegenheitsverletzung des Versicherungsnehmers nicht als unverschuldet im Sinne von Art. 45 Abs. 1 VVG anzusehen sei, kann nicht beanstandet werden. Was die Kl�gerin dagegenh�lt, ist unbegr�ndet:
aa) Die Kl�gerin macht erstens geltend, es h�tten keine Anzeichen f�r - lebensgef�hrliche - innere Verletzungen bestanden, als der Versicherte im Spital eingeliefert worden sei. Die �rzte h�tten eine station�re �berwachung empfohlen, ohne allerdings einen konkreten medizinischen Befund als Grundlage f�r diese Empfehlungen anzugeben. Die Kl�gerin wendet sich damit gegen verbindliche Tatsachenfeststellungen und erg�nzt den f�r das Bundesgericht massgeblichen Sachverhalt, ohne ausnahmsweise zul�ssige Sachverhaltsr�gen zu erheben und zu begr�nden (Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG; BGE 127 III 248 E. 2c S. 252). Das Handelsgericht hat festgestellt, dass der Versicherte auch �ber die medizinischen Folgen eines vorzeitigen Austritts aufgekl�rt worden ist. Daraus ergeben sich umgekehrt auch die Gr�nde, weshalb der Versicherte im Spital h�tte verbleiben sollen.
Es widerspr�che zudem jeglicher Erfahrung, dass die behandelnden �rzte mit ihrem verunfallten Kollegen nicht das Fachgespr�ch gesucht und ihm dabei die Gr�nde f�r ihre Empfehlung nicht erl�utert h�tten.
bb) Zweitens beruft sich die Kl�gerin auf die medizinische Fachkenntnis des Versicherten als Urologen von Weltruf, der durchaus f�hig gewesen w�re, seinen Gesundheitszustand selber zu beurteilen. Sie widerspricht damit dem Handelsgericht, das umgekehrt davon ausgegangen ist, der Versicherungsnehmer h�tte sich auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung die m�glichen Folgen des Verzichts auf eine weitere �berwachung, insbesondere auch angesichts seines Alters und des erlittenen schweren Unfalls, bewusst sein m�ssen.
Die allgemeine Lebenserfahrung spricht klar f�r die handelsgerichtliche �berlegung. Als Urologe war der Versicherte Spezialarzt f�r Krankheiten der Harnorgane. Mit seinem �rztlichen Allgemeinwissen musste er die Gefahren von Verletzungen des Brustkorbs erkannt haben, deren eigentliches Ausmass abzusch�tzen aber d�rfte er mit seinem Spezialwissen auf dem Gebiet der Urologie kaum in der Lage gewesen sein.
cc) Wenn die Kl�gerin drittens zum Vergleich die Haftung eines Spitalarztes f�r eine unbegr�ndete Spitalentlassung er�rtert, geht das einerseits an der Sache vorbei, weil die Pflichtverletzung des Arztes (BGE 120 Ib 411 E. 4 S. 413) mit der Obliegenheitsverletzung gem�ss Art. 16 AVB nicht vergleichbar ist. Andererseits f�llt auf, dass die behandelnden �rzte von ihrem Pflichtverst�ndnis her eine ganz andere Auffassung bekundet hatten, indem auf dem vorgedruckten Revers handschriftlich erg�nzt wurde, der Versicherungsnehmer sei auch ("sowie") "auf m�gliche lebensbedrohliche Komplikationen" aufmerksam gemacht worden.
5.- Die Rechtsnachteile, die an eine Verletzung der Obliegenheiten gem�ss Art. 16 f. AVB gekn�pft werden d�rfen, bestehen in der K�rzung oder der Verweigerung der Leistungen.
Art. 18 AVB nennt die Kriterien nicht, die f�r die Bemessung der vorgesehenen Leistungsk�rzung bis hin zur -verweigerung ausschlaggebend sein sollen. Beide Parteien wollen auf das Mass des Verschuldens abstellen.
a) Die Leistungsk�rzung oder -verweigerung wegen Obliegenheitsverletzung hat ihre Grundlage allein in Art. 18 AVB (vgl. E. 4a hiervor). Auf die Ausf�hrungen der Kl�gerin zur richtigen Anwendung des dispositiven Art. 61 Abs. 2 VVG (Art. 97 f. VVG) ist nicht einzugehen (anders als z.B. im zit. Urteil, in: SVA IV/1917-1921 Nr. 256 E. c S. 492 f., wo eine Regelung betreffend Nachteile fehlte); ihr in diesem Zusammenhang gestellter R�ckweisungsantrag entbehrt damit der Grundlage.
b) Die Auslegung von Art. 18 AVB kann sich hier vorab am Gesetz orientieren (E. 1 hiervor). Dieses verdeutlicht, dass als Kriterium der Leistungsbemessung vorab das Verschulden massgebend sein soll. Nebst Art. 45 Abs. 1 VVG, der bei Obliegenheitsverletzungen ganz allgemein den Grundsatz "Kein vereinbarter Rechtsnachteil ohne Verschulden" zum Ausdruck bringt (vgl. Maurer, a.a.O., S. 308; Nef, N. 11 zu Art. 45 VVG), nennen die - den verletzten Obliegenheiten - verwandten Tatbest�nde der Anzeigepflicht (Art. 38 Abs. 2 VVG: "... schuldhafterweise verletzt ..."), der Rettungspflicht (Art. 61 Abs. 1 VVG: "... in nicht zu entschuldigender Weise ...") und der Herbeif�hrung des Versicherungsfalls gem�ss Art. 14 VVG (Marginalie: "Schuldhafte ...") das Verschulden als Massstab der Leistungsk�rzung bis hin zur -verweigerung.
Zum gleichen Ergebnis f�hrt die �berlegung, dass auf den Versicherungsvertrag die Bestimmungen des Obligationenrechts subsid�r anwendbar sind (Art. 100 Abs. 1 VVG):
Nach Art. 44 Abs. 1 i.V.m. Art. 99 Abs. 3 OR kann das Gericht die Ersatzpflicht erm�ssigen oder g�nzlich von ihr entbinden, wenn der Gesch�digte f�r Umst�nde einstehen muss, die auf die Verschlimmerung des Schadens eingewirkt haben.
Diese Regelung kann beigezogen werden (Brehm, a.a.O., N. 310 S. 162, betreffend Pflicht zur �rztlichen Behandlung), da auf diesem Gedanken ja auch die hier verletzte Schadenminderungspflicht aufbaut (Maurer, a.a.O., S. 344). Die L�sung, die von den Parteien ab Verfahrensbeginn bef�rwortet worden ist, erscheint deshalb als sach- und systemgerecht.
c) Das Handelsgericht hat die Frage, in welchem Umfang das Verschulden des Versicherungsnehmers eine Leistungsk�rzung bis hin zur -verweigerung rechtfertige, nicht mehr beurteilt in der unzutreffenden Annahme, dass eine Summenleistung nicht gek�rzt werden k�nne (E. 3 hiervor).
Dem Urteil l�sst sich lediglich entnehmen, dass der Versicherte die vertraglich vereinbarte Obliegenheit gem�ss Art. 16 AVB krass verletzt haben soll, indem er sich, den �rztlichen Ratschl�gen nicht folgend, schon wenige Stunden nach dem Unfallereignis der Spital�berwachung und -pflege entzog (E. 4b hiervor). In seinem ersten Urteil hat das Handelsgericht zur gestellten Frage ausf�hrlicher Stellung genommen und dabei den Vorwurf der Beklagten zur�ckgewiesen, der Versicherungsnehmer h�tte eventualvors�tzlich gehandelt.
Es ist von einer eher bewussten Fahrl�ssigkeit ausgegangen und hat das Verschulden den gezeigten Umst�nden nach weder als leicht noch als schwer eingestuft, weshalb eine h�lftige K�rzung des Todesfallkapitals gerechtfertigt sei (E. C/d S. 30).
Die handelsgerichtliche Leistungsbemessung, die auf gerichtlichem Ermessen beruht (Art. 4 ZGB; zuletzt: BGE 126 V 353 E. 5d S. 362), ist nicht zu beanstanden (vgl. zur Ermessenspr�fung: BGE 127 III 300 E. 6b S. 308, 310 E. 3 S. 313 und 351 E. 4a S. 354). Insbesondere w�re dem Versicherten - entgegen der (impliziten) Behauptung der Kl�gerin - der kurze Spitalaufenthalt lediglich zur �berwachung nach einem schweren Unfall ohne weiteres zumutbar gewesen; eine eigentliche Behandlung oder gar Operation, die unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls als zumutbar erscheinen k�nnen, haben in jenem Zeitpunkt �berhaupt nicht zur Diskussion gestanden (vgl. dazu Weber, a.a.O., S. 153 ff., und die Beispiele aus der Rechtsprechung bei Carr�, Loi f�d�rale sur le contrat d'assurance, Lausanne 2000, zu Art. 61 VVG, S. 365).
Obgleich Art. 14 VVG �ber die schuldhafte Herbeif�hrung des bef�rchteten Ereignisses auf die Verletzung blosser Schadenminderungspflichten nicht anwendbar ist (E. 2c hiervor), dr�ngt es sich angesichts der Vergleichbarkeit der beiden Tatbest�nde auf, das jener Regelung zugrunde liegende Prinzip bei der Leistungsbemessung zu verallgemeinern:
Eine vollst�ndige Leistungsverweigerung ist ausschliesslich bei Absicht angezeigt (Abs. 1), und nur ein grober Fehler kann eine Leistungsk�rzung rechtfertigen (Abs. 2; Brehm, a.a.O., N. 312 S. 163, betreffend Pflicht zur �rztlichen Behandlung). Mit dem Handelsgericht kann von einer krassen Obliegenheitsverletzung ausgegangen werden, die eine kr�ftige Leistungsk�rzung rechtfertigt. Auf Grund der �usseren Umst�nde (Frontalkollision bei rund 100 km/h) und der pers�nlichen Verh�ltnisse (Alter, Sachverstand, Urteilsf�higkeit) durfte das Verhalten des Versicherten als grobfahrl�ssig eingestuft werden. Wird ferner einbezogen, wie wenig von ihm erwartet worden w�re und was er nach dem Unfall getan hat, so erscheint das Vorgehen des Versicherten als unverst�ndlich. Diesem Verschulden ist eine Leistungsk�rzung von f�nfzig Prozent nicht unangemessen (vgl. H�nger/ S�sskind, N. 18-20 und N. 34 f. zu Art. 14 VVG mit Kasuistik).
6.- Was den Verzugszins auf das Todesfallkapital anbetrifft, hat das Handelsgericht ausgef�hrt, das Laufdatum gem�ss Rechtsbegehren (3. M�rz 1994) wie auch der Satz (5 %) gingen in Ordnung (E. D S. 18). Die Beklagte setzt sich mit dieser Begr�ndung selbst in einem Eventualstandpunkt - f�r den Fall der Begr�ndetheit des Berufungsantrags - nicht auseinander, so dass es dabei sein Bewenden hat.
7.- Die Kl�gerin dringt mit ihrem Berufungsantrag zur H�lfte durch. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten h�lftig zu teilen und die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 156 Abs. 3 und Art. 159 Abs. 3 OG). �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen f�r das kantonale Verfahren wird das Handelsgericht neu zu entscheiden haben (Art. 157 und Art. 159 Abs. 6 OG).
1.- Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 19. Januar 2000 wird aufgehoben; in teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Kl�gerin Fr. 25'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 3. M�rz 1994 zu bezahlen.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 4'000.-- wird den Parteien je zur H�lfte auferlegt.
4.- Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen des kantonalen Verfahrens an das Handelsgericht des Kantons Z�rich zur�ckgewiesen.