Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202013,%20650
Timestamp: 2018-06-23 04:41:22
Document Index: 281166386

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 242', '§ 903', '§ 242', '§ 903', '§ 242', '§ 903', 'BGH', '§ 242', 'BGH']

BGH, 08.02.2013 - V ZR 56/12 - dejure.org
§ 242 BGB, § 903 BGB
Nachbarliches Gemeinschaftsverhältnis: Pflicht des Grundstückseigentümers zum Mitbeheizen einer benachbarten Doppelhaushälfte
Keine Pflicht auf Mitbeheizung der benachbarten Doppelhaushälfte; nachbarliches Gemeinschaftsverhältnis
Keine Versorgungs- oder Duldungspflicht des Eigentümers gegenüber Doppelhausnachbarn nach Kündigung der vereinbarten Heizwärme- und Warmwasserversorgung durch seine, beide Grundstücke versorgende Heizanlage
Doppelhaushälfte - Anspruch auf Nutzung einer Heizungsanlage
BGB § 242; BGB § 903
Nachbarrecht - Pflicht zum Mitbeheizen der benachbarten Doppelhaushälfte?
Handlungspflicht aus nachbarlichem Gemeinschaftsverhältnis
Pflicht zur Beheizung des Nachbarhauses?
Muss gemeinsame Heizung eines Doppelhauses erhalten bleiben? (IMR 2013, 344)
LG Lüneburg, 01.03.2011 - 9 O 281/10
OLG Celle, 14.09.2011 - 4 U 62/11
NJW-RR 2013, 650
MDR 2013, 1217
NZM 2013, 873
ZMR 2013, 762
cc) Offen bleiben kann, ob die Entfernung für den Nachbarn wichtiger Hausanschlussleitungen durch den (schuldrechtlich nicht mehr zur Duldung verpflichteten) Eigentümer sich unter besonderen Umständen als eine mit Treu und Glauben (§ 242) unvereinbare unzulässige Rechtsausübung darstellen kann (vgl. Senat, Urteil vom 8. Februar 2013 - V ZR 56/12, NJW-RR 2013, 650).
Allerdings darf die Beklagte ihr Recht zum Abriss nicht schrankenlos ausüben (§ 903 Satz 2 BGB), sondern muss das sich aus dem nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnis ergebende Rücksichtnahmegebot beachten (vgl. Senat…, Urteil vom 29. Juni 2012 - V ZR 97/11, NJW-RR 2012, 1160 Rn. 20; Urteil vom 8. Februar 2013 - V ZR 56/12, NJW-RR 2013, 650 Rn. 6 mwN).
Sie kann indes im Einzelfall auch eine positive Handlungspflicht begründen, wenn dies - über die gesetzlichen Regelungen hinausgehend - für einen billigen Ausgleich der widerstreitenden Interessen zwingend geboten erscheint (BGH, Urteil vom 08.0.2013 - V ZR 56/12; NJW-RR 2013, 650 Rn. 6).
Diese nach der auch vom Landgericht in Bezug genommenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (etwa NJW 2003, 1392; NJW-RR 2012, 1160; 2013, 650;… vgl. auch Schubert, in Münchener Kommentar zum BGB, 7. Aufl., § 242 Rn. 222) nur ausnahmsweise über die in den nachbarrechtlichen Vorschriften des BGB sowie die Nachbarrechtsgesetze der Länder enthaltenen Pflichten hinausgehende wechselseitige Verpflichtung der Nachbarn zur gegenseitigen Rücksichtnahme kommt nur dann in Betracht, wenn ein über die gesetzlichen Regelungen hinausgehender billiger Ausgleich der widerstreitenden nachbarlichen Interessen dringend geboten scheint.
Das kann auch dazu führen, dass er eine bestimmte Nutzung seines Grundstücks durch den Nachbarn dulden muss (BGH NJW-RR 2013, 650; NJW 2003, 1392).