Source: http://dr-hoek.de/beitrag.asp?t=Franzoesische-%20Auslandsimmobilien
Timestamp: 2019-06-16 13:01:39
Document Index: 29854667

Matched Legal Cases: ['Art. 199', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 10', 'Art. 3', 'Art. 20', 'Art. 3', '§ 2', '§ 32', 'Art. 20']

Dr.Hök->Fachinformationen:Französisches Immobilienrecht:Steuerliche Behandlung französischer Auslandsimmobilien
Die Steuervorteile für Ferienwohnungen ("Résidences de tourisme classées") sind in Artikel 199decies E des französischen Steuergesetzbuchs ("Code Général des Impôts-CGI") näher geregelt:
Gemäss Art. 199decies E CGI besteht die Bemessungsgrundlage für die Steuergutschrift in dem Kaufpreis für die Immobilie oder deren Renovierungskosten, soweit diese bei der Berechnung des steuerbaren Einkommens nicht mehr abzugsfähig sind. Die Bemessungsgrundlage ist nach oben beschränkt und zwar auf einen Betrag von 45.760,-- EUR für Ledige und einen Betrag von 91.520,-- EUR für Ehepaare.
Ledige können mithin eine Gutschrift in Höhe von maximal 6.864,-- EUR und Ehepaare bis zu 13.728,-- EUR in Anspruch nehmen. Diese Gutschrift ist von der französischen Steuer abzusetzen.
Gemäss Art. 3 I DBA FRA können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen (einschließlich des Zubehörs und des lebenden oder toten Inventars der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe) nur in dem Vertragstaate besteuert werden, in dem dieses Vermögen belegen ist. Der Begriff "unbewegliches Vermögen" bestimmt sich nach den Gesetzen des Vertragstaates, in dem das Vermögen belegen ist. Rechte, auf die die bürgerlich-rechtlichen Vorschriften über Grundstücke Anwendung finden, Nutzungsrechte an unbeweglichem Vermögen und Rechte auf veränderliche oder feste Lizenzgebühren für die Ausbeutung von Mineralvorkommen, Quellen und anderen Bodenschätzen gelten für die Anwendung dieses Artikels als unbewegliches Vermögen; Schiffe gelten nicht als unbewegliches Vermögen.
Das DBA FRA geht von der allgemeinen Vertragspraxis aus, daß die Besteuerung der Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen (Grundvermögen) dem Staat zuzuweisen ist, in dem dieses Vermögen liegt (Art. 3 I DBA-FRA). Art. 3 IV DBA-FRA enthält die wichtige Klarstellung, dass das Belegenheitsprinzip nicht nur solche Einkünfte ergreift, die aus der unmittelbaren Nutzung des Grundvermögens, grundstücksgleicher Rechte und dinglicher Nutzungsrechte an Grundstücken herrühren (BFHE 135, 526). Das Belegenheitsprinzip gilt auch für die Einkünfte aus der Vermietung oder Verpachtung sowie "jeder anderen Art der Nutzung des unbeweglichen Vermögens". Eingeschlossen sind auch die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft und die Gewinne aus der Veräußerung von unbeweglichem Vermögen. Nicht angesprochen sind die Erträge aus Grundpfandrechten; diese fallen unter die Zinsbesteuerung des Art. 10 DBA FRA. Nach Art. 3 V DBA-FRA greift die Belegenheitsregel auch durch, wenn das Grundvermögen einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit dient (BFHE 135, 526).
Die Verluste eines inländischen Steuerpflichtigen aus der Vermietung seines in Frankreich belegenen Hausgrundstücks sind aufgrund des Art. 20 I a 1 i.V.m. Art. 3 DBA FRA im (deutschen) Inland steuerfrei. Erzielt ein unbeschränkt Steuerpflichtiger aus einer in Frankreich belegenen Immobilie Verluste aus Vermietung und Verpachtung, so sind diese Verluste gemäß § 2a EStG vom Ausgleich mit inländischen Einkünften ausgeschlossen. Sie dürfen deshalb auch bei der Ermittlung der Einkommensteuer-Bemessungsgrundlage nicht zum Ausgleich steuerpflichtiger Einkünfte verwendet werden (ständige Rechtsprechung, z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25.Februar 1976 I R 150/73, BFHE 118, 334, BStBl II 1976, 454; BFHE 162, 307). Der negative Progressionsvorbehalt nach § 32 b EStG findet keine Anwendung. Der negative Progressionsvorbehalt ist auch nicht aufgrund von Art. 20 DBA FRA zu gewähren (FG Köln FR 1987, 46-46).
Beitrag online seit Freitag, 26. April 2002
Letzte Aktualisierung am Sonntag, 30. Januar 2005
Seitenaufrufe (Gesamt/Jahr/Monat): 12728/481/52