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Timestamp: 2016-10-28 08:41:04
Document Index: 144270026

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 18', 'Art. 86', 'Art. 82', 'Art. 83', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 9', 'Art. 29', 'Art. 81', 'Art. 29', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 18', 'Art. 81', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 81', 'BGE', 'BGE', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 81', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 99', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_444/2014 (27.01.2015)
1C_444/2014 � � Urteil vom 27. Januar 2015
Bundesrichter Chaix, Kneub�hler,
Erbengemeinschaft A.________, bestehend aus:
E. und F. G.________,
Politische Gemeinde Gossau, Baukommission, Bahnhofstrasse 25, 9201 Gossau,
Baudepartement des Kantons St. Gallen, L�mmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen.
Baugesuch,
Beschwerde gegen das Urteil vom 8. Juli 2014 des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen.
Die Erbengemeinschaft A.________ (nachfolgend: Erbengemeinschaft) war Eigent�merin der am s�dlichen Siedlungsrand von Gossau gelegenen landwirtschaftlichen Grundst�cke Gbbl. Nrn. 3'614, 4'161 und 4'162. Mit dem Teilzonenplan "Fenn-Geissberg" vom 12. Dezember 2006 wurden die drei Grundst�cke mit einer Gesamtfl�che von rund 6,8 ha von der Landwirtschaftszone in die Wohnzone respektive in die Gr�nzone umgeteilt. Gleichzeitig wurde f�r das neu eingezonte Gebiet der �berbauungsplan "Fenn-Geissberg" (nachfolgend: �berbauungsplan) inkl. Besonderen Vorschriften erlassen. Darin wird das Baugebiet in die sechs Baubereiche Ia, Ib, II, IIIa, IIIb und IV unterteilt. Mit dem �berbauungsplan wird unter anderem eine den topografischen Verh�ltnissen angepasste Art und Anordnung der Bebauung, eine gute Umgebungs- und Terraingestaltung unter Beachtung der Offenlegung verschiedener Gew�sser und die Sicherstellung der Aussichtslage durch Festlegung der Stellung und H�henlagen der Bauten angestrebt (vgl. Art. 2 der Besonderen Vorschriften). Seit dem Erlass der beiden Pl�ne sind von den beiden Stammgrundst�cken Gbbl. Nrn. 4'161 und 4'162 rund 60 Baulandparzellen abgetrennt, ver�ussert und heute bereits weitgehend �berbaut worden (vgl. hierzu den Ortsplan von Gossau unter www.geoportal.ch ).
Beim noch unbebauten Rest des Stammgrundst�cks Gbbl. Nr. 4'161 handelt es sich um eine l�ngsrechteckige Baulandparzelle. Das Grundst�ck grenzt im Nordosten mit der schmalen Seite an die Rosenh�gelstrasse, �ber die auch die Erschliessung erfolgt. Das Grundst�ck liegt gem�ss �berbauungsplan im Baubereich Ib. In dessen Perimeter sind Geb�udel�ngen von maximal 18 m und Geb�udebreiten von maximal 10 m erlaubt, wobei der Bauk�rper l�ngsrechteckig sein und ein Seitenverh�ltnis von maximal 2 zu 3 einhalten muss (Art. 9 Abs. 1 der Besonderen Vorschriften). Im Abstand von 6 m zur Rosenh�gelstrasse besteht eine Pflichtbaulinie; darauf ist die schmale Fassadenseite zu erstellen.
Am 12. Mai 2012 reichte die Erbengemeinschaft ein Baugesuch f�r das Grundst�ck Gbbl. Nr. 4'161 ein. Projektiert sind zwei frei stehende Einfamilienh�user (H�user A und B). Das Haus A (Grundfl�che: 10 m x 11,5 m) soll schmalseitig auf die Pflichtbaulinie zu stehen kommen. Das Haus B (Grundfl�che: 9 m x 12,5 m) soll - hinterliegend respektive in zweiter Bautiefe - mit einem Abstand von 8 m errichtet werden. Gegen das Bauvorhaben gingen innert der Auflagefrist vom 23. Mai bis 5. Juni 2012 zahlreiche Einsprachen ein.
Mit Entscheid vom 18. September 2012 trat die Baukommission von Gossau auf die Einsprachen ein, hiess diese gut und verweigerte der Erbengemeinschaft die Baubewilligung. Zur Begr�ndung f�hrte die Baukommission an, das Haus B komme nicht auf die Pflichtbaulinie zu stehen, und das Seitenverh�ltnis beider H�user �bersteige den zul�ssigen Quotienten von 0,66 (2 zu 3) deutlich; zudem fehle es an der in Art. 18 Abs. 3 der Besonderen Vorschriften vorgeschriebenen strassenseitigen, zwischen 0,5 und 1 m hohen St�tzmauer. Stattdessen wolle die Erbengemeinschaft das Terrain entlang der Rosenh�gelstrasse auf der gesamten L�nge abgraben lassen. Im �brigen komme die Garage von Haus A in den Grenzabstandsbereich von 8 m zu liegen. Die von der Erbengemeinschaft angestrebte akzessorische �berpr�fung des �berbauungsplans verweigerte die Baukommission.
Gegen den Bauabschlag reichte die Erbengemeinschaft mit Eingabe vom 1. Oktober und Erg�nzung vom 16. Oktober 2012 Rekurs beim Baudepartement des Kantons St. Gallen ein, welches den Rekurs am 25. Februar 2013 abwies, soweit es darauf eintrat.
Die von der Erbengemeinschaft mit Eingabe vom 12. M�rz und Erg�nzung vom 7. Mai 2013 gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom 8. Juli 2014 ab.
Mit Eingabe vom 15. September 2014 f�hrt die Erbengemeinschaft Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 8. Juli 2014 sei aufzuheben, und die Angelegenheit sei zur nochmaligen Beurteilung an die Bewilligungsbeh�rde, eventualiter an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
Das Baudepartement, das Verwaltungsgericht sowie E. und F. G.________ beantragen in ihren Vernehmlassungen die Beschwerdeabweisung. Die Gemeinde Gossau hat keine Stellungnahme eingereicht. Die Beschwerdef�hrerin h�lt in weiteren Eingaben an ihrem Standpunkt und an ihren Antr�gen fest.
1.1.�Das angefochtene Urteil der Vorinstanz ist ein Entscheid einer letzten kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Ihm liegt ein Beschwerdeverfahren �ber eine baurechtliche Bewilligung und damit eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit zugrunde. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts keinen Ausschlussgrund von der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 lit. a und Art. 83 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.2 S. 251; 409 E. 1.1 S. 411). Die Beschwerdef�hrerin ist als Baugesuchstellerin durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung. Sie ist gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerdef�hrung legitimiert.
1.2.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann namentlich eine Verletzung von Bundesrecht, V�lkerrecht und kantonalen verfassungsm�ssigen Rechten ger�gt werden (Art. 95 BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), nur die geltend gemachten Vorbringen, falls allf�llige weitere rechtliche M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten, insbesondere des Willk�rverbots, gilt eine qualifizierte R�gepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 138 I 274 E. 1.6 S. 281 f; 136 I 229 E. 4.1 S. 235).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, dieser sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 105 Abs. 2 BGG).
1.3.�Die Beschwerdef�hrerin �bt �ber weite Strecken der Beschwerde appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, indem sie lediglich ihre eigene Sicht der Dinge darstellt, ohne sich substanziiert mit den vorinstanzlichen Erw�gungen auseinanderzusetzen und darzulegen, inwiefern die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz willk�rlich oder ihre rechtlichen Ausf�hrungen unzutreffend sein sollten. Unter diesem Vorbehalt ist auf die Beschwerde einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerin lastet der Vorinstanz eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung und Beweisw�rdigung an (vgl. Art. 9 BV). Diese h�tten dazu gef�hrt, dass die Vorinstanz die Frage des Ausstands (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) falsch beurteilt (siehe sogleich E. 2), die Anwendbarkeit von Art. 81 der Verfassung des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2001 (KV/SG; SR 131.225) zu Unrecht verneint (nachfolgend E. 3) und in Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) den Beweisantr�gen zur Frage der rechtsgleichen Behandlung (vgl. Art. 8 Abs. 1 BV) f�lschlicherweise nicht stattgegeben habe (nachfolgend E. 4).
2.1.�Die Vorinstanz hat erwogen, die Beschwerdef�hrerin trage mit Stefan Lehnherr, dem Pr�sidenten der Baukommission als Baubewilligungsbeh�rde, einen privatrechtlichen Streit aus. Stefan Lehnherr gelte deshalb als befangen und habe bei der Beurteilung des streitigen Vorhabens nicht mitwirken d�rfen. F�r eine solche Mitwirkung l�gen indes auch keine Anhaltspunkte vor. Der Einspracheentscheid vom 18. September 2012 sei von der Vize-Pr�sidentin der Baukommission, Gaby Krapf, sowie vom Bausekret�r, Thomas Taverna, unterzeichnet und den Verfahrensbeteiligten am 25. September 2012 er�ffnet worden. H�tte Stefan Lehnherr das Gesch�ft pr�sidiert, h�tte er auch den Entscheid unterzeichnet. Im Rekursverfahren habe die Baukommission zudem den verwaltungsinternen Protokollauszug der fraglichen Sitzung eingereicht; im Rubrum des Beschlusses sei der Ausstand von Stefan Lehnherr ausdr�cklich vermerkt.
2.2.�Die Beschwerdef�hrerin erachtet die vorinstanzliche Beweisw�rdigung als willk�rlich. Die Vorinstanz sei mit keinem Wort darauf eingegangen, dass der Einsprachentscheid der Baukommission vom 18. September 2012 (act. 53) von dieser nachtr�glich abge�ndert worden sei; im "2. Original" (vi-act. P) stehe im Ingress neu zus�tzlich, dass sich Stefan Lehnherr im Ausstand befunden habe. Ohne weitere Beweise abzunehmen, k�nne nicht ausgeschlossen werden, dass Stefan Lehnherr am Einspracheentscheid vom 18. September 2012 mitgewirkt habe.
2.3.�Diese Ausf�hrungen sind nicht nachvollziehbar. Die beiden von der Beschwerdef�hrerin angef�hrten Dokumente sind im Wesentlichen identisch. Beim einen handelt es sich um den eigentlichen Einspracheentscheid (in der Form, in welcher er er�ffnet worden ist), beim andern um den verwaltungsinternen Protokollauszug der fraglichen Baukommissionssitzung, wo folgerichtig auch der Ausstand von Stefan Lehnherr protokolliert ist.
Die Beweisw�rdigung der Vorinstanz ist nicht willk�rlich. Wie von ihr dargelegt, tr�gt der Einspracheentscheid der Baukommission vom 18. September 2012 die Unterschriften der Vize-Pr�sidentin Gaby Krapf und des Bausekret�rs Thomas Taverna; Hinweise auf eine Mitwirkung von Stefan Lehnherr finden sich keine. Ausgehend hiervon konnte die Vorinstanz in zul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung davon absehen, weitere Beweise zu erheben.
3.1.�Es ist unbestritten, dass das Bauvorhaben der Beschwerdef�hrerin in Widerspruch zu mehreren Vorschriften des �berbauungsplans steht. So kommt das r�ckversetzte Geb�ude B nicht auf die in Art. 9 Abs. 3 der Besonderen Vorschriften vorgesehene Pflichtbaulinie zu stehen. Beide H�user halten mit ihrem nahezu quadratischen Grundriss das f�r den Baubereich Ib geltende l�ngsrechteckige Seitenverh�ltnis von maximal 2 zu 3 bei Weitem nicht ein. Auch die vorgesehene Terraingestaltung durch Abgrabungen entlang der Rosenh�gelstrasse widerspricht der nach Art. 18 Abs. 3 der Besonderen Vorschriften vorgeschriebenen Abgrenzung mittels einer 0,5 bis 1 m hohen St�tzmauer.
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin erachtet indes die zur Abweisung des Baugesuchs herangezogenen Besonderen Vorschriften des �berbauungsplans als nicht rechtm�ssig, weil es ihnen an einer gesetzlichen Grundlage im kantonalen Baugesetz fehle. Die Vorinstanzen h�tten sich in Verletzung von Art. 81 KV/SG geweigert, den �berbauungsplan im Anwendungsfall auf seine Vereinbarkeit mit dem �bergeordneten kantonalen Recht zu �berpr�fen. Die Annahme der Vorinstanz, wonach der �berbauungsplan das Baubewilligungsverfahren weitgehend pr�judiziere, sei tatsachenwidrig. Zudem f�hre das angefochtene Urteil zu einer Praxis�nderung, ohne dass die Vorinstanz diese auf eine einl�ssliche, qualifizierte Begr�ndung gest�tzt h�tte.
3.3.�Gem�ss Art. 81 KV/SG, auf welchen sich die Beschwerdef�hrerin beruft, haben Recht sprechende Instanzen im konkreten Anwendungsfall eine Gesetzes- oder Verordnungsvorschrift auf ihre �bereinstimmung mit �bergeordnetem Recht zu �berpr�fen.
3.4.�Die Vorinstanz hat erwogen, in der Lehre und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (insb. BGE 133 II 353) werde zu Recht die �hnlichkeit von Nutzungspl�nen mit Allgemeinverf�gungen unterstrichen. Nutzungspl�ne seien konkret, indem sie sich auf ganz bestimmte Grundst�cke bez�gen; zugleich seien sie generell, weil sie sich an einen unbestimmten Personenkreis richteten. (Allgemein-) Verf�gungscharakter sei einem Nutzungsplan insbesondere dann zuzusprechen, wenn er das nachfolgende Baubewilligungsverfahren weitgehend pr�judiziere, was auf Sondernutzungspl�ne wie �berbauungspl�ne in aller Regel zutreffe. Diese seien deshalb verfahrensrechtlich im Wesentlichen Verf�gungen gleichgestellt. Gleiches gelte f�r die mit dem �berbauungsplan eng verbundenen Besonderen Vorschriften. Beim �berbauungsplan (inkl. den Besonderen Vorschriften) handle es sich folglich nicht um einen generell-abstrakten Erlass im Sinne von Art. 81 KV/SG, weshalb von einer konkreten Normenkontrolle abzusehen sei.
3.5.�Die Ausf�hrungen der Vorinstanz sind zutreffend. Wie von ihr dargelegt, werden nach st�ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung und der herrschenden Lehre (Sonder-) Nutzungspl�ne verfahrensrechtlich im Wesentlichen den Verf�gungen gleichgestellt, d.h. (Sonder-) Nutzungspl�ne unterliegen der Einzelanfechtung (vgl. BGE 133 II 353 E. 3.3 S. 358; Urteil 1C 437/2011 vom 9. Januar 2012 E. 1.1; Ren� Wiederkehr/Paul Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band 1, 2012, Rz. 2799 mit vielen Hinweisen; vgl. auch Ulrich H�felin/Georg M�ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., 2010, Rz. 944 ff.).
Nach der Rechtsprechung kann die Rechtm�ssigkeit eines Sondernutzungsplans grunds�tzlich nur im Planverfahren bestritten werden; hierf�r steht den betroffenen Grundeigent�mern der Rechtsmittelweg offen. Eine sp�tere akzessorische Anfechtung im Baubewilligungsverfahren ist im Interesse der Rechtssicherheit und der Planbest�ndigkeit nur in Ausnahmef�llen m�glich, so wenn sich die Betroffenen bei Planerlass noch nicht �ber die ihnen auferlegten Beschr�nkungen Rechenschaft geben konnten und sie im damaligen Zeitpunkt keine M�glichkeit hatten, ihre Interessen zu verteidigen, oder wenn sich die Verh�ltnisse seit Planerlass derart ge�ndert haben, dass das �ffentliche Interesse an den bestehenden Beschr�nkungen dahingefallen sein k�nnte (vgl. z.B. BGE 127 I 103 E. 6b S. 105 f.).
3.6.�Die Beschwerdef�hrerin setzt sich nicht mit den Erw�gungen im angefochtenen Urteil auseinander und geht namentlich auch nicht auf den ebenfalls den Kanton St. Gallen betreffenden und nach Inkrafttreten von Art. 81 KV/SG ergangenen BGE 133 II 353 ein. Der �berbauungsplan als Sondernutzungsplan und die zugeh�rigen Besonderen Vorschriften enthalten detaillierte Vorschriften �ber die Form und Positionierung der zugelassenen Bauk�rper und pr�judizieren hierdurch das Baubewilligungsverfahren; daran �ndert entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nichts, dass aufgrund der Besonderen Vorschriften verschiedene Dachformen zugelassen sind. Der �berbauungsplan und die Besonderen Vorschriften unterliegen damit den Regeln �ber die Einzelanfechtung. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, beim �berbauungsplan (inkl. den Besonderen Vorschriften) handle es sich nicht um einen generell-abstrakten Erlass, sodass Art. 81 KV/SG keine Anwendung finde und keine konkrete Normenkontrolle vorzunehmen sei, verletzt kein Bundesrecht. Des Weiteren behauptet die Beschwerdef�hrerin zu Recht nicht, dass die Voraussetzungen f�r eine ausnahmsweise akzessorische �berpr�fung des �berbauungsplans und der Besonderen Vorschriften wegen ge�nderter Verh�ltnisse erf�llt sind.
Ihr Vorbringen, die Vorinstanz habe mit dem angefochtenen Urteil ihre st�ndige Praxis ge�ndert, substanziiert die Beschwerdef�hrerin in keiner Weise, weshalb hierauf nicht weiter einzugehen ist.
4.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Baukommission habe die Besonderen Vorschriften des �berbauungsplans auch in anderen F�llen nicht korrekt angewendet. Damit stellt sich die Frage der "Gleichbehandlung im Unrecht".
4.2.�Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geht der Grundsatz der Gesetzm�ssigkeit der Verwaltung in der Regel der R�cksicht auf die gleichm�ssige Rechtsanwendung vor. Der Umstand, dass das Gesetz in anderen F�llen nicht oder nicht richtig angewendet worden ist, gibt den B�rgern grunds�tzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Ausnahmsweise und unter strengen Bedingungen wird jedoch im Rahmen des verfassungsm�ssig verb�rgten Gleichheitssatzes ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht anerkannt (Art. 8 Abs. 1 BV; eingehend hierzu Pierre Tschannen, Gleichheit im Unrecht: Gerichtsstrafe im Grundrechtskleid, ZBI 112/2011 S. 57 ff.). Die Gleichbehandlung im Unrecht setzt voraus, dass die zu beurteilenden F�lle in den tatbestandserheblichen Sachverhaltselementen �bereinstimmen und dieselbe Beh�rde in st�ndiger Praxis vom Gesetz abweicht. Eine falsche Rechtsanwendung in einem einzigen Fall oder in einigen wenigen F�llen begr�ndet keinen Anspruch, seinerseits ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden. Zudem muss die zust�ndige Beh�rde ausdr�cklich zu erkennen geben, auch insk�nftig nicht gesetzeskonform entscheiden zu wollen. Nur wenn eine Beh�rde nicht gewillt ist, eine bewusst ge�bte rechtswidrige Praxis aufzugeben, kann das Interesse an der Gleichbehandlung der Betroffenen dasjenige an der Gesetzm�ssigkeit �berwiegen. �ussert sich die Beh�rde nicht �ber ihre Absicht, so ist anzunehmen, sie werde aufgrund der Erw�gungen des bundesgerichtlichen Urteils zu einer gesetzm�ssigen Praxis �bergehen. Schliesslich d�rfen einer Gleichbehandlung im Unrecht keine �berwiegenden Gesetzm�ssigkeitsinteressen oder Interessen Dritter entgegenstehen (vgl. zum Ganzen BGE 139 II 49 E. 7.1 S. 61; 136 I 65 E. 5.6 S. 78 f.; 123 II 248 E. 3c S. 253 f.; 122 II 446 E. 4a S. 451 f.; 115 Ia 81 E. 2 S. 82 f.).
4.3.�Die Vorinstanz hat erwogen, auf entsprechende Anfrage der Beschwerdef�hrerin im Baubewilligungsverfahren habe Thomas Taverna, der Leiter des Bausekretariats im Hochbauamt der Stadt Gossau und Bausekret�r der Baukommission (vgl. auch E. 2 hiervor), mit Schreiben vom 20. August 2012 einger�umt, dass bei einem Einfamilienhaus im �berbauungsplangebiet (Parzelle Gbbl. Nr. 4'675) das geforderte Seitenverh�ltnis des Bauk�rpers von 2 zu 3 nicht eingehalten sei. Thomas Taverna habe in seinem Schreiben weiter ausgef�hrt, dieser Fehler sei irrt�mlich begangen worden und �ndere nichts daran, dass am rechtsg�ltigen �berbauungsplan festgehalten werde und weitere Bauten in diesem Baubereich nur bewilligt w�rden, wenn das Seitenverh�ltnis maximal 2 zu 3 betrage; es gelte insoweit der Grundsatz "keine Gleichbehandlung im Unrecht". Gest�tzt darauf hat die Vorinstanz gefolgert, die Gemeinde Gossau habe ein klares Bekenntnis zur Durchsetzung des �berbauungsplans abgegeben.
Des Weiteren hat die Vorinstanz hervorgehoben, aus den Akten und dem Ortsplan (vgl. www.geoportal.ch) seien zwar im Baubereich IIIb zwei kleinere Abweichungen vom �berbauungsplan ersichtlich. Solche geringf�gigen Abweichungen durch andere Bauvorhaben w�rden indes von vorneherein keinen Anlass zur Annahme bieten, dass die Baukommission generell nicht bereit sei, die Besonderen Vorschriften auch k�nftig durchzusetzen. Die grosse Mehrzahl der Bauten stehe in �bereinstimmung mit den Besonderen Vorschriften des �berbauungsplans. Die Voraussetzungen f�r eine Gleichbehandlung im Unrecht seien nicht erf�llt.
4.4.�Die Beschwerdef�hrerin wendet insoweit ein, das Schreiben vom 20. August 2012 stamme nicht von der Baukommission als Baubewilligungsbeh�rde. Diese habe nicht zugesichert, die Besonderen Vorschriften des �berbauungsplans k�nftig einzuhalten. Vielmehr wende die Baukommission verschiedene Vorschriften praxisgem�ss nicht an. Die Vorinstanz habe ihre Beweisantr�ge auf Beizug aller Baubewilligungsakten im �berbauungsplangebiet und auf Durchf�hrung eines Augenscheins zu Unrecht abgewiesen und hierdurch ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV verletzt.
4.5.�Die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs steht in Zusammenhang mit der Frage, ob die Beschwerdef�hrerin vorliegend einen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht hat. Ein solcher Anspruch ist, wie ausgef�hrt (E. 4.2 hiervor), nur ganz ausnahmsweise und unter strengen Bedingungen zu bejahen. Mit diesen rechtlichen Voraussetzungen, welche auch im angefochtenen Urteil korrekt dargestellt worden sind, setzt sich die Beschwerdef�hrerin in ihrer Beschwerde nicht substanziiert auseinander.
Das Schreiben vom 20. August 2012, auf welches sich die Beschwerdef�hrerin in ihrer Argumentation st�tzt, stammt zwar in der Tat nicht von der Baukommission, sondern von Thomas Taverna, dem Leiter des Bausekretariats im Hochbauamt der Stadt Gossau und Bausekret�r der Baukommission. Letztere hat die Ausf�hrungen von Thomas Taverna indes nicht bestritten oder auch nur relativiert und im gesamten Verfahren nie zum Ausdruck gebracht, dass sie die Vorschriften des �berbauungsplans nicht einhalten will. Erst recht nicht hat sich die Gemeinde Gossau dahin gehend ge�ussert, dass sie eine als rechtswidrig qualifizierte Praxis k�nftig weiterf� hren wolle.
Das Bauprojekt der Beschwerdef�hrerin verst�sst gegen das Gesamtkonzept des �berbauungsplans und missachtet die zentralen Vorschriften �ber die Pflichtbaulinien, das Seitenverh�ltnis der Bauk�rper und die Terraingestaltung. Wie die Vorinstanz gest�tzt auf die Akten und den Ortsplan willk�rfrei festgestellt hat, h�lt demgegen�ber die grosse Mehrzahl der Bauten im Baugebiet mit Ausnahme von kleineren Abweichungen den �berbauungsplan und die Besonderen Vorschriften ein. Es kann somit nicht die Rede davon sein, dass die Baukommission in st�ndiger Praxis von den grundlegenden Vorschriften des �berbauungsplans abweicht und dies auch k�nftig tun will. Die von der Beschwerdef�hrerin im bundesgerichtlichen Verfahren neu eingereichten Unterlagen, soweit sie gest�tzt auf Art. 99 Abs. 1 BGG �berhaupt zuzulassen sind, verm�gen an dieser Einsch�tzung nichts zu �ndern.
Da die Voraussetzungen f�r eine Gleichbehandlung im Unrecht klarerweise nicht erf�llt sind, konnte die Vorinstanz in zul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung von weiteren Beweiserhebungen absehen, ohne hierdurch den Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf rechtliches Geh�r zu verletzen.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner sowie die kommunalen und kantonalen Beh�rden haben keinen Anspruch auf eine Entsch�digung (Art. 68 Abs. 1-3 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, der Politischen Gemeinde Gossau, dem Baudepartement des Kantons St. Gallen und dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 27. Januar 2015