Source: https://www.bussgeldkatalog.de/sekundenschlaf-unfall/
Timestamp: 2020-06-05 00:18:44
Document Index: 123828526

Matched Legal Cases: ['§ 315', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 229', '§ 222']

Sekundenschlaf und Unfall als Folge – Welche Strafe droht?
Sekundenschlaf und Unfall im Straßenverkehr
Kurz & knapp: Unfall durch Sekundenschlaf
Was ist Sekundenschlaf?
Nicken Sie als Kraftfahrer während der Fahrt ungewollt wenige Sekunden ein, ist die Rede von Sekundenschlaf.
Was droht Ihnen, wenn Sie durch Sekundenschlaf einen Unfall verursachen?
Verursachen Sie aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall, kann dies ggf. als Gefährdung des Straßenverkehrs gewertet werden. Gemäß § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) kann darauf eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren folgen.
Zahlt die Versicherung bei einem Unfall wegen Sekundenschlaf?
Normalerweise übernimmt die Versicherung bei einem Unfall aufgrund von Sekundenschlaf nicht die gesamten Reparaturkosten, da sie von einem grob fahrlässigen Verhalten des betroffenen Fahrers ausgeht.
Welche Strafe gibt es bei einem Unfall durch Sekundenschlaf?
Haftet die Versicherung bei einem Unfall durch Sekundenschlaf?
Ein Unfall durch Sekundenschlaf kann z. B. passieren, wenn ein Verkehrsteilnehmer zu einer Zeit Auto fährt, in der er normalerweise schläft.
Sekundenschlaf ist laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat die Ursache für ungefähr jeden vierten, tödlich ausgehenden Unfall, der sich auf Autobahnen ereignet. Doch was ist darunter zu verstehen? Es handelt sich bei Sekundenschlaf um ein nicht gewolltes Einnicken, das nur wenige Sekunden andauert. Das erklärt, warum im Straßenverkehr ein Sekundenschlaf zu einem Unfall führen kann. Gründe für das Auftreten eines Sekundenschlafs während des Fahrens können unter anderem sein:
Übermüdung aufgrund von Schlafdefizit
Schweres Essen
Fahren zu normalen Schlafzeiten (z. B. nachts)
Krankheiten, die Schlafstörungen verursachen (z. B. Schlafapnoe)
Eine Risikogruppe stellen Berufskraftfahrer dar, da sie aufgrund ihrer Arbeitszeiten lange hinter dem Steuer sitzen. Auch Autofahrer, die aus anderen Gründen viele Stunden am Stück durchfahren, sind einem höheren Risiko ausgesetzt, durch Sekundenschlaf einen Unfall zu verursachen.
Es wird in einer Entscheidung (4 StR 66/69) des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 18.11.1969 davon ausgegangen, dass ein Fahrer, der müde ist, dies durch Warnzeichen seines Körpers rechtzeitig bemerkt. Zu diesen Warnzeichen gehören beispielsweise:
Schwere Augenlider
Daher gilt ein durch Sekundenschlaf verursachter Unfall als vermeidbar bzw. der eingenickte Fahrer als schuldig oder zumindest als mitschuldig. Deshalb hat ein Fahrzeugführer, der aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall verursacht, Strafe zu erwarten.
Trotz Vollkasko besteht bei Sekundenschlaf die Möglichkeit, dass die Fahrzeugversicherung nicht die vollständigen Kosten für Unfallschäden übernimmt.
Ein Unfall aufgrund von Sekundenschlaf kann unter Umständen als Gefährdung im Straßenverkehr gewertet werden. In § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) ist unter anderem festgelegt, welche Strafe es nach sich zieht, wenn jemand trotz körperlicher Mängel, also z. B. trotz großer Müdigkeit, Auto fährt:
“(1) Wer im Straßenverkehr 1. ein Fahrzeug führt, obwohl er […] infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, […] und dadurch Leib und Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (§ 315c StGB)
Theoretisch ist bei der Verletzung eines Menschen durch einen Unfall aufgrund von Sekundenschlaf auch der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung denkbar. Laut § 229 StGB ist dafür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe vorgesehen, die eine Dauer von bis zu drei Jahren haben kann.
Ein durch einen Sekundenschlaf verursachter Unfall, der zum Tod eines Menschen führt, kann auch unter § 222 (Fahrlässige Tötung) des StGB fallen. Auch in diesem Fall besteht das mögliche Strafmaß in einer Geldstrafe oder in einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Es kann außerdem vorkommen, dass ein durch Sekundenschlaf ausgelöster Unfall einen Führerscheinentzug zur Folge hat.
In der Regel zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem durch Sekundenschlaf verursachten Unfall. Die Fahrzeugversicherung bzw. Kaskoversicherung geht jedoch üblicherweise in einem solchen Fall von einem grob fahrlässigen Verhalten des Fahrers aus. Das bedeutet, dass sie möglicherweise nicht die vollständigen Kosten übernimmt und stattdessen der Versicherte zahlen muss.
Übrigens: Wer glaubt, die Einnahme von Koffein, Energydrinks oder das Hören von lauter Musik würde einen Sekundenschlaf hinterm Steuer verhindern, irrt sich. Diese Maßnahmen können die Müdigkeit für kurze Zeit unterdrücken, beseitigen sie jedoch nicht. Am nachhaltigsten wirkt immer noch Schlaf.
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Dr. Bernhard Mann meint
7. Februar 2019 um 15:07
Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen, bei schweren Lidern, Gefühl der Müdigkeit, einen Rastplatz aufsuchen. Dieser Sekundenschlaf während der Fahrt, wer es einmal erlebt hat, ist hoch gefährlich. Der geruhsame Sekundenschlaf auf dem Rastplatz wirkt wie ein Wunder; er ist in der Tat sehr erholsam. Soviel Zeit muss sein!!! Bei einer Weiterfahrt ist man wieder auf der sicheren Seite.
9. Oktober 2019 um 8:05
Ein bekannter von mir hatte letzte Woche einen schweren Unfall mit dem Auto wegen sekundenschlaf, 6 Personen wurden verletzt, darunter seine 2 Söhne 4 und 6 Jahre. Die 2 Söhne wurden sehr schwer verletzt, der 4 jährige musste an der Unfastelle wieder belebt werden, jetzt ist er für den Rest seines Lebens gelähmt. Welche Strafe kann der Vater erwarten. Zumal er schon mehrere unfälle mit Totalschaden im besoffene n Zustand gebaut hat