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Timestamp: 2019-06-24 12:38:37
Document Index: 276037362

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 552', '§ 192', '§ 543', '§ 543', '§ 1', '§ 192', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.12.2014 - IV ZR 399/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,47532
BGH, 17.12.2014 - IV ZR 399/13 (https://dejure.org/2014,47532)
BGH, Entscheidung vom 17.12.2014 - IV ZR 399/13 (https://dejure.org/2014,47532)
BGH, Entscheidung vom 17. Dezember 2014 - IV ZR 399/13 (https://dejure.org/2014,47532)
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§ 552a Satz 1 ZPO, § 192 Abs. 1 VVG, § 543 Abs. 2 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 2 ZPO
§ 1 Nr 2 S 2 MB/KK 2008, § 192 Abs 1 VVG
Private Krankheitskostenzusatzversicherung: Beginn der Versicherungsfalls bei zahnärztlicher Behandlung
Ersatz der Kosten einer Zahnbehandlung von einer privaten Zusatzversicherung
Dauer einer medizinisch notwendigen Heilbehandlung
Beginn der Heilbehandlung bei der Zahnbehandlungs- und Zahnersatzzusatzversicherung
AG Berlin-Lichtenberg, 30.04.2013 - 102 C 442/11
LG Berlin, 20.11.2013 - 23 S 26/13
r+s 2015, 142
Demgemäß muss es nach den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen im Zeitpunkt der Vornahme der ärztlichen Behandlung vertretbar gewesen sein, die Heilbehandlung als notwendig anzusehen (Senatsbeschlüsse vom 17. Dezember 2014 - IV ZR 399/13, r+s 2015, 142 Rn. 13;… vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558 Rn. 13; Senatsurteile vom 10. Juli 1996 - IV ZR 133/95, BGHZ 133, 208 unter II 3 a; vom 17. Dezember 1986 - IVa ZR 78/85, BGHZ 99, 228 unter II 4; vom 29. November 1978 - IV ZR 175/77, VersR 1979, 221 unter III; jeweils m.w.N.).
Für eine Eintrittspflicht des Versicherers genügt es auch, wenn es nach medizinischen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen (BGH, Beschluss vom 17.12.2014 - Az. IV ZR 399/13, BeckRS 2015, 02507).
Die Heilbehandlung beginnt mit der ersten Inanspruchnahme jeglicher ärztlicher Tätigkeit, die durch die betreffende Krankheit verursacht worden ist, sofern die Tätigkeit des Arztes von ihrer Art her in den Rahmen der medizinisch notwendigen Krankenpflege fällt (vgl. BGH, Beschl. v. 17.12.2014, IV ZR 399/13, juris, Rn. 16, RuS 2015, 142;… BGH, Urt. v. 25.01.1978, IV ZR 25/76, juris, Rn. 33, VersR 1978, 362, 364;… OLG Oldenburg, Beschl. v. 30.05.2012, 5 U 37/12, juris, Rn. 2, VersR 2012, 1548;… OLG Dresden, Urt. v. 28.05.2009, 4 U 246/09, juris, Rn. 3, VersR 2009, 1651) .
Der Versicherungsfall endet erst dann, wenn nach medizinischem Befund keine Behandlungsbedürftigkeit mehr besteht (vgl. BGH, r+s 2015, 142, 144; VersR 1978, 271, 272).
Vielmehr stimmen sie mit dem vom Bundesgerichtshof aufgestellten Definitionen dieser Begriffe überein (vgl. BGH r+s 2015, 142 f; VersR 1978, 271, 272).
Dazu zählt nicht nur die unmittelbare Heiltätigkeit, sondern auch schon die erste ärztliche Untersuchung, die auf die Erkrankung des Leidens abzielt, ohne Rücksicht darauf, ob sofort oder erst nach weiteren Untersuchungen eine endgültige und richtige Diagnose gestellt und mit den eigentlichen Heilmaßnahmen begonnen worden ist (BGH, IV ZR 399/13, Beschluss vom 17.12.2014, Rn. 16).
So stellt etwa die Fertigung einer Röntgenaufnahme eines Zahnes mit Diagnose einer Auflösung des Kieferknochens, anschließender medizinischer Beratung, fortbestehender Behandlungsbedürftigkeit im Sinne einer röntgenologischen Überwachung trotz Beschwerdefreiheit und langfristig ungünstiger Prognose, die vorhersehbar zur Entfernung des Zahns und zum Einsatz eines Implantats führt, den Beginn eines Versicherungsfalles dar, auch wenn die Erkrankung zufällig festgestellt wurde (BGH r+s 2015, 142).