Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=12.07.2011&Aktenzeichen=1%20BvR%201616/11
Timestamp: 2020-06-03 07:55:37
Document Index: 298307452

Matched Legal Cases: ['Art 19', 'Art 20', 'Art 2', 'Art 33', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BVerfG, 12.07.2011 - 1 BvR 1616/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,5983
BVerfG, 12.07.2011 - 1 BvR 1616/11 (https://dejure.org/2011,5983)
BVerfG, Entscheidung vom 12.07.2011 - 1 BvR 1616/11 (https://dejure.org/2011,5983)
BVerfG, Entscheidung vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11 (https://dejure.org/2011,5983)
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Bewerbungsverfahrensanspruch bzgl Besetzung einer Hochschullehrerstelle - keine Grundrechtsverletzung bei Abbruch des Stellenbesetzungsverfahrens aus sachlichem Grund
Art 19 Abs 4 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 33 Abs 2 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG
Nichtannahmebeschluss: Bewerbungsverfahrensanspruch 19 Abs 4 GG> bzgl Besetzung einer Hochschullehrerstelle - keine Grundrechtsverletzung bei Abbruch des Stellenbesetzungsverfahrens aus sachlichem Grund - Dokumentationspflicht des Dienstherrn für Auswahlverfahren - hier: ...
Bewerbungsverfahrensanspruch eines Beamten besteht nur im Falle der Vornahme einer Ernennung; Notwendigkeit der Vornahme einer Ernennung für das Bestehen eines Bewerbungsverfahrensanspruchs; Berechtigung eines Dienstherrn zur Beendigung eines eingeleiteten ...
OVG Bremen, 04.05.2011 - 2 B 71/11
d) Der maßgebliche Grund für den Abbruch muss jedenfalls dann, wenn er sich nicht evident aus dem Vorgang selbst ergibt, schriftlich dokumentiert werden (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11 -, juris, Rn. 26; zu Dokumentationspflichten bei der Auswahlentscheidung vgl. BVerfGK 11, 398 ).
Das Landesarbeitsgericht hat übersehen, dass der Grund für den Abbruch jedenfalls dann, wenn er sich nicht evident aus dem Vorgang selbst ergibt, schriftlich dokumentiert werden muss (vgl. BVerfG 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11 - Rn. 26 mwN) .
Der maßgebliche Grund für den Abbruch muss zudem, jedenfalls dann, wenn er sich nicht evident aus dem Vorgang selbst ergibt, schriftlich dokumentiert werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11 -, juris Rn. 26).
Vielmehr darf der Dienstherr ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beenden und von einer ursprünglich geplanten Stellenbesetzung absehen (…vgl. BGH, Senat für Notarsachen, Beschlüsse vom 23. Juli 2012 - NotZ(Brfg) 2/12, ZNotP 2012, 358 Rn. 4; vom 25. November 2013 - NotZ(Brfg) 9/13, DNotZ 2014, 307; BVerwGE 141, 361 Rn. 26 f. mwN und BVerwG, NVwZ-RR 2000, 172 Rn. 25 f.; BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242 Rn. 24).
Das für den Abbruch des Auswahlverfahrens maßgebliche organisations- und verwaltungspolitische Ermessen ist ein anderes als das bei einer Stellenbesetzung zu beachtende Auswahlermessen (…vgl. BVerwGE 141, 361 Rn. 27 und BVerwG, NVwZ-RR 2000, 172, Rn. 26; BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, aaO).
Entgegen der Auffassung des Klägers ist sein Bewerbungsverfahrensanspruch (vgl. dazu BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242;… BVerwG, BVerwGE 141, 361 Rn. 26 f. und NVwZ-RR 2000, 172) erloschen, weil der Beklagte das im Juli 2011 eingeleitete Stellenbesetzungsverfahren rechtswirksam aus sachlichem Grund abgebrochen hat.
Vielmehr darf der Dienstherr ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beenden und von einer ursprünglich geplanten Stellenbesetzung absehen (vgl. BGH, Senat für Notarsachen…, Beschluss vom 23. Juli 2012 - NotZ(Brfg) 2/12, ZNotP 2012, 358 Rn. 4;… BVerwG, BVerwGE 141, 361 Rn. 26 f. mwN und NVwZ-RR 2000, 172 Rn. 25 f.; BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242 Rn. 24).
Das für den Abbruch des Auswahlverfahrens maßgebliche organisations- und verwaltungspolitische Ermessen ist ein anderes als das bei einer Stellenbesetzung zu beachtende Auswahlermessen (…vgl. BVerwG, BVerwGE 141, 361 Rn. 27 und NVwZ-RR 2000, 172, Rn. 26; BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, aaO).
Sein Bewerbungsverfahrensanspruch (vgl. dazu BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242; BVerwG NVwZ-RR 2000, 172; BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2012 - 2 A 7/09, juris) ist erloschen, weil der Beklagte das im Mai 2010 eingeleitete Stellenbesetzungsverfahren in Bezug auf die siebte Stelle aus sachlichem Grund abgebrochen hat.
Vielmehr darf der Dienstherr ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beenden und von einer ursprünglich geplanten Stellenbesetzung absehen (…vgl. BVerwG NVwZ-RR 2000, 172 Rn. 25 f.;… Urteil vom 26. Januar 2012 - 2 A 7/09, juris Rn. 26 f. mwN; BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242 Rn. 24).
Sein Bewerbungsverfahrensanspruch (vgl. dazu BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242; BVerwG, Urteil vom 22. Juli 1999 - 2 C 14/98, NVwZ-RR 2000, 172 und Urteil vom 26. Januar 2012 - 2 A 7/09, juris) ist erloschen, weil der Beklagte das im Mai 2010 eingeleitete Stellenbesetzungsverfahren mit Verfügung vom 28. Dezember 2012 in Bezug auf die vierte Stelle aus sachlichem Grund abgebrochen hat.
Vielmehr darf der Dienstherr ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beenden und von einer ursprünglich geplanten Stellenbesetzung absehen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11, aaO Rn. 24; BVerwG…, Urteil vom 22. Juli 1999 - 2 C 14/98, aaO Rn. 25 f. …und vom 26. Januar 2012 - 2 A 7/09, juris Rn. 26 f. mwN).
Wegen seines Organisationsermessens kann der Dienstherr ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beenden (BVerfG, Kammerbeschluss vom 12. Juli 2011 - 1 BvR 1616/11 - RiA 2012, 29 Rn. 24; BVerwG…, Urteil vom 3. Dezember 2014 - 2 A 3.13 - BVerwGE 151, 14 Rn. 16 ff.).
Da die Antragstellerin durch bestandskräftigen Bescheid der Bundesagentur für Arbeit einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt wurde, kann sie sich gegenüber dem Antragsgegner auf den hieraus folgenden verfassungsrechtlichen Diskriminierungsschutz berufen, weswegen es an einem - für den rechtmäßigen Auswahlverfahrensabbruch erforderlichen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.07.2011 - 1 BvR 1616/11 -, Juris Rn. 24 m.w.N.) - sachlichen Abbruchgrund fehlt.
Vielmehr darf ein eingeleitetes Bewerbungs- und Auswahlverfahren aus sachlichen Gründen jederzeit beendet und von einer ursprünglich geplanten Stellenbesetzung abgesehen werden (ständige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, z. B. BVerwGE 141, 361 Rdnr. 26 f. m. w. N., Bundesverfassungsgericht Beschluss v. 12.07.2011 - 1 BvR 1616/11, IÖD 2011, 242 Rdnr. 24).
Eine aus dem Organisationsrecht erwachsende Entscheidung zum Abbruch des Auswahlverfahrens berührt zudem grundsätzlich nicht die Rechtstellung von Bewerbern, da das für den Abbruch des Verfahrens maßgebliche Ermessen ein anderes ist als das bei einer Stellenbesetzung zu beachtende Auswahlermessen (vgl. Bundesverwaltungsgericht, BVerwGE 141, 361 Rdnr. 27, Bundesverfassungsgericht Beschluss v. 12.07.2011 a. a. O.;… BGH Senat für Notarsachen Beschluss v. 25.11.2013, a. a. O.).
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