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Timestamp: 2016-10-28 16:14:55
Document Index: 71104650

Matched Legal Cases: ['Art. 41', 'BGE', 'Art. 83', 'Art. 8', 'Art. 50', 'Art. 126', 'Art. 7', 'Art. 83', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 126', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 126', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 126', 'Art. 50', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 29', 'Art. 110', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_869/2010 (19.04.2011)
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Wicki,
Der aus Bosnien-Herzegowina stammende X.________ (geb. 1962) arbeitete 1991 sowie in den Jahren 1993-1996 als Saisonnier in der Schweiz. Im November 1996 heiratete er die Schweizer B�rgerin Y.________, worauf er regelm�ssig verl�ngerte Aufenthaltsbewilligungen erhielt und im November 2000 erleichtert eingeb�rgert wurde. Auf gemeinsames Scheidungsbegehren der Eheleute vom M�rz 2001 hin wurde die Ehe im September 2001 geschieden. Die Beh�rden gingen in der Folge davon aus, dass X.________ lediglich seine Einb�rgerung abgewartet hatte, um anschliessend seine bereits bestehenden Trennungs- und Scheidungsabsichten in die Tat umzusetzen. Deshalb erkl�rte das damalige Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung (IMES; heute Bundesamt f�r Migration) am 26. M�rz 2004 die erleichterte Einb�rgerung gem�ss Art. 41 B�G (SR 141.0) f�r nichtig. Dieser Entscheid wurde nicht angefochten. X.________ blieb in der Schweiz und meldete sich bei der Einwohnerkontrolle wieder an. Das Amt f�r Migration des Kantons Luzern gew�hrte ihm am 14. November 2005 das rechtliche Geh�r. Sie stellte ihm in Aussicht, keine neue Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. X.________ nahm am 2. Oktober 2006 Stellung und beantragte, "das Gesuch m�glichst schnell zu behandeln und gutzuheissen". Am 17. Februar 2009 verweigerte das Amt f�r Migration des Kantons Luzern schliesslich die "Neuerteilung einer Aufenthaltsbewilligung bzw. die Verl�ngerung der urspr�nglichen Aufenthaltsbewilligung" und wies X.________ aus der Schweiz weg.
Hiegegen gelangte dieser an das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern. Zudem stellte er am 4. M�rz 2009 beim kantonalen Amt f�r Migration ein neues Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wobei er sich auf das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder (Ausl�ndergesetz, AuG; SR 142.20) st�tzte. Das Amt f�r Migration lehnte am 4. Mai 2009 die Vornahme einer Pr�fung nach neuem Recht ab und hielt an seiner Verf�gung vom 17. Februar 2009 fest. Auch hiegegen gelangte X.________ mit Beschwerde an das kantonale Justiz- und Sicherheitsdepartement. Dieses wies die Rechtsmittel gegen die Entscheide vom 17. Februar und 4. Mai 2009 ab, soweit es darauf eintrat. Die anschliessend beim Verwaltungsgericht des Kantons Luzern eingereichte Beschwerde blieb erfolglos.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 10. November 2010 beantragt X.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 28. September 2010 sowie die Entscheide des Amtes f�r Migration sowie des Justiz- und Sicherheitsdepartements vom 17. Februar und 17. Juli 2009 aufzuheben und ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Ausserdem sei festzustellen,
"dass die Information Dritter (�ber die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung und die Ausweisung) vor Eintritt der Rechtskraft unzul�ssig war und dadurch die Pers�nlichkeitsrechte des Beschwerdef�hrers verletzt worden sind;
[...] dass die Vernichtung der ausl�nderrechtlichen Akten des Beschwerdef�hrers unzul�ssig war,
[...] dass die Verfahrensdauer gegen das Beschleunigungsgebot verst�sst."
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanzen zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht stellt den Antrag, die Beschwerde abzuweisen oder nicht auf sie einzutreten. Das Bundesamt f�r Migration beantragt Abweisung der Beschwerde. Das kantonale Justiz- und Sicherheitsdepartement hat auf eine Vernehmlassung verzichtet und das kantonale Amt f�r Migration hat sich nicht ge�ussert. Am 21. M�rz 2011 hat X.________ eine Replik eingereicht; er h�lt an seinen Antr�gen fest.
Der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts hat der Beschwerde mit Verf�gung vom 16. November 2010 antragsgem�ss die aufschiebende Wirkung hinsichtlich der Ausreiseverpflichtung zuerkannt.
1.1 Vorliegend geht es nicht um den Widerruf oder um die Feststellung des Erl�schens einer Niederlassungsbewilligung. Denn der Beschwerdef�hrer hat nie �ber eine derartige Bewilligung verf�gt, sondern allenfalls �ber zeitlich befristete Aufenthaltsbewilligungen, deren G�ltigkeitsdauern l�ngst abgelaufen sind. Gegenstand des Verfahrens bildet daher nur die Frage, ob dem Beschwerdef�hrer wieder eine Bewilligung zu erteilen ist (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.2.1 und 1.2.2 S. 4). Insoweit ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gem�ss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG aber nur zul�ssig, wenn das Bundesrecht oder das V�lkerrecht einen Bewilligungsanspruch einr�umt. Der Beschwerdef�hrer beruft sich ausdr�cklich auf Art. 8 EMRK sowie auf Art. 50 AuG.
1.2 Am 1. Januar 2008 ist das Ausl�ndergesetz (AuG) unter Aufhebung des zuvor geltenden Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; BS 1 121 sowie �nderungen gem�ss Fussnote zu Ziff. I des Anhangs 2 zum AuG) in Kraft getreten (AS 2007 5489). Gem�ss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt das fr�here materielle Recht aber anwendbar auf Gesuche, die vor dem 1. Januar 2008 eingereicht worden sind. Gegen�ber dem Bundesgericht stellt der Beschwerdef�hrer in Frage, dass vor dem 1. Januar 2008 �berhaupt je ein Gesuch gestellt oder ein "eigentliches" Verfahren eingeleitet worden sei. Deshalb sei nur auf das neue Recht abzustellen. Dieses Vorbringen geht fehl. Zum einen hatten die Beh�rden vor dem Jahr 2008 ein Verfahren zwecks Pr�fung der (Wieder-) Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eingeleitet und dem Beschwerdef�hrer dabei das rechtliche Geh�r gew�hrt, nachdem er sich im Jahr 2004 bei der Einwohnerkontrolle Emmenbr�cke angemeldet hatte (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_701/2008 vom 26. Februar 2009 E. 2; 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 2.1, in: ZBl 112/2011 S. 96, zu den von Amtes wegen eingeleiteten Verfahren). Zum anderen hatte dieser namentlich am 2. Oktober 2006 erkl�rt, das "Gesuch" um Aufenthaltsbewilligung m�ge gutgeheissen werden. Demnach besteht kein Zweifel, dass insoweit noch das alte materielle Recht anwendbar ist.
1.3 Gem�ss Art. 7 ANAG (in der Fassung vom 23. M�rz 1990, AS 1991 1034 1043) hat der ausl�ndische Ehegatte eines Schweizer B�rgers Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung (Satz 1). Nach einem ordnungsgem�ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von f�nf Jahren hat er Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung (Satz 2). Letztgenannter Anspruch kann auch nach erfolgter Scheidung geltend gemacht werden. Das setzt allerdings voraus, dass die Ehe - f�r das Eintreten nach Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG zumindest formell - mindestens f�nf Jahre bestanden hat. Die Ehe des Beschwerdef�hrers mit der Schweizer Ehefrau ist seit September 2001 geschieden. Die im November 1996 geschlossene Ehe hatte somit weniger als f�nf Jahre gedauert. Damit scheidet ein Bewilligungsanspruch gest�tzt auf Art. 7 Abs. 1 Satz 1 oder 2 ANAG von vornherein aus (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.2.2 S. 4; 128 II 145 E. 1.1 S. 148 f. mit Hinweisen).
1.4 Aus dem Niederlassungs- und Konsularvertrag zwischen der Schweiz und Serbien vom 16. Februar 1888 (SR 0.142.118.181) kann der Beschwerdef�hrer ebenso wenig einen Anspruch ableiten, da dieser Vertrag den Personen ohne bereits bestehende Niederlassungsbewilligung - nach aktuellem Verst�ndnis - kein Aufenthaltsrecht verschafft (vgl. BGE 132 II 65 E. 2.3 S. 68 f. mit Hinweisen; Urteil 2C_426/2010 vom 16. Dezember 2010 E. 2.2). Ob das Abkommen zudem �berhaupt auf den zwar der serbischen Volksgruppe angeh�rigen Beschwerdef�hrer, der aber Staatsangeh�riger von Bosnien-Herzegowina ist, anwendbar w�re, kann offen gelassen werden (vgl. BGE 132 II 65 E. 3.4 und 3.5.4 in fine S. 70 ff.; erw�hntes Urteil 2C_426/2010 E. 2.2).
1.5 Hinsichtlich des Gesuchs des Beschwerdef�hrers vom 4. M�rz 2009 ist nach Art. 126 AuG das neue Ausl�nderrecht anwendbar. Bewilligungsanspr�che bestehen insoweit nur gem�ss Art. 42 - 52 AuG. Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausl�ndische Ehegatten von Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach Aufl�sung der Ehe oder der Familiengemeinschaft bleibt der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG aufrechterhalten, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn wichtige pers�nliche Gr�nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Dem Vorbringen des Beschwerdef�hrers zufolge ist nicht zum Vornherein ausgeschlossen, dass eine oder beide Tatbestandsalternativen von Art. 50 Abs. 1 AuG erf�llt sein k�nnten. Vorliegend ist schon streitig, ob eine Beurteilung nach dieser Bestimmung �berhaupt in Betracht kommt. Ob die Vorinstanzen zu Recht auf das Gesuch vom 3. M�rz 2009 nicht eingetreten sind bzw. keine Pr�fung anhand von Art. 50 AuG vorgenommen haben, betrifft nicht das Eintreten; diese Frage bildet vielmehr Gegenstand der materiellen Beurteilung (vgl. BGE 136 II 177 E. 1.2 S. 180 mit Hinweisen; Urteil 2C_181/2010 vom 1. Oktober 2010 E. 1 und 2).
1.6 Soweit der Beschwerdef�hrer auch die Aufhebung der Entscheide des Amtes f�r Migration und des Justiz- und Sicherheitsdepartements beantragt, ist darauf mit Blick auf den Devolutiveffekt der Beschwerdeverfahren nicht einzutreten; immerhin gelten diese als mitangefochten (vgl. Art. 86 BGG; BGE 136 II 177 E. 1.3 S. 180 f.; 134 II 142 E. 1.4 S. 144).
1.7 Im �brigen ist auf die Beschwerde nur einzutreten, soweit der Beschwerdef�hrer hinreichend begr�ndete R�gen erhebt (vgl. Art. 42 Abs. 2, 97 Abs. 1, 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4 S. 254 f.).
2.1 Das kantonale Justiz- und Sicherheitsdepartement trat auf das Gesuch vom 4. M�rz 2009 nicht ein mit der Begr�ndung, durch die Einreichung eines neuen Gesuchs d�rfe die Anwendung des bisherigen Rechts nicht umgangen werden. Das Gesuch sei nur dann materiell zu pr�fen, wenn der Gesuchsteller neue Tatsachen oder ver�nderte Verh�ltnisse geltend mache, was der Beschwerdef�hrer nicht getan habe.
Dem Verwaltungsgericht zufolge h�tten die Vorinstanzen auf das Gesuch vom 4. M�rz 2009 "grunds�tzlich [...] nicht eintreten m�ssen", da gem�ss � 107 Abs. 2 lit. f des Gesetzes des Kantons Luzern vom 3. Juli 1972 �ber die Verwaltungsrechtspflege (VRG/LU; SRL Nr. 40) ein Sachentscheid voraussetze, dass in der gleichen Sache kein anderes Verfahren h�ngig sei. Zwar k�nne eine �nderung des objektiven Rechts zum Anlass f�r eine Wiedererw�gung genommen werden. Mit Blick auf ein Bundesgerichtsurteil (2C_114/2009 vom 4. August 2009) sei jedoch davon auszugehen, dass die Beh�rden auf ein Wiedererw�gungsgesuch nicht eintreten bzw. dieses abweisen w�rden. Es widerspr�che Art. 126 Abs. 1 AuG, wenn mit einem Wiedererw�gungsgesuch die Anwendung des neuen Rechts auf einen rechtskr�ftig beurteilten Sachverhalt erwirkt werden k�nnte. Der Gesetzgeber habe keine R�ckwirkung des neuen Ausl�nderrechts vorgesehen. Er habe mit der Regelung von Art. 50 AuG kaum beabsichtigt, Aufenthaltsanspr�che wegen Ehen zu begr�nden, die mehr als sechs Jahre vor Inkrafttreten des neuen Rechts geschieden worden seien.
2.2 Der Beschwerdef�hrer ist der Auffassung, ihm stehe aufgrund der ge�nderten Rechtslage nach Art. 50 AuG ein Anspruch auf Bewilligungserteilung zu. Die "derart ver�nderte Rechtslage" verschaffe ihm auch einen Anspruch auf Neubefassung. Er verweist dazu auf BGE 136 II 177 E. 2.2 S. 181 f. und macht Rechtsverweigerung durch die Vorinstanzen geltend.
2.3 Im zuletzt erw�hnten Urteil f�hrte das Bundesgericht aus, ein Anspruch auf Neubefassung bzw. einen neuen Sachentscheid bestehe gest�tzt auf Art. 29 BV, wenn der Gesuchsteller darlege, dass und inwiefern sich die massgebende Rechtslage nachtr�glich wesentlich ver�ndert habe. Entsprechende Darlegungen hat der Beschwerdef�hrer gegen�ber den Vorinstanzen vorgenommen. Das Bundesgericht ging aber von einem Sachverhalt aus, der nach rechtskr�ftigem Abschluss des urspr�nglichen ausl�nderrechtlichen Verfahrens anhielt (BGE 136 II 177 E. 2.2.1 S. 181 f.: Nachzug von Kindern, welche die vorgesehene Alterslimite noch nicht erreicht haben). Hingegen sollte mit einem neuen Gesuch bzw. einem Wiedererw�gungsgesuch nicht die Anwendung des neuen Rechts auf einen zeitlich abgeschlossenen Sachverhalt erwirkt werden k�nnen, wenn die �bergangsregelungen das nicht vorsehen. Davon betroffen sind die F�lle der Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach bzw. infolge Aufl�sung der Ehe oder Ehegemeinschaft, die gem�ss Art. 126 AuG noch unter dem fr�heren Ausl�nderrecht (ANAG) zu beurteilen waren. Der insoweit nach altem Recht rechtskr�ftig beurteilte Sachverhalt ist hernach nicht erneut unter dem Blickwinkel von Art. 50 AuG zu pr�fen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_492/2008 vom 26. Januar 2009 E. 3.4.2; 2C_114/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3; 2C_168/2009 vom 30. September 2009 E. 4 und 2C_376/2010 vom 18. August 2010 E. 2.2.2).
Die soeben zitierten Urteile bezogen sich allerdings auf F�lle, in denen bereits rechtskr�ftige Entscheide vorlagen. Das trifft hier nicht zu, da der Beschwerdef�hrer seinen neuen Antrag stellte, als erst das kantonale Amt f�r Migration verf�gt hatte und die Entscheide der Rechtsmittelinstanzen noch ausstanden. Das Kantonsgericht h�lt dem neuen Antrag zwar die Regelung von � 107 Abs. 2 lit. f VRG/LU entgegen. Danach setzt ein Sachentscheid voraus, dass in der gleichen Sache kein anderes Verfahren h�ngig ist. Mit dieser Bestimmung befasst sich der Beschwerdef�hrer nicht. Das Kantonsgericht scheint aber - wohl aus prozess�konomischen Gr�nden - einzur�umen, dass von dieser Regelung abgewichen wird, wenn nach rechtskr�ftigem Abschluss des ersten Verfahrens ohnehin auf ein Wiedererw�gungsgesuch hin eine Beurteilung nach dem neuen Recht stattzufinden h�tte. Mit Blick auf die erw�hnten Bundesgerichtsurteile k�nnte der Beschwerdef�hrer nach einem rechtskr�ftigen Entscheid �ber die Erneuerung seiner Aufenthaltsbewilligung jedoch nicht mehr eine Pr�fung nach Art. 50 AuG unter Bezugnahme auf die zwischen den Jahren 1996 und 2001 bestehende Ehe verlangen. Somit haben die Vorinstanzen folgerichtig von einer entsprechenden Beurteilung nach dieser Vorschrift abgesehen, auch wenn sie noch nicht rechtskr�ftig �ber die Bewilligungserteilung nach altem Recht entschieden hatten.
Zwar hat das Bundesgericht wiederholt F�lle nach Art. 50 AuG beurteilt, obwohl die Ehe oder eheliche Gemeinschaft noch im Geltungszeitraum des alten Ausl�nderrechts aufgel�st worden war (vgl. BGE 2C_411/2010 vom 9. November 2010, insb. lit. A und nicht publ. E. 1; Urteile 2C_416/2009 vom 8. September 2009; 2C_711/2009 vom 30. April 2010; 2C_377/2010 vom 28. Juli 2010; 2C_225/2010 vom 4. Oktober 2010; 2C_682/2010 vom 17. Januar 2011). Im Unterschied zum vorliegenden Fall verf�gten die Betroffenen dort aber noch im Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Ausl�nderrechts �ber einen Aufenthaltstitel, der infolge der Eheschliessung erteilt worden war. Insoweit war denn auch jeweils erst nach dem 1. Januar 2008 ein Verfahren zur Erneuerung bzw. �berpr�fung der Bewilligung eingeleitet worden. Dementsprechend war nach den �bergangsregelungen in Art. 126 AuG das neue Recht anzuwenden. Der Beschwerdef�hrer war hingegen am besagten Datum seit Jahren ohne jegliche Aufenthaltsbewilligung und es war wegen Art. 126 AuG noch unter dem alten Recht zu kl�ren, ob ihm eine solche namentlich mit Blick auf die fr�here Ehe wieder erteilt werden k�nnte (s. auch E. 1.2 hievor).
2.4 Der Beschwerdef�hrer macht zwar zus�tzlich geltend, das kantonale Amt f�r Migration h�tte das Beschleunigungsgebot verletzt, indem es jahrelang nicht �ber die Wiedererteilung eines Aufenthaltstitels entschieden h�tte. Daraus will er offenbar einen Anspruch auf eine Pr�fung nach Art. 50 AuG ableiten. Es ist jedoch weder ersichtlich noch vom Beschwerdef�hrer dargelegt worden, woraus sich das ergeben soll. H�tte die Beh�rde noch w�hrend der Geltungsdauer des fr�heren Ausl�nderrechts entschieden, w�re eine Pr�fung nach Art. 50 AuG von vornherein nicht in Betracht gekommen; auch ein sp�teres Wiedererw�gungsgesuch h�tte ihm dann nicht weiter geholfen (vgl. E. 2.3 hievor). Wie dargelegt, w�re dem Beschwerdef�hrer aber auch nicht gedient gewesen, wenn das Amt f�r Migration kurz nach Inkrafttreten des neuen Ausl�nderrechts verf�gt h�tte, da wegen Art. 126 AuG noch das fr�here materielle Recht anzuwenden war.
2.5 Demzufolge hat die Vorinstanz zu Recht eine Pr�fung unter dem Blickwinkel von Art. 50 AuG abgelehnt (im Ergebnis ebenso Urteil des Bundesgerichts 2C_241/2009 vom 23. September 2009 E. 2).
Der Beschwerdef�hrer macht auch einen Bewilligungsanspruch aus dem Recht auf Schutz des Privatlebens nach Art. 8 EMRK geltend. Ein solcher Anspruch setzt aber voraus, dass er besonders intensive, �ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen in der Schweiz hat (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286; 126 II 377 E. 2c/aa S. 385). Der Beschwerdef�hrer legt vor Bundesgericht nichts dergleichen dar. Seine allgemein gehaltene Kritik und sein blosser Verweis auf die kantonalen Akten gen�gen nicht, zumal er damit auch nicht gem�ss Art. 42 Abs. 2, 97 Abs. 1 und 106 Abs. 2 BGG aufzeigt, dass und warum die anders lautenden Feststellungen und Schlussfolgerungen der Vorinstanz unzutreffend sein sollen (s. E. 1.7 hievor und BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.). Wie diese unter anderem bemerkt, war der Beschwerdef�hrer in beruflicher Hinsicht in den vergangenen Jahren wiederholt arbeitslos und seine privaten Beziehungen �bersteigen nicht das �bliche Mass. Der Beschwerdef�hrer legt auch nicht dar, warum die M�glichkeit, sich bei den Vorinstanzen schriftlich �ussern zu k�nnen, nicht gen�gen soll und er daher pers�nlich anzuh�ren sei (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 130 II 425 E. 2.1 S. 428 f.). Dass seine ausl�nderrechtlichen Akten aus der Zeit vor der Einb�rgerung - im November 2000 - vernichtet worden sind, stellt schliesslich kein Hindernis dar, seine aktuellen Beziehungen zur Schweiz, auf die es ankommt, darzulegen bzw. zu beurteilen. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen Bewilligungsanspruch gest�tzt auf Art. 8 EMRK abgelehnt hat.
Auch die - kaum substanziierte - R�ge der Verletzung von Art. 13 EMRK f�hrt nach dem Dargelegten zu keiner anderen Beurteilung. Das gilt ebenso f�r die Kritik, die Vorinstanz habe ihre Kognition bundesrechtswidrig beschr�nkt. Zwar ist dem Beschwerdef�hrer Recht zu geben, dass grunds�tzlich auf den Sachverhalt im Zeitpunkt des Entscheids der einzigen kantonalen Gerichtsinstanz - und nicht, wie das Verwaltungsgericht meint, des kantonalen Departements - abzustellen ist. Damit konnten dem Verwaltungsgericht denn auch neue Tatsachen und Beweismittel unterbreitet werden (vgl. Art. 29a BV und Art. 110 BGG; BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; zum Kanton Luzern Urteil 2C_690/2010 vom 25. Januar 2011 E. 2.1). Der Beschwerdef�hrer hat jedoch nicht innert Beschwerdefrist geltend gemacht (vgl. Art. 42 Abs. 2, 100 und 102 Abs. 3 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2 S. 21), inwiefern sp�tere Entwicklungen vom Verwaltungsgericht h�tten ber�cksichtigt werden m�ssen und sich solche auf den Entscheid ausgewirkt h�tten (dazu Art. 97 Abs. 1 BGG).
4.1 Der Beschwerdef�hrer stellt einen Antrag auf Feststellung, dass die Information Dritter �ber die Nichterteilung einer Bewilligung vor Rechtskraft des betreffenden Entscheids unzul�ssig sei. Die Vorinstanz ist auf den entsprechenden Antrag mangels Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten, weil das kantonale Departement ausgef�hrt hatte, k�nftig sollten entsprechende Mitteilungen an Dritte erst dann erfolgen, wenn die verf�gte Wegweisung vollstreckbar geworden sei. Insoweit stellt sich beim Bundesgericht nur die Frage, ob die Vorinstanz zu Unrecht von einem fehlenden Rechtsschutzinteresse ausgegangen ist. Inwiefern die Vorinstanz dabei Recht verletzt hat, zeigt der Beschwerdef�hrer aber trotz der ihn treffenden Begr�ndungsobliegenheit (s. E. 1.7 hievor) nicht auf, weshalb auf den erw�hnten Antrag nicht weiter einzugehen ist. Im �brigen hatte das Bundesgericht in dem vom Beschwerdef�hrer zitierten Urteil 2C_184/2010 vom 1. August 2010 (E. 4.1 und 4.2), dem eine vergleichbare Konstellation zugrundelag, festgehalten, dass das Verwaltungsgericht den Beschwerdef�hrern ohne Willk�r ein praktisches Interesse am erhobenen Feststellungsbegehren absprechen durfte.
4.2 Der Beschwerdef�hrer beanstandet, dass das kantonale Amt f�r Migration unmittelbar nach seiner Einb�rgerung im November 2000 die �ber ihn angelegten ausl�nderrechtlichen Akten vernichtet hatte. Es solle festgestellt werden, dass dies unzul�ssig gewesen sei. Obwohl im angefochtenen Entscheid vom Fehlen eines Interesses f�r diesen Feststellungsantrag ausgegangen wird, legt der Beschwerdef�hrer in keiner Weise dar, inwiefern die Vorinstanz dadurch gegen verfassungsm�ssige Rechte oder zumindest gegen die in Art. 95 BGG erw�hnten Rechte verst�sst. In seiner Replik macht er - im Grunde versp�tet (vgl. BGE 135 I 19 E. 2.2 S. 21) - geltend, es k�nne ausnahmsweise auf ein aktuelles Rechtsschutzinteresse verzichtet werden. Eine entsprechende Ausnahmesituation hat er indes nicht dargelegt. Soweit er wegen der Vernichtung der Akten R�gen im Zusammenhang mit dem Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geltend machen wollte, war ihm dies m�glich. Die Vorinstanz hat sich denn auch damit befasst (z.B. in E. 4b des angefochtenen Entscheids). Ausserdem ist nicht ersichtlich, inwieweit diese fr�heren Akten f�r den Entscheid erheblich sein k�nnten, da allf�llige, fr�her erteilte Aufenthaltsbewilligungen durch Zeitablauf erloschen w�ren und ohnehin keinen Rechtsanspruch auf Verl�ngerung bzw. Erneuerung begr�nden w�rden (vgl. BGE 126 II 377 E. 3b S. 388). Im �brigen hat die Vorinstanz ausgef�hrt, dass das Amt f�r Migration seit dem Jahr 2006 in Anpassung seiner bisherigen Praxis die Akten von eingeb�rgerten Personen erst nach einer Frist von f�nf Jahren (vgl. Art. 41 Abs. 1 B�G in der bis zum 28. Februar 2011 geltenden Fassung) l�scht. Ein zus�tzliches, eigenst�ndiges Interesse an der begehrten Feststellung ist demnach nicht ersichtlich, weshalb auf diesen Antrag schon aus diesem Grunde nicht einzutreten ist (vgl. auch BGE 119 II 368 E. 2a S. 370; 118 Ia 488 E. 1c S. 491; 127 III 481 E. 1b/aa S. 483).
4.3 Die Vorinstanz hat in einer eigenen Urteilserw�gung (E. 11) und nicht - wie der Beschwerdef�hrer behauptet - bloss in einem Nebensatz eine Verletzung des Beschleunigungsgebots durch das kantonale Amt f�r Migration festgestellt. Der Beschwerdef�hrer will, dass diese Feststellung in das Urteilsdispositiv aufgenommen werde. Woraus sich das ergeben und inwiefern er hief�r noch ein Rechtsschutzinteresse haben soll, ist allerdings auch nicht ersichtlich, weshalb auf das diesbez�gliche Begehren vor Bundesgericht ebenso wenig einzutreten ist (s. auch E. 1.7 hievor).
Dem Dargelegten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. Diesem Ausgang entsprechend hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65 f. BGG). Parteientsch�digungen werden nicht zugesprochen (vgl. Art. 68 BGG).