Source: http://www.slideserve.com/pekelo/forensische-psychiatrie
Timestamp: 2017-08-22 16:58:01
Document Index: 83640250

Matched Legal Cases: ['§3', '§35', '§17', '§20', '§20', '§21', '§20', '§ 20', '§63', '§20', '§62', '§64', '§20', '§ 66', '§63', '§ 63', '§63', '§136', '§1', '§18']

PPT - Forensische Psychiatrie PowerPoint Presentation - ID:3355141
Forensische PsychiatriePowerPoint Presentation
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Forensische Psychiatrie - PowerPoint PPT Presentation
Hauptvorlesung Psychiatrie und Psychotherapie. Forensische Psychiatrie. PD Dr. C. Luckhaus. Begriffsbestimmung. Fragen, die von Gerichten und Behörden an Psychiater gestellt werden Sachverständiger, Gutachter. Forensische Psychiatrie.
PowerPoint Slideshow about ' Forensische Psychiatrie' - pekelo
PD Dr. C. Luckhaus
Fragen, die von Gerichten und Behörden an Psychiater gestellt werden
Betreuung und Behandlung psychisch Kranker – mit Bezug auf ihre Fähigkeiten zu rechtsrelevantem Handeln
Therapeut im Maßregelvollzug
Prognosebeurteilungen
Beurteilung von Unfallfolgen
Zivil- und öffentlich-rechtliche Fragen
Psychische Störungen und Delinquenzrisiko
(Daten aus Wallace et al., 1998, zit. n. Nedopil, 2005)
* Anteil schizophren Kranker an Gesamtzahl der Gewaltdelinquenten = 5%(Fazel & Grann, 2006)
Normabweichendes Verhalten wird subjektiv zugerechnet, wenn von anderen - in vergleichbarer innerer und äußerer Situation - normgerechtes Handeln erwartet werden kann und erwartet wird.
„Pragmatischer Schuldbegriff“
Willensfreiheit zu rechtskonformem Handeln dem psychisch Gesunden normativ zugeschrieben
Deterministische Theorien zum freien Willen:
„Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen das, was wir (bereits) tun.“
Schuldausschlussgründe
mangelnde Reife eines Jugendlichen (§3 JGG)
entschuldigender Notstand (§35 StGB)
Verbotsirrtum (§17 StGB)
Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen (§20 StGB)
§20 StGB:
„Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln.“
§21 StGB:
Beurteilung der Schuldfähigkeit
Zuordnung der psychischen Störung zu einem der 4 Eingangsmerkmale des §20 StGB
Beurteilung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit
Eingangsmerkmale des § 20 StGB:
1. „Krankhafte seelische Störung“
Psychische Krankheiten und Störungen, bei denen eine organische Ursache bekannt ist oder vermutet wird:
degenerative Hirnerkrankung
Durchgangssyndrome, Rauschzustände
2. „Tiefgreifende Bewusstseinsstörung“
Ausschließlich nichtkrankhafte, d.h. normal-psychologische Ausnahmezustände, wie sie bei psychisch Gesunden vorkommen können:
Erschöpfung, Übermüdung
nichtkrankhafte Dämmerzustände
hypnotische Störungen
hochgradige Affekte
3. „Schwachsinn“
Ausgeprägte Störungen der Intelligenz ohne nachweisbare organische Grundlage
4. „Schwere andere seelische Abartigkeit“
Sammelbegriff für seelische Störungen, die nicht den 3 anderen Merkmalen zugeordnet werden können.
Symptomatische Ausprägung bzw. Einbußen sozialer Kompetenz müssen psychotischen Erkrankungen gleichen:
Einsichtsunfähigkeit,
wenn die kognitiven Funktionen nicht ausreichen, das Unrecht eines Handelns zu erkennen.
schwere intellektuelle Einbußen
Bei festgestellter Einsichtsunfähigkeit erübrigt sich die Prüfung der Steuerungsfähigkeit.
eingeschränkt oder aufgehoben,
wenn Willensbildung und Handlungsentwurf gestört
Verkennungen
keine Strafverurteilung
Einsichtsunfähigkeit oder
Einsichtsfähigkeit und Steuerungsunfähigkeit
Einsichtsfähigkeit underheblich verminderter Steuerungsfähigkeit
Unterbringung in einem Psychiatrischen Krankenhaus n. §63 StGB
wenn Schuldfähigkeit aufgehoben oder erheblich gemindert(§20, 21 StGB)
wenn aufgrund der festgestellten Störung weitere erhebliche Delikte zu erwarten sind
unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeits - grundsatzes (§62 StGB)
Unterbringung in einer Entziehungsanstalt n. §64 StGB
Anordnung nicht von aufgehobener oder geminder- ter Schuldfähigkeit (§§20, 21 StGB) abhängig
Wenn hinreichend konkrete Aussichten auf Erfolg der Behandlung bestehen
auf 2 Jahre begrenzt
Weitere strafrechtliche Maßregeln
Sicherungsverwahrung (§ 66 StGB)
Unterbringungsformen im Straf- und Maßregelvollzug(aus Nedopil, 2005)
Weniger als 1 % aller Angeklagten,
etwa 8 % aller Sexualstraftäter
und etwa 9 % aller Delinquenten mit Tötungsdeliktenwerden im psychiatrischen Maßregelvollzug untergebracht.
(aus Strafvollzugsstatistik, Statistisches Bundesamt, 2009)
(aus Venzlaff, Foerster, 2004, und Statistisches Bundesamt, 2008)
Mittlere Unterbringungsdauer in der §63 StGB-Maßregel:
Durchschnittliche Rückfallrate: 6 – 14 %
bzgl. schwerwiegender Delinquenz nach Entlassung aus § 63 StGB – Maßregel(5 Jahres-Katamnesestudien, eingeschränkte Datenlage)
(Zum Vergleich: 4 Jahres-Rückfälligkeit (BZR-Eintrag) entlassener Strafgefangener mit Bewährung ca. 45 %)
Unterbringungsziele bei Maßregeln nach §§63, 64 StGB:
„…den Patienten, soweit möglich, zu heilen oder seinen Zustand soweit zu bessern, dass er nicht mehr gefährlich ist.(§136 StVollzG)
„Therapie und Unterbringung haben auch pädagogischen Erfordernissen Rechnung zu tragen …unter größtmöglicher Annäherung an allgemeine Lebens- und Arbeitsverhältnisse…“(§1 MRVG-NRW)
„Dauer und Umfang der Freiheitsentziehung richten sich nach dem Erfolg der Therapie.“ (§18 MRVG-NRW)
Deliktbearbeitung: Theorie des „Sozialversagens“ im Einzelfall, Verantwortungsübernahme, Opferempathie, Präventionsstrategien
Psychiatrische Diagnostik und Therapie einschl. Medikamenten, Komorbiditäten
Kognitive Verhaltens- und Milieutherapien
Arbeitstherapie, Kreativtherapien, Freizeitgestaltung, Sport
Sicherung, Lockerung
künftiges soziales Umfeld, Nachsorge
Überprüfungen des Behandlungsverlaufs:
½-jährlich zu erstellende Therapiepläne
Besuchskommission der Bezirksregierung
jährlich zu erstellende Stellungnahmen der Klinik an die Strafvollstreckungskammer
jährliche richterliche Anhörungen des Untergebrachten
alle 3 und 5 Jahre externe Prognosebegutachtungen
Prognosefragenim Maßregelvollzug
Unterbringungsvoraussetzungen (Einweisungsprognose)
Sicherungsnotwendigkeit während der Unterbringung (Lockerungsprognose)
Verantwortbarkeit einer bedingten Entlassung(Entlassungsprognose)
Zu beurteilen ist i. d. R. die durch die Tat zutage getretene Gefährlichkeit.
Unsystematische, gefühlsmäßige Beurteilung des Gesamteindrucks ohne nähere Begründung
individuelle Handlungstheorie (Motivation) der Delinquenz,
Vorgeschichte (Vordelikte, Komorbidität, Soziobiographie),
aktueller Krankheitszustands / Persönlichkeitsquerschnitts,
Perspektiven nach der Entlassung
Statistische Prognoseinstrumente
Strukturierte Checklisten bestehend aus Rückfall-relevanten Variablen (Items)
Statische Items: z.B. VordelinquenzDynamische Items: z.B. psychische Krankheitssymptome
anhand empirischer Forschungsergebnisse entwickelt(z.B. Basisraten für deliktspezifische Rückfälligkeit)
Unterschiedliche Zielkriterien: Gewalttätigkeit, Sexualdelikt
Erlauben nur kategoriale Zuordnungen der zu prognostizierender Gefährlichkeit
Daher : Interpretation der Testergebnisse für den zu prognostizierenden Einzelfall immer erforderlich
Historical, Clinical, and Risk Management Scales
Kanadische Version: C. D. Webster, K. S. Douglas, D. Eaves, & S. D. Hart, 1997
Deutsche Übersetzungsversion:
R. Müller-Isberner, D. Jöckel, S. Gonzalez Cabeza
Beurteilung der Gefährlichkeit i.S. des Gewaltrisikos
basiert auf empirisch belegten Prädiktoren für Gewalttaten
Anwendung bei Probanden mit
gewalttätigem Verhalten in der Vorgeschichte
V.a. psychische Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung
Verwendung möglichst vieler von einander unabhängiger Informationsquellen (Fremdanamnese, Aktenlage)Cave: ungeprüfte Angaben des Probanden (Dissimulation)
Dimension 1 H-Variablen (statische Variablen, Vergangenheit)
H1. Frühere Gewaltanwendung	0	1	2
H2. Geringes Alter bei 1. Gewalttat	0	1	2
H3. Instabile Beziehungen 0	1	2
H4. Probleme im Arbeitsbereich	0	1	2
H5. Substanzmißbrauch 0	1	2
H6. (gravierende) seelische Störung	0	1	2
H7. Psychopathy (PCL-Score)	0	1	2
H8. Frühe Fehlanpassung 0	1	2
H9. Persönlichkeitsstörung 0	1	2
H10. Frühe Verstöße gegen Auflagen	0	1	2
Dimension 2 C-Variablen (klinische Variablen, Gegenwart)
C1. Mangel an Einsicht 0	1	2
C2. Negative Einstellung 0	1	2
C3. Aktive Symptome 0	1	2
C4. Impulsivität 0	1	2
C5. Fehender Behandlungserfolg 0	1	2
Dimension 3 R-Variablen (Risiko, Zukunft)
R1. Fehlende realisierbare Pläne	0	1	2
R2. Destabilisierende Einflüsse	0	1	2
R3. Mangel an Unterstützung	0	1	2
R4. Fehlende Compliance 0	1	2
R5. Stressoren 0	1	2
1 = fraglich / teilweise vorhanden
2 = sicher vorhanden
Höchstmöglicher Score 40 Punkte
Dimension 1: H-Variablen (statische Variablen, Vergangenheit)
ScoreKorrelationen
H7. Psychopathy (PCL-Score) 0	1	2	+.79 (Gewalttätigkeit)
H8. Frühe Fehlanpassung 0	1	2+.31 (Gewalttätigkeit)
H9. Persönlichkeitsstörung 0	1	2+.26 (Gewalttätigkeit)
H10. Frühere Verstöße gegen Auflagen	0	1	2	+.24(Bewährungsversag)
Summe____12_____/20
Psychopathy Checklist Screening Version (PCL-SV)
1 Oberflächlich (unecht, aufgesetzt, affektiert) 0	1	2
2 Grandios (großspurig) 0	1	2
3 Betrügerisch-manipulativ 0	1	2
4 Fehlen von Schuldbewusstsein und Reue 0	1	2
5 Fehlen von Empathie, Gefühlskälte 0	1	2
6 Übernimmt keine Verantwortung für eigenes Handeln	0	1	2
7 Impulsiv(er Lebensstil) 0	1	2
8 Schlechte Verhaltenssteuerung 0	1	2
9 Fehlende Lebensziele 0	1	2
10 Verantwortungslos 0	1	2
11 Antisoziales Verhalten in der Adoleszenz 0	1	2
12 Antisoziales Verhalten im Erwachsenenalter 0	1	2
Summe____10_____/24
Dimension 2: C-Variablen (klinische Variablen, Gegenwart)
C5. Fehlender Behandlungserfolg 0	1	2
Summe _____5____/10
Dimension 3: R-Variablen (Risiko, Zukunft)
R1. Fehlende realisierbare Pläne 0	1	2
R2. Destabilisierende Einflüsse 0	1	2
R3. Mangel an Unterstützung 0	1	2
Summe____4___/10
Gesamtscore HCR-20:__21__/40
niedriges Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko
HCR – 20
Problem der nicht zu beantwortenden Items
Problem der prognostischen Gewichtung einzelner Items
Problem der Übertragbarkeit gruppenstatistischer Rückfallwahrscheinlichkeiten auf den Einzelfall
Nur kategoriale Risikodifferenzierung möglich
Nicht valide für Sexualstraftäter → SVR-20
Fazit: HCR-20 Anwendung
sinnvoll als ergänzendes Prognoseverfahren
ersetzt nicht die klinische Individualprognose
Gutachterliche Beurteilung der Voraussetzungen für Leistungsgewährungen bei:
Psychische Störungen sind die 4.-häufigste AU-Ursache und führen im Durchschnitt zu den längsten AU-Dauern.
Krankheiten, anlagebedingte Schwächen, die die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft für voraussichtlich > 6 Monate herabsetzen im Vergleich zu Lebensalter-typischem Zustand
GdB, Pflegebedürftigkeit
Leistungsfähigkeit < 3h Arbeit /Tag(alle denkbaren Berufstätigkeiten im allgemeinen Arbeitsmarkt)
Erwerbsfähigkeit im versicherten Beruf < 50 % im Vergleich zu einem Gesunden mit gleichwertiger Ausbildung, Kenntnis und Fähigkeit
Vorsorgeeinrichtungen (GKV, GRV, Versorgungsämter)
Versicherungsträger (z.B. Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung)
Leistungsnehmer:
Personen, die unfreiwillig in wirtschaftliche Not oder soziale Benachteiligung geraten sind.
Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) :
Bei psychiatrischen Erkrankungen große Spannweiten, z.B.:
endogene Psychose mit Vollremission,ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten MdE 0-10%
endogene Psychosechronisch produktiv oder
ausgeprägtes Residuum mit schwerenStörungen der sozialen Anpassung MdE 50-100%
Schwere ZwangsstörungMdE 50-100%
Daher: Beurteilung des individuellen Ausmaßes, der psychosozialen Funktionseinschränkungen und der voraussichtlichen Erkrankungsdauer.
Sozialrecht: Unfallfolgen
Konkurrierende Kausalität:
schädigungsabhängige Folge
schädigungsunabhängige Folge (Prädisposition; Vorerkrankung)
Prinzip der wesentlichen Bedingung (Teilursache):
Entschädigung wird zuerkannt, wenn unfallunabhängige Faktoren nicht allein zu Folgezustand führen konnten - Realbedingungen vorausgesetzt.
Foerster K (Hrsg.). Venzlaff Foerster. Psychiatrische Begutachtung. Elsevier München, 4. Aufl., 2004
Jürgens, Kröger, Marschner, Winterstein. Betreuungsrecht kompakt. C.H. Beck, München, 6. Aufl., 2007
Kammeier (Hrsg.). Maßregelvollzugsrecht. De Gruyter Berlin, New York, 2. Aufl., 2002
Nedopil. Forensische Psychiatrie. Thieme Stuttgart, 3. Aufl., 2007
Schneider, Frister, Olzen. Begutachtung psychischer Störungen. Springer Heidelberg, 2006
Forensische Orthopedagogiek -Dr. geert-jan stams drs. eveline van vugt prof dr. peter van der laan dr. jan hendriks dr. machteld hoeve dr. jessica asscher dr. xavier moonen drs. channa al drs. chrissy james drs. claudia van der put
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