Source: https://digital.zlb.de/viewer/image/15907561/1/
Timestamp: 2020-02-21 22:14:17
Document Index: 96027526

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 203', '§ 65', '§ 8', '§ 85', 'Art. 6', '§ 8', '§ 85', '§ 90']

Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg - intranda GmbH
Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg / KVJS, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg. [Red.: Gabriele Addow ; Andreas Reuter. Mit Beitr. von: Claudio De Bartolo ...]
Addow, Gabriele [Red.]
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 44 S., 1.93 MB)
Baden-Württemberg ; Schulsozialarbeit ; Jugendhilfe ; Online-Publikation
urn:nbn:de:kobv:109-opus-258124
Die Broschüre soll der Fachöffentlichkeit, der Kommunal- und Landespolitik, den Trägern, Schulleitungen und Lehrkräften aktuelle Informationen zur Schulsozialarbeit vermitteln. Sie zeigt Entwicklungen der Jugendsozialarbeit an Schulen auf und stellt Zahlen und Erfahrungen des KVJS-Landesjugendamts vor. Nicht zuletzt soll sie zwei wichtige Anliegen des Landesjugendhilfeausschusses beim KVJS unterstützen: Sie soll zum qualifizierten Ausbau der Schulsozialarbeit beitragen und weiterhin die dauerhafte Förderung durch das Land unterstützen.
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Schulsozialarbeit in BadenWürttemberg
3	 Vorwort Hintergrund 	 4	 Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg – eine Erfolgsgeschichte Finanzierung 	 7	 Landesmittel für die Schulsozialarbeit Interview 	 8	 „Jugendhilfe und Schule tragen eine gemeinsame Verantwortung“ 	 9	 „Schule ist mehr als nur ein Lernort“ Ganztagsschule 1 	 0	 Die Ganztagsschule in Baden-Württemberg – Schulsozialarbeit mittendrin Leistungsspektrum und Erfolgsfaktoren 1 	 2	 Das Leistungsspektrum der Schulsozialarbeit 21	 Interview: „Weniger über Schulformen als über Inhalte diskutieren“ 22	 Ohne Qualität kein Erfolg Fortbildung 2 	 7	 Fundierte Fortbildung für Fachkräfte der Schulsozialarbeit Praxis 28	 Merkurschule Gaggenau: „Als wertvolle Unterstützung anerkannt“ 30	 Oscar-Paret-Schule Freiberg: „Hör‘ auf oder ich geh‘ Konflikt“ 34	 Bildungszentrum Weissach: Am Anfang steht die Planung 36	 Schillergrundschule Mühlacker: Prävention wird großgeschrieben 39	 Stadt Waghäusel: Vom Fühlen und Erleben 41	 Tettnang: „Pädagogischer Herbst“ – eine Vortragsreihe für Eltern
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die familiären Verhältnisse, in denen Jugendliche aufwachsen, können unterschiedlicher nicht sein. Doch egal, ob wohlbehütet aufgewachsen oder auf sich alleine gestellt: Immer öfter spielen Drogen, neue Medien oder Mobbing eine problematische Rolle im Alltag junger Menschen. Um früh zu helfen, taucht die Jugendhilfe direkt in das Lebensumfeld junger Menschen ein. Schulsozialarbeit ist deshalb ein wichtiger Baustein einer lebensweltorientierten Hilfe. Sie trägt zur Stabilisierung des Schulerfolgs, zur Eingliederung in die Arbeitswelt und zur sozialen Integration bei. Schulsozialarbeiter gehören zu den Pionieren einer gemeinsamen, von Jugendhilfe und Schule getragenen Verantwortung für die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Der KVJS unterstützt Träger und Fachkräfte durch Beratung, Fortbildung und begleitende Aktivitäten. Diese Broschüre soll der Fachöffentlichkeit, der Kommunal- und Landespolitik, den Trägern, Schulleitungen und Lehrkräften Erfahrungen und Grundlagen der Schulsozialarbeit vermitteln. Sie zeigt aktuelle Entwicklungen der Jugendsozialarbeit an Schulen, Ergebnisse aus der Berichterstattung und Erfahrungen des KVJS-Landesjugendamts. Nicht zuletzt soll sie zwei wichtige Anliegen des Landesjugendhilfeausschusses beim KVJS unterstützen: Sie soll zum qualifizierten Ausbau der Schulsozial­ arbeit beitragen und weiterhin die dauerhafte Förderung durch das Land unter­stützen. Das Ziel einer ganzheitlich verstandenen Bildung und Erziehung erfordert ein Netzwerk der Bildungsorte und eine noch intensivere Zusammenarbeit und inhaltliche Abstimmung des Jugendhilfe- und Schul­ systems. Die Schulsozialarbeit muss fester Bestandteil in der Ausbildung von Sozialpädagogen und Lehrkräften sein, um wichtige Grundlagen für die Zusammenarbeit zu vermitteln.
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Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg – eine Erfolgsgeschichte
Schulsozialarbeit gilt heute als Qualitätsmerkmal für eine gute Schule und als wertvolle Ergänzung zu deren Bildungs- und Erziehungsauftrag. Ist eine Fachkraft der Schulsozialarbeit an der Schule tätig, gilt dies als positives Zeichen dafür, dass sich die Schule um ihre Schülerinnen und Schüler auch über die Wissensvermittlung im Unterricht hinaus kümmert, sich für ein gutes Schulklima engagiert und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eltern sowie sozialen Diensten und Einrichtungen im Gemeinwesen, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, pflegt. Anfänglich wurde Schulsozialarbeit in den 1990er Jahren vom damaligen LWV Württemberg-Hohenzollern als Leistung der Jugendhilfe nur an Schulen „mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung“ gefördert. Auch die erste Landesförderung der „Jugendsozialarbeit an Schulen“ seit dem Jahr 2000 konzentrierte sich noch, wie von der Enquetekommission „Jugend - Arbeit - Zukunft“ des Landtags vorgeschlagen, auf den „brennpunktorientierten Ausbau von Jugendsozialarbeit an Schulen.“ Im Blick waren Hauptschulen, Förderschulen und das Berufsvorbereitungsjahr an den beruflichen Schulen. Leider wurde die Förderung im Jahr 2005 im Zuge von Sparmaßnahmen des Landes wieder eingestellt. Im Jahr 2012 nahm die neue Landesregierung die finanzielle Förderung wieder auf und vollzog dabei auch einen Paradigmenwechsel. Nun gibt es keine Einschränkung mehr auf bestimmte Schularten mit besonderen Problemen ihrer Schülerschaft. Damit trägt das Land der Erfahrung Rechnung, dass persönliche Entwicklungsschwierigkeiten, familiäre Probleme, Erziehungsdefizite, Mobbing, Zukunftsangst etc. keineswegs nur bildungsferne und sozial benachteiligte junge Menschen betreffen. Welche beeindruckende Entwicklung die Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren genommen hat, zeigt das Schaubild. Es basiert auf den landesweiten Erhebungen des KVJSLandesjugendamts für seine überörtlichen Berichterstattungen in der Kinder- und Jugendhilfe seit dem Jahr 2006. Auch nach dem Ende des ersten Landesprogramms bauten die Kommunen die Schulsozialarbeit mit eigenen Mitteln weiter aus. Die Wie-
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deraufnahme der Landesförderung im Jahr 2012 führte dann zu einem deut­ lichen Schub. Im Schuljahr 2013/2014 gab es circa 1.800 Fachkräfte der Schulsozialarbeit, deren Beschäftigungsumfang circa 1.200 Vollzeitstellen entsprach.
Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg seit 2006 nach Fachkräften (tätige Personen) und Vollkraftstellen
Datenquelle für Stichtage 31.12.2006 bis 31.12.2011: Erhebungen des KVJS-Landesjugendamts bei den örtlichen Jugendämtern nach dem Rahmenkonzept für die überörtlichen Berichterstattungen des KVJS-Landesjugendamts. Datenquelle ab Stichtag 31.07.2012 (= Ende des ersten Förderzeitraums im neuen Landesprogramm) sind die Daten aus der Abwicklung der Landesförderung durch das KVJSLandesjugendamt. Entsprechend der schuljahresbezogenen Förderung liegt der Stichtag nun am Schuljahresende. Datenbasis für 31.07.2012 und 31.07.2013 sind die geprüften Verwendungsnachweise einschließlich erfolgter Rückforderungen wegen Nichtbesetzung bewilligter Stellen etc. Datenbasis für 31.07.2014 sind vorläufig die Zuwendungsbescheide für das Schuljahr 2013/2014.
2.000,00 1.800,00 1.600,00 1.400,00 1.200,00 1.000,00 800,00 654,05 600,00 400,00 200,00 0,00 31.12.2006 485,92 747,74 802,78 Vollkraftstellen Fachkräfte
Beginn der Landesförderung 01.01.2012
1.807 1.574
1.286 1.027,98
Doch es geht nicht nur um quantitativen Ausbau dieser Jugendhilfeleistung am Einsatzort Schule, sondern auch um Qualitätsentwicklung. Das KVJSLandes­ ugendamt fördert die Qualität des Jugendhilfeangebots Schulsozialj arbeit durch Fachberatung, Fortbildung, Erfahrungsaustausch und Arbeitsmaterialien. Im Fortbildungsprogramm des KVJS-Landesjugendamts stoßen insbesondere die Seminare für Neueinsteiger in der Schulsozialarbeit auf großes Interesse. Jährlich treffen sich die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter bei der KVJS-Jahrestagung zum Fachdiskurs und Erfahrungsaustausch mit Vorträgen, Fachforen, Workshops und Praxisberichten. Und auch die Kooperationsveranstaltungen des KVJS-Landesjugendamts mit dem Schulbereich haben mittlerweile schon Tradition. wmf
Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg 5
Das KVJS-Landesjugendamt wickelt im Auftrag des Sozialministeriums die finanzielle Förderung der Schulsozialarbeit ab und erstellt jährlich einen Bericht über die Umsetzung des Landesprogramms.
Kennzahlen für das Schuljahr 2012/2013 Nach Prüfung der Verwendungsnachweise ausbezahlte Fördermittel Zahl der Fachkräfte (tätige Personen) am 31.07.2013 (Schuljahresende) Umrechnung in Vollkraftstellen am 31.07.2013 Zahl der öffentlichen Schulen, an denen Fachkräfte der Schulsozialarbeit im Einsatz sind und prozentualer Anteil an allen 3.722 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen bzw. 312 öffentlichen beruflichen Schulen 16.410.725,67 Euro 1.574 Fachkräfte 1.027,98 Vollkraftstellen (VK) 1.644 allgemeinbildende Schulen (= 44% aller allg.bild. Schulen) 134 berufliche Schulen (= 43 % aller beruflichen Schulen) 1.778 Schulen insgesamt
Der Bericht enthält Daten ––	 ber den Ausbau der Schulsozialarbeit in den letzten Jahren, ü ––	 ber die Schulen, an denen die Schulsozialarbeit zum Einsatz kommt, ü ––	 ber die Fachkräfte der Schulsozialarbeit ü ––	 nd über deren Leistungen für Schüler, Lehrer und Eltern. u www.kvjs.de/jugend/jugendarbeit-jugendsozialarbeit/schulsozialarbeit.html
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Landesmittel für die Schulsozialarbeit
Das Land lässt sich Schulsozialarbeit etwas kosten, um Bildungsgerechtigkeit, soziale Gestaltung der Gesellschaft, gelingende Übergänge von der Schule in den Beruf und gesellschaftliche Integration voranzubringen sowie Mobbing, Gewalt und Sucht einzudämmen. Die Beratung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch Schul­ sozialarbeit gehört laut Koalitionsvertrag an allen Schulen zum Bestandteil des pädagogischen Konzeptes. Nach einer Einigung mit dem Städtetag, Landkreistag und Gemeindetag - im Rahmen des Paktes für Familien mit Kindern - zahlt das baden-württembergische Sozialministerium mittlerweile bis zu 25 Millionen Euro jährlich an die Träger der Schulsozialarbeit. Nicht zuletzt nach dem Amoklauf in Winnenden im Jahr 2009 debattierte das Land über einen Wiedereinstieg in die Förderung der Schulsozialarbeit. Damals forderten der Städtetag, der Gemeindetag, der Landkreistag und der KVJS (u.a. ­ der Landesjugendhilfeausschuss) die Wiederaufnahme der Landesförderung. Nun fördert das Land ein Drittel der Personalkosten und zahlt pro Vollzeitstelle 16 700 Euro, bei Teilzeitkräften entsprechend weniger. Die Höhe richtet sich nach dem Beschäftigungsumfang der Fachkraft an Schulen. Das Land fördert alle öffentlichen Schulen. Für Jugendberufshelferinnen und Jugendberufshelfer, die sich mit der Schnittstelle zum Beruf auseinandersetzen, gibt es ein eigenes Förderprogramm. Die Fördergrundsätze gelten bis zum 31. Dezember 2014. Seitens des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Frauen, Familie und Senioren Baden-Württemberg wurde im Sommer 2014 bestätigt, dass die Landesförderung der Schulsozialarbeit, unter Vorbehalt der Bereitstellung der Haushaltsmittel im Staatshaushaltsplan 2015/2016, in der bisherigen Form bis 31. Dezember 2016 fortgeführt wird. Die sozialpädagogischen Fachkräfte müssen einen Bachelor-, Master- oder Diplomabschluss einer Hochschule in Sozialarbeit, Sozial­ ädagogik oder verp gleichbaren Studiengängen des Sozialwesens vorweisen können. Fachkräfte, die bereits vor 2012 seit mehr als einem Jahr in der Schulsozialarbeit tätig waren, brauchen diese Nachweise nicht erbringen. Schulträger können auch für andere Anstellungsträger Anträge einbringen – oder andere Träger ermächtigen, Anträge zu stellen. Für neue Stellen ab dem 1. Januar 2012 muss eine Stellungnahme des Jugendamtes vorgelegt werden. svk/smü
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.kvjs.de/jugend/jugendarbeit-jugendsozialarbeit.html
Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg 7
„Jugendhilfe und Schule tragen eine gemeinsame Verantwortung“
Sozialministerin Katrin Altpeter über die Bedeutung der Schulsozialarbeit Frau Altpeter, warum ist die Landesregierung wieder in die Kofinanzierung der Schulsozialarbeit eingestiegen? Wir sehen hier eine gemeinsame Verantwortung von Schule und Jugendhilfe. Denn Schulsozialarbeit leistet eine unverzichtbare Unterstützung für den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule. Nicht zuletzt der Amoklauf in Winnenden 2009 und die anschließende Aufarbeitung hat uns allen die dringend erforderliche präventive und begleitende Sozialarbeit an den Schulen vor Augen geführt. Deshalb haben wir nach dem Regierungswechsel den Wiedereinstieg des Landes in die Kofinanzierung der Schulsozialarbeit als eine der zentralen jugendpolitischen Prioritäten vollzogen. Frühere Regierungen haben in sieben Jahren die Schulsozialarbeit mit insgesamt sieben Mio. Euro unterstützt, wir stellen allein in den drei Jahren von 2012 bis 2014 insgesamt 55 Mio. Euro zur Verfügung. Das unterstreicht die große Bedeutung, die wir der Schulsozialarbeit beimessen. Was ist mit der Landesförderung bisher erreicht worden? Die Unterstützung des Landes hat wesentlich dazu beigetragen, dass schon in kurzer Zeit ein flächendeckendes Angebot entwickelt wurde. Jede zweite Schule bietet inzwischen Schulsozialarbeit an und sie wird in jedem Stadtund Landkreis angeboten. Der Kurswechsel dieser Landesregierung bei der Schulsozialarbeit hat die Voraussetzungen für den Schulerfolg verbessert und trägt so auch zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei. Denn mit ganzheitlicher Schulsozial­ rbeit können Schwierigkeiten in der Schule, am Rande des Schula alltags oder auch mit der Familie niedrigschwellig und frühzeitig angegangen werden. Wie hat sich dieser Ausbau auf die Inhalte und die Akzeptanz der Schulsozialarbeit ausgewirkt? Insgesamt ist die Sensibilität für das Handlungsfeld Schulsozialarbeit größer geworden und ihre Akzeptanz ist bei allen Beteiligten gestiegen – bei Lehrkräften, Eltern, Kommunen und natürlich bei den Schülerinnen und Schülern. Der flächendeckende Ausbau hat aber auch zu einem echten Imagewandel geführt. Schulsozialarbeit trägt nicht mehr das Stigma eines Angebots nur für Brennpunktschulen. Sie ist vielmehr zu einem Qualitätsmerkmal einer guten Schulkultur geworden. Dies ist gerade mit Blick auf die Entwicklung hin zu Ganztagsschulen besonders erfreulich. reu
Schulsozialarbeit - für Sozialministerin Katrin Altpeter Qualitätsmerkmal einer guten Schulkultur
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„Schule ist mehr als nur ein Lernort“
Der KVJS sprach mit dem baden-württembergischen Kultusminister Andreas Stoch Herr Stoch, worin sehen Sie den besonderen Beitrag der Schulsozialarbeit bei der aktuellen Entwicklung der Schullandschaft? Schule ist schon lange mehr als nur ein Lernort. Insbesondere durch den Ausbau von ganztägigen Bildungsangeboten wird Schule künftig noch stärker zum Lern- und Lebensort für Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig werden unsere Schulklassen immer heterogener. Täglich treffen Schüler mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen und Lebensentwürfen und aus verschiedenen Kulturen aufeinander. Diese Vielfalt ist eine große Chance, aber auch eine Herausforderung, vor allem für die Lehrerinnen und Lehrer. Hier nimmt die Schulsozialarbeit eine wichtige Brückenfunktion ein, unterstützt die Lehrkräfte, Kinder und Jugendlichen und trägt so zu starken Schulgemeinschaften bei. Werden in der Lehrerausbildung Kenntnisse über die Schulsozialarbeit und die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe vermittelt? Lehrerinnen und Lehrer haben nicht nur die Aufgabe, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, sondern sie unterstützen die Kinder auch dabei, verantwortungsbewusstes und soziales Verhalten zu erlernen. Hier spielen etwa ein fairer und konstruktiver Umgang miteinander und gegenseitiger Respekt in der Klassen- und Schulgemeinschaft eine wichtige Rolle. In der Ausbildung erwerben die künftigen Lehrkräfte Kompetenzen, um Konflikte in der Schule zu beschreiben, zu reflektieren sowie Lösungsansätze zu entwickeln und zu verwirklichen. Sie lernen ihre Handlungsspielräume, aber auch die Grenzen ihrer professionellen Zuständigkeit kennen. Und sie lernen, welche Unterstützungssysteme sie in Anspruch nehmen können. Die Schulsozialarbeit nimmt dabei eine herausragende Position ein. Gibt es Überlegungen zu gemeinsamen Veranstaltungen mit den beiden Berufs­ gruppen Lehrer und Schulsozialarbeiter? Mehrmals im Jahr finden Regionalkonferenzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt, die sich an Lehrerinnen und Lehrer und außerschulische Partner richten. Vor allem im Bereich des ganztägigen Lernens und des Jugendbegleiter-Programm waren die Regionalkonferenzen von beiden Berufsgruppen stark nachgefragt. reu
„Die Schulsozialarbeit nimmt eine wichtige Brückenfunktion ein“, sagt Kultusminister Andreas Stoch
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Die Ganztagsschule in Baden-Württemberg – Schulsozialarbeit mittendrin
Die Einrichtung und der Ausbau von Ganztagsschulen schreiten in BadenWürttemberg stetig voran. Mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 wurde die Ganztagsschule im Schulgesetz verankert. Zunächst soll die Einrichtung und der Ausbau von Ganztagsschulen an Grundschulen, Grundschulen im Verbund mit Gemeinschaftsschulen und an den Grundstufen der Förderschulen umgesetzt werden. Die weiterführenden Schulen sollen folgen.
Als Ganztagsschulen im Primar- und Sekundarbereich I werden nach der Kultusministerkonferenz Schulen definiert: ––die ein ganztägiges Angebot an mindestens drei Tagen in der Woche bereitstellen, das jeweils mindestens sieben Zeitstunden umfasst, ––die ein Mittagessen an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebes für alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bereitstellen und ––bei denen die Organisation des Ganztagsangebots/-betriebes unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung liegt1.
Mit der Einrichtung und dem Ausbau der Ganztagsschule entwickelt sich der Standort Schule zu einem Lern- und Lebensraum für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, in dem sie ein Mehr ihrer Alltagszeit verbringen werden. Im Rahmen eines standortbezogenen pädagogischen Konzeptes haben die Ganztagsschulen sowie alle, die an ihr beteiligt sind, unter anderem das Ziel, ein ganzheitliches und bedarfsgerechtes Bildungs- und Betreuungsangebot für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler bereitzustellen. Im Zuge der Umsetzung der Ziele und der Durchführung des Ganztagsschulbetriebs werden verschiedene außerschulische Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner am Ort Ganztagsschule beteiligt und aktiv sein. Beispielsweise Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit/-bildung, der Tagesbetreuung und Akteurinnen und Akteure aus Sport, Kultur und Wirtschaft2. Neben den verschiedenen außerschulischen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern kann die Schulsozialarbeit ebenfalls eine wichtige Rolle in der Ganztagsschule als Baustein des multiprofessionellen Gesamtkonzeptes einnehmen3.
Vgl.: http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Statistik/GTS_2009_Bericht_Text.pdf, abgerufen am 08.09.2014. 	 Vgl.: http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Themen/Ganztagsschule, abgerufen am 08.09.2014. 3 	 Vgl.: http://www.kvjs.de/fileadmin/dateien/kvjs-forschung/Handbuch_Kinder-_und_Jugendhilfe_gestalten.pdf (Seiten 149 und 195), abgerufen am 08.09.2014.
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Aufgrund der vermehrten Zeit, die die Kinder und Jugendlichen im Lebensraum Ganztagsschule verbringen, könnten zunehmend individuelle Bedürfnisse, Problemlagen und soziale Benachteiligungen mitgebracht beziehungsweise dort sichtbar werden. Hier kann eine professionelle Schulsozialarbeit – als eine Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe – durch ihr differenziertes Leistungsspektrum qualitative Handlungs- und Unterstützungsangebote gestalten und anbieten. Zu diesem Leistungsspektrum gehören klassischerweise die Beratung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern, die Beratung von Eltern und anderen Erziehungsberechtigten sowie die Beratung von Lehrkräften4. An Ganztagsschulen kommt u.U. noch die Beratung von Betreuungskräften und Betreuungshilfen hinzu und es erweitert sich die Kooperation und Vernetzung mit relevanten Akteurinnen und Akteuren des Gemeinwesens/ der Bildungslandschaft um die Träger, die im außerunterrichtlichen Bereich der Ganztagsschule mitwirken. Gerade die Ansiedlung von Schulsozialarbeit an Ganztagsgrundschulen trägt dazu bei, dass Problemlagen und Hindernisse frühzeitig erkannt und so gemeinsam rechtzeitig Lösungswege herbeigeführt werden. Des Weiteren kann Schulsozialarbeit durch ihre Kooperation mit der Ganztagsschule, verstanden als ein ganzheitlicher und ganztägiger Bildungsort, dort zu einem erweiterten Bildungsverständnis – im Rahmen der Schulentwicklung – beitragen. Zu einem Bildungsverständnis, das Bildung im Sinne des SGB VIII als einen umfassenden Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und individuellen Aneignung der Welt in den verschiedensten Settings versteht5. Wie letzten Endes die Rolle der Schulsozialarbeit als ein wichtiger Teil der Ganztagsschule an den verschiedenen Schularten aussehen wird, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Jedoch ist sie gemäß den „Grundsätzen zur Förderung der Jugendsozialarbeit an öffentlichen Schulen“, als eine ganzheit­ liche, lebensweltbezogene und lebenslagenorientierte Förderung und Hilfe für Schülerinnen und Schüler im Zusammenwirken mit der Schule zu verstehen6. Die Organisation der Ganztagsschule, die Durchführung von Hausaufgabenbetreuung, die Mittagessen- und Pausenaufsicht sowie die Randzeitenbetreuung gehören nicht zum Leistungsspektrum der Schulsozialarbeit7. Organisatorische Tätigkeiten im Rahmen des Aufbaus und des Betriebs einer Ganztagsschule sind von der Förderung durch das Sozialministerium aus­ eschlossen. g cdb
Weiteres zum Leistungsspektrum der Schulsozialarbeit im nachfolgenden Kapitel. 	 Vgl.: Olk/Speck 2014 in Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit 2014, Seite 7 und Kooperationsverbund Schulsozialarbeit 2013, Seite 7 und http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/kjb/data/a-2.html, abgerufen am 25.08.2014. 6 	 Vgl.: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (2013): Grundätze zur Förderung der Jugendsozialarbeit an öffentlichen Schulen. 7 	 Vgl.: KVJS 2010, Seite 19.
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Leistungsspektrum und Erfolgsfaktoren
Das Leistungsspektrum der Schulsozialarbeit
Kernaufgaben der Schulsozialarbeit Die Schulsozialarbeit hat sowohl einen präventiven als auch intervenierenden Auftrag im Sinne einer lebensweltorientierten Jugendhilfe. Daher umfassen ihre Kernaufgaben ––die Einzelhilfe und Beratung in individuellen Problemlagen/ Problemsituationen, ––die sozialpädagogische Gruppenarbeit, Projekte und Arbeit mit Schulklassen, ­ ––die innerschulische und außerschulische Vernetzung und ­Gemeinwesenarbeit, sowie ––offene Angebote für alle Schülerinnen und Schüler.
Der Umfang und die Schwerpunkte der schulsozialarbeiterischen Kernaufgaben werden mit der einzelnen Schule entsprechend den jeweiligen Bedingungen und Voraussetzungen gewichtet und den aktuellen Erfordernissen laufend angepasst. Einzelhilfe und Beratung in individuellen Problemsituationen Die Einzelhilfe und Beratung in individuellen Problemsituationen stehen im Mittelpunkt der Kernaufgaben und gelten sowohl aus Sicht der Fachkräfte als auch der Schulleitungen als die wichtigsten Angebotssegmente der Schulsozial­arbeit8. Die Einzelhilfe und Beratung kommt zustande, indem ––	 inder und Jugendliche von sich aus auf die Schulsozialarbeit zukommen, K ––	 ehrkräfte auf bestimmte Schüler aufmerksam machen und der Schul­ L sozialarbeiter dann mit dem Schüler Kontakt aufnimmt, ––	 n einer Situation, etwa bei einem Gruppenangebot oder im offenen i A ­ ngebot, Probleme sichtbar werden, ––	 ltern Rat suchen, E ––	 ehrer kollegiale und interdisziplinäre Beratung wünschen. L
Sozialministerium Baden-Württemberg; Jugendsozialarbeit an Hauptschulen und im BVJ in Baden-Württemberg. Abschlussbericht der Begleitforschung zur Landesförderung; Forschungsgruppe Jugendhilfe und Schule, Dr. Eberhard Bolay, Institut für Erziehungswissenschaft Tübingen, 2004, S. 79 f.
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Die tägliche Präsenz in der Schule gibt den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ein Vertrauensverhältnis zum Schulsozialarbeiter aufzubauen und sich selber Hilfe in Problemsituationen zu holen9. Das funktioniert aber nur, wenn sich die Schulsozialarbeiter im Schulalltag verankern, indem sie beispielsweise Projekte durchführen und ein kollegiales Verhältnis zu den Lehrkräften bilden können. Aus informellen Beratungskontakten zwischen Tür und Angel können formelle Beratungsprozesse entstehen, die zu vereinbarten Zeiten stattfinden und von der Schulsozialarbeit gezielt vor- und nachbereitet werden. Gegebenenfalls vereinbart die Schulsozialarbeit mit dem Jugendlichen verbindliche Absprachen, die gemeinsam schriftlich festgehalten werden, und bleibt bei der Entwicklung des Jugendlichen intensiv am Ball. Bei Bedarf erschließt die Schulsozialarbeit weitere Hilfen, zum Beispiel durch das Jugendamt oder spezielle Beratungsstellen. Bei schwerwiegenden Problemkonstellationen leistet Schulsozialarbeit neben Clearing und Casemanagement auch Krisenintervention und Vermittlung, wenn sich zum Beispiel eine Schülerin nach massiven Auseinandersetzungen nicht mehr nach Hause traut. Und wenn ein Schüler vom Unterricht ausgeschlossen wurde, kann es sinnvoll sein, dass die Schulsozialarbeit in Abstimmung mit der Schulleitung die Einzelberatung mit dem Schüler fortsetzt. Bei der Einzelhilfe und Beratung geht es häufig um folgende Themen und Lebenssituationen: ––Schulschwierigkeiten, aktive und passive Schulverweigerung ––Probleme der Persönlichkeitsentwicklung, etwa geringes Selbstwert­ efühl, Beziehungsprobleme, Suizidgefährdung, g ­Essstörung, Sucht ––Konflikte im Elternhaus, etwa Gewalt, Scheidungskonflikte ––Konflikte mit Mitschülern, etwa Ausgrenzung, Bedrohung, M ­ achtkämpfe, (Cyber-) Mobbing ––Konflikte mit Lehrkräften, etwa ungerechte Behandlung ––Soziale Auffälligkeiten, beispielsweise Diebstahl, Jugendgangs ––Zukunftsperspektiven, etwa Übergang Schule - Beruf.
§ 8 Abs. 3 SBG VIII
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Vertraulichkeit und Schweigepflicht Vertraulichkeit und Freiwilligkeit sind entscheidende Voraussetzungen für die Beratung und Einzelhilfe. Dazu gehört unabdingbar, dass ein Schulsozialarbeiter Informationen nur dann an Dritte wie Eltern, Lehrkräfte oder Jugendamt weitergibt, wenn das Kind oder der Jugendliche damit einverstanden ist; nicht zuletzt auch, weil die Schulsozialarbeit der Schweigepflicht nach § 203 Strafgesetzbuch und § 65 SGB VIII unterliegt, wenn der Schüler ihr ein Problem anvertraut. Ohne Zustimmung der Betroffenen darf die Schulsozialarbeit die ihr anvertrauten oder sonst bekannt gewordenen Geheimnisse nicht weitergeben. Eine Entbindung von der Schweigepflicht ist nur dann gegeben, wenn ein Notstand vorliegt (zum Beispiel bei Kindeswohlgefährdung) oder durch Einwilligung der Betroffenen. Doch manche Probleme von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien können nur gemeinsam mit dem Jugendamt oder der Schule gelöst werden. Oder es kann wichtig sein, dass auch die Lehrkraft über die Hintergründe eines Schülers informiert wird, damit sie das von ihr als problematisch erlebte Verhalten versteht und besser damit umgehen kann. Um den unabdingbaren Vertrauensschutz nicht zu verletzten, kann ­ die Schulsozialarbeit ––dem Kind oder dem Jugendlichen erläutern, warum es sinnvoll und hilfreich wäre, das Problem mit einer weiteren Person zu besprechen und einer Informationsweitergabe einzuwilligen, ––den Jugendlichen ermutigen, das Problem selbst mit der Lehrkraft oder dem Jugendamt zu besprechen, bei Bedarf gemeinsam mit der Schulsozialarbeit, ––den Fall ausreichend anonymisiert mit der Lehrkraft oder dem Jugendamt besprechen.
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Schutz bei Kindeswohlgefährdung „Die Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die ihnen zuvörderst obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staat­ liche Gemeinschaft“ legt das Grundgesetz10 fest. Spektakuläre Fälle der Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern haben zu einer Konkretisierung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung und zu Gesetzesänderungen11 für die Jugendhilfe und für die Schule im baden-württembergischen Schulgesetz12 geführt. Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit müssen die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam wahrnehmen und Anhaltspunkten der Gefährdung des Wohles eines Kindes oder Jugendlichen frühzeitig im Rahmen ihres jeweiligen Auftrags begegnen. Auf der Grundlage des § 8a SGB VIII schließt das Jugendamt mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe erbringen, verbindliche Vereinbarungen zur Ausgestaltung des Schutzauftrags. Auch im Schulgesetz ist festgelegt, dass die Schule das Jugendamt unterrichten soll, „wenn gewichtige Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das Wohl eines Schülers ernsthaft gefährdet oder beeinträchtigt ist; in der Regel werden die Eltern vorher angehört. Zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung arbeiten Schule und Jugendamt zusammen.“ (§ 85 Abs 3 SchG). Dass die Fachkraft der Schulsozialarbeit, die ohnehin an der Schnittstelle zwischen Schule und Jugendamt agiert, von der Schule bei der Einschätzung des Gefährdungsrisikos ebenso wie bei der Abwehr der Kindeswohlgefährdung einbezogen wird, liegt auf der Hand. Ebenso wird der Schulsozialarbeiter in den Fällen, in denen er selbst als Erster Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnimmt, auf bestimmte Lehrkräfte und die Schulleitung zugehen, um seine ersten Eindrücke abzuschätzen und die weiteren Schritte zur Gefährdungsabwehr zu vereinbaren. Hier ist die Leitungsverantwortung des Trägers der Schulsozialarbeit ebenso wie der Schulleitung besonders gefordert, das Zusammenwirken in solchen Fällen grundsätzlich zu klären und entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Der Träger der Schulsozialarbeit ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass das mit dem Jugendamt vereinbarte Verfahren zur Einschätzung des Gefährdungsrisikos durch seine Fachkräfte umgesetzt wird. Gerade im Hinblick auf das notwendige Zusammenwirken von Schule, Schulsozialarbeit und Jugendamt ist es empfehlenswert, entsprechende Vereinbarungen nicht nur zwischen
Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz 11 	 Siehe hierzu auch die Erläuterungen zum Bundeskinderschutzgesetz: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/­ kinder-und-jugend,did=119832.html, abgerufen am 29.10.2014 12	 Landtagsdrucksachen 14/1949 & 14/2170
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Jugendamt und Träger der Schulsozialarbeit, sondern auch zwischen Jugendamt und Schule sowie zwischen Schule und Träger der Schulsozialarbeit zu schließen. Erhärtet sich die Vermutung einer Gefährdung, muss das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abgeschätzt werden, wovon eine Fachkraft in der Gefährdungseinschätzung besonders geschult und erfahren sein muss. Wo ein Träger der Schulsozialarbeit über keine in der Gefährdungseinschätzung „insoweit erfahrenen“ eigenen Fachkräfte verfügt, ist in der Vereinbarung des Jugendamts mit dem Träger zu klären, an wen sich der Schulsozialarbeiter in diesem Fall wenden soll. Die Kinder und Jugendlichen und die Personensorgeberechtigten werden grundsätzlich in die Abschätzung des Risikos sowie in die Beratung, wie eine Gefährdung abgewendet werden kann, einbezogen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. Dies schreiben sowohl § 8a SGB VIII als auch § 85 Abs 3 SchG vor. In den meisten Fällen sind Kind und Eltern ohnehin froh, dass ihnen jemand mit Rat zur Seite steht und sie unterstützt. Bei familiären Problemen können mehrere Gespräche mit der Familie erforderlich sein, um zu beraten, aber auch um festzustellen, ob die Hilfe angenommen wird und ausreicht. Wenn die Hilfen nicht zur Gefährdungsabwehr ausreichen oder die Eltern die angebotenen Hilfen nicht annehmen oder die Schule und die Schulsozialarbeit sich keine Gewissheit darüber verschaffen können, ob die Hilfe greift und die Gefährdung abgewendet werden konnte, muss das Jugendamt informiert werden. Die Information an das Jugendamt wird in der Regel durch die Fachkraft der Schulsozialarbeit nach Absprache mit der Schulleitung und dem Träger der Schulsozialarbeit erfolgen, zumal die Fachkraft der Schulsozialarbeit regelmäßig mit dem Jugendamt kooperiert. Grundsätzlich sollte in der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Träger der Schulsozialarbeit und der Schulleitung möglichst klar und transparent geregelt werden, wer zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung für welche Aufgaben und Arbeitsschritte verantwortlich ist.
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Sozialpädagogische Gruppenarbeit, Projekte und Arbeit mit Schulklassen Sozialpädagogische Gruppenarbeit umfasst in der Schulsozialarbeit ein breites Spektrum: Ihr Schwerpunkt liegt in der Förderung des sozialen Lernens und der Bewältigung von Entwicklungsschritten, beispielsweise ––themenorientierte Gruppenarbeit zur Förderung sozialer Kompetenz und Konfliktfähigkeit, ––Arbeit mit Schülerteams, die zum Beispiel Verantwortung in Schülertreffs, Schülercafés oder Schülerdiscos tragen, ––Angebote für bestimmte Schülerinnen und Schüler als Hilfe bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten, zum Beispiel Antigewalttraining, ––Mädchengruppen, Jungengruppen. Besonders nachhaltig sind die Projekte, die im Rahmen eines Gesamtkonzepts entwickelt und mit verschiedenen Bausteinen und Elementen verbunden und zielgerichtet geplant werden, beispielsweise zu einem Konzept von Klasse 7 bis 9 für das soziale Lernen oder für den Übergang Schule - Beruf. Die Bildungs­ pläne und das Schulcurriculum bilden gute Anknüpfungspunkte für die Förderung der sozialen Kompetenzen. Die Schulsozialarbeit kann zusammen mit dem Klassenlehrer ein Projekt für die ganze Klasse interdisziplinär planen und durchführen. Beispiele sind: ––Klassenrat, Schülerrat ––„Wir werden eine Klassengemeinschaft“ zur Entwicklung und Förderung der Eingangsklasse 5 ––Projekte zum Thema Sucht, Liebe und Sexualität ––Projekte bei Klassenproblemen ––Vorbereitung für den Übergang Schule - Beruf, Berufswahl, Bewerbertraining Die Projekte werden teilweise vom Schulsozialarbeiter selbst durchgeführt. Insbesondere die Projekte mit ganzen Schulklassen werden gemeinsam mit Lehrkräften geplant und durchgeführt, gegebenenfalls zusammen mit Schulexternen, etwa der Berufsberatung, Drogenberatungsstelle, Jugend­ gerichtshilfe, Polizei oder Lehrbeauftragten.
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Innerschulische und außerschulische Vernetzung und Gemeinwesenarbeit Schulsozialarbeit trägt zur innerschulischen Vernetzung im Sinne einer Schule als „Lebensort“ bei, und unterstützt die Vernetzung der Schule in das Gemeinwesen. Die schulinterne Vernetzung umfasst die Einbindung der Schulsozialarbeit in das Schulprogramm und die Schulentwicklung. Deshalb sollte die Fachkraft der Schulsozialarbeit an Konferenzen und Besprechungen in der Schule beteiligt werden und bei entsprechenden Themen stimmberechtigt sein. Bei erzieherisch-pädagogischen Maßnahmen und bei Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen13 sollte die Schulsozialarbeit zuvor gehört werden. Außerdem kann Schulsozialarbeit vermittelnd tägig werden, wenn bei einem dringenden Aussprachebedarf seitens der Schule kein Elternteil die Einladung zu einem Gespräch wahrnimmt. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Schule mit außerschulischen Einrichtungen wird von den Bildungsplänen aller Schularten betont, um ganzheitliche Sichtweisen und Erfahrungen durch ein Lernen an und mit Personen zu ermöglichen. Die Vernetzung im Gemeinwesen ist eine Kernaufgabe der Schulsozialarbeit, um Ressourcen aus dem Umfeld zu nutzen und in dieses auch hinein zu wirken. Die Schulsozialarbeit kann Jugendliche an Angebote von Jugendhäusern, Jugendverbänden und Vereinen heranführen. Hilfreich ist es, die Vernetzung im Gemeinwesen durch Kooperationsstrukturen zu verstetigen, etwa durch Stadtteilrunden, Runde Tische oder Arbeitsgemeinschaften, bei denen sich diejenigen treffen und abstimmen, die mit den Kindern und Jugendlichen im Gemeinwesen arbeiten.
§ 90 Schulgesetz
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Entscheidend ist, dass die Arbeitsgruppen zielgerichtet an konkreten Arbeitsaufträgen arbeiten, zum Beispiel zur Vernetzung von schulischen und außerschulischen Partnern mit dem Ziel einer ganzheitlich verstandenen Bildung. Schulsozialarbeit unterstützt die Schule bei der Öffnung in das Gemeinwesen und ermöglicht Kooperationspartnern den Zugang zur Schule und zu Schülergruppen, die sie ansonsten nur schwer erreichen würden. Bei der Gestaltung integrierter lokaler Bildungslandschaften bringt die Schulsozialarbeit ihre Kompetenzen für die inner- und außerschulische Vernetzung ein.
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Offene Angebote für alle Schülerinnen und Schüler Offene Angebote sind etwa Schülertreffs und Schülercafés. Sie bieten eine niedrigschwellige Möglichkeit, bei der Schülerinnen und Schüler in informeller Weise mit der Schulsozialarbeit Kontakt aufnehmen können, um Alltagsbegebenheiten, Schwierigkeiten in der Schule, von Zuhause oder mit Freunden zu erzählen. Hier kann man die Schulsozialarbeit kennen lernen und es kann Vertrauen für spätere Beratungen entstehen. Der Schülertreff sollte von den Schülern weitgehend selber gestaltet werden, sie können dabei Selbstorganisation und Eigenverantwortung übernehmen. Schulsozialarbeit unterstützt und fördert die entsprechenden Lernprozesse der jungen Menschen. Die Mitwirkung und gemeinsame Durchführung mit Lehrkräften hat den Vorteil, dass sich Schüler und Lehrer in einem anderen Zusammenhang erleben und kennen lernen. Im Schülertreff gelten andere Regeln als im Klassenzimmer. Sie werden zwischen den Schülern, Schulsozialarbeitern und Lehrern, die sich im Schülertreff engagieren, ausgehandelt. Auf diese Weise ist Schulsozialarbeit ein Ort informellen Lernens demokratischer Kompetenzen. Neben Lehrkräften sollen sich nach Möglichkeit auch Honorarkräfte oder Eltern bei den offenen Angeboten engagieren. ifo
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„Weniger über Schulformen als über Inhalte diskutieren“
Landrat Lothar Wölfle zur aktuellen Entwicklung der Schulsozialarbeit im Bodenseekreis Herr Landrat Wölfle, im Bodenseekreis sind die Vollzeitstellen in der Schulsozial­ arbeit überdurchschnittlich. Wie schätzen Sie diese kommunale Aufgabe ein? Die Schulsozialarbeit leistet innerhalb der Schulen einen wichtigen Beitrag zur Orientierung für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie ist Lotse, Ersthelfer in akuten Situationen und Frühwarnsystem bei tiefergehenden Schieflagen. Diese Arbeit findet aber nicht im luftleeren Raum statt: Sie passt sich nahtlos ein in die Jugendhilfe, die Bildungsregion Bodenseekreis und unsere Jugendstiftung mit dem Ziel: Null Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Sehen Sie Entwicklungsbedarf bei bestimmten Schularten? Zu bestimmten Themen? Mit der Veränderung in der Gesellschaft verändern sich auch die Schule und ihr Auftrag. Mir wäre es wichtig, weniger über Schulformen als über Inhalte zu diskutieren. Nicht jede Entwicklung gefällt mir: beispielsweise Mobbing über Smartphone und Internet, die Erosion familiärer Strukturen, Konfliktherde im zwischenmenschlichen Bereich. Zwar kann Schulsozialarbeit nicht alle Probleme lösen, aber es ist ein unverzichtbarer Baustein für die individuellen wie allgemeinen Probleme der Schulen, die in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft und der Schulleitung bewältigt werden wollen. In welcher Rolle sieht sich der Landkreis bei der Entwicklung von lokalen ­Bildungslandschaften? Mit seinen Strukturdaten, seinem Branchenmix und seinen Unternehmen bietet der Bodenseekreis ein optimales Umfeld, in dem eine stete Nachfrage nach hochspezialisierten Fachkräften regelmäßig zur Vollbeschäftigung führt. Gerade weil der Standort mehr als andere Regionen Deutschlands auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen ist, können wir es uns nicht leisten, Kinder und Jugendliche auf der Strecke zu lassen. Der Bodenseekreis misst deshalb der Entwicklung lokaler Bildungslandschaften einen hohen Stellenwert bei und sieht sich in der Pflicht, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Bodenseekreis nimmt daher bereits seit Januar 2011 an dem Impulsprogramm Bildungsregion teil. reu
„Wir können es uns nicht leisten, Kinder und Jugend­ iche auf der l Strecke zu lassen“, meint Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises
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Erfolgsfaktoren der Schulsozialarbeit In der Schulsozialarbeit ist man sich der Bedeutung von Qualitätsentwicklung und Evaluation bewusst. Um Schulsozialarbeit erfolgreich umzusetzen, müssen Zielrichtung, Form der Integration in die Schule und Rahmenbedingungen sorgfältig vorbereitet werden. Daher sollten folgende Fragen geklärt werden: 1. Welcher Bedarf und welche Probleme existieren im Einzugsbereich der Schule aus Sicht • der Schülerinnen und Schülern, • deren Familien, • der Vertreter der Schule, • der Gemeinde/Schulträger und • der Fachkräfte des Jugendamts und der freien Träger der Jugendhilfe? 2. Welche Angebote gibt es im Einzugsbereich der Schule? Was hat die Schule bisher getan, um mit den beschriebenen Problemen umzugehen, was hat die Jugendhilfe getan? 3. Was können geeignete Mittel, Wege oder Konzepte zur Bewältigung von Problemen und zur Erreichung von Zielen sein? Dabei sollten die Möglichkeiten von Vertretern der Jugendhilfe/Jugendhilfeplanung, der Schule und des Schulträgers auf Stärken und Schwächen reflektiert werden. Eine Schule, die Schulsozialarbeit einrichten möchte, sollte zunächst prüfen, ob sie bereits genügend getan hat, ihr pädagogisches Profil nach den Bedürfnissen ihrer Schüler auszurichten. Sie sollte dann mit dem Jugendamt und dem Schulträger erörtern, welche Kooperationsformen eingerichtet bzw. verbessert werden können und welche Unterstützung durch Jugendhilfeleistungen möglich ist. Da es auch um kommunalpolitische Entscheidungen geht, sind in diesem Zusammenhang auch Gespräche mit den Gemeinderatsfraktionen wichtig.
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Tragfähige finanzielle und personelle Rahmenbedingungen Als nächsten Schritt gilt es, die Finanzierung zu sichern, um eine verlässliche Basis für eine kontinuierliche Schulsozialarbeit zu schaffen. Ein zeitlich befristeter Arbeitsvertrag kann bei der Schaffung einer neuen Stelle sinnvoll sein, um erste Erfahrungen miteinander zu machen. Wenn sich aber eine weitere Befristung anschließt, führt das zu einer nur kurzfristig angelegten Arbeitsweise und einer erhöhten Fluktuation der Fachkräfte. Der Stellenumfang für die Schulsozialarbeit sollte den Aufgaben und Anforderungen entsprechen. Diese hängen von den sozialen Problemen und dem präventiven Auftrag ab, aber auch von den örtlichen Kooperations- und Vernetzungsangeboten. Der bundesweite Kooperationsverbund Schulsozialarbeit empfiehlt, für 150 Schüler einen Schulsozialarbeiter vorzusehen. Aus den Ergebnissen einer Begleitforschung zur früheren Landesförderung erfolgt eine Orientierungsgröße für Hauptschulen von einer Fachkraft auf circa 200 Schüler. Angesichts des heute deutlich breiteren Spektrums der Schulen, an denen Schulsozialarbeit zum Einsatz kommt, sind auch die besonderen Rahmenbedingungen der jeweiligen Schularten mit zu berücksichtigen, die sich zum Beispiel zwischen Grundschulen und Gymnasien, Halbtags- und Ganztagsschulen, allgemeinbildenden und beruflichen Schulen deutlich unterscheiden. Einer der entscheidenden Faktoren für die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen, die Schulsozialarbeit erbringen kann, ist die Relevanz eines ausreichenden Stellenumfangs der Fachkräfte. Die Ergebnisse der Begleitforschung zum ersten Landesförderprogramm zeigen, dass ein Stellenvolumen unter 75% zu wesentlichen Einschränkungen der Angebotsstruktur (z.B. mangelnde Erreichbarkeit für die Jugendlichen und die Lehrkräfte; diskontinuierliche Teilnahme an wichtigen Gremien; starke Fokussierung auf Einzelfallhilfe und damit Einengung auf als problematisch wahrgenommenes Verhalten der Schülerinnen und Schüler; Wegfall projektbezogener offener Angebote) und zu einer geringeren Nutzungsdichte durch die Jugendlichen und damit zu einer Minderung der Qualität von Schulsozialarbeit führt. Schüler wenden sich nur dann vertrauensvoll an die Fachkraft der Schulsozialarbeit, wenn sie diese hinreichend kennen und bei Bedarf auch tatsächlich erreichen können. Der Stellenumfang pro Fachkraft sollte mindestens 50 Prozent umfassen. Diesen Mindeststellenumfang sieht auch die Förderung durch das Land BadenWürttemberg vor. In begründeten Einzelfällen kann hiervon abgewichen werden.
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Es liegt an den öffentlichen Schulträgern und (soweit nicht identisch) den kooperierenden Anstellungsträgern für die Fachkräfte der Schulsozialarbeit, die jeweiligen Rahmenbedingungen qualitätsgerecht auszugestalten und sich über die damit einhergehenden Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes der Fachkraft bzw. der Fachkräfte zu verständigen. Trägerschaft, Dienst­und Fachaufsicht durch die Jugendhilfe Durch die Anstellung der Schulsozialarbeiter bei einem Träger der Jugendhilfe kommt ihre besondere Fachlichkeit am besten zum Tragen. Schulsozialarbeiter sind oft die einzigen Vertreter der Jugendhilfe innerhalb der Schule. Deshalb ist es ­ wichtig, einen Träger der Jugendhilfe auszuwählen, der mit seinen Ressourcen die Schulsozialarbeit kompetent in einem für die Jugendhilfe fremden Bereich unterstützen kann. Als Träger der Schulsozialarbeit kommen sowohl freie als auch öffentliche Träger der Jugendhilfe in Betracht. Auch Gemeinden übernehmen die Trägerschaft, so wie sie für den örtlichen Bereich Aufgaben der Jugendhilfe wahrnehmen und die Trägerschaft für das Jugendhaus und den Kindergarten übernehmen können. Wichtige Voraussetzungen für den Träger sind: a)	 Die Bereitschaft zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Schule unter gegenseitiger Anerkennung unterschiedlicher Aufgabenstellungen und Fachkompetenzen, b)	die kompetente Wahrnehmung der Trägerschaft für dieses Jugendhilfeangebot, die eine kontinuierliche fachliche Rückkopplung und Einbindung in die Jugendhilfe gewährleistet. Bei der Kooperation von Schule und Jugendhilfe - wie bei der Jugendsozialarbeit an Schulen - liegt die Dienstaufsicht beim Arbeitgeber. Fachaufsicht beinhaltet die fachliche Verantwortung für die Anleitung, Unterstützung und Fortbildung des Jugendsozialarbeiters. Die Jugendhilfe hat, wie die Schule auch, eigene gesetzliche und institutionelle Grundlagen. Die besondere Wirkung der Tätigkeit von Jugendsozialarbeitern an der Schule liegt gerade in der anderen kompetenten Fachdisziplin mit ihren eigenen Möglichkeiten. Daher liegt auch die Fachaufsicht über den Jugendsozialarbeiter beim Anstellungsträger. Eine so enge Kooperation der Fachdisziplinen macht Absprachen erforderlich. Die Tätigkeit des Jugendsozialarbeiters an der Schule muss mit Schulträger, Schulleitung und schulischen Gremien abgestimmt sein. In Vereinbarungen sind Zielvorstellungen, Konzeptionen und Planungen aufeinander abzustimmen. Regelmäßige Abstimmungsgespräche zwischen Schulleitung und Jugendsozialarbeiter, aber auch die Möglichkeit der Teilnahme an schulischen
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Gremien, können mehr bewirken als eine Weisung des Schulleiters. Der Schulleiter als Verantwortlicher für einen geordneten Schulbetrieb muss dafür Sorge tragen, dass die Belange des äußeren schulischen Rahmens des Schulbetriebs berücksichtigt werden und die Arbeit des Jugendsozialarbeiters nicht im Widerspruch zum Schulbetrieb steht. Grundlage für eine effektive Zusammenarbeit und die notwendige Transparenz kann auch ein Kooperationsvertrag sein, der die vorgenannten Aspekte beinhaltet. Es empfiehlt sich einen Jour fixe einzurichten. Ziel­und Konzeptentwicklung Bei der Ziel- und Konzeptentwicklung sind folgende Schritte zu tun: 1. Entwicklung von Zielen: Was soll erreicht werden? 2. Erarbeitung einer Rahmenkonzeption für die Schulsozialarbeit: Wie sollen die Ziele erreicht werden? Wie kann die Schulsozialarbeit mit dem Schulcurriculum verbunden werden? Was sind fach­ liche Standards? 3. Klärung der notwendigen Rahmenbedingungen: eigene Räume, PC, Telefon, Etat für Sachmittel und eigene Veranstaltungen. 4. Eine Kooperationsvereinbarung des Trägers der Schulsozial­ rbeit mit der Schulleitung aufsetzen, die a Zuständigkeiten, Zusammenarbeit von Schulsozialarbeit und Schule und die Verankerung der Schulsozialarbeit in der Schule klärt: Zugang zu schulischen Konferenzen, regelmäßige Abstimmungsgespräche von Schulleitung und Träger sowie Schulleitung und Schulsozialarbeit. 5. Klärung des Stellenumfangs und Erarbeitung eines Stellenprofils mit erforderlichen Qualifikationen: in der Regel berufserfahrene Sozialpädagogen mit Hochschulabschluss; welche spezifischen Kompetenzen soll der Bewerber darüber hinaus haben? Erst wenn der Rahmen abgestimmt und geregelt ist, ist es sinnvoll, die Stelle auszuschreiben und einen Schulsozialarbeiter einzustellen. Beim Einstellungsverfahren sollte der Jugendhilfeträger auch die Schule beteiligen: Ein guter Start ist der halbe Erfolg! Schließlich kann man nur einmal einen ersten guten Eindruck machen. Doch Kooperation braucht Zeit. Schulsozialarbeit ist kein Allheilmittel und die schon länger bestehenden Probleme lassen sich nicht immer schnell lösen.
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Auf der Grundlage der Konzeption vereinbaren Schulsozialarbeit und Schule die gemeinsame Jahresplanung und verständigen sich auf konkrete Handlungsziele, Projekte und Maßnahmen. Die Schulsozialarbeit kann damit gezielt mit dem Schulcurriculum/Sozialcurriculum verankert werden. Die Ziele sollen so formuliert werden, dass sie mit Indikatoren und Messgrößen überprüft werden können. Die Ergebnissicherung, praxisgerechte Dokumentation, Evaluation und kontinuierliche Qualitätsentwicklung sind selbstverständliche Bestandteile einer professionellen Arbeit. Dazu zählen auch die tätigkeitsspezifischen Angaben, die nach den Fördergrundsätzen des Sozialministeriums jährlich dem KVJS-Landesjugendamt als Bewilligungsbehörde zur Verfügung zu stellen sind. Diese können das Grundgerüst für differenziertere und ergänzende eigene Evaluations- und Steuerungsfragen des jeweiligen Trägers der Schulsozialarbeit und des fördernden Landkreises bilden. Die Zusammenarbeit sollte regelmäßig ausgewertet, neue Schwerpunkte sollten vereinbart werden. Mindestens einmal jährlich sollte ein Bericht der Schulsozialarbeit zum Beispiel in den Gremien der Schule, des Schulträgers, der Jugendhilfe diskutiert werden. reu
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Fundierte Fortbildung für Fachkräfte der Schulsozialarbeit
Seminare, Fachtagungen, Workshops und Weiterbildungen – der KVJS hält stets ein breites Spektrum an Bildungsangeboten für Fachkräfte der Schulsozialarbeit bereit. Bei den KVJS-Seminaren greifen ausgewiesene Expertinnen und Experten aktuelle und am Bedarf orientierte Themen zum Erhalt und zur Verbesserung der beruflichen Qualifikation auf. Auf großes Interesse stoßen die KVJS-Seminare auch für Nachwuchs-Fachkräfte der Schulsozialarbeit. Die jungen Frauen und Männer schätzen das Angebot, denn sie müssen sich in einem anspruchsvollen Aufgabenfeld bewähren. Von vielen Seiten werden hohe Erwartungen an ihre Arbeit geknüpft. In den verschiedenen Veranstaltungen wie z.B. „Neu in der Schulsozialarbeit“ können sich Neulinge mit Auftrag und Profil, Zielen und Rollenerwartungen auseinandersetzen. Durch Inputs, praxisbezogene Einheiten und kollegialen Austausch gewinnen sie Klarheit für ihr professionelles Handeln, bekommen Anregungen für die Konzept- und Projektentwicklung oder für die Gestaltung der Zusammenarbeit. Neben Angeboten für Fachkräfte der Schulsozialarbeit, die direkt am Ort Schule tätig sind, veranstaltete der KVJS 2014 erstmals einen Fachtag für Träger und Koordinationsstellen der Schulsozialarbeit. Schwerpunkte des Fachtages waren unter anderem Ziele, Selbstverständnis, Konzeptionsentwicklung, die erfolgreiche Gestaltung von Kooperationsprozessen und die Qualitätsentwicklung. Im Angebotsspektrum finden sich ebenfalls Kooperationsveranstaltungen, an denen Fachkräfte der Schulsozialarbeit und Fachkräfte, die im Bereich Schule tätig sind, in Tandems teilnehmen können. cdb/syr Das Highlight des KVJS-Angebotes ist die Jahrestagung Schulsozialarbeit, zu der Fachleute und Fachkräfte aus ganz Baden-Württemberg zum Fachdiskurs und zu einem zweitägigen Erfahrungsaustausch mit Vorträgen, Fachforen und Workshops zusammenkommen. Weitere Informationen bekommen Sie von: Claudio De Bartolo Tel.: 0711 6375-569 E-Mail: Claudio.DeBartolo@kvjs.de Anmeldung unter: Tel.: 0711 6375-610 E-Mail: fortbildung@kvjs.de www.kvjs.de/fortbildung.html Aktuelle Termine finden Sie im Internet: www.kvjs.de/fortbildung/jugendhilfe.html
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Als wertvolle Unterstützung anerkannt
Über die Schulsozialarbeit an der Merkurschule in Gaggenau im Landkreis Raststatt sprach der KVJS mit Rita Ludäscher. Die diplomierte Sozialarbeiterin ist bereits seit 2002 dort tätig. Frau Ludäscher, was sind die Schwerpunkte der Schulsozialarbeit an der Merkur­ schule und was ist für Sie das wesentlichste Ziel Ihrer Arbeit? Klassische Schwerpunkte meiner Arbeit sind die Einzelfallhilfe sowie die Vermittlung von weiteren Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Hinzu kommt die Projektarbeit in ihren unterschiedlichen Facetten. Die Schullaufbahn soll für jeden einzelnen Schüler positiv gestaltet sein und der Übergang von der Schule in die Berufswelt gelingen. Deshalb liegt mir eine systemische, lebensweltorientierte Beratung, Unterstützung und Begleitung sehr am Herzen. Wichtig dabei ist es, Kindern und Jugendlichen ein offenes Ohr zu bieten, Zeit zum Zuhören zu haben und mit allen Beteiligten geeignete Lösungen zu erarbeiten. Sie bieten nun schon seit über zehn Jahren an dieser Schule professionelle Unter­ stützung an. Was ist heute anders als damals? Schulsozialarbeit ist inzwischen eine verlässliche, selbstverständliche Einrichtung an der Schule. Viele Anfangsschwierigkeiten haben sich gelegt. Ich muss mich und meine Arbeit nicht mehr erklären und verteidigen, sondern werde als wertvolle Unterstützung anerkannt. Auch ist die Unterstützungsfunktion intensiver, weg von der „Feuerwehrfunktion“ hin zu systemischer Beratung und dem Selbstverständnis, dass dies Zeit kostet und gemeinsamer Absprachen bedarf. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen stehen Jugend­ hilfe und Schule vor der Herausforderung … …Erziehung und Bildung verstärkt als gemeinsame Aufgabe zu begreifen. Die Merkurschule hat die Ganztagsschule in den Klassenstufen 1/2 und 5/6 mit diesem Schuljahr begonnen. Für allen Beteiligten also eine neue Situation. Die Schule wird durch diese Entwicklung immer mehr zum Lebensraum von Kindern und Jugendlichen, in der nicht nur reine Wissensvermittlung zählt. Zum einen öffnet sich Schule nach außen – sie hat viele KooperationsRita Ludäscher im Kreis ihrer Schützlinge
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partner. Zum anderen wird sie nicht mehr als geschlossenes System wahrgenommen. Gemeinsame Ziele lassen sich so frühzeitig kombinieren und alle Professionen können voneinander profitieren. Eine engmaschige Verzahnung mit anderen Institutionen ermöglicht gezielteres und schnelleres Handeln, baut Berührungsängste ab und ermöglicht frühzeitig Zugang zu Unterstützungsmöglichkeiten. Wichtige Verbündete sind neben Lehrkräften und Eltern auch außerschulische Partner. Wie sind Sie im Gemeinwesen vernetzt? Sehr breit. Besonders enge Kontakte halten wir zum Jugendamt, zur psychologischen Beratungsstelle und zum Jugendsachbearbeiter der Polizei – nicht nur im Strafbereich sondern auch, wenn es um Gewalt- und Suchtprävention geht. Weitreichende Kontakte zu unterschiedlichen Betrieben und Institutionen durch Praktikumsbesuche vor Ort und die mittlerweile enge Zusammenarbeit der Schule im Bereich Wirtschaft und Schule ergeben viele Chancen für unsere Schüler in der Berufswelt. Auch die Mitarbeit in unterschiedlichen Arbeitskreisen wirkt sich positiv aus. Hier bekomme ich den Vorteil der langjährigen Arbeit deutlich zu spüren: ich bin gut vernetzt und Schulsozialarbeit an der Merkurschule ist ein Begriff. Spielt die Schulsozialarbeit eigentlich auch an Ihrer Grundschule eine Rolle? Zur Freude aller Beteiligten spielt sie ab diesem Schuljahr offiziell eine Rolle: es ist jetzt möglich sowohl in der Einzelfallhilfe als auch in der Projektarbeit in den Klassenstufen 2-4 zu arbeiten. Bis vor kurzem war dies nicht im Stellenumfang enthalten und wurde nur sporadisch angeboten. Ein lang gehegter Wunsch ging somit in Erfüllung.
Welche Fragen werden sich Ihnen hinsichtlich der Schulsozialarbeit in Zukunft verstärkt stellen? Ist die Finanzierung auf Dauer gesichert? Müssen wir mit jeder neuen Regierung um unsere Stellen bangen? Ist, wird und bleibt Schulsozialarbeit für alle Schularten selbstverständlich? Wie sieht die weitere Entwicklung aus? Gibt es einheitliche Regelungen zum Stellenumfang und adäquate Bezahlung? add
Schulprofil Die Merkurschule ist eine Grund- und Werkrealschule mit ca. 420 Schülerinnen und Schülern. Seit diesem Schuljahr ist sie in den ersten Klassenstufen eine offene Ganztagsschule. Neben der Wissensvermittlung nach dem Bildungsplan hat die Schule ein weitgefächertes Schulcurriculum mit fünf Säulen zur Entwicklung von Methoden-, Sozial-, Medien -und Berufswahlkompetenzen sowie Kompetenzen im Bereich „ Fit und Gesund“. Die Schule legt Wert auf ein gelebtes Miteinander von Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrern und kooperierenden Unternehmen und Einrichtungen. Träger Caritasverband für den Landkreis Rastatt e.V. Schulsozialarbeit ist Teil der Pädagogischen Dienste, zu dem die Jugendberufshilfe, das Schulverweigererprojekt ELIAS und die sozialpädagogische Familienhilfe gehören. Das Team Schulsozialarbeit besteht aktuell aus 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
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„Hör‘ auf oder ich geh‘ Konflikt“
Große Pause in der Oscar-Paret-Schule in Freiberg am Neckar. Akin Günes* wird von Franco Sabo* heftig in die Mangel genommen. Doch anstatt sich zu wehren und seinem Klassenkameraden mit gleicher Münze heimzuzahlen, droht der 14-jährige Schüler, zur schulinternen Konflikt-Hilfe zu gehen. Das wirkt: Der Angreifer zieht „Leine“. „Prügeleien auf dem Pausenhof, Beleidigungen, Sticheleien, Demütigung im Klassenzimmer und im Internet – Gewalt unter Kindern und Jugendlichen hat viele Gesichter“, sagt Jürgen Schmidt. Der Leiter der Schulsozialarbeit an Freiberger Schulen betreut fachlich ein interdisziplinäres Team, das gemäß dem Motto „Gewalt darf nicht Schule machen! FAIR LEBEN – mit prosozialer Kompetenz!“ die Schüler befähigt, für sich und ein friedliches und faires Zusammenleben Verantwortung zu übernehmen. Konflikt-Hilfe findet hier im Alltag statt. Die Kooperation zwischen Lehrkräften, Schulleitung, Schulsozialarbeit, Schülermediatoren und ehrenamtlichen Fachkräften ist mit einem verbindlichen Standard fest als Schulprogramm verankert. Der zentrale, soziale Ort dafür ist die Konflikt-Hilfe, die in einem ehemaligen Klassenzimmer ihre Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Lehrkräfte hat, wenn diese selbst von Konflikten betroffen sind oder diese wahrnehmen. Die Aufgabe der Helfer: Konflikte annehmen, verstehen, zuhören, trösten, Bedürfnisse erforschen und beraten. Schüler fühlen sich ernstgenommen, Lehrkräfte unterstützt. Manche Konflikte können gleich bearbeitet werden, wenn dies möglich ist. Dreiecksgespräche, Mediationen, Schlichtungen stehen täglich an. Manche schwierigen Konflikte benötigen eine erhöhte Aufmerksamkeit, vor allem wenn der Sachverhalt strittig ist, schwere Verletzungen sich ereigneten und die Schulleitung eine Pflichtregelung daraus macht. Die Helfer bekommen den Auftrag, gründlich aufzuklären, eine Bewertung des Konfliktes vorzunehmen und den pädagogisch Verantwortlichen eine Bewertung und einen Regelungsvorschlag zu unterbreiten. In einseitig zu verantwortenden Konflikten, in denen Regeln gebrochen und Gesetze
Gewalt unter Jugendlichen – hier ist Schulsozialarbeit gefragt!
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missachtet wurden, erhalten die verletzenden Schülern durch die Schulgemeinschaft die Chance, die „Dinge wieder in Ordnung zu bringen“. Hilfe vor Strafe ist der Grundsatz. Die Konflikt-Helfer begleiten Schüler in der Durchführung von Tat- und Schadensausgleichen. „Damit wollen wir den Schülern helfen, den Konflikt positiv, im Sinne unseres demokratischen Rechtsstaates, zu verarbeiten, sei es als verletzter oder verletzender Schüler“, verdeutlicht Jürgen Schmidt das pädagogische Konzept, das nur im engen Zusammenwirken von Schule und Schulsozialarbeit möglich ist. Das sei die beste praktische Ergänzung zum Gemeinschaftsunterricht. Erziehung zu Menschenfreundlichkeit und Friedensliebe sind wichtige Leitsätze an der Schule mit dem „Pädagogischen Plus“, wie sich der Schulverbund, mit getrenntem Unterricht in Gemeinschaftsschule, Realschule und einem Gymnasium, aber mit einem gemeinsamen Schulleben unter einem Dach, nennt. Verschiedene Professionen in verschiedenen Rollen helfen dabei, diese umzusetzen. Die Schule hat sich hierbei an dem Referenzkonzept „Konflikt-KULTUR“ des AGJ Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Mächtig geboomt hat die Konflikt-Hilfe seit ihrer Freiburg orientiert. Kinder lernen hier, Gründung im Jahr 2008. Heute sind dort 14 Mitarihre persönlichen und sozialen Kombeiter, 20 Schüler-Streitschlichter und acht Fachpetenzen zu erweitern, um gewaltfrei kräfte für Mediation und Tatausgleich im Einsatz, in Konflikten agieren zu können. Sie um Kindern zu helfen, gewaltfrei miteinander nutzen die Einrichtung der Konfliktumzugehen. Im vergangenen Schuljahr hatte das Hilfe, um eine andere Lösung zu finden Team 500 Fälle zu bearbeiten. oder manchmal auch nur den Konflikt besser auszuhalten. „Ein Schüler, den ich vor einiger Zeit befragte, hatte einen heftigen Schlag ins Gesicht bekommen. Trotzdem wollte er nicht zurückhauen, sondern zumindest eine Entschuldigung von dem verantwortlichen Schüler hören. Darin haben wir das Team Schulsozialarbeit natürlich gerne unterstützt“, erinnert sich Heike Ehrle. Die dreifache Mutter und ehemalige Elternbeiratsvorsitzende hat sich zur Fachkraft qualifiziert. Sie steht zusammen mit zehn weiteren engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern den Profis tatkräftig zur Seite. Leichtere Konflikte regeln in der Oscar-Paret-Schule die „Streitschlichter“. Das sind Schüler ab der achten Klasse, die in Tandems arbeiten und von
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Konfliktregelung im Team: Schulleiter Bernhard Joos, Schulsozialarbeiter Jürgen Schmidt, drei Elternvertreterinnen (v.l.n.r.)
speziell ausgebildeten Lehrkräften alle zwei Jahre qualifiziert werden. Die Nachfrage nach diesem verantwortungsvollen Job ist groß, denn „SchülerStreitschlichter zu sein ist eine Ehre“, meint Schulleiter Bernhard Joos: „Die Jugendlichen erwerben zusätzliche Kompetenzen und erhalten dafür auch eine Anerkennung im Zeugnis.“ Als Jürgen Schmidt vor 20 Jahren seinen Dienst antrat, waren Schulsozialarbeiter noch eine Rarität. Inzwischen hat sich dieses Angebot aus seinem anfänglichen Nischendasein heraus zu einem Teil des Schulprofils entwickelt. „Das akzentuierte soziale Profil hilft den Schulstandort und die kommunale Bildungslandschaft in Freiberg gestalten“, lobt denn auch Fachbereichsleiter Bernhard Joos von der Stadt die engagierte Arbeit von Jürgen Schmidt und seinem Team. Schulsozialarbeit sei heute keine Reparaturwerkstatt mehr, in der „kaputte“ Schüler wieder heil gemacht werden. Als Teil eines Netzwerkes versuche sie vielmehr, Kindern das Aufwachsen leichter zu machen und ihnen in Risikosituationen beizustehen. „Dazu braucht es eine Atmosphäre, in der jeder gewinnt“, erklärt Jürgen Schmidt mit Nachdruck – an einer Schule mit 1.700 Jugendlichen eine Herkulesaufgabe für die Lehrkräfte, die Schulsozialarbeit und ihre Mitstreiter. add
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üher die aggres­ Ich denke, dass fr zu er folgreich siven Schüler viel aher ihr Verhal­ waren und sich d gen konnte. Die ten auch verfesti ss wir alle nicht merken jetzt, da s gibt ein Gefühl locker lassen. Da r beide, für die von Sicherheit fü ter. Die wissen, Opfer und die Tä gemacht und da ich habe da was uf. folgt etwas dara
Meine Un ters für mich! Ic tützung macht Sinn h merke, d as damit etw as für Kind s man e r b e we g e kann. Den n n im Schu lalltag ist malerweis nor­ ev solche Sac iel zu wenig Zeit für hen.
Eine Mu tter beric h te sie sehr f roh ist, d te mir, dass ass bei uns in der Schu ihr Sohn le ist. Ihr hab e so ein So Problem e Anlaufstelle fü hn e direkt a r n der S ch Sein Kon u flikt kon nte gut g le. we r d e n . eklär t Als ich d as ich ein b isschen s hör te, war tolz dara mitzuarb uf, da eiten.
Ich habe das Gefühl, das ist richtig professionell, was da in der Konflikt-Regelungsstelle passier t und die Kinder werden wirklich gehört.
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Zweimal im Jahr versammelt sich am Bildungszentrum in Weissach im Tal ein bis zu 13-köpfiges Gremium um den Runden Tisch: Der Fachbeirat Schulsozialarbeit tagt.
Fachbeirat Schulsozialarbeit: Entscheidungsfindung in großer Runde
Sie alle sind der Einladung von Schulsozialarbeiter Zoltan Toth und seiner Kolleginnen Nicole Kress und Melanie Hirsch gefolgt: Die Schulleiter, Elternvertreter und Schülersprecher von Werkrealschule, Realschule und Gymnasium, der Kooperations- und Gewaltpräventionslehrer, der Schulträger sowie jeweils ein Vertreter des Kreisjugendamtes und der evangelischen Gesellschaft (EVA). „Gemeinsam setzen wir konzeptionelle Schwerpunkte, erarbeiten eine Zielplanung und entwickeln die Schulsozialarbeit inhaltlich weiter. Das fördert die Transparenz“, macht Zoltan Toth deutlich. Ein weiterer Vorteil: Jedes Mitglied hat Entscheidungen, die im Gremium getroffen wurden, „Schwarz auf Weiss“ vor sich liegen und kann sich jederzeit darauf berufen.
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So wurde bereits 2008 festgelegt, dass der Arbeitsschwerpunkt der Schulsozial­ arbeit grundsätzlich in der Hauptschule – inzwischen Werkrealschule – liegen soll. „Das ist heute noch aktuell, denn dort besteht nach wie vor am meisten Handlungsbedarf“, sagt Zoltan Toth. Doch auch die anderen Schularten bergen genügend Konfliktpotential. Bei vielen Aktivitäten sind deshalb inzwischen auch Realschüler und Gymnasiasten mit im Boot. So richtet sich zum Beispiel die AG „Soziales Lernen für Jungen und Mädchen der 5. Klasse“ ausschließlich an Werkrealschüler, während am Selbstbehauptungstraining „Stups“ alle Schularten mitmachen können. An der weiterführenden Schule müssen Kinder sich in einer neuen, fremden Klasse zurechtfinden, sich neu positionieren in der Gruppe. „Da bleiben Konflikte nicht aus. Allerdings werden diese Konflikte immer heftiger ausgetragen und sie beginnen schon in den untersten Klassenstufen“, macht Toth deutlich. Damit gleich zum Start in der fünften Klasse ein guter Kontakt zur Schulsozialarbeit entsteht, veranstalten die Sozialarbeiter einen Ausflug samt Übernachtung im Heu, fördern mittels kniffliger Aufgaben die Zusammengehörigkeit der Gruppen, veranstalten Spiele, die gegenseitiges Vertrauen erlebbar machen und stellen mit den Kindern einen Wertevertrag auf. Ein Highlight in der Schulsozialarbeit – nicht der Alltag. Als Ansprechpartner für Schüler sollen Schulsozialarbeiter Probleme erkennen, natürlich helfen, und das möglichst bevor es richtig dick kommt – an einer mit rund 1500 Schülern und 160 Lehrern besonders großen Schule gewiss kein Zuckerschlecken. Neben der Mitwirkung am Schulgeschehen sowie der Beratung und Einzelfallhilfe ist das Schulsozialarbeiter-Team am Weissacher Bildungszentrum auch in die Vorbereitung für Bewerbung und Berufswahl eingebunden: Beim Planspiel „Ready-Steady-Go“ können sich die Acht- und Neuntklässler realitätsnah in Bewerbungsgesprächen üben. Mit ihren vorbereiteten Bewerbungsmappen stellen sie sich bei mehreren Firmenstationen vor, die überwiegend von Betriebsräten und Firmenvertretern aus der Region besetzt sind. „Eine große Hilfe für unsere Schule, weil die Begegnung mit externen Experten die Situation für die Schüler realistisch macht“, begründet Zoltan Toth diese spielerische Form der Berufsorientierung. add
Das Schulsozialarbeiter-Team (v.l.n.r.) Nicole Kress, Zoltan Toth und Melanie Hirsch
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Schillergrundschule Mühlacker: Prävention wird großgeschrieben
Fairen Umgang miteinander zu üben steht im Vordergrund der Schulsozialarbeit an der Schillerschule
Die Schillerschule in Mühlacker ist als Gemeinschaftsschule eine teilgebundene Ganztagsschule: an der Grundschule wird eine von drei Parallelklassen als Ganztagsangebot geführt. Die Schillerschule gilt als „Brennpunktschule“ mit einem hohen Anteil an Kindern aus Migrantenfamilien. Lidia Kirschner ist als Schulsozialarbeiterin an der Grundschule die „Schnittstelle“, die Unterstützung für Schüler, Lehrer, Betreuer und Eltern bietet. Die Schulsozialarbeit an der Grundschule begann 2010, als die Schule jeweils eine Ganztages-Klasse pro Jahrgang einführte. Schulsozialarbeiterin Lidia Kirschner hat ein weit gefächertes Aufgabenspektrum: von der „klassischen“ Sprechstunde, dem Kontakt mit dem Jugendamt oder Trägern der Erziehungshilfe bis zur Organisation der Betreuung in der Mittagspause der Ganztages-Klassen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gewalt- und Mobbing-Prävention an der Schule. „In der ersten und zweiten Klasse bereite ich die Kinder auf das Projekt ‚soziales Lernen‘ in der dritten Klasse vor“, erklärt Lidia Kirschner. „Dabei geht es zum Beispiel darum, wie man seine Gefühle erkennt und ausdrückt.“ Und das nach Möglichkeit, ohne andere zu verletzen oder zu beleidigen. Wenn zwei Schüler aneinander geraten, ist Streit schlichten angesagt. Gemeinsam mit den Kindern sucht Kirschner etwa bei Beleidigungen kreative „Wiedergutmachungen“: Das kann eine Einladung zum Spielen sein, ein Bild malen für das andere Kind oder „Drei Dinge, die ich an dir gut finde“ auf einen Zettel zu schreiben. Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und Wahrnehmungsübungen stehen bei ihren Unterrichtseinheiten im Mittelpunkt, weil es Toleranz im Umgang mit anderen fördert. Die Kinder werden sich ihrer eigenen Stärken und Besonderheiten bewusst. Sie lernen, dass jeder etwas Besonderes ist und dass es gut ist, einzigartig zu sein und alle von dieser Vielfalt profitieren.
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Mobbing unterbinden Schon bei den Grundschülern ist Mobbing ein Thema. „Mobbing gibt es fast in jeder Klasse“, weiß Kirschner aus Erfahrung. „Aber es gelingt fast immer, das Mobbing zu unterbinden und eine Verhaltensänderung zu erreichen.“ Manchmal macht ein Lehrer die Schulsozialarbeiterin auf ein bestehendes Mobbing-Problem aufmerksam, manchmal sind es Schüler – wenn auch meist nicht die Betroffenen. „Am Anfang standen die Kinder Schlange bei mir“, so Kirschner, die ihren jungen Klienten den Unterschied zwischen Petzen und Hilfe holen klar machen konnte. Lidia Kirschner setzt bei Mobbing auf die lösungsorientierte Vorgehensweise „No Blame Approach“. Dieser Ansatz verzichtet auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen. Die Kinder handeln mit Unterstützung der Schulsozialarbeiterin den fairen Umgang miteinander aus. „Es soll nicht nach Schuldigen, sondern nach Lösungen gesucht werden“, so Kirschner. In der vierten Klasse gehört zudem ein Besuch der „Präventions-Polizei“ zum Programm der Schillerschule. Ein Beamter in Uniform und einer in Zivil erklären den Kindern, was Gewalt ist, dass es auch seelische Gewalt – wie eben Mobbing – gibt und welche Strafen drohen.
Träger der Schulsozialarbeit an der Schillerschule Mühlacker ist der Verein „Miteinanderleben“. 1986 gegründet, setzt sich der Verein für die berufliche und soziale Integration von Menschen mit Behinderung oder Benachteiligung ein, leistet Hilfe für Menschen mit Migrationshintergrund und ist in der Jugendsozialarbeit aktiv. Die Schulsozialarbeit mit einer 50-Prozent-Stelle an der Grundschule (L. Kirschner) und einer ganzen Stelle (F. Schneider) an der Werkrealschule wird durch das Landratsamt des Enzkreises, die Stadt Mühlacker und den Europäischen Sozialfonds unterstützt.
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Klassenräte suchen Lösungen In Absprache mit den jeweiligen Lehrern hat Lidia Kirschner seit 2010 in mittlerweile vier Klassen des dritten und vierten Schuljahrs einen „Klassenrat“ eingeführt. Die Kinder können einem Zettelkasten ihre Probleme und Anliegen anvertrauen, die sie alleine nicht regeln können. Einmal in der Woche nimmt sich dann die Klasse für eine Stunde die Zettel vor. Als Einstieg gibt es eine positive Runde: „Ich habe mich gefreut über …“ oder „Ich fühle mich heute wohl, weil…“. Dann werden die Zettel vorgelesen, sie müssen mit Namen gezeichnet sein. Zunächst wird das Kind gefragt, ob das Problem noch aktuell ist. Wenn ja, werden beide Parteien gefragt, ob sie einverstanden sind, das Anliegen im Klassenrat zu besprechen. Gemeinsam sucht die Klasse nach möglichen Lösungen, die Betroffenen einigen sich auf die für sie passende. Ob die auch eingehalten wurde, wird beim nächsten Klassenrat nachgefragt, bei Bedarf werden neue Lösungen gefunden. Alle Kinder müssen sich an die im „Klassenrat“ geltenden Regeln halten wie: ich höre zu, wenn ein anderer spricht und es spricht immer nur der, der den Sprechgegenstand in der Hand hält. „Nach einiger Zeit können die Kinder damit sehr selbstständig umgehen und wenden die erlernten Kommunikations- oder Konfliktlösungsfähigkeiten auch im täglichen Umgang miteinander an“, erklärt Lidia Kirschner. Und nicht immer müssen Probleme gewälzt werden. „Manchmal befasst sich der Klassenrat auch mit der Organisation eines Ausflugs oder einer Feier.“ mok
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Vom Fühlen und Erleben
Eigentlich hatte man bei der Stadt Waghäusel gute Erfahrungen mit der Schulsozialarbeit gemacht. Aber 2008 lief nach fünf Jahren die Projektförderung durch den Europäischen Sozialfonds und damit die entsprechende Stelle bei der Caritas aus. 2010 fand die Stadt Waghäusel schließlich eine passende Fachfrau – und die kam mit ganz eigenen Ideen. „Meine Vorgängerin hat schon sehr viel auf den Weg gebracht“, sagt Sonja Weber-Graf. Sie hat die Schulsozialarbeit für die Bolandenschule Wiesental – 2010 zur Ganztagsschule umgebaut – und bis vor einem Jahr noch zu 30 Prozent für die kleinere Schillerschule in Kirrlach übernommen. Beides sind Grund- und Werkrealschulen. Weber-Graf traf auf engagierte Lehrer, die etwa beim Thema Berufsorientierung den „Girls Day“ oder die Suche nach Praktikumsstellen für die Schüler weitergeführt hatten. So hat die Bolandenschule unter anderem bereits zwei Mal das Berufswahlsiegel der Landesstiftung „BoriS“ eingeheimst, zwei Präventionspreise und drei weitere Auszeichnungen. Inzwischen hat sowohl die Schillerschule mit Alexandra Walter als auch die Johann-Peter-Hebel-Realschule in Waghäusel mit Anne Hansen jeweils ihre eigene Schulsozialarbeiterin. Eine weitere Neuerung: „Wir an der Bolanden- und Schillerschule lassen uns seit diesem Jahr auf die schöne Veränderung der Gemeinschaftsschule ein“, sagt Sonja WeberGraf. Als Schulsozialarbeiterin führt Weber-Graf zuammen mit ihren zwei Mitstreiterinnen im Durchschnitt pro Jahr 500 ausführliche Beratungsgespräche und viele gemeinsame Projekte durch. So verankerte das Schulsozialarbeiter-Trio an allen drei Schulen die Fühl-Dich-Woche. Über 1.200 Schüler nehmen in Kooperation mit den unterschiedlichsten Partnern daran teil. Für jeden ist etwas dabei: Grundschüler trommeln oder hören etwas zum gesunden Frühstück. Werkrealschüler setzen sich mit dem Thema „Drogen“ auseinander oder kochen türkisch. Jedes Jahr auf der Themen-Liste mit dabei steht das „Hautnah“-Programm. Hier erleben Schüler junge Menschen, die aus ihrem Leben berichten, wie zum Beispiel Florian, der mit 15 Jahren bei einem Motorradunfall beide Beine verloren hat oder eine ehemalige Magersüchtige.
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Sein Leben spielen 2013 gab es an der Bolandenschule dann noch ein ganz besonderes Projekt: Mädchen aus dieser Klassenstufe brachten ihr Leben auf die Bühne. So war unter anderem zu sehen, wie ein Mädchen voller Wut einen Brief an seinen Vater schreibt, der nur einmal im Jahr anruft . Aber auch Träume von einer gelungenen Zukunft wurden als Theaterstück dargestellt. „Projekte, Klassenrat und Soziales Kompetenztraining“, resümiert Sonja Weber Graf, „sind für mich die Orte, an denen ich mit den Schülern lachen kann und wo sich Entwicklungen aufzeigen“. Das alles trägt erheblich dazu bei, ihre Selbstwahrnehmungskompetenzen zu stärken“. add
Übersicht Angebot der Schulsozialarbeit: http://www.bolandenschule.de/schulsozialarbeit/
Jahrgangsstufe Angebot Projekt Klasse 3-5 Gewaltig Junior Ziele/Inhalte Eigene Gefühle erkennen Selbst-und Fremdwahrnehmung sensibilisiert / Umgang mit Wut Respektvoller Umgang Nein Sagen / Selbstbestimmung Respektvoller Umgang Soziale Kompetenzen erwerben Regeln des sozialen Umgangs Richtiges Verhalten bei Gewaltsituationen erlernen Soziales Kompetenz-Training Soziales Verhalten verbessern Kooperation erlernen Erlernen demokratischer Strukturen Kommunikationstraining Leitung/Kooperation Schulsozialarbeit Kooperation Jugendzentrum Kooperation Schulsozialarbeit Philippsburg Schulsozialarbeit Kooperation Jugendzentrum Schulsozialarbeit Kooperation Jugendzentrum Schulsozialarbeit Philippsburg Schulsozialarbeit Kooperation Jugendzentrum Schulsozialarbeit Klassenlehrer Lehrer Schulsozialarbeit Schulsozialarbeit Schulsozialarbeit Schulsozialarbeit
Klasse 3 Klasse 5 -10
Mein Körper gehört mir Gewaltig
SoKo(ol)
Klasse 5 bis 10 Klasse 7
Klassenrat Streitschlichterausbildung Einzelfallhilfe Einzelfallhilfe Raufspiele
Klasse 2 -4 Klasse 5 -10 Klasse 4 bis 8
Ich schaffs! Lösungsmöglichkeiten für Auffälligkeiten aufzeigen Beratung Gewaltprävention
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„Pädagogischer Herbst“ eine Vortragsreihe für Eltern
Im Gespräch: Manfred Heller, Leiter der Schulsozialarbeit in Tettnang Herr Heller, was sind die Schwerpunkte der Schulsozialarbeit in Tettnang und was ist das wesentliche Ziel Ihrer Arbeit? Zunächst geht es um die Beratung von Schülern, Eltern und Lehrern. Es geht aber auch um Projekte für die einzelnen Schulen und das Schulzentrum, bei dem Gemeinschaftsschule, Realschule und Gymnasium auf einem Campus sind. Mit unserer Arbeit möchten wir Schüler und Eltern in Problemlagen unterstützen und dazu beitragen, dass sich eine positive Klassengemeinschaft entwickeln kann. Wichtige Themen für unser Team sind auch die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen und der Übergang von der Schule in den Beruf. Hier spielen insbesondere die Gewaltprävention und der verantwortliche Umgang mit dem Internet eine Rolle. Sie bieten bereits seit 2012 eine Vortragsreihe „Pädagogischer Herbst“ an. Wie kam es dazu, was hat Sie motiviert? Viele unserer Angebote unterstützen zwar direkt die Schüler, aber es geht ebenso um das System „Familie“. Also haben wir seit 2012 ergänzend die Vortragsreihe für Eltern entwickelt, um die präventive Arbeit in der Schule flankierend zu begleiten. Die Reihe wird gut angenommen und wir hatten von Anfang an hohe Besucherzahlen.
Manfred Heller, Leiter der Schulsozialarbeit in Tettnang (re) und Erziehungsexperte Dr. Jan Uwe Rogge bei der Vortragsreihe „Pädagogischer Herbst“ im Jahr 2013.
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Welchen Stellenwert nimmt die Arbeit mit den Eltern in der Schulsozialarbeit ein? Die Arbeit mit den Mädchen und Jungen ist uns sehr wichtig. Sie nimmt die meiste Zeit in unserem pädagogischen Alltag in Anspruch. Dabei sind wir aber auch auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Es gilt, diese mit ins Boot zu nehmen. Sie sind für den Entwicklungsprozess mit verantwortlich. Wenn die Eltern das ernst nehmen, sind nachhaltige Effekte zu erzielen. Sie sind jetzt seit fünf Jahren in dieser Arbeit tätig. Was empfinden Sie als wesentlich für den Erfolg der Schulsozialarbeit? Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Das beginnt bei der personellen Besetzung, es endet aber nicht dort. Wir sind sechs Personen in der Schulsozialarbeit Tettnang und haben 3,2 Personalstellen zur Verfügung. Bei 3000 Schülern zeigen sich hier natürlich Grenzen in der Aufgabenerfüllung. Ein Mehr ist für die gesunde Entwicklung unserer Kinder immer hilfreich. reu
Info Die Vortragsreihe „Pädagogischer Herbst“, ist ein Angebot für Eltern, das von der Schulsozialarbeit Tettnang veranstaltet wird. Die Vortragsreihe wurde erstmalig am Schulzentrum Manzenberg angeboten und mit dem Vortrag „Die Kunst der Grenzziehung: Konsequent erziehen – erfolgreich erziehen“ des Diplom-Psychologen Thomas Grüner eröffnet. Seither folgten weitere Vorträge, wie beispielsweise: „Hilfe, das Monster holt mich! Mit Kindern über ihre Ängste nachdenken und sprechen.“ von Eva Zoller Morf „Zappelphilipp und Hans-guck-in-die-Luft in der Schule - AD(H)S“ von Detlef Träbert „Wer loslässt, hat zwei Hände frei: vom Erziehen zum Begleiten.“ von Uwe Straß „Bildschirmmedien und ihre Auswirkungen auf unsere Kinder“ von Professor Dr. Lutz Jäncke Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.tettnang.de/tt/bildung-kultur/schulen/schulsozialarbeit.php
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Herausgeber: Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg KVJS-Landesjugendamt Lindenspürstraße 39 70176 Stuttgart Redaktion: Gabriele Addow, Andreas Reuter Mit Beiträgen von: Claudio De Bartolo, (cdb), Gabriele Addow (add), Irmgard Fischer-Orthwein (ifo), Monika Kleusch (mok), Andreas Reuter (reu), Sylvia Rizvi (syr), Stefan Müller (mue), Werner Miehle-Fregin (wmf ), Stefanie von Krempelhuber (svk)
Layout: Mees + Zacke, Reutlingen, www.mees-zacke.de Fotos: fotolia: Titelbild, S. 4, 6, 7, 10, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 22, 24, 25, 26, 40, 42; Sozialministerium B.-W.: S. 8; Kultusministerium B.-W.: S. 9; Bodenseekreis: S. 21; Merkurschule: S. 28; www.polizei-beratung.de: S. 30; Gabriele Addow: S. 32, 34; Schillerschule Mühlacker: S. 36, 37, 38; Manfred Heller: S. 41 Druck: Offizin Scheufele, Stuttgart Redaktioneller Hinweis: Wir bitten um Verständnis, dass aus Gründen der Lesbarkeit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und männlichen Bezeichnungen verzichtet wird. Selbstverständlich beziehen sich die Texte in gleicher Weise auf Frauen und Männer. Bestellung/Versand: Diane Geiger, Telefon 0711 6375 -406 Diane.Geiger@kvjs.de 4. aktualisierte Auflage 2014
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