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Timestamp: 2019-02-17 10:32:55
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Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 35', '§ 145', '§ 33', '§ 14', '§ 68', '§ 26']

GDB40 erhalten, aber Schwerbehindertenausweis abgelehnt!
Autor Thema: GDB40 erhalten, aber Schwerbehindertenausweis abgelehnt! (Gelesen 21936 mal)
Re: GDB40 erhalten, aber Schwerbehindertenausweis abgelehnt!
« Antwort #45 am: 08. April 2009, 00:36:56 »
Hallo Dobiemaus,
kann deinen Hausarzt nicht verstehen das er dir nicht die Arztberichte von den Fachärzten raus rücken will. Erstens ist es dein gutes Patientenrecht, es gibt diesbezüglich sogar Gesetze deswegen nur so als Info. Zudem handhabe ich es immer so das ich mir diese gleich bei meinem Hausarzt gegen ein geringes Geld kopieren lasse und diese zu meinen Unterlagen hinzu füge.
So habe ich immer die aktuellsten Facharztberichte Zuhause und muß nicht betteln gehen bei den Ärzten. An deiner STelle würde ich den Neurologen gleich mal wechseln und zu dem Epileptologen hin gehen wenn einer in deiner Nähe ist.
Du kannst in jedem neuen Quartal den Arzt wechseln, da besteht keinerlei Gründe dafür das du dies jemand mitteilen mußt. Ein guter Tipp noch von mir, gehe immer regelmässig zu den Fachärzten für deine Krankheiten hin, dann hat man auch keine Probleme mit dem VErsorgungsamt.
Gut das Merkzeichen H wird schwierig werden dies nochmals zu bekommen, aber das G und das B dürfte in deinem Fall auf jeden Fall drinne sein.
Dein alter Neurologe wollte eher ein Gutachten schreiben anstatt ein Attest, denn ein Attest kosten allerhöchstens der Gefühle nur 20 Euros, aber niemals 120 Euros.
Probiere niemals bei einem BEscheid was den Widerspruch anbelangt zu spät zu reagieren. Du hast nur eine Frist von vier Wochen wo du einen Widerspruch schreiben kannst!
« Antwort #46 am: 08. April 2009, 08:45:07 »
hallo zora & Co.,
habe bereits einen ausführlichen Widerspruch geschrieben
Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales heißt es dazu:
Die „Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX)“ geben die Maßstäbe vor, die bei allen versorgungsärztlichen Begutachtungen zu beachten sind. Sie dienen den ärztlichen Sachverständigen und Gutachtern als Richtlinie für eine sachgerechte und bei gleichen Sachverhalten einheitliche Beurteilung und gewährleisten, dass die Behinderungen / gesundheitliche Beeinträchtigungen angemessen und in sachgerechter Relation zueinander bewertet werden können.“
Die „Anhaltspunkte“ galten schon vor der jetzt vorliegenden Neuausgabe als untergesetzliche Norm und als antizipiertes Sachverständigergutachten. Durch das Bundesversorgungsgesetz-Änderungsgesetz wurde zum 01.01.2008 die verfassungskonforme Ermächtigungsgrundlage für die Herausgabe der Anhaltspunkte geschaffen (sog. Verrechtlichung).
Deshalb bin ich der Meinung, dass auch entsprechend der „Anhaltspunkte“ beurteilt werden muss.
ich bin aufgrund der Epilepsie und trotz Medikamente eine Gefahr im Straßenverkehr, da ich bei einem Anfall Bewusstlos bin.
Ständig ist die Angst da, dass ich auf die Straße laufe, einen epileptischen Anfall bekomme und schlimmstenfall angefahren werde usw.
Es gab schon seit meiner Kindheit umfassende behinderungsbedingte Auffälligkeiten, welche unter anderen ein erheblich höheres Maß an Arzt- und Therapieterminen ect. Erforderten, als bei einem gleichaltrigen gesunden Erwachsenen üblich ist.
In den Anhaltspunkten steht zum Merkzeichen…
…(2) In seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist, wer infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist die gutachtliche Beurteilung einer erheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erforderlich. Für die Beurteilung sind dieselben Kriterien wie bei Erwachsenen mit gleichen Gesundheitsstörungen maßgebend. Es ist nicht behinderungsbedingte Mehraufwendungen entstehen…
Zum Merkzeichen B heißt es:
Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist die gutachtliche Beurteilung der Berechtigung für eine ständige Begleitung erforderlich. Für die Beurteilung sind dieselben Kriterien wie bei Erwachsenen mit gleichen Gesundheitsstörungen maßgebend. Es ist nicht zu prüfen, ob tatsächlich diesbezügliche behinderungsbedingte Nachteile vorliegen oder behinderungsbedingte Mehraufwendungen entstehen.
(2) Eine Berechtigung für eine ständige Begleitung ist bei schwerbehinderten Menschen (bei denen die Voraussetzungen für die Merkzeichen „G“ oder „H“ vorliegen) gegeben, die infolge ihrer Behinderung zur Vermeidung von Gefahren für sich oder andere bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind.
…(3) Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist anzunehmen bei
Blinden und den in Nummer 30 Absätze 4 und 5 genannten Sehbehinderten, Hörbehinderten, geistig behinderten Menschen und Anfallskranken, bei denen die Annahme einer erheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr gerechtfertigt ist.
Durch die Nichtzuerkennung der Merkzeichen B, G und H hatte ich schon sehr frühzeitig behinderungsbedingte Nachteile, die es laut Grundgesetz Artikel 3 nicht geben darf und die durch die Nachteilsausgleiche des Schwerbehindertenausweises ausgeglichen werden sollen und erfülle aufgrund meiner Behinderungen die Voraussetzungen für die Merkzeichen B,G und H, sie wurden mir jedoch nicht zuerkannt.
Auch erlitt ich am 26.02.2009 erneut einen epileptischen Anfall. Dieser trat am Tage auf, weshalb ich mich erneut beim Hausarzt Dr. Gottfried und Dr. Herold, Karl-Ludwig-Str. 12 97990 Weikersheim vorstellte.
Einen Neurologen Termin habe ich erst zum 13.03.2009 bekommen, weshalb ich aktuell keinen Neurologischen Attest vorweisen kann. Dies werde ich Ihnen nachreichen.
Deshalb beantrage ich entsprechend § 44 des SGB X die Rücknahme des Ablehnungsbescheids und die Zuerkennung der Merkzeichen B, G und H.
das war der erste widerspruch und letzte Woche die ablehnung welche hier schon ersichtlich ist, daher weiß ich nicht wie ich den erneuten Widerspruch schreiben soll...
« Antwort #47 am: 10. April 2009, 01:47:48 »
wie oft hast du Anfälle und vor allem welche, und was für zusätzliche Krankheiten?
Zudem brauchst du für einen Widerspruch dringendst die Arztberichte von deinem Hausarzt in Kopie, der hat kein Recht diese dir zu Verweigern.
Wenn du den Widerspruch so lange geschrieben hast wie jetzt hier, dann lesen die das gar nicht so doll durch da das einfach zuviel des guten ist!
Zudem kann man auch einen Widerspruch schreiben und die Begründung kann man nachschicken, das muß und sollte zwingend in dem Widerspruch stehen.
Warum sollst du das Merkzeichen H bekommen, das bekommt man als Erwachsener sehr seltenst, da muß es einem schon super übelst ergehen?
« Antwort #48 am: 10. April 2009, 03:00:10 »
Zoras fragen sind auch meine.
Dein Widerspruch hat der behörde in dieser Form keine konkreten Hinweise geliefert, warum sie anders entscheiden sollten, weil das Ausmaß Deiner Beeinträchtigung für sie nicht deutlich genug wird. Du hast Anfälle, ja, aber das reicht für eine genaue Einstufung so noch nicht aus.
Ich zitiere Dir mal die entscheidenden Passagen, falls Du Dich allein auf die Epilepsie berufst. Das Grundlegende kennst Du ja bereits, aber die Details für die Beurteilung Deines Einzelfalles sind folgende:
Merkzeichen G:
http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/nr/30.htm
(4) Bei hirnorganischen Anfällen ist die Beurteilung von der Art und Häufigkeit der Anfälle sowie von der Tageszeit des Auftretens abhängig. Im allgemeinen ist auf eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit erst ab einer mittleren Anfallshäufigkeit (siehe Nummer 26.3) zu schließen, wenn die Anfälle überwiegend am Tage auftreten.
Nummer 26.3 lautet:
"Epileptische Anfälle
je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung [die Zahlen dahinter entsprechen dem Grad der Behinderung (GdB)]
(generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als einem Jahr; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten) 40
mittlere Häufigkeit:
Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist dann kein GdB/MdE-Grad mehr anzunehmen."
Die Frage ist für das Merkzeichen G also, wie häufig welche Anfälle bei Dir tagsüber auftreten?
Merkzeichen B:
Voraussetzung hierfür ist, dass Dir Merkzeichen G (siehe oben) zusteht.
(3) Die Berechtigung für eine ständige Begleitung ist anzunehmen bei
http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/nr/21.htm
(1) Für die Gewährung einer Pflegezulage im sozialen Entschädigungsrecht (§ 35 Abs. 1 BVG) ist Grundvoraussetzung, dass der Beschädigte (infolge der Schädigung) "hilflos" ist. Derselbe Begriff findet sich im Schwerbehindertenrecht (§ 145 Absatz 1 SGB IX) und im Einkommensteuergesetz (§§ 33a und 33b - siehe Nummer 27). Die Grundvoraussetzungen für die Annahme von Hilflosigkeit sind in den genannten Rechtsgebieten identisch. Der Begriff der Hilflosigkeit ist zu trennen von dem Begriff der Pflegebedürftigkeit nach § 14 SGB XI und § 68 BSHG bzw. § 26c BVG.
(2) Als hilflos ist derjenige anzusehen, der infolge von Gesundheitsstörungen - nach Teil 2 SGB IX und dem Einkommensteuergesetz "nicht nur vorübergehend" - für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung seiner persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf. Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt, wenn die Hilfe in Form einer Überwachung oder einer Anleitung zu den genannten Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine ständige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist.
(3) Häufig und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen zur Sicherung der persönlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages sind insbesondere An- und Auskleiden, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Verrichten der Notdurft. Außerdem sind notwendige körperliche Bewegung, geistige Anregung und Möglichkeiten zur Kommunikation zu berücksichtigen. Hilflosigkeit liegt nach Absatz 2 auch dann vor, wenn ein psychisch oder geistig behinderter Mensch zwar bei zahlreichen Verrichtungen des täglichen Lebens keiner Handreichungen bedarf, er diese Verrichtungen aber infolge einer Antriebsschwäche ohne ständige Überwachung nicht vornimmt. Die ständige Bereitschaft ist z.B. dann anzunehmen, wenn Hilfe häufig und plötzlich wegen akuter Lebensgefahr notwendig ist.
(4) Der Umfang der notwendigen Hilfe bei den häufig und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen muss erheblich sein. Dies ist dann der Fall, wenn die Hilfe dauernd für zahlreiche Verrichtungen, die häufig und regelmäßig wiederkehren, benötigt wird. Einzelne Verrichtungen, selbst wenn sie lebensnotwendig sind und im täglichen Lebensablauf wiederholt vorgenommen werden, genügen nicht (z.B. Hilfe beim Anziehen einzelner Bekleidungsstücke, notwendige Begleitung bei Reisen und Spaziergängen, Hilfe im Straßenverkehr, einfache Wund- oder Heilbehandlung, Hilfe bei Heimdialyse ohne Notwendigkeit weiterer Hilfeleistung). Verrichtungen, die mit der Pflege der Person nicht unmittelbar zusammenhängen (z.B. im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung) müssen außer Betracht bleiben.
(5) Ob ein Zustand der Hilflosigkeit besteht, ist damit eine Frage des Tatbestandes, die nicht allein nach dem medizinischen Befund beurteilt werden kann; diese Frage ist vielmehr unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände des einzelnen Falles zu entscheiden, wobei auch von Bedeutung sein kann, welche Belastungen dem behinderten Menschen nach Art und Ausdehnung des Leidens zugemutet werden dürfen.
(6) Bei einer Reihe schwerer Behinderungen, die aufgrund ihrer Art und besonderen Auswirkungen regelhaft Hilfeleistungen in erheblichem Umfang erfordern, kann im Allgemeinen ohne nähere Prüfung angenommen werden, dass die Voraussetzungen für das Vorliegen von Hilflosigkeit erfüllt sind.
Dies gilt stets bei
Blindheit und hochgradiger Sehbehinderung (siehe Nummer 23),
in der Regel auch bei
Hirnschäden, Anfallsleiden, geistiger Behinderung und Psychosen, wenn diese Behinderungen allein einen GdB/MdE-Grad von 100 bedingen,
Verlust von zwei oder mehr Gliedmaßen, ausgenommen Unterschenkel- oder Fußamputation beiderseits, bei der immer eine individuelle Prüfung erforderlich ist. (Als Verlust einer Gliedmaße gilt der Verlust mindestens der ganzen Hand oder des ganzen Fußes).
(7) Führt eine Behinderung zu dauerndem Krankenlager, so sind stets auch die Voraussetzungen für die Annahme von Hilflosigkeit erfüllt. Dauerndes Krankenlager setzt nicht voraus, dass der behinderte Mensch das Bett überhaupt nicht verlassen kann."
Die Frage ist also für das Merkzeichen H, ob Du wirklich zur Sicherung Deiner persönlichen Existenz jeden Tag bei den häufigen alltäglichen notwendigen Verrichtungen wie z. B. Dich zu waschen, Dich anzuziehen, zu essen, zur Toilette zu gehen etc. dauernd und regelmäßig Hilfe in erheblichem Umfang brauchst?
Oder aber ob Du allein aufgrund deiner Anfälle bereits den Grad der Behinderung von 100 zuerkannt bekommen hast (wofür die Anfälle dem Maßstab für "häufig" entsprechen müssen, also: (generalisierte [große] oder komplex-fokale Anfälle wöchentlich oder Serien von generalisierten Krampfanfällen, von fokal betonten oder von multifokalen Anfällen; kleine und einfach-fokale Anfälle täglich) = GdB 90 - 100?
Merkzeichen RF:
http://www.versorgungsaemter.de/Schwerbehindertenausweis_Merkzeichen_RF.htm
"Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht sind erfüllt bei:
Blinden [...]
Hörgeschädigten, [...]
Behinderte Menschen, die durch ihre Behinderung auf ihre Umgebung unzumutbar abstoßend oder störend wirken (zum Beispiel: durch Entstellung, Geruchsbelästigung bei unzureichend verschließbarem Anus praeter, häufige hirnorganische Anfälle [zur Definition von "häufig" siehe wiederum oben], grobe unwillkürliche Kopf- und Gliedmaßenbewegungen bei Spastikern, laute Atemgeräusche etwa bei Asthmaanfällen oder nach einer Tracheotomie),
Die behinderten Menschen müssen allgemein von öffentlichen Zusammenkünften ausgeschlossen sein. Es genügt nicht, das sich die Teilnahme an einzelnen, nur gelegentlich stattfindenden Veranstaltungen -bestimmter Art- verbietet."
Du müsstest also im Widerspruch glaubhaft machen können, dass die von mir rotbraun hervorgehobenen Voraussetzungen bei Dir vorliegen, wenn der Widerspruch Erfolg haben soll. Oder dass weitere dauerhafte Erkrankungen/Behinderungen hinzukommen, die dazu führen, dass Du die Voraussetzungen erfüllst.
« Letzte Änderung: 10. April 2009, 03:19:00 von Cornelia-etc. »
« Antwort #49 am: 10. April 2009, 03:38:32 »
Ach so, noch die Erklärung, warum Du als Kind Merkzeichen H hattest und man es Dir nun nicht mehr zuerkennen will:
http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/nr/22.htm
(1) Bei der Beurteilung der Hilflosigkeit bei Kindern und Jugendlichen sind nicht nur die in Nummer 21 Absatz 3 Sätze 1 und 2 genannten "Verrichtungen" zu beachten. Auch die Anleitung zu diesen "Verrichtungen" und die Förderung der körperlichen und geistigen Entwicklung (z.B. durch Anleitung im Gebrauch der Gliedmaßen oder durch Hilfen zum Erfassen der Umwelt und zum Erlernen der Sprache) sowie die notwendige Überwachung gehören zu den Hilfeleistungen, die für die Frage der Hilflosigkeit von Bedeutung sind.
(2) Stets ist nur der Teil der Hilfsbedürftigkeit zu berücksichtigen, der wegen der Behinderung den Umfang der Hilfsbedürftigkeit eines gesunden gleichaltrigen Kindes überschreitet. Der Umfang der wegen der Behinderungen notwendigen zusätzlichen Hilfeleistungen muss erheblich sein.
Bereits im ersten Lebensjahr können infolge der Behinderung Hilfeleistungen in solchem Umfang erforderlich sein, dass dadurch die Voraussetzungen für die Annahme von Hilflosigkeit erfüllt sind (z.B. bei blinden Kindern, hirngeschädigten Kindern mit einem GdB/MdE-Grad von 100).
(3) Die Besonderheiten des Kindesalters führen dazu, dass zwischen dem Ausmaß der Behinderung und dem Umfang der wegen der Behinderung erforderlichen Hilfeleistungen nicht immer eine Korrelation besteht, sodass - anders als bei Erwachsenen - auch schon bei niedrigeren GdB/MdE-Werten Hilflosigkeit vorliegen kann.
(4) Bei angeborenen oder im Kindesalter aufgetretenen Behinderungen ist im Einzelnen folgendes zu beachten:
Bei geistiger Behinderung kommt häufig auch bei einem GdB/MdE-Grad unter 100 - und dann in der Regel bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres - Hilflosigkeit in Betracht, insbesondere wenn das Kind wegen gestörten Verhaltens ständiger Überwachung bedarf. Hilflosigkeit kann auch schon im Säuglingsalter angenommen werden, z.B. durch Nachweis eines schweren Hirnschadens.
Bei autistischen Syndromen sowie anderen emotionalen und psychosozialen Störungen mit langdauernden erheblichen Einordnungsschwierigkeiten ist in der Regel Hilflosigkeit bis zum 16. Lebensjahr - in manchen Fällen auch darüber hinaus - anzunehmen.
Bei hirnorganischen Anfallsleiden ist häufiger als bei Erwachsenen auch bei GdB/MdE-Werten unter 100 unter Berücksichtigung der Anfallsart, Anfallsfrequenz und eventueller Verhaltensauffälligkeiten die Annahme von Hilflosigkeit gerechtfertigt.
(6) Wenn bei Kindern und Jugendlichen Hilflosigkeit festgestellt worden ist, muss bei der Beurteilung der Frage einer wesentlichen Änderung der Verhältnisse (siehe Nummer 24) folgendes beachtet werden:
Die Voraussetzungen für die Annahme von Hilflosigkeit können nicht nur infolge einer Besserung der Gesundheitsstörungen, sondern auch dadurch entfallen, dass der behinderte Mensch infolge des Reifungsprozesses ausreichend gelernt hat - etwa nach Abschluss der Pubertät, - wegen der Behinderung erforderliche Maßnahmen, die vorher von Hilfspersonen geleistet oder überwacht werden mussten, selbständig und eigenverantwortlich durchzuführen.
« Antwort #50 am: 15. April 2009, 09:34:00 »
habt ihr nicht eine idee wie ich es richtig schreiben könnte also ein musterschreiben welche ich anwenden könnte. Da wie ihr schon sagt das Amt liest so lange Widerspruchschreiben nicht. 2005 hat man mir das H anerkannt aber im Ausweis nie vermerkt!. Statt dessen hat das Amt auf den bisherigen Ausweis uneingeschränkte Gültigkeit aufgestempelt.
Über ein Widerspruch Musterschreiben würde ich mich sehr freuen.
lg dobimaus
« Antwort #51 am: 15. April 2009, 10:08:56 »
wenn Du einen rechtsgültigen Bescheid vom Versorgungsamt hast, in dem das Merkzeichen „H“ steht, muss es auch im Ausweis stehen. Bei einem "H" muss der Ausweis die Farbe grün/orange haben. Wenn das nicht der Fall ist, muss es nachgetragen/geändert werden. Wie erreicht man es am schnellsten?
Am besten man geht/fährt selbst zum zuständigen Versorgungsamt, nimmt Ausweis und Bescheid mit, legt dort beides vor und fragt ganz höflich, ob ein Versehen vorliegt. Dann wird man es an Ort und Stelle prüfen, etwas dazu sagen und berichtigen.
Mann kann es auch schriftlich machen, dann ist es aber sehr langatmig und Du hättest in dieser Zeit den Ausweis nicht zur Verfügung. Ein Musterschreiben für den Widerspruch könnte so aussehen:
Im Betreff müsste stehen: Bescheid vom ..., Geschäftszeichen...., Widerspruch
gegen oben näher bezeichneten Bescheid erhebe ich Widerspruch.
Gründe: Das im Bescheid aufgeführte Merkzeichen „H“ ist nicht in den amtlichen Schwerbehinderten-Ausweis übertragen worden. Ich bitte um Ergänzung.
« Antwort #52 am: 15. April 2009, 10:44:58 »
was ich noch fragen wollte, muss das amt nicht im ablehnungsschreiben begründung wie viel Gdb durch den Anfall gegeben ist? Bei mir steht nicht wieviel gdb durch meinen Anfall gegeben wurde. Nur das ich die 100% beibehalten darf und die restlichen Merkzeichen abgelehnt werden.
« Antwort #53 am: 15. April 2009, 12:32:59 »
wie hoch der GdB ist, entscheidet einzig und allein das Versorgungsamt unter Zugrundelegung der ärztlichen Berichte und Gutachten. Wegen des GdB ist das Versorgungsamt ist nicht auf Vorschläge des Antragstellers angewiesen. Es richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen, wonach auch entschieden wird.
Nur in wenigen Fällen ist sinnvoll, die Abgelegenheit dem Sozialgericht vorzulegen. Da ist man auf Hilfe z. B. des VDK oder eines Rechtsbeistands angewiesen.
Klartext: Wenn Du der Meinung bist, ungerecht behandelt zu werden, schreibst Du den Widerspruch. Dann wird der Fall erneut geprüft und Du erhältst Bescheid.
« Letzte Änderung: 15. April 2009, 12:35:49 von Hermann »
« Antwort #54 am: 08. Mai 2009, 17:54:14 »
habe erneut widerspruch eingelegt und nun heisst es erneut abwarten. Werde euch aber weiterberichten sobald sich was neues ergibt bzw schreiben bekomme.
Ich finde es schon eigenartig das ich statt der zuerkennung der merkzeichen jetzt nur einen ausweis habe wie bisher und dann auf unbeschränkte gültigkeit bekommen habe. Vorher waren im Jahresstempel drauf. Bringen tut er mir auch nicht viel mehr, zumal RF und GL geblieben sind sonst nichts.
Sorry wenn ich schon mal geschrieben haben sollte? Hatte eine zeitlang kein I-Net ..
« Antwort #55 am: 08. Mai 2009, 18:49:48 »
vielen Dank, dass Du uns auf dem Laufenden hältst. Denn der Schwerbehindertenausweis ist das Sorgenkind vieler hier im Forum.
Ich habe Deine Beiträge noch mal durchgelesen und bin zu folgendem Ergebnis gekommen. Nachdem das Versorgungsamt aus meiner Sicht zu Recht abgelehnt hat, wirst Du auch mit dem Widerspruch nicht weiterkommen.
Den hast Du abgeschickt. Es wird wieder ein Ablehnungsbescheid kommen. Den würde ich abheften und die Angelegenheit ruhen lassen.
Vom Gesundheitlichen her wünsche ich dir, dass Du nie mehr auf den Ausweis und auf die Merkzeichen angewiesen bist.
Sollten meine Wünsche nicht eintreten, würde ich in ein, besser noch in zwei Jahren, einen neuen Ausweis beantragen und die Ärzte bitten, Deinen Gesundheitszustand genauestens zu definieren. Du solltest ihnen sagen, dass Du auf ein Merkzeichen angewiesen bist, weil Du sonst kaum Nachteilsausgleiche hast. Sag ihnen am besten auch, dass Du mit einem „G“ im Ausweis nicht in Versuchung gerätst, selbst Auto zu fahren. Ein "G" hätte nur Vorteile, Du könntest herausfahren und Kontakte knüpfen, was den Anschluss an das soziale Netzwerk bedeuten könnte. Ohne Ausweis würdest Du depressiv zu Hause untergehen. Denn für Fahrtkosten hättest Du kein Geld und zu Fuß wäre es dir abends zu gefährlich.
« Letzte Änderung: 08. Mai 2009, 18:55:26 von Hermann »
« Antwort #56 am: 12. Juni 2009, 10:40:00 »
habe heut angerufen und man sagte das die unterlagen jetzt beim ärztlichen Dienst sind und die bearbeitung dauert bis ich eine antwort erhalte.
« Antwort #57 am: 30. Juni 2009, 19:15:27 »
..also bis jetzt gibt es immer noch nichts neues, scheinen jetzt länger zu brauchen zum überprüfen wenn die überhaupt was machen..
« Antwort #58 am: 04. Juli 2009, 11:16:26 »
Nach monatelangem Kampf wurde mir ab heute die Folgenden Merkzeichen bewilligt: B und G und RF und GL bleiben weiterhin bestehen. JUHUU
Es hat sich gelohnt ständige Widersprüche zu schreiben. Wenn ihr genau wissen wollt wie der Brief zusammengesetzt war kann ich bei bedarf hier einstellen.
Gruss Dobimaus
« Antwort #59 am: 05. Juli 2009, 22:21:46 »
Gut, dass es nun doch noch geklappt hat.
Du hast die Merkzeichen bestimmt nicht unbegründet zuerkannt bekommen.