Source: https://www.flegl-rechtsanwaelte.de/krankengeld
Timestamp: 2016-10-24 01:43:36
Document Index: 190091132

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 44', '§ 47', '§ 47', '§ 48', '§ 44']

Krankengeld | Flegl Rechtsanwälte
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Hier erfahren Sie Wissenswertes zum Krankengeld Zu den Grundelementen sozialer Sicherheit von Arbeitnehmern gehört die Abdeckung des Lohnrisikos bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit.
Die Sicherungslasten hieraus verteilt unser Recht gegenwärtig auf Arbeitgeber und Krankenkassen in der Weise, dass grundsätzlich für sechs Wochen der Arbeitgeber des Arbeitsunfähigen das Arbeitsentgelt voll weiterzuzahlen hat, § 3 des Gesetzes über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (EntgFG), und im Anschluss daran Krankengeld von der Krankenkasse zu gewähren ist, § 44 Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V).
Zahlungspflicht der Krankenkasse
Die Krankenkasse muss bereits vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld zahlen, wenn der Arbeitgeber tatsächlich – ob mit stichhaltigem Grund oder ohne – keine Entgeltfortzahlung erbringt.
Ein Grund diese zu verweigern, liegt etwa in dem Umstand, dass der Arbeitnehmer sich die Krankheit durch eigenes Verschulden (im Sinne von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit) zugezogen hat. War die Weigerung des Arbeitgebers zur Lohnfortzahlung jedoch unberechtigt, so hat die Krankenkasse in Höhe ihres verauslagten Krankengeldes einen Rückgriffsanspruch gegen den Arbeitgeber.
Höhe und Dauer der Krankengeldgewährung
Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 Prozent des regelmäßigen, der Beitragsberechnung unterliegenden Bruttoarbeitsentgelts, § 47 SGB V; 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelt darf es jedoch nicht übersteigen. Das oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegende Arbeitseinkommen wird somit – konsequent im Sinne des Versicherungsprinzips — bei der Berechnung des Krankengeldes nicht berücksichtigt.
Der kranke Versicherte erhält also praktisch vollen Lohnersatz. Zugrunde liegt der Gedanke, dass der Versicherte durch relativ kurzzeitige Krankheitszeiten keine gravierende Absenkung seines Lebensstandards erleiden soll, zumal eine schnelle Anpassung der laufenden Ausgaben und Lebenshaltungskosten (z.B. für das Wohnen) vielfach gar nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll und zumutbar wäre.
Für die Berechnung wird auf das unmittelbar im letzten Entgeltberechnungszeitraum vor dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit erzielte Arbeitsentgelt abgestellt. Einmalig gezahlte Arbeitsentgelte, wie das Weihnachts- oder Urlaubsgeld, bleiben unberücksichtigt (§ 47 Abs. 2 SGB V).
Die Versicherten erhalten das Krankengeld „ohne zeitliche Begrenzung“. Die Anspruchsdauer beträgt jedoch höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei einer Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit, § 48 Abs. 1 SGB 5. Zur Dauerrente soll das Krankengeld nicht werden; für die Erwerbsunfähigkeit auf unbestimmte Dauer ist die Rentenversicherung zuständig.
Vom Anspruch ausgeschlossene Personengruppen
Ohne Ausfall von Erwerbstätigkeit tritt konsequent weder Entgeltfortzahlung noch Krankengeldzahlung ein. Daher sind
mitversicherte Familienangehörige,
regelmäßig vom Anspruch auf Krankengeld ausgeschlossen (vgl. § 44 Abs. 1 SGB 5).
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Krankenkasse vorlegen | AU einreichen (7.5) Müssen Sie als Arbeitnehmer Ihrer Krankenkasse eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen? Was passiert, wenn Sie es nicht, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (6.1) Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, sehr gerne auch als AU bezeichnet, ist der allgemein anerkannte Nachweis darüber, dass, Mutterschaftsgeld (5.8) Der Mutterschutz für werdende und stillende Mütter wird in der Hauptsache durch das Mutterschutzgesetz (MuSchG), Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) (5.6) Das Vorliegen von Arbeitsunfähigkeit ist nicht deckungsgleich mit dem „Kranksein“. Weil also Krankheit nicht zwingend, Arbeitsunfähigkeit (4.8) Arbeitnehmer können trotz der fehlenden Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung nach