Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-10-2015-1B_341-2015
Timestamp: 2016-10-23 08:08:29
Document Index: 310615237

Matched Legal Cases: ['Art. 221', 'Art. 221', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 31', 'Art. 98', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 222', 'Art. 80', 'Art. 221', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 221', 'BGE', 'Art. 212', 'Art. 237', 'BGE', 'Art. 221', 'Art. 237', 'Art. 212', 'Art. 64']

1B_341/2015 (23.10.2015)
1B_341/2015 � � Urteil vom 23. Oktober 2015
Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt f�hrt eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen des Verdachts von Sexual- und K�rperverletzungsdelikten, Drohungen und weiteren Straftaten. Der Beschuldigte wurde am 4. Juni 2015 polizeilich festgenommen und am 8. Juni 2015 (vorl�ufig bis zum 31. August 2015) in Untersuchungshaft versetzt. Am 3. Juli 2015 wies das Zwangsmassnahmengericht Basel-Stadt ein Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab. Mit Verf�gung vom 24. August 2015 (welche am 25. August 2015 rektifiziert wurde) verl�ngerte das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft vorl�ufig bis zum 23. November 2015. Eine vom Beschuldigten am 29. August 2015 dagegen erhobene Beschwerde wies das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, mit Entscheid vom 14. September 2015 ab.
Gegen den Entscheid des Appellationsgerichtes gelangte der Beschuldigte mit Beschwerde vom 3. Oktober 2015 an das Bundesgericht. Er beantragt seine sofortige Haftentlassung, eventualiter unter Anordnung von Ersatzmassnahmen f�r Untersuchungshaft.
Das Appellationsgericht beantragt mit Vernehmlassung vom 8. Oktober (Posteingang: 12. Oktober) 2015 die Abweisung der Beschwerde, w�hrend von der Staatsanwaltschaft keine Stellungnahme eingegangen ist. Der Beschwerdef�hrer replizierte am 20. Oktober 2015.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet zun�chst den dringenden Tatverdacht von Verbrechen oder Vergehen (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO).
2.1.�Nach Ansicht der kantonalen Strafbeh�rden sei der Beschwerdef�hrer dringend verd�chtig, seine Ehefrau ab ca. Juni 2013 mehrmals geschlagen, getreten, sexuell gen�tigt, gew�rgt und mit dem Tode bedroht zu haben. Geschlagen und bedroht habe er auch die drei Kinder der Gesch�digten. Eines davon, n�mlich seine heute 15-j�hrige Stieftochter, habe er zudem mehrfach sexuell bel�stigt, indem er sich auf sie gelegt und sie ber�hrt habe. Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer werde von seiner Ehefrau, die am 30. April 2015 Strafanzeige gegen ihn erstattet habe, massiv belastet. Sie habe Drohungen und t�tliche �bergriffe gegen sich und ihre Kinder geschildert und den Verdacht des sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter ge�ussert. Am 21. April 2015 habe sie beim Zivilgericht Basel-Stadt (im Rahmen von Massnahmen gegen h�usliche Gewalt) ein Kontakt- und Ann�herungsverbot gegen den Beschwerdef�hrer erwirkt. Anl�sslich ihrer Einvernahme vom 21. Mai 2015 habe sie verschiedene gewaltt�tige �bergriffe des Beschuldigten detailliert geschildert. Alle drei bis vier Tage habe er sie geschlagen. Zweimal habe er sie gew�rgt, einmal davon bis zur Bewusstlosigkeit. Ebenso habe sie ausgesagt, sie sei vom Beschwerdef�hrer unter Anwendung von Schl�gen zum Analverkehr gezwungen worden. Einen ihrer beiden S�hne habe er in der Nacht mit Henna-verschmiertem Gesicht aufgeweckt und eingesch�chtert. Einer SMS-Mitteilung lasse sich entnehmen, dass er seiner Familie ein Schweigegebot in einer famili�ren Angelegenheit auferlegt habe, unter der Androhung, dass er widrigenfalls "alle enthaupten" werde. Auf Photos habe er mit einem mit Henna verschmierten Gesicht und einer Waffe in der Hand posiert. Die Strafanzeigerin habe auch auf psychische Auff�lligkeiten und �berm�ssigen Alkoholkonsum des Beschwerdef�hrers hingewiesen. Anl�sslich seiner polizeilichen Festnahme habe er sich f�r Abkl�rungen in den Universit�ren Psychiatrischen Kliniken Basel befunden. Gem�ss den �rztlichen Kurzinformationen zum Klinikaustritt vom 4. Juni 2015 seien bei ihm neben Alkoholabh�ngigkeit "kombinierte und andere Pers�nlichkeitsst�rungen" sowie eine rezidivierende depressive St�rung diagnostiziert worden. Die psychische Auff�lligkeit des Beschwerdef�hrers werde auch durch die Aussagen vom 15. Juli 2015 einer Mitarbeiterin des baselst�dtischen Kinder- und Jugenddienstes erh�rtet, welche die Familie betreut habe. Am 25. Mai 2015 habe die Strafanzeigerin weitere belastende Aussagen gemacht und detailliert geschildert, wie sie vom Beschuldigten mit einem Messer bedroht worden sei. Seine Stieftochter habe in einem handschriftlichen Brief die sexuellen �bergriffe auf sie kurz aber klar beschrieben. Anl�sslich einer Videobefragung vom 26. Mai 2015 habe sie ihre Beschuldigungen aufrecht erhalten. Ebenso habe sie Gewalthandlungen des Beschwerdef�hrers gegen ihre Mutter sowie gegen ihre zwei Br�der best�tigt. Fest stehe auch, dass die Stieftochter einen Selbstmordversuch begangen habe, der m�glicherweise im Zusammenhang zu den famili�ren Vorkommnissen stehen k�nnte.
2.2.�Der Beschwerdef�hrer wendet dagegen (im Wesentlichen zusammengefasst) Folgendes ein: Die Vorinstanz habe letztlich nicht hinterfragt, ob es sich bei den gegen ihn erhobenen Vorw�rfen um unzutreffende Anschuldigungen handeln k�nnte. Dass f�r die Vorw�rfe "keine objektiven Beweismittel" vorl�gen, spreche klar gegen einen dringenden Tatverdacht. Demgegen�ber gebe es objektive Beweisergebnisse, etwa einen �rztlichen Befund, welche ihn entlasteten. Im Gegensatz zu den Aussagen der Strafanzeigerin erscheine seine Sachdarstellung glaubw�rdig. Auch die belastenden Aussagen der Stieftochter begr�ndeten keinen dringenden Tatverdacht. Vielmehr best�nden Anzeichen einer Beeinflussung der Tochter durch ihre Mutter.
2.3.1.�Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der �berpr�fung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachtes (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO) keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu pr�fen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r ein Verbrechen oder Vergehen und eine Beteiligung des Beschwerdef�hrers an dieser Tat vorliegen, die Justizbeh�rden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejahen durften. Im Haftpr�fungsverfahren gen�gt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das untersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erf�llen k�nnte (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.2 S. 126; 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 31 Abs. 3-4 BV, Art. 5 Abs. 2 StPO) l�sst hier nur wenig Raum f�r ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat das Bundesgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuf�hren, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.2 S. 126 f.; 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen).
2.3.2.�Bei Beschwerden, die gest�tzt auf das Recht der pers�nlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2, Art. 31 BV) wegen strafprozessualer Haft erhoben werden, pr�ft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung der StPO frei. Art. 98 BGG gelangt bei strafprozessualen Zwangsmassnahmen nicht zur Anwendung (BGE 140 IV 57 E. 2.2 S. 60; 138 IV 186 E. 1.2 S. 189; 137 IV 122 E. 2 S. 125; 340 E. 2.4 S. 346). Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweisw�rdigung zu beurteilen sind, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 135 I 71 E. 2.5 S. 73 f.).
2.4.1.�Der Beschwerdef�hrer kritisiert, die Vorinstanz habe lediglich floskelhaft auf "objektive Begebenheiten" hingewiesen, welche die belastenden Aussagen der Strafanzeigerin indiziell st�tzten, ohne darzulegen, worin diese objektivierenden Indizien l�gen. Dieser Vorwurf findet in den Erw�gungen des angefochtenen Entscheides keine St�tze: Das Appellationsgericht weist insbesondere auf eine elektronisch versendete Mitteilung hin, in der er Familienmitglieder mit dem Tod bedroht habe sowie auf Photos, auf denen er mit Henna-verschmierten Gesicht und einer Waffe in der Hand posiere. Die Vorinstanz durfte auch mitber�cksichtigen, dass gegen den Beschwerdef�hrer (im Rahmen von Massnahmen gegen h�usliche Gewalt) bereits ein zivilrechtliches Kontakt- und Ann�herungsverbot ergangen ist.
2.4.2.�Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers liegen auch keine �rztlichen Befunde vor, welche den Vorwurf von k�rperlicher und sexueller Gewalt gegen�ber der Anzeigerin (ab ca. Juni 2013) objektiv widerlegen w�rden: Wie er darlegt, sei diese von ihrer Haus�rztin am 14. Januar 2013 notfallm�ssig an einen Spezialisten �berwiesen worden, weil sie (schon damals) ge�ussert habe, geschlagen worden zu sein und Beschwerden am linken Ohr zu haben. Zwar bringt er vor, der Spezialist habe am 16. Januar 2013 eine bakterielle Infektion sowie einen "total zugeschwollenen" linken Geh�rgang festgestellt. Dies begr�ndet jedoch keinen "objektiven Beweis", wonach die detaillierten Schilderungen der Anzeigerin, sie sei f�nf Monate sp�ter (n�mlich ab ca. Juni 2013) vom Beschwerdef�hrer mehrmals getreten und geschlagen (sowie sexuell gen�tigt) worden, wahrheitswidrig w�ren. Ebenso wenig l�sst sich daraus schliessen, dass ihre diesbez�glichen Beweisaussagen zum Vornherein unglaubw�rdig w�ren.
2.4.3.�Auch f�r seine Ansicht, seine eigene Sachdarstellung erscheine besonders glaubhaft, legt der Beschwerdef�hrer keine stichhaltigen Argumente vor. Wie er einr�umt, hat schon das Zwangsmassnahmengericht erwogen, dass seine Aussagen in keiner Weise �berzeugten: Es falle auf, dass er die konkreten Beschuldigungen "relativ einsilbig bestreite und in bekannter Manier als L�gen" bzw. "Komplott zwischen Ehefrau und Kindern abtue und ins Feld f�hre, er sei das Opfer von Ehefrau und Kindern geworden". Seine Ansicht, wonach von einem wahrheitstreuen zu Unrecht Beschuldigten "genau" ein solches Aussageverhalten zu erwarten sei, l�sst die gegenteilige vorl�ufige Beweisw�rdigung der kantonalen Instanzen nicht als sachwidrig erscheinen.
2.4.4.�Ebenso wenig ist nachvollziehbar, weshalb der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft von ihm gestellte Beweisantr�ge abgewiesen habe, den Beschwerdef�hrer daran hindern sollte, bei Befragungen auf konkrete Vorhalte einzugehen. Inwiefern die angeblich zu Unrecht nicht beigezogenen Akten des kantonalen Migrationsamtes (bzw. das angeblich ausl�nderrechtliche Motiv der Eheschliessung zwischen ihm und der Anzeigerin) haftrelevant w�ren oder die Anschuldigungen widerlegen k�nnten, legt er nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise dar (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG). Analoges gilt f�r weitere Beweisantr�ge "zu den Hintergr�nden der Ehe" (bzw. zu angeblichen intimen Aussenbeziehungen der Anzeigerin). Auf diese unsubstanziierten Vorbringen ist im Haftbeschwerdeverfahren nicht n�her einzutreten.
2.4.5.�Auch im Zusammenhang mit dem Alkoholproblem des Beschwerdef�hrers, das von ihm ausdr�cklich einger�umt wird, sind keine unhaltbaren entscheiderheblichen Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz dargetan. Insbesondere erscheint der Hinweis der kantonalen Gerichte durchaus sachlich vertretbar, der von der Anzeigerin geschilderte Alkoholmissbrauch des Beschwerdef�hrers (als m�gliche Mitursache der angezeigten Delikte) werde von weiteren Beweiserhebungen (Zeugenaussagen, �rztliche Befunde usw.) best�tigt.
2.4.6.�Zwar vertritt der Beschwerdef�hrer die Ansicht, die erste Befragung der 15-j�hrigen Stieftochter enthalte "Elemente suggestiver Interventionen der Befragerin". Worin diese Suggestion liege, wird in der Beschwerdeschrift jedoch nicht dargetan. Statt dessen wird auf "die von der Verteidigung zuhanden der Akten eingereichten Bemerkungen zur Zusammenfassung der Ersteinvernahme" verwiesen. Die Begr�ndung der Beschwerde in Strafsachen ist in die Rechtsschrift selber aufzunehmen (Art. 42 Abs. 1 BGG). Soweit der Beschwerdef�hrer statt dessen auf die Akten verweist, ist darauf nicht einzutreten. Die weiteren Vorbringen, wonach Indizien f�r eine Suggestion der Stieftochter durch ihre Mutter best�nden (sowie die nachtr�glichen Einlassungen in der Replik), lassen die belastenden Beweisaussagen der Stieftochter im gegenw�rtigen Verfahrensstadium nicht als zum Vornherein unverwertbar erscheinen. Dies gilt insbesondere f�r den Hinweis, die urspr�nglich handschriftlich formulierten Anschuldigungen der Stieftochter seien zwei Tage vor der Strafanzeige erstellt und einen Monat sp�ter vom Rechtsvertreter der Mutter eingereicht worden.
2.4.7.�Zu weiteren Vorbringen, welche nicht den strafrechtlichen Kernvorwurf (Gewalt- und Sexualdelikte sowie Drohungen) sondern Nebenpunkte der Untersuchung betreffen, hat sich der Haftrichter nicht zu �ussern. Dazu geh�rt namentlich die Frage, ob der Beschwerdef�hrer einmal einen seiner Stiefs�hne im Schlaf erschreckt habe oder nicht. Auch zu Details der Beweisw�rdigung (welche dem Sachrichter bzw. der die Abschlussverf�gung treffenden Strafbeh�rde vorbehalten bleibt) hat sich das Haftgericht nicht vorgreifend und verfr�ht zu �ussern. Dies gilt insbesondere f�r einen angeblichen Widerspruch in den Aussagen der Strafanzeigerin (betreffend Sexualkontakte mit dem Beschuldigten), zumal der von den kantonalen Instanzen dargelegte Tatverdacht dadurch nicht entkr�ftet wird.
2.4.8.�Soweit sich die Beschwerdeschrift im �brigen in pauschaler Kritik an der Untersuchungsf�hrung ersch�pft und keine konkreten Hafthindernisse darlegt, ist darauf nicht einzutreten. Die allgemeine Verfahrensleitung bildet nicht Gegenstand des Haftpr�fungsverfahrens (vgl. Art. 222 StPO i.V.m. Art. 80 Abs. 1 BGG).
2.5.�Es verletzt das Bundesrecht nicht, wenn die kantonalen Instanzen bei gesamthafter W�rdigung s�mtlicher bisheriger Untersuchungsergebnisse die Ansicht vertreten, es bestehe hier ein dringender Verdacht von Verbrechen oder Vergehen. �ber das oben (in Erw�gung 2.4) Dargelegte hinaus hat das Bundesgericht der Beweisw�rdigung, welche im Falle einer Anklageerhebung durch den Sachrichter zu erfolgen hat, im vorliegenden Haftbeschwerdeverfahren nicht vorzugreifen.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet sodann das Vorliegen eines besonderen Haftgrundes, insbesondere von Kollusionsgefahr. Dar�ber hinaus b�ten sich ausreichende Ersatzmassnahmen f�r Haft an. Eine Kontaktsperre (gegen�ber der Strafanzeigerin und ihren Kindern) gen�ge, um allf�lligen Bedenken Rechnung zu tragen.
3.1.�Der Haftgrund der Kollusionsgefahr liegt vor, wenn ernsthaft zu bef�rchten ist, dass der Beschuldigte Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeintr�chtigen (Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO). Verdunkelung kann nach der bundesgerichtlichen Praxis insbesondere in der Weise erfolgen, dass sich der Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverst�ndigen oder Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass der Beschuldigte die wahrheitsgetreue Abkl�rung des Sachverhaltes vereitelt oder gef�hrdet. Die theoretische M�glichkeit, dass der Beschuldigte kolludieren k�nnte, gen�gt indessen nicht, um Untersuchungshaft unter diesem Titel zu rechtfertigen. Es m�ssen vielmehr konkrete Indizien f�r die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrundes ist nach Massgabe der Umst�nde des jeweiligen Einzelfalles zu pr�fen (BGE 137 IV 122 E. 4.2 S. 127 f.; 132 I 21 E. 3.2 S. 23 mit Hinweisen).
3.2.�Konkrete Anhaltspunkte f�r Kollusionsgefahr k�nnen sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten des Beschuldigten im Strafprozess, aus seinen pers�nlichen Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeitr�gen im Rahmen des untersuchten Sachverhaltes sowie aus den pers�nlichen Beziehungen zwischen ihm und den ihn belastenden Personen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeintr�chtigung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen (BGE 132 I 21 E. 3.2.1 S. 23 f. mit Hinweisen). Besondere Ber�cksichtigung verdienen die pers�nliche Situation und eine allf�llige besondere Schutzbed�rftigkeit des mutmassli-chen Opfers bzw. wichtiger Gew�hrspersonen (vgl. BGE 132 I 21 E. 3.4 S. 26; zur einschl�gigen Praxis s.a. Marc Forster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 221 N. 7). Je weiter das Strafverfahren vorangeschritten ist und je pr�ziser der Sachverhalt bereits abgekl�rt werden konnte, desto h�here Anforderungen sind an den Nachweis von Verdunkelungsgefahr zu stellen (BGE 137 IV 122 E. 4.2 S. 127 f.; 132 I 21 E. 3.2.2 S. 24 mit Hinweisen). Der Haftrichter hat auch zu pr�fen, ob einem gewissen Kollusionsrisiko schon mit geeigneten Ersatzmassnahmen f�r Untersuchungshaft ausreichend begegnet werden k�nnte (Art. 212 Abs. 2 lit. c i.V.m. Art. 237 f. StPO; vgl. BGE 140 IV 74 E. 2.2 S. 78; 137 IV 122 E. 6.2 S. 131 f.; 133 I 27 E. 3.2 S. 30, 270 E. 3.3.1 S. 279 f.).
3.3.�Die Vorinstanz begr�ndet das Bestehen von Kollusionsgefahr wie folgt: Die mutmasslichen Delikte w�rden vom Beschuldigten bestritten und h�tten "im sozialen Nahraum stattgefunden, der von Abh�ngigkeiten und R�cksichtnahmen gepr�gt" sei. Der Beschwerdef�hrer beschuldige seinerseits andere Personen, Gewaltdelikte gegen seine Ehefrau und ihre S�hne oder sexuelle �bergriffe gegen die Stieftochter begangen zu haben. Dem Zwangsmassnahmengericht sei darin zuzustimmen, dass erneute Befragungen vor dem erkennenden Gericht als notwendig zu erwarten seien. Am 19. Juni 2015 habe der Beschwerdef�hrer versucht, aus der Untersuchungshaft zwei Briefe an Drittpersonen zu senden. An den einen Adressaten habe er Folgendes geschrieben: "Ihr als Zeugen seid sehr wichtig. Wenn ihr sagt: der" X "w�rde so etwas nie machen und hat es auch nie gemacht, aber" die Strafanzeigerin "ist eine L�gnerin". An den anderen Adressaten habe er folgende Mitteilung zu senden versucht: "Ich habe nur eine einzige Bitte an Dich. Wenn" die Strafanzeigerin "ihre Anzeige gegen mich zur�ckzieht, dann ich hier raus". Zudem habe der Beschwerdef�hrer fr�her bereits eine "SMS" mit Todesdrohungen an Familienmitglieder verschickt, um sie in einer famili�ren Angelegenheit zum Schweigen anzuhalten. Auch die Mitarbeiterin des Kinder- und Jugenddienstes, welche die Familie betreute, habe Angst vor dem Beschwerdef�hrer bekundet. Angesichts des Beziehungsnetzes der Beteiligten sei von vielen Einfallstoren f�r m�gliche Kollusionsversuche durch den Beschwerdef�hrer auszugehen (angefochtener Entscheid, S. 5 f., E. 4.1).
3.4.�Was der Beschwerdef�hrer dagegen einwendet, l�sst die Annahme von Verdunkelungsgefahr nicht als bundesrechtswidrig erscheinen. Dies gilt insbesondere f�r die Vorbringen, die Strafanzeigerin und ihre Kinder verf�gten "im hiesigen kurdischen Umfeld �ber ein sehr gutes Beziehungsnetz", und er werde "sich h�ten, mit ihnen in Kontakt zu treten" oder diese sogar in ihren bisherigen Aussagen zu beeinflussen zu versuchen. Bei den mutmasslich gesch�digten Personen handelt es sich um vier Familienangeh�rige des Beschuldigten, darunter drei Stiefkinder. Gerade Letzteren gegen�ber besteht im vorliegenden Fall eine besondere Gefahr der Beeinflussung im Sinne der oben (E. 3.2) dargelegten Rechtsprechung. Davon sind nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen wichtige Beweisaussagen betroffen. Hinzu kommt auch noch eine auff�llige Kollusionsneigung des Beschwerdef�hrers: Die kantonalen Instanzen legen dar, dass er gegen seine Angeh�rigen mehrfach massive Drohungen ausgesprochen und (in einer famili�ren Angelegenheit) schon versucht habe, sie mit Todesdrohungen per elektronischer Mitteilung zu einem ihm genehmen Aussageverhalten zu bewegen. Zwar macht er in der Replik (erstmals) geltend, bei der fraglichen Mitteilung habe es sich nicht um eine SMS gehandelt, sondern um eine Whatsapp-Nachricht, und es sei "unwahrscheinlich", dass diese von ihm stamme. Diese Behauptung bildet jedoch Gegenstand weiterer Ermittlungen. Dar�ber hinaus wirft die Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer (wie oben dargelegt) auch noch vor, er habe sogar aus der Untersuchungshaft heraus versucht, Drittpersonen zu bestimmten Aussagen bzw. zur Beeinflussung der Strafanzeigerin schriftlich zu instruieren. Die in der Replik ge�usserte Ansicht, es handle sich dabei um den blossen Ausdruck seiner "Unbeholfenheit und Ungeschicktheit", erscheint in diesem Zusammenhang weder �berzeugend noch behelflich.
3.5.�Damit erweist sich die Annahme von Kollusionsgefahr im jetzigen Verfahrensstadium als bundesrechtskonform. Es kann offen bleiben, ob neben Verdunkelungsgefahr noch weitere besondere Haftgr�nde (wie etwa Fluchtgefahr, Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) alternativ erf�llt w�ren. Auch die Ansicht der kantonalen Gerichte, blosse Ersatzmassnahmen f�r Haft (i.S.v. Art. 237 StPO), etwa ein Kontaktverbot, seien momentan nicht ausreichend, um die dargelegte ausgepr�gte Kollusionsgefahr zu bannen (vgl. angefochtener Entscheid, S. 6 E. 4.3), h�lt vor dem Bundesrecht stand.
Schliesslich macht der Beschwerdef�hrer beil�ufig auch noch geltend, die bisherige Haftdauer sei unverh�ltnism�ssig, da s�mtliche Beschuldigungen, welche eine l�ngere Freiheitsstrafe zur Folge haben k�nnten, nicht mehr aufrecht zu erhalten seien. Dass dies nicht zutrifft und der dringende Tatverdacht von Verbrechen oder Vergehen besteht, wurde bereits (in Erw�gung 2) dargelegt. Der Beschwerdef�hrer befindet sich seit knapp f�nf Monaten in Untersuchungshaft. Beim jetzigen Stand der Untersuchung droht ihm (im Falle einer Verurteilung wegen sexueller N�tigung, mehrfacher K�rperverletzung und mehrfachen Drohungen) eine deutlich l�ngere Freiheitsstrafe. Die sinngem�ss erhobene R�ge der strafprozessualen �berhaft erweist sich daher ebenfalls als unbegr�ndet (vgl. Art. 212 Abs. 3 StPO).
Der Beschwerdef�hrer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Er ist amtlich verteidigt und befindet sich seit einigen Monaten in strafprozessualer Haft. Seine finanzielle Bed�rftigkeit wird ausreichend dargetan. Da auch die �brigen Voraussetzungen von Art. 64 BGG als erf�llt erscheinen, kann dem Gesuch stattgegeben werden.
2.2.�Advokat Christoph Dumartheray wird f�r das Verfahren vor Bundesgericht als unentgeltlicher Rechtsvertreter ernannt, und es wird ihm aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1'500.-- (pauschal, inkl. MWST) entrichtet.