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Timestamp: 2020-08-06 17:12:24
Document Index: 354475934

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 28', 'Art. 8', 'Art. 11', 'Art. 18', 'Art. 11', '§ 28', 'Art. 11', 'Art. 13', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 11']

VGH Bayern, 21.12.2009 - 11 CS 09.1791 - dejure.org
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VGH Bayern, 21.12.2009 - 11 CS 09.1791 (https://dejure.org/2009,12981)
VGH Bayern, Entscheidung vom 21.12.2009 - 11 CS 09.1791 (https://dejure.org/2009,12981)
VGH Bayern, Entscheidung vom 21. Dezember 2009 - 11 CS 09.1791 (https://dejure.org/2009,12981)
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Zur fehlenden Berechtigung zum Gebrauchmachen von einer 2009 erworbenen slowakischen Fahrerlaubnis nach Entziehung der deutschen Fahrerlaubnis
Nach absolut herrschender Rechtsprechung bedarf es hinsichtlich der fehlenden Berechtigung, von einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis im Bundesgebiet Gebrauch zu machen, keines konstitutiven Verwaltungsaktes, vielmehr ergibt sich das Fehlen einer solchen Berechtigung bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen direkt aus § 28 Abs. 4 FeV (vgl. u.a. BVerwG vom 11.12.2008 Az. 3 C 26.07 in NJW 2009, 1689 und Az. 3 C 38.07 in BayVBl 2009, 374; BayVGH vom 28.12.2009 Az. 11 CS 09.1791, vom 26.10.2009 Az. 11 ZB 09.1634, vom 9.7.2009 Az. 11 CE 09.1425, vom 22.6.2009 Az. 11 CE 09.1089, vom 7.5.2009 Az. 11 CE 09.426 und vom 15.1.2009 Az. 11 CE 08.3222; OVG Rheinland-Pfalz vom 1.7.2009 Az. 10 B 10450/09 in DVBl 2009, 1118; VGH Baden-Württemberg vom 2.2.2009 Az. 10 S 3323/08 in NZV 2009, 359 = VRS 116, 288).
Aus § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV ergibt sich nach ständiger Rechtsprechung unmittelbar, dass die dem Antragsteller in Polen erteilte Fahrerlaubnis im Bundesgebiet nicht gilt (…vgl. u.a. BVerwG vom 11.12.2008 a.a.O.; BayVGH vom 18.1.2010 Az. 11 CS 09.2079, vom 21.12.2009 Az. 11 CS 09.1791, vom 27.11.2009 Az. 11 ZB 09.1699, vom 13.8.2009 Az. 11 CS 09.1379, vom 6.8.2009 Az. 11 CS 09.1622, vom 28.7.2009 Az. 11 CS 09.1579, vom 9.7.2009 Az. 11 CE 09.1425, vom 22.6.2009 Az. 11 CE 09.1089, vom 7.5.2009 Az. 11 CE 09.426 und vom 28.4.2009 Az. 11 CS 09.350; VGH Baden-Württemberg vom 27.10.2009 in DAR 2010, 38 und vom 2.2.2009 Az. 10 S 3323/08 in NZV 2009, 359 = VRS 116, 288; OVG Rheinland-Pfalz vom 1.7.2009 Az. 10 B 10450/09 in DVBl 2009, 1118).
11 Abs. 4 Satz 2 RL 2006/126/EG ist nach der Überzeugung des Gerichts - entgegen der Auffassung der Bevollmächtigten des Antragstellers - nicht entsprechend der zu Art. 8 Abs. 2 und 4 RL 91/439/EWG ergangenen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs einschränkend auszulegen (vgl. ausdrücklich BayVGH vom 21.12.2009 Az. 11 CS 09.1791 und vom 10.11.2009 11 CS 09.2082; VGH Baden-Württemberg vom 21.1.2010 Az. 10 S 2391/09; OVG Nordrhein-Westfalen vom 20.1.2010 Az. 16 B 814/09).
Er steht der Annahme nicht entgegen, dass schon seit dem 19.Januar 2009 Art. 11 Abs. 4 UAbs.2 der 3. Führerschein-Richtlinie als für die Mitgliedstaaten zwingende Vorschrift kraft der Geltungsanordnung in Art. 18 Abs. 2 ältere Vorschriften desselben Regelungsthemas verdrängt (so zutreffend VGH München, Beschl. v. 10.11.2009 - 11 CS 09.2082 -, NZV2010, 48 [50]; Beschl. v. 21.12.2009 - 11 CS 09.1791 -, juris Rn. 26).
Denn die genannte Vorgänger-Vorschrift stellte bei gleicher Sachlage die Anerkennung dem Aufnahme-Mitgliedstaat noch anheim und kann neben dem nunmehr geltenden zwingenden Verbot der Anerkennung keinen Bestand haben; die Konkurrenz ist durch Anwendung der lex-posterior-Regel zugunsten der 3.Führerschein-Richtlinie aufzulösen (…OVG Münster, a.a.O., Rn.8; VGH München, Beschl. v. 10.11. und 21.12.2009, a.a.O., S.50 bzw. Rn.26).
Wie nämlich jüngst der VGH München (Beschl. v. 21.12.2009, a.a.O., Rn.23), das OVG Münster (…a.a.O., Rn.9ff.) und der VGH Mannheim (…a.a.O., Rn.17ff.) zutreffend anhand der Materialien dargestellt und belegt haben, stimmte das Europäische Parlament dem Kommissionsentwurf der 3.Führerschein-Richtlinie vom 21. Oktober 2003 - KOM(2003) 621 endg., 2003/0252/COD - auf Vorschlag des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr (s. den Bericht vom 3. Februar 2005 - A6-0016/2005 -, S.8 zu Änderungsantrag 7 und S.31f. zu Änderungsantrag 57) bei der Ersten Lesung mit am 23. Februar 2005 verabschiedeter legislativer Entschließung mit der Maßgabe zu, dass aus Gründen der Verkehrssicherheit und des Straßenverkehrs die Mitgliedstaaten soweit wie möglich verpflichtet werden sollten, ihre innerstaatlichen Bestimmungen über u. a. den Entzug einer Fahrerlaubnis auf jeden Führerscheininhaber anzuwenden, der seinen ordentlichen Wohnsitz in ihrem Hoheitsgebiet begründet hat (Entwurf einer Erwägung 13); deshalb sollte der "Führerschein-Tourismus" u. a. dadurch unterbunden werden, dass Mitgliedstaaten die Erteilung von Führerscheinen an Personen, denen in einem anderen Mitgliedstaat die Fahrerlaubnis entzogen wurde, ablehnten (statt ablehnen könnten) und ferner der Mitgliedstaat, der u. a. eine Fahrerlaubnis entzogen habe, die Gültigkeit des der betreffenden Person durch einen anderen Mitgliedstaat erteilten Führerscheins ablehne (statt ablehnen könne).
Gegen eine Aufrechterhaltung dieser Rechtsprechung (vgl. zur Fortführung und Modifikation durch enge Ausnahmen etwa die systematisierende Aufzählung bei Janker, DAR 2009, 181ff.; nachfolgend noch Rechtssache Wierer, Beschl. v. 09.07.2009 - C-445/08 -) auch unter Geltung von Art. 11 Abs. 4 UAbs.2 der 3. Führerschein-Richtlinie spricht daher schon der absehbare Konflikt richterrechtlich begründeter Ausnahmen vom dort absolut ausgesprochenen Anerkennungs-Verbot mit den Grenzen einer den Wortlaut der Vorschrift respektierenden Auslegung (VGH München, Beschl. v. 10.11. und 21.12.2009, a.a.O., S.50 bzw. Rn.21;… VGH Mannheim, a.a.O. Rn. 24 m.w. Nachw.).
Aus § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV ergibt sich nach ständiger Rechtsprechung unmittelbar, dass die dem Antragsteller in Tschechien erteilte Fahrerlaubnis im Bundesgebiet nicht gilt (vgl. u.a. BVerwG vom 11.12.2008 Az. 3 C 26.07 in NJW 2009, 1689 und Az. 3 C 38.07 in BayVBl 2009, 374; BayVGH vom 18.1.2010 Az. 11 CS 09.2079, vom 21.12.2009 Az. 11 CS 09.1791, vom 27.11.2009 Az. 11 ZB 09.1699, vom 13.8.2009 Az. 11 CS 09.1379, vom 6.8.2009 Az. 11 CS 09.1622, vom 28.7.2009 Az. 11 CS 09.1579, vom 9.7.2009 Az. 11 CE 09.1425, vom 22.6.2009 Az. 11 CE 09.1089, vom 7.5.2009 Az. 11 CE 09.426 und vom 28.4.2009 Az. 11 CS 09.350; VGH Baden-Württemberg vom 27.10.2009 in DAR 2010, 38 und vom 2.2.2009 Az. 10 S 3323/08 in NZV 2009, 359 = VRS 116, 288; OVG Rheinland-Pfalz vom 1.7.2009 Az. 10 B 10450/09 in DVBl 2009, 1118).
Die Anwendbarkeit von Art. 11 Abs. 4 der Richtlinie wird deshalb durch Art. 13 Abs. 2 für die Zeit vor dem 19. Januar 2013 nicht ausgeschlossen (so die Begründung in BayVGH München, Beschluss vom 10.11.2009 Az.: 11 Cs 09.2089 = NZV 2010, S.48; BayVGH München, Beschluss vom 21.12.2009 Az.: 11 CS 09.1791).
Soweit die Antragsgegnerin dem mit ihrer Beschwerde entgegentritt, insbesondere unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (Beschluss vom 10. November 2009 - 11 CS 09.2082 -, Juris; ferner Beschluss vom 21. Dezember 2009, DAR 2010, 103), kann ihr nicht gefolgt werden.
Die vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in seiner Entscheidung vom 21. Dezember 2009 (Az. 11 CS 09.1791) vorgenommene Auslegung des Art. 11 Abs. 4 Satz 2 Richtlinie 2006/126/EG sei nicht gemeinschaftsrechtskonform: Ziele der neuen Richtlinie seien in erster Linie die Förderung und weitere Stärkung der Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit; weiterhin diene die Richtlinie der Harmonisierung der unterschiedlichen Regelungen in den Mitgliedstaaten.
Denn im Gegensatz zu Art. 11 Abs. 4 Satz 2 heißt es in Satz 3 dieser Vorschrift, "ein Mitgliedstaat kann es ferner ablehnen, einem Bewerber, dessen Führerschein in einem anderen Mitgliedstaat aufgehoben wurde, einen Führerschein auszustellen" (BayVGH vom 10.11.2009, Az. 11 CS 09.2082, Juris; vom 21.12.2009, DAR 2010, 103).
Einen weitergehenden Regelungsgehalt hat diese Vorschrift nicht (BayVGH, B.v. 10.11.2009, Az: 11 CS 09.2082, NZV 2010, 48; B.v. 21.12.2009, Az: 11 CS 09.1791, DAR 2010, 103; B.v. 05.08.2010, Az: 11 CS 310.1188; B.v. 16.08.2010 Az: 11 B 10.1030, DAR 2010, 596; VGH BW, B.v. 21.01.2010, Az. 10 S2391/09, DAR 2010, 153; OVG NRW, B.v. 20.01.2010, 16 B 814/09).
Denn die 3. Führerscheinrichtlinie soll der Bekämpfung des so genannten Führerschein-Tourismus dienen (vgl. Auszüge aus den Gesetzgebungsmaterialien zitiert in BayVGH, B.v. 21.12.2009, Az: 11 CS 09.1791, DAR 2010, 103 und in OVG NRW, B.v. 20.01.2010, Az:: 16 B 814/09).
Wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 10. November 2009 (ZfS 2010, 116) und am 21. Dezember 2009 (DAR 2010, 103), das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen am 20. Januar 1010 (ZfS 2010, 236), der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg am 21. Januar 2010 (DAR 2010, 153) und das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern am 23. Februar 2010 (Az. 1 M 165/09) entschieden hätten, berechtige eine Fahrerlaubnis, die ab dem 19. Januar 2009 in einem anderen EU-Mitgliedstaat erteilt wurde, schon dann nicht dazu, ein Fahrzeug im Inland zu führen, wenn gegen den Inhaber der Fahrerlaubnis zuvor eine Maßnahme im Sinn von Art. 11 Abs. 4 Satz 2 der Richtlinie 2006/126/EG ergriffen worden sei.
VGH Bayern, 14.01.2013 - 11 ZB 12.2417
Inlandsgültigkeit einer ungarischen EU-Fahrerlaubnis, die im Wege des Umtauschs …
VGH Bayern, 01.03.2010 - 11 CS 09.2433
Unzulässige Beschwerde; fehlender Antrag; ungenügende Beschwerdebegründung
VGH Bayern, 28.09.2011 - 11 C 11.1962
Beschwerde gegen die Aussetzung des Rechtsstreits
VGH Bayern, 19.09.2011 - 11 BV 11.1096
VG Regensburg, 17.05.2010 - RN 8 K 10.343
Anerkennung eines EU-Führerscheins - Beibringung eines …