Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.03.1994&Aktenzeichen=XII%20ZB%20159/93
Timestamp: 2020-01-26 07:48:05
Document Index: 12742259

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 174', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 56', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 174', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.03.1994 - XII ZB 159/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,3257
BGH, 16.03.1994 - XII ZB 159/93 (https://dejure.org/1994,3257)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1994 - XII ZB 159/93 (https://dejure.org/1994,3257)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1994 - XII ZB 159/93 (https://dejure.org/1994,3257)
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Urteilszustellung - Empfangsbekenntnis - Unterschrift durchKanzleiangestellte - Heilung in Rechtsmittelinstanz
Zustellung eines Urteils bei fehlendem Empfangsbekenntnis des Prozeßbevollmächtigten
MDR 1995, 207
VersR 1994, 876
AnwBl 1995, 157
Das setzt jedoch voraus, dass der betreffende Schriftsatz von demselben Rechtsanwalt unterzeichnet ist, an den die Zustellung zu bewirken war (vgl. BGH NJW 1994, 2295 f. Tz. 13; VersR 1995, 113 f. Tz. 7 - 9, jeweils zit. nach juris;… Zöller/Stöber, ZPO, 27. Aufl., § 174 Rdnr. 17).
Sollte die Zustellung an den erstinstanzlichen Prozessbevollmächtigten erfolgen, genügt daher die in Schriftsätzen des (von diesem verschiedenen) zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten oder eines in beiden Rechtszügen tätigen Verkehrsanwalts enthaltene Bestätigung des Zustellungsdatums nicht (vgl. BGH NJW 1994, 2295 f. Tz. 14, zit. nach juris).
Dies gilt allerdings nur dann, wenn der betreffende Schriftsatz von demselben Rechtsanwalt unterzeichnet worden ist, an den auch die Zustellung des Urteils zu bewirken war; denn nur dann ist die im Sinne des § 212 a ZPO erforderliche Beurkundung durch den richtigen Zustellungsempfänger wirksam nachgeholt (vgl. BGH, Beschluß vom 16. März 1994 - XII ZB 159/93 - Umdruck S. 4).
Vielmehr genügt es bei einem Empfangsbekenntnis, wenn - wie hier - ein zugelassener Rechtsanwalt mit einem anwaltlichen Schriftsatz bestätigt, zu einem bestimmten Zeitpunkt das entsprechende Schriftstück erhalten zu haben (…BVerwG, Urt. v. 7.1.1972 - IV C 1.70 -, NJW 1972, 1435; ebenso BGH, Urteile v. 16.3., 19.4. und 3.5.1954, NJW 1994, 2295 bis 2297).
Aus diesem Grund kann sie nicht in beliebiger Weise auf Nichtanwälte - weder auf Büropersonal noch außenstehende Dritte - übertragen werden (vgl. BGH, Beschluss vom 16. März 1994 - XII ZB 159/93 - juris Rn. 5).
Vielmehr kann ein Empfänger den Zugang und seinen Annahmewillen auf beliebige Weise schriftlich bestätigen (vgl. BGH…, Urteil vom 11. März 1987 - VIII ZR 160/86 - juris Rn. 6; Beschluss vom 16. März 1994 - XII ZB 159/93 - juris Rn. 7;… Beschluss vom 12. September 2017 - XI ZB 2/17 - juris Rn. 12;… Meissner/Schenk, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand: Februar 2019, § 56 Rn. 45a;… Czybulka/Kluckert, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 5. Aufl. 2018, § 56 Rn. 34), insbesondere auch in einer das Datum der Zustellung benennenden und vom Zustellungsadressaten unterzeichneten Rechtsmittelschrift (vgl. BGH…, Urteil vom 11. März 1987 - VIII ZR 160/86 - juris Rn. 6;… Urteil vom 19. April 1994 - VI ZR 269/93 - juris Rn. 13;… Beschluss vom 12. September 2017 - XI ZB 2/17 - juris Rn. 12).
Die Unterschrift von Angehörigen seines Büropersonals genügt auch dann nicht, wenn diese durch den Rechtsanwalt im Einzelfall zur Ausstellung des Empfangsbekenntnisses ermächtigt sind (vgl. BGH, Beschluss vom 16. März 1994 - XII ZB 159/93 -, NJW 1994, 2295; OVG Hamburg, Beschluss vom 24. September 1998 - BS VI 122/96 - NJW 1999, 965;… Stöber in Zöller, ZPO, 24. Auflage, § 174, Rdziff. 15, m. n. w. N.; a. A. noch BGH, Urteil vom 10. Juni 1976 - VIIII ZR 51/75 -. BGHZ 67, 10).