Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20211/86
Timestamp: 2019-04-23 03:13:07
Document Index: 120957438

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 16', '§ 16', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', '§ 5', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', '§ 5', '§ 16', '§ 15', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.06.1988 - I ZR 211/86 - dejure.org
Anspruch auf Unterlassung der Bezeichnung "Verschenktexte" gegen den Herausgeber eines Gedichtbandes - Titelschutz nach § 16 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) - Wettbewerbsverstoß unter dem Gesichtspunkt der Ausnutzung fremden Vertragsbruchs - Selbständiger Schutz eines Untertitels - Inhaber des Titelrechts - Vorliegen einer einheitlichen Druckschriftenreihe - Wettbewerbsrechtlicher Schutz eines Reihentitels
Verschenktexte
UWG § 16 Abs. 1; UrhG § 2 Abs. 1 Nr. 1
"Verschenktexte"; Titelschutz für den Untertitel einer Druckschrift; Begriff der Druckschriftenreihe
NJW 1988, 391
NJW 1989, 391
NJW-RR 1989, 236 (Ls.)
MDR 1989, 40
GRUR 1990, 218
ZUM 1989, 299
afp 1988, 237
Diese Voraussetzung kann auch ein Titel einer Rubrik oder ein Untertitel erfüllen (BGH, Urt. v. 15.6.1988 - I ZR 211/86, GRUR 1990, 218, 219 - Verschenktexte I; OLG München NJWE-WettbR 1999, 257;… Deutsch/Ellerbrock, Titelschutz, 2. Aufl., Rdn. 21 f.).
Aus dieser engen Verbindung von Titel und Werk (vgl. BGH, Urteil vom 15. Juni 1988 - I ZR 211/86, GRUR 1990, 218, 220 [juris Rn. 25] - Verschenktexte) ergibt sich, dass die Zuordnung der Titelinhaberschaft der Werkzuordnung folgt.
Danach ist grundsätzlich der Verfasser des Werkes Inhaber eines Werktitelrechts, und zwar sowohl bei einem von Natur aus unterscheidungskräftigen Titel als auch bei einem Titel, der erst durch die vom Verleger veranstaltete Benutzung Unterscheidungskraft und damit Schutz erlangt (BGH, GRUR 1990, 218, 220 [juris Rn. 25] - Verschenktexte; BGH…, Urteil vom 13. Oktober 2004 - I ZR 181/02, GRUR 2005, 264, 265 [juris Rn. 18] = WRP 2005, 213 - Das Telefon-Sparbuch).
Nicht maßgeblich ist dagegen, von wem die Idee zum Titel stammt, wer durch die umfangreiche Benutzung eines Werkes mit einem originär nicht unterscheidungskräftigen Titel zu seiner Schutzfähigkeit beiträgt (vgl. BGH, GRUR 1990, 218, 220 [juris Rn. 25] - Verschenktexte;… BeckOK.Markenrecht/Weiler aaO § 5 Rn. 248) oder wer ansonsten lediglich mit der Produktion, der Vermarktung oder dem Vertrieb eines Werkes beschäftigt ist (…Fezer, Markenrecht, 4. Aufl., § 15 Rn. 307).
Die Möglichkeit einer selbständigen Übertragung des Titelrechts würde auf einen dem Werktitelrecht wesensfremden abstrakten Titelschutz ohne konkretes Werk hinauslaufen (vgl. BGH, GRUR 1990, 218, 220 [juris Rn. 26] - Verschenktexte; BGH…, Urteil vom 13. Mai 1993 - I ZR 113/91, GRUR 1993, 769, 770 [juris Rn. 31] = WRP 1993, 755 - Radio Stuttgart, mwN).
Bei Büchern steht grundsätzlich dem Autor des Werkes Titelschutz zu (BGH, Urt. v. 15.6.1988 - I ZR 211/86, GRUR 1990, 218, 220 = WRP 1989, 91 - Verschenktexte).
Liegen keine entgegenstehenden Abreden vor, ist davon auszugehen, dass die Übertragung der Titelrechte infolge der engen Verbindung von Titel und Werk regelmäßig soweit reicht wie die Übertragung der Rechte am Werk; ein ausschließliches Nutzungsrecht in der Werkverwertung führt bezüglich des Titels ebenfalls zur Ausschließlichkeit (BGH, GRUR 1990, 218, 220 - Verschenktexte;… Ingerl/Rohnke, MarkenG, 3. Aufl. 2010, § 5 Rn. 108).
Unerheblich ist ferner auch, wer der Schöpfer des Titels ist (BGH, GRUR 1990, 218, 220 - Verschenktexte).
Entsprechendes muß für die Kennzeichnungsrechte der §§ 5, 15 MarkenG gelten, die ihrer Rechtsnatur nach ebenfalls Immaterialgüterrechte sind (vgl. BGH, Urt. v. 15.6.1988 - I ZR 211/86, GRUR 1990, 218, 220 - Verschenktexte, zum bisherigen § 16 Abs. 1 UWG).
Der BGH (GRUR 1990, 218 - Verschenktexte; GRUR 2000, 70, 72 - SZENE) hat sich dieser Sichtweise angeschlossen und ausgeführt, dass werktitelmäßige Verwendung immer dann gegeben sei, wenn es sich um eine Kennzeichnung in einer Weise handele, in der der angesprochene Verkehr die Bezeichnung eines Druckwerks zur Unterscheidung von anderen Werken sehe.
Neben Büchern oder Zeitschriften können auch Buchreihen oder Serien unter den Begriff des Werktitels fallen (BGH, GRUR 1990, 218 - Verschenktexte I; BGH, GRUR 1980, 227 - Monumenta Germaniae Historica; BGH, GRUR 1960, 346 - Naher Osten; alle zur alten Rechtslage § 16 UWG a. F.), aber auch Rubriken (…BGH, GRUR 2012, 1265 Rn. 14; - Stimmt's;… Ingerl/Rohnke, MarkenG, 3. Auflage, 2010, § 5 Rn. 76).
Klar ist jedoch - jedenfalls nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (GRUR 1990, 218, 220 - Verschenktexte - zu § 16 UWG a. F.; GRUR 2005, 264, 265 - Das Telefon-Sparbuch ), dass die Rechteinhaberschaft an dem Werktitelrecht dem Schöpfer / Hersteller des Werkes zusteht (…so auch Fezer, a.a.O., § 15 MarkenG Rdnr. 306;… Ströbele/Hacker, a.a.O., § 5 Rdnr. 105).
Ist dieser etwa bei Büchern relativ einfach definierbar (nämlich der Autor, vgl. BGH GRUR 1990, 218, 220), so stellt sich bei Veranstaltungskonzepten die Frage, wer "Hersteller" des Werkes ist.
Es ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung seit langem anerkannt, dass die Schutzfähigkeit eines Werkteils voraussetzt, dass sich dieser selbst als persönliche geistige Schöpfung darstellt (BGH GRUR 90, 218, 219 - Verschenktexte; BGH GRUR 89, 416 - Bauaußenkante; BGH GRUR 88, 533, 534 - Vorentwurf II).
Während das Recht an einem Buchtitel regelmäßig zunächst dem Autor als dem Urheber des Buches zusteht (BGH, GRUR 1990, 218, 220 - Verschenktexte), stehen bei Werken, die im Zusammenwirken vieler Beteiligter unter einheitlicher Leitung entstehen, die Titelrechte dem Inhaber dieser Leitungsmacht zu.
OLG Zweibrücken, 18.01.2010 - 4 W 94/09
Schutz von Werktiteln: Schutzfähigkeit eines beschreibenden Fachbuchtitels
OLG München, 29.06.1989 - 29 U 1523/89
Umfang des erworbenen Verwertungsrechts an einem Werk; Herausgabe eines Buches zu …
OLG Köln, 28.08.1998 - 6 U 60/98