Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/steuerrecht-im-august-2014-381244
Timestamp: 2019-10-21 22:40:31
Document Index: 52761623

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 124', '§ 11', '§ 1', '§ 11']

Steu­er­recht im August 2014 | Rechtslupe
Der ver­gan­ge­ne Monat hat im Steu­er­recht wie­der eine Rei­he neu­er Ent­schei­dun­gen gebracht. Teils zu schon län­ger schwe­len­den Pro­ble­men, teils zu neu auf­ge­kom­me­nen The­men. Aber sehen Sie selbst:
Im Rah­men der Abwick­lungs­be­steue­rung ist grund­sätz­lich der im Zeit­raum von der Eröff­nung bis zum Abschluss der Abwick­lung erziel­te und nach Maß­ga­be des § 11 Abs. 2 KStG ermit­tel­te (Abwick­lungs-)Gewinn der Besteue­rung zu Grun­de zu legen (§ 11 Abs. 1 Satz 1 KStG). Besteue­rungs­zeit­raum ist in die­sem Fall nicht das ein­zel­ne Kalen­der­jahr, son­dern der gesam­te Abwick­lungs­zeit­raum.
Jedoch folgt aus § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG, dass die Finanz­be­hör­de in bestimm­ten Fäl­len schon vor dem Abschluss der Abwick­lung die bis dahin ent­stan­de­ne Steu­er in einem Bescheid fest­set­zen darf 1.
Wenn die Kör­per­schaft­steu­er-Berech­nun­gen für den mehr­jäh­ri­gen Zeit­raum der Abwick­lung der GmbH am Ende des Abwick­lungs­zeit­raums durch eine Steu­er­be­rech­nung unter Anwen­dung des am Ende des Abwick­lungs­zeit­raums gel­ten­den Steu­er­sat­zes zu erset­zen sein sol­len (Zwi­schen­ver­an­la­gung als nicht abschlie­ßen­de Ver­an­la­gung des ggf. mehr­jäh­ri­gen Besteue­rungs­zeit­raums), haben jene Ver­wal­tungs­ak­te jeden­falls bis zum Abschluss des Abwick­lungs­zeit­raums einen recht­mä­ßi­gen Inhalt. Erst nach dem Abschluss der Abwick­lung könn­te eine abschlie­ßen­de (ein­heit­li­che) Ver­an­la­gung nach Maß­ga­be der Gewinn­ermitt­lungs­re­ge­lung des § 11 Abs. 2 KStG (und unter Anwen­dung des zum Ende des Abwick­lungs­zeit­raums maß­ge­ben­den Steu­er­sat­zes) statt­fin­den. Die bis­her vor­lie­gen­den Zwi­schen­ver­an­la­gun­gen wür­den als­dann ihre Erle­di­gung ("auf ande­re Wei­se") fin­den (§ 124 Abs. 2 Alter­na­ti­ve 2 AO).
Die Dau­er des "Zwi­schen­ver­an­la­gungs­zeit­raums" ist Gegen­stand einer eigen­stän­di­gen behörd­li­chen Ent­schei­dung, die selb­stän­dig bestands­kräf­tig wer­den kann 2.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Mai 2014 – I R 81/​12
s. auch BFH, Urtei­le vom 22.02.2006 – I R 67/​05, BFHE 213, 301, BSt­Bl II 2008, 312; vom 18.09.2007 – I R 44/​06, BFHE 219, 61, BSt­Bl II 2008, 319; in BFHE 240, 140, BSt­Bl II 2013, 508[↩]
BFH, Urteil in BFHE 213, 301, BSt­Bl II 2008, 312; s. auch Graf­fe in Dötsch/​Pung/​Möhlenbrock, Die Kör­per­schaft­steu­er, § 11 Rz 17; Gosch/​Lambrecht, KStG, 2. Aufl., § 1 Rz 41; Micker in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 11 KStG Rz 35[↩]