Source: http://www.rote-ampel-ueberfahren.de/mpu/
Timestamp: 2017-06-22 23:53:26
Document Index: 212768204

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 13', '§ 18', '§ 267', '§ 20']

MPU - Der Idiotentest: Die wichtigsten Infos finden Sie hier!
MPU: Das erwartet Sie beim Idiotentest
MPU wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis
Beim sogenannten Idiotentest geht es um die Fahreignung.
Die Abkürzung MPU steht für medizinisch-psychologische Untersuchung. Umgangssprachlich wird dafür auch der wenig schmeichelhafte Begriff „Idiotentest“ verwendet. Der gesetzliche Terminus hingegen lautet „Begutachtung der Fahreignung“. Die MPU ist eine Maßnahme, die von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet wird, wenn Zweifel an der Fahreignung des betroffenen Verkehrsteilnehmers bestehen. In welchen Fällen wird in der Regel eine MPU angeordnet? Was kostet eine MPU? Gibt es typische MPU-Fragen? Wie lange dauert eine MPU? Warum sind Leberwerte bei der MPU interessant? All diese und weitere Fragen zum Idiotentest beantworten wir in unserem Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis1 Was ist eine MPU?1.1 Was ist die gesetzliche Grundlage für die MPU?1.2 Wie ist der MPU-Ablauf?1.2.1 Medizinischer Teil der MPU1.2.2 Psychologisches Untersuchungsgespräch1.2.3 Psychophysiologischer Leistungstest1.3 Wie hoch sind die Kosten für die MPU?1.4 Welche Vorbereitung auf die MPU ist möglich?1.5 Was passiert, wenn Sie bei der MPU durchgefallen sind?2 Gibt es den Führerschein auch zurück ohne MPU?2.1 Lässt sich die MPU umgehen?2.2 Ist es legal, ein MPU-Gutachten zu kaufen?2.3 Gibt es bei der MPU eine Verjährung?
Die MPU dient der Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Im Jahr 1954 wurde in Deutschland die medizinisch-psychologische Untersuchung eingeführt. Sie soll zur Verkehrssicherheit beitragen, da mit ihrer Hilfe entschieden wird, ob ein Verkehrsteilnehmer die Anforderungen für eine Fahrerlaubnis erfüllt. In der Regel wird die MPU angeordnet, wenn die Fahrerlaubnis entzogen worden ist und vom Betroffenen neu beantragt wird. Es ist demnach so, dass erst nach bestandenem Idiotentest wieder ein Führerschein ausgestellt werden kann und derjenige wieder Auto fahren darf. Was ist die gesetzliche Grundlage für die MPU?
Gesetzliche Grundlage für die MPU in Deutschland ist unter anderem § 2 Absatz 8 Straßenverkehrsgesetz (StVG):
In § 11 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) ist definiert, wann ein Verkehrsteilnehmer die für eine Fahrerlaubnis notwendige Eignung besitzt bzw. nicht besitzt. Letzteres ist z. B. der Fall, wenn ein Verkehrsteilnehmer gemäß § 13 Absatz 2 FeV mit mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut im Straßenverkehr ein Fahrzeug geführt oder wiederholt im Straßenverkehr Zuwiderhandlungen unter dem Einfluss von Alkohol begangen hat. Ein möglicher Grund für eine MPU ist Alkohol am Steuer.
Ab wie viel Promille eine MPU angeordnet wird, lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Das hängt auch von der Häufigkeit der Alkoholverstöße ab. Andere mögliche Gründe für die Anordnung einer MPU sind folgende:
Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von Drogen
Schwerwiegende Straftat im Straßenverkehr, die auf eine hohe Aggressivität schließen lässt
Auch Auffälligkeiten bei der Fahrprüfung können der Grund für die Anordnung einer MPU sein. Der Prüfer bzw. Sachverständige ist gemäß § 18 Absatz 3 FeV dazu verpflichtet, die Fahrerlaubnisbehörde zu informieren, wenn er Zweifel an der körperlichen oder geistigen Eignung des Bewerbers hat.
Wie ist der MPU-Ablauf?
Der erste Schritt bei einer medizinisch-psychologische Untersuchung besteht in der Benachrichtigung des Betroffenen durch die Fahrerlaubnisbehörde. Diese teilt ihm mit, dass er eine MPU zu absolvieren habe. Das dabei erstellte Gutachten ist anschließend bei der Fahrerlaubnisbehörde einzureichen. Außerdem informiert die Behörde den Verkehrsteilnehmer darüber, welche Frist er in Bezug auf die MPU einzuhalten hat. Darüber hinaus gibt die Fahrerlaubnisbehörde an, welche Begutachtungsstellen für Fahreignung für die Durchführung der MPU in Frage kommen. Der Betroffene kann unter diesen eine MPU-Stelle auswählen. Er hat die Fahrerlaubnisbehörde über seine Wahl in Kenntnis zu setzen. Sobald diese die nötigen Unterlagen an die Begutachtungsstelle geschickt hat, kann ein Termin für die MPU vereinbart werden. Macht die Fahrerlaubnisbehörde keine Angaben über in Frage kommende Begutachtungsstellen, ist es wichtig, zu wissen, dass es sich dabei in der Regel um eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung handeln muss
In der Regel hat die MPU eine Dauer von einigen Stunden.
Wird die medizinisch-psychologische Untersuchung bestanden, erhält der Betroffene ein positives Gutachten. Dieses reicht er bei der Fahrerlaubnisbehörde ein, welche daraufhin den Führerschein wiedererteilt. Wie ist die MPU hinsichtlich der Dauer beschaffen? Die MPU dauert in der Regel ungefähr drei bis vier Stunden. Am Tag, an welchem die MPU stattfindet, sollten eventuell erforderliche Nachweise z. B. über die Abstinenz, vorliegen, damit diese vorgezeigt werden können. Außerdem ist der Personalausweis mitzubringen.
Die MPU gliedert sich in drei Teile, deren Reihenfolge nicht festgelegt ist: medizinische Untersuchung
Die medizinische Untersuchung soll klären, ob körperliche Mängel vorliegen, welche gegen die Fahreignung sprechen. Findet die MPU wegen Alkohol hinterm Steuer statt, wird z. B. untersucht, ob der Verkehrsteilnehmer alkoholabhängig ist. Daher sind in einem solchen Fall Fragen zum Trinkverhalten zu erwarten. Das Konsumverhalten ist ebenso Inhalt der MPU-Fragen, wenn Drogen hinter dem Steuer zur Anordnung der Untersuchung geführt haben. Teil der medizinischen Analyse sind bei Fahren unter Alkohol- oder Drogenkonsum darüber hinaus bestimmte Tests. Dazu gehören bei der MPU beispielsweise die Haaranalyse und die Blutentnahme. Mithilfe von letztgenannter Maßnahme sollen im Rahmen der MPU die Leberwerte ermittelt werden. Diese Tests, wie z. B. die Haaranalyse bei der MPU, werden durchgeführt, um festzustellen, ob der Betroffene mittlerweile auf den Konsum von Alkohol bzw. Drogen verzichtet.
Ein Teil der MPU ist das Gespräch mit einem Verkehrspsychologen.
Dieses Gespräch dauert in der Regel etwa eine Stunde. Es geht darin um das Fehlverhalten des Verkehrsteilnehmers sowie um die Ursachen, die dazu geführt haben. Thema ist außerdem, welche Konsequenzen der Betroffene daraus zieht, damit die Fehler in Zukunft nicht mehr auftreten. Das Gespräch wird normalerweise aufgezeichnet, damit eventuell später auftretende Unstimmigkeiten geklärt werden können. Bei den im Rahmen der MPU gestellten Fragen und darauffolgenden Antworten kann nicht pauschal gesagt werden, wann das Gutachten positiv ausfällt. In der Regel geht es allgemein um die Glaubwürdigkeit des Untersuchten. Es ist deshalb nicht unbedingt sinnvoll, einen MPU-Fragenkatalog auswendig zu lernen. Geht es um das Thema Alkohol bei der MPU, kann sich der Betroffene jedoch auf diesem bestimmten Gebiet vorbereiten. Es ist relativ wahrscheinlich, dass in einem solchen Fall bei der MPU Testfragen aus dem Bereich Alkohol im Straßenverkehr gestellt werden. So sollte z. B. bekannt sein, wie die Promillezahl zu berechnen ist und wie lange es dauert, bis Alkohol vom Körper abgebaut worden ist. Weitere mögliche Themen bei Verkehrsteilnehmern, welche die MPU aufgrund von Alkohol im Straßenverkehr machen, sind unter anderem diese: Trinkgewohnheiten
Gründe für Alkoholkonsum am Tag der Tat
Änderungen im Umgang mit Alkohol
Üblicherweise wird der Psychologe fragen, wie der Betroffene sicherstellen will, dass ihm ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) in Bezug auf Alkohol nicht mehr passiert. Möglich wäre in diesem Fall z. B. der Verweis auf Institutionen, die den Untersuchten bei der Verhaltensänderung unterstützen, etwa eine Selbsthilfegruppe. Ist eine Alkoholauffälligkeit der Grund für die Anordnung der MPU, kann ein Abstinenznachweis verlangt werden. Doch reicht es unter Umständen auch aus, lediglich ein kontrolliertes Trinken vor der MPU zu praktizieren. Das hängt vom individuellen Fall ab.
Der Reaktionstest bei der MPU wird bei Alkoholverstößen durchgeführt.
Bei diesem MPU-Test werden für die Teilnahme am Straßenverkehr wichtige Fähigkeiten, wie z. B. das Konzentrationsvermögen, untersucht. Auch die Reaktionsfähigkeit des Betroffenen ist Gegenstand des psychophysiologischen Tests. In der Regel werden die einzelnen Tests dem Profil des zu Untersuchenden angepasst. So ist z. B. bei Verstößen mit Alkohol im Rahmen der MPU ein Reaktionstest zu absolvieren. Dieser findet am Computer statt, wobei die Testperson Kopfhörer trägt. Bei bestimmten akustischen bzw. visuellen Signalen hat der Proband eine spezielle Taste oder ein Pedal zu drücken. Die Geschwindigkeit, mit der diese Signale erfolgen, variiert im Laufe des Tests. Besteht der Betroffene den Reaktionstest nicht im ersten Anlauf, erhält er in der Regel einen zweiten Versuch. Fällt die Testperson auch beim zweiten Mal durch den Reaktionstest bei der MPU, besteht unter Umständen die Möglichkeit einer Fahrverhaltensbeobachtung. Damit ist eine Fahrt unter der Aufsicht eines Psychologen und eines Fahrlehrers gemeint.
Ein MPU-Test verursacht Kosten. Der betroffene Verkehrsteilnehmer hat sämtliche MPU-Kosten zu tragen. Dazu zählen auch diejenigen, welche bei einem Abstinenznachweis für die MPU entstehen. Die Preise für eine MPU betragen üblicherweise zwischen 350 und 750 Euro. Haaranalysen oder Urinuntersuchungen sind darin nicht enthalten. Für erstere können Kosten zwischen 200 und 300 Euro anfallen. Eine Untersuchung des Urins schlägt in der Regel mit mindestens 100 Euro zu Buche. Welche Vorbereitung auf die MPU ist möglich?
Eine Vorbereitung auf die MPU erhöht die Chancen, diese zu bestehen.
Eine MPU-Beratung ist sinnvoll, um die Chancen auf ein positives Gutachten zu erhöhen. Für eine erste Orientierung können sich Interessenten an anerkannte Beratungsstellen wenden. Diese bieten Informationsabende an, welche im Allgemeinen kostenlos sind. Teilnehmer erhalten dort für die medizinisch-psychologische Untersuchung hilfreiche Tipps und Informationen. Die Beratung durch einen Verkehrspsychologen ist hingegen mit Kosten verbunden. Ein Beratungsgespräch von einer Stunde hat üblicherweise einen Preis von ungefähr 100 Euro. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich in Gruppenkursen auf die MPU vorzubereiten. Solche Angebote gibt es sozusagen maßgeschneidert für die verschiedenen MPU-Gründe wie z. B. Punkte, Drogen oder Alkohol. Ein Gruppenkurs kostet bei 18 Sitzungen ungefähr zwischen 500 und 800 Euro. Können Sie die MPU ohne Vorbereitung bestehen? Bei der MPU ist eine Durchfallquote von ungefähr einem Drittel zu verzeichnen. Eine Vorbereitung, beispielsweise durch eine verkehrspsychologische Beratung, lohnt sich also.
Was passiert, wenn Sie bei der MPU durchgefallen sind?
Was sind die Folgen, wenn jemand die MPU nicht bestanden hat? Das bedeutet, er erhält nach der Untersuchung ein negatives Gutachten. Dies kann z. B. auch dann passieren, wenn im Idiotentest alle Fragen richtig beantwortet worden sind. Es besteht die Möglichkeit, ein negatives Gutachten nicht der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen. Auf diese Weise kann ein Eintrag darüber im Fahreignungsregister vermieden werden. Dieser bleibt bei einer nicht bestandenen MPU zehn Jahre dort stehen. Idiotentest nicht bestanden? Eine bessere Vorbereitung hilft.
Haben Sie die MPU nicht bestanden, steht es Ihnen frei, erneut eine solche Untersuchung vornehmen zu lassen. Dabei ist keine Sperrfrist einzuhalten. Theoretisch ist es möglich, sofort die nächste MPU zu absolvieren. Allerdings ergibt es Sinn, zunächst die nicht bestandene Untersuchung zu analysieren und zu versuchen, sich besser vorzubereiten als beim letzten Mal.
In der Regel stehen im negativen Gutachten Hinweise auf ein Verhalten, welches bei der MPU negativ bewertet worden ist. Dies können wichtige Anhaltspunkte sein, falls Sie die MPU ein zweites Mal machen wollen. Die Vorbereitung darauf kann nun nämlich gezielter erfolgen. Neben einem positiven und einem negativen Gutachten gibt es auch das Ergebnis „bedingt geeignet“. In diesem Fall wird üblicherweise eine Nachschulung empfohlen. Dafür gibt es spezielle Kurse.
Gibt es den Führerschein auch zurück ohne MPU?
Einige Verkehrssünder fragen sich möglicherweise, ob die MPU wirklich notwendig ist, um den Führerschein zurückzubekommen. Geld spielt hier unter Umständen eine Rolle, denn eine MPU ist nicht billig, vor allem, wenn noch Kosten für die Vorbereitung und den Abstinenznachweis dazukommen. Welche Möglichkeiten existieren, die MPU zu umgehen?
Die MPU lässt sich umgehen – im europäischen Ausland.
Es ist für deutsche Staatsbürger seit dem 26. Mai 2012 möglich, die MPU zu umgehen, indem sie einen Führerschein im europäischen Ausland erwerben. Denn seit 2012 erkennen deutsche Behörden auch EU-Führerscheine aus den anderen Staaten der Europäischen Union an. Da es in diesen Ländern keine medizinisch-psychologische Untersuchung gibt, muss diese dort auch nicht absolviert werden. Allerdings kann ein Führerschein in einem anderen Land der EU nur unter bestimmten Bedingungen erworben werden:
Besuch einer Fahrschule und das Bestehen der Fahrprüfung im jeweiligen Land
Fester Wohnsitz im jeweiligen Land für mindestens sechs Monate vor Erwerb des Führerscheins
Es ist demnach nicht legal, einfach schnell ins Ausland zu fahren und den Führerschein in einer Fahrschule zu machen. Wenn die Behörden feststellen, dass Sie keinen festen Wohnsitz in diesem Land haben, ist der Führerschein nicht gültig.
Ist es legal, ein MPU-Gutachten zu kaufen?
Auf jeden Fall illegal ist es, wenn Sie sich ein positives MPU-Gutachten oder einen gefälschten Führerschein kaufen. Dies ist rechtlich betrachtet eine Straftat, nämlich Urkundenfälschung. In § 267 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB) ist festgelegt:
Wer die Verjährung der MPU abwarten will, braucht Geduld.
Für Delinquenten, welche den Idiotentest nicht machen wollen, aber ebenso die Mühe scheuen, einen Führerschein im Ausland zu erwerben, bleibt nur die Hoffnung auf eine Verjährung der MPU. Dafür ist jedoch viel Geduld erforderlich, denn die Verjährungsfrist beträgt in der Regel 15 Jahre.
Nach Ablauf dieser Frist erhält der Betroffene außerdem den Führerschein im Allgemeinen nicht einfach so zurück. Die Fahrerlaubnisbehörde kann nämlich entscheiden, den Verkehrsteilnehmer zunächst noch einmal in die Fahrschule zu schicken. Der Grund dafür ist laut § 20 Absatz 2 FeV: