Source: http://genser-tiere.de/aschutz.htm
Timestamp: 2018-12-10 16:36:23
Document Index: 321611484

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', 'Art. 8', 'Art. 8', '§ 20', '§ 20']

Tierpraeparation Genser
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Wichtige Frage: Welche Tiere sind geschützt oder nicht?
Präparationen - Zulässigkeit - Gesetzlicher Artenschutz
Präparation und Artenschutz Stand: Januar 2000
- Zulässigkeit der Präparation eines Tieres einer besonders geschützten Art
Der Besitz artgeschützter ( auch toter ) Tiere ist verboten, es sei denn:
Es liegt einer der folgenden Ausnahmetatbestände (1. Bis 5.) vor: Fund nach 01. 06. 1997!
1. Schutzklasse:
Die Tierart unterliegt der
- Bundesartenschutzverordnung ( Anlage 1, Spalte 2 ) oder
- ist eine heimische Vogelart (vgl. § 20a Abs. 1 Nr. 7 BNatSchG u. Eg- Vogelschutzrichtlinie )
Das heißt : das Tier ist besonders geschützt und unterliegt daher den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Es ist zulässig , tot aufgefundene Tiere der Natur ( Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland) zu entnehmen und soweit sie nicht zu den Aussterben bedrohten Arten gehören ( siehe unter Punkt 2.) , für Zwecke der Forschung oder Lehre oder zur Präparation für diese Zwecke zu verwenden ( Zweckbindung , dazu s . § 20 g Abs . 3 Bundesnaturschutzgesetz ). Bei der Abgabe des Tieres an den Präparator wird eine Übergabeerklärung gefertigt und vom Finder unterschrieben ( Herkunftsbeleg ) .
Wird der vorgenannte Zweck erfüllt ( anerkannter Forschungs - Lehrzweck ) , so ist die Präparation einer besonders geschützten Art zulässig. Ein privater Besitz des Tierpräparates ( z.b. zu Dekorationszwecken ) ist unzulässig und begründet den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit .
Igel, Maulwurf, Eichelhäher, Amsel, Buntspecht, Zaunkönig
2. Schutzkasse:
Bundesartenschutzverordnug ( Anlage 1. Spalte 3. )
Das heißt : das Tier ist vom Aussterben bedroht und unterliegt daher den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Die Präpartion von Exemplaren einer vom Aussterben bedrohter Art ist verboten ( s. Punkt 1 -Rechtslage - ).
Dies gilt auch dann , wenn das Präparat für Zwecke der Forschung oder Lehre verwendet werden soll ( Präpartionsverbot für vom Aussterben brdrohte Arten ; s . § 20 g Abs . 3 BnatSchG ).
Ausnahme vom Präparationsverbot:
Eine Ausnahmegenehmigung kann gem. § 20 g Abs. 6 Bundesnaturschutzgesetz bei der zuständigen unteren Landschaftsbehörde beantragt werden. Diese Präparationsgenehmigung berechtigt ,ein Tier einer vom Aussterben bedrohten Art ausnahmsweise und ausschließlich für Forschungszwecke und Lehrzwecke präparieren zu lassen.
Bei der Abgabe des Tieres an den Präparator wird eine Übergabeerklärung gefertigt und vom Finder unterschrieben ( Herkunftsbeleg ) . Der Präparator erhält eine Kopie der Präparationsgenehmigung.
Der Auftrag an den Präparator kann nur bei Vorliegen einer Präparationsgenhmigung erfolgen. Ein Privatbesitz ist unzulässig und begründet den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit.
Rotdrossel, Eisvogel
3. Schutzklasse:
Verordnung ( E G ) Nr. 338/ 97 ( Anhang B )
das Tier ist ( EG- rechtlich ) besonders geschützt und unterliegt daher den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Die Präparation ist zulässig, wenn das Tier legaler Herkunft
im Sinne der Vorschriften über den Artenschutz ist, d.h.:
dem Präparator ist eine Cites - Bescheinigung ( EG- Handelsdokument) zu übergeben oder
ein Beleg aus dem ersichtlich ist, ob
das erworbene Exemplar aus legaler Nachzucht stammt
( z .b. durch eine formfreie Bestätigung des Züchters ) oder
ein legal in die Bundesrepublick Deutschland eingeführtes Exemplar ist
( z .b. Kaufquittung der Zoohandlung unter Angabe der Einfuhrgenehmigungsnummer).
Auch eine schriftliche Zeugenaussage, daß sich das Tier bereits vor Unterschutzstellung der Art in der Bundesrepublick Deutschland befand, kann in der Regel anerkannt werden. Eine Rücksprache mit der zuständigen Landschaftsbehörde wird empfohlen.
Der Auftrag an den Präparator kann erfolgen, wrnn die Herkunftslegalität ausreichend nachgewiesen wird. Ein privater Besitz des Präparates ist gestattet.
Grüner Leguan, Abottschlange, Graupapagei...
4. Schutzklasse ( s. auch Punkt 5. Sonderfälle ):
Verordnung ( E G ) Nr. 338/97 ( Anhang A )
Das heißt: das Tier ist ( EG- rechtlich) vom Aussterben bedroht und unterliegt daher den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
A ) Beispiel: Präparation und Verkauf einer Madagaskar-Boa
Gemäß Art. 8. Abs. 1 der Verordnung ( EG ) 338/97 ist der Kauf, der Erwerb zu kommerziellen Zwecken, die Zurschaustellung und Verwendung zu kommerziellen Zwecken sowie der Verkauf, das Anbieten oder Befördern zu Verkaufszwecken von Exemplaren der Arten des Anhangs A verboten, sofern nicht eine Ausnahme nach Art. 8 Abs.3. zugelassen wird ( Ausstellung einer gelben E G - Verkaufsbescheinigung ). Verkaufsberechtig ist immer die Person, die im Feld 1 der Bescheingung genannt ist!
B ) Beispiel: Präparation einer Schleiereule ( Naturentnahme )
Entnimmt man der heimischen Natur eine tote Schleiereule, so ist die Präparation nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung ( s. unter Punkt 2) und somit wiederum nur zu Forschungs- und Lehrzwecken möglich. Bei Abgabe des Tieres an den Präparator wird eine Übergabeerklärung gefertigt und vom Finder unterschrieben ( Herkunftsbeleg ).
Ein privater Besitz des Präparates scheidet aufgrund der Lehrzweckverbindung gem. § 20g Abs.3 Bundesnaturschutzgesetz aus.
Der Auftrag an den Präparator kann erfolgen, wenn eine gültige EG -Verkaufsbescheinigung
( Certificate ) vorliegt. Nur in diesen Fällen gestattet das Gesetz einen privaten Besitz des Präparates.
Beispiel B :
Für naturentnommene Kadaver ist die Beantragung einer Präparationsgenehmigung unter Angabe des Verwendunszwecks zwingend erforderlich.
Griechische Landschildkröte, Diana Meerkatze, Schleiereule, Waldkautz.....
5. Sonderfall:
PRÄPARATION VON GREIFEN ( Accipitridae) und FALKEN ( Falconidae)
Schutzklasse (s. Punkt 4. ):
Verordnung ( EG ) Nr. 338/97 ( Anhang A )
das Tier ist ( EG - rechtlich vom Aussterben bedroht und unterliegt daher den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.
ZUDEM SIND DIE VORSCHRIFTEN DES JAGDRECHTS ZU BERÜCKSICHTIGEN !
Für naturentnommene Kadaver ( z. b. Mäusebussarde, Habichte, Turmfalken,Wanderfalken......)ist die Beantragung einer Präparationsgenehmigung gem. § 20 g Abs. 3 und 6 BnatSchG unter Angabe des Verwendunszwecks in der Regel erforderlich. Das Aneignungsrecht ( von Wild ) zugunsten des Revierinhabers ist zu beachten.
Vor der Auftragserteilung einer solchen Präparation wird eine Rücksprache mit der zuständigen unteren Landschaftsbehörde der Kreise oder kreisfreien Städte dringend empfohlen.
Die obige Erörterung kann nur als Grundriß des Artenschutzrechtes gewertet werden. Eine Präparationsgenehmigung ist stets eine Entscheidung im Einzelfall. Ausnahmebestimmmungen sind nicht abschließend aufgeführt. Für Präparate, die vor dem 01. 01.1987 erworben wurden, gelten Sonderbestimmungen, die oben genannt wurden.
Diese Text wurde uns als Vorlage von unserer Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt,
von Jürgen Genser
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