Source: https://www.personengesellschaften.info/investitionsabzugsbetrag/sonderabschreibung-7g-estg/
Timestamp: 2018-10-17 11:21:19
Document Index: 275675586

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

Die Sonderabschreibung nach § 7g EStG | Personengesellschaften.info
Für die Sonderabschreibung ist § 7g Abs. 5 EStG die einschlägige Vorschrift. Und die macht Steuerberatern immer wieder Probleme. Wie sich die Sonderabschreibung nach aktueller Rechtslage im Einzelnen berechnet, soll in den nachfolgenden Beispielen dargestellt werden.
Sonderabschreibung 7g: Beispiel 1
Liegen die in § 7g Abs. 6 EStG geforderten Voraussetzungen vor, dann können für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung oder der Herstellung und in den vier folgenden Jahren bis zu insgesamt 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden.
G unterhält einen Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelt G nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmenüberschussrechnung). Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Am 01.01.2008 erwirbt G ein Wirtschaftsgut. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 120.000 €. Der Gewinn beläuft sich zum 31.12.2007 auf 80.000 €. G nutzt das Wirtschaftsgut ausschließlich für seinen Betrieb. Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre.
G kann die Sonderabschreibung in Anspruch nehmen, da aller erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. § 7g Abs. 6 EStG).
Zunächst ist für das Wirtschaftsgut die lineare Absetzung für Abnutzung nach § 7 Abs. 1 EStG zu berücksichtigen. Diese beträgt bei einer Nutzungsdauer von fünf Jahren 20 %. Des Weiteren kann G die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG geltend machen. Diese beträgt 20 %.
Die weitere Berechnung sieht wie folgt aus:
Wirtschaftsjahr der Anschaffung, d.h. 2008:
Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts 120.000 €
lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG: 20 % von 120.000 € – 24.000 €
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG: 20 % der Anschaffungskosten von 120.000 € – 24.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2008 von 72.000 €
Abschreibungslauf folgende Jahre
Der Abschreibungslauf für die folgenden Jahre ergibt sich wie folgt:
Abschreibung 20 % von 120.000 € = 24.000 € = Buchwert 48.000 €
Abschreibung 20 % von 120.000 € = 24.000 € = Buchwert 24.000 €
Wirtschaftsjahr 2011:
Abschreibung 20 % von 120.000 € = 23.999 € = Buchwert 1 €
Zum 31.12.2011 verbleibt ein Buchwert i.H.v. 1 €. Durch die Sonderabschreibung hat sich der Abschreibungszeitraum um ein Jahr verringert.
Sonderabschreibung 7g: Beispiel 2
Dies sieht anders aus, wenn die Nutzungsdauer länger als der Begünstigungszeitraum für die Sonderabschreibung von fünf Jahren ist. In diesem Fall ist § 7a Abs. 9 EStG zu beachten.
Nach dieser Vorschrift bemisst sich die Absetzung für Abnutzung nach Ablauf des maßgebenden Begünstigungszeitraums nach dem Restwert und der Restnutzungsdauer.
G unterhält einen Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelt G nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmenüberschussrechnung). Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Am 01.01.2008 erwirbt G ein Wirtschaftsgut. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 120.000 €. Der Gewinn beläuft sich zum 31.12.2007 auf 80.000 €. G nutzt das Wirtschaftsgut ausschließlich für seinen Betrieb. Die Nutzungsdauer beträgt acht Jahre.
G kann die Sonderabschreibung in Anspruch nehmen, da aller erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. § 7g Abs. 6 EStG n.F.).
Zunächst ist für das Wirtschaftsgut die lineare Absetzung für Abnutzung nach § 7 Abs. 1 EStG vorzusehen. Diese beträgt bei einer Nutzungsdauer von acht Jahren 12,5 %. Des Weiteren kann G die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG n.F. geltend machen. Diese beträgt 20 %.
lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG: 12,5 % von 120.000 € – 15.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2008 von 81.000 €
Abschreibung 12,5 % von 120.000 € = 15.000 € = Buchwert 66.000 €
Abschreibung 12,5 % von 120.000 € = 15.000 € = Buchwert 51.000 €
Abschreibung 12,5 % von 120.000 € = 15.000 € = Buchwert 36.000 €
Wirtschaftsjahr 2012:
Abschreibung 12,5 % von 120.000 € = 15.000 € = Buchwert 21.000 €
Der Zeitraum von 2008–2012 betraf den Begünstigungszeitraum.
Der Abschreibungslauf nach dem Begünstigungszeitraum von fünf Jahren sieht dann wie folgt aus:
Der Restwert zum 31.12.2012 i.H.v. 21.000 € ist nunmehr auf die Restnutzungsdauer zu verteilen. Letztere beläuft sich auf drei Jahre. Hierdurch ergibt sich eine Absetzung für Abnutzung i.H.v. 7.000 €.
Wirtschaftsjahr 2013:
Absetzung für Abnutzung: 7.000 € = Buchwert 14.000 €
Absetzung für Abnutzung: 7.000 € = Buchwert 7.000 €
Absetzung für Abnutzung: 6.999 € = Buchwert 1 €
Zum 31.12.2015 verbleibt ein Buchwert i.H.v. 1 €.
Sonderabschreibung 7g: Beispiel 3
In den vorangegangenen Beispielen hatte G die Sonderabschreibung im Jahr der Anschaffung voll in Anspruch genommen. G kann die Sonderabschreibung aber auch auf den Zeitraum der Anschaffung bzw. Herstellung und die folgenden vier Jahre verteilen.
G unterhält einen Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelt G nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmenüberschussrechnung). Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Am 01.01.2008 erwirbt G ein Wirtschaftsgut. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 160.000 €. Der Gewinn beläuft sich zum 31.12.2007 auf 85.000 €. G nutzt das Wirtschaftsgut ausschließlich für seinen Betrieb. Die Nutzungsdauer beträgt acht Jahre. Da es für G steuerlich am günstigsten ist, nimmt G die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG verteilt auf vier Jahre in Anspruch.
Zunächst ist für das Wirtschaftsgut die lineare Absetzung für Abnutzung nach § 7 Abs. 1 EStG vorzusehen. Diese beträgt bei einer Nutzungsdauer von acht Jahren 12,5 %. Des Weiteren kann G die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG geltend machen. Diese beträgt 20 %. Im obigen Beispiel nimmt G für jeweils ein Wirtschaftsjahr 5 % in Anspruch.
Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts 160.000 €
lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG: 12,5 % von 160.000 € – 20.000 €
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG: 5 % der Anschaffungskosten von 160.000 € – 8.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2008 von 132.000 €
lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG:
12,5 % von 160.000 € = 20.000 €
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG:
5 % der Anschaffungskosten von 160.000 € = 8.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2009 von 104.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2010 von 76.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2011 von 48.000 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2012 von 28.000 €
Der Restwert zum 31.12.2012 i.H.v. 28.000 € ist nunmehr auf die Restnutzungsdauer zu verteilen. Letztere beläuft sich auf drei Jahre. Hierdurch ergibt sich eine Absetzung für Abnutzung i.H.v. 9.333 €.
Absetzung für Abnutzung: 9.333 € = Buchwert 18.667 €
Absetzung für Abnutzung: 9.333 € = Buchwert 9.334 €
Absetzung für Abnutzung: 9.333 € = Buchwert 1 €
Die degressive Absetzung für Abnutzung kommt für 2008 nicht in Betracht. Aus diesem Grunde kann neben der Sonderabschreibung wie oben dargestellt nur die lineare AfA in Anspruch genommen werden.
Jedoch ab 2009 ist die degressive Afa wieder möglich. Daher kann sie auch im Rahmen der Sonderabschreibung wieder genutzt werden.
Sonderabschreibung 7g: Beispiel 4
Früher konnte eine Sonderabschreibung nur für neue bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens beansprucht werden. Diese Voraussetzung ist entfallen. Heute kommt die Sonderabschreibung auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter in Betracht.
Für Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens gibt es keine Förderung nach § 7g Abs. 5 EStG. Auch muss es sich um abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter handeln. Liegt ein unbewegliches oder ein immaterielles Wirtschaftsgut vor, so gibt es hier ebenfalls nicht die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG.11).
Eine Ansparrücklage, wie es das frühere Gesetz (§ 7g Abs. 2 Nr. 3 EStG a.F.) vorgesehen hatte, muss heute zur Erlangung der Sonderabschreibung nicht mehr im Vorjahr gebildet werden.
Wurde für ein Wirtschaftsgut ein Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG abgezogen und die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach § 7g Abs. 2 EStG entsprechend gemindert, so ist die Sonderabschreibung des § 7g Abs. 5 EStG für die gekürzten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vorzunehmen.
G unterhält einen Gewerbebetrieb. Seinen Gewinn ermittelt G nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmenüberschussrechnung). Das Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Gewinn beläuft sich zum 31.12.2007 auf 85.000 €. Da G geplant hatte, im Jahr 2009 ein Wirtschaftsgut anzuschaffen, nimmt er den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG n.F. in Anspruch. Dieser beträgt 48.000 € (40 % der geplanten Anschaffungskosten von 120.000 €). Zum 01.01.2009 wird von G das Wirtschaftsgut angeschafft.
G nutzt das Wirtschaftsgut ausschließlich für seinen Betrieb. Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre.
G hat im Jahr 2008 für den beabsichtigten Kauf der Maschine einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch genommen. Daher sind die Anschaffungskosten um den Investitionsabzugsbetrag zu mindern.
Des Weiteren kann G die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG geltend machen. Diese beträgt 20 %, ist aber von den um den Investitionsabzugsbetrag gekürzten Anschaffungskosten vorzunehmen.
Ebenfalls zu berücksichtigen ist die lineare Absetzung für Abnutzung nach § 7 Abs. 1 EStG. Diese beträgt bei einer Nutzungsdauer von fünf Jahren 20 %.
Minderung durch den Investitionsabzugsbetrag – 48.000 €
geminderte Anschaffungskosten 72.000 €
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG: 20 % der Anschaffungskosten von 72.000 € 14.400 €
lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG: 20 % von 72.000 € 14.400 €
Es ergibt sich ein Buchwert zum 31.12.2008 von 43.200 €
Abschreibung 20 % von 72.000 € = 14.400 € = Buchwert 28.800 €
Abschreibung 20 % von 72.000 € = 14.400 € = Buchwert 14.400 €
Abschreibung 20 % von 72.000 € = 14.399 € = Buchwert 1 €
Zum 31.12.2011 verbleibt ein Buchwert i.H.v. 1 €.
Der berücksichtigte Investitionsabzugsbetrag i.H.v. 48.000 € ist aber in 2009 außerbilanziell dem Gewinn hinzuzurechnen und erhöht diesen naturgemäß.
Macht der Steuerpflichtige zusätzlich zu dem Investitionsabzugsbetrag eine Sonderabschreibung und die reguläre Abschreibung von den bereits um bis zu 40 % verminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Investitionsjahr geltend, so werden die Investitionskosten dadurch im Erstjahr nochmals um 20 % Sonderabschreibung und die reguläre Abschreibung auf die bereits auf 60 % verringerte Bemessungsgrundlage vermindert.
Die Gesamtabschreibung bis zum Ende des Erstjahres würde damit regelmäßig mindestens 52 % (plus lineare Absetzungen für Abnutzungen) betragen. Liegt eine Betriebsaufspaltung vor, dann kann sowohl die Besitzgesellschaft als auch die Betriebsgesellschaft die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG in Anspruch nehmen.
Autor: Wenhardt
19. März 2014	| Investitionsabzugsbetrag: Alle Infos auf einen Blick	| 7g EStG, Sonderabschreibung	| Markus Bongardt