Source: https://gesetze-in-app.de/BGB/343
Timestamp: 2018-10-15 20:53:41
Document Index: 268646143

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§ 343 BGB: Herabsetzung der Strafe
LG Köln, Urteil vom 3.4.2009, Az. 28 O 348/08 Anhaltspunkt für die Bestimmung des noch hinzunehmenden Betrages kann insoweit das Doppelte der nach § 343 BGB angemessenen Vertragsstrafe sein (BGH GRUR 2009, 181 = BauR 2009, 501).
BGH, URTEIL vom 3.2.2003, Az. XII ZR 18/00 Bei Bauverträgen gilt eine Vertragsstrafe für Terminüberschreitungen zwar als unangemessen, wenn sie 0,5 % der Auftragssumme pro Tag überschreitet oder aber die Vereinbarung einer angemessenen Höchstgrenze (nicht mehr als etwa 10 % oder gar nunmehr nur 5 % der Auftragssumme - vgl. hierzu BGH, Urteil vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01 -, zur Veröffentlichung bestimmt -) fehlt (vgl. Palandt/Heinrichs aaO 62. Aufl. § 343 BGB Rdn. 4 m.N.).
LAG Hamm, Urteil vom 5.0.2003, Az. 10 Sa 1158/02 § 343 BGB ist auf Individualvereinbarungen zugeschnitten und kommt nur bei verwirkten, also wirksam vereinbarten Vertragsstrafen in Betracht (BGH, Urteil vom 12.03.1981 - NJW 1981, 1509; BGH, Urteil vom 18.11.1982 - NJW 1983, 385, 387; OLG München, Urteil vom 13.12.1995 - NJW-RR 1996, 1181; Basedow, MünchKomm, BGB, 4. Aufl., § 11 Nr. 6 AGBG Rz. 8).
BGH, URTEIL vom 3.2.1990, Az. VIII ZR 196/89 Eine Herabsetzung der Vertragsstrafe gemäß § 343 BGB kommt nicht in Betracht (BGHZ aaO), unabhängig davon, ob der Beklagte Minderkaufmann ist (§§ 348,
BGH, URTEIL vom 3.5.1983, Az. I ZR 78/81 11 noch in Betracht kommenden Herabsetzung nach den Grundsätzen des Wegfalls oder der Änderung der Geschäftsgrundlage (BGH LM HGB § 348 Nr. 3) liegen ersichtlich nicht vor besteht im vorliegenden Fall kein Grund für die (dann allerdings zulässige) Herabsetzung gemäß § 343 Abs. 1 BGB.
BGH, URTEIL vom 4.10.1982, Az. VII ZR 305/81 Dagegen ist vor Inkrafttreten dieses Gesetzes die Ansicht vertreten worden, § 343 BGB sei auch auf unangemessen hohe Vertragsstrafen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen anwendbar und gelte (insoweit) im Rechtsverkehr mit Kaufleuten entsprechend (LG Frankfurt, NJW 1975» 1519, 1520; Schmidt-Salzer aaO, F. 219; Schlegel-berger/Hefermehl, HGB, 5. Aufl., § 348 Rdn. 30).
BGH, URTEIL vom 4.2.1981, Az. VII ZR 293/79 Soweit vor Inkrafttreten des AGBG auch für diesen Fall eine entsprechende Anwendung des § 343 BGB befürwortet wurde, falls die Höhe der vereinbarten Vertragsstrafe gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßen sollte (z.B. LG Frankfurt, NJW 1975, 1519, 1520; Schlegelberger-Hefermehl, HGB, 5. Aufl., Rdn. 30 zu § 348),
BGH, URTEIL vom 3.11.1976, Az. IV ZR 1/76 Die Leistungsfreiheit des Versicherers ist in Rechtsprechung und Literatur schon oft als 'versicherungsrechtliche Vertragsstrafe' definiert (BGH VersR 1972, 363, 364; Lindacher aaO 293; Schwerdtner VOR 1972, 217, 244: 'Vertragsstrafe') oder zu demindest als einer Vertragsstrafe 'ähnlich' bezeichnet worden (BGHZ 52, 86, 90 = BGH VersR 1969, 694 f; OLG Düsseldorf VersR 1973, 1157, 1158; Bauer aaO S. 21; Thees DÖV 1941, 17)# Gleichwohl hat der erkennende Senat es bisher abgelehnt, hier § 343 BGB unmittelbar oder analog anzuwenden.
BGH, URTEIL vom 1.11.1973, Az. VIII ZR 55/72 Wie § 343 BGB zeigt, genügt zur Anwendung des § 138 BGB die unverhältnismäßige Höhe der vereinbarten Vertragsstrafe nicht (BGH Urteil vom 5. Oktober 1951 - I ZR 74/50 = LM BGB § 343 Nr. 1 b mit weiteren Nachweisen).
BGH, URTEIL vom 4.2.1973, Az. VII ZR 188/71 Das Berufungsgericht hat im Ergebnis schon deswegen recht, weil, im Gegensatz zu seiner Ansicht, § 343 BGB auf die Vereinbarung einer Schadensersatzpauschale, wie sie hier vorliegt, überhaupt nicht anwendbar ist (BGH NJW 1970, 29 ff, 31, 32 mit weiteren Nachweisen).
BGH, URTEIL vom 3.6.1970, Az. IV ZR 1178/68 Vielmehr entspricht die Annahme des Versprechens einer Vertragsstrafe, die gegebenenfalls herabgesetzt werden kann (§ 343 BGB), einer vernünftigen, an Treu und Glauben ausgerichteten Betrachtungsweise (BGHZ 49, 84, 89), wenn unter Umständen auch eine andere Beurteilung nicht ausgeschlossen ist (Urteil des Senats xcm 3» Dezember 1969 IV ZR 1165/68).