Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201998,%20306
Timestamp: 2019-12-10 07:30:19
Document Index: 169388655

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', '§ 141', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', '§ 448', 'EGMR', '§ 448', '§ 141', 'BGH', 'BGH', '§ 781', 'BGH', 'BGH', '§ 141', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.1997 - IX ZR 269/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,1028
BGH, 09.10.1997 - IX ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,1028)
BGH, Entscheidung vom 09.10.1997 - IX ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,1028)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 1997 - IX ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,1028)
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Bindung des Erklärenden im Rahmen von Vergleichsverhandlungen an abgegebene Äusserungen zu Bestand und Höhe eines Anspruchs - Begriff des deklaratorischen oder kausalen Schuldanerkenntnisses
Beweis des Inhalts von "Vier-Augen-Gesprächen"; Anerkenntnis im Rahmen von Vergleichsverhandlungen
NJW 1998, 306
MDR 1998, 25
NJ 1998, 89
WM 1997, 2271
BB 1998, 815
Bedeutung erlangt die Parteianhörung vor allem in den Fällen, in denen Tatsachen zu würdigen sind, die Gegenstand eines vier-Augen-Gesprächs oder eines Telefongesprächs sind und in denen der von der Gegenpartei präsentierte Zeuge aus deren Lager kommt oder eine sonstige Interessenverflechtung zu befürchten ist und der anderen Partei ein Zeuge nicht zur Verfügung steht (BGH, Urteil vom 9.10.1997, NJW 1998 S. 307 [richtig: NJW 1998 S. 306 - d. Red.] ; Thüringer LAG, Urteil vom 17.8.1998 - 8 Sa 288/98 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 4.11.1997, MDR 1998 S. 493; OLG Zweibrücken, Urteil vom 18.3.1997 S. 167).
Daß bei einer solchen Konstellation der einen Partei ein Zeuge in der Person des Mitarbeiters zur Seite steht, während die Gegenseite, die selbst die Verhandlungen geführt hat, sich auf keinen Zeugen stützen kann, stellt in einem späteren Gerichtsverfahren eine Benachteiligung dar, die im Rahmen der Ermessensentscheidung nach § 448 ZPO berücksichtigt werden kann (…vgl. BGH, Urt. v. 19.6.1980 - IVa ZR 11/80, WM 1980, 1071, 1073; Urt. v. 9.10.1997 - IX ZR 269/96, NJW 1998, 306 f.).
Denn dem Grundsatz der Waffengleichheit kann auch dadurch genügt werden, daß die durch ihre prozessuale Stellung bei der Aufklärung des Vieraugengesprächs benachteiligte Partei nach § 141 ZPO persönlich angehört wird (vgl. BGH NJW 1998, 306 f.; OLG Zweibrücken NJW 1998, 167; Schöpflin, NJW 1996, 2134, 2135 ff.; Wittschier, DRiZ 1997, 247, 249; a.A. M. Roth, ZfEuP 1996, 490, 497 Fn. 38).
Diese Linie des Bundesgerichtshofs (vgl. auch BGH, NJW 1998, S. 306 f.), die die Anforderungen an die Zulässigkeit der Parteivernehmung absenkt, ohne auf die Notwendigkeit der Anfangswahrscheinlichkeit ausdrücklich zu verzichten, und die den Anwendungsbereich und Beweiswert einer Parteianhörung erweitert, hat Gefolgschaft gefunden (…OLG Saarbrücken, OLG-Report 2000, S. 296;… zuvor bereits auf der Linie des BGH: OLG Zweibrücken, NJW 1998, S. 167 ).
Steht der einen Partei ein Zeuge in der Person eines ihrer Repräsentanten zur Seite, während die Gegenseite, die selbst die Verhandlungen geführt hat, sich auf keinen Zeugen stützen kann, stellt dies in einem späteren Gerichtsverfahren eine Benachteiligung dar, die im Rahmen der Ermessensentscheidung des § 448 ZPO zu berücksichtigen ist (BGH 9. Oktober 1997 - IX ZR 269/96 - NJW 1998, 306, 307;… 16. Juli 1998 aaO;… zusammenfassend: Musielak/Huber ZPO 2. Aufl. § 448 Rn. 7).
Nachdem das Arbeitsgericht die Parteivernehmung durchgeführt hat, kann letztlich dahingestellt bleiben, ob das erkennende Gericht die Benachteiligung der einen Partei nur über den Weg einer Parteivernehmung lösen kann (so wohl EGMR Urteil vom 27. Oktober 1993 - 37/1992/382/460 - NJW 1995, 1413;… Thomas/Putzo ZPO 23. Aufl. § 448 Rn. 4) oder ob - wofür allerdings alles spricht - dem Grundsatz der Waffengleichheit auch dadurch Genüge getan werden kann, daß die durch ihre prozessuale Stellung bei der Aufklärung des "Vier-Augen-Gesprächs" benachteiligte Partei nach § 141 ZPO persönlich angehört wird (…BGH 16. Juli 1998 aaO; 9. Oktober 1997 aaO; Sächs. LAG 15. September 1999 - 2 Sa 519/99 - NZA-RR 2000, 497, 498).
Deklaratorische Erklärungen zu Bestand und Höhe eines Anspruchs, die im Rahmen von Vergleichsverhandlungen abgegeben werden, binden, wenn der Vergleich nicht zustande kommt, den Erklärenden nach wohl allgemeiner Auffassung nicht (BGH, Urteil vom 9. Oktober 1997 - IX ZR 269/96;… Palandt/Sprau, a.a.O., § 781 Rn. 3 a.E.).
BGH, 18.07.2000 - XI ZR 263/99
Die Anerkennung der Forderung der Klägerin stand ersichtlich in untrennbarem Zusammenhang mit der Ratenzahlungsbewilligung sowie der Sicherheitenbestellung und ist ebenso wie diese nicht rechtsverbindlich vereinbart worden (vgl. BGH, Urteil vom 9. Oktober 1997 - IX ZR 269/96, WM 1997, 2271, 2272).
Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass der Aussage eines Zeugen keine zwingende prozessrechtliche Priorität vor der Anhörung einer Partei im Rahmen des § 141 ZPO oder auch nur dem Prozessvortrag der anderen Seite selbst zukommt (BVerfG NJW 1999, 2531 [2532]; BGH LM § 286 ZPO [B] Nr. 4 und [C] Nr. 64; NJW-RR 1988, 471; 1990, 1061; 1991, 917; BGHZ 122, 115 [121] = NJW 1993, 1638; NJW 1998, 306 [307]; NJW 1999, 363 [364]; KG VersR 2009, 1557; MDR 2009, 680).
OLG Hamm, 14.06.2005 - 28 U 190/04
Beweislast, Soll-Beschaffenheit
LAG Köln, 16.03.1999 - 13 Sa 1392/98
Außerordentliche Kündigung; Beleidigung; Bedrohung; Vorgesetzter; …
BGH, 25.06.1998 - IX ZR 292/97
Wertung von Äußerungen im Rahmen von Vergleichsverhandlungen
AG Berlin-Mitte, 08.09.2004 - 103 C 3221/03