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Timestamp: 2016-10-24 03:41:45
Document Index: 357588429

Matched Legal Cases: ['Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'BGE', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Die 1958 geborene Z.________ war bei der C.________ AG als Fahrlehrerin angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 9. Juni 2005 stiess ein von hinten talw�rts herannahendes Automobil in das Heck des von einer Fahrsch�lerin gelenkten, wegen eines beabsichtigten Linksabbiegeman�vers zum Stillstand gebrachten Personenwagens, auf dessen Beifahrersitz die Versicherte sass. Der am n�chsten Tag konsultierte Dr. med. W.________, Allgemeine Medizin FMH, hielt auf dem Dokumentationsbogen f�r Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 17. Juni 2005 Nacken- und Kopfschmerzen, Beweglichkeitseinschr�nkungen der Halswirbels�ule (HWS), Schwindel, �belkeit, Konzentrations-/Koordinationsst�rung sowie L�rmempfindlichkeit ohne radiologischen Befund fest und diagnostizierte eine HWS-Distorsion. Nach umfangreichen medizinischen Abkl�rungen stellte die SUVA mit Verf�gung vom 10. September 2008 die bislang erbrachten Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld) auf den 1. Oktober 2008 mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs der geltend gemachten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen mit dem Unfall vom 9. Juni 2005 ein. Daran hielt sie auf Einsprachen der Versicherten und deren Krankenversicherung hin fest (Einspracheentscheid vom 4. Mai 2009).
In Gutheissung der hiegegen von Z.________ eingereichten Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die SUVA zur�ck (Entscheid vom 19. Januar 2010). In der Begr�ndung wurde der ad�quate Kausalzusammenhang bejaht, weshalb die SUVA �ber den Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung zu befinden habe.
Z.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.1 Beim angefochtenen R�ckweisungsentscheid handelt es sich, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen wird, um einen selbstst�ndig er�ffneten Vor- oder Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG (BGE 133 V 477 E. 4.2 S. 481 f. mit Hinweisen). Die Zul�ssigkeit der Beschwerde setzt somit alternativ voraus, dass der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Abs. 1 lit. a) oder dass die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (Abs. 1 lit. b).
1.2.1 Praxisgem�ss bewirkt ein R�ckweisungsentscheid in der Regel keinen irreversiblen Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, da der Rechtsuchende ihn sp�ter zusammen mit dem Endentscheid wird anfechten k�nnen (vgl. Art. 93 Abs. 3 BGG). Anders verh�lt es sich allerdings f�r die Verwaltung bzw. den Versicherungstr�ger, wenn diese durch den R�ckweisungsentscheid gezwungen werden, eine ihres Erachtens rechtswidrige Verf�gung zu treffen. Diesfalls kann bereits dieser Entscheid angefochten werden, ohne dass der Endentscheid abgewartet werden m�sste (BGE 133 V 477 E. 5.2, 5.2.1-5.2.4 S. 483 ff.; Urteil 8C_682/2007 vom 30. Juli 2008 E. 1.2.1, nicht publ. in: BGE 134 V 392, aber in: SVR UV Nr. 31 S. 115).
1.2.2 Im Umstand, dass der angefochtene Entscheid materiell verbindliche Anordnungen hinsichtlich des Vorliegens eines unfallbedingten Gesundheitsschadens enth�lt, welche die SUVA verpflichten, den Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung zu pr�fen, obwohl sie der Auffassung ist, eine Leistungspflicht bestehe nicht mehr, ist offensichtlich ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu erblicken. Indem das kantonale Gericht den grunds�tzlichen Anspruch auf UVG-Leistungen bejaht, wird der Beurteilungsspielraum der SUVA wesentlich eingeschr�nkt. Sie wird mit dem angefochtenen Entscheid verpflichtet, Leistungen zu pr�fen, obwohl sie einen rechtserheblichen Kausalzusammenhang zwischen den gesundheitlichen St�rungen und dem Unfall verneint. Dazu kommt, dass sie sich ausser Stande s�he, ihre eigene Verf�gung anzufechten, und die Gegenpartei wird in der Regel kein Interesse haben, dem m�glicherweise zu ihren Gunsten lautenden Endentscheid zu opponieren, sodass der kantonale Vor- oder Zwischenentscheid nicht mehr korrigiert werden k�nnte (Urteil 8C_682/2007 vom 30. Juli 2008 E. 1.2.2, nicht publ. in BGE 134 V 392, aber in: SVR 2008 UV Nr. 31 S. 115). Auf die Beschwerde der SUVA ist daher einzutreten.
2.1 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Im angefochtenen Entscheid und im Einspracheentscheid der SUVA vom 4. Mai 2009 werden die Rechtsgrundlagen zu dem f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und eingetretenem Schaden zutreffend dargelegt (vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.). Richtig sind auch die Ausf�hrungen zur Beurteilung des weiter erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhangs von nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv nachweisbaren Beschwerden, wobei zu wiederholen ist, dass bei Schleudertraumen der HWS sowie Sch�delhirntraumen oder �quivalenten Verletzungen im Gegensatz zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten ist (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen).
4.1 Nach den unbestrittenen Feststellungen des kantonalen Gerichts leidet die Versicherte an den typischen Symptomen eines HWS-Schleudertraumas, die mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 9. Juni 2005 zur�ckzuf�hren sind. Entgegen der in der Vernehmlassung erneut ge�usserten Auffassung der Beschwerdegegnerin kann das Krankheitsbild medizinisch nicht objektiviert werden, wie die Vorinstanz unter Hinweis auf die Rechtsprechung und mit zutreffender W�rdigung der medizinischen Unterlagen weiter festgestellt hat, weshalb eine besondere Ad�quanzpr�fung notwendig ist. Das kantonale Gericht hat die Auffahrkollision vom 9. Juni 2005 in �bereinstimmung mit der Praxis zu vergleichbaren Vorkommnissen (vgl. dazu Urteil U 380/04 vom 5. M�rz 2005 E. 5.1.2 mit Hinweisen, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236) in die Kategorie der mittelschweren, an der Grenze zum Bereich der leichten Unf�lle liegend, eingeteilt. Ob von dieser Regel hier mit den Vorbringen der SUVA angesichts der Biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der Arbeitsgruppe f�r Unfallmechanik, Z�rich vom 3. November 2005, wonach die kollisionsbedingte Geschwindigkeits�nderung des Fahrschulautos beim Heckaufprall vom 9. Juni 2005 unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h lag, sowie angesichts der weiteren Gegebenheiten (die Unfallbeteiligten zogen die Polizei nicht bei; �rztliche Betreuung am Unfallort war nicht notwendig; die Versicherte f�llte das Unfallprotokoll eigenh�ndig aus und setzte die Fahrstunde mit dem besch�digten Fahrzeug fort) abzuweichen und ein Bagatellunfall anzunehmen ist (vgl. dazu Urteil 8C_332/2008 vom 18. August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen), muss mit Blick auf das nachfolgend Gesagte nicht abschliessend beurteilt werden. Das kantonale Gericht hat von den weiter zu pr�fenden, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umst�nden, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtw�rdigung einzubeziehen sind, diejenigen der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung, der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung, der erheblichen Beschwerden sowie der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt betrachtet, weshalb es den ad�quaten Kausalzusammenhang bejaht hat.
4.2.1 Die Beschwerdegegnerin war nach dem Unfall unbestrittenermassen als Fahrlehrerin vor allem wegen Kopfschmerzen, Schwindel und erheblicher Einschr�nkung der HWS-Beweglichkeit (vgl. Bericht des Casemanagers der SUVA vom 15. August 2005) vollst�ndig arbeitsunf�hig. Am 11. November 2005 nahm sie die angestammte Berufst�tigkeit im Sinne eines therapeutischen Arbeitsversuchs bei der C.________ AG schrittweise wieder auf (vgl. u.a. Telefonnotizen der SUVA vom 16. und 18. November 2005). Gem�ss Ausk�nften des Dr. med. W.________ vom 16. Dezember 2005 und 20. Januar 2006 begann die Versicherte ab Januar 2006 zu einem Pensum von 50 % zu arbeiten, wobei vor allem die abrupten Anfahr- und Bremsman�ver beim praktischen Fahrunterricht erneut zu einer Verschlechterung der Nackenbeschwerden und damit einhergehender vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit ab 12. Januar 2006 f�hrten. Aus den Akten der folgenden Jahre ist nicht ersichtlich, dass die Versicherte Anstrengungen unternahm, die erhebliche Arbeitsunf�higkeit im angestammten Beruf zu �berwinden. Nachdem sie freigestellt worden war, wurde das Arbeitsverh�ltnis mit der C.________ AG im gegenseitigen Einverst�ndnis per 30. April 2006 aufgel�st (vgl. Bericht des Casemanagers der SUVA vom 10. Mai 2006). Die SUVA bringt zu Recht vor, dass die Beschwerdegegnerin nichts unternahm, die unmittelbar vor dem Unfall erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung zur Verkehrsinstruktorin, die als m�gliche zus�tzliche berufliche Perspektive angesehen wurde, erwerblich zu verwerten (vgl. den erw�hnten Bericht vom 10. Mai 2006). Sodann sind keine Bem�hungen um alternative, der gesundheitlichen Einschr�nkung besser Rechnung tragende Erwerbst�tigkeiten ausgewiesen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung hat nicht der Unfallversicherer abzukl�ren, welche Erwerbst�tigkeiten in Frage kommen. Vielmehr hat die versicherte Person nach Eintritt des Schadens von sich aus alle m�glichen oder zumutbaren Massnahmen zu treffen, um diesen zu mindern oder zu beheben (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.). Wohl absolvierte die Beschwerdegegnerin eine Vielzahl von medizinischen und alternativmedizinischen Therapien, die jeweils bloss eine vor�bergehende Besserung der gesundheitlichen Leiden bewirkten. Indessen ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass sie entgegen dem Grundsatz, wonach bei HWS-Schleudertraumen (und punkto Ad�quanzbeurteilung gleich zu behandelnden Verletzungen) ein l�ngerer oder gar dauernder Ausstieg vom medizinischen Standpunkt aus eher ungew�hnlich ist (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129), f�r s�mtliche alternativen Erwerbsm�glichkeiten vollst�ndig arbeitsunf�hig war. Ist somit konkret ein Wille, sich durch aktive Mitwirkung raschestm�glich wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern, nicht erkennbar, ist mit der SUVA das unfallbezogene Ad�quanzkriterium der erheblichen Arbeitsunf�higkeit mangels ausgewiesener Anstrengungen, diese zu �berwinden, nicht erf�llt.
4.2.2 Unbestritten ist, dass die Merkmale der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls, der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie des schwierigen Heilverlaufs und erheblichen Komplikationen nicht vorliegen. Von den sieben ad�quanzrelevanten Kriterien sind somit h�chstens drei ausgewiesen, was bei der gegebenen Unfallschwere praxisgem�ss nicht ausreicht, den ad�quaten Kausalzusammenhang zu bejahen (vgl. Urteil 8C_209/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 5.8). Daf�r m�sste vielmehr mindestens ein Kriterium in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein, was entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung nicht zutrifft. Es kann somit offen bleiben, ob die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung und der fortgesetzt spezifischen �rztlichen Behandlung �berhaupt in der einfachen Form gegeben sind, wie die SUVA in der Beschwerde einwendet.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 19. Januar 2010 aufgehoben.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, Kammer 2 als Versicherungsgericht, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.