Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201969,%20928
Timestamp: 2019-07-20 21:10:09
Document Index: 284200039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', '§ 519', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 74', 'BGH', 'Art. 34', '§ 261', '§ 261', 'BGH', '§ 7', '§ 154', 'BGH', '§ 149', '§ 149']

Rechtsprechung: NJW 1969, 928 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 12.02.1969
BGH, 19.03.1969 - VIII ZR 63/67
https://dejure.org/1969,270
BGH, 19.03.1969 - VIII ZR 63/67 (https://dejure.org/1969,270)
BGH, Entscheidung vom 19.03.1969 - VIII ZR 63/67 (https://dejure.org/1969,270)
BGH, Entscheidung vom 19. März 1969 - VIII ZR 63/67 (https://dejure.org/1969,270)
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Anforderungen an die hinreichende Bezeichnung des Rechtsmittelklägers in der Berufungsschrift - Auslegung der Rechtsmittelschrift hinsichtlich des Rechtsmittelgegners - Erfordernis der Nennung aller Streitgenossen der Gegenseite in der Rechtsmittelschrift
Daß darin allein die Erstbeklagte als Beklagte und Berufungsbeklagte aufgeführt ist, erklärt sich zwanglos aus der Unvollständigkeit des Rubrums der angefochtenen erstinstanzlichen Entscheidung und wäre selbst dann unschädlich, wenn das Rubrum des Landgerichtsurteils vollständig wäre (Senatsurteil vom 19. März 1969 - VIII ZR 63/67 - WM 1969, 863 unter 2).
Eine solche Beschränkung kann sich, wenn auf der Gegenseite mehrere Streitgenossen stehen, beispielsweise daraus ergeben, dass in der Rechtsmittelschrift nur einige von ihnen angegeben werden (vgl. BGH, Urteil vom 19. März 1969 - VIII ZR 63/67 - aaO, 929).
Das Berufungsgericht geht unter Bezugnahme auf die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 26. September 1961 (Senat, V ZB 24/61, NJW 1961, 2347) und vom 19. März 1969 (VIII ZR 63/67, NJW 1969, 928 = LM ZPO § 518 Abs. 2 Ziff. 1, Nr. 4) von dem Grundsatz aus, daß ein Rechtsmittel sich gegen die angefochtene Entscheidung als solche richtet (§ 519 Abs. 2 Nr. 1 ZPO, § 518 Abs. 2 Nr. 1 ZPO a.F.), diese mithin im Umfang der Beschwer des Rechtsmittelklägers angreift.
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hat im Lauf der Zeit gewisse Anforderungen auch hinsichtlich der Notwendigkeit der Bezeichnung des Rechtsmittelführers und des Rechtsmittelgegners entwickelt, wobei an die Bezeichnung des letzteren geringere Anforderungen gestellt werden (vgl. z.B. BGH, Urt. v. 19. März 1969, VIII ZR 63/67, NJW 1969, 928).
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung ist eine Berufung allerdings nur dann zulässig, wenn jedenfalls bis zum Ablauf der Berufungsfrist aus den dem Rechtsmittelgericht vorliegenden Unterlagen hervorgeht, wer Rechtsmittelführer ist und gegen wen sich das Rechtsmittel richtet (BGH NJW 1961, 2347; BGH NJW 1969, 928; BGH VersR 1985, 1092; BGH VersR 1986, 471; BGH NJW 1991, 2775).
Während jedoch der Rechtsmittelkläger unzweifelhaft erkennbar sein muss (BGH NJW 1969, 928; BGH VersR 1984, 1093), sind an die Bezeichnung des Gegners des Rechtsmittels weniger strenge Anforderungen zu stellen (BGH NJW 1961, 2347).
Zwar kann sich eine solche Beschränkung dann ergeben, wenn in der Rechtsmittelschrift nur einige von mehreren in der ersten Instanz obsiegenden Streitgenossen angegeben sind (BGH NJW 1969, 928).
Handelt es sich bei dem angegebenen Rechtsmittelgegner um den im Rubrum des angefochtenen Urteils an erster Stelle stehenden, reicht das für eine Beschränkung des Rechtsmittels zum Beispiel nicht ohne weiteres aus (BGH NJW 1969, 928).
Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung ist dies aber u.a. dann anzunehmen, wenn in der Berufungsschrift von den bisherigen Gegnern nur einige mit genauer Namens- und Wohnsitzbezeichnung als Berufungsbeklagte angegeben sind (BGH, Beschl. v. 26. September 1961 - V ZB 24/61, LM § 518 Abs. 2 Nr. 1 ZPO Nr. 3 = NJW 1961, 2347; BGH, Urt. v. 19. März 1969 - VIII ZR 63/67, WM 1969, 863;… BGH, Urt. v. 21. Juni 1983 - VI ZR 245/81, NJW 1984, 58/59).
In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof (Urteil vom 19. März 1969 - VIII ZR 63/67 - NJW 1969, 928 sowie Urteil vom 21. Juni 1983 - VI ZR 245/81 - NJW 1984, 58) ausgeführt, für die Bezeichnung des Rechtsmittelbeklagten gälten keine so strengen Anforderungen wie beim Rechtsmittelkläger.
Haben in der Vorinstanz mehrere Streitgenossen obsiegt, so richtet sich das Rechtsmittel im Zweifel gegen alle Streitgenossen (BGH Beschluß vom 26. September 1961 - V ZB 24/61 - NJW 1961, 2347; Urteil vom 19. März 1969, aaO, 929;… Urteil vom 21. Juni 1983, aaO, S. 58 ff.), weil der Rechtsmittelführer durch die gesamte Entscheidung beschwert ist.
Der Bundesgerichtshof spricht von einer Gepflogenheit der Praxis, Prozesse, an denen mehrere Streitgenossen beteiligt sind, zum Zwecke der Abkürzung nur nach dem "Spitzenreiter" zu bezeichnen (BGH Urteil vom 19. März 1969, aaO, 929).
BGH, 20.10.2011 - IX ZR 68/09
Haftung des Steuerberaters: Prüfungspflichten nach einer Gesetzesänderung bei …
OLG Düsseldorf, 07.06.2005 - 4 U 135/04
Auswirkungen der Benennung nur eines von mehreren Streitgenossen der Gegenseite, …
https://dejure.org/1969,349
BGH, 12.02.1969 - IV ZR 539/68 (https://dejure.org/1969,349)
BGH, Entscheidung vom 12.02.1969 - IV ZR 539/68 (https://dejure.org/1969,349)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 1969 - IV ZR 539/68 (https://dejure.org/1969,349)
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Nun ist freilich, wie das Berufungsgericht nicht übersehen hat, in der Rechtsprechung seit langem anerkannt, daß der Kläger und sein Prozeßbevollmächtigter den Prozeßkostenvorschuß nicht von sich aus zu berechnen und mit der Klage einzuzahlen brauchen, vielmehr die Zahlungsaufforderung des Gerichts abwarten dürfen (vgl. BGH VersR 1964, 75; 1969, 413;… NJW aaO sowie 1956, 1319 = LM GKG § 74 a.F. Nr. 1; OLG Celle VersR 1969, 173).
Es kommt infolgedessen nicht auf den Hinweis des Berufungsgerichts an, daß im vorliegenden Falle zwischen Einreichung der Klage (im Dezember 1981) und Zustellung zweieinhalb Monate lagen, sondern allein darauf, ob die Klage, gemessen vom Tage des Ablaufs der Verjährungsfrist, "demnächst" zugestellt worden ist (…BGH, Urt. v. 7.4.1983 - III ZR 193/81 = LM GG Art. 34 Nr. 135;… Urt. v. 12.10.1971 - VI ZR 59/70 = LM ZPO § 261 b Nr. 16; Urt. v. 12.2.1969 - IV ZR 539/68 = LM ZPO § 261 b Nr. 12).
Für sich betrachtet enthält das Schriftstück Angaben, wie sie von Unfallbeteiligten je nach der Situation, unter denen sie von dem Geschädigten dazu aufgefordert werden, auch ohne den für ein Anerkenntnis erforderlichen rechtsgeschäftlichen Verpflichtungswillen als Stellungnahme zum Unfallhergang allein zu Beweiszwecken abgegeben werden können (dazu BGH Urteil vom 12. Februar 1969 - IV ZR 539/68 = VersR 1969, 413, 414;… Stiefel/Hofmann, Kraftfahrtversicherung 11. Aufl. § 7 AKB Rnr. 178;… Prölß/Martin VVG 22. Aufl. § 154 Anm. 2; jeweils m.w.Nachw.).
Insoweit entfaltet die rechtskräftige Entscheidung des Haftpflichtprozesses für die Deckungsfrage Bindungswirkung, die auf der Auslegung des vertraglichen Leistungsversprechens des Versicherers beruht (vgl. BGH, VersR 1969, 413 (414); VersR 1992, 1504 (1505); SaarlOLG, VersR 1993, 1004 (1005);… Prölss/Martin-Voit, aaO., § 149 VVG, Rdnr. 29;… Römer/Langheid-Langheid, aaO., § 149 VVG, Rdnr. 5; Hoegen, VersR 1978, 1081 (1082);… Bauer, aaO., Rdnr. 477).