Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=12.07.2012&Aktenzeichen=2%20B%2012.1211
Timestamp: 2019-11-22 02:15:28
Document Index: 257752558

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 13', 'Art. 66', '§ 5', '§ 1', 'Art. 14', '§ 1', '§ 13', 'Art. 66', 'Art. 61', '§ 1', '§ 13', 'Art. 66', 'Art. 61', '§ 1', '§ 13', 'Art. 66', '§ 1', '§ 13', 'Art. 66']

VGH Bayern, 12.07.2012 - 2 B 12.1211 - dejure.org
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VGH Bayern, 12.07.2012 - 2 B 12.1211 (https://dejure.org/2012,21287)
VGH Bayern, Entscheidung vom 12.07.2012 - 2 B 12.1211 (https://dejure.org/2012,21287)
VGH Bayern, Entscheidung vom 12. Juli 2012 - 2 B 12.1211 (https://dejure.org/2012,21287)
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Klagebefugnis eines Sondereigentümers; kein gebietsübergreifender Gebietserhaltungsanspruch; Funktionslosigkeit eines Bebauungsplans; Gebot der Rücksichtnahme
Bauplanungsrecht und Verwaltungsprozessrecht: Nachbarklage eines Sondereigentümers | Klagebefugnis eines Sondereigentümers (verneint); Kein gebietsübergreifender Gebietserhaltungsanspruch; Gebot der Rücksichtnahme
Kann Wohnungseigentümer gegen Nachbarbebauung vorgehen?
Kann ein Wohnungseigentümer gegen Nachbarbebauung vorgehen? (IMR 2013, 42)
BauR 2012, 1925
Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft könnten baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht aber nur dann geltend machen, wenn eine konkrete Beeinträchtigung gerade ihres Sondereigentums und nicht nur eine Betroffenheit des Gesamteigentums im Raume stehe (BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211).
Er gewährt dem Eigentümer eines Grundstücks hinsichtlich der durch einen Bebauungsplan festgesetzten Nutzungsart einen Abwehranspruch gegen die Genehmigung eines Bauvorhabens im Plangebiet, das von der zulässigen Nutzungsart abweicht und zwar unabhängig davon, ob die zugelassene gebietswidrige Nutzung des Nachbarn ihn selbst unzumutbar beeinträchtigt oder nicht (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 27 m.w.N.).
Im Rahmen dieses nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnisses soll daher jeder Planbetroffene im Baugebiet das Eindringen einer gebietsfremden Nutzung und damit die schleichende Umwandlung des Baugebiets unabhängig von einer konkreten Beeinträchtigung verhindern können (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 27).
4.2 Für das Geltendmachen von Rechten aus seinem ideellen Anteil am gemeinschaftlichen Eigentum fehlt der Antragstellerin die Befugnis (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 21 m.w.N.).
4.3 Grundsätzlich kann der einzelne Wohnungseigentümer (§ 1 Abs. 2 WEG) baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht nach § 13 Abs. 1 Halbsatz 2 WEG geltend machen, wenn eine konkrete Beeinträchtigung seines Sondereigentums im Raum steht (…vgl. BVerwG B. v. 20.8.1992 - 4 B 92/92 - juris Rn. 7 ff.; vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 22;… BayVGH B. v. 2.10.2003 - 1 CS 03.1785 BayVBl. 2004, 664 - juris Rn. 18 ff.;… vom 11.2.2004 - 2 CS 04.18 - juris Rn. 4;… B. v. 10.6.2008 - 2 CS 08.1298 - juris Rn. 4;… B. v. 21.1.2009 - 9 CS 08.1330 -1336 - juris Rn. 2;… B. v. 22.3.2010 - 15 CS 10.352 - juris Rn. 10;… offen gelassen in BayVGH vom 12.9.2005 - 1 ZB 05.42 BayVBl. 2006, 374 - juris Rn. 16;… Schwarzer/König, BayBO, 4. Aufl. 2012, Art. 66 BayBO Rn. 12).
Macht der Sondereigentümer lediglich eine Verletzung von Bauplanungsrecht geltend, ist bereits fraglich, ob die Verletzung von Bauplanungsrecht überhaupt eine Beeinträchtigung des Sondereigentums darstellen kann oder ob dies ausschließlich das gesamte Grundstück und damit die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betrifft (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 23 m.w.N.).
Dies ist nach Ansicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs möglicherweise dann der Fall, wenn das Sondereigentum beispielsweise im Bereich der Abstandsflächen liegt oder aber das bauplanungsrechtliche Rücksichtnahmegebot unmittelbar das Sondereigentum betrifft (BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 23).
Hinsichtlich eines Gebietserhaltungsanspruchs geht der Bayerische Verwaltungsgerichtshof dagegen davon aus, dass dieser das Sondereigentum allenfalls im gleichen Maß wie alle anderen Sondereigentümer sowie das Anwesen insgesamt und damit das Gemeinschaftseigentum betrifft (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 23).
4.2 Für das Geltendmachen von Rechten aus seinem ideellen Anteil am gemeinschaftlichen Eigentum fehlt dem Antragsteller die Befugnis (vgl. BayVGH U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 BayVBl. 2013, 51 - juris Rn. 21 m.w.N.).
Offen bleiben kann daher, unter welchen Umständen sich Sondereigentümer auf eine Verletzung der §§ 5 f. LBO berufen können (vgl. dazu Bayerischer VGH, Urteil vom 12.07.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51).
Insoweit ist nach § 1 Abs. 5 WEG nur die Wohnungseigentümergemeinschaft und nicht der einzelne Wohnungseigentümer aufgrund seines Anteils am gemeinschaftlichen Eigentum berechtigt, Beeinträchtigungen des gemeinschaftlichen Eigentums im eigenen Namen geltend zu machen (vgl. Bay. VGH, Beschluss vom 24.11.2016 - 1 CS 16.2011 - juris; Urteil vom 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BauR 2012, 1925; Beschluss vom 12.9.2005 - 1 ZB 05.42 - BauR 2006, 501; OVG Berlin-Bbg., Beschluss vom 15.10.2012 - OVG 2 N 111.10 - juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 24.8.2015 - 7 B 886/15 - juris).
Wertminderungen, die als Folge der Nutzung einer Baugenehmigung für das Nachbargrundstück entstehen, bilden für sich genommen oder am Maßstab von Art. 14 Abs. 1 GG bzw. über das Gebot der Rücksichtnahme hinaus keinen Maßstab für die Zulässigkeit eines Vorhabens (…vgl. BVerwG, B. v. 17.2.1981 - 4 B 13/81 - BRS 38 Nr. 84 = juris Rn. 3; BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51 = juris Rn. 40;… B. v. 1.3.2016 - 15 CS 16.244 - juris Rn. 24 m. w. N.).
Der einzelne Wohnungseigentümer (§ 1 Abs. 2 WEG) und damit auch der dinglich berechtigte Nießbraucher kann allerdings baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht nach § 13 Abs. 1 Halbsatz 2 WEG nur geltend machen, wenn eine konkrete Beeinträchtigung seines Sondereigentums (bzw. Nießbrauchrechts an diesem Sondereigentum) im Raum steht (vgl. BVerwG, U .v. 20.8.1992 - 4 B 92/92 - juris LS 1; BayVGH, B. v. 2.10.2003 - 1 CS 03.1785 - BayVBl 2004, 664 - juris LS; B .v. 11.2.2004 - 2 CS 04.18 - juris;… B. v. 21.1.2009 - 9 CS 08.1330 -1336 - juris Rn. 2;… B. v. 22.3.2010 - 15 CS 10.352 - juris Rn. 10; U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51 - juris LS 1;… B .v. 08.07.2013 - 2 CS 13.807 - juris Rn. 5 und 6;… Schwarzer/König, BayBO, 4. Aufl. 2012, Art. 66 BayBO Rn. 12).
Ein nachbarlicher Abwehranspruch im Hinblick auf die Wahrung der Gebietsart hat vorliegend keinen Erfolg (…vgl. BVerwG U. v. 16.9.1993 - 4 C 28/91, BVerwGE 94, 151 - juris Rn. 13), da den Klägern als Nießbrauchberechtigte am Sondereigentum der Doppelhaushälfte Haus 1 und Garage 3 kein Anspruch auf Wahrung der Gebietsart zusteht (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N. für Sondereigentümer, bestätigt durch BVerwG, B. v. 10.1.2013 - 4 B 48.12 - juris).
Folglich ist eine konkrete Beeinträchtigung des Sondereigentums der Klägerin im Parallelverfahren M 8 K 15.2783 und daher eine konkrete Beeinträchtigung des Nießbrauchrechts an diesem Sondereigentum im -streitgegenständlichen Verfahren, welche über das hinausginge, was die Eigentümergemeinschaft als solche für das Gemeinschaftseigentum geltend machen kann, ist nicht erkennbar (vgl. BayVGH, B. v. 26.3.2003 - 8 ZB 02.2918 - BayVBl 2004, 50 = NVwZ 2004, 629; U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51 bestätigt durch BVerwG, B. v. 10.1.2013 - 4 B 48.12 - juris).
Vorliegend ist bereits nicht ersichtlich, inwieweit durch die Remise eine konkrete Beeinträchtigung des Sondereigentums bzw. des Nießbrauchrechts der Kläger im Raum steht oder, ob nur die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betroffen ist (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.).
Damit haben die Kläger als Nießbrauchberechtigte auch vor dem Hintergrund, dass insoweit bereits fraglich ist, ob hier lediglich eine Belastung des gesamten Grundstücks im Raum steht, so dass nur die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betroffen ist (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.), jedenfalls die von den zulässigen Stellplätzen zu erwartenden Störungen hinzunehmen.
Eine Verletzung nachbarschützender Rechte der Kläger kommt im Übrigen schon deshalb nicht in Betracht, weil es sich bei Art. 61 BayBO um eine nicht drittschützende Verfahrensvorschrift handelt und auch hier fraglich ist, ob insoweit ohnehin nur die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betroffen wäre und nicht die Kläger als Nießbrauchberechtigte (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.).
Grundsätzlich kann der einzelne Wohnungseigentümer (§ 1 Abs. 2 WEG) baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht nach § 13 Abs. 1 Halbsatz 2 WEG geltend machen, wenn eine konkrete Beeinträchtigung seines Sondereigentums im Raum steht (vgl. BVerwG, U .v. 20.8.1992 - 4 B 92/92 - juris LS 1; BayVGH, B. v. 2.10.2003 - 1 CS 03.1785 - BayVBl 2004, 664 - juris LS; B .v. 11.2.2004 - 2 CS 04.18 - juris;… B. v. 21.1.2009 - 9 CS 08.1330 -1336 - juris Rn. 2;… B. v. 22.3.2010 - 15 CS 10.352 - juris Rn. 10; U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51 - juris LS 1;… B .v. 08.07.2013 - 2 CS 13.807 - juris Rn. 5 und 6;… Schwarzer/König, BayBO, 4. Aufl. 2012, Art. 66 BayBO Rn. 12).
Ein nachbarlicher Abwehranspruch im Hinblick auf die Wahrung der Gebietsart hat vorliegend keinen Erfolg (…vgl. BVerwG U. v. 16.9.1993 - 4 C 28/91, BVerwGE 94, 151 - juris Rn. 13), da der Klägerin als Sondereigentümerin kein Anspruch auf Wahrung der Gebietsart zusteht (BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.; bestätigt durch BVerwG, B. v. 10.1.2013 - 4 B 48.12 - juris).
Eine konkrete Beeinträchtigung des Sondereigentums der Klägerin, welche über das hinausginge, was die Eigentümergemeinschaft als solche für das Gemeinschaftseigentum geltend machen kann, ist nicht erkennbar (vgl. BayVGH, B. v. 26.3.2003 - 8 ZB 02.2918 - BayVBl 2004, 50 = NVwZ 2004, 629; U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51; bestätigt durch BVerwG, B. v. 10.1.2013 - 4 B 48.12 - juris).
Vorliegend ist bereits nicht ersichtlich, inwieweit durch die Remise eine konkrete Beeinträchtigung des Sondereigentums der Klägerin hervorgerufen wird oder, ob nur die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betroffen ist (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.).
Damit hat die Klägerin als Sondereigentümerin auch vor dem Hintergrund, dass insoweit bereits fraglich ist, ob hier lediglich eine Belastung des gesamten Grundstücks im Raum steht, so dass nur die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betroffen ist (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.), jedenfalls die von den zulässigen Stellplätzen zu erwartenden Störungen hinzunehmen.
Eine Verletzung nachbarschützender Rechte der Klägerin kommt im Übrigen schon deshalb nicht in Betracht, weil es sich bei Art. 61 BayBO um eine nicht drittschützende Verfahrensvorschrift handelt und auch insoweit nicht erkennbar ist, inwieweit die Klägerin als Sondereigentümerin im Vergleich zur Wohnungseigentümergemeinschaft in besonderem Maße betroffen sein soll (vgl. BayVGH, U. v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - juris Rn. 22, 23 m. w. N.).
Die Klagebefugnis als Sondereigentümer würde den Klägern nur fehlen, wenn eine Rechtsverletzung hinsichtlich ihres Sondereigentums offensichtlich ausgeschlossen wäre (vgl. zu einem solchen Fall BayVGH, Urteil vom 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BauR 2012, 1925, juris Rn. 23 …und Beschluss vom 24.11.2016 - 1 CS 16.2011 - juris Rn. 3).
Die oberverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung ist zwar ebenfalls der Auffassung, dass nur die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer und nicht der einzelne Wohnungseigentümer aufgrund seines Anteils am gemeinschaftlichen Eigentum berechtigt ist, Beeinträchtigungen des gemeinschaftlichen Eigentums im eigenen Namen im Wege von Abwehrrechten gegen ein Bauvorhaben auf einem Nachbargrundstück geltend zu machen (…OVG B.-Bbg., Beschluss vom 15.10.2012 - OVG 2 N 111.10 - ZWE 2013, 99, juris Rn. 10; kritisch dazu, wenngleich im Ergebnis zustimmend: Elzer, NVwZ 2013, 1625; vgl. auch OVG NRW…, Urteil vom 20.11.2013 - 7 A 2341/11 - BauR 2014, 252, juris Rn. 43 ff., BayVGH…, Beschluss vom 24.11.2016 - 1 CS 16.2011 - juris Rn. 3; Urteil vom 23.7.2012 - 2 B 12.1211 - BauR 2012, 1925, juris Rn. 21;… OVG Rh.-Pf., Beschluss vom 27.4.2015 - 8 B 10304/15 - juris Rn. 3).
Grundsätzlich kann der einzelne Wohnungseigentümer (§ 1 Abs. 2 WEG) baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht nach § 13 Abs. 1 Halbsatz 2 WEG geltend machen, wenn eine konkrete Beeinträchtigung seines Sondereigentums im Raum steht (vgl. BVerwG, U.v. 20.8.1992 - 4 B 92/92 - juris; BayVGH, B.v. 2.10.2003 - 1 CS 03.1785 - BayVBl 2004, 664; B.v. 11.2.2004 - 2 CS 04.18 - juris; B.v. 10.6.2008 - 2 CS 08.1298 - juris; B.v. 21.1.2009 - 9 CS 08.1330-1336 - juris; B.v. 22.3.2010 - 15 CS 10.352 - juris; U.v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51; offen gelassen in BayVGH, B.v. 12.9.2005 - 1 ZB 05.42 - BayVBl 2006, 374;… Schwarzer/König, BayBO, 4. Aufl. 2012, Art. 66 BayBO Rn. 12).
Eine konkrete Beeinträchtigung des Sondereigentums des Antragstellers, welche über das hinausginge, was die Eigentümergemeinschaft als solche für das Gemeinschaftseigentum geltend machen kann, ist hingegen nicht erkennbar (vgl. BayVGH, B.v. 26.3.2003 - 8 ZB 02.2918 - BayVBl 2004, 50 = NVwZ 2004, 629; U.v. 12.7.2012 - 2 B 12.1211 - BayVBl 2013, 51).
1.1 Für das Geltendmachen von Rechten aus ihrem ideellen Anteil am gemeinschaftlichen Eigentum fehlt der Klägerin die Befugnis (vgl. BayVGH Urteil vom 12.7.2012 Az: 2 B 12.1211 - juris RdNr. 21 m.w.N.).
1.2 Hinsichtlich des Sondereigentums ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass der einzelne Wohnungseigentümer (§ 1 Abs. 2 WEG) grundsätzlich baurechtliche Nachbarrechte aus eigenem Recht nach § 13 Abs. 1 Halbsatz 2 WEG geltend machen kann, wenn eine konkrete Beeinträchtigung seines Sondereigentums im Raum steht (vgl. BayVGH Urteil vom 12.7.2012 a.a.O. RdNr. 22;… Schwarzer/König, BayBO, 4. Auflage 2012, Art. 66 RdNr. 12 je m.w.N.).
Insoweit ist nach der Rechtsprechung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs bereits fraglich, ob die Verletzung von Bauplanungsrecht überhaupt eine Beeinträchtigung des Sondereigentums darstellen kann oder ob dies ausschließlich das gesamte Grundstück und damit die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche betrifft (BayVGH Urteil vom 12.7.2012 a.a.O. RdNr. 23).
Dies ist möglicherweise dann der Fall, wenn das Sondereigentum beispielsweise im Bereich der Abstandsflächen liegt oder aber das bauplanungsrechtliche Rücksichtnahmegebot unmittelbar das Sondereigentum betrifft (BayVGH Urteil vom 12.7.2012 a.a.O. RdNr.23).
Für nicht ausreichend erachtet der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den Fall, dass sowohl ein geltend gemachter Gebietserhaltungsanspruch als auch eine mögliche Verletzung des Gebots der Rücksichtnahme das Sondereigentum der Klägerin allenfalls im gleichen Maß wie alle anderen Sondereigentümer sowie das Anwesen insgesamt und damit das Gemeinschaftseigentum betreffen (BayVGH Urteil vom 12.7.2012 a.a.O.).
VGH Bayern, 29.10.2015 - 2 B 15.1431
VGH Bayern, 13.01.2014 - 2 ZB 12.2242
Nachbarklage; Nutzungsänderung in Schreinerei; Gebietserhaltungsanspruch; Gebot …
VGH Bayern, 26.02.2013 - 2 ZB 11.2793
Nachbarklage; kein Gebietserhaltungsanspruch; kein faktisches Mischgebiet; …
VGH Bayern, 02.10.2018 - 2 ZB 16.2168
Außergerichtliche Kosten, Bauvorhaben, mündliche Verhandlung, Erdrückende …
VG München, 22.06.2015 - M 16 E 15.1673
VGH Bayern, 18.12.2012 - 2 CS 12.1961
VG Ansbach, 14.11.2018 - AN 9 K 17.02212
Verfristete Klage gegen Baugenehmigung