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Timestamp: 2018-10-15 17:59:14
Document Index: 208217392

Matched Legal Cases: ['§ 110', '§ 110', '§ 242', '§ 6', '§ 52', '§ 12']

Überentnahme etc. einer GbR (Steuerrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Steuerrecht Finanzamt Überentnahme etc. einer GbR
Überentnahme etc. einer GbR
12.12.2005 14:31 |
das Finanzamt hat mir bei meiner Erklärung für 2004 folgende Punkte gestrichen bzw. dem Gewinn zugezählt
1. Überentnahme, wurde zu 6% verzinst, dieser Betrag dann dem Gewinn zugeordnet
2. Rückstellungen wurden verzinst (wohl die Auflösung von Rückstellungen) und dieser Betrag dem Gewinn zugeordnet
3. 20% der Telefonkosten wurden als privat beziffert und dieser Betrag dem Gewinn zugeordnet
zu 1: meine Konten Privatentnahmen und Privateinlagen werden in der Bilanz nicht jährlich ausgewiesen sondern immer summiert ausgewiesen (also was seit Geschäftsgründung angefallen ist). Die Beamtin vom Finanzamt hat nun bei der Berechnung der Überentnahme auch das Vorjahr dazugerechnet (was ja laut Gesetz korrekt ist). Als Überentnahme für das Vorjahr hat Sie aber nach meiner Bilanz die summierten Werte genommen. Ich habe dem Finanzamt mitgeteilt, dass dies die angelaufenen Werte sind. Laut Finanzamt konnte dies aber nicht mehr geändert werden, weil die Einspruchfrist schon seit 1 Woche abgelaufen war. In meiner Bilanz darf anscheined nur das laufene Jahr abgedruckt sein. Die aufgelaufenen Entnahmen und Einnahmen soll ich jedes Jahr umbuchen. Hätte die Beamtin die Summe des Eigenkapital gesehen, so wäre aufgefallen, dass die Zahlen der Bilanz 2004 nicht für das laufende Jahr sein können, sondern eben summiert sind.
Bisher angelaufen sind Einlagen 25 TEUR und Entnahmen 40 TEUR.
Abzüglich meiner Gewinne wurden also für 2004 sowie für 2005 jeweils um die 25 TEUR Überentnahme angesetzt, obwohl die in diesen beiden Jahren eingentlich gar keine Überentnahmen stattgefunden haben. Die großen Überentnahmen stammen aus den Jahren 2001 und 2002, wurden aber damals vom Finanzamt nicht verzinst.
Aber wie gesagt war leider die Einspruchfrist schon abgelaufen.
Kann ich die Korrektur nun bei dem nächsten Bescheid für 2006 geltend machen, um den nun zu hoch angesetzten Gewinn zu korrigieren? Wie mache ich das? Oder gibt es eventuell doch eine Möglichkeit, diese Korrektur auch nach Einspruchsfrist durchzubringen?
2. nach welchem Gesetz werden Rückstellungen verzinst?
3. ist es richtig, dass einfach 20% pauschal bei den Telefonkosten abgezogen werden? Bei einer GmbH z.B. kann man dies ja auch nicht machen
Finanzamt Bilanz Finanzamt Gewinn Jahr
Hier sollten Sie einen Antrag auf Widereinsetzung in vorigen Stand nach § 110 AO stellen und ausführlich begründen, warum Sie an der rechtzeitigen Einlegung des Einspruches gehindert waren.
Einschlägig ist in Ihrem Falle
§ 110 AO Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
Angesichts der möglichen „falschen“ Besteuerung wäre hier u.U, angebracht einen Steuerberater mit der Einlegung der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu beauftragen, damit hier keine entscheidenden Fehler passieren.
Hinsichtlich des laufenden Kontos und der summierten Ausweisung haben Sie nach § 242 HGB zum Ende des Geschäftsjahres eine Bilanz aufzustellen. Daher kann ein Konto nicht summarisch über ein Geschäftsjahr hinaus geführt werden, sondern ist im Rahmen der Bilanz abzuschließen und für da nächste Jahr entsprechend wieder zu eröffnen.
Insoweit sollten Sie entsprechende Bilanzen nach Rücksprache mit einem Steuerberater für die vergangenen Jahre erstellen und diese dem Finanzamt neben der Gewinn- und Verlustrechnug einreichen.
Insoweit geht das Finanzamt bei Vorliegen einer Bilanz immer davon aus, dass es sich bei der bilanziellen Darstellung um ein Geschäftsjahr handelt.
Ich denke bei der geschilderten Problematik geht es um die Abzinsung von Rückstellungen in der steuerlichen Gewinnermittlung.
Durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 wurde das bilanzsteuerrechtliche Abzinsungsgebot für unverzinsliche Verbindlichkeiten und Rückstellungen gesetzlich festgelegt. Mit dem Abzinsungsgebot wird das Ziel verfolgt, den Umstand zu berücksichtigen, dass unverzinsliche gewisse und ungewisse Verpflichtungen bei längerer Laufzeit wirtschaftlich weniger belastend sind als verzinste Schulden. Die gesetzliche Regelung ist in § 6 Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 3a Buchstabe e EStG verankert. Hiernach sind unverzinsliche Verbindlichkeiten und Rückstellungen unter besonderen Voraussetzungen mit einem Zinssatz von 5,5 Prozent abzuzinsen. Die Neuregelung ist für nach dem 31. Dezember 1998 endende Wirtschaftsjahre anzuwenden (§ 52 Abs. 16 Satz 2 EStG).
Hierzu wurde ein ausführliches BMF-Schreiben mit Datum vom 26. Mai 2005 (IV B 2 – S 2175 – 7/05) veröffentlicht.
Es enthält in diesem Zusammenhang umfangreiche Beispiele, in denen auch die Abzinsungstechnik dargestellt wird. Hiernach sind bei der Abzinsung grundsätzlich finanz- und versicherungsmathematische Grundsätze (unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 5,5 Prozent) zu berücksichtigen und einzuhalten. Jedoch ist es aus Vereinfachungsgründen nicht zu beanstanden, wenn der Abzinsungsbetrag nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes (§§ 12 bis 14 Bewertungsgesetz) ermittelt wird. Die vereinfachten Bewertungsverfahren sind einheitlich für alle abzuzinsenden Verbindlichkeiten oder Rückstellungen einschlägig, bei Anwendung aber an den nachfolgenden Bilanzstichtagen beizubehalten.
Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind nicht abzuzinsen, wenn
sie verzinslich sind oder
diese auf einer Anzahlung oder Vorauszahlung beruhen.
Die Finanzverwaltung stellt in dem Schreiben (in Randnummer 11ff.) klar, dass eine Laufzeit von weniger als zwölf Monaten vorliegt, wenn die Verbindlichkeit vor Ablauf eines Jahres nach dem Bilanzstichtag vollständig getilgt wird.
Die voraussichtliche Restlaufzeit am Bilanzstichtag ist für die zutreffende Abzinsung einer Rückstellung zu eruieren. Bei Geldleistungsverpflichtungen ist der voraussichtliche Erfüllungszeitpunkt entscheidend. Bei Sachleistungsverpflichtungen ist auf den Zeitraum bis zu Beginn der Erfüllung der Verpflichtung abzustellen. Das BMF-Schreiben enthält hierzu eine Anzahl von Einzelfällen mit Berechnungsbeispielen.
Die gesetzlichen Bestimmungen über die Abzinsung stellen besondere bilanzsteuerrechtliche Vorschriften für die Bewertung von Verbindlichkeiten und Rückstellungen im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung dar.
Für den Fall, dass eine Abzinsung zu erfolgen hat, ist der abgezinste Betrag in der steuerlichen Gewinnermittlung abzubilden. Ein Rechnungsabgrenzungsposten, wonach Erträge bzw. Aufwendungen in der Gewinnermittlung gewinnneutral abgebildet würden, ist nicht vorzunehmen. Demnach führt die ggf. vorzunehmende Abzinsung zu einem außerordentlichen Ertrag bzw. eine vorzunehmende Aufzinsung zu einem außerordentlichen Aufwand in der steuerlichen Gewinnermittlung.
Das Finanzamt geht davon aus, dass Sie das Telefon auch für private Gespräche nutzen. Um eine 100 % betriebliche Anrechung zu erhalten, müssen durch Aufzeichnungen darlegen, ggfs. mittels der Rechnungsauszüge, dass die Telefongespräche alle beruflich veranlassten waren. D.h. höhere Kosten als die 80 % sind dann nachzuweisen. Lesenswertes Urteil vom FG des Saarlandes, Urteil vom 12. Juni 2001 2 K 131/00
http://www.jura.uni-sb.de/entschdb/fgsaarland/dboutput.php3?id=112
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Fragen weiterhelfen auch wenn sie im Einzelfall, die Auffassung des Finanzamtes bestätigt.
Auswirkung IAB beim Verkauf von KG Anteilen
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