Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamburg&Datum=04.11.2002&Aktenzeichen=1%20Verg%203/02
Timestamp: 2019-08-25 17:06:04
Document Index: 67448142

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 124', '§ 16']

OLG Hamburg, 04.11.2002 - 1 Verg 3/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2328
OLG Hamburg, 04.11.2002 - 1 Verg 3/02 (https://dejure.org/2002,2328)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 04.11.2002 - 1 Verg 3/02 (https://dejure.org/2002,2328)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 04. November 2002 - 1 Verg 3/02 (https://dejure.org/2002,2328)
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Vorlage an den Bundesgerichtshof: Vorlagepflicht besteht nur bei einer beabsichtigten Abweichung im Rahmen eines Vergabeverfahrens
Möglichkeit der Nachprüfung einer Aufhebung eines Vergabeverfahrens; Überprüfung auf Verstöße gegen das Gemeinschaftsrecht unter richtlinienkonformer Auslegung einzelstaatlicher Vorschriften; Unzulässigkeit des Verlangens nach einer Tariftreueerklärung im Angebot; Verstoß gegen den freien Wettbewerb; Voraussetzungen für das Vorliegen einer unzulässigen Mitwirkung eines Mitarbeiters eines Bewerbers; Möglichkeit einer Divergenzvorlage an den Bundesgerichtshof (BGH)
Bieter haben Primärrechtsschutz auch bei Aufhebung öffentlicher Ausschreibungen! (IBR 2003, 35)
VK Hamburg, 18.07.2002 - VgK FB 1/02
NZBau 2003, 172 (Ls.)
BauR 2003, 434 (Ls.)
VergabeR 2003, 40
ZfBR 2003, 186
An der beabsichtigten Entscheidung sieht sich das vorlegende Oberlandesgericht durch den Beschluß des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 4. November 2002 in Sachen 1 Verg 3/02 (ZfBR 2003, 186) gehindert.
Zwar kann nach der Auffassung des Hanseat.OLG Hamburg ein Verstoß gegen diese Vorschrift die Aufhebung der Ausschreibung rechtfertigen (vgl. OLG Hamburg ZfBR 2003, 186, 187).
Diese im förmlichen Vergabeverfahren entwickelte Rechtsansicht (s. z.B. OLG Schleswig, Beschluss vom 4.11.2002 - 1 Verg 3/02, VergabeR 2003, 40, 42f) gilt auch hier.
An der beabsichtigten Entscheidung sieht sich das vorlegende Oberlandesgericht durch den Beschluß des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 4. November 2002 in Sachen 1 Verg 3/02 gehindert.
Bei einem materiell-rechtlichen Verständnisses des Vergabeverfahrens kommt es auf den internen Beschaffungsbeschluss des Auftraggebers an (…vgl. Greb, a. a. O., Rn. 14; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 20. Juni 2001 - Verg 3/01, VergabeR 2001, 329 ff.; OLG Hamburg, Beschluss vom 4. November 2002 Verg 3/02, VergabeR 2003, 40 ff., juris Rn. 79; Vergabekammer des Bundes…, Beschluss vom 24. April 2012 - VK 2-169/11 Rn. 144), während bei einem formellen Verständnis auf den Zeitpunkt der Ausschreibung abzustellen ist (OLG Koblenz…, Beschluss vom 5. September 2002 - 1 Verg 2/02, VergabeR 2002, 617 ff, juris Rn. 55 ff.; OLG Jena…, Beschluss vom 8. April 2003 - 6 Verg 9/02, VergabeR 2003, 577 ff., juris Rn. 38;… Rechten, in: Willenbruch/Wieddekind, Vergaberecht, 2. Aufl., § 16 VgV Rn. 19;… Ganske, in: Reidt/Stickler/Glahs, Vergaberecht, 3. Aufl. § 16 VgV Rn. 12;… Müller, in: Byok/Jäger, Kommentar zum Vergaberecht, 3. Aufl. 2011, § 16 VgV Rn. 28).
Somit gehört schon die Erstellung der für die Vergabeentscheidung wesentlichen Bekanntmachungs- und Vergabeunterlagen bereits ins Vergabeverfahren (vgl. OLG Hamburg, Beschluss v. 04.11.2002 - 1 Verg3/02, VergabeR 2003, 40 (42); VK Bund, Beschluss v. 24.04.2012-VK 2-169/11; Kirch, ZfBR 2004, 769).
Der Senat sieht sich an einer entsprechenden Entscheidung allerdings durch den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts vom 04.11.2002 (1 Verg 3/02) gehindert, der (vgl. Text Seite 13/14) ohne weiteres von der Zulässigkeit eines entsprechenden Nachprüfungsantrags ausgeht, und legt das Verfahren daher gemäß § 124 Abs. 2 GWB dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vor.
§ 16 Abs. 1 Nr. 3 lit. b VgV ist auch auf Entscheidungen anwendbar, die im Vorfeld eines Vergabeverfahrens - wie etwa typischerweise bei der Ausarbeitung der Leistungsbeschreibung - erfolgen; der Anwendungsbereich der Norm ist somit nicht auf Entscheidungen erst nach förmlicher Eröffnung des Vergabeverfahrens durch Bekanntmachung beschränkt (so schon OLG Hamburg, 04.11.2001, 1 Verg 3/02; vgl. aber OLG Koblenz, 05.09.2002, 1 Verg 2/02).
OLG Jena, 08.04.2003 - 6 Verg 9/02
Architekt als ausgeschlossener Sachverständiger
Dies verkennt das Hanseatische OLG Hamburg in seinem Beschluss v. 04.11.2002, (Verg 3/02, VergabeR 2003, 40 = ZfBR 2003, 186).
Diese Rechtsprechung ist nicht auf den nun eindeutig eröffneten Primärrechtschutz anzuwenden (s. auch Hanseat. OLG, Beschluß v. 23.10.02 - 1 Verg 3/02 -).