Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.02.2013&Aktenzeichen=VI%20ZR%20290/11
Timestamp: 2019-05-23 06:22:51
Document Index: 109048735

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 139', '§ 308', '§ 249', '§ 139', '§ 249', '§ 139', '§ 308', '§ 249', '§ 139', '§ 308', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 568', '§ 526', '§ 526', 'BGH', '§ 348', 'BGH', '§ 526', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249', 'BGH', '§ 249']

BGH, 05.02.2013 - VI ZR 290/11 - dejure.org
https://dejure.org/2013,3529
BGH, 05.02.2013 - VI ZR 290/11 (https://dejure.org/2013,3529)
BGH, Entscheidung vom 05.02.2013 - VI ZR 290/11 (https://dejure.org/2013,3529)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 2013 - VI ZR 290/11 (https://dejure.org/2013,3529)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2013,3529) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 249; ZPO § 139, § 308
§ 249 BGB; §§ 139, 308 ZPO
§ 249 BGB, § 139 ZPO, § 308 ZPO
Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Erforderlichkeit der Anmietung eines Ersatzfahrzeugs trotz geringen Fahrbedarfs; Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung bei fehlendem Anspruch auf Mietwagenkostenersatz
Zur Anmietung eines Ersatzfahrzeugs trotz geringen Fahrbedarfs und zum Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung bei fehlendem Anspruch auf Mietwagenkostenersatz
Mietwagenkosten, Erstattung von - geringer Bedarf - Erforderlichkeit
Kosten Ersatzfahrzeug erstattungsfähig, wenn Geschädigter auf ständige Verfügbarkeit von Kfz angewiesen ist
Zu Mietwagenkosten auch bei geringer Nutzung und zur Nutzungsausfallentschädigung
BGB § 249; ZPO § 139; ZPO § 308
Unfallersatzwagen trotz nur geringer Fahrleistung
Mietwagen nein - Nutzungsausfall ja
Auch eine wegen nur geringen Fahrbedarfs unwirtschaftliche Anmietung eines Ersatzfahrzeugs kann ausnahmsweise erforderlich sein
Erforderlichkeit der Anmietung eines Ersatzfahrzeugs
Mietwagen für Wenig-Fahrer
Anspruch auf Mietwagen trotz geringen Fahrbedarfs?
Erstattungsfähigkeit von Mietwagenkosten und Nutzungsausfallentschädigung
Mietwagen nach Unfall nicht nur bei hoher Fahrleistung
Mietwagenkosten auch bei geringer Fahrleistung erstattungsfähig
Anmietung eines Ersatzfahrzeugs nur für geringe Fahrleistungen
AG Zittau, 17.12.2010 - 5 C 497/08
LG Görlitz, 26.10.2011 - 2 S 6/11
NJW 2013, 1149
MDR 2013, 516
NZV 2013, 282
VersR 2013, 515
Dabei kann dahinstehen, ob entsprechende Überlegungen für die Nutzungsausfallentschädigung bei Kraftfahrzeugen eine Rolle spielen könnten (vgl. BGH, Urteile vom 2. Dezember 1966 - VI ZR 72/65, NJW 1967, 552, 553 und vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, NJW 2013, 1149 Rn. 25 ff.; andererseits BGH, Urteil vom 17. März 1970 - VI ZR 108/68, NJW 1970, 1120, 1121;… dazu auch MünchKommBGB/Oetker, 6. Aufl., § 249 Rn. 60 ff. und 427 ff., 441 m.w.N. aus der obergerichtlichen Rechtsprechung).
Anders als dem originären Einzelrichter im Rahmen des § 568 ZPO ist dem nicht originären Einzelrichter im Rahmen des § 526 Abs. 1 ZPO, der ihm zugewiesene Rechtssachen von grundsätzlicher Bedeutung gemäß § 526 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO nicht ohne weiteres an das Kollegium zurückübertragen kann, die Entscheidung von Rechtssachen mit grundsätzlicher Bedeutung nicht versagt (…vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 2006 - VI ZR 4/06, aaO; vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, VersR 2013, 515 Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 13. März 2003 - IX ZB 134/02, aaO;… vgl. zu § 348 ZPO: Senatsurteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 325/11, GesR 2013, 405, Rn. 15; anders dagegen BGH…, Beschluss vom 15. Juni 2011 - II ZB 20/10, NJW 2011, 2974 Rn. 18 - jeweils obiter dicta).
Anders als bei Beschlüssen im Beschwerdeverfahren, in denen der Einzelrichter die Rechtsbeschwerde wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen hat, ist der Einzelrichter im Berufungsverfahren aber der zur Entscheidung gesetzlich zuständige Richter, wenn das vollbesetzte Berufungsgericht ihm die Sache zur Entscheidung übertragen hat und kein Rückübertragungsgrund nach § 526 Abs. 2 Nr. 1 ZPO vorliegt (BGH, Urteil vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, NJW 2013, 1149 Rn. 11).
Der Geschädigte kann jedoch vom Schädiger nach § 249 Abs. 2 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand nur die Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen (so bereits Senat, Urteil vom 26. Mai 1970 - VI ZR 168/68, BGHZ 54, 82, 85;… ebenso in jüngerer Zeit etwa Senatsurteile vom 23. Januar 2007 - VI ZR 67/06, aaO Rn. 17;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07, VersR 2008, 1706 Rn. 9;… vom 12. April 2011 - VI ZR 300/09, VersR 2011, 769 Rn. 10; vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, VersR 2013, 515 Rn. 13; jeweils mwN).
Eine andere Beurteilung ist auch nicht, wie die Klägerin meint, mit Rücksicht auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 5.2.2013 (Az. VI ZR 290/11) geboten.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH Urteil vom 05.02.2013, Az. VI ZR 290/11, NJW 2013, 1149, juris Rdn. 13; Urteil vom 18.12.2012, Az. VI ZR 316/11, NJW 2013, 1539 f.;… juris Rdn. 8 mit zahlr. w. Nw) kann der Geschädigte als erforderlichen Herstellungsaufwand (§ 249 Abs. 2 Satz 1 BGB) Ersatz der Mietwagenkosten verlangen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in seiner Lage für zweckmäßig und notwendig halten darf.
bb) Der Geschädigte kann jedoch vom Schädiger nach § 249 Abs. 2 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand nur die Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen (so bereits Senat, Urteil vom 26. Mai 1970 - VI ZR 168/68, BGHZ 54, 82, 85;… ebenso in jüngerer Zeit etwa Senatsurteile vom 23. Januar 2007 - VI ZR 67/06, aaO Rn. 17;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07, VersR 2008, 1706 Rn. 9;… vom 12. April 2011 - VI ZR 300/09, VersR 2011, 769 Rn. 10; vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, VersR 2013, 515 Rn. 13; jeweils mwN).
Es ist anerkannt, dass kein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorliegt, wenn der Geschädigte - vorliegend der Kläger - auf die ständige Verfügbarkeit eines KFZ angewiesen gewesen wäre (vgl. BGH, Urteil vom 05. Februar 2013 - VI ZR 290/11- juris, NJW 2013, 1149, Burmann, jurisPR-VerkR 8/2013 Anm. 1) oder der Fahrbedarf nicht voraussehbar war (… Freymann/Rüßmann in: Freymann/Wellner, jurisPK-Straßenverkehrsrecht, 1. Aufl. 2016, § 249 BGB Rn. 175).
Der Geschädigte kann jedoch vom Schädiger nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand nur die Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen (so bereits Senatsurteil vom 26. Mai 1970 - VI ZR 168/68, BGHZ 54, 82, 85 zu § 249 Satz 2 BGB a.F.;… ebenso Senatsurteile vom 23. Januar 2007 - VI ZR 67/06, aaO Rn. 17;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07, VersR 2008, 1706 Rn. 9;… vom 12. April 2011 - VI ZR 300/09, VersR 2011, 769 Rn. 10; vom 5. Februar 2013 - VI ZR 290/11, VersR 2013, 515 Rn. 13; jeweils mwN).
AG Geldern, 22.07.2013 - 3 C 27/13
AG Kehl, 18.02.2015 - 4 C 344/14
Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall: Deckelung durch fiktive Taxikosten
AG Betzdorf, 23.08.2018 - 37 C 130/18