Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202013,%201962
Timestamp: 2019-06-27 05:06:41
Document Index: 264760317

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 745', '§ 21', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 21', '§ 27', '§ 27', '§ 10', 'BGH', '§ 10', 'BGH']

BGH, 12.04.2013 - V ZR 103/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,11562
BGH, 12.04.2013 - V ZR 103/12 (https://dejure.org/2013,11562)
BGH, Entscheidung vom 12.04.2013 - V ZR 103/12 (https://dejure.org/2013,11562)
BGH, Entscheidung vom 12. April 2013 - V ZR 103/12 (https://dejure.org/2013,11562)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2013,11562) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 242 BGB, § 745 Abs 2 BGB, § 21 Abs 3 WoEigG
Keine Beschlusskompetenz der Wohnungseigentümergemeinschaft bzgl. Zustimmungspflicht bei Veräußerung von Teilen des gemeinschaftlichen Grundstücks; Treuepflicht der Wohnungseigentümer
WEG-Grundstücksteilveräußerung nicht durch Mehrheitsbeschluss; ordnungsgemäße Verwaltung; Treuepflicht der Wohnungseigentümer
Keine Verpflichtung einzelner Wohnungseigentümer zur Zustimmung bei Veräußerung von Teilen des gemeinschaftlichen Grundstücks
Veräußerung von Teilen des gemeinschaftlichen Grundstücks
Wohnungseigentümer können nicht durch Mehrheitsbeschluss zur Zustimmung einer Teilveräußerung verpflichtet werden
Veräußerung von Gemeinschaftseigentum kann nicht mehrheitlich erzwungen werden
WEG: Zustimmung aller Eigentümer bei Veräußerung von Gemeinschaftseigentum
Wohnungseigentumsgesetz (WEG) - Können einzelne Wohnungseigentümer durch Mehrheitsbeschluss verpflichtet werden, der Veräußerung einer Teilfläche des gemeinschaftlichen Eigentums zuzustimmen?
Veräußerung des gemeinschaftlichen Eigentums: Alle müssen mitwirken! (IMR 2013, 294)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.04.2013, Az.: V ZR 103/12 (Keine Verpflichtung einzelner Wohnungseigentümer zur Zustimmung bei Veräußerung von Teilen des gemeinschaftlichen Grundstücks)" von RA/FAMietR Burkhard Rüscher, original erschienen in: ZfIR 2013, 646 - 650.
AG Bayreuth, 19.08.2011 - 105 C 861/11
LG Bamberg, 28.03.2012 - 2 S 42/11
MDR 2013, 765
NZM 2013, 514
ZMR 2013, 730
NZG 2013, 705
ZfBR 2013, 559
Davon ist jedoch im Zweifel auszugehen, wenn - wie hier - ein Mehrheitsbeschluss gefasst wird, wonach bestimmte (vgl. AG Dortmund, NZM 2015, 224 f.) gemeinschaftsbezogene Individualansprüche der Wohnungseigentümer, für die eine geborene Ausübungsbefugnis des Verbands nicht besteht, im Wege der Klage durchgesetzt werden sollen (so bereits Senat, Urteil vom 12. April 2013 - V ZR 103/12, NJW 2013, 1962 Rn. 6;… Urteil vom 16. Mai 2014 - V ZR 131/13, NJW 2014, 2640 Rn. 6;… Urteil vom 4. Juli 2014 - V ZR 183/13, NJW 2014, 2861 Rn. 23 ff.;… vgl. auch Timme/Dötsch, WEG, 2. Aufl., § 10 Rn. 547).
Auch für die Begründung einer schuldrechtlichen Pflicht zur Mitwirkung von Wohnungseigentümern an einer solchen Änderung besteht keine Beschlusskompetenz (Senat, Urteil vom 12. April 2013 - V ZR 103/12, NJW 2013, 1962 Rn. 8 mwN).
Sie kann nicht Gegenstand einer Vereinbarung sein (vgl. Senat, Urteil vom 12. April 2013 - V ZR 103/12, ZfIR 2013, 646 Rn. 9;… Urteil vom 11. Mai 2012 - V ZR 189/11, NZM 2012, 613 Rn. 8; Urteil vom 4. April 2003 - V ZR 322/02, NJW 2003, 2165, 2166).
Eine Verpflichtung der Miteigentümer zur Änderung der sachenrechtlichen Grundlagen der Gemeinschaft wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur in besonders gravierenden Ausnahmefällen angenommen, in denen die Verweigerung der Zustimmung als grob unbillig und damit als Verstoß gegen den Grundsatz von Treu und Glauben erscheint (BGH vom 12.4. 2013, Az.: V ZR 103/12, Tz. 12 = NJW 2013, 1962 [BGH 12.04.2013 - V ZR 103/12] ; BGH vom 11.5. 2012, Az.: V ZR 189/11 = NJW-RR 2012, 1036;… Niedenführ/Kümmel, WEG, 10. Aufl., Rn 38 zu § 10 WEG m. w. N.).
OLG Frankfurt, 28.04.2014 - 20 W 32/14
Eintragungsfähigkeit der WEG im Grundbuch
Vorliegend geht es jedoch nicht um die Veräußerung von Gemeinschaftseigentum oder Teilen des gemeinschaftlichen Grundstücks bzw. eine Verfügung darüber, so dass auch die vom Grundbuchamt zitierte Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12.04.2013 (= NZM 2013, 514), wonach eine solche die sachenrechtlichen Grundlagen der Gemeinschaft betrifft und schon aus diesem Grund keine Verwaltung im Sinne von § 21 Abs. 3 WEG darstellt, entgegen der Rechtsauffassung des Grundbuchamtes nicht einschlägig ist (…vgl. zur Differenzierung zum Erwerb von Sondereigentum auch Bauer/von Oefele, a.a.O., AT V 313 c;… Jennißen/Heinemann, a.a.O., § 27 Rz. 117;… Bärmann/Merle, a.a.O., § 27 Rz. 265;… Palandt/Bassenge, a.a.O., § 10 WEG Rz. 26; OLG Hamm NJW 2010, 1464).
Das Recht zur Verfügung über das Gemeinschaftseigentum können die Wohnungseigentümer auch nicht durch Beschluss auf die WEG übertragen (vgl. BGH, Urteil vom 12.4.2013 - V ZR 103/12 -, NJW 2013, 1962, juris Rn. 8;… Abramenko in: Jennißen, Wohnungseigentumsgesetz, 5. Aufl. 2017, § 10 Rn. 126).
Es kommt daher nicht darauf an, ob die WEG auf dinglicher Ebene eine Beschlusskompetenz hat (vgl. BGH, U.v. 12.4.2013 - V ZR 103/12 - juris), da diese Ebene gerade nicht berührt ist.