Source: https://www.gesetze-im-internet.de/enev_2007/anlage_2.html
Timestamp: 2019-03-19 09:08:41
Document Index: 347282722

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 28', '§ 2', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 4', '§ 9', '§ 1', '§ 4']

Anlage 2 EnEV - Einzelnorm
Anlage 2 (zu den §§ 4 und 9)
(Fundstelle: BGBl. I 2009, 965 - 973;
Höchstwerte des Jahres-Primärenergiebedarfs und der Wärmedurchgangskoeffizienten für zu errichtende Nichtwohngebäude (zu § 4 Absatz 1 und 2)
Der Höchstwert des Jahres-Primärenergiebedarfs eines zu errichtenden Nichtwohngebäudes ist der auf die Nettogrundfläche bezogene, nach dem in Nr. 2 oder 3 angegebenen Verfahren berechnete Jahres-Primärenergiebedarf eines Referenzgebäudes gleicher Geometrie, Nettogrundfläche, Ausrichtung und Nutzung wie das zu errichtende Nichtwohngebäude, das hinsichtlich seiner Ausführung den Vorgaben der Tabelle 1 entspricht. Die Unterteilung hinsichtlich der Nutzung sowie der verwendeten Berechnungsverfahren und Randbedingungen muss beim Referenzgebäude mit der des zu errichtenden Gebäudes übereinstimmen; bei der Unterteilung hinsichtlich der anlagentechnischen Ausstattung und der Tageslichtversorgung sind Unterschiede zulässig, die durch die technische Ausführung des zu errichtenden Gebäudes bedingt sind.
Die Ausführungen zu den Zeilen 1.13 bis 8 der Tabelle 1 sind beim Referenzgebäude nur insoweit und in der Art zu berücksichtigen, wie beim Gebäude ausgeführt. Die dezentrale Ausführung des Warmwassersystems (Zeile 4.2 der Tabelle 1) darf darüber hinaus nur für solche Gebäudezonen berücksichtigt werden, die einen Warmwasserbedarf von höchstens 200 Wh/(m2·d) aufweisen. Auf Gebäudezonen mit mehr als 4 m Raumhöhe, die durch dezentrale Gebläse- oder Strahlungsheizungen beheizt werden, ist Zeile 1.0 der Tabelle 1 nicht anzuwenden.
Bauteile/Systeme
Referenzausführung/Wert
1.0 Der nach einem der in Nummer 2 oder in Nummer 3 angegebenen Verfahren berechnete Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes nach den Zeilen 1.1 bis 8 ist für Neubauvorhaben ab dem 1. Januar 2016 mit dem Faktor 0,75 zu multiplizieren. § 28 bleibt unberührt.
gegen Außenluft Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,28 W/(m2⋅K) U = 0,35 W/(m2⋅K)
(siehe auch Zeile 1.14) Wärmedurchgangskoeffizient U = 1,4 W/(m2⋅K) U = 1,9 W/(m2⋅K)
Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung g⊥ = 0,48 g⊥ = 0,60
Lichttransmissionsgrad der Verglasung tD65 = 0,72 tD65 = 0,78
1.3 Wand gegen Erdreich, Bodenplatte, Wände und Decken zu unbeheizten Räumen (außer Abseitenwänden nach Zeile 1.4) Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,35 W/(m2⋅K) U = 0,35 W/(m2⋅K)
1.4 Dach (soweit nicht unter Zeile 1.5), oberste Geschossdecke, Wände zu Abseiten Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,20 W/(m2⋅K) U = 0,35 W/(m2⋅K)
1.5 Glasdächer Wärmedurchgangskoeffizient UW = 2,7 W/(m2⋅K) UW = 2,7 W/(m2⋅K)
Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung g⊥ = 0,63 g⊥ = 0,63
Lichttransmissionsgrad der Verglasung tD65 = 0,76 tD65 = 0,76
1.6 Lichtbänder Wärmedurchgangskoeffizient UW = 2,4 W/(m2⋅K) UW = 2,4 W/(m2⋅K)
durchlassgrad der Verglasung g⊥ = 0,55 g⊥ = 0,55
Lichttransmissionsgrad der Verglasung tD65 = 0,48 tD65 = 0,48
1.7 Lichtkuppeln Wärmedurchgangskoeffizient UW = 2,7 W/(m2⋅K) UW = 2,7 W/(m2⋅K)
durchlassgrad der Verglasung g⊥ = 0,64 g⊥ = 0,64
Lichttransmissionsgrad der Verglasung tD65 = 0,59 tD65 = 0,59
(siehe auch Zeile 1.14) Wärmedurchgangskoeffizient UW = 1,3 W/(m2⋅K) UW = 1,9 W/(m2⋅K)
durchlassgrad der Verglasung g⊥ = 0,60 g⊥ = 0,60
Lichttransmissionsgrad der Verglasung tD65 = 0,78 tD65 = 0,78
(siehe auch Zeile 1.14) Wärmedurchgangskoeffizient UW = 1,4 W/(m2⋅K) UW = 1,9 W/(m2⋅K)
1.10 Außentüren Wärmedurchgangskoeffizient U = 1,8 W/(m2⋅K) U = 2,9 W/(m2⋅K)
1.11 Bauteile in Zeilen 1.1 und 1.3 bis 1.10 Wärmebrücken-
zuschlag ΔUWB = 0,05 W/(m2⋅K) ΔUWB = 0,1 W/(m2⋅K)
1.12 Gebäudedichtheit Kategorie nach DIN V 18599-2 :
1.13 Tageslichtversorgung bei Sonnen- oder Blendschutz oder bei Sonnen- und Blendschutz Tageslichtversorgungsfaktor
CTL,Vers,SA nach DIN V 18599-4 :
2011-12 ● kein Sonnen- oder Blendschutz
● Blendschutz vorhanden: 0,15
vorrichtung Für das Referenzgebäude ist die tatsächliche Sonnenschutzvorrichtung des zu errichtenden Gebäudes anzunehmen; sie ergibt sich gegebenenfalls aus den Anforderungen zum sommerlichen Wärmeschutz nach Nummer 4 oder aus Erfordernissen des Blendschutzes.
● anstelle der Werte der Zeile 1.2
– Gesamtenergiedurchlassgrad der
Verglasung g⊥
g⊥ = 0,35
– Lichttransmissionsgrad der
Verglasung tD65
tD65 = 0,58
● anstelle der Werte der Zeilen 1.8 und 1.9:
tD65 = 0,62
2.1 Beleuchtungsart – in Zonen der Nutzungen 6 und 7** : wie beim ausgeführten Gebäude
– im Übrigen: direkt/indirekt
jeweils mit elektronischem Vorschaltgerät und stabförmiger Leuchtstofflampe
– in Zonen der Nutzungen 4, 15 bis 19, 21 und 31** mit Präsenzmelder
– im Übrigen: manuell
– in Zonen der Nutzungen 5, 9, 10, 14, 22.1 bis 22.3, 29, 37 bis 40** :
DIN V 18599-4 : 2011-12 Abschnitt 5.4.6
– in Zonen der Nutzungen 1 bis 4, 8, 12, 28, 31 und 36** :
tageslichtabhängige Kontrolle, Kontrollart „gedimmt, nicht ausschaltend“ gemäß DIN V 18599-4 : 2011-12 Abschnitt 5.5.4
– Wärmeerzeuger Brennwertkessel „verbessert“ nach DIN V 18599-5 : 2011-12
Tabelle 47 Fußnote a, Gebläsebrenner, Heizöl EL, Aufstellung außerhalb der thermischen Hülle, Wasserinhalt > 0,15 l/kW
– Wärmeverteilung – bei statischer Heizung und Umluftheizung (dezentrale Nachheizung in RLT-Anlage):
Zweirohrnetz, außen liegende Verteilleitungen im unbeheizten Bereich, innen liegende Steigstränge, innen liegende Anbindeleitungen, Systemtemperatur 55/45 °C, hydraulisch abgeglichen,
Δp konstant, Pumpe auf Bedarf ausgelegt, Pumpe mit intermittierendem Betrieb, keine Überströmventile, für den Referenzfall sind die Rohrleitungslängen und die Umgebungstemperaturen gemäß den Standardwerten nach DIN V 18599-5 : 2011-12 zu ermitteln.
– bei zentralem RLT-Gerät:
Zweirohrnetz, Systemtemperatur 70/55 °C, hydraulisch abgeglichen, Δp konstant, Pumpe auf Bedarf ausgelegt, für den Referenzfall sind die Rohrleitungslängen und die Lage der
– Wärmeübergabe – bei statischer Heizung:
freie Heizflächen an der Außenwand (bei Anordnung vor Glasflächen mit Strahlungsschutz); P-Regler (1K), keine Hilfsenergie
– bei Umluftheizung (dezentrale Nachheizung in RLT-Anlage):
Wärmeerzeuger gemäß DIN V 18599-5 : 2011-12 Tabelle 50:
– Dezentraler Warmlufterzeuger
– nicht kondensierender Betrieb
– Leistung 25 bis 50 kW
– Energieträger Erdgas
– Leistungsregelung 1 (einstufig oder mehrstufig/modulierend ohne Anpassung der Verbrennungsluftmenge)
Wärmeübergabe gemäß DIN V 18599-5 : 2011-12 Tabelle 13:
– Radialventilator, seitlicher Luftauslass, ohne Warmluftrückführung
– zentrales System Wärmeerzeuger:
DIN V 18599-8 : 2011-12, berichtigt durch DIN V 18599-8
Berichtigung 1 : 2013-05, jedoch abweichend auch für zentral
warmwasserversorgte Nettogrundflächen über 3 000 m2
bivalenter, außerhalb der thermischen Hülle aufgestellter Speicher nach DIN V 18599-8 : 2011-12 Abschnitt 6.3.1, berichtigt durch
DIN V 18599-8 Berichtigung 1 : 2013-05
die Lage der Rohrleitungen wie beim zu errichtenden Gebäude anzunehmen.
– dezentrales
– Abluftanlage spezifische Leistungsaufnahme Ventilator PSFP = 1,0 kW/(m3/s)
– Zu- und Abluft-
Nachheiz- und Kühlfunktion Soweit für Zonen der Nutzungen 4, 8, 9, 12, 13, 23, 24, 35,
DIN V 18599-7 : 2011-12 Abschnitt 5.8.1 auszulegen.
– Zuluftventilator PSFP = 1,5 kW/(m3/s)
– Abluftventilator PSFP = 1,0 kW/(m3/s)
Zuschläge nach DIN EN 13779 : 2007-09 Abschnitt 6.5.2 können
nur für den Fall von HEPA-Filtern, Gasfiltern oder Wärmerückführungsklassen H2 oder H1 angerechnet werden.
– Wärmerückgewinnung über Plattenwärmeübertrager
– Zu- und Abluftanlage mit
geregelter Luftkonditionierung Soweit für Zonen der Nutzungen 4, 8, 9, 12, 13, 23, 24, 35,
Zuschläge nach DIN EN 13779 : 2007-09 Abschnitt 6.5.2 können nur für den Fall von HEPA-Filtern, Gasfiltern oder Wärmerückführungsklassen H2 oder H1 angerechnet werden.
– Luftbefeuchtung für den Referenzfall ist die Einrichtung zur Luftbefeuchtung wie beim zu errichtenden Gebäude anzunehmen
– Nur-Luft-
6 Raumkühlung – Kältesystem:
– Kaltwasserkreis Raumkühlung:
spezifische elektrische Leistung der Verteilung
entkoppelt, saisonale sowie Nacht- und Wochenendabschaltung
Pd,spez = 30 Wel/kWKälte
– bei mehr als 5 000 m2 mittels Raumkühlung konditionierter Nettogrundfläche, für diesen Konditionierungsanteil
– im Übrigen: 6/12 °C
ungeregelte Pumpe, Pumpe hydraulisch entkoppelt, saisonale sowie Nacht- und Wochenendabschaltung, Verteilung außerhalb der konditionierten Zone.
Pd,spez = 20 Wel/kWKälte
der raumlufttechnischen Anlage darf für Zonen der Nutzungen 1 bis 3, 8, 10, 16 bis 20 und 31** nur zu 50 % angerechnet werden.
8 Gebäudeautomation – Summand ΔθEMS: gemäß Klasse C
– Faktor adaptiver Betrieb fadapt: Klasse C
jeweils nach DIN V 18599-11 : 2011-12
Die Angaben nach Anlage 4 zum Überprüfungsverfahren für die Dichtheit bleiben unberührt.
Nutzungen nach Tabelle 5 der DIN V 18599-10 : 2011-12.
Die Systemgrenze für die Berechnung der energiebezogenen Angaben ist die Hüllfläche aller konditionierten Zonen nach DIN V 18599-1 : 2011-12 Abschnitt 8. Bezugsfläche der energiebezogenen Angaben ist die Nettogrundfläche gemäß § 2 Nummer 15.
Höchstwerte der nach Nummer 2.3 bestimmten
der Zeilen 3 und 4 enthalten nach EnEV 2009* —U = 0,35 W/(m2⋅K) —U = 0,50 W/(m2⋅K)
31. Dezember 2015** —U = 0,35 W/(m2⋅K)
dem 1. Januar 2016** —U= 0,28 W/(m2⋅K)
enthalten nach EnEV 2009* —U = 1,9 W/(m2⋅K) —U = 2,8 W/(m2⋅K)
31. Dezember 2015** —U = 1,9 W/(m2⋅K)
dem 1. Januar 2016** —U = 1,5 W/(m2⋅K)
3a Vorhangfassade nach EnEV 2009* —U = 1,9 W/(m2⋅K) —U = 3,0 W/(m2⋅K)
Lichtkuppeln nach EnEV 2009* —U = 3,1 W/(m2⋅K) —U = 3,1 W/(m2⋅K)
31. Dezember 2015** —U = 3,1 W/(m2⋅K)
dem 1. Januar 2016** —U = 2,5 W/(m2⋅K)
Energieeinsparverordnung vom 24. Juli 2007 (BGBl. I S. 1519), die durch Artikel 1 der Verordnung vom 29. April 2009 (BGBl. I S. 954) geändert worden ist.
Berechnungsverfahren für Nichtwohngebäude (zu § 4 Absatz 3 und § 9 Absatz 2 und 5)
Der Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Nichtwohngebäude ist nach DIN V 18599:2011-12, berichtigt durch DIN V 18599-5 Berichtigung 1 : 2013-05 und durch DIN V 18599-8 Berichtigung 1 : 2013-05, zu ermitteln. Als Primärenergiefaktoren sind die Werte für den nicht erneuerbaren Anteil nach DIN V 18599-1 : 2011-12 anzusetzen. Anlage 1 Nr. 2.1.1 Satz 3 bis 8 ist entsprechend anzuwenden.
Unbeschadet der Regelungen in den Nummern 2.1.3 und 2.1.6 sind als Randbedingungen zur Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs die in den Tabellen 5 bis 9 der DIN V 18599-10 : 2011-12 aufgeführten Nutzungsrandbedingungen und Klimadaten zu verwenden; bei der Berechnung des Referenzgebäudes müssen die in Tabelle 5 der DIN V 18599-10 : 2011-12 als Mindest- oder Maximalwerte enthaltenen Angaben unverändert angesetzt werden. Die Nutzungen 1 und 2 nach Tabelle 5 der DIN V 18599-10 : 2011-12 dürfen zur Nutzung 1 zusammengefasst werden. Darüber hinaus brauchen Energiebedarfsanteile nur unter folgenden Voraussetzungen in die Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs einer Zone einbezogen zu werden:
Der Primärenergiebedarf für das Heizungssystem und die Heizfunktion der raumlufttechnischen Anlage ist zu bilanzieren, wenn die Raum-Solltemperatur des Gebäudes oder einer Gebäudezone für den Heizfall mindestens 12 Grad Celsius beträgt und eine durchschnittliche Nutzungsdauer für die Gebäudebeheizung auf Raum-Solltemperatur von mindestens vier Monaten pro Jahr vorgesehen ist.
Der Primärenergiebedarf für das Kühlsystem und die Kühlfunktion der raumlufttechnischen Anlage ist zu bilanzieren, wenn für das Gebäude oder eine Gebäudezone für den Kühlfall der Einsatz von Kühltechnik und eine durchschnittliche Nutzungsdauer für Gebäudekühlung auf Raum-Solltemperatur von mehr als zwei Monaten pro Jahr und mehr als zwei Stunden pro Tag vorgesehen sind.
Der Primärenergiebedarf für die Dampfversorgung ist zu bilanzieren, wenn für das Gebäude oder eine Gebäudezone eine solche Versorgung wegen des Einsatzes einer raumlufttechnischen Anlage nach Buchstabe b für durchschnittlich mehr als zwei Monate pro Jahr und mehr als zwei Stunden pro Tag vorgesehen ist.
Der Primärenergiebedarf für Warmwasser ist zu bilanzieren, wenn ein Nutzenergiebedarf für Warmwasser in Ansatz zu bringen ist und der durchschnittliche tägliche Nutzenergiebedarf für Warmwasser wenigstens 0,2 kWh pro Person und Tag oder 0,2 kWh pro Beschäftigtem und Tag beträgt.
Der Primärenergiebedarf für Beleuchtung ist zu bilanzieren, wenn in einem Gebäude oder einer Gebäudezone eine Beleuchtungsstärke von mindestens 75 lx erforderlich ist und eine durchschnittliche Nutzungsdauer von mehr als zwei Monaten pro Jahr und mehr als zwei Stunden pro Tag vorgesehen ist.
Der Primärenergiebedarf für Hilfsenergien ist zu bilanzieren, wenn er beim Heizungssystem und der Heizfunktion der raumlufttechnischen Anlage, beim Kühlsystem und der Kühlfunktion der raumlufttechnischen Anlage, bei der Dampfversorgung, bei der Warmwasseranlage und der Beleuchtung auftritt. Der Anteil des Primärenergiebedarfs für Hilfsenergien für Lüftung ist zu bilanzieren, wenn eine durchschnittliche Nutzungsdauer der Lüftungsanlage von mehr als zwei Monaten pro Jahr und mehr als zwei Stunden pro Tag vorgesehen ist.
Abweichend von DIN V 18599-10 : 2011-12 Tabelle 5 darf bei Zonen der Nutzungen 6 und 7 die tatsächlich auszuführende Beleuchtungsstärke angesetzt werden, jedoch für die Nutzung 6 mit nicht mehr als 1 500 lx und für die Nutzung 7 mit nicht mehr als 1 000 lx. Beim Referenzgebäude ist der Primärenergiebedarf für Beleuchtung mit dem Tabellenverfahren nach DIN V 18599-4 : 2011-12 zu berechnen.
Die Vereinfachungen zur Zonierung, zur pauschalierten Zuweisung der Eigenschaften der Hüllfläche und zur Ermittlung von tageslichtversorgten Bereichen gemäß DIN V 18599-1 : 2011-12 Anhang D dürfen nach Maßgabe der dort angegebenen Bedingungen auch für zu errichtende Nichtwohngebäude verwendet werden.
Werden in Nichtwohngebäuden bauliche oder anlagentechnische Komponenten eingesetzt, für deren energetische Bewertung keine anerkannten Regeln der Technik oder keine gemäß § 9 Absatz 2 Satz 2 dritter Teilsatz bekannt gemachten gesicherten Erfahrungswerte vorliegen, so dürfen die energetischen Eigenschaften dieser Komponenten unter Verwendung derselben Randbedingungen wie in den Berechnungsverfahren nach DIN V 18599 : 2011-12 durch dynamisch-thermische Simulationsrechnungen ermittelt werden.
Bei der Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes und des Nichtwohngebäudes sind ferner die in Tabelle 3 genannten Randbedingungen zu verwenden.
Eine genaue Ermittlung nach DIN V 18599-4 : 2011-12 Abschnitt 5.5.2 ist zulässig.
3 Heizunterbrechung – Heizsysteme in Raumhöhen ≤ 4 m:
Absenkbetrieb gemäß DIN V 18599-2 : 2011-12 Gleichung (28)
– Heizsysteme in Raumhöhen > 4 m:
Abschaltbetrieb gemäß DIN V 18599-2 : 2011-12 Gleichung (29)
jeweils mit Dauer gemäß den Nutzungsrandbedingungen in Tabelle 5 der DIN V 18599-10 : 2011-12
4 Solare Wärmegewinne über opake Bauteile – Emissionsgrad der Außenfläche für Wärmestrahlung:
ε = 0,8
– Strahlungsabsorptionsgrad an opaken Oberflächen:
für dunkle Dächer kann abweichend angenommen werden. α = 0,8
– in Zonen der Nutzungen 14, 15 und 22* mit 0,6
– im Übrigen mit 0,8.
DIN V 18599-4 : 2011-12 Abschnitt 5.4.2 Gleichung (10)
– für die Nutzungen 14, 15 und 22* mit 1,12
– im Übrigen mit 0,84.
6 Gebäudeautomation – Klasse C
– Klasse A oder B bei entsprechendem Ausstattungsniveau
Abweichend von DIN V 18599-10 : 2011-12 darf bei Zonen der Nutzungen 5 bis 7, 18 bis 20 und 24 von einer „Raum-Solltemperatur Heizung“ von 17 Grad Celsius ausgegangen werden, soweit die tatsächlichen Nutzungsbedingungen dies nahelegen. Zonen der Nutzungen 32 und 33 (Parkhäuser) sind als unbeheizt und ungekühlt anzunehmen.
Im Fall gemeinsamer Heizungsanlagen für mehrere Gebäude darf für die Berechnung Anlage 1 Nummer 2.8 sinngemäß angewendet werden.
Soweit sich bei einem Gebäude Flächen hinsichtlich ihrer Nutzung, ihrer technischen Ausstattung, ihrer inneren Lasten oder ihrer Versorgung mit Tageslicht wesentlich unterscheiden, ist das Gebäude nach Maßgabe der DIN V 18599-1 : 2011-12 in Verbindung mit DIN V 18599-10 : 2011-12 und den Vorgaben in Nr. 1 dieser Anlage in Zonen zu unterteilen. Die Nutzungen 1 und 2 nach Tabelle 5 der DIN V 18599-10 : 2011-12 dürfen zur Nutzung 1 zusammengefasst werden.
Für Nutzungen, die nicht in DIN V 18599-10 : 2011-12 aufgeführt sind, kann
die Nutzung 17 der Tabelle 5 in DIN V 18599-10 : 2011-12 verwendet werden oder
eine Nutzung auf der Grundlage der DIN V 18599-10 : 2011-12 unter Anwendung gesicherten allgemeinen Wissensstandes individuell bestimmt und verwendet werden.
Berechnung des Mittelwerts des Wärmedurchgangskoeffizienten
Vereinfachtes Berechnungsverfahren für Nichtwohngebäude (zu § 4 Absatz 3 und § 9 Absatz 2 und 5)
Zweck und Anwendungsvoraussetzungen
Im vereinfachten Verfahren sind die Bestimmungen der Nr. 2 nur insoweit anzuwenden, als Nr. 3 keine abweichenden Bestimmungen trifft.
Im vereinfachten Verfahren darf der Jahres-Primärenergiebedarf des Nichtwohngebäudes sowie des Referenzgebäudes abweichend von Nr. 2.2 unter Verwendung eines Ein-Zonen-Modells ermittelt werden.
Das vereinfachte Verfahren gilt für
Bürogebäude, ggf. mit Verkaufseinrichtung, Gewerbebetrieb oder Gaststätte,
Gebäude des Groß- und Einzelhandels mit höchstens 1 000 m2 Nettogrundfläche, wenn neben der Hauptnutzung nur Büro-, Lager-, Sanitär- oder Verkehrsflächen vorhanden sind,
Gewerbebetriebe mit höchstens 1 000 m2 Nettogrundfläche, wenn neben der Hauptnutzung nur Büro-, Lager-, Sanitär- oder Verkehrsflächen vorhanden sind,
Schulen, Turnhallen, Kindergärten und -tagesstätten und ähnliche Einrichtungen,
Beherbergungsstätten ohne Schwimmhalle, Sauna oder Wellnessbereich und
die Summe der Nettogrundflächen aus der Hauptnutzung gemäß Tabelle 4 Spalte 3 und den Verkehrsflächen des Gebäudes mehr als zwei Drittel der gesamten Nettogrundfläche des Gebäudes beträgt,
in dem Gebäude die Beheizung und die Warmwasserbereitung für alle Räume auf dieselbe Art erfolgen,
das Gebäude nicht gekühlt wird,
höchstens 10 vom Hundert der Nettogrundfläche des Gebäudes durch Glühlampen, Halogenlampen oder durch die Beleuchtungsart „indirekt“ nach DIN V 18599-4 : 2011-12 beleuchtet werden und
außerhalb der Hauptnutzung keine raumlufttechnische Anlage eingesetzt wird, deren Werte für die spezifische Leistungsaufnahme der Ventilatoren die entsprechenden Werte in Tabelle 1 Zeilen 5.1 und 5.2 überschreiten.
Abweichend von Satz 2 Buchstabe c kann das vereinfachte Verfahren auch angewendet werden, wenn in einem Bürogebäude eine Verkaufseinrichtung, ein Gewerbebetrieb oder eine Gaststätte gekühlt wird und die Nettogrundfläche der gekühlten Räume jeweils 450 m2 nicht übersteigt. Der Energiebedarf für die Kühlung von Anlagen der Datenverarbeitung bleibt als Energieeinsatz für Produktionsprozesse im Sinne von § 1 Absatz 2 Satz 2 außer Betracht.
Besondere Randbedingungen und Maßgaben
Abweichend von Nr. 2.2.1 ist bei der Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs die entsprechende Nutzung nach Tabelle 4 Spalte 4 zu verwenden. Der Nutzenergiebedarf für Warmwasser ist mit dem Wert aus Spalte 5 in Ansatz zu bringen.
(Nummer gemäß DIN V 18599-10 : 2011-12 Tabelle 5)
Warmwasser*)
1 Bürogebäude Einzelbüro (Nr. 1)
Gruppenbüro (Nr. 2)
Großraumbüro (Nr. 3)
Besprechung, Sitzung, Seminar (Nr. 4) Einzelbüro (Nr. 1) 0
1.1 Bürogebäude mit
Verkaufseinrichtung oder Gewerbebetrieb wie Zeile 1 Einzelbüro (Nr. 1) 0
1.2 Bürogebäude mit Gaststätte wie Zeile 1 Einzelbüro (Nr. 1) 1,5 kWh je Sitzplatz in der Gaststätte und Tag
2 Gebäude des Groß- und Einzelhandels
bis 1 000 m2 NGF Groß-, Einzelhandel/Kaufhaus Einzelhandel/
Kaufhaus (Nr. 6) 0
3 Gewerbebetriebe
bis 1 000 m2 NGF Gewerbe Gewerbliche und industrielle Hallen – leichte Arbeit, überwiegend sitzende Tätigkeit (Nummer 22.3) 1,5 kWh je Beschäftigten
4 Schule, Kindergarten und -tagesstätte,
ähnliche Einrich-
tungen Klassenzimmer,
Gruppenraum Klassenzimmer/
Gruppenraum (Nr. 8) ohne Duschen: 85 Wh/(m2·d)
mit Duschen: 250 Wh/(m2·d)
5 Turnhalle Turnhalle Turnhalle (Nr. 31) 1,5 kWh je Person und Tag
6 Beherbergungsstätte
ohne Schwimmhalle, Sauna oder Wellnessbereich Hotelzimmer Hotelzimmer (Nr. 11) 250 Wh/(m2·d)
7 Bibliothek Lesesaal, Freihand-
bereich Bibliothek, Lesesaal (Nr. 28) 30 Wh/(m2·d)
Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens sind der Höchstwert und der Referenzwert des Jahres-Primärenergiebedarfs in Fällen der Nummer 3.1.3 Satz 3 pauschal um 50 kWh/(m2·a) je m2 gekühlte Nettogrundfläche der Verkaufseinrichtung, des Gewerbebetriebes oder der Gaststätte zu erhöhen; dieser Betrag ist im Energieausweis als elektrische Energie für Kühlung auszuweisen.
Der im vereinfachten Verfahren nach Maßgaben der Nummern 3.2.1 bis 3.2.3 ermittelte Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes nach Nummer 1.1 ist um 10 Prozent zu reduzieren; der reduzierte Wert ist der Höchstwert des Jahres-Primärenergiebedarfs des zu errichtenden Gebäudes.
Sommerlicher Wärmeschutz (zu § 4 Absatz 4)
Die flächenbezogenen Werte beziehen sich auf die gesamte Nettogrundfläche des Gebäudes.