Source: https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/D/DamnumDisagio.html
Timestamp: 2017-02-23 00:25:04
Document Index: 310055017

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 7', '§ 11', '§ 42', '§ 11', '§ 8']

Damnum/Disagio im Steuerlexikon smartsteuer – Steuererklärung online machen und Steuern sparen Start Tour Preise Service Blog Steuertipps (300+ Tipps) Für Arbeitnehmer Für Selbstständige Für Vermieter Für Rentner/Pensionäre Für Auszubildende/Studenten Zu Geldanlage/Finanzen Zu Gesundheit/Vorsorge Alle Steuertipps Lexikon (700+ Artikel) Kinderfreibetrag Schulgeld Abfindungen Steuerbescheid Leibrente Eigenheimzulage Solidaritätszuschlag Alle Lexikon-Artikel Weitere Services Newsletter Anmeldung Lohnrechner Alle Steuerrechner Musterbriefe und Vorlagen Steuerformulare Informationen zu Ihrer Einkommensteuererklärung Checkliste Einkommensteuererklärung Steuerkarte/-Bescheinigung Steuernummer Die smartsteuer-FAQs Technischer Support (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr – kostenfrei! Besuchen Sie unseren FAQ Bereich oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an hilfe@smartsteuer.de Twitter Facebook Twitter Wenig Zeit reinstecken –
Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Damnum/Disagio Inhaltsverzeichnis 1. Finanzierungskosten 2. Behandlung bei Bilanzierenden 2.1. Allgemeines 2.2. Lineare Auflösung des RAP bei Fälligkeitsdarlehen 2.3. Digitale Auflösung des RAP bei Tilgungsdarlehen 3. Behandlung bei den Überschusseinkünften bzw. bei der Einnahme-Überschussrechnung 4. Behandlung bei Wechsel von Überschusseinkünften zu Gewinneinkünften 5. Behandlung bei der Gewerbesteuer 6. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »D« 1. Finanzierungskosten
Das Damnum/Disagio gehört zu den Finanzierungskosten und nicht zu den » Anschaffungskosten oder den » Herstellungskosten für ein WG (Geldbeschaffungskosten, z.B. Vermittlungsprovision an Kreditmakler, vgl. H 5.6 [Maklerprovisionen] EStH bzw. H 6.10 [Vermittlungsprovision] EStH; Kosten der Darlehenssicherung).
Bei Bilanzierenden ist das Damnum/Disagio nicht sofort als » Betriebseinnahmen (beim Darlehensgeber) bzw. als » Betriebsausgaben (beim Darlehensnehmer) zu erfassen. Stellt der Aufwand ein Entgelt dar und reicht die Laufzeit des Darlehens zumindest über einen Bilanzstichtag hinaus, liegt in der »Zahlung« eine Ausgabe vor, die Aufwand auch für eine (bestimmte) Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellt. Somit ist nach § 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) zu bilden und damit der Aufwand auf die (voraussichtliche) Laufzeit des Darlehens zu verteilen (vgl. H 6.10 [Damnum] EStH). So ist z.B. für ein bei der Ausgabe einer verbrieften festverzinslichen Schuldverschreibung mit bestimmter Laufzeit vereinbartes Disagio in der Steuerbilanz ein Rechnungsabgrenzungsposten zu aktivieren (BFH Urteil vom 29.11.2006, BStBl II 2009, 955).
Der Aufwand ist abhängig von der Art des Darlehens auf die Laufzeit zu verteilen:FälligkeitsdarlehenTilgungsdarlehen (in gleichbleibenden Raten)linear(da bis zur Tilgung in einem Betrag immer gleich hohe Darlehenssumme)»digital« (arithmetisch-degressiv)(da durch die permanent geleisteten Tilgungsraten die Schuld sukzessive abnimmt)
Zugang aktiver RAPbei Darlehensauszahlung Anfang 0112 000 €Aufwand 013 000 €aktiver RAP 31.12.019 000 €Aufwand 023 000 €aktiver RAP 31.12.026 000 €Aufwand 033 000 €aktiver RAP 31.12.033 000 €Aufwand 043 000 €aktiver RAP 31.12.040 €
Diese Methode, auch arithmetisch-degressive Methode genannt, führt zunächst zu höheren Aufwandsbeträgen (entsprechend der zunächst höheren Darlehensschuld). Die Abstände zwischen den einzelnen Aufwandsbeträgen bleiben bei dieser Methode jeweils konstant (anders als bei der geometrisch-degressiven Methode – z.B. AfA nach § 7 Abs. 2 EStG –, bei der Differenzen ständig geringer werden). Eine jeweils gleich bleibende Differenz zwischen den jeweiligen Aufwandsbeträgen erfordert zunächst eine Aufteilung des Gesamtbetrages (= des Damnums usw.). Hierzu ist die Summe der Zahlen zu bestimmen, die sich auf die Anzahl der einzelnen Raten beziehen. Mathematisch ist dies die Formel zur Bestimmung der Summe der Glieder einer (bestimmten) Reihe natürlicher Zahlen (z.B. 1, 2, 3, …, 9, 10; aber ggf. auch 24, 25, 26, …, 29, 30). Diese Formel lautet im Worten:
Summe = Hälfte der Summe aus dem ersten Glied der Reihe und dem letzten Glied der Reihe, vervielfältigt mit der Anzahl der GliederSumme = Anzahl der Glieder ×erstes Glied + letztes Glied2
Für die ersten natürlichen Zahlen lautet die Formel folglich:Summe = n ×1 + n2
Tilgung in 10 Raten; Summe der ersten 10 natürlichen Zahlen = »55«; d.h. Aufteilung des Damnums durch »55«.
Die Raten sind nunmehr zu gewichten, und zwar entfällt auf jede Rate ein Vielfaches des gefundenen Anteils. Der Faktor nimmt aber ab. Auf die erste Rate entfällt ein Anteil, der der Anzahl der Raten entspricht (entspricht dem letzten Glied = der höchsten Zahl der Reihe); auf die zweite Rate ein Anteil, der der um eine Rate reduzierten Anzahl der Raten entspricht (»zweithöchste Zahl«), usw., bis zur letzten Rate, für die das erste Glied der Reihe (hier: »1«) gilt.
Wie Beispiel 2: Tilgung in 10 Raten; Summe der ersten 10 natürlichen Zahlen = »55«; d.h. Aufteilung des Damnums durch »55«.
Auf die erste (von zehn) zu leistenden Raten entfallen somit zehn Teile des Damnums, auf die zweite neun usw., d.h. auf die letzte (zehnte) Rate entfällt ein Teil.Rate/Zeitraum12345678910darauf entfallender Anteil1098765432155555555555555555555
In der Summe (10/55 + 9/55 + … + 1/55) ergeben sich 55/55 = 1 (= 100 %); damit ist genau der Aufwand des Damnums auf die einzelnen Raten verteilt. Die Differenz zwischen den einzelnen Raten beträgt immer 1/55 und ist damit konstant. Damit liegt eine arithmetisch-degressive = sog. digitale Verteilung vor.
Damnum = 2 000 €; digitale Verteilung, da Tilgungsdarlehen;Summe = 5 ×1 + 5= 152Rate 1 =5/15 × 2 000 € =666,66 €Rate 2 =4/15 × 2 000 €=533,33 €Summe =1 200,00 €
Buchungssatz bei Aufnahme des Darlehens:Bank48 000 €anDarlehen50 000 €ARAP2 000 €
Buchungssatz 1. Tilgungsrate 01:Darlehen10 000 €anBank10 000 €undDamnum Aufwand666,66 €anARAP666,66 €
Buchungssatz 2. Tilgungsrate 01:Darlehen10 000 €anBank10 000 €undDamnum Aufwand533,33 €anARAP533,33 €
Wert ARAP 31.12.01: Zugang ARAP = 2 000 € ./. 1 200 € = 800 €.
Bei den Überschusseinkunftsarten bzw. bei der » Einnahme-Überschussrechnung ist das Damnum/Disagio bei Auszahlung eines Tilgungsdarlehens im Zeitpunkt der Kapitalauszahlung als abgeflossen (§ 11 Abs. 2 Satz 1 EStG) zu behandeln (H 11 [Damnum] EStH). Das Damnum/Disagio führt daher in voller Höhe zu » Betriebsausgaben bzw. zu » Werbungskosten, soweit kein Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten nach § 42 AO vorliegt. Bei einem marktüblichen Damnum/Disagio greift § 11 Abs. 2 Satz 4 EStG. Es kann von der Marktüblichkeit eines Damnums ausgegangen werden, wenn für ein Darlehen mit einem Zinsfestschreibungszeitraum von mindestens fünf Jahren ein Damnum i.H.v. 5 % vereinbart worden ist (BMF vom 20.10.2003, BStBl I 2003, 546; OFD Berlin vom 19.1.2004, DStR 2004, 356).
Durch die Klarstellung im Jahressteuergesetz 2007 vom 13.12.2006 (BGBl I 2006, 2878) wird die geltende Verwaltungsregelung aus dem BMF-Schreiben vom 20.10.2003 (a.a.O.) in das Gesetz übernommen. Die Aufwendungen für ein Damnum oder Disagio sind danach wie bisher i.H.d. vom jeweiligen Darlehensnehmer an das Kreditinstitut gezahlten Betrages als Werbungskosten abziehbar, soweit unter Berücksichtigung der jährlichen Zinsbelastung die marktüblichen Beträge nicht überschritten werden. Der über die marktüblichen Beträge hinausgehende Teil ist auf den Zinsfestschreibungszeitraum oder bei dessen Fehlen auf die Laufzeit des Darlehens zu verteilen.
Das Damnum/Disagio gehört zu den Entgelten, die nach § 8 Nr. 1 GewStG dem Gewinn aus Gewerbebetrieb hinzugerechnet werden (» Dauerschuld). Die Hinzurechnung erfolgt i.H.v. 1/4 der Summe der Entgelte, soweit diese Summe den Betrag von 100 T€ übersteigt.
» Dauerschuld
Autor(en): Martin Durm Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Weiterführende Informationen Disagio Viele weitere, hilfreiche Informationen zum Disagio finden Sie auch im Lexikon der Betriebsausgaben. Verwandte Lexikonartikel Dauerschuld Forderungen Verbindlichkeit im Betriebsvermögen Weitere Lexikonartikel mit »D« Damnum/Disagio Darlehen Dauerfristverlängerung bei der USt Dauernde Last Dauerschuld Degressive Abschreibung Denkmäler Dienstleistungskommission Dienstreise Differenzbesteuerung Interessante Steuertipps Weitergabe von Belegen strafbar! Online-Verkäufe und Umsatzsteuer Sonderwünsche beim Hausbau Spende und Ehrenamt Verbilligte Wohnungsvermietung Verkauf eines Mietwohngrundstücks smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©