Source: https://blog.burkes.de/2018/
Timestamp: 2019-10-20 11:15:45
Document Index: 286400845

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 9', '§ 32', '§ 31', '§ 9', '§ 6']

Recht und Steuern in der Ausbildung: 2018
Beispiele für Werbungskosten, § 9 EStG
§ 9 EStG: Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen
Gemeint sind die einkunftsbedingten Ausgaben speziell bei den Einkunftsarten 4 bis 7 (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit bis Sonstige Einkünfte). Mit "Werbung" im klassischen Sinne hat das nichts zu tun.
Die Werbungskosten entsprechen den Betriebsausgaben bei den ersten drei Einkunftsarten.
Beim ersten Erlernen (oder Unterrichten) dieses Begriffs braucht man Beispiele, und folgende Liste soll hier helfen.
Erstausbildung im Sinne der Sonderausgaben ist nicht Erstausbildung im Sinne des Kinderfreibetragsrechts
Ab 2015 wurde der Berufsausbildungsbegriff im Rahmen der Werbungskosten definiert (§ 9 Abs. 6 Satz 2 EStG)
§ 9 Abs. 6 EStG regelt ab 2015 klarstellend, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine Berufsausbildung oder für sein Studium nur dann Werbungskosten sind, wenn er zuvor bereits eine Erstausbildung (Berufsausbildung oder Studium) abgeschlossen hat oder wenn die Berufsausbildung oder das Studium im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet. Eine Berufsausbildung als Erstausbildung liegt vor, wenn eine geordnete Ausbildung mit einer Mindestdauer von 12 Monaten bei vollzeitiger Ausbildung absolviert und abgeschlossen wird
Diese strenge Betrachtung ist gut für die Frage, ob nur der beschränkte Sonderausgabenabzug nach § 10 EStG oder der unbeschränkte Werbungskostenabzug (vorweggenommene WK) anwendbar ist. So ergibt sich aus § 9 Abs. 6, dass für das Bachelorstudium (sofern vorher kein Ausbildungsabschluss vorlag) nur der SA-Abzug möglich ist aber immerhin ab dem Masterstudium auf alle Fälle der Werbungskostenabzug möglich ist.
Die Abgrenzung Erstausbildung und Fortbildung spielt auch eine Rolle, wenn es um Kinderfreibetrag und Kindergeld geht, also bei der Frage, ob das Kind noch in Erstausbildung ist (§ 32 Abs. 4) und somit steuerlich zu berücksichtigen ist (sei es über Freibetrag oder Kindergeld, vgl. § 31 EStG).
Denn ab der Fortbildung kann das eigene Einkommen des Kindes schädlich sein (über 20 Stunden regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit).
Hier wäre die strenge Abgrenzung von § 9 Abs. 6 EStG eher schädlich.
BMF bietet amtliche Handbücher in Online-Version
Das Bundesfinanzministerium präsentiert ab sofort die digitalen Versionen verschiedener Steuerhandbücher mit neuen Funktionen und Extras
https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/Publikationen/AMTHB/amthb.html
Das sind derzeit (Juli 2018):
Das amtliche ESt-Handbuch (2017):
https://bmf-esth.de/esth/2017/home.html
Das amtliche LSt-Handbuch (2018)
https://www.bmf-lsth.de/lsth/2018/home.html
Das amtliche Gewerbesteuer-Handbuch (2016)
https://www.bmf-gewsth.de/gewsth/2016/home.html
Das amtliche KSt-Handbuch (2015)
https://www.bmf-ksth.de/ksth/2015/home.html
Datenschutz-Ratgeber für kleine Unternehmer vom Bayer. Landesamt für Datenschutzaufsicht
Zugegeben, es gehört nicht zum Thema Ausbildung, aber zum aktuell sehr brennenden juristischen Thema Datenschutz. Aktuell ist es, da die bevorstehende Wirkung der EU-DSGVO (25. Mai 2018) den Leuten auch bewusst macht, dass nicht nur diese Verordernung, sondern auch das parallel dazu bestehende Bundesdatenschutzgesetz zu beachten sind und hier weit mehr Fragen auftauchen, als man im ersten Moment denkt.
Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat für diverse Branchen kleine Datenschutzratgeber erstellt, sogenannte Handreichungen .
In der Handreichung, die auf der Webseite des BayLDA abgerufen werden kann, werden die wesentlichen Anforderungen der DSGVO für Vereine und kleine Unternehmen exemplarisch dargestellt.
Aus der Masse der oft wenig hilfreichen Broschüren stechen diese Handreichungen heraus, da sie wirklich wertvolle Checklisten mit Links zu weiterführenden Infos enthalten.
Anwendungserlass zur Abgabenordnung - Änderung und Fundstelle
Die AO hat keine Richtlinien, aber einen Anwendungserlass, den AEAO.
Der wurde mit Schreiben vom 31.1.2014 vom Bundesministerium der Finanzen versandt. Eine entsprechende PDF-Datei mit diesem Schreiben (und somit dem gesamten Text der AEAO) findet man im Internet
Das Problem: ein paar Stellen wurden mit Schreiben vom 24.1.2018 geändert.
Auch hierzu findet man das Schreiben als PDF im Internet.
Aber das zweite Schreiben ersetzt nicht den vollen Text, sondern gibt nur die geänderten Stellen an. Jetzt ist das erste PDF-Dokument unbrauchbar, da man an keiner Stelle weiß, ob es noch stimmt - man müsste es immer zeitgleich mit dem zweiten Dokument lesen.
Also muss man die PDF-Datei vergessen und auf einen anderen Internet-Abdruck der AEAO zurückgreifen, natürlich möglichst kostenlos. Aber hier sind erneut Gefahrenstellen.
Eine "gute" Fundstelle ist der AEAO in der NWB-Datenbank
https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/500001/
Ich fand noch eine anderen Abdruck der AEAO, der aber noch den alten Text enthält, obwohl zu Beginn steht, dass dies die aktuelle Fassung unter Berücksichtigung der Änderung vom Januar 2018 sei. Der Abdruck täuscht also eine aktualisierte Fassung vor, und wenn sich jemand nicht die Mühe für Stichkontrollen macht, merkt er den Fehler nicht.
Daher war es mir wichtig, obige Fundstelle zu dokumentieren.
Trivial-Software: GWG-Anpassung auf 800 Euro auch für Trivialprogramme
Die Bundesregierung hat sich zur Frage geäußert, ob R 5.5 Abs. 1 Satz 3 EStR, wonach Computerprogramme, deren Anschaffungskosten nicht mehr als 410 EUR betragen, wie Trivialprogramme zu behandeln sind, aufgrund der Erhöhung der GWG-Grenze auf 800 EUR ebenfalls angepasst wird.
Es ist vorgesehen, die in R 5.5 Absatz 1 Satz 3 EStR 2012 genannte Grenze für die Behandlung von Computerprogrammen wie Trivialprogramme in Höhe von 410 Euro, die an die geltende GWG-Grenze von 410 EUR angelehnt ist, im Rahmen der nächsten Überarbeitung der Einkommensteuer-Richtlinien entsprechend der Änderung in § 6 Abs. 2 EStG auf 800 EUR anzuheben (BT-Drs. 18/12750 v. 16.6.2017 S. 21).
Das bedeutet, dass Computerprogramme bis 800 EUR netto ab 2018 prinzipiell sofort als GWG abgeschrieben werden dürfen.
Labels: Rechnungswesen, Steuern
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