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Timestamp: 2016-10-28 00:48:51
Document Index: 37917740

Matched Legal Cases: ['Art. 59', 'Art. 78', 'Art. 93', 'Art. 81', 'Art. 59', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 81', 'Art. 326', 'Art. 363', 'Art. 36', 'Art. 106', 'Art. 39', 'Art. 59', 'Art. 62', 'Art. 62', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 364', 'Art. 364', 'Art. 363', 'Art. 365', 'Art. 398', 'Art. 393', 'Art. 365', 'BGE', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 81', 'Art. 81', 'Art. 363', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 393', 'Art. 363', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 80', 'Art. 375', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 363', 'Art. 365', 'Art. 363', 'Art. 365', 'Art. 363', 'Art. 393', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 65', 'Art. 59', 'Art. 62', 'Art. 65', 'Art. 62', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 81', 'Art. 80', 'Art. 363', 'Art. 43', 'Art. 18', 'Art. 43', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 399', 'Art. 390', 'Art. 390', 'Art. 364', 'Art. 390', 'Art. 365', 'Art. 20', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 354', 'Art. 363', 'Art. 355', 'Art. 363', 'Art. 363', 'Art. 29', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 363', 'Art. 393', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 396', 'Art. 384', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 365', 'Art. 396', 'Art. 384', 'Art. 80', 'Art. 384', 'Art. 384', 'Art. 384', 'Art. 384', 'Art. 363', 'Art. 59', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 66']

6B_1021/2014 � � Urteil vom 3. September 2015
Bundesrichter Oberholzer, Bundesrichter R�edi,
Verl�ngerung einer station�ren Massnahme,
Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte X.________ am 11. M�rz 2008 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfacher sexueller N�tigung, mehrfacher sexueller Bel�stigung sowie Pornographie zu einer Freiheitsstrafe von 35 Monaten und zu einer Busse von Fr. 500.--. Es ordnete eine station�re therapeutische Behandlung an. Den Vollzug der Freiheitsstrafe schob es zugunsten der Massnahme auf.
Das Regionalgericht Bern-Mittelland verl�ngerte die station�re therapeutische Massnahme jeweils um drei Jahre, letztmals am 25. Juni 2014. Der Entscheid wurde X.________ anl�sslich der Hauptverhandlung vom selben Tag m�ndlich er�ffnet.
X.________ reichte dagegen am 2. Juli 2014 beim Obergericht des Kantons Bern Beschwerde ein mit dem Hinweis, er behalte sich eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Entscheid bei Vorliegen der schriftlichen Begr�ndung vor.
Die schriftliche Begr�ndung des Entscheids vom 25. Juni 2014 datiert vom 8. Juli 2014 und wurde den Parteien zugestellt. Sie ging bei X.________ bzw. dessen Rechtsvertreter am 10. Juli 2014 ein.
Das Obergericht nahm das sistierte Verfahren am 11. Juli 2014 wieder auf. Es gab der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit, innert 20 Tagen eine Stellungnahme zur Beschwerde einzureichen. Die von X.________ eingereichte Beschwerdeerg�nzung vom 14. Juli 2014 erkannte es mit Verf�gung vom 15. Juli 2014 nicht zu den Akten. Auf die dagegen gef�hrte Beschwerde von X.________ trat das Bundesgericht am 29. August 2014 nicht ein (Verfahren 6B_780/2014). Es verwies auf die M�glichkeit der Anfechtung des Endentscheids.
Das Obergericht wies die von X.________ erhobene Beschwerde gegen die Verl�ngerung der Massnahme am 30. September 2014 in der Sache ab.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt im Wesentlichen, es sei das obergerichtliche Urteil vom 30. September 2014 aufzuheben. Die Sache sei an das Obergericht zur�ckzuweisen, welches seine Beschwerdeerg�nzung vom 14. Juli 2014 zu den Akten zu nehmen und den Fall neu materiell zu beurteilen habe. Eventualiter sei die Angelegenheit mit der Anweisung an die kantonalen Instanzen zur�ckzuweisen, anstelle des Beschwerdeverfahrens ein Berufungsverfahren durchzuf�hren. Subeventualiter sei eine ambulante Massnahme anzuordnen und er aus der station�ren therapeutischen Massnahme bedingt zu entlassen. Subsubeventualiter sei die station�re therapeutische Massnahme um maximal ein Jahr zu verl�ngern.
Der angefochtene Endentscheid, mit welchem die erstinstanzlich angeordnete Verl�ngerung der station�ren Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 4 StGB um drei Jahre gesch�tzt wurde, unterliegt der Beschwerde in Strafsachen im Sinne von Art. 78 ff. BGG. Ebenso unterliegt der Beschwerde in Strafsachen die Verf�gung der Vorinstanz vom 15. Juli 2014, mit welcher die Beschwerdeerg�nzung des Beschwerdef�hrers vom 14. Juli 2014 nicht zu den Akten genommen wurde (Art. 93 Abs. 3 BGG). Der Beschwerdef�hrer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 81 BGG). Er r�gt die Verletzung von Bundesrecht, was zul�ssig ist. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, der Verfahrensfairness und des Prinzips der Waffengleichheit namentlich deshalb, weil die Vorinstanz den Beginn der 10-t�gigen Frist f�r die Einreichung der Beschwerde auf den Zeitpunkt der m�ndlichen Entscheider�ffnung vom 25. Juni 2014 festlegte und seine fristgerechte Beschwerdeerg�nzung vom 14. Juli 2014 zur schriftlichen Begr�ndung des Entscheids aus dem Recht wies. Der Generalstaatsanwaltschaft habe sie nach Zustellung der schriftlichen Entscheidbegr�ndung hingegen eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um zur Beschwerde Stellung zu nehmen.
Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, es gehe vorliegend um die Verl�ngerung einer station�ren Massnahme nach Art. 59 Abs. 4 StGB. Es handle sich um ein Verfahren betreffend selbst�ndige nachtr�gliche gerichtliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO. In der Verf�gung vom 11. Juli 2014 f�hre die Vorinstanz aus, bei der Anordnung einer station�ren therapeutischen Massnahme handle es sich unzweifelhaft um ein Urteil, da �ber eine Straffrage materiell entschieden werde. Konsequenterweise h�tte die Vorinstanz anstelle des Beschwerdeverfahrens ein Berufungsverfahren er�ffnen m�ssen.
Es ist vorab das Vorbringen zu behandeln, die Vorinstanz h�tte anstelle des Beschwerdeverfahrens richtigerweise ein Berufungsverfahren einleiten m�ssen.
3.1.�Als Entscheide im Nachverfahren gem�ss Art. 363 ff. StPO gelten solche, in denen sich ein Gericht im Nachgang an ein in Rechtskraft erwachsenes Strafurteil haupts�chlich in Bezug auf die Massnahme oder den Vollzug der Strafe nochmals mit der Sache zu befassen hat. Das urspr�ngliche Verfahren wird fortgesetzt. Solche nachtr�gliche Entscheide in Nachverfahren sind subsidi�r. Kommt es wegen neuer Straftaten zu einer Anklage, �bernimmt das daf�r zust�ndige Gericht auch die Ab�nderungen und Erg�nzungen des vorherigen Urteils (Art. 81 Abs. 4 lit. d, Art. 326 Abs. 1 lit. g StPO). In den Verfahren gem�ss Art. 363 ff. StPO geht es mithin um die nachtr�gliche Ab�nderung oder Erg�nzung der Sanktionsfolgen von rechtskr�ftigen Strafurteilen. Es soll damit einer sp�teren Entwicklung Rechnung getragen werden. Die Grundlage daf�r findet sich im materiellen Recht. Beispiele f�r solche Nachverfahren sind die Festlegung einer Ersatzfreiheitsstrafe bei Nichtbezahlung der Geldstrafe bzw. Busse nach Art. 36 und Art. 106 Abs. 5 StGB, die Umwandlung der gemeinn�tzigen Arbeit in Geld- oder Freiheitsstrafe bei mangelnder Kooperation des Betroffenen nach Art. 39 StGB, die Verl�ngerung oder nachtr�gliche Anordnung einer station�ren Massnahme nach Art. 59 Abs. 4 StGB bzw. Art. 62c Abs. 3 StGB oder gar die nachtr�gliche Anordnung der Verwahrung nach Art. 62c Abs. 4 StGB (MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Rz. 1 zu Art. 363 StPO; s.a. CHRISTIAN SCHWARZENEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Lieber/Hansjakob [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, Rz. 1 zu Art. 363 StPO). Die inhaltliche Bandbreite der Entscheide, welche im Nachverfahren im Sinne von Art. 363 ff. StPO ergehen, ist somit weit. Es geht einerseits um Bagatellen im strafvollzugsrechtlichen Massengesch�ft bzw. um F�lle minderen Gewichts, andererseits um Entscheidungen, die f�r den Betroffenen mit ganz massiven Konsequenzen verbunden sind.
3.2.�Das Nachverfahren im Sinne von Art. 363 ff. StPO ist im Gesetz nur rudiment�r geregelt. Die zust�ndige Beh�rde - in aller Regel die Straf- oder Vollzugsbeh�rde - leitet das Verfahren auf Erlass eines nachtr�glichen richterlichen Entscheids von Amtes wegen ein, sofern das Bundesrecht nichts anderes bestimmt, und reicht dem Gericht die entsprechenden Akten und ihren Antrag ein (Art. 364 Abs. 1 StPO). In den �brigen F�llen k�nnen die verurteilte Person oder andere dazu berechtigte Personen mit einem schriftlichen und begr�ndeten Gesuch die Einleitung des Verfahrens beantragen (Art. 364 Abs. 2 StPO).
3.3.�Das Gesetz regelt damit nicht ausdr�cklich, in welcher Rechtsform nachtr�gliche selbstst�ndige Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO zu ergehen haben. Art. 365 Abs. 2 StPO spricht (ebenso wie die Marginale zur Gesetzesbestimmung) insofern neutral von "Entscheiden". Es stellt sich daher die Frage, ob solche Entscheide in Urteilsform oder aber in Beschluss- bzw. Verf�gungsform zu ergehen haben, mit der Folge, dass im einen Fall die Berufung (Art. 398 Abs. 1 StPO), im andern Fall die Beschwerde (Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO) das zul�ssige Rechtsmittel bildet. In der Literatur wird in diesem Zusammenhang mitunter von der "Urteil/Berufung"-L�sung oder aber der "Beschluss/Beschwerde"-L�sung gesprochen (NIKLAUS SCHMID, Nochmals zum Rechtsmittel gegen selbstst�ndig gef�llte Entscheide nach Art. 365 StPO, in forum poenale 4/2011, S. 222 ff.).
3.4.�Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Priorit�tsordnung zu unterstellen (zur Publikation bestimmter Entscheid 6B_490/2014 vom 27. April 2015 E. 2.4; BGE 140 III 206 E. 3.5.4; 140 IV 1 E. 3.1; je mit Hinweisen).
3.5.�Art. 80 ff. StPO enthalten Vorschriften zu Form und Inhalt von Entscheiden. Sie kn�pfen an die allgemein gebr�uchliche Begriffsbildung an. Nach Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO ergehen Entscheide, in denen �ber Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird, in Form eines Urteils. Die anderen Entscheide ergehen gem�ss Art. 80 Abs. 1 Satz 2 StPO in Beschlussform, wenn sie von einer Kollektivbeh�rde (recte wohl Kollegialbeh�rde), in Verf�gungsform, wenn sie von einer Einzelperson gef�llt werden. Nach Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO spricht sich ein Urteil inhaltlich zur tats�chlichen und rechtlichen W�rdigung des der beschuldigten Person zur Last gelegten Verhaltens aus und enth�lt die Begr�ndung der Sanktionen und der Nebenfolgen sowie der Kosten- und Entsch�digungsfolgen. Das Urteilsdispositiv gem�ss Art. 81 Abs. 4 lit. b StPO umfasst im Sinne einer Zusammenfassung der zentralen Punkte den Entscheid �ber Schuld und Sanktion, Kosten- und Entsch�digungsfolgen sowie allf�llige Zivilklagen.
3.6.�Nach den Gesetzesmaterialien sollen die nachtr�glichen richterlichen Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO, ungeachtet ihrer jeweiligen inhaltlichen Tragweite f�r den Betroffenen, nicht in Urteilsform ergehen, sondern als Beschluss bzw. Verf�gung, weil kein neues Sachurteil anstehe. Die Materialien sind unmissverst�ndlich. Sie sprechen deutlich daf�r, dass sich der Gesetzgeber bewusst und in voller Kenntnis der Sachlage f�r die sogenannte "Beschluss/Beschwerde"-L�sung entschieden hat. So listen der Begleitbericht des Bundesamts f�r Justiz zum Vorentwurf f�r eine Schweizerische Strafprozessordnung unter Einschluss des Vorentwurfs 2001 sowie namentlich die Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts die Entscheide, die als nachtr�gliche richterliche Anordnungen zu gelten haben, im Einzelnen auf und halten ausdr�cklich fest, diese Entscheide m�ssten - weil kein neues Sachurteil anstehe - in Form eines Beschlusses oder einer Verf�gung ergehen und unterl�gen deshalb der Beschwerde (vgl. Begleitbericht zum Vorentwurf f�r eine Schweizerische Strafprozessordnung, Bundesamt f�r Justiz, Bern 2001, S. 236; Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, in BBl 2006 1085 ff., S. 1298 f.).
3.7.�Die Lehre folgt �berwiegend der in der Botschaft vertretenen "Beschluss/Beschwerde"-L�sung. Ausgef�hrt wird namentlich, der StPO liege ein enger Urteilsbegriff zugrunde. Darunter fielen nur Entscheide, in denen im Sinne eines umfassenden Sachurteils �ber Schuld und Unschuld, bei Schuldspruch �ber die Sanktion sowie die Nebenfolgen befunden werde. Auch wo selbstst�ndige nachtr�gliche Entscheide Sachentscheide betr�fen, mit denen eine Frage des materiellen Strafrechts beurteilt werde, liege deshalb kein (neues) Sachurteil vor. Es bestehe bereits ein rechtskr�ftiges Strafurteil, das bloss abge�ndert oder erg�nzt werde. Der nachtr�gliche gerichtliche Entscheid ergehe daher in Form eines Beschlusses bzw. einer Verf�gung. Zul�ssiges Rechtsmittel sei die Beschwerde (so NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Rz. 3 und 4 zu Art. 365 StPO; SCHWARZENEGGER, a.a.O., Rz. 1 und 3 zu Art. 365 StPO; DANIEL JOSITSCH, Grundriss des Schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Z�rich 2013, N. 558 f.; ANDREAS KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Lieber/Hansjakob [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, Rz. 21 zu Art. 393 StPO; RUCKSTUHL/DITTMANN/ARNOLD, Strafprozessrecht, Z�rich 2011, S. 352 N. 1141; MARIE-LOUISE STAMM, Rechtsmittel bei selbstst�ndigen nachtr�glichen Entscheiden nach Art. 363 ff. StPO, forum poenale 5/2012, S. 30 f.; MICHEL PERRIN, Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 10 zu Art. 365 StPO; JEANNERET/KUHN, Pr�cis de proc�dure P�nale, Bern 2013, S. 453 f. N. 17120; vgl. auch MOREILLON/PAREIN-REYMOND, CPP, Code de proc�dure p�nale, 2013, Rz. 7 und 8 zu Art. 365 StPO).
3.8.�Das Bundesgericht hat sich unter Hinweis auf die Botschaft und einzelne Autoren in seiner bisherigen Rechtsprechung daf�r ausgesprochen, dass die Beschwerde zul�ssiges Rechtsmittel gegen nachtr�gliche gerichtliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO sein soll (Entscheide 6B_293/2012 vom 21. Februar 2012 E. 2 betreffend Verl�ngerung einer ambulanten Massnahme, 6B_425/2013 vom 31. Juli 2013 E. 1.2 betreffend Widerruf einer bedingten Strafe sowie namentlich 6B_688/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 2.1. und 2.2 betreffend Verl�ngerung einer station�ren Massnahme; vgl. auch Entscheid 6B_538/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 5.2, worin es ausdr�cklich heisst, nachtr�gliche gerichtliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO seien "par la voie du recours � l'exclusion de l'appel" anzufechten).
3.9.�Die in der Botschaft und von der herrschenden Lehre vertretene Auffassung, dass Entscheide im Verfahren nach Art. 363 ff. StPO als Beschluss bzw. Verf�gung ergehen und mit Beschwerde anzufechten sind, ist bei einem nicht unerheblichen Teil des Schrifttums auf Kritik gestossen. Eingewendet wird namentlich, mit der nachtr�glichen Modifikation eines rechtskr�ftigen Strafurteils auf der Grundlage von Art. 363 ff. StPO werde eine neue materiellrechtliche Entscheidung �ber eine Straffrage getroffen, indem die urspr�ngliche Sanktionsfolge erg�nzt oder abge�ndert werde. Diese Entscheidung m�sse zwingend in Urteilsform gem�ss Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO ergehen. Dass jedenfalls einschneidende Entscheide im Bereich des Massnahmenrechts nur als Urteil ausgef�llt werden k�nnten, werde auch an anderer Stelle des Gesetzes deutlich. So ergehe die Anordnung der Massnahme bei einer schuldunf�higen Person nach Art. 375 Abs. 2 StPO ausdr�cklich in Form eines Urteils; dies "aufgrund der Tragweite der m�glichen Sanktionen" (Botschaft, a.a.O., S. 1305). Das Gesetz sehe die Urteilsform auch f�r die nachtr�gliche Verwahrung im Fall eines fehlerhaften Urteils im Sinne von Art. 65 Abs. 2 StGB vor, deren Verfahren sich nach den Regeln �ber die Wiederaufnahme richte (Art. 65 Abs. 2 StGB i.V.m. 410 StPO). Weshalb bei nachtr�glichen Entscheiden andere Regeln gelten sollen, sei nicht einsehbar, zumal es in der Sache um das Gleiche gehe. Das Rechtsmittel der Beschwerde und die gesetzliche Ausgestaltung des Beschwerdeverfahrens w�rden dem inhaltlichen Gewicht dieser Entscheide nicht gerecht. Daher sei im Verfahren nach Art. 363 ff. StPO die Berufung als zul�ssiges Rechtsmittel zuzulassen (HEER, a.a.O., Rz. 4 ff. zu Art. 365 StPO; RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2011, Rz. 2695 und Rz. 2697 f.; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundz�ge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, S. 529 f. N. 1508 und 1509; CHRISTOPHER GETH, Rechtsmittel gegen selbstst�ndige nachtr�gliche Entscheidungen des Gerichts nach Art. 363 ff. StPO, AJP 3/2011, S. 313 ff.; RENATE SCHNELL, Entscheide nach Art. 365 StPO - berufungsf�hig oder nur der Beschwerde zug�nglich, forum poenale 4/2011, S. 111 f.).
3.10.�In Anlehnung an die Minderheitsmeinung haben mehrere Kantone explizit die Berufung als zul�ssiges Rechtsmittel gegen nachtr�gliche gerichtliche Entscheide im Verfahren nach Art. 363 ff. StPO bezeichnet (vgl. dazu PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Rz. 12 zu Art. 393 StPO mit Hinweisen; so namentlich St. Gallen [GVP 2011 Nr. 79], Aargau [AGVE 2012 Nr. 82] und Luzern [LGVE 2012 I Nr. 68]). Andere Kantone erachten dagegen die Beschwerde als das zul�ssige Rechtsmittel (beispielsweise Basel-Stadt [BJM 4/2013 S, 209 ff.], Z�rich [ZR 110 (2011) Nr. 53], Schwyz [EGV 2012 A 5.5 S. 36]).
3.11.�Unter diesen Umst�nden besteht Anlass, die kontroverse Frage zum zul�ssigen Rechtsmittel gegen selbstst�ndige gerichtliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO einer n�heren �berpr�fung zu unterziehen, zumal sich das Bundesgericht in seiner bisherigen Rechtsprechung damit nicht vertieft befasste.
4.1.�Die Argumente der Minderheitsmeinung f�r die "Urteil/Berufung"-L�sung haben einiges f�r sich, namentlich soweit es sich um nachtr�gliche gerichtliche Entscheide handelt, die materielle Sachentscheide betreffen, welche mit weitreichenden Konsequenzen f�r den Betroffenen verbunden sind. So wird im Nachverfahren nach Art. 363 ff. StPO im Zusammenhang mit Art. 65 Abs. 1 StGB �berhaupt erstmals der eingriffsintensive Freiheitsentzug einer Massnahme angeordnet. Eine nachtr�gliche Anordnung oder Verl�ngerung einer station�ren Massnahme - etwa im Sinne von Art. 59 Abs. 4 StGB oder Art. 62c Abs. 3 StGB - ist f�r den Betroffenen sodann nicht von geringerer Tragweite als die urspr�ngliche Anordnung der Sanktion. Ebenso wenig kann es aus Sicht der betroffenen Person einen Unterschied machen, ob die nachtr�gliche Anordnung einer Verwahrung aufgrund eines fehlerhaften Urteils gem�ss Art. 65 Abs. 2 StGB (dann Urteilsform) oder als Folge der Aussichtslosigkeit oder Undurchf�hrbarkeit einer Massnahme gem�ss Art. 62c Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 363 ff. StPO (dann Beschlussform) erfolgt. Vor diesem Hintergrund kann man sich fragen, ob in diesen F�llen der nachtr�gliche Entscheid, mit welchem das urspr�ngliche Urteil in Anwendung des materiellen Rechts abge�ndert wird, aufgrund der damit verbundenen Eingriffsintensit�t nicht als Urteil ergehen m�sste, welches mit Berufung anzufechten w�re (�hnlich nicht publizierter Entscheid des Obergerichts des Kantons Z�rich, III. Strafkammer, vom 26. M�rz 2013 E. 2.1/b S. 8).
4.2.�Allerdings ist zu beachten, dass im Bereich von Rechtsmitteln das Gebot der Rechtssicherheit in hohem Masse gilt. Angesichts der inhaltlichen Bandbreite von m�glichen nachtr�glichen Entscheiden ist mithin unabdingbar, dass bez�glich des zu ergreifenden Rechtsmittels Klarheit herrscht (STAMM, a.a.O., S. 31). Der Gesetzgeber hat sich im Zusammenhang mit den nachtr�glichen gerichtlichen Entscheiden gem�ss Art. 363 ff. StPO - ungeachtet ihrer inhaltlichen Tragweite - bewusst und unmissverst�ndlich f�r die "Beschluss/Beschwerde"-L�sung entschieden (vorstehend E. 3.6). Ausgangspunkt dieser Entscheidung bildet ein formaler Urteilsbegriff, wie er schon fr�her in der vorherrschenden Prozesslehre der Schweiz vertreten wurde und auch der geltenden StPO zugrunde liegt, wenn man Art. 80 ff. StPO nicht isoliert, sondern im strafprozessualen Kontext liest (Art. 80 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 81 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 lit. b StPO; siehe vorstehend E. 3.5). Als Urteile gelten danach nur solche Sachentscheide, in denen umfassend �ber Schuld oder Unschuld, bei einem Schuldspruch �ber die Sanktion und die Nebenfolgen entschieden wird (SCHMID, a.a.O., forum poenale, S. 223; wohl auch DONATSCH/SCHWARZENEGGER/WOHLERS, Strafprozessrecht, 2. Aufl. 2014, S. 264; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2006, � 45 N. 1 ff.; G�RARD PIQUEREZ, Trait� de proc�dure p�nale suisse, 2. Aufl. 2006, N. 582; SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl. 2004, N. 581). Nachtr�gliche richterliche Anordnungen haben nicht diesen umfassenden Inhalt. Sie sind (bloss) urteils�hnlich (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O.). Auch wo nachtr�gliche richterliche Entscheide unstreitig Sachentscheide betreffen, mit welchen �ber eine materielle Straffrage befunden wird (zum Beispiel im Rahmen der nachtr�glichen Anordnung einer station�ren Massnahme), ergeht kein neues umfassendes Sachurteil im Sinne von Art. 80 ff. StPO. Es besteht vielmehr bereits ein rechtskr�ftiges Strafurteil, das durch die nachtr�gliche richterliche Entscheidung (lediglich) modifiziert wird (DONATSCH/SCHWARZENEGGER/WOHLERS, a.a.O., S. 324 f.; STAMM, a.a.O., S. 30 f.).
4.3.�Dass der "Beschwerde/Beschluss"-L�sung f�r nachtr�gliche richterliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO eine bewusste gesetzgeberische Entscheidung zugrunde liegt, zeigt auch ein Blick in die Jugendstrafprozessordnung. So hat der Gesetzgeber in Art. 43 lit. a JStPO ausdr�cklich vorgesehen, dass Entscheide, mit welchen Massnahmen im Sinne von Art. 18 JStG nachtr�glich abge�ndert werden, mit Beschwerde anzufechten sind (DIETER HEBEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Rz. 3 zu Art. 43 JStPO; HEER, a.a.O., Rz. 9 zu Art. 365 StPO; siehe auch RENATE SCHNELL, Ausgew�hlte Aspekte zu den Rechtsmitteln im Anwendungsbereich der JStPO, in: Schweizerische Strafprozessordnung und Schweizerische Jugendstrafprozessordnung, [Hrsg. Marianne Heer], Bern 2010, S. 247 ff., S. 265).
4.4.�Den Bedenken der Minderheitsmeinung, dass die Beschwerde bzw. das Beschwerdeverfahren der inhaltlichen Tragweite (eines grossen Teils) der nachtr�glichen richterlichen Entscheide im Sinne von 363 ff. StPO nicht gerecht wird (SCHNELL, a.a.O., S. 211; HEER, a.a.O., Rz. 10 zu Art. 365 StPO; siehe auch LUZIUS EUGSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Rz. 14b zu Art. 399 StPO), ist entgegenzuhalten, dass auch die Beschwerde eine umfassende Pr�fung der im Streite liegenden Angelegenheit zul�sst. Die Beschwerde ist ein ordentliches, vollkommenes und devolutives Rechtsmittel, welches die �berpr�fung des angefochtenen Entscheids mit freier Kognition erlaubt. Noven sind zul�ssig. Verfahrensm�ssig sind keine Nachteile auszumachen: Ein zweiter Schriftenwechsel darf durchgef�hrt werden (Art. 390 Abs. 3 StPO). Zus�tzliche Erhebungen oder Beweisabnahmen k�nnen, wenn n�tig, erfolgen (Art. 390 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 364 Abs. 3 StPO) und je nach Tragweite des Falles kann m�ndlich verhandelt werden (Art. 390 Abs. 5 StPO i.V.m. Art. 365 Abs. 1 StPO). Damit erlaubt die Beschwerde, falls notwendig, ein der Berufung angen�hertes Verfahren. Einzig die Beschwerdefrist von 10 Tagen ist gegen�ber der Berufungserkl�rungsfrist von 20 Tagen verk�rzt. Angesichts der Tatsache, dass bei den nachtr�glichen gerichtlichen Entscheiden nur ein klar umgrenzter Ausschnitt, d.h. die Sanktionsfolge, eines bereits vorliegenden fr�heren Strafurteils neu geregelt wird, scheint die Frist von 10 Tagen zur Beschwerdeerhebung jedoch ausreichend (dazu eingehend STAMM, a.a.O., S. 30).
4.5.�Die Meinung, die vornehmlich mit Verfahrensfragen befasste Beschwerdeinstanz k�nnte nicht ausreichend in der Lage sein, die sich in den Nachverfahren stellenden materiellrechtlichen Fragen zu beurteilen, entbehrt der Grundlage. Im �brigen steht es den Kantonen frei, die Befugnisse der Beschwerdeinstanz dem Berufungsgericht zu �berweisen (Art. 20 Abs. 2 StPO). Damit entfiele auch die (vermeintliche) Problematik, dass zwei unterschiedliche Rechtsmittelinstanzen �ber identische Sachfragen zu entscheiden haben. Hinzu kommt das Fol-gende: F�r nachtr�gliche Entscheide ist gem�ss Art. 363 Abs. 1 StPO grunds�tzlich das Gericht zust�ndig, welches das erstinstanzliche Sachurteil gef�llt hat. Diese Regelung ist indes nicht zwingend. Das Gesetz l�sst vielmehr eine abweichende Regelung zu. Die Kantone k�nnen folglich andere erstinstanzliche Instanzen f�r zust�ndig erkl�ren und beispielsweise betreffend die Nachverfahren nach Art. 363 ff. StPO separate Sanktionengerichte einrichten (SCHWARZENEGGER, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 363 StPO; vgl. die Regelung in den Kantonen Genf und Waadt). Der Umstand, dass bereits das Gericht, welches das erstinstanzliche Sachurteil gef�llt hat, nicht zwingend zust�ndig zu sein braucht, kann letztlich nur heissen, dass es auch nicht notwendigerweise das Berufungsgericht sein muss, welches in den Nachverfahren zweitinstanzlich entscheidet.
4.6.�Ein weiterer Einwand der Minderheitsmeinung betrifft die angebliche Inkonsistenz in Bezug auf die nachtr�glichen Entscheide im Strafbefehlsverfahren (GETH, a.a.O., S. 30). Fallen nachtr�gliche Entscheide im Nachgang zu einem Strafbefehl an, ist die Staatsanwaltschaft zust�ndig (Art. 363 Abs. 2 StPO). Der nachtr�gliche Entscheid ergeht in der Form eines Strafbefehls, gegen welchen Einsprache erhoben werden kann (Art. 354 StPO; Botschaft, a.a.O., S. 1298 f.; siehe auch SCHWARZENEGGER, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 363 StPO). Das Einspracheverfahren folgt anschliessend den Regeln von Art. 355 und 356 StPO. Diese Bestimmungen nehmen nicht vorweg, in welcher Form der Entscheid des erstinstanzlichen Gerichts ergeht. Da im Nachverfahren kein umfassendes neues Strafurteil ergeht, sondern (lediglich) die Sanktionsfolge im Sinne eines blossen Teilaspekts angepasst, erg�nzt oder ge�ndert wird, hat der nachtr�gliche richterliche Entscheid nach den allgemeinen Regeln als Beschluss bzw. Verf�gung zu ergehen, welcher mit Beschwerde angefochten werden kann (vgl. STAMM, a.a.O., S. 31; SCHMID, a.a.O., Praxiskommentar, Rz. 4 zu Art. 363 StPO).
4.7.�Unter all diesen Umst�nden h�lt das Bundesgericht namentlich mit R�cksicht auf den klaren gesetzgeberischen Willen in �bereinstimmung mit der �berwiegenden Lehre an seiner bisherigen Rechtsprechung fest, dass die Beschwerde das zul�ssige Rechtsmittel gegen selbstst�ndige nachtr�gliche Entscheide im Sinne von Art. 363 ff. StPO ist. Es l�ge am Gesetzgeber - wenn er es f�r notwendig ansieht - Abhilfe zu schaffen.
Daraus ergibt sich f�r den vorliegenden Fall, dass die Vorinstanz zu Recht ein Beschwerdeverfahren eingeleitet hat. Die Beschwerde in Strafsachen erweist sich in diesem Punkt als unbegr�ndet.
5.1.�Zu behandeln bleibt die R�ge des Beschwerdef�hrers, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r, die Verfahrensfairness sowie das Prinzip der Waffengleichheit verletzt, indem sie den Beginn der 10-t�gigen Frist f�r die Einreichung der Beschwerde auf den Zeitpunkt der m�ndlichen Entscheider�ffnung vom 25. Juni 2014 festgelegt und seine Beschwerdeerg�nzung vom 14. Juli 2014 zur schriftlichen Entscheidbegr�ndung aus dem Recht gewiesen habe. Er habe seine Beschwerde folglich nicht gest�tzt auf die ausf�hrliche schriftliche Begr�ndung des Entscheids abfassen k�nnen. Der Generalstaatsanwaltschaft habe die Vorinstanz demgegen�ber nach Zustellung der schriftlichen Entscheidbegr�ndung eine Frist von 20 Tagen zur Stellungnahme einger�umt.
5.2.�Nach Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r und ein faires Gerichtsverfahren. Der Anspruch auf rechtliches Geh�r umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzur�umen sind, damit sie in einem Verfahren zu allen wesentlichen Punkten und Entscheidgrundlagen Stellung nehmen und ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 140 I 99 E. 3.4; 135 I 187 E. 2.2; 132 II 485 E. 3.2). Alle Verfahrensbeteiligten sollen sich dabei nach M�glichkeit mit gleicher Wirksamkeit am Verfahren beteiligen k�nnen (BGE 139 I 121 E. 4.2.1; 137 IV 172 E. 2.6; vgl. auch BGE 131 II 169 E. 2.2.3). Die Waffengleichheit ist als formales Prinzip schon dann verletzt, wenn eine Partei bevorteilt wird; es ist nicht notwendig, dass die Gegenpartei dadurch tats�chlich einen Nachteil erleidet (BGE 137 V 210 E. 2.1.2).
5.3.�Die nachtr�glichen richterlichen Anordnungen nach Art. 363 ff. StPO ergehen als Beschluss bzw. als Verf�gung. Zul�ssiges Rechtsmittel ist die Beschwerde (Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO). Gem�ss Art. 365 Abs. 2 Satz 1 StPO erl�sst das Gericht seinen Entscheid schriftlich und begr�ndet diesen kurz. Eine schriftliche Begr�ndung erfolgt auch, wenn ein Entscheid nach Art. 365 Abs. 2 Satz 2 StPO m�ndlich er�ffnet wird. Bei m�ndlicher Er�ffnung ist nicht zwingend ein Dispositiv auszuh�ndigen. F�r die Rechtsmittelfrist von zehn Tagen gem�ss Art. 396 Abs. 1 StPO ist nach Art. 384 lit. b StPO die Zustellung des begr�ndeten Entscheids massgebend (vgl. SCHMID, a.a.O., Praxiskommentar, Rz. 3 zu Art. 365 StPO; DERSELBE, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, Fn. 119, S. 628; SCHWARZENEGGER, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 365 StPO; siehe auch HEER, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 365 StPO).
5.4.�Die Vorinstanz geht davon aus, dass die 10-t�gige Rechtsmittelfrist im Beschwerdeverfahren mit der Aush�ndigung des "Urteilsdispositivs" zu laufen beginnt. Sie beruft sich auf Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 384 lit. a und Art. 80 Abs. 1 StPO. Eine Beschwerdeerg�nzung nach Ablauf dieser Frist sehe die StPO nicht vor (Entscheid, S. 3).
5.4.1.�Mit ihrer Argumentation vermengt die Vorinstanz Elemente des Berufungs- mit solchen des Beschwerdeverfahrens. Sie verkennt, dass Art. 384 lit. a StPO nur zur Anwendung kommt, wenn Entscheide als Urteile ergehen. Diesfalls beginnt die Frist nach der genannten Gesetzesbestimmung mit der Aush�ndigung oder der Zustellung des schriftlichen Dispositivs. Bei andern Entscheiden ist demgegen�ber Art. 384 lit. b StPO massgebend. Die Frist beginnt danach mit der Zustellung des Entscheids zu laufen. Eine Aush�ndigung des Dispositivs reicht hierf�r nicht aus. �berdies m�ssen zugestellte Entscheide auch begr�ndet sein (FRANZ RIKLIN, StPO Kommentar, 2. Aufl. 2014, Rz. 3 und 4 zu Art. 384 StPO, VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Donatsch/Lieber/Hansjakob [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, Rz. 1 und 3 zu Art. 384 StPO).
5.5.�Der erstinstanzliche Entscheid betreffend die Verl�ngerung der Massnahme ist ein nachtr�glicher gerichtlicher Entscheid im Sinne von Art. 363 ff. StPO. Er hatte als Beschluss zu ergehen. Die Vorinstanz leitete zutreffend ein Beschwerdeverfahren ein. Folgerichtig h�tte sie davon ausgehen m�ssen, dass die Rechtsmittelfrist im Beschwerdeverfahren - auch bei m�ndlicher Er�ffnung - mit der Zustellung des schriftlich begr�ndeten Entscheids zu laufen beginnt. Das tat sie f�lschlicherweise nicht. Mit ihrem Vorgehen hat sie nicht nur die massgebenden Bestimmungen der StPO zur Fristenregelung unrichtig angewandt, sondern auch gegen die als verletzt ger�gten Verfassungsbestimmungen verstossen, indem sie die fristgerechte Beschwerdeerg�nzung des Beschwerdef�hrers vom 14. Juli 2014 zum schriftlich begr�ndeten Entscheid vom 25. Juni 2014 aus dem Recht wies. Jenem blieb es dadurch - im Unterschied zur Generalstaatsanwaltschaft, welche zum schriftlich begr�ndeten Entscheid Stellung nehmen konnte - verwehrt, sich zu den Erw�gungen im schriftlich begr�ndeten Entscheid zu �ussern. Der vorinstanzliche Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Vorinstanz hat �ber die Verl�ngerung der Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 4 StGB unter Ber�cksichtigung der zu Unrecht aus dem Recht gewiesenen Beschwerdeerg�nzung vom 14. Juli 2014 neu zu befinden. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begr�ndet.
Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Bei dieser Ausgangslage er�brigt sich eine Behandlung der materiellen Vorbringen des Beschwerdef�hrers. Darauf ist nicht einzutreten.
Der Kanton Bern hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Die Entsch�digung ist praxisgem�ss seinem Rechtsvertreter auszurichten. Insofern wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos (BGE 139 III 396 E. 4.1). Es sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird, der Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern vom 30. September 2014 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Der Kanton Bern hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- auszurichten.