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Timestamp: 2019-10-14 14:48:08
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Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 138', '§ 138', 'BGH', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', 'BGH', '§ 138', '§ 812']

24.11.2009 · IWW-Abrufnummer 093821
Bundesgerichtshof: Urteil vom 09.10.2009 – V ZR 178/08
1. Unbegründet ist allerdings die Sachrüge, dass das Berufungsgericht die materiellrechtlichen Voraussetzungen des § 138 Abs. 1 BGB verkannt habe. Das Berufungsgericht hat nicht übersehen, dass ein Kaufvertrag, auch wenn der Wuchertatbestand des § 138 Abs. 2 BGB nicht in allen Voraussetzungen erfüllt ist, als wucherähnliches Rechtsgeschäft nach § 138 Abs. 1 BGB sittenwidrig sein kann (vgl. Senat, BGHZ 146, 298, 301 m.w.N.). Es hat beide Tatbestände des § 138 BGB behandelt und auch die Voraussetzungen für die Feststellung der Sittenwidrigkeit eines Vertrags nach § 138 BGB richtig erkannt. Zu dem objektiv auffälligen Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung muss stets ein subjektiver Umstand hinzukommen, damit der Vertrag sich als sittenwidrig darstellt. Das gilt für beide Tatbestände des § 138 BGB gleichermagßen. Zur Feststellung der Sittenwidrigkeit eines Vertrags als wucherähnlichen Geschäfts nach § 138 Abs. 1 BGB ist das subjektive Merkmal eines Handelns des Begünstigten in verwerflicher Gesinnung unerlässlich (Senat, BGHZ 160, 8, 14; Urt. v. 19. Juli 2002, V ZR 240/01, NJW 2002, 3165, 3166).
RechtsgebietBGB	VorschriftenBGB § 138 Abs. 1, BGB § 812 Abs. 1