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Timestamp: 2020-08-15 01:40:23
Document Index: 112840731

Matched Legal Cases: ['§ 114', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 263', '§ 15', '§ 15', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 22. September 2005, Az.: IX ZB 163/04
Beschluss vom 22. September 2005
Aktenzeichen: IX ZB 163/04
b) Die in § 114 ZPO vorgeschriebene Prüfung der Erfolgsaussichten wäre sinnlos, wenn der Antragsteller nach der Bewilligungsentscheidung beliebig einen anderen Lebenssachverhalt oder einen anderen Antrag "nachschieben" könnte. Nach nahezu einhelliger Ansicht bezieht sich die Bewilligung der Prozesskostenhilfe daher nur auf den im Antrag dargelegten prozessualen Anspruch (MünchKomm-ZPO/Wax, 2. Aufl. § 119 Rn. 56; Stein/Jonas/Bork aaO § 119 Rn. 7; Thomas/Putzo/Reichold, ZPO 26. Aufl. § 119 Rn. 11; Wieczorek/ Schütze/Steiner aaO § 119 Rn. 10). Im Falle einer Klageänderung umfasst die bisherige Bewilligungsentscheidung den neuen Antrag nicht (Musielak/ Fischer, ZPO 4. Aufl. § 119 Rn. 9).
c) Eine andere Meinung vertreten -soweit ersichtlich -nur Zöller/Philippi, aaO § 119 Rn. 14. Das Gericht hat danach lediglich zu prüfen, ob der geänderte Antrag einen höheren Streitwert hat; erhöht der Streitwert sich nicht, soll sich die Bewilligung der Prozesskostenhilfe auch auf den geänderten Antrag erstrecken, soweit keine zusätzlichen Kosten ausgelöst werden. Hintergrund dieser Ansicht sind wohl folgende Überlegungen: Die Vorschriften der §§ 263, 264 ZPO ersparen dem Kläger die Kosten eines weiteren Prozesses. Die Klageänderung zieht -wenn der Wert des neuen Antrags denjenigen des früheren Antrags nicht übersteigt -keine kostenrechtlichen Folgen nach sich. Hinsichtlich der Gerichtsgebühren gilt der neue Antrag als von Anfang an anhängig. Auch der Anwalt kann seine Gebühren nur einmal fordern, weil es sich um ein und dieselbe Angelegenheit handelt (Gerold/Schmidt/Madert, RVG 16. Aufl. § 15 Rn. 102; Riedel/Sußbauer/Fraunholz, RVG 9. Aufl. § 15 Rn. 10; Zöller/Greger, aaO § 263 Rn. 32; vgl. zur BRAGO auch KG JurBüro 1968, 610, 611; OLG Hamburg JurBüro 1978, 1807).
v. 5. Februar 2004 -IX ZB 29/03, WM 2004, 1686 f; v. 7. April 2005 -IX ZB 63/03, WM 2005, 1246). Fehlen tatsächliche Feststellungen, so kann eine Rechtsprüfung nicht erfolgen. Ausführungen des Beschwerdegerichts, die eine solche Überprüfung nicht ermöglichen, sind keine Gründe im zivilprozessualen Sinne.
Beschluss v. 22.09.2005
Az: IX ZB 163/04
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15.08.2020 - 03:40 Uhr
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