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Timestamp: 2016-10-27 03:06:15
Document Index: 255897581

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 132', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 36']

U 250/01 (22.12.2003)
U 250/01
Pr�sident Borella, Bundesrichter Meyer und Kernen; Gerichtsschreiber Renggli
A.________, 1950, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Ausfeld, Weinbergstrasse 18, 8001 Z�rich,
"Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft, Alfred-Escher-Strasse 50, 8022 Z�rich, Beschwerdegegnerin
(Entscheid vom 21. Juni 2001)
Der 1950 geborene A.________ arbeitete seit Januar 1993 bei der B.________ AG, und war bei der "Z�rich Versicherungs-Gesellschaft" (nachfolgend: "Z�rich") obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 10. M�rz 1994 st�rzte er beim Schlittschuhlaufen und schlug mit dem R�cken an die Bande der Eisbahn. Nach eigenen Angaben litt er seither unter Schmerzen, welche allerdings vorerst nicht medizinisch abgekl�rt und behandelt wurden. Am 5. August 1996 diagnostizierte Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, einen Status nach Impressionsfraktur Brustwirbelk�rper (BWK) 12/Lendenwirbelk�rper (LWK) 1 bei ausgepr�gtem chronischen thorako-lumbovertebralen Syndrom (Arztzeugnis vom 20. August 1996).
Auf Unfallmeldung vom 14. August 1996 hin erbrachte die "Z�rich" zun�chst Behandlungsleistungen und erteilte dem Spital Q.________, Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin (nachfolgend: Rheumaklinik), einen Auftrag f�r ein Gutachten, welches am 7. Januar 1998 erstattet wurde. Am 2. M�rz 1998 nahm dasselbe Institut auf Anfrage der "Z�rich" hin zur Frage des Integrit�tsschadens Stellung. Gest�tzt auf die Ergebnisse der medizinischen Abkl�rungen erliess die Z�rich am 2. September 1998 eine Verf�gung, in welcher sie einen Anspruch auf Invalidenrente mangels Arbeitsunf�higkeit verneinte und eine Integrit�tsentsch�digung von 5 % zusprach.
Gegen die Festsetzung der Integrit�tsentsch�digung erhob A.________ am 22. September 1998 Einsprache und verwies zur Begr�ndung auf die Beurteilung durch Dr. med. D.________, welcher in einem Schreiben vom 24. September 1998 eine Einsch�tzung der Integrit�tsbeeintr�chtigung auf 10-12 % als angemessen bezeichnete. Dr. med. E.________ von der Rheumaklinik nahm am 14. Juni 1999 zu dieser abweichenden Meinung Stellung und hielt an der fr�heren Einsch�tzung fest. Mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2000 best�tigte die "Z�rich" ihre Verf�gung.
Die mit dem Antrag auf Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung von 10 % erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 21. Juni 2001 ab.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, die Sache sei wegen Verletzung des rechtlichen Geh�rs und zwecks genauerer Sachverhaltsabkl�rung zu neuer Entscheidung "an die Vorinstanzen" zur�ckzuweisen. Eventualiter wird die Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung basierend auf einer Integrit�tseinbusse von 10 % beantragt.
Das kantonale Gericht hat unter Bezugnahme auf den Einspracheentscheid die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG), deren Bemessung (Art. 25 Abs. 1 und 2 UVG, Art. 36 UVV, Anhang 3 zur UVV) und die nach der Rechtsprechung an ein beweistaugliches �rztliches Gutachten zu stellenden Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu beurteilen ist die H�he des unfallbedingten Integrit�tsschadens.
2.1 In medizinischer Hinsicht stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Der Beschwerdef�hrer wies bereits 1970 in der Bodenplatte der LWK 2 und 3 Schmorl'sche Knoten auf, die mit Keilwirbeldeformationen des BWK 12 und des LWK 1 sowie, weniger ausgepr�gt, des LWK 2 einhergingen. Dies wurde von den Dres. med. F.________ und E.________ von der Rheumaklinik in ihrem Gutachten vom 7. Januar 1998 aufgrund eines R�ntgenbildes aus dem Jahr 1970 einwandfrei festgestellt. Aus der Expertise geht sodann hervor, dass der Versicherte durch den Sturz vom 10. M�rz 1994 einen Schlag im Bereich des thorako-lumbalen �berganges und eine darauf zur�ckzuf�hrende Stauchung desselben erlitt. An der Vorderkante des LWK 1 stellten die Gutachter eine H�henminderung von 3 mm gegen�ber 1970 fest, die wahrscheinlich auf eine Kompressionsfraktur zur�ckzuf�hren sei. Die Experten diagnostizierten ein chronisches Thorako-/Lumbovertebralsyndrom mit Wirbels�ulenfehlform bei Status nach thorako-lumbalen Morbus Scheuermann sowie einen Status nach Vorderkantenkompressionsfraktur des LWK 1. Die Schmerzen, welche der Versicherte seit dem Sturz versp�rt, f�hrten sie auf die Kompressionsfraktur zur�ck. Der erg�nzende Bericht vom 2. M�rz 1998 hielt fest, dass keine messbare Ver�nderung der Wirbels�ulenstatik im Sinne einer posttraumatisch verst�rkten Kyphose vorliegt.
Dagegen wendete der behandelnde Dr. med. D.________, Spezialarzt f�r Orthop�dische Chirurgie FMH, in seiner Stellungnahme vom 24. September 1998 ein, die medizinischen Beurteilungen der Rheumaklinik ber�cksichtigten die strukturelle Sch�digung, welche durch die Fraktur entstanden sei, zu wenig. Keildeformationen der Wirbelk�rper f�hrten zu einer Dyskongruenz der Facetten, woraus wiederum h�ufig eine Arthronose resultiere.
2.2 Herrscht somit �ber die pathogenetischen Zusammenh�nge unter den �rzten praktische �bereinstimmung, gehen die Ansichten �ber die Schwere der Auswirkungen der unfallbedingten Sch�digung auseinander. Diesbez�glich vermag die Stellungnahme des Dr. med. D.________ vom 24. September 1998 nicht zu �berzeugen. So ist zun�chst nicht einzusehen, inwiefern die strukturelle Sch�digung seitens der Rheumaklinik zu wenig ber�cksichtigt worden sein soll. Die von Dr. D.________ geltend gemachte "resultierende Kyphosierung" haben die Administrativgutachter aufgrund eines Vergleiches mit dem radiologisch nachgewiesenen Zustand von 1970 �berzeugend ausgeschlossen: "Eine messbare Ver�nderung der Wirbels�ulenstatik im Sinne einer verst�rkten posttraumatischen Kyphose liegt nicht vor." (Stellungnahme vom 2. M�rz 1998). Die von Dr. D.________ erw�hnte Verschlimmerung im Sinne einer verst�rkten Arthroseneigung ist eine blosse M�glichkeit, f�r deren Verwirklichung prognostisch nach Lage der Akten keine greifbaren Anhaltspunkte bestehen. Die �rzte der Rheumaklinik bezeichnen sie vielmehr ausdr�cklich als unwahrscheinlich (Stellungnahme vom 14. Juni 1999).
Bei dieser Beweislage hatte die Vorinstanz keinen Anlass, ein Obergutachten einzuholen. Sie hat zudem in ihrer Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten begr�ndet, weshalb sie sich dem einen und nicht dem anderen Standpunkt anschloss, womit sie eine regelrechte Beweisw�rdigung (BGE 125 V Erw. 3a mit Hinweisen) vornahm. Daher kann, entgegen der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, im Vorgehen der Vorinstanz keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs erblickt werden.
2.3 Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist nach Meinung des Beschwerdef�hrers auch dadurch gegeben, dass bei der Feststellung der Integrit�tseinbusse nicht gem�ss dem in BGE 116 V 157 Erw. 3c geschilderten Verfahren vorgegangen wurde, wonach bei einem Integrit�tsschaden (d.h. ein Beschwerdebild, das medizinisch-diagnostisch nicht in einzelne, voneinander unterscheidbare Beeintr�chtigungen aufgeteilt werden kann), der aus mehreren, teils versicherten, teils nichtversicherten Ereignissen resultiert, zun�chst eine Einsch�tzung des Gesamtschadens vorzunehmen und die Entsch�digung anschliessend entsprechend dem Kausalanteil der nichtversicherten Ereignisse zu k�rzen ist. Demgegen�ber gingen Verwaltung und Vorinstanz davon aus, im vorliegenden Fall lasse sich der durch das versicherte Ereignis entstandene Integrit�tsschaden vom bestehenden Vorzustand so trennen, dass eine gesonderte Bemessung des unfallbedingten Integrit�tsschadens m�glich sei, weshalb die vorbestehende Sch�digung ausser Betracht bleibe (BGE 116 V 158 Erw. 3d).
Die �rzte der Rheumaklinik beurteilten die Kompressionsfraktur als durch den Unfall verursacht, die Schmerzen des Patienten als sturzbedingt und schlossen eine Ver�nderung der Wirbels�ulenstatik im Sinne einer posttraumatisch verst�rkten Kyphose aus. In Anbetracht dieser ausgewiesenen medizinischen Verh�ltnisse ist das dargestellte Vorgehen des kantonalen Gerichts richtig. Daraus folgt, dass weder eine Gesamteinsch�tzung vorzunehmen noch ein K�rzungsfaktor zu benennen war. Es liegt auch in diesem Punkt weder eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs noch unrichtige Tatsachenfeststellung (Art. 132 lit. b OG) noch unrichtige Rechtsanwendung (Art. 104 lit. a OG) vor.
2.4 Es bleibt zur R�ge Stellung zu nehmen, das kantonale Gericht habe in seiner Erw�gung 3b/cc aktenwidrig angenommen, die vorbestehenden Sch�digungen seien bei der Festsetzung des Integrit�tsschadens ausser acht geblieben. Indessen erwog die Vorinstanz lediglich, die vorbestehenden Sch�digungen liessen sich von den Unfallfolgen trennen und blieben bei der Festsetzung des (unfallbedingten) Integrit�tsschadens ausser Betracht. Dies trifft nach dem Gesagten zu und kann nicht als unzul�ssige Nichtbeachtung der vorbestehenden Sch�digung bezeichnet werden. Diese wird vielmehr durch die Trennung in unfallkausale und nicht unfallkausale Sch�digungen in die Gesamtbetrachtung mit einbezogen. Schliesslich dringt der Hinweis in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht durch, wonach im erg�nzenden Bericht der Rheumaklinik vom 14. Juni 1999 die H�henminderung der Vorderkante des LWK 1 als bloss minimaler zus�tzlicher Faktor (gegen�ber dem Vorzustand) bezeichnet werde. Die Stellungnahmen der Rheumaklinik vom 14. Juni 1999 und 2. M�rz 1998 begrenzen jedoch diese Aussage unmissverst�ndlich auf die Wirbels�ulenstatik (keine verst�rkte Kyphose). Im �brigen aber (vgl. insbesondere Gutachten vom 7. Januar 1998, S. 9 und 11) bezeichnen die Gutachter die Kompressionsfraktur durchaus als Grund f�r die Be schwerden des Versicherten.
2.5 Laut Tabelle 7.2 (Integrit�tsentsch�digung bei Wirbels�ulenaffektionen) der von der SUVA in Erg�nzung zur bundesr�tlichen Skala von Anhang 3 zur UVV aufgestellten Richtwerte, auf welche praxisgem�ss abgestellt werden kann (BGE 116 V 157 Erw. 3a mit Hinweisen), ist der Integrit�tsschaden bei Frakturen der LWS mit m�ssigen Beanspruchungsschmerzen (Position + auf der Schmerzfunktionsskala) mit 0-5 %, bei geringen und bei Belastung verst�rkten Dauerschmerzen (Position ++ auf der Schmerzfunktionsskala) mit 5-10 % zu bemessen. Angesichts der im Gutachten vom 7. Januar 1998 wiedergegebenen Schmerzangaben l�sst sich die von der "Z�rich" vorgenommene und von der Vorinstanz best�tigte Festsetzung des Integrit�tsschadens auf 5 % nicht beanstanden.
Nach Art. 36 Abs. 4 UVV sind voraussehbare Verschlimmerungen des Integrit�tsschadens angemessen zu ber�cksichtigen. Dies setzt voraus, dass die Verschlimmerung im Zeitpunkt der Festsetzung der Integrit�tsentsch�digung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch gesch�tzt werden kann (vgl. RKUV 1998 Nr. U 320 S. 602 Erw. 3b mit Hinweis). Daran fehlt es nach dem Gesagten (Erw. 2.2) eindeutig.