Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Ausschlussfrist_Schriftform_BAG_5AZR888-08.html
Timestamp: 2017-12-16 05:15:38
Document Index: 2091098

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 20', '§ 15', '§ 15', '§ 305', '§ 305', '§ 307', '§ 1', '§ 305', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 308', '§ 308', '§ 2', '§ 2', '§ 307', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 249', '§ 2', '§ 15', '§ 15', '§ 127', '§ 126', '§ 125', '§ 99', '§ 99', '§ 127', '§ 2', '§ 4', '§ 614', '§ 4', '§ 4', '§ 288', '§ 286', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 15', '§ 288', '§ 286']

HENSCHE Arbeitsrecht: 5 AZR 888/08
Schlag­worte: Ausschlussfrist, Arbeitsvertragsrichtlinien, AVR
Akten­zeichen: 5 AZR 888/08
Ent­scheid­ungs­datum: 16.12.2009
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Koblenz, Urteil vom 8. Februar 2008, 2 Ca 1666/07, Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz 9. Kammer, Urteil vom 22. August 2008, 9 Sa 198/08
5 AZR 888/08
16. De­zem­ber 2009
hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 16. De­zem­ber 2009 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dr. Müller-Glöge, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Laux,
den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Kes­sel und Hin­richs für Recht er­kannt:
1. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 22. Au­gust 2008 - 9 Sa 198/08 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über Zah­lun­gen nach dem Ta­rif­ver­trag über Ein­mal­zah­lun­gen für die Jah­re 2006 und 2007 (TV EZ-L) vom 8. Ju­ni 2006 so­wie ei­nen Aus­gleich für Ar­beit am 24. De­zem­ber 2006 nach dem Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Länder (TV-L) vom 12. Ok­to­ber 2006.
Die an kei­nen Ta­rif­ver­trag ge­bun­de­ne Be­klag­te be­treibt in M ei­ne Ein­rich­tung für sucht­kran­ke Men­schen. Der Kläger ist bei ihr bzw. ih­rer Rechts­vorgänge­rin seit No­vem­ber 1995 als Ar­beits­the­ra­peut beschäftigt und erhält Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Vb BAT. Anläss­lich ei­nes Be­triebsüber­gangs fass­ten die Par­tei­en ih­ren Ar­beits­ver­trag neu und ver­ein­bar­ten ua.:
„1. Herr J wird mit Wir­kung vom 1. Ju­ni 2002 wei­ter­beschäftigt. Dienst­ort ist M.
2. So­weit nichts an­de­res ver­ein­bart ist, gel­ten für das Dienst­verhält­nis die vom Deut­schen Pa­ritäti­schen Wohl­fahrts­ver­band (DPWV) her­aus­ge­ge­be­nen Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge (AVR). Die Ein­grup­pie­rung und Vergütung rich­ten sich nach Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag Bund/Länder (BAT Bund/TdL) in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Der Zu­wen­dungs­ta­rif­ver­trag (Weih­nachts­gra­ti­fi­ka­ti­on) für den öffent­li­chen Dienst-West und der Ta­rif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes über die Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des-West fin­den auf das Dienst­verhält­nis An­wen­dung.
4. Die Vergütung be­stimmt sich nach dem in Zif­fer 2 ge­nann­ten BAT (Bund/TdL). J wird in die Vergütungs­grup­pe Vb Fall­grup­pe 5 der An­la­ge 1a Teil II G ein­ge­stuft. Die be­ste­hen­de Le­bens­al­ters­stu­fe wird bei­be­hal­ten. Die Beschäfti­gungs­zeit (§ 19 BAT) wird auf den 1. No­vem­ber 1995 und die Dienst­zeit (§ 20 BAT) auf den 1. No­vem­ber 1995 fest­ge­setzt. Außer­dem wird bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen ei­ne vermögens­wirk­sa­me Leis­tung in an­tei­li­ger Höhe der ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit von bis zu 6,65 € ge­zahlt.
Die Grund­vergütung erhöht sich nach je zwei Le­bens­al­ters­stu­fen. ...“
Die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge des Deut­schen Pa­ritäti­schen Wohl­fahrts­ver­bands (AVR) be­stim­men ua.:
„§ 15 Aus­schluss­frist
(2) Ansprüche auf Leis­tun­gen, die sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben, müssen in­ner­halb ei­ner Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach ih­rer Fällig­keit schrift­lich gel­tend ge­macht wer­den.
Der Kläger ar­bei­te­te am 24. De­zem­ber 2006 in der Zeit von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Mit E-Mail-Schrei­ben vom 25. Ju­li 2006 mach­te der Kläger ei­ne Ein­mal­zah­lung iHv. 100,00 Eu­ro, zahl­bar mit dem Ge­halt für Ju­li 2006, gel­tend. Das lehn­te die Be­klag­te mit E-Mail-Schrei­ben vom sel­ben Tag ab. Mit Schrei­ben vom 7. März 2007 for­der­te der Kläger Ein­mal­zah­lun­gen für Ju­li 2006 und Ja­nu­ar 2007.
Mit sei­ner im Ju­li 2007 er­ho­be­nen Kla­ge, die er mit Schrift­satz vom 25. Ok­to­ber 2007 um ei­ne mit den Bezügen für Sep­tem­ber 2007 zu leis­ten­den Ein­mal­zah­lung er­wei­ter­te, hat der Kläger gel­tend ge­macht, Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags ent­hal­te ei­ne dy­na­mi­sche Ver­wei­sung auf das Ver­bands­ta­rif­recht des öffent­li­chen Diens­tes. Nach der Ablösung des BAT durch den TV-L
sei Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags da­hin­ge­hend aus­zu­le­gen, dass sich sei­ne Vergütung nun­mehr nach die­sem Ta­rif­ver­trag rich­te.
Der Kläger hat, so­weit für die Re­vi­si­on noch von In­ter­es­se, be­an­tragt, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger
1. 100,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Au­gust 2006,
2. 210,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Fe­bru­ar 2007,
3. 45,36 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 17. Ju­li 2007,
4. 300,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Ok­to­ber 2007
Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Vergütung des Klägers rich­te sich auf Dau­er nach dem BAT, ins­be­son­de­re dem Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 35. Im Übri­gen ha­be der Kläger die Aus­schluss­frist des § 15 AVR nicht ge­wahrt.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on be­gehrt die Be­klag­te die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils.
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist nicht be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge zu Recht statt­ge­ge­ben. Die Vergütung des Klägers rich­tet sich seit 1. No­vem­ber 2006 nach dem TV-L. Das er­gibt ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung von Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags.
I. Gemäß Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags rich­tet sich die Vergütung nach dem „Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag Bund/Länder (BAT Bund/TdL) in der je­weils gülti­gen Fas­sung“. Die­se Ver­ein­ba­rung enthält ei­ne klei­ne dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me.
1. Bei Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags han­delt es sich nach der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt in Übe­rein­stim­mung mit der Recht­spre­chung des Se­nats (1. März 2006 - 5 AZR 363/05 - Rn. 20 ff., BA­GE 117, 155) vor­ge­nom­me­nen recht­li­chen Wer­tung, die von der Re­vi­si­on nicht an­ge­grif­fen wird, um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung (§ 305 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB), die von der Be­klag­ten für ei­ne Viel­zahl von Verträgen gleich­lau­tend ver­wen­det und dem Kläger bei Ver­trags­schluss ge­stellt wur­de. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind. An­satz­punkt für die Aus­le­gung all­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ist in ers­ter Li­nie der Ver­trags­wort­laut. Von Be­deu­tung für das Aus­le­gungs­er­geb­nis sind fer­ner der von den Ver­trags­par­tei­en ver­folg­te Re­ge­lungs­zweck so­wie die der je­weils an­de­ren Sei­te er­kenn­ba­re In­ter­es­sen­la­ge der Be­tei­lig­ten (Se­nat 31. Au­gust 2005 - 5 AZR 545/04 - Rn. 39, BA­GE 115, 372; 19. März 2008 - 5 AZR 429/07 - Rn. 24 je­weils mwN, AP BGB § 305 Nr. 11 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 34). Die Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ist durch das Re­vi­si­ons­ge­richt un­ein­ge­schränkt zu über­prüfen (Se­nat 26. Sep­tem­ber 2007 - 5 AZR 808/06 - Rn. 13, AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 58 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 13; 31. Au­gust 2005 - 5 AZR 545/04 - Rn. 36, aaO).
2. Da­nach enthält Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags ei­ne klei­ne dy­na­mi­sche Be­zug­nah­me.
a) In Ziff. 2 Satz 2 knüpfen die Par­tei­en die Vergütung pau­schal an die für den öffent­li­chen Dienst des Bun­des und der Länder im An­ge­stell­ten­be­reich ta­rif­lich ver­ein­bar­ten Re­ge­lun­gen an und ge­stal­ten sie dy­na­misch. Das er­gibt
sich aus dem Wort­laut der Ver­ein­ba­rung. Die Vergütung soll sich nach dem zum Zeit­punkt des Ab­schlus­ses des Ar­beits­ver­trags im öffent­li­chen Dienst des Bun­des und der Länder be­ste­hen­den ta­rif­li­chen Re­gel­werk in der je­weils gülti­gen Fas­sung rich­ten. Da­mit woll­te die - nicht ta­rif­ge­bun­de­ne - Be­klag­te in ih­rem Be­trieb das im öffent­li­chen Dienst des Bun­des und der Länder gel­ten­de Vergütungs­sys­tem an­wen­den und die dort statt­fin­den­de Vergütungs­ent­wick­lung nach­voll­zie­hen. Die­se Aus­le­gung ent­spricht der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, wo­nach Be­zug­nah­men im Ar­beits­ver­trag auf an­der­wei­te nor­ma­ti­ve Re­ge­lun­gen in der Re­gel dy­na­misch zu ver­ste­hen sind (13. No­vem­ber 2002 - 4 AZR 351/01 - zu III 1 b bb der Gründe, BA­GE 103, 338, 343; vgl. auch Se­nat 9. No­vem­ber 2005 - 5 AZR 128/05 - Rn. 22, BA­GE 116, 185). Dass die Be­zug­nah­me - je­den­falls in­ner­halb des Be­zugs­ob­jekts BAT - dy­na­misch sein soll­te, stellt auch die Re­vi­si­on nicht in Ab­re­de.
b) Al­ler­dings trägt der Wort­laut der Be­zug­nah­me­klau­sel ei­ne Er­stre­ckung auf den TV-L nicht. Der TV-L ist kei­ne „gülti­ge Fas­sung“ des BAT. Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags ist zeit-, nicht je­doch in­halts­dy­na­misch aus­ge­stal­tet. Der Zu­satz, dass auch die den „BAT er­set­zen­den Ta­rif­verträge“ An­wen­dung fin­den sol­len, wur­de ent­ge­gen der im öffent­li­chen Dienst übli­chen For­mu­lie­rung, die in dem seit 1981 vom Ar­beit­ge­ber­kreis der BAT-Kom­mis­si­on ge­bil­lig­ten Mus­ter­ar­beits­ver­trag ent­hal­ten war, nicht in den Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en auf­ge­nom­men (vgl. da­zu BAG 10. Ju­ni 2009 - 4 AZR 194/08 - Rn. 38).
Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus § 2 Abs. 1 Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten der Länder in den TV-L und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts (TVÜ-Länder) vom 12. Ok­to­ber 2006. Mit die­ser Be­stim­mung wer­den ua. der BAT so­wie der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 35 zum BAT vom 31. Ja­nu­ar 2003 durch den TV-L er­setzt. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben zu § 2 Abs. 1 TVÜ-Länder zwar ei­ne Nie­der­schrifts­erklärung ab­ge­ge­ben, nach der sie da­von aus­ge­hen, dass der TV-L und der TVÜ-Länder das bis­he­ri­ge Ta­rif­recht auch dann er­set­zen, wenn ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­men nicht aus­drück­lich den Fall der er­set­zen­den Re­ge­lung be­inhal­ten. An die­se Be­stim­mung sind die Par­tei­en des Rechts­streits aber nicht ge­bun­den.
II. Dass sich die Vergütung des Klägers seit 1. No­vem­ber 2006 nach dem TV-L rich­tet, er­gibt ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung des Ar­beits­ver­trags.
1. Es ist nachträglich ei­ne Re­ge­lungslücke ent­stan­den. Der BAT in der für den Bund und die Länder gel­ten­den Fas­sung wur­de für den Be­reich des Bun­des zum 1. Ok­to­ber 2005 durch den Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) vom 13. Sep­tem­ber 2005 er­setzt (§ 2 Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten des Bun­des in den TVöD und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts [TVÜ-Bund] vom 13. Sep­tem­ber 2005), für den Be­reich der Länder zum 1. No­vem­ber 2006 durch den Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Länder (TV-L) vom 12. Ok­to­ber 2006 (§ 2 TVÜ-Länder).
a) Bei der im öffent­li­chen Dienst er­folg­ten Ablösung des BAT durch den TVöD und den TV-L han­delt es sich nicht um ei­nen Ta­rif­wech­sel iSd. Wech­sels zu ei­nem an­de­ren Ta­rif­ver­trag (zur Be­deu­tung ei­ner klei­nen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel bei Ta­rif­wech­sel vgl. BAG 22. Ok­to­ber 2008 - 4 AZR 784/07 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 66 = EzA TVG § 3 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 39; 29. Au­gust 2007 - 4 AZR 767/06 - BA­GE 124, 34), son­dern um ei­ne Ta­rif­suk­zes­si­on: Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber­sei­te er­setz­ten übe­rein­stim­mend ein Ta­rif­werk durch ein an­de­res Ta­rif­werk (vgl. Grei­ner NZA 2009, 877, 878; ähn­lich Fie­berg NZA 2005, 1226, 1228). Da­durch ist die zeit­dy­na­misch aus­ge­stal­te­te Be­zug­nah­me auf den BAT im Ar­beits­ver­trag zur sta­ti­schen ge­wor­den, weil das Ob­jekt der Be­zug­nah­me von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt wird.
b) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on kann ei­ne nachträgli­che Re­ge­lungslücke nicht des­halb ver­neint wer­den, weil der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 35 zum BAT vom 31. Ja­nu­ar 2003 die „zu­letzt und dau­er­haft gülti­ge Fas­sung die­ses Ta­rif­ver­trags“ sei. Ein sol­ches Verständ­nis ist we­der mit dem Wort­laut der Klau­sel noch dem Zweck ei­ner zeit­dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me ver­ein­bar. Es träte ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der be­reits heu­te über­hol­ten ta­rif­li­chen Rechts­la­ge des Jah­res 2003 ein.
2. Die mit der Ta­rif­suk­zes­si­on spätes­tens am 1. No­vem­ber 2006 ent­stan­de­ne nachträgli­che Re­ge­lungslücke ist im We­ge der ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung zu schließen.
a) Bei All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen hat die ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung nach ei­nem ob­jek­tiv-ge­ne­ra­li­sie­ren­den Maßstab zu er­fol­gen, der am Wil­len und In­ter­es­se der ty­pi­scher­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se (und nicht nur der kon­kret be­tei­lig­ten Par­tei­en) aus­ge­rich­tet sein muss. Die Ver­trags­ergänzung muss des­halb für den be­trof­fe­nen Ver­trags­typ als all­ge­mei­ne Lösung ei­nes stets wie­der­keh­ren­den In­ter­es­sen­ge­gen­sat­zes an­ge­mes­sen sein. Es ist zu fra­gen, was die Par­tei­en bei ei­ner an­ge­mes­se­nen Abwägung ih­rer In­ter­es­sen nach Treu und Glau­ben als red­li­che Ver­trags­par­tei­en ver­ein­bart hätten, wenn ih­nen die Un­vollständig­keit ih­rer Re­ge­lung be­kannt ge­we­sen wäre (Se­nat 25. April 2007 - 5 AZR 627/06 - Rn. 26, BA­GE 122, 182; 11. Ok­to­ber 2006 - 5 AZR 721/05 - Rn. 34, AP BGB § 308 Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 6).
b) Aus der dy­na­mi­schen Aus­ge­stal­tung der Be­zug­nah­me auf das ta­rif­li­che Re­ge­lungs­werk er­gibt sich zum ei­nen der Wil­le der Par­tei­en, die Vergütung nicht in ei­ner be­stimm­ten Höhe bis zu ei­ner Ver­tragsände­rung fest­zu­schrei­ben, son­dern sie - dy­na­misch - an der je­wei­li­gen Höhe der Vergütung der An­ge­stell­ten im öffent­li­chen Dienst aus­zu­rich­ten. Des­halb hätten die Par­tei­en red­li­cher­wei­se für den Fall ei­ner Ta­rif­suk­zes­si­on das dem im Ar­beits­ver­trag be­nann­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lungs­werk nach­fol­gen­de ta­rif­li­che Re­ge­lungs­werk ver­ein­bart, weil ein „Ein­frie­ren“ der Vergütung auf den Zeit­punkt der Ta­rif­suk­zes­si­on nicht ih­ren In­ter­es­sen ent­sprach.
Zum an­de­ren ha­ben sich die Par­tei­en mit der dy­na­mi­schen Aus­ge­stal­tung der Be­zug­nah­me auf das ta­rif­li­che Re­ge­lungs­werk für die Zu­kunft der Re­ge­lungs­macht der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en des öffent­li­chen Diens­tes an­ver­traut. Die mit der Ta­rif­suk­zes­si­on ver­bun­de­ne Ände­rung der Ta­rif­wer­ke wirkt nicht an­ders auf den Ar­beits­ver­trag ein als ei­ne (tief­grei­fen­de) in­halt­li­che Ände­rung des im Ar­beits­ver­trag be­nann­ten Ta­rif­ver­trags. Mit dem Nach­voll­zie­hen der Ta­rif­suk­zes­si­on auf ar­beits­ver­trag­li­cher Ebe­ne wer­den die Par­tei­en
nicht an­ders ge­stellt, als sie stünden, wenn die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en des öffent­li­chen Diens­tes den BAT re­for­miert und ihm ei­nen neu­en In­halt ge­ge­ben hätten.
3. We­gen der Auf­spal­tung der bis zum 30. Sep­tem­ber 2005 gleich­lau­ten­den Re­ge­lun­gen für die An­ge­stell­ten des öffent­li­chen Diens­tes bei Bund und Ländern ist durch ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung wei­ter zu be­stim­men, wel­che Nach­fol­ge­re­ge­lung für die Vergütung des Klägers nach Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags maßge­bend sein soll. Es ist zu fra­gen, wel­ches der dem BAT nach­fol­gen­den Ta­rif­wer­ke die Par­tei­en in Be­zug ge­nom­men hätten, wenn sie ei­ne Ta­rif­suk­zes­si­on be­dacht hätten.
a) Aus­zu­ge­hen ist da­bei von der Be­zug­nah­me­klau­sel. Lässt sich aus die­ser - wie hier - nicht zwei­fels­frei fest­stel­len, wel­ches der dem BAT nach­fol­gen­den Ta­rif­wer­ke nun­mehr An­wen­dung fin­den soll, ist die­ses nach Sinn und Zweck ei­ner Ver­ein­ba­rung un­ter­neh­mens­frem­der ta­rif­li­cher Re­ge­lun­gen zu er­mit­teln. Der Zweck dy­na­mi­scher In­be­zug­nah­men von Vergütungs­re­ge­lun­gen des öffent­li­chen Diens­tes ist es zunächst, ei­ne am öffent­li­chen Dienst ori­en­tier­te Vergütungs­struk­tur zu schaf­fen, um ei­ne Gleich­stel­lung der An­ge­stell­ten des Ar­beit­ge­bers mit An­ge­stell­ten des öffent­li­chen Diens­tes zu er­rei­chen. Zu­gleich weist ei­ne sol­che Klau­sel auf ein In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers hin, aus Wett­be­werbs- und Ar­beits­markt­gründen das­je­ni­ge Vergütungs­sys­tem zur Gel­tung zu brin­gen, das ty­pi­scher­wei­se gel­ten würde, wenn die aus­geübten Tätig­kei­ten in­ner­halb des öffent­li­chen Diens­tes er­bracht würden.
b) Sucht­the­ra­pie­ein­rich­tun­gen, wie die von der Be­klag­ten un­ter­hal­te­nen, wer­den durch­weg nicht vom Bund be­trie­ben. An­de­rer­seits ent­spricht die An­wen­dung des TVöD in der im Be­reich der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) gel­ten­den Fas­sung nicht dem Wil­len der Par­tei­en, weil sie in Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags nicht auf den BAT in der für den Be­reich der VKA gel­ten­den Fas­sung ver­wie­sen ha­ben. Des­halb ist an­zu­neh­men, dass die Par­tei­en, wäre ih­nen ei­ne künf­ti­ge Ta­rif­suk­zes­si­on be­kannt ge­we­sen, Vergütung nach dem TV-L ver­ein­bart hätten. In­so­weit macht auch die Re­vi­si­on
nicht - hilfs­wei­se - gel­tend, bei ei­ner ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung könne al­len­falls der TVöD, nicht je­doch der TV-L zur An­wen­dung kom­men.
III. Da­nach ist die Kla­ge be­gründet.
1. Der An­spruch auf die gel­tend ge­mach­ten Ein­mal­zah­lun­gen er­gibt sich aus Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags iVm. § 2 Abs. 1 TV EZ-L.
a) Die Ein­mal­zah­lun­gen nach § 2 Abs. 1 TV EZ-L sind Vergütung iSv. Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags.
aa) Der Be­griff „Ein­mal­zah­lung“ ist so­wohl als Aus­druck für ei­ne pau­scha­le Loh­nerhöhung als auch zur Kenn­zeich­nung ei­ner von der kon­kre­ten Ge­gen­leis­tung un­abhängi­gen Son­der­zah­lung gebräuch­lich. Wel­che Art der Vergütung vor­liegt, muss durch Aus­le­gung des Ta­rif­ver­trags er­mit­telt wer­den. Die Ein­mal­zah­lung kann als Ge­gen­leis­tung pau­schal, even­tu­ell nachträglich, für meh­re­re Lohn­zah­lungs­pe­ri­oden vor­ge­se­hen sein und wird da­durch nicht zur Son­der­zah­lung (Se­nat 27. Au­gust 2008 - 5 AZR 820/07 - Rn. 15, AP BGB § 307 Nr. 36 = EzA TVG § 4 Ta­rif­loh­nerhöhung Nr. 49; 1. März 2006 - 5 AZR 540/05 - Rn. 17, AP TVG § 4 Über­ta­rifl. Lohn- u. Ta­rif­loh­nerhöhung Nr. 40 = EzA TVG § 4 Ta­rif­loh­nerhöhung Nr. 47).
bb) Bei den in § 2 Abs. 1 TV EZ-L ge­nann­ten drei Ein­mal­zah­lun­gen han­delt es sich um pau­scha­lier­te Vergütungs­erhöhun­gen, die die in den Jah­ren 2006 und 2007 aus­ge­blie­be­ne Erhöhung der Vergütungs- bzw. Ent­gelt­ta­bel­len kom­pen­sie­ren soll­ten und die - wie § 2 Abs. 4 Satz 1 und 2 TV EZ-L zeigt - kei­ne von ei­nem un­mit­tel­ba­ren Ge­gen­leis­tungs­be­zug un­abhängi­ge Son­der­zah­lung sind. Da­bei war die Ein­mal­zah­lung nach § 2 Abs. 1 Buchst. a TV EZ-L noch ei­ne pau­scha­lier­te Erhöhung der nach dem BAT zu zah­len­den Vergütung, weil sie schon mit den Bezügen für Ju­li 2006 ge­zahlt wer­den soll­te, der TV-L aber nach der grundsätz­li­chen Ei­ni­gung für den Be­reich des öffent­li­chen Diens­tes der Länder vom 19. Mai 2006 erst - wie ge­plant - zum 1. No­vem­ber 2006 in Kraft trat (vgl. da­zu ausführ­lich BAG 10. Ju­ni 2009 - 4 AZR 194/08 - Rn. 59 ff.).
b) Der Kläger hat die Ein­mal­zah­lun­gen recht­zei­tig in­ner­halb der Aus­schluss­frist des § 15 Abs. 2 AVR gel­tend ge­macht.
aa) Die mit den Bezügen für Ja­nu­ar 2007 aus­zu­zah­len­de Ein­mal­zah­lung nach § 2 Abs. 1 Buchst. b TV EZ-L hat der Kläger mit Schrei­ben vom 7. März 2007, die mit den Bezügen für Sep­tem­ber 2007 aus­zu­zah­len­de Ein­mal­zah­lung nach § 2 Abs. 1 Buchst. c TV EZ-L mit der Kla­ge­er­wei­te­rung vom 25. Ok­to­ber 2007 je­weils in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit gel­tend ge­macht. In der Zu­stel­lung der Kla­ge­er­wei­te­rung an die Be­klag­te am 2. No­vem­ber 2007 hat hin­sicht­lich der Ein­mal­zah­lung nach § 2 Abs. 1 Buchst. c TV EZ-L ei­ne recht­zei­ti­ge schrift­li­che Gel­tend­ma­chung ge­le­gen (vgl. Se­nat 9. Ju­li 2008 - 5 AZR 518/07 - Rn. 15, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Gebäuderei­ni­gung Nr. 21 = EzA ZPO 2002 § 249 Nr. 1).
bb) Die mit den Bezügen für Ju­li 2006 aus­zu­zah­len­de Ein­mal­zah­lung nach § 2 Abs. 1 Buchst. a TV EZ-L hat der Kläger mit sei­nem E-Mail-Schrei­ben vom 25. Ju­li 2006 frist­wah­rend iSv. § 15 Abs. 2 AVR gel­tend ge­macht.
§ 15 Abs. 2 AVR als ein­zel­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­ne All­ge­mei­ne Ar­beits­be­din­gung ver­langt die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung ei­nes An­spruchs auf Leis­tun­gen, die sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben. Nach § 127 Abs. 2 Satz 1 BGB genügt zur Wah­rung der durch Rechts­geschäft be­stimm­ten schrift­li­chen Form, so­weit nicht ein an­de­rer Wil­le an­zu­neh­men ist, die te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ve Über­mitt­lung. Er­fasst sind da­mit un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 126b BGB ne­ben dem Te­le­fax auch die E-Mail (BT-Drucks. 14/4987 S. 20; ErfK/Preis 10. Aufl. §§ 125 - 127 BGB Rn. 44). Der Text muss dem­nach so zu­ge­hen, dass er dau­er­haft auf­be­wahrt wer­den oder der Empfänger ei­nen Aus­druck an­fer­ti­gen kann. Es wird auf die Un­ter­schrift, nicht aber auf ei­ne text­lich verkörper­te Erklärung ver­zich­tet.
Das E-Mail-Schrei­ben des Klägers vom 25. Ju­li 2006 genügt die­sen Er­for­der­nis­sen. Die in ihr ent­hal­te­ne Erklärung ist in ei­ner zur dau­er­haf­ten Wie­der­ga­be in Schrift­zei­chen ge­eig­ne­ten Wei­se ab­ge­ge­ben wor­den. Der In­halt ei­ner elek­tro­ni­schen Da­tei mit Schrift­zei­chen kann vom Empfänger ent­we­der ge­spei­chert und da­mit bei Be­darf je­der­zeit auf­ge­ru­fen oder zu­min­dest aus-
ge­druckt und auf die­se Wei­se dau­er­haft wie­der­ge­ge­ben wer­den. Das E-Mail-Schrei­ben enthält den Na­men des Klägers, der Ab­schluss der Erklärung ist durch ei­ne Grußform und Wie­der­ho­lung des Na­mens kennt­lich ge­macht (vgl. da­zu auch BAG 10. März 2009 - 1 ABR 93/07 - Rn. 36, AP Be­trVG 1972 § 99 Nr. 127 = EzA Be­trVG 2001 § 99 Nr. 12). Für ei­nen an­de­ren Wil­len der Par­tei­en iSd. § 127 Abs. 2 Satz 1 BGB be­ste­hen kei­ne An­halts­punk­te, zu­mal die Be­klag­te den An­spruch des Klägers eben­falls per E-Mail-Schrei­ben ab­lehn­te.
Der Wah­rung der Aus­schluss­frist steht nicht ent­ge­gen, dass die Gel­tend­ma­chung durch E-Mail-Schrei­ben vor der am 31. Ju­li 2006 ein­ge­tre­te­nen Fällig­keit (§ 2 Abs. 1 Buchst. a TV EZ-L iVm. § 4 Abs. 3 AVR iVm. § 614 BGB) er­folg­te, weil der An­spruch zu dem Zeit­punkt sei­ner Gel­tend­ma­chung be­reits ent­stan­den war (vgl. BAG 11. De­zem­ber 2003 - 6 AZR 539/02 - BA­GE 109, 100; 28. April 2004 - 10 AZR 481/03 - AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 175 = EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 172).
cc) Der Zins­an­spruch für die Ein­mal­zah­lun­gen er­gibt sich aus § 288 Abs. 1, § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB.
2. Der An­spruch auf Zeit­zu­schlag für die Ar­beits­leis­tung am 24. De­zem­ber 2006 folgt aus Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags iVm. § 8 Abs. 1 TV-L.
a) Die Par­tei­en ha­ben den Be­griff der Vergütung in Ziff. 2 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags nicht selbst de­fi­niert oder näher kon­kre­ti­siert. Er um­fasst des­halb ent­spre­chend dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch al­le fi­nan­zi­el­len Leis­tun­gen, die das in Be­zug ge­nom­me­ne ta­rif­li­che Re­ge­lungs­werk als Ge­gen­leis­tung für die vom An­ge­stell­ten er­brach­te Ar­beits­leis­tung vor­sieht. Da­zu zählt auch der in § 8 TV-L nor­mier­te Aus­gleich für Son­der­for­men der Ar­beit.
b) Nach § 8 Abs. 1 Satz 1 TV-L er­hal­ten Beschäfti­ge ne­ben dem Ent­gelt für die tatsächli­che Ar­beits­leis­tung Zeit­zu­schläge. Für Ar­beit am 24. De­zem­ber ab 6:00 Uhr beträgt der Zeit­zu­schlag gemäß § 8 Abs. 1 Satz 2 Buchst. e TV-L je St­un­de 35 vH. Dass der Kläger am 24. De­zem­ber 2006 ar­bei­te­te, ist un­strei­tig, die Höhe des gel­tend ge­mach­ten Zeit­zu­schlags hat die Be­klag­te nicht be­strit­ten.
c) Den Zeit­zu­schlag hat der Kläger in­ner­halb der Aus­schluss­frist des § 15 Abs. 2 AVR gel­tend ge­macht. Sein Zins­an­spruch er­gibt sich aus § 288 Abs. 1, § 286 Abs. 1 Satz 2 BGB.
Kes­sel W. Hin­richs
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