Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/die-ansiedlung-eines-einkaufzentrums-und-die-ziele-der-raumordnung-und-landesplanung-347555
Timestamp: 2020-01-18 14:59:13
Document Index: 241569535

Matched Legal Cases: ['§ 3', 'Art. 28', 'Art. 12', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 4', '§ 5', '§ 10', '§ 3', 'Art. 28', 'Art. 12', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', 'Art. 49', 'Art. 54', 'Art. 4', 'Art. 12', 'Art. 56', 'Art. 63', 'EuG', '§ 34', '§ 11', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 31', '§ 31', '§ 31', 'Art. 3', '§ 6', '§ 24', '§ 3', '§ 3', 'Art. 28', 'Art. 28', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 9', 'Art. 28', '§ 7', '§ 10', '§ 7', '§ 6', '§ 2', '§ 8', '§ 8', '§ 2', '§ 8', 'Art. 74', 'Art. 72', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art 72', '§ 7', '§ 10', 'Art. 12', 'Art. 49', 'Art. 54', 'Art. 56', 'Art. 63', 'Art. 267', 'Art. 267', '§ 6', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 24', '§ 6', '§ 24', '§ 2', '§ 34', 'EuG', 'Art. 43', 'EuG', 'EuG', '§ 6', '§ 11', '§ 31', '§ 6', '§ 1', 'EuG']

Die Ansied­lung eines Ein­kauf­zen­trums und die Zie­le der Raum­ord­nung und Lan­des­pla­nung | Rechtslupe
Das in dem Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 des Lan­des­ent­wick­lungs­plans Baden-Würt­tem­berg 2002 als Soll-Vor­schrift nor­mier­te Inte­gra­ti­ons­ge­bot ist ein Ziel der Raum­ord­nung im Sin­ne von § 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG. Dem Lan­des­ge­setz­ge­ber fehlt inso­weit weder die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz noch ver­stößt das lan­des­pla­ne­ri­sche Inte­gra­ti­ons­ge­bot gegen die kom­mu­na­le Pla­nungs­ho­heit als Teil der in Art. 28 Abs. 2 GG ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten gemeind­li­chen Selbst­ver­wal­tung oder gegen die Berufs­aus­übungs­frei­heit nach Art. 12 GG. Das lan­des­pla­ne­ri­sche Inte­gra­ti­ons­ge­bot ist auch mit der uni­ons­recht­lich garan­tier­ten Nie­der­las­sungs­frei­heit und Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit ver­ein­bar.
Nach § 24 Satz 1 LplG i.V.m. § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG kann die höhe­re Raum-ord­nungs­be­hör­de in einem Ein­zel­fall auf Antrag eine Abwei­chung von einem Ziel der Raum­ord­nung zulas­sen, wenn die Abwei­chung unter raum­ord­ne­ri­schen Gesichts­punk­ten ver­tret­bar ist und die Grund­zü­ge der Pla­nung nicht berührt wer­den. Nach § 24 Satz 2 LplG sind antrags­be­fugt die öffent­li­chen Stel­len und die Per­so­nen des Pri­vat­rechts nach § 4 Abs. 3 ROG, ins­be­son­de­re die öffent­li­chen Stel­len und Per­so­nen des Pri­vat­rechts nach § 5 Abs. 1 des Raum­ord­nungs­ge­set­zes, sofern sie das Ziel der Raum­ord­nung in dem Ein­zel­fall zu beach­ten haben.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 1 – revi­si­ons­recht­lich inso­weit bestä­tigt durch Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 16.12.2010 2 – ent­schie­den, dass das aus dem Kon­zen­tra­ti­ons­ge­bot (bzw. Zen­tra­le-Orte-Prin­zip) abge­lei­te­te und zu sei­ner Kon­kre­ti­sie­rung fest­ge­leg­te Kon­gru­enz­ge­bot in den Plan­sät­zen 3.3.7 (Z) Satz 1, 1 Halb­satz und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 LEP 2002, der gemäß § 10 LplG durch Ver­ord­nung der Lan­des­re­gie­rung vom 23.07.2002 3 für ver­bind­lich erklärt wur­de, ein ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung im Sin­ne des § 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG ist. Hier­an ist fest­zu­hal­ten.
Des Wei­te­ren hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 4 aus­ge­führt, dass das Kon­gru­enz­ge­bot als ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung mit dem im LEP 2002 fest­ge­leg­ten Gehalt nicht gegen die kom­mu­na­le Pla­nungs­ho­heit der Klä­ge­rin als Teil der in Art. 28 Abs. 2 GG ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten gemeind­li­chen Selbst­ver­wal­tung ver­stößt 5. Das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­nen recht­fer­tigt kei­ne ande­re Beur­tei­lung.
Fer­ner hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 6 fest­ge­stellt, dass die die Berufs­aus­übungs­frei­heit der Bei­gela­de­nen ein­schrän­ken­den Plan­sät­ze 3.3.7 (Z) Satz 1 und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 LEP 2002 mit Art. 12 GG ver­ein­bar sind. Denn sie beru­hen auf einer gesetz­li­chen Grund­la­ge – dem ROG und dem LplG – und sind durch über­wie­gen­de ver­nünf­ti­ge Grün­de des Gemein­wohls gerecht­fer­tigt, die dem Prin­zip der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung im All­ge­mei­nen und der Ver­mei­dung von groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­dels­be­trie­ben an nicht inte­grier­ten Stand­or­ten im Spe­zi­el­len zugrun­de lie­gen 7.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat hier­zu in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 8 aus­ge­führt:
Auf­ga­be der Raum­ord­nung ist es, den Gesamt­raum der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und sei­ne Teil­räu­me durch zusam­men­fas­sen­de, über­ge­ord­ne­te Raum­ord­nungs­plä­ne und durch Abstim­mung raum­be­deut­sa­mer Pla­nun­gen und Maß­nah­men zu ent­wi­ckeln, zu ord­nen und zu sichern (§ 1 Abs. 1 ROG 2006). Gesetz­ge­be­ri­sche Leit­vor­stel­lung bei der Erfül­lung die­ser Auf­ga­be ist die Gewähr­leis­tung einer nach­hal­ti­gen Raum­ent­wick­lung, die die sozia­len und wirt­schaft­li­chen Ansprü­che an den Raum mit sei­nen öko­lo­gi­schen Funk­tio­nen in Ein­klang bringt und zu einer dau­er­haf­ten, groß­räu­mig aus­ge­wo­ge­nen Ord­nung führt (§ 1 Abs. 2 ROG 2006 und § 1 Abs. 5 Bau­GB). Hier­bei sind die am Gemein­wohl und der Daseins­vor­sor­ge aus­ge­rich­te­ten, in § 1 Abs. 2 Satz 2 Nrn. 1 bis 8 ROG 2006 auf­ge­führ­ten Ziel­vor­stel­lun­gen unter Beach­tung des in § 1 Abs. 3 ROG 2006 (und § 2 Abs. 2 LplG) nie­der­leg­ten Gegen­strom­prin­zips zu ver­wirk­li­chen. Hand­lungs­ma­xi­me bei der Erfül­lung der der Raum­ord­nung gestell­ten nor­ma­ti­ven Auf­ga­be sind ins­be­son­de­re, die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen zu schüt­zen und zu ent­wi­ckeln (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 ROG 2006), die Stand­ort­vor­aus­set­zun­gen für wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen zu schaf­fen (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 ROG 2006), die prä­gen­de Viel­falt der Teil­räu­me zu stär­ken (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 5 ROG 2006), gleich­wer­ti­ge Lebens­ver­hält­nis­se in allen Teil­räu­men her­zu­stel­len (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 6 ROG 2006) und die räum­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Zusam­men­halt in der Euro­päi­schen Gemein­schaft (nun­mehr Euro­päi­schen Uni­on, vgl. § 2 Abs. 2 Nr. 8 ROG 2008) und im grö­ße­ren euro­päi­schen Raum zu schaf­fen (§ 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 8 ROG 2006). An die­ser Ori­en­tie­rung hält auch das Raum­ord­nungs­ge­setz 2008 (dort § 2 ROG 2008) fest. Des Wei­te­ren bestimmt § 2 Abs. 1 ROG 2006 (eben­so § 2 Abs. 1 ROG 2008), dass die in § 2 Abs. 2 ROG 2006 auf­ge­führ­ten Grund­sät­ze der Raum­ord­nung im Sin­ne der Leit­vor­stel­lung anzu­wen­den sind. In § 7 Abs. 1 Satz 1 ROG 2006 ist bestimmt, dass die­se Grund­sät­ze nach Maß­ga­be der Leit­vor­stel­lung für den jewei­li­gen Pla­nungs­raum durch Raum­ord­nungs­plä­ne zu kon­kre­ti­sie­ren sind. Pri­mä­res Instru­ment zur Umset­zung der im Raum­ord­nungs­ge­setz vor­ge­ge­be­nen Leit­vor­stel­lung einer nach­hal­ti­gen Raum­ent­wick­lung und ihrer Teil­kom­po­nen­ten sozia­le, öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit, das in den zur Ver­wirk­li­chung der Leit­vor­stel­lung anzu­wen­den­den Grund­sät­zen viel­fäl­tig ange­spro­chen wird, ist das Zen­tra­le-Orte-Kon­zept mit dem ihm inne­woh­nen­den Kon­zen­tra­ti­ons­prin­zip. So ist die Sied­lungs­struk­tur räum­lich zu kon­zen­trie­ren und auf ein Sys­tem leis­tungs­fä­hi­ger Zen­tra­ler Orte aus­zu­rich­ten (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 ROG 2006), die sozia­le Infra­struk­tur ist vor­ran­gig in die­sen Zen­tren zu bün­deln (§ 2 Abs. 2 Nr. 4 ROG 2006), und die zen­tra­len Orte der länd­li­chen Räu­me sind als Trä­ger der teil­räum­li­chen Ent­wick­lung zu unter­stüt­zen (§ 2 Abs. 2 Nr. 6 ROG 2006). Auf die­se Wei­se sol­len die Zen­tren ein­an­der in einer Wei­se zuge­ord­net und in ihrer Funk­ti­on so gestärkt wer­den, dass der Bevöl­ke­rung in zumut­ba­rer Ent­fer­nung die Vor­tei­le zen­tra­ler Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen, eine Zer­sied­lung und der damit ein­her­ge­hen­de Ver­kehr und Flä­chen­ver­brauch ver­mie­den und die Infra­struk­tur effek­tiv genutzt wird. Das Sys­tem der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung ist das im Raum­ord­nungs­ge­setz ange­leg­te Grund­prin­zip der Raum­ord­nung 9. Die Zen­tra­len Orte bil­den das struk­tu­rel­le Grund­ge­rüst (vgl. Plan­satz 2.5 LEP 2002) und neh­men danach Ver­sor­gungs­funk­tio­nen über den ört­li­chen Bedarf hin­aus für den jewei­li­gen zen­tral­ört­li­chen Ver­flech­tungs­be­reich wahr. Das zen­tral­ört­li­che Sys­tem ist ein geeig­ne­tes Prin­zip zur Ord­nung des Raums mit dem Ziel einer umfas­sen­den Gewähr­leis­tung der Daseins­vor­sor­ge. Dies geschieht ent­spre­chend den Vor­ga­ben des Raum­ord­nungs­ge­set­zes unter öko­lo­gi­schen, sozia­len, kul­tu­rel­len oder öko­no­mi­schen Gesichts­punk­ten. Im Rah­men des Sys­tems der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung wer­den den Zen­tra­len Orten bestimm­te zen­tral­ört­li­che Funk­tio­nen zuge­wie­sen und ein zen­tral­ört­li­cher Ver­flech­tungs­be­reich zuge­ord­net zum Schutz der eige­nen und gleich­zei­tig – in Abgren­zung hier­von – der ande­ren Zen­tra­len Orten zuge­wie­se­nen zen­tral­ört­li­chen Funk­tio­nen. Die­ser Schutz wird über das Kon­gru­enz­ge­bot als raum­ord­ne­ri­sches Kom­ple­ment­är­ziel zum Kon­zen­tra­ti­ons­grund­satz pla­nungs­recht­lich abge­si­chert. Der Grund­satz der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung kann auf der Ebe­ne der Lan­des­pla­nung bei der Ansied­lung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­be­trie­be durch unter­schied­li­che Vor­ga­ben für die kom­mu­na­le Pla­nung gesteu­ert wer­den. Unter­schie­den wird in die­sem Zusam­men­hang zwi­schen blo­ßen Beein­träch­ti­gungs­ver­bo­ten, also Vor­ga­ben der­art, dass die Ansied­lung die Funk­ti­on benach­bar­ter Zen­tra­ler Orte nicht oder nicht wesent­lich beein­träch­ti­gen darf (vgl. Plan­satz 3.3.7.1 (Z) Satz 2 LEP 2002), Ent­spre­chungs- bzw. Kon­gru­enz­ge­bo­ten (wie hier Plan­satz 3.3.7.1 (Z) Satz 1 LEP 2002), nach denen eine Ansied­lung der zen-tral­ört­li­chen Ver­sor­gungs­funk­ti­on bzw. dem Ver­flech­tungs­be­reich des jewei­li­gen Zen­tra­len Ortes ent­spre­chen muss, Kon­zen­tra­ti­ons­ge­bo­ten, die die Ansied­lung auf Zen­tren, übli­cher­wei­se Ober- und Mit­tel­zen­tren, begren­zen, sowie Inte­gra­ti­ons­ge­bo­ten, die eine Ansied­lung nur im Zusam­men­hang mit bereits vor­han­de­nen zen­tra­len Ein­kaufs­be­rei­chen der Stand­ort­ge­mein­de zulas­sen 10. Zu den zen­tral­ört­li­chen Funk­tio­nen zählt auch – als eine Kern­funk­ti­on der Raum­ord­nung – die nut­zungs­steu­ern­de Stand­ort­ent­wick­lung, ‑siche­rung und ‑bevor­ra­tung hin­sicht­lich Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten, um inso­weit eine dif­fe­ren­zier­te und aus­ge­wo­ge­ne Raum­ord­nung sicher­zu­stel­len. Im Zen­trum steht hier die Leit­vor­stel­lung, die Innen­städ­te und sons­ti­gen inner­ört­li­chen Zen­tren als Han­dels- und Ver­sor­gungs­stand­or­te mit ihrer Nut­zungs­viel­falt und Leben­dig­keit zu erhal­ten und zu ent­wi­ckeln. Dies ent­spricht dem raum­ord­ne­ri­schen Grund­satz, zur Siche­rung und Ent­wick­lung gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se und der Daseins­vor­sor­ge eine aus­rei­chen­de Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung mit Waren und Dienst­leis­tun­gen in allen Räu­men zu gewähr­leis­ten. Das wei­te­re damit ver­folg­te Ziel, der Innen­ent­wick­lung den Vor­zug gegen­über einer Ent­wick­lung nach außen zu geben, trägt dem wich­ti­gen, den Umwelt­schutz in den Vor­der­grund stel­len­den Grund­satz einer Flä­chen spa­ren­den Raum­nut­zung und Ver­kehrs­ver­mei­dung oder ‑dämp­fung Rech­nung. Die­ses zen­tral­ört­li­che Glie­de­rungs­kon­zept ist auch das wesent­li­che Prin­zip der raum­struk­tu­rel­len Ord­nung und Ent­wick­lung in Baden-Würt­tem­berg, an dem sich u.a. zahl­rei­che Fach­pla­nun­gen aus­rich­ten 11. Das in den Plan­sät­zen 3.3.7 und 3.3.7.1 LEP 2002 als raum­ord­ne­ri­sche Zie­le fest­ge­leg­te Zen­tra­le-Orte-Prin­zip und – als des­sen Kom­ple­men­tär­ele­ment – das Kon­gru­enz­ge­bot ent­spricht den oben dar­ge­stell­ten Grund­sät­zen des Raum­ord­nungs­ge­set­zes. Mit den Plan­sät­zen 3.3.7 (Z) Satz 1, 1. Halb­satz und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 (in sei­ner Ergän­zung durch Satz 2) LEP 2002 steht der LEP 2002 somit im Ein­klang mit den in § 2 ROG 2006 ent­hal­te­nen Grund­sät­zen (§ 7 Abs. 1 Satz 4 LplG). Sie kon­kre­ti­sie­ren die­se und stel­len inso­weit einen unver­zicht­ba­ren Bau­stein der raum­ord­ne­ri­schen Gesamt­pla­nung des LEP 2002 dar. Die Plan­sät­ze 3.3.7 (Z) Satz 1, 1. Halb­satz und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 LEP 2002 set­zen fol­ge­rich­tig pla­ne­risch einen Rah­men in Bezug auf Stand­ort, Art, Grö­ße und Betriebs­be­din­gun­gen von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten. Dies ist auch nach den im Raum­ord­nungs­ge­setz nor­mier­ten Leit­vor­stel­lun­gen und den hier­auf anzu­wen­den­den Grund­sät­ze der Raum­ord­nung zwin­gend gebo­ten. Denn die beson­de­ren raum­struk­tu­rel­len Aus­wir­kun­gen von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten im Sin­ne des Plan­sat­zes 3.3.7 (Z) Satz 1, 1. Halb­satz LEP 2002 i.V.m. dem Ein­zel­han­dels­er­lass Baden-Würt­tem­berg vom 21.02.2001 und § 11 Abs. 3 BauN­VO 12 erfor­dern geson­der­te raum­ord­ne­ri­sche Ziel­aus­sa­gen und Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en. Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te wei­sen ein Beein­träch­ti­gungs­po­ten­ti­al auf, das es recht­fer­tigt, sie einem Son­der­re­gime zu unter­wer­fen. Wel­che Belan­ge ganz erheb­lich betrof­fen sein kön­nen, ver­deut­licht die Auf­zäh­lung in § 11 Abs. 3 Satz 2 BauN­VO. Dort wer­den neben schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen (zum Bei­spiel auf den Natur­haus­halt) ins­be­son­de­re Aus­wir­kun­gen auf die infra­struk­tu­rel­le Aus­stat­tung, auf den Ver­kehr, auf die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung im Ein­zugs­be­reich der in § 11 Abs. 3 Satz 1 BauN­VO bezeich­ne­ten Betrie­be sowie auf die Ent­wick­lung zen­tra­ler Ver­sor­gungs­be­rei­che in der Gemein­de oder in ande­ren Gemein­den genannt 13. Die in § 11 Abs. 3 BauN­VO genann­ten Betrie­be hal­ten ent­ge­gen dem städ­te­bau­li­chen Leit­bild, durch die Stand­or­te des Ein­zel­han­dels eine funk­ti­ons­na­he Bezie­hung zum Woh­nen her­zu­stel­len, an woh­nungs­fer­nen, ver­kehr­lich schlecht oder nur mit dem Auto erreich­ba­ren Stand­or­ten auf gro­ßer Flä­che ein Waren­an­ge­bot für den pri­va­ten Bedarf der All­ge­mein­heit bereit 14. Zahl­rei­che Berei­che der raum­ord­ne­ri­schen Beur­tei­lung von Flä­chen für groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­del und von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten sind mit dem inhalt­li­chen Kon­zept der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung ver­knüpft, wie z.B. Ein­zugs­be­rei­che, ver­kehr­li­che Anbin­dung, Infra­struk­tur­aus­stat­tung usw. Die Ver­bin­dung raum­ord­ne­ri­scher Ziel­aus­sa­gen zu Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten mit der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung ist in unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang mit dem oben näher dar­ge­stell­ten Daseins­vor­sor­ge­prin­zip zu sehen; mit der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung ist an ers­ter Stel­le die Ver­sor­gungs­funk­ti­on der Bevöl­ke­rung ver­bun­den. Ziel ist die Erhal­tung städ­te­bau­li­cher Struk­tu­ren und die Ent­wick­lung inte­grier­ter Lagen ins­be­son­de­re im Inter­es­se der ver­brau­cher­na­hen Ver­sor­gung 15. Inso­fern zie­len die raum­ord­ne­ri­schen Rege­lun­gen zu Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten auf eine nicht nur für die Bevöl­ke­rung, son­dern auch für die Gemein­den ins­ge­samt raum­ver­träg­li­che Ent­wick­lung des Ein­zel­han­dels. Die­ser ist an den Stand­or­ten zu sichern, die in das städ­te­bau­li­che Ord­nungs­sys­tem funk­ti­ons­ge­recht ein­ge­bun­den sind. Dass auf die­se Wei­se die Wirt­schafts­struk­tur in den zen­tra­len Ver­sor­gungs­be­rei­chen gestärkt wird, ist nicht Selbst­zweck. Der Schutz der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft dient nicht als Mit­tel dafür, bestimm­te Wett­be­werbs­ver­hält­nis­se zu sta­bi­li­sie­ren. Viel­mehr soll sicher­ge­stellt wer­den, dass durch die Ansied­lung von Ein­zel­han­dels­be­trie­ben an peri­phe­ren Stand­or­ten nicht die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der­je­ni­gen Betrie­be bedroht oder gar ver­nich­tet wird, die eine ver­brau­cher­na­he Ver­sor­gung gewähr­leis­ten 16.
Hier­an hält der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg auch in Anse­hung der Ein­wän­de der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­nen fest.
Schließ­lich hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg ent­schie­den, dass die Plan­sät­ze 3.3.7 (Z) Satz 1, 1 Halb­satz und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 LEP 2002 auch mit Uni­ons­recht ver­ein­bar sind. Sie ver­sto­ßen weder gegen die Nie­der­las­sungs­frei­heit noch gegen die Dienst­leis­tungs­frei­heit. Die Ein­schrän­kung der Nie­der­las­sungs­frei­heit durch das Raum­ord­nungs­ge­setz und den in Voll­zug die­ses Geset­zes ergan­ge­nen Lan­des­ent­wick­lungs­plan 2002 ist gerecht­fer­tigt. Die Nie­der­las­sungs­frei­heit nach Art. 49 i.V.m. Art. 54 AEUV gewährt einem in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ansäs­si­gen Unter­neh­men, das in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein Ein­zel­han­dels­groß­pro­jekt im Sin­ne von Plan­satz 3.3.7 (Z) Satz 1, 1. Halb­satz LEP 2002 errich­ten und betrei­ben will, kei­nen Anspruch auf freie Wahl eines Ansied­lungs­stand­orts unab­hän­gig von den raum­ord­ne-rischen Vor­ga­ben der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Der­ar­ti­ge der Nie­der­las­sungs­frei­heit Schran­ken set­zen­de natio­na­le Maß­nah­men sind zuläs­sig, wenn sie in nicht dis­kri­mi­nie­ren­der Wei­se ange­wandt wer­den, aus zwin­gen­den Grün­den des All­ge­mein­in­ter­es­ses gerecht­fer­tigt sind, geeig­net sind, die Ver­wirk­li­chung des mit ihnen ver­folg­ten Zie­les zu gewähr­leis­ten und nicht über das hin­aus­ge­hen, was zur Errei­chung die­ses Ziels erfor­der­lich ist 17.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat hier­zu in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 18 aus­ge­führt, die in den Plan­sät­zen zum Aus­druck kom­men­den Zie­le der Raum­ord­nung des Lan­des Baden-Würt­tem­berg als Teil­raum (vgl. zur Berück­sich­ti­gung der Regio­nen inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on nun­mehr Art. 4 Abs. 2 EUV [Lis­sa­bon]) des Gesamt­raums der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land beruh­ten auf den Prin­zi­pi­en einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung und Ver­wirk­li­chung aus­ge­gli­che­ner Sied­lungs- und Ver­sor­gungs­struk­tu­ren im Sin­ne einer gemein­wohl­ori­en­tier­ten Raum­ord­nung. Sie sei­en auf die Ver­wirk­li­chung gleich­wer­ti­ger Lebens­be­din­gun­gen aus­ge­rich­tet und des­halb aus zwin­gen­den Grün­den des All­ge­mein­in­ter­es­ses gerecht­fer­tigt. Wegen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten ver­weist der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg auf sei­ne vor­ge­hen­den Aus­füh­run­gen zu Art. 12 GG.
Die­se Erwä­gun­gen zur gerecht­fer­tig­ten Beschrän­kung der Nie­der­las­sungs­frei­heit gel­ten glei­cher­ma­ßen für die Dienst­leis­tungs­frei­heit nach Art. 56 AEUV und für die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit nach Art. 63 AEUV. An die­ser Rechts­auf­fas­sung hält der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg auch in Anse­hung der Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 24.03.2011 19 fest. In die­ser hat der EuGH aus­ge­führt, dass Beschrän­kun­gen in Bezug auf den Stand­ort und die Grö­ße von Ein­zel­han­dels­ein­rich­tun­gen geeig­ne­te Mit­tel sei­en, um Zie­le der Raum­ord­nung und des Umwelt­schut­zes zu errei­chen. Unter die­sen Umstän­den müs­se – so der Gerichts­hof wei­ter unter Hin­weis auf sein Urteil vom 22.12.2008 20 – ein Mit­glied­staat neben den Recht­fer­ti­gungs­grün­den, die er für eine Aus­nah­me vom Grund­satz der Nie­der­las­sungs­frei­heit gel­tend machen kann, eine Unter­su­chung zur Zweck­mä­ßig­keit und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der von ihm erlas­se­nen beschrän­ken­den Maß­nah­me vor­le­gen sowie genaue Tat­sa­chen zur Stüt­zung sei­nes Vor­brin­gens anfüh­ren. Mit den Dar­le­gun­gen wird die­sen Maß­ga­ben hin­rei­chend Rech­nung getra­gen. Sie legen nicht nur die Recht­fer­ti­gungs­grün­de dar son­dern zei­gen auch die Zweck­mä­ßig­keit und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der die Nie­der­las­sungs­frei­heit beschrän­ken­den Maß­nah­men im Ein­zel­nen auf. Die beson­de­ren raum­struk­tu­rel­len Aus­wir­kun­gen von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten im Sin­ne des Plan­sat­zes 3.3.7 (Z) Satz 1, 1. Halb­satz LEP 2002 erfor­dern geson­der­te raum­ord­ne­ri­sche Ziel­aus­sa­gen und Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en, weil Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te ein Beein-träch­ti­gungs­po­ten­ti­al auf­wei­sen, das es recht­fer­tigt, sie einem Son­der­re­gime zu unter­wer­fen. Die­se Erkennt­nis beruht auf einer hin­rei­chend gesi­cher­ten Tat­sa­chen­grund­la­ge, die im Ein­zel­han­dels­er­lass Baden-Würt­tem­berg vom 21.02.2001 21, in § 34 Abs. 3, § 11 Abs. 3 BauN­VO sowie in der Begrün­dung des LEP 2002 22 ihren Nie­der­schlag gefun­den hat.
Das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen ver­stößt fer­ner gegen das in den Plan­sät­zen 3.3.7 (Z) Satz 1 1. Halb­satz und 3.3.7.1 (Z) Satz 1 (in sei­ner Ergän­zung durch Satz 2) LEP 2002 ent­hal­te­ne Kon­zen­tra­ti­ons­ge­bot (bzw. Zen­tra­le-Orte-Prin­zip) 23 und das aus ihm abge­lei­te­te und zu sei­ner Kon­kre­ti­sie­rung fest­ge­leg­te Kon­gru­enz­ge­bot. Denn das geplan­te Ansied­lungs­vor­ha­ben fügt sich – wie der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 6 aus­ge­führt hat – ersicht­lich nicht in das zen­tral­ört­li­che Ver­sor­gungs­sys­tem ein, weil sein Ein­zugs­be­reich unter Berück­sich­ti­gung der Anhalts­wer­te in Ziff.03.02.01.4 (30 %-Schwel­len­wert) im Ein­zel­han­dels­er­lass Baden-Würt­tem­berg vom 21.02.2001 den zen­tral­ört­li­chen Ver­flech­tungs­be­reich wesent­lich über­schrei­tet. Nach dem Gut­ach­ten der … vom Mai 2007 stam­men bei einer gemein­sa­men Betrach­tung des …-Ein­rich­tungs­hau­ses und der Fach­märk­te ledig­lich ca. 18 % der am Plan­stand­ort zu erwar­ten­den Umsät­ze aus dem Mit­tel­be­reich R… als dem maß­ge­ben­den Ver­flech­tungs­be­reich 24, mit­hin 82 % der erwar­te­ten Umsät­ze von außer­halb. Bezo­gen auf das Gesamt­sor­ti­ment des …-Ein­rich­tungs­hau­ses beläuft sich der Markt­an­teil sogar nur auf ca. 10 bis 11 % aus dem Mit­tel­be­reich R…, so dass rund 90 % des­sen zu erwar­ten­den Umsät­ze durch Kun­den von außer­halb des Mit­tel­be­reichs R… erwirt­schaf­tet wer­den 25.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat fer­ner in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 6 fest­ge­stellt, dass das Zen­tra­le-Orte-Prin­zip (Kon­zen­tra­ti­ons­grund­satz) und das Kon­gru­enz­ge­bot zu den Zie­len gehö­ren, die „als Grund­zü­ge der Pla­nung“ die Pla­nungs­kon­zep­ti­on des LEP 2002 tra­gen und damit den für ihn wesent­li­chen Gehalt bestimm­ten. Die zen­tral­ört­li­che Glie­de­rung in Ober­zen­tren, Mit­tel­zen­tren, Unter­zen­tren und Klein­zen­tren und die Zuord­nung von jewei­li­gen Ver­flech­tungs­be­rei­chen, wie sie den Rege­lun­gen in Plan­satz 2.5 LEP 2002 zugrun­de lie­gen, und die Bin­dung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­pro­jek­te an die jewei­li­ge zen­tral­ört­li­che Ver­sor­gungs­funk­ti­on in dem Sin­ne, dass die Ansied­lung eines sol­chen Pro­jekts dem Ver­sor­gungs­be­reich des jewei­li­gen Zen­tra­len Ortes ent­spre­chen soll, bil­den das Grund­ge­rüst einer Lan­des­pla­nung – wie der LEP 2002 selbst her­aus­stellt (vgl. die Rege­lun­gen des Plan­sat­zes 3.3 LEP 2002, Wirt­schafts­ent­wick­lung, Stand­ort­be­din­gun­gen), das auf die Prin­zi­pi­en einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung und Ver­wirk­li­chung aus­ge­gli­che­ner Sied­lungs- und Ver­sor­gungs­struk­tu­ren im Sin­ne einer gemein­wohl­ori­en­tier­ten Raum­ord­nung, d. h. der Ver­wirk­li­chung gleich­wer­ti­ger Lebens­be­din­gun­gen aus­ge­rich­tet ist 26. Das durch die­ses Ziel in Bezug auf die Ansied­lung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­be­trie­be ver­bind­lich gemach­te Prin­zip der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung bezweckt die wohn­ort­na­he Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung, eine effek­ti­ve Nut­zung und Bün­de­lung der In-fra­struk­tur sowie die Ver­mei­dung eines unnö­ti­gen Flä­chen- und Res­sour­cen­ver­brauchs durch Zer­sie­de­lung und den damit ein­her­ge­hen­den Ver­kehr. Damit sind wich­ti­ge Gemein­wohl­be­lan­ge ange­spro­chen, die Vor­ha­ben wie die Ansied­lung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­be­trie­be wegen der über­ört­li­chen Wir­kung aus dem Kreis der aus­schließ­li­chen Ange­le­gen­hei­ten der ört­li­chen Gemein­schaft her­aus­he­ben 27. Die zen­tral­ört­li­che Glie­de­rung ist das wesent­li­che Prin­zip der raum­struk­tu­rel­len Ord­nung und Ent­wick­lung in Baden-Würt­tem­berg, an dem sich u.a. zahl­rei­che Fach­pla­nun­gen aus­rich­ten 11. Das Kom­ple­men­tär­ele­ment zu den Zen­tra­len Orten sind die Ver­flech­tungs­be­rei­che als räum­li­cher Aus­druck von Aus­strah­lung und Reich­wei­te der zen­tral­ört­li­chen Ein­rich­tun­gen 28. Bei­de Leit­vor­stel­lun­gen tra­gen den LEP 2002 und durch­zie­hen ihn wie eine gedank­li­che Schnur – aus ihnen lei­ten sich die wei­te­ren pla­nungs­recht­li­chen Vor­ga­ben ab 29.
Die bean­trag­te Ziel­ab­wei­chung vom Kon­gru­enz­ge­bot als Ziel der Raum­ord­nung im LEP 2002 bleibt ohne Erfolg.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg kann hier­bei im Ergeb­nis uner­ör­tert las­sen, ob die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 24 Satz 1 LplG i.V.m. § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG inso­weit erfüllt sind, als die Ziel­ab­wei­chung unter raum­ord­ne­ri­schen Gesichts­punk­ten ver­tret­bar ist. Denn die Ziel­ab­wei­chung zur Rea­li­sie­rung des mit dem Kon­gru­enz­ge­bot unver­ein­ba­ren Ansied­lungs­vor­ha­ben schei­tert dar­an, dass dadurch die Grund­zü­ge der Pla­nung im Sin­ne des § 24 Satz 1 LplG i.V.m. § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG berührt wer­den.
Die Ver­tret­bar­keit unter raum­ord­ne­ri­schen Gesichts­punk­ten als ers­te Vor­aus­set­zung für eine Ziel­ab­wei­chungs­ent­schei­dung dürf­te, ohne dass dies der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg abschlie­ßend ent­schei­den muss, wohl vor­lie­gen. Die­se Tat­be­stands­vor­aus­set­zung ist anzu­neh­men, wenn die Ziel­ab­wei­chung mit Rück­sicht auf den Zweck der Ziel­fest­le­gung plan­bar gewe­sen wäre, wenn also der Weg der Pla­nung statt der Abwei­chung gewählt wor­den wäre. Ein durch die förm­li­che Raum­pla­nung nicht zu erzie­len­des Ergeb­nis kann auch nicht im Wege der Abwei­chung erreicht wer­den. Nur sol­che Grün­de kön­nen eine Ziel­ab­wei­chung als ver­tret­bar recht­fer­ti­gen, die nicht bereits bei der Plan­fest­stel­lung erör­tert und nicht bewusst zurück­ge­stellt wor­den sind. Denn in einem sol­chen Fall hat der Plan­ge­ber eine Aus­sa­ge gegen die raum­ord­ne­ri­sche Zulas­sung der frag­li­chen Maß­nah­me getrof­fen, an die die Raum­ord­nungs­be­hör­de gebun­den bleibt 30.
Gemes­sen dar­an dürf­te eine raum­ord­ne­ri­sche Ver­tret­bar­keit des Vor­ha­bens wohl gege­ben sein. Auch der LEP 2002 geht in sei­nem Plan­satz 3.3.7 (Z) Satz 1 LEP 2002 von der Plan­bar­keit der ange­streb­ten Abwei­chungs­ent­schei­dung aus. Zwar sol­len Ein­kaufs­zen­tren, groß­flä­chi­ge Ein­zel­han­dels­be­trie­be und sons­ti­ge groß­flä­chi­ge Han­dels­be­trie­be für End­ver­brau­cher (Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te) sich in das zen­tral­ört­li­che Ver­sor­gungs­sys­tem ein­fü­gen. Im 2. Halb­satz des Plan­sat­zes 3.3.7 (Z) Satz 1 LEP 2002 wird die­ses Ziel inso­weit ergänzt, als der­ar­ti­ge Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te in der Regel nur in Ober‑, Mit­tel- und Unter­zen­tren aus­ge­wie­sen, errich­tet oder erwei­tert wer­den dür­fen. Damit bringt der LEP 2002 zum Aus­druck, dass Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te – wie das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen – jeden­falls grund­sätz­lich auch in einem Mit­tel­zen­trum wie der Klä­ge­rin raum­ord­nungs­recht­lich plan­bar gewe­sen wäre. Inso­weit kommt es nicht dar­auf an, dass der Plan­ge­ber nach den wei­te­ren Ziel­vor­ga­ben im LEP 2002 in Ergän­zung des zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rungs­prin­zips bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten auf­ge­stellt hat.
Die bean­trag­te Ziel­ab­wei­chung vom Kon­gru­enz­ge­bot ist jedoch unge­ach­tet der Fra­ge, ob sie unter raum­ord­ne­ri­schen Gesichts­punk­ten ver­tret­bar ist, des­halb nicht zulas­sungs­fä­hig, weil dadurch die Grund­zü­ge der Pla­nung des LEP 2002 berührt wer­den.
Der lan­des­recht­lich in § 24 LplG ver­wen­de­te Begriff "Grund­zü­ge der Pla­nung" nimmt Bezug auf den bun­des­recht­lich in § 6 Abs. 2 ROG vor­ge­ge­be­nen Begriff. Die­ser Begriff ist gesetz­lich nicht defi­niert 31. § 6 ROG unter­schei­det nun­mehr aus­drück­lich zwi­schen Aus­nah­men, die im Raum­ord­nungs­plan fest­ge­legt wer­den kön­nen, und "Abwei­chun­gen", über die in einem eigens dafür geschaf­fe­nen raum­ord­ne­ri­schen Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren zu ent­schei­den ist. Der Gesetz­ge­ber folgt mit der Neu­fas­sung des § 6 Abs. 2 ROG dem Mus­ter der Befrei­ungs­vor­schrift des § 31 Abs. 2 Bau­GB 32; inso­fern kann die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zu § 31 Abs. 2 Bau­GB Ori­en­tie­rung bie­ten. Wann eine Plan­än­de­rung die Grund­zü­ge der Pla­nung berührt, lässt sich nicht abs­trakt bestim­men, son­dern hängt von der jewei­li­gen Pla­nungs­si­tua­ti­on ab 33. Wie auch im Fall des § 31 Abs. 2 Bau­GB beur­teilt sich die Fra­ge, ob eine Abwei­chung die Grund­zü­ge der Pla­nung berührt oder von min­de­rem Gewicht ist, nach dem im Plan zum Aus­druck gebrach­ten pla­ne­ri­schen Wol­len. Bezo­gen auf die­ses Wol­len darf der Abwei­chung vom Pla­nin­halt kei­ne der­ar­ti­ge Bedeu­tung zukom­men, dass die dem Plan zugrun­de geleg­te Pla­nungs­kon­zep­ti­on ("Grund­ge­rüst") in beacht­li­cher Wei­se beein­träch­tigt wird. Die Abwei­chung muss – soll sie mit den Grund­zü­gen der Pla­nung ver­ein­bar sein – durch das pla­ne­ri­sche Wol­len gedeckt sein; es muss – mit ande­ren Wor­ten – ange­nom­men wer­den kön­nen, die Abwei­chung lie­ge noch im Bereich des­sen, was der Plan­ge­ber gewollt hat oder gewollt hät­te, wenn er den Grund für die Abwei­chung gekannt hät­te 34.
Mit Blick auf das hier in Rede ste­hen­de Kon­gru­enz­ge­bot hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem hin­sicht­lich der Zulas­sung einer Ziel­ab­wei­chung zurück­ver­wei­sen­dem Urteil vom 16.12.2010 35 aus­ge­führt, für ein Abwei­chen von den Ziel­fest­le­gun­gen, mit denen das Zen­tra­le-Orte-Prin­zip kon­kre­ti­siert wird, kom­me es für die Fra­ge, ob die Grund­zü­ge der Pla­nung berührt wer­den, auf die kon­kre­ten Umstän­de des Ein­zel­falls an. Aus dem Umstand, dass im vor­lie­gen­den Fall nach der für die revi­si­ons­ge­richt­li­che Beur­tei­lung bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs kei­ne aty­pi­schen Umstän­de vor­lä­gen, die nach dem Wil­len des Plan­ge­bers dem nach­ge­ord­ne­ten Pla­nungs­trä­ger aus­nahms­wei­se außer­halb des Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­rens eine Abwei­chung erlau­ben wür­den, dür­fe nicht gefol­gert wer­den, dass mit einer Abwei­chung im Wege des Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­rens die vom Plan­ge­ber getrof­fe­ne pla­ne­ri­sche Rege­lung bei­sei­te gescho­ben wür­de 36. Das Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren sei nicht auf den aty­pi­schen Fall, son­dern gera­de auf den raum­ord­ne­ri­schen Beson­der­hei­ten Rech­nung tra­gen­den Här­te­fall aus­ge­rich­tet, bei dem die Plan­aus­sa­ge in Gestalt der Regel­vor­ga­be dem Vor­ha­ben zunächst ent­ge­gen­steht, gleich­wohl eine Zulas­sung ver­tret­bar erscheint. Denn das Kon­gru­enz­ge­bot erwei­se sich nur dann als ver­hält­nis­mä­ßig, wenn es nicht für alle Fall­ge­stal­tun­gen unter­schieds­los strik­te Beach­tung bean­spru­che.
Nach die­sen Maß­ga­ben stellt das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen in der kon­kre­ten Pla­nungs­si­tua­ti­on kei­nen Här­te­fall dar, der unter Berück­sich­ti­gung der kon­kre­ten Umstän­de des Ein­zel­falls auf­grund raum­ord­ne­ri­scher Beson­der­hei­ten eine Ziel­ab­wei­chung trotz Ver­sto­ßes gegen das Kon­gru­enz­ge­bot als Ziel der Raum­ord­nung recht­fer­tigt.
Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg hat in sei­nem Urteil vom 17.12.2009 6, inso­weit revi­si­ons­recht­lich unbe­an­stan­det, fest­ge­stellt, dass das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen das Kon­gru­enz­ge­bot als eine tra­gen­de Aus­for­mung des zen-tral­ört­li­chen Glie­de­rungs­prin­zips nicht nur gering­fü­gig, son­dern gra­vie­rend beein­träch­tigt. In die­sem Zusam­men­hang ist zur Klar­stel­lung noch ein­mal dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es vor­lie­gend nicht nur um die Ansied­lung eines …-Ein­rich­tungs­hau­ses geht. Das hier in Rede ste­hen­de Gesamt­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen umfasst neben dem …-Ein­rich­tungs­haus („Möbel­kauf­haus“) auch die Ansied­lung wei­te­rer gegen­über dem klas­si­schen …-Ein­rich­tungs­haus bran­chen­frem­der Fach­märk­te (Bau- und Gar­ten­markt und Küchen­fach­markt) mit einer Gesamt-Ver­kaufs­flä­che von ca. 41.000 m² auf einer Flä­che von ca. 12 ha. Bei der gebo­te­nen gemein­sa­men Betrach­tung des …-Ein­rich­tungs­hau­ses und der Fach­märk­te stam­men ledig­lich ca. 18 % der am Plan­stand­ort zu erwar­ten­den Umsät­ze aus dem Mit­tel­be­reich R… 82 % der zu erwar­ten­den Umsät­ze wer­den außer­halb des Mit­tel­zen­trums R…t gene­riert. Noch deut­li­cher wird die Über­schrei­tung des zen­tral­ört­li­chen Ver­flech­tungs­be­reichs, wenn nur das Gesamt­sor­ti­ment des …-Ein­rich-tungs­hau­ses in den Blick genom­men wird. Hier wer­den nur ca. 10 bis 11 % der zu erwar­ten­den Umsät­ze durch Kun­den aus dem Mit­tel­zen­trum R…, hin­ge­gen 90 % der zu erwar­ten­den Umsät­ze außer­halb des Mit­tel­be­reichs R… erwirt­schaf­tet.
Der Auf­fas­sung der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­nen, die feh­len­de Vor­bild­wir­kung des Vor­ha­bens gebie­te im vor­lie­gen­den Ein­zel­fall eine Ziel­ab­wei­chung, kann nicht gefolgt wer­den. Gera­de hier zeigt sich die unzu­läs­si­ge Blick­ver­en­gung allein auf das …-Ein­rich­tungs­haus. Selbst wenn man der Mei­nung der Bei­gela­de­nen fol­gen woll­te, im Bereich des groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­dels näh­men …-Ein­rich­tungs­häu­ser eine Son­der­stel­lung ein, ändert dies nichts an der Tat­sa­che, dass es mit dem mit den Beru­fungs­an­trä­gen Zif­fer 2 der Klä­ge­rin und Zif­fer 1 und Zif­fer 4 der Bei­gela­de­nen ver­folg­ten Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren nicht um ein sin­gu­lä­res …-Ein­rich­tungs­haus geht, son­dern um ein Kon­glo­me­rat von groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­dels­be­trie­ben bestehend aus …-Ein­rich­tungs­haus und wei­te­ren – inso­weit bran­chen­frem­den – Fach­märk­ten, die als eine – wirt­schaft­li­che – Ein­heit ver­wirk­licht wer­den sol­len. Gera­de die­ses Geschäfts­mo­dell – ein Magnet­be­trieb und wei­te­re „Tra­ban­ten­be­trie­be“ – wür­de eine erheb­li­che Vor­bild­wir­kung ent­fal­ten und damit eine Durch­bre­chung der im Lan­des­ent­wick­lungs­plan 2002 zum Aus­druck kom­men­den tra­gen­den Raum­ord­nungs­struk­tur bewir­ken 37.
Zutref­fend wei­sen die Klä­ge­rin und Bei­gela­de­ne zwar in die­sem Zusam­men­hang auf die raum­struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten im Bereich des Mit­tel­zen­trums R… hin. Die­se raum­ord­ne­ri­sche Situa­ti­on ist durch die Ansamm­lung etli­cher Mit­tel­zen­tren auf engen Raum gekenn­zeich­net, näm­lich der Mit­tel­zen­tren Ras­tatt, Ett­lin­gen, Gaggenau/​Gernsbach, Baden-Baden, Bühl, Achern und Kehl. Anders jedoch als die Klä­ge­rin und die Bei­gela­de­ne mei­nen, wür­de das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen in sei­ner Gesamt­heit die­se beson­de­re raum­ord­ne­ri­sche Struk­tur ganz erheb­lich belas­ten und die durch den LEP 2002 geplan­te Mit­tel­zen­tren­struk­tur gera­de­zu auf­lö­sen zuguns­ten des Mit­tel­zen­trums R… Die mit dem Kon­gru­enz­ge­bot ver­folg­te Stär­kung aller Zen­tren wür­de mit der Zulas­sung des Ansied­lungs­vor­ha­ben im Ergeb­nis kon­ter­ka­riert. Die Ent­wick­lungs­be­rei­che der benach­bar­ten Zen­tren wür­den erheb­lich betrof­fen. Die Raum­ord­nungs­struk­tur des LEP 2002 hat gera­de auch zum Ziel, die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten der wei­te­ren Mit­tel­zen­tren zu gewähr­leis­ten und damit auch deren bereits ins Werk gesetz­ten Anstren­gun­gen zur Erhal­tung bzw. Wie­der­her­stel­lung ihrer urba­nen Struk­tu­ren abzu­si­chern. Ande­rer­seits könn­te jedes der auf­ge­führ­ten Mit­tel­zen­tren unter Hin­weis auf das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen mit glei­chen Grün­den eine Ziel­ab­wei­chung für ein ver­gleich­ba­res Vor­ha­ben ver­lan­gen, dem mit Blick auf Art. 3 GG nur schwer gegen­zu­steu­ern wäre. Denn die Situa­ti­on ist für die­se Mit­tel­zen­tren inso­weit iden­tisch, als ihnen jeweils nur ein klei­ner Mit­tel­be­reich zuge­ord­net ist. Ein „Wind­hund­ren­nen“ um Groß­vor­ha­ben zwi­schen den Zen­tren wäre die unaus­weich­li­che Fol­ge. Die Vor­bild­wir­kung des Ansied­lungs­vor­ha­bens der Bei­gela­de­nen wür­de daher eine Ent­wick­lung aus­lö­sen, die den in sei­nen raum­ord­ne­ri­schen Ziel­vor­stel­lun­gen zum Aus­druck kom­men­den Pla­nungs­grund­sät­zen des LEP 2002 grund­le­gend zuwi­der­lie­fe und ihn in letz­ter Kon­se­quenz funk­ti­ons­los mach­te. Der Hin­weis in die­sem Zusam­men­hang auf das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg vom 07.12.2005 – 3 S 2693/​04 – recht­fer­tigt kei­ne ande­re Beur­tei­lung. Der dor­ti­ge Sach­ver­halt ist mit dem vor­lie­gen­den nicht ver­gleich­bar. Ent­schei­dend für die dort vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg bestä­tig­te Ziel­ab­wei­chungs­ent­schei­dung des Beklag­ten war die Raum­be­deut­sam­keit, dass der Stand­ort des Son­der­ge­biets teil­wei­se auch die Funk­ti­on einer Nah­ver­sor­gung erfüll­te. Fer­ner waren für das Gebiet ca.01.000 Wohn­ein­hei­ten für 4.000 bis 5.000 Ein­woh­ner vor­ge­se­hen, deren Ver­sor­gung das Vor­ha­ben eben­falls die­nen soll­te. Der geplan­te Stand­ort des Gesamt­vor­ha­bens der Bei­gela­de­nen weist die­se Beson­der­hei­ten indes­sen nicht auf.
Das Vor­brin­gen der Bei­gela­de­nen, trotz inten­si­ver Suche sei im Ober­zen­trum Karls­ru­he für das Ansie­de­lungs­vor­ha­ben kein geeig­ne­ter Stand­ort gefun­den wor­den, ver­mag – selbst wenn dies zuträ­fe – kei­nen eine Abwei­chungs­ent­schei­dung recht­fer­ti­gen­den Här­te­fall zu begrün­den.
Die feh­len­de städ­te­bau­li­che Umsetz­bar­keit steht der Geeig­net­heit eines raum­ord­ne­ri­schen Ziels grund­sätz­lich nicht ent­ge­gen 2. Die Raum­ord­nung durch Zuord­nung und Mischung der Raum­nut­zun­gen und Raum­funk­tio­nen ist – auch mit Blick auf die uni­ons­recht­lich garan­tier­te Nie­der­las­sungs­frei­heit – allein Auf­ga­be des (Mitglied-)Staates, nicht aber ein­zel­ner Unter­neh­men. Denn andern­falls hät­te die­ses es in der Hand, durch ent­spre­chen­de Dimen­sio­nie­rung eines Vor­ha­bens die auch uni­ons­recht­lich gefor­der­te und geför­der­te Raum­pla­nung der Mit­glied­staa­ten (vgl. inso­weit Euro­päi­sches Raum­ent­wick­lungs­kon­zept – EUREK – vom 10.05.1999) zu durch­kreu­zen und „plan­los“ den Raum zur Durch­set­zung ihrer wirt­schaft­li­chen Eigen­in­ter­es­sen zu nut­zen. Vor die­sem Hin­ter­grund kann die Raum­pla­nung, wenn sie – wie der LEP 2002 – von gemein­wohl­ori­en­tier­ten Zie­len wie dem Umwelt- und Res­sour­cen­schutz durch Ver­hin­de­rung enor­men Flä­chen­ver­brauchs sowie dem Land­schafts­schutz durch Ver­mei­dung groß­flä­chi­ger Zer­sie­de­lun­gen – gera­de des städ­ti­schen Umlands – getra­gen ist, auch zur Fol­ge haben, das bestimm­te Ansied­lungs­vor­ha­ben an bestimm­ten Stand­or­ten im Ergeb­nis aus­ge­schlos­sen sind 38. Erst recht stellt ein nach der Raum­ord­nung recht­lich an einem bestimm­ten Stand­ort zuläs­si­ges, aber fak­tisch dort auf­grund der beab­sich­tig­ten Grö­ße und der vom Unter­neh­men selbst defi­nier­ten Anfor­de­run­gen an Lage und Infra­struk­tur nicht ver­wirk­lich­ba­res Vor­ha­ben kei­nen Här­te­fall dar. Die­se Fall­kon­stel­la­ti­on ver­leiht einem Unter­neh­men auch nicht unter Beru­fung auf die uni­ons­recht­lich gewähr­leis­te­te Dienst­leis­tungs­frei­heit und unter Abkehr der legi­ti­men Raum­pla­nung des Mit­glied­staats und dem wohl­be­grün­de­ten Raum­ord­nungs­ge­fü­ge das Recht, einen sei­nen eigen­ge­setz­ten Anfor­de­run­gen genü­gen­den Stand­ort in der Raum­schaft aus­zu­wäh­len.
Die von der Bei­gela­de­nen vor­ge­tra­ge­ne Ver­kehrs­re­du­zie­rung zeigt gleich­falls kei­nen eine Ziel­ab­wei­chung vom Kon­gru­enz­ge­bot gebie­ten­den Här­te­fall auf. Die Ein­schät­zung einer Ver­kehrs­re­du­zie­rung mag hin­sicht­lich des geplan­ten …-Ein­rich­tungs­hau­ses im Ver­hält­nis zu den vor­han­de­nen …-Unter­neh­men in Wall­dorf, Mann­heim, Frei­burg, Sin­del­fin­gen und Straß­burg zutref­fen. Es erscheint nach­voll­zieh­bar, dass die Ein­woh­ner im Ein­zugs­be­reich des geplan­ten Stand­orts Rast­statt ganz über­wie­gend das dor­ti­ge …-Ein­rich­tungs­hau­ses anfah­ren wür­den. Die behaup­te­te Ver­kehrs­re­du­zie­rung beschränkt sich indes­sen allein auf das …-Ein­rich­tungs­haus. Sie gilt indes­sen nicht für das hier allein zu beur­tei­len­de Gesamt­vor­ha­ben. Über­dies über­se­hen die Klä­ge­rin und die Bei­gela­de­ne hier­bei, dass das Ver­kehrs­auf­kom­men, das durch das …-Ein­rich­tungs­haus – geplant sind ca.02.300 Stell­plät­ze – und erst recht durch das Gesamt­vor­ha­ben aus­ge­löst wer­den wird, die bestehen­de Ver­kehrs­in­fra­struk­tur des Mit­tel­zen­trums R… deut­lich über­for­dert. Hier­von geht auch das Ver­kehrs­gut­ach­ten des Inge­nieur­bü­ros … … …, … … … … … vom Mai 2007 aus, das die Bei­gela­de­ne ihrem Antrag auf Ein­lei­tung eines Raum­ord­nungs­ver­fah­rens vom 30.05.2007 bei­gefügt hat. Danach sei­en – bezo­gen allein auf das …-Ein­rich­tungs­haus – Ver­kehrs­strö­me in einer Grö­ßen­ord­nung von ca. 10.400 Kfz/​24 h als DTV (nor­ma­ler Werk­tag) zu erwar­ten. Die Anschluss­stel­le Ras­tatt (Nord) an die BAB 5 (Nr. 49) über die B 462 sei bereits heu­te regel­mä­ßig über­las­tet. Eine wei­te­re Ver­schär­fung die­ses Miss­stan­des wür­de sich nicht nur bei zusätz­li­chen Gewer­be­an­sied­lun­gen son­dern dar­über hin­aus bei der Ansied­lung … (allein) ver­schär­fen. Das …-Ein­rich­tungs­haus wie auch das Gesamt­vor­ha­ben las­sen sich nach die­sen Fest­stel­lun­gen ohne bedeut­sa­me Ände­run­gen und Neu­bau von Stra­ßen­ver­kehrs­an­la­gen daher nicht ver­wirk­li­chen. Zur Lösung der zu erwar­ten­den Ver­kehrs­pro­ble­me wird in dem Ver­kehrs­gut­ach­ten Mai 2007 der Neu­bau einer Anschluss­stel­le Ras­tatt-Mit­te oder alter­na­tiv dazu den Aus­bau der Anschluss­stel­le Nr. 49 zu einem „Klee­blatt“ und einen Umbau des Kno­ten­punk­tes B 462/​K 3716 vor­ge­schla­gen. In bei­den Vari­an­ten soll zusätz­lich die K 3716 par­al­lel zur BAB 5 ver­legt wer­den.
Die vor­ste­hen­den Aus­füh­run­gen zei­gen, dass eine Abwei­chung vom Kon­gru­enz­ge­bot als ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung nicht zulas­sungs­fä­hig ist, weil es einen wesent­li­chen Teil der Grund­zü­ge der Pla­nung dar­stellt und die­se durch eine Abwei­chungs­ent­schei­dung auch berührt wür­den, da kei­ne einen Här­te­fall begrün­den­den beson­de­ren Umstän­de im Ein­zel­fall vor­lie­gen. Allein der Umstand, dass das dem Kon­zen­tra­ti­ons­ge­bot und dem Kon­gru­enz­ge­bot inne woh­nen­de Ziel eines scho­nen­den Flä­chen-und Res­sour­cen­ver­brauchs vor­lie­gend des­halb in den Hin­ter­grund tritt, weil der Stand­ort des Ansied­lungs­vor­ha­bens durch die Bebau­ungs­plä­ne „Loch­feld“ und „Im Bai­sert“ über­plant ist, ver­mag die auf­ge­zeig­ten nach­tei­li­gen raum­ord­ne­ri­schen Aus­wir­kun­gen des Vor­ha­bens mit Blick auf das Vor­lie­gen eines Här­te­falls nicht aus­zu­glei­chen. Über­dies ist in die­sem Zusam­men­hang mit Blick auf die durch die Zie­le des LEP 2002 auch bezweck­te Res­sour­cen­scho­nung fol­gen­des zu beden­ken: Nach den Zie­len des LEP 2002 wer­den ent­spre­chend dem Zen­tra­le-Orte-Prin­zip und dem Kon­gru­enz­ge­bot zuguns­ten von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten in den Ober­zen­tren Stand-orte für deren Ansied­lung raum­pla­ne­risch vor­ge­hal­ten. Ziel­ab­wei­chun­gen im Ein­zel­fall hin­sicht­lich nach­ge­ord­ne­ter Zen­tren änder­ten an die­sem raum­ord­nungs­recht­li­chen Tat­be­stand nichts. Die Inan­spruch­nah­me von Flä­chen in nach­ge­ord­ne­ten Zen­tren durch Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te wird nicht durch eine ent­spre­chen­de Ver­min­de­rung von ent­spre­chen­den Flä­chen in Ober­zen­tren gewis­ser­ma­ßen „aus­ge­gli­chen“. In der Sum­ma­ti­on füh­ren daher Ziel­ab­wei­chun­gen in einer Gesamt­bi­lanz zu einem vom LEP 2002 gera­de nicht gewoll­ten höhe­ren Flä­chen­ver­brauch.
Unge­ach­tet des­sen, dass eine Ziel­ab­wei­chung nach § 6 Abs. 2 i.V.m. § 24 Satz 1 LplG für das Gesamt­an­sied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen schon des­halb zwin­gend aus­schei­det, weil eine Abwei­chung vom Kon­gru­enz­ge­bot man­gels Vor­lie­gens eines Här­te­falls Grund­zü­ge der Pla­nung berüh­ren wür­de, ist eine Ziel­ab­wei­chung fer­ner des­halb unzu­läs­sig, weil das Vor­ha­ben auch gegen das lan­des­pla­ne­ri­sche Inte­gra­ti­ons­ge­bot ver­stößt.
Nach Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 sol­len Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te vor­ran­gig an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten aus­ge­wie­sen, errich­tet oder erwei­tert wer­den. Nach Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 3 LEP 2002 kom­men für nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te auch städ­te­bau­li­che Rand­la­gen in Fra­ge.
Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 ist ein ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung i.S.d. § 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die­se lan­des­pla­ne­ri­sche Aus­sa­ge als Soll-Vor­schrift gefasst ist. Zie­le i.S.d. § 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG sind – wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem Urteil vom 16.12.2010 39 aus­ge­führt hat – nicht nur nach dem Wort­laut strikt for­mu­lier­te lan­des­pla­ne­ri­sche Vor­ga­ben, die durch zwin­gen­de For­mu­lie­run­gen als Muss-Vor­schrif­ten aus­ge­stal­tet sind, son­dern auch Plan­sät­ze, die eine Regel-Aus­nah­me-Struk­tur auf­wei­sen. Lan­des­pla­ne­ri­sche Aus­sa­gen in Gestalt einer Soll-Vor­schrift kön­nen eben­falls die Merk­ma­le eines Ziels der Raum­ord­nung erfül­len. Die­se erfül­len dann die Merk­ma­le eines Ziels der Raum­ord­nung, wenn die Vor­aus­set­zun­gen, bei deren Vor­lie­gen die Vor­schrift auch ohne förm­li­ches Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren eine Aus­nah­me von der Ziel­bin­dung zulässt, im Wege der Aus­le­gung auf der Grund­la­ge des Plans hin­rei­chend bestimmt oder doch bestimm­bar sind 40.
Nach Maß­ga­be des­sen ist die als Soll-Vor­schrift gefass­te lan­des­pla­ne­ri­sche Aus­sa­ge im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 ein ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung. Denn der Plan­ge­ber hat in dem Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 3 LEP 2002, wonach für nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te auch städ­te­bau­li­che Rand­la­gen in Betracht kom­men, aus­drück­lich eine Aus­nah­me von der Ziel­bin­dung benannt. Die­se Aus­nah­me ist für sich genom­men auch im Hin­blick auf die Ver­wen­dung des Begriffs „nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te“ hin­rei­chend bestimmt, jeden­falls aber anhand des Ein­zel­han­dels­er­las­ses hin­rei­chend bestimm­bar 41. Aus der Aus­nah­me­re­ge­lung im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 3 LEP 2002 folgt im Umkehr­schluss, dass Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te mit zen­tren­re­le­van­ten Waren­sor­ti­men­ten allein an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten aus­ge­wie­sen, errich­tet oder erwei­tert wer­den sol­len. In die­sem Sinn ist auch der Begriff der Vor­ran­gig­keit im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 zu ver­ste­hen.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­nen ver­stößt das Inte­gra­ti­ons­ge­bot im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 nicht gegen die kom­mu­na­le Pla­nungs­ho­heit als Teil der in Art. 28 Abs. 2 GG ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten gemeind­li­chen Selbst­ver­wal­tung.
Art. 28 Abs. 2 Satz 1 GG steht der Bin­dung der gemeind­li­chen Bau­leit­pla­nung an Zie­le der Raum­ord­nung und Lan­des­pla­nung (§ 1 Abs. 4 Bau­GB) kei­nes­wegs prin­zi­pi­ell ent­ge­gen. Das Grund­ge­setz gewähr­leis­tet die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung nur im Rah­men der Geset­ze, mit­hin nur inner­halb der Nor­men der Raum­ord­nung und Lan­des­pla­nung. Die Gemein­de ist dabei lan­des­pla­ne­ri­schen Ziel­vor­ga­ben nicht ein­schrän­kungs­los aus­ge­setzt. Sie ist, soweit für sie – wie vor­lie­gend – Anpas­sungs­pflich­ten begrün­det wer­den, als Aus­fluss des Gegen­strom­prin­zips (vgl. § 1 Abs. 3 ROG 2006/​2008; § 2 Abs. 2 und § 3 Abs. 2 LplG), in den über­ört­li­chen Pla­nungs­pro­zess ein­zu­be­zie­hen, was hier gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 1 LplG unzwei­fel­haft gesche­hen ist. Wei­ter­hin setzt auch mate­ri­ell-recht­lich die kom­mu­na­le Pla­nungs­ho­heit der Lan­des­pla­nung Gren­zen. Schränkt die Lan­des­pla­nung – wie im vor­lie­gen­den Fall – die Pla­nungs­ho­heit ein­zel­ner Gemein­den ein, so müs­sen über­ört­li­che Inter­es­sen von höhe­rem Gewicht den Ein­griff recht­fer­ti­gen; der Ein­griff in die Pla­nungs­ho­heit muss gera­de ange­sichts der Bedeu­tung der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung den ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit sowie das Will­kür­ver­bot beach­ten und gege­be­nen­falls – ins­be­son­de­re bei gebiets­schar­fen Stand­ort­aus­wei­sun­gen – eine Güter­ab­wä­gung vor­neh­men 42. Die Stand­ort­pla­nung für raum­be­deut­sa­me Ein­zel­han­dels­groß­be­trie­be stellt ein über­ört­li­ches Inter­es­se dar, das eine Beschrän­kung der Pla­nungs­ho­heit recht­fer­ti­gen kann 43. Die Stand­ort­pla­nung für Ein­zel­han­dels­groß­be­trie­be ist nicht auf die Instru­men­te der gemeind­li­chen Bau­leit­pla­nung beschränkt. Sie kann bereits auf der Ebe­ne der Lan­des­pla­nung ein­set­zen und – wie im vor­lie­gen­den Fall – mit der zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rung ver­bun­den wer­den 44.
Dem Inte­gra­ti­ons­ge­bot fehlt es nicht an einem es legi­ti­mie­ren­den über­ört­li­chen raum­ord­nungs­recht­li­chen Bezug, der den Ein­griff in die kom­mu­na­le Pla­nungs­ho­heit recht­fer­tigt. Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot gehört zum über­ört­li­chen und zusam­men­fas­sen­den Rege­lungs­ge­gen­stand der Raum­ord­nung und ist als inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung inner­ge­meind­li­cher Sied­lungs­schwer­punk­te nicht nur eine städ­te­bau­li­che und rein ört­li­che Auf­ga­be. Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot dient – eben­so wie das Kon­zen­tra­ti­ons­ge­bot, das Kon­gru­enz­ge­bot und das Beein-träch­ti­gungs­ver­bot – der Sicher­stel­lung einer raum­struk­tu­rell und ‑funk­tio­nell ver­träg­li­chen Ansied­lung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­be­trie­be 45. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat hin­sicht­lich der städ­te­bau­li­chen Aus­wir­kun­gen von Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­tren ent­schie­den, dass es, wenn die­se ins­be­son­de­re wegen ihrer Grö­ße, der Zen­tren­re­le­vanz ihres Kern­sor­ti­ments und der Reich­wei­te ihres Ein­zugs­be­reichs über die Aus­wir­kun­gen der übli­chen For­men des groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­dels hin­aus­ge­hen, gerecht­fer­tigt sein kann, sie einer im Ver­gleich zum sons­ti­gen groß­flä­chi­gen Ein­zel­han­del stren­ge­ren Son­der­re­ge­lung zu unter­wer­fen und pla­ne­risch nur in Ober­zen­tren an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten zuzu­las­sen. Eine sol­che Ziel­fest­le­gung schlie­ße es zwar für das gesam­te Gebiet einer Gemein­de, die nicht Ober­zen­trum ist, aus, die Ansied­lung von Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­tren pla­ne­risch zuzu­las­sen; da die Ziel­fest­le­gung ledig­lich eine eng umgrenz­te Nut­zungs­art aus­schlie­ße, ver­blei­be der Gemein­de jedoch sub­stan­zi­el­ler Raum für eine ander­wei­ti­ge Bau­leit­pla­nung 46. Die­se Ent­schei­dung betraf die Errich­tung eines Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­trums (Desi­gner-Out­let-Cen­ter) 47 mit einer Ver­kaufs­flä­che von zunächst 10.000 m² in einer ers­ten Aus­bau­stu­fe, sodann in einer zwei­ten Aus­bau­stu­fe auf ins­ge­samt 20.000 m². Ange­sichts der Grö­ße der Ver­kaufs­flä­che von ca. 41.000 m² des geplan­ten Gesamt­vor­ha­bens der Bei­gela­de­nen, einer Ver­kaufs­flä­che zen­tren­re­le­van­ter Sor­ti­men­te von min­des­tens 5.450 m², wobei das …-Ein­rich­tungs­haus allein eine Ver­kaufs­flä­che zen­tren­re­le­van­ter Sor­ti­men­te von 4.650 m² vor­sieht (hier­bei ist die – zwi­schen den Betei­lig­ten strei­ti­ge – Zuord­nung von Leuch­ten und Tep­pi­chen zu den zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­ten noch nicht berück­sich­tigt; bei deren Ein­be­zie­hung ergä­be sich eine Ver­kaufs­flä­che von 8.450 m² zen­tren-rele­van­ter Sor­ti­men­te) besteht kein qua­li­ta­ti­ver Unter­schied zu dem vom BVerwG ent­schie­de­nen Her­stel­ler-Direkt­ver­kaufs­zen­trums. Inso­weit ist fer­ner dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es sich bei den zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­ten des …-Ein­rich­tungs­hau­ses nicht um dem Kern­sor­ti­ment „Möbel“ hin­sicht­lich Umsatz und Ver­kaufs­flä­che deut­lich unter­ge­ord­ne­te sog. Rand­sor­ti­men­te han­delt 48. Gegen das Inte­gra­ti­ons­ge­bot im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 bestehen daher mit Blick auf Art. 28 Abs. 2 GG weder all­ge­mein noch im kon­kre­ten das Vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen betref­fen­den Ein­zel­fall ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken.
Der das Inte­gra­ti­ons­ge­bot tra­gen­de Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 ist auch nicht des­halb unwirk­sam, weil – wie die Bei­gela­de­ne meint – dem Lan­des­ge­setz­ge­ber die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz feh­le, durch raum­ord­ne-rische Zie­le inner­ört­li­che Stand­or­te von Ein­zel­han­dels­nut­zun­gen fest­zu­le­gen, und des­halb – inso­weit – die der Lan­des­re­gie­rung erteil­te Ermäch­ti­gung ver­fas­sungs­wid­rig sei, gemäß § 7 und § 10 LplG durch Rechts­ver­ord­nung den Lan­des­ent­wick­lungs­plan als Raum­ord­nungs­plan für das Land auf­zu­stel­len.
§ 7 LplG regelt den Inhalt des Lan­des­ent­wick­lungs­plans (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 LplG). Danach ist der Lan­des­ent­wick­lungs­plan als Raum­ord­nungs­plan für das Land auf­zu­stel­len. Er ent­hält die Zie­le und Grund­sät­ze der Raum­ord­nung für die räum­li­che Ent­wick­lung und Ord­nung des Lan­des. Er ent­hält fer­ner Zie­le für ein­zel­ne raum­be­deut­sa­me Vor­ha­ben, die für das Land von Bedeu­tung sind. Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan muss mit den in § 2 des Raum-ord­nungs­ge­set­zes ent­hal­te­nen Grund­sät­zen in Ein­klang ste­hen; er kon­kre­ti­siert die­se Grund­sät­ze. Die Zie­le sind durch den Buch­sta­ben »Z«, die Grund­sät­ze sind durch den Buch­sta­ben »G« zu kenn­zeich­nen. Nach § 8 Abs. 5 Nr. 1 Buchst. b und d ROG sol­len Raum­ord­nungs­plä­ne Fest­le­gun­gen zur Raum­struk­tur ent­hal­ten, ins­be­son­de­re zu Zen­tra­len Orten und Sied­lungs­ent­wick­lun­gen. Ins­be­son­de­re nach § 8 Abs. 5 Nr. 1 Buchst. d ROG ist es danach zuläs­sig, dass in einem Raum­ord­nungs­plan Fest­le­gun­gen über Sied­lungs­ent­wick­lun­gen getrof­fen wer­den, die auch und gera­de mit Blick auf die für ein Ziel der Raum­ord­nung erfor­der­li­che Bestimm­bar­keit bereichs­scharf sein sol­len. Auf­grund der Pla­nungs­grund­sät­ze in § 2 Abs. 2 Nr. 3 ROG und der Fest­le­gungs­mög­lich­kei­ten des § 8 Abs. 5 ROG zuguns­ten gemein­de­in­ter­ner Fest­le­gun­gen für den besie­del­ten wie auch für den nicht besie­del­ten Bereich hat der für die Raum­ord­nung zustän­di­ge Bun­des­ge­setz­ge­ber (vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 31 i.V.m. Art. 72 GG – unge­ach­tet der Abwei­chungs­be­fug­nis der Län­der nach Art. 72 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 GG) ent­schie­den, dass ein Raum­ord­nungs­plan auch gemein­de­in­ter­ne Flä­chen­nut­zungs- und Flä­chen­funk­ti­ons­zu­wei­sun­gen tref­fen darf 49. Inso­weit ergänzt das Raum­ord­nungs­ge­setz das von dem für das Boden­recht (ein­schließ­lich des Städ­te­bau­rechts) gleich­falls zustän­di­gen Bun­des­ge­setz­ge­ber (vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 18 i.V.m. Art 72 GG) erlas­se­ne Bau­ge­setz­buch. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber hat in § 7 LplG für den Inhalt des Lan­des­ent­wick­lungs­plans, der als Rechts­ver­ord­nung erlas­sen wird (§ 10 LplG), die­se Maß­ga­ben des Raum­ord­nungs­ge­set­zes für ver­bind­lich erklärt. Auf­grund des­sen maßt sich der Lan­des­ge­setz­ge­ber weder im Lan­des­pla­nungs­ge­setz noch im Lan­des­ent­wick­lungs­plan eine ihm nicht zuste­hen­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Fest­le­gung stand­ort- bzw. bereichs­be­zo­ge­ner Zie­le der Raum­ord­nung im Lan­des­ent­wick­lungs­plan an, son­dern setzt viel­mehr die Vor­ga­ben des Raum­ord­nungs­ge­set­zes um 50.
Der das Inte­gra­ti­ons­ge­bot tra­gen­de Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 ver­stößt auch nicht zulas­ten des Bau­herrn gegen Art. 12 GG.
Der das Inte­gra­ti­ons­ge­bot fest­le­gen­de Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 begeg­net auch in uni­ons­recht­li­cher Hin­sicht kei­nen Beden­ken. Die­se gilt sowohl für die Ver­ein­bar­keit des Inte­gra­ti­ons­ge­bots als Ziel der Raum­ord­nung mit der Nie­der­las­sungs­frei­heit (Art. 49 i.V.m. Art. 54 AEUV) als auch mit der Dienst­leis­tungs­frei­heit (Art. 56 AEUV) als auch mit der Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit (Art. 63 AEUV). Das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­nen gibt dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg kei­nen Anlass zu einer ande­ren Beur­tei­lung. Ins­be­son­de­re mit Blick auf die vom Euro­päi­schen Gerichts­hof her­aus­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen, unter denen die Nie­der­las­sungs­frei­heit hin­sicht­lich der Ansied­lung von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten zuläs­si­ger­wei­se ein­ge­schränkt wer­den darf, ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Raum­ord­nungs­prin­zi­pi­en, wie sie in den hier maß­geb­li­chen Zie­len des LEP 2002 fest­ge­legt wer­den, gera­de nicht auf rein wirt­schaft­li­chen Erwä­gun­gen beru­hen. Dem Raum­ord­nungs­sys­tem des LEP 2002 lie­gen kei­ne wirt­schaft­li­chen Moti­ve zugrun­de und eine Bedarfs­prü­fung fin­det nicht statt. Der Norm­zweck der Raum­pla­nung ist es weder unmit­tel­bar noch mit­tel­bar, vor­han­de­ne Ein­zel­han­dels­ein­rich­tun­gen vor der Ansied­lung neu­er Kon­kur­renz zu schüt­zen. Das raum­ord­ne­ri­sche Steue­rungs­in­stru­men­ta­ri­um ver­folgt eine ande­re Ziel­rich­tung. Es sind dies die bedeu­ten­den öffent­li­chen Belan­ge der Raum­ord­nung, des Umwelt­schut­zes und des Kli­ma­schut­zes (Res­sour­cen­scho­nung, Ver­kehrs­ver­mei­dung), Bewah­rung der Stadt­zen­tren als Ker­ne des urba­nen Lebens hin­sicht­lich des Han­dels, der Begeg­nung und der Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie schließ­lich der ver­brau­cher­na­hen Ver­sor­gungs­si­cher­heit – und damit mit­tel­bar dem Schutz der Ver­brau­cher­inter­es­sen – und zwar ins­be­son­de­re, aber nicht nur von älte­ren und behin­der­ten Men­schen 51. Im Wei­te­ren ist dar­an zu erin­nern, dass städ­te­bau­lich inte­grier­te Stand­or­te im Sin­ne des Plan­sat­zes 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002, an denen Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te vor­ran­gig aus­ge­wie­sen wer­den sol­len, nicht nur Innen­städ­te dar­stel­len. Städ­te­bau­lich inte­grier­te Stand-orte kön­nen auch ande­re zen­tra­le Ver­sor­gungs­be­rei­che der Stand­ort­ge­mein­de sein 52.
Vor die­sem Hin­ter­grund sieht der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg zu der bean­trag­ten Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nach Art. 267 Abs. 2 AEUV kei­nen Anlass; eine recht­li­che Ver­pflich­tung hier­zu besteht nicht, da die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 267 Abs. 3 AEUV nicht vor­lie­gen 53. Das Vor­brin­gen der Bei­gela­de­nen, eine Vor­la­ge­pflicht ergä­be sich aus dem Umstand, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu erken­nen gege­ben habe, die Streit­fra­ge nicht dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on vor­zu­le­gen, recht­fer­tigt kei­ne ande­re Ent­schei­dung. Selbst wenn dem Urteil des BVerwG vom 16.12.2010 40 dies zu ent­neh­men wäre, hat die Bei­gela­de­ne nichts dafür dar­ge­tan, dass das BVerwG auch in Anse­hung der spä­ter ergan­ge­nen Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 24.03.2011 54 hier­an fest­hal­ten wol­le.
Das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen ist mit dem in den Sät­zen 2 und 3 des Plan­sat­zes 3.3.7.2 (Z) LEP 2002 ver­or­te­ten Inte­gra­ti­ons­ge­bot als ver­bind­li­ches Ziel der Raum­ord­nung nicht ver­ein­bar.
Zunächst unter­liegt es kei­nem Zwei­fel, dass das Gesamt­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen nicht an einem städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­ort geplant und errich­tet wer­den soll.
Die Aus­nah­me­vor­aus­set­zun­gen für nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te nach Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 3 LEP 2002 sind vor­lie­gend gleich­falls nicht erfüllt.
Zwar wer­den in dem …-Ein­rich­tungs­haus, dem Bau- und Gar­ten­markt sowie dem Küchen­fach­markt nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te auf einer Gesamt­flä­che von ca. 35.050 m² (20.850 […-Ein­rich­tungs­haus] + 10.300 [Bau- und Gar­ten­markt] + 3.900 [Küchen­fach­markt]) ange­bo­ten. Gleich­zei­tig sind aber durch die­se drei Ein­zel­vor­ha­ben auf einer Gesamt­flä­che von ca.05.450 m² zen­tren­re­le­van­te Sor­ti­men­te (ein­schließ­lich Nah­rungs­mit­tel) vor­ge­se­hen. Hier­bei mag es sich bei dem Bau- und Gar­ten­markt sowie dem Küchen­fach­markt, die zusam­men auf einer Flä­che von ca. 800 m² zen­tren-rele­van­te Sor­ti­men­te anbie­ten, ins­ge­samt noch um soge­nann­te Rand­sor­ti­men­te han­deln, die einer Errich­tung in einer städ­te­bau­li­chen Rand­la­ge wohl nicht ent­ge­gen­stün­den. Für das …-Ein­rich­tungs­haus ist dies indes­sen nicht der Fall. Das …-Ein­rich­tungs­haus beab­sich­tigt, auf einer Flä­che von ca.04.650 m² zen­tren­re­le­van­te Sor­ti­men­te mit – wie bei bestehen­den …-Häu­sern üblich und gerichts­be­kannt – brei­tes­ter Fäche­rung anzu­bie­ten. Damit neh­men die­se von der Bei­gela­de­nen als Neben­sor­ti­men­te bezeich­ne­ten Waren­grup­pen schon bei einem rein rech­ne­risch betrach­te­ten Ver­gleich der Ver­kaufs­flä­chen ca.19,4 % der geplan­ten Ver­kaufs­flä­che (ohne Ein­be­zie­hung der Flä­che für die gas­tro­no­mi­schen Ange­bo­te) ein. Berück­sich­tigt man im Rah­men einer gebo­te­nen wer­ten­den Betrach­tung zudem, dass es sich bei den Möbeln schwer­punkt­mä­ßig um groß­vo­lu­mi­ge Waren han­delt, wäh­rend die sons­ti­gen Sor­ti­men­te eher klein­vo­lu­mi­ge Waren dar­stel­len, tritt die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung der zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­te noch deut­li­cher her­vor. Vor die­sem Hin­ter­grund kön­nen die zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­te nicht mehr als blo­ße Neben- oder gar Rand­sor­ti­men­te zum Kern­sor­ti­ment „Möbel“ ange­se­hen wer­den. Die­se zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­te, die eine Viel­zahl unter­schied­lichs­ter Waren des zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­ments­be­reichs bis hin zu Nah­rungs­mit­teln abde­cken, stel­len viel­mehr ein selb­stän­di­ges Haupt­sor­ti­ment (Kern­sor­ti­ment) neben dem – wei­te­ren – Kern­sor­ti­ment „Möbel“ dar.
Das Ansied­lungs­vor­ha­ben wider­sprä­che auch dann dem Inte­gra­ti­ons­ge­bot, wenn man die­ses nur unter Ein­schluss des in Satz 1 des Plan­sat­zes 3.3.7.2 (Z) LEP 2002 fest­ge­leg­ten Beein­träch­ti­gungs­ver­bots als Ziel der Raum­ord­nung begreift. Nach Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 1 LEP 2002 dür­fen Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te weder durch ihre Lage und Grö­ße noch durch ihren Fol­ge­wir­kun­gen die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Stadt- und Orts­ker­ne der Stand­ort­ge­mein­de wesent­lich beein­träch­ti­gen. Bei die­ser – das Beein­träch­ti­gungs­ver­bot und das Inte­gra­ti­ons­ge­bot kom­bi­nie­ren­den – Betrach­tungs­wei­se müs­se nach Auf­fas­sung der Bei­gela­de­nen der Plan­satz 3.3.7.2 (Z) LEP 2002 dahin­ge­hend ver­stan­den wer­den, dass Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te vor­ran­gig an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten errich­tet wer­den sol­len, nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te auch in städ­te­bau­li­chen Rand­la­gen. Von die­sem „Soll-Ziel“ kön­ne aber nach der Aus­nah­me­re­ge­lung im Satz 1 immer dann abge­wi­chen wer­den, wenn das Vor­ha­ben weder durch Lage und Grö­ße noch durch sei­ne Fol­ge­wir­kun­gen die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Stadt- und Orts­ker­ne der Stand­ort­ge­mein­de wesent­lich beein­träch­ti­ge. Die­ser Aus­le­gung ist indes­sen nicht zuzu­stim­men. Viel­mehr führt die Gesamt­be­trach­tung des Plan­sat­zes 3.3.7.2 (Z) LEP 2002 dazu, dass Satz 2 die­ses Plan­sat­zes das als Muss-Ziel fest­ge­leg­te Beein­träch­ti­gungs­ver­bot in Satz 1 im Sin­ne einer Begrün­dung näher kon­kre­ti­siert. Zur Siche­rung des Beein­träch­ti­gungs­ver­bots sol­len Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te des­halb vor­ran­gig an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten aus­ge­wie­sen, errich­tet oder erwei­tert wer­den. Satz 3 die­ses Plan­sat­zes macht hier­von für nicht zen­tren­re­le­van­te Waren­sor­ti­men­te inso­weit eine Aus­nah­me, als für sie auch städ­te­bau­li­che Rand­la­gen in Fra­ge kom­men. Das in die­sem Zusam­men­hang gegen­über dem Gesamt-Ansied­lungs­vor­ha­ben iso­liert zu betrach­ten­de …-Ansied­lungs­vor­ha­ben wird – wie vor­ge­hend aus­ge­führt und ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Bei­gela­de­nen – durch sein Möbel­kern­sor­ti­ment nicht schon ent­schei­dend dahin­ge­hend geprägt, dass es sich um ein Ein­zel­han­dels­groß­pro­jekt mit nicht zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­ten han­delt. Die zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­te stel­len viel­mehr ein hin­zu­tre­ten­des selb­stän­di­ges Haupt­sor­ti­ment (Kern­sor­ti­ment) dar.
Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot gehört – neben dem Zen­tra­le-Orte-Prin­zip (Kon­zen­tra­ti­ons­grund­satz) und dem Kon­gru­enz­ge­bot – gleich­falls zu den Zie­len, die „als Grund­zü­ge der Pla­nung“ die Pla­nungs­kon­zep­ti­on des LEP 2002 tra­gen und damit den für ihn wesent­li­chen Gehalt bestimm­ten. Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot im Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 LEP 2002 stellt eine flan­kie­ren­de Maß­nah­me zur Siche­rung des Kon­gru­enz­ge­bots dar. Das aus dem bun­des­recht­li­chen Zen­tra­le-Orte-Prin­zip abge­lei­te­te 55 Kon­gru­enz­ge­bot bezweckt die raum­ord­ne­ri­sche Stand­ort­pla­nung für raum­be­deut­sa­me Ein­zel­han­dels­groß­be­trie­be, zu denen das Gesamt­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen zwei­fel­los gehört. Zu den wei­te­ren das Zen­tra­le-Orte-Prin­zip und das Kon­gru­enz­ge­bot kon­kre­ti­sie­ren­den raum­ord­ne­ri­schen Regeln zählt das Inte­gra­ti­ons­ge­bot. Des­sen Ziel ist die raum­ver­träg­li­che Ent­wick­lung des Ein­zel­han­dels nicht nur für die Bevöl­ke­rung, son­dern auch für die Gemein­den ins­ge­samt. Der Ein­zel­han­del ist an den Stand­or­ten zu sichern, die in das städ­te­bau­li­che Ord­nungs­sys­tem funk­ti­ons­ge­recht ein­ge­bun­den sind. Das Inte­gra­ti­ons­ge­bot, nach dem Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te vor­ran­gig an städ­te­bau­lich inte­grier­ten Stand­or­ten ver­wirk­licht wer­den sol­len, dient der mit dem Zen­tra­le-Orte-Prin­zip und dem hier­aus abge­lei­te­ten Kon­gru­enz­ge­bot beab­sich­tig­ten Sicher­stel­lung einer raum­struk­tu­rell und ‑funk­tio­nell ver­träg­li­chen Ansied­lung groß­flä­chi­ger Ein­zel­han­dels­be­trie­be 2.
Anhalts­punk­te für das Vor­lie­gen eines Här­te­falls, der das Grund­an­lie­gen des vor­ge­hend dar­ge­stell­ten Inte­gra­ti­ons­ge­bots als Ziel der Raum­pla­nung im LEP 2002 unan­ge­tas­tet und des­halb die Grund­zü­ge der Pla­nung trotz Ver­sto­ßes des Gesamt­vor­ha­ben gegen die­ses Ziel unbe­rührt lie­ße, sind auch in Anse­hung des Vor­brin­gens der Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­ne nicht ersicht­lich. Allein der Vor­trag, eine ver­brau­cher­na­he Ansied­lung von …-Ein­rich­tungs-häu­sern sei auf­grund der Beson­der­hei­ten des Geschäfts­mo­dells der Bei­gela­de­nen und der regel­mä­ßig lan­gen Anfahrts­we­ge der Kun­den ohne­hin nicht zu gewähr­leis­ten, ver­mag einen Här­te­fall nicht zu begrün­den. Eine Ziel­ab­wei­chung iso­liert vom Inte­gra­ti­ons­ge­bot als Ziel der Raum­pla­nung nach § 6 Abs. 2 ROG i.V.m. § 24 LplG schei­det daher aus.
Vor dem Hin­ter­grund, dass das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen sowohl gegen das Kon­gru­enz­ge­bot als auch gegen das Inte­gra­ti­ons­ge­bot des LEP 2002 ver­stößt und in bei­den Fäl­len von die­sen Zie­len der im LEP 2002 zum Aus­druck kom­men­den Raum­ord­nung gemäß § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG und § 24 LplG nicht abge­wi­chen wer­den kann, weil dadurch die Grund­zü­ge der Pla­nung dadurch berührt wer­den, kann der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg uner­ör­tert las­sen, ob das Ansied­lungs­vor­ha­ben dar­über hin­aus auch noch gegen die in den Plan­sät­zen 3.3.01.1 (Z) Satz 2 und Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 1 LEP 2002 fest­ge­leg­ten Beein­träch­ti­gungs­ver­bo­te ver­stößt und ob gege­be­nen­falls hier­von eine Ziel­ab­wei­chung zuge­las­sen wer­den müss­te.
Muss­te der Beklag­te nach den obi­gen Aus­füh­run­gen den Ziel­ab­wei­chungs­an­trag der Klä­ge­rin wegen Nicht­vor­lie­gens der tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG i.V.m. § 24 LplG ableh­nen, so bestand – wie schon oben aus­ge­führt wur­de – für ihn kei­ne Ver­an­las­sung, das mit die­ser Vor­schrift eröff­ne­te Ermes­sen aus­zu­üben. Des­halb bedurf­te es auch nicht der Durch­füh­rung eines Betei­li­gungs­ver­fah­rens nach § 24 Satz 3 LplG. Denn das Gesetz schreibt eine Betei­li­gung der dort genann­ten Stel­len ledig­lich dann vor, wenn sie oder ihr Auf­ga­ben­be­reich von der „Zulas­sung“ der Ziel­ab­wei­chung berührt sein kön­nen. Im vor­lie­gen­den Fall kam für den Beklag­ten die Zulas­sung einer Abwei­chung jedoch nicht in Betracht, weil er das Vor­lie­gen der das Ermes­sen erst eröff­nen­den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 6 Abs. 2 Satz 1 ROG i.V.m. § 24 LplG zutref­fend ver­neint hat. Da der Antrag der Klä­ge­rin auf Zulas­sung einer Ziel­ab­wei­chung zwin­gend abzu­leh­nen war, ist der hilfs­wei­se gel­tend gemach­te Ver­pflich­tungs­an­trag auf Neu­be­schei­dung daher gleich­falls unbe­grün­det.
Nach den obi­gen Dar­le­gun­gen bedarf es fer­ner kei­ner Ent­schei­dung, ob das Ansied­lungs­vor­ha­ben der Bei­gela­de­nen mit den Zie­len des Regio­nal­plans Mitt­le­rer Ober­rhein ver­ein­bar ist.
Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 4. Juli 2012 – 3 S 351/​11
Die Ansied­lung eines Ein­kauf­zen­trums und die Zie­le der Raum­ord­nung… Das in dem Plan­satz 3.3.7.2 (Z) Satz 2 des Lan­des­ent­wick­lungs­plans Baden-Würt­tem­berg 2002 als Soll-Vor­schrift nor­mier­te Inte­gra­ti­ons­ge­bot ist ein Ziel der Raum­ord­nung im Sin­ne von §…
VGH Baden-Württ., Urteil vom 17.12.2009 – 3 S 2110/​08, VBlBW 2010, 357[↩]
BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, BVerw­GE 138, 301 = NVwZ 2011, 821[↩][↩][↩]
ver­kün­det am 20.08.2002 im GBl. Nr. 9, S. 301[↩]
VGH Baden-Württ., Urteil vom 17.12.2009, a.a.O[↩]
eben­so BVerwG vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, BVerw­GE 138, 301 = NVwZ 2011, 821[↩]
VGH Baden-Württ., Urteil vom 17.12.2009, a.a.O.[↩][↩][↩][↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 31.08.2009 – 1 BvR 3275/​07, DVBl 2009, 1440; OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 12.05.2006 – 12 A 28/​05, BRS 70 Nr. 4 (2006); Span­now­sky, NdsVBl.2001, 32, 37; Schmitz/​Federwisch, Ein­zel­han­del und Pla­nungs­recht, 2005, S. 74[↩]
VGH Baden-Württ., Urteil vom 17.12.2009, a.a.O., inso­weit bestä­tigt durch BVerwG, Urteil vom 16.12.2010, a.a.O.[↩]
vgl. allg. zur Bedeu­tung des zen­tral­ört­li­chen Glie­de­rungs­prin­zips Run­kel in Bielenberg/​Runkel/​Spannowsky, ROG, § 2 Rdn. 33 ff.; fer­ner die Ent­schlie­ßung der Minis­ter­kon­fe­renz für Raum­ord­nung vom 03.12.2001: „Leit­li­ni­en zur Anwen­dung des Zen­tra­le-Orte-Kon­zepts als Instru­ment einer nach­hal­ti­gen Raum­ent­wick­lung“, abge­druckt bei Bielenberg/​Runkel/​Spannowsky, a.a.O., unter B 320 Nr. 39; Ent­schlie­ßung vom 29. März/21.06.1996, a.a.O., Nr. 29[↩]
vgl. zu die­sen Dif­fe­ren­zie­run­gen BVerwG, Urteil vom 17.09.2003 – 4 C 14.01, BVerw­GE 119, 25 = NVwZ 2004, 220; Schmitz/​Federwisch, Ein­zel­han­del und Pla­nungs­recht, 2005, S. 68 ff.[↩]
vgl. LEP 2002 – Begrün­dung unter 2.5 zu 2.05.1 [S. B19/​20][↩][↩]
vgl. LEP 2002, Begrün­dung zu Plan­satz 3.3.7. Sei­te B36[↩]
BVerwG, Urteil vom 01.08.2002- 4 C 5.01, BVerw­GE 117, 25 = NVwZ 2003, 86[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 03.02.1984 – BVerwG 4 C 54.80, BVerw­GE 68, 342[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 17.12.2009 – 4 C 1.08 – und – 4 C 2.08 – [jeweils zu § 34 Abs. 3 Bau­GB][↩]
BVerwG, Urteil vom 01.08.2002 – 4 C 5.01, BVerw­GE 117, 25 = NVwZ 2003, 86; Nie­der­säch­si­sches OVG, Urteil vom 01.09.2005 – 1 LC 107/​05, BRS 69 Nr. 6 [2005][↩]
EuGH, Urteil vom 24.03.2011 – C‑400/​08, BauR 2011, 1117; Urteil vom 19.05.2009 – C‑171/​07 – u. – C‑172/​07, [DocMor­ris], NJW 2009, 2112; Urteil vom 10.03.2009 – C‑169/​07, [Hart­lau­er], GewArch 2009, 195, mit Bespr. Koenig ZfWG 2009, 229; Urteil vom 17.07.2008 – C‑389/​05, ABl. EU 2008, Nr. C 223, 3 = NL BzAR 2008, 442; Urteil vom 21.04.2005 – C‑140/​03, Slg 2005, I‑3177 = EzAR-NF 013 Nr. 6; Urteil vom 11.03.2004 – C‑9/​02, DVBl.2004, = NJW 2004, 2439, 551; Urteil vom 13.04.2000 – C‑251/​98, NZG 2000, 731; Bröh­mer, in: Calliess/​Ruffert, EUV/​EGV, 3. Aufl.2007, Art. 43 Rn. 27 f.[↩]
VGH Baden-Württ., Urteil vom 17.12.2009, a.a.O.; bestä­tigt durch BVerwG, Urteil vom 16.12.2010, a.a.O.[↩]
EuGH, Urteil vom 24.03.2011 – C‑400/​08, BauR 2011, 1117[↩]
EuGH, Urteil vom 22.12.2008 – C‑161/​07, Slg.2008, I‑10671, Rn. 36[↩]
Ver­wal­tungs­vor­schrift des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums zur Ansied­lung von Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­ten – Raum­ord­nung, Bau­leit­pla­nung und Geneh­mi­gung von Vor­ha­ben – (Ein­zel­han­dels­er­lass) vom 21.02.2001[↩]
vgl. z. B. Begrün­dung zu Plan­satz 3.3.7. Sei­te B36[↩]
vgl. hier­zu zusam­men­fas­send Kluth, in: Erbguth/​Kluth [Hrsg.], Pla­nungs­recht in der gericht­li­chen Kon­trol­le, 2012, S. 157[↩]
sie­he Anhang zum LEP 2002 zu 2.5 Zen­tra­le Orte u. Ver­flech­tungs­be­rei­che, 2.05.9; im …-Gut­ach­ten Zone I a und I b[↩]
vgl. zu alle­dem BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, BVerw­GE 138, 301 = NVwZ 2011, 821; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.12.2009 – 3 S 2110/​08, VBlBW 2010, 357[↩]
vgl. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 12.05.2006 – 12 A 28.05, BRS 70 Nr. 4 (2006); Nie­der­säch­si­sches OVG, Urteil vom 01.05.2005 – 1 LC 107/​05, BRS 69 Nr. 6 (2005); Uech­tritz, Groß­flä­chi­ge Ein­zel­han­dels­be­trie­be und Regio­nal­pla­nung, Doku­men­ta­ti­on zum 15. Deut­schen Ver­wal­tungs­rich­ter­tag, Wei­mar 2007, 169[↩]
OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 12.05.2006 – 12 A 28.05, BRS 70 Nr. 4 [2006][↩]
LEP 2002 – Begrün­dung zu 2.05.6 [S. B22][↩]
VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.12.2009 – 3 S 2110/​08, VBlBW 2010, 357; BVerwG, Urteil vom 16.10.2010, a.a.O. Rn. 27[↩]
vgl. zu alle­dem Schmitz, in: Bielenberg/​Runkel/​Spannowsky, Raum­ord­nungs- und Lan­des­pla­nungs­recht des Bun­des und der Län­der, ROG, L § 6 Rn. 115[↩]
BVerwG, Beschluss vom 15.07.2005 – 9 VR 43.04, UPR 2005, 390[↩]
Schmitz, in: Bielenberg/​Runkel/​Spannowsky, Raum­ord­nungs- und Lan­des­pla­nungs­recht des Bun­des und der Län­der, Stand 2003, Band 2, K § 11 Rn. 30[↩]
BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 – 4 C 10.09, NVwZ 2011, 748[↩]
vgl. hier­zu BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, BVerw­GE 138, 301 = NVwZ 2011, 821; Urteil vom 04.08.2009 – 4 CN 4.08, BVerw­GE 134, 264; Urteil vom 29.01.2009 – 4 C 16.07, BVerw­GE 133, 98; Urteil vom 09.03.1990 – 8 C 76.88, BVerw­GE 85, 66[↩]
BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, a.a.O.[↩]
vgl. dazu auch BVerwG, Beschluss vom 05.03.1999 – BVerwG 4 B 5.99 – Buch­holz 406.11 § 31 Bau­GB Nr. 39 S. 2[↩]
zur Prä­ju­di­zwir­kung vgl. auch Schmitz, in: Bielenberg/​Runkel/​Spannowsky, Raum­ord­nungs- und Lan­des­pla­nungs­recht des Bun­des und der Län­der, ROG, L § 6, Rn. 121; Hess­VGH, Urteil vom 28.06.2005 – 12 A 8/​05, NVwZ 2006, 230; Hager, BauR 2011, 1093[↩]
vgl. Span­now­sky, UPR 2003, 248[↩]
BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, DVBl.2011, 491; vgl. auch Urtei­le vom 22.06.2011 – 4 CN 4.10, BVerw­GE 140, 54 = NVwZ 2011, 1468 und vom 10.11.2011 – 4 CN 9.10, NVwZ 2012, 315[↩]
BVerwG, Urteil vom 16.12.2010, a.a.O.[↩][↩]
vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.04.2012 – 8 S 1739/​10[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 15.05.2003 – 4 CN 9.01, BVerw­GE 118,181 = NVwZ 2003, 1263; Beschluss vom 08.03.2006 – 4 B 75.05, NVwZ 2006, 932; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 19.12.2000 – 8 S 2477/​99, VBlBW 2001, 266[↩]
BVerwG, Urteil vom 17.09.2003 – 4 C 14.01, BVerw­GE 119, 25 = NVwZ 2004, 220[↩]
vgl. hier­zu BVerwG, Beschluss vom 08.03.2006 – 4 B 75.05, NVwZ 2006, 932; Urteil vom 15.05.2003 – 4 CN 9.01, BVerw­GE 118, 181 = NVwZ 2003, 1263; Urteil vom 17.09.2003 – 4 C 14.01, BVerw­GE 119, 25 = NVwZ 2004, 220; Urteil vom 18.09.2004 – 4 C 20.02, BVerw­GE 119, 54 = NVwZ 2004, 226; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 09.06.2005 – 3 S 1545/​04, VBlBW 2005, 473; OVG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 15.10.2008 – 1 A 10388/​08, DVBl 2009, 386; Uech­tritz, NVwZ 2007, 1337, 1344; Spar­was­ser, VBlBW 2008, 171; Schmitz, ZfBR 2001, 85[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 16.12.2010, a.a.O.; Urteil vom 17.09.2003 – 4 C 14.01, BVerw­GE 119, 25 = NVwZ 2004, 220[↩]
BVerwG, Beschluss vom 08.03.2006 – 4 B 75.05, NVwZ 2006, 932[↩]
vgl. Nds. OVG, Urteil vom 01.09.2005 – 1 LC 107/​05, Nds­VBl 2006, 71[↩]
sie­he hier­zu Kusch­ne­rus, Der stand­ort­ge­rech­te Ein­zel­han­del, 2007, Rn. ff., ins­be­son­de­re Rn. 94 zu sog. Möbel­märk­ten und ‑Häu­sern mit breit­ge­fä­cher­ten Nicht-Möbel-Sor­ti­ment; vgl. auch OVG Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 22.06.1998 – 7a D 108/​96.NE, NVwZ 1999, 79[↩]
vgl. Run­kel, in: Spannowsky/​Runkel/​Goppel, ROG, 2010, § 1 Rn. 70[↩]
vgl. hier­zu auch Uech­tritz, in: Erbguth/​Kluth [Hrsg.], Pla­nungs­recht in der gericht­li­chen Kon­trol­le, 2012, S. 57 ff. 66[↩]
BVerwG, Urteil vom 16.12.2010 – 4 C 8.10, BVerw­GE 138, 301 = NVwZ 2011, 821; Hager, BauR 2011, 1093; Uech­tritz, ZfBR 2011, 648; Wig­gers, NJW-Spe­zi­al, 2011, 556[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 11.10.2007 – 4 C 7.07, NVwZ 2008, 308; Urteil vom 17.12.2009 – 4 C 2.08, 2010, 590[↩]
vgl. hier­zu BVerwG, Beschluss vom 12.10.2010 – 7 B 22.10[↩]
EuGH, Urteil vom 24.03.2011, a.a.O.[↩]
vgl. BVerwG, Beschluss vom 08.06.2006 – 4 BN 8.06, BRS 70 Nr. 13; Span­now­sky, UPR 2003, 248; Uech­tritz, NVwZ 2004, 1025[↩]
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