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Timestamp: 2020-06-04 18:01:59
Document Index: 259829085

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 116', 'BGH', '§ 116', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH 2. Zivilsenat, Beschluss vom 23.07.2019, II ZR 56/18 | e-Law Trainer
BGH 2. Zivilsenat, Beschluss vom 23.07.2019, II ZR 56/18
e-Law Admin/ September 11, 2019/ BGH-Rechtsprechung/ 0Kommentare
vorgehend LG Leipzig, 17. März 2017, Az: 01 HKO 3365/15
Die Kommanditaktionäre sind als Gesellschafter der Beklagten am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich beteiligt. Die Beklagte ist selbst der Ansicht, dass die Kommanditaktionäre Gewinnausschüttungen zurückzahlen müssten, wenn die Klage Erfolg hätte. Ob die wirtschaftlich Beteiligten der Gesellschaft gegenüber zur anteiligen Kostentragung verpflichtet sind, ist für die Anwendung von § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO nicht von Bedeutung (MünchKommZPO/Wache, 5. Aufl., § 116 Rn. 22; Zöller/Geimer, ZPO, 32. Aufl., § 116 Rn. 22). Ebenso ist es – im Unterschied zu § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO – unerheblich, ob ihnen eine Kostenbeteiligung zumutbar ist.
a) Durch dieses Erfordernis soll verhindert werden, dass mittellose Verbände eigene wirtschaftliche Interessen auf Kosten der Allgemeinheit verwirklichen. Es trägt den besonderen Verhältnissen der juristischen Personen und rechtsfähigen Vereinigungen Rechnung, die eine von der Rechtsordnung anerkannte Existenzberechtigung nur dann besitzen, wenn sie in der Lage sind, ihre Ziele aus eigener Kraft zu verfolgen (BGH, Beschluss vom 10. Februar 2011 – IX ZB 145/09, ZIP 2011, 540 Rn. 9; Beschluss vom 5. März 2015 – IX ZB 77/14, ZIP 2015, 648 Rn. 8).
Der Anwendungsbereich des § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO beschränkt sich mithin auf Sachverhalte, die größere Kreise der Bevölkerung oder des Wirtschaftslebens ansprechen und soziale Wirkungen nach sich ziehen können (BGH, Beschluss vom 20. September 1957 – VII ZR 62/57, BGHZ 25, 183, 185; Beschluss vom 5. November 1985 – X ZR 23/85, WM 1986, 405, 406). Ein allgemeines Interesse im Sinne dieser Vorschrift kann angenommen werden, wenn außer den an der Führung des Rechtsstreits wirtschaftlich Beteiligten ein erheblicher Kreis von Personen durch die Unterlassung der Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung in Mitleidenschaft gezogen würde, die Vereinigung gehindert würde, der Allgemeinheit dienende Aufgaben zu erfüllen, oder wenn von der Durchführung des Prozesses die Existenz eines Unternehmens abhinge, an dessen Erhaltung wegen der großen Zahl von Arbeitsplätzen ein allgemeines Interesse besteht (BGH, Beschluss vom 10. Februar 2011 – IX ZB 145/09, ZIP 2011, 540 Rn. 10; Beschluss vom 5. März 2015 – IX ZB 77/14, ZIP 2015, 648 Rn. 9). Diese Voraussetzungen können auch erfüllt sein, wenn eine erfolgreiche Rechtsverfolgung die Befriedigung einer Vielzahl von Kleingläubigern ermöglichen würde (vgl. BGH, Beschluss vom 5. November 1985 – X ZR 23/85, WM 1986, 405, 406; Beschluss vom 24. Oktober 1990 – VIII ZR 87/90, ZIP 1990, 1565).
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