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Timestamp: 2016-10-25 17:30:03
Document Index: 208433226

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_685/2010 (25.01.2011)
8C_685/2010
vertreten durch Rechtsanw�ltin Cordula Sp�rri,
(vormals Metzger Versicherungen),
Die 1952 geborene R.________ war als Verk�uferin der Metzgerei L.________ bei der Branchen Versicherung Schweiz (vormals: Metzger Versicherungen; nachfolgend: Unfallversicherung) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 10. Mai 2003 erlitt sie als Beifahrerin eines Autos einen Auffahrunfall. Die Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese aber mit Verf�gung vom 25. M�rz 2008 und Einspracheentscheid vom 3. Juni 2008 per Ende Oktober 2007 ein, da die �ber dieses Datum hinaus geklagten Beschwerden nicht ad�quat kausal durch das Ereignis verursacht worden seien.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 31. Mai 2010 ab.
Mit Beschwerde l�sst R.________ die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Ausrichtung einer Rente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von mindestens 50 % beantragen.
Die Branchen Versicherung Schweiz schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grunds�tzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer haftet jedoch f�r einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem nat�rlichen, sondern auch in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3 S. 181). Dabei spielt die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt (BGE 134 V 109 E. 2 S. 111 f.; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Sind die geklagten Beschwerden nat�rlich unfallkausal, nicht aber objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. pr�zisierten Kriterien massgebend.
3.1 Streitig ist zun�chst, ob unfallbedingte organisch objektivierbare Befunde vorliegen. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, bei ihr sei von objektivierbaren Unfallfolgen auszugehen.
3.2 Im Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) vom 12. Oktober 2007 wurde mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit ein zervikozephaler Symptomenkomplex rechts bei Status nach HWS-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrunfall am 10. Mai 2003 und eine in R�ckbildung begriffene retraktile Capsulitis Schulter rechts diagnostiziert. Bildgebend konnte eine Osteochondrose C5/6 mit Spondylarthrose und eine segmentale Gefl�gellockerung sowie eine leichte Segmentkyphosierung nachgewiesen werden.
Bei diesen Befunden m�ssen organisch objektivierbare Unfallfolgen verneint werden (zu deren Nachweis vgl. Urteil 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 135 V 465, aber in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25). Ein zervikozephaler Symptomenkomplex stellt keine entsprechende Unfallfolge dar. Soweit bildgebende Befunde ausgewiesen sind, handelt es sich - wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat - um unfallfremde degenerative Ver�nderungen.
3.3 Die MEDAS-Gutachter bescheinigten eine dauernde Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes. Diese Angaben k�nnen allerdings nicht zu einer unmittelbaren Bejahung des Kausalzusammenhangs f�hren, denn es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass die traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbels�ule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, sp�testens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist. Eine allf�llige richtunggebende Verschlimmerung eines solchen Vorzustandes m�sste r�ntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters�blichen Progression abheben (vgl. SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 2.3.2 mit Hinweisen).
Die MEDAS-Gutachter konnten eine Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes nicht bildgebend belegen. Es darf daher nicht ohne Pr�fung der Ad�quanz von einer Unfallkausalit�t der Befunde ausgegangen werden.
3.4 Weitere organisch objektivierbare Unfallfolgen best�tigen die Gutachter nicht. Weder der festgestellte myofasziale Reizzustand (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, Urteil U 339/06 E. 4.1) noch das diagnostizierte Spannungskopfweh stellen einen solchen Befund dar. Soweit die MEDAS-Gutachter einen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 10. Mai 2003 und den anhaltend geklagten Beschwerden bejahten, hat somit zur rechtlichen Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers f�r die geklagten Beschwerden eine separate Pr�fung der Ad�quanz gem�ss den Vorgaben von BGE 134 V 109 zu erfolgen (E. 2 hievor).
Einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug werden regelm�ssig einem mittelschweren, im Grenzbereich zu den leichten liegenden Unfall zugeordnet (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.2). Nachdem das Fahrzeug der Beschwerdef�hrerin am 10. Mai 2003 verkehrsbedingt hatte anhalten m�ssen, fuhr das nachfolgende Auto auf das Fahrzeug der Beschwerdef�hrerin auf. Dabei lag gem�ss Unfallanalyse der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft vom 30. August 2004 die kollisionsbedingte Geschwindigkeits�nderung (Delta-v) zwischen 11 und 14.8 km/h. Unter Ber�cksichtigung dieser Umst�nde erweist sich die Qualifikation durch die Vorinstanz als mittelschwerer Unfall, an der Grenze zu den leichten liegend, als rechtens. Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen seien erf�llt. Unbestrittenermassen l�gen diese Kriterien aber nicht in ausgepr�gter Form vor. Selbst wenn man diese Kriterien somit bejahte, gen�gte dies nicht, den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 10. Mai 2003 und den ab November 2007 noch geklagten Beschwerden zu bejahen. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.