Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=X%20R%20124/92
Timestamp: 2020-03-30 11:21:43
Document Index: 301852614

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 10', '§ 7', '§ 227', '§ 52', '§ 227', '§ 52', '§ 10', '§ 7', '§ 227']

BFH, 23.11.1994 - X R 124/92 - dejure.org
BFH, 23.11.1994 - X R 124/92
https://dejure.org/1994,646
BFH, 23.11.1994 - X R 124/92 (https://dejure.org/1994,646)
BFH, Entscheidung vom 23.11.1994 - X R 124/92 (https://dejure.org/1994,646)
BFH, Entscheidung vom 23. November 1994 - X R 124/92 (https://dejure.org/1994,646)
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EStG § 52 Abs. 21 Sätze 2 und 4, § 10 d, § 7 b; AO 1977 § 227
Übergangsregelung bei Härtefällen
Einkommensteuer; Erlaß aus Billigkeitsgründen bei ,,kleiner Übergangsregelung'' nach § 52 Abs. 21 EStG
BFHE 177, 246
BB 1995, 1881
DB 1995, 1491
DB 1995, 2576
BStBl II 1995, 824
Dies kann aber nur in den dafür vorgesehenen Verfahren geltend gemacht werden und rechtfertigt keinen Billigkeitserlaß (vgl. BFH-Urteil vom 23. November 1994 X R 124/92, BFHE 177, 246, BStBl II 1995, 824).
Soweit der Gesetzgeber bestehende Rechtslagen, Berechtigungen und Rechtsverhältnisse aufhebt oder ändert, muss er den Eingriff in schutzwürdige Vertrauenstatbestände, insbesondere das Ausmaß des Vertrauensschadens nach Möglichkeit in geeigneter Weise durch eine angemessene Übergangsregelung abmildern oder ausgleichen (vgl. BFH-Urteil vom 23. November 1994 X R 124/92, BFHE 177, 246, BStBl II 1995, 824, unter Ziff. 2. a der Gründe, m.w.N.).
Dagegen rechtfertigen Härten, die dem Besteuerungszweck entsprechen und die der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung eines Tatbestandes bewußt in Kauf genommen hat, einen Billigkeitserlaß nicht, sondern sind allenfalls durch eine Gesetzeskorrektur zu beheben (BVerfG-Beschluß in StRK, Abgabenordnung, § 227, Rechtsspruch 58; BFH-Urteile in BFHE 176, 3, BStBl II 1995, 297, und vom 23. November 1994 X R 124/92, BFHE 177, 246, BStBl II 1995, 824).
So führt das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in ständiger Rechtsprechung aus, dass Billigkeitsmaßnahmen angebracht seien, wenn es beim Vollzug einer --im Allgemeinen verfassungsmäßigen-- Norm in einer geringen Zahl von Härtefällen zu verfassungsrechtlich bedenklichen Problemlagen komme (BVerfG-Beschlüsse vom 13. Oktober 1971 1 BvL 10/69, BVerfGE 32, 78, unter B.II.2.c; vom 27. Oktober 1975 1 BvR 82/73, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 1976, 31, unter 3.; vom 5. April 1978 1 BvR 117/73, BVerfGE 48, 102, unter C.II.1., und vom 13. Dezember 1994 2 BvR 89/91, HFR 1995, 220, unter B.I.; dort auch jeweils zur "Wirkkraft der Grundrechte"; vgl. auch die Nachweise im Senatsurteil vom 23. November 1994 X R 124/92, BFHE 177, 246, BStBl II 1995, 824, unter 2.).
Lediglich das BFH-Urteil in BFHE 177, 246, BStBl II 1995, 824 betraf die sog. "kleine Übergangsregelung" des § 52 Abs. 21 Satz 4 EStG 1987; im Vordergrund stand hier aber die Frage des Zusammenwirkens dieser Übergangsregelung zur Wohneigentumsförderung mit der Lastenausteilungsnorm des § 10d EStG.
Es ist nicht Sinn der Erlaßvorschrift, regelmäßige Folgen gesetzlicher Vorschriften in ihr Gegenteil zu verkehren (vgl BFHE 176, 3, 6 f; 177, 246, 248 f).
Nutzungsherausgabe nach § 7 Abs. 7 VermG rechtfertigt abweichende …
Sachliche Billigkeitsgründe sind dann gegeben, wenn nach dem mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass er die im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - hätte er sie geregelt - im Sinne der beabsichtigten Billigkeitsmaßnahme entschieden hätte oder wenn angenommen werden kann, dass die Besteuerung bzw. die Einziehung der Steuer den Wertungen des Gesetzgebers widerspricht (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 23. November 1994 X R 124/92, BStBl II 1995, 824 sowie Tipke/Kruse/Loose a. a. O. Tz. 40 und die dort zitierte weitere Rechtsprechung).
Im Übrigen ist die zitierte Verwaltungsverfügung nach Auffassung des Senats insoweit nicht schlüssig begründet, als sie sich auf eine sinngemäße Anwendung der Grundsätze des BFH-Urteils X R 124/92 vom 23. November 1994, BStBl II 1995, 824 beruft.
Eine solche Billigkeitsmaßnahme kann sich auch aus der gebotenen Einbeziehung verfassungsrechtlicher Maßstäbe in die Ermessensprüfung ergeben (z.B. BFH-Urteil vom 23.11.1994 X R 124/92, BStBl II 1995, 824; Loose in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 227 Tz. 77), wenn die Erhebung der nach dem Gesetz geschuldeten Steuer im atypischen Einzelfall vor allem im Bereich des Einkommensteuerrechts gegen das Gebot der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit verstoßen würde (vgl. Bundesverfassungsgericht -BVerfG-, Beschlüsse vom 22.2.1984 1 BvL 10/80, BStBl II 1984, 357; vom 17.11.1998 1 BvL 10/98, BStBl II 1999, 509).
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