Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_20_07_2010_XI_ZR_236_07_Insolvenzfestigkeit_einer_mittel-d4058195.html
Timestamp: 2016-12-04 01:52:35
Document Index: 165595288

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 362', '§ 364', '§ 670', '§ 377', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 675', '§ 684', '§ 812', '§ 826', '§ 21', '§ 80', 'BGH', '§ 377', '§ 675', '§ 675', '§ 684', '§ 36', '§ 675', '§ 377', '§ 36', '§ 675', '§ 675', '§ 684', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.07.2010 - XI ZR 236/07 - Insolvenzfestigkeit einer mittels des im November 2009 neu eingeführten SEPA-Lastschriftverfahrens bewirkten Zahlung; Möglichkeit der Nachbildung des Einzugsermächtigungslastschriftverfahren von der Kreditwirtschaft seit Inkrafttreten des neuen Zahlungsdiensterechts nach dem SEPA-Basis-Lastschriftverfahren in Allgemeinen Geschäftsbedingungen; Abhängen der Wirksamkeit der Kontobelastung nach derzeitiger Ausgestaltung des Einzugsermächtigungslastschriftverfahrens von der Genehmigung der Lastschrift durch den Lastschriftschuldner gegenüber seinem Kreditinstitut; Ausschluss einer vorherigen Genehmigung einer Lastschrift durch schlüssiges Verhalten durch eine Genehmigungsfiktion in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Kreditinstituts | Urteile auf anwalt24.de
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BGH, 20.07.2010 - XI ZR 236/07 - Insolvenzfestigkeit einer mittels des im November 2009 neu eingeführten SEPA-Lastschriftverfahrens bewirkten Zahlung; Möglichkeit der Nachbildung des Einzugsermächtigungslastschriftverfahren von der Kreditwirtschaft seit Inkrafttreten des neuen Zahlungsdiensterechts nach dem SEPA-Basis-Lastschriftverfahren in Allgemeinen Geschäftsbedingungen; Abhängen der Wirksamkeit der Kontobelastung nach derzeitiger Ausgestaltung des Einzugsermächtigungslastschriftverfahrens von der Genehmigung der Lastschrift durch den Lastschriftschuldner gegenüber seinem Kreditinstitut; Ausschluss einer vorherigen Genehmigung einer Lastschrift durch schlüssiges Verhalten durch eine Genehmigungsfiktion in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Kreditinstituts
BundesgerichtshofUrt. v. 20.07.2010, Az.: XI ZR 236/07Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 20.07.2010Referenz: JurionRS 2010, 21252Aktenzeichen: XI ZR 236/07 Verfahrensgang:vorgehend:LG München I - 28.08.2006 - AZ: 27 O 20542/05OLG München - 29.03.2007 - AZ: 19 U 4837/06Rechtsgrundlagen:§ 362 Abs. 1 BGB§ 364 BGB§ 670 BGB§ 377 Abs. 1 BGB§ 675c Abs. 1 BGB§ 675f Abs. 3 S. 2 BGB§ 675j Abs. 1 S. 1 BGB§ 675n Abs. 1 S. 1 BGB§ 675u S. 1 BGB§ 675x Abs. 1 BGB§ 675x Abs. 2 BGB§ 675x Abs. 4 BGB§ 684 S. 2 BGB§ 812 Abs. 1 S. 1 Alt. 2 BGB§ 826 BGB§ 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 InsO§ 80 Abs. 1 InsOFundstellen:BGHZ 186, 269 - 295BB 2010, 2057BB 2010, 2458-2464BB 2010, 1801-1802 (Pressemitteilung)BKR 2010, 428-436DB 2010, 1817-1825EWiR 2010, 539GWR 2010, 429Info M 2011, 92InsbürO 2010, 395-400KTS 2011, 83-97KTS 2010, 379-382 (Pressemitteilung)MDR 2010, 1199-1202NJ 2010, 478-479NJW 2010, 3510-3517NJW-Spezial 2010, 598-599NZG 2010, 1115NZG 2010, 1100NZI 2010, 723-731NZM 2010, 826-833RENOpraxis 2010, 276WM 2010, 1546-1555WuB 2010, 571-573ZAP EN-Nr. 682/2010ZAP 2010, 1090ZBB 2010, 432-433ZGS 2010, 406-414ZInsO 2010, 1538-1546ZInsO 2011, 699-700ZIP 2010, 1556-1565Amtlicher Leitsatz:BGB § 377 Abs. 1, § 675j Abs. 1, § 675x Abs. 1, Abs. 2, Abs. 4, § 684 Satz 2InsO § 36 Abs. 1 Satz 1a)Eine Zahlung, die mittels des im November 2009 neu eingeführten SEPA-Lastschriftverfahrens bewirkt wird, ist insolvenzfest. Der Anspruch des Zahlers, gemäß § 675x Abs. 1, Abs. 2, Abs. 4 BGB i.V.m. Abschn. C. Nr. 2.5 Abs. 1 der Sonderbedingungen für den Lastschriftverkehr im SEPA-Basis-Lastschriftverfahren binnen acht Wochen ab Belastungsbuchung von seinem Kreditinstitut Erstattung des Zahlbetrages verlangen zu können, fällt in entsprechender Anwendung des § 377 Abs. 1 BGB nicht in die Insolvenzmasse (§ 36 Abs. 1 Satz 1 InsO). b)Das Einzugsermächtigungslastschriftverfahren kann von der Kreditwirtschaft seit Inkrafttreten des neuen Zahlungsdiensterechts rechtswirksam in Allgemeinen Geschäftsbedingungen dem SEPA-Basis-Lastschriftverfahren nachgebildet werden (§ 675j Abs. 1, § 675x Abs. 1, Abs. 2, Abs. 4 BGB). Bei einer solchen rechtlichen Ausgestaltung der Einzugsermächtigungslastschrift sind auch die auf diesem Wege bewirkten Zahlungen von Anfang an insolvenzfest. c)Nach derzeitiger Ausgestaltung des Einzugsermächtigungslastschriftverfahrens hängt die Wirksamkeit der Kontobelastung davon ab, dass der Lastschriftschuldner diese gegenüber seinem Kreditinstitut genehmigt (§ 684 Satz 2 BGB). Dabei schließt die Genehmigungsfiktion in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute eine vorherige Genehmigung durch schlüssiges Verhalten nicht aus. Bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen, wie etwa aus Dauerschuldverhältnissen, ständigen Geschäftsbeziehungen oder zur Steuervorauszahlung, kann nach den vom Tatgericht festzustellenden Umständen des Einzelfalls - jedenfalls im unternehmerischen Geschäftsverkehr - eine konkludente Genehmigung vorliegen, wenn der Lastschriftschuldner in Kenntnis der Belastung dem Einzug nach Ablauf einer angemessenen Prüffrist nicht widerspricht und er einen früheren Einzug zuvor bereits genehmigt hatte. Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat auf die mündliche Verhandlung vom 20. Juli 2010 durch den Vorsitzenden Richter Wiechers und die Richter Dr. Müller, Dr. Ellenberger, Maihold und Dr. Matthias für Recht erkannt: Tenor:Auf die Revision der Beklagten und ihres Streithelfers wird das Urteil des 19. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 29. März 2007 aufgehoben. Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an den 17. Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen. BGH, 20.07.2010BGH, 20.07.2010