Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201989,%201227
Timestamp: 2020-04-04 14:34:35
Document Index: 225825301

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', '§ 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 399', 'BGH', '§ 399', 'BGH', 'BGH', '§ 399', '§ 399', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.05.1989 - VII ZR 150/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1021
BGH, 11.05.1989 - VII ZR 150/88 (https://dejure.org/1989,1021)
BGH, Entscheidung vom 11.05.1989 - VII ZR 150/88 (https://dejure.org/1989,1021)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 (https://dejure.org/1989,1021)
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Allgemeine Geschäftsbedingungen - Abtretung - Werklohnforderung - Ausschluß - Zustimmungsbedürftigkeit
Klagebefugnis des Werkunternehmers nach vom Gläubiger verweigerter Zustimmung zur Forderungsabtretung auch bei Vermögensverfall ein Jahr nach Klageerhebung
NJW-RR 1989, 1104
ZIP 1989, 1131
MDR 1989, 985
WM 1989, 1227
BB 1989, 1442
BauR 1989, 610
ZfBR 1989, 199
(c) Die Gegenauffassung, die ein in einem Bauvertrag grundsätzlich zulässiges (vgl. BGH, Urteil vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88, BauR 1989, 610, juris Rn. 15;… Urteil vom 3. Dezember 1987 - VII ZR 374/86, BGHZ 102, 293, 300, juris Rn. 20;… Urteil vom 28. November 1968 - VII ZR 157/66, BGHZ 51, 113, 117 ff., juris Rn. 28 ff.) rechtsgeschäftliches Abtretungsverbot nach § 399 2. Alt. BGB auch gegenüber der in § 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG angeordneten Gesamtrechtsnachfolge durchgreifen ließe, führt, wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt, zu einem unbilligen Ergebnis, das durch das Interesse des Auftraggebers, die Abrechnung übersichtlich zu halten und nicht mit einem neuen Gläubiger konfrontiert zu werden, nicht gerechtfertigt werden kann.
a) Eine Vereinbarung, wonach die Abtretung einer Forderung von der Zustimmung des Schuldners abhängig gemacht wird, ist grundsätzlich auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen zulässig (BGHZ 77, 274, 275 [BGH 18.06.1980 - VIII ZR 119/79]; 102, 293, 300; BGH Urt. v. 11. Mai 1989, VII ZR 150/88, BGHR BGB § 399 - Abtretungsausschluß 1;… Urt. v. 29. Juni 1989, VII ZR 211/88, BGHR BGB § 399 - Abtretungsausschluß 2).
Diese Grundsätze beruhen auf der Überlegung, daß ein erkennbarer Mißbrauch der gewillkürten Prozeßstandschaft nicht hingenommen werden kann (…a.a.O. S. 156; vgl. auch Senatsurteil vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 = BauR 1989, 610 = ZfBR 1989, 199).
Die Aushändigung solcher zusätzlicher Vertragsbedingungen an den kaufmännischen Vertragspartner ist - wie der Senat bereits ausgesprochen hat (BGHZ 102, 293, 304) - nicht einmal in jedem Fall notwendig; es genügt regelmäßig der klar und eindeutig gegebene Hinweis auf sie (vgl. neuerdings Senatsurteil vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Denn die Vereinbarung eines abgeschwächten Abtretungsausschlusses ist möglich, z. B. Bindung an bestimmte Formen der Abtretungserklärung, an eine Mitteilung an den Schuldner, an dessen Zustimmung usw. (vgl. Senatsurteil vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 - zur Veröffentlichung bestimmt; BGH Urteil vom 4. Mai 1977 - VIII ZR 230/76 = WM 1977, 819, 820 = LM Nr. 16 zu § 399 BGB;… Roth in MünchKomm 2. Aufl. § 399 Rdn. 25 m. w. Nachw.).
Klagt der ursprüngliche Inhaber einer sicherungshalber abgetretenen Forderung diese zulässig in gewillkürter Prozeßstandschaft ein und tritt erst danach sein Vermögensverfall zutage, so bestehen jedenfalls dann keine Bedenken gegen die Fortdauer seiner Prozeßführungsbefugnis, wenn der Zessionar für den Fall des Unterliegens dem Gegner Bankbürgschaften anbietet, die dessen volles Prozeßkostenrisiko abdecken (Fortführung von Senatsurteilen BGHZ 96, 151; NJW 1989, 1932 und vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 = BauR 1989, 610 = ZfBR 1989, 199).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darf jemand ein fremdes Recht aufgrund einer ihm von dem Berechtigten erteilten Ermächtigung im eigenen Namen im Prozeß verfolgen, sofern er hieran ein eigenes schutzwürdiges Interesse hat (sog. gewillkürte Prozeßstandschaft; vgl. BGHZ 100, 217, 218 m.N.; zuletzt Senatsurteil NJW 1989, 1932 und vom 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88 = BauR 1989, 610 = ZfBR 1989, 199).
Diese Grundsätze beruhen auf der Überlegung, daß ein erkennbarer Mißbrauch der gewillkürten Prozeßstandschaft nicht hingenommen werden kann (…a.a.O. S. 156; vgl. auch Senatsurteil BauR 1989, 610, 611 = ZfBR 1989, 199, 200).
Mit Recht nimmt das Berufungsgericht an, daß der von der Klägerin ausbedungene verlängerte Eigentumsvorbehalt an den Baustoffen wegen des von der L. KG mit der Beklagten individualvertraglich vereinbarten Verbots der Abtretung der Werklohnforderung ins Leere gegangen ist (wegen der individualvertraglichen Abrede kommt es auf die Frage der Wirksamkeit von in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen Abtretungsverboten vorliegend nicht an; vgl. BGHZ 51, 113, 114 ff. [BGH 28.11.1968 - VII ZR 157/66]; 56, 228, 230 ff.; 102, 293, 300 m.w.N.; Urt. v. 11. Mai 1989 - VII ZR 150/88, WM 1989, 1227 = BB 1989, 1442;… Urt. v. 29. Juni 1989 - VII ZR 211/88, WM 1989, 1470, 1471 f.; kritisch dazu Burger, NJW 1982, 80, 82; Klamroth, BB 1984, 1842 ff.).
Die Aushändigung zusätzlicher Vertragsbedingungen an den kaufmännischen Vertragspartner ist nicht in jedem Fall notwendig; es genügt regelmäßig der klar und eindeutig gegebene Hinweis auf sie (BGHZ 102, 293, 304; BGH NJW 1989, 1104 = WM 1989, 1227, 1228; BGHZ 108, 172, 174 = NJW 1990, 109, 110).
OLG Oldenburg, 04.07.2006 - 2 U 9/06