Source: http://anti-jagd-demo.de/reden/profdrwolfgangkarnowskyhansroennstiftung.html
Timestamp: 2020-01-19 18:18:38
Document Index: 227854469

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 25', '§ 1', '§ 7', 'Art. 1', 'Art. 14', 'Art. 20', '§ 25']

Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky, Hans-Rönn-Stiftung
Rede von Prof. Dr. Karnowsky, Allianz für Tierrechte, Politischer Arbeitskreis Tierrechte in Europa e.V. und Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere am Samstag, 9. Februar in Dortmund bei der 76. bundesweiten Demonstration »Natur ohne Jagd«
Als früherer Richter am Landgericht in Dortmund, nur ein paar Schritte entfernt, jetziger Hochschullehrer der Rechtswissenschaft an der FH Dortmund und auch als ehemaliges Mitglied in der Tierschutzkommission gem. § 16 b TSchG beim Bundeslandwirtschaftsministerium möchte ich heute wieder meine Thesen zur Jagd vortragen:
Unsere ethischen Gründe für das heutige Kommen wurden von den Vorrednern thematisiert.
Ich möchte für die Zuhörer aus anderen Bundesländern darauf hinweisen, dass unser Landesvater Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor drei Wochen in einer Botschaft an die mit Werksschließung bedrohten NOKIA-Mitarbeiter in Bochum mehr Ethik in unserem Land angefordert hat, wie eine Schlagzeile in den Dortmunder Ruhrnachrichten am 18.01.2008 titelte:
„Ich frage mich, wo die Ethik bleibt“, sagte der Ministerpräsident in Düsseldorf.
Ja, das gerade fragen wir Kundgebungsteilnehmer uns auch.
Ich verweise auf den in unserem Bundesland in der Nähe von Köln seit 1986 ansässigen Verein „Initiative jagdgefährdeter Haustiere“ (Internet: www.ijh.de), der mir kürzlich mitteilte, dass die NRW-Behörden zuletzt für nur ein Jahr die gemeldete Zahl der von Jägern getöteten Hunde mit 211 und die der getöteten Katzen mit der horrenden Summe von 17.895 angaben und das alles, weil sich diese Tiere angeblich gem. § 25 Abs. 4 Landesjagdgesetz 200 m vom nächsten Haus bewegten und deshalb als Jagdkonkurrenten einfach beseitigt werden durften.
Heute fordern wir hier in Dortmund wieder eine Natur ohne Jagd,
1. weil die Jagd nie ein Mittel zum „artenreichen Wildbestand“ ist (so aber völlig irrtümlich jener plakative, weil unbewiesene § 1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz), ferner
2. weil, die Hege und Ökologie von Fauna und Flora nie diese Form der Regulierung von möglichen Überpopulationen durch die Jagd fordern (Verbissschäden sind eher die Folge der Jagd; viele Fachwissenschaftler belegen das) und
3. weil, nie Jagdgegner unter den Grundeigentümern, die ihre Flächen nicht bejagen lassen wollen, länger mehr gegen ihr Gewissen gesetzlich zur Jagd-Duldung gezwungen werden dürfen. Die §§ 7 ff BJagdG verstoßen gegen die Menschenwürde (Art. 1 GG), die Eigentumsgarantie (Art. 14 GG) und den neuen Art. 20 a GG.
Das BJagdG ist daher in weiten Teilen nichtig.
4. weil nie wieder Hunde und Katzen, die sich etwas vom Haus entfernt haben, allein deswegen abgeschossen werden dürfen. § 25 Landesjagdgesetz NRW über das Töten von Haustieren durch Jäger ist zu überarbeiten.
Prof. Dr. Karnowsky, Protest gegen Jägertag