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Timestamp: 2016-10-26 23:16:09
Document Index: 318941958

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 19', 'Art. 16', 'Art. 10', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 66', 'Art. 68']

Unfallversicherung (Pflegeleistung; Kostenverg�tung; Taggeld),
Der 1968 geborene A.________ war seit November 2005 bei der Firma X.________ AG als Pilot angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 8. November 2008 stiess ein von rechts einbiegendes Fahrzeug seitlich frontal in den von ihm auf einer Hauptstrasse gelenkten Personenwagen. Laut Austrittsbericht des Spitals Y.________ vom 8. November 2008 wurden ein Distorsionstrauma der HWS (Halswirbels�ule) mit schmerzhafter Bewegungseinschr�nkung und paravertebralem Hartspann, bei radiologisch unauff�lligen Befunden diagnostiziert. Die SUVA t�tigte weitere Abkl�rungen (worunter Konsilium des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie, vom 4. Mai 2009 und Bericht des Dr. med. P.________, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 20. Oktober 2009) und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). In einer Stellungnahme vom 15./16. M�rz 2010 hielt Dr. med. W.________, Facharzt f�r Allgemeinmedizin FMH, SUVA-Kreisarzt, fest, aufgrund bisheriger medizinischer Erkenntnisse handle es sich um ausschliesslich funktionelle, inzwischen reichlich chronifizierte, eher linksbetonte Beschwerden im Kopf (einschliesslich Augenbeschwerden und schwindelartige Sensationen) und im linken Oberarm seit ungef�hr 2004. Mangels strukturell objektivierbarer Unfallfolgen und in Ber�cksichtigung der Ergebnisse der biomechanischen Triage vom 6. Mai 2009 sei anzunehmen, dass weder die HWS noch der �brige Organismus nennenswert traumatisiert worden sei. F�r die aktuell bestehenden funktionellen Einschr�nkungen sei die SUVA nicht zust�ndig. Nach einer Besprechung mit dem Versicherten und dessen Rechtsvertreter vom 7. Mai 2010 stellte die SUVA mit Verf�gung vom 6. Juli 2010 die vor�bergehend erbrachten Leistungen auf den 31. Juli 2010 ein, verneinte den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und dem Unfall vom 8. November 2008 und lehnte einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung ab. Die Einsprache vom 7. September 2010, mit welcher der Versicherte u.a. vorbringen liess, die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung habe zus�tzliche medizinische Abkl�rungen (erster Untersuchungstermin am 14. September 2010) zur Frage eingeleitet, ob mit weiterer Behandlung der Gesundheitszustand verbessert werden k�nne, lehnte sie ab (Einspracheentscheid vom 5. November 2010).
Hiegegen liess A.________ Beschwerde einreichen und weitere Dokumente aufgelegen (Berichte �ber ein Assessment beim Zentrum R.________, vom 25. Oktober 2010; des Dr. med. E.________, Neurologe FMH, vom 5. November 2010; des PD Dr. med. L.________, Schweizer Wirbels�ulen- und R�ckenmarkzentrum, vom 22. November 2010; des Dr. med. K.________, Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates Sportmedizin, vom 24. November 2010). Mit Entscheid vom 18. Januar 2012 wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau das eingelegte Rechtsmittel ab.
Mit Beschwerde l�sst A.________ den Bericht des PD Dr. med. L.________ vom 8. Februar 2011 auflegen und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Kosten der Heilbehandlung und die Taggelder bis 30. Juni 2011, zuzusprechen.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
1.2 Streitig und zu pr�fen ist, ob von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung �ber den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Juli 2010 hinaus eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden konnte (Art. 19 Abs. 1 UVG). Von der Beurteilung dieser Frage h�ngt sowohl der Anspruch auf Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG) ab, das eine Geldleistung ist, als auch der Anspruch auf Heilbehandlung gem�ss Art. 10 Abs. 1 UVG, die eine Sachleistung im Sinne der Art. 14 f. ATSG darstellt (Urteil 8C_85/2012 vom 1. Mai 2012 E. 1 mit Hinweisen). Insoweit hat das Bundesgericht die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen frei zu pr�fen (Attraktionsprinzip; BGE 108 V 245 E. 1b mit Hinweis; Urteil 8C_548/2009 vom 2. Juli 2010 E. 4.3, publ. in: SVR 2011 UV Nr. 1 S. 1).
2.1 Der Beschwerdef�hrer bringt wie schon im vorinstanzlichen Verfahren im Wesentlichen vor, die SUVA habe die ihr gem�ss Rechtsprechung obliegende Pflicht, innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall mit Schleudertrauma der HWS ein polydisziplin�res Gutachten anzuordnen, verletzt. Aufgrund deren Weigerung, den medizinischen Sachverhalt hinreichend abzukl�ren, habe die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung der Unfallgegnerin ein Case Management beim Zentrum R.________ initiiert. Gest�tzt darauf seien zus�tzliche spezial�rztliche Untersuchungen durchgef�hrt und weitere Therapien angeordnet worden, dank derer er den Kopf, die linke Schulter sowie die linke Hand wieder schmerzfrei und uneingeschr�nkt habe bewegen k�nnen. Rund ein Jahr nach der verf�gten Leistungseinstellung der SUVA, in welchem Zeitpunkt er als Linienpilot noch vollst�ndig arbeitsunf�hig gewesen sei, habe er den angestammten Beruf wieder vollzeitlich aufnehmen k�nnen. Damit sei ausgewiesen, dass die SUVA die Leistungen zu fr�h eingestellt habe.
2.2.1 Mit BGE 134 V 109 E. 4 S. 113 ff. hat das Bundesgericht erwogen, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf erwerbst�tige Personen ausgerichtet ist und sich die in Art. 19 Abs. 1 UVG genannte "namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands" namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit, soweit unfallbedingt beeintr�chtigt, bestimmt. Die Verwendung des Begriffs "namhaft" verdeutlicht demnach, dass die durch (zweckm�ssige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115).
2.2.2 Nach der Rechtsprechung ist die Frage der namhaften Besserung des Gesundheitszustands prospektiv bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung zu pr�fen (Urteil 8C_58/2010 vom 28. Juni E. 2.2 und U 244/04 E. 3.1 mit Hinweisen, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388). Grundlage f�r die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die �rztlichen Ausk�nfte zu den therapeutischen M�glichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden.
2.2.3 Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast nur, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweisen). Die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebenden Abkl�rungspflichten (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) konkretisieren sich jeweils nach den gegebenen Umst�nden (BGE 118 V 214 E. 3b S. 220 oben; Urteil I 281/06 vom 24. Juli 2006 E. 3.2.1 f.).
2.3.1 Dr. med. W.________, auf dessen Stellungnahme vom 15./16. M�rz 2010 gem�ss vorinstanzlich best�tigter Auffassung der SUVA abzustellen war, berief sich zur Beurteilung der streitigen Frage allein auf das neurologische Konsilium des Dr. med. M.________ vom 4. Mai 2009, der vor einer "therapeutischen Perpetuierung" warnte. Die SUVA erbrachte danach indessen weitere Heilbehandlung, so u.a. f�r die Anwendung mobilisierender Techniken, Dehnung der tiefen Halsfaszie und Infiltration bei Dr. med. P.________ (letztmals am 1. Oktober 2009), die allerdings laut dessen Bericht vom 20. Oktober 2009 zu keiner Besserung des Beschwerdebildes f�hrten. Auf der anderen Seite hielt dieser Arzt fest, eine Somatisierung sei nicht auszuschliessen und es k�nne noch nicht definitiv vorausgesagt werden, ob ein bleibender Nachteil zu erwarten sei. Laut Angaben des Versicherten vom 8. Januar 2010 besuchte er seither regelm�ssig zwei Mal w�chentlich eine (von der SUVA offenbar verg�tete) Medizinische Trainingstherapie, die das allgemeine Wohlbefinden, nicht aber die eigentlichen Beschwerden verbessert habe; er sei bei der Firma X.________ AG weiterhin zu einem krankheitsbedingt reduzierten Pensum von 70 % im Bereich von B�rot�tigkeiten angestellt (vgl. auch Bericht des Airport Medical Centers, vom 5. Februar 2010). Eine kreis�rztliche �berpr�fung dieser Angaben fand nicht statt, obwohl der Rechtsvertreter des Versicherten anl�sslich einer Besprechung vom 7. Mai 2010 vorbrachte, die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung habe weitere medizinische Abkl�rungen zur Frage anderer therapeutischer Massnahmen eingeleitet. Mit Einsprache vom 7. September 2010 gegen die Leistungseinstellungsverf�gung vom 6. Juli 2010 liess der Versicherte u.a. die e-mail vom 6. September 2010 auflegen, wonach der erste Untersuchungstermin beim Zentrum R.________ auf den 14. September 2010 angesetzt worden war. Unter diesen Umst�nden lagen hinreichend Anhaltspunkte vor, die Anlass zu weiteren medizinischen Nachforschungen der streitigen Frage h�tten geben sollen.
2.3.2 Die Vorinstanz hat die im kantonalen Verfahren eingereichten �rztlichen Unterlagen gepr�ft und erwogen, die im Assessment-Bericht (vom 25. Oktober 2010) festgehaltenen Befunde beruhten allein auf den subjektiven Angaben zur Befindlichkeit und enthielten keine spezifischen Therapieans�tze, sondern nur die Empfehlung zu weiteren spezial�rztlichen Abkl�rungen. Aufgrund der daraufhin durchgef�hrten neurologischen Untersuchung (Bericht des Dr. med. E.________ vom 5. November 2010) seien lediglich die Einnahme von Arzneistoffen gegen Migr�ne verordnet worden. Der orthop�dischen Beurteilung gem�ss (Bericht des Dr. med. K.________ vom 24. November 2010) sei therapeutisch die "Wiederherstellung der Balance zwischen Innen- und Aussenrotatoren" im Bereich des AC-(Acromioclavicular)-Gelenks verordnet worden. Insgesamt sei diesen Unterlagen nicht mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu entnehmen, inwiefern mit weiteren Therapien eine namhafte Steigerung bzw. Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit h�tte bewirkt werden k�nnen.
2.3.3 Das kantonale Gericht hat �bersehen, dass PD Dr. med. L.________ gest�tzt auf die im Zeitpunkt seines Berichts vom 22. November 2010 vorhanden gewesenen fach�rztlichen Ausk�nfte festhielt, man k�nne "mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Patient seinen Beruf als Pilot im n�chsten halben Jahr wieder aufnehmen kann". Dem Bericht des Dr. med. K.________ vom 24. November 2010 sind sodann entgegen der von der Vorinstanz an anderer Stelle ge�usserten Auffassung, klare Anhaltspunkte f�r ein somatisches Substrat der Diagnose (Verdacht auf partielle, ansatznahe, artikul�rseitige Ruptur der SSC mit konsekutiver muskul�rer Dysbalance der Rotatoren und �berbelastung des AC-Gelenks links) zu entnehmen. Ein Verzicht auf weitere Beweisvorkehren (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94 und 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis) h�lt nach der Rechtsprechung vor Bundesrecht u.a. dann nicht stand, wenn eine entscheidwesentliche Tatsache ohne Beizug des notwendigen medizinischen Fachwissens beantwortet wird (Urteile 8C_391/2009 vom 21. Oktober E. 1 und 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Angesichts des nicht in allen Teilen schl�ssigen Beweisergebnisses aufgrund der von der SUVA eingeholten �rztlichen Ausk�nfte (E. 2.3.1 hievor) und der vorinstanzlich eingereichten Unterlagen bestand jedenfalls Anlass, die streitige Frage medizinisch �berpr�fen zu lassen. Die Sache ist daher an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie die entsprechenden Ausk�nfte einhole. Unter diesen Umst�nden kann offen bleiben, ob der letztinstanzlich aufgelegte Bericht des PD Dr. med. L.________ vom 8. Februar 2011 ein unzul�ssiges Novum im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG darstellte.
Die Gerichtskosten werden der SUVA als unterliegender Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 18. Januar 2012 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 5. November 2010 aufgehoben werden und die Sache an diese zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der E. 2, �ber den Anspruch auf Pflegeleistungen und Kostenverg�tungen sowie Taggeld neu verf�ge.