Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VGH%20N%201/93
Timestamp: 2019-06-16 17:58:47
Document Index: 255401718

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 83', 'Art. 49', 'Art. 20', 'Art. 74', 'Art. 20', 'Art. 23', 'Art. 28', 'Art. 1', 'Art. 77', '§ 73', '§ 78', '§ 73', '§ 73', '§ 78']

VerfGH Rheinland-Pfalz, 18.04.1994 - VGH N 1/93, VGH N 2/93 - dejure.org
VerfGH Rheinland-Pfalz, 18.04.1994 - VGH N 1/93, VGH N 2/93
https://dejure.org/1994,4219
VerfGH Rheinland-Pfalz, 18.04.1994 - VGH N 1/93, VGH N 2/93 (https://dejure.org/1994,4219)
VerfGH Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 18.04.1994 - VGH N 1/93, VGH N 2/93 (https://dejure.org/1994,4219)
VerfGH Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 18. April 1994 - VGH N 1/93, VGH N 2/93 (https://dejure.org/1994,4219)
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Verfassungsmäßigkeit des Personalvertretungsgesetzes Rheinland-Pfalz vom 8. Dezember 1992 (PersVG,RP); Zulässigkeit einer Allzuständigkeit der Personalvertretung; Beschränktes Letztentscheidungsrecht der Einigungsstelle; Personalvertretungsrechtliche Gleichheit als Prinzip der Verteilung der staatlichen und kommunalen Organisationsgewalt; Befugnis des Personalrats zur Verhinderung der Entlassung eines im Status eines Widerrufsbeamten oder Probebeamten befindlichen Personalratsmitglieds durch Zustimmungsverweigerung; Mitvereinbarungskompetenz der Spitzenorganisationen der Gewerkschaften; Ausdehnung des betriebsverfassungsrechtlichen Modells der wirtschaftlichen Mitbestimmung auf den Bereich der Wirtschaftsunternehmen der öffentlichen Hand; Alleiniges Vorschlagsrecht des Personalrats für die Wahl der Beschäftigten in den mitbestimmten Gremien; Ordnungsmäßigkeit des Gesetzgebungsverfahrens im Hinblick auf seine Dauer und die Art und Weise seiner Durchführung; Verfassungsrechtliche Absicherung der personalvertretungsrechtlichen Mitbestimmung; Wehrfähige Befugnisse einer Gemeinde bzw. eines Gemeindeverbands im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens
NVwZ-RR 1994, 665
Unter Rechten in diesem Sinne sind nur solche zu verstehen, die sich aus dem Wesen und der Aufgabe der Körperschaft ergeben, die also zu ihrem spezifisch hoheitlichen Aufgabenbereich gehören (vgl. VerfGH RP, Urteil vom 14. November 1966 - VGH 5/66 -, AS 3, 19 [20]; Urteil vom 8. Februar 1971 - VGH 10/70 -, AS 12, 256 [257]; Urteil vom 18. April 1994 - VGH N 1/93 u.a. -, AS 24, 321 [332 f.]).
- VGH N 1/93 u.a. -, AS 24, 321 [333]; vgl. ferner BVerfG, Beschluss vom 7. Oktober 1980 - 2 BvR 584/76 u.a. -, BVerfGE 56, 298 [310]; VerfGH NRW, Urteil vom 15. September 1986 - 17/85 -, OVGE 39, 292 [293]).
Das in Art. 1 Satz 2 SächsVerf verankerte Rechtsstaatsprinzip wie auch das Demokratieprinzip (Art. 3 Abs. 1 SächsVerf) verpflichten staatliche Organe auf eine effiziente, das heißt möglichst optimale Verwirklichung des Rechtsund Sachauftrages der Verwaltung in der zeitlichen, finanziellen und quantitativen Dimension (vgl. BVerfGE 93, 37 [74]; Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. April 1994 - VGH N 1/93 und 2/93, PersR 1994, S. 269 [274 f.]).
Aus Art. 83 Abs. 2 SächsVerf leitet sich ein Verfassungsvorbehalt zugunsten der Regierung ab, aus dem sich ergibt, dass der Staatsregierung bei der Einrichtung der Behörden die Organisationsgewalt und ein Letztentscheidungsrecht im Kernbereich exekutiver Aufgaben gesichert bleiben muss, die nach Art und Umfang dem verfassungsrechtlichen Gewicht ihrer Zuständigkeit entspricht und daher der Regelungsbefugnis des Gesetzgebers entzogen ist (vgl. auch BVerfGE 9, 268 [281 f.]; Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. April 1994, VGH N 1/93 und 2/93, in: PersR 1994, S. 269 [272]; E.-W. Böckenförde, Die Organisationsgewalt im Bereich der Regierung, S. 106 f.;… Schmidt-Assmann, Parlamentarische Steuerung und Organisationsgewalt, in: Festschrift für Ipsen, S. 333 [350 f.]).
Beteiligungsrechte eines Vertretungsorgans berühren die Organisations- und Leitungsgewalt der Regierung jedenfalls dann, wenn die endgültige Entscheidung der der Beteiligung unterliegenden Angelegenheit einer unabhängigen, paritätisch aus Vertretern der Beschäftigten und der Dienststelle besetzten Einrichtung übertragen wird (vgl. Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. April 1994, VGH N 1/93 und 2/93, in: PersR 1994, S. 269 [272]).
Wenn danach in einzelnen Angelegenheiten ein qualifiziertes Beteiligungsrecht erforderlich ist, führt dies - anders als ein auf dem Prinzip der Allzuständigkeit beruhendes Mitbestimmungsrecht des Vertretungsorgans im engen Sinne (vgl. Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. April 1994, VGH N 1/93 und 2/93, in: PersR 1994, S. 269 [279]) - nicht zu einer verfassungsrechtlich zu beanstandenden Verschiebung dieses formellen Verteilungsprinzips.
Ihm sind auch insoweit Grenzen bei der Ausgestaltung des Mitbestimmungsrechts gesetzt, die allerdings nicht weiter reichen als diejenigen, die sich unmittelbar aus dem Demokratieprinzip im staatlichen Bereich ergeben (vgl. Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. April 1994, VGH N 1/93 und 2/93, in: PersR 1994, S. 269 [275]).
Kommunale Gebietskörperschaften können sich daher im Wesentlichen auf die in Art. 49 Abs. 1 bis Abs. 3 LV verankerte Selbstverwaltungsgarantie und das zum Rechtsstaatsprinzip zählende Willkürverbot (vgl. VerfGH RP, Urteil vom 8. Mai 1985 - VGH 2/84 -, AS 19, 339 [340]) berufen, sowie auf solche Vorschriften, die ihrem Inhalt nach geeignet sind, das verfassungsrechtliche Bild der Selbstverwaltung mitzubestimmen (VerfGH RP, Urteil vom 18. April 1994 - VGH N 1/93 u.a. -, AS 24, 321 [333]; vgl. ferner BVerfG, Beschluss vom 7. Oktober 1980 - 2 BvR 584/76 u.a. -, BVerfGE 56, 298 [310]; VerfGH NRW, Urteil vom 15. September 1986 - 17/85 -, OVGE 39, 292 [293]).
Diese ergeben sich - zum einen - aus dem Verfassungsrecht, insbesondere dem Demokratieprinzip (Art. 20 Abs. 1 Grundgesetz - GG -, Art. 74 Abs. 1 Verfassung für Rheinland-Pfalz - LV -) und der daraus folgenden Notwendigkeit hinreichender demokratischer Legitimation staatlichen Handelns und dem Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 3, Art. 23 Abs. 1 Satz 1, Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG; Art. 1 Abs. 4, Art. 77 Abs. 2 LV), sowie - zum anderen - aus dem systematischen Zusammenhang der Mitbestimmungsvorschriften des Landespersonalvertretungsgesetzes selbst (§ 73 Abs. 1, §§ 78 bis 80 LPersVG) (zum Ganzen vgl. BVerfG…, Beschl. vom 24.05.1995 - 2 BvF 1/92 -, Rn. 144, 154 ff., juris; VerfGH RP, Urt. vom 22.02.2008 - VGH N 1/93 -, in AS 24, 321 [357 f.]; BVerwG…, Beschl. vom 17.07.1987 - 6 P 13/85 -, Rn. 21, juris).
Das dem Personalrat zustehende umfassende Mitbestimmungsrecht unterliegt vielmehr rechtlichen Einschränkungen, die sich teils aus der verfassungsrechtlichen Verantwortungs-grenze zwischen Personalvertretung und Dienststelle mit Blick auf eine hinreichende demokratische Legitimation ergeben (vgl. VerfGH RP, Urteil vom 18.4.1994 - VGH N 1/93 u.a. -, AS 24, 321, 357 f.; BVerfG…, Beschluss vom 24.5.1995 - 2 BvF 1/92 -, BVerfGE 93, 37 und juris, Rn. 144, 154 ff.), teils aber auch aus dem systematischen Zusammenhang der Mitbestimmungsvorschriften des rheinland-pfälzischen Personalvertretungsgesetzes selbst ergeben (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 17.7.1987 - 6 P 13/85 -, PersV 1989, 315 und juris, Rn. 21; OVG RP…, Urteil vom 22.2.2008 - 5 A 11127/07 -, PersR 2008, 218 und juris, Rn. 28; OVG Bremen…, Beschluss vom 17.1.2007 - P A 1/06.PVL -, ZfPR 2007, 114 und juris, Rn. 67;… Helmes/Jacobi/Küssner, Personalvertretungsgesetz für Rheinland-Pfalz, § 73 Rn. 9).
Abgesehen davon, dass dies weder Wortlaut noch Systematik insbesondere von § 73 Abs. 1 und § 78 Abs. 1 LPersVG entnommen werden kann, ergeben sich für ein derart erweitertes Verständnis Bedenken hinsichtlich der vom Verfassungsgerichtshof Rheinland Pfalz eingeforderten verfassungsrechtlichen Verantwortungsgrenze zwischen Personalvertretung und Dienststelle (vgl. Urteil vom 18.4.1994 - VGH N 1/93 u.a. -, a.aO.).
VG Mainz, 27.06.1994 - 5 K 5057/93
Einladung eines Personalratsmitglieds zu allen Vorstellungs- und …
OVG Rheinland-Pfalz, 07.03.1995 - 5 A 13107/94
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