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Timestamp: 2020-01-25 13:45:42
Document Index: 71823914

Matched Legal Cases: ['§151', '§ 38', '§309', '§ 115', '§158', '§ 2', '§ 38', '§ 158', '§158', '§158', '§150', '§309', '§ 38', '§38', '§38']

Der Privatier und die Agentur für Arbeit | Der Privatier
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Kap. 9.1: Die moralische Frage →
Der Privatier Veröffentlicht am 5.Jun.2014 von Privatier 28.Jan.2015
Meinen allerersten Kontakt zur Agentur für Arbeit hatte ich schon im Vorfeld, noch während meiner Berufstätigkeit im Zuge der Verhandlungen über meinen Aufhebungsvertrag. Wobei der „Kontakt“ zunächst noch nicht real war, sondern erst einmal nur gedanklich.
Und gedanklich war mir schon recht bald klar, dass es drei große Themenbereiche geben würde, mit denen ich mich auseinander zu setzen hätte:
War es überhaupt vertretbar, die Leistungen der Agentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen?
Wie hoch würde der Anspruch sein? Für welchen Zeitraum? Würde es Abstriche (Sperren / Ruhezeiten) geben?
Wie würde die Vermittlung der Agentur aussehen? Wie würde ich mich bei Arbeitsangeboten verhalten (müssen)?
In den folgenden Beiträgen werde ich versuchen, für diese Fragen eine Antwort zu geben.
9.1 Die moralische Frage
Die Frage, ob ich mich denn überhaupt bei der Agentur melden würde, kam schon recht früh. Nämlich bei der Berechnung meiner Abfindung.
Das Berechnungsmodell meines ehemaligen Arbeitgebers ging grob davon aus, dass ein Mitarbeiter auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ein Einkommen in Höhe von 85% des letzten Nettoeinkommens haben sollte. Dabei stockt dann die Firma während einer Arbeitslosigkeit das Arbeitslosengeld um den Betrag auf, der bis zu der Höhe von 85% fehlt.
In Zeiten, in denen kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, übernimmt dann die Firma eben die vollen 85%.
Im Klartext: Der Bezug des Arbeitslosengeldes war in der Berechnung meiner Abfindung schon eingerechnet. Wenn ich mich also gar nicht melden würde, würde mir ein beachtlicher Teil für meinen Lebensunterhalt fehlen.
Aber das heißt ja nicht automatisch, dass ich mich nun wohl gefühlt hätte, bei dem Gedanken, zum Arbeitsamt zu gehen und mich arbeitslos zu melden.
Allerdings – ganz ehrlich – waren da schon zwei Gründe, die das Unwohlsein hervorgerufen haben. Da waren zunächst die Skrupel, ob es moralisch vertretbar sei, erst selber einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, um sich dann arbeitslos zu melden ohne wirklich eine Arbeit zu suchen. Konnte ich das vor mir selber vertreten?
Aber da war natürlich auch die Vorstellung von den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit, Bewerbungsschreiben, womöglich Vorstellungsgespräche. Eine furchtbare Vorstellung.
Aber soweit würde es ja gar nicht kommen, wenn ich mich gar nicht melden würde. Andererseits würde mir da schon eine ganze Stange Geld fehlen. Bei 18 Monaten Anspruch, von denen ich mal grob 3 abgezogen habe für eine Sperrfrist, blieben dann immer noch 15 Monate mit geschätzten ca. 2.000 Euro ALG I. Macht zusammen immerhin ca. 30.000 Euro. Da konnte ich nicht einfach drauf verzichten.
Aber wäre es auch moralisch vertretbar?
Nun – auch für diese Frage ist es hilfreich, sich nicht an Stammtisch-Parolen zu orientieren, sondern sich ein bisschen eingehender mit der Materie zu befassen. Und daher werde ich im nächsten Beitrag „die moralische Frage“ dann einmal genauer betrachten.
Kap. 9.1: Die moralische Frage Kap. 9.3: Der richtige Zeitpunkt Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmelden Kap. 9.2: Selbständigkeit
Veröffentlicht unter Kap. 9 - Agentur für Arbeit	Verschlagwortet mit Abfindung,Agentur für Arbeit,Anspruch,Arbeitsamt,Arbeitsangebot,Arbeitslosengeld,Aufhebungsvertrag,Aufhören zu arbeiten,Bewerbungen,Leistungen,Moral,Moralische Frage,Nettoeinkommen,Privatier,Ruhezeit,Sperrfrist,Sperrzeit,Vermittlung,Vorstellungsgespräch	permalink
Kap. 9: Agentur für Arbeit — 233 Kommentare
Georg sagte am 6.Jun.2014 um 15:39 :
Sorry, aber die Antwort ist relativ einfach (finde ich):
Wenn du in die Kasse einbezahlt hast, hast du nach bestimmten Vorraussetzungen Anspruch auf ALG. Wenn der Gesetzgeber eine Sperrfrsit von drei Monaten vorsieht ist es moralisch ok, danach das ALG auch anzunehmen!
Es gibt noch einen weiteren Punkt, der dabei Beachtung finden sollte: Krankenversicherungsschutz und Rentenlücken.
Privatier sagte am 7.Jun.2014 um 17:50 :
Danke für Deine Meinung und die klare und eindeutige Antwort!
Und vielleicht komme ich ja im nächsten Beitrag mit meinen Überlegungen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis. Aber ich möchte den Lesern hier ja nicht nur kurze und knappe Ergebnisse präsentieren, sondern sie auch an meinen Gedanken, an evtl. Zweifeln und weiteren Überlegungen teilhaben lassen. Und darum wird es eben manchmal ein bisschen länger.
In diesem Sinne, bis zum nächsten Beitrag.
heijo sagte am 16.Jan.2015 um 15:14 :
Die Entscheidung das Leben eines Privatiers zu führen kommt bei den meisten Angestellten doch nicht freiwillig. Vorher steht das unmoralische Angebot des Personalleiters doch für eine gute Abfindung das Unternehmen im Alter von 57 Jahren zu verlassen.
Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten.
1.	Ein Jahr als Privatier zu leben und dann ernsthaft auf Arbeitssuche zu gehen.
2.	Ein Jahr als Privatier zu leben und dann so tun als ob man Arbeit sucht
Das Ergebnis beider Möglichkeiten ist jedenfalls das Gleiche. In den ersten sechs Monaten wird man keinen dem vorherigen adäquaten Job mehr finden. Dann einen Job mit 2000€ Nettoeinkommen zu finden ist sicherlich auch nicht einfach.
Wer aus moralischen Gründen Möglichkeit 1 wählt und scheitert, geht das hohe Risiko einer schweren Depression und Verlust des Selbstwertgefühls ein.
Wer noch was aus seinem Leben machen möchte, hört nicht auf die Moralapostel, welche so Lebensverneinend sind und einem ein schlechtes Gewissen machen wollen. Er wählt Möglichkeit 2 und macht aus einer Krise eine Chance und damit letztendlich Lebensglück.
H-Man sagte am 17.Jan.2015 um 00:32 :
Ich denke der Bezug von ALG1 hat nichts mit Moral zu tun. Man hat über Jahre in eine Versicherung eingezahlt und nun ist der Versicherungsfall eingetreten.
Hat man eine Abfindungsvereinbarung unterschrieben, gibt es dafür eine vorgegeben Sanktion – den Entzug von Leistungen für 12 Wochen…
Also hat man nichts erschlichen oder unmoralisch herbeigeführt. Man bewegt sich konform in einem vorgegebenen System – nicht mehr nicht weniger…
rocky sagte am 30.Okt.2015 um 18:09 :
Hallo H-Man,
habe gerade den schon etwas älteren Kommentar gelesen. Da es mir aber auf der Zunge brennt noch eine kleine Ergänzung zu Deiner völlig richtigen Aussage.
Man sollte zusätzlich auch nicht vergessen, dass die Abfindungszahlung für den
Verlust des Arbeitsplatzes auch versteuert werden muß. Auf Lottogewinne und
Gewinne in Fernsehshows trifft dies nicht zu. Gerecht?????
UlliStein sagte am 29.Jul.2015 um 17:15 :
Vielen Dank für die vielen informativen Texte und Anregungen!
Eine Anmerkung dazu:
Wer mit 57 in die Arbeitslosigkeit geht, sollte sich überlegen, ob er sich erst mit 58 meldet; dann hat er Ansprung auf 24 statt 18 Monate Arbeitslosengeld. Also: Erst mal abwarten bis zum 58. Geburtstag und dann zum Amt gehen.
Diesen Tipp gab mir ein JobCenter-Mitarbeiter während der vom Betriebsrat organisierten Beratungstage.
Privatier sagte am 29.Jul.2015 um 17:57 :
Vielen Dank für die Anmerkung! Da hat der Mitarbeiter des JobCenters einen guten Rat gegeben, denn leider hört man oft man von Betriebsräten und Personalabteilungen, man sei verpflichtet(!), sich sofort bei der Agentur zu melden. Das ist ziemlicher Blödsinn!
Verpflichtet ist man nur dann, wenn man lückenlos ALG beziehen will. Aber das muss ja gar nicht sein.
Wir haben das Thema hier allerdings schon sehr ausführlich im Rahmen des Beitrages „Dispositionsjahr“ diskutiert. Aber das ist kein Problem. Besser man weist einmal zu viel darauf hin, als zu wenig. Daher: Danke für den Hinweis.
Karin Böttcher sagte am 9.Sep.2015 um 19:49 :
Ich bin jetzt 57 und erhalte zum Jahresende eine betriebsbedingte Kündigung.
Heißt dass, wenn ich ALG für 2 Jahre in Anspruch nehmen kann, melde ich mich erst , wenn ich nächstes Jahr 58 bin, beim Arbeitsamt? Geht nicht diese Kombination ab 01.01.16 arbeitslos melden um die Höhe des ALG festlegen zu lassen und am 02.01.16 abmelden und dann erst , wenn ich 58 bin, wieder anmelden?
Oder wird gleichzeitig mit arbeitslos melden die Dauer der Zahlung, also mit 57 für 18 Monate damit festgelegt, auch wenn ich mich erst mit 58 wieder arbeitslos melde?
Privatier sagte am 10.Sep.2015 um 10:09 :
Einen Anspruch auf 2 Jahre ALG haben Sie erst, wenn Sie sich im Alter von 58 Jahren (oder später) arbeitslos melden.
Melden Sie sich vorher (und sei es auch nur für einen Tag!), wird Ihr Anspruch anhand der dann geltenden Bedingungen geprüft. Sind Sie an dem Tag erst 57 Jahre, haben Sie nur auf 18 Monate Anspruch.
Ein einmal festgestellter Anspruch wird NICHT angepasst, wenn man sich zwischendurch ab- und wieder anmeldet.
Also, Ihr letzter Satz ist richtig:
Gleichzeitig mit der Arbeitslos-Meldung wird die Dauer der Zahlung, also mit 57 Jahren für 18 Monate, damit festgelegt, auch wenn man sich erst mit 58 wieder arbeitslos meldet. Genau so ist es.
Heiko Mechnig sagte am 20.Jun.2016 um 11:26 :
Ich habe zum 31.03.2017 einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt bin ich 57 Jahre alt. Ich werde im Juni 2017 58 Jahre alt. Ich muss mich also Ende Dezember 2016 arbeitssuchend melden. Aus steuerlichen Gründen und eben aus Altersgründen möchte ich mich frühestens zum 01.01.2018 arbeitslos melden um 24 Monate ALG zu beziehen. Ist dies die sinnvollste Lösung bzw. muss ich bei der Arbeitsagentur noch etwas beachten?
Privatier sagte am 20.Jun.2016 um 13:23 :
Zunächst einmal gilt: Wer keine Arbeit sucht, muss sich auch nicht arbeitsuchend melden! Wäre ja auch irgendwie unlogisch, oder? Aber ansonsten kann man das durchaus so machen.
Mit den Superlativen („sinnvollste“ Lösung) habe ich immer so meine Probleme… Es wäre sicher auch immer einmal zu überlegen, ob es Sinn macht, ein komplettes Jahr (Dispojahr) kein ALG zu beziehen?! Damit könnten evtl. Sperr- und Ruhezeiten vermieden werden. Aber dazu bitte dann vorher die Details im entsprechenden Beitrag lesen!
Mediator sagte am 1.Jul.2016 um 16:02 :
Zunächst einmal vielen Dank für diesen Blog und das Buch. Diese Informationen haben mir bei meiner Entscheidung, vor drei Jahren aus meinem Angestelltenverhältnis auszuscheiden, sehr geholfen.
Kurz ein Hinweis zur Arbeitslos-Meldung und anschließender Selbständigkeit. Hier kann eine Falle lauern.
Mein Fall: mit 57 Jahren arbeitslos gemeldet und für ca. 3 Wochen ALG I bezogen (auch ich konnte die erste Zahlung nicht mehr rechtzeitig „stoppen“ – aber Dank Rürup ist kein Steuerverlust entstanden). Festgestellt wurden: 18 Monate, Höchstbetrag des ALG I. Darauf aufbauend: genehmigter Antrag auf Gründungszuschuß (= 6 Monate Zahlung des ALG I). Nach meinem damaligen Verständnis hätte ich also eigentlich noch 12 Monate Restanspruch auf ALG I gehabt und den innerhalb von 4 Jahren wieder aufleben lassen können.
Aber: zusammen mit der Selbständigkeit habe ich mich für die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige eintragen lassen.
Jetzt, nach über 2 Jahren Selbständigkeit ist folgende Situation entstanden: nach Aufgabe der Selbständigkeit und erneuter Meldung in die Arbeitslosigkeit (jetzt bin ich über 58) habe ich zwar aus dem vorherigen Anspruch und dem neuen Anspruch eine Anspruchsdauer von insgesamt 24 Monaten, ABER jetzt nur noch einen Anspruch aus einem „fiktiven Gehalt“ für Selbständige. Das führt bei mir als Akademiker (es gibt bei der Berechnung des „fiktiven Gehaltes“ vier Ausbildungsklassen) dazu, daß mein monatliches Arbeitslosengeld auf etwa 2/3 des ursprünglichen Betrages zusammengeschmolzen ist.
Fazit: der ursprüngliche festgestellte Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt zwar vier Jahre lang erhalten, aber nur, wenn in dieser Zeit kein neuer Anspruch auf Arbeitslosengeld entstanden ist. Durch die freiwillige Versicherung für Selbständige über 2 Jahre hinweg ist dieser neue Anspruch entstanden, mit der Folge, daß sich der ursprüngliche Zahlungsbetrag verringert.
Vielleicht hilft dieser Hinweis dem einen oder anderen bei seiner Planung.
Privatier sagte am 1.Jul.2016 um 19:13 :
Hallo Mediator,
recht herzlichen Dank für die Schilderung Deiner Erfahrungen! Ich denke, dies ist ein wichtiger Hinweis und kann sicher manch einem Leser eine Warnung sein.
Ich möchte allerdings noch eine Kleinigkeit ergänzen:
Die Höhe des alten Anspruches geht nämlich nicht grundsätzlich verloren, sondern es müssen zwei Dinge zusammen kommen:
a) Es muss ein neuer Anspruch entstanden sein und
b) es müssen zwei Jahre seit dem letzten ALG1 Bezug vergangen sein.
Ist der Zeitraum nämlich kürzer als zwei Jahre, bleibt es bei der alten Anspruchshöhe. Dies ist im §151 SGB III Nr. 4 festgelegt.
Mediator sagte am 4.Jul.2016 um 15:05 :
>Ist der Zeitraum nämlich kürzer als zwei Jahre,
>bleibt es bei der alten Anspruchshöhe.
… ja, das hat mir heute der Sachbearbeiter von der Agentur am Telefon auch noch einmal bestätigt.
ABER er hat mir auch dazu noch eine weitere Information gegeben: Wenn ich mich am Ende der 2-Jahresfrist auch nur für einen Tag zwischendurch arbeitslos gemeldet hätte, dann wäre jetzt (nach Ablauf der zwei Jahre aber vor Ende der 4-Jahresfrist) die Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes nach dem alten Anspruch erfolg.
Privatier sagte am 4.Jul.2016 um 18:12 :
Eine SEHR interessante Ergänzung! Habe ich so noch nie betrachtet, aber macht Sinn!
Wenn man sich z.B. nach einem Jahr Selbständigkeit für kurze Zeit arbeitslos meldet, ist (aufgrund der freiwilligen ALV) ein neuer Anspruch entstanden. Der alte erlischt.
Der neue Anspruch wäre von der Höhe her u.U. geringer, damit greift der Bestandschutz, d.h. ALG1 wird in der alten Höhe bewilligt. Dies ist dann ein neuer Anspruch, der wiederum 4 Jahre Bestand hat.
So ist jedenfalls meine Erklärung für die Aussage der Agentur.
Man sollte einfach viel öfter mal mit den Ämtern und Behörden reden. Oftmals erfährt man hier sehr wichtige Informationen!
P.S.: Noch viel einfacher wäre es wohl gewesen, die freiwillige ALV für Selbständige gar nicht erst abzuschließen. Dann wäre kein neuer Anspruch entstanden und der alte hätte immer noch (innerhalb 4 Jahre) Bestand.
rocky sagte am 28.Okt.2015 um 12:17 :
ich bin Leser Ihres Buches und als Versicherungsfachwirt erstaunt
über Ihre sehr guten Kentnisse in allen Bereichen!
Nun meine Frage: Mein Arbeitsverhältnis endet am 01.03.2016.
Da ich im Juni meinen 50. Geburtstag begehe, möchte ich mich erst ab Juni arbeitslos melden, um die längere Bezugszeit für ALG 1
zu erhalten. Worauf ist zu achten?
Privatier sagte am 29.Okt.2015 um 09:33 :
wenn Sie mein Buch gelesen haben, dann wissen Sie ja schon alles! 😉
Insofern fällt es mir schwer, noch etwas zu ergänzen. Vielleicht noch die Frage nach der Arbeitsuchend-Meldung? Vor allen Dingen nach dem Zeitpunkt.
Aber das hängt dann eben auch davon ab, wie die Zukunftsplanung denn aussieht?
Wenn ein neuer Job gesucht werden soll, würde ich mich wohl intensiv (also ab sofort) und auch unter Einschaltung aller Mittel (inkl. Arbeitsagentur) auf die Suche machen. Wenn Sie aber andere Pläne haben, kann die Arbeitsuchend-Meldung auch eher störend sein. Dann also eher später.
Die Frage ist immer, was denn Pflicht ist. Die Meinungen sind da etwas geteilt (auch bei den Agenturen). Meine Auffassung zur dieser Frage habe ich neulich in einem Kommentar erläutert:
https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/#comment-4609
Dabei geht es zwar eigentlich um das Dispositionsjahr, aber im Prinzip gilt die Fragestellung und die Antwort nach jeder Phase, in der man nicht bei der Agentur gemeldet ist.
Naja – und den Rest kennen Sie ja sicher:
* Krankenversicherung selber zahlen
* evtl. auch in die Rentenkasse einzahlen? Beratung!
rocky sagte am 29.Okt.2015 um 11:03 :
Vielen Dank für die Antwort! Ich sollte mich vielleicht deutlicher ausdrücken:muss ich mich arbeitsuchend melden,wenn ich mich erst nach meinem 50. Geburtstag arbeitslos melden möchte, bzw. hat dies
Sanktionen zur Folge?
rocky sagte am 29.Okt.2015 um 11:17 :
noch ergänzend: Mein Plan sieht folgendermaßen aus: ab 01.04.2016(Arbeitsende)
Eigenfinanzierung bis Juni(Geburtstag 50.)danach arbeitslos melden
bis 31.12.2016. Danach Abmeldung ALG 1 und auszahlung der sechstelligen Abfindung
2017.Eigenfinanzierung im Jahr 2017.Im Jahr 2018 wieder arbeitslos melden mit
restlichen Anspruch. Da ich zumindest bereits 50.Entgeltpunkte in der GRV
und eine zusätzliche Betriebsrente gesammelt habe, kann ich noch nicht entgültig ob ich nochmals Vollzeit arbeiten werde..evtl. TeiSzeit oder Minijob. Selbstverständlich sind ausser der Abfindung noch Sparreserven vorhanden. Im Vordergrund steht bei mir also die Maximierung der Steuerentlastung! Danke für Ihre geschätzte Antwort!
Privatier sagte am 29.Okt.2015 um 15:14 :
der Plan sieht (soweit ich das erkennen kann) vernünftig aus.
Bei der Rente bitte aber nicht nur auf die Entgeltpunkte achten, sondern auch die Anzahl der Beitragsjahre. Zumindest dann, wenn Sie die vorzeitige Rente für langjährig Versicherte (ab 63 Jahren mit Abschlag) in Anspruch nehmen wollen.
Zur Frage der Arbeitsuchend-Meldung verweise ich noch einmal auf meinen Kommentar mit den entsprechenden Paragraphen des SGB.
Wie gesagt: Die Auffassungen sind da geteilt. Ich bin der Meinung, eine Arbeitsuchend-Meldung ist erst kurzfristig vor der Arbeitslosmeldung (oder auch gemeinsam) erforderlich. Wenn Sie ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, müssten Sie sich 3 Monate vorher melden. Sanktion für verspätetes Melden beträgt nach meiner Erinnerung eine Woche Sperre.
carstenhh sagte am 29.Okt.2015 um 15:14 :
Hallo Rocky… ich denke nicht das Du mit Deiner Idee auf eine Bezugsdauer
von 18 Monaten kommst .
Wenn Du aber im Juni 50 wirst, und doch recht hohe Abfindung bekommst
sollte Dein AG doch auch willens sein Dich bis Ende Juni zu beschäftigen.
(Abfindung – 2 gross Gehälter) zu Meldung arbeitssuchend :::
§ 38 Sozialgesetzbuch III – Rechte und Pflichten der Ausbildungs- und Arbeitsuchenden::
Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen.
Also in Deinem Fall 1.Feb 16
Privatier sagte am 29.Okt.2015 um 17:00 :
„…ich denke nicht das Du mit Deiner Idee auf eine Bezugsdauer
von 18 Monaten kommst.“
Nee – das denke ich auch nicht! Aber 15 Monate wäre ja auch schon gut, oder?
Denn, wer unter 50 Jahre alt ist, hat einen Anspruch auf 12 Monate, über 50 Jahre dann 15 Monate.
Ab 55 Jahre sind es 18 Monate und ab 58 Jahre 24 Monate.
Zur Arbeitsuchend-Meldung bitte noch einmal meinen Kommentar (=> hier) nachlesen.
rocky sagte am 30.Okt.2015 um 17:26 :
laut meiner Information ist die Meldung beim Arbeitsamt entscheidend und nicht die Beendigung des Arbeitsverhältnises, um in meinem Falle die 3 Monate längere Leistungszeit zu erhalten.
Von 18 Monaten habe ich nicht geschrieben, sind ja dann nur 15 Monate.
Was die Themen GRV/ Riester/ Rürup/ KV angeht hoffe ich auch mal helfen zu können, sind mein Fachgebiet. Noch eine Frage: Ich denke ich habe vor kurzem gelesen, dass es jetzt amtlich ist die Abfindungszahlung ins gewünscht Jahr zu übertragen, ohne noch auf einen zeitlichen Zusammenhang achten zu müssen.
Muss ich mir also wegen der 9Monate Sorgen machen?
Privatier sagte am 30.Okt.2015 um 19:02 :
Richtig: Der Zeitpunkt des Antrages auf ALG1 entscheidet über die Höhe des Anspruches.
Was die 9 Monate Differenz angeht, kenne ich nur Urteile, die ganz klar sagen, dass eine Verschiebung der Abfindungszahlung ins Folgejahr zulässig ist. Ich kenne kein einziges, wo dies aufgrund einer zu langen Zeitspanne abgelehnt wurde. Es gibt allerdings Sonderfälle, in denen z.B. ein AN einen ursprünglich per Sozialplan o.ä. festgelegten Termin ins Folgejahr verschoben hat. Hier wurde dann argumentiert, dass der AN dies nur veranlassen kann, wenn er auch über die Summe „verfügen“ kann. „Verfügen“ kann man aber nur über etwas, was einem bereits zugeflossen ist. Und „Zufluss“ = „Veranlagungsjahr“.
Kurz gesagt: Wenn der Zahlungstermin vor vorneherein im Aufhebungsvertrag so vereinbart worden ist, würde ich mir keine Sorgen machen.
rocky sagte am 2.Nov.2015 um 08:04 :
im Aufhebungsvertrag steht, dass die Auszahlung im Folgemonat nach
Beendigung des Arbeitsverhältnises ausgezahlt wird, auf Wunsch des Mitarbeiters die Zahlung aber ins nächste Kalenderjahr verschoben werden kann!
Privatier sagte am 2.Nov.2015 um 10:45 :
an dieser Stelle geht es mir zu sehr in juristische Details, die ich einfach nicht beurteilen kann (und möchte). Bevor ich etwas Falsches erzähle, würde ich hier ggfs. den Rat eines spezialisierten Anwaltes oder Steuerberaters in Anspruch nehmen.
Oder auch noch einmal die Alternative prüfen, wenn die Abfindung direkt ausgezahlt wird.
demoli sagte am 1.Nov.2015 um 09:29 :
vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen….
ich habe ja zum 30.12.15 einen aufhebungsvertrag unterschrieben…
bin jetzt steuerklasse 3…..werde mein dispojahr vom 31.12.15-30.12.16 wahrnehmen…..ab februar 16 wird meine frau in stk 3 wechseln damit ich im januar die abfindung noch in stk 3 ausgezahlt bekomme…..
wie wird mein arbeitslosengeld ab 31.12.16 berechnet ???
geht man nach meinem letzten bruttoverdienst oder nach dem netto ??
hat meine jetzige stk einen vorteil bei der berechnung, oder ist es egal ??
Privatier sagte am 1.Nov.2015 um 11:21 :
Hallo demoli,
für die Berechnung der ALG1-Höhe spielen eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle. Ausgangspunkt ist zwar immer das Brutto-Gehalt, aber Steuerklasse und andere Dinge werden mit berücksichtigt. Am Ende ergibt sich ein pauschaliertes Netto-Entgelt. Kann man aber auch einmal selber (grob) ausrechnen mit einem ALG1-Rechner, den die Agentur zur Verfügung stellt.
Viel wichtiger finde ich es allerdings, rechtzeitig SELBER aktiv zu werden und den Arbeitgeber darum bitten, dass er die Abfindung im Januar nicht mit Steuerklasse 6 versteuert! Bitte dazu unbedingt einmal meinen Beitrag (und die Kommentare!!) „Abfindung mit Steuerklasse 6 versteuern?“ lesen.
Hardy sagte am 1.Nov.2015 um 12:54 :
Ich habe dazu Folgendes gefunden:
„Ein Ehepaar sollte im Hinblick auf das Arbeitslosengeld I folgende Steuerklassenkombination ins Auge fassen:
Der arbeitslose Ehepartner bekommt oder behält die Steuerklasse III. Dadurch erhält er ein höheres Arbeitslosengeld I. Der arbeitende Ehepartner arbeitet auf Steuerklasse V.
Die Steuerklasse V führt zunächst zu einem höheren Steuerabzug. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erhält das Ehepaar aber die zu viel einbehaltenen Steuerabzugsbeträge der Steuerklasse V erstattet. Und das nach Steuerklasse III berechnete Arbeitslosengeld I bleibt unangetastet. Je höher der frühere Bruttoarbeitslohn des Arbeitslosen war, umso höher der finanzielle Vorteil.“
Der ALG-Rechner zeigt Dir den Unterschied.
So, wie ich es sehe, ist dabei auch noch zu beachten, dass man nur einmal im Jahr die Steuerklasse wechseln darf. Wenn Du also im Februar 2016 nach V wechselst, kannst Du in 2016 nicht mehr zurück nach III. Die Arbeitsagentur wird einen Wechsel in 2017 dann nicht mehr zulassen, weil es zu einem höheren ALG führt. Es wäre also günstiger, alles zu belassen und den höheren Steuerabzug bei Deiner Frau über die Einkommensteuererklärung zurückzuholen.
Wie gesagt, das ist meine persönliche Einschätzung. Bitte selbst noch mal sorgfältig überprüfen.
demoli sagte am 2.Nov.2015 um 10:10 :
das meine abfindung nicht mit stk 6 ausgezahlt wird, ist mit meinem arbeitgeber geklärt…..
habe mal den arbeitslosengeldrechner bemüht und ich würde ca 560 euro mehr arblosengeld bekommen in stk 3 als in 5……
meine frau würde aber 800 euro netto weniger bekommen in 5 als in 3…
mir ist noch nicht ganz klar wo der mehrwert liegt ???
wird sie bei der einkommenssteuererklärung anders besteuert ??
Privatier sagte am 2.Nov.2015 um 10:50 :
Der Mehrwert liegt einfach darin, dass der höhere ALG1-Anspruch so bestehen bleibt, die höhere Steuer Deiner Frau aber bei der EkSt-Erklärung (voraussichtlich) wieder zurück erstattet wird.
Ganz genau und sicherer als hier kann das aber nur ein Steuerberater ausrechnen oder Du selber, wenn Du alle Daten komplett in ein Steuerprogramm oder in die kostenlose Elster-Software eingibst.
demoli sagte am 2.Nov.2015 um 10:49 :
habs mal durch den wiso steuerrechner gejagt…..
wahnsinn !!!! die steuerersparnis beträgt knapp 7000 euro cash für 2017, wenn ich in stk 3 bleibe…ist zwar für meine frau hart, wenn sie noch 2 jahre in 5 bleiben muss, aber für den mehrwert lohnt sich das !!!
danke nochmal das mir die augen geöffnet wurden….hätte sonst einen riesen fehler begangen, wenn ich nächstes jahr in 5 gegangen wäre…..mir war nicht ganz klar wie sich das auswirkt, aber jetzt hab ich es verstanden…..danke, danke, danke….und vor allem danke das es diese seite gibt……habe viel gelernt und dadurch meinen ausstieg optimieren können….
luggi sagte am 28.Dez.2015 um 11:27 :
Ich hätte da noch eine Frage zur Steuerklassenwahl. Ausgeschieden bin ich im Februar 2015 und befinde mich im Dispositionsjahr. Ich habe vor mich im Feb. 2016 arbeitslos zu melden. Welche Steuerklasse wird zugrunde gelegt? Meine Frau und ich hatten immer III/V haben dann im April auf V/III gewechselt und ich habe jetzt zum 1.1.2016 wieder auf III/V gewechselt. War dieser Steuerklassenwechsel eventuell ein Fehler? Nach meinen Recherchen wird die Steuerklasse des 1.1. berücksichtigt und erst bei Anmeldung der Arbeitslosigkeit ist das Arbeitsamt zustimmungspflichtig. Was, wenn ich falsch liege?
Privatier sagte am 28.Dez.2015 um 13:21 :
Ich kann da kein Problem erkennen. Der arbeitslos werdende Ehepartner sollte die Steuerklasse III haben. Das ist völlig richtig. Und die Arbeitsagentur verwendet die Steuerklasse, die zu Beginn der Jahres gültig ist. Ich würde mir da mal keine Sorgen machen.
der Suchende sagte am 29.Dez.2015 um 10:18 :
mit großer Neugier habe ich hier viel gelesen und doch noch viele Fragezeichen im Gesicht. Eine für uns gerade sehr wichtige Frage ist die Veranlagung bei Ehepaaren, also gemeinsam oder getrennt.
Welche Auswirkung hat das auf die Besteuerung der Abfindung? Bei gemeinsamer Veranlagung habe wir doch letztlich keinen (oder kaum) Vorteile bei einer verschobenen Auszahlung, weil dann wieder das Einkommen des Arbeitenden mitgerechnet wird?
Privatier sagte am 29.Dez.2015 um 11:13 :
Ja, das ist schon ganz richtig erkannt! Der ebenfalls verdienende Ehepartner kann die Rechnung schon ganz erheblich „stören“. Er sorgt sozusagen für ein stabiles Grundeinkommen, zu dem dann die Schwankungen durch Abfindung und Arbeitslosigkeit nur noch mehr oder wenige starke Bewegungen verursachen.
Effekt: Ein Verschieben der Abfindung wirkt nicht so stark wie es bei einem Alleinverdiener der Fall wäre. Dennoch ist es oft immer noch besser zu Verschieben, weil dann eben „nur“ noch Abfindung und Einkommen-2 zu versteuern sind, anstatt Abfindung, Einkommen-1 und Einkommen-2.
Es wäre durchaus zu überlegen, ob eine getrennte Veranlagung Sinn macht. Dies lässt sich aber nur schwer bis gar nicht prognostizieren und sollte anhand konkreter Zahlen durchgerechnet werden (Steuerberater oder selber rechnen).
Hardy sagte am 30.Dez.2015 um 07:57 :
Meine Frau arbeitet nur halbtags, da hat sich das Splitting eher positiv ausgewirkt.
Außerdem hat man bei gemeinsamer Veranlagung mehr Kapazität für die Steuersenkung mittels Rürup- / Vorsorgeaufwendungen.
Michael K sagte am 11.Jan.2016 um 20:13 :
ich habe eine Frage zur Sperrzeit bzw. Minderung der Anspruchsdauer.
Ich bin 58 Jahre alt, meine Anspruchsdauer beträgt zunächst erstmal 24 Monate.
Bei eigener Kündigung erfolgt eine Sperrzeit von 12 Wochen.
D.h., ab Woche 13 erhalte ich Leistungen.
Im Falle einer Sperre von 12 Wochen Gleichzeitig erfolgt eine Minderung der Anspruchsdauer um mindestens ein Viertel. Bei 24 Monaten sind das 6 Monate.
Meine gesamte Anspruchsdauer beträgt somit nur noch 24 – 6 = 18 Monate.
18 Monate minus Sperrfirst (zu Beginn) ergeben 18 – 3 = 15 Monate!?!
Bei eigener Kündigung entsteht somit eine „Nicht Leistungszeit“ von 24 – 15 = 9 Monate.
Ich glaube, ich habe den Unterschied zwischen Sperrzeit und Minderung der Anspruchsdauer nicht verstanden. Könnt ihr mir an meinem Beispiel helfen?
Ach PS: Ich gehe davon aus, das „Nicht Leistungszeiten“ auch nicht zu den Beitragszeiten für die Rente zählen, oder?
Privatier sagte am 12.Jan.2016 um 08:39 :
Die Überlegungen sind völlig richtig bis (einschließlich) zu dem Satz:
„Meine gesamte Anspruchsdauer beträgt somit nur noch 24 – 6 = 18 Monate.“
Dieser Anspruch (18 Monate) beginnt dann aber am Ende der Sperrzeit zu laufen.
Da wird nicht noch einmal was abgezogen. Es bleibt bei den 18 Monaten Anspruch.
Nachzulesen ist das übrigens (mit ziemlich genau Deinem Fall als Beispiel) in einem Merkblatt der Arbeitsagentur.
Eine Sperrzeit zählt bei der Rentenberechnung nicht als Anrechnungszeit. Das ist richtig. Hier wäre ggfs. zu prüfen, ob es Sinn macht, freiwillige Beiträge zu leisten. Dies sollte man aber auf jeden Fall bei einem Termin bei der Rentenberatung klären.
Jessica sagte am 7.Mrz.2016 um 21:35 :
Hallo! Ich würde gerne von Ihnen wissen ob es möglich ist Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben – wenn man 5 Jahre als Designer (festangestellt) gearbeitet hat – dann für 20 Monate einen Master macht und sich danach Arbeitssuchend meldet? Lg
Privatier sagte am 7.Mrz.2016 um 22:25 :
Ja, aber die Reihenfolge müsste andersherum sein:
Erst arbeitslos melden, den Anspruch feststellen/festschreiben lassen, sich dann wieder abmelden. In Ruhe den Master machen und dann anschliessend sich wieder Arbeitsuchend und arbeitslos melden.
Wenn Sie sich erst nach dem Studium arbeitslos melden, ist der alte Anspruch verfallen!
Privatier sagte am 8.Mrz.2016 um 10:37 :
Man könnte das Ganze natürlich auch mit einem Dispojahr noch optimieren!
Denn bei Eigenbeteiligung an der Job-Aufgabe (Eigene Kündigung oder Aufhebungsvertrag) wird die Arbeitsagentur eine Sperre (d.h. kein ALG1) von 12 Wochen verhängen. Wenn man aber mit der Arbeitslosmeldung exakt(!!) ein Jahr wartet, sind diese Sanktionen quasi verjährt.
So ein Dispojahr ist aber mit Vorsicht zu genießen und erfordert ein exaktes Timing, Kenntnisse über die Hintergründe und Zusammenhänge und ist daher nur zu empfehlen, wenn man sich vorher intensiv damit befasst hat.
Maxi sagte am 4.Apr.2016 um 12:36 :
ich bin mit 51 zum ersten mal arbeitslos gemeldet und habe jetzt 1 Monat ALG erhalten. Habe es mir nun anders überlegt und möchte mich wieder abmelden, da mir das ganze zu stressig ist (Fortbildung, die ganzen Auflagen etc.) Auf die paar Euro verzichte ich dann. Muss ich was beachten?
Wäre sehr dankbar für Ihre Meinung.
Privatier sagte am 4.Apr.2016 um 13:16 :
Ohne weitere Details über Ihre weitere Lebensplanung, den finanziellen Hintergrund und Ihren Kenntnisstand zu diesem Thema zu kennen, ist es schwer, eine so allgemeine Fragen zu beantworten. Beachten muss man immer was…
Spontan fällt mir ein, dass Sie zukünftig Ihre Krankenkasse selber zahlen müssen und dass Sie sich Gedanken um Ihre Rente machen sollten.
Und überhaupt über die Zukunft! Wollen/können Sie mit 51 Jahren bereits vollständig aufhören? Wie soll es weitergehen? Die Agentur bietet ja nicht nur Pflichten, sondern auch Chancen: Fortbildung, Existenzgründung, etc.
Wenn Ihnen das alles bewusst ist: Einfach nur abmelden. Fertig.
Gustl sagte am 25.Sep.2016 um 11:32 :
Sehr geehrter Herr Ranning,
bei mir tritt ein Aufhebungsvertrag am 31.12.2016 ein.Unterschreiben werde ich diesen Vertrag am 30.09.2016. Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch 57 Jahre. Ende Januar werde ich 58 Jahre, mein Nocharbeitgeber ist nicht bereit, den Vertrag zum 31.01.2017 enden zu lassen. Ich habe viel in ihrem sehr nützlichen Buch erfahren und habe dennoch das ein oder andere Fragezeichen im Gesicht:
-Muss ich mich nun am 1.10.2016 arbeitssuchend melden oder nicht? Mir geht es ja darum, das ich 24 Monate Anspruch auf ALG habe.
– Am 02.01.2017 muss ich mich ja arbeitslos melden, da bin ich noch 57 Jahre alt, habe also 18 Monate Anspruch auf ALG.
Was mache ich denn nun am besten, Ihrer Meinung nach, damit ich 24 Monate Anspruch habe? Sperrfrist bekomme ich ja sowieso schon, aufgrund des Aufhebungsvertrages.
Privatier sagte am 25.Sep.2016 um 15:31 :
Hallo Gustl, zunächst einmal sollten Sie sich von der Vorstellung lösen, dass Sie etwas „müssen“! Es ist alles Ihre freie Entscheidung und es bleibt Ihnen ausreichend Gestaltungsspielraum.
So wäre es beinahe sträflich dumm, wenn Sie sich Anfang 2017 arbeitslos melden! Denn die Höhe Ihres ALG1-Anspruches richtet sich nach dem Alter, welches Sie zum Beginn der Arbeitslosigkeit (nicht der Beschäftigungslosigkeit!) haben.
Was nun der „beste“ Weg ist, ist immer schwierig zu entscheiden. Das hängt von vielen persönlichen Dingen ab.
* Sie könnten einfach Ihren Geburtstag abwarten und sich danach arbeitslos melden.
* Sie könnten erst einmal ein halbes Jahr „zur Ruhe kommen“ (Urlaub, Selbstfindung, etc.) und sich dann arbeitslos melden.
* Wenn Sie wg. einer Abfindung evtl. steuerlich noch etwas optimieren wollen, könnten Sie ein komplettes Dispojahr einlegen.
Sicher gibt es auch noch mehr Möglichkeiten. Davon abhängig wäre dann auch die Frage, ob und wann Sie sich vorher arbeitsuchend melden sollten. Eine verspätete oder nicht ausgeführte Meldung gibt eine Woche Sperre. Manch einer nimmt dies in Kauf, weil er der Agentur nicht zur Verfügung stehen möchte.
Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten. Zu Bedenken ist natürlich in allen Varianten, die eine Zeit beinhalten, in denen Sie nicht bei Agentur gemeldet sind, dass Sie in dieser Zeit vollständig(!) inkl. aller Versicherungen für sich selbst sorgen müssen.
Gustl sagte am 1.Okt.2016 um 11:29 :
Guten Morgen Privatier,
ich konnte in der letzten Woche mit Unterstützung des BR-Vorsitzenden doch noch erreichen, das der Aufhebungsvertrag erst Ende Januar 2017 wirkt. Somit bin ich dann 58 und habe direkt Anspruch auf 24 Monate ALG. Das ist schon einmal sehr positiv. Dennoch war ich vorab bei der Agentur für Arbeit und habe mich dort über die bestehenden Möglichkeiten informiert, bzw. ich wurde am gleichen Tag zurückgerufen. Der sehr nette und wirklich „Kunden“orientierte Mitarbeiter hat mir echt sehr weitergeholfen und auch gesagt, das ich mich nicht zwingend direkt arbeitslos melden muss, sondern das erst machen soll, wenn ich 58 bin, ich jedoch dann mit einer einwöchigen Sperre rechnen muss. Auch über das Dispositionsrecht beim ALG wurde ich gut beraten. Er hat mir auch die Risiken dazu aufgezeigt (genau 1 Jahr) und mir geraten, mich schriftlich einen Monat vorher zum jeweiligen Datum wieder zur Verfügung zu stellen.
Aber wie gesagt, ich bin nun einen Schritt weiter, jetzt muss ich mal sehen, ob ich die Abfindung irgendwie teilweise in die Altersvorsorge einbringen kann, damit die Steuerlast geringer wird. Wenn ich dabei Erfolg habe, melde ich mich wieder, ich würde mich jedoch auch über entsprechende Ratschläge der anderen Blogteilnehmer sehr freuen.
Privatier sagte am 1.Okt.2016 um 18:56 :
Hallo Gustl,
das sind ja mal gute Nachrichten! Sowohl die Verschiebung des Arbeitsende auf den Januar 17, als auch die gute Beratung durch die Agentur. Ich denke, damit sind Sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.
Ob Sie sich nun für das Dispojahr entscheiden oder nicht, können Sie ja noch in Ruhe überlegen. Vielleicht lesen Sie auch hier noch ein wenig über die Erfahrung der anderen. Der Beitrag zum Dispojahr bietet ja genug Lesestoff. 😉
Auch zum Thema „Steuer sparen“ gibt es bereits viele Überlegungen, Kommentare und Erfahrungen. Und zwar sowohl mit Rürup, als auch mit der gesetzlichen Rente.
Stefan Mayer sagte am 4.Dez.2016 um 16:43 :
Hallo, nachdem mir schon einmal mit gutem Rat in diesem Forum geholfen wurde, habe ich nun eine drängende Frage zur Steuerklasse für das ALG1. Im Juli 2016 habe ich einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung geschlossen habe und auf meinen ALG 1 Antrag wurde festgestellt, dass ich eine Ruhezeit bis Februar 2017 abwarten muss. Dabei habe ich festgestellt, dass mein Antrag mit Steuerklasse 5 berechnet wurde und dies eine Differenz von 700 Euro pro Monat (!) zu Steuerklasse 3 ausmacht. Das Problem ist, dass ich von Januar 2016 bis August 2016 in Steuerklasse 3 war und dann im September mit meiner Frau die Steuerklassen gewechselt habe, damit ihr monatliches Nettogehalt während meiner Arbeitslosigkeit höher sein wird. Dabei habe ich wohl den Kardinalfehler gemacht, dass mein ALG1 nun in der unnötigerweise geringer ausfällt. Da mich die Beendigung des Arbeitsverhältnisses damals so viele Nerven gekostet hat, habe ich dies völlig übersehen und bin nun am Boden zerstört, dass uns unnötigerweise so viel Geld beim ALG jeden Monat fehlen wird. Meine Frage bzw. Hoffnung ist, dass man noch etwas ändern kann: Ich hatte verstanden, dass die Steuerklasse im Jahr des Beginns der Arbeitslosigkeit zählt, das war bei mir ja noch die Stkl.3, denn wir haben erst im August die Steuerklasse gewechselt. Besteht damit eine Hoffnung, dass die Stkl. 3 doch ausschlaggebend für die Berechnung ist? Müsste ich dann jetzt zum Januar 2017 schnell in die Stkl. 3 zurückwechseln bevor meine Ruhezeit im Februar endet und die Zahlungen beginnen? Oder kann man den Wechsel im August 2016 noch irgendwie rückgängig machen? Oder kann ich jetzt wenigstens noch in Stkl. 4 wechseln oder oder oder….? Wenn ich mich recht erinnere, dann hat das Arbeitsamt die Information zur Steuerklasse von mir im Antrag erhalten, das kein direkter Datenaustausch mit dem Finanzamt erfolgt. Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit diesen absolut unnötigen Fehler mit dem Steuerklassenwechsel rückgängig zu machen und bin für jeden Rat dankbar!
Hardy sagte am 4.Dez.2016 um 20:20 :
ich gehe davon aus, dass die Arbeitsagentur die Steuerklasse beim Bearbeiten des Antrages elektronisch abfragt. Zu diesem Termin hast Du leider Steuerklasse 5 gehabt.
Ich befürchte, dass ein Wechsel auf die für Dich günstigere Steuerklasse 3 von der Agentur nicht akzeptiert wird, weil dieser für die Agentur ungünstiger ist. Ich meine, etwas derartiges auch mal gelesen zu haben.
Ich glaube auch, dass die Anzahl der Steuerklassenwechsel pro Jahr begrenzt ist und Du für dieses Jahr sowieso nichts mehr machen kannst.
Das ist leider ganz schlecht gelaufen.
Privatier sagte am 4.Dez.2016 um 21:28 :
Ich schließe mich da im Wesentlichen den Aussagen von Hardy an. Rückwirkend wird da nichts mehr zu machen sein. Eine evtl. Chance sehe ich noch bei einem Wechsel der Steuerklasse für 2017 und einen Antrag auf Änderung der ALG-Berechnung.
Allerdings kenne ich die Regeln für solche Fälle selber nicht.
Aber man kann sicher für andere, die hier mitlesen, festhalten, dass die geschilderte Vorgehensweise nicht sonderlich geschickt war. Es ist immer besser, für den Empfänger von ALG1 die Steuerklasse zu wählen, die am meisten Netto übrig lässt. Der andere Partner muss dann zwar zunächst mehr Steuern zahlen, diese werden aber (teilweise) im Rahmen der Steuererklärung zurückerstattet.
Der Stolperrentner sagte am 10.Mrz.2017 um 13:35 :
Hallo lieber Privatier, hallo liebe Kommentator/innen und Interessent/innen,
die Beiträge und Kommentare zu allen Themen, welche die Rente, den Renteneintritt, bzw. den richtigen Zeitpunkt der Arbeitslosmeldung betreffen, sind mit sehr viel Erfahrung und Sachverstand verfasst und ich habe sie mit großem Interesse gelesen. Hieraus habe ich viele Erkenntnisse für meine weitere Lebensplanung entnehmen können, herzlichen Dank dafür!
In diesem Zusammenhang stellt sich für mich folgende Frage, zu der vielleicht jemand hier im Forum eine entsprechende Erklärung geben kann:
Ausgangslage: Nach vorangegangener kurzer Arbeitslosigkeit, erhielt ich einen auf 2 Jahre befristeten Arbeitsvertrag bei meinem aktuellen Arbeitgeber. Der endet im August 2017.
Ich bin 60 Jahre alt und habe/hätte anschließend insofern – zumindest theoretisch- einen ALG-1- Leistungsdaueranspruch von 24 Monaten; allerdings nur dann, wenn die nötigen Anwartschaftszeiten und Rahmenfristen entsprechend erreicht/erfüllt sein würden.
Trifft es zu, dass für die Dauer dieses (ab 58 Jahren) längeren, nämlich 24-monatigen Bezuges von ALG 1 auch längere Anwartschaftszeiten/Rahmenfristen erfüllt werden müssen, als für den kürzeren Bezug in jüngeren Lebensjahren? Ich konnte im Netz hierzu keine eindeutigen Angaben finden.
Genau zwei Jahre ununterbrochener versicherungspflichtiger Beschäftigung werden dann zwar erreicht sein, aber reichen eben diese 24 Monate ununterbrochener Beschäftigung bereits aus, um mit 60 Jahren einen Anspruch auf volle 24 Monate ALG-1-Bezug zu gewährleisten?
Meine Planung: anschließend könnte ich als Schwerbehinderter mit 62Jahren und 8 Monaten in den vorzeitigen Ruhestand gehen mit verhältnismäßig geringen Anzügen. (Ganz abzugsfrei ginge das erst mit 63 und 11 Monaten, und einen neuen Job kriege ich mit 60 und Schwerbehinderung trotz sehr hoher Qualifikation vermutlich nicht mehr.)
Vielleicht kennt sich ja hier jemand mit dieser besonderen Thematik aus, ich freue mich auf erkenntnisreiche Antworten. Herzlichen Dank!
Der Stolperrentner
Privatier sagte am 11.Mrz.2017 um 13:52 :
Zunächst einmal möchte ich anmerken, dass ich Ihren Benutzernamen in Anlehnung an die Unterschrift angepasst habe.
Bei der Frage nach der Anspruchsdauer für den ALG-Bezug liegen Sie mit Ihrer Vermutung schon richtig:
24 Monate an versicherungspflichtiger Beschäftigung reichen nicht aus, um den vollen Anspruch auf ALG zu erhalten.
Zitat von der Seite des Arbeitsagentur: „Die Zeit, für die Sie Arbeitslosengeld erhalten können, ist abhängig von Ihrem Lebensalter und davon, wie lange Sie in den letzten fünf Jahren arbeitslosenversicherungspflichtig waren.“
Und für den vollen Anspruch (in Ihrem Falle 24 Monate) muss man dann in den letzten fünf Jahren schon 48 Monate vorweisen können. Wenn Sie vor der jetzigen Beschäftigung aber nur eine „kurze“ Arbeitslosigkeit hatten, könnte es ja mit den 48 Monaten durchaus noch klappen.
Allerdings: Die Rückrechnung wird nur bis zu einem evtl. früheren ALG-Anspruch durchgeführt! Haben Sie also während Ihrer „kurzen“ Arbeitslosigkeit bereits ALG bezogen, erfolgt die Rückwärtsbetrachtung nur bis zu diesem Zeitpunkt. Negativer Effekt: Der neue Anspruch ist geringer, da nur die letzten 24 Monate zählen.
Positiver Effekt: Der alte Anspruch wird in dem Maße, in dem er nicht verbraucht worden ist, zusätzlich addiert.
Alles auch nachzulesen direkt bei der Arbeitsagentur. Ggfs. wäre wohl auch eine Beratung und Bestätigung durch die Agentur zu empfehlen.
Tom sagte am 16.Mrz.2017 um 21:45 :
Hallo an alle hier Diskutierenden,
ich hatte mich gerade im Krankenkassen-Teil dieses tollen Bogs informieren könnnen, hätte jetzt aber auch zwei Frage zum ALG1:
Mit (gerade) noch 51 würde ich Jan. 2018 meine Abfindung einsammeln wollen und aus stuerlichen Gründen ein Dispojahr einläuten.
Weil, wenn ich micht direkt arbeitslos melde und ALG1 bekomme, zählt das zum Jahresgehalt dazu und verschlechtert die Fünftel-Regelung dramatisch.
Wenn ich mich aber im Dez 2018 arbeitslos melde und Jan 2019 ALG1 bekomme, erhalte ich dieses laut Finanztip nur für 6 Monate (12 Monate Arbeit in 2 Jahren).
Auch korekt oder sieht jemand Optimierungspotenzial?
Danke und viele Grüße aus dem Norden. 🙂
Privatier sagte am 17.Mrz.2017 um 11:20 :
es ist korrekt, dass sich der Bezug von ALG1 im Jahre einer Abfindung steuerlich nachteilig auswirken kann. Ob dies „dramatisch“ ist oder empfunden wird, hängt sicher vom Einzelfall ab. Aber genau aus diesem Grund gibt es ja hier die Ideen für ein Dispojahr oder ein simples An-/Abmelden bei der Agentur.
Die Aussagen für ein Dispojahr beziehen sich dabei immer nur auf Fälle, in denen jemand zuvor lange Zeit ohne Unterbrechnung berufstätig war. In diesen Fällen muss man keine Einschränkungen beim ALG1 befürchten. Ich nehme daher an, der Beitrag von Finanztip bezieht sich auf andere Fälle.
Tom sagte am 17.Mrz.2017 um 18:46 :
vielen Dank, ich habe das Lesen der Finanztip-Seite bei „Das Wichtigste zuerst“ beendet, mein Fehler.
Unter Anwendung aller Regeln scheint mir mit 51 J. und 30 Monaten Arbeit in den letzten 5 Jahren max. 15 Monate ALG1 zuzustehen.
Bei dem von Dir erwähnten An- und Abmelden stellt sich mir folgende Frage:
Unter der Vorraussetzung, das ich
– Bis Dez. 2017 beschäftigt bin (Freistellung noch offen)
– Die Abfindung Jan. 2018 bekomme
Gibt es ein legales/realisierbares Szenario, bei dem ich
– im Jan 2018 einen Tag/eine Woche/einen Monat ALG1 beziehe (Stichwort: Rückfall in die GKV)
– Nach dem geplant einmaligen Bezug von ALG1 Abmelden von der A-Agentur, um die Fünftelregelung nur minimal zu beeinträchtigen
Wahrscheinlich ist meine Denke an dieser Stelle zu krude, aber Fragen kann man ja mal.;-)
Privatier sagte am 17.Mrz.2017 um 21:13 :
Ja, natürlich gibt es ein legales/realisierbares Szenario für eine kurzfristige Arbeitslosigkeit. Im Grunde reicht bereits ein Tag der Arbeitslosigkeit, um das Verfahren (Prüfung und Feststellung des Anspruches) in Gang zu setzen.
Ich habe das An-/Abmelde-Verfahren selber so praktiziert, allerdings habe ich mit dem Abmelden bis zum Erhalt des Bescheides gewartet. Muss man aber nicht und ist letztlich Geschmacksache, wie lange man angemeldet bleiben möchte.
Diese Aussagen beziehen sich aber nur auf die Ansprüche bzgl. ALG1! Ich möchte keine Aussage darüber machen, welche Auswirkungen dies in Richtung PKV/GKV hat. Dazu habe ich in diesem Kommentar einige hilfreiche Links empfohlen (aber nicht nur die Überschrift lesen 😉 ).
Ulla sagte am 30.Mrz.2017 um 02:03 :
Mein Arbeitgeber hat vielen Mitarbeitern betriebsbedingt zum 31.3.17 gekündigt.
Viele klagen dagegen und haben in 1. Instanz gewonnen (inklusive Feststellung des Weiterbeschäftigungsanspruchs). AG wird in Berufung gehen.
Der Arbeitgeber hat die betroffenen Mitarbeiter nun einfach zum 01.04.17 von der Krankenkasse abgemeldet. Nun gibt es verschiedene Einschätzungen.
Einige empfehlen, dass man sich auf jeden Fall arbeitslos melden sollte (auch um KV abzusichern). Meine KV sagte, dass man bis zum 01.04. auch einen Leistungsantrag bei der AfA stellen muss, wenn man keine unversicherten Zeiten in Kauf nehmen will. AfA sagte tel. dass das nicht stimmt und man sich auch nur arbeitslos melden kann, ein Leistungsantrag aber später erfolgen kann ohne schädliche Wirkung auf die rückwirkend gezahlte KV. Im Merkblatt wird aber hingeweisen, das verspätete Anträge Auswirkungen auf Ansprüche haben kann.
Andere Meinung ist, dass da der AG ja weiter beschäftigen muss und sich im Annahmeverzug befindet (wenn der Arbeitnehmer auch die Arbeitsleistung explizit angeboten hat)somit gar keine Arbeitslosigkeit vorhanden sei und man sich auch nicht arbeitslos melden soll.
Die betroffenen AN wissen nicht, was ab 01.04.17 ist. Ob das Gehalt vom AG gezahlt wird, wird man auch erst Ende April wissen.
Auf eine schriftliche Anfrage bei der AfA habe ich leider noch keine Rückmeldung.
Die Krankenkassen verfahren unterschiedlich: Einige haben sich das Urteil 1. Instanz schicken lassen und wollen beim AG nachhaken, andere meinen, man solle sich vorsichtshalber arbeitslos melden. Ansonsten besteht wohl auch die Möglichkeit, sich bei der gesetzlichen KV bis zu 3 Monate beitragsfrei stellen zu lassen.
Vielleicht hat jemand noch eine Empfehlung, wie man mit der unklaren Lage umgeht ?
Privatier sagte am 30.Mrz.2017 um 20:11 :
Es tut mir leid – aber dazu kann ich wirklich kaum etwas beitragen.
Wenn ohnehin im Zusammenhang mit der Klage gegen die Kündigung ein Rechtsanwalt eingeschaltet war, wäre der sicher ein guter Ansprechpartner, um sich einen entsprechenden Rat zu holen.
Ich kann zu solchen Situationen höchstens ein paar Annahmen äußern: Ich gehe davon aus, dass eine Arbeitslosigkeit auch dann vorliegt, wenn der AN seine Arbeitsleistung anbietet, diese aber vom AG nicht angenommen wird. Somit wäre eine Arbeitslosmeldung (und ggfs. Leistung) durchaus gegeben. Zumindest sehe ich auch keinen Nachteil in einer solchen Meldung.
Aber das sind alles sehr vage Vermutungen und bitte nur als Meinung zu verstehen. Eine professionelle Hilfe/Beratung wäre da sicher angebracht. Ggfs. auch einmal in einem Spezial-Forum für Arbeitslose nachfragen (einen Link habe ich auf meiner Seite Empfehlungen/Blogs und Foren ganz am Ende).
Viel Glück und Gruß,
Ted sagte am 29.Apr.2017 um 16:33 :
Hallo, bin seit Nov. 2014 mit einer Abfindung mit 56 Jahren ausgeschieden. Habe dann das Dispositionsjahr genommen und seit 1.1.16 ALG1 bezogen. Bei den ersten Gesprächen habe ich der Agentur gesagt ich wolle mich als Berater Selbstständig machen um den Jobangeboten mit den verbundenen Bewerbungen aus dem Weg zu gehen. Das hat gut geklappt und die haben mich in Ruhe gelassen. (nur 2 Statusmeldungen per email nach je 6 Monaten wurden eingefordert). In 2 Monaten sind die 18 Monate um und ich habe jetzt nochmal eine Vorladung bekommen. Wie sollte ich mich nun am besten verhalten da ich natürlich die ALG1 Zahlungen für die nächsten 2 Monate noch mitnehmen möchte.
folgende Optionen fallen mir dazu ein: Ich sage…
1)…das ich leider noch immer keine Aufträge bekommen habe und ich immer noch dran bin.
2)… das ich kurz vor einem Beratervertrag mit einer großen Firma stehe und ich ab Oktober höchst wahrscheinlich dann ein Einkommen erzielen werde.
3)… das ich jetzt versuche irgendwo eine Festanstellung zu bekommen.
4)… das ich von meinem ersparten Geld bis zur vorgezogenen Rente lebe (bin jetzt 58)
Was meint Ihr ist die Beste Antwort (oder eventuell gibt es noch bessere?)
Hardy sagte am 30.Apr.2017 um 11:57 :
ich bin in ähnlicher Situation. Deine Vorladung ist einfach ein turnusmäßiger Termin; die Sachbearbeiter müssen die Arbeitslosen regelmäßig einladen.
Du hast ein Recht auf Zahlung des bewilligten ALG, allerdings musst Du nachweisen, dass Du ernsthaft Arbeit suchst.
Was soll denn in den letzten zwei Monaten passieren? Der Sachbearbeiter will wahrscheinlich wissen, ob Du dann ALG2 (Hartz IV) beantragen willst.
Ted sagte am 30.Apr.2017 um 14:24 :
Hi Hardy, danke für Dein feedback. Mit dem „Nachweis, dass ich ernsthaft Arbeit gesucht habe“ ist das so eine Sache. Als selbständiger Berater habe ich ja keine Bewerbungen geschrieben. Ich kann halt nur sagen dass ich Kundentermine wahrgenommen habe um meine Beraterfunktion vorzustellen. Nachweisen kann ich da eigentlich nichts…. und wenn es nur um ALG2 geht…. das werde ich nicht beantragen, da ich die Voraussetzungen nicht erfülle…
LG Ted
Privatier sagte am 30.Apr.2017 um 20:29 :
Die Verpflichtungen gegenüber der Agentur werden in der Regel in sog. „Eingliederungsvereinbarungen“ festgehalten. Wenn eine solche nicht getroffen wurde oder wegen der geplanten Selbständigkeit keine Bewerbungen gefordert wurden, so sollte das kein Problem sein.
Ich denke auch (wie Hardy bereits gesagt hat), dass es sich um eine Routine-Einladung zum Abschluss der Arbeitslosigkeit handelt, die genau so wie der erste Einladung zu Beginn der Arbeitslosigkeit einfach zum definierten Ablauf dazu gehört.
Der Sachbearbeiter wird wissen wollen, ob nach dem Leistungsbezug eine weitere Betreuung durch die Agentur gewünscht ist? Vorteil: Die Zeiten können bei der Rente berücksichtigt werden! Und er wird wissen wollen, ob der Übergang zum ALG2 in Frage kommt, usw.
Wenn tatsächlich die Frage nach der geplanten Zukunft kommen sollte, würde ich mit einer Kombination aus 1) und 4) antworten. Im Grunde geht es den Bearbeiter aber nichts an und er wird höchstens aus Höflichkeit fragen.
Ted sagte am 30.Apr.2017 um 21:55 :
Hallo Privatier, danke für Deine Einschätzung. Kurze Frage noch zu dem Thema weitere Betreuung der Agentur und dem Vorteil das die Zeiten bei der Rente berücksichtigt werden. Was heist das genau? gibt es weitere Rentenpunkte solange man betreut wird? oder was genau ist der Vorteil….
Danke für Dein Feedback. LG Ted
Hardy sagte am 30.Apr.2017 um 22:21 :
ich meine, solange Du arbeitssuchend gemeldet bist erwirbst Du Anwartzeiten. Aber auch das kannst Du den Bearbeiter fragen.
Privatier sagte am 1.Mai.2017 um 12:51 :
Es werden nur die Zeiten angerechnet. Kann dann wichtig sein, wenn man gewisse Wartezeiten (z.B. 35 Jahre für vorzeitige Rente) noch nicht erfüllt hat. Außerdem u.U. interessant zur Aufrechterhaltung des Anspruches auf Erwerbsminderungsrente.
Nachteil ist natürlich die weitergehende Verpflichtung gegenüber der Agentur (eigene Bemühungen, ggfs. Maßnahmen, etc.).
BigMac sagte am 1.Mai.2017 um 12:39 :
zuerst einmal vielen Dank für den Beitrag. Zum Thema ALG1-Zeit / Arbeitsagentur gibt es leider nur wenig Erfahrungsberichte und Infos für zukünftige Privatiers. Eine so „problemlose“ ALG1-Zeit wie bei Dir wünschen sich wohl die meisten. Was steht denn in deiner Eingliederungsvereinbarung oder musstest du keine unterschreiben? Wenn ja: Warum?
Ted sagte am 1.Mai.2017 um 16:59 :
Hallo BigMac, ich musste keine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Warum weiß ich auch nicht… Wie gesagt, ich habe dem Berater gesagt ich möchte mich als Berater Selbstständig machen und das war offensichtlich gut genug mich im großen und ganzen in Ruhe zu lassen.
BigMac sagte am 10.Mai.2017 um 16:21 :
was hast du dem Sachbearbeiter denn in den Status-emails geschrieben? Hat der keinerlei Unterlagen – Businessplan, Angebote, … – als „Beweis“ verlangt? Wie lief dein Besuch dieser Tage bei ihm?
BigMac sagte am 10.Mai.2017 um 16:25 :
Ups, gerade gesehen, dass du schon berichtet hast … bleibt übrig:
Du erwähnst in deiner Zusammenfssung Schulungen – die wurden die aber nicht von der AA vermittelt, oder?
Wollte die AA die Businesspläne sehen?
Ted sagte am 10.Mai.2017 um 19:44 :
Hallo BigMac, nein das Arbeitsamt wollt gar nichts sehen. In den Status emails habe ich gesagt, dass es etwas länger dauert wie gedacht bis Aufträge kommen und dass ich nach wie vor Kunden Akquise betreibe. Schulungen wurden von AA nicht vermittelt. Das einzige was ich bekommen habe war ganz am Anfang ein externer Coach mit dem ich mich ein paar mal getroffen habe und der mir die Grundlagen der Selbstständigkeit erklärte. Einen einfachen Businessplan habe ich dann geschrieben und mit ihm abgestimmt, aber wie gesagt das AA wollte nichts davon sehen…. Gruß Ted
Ted sagte am 2.Mai.2017 um 18:00 :
Noch ein kurzer Update. Der Termin heute war ganze 10 Minuten. Der Berater wollte nur noch mal einen kurzen Update wie es denn weiter gehen soll. Ich habe den Punkt 1 und 4 oben in meiner Beschreibung vom 29 April genannt und der Berater war damit zufrieden. Zusätzlich wurde nochmal darauf hingewiesen, dass in 2 Monaten die Zahlung eingestellt wird und ob ich dann weiterhin auf der Arbeitssuchenden Liste bleiben möchte. Meine Antwort war nein, und ich konnte dann auch gleich veranlassen dass ich in 2 Monaten automatisch von der Liste genommen werde.
Also als Zusammenfassung nochmal meine Vorgehensweise:
Ausgeschieden zum 31.12.14 Abfindung im neuen Jahr (2015) ausbezahlt
Dispositionsjahr genommen. Dadurch greift die Fünftel Regelung steuerlich optimal
Im November 2015 beim Arbeitsamt arbeitsuchend für 1.1.2016 gemeldet. (da das Dispositionsjahr nicht länger wie genau 1 Jahr sein darf)
Im Dez 2015 ein erstes Gespräch mit einem Berater im Arbeitsamt (Datenüberprüfung)
im Feb 2016 ein 2tes Gespräch mit einem Fachberater. Dort habe ich gesagt dass ich mich Selbständig machen möchte und deshalb keine Jobangebote benötige
Im Oktober 2016 war eine erste Anfrage per mail wie der Status ist. Habe per Mail geantwortet, dass ich (nach Schulungen, Bizplan Erstellung etc.) nun in die Akquise Phase gehe und ab 2017 mit eigenen Einkommen rechne.
Im Feb 2017 nochmal ein Mail bekommen – weitere Statusabfrage. Meine Antwort war das es länger gedauert hat wie erwartet und ich weiterhin potentielle Kunden akquiriere.
Letzter Termin jetzt im Mai wie am Anfang beschrieben.
Privatier sagte am 3.Mai.2017 um 10:17 :
Da bleibt mir nur zu sagen: Perfekt!
Klaus sagte am 14.Aug.2017 um 16:19 :
erstmal vielen Dank für vielen guten Informationen – ein toller Blog
Ich bin gerade dabei mein Angestelltenleben zu beenden.
Aktuell bin ich 56 Jahre und habe noch 18 Monate Urlaub. Plus 6 Monate Garden Leave komme ich auf ein
Ausstiegsdatum aus der Firma Ende 2019. Dann bin ich 58 Jahre.
Direkt danach bekomme ich eine Firmenrente die, bis zum 60igsten Lebensjahr, als Übergangsgeld gezahlt wird.
Ab dem 60igsten Lebensjahr erfolgt die Zahlung als Firmenrente.
Wenn ich mich Ende 2019 arbeitslos melde würde die Firmenrente gegen das ALG gerechnet werden.
Daher überlege ich meinen Anspruch auf ALG ausrechnen zu lassen und mich dann beim Arbeitsamt wieder abzumelden.
Mit 60 Jahren melde ich mich dann wieder arbeitslos – bezogen auf den alten Anspruch (sind ja keine 4 Jahre vergangen)
Wie wird der Anspruch des ALG berechnet?
Erst die Höhe des Anspruches und dann wird das Übergangsgeld abgezogen
oder beinhaltet der Anspruch schon das angezogene Übergangsgeld?
Falls der erste Fall zutrifft könnte ich mich direkt nach der Berechnung abmelden und den Anspruch mit 60 Jahren geltend machen.
Privatier sagte am 14.Aug.2017 um 18:07 :
Es tut mir leid, aber die Schilderung enthält mir zu viele (wahrscheinlich firmeninterne) Sprachregelungen, die mir eine vernünftige Antwort nicht ermöglichen, z.B.:
* 18 Monate Urlaub!! – Im Ernst? Erscheint mir seltsam…
* „Garden Leave“ – Netter Ausdruck, aber was ist das? Handelt es sich um eine Freistellung? Unwiderruflich? Wann endet das Arbeitsverhältnis?
* „Übergangsgeld“ – Kenne ich im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen. Aber nicht von AG. Also ist es eine Rente? Oder Gehalt? Was ändert sich da ab dem Alter von 60 ?
* „Firmenrente wird gegen ALG gerechnet“ – Wer rechnet da wo und was dagegen? Ich denke mal, die Firmenrente wird gekürzt, oder? Dann ist es wohl doch keine Rente…
Insgesamt daher leider zu viele Firmen-spezifischen Regelungen, zu denen ich nichts sagen kann, aber ich möchte gerne auf zwei Dinge verweisen, die vielleicht weiter helfen können:
– Beitrag über die Auswirkung von längeren Freistellungen
– Kommentare von (vielleicht/wahrscheinlich) ehemaligen Arbeitskollegen aus demselben Unternehmen?
Vielleicht klärt sich ja dadurch schon ein wenig.
Cezar sagte am 19.Aug.2017 um 12:33 :
Meine bisherige Erfahrung mit dem Arbeitsamt.
Bin 62 Jahre alt und seitdem 01.01.2017 arbeitslos, Anspruch 24 Monate.
Seitens AfA fast 8 Monate lang kein Telefon, keine E-mail und kein Kontaktversuch über mein AfA- account, weder Eingliederungsvereinbarung, noch Arbeitsstellenangebote erhalten.
Nun mitten in der Urlaubszeit, am 16.08.2017 lädt mich die AfA per Brief und sehr kurzfristig ( Termin 18.08) zu einem Erstgespräch ein. Es sieht für mich so aus, als ob man meine Ortsanwesenheit prüfen möchte.
Rechtzeitig zum Termin erschienen, begrüßt mich ein netter SB, ca. in meinem Alter und entschuldigt sich erstmal dafür, dass es so lange bis zum Erstgespräch gedauert hat.
Erklärt mir dann, das die AfA beobachtet hat, dass ich mit der Renteversicherung in Sachen Kontoklärung in Kontakt bin und dass die AfA davon ausgegangen ist, dass ich in wenigen
Monaten die gesetzliche Rente beantrage. Als er hört, dass das nicht der Fall ist, und dass
ich noch 16 Monate beitragspflichtige Wartezeit habe bis ich vorzeitig in die Rente gehen kann, schreibt er sofort eine Eingliederungsvereinbarung, klärt mich über meine Pflichten
auf und wir diskutieren noch über einzelne Punkte der EGV.
Die EGV verpflichtet mich zu:
–	Stellensuche in Regionalzeitungen und im Internet
–	Überarbeitung/Aktualisierung der Bewerbungsunterlagen
–	Dokumentation der Eigenbemühungen. Hier versteht die AfA alles was zu Änderung meiner Situation beitragen kann, Stellensuche, Kontakte, Bewerbungen.
–	SB möchte mich zunächst zu mindestens 2 Bewerbungen/Kontakten in der Woche verpflichten, reduziert aber anschließend (nach Diskussion) die Zahl auf 2 Bewerbungen/Kontakten in einem Monat und zwar egal wie, mündlich, schriftlich, telefonisch oder per E-mail.
–	Darüber hinaus soll ich mich bei Zeitarbeitsfirmen und Jobbörsen registrieren.
–	Auf Vermittlungsvorschläge der AfA, wenn zumutbar, soll ich mich innerhalb von 3 Tagen bewerben.
Die EGV ist für 6 Monate abgeschlossen.
Mein weiteres Vorgehen stelle ich mir folgendermaßen vor:
1.	6×2 = 12 freundliche Firmen aus meinen beruflichen Kontakten aussuchen, die Kontaktpersonen informieren und mich jeden Monat bei 2 der Firmen bewerben.
Das Ergebnis ist dann klar, Absage.
2.	Falls Vermittlungsvorschläge kommen- was ich nicht hoffe- sie auf Zumutbarkeit prüfen, dh. Aufgabenstellung, Gehaltshöhe, Distanz zum Wohnort.
3.	Ist der Vorschlag nicht zumutbar, schriftlich mit Begründung ablehnen.
4.	Ist der Vorschlag zumutbar, Bewerbung schicken, und auf Absage oder Einladung warten. Bei einer Anstellung in der Probezeit nichts tun, sich krankschreiben lassen, eine Kur beantragen, etc.
5.	Bei Zeitfirmen und Jobbörsen werde ich mich nicht registrieren. Die AfA kann es nicht prüfen.
6.	Stellensuche in Regionalzeitungen und im Internet, sowie Besuche von Fachmessen als Eigenbemühungen dokumentieren mit Datum/Firma/Kontaktperson/Ergebnis
Hat das Vorgehen einen Hacken?
Ansonsten habe ich immer noch die Möglichkeit mich bei der AfA abzumelden.
Privatier sagte am 19.Aug.2017 um 18:43 :
Die Schilderung zeigt, dass die Agenturen (bzw. die Sachbearbeiter) sehr unterschiedlich agieren und anscheinend einen ziemlichen Spielraum haben. Allein die Tatsache, dass die Anzahl der geforderten Bewerbungen „mal eben“ von 8/Monat auf 2/Monat reduziert wurde, ist vielleicht auch bereits ein Zeichen, dass der SB sich der Realität sehr wohl bewusst ist.
Um so mehr würde ich darauf achten, die EVB auch ernsthaft und exakt umzusetzen. Die meisten Dinge schrecken vielleicht zu Beginn ab, am Ende stellt man fest, dass alles halb so schlimm ist. Ich selber war z.B. bei einer Internet-Jobbörse und der Agentur eigenen Jobbörse registriert und habe ca. 100 ernsthafte und ordentliche Bewerbungen an seriöse Unternehmen verschickt. Davon hat sich allerdings höchstens ein Drittel die Mühe gemacht, überhaupt irgendwas zu antworten. Schwaches Bild…
Man sollte natürlich auch im Hinterkopf haben, dass sich die Meinung des SB ändern kann. Wenn er den Eindruck bekommt, dass es an Ernsthaftigkeit mangelt, könnte er u.U. weitere Maßnahmen verordnen…
Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen (auch wenn es wahrscheinlich längst bekannt ist), dass mit dem Plan, eine vorzeitige Rente in Anspruch zu nehmen, natürlich auf jeden Fall Abschläge verbunden sind. Für eine abschlagsfreie Rente (mit 45 Beitragsjahren) zählen nämlich die Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Jahren nicht mit. Das nur der Vollständigkeit halber.
rosalia sagte am 9.Sep.2017 um 06:46 :
ich habe nach 36 jähriger Betriebszugehörigkeit zum 31.12.17 gekündigt.Der Arbeitsstress ist nicht mehr auszuhalten.
Muß ich ich mich nun im Sept.17 noch beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden? am 2. Januar 2018 dann arbeitslos, um ab April 2018 Arbeitslosengeld zu erhalten? Da ich 63 Jahre alt bin habe ich 24 Monate Ansprüche. Werden diese Ansprüche letztendlich um 6 Monate gekürzt, so dass ich insgesamt nur 18 Monate Leistung erhalten kann?
Kann mich das Arbeitsamt drängen Rente einzureichen? Über 35 Jahre beschäftigt, Rente mit Abschlägen.
Wenn ich mich nun zum 1.4.18 erst arbeitslos melden würde und mich die ersten 3 Monate im Jahr 2018 freiwillig krankenversichere, würde dann die Sperrzeit wegfallen und sich mein Leistungbezug verlängern?
freundliche grüße rosalia
Privatier sagte am 10.Sep.2017 um 11:58 :
Die geplante Vorgehensweise ist (soweit ich sehen kann) korrekt und entspricht dem Standard. Und es ist richtig, dass wg. der Sperre aufgrund eigener Kündigung der Anspruch auf ALG1 insgesamt um 1/4 gekürzt wird. Also statt 24 Monate nur 18 Monate.
Diesem Effekt kann man auch nicht dadurch entgehen, dass man sich erst 3 Monate später arbeitslos meldet. Allerdings sind dann die ersten 3 Monate der Sperre schon rum. Die Reduktion auf insgesamt 18 Monate bleibt aber bestehen. Es besteht aber dann die Gefahr, dass die Agentur eine zusätzliche Sperre wg. verspäteter Meldung verhängt.
Komplett verhindern kann man eine Sperre (und deren Folgen) nur durch ein Dispojahr. Das macht aber hier wohl aufgrund des Alters keinen Sinn mehr.
Ein Anspruch auf ALG1 besteht solange, bis das für die Regelaltersrente erforderliche Lebensalter erreicht ist (dies gilt nicht für ALG2-Empfänger!).
Patrick sagte am 29.Okt.2017 um 15:21 :
Hallo zusammen! Vielleicht kennt sich ja jemand aus…ich beziehe ab Jan 18 ALG I und hatte diese Woche ein persönliches Gespräch bei der Agentur, wo ich auch 2 Vermittlungsvorschläge bekommen habe. Auch wenn diese eher unpassend sind, habe ich mich jetzt beworben. Beim Durchstöbern meines Online-Bereichs habe ich jetzt jedoch überraschend eine Eingliederungsvereinbarung gefunden. Diese wurde weder in dem persönlichen Gespräch erwähnt noch wurde ich sonst irgendwie von dieser in Kenntnis gesetzt. Diese EGV sieht eine Unterschrift meiner Beraterin bei der Agentur und von mir vor, was natürlich nicht geschehen ist, da ich nichts von der EGV wusste und mich auch niemand aufgefordert hat, diese zu unterschreiben. Ich finde es zwar nett, dass ich in dieser EGV ein paar Hinweise finde, wie ich mich zu verhalten habe, aber mich würde interessieren, ob diese EGV überhaupt rechtskräftig abgeschlossen wurde so ganz ohne Unterschriften. Hat jemand Erfahrung mit diesem „einfach online stellen und fertig“? Danke vorab, Patrick
Privatier sagte am 29.Okt.2017 um 16:26 :
Das ist so eine Detail-Frage, die sicher die Experten aus einem Arbeitslosen-Forum sehr viel besser beantworten können (s. Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).
Ich kann da zu rechtlichen Situation nichts sagen, kann nur aus eigener Erfahrung berichten, dass die Details zur EGV in einem Gespräch nicht unbedingt mit einer großen Ankündigung verbunden sind („Und jetzt sprechen wir mal über die EGV“).
Das kann auch in Nebensätzen im Laufe des Gespäches beiläufig erwähnt werden: „…außerdem wäre es sinnvoll, wenn Sie sich im Internet bei Jobbörsen anmelden würden“ oder „… eigene Bemühungen erforderlich, so mindestens vier Bewerbungen/Monat“. Oder so ähnlich. Zusammengefasst findet man das dann in einer EGV wieder.
Aber – wie gesagt: Ob dies bindend ist oder nicht, wäre ein Frage an ein Spezialforum.
FÜR2012 sagte am 29.Okt.2017 um 21:24 :
ähnliche Dokumente habe ich auch in meinem AfA-Account gefunden. Teilweise wurden Textblöcke früherer EGV 1:1 kopiert obwohl die Datumsangaben bereits in der Vergangenheit lagen. Ich habe dann diese „eigenartigen Dokumente“ nicht weiter beachtet.
Zu den rechtlichen Auswirkungen kann ich nichts sagen.
Patrick sagte am 30.Okt.2017 um 10:57 :
Die Infos aus der EGV wurden auch nicht beiläufig erwähnt, das hätte ich mitbekommen. Ist halt komisch, wenn in dem Dokument Unterschriften vorgesehen sind…Aber egal, ich werde so oder so meine Eigenbemühungen dokumentieren und mich wahrscheinlich eh nach kurzer Zeit vom ALG I abmelden. Das spart dann Nerven und ne Menge Steuern auf die Abfindung 🙂 Danke für die tollen Tipps und auch danke für2012 für die Rückmeldung! Patrick
Nick sagte am 19.Dez.2017 um 13:59 :
wie hier im Forum auch an anderen Stellen schon mehrfach erwähnt, läuft mein Anstellungsverhältnis zum 31.12.17 mit Abfindungszahlung Mitte Jan. 18 aus. Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldung alles schon termingetreu erledigt und vorläufigen ALG I-Bewilligungsbescheid bereits Mitte November 17 mit Wirkung 1.1.18(ab dann arbeitslos) erhalten; vorläufig, so die tel. Auskunft der AA-Hotline, weil mir der endgültige Bescheid erst nach Vorliegen der neuen Leistungstabellen bei der AA zugestellt werden kann. Muss ich ja so glauben?! Erstes persönliches Kennenlerngespräch mit der zuständigen Dame bei der AA hatte ich ebenfalls schon vor ein paar Wochen. Darin erwähnte sie, dass es Ende diesen Jahres/Anfang nächsten Jahres ein Folgegespräch geben werde, um in dem Zusammenhang über meine Rechte und Pflichten zu sprechen. Ich plädierte damals für lieber Anfang des neuen Jahres.
So weit, so gut, glaube ich oder sieht das hier jemand anders?
Heute hatte ich allerdings ein Einladungsschreiben von meiner bekannten Sachbearbeiterin der AA in der Post. Ich soll mich gleich zu Jahresanfang persönlich zum vorgegebenen Termin bei ihr melden. Einladung nach §309 Abs. 1 SGB III.
Eigentlich passt mir der Termin nicht so gut, auch urlaubsbedingt. Ich würde mich da gerne abmelden, mit Verweis auf Urlaub und den Termin auf später verlegen. Außerdem war mein Plan, den endgültigen Bescheid (s.o.) abzuwarten und mich dann direkt wieder abzumelden, um möglichst aus steuerlichen Gründen (Abfindung/s.o.) kein ALG I in diesem Jahr zu beziehen usw. Anmeldung dann wieder zu Anfang 2019.
Gibt’s da Probleme? Welchen Rat bzw. welche Erfahrungen habt ihr für mich?
Privatier sagte am 19.Dez.2017 um 20:42 :
Man kann sicher auch immer versuchen, einen Termin zu verschieben. Auf jeden Fall würde ich eine Begründung liefern, die der Wahrheit entspricht! Wenn es wirklich um „Urlaub“ geht, würde ich dieses Wort allerdings nicht verwenden. Ein Arbeitsloser hat keinen Urlaub! Es hat höchstens das Recht, zeitweise ortsabwesend zu sein. Dies allerdings nur nach vorheriger Zustimmung durch den Betreuer. Und der wird nur zustimmen, wenn keine wichtigen Termine in diese Zeit fallen. Liegt also im Ermessen des Sachbearbeiters.
Ein direktes Gespräch vorab ist aber in den seltensten Fällen möglich. In der Regel läuft dies über die zentrale Hotline. Ich würde dort die beiden Gründe nennen: Geplante (aber noch nicht genehmigte) Ortsabwesenheit und ebenfalls geplante Abmeldung sobald der ALG-Bescheid vorliegt und dann um Verschiebung des Termins bitten.
Ich gehe davon aus, dass man dem Wunsch entsprechen wird. Wenn nicht – solltest Du auf jeden Fall den Termin wahrnehmen. Auch wenn es manchmal unangenehm ist, aber Arbeitslosigkeit ist auch mit gewissen Pflichten (und Einschränkungen) verbunden.
Knut sagte am 20.Dez.2017 um 18:44 :
habe heute endlich meinen ALG1 Anspruch ab 01.01.2018 bekommen.
Mein AG teilte auf Anfrage mit, dass ich noch einen Restanspruch auf Gehalt, eine nicht unerhebliche Summe, Ende Januar oder erst im Februar zusätzlich zu der Abfindung ausbezahlt. Aus abrechnungstechnischen Gründen wäre das nicht früher möglich.
Jetzt ist es aber so, dass mein Arbeitsvertrag am 31.12.2017 endet und mein AG das Gehalt der letzten 12 Monate, also Jahr 2017, der AfA bestätigt hat. Wie kann ich meinen ALG1 Anspruch nachträglich ändern lassen? Eigentlich wollte ich mich auch Anfang Januar gleich wieder abmelden…..
Privatier sagte am 21.Dez.2017 um 17:34 :
Nun – es gibt nicht für alle Fälle einen genormten Weg.
Entweder schafft man in solchen Fällen eine Klärung durch Absprache oder notfalls per offiziellen Widerspruch.
Sunny sagte am 4.Jan.2018 um 14:18 :
bin seit Jahren schon begeisterter Mitleser und habe hier schon viele hilfreiche Informationen bekommen, aber bei der Berechnung von ALG 1 und Steuerklassen verfinstert sich der Himmel.
– Kündigung bzw. Aufhebungsvertrag zum 30.09.2018 ( keine Abfindung )
– ab 01.10.2018 Dispositionsjahr (bin dann schon 55 Jahre)
– ab 01.10.2019 Bezug von 18 Monaten ALG 1 (ev. auf 4 Jahre verteilt)
– Rente mit 63 ( natürlich mit Abzügen )
Im Dispositionsjahr Familienversicherung GkV über meine berufstätige Frau.
Das Dispojahr nehme ich, um das volle ALG 1 zu bekommen.
Wir haben keine Kinder und sind (noch) beide berufstätig. Die Einkommen verteilen sich
ca. 40% Frau / 60 % ich, bei Steuerklasse 4 / 4 ohne Faktor. Das war auch nie ein Problem, da man die Steuer halt am Jahresende zurückbekommt.
–	Nach welcher Steuerklasse wird das ALG 1 berechnet ? Nach der jetzigen 4 ?
–	Wenn mein Dispojahr im Oktober 2018 startet bin ich ja ohne Einkommen.
–	Geht meine Frau dann sofort in Sk 3, oder wie wird das behandelt ?
–	Oder wird mein ALG 1 nach anderen Kriterien berechnet ?
– Könnte man jetzt noch die Sk wechseln ? (ich glaube nicht. Frist war wohl bis 30.Nov. 17)
Wer bringt etwas Licht ins Dunkel. Über Antworten und natürlich auch Tipps freue ich mich.
Gruß, Sunny
Hardy sagte am 4.Jan.2018 um 16:40 :
das ALG1 wird mit Deiner gültigen Steuerklasse beim Antrag auf ALG berechnet. Zum betreffenden Zeitpunkt solltest Du also Steuerklasse 3 haben. Einen späteren Wechsel, der zu mehr ALG führen würde, wird die Agentur für Arbeit nicht akzeptieren.
Ihr solltet dann also zu 3 für Dich und 5 für Deine Frau wechseln.
Ich war auch während des Dispojahres in 3 und meine Frau in 5.
Wie bisher erfolgt der Ausgleich mit der Einkommensteuererklärung.
Zum Wechsel der Steuerklassen habe ich gefunden:
„Die Steuerklassen können Sie im Laufe des Jahres in der Regel nur einmal wechseln, und zwar spätestens bis zum 30. November des betreffenden Jahres. Auch die Wahl des Faktorverfahrens gilt als Steuerklassenwechsel…“
Für 2018 ist ein Wechsel also noch möglich.
Sunnny sagte am 5.Jan.2018 um 08:20 :
danke für die Antwort. Was mir noch unklar ist…zählt für die Ermittlung von ALG1
– die SK die man zu Anfang des Jahres als Beschäftigter hat ?
– die SK die man bei Beantragung von ALG1 hat ?
– und wann wechselt man zurück, bei Bezugsende vom ALG oder eher ?
Hardy sagte am 5.Jan.2018 um 09:44 :
bei mir war Beides gleichzeitig.
Ich gehe aber davon aus, dass die Agentur für Arbeit sich wie ein „normaler“ Arbeitgeber verhält und die Steuerklasse über das ELSTAM-Verfahren abfragt. Und zwar dann, wenn die aktuelle Information benötigt wird; also beim Antrag auf ALG1.
Im darauf folgenden Bewilligungsbescheid findest Du dann die Steuerklasse und das damit berechnete ALG1.
Zurück wechselt man dann nach Ende des ALG-Bezuges. Würde man es vorher tun, bekommt die Agentur das über ELSATM mit und ändert das ALG, da es bei SK 5 günstiger für die Agentur wird.
Ob man nach Ende ALG1 wieder die Steuerklasse wechselt, sollte man von den dann vorliegenden Einkommensverhältnisse abhängig machen. Das Ende des ALG-Bezuges ist mit Sicherheit ein zulässiger Grund, die Steuerklassen zu wechseln.
WWB sagte am 7.Jan.2018 um 12:54 :
das Jahr in dem man ALG1 bekommen will, muss schon mit der SK3 anfangen.
„Die Arbeitsverwaltung ist im Rahmen der Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes grundsätzlich an die Lohnsteuerklasse gebunden, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, gebildet war. So lautet eine Entscheidung des Sozialgerichts Stuttgart.“
Die SK kann auch zu Beginn des Jahres gewechselt werden.
Beispiel: man hat im Jahr 2018 schon mal die SK gewechselt
und das Jahr 2019 will man mit SK3 beginnen (wegen ALG1)
dann geht man zum FA(evtl. ruft dort an)und beantragt die SK3
zu Beginn 2019.
So habe ich Anfang Dezember 2014 für das Jahr 2015 gemacht und es hat funktioniert.
Maria sagte am 5.Jan.2018 um 17:29 :
Hallo alle zusammen, habe schon sehr viel hier gelesen und auch mehrmals, aber da schwirrt einem schon der Kopf!
Hier nun nachfolgend die Fakten:
– Aufhebungsvertrag zum 31.08.18
– Auszahlung der Abfindung zum 31.01.19, die Steuerklasse 3 wird durch einen Antrag beim Arbeitgeber beibehalten (Laut Aussage vom Steuerberater sollte dann 2019 kein weiteres Einkommen auch kein ALG1 dazukommen wegen der Abzüge)
– Zum 03.01.19 werde ich 58 Jahre alt
– Ab 01.02.21 geht es für 3 Jahre in eine Betriebsrente
– Ab 01.02.24 geht es in die gesetzliche Rente (natürlich mit Abzügen)
– Soll ich dann ab 01.01.19 ein Dispositionsjahr einlegen? Um dann ab 01.01.20 ALG1 zu bekommen bis zum Eintritt in die Betriebsrente (für 13 Monate), oder weil mir ja eigentlich mehr als die 13 Monate ALG1 zusteht das dann noch weitere 11 Monate mit der Betriebsrente zusammen (wird natürlich dann auch dementsprechend gekürzt???).
– Und wie verhalte ich mich bei der Arbeitsagentur? Denn ich suche mit 58 Jahren ja keine Arbeitsstelle mehr, bin da sehr verunsichert.
Das waren meine Anliegen, vielleicht kann mir da jemand etwas weiterhelfen, ich wäre für jeden Rat sehr dankbar,
Privatier sagte am 6.Jan.2018 um 20:23 :
„Soll ich dann ab 01.01.19 ein Dispositionsjahr einlegen?“
So „aus dem Ärmel“ ist das schwer zu sagen. Ich würde einfach einmal beide Varianten durchrechnen. Mit Dispojahr bleiben zwar volle 24 Monate ALG, wenn aber dadurch die Betriebsrente gekürzt wird: Was bleibt übrig?
Ohne Dispojahr wird es sicher eine Sperre geben, also nur 18 Monate, die dann aber weitgehend unabhängig von der Betriebsrente. Das muss man einfach mal vergleichen.
„Und wie verhalte ich mich bei der Arbeitsagentur?“
Regelkonform. 😉 Wer Leistungen beziehen möchte, hat auch Verpflichtungen. Da führt kein Weg daran vorbei. Oder man lässt es bleiben. Aber zu diesem Thema empfehle ich auch immer gerne den Beitrag: „Umgang mit der Agentur„.
Maria sagte am 7.Jan.2018 um 11:07 :
Danke für die Antworten! Mit dem ausrechnen, das finde ich etwas schwierig, ich habe ja überhaupt keine keine Zahlen, wieviel ALG1 gibt es? Wie ist es 2019 in dem Jahr wo die Abfindung gezahlt wird?, soll ich ja laut Steuerberater keine weiteren Einkünfte haben, denn er hat mir gesagt, in diesem Jahr muss ich nochmal ca. 10000,-€ an Steuern zahlen und als Beispiel hat er dann angenommen: wenn ich nur 6000,-€ ALG1 bekomme muss ich dann mit der oberen Summe zusammen ca. 17000,-€ an Steuern im Jahr 2019 zahlen.
Also wäre es ja besser in 2019 überhaupt keine Einkünfte zu haben. Aber was mache dann ich überhaupt, das ist mein Problem.
Ich habe mir jetzt nochmal alle Fakten zusammengelesen wie das Prozedere ALG1 ablaufen sollte und bin zu dem Schluss gekommen dass ich dann wieder 2 Möglichkeiten und wieder viele Fragen habe, ich muss mich definitiv bei beiden Möglichkeiten 3 Monate vor Austritt Arbeitssuchend melden???:
1. Direkt nach dem Austritt dann am 01.09.18 ein Dispositionsjahr bis 01.09.19 dann ALG1 beantragen danach folgen 6 Monate die übliche Sperre??? bis 01.03.20 dann würde ich bis 01.02.21 (bin ich dann 60 Jahre) ALG1 bekommen (für 11 Monate), denn dann fängt ja meine Betriebsrente an wo ich, was ich jetzt nicht weiß, überhaupt kein ALG1 oder anteilsmässig ALG1 bekomme?!?!
2.Oder nach dem Austritt dann am 01.09.18 Arbeitslos melden und gleich wieder zeitnah, am besten einige Tage oder 1 Tag????? später wieder Abmelden, dann hat man 4 Jahre Zeit um sich erneut Arbeitslos zu melden???? stimmt das?, dann am 01.07.19 wieder Arbeitslos melden, und dann hat man auch eine Sperre von 6 Monaten????? Dann würde ich ab 01.01.20 ALG1 für 13 Monate bekommen bis zum 01.02.21, und dann wieder Betriebsrente usw..
Fazit: Bei der Möglichkeit 2 hätte ich 2 Monate mehr ALG1.
Privatier sagte am 7.Jan.2018 um 21:07 :
Also, mal der Reihe nach:
* Auf das ALG1 werden Nebeneinkünfte nur angerechnet, soweit sie aus einer Erwerbstätigkeit während der Arbeitlosigkeit stammen. Eine Betriebsrente mag zwar auf einer Erwerbstätigkeit gründen, aber diese Ansprüche sind in der Regel bereits vorher entstanden. Es erfolgt daher keine Anrechnung der Betriebsrente auf das ALG1.
* Es sei denn, es wäre keine „echte“ Betriebsrente, sondern eine Art von Vergütung? Echte Betriebsrenten werden eigentlich erst nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gezahlt. Es wären also vordringlich einmal die exakten Konditionen der Betriebsrente zu klären (Vertrag prüfen, Rentenstelle, Personalabteilung, Betriebsrat).
* Daraus könnte sich ggfs. umgekehrt ergeben, dass bei Bezug von ALG1 die sog. Betriebsrente nicht (vollständig) gezahlt wird. Also: Konditionen prüfen!
* Zum Dispojahr empfehle ich die Beiträge (und Hinweise) noch einmal in Ruhe zu lesen, daraus ergibt sich z.B.:
* Ein Dispojahr hat u.a. den Sinn, Sperr- und Ruhezeiten zu vermeiden. Es gibt also keine Sperre.
* Auch zu den Meldefristen gibt zwei Beiträge: Hinweise zur Arbeitsuchendmeldung und Hinweise zur Arbeitslosmeldung.
* Die Höhe des voraussichtlichen ALG1-Bezuges lässt sich mit entsprechenden Rechnern im Internet (u.a. direkt bei der Agentur) in etwa berechnen.
Maria sagte am 8.Jan.2018 um 12:54 :
vielen Dank für die Rückmeldung. Diese sogenannte RVA-Rente + Pensionskasse wird vom Arbeitgeber von 60-63 Jahren gezahlt,das war ein spezielles Programm in das ich noch hineingefallen bin aufgrund meines Geburtsjahres.
Die Rentenstelle hat damit nichts zu tun und die konnten mir darüber auch keine Auskunft geben weil das vom Arbeitgeber aus geht. Ich kann höchstens bei der Personalstelle nachfragen.
Ich habe schon einiges hier über das Dispojahr gelesen, ist sehr komplex, wird bei mir jetzt wahrscheinlich auf das An- und Abmelden hinauslaufen, weil ich ja im Jahr 2019 der Abfindungszahlung kein ALG1 wegen der Abzüge beziehen möchte.
Ich möchte mich nochmal für diesen informativen Block und die schnellen Antworten bedanken und werde weiterhin hier mitlesen und bestimmt noch einige Fragen haben.
Privatier sagte am 8.Jan.2018 um 18:02 :
„Die Rentenstelle hat damit nichts zu tun.“
Mit „Rentenstelle“ habe ich die Abteilung/Institution/Ansprechpartner gemeint, der für das Management dieser Rente zuständig ist. Die Bezeichnung „RVA-Rente“ sagt mir nun leider nichts, aber die Aussage, dass sie nur von 60-63 Jahren gezahlt wird, deutet für mich darauf hin, dass es keine Rente im engeren Sinn ist, denn die würde lebenslang bezahlt. Als Einkunft aus einer laufenden Erwerbstätigkeit würde ich das aber trotzdem nicht ansehen und sehe keinen Grund, warum das ALG gekürzt werden sollte.
Aber: Wie schon gesagt – andersherum könnte es sehr gut sein, dass diese „Rente“ als Ersatz für einen Verdienstausfall gezahlt wird. Wenn aber ALG bezogen wird, womöglich nur ein Differenzbetrag.
Aber das ist alles Spekulation. Eine detaillierte Information seitens Ihrer Personalabteilung wäre sinnvoller.
Brigitte sagte am 13.Jan.2018 um 20:18 :
Hallo an alle Forumsteilnehmer und Mitlesenden
demnächst endet bei mir die Zahlung des ALG 1.
Ich möchte danach weiter arbeitslos ohne Leistungsbezug gemeldet sein, da ich noch Anrechnungszeiten
für meine gesetzliche Rentenversicherung benötige.( Ich habe die 35 Jahre Wartezeit für die gesetzliche Rente mit 63 Jahren ( mit Abzügen)noch nicht erreicht)
Wer hier im Forum hat Erfahrungen mit dem Thema Arbeitslos ohne Leistungsbezug?( positiv wie negativ)
Was sollte man eventuell beachten?
Was ändert sich im Umgang mit der Arbeitsagentur?
Wird man von einer anderen Abteilung oder einem anderen Bearbeiter betreut?
Gelten für einen Arbeitslosen ohne Leistungsbezug weiterhin die Zumutbarkeitsregeln bezüglich der Annahme eines Jobangebotes????
(während des ALG1 Bezuges konnte man ja ab dem 7.Monat ein Jobangebot als unzumutbar ablehnen, wenn das zu erzielende Arbeitsentgelt geringer war als das ALG1)
Vielen Dank vorab für die Infos!
Dierk Miederhoff sagte am 21.Jan.2018 um 10:45 :
muss ich mich arbeitslos oder arbeitssuchend melden, wenn ich einen Aufhebungsvertrag bei meinem damaligen Arbeitgeber unterschrieben habe und ich mich direkt ohne arbeitslos zu sein mich selbststaendig machte und ich davon ausgehe, dass die AA meine Selbststaendigkeit als freischaffende Fotograf wegen fehlender Einkuenfte nun sperren wird und ich arbeitslos bin, muss ich mich arbeitslos oder arbeitssuchend melden?
Ich kann von meinem Ersparten leben.
Privatier sagte am 21.Jan.2018 um 16:01 :
Ich habe Ihre Frage nicht wirklich verstanden, daher nur ein paar generelle Aussagen. Die Meldung bei der Agentur hängt vor allen Dingen davon ab, was Sie von der Agentur wollen:
* Wenn Sie keine Leistungen der Agentur in Anspruch nehmen wollen (weil Sie von Ihrem Ersparten leben wollen), müssen Sie sich gar nicht melden.
* Wollen Sie nur die Unterstützung bei der Stellenvermittlung (und ggfs. Hilfe bei einer Existenzgründung) in Anspruch nehmen, reicht es zunächst, wenn Sie sich arbeitsuchend melden.
* Wollen Sie aber darüberhinaus Leistungen von der Agentur in Form von ALG1 (inkl. Beiträge zu den Sozialversicherungen), so müssen Sie sich arbeitslos melden.
Eine nebenberufliche Selbständigkeit ist übrigens kein Hindernis, sich arbeitslos zu melden und auch Leistungen zu beziehen. Insbsondere dann nicht, wenn die Einkünfte gering sind.
Sarina sagte am 24.Jan.2018 um 10:02 :
durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen und hänge mit großem Interessen seit Tagen dran…
Benötige Informationen wie ich mich am besten weiter verhalten soll.
Bin seit zwei Jahren erkrankt (Psychisch) Mitte November 17 Ablauf des Krankengeldes und Meldung beim Arbeitsamt.
In der Zwischenzeit Verhandlungen mit Arbeitgeber_ Arbeitsplatzwechsel (Mobbing) etc.
Vom 02.11 – 28.12 keine Reaktion vom Arbeitsamt…bis dann die Einladung am 03.01.2018 kam.
Da wurde mir mittgeteilt, das ich mit einigen Einschränkungen (unter anderem die Rückkehr zum alten Arbeitgeber aus gesundheitlichen Gründen nicht gegeben sei) gesund geschrieben bin (Das Gutachten war vom 12.12.17) In der Zwischenzeit hat sich ergeben, das ich mich zum Aufhebungsvertrag entschieden habe mit einer Abfindung …dieser ist zum 31.01.18 erstellt. Das habe ich der Sachbearbeiterin mitgeteilt und Ihr erklärt, das ich bei vorliegen diesen in Kopie sofort dem A-Amt vorlege.
Sie hat sich dieses notiert und ich musste einen sogenannten Eingliederungsvertrag unterschreiben um Leistungen zu erhalten…hinzu kam ,das ich keine weitere Krankmeldung mit der gleichen Diagnose abgeben dürfe, da sonst die Leistung sofort eingestellt wird.
Ich ging verwirrt und Ideenlos nach Hause …noch keine Ahnung, das die s.g. Nahtlosigkeitsregelung somit nicht vorliegt…
NAch weiteren sieben Tagen kam immer noch kein Bescheid …wiederum ein Nachfragen von mir und tatsächlich nach 10 Wochen der Bescheid und die Nachzahlung ..
Letzte Woche habe ich den Aufhebungsbescheid aus gesundheitlichen Gründen unterschrieben (Original liegt mir noch nicht vor) und ein Tag später kam vom A-Amt zu meiner Kenntnis ,das Schreiben an meinen ehemaligen Arbeitgeber …hier werde ich informiert bzw. mein Arbeitgeber, das für den Zeitraum des Bezuges von Arbeitslosengeld Ansprüche aus dem ehemaligen Arbeitsverhältnis nicht verfügen darf (§ 115 Sozialgesetzbuch)
Wie oder was kann ich jetzt unternehmen, das ich die paar Taler nicht angerechnet bekomme (Ruhezeit) Ein wichtigen Grund zum Abmelden habe ich nicht bzw. müsste ich mich selbst krankenversichern und da hält die KK ..glaube ich die Hand auf…
Wie komme ich am besten wieder aus dem Leistungsbezug, oder gibt es andere Möglichkeiten.
Privatier sagte am 24.Jan.2018 um 18:32 :
Es ehrt mich ja immer wieder, dass viele Leser denken, ich könnte alle Probleme im Zusammenhang mit der Arbeitsagentur lösen. Und es tut mir immer dann besonders leid, wenn ich jemand enttäuschen muss, wo ich den Eindruck habe, dass er/sie eine Hilfe wirklich gut gebrauchen könnte.
Aber der vorliegende Fall übersteigt einfach meine Kenntnisse, da hier zu viele „Sonderfälle“ zusammenkommen (die ich zudem teilweise auch nicht richtig verstanden habe). Ich kann daher höchstens ein paar simple Hinweise geben:
* Wenn ich nur Ihre letzten Fragen betrachte, sind die Antworten leicht: Aus dem Leistungsbezug kommen Sie ganz einfach raus, indem Sie sich abmelden. Dazu brauchen Sie keinen wichtigen Grund. Der Leistungsbezug ist schließlich freiwillig. Niemand wird gezwungen. Aber natürlich müssen Sie mit den Konsequenzen leben! Und die sind: Keine Zahlungen durch die Agentur und Beiträge zur KV/PV selber zahlen.
* Versuchen Sie sich an anderen Stellen Hilfe zu holen, die sich auf Fragestellungen zur Arbeitsagentur spezialisiert haben! Das kann auch die Agentur selber sein. Wenn man dort freundlich um Hilfe und Beratung bittet, wird einem die oft auch gegeben (klappt nicht immer…). Hilfe könnten auch Experten aus einem speziellen Arbeitslosenforum geben (Adresse unter „Empfehlungen>Blogs und Foren“, ganz am Ende).
Viel Erfolg, Der Privatier
Sarina sagte am 25.Jan.2018 um 13:09 :
vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort.
Ich ging davon aus , das eine Abmeldung nur mit einem wichtigen Grund geht.
Lieben Dank auch für den Tipp bezüglich des Forums.
Wenn ich dann meinen „Komplizierten Fall“ (den ich teilweise selber nicht mehr verstehe) geklärt habe, werde ich berichten bis dahin werde ich Spezialistin und kann unterstützen:-)
Privatier sagte am 25.Jan.2018 um 17:49 :
„…bis dahin werde ich Spezialistin und kann unterstützen“
Sehr gut! 🙂
Genau so ist es mir ja auch ergangen. Allerdings war mein eigener Fall deutlich einfacher…
Peter sagte am 7.Mrz.2018 um 22:41 :
Kurz die Fakten, habe im Jahr 2016 einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2018 unterschrieben, mit Abfindung. Grund, Interessenausgleich und Sozialplan. Werde am 01.12.2019, 58 Jahre. Will nun das „Dispositions-Jahr“ in Anspruch nehmen.
58 bedeutet 24 Monate ALG1 ?
Arbeitslosmeldung am 01.12.2019 ?
Sperrzeit? Muss ich nach 11 Monaten „Dispositions-Jahr“ mit einer Sperrzeit rechnen ?
Arbeitsamt ? Ist es nachteilig sich im Vorfeld beim Arbeitsamt einen Beratungstermin zu machen
Privatier sagte am 8.Mrz.2018 um 11:41 :
„58 bedeutet 24 Monate ALG1 ?“ Nur, wenn man keine Sperre bekommt.
„Arbeitslosmeldung am 01.12.2019 ?“ Wenn Sie ein Dispojahr machen wollen: Nein!
„Sperrzeit? Muss ich nach 11 Monaten „Dispositions-Jahr“ mit einer Sperrzeit rechnen ?“ Ja, denn 11 Monate sind kein Jahr.
„Arbeitsamt ? Ist es nachteilig sich im Vorfeld beim Arbeitsamt einen Beratungstermin zu machen“ Nein, Gegenteil.
Tun Sie mir bitte einen Gefallen: Beschäftigen Sie sich etwas intensiver mit der Thematik! Die Zusammenhänge sind vielfältig, teilweise komplex und erfordern vor allen Dingen etwas mehr Eigeninitiative! Ohne ein gründliches Verständnis laufen Sie Gefahr, gravierende Fehler zu begehen.
Beiträge zu den verschiedenen Themen gibt es hier genug. Für grundlegende Fragen wie z.B. zur Dauer eines ALG-Anspruches bieten darüberhinaus die Internetseiten der entsprechenden Ämter/Behörden auch sehr gute Informationen.
Peter sagte am 8.Mrz.2018 um 15:08 :
werde wie von Ihnen empfohlen mich mal in Ihren Blog einlesen, sowie Ihr Buch erwerben
Nochmals ein Lob für Ihre Arbeit sehr informativ und hilfreich.
Christian Vogl sagte am 22.Mrz.2018 um 13:57 :
Ein tolles Forum! Sowohl aus den Kapiteln des Privatiers als auch aus den Kommentaren kann man sehr viel Infos ziehen.
Ich habe eine Frage zum Dispositionsjahr:
Ich werde wohl zum 31.12. den Aufhebungsvertrag unter Einbehaltung der Kündigungsfrist unterschreiben, die Abfindung wird zum Januar 2019 ausbezahlt. Dann würde ich 2019 als ein Dispositionsjahr einlegen. Ich wollte mich aber nicht am 2.1.2020 arbeitslos melden, wie es hier ja bereits diskutiert wurde, sondern erst am 13. Januar 2020, da ich am 12. Januar 55 werde und ich somit 3 Monate länger ALG I beziehen könnte. Wenn ich alles richtig verstanden habe, wäre die einzige Konsequenz eine Sperrzeit von 1 Woche, oder habe ich etwas überlesen? Ich wäre dann ja in den letzten 2 Jahre etwas weniger als 12 Monate (nämlich genau 13 Tage) nicht in einem Beschäftigungsverhältnis gewesen…
Danke für Aufklärung und Grüße
Privatier sagte am 22.Mrz.2018 um 17:22 :
„…habe ich etwas überlesen?“
Ich glaube nicht, dass Sie etwas überlesen haben, denn Sie haben die Frage ja schon selbst beantwortet: Sie haben dann keine 12 Monate Beschäftigung vorzuweisen!
Und damit bekommen Sie nicht etwas nur ein Sperre von einer Woche, sondern Sie können Ihren Anspruch auf ALG1 gleich vollständig vergessen. Weil er nämlich nicht mehr existiert.
Bitte lesen Sie doch die Beiträge zum Dispojahr noch einmal sorgfältig durch. Dort habe ich immer wieder erläutert, wie wichtig es ist, dass bei einem Dispojahr es auf eine exakte, Tag-genaue Vorgehensweise ankommt! Alles andere geht in die Hose.
49erin sagte am 23.Mrz.2018 um 12:09 :
liebe Blogteilnehmer,
kurz zur Einordnung meiner Person: am 31.12.2016 per Aufhebungsvertrag aus dem Unternehmen ausgeschieden, 2017 Dispositionsjahr gemacht, zum 01.01.2018 arbeitslos gemeldet, ALG beantragt und genehmigt, seit 01.01.2018 Bezug von ALG (15 Monate).
Ich habe mich kürzlich, um meinen Bewerbungspflichten einigermaßen nachzukommen, auf eine Stelle beworben. Sollte mich das Unternehmen wider Erwarten zum Gespräch einladen und die Stelle mir wider Erwarten zusagen (es würde also zu einer Einstellung kommen), ist meine Annahme richtig, daß ich eine 3monatige Sperre riskieren würde, wenn ich während oder nach Ablauf der Probezeit wieder aus dem Unternehmen ausscheide? Wäre es anders, wenn das Unternehmen die Probezeit nicht verlängern würde? Und wäre es eine andere Situation, wenn ich mich vor Antritt der neuen Arbeitsstelle für eine gewisse Zeit aus dem Leistungsbezug abmelden würde?
Mein Gedanke ist, daß, wenn ich 3 Monate Sperre erhalte, ich rechnerisch ca. 2 (der 6 Monate) Probezeit umsonst gearbeitet hätte. Wenn ich sogar früher ausscheiden würde, gar ganz umsonst.
Vielleicht können Sie, Herr Privater, oder andere Leser hierzu einen Beitrag geben?
49erin
Privatier sagte am 23.Mrz.2018 um 18:03 :
Nein, es tut mir leid. Dazu kann ich nichts sagen.
Das geht mir auch viel zu sehr in die Richtung: „Was einem Arbeitsuchenden so alles passieren kann“. Das ist ganz sicher alles interessant und auch für den Einzelnen wichtig, wäre aber dann eine Frage für ein spezialisiertes Forum. Dort gibt es Experten, die sich mit nichts anderem beschäftigen und das ganz sicher viel besser beantworten können.
Links zu speziellen Foren gibt es unter: Empfehlungen->Blogs und Foren (ganz am Ende).
49erin sagte am 24.Mrz.2018 um 16:12 :
Ok, danke Ihnen trotzdem. Ich werde andere Foren konsultieren.
Reha sagte am 20.Jun.2018 um 17:33 :
Ich bin 54 Jahre alt und möchte mit 55 Jahren mit Abfindung (Aufhebungsvertrag) raus gehen.
Meine frau ist Hausfrau Arbeitet nichts.Die frage ist mit welche steuer klasse wird die Abfindung versteuert.
Ich habe normale Steuerklasse 3.
Die nächste frage ist wie viel tage kriege ich Ruhezeit.(ich glaube 3 Monate sperre kriege ich )
Neben bei will ich noch dabei sagen ,ich bekomme ab 55 eine guten Betriebsrente.
Danke für die Antworten..
Privatier sagte am 21.Jun.2018 um 09:57 :
„Meine frau ist Hausfrau Arbeitet nichts.“
Hoffentlich liest die Frau nicht mit… 😀 😀
Aber im Ernst: Zur Frage der Steuerklasse möchte ich zwei Beiträge empfehlen, die die Problematik und mögliche Lösungen erläutern:
* Abfindung mit Steuerklasse 6 versteuern? und
* Abfindung – Jetzt die Abrechnung abstimmen.
Ruhezeiten werden nur dann von der Agentur verhängt werden, wenn die ordentliche Kündigungsfrist nicht eingehalten worden ist. Wie die Dauer berechnet wird, kann man im Beitrag über die Ruhezeiten nachlesen.
Gru, Der Privatier
Reha sagte am 21.Jun.2018 um 11:57 :
Danke für die antwort?
Frank sagte am 15.Aug.2018 um 10:01 :
Trotz intensiven lesen des Blogs und auch Ihres Buches sind alle geschilderten Sachvethalte sehr speziell und werde für mich selbst bei einem Punkt nicht ganz klar- auch unter Einbeziehung von Telefonaten mit der AfA aber vielleicht können Sie mir weiterhelfen.
Nach längeren Verhandlungen bzgl Höhe der Abfindung habe ich jetzt vergangenen Montag meinen Aufhebungsvertrag mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31.08.18 unterschrieben und mich umgehend pflichtbewusst bei der AfA gemeldet. Somit auch schon einen Termin bzgl. arbeitssuchend nächste Woche.Die Höhe des Anspruchs auf ALG1 wird ja durch Abmeldung meines AG berechnet. Würde jetzt gerne ein Dispojahr einlegen aber eine Nebentätigkeit bei einem Bekannten ausüben der mich anmeldet, mir monatlich 650,- bezahlt und ich somit auch pflichtversichert bin – Hintergrund ist das Umgehen von 900,- Euro KV Beitrag (gesetzlich versichert) während des Dispojahres – oder muss ich bei dieser Nebenbeschäftigung gar kein Dispojahr einlegen und kann innerhalb der 4 Jahresfrist dann irgendwann ALG1 beziehen?!
Kann ich die Arbeitslosmeldung zum 01.09.noch stoppen ?- ist das so sinnvoll ?
Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus !
BigMac sagte am 15.Aug.2018 um 13:58 :
wenn du ein neues Arbeitsverhältnis beginnst, bei dem du in der GKV (und auch in der GRV) angemeldet wirst, bist du nicht mehr arbeitslos. Damit sind auch die Dispozeit und der alte ALG1-Anspruch beendet. Es gibt für einen Versicherten, der nicht in die Familienversicherung wechseln kann, keine Möglichkeit die Ruhezeit bei der KV zu umgehen.
Was du da vor hast, ist in meine Augen absolut schädlich. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Privatier sagte am 15.Aug.2018 um 14:43 :
da solche und ähnliche Fragen immer mal wieder auftauchen, habe ich ein paar Punkte, die dabei zu berücksichtigen sind, in zwei gesonderten Beiträgen zusammengestellt:
* Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung (Teil 1 und Teil 2)
Ich denke, dort sollten die meisten Fragen beantwortet sein.
Frank sagte am 15.Aug.2018 um 15:31 :
Vielen Dank BigMac und Privatier ! – wieder ein weiteres „Mosaiksteinchen“
BigMac sagte am 15.Aug.2018 um 16:20 :
‚ bin nach nochmaligen Durchlesen mehr und mehr der Meinung, dich zuerst nicht ganz richtig verstanden zu haben. Kann es sein, dass deine Frage im Kern lautet: Wird durch die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Nebenbeschäftigung mit max. 15 Std./Woche die wg. der Zahlung einer Abfindung und einer verkürzten Kündigungsfrist verhängte Ruhezeit bei der Krankenversicherung beendet?
Frank sagte am 15.Aug.2018 um 21:02 :
Hallo BigMac,
Danke, dass Du Dich bzgl meiner Frage nochmal gemeldet hast ! Und ja, das ist mein Gedanke.
Frank sagte am 16.Aug.2018 um 07:34 :
Vielleicht noch ein Nachtrag BigMac! mir ist bewusst, dass die Ruhezeit des ALG1 und die Ruhezeit der KV parallel ablaufen. Mir geht es wirklich darum den KV Beitrag während der Ruhezeit so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig aber keine Einbußen beim festgestellten ALG1 zu haben – falls es tatsächlich möglich ist während der Ruhezeit die auch von Dir geschriebenen 15 Wochenstunden zu arbeiten und da. 650,- pflichtversichert zu verdienen. KV Beitrag wären dann ja nur ca. 150,- (AG und AN Anteil)…
BigMac sagte am 16.Aug.2018 um 10:21 :
Okay, jetzt hab ich’s verstanden. Die Frage solltest du mal deiner Krankenkasse stellen. Vielleicht kann hier Swantje auch was dazu sagen. Meiner Meinung nach wird die Ruhezeit dadurch nicht beendet, jedenfalls zählt lt. §158 SGB III, Satz 2 eine neue Beschäftigung nicht zu den möglichen Gründen.
Privatier sagte am 16.Aug.2018 um 16:14 :
Okay, dann habe ich die Frage anfänglich wohl auch nicht richig verstanden…
Meiner Meinung nach müsste die Krankenkasse erst einmal eine Entscheidung treffen, wie die Einstufung in diesem Falle vorzunehmen ist. Dabei bleiben eigentlich nur die Alternativen: pflichtversichert und freiwillig versichert?
Natürlich gibt es dabei so „Mischformen“, bei denen ein Angestellter nebenher selbstständig ist bzw. ein Selbstständiger nebenher noch als Angestellter tätig ist. In solchen Fällen müsste anhand der individuellen Gegebenheiten eine Abwägung getroffen werden, welche Tätigkeit hier im Vordergrund steht und die Einstufung dem entsprechend vorgenommen werden.
Liegt aber ausschließlich eine Tätigkeit als nichtselbstständiger Arbeitnehmer vor, so sehe ich keinen Grund, warum dieser Arbeitnehmer nicht als pflichtversichert einzustufen wäre. Und bei einer Pflichversicherung werden nur die Einkünfte aus der pflichtversicherten Tätigkeit verbeitragt, andere Einkünfte spielen dabei keine Rolle. Oder, um es kurz zu sagen: Die Abfindung dürfte nicht berücksichtigt werden.
So jedenfalls meine (theoretische) Meinung.
P.S.: Kleinen Schreibfehler oben korrigiert! 😉
Frank sagte am 16.Aug.2018 um 21:35 :
Vielen Dank nochmal für die beiden ausführlichen Informationen!
Andreas Bartsch sagte am 20.Sep.2018 um 09:25 :
Da mein Arbeitsverhältnis zum 31.12.2018 per Freistellungsvereinbarung endet, war ich am 18. September 2018 im örtlichen Kundencenter der Bundesagentur für Arbeit. Ich habe mich zunächst am PC erfassen lassen und Eckpunkte zum Lebenslauf, meinem Beruf etc. mitgeteilt. Anschließend erfolgte ein Beratungsgespräch. Ich habe meine Situation kurz geschildert. D. h. einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit meinem Arbeitgeber zum 31.12.2018. Die Vereinbarung sieht vor, dass ich ab dem 01.01.2019 bis zum Erreichen der Altersgrenze zum frühstmöglichen Bezug von Altersrente von meinem bisherigen Arbeitgeber ein monatliches Überbrückungsgeld erhalte. Habe dann der Beraterin mitgeteilt, dass ich der Meldepflicht nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 SGB III nachkommen möchte und vom Dispositionsrecht Gebrauch machen möchte. D. h., mir die Möglichkeit einräumen möchte, bis spätestens 31.12.2019 zu überlegen, Arbeitslosengeld ab 01.01.2020 zu beantragen. Diese Regelung war der Beraterin nicht bekannt. Vielmehr wies mich die Beraterin darauf hin, dass es sich bei mir ja um einen Aufhebungsvertrag handelt und ich, um mir einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern, mich im Rahmen der Meldepflicht ab sofort arbeitssuchend melden müsste. Sie wies mich weiterhin darauf hin, dass diese Arbeitssuchemeldung für mich mit Verpflichtungen einhergehen, d. h. regelmäßige Meldung bei der Bundesagentur für Arbeit, aktives Mitwirken bei der Arbeitssuche, Erbringung von Nachweisen der aktiven Arbeitssuche und dass ich maximal Anspruch auf 20 Werktage Urlaub im Jahr habe. Ich habe mir nun Bedenkzeit eingeräumt und mich noch nicht arbeitssuchend gemeldet. Die Beraterin wies mich darauf hin, dass ich damit meiner Meldepflicht nach § 38 SGB III noch nicht nachgekommen bin. Diese 3-monatige Frist endet am 28.09.2018. Wie soll ich mich nun verhalten? Arbeitssuchend melden?
Privatier sagte am 20.Sep.2018 um 19:08 :
Zunächst einmal zum Thema „Dispojahr“:
Es kommt immer mal wieder vor, dass Mitarbeiter der Agentur diese Möglichkeit nicht kennen. Oder sie ganz einfach mit dem Begriffen nichts anfangen können. Das liegt teilweise auch daran, dass es die Bezeichnung „Dispojahr“ oder „Disporecht“ in dieser Form nirgendwo in den Gesetzen gibt. Ist also teilweise verständlich…
In solchen Fällen müsste man dann eben den Mitarbeitern das Vorhaben anhand der bestehenden Regelungen erläutern. Ich möchte das hier nicht alles wiederholen, sondern möchte auf den Beitrag zum Dispojahr verweisen. Dort finden sich auch die gesetzlichen Grundlagen.
Weiterhin möchte ich die zahlreichen Beiträge mit Hinweisen zum Dispojahr empfehlen. Dort finden sich viele Erläuterungen, auch zu Meldepflichten und zum Umgang mit der Agentur. Und auch zur Frage, ob denn ein Dispojahr überhaupt sinnvoll ist!
Ich muss allerdings auch sagen, dass ich den geschilderten Sachverhalt etwas unverständlich finde. Auch das hat wieder etwas mit Begriffen zu tun…
* Von Freistellung spricht man in der Regel dann, wenn das Arbeitsverhältnis weiter besteht, das Gehalt weiter gezahlt wird, der AN aber nicht zur Arbeit erscheinen muss. Endet das Arbeitsverhältnis aber, so kann man bei der nachfolgenden Zeit nicht von einer Freistellung sprechen. Und auch nicht von einer Freistellungsvereinbarung, sondern von einem Aufhebungsvertrag. Was also liegt hier wirklich vor?
* Auch bei der Verwendung des Begriffes „Überbrückungsgeld“ ist mir nicht klar, um was es sich am Ende handelt?
– Wird ein (evtl. reduziertes) Gehalt weiter bezahlt? Das würde zur Freistellung passen.
Aber nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Oder
– Handelt es sich um eine ratierliche Abfindung? Das passt zu einem Aufhebungsvertrag,
hat aber nichts mit Freistellung zu tun. Oder
– Ist es eine Art Rente, also Versorgungsbezüge, die der AG aufgrund einer internen Vereinbarung zahlt?
Die Antworten auf diese Frage wären von Bedeutung, da damit u.U. auch zusammenhängt, ob überhaupt ein Anspruch auf ALG1 besteht und auch wegen der Fragen nach den evtl. Sozialabgaben auf diese Zahlungen.
Auch die Frage „Arbeitsuchend melden oder nicht“ hängt u.U. davon ab, was genau der Inhalt der Verträge ist. Und sie hängt davon ab, ob Sie sich in der Lage sehen, mit entsprechendem Know-How ausgerüstet, weitere Gespräche mit der Agentur zu führen und hierbei ggfs. die Forderung nach kompetenteren Ansprechpartnern durchsetzen wollen.
Ich kann diesen Weg nur empfehlen (auch wenn er Nerven kostet), denn am Ende müssen Sie mit den Mitarbeitern der Agentur zusammenarbeiten. Und da ist es immer besser, man hat im Vorfeld so viel Klarheit wie nur möglich. Im Nachhinein etwas zu korrigieren (ggfs. über Widersprüche etc.) kostet erfahrungsgemäß noch viel mehr Nerven!
Klein Erna sagte am 1.Okt.2018 um 17:03 :
Hallo Herr Privatier, ich habe mich fristgerecht drei Monate vor Ende meines Beschäftigungsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet. Bekam nun noch ein Schreiben, dass man noch einige Daten mit mir abgleichen möchte, was ich auch getan habe. Ich soll nun darauf warten, dass mich mein zuständiger Reha-Bearbeiter kontaktiert. Zur Erklärung: ich bin gleichgestellt schwerbehindert. Ich war bisher davon ausgegangen, dass ich zu einer „normalen“ Berufsberatung eingeladen werde. Hat jemand Erfahrungen? Bin jetzt etwas verunsichert, was da ggf. auf mich zukommen könnte!? Liebe Grüße Klein Erna
Privatier sagte am 1.Okt.2018 um 20:06 :
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei (gleichgestellt) Schwerbehinderten einige Besonderheiten hinsichtlich der Chancen bei der Arbeitsvermittlung gibt. Dies könnte sich sowohl positiv, aber auch negativ auswirken. Daher ist womöglich eine spezielle Beratung vorgesehen. Auch hinsichtlich der Frage, inwieweit solche Angaben in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen genannt werden sollen oder müssen.
Ist aber nur eine Annahme…
Hardy sagte am 2.Okt.2018 um 11:12 :
Ich habe einen befristeten GDB von 60. In meiner Großstadt gab es bei der Agentur für Arbeit sogar eine besondere Abteilung für Schwerbehinderte. Die Sachbearbeiterin konnte mir zu der Frage aber auch nichts sagen.
Ich bin der Meinung, dass man einen GDB von 50 oder höher in der Bewerbung angeben sollte. Schließlich hat man dadurch das Recht auf fünf Tage Zusatzurlaub.
Es gibt Arbeitgeber, die bevorzugt Behinderte einstellen; andere vermeiden das. Die Angabe hat also auf jeden Fall eine Auswirkung auf das Ergebnis der Bewerbung.
Privatier sagte am 2.Okt.2018 um 22:24 :
“ In meiner Großstadt gab es bei der Agentur für Arbeit sogar eine besondere Abteilung für Schwerbehinderte. Die Sachbearbeiterin konnte mir zu der Frage aber auch nichts sagen.“
😀 😀 Köstlich. 😀 Worin bestanden denn die „besonderen“ Leistungen dieser Spezial-Abteilung? 😀
Klein Erna sagte am 3.Okt.2018 um 16:15 :
Zunächst erstmal vielen Dank für die Antworten.
Meine „Sorge“ geht eher dahin, dass man mich als gleichgestellte Schwerbehinderte in irgendwelche Massnahmen und/oder Stellenangebote verweisen möchte, an welchen ich eher kein Interesse habe. Angeben müsste ich meinen GDB eher nicht, weil ich keinen Anspruch auf Mehrurlaub etc. habe. Das gilt erst ab GDB 50.
Gruss, Klein Erna
Hardy sagte am 3.Okt.2018 um 17:04 :
Vielleicht hat sie sich besser in den speziellen Bestimmungen ausgekannt.
Ich habe aber nichts davon bemerkt.
Positiv war, dass die Warteschlange bei den Terminen deutlich kürzer war.
Hardy sagte am 3.Okt.2018 um 17:11 :
Hallo Klein Erna,
was Dir die Agentur vorschlägt, kannst Du nicht bestimmen.
Es liegt aber in Deiner Hand, ob Du in Bewerbungsschreiben auf den GDB hinweist.
Du könntest doch angeben, dass ein GDB besteht, ohne Dich zur Höhe zu äußern. Vielleicht führt das schon zu einer ablehnenden Reaktion. In einem Bewerbungsgespräch könntest Du auch auf die Gleichstellung hinweisen.
Es kommt eben darauf an, welchen Effekt Du erzielen willst.
Klein Erna sagte am 3.Okt.2018 um 18:44 :
Danke, Hardy, ich habe gehört, dass man schnell in die Frühverrentung geschickt wird. Damit kein ALG gezahlt werden muss.
Hat man das bei Ihnen versucht? Liebe Grüsse, Klein Erna
Hardy sagte am 3.Okt.2018 um 18:55 :
bei mir war sowieso der Plan, nach einem Dispositionsjahr und zwei Jahren ALG I mit 61 Jahren in die vorgezogene Rente als Behinderter zu gehen. Das habe ich auch der Sachbearbeiterin gesagt; in Folge hat sie mich größtenteils in Ruhe gelassen. Es war ihr wohl wichtig, zu hören, dass bei mir ALG II (Hartz IV) nicht in Frage kommt.
Ich glaube nicht, dass die Arbeitsagentur es erzwingen kann, dass jemand in die vorgezogene Rente geht. Erwerbsminderungsrente steht ja wohl nicht zur Diskussion. Es bleibt für Dich nur die Frage, wieviel Zeit bis zur Rente noch ist und wie Du finanziell über die Zeit kommst.
Klein Erna sagte am 3.Okt.2018 um 19:06 :
ich kann leider nicht in die vorzeitige Rente, habe ja „nur“ GDB 30, dafür muss mindestens ein GDB 50 vorhanden sein. Ich kann in 4 Jahren mit Abzügen in die „normale“ Rente, was ich auch vorhabe.
Dann hoffe ich mal auf einen wohlgesonnenen Berater.
LG Klein Erna
Privatier sagte am 3.Okt.2018 um 21:41 :
Kleiner Hinweis noch von mir: Die Arbeitsagentur kann vielleicht „anregen“, sich doch einmal einen Rentenantrag zu überlegen (wenn die Vermittlungsaussichten gleich Null sind), aber zwingen kann sie nicht. Zumindest nicht bei ALG1-Bezug. Bei ALG2 mag das anders aussehen. Aber das ist ja hier nicht das Thema.
Klein Erna sagte am 7.Okt.2018 um 11:04 :
Hallo Hardy, hallo Privatier,
Bei mir gibt es News. Kaum arbeitssuchend gemeldet, schon flattert ein Vermittlungsvorschlag ins Haus. Termin bei Rehaberater erst im November. Die ausgeschriebene Position passt überhaupt nicht zu meiner Qualifikation. Ich habe dann in dem Unternehmen angerufen und man war der gleichen Auffassung. Das nur zur Info.
Nun habe ich noch eine Frage zum Thema ALG 1. Ich beziehe noch bis 31.12.18 Gehalt. Spätestens am 02.01.2019 kann ich ALG 1 beantragen, im Telefonat mit der Hotline bei der Agentur für Arbeit sagte man mir, ich könne den Antrag bereits beim ersten Gespräch stellen. Da ich aber höchstwahrscheinlich noch vor Ende meines Beschäftigungsverhältnisses ins Krankengeld rutschen werde, meine Frage an euch: sollte ich vorher den Antrag auf ALG 1 stellen oder besser nicht? Wenn ja, würde dann der bewilligte Betrag festgeschrieben, soll heißen, müsste ich nach Genesung das ALG 1 neu beantragen oder bleibt der errechnete Anspruch bestehen?
In meinem Kopf herrscht etwas Chaos, daher hoffe ich auf euer Wissen.
Vielen Dank im voraus. Liebe Grüße Klein Erna
FÜR2012 sagte am 7.Okt.2018 um 18:48 :
die Arbeitslosmeldung und ALG1-Bezug sind an einige Bedingungen geknüpft, die ALLE gleichzeitig erfüllt werden müssen!
Wenn Sie krank sind (mit AU-Bescheinigung) können Sie an diesem Tag eigentlich keinen Antrag auf ALG1 stellen, da Sie wegen Krankheit dem Arbeitmarkt nicht zur Verfügung stehen!
Bitte nochmals die Bedingungen für eine „erfolgreiche Arbeitslosmeldung“ checken.
Klein Erna sagte am 7.Okt.2018 um 19:37 :
Hallo FÜR2012,
ich glaube, ich habe meine Frage falsch gestellt.
Ich muss im November erstmalig zur Beratung in die Agentur für Arbeit. ALG 1 müsste ich spätestens am 2.1.19 beantragen. Alternativ könnte ich es aber auch schon im November bei der ersten Beratung beantragen.
Wenn ich VOR Eintritt des ALG 1 und VOR Ende meines Beschäftigungsverhältnisses und über das Ende des Beschäftigungsverhältnisses erkranke, tritt ab 01.01.19 Krankengeldzahlung ein.
Daher bin ich mir nicht sicher, ob ich das ALG 1 schon im November beantragen sollte.
Privatier sagte am 8.Okt.2018 um 20:45 :
Wenn bereits im Vorfeld absehbar ist (z.B. aufgrund einer länger geplanten Operation/Reha-Maßnahme), dass zum Ende des Arbeitsverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit vorliegen wird, ist damit auch absehbar, dass eine Arbeitslosmeldung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich wäre.
Daran ändert auch nichts, dass man AL-Meldung und -Antrag schon im Vorfeld abgeben kann. Ich selber würde in dieser Situation keinen Antrag abgeben. Wie die Agentur verfährt, wenn man es trotzdem macht, kann ich nicht abschätzen.
Klein Erna sagte am 9.Nov.2018 um 17:52 :
Guten Abend, ich habe mich etwas rar gemacht, bin aber immer wieder sehr begeistert von dieser Plattform, vielen Dank.
Zwischenzeitlich hatte ich mein erstes Gespräch bei der AfA. Es ist soweit ganz gut gelaufen, ich habe eine nette Sachbearbeiterin erwischt. Sie hatte mir dann mehr oder weniger durch die Blume suggeriert, ich solle doch versuchen VOR Ende meines Arbeitsverhältnisses ins Krankengeld zu gelangen. Damit würde ich die Zeit bis zur Rente strecken, da ich ja im Anschluss noch 2 Jahre ALG 1 beziehen könnte. Soweit so verstanden, da ich in ärztlicher Behandlung bin und diese Behandlung auch während meiner Freistellung weiterführe, sollte das machbar sein. Die freundliche Dame bei der AfA erklärte mir, dass die anschließende Berechnung des ALG 1 nach meinem letzten Gehalt berechnet würde, die Zeit des evtl. Krankengeldes also nicht zur Berechnung zu Grunde gelegt wird.
Beispw.: November 2017 – Juni 2018 Krankengeld, dann bezahlte Freistellung bis 31.12.2018, AU mit Krankengeld z.B. Januar 2019 – August 2019, dann ALG 1 für 24 Monate.
Die Verdienstbescheinigung AG habe ich an den AG geschickt und die sollte ich auch bei der AfA einreichen, laut Sachbearbeiterin.
Wird dann die Höhe des ALG 1 berechnet und auf Eis gelegt, bis ich wieder gesund bin?
Schönen Abend und vielen Dank LG Klein-Erna
Privatier sagte am 10.Nov.2018 um 13:01 :
Zunächst einmal etwas zum Krankengeldbezug zum Ende des Arbeitsverhältnisses:
Die „freundliche Dame bei der AfA“ mag zwar vom Prinzip her richtig liegen, ich sehe allerdings einen kleinen Haken: Gemäß der derzeit noch aktuellen Dienstanweisung bzgl. unwiderruflicher Freistellungen werden diese bei der Berechnung der ALG1-Höhe nicht berücksichtigt. Ebensowenig die Zeiten des Krankengeldbezuges (wie die Agentur-Mitarbeiterin richig bemerkt hat).
Und jetzt rechnen Sie bitte einmal selber, wieviel Zeit mit „normalem“ Arbeitsentgelt Sie in den zwei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit noch vorzuweisen haben! Sind es mehr als 150 Tage? Dann ist alles gut und die ALG-Höhe wird normal auf Basis dieser Entgelte berechnet. Ist das aber nicht Fall, kommt es zur einer fiktiven Einstufung und diese ist in der Regel schlecht.
Anmerkung: Zu den Freistellungen gibt es BSG-Urteil, welches die Vorgehensweise für unrechtmäßig hält (s. Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-13-3-arbeitslosengeld-nach-freistellung/ ). Dies wird aber bisher wohl von Agenturen (noch) nicht umgesetzt.
Weiterhin kann ich mir nicht vorstellen, dass die Ihre Agentur Ihnen einen ALG-Bescheid erstellt. Wer krank ist, steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und ist daher lt. Definition nicht arbeitslos und hat daher keinen Anspruch auf ALG. Ich gehe daher davon aus, dass die Prüfung des Antrages erst nach Genesung erfolgen wird.
horst fischer sagte am 10.Nov.2018 um 21:22 :
was mache ich bloß mit diesen vermittlungsgutschein ? bin seit 9 monate im arbeitslosengeld 1. beim letzten termin hat mir die vermittlerin der arbeitsagentur
so einen vermittlungsgutschein mitgegeben ? bin etwas verunsichert,ob ich eine sperre
bekomme,wenn ich den gutschein nicht irgendwo einlöse ?
danke für die unterstützung und ein freundlicher gruß…….horst fischer
Privatier sagte am 11.Nov.2018 um 12:07 :
Tut mir leid, aber dazu kann ich nichts sagen. Vielleicht fragen Sie einmal in einem Forum nach, das sich auf Fragen zur Arbeitslosigkeit spezialisiert hat (Link unter Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).
Gunther sagte am 29.Nov.2018 um 16:55 :
Hallo Herr Privatier
ich habe hier viel gelesen wegen Sperrzeit und Krankenversicherung.
Es ging aber immer um die anfängliche 3-monatige Sperrzeit nach Eigenkündigung.
Ich habe eine Frage bezüglich eine Sperrzeit oder Strafzeit, wenn man schon in ALG1 ist und gegen Pflichten verstoßen hat. Es gibt davon soviel, dass es auch mal aus Versehen passieren kann.
Wenn man dann z.B. 2 Wochen Strafzeit bekommt, wie ist es dann mit der gesetzlichen Krankenversicherung?
Fällt man da raus? Oder wird diese durchgehend bezahlt.
Ist ja nicht ganz unwichtig, wenn man genau an einem solchen Tag einen schweren Unfall hat, und dann wären die Kosten im Krankenhaus nicht gedeckt.
Ich habe im Internet dazu nichts gefunden.
Privatier sagte am 29.Nov.2018 um 21:00 :
Ich kenne nur die Aussage, dass man während einer Sperrzeit über die Agentur krankenversichert ist. Auch wenn da wohl in der Regel die Sperrzeit zu Beginn des ALG-Bezuges mit gemeint sein wird, so sehe ich aber andere Sperrzeiten nicht ausgeschlossen.
Kurz: Ich bin mir nicht 100% sicher, und daher mein Rat: Vielleicht fragen Sie einmal in einem Forum nach, das sich auf Fragen zur Arbeitslosigkeit spezialisiert hat (Link unter Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).
horst fischer sagte am 30.Nov.2018 um 12:36 :
schau doch mal nach auf arbeitsrecht.de
hab da selber wichtige dinge gelesen zu dein thema
du kannst dort auch fragen stellen
Sabine sagte am 29.Nov.2018 um 18:05 :
ich habe im Januar 2018 eine Abfindung erhalten und das gesamte Jahr keine Einkünfte generiert. Ich habe mich fristgerecht bei der Agentur zum 1.1.18 gemeldet und am 5.1.18 abgemeldet nachdem ich meinen Bescheid über ALG1 erhalten hatte.
Frage: 1. Wenn ich ab dem 1.12.18 einen Midijob annehmen würde (ca. 451Euro)befristet bis 31.12.19, würde dann mein bereits festgestellter Anspruch auf ALG1 in der ursprünglich festgestellten Höhe erhalten(Bescheid Januar18) bleiben (Bestandsschutz)?
2. Da ich bis dahin 58 Jahre alt sein werde, könnte ich die restlichen Monate ALG1 Anspruch zusammen mit den neu erworbenen 6 Monaten = 24 Monate innerhalb der nächsten 4 Jahre aufbrauchen, da ich nur 5 Monate im Jahr saisongemäß angestellt sein möchte.
Privatier sagte am 30.Nov.2018 um 16:36 :
Ich denke, das sollte so funktionieren.
Mir gehen solche Fragen aber viel zu sehr in die Richtung: „Tipps und Tricks für Arbeitslose“. Da dies aber hier kein Forum für Arbeitslose werden soll und ich mich mit solchen Konstruktioen im Detail auch nicht befassen möchte, kann ich auch hier nur empfehlen: Fragen Sie einmal in einem Forum nach, das sich auf Fragen zur Arbeitslosigkeit spezialisiert hat (Link unter Empfehlungen->Blogs und Foren, ganz am Ende).
Kaufi sagte am 28.Dez.2018 um 10:00 :
vielen Dank für all die Bereicherungen auf diesem Block!!!
Meine Frage zu ALG 1 – Bestandssicherung nach 4 Jahren Disposition?
Ich habe mich nach Austritt aus einem Unternehmen Arbeitslos gemeldet und meinen Anspruch feststellen lassen und diesen gesichert. Danach habe ich mein Dispositionsrecht ausgeübt und mich knapp 4 Jahre abgemeldet. Jetzt bin ich zurück und habe mich erneut arbeitslos gemeldet.
Wenn ich jetzt eine Arbeitsstelle (ggf nur sehr kurz) antrete – also deutlich kürzer als 1 bzw. 2 Jahre, verfällt mir jeglicher Anspruch auf ALG 1???
Privatier sagte am 28.Dez.2018 um 21:24 :
Kurze und knappe Antwort: Richtig, der alte Anspruch verfällt nach vier Jahren.
Je nach Dauer der neuen Beschäftigung kann ein neuer Anspruch entstehen (oder auch nicht).
AKK sagte am 8.Jan.2019 um 07:58 :
meine unwiderrufliche Freistellung ab 03/2018 endete zum 31.12.2018. Abfindung erhalte ich im Januar 2019.
09/2018 habe ich mich arbeitssuchend gemeldet und Ende Dezember 2018 persönlich arbeitslos gemeldet.
Meine Kündigungsfrist wäre der 31. März 2019.
Ich warte nun auf den ALG1 Bescheid. Ich musste noch einen Fragebogen bzgl. Aufhebungsvertrag ausfüllen.
Dies wurde am nächsten Tag erledigt.
(hier kann ich eventuell die 6 Wochen Sperrzeit umgehen, da ich ärztliche Atteste habe, welche mir einen Arbeitsplatzwechsel
anraten)
Zusätzlich muss ich noch eine Bestätigung der Krankenkasse bzgl. Krankengeldbezug vorlegen. Diese habe ich von der KK noch nicht erhalten. (Verzögerung wegen Weihnachten und Sylvesterurlaub)
Ich habe noch keinen Termin bei der Arbeitsagentur erhalten, weder zur Arbeitssuchendmelund noch zur Arbeitslosmeldung.
gut oder schlecht ?
Wie lange dauert in der Regel das Schreiben für den ALG1 Bezug bzw. muss man hier nach einigen Wochen wieder nachhaken ?
Bei der Berechnung der Ruhezeit (25% der Abfindung werden anerkannt, da länger als 20 Jahre im Unternehmen) ist die Grundlage die BBG oder das tatsächliche Gehalt, da der Mitarbeiter bei der Arbeitsagentur sich nicht für meine Lohnbelege
interessierte, sondern lediglich das Schreiben meines AG mit der BBG haben wollte. Dies würde die Ruhezeit erheblich verlängern.
Was ist hier die Grundlage zur Berechnung ?
Ruhezeit endet spätestens mit der reguären Kündigungsfrist 31.März 2019. ist dies richtig ?
Privatier sagte am 8.Jan.2019 um 14:44 :
In der fachlichen Weisung der Agentur für Arbeit zum § 158 SGB III heisst es unter Pkt. 158.2.1 „Berechnung des Ruhenszeitraumes“:
„Der mit der Tabelle ermittelte Anteil der EE ist durch das in der letzten Beschäftigungszeit kalendertäglich erzielte Entgelt (ohne Begrenzung auf die Beitragsbemessungsgrenzen) zu teilen.“
(Erläuterung: „EE“ = „Entlassungsentschädigung“).
Zu den anderen Fragen:
* Ob eine Terminverzögerung gut oder schlecht ist, muss jeder für sich einschätzen.
* Die Dauer für die ALG-Bescheide ist sehr unterschiedlich. Hängt u.a. auch von der Vollständigkeit der Unterlagen ab (Eigene Unterlagen, Arbeitgeber, evtl. Krankenkasse, etc.). Wer nicht abwarten will, muss ggfs. bei entsprechenden Stellen nachhaken. Musste ich auch, da mein EX-AG sich viel Zeit gelassen hat.
* Die Ruhezeit endet spätestens mit Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist. Richtig.
AKK sagte am 28.Jan.2019 um 10:47 :
es gibt Verzögerungen bei dem Antrag des ALG1, da Dokumente fehlen, welche ich auf der Internetplattform hochgeladen habe und mein AG falsch ausgefüllt hat (SV 1-11 2017 vergessen . Sachbearbeiter sagen, sie können die Dokumente nicht einsehen, also alles noch einmal per email versendet und korrigierte Arbeitsbescheinigung bei AG erhalten. Komisches System bei der Arbeitsagentur aber sollte nun nach Anruf erledigt sein.
Ich habe vermutlich ein Problem mit der Arbeitsagentur bzgl. Berechnung Ruhezeit.
Dies ist wichtig für mich da die Ruhezeit mit meinen tatsächliche Gehalt nur 48 Tage andauert und mit der BBG wesentlich länger über 3 Monate, ich gehe vermutlich zum 01.März wieder arbeiten und somit käme in die gesetzliche KK.
(siehe oä Kommentar von Privatier und auch die falchlichen Anweisung Arbeitslosengeld der Bundesagentur steht auf Seite 11:
* der Teilung der zu berücksichtigenden EE durch das kalendertägliche
Arbeitsentgelt bei Abrundung auf volle Kalendertage
– dem längsten Ruhenszeitraum von einem Jahr
Hier steht nix von Beitragsbemessungsgrenze.
Bei dem erneuten Telefonat hatte ich eine Diskussion mit dem Sachbearbeiter, da die Arbeitsagentur keinen Gehaltsnachweis von mir haben will, sondern nur die Arbeitsbescheinigung des AG mit SV-plichtigem Gehalt also BBG. Als ich fragte, ob er den §158 kenne, wurde er nicht gerade freundlich. Dies wäre ihre Grundlage und sie wissen, was sie tun und ich soll die Entscheidung abwarten. OK ?
Was kann ich hier unternehmen bzw. gibt es noch weitere Schriftstücke als Beweis/Belegung.
Bescheid abwarten und dann Widerspruch einlegen ?
Wie kann ich mich beschweren ?
Privatier sagte am 28.Jan.2019 um 15:17 :
Ich füge hier gerne einmal einen Link zur Fachlichen Weisung der Agentur für Arbeit ein. Diese kann man in der offizoellen Weisungssammlung der Bundesagentur für Arbeit finden.
Und dort heisst es auf Seite 10 der Weisung zum §158 SGB III:
„Der mit der Tabelle ermittelte Anteil der EE ist durch das in der letzten Beschäftigungszeit kalendetäglich erzielte Entgelt (ohne Begrenzung auf die Beitragsbemessungsgrenzen) zu teilen.“
Für mich ist das eindeutig.
Bevor der Bescheid der Agentur vorliegt, macht es wohl wenig Sinn, weitere Schritte zu unternehmen. Insbesondere dann, wenn das Verhältnis offenbar ohnehin schon etwas „gestört“ ist. Ich würde den Bescheid abwarten, dann aber umgehend Widerspruch einlegen, wenn er nicht den Vorstellungen entspricht. Ggfs. vorab/parallel Unterstützung eines Anwaltes einholen, um a) die Einschätzung zu bestätigen, b) die richtige Formulierung zu wählen und c) bei einer evtl. notwendigen Klage sofort die richtige Unterstützung zu haben.
Viel Erfolg (und immer gerne weitere Updates!) wünscht
AKK sagte am 28.Jan.2019 um 15:10 :
Rückruf Mitarbeiter Arbeitsagentur. Er sagte, dass er die Arbeitsentgelte vom AG angefordert habe und ich einen vorläufigen eventuell falschen Bescheid erhalte. Vielleicht hat er es nun kapiert.
Privatier sagte am 28.Jan.2019 um 15:20 :
Sehr schön! Gerade erst gelesen. Da war mein obiger Kommentar evtl. gar nicht mehr nötig…
AKK sagte am 1.Feb.2019 um 07:06 :
kurze Rückmeldung bzgl. ALG1 Bescheid.
Vorgestern ist wie angekündigt der vorläufige (falsche) Bescheid gekommen und gestern die Änderung. Alles wurde nun zur Zufriedenheit berichtigt.
Keine Sperrzeit wegen Attest des Arztes. Ruhezeit wurde richtig bis Mitte Februar nach Paragraph 158 berechnet und ALG1 ist bis Mitte Mai 2020 (also 15 Monate) bewilligt. Somit kann ich zum 11.02. aus der privaten KK in die gesetzliche Techniker Krankenkasse wechseln, also alles nach Plan.
Gestern wurde auch meine Abfindung 80kEuro gezahlt. Brutto = Netto also ohne Abzüge. Ich vermute Steuerklasse 3, verheiratet ohne Kirchensteuer, Fünftelregelung und ohne weitere Einkommen in 2019 berechnet, somit entstehen keine Lohnsteuer.
Etwas seltsam von meinem ehemaligen AG, aber ich beschwere mich nicht über ein zinsloses Darlehen.
Nach meiner Schätzung werden dann ca. 27-29 kEuro mit der Steuererklärung 2019 Ende 2020 fällig. Somit habe ich ein zinsloses Darlehen für 2 Jahre. Schauen wir mal, was die Börse nach 2 Jahren hergibt.
Privatier sagte am 1.Feb.2019 um 16:54 :
Sehr schön! Das hört sich doch alles gut an. Auch die Abrechnung der Abfindung ist doch in Ordnung. Bei 80k€ und Fünftelregel dürften ja auch keine Steuern anfallen.
Markus sagte am 10.Apr.2019 um 22:15 :
Hi, wie kommst du denn auf 27 – 29k Steuern bei 80k Abfindung und nur ALG dazu? (sorry, aber ich habe nicht den ganzen chat verfolgt). Selbst bei 18k ALG kommen nur ca. 8k Steuern raus.
Vielleicht kannst du das Jahresbrutto noch etwas senken. Es könnte auch rechnerisch sinnvoll sein, sich bei der Agentur ab- und anzumelden und so weniger ALG in 2019 zu beziehen.
Viel Erfolg noch in diesem spannenden Jahr.
Herby sagte am 8.Feb.2019 um 10:37 :
Ende August 2018 Antrag auf ALG gestellt und wieder rückgängig gemacht, um Dispostionsrecht, zum 01.09.19 ausüben zu können.
Jetzt habe ich im Januar Abfindungssumme ausgezahlt bekommen.
Am Arbeitsamt, hat man mir auf Anfrage gesagt:
Ich könnte, ca. Mitte August 2018, mein Dispositionsrecht zum 01.01.19 ausüben, den Antrag aber erst Mitte Januar 2020 abgeben, was bewirkt, das ich Arbeitslosengeld für 09/19 – 12/19, erst ca. Ende Januar 2020 gezahlt bekommen würde.
Wie sieht es mit dem steuerlichen Zufluß, des ALG aus:
Wenn dieser dann auch erst 2020 wäre, könnte ich die Progression durch Abfindungszahlung im Jahr 2019 vermeiden.
eSchorsch sagte am 8.Feb.2019 um 22:28 :
Dir wurdem empfehlen, in 2020 rückwirkend ALG1 ab 09/2019 zu beantragen?
Mehr als 16 Monaten nach Ende der letzten Beschäftigung?
Das war eine telefonische Auskunft, oder?
Selbst wenn Du den Namen des Telefonscherzboldes notiert hast, wird dir das nix nützen. Du hast den sicher nur falsch verstanden. Und stehst dann im Januar ganz ohne Anspruch da.
Herby sagte am 9.Feb.2019 um 14:42 :
Nein…. Ende August 2018 arbeitslos gemeldet und gleich wieder abgemeldet um Dispositionsrecht zum 01.09.19 ausüben zu können.
Dann Ende August 2019 Dispositionrecht zum 01.09.19 durch Antrag ausführen/melden aber Antrag erst Mitte Januar 2020 abgeben.
Das funktioniert so auf jeden Fall und ich erhalte ALG auch ab 09/19 rückwirkend, ohne Risiko!
Einzig wichtig für mich ist, in welchem Jahr der steuerliche Zufluß in diesem Fall ist?
Privatier sagte am 9.Feb.2019 um 13:57 :
@Herby: Ich könnte Dich jetzt bitten, Deine Frage etwas sorgfältiger zu formulieren, damit sie auch einen Sinn ergibt…
Ich habe es aber trotzdem verstanden und kann nur sagen: Ich würde das auf keinen Fall machen! Da gibt es sicher andere Methoden (wie z.B. das An- und Abmelden), die erstens kein Risiko beinhalten und bei denen es auch keine Unsicherheiten über den steuerlichen Zufluss bergen.
Aber ansonsten befrage doch lieber mal Deinen „Steuerfachmann“, hier wirst Du wieder „alles nur Vermutungen“ lesen von Leuten, die „alles keine Experten sind“ und „nur zur kompletten Verwirrung beitragen“ (Zitate aus Deinem Kommentar: https://der-privatier.com/kap-10-finanzamt-und-steuern/#comment-19727 ).
Herby sagte am 9.Feb.2019 um 15:18 :
danke für deine gut gemeinte Hilfe.
Aber An und Abmelden zum ALG 1 musste ich Ende August 2018 um Ende August 2019, zum 01.09.19 mein Dispositionrecht ausüben zu können, definitiv.
Den Antrag dann zum 01.09.19 auch direkt am Arbeitsamt ausführen, aber erst Mitte Januar 2020 abgeben ist ein anderes Thema.
Wie geschrieben noch einmal Danke, aber die Kommentare, die hier teilweise kommen, sind nicht hilfreich.
Ich warte auf die Antwort, meines Steuerfachmanns und werde hier nichts mehr schreiben!
FÜR2012 sagte am 9.Feb.2019 um 18:19 :
könnte es sein, dass Sie nicht immer 100%-genau zwischen „SICH ARBEITSLOS MELDEN“ und „SICH ARBEITSUCHEND MELDEN“ unterscheiden?
Sollten Ihre Formulierungen absolut korrekt sein, dann gäbe es wohl Möglichkeiten die bislang hier im Forum/Blog ziemlich unbekannt sind!!!
Ich möchte Sie auch ermutigen weiterhin hier zu schreiben; vielleicht erst nächste Woche mit etwas zeitlichem Abstand…
… und ganz neugierig wäre ich über das Statement zur steuerlichen Sichtweise.
Entrepreneur2Privatier sagte am 11.Mrz.2019 um 12:13 :
Lieber Herr Privatier, und Experten Community,
ich hatte mein erstes Gespräch bei der AfA und die Eingliederungsvereinbarung -Es wurde mir gesagt das 2 Bewerbungen Pro-Woche als Zumutbar eingestuft wurde, hierzu habe ich ich auch einen Urteil gefunden: https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-recht-kommunal/zwei-bewerbungen-pro-woche-sind-arbeitslosen-zumutbar_238_300932.html
Wir haben uns auf 8 Geeinigt selbst wenn es zunächst höhere Vorstellungen gab… – Meine Verwunderung kam jedoch das mir gesagt wurde das dieses Ziel auch dann gilt, wenn ich mich für eine Zeit abmelden würde jedoch das sei im Ermessen von dem Betreuer.
Was Zählt Alles zu den „Bewerbungsaktivitäten“ dazu?
Ich wollte hierzu gerne ihre Sicht lesen und auch gerne von Erfahrungen aus der Community hören.
49erin sagte am 11.Mrz.2019 um 12:36 :
Hallo Entrepreneur2Privatier,
viel kann ich nicht beisteuern, da meine Arbeitsagentur scheinbar sehr entspannt war. In meiner Eingliederungsvereinbarung wurde das Minimum auf nur 3 Bewerbungen/Monat festgesetzt. Ich sollte einmal pro Monat einen schriftlichen Nachweis erbringen, was ich anfangs gemacht habe. Die Betreuerin meinte dann jedoch, daß „müsste ich nicht“. Vielleicht lag der Grund darin, daß ich ohnehin 1x pro Monat bei ihr zum Gespräch gewesen bin. Während meiner Abmeldung (einmal für 6 Wochen in 15 Monaten) hat mich niemand kontaktiert, um einen Nachweis über meine Aktivitäten einzuholen.
Wie es scheint, ist die Handhabung in den einzelnen Agenturen sehr unterschiedlich. Oder aber, es hängt vom Einzelfall und der Wahrscheinlichkeit ab, ob man nochmals im angestammten Beruf einen Job finden könnte (ich bin recht spezialisiert in der Finanzbranche und habe die letzten 6 Jahre meiner aktiven Zeit in Teilzeit zu 60% gearbeitet).
Privatier sagte am 11.Mrz.2019 um 17:01 :
„Was Zählt Alles zu den „Bewerbungsaktivitäten“ dazu?“
Nun – das ist ja genau der Sinn einer Eingliederungsvereinbarung, nämlich exakt festzulegen, welche Bemühungen der Arbeitslose von seiner Seite durchzuführen hat (und auch welche Leistungen er von der Agentur zu erwarten hat).
Was hier konkret vereinbart wird, hängt immer vom Einzelfall ab und es gibt hier keine allgemeinen Aussagen. Ansonsten hätte man dies ja auch einfach per Gesetz oder Verordnung für alle gleich regeln können.
Also: Die Details stehen in der Vereinbarung. Und falls es dort nicht ohnehin vermerkt ist, kann ich nur empfehlen, eine möglichst klare Buchführung über die Aktivitäten (inkl. Nachweise) zu führen.
Entrepreneur2Privatier sagte am 11.Mrz.2019 um 23:55 :
Besten Dank Herr Privatier, und 49erin!
bzgl eine Regelung die Vereinbarung auch in der Abmeldung folgen zu müssen gibt es hierfür ein Anker? Wenn ich nicht Arbeitssuchend bin macht wenig Sinn. Meine Annahme hier gilt das gleiche wie während des Dispojaht.
Privatier sagte am 12.Mrz.2019 um 18:13 :
Ich kann es zwar nur vermuten, aber ich gehe davon aus, dass es sich hier um ein Missverständnis bzgl. der Bedeutung von „abmelden“ handelt.
* Wer sich vorübergehend z.B. aufgrund einer Ortsabwesenheit für 1-2 Wochen bei der Agentur (mit Genehmigung) „abmeldet“, verbleibt im Leistungsbezug und muss daher auch weiterhin sämtliche Pflichten erfüllen.
* Wer sich aber vollständig sowohl aus der Arbeitslosigkeit als auch auch vom Arbeitssuchend-Status abmeldet, hat auch keine Verpflichtungen gegenüber der Agentur.
Ich nehme an, die Frage bzw. Antwort war nicht so ganz eindeutig.
Annette sagte am 13.Mrz.2019 um 16:39 :
mein Mann und ich waren gestern bei der Agentur für Arbeit um uns arbeitssuchend und später wieder abzumelden.
Die Mitarbeiter waren spürbar überfordert. Nach mehreren Gesprächen und Rückfragen durch Kollegen haben wir letztendlich ein Formular unterzeichnet, welches die Überschrift hat:
Erklärung zum Anspruchsbegin. Uns wurde ein Zeitraum max.bis
zum 31.03.2020 gewährt. „Wir könnten dann ja nochmal verlängern“.
Uns kommen mittlerweile Zweifel. Wir wollten unseren Anspruch auf unbestimmte Zeit (4 Jahre). Sind wir nun im Dispositionsjahr gelandet?
Privatier sagte am 13.Mrz.2019 um 22:16 :
Das ist nun aus der Ferne schwer zu beurteilen, da mir weder klar ist, was Sie eigentlich vorhatten („uns arbeitssuchend und später wieder abzumelden“??), noch was im Einzelnen besprochen oder vereinbart worden ist. Ausserdem fehlen zu einer Einschätzung sämtliche weiteren Angaben zur Vorgeschichte.
Annette sagte am 14.Mrz.2019 um 08:41 :
Guten Morgen und Entschuldigung für die sehr grobe Beschreibung,
Hier nun unsere
Eckdaten: Ehemann, geb.10/59, fristgerechte betriebsbedingte Beendigungskündigung zum 31.3.19. (incl.Abfindung zum 31.03.)
Ehefrau, geb. 02/69 ,fristgerechte AN- Kündigung zum 31.12.18, Arbeitsverhältnis bestand über 5 Jahre.Seit 01.01.19 Hausfrau.
Mein Mann möchte dem ihm zustehenden 24 monatigen ALG1-Bezug exakt vor den Rentenbeginn mit 63 legen. Bis dahin möchten wir gemeinsam von unseren Ersparnissen leben und uns nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
Nun wollten wir bei der Agentur unseren Anspruch auf ALG1 für die nächsten Jahre sicherstellen.
Dazu hatten wir im Dezember einen Termin bei der Agentur für Arbeit,in dem sowohl meine Kündigung aufgenommen wurde und uns
die zeitlichen Notwenidigkeiten erklärt wurden.
Demnach sollten wir uns nach meinem 50. Geburtstag und vor dem 31.03.19 bei der Agentur arbeitssuchend melden …und danach wieder abmelden um den Anspruch auf ALG1 nicht verfallen zu lassen.
Bei diesem Termin haben wir nach einigem Hin und Her das og Formular unterschrieben, welches die Inanspuchnahme nur bis zum 31.03.2020 verlängert. Man hatte uns gesagt, dass wir uns nicht zunächst arbeitssuchend und am Folgetag wieder abmelden müssten. Mit diesem Formular wäre der Anspruch bis zum 31.03.gesichert.
Längere Zeiträume könnten wegen der abzuwartenden möglichen Gesetzesänderungen nicht gewährt werden. Wir könnten aber am 31.03.2020 evtl. verlängern.
Nun umschleicht uns der Verdacht, dass wir in das sog. Dispositionsjahr gerutscht sind.
Herzlichen Dank nochmal für Ihre Antwort!
Privatier sagte am 14.Mrz.2019 um 14:01 :
Okay, mit diesen ergänzenden Angaben sieht es so aus, dass hier ein Dispojahr (für den Ehemann!) geplant ist. Zumindest das exakte Datum genau ein Jahr nach Ende der Beschäftigung deutet darauf hin. Unklar ist allerdings weiterhin, ob in diesem Jahr weiterhin irgendwelche Verpflichtungen gegenüber der Agentur bestehen? Besteht der Status „Arbeitsuchend“ weiterhin?
Im Prinzip wäre ja gegen ein Dispojahr auch nichts einzuwenden. Wenn man es denn richtig ausführt und sich der Risiken bewusst ist (dazu gibt es hier auf der Seite genügend Beiträge).
Allerdings bringt es wohl auch keinen Vorteil. Von daher wäre die ursprüngliche Idee des An- und Abmeldens wohl die sinnvollere gewesen.
Es ergibt sich aber mit dem Dispojahr auch kein wirklicher Nachteil, denn wenn Ihr Ehemann sich nach Ablauf des Dispojahres arbeitslos meldet, besteht der dann festgestellte Anspruch ebenfalls für vier Jahre.
P.S.: Falls Ihnen das Dispojahr allerdings doch nicht recht sein sollte, kann Ihr Ehemann sich dies ja auch noch anders überlegen und sich innerhalb der nächsten Wochen/Monate arbeitslos (nicht arbeitsuchend!) melden inkl. Antrag auf ALG1. Anschliessend Bescheid abwarten und sich dann wieder abmelden. Geht auch.
Annette sagte am 14.Mrz.2019 um 15:16 :
Vielen Dank für die pfeilschnelle Antwort!
Es ist wirklich klasse was Sie hier persönlich leisten!
Wir werden nun noch weiter recherchieren um ggf. bei der Agentur für Arbeit nochmal vorstellig zu werden.
Insbesondere der Anspruch für mich scheint ja von den Daten nicht für ein Dispo-Jahr zu passen🤔.
Privatier sagte am 14.Mrz.2019 um 21:22 :
Richtig – meine Aussagen oben haben sich auch erst einmal auf die Daten des Ehemanns bezogen. Für Ihren eigenen Fall müsste man das natürlich gesondert betrachten. Wesentliche Unterschiede hier:
* Selber gekündigt, daher Sperrzeit zu erwarten
* Wesentlich jünger, daher auch geringere Anspruchsdauer.
Die genauen Regeln dazu finden Sie u.a. im aktuellen Beitrag: https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-alles-im-rahmen/
* Und natürlich gilt auch hier zunächst: Dispojahr immer exakt ein Jahr.
Anne sagte am 14.Mrz.2019 um 19:35 :
erstmal vielen Dank für vielen guten Informationen – spitzenmäßiger Blog!
Ich benötige mal das geballte Wissen und vielleicht weiß hier jemand weiter.
Aufhebungsvertrag zum 31.05.2019, Alter 53, schwerbehindert, teilweise erwerbsgemindert. Werde versuchen die Abfindungszahlung im Jahr 2020 auszahlen zulassen.
Aufgrund des Aufhebungsvertrages ohne Einhaltung der Kündigungsfrist und Zahlung einer Abfindung werde ich so schnell nicht in den Genuss des ALG 1 kommen.
Tatsächlich bin ich nicht an der ALG-Zahlung interessiert, weil ich mit der Zahlung des ALG meinen Anspruch auf die betriebliche Altersversorgung verliere bzw. dieser ruht. Das ist keine Option.
Ich spiele zzt. mit dem Gedanken mich ggf. mit dem ALG in der GKV anzumelden. Bei Bezug des ALG 1 könnte ich mich gesetzlich krankenversichern. Mir würde auch die Anmeldung in der GKV ausreichen und ich könnte mich selbst nach einem Tag ALG wieder abmelden. Sofern das so gehen würde. Lt. Krankenkasse kann ich auch ohne ALG-Bezug in der Krankenkasse bleiben.
Da ich noch nie Arbeitslos war sind mir die Spielregeln beim Arbeitsamt so gar nicht geläufig.
Mir ist nicht klar, wie lange die Sperrzeit und die Anrechnung der Abfindung tatsächlich dauert. Wann ist es sinnvoll mich arbeitslos melden um eine ALG 1-Zahlung/-Tag auszulösen?
Wann an- und wann wieder abmelden?
Mein Fokus liegt hier bei der gesetzlichen Krankenversicherung und das ALG 1…so kurz wie möglich zu beziehen…zzt. privat versichert. An einer monatliche ALG-Zahlung bin ich nicht interessiert. Auch werde ich nie diesen Anspruch abrufen.
Für Tipps bin ich sehr dankbar!
Privatier sagte am 15.Mrz.2019 um 11:41 :
Wenn der Fokus auf dem Wechsel zur GKV liegt, so ist der Weg über die Arbeitslosigkeit prinzipiell schon richtig, denn durch die Arbeitslosigkeit wird auch eine Pflichtversicherung ausgelöst. Diese besteht übrigens auch während einer Sperrzeit. Sie besteht aber nicht während einer Ruhezeit!
* Eine Sperrzeit wird verhängt wg. Mitwirkung am Arbeitsplatzverlust. Mehr dazu in den Beiträgen: „Sperrzeit“ und „Lockerung der Regeln für Sperrfristen„.
* Eine Ruhezeit wird verhängt wg. der Zahlung einer Abfindung. Mehr zur Dauer einer Ruhezeit im Beitrag „Ruhezeiten„.
Es wäre daher im ersten Schritt einmal wichtig, die Dauer der Ruhezeit exakt zu bestimmen. Das kann man selber anhand der Formeln und der vertraglichen Bedingungen herausfinden oder aber durch einen ALG1-Antrag, denn die Agentur wird das sicher sehr sorgfältig prüfen. Die Ruhezeit kann maximal ein Jahr betragen. Innerhalb der Ruhefrist wird der Wechsel zur GKV meiner Meinung nach nicht klappen.
Sie müssten daher die Ruhezeit abwarten. Ob Sie während dessen arbeitslos gemeldet bleiben oder nicht, spielt keine Rolle. Evtl. müssten Sie sich nach Ablauf der Ruhezeit erneut arbeitslos melden, um dann tatsächlich den Status der Pflichtversicherung zu erreichen. In der Zwischenzeit sollten Sie am besten direkt mit der Krankenkasse Ihrer Wahl klären, ob es für die Mitgliedschaft nach der Arbeitslosigkeit besondere Voraussetzungen gibt (z.B. Mindestdauer, Vorversicherungszeit, etc.).
Bei all diesen Überlegungen bedenken Sie bitte auch, dass Sie trotz Ihres Wechsels in die GKV als Rentner evtl. nicht in KVdR aufgenommen werden (s. Beitrag „Rente und Krankenkasse“ und „Änderungen der 9/10-Regel für die KVdR„. Das kann dann (je nach Einkommenssituation) vom Beitrag her in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der PKV liegen. Ist zwar meistens nicht so – kann aber.
Entrepreneur2Privatier sagte am 10.Apr.2019 um 12:20 :
Hallo Herr Privatier, Liebe Experten Community,
ich wäre neugierig welche Erfahrung gesammelt wurden mit Eingliederungsvereinbarung die Veränderungen unterzogen werden z.B. wenn der Betreuer ggf. die Anzahl der Bewerbungen erhöhen möchte. Gibt es hier ggf. einige Änderungen, die nicht üblich zulässig sind auf die geachtet werden sollte? Muss die Veränderte Vereinbarung sofort im Gespräch unterzeichnet werden? Ist es akzeptable die Unterzeichnung zu Verzögern um die Veränderungen auf „Rechtssicherheit“ zu validieren? Es gibt dann sicherlich immer die Beziehung mit dem Betreuer die eine Rolle spielt denn beii zu wenig Flexibilität wird sicherlich die Kollaboration schwieriger. Ich freue mich auf die Erfahrungen zu lesen, die in diesem Bereich gewonnen wurden.
Privatier sagte am 10.Apr.2019 um 18:40 :
Das wäre sicher eine Frage, die in einem Forum für Arbeitslose besser beantwortet werden kann.
Einen Link dazu findet sich hier unter Empfehlungen->Blogs und Foren (ganz am Ende).
Weltenbummler sagte am 11.Apr.2019 um 10:09 :
ich lese bereits seit einiger Zeit hier im Blog mit und hoffe, alles richtig verstanden zu haben.
Nun zu meinem Vorhaben:
Ich scheide Aufgrund eines Aufhebungsvertrages mit Abfindung zum 30.06.2019 aus meinem Unternehmen aus. Eine Abfindungszahlung habe ich in das Jahr 2020 verschoben.
Ich werde mich nicht arbeitssuchend- und erst am 01.07.2020 arbeitslos melden.
Aus steuerlichen Gründen ist geplant, mich danach gleich wieder abzumelden und erst zum 01.01.2021 erneut arbeitslos melden.
Meine Anspruch auf eine Zahlung von Arbeitslosengeld, längstens für 4 Jahre nach der ersten Arbeitslosenmeldung am 01.07.2020 sollte damit gegeben sein.
Ist alles richtig so?
Im Voraus schon mal vielen Dank für Euren Kommentar hierzu!
Grüße vom Weltenbummler
Weltenbummler sagte am 11.Apr.2019 um 10:40 :
noch ein Nachtrag zu dem, was ich oben geschrieben habe.
Mir ist schon klar, dass ich das Arbeitslosengeld nicht 4 Jahre lang bezahlt bekomme, es ging mir generell um den Anspruch, der für den genannten Zeitraum bestehen bleiben sollte.
Auf den Seiten der Agentur für Arbeit gibt es einen Arbeitslosengeld-Rechner.
Hier kann man den Lohn der letzten 12 Monate eintragen, um das Arbeitslosengeld zu berechnen.
Mein Lohn wird aber (wenn ich mich erst zum 01.07.2020 arbeitslos melde) die letzen 12 Monate = „0“ gewesen sein. Wie wird dann das Arbeitslosengeld berechnet? Laufe ich hier evtl. in eine Falle?
Lothar Weiß sagte am 11.Apr.2019 um 16:31 :
Ich weiß auch noch nicht was ich da dann nach 19 Monaten eintragen muss.
ratatosk sagte am 11.Apr.2019 um 11:10 :
Auf, Weltenbummler
No problem, lies mal hier:
https://der-privatier.com/arbeitslosengeld-alles-im-rahmen/
– und den Folgebeitrag…
Gruesse+angenehmes Dispojahr!
Privatier sagte am 11.Apr.2019 um 12:16 :
@Weltenbummler:
Ratatosk war schneller mit der Link-Empfehlung. Ich hätte denselben Beitrag empfohlen. 😉
Ansonsten sind die obigen Überlegungen zum Dispojahr richtig. Der Vollständigkeit halber aber besser einmal die Serie mit den Hinweisen zum Dispojahr lesen!
Weltenbummler sagte am 11.Apr.2019 um 14:06 :
Vielen Dank Ihnen beiden, das hilft mir schon mal weiter!
beziehen sich die „letzen 12 Monate“ für die Berechnung des Arbeitslosengeldes auf die
– letzten 12 Monate in denen ich Lohn erhalten habe, bei mir also vom
01.07.2018 bis 30.06.2019, auch wenn ich mich erst zum 01.07.2020 arbeitslos melde, oder
– auf die letzen 12 Monate des abgelaufenen Jahres vor der Arbeitslosenmeldung (01.07.2019
bis 30.06.2020)?
Grüße Weltenbummler
Privatier sagte am 11.Apr.2019 um 21:11 :
Ich zitiere einmal aus dem oben empfohlenen Beitrag. Dort heisst es:
„Das Arbeitsentgelt der letzten 12 Monate wird für die Berechnung des ALG-Anspruches verwendet. … Kommen weniger als 150 Tage mit Arbeitsentgelt zustande, wird der Bezugsrahmen auf 2 Jahre ausgeweitet. Sind es dann immer noch weniger als 150 Tage, kommt es zu einer fiktiven Einstufung anhand der Qualifikation.“
Also: Die letzten 12 Monate vor ALG-Beginn am 01.07.2020: Keine 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorhanden. Daher Erweiterung des Bezugsrahmens auf 2 Jahre. Im Zeitraum vom 01.07.2018 bis 01.07.2020 sind dann mehr als 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorhanden. Diese werden zur Berechnung verwendet.
Weltenbummler sagte am 12.Apr.2019 um 08:34 :
Ich hatte dies in dem empfohlenen Beitrag in Verbindung mit vorausgehenden Freistellungen gebracht.
Ihre Erläuterung und ein Blick in §150 SGB III, in dem es heißt:
„(3) Der Bemessungsrahmen wird auf zwei Jahre erweitert, wenn
der Bemessungszeitraum weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt enthält… usw.“
haben Klarheit gebracht.
Also alles im „grünen“ Bereich!
fp sagte am 28.Apr.2019 um 21:09 :
Bis Ende 2017 seit vielen Jahren Arbeitnehmer.
2018 Krankengeldbezug.
2019 bezahlte Freistellung und dann wieder Arbeitnehmer bis Anfang 2020.
Auszahlung Abfindung Anfang 2020 aus dem vorherigen Job.
Spricht etwas gegen das Dispojahr im Rahmen der neuen 30 Monatsregel ?
Bis wann müsste spätestens die Arbeitslosmeldung erfolgen, wenn der neue Job im Januar 2020 beendet wird ?
Wäre in diesem Falle eine Eigenkündigung des neuen Jobs schädlich ?
Wenn nach Ablauf Dispojahr dann Anmeldung bei Afa und anschließend wieder Abmeldung erfolgt, wann spätestens müsste man sich wieder bei der Afa anmelden ?
Hat die sogenannte Märzklausel hier irgendeine Auswirkung ?
Was die Anrechnung der Abfindung bei GKV oder AfA betrifft, laufen hier die Fristen am Ende des ersten Jobs oder ab Ende des zweiten Jobs (für den ja keine Abfindung gezahlt wird) ?
Privatier sagte am 29.Apr.2019 um 14:54 :
Diese Frage ist ein sehr schönes Beispiel für die Kategorie von Fragen, auf die ich hier nicht mehr eingehen möchte. Weitere Erläuterungen dazu im Beitrag über „Grenzen„.
BAT sagte am 3.Mai.2019 um 22:30 :
Ich plane ein Dispositionsjahr und gleichzeitig pflegender Angehöriger mit 1Stunden wöchentlich bei Pflegegrad 2.Laut der Beratung kann ich erst ALG 1auf Grund meiner Arbeitszeiten beantragen,sogar nach einem Dispositionsjahr und mit Unterbrechungen und danach nach dem Ende der Pflege noch mal auf Grund des neuen durch die Pflege erworbenen Anspruchs basierend dann auf einem fiktiven Gehalt entsprechend meiner Ausbildung .Hat jemand damit Erfahrung?
Privatier sagte am 4.Mai.2019 um 17:28 :
Erfahrung habe ich da keine. Und auch keine Detail-Kenntnisse. 🙁
Aber grundsätzlich erscheint mir die Aussage der Arbeitsagentur richtig zu sein. Ich würde dennoch empfehlen, sich vorab intensiver mit den genauen Details zu befassen, da es ist hier oftmals auf kleine Feinheiten ankommt.
Als Einstieg (oder auch zur Vertiefung) würde ich dazu einen Beitrag von Haufe über „Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen“ empfehlen.
BAT sagte am 3.Mai.2019 um 22:48 :
Hallo,da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Ich plane 10 Stunden pro Woche zu pflegen.
kurti sagte am 4.Mai.2019 um 11:00 :
Habe ein paar dumme Fragen. War noch nie Arbeitslos…
Was braucht man für die AA zur Beantragung von ALG1?
Eigentlich geht es darum, welche Unterlagen es will.
Gehaltsabrechnungen? Meldet der ehemalige Arbeitgeber das direkt oder gibt es eine Bescheinigung?
Gilt das auch für die Arbeitszeit. Den Arbeitsvertrag, Aufhebungsvertrag, Kündigungsschreiben,Vertrag usw.
Und noch was „spezielles“
Wenn man bezahlt freigestellt wird. Interessiert dass das AA. Man wurde ja normal (ohne zu Arbeiten) bezahlt.
Kann es Probleme geben, da ich Teilzeit gearbeitet habe. Und das relativ flexibel.
Mein Fall: Zusatz zum normalen Arbeitsvertrag. Teilzeit mit 18 Wochenstunden.
Das wurde so umgesetzt: Arbeitsstunden laut SAP-Stundenprotokoll pro Tag 2:36 Stunden.
Gearbeitet habe ich aber meistens 2 bis 3 volle (unterschiedliche Mo-Fr) Tage.
Also wenn ich nicht gearbeitet habe wurden mir 2:36 vom Stundenkonto abgezogen. Bei Arbeit wurden dementsprechend die Stunden über 2:36 als plus auf das Stundenkonto gebucht. An Feiertagen/Wochenende wurde nichts gebucht.
Durch die „5 Tagewoche“ habe ich auch den vollen Urlaub (30 Tage)
Schon mal Danke für die Antwort(en)
kurti sagte am 4.Mai.2019 um 11:20 :
Sorry. Tut eigentlich nichts zur Sache, aber es sind 3:36 Stunden…
Und an nicht gearbeiteten Tagen (Mo-Fr) steht „Mehrarbeitsausgleich“
Privatier sagte am 4.Mai.2019 um 18:12 :
Zur Frage der erforderlichen Unterlagen fehlt mir im Augenblich die Erinnerung, was ich zu welchem Zeitpunkt abgegeben habe. Ich würde mich in dieser Frage aber auch erst einmal entspannen. 😉
Wenn ich mich richtig erinnere, gab es mit der Arbeitssuchend-Meldung ein sog. „Arbeitspaket“, in dem aufgelistet war, was zu tun ist und welche Unterlagen erforderlich sind und ggfs. zu den nächsten Terminen mitzubringen sind (Lebenslauf, Muster-Bewerbung, etc. zur ersten Vermittlungstermin).
Alles weitere ergibt sich dann mehr oder weniger automatisch. Welche Unterlagen angefordert werden, hängt dann sicher auch immer vom individuellen Fall ab (wie bspw. Arbeitsvertrag, Aufhebungsvertrag, Kündigungsschreiben, ärztl. Atteste, usw.). Also: Einfach mal anfangen… 😉
Die Teilzeitarbeit wird sich in zweierlei Hinsicht auswirken:
a) Sie reduziert den ALG-Anspruch, da dieser ja auf Basis der letzten 12 Monate berechnet wird: Weniger Gehalt = Weniger ALG.
b) Einen Anspruch auf den vollen ALG-Bezug hat man nur, wenn man auch bereit ist, in Vollzeit zu arbeiten. Ansonsten wird entsprechend reduziert.
eSchorsch sagte am 4.Mai.2019 um 23:27 :
Das Ding nennt sich „Arbeitsbescheinigung“ und ist ein Formular der Bundesagentur für Arbeit, welches der Arbeitgeber ausfüllen soll. Damit werden eigentlich alle das Arbeitsverhältnis betreffenden relevanten Dinge vom AG bescheinigt.
kurti sagte am 5.Mai.2019 um 12:59 :
Hab das Formular im Internet gefunden. Ist schön, wenn man das mal vorab sieht…
https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/Arbeitsbescheinigung_ba013140.pdf
Noch zur Frage:
Wenn man bezahlt freigestellt wird. Interessiert dass das AA. Man wurde ja normal (ohne zu Arbeiten) bezahlt..
Privatier sagte am 5.Mai.2019 um 18:25 :
Ich sehe spontan auch keinen Grund, warum die Agentur sich für eine Freistellung interessieren sollte.
Ich nehme an, dies ist noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten, in denen Freistellungen teilweise bei der Berechnung des ALG nicht berücksichtigt worden sind (s. Beitrag: Agentur erfindet neue Regeln).
Uwe sagte am 10.Mai.2019 um 16:44 :
Habe da mal eine Frage zu meinem geplanten Vorhaben:
Ich plane in zwei Jahren (dann bin ich 59) mein Arbeitsverhältnis zu beenden. Da ich Anspruch auf ALG1 habe, möchte ich natürlich Sperrzeiten vermeiden. Dazu möchte ich bereits zum jetzigen Zeitpunkt durch einen Auflösungsvertrag mein unbefristeten Arbeitsvertrag beenden. Zum gleichen Zeitpunkt würde ich mit meinem Arbeitgeber einen Zeitvertrag über zwei Jahre abschließen. Soweit ich das sehe, liegt das Ereignis dann ja länger als ein Jahr zurück und wird daher nicht mehr betrachtet. Wie ist Ihre Meinung dazu ?
Privatier sagte am 10.Mai.2019 um 20:02 :
Was die Sperrzeit angeht, sollte die Vorgehensweise aus meiner Sicht funktionieren. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass man mit der Aufgabe eines unbefristeten Arbeitsvertrages (insbesondere wenn er schon länger besteht) auch gewisse Schutzrechte aufgibt (Kündigungsfristen, ggfs. Anspruch auf Abfindung, etc.).
Ohne eine Kompensation würde ich das eher nicht machen.
Uwe sagte am 11.Mai.2019 um 08:00 :
Eine Abfindung ist zu keinem Zeitpunkt zu erwarten. Meine alte Kündigungsfrist könnte ich in dem neuen Zeitvertrag übernehmen.
Als Alternative zu meinem Plan sehe ich eigentlich nur die Eigenkündigung in zwei Jahren ohne Abfindung aber dafür mit Sperrzeit. Als einzige Unbekannte in meinem Plan sehe ich nur eine eventuelle Krankheit während der Laufzeit des Zeitvertrages.
Privatier sagte am 11.Mai.2019 um 14:17 :
„Meine alte Kündigungsfrist könnte ich in dem neuen Zeitvertrag übernehmen.“
Damit wäre ja bereits eine Teil-Kompensation gegeben.
Meine Anmerkung zur Abfindung ging auch mehr in die Richtung einer ungerechtfertigten Kündigung durch den AG mit anschliessender Klage.
Aber man muss sich im Leben auch nicht gegen alles absichern…
MiKaRein sagte am 13.Mai.2019 um 19:22 :
Ich habe eine Frage zum Dispositionsjahr: Ich bin jetzt schon 59 und werde vermutilich kurzfristig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Vermutlich bleibt mir keine andere Wahl, als vorfristig auszuscheiden, das heißt, dass ich zur Vermeidung einer Ruhezeit ein Dispositionsjahr einschieben muss, und da ich eben schon über 58 bin, profitiere ich auch nicht von der erweiterten Rahmenzeit, die ab 1.1.2020 gelten wird.Dazu folgende Fragen:
1. Wenn ich mich erst genau ein Jahr nach meinem letzten Arbeitstag bei der Arbeitsagentur melde, gilt dann ab diesem Tag rückwirkend die Rahmenzeit, oder wird dann erstm,al die Sperrfrist von 3 Monaten wirksam, so dass ich dann aus der Rahmenzeit falle? Müsste ich mich dann evtl. schon 3 Monate früher bei der Arbeitsagentur melden?
2. könnte ich nicht ohnehin auch schon 3 Monate vorher meinen Anspruch auf ALG 1 bei der Arbeitsagentur anmelden, also z.B. am 1. Oktober zum 1.1. des Folgejahres, um den Termin (Ende der Dispositionszeit)zu sichern.
Noch eine Frage zur Steuer: Angenommen ich scheide zum 31.12.2019 vorfristig und mit Abfindung aus, lasse mir die Abfindung aber erst in 2020 auszahlen, melde mich nach Ablauf eines Dispositionsjahres am 31.12.2020 (muss ich da persönlich hin, become ich am 31.12. überhaupt einen Termin, kann ich meinen Antrag auch rechtswirksam schon vorher schriftlich einreichen?) erst bei der Arbeitsagentur, um dann ab 1.1.2021 mein ALG 1 zu bekommen (bzw. ab 1.4. wg. Sperrfrist).
Wäre es in diesem Fall dann so, dass ich
1. die Ruhezeit durch das Dispositionsjahr wirksam umgangen hätte
2. in 2020 lediglich die Steuer auf die Abfindung nach der Fünftelreglung zahle
3. für 2021/2022 nur noch Steuer auf das ALG 1 zahle
4. ab 2023 keine Steuer mehr zahle, weil ich dann ja keine Einkünfte mehr hätte (weil ich ja nur noch von der Abfindung lebe, auf die ich ja bereits die Steuer entrichtet habe.
B sagte am 13.Mai.2019 um 21:20 :
Wenn ich mich bisher richtig eingelesen habe.
1. bei Austritt 31.12.19 und ALG Melung zum 01.01.21, dann vollständiges Dispojahr=> keine Ruhens- und sperrzeit aber wenns nicht klappt (schwere Erkrankung etc) kompletter Verfall des ALG und keine Ausweichmöglichkeit.
Wenn möglich Austritt z.B. 15.01.20, dann 6 Monate Zeit um ALG für 18 Monate zu sichern.
2. Wenn sonst keine einkünfte ja.
3. ALG ist steuerfrei (Progressionsvorbehalt) evtl. sonstige Einkünfte (z.B. Ehefrau Vranlagung) beachten.
4. ab 2023 wenn Rente, wird die natürlich auch steuerlich betrachtet.
Dispojahr Krankenversicherung berücksichtigen (Selbstzahler)
Liege ich so in etwa richtig Privatier?
Privatier sagte am 14.Mai.2019 um 11:12 :
Soweit ich das erkennen kann, hat „B“ hier schon die richtigen Antworten gegeben.
Ergänzend noch der Hinweis, dass man eine Arbeitslosmeldung bis zu 3 Monate im Voraus abgeben kann.
Ansonsten habe ich bei den Fragen von MiKaRein den Eindruck, dass das Prinzip des Dispojahres noch nicht ganz vollständig verstanden wurde. Ich würde daher empfehlen, die kleine Serie mit „Hinweisen zum Dispojahr“ noch einmal sorgfältig zu lesen.
B sagte am 13.Mai.2019 um 21:22 :
Nachtrag zu 2. Zusammenballung muss gewährleistet sein => vereinfacht Abfindung höher als Einkommen in 2019
Willi sagte am 16.Mai.2019 um 11:22 :
Habe folgendes „Problem“:
Bin seit 2,5 Jahren aus meinem Job und habe vor 1 Jahr ein Gewerbe angemeldet, aber < 10h/Woche und 15 Std/Woche kommm? So ein bisschen ALG1 wäre schon sehr schön. Möchte meinen hohen Anspruch nicht völlig aufgeben. Zusatzfragen, wenn ich dann über 55J. bin, würde sich men Ursprungsanspruch erhöhen? Wann läuft die 4 Jahresfrist ab, oder wird die immer wieder neu gebildet?
ratatosk sagte am 16.Mai.2019 um 14:47 :
Moin, Willi
Passt das noch ????
Wenn Du Deinen Anspruch bisher nicht geltend gemacht hast (???) sieht es aber finster aus…
Privatier sagte am 16.Mai.2019 um 15:59 :
Wie von ratatosk schon angedeutet, wäre zunächst einmal zu klären, ob ein durch die Agentur per Bescheid festgestellter Anspruch vorliegt. Falls ja: Die 4-Jahresfrist endet vier Jahre nach dem ersten dort vermerkten Startdatum.
Da wird auch weder etwas neu gebildet, noch wg. der fortgeschrittenen Alters erhöht. Der Anspruch bleibt so, wie er einmal berechnet wurde. Es sei denn, Steuerklasse o.ä. würden sich ändern.
Die Einkünfte aus dem Gewerbe können parallel zum ALG-Bezug weiter laufen, allerdings wird alles, was über 165€/Monat liegt, von ALG-Anspruch abgezogen.
Peter sagte am 7.Nov.2019 um 10:50 :
Brauche einen Rat…
War heute beim Arbeitsamt, um mich ab dem 01.01.2020 arbeitslos zu melden. (Ende des Dipositionsjahr) Nun wurde von der „netten Dame“ bei dem Gespräch und Aufnahme meiner Daten. Die Arbeitslosenmeldung für den 07.11.2019. mit Wirkung zum 01.01.2020 datiert. (Auf dem BfA Vordruck, mit Unterschrifts Kürzel), auch die pers. ASU-Meldung wurde für den 07.11.2019 eingetragen. Bei meiner Nachfrage das ich ja nicht bis zum 01.01.2020. arbeitsuchend bin. Hat die Sachbeabeiterin einen Kommentar verfasst, für den Arbeitsvermittler das ich erst am 01.01.2020. zu verfügung stehe.
Läuft da alles richtig??
Privatier sagte am 7.Nov.2019 um 12:58 :
Das hört sich erst einmal nicht falsch an. Wichtig ist ja in erster Linie, dass die Arbeitslosmeldung erst zum 01.01.2020 gültig wird.
Und ob die Arbeitsuchendmeldung dann ebenfalls erst dann aktiv wird, wird man ja sehen. Ich sehe also keinen Grund zur Beunruhigung.
ratatosk sagte am 7.Nov.2019 um 13:46 :
Mahlzeit, Peter
Ja, soweit alles o.k., normaler Ablauf.
Nur vielleicht zum besseren Verständnis:
Auch eine Arbeitslosmeldung für einen in der Zukunft liegenden Termin verursacht immer gleichzeitig eine sofortige Arbeitsuchendmeldung, darauf lässt sich nichts aendern.
Das aendert aber nichts an dem von Dir gewünschten Zeitpunkt, zu dem Du dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen moechtest.
Du bist also sehr wohl bereits jetzt arbeitsuchend, nur eben für ein neues Beschäftigungsverhältnis, welches frühestens zum 01.01.20 beginnt.
Peter sagte am 7.Nov.2019 um 14:55 :
Ich bin beschäftigungslos nicht arbeitssuchend, da besteht meiner Meinung nach ein Unterschied. Da mir heute gesagt wurde wenn ich arbeitssuchend bin würde ich umgehend vom Arbeitsvermittler Jobangebote bekommen. Deshalb der Hinweis welcher aufgenommen wurde das ich erst ab 01.01.2020 zur Jobvermittlung zu Verfügung stehe.
Nochmal ein Riesen Lob an den „Privatier“ tolle Seite, prompte Antworten usw. was natürlich auch für alle „Mitstreiter“ gilt
Peter sagte am 12.Nov.2019 um 16:46 :
Wie ich schon vermutet habe!!
Gestern habe ich eine Einladung vom Arbeitsamt erhalten. „Ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen“ mitzubringen „ausgedruckte Bewerbungsunterlagen“
Hinweis auf §309 SGB3 in Verbindung mit §§ 38 Abs.1 und 159 SGB 3
Beim ersten Termin hatte ich wie beschrieben expliziet darauf hingewiesen das ich beschäftigungslos und nicht arbeitssuchend bin. Erst ab 01.01.2020. (Ende Dispositionsjahr) Kann mir jemand sagen, ob dies ein übliches vorgehen ist. was erwartet mich bei diesem Termin? muss ich den Termin warnehmen?
ratatosk sagte am 12.Nov.2019 um 17:36 :
n’Abend, Peter
Unabhängig von Deiner persönlichen Sichtweise bist Du für die Agentur arbeitsuchend und unterliegst damit auch den entsprechenden Verpflichtungen, die Rechtsgrundlagen dazu hat man Dir ja bereits mitgeteilt.
Was Dich bei diesem Termin erwartet, kann Dir niemand verbindlich sagen, ich vermute aber mal, es wird um Deine Vorstellungen betreffend Deines weiteren beruflichen Werdeganges und um die obligatorische Eingliederungsvereinbarung, d.h. die Anzahl der geforderten Initiativbewerbungen und evtl. Maßnahmen gehen, die den Wiedereinstieg in eine neue Beschäftigung erleichtern/beschleunigen koennten…
Und ja, natürlich solltest/musst du den Termin incl.der Vorgaben wahrnehmen/erfüllen.
Was dann im persönlichen Gespräch mit Deinem Vermittler dabei vereinbart wird, muss man sehen…
Fingerspitzengefühl und eine gewisse, situationsbezogene Verbindlichkeit ist angesagt.
Viel Erfolg und einen „verständigen“ Vermittler wuenscht
Privatier sagte am 12.Nov.2019 um 19:02 :
Ich kann mich den Ausführungen von ratatosk zu 100% anschliessen.
Martin sagte am 12.Nov.2019 um 19:14 :
Die Eingliederungsvereinbarung keinesfalls unterschreiben!
Sondern als Bescheid zuschicken lassen nur dann hat man im Falle eines Steites mit der Agentur Wiederspruchsrecht.Hat man im Büro unterschrieben hat man alles akzeptiert.Auf diesen formellen Unterschied kann man ja hinweisen,am Inhalt der Vereinbarung wird sich auch im Bescheid nichts ändern.
Peter sagte am 12.Nov.2019 um 22:10 :
Hallo Danke für die schnellen Antworten Eurerseits. Bin eigendlich davon ausgegangen
das ich immer noch beschäftigungslos.
Hab mich an einem der Blogs orentiert:
Meldungen zum Ende des Dispojahres
Und wie sieht es nun gegen Ende des Dispojahres aus? Gegen Ende des Dispojahres wird man ja wieder arbeitssuchend und damit gilt dann auch wieder der §38 über die Rechte und Pflichten des Arbeitsuchenden.
Aber wenn man sich einmal den Wortlaut des §38 SGB III ansieht, ist dort ja nur eine Meldepflicht definiert, wenn ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet. Das gibt es aber während des Dispojahres nicht. Es endet kein Arbeitsverhältnis. Daher auch hier: Keine Meldepflicht.
Für mich ist die Gesetzeslage daher eindeutig: Es gibt KEINE Pflicht für eine Arbeitsuchend-Meldung: Weder vor, noch während, noch kurz vor Ende des Dispojahres. Bitte nicht verwechseln mit der Arbeitslosmeldung! Die besteht natürlich, wie eingangs beschrieben.
Privatier sagte am 13.Nov.2019 um 12:33 :
Hallo Peter, das Zitat stammt aus meinem Beitrag „Hinweise zum Dispojahr – Arbeitsuchendmeldung“ und ist nach wie vor korrekt. Man muss aber ein wenig differenzieren:
1. Es ist korrekt, dass es keine Pflicht zur Arbeitsuchendmeldung zum Ende des Dispojahres gibt. Man könnte sich auch am ersten der Tag der Arbeitslosigkeit sofort arbeitslos melden. Im Detail bezogen sich die Überlegungen übrigens auf eine unter normalen Umständen übliche 3-Monats-Frist. Diese existiert gegen Ende eines Dispojahres nicht.
2. Wer sich aber trotzdem freiwillig vor dem eigentlichen Termin (Beginn der Arbeitslosigkeit) bei der Agentur arbeitslos melden will, macht dies aus einer freien Entscheidung heraus. In Abwägung der Vorteile (Termin nicht verpassen) und eventueller Nachteile (Pflichten gegenüber der Agentur). Es ist somit eine individuelle Entscheidung, ob man dies 2 Monate vorher macht oder ob man der Ansicht ist, dass 2 Wochen ausreichen.
3. Es ist aber auch korrekt, dass eine Arbeitslosmeldung mit Beginn in der Zukunft nicht automatisch mit einer Arbeitssuchend-Meldung mit sofortiger Wirkung verknüpft sein darf. Da solche Vorgehensweisen aber eher unüblich sind, kann es durchaus vorkommen, dass die Mitarbeiter der Agentur hier Fehler machen! Dass man auf dem richtigen Termin für den Beginn der Arbeitslosigkeit achten muss, habe ich mehrfach hingewiesen. Dass im vorliegenden Fall die Arbeitsuchendmeldung falsch eingetragen wurde, ist ja sogar aufgefallen. Aber leider nicht (erfolgreich) korrigiert worden.
4. Liegt aber einmal eine Arbeitsuchenmeldung vor (korrekt oder nicht), so setzt diese den ganzen Mechanismus der Agentur in Gang. Inkl. aller damit verbundenen Pflichten. Wie oben schon ausgeführt.
Was ist zu tun? Man kann natürlich versuchen, die Situation zu klären, zu korrigieren. Evtl. Widerspruch einlegen, sich wieder abmelden und was einem noch so alles einfällt. Ich würde es nicht machen! Denn mal ehrlich: Wer einen Anspruch auf z.B. 24 Moante ALG hat, hat insgesamt also 104 Wochen vor sich. Kommt es da wirklich auf 6 Wochen mehr oder weniger an? Ich meine nicht.
Ich denke, man geht mit dem Leistungsbezug von der Agentur gewisse Verpflichtungen ein und diese sind nun mal zu akzeptieren.
Lakritz sagte am 7.Jan.2020 um 19:34 :
Sehr geehrter Herr Privatier,
Zunächst einmal herzlichen Dank für Ihr Forum und Ihr Engagement hier.
Das Mitlesen Ihrer Seiten hat mir in meiner Situation sehr geholfen und bisher hat alles reibungslos geklappt.
Seit 31.12.2018 mit Aufhebungsvertrag aus der Firma ausgeschieden.
Abfindung wurde im Januar 2019 gezahlt.
Bewilligungsbescheid der BAFA wurde im Januar 2019 ebenfalls erstellt und der Anspruch festgestellt (24 Monate ALG, 6 Monate Sperre).
Gleichzeitig erfolgte die Abmeldung vom Leistungsbezug, damit in 2019 keine weiteren Einnahmen zu versteuern sind.
Ich weiß, dass ich ab 2.1.2019 4 Jahre Zeit habe, den Anspruch auf Leistungen geltend zu machen und dafür dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen muss.
Ich werde im Mai 2020 60 Jahre alt und könnte entweder
– zum 1.10.2021 in Rente (Schwerbehinderung 50%, mit 10,8 % Abzügen) oder
– zum 1.10.2024 in Rente ohne Abzüge oder
– irgendwo dazwischen mit entsprechenden Abzügen.
Ich bin jetzt an dem Punkt, den Zeitraum bis zum Renteneintritt zu überbrücken. Ich möchte mich wieder mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzen (d.h. anmelden), um Arbeitslosengeld zu erhalten. Da ich die 2 Jahre ALG1 in meine Finanzplanung einkalkuliert habe, möchte ich diese gern ausschöpfen. Ich rechne aufgrund meines Alters, meines früheren Einkommens, der Schwerbehinderung (50%) und der Möglichkeit, ab Oktober 2021 in Rente gehen zu können, damit, schlecht vermittelbar zu sein. Darüber wäre ich nicht unglücklich.
Welche Hürden können bei der Arbeitsagentur auftauchen? Was genau wird beim Jobcenter von mir erwartet? Ich habe bereits gelesen, dass es von Jobcenter zu Jobcenter verschieden sein kann, aber ich möchte keinen grundsätzlichen Fehler machen. Haben Sie hilfreiche Tipps, wie ich mich auf das Gespräch vorbereiten kann.
Des weiteren möchten meine beiden studierenden Kinder jetzt BAföG beantragen. Bisher haben sie keins erhalten, weil mein Einkommen von 2017 zählte.
eSchorsch sagte am 7.Jan.2020 um 21:28 :
Haben die 6 Monate Sperre keine Kürzung des Anspruches ausgelöst?
Das Jobcenter erwartet, dass man sich aktiv um einen neuen Job bemüht.
Eine typische Frage bei Erstgespräch mit dem zugeteilten Vermittler ist, welchen neuen Job stellen Sie sich vor, wenn wir Sie nicht in ihrem bisherigen Job vermitteln können, wie kann ich Sie unterstützen (Qualifizierung) auf ihrem Weg, was passiert mit Ihnen, wenn sie keinen Job finden.
Man sollte sich durchaus mit einem gewissen gesunden Selbstbewustsein vorstellen, aber immer regekonform agieren (selbstständig im Portal nach Stellen suchen, sich ab und an bewerben, Absprachen einhalten, Termine zuverlässig wahrnehmen …).
Du bist als ALG1-Bezieher quasi beim Arbeitsamt angestellt, also tue das Wenige was der Chef von dir sehen möchte.
Mein Vermittler wurde beim Erstgespräch recht entspannt, als ich ihm sagte, dass ich zwar einen neuen Job suche, aber falls ich nichts finde, dann überbrücke ich die Zeit bis zur Rente halt aus eigenen Mitteln (werde nicht zum Hartz-Fall). Danach waren wir uns ohne Worte „einig“.
Martin sagte am 8.Jan.2020 um 10:02 :
Hallo Lakritz,beim Bafög gibt es den Aktualisierungsantrag,Formblatt 7.Nach dem wird nicht das vorletzte Einkommensjahr sondern die aktuelle Einkommenssituation zu Grunde gelegt.Kann sich ja mal drastisch nach unten verändern.Leider werden aber Abfindungen in diese Berechnung einbezogen.In meinem Fall keine Chance auf Bafög.Ich habe dann einfach Bafög nicht ab Beginn Herbssemester ,im Jahr der Abfindung,sondern ab Januar Folgejahr beantragt.Da nun kein Einkommen Bafög Höchstbetrag!
Bei der Arbeitsagentur habe ich die Erfahrung gemacht das es wichtig sein kann seine finanzielle Unabhängikeit,sei es durch den Ehepartner oder/und eigener Mittel durchblicken zu lassen.Trotzdem aber an einer Vermittlung interessiert zu sein.
Lakritz sagte am 8.Jan.2020 um 13:11 :
Hallo eSchorch und Martin,
vielen Dank für eure Rückmeldungen. Das mit dem BAföG habe ich auch so geplant, da ich die Abfindung in 2019 erhalten habe und in 2020 eventuell kein Einkommen oder ALG1 beziehe.
Ich muss mir jetzt noch überlegen, was ich im Jobcenter auf die Fragen, die eSchorch erwähnt hat, antworte, damit ich auch dort vorbereitet bin. Ich habe jetzt auf alle Fälle eine Orientierung.
la pensionista sagte am 8.Jan.2020 um 16:37 :
Hallo Lakritz und Martin,
ist zwar ein wenig OT, aber weil mir dieses leidige Thema Bafög/Unterhalt für studierende Kinder ein klein wenig meine Planung verhagelt hat,(naja mal gewinnt man, mal verliert man…) frage ich trotzdem:
– wie weise ich dem Bafög-Amt nach, dass ich kein Einkommen habe.
Grundsätzlich ist es ja immer schwierig etwas nicht Vorhandenes zu belegen.
la pensionista
Martin sagte am 8.Jan.2020 um 18:18 :
Meine Mitteilungen an das Studienwerk waren sehr umfangreich,insbesondere eine geplante Arbeitslosmeldung ab Oktober,also nur drei Monate pro Jahr,und eine nur geschätzte Höhe der Bezüge,waren problematisch.Der Unterschied Arbeitssuchend und Arbeitslos,sowie die vierjährige Anspruchsdauer waren dort nicht geläufig.
Der Steuerbescheid des nicht relevanten Vorjahres ohne Einkommen,sondern nur des Einkommens meiner Frau habe ich zur Sicherheit mit eingereicht.
Sollte sich im Nachhinein falsche Angaben oder eben ein Einkommen heraustellen,so die Belehrung müsse der Studierende!und nicht die Eltern zuviel gezahltes Bafög zurückzahlen.
Lakritz sagte am 8.Jan.2020 um 18:27 :
Hallo la pensionista,
Im Internet gibt es die eine oder andere Antwort dazu:
….Nach Bestätigung der Angaben zu den Einkünften erhält man nun die Information eine Bescheinigung des Finanzamtes oder Lohnsteuerkarte bzw. Bescheinigung der Gemeinde, dass keine Lohnsteuerkarte ausgestellt wurde (Negativbescheid) binnen 14 Tagen auf dem Postweg nachreichen muss….
Lakritz sagte am 8.Jan.2020 um 18:53 :
Ich habe jetzt erst gesehen, dass der Beitrag aus 2013 ist, wahrscheinlich hat sich da etwas verändert in der Zwischenzeit.
Also mit Vorsicht zu genießen.
Privatier sagte am 8.Jan.2020 um 19:44 :
Das habe ich bereits vermutet – denn „ausgestellte Lohnsteuerkarten“ gibt es schon einigen Jahre nicht mehr… 😉
Det 25.Jan.2020 um 13:02 zu Optionsplaudereien (Teil 1)Hallo Johannes Spannende Historie betr. ...20 Jahre selbstständig ....Personengesellschaften in der Rückschau ein...
Privatier 25.Jan.2020 um 13:01 zu Mehr Arbeitslosengeld durch SteuerklassenwechselJa, richtig. Guter Hinweis. Ist quasi ein positiver Nebeneffekt. Wer sich "normal" arbeitslos...
Privatier 25.Jan.2020 um 12:59 zu Optionsplaudereien (Teil 1)Den letzten Absatz habe ich jetzt nicht verstanden. Was genau meinst Du denn...
Privatier 25.Jan.2020 um 12:40 zu Kap. 10.2: Vorauszahlung von KrankenkassenbeiträgenIch fürchte, der obige Hinweis von Lars, dass Vorauszahlungen von sog. "Entlastungstrarifen" in...
BigMac 25.Jan.2020 um 12:13 zu Mehr Arbeitslosengeld durch SteuerklassenwechselSehe ich richtig, dass das "Dispositionsjahr" auch hier helfen kann? Wird der empfohlene...
Johannes 25.Jan.2020 um 11:52 zu Optionsplaudereien (Teil 1)Hallo, das ist richtig (Steuer). Insbesondere wenn man z.B. mit Bull Call Spreads...