Source: https://www.kindernetzwerk.de/de/sgbv-online-link-wegweiser.html
Timestamp: 2018-11-15 04:08:18
Document Index: 317808332

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 25', '§ 27', '§ 20', '§ 18', '§ 20', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 37', '§ 37', '§ 38', '§ 40', '§ 41', '§ 43', '§ 43', '§ 45', '§ 60', '§ 66']

SGB V: Gesetzliche Krankenversicherung - Kindernetzwerk e.V.
Alle Leistungen, die Sie über Ihren Kinder‐ und Jugendarzt oder den Hausarzt beziehen können und von den Krankenkassen getragen werden, werden in diesem Gesetzbuch beschrieben. Hier wichtige Leistungen lassen sich in drei Arten unterteilen:
a) Verhütung von Krankheiten (§§ 20 – 24)
b) Früherkennung von Krankheiten (§§ 25 und 26)
c) Behandlung einer Krankheit (§§ 27 – 51).
Hierunter fallen alle Leistungen zur Prävention und Selbsthilfe. Selbsthilfe vermittelt Rat, Unterstützung und Hilfe und sollte immer aufgesucht werden. Die Angebote sind niedrigschwellig und kostenlos.
http://www.bag‐selbsthilfe.de/
http://www.achse‐online.de/
http://www.kindernetzwerk.de/de/die-datenbanken-des-kindernetzwerks.htm
§ 20h beschreibt die Förderung der Selbsthilfe. Der Satz pro gesetzlich Versichertemwird nach einem bestimmten Schlüssel der Sozialversicherung (prozentuale Veränderung der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV) angepasst. Für das Jahr 2018 liegt der Satz bei 1,10 € pro Versichertem
„Leistungen zur Primärprävention sollen den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen erbringen.“
§ 20d betrifft die Schutzimpfungen, die vom Kinder‐ und Jugendarzt, bzw. dem Hausarzt durchgeführt werden.
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Schutzimpfungen-1222.html
§ 22 beschäftigt sich mit der individuellen Verhütung von Zahnerkrankungen.
§ 23 regelt die medizinischen Vorsorgeleistungen.
§ 24 regelt u. a. die medizinische Vorsorge für Mütter und Väter. Mutter/Vater‐Kind‐Kuren des Müttergenesungswerks/Elly‐Heuss‐Knapp‐Stiftung werden hier geregelt.
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Vorsorgeleistungen-und-Vorsorgekuren-451.html
§ 25 behandelt die Formen der Gesundheitsuntersuchungen/Früherkennungsprogramme für Erwachsene.
§ 26 befasst sich mit den Kinderuntersuchungen „zur Früherkennung von Krankheiten, die ihre körperliche oder geistige Entwicklung in nicht geringfügigem Maße gefährden“. Diese Untersuchungen werden häufig als „Us“ bezeichnet. In allen Bundesländern gelten zu den „Us“ verbindliche Einladungs‐ und, wenn ihnen nicht Folge geleistet wird, Melde‐ und Einbestellungsverfahren über die Jugendämter. Die Kinderuntersuchungen zählen zum Maßnahmenpaket der Frühen Hilfen (Präventionskette zur Sicherstellung des Kindswohls).
https://www.fruehehilfen.de/fruehe-hilfen/was-sind-fruehe-hilfen/
§ 27 definiert die Krankenbehandlung einschließlich Psychotherapie, Arznei‐, Verbands‐, Heil‐ und Hilfsmittelversorgung, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe, Krankenhausbehandlung und medizinische Rehabilitation.
www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/27.html
§ 31 beschreibt die Ansprüche der Versicherten auf Arznei‐ und Verbandsmittel,
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/31.html
§ 32 beschäftigt sich mit HEILmitteln, deren Zuzahlungsmodalitäten und Vergabe.
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/32.html
- Maßnahmen der physikalischen Therapie (unter anderem Massagen und Krankengymnastik, inklusive der Methoden Bobath und Vojta) –
- Maßnahmen der Ergotherapie
- Maßnahmen der Logotherapie
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/heilmittel/
§ 33 regelt die HILFSmittelversorgung.
Es muss eine vertragsärztliche Verordnung vorliegen, damit Hilfsmittel gewährt werden können. Zu den Hilfsmitteln gehören
o Hörgeräte
o Rollstühle
o Prothesen
o Sehhilfen
o Kommunikationsmittel* .
http://hilfsmittel.bag-selbsthilfe.de/erstattungsfaehigkeit.html
Sehr weitreichende Informationen zum Thema Kinder‐Hilfsmittel stehen im Internet‐Portal der Internationalen Fördergemeinschaft Kinder‐ und Jugendrehabilitation e.V., einem Zusammenschluss von Herstellern im Hilfsmittelbereich für Kinder:
§ 37 (1) regelt die häusliche Krankenpflege;
„Die häusliche Krankenpflege umfasst die im Einzelfall erforderliche Grund‐ und Behandlungspflege, sowie hauswirtschaftliche Versorgung. Der Anspruch besteht bis zu vier Wochen je Krankheitsfall.“ Je nach Schweregrad der Erkrankung ist es möglich, die Krankenpflege für einen erheblich längeren Zeitraum zu bekommen (Krankenhausvermeidungspflege).
§ 37 (2) gilt für alle anderen Fälle von chronischer Erkrankung.
https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulante_leistungen/ambulante_leistungen.jsp
§ 38 regelt die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe gestellt zu bekommen. Die Krankenkasse hat die Kosten einer Haushaltshilfe zu übernehmen, wenn ein/e Versicherte/r den Haushalt nicht selbst weiterführen kann, keine andere im Haushalt lebende Person einspringen kann und ein Kind unter 13 Jahren oder mit Behinderung im Haushalt lebt. Die Haushaltshilfe beinhaltet die Versorgung des gesamten Haushalts und schließt etwa bei der Beschaffung und Zubereitung der Mahlzeiten alle üblicherweise im Haushalt zu versorgenden Personen ein.
§ 40 beschreibt die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Kinder‐ und Jugendrehabilitation sind hier zuzurechnen. Man kann einen Antrag auf eine Kinder‐ und Jugendrehabilitation bei der Krankenkasse oder der Rentenkasse stellen.
www.kinder‐und‐jugendreha‐im‐netz.de
www.kindernetzwerk.de/kinder‐und‐Jugendrehabilitation
§ 41 regelt die medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter. Aus medizinisch notwendigen Gründen kann eine Mutter-Kind-, bzw. Vater-Kind-Maßnahme in Anspruch genommen werden. Das mitreisende Kind ist dabei nicht der Patient, sondern die Mutter, bzw. der Vater.
§ 43a beschreibt die nichtärztlichen sozialpädiatrischen Leistungen. Diese werden in Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ), von sozialpädiatrischen Diensten, Kinderzentren (BaWü, Bayern), Kinder‐ und Jugendambulanzen (Berlin) und in Interdisziplinären Frühförderstellen erbracht. „Versicherte Kinder haben Anspruch auf nichtärztliche sozialpädiatrische Leistungen, insbesondere auf psychologische, heilpädagogische und psychosoziale Leistungen, wenn sie unter ärztlicher Verantwortung erbracht werden und erforderlich sind, um eine Krankheit zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen und einen Behandlungsplan aufzustellen.“
Das Kindernetzwerk unterstützt die Forderung nach einem stärkeren Ausbau der SPZ‐Struktur. § 43a (2) gilt für „versicherte Kinder mit Anspruch auf nichtärztliche sozialpädiatrische Leistungen, die unter ärztlicher Verantwortung in der ambulanten psychiatrischen Behandlung erbracht werden.“
§ 45 regelt den Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung des Kindes. Er kann bewilligt werden, wenn die Versicherten, basierend auf einem ärztlichen Zeugnis, ihr erkranktes Kind zuhause beaufsichtigen und betreuen müssen, das Kind unter 13 Jahre alt oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und keine andere Person die Betreuung und Beaufsichtigung übernehmen kann. Die Dauer der Krankengeldzahlung ist auf 10 Tage/Jahr begrenzt. Alleinerziehende Versicherte erhalten maximal 20 Tage Kinder‐Krankengeld. Zu beachten ist, dass die Krankschreibung auf die Mutter, den Vater,das heißt den Versicherten, ausgestellt werden muss. Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.
https://www.tk.de/tk/beratung/geburt‐und‐familie/kinderkrankengeld/40026
http://www.finanztip.de/krankengeld/kinderkrankengeld/
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/s/sozialmedizinische-nachsorge-fuer-schwerkranke-kinder.html
§ 60 SGB V Fahrkosten/Krankentransport (siehe hier): http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/leistungen/fahrkosten.html
§ 66 SGB V Behandlungsfehler (siehe hier): http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/patientenrechte/behandlungsfehler.html
Patientenberatung (siehe hier): http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/p‐q/patientenberatung.html
Informationen über Zuzahlungen für die wichtigsten Leistungen aus dem SGB V:
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/?s=0&q=Zuzahlungen+SGB+V
*www.kinderpflegenetzwerk.de/pflege‐projekte/elternbroschuere/ , S. 10
Relevante Artikel: Sozialgesetzgebung, SGB V