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Timestamp: 2018-06-19 20:26:57
Document Index: 298620431

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 18']

SR 412.101.221.25 Verordnung des SBFI vom 10. Februar 2015 über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
412.101.221.25 Verordnung des SBFI vom 10. Februar 2015 über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
412.101.221.25
Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
vom 10. Februar 2015 (Stand am 1. Januar 2018)
Uhrenarbeiterin EBA/Uhrenarbeiter EBA
Opératrice en horlogerie AFP/opérateur en horlogerie AFP
Operatrice in orologeria CFP/operatore in orologeria CFP
1. Abschnitt: Gegenstand, Schwerpunkte, Dauer und Ausbildungsform
1 Uhrenarbeiterinnen und Uhrenarbeiter auf Stufe EBA beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:
Sie arbeiten in Uhrenateliers in den Bereichen Zusammensetzen von mechanischen und elektronischen Uhrwerken, Einschalen, Aufsetzen der Zeiger und des Zifferblatts sowie Regulieren;
Sie führen die Arbeitsgänge ihres Berufes zuverlässig aus und halten sich an die Weisungen der Werkstattleiterinnen und -leiter und an die betrieblichen Abläufe. Sie sind in der Lage, ihre Aufgaben selbstständig, im Team oder in Produktionszellen auszuführen.
2 Innerhalb des Berufs der Uhrenarbeiterin oder des Uhrenarbeiters auf Stufe EBA gibt es die folgenden Schwerpunkte:
Zusammensetzen;
Art. 3 Modulare Ausbildung
1 Die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin oder Uhrenarbeiter kann für Erwachsene auch in modularer Form berufsbegleitend angeboten werden.
2 Zur modularen Ausbildung zugelassen sind Personen, die bei Beginn der Ausbildung mindestens 20 Jahre alt sind.
3 Die Module, die zum Erwerb des EBA führen, müssen innerhalb von 4 Jahren nach Beginn der Ausbildung abgeschlossen werden, unter Vorbehalt der Wiederholung eines Moduls.
Art. 5 Handlungskompetenzen
Manuelle und maschinelle Bearbeitungstechniken zur Fertigung von persönlichen Werkzeugen und Ausrüstung nutzen;
Zusammensetzen von Bestandteilen:
Bestandteile von einfachen mechanischen und automatischen Uhrwerken sowie einfachen Kalenderuhren zusammensetzen,
Massprüfungen sowie funktionelle und ästhetische Kontrollen vornehmen,
elektronische Uhrwerke zusammensetzen,
aufsetzen und einschalen,
herkömmliche Regulierungsarbeiten durchführen,
regulieren und industrielle Fertigstellung vornehmen;
Einhalten von Produktionsstandards:
Die eigene Arbeit im Produktionsverlauf prüfen,
elektronische Unterlagen nutzen und organisieren,
Verfahren in der Produktion anwenden;
Massnahmen zum Gesundheitsschutz anwenden,
Massnahmen zur Arbeitssicherheit anwenden,
Massnahmen zum Umweltschutz anwenden.
2 In den Handlungskompetenzbereichen Abs. 1 Bst. a, b Ziff. 1-2, c und d ist der Aufbau der Handlungskompetenzen für alle Lernenden verbindlich.
Schwerpunkt Zusammensetzen: Handlungskompetenzen Abs. 1 Bst. b Ziff. 3-4;
Schwerpunkt Regulieren: Handlungskompetenzen Abs. 1 Bst. b Ziff. 5-6.
1 Fassung gemäss Ziff. II 93 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Art. 7 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten
Art. 8 Berufsfachschule
Fertigen von branchenspezifischen Werkzeugen und Ausrüstung
- einschliesslich: schwerpunktbezogener Unterricht,
- einschliesslich: anwenden der Richtlinien bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Einhalten von Produktionsstandards
Art. 9 Überbetrieblicher Kurs
1 Der überbetriebliche Kurs umfasst 16 Tage zu acht Stunden.
2 Der Kurs findet im 1. Lehrjahr statt und beinhaltet den Handlungskompetenzbereich «Fertigen von branchenspezifischen Werkzeugen und Ausrüstung».
Art. 10 Modulare Ausbildung
1 Bei der modularen Ausbildung sind die Handlungskompetenzen nach Artikel 5 auf folgende Module mit der entsprechenden Lektionenzahl aufgeteilt:
Modul Zusammensetzen
Modul Aufsetzen und Einschalen
2 Die Aufteilung der Handlungskompetenzen auf die einzelnen Module ist im Reglement vom 19. Dezember 2014 über die Ausbildung von Erwachsenen nach modularem Baukastensystem der Convention patronale de l'industrie horlogère suisse festgelegt.
3 Die im Bildungsplan festgelegten Leistungsziele des überbetrieblichen Kurses sind auf die verschiedenen Module aufgeteilt.
4 Für die Organisation des Moduls Allgemeinbildung sind die Kantone zuständig.
1 Fassung gemäss Ziff. III 27 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
gelernte Uhrmacherin oder gelernter Uhrmacher in den Fachgebieten Rhabillage oder Industrie und mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
gelernte Uhrmacher Praktikerin oder gelernter Uhrmacher Praktiker mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
Uhrmacherin EFZ oder Uhrmacher EFZ und Uhrmacherin Produktion EFZ oder Uhrmacher Produktion EFZ mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den not-wendigen Berufskenntnissen im Bereich der Uhrenarbeiterin EBA und des Uhrenarbeiters EBA und mit mindestens 5 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 14 Lerndokumentation
Art. 15 Bildungsbericht
1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und im überbetrieblichen Kurs. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.
Art. 16 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule
Art. 17 Leistungsdokumentation im überbetrieblichen Kurs
1 Die Anbieter des überbetrieblichen Kurses dokumentieren die Leistungen der Lernenden in der Form von drei Kompetenznachweisen während des überbetrieblichen Kurses.
2 Diese Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote.
Art. 18 Zulassung
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 2 Jahre im Bereich der Uhrenarbeiterin EBA oder des Uhrenarbeiters EBA erworben hat, und
Art. 19 Gegenstand
In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 5 erworben worden sind.
Art. 20 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung
Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 8 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen des überbetrieblichen Kurses dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. Der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche mit den nachstehenden Gewichtungen:
Zusammensetzen von Bestandteilen (Handlungskompetenzbereich b, Ziffern 1 und 2)
Berufskenntnisse, im Umfang von 2 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Der Qualifikationsbereich Berufskenntnisse umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche und Prüfungsformen mit den nachstehenden Gewichtungen:
Zusammensetzen von Bestandteilen
Art. 21 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens für die modulare Ausbildung
1 Für jedes Modul muss eine Modulabschlussprüfung abgelegt werden.
2 Für die Organisation des Moduls Allgemeinbildung sind die Kantone zuständig.
3 Die Durchführung der restlichen Modulabschlussprüfungen wird der Convention patronale de l'industrie horlogère suisse übertragen, auf deren Antrag und gemäss Artikel 40 Absatz 2 BBG.
4 Die Modulabschlussprüfungen bestehen in jedem Modul aus:
einer praktischen Arbeit in Form einer vorgegebenen praktischen Arbeit (VPA);
einer schriftlichen Prüfung der Berufskenntnisse.
5 Die Modulabschlussprüfungen haben folgenden zeitlichen Umfang:
Dauer der Prüfung für die praktische Arbeit
Dauer der Prüfung der Berufskenntnisse
Art. 22 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung
den überbetrieblichen Kurs.
4 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 4 Semesterzeugnisnoten.
5 Die Note für den überbetrieblichen Kurs ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 3 benoteten Kompetenznachweise.
Art. 23 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung im Qualifikationsverfahren für die modulare Ausbildung
1 Das Qualifikationsverfahren der modularen Ausbildung ist bestanden, wenn:
jedes Modul, mindestens mit der Note 4 bewertet werden; ausgenommen ist das Modul Allgemeinbildung,
die praktische Arbeit in jedem Modul mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und
die Gesamtnote gemäss Absatz 4 mindestens 4 beträgt.
2 Die Modulnote entspricht dem Endresultat jedes Moduls; sie ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten für:
die praktische Arbeit: 50 %;
die Prüfung der Berufskenntnisse: 25 %;
die Erfahrungsnote: 25 %.
3 Die Erfahrungsnote für jedes Modul ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der Noten für den Unterricht in den Berufskenntnissen jedes Moduls.
4 Die Gesamtnote ist das gerundete Mittel aus der Summe der Noten für:
das Grundmodul;
das Modul Zusammensetzen;
das Modul Aufsetzen und Einschalen;
5 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20061 über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung.
Art. 24 Wiederholungen im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung
4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des überbetrieblichen Kurses wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der überbetriebliche Kurs wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
Art. 25 Wiederholungen im Qualifikationsverfahren für die modulare Ausbildung
2 Muss die praktische Arbeit in einem Modul wiederholt werden, so ist sie in ihrer Gesamtheit zu wiederholen.
3 Muss die Prüfung der Berufskenntnisse in einem Modul wiederholt werden, so ist sie in ihrer Gesamtheit zu wiederholen.
4 Wird eine Modulprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen wiederholt, so zählen nur die neuen Noten.
Art. 26 Spezialfall
2 Das Berufsattest berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Uhrenarbeiterin EBA» oder «Uhrenarbeiter EBA» zu führen.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 26 Absatz 1, die Erfahrungsnote.
4 Ist das Berufsattest mittels Qualifikationsverfahren für die modulare Ausbildung erworben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt:
die Modulnoten und die Note für die Allgemeinbildung gemäss Artikel 23 Absatz 4.
Art. 28 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Berufe im Bereich der Uhrenindustrie
Art. 29 Trägerschaft und Organisation des überbetrieblichen Kurses
1 Trägerin des überbetrieblichen Kurses ist die Convention patronale de l'industrie horlogère suisse (CP).
2 Die Kantone können die Durchführung des überbetrieblichen Kurses unter Mitwirkung der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt einer anderen Trägerschaft übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung des überbetrieblichen Kurses nicht mehr gewährleistet ist.
3 Die Kantone regeln mit der Trägerschaft die Organisation und Durchführung des überbetrieblichen Kurses.
4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zum Kurs.
1 Die Verordnung des SBFI vom 18. Dezember 20091 über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiter/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) wird aufgehoben.
2 Die Genehmigung des Bildungsplans Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter EBA vom 12. Dezember 2009 wird widerrufen.
1 [AS 2010 441]
1 Lernende, die ihre Bildung als Uhrenarbeiterin oder Uhrenarbeiter vor dem 1. April 2015 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.
2 Wer das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Uhrenarbeiterin oder Uhrenarbeiter bis zum 31. Dezember 2018 wiederholt, kann verlangen, nach altem Recht beurteilt zu werden.
3 Wer das letzte Modul der modularen Ausbildung für Uhrenarbeiterin oder Uhrenarbeiter bis zum 31. Dezember 2020 wiederholt, kann verlangen, nach altem Recht beurteilt zu werden.
1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 1. April 2015 in Kraft.
2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 18-27) treten am 1. Januar 2017 in Kraft.
AS 2015 851
1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 93 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Verordnung des SBFI vom 10. Februar 2015 über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
01.02.2010 - 01.04.2015
Verordnung des SBFI vom 18. Dezember 2009 über die berufliche Grundbildung Uhrenarbeiterin/Uhrenarbeiter mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)