Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201997,%2011
Timestamp: 2019-08-19 15:36:53
Document Index: 166334630

Matched Legal Cases: ['§ 169', '§ 170', '§ 30', '§ 30', '§ 169', '§ 124', '§ 30', '§ 30', '§ 170', '§ 30', '§ 169', '§ 169', '§ 170', '§ 169', '§ 16']

BFH, 30.10.1996 - II R 70/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,719
BFH, 30.10.1996 - II R 70/94 (https://dejure.org/1996,719)
BFH, Entscheidung vom 30.10.1996 - II R 70/94 (https://dejure.org/1996,719)
BFH, Entscheidung vom 30. Januar 1996 - II R 70/94 (https://dejure.org/1996,719)
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AO 1975 § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1, § 170 Abs. 2 Nr. 1; ErbStG 1974 § 30 Abs. 1
Festsetzungsfrist - Erbschaftsteuer - Anzeigepflicht - Festsetzungsfrist - Steuerbescheid - Bekanntmachung - Beginn der Festsetzungsfrist - Erwerber - Anzeige des Erwerbers - Rechtsgrund - Steuerbescheid - Steuerakte - Kenntnis
Erbschaftsteuer; Verletzung der Anzeigepflicht des § 30 ErbStG 1974 durch den Erwerber
AO 1977 § 169, AO 1977 § 124 Abs 1 S 1, ErbStG § 30
Adressierung; Anzeigepflicht; Festsetzungsverjährung; Steuerbescheid
FG Hessen - EFG 1995
FG Hessen, 21.06.1994 - 1 K 2856/93
BFHE 181, 274
NVwZ-RR 1997, 323
BB 1997, 353
DB 1997, 141
BStBl II 1997, 11
Auf die Urteile des BFH vom 30.10.1996 II R 70/94 und vom 09.06.1999 II B 101/98 werde verwiesen.
Es existierten zahlreiche Entscheidungen, die die Anzeigepflicht nach § 30 ErbStG entfallen ließen, wenn und soweit das Finanzamt prüfen könne, ob ein steuerbarer Vorgang vorliege (BFH vom 30.10.1996 II R 70/94; BFH vom 09.06.1999 II B 101/98).
Ist ein Rechtsvorgang durch einen von mehreren Anzeigepflichtigen ordnungsgemäß angezeigt worden, wird der Beginn der Festsetzungsfrist nicht dadurch weiter hinausgeschoben, dass für denselben Rechtsvorgang zur Anzeige Verpflichtete ihre Anzeigepflicht nicht erfüllt haben (…BFH-Urteil vom 26.10.2006 II R 16/05, BFH/NV 2007, 852; BFH-Urteil vom 06.07.2005 II R 9/04, BStBl. II 2005, 780; BFH-Urteil vom 30.10.1996 II R 70/94, BStBl. II 1997, 11).
Sind dem Finanzamt alle für die Prüfung eines steuerbaren Vorgangs und die Einleitung eines Besteuerungsverfahrens erforderlichen Umstände z. B. durch die Steuererklärung eines Alleinerben bekannt geworden, erfordert der Sicherungszweck des § 170 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 AO kein weiteres Hinausschieben des Beginns der Festsetzungsfrist für andere Erwerber (BFH-Urteil vom 30.10.1996 II R 70/94, BStBl. II 1997, 11); ausreichend ist die namentliche Bezeichnung des Erblassers und des anderen Erwerbers sowie die Mitteilung des Rechtsgrundes für dessen Erwerb.
Es ist in ständiger Rechtsprechung geklärt, dass der Beginn der Festsetzungsfrist für die Erbschaftsteuer dann nicht weiter hinausgeschoben wird, wenn dem Finanzamt der Name des Erblassers und des (anzeigepflichtigen) Erwerbs sowie der Rechtsgrund für den Erwerb bekannt werden (vgl. BFH-Urteil vom 30.10.1996 II R 70/94, BStBl. II 1997, 11).
Bereits nach formgültiger Anzeige durch einen von mehreren Anzeigeverpflichteten ist dem FA die Einleitung eines Besteuerungsverfahrens ohne weiteres möglich und ein weiteres Hinausschieben der Feststellungs-/Festsetzungsfrist nicht erforderlich (BFH-Urteile vom 21. Juni 1995 II R 11/92, BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802; vom 30. Oktober 1996 II R 70/94, BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11; vgl. auch bereits BFH-Urteil vom 4. August 1976 II R 20/71, BFHE 119, 387, BStBl II 1977, 123).
Dazu gehört regelmäßig die Angabe des Namens und der Wohnung des Schenkers und des Bedachten (§ 30 Abs. 4 Nr. 1 ErbStG) sowie die Angabe des Rechtsgrundes für den Erwerb (vgl. Urteil des BFH vom 30. Oktober 1996 II R 70/94, BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11).
Die Klin. meint außerdem, für die Fristwahrung nach § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO genüge nicht die Möglichkeit, dass der Steuerbescheid dem Adressaten auf eine andere Weise als vorgesehen bekannt werde (Hinweis auf BFH-Urteil vom 30.10.1996 II R 70/94 BStBl. II 1997, 11).
Soweit die Klin. sich darauf beruft, für die Fristwahrung nach § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO genüge nicht die Möglichkeit, dass der Steuerbescheid dem Adressaten auf eine andere Weise als vorgesehen bekannt werde (Hinweis auf BFH-Urteil vom 30.10.1996 a.a.O.), das FA habe den Bescheid vom 29.12.1999 an sie, die Klin. übersandt, obwohl ihm zu diesem Zeitpunkt eine Empfangsvollmacht für die Rechtsanwälte K. und Partner vorgelegen habe, der vom FA gewählte Bekanntgabeweg habe nicht dem Inhalt der Steuerakte entsprochen (…Hinweis auf BFH-Urteil vom 01.02.1990 V R 74/85 BFH/NV 1991, 2) kann dies der Klage nicht zum Erfolg verhelfen.
II R 70/94 a.a.O. liegt die vom II. Senat des BFH nunmehr abgelehnte Rechtsauffassung des VIII. Senats des BFH im BFH-Urteil vom 31.10.1989 VIII R 60/88 a. a. O. zugrunde (…vgl. BFH-Vorlagebeschluss des II. Senats vom 06.06.2001 II R 47/98 a. a. O.).
Diese Voraussetzung wirkte sich - was die Frage des möglichen Wirksamwerdens eines Bescheides angeht - einschränkend aus, wie dem BFH-Urteil vom 30.10.1996 a. a. O. zu entnehmen ist.
BFH, 10.11.2004 - II R 1/03
Demgegenüber hat sich das FG zu Unrecht auf das BFH-Urteil vom 30. Oktober 1996 II R 70/94 (BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11) gestützt.
Nach den Grundsätzen des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30.10.1996 II R 70/94, Bundessteuerblatt (BStBl) II 1997, 11, müsse in einem solchen Fall der Beginn der Festsetzungsfrist nicht weiter hinausgeschoben werden.
BFH, 28.05.1998 - II R 54/95
Auch aus den zu § 170 Abs. 2 Nr. 1 AO 1977 ergangenen Senatsurteilen vom 30. Oktober 1996 II R 70/94 (BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11) und vom 21. Juni 1995 II R 11/92 (BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802) folgt nichts anderes.
Das FG kann sich für seine Rechtsauffassung nicht auf die von ihm angezogenen Entscheidungen des BFH in BFHE 188, 440, BStBl II 1999, 529 und vom 30. Oktober 1996 II R 70/94 (BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11) berufen.
Sie führt dazu ergänzend aus, der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit Urteil vom 30. Oktober 1996 II R 70/94 (BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11) entschieden, die Festsetzungsfrist sei dann nicht gemäß § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO 1977 gewahrt, wenn der rechtzeitig abgesandte Bescheid dem Adressaten nach Fristablauf auf einem nach dem Inhalt der Steuerakten nicht vorgesehenen Weg bekannt werde.
Soweit der Entscheidung des Senats in BFHE 181, 274, BStBl II 1997, 11 etwas anderes zu entnehmen ist, wird daran nicht mehr festgehalten.
FG Münster, 25.10.2001 - 3 K 8589/98
Ende der Anlaufhemmung nach Anzeige durch das Nachlassgericht
FG Hessen, 06.12.2004 - 1 K 2569/02
Verjährung bei der Inanspruchnahme des Schenkers
BFH, 29.05.1998 - II R 54/95
Zeitpunkt der Kenntnisnahme - Kenntnisnahme - Schenkung
FG München, 14.02.2001 - 4 K 765/98
Anlaufhemmung der Festsetzungsverjährung nach § 16 a GrEStG a.F.
FG München, 14.02.2001 - 4 K 766/98
Beginn der Festsetzungsfrist zur Nacherhebung des Grunderwerbsteuer bei …