Source: https://www.mta-r.de/blog/unterweisungen-im-strahlenschutz-nach-36-roev-bzw-38-strlschv/
Timestamp: 2020-08-08 00:40:34
Document Index: 201277190

Matched Legal Cases: ['§36', '§38', '§ 63', '§ 63', '§ 36', '§ 2', '§ 2']

Jähliche Unterweisungen im Strahlenschutz - MTA-R.de Jähliche Unterweisungen im Strahlenschutz - MTA-R.de
Jähliche Unterweisungen im St...
Nach Strahlenschutzrecht sind alle Beschäftigten und - soweit zutreffend – sonstige Personen verpflichtet an entsprechenden Unterweisungen teilzunehmen und nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß den Unterweisungen des Unternehmens für ihre Sicherheit und Gesundheit bei ihren Tätigkeiten und bei ihrer Anwesenheit in Kontrollbereichen selbst Sorge zu tragen.
Maßgeblich dafür sind der §36 der Röntgenverordnung, bzw. der §38 der Strahlenschutzverordnung Diese beiden Verordnungen treten am 31.12.2018 außer Kraft und finden sich zusammengefügt mit einigen Änderungen jetzt im § 63 der neuen StSchV. Die geänderten Regelungen sind in unserem Blogartikel - § 63 der neuen Strahlenschutzverordnung - beschrieben.
Auch in diesen Verordnungen wird vorgeschrieben, dass betreffende Personen sowohl vor Aufnahme der Tätigkeit als auch danach regelmäßig unterwiesen werden müssen.
Dafür Sorge zu tragen, dass diese Unterweisungen durchgeführt werden, gehören zu den Pflichten des Strahlenschutzverantwortlichen bzw. der von ihnen beauftragten Personen („Strahlenschutzbeauftragter“).
Die Unterweisungen richten sich sowohl an „fachkundige“ wie an „nicht fachkundige“ Personen.
Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Unterweisungen, die z.B. vor dem erstmaligen Zutritt zu Kontroll- oder Sperrbereichen erfolgen müssen (Erstunterweisung) und solchen, die danach mindestens in jährlichem Abstand zu wiederholen sind (Wiederholungsunterweisungen).
Zu unterweisen sind
alle Personen, denen der Zutritt zu Kontrollbereichen gestattet wird
alle Personen, denen der Zutritt zu Sperrbereichen gestattet wird
alle Personen, die außerhalb von Kontrollbereichen genehmigungsbedürftig mit radioaktiven Stoffen umgehen oder genehmigungsbedürftig ionisierende Strahlung anwenden oder alle Personen, die außerhalb von Kontrollbereichen anzeige- oder genehmigungsbedürftig Röntgenstrahlung anwenden.
Zu unterweisen sind auch
Sonstige Personen (z.B. Fremdpersonal, Patienten, Probanden, Besucher, Auszubildende, Studierende, Handwerker, Reinigungspersonal, Sachverständige, Behördenvertreter, helfende Personen etc.), soweit ihnen im Einzelfall der Zutritt zu Kontrollbereichen erlaubt wurde oder soweit für sie aufgrund gesetzlicher Regelungen Zutrittsrechte zu Strahlenschutzbereichen bestehen.
Die Unterweisung betrifft alle solche Personen. Ob diese Personen „fachkundig“ oder „nicht fachkundig“ im Sinne der StrlSchV oder RöV sind, ist unerheblich.
Wer hat zu unterweisen ?
In der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung ist nicht festgelegt, welche Person die Unterweisungen durchzuführen hat. Der Gesetzgeber hat bewusst auch hier den Unternehmen einen breiten Spielraum eingeräumt. Insbesondere ist hier – im Unterschied zu manchem (konventionellem) Regelwerk - nicht festgelegt, dass Unterweisungen vom (jeweiligen) Vorgesetzten auszuführen sind. Normativ festgelegt ist im Strahlenschutz lediglich, dafür Sorge zu tragen, dass ordnungsgemäße Unterweisungen durchgeführt werden. Es gehört zu den rechtlich festgelegten Pflichten des Unternehmens, dies zu organisieren und die Mittel dafür bereitzustellen. Die Leitung oder Beaufsichtigung der Unterweisungen wird in der Regel den Strahlenschutzbeauftragten übertragen. Sofern die Strahlenschutzbeauftragten in ihren jeweiligen Entscheidungsbereichen die Unterweisungen nicht selbst durchführen, können sie geeignete Personen damit beauftragen. Das können durchaus auch MTA-R sein.
Worüber ist zu unterweisen ?
Die Beschäftigten und Sonstige sind zu unterweisen über
die Arbeitsmethoden und die möglichen Gefahren
die für ihre Beschäftigung oder ihre Anwesenheit wesentlichen Inhalte der StrlSchV bzw. RöV, der Genehmigung(en) und der Strahlenschutzanweisung(en)
die Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten im Strahlenschutz
die anzuwendenden Sicherheits- und Schutzmaßnahmen.
Darüber hinaus sind Frauen insbesondere auf ihre Mitteilungspflichten im Falle einer Schwangerschaft und auf die Strahlenrisiken für den Säugling im Falle einer Kontamination der Mutter hinzuweisen.
Weiterhin bietet es sich an, allgemeine Fragen zum Strahlenschutz oder neue Erkenntnisse bezüglich radiologischer Gefährdungen zu erörtern, Stör- und Unfallereignisse zu analysieren, auf mögliches Fehlverhalten und dessen Konsequenzen hinzuweisen, zu überprüfen, ob herstellerseitige, brachenspezifische Betriebsanweisungen ausreichend sind und inhaltlich verstanden wurden.
Vor Aufnahme der Tätigkeit („Erstunterweisung“),
In regelmäßigen Abständen („Wiederholungsunterweisung“),
Bei wesentlichen Änderungen im Aufgaben/Tätigkeitsbereich
Die Unterweisungen sind grundsätzlich während der Arbeitszeit durchzuführen. Die Wiederholungsunterweisung ist mindestens einmal im Jahr durchzuführen.
Die erforderlichen Mittel und die organisatorisch-technischen Voraussetzungen hierzu (z.B. Räumlichkeit, Personal, Regelung des Betriebsablaufes) hat der Strahlenschutzverantwortliche bzw. in seinem Auftrag die betrieblich dafür zuständige(n) Stelle(n) zur Verfügung zu stellen .
Im Zusammenhang mit der Unterweisung sind folgende Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten gegeben:
Aufzeichnung über Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung
Unterschrift der Aufzeichnung durch die unterwiesene Person(en)
Aufbewahrung der Aufzeichnungen über einen Zeitraum von fünf Jahren für die Beschäftigten und von einem Jahr für die sonstigen Personen.
Vorlegen der Aufzeichnungen auf Verlangen der zuständigen Behörde.
Es ist die Pflicht des Strahlenschutzverantwortlichen, für eine sachgerechte Dokumentation zu sorgen und die Mittel dafür bereit zustellen. Die Durchführung dieser Dokumentation wird in der Regel eigens dafür beauftragten Mitarbeitern übertragen.
Ewald Groenewold vor 3 Jahre
Sehr gute Erklärung, ich bin nun Tierarzt, wer darf die Tierbetreuungsperson unterweisen, immer wieder eine strittige Frage besonders in Prüfungen.
Ewald Groenewold
Anmerkung von MTA-R.de
Wie im Artikel schon erwähnt:
Die Leitung oder Beaufsichtigung der Unterweisungen ist in der Regel den Strahlenschutzbeauftragten übertragen. Sofern dieser Strahlenschutzbeauftragten in seien Entscheidungsbereichen die Unterweisungen nicht selbst durchführen, kann er geeignete Personen damit beauftragen. Nach meiner Ansicht sollte dies eine fachkundige Person sein. Fachkundiger Arzt, fachkundiger Med-Techniker oder MTRA .
Eine MFA hat keine Fachkunde - sie hat höchstens Kenntnisse im Strahlenschutz - und scheidet m.E damit aus.
Karl-Heinz zeifert
ich unterrichte Tiermedizinische Fachangestellte u. a. auch im Strahlenschutz an der BBS Haarentor in Oldenburg, von Beruf bin ich Tierarzt. Die Erklärungen über die Unterweisung finde ich gut. Haben Sie einen Fragenkatalog für Prüfungen und Unterricht. Gern würde ich auch meine gesammelten Fragen aus stattgefundenen zur Verfügung stellen.
ich bin es nochmal. Bei der Unterweisung folgende Fragen: Eine tiermedizinische Fachangestellte kann also die Unterweisung für die Mitarbeiter durchführen und auch die Tierbetreuungsperson unterweisen?
In dieser Hinsicht gehen die Meinungen auseinander.
Wir halten eine tiermedizinische Fachangestellte nicht geeignet zur Unterweisung, da sie keinerlei Fachkunde, sondern nur Kenntnisse im Strahlenschutz hat. Eine zweifelsfreie Beantwortung der Frage wird Ihnen die die zuständigen Ärztekammer geben können.
Emma Voß vor 3 Jahre
ich bin med. Fachangestellte mit Röntgenschein, den ich vor 5 Jahren gemacht habe. Jetzt soll ich für jährl. Unterweisungen durch meinen Chef unterschreiben, obwohl nicht eine stattgefunden hat. Wie sollte ich mich verhalten?
Karl-Heinz vor 3 Jahre
Ein möglicher Weg zur friedlichen Einigung wäre auch dieser:
Die jährliche Belehrung kann und darf ja auch schriftlich durchgeführt werden.
Nach der RöV müssen in dem Dokument für die jährliche Unterweisung, das unterschrieben werden soll, auch die Inhalte der Unterweisung genannt werden. Sind diese Inhalte ausführlich genug erläutert, dann könnte man sich die Inhalte anzuschauen und evtl. ein paar Fragen dazu zu stellen. Die Inhalte sollten sich in erster Linie auf spezielle praxisinterne Organisationsabläufe und Proleme beziehen. Dann könnte dies als Unterweisung durchgehen und du könntest unterschreiben.
Silke vor 2 Jahre
ich arbeite seit kurzem im Krankenhaus und bin im Sekretariat der Radiologie.
Ich habe erfahren, dass sich das Strahlenschutzgesetz seit dem 01.10.2017 geändert hat.
Haben Sie einen link für mich wo ich mich genau über die Veränderungen informieren kann was sich jetzt genau ändert?
Des weiteren habe ich gehört, dass zum 31.12.2018 die Gültigkeit von Paragraph 36 RöV und StrlSchV aufgehoben wird?
Was kommt anstelle von RöV und StrSchV und hätten sie auch diesbezüglich aussagekräftige Quellen?
Meier vor 2 Jahre
ich arbeite seit 1.10.18 als Leitung der Anästhesie in einer kleineren Praxisklinik mit angeschlossenen stationären Betten.
Nun haben wir Bildverstärker im OP im Einsatz und die Anästhesisten haben damit prinzipiell Zutritt zum Kontrollbereich.
Nun kam die Frage auf ob die Anästhesisten an der jährlichen Unterweisung Strahlenschutz teilnehmen müssen.
Meines Wissen müssen sie, aber der zuständige Radiologe (Strahlenschutzbeauftragte) ist nicht der Meinung. Wer hat nun Recht?
Zu Kommentar von Maier:
Eindeutige Antwort: Die Anästhesisten müssen eingeladen werden, wenn sie sich im Kontrollbereich aufhalten bzw. wenn sie Zutritt zum Kontrollbereich haben.
Siehe dazu auch die Frage 2799 aus dem www.forum-roev.de
Im diesem Forum kann man Fragen zu aktuellen Problemen stellen. Herr Prof. Ewen (Mitglied im AK-RöV) dass dan hierzu kurzfristig Stellung genommen wird. Die Fragen und Antworten werden der Öffentlichkeit zur Information bereitgestellt. So wie auch diese Frage:
W. Bachert schrieb am 23.11.2016 - 18:46 Uhr:
Frage:2799 BETREFF: Unterweisung nach Paragraph 36 RöV
Sehr geehrte Damen und Herren, welcher Personenkreis sollte/muss zu der o.a. Unterweisung eingeladen werden. Wir sind eine Klinik mit Chirurgie, Innere, Urologie, Herzkatheter sowie Intensivstation- dort stehen überall Röntgengeräte. Mit freundlichen Grüßen W.Bachert
1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, bitte einen Blick in § 36 Abs. 1 RöV werfen. Die dort formulierten Vorgaben gelten generell in der Röntgendiagnostik, also auch für die von Ihnen aufgezählten radiologischen Tätigkeiten: Aufenthalt im Kontrollbereich (gilt für im Röntgenraum beruflich Tätige - ggf. einschließlich eines/r Anästhesisten/in - bei Durchleuchtungsuntersuchungen. Sie gelten ferner für alle Personen, die Röntgenstrahlung anwenden (s. § 2 Nr. 1 RöV), also für solche, die nach § 2 Nr. 7 RöV eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen, die befunden und die rechtfertigende Indikationen stellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen
Ewald Groenewold vor 1 Jahr
Eine Frage: Dürfen stillende Mütter in den Kontrollbereich als Tierbetreuungsperson?
Für stillende Mütter gilt ein Aufenthaltsverbot in Kontrollbereichen nur dann, wenn mit offenen
radioaktiven Substanzen umgegangen wird.