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Timestamp: 2020-07-05 11:54:11
Document Index: 352126234

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35']

Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c EStG | Steuer Office Basic | Steuern | Haufe
Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c EStG
Der Gesetzgeber hat zum 1.1.2020 das Einkommensteuergesetz um eine neue Steuerermäßigung, den § 35c, ergänzt (Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht v. 21.12.2019, BGBl 2019 I S. 2886). Mit dieser Vorschrift sollen energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutzten Wohngebäuden mittels progressionsunabhängigem Steuerabzug steuerlich gefördert werden. Damit soll das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgase bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 zu verringern, unterstützt werden. Die steuerliche Förderung selbstgenutzten Wohneigentums wurde deshalb ab dem Veranlagungszeitraum 2020 in Ergänzung zur existierenden Förderkulisse als weitere Säule der Förderung eingeführt. Begünstigtes Objekt ist ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes eigenes Gebäude, soweit es im Raum der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum gelegen ist und im Zeitpunkt der Durchführung der förderfähigen Maßnahme älter als 10 Jahre ist. Durch einen Abzug von der Steuerschuld können viele Wohngebäudeeigentümer von der Maßnahme profitieren (BT-Drucks. 19/14338 S. 21).
Steuerlich gefördert werden abschließend aufgezählte Einzelmaßnahmen. Die Steuerermäßigung erfolgt insoweit, als im Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr der Steuerpflichtige einen Betrag von 7 % der Aufwendungen - höchstens 14.000 EUR - und im zweiten folgenden Kalenderjahr 6 % der Aufwendungen - höchstens 12.000 EUR - für das Förderobjekt steuerlich geltend machen kann. Insgesamt steht damit je Förderobjekt ein Förderbetrag in Höhe von 20 % der Aufwendungen – höchstens jedoch 40.000 EUR - für begünstigte Einzelmaßnahmen zur Verfügung. Damit können Aufwendungen bis 200.000 EUR steuerlich berücksichtigt werden. Die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung erfordert das Vorliegen von mehreren Voraussetzungen und ist auch befristet. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick nach der derzeitigen Rechtslage.
Die gesetzliche Regelung der Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden findet sich in § 35c EStG. Die Mindestanforderungen für die energetischen Maßnahmen ist in einer Verordnung v. 2.1.2020 geregelt (Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c EStG (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – ESanMV) v. 2.1.2020, BGBl 2020 I S. 3). Das Bescheinigungsverfahren hat das BMF im Erlass v. 31.3.2020, IV C 1-S 2296-c/20/10003:001, FMNR13d000020, geregelt.
1.1 Begünstigte Maßnahmen
Steuerlich gefördert werden alternativ zur Inanspruchnahme sonstiger Förderprogramme bestimmte – abschließend aufgezählte – Einzelmaßnahmen, die auch von den bestehenden Programmen der Gebäudeförderung – und zukünftig durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – als förderwürdig eingestuft sind.
Folgende energetische Maßnahmen am Förderobjekt sind durch § 35c EStG begünstigt:
Optimierung bestehender Heizungsanlagen, soweit diese älter als 2 Jahre sind.
Es bleibt dem Steuerpflichtigen hierbei unbenommen, mehrere Maßnahmen gleichzeitig oder zeitlich hintereinander durchzuführen. Gefördert werden damit sowohl Einzelmaßnahmen als auch die Möglichkeit einer – ggf. schrittweisen, durch mehrere Einzelmaßnahmen verwirklichten – umfassenden Sanierung, z. B. auf der Grundlage eines Sanierungsfahrplans (Gesamtsanierung).
Für sämtliche energetischen Maßnahmen gibt es allerdings technische Mindestanforderungen, die in der energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) v. 2.1.2020, beschrieben sind.
Als Aufwendungen für energetische Maßnahmen zählen auch die Kosten für die Erteilung der Bescheinigung des Fachunternehmens über die Ausführung der Sanierungsarbeiten.
Hierzu gehören zudem 50 % der Kosten für Energieberater, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)" zugelassen sind. Voraussetzung ist, dass der Energieberater durch den Steuerpflichtigen mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der energetischen Maßnahmen beauftragt worden ist.
Durchführung durch ein Fachunternehmen
Voraussetzung für die Förderung ist, dass die jeweilige energetische Maßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt wurde, das die Anforderungen aus der Rechtsverordnung nach § 35c Abs. 7 EStG erfüllt. Die Durchführung durch ein Fachunternehmen soll gewährleisten, dass die Sanierungsarbeiten auch tatsächlich zu einer Energieeinsparung führen. Dies dürfte bei Eigenleistungen regelmäßig nicht gewährleistet sein