Source: http://www.hindelbank.ch/de/stadtverwaltung/dienstleistungen/index.php?i=107
Timestamp: 2017-09-24 19:13:55
Document Index: 159743561

Matched Legal Cases: ['Art. 318', 'Art. 307', 'Art. 308', 'Art. 307', 'Art. 314', 'BGE', 'Art. 311']

Dienstleistung: Vormundschaftlichen Massnahmen zum Kindesschutz
Name: Vormundschaftlichen Massnahmen zum Kindesschutz
Die gesetzlichen Kindesschutzmassnahmen sind in den Artikeln 146, 273 Abs. 2, 274 Abs. 2, 307, 308, 309, 310, 311 und 312 ZGB sowie Art. 318, 324 und 325 geregelt. Im nachfolgenden Katalog, welcher gemäss Stufenfolge gegliedert ist, also von der relativ unverbindlichen Begleitung/Betreuung bis zum vollen Entzug der elterlichen Sorge, werden die hauptsächlichen vormundschaftlichen Kindesschutzmassnahmen beschriebenen:
Aufgrund eines Sachverhalts und gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB kann die Vormundschaftsbehörde, ohne dass z.B. ein Beistand eingesetzt wird, die Eltern ermahnen oder ihnen eine Weisung erteilen. Die Massnahme wird heute zugunsten einer Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB wenig verwendet.
3 Sie (die Vormundschaftsbehörde) kann insbesondere die Eltern, die Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihnen bestimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine geeignete Person oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist.
Die Ermahnung, an die Eltern, Pflegeeltern, Dritte, Grosseltern, Nachbarn, Freunde oder das Kind erfolgt, wenn die Gefährdung nur einzelne Bereiche der Erziehung berührt, nicht besonders schwer wiegt und wenn die Einsicht bei den Beteiligten vorhanden ist.
Die Weisung, liegt im gleichen Anwendungsbereich wie die Ermahnung, geht aber primär an die Eltern. Sie kann sich auch an Dritte richten, beispielsweise
ihnen den Umgang mit dem Kind verbieten
ambulante oder stationäre ärztliche Untersuchung oder Behandlung einzuleiten
den Besuch einer Sonderschule oder Lehre zu veranlassen.
Die Weisung kann durch eine Aufsichtsperson (Sozialarbeiter, Erziehungsberatung usw.) überwacht werden oder ist durch Festsetzung eines Zeitpunktes, bis zu dem die Eltern die Erfüllung einer Weisung zu melden haben, zu regeln.
Sofern die Begegnung der Gefährdung durch die Massnahme nach Art. 307 ZGB nicht ausreicht, ist eine aktive Einwirkung durch eine Betreuungsperson (Beistand) erforderlich. Dieser ist im Gegensatz zur Aufsichtsperson befugt, den Eltern Empfehlungen und Anleitungen zu geben und aktiv auf die Erziehung einzuwirken.
1 Erfordern es die Verhältnisse, so ernennt die Vormundschaftsbehörde dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt.
2 Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung des Kindes bei der Wahrung seines Unterhaltsanspruches und anderer Rechte und die Überwachung des persönlichen Verkehrs.
Obhutsentzug und Fremdplatzierung
Ein Obhutsentzug ist möglich, wenn das Verbleiben des Kindes im gemeinsamen Haushalt unzumutbar ist, das Kind ungenügend geschützt und gefördert wird. Eine Einweisung in Institutionen (Heim oder Heim ähnlich) und Kliniken ist mit einem fürsorgerischen Freiheitsentzug (FFE Art. 314a ZGB) und damit mit einem zusätzlichen Rechtsmittel für die Betroffenen, verbunden.
Entziehung der elterlichen Sorge mit Errichtung einer Vormundschaft
Wenn die elterliche Sorge entzogen wird, erhält das Kind eine Vormundin / einen Vormund. Es handelt sich um die eingreifendste Kindesschutzmassnahme, weshalb sie an sehr strenge Anforderungen geknüpft wird (BGE 5C.207/2004 vom 26.11.2004).
Art. 311 Abs. 1
Sind andere Kindesschutzmassnahmen erfolglos geblieben oder erscheinen sie von vornherein als ungenügend, so entzieht die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde die elterliche Sorge:
Die Vormundschaftsbehörde entzieht die elterliche Sorge:
1. wenn die Eltern aus wichtigen Gründen darum ersuchen;