Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/kapitalanlagerecht/kapitalanlagebetrug-das-fehlerhafte-prospekt-und-der-schadensersatz-3101656
Timestamp: 2020-07-02 08:38:14
Document Index: 195010876

Matched Legal Cases: ['§ 264', '§ 823', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', 'BGH', 'BGH', '§ 264', '§ 264', 'BGH', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 264', '§ 823', 'BGH']

Kapitalanlagebetrug - das fehlerhafte Prospekt und der Schadensersatz | Rechtslupe
Kapitalanlagebetrug - das fehlerhafte Prospekt und der Schadensersatz
Die Bestim­mung des § 264a StGB ist Schutz­ge­setz im Sin­ne des § 823 Abs. 2 BGB zuguns­ten des ein­zel­nen Kapi­tal­an­le­gers [1].
Ein Emis­si­ons­pro­spekt fällt in den Anwen­dungs­be­reich des § 264a Abs. 1 Nr. 1 StGB, wenn er sich auf den Ver­trieb von Antei­len bezieht, die eine Betei­li­gung an dem Ergeb­nis eines Unter­neh­mens gewäh­ren sol­len; die Ein­schal­tung eines Treu­hän­ders steht der Anwen­dung des § 264a Abs. 1 StGB gemäß § 264a Abs. 2 StGB nicht ent­ge­gen [3].
Auch der­je­ni­ge ver­brei­tet unrich­ti­ge Infor­ma­tio­nen im Sin­ne des § 264a Abs. 1 StGB, der nach­träg­lich unrich­tig gewor­de­ne Wer­be­mit­tel im Sin­ne des § 264a Abs. 1 StGB gegen­über einem grö­ße­ren Kreis ande­rer, bis­lang noch nicht ange­spro­che­ner Anle­ger (wei­ter) ver­wen­det, indem er sie nach Ein­tritt der Unrich­tig­keit zusen­det, aus­legt, ver­teilt oder sonst zugäng­lich macht [7]. Die Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stan­des wird nicht dadurch aus­ge­schlos­sen, dass der Pro­spekt bereits zu einem Zeit­punkt, als er noch rich­tig war, gegen­über einem grö­ße­ren Kreis poten­ti­el­ler Anle­ger ver­wen­det wor­den ist. In die­sem Zusam­men­hang kommt es auch nicht dar­auf an, wann ein durch Ver­brei­tung gedruck­ter Pro­spek­te began­ge­ner Kapi­tal­an­la­ge­be­trug been­det ist [8]. Denn durch die Ver­wen­dung eines (noch) rich­ti­gen Pro­spekts wird der Tat­be­stand des § 264a StGB nicht ver­wirk­licht. Eine Straf­tat, die voll­endet oder been­det sein könn­te, liegt nicht vor.
vgl. BGH, Beschluss vom 02.02.2010 – VI ZR 254/​08 7; BGH, Urteil vom 24.06.2014 – VI ZR 560/​13, VersR 2014, 1095 Rn. 27; BT-Drs. 10/​318, S. 24; Münch­Komm-StGB/­Woh­lers/­Mühl­bau­er, 2. Aufl., § 264a Rn. 16, 95 ff. mwN; Tiedemann/​Vogel in Leip­zi­ger Kom­men­tar, StGB, 12. Aufl., § 264a Rn. 101 mwN[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 24.06.2014 – VI ZR 560/​13, VersR 2014, 1095 Rn. 31; vom 12.05.2015 – VI ZR 102/​14, VersR 2015, 1165 Rn. 31; Tiedemann/​Vogel in Leip­zi­ger Kom­men­tar, aaO, Rn. 82, 84, 90; Per­ron in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 264a Rn. 37; Fischer, aaO, Rn. 13, 18; SK-StGB/Ho­yer, § 264a Rn. 17 [Stand: Juni 2014]; Münch-KommStGB/­Woh­lers/­Mühl­bau­er, 2. Aufl., § 264a Rn. 101; Bosch in Satzger/​Schluckebier/​Widmaier, StGB, 2. Aufl., § 264a Rn.20; Ent­wurf eines Zwei­ten Geset­zes zur Bekämp­fung der Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät, BT-Drs. 10/​318, S. 23 r. Sp. Abs. 2 a.E.[↩]
vgl. OLG Mün­chen, OLGR 2004, 239, 240; NK-StGB/Hell­mann, 4. Aufl., § 264a Rn. 41 a.E.; Joecks in Achenbach/​Ransiek, Hand­buch Wirt­schafts­straf­recht, 3. Aufl., 10. Teil 1. Kap. Rn. 45; Tiedemann/​Vogel in Leip­zi­ger Kom­men­tar, aaO, § 264a Rn. 82 mit Fn. 91; Münch­Komm-StGB/­Woh­lers/­Mühl­bau­er, aaO, § 264a Rn. 62; sie­he auch OLG Mün­chen, Urteil vom 09.02.2011 – 15 U 3789/​10 58; SK-StGB/Ho­yer, § 264a Rn. 17 f. [Stand: Juni 2014]; aA OLG Naum­burg, Urteil vom 05.08.2004 – 2 U 42/​04 13 ff.[↩]
Kapi­tal­an­la­ge­be­trug – und der haf­tungs­recht­li­che Schutz… die Bestim­mung des § 264a StGB Schutz­ge­setz im Sin­ne des § 823 Abs. 2 BGB zuguns­ten des ein­zel­nen Kapi­tal­an­le­gers ist ((vgl. BGH, Urteil vom 24.06.2014…