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Timestamp: 2016-10-22 05:17:44
Document Index: 241407958

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 17']

C 82/02 (23.07.2002)
C 82/02 /Gi
Regionales Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Luzern, 6000 Luzern 11, Beschwerdef�hrer, vertreten durch das Kantonale Arbeitsamt Luzern, Hallwilerweg 5, 6003 Luzern,
B.________, 1943, Beschwerdegegner
Der 1943 geborene B.________, von Beruf Architekt und Industrial Designer, arbeitete vom 15. Mai bis zum 14. November 2000 im Rahmen eines befristeten Einsatzes in einem Besch�ftigungsprogramm des Schweizerischen Arbeiter-hilfswerks (SAH). Ab 15. November 2000 erhob er Anspruch auf Arbeits-losenentsch�digung. Mit zwei Verf�gungen vom 31. Januar 2001 stellte ihn das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Luzern (RAV) f�r die Dauer von je drei Tagen ab 15. November 2000 bzw. 1. Dezember 2000 in der Anspruchs-berechtigung ein mit der Begr�ndung, B.________ k�nne keine gen�genden Arbeitsbem�hungen nachweisen. Die dagegen erhobene Einsprache wies das RAV mit Entscheid vom 15. M�rz 2001 ab.
B.________ reichte beim Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozial-versicherungsrechtliche Abteilung, Beschwerde ein und beantragte die Auf-hebung der Einstellungen. Am 25. Februar 2002 hiess dieses die Beschwerde gut und hob den Einspracheentscheid auf.
Hiegegen l�sst das RAV Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Auf-hebung des vorinstanzlichen Entscheids beantragen.
B.________ schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Staatssekretariat f�r Wirtschaft verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Im angefochtenen Entscheid werden die f�r die Beurteilung der streitigen Einstellung in der Anspruchsberechtigung massgebenden Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 und 30 Abs. 1 lit. c AVIG; Art. 26 Abs. 1 und 20 Abs. 1 AVIV) sowie die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 120 V 78 Erw. 4a; vgl. auch BGE 124 V 231 Erw. 4a mit Hinweis) richtig wiedergegeben. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob und gegebenenfalls wie lange der Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist.
Das kantonale Gericht hat die Verf�gungen vom 31. Januar 2001 aufgehoben, weil es die diversen pers�nlichen Arbeitsbem�hungen des Beschwerdegegners angesichts der gegebenen Umst�nde (fortgeschrittenes Alter, spezifische Aus-bildungen und Berufserfahrungen) als gen�gend erachtete. Nach Auffassung der Verwaltung gen�gt das Vorgehen des Versicherten mittels Kontakten, sogenanntes "Networking", den Anforderungen nicht; jedenfalls h�tten zus�tzlich Bewerbungen auf konkrete Stellen nachgewiesen werden m�ssen.
Wie die Vorinstanz richtig erwog, ist bei der Beurteilung der Frage, ob sich ein Versicherter gen�gend um zumutbare Arbeit bem�ht hat, nicht nur die Quantit�t, sondern auch die Qualit�t seiner Bewerbungen von Bedeutung. Dabei sind die pers�nlichen Umst�nde und M�glichkeiten des Versicherten wie Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des f�r den Versicherten in Betracht fallenden Arbeitsmarktes zu ber�cksichtigen (BGE 120 V 78 Erw. 4a). Eine Arbeit ist zumutbar, wenn sie unter anderem angemessen auf die F�higkeiten und die bisherige T�tigkeit des Versicherten R�cksicht nimmt und die Wiederbesch�ftigung des Arbeitslosen in seinem Beruf nicht wesentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit �berhaupt Aussicht besteht (Art. 16 Abs. 2 lit. b und d AVIG).
Weder Gesetz noch Verordnung schreiben eine Mindestanzahl von Bewer-bungen vor. Ob die Anstrengungen bei der Stellensuche gen�gend sind, muss im Einzelfall beurteilt werden. Viele Arbeitslosenkassen verlangen pro Kontroll-periode mindestens zehn bis zw�lf geeignete Arbeitsbem�hungen; bei sehr qualifizierten Bewerbungen begn�gen sie sich auch mit einer etwas geringeren Anzahl (Gerhards, Kommentar zum AVIG, Bd. I, N 15 zu Art. 17; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Z�rich 1998, S. 139 f.). Die Arbeitsbem�hungen m�ssen um so intensiver sein, je weniger Aussicht ein Versicherter hat, eine neue Stelle zu finden. Er muss alle Anstrengungen unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit ergreifen, um eine bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Die Anzahl der erforderlichen Stellenbewerbungen richtet sich nach den konkreten Umst�nden; so k�nnen von einer spezialisierten Arbeitskraft wesensgem�ss weniger Bewerbungen abgefasst werden als von einer Hilfskraft (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 Erw. 2). Je l�nger der Versicherte arbeitslos ist, desto intensiver muss er sich um Erwerbsm�glichkeiten auch ausserhalb seines angestammten T�tigkeitsbe-reiches bem�hen (Art. 17 Abs. 1 AVIG).
Wie der Beschwerdegegner glaubhaft darlegt, erwies sich seine Stellensuche infolge des hohen Spezialisierungsgrads als Architekt und Industrial Designer und angesichts des ausgetrockneten Stellenmarkts als schwierig. Den Nach-weisformularen �ber die pers�nlichen Arbeitsbem�hungen l�sst sich entneh-men, dass er sich in der Zeit vor der Antragstellung an die Arbeitslosen-versicherung am 8. November 2000 sowie w�hrend des restlichen Monats November 2000 verschiedentlich bem�hte, berufliche Kontakte zu kn�pfen, wobei er sich weder auf sein urspr�ngliches T�tigkeitsgebiet noch auf eigentliche Kaderpositionen beschr�nkte. Von Mai bis November 2000 besuchte er Coaching-Sitzungen beim SAH und absolvierte von M�rz bis November 2000 einen Kurs im Kulturmanagement. Sowohl das RAV als auch das SAH bescheinigten dem Versicherten grosse Initiative und Motivation. Seine Bem�hungen waren schliesslich insofern erfolgreich, als er im Fr�hjahr 2002 zwei Teilzeitstellen als Museumsaufseher in der Sammlung R.________, bzw. als technischer Assistent im Neuen Kunstmuseum antreten konnte. Wenn die Vorinstanz bei diesen Gegebenheiten davon ausgegangen ist, eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung lasse sich nicht rechtfertigen, ist dies nicht zu beanstanden.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der Arbeitslosenkasse des Kantons Luzern und dem Staatssekretariat f�r Wirtschaft zugestellt.