Source: http://www.kantonslabor-bs.ch/kl/infos/radon.cfm
Timestamp: 2013-06-20 08:15:04
Document Index: 58513447

Matched Legal Cases: ['Art. 110', 'Art. 110', 'Art. 110', 'Art. 114', 'Art. 113', 'Art. 114', 'Art. 114']

Basel-Stadt | Kantonales Laboratorium | Radon
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Schutz vor erhöhten Radongaskonzentrationen
Radon ist ein natürliches radioaktives, farb- und geruchloses Gas, welches überall aus dem Boden entweichen und durch verschiedene durchlässige Stellen in der Gebäudehülle (Naturboden, Risse im Fundament oder Mauerwerk, Kabel- und Rohrdurchführungen) in Gebäude eindringen kann. Die Radonbelastung ist in jedem Haus anders. Selbst eng beieinander stehende Häuser gleicher Bauart können völlig verschiedene Radonwerte aufweisen.
Beim Zerfall von Radon entstehen radioaktive Folgeprodukte, die sich beim Atmen in der Lunge absetzen können. Dies führt zu einer Bestrahlung des Lungengewebes und erhöht das Risiko einer Lungenkrebserkrankung. Radon kann mit unseren Sinnen nicht wahrgenommen werden. Andere gesundheitliche Schädigungen sowie Beschwerden (z.B. Kopfweh, Schlaflosigkeit, Übelkeit usw.) durch Radon wurden bis jetzt nicht nachgewiesen.
Aktuelle gesetzliche Situation In der Schweiz ist der Umgang mit der Radonproblematik in der Strahlenschutzverordnung geregelt. Der Grenzwert für Wohn- und Aufenthaltsräume beträgt 1'000 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft und der Richtwert 400 Bq/m³. Gebäude mit Radongaskonzentrationen über dem Grenzwert müssen saniert werden. Der Richtwert ist bei Neu- und Umbauten einzuhalten.
Eine Senkung des Radon-Grenzwertes ist geplant
Im Jahre 2009 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen neuen Höchstwert von 100 Bq/m3, allenfalls länderspezifisch 300 Bq/m3, für Radon vorgeschlagen. Das Bundesamt für Gesundheit bereitet zurzeit einen Aktionsplan vor, um die Strategie der Schweiz diesen neuen Empfehlungen anzupassen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schweiz den Grenzwert im Jahre 2014 von 1000 Bq/m3 auf 300 Bq/m3 und den Richtwert von 400 Bq/m3 auf 100 Bq/m3 senken wird.
Auswirkungen der geplanten Grenzwertsenkung
In der Gemeinde Riehen wären nach der Grenzwertsenkung schätzungsweise etwa 10% der Gebäude mit Radonkonzentrationen über dem Höchstwert belastet. Aber auch in Basel und Bettingen wären bei einem Grenzwert von 300 Bq/m3 in 1-2% der Gebäude mit Höchstwertüberschreitungen zu rechnen.
Empfehlungen an die Bauherrschaft Wir empfehlen den Bauherrschaften die erforderlichen Massnahmen zum Schutz vor erhöhter Radongas-konzentration nach den anerkannten Regeln der Baukunde zu treffen, insbesondere im Gebiet mit erhöhtem Radonpotenzial.Bei Neubauten, Umbauten und auch bei Sanierungen wird empfohlen, so zu bauen, dass nicht nur der heutige Radonrichtwert von 400 Bq/m³, sondern auch der geplante Richtwert von 100 Bq/m3 nicht überstiegen wird. Dazu sind geeignete Massnahmen zu treffen, welche in den meisten Fällen technisch einfach sind.Bei Umbauten wird empfohlen, vorgängig eine Radonmessung vorzunehmen. Das Bundesamt für Gesundheit (Adresse unten) führt eine Liste der anerkannten Messstellen für Radonmessungen und gibt Auskünfte über Sanierungsmöglichkeiten.
Anlässlich der Bauabnahme kann der Kanton stichprobenweise Radonmessungen durchführen. Wird der Grenzwert von 1’000 Bq/m³ (ab 2014 voraussichtlich 300 Bq/m3) in Wohn- und Aufenthaltsräumen überschritten, muss das Gebäude zu Lasten des Eigentümers resp. der Eigentümerin saniert werden.
Sind Sie an einer Radonmessung interessiert?
Messungen der Radonbelastung macht man sinnvollerweise während der Heizperiode. Interessierte Liegenschaftsbesitzer und Mieter können das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt kontaktieren.
Eidgenössische Strahlenschutzverordnung (Art. 110 - 118) u.a.:
Art. 110 Abs. 1
Für Radongaskonzentrationen in Wohn- und Aufenthaltsräumen gilt ein über ein Jahr gemittelter Grenzwert von 1’000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³).
Art. 110 Abs. 4
Bei Neu- und Umbauten (Art. 114) sowie bei Sanierungen (Art. 113 und 116) gilt ein Richtwert von 400 Bq/m.
Art. 114 Abs. 1
Die Kantone treffen die notwendigen Massnahmen, damit Neu- und Umbauten so erstellt werden, dass der Grenzwert von 1000 Bq/m³ nicht überschritten wird. Sie sorgen dafür, dass mit geeigneten Massnahmen angestrebt wird, dass die Radongaskonzentration den Richtwert von 400 Bq/m³ nicht überschreitet.
Art. 114 Abs. 2
Nach Beendigung der Bauarbeiten kontrollieren die Kantone stichprobenweise, ob der Grenzwert eingehalten wird.
Weitere Informationen können bezogen werden bei der zentralen Vertriebsstelle für Bundespublikationen im Bundesamt für Bauten und Logistik: BBL
Radon: Informationen zu einem strahlenden Thema, BBL/EDMZ, 3003 Bern, Art. Nr. 311.341 d, f oder i
CD-ROM Radon, BBL/EDMZ, 3003 Bern, Art. Nr. 311.345, d, f oder i
Radon: Technische Dokumentation für Baufachleute, Gemeinden, Kantone und Haus­eigen­tümer, BBL/EDMZ, 3003 Bern, Art. Nr. 311.346 d, f oder i
Radioaktivität und Strahlenschutz, BBL/EDMZ, 3003 Bern, Art. Nr. 311.322 d, f oder i
Bundesamt für Gesundheit (BAG), Fachstelle Radon und Abfälle, 3003 BernTel. 031-324’68’80, Fax 031-322’83’83www.admin.ch/bag oder www.ch-radon.ch
Kantonales Laboratorium Basel-Stadt, Kannenfeldstr. 2, Postfach, 4012 BaselTel. 061-385’25’00, Fax 061-385’25’09www.kantonslabor-bs.ch
Fachstelle Umwelt der Gemeinde Riehen, Wettsteinstr. 1, 4125 RiehenTel. 061-646’82’94, Fax 061-646’81’24http://www.riehen.ch/natur-und-umwelt/natur-und-umweltschutz/umwelttelefon
Radonbericht 2011 des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt
18.04.2012 12:21, PDF, 208 KB
Radonbericht 2005 des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt
18.11.2011 14:08, PDF, 949 KB
Radonbericht 2001 des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt
18.11.2011 14:14, PDF, 486 KB
Radonkarte im GeoPortal
Zugang zu den Rechtstexten
Strahlenschutzgesetz (StSG, SR 814.50)
18.11.2011 15:05, PDF, 508 KB
Strahlenschutzverordnung (StSV, SR 814.501)
18.11.2011 15:06, PDF, 840 KB