Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%2037/81
Timestamp: 2020-02-24 13:04:07
Document Index: 227859477

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BGH, 04.12.1981 - V ZR 37/81 - dejure.org
https://dejure.org/1981,1726
BGH, 04.12.1981 - V ZR 37/81 (https://dejure.org/1981,1726)
BGH, Entscheidung vom 04.12.1981 - V ZR 37/81 (https://dejure.org/1981,1726)
BGH, Entscheidung vom 04. Dezember 1981 - V ZR 37/81 (https://dejure.org/1981,1726)
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Voraussetzungen eines Rückauflassungsanspruchs nach Rücktritt oder Kündigung - Anforderungen an das Vorliegen eines Altenteilsvertrag in Abgrenzung zum Leibgedingvertrag - Rechtliche Wirkungen einer Grundstücksübertragung mit Wohnrechtsgewährung einschließlich einer ...
DNotZ 1982, 697 (Ls.)
WM 1982, 208
Die Besonderheit eines Übergabevertrages wird darin gesehen, daß er der folgenden Generation unter Vorwegnahme des Erbfalls das Nachrücken in eine die Existenz wenigstens teilweise begründende Wirtschaftseinheit ermöglicht und gleichzeitig die Versorgung des Übergebers aus dem übernommenen Vermögen zumindest zu einem Teil sichert (BGH-Urteile vom 4. Dezember 1981 V ZR 37/81, Deutsche Notar-Zeitschrift - DNotZ - 1982, 697; und in NJW 1981, 2.569).
Allein durch eine Wohnrechtsgewährung mit Pflege- und Versorgungsverpflichtungen wird nach dieser Rechtsprechung eine Grundstücksübertragung noch nicht zum Altenteilsvertrag im Sinne von Art. 96 EGBGB (BGH aaO unter Hinweis auf BGH, Urt. v. 4. Dezember 1981, V ZR 37/81, DNotZ 1982, 697, 698).
Eine Grundstücksübertragung wird noch nicht dadurch zum Altenteilsvertrag, daß eine Wohnrechtsgewährung mit Versorgungsverpflichtung vereinbart wird (Senatsurt. v. 4. Dezember 1981, V ZR 37/81, DNotZ 1982, 697, 698 und v. 28. Oktober 1988, V ZR 60/87, WM 1989, 70).
Eine Grundstücksübertragung wird daher noch nicht allein durch eine Wohnrechtsgewährung mit Pflege- und Versorgungsverpflichtung zum Altenteilsvertrag im Sinne von Art. 96 (Senatsurt. v. 4. Dezember 1981, V ZR 37/81, DNotZ 1982, 697, 698).
Ein Vertrag, in dem sich der Übergeber den Nießbrauch an dem übergebenen Vermögen in vollem Umfang vorbehalten hat (sog. Totalnießbrauch), kann nicht dadurch geprägt sein, daß der Übernehmer den scheidenden Übergeber versorgt (BGH-Urteile vom 30. April 1980 V ZR 7/79, Wertpapier-Mitteilungen - WM - 1980, 826; vom 4. Dezember 1981 V ZR 37/81, WM 1982, 208; Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluß vom 25. März 1975 BReg. 2 Z 8/75, BayObLGZ 1975, 132, 136 f., mit weiteren Nachweisen;… Pecher in Münchener Kommentar, Art. 96 EGBGB Rdnr. 18).
Der streitgegenständliche notariell beurkundete Vertrag stellt keinen derartigen Altenteilsvertrag dar, weil kein Anhaltspunkt dafür ersichtlich ist, dass durch die Vereinbarung die folgende Generation - der Bekl. - in eine die Existenz wenigstens teilweise begründende Wirtschaftseinheit nachgerückt wäre, was zum Wesen des Altenteils gehört (vgl. BGH NJW-RR 1989, 451 ; WM 1982, 208 f. = DNotZ 1982, 697; WM 1981, 718 = DNotZ 1982, 45).
Der Erwerber rücke gerade noch nicht in die die Existenz begründende Wirtschaftseinheit ein, da 1 BGHZ 53, 41 ; BGH NJW 1981, 2528 ; BGH NJW-RR 1989, 451.2 BayObLG MittBayNot 1993, 208 ; Böhringer, MittBayNot 1988, 103, 104.3 BGHZ 53, 41 ; BGH WM 1982, 208 ; BGH NJW-RR 1989, 451.4 BayObLG DNotZ 1975, 622, 624; 1994, 869; MünchKomm/ Pecher Art. 96 EGBGB Rn. 7 5 MünchKomm/Pecher Art. 96, Rn. 17 Rechtsprechung sich der Übergeber als Nießbraucher weiterhin bis zu seinem Ableben die Sache selbst zur Nutzung erhalte6.