Source: https://www.deutschland-monteurzimmer.de/unterschied-reisevertrag-beherbergungsbertrag.html
Timestamp: 2018-06-23 17:21:26
Document Index: 85981961

Matched Legal Cases: ['§ 535', '§ 611', '§ 651', '§ 433', '§ 651', '§ 147']

Der Unterschied zwischen Reisevertrag und Beherbergungsvertrag
Was ist der Unterschied zwischen einem Reisevertrag und einem Beherbergungsvertrag?
Deutsche, die jährlich in den Urlaub fahren, kommen mit Reise- und Beherbergungsverträgen in Berührung. Für den Mieter ist oftmals nicht klar ersichtlich, nach welchen Kriterien der Eigentümer die Vertragsart wählt. Darüber hinaus begegnen Sie in der Praxis häufig schwerwiegenden Missverständnissen, die zur Wahl der falschen Vertragsform führen.
Daraus können sich langfristig juristische Probleme entwickeln. Entsprechend ist es wenig überraschend, dass unerfahrene Vermieter selbst ähnliche Fehler im Tagesgeschäft begehen. Schließlich orientieren sie sich an zahlreichen Konkurrenten, die aus Gewohnheit immer wieder die falschen Vorlagen verwenden.
Es gibt im Wesentlichen nur einen kleinen Unterschied zwischen einem Beherbergungs- und einem Reisevertrag. Sie können beide verwenden, um Ihre Ferienwohnung oder eine Monteurunterkunft an einen Interessenten zu vermieten. Dennoch entstehen die Rechtsgeschäfte immer auf eine einzigartige Weise.
Außerdem resultieren aus ihnen individuelle Rechte und Pflichten. Wenn Sie das falsche Schriftstück für Ihr Angebot wählen, ergeben sich daraus unter Umständen rechtliche Unstimmigkeiten, die zu hohen Bußgeldern führen.
Was zeichnet den Beherbergungsvertrag aus?
Für das Vermieten von Ferienwohnungen und Monteurzimmern kommen zahlreiche Rechtsgeschäfte in Betracht. Bei einem Beherbergungsvertrag handelt es sich um ein schriftliches Abkommen, das Reisenden eine vorübergehende Unterkunft gewährt. Dabei sollten Sie darauf achten, dass diese Vertragsform nicht unter den typischen Geschäften im BGB gelistet ist. Entsprechend handelt es sich nicht um ein klassisches Schuldverhältnis im Sinne des Gesetzbuchs. Stattdessen ist es als spezielle Vereinbarung mit besonderen Vorschriften zu betrachten.
Somit finden sich im BGB nur wenige Bestimmungen über die Haftung des Vermieters für alle eingebrachten Sachen des Gastes. Darüber hinaus sind das Zustandekommen sowie der Inhalt des Beherbergungsvertrags nicht ausdrücklich geregelt. Sie genießen weiterhin deutlich mehr Freiheiten als bei einem gewöhnlichen Kauf-, Miet- oder Dienstleistungsvertrag.
Grundsätzlich setzt sich ein Beherbergungsabkommen aus mehreren Einzelvereinbarungen zusammen. Deshalb bezeichnen ihn Juristen in der Praxis häufig als typengemischten Vertrag. Da aktuell noch keine konkreten gesetzlichen Vorgaben vorliegen, müssen Sie sich mit den Bestimmungen sämtlicher angebotenen Leistungsbereiche behelfen. Beim Vermieten von Monteurunterkünften und Ferienimmobilien berühren diese das Miet-, Dienst- und Kaufvertragsrecht.
Im Kern des Geschäftsvorgangs steht das Vermieten der Unterkunft. Dadurch beinhaltet die Vereinbarung umfassende Informationen über die Lage, den Zustand und die Ausstattung der Mietsache. Darin ist stets einbegriffen, dass die Immobilie fortwährend mit Wasser, Strom und Heizwärme versorgt wird. Daher sind die Gesetze über Wohnraummiete aus § 535 BGB zu beachten.
In der heutigen Zeit müssen Sie Ihrem Mieter deutlich mehr als eine trockene und warme Unterkunft bieten. Oftmals ergänzen Vermieter die Unterkunft durch Serviceleistungen. Dazu gehören unter anderem das regelmäßige Aufräumen und Reinigen des Zimmers oder das Waschen der verschmutzten Kleidung des Gasts. Wenn Sie Ihrem Mieter gewisse Dienstleistungen zusichern, gehen Sie mit ihm einen Dienstvertrag ein. Hierbei sollten Sie sich an die §§ 611 bis 613 des BGB halten.
Seit einigen Jahren offerieren viele Vermieter Interessenten ebenso die Beförderung vom und zum Bahnhof. Für diesen Zweck benötigen Sie eine gesonderte Genehmigung, da Sie sowohl den Gast als auch sein Gepäck in Ihrem Fahrzeug transportieren. Eine ähnliche Situation liegt beim Verwahren von Wertsachen vor. In Einzelfällen schließen Sie zusätzlich einen Auftrags- und Verwahrungsvertrag ab.
Schließlich versprechen einige Eigentümer ihren Geschäftspartnern eine volle oder teilweise Verpflegung. Diese besteht unter anderem, wenn Sie jeden Morgen ein Frühstück zubereiten oder Ihrem Kunden Getränke auf dem Zimmer bereitstellen. Bei zubereiteten Speisen gelten die Bestimmungen des § 651 BGB, da sie immer Gegenstand eines Werklieferungsabkommens sind. Reichen Sie Ihrem Gast hingegen unveränderte Artikel, die Sie von einem Lieferanten beziehen, schließen Sie einen Kaufvertrag ab. Berücksichtigen Sie außerdem die Normen aus § 433 BGB und den folgenden Paragraphen.
Der Beherbergungsvertrag in der Praxis
Wegen dieser besonderen Eigenschaften des Beherbergungsvertrags kommt es häufig zu unerwünschten Kollisionen zwischen den Normen der unterschiedlichen Vertragstypen. Dadurch ist nicht immer klar, nach welchen juristischen Kriterien ein vertraglicher Bestandteil behandelt werden muss. In der Praxis lösen Sie dieses Problem, indem Sie für jeden Teil die betreffenden Rechtsnormen einhalten und gleichzeitig versuchen, die sich ergebenden Gegensätzlichkeiten auszugleichen. Entscheidend ist dabei, welcher Gegenstand und welche Leistung den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Vereinbarung bildet.
Zahlreiche Vermieter bieten ihren Gästen an, das Zimmer jeden Tag gründlich aufzuräumen. Der Gesetzgeber bestimmte in diesem Fall, dass der Hauptbestandteil des Abkommens das Überlassen des Wohnraums ist. Die durchgeführten Reinigungsdienste zählen lediglich als ergänzende Nebenleistungen. Aus diesem Grund müssen Sie sich bei Unstimmigkeiten an die Regelungen zu Mietverträgen halten und jene bezüglich des Dienstvertrags übergehen.
Eine völlig andere Situation liegt beim Vermieten mit Vollpension vor. In diesem Fall hat der Bundesgerichtshof bestimmt, dass Kauf- und Mietvertrag als gleichwertige Komponenten zu betrachten sind. Deshalb ist dieses Rechtsgeschäft als zusammengesetztes Abkommen zu verstehen, bei welchem alle Vertragsgegenstände individuell beachtet werden müssen. Das Vermieten Ihres Monteurzimmers unterliegt somit den Bestimmungen des Mietrechts und das Angebot von Speisen sowie Getränken dem Kaufrecht.
Schließlich kommt es gelegentlich vor, dass ein Gast Ihr Frühstück oder Abendessen in Anspruch nimmt, aber nicht in dem vermieteten Zimmer übernachtet. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Sie das Vermieten vom Verköstigen strikt trennen müssen. Andere Dienste wie das Aufräumen oder Reinigen stellen immer Nebenleistungen dar. Der Unterschied zwischen beiden Angeboten besteht darin, dass Sie ein Zimmer nur nach dem Bewohnen reinigen. Entsprechend ist es im Einzelfall schwierig, die gültigen Vorschriften zu finden. Obwohl die Rechtsprechung nicht immer eindeutig ist, geben die Gerichte häufig den mietvertraglichen Normen Vorrang.
Was ist ein Reisevertrag?
Wenn Reisende ihren Ausflug selbst organisieren, schließen sie zahlreiche Vereinbarungen mit mehreren Anbietern ab. Dazu gehören in der Regel ein Beförderungsvertrag mit dem Verkehrsunternehmen sowie ein Beherbergungsvertrag mit dem Vermieter. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht nur sehr umständlich, sondern ebenso überaus fehleranfällig. Bereits eine falsche Buchung kann die gesamte Fahrt ruinieren.
Deshalb beauftragen viele Urlauber einen externen Reiseveranstalter mit dem Planen und Vorbereiten der Tour. Dieser bündelt sämtliche Leistungen in einem einzigen Pauschalangebot. Treten beide Parteien in eine Geschäftsbeziehung, schließen sie gemeinsam einen Reisevertrag ab. Entsprechend ist für die Vereinbarung das Reisevertragsrecht anzuwenden. Es findet sich in §§ 651 ff. BGB.
Dabei ist erforderlich, dass ein Reisevertrag mit einem Reiseveranstalter und niemals mit einem Vermittler abgeschlossen wird. Dadurch treten Sie immer als Veranstalter auf, wenn Sie sich für dieses Rechtsgeschäft entscheiden. Darüber hinaus müssen Sie mindestens zwei unterschiedliche Leistungen anbieten, von denen keine eine untergeordnete Bedeutung einnimmt. Daraus ergeben sich in der Praxis schnell große Probleme für Sie als Vermieter. Insbesondere Eigentümer von Ferienimmobilien müssen sehr genau auf ihre Wortwahl in der Annonce achten.
Viele unerfahrene Unternehmer werben großzügig mit erholsamen Ausflügen in die Natur oder informativen Führungen in die nähere Umgebung. Auf diese Weise werden Sie ungewollt vom Vermieter zum Reiseveranstalter und fassen den Rundgang mit der Unterbringung zu einer großen Gesamtleistung zusammen. Ist der angepriesene Ausflug hingegen nicht so entspannend wie angenommen, kann Sie der Gast auf einen hohen Schadensersatz aufgrund der entgangenen Urlaubsfreude verklagen.
Wie werden die Rechtsgeschäfte abgeschlossen?
Der Abschluss eines Beherbergungs- sowie Reisevertrags verläuft sehr ähnlich. Deshalb kommt es häufig zu ungewollten Missverständnissen und juristischen Schwierigkeiten. Beim Beherbergen müssen Sie sich nach den Vorgaben in den Paragraphen 106 und 145 des BGB richten. Entsprechend kommt es erst durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zu einem gültigen Abkommen. Dabei handelt es sich um ein vollständiges Angebot sowie dessen Annahme. Aus diesem Grund gilt das Rechtsgeschäft erst dann als geschlossen, wenn sich beide Parteien auf wesentliche Bestandteile geeinigt haben.
Dazu zählen neben der Verweildauer und dem Zimmerpreis pro Übernachtung ebenso die Ausstattung der Immobilie. Da die Erklärungen an keine bestimmte Form gebunden sind, können sie gleichermaßen schriftlich, mündlich oder online abgegeben werden.
Viele Geschäftsbeziehungen beginnen mit der Kontaktaufnahme durch den Interessenten. Dieser meldet sich entweder über das Telefon, E-Mail oder eine Online-Plattform bei Ihnen. Auf diese Weise kommt es jedoch grundsätzlich nicht zu einem rechtskräftigen Angebot. Selbst wenn der Gast nach einem freien Doppelzimmer für einen konkreten Zeitraum fragt, müssen einige wichtige Fragen wie der Preis pro Nacht geklärt werden.
Daher entsteht der Antrag erst durch Ihre Antwort unter Angabe aller essentiellen Geschäftsinhalte. Somit benötigen Sie in jedem Fall für die Buchung eine positive Rückmeldung durch den künftigen Mieter. Nach § 147 Abs. 1 Satz 2 sind Sie bei einer telefonischen Anfrage sogar nur während des Gesprächs an Ihr Angebot gebunden.
Im Gegensatz dazu stellen Ihre Informationen bei einem Reisevertrag lediglich eine sogenannte "Einladung zum Stellen eines Antrags" dar. Weiterhin geht die erste Willenserklärung immer vom Gast aus. Außerdem unterscheiden sich die juristischen Anforderungen an eine vollständige Annonce in beiden Rechtsgeschäften. Während Sie beim Beherbergen immer den Preis pro Nacht angeben müssen, sind bei einer Reise verpflichtend die Gesamtkosten anzuzeigen. Sie dürfen natürlich den vollständigen Preis in die Einzelposten aufspalten. Für den Mieter sind diese aber ausschließlich ergänzende Informationen. Er kann nach der Annahme nicht auf Teilleistungen verzichten, um den Preis rückwirkend zu senken. Zusätzlich ist er bis zu Ihrem endgültigen Entschluss an seine Anfrage gebunden und kann von dieser nicht wieder zurücktreten.
Durch den Vertragsabschluss werden beiden Geschäftspartnern nicht nur Rechte zugesichert, sondern ebenfalls Pflichten auferlegt. Beim Beherbergen einigen Sie sich mit Ihrem Gast auf zentrale Inhalte. Dieses Rechtsgeschäft verpflichtet Sie lediglich dazu, sämtliche festgelegten Leistungen vollständig und in angegebener Qualität zu erbringen. Demzufolge müssen Sie dem Interessenten die angepriesene Unterkunft während der gesamten Laufzeit ununterbrochen zur Verfügung stellen.
Abhängig von den geschäftlichen Vorgaben sind unter Umständen zusätzlich Dienstleistungen wie das tägliche Aufräumen der Wohnung oder das Waschen der Kleidung des Gasts erforderlich. Grundsätzlich sind alle Dienste in angemessener Qualität zu erbringen. Gleichzeitig verpflichtet sich Ihr Mieter, den angegebenen Preis nach den vereinbarten Bedingungen zu begleichen.
Ein Reisevertrag ist hingegen mit deutlich mehr Pflichten verbunden. Laut BGB müssen Sie sämtliche Bausteine der Reise zum erhobenen Preis erbringen. Da sich die Kosten aus allen vertraglichen Diensten zusammensetzen, bieten Sie Ihrem Gast juristische Angriffspunkte. Als Reiseveranstalter müssen Sie die Sicherheit aller beworbenen Einrichtungen und Leistungen regelmäßig kontrollieren. Dadurch tragen Sie ein hohes Risiko, wenn sich einer Ihrer Gäste auf der Reise zu einem von Ihnen empfohlenen Ausflugsziel verletzt.
Außerdem müssen Sie seit 1994 für diese Geschäfte eine kostspielige Insolvenzversicherung abschließen. Diese muss sämtliche durch den Urlauber geleisteten Zahlungen abdecken und im Falle Ihres Konkurses die Kosten für den Rücktransport des Reisenden übernehmen. Darüber hinaus dürfen Sie vor dem Aushändigen des Versicherungsscheins keine Zahlungen von Ihren Gästen annehmen. Der Tourist muss stattdessen den Preis zu den vertraglichen Bedingungen begleichen.
Welches Rechtsgeschäft ist die richtige Wahl?
Neben dem Beherbergungs- und Reisevertrag gibt es zahlreiche andere Rechtsgeschäfte, die für das Vermieten von Ferienwohnungen oder Monteurzimmern in Frage kommen. Einige Eigentümer von Ferienimmobilien bieten ihren Gästen einen klassischen Mietvertrag. Dieser unterscheidet sich von einer Beherbergung vor allem hinsichtlich der Überlassungsdauer. Ein Mieter nutzt den Wohnraum als Lebensmittelpunkt und verbringt dort einen Großteil seiner Zeit.
Weiterhin meldet er für diesen Standort einen Haupt- oder Nebenwohnsitz an und registriert ihn dadurch amtlich. Im Gegensatz dazu halten sich Urlauber nur kurz in einer gebuchten Unterkunft auf. Der Gast verlässt seine Behausung lediglich vorübergehend und lässt sich somit nicht an einem neuen Ort nieder. Der Unterschied zwischen beiden Rechtsgeschäften ist aber nicht von der Wohnsituation des Gasts abhängig.
Wenn Sie einen obdachlosen Reisenden oder einen gekündigten Mieter vorübergehend Unterkunft in Ihrem Monteurzimmer gewähren, liegt ein Beherbergungsvertrag vor. Schließen Sie hingegen mit einem Urlauber eine dauerhafte Vereinbarung, sodass dieser über mehrere Monate in Ihrer Immobilie verweilt, handelt es sich um eine Wohnungsmiete.
In den meisten Fällen ist es vorteilhaft, mit dem Interessenten einen Beherbergungsvertrag abzuschließen. Dieses typengemischte Abkommen berührt mehrere Rechtsvorschriften und bindet Sie an vielfältige Gesetze. Dennoch umgehen Sie auf diese Weise zahlreiche Normen klassischer Rechtsgeschäfte. Achten Sie deshalb immer darauf, eine vorübergehende Dauer der Geschäftsbeziehung schriftlich festzuhalten. Gleichzeitig sollten Sie sich bei der Formulierung des Angebots auf die typischen Elemente des Beherbergungsvertrags beschränken. Versprechen Sie weiterhin ergänzende Leistungen, treten Sie als Reiseveranstalter auf und müssen zusätzliche Vorgaben beachten. Ferner ist der Reisevertrag mit einigen Besonderheiten wie dem Abschluss einer kostspieligen Insolvenzversicherung verbunden. Somit stellt der Beherbergungsvertrag immer die bessere Wahl dar.
Vorlagen Beherbergungsvertrag