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Timestamp: 2020-04-03 19:56:08
Document Index: 241269007

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 25', '§ 80', '§ 3', '§ 5', '§ 5']

Landesrecht BW VG Stuttgart 8. Kammer | 8 K 1962/18 | Beschluss | Rechtsfolgen der Verletzung der Pflicht des Halters eines Dieselfahrzeugs, an seinem Fahrzeug das Software-Update im Rahmen der vom Hersteller vorgesehenen Rückrufaktion vornehmen zu lassen; Rechtsfolgen der Verletzung dieser Pflicht | Langtext vorhanden
Aktenzeichen: 8 K 1962/18
ECLI: ECLI:DE:VGSTUTT:2018:0427.8K1962.18.00
Normen: § 3 Abs 1 FZV, § 5 Abs 1 FZV, § 6 Abs 3 FZV, § 25 Abs 2 EG-FGV, § 80 Abs 2 S 1 Nr 4 VwGO
Rechtsfolgen der Verletzung der Pflicht des Halters eines Dieselfahrzeugs, an seinem Fahrzeug das Software-Update im Rahmen der vom Hersteller vorgesehenen Rückrufaktion vornehmen zu lassen; Rechtsfolgen der Verletzung dieser Pflicht
1.	Weigert sich der Halter eines Dieselfahrzeugs, an seinem Fahrzeug das Software-Update im Rahmen der vom Hersteller vorgesehenen Rückrufaktion vornehmen zu lassen, kann sein Fahrzeug nicht mehr von den ursprünglichen Rechtswirkungen der Typengenehmigung profitieren. Dies hat zur Folge, dass - ohne Nachrüstung - die Voraussetzungen des § 3 Abs 1 S 2 FZV nicht mehr erfüllt sind, weil das Fahrzeug keinem genehmigten Typ mehr entspricht. Ist das Fahrzeug damit nicht mehr vorschriftsgemäß im Sinne der FZV, sind die Tatbestandsvoraussetzungen des § 5 Abs 1 FZV für eine Betriebsuntersagung des Fahrzeugs erfüllt.(Rn.9)
2.	Im Rahmen des nach § 5 Abs 1 FZV eröffneten (Auswahl-)Ermessens erweist es sich nicht als ermessensfehlerhaft, wenn die Zulassungsbehörde maßgeblich darauf abstellt, dass durch die - nicht beseitigte - Abschalteinrichtung die im Betrieb auf öffentlichen Straßen entstehenden Abgaswerte unzulässig erhöht seien, woraus sich eine Gefahr für die allgemeine Gesundheit und Umwelt ergebe.(Rn.21)
3.	Der Antragsteller kann sich gegen die für sofort vollziehbar erklärte Betriebsuntersagung nicht mit Erfolg darauf berufen, dass das erzwungene Aufspielen des Software-Updates unweigerlich zu einer Beweisvereitelung in dem von ihm geführten Zivilprozess gegen den Verkäufer sowie den Hersteller des Fahrzeugs führe.(Rn.22)
4.	Im Rahmen der Prüfung der Verhältnismäßigkeit kommt es nicht maßgeblich darauf an, wie viele Fahrzeuge an der Rückrufaktion noch nicht teilgenommen haben und in welchem Ausmaß sich die Nichtteilnahme gerade des Antragstellers auf die Luftreinhaltung auswirken würde.(Rn.25)
Adolf Rebler, SVR 2018, 366-369 (Aufsatz)
Entgegen VG Sigmaringen, 5. April 2018, Az: 5 K 1476/17
Entgegen VG Karlsruhe, 2. März 2018, Az: 12 K 16702/17
Anschluss VG Düsseldorf, 24. Januar 2018, Az: 6 K 12341/17
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