Source: https://m.hausarbeiten.de/document/187951
Timestamp: 2020-05-31 16:51:32
Document Index: 194717678

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§4', '§ 7', '§ 10', '§ 14', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 5']

Der öffentliche Gesundheitsdienst in Hessen und sein Beitrag die ...
von B. Sc. Vanessa Löhn (Autor)
Ausarbeitung 2011 14 Seiten
2 Hessisches Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst
3 Die Hierarchie mit ihrer Aufgabenverteilung im öffentlichen Gesundheitsdienst in Hessen
4 Hessisches Gesetz zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes für Kinder
4.1 Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern
4.2 Warum Früherkennungsuntersuchungen Misshandlungen und Vernachlässigung aufdecken können
Abbildung 1: Hierarchie des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Hessen
Abbildung 2: Fälle misshandelter Schutzbefohlener nach Jahren
Gesundheit betrifft uns im alltäglichen Leben und ermöglicht die Teilhabe in der Gesellschaft. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung ergibt sich aus personalen Faktoren wie Alter und Geschlecht, sozialen Faktoren wie wirtschaftliche Lage und private Lebensformen und aus Merkmalen des Gesundheitssystems wie beispielsweise die Erreichbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen (Hurrelmann 2003, S. 27).
Der öffentliche Gesundheitsdienst in Hessen nimmt eine Vielzahl von Aufgaben wahr und ist neben der gesetzlichen Krankenkasse ein wichtiger Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen. Neben der ambulanten und stationären Versorgung ist der öffentliche Gesundheitsdienst die dritte Säule des deutschen Gesundheitswesens. Der Focus seiner Tätigkeiten liegt bei der Bevölkerungsmedizin, genauer fallen darunter beispielsweise die Gesundheitsberichtserstattung, die medizinische Katastrophenhilfe sowie der kinder- und jugendärztliche Dienst. Die Umsetzung des öffentlichen Gesundheitsdienstes obliegt den Bundesländern (Regierungspräsidium Gießen 2011b). In dieser Arbeit wird das Hessische Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst vorgestellt, um unter anderem seine Ziele, Aufgaben und seinen Aufbau in Zusammenhang mit verschiedenen Zuständigkeiten zu beschreiben.
Die sogenannten U-Untersuchungen sind dem öffentlichen Gesundheitsdienst zuzuordnen und gewählter Schwerpunkt dieser Ausarbeitung, denn die Zahl der misshandelten Schutzbefohlenen ist zwischen 1987 und 2010 von 1636 auf 5769 Fälle angestiegen (Bundeskriminalamt (BKA) 2009, S. 18). Der Gesundheitsschutz von Kindern ist in Hessen dem öffentlichen Gesundheitsdienst zugeordnet und regelt im dazugehörigen Gesetz unter anderem die Erfassung der Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen und trägt somit zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der in Hessen lebenden Kinder bei. Es soll geklärt werden, ob kinderärztliche Früherkennungsuntersuchungen die Vernachlässigung oder Misshandlung von Kindern aufdecken bzw. ihr Auftreten und ihren Verlauf beeinflussen können. Fraglich ist auch, was mögliche Interventionen für die Beziehung zwischen Arzt, Kindern und Eltern bedeuten können.
In diesem Kapitel wird das Hessische Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst (HGöGD) beschrieben, um seine Merkmale herauszustellen. Laut § 1 dieses Gesetzes fördert und schützt der öffentliche Gesundheitsdienst in Hessen die Gesundheit der Bevölkerung und wehrt gesundheitliche Gefahren von ihr ab. Zudem sollen Ursachen von Gesundheits-gefährdungen und -schäden ermittelt werden. Die Abwehr erheblicher gesundheitlicher Gefahren, wie die Verbreitung lebensbedrohlicher Krankheiten oder die Freisetzung lebensbedrohlicher biologischer Stoffe - thematisiert in §4 - wird unter anderem durch die Vergabe von Sachmitteln oder Alarmpläne der Krankenhäuser sichergestellt. Der Aufgabe, die Bevölkerungsgesundheit zu schützen, kommt der öffentliche Gesundheitsdienst nach, indem zum Thema übertragbare Krankheiten beraten und aufgeklärt wird. Zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten werden Infektionsketten aufgedeckt und die Impfsituation verbessert. Neben diesen allgemeinen Formulierungen beschreibt das Gesetz das Vorgehen innerhalb verschiedener Bereiche. Darunter fallen beispielsweise der § 7 Prävention und Gesundheitsförderung, der § 10 Kinder- und Jugendgesundheit oder der § 14 zu amtsärztlichen Untersuchungen. Des Weiteren werden im Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst in Hessen Themen wie Datenschutz und Verwaltungskosten, die indirekt mit dem Gesundheitszustand der Bevölkerung verbunden sind, behandelt. Im Folgenden werden einige der eben genannten und weitere Themenbereiche verschiedenen Institutionen, die unterschiedliche Positionen im öffentlichen Gesundheitsdienst einnehmen, zugeordnet.
Das Gesetz zum öffentlichen Gesundheitsdienst wird von seinen Trägern und Behörden umgesetzt, die hierarchisch strukturiert sind. Dieser Aufbau ist ebenfalls im Gesetz zum öffentlichen Gesundheitsdienst in Hessen festgeschrieben.
Es werden Zuständigkeiten bzw. Aufgabenbereiche der jeweils beteiligten Institutionen beschrieben.
Abbildung 1: Hierarchie des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Hessen Quelle: eigene Darstellung
An der Spitze dieser Hierarchie des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Hessen steht das Hessische Sozialministerium, dem das Kindervorsorgezentrum am Klinikum der Goethe Universität in Frankfurt am Main zugeordnet wird (Hessisches Sozialministerium 2010). Dem Sozialministerium ist das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt in Dillenburg untergeordnet. Diese Behörde setzt sich aus drei Abteilungen mit verschiedenen Zuständigkeiten zusammen. Die erste Abteilung legt ihren Schwerpunkt auf den Gesundheitsschutz und unterstützt die Gesundheitsämter sowie das Hessische Sozialministerium, gesundheitliche Gefahren zu erkennen. Die zweite Abteilung des Landesprüfungs- und Untersuchungsamtes zielt darauf ab, Zugang zu akademischen Gesundheitsberufen zu schaffen und Bildungsmöglichkeiten für beispielsweise Ärzte, Apotheker oder Psychotherapeuten sicher zu stellen. Der Zuständigkeitsbereich der dritten Abteilung liegt bei der Überwachung der Sozialversicherung (Regierungspräsidium Gießen 2011; HGöGD 2007).
In der Hierarchie folgen auf das Landesprüfungs- und Untersuchungsamt das Regierungspräsidium in Darmstadt und der Kreisausschuss in Landkreisen bzw. der Magistrat in kreisfreien Städten. Letztere tragen die 24 Gesundheitsämter in Hessen (Regierungspräsidium Darmstadt 2011, HGöGD 2007).
Mit dem Hessischen Gesetz zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes für Kinder erfüllt das Hessische Sozialministerium als Akteur im öffentlichen Gesundheitsschutz seine Aufgabe, die Kinder- und Jugendgesundheit zu stärken und zu schützen.
Da die Früherkennungsuntersuchungen vom Hessischen Kindergesundheitsschutzgesetz wesentlich tangiert werden, wird es an dieser Stelle vorgestellt, um anschließend die Früherkennungsuntersuchungen zu beschreiben.
Der § 1 Verbindliche Früherkennungsuntersuchungen verpflichtet zur Teilnahme an Früh- erkennungsuntersuchungen, sodass sich die gesundheitliche Vorsorge der in Hessen wohnenden Kinder verbessert. Untersucht werden soll auch auf behandelbare Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen. Im § 2 ist gefordert, dass Kinder, die eine Gemeinschafts- einrichtung besuchen, vor Aufnahme in diese Einrichtung bescheinigen müssen, öffentlich empfohlene Schutzimpfungen erhalten zu haben. § 3 zum Hessischen Vorsorgezentrum beschäftigt sich mit den Früherkennungsuntersuchungen. So muss das Kindervorsorgezentrum erfassen, ob Kinder, die älter als zwei Monate sind die entsprechend anliegenden Untersuchungen wahrgenommen haben. Es fordert zudem Personen- berechtigte (dies sind häufig die Eltern) auf, innerhalb einer angemessenen Frist an diesen Untersuchungen teilzunehmen. Erhält das Kindervorsorgezentrum erneut keine Teilnahmebestätigung kann ein weiteres Mal erinnert werden. Wenn nicht Folge geleistet wird, informiert das Kindervorsorgezentrum das zuständige Jugendamt. Des Weiteren führt das Kindervorsorgezentrum Laboruntersuchungen durch und berät Sorgeberechtigte bei auffälligen Befunden, sodass auf Aufklärungsuntersuchungen oder die Einleitung einer Therapie hingewirkt wird. Die Leitung des Hessischen Kindervorsorgezentrums kann nach § 3 Absatz 5 nur von einem Arzt übernommen werden. Ob das Kindervorsorgezentrum seine Aufgaben ordnungsgemäß erfüllt, wird von einem Beitrat überprüft, der sich aus Vertretern von pädiatrischen Zentren der hessischen Universitätskliniken, Vertretern des Bundes- verbandes der Kinder- und Jugendärzte, Vertretern des Hessischen Datenschutz- beauftragten und Vertretern des Sozialministeriums zusammensetzt. Der Minister des Hessischen Sozialministeriums bestimmt in Absprache mit dem für die Hochschulen zuständigen Ministers eine öffentliche Stelle als Hessisches Kindervorsorgezentrum. In Hessen ist dies aktuell die Goethe Universität in Frankfurt am Main. In § 4 des Hessischen Gesetzes zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes für Kinder ist festgeschrieben, welche Informationen die Mitteilungen der Kinderärzte an das Kindervorsorgezentrum enthalten muss.
Es werden Name, Geschlecht und Geburtstag des Kindes, Name und Anschrift der Personenberechtigten sowie die Bezeichnung und das Datum der Früherkennungs- untersuchung übermittelt. Diese Mitteilung hat spätestens fünf Werktage nach der Untersuchung zu erfolgen. Die eben genannten Daten werden auch an das Kinder- vorsorgezentrum übermittelt, wenn Sorgeberechtigte die Teilnahme ablehnen. Des Weiteren ist in Absatz 3 die Mitteilung an die zuständigen Jugendämter thematisiert. So sind Ärzte und Entbindungshelfer befugt, das Jugendamt zu informieren, wenn die Untersuchung Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls erkennen lässt. Die Daten, die sich aus den Untersuchungen ergeben, sind sehr persönlich. Laut § 5 dürfen personenbezogene Daten nur zum genannten Zweck und im erforderlichen Umfang verarbeitet werden. Eine Weitergabe dieser Daten an Dritte darf nur im Einverständnis der Sorgeberechtigten erfolgen. Sind Daten nicht mehr für die Aufgaben des Kindergesundheitsschutzes notwendig oder wird das Kind sechs Jahre alt, sind dessen Daten zu löschen.
9783656116172
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v187951
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B. Sc. Vanessa Löhn (Autor)