Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202008,%20140
Timestamp: 2019-02-21 13:00:34
Document Index: 316804021

Matched Legal Cases: ['§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 1']

Rechtsprechung: NJW 2008, 140 - dejure.org
Telefonsex - Entgeltforderungen für die Erbringung, Vermittlung und Vermarktung von Telefonsexdienstleistungen kann seit Inkrafttreten des ProstG nicht mehr der Einwand der Sittenwidrigkeit entgegengehalten werden.
Telefonsex ist nicht (mehr) sittenwidrig
Entgeltforderungen für die Erbringung, Vermittlung und Vermarktung von sogenannten Telefonsexdienstleistungen kann seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten vom 20. Dezember 2001 nicht mehr mit Erfolg der Einwand der Sittenwidrigkeit entgegengehalten werden
Keine Sittenwidrigkeit von Entgeltforderungen wegen Telefonsexdienstleistungen
Keine Sittenwidrigkeit bei Verträgen über Telefonsex
Telefonsex muss bezahlt werden
Sittenwidrigkeit von Verträgen über die Bewerbung und Vermittlung von Telefonsexdienstleistungen; Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes (ProstG) auf andere Verträge
Telefonsexdienstleistungen - Einwand der Sittenwidrigkeit
Telefonsexdienstleistungen nicht weiter sittenwidrig
Wandel der guten Sitten (§ 138 I BGB): Keine Nichtigkeit von "Telefonsexverträgen"
Vertrag über Telefonsexdienstleistungen nicht sittenwidrig!
Telefonsex-Dienstleistungen - Wann prozessieren, wann besser nicht?
Telefonsex-Verträge nicht sittenwidrig
Telefonsex-Verträge nicht mehr sittenwidrig
Telefonsex nicht mehr sittenwidrig
Vermittlung von Telefonsexdienstleistungen
Zusammenfassung von "Sittenwidrigkeit und das Prostitutionsgesetz bei Vermarktung und Vermittlung" von RA Christian Friedrich Majer, original erschienen in: NJW 2008, 1926 - 1929.
Zusammenfassung von "Telefonsex-Dienstleistungen - Wann prozessieren, wann besser nicht?" von Redaktion PA, original erschienen in: PA 2008, 29 - 30.
NJW 2008, 140
MDR 2008, 132
FamRZ 2008, 256 (Ls.)
MMR 2008, 98
MIR 2007, Dok. 423
K&R 2008, 38
afp 2008, 64
Das kann aber nur angenommen werden, wenn daraus ausreichend deutlich hervorgeht, dass das Berufungsgericht die Möglichkeit einer Nachprüfung im Revisionsverfahren allein wegen eines Teils des Streitgegenstandes eröffnen wollte (…BGH, Urt. v. 12.7.2000 - XII ZR 159/98, NJW-RR 2001, 485, 486;… Urt. v. 3.3.2005 - IX ZR 45/04, NJW-RR 2005, 715, 716; Urt. v. 8.11.2007 - III ZR 102/07, NJW 2008, 140 Tz. 6 m.w.N.).
Eine Zulassungsbeschränkung kann in einem solchen Fall aber nur angenommen werden, wenn aus der Begründung ausreichend deutlich hervorgeht, dass das Berufungsgericht die Möglichkeit einer Nachprüfung im Revisionsverfahren nur wegen eines Teils des Streitgegenstandes eröffnen wollte (… BGH, Urt. v. 12.7.2000 - XII ZR 159/98, NJW-RR 2001, 485, 486;… Urt. v. 3.3.2005 - IX ZR 45/04, NJW-RR 2005, 715, 716; Urt. v. 8.11.2007 - III ZR 102/07, NJW 2008, 140 Tz. 6 m.w.N.).
Auch der Anspruchsgrund ist ein selbständig anfechtbarer Teil des Streitgegenstands, so dass eine Beschränkung der Revisionszulassung auf den Anspruchsgrund möglich ist (Senatsurteil vom 13. Juli 2004 - VI ZR 273/03, NJW 2004, 3176, 3177;… BGH, Urteile vom 16. September 2009 - VIII ZR 243/08, BGHZ 182, 241, Rn. 11; vom 8. November 2007 - III ZR 102/07, juris Rn. 6; vom 30. Juni 1982 - VIII ZR 259/81, NJW 1982, 2380 f.; BGH…, Beschluss vom 22. Juni 2010 - VIII ZR 192/09, WuM 2010, 565 Rn. 2).
Die Liberalisierung zeige sich auch in der Rechtsprechung der Obersten Bundesgerichte (Urteile des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 22. November 2001 III ZR 5/01, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 2002, 361, betr. Sittenwidrigkeitseinwand gegen Entgeltzahlungsanspruch des Netzbetreibers für Verbindungen zu Telefonsex-Rufnummern; vom 8. November 2007 III ZR 102/07, NJW 2008, 140, betr. Telefonsex; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts --BVerwG-- vom 6. November 2002 6 C 16/02, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht 2003, 603, betr. Gaststättenerlaubnis für Swinger-Club; BGH-Beschluss vom 7. Mai 2003 5 StR 536/02, Neue Zeitschrift für Strafrecht --NStZ-- 2003, 533, betr. Verletzteneigenschaft der Prostituierten durch Zuhälterei).
Auch der Bundesgerichtshof hält die Prostitution nicht mehr für grundsätzlich sittenwidrig (vgl. BGH, Urteile vom 13. Juli 2006 - I ZR 241/03 - NJW 2006, 3490 und vom 8. November 2007 - III ZR 102/07 - NJW 2008, 140).
Es mag dahingestellt bleiben, ob sich dieses Ergebnis heute wegen der gesetzlichen Wertung des § 1 ProstG (Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten vom 20. Dezember 2001, BGBl. I S. 3983) - wonach eine rechtswirksame Forderung begründet wird, wenn sexuelle Handlungen gegen ein vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen werden - überhaupt noch aufrechterhalten lässt (vgl. BGH NJW 2008, 140, wonach Entgeltforderungen für die Erbringung, Vermittlung und Vermarktung von sogenannten Telefonsexdienstleistungen seit Inkrafttreten des ProstG nicht mehr mit Erfolg der Einwand der Sittenwidrigkeit entgegengehalten werden kann.
Dies folgt jedenfalls aus dem im Gesetzgebungsverfahren zum Ausdruck gekommenen Willen des Gesetzgebers und ist mittlerweile auch in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt (Urteil vom 13.07.2006 - I ZR 241/03 -, JZ 2007, 477 ; vom 08.11.2007 - III ZR 102/07 -, NJW 2008, 140;… siehe auch Armbrüster in: Münchner Kommentar zum BGB, Band 1, 1. Halbbd., 5. Aufl. 2006, § 1 ProstG Rn. 19 m.w.N., auch zur Gegenansicht; krit. zuletzt Majer, NJW 2008, 1926 ).