Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%209/77
Timestamp: 2019-04-24 10:58:04
Document Index: 1157630

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 41']

BGH, 02.10.1978 - III ZR 9/77 - dejure.org
Schadensersatz wegen unrichtiger Beantwortung einer Bauvoranfrage - Anforderungen an den Begriff der "Maßnahme" - Voraussetzungen für die Verjährung von Entschädigungsansprüchen
BGHZ 72, 273
NJW 1979, 36
WM 1978, 1298
DVBl 1979, 114
DB 1979, 93
BauR 1979, 40
Es handelt sich um eine spezialgesetzliche Konkretisierung des aus dem allgemeinen Aufopferungsgedanken abgeleiteten Entschädigungsanspruchs wegen enteignungsgleichen Eingriffs (vgl. Senatsurteile vom 2. Oktober 1978 = BGHZ 72, 273, 276 und vom 26. Januar 1984 = BGHZ 90, 17, 29 f.).
So hat der Senat dazu gerechnet: Die ablehnende Bescheidung einer Bauvoranfrage, die Erteilung einer Baugenehmigung und die Befreiung von den Festsetzungen eines Bebauungsplans durch die Baugenehmigungsbehörde (Urteile vom 2. Oktober 1978 - III ZR 9/77 = BGHZ 72, 273 und vom 12. Oktober 1978 - III ZR 162/78 = WM 1978, 1328) sowie die Inanspruchnahme eines Grundstücks zur Abwehr einer vom Nachbargrundstück drohenden Gefahr (Beschluß vom 31. Januar 1980 - III ZR 140/78).
Wie der Senat in seinem Urteil vom 2. Oktober 1978 (aaO) ausgeführt hat, geht der in § 41 Abs. 1 Buchst. b OBG normierte Ersatzanspruch wegen rechtswidrigen Verhaltens einer Ordnungsbehörde als spezialgesetzliche Konkretisierung den allgemeinen Grundsätzen über den enteignungsgleichen Eingriff, der allerdings die Beeinträchtigung einer Rechtsposition des Betroffenen voraussetzt, vor.