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Timestamp: 2017-04-28 16:03:03
Document Index: 131428810

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 117', '§ 83', '§ 84', '§ 115', '§ 90', '§ 83', '§ 90']

Längere Haft? Prügelvideo 15-jähriges Mädchen
Thema: Längere Haft? Prügelvideo 15-jähriges Mädchen
jus2412
Beiträge 48	Längere Haft? Prügelvideo 15-jähriges Mädchen
http://wien.orf.at/news/stories/2825644/
Ja Jugendstrafsache und ja Resozialisierungsgedanke, aber sry, diesen Bälgern sollte echt mal ein ordentlicher Denkzettel verpasst werden! Finde die unbedingten Strafen fast noch zu niedrig.
Beiträge 10.872	"Drei der Angeklagten müssen ins Gefängnis: Die 16-jährige Hauptangeklagte, die sich in ihrer Einvernahme selbst als „treibende Kraft“ bezeichnet hatte, erhielt 18 Monate, davon sechs Monate unbedingt. Der 16-Jährige erhielt 18 Monate, davon ebenfalls sechs Monate unbedingt. Der 21-Jährige, der mit einem finalen Faustschlag letztlich den doppelten Kieferbruch bewirkt haben dürfte, bekam zwei Jahre, davon acht Monate unbedingt. Die beiden 17-jährigen Freundinnen der Hauptangeklagten fassten jeweils zwölf Monate aus, die ihnen zur Gänze bedingt nachgesehen wurden.
Die 15-Jährige bekam ein Schmerzengeld von 3.960 Euro zugesprochen. Der Hauptangeklagten und den beiden schuldig erkannten Burschen wurde die Weisung erteilt, sich einem Anti-Gewalt-Training zu unterziehen. Bewährungshilfe wurde angeordnet. Die 16 Jahre alte Hauptangeklagte und ihr gleichaltriger Komplize müssen sich außerdem einer psychotherapeutischen Behandlung unterziehen.
Auf die Frage der Richterin, weshalb sie nicht weggelaufen sei, sagte das Mädchen im Zeugenstand: „Das wäre aussichtslos gewesen. Ich wäre noch stärker verprügelt worden.“"
Ich habe das Video gesehen - eigenartig, dass das Opfer so ruhig stehen bleibt. Hier das Video mit einem ausführlichem Kommentar.
Beiträge 48	Ich kannte das Video gar nicht. Danke
Finde das heftig, dass das Opfer die Angriffe einfach so hinnimmt, aber ich kann mir vorstellen, dass weglaufen nichts gebracht und eher zu noch mehr Attacken geführt hätte.
Aber eines frage ich mich:
Wie kann man bei diesen „Misshandlungen“ im Video, wobei der letzte Schlag ja schon eher mit Verletzungsvorsatz ausgeführt wurde, eine absichtliche schwere KV anklagen?! Was hat sich der StA dabei gedacht? Wenn die vorgehabt hätten das Mädchen absichtlich schwer zu verletzen, dann hätten sie ihm nicht nur Backpfeifen gegeben.
Beiträge 48	https://www.youtube.com/watch?v=TinvRYww8ig
so "total verwirrt" schaut der letzte Täter (finaler Schlag --> Bruch) im Prügel Video aber nicht aus. Eher amüsiert darüber, was abgeht. Mit Zitat antworten
Beiträge 4.429	Wobei die junge Frau ja selbst zusammen mit der jetzigen Haupttäterin wegen eines Einbruchs schon vor dem Jugendgericht stand. Das gibt natürlich niemandem das Recht, sie zu verprügeln, aber wenn das eine Streiterei in einer Jugendgang war, sieht man das mit etwas anderen Augen als, wie manche es darstellen, "Tschetschenenbande verprügelt wehrlose Österreicherin". Wobei ich nichtmal weiß, ob das Opfer eine "autochthone" Österreicherin ist - irgendeine Gratiszeitung schrieb ihren Namen auch "Patricija". Da würde das Mitleid gewisser Kreise doch gleich geringer. (Anknüpfend auch an die Diskussion im Nachbarstrang.)
Beiträge 46	Das Opfer ist/war Polin.
Beiträge 4.429	Interessant. Das stand fast nirgends. Aber daß die männlichen Prügler Tschetschenen waren, steht immer dabei.
Je nach Standpunkt wird ja behauptet, daß bei Tätern der Migrationshintergrund gern verschwiegen würde.
Geändert von Firmian (16.02.2017 um 16:59 Uhr)
Beiträge 4.429	Aha. In "News" steht's. Demnach heißt sie auch Patrycja.
https://www.news.at/a/gewaltvideo-ge...-leben-7698609
Dabei waren die Eltern im Jahr 2005 aus dem polnischen Danzig nach Österreich ausgewandert, damit es die Kinder einmal besser haben sollten. Wir müssen uns stärker zu richtig gutem Deutsch committen. Sprache ist ein Key Asset bei dieser Challenge.
16.02.2017, 20:01
Beiträge 10.872	Hatten wir das Thema nicht schon einmal (kann es nicht finden).
Mein Sohn, 18j, hat sich in den letzten beiden Schuljahren auch aus Spaß mit seinen Klassenkameraden geohrfeigt. Dies in Form einer Mutprobe - abwechselnd ... Das sah nicht viel anders aus. Richtig kräftig, zT. Zum Glück ist nichts passiert. Aber es relativiert für mich persönlich das Ganze.
Natürlich ist es bei Mädchen/Frauen schon einmal grundsätzlich etwas anderes und ich will die Tat hier in keinster Weise rechtfertigen.
Beiträge 1.594	Zitat von cbk
Zum Glück ist nichts passiert. Aber es relativiert für mich persönlich das Ganze.
Für mich eigentlich nicht: sehr viele Dinge sind nur mit Einwilligung des Betroffenen oder "Opfers" zulässig, von der sexuellen Selbstbestimmung an sich, über bestimmte Sexualakte bis hin zu anderen Formen der Körrperverletzung, wie Piercing, Tätowierungen usw. Der springende Punkt ist aber die Freiwilligkeit bzw. Zustimmung als harte Linie.
Wenn zwei Jugendliche sich gegenseitig "abwatschen" wollen, warum nicht? [1] Manche machen Kunst daraus:
Davon sind wird im Anlassfall aber weit entfernt.
[1] Das ist keine Empfehlung, und ich bin auch nicht sicher ob das wirklich einwilligungsfähig ist bzw. nicht ein Offizialdelikt bleibt. Ich denke aber, dass, wenn es nicht zu schweren Körperverletzungen kommt, hier ein Rechtfertigunngsgrund vorliegen sollte.
Geändert von Carullus (16.02.2017 um 20:23 Uhr)
Beiträge 48	Zitat von Carullus
Das im „Kunstvideo“ sind eher Misshandlungen, also physische Einwirkungen auf den Körper eines anderen, die Unwohlsein herbeiführen, aber als solche noch keine Verletzung am Körper begründen. Unter Umständen ist es eine Beleidigung nach § 115 Abs 1 StGB, der aber kein Offizialdelikt ist, solange man nicht geschützte Personen (§ 117 Abs 1 Satz 2 StGB) „abwatscht“. Wenn aber aus diesen Misshandlungen fahrlässig eine KV entsteht sind wir im § 83 Abs 2 oder gar § 84 Abs 1 StGB.
Bin der Ansicht, dass die Menschen im „Kunstvideo“ nur in eine Misshandlung und nicht in eine Verletzung einwilligen; § 115 StGB also komplett auszuschließen ist.
Wenn aber einer von ihnen dann „voll durchzieht“ und zuschlägt und daraus eine KV resultiert, ist die Tat nicht nach § 90 StGB gerechtfertigt.
Interessant wird es, wenn die KV nur durch die Misshandlung dann fahrlässig resultiert, also sich wer dabei die Lippe gscheit aufbeißt zum Beispiel, dann müsste man klären, ob bei einer Erfüllung des TB nach § 83 Abs 2 StGB hier eine Einwilligung des Opfers die Rechtswidrigkeit auch wirklich ausschließt.
Bleibt die gute alte Streitfrage: Bezieht sich die Einwilligung hier auf die (gefährliche) Handlung oder auf den Erfolg und diente die Verletzung einem ethisch anerkannt wertvollen Zweck (Kunst?).
Bezüglich des Piercings, gab es da vor ein paar Jahren auch einen Streitfall, soweit ich weiß. Und zwar ging es um das Ohrringe-Machen an Kindern unter 14 Jahren. Für diese Personen müssen ja die Eltern die Einwilligung erteilen. Da es sich hier aber um keine Heilbehandlung handelt, liegt ein gesetzlicher TB vor und es war die Frage, ob die Einwilligung durch die Eltern die Rechtswidrigkeit der Tat ausschließt. Soweit ich das noch in Erinnerung habe obsiegte hier eine Mischung aus Brauch und Ethik.
Immer wieder amüsant, wenn man sieht, wie man so alltägliche Kleinigkeiten rechtlich zerpflücken und sich den Kopf darüber zerbrechen kann Mit Zitat antworten
Beiträge 1.594	Zitat von jus2412
Das im „Kunstvideo“ sind eher Misshandlungen, also physische Einwirkungen auf den Körper eines anderen, die Unwohlsein herbeiführen, aber als solche noch keine Verletzung am Körper begründen.
Das kann man nur hoffen. Sobald sich zB eine Rötung auf der Wange zeigt, sind wir im Bereich der leichten KV (Misshandlungsvorsatz und Fahrlässigkeit genügen), und auch der Versuch ist prinzipiell strafbar. Mir ging es aber ganz allgemein um die Einwilligung in (leichte) Körperverletzung, die ja nach § 90 unter einem "Sittenwidrigkeitskorrektiv" steht.
Das würde ich in dieser Stringenz nur für die schwere Körperverletzung behaupten. Jedenfalls auch hier wieder das Problem der grundsätzlichen Einwilligung: ob eine Kamera mitläuft oder nicht, kann ja keinen großen Unterschied machen.
Soweit ich die Jud dazu überblicke, wird echte Einwilligung in leichte Körperverletzung mittlerweile aber ohne weiteres für zulässig erachtet, ohne dass es auf die Beweggründe ankäme.
Beiträge 4.429	Bin ich eigentlich der einzige, der es komisch findet, daß die Presse, auch abseits von Identitären & Co, den Namen Patrycja germanisiert*, aber die Herkunft bzw. Religion des jungen Manns, der den Kieferbruch bewirkt hat, erwähnt? Was für manche Kreise natürlich ein gefundenes Fressen ist.
(Und die anderen Prügel-Mädels sind wahrscheinlich gebürtige Österreicherinnen, zumindest ist mir nichts Gegenteiliges bekannt.)
*) ich will natürlich nicht ausschließen, daß sie österr. Staatsbürgerin ist und ihren Namen bei der Einbürgerung entsprechend geändert hat.
Beiträge 10.872	Zum Video: Ich kann mich noch gut an meine ersten Karate-Trainingseinheiten erinnern, wo wir dem anderen - entschieden fest - mit der Faust ins Gesicht schlagen mussten, aber natürlich 5-10cm davor abstoppen mussten. Beim Körper waren leichte treffen iO, das war nicht das Problem, aber auf der USI (Uni Sport) hatten fast alle Hemmungen ins Gesicht nur zu zielen ...
Kann man sich abtrainieren - zumindest gestoppt. Denn das Gesicht ist ein empfindlicher Körperteil, auch die Ohren (Trommelfell) ... ist nach wie vor nichts für mich. Ich halte es da eher nach Lock Stock .... ;-) Knifes for a pro