Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.04.1953&Aktenzeichen=1%20StR%2081%2F53
Timestamp: 2019-03-26 03:04:21
Document Index: 93682525

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 343', 'OGH', 'BGH']

BGH, 14.04.1953 - 1 StR 81/53 - dejure.org
BGH, 14.04.1953 - 1 StR 81/53
NJW 1953, 1034
Nach feststehender Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Bundesgerichtshofs (RGSt 53, 274 m.w.N.; 59, 98; 66, 221; 70, 243; 70, 284; 72, 175; BGH NJW 1953, 1034; 1954, 483; bei Dallinger MDR 1966, 727; LM Nr. 7 zu § 253 StGB; BGHSt 26, 24 m.w.N.) kommt Fortsetzungszusammenhang, soweit es um den Schutz jener Rechtsgüter geht, nur für Handlungen in Betracht, die sich gegen ein und dieselbe Person richten.
Zu diesen höchstpersönlichen Rechtsgütern gehört insbesondere auch die Entschließungsfreiheit (BGH LM Nr. 7 zu § 253 StGB; BGH NJW 1953, 1034; BGHSt 26, 24, 26 f. m.w.N.).
Der Bundesgerichtshof hat sich ihr in mehreren Entscheidungen angeschlossen (1 StR 81/53 vom 14. April 1953 = NJW 1953, 1034; 1StR 476/53 vom 5. Januar 1954 S. 11 = LM Nr. 7 zu § 253 StGB; 2 StR 20/50 vom 27. Januar 1953 S. 8; 3 StR 701/53 vom 11. März 1954; ebenso OGHSt 1, 203, 204; OGH NJW 1950, 435, 436) [OGHBrZ Köln 13.02.1950 - II StS 83/49].
In dem Urteil vom 14. April 1953 - 1 StR 81/53 - (NJW 1953, 1034) heißt es:.
Der Senat hält daran fest, dass bei der Verletzung höchstpersönlicher Rechtsgüter die Annahme eines Fortsetzungszusammenhanges ausgeschlossen ist (vgl BGH Urteil vom 14. April 1953 - 1 StR 81/53).
Eine solche Annahme verbietet sich stets bei Verletzung höchstpersönlicher Rechtsgüter (vgl RGSt 44, 223, 229; 57, 140; 70, 243und BGH in NJW 1953, 1034).
BGH, 31.05.1960 - 5 StR 174/60
Bei Angriffen gegen höchstpersönliche Rechtsgüter (zu ihnen gehört die körperliche Unversehrtheit) verschiedener Personen ist ein Fortsetzungszusammenhang rechtlich nicht möglich (BGH NJW 1953, 1034).
Indes befindet sich die Strafkammer mit dieser ihrer Rechtsauffassung in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Bundesgerichtshofs, wonach die Abtreibung höchstpersönliche Rechtsgüter verletzt und in einem solchen Falle die Annahme einer fortgesetzten Tat ausgeschlossen ist (RGSt 59, 98; BGHSt 1, 20; 1, 41, 43 [BGH 20.02.1951 - 3 StR 64/50]; NJW 1953, 1034 Nr. 19 zu § 343 StGB).
Die körperliche Unversehrtheit ist ein solches Rechtsgut (OGHSt 1, 203, 204; BGH NJW 1953, 1034).