Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20U%2039/17
Timestamp: 2020-07-03 23:27:06
Document Index: 132502890

Matched Legal Cases: ['§ 7', 'BGH', '§ 7', '§ 7', '§ 123', '§ 123', '§ 812', '§ 166', '§ 123', '§ 123', '§ 166', '§ 123', '§ 123', '§ 123', '§ 123']

Rechtsprechung: 2 U 39/17 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Hamm, 18.05.2017 | OLG Hamm, 19.06.2017 | BSG, 28.06.2017
https://dejure.org/2018,3156
OLG Stuttgart, 22.02.2018 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2018,3156)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 22.02.2018 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2018,3156)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 22. Februar 2018 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2018,3156)
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Wettbewerbsverstoß: Geringwertigkeitsgrenze für kostenlose Werbegaben an Apotheken; Summeneffekt bei gebündelter Abgabe von Werbegaben
HWG § 7 Abs. 1 S. 1 Nr. 1
Wettbewerbsrecht/Heilmittelwerberecht: Wertgrenze für zulässige Werbegabe bei Angehörigen der Fachkreise
Wertgrenze von einem Euro im Heilmittelrecht besteht auch bei Geschenken an Fachkreise
Auch für Werbegeschenke an Ärzte und Apotheker gilt Ein-Euro-Wertgrenze
Ärzte und Apotheker dürfen keine Werbegeschenke annehmen, die mehr als einen Euro wert sind
1-EUR-Grenze gilt auch bei Werbegeschenken an Apotheker und Ärzte
Keine Werbegeschenke für Apotheker: Ratiopharm setzt sich gegen Klosterfrau durch
Werbegeschenke dürfen nur Wert von 1 Euro haben
Arzneimittel/Medizinprodukte/Hilfsmittel/Heilmittel | Wettbewerbsrecht/Heilmittelwerberecht | Wertgrenze für Zuwendungen an Apotheker
LG Stuttgart, 09.02.2017 - 11 O 138/16
GRUR-RR 2018, 377
Denn er liegt über der nach der Rechtsprechung zulässigen Geringwertigkeitsgrenze für Zugaben von einem Euro je Arzneimittel (vgl. BGH…, Urteil vom 08. Mai 2013 - I ZR 98/12, GRUR 2013, 1264, bei juris Rz. 18 ff., m.w.N. - RezeptBonus; OLG Stuttgart, Urteil vom 22. Februar 2018 - 2 U 39/17, MDR 2018, 65 - Unsere 6 gegen Erkältung).
Das Oberlandesgericht Stuttgart (Urteil vom 22.02.2018 - 2 U 39/17) hat hierzu bezüglich einer Zuwendung an Apotheker ausgeführt:.
Wettbewerbsrecht: Blutzuckermessgerät
Diese Wertgrenze von 1, 00 EUR gilt in gleicher Weise für die Angehörigen der Fachkreise; § 7 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 HWG ist nicht dahin auszulegen, dass zwischen der Publikumswerbung und der Fachkreiswerbung zu differenzieren ist, sondern dahingehend, dass auch bei Angehörigen der Fachkreise keine höhere Schwelle der Beeinflussbarkeit gilt, so dass die Wertgrenze von 1, 00 EUR allgemeine Gültigkeit beansprucht (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 22.02.2018, 2 U 39/17, zitiert nach Juris, Rn. 43).
Nach psychologischen Erkenntnissen entsprechend der sozialen Reziprozitätsregel ist bei einer kostenlosen Leistung oft zu erwarten, dass sich der Empfänger in irgendeiner Weise erkenntlich zeigen wird (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 22.08.2018, 2 U 39/17, zitiert nach juris, Rn. 50).
LG Dortmund, 20.02.2020 - 18 O 98/19
Wettbewerbsrecht/Heilmittelwerberecht: Keine Süßigkeiten als Zugabe für …
Die Grenze der Geringwertigkeit liegt bei etwa 1, 00 EUR (…Fritsche, Medizinrecht, 3. Auflage 2018, § 7 HWG Rn. 18 ff.; OLG Stuttgart, Urteil vom 22.02.2018, 2 U 39/17, zitiert nach Juris, Rn. 43), und zwar auch gegenüber Fachkreisen (…OLG Stuttgart. a. a. O.).
Im vorliegenden Fall fehlt es an der Wiederholungsgefahr, die durch den Erstverstoß vermutet wird (OLG Stuttgart, Urteil vom 22. Februar 2018 - 2 U 39/17, juris Rn. 64; OLG Stuttgart…, Urteil vom 27. September 2018 - 2 U 41/18, juris Rn. 102).
https://dejure.org/2017,22349
OLG Hamm, 18.05.2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22349)
OLG Hamm, Entscheidung vom 18.05.2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22349)
OLG Hamm, Entscheidung vom 18. Mai 2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22349)
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Keine Arglistanfechtung gegenüber gutgläubigem Vertragshändler - VW-Abgasskandal
Abgasskandal: Verkäufer muss sich Manipulation des Herstellers nicht zurechnen lassen
OLG Hamm, 19.06.2017 - 2 U 39/17
Die Beklagte Ziff. 2 ist vielmehr "Dritte" im Sinne des § 123 Abs. 2 BGB (so bereits Senat…, Beschluss vom 6. Dezember 2018 - 17 U 4/18 - juris Rn. 2 mwN; vgl. auch OLG Celle…, Beschluss vom 30. Juni 2016 - 7 W 26/16 -, juris Rn. 8 mwN; OLG Hamm…, Beschluss vom 5. Januar 2017 - 28 U 201/16 -, juris Rn. 40; OLG Hamm, Beschluss vom 18. Mai 2017 - 2 U 39/17 -, juris Rn. 4 mwN; OLG Düsseldorf…, Beschluss vom 30. Mai 2017 - 1-22 U 52/17 -, juris Rn. 14 mwN; OLG München, Urteil vom 3. Juli 2017 - 21 U 4818/16 -, juris 18 mwN; OLG Koblenz…, Urteil vom 28. September 2017 - 1 U 302/17 -, juris Rn. 26 ff. mwN).
Gegen die - im Übrigen zutreffende - Annahme des Landgerichts, dass die V. AG "Dritte" im Sinne des § 123 Abs. 2 BGB ist (so auch OLG Hamm…, Beschluss vom 5. Januar 2017 - 28 U 201/16 -, juris Rn. 40, juris; OLG München…, Urteil vom 3. Juli 2017 - 21 U 4818/16 -, juris Rn. 17 f; OLG Hamm, Beschluss vom 18. Mai 2017 - 2 U 39/17 -, juris Rn. 4; OLG Koblenz…, Urteil vom 28. September 2017 - 1 U 302/17 -, juris Rn. 26 ff.; OLG Celle…, Beschluss vom 30. Juni 2016 - 7 W 26/16 -, juris Rn. 8; OLG Düsseldorf…, Beschluss vom 30. Mai 2017 - I-22 U 52/17 -, juris Rn. 14) und die Beklagte Ziff. 1 keine Kenntnis von der behaupteten Täuschung durch die Beklagte Ziff. 2 hatte, erinnert die Klägerin zwar nichts, so dass sich der geltend gemachte Anspruch nicht aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Var. 1 BGB ergibt.
Eine Eigenhaftung des gutgläubigen Vertreters sieht § 166 Abs. 2 BGB aber gerade nicht vor (OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17, juris Rn. 6;… OLG München, Beschl. v. 11.09.2019 - 17 U 3109/19, aaO Rn. 28).
Dementsprechend muss sich auch im Rahmen des § 123 BGB ein Automobilvertragshändler nicht das Wissen des Herstellers zurechnen lassen (…vgl. OLG Celle, Beschl. v. 30.06.2016, - 7 W 26/16, BeckRS 2016 13999, Rn. 8; OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17, juris Rn. 4 mwN).
Die Zurechnung des arglistigen Verhaltens Dritter bemisst sich nach den §§ 123 Abs. 2, 166 und 278 BGB (…vgl. OLG Düsseldorf, Beschl. v. 30.05.2017 - 22 U 52/17 Rz. 11-15; OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17 Rz. 4-6; OLG Hamm Beschl. V. 15.08.2017 - 28 U 65/17, NJW-RR 2018, 180;… Witt, a.a.O., S. 3683).
Die Nutzung des Rufs der W-Marke und der Hersteller-Werbung seitens der Beklagten entspricht den im Wirtschaftsleben üblichen Abläufen (s. auch OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17 Rz. 5;… v. 19.6.2017 - 2 U 74/17 Rz. 8).
Insgesamt kann von einem durchschnittlichen Fahrzeugkäufer erwartet werden, dass er zwischen Vertragshändler und dem Hersteller unterscheiden kann (s. ausdrücklich OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17, zitiert nach juris, 2. Orientierungssatz).
Eine Eigenhaftung des gutgläubigen Vertreters sieht § 166 Abs. 2 BGB aber gerade nicht vor (OLG Hamm, Beschluss vom 18.05.2017 - 2 U 39/17, BeckRS 2017, 115495, Rn. 6;… OLG München, a.a.O., Rn. 28; vgl. auch OLG Köln…, Beschluss vom 16.07.2018 - 5 U 82/17 -, BeckRS 2018, 21348, Rn. 6).
Dementsprechend muss sich auch im Rahmen des § 123 BGB ein Automobilvertragshändler nicht das Wissen des Herstellers zurechnen lassen (vgl. OLG Celle…, Beschluss vom 30.06.2016, - 7 W 26/16, BeckRS 2016, 13999, Rn. 8; OLG Hamm, Beschluss vom 18.05.2017 - 2 U 39/17, BeckRS 2017, 115495, Rn. 4 m.w.N.).
"Die Zurechnung des arglistigen Verhaltens Dritter bemisst sich nach den §§ 123 Abs. 2, 166 und 278 BGB (…vgl. OLG Düsseldorf, Beschl. v. 30.05.2017 - 22 U 52/17 Rz. 11-15; OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17 Rz. 4-6; Witt, Der Dieselskandal und seine kauf- und deliktsrechtlichen Folgen, NJW 2017, 3681, 3683).
Insgesamt kann von einem durchschnittlichen Fahrzeugkäufer erwartet werden, dass er zwischen Vertragshändler und dem Hersteller unterscheiden kann (s. ausdrücklich OLG Hamm, Beschl. v. 18.05.2017 - 2 U 39/17, zitiert nach juris, 2. Orientierungssatz).".
Von einem durchschnittlichen Fahrzeugkäufer ist zu erwarten, dass er zwischen einem Vertragshändler und dem Hersteller unterscheiden kann (dazu näher OLG Hamm, Beschluss vom 18.05.2017 - 2 U 39/17 -, Rn. 5, juris).
Der Vertragshändler muss sich das Wissen des Pkw-Herstellers, sofern diesem das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter unter dem Gesichtspunkt der Wissenszurechnung überhaupt angelastet werden könnte (…vgl. hierzu OLG Stuttgart MDR 2017, 816 juris-Rn. 42), nicht zurechnen lassen (…OLG Celle MDR 2016, 1016 juris-Rn. 8, OLG München, Urteil vom 3.7.2017, 21 U 4818/16; OLG Hamm, Beschluss vom 18.5.2017, 2 U 39/17).
Dementsprechend muss sich auch im Rahmen des § 123 BGB ein Automobilvertragshändler nicht das Wissen des Herstellers zurechnen lassen (vgl. OLG Celle, Beschluss v. 30.06.2016, 7 W 26/16, OLG Hamm, Beschluss v. 18.05.2017, 2 U 39/17).
Der Senat folgt insoweit den zutreffenden Ausführungen des Oberlandesgerichts Hamm, Az.: 2 O 39/17, in seinem Beschluss vom 18.05.2017 (BeckRS 2017, 115495, Rn. 6).
OLG Hamm, 15.08.2017 - 28 U 65/17
https://dejure.org/2017,22390
OLG Hamm, 19.06.2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22390)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19.06.2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22390)
OLG Hamm, Entscheidung vom 19. Juni 2017 - 2 U 39/17 (https://dejure.org/2017,22390)
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Die Beklagte zu 2) aber hat vorliegende an den Vertragsverhandlungen nicht konkret mitgewirkt (Im Ergebnis für das vorliegende Verhältnis zwischen Vertragshändler und Hersteller ebenso und deutlich: OLG Hamm, Beschluss vom 19.06.2017, 2 U 39/17, zit. nach juris, Rn. 14 ff.).
Ferner begründet auch allein die Geschäftsbeziehung zwischen der Herstellerin und der Beklagten als Vertragshändlerin kein Näheverhältnis im Sinne des § 123 Abs. 2 BGB, das dazu führt, dass sich der Vertragshändler das Wissen des Herstellers zurechnen lassen muss (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 19.06.2017, 2 U 39/17, OLG Hamm, Beschluss vom 05.01.2017, 28 U 201/16).
BSG, 28.06.2017 - B 2 U 39/17 B
https://dejure.org/2017,28885
BSG, 28.06.2017 - B 2 U 39/17 B (https://dejure.org/2017,28885)
BSG, Entscheidung vom 28.06.2017 - B 2 U 39/17 B (https://dejure.org/2017,28885)
BSG, Entscheidung vom 28. Juni 2017 - B 2 U 39/17 B (https://dejure.org/2017,28885)
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LSG Nordrhein-Westfalen, 19.02.2019 - L 15 U 425/16
Keine Anerkennung der Berufskrankheit Nr. 1301 BKV - Schleimhautveränderungen, …
Es genügt nicht, allein auf die eigene abweichende Meinung zu einem bestimmten Themenkomplex hinzuweisen und hieraus einen Ermittlungsbedarf abzuleiten (vgl. BSG, Beschluss vom 29.01.2018 - B 2 U 39/17 B Rn. 11; juris).