Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=KZR%2017/14
Timestamp: 2019-03-20 14:40:14
Document Index: 197393844

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 321', '§ 30', 'Art. 5', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 106', 'Art. 106', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', 'Art 72', 'Art 74', 'Art 103', 'Art 106', '§ 30', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: KZR 17/14 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 08.03.2016
Kartellrechtsverstoß: Diskriminierungsverbot beim Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften durch Presseverlage und Presse-Grossisten nach nationalem Recht und Gemeinschaftsrecht; Verhandlungsmandat des Bundesverbandes Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten e.V.; Belieferungsanspruch des stationären Einzelhandels mit Presseerzeugnissen - Zentrales Verhandlungsmandat
Zum flächendeckenden und diskriminierungsfreien Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften als eine Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Sinne des Unionsrechts; zum zentralen Mandat der Vereinigung der Presse-Grossisten für Verhandlungen mit den Verlagen über die Grosso-Konditionen
Kurznachricht zu "Kartellrechtliche Absicherung des Presse-Grosso-Systems" von Prof. Albrecht Bach, original erschienen in: NJW 2016, 1630 - 1633.
Die entsprechenden Entscheidungen der Mitgliedstaaten können auch von den Gerichten der Union und der Mitgliedstaaten nur auf offenkundige Fehler überprüft werden (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil v. 6. Oktober 2015 - KZR 17/14 , NZKart 2016, 78 = WuW 2016, 133, Rz. 21 m.w.N. - Zentrales Verhandlungsmandat ; EuG, Urteil v. 12. Februar 2008 - T-289/03 , Slg. 2008, II-81 Rzn. 165 ff. - BUPA ).
Der Betrauungsakt verkörpert die politische Entscheidung eines Mitgliedstaates, die Gewährleistungsverantwortung für die Versorgung der Bevölkerung mit bestimmten Dienstleistungen zu übernehmen, und zwar in der Weise, dass das im Betrauungsakt bezeichnete Unternehmen verpflichtet wird, auf diese Dienstleistungen bezogene konkrete Aufgaben auch dann zu erfüllen, wenn dies im Einzelfall wirtschaftlich unrentabel ist (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil v. 6. Oktober 2015 - KZR 17/14 , NZKart 2016, 78 = WuW 2016, 133, Rz. 29 m.w.N. - Zentrales Verhandlungsmandat ;… vgl. auch EuG, Urteil v. 11. Juli 2014 - T-533/10 , ABl. EU 2014 Nr. C 292, 27, Rz. 117 bei juris).
Die Ausnahme ist auf dasjenige Maß zu beschränken, das erforderlich ist, um eine Gefährdung der Aufgabenerfüllung zu verhindern (vgl. BGH, Urteil v. 6. Oktober 2015 - KZR 17/14 , NZKart 2016, 78 = WuW 2016, 133, Rz. 43 m.w.N. zur Unionsrsp. - Zentrales Verhandlungsmandat ).
Inwieweit ihr eine Änderung in diesem Punkt nach der Einführung des § 30 Abs. 2a GWB und dem zentralen Verhandlungsmandat für die beteiligten Branchenverbände (vgl. BGH, Urteil vom 06. Oktober 2015 - KZR 17/14 -, juris) praktisch möglich sein wird, hat die Kammer nicht zu entscheiden.
§ 321a ZPO, Art. ... 103 Abs. 1 GG, § 30 Abs. 2a GWB, Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 72 Abs. 2, Art. 74 Nr. 11 GG, Art. 106 Abs. 2 AEUV, Art. 106 Abs. 2 Satz 1 AEUV, § 21 Abs. 2 GWB, § 21 Abs. 3 GWB, § 21 Abs. 3 Nr. 1 oder Nr. 2 GWB, § 21 Abs. 3 Nr. 3 GWB
Art 72 Abs 2 GG, Art 74 Nr 11 GG, Art 103 Abs 1 GG, Art 106 Abs 2 AEUV, § 30 Abs 2a GWB
Kartellzivilprozess: Umfang der Garantie des rechtlichen Gehörs im gerichtlichen Verfahren; Anwendbarkeit der gesetzlichen Regelung über Branchenvereinbarungen zwischen Presseverlagen und Presse-Grossisten; Gesetzgebungszuständigkeit des Bundes für eine solche Regelung
Geltendmachung einer Gehörsverletzung; Gerichtliche Kenntnisnahme des Vorbringens; Gewährleistung eines flächendeckenden und diskriminierungsfreien Vertriebs von Presseerzeugnissen
Die Bestimmung des Art. 103 Abs. 1 GG garantiert den Beteiligten eines gerichtlichen Verfahrens, dass sie Gelegenheit erhalten, sich zu dem einer gerichtlichen Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt vor Erlass der Entscheidung zu äußern, und dass das Gericht das Vorbringen zur Kenntnis nimmt und bei seiner Entscheidung in Erwägung zieht (BVerfGE 86, 133, 144; BVerfG, NJW-RR 2004, 1710, 1712; BGH, Beschluss vom 8. März 2016 KZR 17/14, NZKart 2016, 228 Rn. 2 Zentrales Verhandlungsmandat).
Vielmehr ist grundsätzlich davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Parteivorbringen in Erwägung gezogen hat, auch wenn es die von einer Partei gezogenen rechtlichen Schlussfolgerungen nicht teilt (BVerfGE 96, 205, 216 f.; BGH…, Beschluss vom 7. Juli 2011 I ZB 68/10, GRUR 2012, 314 Rn. 12; Beschluss vom 8. März 2016, aaO).
Geht das Gericht allerdings auf den wesentlichen Kern des Tatsachenvortrags einer Partei zu einer Frage, die für das Verfahren von besonderer Bedeutung ist, nicht ein, lässt dies auf die Nichtberücksichtigung des Vortrags schließen, sofern er nicht nach dem Rechtsstandpunkt des Gerichts unerheblich oder aber offensichtlich unsubstantiiert war (BVerfGE 86, 133, 146; BGH…, Beschluss vom 27. Juni 2007 X ZB 6/05, BGHZ 173, 47 Rn. 31; Beschluss vom 8. März 2016, aaO).