Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/erbengemeinschaft
Timestamp: 2019-04-18 19:02:58
Document Index: 51649228

Matched Legal Cases: ['§ 2032', '§ 242', '§ 2027', '§ 2058', '§ 2038', '§ 2205', '§ 2042', '§ 2204', '§ 2044', '§ 2043', '§ 2045', '§ 2046']

Erbengemeinschaft | anwalt.de Erbengemeinschaft
Wenn mehrere Personen erben, bilden sie eine Erbengemeinschaft.
Die Erbengemeinschaft hat Rechte und Pflichten.
Die Erbengemeinschaft muss den Nachlass gemeinsam verwalten.
Die Erbengemeinschaft endet in der Regel mit der Erbauseinandersetzung.
Erben mehrere Personen gemeinsam, entsteht eine sogenannte Erbengemeinschaft (§ 2032 BGB). Der Nachlass des Verstorbenen wird somit gemeinschaftliches Vermögen der Erben und muss von diesen auch gemeinschaftlich verwaltet werden. Diese Situation entsteht häufig, wenn die Erbfolge nicht geregelt wurde, also kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, oder der Erblasser die Erbengemeinschaft testamentarisch festgelegt hat.
Beispiel: Eine verwitwete Frau hat vier Kinder. Stirbt die Frau und hinterlässt sie kein Testament, erben nach der gesetzlichen Erbfolge automatisch ihre vier Kinder jeweils zu gleichen Teilen. Die Hinterbliebenen bilden somit eine Erbengemeinschaft.
Welche Rechte hat eine Erbengemeinschaft?
Die Erbengemeinschaft kann das Erbe ausschlagen, z. B. wenn überwiegend Schulden vererbt wurden.
Zwar gibt es kein gesetzliches Recht für eine allgemeine Auskunftspflicht der Miterben untereinander. Wenn aber einem Miterben ohne eine Auskunft Nachteile drohen, kann er einen Anspruch auf Auskunft nach dem gesetzlichen Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) geltend machen.
Wenn ein Nachlassgegenstand ausschließlich an einen Miterben vererbt wurde, können die anderen Miterben eine Auskunft über den Verbleib dieser Erbschaft verlangen (Auskunftspflicht des Erbschaftsbesitzers nach § 2027 BGB).
Welche Pflichten hat eine Erbengemeinschaft?
Wird ein Miterbe der Erbengemeinschaft beispielsweise aufgrund eines Testaments mit der Verwaltung des Nachlasses beauftragt, muss er die anderen Miterben darüber informieren (Auskunftspflicht).
Wenn ein Miterbe vom Erblasser zu Lebzeiten Zuwendungen erhalten hat, muss er für diese Zuwendungen einen Ausgleich leisten.
Jeder Miterbe muss bei der ordnungsgemäßen Nachlassverwaltung und bei der Erstellung eines Nachlassverzeichnisses mitwirken.
Wie haften die Miterben einer Erbengemeinschaft?
Wenn der Erblasser Schulden hinterlassen hat, haften alle Miterben gemeinsam (§ 2058 BGB) für Nachlassverbindlichkeiten. Egal, ob es sich dabei um Beerdigungskosten oder Darlehensschulden handelt: Der Nachlass wird als Sondervermögen behandelt und die Erbengemeinschaft haftet als Gesamtschuldner, d. h., jeder Miterbe haftet für die gesamten Schulden des Erblassers. Bis zur Erbauseinandersetzung darf das Privatvermögen der einzelnen Miterben in der Regel nicht zur Schuldentilgung herangezogen werden.
AUSNAHME: Wenn die Frist zur Einreichung eines Inventars (Inventarfrist) abgelaufen ist oder vorsätzlich eine unrichtige Inventarliste erstellt wurde, kann ein Nachlassgläubiger auf das private Vermögen des Miterben zugreifen, allerdings nur in Höhe der Erbquote.
Grundsätzlich verwalten alle Miterben einer Erbengemeinschaft den Nachlass gemeinsam (§ 2038 BGB). Wenn eine Testamentsvollstreckung angeordnet wurde, übernimmt der Testamentsvollstrecker die Verwaltung des Nachlasses (§ 2205 BGB).
Alle Miterben der Erbengemeinschaft müssen dazu beitragen, dass eine ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses möglich ist. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen, die eine vernünftige, wirtschaftlich denkende Person vornehmen würde und die den Nachlass nicht wesentlich verändern. Außerdem muss diese Maßnahme erforderlich sein.
Welche Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Nachlassverwaltung ergriffen werden müssen, entscheidet die Mehrheit aller Miterben in einer Abstimmung.
Folgende Maßnahmen sind u. a. denkbar:
Übertragung der Verwaltung auf einen oder mehrere Miterben
Begleichung von Nachlassschulden
Wenn es keine Mehrheitsentscheidung über Maßnahmen der ordentlichen Verwaltung gibt, kann auch eine Minderheit der Miterben die anderen Miterben auf Zustimmung zur Durchführung dieser Maßnahmen verklagen. In einigen Fällen könnten auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.
Wenn es aber um wesentliche Veränderungen des Nachlasses geht, muss die Erbengemeinschaft einstimmig darüber abstimmen. Außerordentliche Verwaltung liegt vor, wenn diese Veränderung die Zweckbestimmung oder die Gestalt des gesamten Nachlasses entscheidend verändert (z. B. Umwandlung eines Gewerbes in ein Unternehmen einer anderen Branche).
Notverwaltungsmaßnahme
Hier geht es um Maßnahmen, die notwendig sind, um Schaden am Nachlass oder einzelnen Nachlassteilen zu vermeiden. Dabei geht es um eine Maßnahme der ordnungsgemäßen Verwaltung, die sofort durchgeführt werden muss und die Mitwirkung der anderen Miterben nicht rechtzeitig möglich ist. Somit ist der bevollmächtigte Miterbe dazu verpflichtet, diese umgehend zur Abwendung eines Schadens durchzuführen (z. B. dringende Reparaturarbeiten an Häusern, Vorgehen gegen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen).
Wie findet die Erbauseinandersetzung statt?
Grundsätzlich kann jeder Miterbe die Erbauseinandersetzung, also die Auflösung des Nachlasses, verlangen (§ 2042 Abs. 1 BGB).
Jedoch gibt es Ausnahmen von diesem Grundsatz:
Wenn eine Testamentsvollstreckung angeordnet worden ist (§ 2204 BGB).
Wenn ein Erblasser die Erbauseinandersetzung ausgeschlossen hat (§ 2044 BGB).
Wenn die Erbquoten noch nicht festgelegt werden konnten, weil beispielsweise ein Miterbe später geboren wurde (§ 2043 BGB).
Wenn das Gläubigeraufgebot noch nicht fertiggestellt wurde, z. B. im Falle eines überschuldeten Nachlasses (§ 2045 BGB).
Wenn die Auflösung der Erbengemeinschaft rechtsmissbräuchlich wäre, z. B. falls der überlebende Ehepartner befürchten muss, sein Eigenheim zu verlieren.
Als Erstes muss der Umfang des Nachlasses ermittelt werden. Anschließend müssen alle Nachlassverbindlichkeiten aus dem Nachlass erfüllt werden (§ 2046 BGB).
Wenn es bereits Zuwendungen im Wege der vorweggenommenen Erbfolge (z. B. Schenkung) an einige Miterben gegeben hat, muss dies bei der Nachlassermittlung berücksichtigt werden.
Der Nachlassumfang hängt ebenfalls davon ab, ob Pflegeleistungen noch abgerechnet werden müssen.
Des Weiteren müssen Nachlassgegenstände an die Miterben entsprechend des Willens des Erblassers verteilt werten, Immobilien verkauft werden etc.
Oft dauert es lange, bis der Nachlass aufgeteilt ist, z. B. wenn einzelne Vermögenswerte nicht gewinnbringend verkauft werden können. In diesen Fällen ist es möglich, einen Pfandverkauf durchzuführen. Auch Immobilien können notfalls im Rahmen einer Teilungsversteigerung veräußert werden
Falls es Streitigkeiten bei der Erbauseinandersetzung gibt, sollte ein Rechtsanwalt für Erbrecht beauftragt werden.
Was ist eine Abschichtung oder Anwachsung?
Neben der Erbauseinandersetzung kann der Nachlass auch im Wege einer Abschichtung, Anwachsung oder aufgrund des Verkaufs der Erbteile aufgelöst werden.
Abschichtung bedeutet, dass ein Miterbe auf seinen Erbteil verzichtet und dafür eine Abfindung erhält.
Anwachsung heißt, dass sich der Erbteil eines Miterben vergrößert, also in der Erbengemeinschaft anwächst, z. B. wenn ein Miterbe den Erbteil eines anderen Miterben kauft.
Denn auch durch einen Verkauf der Erbteile von Miterben kann eine Erbengemeinschaft aufgelöst werden.
In der Regel endet die Erbengemeinschaft mit der Erbauseinandersetzung. Dennoch kommt es vor, dass ein Erblasser in seinem Testament festgelegt hat, dass Erben einen Nachlassgegenstand dauerhaft gemeinsam besitzen sollen. Des Weiteren kann ein Erblasser auch verfügen, dass beispielsweise eine Immobilie, deren Eigentümerin die Erbengemeinschaft wird, nicht verkauft werden darf. In diesen Fällen besteht die Erbengemeinschaft weiter und die Miterben können sich im Rahmen einer erbrechtlichen Beratung darüber informieren, wie sie diese Erbengemeinschaft verlassen können.
Rechtsanwälte (2.672)
„Eine Erbengemeinschaft entsteht, wenn der Nachlass einer verstorbenen Person unter zwei oder mehr Erben aufgeteilt wird. Diese Gemeinschaft dient insbesondere dazu, eine ungerechte Verteilung des …“ Weiterlesen
„… gewährleistet, wenn es durch Fehlen eines Testaments zur gesetzlichen Erbfolge und somit einer ungewollten Erbengemeinschaft kommt. Dass es durch Streit unter den Erben und das Recht eines jeden Miterben …“ Weiterlesen
„… haben die Pflichtteilsberechtigten also nichts zu tun. Die Pflichtteilsberechtigten und die Erben sind nicht in einer Erbengemeinschaft. Diese Trennung führt dazu, dass die Erben nicht auch noch mit …“ Weiterlesen
„… einem ideellen Anteil von je ½, üblich bei Eheleuten oder als Erben in einer Erbengemeinschaft zu einem bestimmten Erbanteil). Die Eigentümergemeinschaft kann allerdings auch aus Gesellschaftern einer GbR …“ Weiterlesen
„… Erbengemeinschaft eingetragen. Die Beteiligte zu 1 (B1) wurde als Testamentsvollstreckerin berufen. 2011 erteilte die B1 der B2 eine Generalvollmacht, in welcher sie anordnete, die B2 sei zur Vertretung in …“ Weiterlesen
„… Erbengemeinschaft über einen längeren Zeitraum hinweg nicht erreicht. Hätte der Erblasser alle Gestaltungsalternativen gekannt, wäre seine Wahl möglicherweise auf eine Testamentsvollstreckungsanordnung oder eine andere Gestaltung unter Einbeziehung von Pflichtteilslasten gefallen.“ Weiterlesen
„… entsteht unter den miterbenden Kindern eine Erbengemeinschaft, die per se konfliktanfällig ist. Differenzen hinsichtlich der Verteilung von Nachlassgegenständen lassen sich dadurch vermeiden, dass …“ Weiterlesen
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„… eine Person die Gesamtrechtsnachfolge des Verstorbenen antritt, es kann aber auch sein, dass dies mehrere Personen sind, die dann eine sog. Erbengemeinschaft bilden. Welche Personen dies sind, richtet …“ Weiterlesen
„… wenig Rücksicht. Daher müssen Erben grundsätzlich gemeinsam bzw. mit Mehrheitsbeschluss handeln. Das gilt sowohl für die Verwaltung des Nachlasses als auch für die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft …“ Weiterlesen
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Rechtsanwalt Robert Kaiser (SPKW Sobczak & Partner Partnerschaftsgesellschaft mbB)
„… beiden Kinder. Sie bilden zwangsweise eine sog. Erbengemeinschaft . Das bedeutet, dass Tochter und Sohn die einzelnen Nachlassgegenstände gemeinsam als Gesamthandsvermögen erben. Da die Immobilie nur …“ Weiterlesen
„… Erbengemeinschaft, die sich auseinandersetzen wollte, im Urteil vom 26.09.2005 (WuM 2005, 658) entschieden, dass allein das Auseinandersetzungsinteresse der Erbengemeinschaft eine Kündigung nicht …“ Weiterlesen
„Der Ehepartner erbt immer alles Das stimmt nicht. Wenn kein Testament erstellt wurde, gilt die gesetzliche Erbfolge. Falls es Kinder gibt, bilden sie eine Erbengemeinschaft mit dem überlebenden …“ Weiterlesen
„… Eintritt der aus mehreren Personen (eventuell minderjährigen, weshalb dazu noch ein Betreuer zu bestellen sein wird) bestehenden Erbengemeinschaft in die Gesellschafterrolle. Hat die Erbengemeinschaft …“ Weiterlesen
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Rechtsanwältin Christina Brammen D.E.A (Kanzlei Christina Brammen)
„… gibt es den Nachlasspfleger, der bei unbekannten Erben vom Nachlassgericht eingesetzt wird. Sind die Erben ermittelt, bilden sie eine Erbengemeinschaft und müssen sich über die Verwaltung und Nutzung …“ Weiterlesen
„… zu Streitigkeiten führen, die durch eine umsichtige Planung vermieden werden können. Verlässt man sich auf die gesetzliche Erbfolge, entsteht beim Tod eines Ehegatten eine Erbengemeinschaft, bestehend …“ Weiterlesen
„… in all diese Verträge von Gesetzes wegen eine sog. Erbengemeinschaft ein, was die tägliche Handhabung erheblich erschwert. So müssen dann z. B. alle Mitglieder der Erbengemeinschaft zustimmen, wenn ein …“ Weiterlesen
„… Ehegatten und den Verwandten der zweiten Ordnung besteht dann eine Erbengemeinschaft. In erbrechtlichen Angelegenheiten stehe ich Ihnen als kompetente Ansprechpartnerin zur Verfügung. Bitte nehmen Sie …“ Weiterlesen
„Wenn mehrere Personen aufgrund eines Testaments oder aufgrund der gesetzlichen Erbfolge erben, bilden sie automatisch eine Erbengemeinschaft. Diese verwaltet den Nachlass und führt die …“ Weiterlesen
„… des Erblassers bzw. der Erbengemeinschaft ergeben. 1. Antrag auf Teilungsversteigerung, wenn der Erblasser Alleineigentümer der Immobilie war Unabhängig von der Größe seines Erbanteils und unabhängig …“ Weiterlesen
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