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Timestamp: 2017-05-24 20:27:43
Document Index: 169187573

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 416', '§ 102', '§ 17', '§ 102', '§ 102', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 111', '§ 17', '§ 111', '§ 73', '§ 89', '§ 71', '§ 86', '§ 626', '§ 103', '§ 20', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 623', '§ 9', '§ 4', '§ 623', '§ 307', '§ 4', '§ 623', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 10', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 18', '§ 17']

Betriebsbedingte Kündigung Dr. Wolfgang Kleinebrink - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Raban Wolfrum
Präsentation zum Thema: "Betriebsbedingte Kündigung Dr. Wolfgang Kleinebrink"— Präsentation transkript:
Betriebsbedingte Kündigung Dr. Wolfgang Kleinebrink Finanzkrise Teil 4 : Betriebsbedingte Kündigung Dr. Wolfgang Kleinebrink
Abgrenzung der betriebsbedingten KündigungEine ordentliche Kündigung ist u. a. sozial gerechtfertigt, wenn sie durch dringende betriebliche Erfordernisse bedingt ist (§ 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG) und keine andere Beschäftigungsmöglichkeit i. S. v. § 1 Abs. 2 Satz 2, 3 KSchG besteht Abgrenzung: Die Ursache der Kündigung liegt im betrieblichen Bereich und nicht im persönlichen Bereich des Arbeitnehmers (Verhalten, Eignung, Gesundheitszustand) Ist dies nicht der Fall, kommt ggf. nur eine verhaltensbedingte oder personenbedingte Kündigung in Betracht
Voraussetzungen UnternehmerentscheidungBedingt durch die Unternehmerentscheidung Wegfall des Arbeitsplatzes Das betriebliche Erfordernis für den Wegfall des Arbeitsplatzes muss dringend sein Fehlende Möglichkeit einer anderweitigen Beschäftigung Ordnungsgemäße Sozialauswahl Anhörung des Betriebsrats
Die Unternehmerentscheidung als Voraussetzung für den Wegfall eines Arbeitsplatzes
Gestaltende UnternehmerentscheidungZu einer Verringerung des Personalbedarfs aus innerbetrieblichen Gründen (Gestaltende Unternehmerentscheidung) kommt es, wenn sich der Arbeitgeber zu einer organisatorischen Maßnahme entschließt, bei deren innerbetrieblicher Umsetzung das Bedürfnis für die Weiterbeschäftigung eines oder mehrerer Arbeitnehmer entfällt. Der Entschluss, eine bestimmte organisatorische Maßnahme durchzuführen, stellt die Unternehmerentscheidung und damit das betriebliche Erfordernis iSd § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG dar . Es bedarf einer Organisationsentscheidung
Selbstbindende UnternehmerentscheidungSoll ein Arbeitsplatzüberhang allein aus außerbetrieblichen Gründen entstehen, bedarf es ebenfalls einer Unternehmerentscheidung, obwohl dies in der Rechtsprechung nicht deutlich zum Ausdruck kommt. Beispiele Auftragsrückgang Umsatzrückgang
Problem der selbstbindenden EntscheidungEs muss im Einzelnen und nachvollziehbar dargelegt werden, dass z. B. aufgrund des Auftragsrückgangs mangels ausreichenden Arbeitsanfalls ein Arbeitskräfteüberhang entsteht Dies ist oftmals nicht möglich, da der Arbeitskräftebedarf, d. h. der Arbeitszeitbedarf, nicht proportional zurückgeht Lösung: Ausweichen auf gestaltende Unternehmerentscheidung
Bedeutung der Schriftform der Unternehmerentscheidung
Urkundenbeweis Liegt die Unternehmerentscheidung nicht in schriftlicher Form vor, muss der Arbeitgeber in einem gerichtlichen Verfahren, das eine betriebsbedingte Kündigung zum Streitgegenstand hat, im Einzelnen insbesondere vortragen, wann die Unternehmerentscheidung getroffen wurde, wer sie getroffen hat und welchen Inhalt diese aufweist. Liegt hingegen eine Unternehmerentscheidung in schriftlicher Form vor, kann der Arbeitgeber mit ihrer Hilfe den Urkundenbeweis führen. Nach § 416 ZPO begründen Privaturkunden, sofern sie vom Aussteller unterschrieben oder – für eine Unternehmerentscheidung äußerst ungewöhnlich - mittels notariell beglaubigten Handzeichen unterzeichnet sind, vollen Beweis dafür, dass die in ihnen enthaltenen Erklärungen von den Ausstellern abgegeben wurden.
Vermutungswirkung Liegt eine Unternehmerentscheidung vor, wird zu Gunsten des Arbeitgebers vermutet, dass sie aus sachlichen Gründen erfolgt ist. Im Kündigungsschutzprozess hat daher grundsätzlich der Arbeitnehmer die Umstände darzulegen und im Streitfall zu beweisen, aus denen sich ergeben soll, dass die getroffene unternehmerische Entscheidung offensichtlich unsachlich, unvernünftig oder willkürlich ist.
Vermutungswirkung Von diesem beweisrechtlichen Grundsatz macht die Rechtsprechung aber Ausnahmen. Der aus Sicht des BAG drohenden Gefahr eines Rechtsmissbrauchs wird in besonderen Konstellationen mit Hilfe von beweisrechtlichen Mitteln entgegengetreten. Auch insoweit hilft dem Arbeitgeber eine Unternehmerentscheidung in schriftlicher Form.
Inhaltliche Gestaltung der Unternehmerentscheidung
OrganisationsentscheidungWelche Organisationsentscheidung wurde getroffen? Beispiele: Die Stilllegung eines Betriebs oder eines Betriebsteils oder einer Betriebsabteilung, eine Reduzierung der Maschinenzahl oder der Schichten, die Einführung neuer Fertigungsmethoden, die Fremdvergabe von Aufgaben, die Verlagerung von Aufgaben auf Dritte zur selbständigen Erledigung, eine Verringerung des Arbeitsvolumens, d.h. der zu erledigenden Aufgaben, eine Verringerung der Arbeitnehmer-Stunden und damit der Zahl der Arbeitnehmer zur Erlegung eines bestimmten Arbeitsvolumens, die Streichung einer Hierarchieebene, die Zusammenlegung von Arbeitsgebieten
Darstellung eines PersonalüberhangsVerteilung des Arbeitsvolumens: Besteht die Organisationsentscheidung des Arbeitgebers lediglich darin, das bisher von dem zu kündigenden Arbeitnehmer erledigte Beschäftigungsvolumen anders zu verteilen und auf diese Weise den Arbeitsplatz entfallen zu lassen, ist zu empfehlen, die ständigen Arbeitsaufgaben des zu kündigenden Arbeitnehmers zu atomisieren und die einzelnen Teile dann konkret anders zu organisieren, z. B. durch ersatzlosen Wegfall, durch Übertragung auf andere Arbeitnehmer zur zusätzlichen Miterledigung oder durch Übertragung auf Fremdunternehmen, d. h. Outsourcing.
Darstellung eines PersonalüberhangsVerteilung des Arbeitsvolumens: In der Praxis hat es sich in einem solchen Fall bewährt, die einzelnen Arbeitsvorgänge des wegfallenden Arbeitsplatzes konkret und vollständig in einer Spalte einer Tabelle einzeln aufzulisten und in der benachbarten Spalte darzustellen, durch wen und an welchem Arbeitsplatz die einzeln aufgeführten Arbeitsvorgänge zukünftig mit erledigt werden oder ersatzlos entfallen und ggf. wie die Arbeiten ausgeführt werden sollen. Eine derartige Auflistung bietet den zusätzlichen Vorteil, dass der Arbeitgeber die von ihm zu treffende Organisationsentscheidung noch einmal genau durchdenkt und außerdem gleichzeitig eine zuverlässige Informationsunterlage für das nach § 102 BetrVG durchzuführende Anhörungsverfahren bezüglich des Wegfalls des Arbeitsplatzes schafft.
Tipp bei Übertragung zusätzlicher AufgabenWerden auf Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben übertragen, sollte auf diesem rechtlichen Hintergrund in der Organisationsentscheidung detailliert ausgeführt werden, aus welchen Gründen auf Dauer keine dauernden Mehrarbeitsstunden, d.h. keine überobligatorischen Leistungen, von den Arbeitnehmern erbracht werden müssen, die nach der Aufstellung in der schriftlichen Unternehmerentscheidung diese zusätzliche Aufgaben übernehmen. In jedem Fall sollte der Arbeitgeber sich in der Organisationsentscheidung zusätzlich darauf berufen, dass er notfalls eine Arbeitsstreckung bei den Arbeitnehmern in Kauf nimmt, auf die zusätzliche Aufgaben übertragen werden. Dies spricht gegen eine Leistungsverdichtung, die zu dauernden Mehrarbeitsstunden bei den Arbeitnehmern führen, die zusätzliche Aufgaben wahrnehmen.
Darstellung der Gründe für die getroffene UnternehmerentscheidungIn der Unternehmerentscheidung muss der Arbeitgeber regelmäßig zu seinen Beweggründen, die zur Unternehmerentscheidung geführt haben, nichts sagen. Der Hintergrund für die Entscheidung ist eine Frage der Unternehmenspolitik, die von den Gerichten regelmäßig nicht darauf hin überprüft werden darf, ob sie sachlich gerechtfertigt oder zweckmäßig ist. Insbesondere ist ein „dringendes“ betriebliches Erfordernis auch dann gegeben, wenn die Unternehmerentscheidung getroffen wird, um den Gewinn zu maximieren. Anders ist dies, wenn die Motive auch den Personalüberhang begründen (z.B. Umsatzrückgang, Auftragsrückgang) oder „vorbeugend“ ein Rechtsmissbrauch ausgeschlossen werden soll.
Ursächlichkeit der Unternehmerentscheidung für den Wegfall des ArbeitsplatzesAus der Unternehmerentscheidung, d.h. der Organisationsentscheidung, muss sich ergeben, dass spätestens zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses des von der betriebsbedingten Kündigung betroffenen Arbeitnehmers, d.h. mit Ablauf der Kündigungsfrist, der Beschäftigungsbedarf für den gekündigten Arbeitnehmer entfallen ist, weil im Betrieb keine Möglichkeit zu vertragsgemäßer Weiterbeschäftigung besteht. Folge: Der Arbeitgeber muss einen Termin angeben, zu dem die Unternehmerentscheidung umgesetzt, d.h. greifen, werden soll. Dieser Termin sollte datumsmäßig angegeben werden.
Mögliche Termine der Umsetzung1. Fall: Sofort Nachteil: Zwar sofortige fristgerechte Kündigung aller betroffenen Arbeitnehmer, aber Beendigung der Arbeitsverhältnisse schrittweise mit Auslauf der Kündigungsfrist 2. Fall: Schrittweise mit Auslaufen der Kündigungsfristen 3. Fall: Zu einem bestimmten späteren Termin
„Fallen“ bei der Wahl des TerminsBei der Wahl des Termins muss der Arbeitgeber dessen Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten der betroffenen Arbeitnehmer und auf die Sozialauswahl bedenken. Fall 1: Nach dem Tag der Umsetzung darf der betroffene Arbeitnehmer nicht mehr mit seiner geschuldeten Tätigkeit betraut werden, d.h. Fixkosten ohne „richtige“ Arbeitsleistung.
„Fallen“ bei der Wahl des TerminsIn der Organisationsentscheidung ist nachvollziehbar darzustellen, wie sich konkret die Organisationsänderung zu den einzelnen Terminen vollzieht und aus welchen Gründen es gerade dann bei dem Arbeitnehmer, dessen Kündigungsfrist abläuft, zum Wegfall des Arbeitsplatzes kommt. Fall 3: Reichen Kündigungsfristen nicht an den Termin heran, müssen sie verlängert werden.
Fehler Fall X Nicht empfehlenswert ist, die Organisationsänderung schrittweise so vorzunehmen, dass die erforderlichen betriebsbedingten Kündigungen gleichsam in mehreren Wellen zu erklären sind. Der Arbeitgeber muss dann auch unter den insgesamt zu kündigenden Arbeitnehmern eine Sozialauswahl durchführen. Zunächst ist den Arbeitnehmern zu kündigen, die die schlechtesten Sozialdaten aufweisen. Die sozial schwächeren Arbeitnehmer scheiden als letzte aus dem Betrieb aus und können mit den Restarbeiten beauftragt werden.
Darstellung der Umsetzung der UnternehmerentscheidungAus der schriftlichen Unternehmerentscheidung muss nicht hervorgehen, dass die in ihr enthaltene Organisationsänderung zum Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung bei den betroffenen Arbeitnehmer bereits umgesetzt und die Beschäftigungsmöglichkeit bereits dann entfallen sein wird. Beurteilungszeitpunkt für die soziale Rechtfertigung der betriebsbedingten Kündigung ist zwar der Zeitpunkt des Kündigungszugangs. Ausreichend ist aber, wenn sich aus der Unternehmerentscheidung die Prognose ergibt, dass bis zum Ablauf der Kündigungsfrist mit dem Wegfall der Beschäftigungsmöglichkeit für die zu kündigenden Arbeitnehmer zu rechnen ist.
Indizien für UmsetzungEntsprechende Fakten. d.h. Indizien, hat der Arbeitgeber zu schaffen. Beispiele: der Abschluss eines Interessenausgleichs, Mitteilungen an Kunden, die über die beabsichtigte Organisationsänderung informieren, Kündigung von Mietverträgen hinsichtlich nicht mehr benötigter Hallen eine Unterrichtung der Arbeitnehmer, eine Unterrichtung des Betriebsrats, die Kündigung aller betroffenen Arbeitnehmer, die Auflösung von Vereinbarungen mit Behörden, die Ablehnung der Übernahme weiterer Aufträge gegenüber Kunden, die Erstattung einer Massenentlassungsanzeige nach § 17 KSchG, die Anhörung des Betriebsrats und der Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans Auch der tatsächliche Eintritt der prognostizierten Entwicklung, d.h. die spätere Umsetzung der Organisationsentscheidung, lässt Rückschlüsse auf die Ernsthaftigkeit und Plausibilität der Prognose zu.
Aussteller der Unternehmerentscheidung
Geeignete Aussteller Getroffen und damit unterschrieben werden muss die Unternehmerentscheidung von jemandem, der sie arbeitsrechtlich auch umsetzen kann, weil er arbeitsrechtlich zur Kündigung befugt ist.
Zeitpunkt der Unternehmerentscheidung
Zeitpunkt Die schriftliche Unternehmerentscheidung muss vor Zugang der Kündigung getroffen und damit unterzeichnet werden. Dieser Zeitpunkt ist regelmäßig der maßgebliche Zeitpunkt für die Beurteilung der sozialen Rechtfertigung einer Kündigung und damit für die Beurteilung, ob ein dringendes betriebliches Erfordernis für eine betriebsbedingte Kündigung besteht. Die allein entscheidende zeitliche Zäsur ist der Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung aber nicht immer. Besteht im Betrieb ein Betriebsrat, so ist die schriftliche Unternehmerentscheidung diesem im Rahmen des nach § 102 Abs. 1 BetrVG durchzuführenden Anhörungsverfahrens vorzulegen; ansonsten läuft der Arbeitgeber Gefahr, dass die Kündigung nach § 102 Abs. 1 Satz 3 BetrVG unwirksam ist.
Dringlichkeit Dringlichkeit gegeben, wenn das unternehmerische Konzept die Kündigung unvermeidlich macht. Dringlichkeit deshalb nicht gegeben, wenn eine Änderungskündigung statt der Beendigungskündigung möglich ist bei nur vorübergehendem Arbeitsrückgang Kurzarbeit möglich ist (umstritten) Unerheblich ist, ob die durch das unternehmerische Konzept zu erwartenden Vorteile in einem vernünftigen Verhältnis zu den Nachteilen stehen.
Fehlende Möglichkeit einer anderweitigen Beschäftigung
VerhältnismäßigkeitsgrundsatzDie betriebsbedingte Kündigung ist unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit nur zulässig, wenn sie das „letzte“ Mittel ist. Kündigung ist nicht sozial gerechtfertigt, wenn ein geeigneter anderer freier Arbeitsplatz im Betrieb Unternehmen Konzern - nur wenn Versetzung vertraglich möglich - vorhanden ist Zuweisung eines freien Arbeitsplatzes durch Weisungsrecht Änderungskündigung
Beachtung der Sozialauswahl
Schritte im Rahmen der SozialauswahlBestimmung der in die Auswahl einzubeziehenden vergleichbaren Arbeitnehmer (1. Stufe) Feststellung und Gewichtung der Sozialdaten (2. Stufe) Ausschluss bzw. Überwindung der Sozialauswahl (3. Stufe)
Bestimmung der Vergleichsgruppe (1. Schritt)Vergleichbar sind (nur) alle Arbeitnehmer, die austauschbar sind; d. h. Ermittlung, welche Arbeitsplätze mit welchem Aufgabenbereich objektiv wegfallen Untersuchung, ob im Betrieb Arbeitsplätze mit denselben oder vergleichbaren Aufgabenbereichen vorhanden sind Der Arbeitgeber muss in der Lage sein, den gefährdeten Arbeitnehmer, dessen Arbeitsplatz entfallen ist, auf diesen anderen Arbeitsplatz kraft Direktionsrechts zu versetzen Dieselbe Hierarchieebene muss betroffen sein
Möglichkeit der Versetzung kraft DirektionsrechtsDie Art der geschuldeten Arbeitsleistung ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag Ist die Tätigkeit nur fachlich umschrieben, kann dem Arbeitnehmer jede Tätigkeit zugewiesen werden, die sich innerhalb des vereinbarten Berufsbildes hält Ist die zu leistende Tätigkeit nur generalisierend umschrieben, so können sämtliche Tätigkeiten zugewiesen werden, die billigem Ermessen entsprechen und bei Vertragsschluss voraussehbar waren durch vertragliche Direktionsklauseln kann das Weisungsrecht erweitert werden Die Arbeitspflicht kann sich nachträglich auf eine bestimmte Tätigkeit konkretisiert haben
Vergleichbarkeit als betriebsbezogener BegriffGrundsatz: Es muss im gesamten Betrieb - nicht Unternehmen und nicht Konzern! - festgestellt werden, ob vergleichbare Arbeitnehmer vorhanden sind. Ausnahme: Ist es dem Arbeitgeber nach dem Arbeitsvertrag möglich, den Arbeitnehmer auch in anderen Betrieben einzusetzen, ist die Prüfung der Vergleichbarkeit auch auf die Arbeitnehmer dieser Betriebe zu erstrecken.
Problem: Vollzeit- und TeilzeitarbeitnehmerAnsonsten vergleichbare Teilzeitkräfte sind nicht in die Sozialauswahl einzubeziehen, wenn der Arbeitgeber eine Organisationsentscheidung getroffen hat, nach der bestimmte Arbeiten nur noch mit Vollzeitkräften erledigt werden sollen und diese Entscheidung nicht willkürlich ist Ansonsten vergleichbare Arbeitnehmer sind in die Sozialauswahl einzubeziehen, wenn der Arbeitgeber nur ein bestimmtes Arbeitszeitkontingent abbauen will, ohne dass eine entsprechende Organisationsentscheidung zusätzlich vorliegt (BAG AZR 341/98; AZR 12/99)
Herausnahme von Arbeitnehmern aus der VergleichbarkeitHerauszunehmen sind Arbeitnehmer auf der 1. Stufe, bei denen die ordentliche Kündigung ausgeschlossen ist kraft Gesetzes z. B. Mitglieder des Betriebsrates, Wahlbewerber Schwerbehinderte, sofern Zustimmung nicht vorliegt Schwangere kraft Tarifvertrages kraft Einzelvertrages Umstritten ist, ob Arbeitnehmer herausgenommen werden können, die freigestellt oder noch lange arbeitsunfähig sind.
Feststellung und Gewichtung der Sozialdaten (2. Stufe)Der Arbeitgeber muss auf der 2. Stufe der Sozialauswahl unter den vergleichbaren Arbeitnehmern (nur noch) abwägen: Dauer der Betriebszugehörigkeit Lebensalter Unterhaltspflichten Schwerbehinderung
Ermittlung der SozialdatenDer Arbeitgeber muss die Sozialdaten ermitteln Mögliche Quellen sind z. B.: Steuerkarte Personalfragebogen Personalakte
Problem: Begriff der UnterhaltspflichtenDer Begriff der Unterhaltspflicht hebt an sich nicht auf die in die Lohnsteuerkarte eingetragenen Kinderfreibeträge ab, so dass es auf die tatsächlichen, nicht aber auf die in die Lohnsteuerkarte eingetragenen Daten ankommen dürfte. Den Bedürfnissen der Praxis ist ausreichend dadurch Rechnung getragen, dass der Arbeitgeber auf die ihm bekannten Daten vertrauen kann, wenn er keinen Anlass zu der Annahme hat, sie könnten nicht zutreffen. Dabei kann die Lohnsteuerkarte einen wichtigen Anhaltspunkt bieten. Führt der Arbeitgeber die Sozialauswahl, wie der Betriebsrat weiß, ausdrücklich nach den aus den Lohnsteuerkarten ersichtlich Daten durch, ist es aus seiner Sicht konsequent und zutreffend, allein diese Daten mitzuteilen, jedenfalls so lange der Betriebsrat nicht nachfragt. BAG v AZR 405/06
Umfang der UnterhaltspflichtenBei den Unterhaltspflichten müssen nicht berücksichtigt werden: Einkommen anderer Familienangehöriger Doppelverdienst Pflegebedürftigkeit von Familienangehörigen usw.
Gewichtung der SozialdatenEs hat eine Gesamtabwägung aller vier Kriterien stattzufinden. Bei der Gewichtung der vier Kriterien hat der Arbeitgeber einen Beurteilungsspielraum; er muss sie „ausreichend“ berücksichtigen. Viele Gerichte stellen aber vorrangig auf die Betriebszugehörigkeit ab. Der Arbeitgeber muss insbesondere beim Alter das AGG bedenken.
Leistungsträgerklausel und Sicherung der Personalstruktur (3.Stufe)Auf der 3. Stufe der Sozialauswahl kann der Arbeitgeber Arbeitnehmer aus der Sozialauswahl herausnehmen, wenn deren Weiterbeschäftigung insbesondere wegen ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Leistungen (sog. Leistungsträgerklausel) oder zur Sicherung einer ausgewogenen Personalstruktur („Personalstrukturklausel“) im berechtigten betrieblichen Interesse liegt.
Das „berechtigte betriebliche Interesse“Das „berechtigte betriebliche Interesse“ ermöglicht eine Herausnahme von Arbeitnehmern aus der Sozialauswahl Nützlichkeitserwägungen reichen aus (umstritten) Der Arbeitgeber ist frei darin, wie er die Kriterien „Kenntnisse, Fähigkeiten“ und „Leistungen“ bewertet (umstritten) Kriterien müssen nicht zusammen erfüllt sein, ein Kriterium reicht aus Auch nicht im Gesetz genannte Kriterien kommen in Betracht („insbesondere“)
Einschränkung der Leistungsträgerklausel durch BAGZur gleichlautenden früheren Regelung des § 1 Abs. 3 Satz 2 KSchG hat das BAG entschieden: Bei der Herausnahme von Leistungsträgern aus der Sozialauswahl muss das Interesse des sozial schwächeren Arbeitnehmers gegen das betriebliche Interesse an der Herausnahme abgewogen werden. Damit wird die Leistungsträgerklausel entwertet!
Bedeutung der „Personalstrukturklausel“Möglich ist nur die Sicherung einer ausgewogenen Personalstruktur, nicht deren Schaffung Die Herausnahme ist nicht auf die Sicherung einer ausgewogenen Altersstruktur beschränkt Gründe in der Person oder im Verhalten des Arbeitnehmers können ebenfalls ein berechtigtes betriebliches Interesse begründen. Fraglich ist, welche Qualität diese Gründe haben müssen Achtung: AGG macht die Klausel unberechenbar!
Beschränkung des ÜberprüfungsmaßstabesEin eingeschränkter Überprüfungsmaßstab gilt, wenn die Betriebspartner eine Auswahlrichtlinie zur Sozialauswahl aufgestellt haben die Betriebspartner die Namen der zu kündigenden Arbeitnehmer in einer Namensliste zum Interessenausgleich aufgeführt haben Die Sozialauswahl ist dann nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüfbar.
Hilfsmittel zur ordnungsgemäßen Durchführung der SozialauswahlDie VBU bietet Hilfsmittel zur Bestimmung der Sozialauswahl: Excel-Maske zur Sozialauswahl anfordern Eintragung aller Sozialdaten aller Arbeitnehmer in die Maske Rücksendung der ausgefüllten Maske an die VBU (Herrn Assessor Unger) Kurzfristige Übersendung der Auswertung (des Rankings) an das Unternehmen
Erleichterung der Sozialauswahl durch Auswahlrichtlinien
Zustandekommen von AuswahlrichtlinienForm Betriebsvereinbarung, deshalb Schriftform erforderlich Formlose Regelungsabrede reicht nicht aus! Aufnahme in Interessenausgleich möglich (umstritten)
Mitbestimmungsrecht des BetriebsratesAuswahlrichtlinie nur wirksam, wenn Betriebsrat zugestimmt hat Bei fehlender Einigung Anrufung Einigungsstelle möglich Initiativrecht des Betriebsrates: Betrieb hat weniger als 500 Arbeitnehmer: Initiativrecht nur beim Arbeitgeber Betrieb hat mehr als 500 Arbeitnehmer: Initiativrecht auch beim Betriebsrat Bei der Bestimmung der Betriebsgröße sind Leiharbeitnehmer nicht mit zu berücksichtigen
Inhalt der AuswahlrichtlinieFestlegung der Kriterien der Sozialauswahl nicht mehr notwendig, da nun gesetzlich festgelegt Gewichtung der Sozialkriterien zueinander (2. Stufe Sozialauswahl) Bestimmung des Kreises der vergleichbaren Arbeitnehmer (1. Stufe Sozialauswahl) (umstritten) Festlegung der einer Sozialauswahl entgegenstehenden betrieblichen Bedürfnisse (umstritten)
Ordnungsgemäße Anwendung der AuswahlrichtlinieArbeitgeber muss Auswahlrichtlinie beachten, wenn diese rechtmäßig ist Vom Inhalt der Auswahlrichtlinie hängt es ab, ob Arbeitgeber noch eigenen Entscheidungsspielraum hat Folgen einer fehlerhaften Anwendung: Widerspruchsrecht des Betriebsrates Folge: Weiterbeschäftigungsanspruch des Arbeitnehmers Beruft sich Arbeitnehmer im Kündigungsschutzprozess auf die fehlerhafte Anwendung, ist die Kündigung sozial nicht gerechtfertigt, wenn Betriebsrat widersprochen hat Fehlt es an einem Widerspruch, spricht im Rechtstreit eine Vermutung dafür, dass die Sozialauswahl nicht ordnungsgemäß war
Sozialauswahl aufgrund nicht rechtmäßiger AuswahlrichtlinieFolge ist nicht in jedem Fall Sozialwidrigkeit der Kündigung Arbeitgeber kann versuchen darzulegen, dass die Anforderungen, die an eine ordnungsgemäße Sozialauswahl gestellt werden, gewahrt sind. Es gibt keinen Domino-Effekt
Beispiel einer GewichtungI. Soweit betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden müssen, werden bei der Sozialauswahl folgende Auswahlrichtlinien zugrunde gelegt: 1. Für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit werden zwei Punkte angesetzt. 2. Für jedes Lebensjahr wird ein Punkt angesetzt. oder: für jedes Lebensjahr zwischen 25 und 45 wird ein halber Punkt angesetzt, für jedes Lebensjahr ab 45 wird ein ganzer Punkt angesetzt. 3. Für jedes unterhaltsberechtigtes Kind werden sechs Punkte angesetzt. Für Mitarbeiter, die verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, werden zusätzlich zwei Punkte angesetzt; soweit sie Alleinverdiener sind, zusätzlich weitere vier Punkte. Soweit weitere nachgewiesene und erfüllte gesetzliche Unterhaltspflichten, z. B. gegenüber Enkeln oder pflegebedürftigen Eltern bestehen, sind diese im Einzelfall durch den Ansatz wei- terer Punkte zu berücksichtigen. 4. Für schwer behinderte Arbeitnehmer ab einem Grad der Behinderung von 50 und für Arbeit- nehmer, die schwer behinderten Arbeitnehmern im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX gleichgestellt sind, werden fünf Punkte angesetzt. II. Bei der Berechnung des Lebensalters und der Betriebszugehörigkeit werden nur volle Jahre berücksichtigt. Zeiträume von sechs Monaten oder mehr werden als volles Jahr, Zeiträume von weniger als sechs Monaten werden nicht berücksichtigt. Stichtag für die Berechnung ist der … III. Die Sozialauswahl zwischen den vergleichbaren Arbeitnehmern erfolgt in einem ersten Schritt anhand dieser Auswahlrichtlinie. In einem zweiten Schritt ist jeder Einzelfall darauf hin zu überprüfen, ob besondere Umstände, wie z. B. unterschiedliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine abweichende Gewichtung erfordern. Unabhängig hiervon können bei der Sozialauswahl berechtigte betriebliche Interessen i. S. von § 1 Abs. 3 Satz 2 KSchG berücksichtigt werden.“
Erleichterung der Sozialauswahl durch eine Namensliste zum Interessenausgleich
Gesetzestext § 1 Abs. 5 KSchG neuer Fassung:Sind bei einer Kündigung aufgrund einer Betriebsänderung nach § 111 des Betriebsverfassungsgesetzes die Arbeitnehmer, denen gekündigt werden soll, in einem Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat namentlich bezeichnet, so wird vermutet, dass die Kündigung durch dringende betriebliche Erfordernisse im Sinne des Absatzes 2 bedingt sind. Die Sozialauswahl der Arbeitnehmer kann nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüft werden. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht, soweit sich die Sachlage nach Zustandekommen des Interessenausgleichs wesentlich geändert hat. Der Interessenausgleich nach Satz 1 ersetzt die Stellungnahme des Betriebsrates nach § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG.
Rechtliche Bedeutung Bedeutung:Einschränkung des Kündigungsschutzes bei betriebsbedingten Kündigungen Es wird vermutet, dass für die betriebsbedingte Kündigung ein dringendes betriebliches Erfordernis besteht Die soziale Auswahl kann nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüft werden (eingeschränkter Prüfungsmaßstab)
Sozialauswahl und beschränkter PrüfungsmaßstabDie Beschränkung des Prüfungsmaßstabes auf grobe Fehlerhaftigkeit gilt für alle drei Stufen der Sozialauswahl: Bestimmung der in die Sozialauswahl einzubeziehenden Arbeitnehmer Gewichtung der Grunddaten Herausnahme von Leistungsträgern bzw. Sicherung der Personalstruktur
Voraussetzungen einer ordnungsgemäßen NamenslisteVorliegen einer Betriebsänderung im Sinne des § 111 ff. BetrVG Schriftform der Namensliste Namentliche Bezeichnung der Arbeitnehmer Angabe der Kündigungsart (Änderungs- oder Beendigungskündigung)
Wesentliche Änderung der SachlageDie Vermutung des dringenden betrieblichen Erfordernisses und die Beschränkung der Sozialauswahl auf grobe Fehlerhaftigkeit greift trotz ordnungsgemäßer Namensliste nicht ein, wenn sich die Sachlage nach der Aufstellung der Namensliste wesentlich ändert. Hinweis: Eventuelle Änderungen können schon im Interessenausgleich bzw. in der Namensliste berücksichtigt werden.
Auskunftsanspruch Arbeitgeber muss von sich aus grds. dem Arbeitnehmer nicht die Gründe darlegen, die zu der getroffenen Sozialauswahl geführt haben. Arbeitnehmer kann aber vom Arbeitgeber verlangen, ihm die Gründe mitzuteilen an den Inhalt einer entsprechenden Aufforderung sind keine übertriebenen Anforderungen zu stellen eine Frist gibt es nicht, auch noch im Prozess möglich der Arbeitgeber hat ggf. - aus Beweisgründen schriftlich - die Gründe offen zu legen dies hat unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Zögern, zu geschehen, andernfalls drohen Schadensersatzansprüche
Betriebsbedingte Kündigung besonderer Personengruppen
Erfordernis einer ZustimmungDie Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes Eine Zustimmung ist ausnahmsweise nicht erforderlich bei Arbeitnehmern 1. deren Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt des Zugangs der Kündigungserklärung ohne Unterbrechung noch nicht länger als sechs Monate besteht oder 2. die auf Stellen im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 bis 5 beschäftigt werden oder 3. deren Arbeitsverhältnis durch Kündigung beendet wird, sofern sie entweder das 58. Lebensjahr vollendet haben und Anspruch auf eine Abfindung, Entschädigung oder ähnliche Leistung auf Grund eines Sozialplanes haben oder Anspruch auf Knappschaftsausgleichsleistung nach dem Sechsten Buch oder auf Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus haben, wenn der Arbeitgeber ihnen die Kündigungsabsicht rechtzeitig mitgeteilt hat und sie der beabsichtigten Kündigung bis zu deren Ausspruch nicht widersprechen.
Zustimmung durch IntegrationsamtDie Zustimmung zur Kündigung beantragt der Arbeitgeber bei dem für den Sitz des Betriebes oder der Dienststelle zuständigen Integrationsamts schriftlich. Der Begriff des Betriebes bestimmt sich nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Das Integrationsamt holt eine Stellungnahme des Betriebsrates oder Personalrates und der Schwerbehindertenvertretung ein und hört den schwerbehinderten Menschen an. Das Integrationsamt wirkt in jeder Lage des Verfahrens auf eine gütliche Einigung hin.
Entscheidung des IntegrationsamtesDas Integrationsamt soll die Entscheidung, falls erforderlich auf Grund mündlicher Verhandlung, innerhalb eines Monats vom Tage des Eingangs des Antrages an treffen. Die Entscheidung wird dem Arbeitgeber und dem schwerbehinderten Menschen zugestellt. Der Bundesagentur für Arbeit wird eine Abschrift der Entscheidung übersandt. Erteilt das Integrationsamt die Zustimmung zur Kündigung, kann der Arbeitgeber die Kündigung nur innerhalb eines Monats nach Zustellung erklären. (4) Widerspruch und Anfechtungsklage gegen die Zustimmung des Integrationsamtes zur Kündigung haben keine aufschiebende Wirkung. (5) In den Fällen des § 89 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 gilt Absatz 1 mit der Maßgabe, dass die Entscheidung innerhalb eines Monats vom Tage des Eingangs des Antrages an zu treffen ist. Wird innerhalb dieser Frist eine Entscheidung nicht getroffen, gilt die Zustimmung als erteilt. Die Absätze und 4 gelten entsprechend.
Einschränkung des ErmessensDas Integrationsamt erteilt die Zustimmung bei Kündigungen in Betrieben, die nicht nur vorübergehend eingestellt oder aufgelöst werden, wenn zwischen dem Tage der Kündigung und dem Tage, bis zu dem Gehalt oder Lohn gezahlt wird, mindestens drei Monate liegen. Unter der gleichen Voraussetzung soll es die Zustimmung auch bei Kündigungen in Betrieben erteilen, die nicht nur vorübergehend wesentlich eingeschränkt werden, wenn die Gesamtzahl der weiterhin beschäftigten schwerbehinderten Menschen zur Erfüllung der Beschäftigungspflicht nach § 71 ausreicht. Dies gilt nicht, wenn eine Weiterbeschäftigung auf einem anderen Arbeitsplatz desselben Betriebes oder auf einem freien Arbeitsplatz in einem anderen Betrieb desselben Arbeitgebers mit Einverständnis des schwerbehinderten Menschen möglich und für den Arbeitgeber zumutbar ist.
Außerordentliche KündigungDie Vorschriften dieses Kapitels gelten mit Ausnahme von § 86 auch bei außerordentlicher Kündigung, soweit sich aus den folgenden Bestimmungen nichts Abweichendes ergibt. Die Zustimmung zur Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen beantragt werden; maßgebend ist der Eingang des Antrages bei dem Integrationsamt. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Arbeitgeber von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Das Integrationsamt trifft die Entscheidung innerhalb von zwei Wochen vom Tage des Eingangs des Antrages an. Wird innerhalb dieser Frist eine Entscheidung nicht getroffen, gilt die Zustimmung als erteilt. Das Integrationsamt soll die Zustimmung erteilen, wenn die Kündigung aus einem Grunde erfolgt, der nicht im Zusammenhang mit der Behinderung steht. Die Kündigung kann auch nach Ablauf der Frist des § 626 Abs. 2 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs erfolgen, wenn sie unverzüglich nach Erteilung der Zustimmung erklärt wird.
Grundsatz: KündigungsverbotDie Kündigung eines Mitglieds eines Betriebsrats, einer Jugend- und Auszubildendenvertretung ist unzulässig, es sei denn, dass Tatsachen vorliegen, die den Arbeitgeber zur Kündigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigen, und dass die nach § 103 des Betriebsverfassungsgesetzes erforderliche Zustimmung vorliegt oder durch gerichtliche Entscheidung ersetzt ist. Nach Beendigung der Amtszeit ist die Kündigung eines Mitglieds eines Betriebsrats, einer Jugend- und Auszubildendenvertretung innerhalb eines Jahres, jeweils vom Zeitpunkt der Beendigung der Amtszeit an gerechnet, unzulässig, es sei denn, dass Tatsachen vorliegen, die den Arbeitgeber zur Kündigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigen; dies gilt nicht, wenn die Beendigung der Mitgliedschaft auf einer gerichtlichen Entscheidung beruht.
ZustimmungserfordernisDie außerordentliche Kündigung von Mitgliedern des Betriebsrats, der Jugend- und Auszubildendenvertretung, des Wahlvorstands sowie von Wahlbewerbern bedarf der Zustimmung des Betriebsrats. Verweigert der Betriebsrat seine Zustimmung, so kann das Arbeitsgericht sie auf Antrag des Arbeitgebers ersetzen, wenn die außerordentliche Kündigung unter Berücksichtigung aller Umstände gerechtfertigt ist. In dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht ist der betroffene Arbeitnehmer Beteiligter.
Ausnahmen Wird der Betrieb stillgelegt, so ist die Kündigung der in den Absätzen 1 bis 3 genannten Personen frühestens zum Zeitpunkt der Stilllegung zulässig, es sei denn, dass ihre Kündigung zu einem früheren Zeitpunkt durch zwingende betriebliche Erfordernisse bedingt ist. Wird eine der genannten Personen in einer Betriebsabteilung beschäftigt, die stillgelegt wird, so ist sie in eine andere Betriebsabteilung zu übernehmen. Ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, so findet auf ihre Kündigung die Vorschrift des Absatzes 4 über die Kündigung bei Stilllegung des Betriebs sinngemäß Anwendung.
Besonderheiten Ist ein Arbeitnehmer lange Zeit arbeitsunfähig, kann der Arbeitgeber u. U. leicht belegen, dass durch die beabsichtigte Umstrukturierung und dem damit verbundenen Wegfall des Arbeitsplatz des Erkrankten keine Mehrarbeitsstunden bei Arbeitnehmern anfallen, die dessen Aufgaben übernehmen. Bereits während der Arbeitsunfähigkeit muss grds. die Arbeit anders verteilt gewesen sein. Auf die Sozialauswahl hat die lange Arbeitsunfähigkeit aber keine Auswirkungen zugunsten des Arbeitgebers.
§ 20 Nr. 4 EMTV Beschäftigte, die das 55., aber noch nicht das 65. Lebensjahr vollendet haben und dem Betrieb/Unternehmen zehn Jahre angehören, kann nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Dies gilt auch bei Änderungskündigungen im Einzelfall zum Zwecke der Entgeltminderung; nicht jedoch bei allen sonstigen Änderungskündigungen oder bei Betriebsänderungen, wenn ein anderer zumutbarer Arbeitsplatz nicht vorhanden ist, oder bei Zustimmung der Tarifvertragsparteien
§ 2 TV Sicherung Textil Einem gewerblichem Arbeitnehmer kann nach Vollendung des 55. Lebensjahres und einer ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit von mindestens 10 Jahren bis zur Bewilligung des Altersruhegeldes, längstens jedoch bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres, das Beschäftigungsverhältnis nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Bei Betriebsstilllegung ist die ordentliche Kündigung erst zum Zeitpunkt der endgültigen Produktionseinstellung zulässig.
§ 2 TV Sicherung Textil - AusnahmenWenn der Betriebsrat nicht widerspricht, kann von Ziffer 1 abgewichen werden: Bei Stilllegung wesentlicher Betriebsteile In anderen sachlich begründbaren Fällen
Anhörung Teil 1 Allgemeine Anforderungenaus Beweisgründen schriftlich Art der Kündigung (Änderungs- oder Beendigungskündigung) Kündigungsfrist (ordentliche oder außerordentliche Kündigung) Darstellung des Wegfalls des Arbeitsplatzes bei innerbetrieblichen Gründen Darlegung der gestaltenden Unternehmerentscheidung (wer hat wann welche organisatorische oder technische Entscheidung getroffen?) Darlegung der Umsetzung der Entscheidung Darlegung, aus welchen Gründen der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers aufgrund der Umsetzung entfällt Darlegung, warum der Rückgang der Beschäftigungsmöglichkeit von kündigungsrelevanter Dauer ist
Anhörung Teil 2 Darstellung des Wegfalls des Arbeitsplatzes bei außer-betrieblichen Gründen am Beispiel Auftragsrückgang Darstellung, welche Aufträge bisher für die Gruppe von Arbeitnehmern, denen der zu Kündigende angehört, vorhanden waren Darstellung, in welchem Umfang die Aufträge zurückgegangen sind Darstellung, warum sich daraus der Wegfall des Arbeitsplatzes ergibt Darstellung der Sozialauswahl Angabe der Namen der aus Sicht des Arbeitgebers vergleichbaren Arbeitnehmer Sozialdaten der vergleichbaren Arbeitnehmer, Achtung bei unterhaltspflichtigen Kindern (Ggf. „laut Lohnsteuerkarte“) Gewichtung der sozialen Kriterien, d. h. Gründe aus denen sich ergibt, warum die Auswahl gerade auf den zu kündigenden Arbeitnehmer entfallen ist Fehlen vergleichbare Arbeitnehmer: Angabe, dass deshalb keine Auswahl erforderlich war
Anhörung Teil 3 Hat der Arbeitgeber aufgrund der Leistungsträgerklausel oder Personalstrukturklausel bestimmte Arbeitnehmer aus der Sozialauswahl herausgenommen, hat er dem Betriebsrat zusätzlich mitzuteilen Namen der Arbeitnehmer detailliert die Gründe für die Herausnahme aus der Sozialauswahl
Strategien zur rechtssicheren betriebsbedingten Beendigung
Denkbare VorgehensweisenIndividualrechtliche Möglichkeiten Aufhebungsvertrag Verzicht auf Erhebung einer Kündigungsschutzklage? Abwicklungsvertrag Vorgehen nach § 1a KSchG Modifiziertes Vorgehen nach § 1a KSchG Kollektivrechtliche Möglichkeiten Sozialplanleistung nur bei Verzicht auf Klage? Betriebsvereinbarung mit Turboprämie
Aufhebungsvertrag Form:Der Aufhebungsvertrag bedarf nach § 623 BGB der Schriftform. Aufklärungspflicht: Den Arbeitgeber treffen jedenfalls dann erhöhte Hinweis- und Aufklärungspflichten, wenn er im betrieblichen Interesse den Abschluss eines Aufhebungsvertrags vorschlägt und dabei den Eindruck erweckt, er werde bei der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch die Interessen des Arbeitnehmers wahren und ihn nicht ohne ausreichende Aufklärung erheblichen Risiken für den Bestand seines Arbeitsverhältnisses aussetzen. BAG v AZR 281/03 Sperrfrist Eine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld tritt nicht ein, wenn die Abfindung im Aufhebungsvertrag zwischen 0,25 und 0,5 eines Bruttomonatsentgelts i.S.d. § 9 Abs. 3 KSchG beträgt.
Verzicht auf Erhebung einer KündigungsschutzklageDer Arbeitnehmer kann nach erfolgter Kündigung auch vor Ablauf der Drei-Wochen-Frist des § 4 Satz 1 KSchG auf die Erhebung der Kündigungsschutzklage verzichten. Klageverzichtsvereinbarungen, die im unmittelbaren zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit dem Ausspruch einer Kündigung getroffen werden, sind Auflösungsverträge iSd. § 623 BGB und bedürfen daher der Schriftform. Klageverzichtsvereinbarungen sind Auflösungsverträge. BAG v AZR 208/06 Dringende Empfehlung: Abschluss einer schriftlichen Vereinbarung!!!!
Verzicht auf KündigungsschutzklageNach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB sind Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam, wenn sie den Vertragspartner entgegen Treu und Glauben unangemessen benachteiligen. Eine solche unangemessene Benachteiligung ist regelmäßig anzunehmen, wenn der Arbeitnehmer im unmittelbaren Anschluss an eine Arbeitgeberkündigung ohne Gegenleistung in einem ihm vom Arbeitgeber vorgelegten Formular auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage verzichtet. Durch einen solchen Klageverzicht wird von der gesetzlichen Regelung des § 4 Satz 1 KSchG abgewichen; ohne Gegenleistung benachteiligt ein solcher formularmäßiger Verzicht den Arbeitnehmer unangemessen. BAG v 2 AZR 722/06 93
Abwicklungsvertrag Im Gegensatz zum Aufhebungsvertrag führt der Abwicklungsvertrag selbst nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das Arbeitsverhältnis endet aufgrund einer vorangegangenen Kündigung. Im Abwicklungsvertrag werden lediglich die Modalitäten der Beendigung geregelt. Er bedarf der Schriftform nach § 623 BGB.
Gesetzlicher Abfindungsanspruch nach § 1a KSchGEin Arbeitnehmer kann nach dem Kündigungsschutzgesetz bei einer betriebsbedingten Kündigung des Arbeitgebers einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung haben. Der Arbeitgeber ist frei darin, ob er dem Arbeitnehmer ein entsprechendes Angebot macht. Abfindungsansprüche aufgrund anderer Vorschriften sind möglich, z. B. Tarifvertrag Sozialplan
Voraussetzungen des Anspruchs auf Abfindung nach § 1a KSchGDer Arbeitgeber kündigt wegen dringender betrieblicher Erfordernisse Im Kündigungsschreiben weist er auf den betriebsbedingten Kündungsgrund hin Er weist ferner darauf hin, dass der Arbeitnehmer bei Verstreichenlassen der Klagefrist Anspruch auf die Abfindung nach § 1 a KSchG hat Der Arbeitnehmer lässt die Klagefrist von drei Wochen nach Zugang der Kündigung ohne Klage verstreichen
Höhe des Anspruchs auf Abfindung nach § 1a KSchG0,5 Monatsverdienste für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses Ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten ist auf ein volles Jahr aufzurunden Nicht geklärt ist bisher, ob bei der Berechnung auf den Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung (so LAG Rheinland- Pfalz Sa 761/94) oder des Ablaufs der Kündigungsfrist abzustellen ist Als Monatsverdienst gilt nach § 10 Abs. 3 KSchG, was dem Arbeitnehmer nach der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit in dem Monat, in dem das Arbeitsverhältnis endet, an Geld und Sachbezügen zusteht
Abfindung entsprechend § 1a KSchGDer Arbeitgeber bietet in einem gesonderten Schreiben zur Kündigung eine zusätzliche Abfindung an, für den Fall, dass der Arbeitnehmer nicht klagt. Achtung: Unterbreitet der Arbeitgeber im Kündigungsschreiben eine unter dem Anspruch nach § 1a KSchG liegende Abfindung, so gilt grds. dennoch die nach § 1a KSchG errechnete Abfindung als geschuldet. BAG – 1 AZR 340/06 Eine Verrechnung mit eventuellen Sozialplanansprüchen wird nicht vorgesehen. Vorteil: Anreiz für den Arbeitnehmer, nicht zu klagen Die Abfindung nach § 1a KSchG kann unterschritten werden
Grundsatz Der Arbeitgeber ist verpflichtet, der Agentur für Arbeit Anzeige zu erstatten, bevor er 1. in Betrieben mit in der Regel mehr als 20 und weniger als Arbeitnehmern mehr als 5 Arbeitnehmer, 2. in Betrieben mit in der Regel mindestens 60 und weniger als Arbeitnehmern 10 vom Hundert der im Betrieb regelmäßig beschäftigten Arbeitnehmer oder aber mehr als Arbeitnehmer, 3. in Betrieben mit in der Regel mindestens 500 Arbeitnehmern mindestens 30 Arbeitnehmer innerhalb von 30 Kalendertagen entlässt. Den Entlassungen stehen andere Beendigungen des Arbeitsverhältnisses gleich, die vom Arbeitgeber veranlasst werden.
Beteiligungsrechte des Betriebsrats Teil 1Beabsichtigt der Arbeitgeber, nach Absatz 1 anzeigepflichtige Entlassungen vorzunehmen, hat er dem Betriebsrat rechtzeitig die zweckdienlichen Auskünfte zu erteilen und ihn schriftlich insbesondere zu unterrichten über die Gründe für die geplanten Entlassungen, 2. die Zahl und die Berufsgruppen der zu entlassenden Arbeitnehmer, 3. die Zahl und die Berufsgruppen der in der Regel beschäftigten Arbeitnehmer, 4. den Zeitraum, in dem die Entlassungen vorgenommen werden sollen, 5. die vorgesehenen Kriterien für die Auswahl der zu entlassenden Arbeitnehmer, 6. die für die Berechnungen etwaiger Abfindungen vorgesehenen Kriterien. Arbeitgeber und Betriebsrat haben insbesondere die Möglichkeiten zu beraten, Entlassungen zu vermeiden oder einzuschränken und ihre Folgen zu mildern.
Beteiligungsrechte des Betriebsrats Teil 2Der Arbeitgeber hat gleichzeitig der Agentur für Arbeit eine Abschrift der Mitteilung an den Betriebsrat zuzuleiten; sie muss zumindest die in Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 bis 5 vorgeschriebenen Angaben enthalten. Die Anzeige nach Absatz 1 ist schriftlich unter Beifügung der Stellungnahme des Betriebsrates zu den Entlassungen zu erstatten. Liegt eine Stellungnahme des Betriebsrates nicht vor, so ist die Anzeige wirksam, wenn der Arbeitgeber glaubhaft macht, dass er den Betriebsrat mindestens zwei Wochen vor Erstattung der Anzeige nach Absatz 2 Satz 1 unterrichtet hat, und er den Stand der Beratungen darlegt. Die Anzeige muss Angaben über den Namen des Arbeitgebers, den Sitz und die Art des Betriebes enthalten, ferner die Gründe für die geplanten Entlassungen, die Zahl und die Berufsgruppen der zu entlassenden und der in der Regel beschäftigten Arbeitnehmer, den Zeitraum, in dem die Entlassungen vorgenommen werden sollen und die vorgesehenen Kriterien für die Auswahl der zu entlassenden Arbeitnehmer. In der Anzeige sollen ferner im Einvernehmen mit dem Betriebsrat für die Arbeitsvermittlung Angaben über Geschlecht, Alter, Beruf und Staatsangehörigkeit der zu entlassenden Arbeitnehmer gemacht werden. 6Der Arbeitgeber hat dem Betriebsrat eine Abschrift der Anzeige zuzuleiten. Der Betriebsrat kann gegenüber der Agentur für Arbeit weitere Stellungnahmen abgeben. 8Er hat dem Arbeitgeber eine Abschrift der Stellungnahme zuzuleiten.
Formulare Formulare für die Massenentlassungsanzeige können entnommen werden: Sonstige für die Massenentlassung wichtige Formulare unter 103
Berechnung der Zahl der BeendigungenAlle Beendigungen, die innerhalb einer Frist von 30 Tagen erklärt werden, sind zusammenzurechnen. Diese Frist beginnt mit jeder Kündigung neu. Ursprünglich nicht anzeigepflichtige Kündigungen können deshalb durch spätere Kündigung noch anzeigepflichtig und damit unwirksam werden.
Zeitpunkt Die ordnungsgemäße Massenentlassungsanzeige ist zu erstatten durch nachweisbaren Zugang bei der Agentur für Arbeit bevor die Kündigungen ausgesprochen werden. Wird dies nicht beachtet, sind die entsprechenden Kündigungen alle allein deswegen unwirksam.
Entlassungssperre (§ 18 KSchG)Entlassungen, die nach § 17 KSchG anzuzeigen sind, werden vor Ablauf eines Monats nach Eingang der Anzeige bei der Agentur für Arbeit nur mit deren Zustimmung wirksam; die Zustimmung kann auch rückwirkend bis zum Tage der Antragstellung erteilt werden. Die Agentur für Arbeit kann im Einzelfall bestimmen, dass die Entlassungen nicht vor Ablauf von längstens zwei Monaten nach Eingang der Anzeige wirksam werden. Folge: Die Kündigung nach Erstattung der Anzeige setzt die Kündigungsfrist in Gang. Liegt das Ende der Kündigungsfrist in der Sperrzeit, verlängert sich diese Frist bis zum Ende der Sperrfrist.
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