Source: http://forum.oeffentlicher-dienst.info/viewtopic.php?t=1497
Timestamp: 2016-02-10 00:30:53
Document Index: 269714212

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 71', '§ 22', '§ 13', '§ 71', '§ 22']

forum.oeffentlicher-dienst.info • Thema anzeigen - Krankengeldzuschuss
von Janeway am 09.08.2010, 09:16 Ich möchte dieses als allgemeine Info hier im Forum hinterlassen.Seit einiger Zeit gilt der Tarifvertrag, wo die Beschäftigten, keine Lohnfortzahlung für 26 Wochen mehr bekommen. Jetzt besagt der Tarifvertrag, dass man einen Krankengeldzuschuss bekommt.Ich hatte vor einiger Zeit das Pech, länger als 6 Wochen krank zu sein. Ich wähnte mich eigentlich finanziell abgesichert, in der Meinung, dass ich einen Krankengeldzuschuss bekäme. Dieses ist aber nicht so. Man nimmt für die Berechnung des vermeitlichen Zuschusses das Bruttokrankengeld. Und zwar den Betrag vor Abzug der Sozialversicherungsbeitrage. Dieser wird nach mit dem Nettogehalt verreichnet. In meinem Falle wurden 0 Cent als Zuschuss bezahlt. Eine Umfrage im Kollegenkreis ergab, dass es anderen ähnlich gegangen ist.Da ist eine deutliche Verschlechterung in diesem Tarifvertrag eingetreten.
Beiträge: 2Registriert: 09.08.2010, 08:35
Re: Krankengeldzuschuss
von TV-Ler am 09.08.2010, 14:27 Kannst du das mal anhand von konkreten Zahlen belegen? Mir kommt das sehr seltsam vor, da ich aber mit dieser Materie selbst nichts zu tun habe, kann ich es auch nicht nachvollziehen. Unter https://www.tk-online.de/tk/krankengeld ... ner/132394 gibt es einen Krankengeldrechner und ich kann mir ad hoc keine Konstellation vorstellen, in der der Krankengeldzuschuß des Arbeitgebers gegen Null tendiert, d.h. das Bruttokrankengeld in der Höhe das Nettoentgelt erreicht.Es ist aber auf jeden Fall zu sagen, das im ehemaligen Arbeiterbereich (MTArb) noch nie eine Lohnfortzahlung über 6 Wochen hinaus bestanden und es stattdessen "schon immer" nur einen Krankengeldzuschuß bis zum Ende der 26. Woche gegeben hat. Und auch für Angestellte die nach einem Stichtag im Jahr 1992 (oder 1993?) eingestellt wurden, gab es nur noch den Krankengeldzuschuß und keine 26-wöchige Lohnfortzahlung.Der TV-L hat das für alle Beschäftigten vereinheitlicht und außerdem den Bezugszeitraum für den Krankengeldzuschuß von 26 auf 39 Wochen erweitert.
Beiträge: 4013Registriert: 02.03.2010, 10:05
von Janeway am 09.08.2010, 18:33 Also ich komme aus dem Angestelltenbereich und bin vor 1992 eingestellt worden. Alles weitere habe ich in einer Mail an dich geschrieben.
von Isie am 19.08.2010, 20:52 Hallo Janeway,erkundige dich mal, ob für dich § 13 Abs. 1 TVÜ-L gilt. Falls ja, bekommst du als Krankengeldzuschuss die Differenz zwischen Nettogehalt und Nettokrankengeld.LG Isie
Beiträge: 169Registriert: 18.11.2009, 16:49
von lubek am 20.08.2010, 11:12 Hallo,alle Altbeschäftigten, die unter den § 71 BAT gefallen sind, 26 Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bekommen lt. Überleitungs TV den Unterschiedsbetrag zischen Nettokrankengeld und dem Nettogehalt als sg. Krankengeldzuschuss gezahlt.Alle anderen Beschäftigten den Unteschiedsbetrag zwischen Bruttokrankengeld und Nettogehalt.
Beiträge: 28Registriert: 03.11.2009, 15:56
von fortuna95 am 24.08.2010, 13:55 Hallo,ich möchte zu diesem Thema noch folgende Anmerkungen machen, da ich z. Zt. ebenfalls arbeitsunfähig bin, seit 1997 im öD beschäftigt bin und keinen Krankengeldzuschus erhalte:1. Grundsätzlich ist es so, das man sagen kann, dass alle Beschäftigten die erst seit dem 01.07.1994 dem BAT (seit dem 31.10.2006 demTV-L) "unterliegen" keinen Krankengeldzuschuss erhalten. Denn wann ist schon das Bruttokrankengeld niedriger als das Nettoentgelt.2. Vor der Betrachtung der aktuellen Vorschrift des § 22 TV-L muss man (hat mein Vorgänger auch erwähnt), die Vorschriften des § 13 TVÜ-L beachten, da diese Übergangsvorschriften besondere Regelungen für die zum Zeitpunkt der Überleitung in den TV-L (31.10.2006) von § 71 BAT erfassten Beschäftigten beinhalten. Diese Beschäftigten erhalten somit grundsätzlich Krankengeldzuschuss i.H. des Unterschiedsbe- betrages zwischen dem festgesetzten Nettokrankengeld oder der entsprechenden gesetzlichen Nettoleistung und dem Nettoentgelt (§ 22 II Satz 2 und III TV-L).
Beiträge: 27Registriert: 17.10.2009, 18:39
von Wolfgang am 27.08.2010, 16:19 Also bei alle die bereits die 26-wöchige Lohnfortzahlung hatten (BAT-Angestellte die vor dem 01.07.1994 eingestellt wurden) wird das kalendertägliche Netto-Krankengeld bei der Berechnung des Krankengeldzuschusses herangezogen. Dies führt in mittleren Entgeltgruppen und bei Vollbeschäftigung regelmäßig zu Krankengeldzuschüssen von monatl. 100,00 bis 180,00 EUR.Schlechter dran sind solche Beschäftigte die noch nie die 26-wöchige Lohnfortzahlung hatten (MTArb-Arbeiter und Angestellte nach dem 30.06.1994), hier wird das Brutto-Krankengeld herangezogen, der Zuschuß geht dann gegen Null.Dennoch bleibt diesen Beschäftigten zumindest die weiteren Vorteile des Krankengeldzuschusszeitraumes (fiktive Weiterzahlung der Zusatzversorgung; kein Zwölftelabzug beim Weihnachtsgeld für die Monate in denen der Krankengeldzuschuss zusteht, auch wenn faktisch keiner gezahlt wird). Also unbedingt auf das Ansetzen des Netto-Krankengeldes bestehen, wenn man schon 26-wöchige Lohnfortzahlung hatte.
Beiträge: 2Registriert: 27.08.2010, 16:04
von fortuna95 am 27.08.2010, 18:04 Hallo Wolfgang,was meinst Du mit fiktiver Weiterzahlung der Zusatzversorgung?Nicht nur, dass die "neuen" Beschäftigten (nach dem 30.06.1994) keinen Krankengeldzuschuss erhalten, nein, sie werden von ihrem Bruttokrankengeld noch mit den Anteilen zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung belastet. Entsprechend der EG kann das zwischen 220.- und 450.- € monatlich sein. Außerdem findet das Einkommen im Krankheitsfall -über 6 Wochen- auch bei der Rentenbe-rechnung noch eine Berücksichtigung, was bei den "alten" Beschäftigten ( bis zum 30.06.1994), zumindest für 26. Wochen, nicht der Fall ist, da ihr Krankengeld/ihre Einkünfte ( unter Gewährung des Krankengeldzuschusses) dem Nettoentgelt entspricht.Da wäre es ja noch schöner, wenn die Jahressonderzahlung für die Monate einer unverschuldeten AU gezwölftet würde, bei den "neuen" Beschäftigten.Grußfortuna95
von Wolfgang am 01.09.2010, 09:40 Hallo fortuna95die fiktive Weiterzahlung der Zusatzversorgung (VBL, ZVK etc.) gilt für "Alt" und "Neu"-Fälle gleichermassen und bedeudet, dass in der Zeit des Anspruches auf Krankengeldzuschuss (auch wenn wegen Ansatz des Bruttokrankengeldes faktisch keiner rauskommt) die Zusatzversorgung weiterhin bedient wird ,als wäre die Krankheit nicht eingetreten. D.H. der Arbeitgeber führt weiterhin seine Umlage (z.B. VBL 6,45 %) aus Deinem Brutto ab, das Entgelt und die Umlagemonate kommen in die VBL-Jahresmeldung. Der Eigenanteil des Arbeitnehmers (bei VBL 1,41 % Deiner Bruttovergütung) ) wird ebenfalls eingehoben, wenn keine Verrechnung mit dem Krankengeldzuschuss möglich ist, entsteht eine Überzahlung) Du hast also während der KG-zuschusszeit keine Nachteile bei der Zusatzversorgung. Wegen der Zuwendungs-Zwölftel: Hier auch kein Unterschied zwischen "Alt" und "Neu"-Fall. Erst nach Ablauf der Krankengeldzuschusszeit (egal ob einer gezahlt wird oder nicht) werden die Zuwendungszwölftel gekürzt. Z.B. bei längerer Arbeitsunfähigkeit läuft der Krankengeldzuschuss nach 33 Wochen am 10.08.2010 aus, dann stehen im Jahr 2010 8/12 Zuwendung (Weihnachtsgeld zu) Ja natürlich behält die Krankenkasse vom Brutto-Krankengeld bei allen Fällen Beiträge zur Sozialversicherung ein. Den Arbeitgeberanteil zahlt die Krankenkasse. So wird die Renten-u. Krankenversicherung und auch die Arbeitslosenversicherung weiterhin bedient (bis zur Aussteuerung bei Ende der Krankengeldzahlung nach 78 Wochen seit Beginn der Krankheit.)Hier ist kein Unterschied zwischen "Alt" uns "Neu"-Fall. Der Krankengeldzuschuss selber (falls sich einer errechnet) ist sozialversicherungsfrei aber steuerpflichtig !Ich hoffe ein bißchen Klarheit hineingebracht zu haben und wünsches alles GuteHerzliche Grüße aus BayernWolfgang