Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201991,%201458
Timestamp: 2019-09-18 06:10:09
Document Index: 182207223

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 611', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 254', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 254', 'BGH']

BGH, 23.05.1991 - III ZR 73/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1410
BGH, 23.05.1991 - III ZR 73/90 (https://dejure.org/1991,1410)
BGH, Entscheidung vom 23.05.1991 - III ZR 73/90 (https://dejure.org/1991,1410)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 1991 - III ZR 73/90 (https://dejure.org/1991,1410)
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Freier Mitarbeiter - Statusklage - Prozeßbevollmächtigter - Schadensminderungspflicht
NJW-RR 1991, 1458
MDR 1991, 1139
b) Der Geschädigte hat grundsätzlich im Rahmen des § 254 BGB geeignete und zumutbare Rechtsbehelfe zu ergreifen, um den ihm drohenden Schaden abzuwenden oder zu mindern (BGHZ 90, 17, 32; BGH, Urt. v. 23. Mai 1991 - III ZR 73/90, NJW-RR 1991, 1458; v. 20. Januar 1994 - IX ZR 46/93, WM 1994, 948, 949).
Soweit der Mitverschuldensvorwurf reicht, kann das Schadensersatzbegehren auch in vollem Umfang unbegründet sein (vgl. BGH, Urt. v. 23. Mai 1991 aaO S. 1459).
Schließlich kann der Geschädigte auch gehalten sein, zur Schadensminderung Rechtsbehelfe zu nutzen (vgl. BGHZ 89, 296f; BGH NJW-RR 1991, 1458) bzw. von ihm zustehenden materiell-rechtlichen Befugnissen Gebrauch zu machen (vgl. OLG Hamm, OLGR 1995, 254: Verjährungseinrede; dagegen allerdings OLG Hamburg, VersR 2001, 1430).
Voraussetzung ist aber, dass die in Betracht kommende Maßnahme Aussicht auf Erfolg verspricht und ihr nicht im Einzelfall Gesichtspunkte der Zumutbarkeit entgegenstehen (BGH NJW-RR 1991, S. 1458;… BGH NJW 1993, S. 522, 524).
Die Schadensabwendungs- und -minderungspflicht kann dem Geschädigten den Gebrauch von Rechtsmitteln gebieten (RG 22. April 1920 - VI 64/20 - RGZ 98, 345, 347; BGH 9. Dezember 1965 - II ZR 177/63 - VersR 1966, 340, 341; BSG 13. Oktober 1967 - 12 RJ 456/65 - BSGE 27, 171; vgl. auch BGH 26. Januar 1984 - III ZR 216/82 - BGHZ 90, 17, 32; 23. Mai 1991 - III ZR 73/90 - EzA BGB § 611 Arbeitnehmerbegriff Nr. 42; 3. Mai 2001 - IX ZR 46/00 - NJW 2001, 2169); erforderlichenfalls hat er Klage zu erheben (…BGH 5. Mai 1988 - III ZR 116/87 - BGHR BGB § 254 Abs. 2 Satz 1 - enteignender Eingriff 1;… MünchKomm/Grunsky BGB 3. Aufl. § 254 Rn. 56;… Palandt/Heinrichs BGB 61. Aufl. § 254 Rn. 42).
Eine Obliegenheitsverletzung liege nur dann vor, wenn für den unterlassenen Rechtsbehelf eine hinreichende Erfolgsaussicht bestanden hätte (BGH, U.v. 9.12.1965 - II ZR 177/63 - BeckRS 1965, 30381724; BGH, U.v. 23.5.1991 - III ZR 73/90 - NJW 1991, 1458).
Ein solcher Maßstab würde mit den Worten des BGH "zu einer dem Rechtsfrieden abträglichen Flut von Anfechtungen führen." Eine Obliegenheitsverletzung liegt gerade nur dann vor, wenn für den unterlassenen Rechtsbehelf eine hinreichende Erfolgsaussicht bestanden hätte (BGH, U.v. 9.12.1965 - II ZR 177/63 - BeckRS 1965, 30381724; BGH, U.v. 23.5.1991 - III ZR 73/90 - NJW 1991, 1458).
In dem weiteren zitierten Urteil des Bundesgerichtshofs vom 23.05.1991 (NJW-RR 1991, 1458) wird zwar eine Klage gegen einen Dritten als Schadensminderungspflicht grundsätzlich für möglich gehalten; eine entsprechende Pflicht setze aber - so der Zivilsenat - voraus, dass die in Betracht kommende Maßnahme Aussicht auf Erfolg verspreche und dass ihr nicht im Einzelfall Gesichtspunkte der Zumutbarkeit entgegenstünden.
Der Geschädigte ist verpflichtet, den Schaden auch durch die Führung eines weiteren Prozesses zu mindern, wenn dieser erfolgversprechend und ihm dieses Vorgehen zumutbar ist (BGH NJW-RR 1991, 1458).
Ist der Prozess erfolgversprechend und geht er ohne Verschulden des Mandanten verloren, haftet der Anwalt auch für die im Schadensminderungsprozess angefallenen Kosten (BGH Urt. v. 23.5. 91 - III ZR 73/90 - ).
Der Geschädigte hat einen Anspruch auf Erstattung des zur Schadensabwendung oder -minderung geführten Prozesses auch dann, wenn dieser Rechtsstreit ohne Verschulden des Geschädigten erfolglos geblieben ist (BGH Urt. v. 23.5. 91 - III ZR 73/90 - ).
Die Klägerin muss sich jedenfalls entgegenhalten lassen, dass sie bzw. ihr jetziger Prozessbevollmächtigter, dessen Verhalten sie sich gem. § 278 BGB zurechnen lassen muss, das klageabweisende Urteil des Landgerichts Koblenz wegen Verjährung durch rechtlichen Vortrag im Verfahren, jedenfalls aber durch die Einlegung der Berufung hätte verhindern können ( § 254 BGB;… hierzu: Zugehör, aaO, Rz. 1236; BGH NJW 1994, 1211; 2822; NJW-RR 1991, 1458).
AG Berlin-Spandau, 01.11.2011 - 70 C 73/11
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