Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20253/01
Timestamp: 2019-07-19 09:01:05
Document Index: 232905301

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 566', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 566']

BGH, 18.12.2002 - XII ZR 253/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,493
BGH, 18.12.2002 - XII ZR 253/01 (https://dejure.org/2002,493)
BGH, Entscheidung vom 18.12.2002 - XII ZR 253/01 (https://dejure.org/2002,493)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01 (https://dejure.org/2002,493)
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Formvorschrift beim Mietvertrag - Zuordnung von Essentialia - Anlage zu einem Vertrag zwischen Mieter und Vermieter - Ordentliche Kündigung eines Untermietvertrages - Schriftform bei der Befristung eines Mietvertrages - Zusammengehörigkeit von Schriftstücken als Urkunde
Bezugnahme auf andere Verträge erfüllt Schriftform
Zur Wahrung der Schriftform eines Mietvertrages
Genaue Bezeichnug der Anlagen im Mietvertrag
Schriftform bei Zubehörräumen
Mietrecht - Schriftformwahrung bei notwendigen Angaben in Anlagen zum Mietvertrag
NJW 2003, 1248
NZM 2003, 281
ZMR 2003, 337
WM 2003, 801
Werden wesentliche vertragliche Vereinbarungen nicht im Mietvertrag selbst schriftlich niedergelegt, sondern in Anlagen ausgelagert, so dass sich der Gesamtinhalt der mietvertraglichen Vereinbarung erst aus dem Zusammenspiel dieser "verstreuten" Bedingungen ergibt, müssen die Parteien zur Wahrung der Urkundeneinheit die Zusammengehörigkeit dieser Schriftstücke in geeigneter Weise zweifelsfrei kenntlich machen (Senatsurteile BGHZ 142, 158, 161; vom 7. Juli 1999 - XII ZR 15/97 - NJW 1999, 3257, 3258; vom 10. Oktober 2001 - XII ZR 93/99 - NJW-RR 2002, 8; vom 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01 - NJW 2003, 1248; vom 25. Juli 2007 - XII ZR 153/05 - NJW 2007, 3202).
Vielmehr genügt für die Einheit der Urkunde die bloße gedankliche Verbindung, die in einer zweifelsfreien Bezugnahme zum Ausdruck kommen muss (Senatsurteil vom 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01 - NJW 2003, 1248).
Selbst wenn man die vor dem Hintergrund des hier nicht einschlägigen Schutzzwecks des § 566 BGB ergangene strenge Rechtsprechung des XII. Zivilsenats zur Schriftform von Mietverträgen auch für Verbraucherdarlehensverträge zugrunde legt (so wohl OLG Karlsruhe…, Urteil vom 24.09.2003 - 6 U 52/03 -, juris Rn. 4 zum VerbKrG), wonach alle wesentlichen vertraglichen Abreden in einer Urkunde enthalten sein müssen und entscheidendes Kriterium die zweifelsfreie Bezugnahme der Haupturkunde auf eine Anlage ist (vgl. nur BGH, Urteil vom 18.12.2002 - XII ZR 253/01 -, juris Rn. 13 ff.), sind diese Voraussetzungen erfüllt.
Zu Unrecht beruft sich die Revision für ihre abweichende Auffassung auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 18. Dezember 2002 (XII ZR 253/01, NJW 2003, 1248, unter 2 a).
Erforderlich ist, daß alle wesentlichen vertraglichen Abreden in der Urkunde enthalten sind (Prinzip der Einheitlichkeit der Vertragsurkunde; BGHZ 136, 357, 359; BGH, Urt. v. 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01, NJW 2003, 1248).
aa) Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Entscheidungen das Prinzip der Einheitlichkeit der Vertragsurkunde gelockert und darüber hinaus die Einhaltung der Schriftform für einen Nachtragsvertrag bejaht, wenn eine Nachtragsurkunde auf den ursprünglichen Vertrag Bezug nimmt und zum Ausdruck bringt, es solle unter Einbeziehung der Nachträge bei dem verbleiben, was früher formgültig niedergelegt war (vgl. BGHZ 42, 333, 338; 136, 357, 359;… BGH, Urt. v. 21. Januar 1999 - VII ZR 93/97, WM 1999, 595, 596; v. 29. September 1999 - XII ZR 313/98, WM 2000, 539, 542; v. 18. Dezember 2002, aaO).
Die in Bezug genommene Anlage müsse sich aber hinreichend deutlich identifizieren lassen (BGH 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01 - zu 2 b der Gründe, NJW 2003, 1248).
Der Urkundenbegriff wird sogar auf Anlagen ausgedehnt, die "in der Haupturkunde so genau bezeichnet" sind, dass "eine zweifelsfreie Zuordnung möglich ist" (BGH 18.12.2002 - XII ZR 253/01; 21.01.2004 - VIII ZR 99/03).
In der Entscheidung vom 18.12.2002 (XII ZR 253/01) heißt es zur Beweisfunktion des so aufgelockerten Urkundenbegriffs: "Soweit § 566 BGB a. F. durch die Schriftform daneben auch die Beweisbarkeit langfristiger Abreden und eine gewisse Warnfunktion sicherstellen soll, sind diese Zwecke nachrangig".
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