Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-01-2003-U_421-2001
Timestamp: 2016-10-25 06:42:11
Document Index: 135003483

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 421/01 (15.01.2003)
U 421/01
S.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch
"Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz, 8085 Z�rich Versicherung, Beschwerdegegnerin
S.________, geboren 1961, war seit dem 17. Juli 1995 als Pflegehilfe beim Regionalen Pflegeheim X.________ angestellt und bei der "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: "Z�rich") obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Mit Unfallmeldung vom 4. Januar 2000 meldete der Arbeitgeber der "Z�rich", dass sich S.________ am 11. Dezember 1999 beim Umbetten einer Patientin vom Bett in den Lehnstuhl eine Diskushernie zugezogen habe. Mit Verf�gung vom 3. Mai 2000 lehnte die "Z�rich" die Ausrichtung von Versicherungsleistungen mangels Vorliegens eines Unfalles oder einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung ab. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 13. Juli 2000).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 14. November 2001 ab.
S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben mit dem Antrag auf Zusprechung der gesetzlichen Leistungen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie die beantragte Zeugeneinvernahme durchf�hre und anschliessend �ber den Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen neu entscheide.
W�hrend die "Z�rich" auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichten die als Mitbeteiligte beigeladene CSS Versicherung und das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung.
1.1 Umstritten und zu pr�fen ist, ob das Ereignis vom 11. Dezember 1999 einen Unfall im Rechtssinne darstellt. Nach Lage der Akten stimmen die Verfahrensbeteiligten zu Recht darin �berein, dass eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin wegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgez�hlten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (BGE 116 V 140 Erw. 4a, 147 Erw. 2b, je mit Hinweisen) ausser Betracht f�llt.
1.2 Das kantonale Gericht hat die Grunds�tze �ber den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV; BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen) sowie das Merkmal der Ungew�hnlichkeit (BGE 122 V 233 Erw. 1, 118 V 61 Erw. 2b, 283 Erw. 2a; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 421 f. Erw. 2a) und das Erfordernis der besonders sinnf�lligen Umst�nde bei Sch�digungen, die sich auf das K�rperinnere beschr�nken (BGE 99 V 138 Erw. 1; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b mit Hinweisen), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
1.3 Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 13. Juli 2000) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
In der Meldung vom 4. Januar 2000 gab die Beschwerdef�hrerin als Ursache das "Umbetten einer Bewohnerin vom Bett in den Lehnstuhl" an. Auf dem Frageblatt vom 17. Januar 2000 hielt sie fest: "Es passierte beim Transfer der Bewohnerin vom Bett in den Lehnstuhl." Anl�sslich der Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs durch die Versicherung erkl�rte sie am 18. April 2000, dass sie zusammen mit ihrer Arbeitskollegin eine Bewohnerin vom Bett zum Lehnstuhl transferiert habe. Dabei sei ihre Kollegin gestolpert. Die Bewohnerin sei aus ihren H�nden gerutscht und das ganze Gewicht sei auf sie, die Versicherte, gefallen. In ihrer Einsprache vom 26. Mai 2000 gegen die Verf�gung der Beschwerdegegnerin vom 3. Mai 2000 machte sie geltend, dass durch das pl�tzliche Einknicken der Bewohnerin beim Transport vom Bett zum Lehnstuhl der gr�sste Teil des Gewichtes der Patientin unvorhergesehen und pl�tzlich auf ihr gelastet habe, worauf ein pl�tzlicher Schmerz in ihr Kreuz gefahren sei. Schliesslich reichte sie eine von ihr selbst sowie ihrer Kollegin K.________ unterzeichnete Erkl�rung vom 8. Juni 2000 ein. Demnach sei die Bewohnerin nach normalem Prozedere zuerst auf den Bettrand gesetzt worden. Beim anschliessenden Anheben habe K.________ die halbseitig gel�hmte Patientin nicht richtig zu fassen bekommen, worauf diese eingeknickt sei. Um ein St�rzen der Bewohnerin zu verhindern, habe die Versicherte deren gesamtes Gewicht st�tzen m�ssen, welches einseitig auf sie gefallen sei.
Gest�tzt auf die Aussagen der Beschwerdef�hrerin sowie von K.________ ist das Erfordernis der mechanischen Einwirkung eines �usseren Faktors beim Ereignis vom 11. Dezember 1999 erf�llt. Wie die Vorinstanz, auf deren Erw�gungen verwiesen wird, richtig ausf�hrt, fehlt es jedoch an der Ungew�hnlichkeit. Im Hinblick auf die berufliche Gew�hnung sowie die Konstitution der Versicherten (62 kg) im Vergleich zur Patientin (66 kg) ist ein aussergew�hnlicher Kraftaufwand (BGE 116 V 138 f. Erw. 3b; RKUV 1994 Nr. U 185 S. 79 f. Erw. 2b) zu verneinen und sprengt das Ereignis den Rahmen des Allt�glichen und �blichen nicht. Zudem bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit nach der Definition des Unfalls nicht auf die Wirkung des �usseren Faktors, sondern nur auf diesen selber, weshalb auf Grund der von den �rzten des Paraplegiker Zentrums Y.________, Institut f�r Radiologie, diagnostizierten Diskushernie (Bericht vom 16. Dezember 1999) nicht auf ein Unfallereignis im Rechtssinne geschlossen werden kann. Da die Kriterien des Unfallbegriffs nach dem Gesagten nicht erf�llt sind, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Weitere Beweisvorkehren sind nicht notwendig (BGE 124 V 94 Erw. 4b).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung und der CSS Versicherung zugestellt.