Source: https://polen.diplo.de/pl-de/03-service/03-05-staatsangehoerigkeit/-/2239628
Timestamp: 2019-09-19 10:39:28
Document Index: 294650895

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 29', '§ 40', '§ 15', '§ 40', '§ 15', 'Art. 116']

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema: Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit
1. Erwerb durch eheliche Geburt
Eheliche Kinder einer deutschen Mutter, die ab dem 01.01.1964 und bis zum 31.12.1974 geboren wurden, erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie sonst staatenlos gewesen wären.
Eheliche Kinder, die ab dem 01.01.1975 geboren wurden, erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn einer der beiden Elternteile deutsch war.
Eheliche Kinder einer deutschen Mutter, die ab dem 01.04.1953 und vor dem 01.01.1975 geboren wurden und bereits eine Staatsangehörigkeit besaßen, hatten ab dem 01.01.1975 die Möglichkeit eine Erklärung abzugeben, dass sie die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten wollten. Diese Erklärungsfrist ist mit dem 31.12.1977 endgültig abgelaufen. Für diesen Personenkreis besteht die Möglichkeit eines der Einbürgerung auf Antrag.
Hierzu finden Sie weitere Informationen auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes.
2. Erwerb durch außereheliche Geburt
Außerhalb der Ehe geborene Kinder einer deutschen Mutter erhalten die deutsche Staatsangehörigkeit seit dem 01.01.1914 durch die Mutter.
Außerehelich geborene Kinder eines deutschen Vaters erwerben die deutsche Staatsangehörigkeit seit dem 01.07.1993, sofern unter anderem eine nach deutschem Recht gültige Vaterschaftsanerkennung oder Vaterschaftsfeststellung vor dem 23. Lebensjahr des Kindes erfolgt.
Für diese Kinder besteht gegebenenfalls die Möglichkeit einer Einbürgerung.
3. Erwerb durch Annahme an Kindes statt (Adoption)
Die deutsche Staatsangehörigkeit kann seit dem 01.01.1977 auch durch rechtswirksame Adoption nach deutschem Recht durch einen deutschen Elternteil erworben werden. Minderjährige erwerben bei der Adoption durch Gesetz automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn eine/r der Annehmenden Deutsche/r ist.
4. Erwerb durch Legitimation
5. Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder, deren deutsche Eltern nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden (§ 4 Abs. 4 StAG)
Herr A., deutscher Staatsangehöriger, geboren in Polen und seit seiner Geburt dort ansässig, ehelicht eine polnische Staatsangehörige. Aus dieser Ehe stammt die am 01.02.2000 geborene Tochter Anna, die nach dem Vater die deutsche Staatsangehörigkeit und nach der Mutter die polnische Staatsangehörigkeit erworben hat. Anna heiratet im Jahre 2019 einen polnischen Staatsangehörigen und bekommt einen Sohn. Dieser erwirbt nach der Mutter die polnische Staatsangehörigkeit, nicht aber deren deutsche Staatsangehörigkeit, es sei denn es erfolgt eine Nachbeurkundung der Geburt des Kindes beim deutschen Standesamt.
Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Anna oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht und vollständig gestellt und positiv beschieden wird, ist das Kind deutscher Staatsangehöriger. Es hat dann u.a. auch einen Rechtsanspruch auf Ausstellung eines deutschen Personaldokuments.
Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung können alle Deutschen betroffen sein, die selbst im Ausland geboren wurden und ein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.
Weitere Informationen zur Nachbeurkundung der Auslandsgeburt finden Sie auf unserer Informationsseite.
6. Erwerb bei Geburt nach dem 1. Januar 2000 in Deutschland und ausländische Eltern
Die deutsche Staatsangehörigkeit kann unter gewissen Voraussetzungen auch dann bestehen, wenn ein Kind zweier Ausländer in Deutschland geboren wird:
Ein im Inland nach dem 1. Januar 2000 geborenes Kind, dessen Eltern beide Ausländer sind, erwirbt zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt seit acht Jahren seinen gewöhnlichen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland hat und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.
Im Regelfall müssen diese Kinder nach Erreichen des 21. Lebensjahres erklären, ob sie die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten möchten (§ 29 StAG, sogenanntes „Optionsverfahren“). Man kann aber auch von der Optionspflicht befreit sein.
7. Erwerb durch Eheschließung mit einer/einem deutschen Staatsangehörigen
Seit dem 01.01.1970 ist die Eheschließung kein automatischer Erwerbsgrund mehr. Ehepartner von deutschen Staatsangehörigen können nur unter bestimmten Voraussetzungen eingebürgert werden. Nähere Informationen befinden sich auf der Website des Bundesverwaltungsamts.
8. Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Übersiedlung nach Deutschland als (Spät-) Aussiedler bzw. Flüchtling
Spätaussiedler sind Deutsche im Sinne des Grundgesetzes, die im Ausland als deutsche Minderheit leben und dann in die Heimat ihrer Vorfahren zurückkehren, um sich hier dauerhaft niederzulassen.
Übersiedlung bis zum 01.01.1993 als Aussiedler oder Flüchtling
Der Ausweis für Flüchtlinge und Vertriebene sieht drei Kategorien vor:
Kategorie A – Heimatvertrieben
Kategorie B – Vertriebene, jedoch nicht Heimatvertriebene
Kategorie C – Sowjetzonenflüchtlinge
Dieses Dokument bestätigt zunächst lediglich, dass sein Inhaber Statusdeutscher und kein deutscher Staatsangehöriger ist.
Erfolgte die Übersiedlung bis 01.01.1993 als Aussiedler oder Flüchtling, ist der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entweder im Rahmen einer Einzeleinbürgerung oder gemäß § 40 a StAG durch lückenlosen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ab Übersiedlung zum Stichdatum 01.08.1999 möglich.
Falls ein lückenloser gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland (z. B. durch Vorlage einer erweiterten Meldebescheinigung) nicht nachgewiesen werden kann, sollte ein Feststellungsverfahren angestrebt werden. Nähere Informationen finden Sie unten unter „Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit“.
Sofern Sie nicht mehr im Besitz eines Vertriebenenausweises sein sollten, wenden Sie sich bitte an das
Tel.: (0049) (0)5504 – 803 – 0
Übersiedlung zwischen dem 01.01.1993 bis zum 01.08.1999 als Spätaussiedler
Die durch Aufnahme im Bundesgebiet ausgestellte Bescheinigung gemäß § 15 Bundesvertriebenengesetz (ausgestellt vor dem 01.08.1999) bestätigt zunächst nur, dass ihr Inhaber Statusdeutscher und kein deutscher Staatsangehöriger ist.
Erfolgte die Übersiedlung zwischen 01.01.1993 und 01.08.1999 als Spätaussiedler, erfolgt der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entweder im Rahmen einer Einzeleinbürgerung oder durch lückenlosen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ab Übersiedlung zum Stichtag 1.8.1999. Auch in diesem Fall gilt § 40a StAG: Falls kein lückenloser Aufenthalt in Deutschland (z.B. durch Vorlage einer erweiterten Meldebescheinigung) nachgewiesen werden kann, sollte ein Feststellungsverfahren angestrebt werden. Nähere Informationen finden Sie unten unter „Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit“.
Übersiedlung ab dem 01.08.1999 als Spätaussiedler
Erfolgte die Übersiedlung ab dem 1.8.1999 als Spätaussiedler, wird die deutsche Staatsangehörigkeit mit der Ausstellung der Bescheinigung nach § 15 BVFG (ausgestellt ab dem 1.8.1999) erworben. Den Inhabern dieser Bescheinigung sowie deren Ehepartnern und Abkömmlingen wird stets zugleich die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen.
9. Sonstige Erwerbsgründe
Die Einbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 Grundgesetz für frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die deutsche Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, stellt dabei einen Sonderfall dar.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website des Bundesverwaltungsamtes.
Zusätzlich können ab dem 30.09.2019 Nachkommen von NS-Verfolgten erleichtert eingebürgert werden. Die erleichterte Einbürgerung ist zudem auch für den Personenkreis möglich, der auf Grund von früheren, nicht verfassungskonformen, Abstammungsregelungen bislang vom Geburtserwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ausgeschlossen war. Nähere Informationen können Sie der Pressemitteilung entnehmen. Die deutschen Auslandsvertretungen in Polen beraten Sie gerne.