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Timestamp: 2019-05-19 21:49:23
Document Index: 384193114

Matched Legal Cases: ['§ 103', '§ 103', '§ 103', '§ 322', '§ 1', '§ 103', '§ 286', 'BGH', 'BGH', '§ 626', '§ 103', '§ 83', '§ 626', '§ 103', '§ 103', '§ 103', '§ 103']

BAG, 15.08.2002 - 2 AZR 214/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,555
BAG, 15.08.2002 - 2 AZR 214/01 (https://dejure.org/2002,555)
BAG, Entscheidung vom 15.08.2002 - 2 AZR 214/01 (https://dejure.org/2002,555)
BAG, Entscheidung vom 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 (https://dejure.org/2002,555)
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Zustimmungsersetzung nach § 103 Abs 2 BetrVG - Präjudizialität - Beweisverwertungsverbot
Zustimmungsersetzung nach § 103 Abs. 2 BetrVG - Präjudizialität - Beweisverwertungsverbot
Zustimmungsersetzung der vom Betriebsrat verweigerten Zustimmung - Präjudizialität der Ersetzung bei außerordentlicher Kündigung - Bindungswirkung für späteren Kündigungsschutzprozess - Sozialwidrigkeit der ordentlichen Kündigung mangels Kündigungsgrund - Beweislast bei verhaltensbedingter Kündigung - Präklusionswirkung rechtskräftiger Entscheidungen
Keine Bindungswirkung der rechtskräftigen Ersetzung einer vom Betriebsrat verweigerten Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung für Sozialauswahl einer ordentlichen Kündigung
BetrVG § 103; ZPO § 322 Abs. 2; KSchG § 1
Zustimmungsersetzung nach § 103 BetrVG und Beweisverwertungsverbot
ArbG Neuruppin, 17.11.1999 - 6 Ca 1989/99
LAG Brandenburg, 20.10.2000 - 4 Sa 17/00
BAGE 102, 190
NJW 2003, 1204
ZIP 2003, 456
MDR 2003, 395
NZA 2003, 432
BB 2003, 637
DB 2003, 453
Überdies müssen die betroffenen Schutzzwecke des bei der Gewinnung verletzten Grundrechts der Verwertung der Erkenntnis oder des Beweismittels im Rechtsstreit entgegenstehen (vgl. BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 3 b aa der Gründe, BAGE 102, 190; Musielak/Voit/Foerste ZPO 15. Aufl. § 286 Rn. 6) .
Grundsätzlich muss zwischen der Erlangung einer Information oder eines Beweismittels und dessen Verwertung getrennt werden (vgl. insbesondere BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - BAGE 102, 190; Schlewing NZA 2004, 1071, 1073; Werner NJW 1988, 993, 997).
Dies gilt umso mehr als - wie schon ausgeführt - grundsätzlich auch materiell-rechtswidrige erlangte Beweismittel im Zivilprozess verwertet werden können (vgl. den Fall und die Entscheidung zu BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - BAGE 102, 190).
Daraus folgt für den Zivilprozess zwar nicht, dass jede unzulässig erlangte Information prozessual unverwertbar wäre (Senat 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 3 b aa der Gründe, BAGE 102, 190; BGH 1. März 2006 - XII ZR 210/04 - Rn. 22, BGHZ 166, 283) .
aa) Infolge der spezifischen Bindungswirkung einer rechtskräftigen Entscheidung im Zustimmungsersetzungsverfahren kann sich der im Beschlussverfahren beteiligte Arbeitnehmer im späteren, die außerordentliche Kündigung betreffenden Kündigungsschutzverfahren bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes iSv. § 626 BGB nur auf solche Tatsachen berufen, die er im Zustimmungsersetzungsverfahren nicht geltend gemacht hat und auch nicht hätte geltend machen können (BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 a der Gründe, BAGE 102, 190) .
Bezogen auf dieselben Kündigungsgründe ist letzterer nur eine inhaltliche Fortsetzung des rechtskräftig abgeschlossenen Vorprozesses (BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 b aa der Gründe, aaO) .
Anders als im Rahmen des § 103 ist zudem zu beachten, dass nicht nur eine kollektivrechtliche Sperre beseitigt wird und der Tenor auf "Ersetzung der Zustimmung zu einer fristlosen Kündigung lautet" (vgl. dazu BAG v. 15.08.2002 - 2 AZR 214/01, juris).
Infolge der spezifischen Bindungswirkung einer rechtskräftigen Entscheidung im Zustimmungsersetzungsverfahren kann sich der in diesem nach § 83 Abs. 3 ArbGG beteiligte Arbeitnehmer im späteren, die außerordentliche Kündigung betreffenden Kündigungsschutzverfahren bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes iSv. § 626 BGB nur auf solche Tatsachen berufen, die er im Zustimmungsersetzungsverfahren nicht geltend gemacht hat und auch nicht hätte geltend machen können (…BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - Rn. 42; 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 a der Gründe, BAGE 102, 190) .
Bezogen auf dieselben Kündigungsgründe ist letzterer nur eine inhaltliche Fortsetzung des rechtskräftig abgeschlossenen Vorprozesses (…ausführlich dazu BAG 16. November 2017 - 2 AZR 14/17 - aaO; 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - zu II 1 b aa der Gründe, aaO) .
Ein solches kommt jedoch in Betracht, wenn die Verwertung zur Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts führt, das das Interesse der Allgemeinheit im Rahmen einer Güterabwägung im Einzelfall überwiegt (BAG, Urteil vom 15.08.2002, 2 AZR 214/01, juris Rn. 26;… Zöller, a.a.O., Rn. 15e).
aa) Das Beschlussverfahren nach § 103 Abs. 2 BetrVG steht in einem engen Zusammenhang mit der nachfolgenden Kündigung und der ihr ggf. folgenden Klage des Arbeitnehmers (BAG 15. August 2002 - 2 AZR 214/01 - BAGE 102, 190 = AP BetrVG 1972 § 103 Nr. 48 = EzA BetrVG 1972 § 103 Nr. 44, zu II 1 b bb der Gründe).
Außerordentliche Kündigung; Betriebsratsmitglied; Zustimmungsersetzungsverfahren; …
BAG, 24.11.2005 - 2 ABR 55/04
LAG Rheinland-Pfalz, 29.09.2010 - 1 Ta 189/10
Wertfestsetzung - Zustimmungsersetzungsverfahren analog § 103 Abs 2 BetrVG gemäß …
LAG Rheinland-Pfalz, 29.09.2010 - 1 Ta 192/10
LAG Rheinland-Pfalz, 29.09.2010 - 1 Ta 191/10
LAG Rheinland-Pfalz, 09.09.2010 - 1 Ta 193/10
LAG Rheinland-Pfalz, 29.09.2010 - 1 Ta 190/10