Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201996,%201238
Timestamp: 2019-06-18 04:17:39
Document Index: 175869585

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 321', '§ 3', '§ 321', '§ 321', 'BGH', '§ 321', 'BGH', '§ 302', '§ 599', '§ 716', '§ 721', '§ 321', 'BGH', '§ 321', 'BGH', '§ 99', 'BGH', 'BGH', '§ 302', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 321', '§ 321', 'BGH', 'BGH', '§ 321', 'BGH', '§ 321', 'BGH', 'BGH', '§ 321', '§ 255', '§ 281', '§ 344', '§ 305', '§ 308', '§ 711', '§ 923', 'BGH', '§ 319']

BGH, 25.06.1996 - VI ZR 300/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,1945
BGH, 25.06.1996 - VI ZR 300/95 (https://dejure.org/1996,1945)
BGH, Entscheidung vom 25.06.1996 - VI ZR 300/95 (https://dejure.org/1996,1945)
BGH, Entscheidung vom 25. Juni 1996 - VI ZR 300/95 (https://dejure.org/1996,1945)
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Urteilsergänzung - Versicherung - Haftung
ZPO § 321, PflVG (1965) § 3 Nr. 1
Nachträgliche Beschränkung der Einstandspflicht des Haftpflichtversicherers auf die Versicherungssumme
NJW-RR 1996, 1238
NZV 1996, 408
VersR 1996, 1299
Zu Recht vertritt das Berufungsgericht allerdings die Ansicht, dass das Verfahren nach § 321 ZPO der Ergänzung eines versehentlich lückenhaften Urteils und nicht der Richtigstellung einer falschen Entscheidung diene und dass bei dem Übergehen unselbständiger Teile der Entscheidung, durch das das Urteil sowohl unvollständig als auch inhaltlich falsch werde, außer der Anfechtung mit einem Rechtsmittel auch eine Urteilsergänzung nach § 321 ZPO möglich sei (BGH, Urt. v. 25. Juni 1996, VI ZR 300/95, NJW-RR 1996, 1238).
Übergeht ein Gericht einen von mehreren Klageanträgen, ist neben dem Ergänzungsverfahren nach § 321 Abs. 1 ZPO auch der Rechtsmittelzug eröffnet, wenn sich dieses Versäumnis nicht nur in einer bloßen Unvollständigkeit der getroffenen Entscheidung erschöpft, sondern zu einem sachlich unrichtigen Urteil (hier: umfassende Klageabweisung bei fehlendem Tatbestand) führt (Weiterführung von BGH, Urteil vom 25. Juni 1996 - VI ZR 300/95, NJW-RR 1996, 1238; Urteil vom 5. Februar 2003 - IV ZR 149/02, NJW 2003, 1463).
Der Gesetzgeber hat durch die in § 302 Abs. 2, § 599 Abs. 2, § 716, § 721 Abs. 1 Satz 3 ZPO angeordneten Verweisungen anerkannt, dass ein Urteil durch die Übergehung unselbständiger Teile der Entscheidung sowohl unvollständig im Sinne des § 321 ZPO als auch inhaltlich unrichtig sein kann (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 25. Juni 1996 - VI ZR 300/95, NJW-RR 1996, 1238, unter II 1 a;… Urteil vom 05. Februar 2003, aaO, unter 2 b, jeweils m.w.N.).
Nach einhelliger Auffassung ist der betroffenen Partei in diesen Fällen sowohl der Rechtsmittelzug als auch eine Urteilsergänzung nach § 321 ZPO eröffnet (vgl. BGH, Urteil vom 25. Juni 1996, aaO;… Urteil vom 5. Februar 2003, aaO; Urteil vom 16. Dezember 2005 - V ZR 230/04, NJW 2006, 1351, Tz. 9; OLG Schleswig, MDR 2005, 350 ;… Musielak/Musielak, aaO;… Zöller/Vollkommer, aaO;… Reichold, aaO;… Stein/Jonas/Leipold, aaO;… Hk-ZPO/Saenger, aaO;… Rensen, aaO, jeweils m.w.N.).
Ein Nebeneinander von Rechtsmittel- und Ergänzungsverfahren wird über die vorgenannten ausdrücklichen Regelungen hinaus auch für andere Fälle versehentlichen Übergehens unselbständiger Entscheidungsteile - insbesondere von Kostenaussprüchen (hierbei ist allerdings § 99 Abs. 1 ZPO zu beachten) - bejaht (vgl. BGH, Urteil vom 25. Juni 1996, aaO, unter II 1 b, c, m.w.N;… Urteil vom 16. Dezember 2005, aaO, Tz. 10 ff.;… OLG Schleswig, aaO; OLG Dresden, OLG-NL 2005, 281;… Musielak/Musielak, aaO;… Zöller/Vollkommer, aaO;… Reichold, aaO, Rdnr. 1, 3;… Stein/Jonas/Leipold, aaO, jeweils m.w.N.).
Vielmehr kommt eine die Rechtskraft einschränkende und die richterlichen Kompetenzen erweiternde analoge Anwendung nur in Betracht, soweit die vom Gesetz außerhalb des Grundtatbestands des Übergehens von Ansprüchen zugelassenen Sonderfälle der Urteilsergänzung entsprechend angewandt werden können (vgl. BGH, Urteil vom 25. Juni 1996, aaO unter II 1 b).
Daß in den Fällen unterbliebenen Vorbehalts nach §§ 302 Abs. 2, 599 Abs. 2 ZPO das Urteil sowohl unvollständig als auch inhaltlich falsch und deshalb neben der Anfechtung durch ein Rechtsmittel auch die Urteilsergänzung möglich ist (BGH, Urteil vom 25. Juni 1996, aaO unter II 1 a), besagt nichts für das Verhältnis von Rechtsmittel und Urteilsergänzung im allgemeinen.
Da die Gefahr besteht, daß die Unübersichtlichkeit der Strecke ein eventuell erforderlich werdendes rechtzeitiges Ausweichen nach rechts nicht mehr zuläßt, muß der Fahrer die äußerste rechte Fahrbahnseite einhalten (vgl. BGH VersR 1996, 1299 m.w.N.).
OLG Hamm, 07.03.2018 - 3 U 162/17
Arzthaftung; Vergleich; Haftpflichtversicherung; Beschränkung der Deckungssumme; …
Der Hinweis der Beklagten zu 1 auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Haftung des Versicherers im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung (VersR 1982, 791 - VI ZR 203/80; NJW-RR 1996, 1238 - VI ZR 300/95) verfängt nicht.
Dementsprechend und spiegelbildlich ist auch ein prozessuales Anerkenntnis des Versicherers eng auszulegen (BGH NJW-RR 1996, 1238 (1239)).
Ein im Sinne von § 321 Abs. 1 ZPO von einer Partei geltend gemachter Haupt- oder Nebenanspruch ist übergangen, wenn das von der Partei mit einem bestimmten Antrag in den Prozeß eingeführte Verlangen, also ein Anspruch im prozessualen Sinn, über den es von Amts wegen oder wegen des gestellten Antrags einer Entscheidung bedurfte, versehentlich nicht beschieden worden ist; § 321 ZPO setzt somit eine Entscheidungslücke voraus und dient nicht der Richtigstellung eines falschen Urteils (BGH, Urt. v. 25. Juni 1996, VI ZR 300/95, NJW-RR 1996, 1238 m.w.N.;… Urt. v. 5. Februar 2003, IV ZR 149/02, WM 2003, 1396, 1397).
BGH, 24.03.2003 - IX ZR 243/02
Ein im Sinne von § 321 Abs. 1 ZPO "von einer Partei geltend gemachter Haupt- oder Nebenanspruch" ist übergangen, wenn das von einer Partei in den Prozeß eingeführte, in einen bestimmten Antrag gekleidete Begehren, also ein Anspruch im prozessualen Sinne, über den es von Amts wegen oder wegen des gestellten Antrages einer Entscheidung bedurfte, versehentlich nicht beschieden worden ist (vgl. BGH, Urt. v. 25. Juni 1996 - VI ZR 300/95, LM § 321 ZPO Haftungsbegrenzung 1).
Selbst wenn die Beschränkung der Eintrittspflicht im Feststellungsausspruch gänzlich fehlte, würde dies allein eine Beschwer nicht begründen (BGH, Urteil vom 21.01.1986 - VI ZR 63/85, NJW 1986, 2703;… Geigel/Pardey, Haftpflichtprozess, 26. Aufl. 2011, 4. Kapitel 4 Rn. 175) und könnte im Wege der Urteilsergänzung berichtigt werden (BGH, Urteil vom 25.06.1996 - VI ZR 300/95, NJW-RR 1996, 1238;… Geigel/Pardey a.a.O.).
Keine Urteilsergänzung gem. § 321 ZPO wegen Festsetzung der Prozeßkosten einer …
Im Wege einer Urteilsergänzung können danach das Unterlassen einer Fristbestimmung nach § 255 ZPO, eine Auferlegung der Mehrkosten nach § 281 Abs. 3 Satz 2 ZPO oder nach § 344 ZPO, eines Vorbehalts beschränkter Erbenhaftung nach §§ 305 und 780 ZPO, eine Entscheidung über die Fortsetzung des Mietverhältnisses nach § 308 a Abs. 1 Satz 1 ZPO, einer Gewährung von Vollstreckungsschutz nach §§ 711, 712 ZPO sowie einer Abwendungsbefugnis nach § 923 ZPO korrigiert werden (BGH MDR 1996, 1061, 1062 m.w.N.).
OLG Hamm, 12.10.2006 - 10 U 1/06
Antrag auf Urteilsberichtigung gem. § 319 ZPO; Vorliegen von Unrichtigkeiten im …