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Timestamp: 2016-10-24 16:06:41
Document Index: 176550940

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE']

9C_188/2011 (08.06.2011)
Der 1981 geborene S.________ reiste Ende 1995 in die Schweiz ein, wo er bis 1998 an der Volksschule zwei Klassen der Oberstufe und das Berufswahljahr besuchte. In der Folge absolvierte er ein Bildungs- und Arbeitsqualifikationsprogramm und war von September 1999 bis Oktober 2002 bei der Firma B�ckerei X.________ AG als Hilfsb�cker t�tig. Nachdem er anschliessend verschiedene weitere Stellen innegehabt hatte, arbeitete der Versicherte ab November 2007 wiederum bei der B�ckerei X.________, diesmal in der Spedition (als Chauffeur und Disponent). Zufolge dauernder M�digkeit und Atemprobleme am Arbeitsplatz �berwies ihn sein Hausarzt Dr. Z.________ an den Pneumologen und Internisten Dr. E.________, welcher im Arztbericht vom 4. Mai 2009 ein sog. B�ckerasthma bei Mehlstauballergie diagnostizierte. Die Abteilung Arbeitsmedizin der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erliess am 7. August 2009 eine Nichteignungsverf�gung f�r alle beruflichen T�tigkeiten mit Exposition zu Weizen- oder Roggenmehlstaub. Mit Blick auf diese Berufskrankheit k�ndigte die B�ckerei X.________ das Arbeitsverh�ltnis auf Ende Oktober 2009. Nachdem sich S.________ im Juli 2009 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte, verneinte die IV-Stelle des Kantons Z�rich mit Verf�gung vom 1. Oktober 2010 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 20. Januar 2011 ab.
S.________ f�hrt Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Antrag auf Zusprechung der "gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen (Umschulung etc)"; eventuell sei die Sache zur erg�nzenden Sachverhaltsabkl�rung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Obwohl sein hievor zitierter Hauptantrag weiter gefasst ist, setzt sich der Beschwerdef�hrer im Rahmen der Begr�ndung ausschliesslich mit dem namentlich geltend gemachten Umschulungsbegehren auseinander. Das Bundesgericht tritt deshalb mangels anderweitiger Beschwerdebegr�ndung einzig auf diesen Antrag ein (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG).
Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze, namentlich diejenigen �ber die Bemessung der Invalidit�t bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG [SR 830.1] in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348; 128 V 29 E. 1 S. 30; 104 V 135 E. 2a und b S. 136) sowie �ber die Umschulung auf eine neue Erwerbst�tigkeit (Art. 17 Abs. 1 IVG) und die hief�r erforderliche Erheblichkeitsschwelle eines invalidit�tsbedingten Minderverdienstes von etwa 20 % (BGE 124 V 108 E. 2b S. 110 mit Hinweisen; SVR 2006 IV Nr. 15 S. 53, I 18/05; vgl. auch BGE 130 V 488) richtig wiedergegeben. Darauf wird verwiesen.
Dasselbe gilt f�r die vorinstanzlichen Ausf�hrungen zur Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (des sog. Valideneinkommens). Bei diesem ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen F�higkeiten und pers�nlichen Umst�nde nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient h�tte. Da die Invalidit�tsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder l�ngere Zeit dauernden Erwerbsunf�higkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung mitzuber�cksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen h�tte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend h�heres Einkommen tats�chlich realisiert worden w�ren. Blosse Absichtserkl�rungen gen�gen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein (BGE 96 V 29; SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009; Ulrich Meyer, Bundesgesetz �ber die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl. 2010, S. 304).
Unter s�mtlichen Verfahrensbeteiligten ist einzig streitig, ob der Beschwerdef�hrer im massgebenden Zeitpunkt der ablehnenden Verwaltungsverf�gung vom 1. Oktober 2010 ohne Mehlstauballergie (wie er selber geltend macht) als B�cker mit abgeschlossener Berufslehre arbeiten w�rde oder aber (wie IV-Stelle und Vorinstanz annehmen) nach wie vor als ungelernter Hilfsarbeiter t�tig w�re. Tr�fe Letzteres zu, w�rde er die gem�ss dargelegter Rechtsprechung erforderliche invalidit�tsbedingte Erwerbseinbusse von wenigstens (rund) 20 % unbestrittenermassen nicht erreichen, weil er, was zu Recht ebenfalls nicht im Streite liegt, jeglicher Erwerbst�tigkeit ohne Exposition zu Weizen- oder Roggenmehlstaub weiterhin uneingeschr�nkt nachgehen kann.
5.1 Der Vorinstanz ist insofern beizupflichten, als sich - abgesehen von den (nachtr�glichen) eigenen Angaben des Beschwerdef�hrers - den vorliegenden Akten keine Anhaltspunkte f�r die geltend gemachte hypothetische Berufskarriere des Versicherten ohne Mehlstauballergie entnehmen lassen. Von einer diesbez�glich offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung, wie sie in der letztinstanzlichen Beschwerde geltend gemacht wird, kann jedenfalls keine Rede sein: Im Arbeitszeugnis der B�ckerei X.________ vom 23. Oktober 2002, dem einzigen echtzeitlichen Aktenst�ck aus der ersten Anstellungsperiode bei dieser Firma, wurde festgehalten, der Beschwerdef�hrer habe den Arbeitsvertrag als Hilfsb�cker gek�ndigt, "um sich einer neuen Herausforderung zu stellen". F�r das vom Versicherten gegen�ber dem Schadeninspektor der Unfallversicherung (Bericht vom 2. Juli 2009) erw�hnte urspr�ngliche Angebot der Arbeitgeberfirma, wonach er nach einer dreieinhalbj�hrigen "Einarbeitungszeit" die Lehre als B�cker h�tte absolvieren k�nnen, finden sich ebenso wenig schriftliche Hinweise wie f�r bereits damals auftretende allergische Beschwerden, welche vom fr�heren Hausarzt "ohne grosse Abkl�rungen zu machen" auf die berufliche T�tigkeit als Hilfsb�cker zur�ckgef�hrt worden seien und den Allgemeinpraktiker zum �rztlichen Rat veranlasst h�tten, die Stelle zu k�ndigen. Im Lichte dieser Darstellung h�chst unglaubw�rdig wirkt sodann die Behauptung des Beschwerdef�hrers, auch im Zusammenhang mit dem zweiten, Anfang November 2007 angetretenen Anstellungsverh�ltnis mit der B�ckerei X.________ habe man ihm einen Lehrvertrag in Aussicht gestellt. Abgesehen davon, dass der Versicherte nun nicht mehr als Hilfsb�cker, sondern als Chauffeur und Disponent angestellt wurde und sich dem Zwischenzeugnis der Arbeitgeberfirma vom 8. Dezember 2008 wiederum kein Wort �ber eine ins Auge gefasste Anstellung als B�ckerlehrling entnehmen l�sst, w�re ein solches Ansinnen denn auch v�llig unvern�nftig gewesen, nachdem der Beschwerdef�hrer selber gegen�ber dem Schadeninspektor des Unfallversicherers ausgef�hrt hatte, man habe ihm (nur mehr) "den Job in der Spedition" angeboten, "weil er ja (aufgrund der seinerzeitigen gesundheitlichen Probleme) nicht mehr in der Backstube (habe) arbeiten (k�nnen)".
5.2 Wie es sich mit den angef�hrten inkoh�renten Angaben des Beschwerdef�hrers im Einzelnen tats�chlich verh�lt, braucht hier nicht abschliessend gekl�rt zu werden. Ebenso wenig kann im vorinstanzlichen Verzicht, die Ausbildungsverantwortlichen der B�ckerei X.________ zu befragen, eine in unzul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung begangene Geh�rsverletzung erblickt werden. Selbst wenn man n�mlich davon ausginge, dass dem Versicherten zu Beginn beider Anstellungen bei der genannten Firma (m�ndlich) eine allf�llige Berufslehre als B�cker in Aussicht gestellt worden war, kann aufgrund der vorliegenden Gegebenheiten weder die fr�here T�tigkeit als Hilfsb�cker noch die sp�tere als Speditionsmitarbeiter als erster hinreichend konkreter Schritt f�r ein im Gesundheitsfall tats�chlich realisiertes berufliches Fortkommen gewertet werden. Zum einen stand das geltend gemachte Angebot der B�ckerei X.________ auch nach den Darlegungen des Beschwerdef�hrers unter dem Vorbehalt seiner Bew�hrung als Hilfsarbeiter und der grunds�tzlichen Eignung f�r den B�ckerberuf, was auch die spezifischen gesundheitlichen Anforderungen mit einschliesst. Und zum anderen entsprachen die ihm von der Arbeitgeberfirma �bertragenen Aufgaben den �blichen Verrichtungen eines Mitarbeiters ohne Berufslehre im jeweiligen T�tigkeitsbereich. Daf�r bezog er ein entsprechendes Sal�r und nicht etwa einen reduzierten Praktikumslohn. Unter diesen Umst�nden sind die beiden Hilfsarbeitert�tigkeiten nicht als im Sinne der dargelegten Rechtsprechung (E. 3 hievor) konkrete Karriereschritte im Hinblick auf die Absolvierung einer B�ckerlehre zu betrachten. Weil der Beschwerdef�hrer beim Auftreten der Mehlstauballergie die fragliche Berufslehre noch nicht angetreten hatte, kann jedenfalls nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, er h�tte im Zeitpunkt der leistungsablehnenden Verf�gung vom 1. Oktober 2010 bei Ausbleiben der Berufskrankheit das Erwerbseinkommen eines gelernten B�ckers erzielen k�nnen. Die erforderliche invalidit�tsbedingte Lohneinbusse von mindestens 20 % ist daher zu verneinen (vgl. E. 4 hievor), was zur Abweisung der Beschwerde f�hrt.
Bei dieser Betrachtungsweise mag offen bleiben, inwiefern der Versicherte die "ausbildungsm�ssigen" Voraussetzungen f�r den erfolgreichen Abschluss einer Berufslehre als B�cker �berhaupt mitgebracht h�tte, was im angefochtenen Entscheid unter Hinweis auf "offensichtlich erhebliche Schwierigkeiten in der schriftlichen Sprachbeherrschung" verneint wurde.