Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.07.1992&Aktenzeichen=XII%20ZB%2082/91
Timestamp: 2020-02-23 07:58:42
Document Index: 129967487

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1408', '§ 270', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 270', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.07.1992 - XII ZB 82/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1708
BGH, 01.07.1992 - XII ZB 82/91 (https://dejure.org/1992,1708)
BGH, Entscheidung vom 01.07.1992 - XII ZB 82/91 (https://dejure.org/1992,1708)
BGH, Entscheidung vom 01. Juli 1992 - XII ZB 82/91 (https://dejure.org/1992,1708)
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BGB §§ 1408, 1410; ZPO § 270
Ausschluß des Versorgungsausgleichs, Scheidungsantrag, Frist, Zustellung, Ehevertrag
Ausschluß des Versorgungsausgleiches - Notarielle Vereinbarung - Jahresfrist - Unwirksamkeit des Ausschlusses - Einreichung des Scheidungsantrages - Versäumnis von Mitteilungen - Nachlässiges Verhalten - Zustellung
NJW-RR 1992, 1346
FamRZ 1992, 1405
Das ist nicht der Fall, wenn die Partei, der die Fristwahrung obliegt, durch nachlässiges - auch nur leicht fahrlässiges - Verhalten zu einer nicht bloß geringfügigen Zustellungsverzögerung beigetragen hat (vgl. U.a. BGH, Beschl. v. 01.07.1992 - XII ZB 82/91, NJW-RR 1992, 1346 [BGH 01.07.1992 - XII ZB 82/91] ).
Eine Zeitspanne von mehr als zwei Wochen, um die sich die Klagezustellung durch leichte Fahrlässigkeit verzögert, wird nicht mehr als unschädlich betrachtet (vgl. BGH, Urteil vom 09.11.1994 VIII ZR 327/93, NJW-RR 1995, 254; BGH, Beschluss vom 1. Juli 1992 - XII ZB 82/91 = NJW-RR 1992, 1346 unter II 3 a; BGH, Urteil vom 1. Dezember 1993 - XII ZR 177/92 = FamRZ 1994, 299 unter 1; OLG Düsseldorf, Senat, Urteil vom 25.03.1999, 5 U 182/99, MDR 1999, 1462f = OLGR 1999, 385).
eine fristwahrende Wirkung aufgrund später erfolgter Zustellung des Scheidungsantrags hätte eintreten können (zur Anwendbarkeit des § 270 Abs. 3 ZPO vgl. BGH FamRZ 1992, 1405 ff.), bedarf hier keiner Entscheidung.
BGH, 13.01.1993 - XII ZB 9/90
Rechtzeitigkeit des Scheidungsantrages bei ehevertraglichem Ausschluß des …
Der Wirksamkeit einer solchen Vereinbarung steht nicht von vornherein entgegen, daß die Vertragsschließenden wie hier bereits getrennt lebten und in der Einleitung des Vertrages auch offen ihre Absicht bekundeten, sich scheiden zu lassen (ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. zuletzt Beschluß vom 1. Juli 1992 - XII ZB 82/91 - FamRZ 1992, 1405, 1406 m.w.N.).
Die Verzögerung der Zustellung über den von der Rechtsprechung als unschädlich betrachteten Zeitraum von 2 Wochen hinaus beruht allein auf Umständen im Bereich der Gerichtsorganisation, auf die der Kläger grundsätzlich keinen Einfluß besaß und die ihm daher nicht zuzurechnen sind (vgl. BGH in NJW-RR 1995, 254; NJW 1993, 2811; NJW-RR 1992, 1346).
Eine Zeitspanne von mehr als zwei Wochen, um die sich die Klagezustellung durch leichte Fahrlässigkeit des Klägers oder seines Prozessbevollmächtigten verzögert, wird hingegen nicht mehr als geringfügig und damit unschädlich behandelt (BGH FamRZ 1998, 1154 unter b; BGH NJW-RR 1992, 1346 unter II 3 a; BGH, FamRZ 1994, 299 unter 1; NJW-RR 1995, 254 unter II. 2. a; OLG Düsseldorf ZMR 1996, 608).
OLG Zweibrücken, 28.10.1994 - 5 UF 42/94
Daß beide Ehegatten zur Zeit des Vertragsabschlusses über den Ausschluß des Versorgungsausgleiches schon ernsthaft mit der Möglichkeit der Scheidung rechneten, steht der Wirksamkeit der Vereinbarung des Ausschlusses des Versorgungsausgleiches letztlich nicht entgegen (vgl. BGH - XII ZB 82/91 - vom 01.07.1992, FamRZ 1992, 1405 ).
Als geringfügig in diesem Sinn werden von der Rechtsprechung, der der Senat folgt, in der Regel nur Zustellungsverzögerungen von bis zu 14 Tagen anzusehen sein (vgl. BGH FamRZ 1988, 1154, 1155; BGH NJW-RR 1992, 1346; BGH NJW-RR 1992, 433, 434; BGH NJW-RR 1995, 254, 255).