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Timestamp: 2017-07-26 03:00:00
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 3', 'BGH', 'de lege ferenda', 'BGH', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 305', 'Art. 3', 'BGH', 'Art. 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 291', 'Art. 291', 'de lege lata', 'de lege ferenda', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH']

Reinhard Glaser. Geldwäsche ( 261 StGB) durch Rechtsanwälte und Steuerberater bei der Honorarannahme - PDF
Reinhard Glaser. Geldwäsche ( 261 StGB) durch Rechtsanwälte und Steuerberater bei der Honorarannahme
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1 Reinhard Glaser Geldwäsche ( 261 StGB) durch Rechtsanwälte und Steuerberater bei der Honorarannahme Herbert Utz Verlag München2 Rechtswissenschaftliche Forschung und Entwicklung Herausgegeben von Prof. Dr. jur. Michael Lehmann, Dipl.-Kfm. Universität München Band 763 Zugl.: Diss., München, Univ., 2009 Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, der Entnahme von Abbildungen, der Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen bleiben auch bei nur auszugsweiser Verwendung vorbehalten. Copyright Herbert Utz Verlag GmbH 2009 ISBN Printed in Germany Herbert Utz Verlag GmbH, München3 I Inhaltsübersicht Inhaltsübersicht... I Inhaltsverzeichnis... III Abkürzungsverzeichnis... IX Zusammenfassung...XIII Kapitel 1...XIII Kapitel 2... XIV Vorbemerkung und Gang der Untersuchung Kapitel Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte und Steuerberater bei Honorarannahme... 5 A. Der Tatbestand des 261 StGB... 5 I. Kriminalpolitisches Konzept... 5 II. Tatbestandsmerkmale... 7 B. Erhöhtes Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte/Steuerberater I. 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB (sich verschaffen) II. Sonstige Strafbarkeitsrisiken C. Ausschluss des Strafbarkeitsrisikos I. 261 Abs. 6 StGB: Schutz des guten Glaubens II. Persönlicher Strafaufhebungs- und -milderungsgrund III. Ergebnis Ausschluss des Strafbarkeitsrisikos D. Geldwäschegesetz und strafprozessuale Folgen I. Geldwäschegesetz (GwG) II. StPO E. Gesamtergebnis Kapitel Kapitel Privilegierungen von Anwälten und Steuerberatern bei der Honorarannahme A. Diskutierte Lösungsansätze bzgl. Strafverteidiger I. Ansätze innerhalb des Tatbestands von 261 StGB II. Ansätze außerhalb des Tatbestands von 261 StGB III. Entscheidung des BGH vom IV. Urteil des BVerfG vom (2 BvR 1520/01 u. 1521/01) B. Einschränkende Auslegung von 261 StGB I. Einschränkende Auslegung von 261 StGB aus teleologischen Gründen II. Einschränkende Auslegung von 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB aus verfassungsrechtlichen Gründen C. Übertragbarkeit der diskutierten Lösungsansätze zum Strafverteidiger I. Beseitigung des Verfassungsverstoßes hinsichtlich 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB II. Übertragbarkeit der Privilegierung auf 261 Abs. 1, 2 Nr. 2 StGB D. Gesamtergebnis Kapitel Schlussbemerkung Literaturverzeichnis4 III Inhaltsverzeichnis Inhaltsübersicht...I Inhaltsverzeichnis... III Abkürzungsverzeichnis...IX Zusammenfassung... XIII Kapitel 1... XIII Kapitel 2...XIV Vorbemerkung und Gang der Untersuchung Kapitel Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte und Steuerberater bei Honorarannahme... 5 A. Der Tatbestand des 261 StGB... 5 I. Kriminalpolitisches Konzept... 5 II. Tatbestandsmerkmale Tatobjekt... 7 a) Gegenstand... 8 b) Vermögenswert... 9 c) Rechtswidrige Vortat aa) Verbrechen, 261 Abs. 1 S. 2 Ziff. 1 StGB bb) Vergehen, 261 Abs. 1 S. 2 Ziff. 2 bis 5 StGB d) Herrühren aa) Ursprungsgegenstände bb) Mittelbar Erlangtes/Surrogate (1) Ansicht Bottermann (2) Sonstige Ansichten (a) Austauschgegenstand (b) Mischfälle (Verdünnung) (aa) Einheitliche Verfügung über das ganze Surrogat (keine Aufteilung) (aaa) Quantitativer Anteil (Quote) (bbb) Verzicht auf einen quantitativen Anteil/Mindestquote 21 (bb) Aufteilung (aaa) Teilkontamination (bbb) Totalkontamination (cc) Kritik und Lösung (aaa) Mindestquote (bbb) Lehre von der Teilkontamination (ccc) Lehre von der Totalkontamination (ddd) Fazit cc) Mittelbare Gewinne aus Ursprungsgegenstand/Surrogat dd) Ende der Bemakelung (Dekontamination)... 325 IV (1) Unmittelbar aus der Vortat herrührend (2) Mittelbar aus der Vortat herrührend e) 370 AO als Vortat und Erweiterung des Geldwäschetatobjekts aa) 370 a AO (Verbrechen) (1) Formelle Verfassungsmäßigkeit 370 a AO (2) Materielle Verfassungsmäßigkeit 370 a AO bb) Nachfolgevorschrift 370 Abs. 3 S. 2 Ziffer 1, 5 AO cc) Gegenstandsbegriff i.s.d. 261 Abs. 1 S. 3 StGB bei Steuerstraftaten (1) 373, 374 Abs. 2 AO (2) Gewerbs-/bandenmäßige Steuerhinterziehung gemäß 370 AO (a) Unrechtmäßig erlangte Steuererstattungen und -vergütungen (b) Ersparte Aufwendungen (aa) Kenntnis der Ermittlungsbehörden (bb) Sämtliche einzelnen Vermögensgegenstände (cc) Tätervermögen in seiner Gesamtheit/Variante: derart großer Vermögenswert, dass er zwingend ersparte Aufwendung enthält (dd) Einkunftsquelle (ee) Ergebnis ersparte Aufwendungen cc) Gesamtergebnis 370 AO ivm 261 Abs. 1 S. 3 StGB f) Gesamtergebnis Tatobjekt Tathandlungen a) Tathandlungen des 261 Abs. 1 StGB aa) Verschleierungstatbestand, 261 Abs. 1 S. 1, Var. 1, 2 StGB bb) Vereitelungs- u. Gefährdungstatbestand, 261 Abs. 1 S. 1, Var. 3, 4 StGB b) Tathandlungen des 261 Abs. 2 StGB aa) 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB, sich oder Dritten verschaffen bb) 261 Abs. 2 Nr. 2, Verwahrung/Verwendung für sich oder Dritten Subjektive Strafbarkeitsvoraussetzungen a) Vorsatz b) 261 Abs. 5 StGB, Leichtfertigkeit aa) Begriff der Leichtfertigkeit allgemein bb) Verfassungsrechtliche Bedenken cc) Pflichten nach dem GwG für Rechtsanwälte/Steuerberater dd) Leichtfertigkeit bei Rechtsanwälten/Steuerberatern Versuch B. Erhöhtes Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte/Steuerberater I. 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB (sich verschaffen)... 726 II. Sonstige Strafbarkeitsrisiken Abs. 1 StGB Teilnahme C. Ausschluss des Strafbarkeitsrisikos I. 261 Abs. 6 StGB: Schutz des guten Glaubens Allgemein Praxislösung a) Literaturvorschlag: Überweisung b) Rechtslage strittig zu 261 Abs. 6 StGB aa) Teleologischer Ansatz von Maiwald bb) Wertbezogener Ansatz cc) Forderungsbezogener Ansatz dd) Ansatz Bussenius ee) Zusammenfassende Lösung für Überweisung des Honorarentgelts c) Ergebnis Überweisung II. Persönlicher Strafaufhebungs- und -milderungsgrund Abs. 9 S. 2 StGB Abs. 9 S. 1, Abs. 10 StGB, Tätige Reue III. Ergebnis Ausschluss des Strafbarkeitsrisikos D. Geldwäschegesetz und strafprozessuale Folgen I. Geldwäschegesetz (GwG) II. StPO Durchsuchung von Kanzlei und Wohnung Beschlagnahme von Unterlagen, Datenträgern etc a) Allgemein b) Reine Beweismittel, die nicht zugleich Verfalls- /Einziehungsgegenstände sind aa) Berufsgeheimnisträger als alleiniger Beschuldigter bb) Doppelstellung (Tatverstrickung), 97 Abs. 2 S. 3 Hs. 1 StPO (1) Verfahren gegen Mandant (2) Verfahren gegen den Zeugnisverweigerungsberechtigten cc) Deliktsgegenstände c) Besonderheit: Beschlagnahme von Daten Telekommunikationsüberwachung und Einsatz technischer Mittel.. 99 a) Telekommunikationsüberwachung 100 a StPO b) Einsatz technischer Mittel, 100 c StPO Ergebnis StPO E. Gesamtergebnis Kapitel Kapitel Privilegierungen von Anwälten und Steuerberatern bei der Honorarannahme A. Diskutierte Lösungsansätze bzgl. Strafverteidiger V7 VI I. Ansätze innerhalb des Tatbestands von 261 StGB Objektive Tatbestandlösungen a) Einschränkende Auslegung sich verschaffen b) Teleologische Reduktion c) Verfassungskonforme Auslegung des objektiven Tatbestands Subjektive Tatbestandslösungen (Vorsatzlösungen) II. Ansätze außerhalb des Tatbestands von 261 StGB Rechtfertigungslösungen Prozessuale Lösung Strafausschlusslösung III. Entscheidung des BGH vom IV. Urteil des BVerfG vom (2 BvR 1520/01 u. 1521/01) B. Einschränkende Auslegung von 261 StGB I. Einschränkende Auslegung von 261 StGB aus teleologischen Gründen Rechtsgutsbegriff und verfassungsrechtliche Erforderlichkeit des Rechtsgutschutzes Streitstand a) Staatliche Rechtspflege und durch Vortat geschütztes Rechtsgut aa) Rechtspflege bb) Durch Vortat geschützte Rechtsgut b) Legaler Wirtschafts- und Finanzkreislauf c) Innere Sicherheit d) Rechtsgutsschutz in der Rechtsprechung e) Ergebnis Verletzung des von 261 StGB geschützten Rechtsguts durch Honorarannahme II. Einschränkende Auslegung von 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB aus verfassungsrechtlichen Gründen Verletzung von Art. 12 Abs. 1 GG durch 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB a) Schutzbereich b) Eingriff aa) Aufgabe und Stellung des Rechtsanwalts bb) Aufgabe und Stellung des Steuerberaters cc) Unterschiedliche Inhalte der Mandatsverhältnisse...1338 (1) Mandant ist Vortäter, Rechtsberatung erfolgt wegen dieser Vortat (2) Mandant ist Vortäter, Rechtsberatung erfolgt (auch) in einer anderen unabhängigen Sache (3) Mandant ist nicht Vortäter, Honorarmittel dennoch kontaminiert (4) Sonstige Konstellationen (5) Ergebnis dd) Auswirkungen der Strafandrohung des 261 StGB auf die unterschiedlichen Mandatsverhältnisse (1) Beeinträchtigung der Mandatsübernahme durch die Strafandrohung des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB (2) Störung des laufenden Mandatsverhältnisses und Interessenkonflikte durch die Strafandrohung des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB (3) Zusätzliche Beeinträchtigung von Mandatsverhältnissen durch (drohende) Ermittlungsmaßnahmen bzgl. Drittmandaten ee) Ergebnis c) Rechtfertigung des Eingriffs (Schranke) aa) Legitimer Zweck, Geeignetheit und Erforderlichkeit bb) Übermaßverbot (1) Mandant ist Vortäter, Rechtsberatung wegen Katalogtat (2) Mandant ist Vortäter, Rechtsberatung wegen Katalogtat und daneben unabhängig davon (3) Mandat beinhaltet nicht die Auseinandersetzung mit einer Katalogtat des Mandanten (4) Honorarleistung durch Dritten als Vortäter cc) Ergebnis Ungleichbehandlung i.s.v. Art. 3 Abs. 1 GG durch 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB auf die Honorarannahme von Anwälten/Steuerberatern außerhalb der Strafverteidigung a) Reichweite der Strafverteidigerentscheidung des BVerfG b) Allgemeiner Gleichheitssatz, Art. 3 Abs. 1 GG aa) VII Ungleichbehandlung: Schutzbereich und Beeinträchtigung bb) Rechtfertigung der Ungleichbehandlung (1) Anwendung der Neuen Formel auf vorliegende Problemstellung (2) Festlegung des Prüfungsumfangs (3) Verhältnismäßigkeit der Ungleichbehandlung von Strafverteidigern und sonstigen Rechtsanwälten/ Steuerberatern Ergebnis...1739 VIII C. Übertragbarkeit der diskutierten Lösungsansätze zum Strafverteidiger.174 I. Beseitigung des Verfassungsverstoßes hinsichtlich 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB Übertragbarkeit der Lösungsansätze zum Strafverteidiger a) Keine Lösung innerhalb des objektiven Tatbestands b) Keine Lösung außerhalb des Tatbestands von 261 StGB..176 c) Vorsatzlösung aa) Aus Gründen des Art. 12 Abs. 1 GG bb) Aus Gründen des Art. 3 Abs. 1 GG d) Ergebnis Reichweite und Grenzen der Übertragung der Vorsatzlösung a) Erfasste Honorarleistungen b) Übertragbarkeit: Grenzen verfassungskonformer Auslegung aa) Verfassungskonforme Auslegung (1) Methodik der Strafverteidigerentscheidung (2) Übertragbarkeit bb) Zulässige Rechtsfortbildung (1) Kritik an der Methodik des BVerfG zur verfassungskonformen Auslegung (2) Rechtsfortbildung: verfassungskonforme Reduktion Vorsatzlösung und strafprozessuale Absicherung Ergebnis II. Übertragbarkeit der Privilegierung auf 261 Abs. 1, 2 Nr. 2 StGB Übertragung von Privilegien auf Tatbestände außerhalb 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB Übertragung der Vorsatzlösung verfassungsrechtlich geboten Prozessuale Absicherung D. Gesamtergebnis Kapitel Schlussbemerkung Literaturverzeichnis...19610 1 Die Kirch` allein, meine lieben Frauen, Kann ungerechtes Gut verdauen. (Mephisto, den Pfaffen zitierend 1 ) Vorbemerkung und Gang der Untersuchung Unabhängig davon, ob das Faustzitat jemals juristisch zutreffend war, stimmt es jedenfalls seit dem Urteil des BVerfG vom inhaltlich nicht. Danach können (auch) Wahlverteidiger ungerechtes Gut verdauen. Nehmen Strafverteidiger Honorar an, das aus einer Katalogtat ihres Mandanten herrührt, die im Geldwäschetatbestand als Vortat aufgeführt ist ( 261 Abs. 1 S. 2 StGB) und wegen der sie ihn verteidigen, bleiben sie im Hinblick auf den Geldwäschetatbestand des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB straflos so lange sie nicht wenigstens wissentlich handeln. Bereits vor dem als salomonisch 3 gefeierten Urteil des BVerfG existierte eine Fülle von Veröffentlichungen zum Problemkreis der Honorarannahme durch Strafverteidiger, die sich mit einer Geldwäschestraflosigkeit, also einer Privilegierung von Verteidigern, auseinandersetzten. Hingegen treten Rechtsanwälte, die nicht als Wahlverteidiger tätig sind, aber auch Steuerberater, allenfalls am Rand der Diskussion um die Privilegierung bei der Honorarannahme auf, obwohl auch hier eine besondere Tatnähe zur Geldwäsche bestehen kann 4. Nur vereinzelt finden sich dazu Literaturbeiträge 5. Diese Untersuchung will deshalb nicht erneut und isoliert die Problematik seitens des Strafverteidigers aufgreifen. Ziel der Arbeit ist vielmehr die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit auch nicht als Verteidiger tätige Anwälte, speziell Zivilanwälte, und Steuerberater bei der Honorarannahme privilegiert sind und die Kriterien der bundesverfassungsgerichtlichen Rechtsprechung auf die Honorarannahme durch diese übertragen werden können oder sogar müssen. Dabei wird sich nicht auf die im Fokus bzgl. des Strafverteidigers stehende Vorschrift des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB beschränkt werden, sondern auch die anderen Tatbestandsalternativen der Geldwäschestrafbarkeit Gegenstand der Untersuchung sein. Ebenso wird untersucht, ob und wie die Privilegierung bei der Honorarannahme auf andere Konstellationen, als jene, die dem Strafverteidigerurteil des BVerfG zugrunde liegt, Anwendung findet. So etwa, wenn Rechtsberatung oder -vertretung nicht wegen einer Katalogvortat der Geldwäsche erfolgt, aber dennoch Honorarmittel, die aus einer Katalogvortat herrühren (können) angenommen werden. 1 Goethe, Faust I, Verse 2839 f. 2 BVerfG NJW 2004, Lackner/Kühl, StGB, 261 StGB Rn 5 a. 4 Fischer NStZ 2004, 473, Brüssow/Petri AnwBl. 2004, 114; bezeichnend Giannini, Anwaltliche Tätigkeit und Geldwäscherei, der mit S. 226 f. zwei Seiten von 286 sonstigen Rechtsanwälten widmet.11 2 Die Arbeit beginnt deshalb zunächst in Kapitel 1 mit einer Untersuchung der relevanten Tatbestandsmerkmale von 261 StGB, um das Strafbarkeitsrisiko bei der Honorarannahme in den verschiedenen tatsächlichen Konstellationen beurteilen zu können. Gerade wegen der Masse der Veröffentlichungen zum Tatbestand der Geldwäsche selbst 6 unabhängig vom Problem der Honorarannahme ist es geboten auf die dort vorgebrachten Argumente und Meinungen, insbesondere zum Tatobjekt, einzugehen und weitere Aspekte in die Diskussion einzubringen. Nur wenn die Reichweite des aus dem Tatbestand der Geldwäsche folgenden Strafbarkeitsrisikos feststeht, kann das Erfordernis und die Möglichkeit einer umfassenden Privilegierung für Rechtsanwälte und Steuerberater untersucht werden. Denn das Strafbarkeitsrisiko kann Auswirkungen auf die Mandatsbeziehung und damit die Berufsausübung haben. Im Rahmen dessen wird die gewerbs- oder bandenmäßige Steuerhinterziehung ( 370 AO) als Vortat näher untersucht, weil sie durch ihre Reichweite eine straflose Honorarannahme von Zivil- und Steuerrechtsberatung überhaupt nicht mehr möglich erscheinen lässt 7. Es wird auch auf strafprozessuale Eingriffsbefugnisse der Ermittlungsbehörden, die mit der Strafandrohung des 261 StGB flankierend verbunden sind eingegangen, da auch diese das Mandatsverhältnis beeinflussen können. Nachdem das Strafbarkeitsrisiko durch die Annahme von Honorar untersucht wurde, wird in Kapitel 2 auf die einschränkende Auslegung von 261 StGB und die damit verbundene Privilegierung außerhalb der Strafverteidigung tätiger Anwälte und Steuerberater bei der Honorarannahme eingegangen, wobei sich nicht auf 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB beschränkt wird. Dabei werden die in Kapitel 1 (Strafbarkeitsrisiko) gefunden Ergebnisse verwendet, um tatsächliche Auswirkungen auf das Mandatsverhältnis rechtlich (auch verfassungsrechtlich) würdigen zu können. Ausgangspunkt der Frage nach einer Privilegierung ist dabei zunächst, ob diese nach dem Schutzzweck des 261 StGB geboten ist. Im Anschluss wird untersucht wie sich die Strafandrohung der Geldwäsche samt ihrer flankierenden prozessualen Maßnahmen auf die Grundrechte des Rechtsanwalts und des Steuerberaters auswirkt, wobei zunächst 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB untersucht wird. Primär wird dabei auf die Berufsausübungsfreiheit des Art. 12 Abs. 1 GG eingegangen. Weiter ist das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 Abs. 1 GG, basierend auf der Frage, inwieweit durch das Urteil des BVerfG zum Strafverteidiger auch eine gleiche Behandlung von außerhalb der Verteidigung tätigen Anwälten und Steuerberatern verfassungsrechtlich geboten ist, Teil der Untersuchung. Auf die Rechte des Mandanten wird dabei nur eingegangen, soweit sie Auswirkungen auf die Grundrechte des Berufsträgers haben. Der sich im Hinblick auf Art. 12 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 GG zeigende Verfassungsverstoß wird auf Grundlage des geltenden Rechts aufgelöst werden, 6 Burr, Geldwäsche Eine Untersuchung zu 261 StGB; Leip, Der Straftatbestand der Geldwäsche Zur Auslegung des 261 StGB. 7 Vgl. Fischer, StGB, 261 Rn 38 a.e.12 indem unter Anwendung der Methodik des BVerfG im Strafverteidigerurteil eine verfassungskonforme Auslegung des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB vorgenommen wird. Die hinsichtlich 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB gefundene Lösung wird abschließend auf ihre Übertragbarkeit bzgl. der Tathandlungen nach 261 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 2 StGB untersucht. 313 5 1. Kapitel Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte und Steuerberater bei Honorarannahme A. Der Tatbestand des 261 StGB Um Strafbarkeitsrisiken für Anwälte/Steuerberater bei der Honorarannahme im Hinblick auf Geldwäsche analysieren zu können, ist der Tatbestand des 261 StGB zu untersuchen. I. Kriminalpolitisches Konzept Am ist durch das Gesetz zur Bekämpfung des illegalen Rauschgifthandels und anderer Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität (OrgKG) 8 der Tatbestand der Geldwäsche als 261 StGB eingeführt worden. 261 StGB basiert auf internationalen Vorgaben 9 und unterlag bereits zahlreichen Änderungen 10. Mit 261 StGB wollte der Gesetzgeber Lücken schließen, die die Anschlussdelikte der 257 bis 259 StGB offen lassen 11. Nach BT-Drs. 12/989, S ist unter Geldwäsche die Einschleusung von Vermögensgegenständen aus organisierter Kriminalität in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf zum Zwecke der Tarnung zu verstehen. Dies deckt sich mit der phänomenologischen US-amerikanischen Definition: Als Geldwäsche bezeichnet man die Mittel, mit denen man die Existenz, die illegale Quelle oder die illegale Verwendung von Einkommen verbirgt und dann dieses Einkommen so bemäntelt, dass es aus einer legalen Quelle zu stammen scheint 13. Der illegal erworbene Vermögenswert soll 8 BGBl. I/1992, S. 1302, Weiterhin wurden durch das OrgKG etwa eingeführt: 43 a StGB (Vermögensstrafe), 110 a StPO (Einsatz verdeckter Ermittler), 98 a StPO (Rasterfahndung). 9 Suchtstoffübereinkommen vom ; Übereinkommen des Europarats über Geldwäsche sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten vom ; Europäische Geldwäscherichtlinie Nr. 91/308/EWG vom , dazu unten. 10 Hierzu ausführliche Darstellung bei Fischer, StGB, 261 Rn 1, 1 a. 11 BT-Drs. 12/989, S. 26; s. auch BGH NJW 2006, 1297, 1299; Otto Jura 1993, 329. Zu den Strafbarkeitslücken ausführlich Höreth, Die Bekämpfung der Geldwäsche unter Berücksichtigung einschlägiger ausländischer Vorschriften und Erfahrungen, S ; Leip, aao, Teil 1, 2. Kapitel; Arzt NStZ 1990, 1, 2 ff. (de lege ferenda). 12 So schon BT-Drs. 11/7663, S. 24. Vgl. auch Bottermann, Untersuchung zu den grundlegenden Problematiken des Geldwäschetatbestands auch in seinen Bezügen zum GwG, S The problem of money laundering, the means, by which one conceals the existence, illegal source, or illegal application of income, and then disguises that income to make it appear14 6 erhalten und dem Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden entzogen werden 14. Geldwäsche stellt die Schnittstelle zwischen legalem Finanzkreislauf und illegaler Straftaterlöse dar; illegales Geld wird sichtbar StGB beabsichtigt den Straftäter der Vortat mit seinem schmutzigen Geld 16 gegenüber seiner Umwelt zu isolieren, indem der inkriminierte Gegenstand verkehrsunfähig gemacht wird. Daneben will der Geldwäschetatbestand die Abschöpfung krimineller Gewinne sicherstellen 17. Zudem soll durch 261 StGB in Zusammenspiel mit dem Geldwäschegesetz (GwG) 18 eine Papierspur (paper-trail) 19 gelegt werden, anhand derer die Strafverfolgungsbehörden illegale Finanztransaktionen rekonstruieren und in die Strukturen der Organisierten Kriminalität eindringen können 20. Der Nerv der Organisierten Kriminalität soll durch die Entziehung illegaler Finanzströme getroffen werden 21. Die Isolierung des Vortäters er kann nicht mehr mit kriminell kontaminiertem Geld wirtschaften soll auch zu einer Eindämmung der Vortaten führen. Salditt spricht von der Strafbarkeit des wirtschaftlichen Bannbruchs 22. Barton formuliert bildhaft, Kriminalität solle sich nicht mehr lohnen 23 was allerdings generalpräventiver Zweck jeder Strafnorm ist 24. Bedeutung soll dem Tatestand damit überwiegend im polizeilichen und rechtspolitischen Raum zukommen 25. legitimate, s. Giannini, aao, S. 21; Lampe JZ 1994, 123, Fn 1; United States President s Commission on Organized Crime, The Cash Connection: Organized Crime, Financial Institutions, and Money Laundering, Washington D.C p. VII, s. Arzt NStZ 1990, 1, Fn 1. Vgl. auch kriminologische Definition bei Ackermann, Geldwäscherein Money Laundering, BT-Drs. 12/989, S. 26; s. BGH NJW 2006, 1297, Vgl. auch Körner NJW 1996, BT-Drs. 12/989, S. 26. Gotzens/Schneider wistra 2002, 121, 124 bezeichnen diese Annahme des Gesetzgebers als möglicherweise illusionär, aber noch im Rahmen seines Beurteilungsspielraums. 16 Körner/Dach, Geldwäsche, Ein Leitfaden zum geltenden Recht, S BT-Drs. 12/989, S. 26; BT-Drs. 12/3533, S Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (Geldwäschegesetz GwG) vom 25. Oktober 1993, BGBl. I, S. 1770), zuletzt geändert durch Art. 4 Abs. 9 des Gesetzes zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten vom (BGBl. I, S. 2437). 19 Vgl. Barton StV 1993, 156, 159 unter Bezugnahme auf BR-Drs. 507/92, S Körner/Dach, aao, S.13; Hufnagel, Der Strafverteidiger unter dem Generalverdacht der Geldwäsche, S BT-Drs. 12/989, S StrFo 1992, StV 1993, 156, 157. Vgl. auch Gotzens/Schneider wistra 2002, 121, Hufnagel, aao, S. 16, Gotzens/Schneider wistra 2002, 121, Hetzer NJW 1993, 3298; ders. wistra 1993, 286; Meyer/Hetzer NJW 1998, Starke Kritik an diesem kriminalpolitischen Konzept einer Vollziehung von Polizeirecht in Form des Strafrechts übt Fischer, in dem er das umfassende Verkehrunfähigmachen von kriminell kontaminiertem Vermögen in einer freien Gesellschaft als nicht erreichbar ansieht, s. Fischer, StGB, 261 Rn 4 b - d. Ähnlich Bottke wistra 1995, 121, 122, durch den15 7 II. Tatbestandsmerkmale 1. Tatobjekt Dem Tatobjekt kommt innerhalb dieser Arbeit herausgehobene Bedeutung zu. Anders als bei Abhandlungen, die sich mit der Strafbarkeit eines Verteidigers wegen Honorarannahme beschäftigen, wird hier nicht lediglich eine Sachverhaltskonstellation zugrunde gelegt. Bei der Verteidigerproblematik geht es regelmäßig darum, dass ein Mandant wegen einer Katalogtat verteidigt wird und der Strafverteidiger Honorar (in bar) annimmt, das aus dieser Katalogtat herrührt 26. Vorliegend wird sich hierauf nicht beschränkt 27, weswegen die Kenntnis des Tatobjekts von Bedeutung ist 28. Was nicht (mehr) bemakelt, also kein Tatobjekt ist, kann straffrei als Honorar angenommen werden. Tatobjekte der Geldwäsche sind nach 261 Abs. 1 S. 1 StGB Gegenstände, die aus einer in 261 Abs. 1 S. 2 StGB genannten rechtswidrigen Tat herrühren 29. Die Gesetzesbegründung 30 nennt bewegliche und unbewegliche Sachen, Edelmetalle und -steine 31, Grundstücke und Rechte an solchen, Geld (Bargeld, Buchgeld in inländischen und ausländischen Währungen), Wertpapiere und Forderungen. Aber auch Patente, Kunst- und Sammelobjekte, Schecks, Unternehmensanteile fallen hierunter 32. Tauglicher Gegenstand einer Geldwäsche kann jeder Vermögensgegenstand sein 33. Für die Problemstellungen dieser Arbeit sind Bar- und Buchgeld von Interesse. Isolierungstatbestand des 261 Abs. 2 StGB sei jeder Bürger als potentieller Anbieter von Gütern/Dienstleistungen aufgefordert, entweder auf Forderungsbegleichung durch unkontrolliertes Geld zu verzichten oder dem Verkehr selbst zu entsagen. 26 So auch Sachverhalt bei BVerfG NJW 2004, 1305 (Strafverteidigerentscheidung). 27 Vgl. Fischer, StGB, 261 Rn 32 a zu den zahlreichen Möglichkeiten. Ausführlich unten. 28 Untersuchungen (vgl. etwa Bussenius, Geldwäsche und Strafverteidigerhonorar; Hufnagel, Der Strafverteidiger unter dem Generalverdacht der Geldwäsche gemäß 261 StGB), die sich nur mit der speziellen Strafverteidigerkonstellation beschäftigen, können sich hinsichtlich der Ausführungen zum Tatobjekt kurz fassen, da dort die Fälle des Herrührens des Tatobjekts keine Probleme aufwerfen. 29 Auf die Besonderheiten des 261 Abs. 1 S. 3 StGB wird später eingegangen. 30 BT-Drs. 12/989, S Siehe 148 b GewO (gewerbsmäßige, fahrlässige Hehlerei von Edelmetallen und -steinen). 32 Stree in Schönke/Schröder 261 Rn BT-Drs. 12/989, S. 27; Fischer, StGB, 261 Rn 6; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 3; SK-Hoyer 261 Rn 5; Schröder/Textor in Fülbier/Aepfelbach/Langweg, Kommentar zum GwG, 261 StGB Rn 10; Körner/Dach, aao, S.15; Cebulla wistra 1999, 281; vgl. auch Lampe JZ 1994, 123, 126; Arzt JZ 1993, 913; Hetzer NJW 1993, 3298; 3299, ders. ZAP 2001, 266, 271.16 8 a) Gegenstand Gegenstand ist, was Objekt von Rechten sein kann, d.h. eine Sache ( 90 BGB) oder ein Recht 34. Hierunter fällt Bargeld als Sache. Bei Buchgeldern handelt es sich zivilrechtlich um Forderungen. Teilweise wird (ohne Begründung) vertreten, dass auch tatsächliche Positionen, wie etwa nichtige Forderungen, die zwar von der Rechtsordnung nicht anerkannt werden, aber dennoch einen Rechtsschein erwecken und verkehrsfähig sind, unter den Gegenstandsbegriff des 261 StGB fallen 35. Dem ist nicht zu folgen. Nichtige Forderungen haben keine Rechtsqualität. Sie können keine Objekte von Rechten sein, womit sie niemals Gegenstände im (zivil)rechtlichen Sinn sind 36. Gleiches gilt für einen etwaig erzeugten Rechtsschein. Es läge eine Wortlautüberdehnung vor, wollte man auch tatsächliche Positionen, die von der (Zivil)Rechtsordnung nicht anerkannt werden, unter den Gegenstandsbegriff des 261 StGB fassen. 261 Abs. 7 S. 1 StGB stützt dies. Er sieht vor, dass Gegenstände, auf die sich die Straftat (Geldwäsche) bezieht, der Einziehung unterliegen. Gemäß 74 e StGB ist Rechtfolge ein Wechsel der Rechtsinhaberschaft. Bei rein tatsächlichen Positionen (wie nichtigen Forderungen), ist dies nicht möglich 37. Das Argument Altenhains, 261 StGB liefe über 134 BGB zumeist schon nach der ersten tatbestandsmäßigen Geldwäschehandlung leer 38, wollte man nichtige Forderungen unberücksichtigt lassen, überzeugt nicht. Die zivilrechtlichen Auswirkungen des 261 StGB sind noch nicht abschließend untersucht 34 Palandt-Heinrichs vor 90 BGB Rn 2; Burr, aao, S. 55; Nestler in Herzog/Mülhausen, Geldwäschebekämpfung und Gewinnabschöpfung, 17 Rn 1; Hetzer NJW 1993, 3298, Vgl. auch BVerfG NJW 2005, 1917, 1920 zu 94 StPO: Der Wortsinn gestattet es, als Gegenstand des Zugriffs auch nicht körperliche Gegenstände zu verstehen. Abzulehnen ist die Ansicht von Geurts ZRP 1997, 250, 252. Seiner Auffassung nach handelt es sich bei Rechten, insbesondere bei Forderungen, nicht um Gegenstände im Sinne des 261 StGB. Dass damit die ratio legis, Geldwäsche zu bekämpfen, die sich regelmäßig über Bankkonten und damit rechtlich über Forderungen abspielt, ad absurdum geführt wird und 261 StGB so auf ein faktisches Nullum (so Berndt in Münchener Anwaltshandbuch, Verteidigung in Wirtschafts- und Steuerstrafsachen, 20 Rn 45, Fn 64) reduziert wäre, bedarf keiner weiteren Erörterung. 35 Lackner/Kühl, StGB, 261 Rn 3; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 3; Nestler in Herzog/Mülhausen, aao, 17 Rn 2; Schmidt, Gewinnabschöpfung im Straf- und Bußgeldverfahren, Rn 1607; NK-Altenhain 261 Rn 26 (erforderlich sei nur, dass die Forderungsposition ihrer Art nach von der Rechtsordnung anerkannt werde, nicht ob sie konkret Anerkennung genießt); Götz/Windholz AnwBl. 2000, 642, Burr, aao, S Cebulla wistra 1999, 281 (auch Schmidt, aao, Rn 1607), will auch sog. Besondere Gegenstände, die rechtlich nicht in die Form einer Sache oder eines Rechts gegossen werden können, wie beispielsweise Computerprogramme oder Know-how, erfasst wissen. Dagegen spricht schon der Bestimmtheitsgrundsatz. SK-Hoyer 261 Rn 5 meint, Gegenstand im Sinne von 261 StGB sei nur jede wirtschaftliche Position, die Bezugspunkt (Gegenstand) eines Anspruchs ist. Allerdings finden sich weder im Gesetzestext noch in der Gesetzesbegründung Anhaltspunkte, die eine solche Annahme stützten. 38 NK-Altenhain 261 Rn 26 a.e.17 Nr. 1, 2) 380. Bei der Annahme von Honoraren für berufsspezifische Leistungen von Anwälten/Steuerberatern können theoretisch alle Tathandlungen verwirklicht werden. Praktisch am relevantesten ist jedoch der Isolierungstatbestand in Form des 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB ( sich verschaffen ). a) Tathandlungen des 261 Abs. 1 StGB aa) Verschleierungstatbestand, 261 Abs. 1 S. 1, Var. 1, 2 StGB Mit Verbergen und Verschleiern umfasst 261 Abs. 1 S. 1, Var. 1, 2 StGB manipulative und klandestine Verhaltensweisen, die für die phänomenologische Geldwäsche typisch sind 381. Verbergen ist jede Tätigkeit, die durch eine nicht übliche örtliche Unterbringung oder durch eine den Gegenstand verdeckenden Handlung den Zugang zum Tatobjekt erschwert 382, z.b. Verstecken, Vergraben, Ablegen einer Sache an ungewöhnlicher Stelle 383. Verschleiern der Herkunft sind irreführenden Machenschaften, die darauf abzielen, den Nachweis zu erschweren, dass der Gegenstand aus einer Straftat stammt 384, etwa Falschbuchungen oder Kontoführungen unter falschem Namen 385. Im Unterschied zum Verbergen wird beim Verschleiern nicht die Existenz des Vermögenswerts geleugnet 386. Der Verschleierungstatbestand bezeichnet jeweils ein finales Handeln, das auf einen Verdeckungserfolg gerichtet ist, ohne dass dieses Verhalten aus Sicht der Ermittlungsbehörden zum Erfolg geführt haben muss 387. Die finale Struktur des Verschleierungstatbestands führt dazu, dass die Honorarannahme für sich allein genommen keine Strafbarkeit nach 261 Abs. 1 S. 1, Var. 3, 4 StGB zu begründen vermag Bzgl. des Verschleierungs- wie auch des Isolierungstatbestands folgte der Gesetzgeber im Wesentlichen den Vorgaben der Wiener Drogenkonvention von So setzt Abs. 2 den Art. 3 Abs. 1 Unterabs. c (i) des Wiener Übereinkommens um, BT-Drs. 12/989, S. 27. Dagegen resultiert der Vereitelungs- und Gefährdungstatbestand aus einer Anleihe der Formulierungen des Art. 305bis Schweizer StGB, dazu Leip, aao, S Leip, aao, S. 129; MK-Neuheuser 261 Rn Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; Bottke wistra 1995, 121; Otto wistra 1995, 323, 326; MK-Neuheuser 261 Rn 61. Zum Begriff des Verbergens schon Art. 3 Abs. 1 b) (ii) Wiener Übereinkommen. 383 MK-Neuheuser 261 Rn 61; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn Fischer, StGB, 261 Rn 21; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; MK-Neuheuser 261 Rn Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; MK-Neuheuser 261 Rn 62. Vgl. auch 283 Abs. 1 Nr. 8 StGB. 386 MK-Neuheuser 261 Rn 62; vgl. auch Leip, aao, S. 127, Leip, aao, S. 128 f.; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; MK-Neuheuser 261 Rn Bussenius, aao, S. 34 (zum Strafverteidiger).18 62 bb) Vereitelungs- u. Gefährdungstatbestand, 261 Abs. 1 S. 1, Var. 3, 4 StGB Vom Vereitelungs- und Gefährdungstatbestand werden Verhaltensweisen umfasst, welche die Strafverfolgung beeinträchtigen, indem ein Aufrechterhalten der vom Geldwäschetatbestand bezweckten Papierspur vereitelt oder konkret gefährdet wird 389. Voraussetzung ist die Eignung der Tathandlung Herkunft, Auffinden, Verfall ( 73 ff. StGB), Einziehung ( 74 ff. StGB) oder die Sicherstellung ( 111 b ff. StPO) beeinträchtigen zu können 390. Im Fall des Vereitelns liegt ein Erfolgsdelikt vor, bzgl. des Gefährdens ein konkretes Gefährdungsdelikt 391. Die notwendige konkrete Gefahr bezieht sich darauf, dass die Herkunftsermittlung, das Auffinden usw. unterbleibt, d.h. der tatsächliche Zugriff auf den Gegenstand konkret erschwert wird 392. Vereitelungshandlung ist z.b. eine falsche Angabe gegenüber Ermittlungsbehörden oder das Beiseiteschaffen belasteter Dokumente 393. Das Auffinden des Tatobjekts wird etwa bei einer Verbringung ins Ausland konkret gefährdet 394. Die bloße Annahme von Honorar durch Anwälte/Steuerberater kann eine Strafbarkeit nach 261 Abs. 1 S. 1 Var. 3, 4 StGB zur Folge haben, insbesondere weil der BGH in seinem Geldwäscheurteil diese Varianten des Abs. 1 weit auslegte 395. Der Senat bejahte eine Gefährdung der Sicherstellung ( 111 b Abs. 1, 2, 5 StGB) sogar als der Verteidiger bemakelte Gegenstände, die zuvor als Kaution hinterlegt wurden, von der Hinterlegungsstelle erlangte, obwohl in dieser Konstellation eine konkrete Gefährdung der Auffindung der Geldbeträge kaum vorstellbar ist, da die Auszahlung seitens der Justiz dokumentiert wird 396. b) Tathandlungen des 261 Abs. 2 StGB 261 Abs. 2 betrifft Handlungen, die die Strafverfolgung abstrakt gefährden 397. Er ist Auffangtatbestand, der greifen soll, wenn die Tatbegehungsweisen des 389 Leip, aao, S. 129 f.; MK-Neuheuser 261 Rn MK-Neuheuser 261 Rn 63 unter Hinweis auf entgegenstehende Haupttatverjährung im Fall des Verfalls. 391 BT-Drs. 12/989, S. 27; Spiske, aao, S. 130; Leip, aao, S. 130, 144; MK-Neuheuser 261 Rn 65; Fischer, StGB, 261 Rn 22; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; Körner/Dach, aao, S. 22. Anders als bei den vergleichbaren Vorschriften innerhalb des Art. 305bis Schweizer StGB genügt eine abstrakte Gefährdung nicht. 392 Vgl. BGH NJW 1999, 436, 437; OLG Frankfurt a.m. NJW 2005, 1727, 1733; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; Spiske, aao, S Stree in Schönke/Schröder 261 Rn Vgl. BGH NJW 1999, 436, 437; Stree in Schönke/Schröder 261 Rn 11; Lackner/Kühl, StGB, 261 Rn 7; MK-Neuheuser 261 Rn BGH NJW 2001, 2891, Bussenius, aao, S. 35; Nestler StV 2001, 641, MK-Neuheuser 261 Rn 66; Fischer, StGB, 261 Rn 23; Kargl NJ 2001, 59.19 72 4. Versuch Der Versuch ist nach 261 Abs. 3 StGB strafbar. Weil bei 261 Abs. 1 StGB eine konkrete Gefährdung zur Vollendung genügt, ist der Versuchsbeginn weit vorverlagert 470. Bereits, wenn der Täter seine Tatentschlossenheit durch eindeutige Handlungen nach außen dokumentiert, liegt ein unmittelbares Ansetzen vor, nicht erst, wenn der Täter mit dem inkriminierten Vermögensgegenstand in Kontakt kommt 471. Nach dem BGH 472 genügt das sich Verschaffen von Vermögensgegenständen, in der Annahme, sie rührten aus illegalen oder betrügerischen Geschäften her, nicht für die Feststellung eines Versuchs. Notwendig ist eine zutreffende Vorstellung (zumindest in groben Zügen) von einer Katalogvortat. Die mit Nachdruck beim Mandanten geführte Anfrage, wann die Honorarnote endlich bezahlt wird, stellt nur dann eine versuchte Geldwäsche nach 261 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3 StGB dar (Tatentschluss vorausgesetzt), wenn auch eine in groben Zügen zutreffende Vorstellung von einer Katalogtat existiert. Wegen der vielen Möglichkeiten irriger Annahmen ergibt sich ein breites Feld strafbarer untauglicher Versuche 473. B. Erhöhtes Strafbarkeitsrisiko ( 261 StGB) für Anwälte/Steuerberater Nach der Untersuchung von Tatobjekt, Tathandlungen und subjektiver Strafbarkeitsvoraussetzungen, kann gezeigt werden, dass ein Anwalt/Steuerberater ein erhöhtes Risiko hat, bei der Honorarannahme eine strafbare Geldwäsche zu begehen 474. I. 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB (sich verschaffen) Jeder, der in alltäglichen Austauschgeschäften Geld für seine Leistung annimmt, verschafft sich dieses nach 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB 475, gleichwohl ob Bäcker, Arzt oder Anwalt. Für ein erhöhtes Strafbarkeitsrisiko des Letztgenannten kommt es nicht auf die objektive Tatseite an. Entscheidend ist vielmehr, ob auf subjektiver Seite Wissen vorhanden ist, mit dem auf die kriminelle Herkunft der Honorarmittel geschlossen werden kann und so jedenfalls der Leichtfertigkeitsvorwurf begründbar ist. Bzgl. dieses Wissens ist zu differenzieren. 470 Lampe JZ 1994, 123, 131; Körner/Dach, aao, S. 31; Fischer, StGB, 261 Rn 45; Schmidt, Gewinnabschöpfung im Straf- und Bußgeldverfahren, Rn Körner/Dach, aao, S BGH wistra 2003, 260 f. 473 Körner/Dach, aao, S.37; vgl. auch Leip, aao, S. 154 ff. zur Irrtumsproblematik sowie Schmidt, aao, Rn Vgl. Wessing NJW 2003, 2265, 2270 ( bedrohliches Strafpotenzial ). 475 Siehe oben.20 So kann Inhalt des Mandatsvertrags die Beratung wegen einer Katalogvortat sein, z.b. wenn ein Zivilanwalt seinen Mandanten berät, der Schadensersatzansprüchen wegen gewerbsmäßigem Betrug ausgesetzt ist 476 oder eine präventive Vorfeldberatung einer Kapitalgesellschaft in Zeiten der Krise, bei der verdeckte Gewinnausschüttungen erfolgten, die als gewerbsmäßige Untreue zu qualifizieren sind 477. Hier wird der Unterschied zum exemplarisch gewählten Bäcker deutlich. Die berufstypische Leistung des Anwalts/Steuerberaters hat zwingend ein Auseinandersetzen mit der Katalogtat zum Inhalt, sodass auf subjektiver Seite ein Wissen vorhanden ist, das zumindest für einen Leichtfertigkeitsvorwurf genügen kann. Anders beim Bäcker. Durch den Kauf einer Brezel erhält der Bäcker keinen Einblick in Tatsachen, die mit einer Katalogvortat in Zusammenhang stehen. Andererseits kann es sein, dass der Anwalt/Steuerberater nicht wegen einer Katalogtat mandatiert wird. Im Laufe des Mandatsverhältnisses ergeben sich aber Anhaltspunkte, die auf eine Katalogtat schließen lassen. Anders als der Bäcker, wird der Anwalt/Steuerberater i.d.r. aufgrund des dem Mandatsverhältnis zugrunde liegenden Vertrauensverhältnisses vermehrten Einblick in die Vermögensverhältnisse und -herkunft seines Mandanten haben 478. Es besteht auch die Möglichkeit, dass über die Medien ein annähernd gleiches Informationsniveau bzgl. einer Katalogtat geschaffen wird, so z.b., wenn in der Tagespresse die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen einen berühmten Sportler wegen Verdacht einer gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung bekannt gegeben wird. Letzteres wird die Ausnahme sein. Der entscheidende Unterschied bzgl. des Strafbarkeitsrisikos von Anwälten/Steuerberatern zum exemplarisch gewordenen Bäcker wird also in den ersten beiden Konstellationen deutlich. Der Anwalt/Steuerberater setzt sich einem Strafbarkeitsrisiko nach 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB aus, wenn er von Tatsachen Kenntnis erlangt, die auf ein Herrühren der Honorarmittel aus einer Vortat schließen lassen 479. Die Kenntniserlangung ist dabei gegenüber sonstigen Geschäftspartnern innerhalb täglicher sozialadäquater Austauschgeschäfte erleichtert. Es besteht eine erhöhte Siehe etwa Sachverhalt des OLG Frankfurt a.m. NJW-RR 2001, 1649 (Betrug). 477 Brüssow/Petri AnwBl. 2004, 114, weitere Beispiele S Burmeister/Uwer AnwBl. 2004, 199, 205; Götz/Windholz AnwBl. 2000, 642, 644, abstellend auf den Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mandaten; Vgl. allgemeiner Fischer NStZ 2004, 473, 477 zur besonderen Tatnähe von anderen Berufen als Strafverteidigung. 479 Auf die Privilegierung des Strafverteidigers soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Mehr anzeigen
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