Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Zwangsversteigerung-Verteilungstermin-bestehende-Rechte--f19309.html
Timestamp: 2020-02-21 14:51:12
Document Index: 167327250

Matched Legal Cases: ['§ 1168', '§ 1179', '§ 1247', '§ 52', '§ 1168', '§ 1179', '§ 1247', '§ 387']

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17.11.2006 16:13 |
wir haben ein 2 Fam. Haus ersteiegert.
Neben der Ersteigerungssumme (als Beispiel mit € 100.000,- benannt), ist unter Abteilung III eine Grundschuld einer Bank bestehen geblieben (als Beispiel mit € 50.000,- benannt).
Nun, nach langem hin & her will diese Bank von den 50.000 nur noch 8.000 haben. (entweder ist dies nur der Restbetrag, oder sie haben sich durch eine weitere Grundschuld bei der Verteilung das Geld geholt) Woher nun genau die 8.000 übrig sind, mag man mir nicht sagen.
Meine Frage ist nun, was passiert mit der Differenz 50.000,- Grundschuld (die wir mit in unserer Finanzierung haben) zu 8.000,- die tatächlich für die Löschung notwendig sind. Also 42.000,-
Weder Amtgericht, noch Gläubiger Bank bzw. deren Inkasso-Unternehmen kann mir genau weiterhelfen.
Die Aussage des Inkassounternehmens (welches vor dem Zwangsvollstreckungstermin bereits beim alten Eigentümer aktiv war) lautet: das Geld bekommt niemand, Es wäre meins.
Das wäre zwar zu schön um Wahr zu sein. Aber ich kann das kaum glauben. Auch meine Hausbank bezweifelt das und sieht eher den ehem. Eigentümer als Adressat für den "Restbetrag".
Zu Erwähnen ist evtl. auch, das die anderen Gläubiger, die sich an der Zwangsverteigerung beteiligt haben, also bei dem Verteilungstermin (von 100.000,-) zum Zuge kommen wollten/kamen, nicht zu 100% bedient worden sind.
Also besteht wohl von einem oder mehreren Gläubigern nach wie vor eine Restforderung gegenüber dem ehem. Besitzer.
Muss ich dies bei dem Restbetrag von 43.000,- irgendwie berücksichtigen?
Geld Bank BGB Eigentümer Geld
In dem Verhalten der Gläubigerbank könnte ein Verzicht auf die Grundschuld in Höhe von EUR 42.000,00 liegen.
Wenn das der Fall ist, erwirbt sie der Eigentümer, §§ 1168 Abs. 1,1192 Abs. 1 BGB. Dies hat nach §§ 1179 a Abs. 1, 1192 Abs. 1 BGB zur Folge, dass ein gleich- oder nachrangiger Gläubiger von dem Eigentümer die Löschung seiner Eigentümergrundschuld verlangen kann.
Ansonsten ist der auf die Grundschuld entfallende Erlös von 8.000,00 € auf die gesicherten Forderungen anzurechnen. Diese erlöschen ohne dass es einer besonderen Handlung bedarf, §§ 1247, 1288 Abs. 2 BGB analog. Den die gesicherten Forderungen übersteigenden Verwertungserlös von 42.000,00 € hat die Bank an den Grundstückseigentümer herauszugeben.
Dies sind jedoch eigentlich nur theoretische rechtliche Überlegungen, da Sie nicht mitteilen können, warum die Bank nur ein Betrag in Höhe von EUR 8.000,00 fordert.
Darüber hinaus verhält es sich so, dass von dem Zuschlag dem Ersteher die Nutzungen gebühren und er die Lasten trägt. Der Ersteher übernimmt die dinglichen Belastungen nach Maßgabe der Versteigerungsbedingungen und wirksamer Vereinbarungen (§§ 52, 91 II ZVG). Der Ersteher übernimmt die persönliche Schuld in einer Grundschuld.
Hinsichtlich der Grundschuld der Bank kommt es darauf an, welche Rangstelle sie in dem vom betreibenden Gläubiger stehen. Betreibt der betreibende Gläubiger die Zwangsvollstreckung aus einer nachrangigen Grundschuld , übernimmt der Ersteher die vorrangigen Grundschulden, die dann in die Berechnung des geringsten Gebots eingehen.
Andernfalls ist die Grundschuld im Rahmen der Verteilung des Zwangsversteigerungserlöses zu berücksichtigen.
§ 1168 Abs. 1 BGB
Verzichtet der Gläubiger auf die Hypothek, so erwirbt sie der Eigentümer.
§ 1179 a BGB
Auf die Grundschuld finden die Vorschriften über die Hypothek entsprechende Anwendung, soweit sich nicht daraus ein anderes ergibt, dass die Grundschuld nicht eine Forderung voraussetzt.
§ 1247 BGB Erlös aus dem Pfande
Nachfrage vom Fragesteller	17.11.2006 | 18:19
Ergänzend möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass bereits der Verteilungstermin stattgefunden hat.
Auf nachfrage meinerseits beim Gericht, wurde mir gesagt, dass der Fall für das Gericht erledigt & abgeschlossen sei.
Die eine Gläubiger-Bank mit den 50.000,- Grundschuld, die sich nicht an der Zwangsvollstreckung beteiligt hat, will definitv 8.000 Euro von uns haben, und damit wird der Eintrag der 50.000,- im Grundbuch gelöscht.
Nach diesen beiden Vorgängen:
- Verteilung der 100.000,- beim Amtsgericht, und
- der Löschung der (ursprünglich bestehenden) Grundschuld von 50.000
ist das Grundbuch soweit unbelastet.
Die Gläubiger der 50.000 Grundschuld (jetzt 8.000) will defintiv nichts von dem Differenzbetrag wissen und für die ist der Fall ebenso erledigt.
Nach wie vor, stellt sich mir die Frage, wem stehen die "restlichen" 42.000,- rechtmäßig zu?
Sollte dies dem ehem. Eigentümer zustehen, stellt sich darauf hin die Frage, kann ich dem ehem. Besitzer unsere neuen Forderungen gegen ihn (schriftl. vereinbarter, aber nicht bezahlter Nutzungsausfall für 2 Monate wegen verspäteter Räumung). und sogar eine evtl. im Dezember anstehende Zwangsräumung , von dem Betrag der 42.000,- einfach abziehen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.11.2006 | 18:59
Wenn die Gläubiger der Grundschuld hinsichtlich der Restbetrages von EUR 42.000,00 keinen Anspruch erheben, steht dem ehemaligen Eigentümer dieser Differenzbetrag zu.
Sie können Ihre Forderungen, sofern sie berechtigt sind, gegen die Rückzahlungsforderung des ehemaligen Eigentümers aufrechnen, vgl. § 387 BGB.
Ich hoffe, dass ich zur Klärung Ihres Problems beigetragen habe und verbleibe
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