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Timestamp: 2016-10-26 09:32:31
Document Index: 41586730

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 32', 'Art. 35', 'Art. 39', 'Art. 101', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 19', 'Art. 23', 'Art. 41', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 10', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 41', 'Art. 39', 'Art. 53', 'Art. 101', 'Art. 25', 'Art. 35', 'Art. 39', 'Art. 36', 'Art. 38', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 41', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 132', 'Art. 134', 'e contrario', 'BGE', 'Art. 41', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 132', 'Art. 87', 'Art. 61', 'Art. 41', 'Art. 19', 'Art. 23', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 156', 'BGE', 'Art. 41']

K 22/03 (14.11.2003)
Pr�sident Sch�n, Bundesrichter Borella, R�edi, Lustenberger und Fr�sard; Gerichtsschreiber Fessler
S.________, 1967, Beschwerdef�hrer,
Der 1967 geborene S.________ litt an einer residuellen H�ftdysplasie (Pfannenrandsyndrom bei antero-lateralem �berdachungsdefizit) links. Er unterzog sich deshalb am 25. August 1998 einer periacetabul�ren Osteotomie. Die Operation wurde am Inselspital Bern durchgef�hrt. Im Zeitpunkt des Eingriffs hatte S.________ Wohnsitz im Kanton St. Gallen. Die Kosten f�r die Behandlung und den Spitalaufenthalt vom 24. August bis 2. September 1998 beliefen sich auf insgesamt Fr. 13'624.45.
Mit Entscheid vom 30. Juni 1999 verneinte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wie zuvor schon das Kantonsarzt-Amt die Pflicht des Wohnsitzkantons, sich im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit Fr. 10'347.45 (Fr. 13'624.45 [in Rechnung gestellte Kosten] - Fr. 3'277.-- [Fallpauschale f�r Einwohner des Kantons Bern]) an den Hospitalisationskosten zu beteiligen.
Mit Urteil vom 25. Juni 2001 (K 101/99 [BGE 127 V 138]) hob das Eidgen�ssische Versicherungsgericht den Entscheid vom 30. Juni 1999 auf. Es wies die Sache an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ck, damit es nach weiteren Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen �ber die streitige Differenzzahlungspflicht des Kantons neu entscheide.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen holte bei Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie Kantonsspital St. Gallen, eine Stellungnahme und bei Prof. Dr. med. T.________, A.________, ein Gutachten ein. Die Parteien �usserten sich zu den fach�rztlichen Unterlagen.
Mit Entscheid vom 20. November 2002 verneinte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erneut eine Verpflichtung des Kantons, sich an den Kosten f�r die Behandlung und den Aufenthalt von S.________ im Inselspital Bern vom 24. August bis 2. September 1998 zu beteiligen.
S.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 20. November 2002 sei aufzuheben und der Kanton St. Gallen sei zu verpflichten, Fr. 10'347.45 zuz�glich Zinsen seit 6. Januar 1999 zu bezahlen. Im Weitern beantragt er kostenlose Prozessf�hrung oder den Verzicht auf die Erhebung von Gerichtskosten.
Das Kantonsarzt-Amt St. Gallen verzichtet auf eine Stellungnahme und einen Antrag zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung reicht keine Vernehmlassung ein.
Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht ist letztinstanzlich zust�ndig zur Beurteilung der hier streitigen Differenzzahlungspflicht des Wohnsitzkantons St. Gallen des Beschwerdef�hrers nach Art. 41 Abs. 3 KVG f�r die Behandlung und den Aufenthalt im Inselspital Bern vom 24. August bis 2. September 1998 (BGE 127 V 140 Erw. 1, 410 Erw. 1 mit Hinweisen). Da auch die �brigen formellen Voraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten.
Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Bereich der sozialen Krankenversicherung ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und da ferner nach dem sp�testen Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides (hier: 20. November 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen unber�cksichtigt zu bleiben haben, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar (BGE 123 V 300 Erw. 5 in Verbindung mit BGE 121 V 366 Erw. 1b).
3.1.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung �bernimmt u.a. die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG).
Die Leistungen umfassen namentlich die Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die station�r durchgef�hrt werden sowie den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (Art. 25 Abs. 2 lit. a und e KVG).
Die Leistungen m�ssen wirksam, zweckm�ssig und wirtschaftlich sein (Art. 32 Abs. 1 erster Satz KVG).
3.1.2 Voraussetzung f�r die Kosten�bernahme ist die Zulassung des Leistungserbringers zur T�tigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Art. 35 ff. KVG). Spit�ler im Besonderen m�ssen u.a. auf der nach Leistungsauftr�gen in Kategorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgef�hrt sein (Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG).
Anstalten oder deren Abteilungen, die nach bisherigem Recht als Heilanstalten gelten, sind als Leistungserbringer nach neuem Recht zugelassen, solange der Kanton die in Artikel 39 Absatz 1 Buchstabe e vorgesehene Liste der Spit�ler und Pflegeheime noch nicht erstellt hat (Art. 101 Abs. 2 erster Satz KVG).
3.3 Die Kosten�bernahme bei station�rer Behandlung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist in Art. 41 KVG geregelt. Danach muss der Versicherer die Kosten h�chstens nach dem Tarif �bernehmen, der im Wohnkanton der versicherten Person gilt (Abs. 1 dritter Satz). Beanspruchen Versicherte aus medizinischen Gr�nden einen anderen Leistungserbringer, so richtet sich die Kosten�bernahme nach dem Tarif, der f�r diesen Leistungserbringer gilt (Abs. 2 erster Satz).
Medizinische Gr�nde liegen bei einem Notfall vor oder wenn die erforderlichen Leistungen im Wohnkanton oder in einem auf der Spitalliste des Wohnkantons nach Artikel 39 Absatz 1 Buchstabe e aufgef�hrten ausserkantonalen Spital nicht angeboten werden (Abs. 2 zweiter Satz und lit. b).
Beansprucht die versicherte Person aus medizinischen Gr�nden die Dienste eines ausserhalb ihres Wohnkantons befindlichen �ffentlichen oder �ffentlich subventionierten Spitals, so �bernimmt der Wohnkanton die Differenz zwischen den in Rechnung gestellten Kosten und den Tarifen des betreffenden Spitals f�r Einwohner und Einwohnerinnen des Kantons (Abs. 3 erster Satz; Ausgleichs- oder Differenzzahlungspflicht: BGE 123 V 290 und 310).
3.3.1 In BGE 127 V 138 hat sich das Eidgen�ssische Versicherungsgericht einl�sslich zum Begriff der medizinischen Gr�nde (ohne Notfall) im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und 3 KVG sowie zum Umfang der Kosten�bernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung ge�ussert, wenn solche gegeben sind. Das Gericht hat entschieden, dass die altrechtliche Ordnung (Art. 19bis Abs. 5 und Art. 23 KUVG sowie die dazu ergangene Rechtsprechung) sinngem�ss auch unter dem neuen Recht gilt.
3.3.2 Im Weitern hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht festgestellt, die Tatsache, dass eine unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit und Zweckm�ssigkeit an sich geeignete diagnostische oder therapeutische Massnahme in einem auf der Spitalliste des Wohnsitzkantons der versicherten Person aufgef�hrten Spital angeboten werde, schliesse nicht zwingend einen medizinischen Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und 3 KVG aus. Weist eine bestimmte Behandlungsmethode oder Operationstechnik Vorteile in diagnostischer und/oder therapeutischer Hinsicht gegen�ber anderen ebenfalls in Betracht fallenden Anwendungen auf, rechtfertigt sich unter Umst�nden die Beanspruchung der Dienste eines ausserkantonalen �ffentlichen oder �ffentlich subventionierten Spitals. Gemeint sind in erster Linie geringere Risiken, weniger Komplikationen, eine g�nstigere Prognose betreffend allf�lliger Nebenwirkungen und Sp�tfolgen. Der diagnostische oder therapeutische Mehrwert der fraglichen, in keinem Spital im Wohnsitzkanton der versicherten Person angebotenen Leistung muss allerdings erheblich sein. Bloss minimale, schwer absch�tzbare oder gar umstrittene Vorteile der lediglich ausw�rts praktizierten Anwendungen verm�gen keinen medizinischen Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und 3 KVG abzugeben (BGE 127 V 147 Erw. 5).
Es steht fest, dass f�r die Behandlung der H�ftdysplasie beim Beschwerdef�hrer grunds�tzlich zwei Operationstechniken in Betracht fielen, n�mlich die periacetabul�re Osteotomie nach Ganz und die Triple-Osteotomie nach T�nnis. Am Kantonsspital St. Gallen wird lediglich die zweite Methode in modifizierter Form angewendet. Demgegen�ber wird am Inselspital Bern, wo der Versicherte sich im August 1998 operieren liess, vorwiegend oder sogar ausschliesslich die periacetabul�re Osteotomie nach Ganz praktiziert.
4.1 Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen, �usserte sich im Rahmen des Kostengutspracheverfahrens vor dem Kantonsarzt-Amt dahingehend, sie h�tten fr�her vor�bergehend ebenfalls Erfahrungen mit der periacetabul�ren Osteotomie gemacht. Sie seien aber wieder zur Triple-Osteotomie nach T�nnis zur�ckgekehrt, weil sie das Komplikationsrisiko niedriger s�hen und es auch gen�gend Literatur mit entsprechenden Resultaten �ber diese Methode gebe. Sodann sei es insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt des Risikos einer Ischiadicus-Parese eine Ermessensfrage, welcher Technik der Vorzug gegeben werde. Die Resultate seien sicher vergleichbar. Im �brigen sei die jetzige Situation der H�fte schon recht fortgeschritten und der Behandlungserfolg mit einer �solchen� Osteotomie zumindest fragw�rdig (Schreiben vom 21. und 24. Juli 1998).
In der vom kantonalen Gericht eingeholten erg�nzenden Stellungnahme vom 6. Februar 2002 f�hrte Prof. Dr. med. G.________ u.a. aus, die modifizierte Form der Triple-Osteotomie nach T�nnis werde am Kantonsspital St. Gallen h�ufig durchgef�hrt. Die sogenannte periacetabul�re Osteotomie nach Ganz sei lediglich eine Variante operationstechnischer Art und werde bei den selben Indikationen eingesetzt. Er sei �berzeugt, dass die in St. Gallen praktizierte Triple-Osteotomie nach T�nnis der beim Versicherten im Inselspital Bern angewendeten Operationstechnik mindestens ebenb�rtig sei. Im �brigen w�re er bereit gewesen, den Eingriff in seiner Klinik durch zwei Leitende �rzte (Dres. med. L.________ und B.________) vornehmen zu lassen.
4.2 Prof. Dr. med. T.________ legt im Gerichtsgutachten vom 29. Juli 2002 zun�chst dar, welche Gemeinsamkeiten die hier zur Diskussion stehenden periacetabul�re Osteotomie nach Ganz und die Triple-Osteotomie nach T�nnis aufweisen und worin sie sich operationstechnisch haupts�chlich unterscheiden. Im Weitern geht der Experte der Frage nach, ob eine der beiden Methoden f�r die Behandlung einer residuellen H�ftdysplasie einen entscheidenden Vorteil gegen�ber der anderen hat. Bezug nehmend auf zahlreiche wissenschaftliche Publikationen kommt der Experte zum Schluss, dass die periacetabul�re Osteotomie nach Ganz und die Triple-Osteotomie nach T�nnis gleichwertig sind, wenn sie ge�bt gehandhabt werden. Beide Operationstechniken wiesen weitgehend eine gleich h�ufige Komplikationsrate auf. Keine Methode sei g�nstiger als die andere in der Prognose auf eine l�ngere Tragf�higkeit und Schmerzfreiheit des H�ftgelenkes.
Bezogen auf den konkreten Fall des Beschwerdef�hrers f�hrt Prof. Dr. med. T.________ aus, bei der periacetabul�ren Osteotomie nach Ganz und auch bei der Triple-Osteotomie nach T�nnis sei ein Behandlungserfolg zu erwarten gewesen. Der H�ftkopf sei zwar schon etwas dezentriert und das Pfannendach deutlich dysplastisch gewesen. Er habe sich aber durch Rotation in eine weitgehend normale Position bringen lassen. Das sei durch beide Methoden vollziehbar gewesen. Es sei richtig gewesen, mit dem Eingriff nicht l�nger zuzuwarten. Es habe schon Zeichen der beginnenden Arthrose gegeben.
Schliesslich war gem�ss Prof. Dr. med. T.________ das Fachwissen und K�nnen f�r die richtige Anwendung der Triple-Osteotomie am Kantonsspital St. Gallen gegeben.
5.1 Das kantonale Gericht ist in W�rdigung der Aussagen des Prof. Dr. med. T.________ zum Schluss gelangt, dass nach den heutigen Erkenntnissen die periacetabul�re Osteotomie klinisch keinen Vorteil gegen�ber der Triple-Osteotomie aufweise. Die Operationszahlen f�r das Kantonsspital St. Gallen sodann zeigten, dass hier w�hrend mehrerer Jahre zahlreiche Beckenosteotomien durchgef�hrt worden seien. Die Zahl der Eingriffe habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gem�ss Dr. med. L.________, welcher zusammen mit Dr. med. B.________ die Operation beim Beschwerdef�hrer vorgenommen h�tte, k�nne f�r das Kantonsspital St. Gallen �problemlos� von �ber 80 % guten Resultaten ausgegangen werden. Das entspreche laut Prof. Dr. med. T.________ dem allgemeinen Standard. An der Sachkompetenz der Dres. med. L.________ und B.________ sei im �brigen nicht zu zweifeln. Das Kantonsspital St. Gallen w�re somit in der Lage gewesen, die Triple-Osteotomie sachgerecht durchzuf�hren. Zusammenfassend seien keine zureichenden medizinischen Gr�nde im Sinne von Art. 41 Abs. 3 KVG f�r eine periacetabul�re Osteotomie zur Behandlung der residuellen H�ftdysplasie links beim Beschwerdef�hrer gegeben. Es bestehe somit kein Anspruch auf eine Differenzzahlung des Wohnsitzkantons f�r den ausserkantonal durchgef�hrten Eingriff vom 25. August 1998.
5.2 Als Ergebnis des Gerichtsgutachtens vom 29. Juli 2002 ist festzuhalten, dass sich in Bezug auf Risiken, Komplikationen und Erfolgsprognose kein entscheidender Vorteil der am Inselspital Bern angewendeten periacetabul�ren Osteotomie nach Ganz gegen�ber der am Kantonsspital St. Gallen in modifizierter Form praktizierten Triple-Osteotomie nach T�nnis nachweisen l�sst. F�r den Einzelfall lassen sich solche Vorteile zwar nicht ausschliessen, wie der Beschwerdef�hrer insoweit zu Recht vorbringt. Es fehlen indessen objektive Hinweise, dass es sich in seinem Fall tats�chlich so verh�lt. Davon pers�nlich �berzeugt zu sein, gen�gt nicht. Zu weiteren Beweismassnahmen besteht kein Anlass. Insbesondere er�brigt sich die Einholung einer Stellungnahme des Prof. Dr. med. Ganz. Das Gerichtsgutachten ist �berzeugend und schl�ssig. Darauf kann abgestellt werden. In diesem Zusammenhang macht im �brigen der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht geltend, Prof. Dr. med. T.________ habe vorwiegend oder sogar ausschliesslich auf wissenschaftliche Publikationen von Fach�rzten abgestellt, welche die Anwendung der Triple-Osteotomie verfechten.
5.2.1 Nach Auffassung des Beschwerdef�hrers hat grunds�tzlich der Wohnkanton der versicherten Person nachzuweisen, dass die von ihr bevorzugte ausserkantonale Behandlungsalternative dem eigenen Angebot nicht deutlich �berlegen ist. Gelinge dieser Nachweis nicht, sei ein medizinischer Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und Abs. 3 KVG gegeben. In diesem Zusammenhang beruft sich der Beschwerdef�hrer auf die Arzt- und Therapiewahlfreiheit sowie das Gebot verfassungskonformer Gesetzesauslegung.
5.2.1.1 Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (BGE 125 V 195 Erw. 2), welcher auch im Anwendungsbereich von Art. 41 Abs. 3 KVG gilt, besteht kein Anlass zu einer Umkehrung der Beweislast in Bezug auf das Tatbestandsmerkmal der Beanspruchung der Dienste eines ausserkantonalen Spitals aus �medizinischen Gr�nden�. Ergeben die Abkl�rungen, wie vorliegend, keine entscheidenden Vorteile einer ausw�rts praktizierten Behandlungsmethode oder Operationstechnik gegen�ber innerkantonalen Alternativen, hat der oder die Versicherte die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen).
5.2.1.2 Auch eine verfassungskonforme Auslegung des Rechtsbegriffs der medizinischen Gr�nde im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und 3 KVG ruft keiner anderen Betrachtungsweise. Dabei kann offen bleiben, welcher Gehalt der Arzt- und Therapiewahlfreiheit als Auspr�gungen des Rechts auf pers�nliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) zukommt. Der Beschwerdef�hrer weist zwar mit Recht darauf hin, dass ein Patient ein �fundamentales� Interesse daran hat, selbst zu entscheiden, nach welcher Technik er sich operieren lassen will. Dieses Interesse an der Wahl der Therapie ist umso st�rker zu gewichten, je gr�sser die mit der Behandlung verbundenen Risiken und m�glichen Komplikationen sind. Bezogen auf den vorliegenden Fall ist indessen zu beachten, dass die vom Beschwerdef�hrer bevorzugte periacetabul�re Osteotomie nach Ganz keinen erheblichen diagnostischen oder therapeutischen Mehrwert gegen�ber der in seinem Wohnkanton angebotenen und angewendeten Triple-Osteotomie nach T�nnis aufweist. Unter diesen Umst�nden kann im Rahmen verfassungskonformer Auslegung die Verneinung eines medizinischen Grundes im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und Abs. 3 KVG nicht als unverh�ltnism�ssig bezeichnet werden. Im �brigen hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht schon in BGE 127 V 149 Erw. 6 festgestellt, dass sich aus dem verfassungsm�ssigen Recht der pers�nlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) kein Recht auf freie Wahl der Therapie im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ableiten l�sst.
5.2.2 Schliesslich macht der Beschwerdef�hrer geltend, es fehle am Kantonsspital St. Gallen an gen�gender Operationskompetenz f�r die Durchf�hrung von Beckenosteotomien. Gem�ss Prof. Dr. med. T.________ sollten nach einer Lernphase mit 50 Eingriffen etwa 36 Operationen im Jahr f�r den Erhalt eines guten Standards als ausreichend erscheinen. Demgegen�ber k�nnten die Dres. med. L.________ und B.________, welche laut Prof. Dr. med. G.________ den Eingriff vorgenommen h�tten, sich �ber h�chstens 10 Osteotomien pro Jahr ausweisen. Das medizinische Angebot im Bereich der Versorgung mit Beckenosteotomien k�nne somit unter dem Gesichtspunkt der Operationskompetenz am Kantonsspital St. Gallen nicht als gen�gend bezeichnet werden. Die von ihm bevorzugte periacetabul�re Osteotomie nach Ganz sei somit der Triple-Osteotomie nach T�nnis deutlich �berlegen. Das stelle einen medizinischen Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 KVG dar.
5.2.2.1 Der Kanton St. Gallen verf�gt zwar noch nicht �ber eine rechtskr�ftige Spitalliste im Sinne von Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG. Die mit Beschluss des Regierungsrates vom 24. Juni 1997 erlassene Liste, auf welcher auch das Kantonsspital St. Gallen aufgef�hrt war, wurde vom Bundesrat mit Entscheid vom 23. Juni 1999 aufgehoben (Art. 53 Abs. 1 KVG). Diese Einrichtung ist indessen gest�tzt auf Art. 101 Abs. 2 KVG als Leistungserbringer zugelassen. Die hier durchgef�hrten H�ftoperationen stellen Leistungen im Sinne von Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a KVG dar, welche im Rahmen von Gesetz und Verordnungen (KVV und KLV samt Anhang 1) durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu verg�ten sind.
Der Argumentation des Beschwerdef�hrers folgen, bedeutete somit im Ergebnis, dieser Einrichtung allgemein die Zulassung zur Durchf�hrung von Beckenosteotomien zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abzusprechen. Bereits diese Konsequenz spricht gegen die Stichhaltigkeit seiner Vorbringen .
Die Zulassung zur Durchf�hrung von H�ftoperationen zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung differenziert nicht danach, welche Behandlungsmethoden und Operationstechniken im Einzelfall angewendet werden. Der Entscheid dar�ber liegt grunds�tzlich bei den verantwortlichen �rzten. Ebenfalls ist die Fachkompetenz der im Spital arbeitenden Medizinalpersonen nicht Gegenstand der Zulassung einer Anstalt oder Einrichtung als Spital im Sinne von Art. 35 Abs. 2 lit. h und Art. 39 KVG. Diese wird als gegeben angenommen. Die im Spital arbeitenden Medizinalpersonen, insbesondere �rzte und �rztinnen haben die im Einzelnen in Art. 36 ff. KVG und Art. 38 ff. KVV n�her umschriebenen Voraussetzungen zu erf�llen. Die verantwortlichen �rzte und �rztinnen, allenfalls die Spitalleitung, haben daf�r zu sorgen, dass die infrastrukturellen und auch fachlichen Rahmenbedingungen f�r die sachgerechte Anwendung einer bestimmten Behandlung gegeben sind. Je nachdem sind externe Fach�rzte beizuziehen oder ist von der Vornahme der fraglichen Massnahme abzusehen.
5.2.2.2 Aus dem Vorstehenden folgt zwingend, dass angeblich ungen�gende Fachkompetenz von �rzten oder �rztinnen eines Spitals grunds�tzlich nicht einen medizinischen Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz und lit. b) und Abs. 3 KVG darstellt. Es kann auch nicht Sache des Sozialversicherungsgerichtes sein, in einem konkreten Fall zu entscheiden, ob ein Arzt oder eine �rztin �ber die notwendigen Kenntnisse und F�higkeiten verf�gt, um eine bestimmte Behandlung �lege artis� durchzuf�hren. Im �brigen r�umt der Beschwerdef�hrer selber ein, �dass der statistische Nachweis von Operations-Kompetenz im Einzelfall als Entscheidungsgrundlage f�r die Anwendung von Art. 41 Abs. 3 KVG aufgrund des daf�r zu betreibenden Aufwandes kaum praktikabel w�re�.
Im �brigen w�re vorliegend ein klarer Fall von fachlicher Inkompetenz der Fach�rzte, welche die Triple-Osteotomie nach T�nnis beim Beschwerdef�hrer vorgenommen h�tten, zu verneinen. Dass Dr. med. L.________ und Dr. med. B.________ laut Akten bisher h�chstens zehn derartige Operationen im Jahr durchgef�hrt haben, gibt zu keiner anderen Beurteilung Anlass. Es ist auch nicht anzunehmen, dass der Chefarzt Prof. Dr. med. G.________ diese beiden Spezialisten f�r den Eingriff vorgesehen h�tte, wenn Zweifel an ihren pers�nlichen und fachlichen F�higkeiten f�r eine sachgerechte Behandlung bestanden. Das muss umso mehr gelten, als beide Techniken der Beckenosteotomie, also auch die am Kantonsspital St. Gallen praktizierte Triple-Osteotomie nach T�nnis, mit den Worten des Beschwerdef�hrers �sehr anspruchsvolle Operationen sind, deren grosses Korrekturpotential mit einem nicht minder grossen Potential an m�glichen Komplikationen einhergeht�.
5.2.3 Zusammenfassend hat das kantonale Gericht zu Recht einen medizinischen Grund im Sinne von Art. 41 Abs. 2 (zweiter Satz) und Abs. 3 KVG f�r die im August 1998 am Inselspital Bern durchgef�hrte periacetabul�re Osteotomie nach Ganz verneint.
Der Beschwerdef�hrer beantragt kostenlose Prozessf�hrung oder den Verzicht auf die Erhebung von Gerichtskosten.
6.1 Im Urteil H. vom 16. Dezember 1997 (BGE 123 V 290) hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht entschieden, dass die Differenzzahlungen des Wohnkantons der versicherten Person nach Art. 41 Abs. 3 KVG nicht unter den Begriff der Versicherungsleistungen im Sinne von Art. 132 OG fallen. Diesen Zahlungen kommt Subventionscharakter zu. Es handelt sich insoweit um zweckgebundene Leistungen. Das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht ist daher grunds�tzlich kostenpflichtig (Art. 134 OG e contrario; BGE 123 V 297 Erw. 3b/aa und 309 Erw. 9). In diesem Fall standen sich der Wohnkanton (Schwyz) der versicherten Person und ihr Krankenversicherer (Helsana Versicherungen AG) gegen�ber.
6.2 Im Urteil H. vom 24. Juni 2003 (K 77/01), auszugsweise wiedergegeben in RKUV 2003 Nr. KV 254 S. 234 ff., hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht offen gelassen, ob die Kostenpflichtigkeit des letztinstanzlichen Verfahrens auch gilt, wenn die versicherte Person und ihr Wohnkanton als Partei und Gegenpartei am Recht stehen (RKUV a.a.O. S. 238 Erw. 7.1).
6.2.1 Durch die den Kantonen in Art. 41 Abs. 3 KVG auferlegte Differenzzahlungspflicht werden an sich zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gehende Kosten auf einen anderen Tr�ger, n�mlich die Kantone, verlagert. Es liegt eine u.a. sozialpolitisch motivierte Massnahme zur Kosteneind�mmung im Bereich der station�ren Krankenpflege vor (BGE 127 V 419 Erw. 3b/bb mit Hinweis auf die Materialien). Unter altem Recht hatten die Krankenkassen f�r Behandlung und Aufenthalt in einer nicht im Wahlrecht der versicherten Person stehenden Heilanstalt aus medizinischen Gr�nden die gesamten Kosten nach Massgabe der Taxen f�r die allgemeine Abteilung der betreffenden Einrichtung zu �bernehmen (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 127 V 142 ff. Erw. 4).
6.2.2 Die Verpflichtung des Wohnkantons der versicherten Person, einen bestimmten Teil der Kosten der ausserkantonalen Hospitalisation zu �bernehmen, sofern die Dienste des betreffenden �ffentlichen oder �ffentlich subventionierten Spitals aus medizinischen Gr�nden beansprucht werden, ist sozialversicherungsrechtlicher Natur. Es besteht insofern kein Unterschied zur Kosten�bernahmepflicht der Krankenversicherer im Rahmen dieser Bestimmung. Mit anderen Worten ist in Bezug auf die dem Spital zu verg�tenden Leistungen nicht danach zu differenzieren, �wer (Versicherer oder Wohnkanton) und in welchem Umfang f�r die Kosten der medizinisch begr�ndeten ausserkantonalen Hospitalisation (Behandlung und Aufenthalt) aufzukommen hat� (BGE 123 V 297 f. Erw. 3b/bb).
6.3 Streitigkeiten zwischen versicherter Person und Krankenversicherer um die Verg�tung von Leistungen, die der Diagnose und Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen, durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung sind grunds�tzlich kostenfrei (Art. 132 OG sowie Art. 87 lit. a KVG, in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002, und Art. 61 lit. a ATSG). Die sozialversicherungsrechtliche Natur der Differenzzahlungspflicht des Wohnkantons der versicherten Person bei Beanspruchung der Dienste eines ausserkantonalen �ffentlichen oder �ffentlich subventionierten Spitals aus medizinischen Gr�nden verleiht zwar dem Gemeinwesen nicht den Status eines Krankenversicherers im Sinne des Gesetzes. Das kann indessen f�r die Frage der Kostenpflichtigkeit des Verfahrens vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht f�r die Versicherten nicht entscheidend sein, ebenso nicht der Subventionscharakter der Zahlungen. Vielmehr ist von Bedeutung, dass die medizinisch begr�ndete ausserkantonale Hospitalisation (Behandlung und Aufenthalt) eine Leistung im krankenversicherungsrechtlichen Sinne darstellt. Dieser Gesichtspunkt gewinnt noch an Gewicht, wenn ber�cksichtigt wird, dass die mit Art. 41 Abs. 3 KVG angestrebte Kosteneind�mmung durch Verlagerung der Kosten auf einen anderen Tr�ger als die soziale Krankenversicherung grunds�tzlich nichts am Verg�tungsanspruch der Versicherten �nderte. Die altrechtliche Ordnung (Art. 19bis Abs. 5 und Art. 23 KUVG sowie die dazu ergangene Rechtsprechung) gilt sinngem�ss auch unter dem neuen Recht (BGE 127 V 138). Ganz allgemein sollte nach den Intentionen des Gesetzgebers der Katalog der Leistungen, welche im Rahmen der in Art. 32 Abs. 1 KVG statuierten Wirksamkeit, Zweckm�ssigkeit und Wirtschaftlichkeit durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu verg�ten sind, verglichen mit fr�her zumindest nicht eingeschr�nkt werden (vgl. RKUV 2000 Nr. KV 138 S. 360 Erw. 3b). So besehen w�re es auch kaum verst�ndlich, wenn der versicherten Person im Falle des Unterliegens Gerichtskosten auferlegt w�rden, umgekehrt der Kanton aufgrund von Art. 156 Abs. 2 OG indes von der Tragung von Gerichtskosten befreit w�re (BGE 123 V 309 Erw. 9).
6.4 Aus den vorstehenden Gr�nden rechtfertigt es sich, in Streitigkeiten betreffend die Auslegung und Anwendung von Art. 41 Abs. 3 KVG im letztinstanzlichen Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht grunds�tzlich von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen, wenn versicherte Person und Wohnkanton sich als Partei und Gegenpartei gegen�ber stehen.