Source: https://www.euronia.com/de/gegen-hartz-iv/bedienungsanleitung-hartz-iv
Timestamp: 2019-05-24 12:11:06
Document Index: 135308954

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', '§ 42']

Euronia - Bedienungsanleitung zu Hartz-IV
Bedienungsanleitung zu Hartz-IV oder: Wehrt Euch ohne §§
Chris Wolker hat ein sehr gutes und sehr nützliches Buch geschrieben: Wehrt Euch mit §§
Ich zeige Euch hier, wie Ihr Euch ganz ohne Paragraphen wehrt: Okay, Ihr solltet die §§ des SGB II - das ist das Sozialgesetzbuch, auf dem der ganze Hartz-IV-Schmutz aufgebaut ist - schon kennen. Die gibt´s alle wunderbar, inklusive Volltextsuche, gesammelt hier: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbii/1.html
Kurz noch vorab: ich sage Euch, Hartz-IV ist "Fun", wenn man "weiß, wie´s geht". Und darum geht es hier. Ich biete Euch hier ein von mir selbst erprobtes Rezept an, Euer jeweiliges Jobcenter derart nachhaltig in die Schranken zu weisen, dass Ihr von da ab Euer Hartz-IV so richtig "genießen" könnt.
Was ist toll an Hartz-IV?
Nun, wenn Ihr das – noch – nicht rausgefunden habt, dann seid Ihr hier falsch.
Für alle anderen: Hartz-IV ist für mich die zwar total missglückte, sicherlich niemals so gewollte, aber dennoch existente Vorstufe zum Bürgergeld. Richtig angewendet ist es sogar so gut wie oder besser als Bürgergeld, auch wenn´s sehr gerne etwas mehr sein dürfte, wie beispielsweise von Ralph Boes hier vorgeschlagen etwa 1.000 Euro pro Monat.
"Hartz-IV" KÖNNTE nämlich, wenn die so genannten "Arbeitsvermittler" des Jobcenter ihre Arbeit wirklich mal ernst nähmen, Bürgergeld mit Jobberatung sein.
Laut Ralph Boes wäre das heute schon locker finanzierbar. Politisch gewollt ist es allerdings – noch – nicht. Dazu später kurz mehr.
Bürgergeld, oder auch "Bedingungsloses Grundeinkommen", BGE, also die vollständige Befreiung von der Verpflichtung zur Erwerbsarbeit, dementsprechend das genaue Gegenteil von "Hartz-IV", setzt ungeahnte Kreativität frei, weil man Zeit ohne Ende hat!
In meinem Fall entstand z. B. dieser Klimablog, ein Buch, das das derzeitige Geldsystem als Verursacher sämtlicher "Übel", einschließlich Hartz-IV, entlarvt (dort ist u. a. auch beschrieben, warum ein BGE bislang unter keinen Umständen politisch gewollt ist) und eben dieser Blog, der über mein neuestes Projekt berichtet: die von mir und anderen beabsichtigte Abschaffung sämtlicher Sanktionen in Hartz-IV, damit dann bereits ein Teil der Bevölkerung ein BGE genießt, was politisch zwangsläufig zu einem BGE für alle werden muss, auch wenn "die alle" momentan teilweise noch mächtig Angst davor haben, weil dann angeblich "alles zusammenbricht".
Ist JEMALS "alles zusammengebrochen"? Also. Reine Panikmache, nichts sonst. Aus Angst, nichts sonst.
So, aber zurück zur Bedienungsanleitung.
Seien wir mal einen Moment ganz neutral und schauen uns mal an, was "Hartz-IV" eigentlich, dem Grunde nach, ist: UNGLAUBLICH DUMM.
Unglaublich dumm, weil die Grundstrategie hinter Hartz-IV davon ausgeht, dass "der Staat" oder das Jobcenter oder wer auch immer durch Druck etwas erreichen könne. Wer glaubt denn noch an so was? Im Jahr 2012?
Seht Ihr? Total dumm.
Das Konzept hinter "Hartz-IV" ist noch aus einem anderen Grund unglaublich dumm: es wurde ja anfänglich behauptet – und die Jobcenter tun heute noch so – dass "jeder, der nur wolle" einen sozialversicherungspflichtigen Job haben könne.
Dabei hat die "Stuttgarter Zeitung" bereits 2005 ein Interview des US-Ökonoms Jeremy Rifkin veröffentlicht, das recht detailliert die wahren Gründe der nicht enden wollenden Arbeitslosigkeit in den "entwickelten" Ländern erklärt: schlicht und einfach die zunehmende Maschinisierung und Robotisierung der Arbeitsprozesse.
Die schlichten Arbeitslosenzahlen zeigen uns, dass sie sich seit den 70er Jahren so gut wie nicht verändert haben. Wir haben nach wie vor ca. 3 bis 4 Millionen OFFIZIELLER Arbeitsloser (die Daten sind bekanntermassen geschönt, siehe weiter unten bei "1-Euro Job") und das trotz Hartz-IV.
Warum "trotz Hartz-IV"? Weil Hartz-IV im Effekt nichts anderes bewirkt hat, als den Niedriglohnsektor und damit die Ausbeutung von Millionen Arbeitnehmern massiv auszuweiten. Mehr als 6 Millionen Arbeitnehmer – das sind nahezu so viele wie die 5,3 Millionen Arbeitslosen, die es tatsächlich gibt – erhalten derzeit Niedriglohn; das ist bereits jeder fünfte!
Wäre das nicht geschehen, wären die Arbeitslosenzahlen längst wesentlich höher. Der angebliche Erfolg von "Hartz-IV" besteht also einzig und allein darin, der Krake unseres derzeit herrschenden Geldsystems – absichtlich? - noch mehr menschliche Arbeitskraft geopfert zu haben.
Ich sage übrigens ausdrücklich nicht, dass die Mitarbeiter des Jobcenters "dumm" seien. Das "Drama" ist gerade, dass zumindest die Führungsebene, die oft studiert hat, über genügend Intelligenz verfügt und trotzdem freiwillig in einem solchen System mitarbeitet. Nun gut, muss jeder selber wissen, wie weit er/sie geht, um eine Erwerbsarbeit zu finden...
Wer aber innerhalb und mit den Methoden eines von vornherein dummen, vollkommen realitätsfernen und letztlich ganz und gar absurden Systems agiert, darf sich nicht wundern, wenn das Resultat seiner Handlungen anschließend entsprechend wahrgenommen wird.
Die Industrie ist im Hinblick auf die erwiesene Unwirksamkeit von Druck, wie immer, schon wesentlich weiter: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karriereverweigerer-wer-will-noch-chef-werden-a-851667.html
Und weil Hartz-IV so dumm ist, ist den "Machern" von Hartz-IV nicht wirklich was Tolles eingefallen, um Druck auszuüben.
Okay, die komplett grundgesetzwidrigen Sanktionen, ja.
Aber die greifen ja nicht, solange der "Hartzi" schön brav mitspielt. Also musste man sich was anderes, viel perfideres, ausdenken, um ALLE unter Druck zu setzen, selbst wenn sie schön brav "mitspielen".
Und das sind: So genannte "Fortbildungskurse" und "1-Euro Jobs" als Instrumente zur Massenschikane.
Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass jeder, der das hier liest, das längst begriffen hat. Wer immer noch den Propagandamüll glaubt, dass "Fortbildungen" oder "1 Euro-Jobs" auch nur das geringste bei Eurer Jobsuche helfen würden, der sollte jetzt besser nicht weiter lesen ;-).
Bewerbt Euch in dem Fall besser als Mitarbeiter beim Jobcenter. Die suchen genau solche wie Euch – Menschen, die schön brav und vor allem unreflektiert die Propaganda der Politikdarsteller und der Mainstream-Medien (damit meine ich ALLE Massenmedien einschließlich z. B. "Die Zeit", FAZ, "Spiegel", "Süddeutsche", öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehsender etc. etc.) glauben.
Eben Sandkastenspieler, die sich von Mama und Papa Politikdarstellern und Massenmedien das eigene Denken abnehmen lassen, weil der Sandkasten so einfach am meisten Spass macht.
Der "1-Euro Job" hat übrigens für das Jobcenter bzw. die Bundesagentur für Arbeit, BA, einen sehr angenehmen Nebeneffekt: "1-Euro Jobber" gelten nicht als arbeitslos. Sie sind daher bestens geeignet, die offizielle Arbeitslosenstatistik zu fälschen, und das gefällt wiederum den Politikdarstellern, die selbstverständlich die Richtlinien zur Fälschung vorgeben. Siehe hier: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/08/46512/
Der "1-Euro Job" ist daher das "Trauminstrument" der BA: Massenschikane UND gleichzeitig Datenmanipulation, um der arbeitenden – und vor allem wählenden – Mehrheit der Bevölkerung vorzugaukeln, in Deutschland sei alles in bester Ordnung.
Ist es das wirklich? Wir haben 5,3 Millionen Empfänger von ALG-I und II.
Aber angeblich nur ca. 4 Millionen Arbeitslose.
Und das trotz der immensen Ausweitung des Niedriglohnsektors, der einer der wahren Gründe für die Einführung von "Hartz-IV" war. Ralph Boes erklärt das in diesem Video sehr ausführlich und anschaulich.
Gibt es wirklich genug Arbeit, wie man uns gebetsmühlenartig immer wieder weismachen will?
Oder sind die wahren Gründe dieser hohen Zahlen vielleicht struktureller Natur, an der weder die Politikdarsteller noch "Hartz-IV" jemals das geringste ändern werden?
Aber zurück zu den Schikanemöglichkeiten: mehr haben die nicht! Nur 2 Drangsalierungsinstrumente. Und das soll intelligente Bürger schrecken? Unglaublich dumm. Und noch viel naiver. Warum? Weil die uns Bürger total unterschätzt haben.
Letztendlich handelt es sich bei sämtlichen als "unangenehm" erlebten Interaktionen zwischen dem Jobcenter und dem "Hartz-IV"-Empfänger um nichts anderes als Variationen der netten kleinen Machtspielchen, die wir alle noch aus dem Sandkastenalter kennen: "Wenn Du mir Deine Schaufel nicht gibst, dann sag ich´s meiner Mami und die haut Dich".
Genau so läuft das doch in etwa ab, oder? Da stehen nur andere Worte und statt "Ich hau Dich" heißt es jetzt eben "Du kriegst kein Geld, wenn Du nicht brav bist."
Und das soll einer ernst nehmen?
Das Jobcenter will uns also drangsalieren. Was tun wir? Wir drehen den Spieß ganz einfach um!
Genau wie damals im Sandkasten.
Wie das geht, zeig ich Euch jetzt. Denkt immer dran: wir befinden uns im Sandkasten...
Schikane Numero 1: Angebliche Fortbildungen
Wer jemals so eine "Fortbildung" mitgemacht hat, der weiß, dass danach nur eins passiert: Die gesamte Bildung ist fort. Daher der Name.
Hier eine klitzekleine Einschränkung; wir wollen ja schließlich ehrlich sein, nicht wahr? Mindestens genauso ehrlich wie die im Jobcenter. Es mag tatsächlich Fortbildungen geben, die dem einen oder anderen wirklich etwas gebracht haben. Ich kenne nur niemanden.
Ich kenne nur so genannte "Fortbildungen", die einzig und allein einem dienen: dem Jobcenter. Das wurde mir kürzlich sogar von einer Dozentin bestätigt, die mal solche Fortbildungen geleitet hat...
Was tut also der intelligente Bürger, wenn ihm wieder mal eine "Fortbildung" per so genannter "Eingliederungsvereinbarung angeboten" wird?
Sagen wir da "Nein" und kassieren eine Sanktion? ("Ätsch, ich hau Dich?")
Wäre das clever?
Wir machen folgendes: Wir sagen zu unserem so genannten "Arbeitsvermittler" (der in Wahrheit ständig nur sich selber so viel Arbeit vermittelt, dass möglichst niemand merkt, dass er gar keine Arbeit vermitteln kann, weil es eben für die mehr als 11 Millionen Niedriglöhner und Arbeitslosen keine wirkliche Arbeit gibt): "Super! Ich freue mich schon richtig auf die Fortbildung, denn da lerne ich ganz viele andere Hartz-IV-Empfänger aus dem Umfeld kennen, mit denen ich mich gegen Sie zusammenschließen kann. Vorher informiere ich aber erst mal alle ausführlich darüber, dass die Sanktionen in "Hartz-IV" von a bis z verfassungswidrig sind."
Wir sagen also in der Sandkastensprache, denn die versteht instinktiv JEDER: "Wenn Du mich nicht in Ruhe lässt, dann hol ich alle meine Freunde und die hauen dann DICH". DAS versteht er.
Wer so etwas nicht gerne sagt, der sagt einfach nichts und MACHT´S dann genau so.
Hierzu mein Praxisbeispiel:
Das formidable "Jobcenter Unterallgäu" bot mir 2007 (da hieß das noch "ARGE") eine ganz, ganz tolle "Fortbildung" an, "das beste, was es zur Zeit am Markt gibt" (ungefähr Originalzitat). Da hatten die noch nicht kapiert, dass ein "Dr." zumindest eine gewisse Restintelligenz erfordert, die möglicherweise der eines so genannten "Arbeitsvermittlers" mindestens ebenbürtig sein kann, um es mal elegant auszudrücken. Möglicherweise.
(Klar, der Papi von dem "Arbeitsvermittler" sieht nämlich in dessen Vorstellung erst mal stärker aus).
Was habe ich gemacht? Ich habe nichts gesagt (das macht dann mehr Spass, wenn man sie voll in die selbst gebaute Falle laufen lässt, getreu dem Motto: "Wer andern eine Grube gräbt").
DANN habe ich nach kürzester Zeit eine Bürgergeldgruppe gegründet, der schließlich so ziemlich der halbe Kurs angehörte.
Mann, haben die beim Jobcenter geschäumt! Natürlich nicht bei mir, man wollte mir ja nicht in die Hände spielen. Dumm nur, dass es mir manche halt erzählt haben.
Zusätzlich habe ich die Dozenten so zu Tode genervt, dass die nach 4 von 6 Monaten aufgaben und die "Fortbildung" für beendet erklärten. Das alles immer so, dass mir NIEMAND etwas anhaben konnte. Immer schöne nette kleine Schikanen, schön eine nach der anderen. Wie das geht, zeigen die einem beim Jobcenter ja völlig kostenlos. Was Ihr also WIRKLICH wissen müsst, zeigen die Euch FREIWILLIG ganz umsonst!
Warum das so gut funktioniert hat, hab ich vor kurzem hier gefunden. Zitat: "Die Jobcenter teilen ihre Kunden in mehrere Kohorten ein: arbeitsmarktnah, arbeitsmarktfern, nicht vermittelbar. Doch es gibt auch eine inoffizielle Kategorie: Kunden, die ihre Rechte kennen. Sie kommen oft zu zweit aufs Amt, begleiten sich gegenseitig. Insider berichten, das seien etwa zwei Prozent der Kunden. „Wären es fünf bis zehn Prozent“, so ein Insider, „könnten wir einpacken“.
Ganz genau: Wenn zu viele im Sandkasten sind, die sie hauen wollen oder sich einfach nicht hauen lassen, dann müssen sie raus. Dann macht´s einfach keinen Spass mehr.
Das heißt also: GEMEINSAM SIND WIR STARK! Dann knickt sogar eine angeblich so mächtige Institution wie ein "Jobcenter" ein.
Wenn also jeder "Hartz-IV"-Empfänger andere über seine Rechte UND darüber aufklärt, dass das ganze Konstrukt komplett grundgesetzwidrig ist, bekommen die Jobcenter RICHTIGE Probleme.
Dazu müssen WIR allerdings dann auch etwas tun, wie beispielsweise in diesem Blog oder bei Ralph Boes oder Torsten Büscher beschrieben.
Habe ich nach meiner "Fortbildungs"-Aktion JEMALS wieder ein "Fortbildungs"-Angebot bekommen?
Zutat Nr. 1 zum Rezept: betätigt Euch als "Revoluzzer". Seid nicht so dumm, das so zu machen, dass das Jobcenter Euch sanktionieren kann.
Intelligente Bürger obsiegen gegen ein dummes System völlig ohne eigene Blessuren, indem sie das System UNTERLAUFEN. Indem sie dem Jobcenter so viel zusätzliche Arbeit durch plötzlich informiertere, selbstbewusstere Bürger aufbürden, dass die absolut keine Lust mehr haben, so etwas jemals wieder zu erleben.
Intelligente Bürger setzen: Schikane gegen Schikane.
So einfach geht das. Und so natürlich. Denn Druck erzeugt nun mal Gegendruck. Das ist ungefähr das älteste physikalische (und auch gesellschaftlich wirksame) Gesetz, das entdeckt wurde. Wer also glaubt, durch Druck etwas erreichen zu können, ist: in seinen Auswirkungen dumm, weil er die einfachsten Gesetzmässigkeiten nicht kennt oder ignorieren zu können glaubt.
Schikane Numero 2: der "1-Euro-Job"
Der "1-Euro-Job", mein Lieblingsthema ;-).
Inzwischen ist ziemlich klar, dass der "1-Euro-Job" gegen geltendes Völkerrecht und hier konkret gegen das Verbot von Zwangsarbeit verstößt. Hier denn auch ein Leitfaden, wie man sich dagegen wehren kann: http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/Zwangsarbeit%20Ein-Euro-Job%20-%20Matthias%20Haertel.pdf
Ich habe das Thema damals etwas anders für mich beendet. Hier wieder mein Erfahrungsbericht aus der Praxis.
2008, nachdem ich so schön das Thema "Fortbildungen" für mich geklärt hatte, dachte sich das "Jobcenter Unterallgäu" (damals noch ARGE Mindelheim) etwas neues Nettes aus: der erste "1-Euro-Job" trudelte ein. ("Jetzt musst Du aber meine Sandkuchen backen, sonst hau ich Dich").
Okay, erst mal die Sanktion provoziert und überhaupt nicht reagiert. Einmal wollte ich mir das auch leisten.
Nur ca. 4 Wochen später meldeten die sich dann mit dem zweiten netten "Angebot".
Hier sieht man, wie völlig einfallslos und stereotyp die Jobcenter agieren (wie damals im Sandkasten: immer derselbe Spruch): aus ihrer eingebildeten Überlegenheit heraus glauben sie, einfach "immer mehr" Druck aufbauen zu können. Scheinbar hatten sie nach der "Fortbildungs"-Aktion immer noch nicht gemerkt, dass Sandkastenspielchen auch nach hinten losgehen können. Dumm...
Nun gut, da ich mir 60% Sanktion weder leisten wollte noch konnte und mir sehr schnell klar war, dass der Zusatzverdienst die bereits laufende Sanktion mehr als überkompensierte, willigte ich ein. Außerdem klang dieser "1-Euro-Job" auch besser als der erste.
Nun, was soll ich Euch sagen? Es dauerte ziemlich genau 4 Wochen, bis ich den Sumpf komplett trocken gelegt hatte. Dieser "1-Euro-Job" war derart missbräuchlich – und zwar von vornherein und in Kenntnis des Jobcenters -, dass es zum Himmel stank. Das Jobcenter aber, das selbstverständlich an sich selber nicht im entferntesten die strengen Maßstäbe wie an die "Hartz-IV"-Empfänger anlegt, hatte selbstredend von alledem nie etwas mitbekommen.
Ich lief allerdings zur "Höchstform" auf:
erst mal ein äußerst zynischer Brief an das Jobcenter, in dem ich den Geschäftsleiter direkt angriff und seine sowie die Fähigkeiten seines Teams massiv in Frage stellte (Ihr wisst noch, wie man das im Sandkasten macht, nicht wahr? Und Ihr wisst auch, wie das Gegenüber auf so was reagiert hat – genau!). Auf den Zynismus in einem anschließenden "klärenden Gespräch" angesprochen, antwortete ich, dies sei genau der Zynismus, der mir seitens des Jobcenters von Anfang an entgegen geschlagen sei. Schweigen. Die WISSEN, was sie da machen. Alle.
Übrigens: meine damalige "Arbeitsvermittlerin" war krank, als es zu dem "klärenden Gespräch" kommen sollte. Glaubt einer, dass das "Zufall" war?
Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs (wurde erwartungsgemäss eingestellt, aber es geht ja, wie oben bereits erwähnt, um SCHIKANE. Und ich glaube kaum, dass der "Geschäftsleiter" des Jobcenters hoch erfreut ist, wenn der Staatsanwalt bei ihm auftaucht und unangenehme Fragen stellt. Heutzutage ist der zu verteidigende Sandkasten nämlich VIEL größer als damals. Und wenn der angegriffen wird, dann hat man viel mehr Angst, weil man viel mehr verlieren kann.)
Beschwerde über das Jobcenter Unterallgäu bei der nächst höheren Dienststelle. Mir ist jetzt leider der blumige Name entfallen; fragt bitte bei der Arbeitsagentur (BA-Website und dann da anrufen) nach. Die "freuen" sich über Beschwerdebriefe, weil sie angeblich genau dafür da sind. Zwar urteilen sie nach meiner Erfahrung IMMER im Sinne des Jobcenters (nichts weiter als ein vorgeschobener Sandkastenposten), aber wir wollen die ja nicht arbeitslos machen, oder?
Da von dort nur nichtssagendes Geschwätz kam, ging ich weiter zur BA. Direkt an das Direktorium.
Auch von dort nur Geschwätz (der nächste schön bunt angemalte Sandkastenvorposten). Also weiter zum BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) als oberster Dienstbehörde. Von dort kam ebenfalls nichts Verwendbares.
Irgendwann hatte ich dann den Einfall, mich an den lokalen Disziplinarvorgesetzten zu wenden und siehe da, das Ende vom Lied war, dass sich der Leiter des Jobcenters Unterallgäu schriftlich bei mir für das Verhalten seiner diversen so genannten "Arbeitsvermittler" beschweren musste, die natürlich zwischenzeitlich versucht hatten, mich mit weiteren Schikanen zu kontern. Ging dummerweise alles komplett nach hinten los. Deren Sandkasten hat nämlich viele, viele Löcher und qualitativ ganz schlechten Sand.
Klage gegen den ersten Sanktionsbescheid. Wurde abgewiesen, wohl hauptsächlich, weil ich das ohne Anwalt durchgezogen habe, aber es geht ja, wie oben erwähnt, darum, das Jobcenter so weit es eben geht zusätzlich zu beschäftigen. Ihr müsst Euch immer eins vor Augen halten: WIR haben JEDE MENGE Zeit. Die Mitarbeiter des Jobcenters nicht. Die haben nämlich einen Achtstunden-Tag. Und je mehr – unnütze und eigentlich auch überflüssige - Arbeit da kommt, desto mehr Frust. Genau so soll das bei uns ja auch funktionieren. Druck, Frustration, durch permanent unsinnige, unnütze Aktionen des Jobcenters.
Schikane gegen Schikane. So einfach ist das.
Nun muss man sich natürlich nicht vorstellen, dass sämtliche vorgesetzten Dienststellen nicht mit dem Geschäftsleiter gesprochen hätten.
Jetzt war ICH an der Reihe, den Druck nahezu im 2-Wochen- bis Wochenrhythmus mit immer neuen Schreiben zu erhöhen. Wie gesagt: ich hatte, dank BGE, ja Zeit.
Das Ende vom Lied: der skandalöse "1-Euro-Job" wurde ENDLICH eingestellt, also stillgelegt und das Thema war ein für allemal "durch".
Ich hatte also nicht nur keine Sandkuchen im Auftrag gebacken, sondern deren Sandkasten war danach auch noch kleiner. Das hat bestimmt weh getan...
Seitdem genieße ich "mein Hartz-IV" so richtig. Auf einmal behandeln mich alle äußerst zuvorkommend und freundlich... Manch einen muss man eben zu seinem Glück zwingen (oder.., Ihr wisst schon, wie das damals im Sandkasten war).
Zutat Nr. 2: Lasst Euch NICHTS gefallen. Wartet geduldig, bis das Jobcenter einen Fehler macht. Die machen ziemlich häufig welche, weil sie in ihrer Arroganz glauben, unangreifbar zu sein. Und da macht man, wie allgemein bekannt, leicht Fehler.
Wenn das Jobcenter einen Fehler macht, dann schlachtet den so gnadenlos wie irgend möglich aus.
GENAU DASSELBE machen die ja schließlich auch.
Schikane gegen Schikane. Oder auch: wie Du mir, so ich Dir.
Ich schreibe hier übrigens absichtlich "Wie Du mir, so ich Dir" und nicht "Sandkasten um Sandkasten".
Es gibt nämlich auch "Sandkasten – the next level":
Das heißt: Werde ich fair behandelt, bin ich fair. Wenn nicht...
Okay, mir half 2008 auch "das Schicksal": Just zu der Zeit, zu der ich immer mehr Druck auf das Jobcenter aufbaute, erschien in der lokalen Presse ein Artikel, der die überzogene Sanktionspraxis des Jobcenter Unterallgäu anprangerte (wahrscheinlich wollten die irgend einen internen Sandkasten-Wettbewerb "Wie spare ich Geld durch Sanktionen" gewinnen und haben den Bogen im Eifer total überspannt). Die Stimmung hatte sich also auch insgesamt gegen das Jobcenter gewendet.
Wie heißt es so schön: "Das Glück hilft dem Tüchtigen".
Natürlich dementierten sowohl der Landrat als auch der Geschäftsleiter der Arbeitsagentur Memmingen den Bericht (Ihr wisst schon: wie damals: Ich war´s nicht, der da war´s). Es handelte sich, wie immer in solchen Fällen, selbstverständlich nur um Einzelfälle.
Das ist das ganz typische Politiksprech: wenn EINZELNE "Hartz-IV"-Empfänger sich so benehmen, dass der Gesetzgeber glaubt, Sanktionen einführen oder verschärfen zu müssen, dann werden natürlich alle über einen Kamm geschoren. Beschuldigt man dagegen die Behörde massenhaft groben Fehlverhaltens, handelte es sich nur um Einzelfälle.
Kennt man ja. Aus dem Sandkasten.
Das Jobcenter hat nun – dummerweise – schon wieder einen Fehler gemacht (Einzelfall, ganz klar). Daher habe ich mich entschlossen, meine bisherige Zurückhaltung, was eine Veröffentlichung meiner Erfahrungen und damit Bloßstellung des Jobcenters Unterallgäu angeht, aufzugeben und diesen Blog zu betreiben.
Dieser eine Fehler war dann einfach einer zu viel. Irgendwann verliere selbst ich die Geduld.
Wie diese Geschichte (weiter)geht, könnt Ihr hier live erleben. Schaut Euch einfach die anderen Blog-Einträge an.
Ralph Boes hat meine Vorgehensweise sehr schön kommentiert: ich mache das ganz "spielerisch". Vielen Dank dafür, Ralph.
Ich lasse mir doch nicht meine gute Laune verderben, nachdem ich mein BGE bereits erhalte!
Denn: das Leben ist tatsächlich nichts weiter als ein Spiel. Siehe hier: http://www.youtube.com/watch?v=UxYMSrpK6u4&;feature=related
0 #4 RE: Bedienungsanlei tung zu Hartz-IV oder: Wehrt Euch ohne §§ — Matthias - Admin 2014-08-31 16:45
vielen Dank für Deine "erleuchteten" Worte. Du scheinst Deinen Spitznamen zu Recht zu tragen...
Ich möchte gerne zwei kleine Anmerkungen machen:
1.) Das ganze Leben ist ein Spiel. Ich kann hier nicht oft genug auf die Arbeit von Eckhart Tolle und anderen "Erwachten", auch z. B. Alexander Wagandt, hinweisen. Wenn "man" einmal erkannt hat, dass das Leben nichts weiter als ein Spiel ist und sich auf diese Weise DE-identifizier t, also aus der Identifikation mit den selbst erschaffenen Illusionen aussteigt, ist das Leben sogar ein wunderbares Spiel... Und das Jobcenter ein liebenswerter Spielgefährte. GRINS.
2.) Schaut Euch meinen Artikel über § 42 SGB I an! euronia.com/index.php/de/blog-hartziv/blog-liste/108-jobcenter-schikane-aufforderung-zur-mitwirkung-vorenthalten-von-leistungen-mit-antrag-auf-vorschuss-kontern
Das gibt Euch die "einmalige" Chance, bereits nach 1 Monat! mit der "ganzen Wucht des Sozialgerichts" auf das Jobcenter loszugehen...
0 #3 Volle Zustimmung — Elohim 2014-08-31 12:09
Zuerst einmal ein Dankeschön für dieses Projekt. Ich wollte schon selbst ein solches starten. Und für alle Leser. Nehmt euch ein Beispiel an Mathias, der auch als Dr. sich nicht scheut sein HartzIV zu "gestehen".
Millionen sind betroffen und scheuen sich offen darüber zu reden, schämen sich irgendwo dafür, als wenn sie selbst "schuld" wären. HartzIV kann jeden treffen. Egal ob Mann, Frau, Jung, Alt, 8-Klassenabgäng er oder Studierte.
Ich selbst kämpfe auch und muss jetzt klagen, schon ein halbes Jahr ohne Leistung zu erhalten. Bin aber zum Glück Aufstocker, aber für Miete und den Rest reichts natürlich nicht. Bei mir isr es das Thema Einstandsgemein schaft. Auch sehr beliebt bei den JC's.
Mein Tipp. Holt euch im Netz Rat und bei einem RA. Aber auch hier hat Mathias Recht. Es gibt viele RA's die nicht twirklich aktiv sind. Fragt mal bei den Arbeitslosenver bänden nach. Die kennen oft Gute. Oder eben bei anderen, die schon Erfahrungen haben. Aber eines macht euch klar: wenn ihr euch mit dem JC anlegt, braucht ihr einen langen Atem. Also holt euch Unterstützung bei euren Freunden, vor allem moralische und sitzt es aus. Man kann es nicht beschleunigen und das JC hat eben Zeit und wartet nur darauf euch auszuhungern. Was anderes ist es nicht.
Aber denkt daran und auch da hat Mathias Recht: Es ist nur ein Spiel. Wenn ihr das bedenkt, werdet ihr echt ruhig. Dann könnt ihr in aller Ruhe mitspielen und euch nebenbei um das Wichtigste kümmern - um EUER Leben..
+2 #2 Bedienungsanlei tung zu Hartz-IV — Affiliate Marketing 2014-02-23 18:57
Die richtigen Daten sind Gold wert. Welches wiewohl dieser Beitrag erneut einmalig zeigt.
Ich werde einfach mal auf dieser Seite ein wenig herum suchen.
Mit Sicherheit finde ich noch sonstige interessante Daten.
+2 #1 Danke — Renate 2013-08-26 23:47
Ich habe ein schlimmen Tag dank mein Sachbearbeiteri n hinter mir,diese Seite macht mir Mut.
Wo kann ich mein Erlebtes schildern?