Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.07.1990&Aktenzeichen=XII%20ZB%20113/87
Timestamp: 2019-10-18 18:06:52
Document Index: 338953641

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 28', 'Art. 7', '§ 1', 'BGH', '§ 107', 'BGH', 'Art. 7', '§ 1', 'BGH', 'Art. 7', '§ 1', 'BGH', '§ 107', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.07.1990 - XII ZB 113/87 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1144
BGH, 11.07.1990 - XII ZB 113/87 (https://dejure.org/1990,1144)
BGH, Entscheidung vom 11.07.1990 - XII ZB 113/87 (https://dejure.org/1990,1144)
BGH, Entscheidung vom 11. Juli 1990 - XII ZB 113/87 (https://dejure.org/1990,1144)
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Vorlage an BGH - Beschränkung der Entscheidung - Feststellung zu Gerichtsentscheidung - Anerkennungsverfahren - Bindungswirkung - Landesjustizverwaltung
FGG § 28 Abs. 3; FamRÄndG Art. 7 § 1
BGHZ 112, 127
NJW 1990, 3081
MDR 1991, 51
FamRZ 1990, 1228
Gleiches gilt, soweit die Landesjustizverwaltung nach der Zurückverweisung der Sache nach §§ 107 Abs. 7 Satz 3, 69 Abs. 1 Satz 4 FamFG an die Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts gebunden ist, wonach die Landesjustizverwaltung auch nach der Reform des Verfahrens in Familiensachen und in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit bei Heimatstaatenentscheidungen weiterhin um eine Feststellung der Anerkennungsvoraussetzungen gebeten werden kann (vgl. zum früheren Recht Senatsbeschluss BGHZ 112, 127 = FamRZ 1990, 1228, 1229 f.).
Für die Anerkennung und Vollstreckbarerklärung einer in einem ausländischen Scheidungsurteil getroffenen weiteren Nebenentscheidung, z.B. einer Verurteilung zu Unterhaltszahlungen, ist das Verfahren vor der Landesjustizverwaltung nach Art. 7 § 1 FamRÄndG aber nicht erforderlich (vgl. Geimer NJW 1967, 1398, 1402; zum Gesetzeszweck vgl. auch Senatsbeschluss BGHZ 112, 127, 134).
Denn das Anliegen des Art. 7 § 1 FamRÄndG, einander widersprechende Entscheidungen über die Wirksamkeit einer ausländischen Ehescheidung im Inland zu vermeiden (vgl. Senatsurteil BGHZ 112, 127, 134), wird durch den Ausspruch der Vollstreckbarkeit des Titels über den Kindesunterhalt nicht tangiert.
Der Bundesgerichtshof (FamRZ 1990, 1228) hat indes bereits zu der vor Geltung des FamFG anwendbaren, mit § 107 FamFG weitgehend gleichlautenden Vorschrift des Art. 7 FamRÄndG festgestellt, dass ein fakultatives Anerkennungsverfahren nach Art. 7 FamRÄndG auch dann zulässig ist, wenn eine Feststellung zu einer Gerichtsentscheidung des Staates begehrt wird, dem beide Ehegatten zur Zeit der Entscheidung angehört haben (Heimatstaatentscheidung).
Dennoch ist die Durchführung eines (Nicht-)Anerkennungsverfahrens auch im Falle einer Heimatstaatentscheidung zulässig und dient der Vermeidung widersprechender Entscheidungen (vgl. Senatsbeschluss vom 11. Juli 1990 - XII ZB 113/87 - FamRZ 1990, 1228, 1230).
Jedoch ist ein entsprechendes Verfahren nicht zwingend erforderlich, sondern steht dem - geschiedenen - ausländischen Ehegatten lediglich fakultativ zur Verfügung (BGH, NJW 1990, 3081, 3082).
OLG Frankfurt, 10.06.2010 - 5 UF 103/10
Inzidente Anerkennung einer Heimatstaatenentscheidung
Dies kann nur gelten, wenn eine der mehreren Staatsangehörigkeiten die deutsche ist (BGHZ 112, 127).