Source: https://de.openlegaldata.io/case/bgh-2018-11-29-i-zr-23716
Timestamp: 2019-06-26 18:29:59
Document Index: 169443012

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 3', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 78', '§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 4', '§ 7', '§ 7', '§ 44', '§ 78', '§ 78', '§ 44', '§ 767', '§ 7', '§ 45', '§ 78', '§ 7', '§ 1', '§ 8', '§ 78', '§ 7', '§ 8', '§ 43', '§ 44', '§ 3', '§ 559', '§ 7']

Urteil vom Bundesgerichtshof (1. Zivilsenat) - I ZR 237/16 - Open Legal Data
Urteil vom Bundesgerichtshof (1. Zivilsenat) - I ZR 237/16
b) Das Berufungsgericht hat mit Recht angenommen, dass das in § 7 Abs. 1 Satz 1 HWG geregelte grundsätzliche Verbot von Werbegaben eine Marktverhaltensregelung im Sinne von § 3a UWG, § 4 Nr. 11 UWG aF darstellt. Die Regelung soll durch eine weitgehende Eindämmung der Wertreklame im Bereich der Heilmittel der abstrakten Gefahr begegnen, dass Verbraucher bei der Entscheidung, ob und welche Heilmittel sie in Anspruch nehmen, durch die Aussicht auf Werbegaben unsachlich beeinflusst werden (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 24. November 2016 - I ZR 163/15, GRUR 2017, 635 Rn. 27 = WRP 2017, 694 - Freunde werben Freunde; Urteil vom 1. Dezember 2016 - I ZR 143/15, GRUR 2017, 641 Rn. 34 = WRP 2017, 536 - Zuzahlungsverzicht bei Hilfsmitteln, jeweils mwN). Ein Verstoß gegen diese Vorschrift ist regelmäßig geeignet, die Interessen von Verbrauchern, Mitbewerbern und sonstigen Marktteilnehmern spürbar zu beeinträchtigen (vgl. BGH, Urteil vom 26. März 2009 - I ZR 99/07, GRUR 2009, 1082 Rn. 22 = WRP 2009, 1385 - DeguSmiles & more; vgl. auch - zur Beeinträchtigung der Interessen der Verbraucher - BGH, Urteil vom 6. November 2014 - I ZR 26/13, GRUR 2015, 504 Rn. 29 = WRP 2015, 565 - Kostenlose Zweitbrille, jeweils mwN).
cc) Ein Verstoß gegen die arzneimittelrechtliche Preisbindung liegt nicht nur vor, wenn der Apotheker ein preisgebundenes Arzneimittel zu einem niedrigeren Preis abgibt. Die Bestimmungen der Arzneimittelpreisverordnung werden vielmehr auch dann verletzt, wenn für das preisgebundene Arzneimittel zwar der vorgeschriebene Preis angesetzt wird, dem Kunden aber gekoppelt mit dem Erwerb des Arzneimittels Vorteile gewährt werden, die den Erwerb für ihn wirtschaftlich günstiger erscheinen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 9. September 2010 - I ZR 193/07, GRUR 2010, 1138 Rn. 17 = WRP 2010, 1482 - UNSER DANKESCHÖN FÜR SIE, mwN; BGH, GRUR 2017, 635 Rn. 37 - Freunde werben Freunde).
(1) Die gesetzlichen Regelungen über die Preisbindung dienen vernünftigen Gründen des Gemeinwohls (vgl. OVG Münster, PharmR 2017, 557, 561 f. [juris Rn. 83 bis 111]). Zweck des festgelegten, einheitlichen und verbindlichen Apothekenabgabepreises an die Endverbraucher ist die Sicherstellung der im öffentlichen Interesse gebotenen flächendeckenden und gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln (vgl. Begründung des Regierungsentwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes, BT-Drucks. 11/5373, S. 27). Der einheitliche Apothekenabgabepreis soll auf der Handelsstufe der Apotheken im Hinblick auf deren Beratungsfunktion einen Preiswettbewerb ausschließen oder jedenfalls vermindern. Insbesondere in unattraktiven Lagen sollen sich Apotheken keinen ruinösen Preiskampf liefern. Dadurch soll im öffentlichen Interesse die gebotene flächendeckende und gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichergestellt werden. Zudem soll die Regelung dazu dienen, das finanzielle Gleichgewicht des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung abzusichern (vgl. GmS-OGB, Beschluss vom 22. August 2012 - GmS-OGB 1/10, BGHZ 194, 354 Rn. 25).
§ 2 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§ 78 Abs. 2 und 3 AMG 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 33/16 1x (nicht zugeordnet)
§ 1 Abs. 1 HWG 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 167/14 1x (nicht zugeordnet)
IX AR (VZ) 1/12 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 26/13 1x (nicht zugeordnet)
§ 3a UWG 5x (nicht zugeordnet)
IX ZR 272/96 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 163/15 1x (nicht zugeordnet)
§ 1 Abs. 1 Nr. 1 HWG 1x (nicht zugeordnet)
2 BvR 787/16 1x (nicht zugeordnet)
§ 4 Nr. 11 UWG 6x (nicht zugeordnet)
§ 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HWG 1x (nicht zugeordnet)
§ 7 HWG 2x (nicht zugeordnet)
§ 44 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§ 78 Abs. 2 AMG 2x (nicht zugeordnet)
§ 78 Abs. 2 Satz 2 und 3, Abs. 3 Satz 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§ 44 Abs. 3 Nr. 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 202/07 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 172/16 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 143/15 1x (nicht zugeordnet)
II ZR 137/16 1x (nicht zugeordnet)
ZPO § 767 Vollstreckungsabwehrklage 2x
§ 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 HWG 1x (nicht zugeordnet)
§ 45 Abs. 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§ 78 Abs. 2 Satz 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 99/07 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 193/07 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 210/16 1x (nicht zugeordnet)
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I ZR 273/14 1x (nicht zugeordnet)
§ 1 HWG 1x (nicht zugeordnet)
§ 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG 1x (nicht zugeordnet)
§ 78 Abs. 1 und 2 AMG 1x (nicht zugeordnet)
I ZR 25/17 1x (nicht zugeordnet)
§ 7 Abs. 1 HWG 1x (nicht zugeordnet)
II ZR 252/86 1x (nicht zugeordnet)
§§ 8, 3, 3a UWG 3x (nicht zugeordnet)
I ZR 64/17 1x (nicht zugeordnet)
§ 43 Abs. 1 Satz 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§ 44 Abs. 1 AMG 1x (nicht zugeordnet)
§§ 3, 3a UWG 2x (nicht zugeordnet)
ZPO § 559 Beschränkte Nachprüfung tatsächlicher Feststellungen 2x
§ 7 Abs. 1 Satz 1 HWG 5x (nicht zugeordnet)
I ZR 232/16 1x (nicht zugeordnet)