Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=866
Timestamp: 2019-02-23 09:03:29
Document Index: 234356444

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 1932', '§ 1933', '§ 1934', '§ 4', '§ 1932', '§ 1933', '§ 1934']

handel gelanget. Jm jare 1737 hat ihn Samuel
de Ron, samt seinen rechtmässigen leibeserben, vom
hochstifte Worms lehnsweise überkommen. Hir-
aus erbricht sich: daß nicht allein bauergüter, und
höfe; sondern auch gerechtigkeiten, und andere sa-
chen zur erbleihe gereichet werden können. Die
erbleihe-brife legen allso vor augen, und müssen ent-
halten, was dem erbbeständer verkaufet, oder zum
erbpachte verlihen worden sei. Nach disen sind
die zwistigkeiten, und rechtsstreite zuförderst zu be-
urteilen, und zu entscheiden. Man hat aber nicht
allein erbleihen; sondern auch after-erbpachte, af-
tersidler etc. Zum concurse des erbbeständers ge-
höret die erbleihe nicht, von Engelbrecht s. 400,
n. 18, Struben de iure villic. cap. 2, § 4, s. 44
fg., s. 93, und in access. s. 125 fg.
von der fläm-
mingischen
länderei, oder
Die güter sind ehedem jeweilen mit besonderen
freiheiten, und gerechtigkeiten verlihen worden,
nach flämmingischen rechten; daher finden sich
hir, und da in Teutschlande, auch Thüringen,
die flämmingische hufen, flemische lande (mansi
flamingici) Haltaus sp. 461 fgg., die stats- und
reise-geographie im VIten b. s. 400 fg., Lessers
gedanken von den flämmingifchen rechten, und
gütern 1750, 4t.
von freistift-
Die freistiftgüter fezen eine auf geschehenes bit-
ten vom eigentümer erteilete verpachtung voraus,
welche der herr nach willkür widerrufen kan (loca-
tio fundi precaria), Haltaus sp. 514. Daher
kommen die freistifter (coloni precarii), Ertel in
der praxi aurea, s. 672 fgg.
de Ron, ſamt ſeinen rechtmaͤſſigen leibeserben, vom
hochſtifte Worms lehnsweiſe uͤberkommen. Hir-
aus erbricht ſich: daß nicht allein bauerguͤter, und
hoͤfe; ſondern auch gerechtigkeiten, und andere ſa-
chen zur erbleihe gereichet werden koͤnnen. Die
erbleihe-brife legen allſo vor augen, und muͤſſen ent-
halten, was dem erbbeſtaͤnder verkaufet, oder zum
erbpachte verlihen worden ſei. Nach diſen ſind
die zwiſtigkeiten, und rechtsſtreite zufoͤrderſt zu be-
urteilen, und zu entſcheiden. Man hat aber nicht
allein erbleihen; ſondern auch after-erbpachte, af-
terſidler ꝛc. Zum concurſe des erbbeſtaͤnders ge-
hoͤret die erbleihe nicht, von Engelbrecht ſ. 400,
n. 18, Struben de iure villic. cap. 2, § 4, ſ. 44
fg., ſ. 93, und in acceſſ. ſ. 125 fg.
von der flaͤm-
mingiſchen
laͤnderei, oder
Die guͤter ſind ehedem jeweilen mit beſonderen
nach flaͤmmingiſchen rechten; daher finden ſich
hir, und da in Teutſchlande, auch Thuͤringen,
die flaͤmmingiſche hufen, flemiſche lande (manſi
flamingici) Haltaus ſp. 461 fgg., die ſtats- und
reiſe-geographie im VIten b. ſ. 400 fg., Leſſers
gedanken von den flaͤmmingifchen rechten, und
guͤtern 1750, 4t.
von freiſtift-
Die freiſtiftguͤter fezen eine auf geſchehenes bit-
ten vom eigentuͤmer erteilete verpachtung voraus,
welche der herr nach willkuͤr widerrufen kan (loca-
tio fundi precaria), Haltaus ſp. 514. Daher
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[842/0866] II buch, XLIX haubtſtuͤck, handel gelanget. Jm jare 1737 hat ihn Samuel de Ron, ſamt ſeinen rechtmaͤſſigen leibeserben, vom hochſtifte Worms lehnsweiſe uͤberkommen. Hir- aus erbricht ſich: daß nicht allein bauerguͤter, und hoͤfe; ſondern auch gerechtigkeiten, und andere ſa- chen zur erbleihe gereichet werden koͤnnen. Die erbleihe-brife legen allſo vor augen, und muͤſſen ent- halten, was dem erbbeſtaͤnder verkaufet, oder zum erbpachte verlihen worden ſei. Nach diſen ſind die zwiſtigkeiten, und rechtsſtreite zufoͤrderſt zu be- urteilen, und zu entſcheiden. Man hat aber nicht allein erbleihen; ſondern auch after-erbpachte, af- terſidler ꝛc. Zum concurſe des erbbeſtaͤnders ge- hoͤret die erbleihe nicht, von Engelbrecht ſ. 400, n. 18, Struben de iure villic. cap. 2, § 4, ſ. 44 fg., ſ. 93, und in acceſſ. ſ. 125 fg. § 1932 Die guͤter ſind ehedem jeweilen mit beſonderen freiheiten, und gerechtigkeiten verlihen worden, nach flaͤmmingiſchen rechten; daher finden ſich hir, und da in Teutſchlande, auch Thuͤringen, die flaͤmmingiſche hufen, flemiſche lande (manſi flamingici) Haltaus ſp. 461 fgg., die ſtats- und reiſe-geographie im VIten b. ſ. 400 fg., Leſſers gedanken von den flaͤmmingifchen rechten, und guͤtern 1750, 4t. § 1933 Die freiſtiftguͤter fezen eine auf geſchehenes bit- ten vom eigentuͤmer erteilete verpachtung voraus, welche der herr nach willkuͤr widerrufen kan (loca- tio fundi precaria), Haltaus ſp. 514. Daher kommen die freiſtifter (coloni precarii), Ertel in der praxi aurea, ſ. 672 fgg. § 1934
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 842. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/866>, abgerufen am 23.02.2019.