Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.03.2010&Aktenzeichen=V%20ZR%20106%2F09
Timestamp: 2019-02-19 12:01:37
Document Index: 284079927

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 987', '§ 988', '§ 89', '§ 90', '§ 104', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 990', 'BGH', '§ 990', 'BGH', '§ 987', '§ 90', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 990']

BGH, 05.03.2010 - V ZR 106/09 - dejure.org
§ 987 BGB, § 988 BGB, § 89 ZVG, § 90 Abs 1 ZVG, § 104 ZVG
Haftung auf Nutzungsersatz aus EBV bei rückwirkender Aufhebung des Zuschlags im Beschwerdeverfahren
Eigentümer-Besitzer-Verhältnis zwischen früherem und neuem Ersteher eines Grundstücks nach Aufhebung eines Zuschlagsbeschlusses
Rückwirkung der Aufhebung des Zuschlagsbeschlusses; Anspruch auf Nutzungsherausgabe ab Zustellung des Beschlusses; Zwangsversteigerung
Zur Rechtslage, wenn nach der Zwangsversteigerung eines Grundstücks der Zuschlagsbeschluss im Beschwerdeweg rechtskräftig aufgehoben und der Zuschlag zugleich einem anderen erteilt wird
Aufhebung des Zuschlagbeschlusses im Beschwerdeweg
Mietrecht - Zuschlagsentscheidung bei Zwangsversteigerung auf dem Beschwerdeweg
Nutzungsersatz bei Aufhebung eines Zuschlagsbeschlusses
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.03.2010, Az.: V ZR 106/09 (Haftung auf Nutzungsersatz aus EBV bei rückwirkender Aufhebung des Zuschlags im Beschwerdeverfahren)" von Notar Dr. Jörn Heinemann, original erschienen in: ZfIR 2010, 377 - 378.
AG Nordhausen, 07.10.2008 - 23 C 573/08
LG Mühlhausen, 14.05.2009 - 1 S 244/08
BGHZ 184, 358
MDR 2010, 772
VersR 2010, 1369
WM 2010, 849
Sie ist als erlangt anzusehen, wenn ihm entweder die Rechte des Eigentümers durch liquide Beweise dargetan werden oder wenn er über den Mangel seines Besitzrechts in einer Weise aufgeklärt wird, dass sich ein redlicher und vom Gedanken an den eigenen Vorteil nicht beeinflusst Denkender der Überzeugung hiervon nicht verschließen würde (vgl. Senat, Urteil vom 22. Januar 1958 - V ZR 27/57, BGHZ 26, 256, 259 f.; Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09, BGHZ 184, 358 Rn. 12).
Der Besitzer wird nämlich nicht durch ein vorgerichtliches Herausgabeverlangen (oder eine Herausgabeklage) bösgläubig im Sinne des § 990 BGB, sondern erst wenn er bei Rechtskenntnis liquide Beweise für die den Mangel begründenden Tatsachen vorliegen hat oder bei zutreffender Tatsachenkenntnis so über seinen Rechtsirrtum aufgeklärt ist, dass sich ein redlich und vom eigenen Vorteil nicht beeinflusst Denkender der Erkenntnis der Nichtberechtigung nicht verschließen würde (BGH, Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09 -, NJW 2012, 2664 Rn 12 mwN).
Auch die bereits genannten Erfordernisse für die Annahme einer Bösgläubigkeit im Sinne des § 990 BGB (BGH, Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09 -, NJW 2012, 2664 Rn 12 mwN) werden übergangen.
Die Zustellung des Zuschlagsbeschlusses, von der vorliegend auszugehen ist, steht im Sinne von § 987 BGB dem Eintritt der Rechtshängigkeit des Herausgabeanspruchs gleich (Senat, Urt. v. 5. März 2010, V ZR 106/09, ZfIR 2010, 374, 376 m. abl. Anm. Heinemann).
Die Vorschriften über das Eigentümer-Besitzer-Verhältnis sind auch dann anwendbar, wenn der Eigenbesitzer von Anfang an nicht zum Besitz berechtigt war, weil sein Eigentumserwerb - wie hier - nach § 90 Abs. 1 Halbsatz 2 ZVG rückwirkend entfallen ist (Senat, Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09, BGHZ 184, 358 Rn. 9).
Bösgläubigkeit beim Besitzerwerb im Sinne der genannten Bestimmung liegt immer dann vor, wenn in diesem Zeitpunkt dem Besitzer die fehlende Besitzberechtigung bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt war (BGH, Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09, BGHZ 184, 358, zitiert juris Rn. 11 mwN).
BGH, 16.02.2017 - V ZR 144/16
Das ist hier nicht der Fall (vgl. Senat, Urteil vom 5. März 2010 - V ZR 106/09, BGHZ 184, 358 Rn. 21 mwN).
Der Kenntnis des Besitzrechtsmangels steht die grob fahrlässige Unkenntnis bei Besitzerwerb gleich (BGHZ 16, 259, 264; BGH NJW 2010, 2664, 2665;… Bassenge in Palandt, 74. Aufl., § 990 Rn. 4).