Source: https://zahnarztrechnung.info/goz-3120-seitenzahn-wurzelspitzenresektion.php
Timestamp: 2019-12-12 16:46:16
Document Index: 26293434

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

Resektion einer Wurzelspitze an einem Seitenzahn € 75,03
Vergütung 1988 - 2011 € 75,02
von der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) zugebilligtes Honorar für ungefähr vergleichbare Arbeit (BEMA 54b - WR2). € 103,07
ohne eine Anzahl begleitender, zusätzlicher Maßnahmen ist die 3110 nicht kostendeckend bewertet! Wir empfehlen daher, grundsätzlich eine abweichende Vereinbarung zu treffen, von ihr kann immer noch nach unten abgewichen werden!
auch eine retrograde Füllung oder Wurzelfüllung abzurechnen.
auch einen Knochenaufbau, eine Membraneinbringung zzgl. der Materialien abzurechnen.
Die entsprechende Leistung der eGOZ ist die 0505 - WSR - Wurzelspitzenresektion.
Eine Resektion meint die Kürzung der Wurzelspitze. Dies soll einen Bereich des Wurzelkanalsystems entfernen, das besonders schwierig zu reinigen ist. Gleichzeitig wird ggf. vorhandenes Entzündungsgewebe (Granulationsgewebe) mit entfernt.
Die Position 3120 und auch die Füllungspositionen sind pro tatsächlicher Leistung, also pro Wurzel (3120) bzw. pro Füllung berechenbar.
Das Entfernen einer Zyste (entzündlich entstandener, flüssigkeitsgefüllter Hautball) ist als selbständige Leistung separat nach GOZ 3190 oder nach GOZ 3200 berechenbar.
Das Ausschneiden eines Fistelganges (hautausgekleideter Ausführungsgang aus der Entzündungshöhle zum Mund) kann eine plastische Deckung, z.B. durch einen Verschiebelappen notwendig machen, dies überschreitet dann die einfache Wundversorgung und ist als GOZ 3100 separat berechenbar (nicht gleichzeitig mit 3090!).
Wird bei der Operation die Kieferhöhle eröffnet, so ist ihre plastische Deckung nach GOZ 3090 zusätzlich ansetzbar (nicht gleichzeitig mit 3100!). Hierbei ist ggf. auch an zusätzliche Leistungen der Kieferhöhlenchirurgie zu denken, s. 3090.
Die plastische Deckung einer Verbindung zur Nasenhöhle ist nicht beschrieben, sie ist nach § 6 GOZ vergleichend abzurechnen.
Der Knochenaufbau ist im Normalfall mit der GOZ 4110 zu berechnen. Eine Membranabdeckung wäre zusätzlich mit der GOZ 4138 anzusetzen.
Handelt es sich aber um einen zystischen Hohlraum, der den Bereich des einen Zahnes deutlich überschreitet, so muss ein Knochenaufbau nach § 6 GOZ vergleichend abgerechnet werden. Die GOZ 4110 beschreibt nämlich einen parodontalen Knochenaufbau, einen Aufbau also im Zusammenhang mit dem Zahnhalteapparat. Bei einem kleinen Defekt an einer Wurzelspitze besteht ein solcher Zusammenhang regelmäßig, bei einer ausgedehnten Kieferzyste jedoch hat sich ein Krankheitsprozess verselbständigt, hier wird kein Zahnhalteapparat behandelt, sondern die Folge einer Zyste. Daher trifft die GOZ 4110 nicht mehr zu, ihre Leistungsbeschreibung ist nicht erfüllt.
Der Einsatz eines OP-Mikroskops ist zuschlagsfähig nach GOZ 0110.
Eine Laserdesinfektion des infizierten Zahnbeins (Dentins) ist hier grundsätzlich sinnvoll, kann jedoch nur vergleichend nach GOZ § 6 Abs. 1 abgerechnet werden!
Diese Nummer ist berechnungsfähig für die Resektion einer Wurzelspitze an einem Seitenzahn. Als Seitenzähne sind die Zähne 4 bis 8 des Ober- und Unterkiefers zu zählen.
Der Nummer ist bei mehrwurzeligen Zähnen je resezierter Wurzelspitze, also ggf. auch mehrfach je Zahn berechnungsfähig.
Die Vornahme einer retrograden Wurzelfüllung und/oder eines retrograden Verschlusses der Wurzel ist nicht Leistungsinhalt dieser Nummer und gesondert berechnungsfähig.
Die Kosten für konfektionierte apikale Stiftsysteme sind ebenfalls gesondert berechnungsfähig.
Das Auskratzen von apikalem Granulationsgewebe ist nicht zusätzlich berechnungsfähig.
Die Privatabrechnung der Wurzelspitzenresektion ist beim GKV-Versicherten nur statthaft, wenn die Versorgung das Maß der ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung überschreitet oder nicht richtlinienkonform wäre.
Das Auffüllen eines Knochendefekts, die Bildung und Rückverlagerung eines Knochendeckels (analog) oder der Einsatz des OP-Mikroskops sind neben der Kassenleistung vereinbarungsfähig, da die Kassenversorgung solche Maßnahmen nicht kennt.
Im GKV - System besteht mit der BEMA 54b - WR2 und BEMA 54c - WR3 eine ähnliche Leistung.
Kostenerstatter: "Die Wurzelfüllung ist Teil der Zielleistung GOZ 3110."
Inbegriffen in einer Leistung sind Schritte, die immer notwendig sind und Verfahren, die in der Leistungsbeschreibung einer Position enthalten sind. Selbst die Betäubungsleistungen sind jedoch separat berechenbar, obwohl sie sicher immer notwendig sind, weil der Verordnungsgeber das Prinzip der Einzelleistungsvergütung angewendet wissen will.
Die Füllungsleistungen sind weder in der GOZ 3120 beschrieben, noch müssen sie regelmäßig erbracht werden.
Sie erfordern einen gesonderten Zeitabschnitt und gesondertes Instrumentarium, somit stellen sie eine selbständige und abzurechnende Einzelleistung dar.
Kostenerstatter: "Die GOÄ2442 darf hier nicht abgerechnet werden, die GOZ 4110 trifft zu."
Da es sich bei der Defektauffüllung nicht um die Behandlung eines Defektes am Zahnhalteapparat gehandelt hat, sondern um einen wesentlich größeren und deutlich über den Bereich eines Zahnes ausgedehnten Defekt, der von einer Zyste verursacht worden war, war die Leistungsbeschreibung der GOZ 4110 eindeutig nicht erfüllt, es handelte sich nicht um einen parodontalen Knochenaufbau.
Statt dessen wurde in deutlich größerem Maße Fremdmaterial (alloplastisches Material) in einen Kieferdefekt eingefüllt, dies erfüllt die Leistungsbeschreibung der GOÄ 2442, auf die Zahnärzte zugreifen dürfen, da diese Leistung in der GOZ nicht enthalten ist und der betreffende Abschnitt der GOÄ Zahnärzten geöffnet ist.
Insofern habe ich auch Anspruch auf eine vertragsgemäße Erstattung der GOÄ 2442 und des zugehörigen OP-Zuschlags 444 und ggf. des Mikroskopie-Zuschlags nach GOÄ 440.
Kostenerstatter: "Die GOÄ 2442 kann hier nicht ankerkannt werden, denn sie wurde nicht als selbständige Leistung erbracht."
Die Selbständigkeit einer Leistung setzt nicht einen eigenen operativen Zugang voraus.
Trotzdem ist hier davon auszugehen, dass die Ausführung des operativen Zugangs wohl eher durch die Größe des erwarteten zystischen Defektes als durch die Zahnoperation bestimmt wurde, der Zugang wäre also eher der GOÄ 2442 zuzuschreiben.
Die Vorbereitung und Auffüllung des Hohlraums erfolgen nicht regelmäßig bei der Zahnoperation, sie erfordern deutlich einen eigenen Zeitabschnitt, andere Instrumente und Materialien, somit hat es sich um eine selbständige Leistung gehandelt, die nach dem Prinzip der Einzelleistungsvergütung auch zu honorieren ist.
Vergleicht man die vom Verordnungsgeber zugeordnete Bewertung der Leistung, so wird außerdem schnell klar, dass die Auffüllung des Hohlraums kaum Teil einer deutlich geringer bewerteten Leistung sein könnte.
Daher habe ich Anspruch auf vertragsgemäße Erstattung der betreffenden Leistungen.
+ Anwendung OP-Mikroskop GOZ 0110
+ Aufbereitung eines Wurzelkanals nach GOZ 2410
+ zusätziche elektrophysikalische Verfahren nach GOZ 2420
+ Füllung eines Wurzelkanals nach GOZ 2440
+ plasticher Verschluss einer eröffneten Kieferhöhle nach GOZ 3090
+ plastischer Verschluss einer eröffneten Nasenhöhle vergleichend nach GOZ § 6 Abs. 1
+ Auffüllen eines Knochendefekts nach GOZ 4110
+ Schleimhauttransplantate nach GOZ 4130
+ Auffüllen eines Knochendefekts mit autologem Knochen nach GOZ 9090
+ Laserdesinfektion des Dentins vergleichend nach GOZ § 6 Abs. 1
+ Auffüllen eines größeren Knochendefekts vergleichend nach § 6 Abs. 1 GOZ
- die GOZ 3120 schließt selbst keine Leistung neben sich aus