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Timestamp: 2019-02-19 12:37:39
Document Index: 375990992

Matched Legal Cases: ['§1567', '§1567', '§1379', '§43', '§150', '§1566']

Scheidung: Das Trennungsjahr bei einer Scheidung > Empfohlen, Familienrecht > Rechtsanwalt Ferner Alsdorf > nichteheliche lebensgemeinschaft, scheidung, scheidungsantrag, trennungsjahr, trennungsunterhalt, zustellung > Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
Veröffentlicht	am	 23. Juni 2012 von	Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
1 Trennungsjahr: Wie trennt man sich?
2 Die Versöhnung im Trennungsjahr
3 Wann war die Trennung: Das prüft doch keiner?
Trennungsjahr: Wie trennt man sich?
§1567 BGB stellt klar:
Es muss also an erster Stelle keine „häusliche Gemeinschaft“ bestehen. Das heisst übersetzt, dass die gegenseitige Versorgung vollständig beendet sein muss: Kein Bekochen des Ehepartners mehr, kein Wachen der Wäsche des anderen mehr etc. Das kann auch durchaus innerhalb der gleichen Wohnung statt finden (wie §1567 BGB selber feststellt), man muss also nicht zwingend ausziehen – andernfalls wäre die Trennung für finanziell schlecht gestellte Paare bzw. Partner unmöglich. Aber die Trennung msus strikt sein: Von der Trennung der Vorräte im Kühlschrank bis zu getrennten Wäschehaufen und Betten.
Natürlich kontrolliert das erst einmal niemand, und schnell kommt der Gedanke auf, dass man das ja nicht so strikt durchziehen muss – gerade, wenn man sich (scheinbar) erstmal weiterhin gut versteht. Problematisch wird es aber, wenn man sich (plötzlich) über den genauen Zeitpunkt des Trennungsjahres streitet. Eine „unsaubere“ Trennung kann da für den, der die schnelle Scheidung wünscht, zum Problem werden.
Die eigentliche „Trennung“ vollzieht man am besten in irgendeiner schriftlichen Form, um den Trennungszeitpunkt zu dokumentieren. Das mag auf den ersten Blick formal klingen, hat aber seinen Sinn. Neben dem späteren Streit über den Trennungszeitpunkt ist das Datum u.a. wichtig für die Auskunftsansprüche untereinander (§1379 BGB) oder auch für den Beginn des geschuldeten Trennungsunterhalts.
Die Versöhnung im Trennungsjahr
Versöhnungsversuche werden zugestanden! Dass kurzzeitig versucht wurde, wieder zueinander zu finden, schadet der Trennungszeit nicht bzw. zögert diese nicht hinaus. Es kommt natürlich auf die Dauer des Versöhnungsversuchs an – wenn man 6 Monate wieder zusammen gelebt hat, geht das nicht mehr als Versöhnungsversuch durch, der das Trennungsjahr nicht mehr verlängert. Die Grenzen sind fließend, jedenfalls ein Monat wird problemlos sein.
Wann war die Trennung: Das prüft doch keiner?
Da das Gericht die Angabe des Trennungszeitpunktes nicht prüft, ist es auf den ersten Blick naheliegend, hier einfach zu lügen, um die Wartezeit zu verkürzen.
Ihr Anwalt wird im Rahmen seiner Wahrheitspflicht nach §43a BRAO nicht daran mitwirken, einen falschen Trennungszeitpunkt bei Gericht zu vertreten.
Sofern Sie Ihren Anwalt belügen, um die Trennungszeit zu verkürzen, werden Sie bedenken müssen, dass es hier auch erhebliche Probleme geben kann: Naheliegend ist die Variante, dass der Noch-Partner sich plötzlich überlegt, die Wahrheit zu sagen. Wenn Sie dann den Scheidungsantrag eingereicht haben und das Trennungsjahr nicht um ist im Moment der mündlichen Verhandlung, droht die volle Kostenlast nach §150 II FamFG. Zudem ist die Einreichung des Scheidungsantrags ab Zustellung an den Partner für einige Berechnungen ausschlaggebend, etwa mit Blick auf den Berechnungszeitpunkt des Unterhalts oder des Zugewinnausgleichs. Auch droht der Verlust des gesetzlichen Erbrechtes des Ehegatten bei einem anhängigen Scheidungsverfahren. Eine verfrüht gestellte Scheidung kann hier also erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, die man immer bedenken sollte – das Trennungsjahr als solches, sollte daher nicht als bloßer Formalismus verstanden werden!
Was ist das Trennungsjahr: Das Trennungsjahr spielt insbesondere beim §1566 BGB eine Rolle: (1) Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt…
nichteheliche lebensgemeinschaft, scheidung, scheidungsantrag, trennungsjahr, trennungsunterhalt, zustellung