Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=13.12.1996&Aktenzeichen=1%20BvR%201474/88
Timestamp: 2019-11-15 03:28:51
Document Index: 40208451

Matched Legal Cases: ['§ 33', 'Art. 3', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

BVerfG, 13.12.1996 - 1 BvR 1474/88 - dejure.org
https://dejure.org/1996,2454
BVerfG, 13.12.1996 - 1 BvR 1474/88 (https://dejure.org/1996,2454)
BVerfG, Entscheidung vom 13.12.1996 - 1 BvR 1474/88 (https://dejure.org/1996,2454)
BVerfG, Entscheidung vom 13. Dezember 1996 - 1 BvR 1474/88 (https://dejure.org/1996,2454)
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EStG (1979) § 33a Abs. 1 S. 1; GG Art. 3 Abs. 1
Einkommensteuer; Verfassungsmäßigkeit der Höchstbetragsregelung für Unterhaltsleistungen in den Jahren 1983 und 1984
Außergewöhnliche Belastung; Höchstbetragsregelung; Unterhaltsleistung
FG Schleswig-Holstein, 07.05.1987 - V 924/86
BFH, 23.09.1988 - III R 46/87
FamRZ 1997, 477
Durchgreifende verfassungsrechtliche Bedenken gegen die in den genannten Bestimmungen statuierten Unterhaltshöchstbeträge und anrechnungsfreien Beträge bestehen jedenfalls für die hier in Rede stehenden Zeiträume ab 1996 nicht (…zur näheren Begründung vgl. Blümich/Oepen, a.a.O., § 33a EStG Rz. 2 und 38;… Pust in Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, § 33a EStG Rz. 21; vgl. ferner auch BVerfG-Beschluss vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88, Finanz-Rundschau --FR-- 1997, 156).
Nach dem Beschluss des BVerfG vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88 (Finanz-Rundschau --FR-- 1997, 156) gelte das Gebot, Unterhaltsleistungen mindestens in Höhe des Existenzminimums zu berücksichtigen, jedoch erst ab der Entwicklung der entsprechenden Grundsätze zum Grundfreibetrag.
Schmidt (…a.a.O.) verkenne die Nichtannahmeentscheidung des BVerfG zu 1 BvR 1474/88.
Für nicht mehr geltendes Recht besteht in der Regel kein über den Einzelfall hinausgreifendes Interesse, seine Verfassungsmäßigkeit auch noch nach seinem Außerkrafttreten zu klären (vgl. BVerfGE 91, 186 ; BVerfGK 7, 283 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 13. Dezember 1996 - 1 BvR 1474/88 -, juris, Rn. 6;… BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 8. Januar 1998 - 1 BvR 1872/94 -, NJW 1998, S. 2043 ;… BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 1. April 1998 - 2 BvR 1478/97 -, NJW 1998, S. 2043;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 11. Juli 1999 - 2 BvR 1313/93 -, juris, Rn. 3;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 19. November 1999 - 2 BvR 1167/96 -, NJW 2000, S. 797 ).
Die Überprüfung des Unterhaltsfreibetrages nach § 33a Abs. 1 EStG an dem sozialhilferechtlichen Bedarf in den Beschlüssen in BVerfGE 67, 290, BStBl II 1985, 22 und in BVerfGE 66, 214, BStBl II 1984, 357 läßt vielmehr deutlich werden (vgl. insoweit auch die Beschlüsse vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung - HFR - 1997, 251, und vom 19. Dezember 1996 1 BvR 1522/88, HFR 1997, 252), daß auch diese Entscheidungen nach ihrem Sinnzusammenhang nur die zur Bestreitung des Existenzminimums des Unterhaltsbedürftigen notwendigen und in diesem Sinne unabweisbaren Aufwendungen betreffen, um welche die einkommensteuerliche Bemessungsgrundlage zu mindern ist.
a) Eine Verfassungsbeschwerde verliert eine an sich vorhandene derartige Bedeutung, wenn sich die Rechtslage zwischen ihrer Anhängigkeit und dem Zeitpunkt der Entscheidung geändert hat (vgl. BVerfGE 91, 186 ;… BVerfG, 3. Kammer des Zweiten Senats, NJW 2000, S. 797 ; BVerfG, 3. Kammer des Ersten Senats, FamRZ 1997, S. 477).
Das BVerfG hat noch nicht entschieden, auf welche Weise der für das Existenzminimum maßgebliche Wohnbedarfswert zu ermitteln ist (vgl. Beschluß in BVerfGE 91, 93, BStBl II 1994, 909, 916; Beschluß der 3. Kammer des 1. Senats des BVerfG vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1997, 251).
Soweit das BVerfG in seinem Urteil vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88 entschieden habe, dass zwangsläufige Unterhaltsleistungen in Höhe des Existenzminimums berücksichtigt werden könnten, werde dem durch den Unterhaltsabzug nach § 33a Abs. 1 EStG Rechnung getragen, der sich grundsätzlich am Grundfreibetrag orientiere.
Die dortigen Begrenzungen hat das BVerfG für verfassungsrechtlich unbedenklich gehalten, sofern "keine realitätsfremden Grenzen" gezogen würden (s. z. B. Beschlüsse vom 22. Februar 1984.1 BvL 10/80, BVerfGE 66, 214, [BVerfG 22.02.1984 - 1 BvL 10/80] BStBl II 1984, 357, [BVerfG 22.02.1984 - 1 BvL 10/80] und vom 13. Dezember 1996 1 BvR 1474/88, mitgeteilt u. a. in Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1997, 251, jeweils zu § 33a Abs. 1 EStG, sowie vom 26. Januar 1994 1 BvL 12/86, BVerfGE 89, 346, BStBl II 1994, 307, [BVerfG 26.01.1994 - 1 BvL 12/86] zu § 33a Abs. 2 EStG).
FG Nürnberg, 19.03.1998 - VI 40/98