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Timestamp: 2019-03-26 19:27:36
Document Index: 211112101

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 61', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.02.1978 - VIII ZR 240/76 - dejure.org
AGB - Autovermietung - Selbstbeteiligung - Haftungsfreistellung
BGHZ 70, 304
NJW 1978, 945
MDR 1978, 658
VersR 1978, 467
DB 1978, 735
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der gewerbliche Vermieter von Kraftfahrzeugen, der dem Mieter gegen Zahlung eines Entgelts nach Art einer Versicherungsprämie bei Unfallschäden Haftungsfreistellung ohne Selbstbeteiligung verspricht, nämlich gehalten, diese Haftungsbefreiung nach dem Leitbild einer Kaskoversicherung auszugestalten (BGH Urteil v. 29. Oktober 1956 - II ZR 64/56 = BGHZ 22, 109; Senatsurteile vom 1. Oktober 1975 - VIII ZR 130/74 = BGHZ 65, 118 und vom 8. Februar 1978 - VIII ZR 240/76 = BGHZ 70, 304).
Da nach den Feststellungen des Berufungsgerichts weder die Beklagte noch ihr Ehemann den Unfall grob fahrlässig verschuldet haben, kommt ein Ausschluß der Haftungsbefreiung entsprechend der Vorschrift des § 61 VVG (vgl. Senatsurteil vom 8. Februar 1978, aaO) nicht in Betracht.
Der erkennende Senat hat bereits in früheren Entscheidungen (Senatsurteile vom 18. Februar 1976 - VIII ZR 185/74 = nicht veröffentlicht und vom 8. Februar 1978 aaO) aufgrund seiner Kenntnis der Geschäftspraxis gewerblicher Kraftfahrzeugvermieter die unwidersprochen gebliebene Folgerung gezogen, daß das verlangte zusätzliche Entgelt ausreicht, um einen der Vollkaskoversicherung entsprechenden Schutz unter Einschluß des Mietausfallschadens zu finanzieren.
Regel-Ausnahme-Bestimmungen müssen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eindeutig formuliert sein (vgl. etwa BGH NJW 1978, 945, 946).
Die Benutzung eines Mietwagens ist risikoreicher als die des vertrauten Fahrzeugs, woraus sich sein Interesse an einer Haftungsbefreiung gegen zusätzliche Zahlung ergibt (vgl. BGH NJW 1978, 945, 947).
Der gewerbliche Vermieter von Kraftfahrzeugen, der dem Mieter gegen Zahlung zusätzlichen Entgelts gemäß seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Haftungsbefreiung für Unfallschäden einräumt, kann seine Verpflichtung, einen am Leitbild der Kaskoversicherung orientierten Schutz zu gewähren (vgl. BGHZ 70, 304;… BGH, Urt. v. 16.12.1981 - VIII ZR 1/81 = LM BGB § 242 Cd Nr. 239), nicht durch den Hinweis in seinen AGB einschränken, daß die Haftungsbefreiung nicht einer Vollkaskoversicherung entspreche.
Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann nicht durch eine beispielhafte Aufzählung in den Mietbedingungen verbindlich festgelegt werden, sondern muß nach allgemeinen Grundsätzen beurteilt werden (BGHZ 70, 304, 307 f).
AGB können danach unwirksam sein, soweit sie unangemessene Klauseln enthalten, in denen sich die mißbräuchliche Verfolgung einseitiger Interessen auf Kosten des Geschäftspartners verkörpert und die daher bei Abwägung der Interessen der beteiligten Kreise der Billigkeit widersprechen (BGHZ 51, 55, 59; 70, 304, 310).
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