Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2050,%20359
Timestamp: 2019-04-18 19:49:39
Document Index: 213771659

Matched Legal Cases: ['§ 177', '§ 177', 'BGH', 'BGH', '§ 177', 'BGH', 'BGH']

Vergewaltigung: Ausgeliefertsein des Opfers; Anforderungen an die Tatbestandesverwirklichung des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern; Anforderungen an die Anordnung der Unterbringung eines Sexualstraftäters in der Sicherungsverwahrung; Anforderungen an das Vorliegen einer schutzlosen Lage im Sinne von § 177 Abs. 1 Nr. 3 Strafgesetzbuch (StGB); Voraussetzungen der Schutzlosigkeit gegenüber nötigenden Gewalteinwirkungen
Damit fehlte es an dem für den objektiven Tatbestand des § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB erforderlichen funktionalen und finalen Zusammenhang zwischen objektivem Nötigungselement, Opferverhalten und Täterhandlung (zu dieser Voraussetzung vgl. BGHSt 50, 359, 368; BGH…, Beschluss vom 21. Dezember 2011 - 4 StR 404/11 Rn. 15 mwN).
Der subjektive Tatbestand des § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB setzt zumindest bedingten Vorsatz dahingehend voraus, dass das Tatopfer in die sexuelle Handlung nicht einwilligt und es gerade im Hinblick auf seine Schutzlosigkeit auf möglichen Widerstand verzichtet (vgl. BGHSt 50, 359, 368).
Ein solches schutzloses Ausgeliefertsein lässt sich dem Urteil nicht entnehmen, da Feststellungen zu den äußeren Umständen des Tatgeschehens, etwa zum Tatort, zu den Fluchtmöglichkeiten oder zur Anwesenheit Dritter ebenso fehlen wie solche zur Aussicht auf Erfolg körperlichen Widerstands (vgl. BGHSt 50, 359, 362).