Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=29.05.2000&Aktenzeichen=15%20W%20158/00
Timestamp: 2019-11-15 20:57:12
Document Index: 3685497

Matched Legal Cases: ['§ 1897', '§ 1908', '§ 1897', '§ 1908', '§ 69', '§ 69', '§ 1896', '§ 1897', '§ 1908', '§ 1897', '§ 1896', '§ 1896', '§ 1896', '§ 1908', '§ 69', '§ 69', '§ 1896', '§ 1897']

OLG Hamm, 29.05.2000 - 15 W 158/00 - dejure.org
https://dejure.org/2000,2328
OLG Hamm, 29.05.2000 - 15 W 158/00 (https://dejure.org/2000,2328)
OLG Hamm, Entscheidung vom 29.05.2000 - 15 W 158/00 (https://dejure.org/2000,2328)
OLG Hamm, Entscheidung vom 29. Mai 2000 - 15 W 158/00 (https://dejure.org/2000,2328)
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Betreuung; Verlängerung; Betreuer; Personenkreis; Auswahl; Neubestellung; Entlassung
BGB § 1897 § 1908b
LG Essen, 16.02.2000 - 7 T 567/99
NJW-RR 2001, 797
FGPrax 2000, 196
FamRZ 2001, 254
In der Sache handelt es sich bei einer Verlängerungsentscheidung um die erneute Anordnung einer Betreuung einschließlich der Entscheidung über die Person des Betreuers, auch wenn der bisherige Betreuer wieder bestellt wird (BayObLG FamRZ 2001, 1100 (Ls.); OLG Hamm FamRZ 2001, 254, 255).
Die bisherige Betreuung und damit die Bestellung des bisherigen Betreuers enden nämlich mit der Wirksamkeit der Verlängerungsentscheidung und werden durch die darin getroffenen Anordnungen abgelöst (OLG Hamm FamRZ 2001, 254, 255).
Der Wille des Betreuten kann nur dann unberücksichtigt bleiben, wenn die Bestellung der vorgeschlagenen Person dem Wohl des Betreuten zuwiderläuft (…BayObLG aaO; OLG Hamm FamRZ 2001, 254, 255).
Der Wille des Betreuten kann aber dann unberücksichtigt bleiben, wenn die Bestellung der vorgeschlagenen Person dem Wohl des Betreuten zuwiderläuft (…BayObLG aaO; OLG Hamm FamRZ 2001, 254, 255).
Daraus folgt, dass dem Gericht bei Vorliegen eines Auswahlvorschlags des Betroffenen kein Ermessen zusteht (Senat FamRZ 2001, 254; Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1897 BGB, Rdnr.37 m.w.N.).
Diese Grundsätze gelten nicht nur bei der ersten Betreuerbestellung, sondern auch dann, wenn über die Verlängerung einer Betreuerbestellung zu entscheiden ist (vgl. § 1908d Abs. 1 Satz 1 BGB, § 69i Abs. 6 Satz 1, § 69 Abs. 1 Nr. 5 FGG; BayObLG NJWE-FER 2001, 234; OLG Hamm FGPrax 2000, 196;… Palandt/Didderichsen BGB 61. Aufl. § 1896 Rn. 24), da bei dieser Entscheidung überprüft wird, ob die Anordnung einer erneuten Betreuung erforderlich ist.
Bei einer solchen Entscheidung über die Verlängerung der Betreuung sind hinsichtlich der Auswahl des Betreuers die Vorschriften über die Neubestellung, somit § 1897 BGB, und nicht diejenigen über die Entlassung (§ 1908b BGB) anzuwenden (vgl. BayObLG NJWE-FER 2001, 234 m. w. N.; OLG Hamm FGPrax 2000, 196).
Dies richtet sich nach der - vom Landgericht nicht geprüften - Vorschrift des § 1897 BGB (ebenso BayObLG NJWE-FER 2001, 234; OLG Hamm NJW-RR 2001, 797 = FGPrax 2000, 196;… Palandt/Diederichsen, BGB 60. Aufl. § 1896 Rdnr. 26;… Erman/Holzhauer, BGB 10. Aufl. § 1896 Rdnr. 26;… vgl. auch MüKo/Schwab, BGB 3. Aufl. § 1896 Rdnr. 128).
Diese Grundsätze gelten nicht nur bei der ersten Betreuerbestellung, sondern auch dann, wenn über die Aufrechterhaltung oder Verlängerung einer Betreuerbestellung entschieden wird (vgl. § 1908d Abs. 1 Satz 1 BGB, § 69i Abs. 6 Satz 1, § 69 Abs. 1 Nr. 5 FGG; BayObLG NJWE-FER 2001, 234; OLG Hamm FGPrax 2000, 196;… Palandt/Diederichsen BGB 61. Aufl. § 1896 Rn. 24), da bei diesen Entscheidungen überprüft wird, ob die Voraussetzungen für die Anordnung einer Betreuung nach wie vor gegeben sind.
vielmehr ist über die Person des zukünftigen Betreuers anhand der Kriterien des § 1897 BGB zu befinden (vgl. OLG Hamm FGPrax 2000, 196).
AG Hannover, 13.05.2002 - 608 F 4451/01