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Timestamp: 2016-10-25 19:16:53
Document Index: 24414329

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

U 355/01 (15.10.2002)
Lloyd's Underwriters London, c/o Dr. Stefan Knecht, Seefeldstrasse 7, 8008 Z�rich, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oskar M�ller, Wengistrasse 7, 8026 Z�rich,
A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Max Sidler, Unterm�li 6, 6300 Zug, Beschwerdegegnerin
Die 1954 geborene A.________ arbeitete als Gesch�ftsf�hrerin der Firma C.________ AG und war damit bei der Lloyd's Underwriters London (im Folgenden: Lloyd's) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 6. November 1993 wurde sie als Fahrzeuglenkerin in einen Verkehrsunfall verwickelt. Ein von hinten herannahendes Auto fuhr auf ihren Personenwagen auf, als sie vor einer Einm�ndung anhielt. Nachdem sie sich noch am gleichen Tag in ambulante spital�rztliche Behandlung begeben hatte, konsultierte sie am 8. November 1993 die Haus�rztin Dr. med. V.________, welche ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) diagnostizierte. In der Folge wurde die Versicherte vom Neurologen Dr. med. F.________ untersucht, der ein �berstreckungstrauma der HWS ohne neurologische Ausf�lle diagnostizierte und A.________ eine 100%-ige Arbeitsunf�higkeit bescheinigte. Vom 10. bis 25. Dezember 1993 weilte sie in der Klinik E.________ (Austrittsbericht vom 21. Januar 1994). Es folgten am 17. M�rz und 8. April 1994 computertomographische Untersuchungen durch den Neurologen Dr. med. H.________. Wegen Einstellung der Gesch�ftst�tigkeit wurde das Arbeitsverh�ltnis auf den 31. Juli 1994 aufgel�st.
Nachdem sich die Parteien �ber die vorzunehmende medizinische Begutachtung und die Kosten�bernahme nicht einig waren, stellte die Lloyd's ihre Leistungen per 1. Mai 1994 ein (Einspracheentscheide vom 17. Juni, 11. Juli und 26. Juli 1994). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 23. Oktober 1995 ab, nachdem die Lloyd's ein Aktengutachten des Instituts X.________ vom 10. Oktober 1994 vorgelegt hatte. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hiess die von A.________ eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit Urteil vom 18. Oktober 1996 in dem Sinne teilweise gut, als es die Sache an die Versicherungsgesellschaft zur�ckwies, damit diese nach erg�nzender Abkl�rung des medizinischen Sachverhalts �ber den Leistungsanspruch nach dem 1. Mai 1994 neu befinde.
Auf Veranlassung des behandelnden Arztes untersuchte die Neuropsychologin Dr. phil. O.________ die Versicherte (Bericht vom 10. M�rz 1997). Am 17. September 1997 erstattete der Neurologe Prof. Dr. med. M.________ ein Gutachten samt erg�nzendem Bericht vom 12. Dezember 1997. Die Lloyd's veranlasste zudem die biomechanische Expertise des Ingenieurb�ros Y.________, welche am 25. M�rz 1998 unter Mitwirkung des Orthop�den PD Dr. med. B.________ erstellt wurde. Gest�tzt auf die fachspezifischen Angaben sprach die Lloyd's mit Verf�gung vom 14. Juli 1998 Heilungskosten und Taggelder bis 5. November 1995 zu; eine dar�berhinausgehende Leistungspflicht verneinte sie mit dem Fehlen eines nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs. Mit Entscheid vom 20. Oktober 1998 wies sie die von der Versicherten und der Krankenkasse Helsana hiegegen erhobene Einsprache hinsichtlich der Weiterausrichtung von Versicherungsleistungen �ber den 5. November 1995 hinaus ab und setzte den nachzuzahlenden Taggeldanspruch auf Fr. 98'868.- fest.
A.________ liess Beschwerde f�hren mit den Begehren, es sei festzustellen, dass zus�tzlich Taggelder in H�he von Fr. 19'688.- nachzuzahlen seien und ihr gesetzliche Leistungen auch nach dem 5. November 1995 zust�nden; zudem sei das Gutachten Y.________/PD Dr. med. B.________ wegen Geh�rsverletzung aus dem Recht zu weisen. Die Helsana Versicherungen AG erhob ebenfalls Beschwerde und beantragte die Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich vereinigte die Verfahren und nahm das von der Versicherten nachgereichte psychiatrische Gutachten des Dr. med. G.________ vom 29. Mai 2000 zu den Akten. Mit Entscheid vom 10. September 2001 wies es die Beschwerde von A.________ ab, soweit damit ein h�herer Taggeldanspruch geltend gemacht wurde; hinsichtlich der verneinten gesetzlichen Leistungen �ber den 5. November 1995 hinaus hob es den Einspracheentscheid vom 20. Oktober 1998 in Gutheissung der Beschwerden auf und stellte fest, dass A.________ Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung habe, zu deren Festsetzung es die Sache an die Lloyd's zur�ckwies.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Lloyd's, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben mit der Feststellung, dass A.________ aus dem Unfall vom 6. November 1993 keinen Anspruch auf Leistungen mehr habe; eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese nach Einholung eines polidisziplin�ren, insbesondere auch psychiatrischen Gutachtens neu entscheide.
W�hrend die Versicherte auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung. Die als Mitinteressierte beigeladene Krankenkasse Helsana verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.1 In formeller Hinsicht r�gt die Lloyd's, der angefochtene Entscheid sei nicht hinreichend begr�ndet und verletze den Anspruch auf rechtliches Geh�r. Eine Auseinandersetzung mit dem Einwand, das psychosoziale Umfeld der Versicherten sei von den Gutachtern �bergangen und bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht ber�cksichtigt worden, habe nicht stattgefunden. Zudem habe sich das Gericht nicht mit den Vorbringen zum Umfang der Integrit�tsentsch�digung befasst.
1.2 Wesentlicher Bestandteil des verfassungsm�ssigen Anspruchs auf rechtliches Geh�r bildet die Begr�ndungspflicht. Sie soll verhindern, dass sich die Beh�rde von unsachlichen Motiven leiten l�sst, und der betroffenen Person erm�glichen, die Verf�gung oder den Gerichtsentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verf�gung bzw. ihr Urteil st�tzt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken. Die Beh�rde darf sich nicht damit begn�gen, die von der betroffenen Person vorgebrachten Einw�nde tats�chlich zur Kenntnis zu nehmen und zu pr�fen; sie hat ihre �berlegungen der betroffenen Person gegen�ber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdr�cklich mit den entscheidwesentlichen Einw�nden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gr�nde anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht ber�cksichtigen kann (SZS 2001 S. 563 Erw. 3b mit Hinweisen).
1.3 Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid ausf�hrlich mit den psychischen Auff�lligkeiten der Versicherten befasst und ist dabei gest�tzt auf die medizinischen Unterlagen zum Schluss gelangt, dass keiner der �rzte die geklagten Beschwerden nicht (mehr) auf die Distorsionsverletzung, sondern auf ein im Vordergrund stehendes psychisches oder psychosoziales Problem zur�ckf�hre. Sie hat auch begr�ndet, weshalb von einer erg�nzenden psychiatrischen oder interdisziplin�ren Begutachtung abgesehen werden k�nne. Das rechtliche Geh�r ist somit nicht verletzt.
Das kantonale Gericht hat sodann unter Bejahung des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den geltend gemachten Beschwerden �ber die Frage der grunds�tzlichen Leistungspflicht der Lloyd's �ber den 5. November 1995 hinaus befunden und die Sache zwecks Festsetzung der einzelnen Anspr�che - inklusive Integrit�tsentsch�digung - an den Unfallversicherer zur�ckgewiesen. Auch diesbez�glich liegt somit keine Verletzung der Begr�ndungspflicht vor.
2.1 Im vorinstanzlichen Entscheid wird die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, 117 V 360 Erw. 4a). Darauf wird verwiesen.
2.2 Das kantonale Gericht hat in einl�sslicher W�rdigung der im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen medizinischen Unterlagen - insbesondere des umfassenden und nachvollziehbar begr�ndeten Gutachtens des Prof. Dr. med. M.________ vom 17. September 1997 (samt Erg�nzungsbericht vom 12. Dezember 1997), welches die rechtsprechungsgem�ss erforderlichen Kriterien f�r beweiskr�ftige �rztliche Entscheidungsgrundlagen (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) erf�llt und dem somit voller Beweiswert zukommt - zutreffend erkannt, dass die Beschwerdef�hrerin an den Folgen eines HWS-Distorsionstraumas leidet und dass die gesundheitlichen Beeintr�chtigungen - namentlich auch die im Verh�ltnis zum gesamten Beschwerdebild zu keinem Zeitpunkt im Vordergrund gestandene psychische Symptomatik - auf das Unfallereignis vom 6. November 1993 zur�ckzuf�hren sind. Angesichts der unbestrittenen Diagnose eines Schleudertraumas der HWS und des f�r diese Verletzung festgestellten typischen Beschwerdebildes (vgl. BGE 119 V 338 Erw. 1), des Umstandes, dass dieses medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeintr�chtigung zugeschrieben werden kann und dieser Gesundheitsschaden �berwiegend wahrscheinlich in einem urs�chlichen Zusammenhang zum versicherten Unfall steht (BGE 119 V 341 Erw. 2b/bb), ist der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen (BGE 119 V 338 Erw. 1 mit Hinweis).
Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorgebracht wird, vermag die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beurteilung nicht zu entkr�ften. Zudem ist nicht einzusehen, was erg�nzende Abkl�rungen, auch in psychiatrischer oder neuropsychologischer Hinsicht, an neuen Erkenntnissen bringen k�nnten, welche die nat�rliche Kausalit�t ernsthaft in Frage zu stellen verm�chten, zumal es f�r deren Bejahung gen�gt, wenn der Unfall f�r eine bestimmte gesundheitliche St�rung eine Teilursache darstellt (BGE 119 V 338 Erw. 1 mit Hinweis). Psychische oder psychosoziale Reaktionen von einem Ausmass, dass sie die nat�rliche Kausalkette zum Unfallereignis aufzuheben verm�chten, sind nicht auszumachen. Da des Weitern keine Anhaltspunkte f�r psychische Besonderheiten und Auff�lligkeiten vorliegen, welche die aufgrund des Schleudertraumas der HWS erlittenen Beschwerden ganz in den Hintergrund dr�ngen w�rden (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01), braucht - im Hinblick auf die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs - nicht unterschieden zu werden, ob die Beschwerden mehr organischer und/oder psychischer Natur sind (vgl. BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa), weshalb auch unter diesem Aspekt weitere medizinische Abkl�rungen unterbleiben k�nnen.
3.1 Im angefochtenen Entscheid ist sodann auch die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers weiter vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle und den hernach andauernden Beschwerden mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 117 V 359) zutreffend wiedergegeben, weshalb darauf verwiesen wird.
3.2 Ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf ist der Unfall vom 6. November 1993 im Rahmen der Einteilung, welche f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung sowohl bei psychischen Unfallfolgen wie auch - analog - bei Unf�llen mit Schleudertrauma der HWS vorzunehmen ist (BGE 117 V 366 Erw. 6a), entsprechend bisheriger Praxis (RKUV 1997 Nr. U 272 S. 175; Urteil B. vom 22. Mai 2002, U 339/01) dem mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unf�llen zuzuordnen. Ob der ad�quate Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich mithin anhand der in BGE 117 V 366 Erw. 6a aufgelisteten Kriterien. Dieser ist zu bejahen, wenn die einschl�gigen Beurteilungskriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind (BGE 117 V 368 Erw. 6b), wobei auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten ist (BGE 117 V 367 Erw. 6a).
In Anwendung dieser Rechtsprechung hat das kantonale Gericht die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs mit Recht bejaht. Es kann auf die entsprechenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, von denen abzuweichen auch unter Ber�cksichtigung der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebrachten Einw�nde kein Anlass besteht. Ob ein Unfall nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine (psychische) Gesundheitssch�digung herbeizuf�hren, beurteilt sich gest�tzt auf eine weite Bandbreite von Versicherten, worunter auch Versicherte fallen, welche im Hinblick auf die erlebnism�ssige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erh�htem Risiko geh�ren, weil sie aus versicherungsm�ssiger Sicht auf den Unfall nicht optimal reagieren (BGE 117 V 362 Erw. 5b). Falls die Beschwerdegegnerin somit f�r psychische St�rungen anf�lliger sein sollte, ist diese Pr�disposition von der weiten Bandbreite der zu ber�cksichtigenden Versicherten erfasst. Die objektivierte Beurteilung der Ad�quanz anhand der von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien f�hrt gerade dazu, dass die Notwendigkeit entf�llt, nach anderen Ursachen zu forschen, welche die nach einem Schleudertrauma der HWS aufgetretenen Beschwerden m�glicherweise mitbeg�nstigt haben k�nnten (BGE 117 V 366 Erw. 6).
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdegegnerin eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die Lloyd's Underwriters London hat der Beschwerdegegnerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.