Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/107967-versteuerung-der-auf-einmal-ausgezahlten-renteneinkuenfte
Timestamp: 2019-01-18 06:12:04
Document Index: 54568861

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 22']

ï»¿ Versteuerung der auf einmal ausgezahlten RenteneinkÃ¼nfte
Versteuerung der auf einmal ausgezahlten RenteneinkÃ¼nfte
Meine Rente wurde 2004 falsch berechnet; nach vielen Einschreibebriefen erfolgte Nachberechnung von Okt. 2004 bis Nov. 2012 .-
Nachzahlung insgesamt 3.300 € inklusive 4 % Zinsen.
Die Rentenberechnungen von 2004 bis 2012 wurden für nichtig / unwirksam erklärt.Monatsweise wurde die Nachberechnung ( 60 Seiten ) berechnet,dazu Krankenkasse +Pflegevers.-Beiträge + die jeweils nachzuzahlende Rente!
Frage: Ist diese Nachzahlung nach der Fünftelregelung zu versteuern?
Ich stünde mich besser,wenn es detailiert jahrgangsweise nachzuversteuern wäre:
In den Jahren 2005 bis 2009 hatte ich gem. Steuerbescheide immer unter 2.500 € steuerpflichtige Einkünfte . Mithin auch keine Steuerpflicht,wenn man da 2.000 oder 3.000 € Einkommen hinzurechnet ergibt Steuerpflicht = Null.
Sie haben vollkommen richtig gesehen, dass die auf einmal ausgezahlten Renteneinkünfte nach der der Fünfjahresregel versteuert werden können.
Die durch den Rückzahlungsbescheid über mehrere Jahre kumulierten Renteneinkünfte gehören zu den außerordentlichen Einkünften nach § 34 Einkommensteuergesetz (EStG).
Nach § 34 Absatz (2) Ziff. 4 EstG kommen als außerordentliche Einkünfte nur in Betracht:
4. Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten; mehrjährig ist eine Tätigkeit, soweit sie sich über mindestens zwei Veranlagungszeiträume erstreckt und einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten umfasst.
Diese mehrjährige Tätigkeit wird weit ausgelegt und erfasst alle Einkünfte, deren Zusammenballung aus wirtschaftlich vernünftigen Gründen erfolgt.
Nachzahlung von Renten gehören auch dazu, dies ergibt sich unmittelbar aus den Einkommensteuerrichtlinien zu § 34- (Richtlinie 34.4 Abs. 1 Satz 2 EStR 2008 *2).
Für diese außerordentlichen Einkünfte beträgt nach dem Gesetz die anzusetzende Einkommensteuer das Fünffache des Unterschiedsbetrags zwischen der Einkommensteuer für das um diese Einkünfte verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibendes zu versteuerndes Einkommen) und der Einkommensteuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen zuzüglich eines Fünftels dieser Einkünfte.
Die Finanzverwaltung ist über die Selbstbindung an diese Auslegung gebunden, es empfiehlt sich ein Hinweis auf die Richtlinie im Rahmen der Steuererklärung.
*1) § 34 EStG Außerordentliche Einkünfte
*2) Einkommensteuer-Richtlinien 2008 (EStR 2008)
(1) 1§ 34 Abs. 2 Nr. 4 i.V.m. Abs. 1 EStG gilt grundsätzlich für alle Einkunftsarten. 2§ 34 Abs. 1 EStG ist auch auf Nachzahlungen von Ruhegehaltsbezügen und von Renten i.S.d. § 22 Nr. 1 EStG, einschließlich der nachgezahlten Erhöhungsbeträge für den laufenden VZ anwendbar. 3Voraussetzung für die Anwendung ist, dass auf Grund der Einkunftsermittlungsvorschriften eine Zusammenballung von Einkünften eintritt, die bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit auf wirtschaftlich vernünftigen Gründen beruht und bei anderen Einkünften nicht dem vertragsgemäßen oder dem typischen Ablauf entspricht.
PlÃ¶tzliche Erkrankung: Kann ich vom Kaufvertrag Ã¼ber eine Immobilie zurÃ¼cktreten? | Stand: 15.04.2017