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Timestamp: 2016-10-22 08:47:21
Document Index: 264763037

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 89', 'Art. 54', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 66']

2C_475/2012 (10.12.2012)
2C_475/2012
2. AET NE1 SA,
beide vertreten durch Rechtsanwalt Pietro Crespi,
vom 12. April 2012.
A.c Mit Schreiben vom 9. Juli 2010 reichte die Nordostschweizerische Kraftwerke Grid AG (nachfolgend: NOK Grid AG) ebenfalls ein Feststellungsbegehren betreffend Definition und Abgrenzung des �bertragungsnetzes bei der ElCom ein. Sie beantragte, das �bertragungsnetz sei aufgrund einer an den Funktionen ausgerichteten Betrachtungsweise zu definieren und vom Verteilnetz abzugrenzen. Das Feststellungsbegehren der swissgrid ag mit der spannungsbasierten Zuordnung sei abzuweisen.
A.d Am 11. November 2010 erliess die ElCom eine Verf�gung, die sie der swissgrid ag, der NOK Grid AG und den �bertragungsnetzeigent�mern er�ffnete. Darin wurde u.a. festgehalten:
3. Grenz�berschreitende Leitungen und die erforderlichen Nebenanlagen auf der Spannungsebene 220/380 kV geh�ren zum �bertragungsnetz und sind auf die swissgrid ag zu �berf�hren, unabh�ngig davon, ob sie mit dem �bertragungsnetz vermascht sind oder nicht.
4. Leitungen im grenz�berschreitenden �bertragungsnetz einschliesslich der zur �bertragung von Elektrizit�t erforderlichen Nebenanlagen, die nach dem 1. Januar 2005 in Betrieb genommen wurden, und f�r die eine Ausnahme beim Netzzugang und bei der Berechnung der anrechenbaren Kosten gew�hrt wurde, geh�ren zum �bertragungsnetz. Sie sind nach Ablauf der Ausnahmeregelung auf die swissgrid ag zu �berf�hren.
5. Nicht grenz�berschreitende Zubringerleitungen zu Leitungen gem�ss Ziffer 4 und die erforderlichen Nebenanlagen auf Spannungsebenen tiefer als 220 kV geh�ren nach Ablauf der Ausnahmeregelung f�r Leitungen und erforderliche Nebenanlagen gem�ss Ziffer 4 zum �bertragungsnetz. Sie sind auf diesen Zeitpunkt auf die swissgrid ag zu �berf�hren.
10. Stichleitungen geh�ren nicht zum �bertragungsnetz und sind nicht auf die swissgrid ag zu �berf�hren. Das Gesuch der swissgrid ag wird in diesem Punkt teilweise gutgeheissen. Ziffer 3b des Gesuchs der NOK Grid AG wird teilweise gutgeheissen. Stichleitungen, die nach einem Netzausbau Teil des vermaschten �bertragungsnetzes werden, geh�ren ab diesem Zeitpunkt zum �bertragungsnetz und sind auf die swissgrid ag zu �berf�hren."
Gegen diese Verf�gung erhoben die Azienda elettrica ticinese (AET) und die AET NE1 SA am 4. Januar 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (Verfahren A-69/2011) mit dem Hauptantrag (A):
"1. Il ricorso � accolto.
2. La decisione 11 novembre 2010 della Commissione federale dell'elettricit� ElCom (921-10-005) � modificata e completata con l'inserimento di un nuovo punto dal seguente tenore:
Nei casi, come quello della rete di distribuzione di AET fra Magadino e Mendrisio, in cui la rete di distribuzione ha due punti di connessione con la rete di trasporto, al gestore della rete di distribuzione non possono incombere oneri in relazione alle quantit� di energia che transita sulla sua rete, destinata alla rete di trasporto (riconoscimento del diritto di netting, rimborso delle perdite, ecc.).
3. La definizione e delimitazione della rete di trasporto, come chiesto al punto 2 del presente ricorso, deve essere presa in considerazione per il calcolo delle tariffe a partire dal 1� gennaio 2009.
4. Le spese e la tassa di giustizia sono poste a carico della Commissione federale dell'elettricit� ElCom, la quale � condannata a corrispondere ad AET e ad AET NE1 SA congrue ripetibili."
Im Weiteren stellten sie die folgenden Eventualbegehren (B):
Il punto 5 della decisione 11 novembre 2010 della Commissione federale dell'elettricit� ElCom (921-10-005) � annullato e le linee di 220 kV Magadino - Manno di AET NE1 SA e 150 kV Manno - Mendrisio di AET sono riconosciute appartenere alla rete di trasporto e devono essere trasferite a swissgrid SA.
2. La definizione e delimitazione della rete di trasporto, come chiesto al punto 1 del presente ricorso, deve essere presa in considerazione per il calcolo delle tariffe a partire dal 1� gennaio 2009.
3. Le spese e la tassa di giustizia sono poste a carico della Commissione federale dell'elettricit� ElCom, la quale � condannta a corrispondere ad AET e ad AET NE1 SA congrue ripetibili."
B.b Das Bundesverwaltungsgericht hiess mit Urteil vom 12. April 2012 die Beschwerde teilweise gut und stellte in Ab�nderung resp. Erg�nzung von Ziff. 5 des Dispositivs der Verf�gung vom 11. November 2010 fest, dass die 150 kV-Verbindung Manno-Mendrisio zum �bertragungsnetz geh�re und bis sp�testens 1. Januar 2013 ins Eigentum der swissgrid ag zu �berf�hren sei (Ziff. 1). Im �brigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (Ziff. 2).
Mit Eingabe vom 15. M�rz 2012 erheben die AET und die AET NE1 SA gemeinsam Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht mit dem Antrag:
1.1 Il punto 1 della sentenza 12 aprile 2012 del Tribunale amministrativo federale � modificato e completato come segue:
La domanda 1 in via subordinata del ricorso 4 gennaio 2011 al TAF � accolta. Di conseguenza, in modifica, rispettivamente completamento, della cifra 5 del dispositivo della decisione del 11 novembre 2010, � accertato che le linee 220 kV Magadino-Manno di AET NE1 SA e 150 kV Manno-Mendrisio di AET appartengono alla rete di trasporto e devono essere trasferite a swissgrid SA.
1.2 Il punto 2 della sentenza 12 aprile 2012 del Tribunale amministrativo federale � modificato nel senso che le domande no. 2 e 3 in via principale e la domanda no. 2 in via subordinata del ricorso 4 gennaio 2011 sono irricevibili."
Zudem beantragen sie Ab�nderung der vorinstanzlichen Kostenverlegung.
Das Bundesverwaltungsgericht beantragt, dem Begehren der Beschwerdef�hrerinnen sei stattzugeben und die swissgrid ag pflichtet dem Antrag der Beschwerdef�hrerinnen bei. Die ElCom �ussert sich zur Sache, ohne einen ausdr�cklichen Antrag zu stellen und das Eidgen�ssische Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation verzichtet auf eine Stellungnahme. Die ElCom stellt am 23. Oktober 2012 dem Bundesgericht ihr Schreiben vom 2. Oktober 2012 an alle Parteien des erstinstanzlichen Verfahrens zu, worin sie eine teilweise Wiedererw�gung der Verf�gung vom 11. November 2010 in Betracht zieht.
Die AET und die AET NE1 SA �ussern sich mit Eingabe vom 30. Oktober 2012 zu den eingegangenen Stellungnahmen.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. a und Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrerinnen sind als Eigent�merinnen von Leitungen, deren Zugeh�rigkeit zum �bertragungsnetz im Streit steht, zur Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG).
1.2 Gem�ss Art. 54 Abs. 1 BGG wird das Verfahren in der Regel in der Sprache des angefochtenen Entscheids gef�hrt. Verwenden die Parteien eine andere Amtssprache, so kann der Verfahren in dieser Sprache gef�hrt werden. Hier ist der Entscheid in Deutsch ergangen, die Beschwerde wurde jedoch - wie bereits vor der Vorinstanz - in Italienisch abgefasst. Es rechtfertigt sich, das bundesgerichtliche Verfahren in Deutsch zu redigieren, da die Beschwerdef�hrerinnen bzw. ihr Vertreter offensichtlich beider Sprachen m�chtig sind und auch nicht geltend machen, das Verfahren sei in Italienisch zu f�hren.
2.1 Die Beschwerdef�hrerinnen hatten vor der Vorinstanz einerseits Antr�ge bez�glich der Tarifberechnung gestellt. Andererseits hatten sie beantragt, dass "le linee di 220 kV Magadino-Manno di AET NE1 SA e 150 kV Manno-Mendrisio di AET" als zum �bertragungsnetz geh�rend anzuerkennen seien.
2.2 Die Vorinstanz hat erwogen (vgl. angefochtener Entscheid E. 5), Tarifberechnungen bildeten nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens; deshalb k�nne auf das Hauptbegehren der Beschwerdef�hrerinnen sowie auf das Eventualbegehren B.2 nicht eingetreten werden, da sich diese Begehren auf Tariffragen bez�gen. Insoweit beanstanden die Beschwerdef�hrerinnen den angefochtenen Entscheid nicht.
Weiter hat die Vorinstanz ausgef�hrt, die streitgegenst�ndliche 150 kV-Leitung Manno-Mendrisio geh�re zum �bertragungsnetz; auch insoweit ist der vorinstanzliche Entscheid nicht angefochten. In Bezug auf die 220 kV-Leitung Magadino-Manno erwog die Vorinstanz, die Beschwerdef�hrerin 1 sei gemeinsam mit der Aziende Industriali di Lugano (AIL) SA Eigent�merin dieser Leitung (vgl. angefochtener Entscheid E. 10.2). Weiter habe sie bereits mit Urteil A-157/2011 vom 21. Juli 2011 erkannt, dass diese Leitung zum �bertragungsnetz geh�re und auf die swissgrid ag zu �berf�hren sei; auf die entsprechenden Vorbringen der Beschwerdef�hrerinnen brauche daher nicht weiter eingegangen zu werden. In Ziffer 1 des Dispositivs hiess die Vorinstanz die Beschwerde nur teilweise gut und ordnete die Zugeh�rigkeit der 150 kV-Leitung Manno-Mendrisio zum �bertragungsnetz an. In Ziffer 2 wies sie die Beschwerde im �brigen (also namentlich in Bezug auf die Leitung Magadino-Manno) ab, soweit sie darauf eintrat.
2.3 Die Beschwerdef�hrerinnen bringen vor, die 220 kV-Leitung Magadino-Manno, welche Gegenstand des inzwischen rechtskr�ftig gewordenen Urteils A-157/2011 (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_736/2011 vom 8. Juni 2012) bildete, sei nicht identisch mit ihrer 220 kV-Leitung Magadino-Manno, welche Gegenstand des Verfahrens A-69/2011 bilde. �ber letztere Leitung sei entgegen der Annahme der Vorinstanz im Urteil A-157/2011 nicht entschieden worden. Sie geh�re genauso wie die 150 kV-Leitung Manno-Mendrisio oder die 220 kV-Leitung Magadino-Manno der AIL Servizi SA zum �bertragungsnetz.
2.4 Aus den Akten geht in der Tat hervor, dass zwei parallele 220 kV-Leitungen Magadino-Manno bestehen. Die Vorinstanz r�umt in ihrer Vernehmlassung ein, sie sei irrt�mlich davon ausgegangen, es bestehe nur eine 220 kV-Leitung Magadino-Manno. Die swissgrid ag best�tigt, dass es sich nach ihrem Kenntnisstand bei der 220 kV-Verbindung Magadino-Manno um eine Doppelleitung (zwei Stromkreise auf einem Masten) handle, von denen eine im Eigentum der AIL Servizi SA, die andere im Eigentum der Beschwerdef�hrerin 2 stehe. Sodann liegt auf der Hand und wird auch von der Vorinstanz best�tigt, dass die hier streitige 220 kV-Leitung Magadino-Manno der Beschwerdef�hrerin 2 gleich zu behandeln ist wie die parallele Leitung der AIL Servizi SA. Die gleiche Auffassung vertritt auch die swissgrid ag.
2.5 Die Beschwerde erweist sich daher als begr�ndet und ist gutzuheissen. Es ist festzustellen, dass auch die 220 kV-Leitung Magadino-Manno der Beschwerdef�hrerin 2 zum �bertragungsnetz geh�rt und auf die swissgrid ag zu �berf�hren ist.
Bei diesem Ausgang sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Bundesverwaltungsgericht hat den Beschwerdef�hrerinnen f�r das Verfahren vor Bundesgericht eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG). Eine Neuregelung des vorinstanzlichen Kosten- und Entsch�digungsentscheids dr�ngt sich hingegen nicht auf, da auch bei diesem Ausgang die Beschwerdef�hrerinnen vor der Vorinstanz nur teilweise obsiegt haben (teilweises Nichteintreten).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. April 2012 wird insoweit abge�ndert, als in Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, auch die 220 kV-Verbindung Magadino-Manno der Beschwerdef�hrerin 2 zum �bertragungsnetz geh�rt und auf die swissgrid ag zu �berf�hren ist.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerdef�hrerinnen f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrerinnen, der swissgrid ag, der Eidgen�ssischen Elektrizit�tskommission ElCom, dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, sowie dem Eidgen�ssischen Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, schriftlich mitgeteilt.