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Timestamp: 2018-02-19 02:21:35
Document Index: 335099263

Matched Legal Cases: ['§ 91', '§ 1179', '§ 91', '§ 90', '§ 44', '§ 91']

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Immobilie erwerben bei Zwangsversteigerung
29.11.2011 22:39 |
ich habe innerhalb einer Zwangsversteigerung eine Immobilie (Wohnung) erworben. Nun bin ich etwas verunsichert wie das genaut mit evtl. vorhandenen Grundschulden bzw. den nicht gedeckten Schulden vom Vorbesitzer läuft.
(Bsp. laufende Kredite, nicht bezahlte Stromrechnung, Hausgeld, Nebenkosten etc.)
Wird die Grundschuld automatisch gelöscht ?
Bekomme ich über die Löschung eine Nachricht?
Kann ich für evtl. nicht geleistete Zahlungen an die Hausverwaltung (Hausgeld) belangt und zur Kasse gebeten werden.
Was ist mit dem/der Gläubiger, können die auch noch die "Hand aufhalten" oder ist mit Zahlung der Ersteigerungssumme die Angelegenheit komplett abgegolden ?
Eine Ausführliche Rückmeldung wäre sehr nett.
Zwangsversteigerung Immobilie Zwangsversteigerung
Nein. § 91 Abs. 4 ZVG lautet: Das Erlöschen eines Rechts, dessen Inhaber zur Zeit des Erlöschens nach § 1179a des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Löschung einer bestehenbleibenden Hypothek, Grundschuld oder Rentenschuld verlangen kann, hat nicht das Erlöschen dieses Anspruchs zur Folge. Der Anspruch erlischt, wenn der Berechtigte aus dem Grundstück befriedigt wird.
Erst wenn der Berechtigte durch Zahlung des Zuschlags befriedigt wird, erlischt der Anspruch auf Grundschuld.
Nachdem Sie das Geld auf den Zuschlag bezahlt haben, sollen Sie dies selbst dem Grundbuchamt vorlegen. Dann wird eine Löschung vorgenommen.
§ 91 Abs. 1 ZVG lautet:
Durch den Zuschlag erlöschen unter der im § 90 Abs. 1 bestimmten Voraussetzung die Rechte, welche nicht nach den Versteigerungsbedingungen bestehenbleiben sollen. Die Versteigerungsbedingungen richten sich nach §§ 44-65 ZVG. Wenn nichts aus den Versteigerungsbedingungen ersichtlich war, sind alle Rechte Dritter an diesem Grundstück erloschen.
Eine öffentliche Last erlischt in der Zwangsversteigerung, wenn sie nicht rechtzeitig angemeldet wurde; auch dann, wenn ihre Existenz der Gemeinde unbekannt war. Daher können Sie nicht von der öffentlichen Hand belangt werden, wenn einen Beitrag von der Gemeinde in der Versteigerung nicht angemeldet war.
§ 91 Abs. 2 ZVG lautet: Ein Recht an dem Grundstück bleibt jedoch bestehen, wenn dies zwischen dem Berechtigten und dem Ersteher vereinbart ist und die Erklärungen entweder im Verteilungstermin abgegeben oder, bevor das Grundbuchamt um Berichtigung des Grundbuchs ersucht ist, durch eine öffentlich beglaubigte Urkunde nachgewiesen werden.
Daher wäre dies nur dann möglich, wenn Sie die vereinbart haben. Das ist höchstwahrscheinlich nicht der Fall sein.
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