Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2092/87
Timestamp: 2019-10-15 05:38:21
Document Index: 114396284

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 35', '§ 167', '§ 184', '§ 35', '§ 177', '§ 178', '§ 178', '§ 178', 'BGH', '§ 164', 'BGH', '§ 125', '§ 78', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.11.1987 - II ZR 92/87 - dejure.org
https://dejure.org/1987,384
BGH, 16.11.1987 - II ZR 92/87 (https://dejure.org/1987,384)
BGH, Entscheidung vom 16.11.1987 - II ZR 92/87 (https://dejure.org/1987,384)
BGH, Entscheidung vom 16. November 1987 - II ZR 92/87 (https://dejure.org/1987,384)
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Duldungsvollmacht für GmbH
§§ 164 ff BGB, §§ 35 GmbHG, keine Duldungsvollmacht für GmbH, wenn Verhalten des scheinbaren Vertreters nicht von allen gesamtvertretungsberechtigten Geschäftsführern geduldet wird
Duldungsvollmacht bei Gesamtvertretungsberechtigung in einer GmbH - Genehmigung eines Darlehensvertrages durch schlüssiges Verhalten
Umwandlung einer Gesamt- in Einzelgeschäftsfiihrungsbefugnis für die GmbH nur durch satzungsgemäßen Gesellschafterbeschluß
BGB § 167, § 184; GmbHG § 35 Abs. 2
Außenhaftung, Einzelhandlung bei Gesamtvertretung, Haftung wegen Vertretung ohne Vertretungsmacht
NJW-RR 1988, 616 (Ls.)
ZIP 1988, 370
MDR 1988, 380
DNotZ 1988, 690
WM 1988, 216
BB 1988, 291
DB 1988, 386
Durch den eingeschlagenen Weg des § 177 Abs. 2 BGB und das Festhalten an diesem unterscheidet sich der vorliegende Fall von der vom Bundesgerichtshof mit Urteil vom 16.11.1987 (II ZR 92/87 - NJW 1988, 1199, 1200) entschiedenen Konstellation, auf das allein sich die Kommentarliteratur (…Palandt/ Ellenberger , 2011, § 178 BGB Rn. 1;… Münchener Kommentar/ Schramm , 2006, § 178 BGB Rn. 8;… beck'scher Online-Kommentar/ Valenthin , Stand 01.03.2011, § 178 BGB Rn. 2) stützt, wenn sie in der Geltendmachung eines Bereicherungsanspruchs einen Widerruf sehen will.
Im Fall der Gesamtvertretung reicht es aus, daß ein Vertreter bei Abschluß des Rechtsgeschäfts für den Vertretenen formgerecht mitgewirkt und der andere Gesamtvertreter das Geschäft nachträglich formlos genehmigt hat, sofern der erste Vertreter im Zeitpunkt der Genehmigung noch an seiner Willenserklärung festhält (BGH, Urt. v. 16. November 1987, II ZR 92/87, NJW 1988, 1199, 1200;… Urt. v. 14. Juni 1976, III ZR 105/74, WM 1976, 1053, 1054;… Urt. v. 10. März 1959, VIII ZR 44/58, LM § 164 Nr. 15).
Eine Genehmigung schwebend unwirksamer Geschäfte durch schlüssiges Verhalten setzt regelmäßig voraus, daß der Genehmigende die Unwirksamkeit kennt oder zumindest mit ihr rechnet und daß in seinem Verhalten der Ausdruck des Willens zu sehen ist, das bisher als unverbindlich angesehene Geschäft verbindlich zu machen (BGH, Urteil vom 16. November 1987 - II ZR 92/87 = NJW 1988, 1199, 1200).
Entsprechend § 125 Abs. 2 Satz 2 HGB , § 78 Abs. 4 AktG kann ein gesamtvertretungsberechtigter Geschäftsführer vom Mitgeschäftsführer zur Vornahme eines bestimmten Geschäfts oder einer bestimmten Art von Geschäften ermächtigt werden (BGH NJW 1988, 1199, 1200;… BGH NJW 1961, S. 506, 507;… Zöllner / Noack, in: Baumbach / Hueck, GmbHG , 20. Auflage, § 35 Rz. 120 f).
Ein Verhalten kann nur dann als Genehmigung eines Vertragsschlusses ausgelegt werden, wenn sich der Handelnde der Genehmigungsbedürftigkeit bewußt ist (Sen.Urt. v. 16. November 1987 - II ZR 92/87, NJW 1988, 1199, 1200; v. 19. Dezember 1988 - II ZR 74/88, NJW 1989, 1928, 1929).
Dieser Entschluß kann jedoch nicht allein durch den seine Vertretungsbefugnis überschreitenden Geschäftsführer gefaßt werden, sondern es muß noch eine entsprechende Willensentschließung des weiteren gesamtvertretungsberechtigten Geschäftsführers hinzukommen (BGH, NJW 1988, 1199 [1200]).
Eine Genehmigung durch schlüssiges Verhalten setzt regelmäßig voraus, daß sich der Genehmigende der schwebenden Unwirksamkeit bewußt ist oder zumindest mit ihr gerechnet hat und daß in seinem Verhalten der Ausdruck des Willens zu sehen ist, das bisher als unverbindlich angesehene Geschäft verbindlich zu machen (BGH, NJW 1988, 1199 [1200]).
Bei bestehender Gesamtvertretung oder Mehrheitsvertretung des Vorstands - wie hier - müssen dabei alle zur Vertretung des Vereins erforderlichen Vorstandsmitglieder das Auftreten des nicht (so) Vertretungsbefugten geduldet haben (vgl. BGH NJW 1988, 1199/1200;… Reichert a.a.O. Rdn. 1458).
Dabei kann dahingestellt bleiben, ob eine Genehmigung durch schlüssiges Verhalten regelmäßig voraussetzt, daß sich der Genehmigende der schwebenden Unwirksamkeit des zu genehmigenden Vertrages bewußt ist oder zumindest mit ihr gerechnet hat und daß in seinem Verhalten der Ausdruck des Willens zu sehen ist, das bisher als unverbindlich angesehene Rechtsgeschäft verbindlich zu machen (vgl. insoweit BGHZ 2, 150, 152 f;… BGH, Urt. v. 12. Juli 1957 - VIII ZR 249/56, WM 1957, 1132, 1133;… Urt. v. 8. Februar 1960 - VII ZR 21/59, WM 1960, 611, 612;… Urt. v. 4. Dezember 1980 - VII ZR 57/80, WM 1981, 171, 172; Urt. v. 16. November 1987 - II ZR 92/87, WM 1988, 216, 217), oder ob entscheidend ist, daß das Erklärungsverhalten für den Erklärungsempfänger als Ausdruck eines bestimmten Rechtsfolgewillens erscheinen muß (BGHZ 91, 325, 327 ff [BGH 07.06.1984 - IX ZR 66/83] m.w.N.; vgl. auch K. Müller, EWiR § 35 GmbHG 1/88, 375 f).
Zustimmung, auch durch schlüssiges Handeln, erfordert, daß der Zustimmungsberechtigte von der Zustimmungsbedürftigkeit des Rechtsgeschäfts wußte oder mit ihm rechnete (vgl. BGH NJW 1988, 1200 [BGH 16.11.1987 - II ZR 92/87]).
Eine Genehmigung durch schlüssiges Verhalten setzt regelmäßig voraus, dass der Genehmigende die Unwirksamkeit kennt oder zumindest mit ihr rechnet und dass in seinem Verhalten der Ausdruck des Willen zu sehen ist, das bisher als unverbindlich angesehene Geschäft verbindlich zu machen (BGH NJW 2002, 2325, 2327; NJW 1988, 1199, 1200).
BGH, 20.12.2007 - IX ZR 210/05
Wirksamkeit eines von einem gesamtvertretungsberechtigten Mitglied des Vorstands …
OLG Düsseldorf, 27.04.2001 - 22 U 153/00