Source: http://www.finanztip.de/pkv-arbeitslosigkeit/
Timestamp: 2017-06-25 17:26:39
Document Index: 153386787

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 8', '§ 258', '§ 6', '§ 5', '§ 188', '§ 9', '§ 20', '§ 188', '§ 5']

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Das Wichtigste in KürzeSobald Sie Arbeitslosengeld (ALG I) beziehen, müssen Sie sich gesetzlich krankenversichern, auch wenn Sie vorher privat versichert waren. Bezieher von ALG I können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, sofern sie in den letzten fünf Jahren privat versichert waren. Die Agentur für Arbeit zahlt dann einen Zuschuss in Höhe der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Versicherte ab 55 Jahren, die in den letzten fünf Jahren privat versichert waren, können auch während des Bezugs von Arbeitslosengeld I nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Auch nachdem Sie einen Job gefunden haben, bleiben Sie in der Krankenkasse. Wenn keine Versicherungspflicht vorliegt, folgt automatisch eine Mitgliedschaft als freiwillig Versicherter. Dabei ist es egal, ob und wie lange Sie zuvor gesetzlich versichert waren.
Arbeitslos zu werden, ist meist ein schwerer persönlicher Schlag. Neben der Jobsuche sollten Sie aber auch beachten, wie es mit Ihrer Krankenversicherung weitergeht. Wenn Sie privat krankenversichert sind und arbeitslos werden, müssen Sie normalerweise zurück in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung – so lange Sie Arbeitslosengeld erhalten (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie zuvor angestellt waren oder selbstständig gearbeitet haben. Sie können sich von der Versicherungspflicht aber unter Umständen befreien lassen. Gesetzlich krankenversichert während der Arbeitslosigkeit Wenn Sie ALG I beziehen, sind Sie wieder versicherungspflichtig. Innerhalb von zwei Wochen nach Leistungsbeginn müssen Sie eine Krankenkasse wählen. Melden Sie sich dort an und legen Sie der Agentur für Arbeit die Mitgliedsbescheinigung vor. Sollten Sie sich nicht selbst eine Krankenkasse suchen, meldet Sie die Agentur für Arbeit dort an, wo Sie zuletzt gesetzlich versichert waren. Für den Fall, dass Sie noch nie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) waren oder das Arbeitsamt die letzte Kasse nicht ermitteln kann, wählt die Behörde eine Krankenversicherung für Sie aus. Der Anbieter ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) ist unter diesen Umständen verpflichtet, Ihren Vertrag aufzuheben. Dafür müssen Sie die Arbeitslosigkeit dem Versicherer allerdings rechtzeitig mitteilen – in der Regel innerhalb von drei Monaten. Festgeschrieben sind die Regelungen zum Kündigungsrecht in Paragraf 13 Absatz 3 der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung. Einige Versicherer bieten für einen bestimmten Zeitraum die Möglichkeit an, den Vertrag kostenlos ruhen zu lassen. Bei anderen müssen und sollten Sie Ihren Versicherungsschutz in eine sogenannte Anwartschaftsversicherung umwandeln. Damit sichern Sie sich das Recht, nach der Arbeitslosigkeit in den alten Vertrag zurückzukehren. Von der Versicherungspflicht befreien lassen Sie können unter Umständen auch während der Arbeitslosigkeit privat versichert bleiben. Dafür müssen Sie sich von der Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung befreien lassen. Das ist allerdings nur möglich, wenn Sie bereits in den letzten fünf Jahren vor dem Bezug von ALG I komplett privat krankenversichert waren (§ 8 Abs. 1 Nr. 1a SGB V). Bevor Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, sollten Sie aber abwägen, ob Sie nicht besser in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln sollten. Als alleinverdienender Ehepartner mit Kindern ist der Wechsel bei Arbeitslosigkeit häufig sinnvoll. Die Angehörigen profitieren dann von der kostenlosen Familienversicherung in der GKV. Für Doppelverdiener oder Singles liegen die Dinge oftmals anders: Wenn Sie nur mit einer kurzfristigen Arbeitslosigkeit rechnen, lohnt sich häufig der Verbleib in der privaten Krankenversicherung. Eine Alternative dazu ist die Anwartschaftsversicherung, die private Krankenversicherer für die Übergangszeit anbieten. Damit können Versicherte ihre Rückkehr in die PKV zu den alten Konditionen ohne erneute Risikoprüfung sicherstellen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer nach den Prämien. Diese liegen abhängig vom Anbieter bei 5 bis 30 Prozent der regulären Prämie. Wenn Sie privat krankenversichert bleiben wollen, sollten Sie die Befreiung von der Versicherungspflicht innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Arbeitslosigkeit beantragen. Weitere Informationen dazu finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Den Antrag stellen Sie bei der zuständigen Krankenkasse. Doch Vorsicht: Die Befreiung wirkt erst ab dem Kalendermonat nach der Antragstellung. Wenn Sie den Antrag nicht innerhalb der drei Monate stellen, können Sie sich gar nicht mehr befreien lassen. Wenn Sie befreit sind, zahlt die Bundesagentur für Arbeit einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung (§ 258 SGB V). Sie überweist so viel, wie Ihre Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung kosten würde. Sie können Ihren bestehenden privaten Versicherungstarif behalten, aber auch die Höhe der Selbstbeteiligung und die Leistungen an Ihre neue Situation anpassen. Das sollten Sie sich aber genau überlegen. Wenn Sie später zurück in den alten Tarif wollen oder wieder bessere Leistungen wünschen, ist in der Regel eine neue Gesundheitsprüfung nötig. Mehr dazu im Ratgeber interner TarifwechselJulia Rieder
Expertin für VersicherungenUnbedingt internen Tarifwechsel prüfenIhr Beitrag kann um Hunderte Euro sinken.
Lassen Sie sich beraten, um Fallstricke zu vermeiden.» Zum RatgeberVon uns empfohlene Berater:für erfolgsabhängiges Honorar: Minerva
für Pauschalhonorar: VerssultingVersicherungsfreiheit für ältere Arbeitslose Für Versicherte, die 55 Jahre oder älter sind, ist ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung zumeist nicht mehr möglich – auch dann nicht, wenn sie arbeitslos werden. Die Rückkehr ist unter anderem ausgeschlossen, wenn die Person in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit nicht gesetzlich versichert war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Bestand die private Krankenversicherung bereits vor dem 31. Dezember 2008, können ältere Privatversicherte entweder in den Standardtarif oder den Basistarif wechseln. Beide Tarife bieten für eine niedrige monatliche Prämie eine Versorgung, die mit den Kassenleistungen vergleichbar ist. Wer seine private Krankenversicherung erst nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen hat, kann lediglich in den Basistarif wechseln. Tipp: Sollen wir Sie zu Arbeits- und Sozialrecht sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!
Krankenversicherung nach der Arbeitslosigkeit Sobald Sie kein Arbeitslosengeld mehr beziehen, endet auch die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Welche Krankenversicherung danach für Sie in Frage kommt, hängt davon ab, wie es bei Ihnen beruflich weitergeht. 1. Sie bleiben in der GKV pflichtversichert Wenn Sie nach der Arbeitslosigkeit eine abhängige Beschäftigung aufnehmen und weniger verdienen als die Jahresarbeitsentgeltgrenze, bleiben Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Im Jahr 2017 entspricht diese einem Gehalt von 4.800 Euro brutto im Monat: Nur Angestellte, die mehr verdienen, dürfen sich privat krankenversichern. 2. Sie bleiben freiwillig gesetzlich versichert TippWechsel von PKV in GKVSie können die Arbeitslosigkeit nutzen, um von der privaten Krankenversicherung dauerhaft zurück in die gesetzliche zu wechseln. Das geht selbst dann, wenn Ihr Gehalt beim neuen Arbeitgeber über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Mehr dazu in unserem Ratgeber "Rückkehr in die GKV".Wenn Sie nichts weiter tun, bleiben Sie nach dem Bezug von Arbeitslosengeld I automatisch bei Ihrer Krankenkasse (§ 188 Abs. 4 SGB V) versichert. Das gilt auch dann, wenn theoretisch keine Versicherungspflicht in der GKV vorliegt – etwa weil Sie sich nach der Arbeitslosigkeit selbstständig gemacht haben. Diese sogenannte freiwillige Anschlussversicherung wurde zum 1. August 2013 eingeführt mit dem Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung, um einen lückenlosen Versicherungsschutz zu gewährleisten. Dafür müssen Sie vorher nicht für eine bestimmte Zeit gesetzlich versichert gewesen sein: Die sogenannte Vorversicherungszeit (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) entfällt nach der Arbeitslosigkeit. Zur Anschlussversicherung gehört auch die Mitgliedschaft in der Pflegeversicherung (§ 20 Abs. 3 SGB XI). Sie können allerdings innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Krankenkasse Ihren Austritt erklären, wenn Sie nachweisen können, dass Sie im Krankheitsfall privat abgesichert sind. Ihre freiwillige gesetzliche Krankenversicherung endet dann. 3. Sie müssen sich weiter privat versichern Haben Sie sich während der Arbeitslosigkeit von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und tritt keine neue Versicherungspflicht ein, bleiben Sie auch nach der Arbeitslosigkeit in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Nur wenn Sie während des Bezugs von Arbeitslosengeld gesetzlich versichert waren, greift die Anschlussversicherung bei der jeweiligen Krankenkasse (§ 188 Abs. 4 SGB V). Zuschuss zur Krankenversicherung für Hartz-IV-Empfänger Wenn Sie nach dem Bezug von Arbeitslosengeld I weiterhin arbeitslos sind, erhalten Sie Arbeitslosengeld II – umgangssprachlich auch Hartz IV genannt. Achtung Wenn Sie unmittelbar vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II freiwillig gesetzlich krankenversichert waren, werden Sie durch den Leistungsbezug versicherungspflichtig. Wenn Sie unmittelbar vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II privat krankenversichert waren (§ 5 Abs. 5a SGB V), müssen Sie nicht zwingend in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Leistungsempfänger können einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung beantragen. Das Jobcenter zahlt dann maximal den Betrag, den es auch für die gesetzliche Krankenversicherung zahlen würde – unabhängig davon, wie hoch die tatsächliche Versicherungsprämie ist. Im Jahr 2017 beträgt der Zuschuss zur privaten Krankenversicherung höchstens 341,48 Euro monatlich und zur Pflegeversicherung 55,46 Euro monatlich. Die Zuschüsse zur Krankenversicherung für Bezieher von Arbeitslosengeld II regelt Paragraf 26 Absatz 2 Sozialgesetzbuch II. Alle Details dazu erklärt ein Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Bei Tarifen mit Selbstbehalt bezuschusst das Amt nur die Beiträge, ein Zuschuss zu den Behandlungskosten wird nicht gewährt. Als Versicherter haben Sie jedoch jederzeit die Möglichkeit, in den günstigeren Basistarif zu wechseln. Wenn Sie sich über einen Angehörigen kostenlos familienversichern können, zahlt das Jobcenter gar keinen Zuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Ihr privater Krankenversicherer darf auf keinen Fall die Leistungen ruhen lassen oder die Krankenversicherung kündigen, während Sie ALG II beziehen.Mehr dazu im Ratgeber RechtsschutzversicherungJulia Rieder
Huk24 PBV PlusCommunity
Hallo,ich würde das Gesetz in Sachen freiwillige Anschlussversicherung so verstehen. Die Grenze Alter 55 spielt grundsätzlich beim Wechsel GKV->PKV keine Rolle. Es gibt nur einen Ausnahmefall, ... 17. September 2014 zum Beitrag
webervi
Hallo Saidi,hallo Henning,zuerst einmal vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. In der Zwischenzeit habe ich mich auch noch an anderer Stelle erkundigt und muss ernüchtert zur ... 15. September 2014 zum Beitrag
Auch wenn der Artikel aus dem Handelsblatt bereits ein wenig älter ist, enthält er einige Passagen die immer noch aktuell sind. Insbesondere zum Thema der Altersrückstellungen, die leider wirklich ... 13. September 2014 zum Beitrag
Rechtzeitig arbeitssuchend melden Arbeitslose müssen sich bei der Arbeitsagentur krankmelden
InhaltsverzeichnisGesetzlich krankenversichert während der ArbeitslosigkeitVon der Versicherungspflicht befreien lassenVersicherungsfreiheit für ältere ArbeitsloseKrankenversicherung nach der ArbeitslosigkeitZuschuss zur Krankenversicherung für Hartz-IV-EmpfängerFinanztip-Newsletter