Source: http://www.jagdschulatlas.de/jaegerpruefungsordnung-in-niedersachsen-9.html
Timestamp: 2018-01-17 08:49:18
Document Index: 189007215

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 38', '§ 11', '§ 17', '§ 2', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 6', '§ 21']

In Kraft getreten am 1. Juli 2012)
Aufgrund des § 23 Abs. 3 des Niedersächsischen Jagdgesetzes vom 16. März 2001
(Nds. GVBl. S. 100), zuletzt geändert durch Artikel 14 des Gesetzes vom 13.10.2011
(Nds. GVBl. S. 353), wird verordnet:
I n h a l t s üb e r s i c h t
Zwei t e r T e i l
Für die Durchführung der Jägerprüfung wird bei der Jagdbehörde eine Prüfungskommission unter Vorsitz der Kreisjägermeisterin oder des Kreisjägermeisters gebildet. Stellvertreterin oder Stellvertreter für den Vorsitz ist die nach § 38 Abs. 4 Satz 1 des Niedersächsischen Jagdgesetzes gewählte Person 3Die Kreisjägermeisterin oder der Kreisjägermeister beruft die weiteren Mitglieder der Prüfungskommission für die Dauer von fünf Jahren. 4Die Mitglieder der Prüfungskommission müssen jagdpachtfähig sein. 4Das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission sorgt für die Organisation und den Ablauf der Jägerprüfung, soweit nichts anderes bestimmt ist.
(1) Für die jeweilige Jägerprüfung bildet das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission aus den Mitgliedern der Prüfungskommission für
Jeweils einen Prüfungsausschuss. 2Jeder Prüfungsausschuss besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. 3Wer bei der Ausbildung mitgewirkt hat, darf dem Prüfungsausschuss nicht angehören. Das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission überträgt jeweils einem Mitglied des Prüfungsausschusses den Vorsitz. Das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission kann die Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse auch während der Jägerprüfung ändern.
(4) 1Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission erhalten für jeden angefangenen Tag, an dem sie an einer Prüfung
mitwirken, eine Vergütung in Höhe von 80 Euro. 2Zusätzlich sind die Fahrtkosten in entsprechender Anwendung der für Landesbeamte geltenden reisekostenrechtlichen
Vorschriften zu erstatten.
2. die für den Erwerb des Jagdscheins erforderliche Zuverlässigkeit besitzt,
4. eine ausreichende Haftpflichtversicherung für den Waffengebrauch abgeschlossen hat.
²Andere Personen dürfen nicht zugelassen werden.
(3) Der Prüfling ist von der Jagdbehöre spätestens eine Woche vor der Prüfung zu laden.
(2) Das Jagdliche Schießen kann vor den anderen Prüfungsabschnitten, jedoch nicht länger als sechs Monate vor Beginn des nächsten Prüfungsabschnittes durchgeführt
(3) Die Jägerprüfung ist nicht öffentlich. 2Bei der Jägerprüfung, ausgenommen die Beratung der Prüfungsausschüsse, dürfen anwesend sein
2. vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission zugelassene Personen, wenn
kein betroffener Prüfling widerspricht.
(1) Im Jagdlichen Schießen hat der Prüfling auf einem Schießstand die sichere Handhabung der Schusswaffe und seine Schießfertigkeit nachzuweisen. Er hat hierzu
unter Beachtung der Schießvorschriften des Deutschen Jagdschutz-Verbandes die folgenden Leistungen zu erbringen:
(Waffe, Kaliber) Ziel Entfernung Mindestergebnis Art der Ausführung
Büchse (Kaliber 6,5
mm oder stärker,
Auftreffenergie auf
100 m mindestens
2 000 Joule) Rehbock-
5 Schüsse 100 m 25 Ringe Anschlag stehend
angestrichen, Visierung
und Optik beliebig
(Kaliber .222
Remmington oder
stärker) flüchtige
Überläuferscheibe
5 Schüsse 50 m oder
60 m 2 Wertungstreffer Anschlag stehend
freihändig aus der
Flinte (Kaliber 20
oder stärker) Wurfscheiben
Schüssen 5 Treffer Skeet oder Trap
aus jagdlicher
Erwartungshaltung; bei
der Disziplin Skeet
Wurfscheiben der
Stände 2, 6 und 7 als
Einzeltauben
Stehen einer Jagdbehörde nicht genügend Wurfscheibenschießstände zur Verfügung, so kann die oberste Jagdbehörde auf Antrag der Jagdbehörde zulassen, dass längstens bis zum 30. Juni 2015 anstelle des Ziels Wurfscheibe das Ziel Kipphase verwendet wird; in diesem Fall beträgt das Mindestergebnis zehn Treffer. 4Werden die geforderten
Leistungen nicht erbracht, so ist das Schießen in der betreffenden Disziplin einmal, auf Wunsch des Prüflings auch am selben Tage, zu wiederholen.
(1) Die mündlich-praktische Prüfung wird in einem Jagdrevier abgehalten und erstreckt sich auf die in der Anlage 1 genannten Fachgebiete. 2Zu Beginn werden auf dem Jagdhorn fünf Jagdsignale geblasen, aus denen der Prüfling die drei sicherheitsrelevanten Leitsignale „Anblasen des Treibens“, „Treiber in den Kessel“ und
„Aufhören zu schießen“ erkennen muss.
(1) In der schriftlichen Prüfung wird die Antwort auf jede Frage mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet. 22 Punkte werden vergeben, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten markiert sind. 31 Punkt wird vergeben, wenn nur eine von mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten markiert ist. 40 Punkte werden vergeben, wenn eine falsche Antwortmöglichkeit markiert ist, und zwar unabhängig davon, ob auch eine richtige Antwortmöglichkeit oder mehrere Antwortmöglichkeiten markiert sind, oder wenn keine Antwortmöglichkeit markiert ist Daraus ergeben sich je Fachgebiet die Noten:
sehr gut (1) = eine den Anforderungen in besonderem Maß entsprechende Leistung,
(4) Die Leistungen in der mündlich-praktischen Prüfung werden von den hierfür eingeteilten Mitgliedern des Prüfungsausschusses bewertet. Die Bewertenden
entscheiden mit Stimmenmehrheit. 3Bei Stimmengleichheit setzt das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses die Note für das Fachgebiet fest und begründet
seine Entscheidung schriftlich.
(1) Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses der Jägerprüfung wird aus den Notenwerten der schriftlichen und der mündlich-praktischen Prüfung das arithmetische Mittel bis auf eine Dezimalstelle ohne Rundung errechnet. 2Die Mittelwerte sind den Noten wie folgt zugeordnet:
Über den Verlauf der Jägerprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen und vom
vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. 2Die Leistungen im
Jagdlichen Schießen sind in einer Schießliste festzuhalten, die Bestandteil der
Niederschrift ist.
(2) 1Wird der Rücktritt genehmigt, so gilt die Jägerprüfung oder der Prüfungsabschnitt als nicht unternommen. 2Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der Prüfling die Jägerprüfung oder den Prüfungsabschnitt wegen Krankheit nicht ablegen kann; die Vorlage eines
amtsärztlichen Zeugnisses kann verlangt werden.
Hat ein Prüfling die Jägerprüfung nicht bestanden, so kann er sie wiederholen. Wird die Zulassung zur Wiederholung der Jägerprüfung innerhalb eines Jahres nach
Bekanngabe des Bescheides nach § 11 Satz 2 beantragt, so werden auf Verlangen des Prüflings auf die Wiederholungsprüfung angerechnet die Prüfungsleistungen
2. der schriftlichen Prüfung, wenn mindestens die Note „ausreichend“ erreicht wurde,
Bei einer weiteren Wiederholung können nur Leistungen aus einer unmittelbar vorrangegangenen Prüfung angerechnet werden. 4Ist die Prüfung bereits unter
Inanspruchnahme des Satzes 2 einmal wiederholt worden, so ist die Jägerprüfung insgesamt zu wiederholen.
Versucht ein Prüfling, das Ergebnis der Jägerprüfung oder einzelner Prüfungsabschnitte durch Täuschung zu beeinflussen, so nimmt er zunächst weiter an
der Prüfung teil. 2Über die Folgen eines Täuschungsversuchs entscheidet der Prüfungsausschuss. Je nach Schwere der Verfehlung kann von Maßnahmen
abgesehen, die Wiederholung der betreffenden Prüfungsleistung angeordnet, die betreffende Prüfungsleistung mit „ungenügend“ bewertet oder die Jägerprüfung
insgesamt für nicht bestanden erklärt werden.
1. die Bachelorprüfung im Rahmen des Studiengangs Forstwissenschaften und Waldökologie an der Universität Göttingen, einschließlich einer Prüfung im Fach
Jagdtechnik, oder
Es kann eine eingeschränkte Jägerprüfung durchgeführt werden. Sie dient als Zulassungsvoraussetzung für die Falknerprüfung. 3Auf sie sind die im Zusammenhang
mit dem Schusswaffengebrauch und den Jagdsignalen stehenden Vorschriften nicht anzuwenden. 4Die erfolgreich abgelegte eingeschränkte Jägerprüfung kann nicht durch eine spätere Zusatzprüfung zur Jägerprüfung erweitert werden.
Für die Durchführung von Falknerprüfungen wird bei der Landesjägerschaft eine Prüfungskommission gebildet. 2Die oberste Jagdbehörde beruft auf Vorschlag der
Falknerorganisationen, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz und der Landesjägerschaft für die Dauer von fünf Jahren das vorsitzende Mitglied sowie das stellvertretende vorsitzende Mitglied und die weiteren Mitglieder der Prüfungskommission. 3Die Falknerorganisationen haben das Vorschlagsrecht für die Hälfte der Mitglieder und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz und die Landesjägerschaft für je ein Viertel der Mitglieder. Die Mitglieder der Prüfungskommission müssen jagdpachtfähig sein.
Die Falknerprüfung wird von einem Prüfungsausschuss abgenommen. Das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission beruft aus den Mitgliedern der
Prüfungskommission einen oder mehrere Prüfungsausschüsse unter Berücksichtigung der Vorschlagsanteile nach § 17 Satz 3. 3§ 2 Abs. 1 Sätze 3 und 5 sowie Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend.
Zur Falknerprüfung ist von der Landesjägerschaft zuzulassen, wer die Jägerprüfung oder die eingeschränkte Jägerprüfung bestanden hat. Die Zugelassenen sind
spätestens eine Woche vor der Prüfung von der Landesjägerschaft zu laden.
1. schriftliche Prüfung und
(2) Die Falknerprüfung ist nicht öffentlich. Bei der Falknerprüfung dürfen anwesend sein
1. Beauftragte der Obersten Jagdbehörde und
2. vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission zugelassene Personen, sofern kein Prüfling widerspricht.
Der Prüfling hat in der schriftlichen Prüfung in jedem der in der Anlage 2 genannten Fachgebiete zehn Fragen zu beantworten. 2Die Bearbeitungszeit für die Fragen eines Fachgebiets beträgt 30 Minuten. Die Fragen bestimmt das vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission.
Die mündlich-praktische Prüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 2 genannten Fachgebiete. 2Die Prüfung kann als Gruppenprüfung durchgeführt werden. 3Auf jeden Prüfling sollen je Fachgebiet etwa zehn Minuten entfallen.
sehr gut (1) bei 19 bis 20 Punkten,
gut (2) bei 16 bis 18 Punkten,
befriedigend (3) bei 13 bis 15 Punkten,
ausreichend (4) bei 10 bis 12 Punkten,
mangelhaft (5) bei 7 bis 9 Punkten,
ungenügend (6) bei 0 bis 6 Punkten.
1. der Mittelwert aus den Notenwerten der schriftlichen und der mündlich-praktischen Prüfung für das Fachgebiet 1, 2 oder 3 der Anlage 2 schlechter als 4,4 oder
2. der Mittelwert nach § 9 Abs. 1 schlechter als 4,4 ist.
Hat ein Prüfling die Falknerprüfung nicht bestanden, so kann er sie wiederholen. Prüfungsleistungen werden auf eine Wiederholungsprüfung nicht angerechnet. ³§ 10
Satz 1 und die §§ 11, 12 und 14 gelten für die Durchführung der Falknerprüfung entsprechend mit der Maßgabe, dass das Prüfungszeugnis von der Landesjägerschaft
Auf eine Jägerprüfung, die vor dem 1. Juli 2012 begonnen hat, sind die am 30. Juni 2012 geltenden Vorschriften weiterhin anzuwenden.
L i n d ema n n
(zu §§ 6 und 7)
Fachgebiet Prüfungsgegenstand
1 Dem Jagdrecht unterliegende und andere frei lebende Tiere
− Biologie sowie ökologische Ansprüche, Verhalten und Bedürfnisse
der wichtigsten in der Bundesrepublik Deutschland vorkommenden wildlebenden Tiere
− Grundlagen der Populationsdynamik
2 Jagdwaffen und Fanggeräte
− Jagdwaffenkunde
− Umgang mit Lang- und Kurzwaffen, blanken Waffen, Optik, Zielhilfen und sonstigen Jagdgeräten sowie deren Pflege und Verwahrung
− Fanggeräte und Praxis der tierschutzgerechten Fangjagd
− Unfallverhütungsvorschriften
3 Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb
− Grundlagen der Wechselbeziehungen des Natur- und Artenschutzes und des Land- und Waldbaus
− Biotopschutz und –gestaltung
− Kenntnis der wichtigsten Feldfrüchte, Baum- und Straucharten
− Jagdmethoden, Verhalten auf der Jagd, Jagdeinrichtungen, Sicherheitsbestimmungen
− Kenntnis der Jagdsignale
− Jagdschutz, Wild- und Jagdschäden
4 Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhundewesen, jagdliches Brauchtum
− Versorgung und Verwertung des Wildes, Wildbrethygiene
− Wildkrankheiten
− Grundlagen des Jagdhundewesens, Kenntnis der Jagdhunderassen
− Theoretische Sachkunde nach dem Niedersächsischen Hundegesetz
− zeitgemäßes jagdliches Brauchtum
− Waidgerechtigkeit
5 Jagdrecht und verwandtes Recht
− Bundes- und Landesjagdrecht einschließlich des zugehörigen Artenschutzrechts
− Waffenrecht
− Tierschutz-, Tierseuchen- und Tierkörperbeseitigungsrecht
− Recht des Naturschutzes und der Landschaftspflege einschließlich des zugehörigen Artenschutzrechts
− Recht des Waldes und der Landschaftsordnung, insbesondere Betretensrecht
− Rechtsvorschriften für den Umgang mit Hunden
(zu §§ 21 und 22)
1 Haltung und Pflege von Beizvögeln
− Erwerb
− Aufzucht
− Ernährung
− Unterbringung
− Mauser
− Gesunderhaltung
− Beizvogelkrankheiten
2 Umgang mit Beizvögeln
− Lockemachen
− Appell
− Einjagen
− Flugtraining
3 Greifvogelschutz
− Greifvogelkunde
− Gefährdung und Gefährdungsursachen
− praktische Schutzmaßnahmen
− Rechtsgrundlagen der Falknerei, des Greifvogelschutzes einschließlich der natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf die Beschaffung, die Kennzeichnung und das Inverkehrbringen von Greifvögeln
4 Beizjagd
− Hege und Bejagung von Beizwild
− Falknerhunde
− Versorgung des gebeizten Wildes
− Brauchtum