Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201995,%20727
Timestamp: 2019-03-22 21:16:19
Document Index: 237231441

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 50', '§ 60', '§ 60', '§ 181', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.12.1994 - XI ZR 19/94 - dejure.org
Börsentermingeschäft - Strohmann - Hintermann
Kein Anspruch eines börsentermingeschäftsfähigen Strohmannes auf Rückzahlung von Kursgewinnen gegen nicht börsentermingeschäftsfähigen Hintermann
BörsG §§ 50 ff., § 60
Abschluß und Abwicklung von Börsentermingeschäften über einen börsentermingeschäftsfähigen Strohmann
Beweislast für fehlende Zustimmung des Mitgeschäftsführers bei wirksamem Strohmanngeschäft; Nebengeschäft i. S. d. § 60 BörsG
NJW 1995, 726
NJW 1995, 727
ZIP 1995, 111
MDR 1995, 376
WM 1995, 189
BB 1995, 271
DB 1995, 971
Dazu gehört, wie der Senat bereits entschieden hat (Urteil vom 6. Dezember 1994 - XI ZR 19/94, WM 1995, 189, 190), bei einem In-Sich-Geschäft gemäß § 181 BGB das Fehlen einer Zustimmung des Vertretenen.
Deshalb hat derjenige, der einen Anspruch aufgrund § 812 Abs. 1 BGB geltend macht, die Darlegungs- und Beweislast für dessen negatives Tatbestandsmerkmal, daß die Vermögensmehrung, die der als Schuldner in Anspruch Genommene herausgeben soll, ohne Rechtsgrund besteht (BGH, Urt. v. 06.12.1994 - XI ZR 19/94, NJW 1995, 727, 728 m.w.N.;… Rosenberg, Die Beweislast, 5. Aufl., S. 196).
Da Strohmanngeschäfte ernst gemeint und infolgedessen rechtlich wirksam sind (vgl. BGHZ 21, 378, 381; 31, 258, 263 f; BGH, Urt. v. 6. Dezember 1994 - XI ZR 19/94, NJW 1995, 727), braucht der Kreditgeber sich grundsätzlich nicht darum zu kümmern, warum der Strohmann bereit ist, die Bürgschaft zu erteilen.
Da Strohmanngeschäfte ernst gemeint und infolgedessen rechtlich wirksam sind (vgl. BGHZ 21, 378, 381; 31, 258, 263 f; BGH, Urteil vom 6. Dezember 1994 - XI ZR 19/94, NJW 1995, 727), braucht der Kreditgeber sich grundsätzlich nicht darum zu kümmern, warum der Strohmann bereit ist, die Bürgschaft zu erteilen.
Daher ist ein solches Geschäft nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für den Strohmann rechtlich bindend (zuletzt zum Beispiel Urteil vom 6. Dezember 1994 - XI ZR 19/94, WM 1995, 189 unter II 1; BGHZ 137, 329, 336 f, jew.m.w.Nachw.).
Das gilt selbst dann, wenn der Vertragspartner die Strohmanneigenschaft kannte; auch hier ist ausschlaggebend, ob die Parteien die Rechtsfolgen der Vereinbarung, insbesondere die damit für sie selbst verbundenen Pflichten, wirklich herbeiführen wollen (BGHZ 21, 378, 381 f.;… Senatsurteile vom 24. Januar 1980 aaO und vom 22. Oktober 1981 - III ZR 149/80, NJW 1982, 569 f.; BGH, Urteil vom 6. Dezember 1994 - XI ZR 19/94, NJW 1995, 727).