Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202011,%20986
Timestamp: 2019-06-20 08:11:37
Document Index: 15283753

Matched Legal Cases: ['Art. 111', '§ 233', '§ 17', '§ 17', 'BGH', '§ 44', '§ 292', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 44', '§ 17']

OLG Rostock, 28.12.2010 - 10 UF 199/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,23611
OLG Rostock, 28.12.2010 - 10 UF 199/10 (https://dejure.org/2010,23611)
OLG Rostock, Entscheidung vom 28.12.2010 - 10 UF 199/10 (https://dejure.org/2010,23611)
OLG Rostock, Entscheidung vom 28. Dezember 2010 - 10 UF 199/10 (https://dejure.org/2010,23611)
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FGG -RG Art. 111 Abs. 2; ZPO § 233
Die Folgen einer inhaltlich unrichtigen Rechtsmittelbelehrung dürfen nicht ohne weiteres mit denen einer gesetzlich vorgeschriebenen, aber fehlenden bzw. unvollständigen Rechtsmittelbelehrung gleichgesetzt werden, weil eine anwaltlich vertretene Partei nur in letzterem Fall regelmäßig nicht schutzbedürftig ist (zutreffend OLG Rostock, FamRZ 2011, 986 f.;… missverständlich insoweit die Gesetzesbegründung zu § 17 FamFG, BT-Drucks. 16/6308, S. 183, vgl. Keidel/Sternal, FamFG, 17. Aufl., § 17 Rn. 37; zu einer unvollständigen Rechtsmittelbelehrung BGH…, Beschluss vom 23. Juni 2010 - XII ZB 82/10, NJW-RR 2010, 1297 Rn. 11 f., 15).
19 Allerdings ist entsprechend dem Gesetzeswortlaut (der von der vergleichbaren, aber als Fiktion formulierten Regelung in § 44 S. 2 StPO deutlich abweicht), den für die Vermutung geltenden allgemeinen Grundsätzen, wie sie in § 292 ZPO zum Ausdruck kommen, und mangels anderer Anhaltspunkte in der Gesetzessystematik davon auszugehen, dass es sich bei § 17 Abs. 2 FamFG um eine widerlegbare Vermutung handelt (vgl. OLG Rostock FamRZ 2011, 986, 987;… Hartmann in BLAH, ZPO, 69. Aufl., § 17 FamFG Rn. 5;… Schulte-Bunert/Weinreich/Brinkmann, § 17 FamFG Rn. 37;… abweichend Keidel/Sternal, § 17 FamFG Rn. 37;… Prütting/Helms/Ahn-Roth, § 17 FamFG Rn. 29; die für die abw. Auffassung teilweise herangezogene Entstehungsgeschichte der Norm - BTDrucks 16/6308, Seite 183 - lässt keine hinreichenden, zumindest keine zwingenden Schlüsse zu, dort wird zwar die Regelung in § 44 S. 2 StPO erwähnt, auf die deutlich abweichende Formulierung des § 17 Abs. 2 FamFG als Vermutung und die Frage ihrer Widerlegbarkeit wird jedoch nicht eingegangen).
Hat hingegen - wie hier - das erstinstanzliche Gericht seine Entscheidung mit einer inhaltlich fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung versehen, wird jedoch auch für einen Rechtsanwalt ein gewisser Vertrauenstatbestand geschaffen (ebenso OLG Rostock FamRZ 2011, 986, 987).