Source: https://www.vermieter-forum.com/threads/mwst.2185/
Timestamp: 2019-07-21 11:28:56
Document Index: 237970744

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 19', '§ 1', '§ 1']

Diskutiere MWSt. im Buchhaltung Forum im Bereich Finanzen; Bei Garagen-Vermietung wird von Fikus die MWSt. als inklusiv (auch wenn nicht gesondert ausgewiesen wird) betrachtet, und die MWSt. ist...
#1 Beluga, 03.02.2007
Bei Garagen-Vermietung wird von Fikus die MWSt. als inklusiv (auch wenn nicht gesondert ausgewiesen wird) betrachtet, und die MWSt. ist abzuführen.
Kann die MWSt. um die Vorsteuer von Betriebskosten (z.B. Strom, Auslagen...) gekürzt werden ?
Wie ist es, wenn die Garage als Lager oder Kiosk (Vermietung ohne MWSt) vermietet wird ?
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Wäre nicht schlecht, wenn du hier nochmals mehr Infos schreiben würdest. Wie sieht der MV aus? Warum USt-pflichtig?
#3 Beluga, 07.02.2007
Im Mietvertrag wird kein MWSt. vereinbart.
Aber ist es nicht so, dass laut Steuergesetz ist Garagenvermietung immer inklusiv MWSt. ist, sodass Netto zu Brutto wird ?
#4 Mac, 07.02.2007
Ah, hierher weht der Wind. Okai, bei Auszügen aus dem Steuergesetz (und auch andere) sollten immer die Querverweise mit gelesen werden, bzw. das Gesetz sollte zum Grundverständnis und Einstieg in die Materie von vorne gelesen werden.
§ 4. UStG
b) die ....
13. die ....
Was sind unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 UStG fallende Umsätze:
§ 1. UStG
4. die ....
Die Rede ist hier immer vom Unternehmer, also ab in den § 2 UStG
§ 2. UStG
(1) Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Das Unternehmen umfaßt die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvereinigung nur gegenüber ihren Mitgliedern tätig wird. ...
Sollte der Vermieter evtl. weiterhin als umsatzsteuerlicher Unternehmer einzustufen sein, kann die "Kleinunternehmer"-Regelung angewendet werden:
§ 19. UStG
(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Zollfreigebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EUR nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 EUR voraussichtlich nicht übersteigen wird. Umsatz im Sinne des Satzes 1 ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. ...
Ich hoff damit ist deine Frage beantwortet.
#5 Beluga, 07.02.2007
Vielen Dank Mac für die Antwort.
Also die USt. gilt nur für Gewerbebetriebe, nicht für Privatleute.
Wie ist in den Fällen wo nur eine Partei Gewerbebetrieb ist:
Der Vermieter ist Gewerbetreibender, der Mieter aber Privatmann, oder
Wann fallen Ust. an und wann nicht ?
Kann man trotzdem so vereinbaren, dass ohne MWSt. vermietet wird ?
Sind die in Ust. von Nebenkosten dann als Vorsteuer verrechnet werden können ?
#6 Mac, 09.02.2007
Der Vermieter kann die Vorsteuer aus den Nebenkosten, die er zu zahlen hat -egal ob es auf den Mieter umlegbare oder nicht umlegbare Kosten betrifft- beim FA geltend machen. Und zwar nach dem %-ualem Verhältnis, wie der Vermieter die Immobilie USt-pflichtig und USt-frei vermietet. Als Grundlage nimmt man hierbei die jeweils vermietete Fläche oder den Mietumsatz. Je nachdem wo ein höherer möglicher %-Satz zum Abzug der Vorsteuer resultiert.
Die verschiedenen allgemeinen USt-Fälle bzgl. Gewerbl. oder Privater Mieter bzw. Vermieter sind sehr individuell unterschiedlich und hier kaum abschließend auflistbar. Solltest du einen speziellen aktuellen Fall/Beispiel haben, kann ich dir evtl. weiterhelfen.
#7 Beluga, 10.02.2007
z.B. Privatman vermietet Garage oder Gewerberaum an Gewerbetreibenden, aber in Mietvertrag wird die Spalte MWSt. frei gelassen, also wird ohne MWSt.
vermeitet. Miete 90 + NK 10 + (MWSt. 0,-) = 100,-
Muß der Privatmann trotzdem die Einnahmen Netto zu Brutto machen und
USt. abführen ? 100 :119 x 19 = "enthaltene MWSt." 15,97
#8 Mac, 13.02.2007
Wenn im Mietvertrag keine Umsatzsteuer ausgewiesen ist, muss keine USt an das FA abgeführt werden. Im Gegenzug kann auch der Mieter keine Vorsteuer aus Mietzahlungen geltend machen, da keine USt sep. ausgewiesen ist.
Handelt es sich aber bei dem Vermieter um einen "umsatzsteuerlichen Unternehmer" (siehe oben) dann handelt es sich evtl. um eine falsch gestellte Rechnung (Dauermietrechnung = Mietvertrag, oder gesonderte Mietrechnung mit all den USt-relevanten Rechnungsmerkmalen) welche vom Rechnungssteller (Vermieter) zu korrigieren wäre.
#9 Beluga, 14.02.2007
Vielen Dank. :Blumen
#10 mrfloppy, 22.10.2007
hier muss ich mich mal einklinken. Zur Erklärung:
ich bin Freiberufler und mit dieser Tätigkeit UStberechtigt.
Nun habe ich eine Immobilie gekauft, in der eine Einheit gewerblich genutzt ist und hierfür auch die MwSt vereinbart wurde.
1. Kann ich die MwSt in meiner Tätigkeit gegenrechnen?
2. Kann ich nicht alle MwSt Rechnungen das Haus betreffend gegenrechnen?
#11 Mac, 22.10.2007
Grundsätzlich ist u.a. einkommen- und umsatzsteuerlich zwischen Einkunftsarten zu trennen.
Die Umsatzsteuer kann hierbei nicht miteinander verrechnet werden.
Eine Zusammenfassung der für 1. und 2. getrennt voneinander ermittelten Umsatzsteuer-/Vorsteuerberträge in der Umsatzsteuererklärung macht, wenn dieselbe Steuernummer vergeben ist, hingegen durchaus Sinn.
#12 mrfloppy, 22.10.2007
und Danke @Mac.
Dann bin ich ja nun auf der richtigen Fährte.
#13 beaver, 25.10.2007
du hast eine Immobilie gekauft mit einer USt.-pflichtigen Einheit. Hat die Immobilie auch nicht USt-pflichtige Einheiten? Wenn ja, musst Du auf jedenfall darauf achten, nicht die volle VSt. zu ziehen (bei Rechnungen). Diese kannst Du nur m²-anteilig ziehen. D. h. USt.-Objekt = 100% VSt., einzelne Wohnung 0% VSt. und gesamtes Objekt = anteilige VSt. prozentual nach m².
Thema: MWSt.
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