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Timestamp: 2018-10-17 10:50:53
Document Index: 180563858

Matched Legal Cases: ['Art 3', 'Art. 9', 'Art. 12', 'Art. 23', 'Art 3', 'Art 9', 'Art.3']

Die Deutsche Amalgam-Page, Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums, http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi511.htm
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Vom Umgang mit Ärzten (Seite 1)
Autor Thema: Vom Umgang mit Ärzten
unregistriert erstellt am: 24. Januar 2001 18:47
VOM UMGANG(UMSPRINGEN)MIT(DEN)ÄRZTEN
Ärzte müssen schon was Besonderes sein,wenn man sich anschaut wie die
Politik und insbesondere die auch hohen Gerichte und letzlich die Bevölkerung
mit ihnen umspringt.-Keiner anderen Berufs- oder Einwohnergruppe wird
eine solche Ansammlung und Permanenz überwiegend grundgesetzeswidriger Urteile und politischer Verordnungen zugemutet !
1.)Das höchste Gericht befindet,daß Kassenärzte mit 68 aufhören müssen
(Enteignung),nicht weil der ärztliche Arbeitsmarkt das erfordert,sondern weil
ein Arzt (und nur dieser) mit 68 geistig und körperlich nicht mehr in der Lage wäre,Patienten zu betreuen (Demenz-Urteil).Der gerade neu gewählte Bundespräsident ist 68 !Und Helmut Kohl durfte ja auch noch Dinge tun,die
vielleicht etwas schwieriger als Medizin sind.
Enteignet wird der praxisaufgebende Arzt auch dadurch,daß er nicht mehr an
einen Kollegen seiner Wahl abgeben darf(Praxisverkauf).
2.)Ein angemessenes Entgelt steht einem Arzt nicht zu.-Er muß auch Leistungen erbringen,bei denen er draufzahlt(höchstrichterliche Entscheidung).
3.)Die Ärzte können und werden dann auch für die Überschreitung willkürlicher
Beträge bei der medikamentösen Versorgung der Patienten zur persönlichen Bezahlung der für die Patienten erforderlichen Pharmaka verpflichtet(Sippenhaft
ist ein böses Wort aus bösen Zeiten).
Um die Verordnungen steuern zu können bräuchten die Ärzte diesbezügliche Daten von den Krankenkassen,die für ihre Art Verwaltung soviel ausgeben wie die gesamte Hausarztmedizin mit ihren Praxen kostet (Das sind keine Arzteinkommen sondern Praxis-U.M.S.Ä.T.Z.E.). Diese Krankenkassen waren
nie in der Lage,den blindfliegenden Ärzten die erforderlichen Daten zu liefern.
Da ließ sich der Gesetzgeber etwas einfallen : Die Kassen werden von der eigentlich bestehenden Verpflichtung zur Datenlieferung befreit.-So einfach ist das.
4.)(und das ist der schlimmste Punkt).In der ganzen Republik ist es üblich,daß
eine Versicherung das Risiko der Versicherten kalkuliert,entsprechende Beiträge kassiert und dann dieses Risiko bei Eintritt des Versicherungsfalles trägt.
Nicht so im GKV-Krankenversicherungswesen: DER ARZT TRÄGT DAS ERKRANKUNGSRISIKO DER PATIENTEN .Erreicht wird dies durch Pauschalbezahlung,die Art und Häufigkeit der Erkrankungen ignoriert.
Alles gerichtlich abgesegnet,obwohl ganz klare gegenteilige Gutachten von erfahrenen Verfassungsrechtlern vorliegen(z.B.Prof.Friauf).
Es ist des Arztes Problem,wenn mehr Patienten häufiger krank werden und wenn sie durch die gute Medizin älter werden .Mehr Geld für mehr Arbeit bekommt er nicht(Vilmar hat mit dem „sozialverträglichen Frühableben“ die Wahrheit gesagt,nichts als die Wahrheit).
5.)Das Vertrauen zu „ihrem“ und die Zufriedenheit der Patienten mit „ihrem“ Arzt ist groß (tausende von Kilometern entfernt zu Vertrauen und Zufriedenheit
bezüglich der Politiker).
Andererseits gibt es ein geteiltes Bewußtsein anonym „DEN“ Ärzten gegenüber,
die alle zuviel verdienen und einen Behandlungsfehler nach dem anderen begehen.DAS GEFÄLLT DEN UNBELIEBTEN POLITIKERN UND DIE
MEISTEN GERICHTE BEHANDELN „DIE“ ÄRZTE REGELRECHT(Recht???) FEINDLICH.(siehe oben).MEINE KOLLEGEN UND ICH APPELLIEREN AN DIE GERICHTE,DIE ÄRZTE WIEDER IN DEN RECHTSSTATUS ALLER BÜRGER EINZUSETZEN UND NICHT BÜRGERLICHE RECHTE DEM PRIMAT DER BEITRAGSSATZSTABILITÄT(die von den Krankenkassen gröblich verletzt wird) UND DEM PRIMAT DES WOHLERGEHENS DER KRANKENVERSICHERUNG ZU OPFERN.-Hier sind allgemeinverbindliche Rechtgrundsätze aus dem Gleis geraten.
6.) Ein Großteil der Presse macht sich nicht die Mühe,diese Zusammenhänge zu sehen und berichtet falsch über Einkommen und Behandlungsfehlerhäufigkeit.
7.)Ein Arzt hat m.E. von der Sache her natürlich relativ viel Macht über den Kranken.Das nimmt man ihm übel,wenn man wieder gesund ist.
Eine andere Erklärung finde ich nicht für den ganzen oben genannten Schwachsinn und die krassen Ungerechtigkeiten seitens Politik und Gerichten.
8.)Dieser Bericht ist als Patienten-Info durchaus geeignet.
9.)Fast alle Politiker und Juristen sind privat versichert und haben überhaupt keine Probleme
10.)Arzt zu sein ist keinesfalls ein freier Beruf: Wir haben alle Pflichten eines Beamten,ohne dessen Privilegien zu genießen;dafür haben wir alle echten Existenzrisiken eines freien Unternehmers.
11.)Der Staat subventioniert ihm wichtige Bereiche(z.B.Bergbau und Landwirtschaft mit hohen Milliardenbeträgen.-Die medizinische Versorgung erhält keine Subventionen,obwohl sie mindestens so wichtig ist wie die o.g.Bereiche. IM GEGENTEIL :die Beitragszahler (Versicherte UND Arbeitgeber subventionieren andere staatliche Bereiche (17 Mrd.)die aus Steuergeldern finanziert werden müßten.Wenn man dies rückführte und noch
eine vernünftige offizielle Medikamentenliste einführte,KK-Verwalterkosten
drastisch senkte,dann gäbe es keine Finanzierungsprobleme im Gesundh.-Wesen.
Ralf Behrmann,Kinderarzt,Hostatostr.20,65929 Frankfurt,Fax 069-333032
E-mail : NRBEHRMA@aol.com
P.S.: Eine „Kostenexplosion“im Gesundheitswesen hat es gemessen am Bruttosozialprodukt nie gegeben.-Der Anteil der ambulanten Praxismedizin ist seit Jahren rückläufig (von sage und schreibe 18% auf 16 % von den Krankenkassenausgaben,die selbst ca.6% aller Versichertenbeiträge für ihre Art von „Verwaltung“ ausgeben.Die Kostensteigerungen für die Arztpraxen bewegen sich in den letzten Jahren im Bereich von 1,8%,die der Krankenkassen für sich selbst im Bereich von 5,9 %.
1.)Die Krankenkassen verbrauchen im Zeitalter des Computers für „Verwaltung“ ein Drittel dessen,was der gesamten ambulanten Praxismedizin zugestanden wird(Praxisumsätze,nicht Arzteikommen).
2.)Auf u.a.ca.120.000 Arztpraxen kommen ca.153.000(GKV) und
ca.34.000(PKV)Krankenversicherungsmitarbeiter.Die Verwaltung vor Ort leisten die Ärzte mit ihren Mitarbeiterinnen selbst bzw. zahlen sie selbst (KV) für ein Bruchteil von dem,was die Krankenkassen dafür verbrauchen.
3.)Es findet keine Kontrolle der Krankenkassen-Eigenkosten und der unglaublichen Einnahmen der dortigen Chefs statt,die Konsequenzen hätte(das Bundesversicherungsamt erhebt regelmäßig schwere Vorwürfe,ohne daß etwas passiert).-Zu den Verwalterkosten von ca.13,5 Milliarden kommen noch für mich bisher ungeklärte Ausgaben im bis zu 2-stelligen Milliardenbereich hinzu.Die Wirtschaftlichkeit der medizinisch Tätigen hingegen erfährt ein Übermaß an Einschränkungen und Kontrolle.
4.)Beispiel:Einnahmen einer hessischen Kinderarztpraxis pro Jahr und KRANKEM Kind: 272 DM----Ausgaben der Krankenkassen in Deutschland für die Verwaltung eines Versicherten(also überwiegend GESUNDEN) 268 DM.
Das sind DM 4.- Differenz.-Wir bitten die Gerichte um einen Leistungsvergleich.
Der Nettoverdienst einer korrekten und umfänglichen Untersuchung eines kranken Kindes liegt für mich als Facharzt mit 10-jähriger Klinikserfahrung im Bereich von 6 DM netto (einschließlich ausführlichem Elterngesspräch).
5.)Laut „Gesundheitsreform“ soll es dazu kommen,daß diese Krankenkassen nach Abzug ihrer unsäglichen Eigenkosten den Rest nach ihrem Gutdünken(und sie haben keinen medizinischen Sachverstand) an uns Bittsteller verteilen.
6.)Durch überflüssige und hyperbürokratische Zusatzaufgaben(die den Versicherten nicht nur finanziellschaden werden,die ein frei von Sachverstand agierendes Ministerium einführen will,werden die Verwalter-Kosten weiter maßlos ansteigen.(Der Präsident der Bundesärztekammer schätzt
eine Verdreifachung....das wären dann ca.18% aller Beitragseinnahmen...WOFÜR?)
7.)Ca.17 Milliarden werden von den Versichertenbeiträgen ohnehin schon durch Bundesgesetzgebung abgezweigt (völlig krankenversicherungsfremde Leistungen zugunsten der Rentenversicherung und der Arbeitslosenunterstützung,Beitragsfreiheit im Mutterschutz u.a.m.).
8.)Der Etat für sinnlose Werbung und ebenso sinnlose Wettbewerbsmaßnahmen der Krankenkassen ist unbekannt .Es findet sich keine Veröffentlichung.
9.)Die Einführung des Wettbewerbes zwischen den Krankenkassen war eine Schwachsinnstat,zumal gleichzeitig ein finanzieller Risikostrukturausgleich eingeführt wurde.
10.)ALL DIES GELD FEHLT IN DER PATIENTENVERSORGUNG.
11.) Die bisherige diesbezügliche Gegenargumentation von Krankenkassenseite(sofern man sich dazu überhaupt bemüßigt fühlte) ist von
unglaublicher Plumpheit und Demagogie – bzw.Stillschweigen.
12.)Die allermeisten Versicherten wissen nicht von alledem.
unregistriert erstellt am: 24. Januar 2001 22:39
Lieber Kollege Behrmann,
sie haben mit dem Gesagten völlig Recht.
Leider wird Ihre Analyse genauso unbeachtet bleiben wie ähnliche Aufzählungen, die andere
Kollegen und ich schon vielfach in diesem
Forum gemacht haben. Recht zu haben bedeutet
in unserer modernen Zeit nicht viel.
Erst wenn der letzte Arzt erkannt hat, daß er
durch sein positives Tun nicht auch automatisch Dankbarkeit, Anerkennung und Verständnis erwarten darf, wird sich die Erkenntnis durchsetzen, daß nur eine Abtrennung von der Einflußnahme des Staates
und eine Wiedererichtung eines freien Arztberufs ( rechtliche Gleichstellung mit anderen freien Berufen )eine Beendigung des Leidens bringen kann. In einer Wohlstandsgesellschaft
verfällt der Wert der Leistung des Arztes zum Kuriosum. Hier gilt das alte Sprichwort vom
Hineinrufen in den Wald nicht mehr.
Einen wirklichen Fortschritt für das Lebensgefühl niedergelassener Ärzte kann und wird nur die völlige Abkehr vom System der
Geseztlichen Krankenversicherung bringen.
Auch wenn die Politik bis zuletzt an dem für sie so bequem eingerichteten Zustand festzuhalten versuchen wird, wird sie "durch das Leben bestraft" werden. ( Stichwort: demographische Entwicklung in Europa ).
Und das tröstet mich wenigstens etwas.
MfG Dr. Mehner( HNO)
unregistriert erstellt am: 24. Januar 2001 23:07
die Aufzählungen und Anfeindungen, insbesondere die Nennung von falschen Zahlen bringt eigentlich doch gar nichts. Den Kassen, welche wirklich wirtschaftlich arbeiten und von denen gibt es einige werden Zwangsabgaben auferlegt, die bis zu der Hälfte der Gesamtausgaben reicht. Wozu sollten diese den weiter den Anreiz haben sparsam und wirtschaftlich mit den Versichertengeldern umzugehen wenn als Belohnung von jeder DM 68 pf als RSA Ausgleich abgeführt werden muss, nur um die unorganisierten AOK´'s zu finanzieren. Und die Risikoselektion ist nach Durchsicht der amtlichen Strukturdaten eine abolute Lachnummer.
unregistriert erstellt am: 24. Januar 2001 23:51
Re: Mitleser
>die Aufzählungen und Anfeindungen,insbesondere die Nennung von falschen Zahlen bringt eigentlich doch gar nichts. Den Kassen, welche wirklich wirtschaftlich arbeiten und von denen gibt es einige werden Zwangsabgaben auferlegt, die bis zu der Hälfte der Gesamtausgaben reicht. Wozu sollten diese den weiter den Anreiz haben sparsam und wirtschaftlich mit den Versichertengeldern umzugehen wenn als Belohnung von jeder DM 68 pf als RSA Ausgleich abgeführt werden muss,nur um die unorganisierten AOK´'s zu finanzieren. Und die Risikoselektion ist nach Durchsicht der amtlichen Strukturdaten eine abolute Lachnummer.
Sehr geehrter Mitleser, könnten Sie, bitte, etwas konkreter ausführen, welche Zahlen falsch sind und könnten Sie die KK'en nennen, die 68 % in den RSA einzahlen.
Wo kann ich die amtlichen Strukturdaten finden? (die ganze Internetgeschichte ist noch ziemlich neu für mich)
Mitglied erstellt am: 25. Januar 2001 00:33
Mitleser: die Zahlen STIMMEN, ich habe unabhängig von Behrmann, dessen Namen ich erst gestern erstmalig gesehen habe, die selben Zahlen erhoben! Die stehen in offiziellen Statistiken, mal bitte selber nachsehen, hier im BMG, im Statistischen Bundesamt, oder in http://www.buschtelefon.de/gkve.htm mal nachsehen. Die Zahlen sind unglaublich, aber WAHR!! Nur eine Zahl kann noch plastischer gemacht werden: der Anteil der Ausgaben der Krankenkassen für die ambulante Medizin im Verhältnis zu den Einnahmend er Kassen betrug 1970 noch 20%, der liegt heute bei 14%, das ist ein Drittel weniger!
Kassenmensch
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 08:21
glauben Sie wirklich, was Sie schreiben: dass die "Zahlerkassen" ihre gute Situation ihrem "sparsamen und wirtschaftlichen (Umgang) mit den Versichertengeldern" zu verdanken haben? Ausgeglichen werden im RSA ja nur Grundlohndefizite, Altersstruktur, Geschlechterverteilung und Familienversichertenanteil.
Eine aktive Risikoselektion durch die Billigkassen findet tatsächlich nur in geringem Umfang statt. Braucht es auch nicht: den Jungen und Gesunden genügen die Veröffentlichungen in den Medien als Anlass zum Geldsparen. Die älteren legen Wert (auch finanziell) auf Service und Sicherheit, die eine große Gemeinschaft bietet. Schauen Sie sich die Strukturdaten einzelner Kassen an, nicht das Gesamtergebnis der BKKs, in dem auch die großen, alten Versorger-BKKs enthalten sind und denen es nicht viel anders geht als Ersatzkassen und AOK.
Es ist ein Witz: Die soziale KV ist eine staatliche Aufgabe, die öffentlich-rechtlichen Körperschaften übertragen ist. Es handelt sich um eine Zwangs-Solidargemeinschaft, da kein junger, gesunder Mensch mit entsprechendem Einkommen freiwillig bereit wäre, für die Alten, Kranken mitzuzahlen, damit diese einen erträglichen Beitrag erhalten. Und diese staatliche Aufgabe wird auf konkurrierende Träger verteilt. In Deutschland gibt es tausende KK-Mitarbeiter, deren einzige Aufgabe es ist, einer anderen staatlichen Einrichtung Mitglieder abzuwerben! (Sie werden nicht schlecht bezahlt, denn sie haben einen schweren Job, den ich nicht tun möchte.) Über diese Kosten redet niemand. Gleichzeitig sind die Kassen erpressbar. Jeder kennt die stereotype Aussage: "Wenn ich das oder jenes nicht bekomme, wechsle ich die Kasse!"
Lösung: Wie in Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung ein Träger (meinetwegen regional strukturiert).Die Außendienstmitarbeiter werden in die Rechungsprüfung versetzt um schwarze Schafe bei Versicherten und Leistungsanbieter auszusieben.
Ich garantiere: die Honorare der vielen ehrlichen Ärzte usw. steigen deutlich und die Beiträge sinken ebenso deutlich.
Ich weiß natürlich, dass das politisch nicht durchzusetzen ist, da zu viele Interessen dagegen stehen. Auch die Gewerkschaften, die Versichertenanwälte sein sollten, denken offenbar nur an die vielen Pöstchen in den zahlreichen Verwaltungsräten usw., die sie verdienten Funktionären zukommen lassen können.
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 13:44
sollte ein Arzt nicht genügend Kohle erwirtschaftet haben, das er sich im Rentenalter dem Golfsport oder den Enkeln widmen kann? Oder kann er nicht als freier preisgünstiger Berater jungen Ärzten zur Seite stehen? Wie lange soll er denn arbeiten können - bis 80? Und nimmt mit dem Alter nicht doch die Qualität ab (weiterbildung?)
Platz für junge Ärzte - wie wäre es denn damit mal?
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 15:09
zu: Wie lange soll er denn arbeiten können - bis 80? Und nimmt mit dem Alter nicht doch die Qualität ab (weiterbildung?)Platz für junge Ärzte - wie wäre es denn damit mal?
Auf welcher Insel, weit weg von Deutschland haben Sie die letzten Jahre verbracht?
Tip: Jurathek.de - dort finden sind mit Sicherheit die entsprechenden Gesetze und die höchstrichterlichen Urteile des BSG (Bundessozialgericht) zu finden. Also in Zukunft bitte erst informieren, dann motzen und wenn schon motzen, an der richtigen Stelle.
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 19:36
Sehr geehrter Kassenmensch;
Es würde eine Unmenge Geld für den eigentlichen Zweck gespart.
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 20:04
tja der einzige grund wird sein das die kassenbosse ja nicht schlecht verdienen und sicher nicht bereit sind auf ihren job zu verzichten, viele von denen sind ja nicht mal in ihrer eigenen KK ( Vertrauen in die Versorgung ) und auch unsere Politiker seilen sich ja ganz gerne mal auf so eine gut dotiertenj posten bei einer KK
wer zieht sich schon den stuhl unter dem hintern weg
es wirde sich nur was ändern wenn die versicherten endlich kapiere das es zeit wäre sich ehrlcih über das gesundheitswesen zu informieren und spätestens dann aufstehen und nach berlin laufen
nix gegen frau schmidt aber
warum wurde es nicht frau schaich walch??? die hat sich doch in der vergangenheit reichlich informiert und auch schon mit vielen beteiligten gesprochen
Politikerschwachsinn?????
oder aber kalkuliert
erneut ein greenhorn auf dem posten??
laßt die gkv doch an die wand fahren dann können wir endlich staatsmedizin betreiben!!
anonymer Arzt
unregistriert erstellt am: 25. Januar 2001 23:53
doc budget. so perfide habe ja noch nicht mal ich gedacht, aber diese Vorstellung der von DDR-Doktrinen infizierten Politik ist durchaus möglich!
unregistriert erstellt am: 29. Januar 2001 19:20
Zahlen basteln nich schlecht. Aber schauen Sie doch der Gründlichkeit zu liebe doch mal die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes oder der KV an. Ich denke schon
daß ich die Zahlen und die wirklich schwachsinnige Aussage der Risikoselektion belegen kann. bzw. muss ich gar nicht, den die zb. KVDR Anteile der jeweilgen Kassenarten werden ja veröffentlicht. Was wohl vollkommen in vergessenheit geraten ist,die Selektion wurde über Jahre hinweg von den Ersatzkassen betrieben oder warum heisst eine TKK so. Logo dass "Ihr" Ärzte weinen müsst, die Zeiten sind vorbei
Mitglied erstellt am: 29. Januar 2001 23:49
An Mitleser: die von mir dargestellten Zahlen sind SÄMTLICH aus dem stat. Bundesamt und den KVen. Daher kann ich die Zahlenangaben voll bestätigen und ergänzen, da wird nichts "gebastelt". Übersicht z.B. in http://www.buschtelefon.de/gkv.htm oder auch in http://www.buschtelefon.de/gkve.htm. Sehen Sie doch mal unter http://www.solga.de/praxis/Kassenmitarb.html nach was die Angestellten bei den Krankenkassen betrifft, und dann mal im stat. Bundesamt Zeitreihen 23007, 23008, 23001, 23002, 23003, 23004, 23009, 23010 (Ärzte in D), dann werden Sie festsletten, daß es 1993 noch etwa soviele Kassenmitarbeiter wie Ärzte gab, an sich das ja schon sehr interessant, und heute mit knapp 150.000 etwa 20% MEHR Kassenmitarbeiter die Versicherten verwalten, wie Ärzte sie behandeln. Das bloß mal so als Beispiel.
Aber mal als Gegenfrage: welche Zahl stimmt denn angeblich nicht, wie lautet die korrekte und wo ist die her? Anschuldigung alleine genügt nicht, Gegenbeweis muß her.
Mitglied erstellt am: 31. Januar 2001 12:03
Schluß jetzt mit dem Gejammer der sog. Kassenärzte. Das staatliche Gesundheitswesen garantiert immer noch hohes Managereinkommen auf Lebenszeit mit allen Freiheiten des Marktes. Keiner von Ihnen wurde gezwungen, Kassenarzt zu sein. Jeder von Ihnen hat sich frei und persönlich darum BEWORBEN. Jeder darf jederzeit ohne Sanktionen diese Zulassung zurückgeben. Niemand hindert Sie daran, einen andern Job zu machen, wenn er Ihnen lukrativer erscheint. Oder als Arzt ohne staatliche Garantien gänzlich vertragsfrei zu praktizieren (es bleibt ja immer noch dieser komische Eid, den keiner mehr wirklich ernst nimmt). Es gibt ja Mediziner, die das tun und davon ganz offensichtlich sehr gut leben. Oder sind die Kassenärzte etwa nicht gut genug, um sich im Wettbewerb mit den vertragsfreien Ärzten zu behaupten? Nehmen Sie deshalb ganz gern den Beamtenstatus auf Staatssekretärsniveau in Kauf? Um der Bequemlichkeit willen? Um sich eben KEINEM Wettbewerb auszusetzen?
Geben Sie Ihre Kassenzulassung zurück und tun Sie, was Sie glücklich macht. Für mich als Kassenpatient eine glänzende Perspektive!
Mitglied erstellt am: 31. Januar 2001 13:13
<<Für mich als Kassenpatient eine glänzende Perspektive!<<
Sie sind bestimmt kein Interessenvertreter der Patienten.
Sollte ich meine Praxis aufgeben, müßten sich ca 3500 Bürger einen neuen Hausarzt suchen. Sie haben aber mich gewählt und nicht einen anderen. Außerden müßten sie, da wir hier eine Zulassungssperre haben, kilometerweit fahren, um in Zukunft zu ihren neuen Hausarzt der 2. (Zwangs)Wahl zu gelangen.
Sehr kurz gedacht Felix
Mitglied erstellt am: 31. Januar 2001 18:45
jetzt müssen Sie mir nur noch den Beamtenstatus auf Staatssekretärsniveau erklären.
Mitglied erstellt am: 31. Januar 2001 19:56
Schluß jetzt mit der Diskriminierung von Ärzten.
Mein Einkommen liegt mit DM 3200 pro Monat weit unter dem durchschnittlichen Gehalt in Deutschland (bei 4050 DM), nichts da mit Staatssekretärgehalt. Wenn der ausscheidet, hat der zeitlebens ausgesorgt, ich stehe vor dem Nichts.
Nichts da mit "keine Sanktionen": wer seine Zulassung zurückgibt, wird mit 6 Jahren Zulassungssperre bedroht, wenn 50% der Ärzte die Zulassung zurückgibt, wird ein Staatskomissar eingesetzt, der jeglichen Rest von Freiheit kappt: "Keine Sanktionen"?
Informieren Sie sich erstmal, bevor Sie Dummfug schwätzen. Die Daten stehen ja bereits in diesem Forum.
Bei einem quasi staatsmonopolistischem Gesundheitswesen mit in unserer Region nur 3% Privatpatienten ist das Ausscheiden aus dem Kassenarztsystem gleichbedeutend mit Berufsverbot.
Was wir betreiben, ist Arbeitskampf um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, und der ist für Jeden legitim. Diskriminierung einzelner Gruppen ist nach dem Grundgesetz nicht zulässig. Also halten Sie sich raus aus Sachen, von denen Sie ganz offenbar noch nicht mal was gelesen haben.
unregistriert erstellt am: 01. Februar 2001 18:04
informiert euch, nicht nur Bild Zeitung lesen
holt euch die Zahlen aus dem Internet
studiert sie genau!!!!
die meisten Ärzte können nicht nur sich selbst versorgen, sie sind auch meist privat versichert!!!!!!
wir streiten für euch nicht für unser Honorar, denn das wird eh nicht mehr!!
haben wir kein Anrecht auf eine angemessene BEZAHLUNG wie es das Grundgesetz vorsieht???
nehmt euch den EBM ( Gebührenordnung/Punktekatalog für die GKV ) und ihr werdet aus dem staunen nicht rauskommen
informiert euch es geht um eure Gesundheit und ihr braucht die GKV und hört endlich auf mit eurem Neidgefasel, die meisten Ärzte sind heute keine Millionäre, meist nicht mal ansatzweise.
Schaut auf die Rechnung eurer Handwerker
ruf bei den Kassenärztlichen Vereinigungen an und fragtn was der Hausbesuch dem Doc an Kohle bringt, und fragt euch dann ob auch ihr bereit seid für dieses Geld unsere Verantwortung zu übernehemen, auf Urlaub zu verzichten, und ständig als Prügelknabe in der ZEITUNG stehen, jeder HAUSARZT soll in 50 % seine Patienten falsch behandel ( Zeitung LISA ) wer glaubt und schreibt eigentlich so einen Schwachsinn???
aber scheinbar lesen es viele und denke es wäre so!! nicht wahr FELIX
unregistriert erstellt am: 01. Februar 2001 19:40
ich habe mir gerade einmal die Mühe gemacht und mir unser Grundgesetz zu Gemüte geführt. Und bei aller Freundschaft, ich finde dort keinen entsprechenden Artikel, der eine "angemessene" Bezahlung von irgendwelchen Berufsgruppen vorsieht. Insoweit bitte ich doch um weitere Hinweise. Auch im Archiv der BILD Zeitung war nicht mehr zu erfahren.
Mitglied erstellt am: 01. Februar 2001 20:31
Verehrter glücklicher Krankenkassenbetriebswirt,
jetzt aber doch noch mal die Frage: wie war das mit dem Beamtenstatus auf Staatssekretärsniveau ? Mach ich was falsch ?
unregistriert erstellt am: 02. Februar 2001 00:39
Felix! Wäre das Salär der Staatssekretäre und Beamten so wie die Honorare zumindest der ostdeutschen Ärzte, gäbe es in Deutschland mit Sicherheit nur noch einen Bruchteil der derzeitigen Beamten.
Mitglied erstellt am: 02. Februar 2001 01:37
Na dann lesen Sie halt nochmal nach:
Art 3(3) Gleichbehandlung
Art. 9 Recht auf Arbeitskampf
Art. 12 Verbot der Zwangsarbeit, Freiheit der Berufsausübung
Art. 23 Völkerrecht isz Bundesrecht
Genehmigt und verkündet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) am 10. Dezember 1948 (http://wwwstud.rz.uni-leipzig.de/~linkestu/unochart.htm)
Mitglied erstellt am: 02. Februar 2001 08:44
Die Oberflächlichkeit von Herrn Ruf läßt sicher noch viele Fragen offen.
unregistriert erstellt am: 03. Februar 2001 15:46
Auch nochmaliges "Nachlesen" ändert nichts daran, dass im GG von einer "angemessenen Bezahlung" nicht die Rede ist. Richtig ist allerdings, dass Völkerrecht - sofern dieses inhaltlich über das Bundesrecht hinsichtlich der Rechtsposition des einzelnen hinausgeht; und auch nur dann - dem Bundesrecht mindestens gleichzusetzen ist und damit gilt( Mindeststandard ).
Art 3(3) und Art 9 GG
hier ist mir der Sachzusammenhang hinsichtlich angemessener Bezahlung noch immer nicht klar.
Wenn Sie diesen Artikel richtig gelesen und auch verstanden hätten - aber vielleicht möchten Sie dies ja nicht -, so wäre Ihnen aufgefallen, dass die Überschrift dort wie folgt lautet:
" Freiheit der Berufswahl "
und eben nicht - und aus gutem Grunde -
" Freiheit der Berufsausübung " !!!
Wie Sie schon hier sehr leicht feststellen können, wird Artikel 23 Satz 1 der Menschenrechte durch Artikel 12 Satz 1 - und hier zum Schutze der Bevölkerung - in der Weise eingeschränkt, dass eben nicht jeder mehr oder weniger Wissende den Heilberuf in allen vorhandenen und möglichen Facetten ( Ärzte, Psychologen, Krankengymnasten u.v.a. ) ausüben kann.
Es lohnt sich allerdings, sich einmal Satz 2 im Kontext mit Satz 3 des Artikel 23 ( Menschenrechte ) etwas genauer anzuschauen.
Satz 2 bestimmt, dass jeder Mensch ( oder in unserem Falle, alle Personen einer bestimmten Berufsgruppe = also hier Ärzte ) ein Recht darauf hat, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu erhalten. Demnach wäre schon an dieser Stelle zu unterscheiden:
a) Allgemeinärzte nach Ausbildung
b) Allgemeinärzte nach Ausbildung mit Fortbildung und/oder Weiterbildung
c) Fachärzte nach Ausbildung
d) Fachärzte nach Ausbildung mit Fortbildung und/oder Weiterbildung
Damit hätten wir schon vier Untergruppen ( wahrscheinlich noch erheblich mehr ) innerhalb einer einzigen Berufsgruppe die entsprechend berücksichtigt werden müßten. Dies geschieht ja wohl auch schon teilweise ( Allgemein- und/oder Facharzt ).
01.1.)" gleicher Lohn für gleiche Arbeit "
Als freiberuflich Tätiger wird mir seit Jahren von meinen behandelnden Ärzten, regelmäßig der 2,3 fache Satz der GOÄ in Rechnung gestellt. Eine "ungleiche" oder gar bessere Arbeit ggb. s.g. Kassenpatienten kann ich aber i.a.R. nicht feststellen. Dieses übliche Procedere wäre damit ein eklatanter Verstoß gg. Artikel 23 Satz 2. Oder sollte ich hier etwas mißverstanden haben ?
02)" angemessene und befriedigende Entlohung "
Was für Sie sehr geehrter Herr Dr. Solga, "angemessen und befriedigend" ist, ist vielleicht für mich
02.1)zu wenig
02.2) für einen anderen zu viel
02.3) und wieder für einen anderen in Ordnung
Mitglied erstellt am: 03. Februar 2001 19:04
Zu Art.3(3) Grundgesetz Gleichbehandlung: Wenn Arbeitnehmern das Recht zugestanden wird, für die Existenz ihrer Familien um gerechtes Einkommen zu streiten, darf dies abhängigen (d.h. sowohl angestellten als auch staatsnahe beschäftigten) Ärzten nicht untersagt werden.
Das Grundgesetz hat keine Kapitelüberschriften. Die wurden vielleicht in einer redaktionell überarbeiteten Fassung später eingefügt, das Original betreffend jedenfalls können Sie die Überschrift nicht zitieren. Noch dazu nicht, wenn im Text ausdrücklich steht: „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“ Also entgegen Ihrer Auffassung ist das Recht auf Berufsausübung sehr wohl Bestandteil des Grundgesetzes.
Weiter im Absatz 2:
„(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.“ Nun ist es tägliche Praxis, daß Ärzte um den Preis ihrer Existenz Arbeiten erbringen müssen, die sie aus wirtschaftlicher Vernunft unterlassen müßten. Es ist ernsthaft zu diskutieren, ob hier nicht dieser Absatz des Grundgesetzes im Konflikt zur gegenwärtigen Rechtsprechung Ärzten gegenüber steht, das möchte ich gerne einmal in die Diskussion bringen.
Leider haben Sie diesen Punkt, obwohl von mir skizziert, elegant umgangen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Ja, wir fordern, daß wir auch im Kassenbereich nicht mit einer entwürdigenden Zweitwährung (sog. Punkte), deren Wert erst nach 7-9 Monaten feststeht, bezahlt werden, sondern in DM, die sich an die GOÄ anlehnt. Da sehen Sie ja, daß dieser Grundsatz des gleichen Lohnes für gleiche Arbeit nicht eingehalten wird!
Und haben Sie sich mal die z.T. enormen regionalen Unterschiede in der Vergütung der ärztlichen Leistung angesehen? Da fragen Sie doch mal einen Berliner wie z.B. mich oder auch mal einen Thüringer wie z.B. Vetter.
Sie zitieren betreffend der angemessenen Entlohung unvollständig! Der Charta der Menschenrechte ist es egal, wer die Sache wie sieht, die definiert gleich mit, was darunter zu verstehen ist: die Entlohnung muß ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichern und ist ggf. durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen.
Es geht also ja nun wirklich nicht darum, was Sie oder sonstwer davon so halten, sondern ob eine Existenz noch möglich ist.
Das hätten Sie aber nun wirklich lesen können, stand ja sogar in meinem Beitrag ;-)) !
Dieses Prinzip ist bei mir und immer mher Ärzten nun mal nicht eingehalten: mit dem Einkommen könnte ich, wenn unsere Familie nicht im Hause meiner Eltern und teilweise von deren Rente leben würde, eine Mietwohnung nicht mehr bezahlen, obwohl unsere Praxis sehr gut besucht ist. Sehen Sie mal im www.buschtelefon.de nach, da werden Sie erkennen, daß es anderen Ärzten genau so geht.