Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.03.1997&Aktenzeichen=IX%20ZR%2093/96
Timestamp: 2020-08-12 15:56:19
Document Index: 75228298

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 145', 'BGH']

BGH, 13.03.1997 - IX ZR 93/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,919
BGH, 13.03.1997 - IX ZR 93/96 (https://dejure.org/1997,919)
BGH, Entscheidung vom 13.03.1997 - IX ZR 93/96 (https://dejure.org/1997,919)
BGH, Entscheidung vom 13. März 1997 - IX ZR 93/96 (https://dejure.org/1997,919)
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Vorzeitige Rückgewähr eines Kredits - Uunmittelbare Gläubigerbenachteiligung durch vorzeitige Rückgewähr eines Darlehens - Anfechtung wegen unmittelbarer Gläubigerbenachteiligung - Verpflichtung zur Rückzahlung eines Darlehens - Ansprüche wegen entgangener ...
Keine Gläubigerbenachteiligung allein durch vorzeitige Rückzahlung eines Gesellschafterkredits
Anfechtung der durch vorzeitige Rückgewähr eines Kredits bewirkten Gläubigerbenachteiligung
Anfechtung der vorzeitigen Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens; Inkongruenz und Benachteiligungsabsicht
ZIP 1997, 853
MDR 1997, 767
WM 1997, 921
WM 1997, 922
Zur Entkräftung des Anscheinsbeweises muss sich der Anfechtungsgegner eingehend mit allen zum Vermögen des Schuldners gehörenden Posten befassen und aufzeigen, dass es heute noch ausreicht, um alle zu berücksichtigenden Gläubigerforderungen zu tilgen (BGH, Urteil vom 13. März 1997, aaO S. 854 f).
In diesem Sinne hat der Senat für die Anfechtung nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 GesO bereits entschieden, daß die vorfällige Rückzahlung eines Darlehens nicht in vollem Umfang, sondern nur in Höhe der entgangenen Nutzungsvorteile der Anfechtung unterliegt, wenn das Darlehen vor Insolvenzeröffnung in unanfechtbarer Weise gekündigt werden konnte (BGH, Urt. v. 13. März 1997 - IX ZR 93/96, ZIP 1997, 853, 854).
Unter dieser Voraussetzung spricht eine tatsächliche Vermutung gegen ein in diesem Sinne ausreichendes Schuldnervermögen (Senatsurt. v. 13. März 1997 - IX ZR 93/96, ZIP 1997, 853, 854 f m.w.Nachw.).
Erhält der Schuldner für das, was er aus seinem Vermögen weggibt, unmittelbar eine vollwertige Gegenleistung, liegt keine unmittelbare Gläubigerbenachteiligung vor (vgl. BGHZ 118, 171, 173; 128, 184, 187; 129, 236, 240 f; BGH, Urt. v. 13. März 1997 - IX ZR 93/96, ZIP 1997, 853, 854; v. 10. Dezember 1998 - IX ZR 302/97, ZIP 1999, 146, 147).
In einem solchen Fall stellt die gleichwohl gewährte Sicherheit eine inkongruente Deckung dar, die in aller Regel ein starkes Beweisanzeichen sowohl für eine Benachteiligungsabsicht des Schuldners als auch dafür begründet, daß der Anfechtungsgegner diese Absicht kannte (vgl. BGHZ 123, 320, 326;… BGH, Urt. v. 9. Januar 1997 - IX ZR 47/96, WM 1997, 436, 439; v. 13. März 1997 - IX ZR 93/96, WM 1997, 922, 923).
Ist allerdings das Ausmaß der Inkongruenz gering, verliert sie in der Regel als Beweisanzeichen an Bedeutung (…BGH, Urt. v. 12. November 1992 aaO; v. 13. März 1997 aaO).
In beiden Fällen geht es darum, eine sachgerechte und angemessene Verteidigung des Angeklagten sicherzustellen (so auch knapp BGH MDR 1997, 767, 768 zu § 145 StPO).
BGH, 22.03.2001 - IX ZR 407/98
Gegen die Annahme, daß die Insolvenzmasse ausreicht, um alle Gläubiger zu befriedigen, spricht eine tatsächliche Vermutung, weil das Konkursverfahren über das Vermögen der GmbH wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet worden ist (vgl. Senatsurt. v. 13. März 1997 - IX ZR 93/96, ZIP 1997, 853, 854 f m.w.Nachw.).