Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgmuehlenteich_2015
Timestamp: 2018-11-17 09:27:53
Document Index: 264678843

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 3', '§ 11', '§ 1', '§ 3']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Mühlenteich“
(GVBl.II/02, [Nr. 23], S.506)
geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 9. November 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Mühlenteich“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 71 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Bork-Lellichow Bork 1, 5, 6, 7.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als Teil einer glazialen Schmelzwasserabflussrinne in der naturräumlichen Einheit Dosseniederung, mit zum Teil verlandenden Restgewässern, ist
als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Verlandungsgesellschaften, wie beispielsweise Röhrichte und Großseggenriede,
als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für röhrichtbewohnende Vogelarten und als Rückzugsgebiet für Reptilien, Amphibien und an aquatische Lebensräume gebundene Säugetiere sowie als regional bedeutsamer Sammel- und Rastplatz nordischer Zugvögel;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter einiger nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Große Teichrose (Nuphar lutea) und Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Vogelarten, beispielsweise Große Rohrdommel (Botaurus stellaris), Kranich (Grus grus), Schwarzstorch (Ciconianigra), Rothalstaucher (Podiceps grisegena) und Eisvogel (Alcedo atthis);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des regionalen Biotopverbundes zwischen den Naturschutzgebieten „Bückwitzer See und Rohrlacker Graben“ und „Stepenitz“.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Mühlenteich“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra), Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior) und Bauchiger Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
die in § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Waldgesellschaften „Mitteleuropäischer Stieleichenwald“, „alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur“ sowie „Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior“ zu erhalten sind und der Einsatz von Harvestern innerhalb dieser Gesellschaften unzulässig ist,
in den mitteleuropäischen Stieleichenwäldern und alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur eine Nutzung ausschließlich einzelstammweise oder kleingrup-penweise, das heißt von maximal zwei bis fünf Stämmen erfolgt,
in den Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior eine Nutzung ausschließlich einzelstammweise und nur bei gefrorenem Boden erfolgt,
Kahlhiebe nur in den Kiefernforsten und bis ein Hektar zulässig sind,
in den unter Buchstabe a genannten Waldgesellschaften stehendes Totholz mit mehr als 30 Zentimetern Stammdurchmesser in 1,30 Metern Höhe über dem Stammfuß nicht gefällt wird und liegendes Totholz an Ort und Stelle verbleibt,
Bodenbearbeitung nur zur Unterstützung der angestrebten Verjüngung kleinflächig erfolgt,
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass
die Elektrofischerei ganzjährig nur in dem in der topografischen Karte gekennzeichneten Bereich des Borker Sees („Mühlenteich“, Flurstück 88/9 teilweise, Flur 7, Gemarkung Bork) zulässig ist,
die Elektrofischerei zu wissenschaftlichen Zwecken und für Hegemaßnahmen auf den Überflutungsflächen im nördlichen Bereich nur im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbe-hörde und außerhalb des Zeitraumes vom 1. März bis zum 30. Juni eines jeden Jahres zulässig ist;
die Angelfischerei vom Ufer und vom Eis aus auf den in der topografischen Karte gekennzeich-neten Bereich des Borker Sees („Mühlenteich“, Flurstück 88/9 teilweise, Flur 7, Gemarkung Bork) beschränkt ist,
aa) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni eines jeden Jahres die Jagd nur vom Ansitz aus gestattet ist,
bb) die Jagd auf Wasservögel erst nach dem 14. November eines jeden Jahres gestattet ist,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen,
die Anlage von Kirrungen außerhalb geschützter Biotope;
Der in § 3 Abs. 2 Nr. 1 genannte Lebensraumtyp „Feuchte Hochstaudenfluren der planaren Stufe“ soll sporadisch im Winterhalbjahr zurückgedrängt und die Feucht- und Nasswiesen in den Uferbereichen im nördlichen Bereich des Naturschutzgebietes sollen durch entsprechende Pflegemaßnahmen offen gehalten werden;
die Kiefernforste sollen langfristig in naturnahe Waldgesellschaften mit standortgerechter Artenzusammensetzung und naturnaher Altersstruktur und Schichtung umgewandelt werden;
durch Maßnahmen zur Wasserregulierung sollen die ungestörte Entwicklung der Verlandungsvegetation von Oberflächengewässern und des sich bildenden Moorkörpers unterstützt werden.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Mühlenteich" vom 24. Juli 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 71 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in der Gemeinde Bork-Lellichow:
Bork 1 10/1 teilweise, 10/5 teilweise, 13-15 teilweise, 18-35 teilweise;
5 81 teilweise, 83 teilweise, 91 teilweise, 92;
6 70/1 teilweise, 81 teilweise, 90-92 teilweise, 93, 94 teilweise, 113-115 teilweise, 116-117 teilweise, 118, 119, 120 teilweise, 121/1, 126 teilweise, 127, 128 teilweise, 129 teilweise, 131-134 teilweise, 136;
7 1-87, 88/5 teilweise, 88/8 teilweise, 88/9 teilweise.