Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20N%C3%BCrnberg&Datum=16.08.2013&Aktenzeichen=11%20WF%201071/13
Timestamp: 2019-04-18 17:41:43
Document Index: 318703527

Matched Legal Cases: ['§ 1666', '§ 58', '§ 29', '§ 1666', '§ 19', '§ 58', '§ 29', '§ 1666', '§ 19', '§ 58', 'BGH', '§ 27']

OLG Nürnberg, 16.08.2013 - 11 WF 1071/13 - dejure.org
BGB § 1666; FGG 19, 26, 29, 30; § 58 FamFG; § 29 FamFG; § 1666 BGB; § 19 FGG; § 58 FamFG; § 29 FamFG; § 1666 BGB; § 19 FGG
Mitwirkungspflicht eines Elternteils bei Untersuchung auf Alkoholkonsum
Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde gegen die Anordnung der ärztlichen Untersuchung eines am Sorgerechtsverfahren beteiligten Elternteils
Statthaftigkeit der sofortigen Beschwerde gegen die Anordnung der ärztlichen Untersuchung eines am Sorgerechtsverfahren beteiligten Elternteils
Keine Rechtsgrundlage für Untersuchung des Kindesvaters in einem Verfahren wegen elterlicher Sorge auf Alkoholkonsum
AG Weiden/Oberpfalz, 04.07.2013 - 1 F 24/13
MDR 2014, 36
FamRZ 2014, 677
b) In Rechtsprechung und Lehre wird seit geraumer Zeit die - wenn auch nicht unumstrittene - Ansicht vertreten, dass eine Beschwerdemöglichkeit gegen an sich gemäß § 58 Abs. 1 FamFG isoliert nicht anfechtbare Zwischenentscheidungen dann eröffnet sein soll, wenn diese Zwischenentscheidung bereits zu einem solchen Eingriff in die Grundrechte eines Beteiligten führt, der später nicht oder jedenfalls nicht vollständig behoben werden kann (etwa OLG Düsseldorf…, Beschluss vom 12. Dezember 2012 - 26 W 19/12 -, FGPrax 2013, S. 89; OLG Nürnberg, Beschluss vom 16. August 2013 - 11 WF 1071/13 -, NJOZ 2014, S. 333; OLG Frankfurt…, Beschluss vom 8. Dezember 2015 - 4 WF 244/15 -, FamRZ 2016, S. 1799, 1800).
Etwas anderes gilt jedoch, wenn durch den Beschluss eine konkrete Mitwirkungshandlung eines Beteiligten an einer solchen Untersuchung angeordnet wird (OLG Oldenburg, FamRZ 2007, 1574; OLG Köln, OLG Nürnberg, FamRZ 2014, 677).
Die Regelungen über die Amtsermittlungspflicht des Gerichts reichen als Ermächtigungsgrundlage für einen solchen Grundrechtseingriff nicht aus (BVerfG, FamRZ 2004, 523; BGH, FamRZ 2010, 720; OLG Nürnberg, FamRZ 2014, 677).
Diese stellt keine eigenständige Rechtsgrundlage für die Mitwirkung an ärztlichen Untersuchungen dar, zumal die Reichweite der Verpflichtung aus § 27 FamFG nicht über die Reichweite der gerichtlichen Befugnisse aus der gesetzlichen Amtsermittlung hinausgeht, weshalb ein Beteiligter nur zur Mitwirkung an solchen Maßnahmen verpflichtet ist, zu deren gerichtlicher Anordnung eine Rechtsgrundlage besteht (OLG Nürnberg, FamRZ 2014, 677).