Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20III%201964,%20408
Timestamp: 2019-05-22 05:51:32
Document Index: 248364165

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 2', '§ 2174', '§ 2303', '§ 14', '§ 2177', '§ 9']

BFH, 15.05.1964 - II 177/61 U - dejure.org
https://dejure.org/1964,1068
BFH, 15.05.1964 - II 177/61 U (https://dejure.org/1964,1068)
BFH, Entscheidung vom 15.05.1964 - II 177/61 U (https://dejure.org/1964,1068)
BFH, Entscheidung vom 15. Mai 1964 - II 177/61 U (https://dejure.org/1964,1068)
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Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld im Falle einer aufschiebend bedingten Erbeinsetzung unter Zwischenschaltung eines Exekutors nach amerikanischem Recht
BFHE 79, 481
BStBl III 1964, 408
Die Erbeinsetzung unter Zwischenschaltung eines executors nach amerikanischem Recht ist selbst dann nicht aufschiebend bedingt, wenn dem executor für die Zeit der Nachlaßabwicklung unbeschränkte Verfügungsmacht eingeräumt ist (Aufgabe von BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408).
Das FG ist unter Hinweis auf das Senatsurteil vom 15. Mai 1964 II 177/61 U (BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408) bei seiner Entscheidung davon ausgegangen, der Klägerin seien Vermögensgegenstände aus dem Nachlaß ihres Vaters deshalb zum 1. Januar 1972 noch nicht zuzurechnen, weil der Vermögensanfall i.S. des § 4 BewG im Hinblick auf die Einsetzung der executors und deren Verfügungsmacht aufschiebend bedingt sei.
An der gegenteiligen Auffassung in BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408 hält der Senat nicht mehr fest.
Wird jedoch, wie zufolge der Gleichsetzung des § 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG ohne weiteres zulässig, die Parallele bei den Vermächtnissen gesehen, auf deren Erfüllung der Begünstigte allein einen Anspruch hat (§ 2174 BGB; vgl. für den Pflichtteil § 2303 Abs. 1 Satz 1 BGB), so offenbart sich der Erwerb unter diesen Voraussetzungen als Erwerb unter einer aufschiebenden Bedingung, Betagung oder Befristung (BFH-Urteil II 177/61 U vom 15. Mai 1964, BFH 79, 481 [485, 487], BStBl III 1964, 408) im Sinne des § 14 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG (vgl. § 2177 BGB); die Erbschaftsteuerschuld entsteht erst mit dem Ereignis, das dem Begünstigten Rechte verschafft, die zumindest denjenigen eines Vermächtnisnehmers entsprechen, der die unverzügliche Erfüllung des Vermächtnisses verlangen kann.
Die ErbSt-Pflicht aus Anlaß des Erwerbs einer Anwartschaft rechtfertigt sich im Streitfall deshalb, weil die Klin einen Anspruch auf die Substanz und Nutzung der ETW (Hinweis auf den Mietvertrag vom 26. April 1996) und die rechtliche und tatsächliche bzw. wirtschaftliche Verfügungsmacht erworben hat (BFH-Urteil vom 15. Mai 1964 II 177/61 U, BStBl III 1964, 408 zu II.;… Meincke, ErbSt- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 11. Aufl., 1997, § 9 Rdnr. 3 m.w.N.).
BFH, 20.07.1971 - VIII 24/65
Ausschüttungen aus US-Nachlaß
In der zur Erbschaftsteuer ergangenen Entscheidung des BFH II 177/61 U vom 15. Mai 1964 (BFH 79, 481, BStBl III 1964, 408) ist die Rechtsstellung des Nachlaßbegünstigten bei Zwischenschaltung eines Exekutors nach amerikanischem Recht mit Verfügungsbefugnis über den Nachlaß dahin umrissen, daß jener bereits mit dem Tode des Erblassers eine gewisse Rechtsposition, und zwar gewisse obligatorische Ansprüche mit teilweise dinglichem Einschlag (Folgewirkungen) hat (vgl. auch Ferid-Firsching, Internationales Erbrecht 1961 USA-Grdz. Rdzn. 55d und 56c; Firsching, Deutsche Notarzeitung 1959 S. 354f., 360).
Das Urteil des Senats vom 15. Mai 1964 II 177/61 U (BFHE 79, 481, BStBl III 1964, 408), wonach bei Einsetzung eines executors als Zeitpunkt der Entstehung der Steuer der Zeitpunkt des Verteilungsbeschlusses des amerikanischen Nachlaßgerichtes (final decree of distribution) in Betracht komme, ist im vorliegenden Fall nicht anwendbar, da es dort um die Entstehung der Steuer bei Einsetzung eines executors ging.