Source: https://www.wiki-to-yes.org/Mediation-Methodik
Timestamp: 2019-09-18 11:37:18
Document Index: 228821311

Matched Legal Cases: ['§1', '§2', '§2', '§7', '§2', '§2', '§3', '§4', '§6', '§7', '§8', '§1']

Seiten-ID: 185 Mediationsbuch Nr 5: Know how 3-Abteilung » Wissen	4-Inhalt » (05) Methodik
Fachwissen » Methodik
5. Buch: Methodik
Es braucht ein Know how, um das Know how zu nutzen. Darum geht es im 5.Buch der Fachbuchserie Mediation.
Die pluralen Methoden der Mediation
Methode ergibt Know how!
Die Methodik beschreibt wie das Know how jederzeit abrufbar ist. Dieses Buch beschreibt die Methoden der Mediation und wie sie über Techniken und Intervisionen in welchem Rahmen zur Anwendung kommen.
Wiki to Yes stellt alle Tools in der Abteilung Werkzeuge für Sie bereit. Dort finden Sie unter anderem einen Mediatorenkoffer, ein Verzeichnis der Techniken und andere hilfreiche Anleitungen, die Ihnen bei der Arbeit am Fall und beim Studium der Mediation ganz sicher behilflich sind.
Beiträge über die Werkzeuge des Mediators
Fundstellen mit der Kategorie Werkzeuge sind:
Mediationsgesetz §1 Begriffsbestimmungen
Mediationsgesetz §2 Kommentar zum Mediationsgesetz §2
Standards Regeln zur Orientierung
VSBG-2 VSBG - Gesetz
Wortlaut-VSBG
Mediationsgesetz-§7
Techniken Ein guter Handwerker hat gute Werkzeuge
Berechnungen Berechnungen und Bewertungen - Rechner und Formeln
Vorschriften Rechsquellenübersicht
ZMediatAusbV Onlinekommentar zur Ausbildungsverordnung
Verfahrensmanagement Der professionelle Umgang mit den Verfahren
Konfliktmanagement Kompatibilität und Interaktion der Systeme
Fehlermanagement Über die Haftung bei Kunstfehlern
Kommentare Rechtsmeinungen und Interpretationshilfen
ZMediatAusbV-§2 §2 Ausbildung zum zertifizierten Mediator
ZMediatAusbV-§3
ZMediatAusbV-§4
ZMediatAusbV-§6
ZMediatAusbV-§7 Übergangsbestimmungen
ZMediatAusbV-§8
Muster-2-ZMediatAusbV
Muster-ZMediatAusbV
Mediationstechniken Methoden und Techniken ((Werkzeuge)) {img fileId="105"}
Bevor das Mediationsgesetz in Kraft trat wurde die Mediation als eine Methode definiert. Auch die Tatsache, dass der Gesetzgeber, obwohl die Mediation als Verfahren definiert hat nicht davon loskommt, vom Mediationsverfahren zu sprechen belegt dass die Mediation nach wie vor als Methode verwendbar ist. Die Unterscheidung ist jedoch unscharf, weil der Begriff der Methode der Mediation oft synonym mit dem Verfahren der Mediation verwendet wird. Zumindest in juristischer Hinsicht gibt es einen erheblichen Unterschied mit abweichenden Rechtsfolgen.
Leitsatz 4291 - Wenn die Mediation als ein Verfahren (im Sinne des Mediationsgesetzes) zum Einsatz kommt, ist das Mediationsgesetz anwendbar. Wenn die Mediation (lediglich) als Methode angewendet wird ist das Mediationsgesetz NICHT einschlägig!
Die Begriffe Verfahren, Methoden, Techniken und Interventionen werden nicht trennscharf verwendet. Sie sind ohnehin schwierig gegeneinander abzugrenzen.
Verfahren, Methoden, Techniken
Wiki to Yes bietet eine konsistente Systematik, die es erlaubt, die Begriffe in einer logischen Beziehung zu verstehen. Die Methode ist vom Verfahren, von den Techniken, und von den Interventionen zu unterscheiden, indem das Verfahren den Rahmen und das Ziel vorgeben, die Methode den Weg dorthin und die Technik die Umsetzung1 .
Leitsatz 4292 - Wenn die Techniken die Werkzeuge sind, dann beschreiben die Methoden die Werkzeugverwendung! Das Verfahren bildet den Rahmen und gibt die Ausrichtung für die Methoden vor.
Ausrichtung und Rahmen
§1 Mediationsgesetz definiert die Mediation als ein Verfahren, weshalb es zu einer Wortdoppelung führt, wenn von dem Mediationsverfahren die Rede ist2 . Die Methode der Mediation wäre dann in der sprachlichen Präzision die Methode des Mediationsverfahrens. Mithin erfordert jede Mediation eine Differenzierung gegenüber dem Verfahren und eine Abgrenzung zur Methode. Auch wenn das Mediationsgesetz die Mediation als ein Verfahren definiert hat, weiß der Gesetzgeber, dass die Mediation durchaus auch als Methode durchgeführt werden kann. Nicht ohne Grund war sie noch vor dem Inkrafttreten des Mediationsgesetzes als Methode bezeichnet worden3 . Auch dem Güterichter wird zugemutet, die Mediation als Methode anzuwenden.
Das Verfahren gibt das Ziel und den Rahmen vor, in dem sich die Parteien bewegen können. Es hilft, wenn das Verfahren wie ein Container betrachtet wird, der die zielführenden Methoden in sich aufnehmen kann.
Die Methoden bewegen sich im Rahmen des Verfahrens und führen zu dem Verfahrensziel hin. Sie beschreiben das Gewusst wie. Auf diese Formel ließe sich die Methode zumindest ein, wenn es darum geht, sie auf ein Schlagwort zu reduzieren. Die Methode beschreibt, wie man von A nach B kommt oder anders formuliert: wie sich der Verstehensvermittlungsprozess methodisch verwirklichen lässt.
Methoden der Verstehensvermittlung
Die Mediation erleichtert die Arbeit, indem sie den Weg zum Ziel in Etappen einteilt. Die Etappenziele ergeben sich aus der über die Phasenlogik definierten Struktur der Mediation. Ihre Struktur wird deutlicher, wenn davon ausgegangen wird, dass jede Etappe mit einer eigenen Methode verknüpft ist. Die Summe dieser Methoden ergibt die Mediation.
Fundstellen mit der Kategorie Methodik sind:
Techniken sind immer relativ und nie isoliert zu betrachten.
Wenden wir im Krieg Techniken an, mag sich der Charakter des Krieges verändern. Wir haben aber immer noch Krieg. Es besteht ein sich gegenseitig beeinflussender Zusammenhang zwischen Technik, Methode und Verfahren. Das Eine muss zum Anderen passen, damit es sich im Sinne des Verfahrens verwirklichen kann. Die als "functional Units"4 bezeichneten Elemente der Mediation werden im Beitrag Macht der Elemente vorgestellt. Wiki to Yes stellt Ihnen ein ausführliches, erweiterberes Verzeichnis aller Techniken der Mediation zusammen.
Verwendung der Techniken Werkzeugverzeichnis
Die Verfahrenseinbindung
Die Intervention beschreibt einen Eingriff, mit dem etwas bewirkt werden soll. Synonyme sind Einflussnahme, Einmischung, Klärung, Schlichtung, Unterbrechung, Vermittlung, Einspruch, Protest, Veto.
Leitsatz 4293 - Interventionen in der Mediation sind Maßnahmen, die der Mediator ergreifen kann, um den mit dem Verfahren zu verfolgenden Zweck zu verwirklichen oder zu unterstützen
Interventionen haben stets einen Anlass und einen Zweck. Um Ihnen zu helfen, die passende Intervention zu einem in der Mediation aufkommenden Problem zu finden, stellt Wiki to Yes ein Interventionenregister zur Verfügung. Hier können Sie zu jedem Problem passende Interventionsvorschläge finden, kommentieren oder gar selbst vorschlagen.
Umgang mit Interventionen Interventionenverzeichnis
Oft ist von der mediativen Kompetenz die Rede oder vom mediativen Vorgehen. Wird eine Erklärung eingefordert, was damit genau gemeint ist, wird meistens das aktive Zuhören erwähnt. Dann fällt das Wort Haltung. Das spezielle Gewusst wie wird dabei nicht hinreichend deutlich, zumal die erwähnten Techniken keine originären Werkzeuge der Mediation darstellen. Das aktive Zuhören beispielsweise kommt aus der Therapie, ebenso wie sich die parteizugewandte Haltung auch in der	klientenzentrierten Gesprächsführung wiederfindet. Um das Know how präzise zu beschreiben, muss man sich auf das Mediieren, also den Prozess der Mediation einlassen, der all diese Techniken verbindet. Die dahinter verborgene Logik ergibt sich aus dem mit der Mediation beschriebenen Erkenntnisprozess. Um ihn zu realisieren, muss der Mediator nicht nur die Elemente der Mediation, die Grundsätze und ihren Ablauf kennen. Er muss auch wissen, wie die Elemente zusammenspielen, sodass sie den hinter der Mediation verborgenen Erkenntnisprozess ermöglichen. Das mediative Know how kann also als das Wissen beschrieben werden, wie die sich Kompetenz der Vermittlung in der Logik des Mediierens verwirklicht.
Die erste Herausforderung, die dem Mediator bei der Anwendung dieses Know hows begegnet, ist die Komplexität der Mediation. Die Mediation beschreibt ein Vorgehen, das in der Lage ist, diese Komplexität zu bewältigen. Der Mediator muss verschiedene Systeme identifizieren und sich bewusst darüber sein, wie die gewonnenen Informationen in den Prozess einzubinden sind. Er differenziert deshalb zwischen der Verfahrensebene und der Fallebene, so wie er zwischen dem Mediationssystem und dem Streitsystem unterscheidet. Die jeweiligen Ebenen und Dimensionen bilden den Kontext in dem die Methoden zur Anwendung kommen. Sie machen bewusst, dass die Mediation nicht schlicht EINE Methode ist, sondern eine Kombination von Methoden in einem systemischen Kontext.
Die Systemik und die Metaebenen
Die Frage, wie die gewonnenen Informationen in den Prozess einzubinden sind, folgt der Methodik. Oft ist von DER Methode der Mediation die Rede. Die dadurch implizierte Singularität ist jedoch irreführend. Die Unterschiedlichkeit der Phasen geben unterschiedliche Aufträge mit unterschiedlichen Etappenzielen und demzufolge auch unterschiedlichen Herangehensweisen vor. Jede Phase beschreibt eine Methode, wie das Ziel der jeweiligen Phase zu erreichen ist. Die an den Phasen orientierten, zu den Etappenzielen führenden Methoden der Mediation sind:
1 Rahmenbildung Verfahrensritual,
Methode zur Organisation des Verfahrens und zur Errichtung einer Meta-Ebene
Taktik und Festlegung der Strategie
2 Bestandsaufnahme Methode zur Streitermittlung
3a Verstehen Methode zum ganzheitlichen Verstehen
3b Vermitteln Methode zur unbewerteten Übersetzung
4 Verhandeln Methode zur Lösungsfindung, -bewertung und -annäherung
5 Vereinbarung Verifikation des Ergebnisses, Methode der Vereinbarung
Die Mediation als Metaverfahren stellt weitere Methoden zur Verfügung, die sich auf die Navigation beziehen. Die professionelle Leistung besteht in der Reproduzierbarkeit des Verfahrens. Eine professionelle Fallbearbeitung ist kein zufälliges, sondern ein kontrolliertes und geplantes Vorgehen. Selbst in einem informellen und flexiblen Verfahren soll nichts dem Zufall überlassen bleiben. Hier zeigt es sich, wie die Werkzeuge genutzt werden, um das Verfahrensziel auch unter erschwerten Bedingungen zu erreichen. Wieder stoßen wir auf die Komplexität und die Frage der Orientierung im Prozess. Die Erkenntnis beschreibt die Kybernetik der Mediation und mit ihr das Zusammenspiel der Kräfte.
Die Mediation beschreibt eine Methode der Erkenntnisgewinnung, weil die kontrollierte Aneinanderreihung der Erkenntnisse durchaus einer inneren Logik folgen und deshalb unter verschiedensten Bedingungen reproduzierbar sind. Die Mediation ist ein vernunftbegabtes Verfahren. Sie geleitet einen Weg durch das Denken der Parteien, bis sie sich zu einem Kognitionsprozess verdichtet5 .
Die Gedankensplitter, die Kommunikation und die Wahrnehmung sind die Ressourcen,
die Navigation ergibt den inneren Zusammenhang,
die Phasen ergeben die Erkenntnisschritte.
Alle Steuerung Navigation durch den Erkenntnisprozess (Erkenntnissteuerung)
Alle Qualitätskontrolle Verifikation des Ergebnisses, Methode der Vereinbarung
Fundstellen mit der Kategorie Steuerung sind:
Die Güterichterverhandlung wird als Mediation bezeichnet
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Bearbeitungsstand: 2019-08-13 11:09 / Version 210.
Alias: Methodik, Methoden und Verfahren, Methode der Mediation, Verfahren der Mediation
Siehe auch: Über das Verhältnis von Verfahren und Methoden, Kognitionsprozess, materielle Mediation
Geprüft: Arthur Trossen 01.08.2018 14:54
1 Mehr dazu siehe Containertheorie
2 Der Gesetzgeber verwendet diesen Begriff selbst im Mediationsgesetz
3 Siehe die Begründung zum Rechtsdienstleistungsgesetz
4 Mit den functional Units beschreibt die integrierte Mediation die Elemente und ihr Zusammenspiel
5 Die Beschreibung der Mediation als ein Erkenntnisprozess entspringt der Lehre von der integrierten Mediation
© Wiki to Yes: Trossen, Arthur "Methodik der Mediation" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Mediation-Methodik
Erstellt von Administrator. Letzte Änderung: Dienstag August 13, 2019 11:09:20 CEST by Arthur Trossen.