Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20108/77
Timestamp: 2019-10-16 21:06:14
Document Index: 339066938

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 425', 'BGH', 'BGH', '§ 422']

BGH, 13.07.1979 - I ZR 108/77 - dejure.org
https://dejure.org/1979,1807
BGH, 13.07.1979 - I ZR 108/77 (https://dejure.org/1979,1807)
BGH, Entscheidung vom 13.07.1979 - I ZR 108/77 (https://dejure.org/1979,1807)
BGH, Entscheidung vom 13. Juli 1979 - I ZR 108/77 (https://dejure.org/1979,1807)
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Schadensersatz wegen Verlustes des Transportgutes - Ansprüche aus einem Frachtvertrag - Vorliegen einer Falschauslieferung
VersR 1979, 1154
Berechtigter ist dabei regelmäßig der im Frachtbrief bestimmte Empfänger des Gutes (BGH, Urt. v. 13.7.1979 - I ZR 108/77, VersR 1979, 1154).
Das Gut muss an den nach dem Frachtvertrag verfügungsberechtigten (Art. 12, 13 CMR) Empfänger - das war hier die in den elektronisch hergestellten Frachtpapieren benannte "A. E. S.P.R.L." -abgeliefert werden (BGH, Urt. v. 13.7.1979 - I ZR 108/77, VersR 1979, 1154;… Urt. v. 13.7.2000 - I ZR 49/98, TranspR 2000, 409, 411 = VersR 2001, 261).
Auch die Auslieferung an einen Nichtberechtigten kann zum Verlust führen (…vgl. BGH, Urt. v. 27.10.1978 - I ZR 30/77, TranspR 1982, 108 = NJW 1979, 2473; Urt. v. 13.7.1979 - I ZR 1.08/77, VersR 1979, 1154).
Selbst Falschablieferungen, die sogar beim richtigen Letztempfänger ankamen, aber noch zu einem Zeitpunkt, zu dem dieser nicht oder noch nicht empfangsberechtigt war, z. B. wegen fehlender Absicherung der geschuldeten Gegenleistung, hat der BGH schon als Fälle des Verlusts des Transportguts gewertet (vergl. BGH, Urteil vom 16.03.1970, Az.: II ZR 170/68, und Urteil vom 13.07.1979, Az.: I ZR 108/77).
Dies hat der BGH in mehreren Entscheidungen betont (NJW 1979, 2473; 1982, 1944, 1945; VersR 1979, 1154 ).
Daher genügt es für eine ordnungsgemäße Ablieferung nicht, wenn das Gut in den Besitz des Endempfängers gelangt, sofern dieser nicht auch nach dem Frachtvertrag verfügungsberechtigter Empfänger ist (BGH, Urteil vom 13.07.1979, I ZR 108/77, Juris Tz. 6).
Zwar entspricht es ständiger Rechtsprechung des BGH, dass die Auslieferung an einen Nichtberechtigten den Verlust des Gutes begründen kann, sofern das Gut nicht alsbald zurückerlangt werden kann (vgl. Urteil vom 13.07.2000 - I ZR 49/98, zitiert nach juris; Urteil vom 13.07.1979 - I ZR 108/77, zitiert nach juris; Urteil vom 27.10.1978, I ZR 30/77, zitiert nach juris; Urteil vom 02.04.2009 - I ZR 16/07, zitiert nach juris).
Maßgeblich für diese rechtliche Beurteilung ist, dass die Auslieferung des beförderten Gutes an den berechtigten Empfänger Hauptleistung des Frachtführers ist und die Nichterfüllung dieser Verpflichtung den Tatbestand des Verlustes im Sinne des § 425 HGB ausfüllt (BGH NJW 1982, 1944; BGH Urteil v. 27.10.78 - I ZR 30/77 NJW 1979, 2473 = MDR 1979, 470 = VersR 1979, 276 = DB 1979, 1178; v. 13.7.1979 - I ZR 108/77 VersR 1979, 1154 ;… Koller, Transportrecht, 7. Auflage, § 422 Rdnr. 26 m.w.N.).