Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201992,%20132
Timestamp: 2019-12-12 10:28:28
Document Index: 121933464

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 9', '§ 780', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1191', '§ 13', '§ 780', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 780', 'BGH', 'BGH', '§ 781', '§ 1191', '§ 780', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 780', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.12.1991 - XI ZR 48/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,850
BGH, 10.12.1991 - XI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,850)
BGH, Entscheidung vom 10.12.1991 - XI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,850)
BGH, Entscheidung vom 10. Dezember 1991 - XI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,850)
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Darlehn - Darlehnsnehmer - Eintragung der Grundschuld - Bestellung einer Grundschuld - Grundschuldbestellungsurkunde - Sicherung der Ansprüche des Darlehnsgebers - Persönliche Haftung - Zwangsvollstreckung - Zulässigkeit der Zwangsvollstreckung - Eintragung der ...
Wirksamkeit der persönlichen Haftungsübernahme des Darlehensnehmers in Zweckerklärung auch bei Scheitern der Grundschuldbestellung
AGBG § 3, § 9; BGB § 780
NJW 1992, 971
ZIP 1992, 104
DNotZ 1992, 657
WM 1992, 132
Rpfleger 1992, 193
Auch wenn es vorformuliert in eine Grundschuldbestellungsurkunde aufgenommen ist, hält ein solches Schuldversprechen der Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff. BGB stand, sofern es - wie hier in der Zweckerklärung festgelegt - nicht der Sicherung fremder, sondern eigener Verbindlichkeiten des Schuldners dienen soll (vgl. Senatsurteile vom 5. März 1991 - XI ZR 75/90, BGHZ 114, 9, 13 und vom 10. Dezember 1991 - XI ZR 48/91, WM 1992, 132).
Wird der Gläubiger aus der Grundschuld oder dem Schuldversprechen befriedigt, so kann er - wie auch das Berufungsgericht nicht verkannt hat - aus der notariellen Urkunde in aller Regel nicht mehr vollstrecken, auch wenn er weitergehende persönliche Forderungen gegen den Schuldner hat (BGH, Urteile vom 17. April 1986 - III ZR 246/84, WM 1986, 1032, 1033; 3. Dezember 1987 - III ZR 261/86, WM 1988, 109, 110 f. und 10. Dezember 1991 - XI ZR 48/91, WM 1992, 132, 133).
Dieses begründet einen selbstständigen Anspruch neben der Grundschuld auf Zahlung des Grundschuldbetrages nebst Nebenleistungen, für den der Verpflichtete mit seinem gesamten Vermögen haftet (vgl. BGH, NJW 1991, 286; NJW 1992, 971; ZIP 1999, 1591;… Staudinger-Wolfsteiner, aaO., Vorbem. zu §§ 1191 ff BGB, Rdnr. 141;… Gaberdiel, aaO., Rdnr. 291;… Weber, aaO., § 13 I. 1., S. 276).
Eine derartige Haftungsübernahme stellt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (NJW 1992, 971, 972; NJW 1987, 319, 320 m. w. Nachw.) ein abstraktes Schuldversprechen gem. § 780 BGB dar.
Folgerichtig ist die Vollstreckung aus dem abstrakten Schuldversprechen auch dann möglich, wenn die Grundschuld nicht entstanden (BGH NJW 1992, 971 ff.) oder bereits erloschen ist (BGH NJW 1991, 286 ff.).
Die persönliche Haftungsübernahme teilt den Sicherungszweck der Grundschuld (BGH NJW 1992, 971, 972); dieser ergibt sich hier aus der in § 2 des Darlehensvertrages i.V.m. Ziff. 11 b) der "Schuldurkunde" getroffenen und, wie dargelegt, fortgeltenden Sicherungsabrede.
(1) In der Übernahme der persönlichen Haftung durch den Eigentümer oder einen Dritten für einen Geldbetrag in Höhe der Grundschuld liegt ein Schuldversprechen im Sinne des § 780 BGB (BGHZ 98, 256, 259; BGH NJW 1992, 971, 972;… Palandt-Sprau, a.a.O., § 781 Rdn. 9;… Palandt-Bassenge, a.a.O., § 1191, Rdn. 2 m.w.N.).
Zwar ist der Klägerin zuzugestehen, dass die Übernahme der persönlichen Haftung für die Zahlung eines Grundschuldbetrages ein selbstständiges Schuldversprechen nach § 780 BGB darstellt (BGH NJW 1985, 1831, BGH NJW 1992, 971f.).
Wenn die Bank aus der Grundschuld Zahlung und Befriedigung erhält, kann sie aus dem Schuldversprechen nicht mehr vorgehen, selbst wenn ihr weitere Forderungen gegen den Schuldner zustehen (vgl. BGH NJW 1991, 286; BGH NJW 1992, 971).
Die Klausel, die Gläubigerin könne die persönliche Haftung unabhängig vom Fortbestand der Grundschuld und ohne vorherige Zwangsvollstreckung in den Grundbesitz geltend machen, trägt nur dem Umstand Rechnung, daß die persönliche Haftung als zusätzliche Sicherheit gerade insoweit zum Tragen kommt, als die Grundschuld nicht oder nicht vollständig zur Befriedigung des Gläubigers geführt hat (vgl. BGH NJW 1992, 971, 972).
Schuldversprechen i. S. von § 780 BGB dar, das, sofern es vorformuliert worden ist, der Inhaltskontrolle nach §§ 9-11 AGBG standhält, wenn es - wie hier - nicht der Sicherung fremder, sondern eigener Verbindlichkeiten des Schuldners dienen soll (vgl. BGH NJW 1991, 286 f. [BGH 02.10.1990 - XI ZR 306/89] unter 1. der Entscheidungsgründe; NJW 1992, 971 f. [BGH 10.12.1991 - XI ZR 48/91] unter II. 1. der Entscheidungsgründe).
Das Schuldversprechen steht als zusätzliche Sicherung der Kreditforderung selbstständig neben der Grundschuld, wobei der Gläubiger den für die Grundschuld angegebenen Betrag aus der Urkunde nur einmal fordern und vollstrecken kann; soweit er aus der Grundschuld Befriedigung erlangt hat, kann er aus dem Versprechen nicht mehr vorgehen (vgl. BGH NJW 1991, 286 f. [BGH 02.10.1990 - XI ZR 306/89] unter 2. b) der Entscheidungsgründe; NJW 1992, 971 f. [BGH 10.12.1991 - XI ZR 48/91] unter II. 3. der Entscheidungsgründe).