Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201982,%2037
Timestamp: 2020-03-30 01:41:58
Document Index: 282261056

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 9', '§ 23', '§ 24', '§ 51', '§ 70', '§ 97', 'BGH', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', '§ 36', '§ 51', '§ 67', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 5', 'BGH', '§ 5', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.06.1981 - I ZR 95/79 - dejure.org
https://dejure.org/1981,637
BGH, 12.06.1981 - I ZR 95/79 (https://dejure.org/1981,637)
BGH, Entscheidung vom 12.06.1981 - I ZR 95/79 (https://dejure.org/1981,637)
BGH, Entscheidung vom 12. Juni 1981 - I ZR 95/79 (https://dejure.org/1981,637)
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UrhG § 2 Abs. 1 Nr. 1, § 4, § 5 Abs. 2, § 9 Abs. 2, § 23, § 24 Abs. 1, § 51 Nr. 1, Nr. 2, § 70 Abs. 1, § 97 Abs. 1
Anspruch gegen einen Buchverlag wegen Urheberrechtsverletzungen - Für ein Sprachwerk erforderliche persönliche geistige Schöpfung - Vorliegen einer ungestalteten Materialwiedergabe bei der Veröffentlichung von Büchern - Schutzfähigkeit einer historischen Dokumentation - ...
MDR 1982, 295
GRUR 1982, 37
aa) Das Berufungsgericht hat allerdings zutreffend auf die besonderen Umstände des Einzelfalls abgestellt und diese im Rahmen einer Abwägung der Interessen der Parteien berücksichtigt (vgl. BGH, Urteil vom 12. Juni 1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation; Urteil vom 23. Mai 1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum;… Dreier in Dreier/Schulze aaO § 51 Rn. 5).
vgl. BGH, Urteil vom 12. Juni 1981 - I ZR 95/79 -, juris Rn. 22; KG, Beschluss vom 11. Mai 2011 - 24 U 28/11 -, juris Rn. 4.
Insgesamt differenziert es nicht genügend zwischen der Verwendung von Zitaten in künstlerischen Werken einerseits und sonstigen Sprachwerken andererseits, zu denen die vom Oberlandesgericht angeführten Entscheidungen des Bundesgerichtshofs ergangen sind (BGH, a.a.O. und BGH, GRUR 1982, S. 37 ;… vgl. zum Zitatzweck allgemein: Vinck, in: Nordemann/Vinck/Hertin, Urheberrecht, 9. Aufl., 1998, § 51 Rn. 4 und 7;… Rehbinder, Urheberrecht, 10. Aufl., 1998, § 36 I;… Schack, Urheber- und Urhebervertragsrecht, 1997, Rn. 487 bis 489;… Schricker, Urheberrecht, 2. Aufl., 1999, § 51 Rn. 10, 17, 22, 40 ff.;… Ulmer, Urheber- und Verlagsrecht, 3. Aufl., 1980, § 67 I und II).
Zwar rührt ein Werk nicht nur dann aus einem Amt her, wenn es unmittelbar aus dem Amt stammt, d.h. von den ihm oder einem anderen Amt angehörenden Bediensteten geschaffen worden ist, sondern auch dann, wenn es von - dem Amt nicht angehörenden - Privatpersonen verfasst worden ist, die das Amt - selbst oder durch Dritte - hinzugezogen hat (BGH, GRUR 1982, 37 (40) - WK-Dokumentation).
Amtliche Werke sind Werke, für deren Inhalt erkennbar ein Amt verantwortlich ist oder die einem Amt zuzurechnen sind (BGH, Urt. v. 12.6.1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation;… Urt. v. 9.10.1986 - I ZR 145/84, GRUR 1987, 166, 167 - AOK-Merkblatt; BGHZ 116, 136, 145 - Leitsätze).
Eine Verletzung eines Urheberrechts an einem Sammelwerk, das auch in der Sammlung beispielsweise gemäß § 5 UrhG gemeinfreier Werke bestehen kann (…Ulmer, Urheber- und Verlagsrecht, 3. Aufl., S. 172), kann nur angenommen werden, wenn das als rechtsverletzend beanstandete Werk diejenigen Strukturen hinsichtlich der Auslese und Anordnung des Stoffes enthält, welche die Sammlung von Werken und Beiträgen als eine persönliche geistige Schöpfung im Sinne des § 4 UrhG ausweisen (BGH, Urt. v. 12.6. 1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 39 - WK-Dokumentation;… Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, § 4 Rdn. 12; Nordemann/Hertin, NJW 1971, 688, 690).
Denn die Beurteilung, ob die Verlautbarung eines Amtes - sei es eines Gerichtes oder einer Verwaltungsbehörde - als amtlich verfaßt einzustufen ist, richtet sich nicht danach, ob für den Träger der öffentlichen Gewalt eine Verpflichtung besteht, sich in bestimmter Weise zu äußern, sondern, wie auch bei der Beurteilung der amtlichen Werke im Sinne des § 5 Abs. 2 UrhG, allein danach, ob der Inhalt der Verlautbarung dem Amt zuzurechnen ist, also vom Träger der öffentlichen Gewalt herrührt (…BGH, Urt. v. 28.4. 1972 - I ZR 108/70, GRUR 1972, 713, 714 - Im Rhythmus der Jahrhunderte; Urt. v. 12.6.1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation;… Urt. v. 30.6.1983 - I ZR 129/81, GRUR 1984, 117, 118 f. - VOB/C;… Urt. v. 26.4.1990 - I ZR 79/88, GRUR 1990, 1003, 1004 - DIN-Normen; Goose, Die urheberrechtliche Beurteilung von elektronischen und Mikrofilm-Datenbanken - Schriftenreihe UFITA Heft 53 -, S. 17; Katzenberger, GRUR 1972, 686 f.).
Wegen des Publizitätsinteresses der Allgemeinheit kann § 5 Abs. 1 UrhG auch eingreifen, wenn das Werk im urheberrechtlichen Sinn (§ 2 Abs. 2 UrhG), das der Hoheitsträger zum Inhalt seiner - vom Gesetz als "amtliches Werk" bezeichneten - Willensäußerung gemacht hat, nicht aus dem Amt selbst herrührt und von dessen Mitarbeitern im dienstlichen Auftrag geschaffen worden ist, sondern von Mitarbeitern eines anderen Amtes oder privaten Urhebern (vgl. BGH, Urt. v. 12.6.1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation;… Urt. v. 9.10.1986 - I ZR 145/84, GRUR 1987, 166, 167 - AOK-Merkblatt; vgl. dazu auch nachstehend unter c)).
Die für die Annahme eines Sprachwerks nach § 2 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 UrhG erforderliche persönliche geistige Schöpfung kann einerseits in der Gedankenformung und -führung liegen, andererseits aber auch in der Form und Art der Sammlung, der Einteilung und Anordnung des dargebotenen Stoffs (BGH - WK-Dokumentation - GRUR 1982, 37, Rdnr. 22 nach juris).
In diesem Zusammenhang hat der BGH bereits an früherer Stelle ausgeführt, Zitate dürften nicht ein derartiges Ausmaß erreichen, dass sie nicht mehr lediglich eine in dem zitierenden Werk vertretene Ansicht stützen, sondern dieses Werk über weite Strecken selbständig tragen (BGH GRUR 1982, 37, 40 WK-Dokumentation):.
Das ist - wovon das Berufungsgericht zu Recht ausgegangen ist - dann der Fall, wenn ein Amt erkennbar für den Inhalt verantwortlich zeichnet bzw. wenn das Werk einem Amt zuzurechnen ist (BGH, Urt. v. 12.6. 1981 - I ZR 95/79, GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation).
Die Bestimmung des § 5 Abs. 2 UrhG, die zum Ausschluß jeglichen Urheberrechts führt, ist grundsätzlich eng auszulegen (BGH GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation).
Ein Werk rührt dann aus einem Amt her, wenn es entweder unmittelbar aus dem Amt stammt, d. h. von den ihm oder einem anderen Amt angehörenden Bediensteten geschaffen worden ist, oder wenn es von - dem Amt nicht angehörenden - Privatpersonen verfaßt worden ist, die das Amt - selbst oder durch Dritte - hinzugezogen hat (BGH GRUR 1982, 37, 40 - WK-Dokumentation).
BGH, 04.12.1986 - I ZR 189/84
KG, 06.09.1994 - 5 U 2189/93
Urheberrecht an Werken eines Arbeitnehmers
BAG, 13.09.1983 - 3 AZR 371/81
Urheberrechtsfähigkeit von Computerprogrammen - Nutzungsrecht eines Arbeitnehmers …
BGH, 30.06.1983 - I ZR 129/81
OLG Nürnberg, 29.05.2001 - 3 U 337/01
Urheberschutz; Sammelwerk; Aufklärungsbogen; Kleine Münze; Schöpferische …
KG, 16.07.1985 - 5 U 6165/83
Rechtsnatur des Archivvertrages; Leihe als unvollkommen zweiseitiger Vertrag ohne …