Source: https://www.advocatio.de/news/1421059711.html
Timestamp: 2019-02-22 18:54:30
Document Index: 289817286

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', '§ 2038']

Können Miterben untereinander Auskunft über den Nachlassbestand verlangen? | Advocatio
Erbengemeinschaft - Auskunftspflichten
angewiesen. Nach einer Grundsatzentscheidung des BGH (NJW-RR 1989, 450)
begründet die Miterbenstellung als solche aber keine für die Bejahung einer
Dies hat das OLG Hamm in seinem Urteil vom 22.07.2014 (Az.
I-10 U 17/14 = BeckRS 2014, 18338) bestätigt. Die Erblasserin wurde von ihren
Auskunft über den Nachlass verlangen können. Auch eine entsprechende Anwendung auf einen pflichtteilsberechtigten Miterben scheidet nach der Rechtsprechung des BGH (NJW 1973, 1876) aus. Die Miterben müssen sich also zunächst selbst um die Nachlassermittlung kümmern. Nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen gewährt die Rechtsprechung (BGH, NJW-RR 1989, 450) aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) einen Auskunftsanspruch gegenüber den anderen Miterben.
Bernhard F. Klinger, Fachanwalt für Erbrecht in München erläutert im Rahmen des nachfolgenden Exkurses, nach welchen gesetzlichen Regelungen die Miterben untereinander Auskunft über den Nachlassbestand verlangen können.
Auftragsrecht zur Anwendung kommen (BGH, NJW 2001, 1131).
auskunftspflichtig (OLG Braunschweig, OLGE 26, 296). Zu beachten ist jedoch,
dass Auskunft „nur” über geführte erbschaftliche Geschäfte und den Verbleib von
Erbschaftsgegenständen, nicht also über den Nachlassbestand zu erteilen ist
(OLG München, OLGE 40, 134).
gegenständlich unbeschränkte „Totalaufklärung” (Sarres, ZEV 2000, 349), wobei
eines Inventars mitzuwirken (RGZ 81, 30, 32; Palandt/Weidlich, BGB, 74. Aufl.,
§ 2038 Rdnr. 8; anders das OLG Karlsruhe, MDR 1972, 424, in einem besonders
gelagerten Einzelfall). Die Auskunftspflicht des Erben bei einer amtlichen
Die Miterben können untereinander nur in eng umgrenzten
Fällen Auskunft über den Nachlassbestand verlangen. Vor Erhebung einer Klage
ist deshalb durch einen Erbrechtsexperten eingehend zu prüfen, ob sich ein
Auskunftsanspruch kraft Gesetz oder auf Grund Richterrechts ergibt.