Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=04.10.1994&Aktenzeichen=1%20C%2013.93
Timestamp: 2019-05-23 14:08:43
Document Index: 396008219

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 125', 'Art. 12', 'Art. 123', 'Art. 125', 'Art. 101', '§ 2', 'Art. 123']

BVerwG, 04.10.1994 - 1 C 13.93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,670
BVerwG, 04.10.1994 - 1 C 13.93 (https://dejure.org/1994,670)
BVerwG, Entscheidung vom 04.10.1994 - 1 C 13.93 (https://dejure.org/1994,670)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Januar 1994 - 1 C 13.93 (https://dejure.org/1994,670)
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Gewerberecht; Erteilung einer Buchmachererlaubnis an juristische Person
VG Düsseldorf, 12.12.1989 - 3 K 3127/89
OVG Nordrhein-Westfalen, 30.09.1992 - 4 A 569/90
BVerwGE 97, 12
NVwZ 1995, 481
DVBl 1995, 353
DÖV 1995, 241
Denn Pferdewetten beziehen sich nur auf ein enges und deshalb leichter überschaubares Sportgeschehen und sind in einer besonderen wirtschaftlichen Situation zur Bekämpfung des "Winkelbuchmachertums" der privaten Veranstaltung zugänglich gemacht worden (vgl. Urteil vom 4. Oktober 1994, a.a.O., S. 15).
Im hier gegebenen Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass auch in den Ländern der alten Bundesrepublik Erlaubnisse für die gewerbliche Veranstaltung von Wetten auf Sportveranstaltungen (mit Ausnahme von Pferdewetten, dazu Urteil vom 4. Oktober 1994 - BVerwG 1 C 13.93 - BVerwGE 97, 12 = Buchholz 11 Art. 12 Nr. 232, S. 36 = GewArch 1995, 63) nur nach dem jeweiligen Landesrecht erteilt werden konnten und demzufolge in den alten Bundesländern, hätten sie erteilt werden dürfen, nur Wirkung im Gebiet des betreffenden Bundeslandes hätten beanspruchen können.
Gemäß Art. 125 GG ist es Bundesrecht (vgl. BVerwG, Urt. vom 04.10.1994, BVerwGE 97, 12, 13 ff.;… Ennuschat, in: Dietlein/Hecker/Ruttig, a.a.O., RennwLottG Rdnr. 2).
Dann ist der Auslegung der Vorzug zu geben, die mit dem Grundgesetz in Einklang steht (vgl. Urteil vom 4. Oktober 1994 - BVerwG 1 C 13.93 - Buchholz 11 Art. 12 GG Nr. 232 S. 44 = GewArch 1995, 63 [66]).
Es gilt gemäß Art. 123 Abs. 1, Art. 125 Nr. 1 GG als Bundesrecht fort (BVerwG vom 4.10.1994 BVerwGE 97, 12/13 f.;… vom 1.6.2011 BVerwGE 140, 1 Rn. 38;… Ennuschat in Dietlein/Hecker/Ruttig, Glücksspielrecht, RennwLottG Vorbemerkung Rn. 4; Ennuschat/Klestil, GewArch 2012, 417/418) und regelte bis zum Inkrafttreten des Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrags in Verbindung mit den als Bundesrecht im Verordnungsrang ebenfalls fortgeltenden Ausführungsbestimmungen zum Rennwett- und Lotteriegesetz die Erlaubnisvoraussetzungen für den Betrieb von Totalisatoren aus Anlass öffentlicher Leistungsprüfungen für Pferde sowie für den gewerbsmäßigen Abschluss und die Vermittlung von Wetten durch Buchmacher bei öffentlichen Leistungsprüfungen für Pferde abschließend.
Bei der gewerblichen Tätigkeit der Buchmacher im Bereich der Pferdewetten handelt es sich um einen eigenständigen, durch Art. 101 BV geschützten Beruf (vgl. BVerwGE 97, 12/22).
BVerwG, Urteil vom 4. November 1965 - I C 6.63 -, BVerwGE 22, 286 (287); Urteil vom 22. Dezember 1993 - 11 C 46.92 -, BVerwGE 95, 15 (20); Urteil vom 23. August 1994 - 1 C 18.91 -, BVerwGE 96, 293 (296); Urteil vom 4. Oktober 1994 - 1 C 13.93 -, BVerwGE 97, 12 (22).
BVerfG, Beschluss vom 19. Oktober 1983 - 2 BvR 298/81 -, BVerfGE 65, 196 (209 f.); Beschluss vom 14. Januar 1987 - 1 BvR 1052/79 -, BVerfGE 74, 129 (148); BVerwG, Urteil vom 22. Dezember 1993 - 11 C 46.92 -, BVerwGE 95, 15 (20); Urteil vom 4. Oktober 1994 - 1 C 13.93 -, BVerwGE 97, 12 (23); Urteile vom 15. Juni 2000 - 3 C 10.99 und 3 C 17.99 -, jeweils S. 6 UA.
vgl. zum Begriff des Gewerbes: BVerwG, Urteil vom 4. Oktober 1994 - 1 C 13.93 -, BVerwGE 97, 12 (23) m.w.N.
Die Vorschrift des § 2 RWG ist Bundesrecht, das als Reichsrecht erlassen wurde und gemäß Art. 123 Abs. 1 GG fortgilt (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 4.10.1994, BVerwGE 97 S. 12, 13).
Anders als das Recht der Spielbanken, die als Ordnungsrecht landesrechtlicher Gesetzgebungsbefugnis unterfallen (BVerfG, Beschluss vom 18.3.1970, BVerfGE 28 S. 119 ff.), ist das Buchmacherwesen dem Wirtschaftsrecht zuzuordnen (BVerwG, Urteil vom 4.10.1994, a.a.O., S. 14), da der Buchmacher eine auf Gewinnerzielung gerichtete Tätigkeit ausübt und am wirtschaftlichen Leben teilnimmt.
Die Ausführungsbestimmungen dürfen aber deshalb herangezogen werden, weil sie jedenfalls im Jahr 1986 durch Gesetz geändert (Zweites Rechtsbereinigungsgesetz vom 16.12.1986, BGBl. I S. 2441) und so vom Gesetzgeber miteinbezogen wurden (BVerwG, Urteil vom 4.10.1994, a.a.O. S. 21).
(2) Die Antragstellerin leitet eine Gesetzgebungskompetenz des Bundes für die fraglichen Regelungen zu Unrecht daraus ab, dass es sich um Gefahrenabwehrregelungen handele, die "kompetenzrechtlich jeweils der Stamm-Materie" zuzuordnen seien, weil sie mit ihr in einem notwendigen Zusammenhang stünden (…vgl. dazu Pieroth, a.a.O. sowie BVerfG, Entscheidung vom 29.04.1958 - 2 BvR 3/56 -, BVerfGE 8, 143; Beschluss vom 03.07.2012, - 2 BvR 1/11 [richtig: 2 PBvU 1/11 - d. Red.] -, BVerfGE 132, 1; BVerwG, Urteil vom 04.10.1994 - 1 C 13/93 -, BVerwGE 97, 12; vom 03.03.1994 - 4 C 1/93 -, BVerwGE 95, 188).
OVG Brandenburg, 08.09.2004 - 2 B 112/04
vorläufiger Rechtsschutz, Herstellungsbeitrag für Abwasserentsorgungseinrichtung, …