Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_glindower_alpen
Timestamp: 2018-04-27 02:58:04
Document Index: 10336194

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 6', '§ 21', '§ 4', '§ 4', '§ 19', '§ 74']

(GVBl.II/95, [Nr. 64], S.591)
zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 10. November 2016
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Glindow und Werder (Landkreis Potsdam-Mittelmark) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Glindower Alpen".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 119 Hektar. Das Gebiet umfaßt das ehemalige Tonabbaugelände der Erdeberge südöstlich von Glindow. Es wird im Norden durch die südliche Grenze der Wohngrundstücke begrenzt, im Süden durch den südlichen Rand der ehemaligen Tongruben und im Westen durch den östlichen Rand der Wohngrundstücke Glindows an der Klaistower Chaussee.
Das Naturschutzgebiet umfaßt in den Gemarkungen
Werder Flur 27 Flurstücke 97 anteilig (nur nördlich des Weges von Petzow zur Hasenheide), 146/4, 147/3, 147/4, 147/5, 147/6 anteilig,148 anteilig (südlicher Rand der Tongruben);
Glindow Flur 5 Flurstück 24/9, Flurstücke 26/2, 27 bis 29 jeweils anteilig (untere Böschungskante der "Glindower Erdeberge"), Flurstücke 30 bis 35;
Flur 6 Flurstücke 124-127, 130-142, 144-155, 160-181, 183/2,184, 184/2, 196/1, 196/2, 197, 198/2, 199, 200, 230-356, 357/2, 358-360.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Glindower Alpen“ und in drei Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Übersichtskarte mit der Blattnummer 0807-443 im Maßstab 1 : 10 000, unterzeichnet von dem Bearbeiter Herrn Dietmar am 18. September 1995, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, ermöglicht die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Flurkarte der Gemarkung Werder, Flur 27, im Maßstab 1 : 3 000 mit der Blattnummer 1, in der Flurkarte der Gemeinde Glindow, Flur 5 im Maßstab 1 : 4000 und in der Flurkarte der Gemeinde Glindow, Flur 6 im Maßstab 1 : 2000, jeweils unterzeichnet von dem Bearbeiter Herrn Dietmar am 18. September 1998, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung.
(3) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Potsdam-Mittelmark, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
in seiner Eigenart als ehemaliges Tonabbaugebiet mit einer der Naturraumvielfalt bedingenden, ausgeprägten geomorphologischen Struktur sowie
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter, wildwachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Trockenrasen, wie Grasnelken- und Silbergrasfluren auf den Plateaus, artenreichem Hangschluchtwald mit Quellfluren und zahlreichen ausgedehnten Totholzbiotopen;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet verschiedener, an unterschiedliche Biotope gebundener Vogelarten, als Laichgebiet und Sommerlebensraum von Reptilien und Amphibien sowie als Lebensraum für die alt- und totholzbewohnende Insektenfauna;
aus ökologischen Gründen, insbesondere wegen der Vielfalt der mosaikartig strukturierten Kleinnaturräume;
aus geologischen und kulturhistorischen Gründen zur Erhaltung der in Verbindung mit der Ziegelherstellung in Ringöfen vorhandenen Reste von Ton- und Lehmgewinnungsstätten.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Glindower Alpen“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Trockenen, kalkreichen Sandrasen als prioritärem natürlichen Lebensraumtyp im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes.
(1) Vorbehaltlich der nach § 6 dieser Verordnung zulässigen Handlungen sind in dem Naturschutzgebiet gemäß § 21 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können.
Wasserfahrzeuge aller Art, einschließlich Surfbretter oder Luftmatratzen zu benutzen;
Be- oder Entwässerungsmaßnahmen über den bisherigen Umfang hinaus durchzuführen, Gewässer jeder Art entgegen dem Schutzzweck zu verändern oder in anderer Weise den Wasserhaushalt des Gebietes zu verändern;
Es wird folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahme festgesetzt:
Die Robinien und spätblühenden Traubenkirschen sind mit waldbaulichen Mitteln, kontinuierlich zugunsten einheimischer Baum- bzw. Straucharten zurückzudrängen.
bei der Wiederaufforstung die Verwendung fremdländischer Baumarten verboten ist,
das Verbot des § 4 Abs. 2 Nr. 22 gilt;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß die Anlage von Kirrungen in einem einhundert Meter breiten Streifen am Rande des Gebietes erfolgt,
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und rechtmäßig bestehender Anlagen, einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Der Herstellung eines Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt.
die sonstige bei Inkrafttreten dieser Verordnung auf Grund behördlicher Einzelfallentscheidung rechtmäßig ausgeübten Nutzungen und Befugnisse in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen und Maßnahmen der Altlastensanierung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Der Herstellung des Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
(2) Die in § 4 dieser Verordnung für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und andere beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Der Genehmigungsvorbehalt nach § 19 Abs. 3 Satz 2 des Landeswaldgesetzes bleibt unberührt.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße von bis zu einhunderttausend Deutsche Mark geahndet werden.