Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/taeterschaft-oder-teilnahme-beim-handeltreiben-mit-betaeubungsmitteln-3202940
Timestamp: 2020-06-06 14:15:27
Document Index: 198846017

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'BGH']

Täterschaft oder Teilnahme - beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln | Rechtslupe
Täterschaft oder Teilnahme - beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln
Nicht jede eigen­nüt­zi­ge För­de­rung frem­der Umsatz­ge­schäf­te ist als täter­schaft­li­ches Han­deln anzu­se­hen [1].
Viel­mehr gel­ten auch beim Betäu­bungs­mit­tel­han­del für die Abgren­zung von (Mit)Täterschaft und Bei­hil­fe die Grund­sät­ze des all­ge­mei­nen Straf­rechts, die es nicht zulas­sen, jede schon unter das Merk­mal des Han­del­trei­bens zu sub­su­mie­ren­de Tätig­keit ohne Rück­sicht auf ihr Gewicht für das Gesamt­ge­sche­hen und das Inter­es­se des Betei­lig­ten am Gelin­gen des Umsatz­ge­schäfts mit­tä­ter­schaft­li­chem Han­del­trei­ben gleich­zu­set­zen. Danach deu­tet auch beim Betäu­bungs­mit­tel­han­del nach inzwi­schen stän­di­ger Recht­spre­chung eine ganz unter­ge­ord­ne­te Tätig­keit eines Tat­be­tei­lig­ten im Rah­men eines Gesamt­ge­schäf­tes schon objek­tiv dar­auf hin, dass der Betei­lig­te nur Gehil­fe ist [2].
In Anwen­dung die­ser Grund­sät­ze war damit im hier ent­schie­de­nen Fall die vom Ange­klag­ten ent­fal­te­te Tätig­keit eines blo­ßen Lager­hal­ters als Bei­hil­fe zu wer­ten. Der Ange­klag­te war in das eigent­li­che Umsatz­ge­schäft nicht ein­ge­bun­den und leis­te­te kei­nen über die Ver­wah­rung des Mari­hua­nas hin­aus­ge­hen­den Tat­bei­trag. Ohne Gestal­tungs­mög­lich­keit und Hand­lungs­spiel­raum erschöpf­te sich sein Tun mit­hin in einer unter­ge­ord­ne­ten Tätig­keit. Ent­ge­gen der Wer­tung des Land­ge­richts begrün­de­te auch der mit der vor­über­ge­hen­den Lage­rung ver­bun­de­ne Vor­teil einer klei­nen Eigen­ver­brauchs­ent­nah­me noch kein beson­de­res eige­nes Inter­es­se am wei­te­ren Schick­sal des Gesamt­ge­schäfts, wie es etwa mit einer Umsat­zo­der Gewinn­be­tei­li­gung ver­bun­den wäre [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. April 2020 – 5 StR 76/​20
BGH, Beschluss vom 25.05.1994 – 2 StR 203/​94, BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Han­del­trei­ben 42 mwN[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 28.02.2007 – 2 StR 516/​06, BGHSt 51, 219, 221 f.; vom 07.02.2008 – 5 StR 242/​07, NJW 2008, 1460; Beschlüs­se vom 02.02.2010 – 3 StR 4/​10, NStZ-RR 2010, 318; vom 12.08.2014 – 4 StR 174/​14, NStZ 2015, 225; sie­he zur Gehil­fen­stel­lung eines Betei­lig­ten, der eigen­nüt­zig sei­ne Woh­nung zur Ver­wah­rung und Por­tio­nie­rung von Betäu­bungs­mit­teln zur Ver­fü­gung stellt, auch BGH, Urteil vom 29.09.1993 – 2 StR 397/​93, BGHR StGB § 27 Abs. 1 Hil­fe­leis­ten 10[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 12.08.2014 – 4 StR 174/​14, aaO[↩]
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