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Timestamp: 2016-10-28 19:55:59
Document Index: 78714213

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 40', 'Art. 51', 'Art. 40', 'Art. 68', 'Art. 69', 'BGE', 'Art. 69', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 68', 'Art. 69', 'Art. 40', 'Art. 69', 'Art. 40', 'Art. 69', 'Art. 69', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 69', 'Art. 51', 'Art. 69', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 31', 'Art. 33', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 24', 'Art. 41', 'Art. 69', 'Art. 63', 'Art. 69', 'Art. 69', 'Art. 24', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'Art. 68', 'Art. 69', 'Art. 69', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 69', 'Art. 69', 'BGE', 'Art. 69', 'Art. 69', 'Art. 42', 'Art. 28', 'Art. 8']

8C_512/2012 (07.06.2013)
8C_512/2012 � � Urteil vom 7. Juni 2013
Unfallversicherung (�berentsch�digung),
A.a.�S.________ (geb. 1948) war als Angestellte des Shops X.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 12. November 2001 erlitt sie einen Verkehrsunfall, f�r welchen die SUVA die gesetzlichen Leistungen erbrachte. Mit Verf�gung vom 12. April 2006 stellte sie diese auf Ende April 2006 hin ein.
A.b.�Am 18. Januar 2002 st�rzte S.________ auf der Treppe. Die SUVA sprach ihr mit Verf�gung vom 19. Juni 2006 f�r die Unfallfolgen am linken Handgelenk und der rechten Schulter nebst einer Integrit�tsentsch�digung eine ab 1. Juni 2006 laufende Rente auf der Grundlage einer Erwerbseinbusse von 21 Prozent zu.
A.c.�Am 23. M�rz 2005 nahm S.________ im Alters- und Pflegeheim Y.________ eine T�tigkeit als K�chenhilfe mit einem vertraglichen Besch�ftigungsgrad von 40 Prozent auf (Schadenmeldung UVG vom 4. Mai 2007). Damit war sie bei der CSS Versicherung AG (nachfolgend: CSS) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Ein weiterer Unfall ereignete sich am 16. November 2006, als S.________ bei der Arbeit ausglitt und sich am rechten Fuss verletzte. Die CSS erbrachte die gesetzlichen Leistungen und richtete bis 30. April 2010 Taggelder aus. Mit Verf�gung vom 15. April 2010 sprach sie der Versicherten unter Ber�cksichtigung der bereits zugesprochenen SUVA-Rente f�r die Folgen der in den Jahren 2002 und 2006 erlittenen Unf�lle mit Wirkung ab 1. Mai 2010 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbseinbusse von insgesamt 41 Prozent zu und richtete eine Integrit�tsentsch�digung aus.
A.d.�S.________ hatte sich auch bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet. Nachdem f�r die Zeit bis Ende Oktober 2006 bei einem ermittelten Invalidit�tsgrad von 37 Prozent ein Rentenanspruch verneint worden war, sprach die IV-Stelle Solothurn der Versicherten mit Verf�gungen vom 1. November 2010 f�r den Zeitraum vom 1. November 2006 bis 31. August 2007 bei einem gest�tzt auf die Einkommensvergleichsmethode ermittelten Invalidit�tsgrad von 100 Prozent eine ganze Invalidenrente, ab 1. September 2007 bei einem Invalidit�tsgrad von 55 Prozent eine halbe Rente und ab 1. Januar 2008 wiederum eine ganze Rente zu.
A.e.�Mit Verf�gung vom 12. Oktober 2010 er�ffnete die CSS S.________, durch kumulative Ausrichtung der Rente der Invalidenversicherung und der Taggelder der Unfallversicherung liege unter Ber�cksichtigung der bis 30. April 2010 erfolgten Zahlungen eine �berentsch�digung in H�he von Fr. 33'669.20 vor. Dieser Betrag werde mit der Rente der Invalidenversicherung verrechnet. Daran hielt die CSS auf Einsprache der Versicherten hin fest (Entscheid vom 15. Februar 2011).
S.________ erhob Beschwerde. Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wies diese mit Entscheid vom 22. Mai 2012 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst S.________ beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei festzustellen, dass keine �berversicherung bestehe und eine Verrechnung mit ihren Anspr�chen aus der Invalidenversicherung somit nicht zul�ssig sei.
Die CSS beantragt Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Das kantonale Gericht schliesst ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung. S.________ hat am 19. November 2012 zur Vernehmlassung der CSS Stellung genommen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Streitig ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene �berversicherungsberechnung.
2.1.�Der bis 31. Dezember 2002 in Kraft gewesene aArt. 40 UVG (SR 832.20) bestimmte (in der zuletzt, ab 1. Januar 1985 in Kraft gestandenen Fassung) bez�glich der �berentsch�digung f�r die Belange der Unfallversicherung Folgendes: Wenn keine Koordinationsregel dieses Gesetzes eingreift, so werden Geldleistungen, ausgenommen Hilflosenentsch�digungen, soweit gek�rzt, als sie mit den anderen Sozialversicherungsleistungen zusammentreffen und den mutmasslich entgangenen Verdienst �bersteigen.
Gem�ss Art. 51 Abs. 3 UVV (SR 832.202) entspricht der mutmasslich entgangene Verdienst jenem Verdienst, den der Versicherte ohne sch�digendes Ereignis erzielen w�rde. Das tats�chlich erzielte Erwerbseinkommen wird angerechnet.
2.2.�aArt. 40 UVG wurde mit Inkrafttreten des ATSG (SR 830.1) am 1. Januar 2003 aufgehoben (Anhang ATSG Ziff. 12, AS 2002 3427). Die �berentsch�digung ist nunmehr - auch f�r die Unfallversicherung - wie folgt geregelt: Gem�ss Art. 68 ATSG werden Taggelder unter Vorbehalt der �berentsch�digung kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gew�hrt. Nach Art. 69 ATSG darf das Zusammentreffen von Leistungen verschiedener Sozialversicherungen nicht zu einer �berentsch�digung der berechtigten Person f�hren. Bei der Berechnung der �berentsch�digung werden nur Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung ber�cksichtigt, die der anspruchsberechtigten Person aufgrund des sch�digenden Ereignisses gew�hrt werden (Abs. 1). Eine �berentsch�digung liegt in dem Masse vor, als die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst zuz�glich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten und allf�lliger Einkommenseinbussen von Angeh�rigen �bersteigen (Abs. 2). Die Leistungen werden um den Betrag der �berentsch�digung gek�rzt. Von einer K�rzung ausgeschlossen sind die Renten der AHV und der IV sowie alle Hilflosen- und Integrit�tsentsch�digungen. Bei Kapitalleistungen wird der Rentenwert ber�cksichtigt (Abs. 3).
2.3.�Beim Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung mit Rentenleistungen der Invalidenversicherung hat praxisgem�ss eine Abrechnung �ber die gesamte Bezugsperiode, beginnend ab der Entstehung des Anspruchs auf Taggelder der Unfallversicherung zu erfolgen (BGE 132 V 27 E. 3.1 S. 29; 126 V 193 E. 3 S. 195; SVR 2009 UV Nr. 7 S. 26, U 53/07 E. 3.2; RtiD 2010 II S. 204, 8C/774/2009 E. 5.1; Urteil 8C_415/2011 vom 19. Oktober 2011 E. 4.1;�UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 13 und N. 53 zu Art. 69 ATSG).
Dem angefochtenen Entscheid liegt eine �berentsch�digungsberechnung f�r die Zeit vom 22. Januar 2007 (Beginn der Taggeldzahlungen der Beschwerdegegnerin) bis 30. April 2010 (Ende der Taggeldzahlung und Abl�sung durch die Rente der CSS) zugrunde. Dieser zeitliche Rahmen entspricht der bisherigen Rechtsprechung (vgl. E. 2.3 hievor) und ist unbestritten.
Die von der Vorinstanz best�tigte �berentsch�digung von Fr. 33'669.20 ermittelte die Beschwerdegegnerin, indem sie zu den Taggeldleistungen von Fr. 48'539.85 in der Zeit vom 22. Januar 2007 bis 30. April 2010 die von der Invalidenversicherung im gleichen Zeitraum ausgerichteten Renten von insgesamt Fr. 53'274.40 rechnete, was einen Gesamtbetrag von Fr. 101'814.25 ergibt. Diese Teilabrechnung ist in masslicher Hinsicht nicht bestritten, soweit es um die H�he des Taggeldanspruches und die H�he der ausgerichteten Renten der Invalidenversicherung geht.
Ausgehend vom Verdienst der Versicherten im Jahr vor dem Unfall vom 16. November 2006 (November 2005 bis Oktober 2006) von Fr. 22'385.66 (entsprechend einem Stundenlohn von Fr. 63.70 ab 22. Januar 2007; ab 1. Januar 2008: Fr. 66.80; ab 1. Januar 2009: Fr. 68.75) wurde der mutmasslich entgangene Verdienst in der Zeit vom 22. Januar 2007 bis 30. April 2010 auf Fr. 69'768.15 festgesetzt. Unter Mitber�cksichtigung des in der Zeit vom 1. M�rz bis 4. August 2008 effektiv erzielten Verdienstes von Fr. 1'623.10 ergab sich auf der "Ausgabenseite" (insgesamt Fr. 68'145.05) im Vergleich zu den "Einnahmen" von Fr. 101'814.25 der streitige �berentsch�digungsbetrag von Fr. 33'669.20.
4.1.�Das kantonale Gericht hat erwogen, bei der �berentsch�digungsberechnung seien als Einnahmen alle kongruenten Leistungen der Sozialversicherung im massgeblichen Zeitraum zu erfassen, mit Bezug auf die Beschwerdef�hrerin somit die Taggelder der Unfallversicherung, die ganze (1. November 1006 bis 31. August 2007 und ab 1. Januar 2008) bzw. halbe (1. September bis 31. Dezember 2007) Rente der Invalidenversicherung und der Eigenverdienst von Fr. 1'623.-. Bei den Ausgaben sei zu ber�cksichtigen, was der versicherten Person und allenfalls ihren Angeh�rigen wegen des eingetretenen Risikos entgangen sei, bzw. wo ihr deswegen Mehrkosten entstanden seien. Massgeblich sei der Verdienst, den die Beschwerdef�hrerin ohne den Unfall vom 16. November 2006 erzielen w�rde. Die Vorinstanz stellte dabei auf den von der Versicherten im Alters- und Pflegeheim Y.________ als teilzeitlich erwerbst�tige K�chenhilfe effektiv erzielten Lohn ab, da sie keine Hinweise daf�r finden konnte, dass die Beschwerdef�hrerin ohne das Ereignis vom 16. November 2006 das Arbeitspensum aufgestockt oder eine andere Arbeit gesucht h�tte.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung des verfassungsm�ssigen Gleichbehandlungsgebots (Art. 8 Abs. 1 und Abs. 2 BV) und eine willk�rliche Anwendung (Art. 9 BV) von Art. 68 und Art. 69 ATSG. Ihrer Ansicht nach hat entweder eine ereignisbezogene, sachlich kongruente Anrechnung zu erfolgen, bei welcher nur auf die Situation im Zeitpunkt des letzten Unfalls vom 16. November 2006 abgestellt werde, oder aber eine globale Anrechnung, bei welcher alle Eink�nfte heranzuziehen seien. Bei der ersten Variante sei zu ber�cksichtigen, dass die Versicherte vor dem Unfallereignis teilerwerbst�tig gewesen sei. Der Unfallversicherer d�rfe daher nur jenen Teil der Rente der Invalidenversicherung in die �berentsch�digungsberechnung miteinbeziehen, der den Erwerbsausfall entsch�dige (sachbezogene Kongruenz). Vorgesch�digte Versicherte w�rden bei einem solchen Vorgehen gleich behandelt wie solche, die zum vornherein nur teilerwerbst�tig seien. Im Rahmen einer Globalrechnung sei hingegen dasjenige Einkommen massgebend, das die Versicherte bei voller Arbeitsf�higkeit erzielen w�rde. Dem w�re das mutmassliche Einkommen als Gesunde gegen�berzustellen. F�r die Anwendung dieser Methode spreche, dass die Invalidenversicherung nicht nur f�r das letzte Unfallereignis, sondern f�r s�mtliche gesundheitlichen Beeintr�chtigungen Leistungen erbringe.
5.1.�Nach der zu aArt. 40 UVG ergangenen Rechtsprechung war bei der Festsetzung des mutmasslich entgangenen Verdienstes grunds�tzlich von einer vollen Arbeitsf�higkeit auszugehen, wenn eine versicherte Person aufgrund bereits vor dem in Frage stehenden Unfallereignis bestandener Arbeitsunf�higkeit ihre fr�here volle Erwerbsf�higkeit nicht mehr verwerten konnte. Dies galt selbst dann, wenn zusammentreffende Leistungen von Sozialversicherungen nicht vom selben Ereignis herr�hren (SVR 1999 UV Nr. 17 S. 53, U 39/97 E. 4a). Dieses Urteil betraf einen Versicherten, der aufgrund eines fr�heren Unfalles eine halbe Rente der Invalidenversicherung bezog und ungeachtet einer w�chentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden wegen der verminderten Arbeitsf�higkeit lediglich noch ein reduziertes Einkommen erzielen konnte. Im Urteil U 244/98 vom 22. August 2000 (SVR 2001 UV Nr. 14 S. 51) wurde diese Rechtsprechung bez�glich eines Rentners der Invalidenversicherung best�tigt, der vor dem Unfall trotz eingeschr�nkter Erwerbsf�higkeit neben der Invalidenrente weiterhin den vollen Lohn im Sinne eines Soziallohnes bezog. In diesem Urteil wurde die Auffassung verworfen, wonach einzig jene Sozialversicherungsleistungen zu ber�cksichtigen seien, welche aufgrund desselben Ereignisses fl�ssen. Im bereits erw�hnten Urteil 8C_415/2011 hat das Bundesgericht die Frage offen gelassen, ob aufgrund des Wortlautes von Art. 69 Abs. 1 ATSG - abweichend vom Urteil U 244/98 - nur Sozialversicherungsleistungen in die Berechnung der �berentsch�digung einzubeziehen seien, welche dasselbe Ereignis betreffen (sog. ereignisbezogene Kongruenz).
5.2.�Die zu aArt. 40 UVG ergangene Rechtsprechung l�sst sich nicht ohne weiteres auf Art. 69 ATSG �bertragen. Mit dem ATSG wurde erstmals ein generelles �berentsch�digungsverbot eingef�hrt (Bericht der nationalr�tlichen Kommission f�r soziale Sicherheit und Gesundheit vom 26. M�rz 1999 [BBl 1999 4523, 4640];�KIESER, a.a.O., N. 5 zu Art. 69 ATSG). Die ATSG-Bestimmung hat eine eigene Entstehungsgeschichte und weicht im Wortlaut von der fr�heren Spezialbestimmung des UVG ab.
5.3.1.�Die Auslegung des Gesetzes ist auf die Regelungsabsicht des Gesetzgebers und die von ihm erkennbar getroffenen Wertentscheidungen auszurichten. Ausgangspunkt der Auslegung einer Norm bildet ihr Wortlaut. Vom daraus abgeleiteten Sinne ist jedoch abzuweichen, wenn triftige Gr�nde daf�r bestehen, dass der Gesetzgeber diesen nicht gewollt haben kann (vgl. BGE 136 V 84 E. 4.3.2.1 S. 92). Solche Gr�nde k�nnen sich insbesondere aus der Entstehungsgeschichte der Norm, aus ihrem Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (BGE 135 IV 113 E. 2.4.2 S. 116; 135 V 382 E. 11.4.1 S. 404). Insoweit wird vom historischen, teleologischen und systematischen Auslegungselement gesprochen. Bei der Auslegung einer Norm sind daher neben dem Wortlaut diese herk�mmlichen Auslegungselemente zu ber�cksichtigen (BGE 135 V 319 E. 2.4 S. 321; 134 III 273 E. 4 S. 277 mit Hinweisen).
5.3.2.�Der Wortlaut von Art. 69 Abs. 1 ATSG besagt, dass sich die �berentsch�digung "auf Grund des sch�digenden Ereignisses" ("en raison de l'�v�nement dommageable"; "in base all'evento dannoso") ergeben muss. Absatz 2 derselben Bestimmung spricht vom "wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst" und von "durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten" ("du fait de la r�alisation du risque, � la fois le gain dont l'assur� est pr�sum� avoir �t� priv�, les frais suppl�mentaires"; "il guadagno di cui l'assicurato � stato presumibilmente privato in seguito all'evento assicurato, incluse le spese supplementari provocate dello stesso evento"). Nach dem Gesetzeswortlaut ist somit das versicherte Ereignis ausschlaggebend, das zur �berentsch�digung f�hrt. Damit wird die ereignisbezogene Kongruenz statuiert. Daraus ist zu schliessen, dass der faktische Verdienst vor dem Unfallereignis die Basis f�r die Bestimmung der �berentsch�digung zu bilden hat. In diesem Sinne kann auch Art. 51 Abs. 3 UVV Satz 1 verstanden werden.
5.3.3.�Diese Interpretation deckt sich mit der ratio legis, wonach die versicherte Person durch das versicherte Ereignis nicht bessergestellt sein soll, als wenn dieses nicht eingetreten w�re (�THOMAS G�CHTER, Grundlegende Prinzipien des Koordinationsrechts, in: Sozialversicherungsrechtliche Leistungskoordination, St. Gallen 2006, S. 28;�ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1985, S. 538). Eine solche Besserstellung entsteht regelm�ssig, wenn nach einem Unfall Taggelder ausgerichtet werden und diese - nach l�ngerem Verfahren - in eine Rente der Unfallversicherung umgewandelt und gleichzeitig r�ckwirkend eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. L�uft das Verfahren normal ab, kann keine �berentsch�digung entstehen, weil eine Komplement�rrente zugesprochen wird, welche - in Abweichung von Art. 69 ATSG - der Differenz zwischen 90 Prozent des versicherten Verdienstes und der Rente der Invalidenversicherung, h�chstens aber dem f�r Voll- oder Teilinvalidit�t vorgesehenen Betrag entspricht (Art. 20 Abs. 2 UVG).
5.3.4.�Auch bei der Berechnung der Komplement�rrente wird als Regel vom Status vor dem versicherten Ereignis ausgegangen (Art. 20 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 31 bis Art. 33 UVV). Es gilt das Prinzip der ereignisbezogenen Koordination. Entsch�digt eine Rente der Invalidenversicherung auch eine nicht nach UVG versicherte Invalidit�t, wird gem�ss Art. 32 Abs. 1 UVV bei der Berechnung der Komplement�rrente nur jener Teil der Rente der Invalidenversicherung ber�cksichtigt, welcher die obligatorisch versicherte T�tigkeit abgilt. Nach Art. 32 Abs. 2 UVV gilt Folgendes: Wird infolge eines Unfalls eine Rente der IV erh�ht oder eine Hinterlassenenrente der AHV durch eine Rente der IV abgel�st, so wird nur die Differenz zwischen der vor dem Unfall gew�hrten Rente und der neuen Leistung in die Berechnung der Komplement�rrente einbezogen; in den F�llen von Art. 24 Abs. 4 UVV wird die Rente der IV voll angerechnet.
5.3.5.�Das Prinzip der Anrechnung von ereignisbezogenen (sachlich, zeitlich und personell) kongruenten Leistungen ist im Haftpflichtrecht (Art. 41 ff. OR) bereits seit langem verankert. Eine dem Bereicherungsverbot widersprechende �berentsch�digung liegt haftpflichtrechtlich vor, wenn derart kongruente Leistungen zusammen den gesamten unfallkausalen Schaden �bersteigen (Urteil 4C.62/2005 vom 1. November 2005 E. 5). In jenem Fall ging es allerdings um einen Sachverhalt der extrasystemischen Koordination zwischen Haftpflicht- und Invalidenversicherungsrecht, w�hrend Art. 69 ATSG die Frage der intersystemischen Koordination zwischen Unfallversicherungs- und Invalidenversicherungsrecht betrifft (vgl. zum Begrifflichen:�KIESER, a.a.O., N. 2 ff. zu Art. 63 und N. 4 zu Art. 69 ATSG).
5.3.6.�Ein Blick in die Materialien zum ATSG zeigt, dass der Bundesrat in seiner vertieften Stellungnahme vom 17. August 1994 die bisherige "Globalmethode" der �berentsch�digungsberechnung durch eine "Kongruenzmethode" abl�sen wollte (BBl 1994 V 921, 954 f.). Der entsprechende Gesetzestextvorschlag des Bundesrates ist in der Folge praktisch w�rtlich in Art. 69 Abs. 1 Satz 2 ATSG �bernommen worden. Im Bericht der nationalr�tlichen Kommission vom 26. M�rz 1999 wird der Wechsel zur "Kongruenzmethode" unter Hinweis darauf best�tigt, dass Art. 24 Abs. 2 BVV (SR 831.441.1) f�r den Bereich der beruflichen Vorsorge ebenfalls auf diesen Grundsatz zur�ckgreift. Laut Kommissionsbericht wird die Rechtsprechung n�her zu entscheiden haben, welche Leistungen kongruent sind. Dieser weist auch auf die Schwierigkeit der Bestimmung der Kongruenz hin, welche damit zusammenh�nge, dass einzelne Sozialversicherungszweige (insbesondere die Invalidenversicherung) als finale Versicherungssysteme errichtet worden seien. Als Beispiel f�r den Ausdruck des Kongruenzgrundsatzes im geltenden Recht verweist die Kommission auf Art. 32 Abs. 1 UVV. Des Weitern h�lt sie fest, dass die Regelung vom mutmasslich entgangenen Verdienst ausgeht, dessen Bestimmung die Rechtsprechung (BGE 122 V 151; 122 V 316; 123 V 197; 123 V 209) in wesentlichen Punkten gekl�rt habe (BBl 1999 4523, 4640 ff.). Gem�ss dieser Rechtsprechung ist derjenige Verdienst mutmasslich entgangen, den die versicherte Person ohne das sch�digende Ereignis wahrscheinlich erzielt h�tte (BGE 126 V 468 E. 4a S. 471 mit Hinweisen).
5.3.7.�Das Schrifttum �ussert sich ebenfalls im Sinne einer ereignisbezogenen Kongruenz. Es sind demnach diejenigen Sozialversicherungsleistungen in die Berechnung der �berentsch�digung einzubeziehen, welche dasselbe Ereignis betreffen (vgl.�KIESER, a.a.O., N. 22 zu Art. 68 sowie N. 6 und 9 zu Art. 69 ATSG;�FR�SARD/MOSER-SZELESS, L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, Rz. 363 und Rz. 396;�G�CHTER, a.a.O., S. 32).
6.1.�Mit Bezug auf den mutmasslich entgangenen Verdienst im Sinne von Art. 69 Abs. 2 ATSG ergibt sich aus dem in E. 5.3 Gesagten, dass nur Verdienstausf�lle zu ber�cksichtigen sind, die durch den Unfall vom 16. November 2006 entstanden sind. Nicht abzustellen ist daher, auf was die versicherte Person zumutbarerweise bei voller Gesundheit an Einkommen erzielen w�rde, sondern auf dasjenige Einkommen, das sie ohne das in Frage stehende Ereignis tats�chlich verdient hat. Massgebend ist somit auch der gesundheitliche Zustand unmittelbar vor dem Unfall. F�r eine Vorsch�digung hat der Unfallversicherer nicht aufzukommen (vgl. Art. 28 Abs. 3 UVV). Eine versicherte Person, die vor dem Unfall �ber das aufgrund der gesundheitlichen Einschr�nkungen an sich Zumutbare hinaus gearbeitet hat, ist nicht �berentsch�digt, wenn die Versicherungsleistungen das bisherige Einkommen nicht �bersteigen. Hat sie vor dem Unfall tats�chlich weniger verdient, als ihr zumutbar gewesen w�re, kann ihr aufgrund des sch�digenden Ereignisses nicht pl�tzlich mehr zugesprochen werden.
6.2.�Die Beschwerdef�hrerin war vor dem Unfall vom 16. November 2002 als Vorgesch�digte aus fr�heren Ereignissen (wof�r ihr eine SUVA-Rente von 21 Prozent zugesprochen worden war) mit einem Teilpensum von knapp 45 Prozent erwerbst�tig, obwohl ihr laut Verf�gung der IV-Stelle vom 1. November 2010 in der Zeit von Januar 2002 bis Oktober 2006 die Aus�bung einer leichten bis mittelschweren leidensangepassten Erwerbst�tigkeit im Umfang von 80 Prozent zumutbar gewesen w�re. Aufgrund der Akten ergeben sich keine Hinweise daf�r, dass die zum Unfallzeitpunkt 58-j�hrige Versicherte ihr Arbeitspensum am bisherigen Arbeitsplatz aufgestockt oder eine andere Stelle gesucht h�tte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie ohne den Unfall weiterhin am selben Ort in einem Besch�ftigungsgrad von rund 45 Prozent t�tig w�re und ein entsprechendes Einkommen erzielen w�rde. Beschwerdegegnerin und Vorinstanz haben daher zu Recht auf das Einkommen als K�chenhilfe abgestellt, welches sich im massgebenden Zeitraum vom 22. Januar 2007 bis 30. April 2010 unbestrittenermassen auf insgesamt Fr. 69'768.- belaufen h�tte.
Zu pr�fen bleibt, in welchem Umfang die Rentenleistungen der Invalidenversicherung in die �berentsch�digungsberechnung miteinzubeziehen sind.
7.1.�Gem�ss Verf�gung der IV-Stelle vom 1. November 2010 wurde die ab 1. November 2006 ausgerichtete Rente gest�tzt auf einen Einkommensvergleich gem�ss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG und nicht nach der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG ermittelt. Eine allf�llige Leistungseinschr�nkung im Aufgabenbereich Haushalt wurde mit der zugesprochenen Rente somit nicht entsch�digt. Diese betraf vielmehr ausschliesslich die Einschr�nkung im erwerblichen Bereich und ersetzt somit den Einkommensausfall. Das Zusammentreffen von IV-Rente und UV-Taggeld wirft daher in der vorliegenden Konstellation insofern keine besonderen Fragen auf, als zwischen den beiden Leistungen sachliche Kongruenz ("Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung") im Sinne von Art. 69 Abs. 1 Satz 2 ATSG besteht (vgl. diesbez�glich:�KIESER, a.a.O., N. 28 zu Art. 69 ATSG; BGE 124 V 279 E. 2 S. 281 ff.).
7.2.1.�Ob die ganze nach dem Unfall vom 16. November 2006 ausgerichtete Rente der Invalidenversicherung in die �berentsch�digungsbemessung miteinzubeziehen ist oder ob diese nur teilweise anzurechnen ist, h�ngt davon ab, wie das Tatbestandsmerkmal "Leistungen ... auf Grund des sch�digenden Ereignisses" ("prestations ... qui sont accord�es � l'assur� en raison de l'�v�nement dommageable"; prestazioni ... fornite all'avente diritto in base all'evento dannoso") im Sinne von Art. 69 Abs. 1 ATSG zu verstehen ist. Der Wortlaut der Bestimmung spricht daf�r, dass nur auf die durch den Unfall ausgel�sten�Leistungen�und nicht auf den dadurch verursachten Invalidit�tsgrad abgestellt wird. In diesem Sinne wird Art. 69 Abs. 1 ATSG denn auch von Beschwerdegegnerin und Vorinstanz verstanden. Entsprechend ber�cksichtigen sie jene (ereignisbezogenen) Leistungen, welche infolge des Unfalls vom 16. November 2006 effektiv als Erwerbsersatz zur Auszahlung gelangten. Von einer Aufteilung der Invalidenrente haben sie abgesehen, da erst dieses Ereignis zu Rentenleistungen der Invalidenversicherung gef�hrt hat. Bei diesem Vorgehen resultiert eine �berentsch�digung von Fr. 33'669.-.
7.2.2.�Demgegen�ber argumentiert die Beschwerdef�hrerin f�r den Fall, dass einzig die Folgen des letzten Unfallereignisses zu ber�cksichtigen sind, massgebend sei der durch diesen Unfall verursachte Invalidit�tsgrad. Die Invalidenrente sei erst zugesprochen worden, als sich aufgrund der Folgen des Unfallereignisses vom 16. November 2006 - zusammen mit den vorbestandenen Beschwerden (Invalidit�tsgrad 37 Prozent laut Verf�gung der Invalidenversicherung vom 1. November 2010) - ein 40 Prozent �bersteigender Invalidit�tsgrad ergeben habe. Ob eine solche Betrachtungsweise die ereignisbezogene Koordination besser umsetzen w�rde als die von der Beschwerdegegnerin gew�hlte Vorgehensweise, kann offenbleiben. Die Beschwerdef�hrerin legt n�mlich nicht im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG dar, wie der Leistungsanteil konkret zu berechnen w�re. Dies ist auch nicht ohne weiteres ersichtlich. Ausgehend von einer 100 prozentigen IV-Rente und einem vorbestandenen Invalidit�tsgrad von 37 Prozent w�rde sich allenfalls eine Differenz von 63 Prozent, entsprechend einer 3/4 Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG) ergeben. Mangels einer den Begr�ndungsanforderungen gen�genden Sachverhaltsr�ge ist auf diesen Punkt jedoch nicht n�her einzugehen. Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet auch nicht rechtsgen�glich, inwiefern ihr Recht auf Gleichbehandlung (Art. 8 Abs. 1 und Abs. 2 BV) verletzt sein soll. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.