Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20163/87
Timestamp: 2018-05-23 09:05:12
Document Index: 74137831

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 124', 'BGH', '§ 91', 'BGH', 'BGH', '§ 46', 'BGH', '§ 124', 'BGH', 'BGH', '§ 124', '§ 124', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH']

BGH, 15.03.1988 - VI ZR 163/87 - dejure.org
Beamtenrechtliche Beschränkungen von verletzten Beamten beziehungsweise Hinterbliebenen bei Geltendmachung von Ersatzansprüchen nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften aus einem Dienstunfall - Erstattung von Rentenleistungen an Versicherung - Schadensersatzanspruch wegen Entziehung des Rechts auf Unterhalt - Schadensersatzansprüche aus Amtshaftung bei Dienstfahrten zur Fahrübung von Polizisten - Anspruchsausschluss bei Übergang von Ansprüchen auf Versicherer
MDR 1988, 768
NVwZ 1989, 91
NZV 1988, 176
VersR 1988, 614
Entscheidend ist vielmehr, ob die hoheitliche Aufgabe eine so enge sachliche Beziehung zum schadenstiftenden Verhalten des Schädigers aufweist, daß dieses im konkreten Fall noch als von ihr bestimmt und von ihr durchdrungen anzusehen ist (vgl. auch Senatsurteil vom 2. November 1978 - III ZR 183/76 - VersR 1979, 225, 226; BGH, Urteil vom 15. März 1988 - VI ZR 163/87 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 - Hoheitliche Tätigkeit 2).
Die Entscheidungen betrafen dabei die Vorschrift des § 124 Abs. 2 DBG (Senatsurteil vom 15. März 1988 - VI ZR 163/87, VersR 1988, 614, 615), entsprechende Regelungen in den Landesbeamtengesetzen (Senatsurteil vom 12. März 1974 - VI ZR 2/73, VersR 1974, 784, 785; BGH, Urteil vom 9. Juli 1962 - III ZR 22/61, VersR 1962, 983, 984), die ähnliche Bestimmung des § 91a SVG (Senatsurteil vom 29. März 1977 - VI ZR 52/76, VersR 1977, 649, 650 f.; BGH, Urteil vom 17. November 1988 - III ZR 202/87, BGHZ 106, 13, 15 f.) oder aber § 46 Abs. 2 BeamtVG (Senatsurteil vom 14. Januar 1986 - VI ZR 10/85, VersR 1986, 484, 485).
aa) Seit dem Senatsurteil vom 24. April 1952 BGHZ 6, 3 legt der Bundesgerichtshof den vergleichbaren § 124 DBG seiner Zweckbestimmung folgend eng aus (vgl. zuletzt BGH Urteil vom 15. März 1988 - VI ZR 163/87 - VersR 1988, 614, 615 = BGHR DBG § 124 Abs. 2 a. F. Ersatzansprüche, allgemeine 1).
Diese Vorstellung von einer Wechselbeziehung zwischen Vorteilsgewährung und Rechtsbeschränkung beherrscht Inhalt und Reichweite der Anspruchseinschränkung des § 124 DBG (§ 46 BeamtVG); das führt dazu, daß die Rechtsbeschränkung nur so weit wirkt, wie die Wechselwirkung trägt (vgl. BGH Urteil vom 15. März 1988 aaO).
Im übrigen ist nicht erkennbar, daß es in der Zielrichtung des Gesetzgebers gelegen hätte, mit dienstrechtlichen Vorschriften der vorliegenden Art anspruchseinschränkend in das sozialversicherungsrechtliche Leistungs- und Ausgleichssystem einzugreifen; dies hätte einer ausdrücklichen, die Rechtsfolgen klar bezeichnenden Regelung bedurft (BGH Urteil vom 15. März 1988 aaO).
Demnach kann die Teilnahme am Straßenverkehr selbst dann, wenn keine Sonderrechte in Anspruch genommen werden, auch bei Verwendung eines privaten Kraftfahrzeuges, als Ausübung eines öffentlichen Amtes zu werten sein (BGHZ 29, 38, 42 [BGH 08.12.1958 - III ZR 235/56]; BGH LM § 839 (Fe) BGB Nr. 23; BGH LM Art. 34 GrundG Nr. 107; BGH, Urt. v 15. März 1988 - VI ZR 163/87 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Hoheitliche Tätigkeit 2;… BGH, Urt. v. 2. November 1978 III ZR 183/76 - VersR 1979, 225).
Nichts anderes hat - entgegen der Annahme der Revision - für den Regreß des Sozialversicherungsträgers zu gelten, und zwar auch dann nicht, wenn er sich gegen den Dienstherrn selbst richtet (Senatsurteil vom 15. März 1988 - VI ZR 163/87 - VersR 1988, 614, 615) .