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Timestamp: 2017-06-24 22:51:22
Document Index: 245634374

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 135']

U 231/00 (05.10.2001)
U 231/00 Ge
Präsident Borella, Bundesrichterin Leuzinger und Bundesrichter Kernen; Gerichtsschreiber Widmer
A.- Der 1957 geborene L.________ erlitt am 4. September 1997 als Beifahrer in einem Personenwagen ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), als ein Lieferwagen von hinten auf das von seinem Arbeitskollegen gelenkte Auto auffuhr. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher er obligatorisch gegen Unfälle versichert war, erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nachdem L.________ vorübergehend mit der Arbeit hatte aussetzen müssen, konnte er seine Tätigkeit als Betreuer/Industrielackierer bei der HPV-Montage, Rorschach, am 6. Februar 1998 wieder in vollem Umfang aufnehmen. Gestützt auf eine Untersuchung durch Kreisarzt Dr. med. S.________, vom 8. Dezember 1998, der verschiedene, nicht genügend objektivierbare Beschwerden feststellte und zum Schluss gelangte, dass keine Unfallfolgen mehr vorlägen, stellte die SUVA mit Verfügung vom 11. Dezember 1998 sämtliche Versicherungsleistungen auf den 31. Dezember 1998 ein. Auf Einsprache von L.________ und dessen Krankenversicherung, der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA), hielt die SUVA mit Entscheid vom 26. Februar 1999 an ihrem Standpunkt fest.
B.- Die SWICA führte Beschwerde mit dem Antrag, unter Aufhebung des Einspracheentscheides sei zur Abklärung der Unfallkausalität des Gesundheitsschadens von L.________ ein gerichtliches Gutachten anzuordnen und gestützt darauf über dessen Leistungsanspruch gegenüber der SUVA zu entscheiden. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde mit Entscheid vom 6. April 2000 ab (Dispositiv-Ziff. I). Ferner auferlegte es der SWICA eine Gerichtsgebühr von Fr. 2500.- (Dispositiv-Ziff. 2).
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die SWICA die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, erneuert das Begehren um Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens und verlangt, die SUVA sei zu verpflichten, Versicherungsleistungen nach UVG zu erbringen, sofern die natürliche Kausalität in der Gerichtsexpertise bejaht werde.
Während die SUVA im Hauptpunkt auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Stellungnahme. Der als Mitinteressierter Beigeladene L.________ lässt sich nicht vernehmen.
1.- Die Vorinstanz hat die Frage, ob zwischen dem Unfall vom 4. September 1997 und den über den 31. Dezember 1998 hinaus anhaltenden Beschwerden des Versicherten ein natürlicher Kausalzusammenhang (vgl. dazu BGE 119 V 337 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4a) besteht, offen gelassen mit der Begründung, dass es jedenfalls an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehle, die im vorliegenden Fall nach der für Schleudertraumen der HWS entwickelten Rechtsprechung (BGE 117 V 359) zu beurteilen sei. Dieser Auffassung ist beizupflichten: Die Frage, ob es sich bei den über Ende 1998 hinaus andauernden Gesundheitsstörungen des Mitbeteiligten um eine natürliche Folge des versicherten Unfalles handelt, lässt sich anhand der zur Verfügung stehenden medizinischen Akten in der Tat nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten. Entgegen der Ansicht der SWICA erübrigt sich aber die Anordnung einer gerichtlichen Expertise zur Unfallkausalität; denn selbst wenn auf Grund zusätzlicher Abklärungen der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre, gebricht es an dem für die Leistungspflicht der SUVA weiter vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang, wie aus den nachfolgenden Erwägungen erhellt.
2.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zur Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem mittelschweren Unfall mit Schleudertrauma der HWS und anhaltenden Beschwerden mit Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (BGE 117 V 367) richtig zusammengefasst, worauf verwiesen werden kann.
Ausgehend von einem Ereignis im mittleren Bereich hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass dem Unfall vom 4. September 1997 keine massgebende Bedeutung für die über Ende 1998 hinaus anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden des Versicherten zukommt. Die unfallbezogenen Kriterien, die bei der Adäquanzbeurteilung zusammen mit dem Unfallereignis in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind, liegen weder gehäuft vor noch ist ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Die von der SWICA erhobenen Einwendungen sind nicht geeignet, zu einem anderen Ergebnis zu führen: Die (teilweise) Arbeitsunfähigkeit des Versicherten dauerte lediglich fünf Monate, und von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen kann nicht die Rede sein. Der Umstand allein, dass der Mitbeteiligte an Schmerzen leidet, die allenfalls als Dauerbeschwerden zu bezeichnen sind, ist nicht entscheidend, da dieses Kriterium keineswegs in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist.
3.- Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Recht Gerichtskosten auferlegte.
4.- In dem zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmten Urteil W. vom 4. Mai 2001, U 60/00, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht zur Auferlegung von Gerichtskosten im kantonalen Beschwerdeverfahren gestützt auf die zitierte Bestimmung Folgendes dargelegt:
5.- Nachdem sich der unterliegende Versicherer weder leichtsinnig noch mutwillig verhalten hat, ist der angefochtene Entscheid im Kostenpunkt aufzuheben.
6.- Nach Art. 134 OG darf das Eidgenössische Versicherungsgericht im Beschwerdeverfahren über die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen den Parteien in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegen. Dieser Grundsatz gilt u.a. dort nicht, wo Krankenversicherer und Unfallversicherer im Streit über die Leistungspflicht für einen gemeinsamen Versicherten liegen (BGE 126 V 192 Erw. 6). Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten zu drei Vierteln der SWICA, die in der Hauptsache unterliegt und im Kostenpunkt obsiegt, und zu einem Viertel der SUVA aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 OG in Verbindung mit Art. 135 OG).
wird Dispositiv-Ziff. 2 des Entscheides des
6. April 2000 aufgehoben. Im Übrigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde
II. Die Gerichtskosten von Fr. 3000.- werden zu einem
Viertel der Beschwerdegegnerin und zu drei Vierteln
der Beschwerdeführerin auferlegt. Deren Anteil ist
durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3000.-
gedeckt; der Differenzbetrag von Fr. 750.- wird ihr