Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F22-12-2000-1P-501-2000
Timestamp: 2016-10-23 20:31:40
Document Index: 394244248

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 6', 'in dubio', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 350', 'Art. 90', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 32', 'in dubio', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 152']

1P.501/2000 (22.12.2000)
1P.501/2000/err
Aeschlimann, Ersatzrichter Rohner und Gerichtsschreiber Steinmann.
G.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Thomas Zachmann, Kreuzweg 1, Postfach 12, M�nsingen,
Kreisgericht VIII Bern - L a u p e n, Generalprokurator des Kantons Bern, Obergericht des Kantons Bern, 3. Strafkammer,
A.- Das Kreisgericht VIII Bern-Laupen befand G.________ mit Urteil vom 16. Dezember 1999 insbesondere zahlreicher Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz schuldig, sprach ihn indessen unter anderem von der Anklage der Vergewaltigung und der sexuellen N�tigung zum Nachteil von S.________ frei. Das Gericht verurteilte ihn (teilweise als Zusatzstrafe) zu 4 Jahren, 10 Monaten und 20 Tagen Zuchthaus.
Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch G.________ appellierten gegen dieses Urteil an das Obergericht des Kantons Bern. Die Staatsanwaltschaft beschr�nkte die Appellation schliesslich auf die Freispr�che betreffend Vergewaltigung und sexuelle N�tigung zum Nachteil von S.________ sowie auf das Strafmass, der Angeschuldigte auf bestimmte bestrittene Bet�ubungsmitteldelikte und das Strafmass. G.________ verzichtete auf zus�tzliche Beweisantr�ge.
An der Appellationsverhandlung vom 30. Mai 2000 stellte G.________ die Antr�ge gem�ss seinem schriftlichen Parteivortrag vom 22. Mai 2000. Die Staatsanwaltschaft trat der Berufung G.________' entgegen und hielt an ihren Antr�gen bez�glich der Vergewaltigung und der sexuellen N�tigung fest. Auch an Schranken verzichteten die Parteien auf weitere Beweisantr�ge.
B.- Mit Urteil vom 30. Mai 2000 sprach die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern G.________ von der Anklage der sexuellen N�tigung frei, sprach ihn aber im Gegensatz zur Vorinstanz der Vergewaltigung schuldig. Mit Bezug auf die Bet�ubungsmitteldelikte ging sie teilweise von geringeren Mengen aus als die Vorinstanz, folgte aber den Antr�gen des Angeschuldigten auf Freispruch von gewissen Vorw�rfen nicht. Angesichts des Ausgangs wurde das Strafmass (unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft) auf 6 Jahre Zuchthaus festgelegt.
C.- Gegen dieses Urteil des Obergerichts f�hrt G.________ mit Eingabe vom 21. August 2000 staatsrechtliche Beschwerde mit dem Rechtsbegehren:
"Das Urteil der 3. Strafkammer des Obergerichtes des
Kantons Bern vom 30.05.2000 in Sachen G.________
ist betreffend den Schuldspruch der Vergewaltigung
zum Nachteil von S.________ aufzuheben und zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ck zu weisen
Zur Begr�ndung seiner staatsrechtlichen Beschwerde macht der Beschwerdef�hrer eine Verletzung von Art. 4 aBV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK geltend und wirft dem Obergericht die willk�rliche Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vor.
Die Staatsanwaltschaft f�r den Kanton Bern beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten, evtl. sie abzuweisen.
Die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern hat auf Vernehmlassung verzichtet.
1.- Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG ist in einer staatsrechtlichen Beschwerde darzulegen, welche verfassungsm�ssigen Rechte als verletzt betrachtet werden und worin die Verfassungsverletzung erblickt wird. Gen�gen die Eingabe oder einzelne darin enthaltene R�gen diesen Anforderungen nicht, ist darauf nicht einzutreten. Wirft der Beschwerdef�hrer der kantonalen Beh�rde Willk�r vor, reicht es nicht aus, wenn er den Entscheid wie in einem appellatorischen Verfahren mit freier Rechts- und Tatsachen�berpr�fung kritisiert. Auf dieses Erfordernis der hinreichenden Begr�ndung wird im entsprechenden Sachzusammenhang einzugehen sein.
Im �brigen geben die Eintretensvoraussetzungen zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass.
2.- Das Obergericht hat den erstinstanzlichen Freispruch betreffend Vergewaltigung aufgehoben, ohne S.________ selber geh�rt zu haben. Der Beschwerdef�hrer r�gt in der staatsrechtlichen Beschwerde dieses Vorgehen als willk�rlich.
Ferner weist er - ohne rechtliche Wertung - darauf hin, dass zwischen dem Beschwerdef�hrer und S.________ nie eine Konfrontation stattgefunden habe.
a) Der Beschwerdef�hrer hat im Verfahren vor Obergericht auf Beweisantr�ge und damit auch auf eine neuerliche Einvernahme von S.________ und eine Konfrontation mit ihr verzichtet. Er muss sich auf diesem, in Kenntnis der Appellation der Staatsanwaltschaft und damit des Risikos der Aufhebung des erstinstanzlichen Freispruchs erkl�rten Verzicht nach Treu und Glauben behaften lassen. Die Interessenlage ist im Ergebnis dieselbe wie bei einem Beschwerdef�hrer, der von Rechtsbehelfen, die ihm im kantonalen Verfahren zustanden, nicht Gebrauch macht, und bei dem deshalb nach Treu und Glauben auf Verzicht geschlossen wird (vgl. etwa BGE 125 I 127 E. 6c/bb S. 134, 123 I 87 E. 2b und 2c S. 89, 120 Ia 19 E. 2c/aa und 2c/bb S. 24 ff., mit Hinweisen). Auf die erst vor Bundesgericht geltend gemachten Vorbringen betreffend Konfrontation mit S.________ und deren Anh�rung vor Obergericht ist schon aus diesem Grund nicht einzutreten.
b) Im �brigen w�ren diese Vorbringen aus weiteren Gr�nden unbehelflich.
Der Hinweis, der Beschwerdef�hrer und die sich als gesch�digt bezeichnende S.________ seien nie gegen�bergestellt worden, ist rein appellatorisch. In der Beschwerdeschrift wird nicht dargelegt, worin in Anbetracht der konkreten Prozesslage eine Verfassungsverletzung liegen soll.
Auf dieses Vorbringen kann daher nicht eingetreten werden.
Aus dem Willk�rverbot, den - nicht explizit angerufenen - Verfahrensgarantien der (neuen) Bundesverfassung sowie aus Art. 6 EMRK folgt sodann keine voraussetzungslose Pflicht der Appellationsinstanz auf Durchf�hrung eigener Beweismassnahmen und namentlich kein genereller Anspruch auf Konfrontation in zweiter Instanz (vgl. Urteil des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte i.S. Tierce vom 25. Juli 2000; BGE 119 Ia 316; Mark E. Villiger, Handbuch der Europ�ischen Menschenrechtskonvention, 2. A. 1999, Rz. 477, je mit Hinweisen). Dies gilt umso mehr, wenn weder begr�ndete R�gen gegen das erstinstanzliche Beweisverfahren erhoben noch erg�nzende Beweisantr�ge gestellt worden sind.
In gleicher Weise sieht Art. 350 des Bernischen Strafverfahrens vor, dass die Appellationsinstanz sich grunds�tzlich auf die Beweisaufnahme der Vorinstanz st�tzt, aber von Amtes wegen oder auf Antrag Beweiserg�nzungen anordnen kann. Der Beschwerdef�hrer tut nicht dar, aus welchen spezifischen Gr�nden im konkreten Fall eine neuerliche Einvernahme von S.________ geboten gewesen w�re. Er macht weder M�ngel des Beweisverfahrens fr�herer Verfahrensstufen noch zus�tzlichen Abkl�rungsbedarf geltend und hat im Verfahren vor Obergericht nichts Entsprechendes dargetan. Soweit die Vorbringen des Beschwerdef�hrers im Licht des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG �berhaupt als hinreichend substantiiert angesehen werden k�nnten, w�ren sie daher ohne weiteres unbegr�ndet.
3.- Zur Hauptsache r�gt der Beschwerdef�hrer, dass die Beweisw�rdigung des Obergerichts gegen das Willk�rverbot und die Unschuldsvermutung (Art. 6 Ziff. 2 EMRK) verstiessen.
a) Als Beweisw�rdigungsregel besagt der aus Art. 6 Ziff. 2 EMRK sowie aus dem Willk�rverbot nach Art. 9 BV und der Unschuldsvermutung nach Art. 32 Abs. 1 BV folgende Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen.
Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngen.
Die Frage, ob dieser Grundsatz durch den Sachrichter bei der Feststellung der T�terschaft im Rahmen der Beweisw�rdigung verletzt wurde, f�llt nach der Praxis des Bundesgerichts mit dem verfassungsrechtlichen Willk�rverbot zusammen (BGE 120 Ia 31 E. 2c - 2e S. 37 f.).
b) Der Beschwerdef�hrer befasst sich zun�chst mit der Glaubw�rdigkeit von S.________ im Allgemeinen (Beschwerdeschrift Ziff. 10 - 13, 15) und mit Einzelnen von ihr stammenden Sachverhaltsschilderungen im Besonderen (Ziff. 4, 6, 7 - 9, 13). Ferner geht er auf Zeugenaussagen einzelner Dritter (Ziff. 10 - 12) und sodann auf die Motivlage und die Glaubw�rdigkeit des Beschwerdef�hrers ein (Ziff. 14, 16, 17). Er legt dar, S.________ habe den Beschwerdef�hrer nicht spontan, sondern erst mehr als ein Jahr nach der behaupteten Tat und zun�chst mit wenig konkreten Angaben wegen sexueller �bergriffe angezeigt. Sie habe sich damals im Drogenentzug befunden und sei unter starkem Einfluss ihres Therapeuten gestanden. Ihre Angaben h�tten sich nicht mit weiteren Beweisen untermauern lassen und seien bestritten. Ihre Zeitangaben bezeichnet der Beschwerdef�hrer "unlogisch" und als "mehr als fragw�rdig". Dem vom Obergericht angenommenen Tathergang, wonach der Beschwerdef�hrer die Badezimmert�r aufgewuchtet, S.________ an den Haaren durch die Wohnung gezerrt und schliesslich vergewaltigt habe, stellt der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen seine eigene W�rdigung gegen�ber.
Er beruft sich auf einen kriminaltechnischen Bericht, wonach die Badezimmert�r und der T�rrahmen keine Sch�den aufwiesen und laut Angaben der Hausverwaltung auch nicht repariert worden waren, und er macht geltend, dass S.________, w�re sie an den Haaren "�ber den Boden geschleift" worden, an der Kopfhaut Verletzungen aufweisen m�sste. Er l�sst es aber bei den entsprechenden Hinweisen bewenden, ohne darzutun, wie er aus seiner abweichenden W�rdigung staatsrechtliche Beschwerdegr�nde ableitet. Sodann f�hrt er aus, dass S.________ "ein Doppelleben betreffen(d) Heroinkonsum f�hrte" und dem Beschwerdef�hrer "etwas vorspielte, ja diesen anlog". Auch behaupte S.________ unzutreffenderweise, der Zeugin B.________ f�r den Beschwerdef�hrer Heroin verkauft zu haben, was die Zeugin aber bestritten habe. Mehrere Zeugen h�tten S.________ sodann als unglaubw�rdig geschildert und einem Zeugen habe sie Geld entwendet.
Diese Vorbringen sind weitgehend appellatorischer Natur. Der Beschwerdef�hrer setzt sich mit der Beweisw�rdigung im angefochtenen Urteil nicht auseinander, sondern tr�gt lediglich einzelne behauptete Sachverhalte oder einzelne Aussagen von Beteiligten in Verbindung mit seiner pers�nlichen W�rdigung vor. Es fehlen begr�ndete Ausf�hrungen dar�ber, in welchen Erw�gungen des angefochtenen Urteils das Obergericht Beweise willk�rlich oder in Hintansetzung objektiv begr�ndeter Zweifel an der T�terschaft des Beschwerdef�hrers gew�rdigt hat. �berdies unterl�sst der Beschwerdef�hrer durchwegs konkrete Aktenhinweise. Damit gen�gt die Beschwerde den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht, weshalb darauf in dieser Hinsicht nicht einzutreten ist.
4.- Wollte man entgegen dem vorhin Ausgef�hrten auf die Beschwerde mit Bezug auf die Beweisw�rdigung dennoch eintreten, erwiese sie sich aufgrund der nachfolgenden Erw�gungen als unbegr�ndet.
a) Das Obergericht hat seine Beweisw�rdigung in �berzeugenden allgemeinen Erw�gungen methodisch fundiert. Es ist dabei insbesondere auf die Problematik eingegangen, dass bei Sexualdelikten oft Aussage gegen Aussage steht und dritte Tatzeugen selten sind. Im Hinblick darauf hat es in sachgerechter Weise die Kriterien dargestellt, die nach der Erfahrung gewisse Anhaltspunkte zur Beurteilung der Glaubw�rdigkeit von Aussagen liefern. Vor dem Hintergrund dieser �berlegungen hat es erwogen, dass S.________ Hergang und Ablauf der dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen Vergewaltigung im Kern konstant und widerspruchsfrei, plastisch und mit signifikanten, situativ stimmigen Details, die auf reales Erleben schliessen lassen, geschildert hat. Der Beschwerdef�hrer vermag mit seiner Beschwerde keine ernsthaften Zweifel an dieser Beweisw�rdigung zu begr�nden, wie nachfolgend im Einzelnen zu zeigen ist.
b) Der Beschwerdef�hrer stellt die Glaubw�rdigkeit von S.________ in Frage und weist hierf�r etwa darauf hin, dass diese damals drogens�chtig war, ihr Diebst�hle vorgeworfen wurden und sie ihn menschlich versetzt habe. Solche Hinweise m�gen belegen, dass die Drogensucht S.________s sich auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkte.
Das macht aber Aussagen, die den pers�nlichen Intimbereich bzw. die sexuelle Integrit�t betreffen, nicht unglaubw�rdig; ebenso wenig der Umstand, dass S.________ sich erst etwa ein Jahr nach der behaupteten Vergewaltigung gegen�ber der Untersuchungsbeh�rde dar�ber �usserte.
Bei verschiedenen Zeugen, die sich nachteilig �ber Charakter und Glaubw�rdigkeit von S.________ �usserten, f�llt sodann auf, dass sie in fr�heren Verfahrensphasen S.________ weniger negativ beurteilten als in sp�teren. Die �berlegungen, mit denen das Obergericht begr�ndet, weshalb es den fr�heren Zeugenaussagen h�heres Gewicht beimisst, sind indessen durchaus �berzeugend und nachvollziehbar und werden durch die Beschwerde nicht in Frage gestellt.
c) Der Beschwerdef�hrer stellt die Glaubw�rdigkeit S.________s auch mit Bezug auf Einzelheiten ihrer Schilderung des Tathergangs in Frage.
Das Obergericht hatte angenommen, der Beschwerdef�hrer habe die T�r des Badezimmers, in welchem sich S.________ befand, aufgebrochen, diese mit einer Pistole bedroht, sie an den Haaren durch die Wohnung gezerrt und schliesslich vergewaltigt.
Der Beschwerdef�hrer erachtet die Aussage S.________s bez�glich des Aufwuchtens der Badezimmert�r als durch einen Bericht der Stadtpolizei Bern widerlegt. Darin f�hrt jene Polizeistelle aus, dass die Hausverwaltung nach ihren Angaben keine Reparaturen an T�ren oder T�rrahmen vorgenommen und die Polizei ihrerseits keine Sch�den festgestellt habe; sie folgert daraus, dass auch der Beschwerdef�hrer an der T�r keine Reparaturen ausgef�hrt habe. - Wie das Obergericht ausf�hrt, ist der Polizeibericht wenig aussagekr�ftig.
Weder werden die getroffenen Abkl�rungen genannt noch die Schlussfolgerungen n�her begr�ndet. Die Annahme des Obergerichts, dass dieser Bericht eine Reparatur nicht ohne weiteres ausschliesst, ist vertretbar. Die Aussagen des Beschwerdef�hrers hiezu sind ihrerseits wenig erhellend.
Dieser will sich nicht mehr erinnern, die T�r aufgedr�ckt zu haben, erw�hnt dann aber gleichwohl, dass er S.________ einmal - in einem andern Zeitpunkt - aus dem Badezimmer "holte". C.________ best�tigt, dass ihm der Beschwerdef�hrer einmal erz�hlt habe, er habe die Badezimmert�r aufgebrochen, als sich S.________ dort eingeschlossen hatte; dies m�sse im September oder Oktober 1996 gewesen sein. Auf Vorhalt erachtete es der Beschwerdef�hrer als m�glich, sich einmal in diesem Sinne gegen�ber C.________ ge�ussert zu haben.
Der Beschwerdef�hrer wendet ferner ein, es sei "kaum vorstellbar", dass S.________ "an den Haaren �ber den Boden" ins Schlafzimmer gezerrt und auf das Bett geworfen worden sei; ein solches Vorgehen h�tte Verletzungen verursacht und Spuren an der Kopfhaut hinterlassen. Der Beschwerdef�hrer setzt sich indessen auch in dieser Hinsicht nicht mit der Beweisw�rdigung des Obergerichts auseinander. Dieses nahm aufgrund der Aussagen S.________s an, sie sei, als sie vom Beschwerdef�hrer an den Haaren ins Schlafzimmer gezerrt wurde, noch immer auf den F�ssen gestanden; entgegen der Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift ging es damit nicht davon aus, dass das Opfer "an den Haaren �ber den Boden geschleift" wurde. Bei der Annahme des Obergerichts sind Verletzungen - die von S.________ auch nicht beklagt wurden - keineswegs zwingend. Die Version des Beschwerdef�hrers ist daher nicht geeignet, die Beweisw�rdigung des Obergerichts zu ersch�ttern.
d) Ferner wendet der Beschwerdef�hrer ein, dass sich verschiedene Zeugen widerspr�chlich �ber Aussagen S.________s zu den dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen Sexualdelikten �usserten. Bei diesen �usserungen handelt es eher um einzelne Erinnerungsfetzen als um zusammenh�ngende Schilderungen von konkret namhaft gemachten Aussagen S.________s und sind daher von geringer Bedeutung, zumal verschiedene Zeugen sich in den sp�teren Verfahrensphasen anders �ber S.________ �usserten als in fr�heren. Bedeutsam hingegen scheint, dass der Zeuge M.________, dem S.________ gesagt hatte, dass sie vom Beschwerdef�hrer mit einer Waffe bedroht und zu sexuellen Handlungen gezwungen worden sei, dieser Schilderung Glauben schenkte und den Beschwerdef�hrer darauf ansprach. Auch R.________ hatte sie �ber vom Beschwerdef�hrer erzwungenen Sexualkontakt berichtet, und diesem erschienen die Angaben nach seinen Aussagen als Auskunftsperson vor dem Untersuchungsrichter glaubhaft; er schilderte plastisch, wie S.________s "jedes Mal am ganzen K�rper gezittert hat, als sie mir das erz�hlt hatte". Auch die Mutter S.________s schildert vergleichbare k�rperliche Symptome.
Von Gewaltt�tigkeiten des Beschwerdef�hrers berichtet ferner T.________. - Gesamthaft haben diese auf H�rensagen gest�tzten Schilderungen dieser Zeugen einen deckungsgleichen Kern.
Hingegen bleiben die Aussagen dieser Beweispersonen meist im Unbestimmten, wenn sie S.________ in sp�teren Verfahrensphasen Unglaubw�rdigkeit vorwerfen. Alles in allem wird die Beweisw�rdigung des Obergerichts durch die Hinweise des Beschwerdef�hrers auf widerspr�chliche Aussagen Dritter nicht ersch�ttert.
e) In der Beschwerde wird ferner nichts Durchschlagendes gegen die Erw�gung des Obergerichts vorgebracht, dass der Beschwerdef�hrer und sein Aussageverhalten wenig glaubw�rdig erscheinen. Wie schon die Erstinstanz legt auch das Obergericht eingehend dar, dass der Gest�ndniswiderruf des Beschwerdef�hrers im Zusammenhang mit den Drogendelikten an sich unglaubw�rdig war und auch mit Bezug auf seine Begr�ndung nicht �berzeugte. Bei den vom Beschwerdef�hrer daf�r angegebenen Motiven ist wenig glaubhaft, dass er zun�chst S.________ habe schonen wollen und dass er die Einvernahme bei der Polizei nicht ernst genommen habe und die Sache daher so rasch wie m�glich hinter sich bringen wollte; ebenso wenig die Aussage, er habe bei seinen ersten Einvernahmen noch unter der Einwirkung seines Drogenkonsums bzw. dessen Folgen gestanden.
Auch im Zusammenhang mit den Sexualdelikten erachtet das Obergericht die Aussagen des Beschwerdef�hrers als nicht glaubw�rdig. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang zun�chst die diffusen, wenig kl�renden �usserungen des Beschwerdef�hrers zur Frage, ob er die Badezimmert�r eingedr�ckt habe. Widerspr�chlich sind auch seine Angaben, ob er Handfeuerwaffen in seiner Wohnung aufbewahrte oder nicht bzw. ob die Waffen, die er in der Wohnung hatte, geladen waren oder nicht. Dass er S.________ gelegentlich schlug, gibt er zu, wobei allerdings das von ihm auf Vorhalt Zugegebene relativ geringf�gig ist und mit den �usserungen S.________s und Dritter kontrastiert. Schliesslich ist in den Depositionen des Beschwerdef�hrers auch eine Tendenz ersichtlich, den Zeitpunkt der Trennung von S.________, den er zun�chst auf etwa Anfang November angesetzt hatte, auf Anfang oder Mitte Oktober und sogar auf September 1996 vorzuverlegen.
Nach durchaus nachvollziehbarer Auffassung des Obergerichts will der Beschwerdef�hrer damit dartun, dass eine Vergewaltigung Ende September/Anfang Oktober, wie dies S.________ behauptet hatte, nicht m�glich gewesen sei, da die beiden damals nicht mehr zusammen gewohnt h�tten. Es ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich, dass beim Beschwerdef�hrer namhaft gemachte Widerspr�che auf untersuchungsrichterliche Vorgaben zur�ckgehen; jedenfalls nennt die Beschwerde keine solchen Beispiele.
Was die Beschwerde zum fehlenden Motiv des Beschwerdef�hrers, S.________ zu vergewaltigen, ausf�hrt, ist ebenso wenig stichhaltig, weil sich solche Verbrechen in ganz besonderem Mass durch das Fehlen einer ad�quaten Motivlage auszeichnen. Selbst Beweispersonen, die sich negativ �ber S.________ �ussern, haben jedoch beim Beschwerdef�hrer einen Hang zu Gewaltt�tigkeit festgestellt und - wie aus ihren fr�heren Aussagen hervorgeht - die Angaben S.________s ernst genommen.
f) Gesamthaft ist die Beweisw�rdigung des Obergerichts nicht zu beanstanden. Sie geht sorgf�ltig auch auf Einzelheiten der Sachdarstellung des Beschwerdef�hrers, S.________s und der einvernommenen Beweispersonen ein. Sie h�lt auch zu Recht fest, dass S.________ im Kern konstant und glaubw�rdig aussagt, w�hrend dies beim Beschwerdef�hrer nicht der Fall ist und auch die Aussagen Dritter, die in sp�teren Phasen sich negativ �ber S.________ �ussern, viel unspezifischer als deren fr�heren, f�r S.________ g�nstigeren Angaben sind. Soweit sich die obergerichtliche Beweisw�rdigung von derjenigen der Erstinstanz entfernt und S.________ h�here Glaubw�rdigkeit beimisst als die Vorinstanz, sind die entscheidenden Erw�gungen durchaus nachvollziehbar.
Der von der Erstinstanz als Widerspruch erachtete Umstand, dass S.________ die Waffe, mit der der Beschwerdef�hrer sie bedroht habe, in ihrer Aussage vom 4. M�rz 1998 als "dunkel und eher klein" erinnert, w�hrend sie am 28. Oktober 1998 zu Protokoll gab, dass die Waffe "f�r mich ...
riesengross" war, erkl�rt das Obergericht zwanglos dadurch, dass S.________ das erste Mal schilderte, wie die Waffe aussah, und das zweite Mal ihre eigene Empfindung wiedergab.
Auch die von ihrer Mutter und von R.________ geschilderten Angstsymptome legen eine solche Beurteilung nahe. Die Erw�gung des Obergerichts, dass die Aussagen S.________s derart detailliert, logisch und �bereinstimmend seien und dass eine Bewusstseinsst�rung in jenem Moment ausgeschlossen werden k�nne, ist aufgrund der Aussagen nachvollziehbar. Insbesondere in den beiden Einvernahmen, in denen S.________ eingehend zum Hergang befragt wurde, sind die Schilderungen ann�hernd deckungsgleich, plastisch und atmosph�risch stimmig.
Daf�r, dass S.________ dem von ihr berichteten Vorgang bei vollem Bewusstsein so erlebt hat, spricht auch ihr Hinweis, sich nach der von ihr berichteten Vergewaltigung mit Drogen sinngem�ss bet�ubt zu haben.
Die bereits eingangs erw�hnten Grundlinien dieser Beweisw�rdigung sind daher gesamthaft �berzeugend und werden durch die Beschwerdevorbringen nicht ernsthaft ersch�ttert.
Die Beschwerde erwiese sich daher materiell als unbegr�ndet, soweit auf sie �berhaupt eingetreten werden k�nnte.
5.- Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdef�hrer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeist�ndung durch F�rsprecher Thomas Zachmann (Art. 152 OG). Seine Mittellosigkeit ist aufgrund des eingereichten Betreibungsregisterauszuges glaubhaft. In Anbetracht der gesamten Umst�nde kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeist�ndung trotz des negativen Ausgangs stattgegeben werden.
b) F�rsprecher Thomas Zachmann, M�nsingen, wird als amtlicher Rechtsvertreter bezeichnet und f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 1'800.-- entsch�digt.
3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Kreisgericht VIII Bern-Laupen sowie dem Generalprokurator und dem Obergericht, 3. Strafkammer, des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.