Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20253/10
Timestamp: 2019-10-20 20:20:41
Document Index: 84175071

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', '§ 10', 'BGH', 'BGH', '§ 25', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', 'BGH', '§ 26', 'BGH', '§ 16', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 16', '§ 22', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.10.2011 - V ZR 253/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2489
BGH, 28.10.2011 - V ZR 253/10 (https://dejure.org/2011,2489)
BGH, Entscheidung vom 28.10.2011 - V ZR 253/10 (https://dejure.org/2011,2489)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 2011 - V ZR 253/10 (https://dejure.org/2011,2489)
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WEG § 26 Abs. 1 Satz 5
§ 26 Abs 1 S 5 WoEigG
Wohnungseigentum: Abbedingung des Kopfprinzips zugunsten des Objekt- und Wertprinzips bei der Verwalterbestellung bzw. -abberufung
WEG § 26 Abs. 1 S. 5
Objekt- bzw. Wertprinzip keine unzulässige Beschränkung i. S. v. § 26 Abs. 1 S. 5 WEG
Vorliegen einer unzulässigen Beschränkung der Bestellung oder Abberufung des Verwalters bei Ablösung des Kopfprinzips durch Vereinbarung zugunsten des Objektprinzips oder des Wertprinzips
Zulässige Abdingbarkeit des Kopfprinzips bei Verwalterbestellung und -abberufung
Ersatz des Kopfprinzips durch Objektprinzip oder Wertprinzip durch Vereinbarung; Verwalterbestellung; Verwalterabberufung
Zur Wirksamkeit der Abbedingung des Kopfprinzips zugunsten des Objekt- und Wertprinzips bei der Bestellung oder Abberufung des Verwalters auch nach der Neufassung des WEG
Abberufung des Verwalters: Objekt- statt Kopfprinzip zulässig
Mietrecht - Kopfprinzip zwingend für Verwalterwahl?
Objekt- und Wertprinzip bei Verwalterbestellung
WEG: Ein Verwalter kann nach dem Objektprinzip gewählt werden
Zur Abstimmung in der WEG: Kopfprinzip nicht zwingend für Verwalterwahl
Verwalterbestellung bzw. -abberufung: Abstimmung nach Objekt- oder Wertprinzip zulässig! (IMR 2012, 69)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 28.10.2011, Az.: V ZR 253/10 (Zulässige Abdingbarkeit des Kopfprinzips bei Verwalterbestellung und -abberufung)" von Prof. Dr. Martin Häublein, original erschienen in: ZfIR 2012, 247 - 250.
BGHZ 191, 245
NJW 2012, 921
MDR 2012, 209
DNotZ 2012, 606
ZMR 2012, 282
NJ 2012, 290
WM 2012, 1973
Das kann erforderlich sein, wenn die Mehrheit aus der Sicht eines vernünftigen Dritten gegen ihre eigenen Interessen handelt, weil sie - etwa aus Bequemlichkeit - massive Pflichtverletzungen tolerieren will; auch eine Majorisierung durch einen Mehrheitseigentümer kann Anlass für eine kritische Würdigung der Beweggründe sein (vgl. Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, juris Rn. 12, vorgesehen zum Abdruck in BGHZ;… Merle, aaO., § 26 Rn. 226).
Allerdings ist umstritten, ob die grundsätzlich gemäß § 10 Abs. 2 Satz 2 WEG gegebene Abdingbarkeit des Kopfprinzips (Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 4 u. 8; Beschluss vom 19. September 2002 - V ZB 30/02, BGHZ 152, 46, 53; BayObLG, ZMR 2001, 366, 368;… Merle in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 25 Rn. 30 mwN) auch im Sachbereich des § 16 Abs. 3 WEG Geltung beansprucht.
Während dies überwiegend angenommen wird (…so etwa Jennißen in Jennißen, WEG, 4. Aufl., § 16 Rn. 36;… Riecke/Schmid/Elzer/Abramenko, WEG, 4. Aufl., § 16 Rn. 77; Hügel/Elzer, NZM 2009, 457, 463;… Palandt/Bassenge, BGB, 74. Aufl., § 16 WEG Rn. 12;… NK-Schultzky, BGB, 3. Aufl., § 16 Rn. 17; Derleder, ZWE 2008, 253, 256; Greiner, ZWE 2011, 118, 120;… vgl. auch Sauren, WEG, 6. Aufl., § 16 Rn. 25a; im Grundsatz auch Lehmann-Richter, ZWE 2012, 77, 79), entnimmt die Gegenauffassung der Vorschrift - teils im Zusammenspiel mit § 16 Abs. 5 WEG - eine zwingende Festschreibung des Kopfprinzips (…so etwa Becker in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 16 Rn. 113 u. 149;… Merle in Bärmann, aaO;… Timme/Bonifacio, WEG, 2. Aufl., § 16 Rn. 234; Häublein, ZfIR 2012, 249, 250).
Der Senat hat zu der Kontroverse bislang nicht Stellung bezogen (vgl. Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 11).
Für die rechtsähnliche Problematik bei § 26 WEG hat er allerdings die Abdingbarkeit des Kopfprinzips durch das Objekt- oder Wertprinzip bereits bejaht (Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, aaO, Rn. 7 ff.; Beschluss vom 19. September 2002 - V ZB 30/02, BGHZ 152, 46, 53 f.).
Dementsprechend ist den Gesetzesmaterialien kein Hinweis darauf zu entnehmen, dass mit der Bestimmung des § 16 Abs. 3 WEG auch eine Regelung der Stimmkraft habe getroffen werden sollen (Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011- V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 10 aE unter Bezugnahme auf BT-Drucks. 16/887, S. 22, 25 u. 32;… aA Becker in Bärmann, aaO, § 16 Rn. 113, der die in den Materialien als unabdingbar bezeichnete "Mehrheitsmacht" mit dem Kopfstimmprinzip gleichsetzt; dagegen zutreffend Greiner, ZWE 2011, 118, 120).
Das gilt umso mehr, als dem Kopfprinzip gegenüber anderen Kriterien der Stimmkraft keineswegs ein überragender Gerechtigkeitsgehalt beigemessen werden kann (Derleder, ZWE 2008, 253, 256; vgl. auch Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 12).
Im Übrigen bietet die Beschlussmängelklage einen ausreichenden Schutz gegen majorisierende Beschlüsse (Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 12; Beschluss vom 19. September 2002 - V ZB 30/02, BGHZ 152, 46, 53 u. 61 f.), die insbesondere unter dem Blickwinkel der Willkür, des Rechtsmissbrauchs oder einer unbilligen Benachteiligung Einzelner (Senat…, Urteil vom 16. September 2011 - V ZR 3/11, NJW-RR 2011, 1646 Rn. 8 u. 13) ordnungsmäßiger Verwaltung (§ 16 Abs. 3 WEG) widersprechen.
Daraufhin sind Beschlüsse sorgfältig zu überprüfen (vgl. Senat, Beschluss vom 19. September 2002 - V ZB 30/02, BGHZ 152, 46, 53 f.; Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 12;… Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 198/14, NZM 2015, 785 Rn. 13).
So ist auch der Beschluss des Senats vom 19. September 2002 (V ZB 30/02, BGHZ 152, 46, 61 ff.) zu verstehen (vgl. bereits Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 12;… Urteil vom 10. Juli 2015 - V ZR 198/14, NZM 2015, 785 Rn. 13).
Die Vertretungsbefugnis eines director kann auf dem Gesellschaftsvertrag oder einem entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung beruhen so dass sie sich nur durch eine Einsichtnahme in die entsprechenden Unterlagen (articles of association, minute book) feststellen lässt (OLG Köln FGPrax 2013, 18; OLG Dresden NZG 2008, 265 Tz. 49 - zitiert nach juris; KG DNotZ 2012, 606 Tz. 13 - zitiert nach juris).
Nach § 26 Abs. 1 Satz 1 WEG beschließen die Wohnungseigentümer über die Bestellung und Abberufung des Verwalters mit Stimmenmehrheit, die sich hier nach Miteigentumsanteilen bestimmt (vgl. dazu Senat, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10, BGHZ 191, 245 Rn. 7 ff.).
Das kann erforderlich sein, wenn die Mehrheit aus der Sicht eines vernünftigen Dritten gegen ihre eigenen Interessen handelt, weil sie - etwa aus Bequemlichkeit - massive Pflichtverletzungen tolerieren will; auch eine Majorisierung durch einen Mehrheitseigentümer kann Anlass für eine kritische Würdigung der Beweggründe sein (vgl. BGH…, Urteil vom 10.02.2012 - V ZR 105/11, Rn. 10, zitiert nach juris; Urteil vom 28.10.2011 - V ZR 253/10, Rn. 12, zitiert nach juris).
Zu einer Ungültigkeitserklärung eines mehrheitlich gefassten Bestellungsbeschlusses kann es vor diesem Hintergrund etwa kommen, wenn der Verwalter offensichtlich die für die Amtsführung erforderliche Neutralität vermissen lässt (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 12.12.2000 -15 W 109/00; LG Düsseldorf, Urteil vom 18.10.- -25 S 7/13 U); aber auch eine Majorisierung durch einen Mehrheitseigentümer kann Anlass für eine kritische Würdigung der Beweggründe sein (vgl. BGH, Urteil vom 10.02.2012 - V ZR 105/11; BGH, Urteil vom 28.10.2011 - V ZR 253/10).
Vertragspartner des Verwaltervertrags sind der Verwalter einerseits und die Wohnungseigentümergemeinschaft als Verband andererseits, vgl. BGH V ZB 134/11, ZWE 2012, 80.
Der Bundesgerichtshof hat bislang die Frage offen gelassen, ob die in § 12 Abs. 4 Satz 2, § 16 Abs. 5 WEG und § 22 Abs. 2 Satz 2 WEG enthaltenen Bestimmungen dahingehend auszulegen sind, dass das Kopfprinzip unabdingbar ist (BGH, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 253/10 -, BGHZ 191, 245-250, juris Tz. 11).
AG Berlin-Charlottenburg, 18.01.2013 - 73 C 98/12
Wirksamer Beschluss der Eigentümerversammlung zur vorzeitigen Abberufung des …