Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%2001,%20278
Timestamp: 2019-12-12 15:41:03
Document Index: 248402188

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1374', '§ 111', '§ 1374', '§ 111', 'BGH', '§ 1374', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1374', 'BGH', '§ 1374', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 112', '§ 112', '§ 112', '§ 112', '§ 77', 'BGH', '§ 112', '§ 112', '§ 112', '§ 112', 'BGH', '§ 112', '§ 112', '§ 112', '§ 112', 'BGH', '§ 112', 'BGH', '§ 112']

BGH, 15.11.2000 - XII ZR 197/98 - dejure.org
https://dejure.org/2000,332
BGH, 15.11.2000 - XII ZR 197/98 (https://dejure.org/2000,332)
BGH, Entscheidung vom 15.11.2000 - XII ZR 197/98 (https://dejure.org/2000,332)
BGH, Entscheidung vom 15. November 2000 - XII ZR 197/98 (https://dejure.org/2000,332)
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BGB § 1374; BetrVG §§ 111, 112
Betriebsstillegung - Abfindung - Zugewinnausgleich - Anfangsvermögen - Ehegatte - Interessenausgleich - Arbeitsplatzverlust - Eheschließung - Sozialplan - Stichtag
§ 1374 BGB; §§ 111, 112 BetrVG
Familienrecht - Berechnung des Anfangsvermögens des Ehegatten
Berücksichtigung einer Abfindung im Anfangsvermögen
BGHZ 146, 64
NJW 2001, 439
NJW-RR 2001, 1297 (Ls.)
MDR 2001, 333
FamRZ 2001, 278
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, auch des erkennenden Senats, umfaßt das Anfangsvermögen alle dem Ehegatten am Stichtag (hier 26. November 1971, §§ 1374 Abs. 1, 1363 Abs. 1 BGB) zustehenden rechtlich geschützten Positionen von wirtschaftlichem Wert, das heißt also neben den einem Ehegatten gehörenden Sachen alle ihm zustehenden objektiv bewertbaren Rechte, die beim Eintritt des Güterstandes bereits entstanden sind (vgl. nur BGHZ 82, 149, 150; zuletzt Senatsurteil vom 15. November 2000 - XII ZR 197/98 - NJW 2001, 439 f. m.N.).
Dazu gehören unter anderem auch geschützte Anwartschaften mit ihrem gegenwärtigen Vermögenswert sowie die ihnen vergleichbaren Rechtsstellungen, die einen Anspruch auf künftige Leistung gewähren, sofern diese nicht mehr von einer Gegenleistung abhängig und nach wirtschaftlichen Maßstäben (notfalls durch Schätzung) bewertbar sind (vgl. BGH, Urteile vom 9. Juni 1983 - IX ZR 56/82 - FamRZ 1983, 881, 882; BGHZ 87, 367, 373; Senatsurteil vom 15. November 2000 aaO S. 439).
Selbst in der Realisierung dubiose Forderungen sind grundsätzlich in das Anfangsvermögen einzubeziehen (vgl. Senatsurteil vom 15. November 2000 aaO m.N.;… Johannsen/Henrich/Jäger Eherecht 3. Aufl. § 1374 Rdn. 8;… Staudinger/Thiele BGB Bearb. 2000 § 1374 Rdn. 3 und 4;… Soergel/Lange BGB 12. Aufl. § 1374 Rdn. 7;… MünchKomm/Koch BGB 4. Aufl. § 1374 Rdn. 6 und 9;… Schwab Handbuch aaO Rdn. 48).
Nicht zum Anfangsvermögen gehören demgegenüber noch in der Entwicklung begriffene Rechte, die noch nicht zur Anwartschaft erstarkt sind und bloße Erwerbsaussichten, da sie nicht das Merkmal "rechtlich geschützter Positionen mit wirtschaftlichem Wert" erfüllen (Senatsurteil vom 15. November 2000 aaO 440 m.w.N.).
Dazu gehören unter anderem auch geschützte Anwartschaften mit ihrem gegenwärtigen Vermögenswert sowie die ihnen vergleichbaren Rechtsstellungen, die einen Anspruch auf künftige Leistung gewähren, sofern diese nicht mehr von einer Gegenleistung abhängig und nach wirtschaftlichen Maßstäben - notfalls durch Schätzung - bewertbar ist (Senatsurteil BGHZ 146, 64, 68 f. = FamRZ 2001, 278, 280).
aa) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, auch des erkennenden Senats, umfaßt das Anfangsvermögen nach §§ 1374 Abs. 1, 1363 Abs. 1 BGB alle dem Ehegatten am Stichtag zustehenden rechtlich geschützten Positionen von wirtschaftlichem Wert, d.h. also neben den einem Ehegatten gehörenden Sachen alle ihm zustehenden objektiv bewertbaren Rechte, die bei Eintritt des Güterstandes bereits bestanden haben (vgl. BGHZ 82, 149, 150; Senatsurteil vom 31. Oktober 2001 - XII ZR 292/99 - NJW 2002, 436, 437; BGHZ 146, 64, 68 f. m.w.N.).
Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zur unterhaltsrechtlichen Behandlung von Abfindungen (vgl. etwa BGH, Urt. v.15.11.2000, XII ZR 197/98, FamRZ 2001, 278 = NJW 2001, 439;… Urt. v. 11.12.2002, XII ZR 27/00, FamRZ 2003, 432 = NJW 2003, 1396;… Urt. v. 21.04.2004, XII ZR 185/01, FamRZ 2004, 1352 = NJW 2004, 2675) ändert hieran nichts.
In das Anfangs- und das Endvermögen ist zum entsprechenden Stichtag das gesamte vorhandene Vermögen des jeweiligen Ehegatten einzustellen (BGH FamRZ 2001, 278 ff).
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Antragsgegner aufgrund des Leistungsversprechens im Kündigungsschreiben der H. AG & Co. KGaA vom 27.02.2011 in Verbindung mit dem zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat vereinbarten "qualifizierten" Interessenausgleich (vgl. zur Abgrenzung von Sozialplan und Interessenausgleich: BGH, FamRZ 2001, 278 Rn. 48) vom 25.10.2010 einen Anspruch auf die erst nach dem Stichtag im Monat Juni 2011 ausgezahlte Abfindung in Höhe von brutto 68.880,00 EUR.
Soweit die Abfindung als Entschädigung geleistet wurde, ist sie güterrechtlich, und soweit sie als Lohnersatz dient, ist sie unterhaltsrechtlich zu verwenden (BGH FamRZ 2001, 278 ff.; 2003, 431).
Enthält er wie hier Regelungen, die ihrer Art nach Geltung für die Arbeitsverhältnisse beanspruchen und den Arbeitnehmern Rechte oder Ansprüche einräumen, liegt ein sog. "qualifizierter Interessenausgleich" vor, der auch die Rechtsnatur einer freiwilligen Betriebsvereinbarung aufweist (vgl. BGH 15. November 2000 - XII ZR 197/98 - BGHZ 146, 64;… Fitting BetrVG 23. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 52;… DKK-Däubler BetrVG 10. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 17a, 19;… Oetker/GK-BetrVG 8. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 51;… Annuß in Richardi BetrVG 10. Aufl. § 112 Rn. 46).
Wenn ein Interessenausgleich derartige Bestimmungen enthält, handelt es sich um einen "qualifizierten" Interessenausgleich, der im Hinblick auf die betreffenden Bestimmungen für die Einzelarbeitsverhältnisse eine - ggf. freiwillige - Betriebsvereinbarung i.S.d. § 77 Abs. 4 Satz 1 BetrVG darstellt (BGH 15. November 2000 - XII ZR 197/98 - AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 140;… Fitting/Engels/Schmidt/Trebinger/Linsenmaier, aaO, §§ 112, 112a Rdnr. 47) und dem dann auch normative Wirkung zukommt (BAG 14. November 2006 - 1 AZR 40/06 - AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 181).
Zwar entfaltet ein Interessenausgleich iSv. § 112 Abs. 1 Satz 1 BetrVG grundsätzlich keine normative Wirkung für die Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer (vgl. BAG 23. September 2003 - 1 AZR 576/02 - BAGE 107, 347, zu II 3 b der Gründe; BGH 15. November 2000 - XII ZR 197/98 - AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 140 = NJW 2001, 439, zu 3 A a der Gründe;… Oetker GK-BetrVG 8. Aufl. § 112, 112a Rn. 50;… Fitting 23. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 52;… WP/Preis/Bender BetrVG 3. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 16) .
Er bezieht sich insoweit ausschließlich darauf, ob und wann diese Maßnahme durchgeführt und wie sie verwirklicht werden soll (BGH v. 15.11.2000 - XII ZR 197/98 - AP Nr. 140 zu § 112 BetrVG 1972).
Danach haben der Ausgleich und die Milderung der den Arbeitnehmern entstehenden wirtschaftlichen Nachteile im Interessenausgleich grundsätzlich "nichts zu suchen" (BAG v. 15.11.2000 - XII ZR 197/98 - a.a.O.).
Ein derartiger qualifizierter Interessenausgleich ist eine gemischte Vereinbarung, die auch die Rechtsnatur einer freiwilligen Betriebsvereinbarung aufweist (BGH v. 15.11.2000 - XII ZR 197/98 - a.a.O.;… GK-BetrVG/Oetker § 112, 112 a Rn. 70; vgl. auch BAG v. 14.11.2006 - 1 AZR 40/06 - BAGE 120, 173).
OLG Rostock, 13.07.2005 - 10 UF 67/03
Verjährung güterrechtlicher Ansprüche aus dem Beitrittsgebiet