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Timestamp: 2016-10-22 11:45:25
Document Index: 43427212

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'BGE', 'in fine']

U 607/06 (23.10.2007)
U 607/06
K.________, 1958, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann, c/o Sidler & Partner, Unterm�li 6, 6300 Zug,
Die 1958 geborene K.________ war bei der Firma R.________ AG in der Fabrikation t�tig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unf�lle versichert. Am 24. M�rz 2005 rutschte sie auf dem Weg zur Arbeit auf einer Treppe aus, prallte mit dem Ges�ss auf eine Treppenkante und schlitterte einige Stufen hinunter. Zunehmende Schmerzen im Kreuz- und Steissbeinbereich, in letzterem vor allem beim Sitzen, zwangen K.________, in den am 25. M�rz 2005 angetretenen Ferien einen Arzt aufzusuchen und sich im Spital von X.________ behandeln zu lassen. Die Arbeit konnte sie nach der R�ckkehr aus dem Urlaub trotz eines Versuchs zun�chst nicht, danach wieder zu 50 % aufnehmen. In der Folge wurde die Lendenwirbels�ule (LWS) unter Einschluss des Kreuzbeins am 11. Mai 2005 im Zentrum f�r medizinische Radiologie, R�ntgeninstitut Y.________, magnetresonanztomographisch und mittels 3D-Rekonstruktion untersucht. Dabei wurden eine breitbasige, rechts medio-laterale Diskushernie L3/4 mit Tangierung der Nervenwurzel L4 rechts und Osteochondrosen geringen bis m�ssigen Grades von L2/3 und L4/5, nicht jedoch eine pathologische Ver�nderung im Bereich des Kreuzbeins erkannt. Zugleich folgten verschiedene Therapiemassnahmen. Dennoch klagte K.________ zunehmend �ber eine Symptomausweitung und eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Die SUVA, welche bisher Leistungen erbracht hatte, stellte diese mit Verf�gung vom 24. Februar 2006 auf den 5. M�rz 2006 mit der Begr�ndung ein, verschiedene medizinische Abkl�rungen h�tten ergeben, dass die Unfallfolgen zwischenzeitig abgeheilt seien; die nach wie vor bestehenden Beschwerden seien mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf unfallfremde Ursachen zur�ckzuf�hren. Daran hielt die SUVA mit Einspracheentscheid vom 8. Juni 2006 fest.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 15. November 2006 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst K.________ beantragen, in Aufhebung des Einsprache- und des vorinstanzlichen Entscheids sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei die Angelegenheit an die SUVA zwecks weiterer Abkl�rungen zur�ckzuweisen. Zus�tzlich wird um �bernahme der Kosten des neu ins Recht gelegten Privatgutachtens von Prof. Dr. med. S.________, FHM Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 27. November 2006 ersucht.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmung �ber den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie die Grunds�tze zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 121 V 326 E. 2 S. 329; siehe auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen), zur vorausgesetzten Ad�quanz des Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 456 E. 5a S. 461; siehe auch 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) und zum Wegfall des urs�chlichen Zusammenhangs und damit des Leistungsanspruchs der versicherten Person bei Erreichen des Status quo sine vel ante und zu den sich dabei stellenden Beweisfragen (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe auch Urteil des Bundesgerichts U 290/06 vom 11. Juni 2007, E. 3.3) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zur nur ausnahmsweisen Verursachung eines Bandscheinbenvorfalls bzw. einer Diskushernie durch einen Unfall (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, U 149/99, Nr. U 379 S. 192, U 138/99). Gleiches gilt zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352; 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Das kantonale Gericht ist in W�rdigung der im Recht liegenden Arztberichte und Auseinandersetzung mit den Parteivorbringen zur Auffassung gelangt, die zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung vom 5. M�rz 2006 vorhandenen Beschwerden k�nnten nicht mehr mit dem eine LWS- und Ges�sskontusion bewirkenden Treppensturz vom 24. M�rz 2005 in Verbindung gebracht werden.
3.1 Dabei erwog es, die bildgebende Untersuchung vom 12. (recte 11.) Mai 2006 habe im prim�ren Kontusionsbereich des Kreuzbeins keine pathologischen Ver�nderungen aufgezeigt, statt dessen eine degenerativ bedingte Diskushernie L3/4 sowie ebenfalls nicht durch den Unfall versursachte Osteochondrosen L2/3 und L4/5 ergeben. Was die Weichteilschmerzen im Bereich des Nackens, der Beine und des Beckens anbelangt, stellte das Gericht auf die diesbez�glichen Ausf�hrungen des Kreisarztes Dr. med. M.________ vom 22. Februar 2006 ab, welcher die Versicherte verschiedentlich untersucht hatte (25. August 2005, 12. Dezember 2005 und 22. Februar 2006). Danach verursachten Steissbeinkontusionen in der Regel bei ad�quater Therapie nicht l�nger als sechs bis acht Monate Schmerzen; vorliegend habe die Versicherte indessen auf die Therapie nicht angesprochen, h�tten sich die Beschwerden gegenteils verschlechtert und schliesslich zu einer Symptomausweitung gef�hrt, ohne dass hief�r eine medizinische Ursache greifbar sei; dieser Gesamtverlauf spreche mit �berwiegender Wahrscheinlich f�r ein Krankheitsgeschehen und nicht (mehr) f�r Unfallfolgen.
3.2 Die Vorinstanz schloss gest�tzt darauf und auf den Umstand, dass die Leistungseinstellung erst rund zw�lf Monate nach dem Unfall erfolgt ist, auf das Fehlen einer Urs�chlichkeit des Unfalls f�r die noch vorhandenen Beschwerden.
Letztinstanzlich schliesst die Versicherte eine Beschwerdeverursachung durch die Diskushernie aus und macht geltend, s�mtliche Schmerzen seien mit den, von Prof. Dr. med. S.________ im Rahmen der Untersuchung vom 30. Oktober 2006 erstmals erkannten, ligament�r-chronischen Entz�ndungen im gesamten Beckenbereich erkl�rbar, welche wiederum mit dem Unfallereignis in Verbindung zu bringen seien.
4.1 Prof. Dr. med. S.________ hat sich bei seiner Untersuchung darauf konzentriert, das Beschwerdebild manuell zu erfassen. Ohne die bildgebenden Dokumente umfassend einzusehen, bejahte er den Kausalzusammenhang mit einer angeblich s�mtliche Beschwerden erkl�renden ligament�r-chronischen Entz�ndung des gesamten Beckeng�rtels und besonders des Beckenbodens, links st�rker als rechts.
4.2 Traumatisiert worden ist, neben dem vorliegend nicht weiter interessierenden Kreuzbein, jedoch lediglich das Bewegungssegment im Steissbein. Darin scheint Prof. Dr. med. S.________ indessen keinen Widerspruch zu erkennen, f�hrt er doch aus, das Steissbein sei (lediglich) als Zentrum und Ausgangspunkt der von dort ausstrahlenden Schmerzen anzusehen. Wie er allerdings zu dieser Schlussfolgerung gelangt, ist nicht nachvollziehbar, zumal er dem Steissbein selbst nur eine untergeordnete Rolle im Beschwerdebild zuspricht und an anderer Stelle festh�lt, die manualdiagnostische Belastung des Beckenbodens f�hre u.a. immer zu einer Ausstrahlung in die Region des Steissbeins, und nicht etwa umgekehrt. Dr. med. E.________, Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA, weist in diesem Zusammenhang in der Stellungnahme vom 17. Januar 2007 darauf hin, s�mtlichen Arten von Steissbeinkontusionen sei anerkanntermassen gemein, dass der Schmerz jeweils von einem Bewegungssegment des Steissbeins oder der umgebenden Weichteile ausgehe mit entsprechend klarer Lokalisation und Abh�ngigkeit, nicht jedoch - wie vorliegend von Prof. Dr. med. S.________ manualdiagnostisch festgestellt - zu einer Druckschmerzhaftigkeit an zahlreichen Sehnenans�tzen und in Muskeln, welche nichts mit dem Steissbein zu tun h�tten, f�hre. Soweit sodann Prof. Dr. med. S.________ die unmittelbar nach dem Unfall aufgetretene Schmerzsymptomatik und die Befundsituation zum Untersuchungszeitpunkt f�r deckungsgleich erachtet und dies als Indiz oder allenfalls gar als Beweis f�r das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zum Unfall verstanden haben will, sind ihm die Aussagen der Beschwerdef�hrerin anl�sslich der ersten Befragung durch die SUVA zum Unfallhergang vom 4. Juli 2005 entgegen zu halten, wonach neben Schmerzen im Kreuz- und Steissbein auch solche in der rechten, nicht etwa der von Prof. Dr. med. S.________ als am st�rksten entz�ndet bezeichneten linken H�fte aufgetreten seien.
4.3 Die von Dr. med. E.________ wegen fehlender genauer Analyse einer m�glichen Verletzung und ausgebliebener Konsultation s�mtlicher bildgebender Dokumente, namentlich des Kernspintomogramms, in Frage gestellte Diagnose entz�ndlicher Ver�nderungen von diversen Ligamenten im Beckenbodenbereich gem�ss Gutachten des Prof. Dr. med. S.________ vermag daher so oder anders keinen Kausalzusammenhang zwischen dem zu einer Kontusion des Kreuz- und Steissbeins f�hrenden Unfall und den im �brigen nicht nur den gesamten Beckenbereich, sondern auch den Nacken und die Beine erfassenden Beschwerden zu begr�nden. Ebenso wenig bietet der Bericht Grundlage f�r weitere Abkl�rungen. Der vorinstanzliche Entscheid ist zu best�tigen.
Da das Gutachten von Prof. Dr. med. S.________ keine entscheidwesentlichen neuen Befunde zu Tage gef�rdert hat, k�nnen die damit der unterliegenden Beschwerdef�hrerin entstandenen Kosten nicht abgegolten werden (Art. 159 Abs. 2 OG; BGE 115 V 62; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 41 E. 3b in fine S. 44).
i.V. Widmer Gr�nvogel