Source: http://dedocz.com/doc/420819/alles--was-sie-%C3%BCber-psa-wissen-m%C3%BCssen---suvapro---seco
Timestamp: 2017-02-24 12:43:26
Document Index: 344320987

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 14', 'Art. 82', 'Art. 6', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 38', 'Art. 90', 'Art. 5', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 27']

Alles, was Sie über PSA wissen müssen - SuvaPro - Seco
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Alles, was Sie &uuml;ber PSA
Eine Dokumentation f&uuml;r Betriebe zum Thema Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen (PSA)
Bevor in einem Betrieb PSA eingef&uuml;hrt werden, stellen sich immer
wieder die gleichen Fragen:
• Sind PSA tats&auml;chlich das richtige Mittel, um die Mitarbeitenden
vor den vorhandenen Gefahren zu sch&uuml;tzen?
• Welches sind die richtigen PSA?
• Wo und wann m&uuml;ssen die PSA getragen werden?
• Wie kann man die Tragdisziplin verbessern?
Antworten auf solche Fragen finden Sie in dieser Brosch&uuml;re.
Sie richtet sich an Vorgesetzte, Eink&auml;ufer von PSA und Sicherheitsbeauftragte.
Diese Publikation entstand in Zusammenarbeit von Fachleuten der
Suva mit dem Verband swiss-safety der Schweizer PSA-Anbieter
(www.swiss-safety.ch) und dem Staatssekretariat f&uuml;r Wirtschaft (SECO).
Die Suva dankt allen Beteiligten f&uuml;r die gute Zusammenarbeit.
1 PSA – ein Thema, das (fast) alle betrifft
3 Wo und wann m&uuml;ssen PSA verwendet
4 Worauf ist beim Beschaffen von PSA
5 Einf&uuml;hren der PSA und Durchsetzen
eines Tragobligatoriums
6 Pflege und Unterhalt der PSA
7 Kopfschutz
8 Augenschutz
9 Geh&ouml;rschutz
10 Handschutz, Armschutz
11 Hautschutz
12 Fussschutz
13 Atemschutz
14 Schutzkleidung
15 Schutz gegen Absturz
16 Schutz gegen Ertrinken
17 Weiterf&uuml;hrende Informationen
1.1 Was finden Sie in
dieser Publikation?
1.2 Was sind pers&ouml;nliche
Schutzausr&uuml;stungen?
In fast allen industriell-gewerblichen Betrieben kommen
pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen (PSA) zum Einsatz.
Und &uuml;berall stellen sich die gleichen Fragen:
Das Tragen von pers&ouml;nlichen Schutzausr&uuml;stungen kann
Gefahren nicht beeinﬂussen oder beseitigen. PSA k&ouml;nnen
aber die negativen Auswirkungen von Gefahren auf
den Menschen verringern oder eliminieren. Sie tragen
damit wesentlich dazu bei, Unf&auml;lle und Berufskrankheiten
zu vermeiden und die Unfallkosten zu senken. Den Suvaversicherten Betrieben kommt dies unter anderem in
Form von tieferen Versicherungspr&auml;mien zugute.
und wann m&uuml;ssen PSA getragen werden?
sind die richtigen PSA?
• Wie l&auml;sst sich feststellen, ob die PSA
sicherheitskonform sind?
• Wie kann man die Tragbereitschaft und Tragdisziplin
Antworten auf solche Fragen ﬁnden Sie in dieser Publikation, die sich vor allem an Vorgesetzte, Eink&auml;ufer und
Sicherheitsbeauftragte richtet.
Es ist Aufgabe der Vorgesetzten, daf&uuml;r zu sorgen, dass
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die n&ouml;tigen PSA
tragen. Diese anspruchsvolle F&uuml;hrungsaufgabe bringt oft
Probleme mit sich. Kapitel 5 enth&auml;lt Hinweise, wie Sie
in der Praxis die Tragbereitschaft erh&ouml;hen und ein Tragobligatorium durchsetzen k&ouml;nnen.
Der Begriff Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung (PSA)
umfasst alle Ausr&uuml;stungen, die von einer Person zum
Schutz vor gesundheitsgef&auml;hrdenden Einwirkungen
Dazu geh&ouml;ren auch alle Ausr&uuml;stungen, mit denen
Personen bei der Arbeit gegen Absturz gesichert werden
(Anseilschutz), nicht aber technische Hilfsmittel
zur Rettung von Personen aus gef&auml;hrlichen Lagen
(z.B. Rettungshubger&auml;te).
Schutzausr&uuml;stungen gibt es als:
Schutzhelme, Haarschutzhauben,
Haarschutznetze, Anstosskappen
• Augen- und Gesichtsschutz: Schutzbrillen,
• Geh&ouml;rschutz: Geh&ouml;rschutzmittel
• Rumpfschutz: Arbeits- und Schutzkleider jeglicher Art,
Warnkleider
• Handschutz: Schutzhandschuhe, Armsch&uuml;tzer
• Hautschutz: Schutzcremen, Hautpﬂegemittel
• Fussschutz, Beinschutz: Sicherheitsschuhe,
Schutzschuhe, Berufsschuhe, Schutzgamaschen,
Schienbeinsch&uuml;tzer, Kniesch&uuml;tzer, Hosen mit
• Atemschutz: Filter-, Schlauch- und Isolierger&auml;te,
Ein- und Mehrwegatemschutzmasken
• Schutz gegen Absturz: Halte- und Auffanggurte,
Verbindungsmittel (Seile), H&ouml;hensicherungsger&auml;te,
Steigschutz, Seilk&uuml;rzer, Falld&auml;mpferleinen
• Schutz gegen Ertrinken: Schwimmwesten
• Kopfschutz:
In Kapitel 7 bis 16 sind wichtige Informationen zu den einzelnen PSA festgehalten. Wenn Sie sich ausf&uuml;hrlicher
&uuml;ber eine bestimmte PSA informieren wollen, wenden Sie
sich bitte an Ihren PSA-Lieferanten, an die Suva oder
konsultieren Sie Kapitel 17, das Sie auf &laquo;Weiterf&uuml;hrende
Informationen&raquo; hinweist.
2.1 Vorschriften &uuml;ber
die Verwendung von PSA
Rechtliche Bestimmungen &uuml;ber das Verwenden von PSA
ﬁnden wir in folgenden Gesetzen und Verordnungen:
• Unfallversicherungsgesetz (UVG)
• Arbeitsgesetz (ArG)
• Verordnung &uuml;ber die Verh&uuml;tung von Unf&auml;llen
und Berufskrankheiten (VUV)
• Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3)
• Bauarbeitenverordnung (BauAv)
• Verf&uuml;gung des Eidgen&ouml;ssischen Departementes des
Innern &uuml;ber die technischen Massnahmen zur Verh&uuml;tung
von Berufskrankheiten, die durch chemische Stoffe
verursacht werden (SR 832.321.11).
Der Inhalt der verschiedenen rechtlichen Bestimmungen
Durch das Benutzen von PSA ist zu verhindern, dass
Arbeitnehmende verletzt oder in ihrer Gesundheit beeintr&auml;chtigt werden.
PSA kommen erst zum Einsatz, wenn die Unfall- und
Gesundheitsgefahren nicht durch Ersatzmassnahmen
(Substitution), Schutzeinrichtungen oder arbeitsorganisatorische Massnahmen vermieden oder ausreichend begrenzt werden k&ouml;nnen.
Der Arbeitgeber hat – wenn dies notwendig ist – den
Arbeitnehmenden zumutbare PSA zur Verf&uuml;gung zu
stellen. Er muss daf&uuml;r sorgen, dass die PSA jederzeit
bestimmungsgem&auml;ss verwendet werden (VUV Art. 5).
Der Arbeitnehmer ist seinerseits verpﬂichtet, die ihm
zur Verf&uuml;gung gestellten PSA zu ben&uuml;tzen und ihre
Wirksamkeit nicht zu beeintr&auml;chtigen.
Die Vorschriften &uuml;ber die Verh&uuml;tung von Berufsunf&auml;llen
und Berufskrankheiten gelten f&uuml;r alle Betriebe, die in der
Schweiz Arbeitnehmende besch&auml;ftigen (VUV Art. 1).
Der Arbeitgeber ist von Gesetzes wegen verpﬂichtet, zur
Verh&uuml;tung von Berufsunf&auml;llen und Berufskrankheiten alle
erforderlichen Massnahmen zu treffen. Folgerichtig gehen
die daraus entstehenden Kosten (z.B. f&uuml;r pers&ouml;nliche
Schutzausr&uuml;stungen) zu seinen Lasten (VUV Art. 5 und
Den Wortlaut der einzelnen Gesetzesartikel ﬁnden Sie
in Kapitel 17.5.
2.2 Rechtliche Anforderungen
an die Sicherheit von PSA
(Bestimmungen f&uuml;r Hersteller
und andere Inverkehrbringer)
Artikel 13 Abs. 2 der Verordnung &uuml;ber die Produktesicherheit (PrSV) verlangt von den Herstellern und Lieferanten,
dass die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen eingehalten werden. Diese sind in Anhang II
der europ&auml;ischen PSA-Richtlinie (89/686/EWG) festgehalten. Mit der Konformit&auml;tserkl&auml;rung best&auml;tigt der Hersteller/Inverkehrbringer, dass die PSA der Richtlinie
89/686/EWG und den internationalen harmonisierten
Normen entspricht. Die Konformit&auml;tserkl&auml;rung ist auf
Verlangen den Mark&uuml;berwachungsbeh&ouml;rden vorzulegen.
Die Einhaltung der grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen muss, je nach Komplexit&auml;t
der PSA, durch unterschiedliche Konformit&auml;tsbewertungsverfahren best&auml;tigt werden (siehe Anhang 1 Ziffer III
PrSV).
Dem K&auml;ufer ist mit jeder PSA eine Informationsbrosch&uuml;re
Harmonisierte Normen sind geeignet, die grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen zu konkretisieren (siehe Art. 14 PrSV).
2.3 PSA-Kategorien
Einfache PSA, die gegen geringf&uuml;gige Risiken sch&uuml;tzen
und deren Wirksamkeit der Benutzer selbst beurteilen
kann (oberﬂ&auml;chliche mechanische Einﬂ&uuml;sse, geringf&uuml;gige
Witterungseinﬂ&uuml;sse, schwach aggressive Reinigungsmittel, Sonnenstrahlen, heisse Teile unter 50&deg;C, schwache
St&ouml;sse und Schwingungen).
Alle PSA, die nicht in die Kategorien I oder III fallen.
Dazu geh&ouml;ren beispielsweise Schutzbrillen, Ausr&uuml;stungen
f&uuml;r den Geh&ouml;rschutz, Fussschutz, Schnittschutz
und Schutzhelme.
PSA, die gegen t&ouml;dliche Gefahren oder ernste bzw. irreversible Gesundheitssch&auml;den sch&uuml;tzen und bei denen der
Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann. Beispiele sind: PSA zum Schutz vor
chemischen und biologischen Einﬂ&uuml;ssen, St&uuml;rzen aus der
H&ouml;he, K&auml;lte (– 50 &deg;C oder k&auml;lter), Stromschlag sowie Atemschutzger&auml;te, Tauchger&auml;te und PSA f&uuml;r den Brandschutz.
PSA der Kategorien II und III sind einer Konformit&auml;tsbewertung durch eine Konformit&auml;tsbewertungsstelle zu
3 Wo und wann m&uuml;ssen PSA
Die rechtlichen Bestimmungen sind – wie in Kapitel 2 dargestellt – klar: Durch das Tragen und Benutzen von PSA
ist zu verhindern, dass Arbeitnehmende verletzt oder in
ihrer Gesundheit beeintr&auml;chtigt werden.
Bevor PSA eingef&uuml;hrt werden, ist aber immer zu pr&uuml;fen,
ob M&ouml;glichkeiten bestehen, die Gefahren durch Ersatzmassnahmen (Substitution), technische oder organisatorische Massnahmen zu vermeiden. Diese Anforderung
k&ouml;nnen Sie erf&uuml;llen, wenn Sie wie folgt vorgehen:
terinnen und Mitarbeiter einzubeziehen, damit sie ihre
Erfahrung und ihr Wissen einbringen k&ouml;nnen.
Konsultieren Sie auch die Fragebogen und Checklisten
des Verbands Swiss Safety unter www.swiss-safety.ch/
jwa/de/psa/produktgruppen.jsp oder die Suva-Checkliste
67091 &laquo;Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen (PSA)&raquo;.
3.3 S-T-O-P-Prinzip anwenden
Das sogenannte S-T-O-P-Prinzip bestimmt die Reihenfolge, in der die Massnahmen zu treffen sind:
3.2 Arbeitsplatz beurteilen
Um die Arbeitspl&auml;tze (Zonen, technische Einrichtungen,
T&auml;tigkeiten) zu beurteilen, erstellen Sie am besten einen
Anforderungskatalog, der auf einer Gef&auml;hrdungsbeurteilung beruht. Erfassen Sie dazu unter andrem folgende
• T&auml;tigkeiten
• Art der Gef&auml;hrdungen
• Ort des Auftretens der Gef&auml;hrdungen
Die besonderen Bedingungen am Arbeitsplatz m&uuml;ssen
bekannt sein, damit die richtigen Massnahmen bzw. die
passenden PSA gew&auml;hlt werden k&ouml;nnen. Zu diesen
Bedingungen geh&ouml;ren beispielsweise:
• Kontakttemperatur
• W&auml;rmestrahlung
• Schallintensit&auml;t
• Staubanfall
• Witterungseinﬂ&uuml;sse
• Charakteristik der gesundheitsgef&auml;hrdenden Arbeitsstoffe und die Expositionszeit
• Bodenverh&auml;ltnisse
1. Substitution (Ersatzmassnahme)
Ersatz gef&auml;hrlicher Arbeitsverfahren, Stoffe und Einrichtungen durch ungef&auml;hrliche oder weniger gef&auml;hrliche.
2. Technische Massnahmen
Schutzvorrichtungen, Gel&auml;nder, Auffangnetze, Kapselungen (Containment), Erfassen von Emissionen (z. B. Quellenabsaugung, evtl. optimierte Luftf&uuml;hrung und verst&auml;rkte
Rauml&uuml;ftung), Schleusen usw.
3. Organisatorische Massnahmen
Zeitlich beschr&auml;nkte Expositionsdauer (Arbeitswechsel,
Pausenregelung), Ausbildung, Regelung der Zust&auml;ndigkeiten, &Uuml;berwachung.
4. Pers&ouml;nliche Schutzmassnahmen (PSA tragen)
Zum Beispiel Ausr&uuml;stung zum Schutz vor direkter Exposition (z.B. beim Umf&uuml;llen gesundheitsgef&auml;hrdender Stoffe
in einem offenen Systemen) oder vor eventueller Exposition (z.B. Chemikalienspritzer, herabfallender Gegenstand).
F&uuml;r diese Beurteilung sind die Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) des Betriebs und die betroffenen Mitarbei-
Das S-T-O-P-Prinzip kann nicht immer angewendet
werden. Zum Beispiel bei Notf&auml;llen, wenn nach einer
Havarie gef&auml;hrliche Substanzen austreten und nicht innert
n&uuml;tzlicher Frist technische Massnahmen getroffen werden
k&ouml;nnen. In solchen F&auml;llen kann der Gef&auml;hrdung von Personen oft nur durch die Verwendung von PSA begegnet
In andern F&auml;llen ist der Einsatz von PSA gesetzlich zwingend vorgeschrieben, zum Beispiel
• im Hochbau (bis zum Abschluss des Rohbaus)
• bei Arbeiten im Bereich von Kranen
• in Steinbr&uuml;chen
• im Untertagbau
• bei R&uuml;ckbau- oder Abbrucharbeiten
• bei Arbeiten im Bereich von Verkehrsmitteln
Die gesetzlichen Grundlagen dazu ﬁnden Sie in Kapitel
17.5 dieser Brosch&uuml;re.
Manchmal kommen PSA anstelle von technischen
L&ouml;sungen zur Anwendung, wenn Arbeitseins&auml;tze nur
sporadisch oder selten erfolgen, zum Beispiel:
• PSA gegen Absturz auf einem selten begangenen Dach
• Schutzkleidung gegen starke elektromagnetische Felder
f&uuml;r die Wartung von Mobilfunkantennen
• Schutzkleidung bei sporadischer K&auml;ltearbeit
Eine abschliessende Aufz&auml;hlung von Arbeitspl&auml;tzen bzw.
-verfahren, die das Tragen von PSA erforderlich machen,
4 Worauf ist beim Beschaffen
von PSA zu achten?
4.1 Praktische Hinweise
in einem Unternehmen PSA beschafft werden,
sollte eine Arbeitsplatzbeurteilung vorgenommen
werden, wie sie in Kapitel 3 beschrieben ist. Aufgrund
des Anforderungskatalogs, der aus der Arbeitsplatzbeurteilung hervorgeht, kann Ihr PSA-Lieferant mit Ihnen
offene Fragen kl&auml;ren, Sie beraten und ein bed&uuml;rfnisgerechtes Angebot unterbreiten.
• Es ist wichtig, dass eine Sicherheitsfachkraft (interne
oder externe Fachperson, Spezialist der Arbeitssicherheit) bei der Evaluation der PSA mit einbezogen wird.
Ebenso wichtig ist bei der Auswahl der Schutzausr&uuml;stungen der Beizug der betroffenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Damit k&ouml;nnen die im Betrieb vorhandenen Erfahrungen genutzt und die Akzeptanz f&uuml;r das
Tragen der Schutzausr&uuml;stungen erh&ouml;ht werden.
• Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, empﬁehlt es sich,
verschiedene Modelle derselben PSA von einer Versuchsgruppe bei der Arbeit testen und in Bezug auf
ihren Tragkomfort und die Benutzerfreundlichkeit beurteilen zu lassen. Den einzelnen Tr&auml;gern sollte – auch bei
beschr&auml;nktem Angebot – stets erm&ouml;glicht werden, das
f&uuml;r sie passende Produkt auszuw&auml;hlen.
• Beim Preisvergleich sind auch die Kosten f&uuml;r Ersatzteile
und allf&auml;llige Verteil- und Reinigungsstationen zu ber&uuml;cksichtigen.
Warten, &Uuml;berpr&uuml;fen und Desinﬁzieren. Die vom
Hersteller empfohlenen Reinigungs-, Wartungs- oder
Desinﬁzierungsmittel haben bei vorschriftsm&auml;ssiger
Verwendung keine sch&auml;dliche Wirkung auf PSA oder
• Hinweise zu Schutzklassen, Leistungsstufen
und entsprechenden Verwendungsgrenzen
• Zubeh&ouml;r zu der PSA sowie Angaben
zu passenden Ersatzteilen
• Verfalldatum oder Verfallzeit der PSA
oder von Bestandteilen derselben
• die f&uuml;r den Transport der PSA geeignete
• Bedeutung etwaiger Markierungen und Piktogramme
• gegebenenfalls Angaben &uuml;ber weitere angewandte
• gegebenenfalls Name, Anschrift und Kennnummer
der Konformit&auml;tsbewertungsstelle
Die Informationsbrosch&uuml;re muss klar und verst&auml;ndlich
und mindestens in der bzw. den Amtssprachen des
Bestimmungslandes verfasst sein.
Verlangen Sie also beim Kauf einer PSA vom
Lieferanten diese Informationsbrosch&uuml;re.
4.3 Zumutbarkeit &uuml;berpr&uuml;fen
4.2 Verlangen Sie zu Ihren PSA
eine Informationsbrosch&uuml;re!
Nach Ziffer 1.4 von Anhang II der Richtlinie 89/686/EWG
ist zu jeder in Verkehr gebrachten PSA eine Informationsbrosch&uuml;re mit folgenden Inhalten auszuh&auml;ndigen:
• Name und Anschrift des Herstellers und/oder seines
in der europ&auml;ischen Gemeinschaft niedergelassenen
Bevollm&auml;chtigten
• Anweisungen f&uuml;r den Gebrauch, das Lagern, Reinigen,
PSA m&uuml;ssen f&uuml;r ihre Tr&auml;ger zumutbar sein. Auf Beschwerden oder physische Einschr&auml;nkungen einzelner
Mitarbeiter ist R&uuml;cksicht zu nehmen. So k&ouml;nnen zum Beispiel Mitarbeitende mit Lungen- oder Herzbeschwerden
nicht f&uuml;r alle Arbeiten eingesetzt werden, bei denen ein
Atemschutz getragen werden muss. Bei Sehfehlern
werden Schutzbrillen und Atemschutz-Vollmasken mit
optischer Korrektur ben&ouml;tigt, Fussdeformationen erfordern orthop&auml;dische Schutzschuhe usw.
PSA k&ouml;nnen den Tr&auml;ger behindern oder sein K&ouml;rpergef&uuml;hl
erheblich ver&auml;ndern. Dies kann zum Beispiel bei
Handschuhen oder Hitzeschutzanz&uuml;gen der Fall sein.
M&ouml;glicherweise ver&auml;ndert sich die Schwerpunktlage,
zum Beispiel beim Tragen von Atemschutzger&auml;ten.
Ung&uuml;nstige Bedingungen wie Hitze am Arbeitsplatz
erh&ouml;hen die Belastung.
Solche Umst&auml;nde gilt es bei der Gestaltung der Arbeitspl&auml;tze zu ber&uuml;cksichtigen: M&ouml;glicherweise braucht es
Verbesserungen am Arbeitsplatz selbst. Oder es ist –
bei erh&ouml;hter Belastung durch das Tragen der Schutzausr&uuml;stung – die Arbeitszeit zu verk&uuml;rzen. F&uuml;r Tr&auml;ger von
Schutzausr&uuml;stungen sind insbesondere auch die Ausweich- und Fluchtm&ouml;glichkeiten zu beurteilen.
Wenn die Belastungen das Leistungsverhalten des Tr&auml;gers herabsetzen und dadurch neue Gef&auml;hrdungen entstehen, ist der Einsatz der PSA in Frage gestellt. In solchen F&auml;llen ist gr&uuml;ndlich zu pr&uuml;fen, ob nicht doch andere
Massnahmen getroffen werden k&ouml;nnen, um den Schutz
der Arbeitnehmenden zu gew&auml;hrleisten.
4.4 Achten Sie auf individuelle
PSA m&uuml;ssen der k&ouml;rperlichen Konstitution des Tr&auml;gers
Rechnung tragen. Es ist wichtig, dass die richtigen
Gr&ouml;ssen zur Verf&uuml;gung stehen und die Ausr&uuml;stungen
Individuelle W&uuml;nsche der Mitarbeitenden sind nach M&ouml;glichkeit zu ber&uuml;cksichtigen. Dies gilt besonders f&uuml;r den
Augenschutz, Geh&ouml;rschutz, Fussschutz, Atemschutz und
Auf PSA, die von mehreren Personen verwendet werden,
ist wenn m&ouml;glich zu verzichten. Solche PSA m&uuml;ssen vor
jedem Gebrauch individuell angepasst werden. Auch
hygienische Aspekte sprechen gegen eine Verwendung
durch mehrere Personen (z. B. Sauberkeit).
Bild 1: Beispiel einer kombinierten Schutzausr&uuml;stung: Schutzhelm
kombiniert mit Geh&ouml;rschutz und Gesichtsschutz
4.5 Kombinierte
Wenn in einem Bereich eine Mehrfachgef&auml;hrdung
besteht, ist darauf zu achten, dass sich die Schutzausr&uuml;stungen kombinieren lassen.
Schutzhelm, kombiniert mit
Schutzhandschuhe, kombiniert mit Armschutz
Schutzschuhe, kombiniert mit Beinschutz
Kombinierte Schutzausr&uuml;stungen bieten den Vorteil,
dass sich mit ihnen die Schutzwirkung der einzelnen
PSA erweitern l&auml;sst.
5.1 Anspruchsvolle
Als Arbeitgeber sind Sie von Gesetzes wegen dazu verpﬂichtet, den Arbeitnehmenden die erforderlichen PSA zur
Verf&uuml;gung zu stellen und daf&uuml;r zu sorgen, dass sie getragen werden. Die Arbeitnehmenden haben die PSA zu
benutzen, wo es notwendig ist.
F&uuml;r die Kaderleute bedeutet dies, dass sie die PSA selber
konsequent tragen m&uuml;ssen – getreu dem Grundsatz:
Der Chef geht mit dem guten Beispiel voran. Sie haben die
Aufgabe, die Arbeitnehmenden zu unterst&uuml;tzen und zu
motivieren, aber auch zu &uuml;berwachen.
Sicherheitsregeln, Weisungen, Vorschriften &uuml;ber das
Verwenden von PSA sollen
• unmissverst&auml;ndlich formuliert sein
• wenn immer m&ouml;glich in den Arbeitsvertrag oder in die
Stellenbeschreibung der betroffenen Arbeitnehmenden
• auch in Bedienungsanleitungen f&uuml;r Arbeitsmittel, in
Vorschriften zu Produktionsverfahren, Gebrauchsanweisungen, Arbeitsanweisungen usw. vorhanden sein.
Tabelle 1: Beispiel einer Weisung/Sicherheitsregel
Die folgenden Kapitel zeigen, wie PSA eingef&uuml;hrt und ein
Tragobligatorium durchgesetzt werden k&ouml;nnen.
alle T&auml;tigkeiten
Abspritzen LKW
Einstieg in die Kan&auml;le
5.2 Arbeitsplatz beurteilen
und geeignete PSA ausw&auml;hlen
Voraussetzung f&uuml;r das erfolgreiche Durchsetzen eines
Tragobligatoriums ist, dass zuerst die Gef&auml;hrdungen und
Arbeitspl&auml;tze beurteilt und die PSA sorgf&auml;ltig ausgew&auml;hlt
werden. Was dabei zu beachten ist, k&ouml;nnen Sie Kapitel 3
und 4 entnehmen. F&uuml;r die Tragakzeptanz ist besonders
die Mitsprache der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bedeutung.
5.3 Sicherheitsregeln formulieren
und Arbeitspl&auml;tze kennzeichnen
Basierend auf der Arbeitsplatzbeurteilung sind Sicherheitsregeln zur Verwendung der PSA zu erstellen. Es ist sinnvoll, beim Formulieren der Sicherheitsregeln die zust&auml;ndigen Vorgesetzten mitarbeiten zu lassen. Denn sie sind es,
welche die Sicherheitsregeln nachher durchsetzen m&uuml;ssen.
Bereiche (Zonen, Arbeitspl&auml;tze), in denen st&auml;ndig PSA
getragen werden m&uuml;ssen, sind mit dem entsprechenden
Gebotszeichen zu kennzeichnen.
Bild 2: Gebotszeichen f&uuml;r das Tragen des Schutzhelms
Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter &uuml;ber das
PSA-Tragobligatorium zu informieren ist Chefsache! Die
Betriebsangeh&ouml;rigen m&uuml;ssen erkennen und sp&uuml;ren, dass
die Gesch&auml;ftsleitung dem Schutz der Mitarbeitenden
grosse Bedeutung beimisst und das angeordnete Obligatorium in der Praxis durchgesetzt wird.
Den betroffenen Mitarbeitenden ist zu erkl&auml;ren, warum die
Gef&auml;hrdungen nicht mit technischen oder organisatorischen Massnahmen eliminiert werden konnten. Vor allem
aber sind die Mitarbeitenden davon zu &uuml;berzeugen,
dass sie sich selbst sch&uuml;tzen m&uuml;ssen, wenn sie gesund
Informations- und Werbemittel (Plakate, Kleber, Prospekte)
f&uuml;r die wichtigsten PSA stellt die Suva allen Interessenten
gerne zur Verf&uuml;gung. Siehe dazu Kapitel 17 &laquo;Weiterf&uuml;hrende Informationen&raquo;.
5.5 Instruktion
Die Mitarbeitenden sollen ihre eigene Schutzausr&uuml;stung
in der passenden Gr&ouml;sse, wenn m&ouml;glich, Farbe, Form
usw. ausw&auml;hlen k&ouml;nnen. Dies geschieht meistens bei der
Abgabe der PSA.
Bei der Abgabe braucht es auch eine Instruktion.
Wichtige Instruktionsthemen sind:
• die Gef&auml;hrdungen an den Arbeitspl&auml;tzen und m&ouml;gliche
negative Auswirkung auf den Menschen
• erforderliche PSA
• Anpassen der PSA an die pers&ouml;nlichen Bed&uuml;rfnisse
und die Arbeitsplatzverh&auml;ltnisse
• Kontrolle der PSA vor dem Einsatz
• richtiger Einsatz und richtige Verwendung der PSA
• Austausch einzelner Elemente der PSA
• Pﬂege (Hygiene) und Instandhaltung
• Vorgehen bei Defekten an der PSA
Ein wichtiges Hilfsmittel f&uuml;r die Instruktion ist die Informationsbrosch&uuml;re des Herstellers (Kapitel 4.2). In der Informationsbrosch&uuml;re zu Atemschutzger&auml;ten ist zum Beispiel
beschrieben, wie kontrolliert werden muss, ob die
Schutzmaske dicht sitzt. Eine solche Kontrolle ist vor
jedem Betreten des Gefahrenbereichs vorzunehmen.
F&uuml;r die Instruktion und das Anpassen spezieller PSA
sind Fachleute beizuziehen.
Es gibt auch PSA, die bei falscher Anwendung selbst zu
einem Sicherheitsrisiko werden k&ouml;nnen. Beispielsweise
wenn bei fremdbel&uuml;fteten Schutzanz&uuml;gen pl&ouml;tzlich die
Luftzufuhr ausf&auml;llt oder wenn ein Arbeitnehmer nach
einem Absturz l&auml;ngere Zeit in der Absturzsicherung
h&auml;ngen bleibt. F&uuml;r solche PSA sind zus&auml;tzliche Vorkehrungen vorzusehen und zu instruieren.
5.6 Kontrollen
Die Gesch&auml;ftsleitung bekundet ihre Entschlossenheit
am besten dadurch, dass sie Kontrollen anordnet. Zuerst
ist der Ist-Zustand aufzunehmen und dieser dem SollZustand (Ziel) gegen&uuml;berzustellen.
Manche Kontrollen, zum Beispiel solche beim Materialeingang oder bei der Qualit&auml;tssicherung, werden von den
Mitarbeitenden akzeptiert. Wo das Arbeitsverhalten des
Einzelnen kontrolliert wird, verhalten sich die Betroffenen
oft ablehnend. Kontrollen dieser Art sind deshalb sorgf&auml;ltig vorzubereiten. &Uuml;ber Zweck, Form und Kriterien der
Kontrolle ist vorg&auml;ngig zu informieren.
Die Kontrollen sind an mehreren zuf&auml;llig ausgew&auml;hlten
Tagen von den direkten Vorgesetzten vorzunehmen und
die Kontrollergebnisse in geeigneter Form festzuhalten.
Im ersten Monat des Obligatoriums empﬁehlt es sich, die
Tragdisziplin etwas &ouml;fter zu kontrollieren und fehlbare Mitarbeitende zu ermahnen. Nach Ablauf dieser Phase ist bei
Zuwiderhandlung gegen die Tragpﬂicht auf die m&ouml;glichen
Verst&ouml;sse gegen die Tragpﬂicht sowie die individuellen
Beweggr&uuml;nde f&uuml;r das sicherheitswidrige Verhalten sind
schriftlich festzuhalten. Die Kontrollergebnisse und deren
Beurteilungen werden sowohl den Vorgesetzten als auch
den Mitarbeitenden bekannt gegeben. Falls die Ergebnisse unter dem Soll-Wert liegen, muss das weitere Vorgehen an einer Kadersitzung oder in einem F&uuml;hrungsgespr&auml;ch festgelegt werden.
5.8 Sanktionen: Versetzung
oder K&uuml;ndigung
Wenn sich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter trotz aller
Motivationsbem&uuml;hungen weigert, die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, fehlen die Voraussetzungen f&uuml;r eine
weitere Zusammenarbeit. In diesem Fall ist eine Versetzung oder sogar eine K&uuml;ndigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses
nicht mehr zu umgehen.
Bevor gegen einen Mitarbeiter Sanktionen ergriffen
werden, sollte man versuchen, ihn zu motivieren. Manchmal bewirkt bereits das vorbildliche Verhalten des Vorgesetzten die erw&uuml;nschte Verhaltens&auml;nderung. Oft
braucht es allerdings etwas gr&ouml;ssere Anstrengungen.
Versuchen Sie herauszuﬁnden, aus welchen Gr&uuml;nden
sich der Mitarbeiter sicherheitswidrig verh&auml;lt. Empﬁndet
er die zur Verf&uuml;gung stehende Schutzausr&uuml;stung als
unzweckm&auml;ssig oder kennt er die Vorschriften nicht?
In solchen F&auml;llen l&auml;sst sich leicht Abhilfe schaffen: durch
Abgabe geeigneter PSA, Information und Instruktion.
Schwieriger wird es f&uuml;r die Vorgesetzten, wenn die
Mitarbeitenden das Obligatorium aus Gleichg&uuml;ltigkeit,
Bequemlichkeit, Uneinsichtigkeit oder Trotz missachten
und der Meinung sind, Unf&auml;lle seien bei ihrer Arbeit sehr
Setzen Sie als Vorgesetzter in diesem Fall klare Ziele,
begr&uuml;nden Sie die Schutzmassnahmen mit &Uuml;berzeugung
und bewegen Sie die Mitarbeitenden dazu, in eigener
Verantwortung zu handeln. In den meisten F&auml;llen wird
der Erfolg nicht ausbleiben. N&ouml;tig sind aber auch immer
wieder Kontrollen, ob die Regeln eingehalten werden.
Beachten Sie die Angaben des Herstellers &uuml;ber Nutzungsdauer, Pﬂege und Instandhaltung der PSA. Damit
die PSA jederzeit mit der notwendigen Hygiene und
Sicherheit benutzt werden k&ouml;nnen, sind Pﬂege und
Unterhalt der PSA klar zu regeln. Dazu geh&ouml;rt vor allem:
• Instruktion der Mitarbeitenden &uuml;ber Pﬂege und Unterhalt
• gut verst&auml;ndliche Benutzeranleitungen
• Bevorratung von Ersatzteilen und Hilfsmaterial
• Bereitstellen von Reinigungseinrichtungen und -material
(z.B. Mittel f&uuml;r das Reinigen und Desinﬁzieren)
Wenn n&ouml;tig muss der Arbeitgeber Bereiche bezeichnen,
in denen die PSA gereinigt, desinﬁziert sowie schmutzfrei
und trocken aufbewahrt werden k&ouml;nnen. Die f&uuml;r das
Reinigen bzw. die Dekontamination notwendige Zeit gilt
Die Nutzungsdauer von mehrfach verwendbaren PSA ist
von mehreren Faktoren abh&auml;ngig. Betriebsintern ist in
geeigneter Form zu erfassen, wann ein bestimmter
Schutzartikel in Gebrauch genommen wurde. Sobald
PSA ihre Schutzfunktion nicht mehr voll erf&uuml;llen, sind
sie zu erneuern. Nicht mehr zu verwenden sind zum Beispiel durchstochene oder por&ouml;se Handschuhe oder
Anz&uuml;ge, kontaminierte Schutzausr&uuml;stungen und Kleidungsst&uuml;cke und defekte, gealterte oder schlecht gewartete Atemschutzmasken.
PSA, die sich nicht mehr verwenden lassen, sind fachgerecht zu entsorgen (Art der Kontamination beachten).
7.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Bei vielen Arbeiten l&auml;sst sich das Risiko einer Kopfverletzung nicht zuverl&auml;ssig absch&auml;tzen. Deshalb ist im Zweifelsfall zwingend ein Kopfschutz zu tragen. So schreibt
die Bauarbeitenverordnung in Artikel 5 vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei allen Arbeiten, bei
denen sie durch herabfallende Gegenst&auml;nde oder Materialien gef&auml;hrdet sind, einen Schutzhelm tragen m&uuml;ssen.
Der Helm sch&uuml;tzt den Kopf gegen herabfallende oder
fortgeschleuderte Gegenst&auml;nde sowie gegen Anstossen
an festen Bauteilen und Einrichtungen. F&uuml;r jede Arbeit ist
der passende Kopfschutz zu tragen. Wenn beispielsweise
ein Industrieschutzhelm vorgeschrieben ist, gen&uuml;gt es
nicht, eine Anstosskappe zu tragen. Denn diese sch&uuml;tzt
nur vor einem leichteren Anstossen des Kopfs.
7.2 Gef&auml;hrdungen
Einwirkungen (herabfallende, pendelnde,
umfallende und wegﬂiegende Gegenst&auml;nde oder
Anstossen an Gegenst&auml;nden)
• thermische Einwirkungen (Hitze, K&auml;lte, gl&uuml;hende
Teilchen, Fl&uuml;ssigmetallspritzer, Flammen)
• elektrische Einwirkungen (Ber&uuml;hrungsspannung,
Funkenbildung – auch durch elektrische Entladungen)
• chemische Einwirkungen (S&auml;uren, Laugen, L&ouml;semittel)
• Nichterkennbarkeit von Personen (bei Arbeiten ohne
• Erfasstwerden der Haare (z. B. durch bewegte
Maschinenteile)
7.3 Produktarten, Produktanforderungen, Kennzeichnung
Es gibt verschieden Arten, den Kopf zu sch&uuml;tzen.
• Industrie-Schutzhelme
• Vollschutzhelme (z.B. Sandstrahlhelme mit
integriertem Atemschutz)
• Industrie-Anstosskappen
• Feuerwehrhelme
• Bergsteigerhelme
• Kopfschutzhauben, Haarschutznetze
Bei der Auswahl des Kopfschutzes ist auf die Gef&auml;hrdungen, Benutzerfreundlichkeit und auf Beeintr&auml;chtigungen
oder Belastungen des Tr&auml;gers bei der Arbeit zu achten.
Weitere wichtige Kriterien f&uuml;r einen wirkungsvollen Kopfschutz sind:
• Stossd&auml;mpfung
• Verstellbarkeit des Kinnriemens (falls vorhanden)
sicherer Halt des Helms
• Tragkomfort: Anpassung des Kopfschutzes an
die Kopfgr&ouml;sse, leichtes Gewicht, Schutz vor N&auml;sse
Schutzhelme k&ouml;nnen aus einfacheren oder hochwertigen
Thermoplasten oder aus Qualit&auml;ts-Duroplasten bestehen.
Massgebend f&uuml;r die Gebrauchsdauer sind die Angaben
des Herstellers in der Informationsbrosch&uuml;re. Bei klar
sichtbaren Farbver&auml;nderungen oder bei Besch&auml;digungen
ist der Helm sofort auszutauschen.
Der Schutzhelm muss eine gegossene oder gepr&auml;gte
• Nummer der erf&uuml;llten Norm und allf&auml;lliger Zusatznormen
• Name oder Zeichen des Herstellers
• Helmtyp (Bezeichnung des Herstellers)
• Gr&ouml;sse oder Gr&ouml;ssenbereich und
• Herstellungsjahr und -quartal
7.4 Besondere Ausf&uuml;hrungen
7.5 Weiterf&uuml;hrende
www.suva.ch/schutzhelm
www.sapros.ch/kopfschutz
Bild 3: Schutzhelm mit
Bild 4: Bergsteigerhelm
7.6 Normen
Feuerwehrhelme f&uuml;r die Brandbek&auml;mpfung in Geb&auml;uden
und anderen baulichen Anlagen
Bild 5: Anstosskappe
Bild 7: Sandstrahlhelm mit
Bild 6: Feuerwehrhelm mit
integrierter Atemschutzmaske
Bild 8: Haarschutznetz
8.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Oft treten Fragen im Zusammenhang mit Korrektionsbrillen und Kontaktlinsen auf. Dazu muss man Folgendes
Handels&uuml;bliche Korrektionsbrillen haben keine Schutzwirkung. Sie erf&uuml;llen die Anforderungen der Norm EN 166
Kontaktlinsen gew&auml;hren dem Auge keinen Schutz gegen
Einwirkungen von aussen. F&uuml;r Kontaktlinsentr&auml;ger gelten
f&uuml;r das Tragen von Schutzbrillen die gleichen Anforderungen wie f&uuml;r Normalsichtige.
Schutzbrillen tragen schadet den Augen nicht. Schutzbrillen sind aus besten Materialien hergestellt und optisch
rein (Klasse 1) gem&auml;ss EN 166.
8.2 Gef&auml;hrdungen
Bei der Arbeit wird das menschliche Auge verschiedensten Gef&auml;hrdungen ausgesetzt. Wir unterscheiden:
• mechanische Einwirkungen (Staub, Sp&auml;ne, Splitter usw.)
• optische Einwirkungen
(UV- und IR-Strahlung, Licht, Laserstrahlen usw.)
(S&auml;uren, Laugen, D&auml;mpfe, St&auml;ube usw.)
• thermische Einwirkungen
(Hitze, K&auml;lte, Schmelzmetall usw.)
• besondere Einwirkungen
(R&ouml;ntgenstrahlen, St&ouml;rlichtbogen, biologische
Einwirkungen usw.)
8.3 Produktarten, Produktanforderungen, Kennzeichnung
Augenschutzger&auml;te werden unterteilt in B&uuml;gelbrillen mit
angebautem oder integriertem Seitenschutz, Korbbrillen
(Vollsichtbrillen) und Augenschutzger&auml;te mit Gesichtsschutz (Schutzschilde, Schutzschirme/Schutzgitter,
Schutzhauben). Augenschutzger&auml;te mit Gesichtsschutz
sch&uuml;tzen die Augen, das Gesicht und allenfalls auch die
Hals- und Nackenpartien des Tr&auml;gers.
Bei der Auswahl von Augen- und Gesichtsschutz ist auf
Benutzerfreundlichkeit und etwaige Beeintr&auml;chtigungen
Weitere wichtige Kriterien f&uuml;r einen wirkungsvollen Augenund Gesichtsschutz sind:
• Passform, Funktionalit&auml;t und Tragkomfort
• M&ouml;glichkeit, B&uuml;gell&auml;nge und Neigungswinkel
• M&ouml;glichkeit, die Brille durch Kaltverformung anzupassen
• Gr&ouml;sse und Gesichtsfeld
• Beschlagfreiheit, Kratzbest&auml;ndigkeit, Antistatik
und UV-Schutz der Sichtscheiben
Alle Kennzeichnungen m&uuml;ssen deutlich und dauerhaft
sein. Auf der Fassung bzw. dem Tragk&ouml;rper muss die
Nummer der umgesetzten Norm angegeben sein. Auf
der Sichtscheibe wird in der Regel keine solche Nummer
In Tabelle 2 ﬁnden Sie eine &Uuml;bersicht zur Kennzeichnung
von Sichtscheiben, in Tabelle 3 zur Kennzeichnung von
Tragk&ouml;rpern.
Tabelle 2: Kennzeichnung von Sichtscheiben (gem&auml;ss EN 166)
Schutzstufen (nur f&uuml;r Filter)
Die Strahlendurchl&auml;ssigkeit der Filter wird mithilfe von Schutzstufen angegeben. Die Schutzstufen setzen sich in der Regel aus einer Vorzahl f&uuml;r die Art des
Filters und der Schutzstufennummer zusammen. Vorzahl und Schutzstufennummer werden durch einen Bindestrich voneinander getrennt. Je h&ouml;her die
Schutzstufennummer, desto geringer ist die Durchl&auml;ssigkeit f&uuml;r optische Strahlung.
Schweisserschutzfilter
1,2/1,4/1,7/2/2,5/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/13/14/15/16
2-1,2/2-1,4
3-1,2/3-1,4/3-1,7/3-2/3-2,5/3-3/3-4/3-5
4-1,2/4-1,4/4-1,7/4-2/4-2,5/4-3/4-4/4-5/4-6/4-7/4-8/4-9/4-10
5-1,1/5-1,4/5-1,7/5-2/5-2,5/5-3,1/5-4,1
6-1,1/6-1,4/6-1,7/6-2/6-2,5/6-3,1/6-4,1
Kann aus einem oder mehreren Elementen bestehen.
Optische Klasse (ausser bei Vorsatzscheiben)
F&uuml;r Arbeiten mit besonders hohen Anforderungen an die Sehleistung, f&uuml;r den Dauergebrauch
sowie f&uuml;r Vorsatzscheiben
Nur in Ausnahmef&auml;llen, f&uuml;r grobe Arbeiten ohne gr&ouml;ssere Anforderungen an die Sehleistung.
Nicht f&uuml;r den Dauergebrauch
Mechanische Festigkeit (gemessen mit aufprallender Stahlkugel)
Erh&ouml;hte Festigkeit (43g-Stahlkugel mit 5,1 m/s)
Stoss mit niedriger Energie (0,86g-Stahlkugel mit 45 m/s)
Stoss mit mittlerer Energie (0,86g-Stahlkugel mit 120 m/s)
Stoss mit hoher Energie (0,86g-Stahlkugel mit 190 m/s)
Kurzzeichen f&uuml;r Verwendungsbereich (falls zutreffend)
Best&auml;ndigkeit gegen St&ouml;rlichtbogen
Nichthaften von Schmelzmetall und best&auml;ndig gegen das Durchdringen heisser Festk&ouml;rper
Oberﬂ&auml;chenbest&auml;ndigkeit gegen Besch&auml;digung durch kleine Teilchen (kratzbest&auml;ndig)
Best&auml;ndigkeit gegen Beschlagen (antifog)
Erh&ouml;hter Reﬂexionsgrad im Infraroten
Kurzzeichen f&uuml;r Original- bzw. Ersatz-Sichtscheibe (kann vom Hersteller zur Kennzeichnung verwendet werden)
4-2 XXX 1 B 9 N
Sichtscheibe der Schutzstufe 4-2 (Infrarot-Schutzﬁlter mit
Schutzstufennummer 2) des Herstellers XXX, optische
Klasse 1, best&auml;ndig gegen St&ouml;sse mittlerer Energie (B),
Nichthaften von Schmelzmetall und Widerstand gegen
das Durchdringen heisser Festk&ouml;rper (9), best&auml;ndig
gegen Beschlagen (N).
Tabelle 3: Kennzeichnung von Tragk&ouml;rpern (gem&auml;ss EN 166)
Kann aus einem oder mehreren Elementen bestehen
Bei Eignung f&uuml;r mehrere Bereiche sind die zutreffenden Ziffern nacheinander in aufsteigender Reihenfolge angegeben. Schutz gegen:
Nicht festgelegte, mechanische Risiken und Gef&auml;hrdungen durch ultraviolette, sichtbare und infrarote
Strahlung und Sonnenstrahlung
Grobstaub (Staub mit einer Korngr&ouml;sse &gt;5 μm)
Gas und Feinstaub (Gase, D&auml;mpfe, Nebel, Rauch und Staub mit einer Teilchengr&ouml;sse &lt;5 μm)
St&ouml;rlichtbogen (elektrischer Lichtbogen bei Kurzschluss in elektrischen Anlagen)
Schmelzmetall und heisse Festk&ouml;rper (Spritzer von Schmelzmetallen und Durchdringen heisser Festk&ouml;rper)
Auch EN 166 ist zul&auml;ssig
XXX 166 5
Tragk&ouml;rper nach EN 166 zum Einsatz in Bereichen,
in denen Gas und Feinstaub auftritt.
Bilden Sichtscheiben und Tragk&ouml;rper eine Einheit, so
ist die vollst&auml;ndige Kennzeichnung auf dem Tragk&ouml;rper
4-4 XXX 3 F 9 N - 3-F
Sichtscheiben: 4-4 XXX 3 F 9 N
IR-Filter 4-4, Hersteller XXX, optische Klasse 3, best&auml;ndig
gegen Stoss mit niedriger Energie (F), Nichthaften von
Schmelzmetall und Widerstand gegen das Durchdringen
heisser Festk&ouml;rper (9), best&auml;ndig gegen Beschlagen (N).
Tragk&ouml;rper: 3-F
Schutz gegen tropfende und spritzende Fl&uuml;ssigkeit (3),
best&auml;ndig gegen Stoss mit niedriger Energie (F).
8.4 Besondere Ausf&uuml;hrungen
8.6 Normen
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Anforderungen
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Filter f&uuml;r das Schweissen und
verwandte Techniken – Transmissionsanforderungen und
Bild 9: Vollsichtbrille
Bild 11: Schutzbrille, die &uuml;ber
der Korrektionsbrille getragen
Bild 10: Schutzschild nach
Bild 12: Schweissschutzbrille
mit aufklappbaren Gl&auml;sern
8.5 Weiterf&uuml;hrende
www.sapros.ch/augenschutz
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Ultraviolettschutzﬁlter –
Transmissionsanforderungen und empfohlene
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Infrarotschutzﬁlter – Transmissionsanforderungen und empfohlene Verwendung
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Sonnenschutzﬁlter f&uuml;r den
Pers&ouml;nlicher Schutz – Ger&auml;te f&uuml;r Augen- und Gesichtsschutz beim Schweissen und bei verwandten Verfahren
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Filter und Augenschutzger&auml;te
gegen Laserstrahlung (Laserschutzbrillen)
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Augenschutzger&auml;te f&uuml;r
Justierarbeiten an Lasern und Laseraufbauten
(Laser-Justierbrillen)
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Automatische Schweisserschutzﬁlter
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Augen- und Gesichtsschutzger&auml;te aus Gewebe
Pers&ouml;nlicher Augenschutz – Gesichtsschutzschilde
und Visiere zur Verwendung mit Schutzhelmen f&uuml;r die
Feuerwehr, Krankenwagenpersonal und Notfalldienste
9.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Oft werden folgende Aspekte nicht ber&uuml;cksichtigt:
Das Geh&ouml;r ist nur dann ausreichend gesch&uuml;tzt, wenn
bei jeder L&auml;rmbelastung – sei sie auch noch so kurz –
ein Geh&ouml;rschutzmittel getragen wird.
Geh&ouml;rschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff
Sie k&ouml;nnen mehrmals, aber nicht unbeschr&auml;nkt eingesetzt
werden. Aus hygienischen Gr&uuml;nden sollen Pfropfen
in Kunststoffboxen abgegeben werden. Geh&ouml;rschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff passen sich jedem
Geh&ouml;rgang einwandfrei an.
Nur gepr&uuml;fte Geh&ouml;rschutzmittel sch&uuml;tzen wirksam gegen
L&auml;rm. Haushaltwatte, Zigarettenﬁlter oder Ohropax sind
nicht als Geh&ouml;rschutzmittel am Arbeitsplatz geeignet.
F&uuml;r Personen mit engen Geh&ouml;rg&auml;ngen sind Geh&ouml;rschutzpfropfen mit kleinerem Durchmesser zur Verf&uuml;gung zu
9.2 Gef&auml;hrdungen
Schalldruckpegel ab einem L&auml;rmexpositionspegel
Leq von 85 dB(A) gef&auml;hrden das Geh&ouml;r.
• Musikh&ouml;ren am Arbeitsplatz kann eine Gefahr darstellen,
beispielsweise wenn wegen der Musik Warnsignale oder
Gef&auml;hrdungen nicht wahrgenommen werden. Die
Checkliste &laquo;Musikh&ouml;ren am Arbeitsplatz&raquo; (siehe Ziffer
9.5) hilft bei der Beurteilung, an welchen Arbeitspl&auml;tzen
das Musikh&ouml;ren aus Sicherheitsgr&uuml;nden zu verbieten ist.
Geh&ouml;rschutzpfropfen aus Kunststoff
Sie k&ouml;nnen l&auml;ngere Zeit verwendet werden. Sie eignen
sich auch, wenn andere Geh&ouml;rschutzmittel aus Hygienegr&uuml;nden (schmutzige Arbeitsbedingungen oder erh&ouml;hte
Temperatur) nicht in Frage kommen. Geh&ouml;rschutzpfropfen
aus Kunststoff k&ouml;nnen mit Wasser gereinigt werden.
9.3 Produktarten,
Im Handel sind Geh&ouml;rschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff oder aus Kunststoff, Geh&ouml;rschutzb&uuml;gel, Geh&ouml;rschutzkapseln und Otoplasten erh&auml;ltlich. Lassen Sie sich
von Ihrem PSA-Lieferanten beraten, welches Produkt f&uuml;r
Ihr Einsatzgebiet das am besten geeignete ist. Lassen Sie
die betroffenen Mitarbeitenden mit ausw&auml;hlen.
Geh&ouml;rschutzkapseln
Weil sie sich leicht und schnell aufsetzen lassen, eignen
sie sich f&uuml;r kurzzeitige Eins&auml;tze besonders gut. Es ist f&uuml;r
geeignete Aufbewahrungsm&ouml;glichkeiten direkt am Arbeitsplatz zu sorgen. Muss das Geh&ouml;r den ganzen Tag oder bei
erh&ouml;hten Arbeitstemperaturen gesch&uuml;tzt werden, sind
Pfropfen vorzuziehen.
Geh&ouml;rschutzb&uuml;gel
Sie lassen sich rasch aufsetzen und k&ouml;nnen bei Nichtgebrauch um den Hals getragen werden. F&uuml;r Schallpegel
Leq &uuml;ber 90 dB(A) sind Geh&ouml;rschutzb&uuml;gel nicht geeignet.
Otoplastische Geh&ouml;rschutzmittel werden dem Geh&ouml;rgang
angepasst und bieten einen hohen Tragkomfort. Aus
unterschiedlich starken Filtern kann jener gew&auml;hlt werden,
der den n&ouml;tigen Schutz bietet und die Kommunikation
m&ouml;glichst wenig beeintr&auml;chtigt.
Bevor Otoplasten erstmalig bei der Arbeit getragen
werden, muss die Schutzwirkung &uuml;berpr&uuml;ft werden;
die &Uuml;berpr&uuml;fung ist alle zwei Jahre zu wiederholen.
Bei der Auswahl des Geh&ouml;rschutzes ist auf die pers&ouml;nlichen Bed&uuml;rfnisse der Arbeitnehmenden zu achten. F&uuml;r
kurzzeitige Eins&auml;tze eignen sich Geh&ouml;rschutzkapseln
oder -b&uuml;gel. F&uuml;r eine l&auml;ngere Tragedauer und bei hohen
Umgebungstemperaturen sind in der Regel Geh&ouml;rschutzmittel vorzuziehen, die die Geh&ouml;rmuschel nicht bedecken.
Weitere wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Geh&ouml;rschutzes sind:
• Passform und Tragkomfort
• Verf&uuml;gbarkeit (immer griffbereit)
• Kombination mit anderen Schutzausr&uuml;stungen
(Helm, Schutzbrille, Atemschutz)
Richtwerte f&uuml;r die Lebensdauer von Geh&ouml;rschutzmitteln
Pfropfen aus Dehnschaumstoff
Pfropfen aus Kunststoff
Otoplastische Geh&ouml;rschutzmittel
(mit Nachkontrollen)
3 bis 4 Jahre;
die Ohrpolster sind j&auml;hrlich
zu &uuml;berpr&uuml;fen (Elastizit&auml;t,
Sauberkeit, Defekte)
und wenn n&ouml;tig zu ersetzen
Kapseln (mindestens die Ohrpolster) sind w&ouml;chentlich
mit einem feuchten Lappen zu reinigen. Pfropfen aus
Kunststoff k&ouml;nnen mehrmals von Hand mit Wasser gewaschen werden.
9.4 Besondere Ausf&uuml;hrungen
Kapseln mit pegelabh&auml;ngiger Schalld&auml;mmung
Spezielle Geh&ouml;rschutzkapseln nehmen &uuml;ber ein Mikrofon
den Schall auf und geben leise Ger&auml;usche wie ein normaler Kopfh&ouml;rer wieder. Ger&auml;usche mit Schallpegeln &uuml;ber
84 dB(A) werden nicht wiedergegeben, sondern wie bei
einer normalen Geh&ouml;rschutzkapsel ged&auml;mmt.
Der Einsatz von pegelabh&auml;ngigen Geh&ouml;rschutzkapseln ist
bei Arbeiten in ruhiger Umgebung mit kurzen L&auml;rmbelastungen sinnvoll, insbesondere wenn sich der Tr&auml;ger oder
die Tr&auml;gerin w&auml;hrend der Arbeit mit anderen verst&auml;ndigen
muss (Schiessinstruktion, Kistenmacher). Sie sind deutlich schwerer als normale Kapseln und ben&ouml;tigen eine
Kapseln mit Kommunikationseinrichtung
Diese Schutzmittel erm&ouml;glichen es, drahtlos oder &uuml;ber
Kabel Informationen zu &uuml;bermitteln. Es gibt Systeme, die
nur in einer Richtung &uuml;bertragen k&ouml;nnen, und andere, die
eine gegenseitige Unterhaltung zwischen Besch&auml;ftigten
Es gibt Geh&ouml;rschutzkapseln mit eingebautem Radio. Die
Musiklautst&auml;rke ist auf einen Schallpegel von 82 dB(A)
begrenzt. Es gibt auch Modelle, die neben dem eingebauten Radio zus&auml;tzlich mit der pegelabh&auml;ngigen Schalld&auml;mmung ausger&uuml;stet sind. Dadurch h&ouml;rt der Benutzer auch
die Umgebungsger&auml;usche und Signale. Allerdings kann
ein Teil dieser Informationen durch die Musik &uuml;berdeckt
9.5 Weiterf&uuml;hrende
Suva-Informationsschrift 66096
&laquo;Der pers&ouml;nliche Geh&ouml;rschutz&raquo;
Suva-Informationsschrift 84001
&laquo;Musik und H&ouml;rsch&auml;den&raquo;
Checkliste 67009
&laquo;L&auml;rm am Arbeitsplatz&raquo;
Checkliste 67020
&laquo;Geh&ouml;rschutzmittel (Anwendung und Wartung)&raquo;
Checkliste 67121
&laquo;Musikh&ouml;ren am Arbeitsplatz&raquo;
www.suva.ch/laerm
Informationen zum Thema L&auml;rm
www.sapros.ch/gehoerschutz
9.6 Normen
Geh&ouml;rsch&uuml;tzer – Empfehlungen f&uuml;r Auswahl, Einsatz,
Pﬂege und Instandhaltung – Leitfaden
Geh&ouml;rschutzkapseln mit Radio d&uuml;rfen nicht verwendet
werden, wenn die Ansprechbarkeit des Benutzers nicht
gew&auml;hrleistet ist und dadurch Dritte oder der Benutzer
selbst gef&auml;hrdet werden, insbesondere im Strassen- und
Werkverkehr.
10.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Schutzhandschuhe verhindern bei Arbeiten mit sch&auml;digenden Stoffen Hautkrankheiten an H&auml;nden und Unterarmen, bei Arbeiten mit scharfkantigen oder heissen
Gegenst&auml;nden Schnittverletzungen und Verbrennungen.
F&uuml;r gewisse Arbeiten sind spezielle Hautschutzmittel in
Form von Cremen, Lotionen und Sch&auml;umen zweckm&auml;ssig. Aber Achtung, Schutzcremen k&ouml;nnen Schutzhandschuhe nicht ersetzen. Schutzcremen bew&auml;hren sich nur
f&uuml;r Arbeiten mit leichter Verschmutzung, f&uuml;r Feuchtarbeit
und bei Einwirkung von UV-Strahlen. Eine gezielte
Anwendung erh&ouml;ht die Wirkung.
10.3 Produktarten, Produktanforderungen, Kennzeichnung
Fausthandschuhe eignen sich f&uuml;r schwere Arbeiten. Sie
lassen sich im Notfall leicht ausziehen. Sie werden h&auml;uﬁg
aus Leder, aber auch aus anderen Materialien wie zum
Beispiel Baumwolle gefertigt und eignen sich vor allem
zum Schutz gegen mechanische Verletzungen (bei
10.2 Gef&auml;hrdungen
Einwirkungen (scharfe, spitze
oder scharfkantige Werkstoffe)
• thermische Einwirkungen (Flammen, Hitze, K&auml;lte)
• chemische und biologische Einwirkungen (giftige,
infekti&ouml;se, &auml;tzende oder reizende Arbeitsstoffe)
• Strahlungseinwirkungen
• Einwirken von Schmutz
• Einwirken elektrischer Energie
Bild 18: Fausthandschuh
Bild 20: Dreifingerhandschuh
Bild 19: F&uuml;nffingerhandschuh
Transport-, Anschlag-, Rangier- und Reparaturarbeiten,
beim Fassen und Halten rauﬂ&auml;chiger oder scharfkantiger
grosser Teile).
Tabelle 4 Einsatzgebiete f&uuml;r Schutzhandschuhe (&Uuml;berblick)
Schutzhandschuhtyp
Sie eignen sich f&uuml;r Arbeiten, die den Gebrauch einzelner
Finger in gewissem Umfang erfordern (&laquo;Schl&uuml;sselgriff&raquo;).
Dazu geh&ouml;ren zum Beispiel Schweissen, Schleifen und
F&uuml;nffingerhandschuhe
Sie eignen sich, wenn h&ouml;here Anforderungen an die Fertigkeit und an das Tastgef&uuml;hl der H&auml;nde und Finger gestellt
werden. Sie lassen sich im Notfall schwerer ausziehen.
Alle diese Handschuhe sind auch mit Stulpen f&uuml;r einen
zus&auml;tzlichen Unterarmschutz erh&auml;ltlich.
gegen mechanische
• Abnutzung, insbesondere bei rauen
oder abrasiven1 Oberﬂ&auml;chen
• Scharfkantige Gegenst&auml;nde
• Schnitt- oder Stichverletzungsgefahr
(Schneidewerkzeuge, Glas, Bleche,
Splitter, Sp&auml;ne, Grate)
und Mikroorganismen
(EN 374-1)
• Hautkontakt mit Gefahrstoffen
(Vollkontakt, Spritzkontakt)
• kontaminierte Arbeitsmittel
gegen thermische
• Hitze und Flammen
• Kontakthitze, konvektive 2 Hitze
• Strahlungshitze
• Schmelzmetallspritzer
(EN 511)
• Kontaktk&auml;lte
• konvektive 2 K&auml;lte
Haut abreibende Oberﬂ&auml;chen
Gef&auml;hrdung durch Hitze- bzw. K&auml;lte&uuml;bertragung
Die Norm EN 420 formuliert die grunds&auml;tzlichen Anforderungen an Schutzhandschuhe und regelt deren Bezeichnung.
Tabelle 4 zeigt, welcher Schutzhandschuhtyp gegen die
verschiedenen Gef&auml;hrdungen eingesetzt werden muss,
d.h. welcher Norm die Handschuhe jeweils entsprechen
Tabelle 5: Piktogramme f&uuml;r Schutzhandschuhe (gem&auml;ss EN 420)
Schutz gegen chemische
Gef&auml;hrdungen (EN 374-1)
f&uuml;r Feuerwehrleute (EN 659)
und Flammen (EN 407)
Schutz gegen bakteriologische
Kontamination (EN 374-1)
Schutz gegen Kettens&auml;gen
(EN 381-7)
Schutz gegen radioaktive
Kontamination durch Partikel
(EN 421)
Schutz gegen K&auml;lte (EN 511)
Schutz gegen geringe
Schutz gegen Schnitte
und Stiche (EN 1082)
Schutz gegen ionisierende
Strahlen (EN 421)
Schutz gegen mechanische
Gef&auml;hrdungen (EN 388)
Diese werden in &laquo;Leistungsstufen&raquo; eingeteilt (Tabelle 6).
Tabelle 6: Leistungsstufen f&uuml;r Schutzhandschuhe gegen
mechanische Risiken (gem&auml;ss EN 388)
Weiterreisskraft
und Mikroorganismen (EN 374-1)
Ein Handschuh wird als best&auml;ndig gegen Chemikalien
angesehen, wenn ein Schutzindex von mindestens
Klasse 2 gem&auml;ss Tabelle 7 bei drei Pr&uuml;fchemikalien
nach Tabelle 8 erreicht wird.
Tabelle 7: Schutzindex (gem&auml;ss EN 374-1)
Durchbruchzeit in Min.
&gt; 480
Achtung: Bei Schutzhandschuhen, die die Anforderungen
an Durchstichfestigkeit erf&uuml;llen, darf nicht davon ausgegangen werden, dass sie Schutz gegen spitze Objekte
wie Injektionsnadeln bieten.
Tabelle 8: Liste der Pr&uuml;fchemikalien (gem&auml;ss EN 374-1)
Prim&auml;rer Alkohol
Chloriertes Parafﬁn
Kohlenstoffdisulﬁd
Weiterreisskraft (0-4)
Heterozyklische und
Anorganische S&auml;ure
Hinweise zum Umgang mit Injektionsnadeln sind in der
Suva-Brosch&uuml;re 2869/31 &laquo;Verh&uuml;tung blut&uuml;bertragbarer
Infektionen&raquo; enthalten.
Durchstichkraft (0-4)
Bild 21: Piktogramm, Leistungsanforderungen und Leistungsstufen
f&uuml;r Schutzhandschuhe gegen mechanische Gef&auml;hrdungen
Die in Tabelle 6 beschriebenen Leistungsstufen der Norm
EN 388 sind von allgemeiner Bedeutung, denn die
Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Weiterreissfestigkeit
und Durchstichfestigkeit sind auch f&uuml;r andere Arten von
Schutzhandschuhen relevant.
Brennverhalten (1–4)
Handschuh ist wasserfest und bietet nur einen
geringen Schutz gegen chemische Gef&auml;hrdungen.
Die Anforderung &laquo;chemikalienbest&auml;ndig&raquo; ist nicht
Kontaktw&auml;rme (1– 4)
Konvektive Hitze (1– 4)
Strahlungsw&auml;rme(1–4)
Kleine Spritzer geschmolzenen Metalls (1–4)
geschmolzenen Metalls
(1– 4)
Bild 22: Piktogramm und Leistungsanforderungen f&uuml;r
Schutzhandschuhe gegen geringe chemische Gef&auml;hrdungen
Bild 24: Piktogramm, Leistungsanforderungen und Leistungsstufen
f&uuml;r Schutzhandschuhe gegen Hitze und Flammen
Handschuh ist best&auml;ndig gegen Chemikalien. Er hat
einen Schutzindex von mindestens Klasse 2 bei drei
Pr&uuml;fchemikalien gem&auml;ss Norm EN 374-1, Anhang A.
Bild 23: Piktogramm und Leistungsanforderungen
f&uuml;r Schutzhandschuhe gegen chemische Gef&auml;hrdungen
Hinweise zum erforderlichen Handschuhmaterial und zur
maximalen Tragedauer ﬁnden Sie in den Sicherheitsdatenbl&auml;ttern zu den verschiedenen Gefahrstoffen. Unterst&uuml;tzung bei der Auswahl geeigneter Chemikalienhandschuhe erhalten Sie auch bei den Herstellern. Sie
verf&uuml;gen &uuml;ber Handschuhdatenbanken, die gefahrstoffbezogene Angaben zu den Schutzleistungen der
verschiedenen Schutzhandschuhe erm&ouml;glichen.
Falsch ausgew&auml;hlte Chemikalienhandschuhe wiegen den
Benutzer in falscher Sicherheit.
In der Norm EN 407 werden speziﬁsche Anwendungen
nicht behandelt. So sind beispielsweise die speziﬁschen
Anforderungen f&uuml;r Hitzeschutzhandschuhe f&uuml;r die Brandbek&auml;mpfung in Norm EN 659 enthalten, die Anforderungen f&uuml;r Schweisserhandschuhe in Norm EN 12477.
Schutzhandschuhe gegen K&auml;lte (gem&auml;ss EN 511)
Die Norm EN 511 gilt f&uuml;r alle Handschuhe, die f&uuml;r den
Schutz gegen Konvektions- und Kontaktk&auml;lte bis – 50 &deg;C
Zus&auml;tzlich m&uuml;ssen diese Handschuhe mindestens die
Leistungsstufe 1 f&uuml;r Abrieb- und Reissfestigkeit der Norm
EN 388 erf&uuml;llen.
Konvektive K&auml;lte (1– 4)
(gem&auml;ss EN 407)
Die Norm EN 407 legt die thermischen Eigenschaften von
Handschuhen zum Schutz vor Hitze und/oder Feuer fest.
Da diese Schutzhandschuhe meist in Bereichen mit
mechanischer Belastung eingesetzt werden, m&uuml;ssen
diese mindestens die Leistungsstufe 1 f&uuml;r Abrieb- und
Reissfestigkeit der Norm EN 388 erf&uuml;llen.
Kontaktk&auml;lte (1–4)
Wasserdichtheit (o = nein, 1 = ja)
Bild 25: Piktogramm, Leistungsanforderungen und Leistungsstufen
f&uuml;r Schutzhandschuhe gegen K&auml;lte
Bei der Auswahl eines Hand- und/oder Armschutzes ist
darauf zu achten, dass das h&ouml;chstm&ouml;gliche Schutzniveau
bei ungehinderter Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit erreicht wird.
Weitere wichtige Kriterien f&uuml;r wirkungsvollen Hand- und
Armschutz sind:
• praxisgerecht in Bezug auf Tastgef&uuml;hl, Greifverm&ouml;gen,
• Haltbarkeit, Standzeit
10.5 Weiterf&uuml;hrende
Suva-Informationsschrift 2869/31 &laquo;Verh&uuml;tung blut&uuml;bertragbarer Infektionen&raquo;, Empfehlungen f&uuml;r Berufsgruppen
www.2haende.ch
Schutzhandschuhe m&uuml;ssen die CE-Kennzeichnung und
zus&auml;tzlich die Kennzeichnung nach der jeweils zutreffenden europ&auml;ischen Norm tragen. Diese Kennzeichnung
muss mindestens folgende Angaben enthalten:
• Name, Handelsmarke oder andere Erkennungsmerkmale des Herstellers oder Lieferanten
• Typenangabe oder Modellnummer
• Gr&ouml;ssenangabe
• Piktogramme mit Leistungsstufen
Die Kennzeichnung mit Piktogrammen allein gen&uuml;gt nicht,
um als Verbraucher umfassend &uuml;ber die Schutzwirkung
informiert zu sein. Es sollten auch die Zusatzinformationen des Herstellers gelesen werden. Das Piktogramm f&uuml;r
&laquo;Bedienungsanleitung, Gebrauchsanleitung&raquo; macht deutlich, dass die zus&auml;tzlichen Informationen des Herstellers
ebenfalls zur Kenntnis genommen werden m&uuml;ssen.
10.4 Besondere Ausf&uuml;hrungen
10.6 Normen
Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 1: Terminologie und Leistungsanforderungen
Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 2: Bestimmung des Widerstandes
gegen Penetration
Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 3: Bestimmung des Widerstandes
gegen Permeation von Chemikalien
(Hitze und/oder Feuer)
Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlen
und radioaktive Kontamination
Schutzhandschuhe gegen K&auml;lte
Bild 26: Kettenhandschuh mit
W&auml;rme- und Hygieneeinsatz
Bild 27: Glaserhandschuhe
Arbeiten unter Spannung – Handschuhe aus isolierendem
11.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Der Einsatz von Hautschutzmitteln lohnt sich. Sie verhindern bei richtigem Einsatz berufsbedingte Hauterkrankungen. In der Praxis muss immer wieder auf folgende
Punkte hingewiesen werden:
sind so zu platzieren bzw. zur Verf&uuml;gung zu stellen, dass sie auch angewendet werden.
Hautschutzmittel geh&ouml;ren in die Garderoben und/oder
an den Waschplatz, Hautreinigungsmittel an den
Waschplatz, Hautpﬂegemittel an den Waschplatz
und/oder Ausgang.
11.2 Weiterf&uuml;hrende
Bei der Suva sind zum Thema Hautschutz ausf&uuml;hrliche
Publikationen erh&auml;ltlich. Folgende Links helfen Ihnen
• Hautschutzmittel
www.suva.ch/hautschutz
Unter &laquo;Unser Angebot&raquo; auf &laquo;Informationsmittel&raquo; klicken,
dann erscheint das ganze Angebot der Suva zum Thema.
• Hautschutzprodukte
wie Cremen, Lotionen und
Sch&auml;ume k&ouml;nnen im Umgang mit gef&auml;hrlichen Stoffen
Schutzhandschuhe nicht ersetzen.
Hautreinigung wird h&auml;uﬁg zu wenig Beachtung
geschenkt. F&uuml;r die Hautreinigung sollen schonende
und effektive Hautreinigungsmittel verwendet werden.
richtige Anwendung des Hautschutzes muss in
regelm&auml;ssigen Abst&auml;nden instruiert werden.
12.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Die Auswahl eines geeigneten Fussschutzes richtet sich
haupts&auml;chlich nach den voraussehbaren Gef&auml;hrdungen
und dem Einsatzort. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist
zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit. Auf glitschigen
B&ouml;den ist auf Rutschfestigkeit der Sohlen zu achten,
f&uuml;r den Einsatz auf unebenen B&ouml;den oder im Gel&auml;nde
braucht es Schuhe, die gen&uuml;gend Halt geben.
F&uuml;r die Tragmotivation ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Mitarbeitenden bei der Auswahl geeigneter
Schuhe mit einbezogen werden. Die Schuhe m&uuml;ssen
nicht nur den zu erwartenden Gef&auml;hrdungen standhalten.
Passform, Ergonomie und Tragkomfort sind ebenfalls
wichtig. Nicht jeder Schuh passt an jeden Fuss.
12.2 Gef&auml;hrdungen
Gef&auml;hrdungen (durch herabfallende oder
rollende Gegenst&auml;nde, durch am Boden liegende spitze
oder scharfkantige Gegenst&auml;nde, N&auml;gel, Metallsp&auml;ne,
Scherben, bei speziellen Arbeiten z. B. im Forst)
• thermische Gef&auml;hrdungen (K&auml;lte, Hitze, Funkenﬂug,
Fl&uuml;ssigmetall, Schweissperlen, Dampf usw.)
• chemische Gef&auml;hrdungen (S&auml;uren, Laugen, L&ouml;semittel,
Treibstoffe, Reinigungsmittel, K&uuml;hlschmierstoffe usw.)
• elektrische Gef&auml;hrdung (durch spannungsf&uuml;hrende
Arbeitsmittel oder durch Stromschlag bei elektrostatischer Auﬂadung usw.)
• sonstige Gef&auml;hrdungen (ausrutschen, stolpern,
umknicken usw.)
12.3 Produktarten, Produktanforderungen, Kennzeichnung
Sicherheitsschuhe (Kennzeichnung S) sind Schuhe mit
Zehenkappen, deren Schutzwirkung gegen Stosseinwirkungen mit einer Pr&uuml;fenergie von mindestens 200 J
und gegen Druck bei einer Druckbeanspruchung von
mindestens 15 kN gepr&uuml;ft wird (EN ISO 20345).
Schutzschuhe (Kennzeichnung P) sind Schuhe mit
Zehenkappen, deren Schutzwirkung gegen mechanische
Einwirkungen mit einer Pr&uuml;fenergie von mindestens 100 J
mindestens 10 kN gepr&uuml;ft wird (EN ISO 20346).
Berufsschuhe (Kennzeichnung O) sind Schuhe mit mindestens einem sch&uuml;tzenden Bestandteil (z.B. durchtrittsichere Einlage). Zehenkappen m&uuml;ssen nicht vorhanden
sein (EN ISO 20347).
Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe und Berufsschuhe
gibt es, angepasst an die jeweilige Gef&auml;hrdung, in den
unterschiedlichsten Ausf&uuml;hrungen.
F&uuml;r die Schutzwirkung entscheidend sind:
Form des Schuhs
• seine sicherheitstechnische Ausr&uuml;stung
• die Verwendung geeigneter Werkstoffe
Bild 28: Sicherheitsschuh
mit feinem Profil
Bild 29: Sicherheitsschuh
hoch mit grobem Profil
Bei der Auswahl der Schuhe ist auf Benutzerfreundlichkeit
und etwaige Beeintr&auml;chtigungen oder Belastungen des
Tr&auml;gers bei der Arbeit zu achten.
Weitere wichtige Kriterien f&uuml;r wirkungsvollen Fussschutz
• rutschfeste und trittsichere Laufsohle (Material und
Proﬁl), abgestimmt auf die Verh&auml;ltnisse im Arbeitsbereich
• Passform (Verh&auml;ltnis der Fussbreite zur Fussl&auml;nge,
Risth&ouml;he)
• dem K&ouml;rpergewicht angepasste Trittd&auml;mpfung in der
Sohle zur Schonung der Gelenke und des Bewegungsapparates
• hochwertige Innenausstattung aus Leder oder Textilien
f&uuml;r die Bequemlichkeit und ein angenehmes Klima im
Schuh (geringe Schweissbildung) – allenfalls erg&auml;nzend
geeignete Socken tragen
• M&ouml;glichkeit, die Schuhe zu wechseln. Idealerweise
stehen den Mitarbeitenden aus hygienischen Gr&uuml;nden
zwei Paar Schuhe zur Verf&uuml;gung, damit sie t&auml;glich
wechseln k&ouml;nnen – dies besonders nach Arbeiten
bei hohen Temperaturen oder nach einer &auml;usseren
N&auml;sseeinwirkung
• leichte Pﬂege
Sicherheitsschuhe haben als Kennzeichnung ein S,
Schutzschuhe ein P, Berufsschuhe ein O. Weitere Eigenschaften wie besondere Schutzwirkungen, Schuhform
oder Material sind mit zus&auml;tzlichen Symbolen in Form von
Ziffern, Buchstaben oder Piktogrammen auf den Schuhen
Jeder Sicherheitsschuh muss dauerhaft, zum Beispiel
durch Einstanzen oder Pr&auml;gen, mit folgenden Angaben
• Schuhgr&ouml;sse
• Zeichen des Herstellers
• Typenbezeichnung des Herstellers
• Jahr und mindestens Quartal der Herstellung
• Nummer der erf&uuml;llten Norm
• Symbol f&uuml;r die Schutzfunktion und, falls relevant,
Ziffer der &laquo;Kategorie&raquo; (Schutzstufe)
werden in 2 Klassen eingeteilt (Tabelle 9).
Tabelle 9: Zwei Klassen von Sicherheits-, Schutz- und
Berufsschuhen (gem&auml;ss EN ISO 20345, 20346 und 20347)
Schuhe aus Leder oder anderen Materialien, ausser
im Ganzen geformte oder vulkanisierte Schuhe
(z.B. Gummi-, PUR- oder PVC-Stiefel)
H&auml;uﬁg vorkommende Kombinationen von sicherheitsrelevanten Grund- und Zusatzanforderungen werden
mit &laquo;Kategorien&raquo; bezeichnet (Tabelle 10).
Tabelle 10: Kurzzeichen f&uuml;r die Kennzeichnung der meistbenutzten Kombinationen von sicherheitsrelevanten
Grund- und Zusatzanforderungen.
Kennzeichnng der Kategorie
Sicherheitsschuhe S
Schutzschuhe P
Berufsschuhe O
Kraftstoffbest&auml;ndigkeit Laufsohle
Energieaufnahmeverm&ouml;gen im Fersenbereich
Proﬁlsohle
* nur bei Berufsschuhen, bei Sicherheits- und Schutzschuhen in Grundanforderungen enthalten
** Forderung bauartbedingt erf&uuml;llt
Tabelle 11: Zusatzanforderungen an den Fussschutz (gem&auml;ss EN ISO 20345, 20346 und 20347)
Kn&ouml;chelschutz
Kraftstoffbest&auml;ndigkeit der Laufsohle. Nur bei Berufsschuhen. Bei Sicherheits- und Schutzschuhen ist dies eine
Ein bestimmter Werkstoff f&uuml;r die durchtrittsichere Einlage ist nicht vorgeschrieben. Die Pr&uuml;fung erfolgt nach EN ISO 20344.
Die Einlage darf ohne Zerst&ouml;rung des Schuhs nicht entfernt werden k&ouml;nnen.
Proﬁlierte Fl&auml;chen der Laufsohle, Proﬁltiefe und Dicke der proﬁlierten Laufsohle
Leitf&auml;hige Schuhe. Das sind Schuhe, deren elektrischer Durchgangswiderstand bei Messungen
nach dem in EN ISO 20344 beschriebenen Verfahren zwischen 102 Ohm und 105 Ohm liegt.
Antistatische Schuhe. Das sind Schuhe, deren elektrischer Durchgangswiderstand bei Messungen
nach dem in EN ISO 20344 beschriebenen Verfahren &uuml;ber 105 Ohm liegt und niedriger oder gleich 109 Ohm ist.
Elektrisch isolierende Schuhe. Vermerk: Schuhe, die diese Zusatzanforderung erf&uuml;llen, sind als Zusatzschutz zu betrachten
und ersetzen nicht die prim&auml;ren Massnahmen gegen Elektrisieren.
Best&auml;ndigkeit gegen widrige Umwelteinfl&uuml;sse
W&auml;rmeisolierung des Sohlenkomplexes
K&auml;lteisolierung des Sohlenkomplexes
Rutschhemmung auf Boden aus Keramikﬂiesen mit SLS
Erf&uuml;llt die Rutschhemmung nach SRA und SRB
12.4 Besondere Ausf&uuml;hrungen
Elektrisch leitf&auml;hige Schuhe sind erforderlich, wenn
eine elektrostatische Auﬂadung so schnell wie m&ouml;glich
vermindert und abgeleitet werden soll. Voraussetzung ist,
dass sich die Gefahr eines elektrischen Schlags durch
ein elektrisches Ger&auml;t oder spannungsf&uuml;hrende Teile vollkommen ausschliessen l&auml;sst.
Antistatische Schuhe sind erforderlich, wenn eine elektrostatische Auﬂadung vermindert und abgeleitet werden
soll und sich die Gefahr eines elektrischen Schlags durch
ein elektrisches Ger&auml;t oder spannungsf&uuml;hrende Teile nicht
vollst&auml;ndig ausschliessen l&auml;sst.
Elektrisch isolierende Schuhe m&uuml;ssen getragen
werden, wenn die Gefahr eines elektrischen Schlags
besteht, zum Beispiel durch besch&auml;digte, unter Spannung stehende elektrische Ger&auml;te.
Bei Schuhen mit dem Symbol A f&uuml;r antistatische Schuhe,
C f&uuml;r leitf&auml;hige Schuhe und I f&uuml;r elektrisch isolierende
Schuhe muss mit jedem Paar Schuhe ein spezielles Merkblatt mit detaillierten Angaben mitgeliefert werden.
12.5 Weiterf&uuml;hrende
www.sapros.ch/fussschutz
12.6 Normen
Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung – Sicherheitsschuhe
Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung – Schutzschuhe
Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen – Berufsschuhe
13.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Die Gesundheit der Arbeitnehmenden ist prim&auml;r durch
technische und organisatorische Massnahmen zu
sch&uuml;tzen. Das heisst, gesundheitsgef&auml;hrdende Stoffe
und Verfahren sind wo m&ouml;glich durch weniger gef&auml;hrliche
zu ersetzen, und es sind Absaug- und L&uuml;ftungsmassnahmen zu treffen. Atemschutzger&auml;te sollen erst dann zum
Einsatz kommen, wenn organisatorische und technische
Massnahmen nicht m&ouml;glich sind oder nicht ausreichen.
Die richtige Handhabung von Atemschutzmasken und
-ger&auml;ten ist zu instruieren. Die erw&uuml;nschte Schutzwirkung
wird nur erreicht, wenn die Masken und Ger&auml;te richtig
verwendet, gepﬂegt und gewartet werden. Vor allem das
korrekte Anziehen und die richtige Passform sind von
Bild 30: Partikelfiltrierende
Bild 31: Halbmaske mit
auswechselbarem Filter
Feinstaubmasken (Partikelfiltrierende Halbmasken,
Einweghalbmasken):
Ihre Gebrauchsdauer ist meist nur f&uuml;r eine Schicht ausgelegt. Sie bestehen ganz oder &uuml;berwiegend aus Filtermaterial und sch&uuml;tzen gegen St&auml;ube und Aerosole (Nebel).
Aktivkohlezus&auml;tze k&ouml;nnen zus&auml;tzlich gegen bel&auml;stigende
Ger&uuml;che hilfreich sein, sch&uuml;tzen jedoch nicht vor sch&auml;digenden Gasen und D&auml;mpfen.
So sind Arbeitnehmer mit B&auml;rten f&uuml;r das Tragen von Halbund Vollmasken nicht geeignet. Die B&auml;rte f&uuml;hren entlang
der Dichtigkeitslinien zu Leckstellen.
13.2 Gef&auml;hrdungen
St&auml;ube, Gase, D&auml;mpfe oder Nebel, die gesundheitssch&auml;dliche Stoffe oder Mikroorganismen enthalten
13.3 Produktarten,
Halb- oder Vollmasken mit auswechselbaren Filtern
(Aktivkohlefilter):
Diese bestehen aus dem Maskenk&ouml;rper und einem auswechselbaren Filter, der in den Maskenk&ouml;rper eingesetzt
wird. Die Filterart bestimmt die Schutzwirkung und den
Schutzfaktor der Maske. Sie kann gegen D&auml;mpfe und
Gase oder gegen Partikel oder Kombinationen davon
Bild 32: Vollmaske mit
auswechselbaren Filtern
Bild 33: Gebl&auml;sefilterger&auml;t,
Gebl&auml;sefilterger&auml;te:
Ger&auml;te mit integriertem Gebl&auml;se. Dieses saugt Umgebungsluft durch einen auswechselbaren Filter an und
bl&auml;st dem Tr&auml;gern die gereinigte Luft &uuml;ber eine Haube
oder Maske zu. Dadurch erh&ouml;ht sich im Vergleich zu den
bisher erw&auml;hnten Filtermasken und -ger&auml;ten der Tragkomfort.
Man unterscheidet zwischen Partikel- und Gasﬁltern.
Gasﬁlter (Aktivkohleﬁlter) werden oft mit einem Partikelﬁlter kombiniert, oder ein Partikelﬁlter wird als Vorﬁlter verwendet. Die Klasse des Filters gibt Auskunft &uuml;ber seine
Schutzwirkung. Eine h&ouml;here Filterleistung bewirkt meist
auch einen h&ouml;heren Atemwiderstand.
Tabelle 12: Schutzfaktor (Filterklassen)
FFP2 / P22
10-fach2
30-fach2
A (braun)
D&auml;mpfe organischer Verbindungen mit Siedepunkt &gt;65&deg;C
B (grau)
anorganische Gase und D&auml;mpfe, z.B. gegen Chlor,
Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff (Blaus&auml;ure) –
nicht gegen Kohlenmonoxid
E (gelb)
saure Gase wie Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff
K (gr&uuml;n)
AX (braun)
Gase und D&auml;mpfe von tiefsiedenden organischen
Verbindungen mit Siedepunkt &lt;65&deg;C
Klasse 1 = gering
Klasse 2 = mittel
Klasse 3 = gross
Schutzbereich und Leistung
A = Gasﬁlter Typ A (organische Verbindungen)
2 = mittlere Kapazit&auml;t
P2 =Partikelﬁlter mittlerer Filterleistung
ABEK = alle Gase und D&auml;mpfe der Typen A, B, E, K
1 = geringe Kapazit&auml;t
In Verbindung mit Gebl&auml;seﬁlterger&auml;ten werden die Bezeichnungen TM1P, TH1P usw. verwendet. Die Schutzfaktoren liegen in der Regel deutlich h&ouml;her als
bei normalen Filterger&auml;ten und werden bestimmt durch die Kombination aus Filter und Haube oder Vollmaske.
2 Der Schutzfaktor ist bei Halbmasken nur bei gut sitzender Maske gew&auml;hrleistet. Bei Verwendung von Vollmasken sind deutlich h&ouml;here Schutzfaktoren
Wichtige Hinweise zur Verwendung von Filterger&auml;ten:
• Die Gebrauchsdauer von Filtern ist beschr&auml;nkt. Wiederverwendbare Partikelﬁlter sind sp&auml;testens zu ersetzen,
wenn der Widerstand beim Einatmen merklich ansteigt,
Gas- und Kombinationsﬁlter in der Regel nach sp&auml;testens 6 Monaten.
• Gasﬁltrierende Masken sind unverz&uuml;glich zu wechseln,
wenn durch Geruch, Geschmack oder Reizerscheinungen Schadstoffe im Maskeninnenraum bemerkbar
• Gasﬁlter sollen nicht gegen Stoffe eingesetzt werden,
die durch Geruch nicht erkennbar sind, denn bei solchen
Stoffen wird die S&auml;ttigung des Filters nicht erkannt.
• Feuchtigkeit kann die Schutzwirkung von Filtern beeintr&auml;chtigen, vor allem bei Gasﬁltern Typ A. Nasse
Partikelﬁlter verlieren in der Regel ihre Schutzwirkung.
• Gegen einige Gase kann man sich nicht wirksam mit
einem Filter sch&uuml;tzen. Dazu geh&ouml;ren vor allem Erd-
und Fl&uuml;ssiggas, Kohlendioxid und einige halogenierte
Kohlenwasserstoffe (Dichlormethan).
• Filterger&auml;te d&uuml;rfen nur verwendet werden, wenn
sichergestellt ist, dass die Sauerstoffkonzentration
&uuml;ber 17 Vol-% betr&auml;gt und die Schadstoffkonzentration
unterhalb der maximalen Einsatzkonzentration des
verwendeten Filters liegt.
• Selbstretter (Flucht-Filterger&auml;te nach EN 404) sind in
Funktion und Aufbau mit Filterger&auml;ten zwar vergleichbar.
Sie dienen aber nur zu Fluchtzwecken und d&uuml;rfen nicht
als Arbeitsmittel eingesetzt werden.
Ger&auml;te, die von der Umgebungsatmosph&auml;re
unabh&auml;ngig sind
Schlauchger&auml;te:
Schlauchger&auml;te arbeiten unabh&auml;ngig von der Umgebungsatmosph&auml;re. Entweder wird Atemluft von aussen in
Form von gereinigter Druckluft zugef&uuml;hrt, oder die
Frischluft wird vom Tr&auml;ger selbst angesaugt. Die Ver-
Bild 34: Schlauchger&auml;t mit
Vollmaske als Atemanschluss
wender der Ger&auml;te sind wegen der begrenzten Schlauchl&auml;nge an einen bestimmten Arbeitsbereich gebunden.
Schlauch- ger&auml;te m&uuml;ssen verwendet werden, wenn die
Leistung eines Atemschutzes mit Filter nicht ausreichend
Autonome Isolierger&auml;te:
Bei Beh&auml;lterger&auml;ten wird der Vorrat an Atemluft in
Druckluftﬂaschen mitgef&uuml;hrt, bei Regenerationsger&auml;ten
wird die Ausatemluft von Kohlendioxid befreit, mit Sauerstoff angereichert und im Kreislauf gef&uuml;hrt. Beide Typen
kommen nur in Spezialf&auml;llen als PSA zum Einsatz.
ist deshalb zu begrenzen. Die Tragzeit h&auml;ngt auch von der
Umgebungstemperatur und vom Ausmass der k&ouml;rperlichen
Aktivit&auml;t ab. Es wird empfohlen, keinesfalls mehr als 2 Stunden mit Filtermasken ohne Gebl&auml;seunterst&uuml;tzung zu arbeiten. Bei Arbeiten mit Atemschutz sind feste Pausen einzuplanen. Die Arbeitsunterbr&uuml;che sollen mindestens eine
halbe Stunde betragen.
13.5 Weiterf&uuml;hrende
• Suva-Formular
1903 &laquo;Grenzwerte am Arbeitsplatz&raquo;
44054 &laquo;Spritzlackieren mit Polyurethanlacken. So sch&uuml;tzen Sie Ihre Mitarbeitenden&raquo;
• Suva-Merkblatt 66113 &laquo;Atemschutzmasken gegen
St&auml;ube. Das Wichtigste zur Auswahl und richtigen
Verwendung&raquo;
• Suva-Merkblatt
www.sapros.ch/atemschutz
13.4 Auswahl und Einsatz
Vor dem Beschaffen von Atemschutzmitteln ist eine
Gef&auml;hrdungsermittlung vorzunehmen.
Diese soll mindestens folgende Punkte umfassen:
• Eigenschaften und Gefahren der Schadstoffe
Die Verpackung und Sicherheitsdatenbl&auml;tter der
gef&auml;hrlichen Arbeitsstoffe enthalten Angaben zu
Gef&auml;hrdungen und Schutzmassnahmen.
• Auftreten der Schadstoffe in der Luft
(gasf&ouml;rmig, Dampf, Partikel, Aerosol)
• erwartete Konzentration der Stoffe in der Atemluft sowie
die entsprechenden Grenzwerte am Arbeitsplatz
• Arbeitsumgebung, Dauer und Schwere der Arbeit
• Atemwiderstand
• Wartungs- und Pﬂegebedarf
• Hautfreundlichkeit
• Tragkomfort
• Akzeptanz bei den Mitarbeitenden
Das Tragen von Schutzmasken mit erh&ouml;htem Atemwiderstand (z. B. Filtersystemen) ist anstrengend. Die Tragzeit
13.6 Normen
Partikelﬁltrierende Halbmasken
Halbmasken f&uuml;r den Gebrauch mit auswechselbaren Filtern
Atemschutzger&auml;te – Empfehlungen f&uuml;r Auswahl, Einsatz,
Gebl&auml;seﬁlterger&auml;te mit Haube
Gebl&auml;seﬁlterger&auml;te mit Vollmasken oder Halbmasken
Gasﬁlter und Kombinationsﬁlter
Druckluft-Schlauchger&auml;te
14.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Bei manchen Arbeiten ist der menschliche K&ouml;rper vielf&auml;ltigen Gef&auml;hrdungen ausgesetzt. Deshalb muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden zweckm&auml;ssige, physiologisch einwandfreie und qualitativ hochwertige Bekleidung
zur Verf&uuml;gung stellen. Die Auswahl der richtigen Schutzkleidung tr&auml;gt dazu bei, Unf&auml;lle und Berufskrankheiten zu
In der Praxis zeigt sich oft, dass die eingesetzte Schutzkleidung wohl die geltenden Normen erf&uuml;llt, aber bez&uuml;glich Passform und Tragkomfort nicht den Bed&uuml;rfnissen
der Mitarbeitenden entspricht. Diesbez&uuml;glich besteht in
manchen Unternehmen Handlungsbedarf.
Arbeitskleidung gilt &uuml;blicherweise nicht als Schutzkleidung. Sie wird anstelle, als Erg&auml;nzung oder zum Schutz
der Privatkleidung getragen.
14.3 Produktarten, Produktanforderungen, Kennzeichnung
Chemikalienschutzkleidung wird als Schutz gegen
ﬂ&uuml;ssige, teilweise auch gegen feste (feink&ouml;rnige) und
gasf&ouml;rmige Chemikalien ben&ouml;tigt.
Die harmonisierten Normen f&uuml;r Chemikalienschutzkleidung enthalten Anforderungen an das Material, die N&auml;hte
und Verbindungen sowie die gesamte Schutzkleidung.
S&auml;mtliche Schutzkleidungen gegen gef&auml;hrliche Chemikalien, ionisierende Strahlung usw. fallen in die CE-Kategorie
III (siehe S. 6). Innerhalb dieser Kategorie wurden 6
Schutzgrade (Typen) deﬁniert.
Diese Schutztypen sagen aus, wie dicht ein Anzug
ist gegen&uuml;ber bestimmten Expositionsarten
(Gas, Fl&uuml;ssigkeit oder Staub).
14.2 Gef&auml;hrdungen
Einwirkungen, z. B. spitze und scharfe
Gegenst&auml;nde, sich bewegende Teile von Maschinen
• chemische Einwirkungen, z.B. S&auml;uren, Laugen,
L&ouml;semittel, St&auml;ube, &Ouml;le
• biologische Einwirkungen z.B. Bakterien, Viren, Pilze
• thermische Einwirkungen, z. B. W&auml;rmestrahlung, Kontaktw&auml;rme, gl&uuml;hende Teilchen, Fl&uuml;ssigmetallspritzer,
Flammen, Lichtbogen, K&auml;lte
• physikalische Einwirkungen, z.B. Strahlung, N&auml;sse,
• elektrische Einwirkungen, z. B. Ber&uuml;hrungsspannung,
Funkenbildung – auch durch elektrische Entladungen
• Nichterkennbarkeit der Person, z. B. Arbeiten im
Strassen- bzw. Verkehrsbereich
• Einwirkung von Feuchte und Witterung, z. B. Arbeiten
Bild 35: Beispiel Ganzk&ouml;rper-Schutzanzug
Typ 1: Gasdichte Chemikalienschutzanz&uuml;ge – Norm:
EN 943-1, EN 943-2
• 1a. Gasdichter Chemikalienschutzanzug mit einer
Atemluftversorgung, die im Schutzanzug getragen
wird und von der Umgebungsluft unabh&auml;ngig ist
• 1b.
Gasdichter Chemikalienschutzanzug mit einer Atemluftversorgung, die sich ausserhalb des
Schutzanzugs beﬁndet und von der Umgebungsluft
unabh&auml;ngig ist
• 1c. Gasdichter Chemikalienschutzanzug mit einer
Atemluftversorgung mit &Uuml;berdruck (z.B. aus externer
Typ 2: Nicht gasdichte Chemikalienschutzanz&uuml;ge –
Norm: EN 943-1
Chemikalienschutzanzug mit Atemluftversorgung
mit &Uuml;berdruck
Typ 3: Schutzkleidung gegen ﬂ&uuml;ssige Chemikalien
(ﬂ&uuml;ssigkeitsdicht) – Norm: EN 14605
Ganzk&ouml;rper-Schutzanz&uuml;ge oder Vollschutz-Anz&uuml;ge mit
ﬂ&uuml;ssigkeitsdichten Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen der Kleidung, das heisst zwischen Schutzanzug und (wenn vorhanden) Stiefeln, Handschuhen,
Haube, Atemschutz. Zum Beispiel Overalls mit oder ohne
Handschuhe, Stiefel usw.
Ganzk&ouml;rper-Schutzanz&uuml;ge haben immer eine Kapuze
oder Haube.
Die jeweils niedrigere Typenklasse beinhaltet immer die
Merkmale der h&ouml;heren Typenklassen. Das heisst: Schutzkleidung des Typs 4 beinhaltet automatisch auch Typ 5
Hitze- und Brandschutzkleidung
Schutzkleidung f&uuml;r hitzeexponierte Industriearbeiter ist
bestimmt zum Schutz gegen den kurzzeitigen Kontakt mit
Flammen und/oder Strahlungshitze, grosse geschmolzene Metallspritzer oder Kombinationen davon. (Sie ist
nicht bestimmt als Schutzkleidung f&uuml;r die Feuerwehr und
Schweisser.)
Die Bekleidungen bestehen aus schwer- oder nichtentﬂammbaren Spezialfasern, z.B. Glasfasern, Aramiden
oder Polyimiden, bzw. aus ﬂammhemmend ausger&uuml;ste-
Typ 4: Schutzkleidung gegen ﬂ&uuml;ssige Chemikalien
(spraydicht) – Norm: EN 14605
spraydichten Verbindungen zwischen den verschiedenen
Teilen der Kleidung, das heisst zwischen Schutzanzug
und (wenn vorhanden) Stiefeln, Handschuhen, Haube,
Atemschutz. Zum Beispiel Overalls mit oder ohne Handschuhe, Stiefel usw.
Typ 5: Schutzkleidung gegen Teilchen fester
Chemikalien – Norm: EN ISO 13982-1
Ganzk&ouml;rper-Schutzanz&uuml;ge zum Schutz gegen feste
Partikel und Aerosole. Der Anzug muss sogenannte
Minimum-Innenleckage-Werte erf&uuml;llen.
Typ 6: Begrenzt spr&uuml;hdichte Schutzkleidung –
• A. Ganzk&ouml;rper-Schutzanz&uuml;ge gegen Spr&uuml;hnebel
(ﬂ&uuml;ssige Partikel). Der Anzug erf&uuml;llt die Anforderungen
der reduzierten Spr&uuml;h-Pr&uuml;fung nach EN ISO 17491.
• B. Teilk&ouml;rperschutz. Kleidungsst&uuml;cke, die nur einen Teil
des K&ouml;rpers bedecken, jedoch die Anforderungen der
reduzierten Spr&uuml;h-Pr&uuml;fung nach EN ISO 17491 erf&uuml;llen.
Bild 36: Hitzeschutzkleidung
tem Baumwoll- oder Wollgewebe. Eine reﬂektierende
Beschichtung mit Aluminium verringert die Einwirkung
von W&auml;rmestrahlung erheblich.
Die Anforderungen an Hitzeschutzkleidung sind durch
Leistungsanforderungen (A, B, C, D, E) festgelegt,
die im Piktogramm durch zus&auml;tzliche Zahlen
(1 = niedrigste Leistungsstufe) dargestellt werden:
begrenzte Flammenausbreitung – Pr&uuml;fung nach EN
ISO 15025 und EN ISO 14116 (Stufen 1–3)
• B Konvektionsw&auml;rme – Pr&uuml;fung nach EN 367
(Stufen 1–5)
• C W&auml;rmestrahlung – Pr&uuml;fung nach EN ISO 6942
(Stufen 1–4)
• D Fl&uuml;ssige Aluminium-Spritzer – Pr&uuml;fung nach
EN ISO 9185 (Stufen 1–3)
• E Fl&uuml;ssige Eisen-Spritzer – Pr&uuml;fung nach EN ISO 9185
(Stufen 1–3)
Schutzkleidung, die der Norm EN ISO 11612 entspricht,
muss die Anforderungen nach Buchstaben A (begrenzte
Flammenausbreitung) plus mindestens eine weitere der
angef&uuml;hrten Anforderungen (mit mindestens Leistungsstufe 1) erf&uuml;llen. Kennzeichnungsbeispiel:
Bei den Leistungsanforderungen D und E werden zus&auml;tzlich besondere Kleidungsmerkmale eingehalten, die ein
Eindringen von geschmolzenem Metall in die Kleidung
verhindern (entsprechende Ausf&uuml;hrung der Taschen, der
Jacken- und Hosenl&auml;nge, der N&auml;hte usw.).
Bei Hitzearbeiten muss Unterbekleidung aus Baumwolle,
besser noch aus Wolle oder Spezialfasern getragen
werden. Sie erh&ouml;ht die Schutzwirkung der Hitzeschutzkleidung und verbessert den Tragekomfort.
K&auml;lteschutzkleidung
K&auml;lteschutzkleidung wird bei Umgebungstemperaturen
unterhalb von –5 &deg;C eingesetzt. Sie soll gegen extreme
K&auml;lteeinwirkung sch&uuml;tzen, beispielsweise bei Arbeiten
in K&uuml;hlr&auml;umen, bei Arbeiten im Freien bei sehr niedrigen
Temperaturen, bei bewegungsarmen T&auml;tigkeiten im
Freien w&auml;hrend der kalten Jahreszeit.
Norm EN 342 enth&auml;lt Anforderungen an die W&auml;rmeisolierung des gesamten Bekleidungssystems einschliesslich
Unterbekleidung, an die Luftdurchl&auml;ssigkeit (drei Stufen:
1 = hoch, 3 = niedrig) und an den Wasserdampfdurchgangswiderstand (drei Stufen: 1 = hoch, 3 = niedrig).
Die im Vergleich zur Schutzkleidung gegen schlechtes
Wetter wesentlich bessere W&auml;rmed&auml;mmung wird im Allgemeinen durch mehrschichtige, wattierte und gesteppte
Natur- oder Kunstfasergewebe erreicht.
Schweisserschutzkleidung soll den Tr&auml;ger gegen
Schweissperlen (kleine Metallspritzer), kurzzeitigen
Kontakt mit Flammen und UV-Strahlung sch&uuml;tzen.
Die Anzugsoberﬂ&auml;che muss m&ouml;glichst glatt und
geschlossen sein. Taschen m&uuml;ssen mit Patten, die nicht
in die Tasche gesteckt werden k&ouml;nnen, verschliessbar
sein. Heisse Teilchen d&uuml;rfen weder eindringen noch sich
ablagern k&ouml;nnen.
Als Materialien eignen sich spezielle textile Fl&auml;chengebilde
oder hitzebest&auml;ndiges Leder. Besonders gef&auml;hrdete
K&ouml;rperteile wie Brust, Bauch, Ober- und Unterschenkel
m&uuml;ssen gegebenenfalls mit Schutzsch&uuml;rzen, -&auml;rmeln
und Gamaschen zus&auml;tzlich gesch&uuml;tzt werden.
Das Brennverhalten der Bekleidung muss nach EN ISO
11611 gepr&uuml;ft werden.
Sie dient dem Schutz des Tr&auml;gers vor radioaktiver Kontamination durch Kontakt mit ﬂ&uuml;ssigen oder festen Substanzen oder durch atmosph&auml;rische Verschmutzungen
(durch feste Partikel, Gase oder D&auml;mpfe).
Vergleichbar ist diese Art Schutzkleidung mit Chemikalienschutzkleidung nach EN 943, dabei kann jedoch eine
Zusatzanforderung zum Schutz gegen Tritium bestehen.
Wetterschutzkleidung wird zus&auml;tzlich zur Oberbekleidung
bei Arbeiten im Freien getragen. Die wichtigsten Eigenschaften dieser Bekleidung sind Wasserdichtigkeit und
Atmungsaktivit&auml;t. Die Wasserdichtigkeit wird sowohl am
Aussenmaterial als auch an den N&auml;hten &uuml;berpr&uuml;ft und in
3 Klassen angegeben (die beste Klasse ist 3).
Die Atmungsaktivit&auml;t oder der Wasserdampfdurchgangswiderstand wird ebenfalls in 3 Klassen eingeteilt. Klasse 3
stellt die beste Atmungsaktivit&auml;t dar.
In EN 343 sind auch Empfehlungen f&uuml;r die Tragdauer von
Bekleidung der unterschiedlichen Atmungsaktivit&auml;tsKlassen enthalten (Tabelle 13).
Tabelle 13: Empfehlung f&uuml;r Tragdauer von Wetterschutzkleidung
(gem&auml;ss EN 343)
Retroreﬂektierendes
Material mit kombinierten
ﬂuoreszierend
* Kleidungsst&uuml;cke der Klasse 1 d&uuml;rfen aus Material gefertigt werden, das
sowohl ﬂuoreszierende als auch reﬂektierende Eigenschaften aufweist.
Reﬂexgeschirr
5&deg; C
Weste, Jacke, Rundbundhose oder Latzhose
Overall, Jacke oder Weste mit Rundbundhose
oder Latzhose
* keine Begrenzung der Tragdauer
Durch diese wird die Anwesenheit des Tr&auml;gers visuell signalisiert, damit er in gef&auml;hrlichen Situationen auff&auml;llt, und
zwar bei allen m&ouml;glichen Lichtverh&auml;ltnissen am Tag sowie
in der D&auml;mmerung und Dunkelheit beim Anstrahlen mit
Fahrzeugscheinwerfern.
Es sind Leistungsanforderungen an die Warnfarbe und die
retroreﬂektierenden Materialien festgelegt wie auch an die
Mindestgr&ouml;sse und Anordnung der Warnﬂ&auml;chen.
M&ouml;gliche Farben des Hintergrundmaterials: ﬂuoreszierendes Orangerot, ﬂuoreszierendes Gelb, ﬂuoreszierendes
Es gibt drei Klassen von Warnkleidung, die sich aus den
Mindestﬂ&auml;chen des Hintergrundmaterials und des retroreﬂektierenden Materials ergeben. Tabelle 14 gibt Aufschluss &uuml;ber die erforderlichen Mindestﬂ&auml;chen an Hintergrundmaterial und retroreﬂektierendem Material in einem
Kleidungsst&uuml;ck. Tabelle 15 gibt Aufschluss &uuml;ber m&ouml;gliche Ausf&uuml;hrungsformen zum Erreichen der geforderten
Klasse von Warnkleidern.
Tabelle 14: Mindestfl&auml;chen an fluoreszierendem und reflektierendem Material (gem&auml;ss EN 471)
Tabelle 15: Ausf&uuml;hrungsformen f&uuml;r die drei Klassen
von Warnkleidern
F&uuml;r auf oder an &ouml;ffentlichen Strassen arbeitende Personen sind am Tag mindestens Warnkleider der Klasse 2
erforderlich. Bei D&auml;mmerung, in der Nacht, in Tunnels und
im Winterdienst sind Warnkleider der Klasse 3 n&ouml;tig.
Wir empfehlen Betrieben, die regelm&auml;ssig auf oder an
&ouml;ffentlichen Strassen Arbeiten ausf&uuml;hren, die Arbeitnehmenden mit Warnkleidern der Klasse 3 auszur&uuml;sten.
Die retroreﬂektierenden Materialien sind nach ihrer Reﬂexionswirkung in zwei Klassen eingeteilt. Klasse 2 weist die
h&ouml;chsten R&uuml;ckstrahlwerte auf.
Bei der Kennzeichnung von Warnkleidung gibt es
eine obere und eine untere Zahl. Die obere Zahl (x)
gibt die Klasse bez&uuml;glich der Fl&auml;che des eingesetzten Materials an (Tabelle 14), die unteren Zahl (y)
die Klasse des R&uuml;ckstrahlwerts (EN 471).
Bild 37: Kennzeichnung von Warnkleidung
In EN 471 werden auch die Anordnung der Reﬂexstreifen,
Mindestwerte f&uuml;r die Farbechtheit, die Atmungsaktivit&auml;t
Kurze Hosen und &auml;rmellose Kleidung
In den Normen EN 471 (Warnkleidung) und SN 640710c
(Warnkleidung bei Arbeiten im Strassenbereich) ist das
Tragen von kurzen Hosen nicht vorgesehen. Es gibt auch
keine entsprechenden Beispiele in den Anh&auml;ngen der
Das hat seinen Grund. Denn viele Arbeiten erfordern das
Tragen von langen Hosen und einer Kleidung, die Arme
und Oberk&ouml;rper bedeckt. Zum Beispiel zum Schutz
gegen mechanische Einwirkungen (Kratz- und Schnittwunden), gegen thermische Einwirkungen (Verbrennungen), gegen Strahlung (Schweissarbeiten, Lichtb&ouml;gen)
oder gegen chemische Einwirkungen (Ver&auml;tzungen).
Bei Arbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung bietet eine
die Arme, Beine und den Oberk&ouml;rper bedeckende Kleidung Schutz vor Langzeitsch&auml;den durch UV-Strahlung
(z.B. Hautkrebs).
Aus diesen Gr&uuml;nden empﬁehlt die Suva, auf die Abgabe
von kurzen Hosen zu verzichten, selbst wenn der Hersteller glaubhaft deklarieren kann, dass diese der Norm entsprechen.
Die Anforderungen an Schutzkleidung, die beim Benutzen
von handgef&uuml;hrten Kettens&auml;gen getragen wird, sind in
Norm EN 381 – 1 bis 5 und 7 bis 11 festgehalten.
Die Klassiﬁzierung erfolgt entsprechend der Kettengeschwindigkeit:
Schutzklasse 1: 20 m/sec
Schutzklasse 2: 24 m/sec
Schutzklasse 3: 28 m/sec
Schnittschutzsch&uuml;rzen aus Metall ﬁnden vor allem in
ﬂeischverarbeitenden Betrieben Verwendung, wo es zu
Schnittverletzungen am Rumpf kommen kann. Die Anforderungen sind in der Norm EN ISO 13998 enthalten.
Funktionelle Unterbekleidung
H&auml;uﬁg ist auch die Unterbekleidung von Bedeutung. Sie
ist auf die Schutzbekleidung abzustimmen, damit deren
Schutzwirkung voll zum Tragen kommt.
Umgang mit brennbaren Stoffen darf die Unterbekleidung kein gef&auml;hrliches Schmelzverhalten zeigen.
• Die Anspr&uuml;che der Antistatik m&uuml;ssen auf die Unterkleidung ebenso angewandt werden wie auf die
• Zu K&auml;lteschutzkleidung (EN 342) geh&ouml;rt Unterkleidung
aus w&auml;rmeisolierenden Materialien.
• Unter atmungsaktiver Bekleidung wird sinnvollerweise
schweisstransportierende Unterkleidung getragen.
Universell einsetzbare Schutzkleidung gibt es bisher nicht
und wird aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen
auch nicht entwickelt werden k&ouml;nnen. Ausgehend von
den am Arbeitsplatz vorhandenen Gef&auml;hrdungen ist in
jedem Einzelfall zu pr&uuml;fen und festzulegen, welches Material und welche Ausf&uuml;hrung f&uuml;r die erforderliche Schutzkleidung geeignet ist.
Auch die Frage, ob es funktionelle Kleidung braucht, sollte
jeweils gepr&uuml;ft werden. Denn das Material und die Ausf&uuml;hrung beeinﬂussen den W&auml;rme- und Feuchtigkeitsaustausch des K&ouml;rpers mit der Umgebung und sind
damit von grosser Bedeutung f&uuml;r das Wohlbeﬁnden, die
Leistungsf&auml;higkeit und die Akzeptanz.
Schutzkleidungen m&uuml;ssen die CE-Kennzeichnung und
zus&auml;tzlich die Kennzeichnung nach der jeweils geltenden
europ&auml;ischen Norm tragen. Diese Kennzeichnung muss
• Name, Handelsname oder andere Formen der Identiﬁzierung des Herstellers bzw. seines autorisierten
• Typenbezeichnung, Handelsname oder Codes
• Gr&ouml;ssenbezeichnung
• Nummer der einschl&auml;gigen Europ&auml;ischen Norm
• Piktogramme und Leistungsstufen, falls von Bedeutung
• Textilkennzeichnung
• Pﬂegekennzeichnung
Tabelle 16: Piktogramme, die Gef&auml;hrdungen anzeigen, gegen welche die Kleidung sch&uuml;tzt (gem&auml;ss EN 340)
radioaktive Kontamination durch Teilchen
Schnitte und Striche
statische Elektrizit&auml;t
Tabelle 16a: Piktogramme, welche die vorgesehene Anwendung der Kleidung zeigen (gem&auml;ss EN 340)
Schutzkleidung f&uuml;r Feuerwehrleute
Schutzkleidung f&uuml;r Sandstrahler
Deutlich sichtbare Warnschutzkleidung
Schutzkleidung f&uuml;r Motorradfahrer
Leistungsstufen, die aus einer oder mehreren Ziffern
bestehen k&ouml;nnen, beschreiben die &laquo;Leistung&raquo; einer
Schutzkleidung hinsichtlich bestimmter Leistungsanforderungen. Die Leistungsanforderungen beziehen sich beispielsweise auf Gr&ouml;ssen wie Abriebfestigkeit und Durchstichfestigkeit (EN 943-1) oder Strahlungshitze (EN ISO
11612). Eine hohe Stufenzahl entspricht dabei einer
hohen Leistung bzw. einem hohen Schutzniveau.
14.4 Weiterf&uuml;hrende
www.sapros.ch/schutzbekleidung
Schutzsch&uuml;rzen beim Gebrauch von Handmessern
Schutzkleidung gegen biologische Kontamination
14.5 Normen
Schutzkleidung gegen thermische Gefahren eines
elektrischen Lichtbogens
EN 381 – 1 bis 5 und 7 bis 11
Schutzkleidung f&uuml;r die Benutzer von handgef&uuml;hrten
EN 943-1, EN 943-2, EN ISO 13034, EN ISO 13982-1,
EN ISO 14605
Leistungsanforderungen an Chemikalienschutzkleidung
und -anz&uuml;ge
EN ISO 1073
EN ISO 14877
Schutzkleidung f&uuml;r Strahlenarbeiten mit k&ouml;rnigen
Elektrisch isolierende Schutzkleidung
Schutzkleidung – Elektrostatische
Eigenschaften – Leistungsanforderungen
15.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Die Folgen eines Absturzes sind meist schwerwiegend.
Bereits St&uuml;rze aus geringer H&ouml;he f&uuml;hren in der Regel
zu schweren Verletzungen. Eine gute Tragdisziplin ist
deshalb bei PSA gegen Absturz besonders wichtig.
Der Anschlagpunkt f&uuml;r die PSA gegen Absturz ist sorgf&auml;ltig auszuw&auml;hlen. Er muss die Kr&auml;fte aufnehmen k&ouml;nnen,
die beim Auffangen einer abst&uuml;rzenden Person auftreten
(Richtwert 10 kN = 1 t).
Die Einsatzplanung und Benutzung d&uuml;rfen nur an Personen &uuml;bertragen werden, die &uuml;ber eine Schulung und entsprechende Fachkenntnisse verf&uuml;gen. Diese Personen
bestimmen Lage und Anzahl der Anschlagpunkte und
stellen sicher, dass der n&ouml;tige freie Sturzraum vorhanden
ist und die Gefahr eines Pendelsturzes minimiert wird
15.3 Produktarten,
Beim Arbeiten mit PSA gegen Absturz ist das Prinzip der
Systempriorisierung anzuwenden. Das Restrisiko l&auml;sst
sich durch eine geschickte System-Wahl positiv beeinﬂussen.
Priorit&auml;t 1: R&uuml;ckhaltesystem
Es h&auml;lt den Benutzer von Bereichen mit Absturzgefahr
fern. Daf&uuml;r werden meistens ein Auffanggurt und Verbindungsmittel (Seil) mit Seilk&uuml;rzer eingesetzt.
15.2 Gef&auml;hrdungen
Die Gefahr eines Absturzes besteht zum Beispiel
• an und auf Geb&auml;uden, Fassaden und D&auml;chern
• auf Krananlagen (Turmdrehkrane, Mobilkrane,
Hallenkrane)
• auf Maschinen und hochgelegenen Anlageteilen
• in Hochregallagern
• auf Fahrzeugen (Bus, Tram, Bahn, Silowagen usw.)
• im Stahl-, Holz- und Elementbau
• auf Masten und Freileitungen
• auf B&auml;umen
• auf Leiterauf- und Leiterabstiegen
• im Steilgel&auml;nde
• in und an Silos, in Sch&auml;chten, Kanalisationen usw.
(Vorsicht: Die Rettung gestaltet sich oft sehr schwierig!)
Bild 38: R&uuml;ckhaltesystem
Priorit&auml;t 2: Positionierungssystem
Es positioniert den Benutzer an der Arbeitsstelle und
erm&ouml;glicht ein freih&auml;ndiges Arbeiten. Ein freier Fall wird
Einschr&auml;nkungen: Bei Gefahr eines Seilrisses darf das
Positionierungssystem nur in Kombination mit einem
Sturzauffangsystem verwendet werden.
Zur Reduktion der Fallh&ouml;hen erweisen sich H&ouml;hensicherungsger&auml;te in vielen F&auml;llen als vorteilhaft. Diese sind
meist nur f&uuml;r den vertikalen &Uuml;berkopfeinsatz zugelassen.
Der horizontale Einsatz ist nur erlaubt, wenn der Hersteller
dies in der Informationsbrosch&uuml;re als bestimmungsgem&auml;sse Verwendung festgehalten hat. &Uuml;ber Fl&uuml;ssigkeiten
oder anderen Medien, in denen man versinken k&ouml;nnte,
d&uuml;rfen diese Ger&auml;te nicht verwendet werden. Hier dienen
mitlaufende Auffangger&auml;te zusammen mit einem Sicherungsseil entsprechender L&auml;nge als Sicherung.
Bild 39: Positionierungssystem
Priorit&auml;t 3: Sturzauffangsystem
F&auml;ngt den Benutzer nach einem Absturz auf und begrenzt
den Fangstoss. Die Verletzungsgefahr kann dabei nicht
ausgeschlossen werden – sie l&auml;sst sich aber durch hochgelegene Anschlagpunkte und k&uuml;rzestm&ouml;gliche Verbindungsmittel reduzieren.
F&uuml;r jeden Arbeitsplatz, an dem mit einer PSA gegen
Absturz gearbeitet wird, muss ein Rettungsszenario festgelegt werden.
Bild 41: H&ouml;hensicherungsger&auml;te
Zeitgem&auml;sse L&ouml;sungen
Die Ausr&uuml;stung sollte aufgrund der Einsatzsituation von
einer geschulten Person ausgew&auml;hlt werden.
F&uuml;r seltene Arbeiten in einem kleinen Umkreis gen&uuml;gt ein
einfaches Set gegen Absturz mit Auffanggurt, Falld&auml;mpfer
und Anschlagschlinge (Bild 42). Bei der Anschlagschlinge
(Bild 45) ist besonders auf scharfe Kanten zu achten.
Eventuell m&uuml;ssen die Schlingen gesch&uuml;tzt werden, oder
es dr&auml;ngt sich der Einsatz von scharfkanten gepr&uuml;ften
Bild 40: Sturzauffangsystem
F&uuml;r schwierige Arbeitspl&auml;tze eignet sich meist eine Kombination von Auffangsystem mit einem mitlaufenden Auffangger&auml;t und einem Halteseil zur Positionierung (Bild 43).
Auffang&ouml;sen
f&uuml;r Sturzauffangsystem
Haltegurt&ouml;sen/
Bild 42: Einfaches Absturzset
Bild 43: System am Mast
Die verschiedenen Verstellm&ouml;glichkeiten erlauben es, sich
genau in der gew&uuml;nschten Lage zu positionieren und freih&auml;ndig zu arbeiten. Das Auffangger&auml;t (Bild 51), das auf
einem Sicherungsseil mitl&auml;uft, ist das zentrale Element
des Sturzauffangsystems. Der integrierte Falld&auml;mpfer verringert die auftretenden Kr&auml;fte auf ein k&ouml;rperschonendes
Mass und erlaubt eine kontrollierte Krafteinleitung in den
Bei Arbeiten am Mast verwendet man heute Kombinationen von Auffang- und Haltegurten (Bild 44).
Bild 44: Auffang-, Positionierungs- und
Haltesystem kombiniert
15.4 Anforderungen beim Einsatz
von PSA gegen Absturz
Eine PSA gegen Absturz setzt sich immer aus folgenden
Komponenten zusammen (Sicherungskette):
1. Anschlagpunkt/Anschlageinrichtung
oder gen&uuml;gend stabile Stelle (Bild 45).
Richtwert f&uuml;r die Belastung:
10 kN (= 1 t) in Belastungsrichtung
2. Verbindungsmittel (Seil) mit Falld&auml;mpfer
oder H&ouml;hensicherungsger&auml;t (Bild 47)
3. Karabiner- oder Sicherheitshaken (Bild 47)
4. Auffanggurt, im Minimum mit Auffang&ouml;se
am R&uuml;cken (EN 361) (Bild 44)
5. Helm mit Kinnband (EN 397, ggf. auch EN 12492)
(Bild 46)
Beim Arbeiten mit einem Sturzauffangsystem ist immer
darauf zu achten, dass der notwendige Sturzraum vorhanden ist. Dieser ist auch abh&auml;ngig von den eingesetzten Komponenten, zum Beispiel von der L&auml;nge des
Verbindungsmittels. Ein Anprall oder Aufprall w&auml;hrend
des Sturzes oder beim Auffangen des Sturzes muss
verhindert werden. (Bild 48)
Bild 45: Anschlagschlinge
Bild 46: Helm mit Kinnband
Bild 48: Gefahren beim Verwenden eines Sturzauffangsystems:
Seilriss, Pendelsturz, Sturzraum zu klein bzw. Verbindungsmittel
Je nach Auswahl der Systemkomponenten und der
Lage des Anschlagpunkts kann der n&ouml;tige Sturzraum
zwischen 0,50 m und mehr als 10,0 m betragen!
Falld&auml;mpfer
Ein Auffangsystem muss energieabsorbierende Einzelteile
oder Funktionen haben. Diese m&uuml;ssen sicherstellen, dass
der Fangstoss, der beim Auffangen der abgest&uuml;rzten
Person auf den K&ouml;rper wirkt, nicht mehr als 6 kN betr&auml;gt.
Die Verl&auml;ngerung des Sturzes durch das Aufreissen des
Falld&auml;mpfers ist bei der Berechnung des Sturzraums mit
Bild 49: Aufreissband, als Falld&auml;mpfer in ein Sicherungsseil
ger&auml;te zum Einsatz (Bild 51). Da die Seill&auml;nge mithilfe
des mitlaufenden Auffangger&auml;ts verstellbar ist, kann der
Benutzer die richtige Seill&auml;nge w&auml;hrend des Einsatzes
sofort einstellen. Zu achten ist bei dieser Anwendung des
Auffangger&auml;ts auf das erh&ouml;hte Risiko eines Pendelsturzes, je l&auml;nger die Seill&auml;nge ist (Bild 48).
Der Falld&auml;mpfer muss entweder am Auffangger&auml;t angebracht werden oder am Seil. Auch Reibungsfalld&auml;mpfer
(Ger&auml;t rutscht auf dem Seil) sind m&ouml;glich.
Mehr Sicherheit und Bewegungskomfort bieten H&ouml;hensicherungsger&auml;te (s. Seite 45).
Mitlaufendes Auffangger&auml;t
Wo die L&auml;nge des Verbindungsmittels nicht ausreicht,
kommen auf einem Sicherungsseil mitlaufende Auffang-
Horizontales Sicherungssystem
Horizontale Sicherungssysteme (auch Anschlagkonstruktionen genannt) werden eingesetzt, wenn sich die
absturzgef&auml;hrdete Person entlang einer Absturzkante
bewegt. Es gibt auch tempor&auml;re Systeme, die im
Bedarfsfall vom Benutzer installiert werden k&ouml;nnen.
Fest an der Geb&auml;udestruktur installierte Systeme mit
&uuml;berfahrbaren Seilf&uuml;hrungen oder ein Schienensystem
bieten gr&ouml;sste Bewegungsfreiheit und optimalen Schutz.
Diese Art von Anschlagpunkten oder Anschlagkonstruktionen m&uuml;ssen von einem spezialisierten Fachbetrieb
geplant und erstellt werden.
Ist die am Seil h&auml;ngende Person nicht bewusstlos, so gibt
es einfache Mittel, damit sich eine abgest&uuml;rzte Person
bis zur Rettung selber entlasten kann. Zum Beispiel
k&ouml;nnen sogenannte Traumaschlingen eingesetzt werden.
Die abgest&uuml;rzte Person kann die F&uuml;sse auf die Traumaschlinge abst&uuml;tzen, sich aufrichten und so die Beinmuskulatur aktivieren.
Norm EN 365 empﬁehlt, dass s&auml;mtliche Produkte, die
der Sicherung gegen Absturz dienen, mindestens alle
12 Monate durch eine fachkundige Person zu kontrollieren sind. Bei t&auml;glichem Einsatz empﬁehlt es sich, die
Schutzausr&uuml;stung 2- bis 3-mal j&auml;hrlich zu kontrollieren.
Unabh&auml;ngig davon gilt, dass der Benutzer die PSA gegen
Absturz vor jeder Arbeitsaufnahme selbst pr&uuml;ft. Defekte
oder risikobehaftete Komponenten sind entweder fachm&auml;nnisch zu reparieren oder zu ersetzen.
Wegen der Alterung der Textilb&auml;nder m&uuml;ssen Halte- und
Auffanggurte, Seile, B&auml;nder und Schlingen gem&auml;ss den
Angaben des Herstellers (Informationsbrosch&uuml;re) ersetzt
Bild 50: Fest installiertes horizontales
Bild 51: Mitlaufendes
Auffangger&auml;t
Rettung abgest&uuml;rzter Personen
Die f&uuml;r das Arbeiten mit PSA gegen Absturz verantwortliche Person muss vor Arbeitsaufnahme sicherstellen,
dass abgest&uuml;rzte oder aus irgendeinem Grund im Seil
blockierte Mitarbeitende jederzeit mit vorhandenen
Mitteln gerettet werden k&ouml;nnen. Dabei ist der Zeitfaktor
entscheidend: Eine in einem Auffanggurt h&auml;ngende
Person erleidet sp&auml;testens nach 20 Minuten ernsthafte,
m&ouml;glicherweise t&ouml;dliche Gesundheitssch&auml;digungen
(z.B. H&auml;ngetrauma, Kreislaufprobleme).
Intensiv eingesetztes Material (mehrmalige Nutzung pro
Woche) ist bereits nach k&uuml;rzerer Einsatzzeit zu ersetzen.
Nach einem Absturz ist in jedem Fall sofort eine Kontrolle
und Wartung vorzunehmen. Dabei sind die eingesetzten
Gurte, Seile, B&auml;nder und Schlingen unbedingt zu ersetzen.
15.5 Weiterf&uuml;hrende
15.6 Normen
Mitlaufende Auffangger&auml;te
Haltegurte und Verbindungsmittel f&uuml;r Haltegurte
Pers&ouml;nliche Absturzschutzsysteme
Allgemeine Anforderungen an Gebrauchsanleitungen,
Wartung, regelm&auml;ssige &Uuml;berpr&uuml;fungen, Instandsetzung,
Rettungshubger&auml;te
16.1 Erkenntnisse aus der Praxis
Oft werden Arbeiten am, im oder &uuml;ber dem Wasser ausgef&uuml;hrt, ohne dass die Arbeitenden vor einem Sturz ins
Wasser oder dem Ertrinken gesch&uuml;tzt sind. Dabei
schreibt zum Beispiel die Bauarbeitenverordnung klar vor,
dass bei solchen Arbeiten Schutzmassnahmen zu treffen
Es scheint besonders schwierig zu sein, Arbeitnehmende
zum Tragen einer PSA gegen Ertrinken zu motivieren (zum
Beispiel einer Schwimmweste). Es ist wichtig, dass die
Vorgesetzten in diesem Punkt eine klare Haltung einnehmen und das Tragen der PSA gegen Ertrinken in der
Praxis durchsetzen.
16.3 Produktarten,
Anforderungen, Kennzeichnung
Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen gegen Ertrinken werden
in Rettungswesten und Schwimmhilfen unterteilt.
Rettungswesten stellen eine Auftriebslage sicher und
sorgen daf&uuml;r, dass die Atemwege des Benutzers frei
bleiben. Durch die Verteilung der Auftriebskraft wird der
Benutzer in eine Position gedreht, in der auch bei
Bewusstlosigkeit die Atemwege &uuml;ber der Wasseroberﬂ&auml;che gehalten werden.
Auf die spezielle Thematik der Sicherheit von Tauchern
gehen wir in dieser Brosch&uuml;re nicht ein.
16.2 Gef&auml;hrdungen
F&uuml;r Personen, die am, im oder &uuml;ber dem Wasser arbeiten, besteht die Gefahr zu ertrinken. Solche Arbeiten
ﬁnden wir zum Beispiel bei Bauarbeiten, in der Energieerzeugung (Wasserkraftwerke), im Trink- und Abwasserbereich, auf Schiffen und Pontons sowie bei der Polizei,
Feuerwehr und im Zivilschutz.
In Not geratene Personen k&ouml;nnen in ﬂiessenden, durchwirbelten oder rotierenden Gew&auml;ssern weggeschwemmt
und oft nur unter Schwierigkeiten gerettet werden.
Bild 52: Automatik-Rettungsweste mit Rettungshaken
Schwimmhilfen sind nicht in der Lage, den Benutzer mit
dem Gesicht nach oben in eine sichere Schwimmlage
zu drehen. Sie sorgen nur f&uuml;r den Auftrieb, der auf der
Schwimmhilfe angegeben ist, und unterst&uuml;tzen den
Benutzer beim Schwimmen in gesch&uuml;tzten Gew&auml;ssern
(z.B. Schwimmbad). Bei Bewusstlosigkeit sch&uuml;tzen sie
nicht vor dem Ertrinken.
Bei der Auswahl von PSA gegen Ertrinken ist sowohl auf
den Einsatzzweck und die Konformit&auml;t mit den einschl&auml;gigen Normen als auch auf Benutzerfreundlichkeit zu
• Beeintr&auml;chtigung oder Belastung des Tr&auml;gers
• Auftriebskraft und Ohnmachtssicherheit
(Sicherheitsstufe)
• einfacher Austausch von Verschleiss- und
Verbrauchsteilen
Tabelle 17: Verbraucherinformationen in Form von Text
Pers&ouml;nliches Auftriebsmittel
ISO 12402-2 bis ISO 12402-6
Hochsee, extreme Bedingungen, besondere Schutzkleidung, schwere Ausr&uuml;stung
Hochsee, wetterfestes &Ouml;lzeug
Gesch&uuml;tzte Gew&auml;sser, leichte Bekleidung
Nur f&uuml;r Schwimmer, gesch&uuml;tzte Gew&auml;sser, Hilfe in der N&auml;he, eingeschr&auml;nkter Schutz
gegen Ertrinken, keine Rettungsweste
Arbeitsmittel f&uuml;r besondere Einsatzzwecke
Warnhinweis: Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel verringern nur das Risiko des Ertrinkens! Keine Grantie zur Rettung.
Tabelle 18: Zus&auml;tzliche Verbraucherinformationen
Seenotleuchte, Spritzschutzhaube integriert
Benutzung unter extremen klimatischen Bedingungen (–50&deg;C)
nur mundaufblasbar
Auftrieb je nach Gewicht (N)
Die Verbraucherinformation kann sowohl in Form von
Text als auch Piktogrammen vorhanden sein. Tabelle 17
enth&auml;lt die Information in Form von Text. Der Bereich
Bild 54 Piktogramme zur Kennzeichnung von Rettungswesten
und Schwimmhilfen. Die Zahlen verweisen auf die in Tabelle 17
beschriebenen Leistungsstufen.
Anteil Auftrieb
aufblasbar (N)
Feststoff (N)
&laquo;Anwendung&raquo; kann durch entsprechende Piktogramme
ersetzt sein. Diese sind in Bild 54 dargestellt. Die Etikette
nach Tabelle 17 wird in der Regel durch weitere Informationen erg&auml;nzt (Tabelle 18).
Wird das Layout der empfohlenen Etikette (Tabelle 17
und 18 kombiniert) nicht verwendet, m&uuml;ssen trotzdem
folgende Angaben vorhanden sein:
a) Benennung des Produkts
b) Norm und Leistungsstufe
c) alle besonderen Merkmale (wenn die Rettungsweste
eine verbesserte Ausstattung und Leistungsf&auml;higkeit
bietet, als die Norm vorschreibt, z.B. integrierte
Spritzschutzhaube, besondere Notausr&uuml;stung)
d) alle besonderen Anwendungsbereiche (z.B. anwendbar bei sportlicher Bet&auml;tigung im Wildwasser, bei
Eins&auml;tzen zur Brandbek&auml;mpfung oder unter extremen
Klimabedingungen usw.)
e) Angabe, worauf der Auftrieb beruht:
• Feststoff-Auftriebswerkstoff
• Gas- oder Luftaufblasung
• Feststoff-Auftriebswerkstoff plus
Gas- oder Luftaufblasung
f) Funktionsweise:
• vollst&auml;ndig automatisch funktionierend
• manuell funktionierend
• nur mit dem Mund aufblasbar
g) Auftriebsmenge
• Anteile an Feststoff-Auftriebswerkstoff
und aufblasbarem Auftrieb
h) Sicherheitsgurt
• in der Rettungsweste integriert
• kann am K&ouml;rper getragen werden, wenn das
Auftriebsmittel dar&uuml;ber getragen wird
i) Gr&ouml;sse der Rettungsweste
• durch Abhaken der entsprechenden Gr&ouml;sse
in einer Gr&ouml;ssentabelle
• durch Angabe der K&ouml;rpermasse (K&ouml;rpergr&ouml;sse,
Brustweite oder K&ouml;rpergewicht oder eine angemessene Kombination hieraus), siehe Tabelle 18.
16.4 Weiterf&uuml;hrende
16.5 Normen
Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel – Teil 2:
Rettungswesten, Stufe 275
Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel – Teil 3:
Rettungswesten, Stufe 150
Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel – Teil 4:
Rettungswesten, Stufe 100
Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel – Teil 5:
Schwimmhilfen (Stufe 50)
Pers&ouml;nliche Auftriebsmittel – Teil 6:
f&uuml;r besondere Einsatzzwecke
Anforderungen und zus&auml;tzliche Pr&uuml;fverfahren
17.1 Bezugsquellenverzeichnisse 17.5 Rechtliche Bestimmungen
&uuml;ber die Verwendung von PSA
www.suva.ch/lieferantenlisten
17.2 Infomittel, Checklisten
www.suva.ch/waswo und dann Stichwort eingeben.
17.3 Weitere Publikationen
IZA, Zeitschrift f&uuml;r Sicherheit und Gesundheit
am Arbeitsplatz und in der Freizeit,
Zusammenstellung von Fachartikeln aus der Zeitschrift
Safety-Plus,
www.swiss-safety.ch Deutsch Fachartikel
17.4 N&uuml;tzliche Adressen,
Fachverb&auml;nde
Rechtliche Vorschriften &uuml;ber die Verwendung von PSA
sind in folgenden Gesetzen und Verordnungen zu ﬁnden:
Unfallversicherungsgesetz (UVG),
Art. 82 und Arbeitsgesetz (ArG), Art. 6
Diese Artikel beschreiben die Pﬂichten der Arbeitgeber
und Arbeitnehmer bez&uuml;glich Verh&uuml;tung von Berufsunf&auml;llen und Berufskrankheiten bzw. Gesundheitsschutz.
Verordnung &uuml;ber die Verh&uuml;tung von Unf&auml;llen und
Berufskrankheiten (VUV), insbesondere Art. 5, 11
(Abs. 1), 38 und 90
Art. 5 Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen
K&ouml;nnen Unfall- und Gesundheitsgefahren durch technische oder organisatorische Massnahmen nicht oder nicht
vollst&auml;ndig ausgeschlossen werden, so muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmern zumutbare pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen (PSA), wie Schutzhelme, Haarnetze,
Schutzbrillen, Schutzschilde, Geh&ouml;rschutzmittel, Atemschutzger&auml;te, Schutzschuhe, Schutzhandschuhe,
Schutzkleidung, Schutzger&auml;te gegen Absturz und Ertrinken, Hautschutzmittel sowie n&ouml;tigenfalls auch besondere
W&auml;schest&uuml;cke zur Verf&uuml;gung stellen. Er muss daf&uuml;r
sorgen, dass diese jederzeit bestimmungsgem&auml;ss verwendet werden k&ouml;nnen.
Der Arbeitnehmer muss die Weisungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitssicherheit befolgen und die
allgemein anerkannten Sicherheitsregeln ber&uuml;cksichtigen. Er muss insbesondere die PSA ben&uuml;tzen und darf
die Wirksamkeit der Schutzeinrichtungen nicht beeintr&auml;chtigen.
BUL, Beratungsstelle f&uuml;r Unfallverh&uuml;tung
Swiss-Safety, Verband Schweizer PSA-Anbieter,
www.swiss-safety.ch (enth&auml;lt ein Mitgliederverzeichnis)
Art. 38 Arbeitskleidung, PSA
1 Bei jeder Arbeit sind die hief&uuml;r geeigneten Arbeitskleider
zu tragen. Arbeitskleider, die so beschmutzt oder
besch&auml;digt sind, dass sie f&uuml;r ihren Tr&auml;ger oder f&uuml;r
andere Arbeitnehmer eine Gefahr darstellen, m&uuml;ssen
gereinigt und wieder instand gestellt werden.
2 Arbeitskleider und PSA, an denen gesundheitsgef&auml;hrdende Stoffe haften, sind getrennt von den &uuml;brigen
Kleidern und PSA aufzubewahren.
3 Arbeitskleider und PSA, an denen besonders gesundheitsgef&auml;hrdende Stoffe wie Asbest haften, d&uuml;rfen nicht
zu einer Kontamination ausserhalb des Arbeitsbereiches
f&uuml;hren. Sie sind sachgerecht zu reinigen oder direkt
Art. 90 Kosten zu Lasten des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber tr&auml;gt die Kosten der von ihm zu treffenden Massnahmen zur Wahrung der Arbeitssicherheit
sowie diejenigen allf&auml;lliger Zwangsmassnahmen.
Bauarbeitenverordnung (BauAv), Art. 5 und 6
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer m&uuml;ssen
bei allen Arbeiten, bei denen sie durch herunterfallende
Gegenst&auml;nde oder Materialien gef&auml;hrdet werden
k&ouml;nnen, einen Schutzhelm tragen.
a. bei Hochbau- und Br&uuml;ckenbauarbeiten
bis zum Abschluss des Rohbaues;
b. bei Arbeiten im Bereich von Kranen,
Aushubger&auml;ten und Spezialtiefbaumaschinen;
c. beim Graben- und Schachtbau sowie
beim Erstellen von Baugruben;
d. in Steinbr&uuml;chen;
e. im Untertagbau;
f. bei Sprengarbeiten;
g. bei R&uuml;ckbau- oder Abbrucharbeiten;
h. bei Holzbau- und Metallbauarbeiten;
i. bei Arbeiten an und in Rohrleitungen.
Bei Arbeiten im Bereich von Verkehrsmitteln sind Kleider
in grellen Farben zu tragen. Diese Kleider m&uuml;ssen mit
lichtreﬂektierenden Fl&auml;chen beschichtet sein.
Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV3),
Art. 20 und 27
Art. 20 Sonneneinwirkung und W&auml;rmestrahlung
Die Arbeitnehmer sind vor &uuml;berm&auml;ssiger Sonneneinwirkung sowie vor &uuml;berm&auml;ssiger W&auml;rmestrahlung, die durch
Betriebseinrichtungen und Arbeitsvorg&auml;nge verursacht
wird, zu sch&uuml;tzen.
Art. 27 Pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung
K&ouml;nnen Gesundheitsbeeintr&auml;chtigungen durch technische oder organisatorische Massnahmen nicht oder
nicht vollst&auml;ndig ausgeschlossen werden, so muss der
Arbeitgeber den Arbeitnehmern zumutbare und wirksame pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stungen zur Verf&uuml;gung
2 Grunds&auml;tzlich ist eine pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung f&uuml;r
den pers&ouml;nlichen Gebrauch bestimmt. Erfordern die
Umst&auml;nde, dass eine pers&ouml;nliche Schutzausr&uuml;stung von
mehreren Personen benutzt wird, so muss der Arbeitgeber entsprechende Massnahmen treffen, damit sich
dadurch f&uuml;r die verschiedenen Benutzer keine Gesundheits- und Hygieneprobleme ergeben.
3 Ist der gleichzeitige Einsatz mehrerer pers&ouml;nlicher
Schutzausr&uuml;stungen notwendig, so muss der Arbeitgeber daf&uuml;r sorgen, dass diese aufeinander abgestimmt
werden und ihre Wirksamkeit nicht beeintr&auml;chtigt wird.
17.6 Arbeiten und Arbeitsbereiche, f&uuml;r die das Tragen
von PSA erforderlich sein kann
&laquo;Anhang III zur Richtlinie des Rates vom 30. November
1989 &uuml;ber Mindestvorschriften f&uuml;r Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei Benutzung pers&ouml;nlicher Schutzausr&uuml;stungen durch Arbeitnehmer bei der Arbeit&raquo;
(89/656/EWG) enth&auml;lt eine Liste von Arbeiten und
Arbeitsbereichen, f&uuml;r die das Tragen von PSA erforderlich
sein kann. Diese Liste dient der Orientierung und erhebt
fachstelle.psa@suva.ch
Alles was Sie &uuml;ber PSA wissen m&uuml;ssen.
Eine Dokumentation f&uuml;r Betriebe zum Thema
Beat Eiholzer, Bereich Information
Ausz&uuml;ge aus Normen (Piktogramme und Tabellen) mit freundlicher
Genehmigung der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV).
Abdruck mit Quellenangabe gestattet.
1. Auflage – M&auml;rz 2012 – 6000 Exemplare
44091.d
• Die Suva ist mehr als eine Versicherung: sie vereint
Pr&auml;vention, Versicherung und Rehabilitation.
• Die Suva wird von den Sozialpartnern gef&uuml;hrt.
Die ausgewogene Zusammensetzung im Verwaltungsrat aus Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und
Bundesvertretern erm&ouml;glicht breit abgest&uuml;tzte,
tragf&auml;hige L&ouml;sungen.
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• Die Suva ist selbsttragend; sie erh&auml;lt keine
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