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Timestamp: 2016-10-23 07:57:55
Document Index: 330154755

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Ausführliche Anleitung zu juristischen Hausarbeiten - Universität
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Lehrstuhl f&uuml;r B&uuml;rgerliches Recht
Prof. Dr. J&ouml;rg Fritzsche
Universit&auml;t Regensburg &middot; D-93040 Regensburg
RW(L) Zimmer 2.01
Telefon +49 941 943-2648
Telefax +49 941 943-2574
Telefon +49 941 943-2649
fritzsche.lehrstuhl@jura.uni-regensburg.de
www.jura.uni-regensburg.de/fritzsche
&lt; K&uuml;rzel / Aktenzeichen &gt;
Ihr Zeichen /
&lt; Datum &gt;
&lt; Telefon &gt;
&Uuml;bung im b&uuml;rgerlichen Recht f&uuml;r Anf&auml;nger
In dieser Datei finden Sie zahlreiche und sehr detaillierte Angaben zur Anfertigung einer Hausarbeit im B&uuml;rgerlichen Recht. Es gibt auch eine Kurzfassung, die sich auf knappe Angaben zu den
Formalia beschr&auml;nkt.
Sie m&uuml;ssen das nicht alles durcharbeiten – es ist als Hilfestellung gedacht und verdankt seinen
jetzigen Umfang den vielen Nachfragen, die Studierende im Laufe der Jahre zum Thema „Hausarbeit“ an den Lehrstuhl gerichtet haben. An einigen Stellen d&uuml;rfte deutlich werden, dass auch
Selbstverst&auml;ndlichkeiten ausgef&uuml;hrt werden – weil danach eben doch gefragt wurde.
Die Fakult&auml;t bietet zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit im Rahmen von REGINA Workshops zur
Anfertigung von Hausarbeiten an. Die Teilnahme erfordert eine rechtzeitige Anmeldung. Einzelheiten dazu (und zu weiteren Kursen f&uuml;r Anf&auml;nger) finden Sie auf der Fakult&auml;tshomepage unter REGINA – Veranstaltungen.
Die Hausarbeit setzt sich – in folgender Reihenfolge – zusammen aus einem Deckblatt, dem
Sachverhalt der Hausarbeit (Kopie zul&auml;ssig, aber ohne Notizen oder Unterstreichungen), einem
Inhaltsverzeichnis (Gliederung), einem Literaturverzeichnis und der eigentlichen Arbeit – dem
Die Hausarbeit soll am Ende unterschrieben sein.
Der Konversations&uuml;bungsschein ist beizuf&uuml;gen, d.h. am Ende der Arbeit mit abzuheften
oder einzubinden.
Ein Abk&uuml;rzungsverzeichnis muss nicht angefertigt werden, au&szlig;er bei der Benutzung un&uuml;blicher
Abk&uuml;rzungen.1
Das Inhalts- und das Literaturverzeichnis werden fortlaufend mit r&ouml;mischen Ziffern
nummeriert, das Gutachten dagegen mit arabischen Ziffern.
Die Bl&auml;tter d&uuml;rfen nur einseitig beschrieben sein.
Au&szlig;erdem sind die Vorgaben aus dem Aufgabentext zum zul&auml;ssigen Umfang der L&ouml;sung (!) der
Hausarbeit und den dabei einzuhaltenden Formatierungen zwingend einzuhalten. Die Nichteinhaltung f&uuml;hrt in der Regel zu Punkteabzug!
Bitte beachten Sie unbedingt die Vorgeben f&uuml;r die Seitenzahl der L&ouml;sung und deren Formatierung, die Sie am Ende des Hausarbeits-Sachverhalts finden. – &Uuml;berschreitungen der Seitenzahl
(bzw. eine kleinere Schriftart oder &auml;hnliches) f&uuml;hren bei der Bewertung der Arbeiten zu einem
Aus optischen Gr&uuml;nden empfiehlt es sich, f&uuml;r den Text der Arbeit und die Fu&szlig;noten Blocksatz
zu verwenden und die Silbentrennung des Textverarbeitungsprogramms zu aktivieren.
Den letzten Abgabetermin f&uuml;r die Hausarbeit entnehmen Sie bitte der Angabe auf
dem Sachverhalt. Sie d&uuml;rften Ihre Hausarbeit gerne auch fr&uuml;her am Lehrstuhl abgeben oder per Post zusenden. – Die Postanschrift lautet: Universit&auml;t Regensburg, Fakult&auml;t f&uuml;r
Rechtswissenschaft, Lehrstuhl Prof. Dr. Fritzsche, 93040 Regensburg
Die Arbeit beginnt mit einem Deckblatt. Es enth&auml;lt Angaben zu: Verfasser/in nebst Anschrift, Matrikelnummer, Semesterzahl; Art der Arbeit und die Lehrveranstaltung, um die es geht (z.B. Hausarbeit im B&uuml;rgerlichen Recht f&uuml;r Anf&auml;nger bei Prof. Dr. Fritzsche, Sommersemester 2013). Ein Musterdeckblatt finden Sie am Ende dieser &Uuml;bersicht. – F&uuml;r die Angabe des Fachsemester ist ebenfalls
das Semester ma&szlig;geblich, zu dem die &Uuml;bung z&auml;hlt (also hier: das kommende Sommersemester). –
Nein, Sie sollten auf Ihre Hausarbeit „Musterdeckblatt“ nicht &uuml;bernehmen.
Die &uuml;blichen Abk&uuml;rzungen finden Sie in Kirchner, Abk&uuml;rzungsverzeichnis der Rechtssprache, aber auch in
den Kommentaren zum BGB; vom Palandt ist insofern abzuraten, da er aus Platzgr&uuml;nden auch grunds&auml;tzlich un&uuml;bliche Abk&uuml;rzungen f&uuml;r den Text verwendet.
Das Inhaltsverzeichnis gibt die Gliederung der L&ouml;sung wieder und enth&auml;lt alle &Uuml;berschriften des
Gutachtens mit den entsprechenden Seitenzahlen am rechten Seitenrand.2 Das Inhaltsverzeichnis selbst wird mit r&ouml;mischen Ziffern nummeriert.
Die &Uuml;berschriften sollen keine vollst&auml;ndigen S&auml;tze, sondern nur Stichworte enthalten. Die Textverarbeitungsprogramme bieten die M&ouml;glichkeit, ein Inhaltsverzeichnis nach der Fertigstellung der
L&ouml;sung automatisch erstellen lassen, wenn man die &Uuml;berschriften im Text als &Uuml;berschriften formatiert hat. In juristischen Arbeiten &uuml;bliche Gliederungspunkte sind: A. I. 1. a) aa) (1) (a) (aa); f&uuml;r
die Formatierung der &Uuml;berschriften gibt es im &Uuml;brigen keine Vorgaben.
Jede &Uuml;berschrift im Text muss mit dem gleichen Wortlaut (und der Seitenzahl) auch in der Gliederung erscheinen!
Nach einem Gliederungspunkt A. muss ein Punkt B. folgen (usw.)! Auch
sonst muss die Nummerierung“ der Gliederungspunkte „stimmen“, d.h. auf
„II.“ folgt „III.“ und nicht etwa „II.“ oder „VI.“. Fehler in diesem Bereich hinterlassen sehr fr&uuml;h einen schlechten Eindruck, da man sie durch eine minimale Endkontrolle der Arbeit vermeiden kann.
Das Literaturverzeichnis, das mit r&ouml;mischen Ziffern nummeriert wird, enth&auml;lt alle in den Fu&szlig;noten
zitierten Beitr&auml;ge (und nur diese!), alphabetisch sortiert nach den Nachnamen der Autoren bzw.
Herausgeber (letztere mit dem Zusatz „Hrsg.“).
Gerichtsurteile und Gesetze stehen nicht im Literaturverzeichnis! – Gleiches gilt f&uuml;r BT-Drs.
und andere Gesetzesmaterialien. (Anders nur bei besonderer Bearbeitung, wie etwa Mugdan,
Benno (Hrsg.), Gesammte Materialien zum B&uuml;rgerlichen Gesetzbuch f&uuml;r das Deutsche Reich,
1899 – 1900).
Ist eine Person mit mehreren Werken vertreten, so sind diese chronologisch zu sortieren; der
Name muss dann nicht stets wiederholt werden, sondern kann durch die Angabe „ders.“ (=
der- bzw. dieselbe) ersetzt werden.
Stammen von einem Autor mehrere Lehrb&uuml;cher oder Monographien, ist nach den Angaben
zum Werk in Klammern anzugeben, wie die unterschiedlichen Werke in den Fu&szlig;noten zitiert
werden (also z.B.: zitiert Lettl KartellR, Lettl WettbewerbsR, Lettl UrhR). Ansonsten sind Hinweise zur Zitierweise in den Fu&szlig;noten nicht erforderlich, sofern man dort den &uuml;blichen Gepflogenheiten folgt.
Was beim Zitieren &uuml;blich ist, lernt man bei den Literatur- und Rechtsprechungsrecherchen f&uuml;r die Hausarbeit nebenbei, wenn man die Fu&szlig;noten in
Lehrb&uuml;chern und Kommentaren. Bei Aufs&auml;tzen ist es etwas anders, weil sie
kein Literaturverzeichnis enthalten; daher m&uuml;ssen dort die Werktitel in den
Fu&szlig;noten zumindest einmal angegeben werden, um darauf sp&auml;ter mit einem Zusatz wie „(o. Fn. 3)“ zu verweisen.
Bei mehreren Aufs&auml;tzen eines Autors (oder einem Aufsatz neben einem Buch) scheiden Unklarheiten in den Fu&szlig;noten aus, weil der Aufsatz durch die notwendige Angabe der Zeitschriftenfundstelle als solcher erkennbar ist. Hier bedarf es keiner weiteren Klarstellung.
Rechts neben dem Gliederungspunkt ist die erste Seite anzugeben, auf welcher die Ausf&uuml;hrungen zu
dem Gliederungspunkt im Gutachten beginnen.
Man kann das Literaturverzeichnis nach Kommentaren, Monographien, Lehrb&uuml;chern, Aufs&auml;tzen, Festschriftbeitr&auml;gen und Urteilsanmerkungen untergliedern. Dies ist aber nicht erforderlich und wird zunehmend un&uuml;blicher.
Repetitorien, Skripten und Fallsammlungen sowie Frage-und-Antwort-B&uuml;cher („Pr&uuml;fe Dein
Wissen“) sind nicht zitierf&auml;hig! Gleiches gilt f&uuml;r die meisten Internetquellen, insbesondere f&uuml;r
Rechtsausk&uuml;nfte auf Seiten wie „GuteFrage“ oder in Internetforen, aber auch speziell juristische Portale oder Wikepedia. (Letztere k&ouml;nnten Sie allenfalls f&uuml;r nichtjuristische Begriffe verwenden, falls diese ausnahmsweise kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sein sollten.)
Im Literaturverzeichnis sind anzugeben:
(1) Name3, Vorname des Autors (ohne akademische Titel!) oder Herausgebers (letzterer mit
Kennzeichnung als „Hrsg.“).
Hat ein Werk mehrere Autoren/Hrsg., sind grunds&auml;tzlich alle anzugeben, abgetrennt durch einen Schr&auml;gstrich; bei mehr als drei Personen kann man sich aber auf die ersten beiden beschr&auml;nken und das Vorhandensein der &uuml;brigen durch „u.a.“ oder „et. al.“ andeuten.
Hat ein Kommentar (etc.) einen Sachtitel (z.B. M&uuml;nchener Kommentar zum BGB), ist dieser anzugeben; die Herausgeber sind dann zus&auml;tzlich (ggf. auch nach dem Gesamttitel des Werkes)
anzugeben. – Der jeweilige Bearbeiter einer Vorschrift in einem Kommentar oder eines Abschnitts in einem Handbuch (etc.) ist nicht im Literaturverzeichnis, sondern lediglich in den
Fu&szlig;noten anzugeben.
(2) Titel des Buches, Auflage4, Erscheinungsort und –jahr;
bzw. Titel des Aufsatzes mit Zeitschrift (&uuml;bliche Abk&uuml;rzung der Zeitschrift), Jahrgang sowie
Beispiele f&uuml;r Kommentare:
B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 72. Auflage, M&uuml;nchen, 2013
B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, Band I: &sect;&sect; 1-811, 13. Auflage, K&ouml;ln, 2011
Beispiele f&uuml;r Lehrb&uuml;cher:
BGB, Allgemeiner Teil, 36. Auflage, M&uuml;nchen, 2012
Medicus, Dieter/
B&uuml;rgerliches Recht, 23. Auflage, K&ouml;ln, M&uuml;nchen u.a., 2011
Beispiele f&uuml;r Aufs&auml;tze, Anmerkungen und Festschriftbeitr&auml;ge:
Das neue Recht der R&uuml;cktrittsfolgen, JURA 2002, Seiten 154-160
Die einstweilige Unm&ouml;glichkeit der Leistung, in: Festschrift f&uuml;r Ulrich
Huber (hrsg. v. Theodor Baums u.a.), T&uuml;bingen. 2006, S. 143-164
Fritzsche, J&ouml;rg
Der Abschluss von Vertr&auml;gen, JA 2006, 674-681
Anmerkung zu BGH vom 13. 10. 1992, JZ 1993, S. 519 ff.
Wenn Sie nicht – wie oben – mit einer Einr&uuml;ckung arbeiten, sondern den
Titel gleich nach dem Verfasser-/Herausgebernahmen angeben, m&uuml;ssen Sie
nach dem Vornamen ein Komma setzen! Muss man mehrere Werke mit
Adelstitel werden dem Vornamen nachgestellt.
Die Angabe zur Auflage entf&auml;llt, sofern es bislang nur eine Auflage des Werkes gibt.
langen oder mehreren Autorennamen zitieren, l&auml;sst sich dies formatierungstechnisch am einfachsten durch Einf&uuml;gung einer Tabelle als Literaturverzeichnis bewerkstelligen.
Zitieren Sie stets die aktuellen Auflagen der Werke!
Der Umfang des Literaturverzeichnisses sollte den Eindruck erwecken, dass Sie sich tats&auml;chlich
vertieft mit dem Fall und seinen Problemen auseinandergesetzt haben. Allein mit zwei Lehrb&uuml;chern, einem Kurzkommentar und einem Aufsatz k&ouml;nnen Sie die von Ihnen verlangte wissenschaftliche Falll&ouml;sung nicht wirklich erreichen. Sie sollten also in mehrere Kommentare, Lehrb&uuml;cher usw., Aufs&auml;tze hineinschauen, diese im Lit.-Verz. angeben und in den Fu&szlig;noten zitieren.
Sonst sind Sie auch nicht in der Lage, sich mit Kontroversen auseinanderzusetzen!
Quellenangaben in Fu&szlig;noten
Zitate sind angebracht, um eine inhaltliche Aussage zu untermauern, die man dem Gesetzestext
allein nicht ohne weiteres entnehmen kann, oder wenn eine in der Literatur oder Rechtsprechung vertretene Meinung dargestellt wird. Dazu und zu Gesetzeszitaten im Text n&auml;her unten
unter II. 3.; bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die „Grundregeln wissenschaftlicher
Sorgfalt“ der Fakult&auml;t, die Sie ebenfalls bei den Anleitungen auf der Lehrstuhlhomepage finden,
die aber im Prinzip in diesen Hinweisen ber&uuml;cksichtigt sind.
Sofern man die Aussagen und Meinungen anderer Autoren bzw. von Gerichten (oder sonstiger Institutionen/Quellen) wiedergibt (zitiert) ist stets eine Quellenangabe erforderlich. Das
Gleiche gilt, wenn man zum Ausdruck bringen will, dass eine eigene Aussage auch bei anderen
Autoren, Gerichten etc. zu finden ist.
Diese Quellenangaben erfolgen jeweils in einer Fu&szlig;note. Fu&szlig;noten finden sich auf der jeweiligen
Seite, auf der das Zitat verwendet wurde, und nicht gesammelt am Ende der Arbeit (eben Fu&szlig;noten im Gegensatz zu Endnoten).
Das Fu&szlig;notenzeichen im Text ist eine hochgestellte Zahl.5
Wenn sich das Zitat auf den ganzen Satz bezieht, so ist das Fu&szlig;notenzeichen (ohne Leerzeichen) nach dem schlie&szlig;enden Satzzeichen anzubringen (also i.d.R. nach dem Punkt); wenn es
sich dagegen lediglich auf einen Satzbestandteil oder sogar nur auf ein einzelnes Wort bezieht,
ist es direkt dahinter zu setzen.
Der Text jeder Fu&szlig;note beginnt mit einem Gro&szlig;buchstaben, jede Fu&szlig;note endet mit einem
Wenn Sie Zitate aus anderen Werken &uuml;bernehmen wollten, m&uuml;ssen Sie sie
vorher nachpr&uuml;fen! Es wird dringend davor gewarnt, Zitate (etwa von Gerichtsentscheidungen) aus Kommentaren oder Lehrb&uuml;chern ungepr&uuml;ft abzuschreiben! Denn oft sind die Quellenangaben falsch, weil der Autor bei ihrer
Erstellung einen Fehler gemacht hat (falsche Zeitschrift, falsches Jahr, falsche Seite) oder das Zitat selbst aus einem anderen Werk ungepr&uuml;ft &uuml;bernommen hat. Es gibt Fehlzitate, die seit Jahrzehnten durch die Kommentare
Die Quellenangaben in Fu&szlig;noten zu den Aussagen (bzw. Zitaten) im Text sollten den folgenden
Mustern entsprechen:
Rechtsprechung zitiert man mit der Bezeichnung des Gerichts, Angabe der Entscheidungssammlung bzw. Zeitschrift, Band bzw. Jahrgang, Anfangsseite, konkrete Seite;
Bei Microsoft Word bis 2003 unter Einf&uuml;gen-Referenz-Fu&szlig;note zu finden, ab 2007 unter Verweise.
BGHZ 110, 140, 144; BGH NJW 1994, 3170, 3171; OLG Celle JZ 1990, 294, 296.
Wichtig: Neuere BGH- und BVerfG-Entscheidungen (ab ca. 2006) enthalten offizielle Randnummern. Daher belegt man die die konkrete Aussage nun mit einer Randnummernangabe:
Beispiel: BGH NJW 2012, 48 Rn. 9.
Ist eine Entscheidung eines obersten Gerichtshofs in eine amtliche Sammlung (z.B. BVerfGE, BGHZ, BGHSt) aufgenommen, ist diese zu zitieren. Ist
dies nicht der Fall, ist die Entscheidung mit einer Zeitschriftenfundstelle zu
zitieren.6 Die Angabe von Parallelfundstellen ist nicht notwendig, erfolgt
aber ggf. mit dem Zeichen „=“ zwischen den Fundstellen (s. Beispiel oben;
wo man dann die Rn.-Angabe macht, ist egal).
Die blo&szlig;e Angabe von Gericht, Datum und Aktenzeichen ohne jegliche
Fundstelle bzw. nur mit einer Internetquelle ist nur dann zul&auml;ssig, wenn die
Entscheidung nirgendwo abgedruckt ist oder die Zeitschrift in der UB nicht
vorhanden ist und die Entscheidung auch nicht in juris oder einer anderen Online-Datenbank enthalten ist; ansonsten ist dem Gerichtsnamen,
Datum und Aktenzeichen die Fundstellenangabe „juris“ (oder z.B. BeckRS
2011, 435687) beizuf&uuml;gen.
Werden Entscheidungen mehrerer Gerichte angegeben, h&auml;ngt die Reihenfolge von „Dignit&auml;t“ der Gerichte ab, also: EuGH, BVerfG, BGH, OLG, LG,
AG. Bei den Gerichten unterhalb des BGH ist der Ort des Gerichts mit anzugeben. – Mehrere Entscheidungen in einer Fu&szlig;note werden durch ein Semikolon voneinander getrennt.
Kommentare/Handb&uuml;cher zitiert man mit ihrem Namen, so wie man ihn im Literaturverzeichnis angegeben hat, plus Bearbeiter-Zusatz, &sect; + Randnummer7
Palandt/Ellenberger &sect; 173 Rn. 1; M&uuml;KoBGB/Ernst &sect; 275 Rn. 15.
Lehrb&uuml;cher zitiert man nach ihrem Autor mit Angabe der Randnummer (notfalls: Gliederung
und Seite), auf der sich die konkrete Aussage findet. Sofern man von einem Autor mehrere
B&uuml;cher zitiert, ist – entsprechend der Angabe dazu im Literaturverzeichnis – noch ein Unterscheidungszusatz zu machen.
K&ouml;hler &sect; 18 Rn. 12; Brox/Walker AT &sect; 7 Rn. 8.
Monographien zitiert man nach ihrem Autor mit Angabe der Seiten, auf denen sich die konkreten Aussagen finden, bzw. nach Randnummern, falls vorhanden.
Grigoleit S. 111 ff., 117.
Aufs&auml;tze in Zeitschriften zitiert man nach Autor, Zeitschrift, Jahrgang8, Anfangsseite, zitierte
Wenn Sie eine Entscheidung in einer Zeitschrift gefunden haben, k&ouml;nnen Sie unter juris online
nachpr&uuml;fen, ob diese in einer amtlichen Sammlung zitiert wurde. Daf&uuml;r geben Sie in juris Ihre Fundstelle
ein und am Ende des Textes finden Sie dann die Parallelfundstellen.
Viele Kommentare etc. geben am Anfang einen Zitiervorschlag, den Sie &uuml;bernehmen k&ouml;nnen.
Beispiel: (gilt auch f&uuml;r Urteilsanmerkungen)
Arnold JURA 2002, 154, 156; Mayer-Maly AcP 194 (1994), S. 105, 113.
Beitr&auml;ge in Festschriften und anderen Sammelwerken zitiert man nach Autor, Festschrift
(bzw. sonstigem Werk), Anfangsseite, zitierte Seite
Canaris FS Huber, S. 143, 161.
Ist ein Autor im Literaturverzeichnis mit mehreren Werken vertreten, so ist in der Fu&szlig;note zus&auml;tzlich der abgek&uuml;rzte Titel des gerade zitierten Werkes anzugeben (z.B. Brox/Walker AT, &sect; 18 Rn.
430), damit dem Leser eine Unterscheidung m&ouml;glich ist. In diesem Fall muss bereits im Literaturverzeichnis die Zitierweise angegeben werden (s.o.). – Werden von dem Autor neben einer Monographie oder einem Lehrbuch nur Aufs&auml;tze zitiert, ergibt sich die Unterscheidung bereits daraus,
dass Sie das Buch mit Autor S. 99 ff., 105 (oder Autor Rn. 438) zitieren und bei Aufs&auml;tzen eine
Zeitschrift nennen (Autor NJW 2007, 452, 455).
Technisches und Inhaltliches zum Gutachten
Weitere Hinweise zur Fallbearbeitung z.B. bei Fritzsche F&auml;lle zum BGB AT, 4. Aufl. 2012;
Brox/Walker AT, 36. Aufl., 2012, Rn. 833 ff; K&ouml;hler AT, 36. Aufl., 2012, 6. Kapitel, S. 293 ff. Zur
Fallbearbeitung im Schuldrecht Fritzsche F&auml;lle zum Schuldrecht I, 5. Aufl. 2013. – Speziell zu Hausarbeiten (HA): Dietrich Jura 1998, 142 ff (Formalien); Jaroschek JA 1997, 313 ff (Prakt. Hinweise
zur Erstellung von jurist. HA); Rollmann JuS 1988, 42 ff (Die jurist. HA).
Sie m&uuml;ssen ein Gutachten zu allen f&uuml;r die Falll&ouml;sung relevanten Rechtsproblemen erstellen.
Zun&auml;chst sollten Sie den Aufgabentext mehrfach lesen und den „Bearbeitervermerk“, also die
eigentlich Aufgabenstellung, zur Kenntnis nehmen.
Dann sollten Sie versuchen, die Arbeit (wie in einer Klausur) nur mit Hilfe des Gesetzes zu
l&ouml;sen bzw. die L&ouml;sung zu skizzieren. Achten Sie dabei genau auf die Fallfrage! Auf diese Weise fertigen Sie sich eine grobe Skizze zur L&ouml;sung des Falles an, die nach Anspruchstellern und
Anspruchsgrundlagen gegliedert sein muss. Wie in einer Klausur sollten Sie sich neben den
Anspruchsgrundlagen und ihren Voraussetzungen auch gleich Aspekte notieren, die Ihnen als
(echtes oder vermeintliches) Problem auffallen.
Nachdem Sie die Arbeit grob gegliedert haben und die Problemfelder herausgearbeitet haben, k&ouml;nnen Sie diese mit Hilfe der Literatur und Rechtsprechung bearbeiten und die unterschiedlichen Meinungen in die L&ouml;sung einbauen.
Auch in dieser Phase sollten Sie den Sachverhalt nicht aus den Augen verlieren.
Selbstverst&auml;ndlich ist auch die Fallfrage zu beachten. Grunds&auml;tzlich muss man im Gutachten
auf alle Rechtsfragen eingehen muss, die der Fall aufwirft. Eine offene Fragestellung ist im
Hinblick auf Anspruchsziele zu konkretisieren; dabei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, was
die Personen im Fall &auml;u&szlig;ern, welches Anspruchsziel sie also verfolgen.
Ihre Arbeit muss sinnvoll gegliedert sein, also etwa nach Sachverhaltskomplexen, Anspruchstellern und Anspruchsgegnern, nach Anspruchszielen (Schadensersatz, Herausgabe, etc.) und
schlie&szlig;lich nach Anspruchsgrundlagen. Innerhalb der einzelnen Anspruchsgrundlagen gliedern
Ein paar Zeitschriften zitiert man abweichend, n&auml;mlich nach B&auml;nden mit dem Jahrgang als
Klammerzusatz, vor allem AcP, ZHR, RabelsZ. Ein solches Zitat findet sich im Text als Beispiel.
Sie nach Anspruchstatbestand und Einwendungen (und jeweils weiter nach den Tatbestandvoraussetzungen). Pr&uuml;fen Sie s&auml;mtliche in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen, auf die sich
der Anspruch st&uuml;tzen k&ouml;nnte. – Verwenden Sie ausreichend &Uuml;berschriften und Unter&uuml;berschriften, um einen klaren Aufbau erkennen zu lassen. Untergliedern Sie ggf. auch bei einzelnen Tatbestandsvoraussetzungen, sofern es dort „Probleme“ gibt.
Nochmals: Beachten Sie die Seitenbegrenzung und die Formatvorgaben aus dem Aufgabentext. &Uuml;berschreitungen f&uuml;hren zu Punktabz&uuml;gen!
Gutachtenaufbau, Gutachtenstil und Subsumtion
Bitte beachten Sie unbedingt die allgemeinen Vorgaben zu Gutachtentechnik und Gutachtenstil, die Sie aus den Konversations&uuml;bungen kennen! Bei vollst&auml;ndiger Nichtbeachtung ist Ihre Arbeit mit „mangelhaft“ zu bewerten, insbesondere wenn Sie einen Aufsatz mit rechtlichen Erw&auml;gungen zum Fall schreiben anstelle des geforderten Rechtsgutachtens. Eine Er&ouml;rterung juristischer
Probleme losgel&ouml;st vom Fall f&uuml;hrt zu Punkteabz&uuml;gen.
Insbesondere sind allgemeine Vorbemerkungen oder dergleichen und Erl&auml;uterungen zum
Aufbau auf keinen Fall angebracht. Man kann alle f&uuml;r die L&ouml;sung des Falles relevanten Gesichtspunkte bei den zu pr&uuml;fenden Tatbestandsmerkmalen der Anspruchs- oder Einwendungsnormen unterbringen, aus denen sich auch zwangsl&auml;ufig der Aufbau Ihres Gutachtens ergibt.
Am Anfang Ihrer Ausf&uuml;hrungen steht also immer eine Anspruchsgrundlage!
Beginnen Sie immer mit einem Obersatz, der die Anspruchsgrundlage exakt benennt, begr&uuml;nden Sie Ihre Ansichten, definieren und subsumieren Sie. Achten Sie darauf, alle Voraussetzungen einer Anspruchsgrundlage oder Einwendung zu pr&uuml;fen, wobei unproblematische Stellen kurz zu fassen sind.
Bezeichnen Sie etwas nur als fraglich, wenn es das auch ist. Setzen Sie den Konjunktiv nicht
&uuml;bertrieben oft ein.
Achten Sie auf guten sprachlichen Ausdruck. Sie schreiben zwar keinen Deutschaufsatz, doch
ist die Waffe der Juristen nun einmal das Wort, und wenn der Ausdruck misslingt, wirkt sich
das unmittelbar auf die Note aus, die Sie am Ende erhalten werden. (Siehe auch unten 3.)
Vergessen Sie nie, die abstrakten Voraussetzungen einer Anspruchsgrundlage auf den Fall zu
&uuml;bertragen (Subsumtion)! Kommen Sie bei jeder Anspruchsvoraussetzung zu einem klaren Ergebnis. Lassen Sie nichts offen (au&szlig;er einer Kontroverse, bei der die verschiedenen Ansichten im
konkreten Fall zu keinen abweichenden Ergebnissen f&uuml;hren).
Vermeiden Sie insbesondere den Anf&auml;ngerfehler, den Sachverhalt nachzuerz&auml;hlen und dabei ein
paar Paragraphen einzustreuen, um anschlie&szlig;end zu behaupten, deshalb sei eine Norm im konkreten Fall erf&uuml;llt. Das ist keine Subsumtion.
falsch: Der K brauchte unbedingt einen Drucker, weil sein alter kaputt war.
Er hat deshalb in der Zeitung eine Anzeige aufgegeben. Dann hat ihm der V
geschrieben, dass er seinen Drucker f&uuml;r 99 Euro haben kann. Das k&ouml;nnte
ein Angebot nach &sect; 145 sein. Der K hat den Drucker dann bei V abgeholt
und bezahlt. Also ist ein Kaufvertrag vorhanden.
richtig: Damit zwischen den Parteien ein Vertrag geschlossen worden sein
kann, bedarf es zun&auml;chst eines Antrags i.S.v. &sect; 145 BGB. Ein Antrag muss
den Inhalt des zu schlie&szlig;enden Vertrags so konkret vorgeben, dass der
Empf&auml;nger nur noch sein Einverst&auml;ndnis zu erkl&auml;ren braucht, um den Vertrag zustande zu bringen; insbesondere muss der Antrag daher die essentialia negotii enthalten und von einem Rechtsbindungswillen getragen sein. Im
vorliegenden Fall hat K zun&auml;chst in der Zeitung inseriert, dass er g&uuml;nstig ei-
nen (…) Drucker zu kaufen suche. Darin k&ouml;nnte ein Antrag liegen, wenn die
Annonce den Vertragsschluss hinreichend bestimmt antr&auml;gt und den notwendigen Rechtsbindungswillen des B erkennen l&auml;sst. Die Anzeige l&auml;sst allerdings offen, mit wem der Vertrag geschlossen werden soll, welcher Typ
von Drucker es sein soll und was das Ger&auml;t kosten soll. Hinzu kommt noch,
dass (…). Daher stellt die Anzeige nur eine invitatio ad offerendum dar,
nicht aber einen Antrag.
Ein Antrag k&ouml;nnte aber in der schriftlichen Mitteilung des V an K liegen, er
k&ouml;nne ihm einen gebrauchten Drucker des Typs Laserwriter 444c zum Preis
von 99 Euro &uuml;berlassen. Damit stehen neben den potentiellen Vertragsparteien V und K auch die f&uuml;r eine Kaufvertrag typischen Hauptleistungen fest,
so dass K nur noch die Annahme zu erkl&auml;ren braucht; V wollte sich auch erkennbar (&sect;&sect; 133, 157 BGB) durch sein Schreiben binden. Dieses stellt somit
einen Antrag i.S.v. &sect; 145 BGB dar. Zu pr&uuml;fen ist weiter…
Anspr&uuml;che, die nach dem Sachverhalt einmal bestanden haben und infolge weiterer Ereignisse
wieder „entfallen“ sind, muss man manchmal pr&uuml;fen und manchmal nicht. Das h&auml;ngt meist von
der Aufgabenstellung ab; ist diese insofern nicht eindeutig, sollten Sie im Sachverhalt nach Angaben der beteiligten Personen suchen, welche Rechtsschutzziele diese anstreben.
Hat eine Anfechtung zum „Wegfall“ des Anspruchs gef&uuml;hrt, so muss man
diesen Aspekt so pr&uuml;fen, wenn nach dem vertraglichen Anspruch gefragt
ist. Ist hingegen nur gefragt, ob in diesem Fall die eine Partei von der anderen die Herausgabe des Erlangten verlangen kann, muss man auf den (entfallenen) vertraglichen Anspruch nicht mehr eingehen, sondern die Anfechtung in &sect; 812 I 1 Alt. 1 BGB beim Fehlen des rechtlichen Grundes untersuchen. – &Auml;hnlich ist es beim Erl&ouml;schen von Anspr&uuml;chen nach &sect; 275 I – III
BGB: Verlangt der Gl&auml;ubiger die Leistung noch, muss man den Leistungsanspruch und seinen Wegfall pr&uuml;fen. Will der Gl&auml;ubiger Schadensersatz statt
der Leistung oder den gezahlten Kaufpreis nach einem R&uuml;cktritt zur&uuml;ck haben, kann man den Aspekt des &sect; 275 BGB bei den Folgeanspr&uuml;chen (Sekund&auml;ranspr&uuml;chen) „unterbringen“.
Und schlie&szlig;lich: Interpretieren Sie in den Sachverhalt nichts hinein, was nicht erw&auml;hnt ist! Der Fall
ist so auszuwerten, wie er vorgegeben ist.
Alle Angaben aus dem Sachverhalt sind soweit wie m&ouml;glich zu verwerten. Wenn die Beteiligten z.B. Meinungen &auml;u&szlig;ern oder Argumente austauschen, sollten Sie auf jeden Fall darauf
eingehen. Denn solche &Auml;u&szlig;erungen sind eine Hilfestellung des Aufgabenstellers, um Sie in die
richtigen Bahnen zu lenken.
Enth&auml;lt der Sachverhalt Angaben zu Aspekten (insbesondere gar &Auml;u&szlig;erungen rechtlicher Argumente), die Sie im Fall nicht unterbringen, so kann dies ein Indiz daf&uuml;r sein, dass Ihre L&ouml;sung in eine falsche Richtung geht. Normalerweise stehen rechtliche Argumente als Aussage
einer Person als Hilfestellung im Sachverhalt, damit die Bearbeiter/innen den angesprochenen
Aspekt nicht &uuml;bersehen. Notfalls sind solche Aspekte in einem Hilfsgutachten anzusprechen,
das an die abweichende Beurteilung eines bestimmten Aspektes ankn&uuml;pft und erkl&auml;rt, wie
man ggf. weiterpr&uuml;fen m&uuml;sste. Tendenziell wird man in Anf&auml;ngerhausarbeiten zu dieser Notwendigkeit nur gelangen, wenn man bei einer Kontroverse einer Mindermeinung gefolgt ist.
Die &Auml;u&szlig;erungen der Beteiligten sind ebenfalls so hinzunehmen, wie sie im Sachverhalt stehen.
Bei Unsicherheiten, was einzelne W&ouml;rter bedeuten, sollte man W&ouml;rterb&uuml;cher zur deutschen
Sprache heranziehen. Es ist davon auszugehen, dass Formulierungen/W&ouml;rter im Text und in
den Fragen, die f&uuml;r die L&ouml;sung von Belang sind/sein k&ouml;nnten, mit Bedacht gew&auml;hlt sind. Hei&szlig;t
es etwa, eine Person &auml;u&szlig;ere etwas wahrheitsgem&auml;&szlig;, so sagt sie subjektiv die Wahrheit.
Grammatik und Ausdruck
Achten Sie auf Rechtschreibung, korrekte Grammatik und die Zeichensetzung! Denn zu
einer ordnungsgem&auml;&szlig;en wissenschaftlichen Arbeit z&auml;hlt auch die Einhaltung sprachlicher Standards, und f&uuml;r Jurist(inn)en ist die Sprache als Medium der Argumentation nun einmal eines der
wichtigsten Werkzeuge.
Eine Arbeit, die in diesen Bereichen viele Fehler bzw. Schw&auml;chen aufweist, wird schlechter bewertet als eine sprachlich bessere Arbeit, die inhaltlich letztlich dieselben Aspekte anspricht. Zwei Arbeiten, welche die gleichen inhaltlichen Ausf&uuml;hrungen enthalten, aber jeweils eigenst&auml;ndig formuliert sind, k&ouml;nnen also ganz unterschiedlich benotet werden.
Deshalb sollten Sie darauf achten, ob Ihre S&auml;tze gut verst&auml;ndlich formuliert sind oder missverstanden werden k&ouml;nnten. Schachtels&auml;tze sollte man besser in mehrere S&auml;tze aufl&ouml;sen. Und die S&auml;tze
sollten &uuml;berhaupt einen Sinn ergeben, was leider in vielen Arbeiten nicht immer der Fall ist. Unterziehen Sie Ihre Arbeit im Hinblick auf die genannten Aspekte unbedingt einer Endkontrolle, ehe
Sie sie abgeben.
Die Probleme des Falles (Kontroversen)
In den Anf&auml;ngerhausarbeiten geht es darum, Studienanf&auml;nger/innen erstmals einen komplexeren
Fall l&ouml;sen zu lassen. Sie sollen nachweisen, dass sie das „juristische Handwerkszeug“ im ersten
Semester einigerma&szlig;en erlernt haben und es anwenden k&ouml;nnen (s. oben II. 2.). Sie sollen also die
f&uuml;r die Falll&ouml;sung bedeutsamen Normen finden und nach den Regeln der juristischen Arbeitstechnik anwenden.
Wichtig ist es aber ebenfalls, nicht nur die unproblematischen Aspekte des Falles handwerklich
korrekt abzuhandeln, sondern bereits auch die „Probleme“ des Falles zu erkennen und darzustellen. Wo ein „Problem“ ist, gibt es typischerweise auch Kontroversen &uuml;ber seine L&ouml;sung.
Arbeiten Sie daher die Probleme des Falles heraus, benennen Sie sie jeweils und stellen Sie sie
nach folgendem Muster dar:
Benennen Sie also zun&auml;chst das konkrete Problem bei der Rechtsanwendung und die sich darum typischerweise rankende Meinungsstreitigkeit in Literatur und Rechtsprechung.
Legen Sie dann zu ihrem Problempunkt die verschiedenen Ansichten, durch Quellenangaben in Fu&szlig;noten belegt, zun&auml;chst abstrakt mit ihren jeweiligen Kernargumenten dar. – Unterschiedliche Ansichten kann es nicht nur zwischen Rechtsprechung und Schrifttum geben, sondern zwischen dem BGH und Instanzgerichten, zwischen Instanzgerichten, zwischen Autoren
Soweit Sie fremde Meinungen schildern, belegen Sie diese jeweils zwingend mit einer repr&auml;sentativen Auswahl von Nachweisen aus (soweit jeweils vorhanden) Rechtsprechung und Literatur. Oft bieten sich Quellenangaben an, die ihrerseits weitere Nachweise enthalten, also z.B.:
Staudinger/Singer &sect; 119 Rn. 102 m.w.N. [oder: m.w.Nachw.].
Keinesfalls d&uuml;rfen Sie die Kontroverse nur mit einem einzigen Lehrbuch nach dem Motto darstellen und belegen: „Es gibt drei Meinungen.9 Die eine Meinung sagt …, die andere f&uuml;hrt aus
…, und die dritte … .“
Nach der abstrakten Darstellung der verschiedenen Ansichten m&uuml;ssen Sie auch darlegen, zu
welchem Ergebnis diese f&uuml;r den zu l&ouml;senden Fall (mutma&szlig;lich) kommen w&uuml;rden.
Nach der Darstellung von Problem und Meinungsstand folgt zwingend ihre eigene Stellungnahme. Diese sollte einer der bereits vertretenen Ansichten folgen, denn wenn Sie versuchen, zu
Vgl. K&ouml;hler &sect; 14 Rn. 17.
altbekannten Problemen selbst eine ganz neue L&ouml;sung zu entwickeln, besteht die Gefahr, dass Sie
etwas &uuml;bersehen und deshalb „Unsinn“ schreiben.
Ihre Stellungnahme muss eine eigene (!) Begr&uuml;ndung enthalten, bei der Sie typischerweise
auf Argumente der zuvor geschilderten Ansichten zur&uuml;ckgreifen.
Je eingehender Ihre Argumentation ist, desto positiver der Eindruck Ihrer Arbeit!
Eine eigene Stellungnahme ist (nur dann) entbehrlich, wenn alle Meinungen bei der L&ouml;sung
des konkreten Falles zum gleichen Ergebnis kommen.
Zitate im Text und Quellenangaben
In einem Rechtsgutachten ist es notwendig, sowohl das Gesetz als auch Aussagen in Rechtsprechung- und Literatur zu zitieren. Dies geschieht auf verschiedene Weise.
Zitieren des Gesetzes
Es ist wichtig, dass Sie in Ihrem Gutachten immer die gesetzlichen Vorschriften zitieren, deren Voraussetzungen Sie gerade untersuchen (oder aus denen sich eine Definition oder sonst etwas
ergibt). Sonst bleibt unklar, ob Sie das Gesetz anwenden oder in freier Rechtssch&ouml;pfung t&auml;tig sind.
Die gesetzlichen Vorschriften, mit denen Sie sich auseinandersetzen, geben Sie stets im laufenden
Text an und nie in Fu&szlig;noten.
Gesetzesvorschriften sind stets so genau wie m&ouml;glich zu zitieren. Die Angabe nur der Paragraphennummer gen&uuml;gt nur bei Normen, die nur aus einem einzigen Satz bestehen. Sonst ist der
Absatz, Satz, Halbsatz, die Nr., der Buchstaben oder die Alternative anzugeben, also z.B. &sect; 346
Abs. 2 S. 1 Nr. 3 oder &sect; 812 Abs. 1 S. 2 Alt. 1 BGB; Sie d&uuml;rfen auch verk&uuml;rzt &sect; 346 II 1 Nr. 3 BGB
oder &sect; 812 I 1 Alt. 1 BGB schreiben. – Hat ein Paragraph nur einen Absatz, aber mehrere S&auml;tze
oder Nummern (etc.), sollten Sie wie folgt zitieren: &sect; 116 S. 2 BGB, &sect; 437 Nr. 2 BGB.
Literatur- und Rechtsprechungszitate in Fu&szlig;noten
F&uuml;r den Inhalt des Gesetzes sowie f&uuml;r unmittelbare Folgerungen aus dem Gesetz bedarf es keines weiteren Zitats &uuml;ber die Angabe der Vorschrift hinaus. Auch allgemein anerkannte Grunds&auml;tze usw. muss man nicht belegen, so z.B., dass ein Vertrag durch Antrag und Annahme zustande kommt.
f&uuml;r ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Zitat in der Fu&szlig;note: „Gem&auml;&szlig; &sect; 311b I BGB bedarf der
Kaufvertrag &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck der notariellen Beurkundung.10“
Hingegen sind Zitate angebracht, um eine inhaltliche Aussage zu untermauern, die man dem Gesetzestext allein nicht ohne weiteres entnehmen kann, oder wenn man eine in der Literatur oder
Rechtsprechung vertretene Meinungen darstellt. Zu den Formalien der Quellenangabe in
Fu&szlig;noten vgl. oben I. 5.
Wenn Sie eine fremde Ansicht schildern oder &uuml;bernehmen, so m&uuml;ssen Sie diese also mit einer
Quellenangabe belegen.
W&ouml;rtliche Zitate sind in juristischen Arbeiten nur dann ausnahmsweise
zul&auml;ssig, wenn es auf eine bestimmte Formulierung ankommt! Im Regelfall
verwenden Sie zur Wiedergabe eines fremden Gedankens die indirekte Rede
(und vergessen die abschlie&szlig;ende Fn. nicht!).
Zitate ersetzen nicht die konkrete Aussage zum Fall, sondern belegen nur allgemeine abstrakte Feststellungen bzw. Aussagen.
Jauernig/Stadler &sect; 311b Rn. 1; Palandt/Gr&uuml;neberg &sect; 311b Rn. 25.
Beispiel f&uuml;r falsches Zitieren:
Nach einer Auffassung ist die Willenserkl&auml;rung des V (konkret) wirksam, da er potentielles
Erkl&auml;rungsbewusstsein hatte, also etwas Rechtsverbindliches erkl&auml;ren wollte.(Fn.)
Der in der Fn. zitierte Autor wird sich n&auml;mlich in der Regel nur allgemein zu dem Rechtsprobleme &auml;u&szlig;ern, aber keinesfalls zu dem konkreten Fall, den Sie gerade l&ouml;sen! (Anders
mag es sein, wenn er wirklich den gleichen Sachverhalt als Beispiel erw&auml;hnt.)
Beispiel f&uuml;r richtiges Zitieren:
In subjektiver Hinsicht reicht nach h.M. ein potentielles Erkl&auml;rungsbewusstsein des Erkl&auml;renden (abstrakt) zur Wirksamkeit einer Willenserkl&auml;rung aus.(Fn.) V h&auml;tte demzufolge wissen m&uuml;ssen, dass …
Wenn Sie Ihre Ansicht durch die h.M. oder h.L. (herrschende Meinung bzw. herrschende Lehre) untermauern wollen, m&uuml;ssen Sie zwar nicht alle Vertreter dieser Ansicht angeben, wohl
aber einige Fundstellen. Bei der h.M. sollten Sie Nachweise aus der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung und mindestens zwei repr&auml;sentative Stimmen aus dem Schrifttum anf&uuml;hren, welche
umfangreiche weitere Nachweise enthalten.
Der Hinweis auf die h.M. erspart nicht die eigene Begr&uuml;ndung! – W&auml;hrend
die h.M. typischerweise auch die Rechtsprechung (oder Teile davon) umfasst, ist die „herrschende Lehre“ (h.L.) nur die im Schrifttum vorherrschende Ansicht. Dabei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Vertreter, sondern
auch deren „Gewicht“ an – ein Kommentar hat z.B. viel mehr Gewicht als
eine Urteilsanmerkung.
Sie sollten f&uuml;r die Bearbeitung der Problemfelder insbesondere Kommentare (z.B. Palandt, Erman,
M&uuml;nchener Kommentar, Staudinger), Lehrb&uuml;cher (z.B. Brox/Walker, Medicus/Lorenz, K&ouml;hler) und
Zeitschriften (z.B. NJW, JuS, JURA, JR) verwenden. In diesen Werken werden Sie typischerweise
(und in Abh&auml;ngigkeit von ihrem Umfang) bereits erste weiterf&uuml;hrende Literaturangaben, auch zu
abweichenden Ansichten, finden, denen Sie dann nachgehen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen.
Zum Einstieg bietet es sich an, die in Frage stehenden Themenkreise in dem Lehrbuch nachzulesen, mit dem Sie normalerweise arbeiten, oder mit Hilfe der Datenbank juris nach einem einf&uuml;hrenden Aufsatz in einer Ausbildungszeitschrift (JuS, Jura, JA) zu suchen. Es ist aber wahrscheinlich,
dass Sie damit allein die Hausarbeit nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen, sondern „tiefer einsteigen“ m&uuml;ssen. Dazu
finden Sie vermutlich im Lehrbuch bereits ein paar Hinweise, ggf. auch in den Literaturangaben in
der Vorlesungsgliederung.
Der Regensburger Katalog (OPAC) erschlie&szlig;t Ihnen den gesamten Literaturbestand der Universit&auml;t
Regensburg mit dem Standort der einzelnen Werke. Sie finden ihn im Internet unter
http://www.regensburger-katalog.de (oder &uuml;ber die Uni-Homepage und den Link zur Bibliothek
und dort zum „Regensburger Katalog“). Auf diese Weise finden Sie nur B&uuml;cher (oft mit Inhaltsverzeichnissen) und Zeitschriften als solche, nicht aber Aufs&auml;tze in Zeitschriften oder Urteile.
F&uuml;r die vertiefte Recherche hilfreich sind umfangreichere Lehrb&uuml;cher und insbesondere Kommentaren, heute aber in aller Regel auch eine Online-Recherche in juristischen Datenbanken. Dort
k&ouml;nnen Sie zu ihren Problemen Stichw&ouml;rter eingeben und die gefundene Literatur oft direkt am
Computer lesen. Sie finden die Datenbanken am einfachsten, in dem Sie im Internet (nur) nach
„dbis Regensburg“ suchen und den Treffer bei der Bibliothek ausw&auml;hlen, wo Sie auf Rechtswissenschaft klicken.
IV. Noch ein paar Tipps
Setzen Sie Fu&szlig;noten mit den Quellenangaben sofort und erstellen Sie gleichzeitig das Literaturverzeichnis – das erspart Ihnen doppelte Arbeit und somit viel Zeit und Stress kurz vor der
Abgabe der Arbeit. Bei der Literaturrecherche sollten Sie, wenn Sie einen Beitrag nicht kopieren oder ausdrucken, die Hauptaussage, den Autor und die genaue Fundstelle notieren.
Sollte Ihre Arbeit am Schluss deutlich weniger Seiten umfassen als die zugelassene Seitenanzahl, haben Sie vermutlich Probleme &uuml;bersehen oder Ihre Ausf&uuml;hrungen zu kurz gefasst! (Die
vorgegebene Seitenh&ouml;chstzahl ist in der Regel so gew&auml;hlt, dass sie ausreicht, um die Arbeit
musterg&uuml;ltig zu bearbeiten. In der Regel wird man also auch mit einer oder zwei Seiten weniger auskommen k&ouml;nnen. Die Warnung gilt nur f&uuml;r deutliche Unterschreitungen.)
Ist Ihre Hausarbeit am Ende viel zu lang, m&uuml;ssen Sie sie k&uuml;rzen. Dabei ist Vorsicht geboten –
k&uuml;rzen Sie v.a. an unproblematischem Stellen. Tricksen Sie aber nicht an den Formalia herum –
das kann zu Punkteabz&uuml;gen f&uuml;hren! &Uuml;berlegen Sie auch, ob Sie nicht auf einzelne &Uuml;berschriften verzichten und die zugeh&ouml;rigen Pr&uuml;fungspunkte unter einer gemeinsamen &Uuml;berschrift zusammenfassen k&ouml;nnen.
Achten Sie auf Rechtschreibung, korrekte Grammatik und die Zeichensetzung sowie
Ihren Ausdruck und die Hinweise zu diesem Thema oben (II. 3.).
Wenn Sie Ihre Arbeit fertiggestellt haben, sehen Sie sie kurz nach dem Abschluss nochmals
kritisch durch. Merzen Sie Schreibfehler usw. aus, kontrollieren Sie Ihre Inhalts&uuml;bersicht bzw.
Gliederung auf Fehler und Unvollst&auml;ndigkeiten, ebenso das Literaturverzeichnis. Verlassen Sie
sich dabei nicht allein auf das Rechtsschreibprogramm Ihres Computers.
Soweit dies nicht schon vorher gesehen ist und bis zum offiziellen Abgabetermin noch Zeit
bleibt, unterhalten Sie sich mit Kommiliton(inn)en &uuml;ber die L&ouml;sung, um zu kontrollieren, ob Sie
nicht etwas &uuml;bersehen haben oder irgendwo „falsch abgebogen sind“.
Verbleibt danach immer noch Zeit bis zum Ende der Bearbeitungszeit, sollten Sie die Uni bzw.
Kommiliton(inn)en meiden und Ihre Arbeit tendenziell bereits abgeben – der offizielle Abgabetermin ist nur der letzte Termin f&uuml;r die Abgabe. Es besteht sonst die Gefahr, dass fortlaufend etwas von anderen an Sie herangetragen wird bzw. Ihnen von allein etwas einf&auml;llt,
was Sie bei der Herstellung der L&ouml;sung bereits ber&uuml;cksichtigt und aus gutem Grund ausgeschieden hatten, als Sie noch voll eingearbeitet waren.
Auch wenn die Bearbeitungszeit f&uuml;r die Hausarbeit in Regensburg bei mehr als zwei Monaten
liegt, hei&szlig;t das nicht, dass man so viel Zeit ben&ouml;tigt. Mehr als drei echte 40 StundenArbeitswochen ben&ouml;tigt man f&uuml;r die L&ouml;sung einer Anf&auml;ngerhausarbeit bei einigerma&szlig;en konzentrierter und konsequenter Arbeit nicht.
Musterdeckblatt:
Minimilianstr. 1
Matrikelnummer: 1234567890
Hausarbeit im B&uuml;rgerlichen Recht f&uuml;r Anf&auml;nger
bei Prof. Dr. J&ouml;rg Fritzsche
(oder SS 2013)