Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/gewerbesteueranrechnung-mitunternehmer.html
Timestamp: 2017-09-23 05:49:01
Document Index: 337535333

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 11', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 175']

Lexikon Steuer: Gewerbesteueranrechnung - Mitunternehmer
> Gewerbesteueranrechnung - Mitunternehmer
Da der Gewinn der Mitunternehmerschaft (OHG, KG oder atypische stille Gesellschaft) nur einmal zur Anrechnung von Einkommensteuer führen darf, ist der Gewerbesteuermessbetrag aufzuteilen. Diese Aufteilung erfolgt nach Maßgabe des allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssels der Gesellschaft. Vorabgewinne, also nicht nur steuerrechtliche Sondervergütungen i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG sowie das Ergebnis einer etwaigen Ergänzungs- oder Sonderbilanz sind grundsätzlich nicht zu berücksichtigen ( § 35 Abs. 2 Satz 2 EStG ).
Bei der Aufteilung des Gewerbesteuermessbetrags ist der jeweils prozentuale Anteil auf 2 Nachkommastellen zu runden ( § 35 Abs. 2 Satz 4 EStG ). Die anteiligen Beträge werden gesondert festgestellt ( § 35 Abs. 2 und 3 EStG ). Der Feststellungsbescheid ist Grundlagenbescheid für die Einkommensteuerfestsetzung.
Die Einkommensteuerermäßigung beläuft sich sodann auf das 3,8-fache des so ermittelten anteiligen Gewerbesteuer-Messbetrags nach der Formel des § 35 Abs. 1 Satz 2 EStG (s. dazu Gewerbesteueranrechnung ).
In solchen Fällen ist zu überlegen, ob der Betrieb in mehrere Betriebe aufgespalten wird, damit jeweils der Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 EUR ( § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG ) mehrfach ausgeschöpft werden kann.
Wegen der Begrenzung der Steuerermäßigung nach § 35 EStG auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer (s. dazu Gewerbesteueranrechnung ) sind bei Mitunternehmerschaften neben dem Gewerbesteuer-Messbetrag auch die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer sowie der jeweils auf den einzelnen Mitunternehmer entfallende Anteil gesondert und einheitlich festzustellen ( § 35 Abs. 2 Satz 1 EStG ). Dasselbe gilt für die Begrenzung der Steuerermäßigung nach § 35 EStG beim persönlich haftenden Gesellschafter einer KGaA. Für die Ermittlung der Steuerermäßigung nach § 35 EStG dient die spätere Festsetzung der GewSt durch die Gemeinde als Grundlagenbescheid ( § 35 Abs. 3 Satz 2 EStG ). Weicht die später festgesetzte GewSt aufgrund von Änderungen von der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer ab, die zunächst vorläufig bei der Ermittlung der Steuerermäßigung nach § 35 EStG zugrunde gelegt wurde, sind die Einkommensteuerbescheide dementsprechend nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO zu berichtigen.