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Timestamp: 2018-11-17 07:07:48
Document Index: 296762247

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 13', '§ 3', '§ 6']

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Spielerschutz â€¢ Jugendschutz â€¢ Sozialkonzept
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1. FÃ¶rderung der Grundlagenforschung
2. Wissenschaftliche Untersuchung des Spielverhaltens
3. FÃ¶rderung unterschiedlicher BehandlungsansÃ¤tze
4. Aktivierung der Selbsthilfe zur BewÃ¤ltigung potentieller Probleme
5. Zusammenarbeit mit Selbsthilfe-Organisationen
6. Telefonische Spielerberatung
7. Warnhinweise an Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤ten
8. Spielpause
9. Zweiergruppen-Aufstellung
10. Schulung des Personals
12. Kein Alkohol in SpielstÃ¤tten
13. Plakate und Informationsschriften
14. Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Selbsthilfeeinrichtungen
Anfang der 80er Jahre begann in Deutschland eine u. a. durch die Dissertation von Prof. Dr. Gerhard Meyer, UniversitÃ¤t Bremen, angestoÃŸene Kontroverse Ã¼ber mÃ¶gliche Gefahren im Zusammenhang mit Geldspielautomaten. Die Diskussion wurde zunÃ¤chst auf der Grundlage von Vermutungen, nicht reprÃ¤sentativen Untersuchungen sowie von EinzelfÃ¤llen gefÃ¼hrt. Emotionen waren im Spiel. Die letztlich wesentliche Frage, wie nÃ¤mlich tatsÃ¤chlich Betroffenen geholfen werden kann, kam in der frÃ¼hen Phase der Diskussion sicherlich zu kurz.
VerbÃ¤nde, Organisationen und Unternehmen der Unterhaltungsautomatenwirtschaft gingen zunÃ¤chst auf Distanz und negierten das Vorhandensein der sog. Spielsucht. Jedoch schon in der ersten HÃ¤lfte der 80er Jahre wurden von der Unterhaltungsautomatenwirtschaft unter hohen finanziellen Aufwendungen wissenschaftliche Untersuchungen in Auftrag gegeben. Die Problematik sollte hinterfragt, der Umfang ermittelt und BehandlungsmÃ¶glichkeiten aufgezeigt werden. Nachfolgend werden die wesentlichen, seit 1983 von der Unterhaltungsautomatenwirtschaft ergriffenen MaÃŸnahmen zur wissenschaftlichen Untersuchung und zur PrÃ¤vention des problematischen Spielverhaltens aufgezeigt.
Zwischen 1983 und 1991 bearbeitete Prof. Dr. Dr. Johannes C. Brengelmann, damals weltweit fÃ¼hrender Verhaltenspsychologe und Direktor am Max-Planck-Institut fÃ¼r Psychiatrie, MÃ¼nchen, im Auftrag der Automatenwirtschaft Fragestellungen zum problematischen Spielverhalten. Prof. Brengelmann differenzierte bei den Ursachen der sog. â€žSpielsuchtâ€œ. Prof. Brengelmann zeigte auf, dass fÃ¼r das problematische Spielverhalten in erster Linie anlagebedingte und umweltbezogene Ursachen verantwortlich sind.
Prof. Dr. Dr. J. C. Brengelmann: Ein Automat kann nicht das Grundmuster eines Menschen Ã¤ndern, in: Exzessives Spielen, WellingsbÃ¼ttel 1988.
Durch LÃ¤ngsschnittstudien untersuchte Prof. Dr. Gerhard BÃ¼hringer, Direktor des Instituts fÃ¼r Therapieforschung (IFT), MÃ¼nchen, zwischen 1984 und 1997 den Umfang des problematischen Spielverhaltens und die Fragestellung, ob sich das Spielverhalten in Deutschland im Zeitablauf verÃ¤ndert, insbesondere, ob es zunimmt. Drei Hauptergebnisse lassen sich festhalten:
(1) Die Parameter zum Spielverhalten in der BevÃ¶lkerung haben sich in den letzten 15 Jahren nicht geÃ¤ndert;
(2) Vielspielen fÃ¼hrt nicht automatisch zu spielbezogenen StÃ¶rungen und
(3) die Zahl pathologischer Spieler in Deutschland ist nicht zu vernachlÃ¤ssigen, aber deutlich geringer als ursprÃ¼nglich angenommen (Anlage 1).
Im Herbst 2000 fÃ¶rderten die VerbÃ¤nde der Unterhaltungsautomatenwirtschaft ein von Prof. BÃ¼hringer entwickeltes Monitoring-System, um etwaige VerÃ¤nderungen der untersuchten Parameter zu erfassen.
Dr. Gerhard BÃ¼hringer, Dilek TÃ¼rk, Die Kontroverse um Geldspielautomaten in Deutschland, in: Homo Ludens IX, MÃ¼nchen und Salzburg 1999.
Fortlaufend seit 1984 werden die Arbeiten von Prof. Dr. med. Iver Hand, Leiter der Verhaltenstherapie-Ambulanz der psychiatrischen und Nervenklinik des Hamburger UniversitÃ¤tskrankenhauses Eppendorf, unterstÃ¼tzt. Prof. Hand geht bei seinen BehandlungsansÃ¤tzen nicht primÃ¤r abstinenzorientiert, sondern ursachenbezogen vor. Exzessives Spielen wird als Signal fÃ¼r Fehler in der LebensfÃ¼hrung interpretiert. Die Ursachen mÃ¼ssen gefunden und abgebaut werden. Wichtige Ursachen ergeben sich im Ergebnis der BehandlungsgesprÃ¤che von Prof. Hand hÃ¤ufig im Zusammenhang mit dem familiÃ¤ren bzw. beruflichen Umfeld.
Prof. Dr. Iver Hand, Die â€žSuchtbehandlungâ€œ eines Spielers dringt nicht bis zum Kern seiner Erkrankung vor, in: Geldspiele im Blickpunkt, WellingsbÃ¼ttel 1994.
Im Dezember 2000 erteilten die VerbÃ¤nde der Unterhaltungsautomatenwirtschaft der UniversitÃ¤t Bremen einen Forschungsauftrag. Das Projekt wurde von Prof. Dr. Gerhard Meyer bearbeitet und zielte auf Entwicklung und Evaluation eines Selbsthilfemanuals fÃ¼r Spieler mit problematischem Spielverhalten hin. Das Manual ist Grundlage fÃ¼r Materialien zur SpieleraufklÃ¤rung, wie sie gemÃ¤ÃŸ Â§ 6 Abs. 4 Spielverordnung (SpielV) seit dem 1. Januar 2006 vorgeschrieben sind. Den Spielern wird eine Anleitung an die Hand gegeben, um potentielle Probleme selbst bewÃ¤ltigen zu kÃ¶nnen.
Die Automatenwirtschaft arbeitet fallbezogen mit dem Arbeitskreis gegen Spielsucht e. V. (Unna und Hamm) zusammen. Insbesondere fÃ¶rderte die Automatenwirtschaft die zwischenzeitlich in 8. aktualisierter und erweiterter Auflage erschienene Untersuchung des Arbeitskreises â€žAngebotsstruktur der Spielhallen und Unterhaltungsautomaten mit GeldgewinnmÃ¶glichkeit in der Bundesrepublik Deutschlandâ€œ. In der Untersuchung wird deutlich, dass sich die Angebotsseite des gewerblichen Geldspiels im Gegensatz zum staatlichen Spiel in den vergangenen Jahren stark rÃ¼cklÃ¤ufig entwickelt hat.
Im Ergebnis einer vom Deutschen Bundestag geforderten Freiwilligen SelbstbeschrÃ¤nkenden Vereinbarung (BT-Drs. 11/6224) ist in die Frontscheiben der ca. 200.000 Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤te, die in GaststÃ¤tten und SpielstÃ¤tten aufgestellt sind, lÃ¼ckenlos und unauswechselbar eine Info-Telefonnummer (01801-37 27 00) eingedruckt. Die Telefonnummer ist bei der Bundeszentrale fÃ¼r gesundheitliche AufklÃ¤rung (BZgA) aufgeschaltet. Spieler mit problematischen Spielverhalten sowie deren AngehÃ¶rige erhalten die MÃ¶glichkeit, in persÃ¶nlichen Kontakt mit einem geschulten Berater der BZgA zu treten. Monatlich laufen durchschnittlich zwischen 60 und 90 Anrufe auf. Ãœber 70 % der Anrufe beziehen sich auf Service-Anfragen und haben nichts mit dem Fragenkomplex des Vielspielens zu tun (Anlage 2). Durch die am 1. Januar 2006 in Kraft getretene 5. Verordnung zur Ã„nderung der Spielverordnung ist das Anbringen der Info-Telefonnummer in Â§ 6 Abs. 4 verbindlich vorgeschrieben.
Neben der Info-Telefonnummer sind in die Frontscheiben aller ca. 200.000 Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤te Piktogramme eingedruckt, Ã¼ber die â€“ Ã¤hnlich wie bei entsprechenden Warnhinweisen an Zigarettenschachteln â€“ deutlich gemacht wird, dass Ã¼bermÃ¤ÃŸiges Spiel keine LÃ¶sung bei persÃ¶nlichen Problemen darstellt. Die Piktogramme befinden sich in AugenhÃ¶he nahe dem MÃ¼nzeinwurf (Anlage 3). Sie sind damit deutlich sichtbar und nachhaltig wahrnehmbar. Dies ist einmalig in Europa und wird in keiner Spielbank praktiziert. Auch die Piktogramme sind seit 1. Januar 2006 gemÃ¤ÃŸ Â§ 6 Abs. 4 SpielV verbindlich vorgeschrieben.
Seit Anfang der 90er Jahre schalten Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤te nach einer Stunde ununterbrochenen Spiels automatisch fÃ¼r drei Minuten ab. In der Spielpause soll dem lÃ¤ngerspielendem Spielgast die MÃ¶glichkeit gegeben werden, sein eigenes Spielverhalten zu hinterfragen. Seit 1. Januar 2006 ist eine Spielpause von mindestens fÃ¼nf Minuten nach einer Stunde Spielbetrieb gemÃ¤ÃŸ Â§ 13 Abs. 1 Nr. 5 SpielV verbindlich vorgeschrieben.
Die Automatenwirtschaft hat sich in der Freiwilligen SelbstbeschrÃ¤nkenden Vereinbarung vom 15. November 1989 verbindlich zur â€žZweiergruppen-Aufstellungâ€œ verpflichtet, die flÃ¤chendeckend umgesetzt worden ist. Problemspieler sollen vom gleichzeitigen Bespielen von mehr als zwei Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤ten abgehalten werden. Im Rahmen der Aktion â€žVorbildliche SpielstÃ¤tteâ€œ der Automaten WirtschaftsverbÃ¤nde Info GmbH (AWI) wird unter anderem auch die Zweiergruppen-Aufstellung von Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤ten kontrolliert. Seit 1. Januar 2006 ist die Zweiergruppen-Aufstellung gemÃ¤ÃŸ Â§ 3 Abs. 2 SpielV verbindlich vorgeschrieben.
Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem BemÃ¼hen, einem Ã¼bersteigerten Spiel weniger SpielgÃ¤ste entgegenzuwirken, ist die Personalschulung. Zahlreiche SpielstÃ¤ttenbetreiber unterweisen ihr Personal sehr intensiv mit dem Ziel, problematische Spieler frÃ¼hzeitig zu erkennen und einem unkontrollierten Spiel entgegenzuwirken. Die Schulung des Personals wird seit 1997 neutral und professionell vom Weiterbildungszentrum der IHK Bonn/Rhein-Sieg im Zusammenhang mit ZertifikatslehrgÃ¤ngen durchgefÃ¼hrt.
Die jugendschutzrechtlichen Bestimmungen werden in SpielstÃ¤tten strikt eingehalten. Signifikante VerstÃ¶ÃŸe gegen das Verbot des Aufenthalts junger Menschen unter 18 Jahren sind nicht bekannt. So wurden z.B. in einer groÃŸen, bundesweit tÃ¤tigen Spielhallenkette seit 2001 bei fast 1.000 Kontrollen und zig-zehntausenden von SpielgÃ¤sten nur 42 Personen unter 18 Jahren in den SpielstÃ¤tten angetroffen. Keinem davon war nach dem Zutritt die Anwesenheit gestattet. Die Aufsichten in den SpielstÃ¤tten nehmen ihre Aufsichtspflichten sehr ernst und in vollem Umfang wahr. Wenn es offensichtlich zweifelhaft ist, ob ein Gast in einer SpielstÃ¤tte 18 Jahre alt ist, wird er gebeten, sich zu legitimieren.
Auf Betreiben der Unterhaltungsautomatenwirtschaft wurde in die am 19. Dezember 1985 erfolgte Ã„nderung der Spielverordnung die Vorschrift aufgenommen, dass in Spielhallen, in denen mehr als zwei Geld-Gewinn-Spiel-GerÃ¤te aufgestellt sind, kein Alkohol ausgeschenkt werden darf. Diese Regelung soll sicherstellen, dass die Spieler stets einen â€žklaren Kopfâ€œ behalten und in vollem Umfang wissen, was sie tun. In GaststÃ¤tten ist eine solche Forderung nicht erforderlich, da dort das Spiel nicht im Mittelpunkt steht und auch stets eine soziale Kontrolle unter den GÃ¤sten herrscht.
Durch verschiedene Plakate einzelner Unternehmensgruppen aus der Unterhaltungsautomatenwirtschaft bzw. von verschiedenen VerbÃ¤nden werden SpielgÃ¤ste sowie Mitarbeiter bezogen auf die Problematik des Vielspielens sensibilisiert. Mittels Informationsschriften wird in SpielstÃ¤tten auf die mÃ¶gliche Problematik exzessiven bzw. unkontrollierten Spielverhaltens hingewiesen. Seit Ãœbernahme der Telefonberatung durch die BZgA finden Informationsmaterialien der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren Verwendung. Das Auslegen von Informationsschriften in Spielhallen ist seit 1. Januar 2006 gem. Â§ 6 Abs. 4 SpielV verbindlich vorgeschrieben.
Vertreter der Automatenwirtschaft nehmen von Zeit zu Zeit an â€žRunden Tischenâ€œ teil. So z.B. seit 1999 an GesprÃ¤chsrunden, die durch den RegierungsprÃ¤sidenten von Arnsberg moderiert werden. 2003 hat die Hamburgische GesundheitsbehÃ¶rde einen â€žRunden Tisch GlÃ¼cksspielsuchtâ€œ eingerichtet, an dem neben der Automatenwirtschaft auch die Spielbanken und Vertreter der SuchtverbÃ¤nde teilnehmen. Die GesprÃ¤che dienen dem Informationsaustausch, dem wechselseitigem VerstÃ¤ndnis und der FÃ¶rderung von MaÃŸnahmen zur PrÃ¤vention problematischen Spielverhaltens. Dies erfolgt im Dialog zwischen Politik, allen Anbietern von Geld- und Gewinnspielen, der Wissenschaft und Selbsthilfeeinrichtungen.
Dr. JÃ¼rgen Bornecke
GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie e.V. (VDAI)
GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer des Bundesverbandes Automatenunternehmer e.V. (BA)
Quelle: Bundesverband Automatenunternehmer e. V.
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