Source: https://zahnarztrechnung.info/goz-4090-offene-pa-chirurgie-einwurzelig.php
Timestamp: 2019-10-15 02:13:08
Document Index: 46335163

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

GOZ 4090 - offene PAR-Chirurgie, Frontzahn
Lappenoperation, offene Kürettage einschließlich Osteoplastik an einem Frontzahn, je Parodontium € 23,28
Vergütung 1988 - 2011 € 5,82
von der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) zugebilligtes Honorar für ungefähr vergleichbare Arbeit (BEMA P202). € 23,54
wir empfehlen dringend, die 4090 grundsätzlich mit höherem Faktor abweichend zu vereinbaren, hierbei ist die nicht kostendeckende Laser- und Mikroskopie - Honorierung ggf. ebenfalls zu berücksichtigen.
das Aufbringen einer Verbandssalbe ist zwar mit der 4090 abgegolten, die Materialkosten sind aber berechenbar.
die Laseranwendung wird durch den Zuschlag nicht sachgerecht berücksichtigt, Geräteverschleiß, Zeitbedarf sind zu hoch! Wir empfehlen daher, den Laser auch zur Desinfektion / Sterilisation der Wurzeloberflächen einzusetzen und nur hierfür vergleichend nach § 6 Abs 1 GOZ eine die Zahnanzahl und die Häufigkeit des Einsatzes berücksichtigende Position auszuwählen.
Für die Aufklärung und Erbringung dieser Leistung stehen mit Faktor 2,3 etwa 4 Minuten pro Zahn zur Verfügung.
Faktor 5,4 damit stehen bis zu 9 Minuten zur Verfügung.
Nach einer Vorbehandlungsphase (die allerdings nicht verpflichtend ist) wird bisweilen eine Parodontitis mit chirurgischer Eröffnung des Zahnfleisches behandelt, indem die Wurzeloberflächen von weichen und harten Belägen gereinigt werden und Entzündungsgewebe ausgeschabt (kürettiert) wird. Die nennt man "offene Parodontaltherapie".
Bitte beachten Sie, dass es für die Entscheidung, ob die 4090 oder die 4100 zur Abrechnung kommt, nicht um die Wurzelzahl geht, sondern um die Zahnlage: Frontzahn (3 bis 3) oder Seitenzahn (4 und weiter hinten).
In ihr sind weder das Auffüllen von Knochendefekten (GOZ 4110), noch das Beseitigen störender Schleimhautbänder (GOZ 3210) oder Mundvorhofplastiken (GOZ 3240, GOÄ 2675, GOÄ 2676, GOÄ 2677; + GOÄ-Zuschläge!) enthalten, auch die Anwendung einer Abdeckfolie (Membran; GOZ 4138) oder Gewebetransplantate (GOZ 4130, 4133) sind zusätzlich berechenbar.
Einer folgenden Empfindlichkeit kann mit einer Fluoridierung nach GOZ 1020 entgegengewirkt werden.
Eine Medikamententrägerschiene wäre vergleichend nach GOZ § 6 Abs. 1 zu berechnen, eine Verbandsplatte nach GOÄ 2700.
Das Aufbringen von Verbandssalben wären allerdings schon mit der GOZ 4090 abgegolten, lediglich das Material darf zusätzlich berechnet werden.
Das Mikroskop ist zur 4090 über den Zuschlag GOZ 0110 berechenbar. Der Mehraufwand, die längere Dauer und höhere Gründlichkeit sind dadurch in unseren Augen bei weitem nicht abgebildet. Wir empfehlen daher, eine abweichende Vereinbarung zur 4090 zu treffen.
Der Laser würde mit Zuschlag GOZ 0120 zur 4090 bei ggf. vielfachem und zeitraubendem Einsatz ganze € 10,12 erbringen, das ist bei Weitem nicht kostendeckend. Wir empfehlen deswegen den Laser nicht zur 4090 abzurechnen, sondern eine andere Behandlung, z.B. die Laserdesinfektion/-sterilisation der Wurzeloberfläche vergleichend nach § 6 Abs. 1 zur Abrechnung zu bringen. Alternativ könnt der Mehraufwand zur 4090 auch in einer abweichenden Vereinbarung berücksichtigt werden.
Diese Leistung ist die parodontalchirurgische Therapie im subgingivalen Bereich in einem „offenen“ Verfahren.
Sie beinhaltet die teilweise Mobilisierung der beweglichen und ggf. auch der befestigten („attached“) Gingiva (Aufklappung) von der knöchernen Unterlage.
Sie folgt in der Regel einer Vorbehandlung und/oder Initialtherapie, z. B. der supragingivalen Zahnstein- und Belagentfernung und/oder der professionellen Zahnreinigung.
Die Leistung beinhaltet vor allem die Entfernung der Konkremente sowie die Reinigung und Glättung der Wurzeloberfläche. Eine ggf. notwendige Gingivakürettage zur Entfernung von Granulationsgewebe gehört ebenfalls zum Leistungsinhalt. Die obligatorische Wurzeloberflächenbearbeitung kann mittels Handinstrumenten oder maschinell/ mechanisch erfolgen. Ggf. erforderliche glättende Korrekturen am Knochen im Sinne einer Osteoplastik sind mit der Leistung abgegolten, ebenfalls sind resektive gingivoplastische Maßnahmen Leistungsbestandteil.
Diese Gebührennummer bezieht sich auf Maßnahmen an Seitenzähnen.
Die vergleichbare Leistung an einem Frontzahnimplantat wird nach § 6 Abs. 1 berechnet. Mit der primären Wundversorgung sind gemäß den Abrechnungsbestimmungen zum Abschnitt E sowohl die Reposition des Zugangslappens in seine ursprünglichen Lage als auch das Aufbringen und ggf. das Fixieren eines Wundverbandes abgegolten.
Die Erneuerung in gesonderter Sitzung kann dagegen berechnet werden.
Die Materialkosten für den PAR-Wundverband zur Geweberegeneration sind entsprechend den allgemeinen Bestimmungen in jedem Fall berechnungsfähig.
Zahnreinigungsmaßnahmen bzw. Kontrollen nach Zahnreinigung nach den Nummern 4050 oder 4060 können in derselben Sitzung nicht berechnet werden.
Geschlossene PAR-Therapie und/oder gingivoplastische Maßnahmen nach den Nummern 4070 und/oder 4080 können in derselben Sitzung ebenfalls nicht berechnet werden.
Die Taschensterilisation mit Ozon o. Ä. ist nach § 6 Abs. 1 zu berechnen.
Der Einsatz eines OP-Mikroskops wird nach der Nummer 0110 berechnet.
Der Einsatz eines Lasers wird nach der Nummer 0120 berechnet.
Konkave Wurzeloberflächen
Therapien an überkronten Zähnen und/oder an extrakoronalen Verbindungselementen
Besondere Lappentechnik
Umfangreiche Osteoplastik
Die GOZ 4090 ist mit GKV-Versicherten vereinbar, wenn die Kassenrichtlinien eine Versorgung nach BEMA P202 / P203 untersagen.
Die Laseranwendung ist sowieso vereinbar, ebenso die Ozonanwendung oder photodynamische Therapie.
+ Auffüllen parodontaler Knochendefekte nach GOZ 4110
+ Taschendesinfektion/-sterlisation mittels Ozon o.ä vergleichend nach GOZ § 6 Abs. 1
- die Position GOZ 4090 schließt die 4050, 4055, 4060, 4070, 4075, 4080, 1040 neben sich aus!