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Timestamp: 2017-03-24 20:03:38
Document Index: 102963050

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', 'Art. 12', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', 'Art. 12', '§ 33', '§ 33', '§ 43', '§ 43', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 84', '§ 84', '§ 33', '§ 33', '§ 96', '§ 43', '§ 96', '§ 33', '§ 81', '§ 92', '§ 33', '§ 241', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 33', '§ 233', '§ 5', '§ 233', '§ 5', '§ 241', '§ 33', '§ 33', '§ 97']

HENSCHE Arbeitsrecht: 6 AZR 221/15
Die An­ord­nung des Ru­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses bei Be­zug ei­ner Ren­te we­gen Er­werbs­min­de­rung auf Zeit in § 33 Abs. 2 Satz 5 und Satz 6 TVöD-AT ist bei ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung der Reich­wei­te des Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruchs des § 33 Abs. 3 TVöD-AT so­wie auf­grund der Be­gren­zung des An­wen­dungs­be­reichs der Ru­hen­s­an­ord­nung durch höher­ran­gi­ges, nicht ta­rif­dis­po­si­ti­ves Ge­set­zes­recht mit Art. 12 Abs. 1 GG ver­ein­bar.
Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 25.6.2014 - 29 Ca 779/14Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 4.11.2014 - 7 Sa 29/14
6 AZR 221/15 7 Sa 29/14Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg Im Na­men des Vol­kes!
§ 33 TVöD-AT be­stimmt: „...
Die Kläge­rin wehrt sich ge­gen das Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses. So­weit für die Re­vi­si­on noch von Be­lang, hat sie gel­tend ge­macht, es ver­s­toße ge­gen Treu und Glau­ben, dass sich die Be­klag­te auf das Ru­hen des Ar­beits- - 4 - verhält­nis­ses be­ru­fe, weil das Ar­beits­verhält­nis über den 1. Ju­li 2013 hin­aus durch die Wei­ter­ar­beit der Kläge­rin kon­klu­dent fort­ge­setzt wor­den sei.
Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis in der Zeit vom 1. Ju­li 2013 bis 30. Ju­ni 2015 nicht nach § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD-AT ge­ruht hat.
- 5 - in § 33 Abs. 2 Satz 1 TVöD-AT, son­dern auch für die An­ord­nung des Ru­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses in § 33 Abs. 2 Satz 5 und Satz 6 TVöD-AT.
- 6 - höher­ran­gi­ges, nicht ta­rif­dis­po­si­ti­ven Ge­set­zes­recht be­grenz­ten An­wen­dungs­be­reichs der Ru­hen­s­an­ord­nung in § 33 Abs. 2 Satz 5 und Satz 6 TVöD-AT schränkt die­se An­ord­nung die Möglich­keit der Beschäftig­ten, die ei­ne Ren­te we­gen teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung auf Zeit be­zie­hen, durch die Fort­set­zung des ak­ti­ven Ar­beits­verhält­nis­ses ihr Ein­kom­men zu si­chern, nicht so stark ein, dass ih­re durch Art. 12 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­te Be­rufs­frei­heit ver­letzt ist.
- 7 - des Ar­beits­verhält­nis­ses sei nur ge­recht­fer­tigt, so­weit si­cher­ge­stellt sei, dass die be­trof­fe­nen Beschäftig­ten durch die Ren­te wirt­schaft­lich ab­ge­si­chert sei­en, die so­zi­al­recht­li­che Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis die­ser Beschäftig­ten nicht hin­rei­chend. Zu­dem über­sieht sie, dass be­reits die ta­rif­li­che Re­ge­lung mit § 33 Abs. 3 TVöD-AT die­sem Per­so­nen­kreis die Möglich­keit eröff­net, auch während des Ren­ten­be­zugs wei­ter­hin Ar­beits­ent­gelt zu er­zie­len.
bb) Aus der von der Re­vi­si­on an­geführ­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (27. Ju­li 2011 - 7 AZR 402/10 - Rn. 43) folgt nichts an­de­res. Dort ist zwar ei­ne ren­ten­recht­li­che Ab­si­che­rung nur dann als aus­rei­chend an­ge­se­hen wor­den, wenn die Ren­te der Höhe nach ei­ne wirt­schaft­li­che Ab­si­che­rung dar­stel­le, der Ar­beit­neh­mer die ein­mal ge­zahl­te Ren­te auch dann be­hal­ten dürfe, wenn die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen später ent­fie­len, und sei­ne In­ter­es­sen in die­sem Fall auch im Übri­gen hin­rei­chend berück­sich­tigt sei­en. Die­se Ausführun­gen be­zie­hen sich je­doch auf die die­ser Ent­schei­dung zu­grun­de lie­gen­de be­son­de­re Kon­stel­la­ti­on, in der kei­ne ren­ten­recht­li­che Ab­si­che­rung aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vor­lag, son­dern ei­ne Be­triebs­ren­te zur Be­en­di- - 8 - gung des Ar­beits­verhält­nis­ses führ­te. Außer­halb die­ser be­son­de­ren Kon­stel­la­ti­on genügt für die Rechts­fol­gen des § 33 Abs. 2 TVöD-AT die Ab­si­che­rung durch die Ren­te aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, oh­ne dass es auf de­ren kon­kre­te Höhe an­kommt (vgl. für ei­ne Er­werbs­min­de­rungs­ren­te von 225,82 Eu­ro brut­to BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 52, BA­GE 148, 357).
- 9 - Ar­beits­platz hat (sog. Ar­beits­markt­ren­te gemäß § 43 Abs. 2 Satz 3 Nr. 2 SGB VI, vgl. BAG 13. Mai 2015 - 2 AZR 565/14 - Rn. 32; Kass­Komm/Gürt­ner Stand April 2010 § 43 SGB VI Rn. 31, 35).
- 10 - (vgl. für die Be­en­di­gungs­an­ord­nung BAG 9. Au­gust 2000 - 7 AZR 749/98 - zu A II 2 c aa der Gründe). Sie durf­ten des­halb an die Be­wil­li­gung ei­ner Ren­te we­gen vol­ler Er­werbs­min­de­rung auf Zeit in § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD-AT die Rechts­fol­ge des Ru­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses knüpfen, oh­ne dies von der Ren­tenhöhe abhängig zu ma­chen.
- 11 - cc) Vor die­sem Hin­ter­grund be­darf das bei der Be­wil­li­gung ei­ner Ren­te we­gen teil­wei­ser Er­werbs­min­de­rung auf Zeit in § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD-AT an­ge­ord­ne­te Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes ver­fas­sungs­recht­li­chen Kor­rek­tivs. Die bloße, auch bei Be­wil­li­gung ei­ner sol­chen Ren­te be­ste­hen­de und auch in­so­weit für die Wirk­sam­keit der Ru­hen­s­an­ord­nung es­sen­zi­el­le so­zi­al­recht­li­che Dis­po­si­ti­ons­be­fug­nis des Beschäftig­ten al­lein genügt in­so­weit nicht zur Recht­fer­ti­gung des Ein­griffs in die Be­rufs­ausübungs­frei­heit des er­werbs­ge­min­der­ten Beschäftig­ten.
- 12 - TVöD-AT die Prüfung al­ler ihm zu­mut­ba­ren Wei­ter­beschäfti­gungsmöglich­kei­ten ver­langt, die ei­nen Ein­satz des Beschäftig­ten mit dem die­sem ver­blie­be­nen Leis­tungs­vermögen er­lau­ben.
- 13 - (d) Gemäß § 33 Abs. 3 TVöD-AT kann der Ar­beit­ge­ber den form- und frist­ge­recht ge­stell­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag nur ab­leh­nen, wenn der Wei­ter­beschäfti­gung „drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe“ ent­ge­gen­ste­hen. Ent­ge­gen der Befürch­tung der Kläge­rin steht da­mit der Ein­tritt des Ru­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht im Be­lie­ben des Ar­beit­ge­bers (vgl. zu bei ei­ner der­ar­ti­gen Aus­le­gung be­ste­hen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken be­reits BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 62, BA­GE 848, 357). Un­ter Be­ach­tung des Wort­lauts des § 33 Abs. 3 TVöD-AT darf der Ar­beit­ge­ber die Wei­ter­beschäfti­gung viel­mehr nur ab­leh­nen, wenn ihr zwin­gen­de Gründe ent­ge­gen­ste­hen. Das ist auf­grund der in­so­weit be­ste­hen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen nur der Fall, wenn kei­ne dem Ar­beit­ge­ber zu­mut­ba­re Möglich­keit be­steht, den Beschäftig­ten auf ei­nem frei­en Ar­beits­platz zu beschäfti­gen, des­sen An­for­de­run­gen die­ser nach sei­nem ver­blie­be­nen Leis­tungs­vermögen genügt (vgl. BAG 22. Ja­nu­ar 2013 - 6 AZR 392/11 - Rn. 37; Wein­mann in Bur­ger TVöD/TV-L 3. Aufl. § 33 Rn. 39; Be­ckOK TV-L/Ku­ner Stand 1. März 2014 § 33 Rn. 9a). Aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te er­gibt sich, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en die­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen Rech­nung tra­gen woll­ten. Da­mit stellt § 33 Abs. 3 TVöD-AT für den von § 84 Abs. 1 SGB IX er­fass­ten Per­so­nen­kreis den Gleich­lauf mit dem ta­rif­lich nicht ab­ding­ba­ren bEM si­cher, zu dem auch die Präven­ti­on durch Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen gehört (Düwell in LPK-SGB IX 4. Aufl. § 84 Rn. 46).
(bb) Aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des § 33 Abs. 3 TVöD-AT er­gibt sich, dass nach dem Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zwin­gen­de Gründe, die die Ab- - 14 - leh­nung ei­nes ord­nungs­gemäßen Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trags ermögli­chen, nur vor­lie­gen sol­len, wenn kei­ne dem Ar­beit­ge­ber zu­mut­ba­re Möglich­keit zu ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung nach Maßga­be des ver­blie­be­nen Leis­tungs­vermögens des Beschäftig­ten be­steht (vgl. zur Her­an­zie­hung der Ent­ste­hungs­ge­schich­te, ins­be­son­de­re ei­nes Vorgänger­ta­rif­ver­trags, für die Aus­le­gung ta­rif­li­cher Nor­men: BAG 17. Ju­ni 2015 - 10 AZR 518/14 - Rn. 34 mwN; 21. No­vem­ber 2012 - 4 AZR 139/11 - Rn. 22; grundsätz­li­che Be­den­ken hin­ge­gen in ei­nem ob­iter dic­tum BAG 10. De­zem­ber 2014 - 4 AZR 503/12 - Rn. 22, BA­GE 150, 184).
- 15 - ver­pflich­ten, auf Ver­lan­gen die­ser Beschäftig­ten das Be­ste­hen von Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten auf ei­nem frei­en Ar­beits­platz zu prüfen, die ih­rem ver­blie­be­nen Leis­tungs­vermögen ent­spre­chen. Es gibt kei­ne An­halts­punk­te dafür, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit § 33 Abs. 3 TVöD-AT hin­ter den ver­fas­sungs-recht­li­chen An­for­de­run­gen zurück­blei­ben und da­mit ei­ne rechts­wid­ri­ge Be­stim­mung schaf­fen woll­ten (zur Ver­mu­tung ei­nes ge­set­zes- und ver­fas­sungs­kon­for­men Re­ge­lungs­wil­lens vgl. BAG 21. Fe­bru­ar 2013 - 6 AZR 524/11 - Rn. 19, BA­GE 144, 263).
- 16 - we­sent­lich an Wir­kung. So­weit ein Hin­zu­ver­dienst zur Kürzung oder bei ent­spre­chen­der Höhe des Zu­ver­diens­tes auch zum völli­gen Ru­hen der Ren­te nach § 96a SGB VI führt (vgl. Kam­prad in Hauck/Noftz SGB VI Stand Mai 2008 K § 43 Rn. 3; zur Wir­kungs­wei­se des § 96a SGB VI vgl. BAG 22. Ja­nu­ar 2013 - 6 AZR 392/11 - Rn. 28), be­ruht dies auf der frei­en Ent­schei­dung der Beschäftig­ten.
- 17 - bb) Aus vor­ste­hend dar­ge­leg­ten Gründen ist § 33 Abs. 2 Satz 5 und Satz 6 iVm. Abs. 3 TVöD-AT auch nich­tig, so­weit da­durch der in § 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX nor­mier­te An­spruch auf be­hin­de­rungs­ge­rech­te Beschäfti­gung (vgl. da­zu BAG 14. März 2006 - 9 AZR 411/05 - Rn. 18 f.; 10. Mai 2005 - 9 AZR 230/04 - zu B II 1 der Gründe, BA­GE 114, 299) ver­ei­telt wird (Düwell in LPK-SGB IX 4. Aufl. § 92 Rn. 23; of­fen­ge­las­sen von BAG 21. Ja­nu­ar 2009 - 7 AZR 843/07 - Rn. 27).
- 18 - 1989 - 6 AZR 660/87 - zu B II 1 f der Gründe, BA­GE 62, 35; für den mit § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD-AT im We­sent­li­chen in­halts­glei­chen DRK-TV vgl. BAG 14. Ok­to­ber 2003 - 9 AZR 100/03 - aaO).
cc) Bei be­hin­der­ten Men­schen (vgl. da­zu BAG 19. De­zem­ber 2013 - 6 AZR 190/12 - Rn. 56 ff., BA­GE 147, 60) ist bei der An­wen­dung des § 241 Abs. 2 BGB auch die in Art. 5 der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf nor­mier­te Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers, an­ge­mes­se­ne Vor­keh­run­gen zu tref­fen, die den be­hin­der­ten Men­schen die wei­te­re ak­ti­ve Ausübung ih­res Be­ru­fes ermögli­chen, zu berück­sich­ti­gen (BAG 19. De­zem­ber 2013 - 6 AZR 190/12 - Rn. 53 f., aaO; zu den An­for­de- - 19 - run­gen an an­ge­mes­se­ne Vor­keh­run­gen BAG 22. Mai 2014 - 8 AZR 662/13 - Rn. 42, BA­GE 148, 158; EUArbR/Mohr RL 2000/78/EG Art. 5 Rn. 9 ff.).
2. Ei­ne Wie­der­ein­set­zung in die Frist des § 33 Abs. 3 TVöD-AT hat die Kläge­rin nicht be­an­tragt. Es kann dar­um da­hin­ste­hen, ob un­ter ana­lo­ger An- - 20 - wen­dung des § 233 ZPO oder des § 5 Abs. 1 KSchG ei­ne Wie­der­ein­set­zungsmöglich­keit bestünde (of­fen­ge­las­sen be­reits von BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 771/12 - Rn. 70, BA­GE 148, 357; zur Ana­lo­giefähig­keit von Wie­der­ein­set­zungs­vor­schrif­ten BAG 18. No­vem­ber 2004 - 6 AZR 651/03 - zu 4 b bb der Gründe, BA­GE 112, 351), oder ob aus der Be­schränkung der Wie­der­ein­set­zungsmöglich­keit auf die in § 233 ZPO bzw. § 5 KSchG ge­nann­ten ge­setz­li­chen Fris­ten deut­lich wird, dass der Ge­setz­ge­ber ei­ne Wie­der­ein­set­zung bei der Versäum­ung ta­rif­ver­trag­li­cher oder ver­trag­li­cher Aus­schluss­fris­ten aus­sch­ließen woll­te (in die­sem Sin­ne BAG 18. No­vem­ber 2004 - 6 AZR 651/03 - zu 4 b cc der Gründe, aaO). Oh­ne­hin schließt die bei der Kläge­rin of­fen­kun­dig vor­lie­gen­de Un­kennt­nis der ta­rif­li­chen Frist das Ver­schul­den an der Versäum­ung ei­ner Frist grundsätz­lich nicht aus. Das ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu be­an­stan­den (BVerfG 22. Ja­nu­ar 1999 - 2 BvR 729/96 - zu B II 2 der Gründe).
a) Die Pflicht der Be­klag­ten aus § 241 Abs. 2 BGB wäre nur aus­gelöst wor­den, wenn die Kläge­rin der Be­klag­ten nach Ab­lauf der Frist des § 33 Abs. 3 TVöD-AT mit­ge­teilt hätte, wie sie sich un­ge­ach­tet der durch den Ren­ten­be­scheid be­leg­ten Be­ein­träch­ti­gung ih­res Leis­tungs­vermögens ih­re Wei­ter­beschäfti­gung vor­stellt. Die­ser An­for­de­rung genügten we­der der völlig un­be­stimm- - 21 - te „Wi­der­spruch“ noch das Vor­brin­gen der Kläge­rin im Pro­zess. Der Hin­weis, die Kläge­rin könne aus­weis­lich des Ren­ten­be­scheids die bis­he­ri­ge Tätig­keit im bis­he­ri­gen Um­fang wei­ter ausüben, reicht nicht, weil der Ren­ten­be­scheid sich, wie aus­geführt, auf die übli­chen Be­din­gun­gen des all­ge­mei­nen Ar­beits­mark­tes und nicht auf den kon­kre­ten Ar­beits­platz be­zog. So­weit die Kläge­rin in der Kla­ge­schrift vor­ge­tra­gen hat, ih­re Ge­werk­schaft ha­be anläss­lich der Auf­for­de­rung ih­rer Vor­ge­setz­ten, den Ar­beits­platz zu ver­las­sen, meh­re­re Gespräche mit der Be­klag­ten geführt bzw. ver­sucht, sol­che Gespräche auf­zu­neh­men, lässt sich dem we­der ent­neh­men, ob es sol­che Gespräche mit der Be­klag­ten über­haupt ge­ge­ben hat, noch wel­chen In­halt und wel­ches Ziel die­se hat­ten.
- 22 - BA­GE 148, 357; zu­letzt 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 880/13 - Rn. 35), kommt es nicht an. Die Kläge­rin macht nicht gel­tend, den Ren­ten­an­trag un­ter dem Druck des Ver­fah­rens nach § 33 Abs. 4 TVöD-AT ge­stellt zu ha­ben.
C. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. Fi­scher­mei­er Spel­ge Krum­bie­gel
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