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Timestamp: 2019-08-26 03:27:20
Document Index: 146370444

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 8', '§ 4', '§ 18', '§ 4', '§ 19', '§ 4', '§ 4', '§ 22', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 23', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 24', '§ 4', '§ 6', '§ 8', '§ 7', '§ 8', '§ 8', '§ 18', '§ 9', '§ 10', '§ 25', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 30', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 31', '§ 14', '§ 15', '§ 35', '§ 15', '§ 44', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 46', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 22', '§ 63', '§ 23', '§ 69', '§ 24', '§ 71', '§ 25', '§ 72', '§ 25', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 29', '§ 164', '§ 18', '§ 1', '§ 18', '§ 15', '§ 4', '§ 18', '§ 14', '§ 18', '§ 4', '§ 18', '§ 12', '§ 3', '§ 14', '§ 3', '§ 3', '§ 15', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 164', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 15', '§ 15', 'Art. 4', 'Art. 5', '§ 164', '§ 173', '§ 1', '§ 29', '§ 29', '§ 30', '§ 30', '§ 5', '§ 5', 'Art 4', 'Art 5', '§ 14', '§ 15', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 3', '§ 164', '§ 1', '§ 18']

Landesrecht BW UStR 2000 Abschn 232 | Richtlinie | Abschn 232 Durchführung von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen | gültig ab: 01.01.2000
Abschn 1 - Abschn 15 Zu § 1 UStG
Abschn 15a - Abschn 15b Zu § 1a UStG
Abschn 15c - Abschn 15c Zu § 1b UStG
Abschn 15d - Abschn 15d Zu § 1c UStG
Abschn 16 - Abschn 23 Zu § 2 UStG
Abschn 24 - Abschn 32 Zu § 3 UStG
Abschn 33 - Abschn 42 Zu § 3a UStG (§ 1 UStDV)
Abschn 42a - Abschn 42i Zu § 3b UStG (§§ 2 bis 7 UStDV)
Abschn 42j - Abschn 42j Zu § 3c UStG
Abschn 43 - Abschn 43 Zu § 4 Nr 1 UStG (§§ 8 bis 17 UStDV)
Abschn 44 - Abschn 44 Zu § 4 Nr 2 UStG (§ 18 UStDV)
Abschn 45 - Abschn 50 Zu § 4 Nr 3 UStG (§§ 19 bis 21 UStDV)
Abschn 51 - Abschn 51 Zu § 4 Nr 4 UStG
Abschn 52 - Abschn 54 Zu § 4 Nr 5 UStG (§ 22 UStDV)
Abschn 55 - Abschn 55a Zu § 4 Nr 6 UStG
Abschn 56 - Abschn 56 Zu § 4 Nr 7 UStG
Abschn 57 - Abschn 70a Zu § 4 Nr 8 UStG
Abschn 71 - Abschn 72 Zu § 4 Nr 9 UStG
Abschn 73 - Abschn 74 Zu § 4 Nr 10 UStG
Abschn 75 - Abschn 75 Zu § 4 Nr 11 UStG
Abschn 76 - Abschn 86 Zu § 4 Nr 12 UStG
Abschn 87 - Abschn 87 Zu § 4 Nr 13 UStG
Abschn 88 - Abschn 94 Zu § 4 Nr 14 UStG
Abschn 95 - Abschn 95 Zu § 4 Nr 15 UStG
Abschn 96 - Abschn 100 Zu § 4 Nr 16 UStG
Abschn 101 - Abschn 102 Zu § 4 Nr 17 UStG
Abschn 103 - Abschn 103 Zu § 4 Nr 18 UStG (§ 23 UStDV)
Abschn 104 - Abschn 105 Zu § 4 Nr 19 UStG
Abschn 106 - Abschn 110 Zu § 4 Nr 20 UStG
Abschn 111 - Abschn 114 Zu § 4 Nr 21 UStG
Abschn 115 - Abschn 116 Zu § 4 Nr 22 UStG
Abschn 117 - Abschn 117 Zu § 4 Nr 23 UStG
Abschn 118 - Abschn 118 Zu § 4 Nr 24 UStG
Abschn 119 - Abschn 119 Zu § 4 Nr 25 UStG
Abschn 120 - Abschn 120 § 4 Nr 26 UStG
Abschn 121 - Abschn 121a Zu § 4 Nr 27 UStG
Abschn 122 - Abschn 122 Zu § 4 Nr 28 UStG
Abschn 123 - Abschn 127 Zu § 4a UStG (§ 24 UStDV)
Abschn 127a - Abschn 127a Zu § 4b UStG
Abschn 128 - Abschn 140a Zu § 6 UStG (§§ 8 bis 17 UStDV)
Abschn 141 - Abschn 144 Zu § 7 UStG (§§ 8 bis 17 UStDV)
Abschn 145 - Abschn 147 Zu § 8 UStG (§ 18 UStDV)
Abschn 148 - Abschn 148a Zu § 9 UStG
Abschn 149 - Abschn 159 Zu § 10 UStG (§ 25 UStDV)
Abschn 160 - Abschn 161 Zu § 12 UStG
Abschn 162 - Abschn 162 Zu § 12 Abs 2 Nr 3 UStG
Abschn 163 - Abschn 164 Zu § 12 Abs 2 Nr 4 UStG
Abschn 165 - Abschn 165 Zu § 12 Abs 2 Nr 6 UStG
Abschn 166 - Abschn 169 Zu § 12 Abs 2 Nr 7 UStG (§ 30 UStDV)
Abschn 170 - Abschn 170 Zu § 12 Abs 2 Nr 8 UStG
Abschn 171 - Abschn 171 Zu § 12 Abs 2 Nr 9 UStG
Abschn 172 - Abschn 172 Zu § 12 Abs 2 Nr 10 Buchstabe a UStG
Abschn 173 - Abschn 176 Zu § 12 Abs 2 Nr 10 Buchstabe b UStG
Abschn 177 - Abschn 182 Zu § 13 UStG
Abschn 183 - Abschn 190 Zu § 14 UStG (§§ 31 bis 34 UStDV)
Abschn 190a - Abschn 190a Zu § 14a UStG
Abschn 191 - Abschn 213 Zu § 15 UStG (§§ 35 bis 43 UStDV)
Abschn 214 - Abschn 219 Zu § 15a UStG (§§ 44 und 45 UStDV)
Abschn 220 - Abschn 222 Zu § 16 UStG
Abschn 223 - Abschn 224 Zu § 17 UStG
Abschn 225 - Abschn 232 Zu § 18 Abs 1 bis 7 UStG (§§ 46 bis...
Abschn 225 Verfahren bei der Besteuerung nach § 18 Abs. 1...
Abschn 227 Übermittlung der Steueranmeldungen auf maschinell...
Abschn 232 Durchführung von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen
Abschn 233 - Abschn 239 Zu § 18 Abs 8 UStG (Abzugsverfahren,...
Abschn 240 - Abschn 245 Zu § 18 Abs 9 UStG (Vorsteuer-Vergütungsverfahren,...
Abschn 245a - Abschn 245g Zu § 18a UStG
Abschn 245h - Abschn 245h Zu § 18d UStG
Abschn 245i - Abschn 245j Zu § 18e UStG
Abschn 246 - Abschn 253 Zu § 19 UStG
Abschn 254 - Abschn 254 Zu § 20 UStG
Abschn 255 - Abschn 259 Zu § 22 UStG (§§ 63 bis 68 UStDV)
Abschn 260 - Abschn 263 Zu § 23 UStG (§§ 69, 70 UStDV, Anlage...
Abschn 264 - Abschn 271 Zu § 24 UStG (§ 71 UStDV)
Abschn 272 - Abschn 276 Zu § 25 UStG (§ 72 UStDV)
Abschn 276a - Abschn 276a Zu § 25a UStG
Abschn 276b - Abschn 276b Zu § 25b UStG
Abschn 277 - Abschn 282 Zu § 26 Abs 3 UStG
Abschn 282a - Abschn 282a Zu § 27a UStG
Abschn 283 - Abschn 284 Zu § 29 UStG
Vorschrift: Abschn 232 UStR 2000
Fassung vom: 10.12.1999
Normen: § 164 Abs 1 S 2 AO, § 18 UStG, § 1 Abs 2 BpO, § 18 Abs 1 UStG
232. Durchführung von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen
(1) 1Unabhängig von dem Turnus der allgemeinen Betriebsprüfung sind zeitnahe Umsatzsteuer-Sonderprüfungen vorzunehmen. 2Da die Anrechnung und die Erstattung der Vorsteuern bereits im Umsatzsteuer-Voranmeldungsverfahren erfolgt, kann mit der Prüfung zweifelhafter Fälle nicht bis zur Berechnung/Festsetzung der Jahresumsatzsteuer oder bis zur Durchführung einer Betriebsprüfung gewartet werden.
Kriterien für Umsatzsteuer-Sonderprüfungen
(2) Als Kriterien, die Veranlassung für die Durchführung einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung sein können bzw. bei der Durchführung der Umsatzsteuer-Sonderprüfung zu beachten sind, kommen insbesondere in Betracht:
a) ungewöhnlich hohe Vorsteuerbeträge,
b) Vorsteuerabzug bei Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen
für Umsätze mit Vorsteuerabzug (in Zweifelsfällen Fertigung
von Kontrollmitteilungen für das Finanzamt des leistenden
Unternehmers),
c) ungeklärte Vorsteuerdifferenzen,
branchen-/unternehmensatypische und/oder ungeklärte
vorsteuerbelastete Leistungsbezüge,
d) Vorsteuerausschluß/-aufteilung (insbesondere bei
innergemeinschaftlichen Erwerben, bei der Anschaffung von
bebauten Grundstücken und bei der Herstellung von
Gebäuden),
e) Rechnungen von Scheinfirmen,
f) Vorsteuerabzug aus dem Erwerb neuer Fahrzeuge durch
Unternehmer (Abgrenzung zum nichtunternehmerischen
Bereich/Fahrzeugeinzelbesteuerung);
2. Vorsteuerberichtigungen nach § 15a UStG
a) Grundstücksveräußerungen und -entnahmen,
b) Änderung des Verwendungsschlüssels bei gemischtgenutzten
Grundstücken und bei beweglichen Wirtschaftsgütern;
3. Neugründung von Unternehmen
a) Unternehmereigenschaft, insbesondere bei Personen, die nach
Vorbereitungshandlungen keine Umsätze tätigen, und bei
Vorsteuererschleichungen durch Scheinunternehmer,
b) Vorsteuerüberschüsse im zeitlichen Zusammenhang mit der
c) Verträge zwischen nahestehenden Personen (z.B.
Gestaltungsmißbrauch bei Vermietung, Anwendung der
Mindestbemessungsgrundlage),
d) Vermietung von Freizeitgegenständen (z.B. Wohnmobile,
Segelschiffe);
4. Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen für Umsätze mit/ohne
a) Umsätze nach § 4 Nr. 1 bis 7 UStG, bei
innergemeinschaftlichen Lieferungen auch Abgleich
Steueranmeldung/ZM - ggf. Veranlassung von Berichtigungen
nach § 18a Abs. 7 UStG, Rechnungsausstellung nach § 14a
UStG und Erklärungspflichten nach § 18b UStG,
b) Innergemeinschaftliche Erwerbe,
c) Umsätze unter Inanspruchnahme der Umsatzsteuerbefreiungen
nach dem Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut, dem
Offshore-Steuerabkommen sowie dem Ergänzungsabkommen zum
Protokoll über die NATO-Hauptquartiere,
d) Berechtigung zur Inanspruchnahme der Steuerbefreiungen nach
§ 4 Nr. 8 ff. UStG;
5. Besteuerung des innergemeinschaftlichen Erwerbs
a) Erwerbe durch Unternehmer, bei denen der Vorsteuerabzug
ganz oder teilweise ausgeschlossen ist (auch Abgleich
Steuererklärung für das Kalenderjahr/gemeldete Lieferungen
aus anderen EG-Mitgliedstaaten),
b) Erwerbe durch Unternehmer im Sinne des § 18 Abs. 4 a UStG,
die zwar eine USt-IdNr. beantragt, aber keine
innergemeinschaftlichen Erwerbe angemeldet haben,
c) Erwerb neuer Fahrzeuge durch Unternehmer (Abgrenzung zum
nichtunternehmerischen Bereich/Fahrzeugeinzelbesteuerung);
6. Berechtigung zur Inanspruchnahme des ermäßigten Steuersatzes
nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 bis 10 UStG
7. Versendungsumsätze nach § 3c UStG
a) Ort der Lieferung, Rechnungsausstellung
(§ 14a Abs. 1 Satz 2 UStG),
b) Fertigung von Kontrollmitteilungen für andere
EG-Mitgliedstaaten, wenn Versendungsumsätze dort steuerbar
sind (Überschreiten der jeweiligen Lieferschwelle, Option
oder Versendung von verbrauchsteuerpflichtigen Waren);
8. Leistungsort in besonderen Fällen
a) innergemeinschaftliche Beförderungen von Gegenständen und
damit zusammenhängende sonstige Leistungen
(§ 3b Abs. 3 bis 6 UStG),
b) Vermittlungsumsätze,
c) Lieferungen während einer Personenbeförderung nach
§ 3e UStG;
9. zeitgerechte Besteuerung der Umsätze
a) Zahlung des Entgelts oder eines Teilentgelts vor Ausführung
der Leistung (insbesondere in der Bauwirtschaft und bei
Versorgungsunternehmen),
b) erhebliche Abweichungen bei Umsätzen und Vorsteuern
zwischen Steuererklärungen für das Kalenderjahr und
Voranmeldungen oder bei Abgabe berichtigter Voranmeldungen;
10. Insolvenzfälle
a) Zwangsverwaltung von Grundstücken (Zuordnung der Umsätze,
Umfang der Option, Vorsteuerabzug und Vorsteuerberichtigung
gemäß § 15a UStG),
b) vorläufige Insolvenzverwaltung (insbesondere bei Zweifeln,
ob Lieferungen während der vorläufigen Insolvenzverwaltung
oder erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausgeführt
worden sind),
c) Insolvenzverfahren (insbesondere Verwertung der
Insolvenzmasse, Erfüllung steuerlicher Pflichten durch den
Insolvenzverwalter, bei Gesellschaften: Schlechterstellung
vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens - Haftung des
Geschäftsführers -);
11. Durchführung des Abzugsverfahrens
12. juristische Personen
a) Betriebe gewerblicher Art von juristischen Personen des
öffentlichen Rechts (insbesondere Abgrenzung des
Unternehmensbereiches vom hoheitlichen Bereich),
b) Vereine (insbesondere Abgrenzung des ideellen vom
unternehmerischen Bereich).
(3) Die Kriterien für die Veranlassung von Umsatzsteuer- Sonderprüfungen bilden auch die Grundlage für die in den automatisierten Verfahren zur Bearbeitung der Voranmeldungen (UVV-Verfahren) und zur Berechnung/Festsetzung der Jahresumsatzsteuer (USt-Verfahren) enthaltenen Plausibilitätsprüfungen zur Auswahl der zu prüfenden Fälle.
Vorbereitung und Durchführung von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen
(4) 1Im automatisierten UVV-Verfahren und im automatisierten USt-Verfahren werden Hinweise ausgegeben, die Umsatzsteuer- Sonderprüfungen anregen. 2Diese Hinweise und andere Sachverhalte sind bei der Bearbeitung von Voranmeldungen, Steuererklärungen für das Kalenderjahr und Kontrollmitteilungen auszuwerten. 3Können bestehende Zweifel nicht zunächst mit den Mitteln des Innendienstes ausgeräumt werden, ist unverzüglich eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung durchzuführen.
(5) 1Bei der Durchführung von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen sind die §§ 5 bis 12, 20 bis 24, 29 und 30 der Betriebsprüfungsordnung (BpO) mit Ausnahme des § 5 Abs. 4 Satz 2 BpO anzuwenden (§ 1 Abs. 2 BpO). 2Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung ist auf das Wesentliche abzustellen, und ihre Dauer ist auf das notwendige Maß zu beschränken. 3Sie hat sich in erster Linie auf solche Sachverhalte zu erstrecken, die zu endgültigen Steuerausfällen, zu unberechtigten Steuererstattungen/-vergütungen oder zu nicht unbedeutenden Umsatzverlagerungen führen können.
(6) 1Eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung sollte sich im Interesse einer zeitnahen Prüfung in der Regel nur auf einzelne Voranmeldungszeiträume erstrecken. 2Sie sollte auf bestimmte Sachverhalte und ggf. auf bestimmte Besteuerungszeiträume beschränkt werden. 3Bezieht sich die Umsatzsteuer-Sonderprüfung auf einzelne Voranmeldungszeiträume, bleibt der Vorbehalt der Nachprüfung auch nach einer Änderung der Steueranmeldung bestehen (§ 164 Abs. 1 Satz 2 AO); § 173 Abs. 2 AO steht deshalb einer weiteren Änderung der Steueranmeldung nicht entgegen.
(7) 1Wenn die Grundlage für eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung ausnahmsweise eine Steuererklärung für das Kalenderjahr ist, ist in der Prüfungsanordnung genau anzugeben, ob die Prüfung auf bestimmte Sachverhalte beschränkt ist und ggf. auf welche Sachverhalte. 2Bei einer auf bestimmte Sachverhalte beschränkten Prüfung kann der Vorbehalt der Nachprüfung auch nach Auswertung der Prüfungsfeststellungen bestehen bleiben; die Änderungssperre nach § 173 Abs. 2 AO tritt in diesem Fall nicht ein. 3Der Vorbehalt der Nachprüfung ist hingegen - unabhängig vom tatsächlichen Prüfungsumfang - aufzuheben, wenn die Prüfungsanordnung keine Beschränkung auf bestimmte Sachverhalte enthielt; in diesem Fall ist die Änderungssperre nach § 173 Abs. 2 AO zu beachten.
(8) 1Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung darf sich nicht auf eine formelle Prüfung der Buchführung sowie der buch- und belegmäßigen Nachweise beschränken. 2Es ist regelmäßig auch zu prüfen, ob der Unternehmer seine Geschäfte tatsächlich in der von ihm dargestellten Weise abgewickelt hat.
(9) 1Zur Prüfung ungerechtfertigter Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs ist die Liste der Scheinunternehmen heranzuziehen. 2Die Bezeichnung "Scheinunternehmen" steht als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Sachverhalten, in denen der Vorsteuerabzug aus verschiedenen Gründen nicht gegeben ist, z.B. wegen
- fehlender Unternehmereigenschaft des Leistenden,
- Erteilung von Rechnungen ohne Leistung,
- Mängel des Abrechnungspapiers: fehlende Identifizierbarkeit des
angeblich Leistenden (Name, Anschrift).
3Anhand der Erkenntnisse aus der Prüfung des den Vorsteuerabzug Begehrenden und des Kontrollmaterials über das Scheinunternehmen ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob die Tatbestandsmerkmale des § 15 Abs. 1 Satz 1 UStG vorliegen. 4Eine pauschale Begründung der Versagung des Vorsteuerabzugs durch den Hinweis, es handele sich - lt. Liste - um ein Scheinunternehmen, genügt nicht.
(10) 1Die Berechtigung des Leistungsempfängers zum Vorsteuerabzug (§ 15 UStG) kann häufig nicht ohne Mitwirkung des Finanzamts geprüft werden, das für die Umsatzbesteuerung des Rechnungsausstellers/Gutschriftempfängers zuständig ist. 2Zur Vorbeugung bzw. Aufdeckung von Steuermanipulationen sind deshalb Auskunftsersuchen an die für die leistenden Unternehmer zuständigen Finanzämter nach Vordruck USt 1 KM zu richten und ggf. Kontrollmitteilungen zu fertigen.
(11) Bei einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung sind die gemeinschaftsrechtlichen Informationsmöglichkeiten für die zwischenstaatliche Amtshilfe im Besteuerungsverfahren zu nutzen (Informationen gemäß Art. 4 Abs. 2 und 3 der Verordnung (EWG) Nr. 218/92 des Rates vom 27.1.1992 - Zusammenarbeits-VO - und Einzelauskunftsersuchen gemäß Art. 5 dieser Verordnung).
(12) Zur Vorbeugung von Verlusten beim Steueraufkommen und zu dessen Sicherung überhaupt sind Umsatzsteuer-Sonderprüfungen bei Prüfungsanlässen auch dann durchzuführen, wenn die Prüfung der Umsatzsteuer im Einzelfall kein Mehrergebnis erwarten läßt.
Abs 2 Nr 11: Nicht-mehr-Anwendung auf Umsätze, die nach dem
31.12.2001 bewirkt werden durch BMF-Schreiben vom
05.12.2001, VV DEU BMF 2001-12-05 IV D 1-S 7279-5/01
AO 1977 § 164 Abs 1 (Zitierung)
AO 1977 § 173 Abs 2 (Zitierung)
BpO § 1 Abs 2 (Zitierung)
BpO § 29 (Anwendung)
BpO § 29 (Zitierung)
BpO § 30 (Anwendung)
BpO § 30 (Zitierung)
BpO § 5 Abs 4 (Nichtanwendung)
BpO § 5 Abs 4 (Zitierung)
EWGV 218/92 Art 4 Abs 2 (Zitierung)
EWGV 218/92 Art 5 (Zitierung)
NATOHQUStDV (Zitierung)
NATOTrStatZAbk (Zitierung)
OffshStAbk (Zitierung)
UStG 1980 § 14a Abs 1 (Zitierung)
UStG 1980 § 15a (Zitierung)
UStG 1980 § 18 Abs 4a (Zitierung)
UStG 1980 § 18a Abs 7 (Zitierung)
UStG 1980 § 18b (Zitierung)
UStG 1980 § 3e (Zitierung)
AO 1977 § 164 Abs 1 (Durchführungsvorschrift)
BpO § 1 Abs 2 (Durchführungsvorschrift)
UStG 1980 § 18 (Durchführungsvorschrift)
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