Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20168,%20266
Timestamp: 2019-02-16 22:48:06
Document Index: 393860182

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.07.2006 - I ZR 175/03 - dejure.org
Rechtsnatur des Begriffes "Erlass" im Sinne des § 5 Abs. 1 Urhebergesetz (UrhG); Urheberrechtlicher Schutz für amtliche Erlässe in Form von Handbüchern; Schutz im Falle eines zwar von außerhalb des Amtes stehenden Urhebern geschaffenen aber dem Publizitätsinteresse der Allgemeinheit unterliegenden Werkes
§ 5 Abs. 1 UrhG
Vergabeliteratur: für HVA-StB kein Urheberrechtsschutz
"Vergaberichtlinien"; Begriff des amtlichen Erlasses; Anforderungen an die Darlegung des qualifizierten Verschuldens des Frachtführers durch den Ersatzberechtigten
Urheberrecht - Amtliche Vergaberichtlinien dürfen frei verbreitet werden
Urheberrecht an amtlichen Vergabehandbüchern
Auslegung des Begriffes "amtliche Erlasse"; Urheberrecht
Auslegung des Begriffes "amtliche Erlasse" i.S.d. § 5 I UrhG
Kein urheberrechtlicher Schutz amtlicher Vergaberichtlinien ("Vergaberichtlinien")
Vergabehandbuch HVA B-StB ist urheberrechtlich nicht geschützt! (IBR 2006, 577)
LG Köln, 04.12.2002 - 28 O 127/02
BGHZ 168, 266
NJW 2006, 3644
GRUR 2006, 848
NZBau 2006, 723
ZUM 2006, 924
afp 2006, 463
BauR 2006, 2051
Außerdem ist geklärt, dass die Gesetzesbegriffe des § 5 Abs. 1 UrhG nicht etwa prozessrechtlich oder verwaltungsrechtlich, sondern urheberrechtlich entsprechend dem Zweck der Vorschrift auszulegen sind (BGH, Urt. v. 6.7.2006 - I ZR 175/03 - BGHZ 168, 266, 273;… Urt. v. 20.7.2006, I ZR 185/03 - NJW-RR 2007, 342, 343).
Deshalb konnte der Bundesgerichtshof z. B. das "Handbuch für die Vergabe und Ausführung von Bauleistungen im Straßen- und Brückenbau" - vom Hauptausschuss Verdingungswesen im Straßen- und Brückenbau aufgestellte Vergaberichtlinien - als "Erlass" im Sinne des § 5 Abs. 1 UrhG qualifizieren (BGH, Urt. v. 06.07.2006 - I ZR 175/03 - BGHZ 168, 266, 273).
Die Amtlichkeit eines Werkes bestimmt sich danach, ob dieses Werk einem "Amt" zuzurechnen ist, also von einem Träger öffentlicher Gewalt herrührt (…BGH, Urt. v. 21.11.1991 - I ZR 190/89 - BGHZ 116, 136, 145 f.; BGH, Urt. v. 6.7.2006 - I ZR 175/03 - BGHZ 168, 266, 274;… Katzenberger, a.a.O., § 5 UrhG RdNr. 28, 31, 32;… Marquardt, a.a.O., § 5 UrhG RdNr. 6;… Nordemann, a.a.O., § 5 UrhG RdNr. 6;… Dreier, in: ders./Schulze, UrhG, 4. Aufl. 2013, § 5 RdNr. 5).
Ein Werk kann auch dann amtlichen Charakter haben, wenn es von einer Privatperson erstellt worden ist (vgl. BGHZ 168, 266 Tz. 15 - Vergaberichtlinien, m.w.N.).
Der Begriff der amtlichen Bekanntmachung in § 5 Abs. 1 UrhG ist ebenso wie der Begriff des Erlasses kein verwaltungsrechtlicher, sondern ein urheberrechtlicher Begriff, der entsprechend dem Zweck der Vorschrift auszulegen ist (vgl. hierzu eingehend BGH, Urt. v. 6.7.2006 - I ZR 175/03, GRUR 2006, 848 Tz 14 = WRP 2006, 1243 - Vergaberichtlinien, zum Abdruck in BGHZ bestimmt).
Ein amtliches Werk liegt jedenfalls vor, wenn es aus einem Amt selbst herrührt und von dessen Mitarbeitern im dienstlichen Auftrag geschaffen worden ist (vgl. BGH, GRUR 2006, 848, 850 - Vergaberichtlinie).
Zu den Erlassen zählen amtliche Äußerungen über die Auslegung und Anwendung von Gesetzen, insbesondere Verwaltungsvorschriften, soweit ihnen eine gewisse, auch mittelbare Außenwirkung zukommt (vgl. BGH, GRUR 2006, 848, 850 - Vergaberichtlinie;… Katzenberger, in: Schricker, UrhG, 3. Aufl. 2006, § 5 Rn. 30).
Unter diesen urheberrechtlichen, nicht verwaltungsrechtlichen Begriff (BGH GRUR 2006, 848 Tz. 14 - Vergaberichtlinie ) fallen Verwaltungsvorschriften aller Art (…vgl. Schricker-Katzenberger, a.a.O., § 5 Rdnr. 30).
Allerdings ist die Bestimmung als Ausnahmevorschrift eng auszulegen (BGH GRUR 2006, 848 - Topographische Landeskarten).
Dies bedeutet, dass es allein auf das Können und das Wissen des Fachmanns ankommt und damit letztlich auf dessen Verstandestätigkeit (Nirk, Anmerkung zu BGH GRUR 2006, 842 ff. in GRUR 2006, 848, 849).
Dies bedeutet, dass es allein auf das Können und das Wissen des Fachmanns ankommt und damit letztlich auf dessen Verstandstätigkeit (Nirk, Anmerkung zu BGH GRUR 2006, 842 ff. in GRUR 2006, 848, 849).