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Timestamp: 2018-08-16 10:44:16
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Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', '§22', '§11', '§ 11', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22']

August 16, 2018, 10:44:15 AM
Author Topic: Bitcoin & die Steuer - FAQ (Read 59862 times)
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March 13, 2018, 05:11:51 PM
Quote from: zidane on March 13, 2018, 10:42:08 AM
In der Erklärung zum Zuflusszeitpunkt. D.h. wenn du es 2017 realisiert bzw. bekommen hast, dann für die Einkommenssteuererklärung für 2017. Frag mich aber nicht wie es ist wenn man es gewerblich betreibt.
Den Preis den du letztendlich bekommst.
March 13, 2018, 05:35:20 PM
Quote from: tyz on March 13, 2018, 04:58:02 PM
Einen Teil von muckes Ansicht kann ich erklären. Es gibt aber natürlich auch die Ansicht, die ihr dargelegt habt.
Cryptotaxpert vertritt die Ansicht, dass auch bei Bounty Coins keine Anschaffung im Sinne des § 23 I 2 EStG vorliegt. Liegt wohl daran, dass das FA deine "Arbeit", die entgeltet wird und die Anschaffung darstellt, nicht anerkennen wird. Kann man sicherlich diskutieren, aber im Prinzip dann die Folge nachvollziehen. Damit kämen diese Coins niemals in die Steuerfreiheit. Cryptotaxpert sagte aber auch in einem Posting, dass er sich vorstellen kann, über Umwege eben doch diese Anerkennung zu erreichen. Dann wären wir doch wieder beim privaten Veräußerungsgeschäft.
Die Begründung warum die Coins aber im Ausgangsfall erst beim Verkauf und nicht beim Erhalt zu versteuern sind, hätte ich allerdings auch noch mal gerne gehört.
March 13, 2018, 05:59:35 PM
Cryptotaxpert vertritt die Ansicht, dass auch bei Bounty Coins keine Anschaffung im Sinne des § 23 I 2 EStG vorliegt. Liegt wohl daran, dass das FA deine "Arbeit", die entgeltet wird und die Anschaffung darstellt, nicht anerkennen wird. Kann man sicherlich diskutieren, aber im Prinzip dann die Folge nachvollziehen. .
Interessant. Wie erfolgt dann laut Cryptotaxpert die Versteuerung? Zum Wert des Zuflusszeitpunkts plus mögliche Spekulationsgewinne unabhängig von der Haltedauer?
March 13, 2018, 07:08:44 PM
Quote from: tyz on March 13, 2018, 05:59:35 PM
Da sind wir bei dem was mucke12 schreibt.
Versteuerung nur bei der Veräußerung mit dem dann einschlägigen Eurowert. Haltedauer spielt keine Rolle, weil der Verkauf kein privates Veräußerungsgeschäft ist. Einschlägig wäre dann wohl §22 I Nr. 3 EStG mit der Frage warum nicht schon beim Zufluss zu versteuern. Da sind wir bei §11 EStG und dem Auszug den twbt gepostet hat.
March 13, 2018, 07:27:21 PM
müsste man hier nicht genauer hinschauen?
March 13, 2018, 07:46:36 PM
March 13, 2018, 08:29:40 PM
tschuldige, tatsächlich habe ich das ein paar seiten vorher gefragt und du hast geantwortet.
die frage ist ja, passt das bei airdrop.
ich mag es, wenn leute sich selbst gedanken machen. stumpfes antworten auf fragen hat uns zur aktuellen forenkultur gebracht
March 13, 2018, 08:43:19 PM
Quote from: raetsch on March 13, 2018, 08:29:40 PM
Der "gemeine Wert" passt so ziemlich für alles: für Kieselsteine, Goldbarren, Kupferklumpen - selbst für die Luft, die einem beständig zufließt. Der "gemeine Wert" wird übrigens auch unterstellt, wenn man einfach behauptet: "Ich hab' den einen BTC gestern in der Kneipe für 2,50 EUR verkauft." Dann sagt der im Thread immer mal wieder zitierte Klaus vom Finanzamt: "Schade für Sie. Er war aber 7.500 EUR wert. Das setzen wir dann mal an." - Im Kern ist also die Frage: Wann ist der Zuflusszeitpunkt? Und das lässt sich mE - zuletzt mit Rückgriff auf das o.g. BFH-Urteil - eindeutig beantworten: das ist der Zeitpunkt, wo ich Verfügungsgewalt über die mir zugeflossene Sache erlange. In § 11 EStG steht mitnichten, dass das der Zeitpunkt der Veräußerung sei.
Absolut! Sich selbst Gedanken machen halte ich für die absolute Grundtugend der Kryptoszene. Es gäbe sie nicht, wenn das nicht hier und da mal jemand gemacht hätte.
March 13, 2018, 09:57:15 PM
Quote from: Münzpräger on March 13, 2018, 07:08:44 PM
Da werden wir uns nicht ganz einig. Mucke sagte doch, dass nur einmal versteuert wird. Dann wenn man verkauft oder tradet. Dazu fällt immer eine Vollversteuerung an.
Ich habe geschrieben, ob quasi eine Doppelbesteuerung anfällt. Beim Zufluss einmal und bei möglichen Spekulationsgewinnen im Anschluss.
March 13, 2018, 10:17:18 PM
Quote from: tyz on March 13, 2018, 09:57:15 PM
Der Knackpunkt ist wohl schlicht die Definition eines "Spekulationsgewinns" in § 23 EStG (1) 2:
Quote from: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html
Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt.
Bei Airdrops gibt es keine Anschaffung. Also ist beim Verkauf - egal, wann der stattfindet - nach § 22 1 3 der volle Zufluss zu versteuern. Das läuft dann faktisch auf das gleiche hinaus, wenn der Wert (mangels Markt) beim Airdrop 0 EUR beträgt, beim späteren Verkauf aber 1000 EUR. Dann sind die 1000 EUR (beim Verkauf) als Einkommen zu versteuern. Wenn der Wert aber beim Airdrop 500 EUR ist, weil es einen Markt gibt? Dann kann es schwerlich sein, dass ich diese 500 EUR versteuern muss (obgleich nicht in Fiat realisiert) - und dann nochmal beim Verkauf die (dann realisierten) 1000 EUR. Also insgesamt 1500 EUR.
March 14, 2018, 12:43:43 AM
Ich lasse die Aufzeichnung des Webinars Klaus Himmer´s von "CryptoTax" aus der vergangenen Woche mal hier fallen.
Bis dato habe ich es nur geschafft, die ersten Minuten zu schauen, daher kann ich (noch) nicht beurteilen, wie zutreffend & hilfreich die Inhalte sind.
https://www.youtube.com/watch?v=AHenDteM4sE&feature=youtu.be
March 14, 2018, 07:40:18 AM
Halte ich aber für Fragwürdig. Wieso sollte ich in dem Fall steuern bezahlen? Hab ich die 1 Jahresfrist erreicht, dachte ich geht es dem FA nichts mehr an.
PS: wie hoch ist der die Besteuerung beim Zuflusszeitpunkt? 25% oder individuell.
March 14, 2018, 08:25:16 AM
Quote from: twbt on March 13, 2018, 10:17:18 PM
Wie schon früher erwähnt, halte ich die Definition Anschaffung für wichtig:
Unter Anschaffung i. S. d. § 23 EStG ist der Erwerb eines Grundstücks, grundstücksgleichen Rechts oder anderen Wirtschaftsguts von einem Dritten gegen Entgelt zu verstehen. Das Entgelt kann dabei auch in einer geldwerten Gegenleistung bestehen.
https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/private-veraeusserungsgeschaefte-21-anschaffung_idesk_PI11525_HI2530191.html
Zu § 22 Nr. 3 EStG
Hier geht es also darum, das etwas aktiv getan wird.
Fazit: Hmmm, irgendwie kann so beides zutreffen.
March 14, 2018, 10:19:55 AM
March 14, 2018, 12:34:44 PM
Da ich aus juxx auch mal ein wenig daytraden will stelle ich mir vorest die Frage wie man das steuerlich richtig machen kann.
Angenommen ich habe 0.5 btc im wallet.
verkaufe 0.1btc am 14.03.18
habe die restlichen btc in 1000€ Schritten als order rein gesetzt:
0.1btc für 8900€
0.1btc für 9900€
0.1btc für 10900€
0.1btc für 11900€
so jetzt setze ich eine buy order bei
Die wird zuerst erfüllt. Also ich kaufe 0.1 BTC am 17.03.18.
habe jetzt wieder 0.5btc im wallet.
Setzte die order auf 0.1btc für 7900€.
Diese wird am 20.03.18 erfüllt.
Geht das jetzt nur nach dem LiFo Prinzip oder wie kann ich es steuerlich sichtbar machen das die verkauften und gekauften und wieder verkauften btc die selben sind?
March 14, 2018, 03:36:44 PM
Quote from: Scheede on March 14, 2018, 12:43:43 AM
Das Video ist sehr interessant. Airdrops werden auch behandelt. Man kann danach verschiedene Wege wählen, diese dem FA begründen und dann man muss man schauen, ob es akzeptiert wird.
March 14, 2018, 03:55:42 PM
Quote from: micaxel on March 14, 2018, 07:40:18 AM
Mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Die 25% sind die Kapitalsteuer.
Die Meinung der hier anwesenden Steuerberater wäre interessant, welche bereits einige Mandaten bei der Thematik geholfen haben. Da es bisher zu Bounties und Airdrops keine feste Regelung gibt, kann ich mir gut vorstellen, dass jedes FA bzw. jeder "Klaus" das anders sieht. Da Steuerberater i.d.R. mit diversen FAs zu tun haben, könnte man daher bestimmt schon eine Richtung der steuerlichen Betrachtung ableiten.
March 15, 2018, 12:48:25 AM
Das darf hier im Thread einfach nicht unerwähnt bleiben:
Quote from: https://www.ato.gov.au/Media-centre/Media-releases/Beware-bitcoin-tax-scammers/
The Australian Taxation Office (ATO) is warning the public to beware of scammers impersonating the ATO and demanding Bitcoin or other cryptocurrency as a form of payment for fake tax debts. Assistant Commissioner Kath Anderson said that recent reports to the ATO had identified fraudsters pioneering this new payment method when defrauding taxpayers in late 2017. “We became aware of scammers seeking payment in Bitcoin last year. So far we have seen over $50,000 paid in Bitcoin to scammers claiming fake ATO tax debts,” Ms Anderson said. ... “In 2017, the ATO received over 80,000 reports of scams, with taxpayers reporting almost $2.4 million lost to scammers claiming to be from the ATO,” Ms Anderson said. “Over $900,000 worth of iTunes gift cards were reportedly paid to scammers – by almost one third of all victims. We are hoping that the new warnings Apple is including on their gift cards will help people realise the ATO doesn’t accept payment in iTunes cards.” “Even more concerning at the moment is that more than half of all losses are a result of scammers convincing taxpayers to make deposits or transfers directly into third-party bank accounts. Roughly $1.2 million was reported lost in this way in 2017.”
Also, schön aufpassen, liebe Kryptosteuerzahler. Wenn Klaus vom Finanzamt anruft und Eure Bitcoinsteuern einfordert: nicht zahlen. Es könnten auch im deutschsprachigen Raum Fake-Finanzbeamte umtriebig sein. Evtl. gibt es auch schon Fake-Steuerberater.