Source: https://issuu.com/kv_nordrhein/docs/kvnoaktuell0409
Timestamp: 2018-03-23 21:28:26
Document Index: 268396247

Matched Legal Cases: ['§ 85', '§ 116', '§ 73', '§ 73', '§ 140', '§ 73']

KVNO aktuell 4 2009 by KV Nordrhein - issuu
Notmaßnahmen gegen Verluste
Selektivverträge Wer sichert die Sicherstellung
Bewertungsausschuss 17 Euro für den Hausbesuch von EVA
Denken Sie daran Privatatteste kostenpflichtig
Übersichtlicher Neue Arzneimittelrichtlinie
Honorarreform: Vertreterversammlung stimmt Notstandsmaßnahmen zu
Stützung von Praxen: Verluste auffangen, ja oder nein?
Entlastung für die Praxis: 17 Euro für EVAs Hausbesuch
Berichte 14	Wohnortnahe Versorgung gerät in Gefahr: Wer sichert die Sicherstellung? 18	Basis-Rollout: Die ersten Anträge auf Erstattung der Kosten für die Lesegeräte gehen ein 20	Zukunftsweisende Kooperation: KV Nordrhein schreibt Innovationspreis aus 21	Kongress des Westens diskutiert über Gesundheitsberufe 22	Darmkrebsmonat März: Früherkennungs-Koloskopie rettet Leben
Service 24	Halten Sie Ihr finanzielles Gleichgewicht: Liquidität richtig planen – besonders bei sinkenden Abschlagszahlungen 26	Praxistipp: Hausbesuche richtig abrechnen 28	Akupunktur am PC dokumentieren 28	Gesucht: Ärzte für Chorweiler 29	Kinderschutzgesetz lockert ärztliche Schweigepflicht 30	Aktuelle Fragen und Antworten: Was Sie von den Serviceteams wissen wollten 30	Rüdiger Weber geht in Ruhestand 31	NRW ist Masern-Hochburg 32	Fax­-A­b­ruf 35	Fortbildungsveranstaltungen für Medizinische Fachangestellte 35	Tag der Niedergelassenen in Berlin
Praxisinfo 8
Privatatteste sind kostenpflichtig
Abrechnung der EBM-Nr. 40120 im Notdienst
U10 und U11 für Sozialhilfeberechtigte und Asylbewerber im Rhein-Erft-Kreis
Einzelimpfungen bei Masern und Röteln möglich
GEK verzichtet auf Praxisgebühr bei Reiseschutzimpfungen
Fortbildungsnachweis: KV nicht verantwortlich für 20 Euro Bearbeitungsgebühr
Sprechstundenbedarf: Verordnung von Medizinprodukten
Sprechstundenbedarf: Abrechnung für Postbeamte A
Arzneimittelinfo 10	Arzneimittelausgaben gegen Bundestrend gestiegen 10	Heilmittel-Richtgrößen und -ausgaben bequem per Praxis-PC im Blick 10	Arzneimittelrichtlinie neu gefasst 12	Dopaminagonisten in der Parkinsontherapie 12	Broschüre hilft, Regresse zu vermeiden 13	Hilfsmitteldepots sind grundsätzlich unzulässig 13	Wie lange dauert eine Massage?
Liebe Frau Kollegin, lieber Herr Kollege, wieder einmal lässt die Bundespolitik uns Ärzte im Regen stehen. Wie zu befürchten war, hat der Bundesrat sich der Initiative aus Nordrhein-Westfalen und BadenWürttemberg nicht angeschlossen, nicht nur den Punktwert, sondern auch den Behandlungsbedarf bundesweit anzugleichen. Das hätte spürbare Honorarerhöhungen in den beiden Bundesländern zur Folge.
beim ärztlichen Honorar gehört und dass die Kolleginnen und Kollegen in den neuen Bundesländern inzwischen durchschnittlich höhere Einnahmen aus der Behandlung von GKV-Patienten haben als wir im Westen. Aber was soll’s, denkt sich das BMG. Das Eingeständnis von Fehlern bei der Honorarreform passt nicht in die politische Großwetterlage des Bundestagswahlkampfs.
Auch das Bundesgesundheitsministerium hielt Änderungen der gesetzlichen Regelungen zur Honorarreform für unangemessen. Somit hat wieder einmal nicht sozialpolitische Vernunft, sondern Eigennutz den Sieg davon getragen.
Also muss es die Selbstverwaltung richten. Jetzt kommt es tatsächlich allein auf den Bewertungsausschuss an, ob wir in NRW den verdienten Ausgleich für das jahrelange Maßhalten bei der Leistungsmenge spätestens zum 1. Januar 2010 bekommen.
Dass das Bundesgesundheitsministerium Änderungen für unnötig hält, war vorhersehbar. Denn bisher verfängt immer noch die Mär von der Selbstverwaltung, die nicht in der Lage wäre, die gerechte Verteilung des Honorars zu leisten. Bei einem derartigen Ausmaß der Unterfinanzierung in der Vergangenheit kommt das der Quadratur des Kreises gleich!
Umso wichtiger ist es, dass Vorstand und Vertreterversammlung in Nordrhein gewillt sind, durch so genannte Notmaßnahmen den Umstieg auf das neue Honorarsystem in seinen ruinösesten Auswirkungen abzufedern. Wir wissen, mit dieser Übergangsphase wird die Honorarreform nicht besser, aber hoffentlich verträglicher. Gewissheit wird im Übrigen erst die tatsächliche Abrechnung des 1. Quartals 2009 im Juli bringen.
Doch das BMG trägt die Verantwortung für die Honorarreform! Denn diese Reform ist bis ins Detail in den §§ 85 und 87 auf fast 40 Seiten des Sozialgesetzbuchs V vorgeschrieben. Da fühlt Ulla Schmidt auch keine besondere Verantwortung für das Bundesland, aus dem sie stammt und in dem ihr Wahlkreis liegt. Das Bundesgesundheitsministerium gibt zwar selbst zu, dass NRW zu den Schlusslichtern
KVNO aktuell 4 2009
Vertreterversammlung stimmt Notstandsmaßnahmen zu Nach ausführlicher Diskussion hat die Vertreterversammlung (VV) der KV Nordrhein auf ihrer Sitzung am 28. März 2009 dem Vorstand grünes Licht für die Einrichtung von zeitlich befristeten Notstandsregelungen gegeben. Die Maßnahmen sollen die Umstellung auf das neue Honorarsystem verträglicher gestalten. „Wir brauchen diese Übergangsphase, damit die Praxen sich auf das neue Honorarsystem einstellen können“, sagte Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Die Krankenhäuser hätten fünf Jahre Zeit gehabt, sich auf ein vergleichbares System einzustellen. Die Kassenärzte sollten dies in drei Wochen leisten. „Das ist unmöglich“, so Hansen. Die Notstandsregelung begrenzt die Verluste des gesamten Honorars: n	im Quartal I/2009 auf 5 Prozent n	im Quartal II/2009 auf 7,5 Prozent n	im Quartal III/2009 auf 10 Prozent n	im Quartal IV/2009 auf 15 Prozent Die Stützung erfolgt automatisch. Ein gesonderter Antrag muss nicht gestellt werden. Die Finanzierung erfolgt durch Umverteilungen, Rückstellungen und zusätzliche Mittel der Krankenkassen. Die Vertreter betonten aber
auch, dass es auf Dauer nicht akzeptabel sei, dass Ärzte existenzbedrohende Honorarverluste nur durch „kollegiales Sponsoring“ vermeiden könnten. Änderungen der Honorarreform nötig Deshalb unterstützt die VV nachdrücklich die Bundesratsinitiative der Länder Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, die eine Revision der Honorarreform noch in diesem Jahr vorsieht. Die geforderten Änderungen lauten wie folgt: n	Vom 1. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2010 gilt der bundesdurchschnittliche Behandlungsbedarf des ersten Halbjahrs 2009 als Behandlungsbedarf je Versichertem. n	Der Bewertungsausschuss beschließt zum 31. August 2010 ein zwingend zu beachtendes Verfahren zur Berechnung des Behandlungsbedarfs je Versichertem ab dem Jahre 2011 unter Berücksich-
tigung der tatsächlichen Morbiditätsstruktur der Versicherten. n	Das auf einen KV-Bezirk entfallende Gesamthonorarvolumen des Jahres 2008 darf im Jahre 2009 nicht unterschritten werden. Dies ist durch einen bundesweiten Ausgleich der Honorarverteilung durch den Bewertungsausschuss sicherzustellen. n	In den Jahren 2009 und 2010 können die Kassenärztlichen Vereinigungen abweichend von gesetzlichen Vorgaben etc. die Honorarverteilung auf regionaler Ebene in eigener Zuständigkeit regeln, unter Berücksichtigung regionaler Strukturen und Praxisbesonderheiten. Insbesondere können innerhalb eines KV-Bezirks über alle Facharztgruppen und Psychotherapeuten hinweg Ausgleichsregelungen für Härtefälle getroffen werden. Die Ausgestaltung muss einer schrittweisen Anpassung der Steuerung der vertragsärztlichen Leistungen, unter anderem durch Regelleistungsvolumen Rechnung tragen. Auf Bundesebene hat der Erweiterte Bewertungsausschuss etliche Änderungen der Honorarreform auf der Tagesordnung. Sie sollen vor allem zu Erleichterungen bei den Regelleistungsvolumen bereits zum 1. Juli führen. Auf Grund der umfangreichen Tagesordnung sind weitere Sitzungen notwendig. Wir werden darüber in der nächsten Ausgabe berichten.
eGK in der Denkpause Die Vertreterversammlung schloss sich zudem der Aufforderung des Präsidenten der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Nordrhein, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, an, derzeit keine neuen Geräte zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte anzuschaffen. Solange wesentliche Punkte in der Diskussion seien, sollten die Ärzte und Psychotherapeuten nicht übereilt handeln, sondern eine „Denkpause“ einlegen. Die Beschlüsse der VV finden Sie im Wortlaut im Kasten auf Seite 4. Nach einer Phase der internen Auseinandersetzung, ausgelöst durch die aktuelle Honorarreform, einigten sich die Vorstände der KVen am 26. März in Berlin auf ein kon-
zertiertes Vorgehen zum Erhalt des KV-Systems. In einer 14 Punkte umfassenden Deklaration richten sie Forderungen an die Politik. Ihre Umsetzung soll dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit der KVen und der Arztpraxen dienen.
Deklaration der KBV-VV In der Deklaration fordern sie unter anderem: n	den ungeteilten Sicherstellungsauftrag der ärztlichen Selbstverwaltung für die ambulante Versorgung n	die Regulierungsdichte zurückzufahren n	Leistungsversprechen und die zur Verfügung stehenden Mittel miteinander in Einklang zu bringen n	eine Wettbewerbsordnung, die das Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen sinnvoll ordnet und den KVen eine Teilnahme am Wettbewerb an allen selektiven Verträgen ermöglicht n	eine transparente und leistungsgerechte Vergütung von Ärzten und Psychotherapeuten n	die Pflicht zur Herstellung des Einvernehmens mit den Landesverbänden der Krankenkassen bei der Honorarverteilung soll gestrichen werden n	Ärzte tragen bei Verordnungen ausschließlich die Verantwortung für die Indikationsstellung, die Wirkstoffauswahl und die Dosierung Diese Deklaration soll in Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl münden. Voraus gehen wird eine breite Diskussion, die stattfindet auf: n	der Vertreterversammlung der KBV am 18. Mai in Mainz n	dem Tag der Niedergelassenen am 29. Mai in Berlin und n	dem Kassenärztetag am 3. Juli in Berlin Unmittelbar vor der Bundestagswahl, am 25. September, wird die KBV-VV noch einmal zusammentreten und ihre Forderungen erheben. Unter www.kbv.de finden Sie die Deklaration der KBV-VV im Internet.
Die Beschlüsse der Vertreterversammlung Die Vertreter fassten auf der Sitzung am 28. März folgende Beschlüsse:
Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein unterstützt den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, durch die Einrichtung einer zeitlich befristeten Notstandsregelung die Umstellung auf das neue Honorar­system verträglicher zu gestalten. Zugleich betonen die Vertreter aber, dass es nicht auf Dauer akzeptabel ist, dass Ärzte Honorarverluste nur durch das Sponsoring durch Kolleginnen und Kollegen vermeiden können. Deshalb unterstützt die VV nachdrücklich die Bundesratsinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen mit Baden-Württemberg, eine Revision der Honorarreform noch in diesem Jahr herbeizuführen. Ziel muss es sein, auskömmliche Honorare in allen Teilen Deutschlands zu ermöglichen. Antrag: Vorstand der KV Nordrhein
Notstandsregelungen für das IV. Quartals 2009 werden erst nach Vorliegen der Honorarergebnisse für das I. Quartal 2009 von der Vertreterversammlung beschlossen und mit den Krankenkassen verhandelt.
Antrag: Prof. Klaus-Erich Goder und Dr. Stefan Becker
Die neue Honorarreform hat die Mangelversorgung der Regelpatienten offenbart. Die angekündigte Steigerung des ärztlichen Honorars ist nicht angekommen. Der Vorsitzende der KV
Nordrhein, Dr. Leonhard Hansen, spricht von einer Mogelpackung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat diese Honorar­reform verhandelt. Die KBV-Führung muss die Verantwortung für die Honorarreform übernehmen und zurücktreten. Antrag: Dr. Johannes Vesper
Bei allen Quantifizierungen von „Honorar“Veränderungen werden die Veränderun­gen der „ärztlichen Vergütung“ von den Zuständigen ausgewiesen. Antrag: Dr. Ludger Wollring:
Die VV wiederholt ihre Aufforderung an den Vorstand der KV zur Aufnahme von Ver­handlungen zum Aussetzen des Rollout der E-Card in Nordrhein. Die VV unterstützt gleichzeitig die Aufforderung des Präsidenten der Bundesärzte­ kammer und der Ärztekammer Nordrhein, derzeit keine Kartenlesegeräte anzuschaffen: „Die Ärztekammer Nordrhein empfiehlt den Ärzten im Rheinland, zur Zeit keine Ge­räte zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte anzuschaffen. (…) Nach Auffassung der Ärztekammer Nordrhein ist eine Denkpause erforderlich, solange wesentliche Systemfragen offen sind. (…) Solange wesentliche Punkte in der Diskussion sind, sollten die Ärztinnen und Ärzte nicht zu übereiltem Handeln gedrängt werden.“ Antrag: Dr. Lothar Rütz, Dr. Ludger Wollring, Dr. Uwe Brock
RLV von 13,81 Euro – Gynäkologen protestieren Rund 80 Frauenärzte aus dem Ruhrgebiet demonstrierten am 18. März vor dem Haus der Ärzteschaft und dem Düsseldorfer Landtag gegen drohende Honorarverluste. Das Regelleistungsvolumen der Frauenärzte liegt im zweiten Quartal bei 13,81 Euro. „Wir wissen kaum noch, wie wir unsere Patientinnen behandeln können“, sagt Dr. Ulrich Keuter, Gynäkologe und Organisator der Demonstration. Das RLV deckt noch nicht einmal die Ordinationsgebühr. „Im strengen Sinne kann ich meinen Patientinnen gerade einmal Guten Tag sagen“, klagt Dr. Britta Stüwe-Berger aus Mülheim. „Wir haben in der Vergangenheit schon viele Leistungen erbracht, die unvergütet blieben. Jetzt reicht es überhaupt nicht mehr. Unsere Mischkalkulation bricht zusammen.“
Hansen. Die Pro-Kopf-Ausgaben für die ambulante Versorgung seien im Rheinland deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt. „Es muss mehr Geld nach Nordrhein fließen.“ Da hat Hansen Landesgesundheitsminister KarlJosef Laumann an seiner Seite. Die 30 Milliarden Euro, die in diesem Jahr bundesweit für die ärztlichen Honorare zur Verfügung stehen, müssten neu aufgeteilt werden – und zwar leistungsgerecht. Bei vielen Gynäkologen geht es ans Eingemachte. „Ich protestiere nicht, um Porsche zu fahren“, stellt Stüwe-Berger klar, „sondern um die Versorgung meiner Patientinnen und die Existenz unserer Praxis zu sichern.“ Die Umsatzverluste schlagen voll auf das Einkommen durch, ergänzt Keuter, denn die Kosten für Personal, Miete und Kredite bleiben schließlich. Die Ärzte sehen die Politik gefragt: „Die KV hortet das Geld ja nicht“, so Stüwe-Berger. Schnelle Hilfe ist nötig. „Wenn das so weitergeht, muss ich meine Praxis nach 30 Jahren aufgeben“, meint Dr. Rolf Maek aus Essen.
„Die Vergütung der R e g el v e rsorgung ist ein Hohn“, konstatierte der Vorsitzende der K V Nordrhein, Dr. Leonhard
Stützung von Praxen: Verluste auffangen, ja oder nein? Die Honorarreform teilt die Praxen im Rheinland in Gewinner und Verlierer. Intensiv diskutierten die Mitglieder der Vertreterversammlung im Februar und März, ob und wie die KV Nordrhein die Verluste auffangen soll. Zwei Mitglieder des Ärzteparlaments beziehen Stellung.
pro Die Honorarreform ist gescheitert, die Verunsicherung ist groß. In einzelnen Fachgruppen gibt es keine Gewinner. Im Gegenteil: 94 Prozent der Orthopäden beispielsweise verlieren. Bei vollem Wirksamwerden der Honorarreform sind Einbußen von 20 bis 40 Prozent des KV-Honorars die Regel. Das wäre das Aus für etliche Praxen.
contra Blicken wir zurück: Die Individualbudgets - eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum gedacht, um den Punktwertverfall zu stoppen – bestimmten die Honorarverteilung in Nordrhein fast zehn Jahre lang. Die Folge war eine immer ungerechtere Bezahlung „junger Praxen“.
Das Argument, junge Kollegen bekämen nach Wegfall der Individualbudgets endlich mehr Geld und verlieren würden die bisherigen Profiteure der Individualbudgets, ist nur die halbe Wahrheit. Fachgruppen mit hohem apparativem Aufwand verlieren durch die verunglückte Honorarreform auf breiter Front.
Profitiert haben die Alteingesessenen mit hohem Individualbudget (IB), viele von ihnen konnten sich sogar erlauben, Leistungen zu reduzieren, Kosten zu senken und so Gewinne zu maximieren. Die Patienten wechselten wegen langer Wartezeiten oder Betriebsferien zu jüngeren Kollegen. Sie haben die Versorgung aufrechterhalten, konnten ihren „Leistungszuwachs“ aber nicht abrechnen.
Die Verluste haben die Kolleginnen und Kollegen nicht selbst verschuldet. Deswegen sollte die Existenz der Praxen durch Verlustkorridore geschützt werden. Es geht nicht um Besitzstandswahrung etablierter Altpraxen, sondern um das wirtschaftliche Überleben einzelner Fachgruppen.
Das Ende der Individualbudgets war lange angekündigt. Spätestens jetzt hätten auch die IB-Verfechter ihr Leistungsangebot wieder hochfahren müssen. Viele taten das nicht. Und verlieren deswegen mit Einführung der Regelleistungsvolumen (RLV) Umsatz.
Natürlich könnte man das volle Wirksamwerden der Honorarreform mit massiven Verlusten und der zwangsläufigen Insolvenz etlicher Praxen medienwirksam gut nutzen. Diese Argumentation kann man aber wohl nur als zynisch bezeichnen.
Ich sehe nicht ein, dass Praxen mit hohen Patientenzahlen durch ein Korridormodell weiter weniger Fallwert bekommen sollen als die Kollegen der gleichen Fachgruppe mit wenigen Patienten. Sollte es für Praxen durch die RLV zu unkalkulierbaren und unverschuldeten Verlusten kommen, muss dies im Einzelfall geregelt werden.
Die ideale Lösung ist zusätzliches Geld von den Krankenkassen, das offensichtlich vorhanden ist. So ist der Vorstand von der Vertreterversammlung auch mandatiert worden. Das müssen wir erreichen. Bis dahin sind Stützungsmaßnehmen eine notwendige Notfallmaßnahme, um Praxen vor unverschuldeten Pleiten zu bewahren.
Wichtig ist, die RLV bundesweit anzugleichen. Es ist inakzeptabel, dass ein Versicherter in Nordrhein-Westfalen weniger von den Krankenkassen für seine Erkrankung bezahlt bekommt als jemand in Bayern. Das ist auch eine Form von Entsolidarisierung.
Dr. Andreas Gassen - Orthopäde aus Düsseldorf
Dr. Knut Krausbauer - Allgemeinmediziner aus Krefeld
Entlastung für die Praxis
17 Euro für EVAs Hausbesuch Nach langem Ringen hat der Bewertungsausschuss die Honorare für delegierbare Leistungen festgelegt. Auch die Ausbildungsanforderungen für die Medizinischen Fachangestellten stehen fest. Die beiden neuen Leistungen stehen ab 1. April im EBM. 17 Euro gibt es demnach für einen Hausbesuch einer entsprechend qualifizierten Helferin. Problematisch ist, dass Agnes, EVA und Co. vorerst nur in Gebieten tätig werden können, in denen – nach Feststellung des Zulassungsausschusses – Unterversorgung existiert oder droht oder „ein zusätzlicher lokaler Versorgungsbedarf im hausärztlichen Versorgungsbereich“ besteht. Doch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat angekündigt, den Beschluss so nicht zu akzeptieren: EVA und Co. sollen überall zum Einsatz kommen können. Wo auch immer das Einsatzgebiet liegt: Die neuen EBMNummern können zurzeit nur ganz wenige Praxen abrechnen. Denn die eingesetzten Helferinnen müssen nicht nur über drei Jahre Berufserfahrung verfügen, sondern auch eine Zusatzqualifikation vorweisen. Genau dafür ist die Fortbildung zur „Entlastenden Versorgungsassistentin“ (EVA)
konzipiert, die die Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW über die Fortbildungsakademien anbieten (wir berichteten). Die Anforderungen an die Fortbildung werden im Bundesmantelvertrag festgehalten. Der Umfang soll sich nach der Dauer der Berufstätigkeit richten. Eine Arzthelferin mit zehn Jahren Erfahrung soll beispielsweise 150 Stunden Theorie, 20 Stunden Hausbesuche und 20 Stunden Notfallmanagement lernen. Die EVA-Fortbildung in Nordrhein ist im April mit 30 Teilnehmerinnen gestartet, zwei Kurse für 60 weitere Medizinische Fachangestellte bereitet die Nordrheinische Akademie zurzeit vor. Die Schirmherrschaft über die EVAFortbildung hat Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann übernommen. Ausführliche Informationen zur EVA-Fortbildung finden Sie unter 090407 www.kvno.de im Internet
Die neuen EBM-Nummern 40870 EBM: 17 Euro gibt es für einen Hausbesuch der Helferin; die Wegekosten sind darin enthalten.
Timed-up-and-go, Esslinger Sturzrisikoassessment, Demenz) sind delegierbar.
40872 EBM: mit 12,50 Euro honoriert sind Besuche der Helferin eines weiteren Patienten in derselben häuslichen Gemeinschaft, für den Besuch eines Patienten in Alten-, Pflegeheimen und/oder für den zweiten oder weiteren Besuch im Rahmen der postoperativen Versorgung.
Zusätzlich abrechenbar sind Allgemeinlabor-Leistungen (Abschnitt 32.2), die postoperative Betreuung (Nr. 31600 EBM) und in begründeten Einzelfällen Besuche (Nrn. 01410 bis 01413); zusätzlich zur Nr. 40872 im begründeten Einzelfall auch dringende Besuche in Pflegeheimen (Nr. 01415).
Der Arzt kann an die Helferin zum Beispiel das Anlegen der Langzeit-Blutdruckmessung und des Langzeit-EKG delegieren, Laborparametern wie Glucose oder Gerinnung vor Ort bestimmen lassen oder das Einnehmen von Medikamenten dokumentieren lassen. Auch standardisierte Tests (etwa
Die Voraussetzungen für die Abrechnung des Morbiditätszuschlags müssen vorliegen; in Einzelfällen reicht eine „akute schwerwiegende Erkrankung“. Der Patient kann die Praxis wegen seines Gesundheitszustandes nicht aufsuchen.
Praxisinfo Privatatteste sind kostenpflichtig Atteste, die nicht im Zusammenhang mit vertraglichen Vereinbarungen ausgestellt werden, sondern im Privatinteresse des Patienten liegen, sind kostenpflichtig. Diese Privatatteste können Sie als IGeL-Leistung den Patienten in Rechnung stellen.
Abrechnung der EBM-Nr. 40120 im Notdienst Die Pauschalerstattung nach der EBM-Nummer 40120 kann im Rahmen des Notdienstes nur abgerechnet werden, wenn tatsächlich Kosten für die Übersendung der Durchschrift des Notfallscheines an den Hausarzt entstanden sind. Wird dem Patienten die Durchschrift zur Übergabe an den Hausarzt mitgegeben, kann die Pauschalerstattung nicht abgerechnet werden.
U10 und U11 für Sozialhilfeberechtigte und Asylbewerber im Rhein-Erft-Kreis Die Präventionsuntersuchungen U10 und U11 können für Sozialhilfeberechtigte und Asylbewerber des RheinErft-Kreises über den Behandlungsschein abgerechnet werden. Die Leistungen können von allen an der Vereinbarung teilnehmenden Ärzten erbracht werden. Für die jeweilige Untersuchung erhalten Sie 35 Euro, für die Dokumentation und Auswertung des Fragebogens 15 Euro. Die Abrechnung entspricht den mit den Primärkassen vereinbarten Regelungen. Die Vereinbarung gilt für die Rhein-Erft-Kreis-Gemeinden Bedburg, Bergheim, Brühl, Elsdorf, Erftstadt, Frechen, Hürth, Kerpen, Pulheim und Wesseling.
Einzelimpfungen bei Masern und Röteln möglich Seit dem 1. April 2009 kann in den seltenen Fällen, in denen die Masern- oder Rötelnimpfung nicht im Rahmen einer Mehrfachimpfung durchgeführt werden kann, auch eine Einzelimpfung durchgeführt werden. Das hat die KV Nordrhein mit den Krankenkassen vereinbart. Die Vergütung erfolgt außerhalb des Regelleistungs-
volumens mit jeweils 7 Euro für die Impfung. Bitte verwenden Sie für die Masernimpfung die Symbolnummer 89153 und für die Rötelnimpfung die Nummer 89163. Für die Impfstoffverordnung verwenden Sie bitte wie üblich das Rezeptformular und tragen als Kostenträger KVNO-SSB 38999 ein.
GEK verzichtet auf Praxisgebühr bei Reiseschutzimpfungen Die Gmünder Ersatzkasse verzichtet ab sofort auf die Erhebung der Praxisgebühr, wenn ausschließlich Reiseschutzimpfungen nach der Reiseschutzvereinbarung erbracht werden.
Fortbildungsnachweis: KV nicht verantwortlich für 20 Euro Bearbeitungsgebühr Der vom Gesetzgeber verlangte Nachweis über die Erfüllung der Fortbildungspflicht wird in der Regel von der Ärztekammer Nordrhein in Form eines Zertifikats ausgestellt. Sie verlangt dafür eine Bearbeitungsgebühr von 20 Euro mit dem Hinweis, die KV Nordrhein verlange ein Zertifikat. Wir möchten klarstellen, dass die KV kein Zertifikat verlangt. Ein formloser Nachweis ist völlig ausreichend. Bei dem zum 30. Juni 2009 erstmals fälligen Nachweis reicht der KV Nordrhein ein Auszug aus dem Fortbildungskonto der Kammer. Diesen können Sie selbst erstellen. Es muss ersichtlich sein, dass die Fortbildungspunkte aus dem für die Fortbildung relevanten Zeitraum stammen.
Sprechstundenbedarf: Verordnung von Medizinprodukten Bei der Verordnung von Medizinprodukten im Sprechstundenbedarf gelten die gleichen Einschränkungen wie bei der Verordnung auf den Namen des Patienten. Medizinprodukte mit Arzneimittelcharakter wie beispielsweise Macrogole zur Vorbereitung einer Koloskopie können Sie nur verordnen, wenn diese Produkte auf der Positivliste in den Arzneimittelrichtlinien aufgeführt werden (ab 1. April 2009 Anlage V, vorher Anlage 12).
Praxisinfo Die Liste der verordnungsfähigen Produkte finden Sie auf der Homepage der KV Nordrhein im Bereich Arzneimittel; sie ist auch auf der Homepage des Gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de hinterlegt. Verbandstoffe und Hilfsmittel, die als Medizinprodukte auf dem Markt sind, sind von dieser Regelung nicht betroffen und können wie bisher auf den Namen des Patienten und teilweise im Sprechstundenbedarf verordnet werden. 090409
Sprechstundenbedarf: Abrechnung für Postbeamte A Bitte entnehmen Sie Produkte des Sprechstundenbedarfs für Postbeamte A zunächst dem Bestand für die privatärztliche Versorgung. Die Ersatzbeschaffung des verbrauchten Sprechstundenbedarfs können Praxen auf den Namen des Patienten mit einem Kassenrezept (Muster 16) vornehmen. Bitte kreuzen Sie das Feld 9 „Spr-St. Bedarf“ und das Feld „Gebühr frei“ an.
BKKen fusionieren Die Novitas BKK und die BKK der Norddeutschen Affinerie haben am 1. April 2009 fusioniert zur neuen Novitas BKK – Die Präventionskasse mit Sitz in Itzehoe.
Merkblätter Kinderunfälle Nach Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung konnte die Kostenübernahme für den Druck der Merkblätter Kinderunfälle noch nicht mit den Krankenkassen geklärt werden. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass dem Formularversand nur noch Restbestände der Merkblätter vorliegen, so dass eingehende Bestellungen evtl. nicht mehr vollständig erfüllt werden können.
Erleichterungen bei der Substitutionsbehandlung Die im März 2009 in Kraft getretene 23. Betäubungsmittelrechts-Änderungsverordnung enthält zwei wesentliche Erleichterungen für die Substitutionsbehandlung von Betäubungsmittelabhängigen. Die Vertretungsregelung
für substituierende Ärztinnen und Ärzte wurde modifiziert und unter bestimmten Voraussetzungen eine ZweiTages-Verordnung ermöglicht. Zukünftig können Ärzte mit suchtmedizinischer Qualifikation ausnahmsweise und für einen begrenzten Zeitraum durch Ärzte ohne diese besondere Qualifikation vertreten werden. Die Vertretungsregelung ist pro Vertretungsfall auf maximal vier Wochen und insgesamt 12 Wochen im Jahr beschränkt. Neu ist zudem, dass sich die im Vertretungsfall beteiligten Ärzte vor Beginn der Vertretung über die Art und Weise der konkreten Substitutionsbehandlung abstimmen. Die erforderlichen Substitutionsmittel können für einen Zeitraum von bis zu zwei Tagen verordnet werden. Voraussetzung ist, dass die zur Substitutionsbehandlung erforderliche Überlassung des Mittels zum unmittelbaren Verbrauch oder dessen Verabreichung nicht auf andere Weise kontinuierlich gewährleistet werden kann. Eine Zwei-Tages-Verordnung ist auch möglich, wenn entsprechende Behandlungsmöglichkeiten, etwa in ländlichen Regionen, nur in unzumutbarer Entfernung zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für unaufschiebbare Termine von Betäubungsmittelabhängigen an Werktagen, wenn eine kontinuierliche Fortführung der Therapie nicht anders gewährleistet werden kann. Die so genannte TakeHome-Verschreibung (Verordnung bis zu sieben Tagen) bleibt davon unberührt. Serviceteams Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Serviceteam Köln Telefon	0221 7763 6666 Telefax 0221 7763 6450 E-Mail	service.koeln@kvno.de Serviceteam Düsseldorf Telefon	0211 5970 8888 Telefax 0211 5970 8889 E-Mail	service.duesseldorf@kvno.de
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel Arzneimittelausgaben gegen Bundestrend gestiegen Die Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe, die über Apotheken abgerechnet werden, sind im Januar und Februar 2009 in Nordrhein um 1,3 Prozent auf 507,1 Millionen Euro gestiegen. Der Bundestrend war dagegen leicht rückläufig, was vor allem auf gesunkene Impfstoffkosten zurückzuführen ist. Auch in Nordrhein sind die Ausgaben für Impfstoffe im Januar und Februar um rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken.
Arzneimittelausgaben 2009 im Vergleich zum Vorjahr (monatlicher Vergleich)
Heilmittel-Richtgrößen und -ausgaben bequem per Praxis-PC im Blick Die veranlassten Ausgaben für Heilmittel können Sie auch mit dem Praxis-PC ermitteln. Die KV Nordrhein bietet den Softwarehäusern seit 2007 eine Schnittstelle zur Installation in den Praxissystemen an. Sie ermöglicht, Heilmittel-Richtgrößen und -ausgaben im PraxisPC anzuzeigen.
ten für Heilmittel nach verfolgt werden. Ärzte können auf diese Art die Kosten überblicken und mit dem Richtgrößenvolumen für Heilmittel zur Regressprophylaxe abgleichen. Die Schnittstelle bietet ferner die Möglichkeit, zu den jeweiligen Diagnosen das passende Heilmittel im Sinne der Heilmittel-Richtlinien auszuwählen.
Die KV reagierte mit dieser Schnittstelle auf die seit 2006 eingeführten Heilmittelrichtgrößen. Somit können, ähnlich wie bei der Verordnung von Arzneimitteln, die Kos-
Softwareanbieter können die Stammdaten auf der Seite der KVNO herunterladen, um die Schnittstelle in den Softwaresystemen zu bedienen.
Arzneimittelrichtlinie neu gefasst
Am 1. April ist eine neue Fassung der Arzneimittelrichtlinie in Kraft getreten. Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss erstellte Richtlinie fasst die bestehenden Regelungen übersichtlich zusammen. An einigen Punkten schränkt sie Verordnungen ein, unwirtschaftliche oder unzweckmäßige Therapien werden nun auch für Kinder und Jugendliche ausgeschlossen.
Antihypotonika oder Immunstimulantien. Damit ist die Richtlinie eindeutiger geworden.
Neu ist die Anlage III. Sie enthält die Verordnungseinschränkungen und Ausschlüsse in Tabellenform. Viele Mittel, die bislang verordnet werden durften wenn zuvor nicht-medikamentöse Maßnahmen versagten, sind nun komplett ausgeschlossen. Das gilt zum Beispiel für
Die neue Richtlinie schließt auch die Verordnung rezeptpflichtiger Externa bei traumatisch bedingten Schwellungen, Ödemen und stumpfen Traumata aus. Diese Einschränkung gilt nach Auffassung der KV Nordrhein auch für Verordnungen im Sprechstundenbedarf. Auch
Arzneimittelinfo KVNO aktuell 4 2009
Zudem gelten mehrere Ausschlüsse auch für Kinder und Jugendliche. So dürfen beispielsweise Amara und Acida für Kinder und Jugendliche gar nicht, Carminativa nur noch für Säuglinge und Kleinkinder verordnet werden.
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel für nicht-rezeptpflichtige Externa gilt: kein Sprechstundenbedarf. Antidementiva und Prostatamittel dürfen nur nach einem erfolgreichen Therapieversuch weiter verordnet werden; den Erfolg müssen Ärzte dokumentieren. Die Verordnung von Lipidsenkern schränkt der Bundesausschuss ein auf Patienten mit bestehender vaskulärer Erkrankung und Patienten mit einem kardiovaskulären Risiko größer 20 Prozent Ereignisrate in zehn Jahren. An durchblutungsfördernden Mitteln dürfen Ärzte gesetzlich Versicherten nur noch Prostanoide (zum Beispiel
Prostavasin) und Naftidrofuryl (Dusodril und Generika) bei pAVK in Stadium III/IV, respektive Stadium II verordnen. Pentoxifyllin (Trental, Generika) ist somit nicht mehr verordnungsfähig. Die Neufassung der Arzneimittelrichtlinie wird im Deutschen Ärzteblatt kommentiert und auf der Homepage des Gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de/ richtlinien veröffentlicht. KBV und Spitzenverband der Kassen haben eine Schnellübersicht abgestimmt. Diese finden Sie unter www.kbv.de/ais und www.kvno.de im Internet.
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Neu geregelt: Verordnungen für Kinder Die Tabelle zeigt die wichtigsten Änderungen der neuen Arzneimittelrichtlinie, die die Verordnungen für Kinder betreffen. Die Produktgruppen dürfen auch für Kinder und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen nicht, bzw. nur noch in den genannten Ausnahmen verordnet werden. Die vollständige Liste der Verordnungseinschränkungen und –ausschlüsse enthält Anlage III der neuen Arzneimittelrichtlinie.
Arzneimittel Amara, Acida, Carminativa Alkoholhaltige Arzneimittel ab 5 Vol% Ethanol
Ausnahme für die Verordnung/Bemerkung nur noch Carminativa für Säuglinge und Kleinkinder Tinkturen nach Arzneibüchern, tropfenweise einzunehmende AM, Glyceroltrinitrat-haltige Lösungen zur Anwendung in der Mundhöhle Elektrolytpräparate (Oralpädon u.a.) zur Rehydratation bis zwölf Jahre, Sacch. boulardii (z.B. Perenterol) bis zwölf Jahre zusätzlich zur Rehydratation, Motilitätshemmer (z.B. Loperamid) nur bei Kolektomie in der postoperativen Phase
Nicht verschreibungspflichtige Darmflora-Regulantien mit E. coli Stamm Nissle 1917 (z. B. Mutaflor) sind weiterhin für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen verordnungsfähig Arzneimittel, die traditionell angewendet werden
entspricht 20.1 r der alten Arzneimittelrichtlinie, gilt nun auch für Kinder
Hustenmittel in fixer Kombination von Antitussiva oder Expektorantien oder Mukolytika untereinander oder mit anderen Wirkstoffen Otologika Roborantien, Tonika u. appetitanregende Mittel Umstimmungsmittel und Immunstimulantien zur Stärkung der Abwehrkräfte Zellulartherapeutika und Organpräparate
Nur Antibiotika oder Kortikoide bei Entzündungen des äußeren Gehörganges Keine, Verordnungsausschluss gilt jetzt auch für Kinder Keine, Verordnungsausschluss gilt jetzt auch für Kinder Keine, Verordnungsausschluss gilt jetzt auch für Kinder
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel Dopaminagonisten in der Parkinsontherapie Nach der S2-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) können Wirksamkeit und Verträglichkeit der nicht-ergolinen Dopaminagonisten in der Parkinsontherapie interindividuell stark variieren. Präparate mit unterschiedlicher Halbwertzeit sollten den therapeutischen Erfordernissen entsprechend gewählt werden. Die Preisunterschiede bei den nicht-ergolinen Dopaminagonisten sind groß, bevorzugt werden sollten deswegen wenn möglich die preiswerteren Präparate.
zeitschäden wie Spätdyskinesien werden im Vergleich zur initialen L-Dopa-Therapie weniger erwartet.
Zur medikamentösen oralen Therapie des Morbus Parkinson werden neben L-Dopa in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer besonders Dopaminagonisten eingesetzt. Sie sind indiziert in der Kombinationstherapie und werden bevorzugt bei jüngeren Patienten in der ersten Wahl genommen. Lang-
Die S2-Leitlinie der DGN stellt klar, dass zwischen den genannten Wirkstoffen zunächst keine Unterschiede bestehen. Die Nebenwirkungen sind ähnlich, bei Unverträglichkeit kann ein Wirkstoffwechsel helfen. Es bestehe zudem keine Evidenz für eine Kombination mehrerer Dopaminagonisten.
Nicht-ergoline Dopaminagonisten werden in der Therapie bevorzugt, weil bei diesen im Vergleich zu Ergot-Dopaminagonisten keine Herzklappenfibrosen beobachtet wurden. In Deutschland sind drei nicht-ergoline Dopaminagonisten Piribedil (Clarium), Pramipexol (Sifrol) und Ropinirol (Requip und Generika) zugelassen.
Preisübersicht nicht-ergoliner Dopaminagonisten: Tagestherapiekosten bei dreimal täglicher Gabe Wirkstoff (Handelsname)
Piribedil (Clarium) Pramipexol (Sifrol) Ropinirol (Requip) Ropinirol (Generika)
DDD [oral, mg]
200 mg 2,5 mg (Salz) 6 mg 6 mg
Packung [N3]
50 mg, 100 St. 0,7 mg 100 St. 2 mg 84 St. 2 mg 84 St.
Preis [in -Euro]
325,00 232,79 235,91 139,87
Tagestherapiekosten [in Euro]
9,75 6,98 8,42 5,00 Stand: 15. Februar 2009
Broschüre hilft, Regresse zu vermeiden Um Arznei- und Heilmittelregresse vermeiden zu helfen, hat die KV Nordrhein einen Ratgeber erstellt: „Informationen zu Arzneimittelregressen“. Was ist eine Richtgröße, warum gibt es Me-too und DDDQuoten, wie wird der Sprechstundenbedarf geprüft? Antworten auf diese Fragen bietet die Broschüre. Der Ratgeber erläutert Regelungen wie die Richtgrößen oder Zielvereinbarungen mit Me-too- und DDDQuoten. Einzelne Kapitel widmen sich den Wirtschaftlichkeitsprüfungen im
Arznei- und Heilmittelbereich und im Sprechstundenbedarf. Der Ratgeber hilft betroffenen Ärztinnen und Ärzten, sich im Falle eines Verfahrens richtig zu verhalten. “Wenn klar ist, auf welcher Grundlage die Prüfgremien entscheiden, kann im Zweifel auch adäquat gegen einen drohenden Regress argumentiert werden“, sagt Dr. Klaus Enderer, Stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Die „Informationen zu Arzneimittelregressen“ finden Sie unter www.kvno.de in der Rubrik Arzneimittel auf der Homepage der KV Nord0 9 0 412 rhein
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel Hilfsmitteldepots sind grundsätzlich unzulässig Seit 1. April gelten neue Regeln zur Abgabe von Hilfsmitteln in der Praxis. „Die Abgabe von Hilfsmitteln an Versicherte über Depots bei Vertragsärzten ist unzulässig“, bestimmt Paragraf 128 des Sozialgesetzbuchs V. Ausnahme: Hilfsmittel zur Versorgung in Notfällen können Sie bevorraten, zum Beispiel Gehstützen. Einen Katalog von Notfall-Hilfsmitteln gibt es nicht. Welches Hilfsmittel zur sofortigen Versorgung erforderlich ist, entscheidet allein der behandelnde Arzt. Die Hersteller dürfen Ärzte nicht gegen Entgelt oder „Gewährung sonstiger wirtschaftlicher Vorteile“ an der Durchführung der Versorgung mit Hilfsmitteln beteiligen. Auch für die Verordnung von Hilfsmitteln darf qua Gesetz kein Geld fließen. Berufsrechtlich ist es ohnehin untersagt, für die Zuweisung von Patienten Geld oder an-
dere wirtschaftliche Vorteile entgegenzunehmen. Offenbar haben die berufsrechtlichen Bestimmungen dem Gesetzgeber nicht ausgereicht. In der Gesetzesbegründung heißt es: „Es gibt deutliche Hinweise auf Fehlentwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Vertragsärzten, denen entgegengewirkt werden soll.“ Wenn Krankenkassen feststellen, dass Ärzte gegen die Bestimmungen verstoßen, sollen sie die Ärztekammern informieren. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit den Krankenkassen können Praxen weiter an der Versorgung mit Hilfsmitteln teilnehmen, zum Beispiel im Rahmen des verkürzten Versorgungsweges bei Hörgeräten oder Sehhilfen. Die zusätzlichen Leistungen müssen die Krankenkassen dem Arzt unmittelbar vergüten; über die Zusammenarbeit informieren die Kassen die Ärztekammer.
Wie lange dauert eine Massage? Häufig erkundigen sich Ärztinnen und Ärzte nach den sogenannten Leistungsbeschreibungen der von ihnen verordneten Heilmittel. Die Regelbehandlungszeit für eine klassische Massagetherapie beispielsweise liegt bei 15 bis 20 Minuten. Die Behandlungszeiten vereinbaren der Spitzenverband Bund der Krankenkassen mit den Verbänden der Heilmittelerbringer. Die in der Regelbehandlungszeit vorgegebene Zeitangabe bezieht sich auf die Durchführung der Therapiemaßnahme am Patienten, Vor- und Nachbereitung ist Bestandteil der Behandlung. Die Mindestdauer darf nur aus medizinischen Gründen unterschritten werden. Eine krankengymnastische Behandlung, auch auf neurophysiologischer Grundlage als Einzelbehandlung, hat eine Regelbehandlungszeit von 15 bis 25 Minuten. Wenn Sie Doppeleinheiten verordnen, können Sie davon ausgehen, dass diese Behandlung 30 Minuten bis 50 Minuten dauert. Wenn Sie aber eine Stunde Krankengymnastik verordnen, müssen Sie damit rechnen, dass der Kran-
kengymnast vier Einheiten abrechnet. Denn die Mindestbehandlungszeit beträgt 15 Minuten. Die von den Spitzenverbänden der Krankenkassen vereinbarten Rahmenempfehlungen für die Bereiche Physio-, Ergo- sowie Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie finden Sie unter www.gkv-spitzenverband.de im Internet. 0 9 0 413
Pharmakotherapie- und Heilmittelberatung Pharmakotherapieberatung Telefon	0211 5970 8111 Telefax	0211 5970 8136 E-Mail	pharma@kvno.de
Wohnortnahe Versorgung gerät in Gefahr
Wer sichert die Sicherstellung? Neun von zehn Menschen in Nordrhein sind zufrieden mit der medizinischen Versorgung in ihrer Umgebung, besonders mit der hausärztlichen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young. Doch die Sicherstellung gerät in Gefahr. Nicht durch die Wirtschaftskrise, nicht durch die Demografie, sondern durch den Gesetzgeber. In anderen Ländern undenkbar: Haus- und Fachärzte aller Professionen stehen wohnortnah und flächendeckend zur Verfügung. Eine Chipkarte sichert den freien Zugang. Im Notfall auch rund um die Uhr. Grundlage dafür ist der Kollektivvertrag. Seit 1955 gibt es einen Kompromiss: Die in den KVen zusammengeschlossenen Ärzte verzichten auf das Streikrecht – und erhalten dafür das Monopol auf die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter, den so genannten Sicherstellungsauftrag. „Diesen Kompromiss kündigt die Politik auf“, sagt Dr.­ Andreas Köhler, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): Die Sicherstellung hat inzwischen Löcher wie ein Schweizer Käse. „Die Aufschrift ‚Alle Kassen’ auf dem Praxisschild könnte bald der Vergangenheit angehören“, fürchtet Köhler.
Politik hebelt Sicherstellung aus Während die KVen mit immer mehr Regeln exekutieren sollen, steigert der Gesetzgeber die Freiheitsgrade der selektiven Verträge. Die Politik kostet all das nichts. Finanzieren können sich die Akteure der neuen Verträge fast beliebig aus der Gesamtvergütung. n	Kliniken können seit Ende 2008 spezielle ambulante Leistungen abrechnen. 56 Anträge nach § 116b des Sozialgesetzbuchs V liegen in Nordrhein vor. Und der Run ist noch nicht zu Ende. Drei Viertel der Klinikmanager planen nach ei-
ner Umfrage von Steria Mummert Consulting, ihre ambulanten Leistungen etwa in der Krebsbehandlung oder bei Herzerkrankungen ambulant auszuweiten. n	Der Hausärzteverband hat ein Quasi-Monopol für Verträge nach § 73b erhalten. Das Honorar ziehen die Kassen von der Gesamtvergütung ab. Gleiches gilt für die Verträge zur „besonderen ambulanten Versorgung“ nach § 73c. n	Auch in der integrierten Versorgung (§ 140) gilt: Die Zeche zahlt die Regelversorgung. n	Rund 3.500 Integrationsverträge mit einem Jahresumsatz von etwa 611 Millionen Euro hatten die Kassen 2008 geschlossen, ein unübersichtlicher Flickenteppich.
Zieht der Bundestag die Notbremse? Trotz aller Einschnitte: Die Versorgung ging weiter. Doch mit den Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung in Bayern und Baden-Württemberg brechen große Stücke aus der Gesamtvergütung heraus. Das Honorar lässt sich bereinigen, der Sicherstellungsauftrag nicht. Diese Erkenntnis erreicht nun auch die Politik. „Es wäre dumm, das eine Monopol durch ein anderes zu ersetzen, aber dabei auf den Sicherstellungsvertrag zu verzichten“, sagt Jens Spahn, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss. Franz Knieps, Leiter der Abteilung Krankenversicherung im Bundesgesundheitsministerium bezweifelt, dass „ein
Monopol ohne öffentlichen Auftrag und Kontrolle“ auf Dauer hinnehmbar ist. Der § 73b könne so nicht im Gesetz stehen bleiben. Tatsächlich will die Mehrheit der Bundesländer den Paragrafen wieder streichen. Der Bundestag entscheidet am 6. Mai. Das Mitglied des Rhön-Kliniken-Aufsichtsrats Prof. Karl-Josef Lauterbach (SPD) will die KVen ganz abschaffen, bezeichnet sie stereotyp als Monopole. „Völlig falsch“, entgegnet Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Der Kollektivvertrag mit Regelungen zu Vergütung, Sicherstellung und Qualität erfülle die Funktion einer Wettbewerbsordnung. Dank freier Arztwahl stimmen die Versicherten mit
den Füßen ab, wessen Leistungen sie in Anspruch nehmen. Was den KV-Chef ärgert: Politiker, die im Berliner Reichstag das vermeintliche Monopol der KVen verdammen und vehement für den Vertragswettbewerb eintreten. Und für ihren Wahlkreis von der KV das schnellstmögliche Schließen lokaler Versorgungslücken fordern. Die Selektivverträge schränken den Handlungsspielraum der KVen empfindlich ein. Zusatzangebote wie die Medizinischen Versorgungszentren der AtriomedKette entstehen in den Ballungszentren, während in den ländlichen Regionen erstmals nach Jahrzehnten wieder ein Ärztemangel droht.
Die Not mit dem Nachwuchs „Das Kind ist noch nicht in den Brunnen gefallen“, sagt Karl-Josef Laumann. Das Kind, um das sich der Gesundheitsminister des Landes Nordrhein Westfalen sorgt, ist die hausär ztliche Versorgung. Von den derLandesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeit 6.695 Hausärzten in Nordrhein sind 879 über 60 Jahre alt. Sie scheiden in Kürze aus der Versorgung aus. Simulationsrechnungen der KV Nordrhein zeigen: Wenn diese keinen Nachfolger finden, würde der so genannte Versorgungsgrad unter 75 Prozent sinken. „Das wäre dann eine andere Versorgung als heute“, sagt Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein. Gegenwärtig dauert es im Schnitt 17 Minuten, bis ein Bürger einen Hausarzt erreicht. Sollten zu wenig junge Mediziner in die frei werdenden hausärztlichen Vertragsarztsitze rücken, werden die Wege länger.
Besonders betroffen wären die Gemeinden in den Kreisen Kleve, Euskirchen, Wesel, im Oberbergischen und im Rhein-Sieg-Kreis. In der Gemeinde Ruppichteroth stünden für 10.918 Einwohner nur noch zwei Hausärzte zur Verfügung, wenn Nachfolger ausbleiben. Noch ist Zeit zu handeln. Die Versorgung in Nordrhein ist ausreichend – im Gegensatz zu etlichen Regionen in den neuen Bundesländern. Nur in fünf von 27 Kreisen dürfen sich derzeit zum Beispiel überhaupt Hausärzte niederlassen. Der Rest ist wegen Überversorgung gesperrt.
Jeder siebte ist über sechzig Jahre alt
Hausärzte: Altersgruppen in Jahren (Stichtag: 31.12.2007)
„Wenn flächendeckende Versorgung klappen soll, sind wir gefragt“, erklärt Hansen. Das zeige das Beispiel Palliativmedizin. Hier ist unter Regie der KV Nordrhein in den vergangenen Jahren ein flächendeckendes Netz entstanden. Nun verhandelt die KV mit allen Kassen. Unterschiedliche Formulare, Qualifikationsvoraussetzungen, Ansprechpartner bei Pflegediensten und Abrechnungsstellen bei der Begleitung Schwerkranker und Sterbender kann kein Arzt gebrauchen. „Wir wollen den ungeteilten Sicherstellungsauftrag“, erklärte Köhler auf der Vertreterversammlung der KBV am 26. März. Doch dafür brauche das KV-System Freiräume und faire Rahmenbedingungen. Die Delegierten verabschiedeten eine 14 Punkte umfassende Deklaration. Sie fordern „das derzeitige systemwidrige Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen sinnvoll“ zu ordnen (siehe Seite 3).
Renaissance des Landarztmangels Das ist dringend nötig. Denn der Mangel an Ärzten scheint zurückzukommen. Kaum vorstellbar, nachdem die Zahl der Ärzte von 4.818 im Jahr 1957 auf aktuell 15.605 gestiegen ist. Doch mehr als 15 Prozent sind über 60 – und Nachfolger auf dem Land immer schwerer zu finden. Die KV Nordrhein hat deswegen einen „Masterplan“ aufgelegt und Kontakt mit Lehrbeauftragten für Allgemeinmedizin aufgenommen. Themen der Treffen: Wie kann die Allgemeinmedizin in ihrem Ansehen aufgewertet und wie kann unter Medizin-Studenten mehr Interesse für die Allgemeinmedizin geweckt werden. Vor Ort sind zudem Verbünde geplant, in denen Allgemeinmediziner und Krankenhäuser aufeinander abgestimmt Weiterbildungsstellen anbieten. Eine Online-Börse vermittelt Famulaturen, Assistenten und Praxisabgaben.
Versorgungsplanung am Computer Kleinräumige Planungsbezirke stehen bei der Bedarfsplanung auf der Agenda. Der Kreis als Grundlage, um Über- oder Unterversorgung festzustellen, hat ausge-
dient. Denn wenn in der Stadt Euskirchen genug Ärzte niedergelassen sind, nützt das den Patienten im rund 50 Kilometer entfernten Dahlem wenig. Zielgerichtete Zulassungen im Sonderbedarf sollen den Ärztemangel in betroffenen Regionen mildern. Ein Werkzeug zur kleinräumigen Darstellung der Versorgungslage hat die KBV entwickelt. Mithilfe von neun Indikatoren, darunter Zahl, Alter und Schwerpunkte von Ärzten, die potenzielle Patientenzahl und deren durchschnittliche Wegezeit lässt sich die Versorgungslage exakt beurteilen – und das auch in kleinsten Versorgungsräumen, etwa dem Einzugsgebiet einer Praxis. Die Topografie ist in der Software haarklein hinterlegt: „Um die Wegezeit zu ermitteln, differenzieren wir nach 15 Straßentypen“, erläutert Dr. Thomas Kopetsch, Leiter der Abteilung Bedarfsplanung der KBV. Mithilfe der Software lässt sich auch simulieren, wie sich die Versorgung verändert, wenn ein Arzt seine Praxis aufgibt. „Sie soll künftig auch die Morbidität abbilden“, sagt Kopetsch. Doch das wird wohl noch drei Jahre dauern.
NRW fördert Niederlassungen Der Landesgesundheitsminister Nordrhein-Westfalens packt beim Thema Ärztemangel mit an: „Wir müssen uns mit einer konzertierten Aktion daran machen, das Problem zu lösen“, betont Laumann. Er will Stipendien an junge Allgemeinärzte vergeben, die zur Weiterbildung in unterversorgte Gebiete gehen. Auch Zuschüsse für die Übernahme oder den Aufbau von Praxen sind im Gespräch: 1,5 Millionen Euro will Laumann dafür aus Landesmitteln locker machen. Außerdem sollen in NRW mindestens fünf neue Lehrstühle für Allgemeinmedizin entstehen. Ärztemangel ist in anderen Regionen Deutschlands längst Realität. Auch dort gibt es Initiativen. Mit Prämien von bis zu 50.000 Euro sollen in Brandenburg Mediziner für ländliche Regionen gewonnen werden. Den so genannten Sicherstellungszuschlag enthält ein Arzt, der eine freiwerdende Praxis in einem unterversorgten Gebiet
übernimmt. Knapp 20.000 Euro erhalten Medizinstudenten in Sachsen, wenn sie sich verpflichten, nach Abschluss der Facharztausbildung mindestens vier Jahre lang in unterdurchschnittlich versorgten Regionen als Hausarzt zu arbeiten.
Kommunen können handeln „Untersuchungen zeigen, dass sich Hausärzte gerne in oder nahe ihres Geburtsortes niederlassen“, weiß Kopetsch. Eine Chance für die Kommunen. „Die Niederlassung ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort“, betont Ansgar von der Osten, Leiter des Geschäftsbereichs Sicherstellung der KV WestfalenLippe. „Die Kommunen sollten bereit sein zu inves­ tieren“. Einige Gemeinden in Westfalen überlegen, Patientenbringdienste einzurichten, damit Ärzte ihre Zeit nicht mit langen Fahrten verbringen. Ob das alles reicht? Am Ende scheint es doch so, als könnte das Thema Ärztemangel kaum von der Frage eines leistungsgerechten Honorars getrennt werden. Zurzeit sind die Verdienstmöglichkeiten bei Unternehmensberatungen oder der Pharmaindustrie deutlich besser; ein Drittel der Mediziner unterzeichnet nach dem Studium lieber dort einen Vertrag als in Kliniken oder bei der Bank für einen Praxiskredit. Zumal die sich immer schneller drehende Reformmaschinerie wachsende Unsicherheit erzeugt. Wer nicht weiß, ob und mit wem er künftig Verträge schließen kann, um die Kredite zurückzuzahlen, wählt andere Wege, um sein Einkommen zu sichern. Und die stehen jungen Ärzten sperrangelweit offen.
„Atriomed vernichtet Versorgung“ Der Teppich für branchenfremde Kapitalgeber ist ausgerollt. In Köln, Hamburg, Leipzig und Berlin eröffnete die Techniker Krankenkasse in den vergangenen zwei Jahren MVZ der Atriomed-Kette. Betreiber ist ein Unternehmen namens HCM Health-Care Managers GmbH, dessen Muttergesellschaft im schweizerischen Pfäffikon sitzt. Die schöne neue Versorgungswelt in den Ballungszentren bietet W-LAN im Wartezimmer, Snacks, ein „außergewöhnlich hochwertiges Behandlungskonzept“; „effektive Behandlung auf höchstem medizinischen Niveau“; „intensive Kooperation“; „Terminvergabe innerhalb von fünf Werktagen; Wartezeit längstens 30 Minuten“ – und das alles koste „keinen Cent extra“. Die Kehrseite der Medaille verschweigt die Kasse: „Das Atriomed vernichtet Versorgung“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der KV Hamburg, Walter Plassmann. Denn das MVZ komme nur auf 40 Prozent der Patienten, die die niedergelassenen Ärzte zuvor in ihren Praxen versorgt hatten. Zudem kaufte der Investor Sitze auch in dünn mit Praxen gesegneten Randbezirken der Hansestadt, um sie ins zentrale Winterhude zu verlegen. Die ohnehin stark frequentierten Peripherie-Praxen sind zum Teil völlig überlaufen. Um die hausärztliche Versorgung der Menschen in den betroffenen Bezirken wie Finkenwerder zu erhalten, musste die KV einer Sonderbedarfszulassung zustimmen. Es wird nicht die einzige bleiben. Die TK setzt die Expansion fort. Atriomed-Standorte sollen in München, Nürnberg, Frankfurt, Hannover, Essen und Stuttgart geplant sein. In der Eifel eröffnet die TK keine Filiale.
„Die Politik muss eine faire und verlässliche Wettbewerbsordnung für die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten schaffen“, sagt Hansen. Und sie muss jemanden in die Lage versetzen, die Sicherstellung zu leisten. Die KVen haben bewiesen, dass sie dies können.
Die ersten Anträge auf Erstattung der Kosten für die Lesegeräte gehen ein Ärzte und Psychotherapeuten, die sich Lesegeräte kaufen, die auch die elektronische Gesundheitskarte lesen können, erhalten dafür Pauschalen. Die sind vielfach mehr als kostendeckend. Die Finanzierung ist allein Sache der Krankenkassen. Noch warten die meisten Praxen offenbar ab. Das günstigste stationäre Lesegerät kostet nach Herstellerangaben 344 Euro. Als Pauschale erhalten die Praxen in Nordrhein 430 Euro. Die Differenz von 86 Euro behält die Praxis. Acht stationäre Lesegeräte hat die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) derzeit zertifiziert, bei sechs liegt der Preis unter der Pauschale. Ein Grund für die Zurückhaltung der Praxen in Nordrhein sind die mobilen Lesegeräte. Bislang sind nur drei zertifiziert. Und keines davon ist für die frühestens ab 2011 geplante freiwillige Online-Anbindung geeignet. Im derzeitigen Praxisbetrieb indes sind alle zertifizierten Geräte problemlos einsetzbar und laufen reibungslos. Sie haben Tests des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) und der Gematik durchlaufen.
Sicherheit ist Trumpf Die Hersteller der Lesegeräte betonen in einem Brief an KVNO aktuell: „Bei der Entwicklung der eGK und der Lesegeräte wurde auf kaum einen Aspekt so viel Wert gelegt wie auf die Datensicherheit.“ Der Datenschutzbeauftragte der Bundesärztekammer, Franz-Joseph Bartmann, komme zu dem Ergebnis, die Gesundheitskarte berücksichtige den Datenschutz in „exzellenter Weise.“ Auch der Bundesdatenschutzbeauftrage Peter Schaar sieht Vorteile beim Einsatz der eGK: „Die derzeitige Ver-
sichertenkarte ist schlechter abgesichert als die eGK.“ Datenschützer in Bund und Ländern hätten an der Kon-
Kommentar Den Zug nicht verpassen Etliche Kolleginnen und Kollegen haben Bedenken gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Trotzdem halte ich den Aufruf für falsch, grundsätzlich keine neuen Lesegeräte anzuschaffen. Denn als Kassenarzt muss ich die neuen Lesegeräte haben, wenn im Herbst Patienten mit der eGK kommen. Sonst kann ich nicht abrechnen. Woher bekomme ich dann mein Geld? Bestimmt nicht von den Boykotteuren. Jubelnd empfange ich die eGK auch nicht. Doch der Überwachungsstaat droht doch an ganz anderen Punkten. Die Kassen können inzwischen alle Diagnosen allen Patienten zuordnen. Selbst aus dem Kapitel F (Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen) des ICD. Das ist ein Aufreger! Deshalb bin ich froh, dass wir bei der eGK mitreden und mitgestalten können. Das ist viel besser als im Abseits stehen. In unserem Netz in Leverkusen setzen wir längst auf die elektronische Patientenakte. Der Vernetzung unserer Praxen gehört die Zukunft. Dazu zählt auch der elektronische Datenaustausch. Wer jetzt in die Totalverweigerung geht, dem droht der Zug in die Zukunft vor der Nase wegzufahren. Norbert K. Mülleneisen, Pneumologe im Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen
zeption der eGK mitgearbeitet. In das Gesetz sei eine „sehr weitgehende Absicherung geschrieben“, sagt Schaar. Kein System der Informationstechnik könne hundertprozentige Sicherheit versprechen, so Schaar. Doch bereits heute finde an vielen Stellen des Gesundheitswesens ein Datenaustausch statt. Die eGK gebe den Versicherten mehr Kontrolle über ihre Daten; sie könnten zudem selbst prüfen, wie viele Daten sie zur Nutzung freigäben. Nur die geplante Anwendung des eRezepts sei verpflichtend, alles andere sei freiwillig, zum Beispiel die Speicherung von Notfalldaten oder der benötigten Arzneimittel. Chronisch Kranke etwa könnten von dieser Speicherung profitieren, weil Wechselwirkungen vermieden werden könnten. Schaar: „Ich würde es mir selbst sehr genau überlegen, aber nicht generell ablehnen.“
Die Kassen zahlen Das Geld für die neuen Lesegeräte zahlen die Krankenkassen. Dies regelt die Finanzierungsvereinbarung, die die KV Nordrhein mit den Kassen geschlossen hat. Erste Kassen im Rheinland wollen elektronische Gesundheitskarten ab August 2009 an ihre Versicherten ausgeben. Die Vertreterversammlung der KV Nordrhein hat sich am 28. März der Aufforderung des Präsidenten der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Nordrhein, Prof. JörgDietrich Hoppe, angeschlossen, derzeit keine neuen Geräte zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte anzuschaffen. Ärztinnen und Ärzte sollten nicht zu übereiltem Handeln gedrängt werden.
Informationen Sie haben Fragen zum Basis-Rollout bzw. den neuen Lesegeräten? Wenden Sie sich an unsere Hotline: Hotline Telefon 0180 – 2 66 00 10 Telefax 0180 – 2 33 00 10 6 Cent/Anruf oder Fax Internet Alle wichtigen Informationen finden Sie im Internet unter: www.kvno.de/egk Auf der KV-Telematik-Website sind die zugelassenen mobilen und stationären Lesegeräte abrufbar und Informationen über die Zulassung der Praxiscomputersysteme www.kv-telematik.de Individuelle Beratung Jeden Mittwoch um 15 oder 17 Uhr können Sie im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf und in der Bezirksstelle Köln die zugelassenen Lesegeräte in kleinen Gruppen in Augenschein nehmen und sich beraten lassen. Bitte anmelden: Düsseldorf Silke Hochheim Telefon 0211 5970 8006 Köln Astrid Scherer Telefon 0211 5970 8016 Tatsächlich ist kein Grund zur Eile geboten. In den nächsten Wochen dürften noch mehr zertifizierte Lesegeräte zur Auswahl stehen. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen KV Nordrhein und Kassen sieht derzeit vor, dass die Erstattung bis Ende Juli läuft. Wer nach dem 31. Juli kauft, hat Pech: Er muss die Geräte aus eigener Tasche zahlen. Die KV Nordrhein bemüht sich zurzeit, diesen Zeitraum bis zum 31. Oktober 2009 zu verlängern. Das Formular zur Erstattung der Pauschalen haben Sie mit KVNO aktuell 3/2009 erhalten. Sie finden das Formular und den Brief der Lesegeräte-Hersteller „Die Gesundheitskarte kommt – aber sicher“ im Internet. unter www.kvno.de
KV Nordrhein schreibt Innovationspreis aus Kooperationen und Netzwerke von Praxen nehmen zu. Ihnen gehört die Zukunft. Die KV Nordrhein unterstützt kooperative Arbeitsformen. Bewerben Sie sich jetzt für den Innovationspreis der KV Nordrhein. Der Gewinner erhält 10.000 Euro.
Kriterien Drei Kriterien fließen in die Bewertung ein: n	Versorgungskonzept der Praxis (unter anderem
Leistungsspektrum, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten) n	Gestaltung der Sektorübergreifenden Zusammenarbeit n	Patientenorientierung Teilnehmen können Praxen aus dem Bereich der KV Nordrhein, die gesetzlich versicherte Patienten versorgen. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Bewerber Qualitätsmanagement in der Praxis eingeführt haben, in einer kooperativen Berufsausübungsform arbeiten und betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente einsetzen. Die Voraussetzungen bitte in einen standardisierten Fragebogen eintragen, den Sie in Kürze im Internet unter www.kvno.de/service finden.
Bewerbung Die Bewerbung bitte bis 1. Juli 2009 bei der KV Nordrhein einreichen. Die Bewerbung sollte nicht mehr als fünf Seiten umfassen und auf die Bewertungskriterien fokussieren. Aus der Bewerbung sollte das innovative Element der Praxis bzw. der Kooperation hervorgehen. Die Unterlagen bewertet eine neun-köpfige Jury: n	Prof. Volker Amelung, Bundesverband Managed Ca-
re n	Michael Brüne, Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Dr. Klaus Enderer, KV Nordrhein Dr. Leonhard Hansen, KV Nordrhein Dr. Antje Höning, Rheinische Post Wilfried Jacobs, AOK Rheinland-Hamburg Dr. Michael Philippi, Sana Kliniken Prof. Marcus Siebolds, Katholische Fachhochschule Köln n	Dr. Willibert Strunz, LAG Selbsthilfe NRW
Preisvergabe Der mit 10.000 Euro dotierte Preis (Geld ist gestiftet) wird anlässlich des 5. Innovationskongresses der KV Nordrhein verliehen. Der Kongress findet am 5. September 2009 im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf statt.
Innovationspreis-Unterlagen Zum Nachweis der Voraussetzungen gibt es ­ einen standardisierten Fragebogen, den Sie in Kürze im Internet unter www.kvno.de/service finden. Reichen Sie diesen mit den Bewerbungs-Unterlagen bitte bis 1. Juli 2009 ein. Die Bewerbung sollte nicht mehr als fünf Seiten umfassen. KV Nordrhein Consult Tersteegenstraße 9 40474 Düsseldorf E-Mail innovationspreis@kvno.de Ansprechpartner Frank Bausch Telefon 0211 5970 8061 Telefax 0211 5970 9061 090420
Kongress des Westens diskutiert über Gesundheitsberufe Über 700 Teilnehmer und nahezu die gesamte gesundheitspolitische Prominenz aus Bund und Land folgte dem Ruf von Ulf Fink in die Essener Philharmonie am 11./12. März. Beide KVen des Landes NRW waren Mitveranstalter des Kongresses.
Passend zum Leitthema „Der knappe Faktor Mensch“ diskutierten Politiker mit Ärzten und anderen Professionen über die Sicherstellung, die Qualität sowie die Perspektiven der Gesundheitsberufe. „Wir müssen Anreize schaffen, damit mehr junge Menschen in Deutschland in Gesundheits- und Medizinberufe gehen“, sagte Kongresspräsident Fink. Dazu zählt der ehemalige Berliner Gesundheitssenator die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen und interessanter Berufsperspektiven. In seiner Grundsatzrede zur Entwicklung des NRW-Gesundheitswesens ließ Minister Karl-Josef Laumann keinen Zweifel daran, dass er die finanzielle Benachteiligung von NRW nicht länger tolerieren werde. Er kündigte eine „Konzertierte Aktion“ mit allen wichtigen Partnern in NRW an. Für niedergelassene Ärzte boten die KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe eigene Symposien an: „Qualitätsmanagement in der Praxis niedergelassener Ärzte“ und „Informationstechnik in der ambulanten Versorgung - die Anwendung im Praxisalltag“.
Früherkennungs-Koloskopie rettet Leben Der Kampf gegen den Darmkrebs entwickelt sich zu einer Erfolgsstory. Die Mortalität ist von 1998 bis 2007 deutlich gesunken. Beim Kolon Carcinom bei Männern um 26,1 Prozent, bei den Karzinomen des Rektum um 12,2 Prozent. Bei den Frauen sank die Darmkrebs-Mortalität um 28,7 und 24,1 Prozent. Wesentlichen Anteil daran hat die präventive Koloskopie. Seit die präventive Koloskopie für alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen im Jahre 2002 eingeführt wurde, konnten 120.000 Menschen vor Darmkrebs bewahrt werden. Denn bei ihnen wurde ein fortgeschrittenes Adenom festgestellt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums. Wesentlich dazu beigetragen haben auch Informationskampagnen wie der alljährliche Darmkrebs Monat März. Auch die KV Nordrhein hat sich in diesem wie in den vergangenen Jahren daran beteiligt.
Motivation ist nötig Im Untersuchungszeitraum 2003 bis 2007 unterzogen sich rund 2,8 Millionen Versicherte einer Früherkennungskolo-
Reges Interesse fand das begehbare Darmmodell
skopie; in Nordrhein waren es 312.000. Das entspricht einem Anteil in der relevanten Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen von 13,5 Prozent der Männer und 15,1 Prozent der Frauen. In Nordrhein sind es 13,5 Prozent bzw. 14,9 Prozent. Anspruchsberechtigt sind 17 Millionen Versicherte bundesweit, in Nordrhein 1,9 Millionen. Die Heidelberger Forscher werteten die im Rahmen des Programms durchgeführten Koloskopien aus. Polypen wiesen 8,5 Prozent der Teilnehmer auf. Bei 19,3 Prozent der Teilnehmer wurden Adenome entdeckt; bei 6,3 Prozent im fortgeschrittenen Stadium. Vor allem Männer und ältere Patienten sind davon betroffen. „Diese Gruppe dürfte den größten Nutzen aus dieser Präventionsmaßnahme haben“, so Dr. Leonhard Hansen auf dem Düsseldorfer Darmkrebstag. Bei 0,8 Prozent oder in 15.820 Fällen wurden kolorektale Karzinome entdeckt, in der Mehrzahl der Fälle in einem sehr günstigen Krankheitsstadium. Bei Männern ist eine signifikant höhere Prävalenz von fortgeschrittenen Adenomen festzustellen. „Insgesamt ist festzustellen, dass die Inzidenz, aber vor allem auch die Mortalität des Darmkrebses nach Einführung der ScreeningMaßnahmen rückläufig ist“, berichtet Hansen.
Teilnehmer sind zufrieden Fast 100 Prozent der befragten teilnehmenden Versicherten würden die Darmspiegelung zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen (97,5 Prozent) und würden die Untersuchung auch Verwandten und Freunden weiterempfehlen (99,4 Prozent). „Mit diesen Zahlen im Rücken können wir getrost jeden Patienten der Altersgruppe 55 bis 74 Jahre auf die Darmspiegelung ansprechen“, meint Hansen. Zudem kann dafür auch noch die Nummer 01740 EBM, Beratungspauschale zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms abgerechnet werden, die zusätzlich zum Regelleistungsvolumen abrechenbar ist.
Darmkrebs-Tag im Haus der Ärzteschaft Schauen Sie doch mal rein in das begehbare Darmmodell war das Motto des Darmkrebstages der KV Nordrhein im März. Ein Infomarkt, das Darmmodell und eine Patientenveranstaltung mit Vorträgen boten den Besuchern zahlreiche Informationen rund um die Darmgesundheit. An den Ständen konnten sich die Besucher ausführlich von Ärzten, der Krebsgesellschaft NRW, dem Verein Düsseldorf gegen Darmkrebs oder von Selbsthilfeorganisationen beraten lassen. Vier Vorträge zum Darmkrebs rundeten das Informationsangebot ab. Rege nutzten die Besucher die anschließende FragerunIm Darmmodell den Polypen auf der Spur de mit den Ärzten. RP-Sprechstunde Darm hieß es am gleichen Abend in der Klever Stadthalle. Auch bei der Sprechstunde der Rheinischen Post drehte sich alles um die Darmgesundheit. Nach ihren Vorträgen standen die niedergelassenen Ärzte dem Publikum in einer lebhaften Diskussion Rede und Antwort.
Felix Burda Award geht nach Nordrhein Den Felix Burda Award in der Kategorie Medical Prevention erhielten am 29. März der Berufsverband der Gastroenterologen (bng) in Nordrhein und die AOK Rheinland-Hamburg für ihr gemeinsames Projekt, in dem sie durch persönliche Einladungen zur Darmkrebsvorsorge die Teilnahmequote maßgeblich steigern konnten (wir berichteten). Ausgezeichnet wurde auch die Münchner Darmkrebs-Vorsorgestudie.
Früherkennung Darmkrebs n	Jährliche Untersuchung auf ok-
kultes Blut zwischen 50 und 54 Jahren
n	Erste Screeningkoloskopie ab
55 Jahre und weitere 10 Jahre später
alternativ n	Untersuchung auf okkultes Blut alle zwei Jahre ab 55 Jahren
Die Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms (Nummer 01740 EBM) wird mit 10,15 Euro außerhalb des Regelleistungsvolumens vergütet.
Halten Sie Ihr finanzielles Gleichgewicht
Liquidität richtig planen – besonders bei sinkenden Abschlagszahlungen Ab Juli 2009 ändern sich die Abschlagszahlungen. Um keine böse Überraschung zu erleben, sollten Sie jetzt kalkulieren. Seit Januar 2009 gelten die Regelleistungsvolumen. Erste Einschätzungen über die Entwicklung der Vergütung führen fachgruppenspezifisch zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Im Rheinland erwartet etwa die Hälfte der Ärzte nach den Mitteilungen der KV Nordrhein über die Höhe ihres RLV für das erste und zweite Quartal 2009 teilweise massive Einschnitte. Ob Sie nun zu den Umsatzgewinnern oder -verlierern zählen: Auf dem Bankkonto der Ärzte und Psychotherapeuten macht sich das vorerst nicht bemerkbar. Denn die Abschlagszahlungen laufen solange unverändert weiter, bis die erste Abrechnung des Jahres 2009 vorliegt.
Im Juli kommt die Abrechnung für I/09 Die Abrechnung für das erste Quartal 2009 erhalten Sie im Juli dieses Jahres. Wird mit der Schlussabrechnung
Liquiditätsplanung Die Tabelle zeigt, wie sich die Liquidität einer Praxis entwickeln kann, sollten die Abschlagszahlungen im zweiten Halbjahr 2009 sinken. 2008
*alle Beträge in tausend Euro
des ersten Quartals 2009 eine Überzahlung festgestellt, kommt es zu einer Rückzahlung, die mit den Abschlagszahlungen oder der Schlusszahlung der nächsten Quartale verrechnet werden wird. Die Folgen können für die Liquidität der Kassenärzte fatal sein, besonders dann, wenn sich der Praxisinhaber nicht rechtzeitig auf die neue Vergütungssituation einstellt. Das Bankkonto zeigt noch das gesamte erste Halbjahr 2009 Einnahmen auf der Basis des alten, bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Honorarsystems. Keine Buchhaltungs-Standardauswertung zeigt die auf die Praxis zukommenden Folgen auf, da dort ja zunächst nur die tatsächlichen KV-Einnahmen erfasst sind – und die sind bei den „Reform-Verlierern“ zu hoch. Beispiel: Die Praxis von Dr. Mustermann verliert nur fünf Prozent Umsatz in 2009. Das wirkt sich gravierend auf den Gewinn (-12,5 Prozent) und auf das verfügbare monatliche Einkommen (-18 Prozent) aus. Dieses würde von 5.200 Euro im ersten Halbjahr auf 3.300 Euro im zweiten Halbjahr 2009 sinken. So eine Situation gefährdet das finanzielle Gleichgewicht der Praxis und des Arztes besonders dann, wenn sich die Praxis nicht rechtzeitig auf die rückläufigen Honorare einstellt und – wie im Beispiel dargestellt – erst mit Zugang der Abrechnung für das erste Quartal im Juli 2009 die veränderte Honorarsituation offensichtlich wird. Das ist zu spät. Denn dann sind die zu hohen Abschlagszahlungen des ersten Halbjahres aber häufig schon verplant und ausgegeben.
5-Punkte-Programm zur Finanz-Prophylaxe Wie kann sich der Praxisinhaber vor diesen unliebsamen Überraschungen schützen bzw. Vorsorge betreiben? Jeder Arzt sollte in den ersten beiden Quartalen 2009 seine Finanzen auf Herz und Nieren prüfen. Hierzu sind folgende Schritte zu gehen: 1.	Erstellen Sie für das erwartete Kassenbudget und die Privateinnahmen 2009 eine Simulationsrechnung. So wissen Sie frühzeitig, ob die Praxis künftig mit niedrigeren Einnahmen rechnen muss. Und wenn ja, in welchem Umfang. 2.	Ist zu erwarten, dass die Praxis mit niedrigeren Einnahmen auskommen muss, sollten Sie eine Übersicht aller Praxiseinnahmen und -ausgaben und Ihrer privaten Ausgaben auf Quartals- oder besser auf Monatsbasis erstellen. Eine solche Finanzplanung können Sie mithilfe eines sachkundigen Steuerberaters anfertigen, der Aufwand ist recht gering. 3.	Zeigt die Kalkulation, dass aufgrund des Rückgangs der kassenärztlichen Einnahmen 2009 mit erheblichen Einschränkungen des verfügbaren Einkommens zu rechnen ist, sollten Sie sofort Maßnahmen einleiten. Weiterhin kann eine detaillierte Analyse der Praxiskosten Abhilfe schaffen. Bitte keine Schnellschüsse, Kosten sparen allein reicht häufig nicht aus. 4.	Analysieren Sie auch die privaten Ausgaben. Auch hier können Sie möglicherweise Kosten reduzieren. Denken Sie zum Beispiel an Versicherungsaufwendungen. Prüfen Sie auf jeden Fall, ob Sie aufgrund erwarteter Gewinnrückgänge die Einkommensteuer-Vorauszahlungen schon ab dem ersten Quartal 2009 herabsetzen können.
5.	Wenn weder Kosten reduzierbar, noch Einnahmen steigerbar scheinen, empfiehlt es sich, einen unabhängigen Dritten (Steuer- oder Praxisberater) hinzuzuziehen. „Betriebsblindheit“ verstellt oft den Blick für das Mögliche. Wenn die Analyse zeigt, dass die Praxis in finanzielle Schieflage gerät, müssen Sie handeln. Einnahmenverlust im kassenärztlichen Bereich können Sie vielleicht durch Erschließung neuer Einnahmequellen ausgleichen, beispielsweise mit individuellen Gesundheitsleistungen oder durch Zusammenschlüsse mit anderen Kollegen (zum Beispiel die Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Teilgemeinschaftspraxen). Um zusätzliche Potenziale in der eigenen Praxis zu erschließen, kann es sinnvoll sein, externe Berater einzubeziehen. Vielleicht können Sie durch Reorganisation der Arbeitsabläufe oder Reduktion unrentabler Leistungen Arbeitskräfte einsparen.
Planen statt Panik Liquiditätsfehlbeträge können kurzfristig sicherlich durch einen Bankkredit überbrückt werden, wenn Sie Ihrer Bank eine langfristige Anpassungsstrategie aufzeigen. Mitteloder langfristig ist aber das finanzielle Gleichgewicht nur dann zu erzielen, wenn Sie die Kosten (private und betriebliche) Ihren Einnahmen anpassen. Fazit: Planerisches und überlegtes Handeln ist angesagt, nicht panik­ induzierter Aktionismus.
Dipl.-Kfm Thomas Karch, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Krefeld / Dr. Rolf Michels, Steuerberater, Köln
Betriebswirtschaftliches Konsil Für die Mitglieder der KV Nordrhein bieten wir einen Beratungsservice, der zu Fragen der wirtschaftlichen Praxisführung sachkundigen Rat geben kann. Folgende Leistungen werden angeboten: 1. Kostenlose telefonische Beratung an jedem Montag in der Zeit von 17.00 bis 21.00 Uhr (Telefon 0800 2233 677) mit der Möglichkeit zur An-
meldung und Terminvereinbarung eines persönlichen Beratungsgesprächs im Hause der KV Nordrhein in Düsseldorf. 2. Persönliche Beratung jeweils mittwochs in der Zeit von 15.00 bis 20.00 Uhr nach vorheriger Termin­absprache während der telefonischen Beratungszeit. Die Kosten für das Beratungsgespräch betragen 50 Euro.
Hausbesuche richtig abrechnen Der EBM enthält drei Nummern, mit denen Besuche abgerechnet werden können. Doch wann ist welche einzusetzen? Eine Interpretationshilfe. Klar sind die Bestimmungen bei Hausbesuchen nach der Nr. 01410 (Besuch eines Kranken, 440 Punkte / 15,40 Euro). Die Notwendigkeit eines Hausbesuches ergibt sich aus medizinischen Gründen (zum Beispiel Fieber bei älteren, multimorbiden Menschen) oder aus „logistischen“ Gründen. Ein Hausbesuch ist demnach auch nötig, wenn ein Patient die Praxis nicht erreichen kann. Differenzen gibt es bei der Frage des Ansatzes der Nr. 01413, also bei dem Besuch eines weiteren Kranken (215 Punkte / 7,53 Euro). Die Legende bestimmt: Besuch eines weiteren Kranken in derselben sozialen Gemeinschaft (zum Beispiel Familie) und/oder in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal. Im Kommentar von Wezel/Liebold findet man folgende Interpretationshilfe: „... der Begriff ‚soziale Gemeinschaft‘ ist weiträumig. Er erfasst nicht nur die zusammenwohnenden Angehörigen einer Familie, sondern auch sämtliche Bewohner eines Altenheimes sowie anderer Heime (zum Beispiel Kinderheime, Kur- und Ferienheime, Kasernen, Lager, Pflegeheime), sofern ein Gemeinschaftsleben – zum Beispiel regelmäßige gemeinsame Einnahme aller oder fast aller Mahlzeiten oder Versorgung mit Essen in den Zimmern – gepflegt wird“. Dabei ist es gleichgültig, ob die Mitglieder der sozialen Gemeinschaft in einem Gebäudeteil untergebracht sind oder auf einem Gelände in verschiedenen Gebäuden wohnen. Sind mehrere Personen in einem Alten- oder Schwesternheim mit kompletter Wohnung (zum Beispiel mit eigener Küche oder Türklingel), liegt keine soziale Gemeinschaft vor. Somit bekommt nur ein Besuch
auf einer Tour durch ein Altenheim die 01410; die weiteren Besuche rechnen Sie mit der 01413 ab. Die 01410 in Altenheimen ist allenfalls im sogenannten „betreuten Wohnen“ ansetzbar und dort auch nur dann, wenn die Bewohner eine eigene kleine Wohnung mit Küche, Bad und „eigener Haustür“ haben. In allen anderen Fällen: 01413.
EBM-Nummern im Notfall Die „unvorhergesehenen Inanspruchnahmen“ und „dringende Besuche“ werden außerhalb der Regelleistungsvolumen honoriert. Das gilt auch für die Leistungen im organisierten Notfalldienst. 01100 EBM Die „unvorhergesehene Inanspruchnahme I“ (555 Punkte / 19,43 Euro) werktags zwischen 19 und 22 Uhr; samstags, sonntags und gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. Dezember zwischen 7 und 19 Uhr. 01101 EBM Die „unvorhergesehene Inanspruchnahme II“ (885 Punkte / 30,98 Euro) werktags zwischen 22 und 7 Uhr; samstags, sonntags und gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. Dezember zwischen 7 und 19 Uhr. 01102 EBM „Inanspruchnahme am Samstag“ zwischen 7 und 14 Uhr (285 Punkte / 9,98 Euro). Die Nrn. 01100 bis 01102 sind nicht neben den Nrn. 01410 bis 01413 und 01415 abrechnungsfähig. Sie sollten also die jeweils höher bewertete Leistung abrechnen.
Dringender Besuch, unverzügl. nach Bestellung mit Unterbrechung der Sprechstd. oder werktags 22 bis 7 Uhr oder Sa., So. und an Feiertagen von 19 bis 7 Uhr
Besuch eines weiteren Kranken
Visite auf der Belegstation
Inanspruchnahme am Samstag zwischen 7 und 14 Uhr
Dringender Besuch, unverzügl. nach Bestellung 19 bis 22 Uhr oder Sa., So. und an Feiertagen von 7 bis 19 Uhr
01415 EBM Der „dringende Besuch in beschützenden Wohnheimen, Pflege- oder Altenheime mit Pflegepersonal“ (1545 Punkte / 54,08 Euro) kann dann abgerechnet werden, wenn der Besuch wegen der
angefordert aus der Sprechstd. 10.30h Besuch im organisierten Notdienst Familien-Besuch im Heim bei besonderer Anforderung geplante Besuche in der gleichen Familie erste Visite auf der Belegstation je Visitentag jede weitere Visite auf der Belegsstation je Visitentag
Besuch eines Kranken
01412 EBM Der „dringende Besuch II“ (1770 Punkte / 61,95 Euro) oder die Visite, die aufgrund der Erkrankung unverzüglich in folgenden Zeiten stattfindet: werktags zwischen 22 und 7 Uhr; samstags, sonntags und gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. Dezember zwischen 19 und 7 Uhr oder aus der Sprechstunde heraus.
Dringender Besuch in beschützenden Wohnheimen bzw. Einrichtungen bzw. Pflege- oder Altenheimen mit Pflegepersonal Unvorhergesehene Inanspruchnahme des Vertragsarztes 19 bis 22 Uhr oder Sa., So. und an Feiertagen 7 bis 19 Uhr
01411 EBM Der „dringende Besuch I“ (1325 Punkte / 46,38 Euro) ist Erkrankung am Tag der Bestellung ausgeführt wurde. Eiimmer bei Besuchen im organisierten Notfalldienst abne unverzügliche Ausführung des Besuches ist hier nicht rechenbar. Auch außerhalb des Notfalldienstes können erforderlich. Wird dieser Besuch im Rahmen des organiSie die Nummer abrechnen, wenn der Besuch wegen der sierten Notfalldienstes angefordert und ausgeführt, ist Erkrankung unverzüglich nach Bestellung stattfindet: immer die Nr. 01411 abrechenbar. werktags zwischen 19 und 22 Uhr; samstags, sonntags und EBM-Besuche, Visiten und Wegepauschalen	gesetzlichen Feiertagen, am 24. und 31. 01410 01411* 01412* 01413 01414 01415* 01100 01102 Dezember zwischen 7 und 19 Uhr.
* Kennzeichnen Sie Nachtbesuche ab 19:00 bis 7:00 Uhr mit „N“ direkt im Anschluss an die abgerechnete Nummer, um die höher bewertete Nachtpauchale oder die höher bewerteten Nachtdoppelkilometer zu erlangen ** Erfolgt ohne vorheriges Wissen nach Eintreffen am Besuchsort ein weiterer Besuch eines Patienten am selben Besuchsort, dann ist auch die Nr. 01413 EBM abzurechnen *** Je nach Höherwertigkeit der Honorierung (01100: 555 Punkte, 01102: 285 Punkte, 01413: 215 Punkte)
Akupunktur am PC dokumentieren Dokumentation ist lästig. Damit akupunktierende Ärzte nur soviel dokumentieren wie nötig, hat die KV Nordrhein ein Muster ins Internet gestellt. Die PDF-Datei können Sie herunterladen, beschreiben und speichern. Ärzte, die Akupunkturleistungen abrechnen, müssen diese dokumentieren. Die KV Nordrhein muss diese stichprobenartig prüfen. Dabei ist der Qualitätssicherungskommission unter Dr. Franz-Josef Zumbé aufgefallen, dass viele viel zu viel notieren, teilweise mehrere Seiten pro Patient. „Die Kollegen sollten künftig unser Muster für ihre Dokumentation verwenden“, empfiehlt Zumbé. Auf dem zweiseitigen Doku-Bogen könne das meiste schnell durch Ankreuzen erledigt werden, zum Beispiel die pathologischen Faktoren nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (Wind, Kälte, Feuchtigkeit usw.) oder die Schmerzintensität. Ärzte sollten darauf achten, dass der Patient tatsächlich seit mindestens sechs Monaten an Schmerzen leidet, be-
vor akupunktiert wird. Das schreibt die Qualitätssicherungsvereinbarung zur Akupunktur bei chronisch Schmerz kranken Patienten vor. Die Krankenkassen achten laut Zumbé zurzeit auf diesen Punkt. „Es reicht nicht, dass ein Patient, der zum Beispiel zum Orthopäden mit der notwendigen Zusatzbezeichnung kommt, angibt: Ich habe seit mehr als sechs Monaten Knie- oder Rückenschmerzen“, berichtet der zweite Vorsitzende der Forschungsgruppe Akupunktur und Chinesische Medizin. Im Zweifel müssten Ärzte Ergebnisse klinischer Untersuchungen vorgelegen, eventuell auch Röntgenbilder, CT oder MRT. Die Untersuchungsdaten sollten die Behandlung über einen Zeitraum von sechs Monaten zeigen. „Wichtig ist auch, dass die Ausnahmefälle, in denen elf bis zu 15 Behandlungen stattfinden, Ausnahmen bleiben und sie aus der Verlaufsdokumentation heraus einleuchtend begründet sind“, betont Zumbé. Den Dokumentations-Bogen finden Sie im Bereich „Mitglieder“, Rubrik „Qualität“ in der „Übersicht genehmigungspflichtige Leistungen/Anträge/ Akupunktur“ 090430
Gesucht: Ärzte für Chorweiler Statistisch gesehen gibt es in Köln mehr niedergelassene Ärzte als genug. Allerdings sind diese sehr unterschiedlich verteilt. Besonders deutlich wird dies bei den Kinder-
ärzten im 84.000 Einwohner zählenden Bezirk Chorweiler: sieben sind hier niedergelassen, nur einer im Stadtteil Chorweiler.
Dr. Detlev Geiß, Kinderarzt in Köln-Chorweiler und Dr. Klaus Enderer, Stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, stellen sich mit Ulla Schmidt und anderen den Fragen zur Versorgungssituation in Chorweiler.
Am 27. März diskutierte im Bürgerzentrum Chorweiler Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit Vertretern der Kassen, der KV Nordrhein, der Stadt Köln und der Lokalpolitik, über Wege, Ärzte nach Chorweiler zu locken. Niedergelassenen Ärzte wiesen die Gesundheitsministerin darauf hin, dass die mangelnde Niederlassungsbereitschaft in dieser Gegend nicht eine Frage der Motivation, sondern die Angst vor der drohenden Pleite ist. In Chorweiler bezieht jeder vierte Sozialhilfe; Ärzten fehlten hier Privatpatienten, um ihre Praxen wirtschaftlich zu führen. Die Möglichkeit, unterversorgten Regionen mehr Geld zur Verfügung zu stellen sei mit gravierenden Rechtsunsicherheiten behaftet, sagte Dr. Klaus Enderer, Stell-
vertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Das Geld könnte derzeit nur durch eine Umverteilung bereit gestellt werden. „Wir suchen im Rahmen der kleinräumigen Bedarfsplanung nach Lösungen, wenn offenkundig eine Unterversorgung vorliegt“, so Enderer. In diesem Fall werde auch die Stadt aktiv, sicherte Jan Leidel, Leiter des Gesundheitsamtes in Köln, zu. Zum Beispiel bei der Beschaffung von Praxisräumen, Zuschüssen und verbilligten Krediten. Ab 2010 soll das Honorar der Ärzte bei einer Neuniederlassung an den Versorgungsgrad der jeweiligen Region gekoppelt werden, so dass Ärzte in unterversorgten Gebieten besser bezahlt werden können. Dies sieht das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz aus dem Jahre 2007 vor.
Kinderschutzgesetz lockert ärztliche Schweigepflicht Bei Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung sollen die ärztliche Schweigepflicht gelockert und die Jugendämter stärker in die Pflicht genommen werden. Damit will die Bundesregierung Kinder und Jugendliche besser vor Misshandlung und Vernachlässigung schützen. Im Sommer soll das neue Kinderschutzgesetz in Kraft treten. Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung des Kinderschutzes bereits im Januar verabschiedet. Das neue Gesetz soll vor allem die Weitergabe von Informationen für Ärzte und andere Berufsgeheimnisträger erleichtern. So können Ärzte künftig bei Hinweisen auf eine akute Gefährdung des Kindeswohls auch ohne Zustimmung der Eltern das Jugendamt informieren. Dies ist dann kein Verstoß gegen die Schweigepflicht mehr.
Das Gesetz nimmt zudem die Jugendämter stärker in die Pflicht. Bei Vorliegen „gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung“ muss das Jugendamt das gefährdete Kind und in der Regel auch dessen persönliches Umfeld in Augenschein nehmen, um sich einen „unmittelbaren Eindruck“ von Kind und Eltern zu verschaffen. Außerdem will das Gesetz das so genannte „Jugendamts-Hopping“ unterbinden. Beim Wohnortwechsel erhält das zuständige Jugendamt alle für eine Gefährdungseinschätzung notwendigen Informationen über eine Familie. Auch das Bundeszentralregistergesetz soll mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz geändert werden. Geplant ist ein „erweitertes Führungszeugnis“, in dem auch Geldstrafen zum Beispiel wegen der Verbreitung von Kinderpornografie erscheinen. Jugendämter und Arbeitgeber könnten dadurch besser prüfen, ob Personen für den engen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen geeignet sind, zum Beispiel als Kindergärtner. Den Entwurf des Kinderschutzgesetzes (Drucksache 59/09) finden Sie unter www.bundesrat.de im Internet.
Was Sie von den Serviceteams wissen wollten Bei den Serviceteams der KV Nordrhein gehen pro Monat rund 7.000 Fragen ein. Die häufigsten Fragen aus dem Monat Februar und deren Antworten haben wir für Sie zusammengestellt.
Muss ich die Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung bei Patienten unter 35 Jahren dokumentieren? Nein. In den getroffenen Vereinbarungen ist über die Dokumentation in der Patientenkartei hinaus keine weitere Dokumentation vorgesehen. Auf der Homepage der KV Nordrhein finden Sie eine Liste der Krankenkassen, mit denen die KV Nordrhein Vereinbarungen zum HautkrebsScreening für unter 35-Jährige getroffen hat.
Ausnahmeregelung gewährt hat, werden außerhalb des Regelleistungsvolumens gezahlt.
Es gibt einen Anpassungsfaktor für Leistungen im organisierten Notdienst. Betrifft dieser Anpassungsfaktor alle Leistungen im organisierten Notdienst? Der Anpassungsfaktor für Leistungen im organisierten Notdienst betrifft den Abschnitt 1.2 des EBM, dies betrifft die „Notfallnummern“ 01210 bis 01222 EBM.
Wie werden die Leistungen im organisierten Notfalldienst bei eigenen Patienten vergütet? Die Vergütung findet außerhalb des Regelleistungsvolumen statt. Der für den eigenen Patienten zusätzlich erstellte Abrechnungsdatensatz des organisierten Notfalldienstes ist aber kein weiterer für die Regelleistungsvolumen relevanter Arztfall. Werden die KO-Leistungen außerhalb des Regelleistungsvolumen gezahlt? Ja. Die Durchführung und Abrechnung von so genannten KO-Leistungen, die die KV Nordrhein Hausärzten per
Serviceteams Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Serviceteam Köln Telefon	0221 7763 6666 Telefax 0221 7763 6450 E-Mail	service.koeln@kvno.de Serviceteam Düsseldorf Telefon	0211 5970 8888 Telefax 0211 5970 8889 E-Mail	service.duesseldorf@kvno.de
Rüdiger Weber geht in Ruhestand Über 30 Jahre arbeitete Rüdiger Weber bei der KV Nordrhein, seit 2002 als Geschäftsführer der Bezirksstelle Düsseldorf. Weber fing 1970 bei der KV Nordrhein an, leitete ab 1980 die Bezirksstelle Duisburg und nach der Organisationsreform, mit der die Zahl der Bezirksstellen von sieben auf zwei reduziert wurde, die Bezirksstelle Düsseldorf. „Er hinterlässt ein gut bestelltes Haus“, würdigte Dr. Klaus Enderer die Verdienste
des Duisburgers. Besonders die Zusammenführung von fünf Bezirksstellen zu einer Einheit sei dem Verwaltungsexperten reibungslos gelungen. Weber bedankte sich bei seinen Mitarbeitern für die gute Arbeit: „Sie sind das Kapital der KV Nordrhein.“ Neuer Geschäftsführer der Bezirksstelle Düsseldorf ist nun Udo Schneider, ihm steht Andrea Bromby als Stellvertreterin zur Seite.
NRW ist Masern-Hochburg Harmlose Kindererkrankung? Nein. Masern verlangen Opfer. Allein im Jahr 2006 erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 2.300 Kinder in Deutschland an Masern, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, allein 614 waren es in Duisburg. Weitere Erkrankungen folgen der Schwächung des Immunsystems. Die Bilanz des Jahres 2006: 51 Lungen-, 45 Mittelohr-, sieben Hirn- und eine Hirnhautentzündung. Rund 15 Prozent der Kinder mussten in Kliniken behandelt werden, zwei Kinder starben. „Kinder sollten gegen Masern geimpft werden“, betonte Prof. Jörg Hacker, Präsident des RKI, auf der ersten Nationalen Impfkonferenz, die vom 5. bis 7. März in Mainz stattfand. Deutschland hat sich gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 zu eliminieren. Doch dafür reichen die Impfquoten noch nicht aus. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten 95 Prozent der Kinder geimpft sein. Bei den Schulanfängern in Nordrhein, die einen Impfausweis vorlegten, hatten 96 Prozent der Kinder eine Masern-Erstimpfung und immerhin 88 Prozent die zweite Impfung. Doch mehr als zehn Prozent der Kinder haben kein Impfbuch vorgelegt.
jungen Erwachsenen, die dringend geschlossen werden müssen“, sagt Dr. Martin Terhardt, Präventionsbeauftragter des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Nordrhein. Impflücken gebe es auch bei sozial schwächeren Familien, bei Migranten und Bewohnern von Gemeinschaftsunterkünften und impfkritischen Familien. Nach diesen Lücken sollten Ärzte bei jedem Patientenkontakt suchen. „Auch der öffentliche Gesundheitsdienst ist gefordert“. Impfpasskontrollen allein reichten nicht, nötig seien „nachhaltige Impfaktionen an Schulen“.
Masern gehen um Masern sind eine weltweit vorkommende, hoch ansteckende, meldepflichtige Viruserkrankung. Auf Grund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit treten Masern meist als Kinderkrankheit und in regionalen Häufungen auf. Symptome sind Fieber und ein typischer Hautausschlag. Gefürchtet sind Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung.
Rheinland-Pfalz Hessen Schleswig-Holstein Berlin
3,9 4,8 3,2
Festzuhalten ist: Dank der mittlerweile guten Durchimpfung der Kleinkinder steigen die Impfraten. Bei der notwendigen zweiten Impfung lag die Rate 1998 noch bei 14,7 Prozent. Heute dürfte sie bei gut 70 Prozent liegen. „Es bestehen aber immer noch viele Impflücken, gerade bei Jugendlichen und
Masern-Fälle je 100 000 Einwohner
In Deutschland gab es von 2001 bis 2008 insgesamt 16 160 Masernfälle, davon in
2. Impfung Erst die 2. Impfung garantiert vollen Immunschutz
Anteil der Kinder* mit einem Impfschutz gegen Masern
Ost 97,4 %
Ost 88,5 %
West 94,1 %
West 80,1 %
*bei den Schuleingangsuntersuchungen 2006 Quelle: RKI Stand Anfang 2009
7553	DMP Asthma/COPD: Antrag auf Teilnahme - Erklärung zur Strukturqualität (fachärztliche Versorgungsebene)	7554	DMP Asthma / COPD: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt
2. Nordrheinischer
Praxisbörsentag Informationen rund um Praxisabgabe und Nachfolge
Samstag, 9. Mai 2009 9 bis 14 Uhr | Haus der Ärzteschaft | Düsseldorf
informieren 9.30 – 10.00 Uhr | Perspektiven der Niederlassung | Dr. Leonhard Hansen, KV Nordrhein 10.00 – 10.30 Uhr | Vorgehen bei einer Praxisabgabe | Dr. Horst Bartels, KV Nordrhein 11.00 – 11.30 Uhr | Praxisübergabe – Schritte in die Niederlassung | Marcus Fox, KV Nordrhein 11.30 – 12.00 Uhr | Praxiswertermittlung | Bastian Koecke, Rinke Ärzteberatung 12.45 – 13.15 Uhr | Planung der Praxisabgabe aus steuerlicher Sicht | Thomas Karch, VPMed
Finanzierung einer Praxis | Christoph Moschner, apoBank 13.15 – 13.45 Uhr | Finanzplanung vor der Abgabe | Martin Winnat, apoBank
Betriebswirtschaftliches Basiswissen | Achim Bredenbach, Rinke Ärzteberatung
beraten Niederlassung, Rechtsfragen, Kooperationen Experten der KV Nordrhein beraten Sie individuell
kontaktieren Abgeber treffen Nachfolger. An schwarzen Brettern können Sie Ihre Praxis vorstellen, Angebote formulieren oder eine Suchanzeige aufgeben.
03.04.2009 12:12:36 Uhr
Nr. (wird von der KV vergeben) _____________
2. Nordrheinischer Praxisbörsentag der KV Nordrhein 9. Mai 2009, Haus der Ärzteschaft Wenn Sie einen Praxisnachfolger, Kooperationspartner oder eine Anstellung suchen, können Sie dies direkt auf dem Muster formulieren und zum Praxisbörsentag mitbringen.
Biete Einzelpraxis
Suche Berufsausübungsgemeinschaft
Fachgebiet: Standort: Übergabe-/Übernahmezeitpunkt (Wunschtermin):
ggf. Zusatzinformationen (Praxisausstattung / Kontaktdaten)
Fortbildungsveranstaltungen für Medizinische Fachangestellte Die KV Nordrhein bietet Fortbildungsveranstaltungen für Medizinische Fachangestellte an. Themen sind der neue EBM und die Abrechnung. Die Seminare beginnen jeweils um 15 Uhr und enden gegen 17.30 Uhr. Die Veranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nötig.
Anmeldung Nordrheinische Akademie Tersteegenstraße 3 40474 Düsseldorf Telefon 0211 4302 1301 E-Mail akademie@kvno.de
Datum 13.5.2009 10.6.2009 29.7.2009 19.8.2009 16.9.2009 7.10.2009 18.11.2009
Thema Basiswissen EBM Basiswissen EBM Basiswissen EBM Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis
Veranstaltungsort Bezirksstelle Köln Uni Düsseldorf Haus der Ärzteschaft, Düsseldorf Bezirksstelle Köln Bezirksstelle Köln Uni Düsseldorf Uni Düsseldorf
Tag der Niedergelassenen in Berlin Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) laden Vertragsärzte und Psychotherapeuten zum „Tag der Niedergelassenen“ ein. Der Tag findet statt im Rahmen des Deutschen Ärzteforums beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit am 29. Mai im Berliner ICC. Unter dem Titel „Ambulante Versorgung 2020 – verplant, verkauft, verstaatlicht?“ debattiert der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Köhler um 11 Uhr mit Politikern über die Zukunft der Niedergelassenen. Während des gesamten Kongresses (27. bis 29. Mai) bieten KVen und die KBV einen Überblick über das Service- und Dienstleistungsangebot. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Abrechnung, Arzneimittel, Qualität und Sicherstellung. Unter www.tag-der-niedergelassenen.de können sich Ärzte und Psychotherapeuten über die erstmalig am 29. Mai stattfindende Veranstaltung informieren, diskutieren und zur inhaltlichen Gestaltung beitragen. Sie können auf der Webseite an einem gemeinsamen Manifest mitschreiben. Der Eintritt zum Tag der Niedergelassenen ist für KV-Mitglieder und ihr Praxispersonal frei, eine Anmeldung ist nötig. Für die Teilnahme an den ersten beiden Kongresstagen hat die KBV Sonderkonditionen vereinbart. Weitere Informationen zum Sondertarif gibt das Kongressbüro.
Termin Ort	Zertifiziert Internet:
Tag der Niedergelassenen: Freitag, 29. Mai 2009 (Hauptstadtkongress (27. bis 29. Mai 2009) ICC Berlin 6 Punkte für den Tag der Niedergelassenen www.tag-der-niedergelassenen.de
Anmeldung Kongressbüro Hauptstadtkongress, Medizin und Gesundheit Palisadenstraße 48 10243 Berlin Telefax 030 4985 5030 online www.hauptstadtkongress.de/tdn
Veranstaltungen KVNO aktuell 4 2009
25.4.2009	25.4.2009
29.4.2009	29.4.2009
2. – 8.5.2009
Hartmannbund-Landesverband Nordrhein: Delegiertenversammlung, Düsseldorf KV Nordrhein Consult: „Gestalten und Präsentieren medizinischer Vorträge mit Powerpoint“, Düsseldorf Landesverband NRW für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.: 3. landesweites Themenforum „Gesundheit und Prävention“ zum Thema „Gesund sein und bleiben - auch für Menschen mit Behinderung“, Köln KV Nordrhein Consult: „Praxiswertermittlung“, Düsseldorf Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: „Modul 7 der Aufstiegsfortbildung für Medizinische Fachangestellte zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“, Düsseldorf Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: 68. Fortbildungskongress, Norderney KV Nordrhein Consult: „Mitarbeiterauswahl und Personalführung in der Praxis“, Düsseldorf
n	6.5.2009
RP-Sprechstunde Diabetes, Düsseldorf
6.5.2009	6.5.2009
KV Nordrhein Consult: „Präventive Mediation“, Düsseldorf Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: „Modul 7 der Aufstiegsfortbildung für Medizinische Fachangestellte zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“, Düsseldorf
8. – 10.5.2009
Kongress der Medical Tribune: „Praxismedizin heute“, Frankfurt
n	9.5.2009
KV Nordrhein: „2. Nordrheinischer Praxisbörsentag“, Düsseldorf
n	13.5.2009
Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Basiswissen EBM“, Köln
13.5.2009	13.5.2009
KV Nordrhein Consult: „Die Praxis als unverwechselbare Marke“, Düsseldorf IQN-Fortbildungsveranstaltung: „Verordnungssicherheit Teil 6 – Medikamentengabe bei Kindern – was ist anders als bei Erwachsenen?“, Düsseldorf Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: „Modul 7 der Aufstiegsfortbildung für Medizinische Fachangestellte zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung“, Düsseldorf
KV Nordrhein Consult: „Honorarverteilung, Abrechnung, Regelleistungsvolumina“, Düsseldorf
Hausärzteverband Nordrhein: „8. Nordrheinischer Hausärztetag“, Köln
KV Nordrhein Consult: „Kooperationen leicht gemacht“, Düsseldorf
27. – 29.5.2009
n	29.5.2009
Tag der Niedergelassenen im Rahmen des Hauptstadtkongresses, Berlin
KV Nordrhein Consult: „Evidenzbasierte Internetrecherche“, Düsseldorf
n	10.6.2009 10.6.2009	n	20.6.2009
Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Basiswissen EBM“, Düsseldorf Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: „Fortbildung DMP Asthma / COPD“, Düsseldorf Round-Table der KV Nordrhein mit Selbsthilfeorganisationen „Vor der Bundestagswahl … - was ist gut, was muss besser werden?“, Köln Konstituierende Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein, Düsseldorf
n	1.7.2009
n	29.7.2009 n	19.8.2009
Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Basiswissen EBM“, Düsseldorf Fortbildung der KV Nordrhein für Medizinische Fachangestellte: „Richtig abrechnen – Beispiele aus der Praxis“, Köln
n	29.8.2009
Kreisstelle Leverkusen der KV Nordrhein: „Tag der ambulanten Medizin“, Leverkusen
n	5.9.2009	5. Innovationskongress der KV Nordrhein, Düsseldorf 10. – 16.10.2009	Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung: 69. Fortbildungskongress, Norderney
Herausgeber: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
aktuell 5 09
Redaktionsbeirat: Dr. Leonhard Hansen,
n	Praxistipp:
n	Vorgestellt: Druck: Druckhaus Limbach, Köln
Wie Praxen im Kreis
Rhein-Sieg kooperieren
Anschrift der Redaktion: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein Tersteegenstraße 9 40474 Düsseldorf Telefon 0211 5970 8077 Telefax 0211 5970 8100 E-Mail redaktion@kvno.de
n	Pro und contra:
Fünf Arzneien pro
Patient sind genug
n	Codierung: KVNO aktuell erscheint in zehn Ausgaben pro Jahr
als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.
Die nächste Ausgabe von KVNO aktuell erscheint am 20. Mai 2009 Aus aktuellem Anlass kann es zu Themenänderungen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.