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Timestamp: 2019-08-18 13:10:11
Document Index: 237131820

Matched Legal Cases: ['§ 175', '§ 175', '§ 175', '§ 175', '§ 175', '§ 175']

Aidshilfe NRW - Aktuelles - 2019-06-06: Ausstellung "Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit"
2019-06-06: Ausstellung "Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit"
Vor 50 Jahren, im Jahr 1969, wurden die §§ 175/175a StGB erstmals liberalisiert. Und erst vor 25 Jahren wurde als Folge der deutschen Wiedervereinigung § 175 StGB endgültig aufgehoben. Das Centrum Schwule Geschichte Köln und der Förderverein Centrum Schwule Geschichte zeigen aus diesem Anlass eine Ausstellung zur Geschichte antihomosexueller Gesetzgebung in Deutschland. Dabei werden die Grundlinien der historischen Entwicklung immer wieder auf das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens heruntergebrochen. Die Ausstellung setzt damit erste Marken für eine umfassende Aufarbeitung der LSBT*IQ-Geschichte des größten und bevölkerungsreichsten Bundeslandes, die immer noch aussteht.
Die §§ 175/175a RStGB/StGB waren das am stärksten sichtbare und wirksame staatliche Repressionsinstrument gegenüber gleichgeschlechtlichem Leben, mit Auswirkungen auf trans- und intersexuelle Menschen. Die Kenntnis seiner Geschichte ist daher für alle Buchstaben aus dem Kürzel LSBT*IQ relevant. Im Jubel über die Ehe für alle, die Erweiterung der Eintragung ins Geburtenregister um die Option „divers“ und angesichts der Feierlaune zum 50jährigen Stonewall-Jubiläum 2019 ist das Bewusstsein dieser Relevanz zuletzt in den Hintergrund getreten. Hier setzt die Ausstellung einen bewussten Kontrapunkt.
Bei der Ausstellungseröffnung am Mittwochabend hat der Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie stellvertretende Ministerpräsident des Landes NRW Joachim Stamp die Opfer des § 175 um Vergebung gebeten. "Der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches hat Existenzen zerstört", erklärte Stamp. "Männer sind an der Schmach zugrunde gegangen. Viele mussten ihr ganzes Leben in dem Bewusstsein leben, dass ihre Liebe, ihr Begehren nicht geduldet wird, strafbar ist."
Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni im Landschaftsverband Rheinland, Landeshaus / Nordfoyer, Kennedy-Ufer 2, 50679 Köln zu sehen.