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Timestamp: 2019-08-20 11:59:13
Document Index: 184957129

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 18', '§ 3', '§ 278', 'Art. 73', '§ 3']

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist ein unabhängiges Gutachterteam und unterstützt die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen bei leistungsrechtlichen Fragen mit medizinischen und pflegerischen Kenntnissen. Arbeitgeber können bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers von der Krankenkasse eine Einladung zum MDK verlangen.
Sozialversicherung: Die Aufgaben und die Organisation des MDK sind in den §§ 275 bis 283 SGB V bzw. §§ 18, 45a und 112 ff. SGB XI beschrieben. Die Einschaltung des MDK erfolgt arbeitsrechtlich regelmäßig im Zusammenhang mit § 3 EFZG.
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ist eine Arbeitsgemeinschaft und selbstständige Einrichtung der Krankenkassen, er ist gem. § 278 SGB V, Art. 73 Abs. 4 Sätze 3 und 4 des Gesundheits-Reformgesetzes eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Arbeitsrechtliche Bedeutung hat der MDK vor allem im Zusammenhang mit der Feststellung und Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers. Hauptaufgabe des MDK ist dabei die Erstellung von Gutachten über die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten i. S. des § 3 EFZG. Oft wird der Medizinische Dienst auf Verlangen des Arbeitgebers tätig, wenn dieser Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit seines Arbeitnehmers hat. Diese Regelung gilt allerdings nur bei Arbeitnehmern, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) unterstützt die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen mit seinen medizinischen und pflegerischen Kenntnissen durch Beratungen und Begutachtungen.
Die Gutachter sind in der medizinischen Bewertung unabhängig und an den aktuellen Stand der Wissenschaft sowie sozialrechtlichen Vorgaben gebunden. Sie greifen nicht in die ärztliche Behandlung oder pflegerische Versorgung ein.
Der MDK ist eine Gemeinschaftseinrichtung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen und auf Landesebene als eigenständige Arbeitsgemeinschaft organisiert. Private Krankenversicherungsunternehmen sind nicht beteiligt.
Der MDK wird von den Krankenkassen durch eine Umlage (abhängig von der Mitgliederzahl) bzw. aufwandsabhängige Nutzerentgelte finanziert. Die Pflegekassen beteiligen sich an den Kosten des MDK zur Hälfte.
3.1 Pflegekasse
Die Aufgaben des MDK für die Pflegekassen sind die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit sowie die Qualitätssicherung der ambulanten und stationären Pflege.
3.2 Krankenkasse
3.2.1 Begutachtung/Beratung von Leistungen
Die Aufgaben des MDK für die Krankenkasse sind
die Beratung in grundsätzlichen Fragen der gesundheitlichen Versorgung (z. B. bei der Krankenhausplanung, Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung und bei der Wirksamkeit) sowie
die sozialmedizinische Begutachtung und Beratung bei Einzelfällen (nach Aktenlage oder körperlicher Untersuchung) z. B.
die Notwendigkeit, Art und Umfang der Verordnung von Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln,
die Notwendigkeit und Dauer einer Krankenhausbehandlung sowie die ordnungsgemäße Abrechnung,
stichprobenartig die Notwendigkeit medizinischer Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen,
die Unterstützung bei außervertraglichen Untersuchungs- bzw. Behandlungsmethoden und bei Behandlungsfehlern sowie
bei Arbeitsunfähigkeit zur Sicherung des Behandlungserfolgs, Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder Beseitigung von Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit
3.2.2 Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit
Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit können medizinische, rechtliche oder sonstige Ursachen haben. Beispiele sind
Begründung des Arbeitgebers nicht erforderlich
Der Arbeitgeber hat die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit nicht zu begründen – konkrete Angaben erleichtert jedoch die Begutachtung. Die Krankenkasse hat unverzüglich eine sozialmedizinische Begutachtung zu veranlassen, wenn die vom Arbeitgeber ...