Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=27.07.2005&Aktenzeichen=5%20B%201.05
Timestamp: 2019-12-08 02:15:35
Document Index: 339671514

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 100', '§ 15', '§ 4']

BVerwG, 27.07.2005 - 5 B 1.05 - dejure.org
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BVerwG, 27.07.2005 - 5 B 1.05 (https://dejure.org/2005,13758)
BVerwG, Entscheidung vom 27.07.2005 - 5 B 1.05 (https://dejure.org/2005,13758)
BVerwG, Entscheidung vom 27. Juli 2005 - 5 B 1.05 (https://dejure.org/2005,13758)
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Abkömmling; Aufnahme; Aufnahmebescheid; deutsche Staatsangehörigkeit; deutsche Volkszugehörigkeit; Spätaussiedler; Vertriebener
Verschuldenlose Nichteinhaltung der dreijährigen Erklärungsfrist im Sinne von § 3 Abs. 7 Gesetz zur Änderung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes (RuStAÄndG)
VG München, 21.01.2002 - M 25 K 99.3516
BVerwG, 14.02.2008 - 5 C 5.07
Rücknahme erschlichener Einbürgerungen nach mehr als 8 Jahren nicht mehr …
BVerwG 5 C 5.07 am 14. Februar 2008 OVG 5 B 1.05 Wahl als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle.
In Übereinstimmung mit dem Verwaltungsgericht und entsprechend der Handhabung in der Behördenpraxis geht der Senat in ständiger Rechtsprechung (vgl. das dem Klägerbevollmächtigten bekannte Urteil vom 29. Juli 2004 Az. 5 B 02.516 sowie dazu BVerwG v. 27.7.2005 Az. 5 B 1.05 m.w.N.) davon aus, dass wegen der fehlenden Freizügigkeit in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion - nur - bis zum 1. Juli 1992 ein unverschuldetes Erklärungshindernis bestanden hat.
Damit bestand, auch wenn das Wissen um den Bestand der deutschen Staatsangehörigkeit bei der Mutter unklar gewesen sein sollte, für die Klägerin zu 1 hinreichender Anlass, nach dem 1. Juli 1992 ihre eigenen staatsangehörigkeitsrechtlichen Verhältnisse zu klären und soweit erforderlich Rechtsauskünfte einzuholen (vgl. BVerwG v. 24.10.1995 a.a.O. und v. 27.7.2005 a.a.O.).
Personen, die nicht selbst Vertriebene deutscher Volkszugehörigkeit sind, können als Abkömmlinge eines Vertriebenen nur noch dann Aufnahme in der Bundesrepublik Deutschland finden, wenn sie Abkömmlinge eines Spätaussiedlers im Sinne des § 4 Abs. 1 oder 2 BVFG sind (vgl. § 4 Abs. 3 Satz 2 BVFG; BVerwG, B. v. 27. Juli 2007 - 5 B 1/05 - ).
Im Hinblick auf die Entscheidungen des BVerwG vom 27. Juli 2005 (Az.: 5 B 1/05) und des BayVGH vom 21. Januar 2002 (Az.: 5 B 02.516) dürfte der Antrag auf Zulassung der Berufung (Az.: 5 ZB 08.1167) aber keine Aussicht auf Erfolg haben.
Der Senat schließt sich der Rechtsauffassung an, wonach Abkömmlinge von vor dem 1. Januar 1993 in das Bundesgebiet eingereisten Inhabern eines Vertriebenenausweises, auch in Ansehung von § 100 Abs. 5 BVFG weder die Statusdeutscheneigenschaft noch eine Bescheinigung nach § 15 Abs. 2 BVFG beanspruchen können (vgl. BVerwG vom 4.12.1998 Az. 9 B 43.98 <9 PKH 15/98>; BayVGH vom 14.1.2002 Az. 24 B 00.474; BayVGH vom 29.7.2004 Az. 5 B 02.516 und 5 B 02.1224 sowie nachfolgend BVerwG vom 8.7.2005 Az. 5 B 3.05 und vom 27.7.2005 Az. 5 B 1.05 unter Bezugnahme auf BVerwG vom 19.6.2001 BVerwGE 114, 332 und BVerwG vom 20.4.2004 BVerwGE 120, 292; BayVGH vom 11.2.2008 Az. 5 ZB 07.1094; VGH Mannheim vom 19.4.1999 Az. 6 S 420/97 zit. nach juris; zur Bedeutung des mit dem Kriegsfolgenbereinigungsgesetz eingeführten Stichtags auch OVG Hamburg vom 2.11.1999, DÖV 2001, 71).
In der Rechtsprechung ist geklärt, dass seit dem Inkrafttreten des Kriegsfolgenbereinigungsgesetzes (vom 21.12.1992, BGBl I S. 2094) ab dem 1. Januar 2003 ein Aufnahmefinden ausnahmslos nur noch im Rahmen der einschlägigen Bestimmungen des Bundesvertriebenengesetzes möglich ist und damit nur für Spätaussiedler im Sinne des § 4 Abs. 1 und 2 BVFG und deren Abkömmlinge in Betracht kommt (vgl. eingehend und unter Auseinandersetzung mit den vom Prozessbevollmächtigten der Kläger vorgebrachten Argumenten: BayVGH, Urteile vom 29.7.2004 - 5 B 02.516 und 1224 und nachfolgend BVerwG, Beschlüsse vom 8.7.2005 - 5 B 3.05 und vom 27.7.2005 - 5 B 1.05).