Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Abgeltungssteuer-als-Chinesin-mit-Wohnsitz-in-China-und-Deutschland--f293478.html
Timestamp: 2018-12-10 22:43:25
Document Index: 29684942

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§1', '§ 43', '§ 20', '§ 43', '§ 43', 'Art. 4', 'Art. 13']

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| 08.12.2016 17:43 |
Ich lebe seit 2 Jahren mit meinem deutschen Ehemann in Deutschland und trade seit einigen Monaten im Forex Bereich. Da ich nun in absehbarer Zeit nicht mehr unter der Freigrenze von 800 Euro bleiben werde, stellt sich die Frage nach der korrekten Besteuerung meiner trading Einkünfte. Da ich selbstverständlich so wenig Steuern wie möglich zahlen möchte, würde es sich ja anbieten mich bei dem in Zypern ansässigen Broker mit Aufenthaltsort China anzumelden, was auch insofern stimmt, da ich mich etwa 4-6 Monate jährlich dort aufhalte und auch dort gemeldet bin und einen Wohnsitz habe. Das trading Konto könnte auch mit chinesischem Bankkonto geführt werden, sofern das nötig ist. Ich weiß, dass es in China keine Abgeltungssteuer in der Form wie in Deutschland auf Trading Gewinne, sei es Aktien, forex, cfds, gibt und durch das Doppelversteuerungsabkommen zwischen Deutschland und China wäre es doch zumindest theoretisch möglich die Einkünfte aus dem Trading in China geltend zu machen und nicht in Deutschland, um somit gänzlich die Steuer zu sparen.
1. Ist das oben Erläuterte machbar?
2. Ist es theoretisch möglich ein deutsches Bankkonto für die Transaktionen zum Broker zu nutzen, da dadurch erheblich Gebühren/umrechnungskosten gespart werden würden.
Li Weixin
Deutschland Besteuerung China DBA Deutschland
Diese Antwort ist vom 08.12.2016 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
1. Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:
Sie tragen vor einen Wohnsitz i.S.d § 8 AO in Deutschland zu unterhalten. Somit wären Sie nach §1 Abs. 1 EStG auch unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig.
Seit 2009 müssen Sie darüber hinaus Kapitalerträge nicht mehr bei der Einkommenssteuererklärung angeben, da diese pauschal mit 25% versteuert werden.
Kapitalertragssteuer i.S.d. §§ 43 ff. EStG wäre aus meiner Sicht deswegen fällig, weil der Gewinn beim Verkauf von Aktien aus § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG Einkünfte aus Kaitalvermögen darstellen und diese aus § 43 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu versteuern sind.
Da die Kapitalerträge ggf. im Ausland realisiert werden, würde eine Besteuerung unter Berücksichtigung von § 43 Abs. 1 Nr. 6 EStG passieren.
Durch Ihren Wohnsitz in Deutschland wäre also eine Versteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht zu umgehen.
Führen Sie diese über eine Bank in China würde kein automatischer Abzug der Abgeltungssteuer stattfinden. Sie müssten in diesen Falle die Einkünfte bei der Steuererklärung in der Anlage KAP angeben.
Sollten Sie die Einkünfte bewusst verschweigen, wenn das Entdeckungsrisiko auch gering erscheint, so wäre eine Steuerhinterziehung gegeben.
In China findet kein Steuerabzug auf Kapitalerträge statt. Gehen wir einmal davon aus, Sie hätten auch dort einen Wohnsitz, da keine Steuer anfällt, wäre dort auch nichts zu versteuern. Somit gäbe es keine Quellensteuer, die Sie in Deutschland anrechnen könnte.
Durch das Welteinkommensprinzip des EStG unterliegt Ihr Einkommen auf der ganzen Welt dem deutschen Steuerrecht.
Um zur Anwendnung des DBA mit China zu kommen, müssen Sie einem Staat zugeordnet werden. Aus Art. 4 Abs. 2 a DBA wird man argumentieren können, dass Sie in Deutschland den Schwerpunkt Ihrer Lebensinteressen haben, Ihr Mann lebt hier.
Aus Art. 13 Abs. 5 und 6 DBA ergibt sich aus meiner Sicht ein Besteuerungsrecht nur des Ansässigkeitsstaates, hier also Deutschland.
Der Gang über ein DBA ist daher nicht der probate Weg, da Sie meiner Auffassung nach im Land mit der Besteuerung (Deutschland) ansässig sind, in China (keine Steuern) aber nicht. Ein Wohnsitz reicht hierfür nicht aus. Es geht um den Mittelpunkt der Lebensinteressen.
2. Ein deutsches Konto können Sie nutzen, um hier in der gleichen Währung zahlen zu können. Sie würden aber natürlich, falls Sie sich entschließen sollten die Einkünfte nicht zu erklären, angreifbar machen, da eher nachvollzogen werden könnte, wohin das Geld geflossen ist.
Bewertung des Fragestellers 11.12.2016 | 23:19
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