Source: https://kanzlei-vesterling.de/Rechtsgebiete/Erbrecht/Testamentsvollstreckung/index.html
Timestamp: 2019-06-25 04:16:12
Document Index: 119656054

Matched Legal Cases: ['§ 2215', '§ 2216', '§ 2205', '§ 181', '§ 2219', '§ 2368', '§ 2221']

Testamentsvollstreckung - Erbrecht Gelsenkirchen | Vesterling Rechtsanwälte
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Nachlassverwaltung mit Testamentsvollstrecker - Rechtsanwälte Erbrecht Gelsenkirchen
Wer ein Testament oder einen Erbvertrag errichtet, hat klare Ziele vor Augen: Er möchte eine gerechte und zügige Verteilung des Nachlasses, Schutz des Vermögens, Erhaltung des Familienfriedens und finanzielle Absicherung des Ehepartners und anderer Familienmitglieder. Diese Ziele des Erblassers lassen sich oft besser verwirklichen, wenn die Verantwortung für die Nachlassabwicklung oder -verwaltung einem Testamentsvollstrecker übertragen wird. Wenn die Erben versuchen alles selbst zu regeln, ist Streit und Ärger häufig vorprogrammiert.
Der Erblasser kann im Testament bestimmen, dass eine Person seines Vertrauens die letztwilligen Anordnungen ausführen soll.
Für die Anordnung einer Testamentsvollstreckung sprechen also einige gute Gründe:
Die Anordnung einer "Abwicklungstestamentsvollstreckung" ist sinnvoll, wenn der Testierende nur eine gesicherte, gerechte Verteilung des Nachlasses sicherstellen will. Der Erbe muss sich damit abfinden, dass der Testamentsvollstrecker nach den Vorgaben des Erblassers tätig wird; Weisungen kann der Erbe dem Testamentsvollstrecker nicht erteilen.
Der Erbe verliert durch die Testamentsvollstreckung seine Verfügungsbefugnisüber den Nachlass. Das bezieht sich auch auf die Veräußerung oder Belastung eines Nachlass-grundstücks. Sobald das Grundstück durch Umschreiben des Eigentums auf den Erben berichtigt ist, wird von Amts wegen ein Testamentsvollstreckervermerk ins Grundbuch eingetragen. Damit ist das Grundbuch für den Erben gesperrt und blockiert.
Testamentsvollstreckung - Erben ohne Streit
Ein geschickter Testamentsvollstrecker kann bei der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ausgleichend wirken, verhindern, dass Feindschaften unter Miterben aufkommen oder wirtschaftliche Einheiten – die oft das Lebenswerk des Erblassers darstellen – sinnlos zerschlagen werden.
Damit sich die Erben einen Überblick über den Nachlass verschaffen können, muss der Testamentsvollstrecker unverzüglich ein Nachlassverzeichniserstellen (§ 2215 BGB).
Der Testamentsvollstrecker muss sein Amt gewissenhaft und sorgfältig führen und das ihm anvertraute Vermögennicht nur erhalten, sondern möglichst auch vermehren (§ 2216 BGB).
Schenkungendarf der Testamentsvollstrecker nicht vornehmen, es sei denn, es handelt sich um Anstands- oder Pflichtschenkungen (§ 2205 Satz 3 BGB).
Der Testamentsvollstrecker darf auch keine Geschäfte mit sich selbstabschließen, also keine Gegenstände aus dem Nachlass käuflich erwerben (§ 181 BGB).
Fügt der Testamentsvollstrecker den Erben vorsätzlich oder fahrlässig Schaden zu, so hafteter hierfür mit seinem Privatvermögen (§ 2219 BGB).
Auf Antrag erteilt das Nachlassgericht dem Testamentsvollstrecker ein Zeugnis(§ 2368 BGB), damit dieser sich im Rechtsverkehr gegenüber Dritten legitimieren kann.
Wird bei der Testamentsvollstreckung immer eine Vergütung fällig?
Gemäß § 2221 BGB erhält der Testamentsvollstrecker eine "angemessene" Vergütung. Wie hoch diese ist, hat der Gesetzgeber aber nicht geregelt. Der Erblasser sollte deshalb im Testament genau festlegen, welche Vergütung ihm für seine Tätigkeit zusteht. Nur so lässt sich Streit zwischen dem Testamentsvollstrecker einerseits und den Erben andererseits vermeiden. Der Deutsche Notarverein (www.dnotv.de) empfiehlt eine Vergütungsregelung, auf die im Testament Bezug genommen werden kann.
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