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Timestamp: 2018-01-18 01:50:04
Document Index: 269734911

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 4', '§ 43', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 184', 'Art. 3']

Söder will Deutsch als Staatssprache
Deutsch solle als „Staatssprache“ im Grundgesetz verankert werden. Damit unterstützt der Generalsekretär der CSU die Forderung von Erika Steinbach (CDU), der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, nach einem Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache vor Anglizismen.
Kommentare zu »Söder will Deutsch als Staatssprache«
Kommentar von Germanist, verfaßt am 03.05.2017 um 13.17 Uhr
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Ausländer erkennt man am richtigen Gebrauch (oder Nichtgebrauch) der deutschen Artikel. (Mark Twain findet die sehr unlogisch und belustigend.)
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.05.2017 um 09.15 Uhr
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Erstaunlich auch, in welche didaktischen Details sich das geplante Gesetz einläßt:
(Art. 5:)
„Kinder sollen lernen, sich entwicklungsangemessen in der deutschen Sprache sowie durch die allgemein übliche Mimik und Körpersprache auszudrücken, längeren Darstellungen oder Erzählungen zu folgen und selbst Geschichten zusammenhängend zu erzählen. Sie sollen Wortschatz, Begriffs- und Lautbildung, Satzbau und sprachliche Abstraktion in der deutschen Sprache entsprechend ihrem Entwicklungsstand erweitern und verfeinern. Die Verwendung der lokalen Dialekte wird unterstützt und gepflegt.“
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 03.05.2017 um 07.13 Uhr
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Der Entwurf zum Bayerischen Integrationsgesetz ist ein merkwürdiger Text, verglichen mit anderen Gesetzen.
Ich möchte aber vorläufig nur auf eine Fernwirkung des Rechtschreiburteils von Karlsruhe 1998 hinweisen. In den Erläuterungen heißt es:
Die deutsche Sprache ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen, um sich erfolgreich integrieren zu können. Hier zeigt sich zugleich die eigene Integrationswilligkeit des Betreffenden besonders deutlich. Auf Basis der Gesetzgebungskompetenz des Landes für Sprache und Kultur (Kulturhoheit) sowie für das Schulwesen und die eigene öffentliche Verwaltung versucht Art. 4, das Eigeninteresse der Migrantinnen und Migranten zu wecken und zu fördern. Der Artikel lässt in verfassungskonformer Auslegung Bundesrecht unberührt und will die - etwa nach §§ 43 oder 45a des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) im Rahmen von Integrationskursen oder der berufsbezogenen Deutschsprachförderung - bundesrechtlich vorgesehenen Angebote lediglich flankieren.
Eine direkte Verpflichtung, die deutsche Sprache zu erlernen, wird nicht ausgesprochen. Das hat zum einen kompetenzrechtliche Gründe. Zwar hat das Urteil des BVerfG v. 14.07.1998, BVerfGE 98, 218 ff. - Rechtschreibreform) die Regelungskompetenz der Länder in der Sprachenfrage beleuchtet, das aber vor allem unter dem Aspekt der Verantwortung für das Schulwesen. Zum anderen entzieht sich Sprache oft aber auch rein faktisch der unmittelbaren staatlichen Regelung. Umgekehrt kann damit aber auch der rein faktische Druck, mit Sprachkenntnissen besser durchs Leben zu kommen, die Kenntnis der deutschen Sprache fördern.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.11.2016 um 08.37 Uhr
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Söder ist jetzt für Volksentscheide und wirft den Politikern Angst vor dem Volk vor. Vor 20 Jahren hat er den Protest der JU Mittelfranken gegen die Rechtschreibreform im Keim erstickt.
Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 09.05.2012 um 10.27 Uhr
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So ganz der Mega-Hype war die Facebook-Party vom Horst dann wohl doch nicht. Statt der erwarteten über tausend Friends und Followers sind nur einige hundert dagewesen. Schade, aber immerhin wurde der Horst für eine kurze Zeit von seinen Friends geliked, auch wenn einige schon meinten, daß sie ihn bald wieder unliken müssen. Freibier hin, Freibier her.
Ob der Söder das wohl liken wird?
Fing bei der FDP (die Älteren werden sich noch an diese Partei erinnern!) nicht auch mit dem Wechsel zur Spaßpartei und dem lustigen Guidomobil der Anfang vom Ende an?
Kommentar von Oliver Höher, verfaßt am 08.05.2012 um 11.27 Uhr
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Heute abend steigt Seehofers erste Facebook-Party. Wie die Netzausgabe der "Süddeutschen" (s. hier) berichtet, hat der Horst da inzwischen knapp 10000 "Freunde". Heute möchte er nun möglichst viele von ihnen kennenlernen. Und sein Generalsekretär Dobrindt kontrolliert den Internetauftritt der Partei vom "Internet-War-Room" aus.
Es sieht so aus, als hätte Söder schon im eigenen Haus viel damit zu tun, Deutsch durchzusetzen.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.03.2011 um 06.14 Uhr
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Horst Seehofer, dem die deutsche Sprache als Kulturgut so wichtig ist, daß er sie in die Verfassung schreiben will, ist Schirmherr einer Münchner Hundeschau. Dort gibt es Agility-Wettbewerbe und eine Dog-Comedy-Show. Und weiter: Der Super-Dog-Award wird nur in Bayern verliehen. (SZ 16.3.11)
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 11.03.2011 um 00.09 Uhr
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wollen Sie ernsthaft behaupten, daß "die Muslime" generell "innerlich die Regeln ihrer Kirche über die Gesetze des Staates stellen"? Ist das nicht eine "Diskriminierung"?
Ich gestehe aber ganz offen, daß ich meine innersten Überzeugungen auch über "die Gesetze des Staates" stelle. Ich wäre froh, wenn mehr Deutsche das in einer "Vergangenheit, die nicht vergeht" getan hätten.
Nehmen Sie mir bitte den Hinweis nicht übel, daß Ihr letzter Satz bei wörtlicher Auslegung bedeutet, daß einige in Ihrer Verwandtschaft sich gegenüber dem Islam ganz ähnlich wie die Muslime verhalten.
Kommentar von Germanist, verfaßt am 10.03.2011 um 17.21 Uhr
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Betr: Islam. Ich komme ungewollt immer wieder zu Vergleichen: In meiner katholischen Verwandtschaft und Bekanntschaft sind einige vergleichsweise weniger gebildete Männer und Frauen, die umso fester im Gehorsam genüber ihrem Pfarrer sind und Forschung und Wissenschaft, soweit sie mit den Lehren ihrer Kirche konkurrieren, als Ketzerei ansehen und nicht zur Kenntnis nehmen und die Benachteiligung der Frauen in ihrer Kirche ganz und gar nicht als solche bewerten und innerlich die Regeln ihrer Kirche über die Gesetze des Staates stellen. Aber sie sind sehr beleidigt, wenn man feststellt, daß sie sich ganz ähnlich wie die Muslime genüber deren Religion verhalten.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.03.2011 um 08.03 Uhr
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Ich stimme selbstverständlich zu. Alle Religionen haben sich verändert – wer möchte denn noch im Mittelalter leben!
Vor dem Gesetz sind alle Religionsgemeinschaften gleich. Der Staat sollte sich nicht einmischen – was natürlich unter eine anderen Verfassung leichter wäre als bei unserer "hinkenden Trennung" von Staat und Religion.
Atheisten sind mit dem Gottesbezug nicht glücklich, machen aber in der Regel auch keine große Sache daraus. Angesichts ihrer großen Zahl sind sie überhaupt bemerkenswert still und duldsam, auch gegenüber den unermüdlichen Politikerreden von christlich-jüdischer Leitkultur usw.
Ich bin hoffentlich nicht als Fürsprecher des Islam mißverstanden worden. Was mich stört, ist die verfassungswidrige Hetze und Ausgrenzung, auch noch versteckt in scheinbar objektiven Aussagen. Religionskritik war schon immer meine Sache, Hetze und Ausgrenzung nicht.
Aus einer gewissen Distanz kann man dieses ständige Reden und Murmeln auch mit einer gewissen Gelassenheit beobachten. Es ist wie das Alltagsbereden von allem und jedem: Am Abend ist die Welt wieder in Ordnung, und morgen ist auch noch ein Tag. Mit der Morgenzeitung geht es los: Die kleinen und großen Dinge werden mit vielen Worten eingeordnet, so daß sie uns nicht mehr beunruhigen. Vorlieben und Abneigungen werden bekräftigt oder ein wenig zurechtgerückt (aber nicht zu sehr!). Diese Funktion der Sprache (gossip) wird wenig beachtet, obwohl sie vielleicht die wichtigste ist.
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 08.03.2011 um 00.40 Uhr
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Sie haben ja vollkommen recht! Das war damals ein "ganz anderer Islam". Daß es seitdem mit der Wissenschaft im islamischen Raum bergab gegangen ist, ist doch allgemein anerkannt.
Vor einigen Jahrzehnten war die hohe Zeit des arabischen Nationalismus nach dem Vorbild Nassers, der säkularen Ideologie der Baath-Partei (Hafez Al-Assad, Saddam Hussein).
Damals war in den arabischen Staaten (jedenfalls außerhalb der arabischen Halbinsel), in Iran oder der westlichen Türkei das Tragen des Kopftuchs oder gar des Schleiers in der städtischen Bevölkerung durchaus unüblich. Damals hat den Christen, ja selbst den ansässigen Juden niemand ein Haar gekrümmt.
Das hat sich seit etwa dreißig Jahren allmählich geändert, und zwar zuerst in der gebildeten Jugend. Es waren vor allem die Studentinnen, die plötzlich damit anfingen, das Kopftuch zu tragen, häufig gegen den Willen ihrer Eltern.
Die Zeiten ändern sich nun einmal. Man kann nicht "den Islam" vor tausend Jahren, ja selbst "den Islam" vor dreißig Jahren mit dem heutigen Islam vergleichen.
Überhaupt hat es wenig Sinn, von "dem Islam" zu reden. "Der Islam" als Religion hat ebensowenig etwas mit der "Zwangsehe" oder gar mit Ehrenmorden zu tun wie "das Christentum" mit Hexenverfolgung oder mit Fensterln. Daher ist auch die Frage, ob "der Islam" zu Deutschland gehört, gegenstandslos.
Alle deutschen Staatsangehörigen, seien sie Christen, Juden, Moslems, Feueranbeter, Satanisten oder Atheisten, "gehören zu Deutschland", sozusagen trivialerweise. Ob aber "der Islam", "der Satanismus" oder "der Atheismus" zu Deutschland "gehören", ist eine ganz andere Frage.
In diesem Sinne halte ich die "gespielt naive Übersetzung" von Prof. Ickler für treffender, als er selbst zu meinen scheint.
Kommentar von Germanist, verfaßt am 07.03.2011 um 16.02 Uhr
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Das muß ein ganz anderer Islam gewesen sein, welcher im Hochmittelalter die medizinische Wissenschaft und die Hygiene ins christliche Europa brachte und welcher die indische Mathematik samt Zehnersystem und Stellenschreibweise (dank der Null) nach Europa brachte, wo die lateinische Kirche lieber am römischen Zahlensystem festhalten wollte, mit dem man nicht wirklich rechnen kann, und welcher die griechischen Philosophen und Mathematiker, deren Schriften von der lateinischen Kirche als heidnisch abgewertet waren, ins Arabische und von dort in Toledo ins Lateinische übersetzte, wodurch sie in Europa, das kein Griechisch lernen sollte, erst lesbar wurden, wobei diese äußerst fruchtbare Zusammenarbeit von arabischen, jüdischen und christlichen Gelehrten der katholischen Kirche Spaniens und ihrer Inquisition ganz und gar unerwünscht war.
Der heutige Islam scheint das Gegenteil davon zu sein.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.03.2011 um 13.05 Uhr
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"Der Kapitän ist nicht betrunken." Wir alle wissen, was dieser Eintrag im Schiffstagebuch bedeutet, nicht wörtllich, sondern pragmatisch. Meine gespielt naive Übersetzung (siehe hier) ist von Malte Lehming im Tagesspiegel ganz ernsthaft vorgetragen worden:
»Falsch verstanden
Der neue Verteidigungsminister (!) Hans-Peter Friedrich hat die Islamdebatte neu entfacht. Doch was er sagte, steht in keinem Widerspruch zu den Aussagen des Bundespräsidenten. Die vermeintliche Kontroverse entpuppt sich als Orkan in der Pfütze.
Ganz am Anfang eines Philosophiestudiums wird der Unterschied zwischen beschreibenden (deskriptiven) und wertenden (normativen) Sätzen gelehrt. Merke: Aus Schilderungen der Wirklichkeit folgt nicht unmittelbar ein Handlungsauftrag. Nun hat der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich gesagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre, lasse „sich aus der Geschichte nicht belegen“. Er hat recht. Die Deutschen wären, was sie sind, auch ohne den Islam. Bundespräsident Christian Wulff dagegen hatte in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit erklärt: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Wulff hat ebenfalls recht. Keiner kann bestreiten, dass Millionen Muslime in Deutschland leben und die Kultur des Landes prägen.
Die beiden deskriptiven Sätze widersprechen sich folglich nicht, und weder Friedrich noch Wulff leiten aus ihnen ein Werturteil ab – „Es ist gut, dass der Islam historisch nicht/inzwischen auch zu Deutschland gehört“. So entpuppt sich die vermeintliche Großkontroverse als Orkan in der Pfütze. Zwei, die sich nicht widersprechen und die jeder für ein gedeihliches Zusammenleben mit den Muslimen plädieren, rufen den Protest derer hervor, die sie missverstehen. Oder missverstehen wollen. Diese Grenze ist in der Integrationsdebatte ja leider fließend.«
Schon recht, was die Logik betrifft. Sachlich ist Friedrichs Aussage falsch, vom Einfluß des Islam auf Europa und Deutschland handeln ganze Bibliotheken, aber darauf kommt es hier nicht an. Die entscheidende Frage ist doch, warum ein neuer Innenminister gleichsam als erste Amtshandlung eine geschichtsphilosophische These aufstellt. (Und was den bayerischen Innenminister zu einer ebensolchen These qualifiziert ...) Daß diese These weiter nichts besagt als ihren Wortlaut und nichts bewirken soll, glaubt mit Recht niemand. Soviel Pragmatik muß sein.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 06.03.2011 um 18.34 Uhr
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Man war schon mal weiter ...
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.03.2011 um 13.01 Uhr
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In Bayern, z. B. hier an der fränkischen Universität Erlangen-Nürnberg, werden muslimische Religionslehrer ausgebildet. Ich kann das nicht mit der These zusammenbringen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.03.2011 um 09.46 Uhr
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Gehört eigentlich der Atheismus zu Deutschland? Es gibt doch viel mehr Atheisten als Muslime, aber diese Frage wird nie gestellt.
Kommentar von R. M., verfaßt am 04.03.2011 um 19.22 Uhr
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Die Altmark gehört zu Sachsen-Anhalt, das Elsaß gehört zu Frankreich, der Darß gehört zu Mecklenburg, wo liegt eigentlich der Islam?
Im Ernst macht es aber schon einen begreiflichen Unterschied, ob von der Religion als solcher oder von ihren Anhängern die (schwammige) Rede ist.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.03.2011 um 09.48 Uhr
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Ich übersetze mal die Aussagen der beiden Politiker in klares Deutsch:
Wulff: In Deutschland gibt es heute viele Muslime.
Friedrich: In Deutschland gab es früher nicht viele Muslime.
Beide Aussagen sind richtig. Warum also der Streit?
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.03.2011 um 09.14 Uhr
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Ähnlich unbestimmt ist die Aussage, der Islam "gehöre" oder "gehöre nicht zu Deutschland". Man kann darüber nicht diskutieren, solange nicht definiert wird, was das überhaupt heißt. Vielleicht soll auch bloß eine Schlagzeile geliefert werden, damit die Leute über etwas anderes reden als Guttenberg. Klappt ja auch.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.02.2011 um 17.38 Uhr
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Vielleicht bin ich schwer von Begriff (oder Gedächtnis), aber was heißt eigentlich "Deutsch als Staatssprache"? Und was folgt praktisch daraus?
Kommentar von R. M., verfaßt am 26.02.2011 um 13.51 Uhr
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Deutsch als Staatssprache und Deutsch als Gerichtssprache muß man auseinanderhalten, schon weil ersteres nur luftiges Ziel und letzteres gültige gesetzliche Festlegung ist. Die deutschen Gerichte brauchen für einfachste Entscheidungen zum Teil Jahre, haben also offensichtlich genug zu tun. Die an lukrativen Fällen interessierten deutschen Kanzleien wiederum können sich ja im Ausland der Konkurrenz stellen.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.02.2011 um 12.39 Uhr
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Die guten Absichten seien zugestanden (wie bisher schon), aber was taugen die Argumente? Norbert Lammert zum Beispiel benutzt die Gelegenheit, der Rechtschreibreform noch einmal einen verdienten Tritt zu geben (obwohl er im Amt an ihrer unerbittlichen Durchsetzung mitwirkt). Mit seinen Bedenken gegen Guttenberg steht er in der Union fast allein, sehr anerkennenswert, ein mutiger Mann und charakterstark. Aber was bringt er zum grundgesetzlichen Schutz der deutschen Sprache vor?
»Deutsch ist mit etwa 300 000 Wörtern des allgemeinen Sprachgebrauchs eine besonders wortreiche Sprache mit außergewöhnlich vielseitigen sprachlichen Kombinationsmöglichkeiten.«
Eine bedenkliche Rechnung. Die 300.000 Wörter sind eine Wörterbuchgröße, der tatsächliche Wortschatz gebildeter Deutscher ist etwas ganz anderes. Wichtiger ist der Ausbau einer Sprache in sämtlichen Domänen eines modernen Sprachgebrauchs. Deutsch ist da noch konkurrenzfähig, aber wenn einige Wissenschaftsbereiche ins Englische abwandern, kann man es kaum verhindern. (Soll sich die Freiheit der Sprachenwahl ändern, wenn Deutsch im Grundgesetz steht? Man hält sich in dieser Frage bedeckt.)
»Bei der Übersetzung von Hegels „Phänomenologie des Geistes“ oder Heideggers Philosophie oder Kleists „Penthesilea“ ins Englische gehen wesentliche Teile des Gemeinten fast zwangsläufig verloren, zumal gerade diese Autoren sich durch Wortfindungen und Sprachbildungen auszeichnen, für die es schon in der deutschen Sprache kaum Parallelen gibt, geschweige denn standardisierbare denkbare Übersetzungen.«
Hegel und Heidegger haben auch in anderen Ländern und Sprachen gewirkt, sehr sogar. Vielleicht produktive Mißverständnisse, aber geht es den Deutschen denn anders mit diesen Geistesgrößen? Hegel soll ja gesagt haben, nur einer seiner Schüler habe ihn verstanden, und zwar mißverstanden. Ob sich Heidegger ins Deutsche übersetzen lasse, ist eine bekannte Frage. Kleist ist überhaupt kein gutes Argument. Dichtung verliert bei der Übersetzung immer und gewinnt auch immer etwas hinzu. Homer und Shakespeare sind bekanntlich deutsche Autoren, dank Voß und Schlegel/Tieck, ganz abgesehen von der Luther-Bibel (alle drei mächtig in die deutsche Sprache eingedrungen!). Lammert selbst hat das Vaterunser übersetzt oder vielmehr nachgedichtet, warum wohl?
Und was folgt denn aus seinem Hinweis? Sollen Ausländer Hegel, Heidegger und Kleist gar nicht mehr lesen? Oder sollen sie sie auf deutsch lesen, wobei sie ja erst recht nur die Hälfte verstehen?
Bei Sachtexten ist das Nichtübersetzbare eo ipso nicht viel wert.
Ich spiele hier wie immer den Advocatus Diaboli (hübsche Großschreibung!), denn natürlich möchte ich das Deutsch erhalten und fördern und arbeite auch an etwas Nützlichem in dieser Hinsicht. Nur darf man sich keine Blöße geben. Am schwächsten finde ich das neuhumboldtsche Argument der angeblich so wertvollen, gar wissenschaftsfördernden "Weltansichten", die in jeder Sprache stecken sollen, für die aber nicht die Spur eines Beweises erbracht worden ist.
Kommentar von R. M., verfaßt am 26.02.2011 um 11.27 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8513
Über den Artikel von Joachim Jahn ist hier ja schon an anderer Stelle diskutiert worden. Er stellt schon in der Überschrift den Leser vor vollendete Tatsachen, die in Wirklichkeit noch gar nicht geschaffen sind. Über die Gerichtssprache in Deutschland entscheidet keine Konferenz von Sprachwissenschaftlern, sondern der Gesetzgeber, dessen Beschlüssen Jahn und seine Gewährsleute offenbar gerne vorgreifen möchten. Der Einfluß der Großkanzleien auf die gegenwärtige Bundesregierung dürfte allerdings in der Tat groß genug sein, um die erwünschte Änderung durchsetzen zu können.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.02.2011 um 09.53 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8512
Das Sprachenregime der Zukunft wird nicht auf Konferenzen von Sprachwissenschaftlern entschieden. Es gibt hier Zwänge, die über unsere Köpfe hinweggegehen, und man muß aufpassen, daß man nicht den Zug der Zeit verpaßt oder sich in Widersprüche verwickelt, wie kürzlich beim "Tag der Muttersprache".
Thomas Paulwitz fordert in der Deutschen Sprachwelt:
"Einspruch im Namen des Volkes! Englisch darf in Deutschland nicht zur Gerichtssprache werden"
Die Praxis geht darüber hinweg, eine übersichtliche Darstellung findet man zum Beispiel hier: www.faz.net
Es werden immer mehr Juristen gebraucht und ausgebildet, die in mindestens zwei Rechtssystemen zu Hause sind und natürlich auch in zwei Sprachen. Es würde mich interessieren, was sich dagegen einwenden läßt. Eine diffuse Ablehnung der sogenannten Globalisierung kann es ja wohl nicht sein.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 22.12.2010 um 14.47 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8430
Der VDS bekommt Unterstützung:
"Chinesische Zensur sagt englischen Begriffen den Kampf an
Peking — Die chinesische Zensurbehörde hat englische Ausdrücke und Abkürzungen in Büchern, Zeitungen und auf Internetseiten verboten. Dies sei nötig, um die "Reinheit" der chinesischen Sprache zu erhalten, berichtete die Zeitung "China Daily" mit Verweis auf den bereits am Montag verabschiedeten Erlass des Amts für Presse und Publikation (GAPP). Die Verwendung englischer Wörter in chinesischen Texten habe in der Vergangenheit für Verwirrung gesorgt. Bei Verstößen seien "administrative Bestrafungen" möglich, erklärte die GAPP, ohne genaue Angaben zu machen.
Die Zensurbehörde ließ jedoch ein kleines Schlupfloch: "Wenn nötig" könnten englische Begriffe auch künftig benutzt werden. Sie müssten jedoch direkt nach ihrer Nennung auf Chinesisch erklärt werden. In chinesischen Veröffentlichungen werden oft englische Abkürzungen wie WTO für die Welthandelsorganisation oder GDP für das Bruttoinlandsprodukt verwendet."
So etwas brauchen wir auch! Vor allem Strafen!
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 09.12.2010 um 09.24 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8359
Ein Aufgeben der deutschen Sprache steht ja wohl nicht zur Diskussion, und was unter "Korrumpierung" in diesem Falle zu verstehen wäre, weiß ich auch nicht. Die Leute drücken sich verschieden aus, auch verschieden gut natürlich. Das regelt sich.
Ich finde, jeder sollte an seinen eigenen Texten arbeiten; außerdem könnte man Texte zurückweisen, die einem nicht gefallen. Zum Beispiel habe ich herausgefunden, daß übertrieben "politisch korrekte" Texte es nicht wert sind, gelesen zu werden. Das gilt ausnahmslos. Auch Imponiersprachliches braucht man nicht zu lesen (Schreiber sind im Deutschen mit sprachstrukturell wenig salienten Distinktionen zwischen oppositionellen Registern konfrontiert).
Helmut Schmidt hat sich bekanntlich gegen die Rechtschreibreform ausgesprochen, ich habe sogar einen Brief von ihm, der das noch einmal bekräftigt. Aber als Herausgeber der ZEIT hat er die Durchsetzung der Reformschreibung mitgetragen. Vielleicht hat er es wie Roman Herzog gehalten, der sich nur mit wichtigen Dingen beschäftigte ...
Kommentar von Anton Karl Mally, verfaßt am 08.12.2010 um 22.30 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8358
Helmut SCHMIDT, langjähriger deutscher Bundeskanzler, erklärte in einer Ansprache 1999:
''Keines der Völker, die sich in der Europäischen Union zusammengeschlossen haben, hat jemals im Sinn gehabt, deshalb die eigene Sprache aufzugeben. (...) Sprachen sind bei weitem das wichtigste Vehikel kultureller Entfaltung und zugleich das wichtigste Element nationaler – übrigens auch persönlicher Identität. (...) Natürlich nimmt jede Sprache Fremdworte und Lehnworte in sich auf, ... aber heute müssen wir Europäer und Deutschen aufpassen, daß uns die Globalisierung nicht zur Korrumpierung unserer eigenen Sprachen und damit unserer eigenen Kultur verführt.''
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.12.2010 um 10.09 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8357
Auf Volker Beck sind wir Reformkritiker ohnehin nicht gut zu sprechen, gehörte er doch seinerzeit zu den Durchsetzern und Befürwortern der Reform, ich habe es ja persönlich erlebt (zuerst im Rechtsausschuß des Bundestages).
Die Sache mit dem Gesichtserker ist den Besuchern dieses Forums gut bekannt. Trotzdem sollte man immer mal wieder darauf hinweisen, da bin ich ganz auf der Seite von Herrn Mally.
Kommentar von Anton Karl Mally, verfaßt am 07.12.2010 um 22.41 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8356
Zum Vorschlag der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach, ein eigenes "Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache" zu beschließen, meinte der Grünen-Fraktions-Geschäftsführer Volker Beck unter anderem: ".... fassen wir uns an die 'Nase' und nicht an den 'Gesichtserker'." Ich empfehle ihm und allen anderen, die wirklich glauben oder bloß behaupten, die Sprachreiniger wollten "Nase" durch "Gesichtserker" ersetzen, die folgenden Ausführungen zu lesen:
Der Gesichtserker
Niemals verlangte Philipp von Zesen (oder ein anderer Sprachpfleger) die "Verdeutschung" von Nase zu Gesichtserker. Zesen (1619-1689) war ein eifriger Verdeutscher, und zwar so eifrig, daß ihn zeitweise sogar die "Fruchtbringende Gesellschaft" rügte, die ihn aber dann schließlich doch als Mitglied aufnahm. Viele (nicht alle) seiner Verdeutschungen sind heute Allgemeingut unserer Sprache, wer würde heute noch über das Wort Abstand (vor Zesen: Distance) lachen? – Seine Gegner wollten sich über ihn lustig machen und erfanden die absonderlichsten Verdeutschungen (wie pelzerne Mausefalle statt Katze) und schoben sie ihm in die Schuhe. Besonders schlimm ist Gesichtserker statt Nase, weil Nase ohnehin ein deutsches Wort ist, Erker aber aus dem nordfranzösischen arquiere (gehört letztlich zu lat. arcus "Bogen") entlehnt ist! Es handelt sich wohl um die genialste Propagandalüge aller Zeiten, denn selbst nach 300 Jahren glaubt jeder, auch berühmte Sprachwissenschafter, daß die Verdeutscher ihnen die Nase nehmen wollen.
Dr. Gottfried Fischer, Wien
Kommentar von Germanist, verfaßt am 07.12.2010 um 20.56 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8355
Gemeint ist wohl "Bundesdeutsches Hochdeutsch". Österreicher und Schweizer haben ein teilweise anderes hochdeutsches Vokabular. Oder will man z.B. die vielen Bayern, die Hochdeutsch höchstens im Umgang mit Behörden benutzen, beleidigen, indem man behauptet, sie würden nicht deutsch sprechen? "Deutsch" umfaßt auch die deutschen Mundarten.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 07.12.2010 um 15.06 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8354
Daß es Herrn Mally gerade auf den Schutz der Minderheiten(sprachen) ankommt, habe ich in der Tat nicht erkannt.
Im übrigen bleibe ich bei meiner Auffassung. Das hängt mit meinem Verständnis der Staatsaufgaben zusammen, und darüber ist erfahrungsgemäß keine Einigung zu erreichen. Ich kann auch mit Begriffen wie "Identität" nichts anfangen, tut mir leid!
Kommentar von Anton Karl Mally, verfaßt am 06.12.2010 um 19.52 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8352
Zum Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.10.2010 um 17.26 Uhr (#8312):
Am 29. Juli 2010 sandte mir das "Rundbriefforum im Verein Deutsche Sprache e. V." eine am Tag davor veröffentlichte Pressemitteilung der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, die den Titel "Deutsch als Staatssprache? Nein!" trägt.
Darin heißt es eingangs: "Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) will Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz verankern. Dazu erklärt Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im Innenausschuss: 'Dr. Norbert Lammert wirbt für eine >deutsche Leitkultur<. Er beschreibt dafür >gute Gründe<. Ich lehne eine >deutsche Leitkultur< ab. Sie wäre eine leere Hülse mit viel Raum für gesellschaftliche Sprengsätze.
Mein Kollege Lammert plädiert folgerichtig dafür, Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz festzuschreiben. Ich merke an: Das müsste sinnvoll dann auch für Sorbisch, Friesisch, Dänisch und Romanes gelten."
Daraufhin sandte ich an den "Verein Deutsche Sprache", der für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz eintritt, eine kritische Stellungnahme zu den Ausführungen der Linkspolitikerin Petra Pau. Mein Kommentar wurde in der vom Verein "Muttersprache" herausgegebenen Vierteljahreszeitschrift "Wiener Sprachblätter" (Jg. 60, H. 3 vom September 2010, S. 10) veröffentlicht. Die ursprüngliche Überschrift "Österreich als Vorbild für Deutschland hinsichtlich der Staatssprache Deutsch" wurde beibehalten, aber im Inhaltsverzeichnis auf der Titelseite besser formuliert ("Staatssprache Deutsch. Österreich als Vorbild für Deutschland"). Leider wird hier mit keinem Wort der Anlaß für meinen Kommentar erwähnt, nämlich die Behauptung Petra Paus, wenn Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz festgeschrieben würde, müßten auch Sorbisch, Friesisch, Dänisch und Romanes als Staatssprachen anerkannt werden.
Wenn ich auch diese demagogische Erklärung ablehne, trete ich für die Verankerung der Rechte der genannten Minderheitensprachen im Grundgesetz ein. In meinem Kommentar schlage ich die folgende Bestimmung vor:
"Die deutsche Sprache ist, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten bundes- und landesgesetzlich eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Bundesrepublik Deutschland." Theodor Ickler zitiert diesen Satz verkürzt und schreibt dazu: "eine Klausel über die Minderheitensprachen habe ich weggelassen." Aber gerade darum geht es ja in meinem Beitrag in den "Wiener Sprachblättern"!
Am Schluß seines Kommentars fragt Theodor Ickler, was das Unerwünschte wäre, dessen Abwehr der Begriff "Staatssprache" in Deutschland dienen könne. Nun, ich will hier nicht die ohnehin bekannten Argumente bundesdeutscher Politiker und Spachpfleger wiederholen. Mir geht es um die deutsche Sprache als das wichtigste identitätsstiftende Kulturgut in Deutschland wie in Österreich. Einerseits muß sie gegen die Hegemonie der englischen Sprache und den Gebrauch überflüssiger englischer und pseudoenglischer Wörter und Redewendungen verteidigt werden. Andererseits soll sie auch von den nichtdeutschen Einwanderern und deren Nachkommen erlernt, verwendet und respektiert werden.
Der Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 29.10.2010 um 22.53 (#8315), ist eine Stellungnahme zum erwähnten Kommentar von Theo Ickler. Für seine trefflichen Ausführungen danke ich ihm vielmals.
Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 01.11.2010 um 23.30 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8325
Um die Zahl von 80 % richtig einordnen zu können, muß man die Tendenz kennen: Nimmt die Zahl der nicht deutschsprechenden Türken in Deutschland zu oder ab?
Zu erheben wäre auch, wieviele der in Deutschland lebenden Italiener, Griechen, Schwarzafrikaner, Russen usw. nach Jahren kein oder kaum Deutsch sprechen.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.11.2010 um 16.42 Uhr
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Darauf muß ich doch nicht antworten – oder?
Übrigens schreibt Wikipedia in einem recht kritischen Artikel:
"Eine Studie, die im April 2010 vorgelegt wurde, ergab: Jeder fünfte Türke spricht nur mangelhaft oder gar nicht die deutsche Sprache."
Also sprechen 80 Prozent ausreichend oder gut deutsch. Keine Zahl zum Verzweifeln.
Kommentar von Zweifler, verfaßt am 01.11.2010 um 11.11 Uhr
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Ickler: "Die Nachkommen der Einwanderer lernen alle Deutsch. (Ich habe gerade wieder zwei Dutzend Kandidaten in deutscher Sprachwissenschaft geprüft, die beiden besten waren Türkinnen.)"
Ob diese Stichprobe tatsächlich repräsentativ ist?
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.11.2010 um 10.35 Uhr
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Zumindest für eine Übergangszeit wäre das durchaus zu erwägen. Das Türkische hat in Deutschland sicher keine Zukunft, die Nachkommen der Einwanderer lernen alle Deutsch. (Ich habe gerade wieder zwei Dutzend Kandidaten in deutscher Sprachwissenschaft geprüft, die beiden besten waren Türkinnen.) In Gebieten mit Minderheiten ist zweisprachige Beschilderung ja ohnehin üblich, auf vielen deutschen Ämtern sind alle Informationan auch auf türkisch usw. zugänglich. Das ist eine Frage der Zweckmäßigkeit. Im Ausland freuen wir uns ja auch, wenn wir Beschilderungen in lateinischen Buchstaben, auf englisch usw. lesen können und uns nicht ganz zu verloren fühlen.
Wo ist eigentlich das Problem? Wer hier arbeitet, Steuern zahlt usw., kann eine gewisse Rücksichtnahme erwarten. Übrigens hat der Bundesinnenminister kürzlich Erlangen besucht, um sich ein Bild von gelungener Integration zu machen. Er war einigermaßen sprachlos. Wir haben hier 30 Prozent Ausländer und trotzdem keine nennenswerten Probleme. Bayern ist eben nicht Seehofer.
Türkische Beschilderung ist wohl nicht nötig, aber wen würde es stören? Für die Rechtschreibreform ist das Geld wesentlich sinnloser verschleudert worden, auch für Straßenschilder übrigens.
Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 31.10.2010 um 18.35 Uhr
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"Könnte das Bundesverfassungsgericht nicht irgendwann aus Art. 3 GG ableiten, daß unsere türkischen Mitbürger dadurch "benachteiligt" sind, daß in überwiegend von Türken besiedelten Stadtteilen die Straßenschilder nicht in türkisch oder wenigstens zweisprachig sind?"
Diese Überlegung von Herrn Achenbach erscheint mir durchaus plausibel, wenn man sich vor Augen hält, mit welchen teilweise gehässigen Kommentaren das Ansinnen, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern, bedacht wurde.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 31.10.2010 um 06.39 Uhr
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Falsche Übersetzungen können in der Tat großen Schaden anrichten. Übersetzer zahlen deshalb in besondere Versicherungen ein. Wir haben ja auch schon gehört, daß nach falschem Dolmetschen gesunde Beine amputiert wurden usw. – scheußliche Vorstellung.
Ich versuche bloß, die zwangsläufige Entwicklung der Verhältnisse rechtzeitig vorherzusehen. Ein religionswissenschaftlicher Kongreß, der an der Universität Erlangen stattfindet, wird rein englisch angekündigt, und es ist nicht zu erkennen, daß Deutsch als Kongreßsprache überhaupt zugelassen ist. Dabei ist gerade in solchen Fächern Deutschkenntnis noch weit verbreitet. Theologen und Altphilologen von Rang können wohl immer Deutsch.
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 30.10.2010 um 23.18 Uhr
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Ich zweifle auch nicht daran, daß die Sprache Englisch, wie in allen anderen Bereichen, auch vor deutschen Gerichten zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.
Das bedeutet aber nicht, daß deshalb auch die "Gerichtssprache" englisch sein sollte oder müßte. Schon in heutiger Fassung erlaubt das Gerichtsverfassungsgesetz einen großen Spielraum, was das Erfordernis von Übersetzungen anbetrifft.
Man muß aber auch sehen, daß der Verzicht auf Übersetzungen gewisse Gefahren in sich bergen kann. Liegt dem Gericht eine Übersetzung vor, können die Verfahrensbeteiligten die Richtigkeit der Übersetzung anfechten. Beruht aber das Urteil der Richter auf einem falschen Verständnis eines fremdsprachigen Textes, so ist das unter Umständen nicht offenkundig und eine Abhilfe nur durch Berufung möglich.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 30.10.2010 um 10.21 Uhr
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Bei vielen Wirtschaftsunternehmen weiß man gar nicht mehr, ob sie nun deutsch sind oder nicht. Ich glaube nicht, daß an englischer Gerichtssprache bei einschlägigen Gerichtsverhandlungen ein Weg vorbeiführt. In diesem Sinne hatte ich kurz von "Globalisierung" gesprochen, obwohl ich der letzte bin, der den Begriff zum Fetisch machen und zur Rechtfertigung von allem möglichen ("Bologna" usw.) heranziehen würde.
Andererseits staune ich, wieviel Übersetzungsbedarf besteht; eine meiner Töchter ist gerade frischgebackene Übersetzerin (Englisch-Deutsch, Spezialgebiet Recht) geworden und verschafft mir einen gewissen Einblick in das weite Feld. Als Vater bin ich natürlich froh, daß sich damit Geld verdienen läßt ...
Kommentar von R. M., verfaßt am 30.10.2010 um 02.50 Uhr
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Ohne bei Wikipedia abgeschrieben zu haben, kommt meine Wortwahl der dortigen Definition »Vorgang der zunehmenden weltweiten Verflechtung in allen Bereichen« schon nahe, wobei hier auch wieder das Nebulöse gewissermaßen greifbar wird. Gemeint ist im allgemeinen hauptsächlich die wirtschaftliche Verflechtung, die sich aber lediglich verstärkt, ohne in irgendeiner Weise etwas kategorial Neues darzustellen. Ford und Coca-Cola sind seit fast einem Jahrhundert in Deutschland niedergelassen, Siemens wurde in Italien nach dem I. Weltkrieg enteignet . . . Die internationalen Handelsverträge, die den Prozeß begleiten und befördern, liegen entweder ohnehin auf deutsch vor oder könnten ohne weiteres für die Zwecke einer Gerichtsverhandlung auch übersetzt werden.
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 29.10.2010 um 23.40 Uhr
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ich danke für die Aufklärung. Natürlich habe ich seit langem geahnt, wenn nicht gewußt, wer sich hinter R. M. verbirgt. Ich fühlte mich aber nicht befugt, eine womöglich gewollte Anonymität zu durchbrechen.
Ich bin Ihnen dankbar, diese Skrupel nun los zu sein.
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 29.10.2010 um 22.53 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8315
Daß ein Österreicher einen solchen Vorschlag macht, kann nicht verwundern. Schließlich kennt die österreichische Verfassung schon seit 1920 eine entsprechende Bestimmung:
Weitere Absätze wurden 2000 und 2005 eingefügt (u.a. zur Gebärdensprache).
Natürlich ist unklar, was die Festlegung einer "Staatssprache" genau zu bedeuten hat. Genauso unklar ist aber auch der Begriff der "Menschenwürde". Dessen Auslegung ist den Gerichten überlassen worden.
Ich wüßte nicht, daß diese Bestimmung in Österreich irgend einen Schaden angerichtet hätte, aber auch nicht, daß sie bisher irgend einen Nutzen gebracht hätte. Aber wer weiß, wie sich die Dinge entwickeln. Vielleicht könnte sich eine solche Bestimmung eines Tages doch als nützlich erweisen.
Könnte das Bundesverfassungsgericht nicht irgendwann aus Art. 3 GG ableiten, daß unsere türkischen Mitbürger dadurch "benachteiligt" sind, daß in überwiegend von Türken besiedelten Stadtteilen die Straßenschilder nicht in türkisch oder wenigstens zweisprachig sind?
Tempora mutantur, principiis obsta.
Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 29.10.2010 um 21.49 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8314
Lieber R. M., (= Reinhard Markner – Red.)
ich denke, Gobalisierung ist schon etwas mehr als "ein einziger Popanz", und auch mehr als bloßer "Handel mit dem Ausland" oder als "verstärkte internationalen Verflechtungen". Vielmehr handelt es sich um bindende internationale Verträge, die die souveränen Handlungsmöglichkeiten der Vertragsstaaten im Handels- und Wirtschaftsbereich einschränken. Das geht heutztage schon weit über klassische Zollverträge hinaus und umfaßt auch sonstige Handelshemmnisse. Man denke bloß an die amerikanischen Klagen, im Rahmen der WTO, gegen die Subventionen für den Airbus oder gegen das Verbot der Einfuhr genetisch veränderter Lebensmittel.
Ich stimme Ihnen aber zu, daß die ständige Beschwörung der Globalisierung, sei es als Verteufelung oder als Vorwand für andere Ziele, häufig übertrieben ist. Ich stimme Ihnen auch zu, daß die Globalisierung kein ausreichender Grund für eine Einschränkung der Gerichtssprache Deutsch ist. Jedenfalls gibt es dafür keine internationalen Verpflichtungen.
Das machen die Deutschen schon aus eigenem Antrieb. So ist im Landgericht Bonn am 10. Mai 2010 "das erste Mal eine Gerichtsverhandlung in englischer Sprache geführt" worden (so hat es das Gericht jedenfalls in einer Presseerklärung angekündigt). Dafür wurde eigens eine neue Kammer eingerichtet, ebenfalls in Aachen und Köln. Beim Oberlandesgericht gibt es bereits einen entsprechenden Berufungssenat. Damit ist grundsätzlich die Gerichtssprache Deutsch noch nicht angetastet, sondern nur ein vom § 184 Gerichtsverfassungsgesetz gegebener Freiraum genutzt, da es wohl nur um die Verhandlungssprache geht.
Weiter geht allerdings ein Gesetzentwurf des Bundesrats, der auf Initiative von NRW und Hamburg (damals beide CDU-regiert) in den Bundestag eingebracht wurde. Damit soll das gen. Gesetz geändert werden, um besondere "Kammern für internationale Handelssachen" zu schaffen, deren Gerichtssprache ausschließlich Englisch wäre.
Die Rechtsanwaltsverbände sollen dafür sein – wohl aus naheliegenden Gründen. Schließlich sollte ja nichts unversucht gelassen werden, um an lukrative Mandate zu kommen. Von einem Jubelschrei der deutschen Wirtschaft habe ich allerdings nicht gehört.
Aber das sind ja nur halbe Sachen. Wenn schon, dann sollte man doch gleich das angelsächsische Recht in Deutschland einführen.
Kommentar von R. M., verfaßt am 29.10.2010 um 13.39 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8313
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.10.2010 um 17.26 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8312
Auch der Österreicher Anton Karl Mally schlägt vor, im GG den Satz einzufügen: "Die deutsche Sprache ist die Staatssprache der Bundesrepublik Deutschland." (Wiener Sprachblätter Sept. 2010; eine Klausel über die Minderheitensprachen habe ich weggelassen.) Zuvor hat er korrekterweise erwähnt, daß Deutsch bereits im Verwaltungsverfahrensgesetz als Amtssprache und im Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt ist. Wozu also noch eine „Staatssprache“, und was bedeutet das überhaupt? Mally will den Satz gleich nach den Bestimmungen über die Farben der Nationalflagge einschalten. Die Flagge wird bei bestimmten Gelegenheiten gezeigt, aber was soll die Entsprechung bei einer Staatssprache sein?
Außerhalb des Amtlichen regelt sich die Verständigung der Menschen von selbst. Ob es z. B. zweckmäßig ist, Lehrveranstaltungen auf englisch anzubieten, kann nicht durch die Verfassung entschieden werden. An vielen Arbeitsstätten großer Unternehmen ist Englisch die einzige Sprache, die von allen verstanden wird. Als Gerichtssprache wird wegen der Globalisierung nach und nach auch Englisch zugelassen werden müssen.
In Art. 3 GG ist festgelegt, daß niemand, also auch kein Deutscher, wegen seiner Sprache benachteiligt werden darf. Das sollte doch genügen.
Wenn der Begriff der "Staatssprache" in Deutschland, wie ich annehme, rechtlich nicht definiert ist, kann ein solcher Satz nur der Abwehr von allerlei Unerwünschtem dienen. Und was wäre das? Heraus mit der Sprache!
Kommentar von de Volkskrant, verfaßt am 03.09.2010 um 16.25 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#8263
DEN HAAG - Het kabinet gaat de Nederlandse taal in de Grondwet opnemen, zo besloot het vrijdag. Het Nederlands wordt erin vastgelegd als de officiële taal van ons land. Ook komt erin te staan dat de overheid het gebruik van het Nederlands bevordert.
Het is voor alle Nederlanders de gemeenschappelijke taal en de hoofdtaal, stelt het kabinet. ‘ Het voorstel tot wijziging van de Grondwet moet waarborgen dat men in Nederland te allen tijde met de Nederlandse taal terecht kan in het verkeer met de overheid.’
Fries en Papiaments
Het wetsvoorstel en het advies van de Raad van State worden nu naar de Tweede Kamer gestuurd.
Al in februari zei toenmalig minister Bos dat het kabinet voornemens was het Nederlands te verankeren in de grondwet, maar toen moest nog advies worden ingewonnen bij de Raad van State. Op het voornemen van het kabinet kwamen gemengde reacties. Staatsrechtgeleerde Tijn Kortmann zei in de Volkskrant: 'Ik vind het onbegrijpelijk, onwenselijk en contraproductief. De Grondwet is geen verzamelplaats voor ad hoc-wensen die afhangen van de maatschappelijke conjunctuur. Dit bevalt mij helemaal niet.'
Overigens is het wijzigen van de grondwet geen eenvoudige procedure. Eerst moet het voorstel door Eerste en Tweede Kamer worden aangenomen. Vervolgens moeten er verkiezingen worden gehouden en moet het definitieve wetsvoorstel nogmaals door beide Kamers worden geaccepteerd. Ditmaal met een tweederde meerderheid.
Kommentar von Martin Valeske, verfaßt am 15.05.2006 um 13.07 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4017
Vermutlich ist Erika Steinbach, wie auch andere vormals reformkritische Politiker, die die neueste Reform der Reform, wenigstens öffentlich, als akzeptablen Kompromiß bezeichnen, der Diskussion um die RSR inzwischen überdrüssig.
Ende der 90er Jahre hatte sie sich noch mit zahlreichen Stellungnahmen gegen die RSR hervorgetan, woraufhin ich mich an sie mit der Bitte wandte, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Am 11. Dezember 1997 schrieb sie mir in ihrer Funktion als Kulturbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion folgenden Brief, den ich im Gemeindebrief unserer Kirchengemeinde veröffentlichte:
für Ihr Schreiben zur Neuordnung der deutschen Rechtschreibung danke ich Ihnen. Für Ihren Unmut, den Sie in Ihrem Schreiben zum Ausdruck bringen, habe ich volles Verständnis.
Die Rechtschreibreform in der jetzt vorliegenden Fassung ist untragbar, sie ist vom Ansatz her verfehlt und zeugt von einem eklatanten Mißverständnis von der Bedeutung von Schrift und Sprache. An den Bedürfnissen von Anfängern und Lernenden Änderung von Schrift auszurichten, ist geradezu abenteuerlich. Es bleibt zu hoffen, daß die Volksbegehren über Volksentscheide letztlich erfolgreich sein werden und diese Reform scheitern lassen.
Der Deutsche Bundestag wird aller Voraussicht nach zu Beginn des neuen Jahres einen Entschließungsantrag behandeln, der den Stopp der Reform zum Ziele hat.
Ziel muß es sein, die Inhalte dieser Reform rückgängig zu machen, eine formaljuristische Regelung durch Beschlußfassung der Landesparlamente hilft nicht weiter. Insofern möchte ich Sie bitten, in Ihrem Umkreis alle Möglichkeiten auszuschöpfen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von der Unsinnigkeit dieser Neuregelung zu überzeugen und somit ein Inkrafttreten über Volksentscheide zu verhindern, da Einsicht bei den Kultusministern nicht zu erwarten ist."
Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 13.05.2006 um 17.17 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4014
Nun, das mit dem Im-Kommen-Sein der deutschen Sprache in den USA stimmt nun doch wohl nicht so ganz. Wo's vor 30 Jahren noch eine Abteilung "German" neben anderen zu germanischen Fremdsprachen gab, haben wir heute z. B. an der University of Minnesota nur noch ein Department of German, Scandinavian & Dutch. Auch viele der im n-tv-Artikel aufgelisteten Wörter spiegeln noch das Vokabular des Hesse- und Freud-Lesers. Selbst der "Mensch Gap" da, wonach "Mensch" eben "eine Person mit Rückgrat" ist, baut auf der Kenntnis von Kafkas "Die Verwandlung" auf, wo Gregor Samsa für jeden Noch-Leser auffällig "eine Kreatur des Chefs [ist], ohne Rückgrat und Verstand." All das kennzeichnet hier eine bestimmte Alters- und Kulturgruppe, weitgehend "im [geographisch doch recht kleinen] Osten" der USA (östlich der Apalachen). Daß dabei das Präfix "über" von Nietzsches (bei den meisten hier falschverstandenen) "Übermenschen" offenbar nicht mehr seine furchterregende Konnotation erweckt, ist allerdings etwas Neues. Der "Jägerdude" auch, — wobei "dude" jedoch nicht unbedingt ein Dauerzusatz zum englischen Wortschatz ist. Und "Jägermeister" ist eben auch nicht überall zu Hause in einem Land, wo man als Gast auf die Frage "Was würden Sie zum Essen gern trinken?" fast überall in diesem weiten Land nicht gleich sagen darf, was man denn gerne hätte (z. B. trinkbaren Wein und reinheitsgebotenes Bier), sondern erstmal die Gegenfrage stellt: "Was hätten Sie denn?" Denn Alkoholisches ist in vielen Haushalten regelrecht und zuweilen sogar aggressiv tabu, — und das ist ja auch gut so, wenn man soviel im eigenen Auto fahren muß wie in den USA.
Kommentar von Bernhard Eversberg, verfaßt am 13.05.2006 um 10.22 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4013
Aber sogar in den USA ist Deutsch wieder im Kommen, manchmal freilich in eingeenglischter Schreibweise – siehe hier.
Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 13.05.2006 um 10.16 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4012
Kommentar von kratzbaum, verfaßt am 13.05.2006 um 08.34 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4011
Kommentar von Christian F. Langewische, verfaßt am 13.05.2006 um 01.10 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4010
Kommentar von Germanist, verfaßt am 12.05.2006 um 22.38 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4009
Kommentar von Sigmar Salzburg, verfaßt am 12.05.2006 um 19.23 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=463#4008
Neulich war meine Frau zum „Schoppen“ in der Stadt, denn ich fand in unserem Wagen ein Warenetikett „leder-sneaker“. Für die des Neudeutschen Unkundigen stand darunter die englische Erklärung „leather trainers“. Ich weiß bis heute nicht, was meine Frau eingekauft hat. Aber ich muß ja auch nicht alles wissen!