Source: https://www.diebewertung.de/fidor-bank-laed-ein-zur-hauptversammlung-und-die-letzte-im-unternehmensregister-oeffentlich-zugaengliche-bilanz-ist-sicherlich-auch-zu-hinterfragen-bilanzverlust-immer-noch-7-stellig/
Timestamp: 2017-09-23 00:09:41
Document Index: 38222788

Matched Legal Cases: ['§ 96', '§ 95', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 126', '§ 126', '§ 134', '§ 6', '§ 126', '§ 135', '§ 135', '§ 135', '§ 135', '§ 135', '§ 126', '§ 340', '§ 249', '§ 340', '§ 340', '§ 252', '§ 253', '§ 249', '§ 252', '§ 253', '§ 256', '§ 340', '§ 3', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 254', '§ 340', '§ 289', '§ 19']

FIDOR Bank läd ein zur Hauptversammlung und die letzte im Unternehmensregister öffentlich zugängliche Bilanz ist sicherlich auch zu Hinterfragen-Bilanzverlust immer noch 7-stellig – Diebewertung
FIDOR Bank läd ein zur Hauptversammlung und die letzte im Unternehmensregister öffentlich zugängliche Bilanz ist sicherlich auch zu Hinterfragen-Bilanzverlust immer noch 7-stellig
Wir laden hiermit unsere Aktionäre zu der am 31. August 2017, um 11.00 Uhr, im Münchner Künstlerhaus, Lenbachplatz 8, 80333 München, stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung ein.
Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses der FIDOR Bank AG zum 31. Dezember 2016 und des Lageberichts für die FIDOR Bank AG sowie des Berichtes des Aufsichtsrats der FIDOR Bank AG für das Geschäftsjahr 2016
Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt; der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Deshalb ist zu diesem Punkt der Tagesordnung keine Beschlussfassung vorgesehen.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, allen im Geschäftsjahr 2016 amtierenden Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 Entlastung zu erteilen.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, allen im Geschäftsjahr 2016 amtierenden Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 Entlastung zu erteilen.
Der Aufsichtsrat schlägt vor, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer der FIDOR Bank AG für das Geschäftsjahr 2017 zu wählen.
Der Aufsichtsrat setzt sich gemäß §§ 96 Abs. 1, 101 Absatz 1 AktG zusammen und besteht ausschließlich aus von den Aktionären gewählten Mitgliedern. Gemäß § 95 Abs. 1 Satz 1 AktG i.V.m. § 5 Absatz 1 Satz 1 der Satzung besteht der Aufsichtsrat aus sechs von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern.
Die bisher von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder haben ihr Mandat Ende Dezember 2017 niedergelegt. Das Amtsgericht München – Registergericht – hat daraufhin auf Vorschlag des Vorstands der Gesellschaft die im Folgenden auch zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen sechs Personen zu Aufsichtsratsmitgliedern bestellt. Die gerichtliche Bestellung ist nur eine Übergangslösung. Somit sind alle sechs Aufsichtsratsmitglieder von der Hauptversammlung neu zu wählen.
Herrn Yves Tyrode, Vorstand Groupe BPCE, wohnhaft in Paris, Frankreich,
Herrn Laurent Roubin, Vorstand Groupe BPCE, wohnhaft in Lambersart, Frankreich,
Herrn Dr. Olivier Irisson, Leiter Finanzen Groupe BPCE, wohnhaft in Paris, Frankreich,
Herrn Pierre Foucry, Leiter Finanzplanung und -strategie Groupe BPCE, wohnhaft in Paris, Frankreich,
Herrn Frédéric Burtz, Senior Vice President für digitale Technologie, Innovation und Entwicklung Groupe BPCE, wohnhaft in Paris, Frankreich, und
Frau Stéphanie Cécile Clavié, Leiterin Financial Reporting BPCE, wohnhaft in Enghien les Bains, Frankreich,
gemäß § 5 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft jeweils bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt, zu Mitgliedern des Aufsichtsrats zu wählen. Dabei wird das Geschäftsjahr, in dem die Amtszeit beginnt, nicht mitgerechnet. Die Amtszeit endet damit jeweils mit Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021 beschließt.
Beschlussfassung über die Änderung von § 6 Abs. 3 Satz 1 der Satzung (Hauptversammlung)
Neben dem Vorsitzenden oder einem Mitglied des Aufsichtsrats soll auch eine durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestimmte Person die Hauptversammlung leiten können.
§ 6 Abs. 3 Satz 1 der Satzung wird wie folgt neu gefasst:
„Die Hauptversammlung leitet der Vorsitzende des Aufsichtsrats oder eine andere von ihm bestimmte Person; sollte der Aufsichtsratsvorsitzende verhindert sein und keine andere Person für die Leitung der Hauptversammlung bestimmt haben, eröffnet der Vorstandsvorsitzende oder, bei dessen Verhinderung, ein anderes Vorstandsmitglied die Hauptversammlung und lässt diese den Leiter der Hauptversammlung wählen.“
Bericht des Vorstands über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015
mit Bezugsrechtsauschluss im Geschäftsjahr 2016
Das Genehmigte Kapital 2015 wurde im Geschäftsjahr 2016 im März und Dezember über insgesamt EUR 3.151.841,00 durch Barkapitalerhöhungen mit Bezugsrechtsauschluss ausgenutzt:
a) Das Genehmigte Kapital 2015 wurde im März 2016 in Höhe von EUR 230.000,00 durch Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit Bezugsrechtsauschluss ausgenutzt. Das Bezugsrecht wurde gemäß § 3 Abs. 6 der Satzung ausgeschlossen. Beide Zeichner, die JZ Erste Beteiligungs GmbH, ein Unternehmen der JZI Gruppe, und die Anthemis Holdings SARL, waren strategische Partner gemäß § 3 Abs. 6 der Satzung. Beide waren bereits aktive Kernaktionäre der Gesellschaft. Der Bezugsrechtsausschluss rechtfertigte sich zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung wie folgt:
aa) Die JZI Gruppe ist ein Beteiligungsunternehmen, dessen Kern-Investments im Finanzdienstleistungsbereich liegen. Die JZI Gruppe unterstützte durch Bereitstellung ihres Netzwerks und ihrer Kontakte bereits seit 2013 intensiv das Kerngeschäftsmodell der FIDOR Bank, das Digital Banking. Durch die damals bereits teilweise erfolgte und weiter geplante Vernetzung mit zentralen Beteiligungen der JZI Gruppe in Europa im Sinne strategischer Partnerschaften konnte die von der Gesellschaft geplante Expansion im europäischen Kreditgeschäft wesentlich beschleunigt werden. Die JZI Gruppe verfügt über ein bedeutsames internationales Netzwerk, insbesondere auch in den anglo-amerikanischen Zielmärkten der Gesellschaft. Des Weiteren hält die Gruppe Beteiligungen an mehreren europäischen Finanzdienstleistern, mit denen die Gesellschaft eine Zusammenarbeit anstrebte. Damit ergaben sich für die Gesellschaft in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der JZ Erste Beteiligungs GmbH bzw. der JZI Gruppe zur Unterstützung der geplanten weiteren internationalen Expansion erhebliche Wachstumschancen durch wichtige Kooperationsmöglichkeiten, Synergien in der Marktbearbeitung und wichtige Netzwerkkontakte in diesen Zielmärkten.
bb) Die Anthemis Gruppe (insgesamt auch „Anthemis“), die hinter der Anthemis Holdings SARL steht, ist eines der führenden Beteiligungsunternehmen im Wachstumsmarkt der Gesellschaft – FinTech; das gilt insbesondere für den Bereich der Internetfinanzdienstleistungen, wie digitaler Zahlungsdienstleistungen. Anthemis verfügt über eine hervorragende Marktreputation und ein starkes Netzwerk in diesem Bereich, insbesondere im angelsächsischen Raum, einem der wichtigen strategischen Zielmärkte der Gesellschaft. Dies zeigt sich in der Vielzahl von Investments und Beratungsmandaten sowie sehr guten Kontakten in den Bereichen Technologie- und Internetunternehmen im Finanzdienstleistungsbereich. Deshalb sollte Anthemis die geplante internationale Expansion der Gesellschaft, insbesondere auch in dem Kernzielmarkt UK, nachhaltig unterstützen.
cc) Insgesamt konnte die weitere Beteiligung der JZ Erste Beteiligungs GmbH und der Anthemis Holdings SARL an der Gesellschaft zu einem verstärkten Aufbau enger Beziehungen zu strategisch wichtigen Partnern beitragen. Die stärkere Einbindung beider Kernaktionäre half, das geplante nachhaltige Wachstum der Gesellschaft im Digital Banking schnell zu realisieren. Durch die weitere Beteiligung beider Zeichner der Kapitalerhöhung ergaben sich damit wichtige neue strategische Optionen für die Gesellschaft. Die Kapitalerhöhung und die Zulassung der Zeichner als strategisch wichtige Partner zur Übernahme der neuen Aktien im Wege des Bezugsrechtsauschlusses führten daneben zu einer erheblichen und nachhaltigen sowie schnellen und kostengünstigen Stärkung der Eigenkapital- und Aktionärsbasis der Gesellschaft.
dd) Der Ausgabebetrag je neuer Stückaktie betrug bei dieser Kapitalerhöhung EUR 10,00 und der Gesamtausgabebetrag betrug damit EUR 2.300.000,00. Der Ausgabebetrag von EUR 10,00 pro neuer Stückaktie der Kapitalerhöhung war angemessen. Er überschritt den vom Vorstand aus dem Unternehmenswert der Gesellschaft mit kaufmännischer Sorgfalt ermittelten angemessenen Ausgabebetrag der neuen Stückaktien nicht unerheblich. Auch insoweit bedeutete die Kapitalerhöhung eine im Interesse der Gesellschaft liegende schnelle, nachhaltige und erhebliche Stärkung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft. Der Gesellschaft floss durch die Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss schnell und kostengünstig Eigenkapital in einer Höhe zu, die bei einer Platzierung von Aktien der Gesellschaft im Rahmen eines Bezugsrechtsverfahrens nicht erzielbar gewesen wäre. Damit führte die Kapitalerhöhung zu einem deutlichen Wertgewinn bei den Aktionären der Gesellschaft, der für die Aktionäre der Gesellschaft einen unter diesen Umständen anderweitig nicht erzielbaren monetären Vorteil darstellte.
b) Das Genehmigte Kapital 2015 wurde außerdem im Dezember 2016 durch eine Barkapitalerhöhung in Höhe von EUR 2.921.841,00 mit Bezugsrechtsauschluss ausgenutzt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde von EUR 7.631.230,00 auf EUR 10.553.071,00 erhöht. Die neuen Aktien wurden zu einem Ausgabebetrag von EUR 13,69 pro neuer Stückaktie ausgegeben. Der Gesamtausgabebetrag betrug damit EUR 40.000.003,29. Zur Zeichnung und Übernahme der neuen Aktien wurde vom Vorstand allein die 3F Holding GmbH zugelassen. In Bezug auf den Zeichner wurde das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen, da der Zeichner strategischer Partner im Sinne des § 3 Abs. 6 der Satzung war und der Bezugsrechtsausschluss insgesamt sachlich gerechtfertigt war:
aa) Der damalige 100%ige Gesellschafter des Zeichners, die BPCE SA als eine der führenden Bankengruppe in Frankreich und Europa (Groupe BPCE), will im Kerngeschäftsfeld der Gesellschaft dem Digital Banking expandieren. Der Zeichner bzw. Groupe BPCE wollen die Gesellschaft gerade im Digital Banking, insbesondere bei der kapitalintensiven internationalen Expansion und der weiteren Entwicklung von Softwarelösungen in diesem Bereich, nachhaltig unterstützen. Groupe BPCE verfügt außerdem über ein Netzwerk mit Kontakten und Know-how im Geschäftsfeld der Gesellschaft in zentralen ausländischen Märkten. Die schnelle und erhebliche Beteiligung des Zeichners als Mehrheitsaktionär der Gesellschaft aufgrund der Kapitalerhöhung im Verbund mit bereits aufschiebend bedingt unter anderem auf die Durchführung der Kapitalerhöhung vereinbarten Aktienkäufen, stärkte die Kapitalbasis der Gesellschaft. Gleichzeitig führte sie zu kurzfristiger Bereitstellung von signifikantem und nachhaltigem Wachstumskapital und der Aufnahme eines neuen kapitalstarken Kernaktionärs, der der Gesellschaft wichtige neue strategische Optionen eröffnet. Es bestand außerdem aufgrund der strategischen Planung der Gesellschaft bzw. der regulatorischen Anforderungen Bedarf einer entsprechenden kurzfristigen Eigenmittelausstattung der Gesellschaft. Der Zeichner war nur bereit, kurzfristig zu zeichnen, d.h. ohne Durchführung eines unsicheren und kostenintensiven Bezugsrechtsverfahrens, das in Zusammenhang mit dem notwendigen bankrechtlichen Genehmigungsprozess auch nur sehr schwer darstellbar gewesen wäre.
bb) Der Ausgabebetrag der neuen Aktien von EUR 13,69 pro neuer Stückaktie war gemäß sorgfältiger Unternehmensbewertung nicht nur angemessen, sondern überschritt den aus dem Unternehmenswert der Gesellschaft vom Vorstand mit kaufmännischer Sorgfalt ermittelten Ausgabebetrag der neuen Stückaktien der Gesellschaft nicht unerheblich. Der Gesellschaft floss mithin auch bei dieser Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss schnell und kostengünstig Eigenkapital in einer Höhe zu, die bei einer Platzierung von Aktien der Gesellschaft im Rahmen eines Bezugsrechtsverfahrens nicht erzielbar gewesen wäre. Damit führte auch diese Kapitalerhöhung zu einem deutlichen Wertgewinn der Gesellschaft und damit bei ihren Aktionären, der anderweitig nicht erzielbar gewesen wäre.
unter der Rubrik „Hauptversammlung“ zugänglich:
der festgestellte Jahresabschluss der FIDOR Bank AG für das Geschäftsjahr 2016 und der Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016 sowie der Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 (Tagesordnungspunkt 1); und
der Vorstandsbericht über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2015 mit Bezugsrechtsauschluss im Geschäftsjahr 2016.
Alle vorstehend genannten Unterlagen sind zudem auch während der Hauptversammlung zugänglich.
Zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich spätestens bis zum Ablauf des 24. August 2017 (24:00 Uhr) bei der Gesellschaft anmelden (Zugang der Anmeldung). Die Anmeldung bedarf der Textform (§ 126b BGB) und muss in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.
Die Aktionäre müssen darüber hinaus ihre Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts nachweisen. Hierzu bedarf es des Nachweises ihres Anteilsbesitzes durch das depotführende Institut, der sich auf den Beginn des 10. August 2017 (00:00 Uhr) beziehen und der Gesellschaft spätestens bis zum Ablauf des 24. August 2017 (24:00 Uhr) zugehen muss. Der Nachweis des Anteilsbesitzes bedarf der Textform (§ 126b BGB) und muss in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.
Nach Eingang der Anmeldung mit Nachweis des Anteilsbesitzes werden den Aktionären Eintrittskarten für die Hauptversammlung zugesandt. Um den rechtzeitigen Erhalt der Eintrittskarten sicherzustellen, bitten wir die Aktionäre, frühzeitig für die Übersendung ihrer Anmeldung und des Nachweises ihres Aktienbesitzes Sorge zu tragen. Eintrittskarten sind reine Organisationsmittel und stellen keine zusätzlichen Teilnahmebedingungen dar.
Aktionäre, die nicht persönlich an der Hauptversammlung teilnehmen, können sich bei der Ausübung ihrer Rechte, insbesondere des Stimmrechts, durch Bevollmächtigte, z. B. durch die depotführende Bank, eine Aktionärsvereinigung oder eine andere Person ihrer Wahl, vertreten lassen.
Es wird darauf hingewiesen, dass auch im Fall einer Teilnahme und Stimmrechtsausübung durch Bevollmächtigte eine ordnungsgemäße Anmeldung und der Nachweis des Aktienbesitzes (siehe oben unter „Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung und die Stimmrechtsausübung“) erforderlich sind.
Gemäß § 134 Abs. 3 Satz 3 AktG, § 6 Abs. 4 Satz 3 der Satzung bedürfen die Erteilung der Vollmacht, ihr Widerruf und der Nachweis der Bevollmächtigung gegenüber der Gesellschaft der Textform (§ 126b BGB). Aktionäre können hierfür das mit der Eintrittskarte zugesandte Vollmacht- und Weisungsformular, das auch im Internet unter
unter der Rubrik „Hauptversammlung“ abrufbar ist, verwenden. Das Vollmacht- und Weisungsformular wird den Aktionären auch jederzeit auf Verlangen zugesandt.
Für die Bevollmächtigung eines Kreditinstituts, einer Aktionärsvereinigung oder einer anderen der in § 135 Abs. 8 und 10 AktG gleichgestellten Person oder Institution besteht weder nach dem Gesetz noch nach der Satzung der Gesellschaft ein besonderes Formerfordernis. Kreditinstitute, Aktionärsvereinigungen und diesen gemäß § 135 Abs. 8 und 10 AktG gleichgestellte Personen oder Institutionen können im Rahmen der für sie bestehenden aktiengesetzlichen Sonderregelung (§ 135 AktG) eigene Anforderungen an die ihnen zu erteilenden Vollmachten vorsehen. Nach § 135 Abs. 1 Satz 2 AktG ist insbesondere die Vollmacht von der bevollmächtigten Person oder Institution nachprüfbar festzuhalten. Möglicherweise verlangen in einem solchen Fall die zu Bevollmächtigenden eine besondere Form der Vollmacht. Bitte stimmen Sie sich daher, wenn Sie ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung oder eine andere der in § 135 Abs. 8 und 10 Aktiengesetz gleichgestellten Personen oder Institutionen bevollmächtigen wollen, mit dem zu Bevollmächtigenden rechtzeitig über etwaige Formerfordernisse der Vollmacht ab.
Für die Erteilung der Vollmacht bzw. deren Widerruf gegenüber der Gesellschaft und die Übermittlung des Nachweises einer gegenüber dem zu Bevollmächtigenden erklärten Vollmacht bzw. deren Widerruf stehen folgende Postanschrift, Faxnummer oder E-Mail-Adresse zur Verfügung:
Zusätzlich bieten wir unseren Aktionären an, den von der Gesellschaft benannten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter („Stimmrechtsvertreter“), Herr Alexander Conrad, München, für die Hauptversammlung zu bevollmächtigen. Der Stimmrechtsvertreter ist verpflichtet, gemäß den Weisungen der Aktionäre abzustimmen. Ihm müssen daher neben der Vollmacht zusätzlich Weisungen für die Ausübung des Stimmrechts erteilt werden. Auch in diesem Fall bedarf es der ordnungsgemäßen Anmeldung durch den Aktionär. Ohne eine ausdrückliche und eindeutige Weisungserteilung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten können die Stimmrechte von dem Stimmrechtsvertreter nicht ausgeübt werden. Vollmacht und Weisungen an den Stimmrechtsvertreter müssen in Textform erteilt werden. Die Aktionäre, die dem Stimmrechtsvertreter eine Vollmacht erteilen möchten, können hierzu ebenfalls das den Aktionären zusammen mit der Eintrittskarte zugesandte Vollmacht- und Weisungsformular zur Hauptversammlung, das auch im Internet unter
unter der Rubrik „Hauptversammlung“ abrufbar ist, verwenden. Vollmachten, Vollmachtnachweise und Weisungen an den Stimmrechtsvertreter per Post, Fax oder Email müssen bei der Gesellschaft unter der oben für die Vollmachterteilung angegebenen Postanschrift, Faxnummer bzw. E-Mail-Adresse bis zum 30. August 2017 (24:00 Uhr) zugehen. Daneben kann eine Bevollmächtigung des Stimmrechtsvertreters bis zum Beginn der Abstimmung auch noch auf der Hauptversammlung selbst erfolgen; ein entsprechendes Formular erhalten teilnahmeberechtigte Aktionäre bzw. ihre Vertreter am Tag der Hauptversammlung an der Einlasskontrolle zur Hauptversammlung.
Sollte der Aktionär oder eine von ihm bevollmächtigte Person an der Hauptversammlung persönlich teilnehmen, wird eine zuvor erteilte Vollmacht an die von der Gesellschaft als Stimmrechtsvertreter benannten Mitarbeiter nebst Weisungen gegenstandslos.
Gegenanträge und Wahlvorschläge nach §§ 126, 127 AktG müssen bis zum Ablauf des 16. August 2017 (24:00 Uhr) ausschließlich an die nachstehende Adresse übersandt sein:
Fax: + 49 89 189 085 199
unter der Rubrik „Hauptversammlung“ unverzüglich zugänglich gemacht.
Die FIDOR Bank AG hat auch im Geschäftsjahr 2015 ihre Entwicklung als führende unabhängige digitale Bankenplattform weiter ausgebaut. Mit ihrer kundenzentrierten und technologiegetriebenen Geschäftsstrategie gestaltet die Bank seit nunmehr sechs Jahren die Welt der digitalen Finanzdienstleistungen in Europa und darüber hinaus aktiv mit.
Die Zahl der Retail- und Geschäftskunden stieg von Ende 2014 auf Ende 2015 um 75 % auf rund 102 Tsd. Das Kundenwachstum wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ohne nennenswerten Einsatz von kostenintensiven Marketinginstrumenten erzielt. Die Zahl der Nutzer in der deutschen Community wuchs von 264 Tsd. auf 317 Tsd. – dies belegt die nach wie vor starke Attraktivität dieser Social -Media Plattform.
Für die besonders effektive Nutzung von Technologie im Banking verlieh das unabhängige internationale Marktforschungsunternehmen Celent der FIDOR Bank den Innovationspreis „Model Bank of the Year 2015“.
Die FIDOR Bank AG ist auf dem Weg der Internationalisierung im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Schritte gegangen. So werden in Großbritannien für Privatkunden Einlagenprodukte (Savings bonds) sowie eine dem FIDOR Smart Konto vergleichbare Kontenlösung angeboten, die sich vor allem durch eine günstige Anbindung an den SEPA- Zahlungsverkehr auszeichnet.
Mit der Anbahnung einer Kooperationsvereinbarung mit einem namhaften Telefonanbieter auf dem Heimatmarkt Deutschland konnte ein großer „No- Stack-Banking“ -Kunde gewonnen werden, für dessen Kunden die Fidor Bank die entsprechenden Bankdienstleistungen anbieten wird.
Die Bilanzsumme der FIDOR Bank Gruppe erhöhte sich zum 31.12.2015 im Konzernabschluss gegenüber dem Jahresultimo 2014 um EUR 141,13 Mio. (47,51 %) auf EUR 438.19 Mio. (Einzelabschluss der FIDOR Bank AG: um EUR 142,25 Mio. (31,86 %) auf EUR 446,45 Mio.).
Das Zinsgeschäft wurde entsprechend der Risikopolitik der Bank weiter entwickelt.
So stiegen die Forderungen an Kunden im Konzernabschluss von EUR 215,79 Mio. in 2014 (27,20 %) auf EUR 274,49 Mio. in 2015 (Einzelabschluss der FIDOR Bank AG: von EUR 219.20 Mio. in 2014 auf EUR 279,80 Mio. in 2015). Nach wie vor resultierten diese sowohl aus dem von der Bank entwickelten eigenen Kreditgeschäft als auch insbesondere aus der Finanzierung von Forderungsportfolien ausgewählter Kooperationspartner.
Im Einlagengeschäft erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden im Konzernabschluss von EUR 269,55 Mio. in 2014 auf EUR 399,06 Mio. in 2015 (Einzelabschluss der FIDOR Bank AG: von EUR 269,55 Mio. in 2014 auf EUR 399,38 Mio. in 2015). Die Bank gewinnt neue Einlagenkunden vor allem durch attraktive Kontenlösungen, die mit einer Vielzahl an Funktionen ausgestattet sind.
Das Zinsergebnis im Konzernabschluss stieg von EUR 12,46 Mio. in 2014 auf EUR 21,25 Mio. in 2015 (Einzelabschluss der FIDOR Bank AG: von 12,55 Mio. EUR in 2014 auf 21,41 Mio. EUR in 2015) und entsprach damit den prognostizierten Ergebnissen.
Über einen britischen Portfoliopartner der Bank wurde ein Insolvenzplanverfahren eröffnet. Die Bank konnte das betreffende Portfolio auf eine dritte Gesellschaft übertragen, um das Portfolio weiterhin systematisch abwickeln zu können.
Das Provisionsergebnis der FIDOR Bank Gruppe erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,65 Mio. und beträgt EUR 4,00 Mio. in 2015. Die Provisionserlöse mit White-Label-Kooperationen sowie Lizenzerlöse aus dem Vertrieb von fOS lieferten einmal mehr einen wichtigen Ergebnisbeitrag.
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 die Aufgaben, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegen, sorgfältig wahrgenommen. Er hat demgemäß die Geschäftsführung des Vorstands regelmäßig überwacht und beratend begleitet und sich dabei ausführlich mit der Situation und den Aussichten des Unternehmens befasst. Dabei waren wir in alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind, unmittelbar eingebunden.
Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig, zeitnah und umfassend vom Vorstand mündlich und schriftlich unterrichtet. Es fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt sechs ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt, in denen der Vorstand den Aufsichtsrat über die Geschäftsführung der Gesellschaft umfassend, ausführlich, zeitnah, schriftlich und mündlich sowie den gesetzlichen Vorgaben entsprechend informierte. Die Aufsichtsratssitzungen fanden statt am 30. Januar, am 21. April, am 9. Juni, am 31. Juli, am 23. September sowie am 30. November. Zusätzlich wurden am 15. Juli sowie am 23. Dezember zwei Telefon-Sitzungen abgehalten. Dabei wurde der Gang der Geschäfte, die Lage der Gesellschaft und des Konzerns sowie die Strategie und Planung der Gesellschaft behandelt. Sämtliche für das Unternehmen bedeutsame Projekte und Geschäftsvorgänge haben wir auf Basis der Berichte des Vorstands in den Aufsichtsratssitzungen eingehend erörtert. In den einzelnen Sitzungen wurde detailliert die Lage und Struktur der Gesellschaft und der Konzerngesellschaften sowie auch die strategische Entwicklung des Konzerns erörtert.
Im Einzelnen wurde insbesondere die Entwicklung der Kapitalsituation in Bezug auf die Einhaltung der Kennzahlen und der Risikotragfähigkeit sowie deren Auswirkungen auf das Einlagen- und Kreditgeschäft sowie die Weiterentwicklung des Partnergeschäfts erörtert. Die Erörterung der Kapitalsituation und Kreditstrategie mit entsprechender Planung in Zusammenhang mit den in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat ausgearbeiteten Strategien zur weiteren Kapitalisierung des Instituts führten in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zum in Sommer 2015 vollzogenen De- Listing der Fidor Bank AG-Aktie. Diese Revision der bisherigen Kapitalmarktstrategie wurde vom Aufsichtsrat als wichtiger Schritt zur Vorbereitung größerer Kapitalmaßnahmen verstanden und entsprechend unterstützt.
Insbesondere diskutierte der Aufsichtsrat intensiv die Kapitalerhöhungen und den damit verbundenen Ausschluss des Bezugsrechts, sowie die Beschlussfassung zum Markteintritt nach UK, als auch den Teilverkauf der Anteile an der Fidor TecS AG und stimmt diesen nach Abwägung aller Argumente einstimmig zu.
Der strategische Fokus im Bereich des Kreditgeschäfts wird zukünftig im Rahmen der Expansionsstrategie weiter und verstärkt auf das Geschäft mit bankeigenen Kreditprodukten gelegt, was perspektivisch mit der Reduzierung des Portfoliogeschäftes einhergeht. Diese Kreditstrategie wurde in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entwickelt und mit dessen voller Unterstützung umgesetzt. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in UK wurde die weitere internationale Ausrichtung der Fidor Gruppe sowie die Markteinführung neuer innovativer Angebote weiter erörtert. Neben der Entwicklung der Tochtergesellschaften – insbesondere Fidor TecS AG (jetzt Fidor AG) und FidorFactory GmbH – mit den entsprechenden Strategien wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls die Entwicklungen der Joint Ventures und Partnerunternehmen sowie die Großprojekte mit Partnerunternehmen jeweils einzeln mit einer Darstellung von Projektfortschritt und Risiken besprochen.
Alle risikorelevanten Aspekte wurden anhand des Quartalsweise vom Risikomanagement der Gesellschaft vorgelegten Risikoreports sowie basierend auf Fallweisen Einzelberichterstattungen ausführlich erörtert. Besonders eng begleitet wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Insolvenzfall im Kreditportfoliogeschäft in England, der auch im Geschäftsjahr 2016 in seiner Betreuung und der Entwicklung des Risikoprofils entsprechend laufend mit dem Aufsichtsrat abgestimmt wird.
Mit der Weiterentwicklung des Profils der Gesellschaft haben wir erneut besonderen Wert auf die kontinuierliche Verbesserung der Organisations- und Personalentwicklung gelegt und diese aktiv begleitet. Auch die Weiterentwicklung des Vergütungssystems für die Führungskräfte der Fidor Gruppe war erneut ein zentrales Thema in den Diskussionen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand der Gesellschaft.
Zwischen den Sitzungsterminen berichtete der Vorstand schriftlich und mündlich über die Themen der Geschäftsführung. Außerdem stand der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und ließ sich vom Vorstand über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten.
Der Aufsichtsrat hat den zustimmungspflichtigen Geschäften, die ihm der Vorstand gemäß den Regelungen der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates bzw. nach Gesetz und Hauptversammlungsbeschlüssen vorgelegt wurden, nach sorgfältiger Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand zugestimmt. Insbesondere stimmte der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung der Erhöhung des Grundkapitals durch Ausgabe neuer Stückaktien aus dem genehmigten Kapital sowie der Bestellung von Herrn Wolfgang Strobel zum Vorstand der Fidor Bank AG zu.
Wir freuen uns, mit Herrn Wolfgang Strobel weitere Unterstützung auf Vorstandsebene gefunden zu haben, die den Wachstumskurs der Gesellschaft tatkräftig unterstützen kann. Seine langjährigen Erfahrungen im Bereich Kreditgeschäft und Operation s zusammen mit seiner pragmatischen Herangehensweise erachten wir als optimales Profil zur Ergänzung des bestehenden Managements der Bank.
Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015, die vom Vorstand jeweils nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt wurden, wurden von der durch die Hauptversammlung 2015 als Abschlussprüfer gewählten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Die Prüfungen haben zu einem jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk geführt. Der geprüfte Jahresabschluss mit dem Lagebericht sowie der geprüfte Konzernjahresabschluss mit dem Konzernlagebericht sowie die jeweiligen Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet, so dass ausreichend Gelegenheit zu ihrer Prüfung bestand. Der Aufsichtsrat hat die Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2015 und das Ergebnis der Prüfung eingehend in Anwesenheit des Abschlussprüfers am 22. Juli 2016 erörtert. Der Jahresabschluss einschließlich des Lageberichtes und der Konzernabschluss einschließlich des Konzernlageberichtes für das Geschäftsjahr 2015 wurden vom Aufsichtsrat sorgfältig geprüft. Der Aufsichtsrat stimmt den Prüfungsergebnissen des Abschlussprüfers nach umfassender eigener Prüfung von Jahresabschluss und Lagebericht sowie Konzernjahresabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 der der FIDOR Bank AG. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2015 und den Konzernabschluss 2015 jeweils gebilligt. Der Jahresabschluss der FIDOR Bank AG für das Geschäftsjahr 2015 ist damit festgestellt.
Die Bestellung des Aufsichtsratsmitglieds Andreas Thümmler endete mit der Niederlegung seines Amtes im September 2015. Wir danken ihm sehr für die langjährige Begleitung der Gesellschaft und für die wertvollen Beiträge. Ebenso danken wir Herrn Dr. Christian Becker für die tatkräftige Unterstützung in der Weiterentwicklung der Organisation, der sein Mandat Ende Juli 2016 ebenfalls niederlegt.
Für die Wahl in den Aufsichtsrat schlagen wir der Hauptversammlung 2016 vor:
Herrn Dr. Ingo Meyer, wohnhaft in München, tätig als Rechtsanwalt für MARIACHER RECHTSANWÄLTE, München.
Herrn Dr. Andreas Beyer, wohnhaft in München, tätig als Geschäftsführer der Lombardiello GmbH, München.
Der Aufsichtsrat gratuliert dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FIDOR -Bank Gruppe zum erfolgreichen Ausbau des operativen Bankbetriebes und dankt allen Beteiligten für die geleistete Arbeit. Der Aufsichtsrat wird weiterhin den Vorstand im Interesse der Gesellschaft und aller ihrer Stakeholder mit der gebotenen Sorgfalt begleiten und überwachen.
Miguel Rueda, Vorsitzender des Aufsichtsrats
a) Kassenbestand 823,00 564,71
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 89.538.958,26 16.100.734,76
89.539.781,26 16.101.299,47
– darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 89.538.958,26 (EUR 16.100.734,76)
a) täglich fällig 19.081.062,40 10.077.033,59
b)andere Forderungen 5.079.375,00 10.057.805,54
24.160.437,40 20.134.839,13
3. Forderungen an Kunden 279.804.873,41 219.200.562,01
aa) von öffentlichen Emittenten 17.670.304,06 13.534.559,75
– darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank EUR 17.670.304,06 (EUR 13.534.559,75)
17.670.304,06 13.534.559,75
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.593.924,97 1.902.479,31
6. Beteiligungen 11.447.679,91 11.447.679,91
7. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.627.738,01 2.679.592,19
8. Treuhandvermögen 636.902,81 824.579,64
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.092.519,00 749.921,00
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.988.157,20 1.425.391,20
3.080.676,20 2.175.312,20
10. Sachanlagen 347.625,00 120.663,00
11. Sonstige Vermögensgegenstände 11.857.914,56 12.249.495,20
12. Rechnungsabgrenzungsposten 19.635,00 185.235,55
13. Aktive latente Steuern 3.658.000,00 3.639.000,00
446.445.492,59 304.195.297,36
aa) täglich fällig 155.541.024,16 82.825.830,03
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 243.843.358,54 186.728.257,31
399.384.382,70 269.554.087,34
2. Treuhandverbindlichkeiten 636.902,81 824.579,64
3. Sonstige Verbindlichkeiten 2.899.390,93 1.326.955,88
a) Steuerrückstellungen 210.260,48 210.260,48
b) andere Rückstellungen 1.626.300,00 1.322.470,00
1.836.560,48 1.532.730,48
5. Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlagen 0,00 1.466.247,75
6. Nachrangige Verbindlichkeiten 8.294.507,00 2.500.000,00
a) Eingefordertes Kapital Gezeichnetes Kapital 7.401.230,00 6.594.753,00
b) Kapitalrücklage 27.524.867,23 21.835.096,48
ca) gesetzliche Rücklage 812,10 812,10
cb) andere Gewinnrücklagen 1.204.000,00 1.204.000,00
1.204.812,10 1.204.812,10
d) Bilanzverlust – 2.737.160,66 – 2.643.965,31
buchmäßiges Eigenkapital 33.393.748,67 26.990.696,27
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 26.711.439,27 16.977.447,70
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 12.235,40 18.342,28
26.723.674,67 16.995.789,98
2. Zinsaufwendungen 5.308.269,67 4.449.656,93
Zinsergebnis 21.415.405,00 12.546.133,05
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 38.217,26 60.142,70
4. Provisionserträge 4.478.999,00 3.528.306,63
5. Provisionsaufwendungen 1.244.801,24 528.265,21
Provisionsergebnis 3.234.197,76 3.000.041,42
6. Sonstige betriebliche Erträge 4.057.403,38 6.854.256,02
aa) Löhne und Gehälter 4.982.842,56 3.264.715,49
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 666.359,30 500.307,17
– darunter: für Altersversorgung EUR 20.797,33 (EUR 19.677,22)
Summe Personalaufwand 5.649.201,86 3.765.022,66
b) andere Verwaltungsaufwendungen 16.407.557,06 10.668.435,17
22.056.758,92 14.433.457,83
8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte Und Sachanlagen 580.378,09 470.493,46
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 6.293.740,34 3.867.520,51
10. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 76.186,74 0,00
11. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit – 109.467,21 3.689.101,39
12. Steuern vom Einkommen Und vom Ertrag – 16.271,86 1.308.266,42
13. Jahresfehlbetrag 93.195,35 – 2.380.834,97
14. Verlustvortrag aus Dem Vorjahr 2.643.965,31 5.024.800,28
15. Bilanzverlust 2.737.160,66 2.643.965,31
Der vorliegende Jahresabschluss der Fidor Bank AG zum 31. Dezember 2015 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach der RechKredV. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird in der Staffelform dargestellt.
Die Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden täglich fällig“ enthält Positionen, die im Vorjahr unter dem Bilanzposten „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist“ ausgewiesen wurden. Der Vorjahresausweis wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Der Gesamtwert der Umgegliederten Positionen betrug im Geschäftsjahr EUR 8.892,00 (Vj. EUR 7.617,39).
Die GuV -Position „Andere Verwaltungsaufwendungen“ enthält Positionen, die im Vorjahr unter der GuV -Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen wurden. Der Vorjahresausweis wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Der Gesamtwert der Umgegliederten Positionen betrug im Geschäftsjahr EUR 76.546,04 (Vj. EUR 47.856,71).
Die Barreserve und Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nennwert angesetzt.
Forderungen an Kunden werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Soweit erforderlich wurden Wertberichtigungen vorgenommen. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich nach den für das Anlagevermögen geltenden Bewertungsgrundsätzen mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Börsen- oder Marktpreis bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bezahlte Stückzinsen und abgegrenzte (anteilige) Zinsen werden zusammen mit dem jeweiligen Wertpapier ausgewiesen. Treuhandvermögen wird mit den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert angesetzt.
Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten angesetzt und – soweit abnutzbar – um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren.
Selbstgeschaffene immaterielle Anlagewerte werden mit den bei der Entwicklung anfallenden Herstellungskosten angesetzt und – soweit abnutzbar – um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren.
Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgten nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze. Die Abschreibungen auf Zugänge erfolgen zeitanteilig. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 410,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen und Vermögensgegenstände ausgewiesen, die einem anderen Posten nicht zugeordnet werden können. Diese werden zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wurden Wertberichtigungen vorgenommen.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Ausgaben, die Aufwand nach dem Bilanzstichtag darstellen.
Aktive latente Steuern werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Steuerentlastungen nachfolgender Geschäftsjahre ermittelt (sog. liability method). Derzeit wird demzufolge ein Steuersatz von 32,98 % (Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer) zugrunde gelegt. Bei der Berechnung aktiver latenter Steuern werden steuerliche Verlustvorträge in Höhe der auf Grund der vorliegenden Unternehmensplanung innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnungen berücksichtigt. Sich ergebende Steuerentlastungen werden mit sich ergebenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) verrechnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, Treuhandverbindlichkeiten sowie die sonstigen Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die anderen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Rückstellungen umfassen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung des Bankbuches zur Ermittlung eines Verpflichtungsüberhanges aus den am Abschlussstichtag noch offenen (schwebenden) Zinsansprüchen und Zinsverpflichtungen erfolgte nach der statisch barwertigen Betrachtungsweise. Aufgrund der Berechnung ergab sich am Bilanzstichtag kein Verpflichtungsüberschuss, weshalb keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung gemäß § 340a i. V. m. § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB gegeben war.
Nachrangige Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Entsprechend § 340f Abs. 3 HGB werden die „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft“ mit den „Erträgen aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft“ verrechnet und in einem Aufwands- oder Ertragsposten ausgewiesen.
Entsprechend § 340c Abs. 2 Satz 1 HGB werden die „Abschreibungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertpapiere des Anlagevermögens“ mit den „Erträgen aus Zuschreibungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und Wertpapiere des Anlagevermögens“ verrechnet und in einem Aufwands- oder Ertragsposten ausgewiesen. In diese Verrechnung wird auch das Geschäftsergebnis aus Finanzanlagen einbezogen.
Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die vereinnahmten Zinsen wurden zum monatlichen Durchschnittskurs bewertet.
Soweit Vermögensgegenstände und schwebende Geschäfte zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit Finanzinstrumenten zusammengefasst wurden (Bewertungseinheit), wurden § 249 Abs. 1, § 252 Abs. 1 Nr. 3 und 4, § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 256a HGB in dem Umfang und für den Zeitraum nicht angewandt, in dem die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme sich ausgeglichen haben. Abweichend vom vergangenen Geschäftsjahr wurde als Buchungsverfahren nunmehr die Durchbuchungsmethode verwendet, da diese Methode im Gegensatz zur Einfrierungsmethode der Ausweis der währungsgesicherten Forderungen und Verbindlichkeiten zum Stichtagswert in der Bilanz dargestellt werden. Beide Methoden führen zum gleichen Währungsergebnis. Insofern Vermögensgegenstände durch Termingeschäfte besonders gedeckt sind (§ 340 h HGB), werden Erträge, die sich aus der Währungsumrechnung ergeben, in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.
Derivative Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung der auf Fremdwährung lautenden Kundenforderungen. Sie werden als schwebende Geschäfte nicht in der Bilanz erfasst.
Aufgliederung nach Restlaufzeiten
bis drei Monate 0,00 5.000.000,00
mehr als drei Monate bis ein Jahr 5.079.375,00 5.057.805,54
Gesamt 5.079.375,00 10.057.805,54
bis drei Monate 51.230.113,53 47.675.678,03
mehr als drei Monate bis ein Jahr 75.642.021,98 55.277.451,05
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 143.187.420,32 110.561.833,50
mehr als fünf Jahre 109.255,28 222.335,67
mit unbestimmter Laufzeit 9.636.062,31 5.463.263,76
Gesamt 279.804.873,41 219.200.562,01
Die Forderungen an Kunden enthalten Forderungen an verbundene Unternehmen einschließlich Zinsen in Höhe von EUR 5.591.967,72 (Vj. EUR 3.534.889,39). Die Forderungen an Kunden enthalten außerdem Forderungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Diese betragen EUR 290.415,52 (Vj. EUR 316.119,52).
Anteil 31.12.2015 % Eigenkapital 31.12.2014
TEUR Ergebnis 2014
Demekon Holding GmbH, München 40,00 % 4.039 4
Panda Fintech Inc. 49,50 % * *
Fidor East Europe GmbH, Wien 49,00 % 3.552 – 403
Fin-Bet Ltd., London 28,47 % 112 – 73
Fidor Factory GmbH, München (vorm. Fidor Payment Services GmbH) 100,00 % 36 – 109
Fidor AG, München (vorm. Fidor TecS AG) 100,00 % 439 – 263
FIDEMA GmbH (vorm. SP Capital GmbH), München 55,00 % 3 – 14
* Wegen Neugründung in 2014 liegen noch keine Abschlüsse vor
Der Posten enthält ausschließlich börsenfähige Wertpapiere. Sämtliche ausgewiesene Wertpapiere sind wie im Vorjahr börsennotiert. Die Aufgliederung nach Restlaufzeiten stellt sich wie folgt dar:
bis drei Monate 96.095,87 68.690,99
mehr als drei Monate bis ein Jahr 2.634.467,19 3.151.350,76
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 6.842.418,00 10.314.518,00
mehr als fünf Jahre 8.097.323,00 0,00
Gesamt 17.670.304,06 13.534.559,75
Die Entwicklung der dem Anlagebestand zugeordneten Wertpapiere ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.
Der Posten beinhaltet ausschließlich börsenfähige Wertpapiere und setzt sich wie folgt zusammen:
Börsennotierte Wertpapiere 0,00 350,00
Nicht börsennotierte Wertpapiere 1.593.924,97 1.902.129,31
Gesamt 1.593.924,97 1.902.479,31
Die Position „nicht börsennotierte Wertpapiere“ enthält Anteile an einem Immobilienfonds i. H. v. EUR 142.311,54 (Vj. EUR 450.515,88) sowie Aktien an nicht börsennotierten inländischen Aktiengesellschaften i. H. v. EUR 1.235.613,43 (Vj. EUR 1.235.613,43).
Die Entwicklung der Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Der Posten beinhaltet keine börsenfähigen Wertpapiere.
Die Entwicklung der Beteiligungen ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Die Entwicklung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Treuhandvermögen / -Verbindlichkeit
Bei den ausgewiesenen Beträgen handelt es sich einerseits um Gelder aus sog. „Crowd-Finance-Projekten“ i. H. v. EUR 97.725,55 (Vj. EUR 295.890,87), die als Guthaben bei der Deutschen Bundesbank hinterlegt sind. Außerdem sind Kundeneinzahlungen i. H. v. EUR 539.177,26 (Vj. EUR 528.688,77) u. a. von noch nicht voll legitimierten Kunden enthalten, die ebenfalls als Guthaben bei der Deutschen Bundesbank hinterlegt sind. Das Treuhandvermögen ist in gleicher Höhe als Treuhandverbindlichkeit in der Bilanz ausgewiesen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich im Geschäftsjahr auf EUR 3.944.841,43 (Vj. EUR 3.519.292,36). Davon wurden im Jahr 2015 EUR 496.712,00 (Vj. EUR 485.363,36) als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert.
Die Entwicklung der immateriellen Anlagewerte ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Bei den ausgewiesenen Sachanlagen in Höhe von EUR 347.625,00 (Vj. EUR 120.663,00) handelt es sich wie im Vorjahr in voller Höhe um Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die Entwicklung der Sachanlagen ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Anlagenspiegel zum 31.12.2015
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 8.765.617,42 12.665.688,64 3.285.000,00 0,00 18.146.306,06
aa) von öffentlichen Emittenten 8.765.617,42 12.665.688,64 3.285.000,00 0,00 18.146.306,06
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.035.885,72 0,00 308.554,34 0,00 1.727.331,38
Beteiligungen 11.447.679,91 0,00 0,00 0,00 11.447.679,91
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.679.592,19 0,00 51.854,18 0,00 2.627.738,01
Immaterielle Anlagewerte 3.558.039,01 1.405.639,29 0,00 0,00 4.963.678,30
a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 876.846,86 496.712,00 0,00 0,00 1.373.558,86
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.681.192,15 908.927,29 0,00 0,00 3.590.119,44
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sachanlagen 232.489,87 307.064,80 27.006,05 0,00 512.548,62
Gesamtsumme 28.719.304,12 14.378.392,73 3.672.414,57 0,00 39.425.282,28
Euro Abschreibungen
Euro Zuschreibungen
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 234.661,00 0,00 241.341,00 0,00 0,00 0,00 476.002,00
aa) von öffentlichen Emittenten 234.661,00 0,00 241.341,00 0,00 0,00 0,00 476.002,00
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 133.406,41 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 133.406,41
Immaterielle Anlagewerte 1.382.726,81 0,00 500.275,29 0,00 0,00 0,00 1.883.002,10
a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 126.925,86 0,00 154.114,00 0,00 0,00 0,00 281.039,86
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.255.800,95 0,00 346.161,29 0,00 0,00 0,00 1.601.962,24
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sachanlagen 111.826,87 0,00 80.102,80 0,00 27.006,05 0,00 164.923,62
Gesamtsumme 1.862.621,09 0,00 821.719,09 0,00 27.006,05 0,00 2.657.334,13
Euro 01.01.2015
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 17.670.304,06 8.530.956,42
aa) von öffentlichen Emittenten 17.670.304,06 8.530.956,42
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.593.924,97 1.902.479,31
Beteiligungen 11.447.679,91 11.447.679,91
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.627.738,01 2.679.592,19
Immaterielle Anlagewerte 3.080.676,20 2.175.312,20
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
Sachanlagen 347.625,00 120.663,00
Gesamtsumme 36.767.948,15 26.856.683,03
Im Zusammenhang mit dem Kreditkartengeschäft wurden im Geschäftsjahr Sicherheitsleistungen und Beträge zur Sicherstellung der Abwicklung des Geschäftsverkehrs in Höhe von insgesamt EUR 3.802.334,24 (Vj. EUR 5.064.545,82) hinterlegt bzw. zur Verfügung gestellt.
Tilgungen in Höhe von EUR 138.316,57 (Vj. EUR 6.004.640,96) aus angekauften Kundenforderungen, die bereits beim Factoringnehmer eingegangen sind, aber an uns noch nicht ausgekehrt werden konnten, werden als Geldtransit unter sonstige Vermögensgegenstände ausgewiesen.
Ausgewiesen werden aktive latente Steuern aus den zum 31. Dezember 2015 bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen (Körperschaft- und Gewerbesteuer). Bei der Berechnung wird davon ausgegangen, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre die Verlustverrechnung in vollem Umfang erfolgt.
Passive latente Steuern, die sich aus der Aktivierung von selbstgeschaffenen immateriellen Anlagewerten ergeben, werden verrechnet.
täglich bis drei Monate 50.995.132,03 35.392.376,97
mehr als drei Monate bis ein Jahr 89.143.758,94 62.614.805,80
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 103.704.467,57 88.728.691,93
Gesamt 243.843.358,54 186.735.874,70
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten in Höhe von EUR 592.935,98 (Vj. EUR 188.749,46) Verbindlichkeiten aus Steuern.
Darüber hinaus betreffen die sonstigen Verbindlichkeiten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebs (EUR 926.296,33; Vj. EUR 574.663,26).
Die für die nachrangigen Verbindlichkeiten angefallenen Aufwendungen betragen EUR 150.000,00. Es handelt sich um ein Darlehen in Höhe von EUR 2.500.000,00 mit einer Laufzeit bis 30. April 2020 und einer nominalen Verzinsung von 6 % p. a. Die nachrangigen Verbindlichkeiten dürfen im Fall einer Insolvenz oder einer Liquidation erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden. Eine Rückzahlungsverpflichtung oder Ansprüche auf Zinszahlungen bestehen solange nicht. Eine Umwandlung in Kapital oder in eine andere Schuldform ist vertraglich nicht festgeschrieben. Die Tilgung erfolgt endfällig. Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung kann nicht entstehen. Das Darlehen erfüllt die Kriterien an regulatorisches Eigenkapital gemäß den seit 1. Januar 2014 gültigen Capital Requirements Regulations (CRR) und der Capital Requirements Directive IV (CRD IV). Nach allen genannten gesetzlichen Regelungen wird das Darlehen als „Tier 2-Kapital“ definiert.
Außerdem bietet die Fidor Bank AG im Rahmen ihres Passivgeschäftes seit September 2015 nachrangige Schuldverschreibungen (Kapitalbriefe) an Privatkunden mit Laufzeiten von 5, 8 und 10 Jahren an. Die Tilgung erfolgt endfällig. Zum Bilanzstichtag betrugen diese in Summe EUR 5.794.507. Abhängig von der Laufzeit beträgt der Zinssatz zwischen 4 und 8 %. Die nachrangigen Verbindlichkeiten dürfen im Fall einer Insolvenz oder einer Liquidation erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden. Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung kann nicht entstehen. Eine Umwandlung in Kapital oder in eine andere Schuldform ist vertraglich nicht festgeschrieben. Die Schuldverschreibungen erfüllen die Kriterien an regulatorisches Eigenkapital gemäß den vorgenannten gesetzlichen Anforderungen und werden als sog. „Tier-2-Kapital“ definiert. Die Zinsaufwendungen für diese nachrangigen Schuldverschreibungen betragen EUR 159.581,22.
Das Grundkapital der Gesellschaft ist eingeteilt in 7.401.230 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00.
Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft keine eigenen Aktien im Bestand.
Auf Grund der von der HV vom 15. Juli 2014 erteilten Ermächtigung ist die Erhöhung des Grundkapitals um EUR 177.727,00 auf EUR 6.772.480,00 durchgeführt worden. Die Kapitalerhöhung wurde am 16. Januar 2015 in das Handelsregister eingetragen. Das Genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 3.119.649,00.
Auf Grund der von der HV vom 15. Juli 2014 erteilten Ermächtigung ist die Erhöhung des Grundkapitals um EUR 628.750,00 auf EUR 7.401.230,00 durchgeführt worden. Die Kapitalerhöhung wurde am 01. April 2015 in das Handelsregister eingetragen. Das Genehmigte Kapital beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch EUR 2.490.899,00.
Im Rahmen der HV vom 30. Juli 2015 wurde die Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2014/I, die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals und die Änderung des § 3 (Genehmigtes Kapital) beschlossen.
Die Eintragung erfolgte am 10. August 2015 in das Handelsregister. Der Vorstand ist durch Beschluss der HV vom 15. Juli 2015 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 29. Juli 2020 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 3.700.615,00 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2015/I).
Am Bilanzstichtag stellt sich das Genehmigte Kapital wie folgt dar:
Genehmigtes Kapital 2015/I: EUR 3.700.615,00
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 22. August 2007 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um EUR 277.625,00 bedingt erhöht.
Das Bedingte Kapital wurde am 2. Oktober 2007 in das Handelsregister eingetragen.
Das Bedingte Kapital dient der Gewährung von Bezugsrechten an die Inhaber von Aktienoptionen.
Im Geschäftsjahr 2015 wurde ein Betrag in Höhe von EUR 5.689.770,75 in die Kapitalrücklage eingestellt (§ 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB).
Die Kapitalrücklage setzt sich zum 31.12.2015 wie folgt zusammen:
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB 26.922.830,83
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB 602.036,40
Kapitalrücklage 27.524.867,23
Im Bilanzverlust ist ein Verlustvortrag in Höhe von EUR 2.643.965,31 enthalten.
Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge in Höhe von EUR 4.848.519,00 (Vj. EUR 4.388.921,00) setzt sich wie folgt zusammen:
Selbstgeschaffene immaterielle Anlagewerte: EUR 1.092.519,00 (Vj. EUR 749.921,00).
Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge: EUR 4.018.000,00 (Vj. EUR 3.886.000,00). Abzüglich Passive latente Steuern auf selbstgeschaffene immaterielle Anlagewerte: EUR 360.000,00 (Vj. EUR 247.000,00).
Zum Stichtag 31. Dezember 2015 sind nominal EUR 5.000.000,00 (Vj. EUR 8.000.000,00) festverzinsliche Wertpapiere und Barmittel i. H. v. EUR 5.000.000,00 (Vj. EUR 2.000.000,00) als Sicherheit bei der Commerzbank AG hinterlegt.
Es bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind.
Derivative Finanzinstrumente – Bewertungseinheit
Zum Bilanzstichtag bestehen derivative Finanzinstrumente mit einem positiven (Vj. negativen) Zeitwert (Marktwert) in Höhe von EUR 3.511.860,55 (Vj. EUR -2.009.328,97). Es handelt sich hierbei um Over-the-Counter (OTC) gehandelte Devisentermingeschäfte und Devisenswapgeschäfte, die im Rahmen eines Portfolio-Hedges abgeschlossen wurden. Die ausschließlich zum Zwecke der Absicherung von Fremdwährungsrisiken erworbenen Derivativen Geschäfte werden in eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB mit den zugrundeliegenden Forderungen einbezogen. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird durch Gegenüberstellung des Cash-Flows aus den zugrundeliegenden Kundenforderungen und den Derivaten gemessen. Die Devisentermingeschäfte decken hierbei den Tilgungsanteil der eingehenden Raten ab. Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden vollständig in die Sicherung einbezogen. Hieraus resultiert ein Ausgleich der negativen und positiven Zahlungsströme aus den Buchwerten der Grundgeschäfte sowie den Absicherungsgeschäften. Die Wirksamkeit der Absicherung wird nach der sog. Dollar-Offset-Methode ermittelt. Ein Buchwert der Absicherungsgeschäfte ist nicht vorhanden.
Zum Jahresultimo bestehen acht Kontrakte mit einem Volumen von GBP 184.909.262,95 und ein Kontrakt über USD 6.538.000,00 (Vj. 10 Kontrakte i. H. v. GBP 155.017.541,81).
Die abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente dienen in Form einer besonderen Deckung gemäß § 340h HGB im vollen Umfang der Absicherung bestehender Kundenforderungen in Fremdwährungen. Das Fremdwährungsrisiko aus den über die Restlaufzeit der Kundenforderungen eingehenden Ratentilgungen wird durch betragsgleiche Absicherungsinstrumente ausgeglichen.
Im Übrigen wird auf die Ausführungen im Lagebericht verwiesen.
Beträge in Fremdwährung
Der Gesamtbetrag der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände, die auf Fremdwährung lauten, beträgt EUR 265.738.840,17 (Vj. EUR 198.199.923,52). Der Gesamtbetrag der im Jahresabschluss ausgewiesenen Schulden, die auf Fremdwährung lauten, beträgt EUR 1.295.000,49 (Vj. EUR 0,00).
Die Zinserträge gliedern sich nach folgenden geographischen Regionen:
Deutschland 1.468.973,72 1.809.636,07
Großbritannien 25.237.326,12 14.887.584,46
Sonstige 17.374,83 298.569,45
Gesamt 26.723.674,67 16.995.789,98
In der Position sind negative Zinserträge i. H. v. EUR 120.729,35 resultierend aus den über das Mindestreservesoll des Instituts hinausgehende Reserveguthaben bei der Deutschen Bundesbank.
Die Provisionserträge setzen sich wie folgt zusammen:
Erträge aus Partnergeschäft 2.509.765,48 2.030.923,76
Erträge aus Kreditkartengeschäft 583.588,04 201.357,22
Kreditvermittlung 84.447,56 244.196,27
Erträge aus Kreditgeschäft 469.034,20 169.145,34
Erträge aus Zahlungsverkehr 23.901,48 247.046,96
übrige Erträge 808.262,24 635.637,08
Gesamt 4.478.999,00 3.528.306,63
Erträge aus Beteiligungsveräußerungen 0,00 99.756,90
Erlöse Lizenzveräußerung und Einbringung von Lizenzen 2.500.000,00 4.116.629,60
Erträge aus selbst erstellten Anlagewerten 496.712,00 485.363,36
Erträge aus Währungsumrechnung 0,00 953.290,96
Erträge aus Versicherungsentschädigung 65.895,84 132,28
Erträge aus Veräußerung Leasinggüter 0,00 18.257,30
Sonstiges 994.795,54 1.180.825,62
Gesamt 4.057.403,38 6.854.256,02
Für das Jahr 2015 wurde auf das Jahresergebnis vor Steuern eine Forderung für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer von EUR 10.080,46 (Vj. Rückstellung EUR 210.260,48) gebildet.
Darüber hinaus sind saldierte Erträge aus der Zuführung aktiver latenter Steuern sowie aus der Zuführung passiver latenter Steuern in Höhe von EUR 19.000,00 (Vj. Aufwendungen in Höhe von EUR 1.098.000,00) ausgewiesen.
Die erhaltenen Zinserträge aus laufenden Kredit- und Geldmarktgeschäften betragen im Jahr 2015 EUR 26.469.572,09 (Vj. EUR 16.388.006,26).
Die gezahlten Zinsen aus laufenden Kredit- und Geldmarktgeschäften betragen im Jahr 2015 EUR 5.006.762,37 (Vj. EUR 4.118.681,67).
Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr im Durchschnitt 72 (Vj. 63) Arbeitnehmer. Davon waren 24 (Vj. 23) Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt. Darüber hinaus wurden im Jahresdurchschnitt 0 (Vj. 1) Arbeitnehmer zur Ausbildung bzw. als Praktikanten beschäftigt.
Das von dem Abschlussprüfer des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2015 berechnete Gesamthonorar für Tätigkeiten bei der Fidor Bank AG, München, beträgt EUR 521.973,22 (Vj. EUR 143.298,00).
Abschlussprüfungsleistungen: EUR 237.357,43 (Vj. EUR 129.377,00)
Andere Bestätigungsleistungen: EUR 24.713,54 (Vj. EUR 9.125,00)
Steuerberatungsleistungen: EUR 0,00 (Vj. EUR 0,00)
Sonstige Leistungen: EUR 259.902,25 (Vj. EUR 4.796,00)
Für die Prüfung des Jahresabschlusses der Gesellschaft für das vorige Geschäftsjahr wurde im Geschäftsjahr 2015 ein Betrag in Höhe von EUR 66.227,42 (Vj. EUR 32.251,39) als Aufwand erfasst.
Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, dem zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Bilanzverlust von EUR 2.737.160,66 auf neue Rechnung vorzutragen.
Matthias Kröner, Dipl.-Betriebswirt (FH), München (Sprecher des Vorstands)
Investor Relations/PR, Vertrieb/Marketing, Group-Development / Sales Support, Aktiv/Passiv Steuerung/Treasury, Business-Development Bank, Produkt -/Onlineentwicklung, Karte & Payment, Partner-Payment-Geschäft
Dr. Michael Maier, Dipl.-Kaufmann, Krailling, (ruhend seit 1. Mai 2016)
Projekt Management, Zahlungsverkehr, Operation s, Qualitätsmanagement, IT & Anwendungsentwicklung
Steffen Seeger, Dipl.-Kaufmann, Bad Homburg
Finanzen/Rechnungswesen, Meldewesen, Risikomanagement, Marktfolge/Kreditgeschäft, Recht & Outsourcingsteuerung, Innenbetrieb (Office-Management & Personal), interne Revision, Compliance/Geldwäsche
Wolfgang Strobel, Dipl.-Kaufmann, München (seit 1. Februar 2016)
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Gehaltsbestandteile des Vorstands für das Jahr 2015 betragen EUR 947.585,25 (Vj. EUR 1.074.879,28).
Gewährte Kredite an Vorstandsmitglieder
Zum 31. Dezember 2015 sind kurzfristig fällige Forderungen aus Kreditkartenabrechnungen von EUR 5.714,10 (Vj. EUR 0,00) gegenüber Mitgliedern des Vorstands ausgewiesen.
Miguel Rueda Hernando, Kaufmann, London/Großbritannien (Vorsitzender)
Bernhard Schmid, Kaufmann, München (stellv. Vorsitzender)
Dr. Christian Becker, Partner Rechtsanwaltskanzlei Görg, München
Sean Park, Geschäftsführer (Managing Director), Genf/Schweiz
Andreas Thümmler, Diplom-Informatiker, Rüdenau (bis 23. September 2015)
Martin Wright, Kaufmann, London/Großbritannien
Gesamtbezüge des Aufsichtsrats des Mutterunternehmens
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und seiner früheren Mitglieder betragen EUR 5.000,00 (Vj. EUR 12.500,00).
Im Geschäftsjahr wurden Bezüge für die Tätigkeit im Vorjahr i. H. v. EUR 5.000,00 (Vj. EUR 55.825,00) gewährt.
München, 31. März 2016/31. Mai 2016
Entwicklung in den einzelnen Risikoarten
Adressenausfallrisiko inkl. Beteiligungen
Das Geschäftsmodell adaptiert die Grundverhaltensweisen der im Markt akzeptierten Internet Communities und richtet sich glaubhaft an den Interessen der im Netz aktiven Kunden und Nutzer aus. Unter dem Motto „Banking mit Freunden“ wird eine konsequente und glaubwürdige Unternehmenskultur etabliert, die auf folgenden Elementen basiert:
Offener und gleichberechtigter Dialog der bestehenden und potentiellen Kunden miteinander und mit der Bank;
Einbeziehung der Kunden und Geschäftspartnern in die kontinuierliche Entwicklung von Dienstleistungen;
Erreichbarkeit, Feedback-Möglichkeiten und Verbreitung von Informationen über herkömmliche Banköffnungszeiten hinaus.
Damit differenziert sich die FIDOR Bank AG gegenüber anderen Finanzdienstleistern durch Schaffung eines hohen Maßes an Transparenz und Vergleichbarkeit. Die FIDOR Bank AG definiert entsprechend die Bankbeziehung zum digital-affinen Konsumenten und Firmenkunden neu.
Von zentraler Bedeutung für das Geschäftsmodell ist das eigenentwickelte Middlewaresystem fidorOS („fOS“). Mittels dieser innovativen Technologie wird ein plattformbasiertes, digitales Banken-Ökosystem realisiert, das über sogenannte API’s einfach anzusteuern ist. Es wird ergänzt um In banking APP- Lösungen, auch von nicht- Proprietären Angeboten sog. Fintechs, die den Funktionsumfang und damit das Angebot für den Kunden ständig erweitern. Die Kundengewinnung erfolgt hauptsächlich aus dem Nutzerkreis der Communityplattform, weshalb die Kundengewinnungskosten mit im Durchschnitt knapp EUR 15,00 pro Retailkunde deutlich niedriger sind als bei anderen Banken.
Die Zahl der Retail- und Geschäftskunden stieg von Ende 2014 auf Ende 2015 um 75 % auf rund 102 Tsd. Das Kundenwachstum wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ohne nennenswerten Einsatz von kostenintensiven Marketinginstrumenten erzielt. Mit dem Markteintritt in Großbritannien im 4. Quartal wurde der Zugang zu einem für das Fidor- Geschäftsmodell besonders relevanten Markt erreicht.
Die Zahl der Nutzer in der deutschen Community wuchs von 264 Tsd. auf 317 Tsd. – dies belegt die nach wie vor starke Attraktivität dieser Social-Media Plattform. Auch das neue britische Pendant wurde bereits positiv aufgenommen. Zum Jahresende hatten sich auf dieser Plattform bereits über 3.000 Nutzer registriert, auch in UK der Fidor Philosophie entsprechend im Wesentlichen ohne den Einsatz von Werbemaßnahmen.
Dem Privatkunden (Retailkunden) wird die umfassende Funktionalität des Kernproduktes, dem Fidor SMART Girokonto, in einem leicht zu bedienenden Design, durch Integration von eigenen und Drittanbieter-Lösungen geboten. Hierbei kann der Kunde sowohl über Webbrowser als auch durch Download von Apps aus sog. App-Stores für die von ihm benötigten Funktionalitäten den Zugang zu seinem Konto individuell und übersichtlich gestalten. Das FIDOR Bank AG spezifische „60 Sekunden Banking“ erlaubt die schnelle und einfach verständliche Abwicklung von Transaktionen. Die Fidor SMART Community bietet dem Kunden eine verbesserte Informationsqualität; die hier ermöglichte Transparenz fördert Vertrauen. Das Ergebnis zeigt sich darin, dass bereits über ein Drittel aller Retail-Kunden im Rahmen der Fidor Kundenbefragung FIDOR als Erstbankverbindung nutzen.
Für Firmenkunden wird ein digitales Konto als Fidor Smart Corporate Konto angeboten, das in seiner Funktionalität mit dem Fidor SMART Girokonto vergleichbar ist und ständig erweitert wird. Das Geschäftskonto bietet mit der „Fidor Corporate Card – Prepaid MasterCard“ eine kostengünstige Kartenlösung an.
Die zur Umsetzung des Geschäftsmodells entwickelten Softwarelösungen werden im zunehmenden Maße im Rahmen von Kooperationen anderen Banken, Finanzdienstleistern, aber auch „Non- Banks“ am Markt angeboten. Die FIDOR Bank Gruppe hat sich somit neben ihrer Ausrichtung als Digital Bank auch als Anbieter von Fintech-Lösungen etabliert. Über die Konzerngesellschaft FidorTecS AG (neu: Fidor AG) wird das multiwährungsfähige und mehrsprachig ausgebaute fOS als White Label-Lösung bei internationalen Partnern implementiert. Finanzdienstleistern wird somit die Möglichkeit geboten, eigene Kernbanksysteme über fOS mit individuellen Front- end- Lösungen zu vernetzen. Durch die API- Nutzung ist dies für mobile, wie auch für Browser basierte Angebote realisierbar.
Diese technologische Lösung wurde im März 2015 durch Olyver Wyman zur globalen „Model Bank of the year 2015“ ernannt. Diese einmalige Auszeichnung resultierte in einer weiteren Nachfragesteigerung nach der technologischen Lösung der Fidor TecS AG.
Unter Nutzung der europaweit gültigen Banklizenz der FIDOR Bank AG kann Nichtbank-Kunden sogar das komplette Spektrum von Bankdienstleistungen als sog. No- Stack-Banking Lösung angeboten werden.
Die FIDOR Bank ist auf dem Weg der Internationalisierung im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Schritte gegangen. So werden in Großbritannien für Privatkunden Einlagenprodukte (Savings bonds) sowie eine dem FIDOR Smart Konto vergleichbare Kontenlösung angeboten, die vor allem durch eine günstige Anbindung an den SEPA- Zahlungsverkehr auffällt. Mit der Anbahnung einer Kooperationsvereinbarung, die in 2016 mit einem namhaften Telefonanbieter auf dem Heimatmarkt Deutschland abgeschlossen wurde, konnte ein großer „No- Stack-Banking“- Kunde gewonnen werden, was das Kundenwachstum deutlich beschleunigen wird. Zudem wurde in Deutschland die erste sog. SMART Card eingeführt, eine Karte, die Maestro („EC-Kartenfunktionalität) und Master Card (Kreditkartenfunktionalität) mit Master Pass (NFC) auf nur einer Master Card kombiniert.
Im 3. Quartal des abgelaufenen Jahres haben Aufsichtsrat und Vorstand der FIDOR Bank AG beschlossen, sowohl der Fidor TecS AG als auch der FIDOR Bank AG eine jeweils eigenständigere Zukunft zu ermöglichen. Dies wird notwendig, da die weitere wertorientierte Entwicklung der Unternehmen nach voneinander abweichenden Kernerfolgs-Parametern erfolgen muss: Während die Bank die Einhaltung der relevanten regulativen Kennzahlen gewährleistet muss das Technik-Unternehmen in Innovation und Weiterentwicklung investieren, um eine Marktführende Infrastruktur verkaufen zu können.
Zur Stärkung der Mitarbeiterbindung im vor allen Dingen wettbewerbsintensiven Tec- Umfeld wurde den Mitarbeitern der Fidor Gruppe eine buy- in Möglichkeit in die Fidor TecS AG eröffnet. Diese Buy in Möglichkeit wurde durch den Aufsichtsrat der FIDOR Bank auf 15 % begrenzt und zum 31.12.2015 bereits zu rund 9 % ausgeübt. Die Maßnahme wurde im Rahmen einer Kapitalerhöhung in die Fidor TecS AG durchgeführt.
Das Wirtschaftswachstum 2015 in Deutschland zeigte sich weiter robust. Den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 %. Als Wachstumsmotor erwies sich der Konsum. Unterstützt wurde dies durch einen kräftigen Beschäftigungsaufbau, deutliche Verdienststeigerungen, Budgetentlastungen infolge des niedrigen Rohölpreises und zusätzlicher staatlicher Ausgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingszuwanderung 1. Darüber hinaus gab es Unterstützung durch eine stabile Auslandsnachfrage, bei der sich zwar die Nachfragedynamik aus den Schwellenländern deutlich abschwächte, aber eine weitgehende Kompensation durch Geschäft mit den USA erreicht wurde.
Auch die Inflation blieb auf ihrem niedrigen Niveau. Sowohl der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) als auch beim harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stiegen leicht auf +0,3 % beziehungsweise +0,2 % 2. Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt noch keine Wirkung auf das mittel- bis langfristige Inflationsziel.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland verringerte sich im Verlauf des vierten Quartals 2015, nachdem sie sich während des Sommerhalbjahres kaum verändert hatte. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ging um 0,1 % auf 6,3 % zurück 3.
Das Finanzierungsumfeld ist für Unternehmen und Privathaushalte in Deutschland weiterhin günstig. Dies gilt aber nicht für alle Ländern im Euro-Raum. So wurde durch die historisch niedrigen Zinsen die gute Einkommens- und Vermögenssituation der privaten Haushalte in Deutschland gestützt. Nach der Bank Lending Survey (BLS), einer Umfrage des Eurosystems zum Kreditgeschäft der Banken, hat sich besonders die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten sehr dynamisch entwickelt, während die Kreditvergabestandards nicht gelockert wurden. Im Dezember 2015 wurde mit einer Jahreswachstumsrate von 3,5 % der höchste Stand seit über 13 Jahren erreicht. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die gegenwärtige Entwicklung der Wohnungsbaukredite in Deutschland nicht ungewöhnlich. Das Niveau und die Entwicklung der Kredite an private Haushalte sind hier vergleichbar mit der in Frankreich oder den Niederlanden 4. Laut Berechnungen basierend auf Angaben der bulwiengesa AG nahmen die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Städten im Jahr 2015 um durchschnittlich 6 % zu, nachdem sich der Anstieg im Jahr zuvor recht deutlich von 7,5 % auf 5,5 % ermäßigt hatte. Damit war die Preisdynamik im Jahr 2015 annähernd so kräftig wie im Durchschnitt der fünf vergangenen Jahre 5.
1 Monatsbericht Januar 2016, Deutsche Bundesbank
2 Monatsbericht Januar 2016, Deutsche Bundesbank
3 Monatsbericht Februar 2016, Deutsche Bundesbank
4 https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2016/2016_02_16_wohnungsbaukredite.html
5 Monatsbericht Februar 2016, Deutsche Bundesbank
Abbildung: Entwicklung der Leitzinsen im Euro-Raum 6
In der 2. Jahreshälfte 2015 startete die FIDOR Bank AG den Markeintritt in Großbritannien. Ziel ist neben der Gewinnung eines weiteren Marktes für Fidor-Community-Banking auch die Generierung von Einlagen in GBP als Refinanzierungsmöglichkeit für das britische Factoring Geschäft.
Im letzten Quartal 2015 wuchs die britische Wirtschaft nur noch um 0,5 % gegenüber dem Vorquartal. Der Arbeitsmarkt zeigt sich aber weiterhin unbeeindruckt. Die Arbeitslosenquote in Großbritannien lag im letzten Quartal bei 5,3 % und fiel damit geringer aus als in Deutschland. Dies war die geringste Arbeitslosenquote seit sieben Jahren. Insbesondere der Dienstleistungssektor in Großbritannien zeigt sich wieder einmal als wichtigster Bereich für neuen Jobs. Negativ ist der weitere Rückgang im verarbeitenden Gewerbe, der dem ohnehin schon dominierenden Dienstleistungssektor eine noch größere Bedeutung zukommen lässt. Tragende Stützte für die britische Wirtschaft bleibt die Binnennachfrage 7. Im letzten Quartal 2015 verstärkte sich die Diskussion über das am 23.06.2016 anstehende Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union 8. Diese Brexit- Debatte führte zu größerer Volatilität des Britischen Pfundes. Nach den aktuellsten Umfragen Überwiegt derzeit das Lager der Befürworter für einen Verbleib in der EU. Die vom Markt ursprünglich erwarteten Zinserhöhungen sind in den aktuellen Spreads nicht mehr eingepreist.
6 https://bankenverband.de/fachthemen/konjunktur-und-wirtschaft/leitzinsen-der-ezb/
7 https://www.nzz.ch/wirtschaft/arbeitsmarkt-gibt-raetsel-auf-1.18684267
8 ZEW Finanzmarktreport Dezember 2015
Insgesamt war das Zinsjahr 2015 geprägt durch die globale Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Die Leitzinsen sind weltweit auf einem historisch niedrigen Niveau. Die großen Zentralbanken halten ihre Leitzinsen niedrig mit unterschiedlichen Maßnahmen. Die Europäische Zentralbank (EZB) startete ihre quantitativen Maßnahmen in Form von Staatsanleihen Käufen aus dem Euroland und Zinssenkungen. Da sich die Finanzkrise in Europa in unterschiedlichen Ausprägungen darstellt, ist es für die EZB nicht leicht ihrem Auftrag nachzukommen. Neben der sehr schwachen Preisentwicklung bereitet der Notenbank auch die Abschwächung der Konjunktur in den Schwellenländern Sorgen. Das selbst gesetzte Inflationsziel der EZB von 2 % erscheint schwierig zu erreichen.
Ein wesentlicher Faktor der Geschäftsentwicklung sind darüber hinaus die Zinsen im europaweiten Kontext, die durch die Bundesbank für die Einlagen der Bank erhoben werden.
Abbildung: Entwicklung der Leitzinsen in Großbritannien und im Euro-Raum 9
b. Darstellung des Geschäftsverlaufs (Kundenentwicklung)
Die FIDOR Bank AG konnte auch in 2015 ihr dynamisches Wachstum fortsetzen. Nach wie vor stellen die Fidor-eigene Community und das innovative Fidor SMART Girokonto den Kern des Kundenangebots im Retailbanking dar. So stieg die Anzahl der Community- Nutzer von 264 Tsd. auf 317 Tsd. Vor allem über die Community konnten zahlreiche Neukunden gewonnen werden, so dass die Kundengewinnungskosten im Branchenvergleich weiterhin niedrig gehalten werden konnten. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr etwas mehr als 27 Tsd. Privatkunden voll- legitimiert (Full-KYC-Customer), was einen Anstieg der Privatkunden gegenüber dem Vorjahr von 34 % bedeutet. Zum Jahresende 2015 hatte die Bank 89.275 Privatkunden, die ihr das Vertrauen schenkten. Hinzu kommen noch 13.120 Privatkunden eines White-Label-Partners.
9 https://bankenverband.de/fachthemen/konjunktur-und-wirtschaft/leitzinsen-der-bank-england/
Auch das Angebot für Firmenkunden findet große Akzeptanz. So eröffneten 5.383 Geschäftskunden im Jahr 2015 ein sog. Fidor SMART Corporate Konto, eine Kontenlösung die speziell auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Firmenkunden zurechtgeschnitten ist.
Im laufenden Geschäftsjahr wurde der Funktionsumfang des Fidor SMART Girokontos, der Kontenlösung für Privatkunden, wiederum erweitert. Hervorzuheben ist vor allem die Ausweitung des Kartenangebotes. Die bisherige Prepaid-Master Card wurde hierbei zur dualen Maestro/Master Card ausgebaut und zudem mit einer kontaktlosen Bezahlfunktion versehen.
Mit der Fidor Smartcard bietet die FIDOR Bank AG ein in Deutschland einmaliges „Karten-Kombiprodukt“ aus Kreditkarte, Girokonto-Karte und kontaktloser Bezahlfunktion an. Die Fidor Smartcard ist eine Kombination aus Maestro, MasterCard und kontaktlosem Bezahlen, weshalb ihr Netz an weltweiten Akzeptanzstellen das der herkömmlichen Karten um ein Vielfaches übertrifft. Im Unterschied zur Debit MasterCard kann die Fidor Smartcard zusammen mit einer Kreditlinie genutzt werden. Die Fidor Smartcard wird zu vergleichsweise günstigen Konditionen angeboten. Die Karteninhaber erhalten sogar eine Bonifizierung (analog zu früheren „Like-Zins-Modellen“ der FIDOR Bank AG) bei einer geringen Anzahl von Barabhebungen am Geldautomaten.
In einer Vergleichsstudie von Focus Money ging das neue Kartenprodukt als Sieger in der Kategorie Karten ohne Jahresgebühr hervor 10.
Die Schaffung eine Kontenlösung in Britischen Pfund mit Anbindung an den britischen Inlandszahlungsverkehr mit Möglichkeit zur Teilnahme am europäischen SEPA- Zahlungsraum war die Herausforderung in 2015 zum Markteintritt in Großbritannien. Neben dem Fidor Smart Current Account werden Sparbriefkonten (Savings Bonds) als Einlagenprodukt angeboten. Eine Erweiterung der Funktionalitäten und Produktspektrums vergleichbar zu den in Deutschland angebotenen Produkten, ist für 2016 geplant.
Vor allem aufgrund der Innovationen im Kartenbereich hat die „Initiative Mittelstand“ der FIDOR Bank AG den INNOVATION SPREIS-IT 2016 im Bereich Finance mit dem Prädikat „BEST OF 2016“ verliehen 11.
Für die besonders effektive Nutzung von Technologie im Banking erhielt die die FIDOR Bank den Innovationspreis „Model Bank oft the Year 2015“ durch das unabhängige internationale Marktforschungsunternehmen Celent 12. Als Begründung erläutern die Autoren der Studie: „Fidor is redefining the customer experience by taking advantage of architectural openness, partner ecosystems, and a community focus“.
10 Gem. Untersuchung von 22 Kreditkarten von 20 Online- und Filialbanken durch Focus Money und die Experten des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) Schirmherr des INNOVATIONSPREIS-IT 2016 ist die TÜV Informationstechnik GmbH, Gem. Untersuchung von 22 Kreditkarten von 20 Online- und Filialbanken durch Focus Money und die Experten des Deutschen Finanz-Service
11 Instituts (DFSI)
12 FIDOR Bank AG; Pressemitteilung der FIDOR Bank AG (2015), URL: https://www.fidor.de/documents/presse/2015-03-26-fidor-bank-press-release-celent-de.pdf (Stand: 23.05.2016)
Die Bilanzsumme der FIDOR Bank AG erhöhte sich zum 31.12.2015 gegenüber dem Jahresultimo 2014 um EUR 142,25 Mio (31,86 %) auf EUR 446,45 Mio.
So stiegen die Forderungen an Kunden von EUR 219,20 Mio (31.12.2014) auf EUR 279,80 Mio zum Jahresende 2015. Nach wie vor resultierten diese sowohl aus dem von der Bank entwickelten eigenen Kreditgeschäft als auch insbesondere aus der Finanzierung von Forderungsportfolien ausgewählter Kooperationspartner. Die Ausrichtung auf breit gestreute und gut besicherte granulare Handelsforderungen ist weiterhin ein Kernelement der Risikostrategie der FIDOR Bank AG. Die Bank fokussierte sich im Jahr 2015 vor allem auf den Ausbau bestehender Kooperationen sowie einer Verschlankung des Portfolios durch den Abbau kleinerer Portfolien. Dies geschah vor dem Hintergrund einer team-internen Effizienzbetrachtung sowie der möglichen Veräußerbarkeit von Portfoliobestandteilen.
Im Einlagengeschäft erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von EUR 269,55 Mio auf EUR 399,38 Mio. Die Bank gewinnt neue Einlagenkunden vor allem durch attraktive Kontenlösungen, die mit einer Vielzahl an Funktionen ausgestattet sind.
Auf Grund der volumenmäßigen Ausweitung aber auch höheren Diversifizierung des Einlagen- und Kreditgeschäfts konnte das Zinsergebnis in diesem Geschäftsjahr von EUR 12,55 Mio in 2014 auf EUR 21,41 Mio erhöht werden.
Das Aktivgeschäft der Bank umfasst eigene Kreditprodukte, wie z. B. den Dispokredit, und angekaufte Portfolien granularer Handelsforderungen, die sehr gut in die Risikostrategie der FIDOR Bank AG passen, da die Forderungen gegenüber Retailkunden bestehen, breit gestreut und zum größten Teil gut besichert sind. Das durchschnittliche Kreditvolumen je Endkunde (einschließlich der Forderungen in den Portfolien) beträgt etwas mehr als EUR 5.000.
Für die aus dem Kreditgeschäft entstehenden Risiken hat die Bank eine entsprechende Vorsorge getroffen.
Über einen britischen Portfoliopartner der Bank wurde ein Insolvenzplanverfahren eröffnet. Die Bank konnte das betreffende Portfolio auf eine dritte Gesellschaft übertragen, um das Portfolio weiterhin systematisch abwickeln zu können. Auslöser für dieses Verfahren waren Untersuchungen des britischen Regulators für die von dem Portfoliopartner betriebenen Geschäfte. Die Vorwürfe konnten sämtlich entkräftet werden, gleichzeitig konnte ein entsprechend qualifizierter und lizensierter Forderungsverwalter gefunden werden, der die Liquidierung dieses Portfolios übernimmt. Die Bank setzt das Geschäft mit einem anderen Portfoliopartner fort und plant mit dem daraus entstehenden Neugeschäft die möglichen Verluste aus der Abwicklung des bestehenden Portfolios abzudecken. Eine spezifische Risikovorsorge wurde daher nicht gebildet.
Das Provisionsergebnis der FIDOR Bank AG bewegte sich nahezu auf Vorjahresniveau und beträgt in 2015 EUR 3,23 Mio. Die Provisionserlöse mit White-Label-Kooperationen sowie Lizenzerlöse aus dem Vertrieb von fOS waren einmal mehr der Treiber für das gute Ergebnis. Auch das übrige betriebliche Ergebnis blieb im Vergleich zum Vorjahr auf Gleichbleibendem Niveau.
Der Verwaltungsaufwand stieg wie in den Vorjahren aufgrund der eingeschlagenen Wachstumsstrategie gegenüber 2014 um ca. 53,32 % auf EUR 22,06 Mio. Der Anstieg lag damit unter dem Wachstum der Erlöse aus dem operativen Geschäft.
Nachdem durch Sondereffekte beeinflussten hohen positiven Jahresergebnis vor Ertragssteuern von EUR 3,69 Mio aus dem Vorjahr betrug das Ergebnis vor Ertragssteuern in 2015 EUR -0,109 Mio. Unter Berücksichtigung von latenten Steuererträgen wurde in 2015 ein Jahresfehlbetrag von EUR 0,093 Mio (Vj. Jahresüberschuss EUR 2,38 Mio) erzielt.
Trotz der dem Wachstum geschuldeten Kostensteigerung und dem verhaltenen Ausbau des Kreditgeschäftes im 4. Quartal 2015 war das Jahresergebnis insgesamt nahezu ausgeglichen.
Vor dem Hintergrund der weiter gestiegenen Kunden- und Nutzerzahlen, der hohen Zufriedenheit der Kunden mit dem Angebot der Bank und der deutlichen Zuwächse im Zins- und Provisionsergebnis ist der Geschäftsverlauf in 2015 aus Sicht des Vorstands als positiv einzustufen.
Auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnungen für die beiden letzten Geschäftsjahre ergibt sich folgende Ertragsübersicht für den Einzelabschluss der FIDOR Bank AG. Die Darstellung erfolgt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Ist 2015 Plan 2015 Ist 2014 Veränderung
Zinsergebnis 21.415 86,7 16.233 76,9 12.546 80,4 8.869
Laufende Erträge aus Aktien und Dividenden 38 0,2 0 0,0 60 0,4 – 22
Provisionsergebnis 3.234 13,1 4.886 23,1 3.000 19,2 234
Zins- und Provisionsergebnis 24.688 100,0 21.119 100,0 15.606 100,0 9.082
Personalaufwand 5.649 20,5 5.402 25,1 3.765 22,4 1.884
Andere Verwaltungsaufwendungen 16.408 59,7 13.568 62,9 10.668 63,2 5.740
Abschreibungen 580 2,1 794 3,7 470 2,9 110
Übriges betriebliches Ergebnis 4.867 17,7 1.800 8,3 1.891 11,5 2.976
Betrieblicher Aufwand 27.504 100,0 21.564 100,0 16.794 100,0 10.710
Betriebsergebnis – 2.816 – * – 445 – * – 1.188 – * – 1.628
Beteiligungsergebnis 76 0,3 0,0 100 0,6 – 24
Sonstiges Ergebnis 2.630 10,7 700 3,3 4.777 30,6 – 2.147
Ergebnis vor Ertragsteuern – 110 – 0,4 255 1,2 3.689 23,6 – 3.799
Ertragsteuern 16 0,1 – 84 – 0,4 – 1.308 – 8,3 1.324
Jahresergebnis – 94 – 0,4 171 0,8 2.381 15,3 – 2.475
Im Geschäftsjahr 2015 hat sich das Netto-Zinsergebnis der FIDOR Bank AG, einer der wesentlichen Leistungsindikatoren neben der quantitativen Entwicklung der Kunden oder Community Mitglieder oder der Entwicklung der Kundenzufriedenheit sowie der finanziellen Leistungsindikatoren wie Provisionsergebniss oder Jahresüberschuss, im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht (TEUR 21.415, Vorjahr: TEUR 12.546). Die vereinnahmten Zinserträge lagen um TEUR 9.746 über dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür ist vor allem das Wachstum bei den bereits im Bestand befindlichen Kreditengagements im ersten Halbjahr 2015. Das geplante Zinsergebnis wurde hierbei um TEUR 5.182 übertroffen, da deutlich höhere Margen erzielt werden konnten als ursprünglich geplant.
Das Provisionsergebnis erreichte mit TEUR 3.234 eine ähnliche Höhe wie im Vorjahr. Es wurde maßgeblich durch Erträge im Zusammenhang mit dem Auf- und Ausbau des No-Stack-Banking Geschäfts in Höhe von TEUR 2.510 bestimmt. Analog zum Vorjahr wurden im Planansatz Erträge aus der Veräußerung und Einbringung von Softwarelizenzen innerhalb des sonstigen Ergebnisses ausgewiesen, die jedoch aus betriebswirtschaftlichen Gründen in der internen Ergebnisdarstellung dem Provisionsergebnis zugerechnet werden können. In 2015 wurden Lizenzen im Wert von TEUR 2.500 an einen Bankpartner im Nahen Osten veräußert, die nach RechKredV das sonstige Ergebnis erhöhen. Unter Berücksichtigung im Provisionsergebnis wäre der Planansatz um TEUR 848 überschritten worden.
Darüber hinaus beeinflussen vereinnahmte Abschlussgebühren für Neuanbindungen im Factoring Geschäft sowie Erträge aus Partnergeschäften das positive Provisionsergebnis (TEUR 199,83). Der übrige Teil des Provisionsergebnisses entfällt auf Erträge aus dem Zahlungsverkehr mit B2C-Kunden.
Ergebnismindernd wirken sich bezahlte Provisionsentgelte aus dem Kartengeschäft (TEUR 1.244; Vj. TEUR 528) aus. Diese umfassen vor allem Kosten aus der Kartennutzung der Retailkunden, die aufgrund des starken Kundenwachstums gegenüber dem Vorjahr deutlich höher ausfallen. Aufwendungen aus Bonuszahlungen im Rahmen des Bonusprogramms (TEUR 80; Vj. TEUR 100) werden im Berichtsjahr, wie im Vorjahr als Werbeaufwand klassifiziert und sind in den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen enthalten.
Der Personalaufwand und die anderen Verwaltungsaufwendungen liegen zusammen mit TEUR 22.057 TEUR; (Vj. TEUR 14.433.) per 31.12.2015 über Plan. Allerdings fällt auch das erzielte Zins- und Provisionsergebnis um TEUR 3.571 höher aus als geplant. Die Personalkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 3.765 auf TEUR 5.649, was vor allem im Ausbau der für das Betreiben des Bankgeschäftes wichtigen Kernbereichsfunktionen wie Legal- und Compliance, Risikomanagement sowie der Projektsteuerung begründet ist. In der Planzahl wurde diese Entwicklung bereits weitestgehend berücksichtigt, so dass es nur zu einer geringfügigen Überschreitung des Planansatzes der Personalkosten kam. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen haben sich deutlich erhöht. Wie im Vorjahr beinhalten die Sachaufwendungen vor allem Kosten für ausgelagerte Funktionen. Die größten Kostenpositionen bilden Aufwendungen für die an die Fidor Factory ausgelagerte Funktionen der Kundengewinnung und Kundenbetreuung (TEUR 2.324), für Freelancer (TEUR 477), Rechts- und sonstige Beratungskosten (TEUR 2.650), Marketing, Vertrieb, PR (ca. TEUR 914), sowie Kosten der Weiterentwicklung der fOS- Plattform sowie sonstigen IT- Infrastruktur (TEUR 5.435). Daneben sind die gestiegenen Aufwendungen für den allgemeinen Bankbetrieb (TEUR 856) zu nennen, die vor allem durch Kosten im Zusammenhang mit den erhöhten Kreditkarten-Transaktionsanzahlen getrieben wurden. In den Verwaltungsaufwendungen sind Leistungen in Höhe von TEUR 7.800 enthalten die durch die beiden Konzernunternehmen FidorTecS AG (neu: Fidor AG) und Fidor Factory GmbH erbracht wurden.
Das übrige betriebliche Ergebnis i. H. v. TEUR 4.866 enthält im Wesentlichen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von TEUR 4.057 (ohne Berücksichtigung von Einmalerlösen, die im sonstigen Ergebnis ausgewiesen sind) abzüglich Abschreibung auf Forderungen in Höhe von TEUR 6.405.
Das Beteiligungsergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an der FIDEMA, Jilin, Multi structur (Vj: Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an der Ingenious Technologies AG) 76 100
Das sonstige Ergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Ertrag aus Einbringung einer Sachwerteinlage an die
Panda Fintech Inc. 0 4.117
Erlöse Lizenzverkauf 2.500 0
Versicherungsentschädigung 66 0
Übrige periodenfremde Erträge 31 5
Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen
– Andere Rückstellungen 33 655
2.630 4.777
Die im Vorjahr ausgewiesenen Einbringungserlöse stehen im Zusammenhang mit der Internationalisierung der Fidor Gruppe. In Ländern, in denen die Banklizenz der FIDOR Bank AG im Rahmen des Passportings nicht genutzt werden kann, verfolgt die Bank die Strategie, über die Gründung von Joint-Venture-Unternehmen ein Fidor- Franchisenetzwerk aufzubauen.
Der Steuerertrag, der vor allem Auflösungen aktivierter latenter Steuern auf Verlustvorträge berücksichtigt, ist um TEUR 1.324 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Hierin sind auch Aufwendungen zur Bildung passiver latenter Steuern auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände enthalten, die saldiert ausgewiesen werden.
Für das Geschäftsjahr 2015 ergibt sich – unter Beachtung der Grundsätze des DRS 2-10 – folgende Kapitalflussrechnung der FIDOR Bank AG:
EUR 01.01.-31.12.2014
Jahresüberschuss /-fehlbetrag – 93.195,35 2.380.834,97
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 580.378,09 470.493,46
Abnahme der Rückstellungen 0,00 – 452.243,92
Zunahme der Rückstellungen 303.830,00 0,00
Zuschreibungen Finanzanlagen 0,00 – 4.116.629,60
Zinsabgrenzung Finanzanlagen – 254.576,40 – 191.499,95
Abschreibungen Finanzanlagen 241.341,00 183.236,00
Gewinn aus der Veräußerung von Finanzanlagen – 76.186,74 – 99.756,90
Zunahme Forderungen an Kunden – 60.604.311,40 – 63.712.871,07
Zunahme Forderungen an Kreditinstitute 0,00 – 19.763,83
Abnahme Forderungen an Kreditinstitute 4.978.430,54 0,00
Zunahme Wertpapiere der Liquiditätsreserve 0,00 – 5.003.603,33
Abnahme Wertpapiere der Liquiditätsreserve 5.003.603,33 0,00
Zunahme Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 129.830.295,36 68.027.480,46
Zunahme übrige Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 0,00 – 7.736.442,55
Abnahme übrige Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 706.640,76 0,00
Zunahme übrige Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 0,00 0,00
Abnahme übrige Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 0,00 – 1.141.732,20
Zunahme übrige Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.384.758,22 0,00
Abnahme aktiver latenter Steuern 0,00 1.098.000,00
Zunahme aktiver latenter Steuern – 19.000,00 0,00
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 81.982.007,41 – 10.314.498,46
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen – 1.405.639,29 – 1.281.876,78
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen – 307.064,80 – 53.090,68
Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen 0,00 – 490.690,68
Einzahlungen aus der Veräußerung von Finanzanlagen 436.595,26 300.000,00
Einzahlungen aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlagebuchs 3.285.000,00 0,00
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren des Anlagebuchs – 12.411.112,24 – 5.326.192,47
Erhaltene Dividenden 38.217,26 0,00
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 10.364.003,81 – 6.851.850,61
Einzahlungen aus Kapitalzuführungen Unternehmenseigner 5.030.000,00 6.418.247,25
Einzahlungen aus der Aufnahme von nachrangigen Darlehen 5.794.507,00 0,00
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 10.824.507,00 6.418.247,25
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 82.442.510,60 – 10.748.101,82
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 26.178.333,06 36.926.434,88
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 108.620.843,66 26.178.333,06
Finanzmittelfonds 31.12.2015
Flüssige Mittel 823,00 564,71
Bundesbankguthaben 89.538.958,26 16.100.734,76
Forderungen Kreditinstitute (täglich fällig) 19.081.062,40 10.077.033,59
108.620.843,66 26.178.333,06
Der in vorstehender Tabelle indirekt ermittelte Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 81.982 resultiert im Wesentlichen aus einer nahezu Verdoppelung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (TEUR 129.830). Dieser deutliche Zuwachs an Kundeneinlagen konnte nicht im gleichen Ausmaß durch Aktivgeschäft (TEUR 61.080) kompensiert werden. Hintergrund für den starken Anstieg der Einlagen sind vor allem Zuflüsse im täglich fälligen Bereich durch den Neukundenanstieg und der verstärkten Nutzung der Fidor Smart und Fidor Corporate Konten. Bedingt durch regulatorische Rahmenbedingungen konnte das Kreditwachstum nicht im gleichen Maße Schritt halten, was zu dem deutlichen Mittelzufluss geführt hat. Diese flüssigen Mittel flossen zum überwiegenden Teil in den Finanzmittelfonds.
Im Investitionsbereich führten Ausgaben für die Weiterentwicklung und Anpassungen der eigenen Software F-OS, u. a. für den UK Markteintritt, zu einem Mittelabfluss in Höhe von TEUR 10.531. Außerdem wurden Netto-Investitionen in das Anlagebuch in Form von festverzinslichen Wertpapieren (TEUR 9.126) getätigt, was insgesamt zu einem negativen Cashflow aus Investitionstätigkeit i. H. v. TEUR 10.364 geführt hat.
Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 10.825. Ursächlich hierfür waren zum einen Einzahlungen von Investoren im Rahmen einer Kapitalerhöhung i. H. v. TEUR 5.030 sowie Einzahlungen aus der Ausgabe von nachrangigen Schuldverschreibungen (Kapitalbriefe) i. H. v. TEUR 5.794.
Der Finanzmittelbestand zum 31.12.2015 umfasst Guthaben bei der Deutschen Bundesbank, Guthaben bei Kreditinstituten und einen geringfügigen Kassenbestand. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestanden am Bilanzstichtag nicht.
Die Gesellschaft war im Berichtsjahr stets in der Lage sämtlichen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.
Auf Basis der Bilanzen für die beiden letzten Geschäftsjahre ergibt sich folgende Vermögensübersicht den Abschluss der FIDOR Bank AG. Die Darstellung erfolgt nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Barreserve 89.539 20,06 16.101 5,29 73.438
Forderungen an Kreditinstitute 24.160 5,41 20.135 6,62 4.025
Forderungen an Kunden 279.805 62,67 219.201 72,06 60.604
Wertpapiere der Liquiditätsreserve 0 0,00 5.004 1,64 – 5.004
Barreserve/Forderungen/
393.505 88,14 260.441 85,62 133.064
Wertpapiere des Anlagebuchs 17.670 3,96 8.531 2,80 9.139
Anteile an anderen Unternehmen 15.669 3,51 16.030 5,27 – 361
Immaterielle Vermögenswerte 3.081 0,69 2.175 0,71 906
Sachanlagen 348 0,08 121 0,04 227
Anlagevermögen 36.768 8,24 26.857 8,83 9.911
Treuhandvermögen 637 0,14 825 0,27 – 188
Aktive latente Steuern 3.658 0,82 3.639 1,20 19
Sonstige Vermögensgegenstände 11.858 2,66 12.249 4,03 – 391
Übrige Aktiva 16.153 3,62 16.713 5,49 – 560
Rechnungsabgrenzung 20 0,00 185 0,06 – 165
446.446 100,00 304.196 100,00 142.250
Verbindlichkeiten ggü. Kunden 399.384 89,46 269.554 88,61 129.830
Treuhandverbindlichkeiten 637 0,14 825 0,27 – 188
Sonstige Verbindlichkeiten 2.899 0,65 1.327 0,44 1.572
Verbindlichkeiten 402.921 90,25 271.706 89,32 131.215
Rückstellungen 1.837 0,41 1.533 0,50 304
Sonderposten Kapitalerhöhung 0 0,00 1.466 0,48 – 1.466
Nachrangige Verbindlichkeiten 8.295 1,86 2.500 0,82 5.794,51
Rechnungsabgrenzung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Eigenkapital 33.394 7,48 26.991 8,87 6.403
446.446 100,00 304.196 100,00 142.251
Die Barreserve, die nahezu ausschließlich Guthaben bei der Deutschen Bundesbank umfasst, betrug am Bilanzstichtag TEUR 89.539 (Vj. TEUR 16.101) und hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Ebenso erhöht haben sich die Forderungen an Kreditinstitute, die zum 31.12.2015 TEUR 24.160 (Vj. TEUR 20.135) betrugen. Die Erhöhungen sind im Wesentlichen der Tatsache geschuldet dass sich die Einlagenseite im Berichtsjahr deutlich stärker entwickelte als der Forderungsbestand. Der gestiegene Passivüberhang wurde nur teilweise in andere Vermögenswerte investiert.
Das Bilanzbild auf der Aktivseite ist wie im Vorjahr im Wesentlichen durch die Forderungen an Kunden geprägt. Der Anteil der Forderungen an Kunden bezogen auf die Bilanzsumme sank jedoch im Geschäftsjahr auf 62,7 % (Vj. 72,06 %). Nach einer Reduzierung des Passivüberhangs aus dem Bankgeschäft im Vorjahr stieg dieser vor allem aufgrund des dynamischen Zuwachses bei den Kundeneinlagen im Geschäftsjahr wieder deutlich an. So standen einer Ausdehnung des Aktivgeschäfts (TEUR 61.080) eine Erhöhung des Einlagengeschäfts um TEUR 68.027 gegenüber. Die Forderungen an Kunden betreffen im Wesentlichen Forderungen aus erworbenen Forderungsportfolien (TEUR 257.521, Vj. TEUR 204.682), welche ebenso wie die Einzelkreditforderungen (TEUR 18.824; Vj. TEUR 12.398) erneut gestiegen sind. Darüber hinaus sind Forderungen aus sonstigen Dienstleistungen in Höhe von TEUR 2.121 (Vj. TEUR 2.121) ausgewiesen.
Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve verringerten sich im Berichtsjahr um TEUR -5.004. Im Bereich der Anteile an anderen Unternehmen führte die Veräußerung der Anteile an der FIDEMA und an einem Spezialfonds zu einem leichten Rückgang. Im Zusammenhang mit dem Kreditkartengeschäft wurden Sicherheitsleistungen und Vorauszahlungen zur Sicherstellung der Abwicklung des Geschäftsverkehrs in Höhe von insgesamt TEUR 3.846 (Vj. TEUR 5.064) hinterlegt bzw. zur Verfügung gestellt. Im Geschäftsjahr erhöhte sich der Betrag der aktiven latenten Steuern auf bestehende steuerliche Verlustvorträge der FIDOR Bank AG um TEUR 230. Die mit den aktiven latenten Steuern saldiert ausgewiesenen passiven latenten Steuern erhöhten sich ebenfalls um TEUR 113.
Die Rückstellungen betreffen Rückstellungen im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebs. Langfristige Rückstellungen sind nicht enthalten.
Das Eigenkapital hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Stand 01.01. 26.991 19.658
Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien 6.496 4.952
Jahresergebnis – 94 2.381
Stand 31.12. 33.393 26.991
13 Wie aus der Darstellung der Vermögensübersicht hervorgeht, ergibt sich zum Bilanzstichtag 31.12.2015 eine Eigenkapitalquote von 7,5 % (Vj. 9,4 %).
Im Geschäftsjahr 2015 wurde das Grundkapital der FIDOR Bank AG durch Ausgabe neuer Stückaktien aus dem genehmigten Kapital erhöht. Insgesamt wurden 806.477. Stückaktien im Nennwert von EUR 1,00 unter Ausschluss von Bezugsrechten ausgegeben. Der Bruttoemissionserlös betrug EUR 6,496 Mio.
Nach Schluss des Geschäftsjahres sind folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung im Sinne des § 289 Abs. 2 HGB eingetreten:
Kapitalerhöhung der FIDOR Bank AG
Im März 2016 erfolgte eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Stückaktien aus dem genehmigten Kapital. Insgesamt wurden 230.000 Stückaktien im Nennwert von EUR 1,00 unter Ausschluss von Bezugsrechten ausgegeben. Der Bruttoemissionserlös betrug EUR 2,3 Mio. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 30. März 2016. Der Ausgabebetrag betrug EUR 10,00 pro Stück.
Ein Projekt zur Suche nach weiteren Eigenkapitalgebern für die FIDOR Bank AG ist in Umsetzung.
Veräußerung eines Teilportfolios mit angekauften Gebrauchtwagenfinanzierungen
Im Mai 2016 veräußerte die FIDOR Bank AG einen Teil der Gebrauchtwagenfinanzierungsportfolios an eine andere deutsche Bank. Neben der in 2015 begonnen Servicierung weiterer Co- Finanzierungspartner im Zusammenhang mit dem britischen Gebrauchtwagengeschäft wird durch diesen Schritt eine höhere Diversifizierung des Kreditbuches und eine Entlastung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquote erreicht. Durch die Servicierung erzielt die Bank zusätzlich Provisionserträge.
Kapitalerhöhung bei der Tochterunternehmung Fidor TecS AG (neu: Fidor AG)
Anfang des Jahres 2016 wurden 2 Kapitalerhöhungen bei der Tochter Fidor AG (vormals Fidor TecS AG) durchgeführt, um die Eigenkapitalbasis des Unternehmens zu stärken. Über die Gesellschaft Blitz 15-189 GmbH beteiligten sich Mitarbeiter und Management aus allen Unternehmen der Fidor-Gruppe. Die Bank hält nach Umsetzung der Kapitalerhöhung noch einen Anteil von 85 % an der Fidor AG (vormals Fidor TecS AG).
Kooperationsvertrag mit der Telefonica Deutschland
Der Kooperationsvertrag mit der Telefonica Deutschland wurde im Geschäftsjahr angebahnt und verhandelt und konnte im April 2016 auch formell abgeschlossen werden, Der Kooperationsvertrag regelt das Angebot „o2 Mobile Banking powered by FIDOR Bank AG“. Es handelt sich um eine sehr umfassende und langfristige Kooperation zum sog. Non-Stack-Banking Angebot der FIDOR Bank AG, die es der Telefonica ermöglicht unter den Marken der Telefonica und deren Whole-Sale-Partner eigene Mobile Banking -Lösungen anzubieten. Das Angebot ist bereits im sog. „private Beta Test“, eine über die App-Stores downloadbares Angebot wird Ende des 2. Quartals 2016, die Vermarktung Ende des 3. Quartals 2016 erwartet.
D. Risikobericht
Das bewusste Eingehen von Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil des Bankgeschäfts. Das Erzielen von Erträgen aus dem Bankgeschäft ist ohne gewisse Risiken nicht möglich.
Ziel der FIDOR Bank AG ist es, nur solche Entscheidungen zu treffen, die positiv zum Chancen-Risikoprofil der Bank beitragen. Diesem Grundsatz folgt ein umfassendes Risikomanagement- und Überwachungssystem, mithilfe dessen alle operativen Bereiche laufend überwacht werden. Dem Wachstum und Ausbau der Organisation und Geschäftstätigkeit entsprechend unterliegt es der Notwendigkeit einer ständigen Weiterentwicklung.
Die wesentlichen Risiken sind dem Bankgeschäft der Muttergesellschaft FIDOR Bank AG und dem Digital Banking Lösungsgeschäft der FidorTecS AG (neu: Fidor AG) zuzuordnen. Diese Risiken sind verstärkt auch vor dem Hintergrund des „online-only“ Geschäftsauftritts der Bank sowie der Internationalisierung der Gruppen-Aktivitäten zu bewerten.
Die verbundenen Unternehmen FidorTecs AG (neu: Fidor AG) sowie die Fidor Factory GmbH und die Fidema GmbH werden in das Risikomanagement der Bank einbezogen. Für die Joint Venture Gesellschaften sowie die übrigen Beteiligungsgesellschaften ist ein Beteiligungscontrolling eingerichtet.
Die Risikoentwicklung ist fester Bestandteil des Berichtswesens der FIDOR Bank AG. Quartalsweise erfolgt eine umfangreiche Risikoberichterstattung an den Vorstand, die aktuelle und über den jeweiligen Stichtag hinaus bestehende Risikosachverhalte erläutert und bewertet. Anpassungen, die auf Basis regulatorischer Änderungen vorzunehmen sind, werden im Berichtsformat durch neue Aufnahme oder gegebenen Anpassungen berücksichtigt.
Entsprechend stellt der Vorstand der Bank sicher, dass das Risikomanagement alle für die Geschäftsentwicklung relevanten Beschlüsse und Informationen erhält und unabhängig über diese berichten kann.
Dem Selbstverständnis der Bank entsprechend leitet sich die Risikostrategie unmittelbar aus dem sich ständig weiterentwickelnden Geschäftsmodell ab. Während die Akzeptanz am Markt als Anbieter von Bankdienstleistungen ausschließlich über Online-Kanäle zwischenzeitlich als nachhaltig gegeben eingestuft werden darf, verbleiben die Profitabilität in einem vom Zinsertrag dominierten Erlösmodel sowie die Verbesserung der Kapitalausstattung als zentrale Hauptrisiken auf Bankebene. Weitere Wachstumspfade sind vor dem Hintergrund dieser Ausgangsbasis zu bewerten und auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.
Der Rahmen für dieses Wachstum wird gesteckt durch die vier definierten Kernbereiche der Geschäftstätigkeit der Bank: „Proprietary Markets“, „Transaction Banking Services“, „FinTech Enabler“ sowie „No-Stack Banking“. Durch diese Kombination von Zinsprodukten im Rahmen des Bankgeschäfts mit Privat- und kleinen Firmenkunden einerseits, und Transaktions- und IT- Services andererseits, beabsichtigt die Bank sowohl Zins- wie auch Provisionsüberschuss zu generieren. Diese strategische Ausrichtung reflektiert darüber hinaus den grundsätzlichen Ansatz einer Risikodiversifikation zwischen dem Eigenkapitalintensiven Aufbau von Risikoaktiva sowie dem Transaktionsgetriebenen und dem nicht direkt das Eigenkapital belastenden Projektgeschäft andererseits, das zum Ausbau des Provisionsergebnisses beitragen soll.
Dem Risiko der Eigenkapital-Beschaffung im Kreditgeschäft steht der Vorteil der größeren Nachhaltigkeit von Zinserträgen gegenüber. Im Provisionsgeschäft wird der „Eigenkapital-Vorteil“ durch den permanenten Neugeschäftsdruck, die kurzen Laufzeiten von Projekten und die Fertigstellungsrisiken kompensiert.
Die vier strategischen Kernbereiche sind durch unterschiedliche Chancen-Risikoaspekte gekennzeichnet:
Im Bereich „Proprietary Markets“ und „Transaction Banking Services“ werden die Bankdienstleistungen der Fidor für ihre originären Bankkunden in allen Ländern Europas zusammengefasst, die die FIDOR Bank AG basierend auf ihrer bestehenden Banklizenz bedient. Nach wie vor dem Prinzip einer weitest gehenden Transparenz der eigenen Geschäftsaktivitäten folgend werden Privat- und kleine Geschäftskunden im Rahmen des Online- und Community-Banking Finanzprodukte angeboten, welche sich durch eine direkte Verfügbarkeit und einfache Handhabe für den Kunden auszeichnen.
In Bezug auf das Bilanzstrukturgeschäft werden die hereingenommenen Sichteinlagen und Sparbriefe bis auf einen beschlossenen Sicherheitsüberhang ausschließlich zur Finanzierung von Kundenkrediten eingesetzt. Aufgrund des stagnierenden Kreditwachstums infolge aufsichtsrechtlicher Vorgaben übersteigt der Sicherheitsüberhang am 31.12.2015 den beschlossenen Zielwert. Die bisherige Konzentration auf die Finanzierung von in- wie ausländischen Factoring Portfolien, die das Gros der Kundenforderungen ausmachen, hat unter Produktivitäts- wie unter Risikogesichtspunkten wesentlich die Ertragskraft der Bank in Form des Zinsbeitrags bestimmt. Perspektivisch wird die Bedeutung dieses Factoring-Portfoliogeschäfts zu Gunsten der Entwicklung von Eigenkreditprodukten an Bedeutung verlieren. Ermöglicht wird dies nicht zuletzt durch den Aufbau einer stabilen nach Laufzeiten differenzierten Einlagenseite, die eine nahezu fristenkongruente Refinanzierung der Kreditvertragslaufzeiten ermöglicht.
Die in den Verträgen mit bestehenden Portfoliopartnern oder mit Drittparteien vereinbarten Sicherheitsstrukturen in Verbindung mit dem durchgehend granularen Charakter der angekauften Handelsforderungen haben bisher wesentliche Adressenausfallrisiken in den Factoring Portfolien verhindert. Allerdings mussten die FIDOR Bank AG im Geschäftsjahr 2015 im Vorgriff zu Zwangsverwaltungsmaßnahmen bei dem englischen Portfoliopartner C4C im Zuge einer Reihe von Ringfencing-Maßnahmen das Portfolio auf eine dritte Gesellschaft, allerdings ohne die ansonsten vereinbarten Sicherungsstrukturen, übertragen. Die entsprechend erwartete erhöhte Ausfallrate wird durch Aufbau eines neuen Portfolios in diesen Geschäftsbereich kompensiert werden können.
Mit einem verstärkten Ausbau des Volumens von Fidor eigenem Kreditgeschäft wird neben einer Diversifikation der unterliegenden Kreditprodukte und Währungen auch eine weitere regionale Diversifikation, sowie mittelfristig eine Reduktion von Kontrahenten Risiken, wie diese bei den Portfoliopartnern gegeben sind angestrebt.
Unter der Bezeichnung „Transaction Banking“ werden das Transaktions- und Vermittlungsgeschäft der FIDOR Bank AG zusammengefasst, welche die Grundlage des Provisionsergebnis der Bank sind. Hier werden den Kunden der FIDOR Bank AG, eingebunden in das Fidor- eigenen Produktumfeld, Finanzlösungen von Partnerunternehmen angeboten, welche die FIDOR Bank AG selbst nicht in ihr Angebotsspektrum aufnehmen kann oder möchte. Neben dem Provisionsertrag wird dieses Angebot von der Bank als dahingehend wichtig angesehen, dass Kunden mit nur einer Anlaufstelle – dem Fidor Konto – möglichst umfangreiche Lösungsvorschläge für aktuelle Bedürfnisse offeriert werden. Die Einbindung dieser Angebote und Lösungen, die von Zahlungsverkehrsdienstleistungen über Geldanlage bis hin Vorsorge-Produkten reicht, erfolgt weitgehend bereits vollautomatisiert über API Schnittstellen („application programming interface“), was eine Bereitstellung durch die Partnerunternehmen ohne Zeitverzug ermöglicht.
Als FinTech Enabler hat sich die FIDOR Bank AG durch die Entwicklung von Sogenannten APIs (= application programming interface) oder auch Daten-Schnittstellen etabliert, die Kunden der FIDOR Bank AG ermöglichen, ihre Transaktionsprozesse zu automatisieren. Ermöglicht werden so vollautomatisierte End-to-End-Prozesse, die ein Mitwirken von lizensierten Zahlungsverkehrs- und Kreditinstituten erfordern, ohne dass ein manueller Eingriff durch den Anbieter der FinTech-Lösung oder den Kunden notwendig wäre. Basierend auf Angaben und Einwilligung von Endkunden werden so heute bereits Konten eröffnet, Lastschriften und Überweisungen ausgelöst, oder Zahlungen vollautomatisiert überwacht.
Diese Straight-through-processing-Ansätze erfordern eine sorgfältige Ausgestaltung der Geschäftsbedingungen und laufende Überwachung der Partner der Bank um sicherzustellen, dass gestellte Anforderungen in Bezug auf ausgelagerte Dienstleistungen erfüllt sind. Auf der anderen Seite geht die Bank eine Verpflichtung ein, in ihrer Rolle als Dienstleister für ihre eigenen Kunden jederzeit erreichbar zu sein.
Nicht zuletzt wird ein wesentlicher Wachstumstreiber der Kundenbasis der FIDOR Bank AG zukünftig durch das Produktangebot des „Non-Stack-Banking“. Hier bietet die FIDOR Bank AG eine auf API Technologie basierte shared infrastructure Lösung für Nicht-Banken an, die den Einstieg in das Bankgeschäft mit einem im Namen des Kunden gestalteten Bank-Interface ermöglicht. Die Kunden des Banking-Partners werden dabei originäre FIDOR Bank AG Kunden und erhalten ein durch den Banking-Partner im Rahmen der regulatorischen Anforderungen gestaltetes Produktangebot offeriert. Die Lösungen werden in Zusammenarbeit mit der Fidor TecS AG (neu: Fidor AG) angeboten, welche die Software-as-a-Service Lösung anbietet, während die FIDOR Bank AG alle regulatorisch erforderlichen Aufgaben übernimmt von der Bereitstellung ihrer Lizenz, über Produktexpertise bis hin zur Kundenbetreuung durch die Tochtergesellschaft Fidor Factory GmbH.
Diese Produktgestaltung birgt neben den Risiken des klassischen Bankgeschäfts, wie diese aus der Betreuung der eigenen Fidor- Kundenbasis mit dem proprietären Bankgeschäft hervorgehen, ebenso alle Partner-, Erfüllungs- und Projektrisiken der Anbindung von Produktpartnern in diesem Bereich, was ein besonders sorgfältiges Projektmanagement erforderlich macht.
2. Wesentliche Risiken
Den folgende Risikoarten und Risikoaspekten wird durch die FIDOR Bank AG eine besondere Bedeutung zugemessen:
Zinsänderungs- und Marktpreisrisiken
Der Beitrag dieser Risikoarten zum Risikoprofil der Bank für den Fall des Eintritts unerwarteter Risiken in Form des zur Risikodeckung benötigten ökonomischen Kapitals wird im Rahmen der quartalsweisen Risikoberichterstattung ermittelt und überwacht. Die Betrachtung erfolgt zum einen über einen Beobachtungszeitraum, der die nächsten 12 Monate umfasst, sowie über einen mehrjährigen Zeitraum.
2.1 Adressenausfallrisiken
Unter Adressenausfallrisiko versteht die Bank vorrangig das Risiko, dass ein Kunde oder Kontrahent seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen kann. Da alle Forderungen mit einem potentiellen Adressenausfallrisiko behaftet sind, gelten diese als Kredite im Sinne des § 19 KWG. Insofern gehören nicht nur das klassische Kundenkreditrisiko, sondern auch das Emittenten-, Kontrahenten-, Serviceprovider- und Länderrisiko in diese Kategorie. Unter dem Adressenausfallrisiko subsumiert die FIDOR Bank AG auch das Beteiligungsrisiko der Bank.
Diese Risiken werden primär durch das Portfoliogeschäft und das Beteiligungsportfolio getrieben. An die Beteiligungsunternehmen sind Darlehen und Kontokorrentlinien ausgereicht. Perspektivisch wird das Fidor-eigene Kreditgeschäft zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Mit dem Wachstum der Bank nehmen auch die aus dem Kreditgeschäft resultierenden Risikopositionen zu. Das Wachstum des Kreditbuches, das im Geschäftsjahr 2015 vornehmlich dem Wachstum im Bereich Portfoliogeschäft zuzuschreiben ist, ist hier der primäre Treiber der zu überwachenden Positionen. Dementsprechend werden Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen laufend verbessert und ausgeweitet. Dies umfasst neben der Überwachung der Portfolien selbst auch eine Überwachung der Aktivitäten der zugehörigen Portfoliopartner, um die Partnerrisiken entsprechend zu kontrollieren.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein Portfolio an nicht-strategischen Beteiligungen. Neben den aus diesen Beteiligungen entstehenden Beteiligungsrisiken bestehen durch die Vergabe von Darlehen bzw. Kontokorrentlinien Kreditrisiken. Da die Bank überwiegend in den Aufsichtsgremien der jeweiligen Gesellschaften vertreten ist, werden diese Kredite als Organkredite behandelt und unterliegen daher besonderer laufender Überwachung.
Entsprechend der Kreditstrategie, die einen Ausbau des Fidor eigenen Retail-Kreditgeschäfts vorsieht, werden die Entwicklung und Begabe dieser Produkte zunehmend umgesetzt. Neben Kleinkrediten werden seit 2014 bzw. 2015 auch Dispo-Kredite an Retail- und SME-Kunden vergeben, deren Volumen zum Jahresende bezogen auf die Gesamtgröße des Kreditbuches noch kein nennenswertes Volumen erreicht haben. Ein Wachstum dieses Geschäfts wird derzeit durch die Anzahl der Kunden der FIDOR Bank beschränkt, die als potenzielle Kreditnehmer in Frage kommen.
In der Risikotragfähigkeitsanalyse wird für das Adressenausfallrisiko entsprechend dieser Definition der benötigte Bruttobetrag an ökonomischem Kapital ermittelt, und den bestehenden Besicherungsinstrumenten und -Mechanismen gegenübergestellt, um so den Nettobetrag für sich aus dem Portfoliogeschäft, dem Beteiligungsportfolio sowie für das perspektivisch geplante Geschäft mit Fidor-eigenen Produkten zu ermitteln. Zum Berichtsstichtag betrug das benötigte ökonomische Kapital für Adressenausfallrisiken EUR 7,0 Mio.
2.2 Zinsänderungs- und Marktpreisrisiken
Das Zinsänderungsrisiko versteht sich als das Risiko negativer Auswirkungen von Marktzinsschwankungen auf den Erfolg beziehungsweise die Vermögenswerte der Bank. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Bestände in den jeweiligen Laufzeitbändern nicht deckungsgleich sind. Darüber hinaus hält die FIDOR Bank AG zum Stichtag in begrenztem Volumen Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesrepublik Österreich mit sehr guter Bonität sowie Liquiditäts-Einstufung (Highly Liquid Assets) als Liquiditätsreserve sowie um damit Währungsgeschäfte zu besichern.
Die Regulatorisch vorgeschriebene Berechnung (Szenario) des Zinsänderungsrisikos liegt mit 3,75 % weit unterhalb der Grenze von 20 % des haftenden EK und somit innerhalb des Regulatorisch vorgegebenen Rahmens. Mit der täglichen Realisierbarkeit der Liquiditäts-Reserve bei der Bundesbank kann das theoretische Abrufrisiko bei Sichteinlagen in erheblichem Umfang aufgefangen werden.
Hinsichtlich Fristentransformation besteht kein Risiko, da der Aktivüberhang im ein bis zweijährigen Laufzeitbereich durch längerfristige Passivüberhänge aufgefangen wird.
Marktpreisrisiken bezogen auf Aktien- und Indexrisiken sind in der Bank nicht relevant, da sie keine relevanten Bestände in diesen Anlageklassen aufweist.
In die Betrachtung entsprechend der Risikotragfähigkeitsanalyse fließt das nach Regulator Ischen Anforderungen berechnete Szenario in seinem jeweils höheren Absolutbetrag ein, was zum Stichtag einen ökonomischen Kapitalbedarf von EUR 1,3 Mio bedeutet.
2.3 Fremdwährungsrisiken
Wesentliche Fremdwährungsrisiken sind ausschließlich durch den Ankauf von Forderungen in GBP im Rahmen des Portfoliogeschäfts sowie durch ein zum Jahresende noch sehr überschaubares Geschäftsvolumen im Rahmen der Geschäftsaufnahme mit Retail- Kunden in UK bedingt. Hieraus lassen sich Bewertungsrisiken in der Bilanzierung sowie Transaktionsrisiken bei der Erfüllung der Verpflichtungen aus den Kreditverträgen ableiten. Zu vernachlässigen ist ein Exponieren gegenüber dem USD, die sich aus dem Bilanzwert eines in den USA ansässigen Joint Ventures ergibt.
Das Währungsrisiko wird über Absicherungsgeschäfte mit einem Bankpartner abgesichert, das als sog. Clearinginstitut eingestuft ist. Hinsichtlich der verwendeten Sicherungsinstrumente verweisen wir auf Angaben zu den derivativen Finanzinstrumenten im Anhang.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse werden Währungsrisiken gemeinsam mit Zinsänderungs- und Marktpreisrisiken betrachtet und umfassen ausschließlich GBP-Positionen, für die ein Value at Risk berechnet wird. Zum Berichtsstichtag belief sich das benötigte ökonomische Kapital auf EUR 0,2 Mio.
2.4 Liquiditätsrisiko
Die Entwicklung der Gesamtbestände an Liquiditätsreserven, Krediten und Einlagen wird anhand der Liquiditätsplanung wöchentlich und regelmäßig anhand der Fälligkeitsliste sowie der Net-Capital-Balance beobachtet. Mit Hilfe der nach Laufzeiten gegliederten Liquiditätsplanung können mittelfristige potentielle Liquiditätsengpässe erkannt werden. Damit können rechtzeitig Maßnahmen zur Liquiditätssicherung eingeleitet werden. Im langfristigen Bereich wird die Liquidität aus der Budgetplanung sowie durch aktuelle Erkenntnisse über die Geschäftsentwicklung abgeleitet wird. Die Aktualisierung wird Quartals weise vorgenommen und beinhaltet einen rollierenden Planungshorizont von 3 Monaten. Zum Jahresultimo liegt die Liquidity Coverage Ratio (LCR) mit 4,22 über der Vorgabe und auch die Vorgaben aus der LiqV und das Mindestreservesoll wurden jederzeit erfüllt.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse wird auf steigende Refinanzierungskosten abgestellt, die sich für im Betrachtungszeitraum fällig werdende, zu refinanzierende Volumina ergeben würden. Das zum Stichtag zusätzliche erforderliche ökonomische Kapital beläuft sich auf EUR 0,2 Mio.
2.5 Operationelles Risiko
Jedes Unternehmen, so auch die FIDOR Bank AG, ist betrieblichen Risiken ausgesetzt, die durch menschliches oder technisches Versagen aber auch durch externe Faktoren entstehen können. Im besonderen Fokus stehen die Risikoaspekte betreffend:
IT- Risiko
Als Digital-Bank und vor dem Hintergrund, dass sämtliche Bankprozesse nur mit IT- Einsatz zu leisten sind, steht dieser Aspekt auch unter Risikobewertungsaspekten im Vordergrund. Mit der konzerninternen Übertragung weiterer technischer Funktionen der Bank an die FidorTecS AG (neu: Fidor AG) wird die gesamte technische Infrastruktur, die Softwareentwicklung und alle Sicherungsvorkehrungen nach den anspruchsvollsten Standards gemanagt. Mit dieser strategischen Entscheidung ist der IT- Service für die Bank permanent mit den Qualitätsanforderungen der externen Projektkunden der FidorTecS AG (neu: Fidor AG) zu vergleichen. Die fachliche Verantwortung für die ausgelagerten technischen Prozesse sowie die bankbetrieblichen Funktionen verbleiben vollumfänglich bei der FIDOR Bank AG.
Mit dem weiteren Ausbau des Bankgeschäfts und aufgrund der durch die neuen Projekte gestiegenen Anforderungen an die FidorTecS AG (neu: Fidor AG) wurden und werden die Personalkapazitäten weiter ausgebaut. Mit der zunehmenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeit sind hier die Anforderungen an bestehende und die Profile potenzieller neuer Mitarbeiter weiter gestiegen. Die fristgerechte Akquisition von geeignetem Personal ist ein kritischer Erfolgsfaktor auf dem aktuellen Wachstumspfad.
Alle Aktivitäten der FIDOR Bank Gruppe haben rechtliche Grundlagen, auf denen das Geschäft aufbaut. Während die Anforderungen von Internationalisierung bis Produktentwicklung unterschiedlich sind, bleibt die Notwendigkeit einer umfangreichen Prüfung des neuen Geschäfts neben einer sorgfältigen Überwachung zur Erfüllung aller Pflichten aus bestehenden Geschäften eine Notwendigkeit, um rechtliche Risiken weitgehend einzudämmen oder zu vermeiden.
Im Rahmen der 2015 durchgeführten Risikoinventur wurden alle potenziellen operativen Risiken der FIDOR Bank Gruppe erfasst. Das Ergebnis dieser Inventur fließt durch Berücksichtigung aller nicht für den Beobachtungszeitraum erwarteten Risiken in die Risikotragfähigkeitsbetrachtung ein. Das zum Stichtag zusätzliche erforderliche ökonomische Kapital beläuft sich auf EUR 2,6 Mio.
Die Risikotragfähigkeit der Bank wird nach einem Going-Concern-Ansatz überwacht. Auf Basis der bankinternen Berechnung unter Ansatz eines 12 %igen Mindestkapitalkoeffizienten sowie dem seit dem 1.1.2016 mit 0,625 % zu berücksichtigenden Kapitalerhaltungspuffer wurde zwar die aufsichtsrechtliche Kennzahl eingehalten, jedoch war die Risikotragfähigkeit zum 31.12.2015 nicht gegeben.
Der Aufsichtsrat hatte im Dezember 2015 grundsätzlich eine Kapitalstärkung um EUR 10 Mio für das erste Halbjahr 2016 beschlossen. Die im ersten Quartal 2016 durchgeführte kleinere Kapitalerhöhung konnte noch nicht bewirken, dass die Risikotragfähigkeit zum 31.3.2016 sowie für den unmittelbaren Beobachtungszeitraum von einem Jahr wieder gegeben ist. Alle über das bereits bestehende und kontrahierte Geschäft hinausgehenden Entwicklungen und insbesondere das Wachstum der Gesellschaft, das mit einem entsprechenden Ausbau der Risikopositionen einhergeht, sind durch weitere für das Geschäftsjahr 2016 geplante Kapitalmaßnahmen abzudecken. Die Vorbereitungen auf diese Kapitalmaßnahmen wurden bereits im Frühjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres aufgenommen und sollen erwartungsgemäß spätestens im dritten Quartal 2016 abgeschlossen sein.
Um die Überwachung und Steuerung der Risikopositionen im Verhältnis zu den bestehenden Kapitalpositionen zu gewährleisten, verfügt die Bank über ein Limit System. Hier fließen neben dem Wachstum der Risikopositionen auch alle Erkenntnisse aus der operativen Planung und dem Kapitalplanungsprozess ein, um so neben einer operativen Steuerung über die nächsten drei Monate auch eine perspektivische Darstellung der strategischen Entwicklung über die nächsten drei Jahre zu erzielen. Dies soll zukünftig die weitere Einhaltung aller regulatorischen Anforderungen sicherstellen.
E. Chancen- und Prognosebericht
Der Vorstand der FIDOR Bank AG hat in den vergangenen Jahren konsequent die Attraktivität des Produktangebotes für die Ziel-Kundengruppen „Retail“ und „Corporate“ ausgebaut. Dies führt zu weiter monatlich steigenden Zuwächsen der Nutzer der Community, insbesondere aber auch der Kontoeröffnungsanträge. Damit einher geht eine steigende Nutzung der Services der FIDOR Bank AG, z. B. in den Bereichen Karten und Dispositionskredite, sowie der Transaktionszahlen.
Die FIDOR Bank AG hat darüber hinaus in den vergangenen Jahren Lösungen für eine digitale Finanzwelt geschafften, die eine sehr hohe Akzeptanz nicht nur bei den Privat- und Firmenkunden des Instituts sondern auch bei B2B-Partner erfährt.
Vor allem aus der im vergangenen Jahr eingegangenen und 2016 vertraglich abgeschlossenen Kooperation mit einem großen Mobilfunkanbieter werden signifikante Wachstumsimpulse erwartet. Dabei werden wir dem Mobilfunkanbieter ermöglichen seinen Kunden Bankprodukte mobil anzubieten (No-Stack-Banking).
Nach dem erfolgreichen Start mit einem eingeschränkten Produktangebot in Großbritannien erwarten wir durch die Komplettierung des Produktangebotes dort einen weiteren Anstieg der Nutzer- und Kundenzahlen. Eine gesamteuropäische Strategie wird derzeit erarbeitet und wird – ohne signifikante Anpassungsprozesse – zu einem weiteren Wachstum in den nächsten Jahren führen. In Ländern, in denen die FIDOR Bank ihre eigene Banklizenz im Rahmen des „Passportings“ nicht nutzen kann, werden über Joint-Venture-Unternehmen, die mit lokalen Bankpartnern gegründet werden, Dienstleistungen angeboten.
Entsprechend plant die FIDOR Bank AG eine konsequente Fortsetzung ihres Wachstumskurses.
Unmittelbarer Wachstumstreiber wird im nächsten Geschäftsjahr der Geschäftsbereich No-Stack-Banking sein. Die Bank stellt sich daher auf ein erwartet hohes Kundenwachstum ein und investiert entsprechend in die personelle und sachliche Ausstattung und in die Optimierung der bankinternen Prozesse.
Zufriedenheit der FIDOR- Bank-Kunden
Im Jahr 2015 hat die FIDOR Bank AG drei Privatkundenbefragungen zur Messung der Kundenzufriedenheit durchgeführt. 41 % der Befragten gaben an, dass sie das FIDOR Bank Girokonto bereits als Hauptkonto verwenden. 81 % der Privatkunden nutzen das Online Banking der FIDOR Bank mindestens einmal wöchentlich, von den bestehenden FIDOR Bank Kunden würden 78 % die FIDOR Bank weiterempfehlen und 87 % der Kunden würden sich erneut für die FIDOR Bank entscheiden. Bei einer in 2012 durchgeführten Untersuchung unter deutschen Großbanken, Direktbanken sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken wurde der sog. „Net Promoter Score“ (NPS) (ein Maß zur Erhebung der Kundenloyalität) ermittelt. Hierbei wurde ein Durchschnittswert für alle Retail-Banken von -13 festgestellt 14. Die FIDOR Bank hat im November 2015 einen NPS von 46 erzielt. Am meisten schätzen die Kunden der FIDOR Bank gemäß der Umfrage die Konditionen, die Handhabung des Online Bankings, das ansprechende Konzept und die Produktangebote. Nur 2 % der Antwortgebenden gaben an keinen Unterschied zwischen FIDOR Bank und anderen Banken erkennen zu können.
Für 2016 geht die Bank von einem deutlich niedrigeren Zinsergebnis aus als im Vorjahr. Dies liegt einerseits an einer Stagnation des Kreditvolumens, welches infolge der derzeitigen Eigenmittelausstattung der Bank nicht erweitert werden kann, andererseits erhöht sich auch der Margendruck bei bestehenden Kooperationen. Dem begegnet die Bank mit einer stärkeren Diversifizierung durch Syndizierung oder dem Verkauf von Portfolien, womit auch eine Reduzierung übergewichteter Portfolien einhergeht. Hierdurch wird der Zinsertrag durch Provisionserträge aus dem Servicegeschäft, dies allerdings nur teilweise, ersetzt aber die Eigenkapitalbindung erheblich entlastet. Parallel hierzu wird das eigene Kreditgeschäft kontinuierlich ausgebaut, was der Bank auch eine höhere Unabhängigkeit von Portfoliopartnern sichert. Insgesamt gesehen erwarten wir daher eine deutlich reduzierte Zinsmarge durch das im Zuge der Syndizierungen und Teilverkäufen von Portfolien reduzierte Kreditvolumen. Gleichzeitig erwarten wir deutlich reduzierte Zinseinnahmen durch steigenden Margendruck bei den bestehenden Kooperationen.
Auf der Einlagenseite geht die Bank weiterhin von niedrigen Marktzinsen aus, so dass der Zinsaufwand lediglich aufgrund der höheren geplanten Einlagen-Volumina steigen wird.
Die Risikovorsorgeaufwendungen werden zunehmen, da die Bank trotz der grundsätzlichen risikoaversen Kreditstrategie zusätzliche Risikovorsorgen bereitzustellen beabsichtigt, um sowohl die erwarteten als auch die unerwarteten Risiken abzudecken.
14 Bain & Company Germany/Switzerland Inc.,Was Bankkunden wirklich wollen (2012), URL: http://passthrough.fw-notifV.net/download/333914/http://www.bain.de/Images/Studie Banking ES.pdf (Stand: 27.04.2016)
Das gleichzeitig stattfindende Wachstum im B-to-B Geschäft (No-Stack-Banking-Geschäft) wird vor allem durch die Nutzung der Bankprodukte durch die Kunden der Kooperationspartner in den nächsten Jahren zu wachsenden Provisionserlöse führen. Daneben werden einmalige Erlöse aus der Projektimplementierung sowie laufende Transaktionserlöse und Zinsüberschüsse aus dem gemeinsam mit dem B-to-B Partner betriebenen Geschäft generiert. Insgesamt werden die Provisionserlöse sinken, da im Zuge der konsequenten Trennung der Aktivitäten der Fidor Tecs AG (neu: Fidor AG) von denen der Bank, wesentliche Teile der Erträge aus Implementierung der Projekte und Lizenzerlöse aus dem Verkauf der fOS Lizenzen der Fidor Tecs AG zugeordnet werden.
Die zunächst mit dem Ausbau des Produktangebotes in Großbritannien begonnene weitere Internationalisierung der FIDOR- Gruppe wird mittelfristig zu einem weiterhin deutlich steigenden Provisionsüberschuss beitragen.
Verwaltungsaufwand und Investitionen
Die FIDOR Bank AG bereitet sich konsequent auf den erwarteten Zuwachs an Kunden vor. Neben einer klareren Trennung der in der Fidor Tecs AG (nunmehr Fidor AG) konzentrierten Software Entwicklungskapazitäten sowie des technischen Bankbetriebs von dem bei der FIDOR Bank AG angesiedelten Bankbetrieb werden Investitionen in die personelle und sachliche Ausstattung der Bank notwendig werden, um die erhöhten Transaktionszahlen bewältigen zu können. Das anstehende und durch den Telefonpartner getriebene Wachstum (vor allen Dingen ab 2017) erfordert im laufenden Jahr eine kapazitative Vorbereitung bei gleichzeitiger Optimierung der bestehenden Kostenstruktur. Um ein effizientes Wachstum mit dem Telefonpartner zu ermöglichen hat der Vorstand das Projekt „Fit für 500.000 Kunden“ initiiert.
Im Zuge der Neuordnung und Konzentration des gesamten technischen Betriebs in der Fidor Tecs AG (neu: Fidor AG) ist geplant, Anteile dieser Gesellschaft an Partnerunternehmen zu veräußern bzw. diese zu Kapitalerhöhungen zuzulassen.
Aufgrund der Granularität der Kundenforderungen sowie der Maßnahmen der Bank zur Überwälzung des Ausfallrisikos auf Dritte im Portfoliogeschäft geht die Bank weiterhin von einem niedrigen Wertberichtigungsbedarf aus. Dennoch ist eine kontinuierliche Erhöhung der Risikovorsorgen geplant, um die Bank weitgehend gegen Ausfallrisiken abzuschirmen.
Die in den ersten vier Monaten des Jahres 2015 und im März 2016 durchgeführten Kapitalerhöhungen sowie die erfolgreiche Platzierung des nachrangigen „Kapitalbriefs“ unterstützen die geplante Ausweitung des Geschäftsvolumens. Allerdings sind weitere Kapitalerhöhungen erforderlich, um das geplante Wachstum realisieren zu können. Entsprechende Gespräche werden seit Sommer 2015 sowohl im bestehenden Aktionärskreis als auch mit Außenstehenden Aktionären geführt.
Angebote aus dem Aktionärskreis sowie von Außenstehenden Investoren liegen vor.
2016: Jahr der Transformation
Der digitale Strukturwandel begünstigt die Wachstumsplanung der FIDOR Bank. Dieses Wachstum wird sowohl durch steigende Kundenzahlen im Retail- als auch Corporate -Segment gestützt. Das zunehmende B-to-B -Geschäft führt zu erheblichem Wachstum und zu deutlich steigenden laufenden Provisionserlösen.
Die Fokussierung auf proprietäre Kreditangebote, die Aufarbeitung der durch den britischen Servicepartner entstandenen Probleme im Kreditportfolio sowie der Geschäftsaufbau und -ausbau geht allerdings einher mit Vorleistungen in Form von Verwaltungskosten und Investitionen. Zusammen mit dem Margendruck auf das Zinsergebnis rechnet der Vorstand der FIDOR Bank AG daher für 2016 mit einem deutlich erhöhten Jahresfehlbetrag.
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der FIDOR Bank AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Ziegler, Wirtschaftsprüfer