Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHR%20StGB%20%C2%A7%20212%20Abs.%201%20Vorsatz,%20bedingter%2063
Timestamp: 2018-04-23 07:52:17
Document Index: 80538485

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 49', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH']

BGH, 16.10.2008 - 4 StR 369/08 - dejure.org
Tötungsvorsatz (aberratio ictus; dolus eventualis: hoher Indizwert gefährlicher Gewalthandlungen); minder schwerer Fall des Totschlages (Grenzen der Revisibilität der Strafzumessung)
Vorsatz bei einem Angriff mit einem Beil auf den sich unmittelbar neben/unter der Zielperson befindlichen Menschen; Nichtaufsuchen eines Arztes nach dem Angriff durch das Opfer als Milderungsgrund i.S.d. § 49 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB); Berücksichtigung der Ähnlichkeit des Angriffs zur Heimtücke i.R.d. Strafzumessung
Aberratio ictus und dolus alternativus (Prof. Dr. Ingeborg Puppe)
Aberratio ictus bei alternativem Tatvorsatz unbeachtlich
BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 63
Bewusste Fahrlässigkeit liegt dagegen vor, wenn der Täter mit der als möglich erkannten Tatbestandsverwirklichung nicht einverstanden ist und ernsthaft und nicht nur vage darauf vertraut, der tatbestandliche Erfolg werde nicht eintreten (vgl. BGH, Urteile vom 14. Januar 2016 - 4 StR 72/15, NStZ 2016, 211, 215; vom 30. April 2014 - 2 StR 383/13, StV 2015, 300, 301; vom 22. März 2012 - 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183, 186; vom 16. Oktober 2008 - 4 StR 369/08, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 63).
Zur Verneinung des voluntativen Vorsatzelements bedarf es vielmehr in jedem Einzelfall tragfähiger Anhaltspunkte dafür, dass der Täter ernsthaft darauf vertraut haben könnte, der Geschädigte werde nicht zu Tode kommen (BGH, Urteile vom 24. März 2005 - 3 StR 402/04, vom 9. August 2005 - 5 StR 352/04, NStZ 2006, 98, 99, vom 25. Mai 2007 - 1 StR 126/07, NStZ 2007, 639, 640, und vom 16. Oktober 2008 aaO;… Trück aaO S. 239 f.).