Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1233.htm
Timestamp: 2018-11-21 12:52:48
Document Index: 81713054

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 28', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

1.233 Kailstadt-Mühlhelde
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Kailstadt-Mühlhelde« vom 2. Oktober 1998 (GBl. v. 27.11.1998, S. 629).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vorn 29. März 1995 (GBI. S. 385) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Boxberg, Landkreis Main-Tauber-Kreis werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kailstadt-Mühlhelde«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 37 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet umfaßt nach näherer Maßgabe der Karte auf dem Gebiet der Stadt Boxberg, Gemarkung Schweigern den West- und Südhang des Geißberges (Gewanne Mühlhelde, Heinberg, Geis und Kailstadt ganz oder teilweise) und auf Gemarkung Bobstadt den Westhang des Mühlberges (Gewanne Mühlhelde, Meißenhelde und Talwiesen teilweise).
(3) Das Naturschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 19. März 1997 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 19. März 1997 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart und beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Entwicklung, Erhaltung und Pflege eines reich strukturierten, gut ausgebildeten, repräsentativen tauberfränkischen Muschelkalkhanges als Lebensraum für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt und als kulturhistorisches Zeugnis der kleinteiligen, extensiven Landnutzungsformen, die den Charakter dieser Landschaft geprägt haben. Der Lebensraumkomplex umfaßt folgende Biotoptypen: Magerrasen und Wacholderheiden (teilweise in Sukzession oder aufgeforstet), wärmeliebende Saumbereiche, Steinriegel- und Trockenmauerrelikte, Streuobstwiesen, Wiesen, Hecken, Gebüsche, Feldgehölze und Ackerland sowie kleinflächig Sumpfseggen-Riede, Waldsimsen-Sümpfe und Hochstaudenfluren.
· Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
· Hunde unangeleint und außerhalb der Wege frei laufen zu lassen.
2. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;
3. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen.
2. außerhalb amtlich gekennzeichneter Feuerstellen Feuer zu machen oder zu unterhalten; dies gilt nicht für die Verbrennung von Obstbaumschnitt oder Gehölzschnitt aus der Landschaftspflege;
Dauergrünland nicht umgebrochen wird;
Pflanzenschutzmittel nur unter Beachtung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung verwendet werden;
auf den Magerrasen, Wacholderheiden und mageren Salbei-Glatthafer-Wiesen kein Düngemittel eingebracht oder gepfercht wird.
(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß:
Hochsitze nur aus naturbelassenen Hölzern und nur im unmittelbaren Anschluß an vorhandene. hochwüchsige Gehölze errichtet werden;
· keine weiteren Futterstellen angelegt werden;
· außerhalb des Waldes keine Wildäcker angelegt werden;
· auf den Magerrasen, Wacholderheiden und wärmeliebenden Staudensäumen keine Kirrplätze angelegt werden.
(4) Für die Lagerung von Brennholz am Rand des Naturschutzgebiets gilt § 4 nicht, soweit dies ohne Abgrabungen möglich ist und mit der Maßgabe, daß für die Abdeckung der Brennholzstapel nur Holztafeln verwendet werden.
(5) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt - festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
(2) Gleichzeitig tritt die Naturdenkmal-Sammelverordnung des Landratsamts Main-Tauber-Kreis vom 10. März 1992 (Fränkische Nachrichten vom 31.März 1992), soweit sie sich auf die Naturdenkmale 4/11F (»Wacholderheide Mühlhelde«), 4/27F (»Wacholderheide Heinberg«) und 4/28F (»Ödland Kailstadt«) bezieht, außer Kraft.
STUTTGART, den 2. Oktober 1998