Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,708
Timestamp: 2018-01-24 05:48:02
Document Index: 138557912

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 10', '§ 11', 'Art. 98', 'Art. 11', '§ 10', 'Art. 11', 'Art. 11', '§ 10', '§ 11', 'Art. 98', 'Art. 11', '§ 10', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 14', '§ 14', '§ 10', '§ 11', 'Art. 98', 'Art. 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 97', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 7']

BGH, 19.04.2007 - I ZR 35/04 - dejure.org
TMG § 10 Satz 1 (= TDG § 11 Satz 1); Gemeinschaftsmarkenverordnung Art. 98 Abs. 1; Richtlinie 2004/48/EG Art. 11 Satz 3
Internet-Versteigerung II - Zur (Mit-) Störerhaftung des Betreibers einer Internetplattform (hier: Internetauktionshaus) für durch Dritte begangene (Marken-) Rechtsverletzungen (ROLEX) und zum Umfang und zur Zumutbarkeit von Prüfungspflichten des "Dritten Störers".
§ 10 TMG; Art. 11 Satz 3 Richtlinie 2004/48/EG
Internet-Versteigerung II, Unterlassungsanspruch bei Markenverletzungen
EBay kann für Markenverletzungen auf der Handelsplattform auf Unterlassung in Anspruch genommen werden
Mitstörerhaftung nach dem TMG Internet Versteigerung II
Zum Unterlassungsanspruch gegen Internet-Auktionshaus bei Angebot gefälschter Markenprodukte auf seiner Plattform ("Internet-Versteigerung II")
Internet-Versteigerung II / Internetversteigerung II / Internet Versteigerung II
Art. 11 Satz 3 Richtlinie 2004/48/EG
TMG § 10 Satz 1 (=; TDG § 11 Satz 1); GemeinschaftsmarkenVO Art. 98 Abs. 1; Richtlinie 2004/48/EG Art. 11 Satz 3
Vorbeugender Unterlasungsanspruch bei Markenverletzungen durch Internet-Versteigerung
Heranziehung einer Richtlinienbestimmung zur Ergänzung der Gemeinschaftsmarkenverordnung - Internet-Versteigerung II
Zur Verantwortlichkeit des Internet-Versteigerers für die Versteigerung gefälschter Markenartikel
Markenrecht - Unanwendbarkeit des § 10 S. 1 TMG bei Unterlassungsanspruch
Störerhaftung bei Ebay
Providerhaftung - Betreiber einer Auktionsplattform
Markenfälschungen auf eBay
Ein Störer kann auch vorbeugend auf Unterlassung in Anspruch genommen werden
Haftung von eBay bei Markenverletzungen
Zur Haftung von eBay bei Markenrechtsverletzungen
BGH bestätigt Rechtsprechung zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen
Oberlandesgericht Düsseldorf entscheidet erneut über Prüfungspflichten von eBay
heise.de (Pressebericht, 19.04.2007)
BGH bestätigt Haftung von Online-Auktionshäusern bei Markenverletzungen
heise.de (Pressebericht, 27.11.2007)
EBay wegen gefälschter Juwelen vor Gericht
Internet-Auktionshäuser können zur Unterlassung von Markenverletzungen verpflichtet sein
Rechtsprechung zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen bestätigt
Rechtsprechung zur Haftung für "User Generated Content" bestätigt
auktion-und-recht.de (Pressemitteilung)
Unterlassungsanspruch (Haftung) von eBay bei Markenverletzungen; kein Schadensersatzanspruch
Unterlassungsansprüche gegen eBay & Co. zulässig
Ebay: Darf man Markenware verkaufen? Was beachten?
Markenrecht - Bundesgerichtshof bestätigt Rechtsprechung zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen
Zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen
Zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen (Rolex)
Internet-Auktionshäuser können bei Markenverletzungen auf Unterlassung in Anspruch genommen werden
Internetversteigerung II
Haftung von eBay bei Markenverletzungen bestätigt
Ebay und Markenverletzungen
CIPReport , S. 6 (Entscheidungsanmerkung)
Haftung von ebay für Markenverletzungen
§ 10 TMG, § 14 Abs. 2, 3 MarkenG
Ein Online-Versteigerer muss Vorsorgemaßnahmen ergreifen, um weitere klar erkennbare Markenverletzungen zu verhindern
MarkenG § 14; TMG § 10; TDG § 11; GMV Art. 98; RL 2004/48/EG Art. 11
Unterlassungsanspruch gegen Internet-Auktionshaus bei Angebot gefälschter Markenprodukte auf seiner Plattform ("Internet-Versteigerung II")
BGH hält an seiner Rechtsprechung zur Haftung von eBay bei Markenverletzungen (hier: Angebot gefälschter ROLEX-Uhren) fest
Rechtsprechung zur Haftung für "User Generated Content” bestätigt
heise.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 15.06.2007)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az.: I ZR 35/04 (Internetversteigerung II)" von Prof. Dr. Gerald Spindler, original erschienen in: MMR 8/2007, 511 - 514.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az.: I ZR 35/04 (Haftung des Internetauktionsveranstalters bei Markenrechtsverstößen Dritter - Internet-Versteigerung II)" von RA Dr. Uwe Jürgens, original erschienen in: K&R 2007, 387 - 396.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az: I ZR 35/04 (Internet-Versteigerung II)." von RA Markus Rössel (LL.M.), original erschienen in: CR 2007, 523 - 529.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az.: I ZR 35/04 (Störerhaftung eines Internetauktionshauses bei Fremdversteigerungen)" von RA Dr. Cornelius Lehment, original erschienen in: GRUR 2007, 713 - 714.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az: I ZR 35/04 (Internet-Versteigerung II)." von RA Markus Rössel, LL.M., original erschienen in: CR 2007, 523 - 529.
Zusammenfassung von "Haftung von Internetauktionshäusern - reloaded" von Prof. Dr. Stefan Leible u. Prof. Dr. Olaf Sosnitza, original erschienen in: NJW 2007, 3324 - 3326.
Kurznachricht zu "Schwerpunkt 9: Haftung im Internet" von Lena Gräwe, original erschienen in: MMR Beilage 2008, 35 - 39.
LG Düsseldorf, 29.10.2002 - 4a O 464/01
BGHZ 172, 119
NJW 2007, 2636
ZIP 2007, 1621
GRUR 2007, 708
GRUR Int. 2007, 933
WM 2007, 1434
MMR 2007, 507
MIR 2007, Dok. 246
BB 2007, 617
DB 2007, 1698
K&R 2007, 387
ZUM 2007, 646
afp 2007, 352
cc) Welche konkreten Maßnahmen zumutbar sind, bestimmt sich auch für eine Privatperson zunächst nach den jeweiligen technischen Möglichkeiten (vgl. BGHZ 172, 119 Tz. 47 - Internet-Versteigerung II).Es würde die privaten Verwender der WLAN-Technologie allerdings unzumutbar belasten und wäre damit unverhältnismäßig, wenn ihnen zur Pflicht gemacht würde, die Netzwerksicherheit fortlaufend dem neuesten Stand der Technik anzupassen und dafür entsprechende finanzielle Mittel aufzuwenden.
Das Berufungsgericht hat allerdings zu Recht die internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte angenommen, die in jedem Verfahrensabschnitt, auch im Revisionsverfahren, von Amts wegen zu prüfen ist (…Senatsurteile vom 29. März 2011 - VI ZR 111/10, VersR 2011, 900 Rn. 6;… vom 29. Juni 2010 - VI ZR 122/09, VersR 2011, 137 Rn. 10; BGH, Urteile vom 28. November 2002 - III ZR 102/02, BGHZ 153, 82, 84 ff.; vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 16 - Internet-Versteigerung II).
Die Haftungsbeschränkung des § 10 Satz 1 TMG gilt aber nicht für Unterlassungsansprüche (…st. Rspr., vgl. Senatsurteile vom 27. März 2007 - VI ZR 101/06, VersR 2007, 1004 Rn. 7 - Meinungsforum;… vom 30. Juni 2009 - VI ZR 210/08, VersR 2009, 1417 Rn. 17 - Domainverpächter; BGH, Urteile vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 19 - Internet-Versteigerung II;… vom 22. Juli 2010 - I ZR 139/08, GRUR 2011, 152 Rn. 26 - Kinderhochstühle im Internet).
Weist ein Betroffener den Hostprovider auf eine Verletzung seines Persönlichkeitsrechts durch den Nutzer eines Blogs hin, kann der Hostprovider als Störer verpflichtet sein, zukünftig derartige Verletzungen zu verhindern (vgl. BGH, Urteil vom 11. März 2004 - I ZR 304/01, BGHZ 158, 236, 252 - Internet-Versteigerung I; Urteil vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 - Internet-Versteigerung II;… Urteil vom 12. Juli 2007 - I ZR 18/04, BGHZ 173, 188 Rn. 43 - Jugendgefährdende Medien bei eBay;… Urteil vom 17. August 2011 - I ZR 57/09, aaO Rn. 26 - Stiftparfüm).
In einem solchen Fall kommt jedoch in Betracht, dass die Haftung des Betreibers der Suchmaschine auf solche Verstöße beschränkt ist, die begangen werden, nachdem er auf eine klare Rechtsverletzung hingewiesen worden ist (vgl. BGHZ 158, 236, 252 - Internet-Versteigerung I; 173, 188 Tz. 42 - Jugendgefährdende Medien bei eBay; BGH, Urt. v. 19.4.2007 - I ZR 35/04, GRUR 2007, 708 Tz. 45 = WRP 2007, 964 - Internet-Versteigerung II;… Urt. v. 30.4.2008 - I ZR 73/05, GRUR 2008, 702 Tz. 51 = WRP 2008, 1104 - Internet-Versteigerung III).
Hierbei ist zu berücksichtigen, ob die Rechtsverletzung eines Dritten aufgrund einer unklaren Rechtslage erst nach eingehender rechtlicher oder tatsächlicher Prüfung festgestellt werden kann (BGH, Urteil vom 10. Oktober 1996 - I ZR 129/94, GRUR 1997, 313, 316 = WRP 1997, 325 - Architektenwettbewerb; BGH…, Urteil vom 22. Juli 2010 - I ZR 139/08, GRUR 2011, 152 Rn. 39 ff. = WRP 2011, 223 - Kinderhochstühle im Internet I) oder ob sie für den Betreiber offenkundig oder unschwer zu erkennen ist (BGH, Urteil vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 46 - Internetversteigerung II).
Zu Recht hat jedoch das Berufungsgericht angenommen, dass auch unter Berücksichtigung dieser Umstände der Beklagten keine Kontrollmaßnahmen auferlegt werden dürfen, die ihr Geschäftsmodell wirtschaftlich gefährdeten oder ihre Tätigkeit unverhältnismäßig erschwerten (vgl. BGHZ 172, 119 Rn. 147 - Internetversteigerung II; BGH…, Urteil vom 12. Juli 2007 - I ZR 18/04, BGHZ 173, 188 Rn. 39 - Jugendgefährdende Medien bei eBay;… BGH, GRUR 2011, 617 Rn. 45 - Sedo;… BGHZ 194, 339 Rn. 28 - Alone in the Dark).
Hatte die Beklagte im Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Kenntnis von dem rechtsverletzenden Inhalt der beanstandeten Äußerungen, kommt auch eine Gehilfenhaftung, die neben einer objektiven Haupttat zumindest einen bedingten Vorsatz in Bezug auf die Haupttat und das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit voraussetzt (BGH, Urteil vom 11. März 2004 - I ZR 304/01, BGHZ 158, 236, 250 - Internet-Versteigerung I; BGHZ 172, 119 Rn. 31 - Internet-Versteigerung II), nicht in Betracht.
Da die Parteien darüber streiten, wann für die Beklagte erkennbar von einem Handeln der Anbieter im geschäftlichen Verkehr auszugehen ist, müssen die Klägerinnen dieses Merkmal hinreichend konkret umschreiben und gegebenenfalls mit Beispielen verdeutlichen (BGHZ 172, 119 Tz. 50 - Internet-Versteigerung II).
Wie der Senat in der nach dem Berufungsurteil ergangenen Entscheidung "Internet-Versteigerung II" (BGHZ 172, 119 Tz. 52) ausgesprochen hat, kann sich diese Einschränkung auch ohne ausdrückliche Aufnahme in den Klageantrag und den Verbotstenor hinreichend deutlich aus der Begründung des Unterlassungsbegehrens und den Entscheidungsgründen ergeben (dazu nachstehend B I 4 c).
Von einem Handeln im geschäftlichen Verkehr ist nicht schon dann auszugehen, wenn eine Ware einer Vielzahl von Personen zum Kauf angeboten wird, mag dies auch mit dem Ziel geschehen, einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen (vgl. BGHZ 172, 119 Tz. 23 - Internet-Versteigerung II).
Die Tatsache, dass der Anbieter ansonsten gewerblich tätig ist, deutet ebenfalls auf eine geschäftliche Tätigkeit hin (BGHZ 172, 119 Tz. 23 - Internet-Versteigerung II).
c) Die Beklagte haftet als Störerin allerdings nur, soweit sie keine zumutbaren Kontrollmaßnahmen ergreift, während ein Verstoß gegen das Unterlassungsgebot nicht gegeben ist, wenn schon keine Markenverletzungen vorliegen oder die Markenverletzungen nicht mit zumutbaren Filterverfahren und eventueller anschließender manueller Kontrolle der dadurch ermittelten Treffer erkennbar sind (vgl. BGHZ 172, 119 Tz. 47 und 52 - Internet-Versteigerung II).
Sind die Markenverletzungen nicht erkennbar, obwohl die Beklagte die ihr zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, liegt ein mit Ordnungsmitteln zu ahndender Verstoß gegen das Unterlassungsgebot mangels Verschuldens nicht vor (BGHZ 158, 236, 252 - Internet-Versteigerung I; 172, 119 Tz. 47 - Internet-Versteigerung II).
Auch ein Störer kann vorbeugend auf Unterlassung in Anspruch genommen werden (BGH, Urteil vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 41 - Internet-Versteigerung II;… BGH, GRUR 2009, 841 Rn. 14 - Cybersky).
Die hiermit verbundene Verlagerung eines Teils des Streits in das Vollstreckungsverfahren ist hinzunehmen, weil anders effektiver Unterlassungsrechtsschutz nicht gewährleistet werden könnte (vgl. BGH, Urteil vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 48 - Internet-Versteigerung II;… BGH, GRUR 2013, 1030 Rn. 21 - File-Hosting-Dienst).
Der deutsche Gesetzgeber hat hinsichtlich einer gegen einen Vermittler gerichteten Verbotsanordnung angesichts der Regelung des § 97 UrhG in Verbindung mit dem Institut der Störerhaftung keinen gesonderten Gesetzgebungsbedarf gesehen (vgl. Begründung des Regierungsentwurfs eines Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft, BT-Drucks. 15/38, S. 35, 39; Begründung des Regierungsentwurfs eines Gesetzes zur Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums, BR-Drucks. 64/07, S. 70, 75; vgl. auch BGHZ 172, 119 Rn. 37 - Internet-Versteigerung II).
Wie der Bundesgerichtshof - zeitlich nach dem Berufungsurteil - entschieden hat, findet dieses Haftungsprivileg jedoch auf Unterlassungsansprüche keine Anwendung (BGHZ 158, 236, 246 ff. - Internet-Versteigerung I;… BGH, Urt. v. 27.3.2007 - VI ZR 101/06, WRP 2007, 795 Tz 7; Urt. v. 19.4.2007 - I ZR 35/04, Tz 19 - Internet-Versteigerung II).
Die Beklagte hat keine Kenntnis von konkret drohenden Haupttaten, so dass es an dem erforderlichen Gehilfenvorsatz fehlt (vgl. BGHZ 158, 236, 250; BGH, Urt. v. 19.4.2007 - I ZR 35/04, Tz 31 - Internet-Versteigerung I und II).
Sie muss auch Vorsorge dafür treffen, dass es möglichst nicht zu weiteren gleichartigen Rechtsverletzungen kommt (vgl. BGHZ 158, 236, 252; BGH, Urt. v. 19.4.2007 - I ZR 35/04, Tz 45 - Internet-Versteigerung I und II).
Die Gehilfenhaftung setzt neben einer objektiven Beihilfehandlung zumindest einen bedingten Vorsatz in Bezug auf die Haupttat voraus, der das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit einschließen muss (BGHZ 158, 236, 250 - Internet-Versteigerung I, m.w.N.; 172, 119 Tz. 31 - Internet-Versteigerung II).
(2) Die Beklagte erfüllte dadurch, dass sie Dritten die Internetplattform für deren Angebote und Versteigerungen mit den Klagemarken zur Verfügung stellte, selbst nicht die Merkmale einer Markenverletzung nach § 14 Abs. 3 oder 4 MarkenG, weil sie die rechtsverletzende Ware nicht angeboten oder in den Verkehr gebracht und die Klagemarken auch nicht in der Werbung benutzt hat (vgl. BGHZ 158, 236, 250 - Internet-Versteigerung I; 172, 119 Tz. 28 - Internet-Versteigerung II).
Der Senat hat bislang offengelassen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Gehilfenhaftung der Beklagten in Betracht zu ziehen ist, wenn die Prüfungspflichten, die sich aus der Stellung der Beklagten als Betreiberin der Internetplattform ergeben, nachhaltig verletzt werden (…vgl. BGHZ 158, 238, 250 - Internet-Versteigerung I; 172, 119 Tz. 32 - Internet-Versteigerung II).
Nach der Senatsrechtsprechung dürfen der Beklagten, die zu den Diensteanbietern in diesem Sinn zählt (vgl. BGHZ 158, 236, 246 f. - Internet-Versteigerung I), danach keine Anforderungen auferlegt werden, die ihr von der Rechtsordnung gebilligtes Geschäftsmodell gefährden oder ihre Tätigkeit unverhältnismäßig erschweren (vgl. BGHZ 158, 236, 251 - Internet-Versteigerung I; 172, 119 Tz. 47 - Internet-Versteigerung II; 173, 188 Tz. 39 - Jugendgefährdende Medien bei eBay).
Da die Parteien darüber streiten, wann von einem Handeln der Anbieter im geschäftlichen Verkehr auszugehen ist, muss die Beklagte dieses Merkmal hinreichend konkret umschreiben und gegebenenfalls mit Beispielen unterlegen (vgl. BGHZ 172, 119 Tz. 50 - Internet-Versteigerung II).
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