Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201981,%20520
Timestamp: 2019-05-20 06:02:44
Document Index: 363062671

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 23', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.02.1981 - I ZR 20/79 - dejure.org
https://dejure.org/1981,476
BGH, 27.02.1981 - I ZR 20/79 (https://dejure.org/1981,476)
BGH, Entscheidung vom 27.02.1981 - I ZR 20/79 (https://dejure.org/1981,476)
BGH, Entscheidung vom 27. Februar 1981 - I ZR 20/79 (https://dejure.org/1981,476)
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UrhG § 3, § 23
Medizinisches Taschenbuch "Der Körper des Menschen" - Plagiative Verwendung eines Fragenkatalogs - Urheberrechtsschutzfähigkeit einer Fragensammlung - Wettbewerblicher Leistungsschutz - Lizenzgebühr
§§ 2 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2, 3 UrhG
MDR 1981, 822
GRUR 1981, 520
Dabei kann bei der Formulierung von Leitsätzen, die sich sachnotwendigerweise eng an die bearbeitete Entscheidung anlehnen müssen, ein bescheideneres Maß geistig schöpferischer Tätigkeit genügen, um urheberrechtlichen Schutz zuzubilligen (vgl. BGH, Urt. v. 27.2. 1981 - I ZR 20/79, GRUR 1981, 520, 521 - Fragensammlung).
Urheberrechtsschutzfähig ist in einem solchen Fall nur die konkrete Gestaltung, das heißt die Auswahl und Gliederung des Stoffs der Fragensammlung einerseits und die Formulierung der einzelnen Fragen andererseits (vgl. BGH GRUR 1981, 520, 521 f. - Fragensammlung).
Voraussetzung ist nach § 2 Abs. 2 UrhG eine individuelle geistige Schöpfung, die sowohl in der von der Gedankenformung und -führung geprägten sprachlichen Gestaltung als auch in der Art der Sammlung, Auswahl, Einteilung und Anordnung des Stoffes zum Ausdruck kommen kann (…vgl. BGH, Urt. v. 21.11.1980 - I ZR 106/78, GRUR 1981, 352, 353 - Staatsexamensarbeit; Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 20/79, GRUR 1981, 520, 521 - Fragensammlung; BGHZ 116, 136, 144 - Leitsätze; 134, 250, 254 f. - CB-infobank I; 141, 329, 333 f. - Tele-Info-CD).
Sofern sie in einem bestimmten Werk ihre konkrete Ausformung erfahren, ist die Werkgestaltung in ihrer individuellen Formgebung einem Urheberrechtsschutz zugänglich (…vgl. BGH a.a.O.; GRUR 1981, 520, 521 f. - Fragensammlung; GRUR 1980, 227, 231 - Monumenta Germaniae Historica;… Loewenheim a.a.O. Rn. 50).
Ein Sprachwerk kann seine Prägung als individuelle geistige Schöpfung nicht nur durch die sich in der Sprachgestaltung ausdrückende Gedankenführung und -formung gewinnen, sondern auch durch die schöpferische Sammlung, Auswahl, Einteilung und Anordnung des vorhandenen Stoffs (vgl. BGH GRUR 1980, 227, 230 - Monumenta Germaniae Historica; BGH GRUR 1981, 520, 521 - Fragensammlung).
Hieran kann es fehlen, wenn der Spielraum für eine individuelle Gestaltung sehr eng und individuelles Schaffen deshalb besonders schwierig ist (BGH GRUR 1981, 520, 521 - Fragensammlung).
Dadurch entsteht ein "rundes Ganzes", welches in für den Laien anschaulicher, gleichwohl präziser Sprache nicht nur den Mietspiegel im Rechtssinne an sich, sondern auch die Hintergründe in knapper, gleichwohl umfassender Form erläutert, so dass Auswahl, Einteilung und Anordnung des Stoffes so sehr vom handwerklichen Durchschnitt einer mechanisch-technischen Aneinanderreihung des Materials, einer routinemäßigen, bloß mechanischen Zusammenstellung vorgegebener Fakten (vgl. BGH GRUR 1981, 520, 521 - Fragensammlung ) hinausgehen, dass ein deutliches Überragen des Durchschnitts festzustellen ist.