Source: http://www.igmetall-zoom.de/Forum/viewtopic.php?f=13&t=590&start=2100
Timestamp: 2018-11-19 15:59:09
Document Index: 332914972

Matched Legal Cases: ['§\n8', '§ 61', '§ 195', '§ 199', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 9', '§ 9']

Aktuelle Zeit: 19.11.2018, 16:59
[ 2257 Beiträge ] Gehe zu Seite Vorherige 1 ... 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74 ... 76 Nächste
Verfasst: 15.09.2015, 10:51
durch die Ausschlussfristen bin ich gezwungen, Ansprüche gegenüber der Leihbude innerhalb von 3 Monaten gerichtlich gelten zu machen. Mache ich das nicht, sind meine Ansprüche verloren.
Nee, das ist nicht ganz richtig. Du musst erstmal innerhalb von 3 Monaten irgendetwas formlos fordern (E-Mail oder Brief, mündlich ist schlecht nachweisbar...). Wenn die ZAF dankend ablehnt, DANN hast Du 3 Monate Zeit um zu klagen.
Also, insgesamt 6 Monate bis zur Klage.
DIese 3-Monatsfristen sind sehr üblich und in fast allen Tarifverträgen, die ich kenne. Manchmal gibt es auch etwas längere, z.B. 6 Monate.
Ich finde das ok, weil es nicht nur der ZAF Sicherheit gibt, sondern auch mir - bei mir waren nämlich in der Tat mal Reisekosten völlig falsch abgerechnet worden. Der Kunde hatte die Übernachtung gestellt, ich hatte gleichzeitig aber auch noch die Übernachtungspauschale von meiner ZAF gekriegt... das fiel dann bei einer Steuerprüfung auf. Ich musste dann leider die Übernachtungspauschale nachträglich versteuern... aber aufgrund der Ausschlussfrist war gleich klar, dass die ZAF den zu viel gezahlten Betrag nicht wiederkriegen würde... also: Ich hatte damals 2800 Euro zu viel erhalten... musste aber nicht die 2800 Euro zurückzahlen, sondern das "nur" nachversteuern... also - mir hat die Regelung Geld eingebracht.
Du hast aber wahrscheinlich REcht, dass sehr oft auch die ZAF profitiert, weil sich Mitarbeiter nicht oder zu spät ihre Lohnabrechnungen vernünftig anschauen.
Verfasst: 15.09.2015, 15:52
Gesetzliche Verjährungsfrist wären 3 Jahre zum Jahresende.
OK jetzt habe ich dein Nein zu Verhandlungen über Verjährungsfristen verstanden.
Nur, da die Verjährungsfrist im TV steht und nicht von alleine verschwindet kann man nur durch Verhandlungen eine längere Verjährungsfrist erreichen. Es war auch bei den letzten TV ein Verhandlungsthema. Aber wir kamen damit nicht durch.
Verfasst: 15.09.2015, 19:09
Wie bereits gesagt, sind die Ausschlussfristen eh nicht das größte Dilemma, sofern man fähig ist, seine Lohnabrechung zu kontrollieren.
Liebe TaKo oder Insider, wie siehts denn eigentlich mit meiner Frage zu der Kündigung aus? Wird der TV unmittelbar NACH Änderungen am AÜG gekündigt oder lässt man ihn auslaufen?
Wird das AÜG nach Inkrafttreten des Entgelttarifvertrages grundsätzlich geändert, steht beiden Tarifvertragsparteien abweichend von §
8.1 Abs. 2 ein außerordentliches Kündigungsrecht mit Monatsfrist zum Monatsende zu.
Sollte Frau Nahles auf die Idee kommen, dass die Änderungen z.B. erst ab 2017 gelten, wird eine Änderung dann trotzdem zu einer außerordentlichen Kündigung berechtigen?
Verfasst: 15.09.2015, 22:23
Die drei Monate werden vom ArbGG vorgegeben.
Das ArbGG gibt lediglich eine 3-Monats-Frist vor, wenn es um Klagen nach dem AGG geht (§ 61b ArbGG).
Lohnabrechnungen unterliegen, vorbehaltlich einer abweichenden (tarif-)vertraglichen Regelung, grundsätzlich der allgemeinen Verjährungsfrist nach § 195 i.V.m. § 199 BGB. Das wären dann die von @Premutos1982 genannten drei Jahre.
Verfasst: 25.09.2015, 13:52
...Interessante Randnotiz im MTV BAP-DGB Punkt 4.3 betreffend
§ 4.3 1 Plusstunden sind die über die individuelle regelmäßige monat liche
Arbeitszeit hinaus entstandenen Arbeitsstunden. Minusstunden sind
die unter der individuellen regelmäßigen monatlichen Arbeitszeit
liegenden Arbeitsstunden.
Das Arbeitszeitkonto darf max. 200 Plusstunden umfassen.
Zur Beschäftigungssicherung kann das Arbeitszeitkonto bei saisonalen
Schwankungen im Einzelfall bis zu 230 Plusstunden umfassen.
Beträgt das Guthaben mehr als 150 Stunden, ist der Arbeitgeber verpfl
ichtet, die über 150 Stunden hinausgehenden Plusstunden inklusive
der darauf entfallenden Sozialversicherungsabgaben gegen Insolvenz
zu sichern und die Insolvenzsicherung dem Mitarbeiter nachzuweisen.
Ohne diesen Nachweis darf das Arbeitszeitkonto abweichend
von Abs. 2 und 3 max. 150 Stunden umfassen und der
Mitarbeiter ist nicht verpfl ichtet, über 150 Stunden hinausgehende
Plusstunden zu leisten.
Bei Teilzeitbeschäftigung werden die vorgenannten Obergrenzen des
Arbeitszeitkontos im Verhältnis zur arbeitsvertraglich vereinbarten
Arbeitszeit angepasst. Die Pfl icht des Arbeitgebers zur Insolvenzsicherung
erst ab einem Guthaben von 150 Stunden bleibt hiervon
Durch Feiertage ausgefallene Arbeitsstunden werden in Höhe der
ausgefallenen Arbeitszeit entsprechend der Arbeitszeitverteilung gemäß
§ 4.1 auf das Arbeitszeitkonto gebucht.
Das ist ja allgemein Bekannt, nun die Fußnote
1) Protokollnotiz zu § 4.3
Die Tarifvertragsparteien werden zu Beginn des Jahres 2005 auf Antrag einer Seite
auf Basis der bis dahin gemachten Erfahrungen in Verhandlungen darüber ein treten,
ob die o. a. Stundengrenzen entfallen oder neu festgelegt werden und ob eine
Begrenzung von Minusstunden vorgenommen wird.
Huiii gerade 10 Jahre her, es gab seitdem 3 Änderungen im TV (30.05.2006; 09.03.2010; 17.09.2013) der § 4.3 wurde aber wie in der Fußnote nicht auf Grund gemachter Erfahrungen seitdem verändert.... Vielleicht braucht man ja noch mal 10 Jahre dazu ???
Verfasst: 25.09.2015, 18:02
Für mich ein klares Indiz dafür,daß die Tarifkommissionen der
Gewerkschaften in Kumpanei mit den Abzockern und Lohn -
drückern,überhaupt nicht daran denken,hieran irgendetwas
zu verändern.Im übrigen hat Abzockerei unter anderem die
Zuletzt geändert von challenger am 25.09.2015, 22:48, insgesamt 2-mal geändert.
Verfasst: 25.09.2015, 20:31
Die DGB-Gewerkschaften haben gegenüber dem Bundesarbeitgeberverband für Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) zum 31. Januar 2014 den Manteltarifvertrag (MTV) und den Entgeltrahmentarifvertrag (ERTV) gekündigt. Bereits zum 31. Oktober 2013 hatten sie den Entgelttarifvertrag (ETV) beendet. Die bislang stockenden Tarifvertragsverhandlungen sollen am 16. September 2013 fortgesetzt werden.
Sollte bis zum Ablauf der betreffenden Kündigungsfristen keine Verständigung erzielt worden sein, die letztlich nur auf ein „Gesamtpaket“, unter anderem unter Einschluss aller Entgeltfragen, Umgang mit Arbeitszeitkonten sowie Angleichung der Vergütung Ost/West, hinauslaufen kann, dürften die oben genannten Tarifverträge der Zeitarbeit nur noch nachwirken (§ 4 Abs. 5 TVG).
Ob insbesondere eine arbeitsvertragliche Bezugnahme auf diese Tarifverträge den gesetzlichen Equal-Pay/Equal-Treatment-Anspruch (§§ 9 Nr. 2, 10 Abs. 4 AÜG) auszuschließen vermag, ist bislang nicht höchstrichterlich entschieden. In der Literatur wird dies aber zumindest bei bestehenden Arbeitsverhältnissen bejaht (vergleiche Boemke/Lembke, § 9 AÜG Rn. 428).
Dieser Auffassung folgt auch die Bundesagentur für Arbeit. Nach Ansicht der Behörde endet die Nachwirkung im Bereich des AÜG aber, sobald der Abschluss einer neuen tariflichen Vereinbarung nicht mehr in Aussicht steht. Ein Indiz dafür kann der Ablauf eines Jahres nach Auslaufen des vorherigen Tarifvertrages sein (vgl. Ziff. 3.1.6 Abs. 4, 5 GA-AÜG, Stand: April 2013).
Die Gerichte sind an die Ansicht der Bundesagentur für Arbeit allerdings nicht gebunden und können folglich abweichend entscheiden. Sollten die Tarifverträge tatsächlich in das Stadium der Nachwirkung eintreten, ist es also durchaus möglich, dass Zeitarbeitnehmer, die ihren Arbeitgeber auf Equal Pay in Anspruch nehmen, damit durchdringen werden. Dies gilt insbesondere bei Arbeitsverhältnissen, die erst im Nachwirkungszeitraum begründet worden sind."
Lautstark kommunizieren, dass es kein Tarif mehr gibt, sobald der aktuelle endet oder gekündigt wird.
Das sagte Doc. Bi$$€l$ damals sogar selbst: http://www.cmshs-bloggt.de/arbeitsrecht ... vertraege/
Ansonsten lassen wir es die Gerichte entscheiden! Besser so als Gefälligkeitstarif! Zieht euch zurück, DGB Gewerkschaften!
Verfasst: 27.09.2015, 18:06
Die IQZ schreibt:
„Nahles will bei Einsatzzeitbegrenzung nun auch Tariföffnung für Tarifpartner der Zeitarbeit „
Quelle: http://www.iq-z.de/?p=3139
Damit flächendeckend mit Beginn der gesetzlichen Verbesserungen diese ausgehebelt werden können, müssen die Tarifparteien zügig entsprechende tarifliche Vereinbarungen treffen, Ich wäre sehr erstaunt, wenn nicht längst derartige Verhandlungen geführt werden.
„Im Gegensatz zu den Verbänden der Branche, noch vor dem anstehenden Gesetzesentwurf, haben die Tarifpartner (Gewerkschaft und TQZ) beim Zeitarbeit-TV tarifplus+ eine tarifliche Regelung zur maximalen Einsatzzeit mit Wirkung zum 01.04.2015 abgeschlossen und somit die Empfehlungen des Forums in die Praxis übertragen. Neben der tariflichen Definition der max. Einsatzzeit (24 Monate) wurden grundsätzliche Ausnahmen für eine mögliche Verlängerung definiert.“
Die IGM hat demzufolge für einen Teil ihrer Mitglieder bereit die künftige gesetzliche Besserstellung mit einem Tarifvertrag ausgehebelt.
Fraglich ist, ob diese tarifliche Schlechterstellung auch für Verdi-Mitglieder verbindlich ist. Ein IQZ-Unternehmen ist die APM Personal-Leasing GmbH Stuttgart, die Mitglied im Arbeitgeberverband IGZ ist und folglich zur Einhaltung und Anwendung der mit Verdi geschlossenen Tarifverträgen verpflichtet ist. Aus meiner Sicht kann dieses Unternehmen nicht wirksam die Anwendung von IGM-Tarifverträgen arbeitsvertraglich mit Verdi-Mitgleidern vereinbaren (Ansonsten könnte ein M+E-Betrieb auf die Idee kommen, z.B. die Verdi Logistiktarifverträge bei IGM-Mitgliedern anzuwenden). Folglich haben Verdi-Mitglieder Anspruch auf die bessere künftige gesetzliche Lösung.
Es ist zu bedenken, dass Verdi sich insgesamt für Leiharbeit zuständig hält, also auch für Leiharbeiter, die in einem M+E-Betrieb eingesetzt werden. Ein IGM-Mitglied könnte also rechtzeitig zu Verdi wechseln, um so übernommen zu werden.
Verfasst: 27.09.2015, 18:19
Ach da ist man sich schon einig. Es geht nur noch ums Geld
Verfasst: 17.10.2015, 22:56
http://www.aloport.de/extra/tarif/show/ ... 03info.pdf
Ich kann es nicht glauben. Selten liest man sowas Ehrliches....(auch wenn es ein fake ist)
Verfasst: 18.10.2015, 10:49
http://www.aloport.de/extra/tarif/show/pdf/bza03info.pdf
Warum soll das ein Fake sein? Mit den offiziellen Insignien der Verbände treibst Du keinen Schabernack - das kommt einfach zu teuer...
Ach so, und noch einmal: Die Urfassungen der Tarifverträge waren für ZAN in strukturschwachen Gegenden & Branchen gar nicht mal so schlecht. Die Verschlechterungen kamen erst später. Damals hielt sich die iGZ auch für ungleich überlegen gegenüber dem BZA, aber die fairen Vereinbarungen und Lohnsteigerungen haben sie dann alle beide aus geltenden Tarifwerken rausgedrückt!
Verfasst: 18.10.2015, 11:11
Mir kam es wie ein Fake vor, weil es einfach zu ehrlich ist. Außerdem sieht die Seite, auf der das Dokument gespeichert ist, naja... Komisch aus. Aber ein starkes Stück. Gibt es von den Urfassungen irgendwo in als zu lesen?
Die Verschlechterungen kamen erst später. Damals hielt sich die iGZ auch für ungleich überlegen gegenüber dem BZA, aber die fairen Vereinbarungen und Lohnsteigerungen haben sie dann alle beide aus geltenden Tarifwerken rausgedrückt!
Das ist einseitig kaum möglich.
Verfasst: 18.10.2015, 15:41
Es gibt Eckpunkte ...
... ein halbwegs anständiger Tarifvertrag kam meines Wissens nie zur Welt.
Der iGZ hat damals gedroht, sich einfach seine Wunschvorstellungen vom CGB unterzeichnen zu lassen ... so wie es AMP oder wie die Arschkrampenvereinigungen damals alle hießen auch gemacht hatten.
Da es noch keinen Tarif gab, sondern nur Vorverhandlungsergebnisse, war das auch problemlos möglich.
Zu den Eckpunkten ...
Man findet die z.B. hier:
http://archiv.labournet.de/diskussion/a ... eit-tv.pdf
Für die Entgeltgruppe 3 (Einfache Facharbeit) war damals ein Entgelt von 11 EUR vorgesehen, für Helfer 8,40 EUR.
Tatsächlich erreicht wurden diese Entgelte erst 11 Jahre später (Von 2004 an gerechnet):
BAP E1 West ab 1.1.2015: 8,50 EUR
BAP E3 West ab 1.4.2015: 10,98 EUR
In der SBZ wird dieses Entgelt sogar erst in 2016 erreicht werden und das auch nur teilweise:
BAP E1 SBZ ab 1.6.2016: 8,50 EUR
Die E3 SBZ wird wohl erst in 2020 oder so dort ankommen:
BAP E3 SBZ ab 1.6.2016: 10,12 EUR
Hochgerechnet:
10,12 EUR + 2,5% ab 1.6.2017 = 10,37 EUR
10,37 EUR + 2,5% ab 1.6.2018 = 10,63 EUR
10,63 EUR + 2,5% ab 1.6.2019 = 10,90 EUR
10,90 EUR + 2,5% ab 1.6.2020 = 11,17 EUR
... und schon sind wir bei den vereinbarten Eckpunkten vom Februar 2003 ... nur gut 17 Jahre später ...
Hätte man sich damals tatsächlich auf die 11 EUR geeinigt und rechnen wir einfach für jedes Jahr einen Inflationsausgleich von 2,5% hinzu, dann würde in E3 ab 1.1.2016 ein Entgelt von 14,79 EUR stehen ... (11 EUR * 1,025^12)
... selbst wenn wir vorsichtiger rechnen und annehmen, daß es in 4 der 12 seither vergangenen Jahre gar keine Anpassung gegeben hätte, also z.B. 2008-2011, wären wir bei 13,40 EUR/h (11 EUR * 1,025^8).
Dieser Betrag ist wohlgemerkt keine Phantasterei, sondern ein Betrag, auf den sich BZA und DGB eigentlich schon geeinigt hatten!
Somit wäre dieser Betrag samt Inflationsausgleich plus x eigentlich auch die einzig angemessene Verhandlungsbasis für neue Tarife nach dem Wegfall der CGB-Konkurrenz gewesen!
Man kann das übrigens weiterrechnen:
Für die EG1 waren 8,80 EUR anvisiert, also 2,20 EUR Differenz zur EG3. Somit wäre zur EG4 (Facharbeiten, die Berufserfahrung erfordern) vermutlich auch noch ~ 1,10 EUR draufgekommen.
Das ergibt einen inflationsbereinigten Aufschlag von 1,34 EUR (8 Jahre * 2,5%) bis 1,48 EUR (12 Jahre * 2,5%) auf die hochgerechnete EG3 von heute.
Wieder vorsichtig gerechnet sind wir damit bei 13,40 EUR + 1,34 EUR = 14,74 EUR/h für die EG4 ...
Verfasst: 18.10.2015, 17:21
Von anständig rede ich nicht, aber es gab einen gültigen Tarifvertrag mit geltenden Tariferhöhungen für einige Jahre. Ich staunte damals jedenfalls nicht schlecht, als im Februar die Januarabrechnung kam und die Tariferhöhung nicht gezahlt wurde. Eine Randnotiz hierzu: Mit Hilfe meiner igm-Verwaltungsstelle forderte ich den ausstehenden Lohn umgehend ein. Nicht einmal die wußten, daß der gültige Tarifvertrag aufgedröselt und massiv verschlechtert wurde (mit den Unterschriften der Gewerkschaften). Meine damalige Leihbude legte mir dann im März die "neuen" Tariftabellen vor, im Internet oder sonst wo war ja nichts zu finden!
Verfasst: 19.10.2015, 09:50
[quote="Schimmelreiter" Nicht einmal die wußten, daß der gültige Tarifvertrag aufgedröselt und massiv verschlechtert wurde (mit den Unterschriften der Gewerkschaften).
Das ist der springende Punkt. Manchmal frage ich mich, welche Ziele die Gewerkschaften mit solchen Aktionen verfolgen. Aktionen wie "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" wirken da schon lächerlich. Liegt es am Interessenkonflikt? Durch Leiharbeit die Beschäftigung Festangestellter sichern? Also quasi eine Verlagerung des Risikos auf diejenigen, die zudem noch schlecht bezahlt werden? Ich denke immer wieder darüber nach und finde einfach keine plausible Begründung für diese Tarife. Der Druck druch die christlichen Briefkastengewerkschaften wären vielleicht ein Grund gewesen. Aber bei den letzten Tarifverhandlungen war das Thema ja auch schon erledigt.
Verfasst: 19.10.2015, 14:13
Über den Verhandlungen schwebte das gesetzliche Damoklesschwert „Equal Treatment“, das von der Wirtschaft unverändert heftig kritisiert wird.
So was aber auch...
Interessantes Papier...
Verfasst: 22.10.2015, 13:28
Erstaunliche Worte von Kollege Hofmann:
„Zuvor hatte der neue IG Metall-Chef Jörg Hofmann einen fairen Einstieg für Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt gefordert. Die Unternehmen sollten Ausbildungsplätze, Förderjahre oder tarifliche Arbeitsplätze anbieten. Die Öffnung der Leiharbeit für Flüchtlinge sei hingegen der falsche Weg. "Wir akzeptieren keine Beschäftigungsverhältnisse zweiter Klasse, denn sie machen aus den Menschen Menschen zweiter Klasse", sagte Hofmann.
Quelle: http://www.faz.net/agenturmeldungen/unt ... 68668.html
Die Einheimischen sollen auf Grundlage der Leihtarifverträge und Betriebsvereinbarungen zur Duldung von Leiharbeit auf Stammdauerarbeitsplätzen Menschen zweiter Klasse sein. Flüchtlinge, von denen kaum einer Mitglied in einer DGB-Gewerkschaft ist, soll die gewerkschaftlich gewollte Leiharbeit erspart bleiben. Warum? Weil Flüchtlinge arm sind? Arm können Flüchtlinge kaum sein, da diese locker 5-stelluge Beträge während ihrer Flocht nur für Schlepper ausgeben können (siehe z.B. http://www.sueddeutsche.de/politik/mens ... -1.2702174 ) Welcher Leiharbeiter kann über Ersparnisse in 5-stelliger Höhe verfügen? .
Verfasst: 28.11.2015, 17:49
Die vom Kollegen Eugen Scheinberger begonnene Diskussion zur Tarifkommission wurde nach http://www.igmetall-zoom.de/Forum/viewtopic.php?f=30&t=5372 verschoben!!!!
Jörg20
Verfasst: 28.11.2015, 23:03
Registriert: 27.03.2012, 11:00
Komisch, die Diskussion wurde in ein anderes Forum "verschoben", aber dafür braucht man eine spezielle Berechtigung? Ich jedenfalls komme da nicht mehr rein.
Verfasst: 29.11.2015, 04:54
Ich auch nur wenn ich mich auslogge.
Verfasst: 29.11.2015, 17:31
Jörg20 hat geschrieben:
Boah ey, Sabbotaasch
Verfasst: 29.11.2015, 19:38
ich komme rein.
Werde mal Christoph informieren. Er hat es umgeleitet.
Verfasst: 30.11.2015, 09:09
Klappt bei mir nun auch.
Verfasst: 01.12.2015, 15:29
Registriert: 29.11.2015, 16:46
Ich habe wohlgemerkt nichts gegen Flüchtlinge, nicht einmal gegen Wirtschaftsflüchtlinge. Genug von uns, inkl. mir, würden das selbe tun, wenn sie die Option haben. So gesehen haben wir ja auch schon längst deutsche Wirtschaftsflüchtlinge, wer kann arbeitet doch lieber in der Schweiz, den Niederlanden oder anderen Nicht-Billiglohnländern.
Ich sage nur, daß wir aus wirtschaftlicher Sicht keinen Zufluß brauchen, um 1900 hatte das Deutsche Reich auch nur 56 Mio Einwohner und kam klar.
Genau so schaut es aus! Habe damals auch den Schritt gemacht und bin, aufgrund eines Jobangebots, in die Schweiz. Zuvor habe ich mich auch mehr oder weniger mit Jobs von der Zeitarbeit über Wasser gehalten. Die Hypothekarzinsen waren zudem so verführerisch, so dass ich mit Eigenkapital und einer zusätzlichen Bürgschaft eine Hypothek über einen Finanzierungspartner aufgenommen und mir so den Traum vom Eigenheim realisiert habe. Mittlerweile verdiene ich, im Verhältnis zu Deutschland, sehr gut und bin froh diesen Schritt gewagt zu haben.
Verfasst: 03.12.2015, 10:25
Kehren nun die Christen-Gewerkschaften in die Leiharbeit zurück?
Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) und die DHV – Die Berufsgewerkschaft haben außerhalb der Leiharbeit zahlreiche Tarifverträge abgeschlossen. Teilweise bis zur Einführung des Mindestlohnes mit Stundenlöhne von 6,50 €. Ebenso stellen diese Gewerkschaften Betriebsräte.
Ich wäre erstaunt, wenn es nicht demnächst christliche Tarifverträge mit Entleihern zur Höchstüberlassung geben wird. Wie diese aussehen werden, kann man sich denken.
Verfasst: 03.12.2015, 11:31
Die christlichen stehen unter Druck
und der DHV wurde in einer Klage durch verdi die Tariffähigkeit entzogen.
Dann würde eher eine AUB etc. einspringen
Das ist auch der Grund, warum der DGB, die IG Metall und ver.di zwar von gleichem Lohn für gleiche Arbeit reden - aber so nicht handeln, da sie Bedenken haben die iGZ und der bAP schließen Tarife mit Dumpinggewerkschaften ab. So die Erklärung der Vereinigten Randstäder bei der TaKo Wahl von ver.di Hessen...
Verfasst: 03.12.2015, 13:17
Ich denke, die DHV wird bis zum Schluss weitermachen. Welche Folgen die Tarifunfähigkeit auf Höchstüberlassungstarifverträge hat, ist eine interessante Frage. Auf Leistungen aus dem von der IGM abgeschlossenen Leih TV, der eine Hächstüberlassung von 24 Monaten vorsieht, hat ein Leiharbeiter laut Tarifvertragsgesetz keine Ansprüche, da die Leihbude nicht Mitglied in einem Metall-Arbeitgeberverband ist.
Ich halte es mit dem Tarifvertragsgesetz nicht für vereinbar, dass Höchstüberlassungstarifverträge bzw. –vereinbarungen für Leiharbeiter verbindlich sind,, da Tarifverträge ihre Gültigkeit nur entfalten, wenn der Arbeitgeber im abschließenden Arbeitgeberverband Mitglied ist. Wie absurd das ganze ist, zeigt sich an echten Tarifverträgen. Würde Verdi einen Tarifvertrag abschließen, mit dem Arbeitsverhältnisse in M+E-Betrieben geregelt werden, dann würde die IGM diese Vereinbarungen nicht anerkennen.
Ist die Tariffähigkeit von mitgliedsschwachen Gewerkschaften künftig noch von Bedeutung? In Betrieben wie
Limette hat geschrieben:
, da ca. 3/4 der leute in der Firma Leiharbeiter sind
reicht künftig ein organisierter Stammarbeiter aus, um bei einem Streikaufruf einer Entleiher-Gewerkschaft eine Streikbeteiligung von 75% + einen zu erreichen.
Noch absurder wird es, wenn es zu einem Streik bei einer Höchstüberlassungsvereinbarung kommt. Der Arbeitgeber will eine unendliche Höchstüberlassungsdauer und der Betriebsrat will daraus Kapital schlagen, in dem er nur zustimmt, wenn im Gegenzug z.B. Arbeitsplatzgarantien für die Stammarbeiter gegeben werden.
Obwohl ein solcher Tarifvertrag nur Nachteile für Leiharbeiter bringt, müssen diese aufgrund der künftigen Streikklausel im AÜG diesen Arbeitskampf unterstützen. Wie Gerichte den Zwang zur Unterstützung von nachteiligen Tarifverträgen durch Leiharbeiter sieht, bleibt abzuwarten.
Immerhin ist es nun auch möglich Leihbuden zu bestreiken: Bei den Entleihern muss nur auf dem Papier ein Streikaufruf erfolgen. Schon wird faktisch die Leihbude bestreikt.
Verfasst: 06.12.2015, 13:58
Müssen jetzt alle anderen Tarifverhandlungen so lange mit negativem Vorzeichen geführt werden, bis alle Löhne und Gehälter auf das iGZ-Niveau herunterverhandelt wurden?
Nein, die Tarifverhandlungen müssen geführt werden, bis auch Fachkräfte mit den Mindestlohn von 8,50 € abgespeist werden. Das iGZ-Niveau ist doch viel zu hoch.
Hier mal ein aktuelles Angebot für eine Tätigkeit im Hochlohnland Schweiz auf einer deutschen Jobbörse für Flüchtlinge:
„Zur Verstärkung des Teams in der deutschsprachigen Schweiz suchen wir Sie als
deutsch sprechender Hörgeräteakustik-Geselle (m/w) [...]Vergütung
8,5€/Stunde“
Quelle: http://www.workeer.de/job/15491/
Der iGZ –Tarifvertrag kann da nicht mithalten. Würde er doch mindestens in EG 3 eingruppieren.
Für 8,50 € kann kein Schweizer im Hochpreisland sein Lebensunterhalt bestreiten. Für 8,50 € kann sich eine Fachkraft den Grenzgang aus Baden-Württemberg in die Schweiz sparen und besser als ungelernte Reinigungskraft für 9,55 € Mindestlohn malochen.
Verfasst: 07.12.2015, 10:14
Das ist der beste Text in der Stellenbeschreibung:
Diese Stelle bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Berufserfahrung weiter auszubauen.
Lieben Sie Ihren Beruf, arbeiten Sie gerne qualitativ hochwertig und suchen Sie eine neue Herausforderung? Dann sind Sie bei unserem Mandanten genau richtig: Er bietet ein modernes und teamorientiertes Arbeitsumfeld in einer der schönsten Landschaften Europas mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten.
vlt. haben die sich vertippt und meinen 18,50€ / Std.
Verfasst: 22.12.2015, 20:04
An dieser Stelle wünsche ich allen von unwürdigen Tarifen geplagten Leiharbeitern ein schönes Weihnachtsfest. Bitte haut euer Weihnachtsgeld nicht zum Fenter raus. Kann sein, dass ihr es zurückzahlen müsst, solltet ihr bessere Arbeit finden. Kommt gut ins neue Jahr! Man liest sich und trifft sich!