Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201986,%201438
Timestamp: 2020-02-28 13:14:40
Document Index: 284145514

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 17', '§ 38', '§ 40', 'BGH', '§ 420', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 416', '§ 420', 'BGH', '§ 420', '§ 420', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', 'BGH', '§ 416', 'BGH', '§ 420', '§ 420', '§ 420', '§ 416', '§ 286', 'BGH']

BGH, 20.01.1986 - II ZR 56/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,889
BGH, 20.01.1986 - II ZR 56/85 (https://dejure.org/1986,889)
BGH, Entscheidung vom 20.01.1986 - II ZR 56/85 (https://dejure.org/1986,889)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 1986 - II ZR 56/85 (https://dejure.org/1986,889)
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Klage auf Zahlung aus einem Schuldbeitrittsvertrag - Wirksame Vereinbarung über den Gerichtsstand - Anforderungen an die Erbringung eines Urkundenbeweises
Gerichtsstandsvereinbarungen - Allgemeines - Anwendungsbereich - Räumlich-persönlicher Anwendungsbereich - Prorogation der Gerichte eines Mitgliedstaates
EuGVÜ Art. 17; ZPO § 38 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 1, § 40
BGH, 20.11.1985 - II ZR 56/85
NJW 1986, 1438
WM 1986, 400
DB 1986, 798
Zwar ist der Klägerin zuzugeben, dass der Urkundsbeweis grundsätzlich nur durch Vorlage des Originals angetreten werden kann (§ 420 ZPO; vgl. BGH, Urteile vom 20. Januar 1986 - II ZR 56/85 - WM 1986, 400 unter II 2; vom 21. Januar 1992 - XI ZR 71/91 - ZIP 1992, 253 unter III 2), woran es für die streitbefangene Zweckerklärung fehlt.
Damit in Einklang steht die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteile vom 24. November 1988 - III ZR 150/87, NJW 1989, 1431 unter IV 1 b und vom 20. Januar 1986 - II ZR 56/85, NJW 1986, 1438 unter I).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist diese Bestimmung dann nicht anwendbar, wenn - wie hier - allein der Kläger in einem Vertragsstaat wohnt und ein Auslandsbezug nur zu Nichtvertragsstaaten besteht (vgl. BGH, Urt. v. 20. Januar 1986 II ZR 56/85, NJW 1986, 1438, 1439; v. 24. November 1988 III ZR 150/84, WM 1989, 355, 358; v. 14. November 1991 IX ZR 25O/9O, WM 1992, 87, 88, insofern in BGHZ 116, 77 ff nicht abgedruckt).
Ob die in der Privaturkunde enthaltenen Angaben - auch über die Zeit der Ausstellung - zutreffen, ob insbesondere ein in der Urkunde bestätigtes Rechtsgeschäft zustande gekommen ist und welchen Inhalt es hat, unterliegt der freien tatrichterlichen Beweiswürdigung (RGZ 16, 436, 438; 31, 337, 339;… BGH, Urt. v. 16. November 1979 - V ZR 93/77, NJW 1980, 1047, 1048; v. 20. Januar 1986 - II ZR 56/85, DB 1986, 798; v. 11. Mai 1989 - III ZR 2/88, NJW-RR 1989, 1323, 1324).
Grundsätzlich stellt sie jedoch in einem gerichtlichen Verfahren ein zulässiges Beweismittel dar, das der freien Beweiswürdigung durch das Gericht unterliegt (…vgl. Senat, Urt. v. 16. November 1979, V ZR 93/77, NJW 1980, 1047, 1048; BGH, Urt. v. 20. Januar 1986, II ZR 56/85, WM 1986, 400, 401;… Beschl. v. 4. Juni 1987, III ZR 139/86, BGHR ZPO § 416 Beweiskraft 1;… Urt. v. 28. September 1989, VII ZR 298/88, NJW 1990, 1170, 1171; OLG Köln NJW 1992, 1774).
Der Urkundenbeweis kann bei einer Privaturkunde ausschließlich durch Vorlegung der Urschrift nach § 420 ZPO angetreten werden (…BGH, Urteile vom 16. November 1979 aaO. und vom 20. Januar 1986 - II ZR 56/85 = WM 1986, 400, 401;… Stephan aaO. § 420 Rdn. 1;… Hartmann aaO. § 420 Anm. 2).
Von der Rechtsprechung wird nur ein Bezug zu mindestens einem (weiteren) Vertragsstaat verlangt (vgl. BGH 21. November 1996 - IX ZR 264/95 - zu B II 2 a der Gründe, BGHZ 134, 127; 24. N ovember 1989 - III ZR 150/87 - NJW 1986, 1438; siehe auch EuGH 1. März 2005 - C-281/02 - Rn. 25, Slg. 2005, I-1383) .
Deshalb können zugleich mit einem Vertrag abgeschlossene Gerichtsstandsvereinbarungen, die künftige Streitigkeiten regeln sollen, regelmäßig nicht als "nach Entstehen der Streitigkeit" geschlossen angesehen werden (BGH 20. Januar 1986 - II ZR 56/85 - zu I der Gründe, NJW 1986, 1438 zur gleichlautenden Formulierung in § 38 Abs. 3 Nr. 1 ZPO; siehe auch Hüßtege in Thomas/Putzo ZPO 31. Aufl. § 38 Rn. 18; Stein/Jonas/Bork ZPO § 38 Rn. 35; Musielack/Heinrich § 38 Rn. 22; Zöller/Vollkommer § 38 ZPO Rn. 33; MünchKommZPO/Patzina § 38 Rn. 35) .
Zu Recht hat das Beschwerdegericht es für unbeachtlich gehalten, daß der Antragsteller einen weiteren Wohnsitz in Israel unterhalten hat (vgl. BGH, Urt. v. 20. Januar 1986 - II ZR 56/85, WM 1986, 400, 401).
OLG Schleswig, 11.09.2009 - 3 U 85/08
Kein Urkundenbeweis mittels Kopien
Bei Privaturkunden nach § 416 ZPO sind stets die Urschriften (Originale) vorzulegen, grundsätzlich gilt nur für sie diese gesetzliche Beweisregel (BGH DB 1986, 798 und NJW-RR 1993, 1379, 1380; Senat…, Urteil vom 12. Februar 2008 - 3 U 112/07 - S. 11 f., Reichold in Thomas/Putzo, ZPO, 27. A. 2005, § 420 Rn. 2;… Schreiber in MüKo-BGB, 3. A. 2008, § 420 Rn. 3;… Huber in Musielak, ZPO, 6. A. 2008, § 420 Rn. 1).
Für sie gilt aber nicht die formelle Beweiskraft nach § 416 ZPO, vielmehr ist die Kopie, deren Vorlage im Grundsatz nur eine Substantiierung des Tatsachenvortrags darstellt, bei der freien tatrichterlichen Beweiswürdigung nach § 286 ZPO zu berücksichtigen (BGH DB 1986, 798 Senat a. a. O. S. 12.).
OLG Koblenz, 08.02.1996 - 5 U 999/95
Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte im Falle einer nicht Bindung der …
LG Braunschweig, 30.07.2001 - 21 O 703/01
BayObLG, 10.04.2003 - 1Z AR 25/03
Zuständigkeitsbestimmung bei Zweifel über gemeinsamen Gerichtsstand
OLG München, 31.03.1987 - 6 W 788/87
Bestimmung der Zulässigkeit und Wirkung einer vor dem Prozess getroffenen …