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Timestamp: 2020-02-19 02:37:24
Document Index: 197894471

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 15', '§ 16', '§ 19', '§ 16', '§ 14', '§13']

auf nettobetrag anfallende Erbschaftssteuer Erbschaftssteuer www.frag-einen-steuerprofi.de
2/15/2020, Guten Morgen
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Frage geschrieben am 18.06.2014 23:37:58
Betreff: auf nettobetrag anfallende Erbschaftssteuer
es sollen 800.000.- euro vererbt werden. vater auf sohn.
netto sollen 800.000.- für den erben herauskommen.
Freibetrag liegt nur bei 40.000.-
Fage: wie hoch muss die erbschaftsumme sein um netto für den erben 800.0000.- zu ergrbeben
Antwort geschrieben am 19.06.2014 08:56:16
Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, wollen Sie wissen, wie hoch der Geldbetrag einer Schenkung vom Vater auf den Sohn sein muß, damit der Sohn die vollen 800 T€ in Summe behalten kann.
Hierzu müssen Sie wissen, dass das Erbschaftsteuergesetz als Schuldner der Steuer bei Schenkungen gem. § 20 ErbStG nicht nur den Erwerber, sondern auch den Schenker vorsieht. Bei einer Schenkung zwischen Vater und Sohn sind 400 T€ steuerfrei. Sie hatten 40 T€ geschrieben, wobei ich vermute dass das ein Tippfehler war.
Ich möchte Sie einmal sinngemäß mit den einschlägigen Rechtsvorschriften bekannt machen.
Gem. § 15 ErbStG gibt es unterschiedliche Steuerklassen wobei Kinder grundsätzlich unter die Steuerklasse I fallen.
Gem. § 16 ErbStG gibt es für Kinder im Sinne der Steuerklasse I einen Freibetrag in Höhe von 400 000 Euro.
Gem. § 19 ErbStG beträgt die Steuer bei Steuerklasse I und dem von Ihnen angedachten Betrag, 15 % des steuerpflichtigen Erwerbes.
Würden Sie nun "brutto" 800 T€ an Ihren Sohn verschenken, ergäben sich 15 % Steuer auf 400 T€ somit 60 T€. Wäre Ihr Sohn Schuldner der Steuer, verblieben ihm nur 740 T€.
Würden Sie nun 871 T€ verschenken, betrüge die Steuer rd. 71T€ Und Ihrem Son würden netto rd. 800 T€ verbleiben.
Wenn nun aber Sie die Schenkungsteuer übernehme würden, was nach dem Gesetz möglich ist (Schenkungsvertrag mit Verpflichtung zur Übernahme der Steuer) gilt die übernommene Steuer ebenfalls als Zuwendung.
Beispiel: Sie schenken Ihrem Sohn 800 T€ und versprechen ihm, die Steuer auf diese Schenkung zu übernehmen. Die Steuer wäre nach Abzug des Freibetrages wie oben beschrieben 60 T€, so würde das FA 860 T€ als zugewendet ansehen und danach die Steuer berechnen. Die Steuer die nun von Ihnen zu entrichten wäre, betrüge somit jetzt 69T€ ( 860 - 400 = 460 x 15 %). Sie können erkennen, dass das sodann bei dieser Art der Berechnung rd. 2 T€ günstiger wäre.
Nachfrage vom Fragesteller geschrieben am 19.06.2014 10:19:41
vielen Dank, aber das war kein Tippfehler. Die 40.000.- sind das Problem.
Antwort auf Nachfrage vom Steuerprofi geschrieben am 19.06.2014 12:09:08
Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage im Nachstehenden:
Bei der Beantwortung Ihrer Anfrage bin ich von dem klassischen Fall ausgegangen, das Schenkungen vom Vater auf den Sohn gem. § 16 ErbStG in Höhe von 400 000 Euro steuerfrei bleiben. Bitte sehen Sie es mir nach, dass ich bei der Ähnlichkeit der Beträge davon ausging, Ihnen sei eine "0" abhanden gekommen.
Wenn es nun so ist, dass es nur noch einen Freibetrag von 40T € gibt, kann ich dass nur so erklären, dass es innerhalb der letzten 10 Jahre Vorschenkungen gab. Hat Ihr Sohn also von Ihnen Vorschenkungen innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren in Höhe von 360 T€ erhalten, werden diese mit der jetzt angedachten Schenkung zusammengerechnet. Ratsam wäre, wenn man sich nahe an der 10 Jahresgrenze befindet, zunächst nur den steuerfreien Betrag zu schenken und den Ablauf der 10 Jahre abzuwarten. Alternativ zeige ich Ihnen noch eine andere Fallgestaltung auf.
Möglicherweise könnten Sie ja Ihrer Frau 800 T€ schenken. Hier gäbe es einen Freibetrag von 500T€. Diese könnte Ihrem gemeinsamen Sohn dann einen Betrag weiterschenken, bei dem dann wiederum 400 T€ steuerfrei wären. Sie müßten dann bei Ihrer Frau für 300T€ 11% Steuern zahlen, wobei der Betrag die Grenze darstellt, danach sind es 15 % . Ihre Frau müßte für die Schenkung von 800 T€ an den Sohn, 400 T€ mit 15 % versteuern. Bitte lassen Sie sich da genau beraten. Man müßte mehrere Alternativen rechnerisch gegenüberstellen.
Bei einer Schenkung von Ihnen an Ihren Sohn in der von Ihnen geschilderten Höhe, läge die Steuerbelastung bei 19 % des steuerpflichtigen Erwerbes. Die bisher gezahlte Steuer wird nach einem bestimmten Verfahren aber auf die neue Steuer angerechnet.
Es geht also in der Sache gem. § 14 ErbStG um die sogenannte Berücksichtigung früherer Erwerbe. Dabei verhält es sich eben so, dass mehrere Schenkungen wie oben erwähnt, von derselben Person in der Weise zusammengerechnet werden, daß dem letzten Erwerb die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert zugerechnet werden. Von der Steuer für alle Schenkungen zusammen, wird sodann die Steuer abgezogen, die für die früheren Erwerbe zu erheben gewesen wäre. Es folgt sodann eine recht komplizierte Berechnung, zu der die Details der Vorschenkungen bekannt sein müßten. Die Beantwortung Ihrer eigentlichen Frage können Sie sich möglicherweise anhand der Ihnen nun bekannten Rechenwege in etwa selbst erschließen.
Ich hoffe trotzdem Ihre Nachfrage insoweit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet, bzw. zumindest eine Richtung für die weitere Aufbereitung "Ihres" Falles gegeben zu haben. Da Sie schon recht viele, teilweise auch unterschiedliche Fragen auf dieser Plattform gestellt haben, stelle ich einmal die Vermutung an, dass Sie derzeit mehrere steuerliche Probleme belasten, die einer "gesamtheitlichen" Klärung durch einen Fachmann bedürfen. Es wäre sicherlich am Besten für Sie, sich fachlichen Rat zu suchen, wobei der zu beauftragende Berater wirklich "alle" zur Klärung der anstehenden Probleme nötigen und wichtigen Fakten und Tatsachen kennen muß.
Ihnen einen schönen Feiertag.
Ergänzende Informationen vom Steuerprofi geschrieben am 22.06.2014 08:14:56
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