Source: https://www.kanzleilupe.de/postausgangskontrolle-in-der-anwaltskanzlei-1355/
Timestamp: 2020-07-02 20:01:13
Document Index: 188581125

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Postausgangskontrolle in der Anwaltskanzlei | Kanzleilupe
Nach ständi­ger Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs müssen Prozess­bevollmächtigte in ihrem Büro eine Aus­gangskon­trolle schaf­fen, die zuver­läs­sig gewährleis­tet, dass die im Fris­tenkalen­der ver­merk­ten Fris­ten erst dann gestrichen oder ander­weit als erledigt gekennze­ich­net wer­den, wenn die frist­wahrende Maß­nahme tat­säch­lich durchge­führt, der Schrift­satz also gefer­tigt und abge­sandt oder zumin­d­est post­fer­tig gemacht, die weit­ere Beförderung der aus­ge­hen­den Post also organ­isatorisch zuver­läs­sig vor­bere­it­et wor­den und nöti­gen­falls vor­ab per Tele­fax über­mit­telt wor­den ist1.
Bei der Über­mit­tlung frist­wahren­der Schrift­sätze per Tele­fax kommt der Recht­san­walt sein­er Verpflich­tung zu ein­er wirk­samen Aus­gangskon­trolle nur dann nach, wenn er seinem Per­son­al die Weisung erteilt, sich einen Sende­bericht aus­druck­en zu lassen, auf dieser Grund­lage die Voll­ständigkeit der Über­mit­tlung zu prüfen und die Not­frist erst nach Kon­trolle des Sende­berichts zu löschen.
Diese Aus­gangskon­trolle dient nicht nur dazu, Fehler bei der Über­mit­tlung auszuschließen. Vielmehr soll damit eben­so die Fest­stel­lung ermöglicht wer­den, ob der Schrift­satz über­haupt über­mit­telt wor­den ist2.
Zu ein­er wirk­samen Aus­gangskon­trolle gehört weit­er­hin eine Anord­nung des Prozess­bevollmächtigten, die sich­er­stellt, dass die Erledi­gung der frist­ge­bun­de­nen Sachen am Abend eines jeden Arbeit­stags anweisungs­gemäß anhand des Fris­tenkalen­ders über­prüft wird3.
Der für die Kon­trolle zuständi­ge Angestellte ist dabei anzuweisen, Fris­ten im Kalen­der grund­sät­zlich erst zu stre­ichen oder als erledigt zu kennze­ich­nen, nach­dem er sich anhand der Akte vergewis­sert hat, dass zweifels­frei nicht mehr zu ver­an­lassen ist4.
Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2014 — I ZB 37/14
BGH, Beschluss vom 17.01.2012 — VI ZB 11/11, NJW-RR 2012, 427 Rn. 9; Beschluss vom 28.02.2013 — I ZB 75/12, NJW-RR 2013, 1008 Rn. 6; Beschluss vom 29.10.2013 — X ZB 17/12, GRUR 2014, 102 Rn. 11 Berg­bau­mas­chine; Beschluss vom 16.12 2013 — II ZB 23/12 9 [↩]
BGH, Beschluss vom 07.07.2010 XII ZB 59/10, NJW-RR 2010, 1648 Rn. 12 und 14; BGH, NJW-RR 2013, 1008 Rn. 6; BGH, Beschluss vom 17.07.2013 XII ZB 115/13, NJW-RR 2013, 1328 Rn. 6 [↩]
BGH, NJW-RR 2012, 427 Rn. 9; NJW-RR 2013, 1008 Rn. 6; BGH, Beschluss vom 16.12 2013 — II ZB 23/12 9 [↩]
BGH, Beschluss vom 08.01.2013 — VI ZB 78/11, NJW-RR 2013, 506 Rn. 10, mwN [↩]
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