Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201990,%201060
Timestamp: 2019-11-17 07:01:55
Document Index: 19789413

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 1', '§ 15', '§ 15', '§ 1', '§ 15', '§ 1']

Rechtsprechung: BStBl II 1990, 1060 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BFH, 29.11.1989 | BFH, 05.09.1990
BFH, 05.09.1990 - X R 107-108/89, X R 107/89, X R 108/89
https://dejure.org/1990,157
BFH, 05.09.1990 - X R 107-108/89, X R 107/89, X R 108/89 (https://dejure.org/1990,157)
BFH, Entscheidung vom 05.09.1990 - X R 107-108/89, X R 107/89, X R 108/89 (https://dejure.org/1990,157)
BFH, Entscheidung vom 05. September 1990 - X R 107-108/89, X R 107/89, X R 108/89 (https://dejure.org/1990,157)
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Grundstücksgeschäfte - Veräußerungsabsicht - Branchenkundiger Steuerpflichtiger - Grunstücksmakler
Gewerblicher Grundstückshandel, wenn innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nach Gebäudeerrichtung weniger als vier; danach aber in relativ kurzer Zeit planmäßig weitere Objekte veräußert werden
BFHE 161, 543
NJW 1991, 382
ZMR 1991, 349
BB 1990, 2462
DB 1990, 2569
BStBl II 1990, 1060
Der BFH hat mehrfach betont, dass die beschriebene Fünf-Jahres-Grenze nicht i.S. einer starren Begrenzung zu verstehen ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, unter 1., 5. Absatz: "keine absolute Grenze";… vom 2. März 1990 III R 75/85, BFH/NV 1991, 584, unter 3. b, 2. Absatz: "nur ... ungefähre Grenze"; in BFHE 165, 521, BStBl II 1992, 135, unter II. 2., 4. Absatz: "keine starre Bedeutung"; vom 12. Juli 1991 III R 47/88, BFHE 165, 498, BStBl II 1992, 143, unter 1. a bb, 2. Absatz: "nur ein Anhaltspunkt";… vom 11. Dezember 1991 III R 59/89, BFH/NV 1992, 464, unter 4. c).
Diese Beurteilung gilt auch für die Fälle, in denen im Fünf-Jahres-Zeitraum weniger als vier Objekte veräußert werden, in denen sich aber in der Folgezeit "planmäßig" weitere Veräußerungen anschließen (Senatsurteil in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, unter 1., 5. Absatz).
Zum anderen kann es ausreichen, wenn bei An- und Verkäufen, die in planmäßigem Zusammenhang stehen, nur ein Teil dieser An- und Verkäufe innerhalb des Fünfjahreszeitraums erfolgt (BFH-Urteil in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060).
Ein Überschreiten des Fünf-Jahres-Zeitraums hat lediglich zur Folge, dass die von dem zeitlichen Zusammenhang ausgehende Indizwirkung hinsichtlich des Vorliegens einer bereits im Zeitpunkt des Erwerbs oder der Errichtung bestehenden (bedingten) Veräußerungsabsicht verringert wird und ggf. durch andere Anhaltspunkte (z.B. durch eine höhere Anzahl der veräußerten Objekte) ergänzt werden muss (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, unter 1., 5. und 6. Abs., und in BFHE 165, 521, BStBl II 1992, 135, unter II. 2., letzter Abs.).
Solche besonderen Umstände sind im Streitfall zum einen die Anzahl der vom Kläger binnen fünf Jahren zwischen Erwerb und Veräußerung verkauften, unter II. 2. a, aa bezeichneten fünf Objekte 1 sowie 4 bis 7 (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteile in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, unter 1., und in BFHE 165, 521, BStBl II 1992, 135, unter II. 2., letzter Abs.) und zum anderen die Tatsache, dass sämtliche sechs Immobilien --einschließlich des Objekts 2-- innerhalb eines kurzen einheitlichen Veräußerungszeitraums von weniger als fünf Jahren verkauft und die sechs Einzelveräußerungen dadurch verklammert wurden (zur indiziellen Bedeutung des Verwertungszeitraums vgl. insbesondere BFH-Urteil in BFHE 165, 521, BStBl II 1992, 135, unter II. 2. der Gründe).
Je größer allerdings der zeitliche Abstand zwischen Anschaffung und anschließender Veräußerung ist, desto weniger ist, wenn nicht besondere äußere Umstände vorliegen, anzunehmen, daß der Steuerpflichtige die Grundstücke bereits in zumindest bedingter Weiterveräußerungsabsicht zur Ausnutzung von Substanzwertsteigerungen angeschafft hat (…BFH-Urteile in BFH/NV 1994, 463, 464 m. w. N.; vom 5. September 1990 X R 107--108/89, BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, mit zustimmender Anmerkung ohne Verfasser in Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung -- HFR -- 1991, 97; Vorlagebeschluß des XI. Senats vom 2. September 1992 XI R 21/91, BFHE 171, 31, BStBl II 1993, 668 [BFH 02.09.1992 - XI R 21/91]).
Objekte, die nach mehr als fünf Jahren seit Anschaffung oder Errichtung veräußert werden, bleiben jedoch nicht generell außer Betracht (BFH-Urteile vom 23. Oktober 1987 III R 275/83, BFHE 151, 399, BStBl II 1988, 293, [BFH 23.10.1987 - III R 275/83] …und vom 2. März 1990 III R 75/85, BFH/NV 1991, 584, 585; in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, 1061).
Die größere Zahl von Veräußerungen läßt den Gesichtspunkt der Umschichtung stärker hervortreten und kompensiert den loseren zeitlichen Zusammenhang (…vgl. Urteil des erkennenden Senats in BFH/NV 1993, 656, 657; Urteile in BFH/NV 1992, 235, 236, und in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, 1061).
Die Rechtsprechung hat entsprechend dieser Begründung nicht nur Berufe des Baugewerbes selbst, sondern auch die dem Baugewerbe nahestehenden Berufe einbezogen (…BFH-Urteil vom 30. Juni 1993 XI R 38, 39/91, BFH/NV 1994, 20, 21; Urteil des erkennenden Senats vom 14. März 1989 VIII R 373/83, BFHE 158, 214, BStBl II 1990, 1053, 1054 [BFH 14.03.1989 - VIII R 373/83]: Baugewerbe oder dem nahestehender Beruf; ebenso BFHE 161, 574, BStBl II 1990, 1060, 1062;… BFH/NV 1989, 784, 785 mit umfassenden Nachweisen).
Dieser Fünf-Jahres-Zeitraum ist keine starre Grenze (Urteile vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, 546, BStBl II 1990, 1060;… vom 2. März 1990 III R 75/85, BFH/NV 1991, 584;… vom 11. Dezember 1991 III R 59/89, BFH/NV 1992, 464, unter 4. c., m.w.N.).
Die Anzahl der verkauften Objekte kann den Schluss rechtfertigen, dass auch Objekte in den Grundstückshandel mit einbezogen werden müssen, bei denen dieser Zeitraum überschritten ist (Urteile in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060;… in BFH/NV 1992, 464, 466;… vom 15. Dezember 1992 VIII R 9/90, BFH/NV 1993, 656, 657).
Dann kann für Gewerblichkeit eine höhere Zahl von Veräußerungen nach Ablauf dieses Zeitraums, aber auch eine hauptberufliche Tätigkeit im Baubereich sprechen (Urteile in BFHE 161, 543, 546, BStBl II 1990, 1060; in BFHE 165, 521, 524, BStBl II 1992, 135;… in BFH/NV 1992, 464, 464 f., und in BFH/NV 1993, 656).
Diese Beurteilung gilt auch für Fälle, in denen zwar in dem Fünf-Jahres-Zeitraum weniger als vier Objekte veräußert werden, sich aber in der Folgezeit weitere Veräußerungen planmäßig anschließen (BFHE 161, 543, 546, BStBl II 1990, 1060).
Hierfür kann eine höhere Zahl von Veräußerungen nach Ablauf dieses Zeitraums, aber auch eine hauptberufliche Tätigkeit im Baubereich sprechen (vgl. BFH-Urteil vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060).
Tritt dagegen nach dem Gesamtbild der Betätigung und unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung die Umschichtung von Vermögenswerten und die Verwertung der Vermögenssubstanz entscheidend in den Vordergrund, liegt gewerblicher Grundstückshandel vor (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, 545, BStBl II 1990, 1060, und vom 16. April 1991 VIII R 74/87, BFHE 164, 347, 350, BStBl II 1991, 844).
Zum andern hat der BFH im Urteil in BFHE 161, 543, 546, BStBl II 1990, 1060 ausgeführt, der Fünfjahreszeitraum bilde keine absolute Grenze; Objekte, die nach mehr als 5 Jahren seit Fertigstellung veräußert würden, hätten nicht generell außer Betracht zu bleiben.
In den neueren Urteilen des BFH ist im Gegenteil gerade betont worden, daß persönliche oder finanzielle Beweggründe für die Veräußerung auf die Zuordnung des Vorgangs zum gewerblichen Bereich oder zum Bereich der Vermögensverwaltung prinzipiell keinen Einfluß haben (BFH-Urteile vom 22. März 1990 IV R 23/88, BFHE 160, 249, 251, BStBl II 1990, 637 [BFH 22.03.1990 - IV R 23/88]; vom 20. August 1986 I R 148/83, BFH/NV 1987, 646, sowie in BFHE 161, 543, 547, BStBl II 1990, 1060).
Gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. § 1 Abs. 1 der Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung a.F. (GewStDV) bzw. seit 1983 gemäß § 15 Abs. 2 EStG ist Gewerbebetrieb eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Betätigung weder als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Tätigkeit anzusehen ist; außerdem darf es sich nicht um private Vermögensverwaltung handeln (z.B. BFH-Urteil vom 5. September 1990 X R 107- 108/89,BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060 m.w.N.).
a)Nach ständiger Rechtsprechung des BFH wird bei der Errichtung und dem Verkauf von Wohnobjekten der Rahmen der privaten Vermögensverwaltung überschritten, wenn nach dem Gesamtbild der Betätigung und unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung die Ausnutzung substantieller Vermögenswerte durch Umschichtung gegenüber der Nutzung von Grundbesitz im Sinne einer Fruchtziehung aus zu erhaltenden Substanzwerten entscheidend in den Vordergrund tritt (z.B. BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060 m.w.N.).
Veräußert der Steuerpflichtige weniger als vier Objekte, nimmt die Rechtsprechung des BFH stets private Vermögensverwaltung an (BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, und BFHE 156, 476, [BFH 11.04.1989 - VIII R 266/84] BStBl II 1989, 621 [BFH 11.04.1989 - VIII R 266/84]).
Eine feste Verkaufsabsicht erfordert der Tatbestand der Gewerblichkeit, wie das FG zutreffend ausgeführt hat, nicht (BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060).
Diese Zielrichtung des Handelns des Klägers ergibt sich im Streitfall allein schon aus der Zahl der veräußerten Eigentumswohnungen und aus dem engen zeitlichen Zusammenhang der Verkäufe (BFH-Urteile vom 6. April 1990 III R 28/87, BFHE 160, 494, BStBl II 1990, 1057, [BFH 06.04.1990 - III R 28/87] und in BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060).
Nach ständiger Rechtsprechung sind persönliche oder finanzielle Beweggründe, die zu der Veräußerung der einzelnen Objekte geführt haben, prinzipiell ohne Bedeutung (BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060).
Auch dieser Fünf-Jahres-Zeitraum ist jedoch keine starre Grenze (BFH-Urteile vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, 546, BStBl II 1990, 1060;… vom 2. März 1990 III R 75/85, BFH/NV 1991, 584;… vom 11. Dezember 1991 III R 59/89, BFH/NV 1992, 464, unter 4. c., m.w.N.).
BFH, 12.10.2000 - V B 66/00
Keine "Gleichheit im Unrecht"; verbindliche Auskunft
BFH, 12.04.2000 - V B 10/00
https://dejure.org/1989,1525
BFH, 29.11.1989 - X R 100/88 (https://dejure.org/1989,1525)
BFH, Entscheidung vom 29.11.1989 - X R 100/88 (https://dejure.org/1989,1525)
BFH, Entscheidung vom 29. November 1989 - X R 100/88 (https://dejure.org/1989,1525)
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EStG 1971 § 15 Nr. 1; GewStDV § 1 Abs. 1
Begriff des gewerblichen Unternehmens - Abgrenzungsmerkmale bei Tätigkeiten auf dem Baumarkt und Grundstücksmarkt - Grunstücksgeschäfte im Sinne einer Nutzung des Grundbesitzes durch Fruchtziehung aus zu erhaltender Substanz
EStG (1971) § 15 Nr. 1; GewStDV § 1 Abs. 1
BFHE 159, 161
DB 1990, 568
Die Folge eines über 5 Jahre hinausgehenden Zeitraums ist vielmehr lediglich die, dass sich die in von dem zeitlichen Zusammenhang ausgehende Indizwirkung hinsichtlich des Vorliegens einer bedingten Veräußerungsabsicht verringert und ggf. durch andere Anhaltspunkte ergänzt werden muss (BFH-Urteil vom 29. November 1989 X R 100/88, BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060; aus neuerer Zeit: BFH-Beschluss vom 24. Februar 2005 X B 132/04, juris).
Die Vermögensumschichtung wird jedoch zur unternehmerischen Tätigkeit, wenn sie in erster Linie zur Ausnutzung substantieller Vermögenswerte erfolgt, um vorhandenes Vermögen durch Ausnutzung von Substanzwertsteigerungen zu vermehren (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH in BFHE 178, 86, BStBl II 1995, 617; z.B. auch BFH-Urteile vom 9. Dezember 1986 VIII R 317/82, BFHE 148, 480, BStBl II 1988, 244; vom 7. Dezember 1995 IV R 112/92, BFHE 180, 42, BStBl II 1996, 367; vom 29. November 1989 X R 100/88, BFH/NV 1990, 440).
Solche Indizien können unter anderem die ggf. höhere Zahl der Verkäufe und eine --im Streitfall gegebene-- Branchennähe des Steuerpflichtigen als Bauunternehmer sein (vgl. BFH-Urteil vom 29. November 1989 X R 100/88, BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060, und in BFHE 165, 521, BStBl II 1992, 135).
Der Senat kann deshalb dahinstehen lassen, ob derartige nachträgliche Finanzierungsschwierigkeiten für sich genommen zu den Umständen gehören können, die nach der Entscheidung des Großen Senats in BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291 (unter C. III. 5. der Gründe) trotz Überschreitens der Drei-Objekt-Grenze im Einzelfall "zweifelsfrei" gegen eine schon bei Erwerb oder Errichtung der Zählobjekte bestehende Veräußerungsabsicht sprechen können (…dagegen die bisherige BFH-Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 27. Februar 1991 XI R 37/89, BFH/NV 1991, 524, 525; vom 5. September 1990 X R 107-108/89, BFHE 161, 543, BStBl II 1990, 1060, m.w.N.).
a) Dies ergibt sich zum einen daraus, dass die Drei-Objekt-Grenze für die Qualifikation der Einkünfte einer Personengesellschaft auch in Fällen der Branchennähe der Gesellschafter zu beachten ist (vgl. BFH-Urteile vom 20. November 1990 VIII R 15/87, BFHE 163, 66, BStBl II 1991, 345; vom 25. April 1991 IV R 111/90, BFHE 165, 188, BStBl II 1992, 283; vom 29. November 1989 X R 100/88, BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060;… zur Zurechnung von Kenntnissen der Gesellschafter zur Sphäre der Gesamthand vgl. BFH-Urteil vom 14. November 1995 VIII R 16/93, BFH/NV 1996, 466, 468) und diese Grenze im Streitfall nicht überschritten wurde.
Zwar stellen die von der Beschwerde zitierten Divergenzentscheidungen (BFH- Urteile vom 14. März 1989 VIII R 373/83, BFHE 158, 214, BStBl II 1990, 1053; vom 29. November 1989 X R 100/88, BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060, und vom 3. Juni 1987 III R 209/83, BFHE 150, 418, BStBl II 1988, 277, 278) für die Abgrenzung eines gewerblichen Grundstückshandels von einer lediglich privaten Vermögensverwaltung grundsätzlich auf die sog. Drei-Objekt-Grenze ab.
Unstreitig kann nach den vorgenannten Entscheidungen in BFHE 158, 214, BStBl II 1990, 1053, und in BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060 allein der Umstand, daß ein Veräußerer zugleich einen dem Baugewerbe nahestehenden Beruf ausübt, nicht ohne Überschreiten der Drei-Objekt-Grenze die Veräußerung von weniger als vier einzelnen Objekten zu einem gewerblichen Grundstückshandel machen.
Selbst bei deutlicher Überschreitung des Fünfjahreszeitraums sogar von mehr als einem Jahr kann aber noch solch eine Indizwirkung vorliegen; sie muss dann aber durch andere Umstände ergänzt werden (BFH vom 29. November 1989 X R 100/88, BStBl II 1990, 1060 ;… BFH vom 11. Dezember 1991 III R 59/89, BFH/NV 1992, 464 ;… BFH vom 15. Dezember 1992 III R 9/90, BFH/NV 1993, 656).
Der beschließende Senat hat beispielsweise bereits im Urteil vom 5. September 1990 X R 107-108/89 (BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060) erkannt, dass bei der Veräußerung von weniger als vier Objekten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nach der Gebäudeerrichtung und späterem planmäßigem Verkauf weiterer Objekte in relativ kurzer Zeit bei branchenkundigen Steuerpflichtigen (z.B. Grundstücksmakler) eine bereits bei Errichtung bestehende zumindest bedingte Veräußerungsabsicht anzunehmen sei.
Bereits in seinem Urteil vom 29. November 1989 X R 100/88 (BFHE 159, 161, BStBl II 1990, 1060) und damit schon vor dem Erwerb des streitigen Objekts X-Straße 9 in K, hat der BFH, wenn auch im Zusammenhang mit der im Streitfall eindeutig gewahrten "Haltefrist", betont, "dass der Fünf-Jahres-Zeitraum keine absolute Grenze bildet und dass Objekte, die nach mehr als fünf Jahren ... veräußert werden, nicht generell außer Betracht zu bleiben haben.
https://dejure.org/1990,5596
BFH, 05.09.1990 - X R 108/89 (https://dejure.org/1990,5596)
BFH, Entscheidung vom 05.09.1990 - X R 108/89 (https://dejure.org/1990,5596)
BFH, Entscheidung vom 05. September 1990 - X R 108/89 (https://dejure.org/1990,5596)
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