Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%20129,%2032
Timestamp: 2020-01-21 19:31:17
Document Index: 273652027

Matched Legal Cases: ['§ 85', '§ 85', '§ 4', '§ 46', '§ 85', '§ 85', '§ 85', '§ 5', '§ 85', 'BGH', '§ 11', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 85', '§ 46', '§ 85', '§ 85', '§ 85', '§ 85', '§ 85', '§ 85', '§ 4', '§ 5']

BAG, 11.12.2008 - 2 AZR 472/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,291
BAG, 11.12.2008 - 2 AZR 472/08 (https://dejure.org/2008,291)
BAG, Entscheidung vom 11.12.2008 - 2 AZR 472/08 (https://dejure.org/2008,291)
BAG, Entscheidung vom 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 (https://dejure.org/2008,291)
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Nachträgliche Klagezulassung; Verschulden des Prozessbevollmächtigten
Kündigungsschutzklage - Klagefrist versäumt
Kündigungsschutzgesetz: Anwendbarkeit, Kündigungsschutzklage, Kündigungsschutz
Zurechnung des Verschuldens des Prozessbevollmächtigten an der Versäumung der Klagefrist
Verschulden des Prozessbevollmächtigten
Arbeitsrecht: BAG: Zur nachträglichen Klagezulassung und zum Verschulden des Prozessbevollmächtigten
Arbeitsgerichtsprozess - Kündigungsschutzklagefrist vergessen: Was nun?
Anwaltsverschulden bei verspäteter Erhebung der Kündigungsschutzklage wird zugerechnet
Arbeitsrecht - Nachträgliche Zulassung einer Kündigungsschutzklage - Zurechnung des Anwaltsverschuldens
Verspätete Erhebung der Kündigungsschutzklage
Zurechnung des Anwaltsverschuldens bei Versäumung der Frist zur Kündigungsschutzklage
Eingabe in der Suchmaske auf der nächsten Seite: Jahrgang 2009, Seite 20
Keine nachträgliche Zulassung einer Kündigungsschutzklage bei Anwaltsverschulden - Arbeitnehmerin muss sich das Verschulden ihres Prozessbevollmächtigten zurechnen lassen
Bei Patzen des Anwalts hat Arbeitnehmer das Nachsehen // BAG urteilt zu Fristversäumnis bei Kündigungsschutzklage
Kein Klagerecht bei Fristversäumung durch Rechtsanwalt
Kurznachricht zu "Verschuldenszurechung nach § 85 II ZPO bei der Kündigungsschutzklage" von RAe Dr. Stefan Lingemann, FAArbR und Dr. Gero Ludwig, LL.M. (Canterbury), original erschienen in: NJW 2009, 2787 - 2788.
Kurznachricht zu "BB-Kommentar zum Urteil des BAG vom 11.12.2008, Az.: 2 AZR 472/08 (Zurechnung des Verschuldens des Prozessbevollmächtigten an der Versäumung der Klagefrist)" von RA Dr. Karsten Schmidt, original erschienen in: BB 2009, 1532 - 1535.
ArbG Mannheim, 30.01.2008 - 9 Ca 476/07
LAG Baden-Württemberg, 07.05.2008 - 12 Sa 62/08
BAGE 129, 32
NJW 2009, 2841
NZA 2009, 692
BB 2009, 1181
BB 2009, 1532
DB 2009, 1354
(aa) Ein mögliches Verschulden ihrer Bevollmächtigten ist ihr nach § 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnen (vgl. jetzt BAG 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 -).
Dabei ist ihm das Verschulden eines (Prozess-)Bevollmächtigten an der Versäumung der gesetzlichen Klagefrist nach § 4 Satz 1 KSchG gem. § 46 Abs. 2 Satz 1 ArbGG iVm. § 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnen (vgl. BAG 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - Rn. 23, BAGE 129, 32) .
Das Verschulden seines Prozessbevollmächtigten wird dem Arbeitnehmer nach § 85 Abs. 2 ZPO zugerechnet (vgl. BAG 22. März 2012 - 2 AZR 224/11 - Rn. 41; 28. Mai 2009 - 2 AZR 548/08 - Rn. 12 ff.; 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - Rn. 20 ff., BAGE 129, 32) .
(aa) Das Verschulden eines (Prozess-)Bevollmächtigten an der Versäumung der Klagefrist ist dem Arbeitnehmer nach § 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnen (vgl. BAG 22. März 2012 - 2 AZR 224/11 - Rn. 41; 28. Mai 2009 - 2 AZR 548/08 - Rn. 18; 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - Rn. 23 ff., BAGE 129, 32) .
Zu Recht hat das Landesarbeitsgericht § 5 KSchG in der seit dem 1. April 2008 geltenden Fassung angewandt, den arbeitsgerichtlichen Beschluss als Zwischenurteil behandelt und selbst durch Urteil entschieden (vgl. Senat 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - NZA 2009, 692).
Mit Urteil vom 11. Dezember 2008 hat der Senat entschieden, dass der Arbeitnehmer sich ein Verschulden seiner Prozessbevollmächtigten an der Versäumung der Klagefrist nach § 85 Abs. 2 ZPO zurechnen lassen muss (- 2 AZR 472/08 - NZA 2009, 692).
Das bildet den entscheidenden Grund für die Verschuldenszurechnung (BGH 10. Januar 2002 - III ZR 62/01 - AP ArbGG 1979 § 11 Prozessvertreter Nr. 17; LAG Düsseldorf 30. Juli 2002 - 15 Ta 282/02 - NZA-RR 2003, 80; s. auch Senat 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - NZA 2009, 692;… APS/Ascheid/Hesse 3. Aufl. § 5 KSchG Rn. 28a;… aA LAG Baden-Württemberg 12. Juli 2004 - 12 Ta 10/04 - differenzierend: v. Hoyningen-Huene/Linck KSchG 14. Aufl. § 5 Rn. 28;… vgl. auch die Übersicht über die Rechtsprechung der Landesarbeitsgerichte bei KR/Friedrich 8. Aufl. § 5 KSchG Rn. 69b).
Mit ihnen trägt der Gesetzgeber dem berechtigten Interesse des Arbeitgebers Rechnung, zeitnah zu erkennen, ob er über den fraglichen Arbeitsplatz disponieren und die durch die Kündigung frei gewordene Stelle ggf. wieder besetzen kann (Senat 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - Rn. 31, AP KSchG 1969 § 4 Nr. 68 = EzA KSchG § 5 Nr. 35; APS/Ascheid/Hesse 3. Aufl. § 5 KSchG Rn. 3; HaKo/Gallner 3. Aufl. § 5 Rn. 3).
Die von § 4 Satz 1 KSchG intendierte Rechtssicherheit lässt § 5 KSchG im Interesse des Rechtsschutzes zurücktreten (Senat 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 68 = EzA KSchG § 5 Nr. 35).
Über die sofortige Beschwerde des Klägers konnte das Landesarbeitsgericht in Form des (Zwischen-)Urteils gem. § 5 Abs. 4 KSchG in der ab dem 1. April 2008 in Kraft getretenen Neufassung entscheiden (vgl. Senat 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - mit weiteren Hinweisen auf die Literatur und die Rechtsprechung in B I der Entscheidungsgründe, NZA 2009, 692).
Es sind im Entscheidungsfall auch keine Gründe ersichtlich, die ausnahmsweise ein Abweichen vom Grundsatz der Anwendbarkeit des neuen Prozessrechts auf schwebende Verfahren gebieten (vgl. insoweit bereits die Ausführungen des Senats in der bereits zitierten Entscheidung vom 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - aaO.).
Nach der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung und Literatur war insoweit eine Differenzierung vorzunehmen: Der Kläger musste sich im Ausgangspunkt ein Verschulden seines Prozessbevollmächtigten gem. § 85 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 46 Abs. 2 ArbGG zurechnen lassen (BAG NJW 2009, 2841).
Dabei war allerdings zu berücksichtigen, dass die Verschuldenszurechnung eines Prozessbevollmächtigten gem. § 85 Abs. 2 ZPO schon im Vorfeld einer Klageerhebung ansetzte und noch kein bestehendes Prozessrechtsverhältnis, sondern lediglich ein wirksames Mandat im Innenverhältnis voraussetzte (BAG NJW 2009, 2841 - juris-Tz. 33).
Die Heranziehung eines Vertreters soll nicht zu einer Verschiebung des Prozessrisikos zu Lasten des Gegners führen; deshalb setzt die in § 85 Abs. 2 ZPO angeordnete Verschuldenszurechnung die nach § 85 Abs. 1 ZPO stattfindende Zurechnung der Prozesshandlungen auf der Verschuldensebene fort (BAG, Urteil vom 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08, BAGE 129, 32;… Althammer, in: Zöller, a.a.O., § 85 ZPO Rn. 2; zur verfassungsrechtlichen Unbedenklichkeit der Regelung BVerfG, Beschluss vom 20. April 1982 - 2 BvL 26/81, BVerfGE 60, 253).
Ein Verschulden des bestellten Prozessbevollmächtigten an einer verspäteten Klageerhebung steht einer verschuldeten Fristversäumung durch den Arbeitnehmer in Anwendung des § 85 Abs. 2 ZPO gleich (vgl. BAG, U. v. 11.12.2008, 2 AZR 472/08, zit. n. Juris).
Ein Verschulden seiner Prozessbevollmächtigten muss sich der Kläger jedoch gem. § 85 Abs. 2 ZPO zurechnen lassen (vgl. BAG, U. v. 11.12.2008, aaO).
Nach Auffassung der Kammer ist hinreichend glaubhaft gemacht, dass die Klägerin an der verspäteten Klageerhebung weder ein eigenes Verschulden trifft noch dass ein ihr zuzurechnendes ( BAG 11. Dezember 2008 - 2 AZR 472/08 - AP KSchG 1969 § 4 Nr. 69; BAG 28. Mai 2009 - 2 AZR 548/08 - AP KSchG 1969 § 5 Nr. 15 ) Organisationsverschulden ihres früheren Prozessbevollmächtigten vorliegt.
BSG, 01.10.2019 - B 11 AL 19/19 B
BSG, 01.10.2019 - B 11 AL 18/19 B
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Versäumnis der Klagefrist