Source: https://www.gib-acht-im-verkehr.de/verkehrssicherheit/fahrrad-und-trends/e-bike-und-pedelec/
Timestamp: 2020-02-28 02:10:11
Document Index: 115429259

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 39', '§ 39', '§ 1', '§ 63', '§ 63', '§ 1', '§ 63']

E-Bike und Pedelec - Gib acht im Verkehr
2017 – das Fahrrad feiert seinen 200. Geburtstag!
Kickboard – Cityroller – Tretroller
Elektroräder – Zahlen / Trend
Pedelecs und E-Bikes sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern prägen mittlerweile ganz selbstverständlich die Straßen und Radwege in Deutschland.
Potentielle Zielgruppen für Hersteller und Händler sind nicht mehr „nur“ lebensältere Menschen. Durch eine riesige Produktpalette werden die Zielgruppen jünger und etwa das E-Mountainbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber auch immer mehr E-Lastenräder fahren auf Deutschlands Straßen.
605.000 Pedelecs und E-Bikes
Im Jahr 2016 sind in Deutschland 605.000 Pedelecs und E-Bikes verkauft worden. Das ist ein Plus von 13%. Der Marktanteil dieser Elektroräder am Gesamtfahrradmarkt stieg damit auf 15%. Ihre Anzahl auf deutschen Straßen hat sich demnach auf geschätzte 3 Mio. Fahrzeuge erhöht. Nach Einschätzung des ZIV1 kann der Markt für diese modernen Fortbewegungsmittel in Deutschland mittelfristig auf einen jährlichen Anteil am Gesamtmarkt von 18-20% wachsen, langfristig kann sogar mit einem Marktanteil von 30% gerechnet werden. Dies unterstreicht ihre Bedeutung für die Individualmobilität in Freizeit und Alltag jetzt und in der Zukunft.
98 % klassische Pedelecs
Rund 98% aller verkauften Elektroräder sind „klassische“ Pedelecs, also Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis max. 250 Watt. Etwa 2% aller Verkäufe sind S-Pedelecs oder E-Bikes mit max. Geschwindigkeiten bis 45 km/h.
73 Millionen Fahrzeuge
Insgesamt wird der Fahrradbestand in Deutschland aktuell auf ca. 73 Millionen Fahrzeuge geschätzt. Über 80 % der Haushalte in Deutschland besitzen mindestens ein Fahrrad. Unsere Informationen sind eine Bestandsaufnahme uns bekannter Fakten und dienen als Grundlage für die Beurteilung der Elektroräder nach geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften (Stand 10 – 2017). Gerne erhalten wir Ihre Anregungen und Hinweise an kev-bw@gib-acht-im-verkehr.de.
Elektroräder – Zuordnung im Überblick
Pedelec, S-Pedelec und E-Bike sind Elektroräder
Wir verwenden als Oberbegriff für die beschriebenen Mobilitätsvarianten Pedelec, S-Pedelec und E-Bike den Begriff Elektroräder (E-Räder), um Verwechslungen innerhalb dieser Verkaufsbezeichnungen möglichst zu vermeiden.
Elektrofahrrad: Pedelec
Nur beim Pedale treten unterstützt ein Elektromotor
mit max. 250 Watt Nenndauerleistung
bis max. 25 km/h
Eine Anfahr- und Schiebehilfe (=ohne Pedale treten) bis max. 6 km/ ist möglich. Diese Fahrzeuge sind gem. § 1 Abs. 3 StVG und 63 a StVZO verkehrsrechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.
Bestimmungen Pedelec
Kleinkraftrad: S-Pedelec
Schnelles Pedal Electric Cycle
Beim Pedale treten unterstützt der Elektromotor bis max. 45 km/h. Danach schaltet er sich ab.
Bestimmungen S-Pedelec
Kleinkraftrad: E-Bike
Einsitziges zweirädriges Kleinkraftrad mit elektrischem Antrieb, der sich bei einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h selbständig abschaltet (Definition § 39 Abs. 7 StVO zum Sinnbild für E-Bike).
Dazu zähen auch Kleinkrafträder bis 45 km/h der Klasse L1e der EU VO 168/2013, wenn ihre Bauart Gewähr dafür bietet, dass die Höchstgeschwindigkeit auf einer ebenen Strecke auf max. 25 km/h beschränkt ist.
Bestimmungen E-Bike
Informationen zu den Bezeichnungen
Bezeichnungen wie Elektrofahrräder, Pedelecs, S-Pedelecs oder E-Bikes sind bislang weder national noch international beschrieben und lassen daher nicht auf deren verkehrsrechtliche Einstufung schließen. Darauf hat auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hingewiesen. Häufig werden die Begriffe „Elektrofahrräder“ und „E-Bike“ im Sprachgebrauch synonym verwendet, aber nur Pedelecs sind Fahrräder i. S. des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Zum Begriff E-Bike gibt es nunmehr eine Definition zum Sinnbild gem. § 39 Abs. 7 Straßenverkehrsordnung (StVO).
Pedelecs sind Fahrrädern geleichgestellt
Mit dem Gesetz zur Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes und anderer Gesetze vom 17. Juni 2013 (Quelle: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 29, ausgegeben zu Bonn am 20. Juni 2013) hat der Bundestag in Artikel 5 die Änderung des Straßenverkehrsgesetzes – mit dem zusätzlichen Absatz 3 zu § 1 des Straßenverkehrsgesetzes – beschlossen. Damit wurden die sogenannten Pedelecs den Fahrrädern gleichgestellt, inklusive der so genannten elektromotorischen Anfahr- oder Schiebehilfe, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht.
(2) Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein. (3) Keine Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und
wenn der Fahrer im Treten einhält, unterbrochen wird. Satz 1 gilt auch dann, soweit die in Satz 1 bezeichneten Fahrzeuge zusätzlich über eine elektromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrers, ermöglicht. Für Fahrzeuge im Sinne der Sätze 1 und 2 sind die Vorschriften über Fahrräder anzuwenden.
Mit der am 01.06.2017 in Kraft getretenen 52. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften wurde der Fahrradbegriff, analog zum StVG, auch in der Straßenverkehrszulassungsordnung (§ 63a StVZO) festgeschrieben. Festgelegt wurde, was ein Fahrrad und was ein dem Fahrrad gleichgestelltes Pedelec (dieser Begriff wird im Gesetz nicht verwendet) ist. Auszug Gesetzestext StVZO (seit 01.06.2017):
§ 63a StVZO – Beschreibung von Fahrrädern (1) Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug mit mindestens zwei Rädern, das ausschließlich durch die Muskelkraft auf ihm befindlicher Personen mit Hilfe von Pedalen oder Handkurbeln angetrieben wird. (2) Als Fahrrad gilt auch ein Fahrzeug im Sinne des Absatzes 1, das mit einer elektrischen Trethilfe ausgerüstet ist, die mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer größten Nenndauerleistung von 0,25 kW ausgestattet ist, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder wenn der Fahrer mit dem Treten oder Kurbeln einhält, unterbrochen wird. Die Anforderungen des Satzes 1 sind auch dann erfüllt, wenn das Fahrrad über einen Hilfsantrieb im Sinne des Satzes 1 verfügt, der eine Beschleunigung des Fahrzeugs auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten oder Kurbeln des Fahrers, ermöglicht (Anfahr- oder Schiebehilfe).
Mit der Einführung dieses Sinnbildes wird der Begriff E-Bike erstmals in der StVO genannt und definiert. Die mit diesem Sinnbild entsprechend freigegebenen Verkehrsflächen (Radwege innerorts, wenn durch die Straßen-verkehrsbehörden angeordnet) dürfen befahren werden.
Auszug Gesetzestext StVO (seit 14.12.2016):
… Einsitzige zweirädrige Kleinkrafträder mit elektrischem Antrieb, der sich bei einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h selbsttätig abschaltet – E-Bikes –
Die Leistung des Elektromotors wird abgerufen, sobald der Fahrer in die Pedale tritt.
Ohne Tretkurbelbewegung bleibt der Motor wirkungslos. Sensoren messen die aktuelle Fahrgeschwindigkeit anhand der Kurbelwellenumdrehungen. Elektronische Steuerelemente errechnen je nach Kurbelwellendrehzahl oder Tretkraft des Fahrers, welche Leistung von dem eingebauten Akkumulator zur Tretunterstützung benötigt wird. Je nach Fahrgeschwindigkeit unterstützt der Elektromotor die Fahrbewegung. Bei drohender Überlastung oder Überhitzung des Motors schaltet dieser automatisch ab.
Ausnahme ist die erlaubte zusätzliche elektromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe, die eine Beschleunigung des Fahrzeuges auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h, auch ohne gleichzeitiges Treten des Fahrenden, ermöglicht (neu – § 1 Abs. 3 StVG und § 63a StVZO).
Unterschiede in der Motorsteuerung
Sensoren messen die vom Fahrer aufgebrachte Tretkraft und geben hierzu bis zu einem bestimmten Prozentsatz elektrisch erzeugte Motorkraft hinzu. Der Fahrer kann hierbei sehr individuell die Fahrgeschwindigkeit bestimmen.
Die Motorkraft kann je nach Modell entweder in unterschiedlichen Leistungsstufen oder stufenlos durch den Fahrer zugefügt werden. Die Voreinstellung erfolgt per Lenker- Drehgriff oder mit Impulsschaltung. Wie viel Leistung der Elektromotor zur Unterstützung seiner Muskelkraft liefert, entscheidet die Fahrerin/der Fahrer per Knopfdruck oder Drehgriff am Lenker. Bei beiden Steuerungsarten wird jeweils nur die Leistung des Fahrers bis zu einer bestimmten Fahrgeschwindigkeit ergänzt bzw. unterstützt, solange der Fahrer in die Pedale tritt.
Je nach Modell wird die Kraft des Motors auf das Vorderrad, das Hinterrad oder auf die Kurbelwelle übertragen.
Je nach Abhängigkeit reicht die Kraftunterstützung bis über 100 km.
Faktoren für die Reichweite
Krafteinsatz des Fahrers,
gewählter Fahrgeschwindigkeit,
Fahrbahnbeschaffenheit,
Luftwiderstand oder
tatsächlicher Gesamtmasse des Fahrrades
reicht die Kraftunterstützung des Motors für Wegstrecken bis in den Bereich über 100 km.
Elektroräder mit ABS
Bild und Infos unter https://www.bosch-ebike.com
Die vom PKW und Motorrad bekannte Sicherheitsfunktion ABS hält nun auch Einzug bei Elektrofahrrädern. Das BOSCH eBike ABS soll Nutzern von Elektrorädern dabei helfen, auch auf schwierigen Untergründen sicher anhalten zu können bzw. Überschläge zu vermeiden.
Das BOSCH eBike ABS nimmt ab Herbst 2017 seinen Dienst im Zuge einer Einführungsphase bei diversen ausgewählten Flottenpartnern auf.
Richtig bremsen dank Bosch eBike ABS
Unsere Empfehlung: Bosch-Video veröffentlicht: 2017-08 Laufzeit: 02:01 Min.
Richtig bremsen mit Pedelec und E-Bike
Die meisten Pedelec- und E-Bike-Fahrer bremsen nicht richtig.
Viele nutzen beim Abbremsen mit ihrem Pedelec oder E-Bike verstärkt die Hinterradbremse und vernachlässigen dabei die weitaus höhere Bremswirkung der Vorderradbremse. Gerade beim Umstieg auf ein Pedelec haben viele Interessierte auch hinsichtlich des höheren Gewichts des Fahrzeugs Bedenken bezüglich der Sicherheit in verschiedenen Fahrsituationen. Bosch eBike Systems möchte mit seiner Neuentwicklung den Bedenken entgegenwirken und die häufigsten Gefahrensituationen beim Bremsen entschärfen. Die Verantwortlichen sind auf der Grundlage durchgeführter Studien davon überzeugt, dass die Einführung dieses Systems die Sicherheit im Verkehr nachhaltig verbessern kann.
reguliert den Bremsdruck und verhindert das Blockieren des Vorderrades bei kritischen Bremsmanövern,
optimiert die Fahrstabilität bei rutschigen Fahrbahnbedingungen und
verhindert kritisches Abheben des Hinterrads bei griffigem Untergrund.
Beim Bosch eBike ABS werden Elemente vom Motorrad-ABS genutzt und angepasst. Entwicklungspartner ist Magura.
Auch die DEKRA hat von Anfang an die Entwicklung des Systems begleitet und auch abschließend getestet oder Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Unsere Empfehlung: DEKRA-Video veröffentlicht: Stand: 2017-06 Laufzeit: 05:57 Min.
Elektrorad-Modifizierung durch Chip-Tuning und Dongle-Sets
Ein durch Speed-Tuning modifiziertes E-Bike darf nicht im Geltungsbereich der StVZO bewegt werden.
Die zwischen 140 und 200 Euro teuren Tuning-Sets basieren auf unterschiedlichen Funktionsweisen. Häufig finden sich so genannte Tuning-Dongles (Software- bzw. Kopierschutzstecker). Diese Modifizierungs-Sets bestehen aus einem Satz Kabel und Stecker.
Die Funktionsweise des Dongles ist simple: ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h wird die auf dem Display angezeigte Geschwindigkeit halbiert. Somit schaltet die Motorunterstützung nicht bei 25 km/h ab, sondern erst bei realen 50 km/h.
Auch das von Verbrennungsmotoren bekannte Chip-Tuning findet bei E-Bike-Antrieben Verwendung. Auch bei dieser Methode wird die angezeigte Geschwindigkeit manipuliert. Je nach Antriebssystem bestehen noch weitere Möglichkeiten, die maximale Unterstützung des E-Bike-Motors heraufzusetzen. Die meisten Tuning-Sets können deaktiviert bzw. abmontiert werden, damit das E-Bike auch im öffentlichen Verkehr genutzt werden kann.
Der Tuner verliert die Garantieansprüche auf seinen E-Bike-Antrieb, wenn die Modifizierung einmal aktiviert wurde. Auch Versicherungsansprüche sind mit einem getunten E-Bike nicht gedeckt. Selbst bei unverschuldeten Unfällen können Schadensersatzansprüche erlöschen. Der nachträgliche Ausbau des Tuning-Sets schützt nicht. Auch nachdem das Tuning-Zubehör entfernt wurde, können Fachleute den Einsatz entsprechender Modifizierungen nachweisen.
Verstöße gegen straßenverkehrsrechtliche Vorschriften wie Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Fahren ohne Zulassung sowie ohne Versicherungsschutz bzw. das Erlöschen der Betriebserlaubnis können, je nachdem wie das Fahrzeug eingestuft wird, geahndet werden.
Die Mitglieder der AGF sprechen sich strikt gegen jede Art der Manipulation an Elektrorädern und E-Rad-Antriebssystemen der deutschen und internationalen Fahrradindustrie aus, die z.B. der Steigerung der Leistung oder der maximalen Unterstützungsgeschwindigkeit dienen sollen. Die AGF weist ausdrücklich darauf hin, dass Manipulationen schwerwiegende negative Folgen sowohl technischer als auch haftungsrechtlicher Natur haben können.
Maßnahmen, um Manipulation und Tuning zu verhindern
Die AGF wird Händlern und Endverbrauchern Informationen über die vorgeschriebene Kennzeichnung von schnellen E-Bikes (45 km/h) (Versicherungskennzeichen, Hersteller Typenschild) zur Verfügung stellen, um diese Fahrzeuge zu identifizieren.
Ein Pedelec ist bei einem Unfall haftungsrechtlich genauso zu behandeln wie ein normales Fahrrad. Von einem Fahrrad mit elektrischer Trethilfe gehe keine höhere Betriebsgefahr aus.
Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Saarbrücken (Az.: 13 S 107/13) weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) hin. In dem Fall fuhr ein Pedelec-Fahrer hinter einem Auto und setzte zum Überholen an, als dieses nach links in ein Grundstück einbiegen wollte. Das Gericht entschied, dass der Autofahrer zu zwei Dritteln und der Pedelec-Fahrer zu einem Drittel hafte – der Fahrer eines normalen Fahrrads hätte auch nicht höher haften müssen. Die höhere Haftung des Autofahrers begründeten die Richter mit der Betriebsgefahr eines Autos, das ist bei ungleichen Verkehrsteilnehmern üblich. Diese liege deutlich über der eines Fahrrads und damit auch eines Pedelecs. Dessen Fahrer hafte dennoch, weil er gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen habe. Er hätte das Auto nicht überholen dürfen, da der Blinker schon gesetzt war.
Quelle: dpa (tmn) vom 01.08.2014
Versicherungsschutz für E-Bikes, Pedelecs & Co.
Eine Zusammenfassung des GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. – http://www.versicherung-und-verkehr.de Versicherungsschutz Pedelecs
Für die Pedelecs benötigen Sie keine Zulassung und kein Versicherungskennzeichen. Sie sind daher nicht automatisch haftpflichtversichert. Deshalb wird eine Privat-Haftpflichtversicherung dringend empfohlen. Sind Sie bereits haftpflichtversichert, empfehlen wir bei Ihrer Versicherung nachzufragen, welche Schäden abgedeckt sind, um gegebenenfalls den Versicherungsschutz auf Schäden mit dem Pedelec zu erweitern. Wer mit seinem Pedelec zum Beispiel einen Fußgänger anfährt oder ein parkendes Auto rammt, muss für den entstandenen Schaden aufkommen. Das kann teuer werden, besonders wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer verletzt wird. Besteht kein Versicherungsschutz, müssen solche Schäden aus eigener Tasche bezahlt werden.
Ein Pedelec kann wie ein Fahrrad über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichert werden. Nachts (22 bis 6 Uhr) ist das Pedelec versichert, wenn es in einem fest verschließbaren Raum abgestellt ist oder in Gebrauch ist. Versicherungsschutz für S-Pedelecs und E-Bikes Für S-Pedelecs und E-Bikes (Kleinkraftfahrzeuge) besteht eine Versicherungspflicht.
Das Versicherungskennzeichen erhält man direkt bei seinem Kraftfahrtversicherer. Wer ohne Kennzeichen fährt, ist nicht versichert. Im Schadensfall wird die Privathaftpflichtversicherung im Unterschied zum Fahrrad und Pedelec nicht für die Folgen eines Unfalls aufkommen und das kann sehr teuer werden. Zudem ist der Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz eine Straftat.
Diebstahlschutz für S-Pedelecs und E-Bikes
Der Versicherungsschutz für ein schnelles Pedelec kann beim Erwerb des (Fahrzeughaftpflicht)- Versicherungskennzeichens z. B. um eine Kaskoversicherung ergänzt werden. Damit ist ihr Bike gegen Diebstahl versichert. Außerdem können Schäden, die beispielsweise durch Brand, Explosion oder Hagel entstehen, abgesichert werden.
Den Polizeilichen Fahrradpass gibt es auch als App für Smartphones.
Siehe auch: Diebstahl
Unsere Tipps für eine sichere Fahrt mit dem Pedelec
Machen Sie sich mit dem Pedelec vertraut, um dessen Fahreigenschaften kennen zu lernen und üben Sie zunächst im „Schonraum“, vielleicht sogar unter Anleitung bzw. mit Beratung.
Die eigenen körperlichen Fähigkeiten nicht überschätzen.
Irgendwann ist der Akku leer. Lenker und Sattelposition auf Körpergröße einstellen.
Optimaler Reifendruck verschafft bestmögliche Bodenhaftung.
Besonders vorausschauend fahren – Ihre Geschwindigkeit und Beschleunigung wird häufig von anderen unterschätzt.
Vor dem Abbiegen rechtzeitige und eindeutige Handzeichen geben – bei Geradeausfahrt möglichst Blickkontakt zu abbiegenden Autofahrern.
Achtung Bremsweg! Durch flotte Fahrweise verlängert sich der Bremsweg!
Mit Fahrradwesten oder zusätzlichen Reflektoren werden Sie nicht nur bei Dunkelheit besser gesehen
Siehe auch: Radhelm
Verkehrsunfälle – aktuelle Tendenz
Unfalllage – Fahrrad
Bei Radunfällen ist die Beteiligung von Pedelecs auffällig
Mehr als jeder dritte unfallbeteiligte Pedelec-Nutzer in Baden-Württemberg erlitt 2016 schwere oder sogar tödliche Verletzungen – bei Fahrradnutzern traf dieses Schicksal nur jeden fünften Beteiligten.
Insgesamt 878 Pedelec-Unfälle sind fast siebenfach mehr als 2012. Alle 2016 tödlich verunglückten Pedelec-Nutzer waren Seniorinnen/Senioren (65 Jahre und mehr). Pedelec-Unfälle steigerten sich um mehr als ein Viertel, insbesondere natürlich wegen der starken Zunahme dieser Fahrzeuge.
Siehe auch: Statistiken im Detail
Wir wünschen Ihnen unfallfreie Fahrten!