Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201988,%202034
Timestamp: 2020-02-25 03:25:06
Document Index: 180486864

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1578', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1570', '§ 1578', 'BGH', '§ 1578', 'BGH', '§ 1578', 'BGH', '§ 1578', '§ 1573', '§ 1573', 'BGH', '§ 1573', '§ 1572', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1361', '§ 1361', 'BGH', '§ 1361', 'BGH', 'BGH', '§ 1578', 'BGH', '§ 1361', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1988, 2034 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 23.12.1987 | BGH, 11.05.1988
https://dejure.org/1988,420
BGH, 16.03.1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,420)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,420)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,420)
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Anspruch auf die Gewährung nachehelichen Unterhalts - Voraussetzungen für den Anspruch auf Aufstockungsunterhalt - Anspruch auf den nach den ehelichen Lebensverhältnissen zu bemessenden vollen Unterhalt
BGB § 1573, § 1578 Abs. 1 S. 1
BGH, 11.05.1988 - IVb ZR 40/87
MDR 1988, 762
FamRZ 1988, 701
Solches ist bei Entwicklungen der Fall, die einen Anknüpfungspunkt in der Ehe finden, also gleichsam in ihr angelegt waren, oder die bei Fortbestand der Ehe auch deren Verhältnisse geprägt hätten (…BVerfG FamRZ 2011, 437 Rn. 70; Senatsurteile BGHZ 153, 358 = FamRZ 2003, 590, 591 f.; vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 - FamRZ 1992 - 1045, 1046 f. und vom 16. März 1988 - IV b ZR 40/87 - FamRZ 1988, 701, 703).
Gleiches gilt, wenn die späteren Umstände bereits in anderer Weise in der Ehe angelegt und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten waren (Senatsurteil vom 16. März 1988 - IV b ZR 40/87 - FamRZ 1988, 701, 703).
Allerdings setzt der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gemäß § 1573 Abs. 2 BGB nach der Systematik des Gesetzes voraus, dass der geschiedene Ehegatte eine angemessene Erwerbstätigkeit ausübt oder ausüben könnte und daher nicht bereits aufgrund eines anderen gesetzlichen Tatbestandes (§§ 1570 bis 1572, 1573 Abs. 1 und 4 BGB) Anspruch auf Unterhalt hat (…vgl. Senatsurteile vom 10. November 2010 - XII ZR 197/08 - FamRZ 2011, 192 Rn. 16 und vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87 - FamRZ 1988, 701, 702).
In einem solchen Fall dürften nämlich die ehelichen Lebensverhältnisse i.S. von § 1578 Abs. 1 BGB als bereits durch die sichere Erwartung des baldigen Wegfalls der Zins- und Tilgungslasten geprägt anzusehen sein mit der Folge, daß dieser - erst nach der Scheidung eintretende - Umstand ausnahmsweise bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts mitberücksichtigt werden kann (vgl. Senatsurteil vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87 = BGHR BGB § 1578 Abs. 1 Satz 1 Unterhaltsbemessung 11 = FamRZ 1988, 701, 703;… insoweit durch das Senatsurteil vom 20. Juli 1990 - XII ZR 73/89 = BGHR aaO. Unterhaltsbemessung 23 nicht berührt).
Dabei sind auch solche Umstände in die Beurteilung einzubeziehen, die zwar schon zu diesem Zeitpunkt bestehen, aber erst später zutage treten (Senatsurteile vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87- FamRZ 1988, 701, 702 und vom 6. Mai 1987 - IVb ZR 61/86 - FamRZ 1987, 689).
Der Senat hat - entgegen dem Berufungsurteil, aber nach dessen Erlaß - entschieden, daß der künftige Wegfall der Unterhaltslast gegenüber einem gemeinschaftlichen Kind bei der Unterhaltsbemessung gemäß § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB nur berücksichtigt werden darf, wenn die Ehegatten diesem Umstand schon im voraus und noch wahrend des Bestehens der Ehe einen prägenden Einfluß auf ihre Lebensverhältnisse eingeräumt haben; hierfür spricht häufig, wenn die Änderung noch in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Scheidung steht (vgl. Urteil vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87 - zur Veröffentlichung bestimmt;… siehe auch schon Senatsurteil vom 3. Juni 1987 - IVb ZR 64/86 - BGHR BGB § 1578 Abs. 1 Satz 1 Unterhaltsbemessung 5 = FamRZ 1987, 913 ).
Zwar setzt ein Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gemäß § 1573 Abs. 2 BGB nach der Systematik des Gesetzes voraus, daß der geschiedene Ehegatte eine angemessene Erwerbstätigkeit ausübt und daher nicht bereits aufgrund eines anderen gesetzlichen Tatbestandes Anspruch auf den nach den ehelichen Lebensverhältnissen zu bemessenden Unterhalt hat; als anderer zunächst zu prüfender Tatbestand kann auch der des § 1573 Abs. 1 BGB in Betracht kommen (Senatsurteil vom 15. März 1988 - IVb ZR 40/87 = BGHR BGB § 1573 Abs. 2 Ergänzungsanspruch 2 = FamRZ 1988, 701 m.w.N.).
Es hat dargelegt, soweit die Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteile vom 16. März 1988 - IVb ZR 40/87 - FamRZ 1988, 701, 703 und vom 11. Mai 1988 - IVb ZR 42/87 - FamRZ 1988, 817, 819) dem entgegenstehe, könne ihr nicht gefolgt werden, und hat hierzu ausgeführt: Wenn im Zeitpunkt der Scheidung und noch Jahre danach mehrere Kinder zu versorgen seien, führe die Nichtberücksichtigung des späteren Wegfalls der Unterhaltslast bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts dazu, daß der Unterhaltsanspruch des bedürftigen Ehegatten trotz gehobener beruflicher Stellung des Unterhaltsschuldners für immer auf relativ niedrigem Niveau festgehalten werde.
An die Stelle des Aufstockungsunterhaltsanspruchs tritt ab dem Zeitpunkt der Erkrankung ein Anschlussunterhaltsanspruch nach § 1572 Nr. 4 BGB (BGH FamRZ 1988, 701).
»... Der BGH (NJW 1988, 2369 [vorstehend zu a-b.]) hat inzwischen entschieden, daß der Unterhaltsbedarf des erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen generell nicht in gleicher Höhe angesetzt werden darf, wie der des nicht erwerbstätigen Ehegatten (ebenso NJW 1988, 2034).
Die dem unterhaltsberechtigten Ehegatten zustehende Quote von 3/7 des so errechneten Einkommens des anderen Ehegatten erhöht sich um den trennungsbedingten Mehrbedarf(BGH, FamRZ 1982, 255; NJW 1988, 2034).
Da dem anderen Ehegatten eine Quote von 4/7 seines Einkommens verbleibt, durch die der mit der Erwerbstätigkeit verbundene höhere Aufwand abgegolten und ein Anreiz zur Erwerbstätigkeit verschafft werden soll, muß dem Unterhaltsberechtigten ein entsprechender Bonus zugebilligt werden (BGH, FamRZ 1985, 16l; NJW 1988, 2369; NJW 1988, 2034).
Erforderlicher Unterhaltsbedarf; Eheliche Lebensverhältnisse; Verbesserung der …
OLG Hamm, 11.10.1996 - 12 UF 392/95
Berücksichtigung von Schuldentilgungen bei Bemessung der Leistungsfähigkeit des …
OLG Brandenburg, 21.07.2006 - 9 UF 107/06
Nachehelicher Unterhalt: Anforderungen an den unterhaltsrechtlichen …
OLG Schleswig, 16.11.2004 - 8 UF 101/04
Nachehelicher Unterhalt: Berücksichtigung einer Kürzung der Arbeitslosenhilfe des …
OLG Köln, 25.08.1994 - 25 WF 43/94
Übergangsgebührnisse eines Soldaten als unterhaltspfichtige Einkommen
OLG Dresden, 05.05.2000 - 20 WF 185/00
Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit - Kündigung des Arbeitsvertrags vor Scheidung - …
OLG Karlsruhe, 05.03.1998 - 2 UF 124/97
OLG Hamm, 11.11.1992 - 6 WF 440/92
Scheidung; Unterhaltshöhe; Vermögens- und Einkommensverhältnisse des …
https://dejure.org/1987,564
BGH, 23.12.1987 - IVb ZR 108/86 (https://dejure.org/1987,564)
BGH, Entscheidung vom 23.12.1987 - IVb ZR 108/86 (https://dejure.org/1987,564)
BGH, Entscheidung vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 (https://dejure.org/1987,564)
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Unterhalt - Lebensverhältnisse - Selbständig - Einkünfte
NJW 1988, 2034 (Ls.)
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats ist ein auf Seiten des Unterhaltspflichtigen gesunkenes Einkommen zu berücksichtigen, wenn der Einkommensrückgang auf keinem unterhaltsrechtlich vorwerfbaren Verhalten beruht (ständige Rechtsprechung; vgl. Senatsurteile BGHZ 153, 358 = FamRZ 2003, 590, 591 f.;… BGHZ 188, 50 = FamRZ 2011, 454 Rn. 17 und vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 - FamRZ 1988, 256, 257;… zur Rechtslage nach der Entscheidung des BVerfG vom 25. Januar 2011 - FamRZ 2011, 437 - s. Senatsurteil vom 7. Dezember 2011 - XII ZR 151/09 - FamRZ 2012, 281 Rn. 24).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats kommt es für die Bestimmung des Unterhaltsbedarfs gemäß § 1361 Abs. 1 Satz 1 BGB vielmehr auf die aktuellen Einkommensverhältnisse an, da die Ehegatten an der Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse bis zur Scheidung gemeinschaftlich teilhaben (vgl. etwa Senatsurteil vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 - FamRZ 1988, 256, 257).
Insgesamt ist ein objektiver Maßstab anzulegen, bei dem eine nach den gegebenen Verhältnissen zu dürftige Lebensführung ebenso außer Betracht bleibt wie ein übertriebener Aufwand (vgl. Senatsurteil vom 23. Dezember 1987 aaO S. 258).
Wie der Senat in vergleichbarem Zusammenhang ausgesprochen hat, müßte es auf Unverständnis stoßen, wenn beispielsweise eine nach der Trennung eintretende Arbeitslosigkeit des unterhaltsverpflichteten Ehegatten nicht schon die ehelichen Lebensverhältnisse, sondern erst seine Leistungsfähigkeit beeinflußte (Senatsurteil vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 - FamRZ 1988, 256, 257).
Erst wenn solche Vorsorge nicht oder nicht in vollem Umfang möglich ist, kann dem Unterhaltsberechtigten ein vorübergehendes Absinken des ehelichen Lebenstandards zuzumuten sein, wenn bei einer Abwägung der beiderseitigen Interessen dasjenige des Unterhaltspflichtigen an der beruflichen Veränderung überwiegt (Senatsurteil vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 - FamRZ 1988, 256, 258 zum Trennungsunterhalt).
Es kommt für die Bestimmung des Unterhaltsbedarfs gemäß § 1361 Abs. 1 Satz 1 BGB jeweils auf den aktuellen Stand der wirtschaftlichen Verhältnisse an, da die Ehegatten an deren Entwicklung bis zur Scheidung gemeinschaftlich teilhaben (ständige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile vom 27. November 1985 - IVb ZR 79/84 = FamRZ 1986, 244, 245; vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 = BGHR BGB § 1361 Lebensverhältnisse 2;… vom 15. November 1989 - IVb ZR 3/89 = BGHR aaO Abs. 1 Lebensverhältnisse 1).
Der Senat hat diese Rechtsprechung zunächst für außergewöhnliche Einkommenssteigerungen nach der Trennung entwickelt (…vgl. Urteile vom 31. März 1982 aaO und vom 23. Dezember 1987 aaO) und sie später anhand von Fällen entsprechender Einkommensminderungen überprüft (…Senatsurteil vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 = BGHR BGB § 1578 Abs. 1 Satz 1 Unterhaltsbemessung 27 = FamRZ 1992, 1045 m.w.N.).
2 = FamRZ 1988, 145 und vom 23. Dezember 1987 - IVb ZR 108/86 = BGHR BGB § 1361, Lebensverhältnisse 2 = FamRZ 1988, 256) und sind aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden.
Veränderungen der Lebensverhältnisse, die erst nach der Trennung bis zur Scheidung eintreten, beeinflussen daher grundsätzlich die für die Unterhaltsbemessung maßgeblichen ehelichen Lebensverhältnisse nicht, es sei denn, daß sie auf einer unerwarteten und vom Normalverlauf erheblich abweichenden Entwicklung beruhen (vgl. BGH, FamRZ 1988, 256 ff; 1990, 283 ff und 1994, 87 ff).
Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ihr erzielbare Einkünfte zuzurechnen sind, bedarf an dieser Stelle keiner Klärung, da fiktive Einkünfte die ehelichen Lebensverhältnisse nicht zu prägen vermögen (vgl. BGH, FamRZ 1985, 374 ff, 908 ff und FamRZ 1988, 256 ).
OLG Hamm, 07.01.1999 - 8 UF 251/98
Vereinbarung von Altersteilzeit als Verstoß gegen Erwerbsobliegenheit bei …
Die mit der Altersteilzeit verbundene Einkommensminderung kann auch nicht mit einer bedarfsbeeinflussenden Arbeitslosigkeit (vgl. BGH FamRZ 1988, 256) verglichen werden.
https://dejure.org/1988,4284
BGH, 11.05.1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,4284)
BGH, Entscheidung vom 11.05.1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,4284)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 1988 - IVb ZR 40/87 (https://dejure.org/1988,4284)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,4284) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Einkünfte - Höhe - Verhersehbar - Verbindlichkeit - Entfallen - Scheidung