Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/der-steuerberater-im-sozialversicherungsrechtlichen-statusfeststellungsverfahren-382781
Timestamp: 2020-08-08 12:09:15
Document Index: 273716275

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 13', '§ 73', '§ 13', '§ 13', 'Art 2', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 28', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 28', '§ 28', 'Art 4', 'Art 5', '§ 7', '§ 7', '§ 22', '§ 7', '§ 86', '§ 88', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 20', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 24', '§ 7', '§ 2', '§ 28', '§ 2', '§ 7', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'Art 1', '§ 5', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 32', '§ 33', '§ 7', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 37', '§ 5', '§ 44', '§ 7', '§ 5', '§ 5', '§ 13', '§ 73', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 7', '§ 28', '§ 7', '§ 7', '§ 28', '§ 7', '§ 7', '§ 13', '§ 73', '§ 13', '§ 73', '§ 73', 'Art 10', '§ 73', '§ 73', '§ 28', '§ 73', '§ 28', '§ 28', '§ 7', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 28', '§ 7', '§ 73', '§ 7', '§ 73', '§ 28', '§ 7', '§ 13', '§ 73', '§ 7', '§ 28', '§ 7', '§ 73', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 28', '§ 7', '§ 73', 'Art 12', '§ 7', 'Art 2', 'Art 12', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 13', '§ 7', '§ 28', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 73', '§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 13', '§ 33', '§ 13', '§ 33', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 164', '§ 165', '§ 165', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 7', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 10', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 7', '§ 13']

Der Steuerberater im sozialversicherungsrechtlichen Statusfeststellungsverfahren | Rechtslupe
Der Steu­er­be­ra­ter im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren
Steu­er­be­ra­ter dür­fen in Anfra­ge­ver­fah­ren zur Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen nicht gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te auf­tre­ten.
Eine der­ar­ti­ge Tätig­keit eines Steu­er­be­ra­ters ist als Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne des § 2 RDG ein­zu­stu­fen und stellt auch kei­ne zuläs­si­ge Neben­leis­tun­gim Sin­ne des § 5 RDG dar. Eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis kann zudem nicht aus § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG her­ge­lei­tet wer­den. Ver­fas­sungs­recht steht die­ser vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt gewon­ne­nen Aus­le­gung nicht ent­ge­gen.
Nach § 13 Abs 1 S 1 SGB X kann sich ein Betei­lig­ter eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens (dort) durch einen Bevoll­mäch­tig­ten ver­tre­ten las­sen. Gemäß § 13 Abs 5 SGB X (hier anzu­wen­den idF von Art 2 Nr 1 des Vier­ten Geset­zes zur Ände­rung ver­wal­tungs­ver­fah­rens­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 11.12.2008, BGBl I 2418) sind Bevoll­mäch­tig­te und Bei­stän­de jedoch zurück­zu­wei­sen, wenn sie ent­ge­gen § 3 RDG [1] Rechts­dienst­leis­tun­gen erbrin­gen. Nach § 3 RDG wie­der­um ist die selbst­stän­di­ge Erbrin­gung außer­ge­richt­li­cher Rechts­dienst­leis­tun­gen nur in dem Umfang zuläs­sig, in dem sie durch das RDG oder durch oder auf­grund ande­rer Geset­ze (zB für Steu­er­be­ra­ter durch § 3 Nr 1 StBerG) erlaubt wird. Als Rechts­dienst­leis­tung ist nach der in § 2 Abs 1 RDG ent­hal­te­nen Legal­de­fi­ni­ti­on „jede Tätig­keit in kon­kre­ten frem­den“ Ange­le­gen­hei­ten anzu­se­hen, sobald sie eine „recht­li­che Prü­fung des Ein­zel­falls erfor­dert“.
Das Tätig­wer­den des Steu­er­be­ra­ters als Bevoll­mäch­tig­ter ist bereits im auf die Fest­stel­lung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus gerich­te­ten Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV als Erbrin­gung einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG zu wer­ten.
Das Tätig­wer­den des Steu­er­be­ra­ters im strei­ti­gen Ver­wal­tungs­ver­fah­ren stellt eine „kon­kre­te frem­de“ Ange­le­gen­he­itim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG dar; denn sie erfolg­te hier im Ein­zel­fall und lag im wirt­schaft­li­chen Inter­es­se eines Drit­ten [2], näm­lich eines Man­dan­ten des Steu­er­be­ra­ters, der als Arbeit­ge­ber mit den sich aus §§ 28a ff SGB IV erge­ben­den Pflich­ten in Betracht kommt.
Das Merk­mal des § 2 Abs 1 RDG, wonach zusätz­lich zum Tätig­wer­den in einer frem­den Ange­le­gen­heit eine „recht­li­che Prü­fung des Ein­zel­falls“ erfor­der­lich sein muss, ist – wie die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund und das SG zutref­fend ange­nom­men haben – im vor­lie­gen­den Fall ent­ge­gen der Ansicht des Steu­er­be­ra­ters eben­falls zu beja­hen. Bereits die Antrag­stel­lung und das Betrei­ben eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens nach § 7a Abs 1 SGB IV mit dem in die­sem Zusam­men­hang nach Abs 4 der Rege­lung vor­ge­se­he­nen obli­ga­to­ri­schen Anhö­rungs­ver­fah­ren machen eine sol­che „recht­li­che Prü­fung“ erfor­der­lich. Des­we­gen ist das Tätig­wer­den in einem sol­chen Fall nicht nur als für das Rechts­dienst­leis­tungs­recht irrele­van­te blo­ße – schwer­punkt­mä­ßig eher im außer­recht­li­chen Bereich lie­gen­de – tech­ni­sche Leis­tung im Rah­men der Umset­zung von Rechts­vor­schrif­ten ein­zu­stu­fen.
Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt muss nicht ent­schei­den, ob eine „recht­li­che Prü­fung“ – in Anleh­nung an die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zu § 2 RDG – (erst) dann vor­liegt, wenn der ver­tre­te­ne Recht­su­chen­de eine „beson­de­re“ recht­li­che Betreu­ung oder Auf­klä­rung erkenn­bar erwar­tet oder eine sol­che Betreu­ung bzw Auf­klä­rung nach der Ver­kehrs­an­schau­ung erfor­der­lich ist [3] oder ob inso­weit – wegen der Nicht­auf­nah­me eines Tat­be­stands­merk­mals „beson­de­re“ in den Geset­zes­text – (auch schon) alle Tätig­kei­ten erfasst sind, die über eine ein­fa­che recht­li­che Prü­fung und blo­ße Rechts­an­wen­dung hin­aus­ge­hen und die (nur) einer gewis­sen Sach­kun­de bedür­fen [4]; denn selbst wenn man für die Annah­me einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG eine „beson­de­re“ Prü­fung der Rechts­la­ge im Sin­ne eines juris­ti­schen Sub­sum­ti­ons­vor­gangs ver­langt, wäre im vor­lie­gend zu beur­tei­len­den Fall von der Erbrin­gung einer Rechts­dienst­leis­tung bereits im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren – und nicht erst in einem Wider­spruchs­ver­fah­ren [5] – aus­zu­ge­hen. Dies folgt bereits aus der den Rege­lungs­ge­gen­stand des § 7a SGB IV bil­den­den Mate­rie.
Das in § 7a SGB IV gere­gel­te Anfra­ge­ver­fah­ren zur Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus einer erwerbs­tä­ti­gen Per­son wur­de – in sei­ner optio­na­len Form – mit Wir­kung zum 1.01.1999 durch das Gesetz zur För­de­rung der Selb­stän­dig­keit vom 20.12.1999 [6] ein­ge­führt. Bezweckt war damit vor allem – außer­halb der Arbeit­ge­ber­prü­fun­gen nach § 28p SGB IV – die Schaf­fung einer Mög­lich­keit zur rechts­si­che­ren Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus in einem trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren durch eine ein­zi­ge bun­des­weit täti­ge Clea­ring­stel­le (= die dama­li­ge Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te). Mit die­sem Ver­fah­ren soll­ten sich ein­an­der wider­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen von Ver­si­che­rungs­trä­gern ver­mie­den wer­den, sofern nicht bereits zuvor ein Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV ein­ge­lei­tet wor­den war [7].
Mit Wir­kung zum 1.01.2005 wur­de die Rege­lung in Abs 1 S 2 dahin ergänzt, dass eine Ein­zugs­stel­le bei Anmel­dung eines Beschäf­tig­ten, der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger des Arbeit­ge­bers oder geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter einer GmbH ist, obli­ga­to­risch ein Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten hat (vgl Art 4 Nr 3 Vier­tes Gesetz für moder­ne Dienst­leis­tun­gen am Arbeits­markt [8]). Dar­über hin­aus erfolg­te zum 1.10.2005 (Art 5 Nr 2 Gesetz zur Orga­ni­sa­ti­ons­re­form in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vom 09.12.2004, BGBl I 3242) eine der neu­en Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung geschul­de­te sprach­li­che Anpas­sung, indem die frü­her der Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te zuge­wie­se­ne Zustän­dig­keit auf die DRV Bund über­ging, sowie zum 1.01.2008 eine Ergän­zung des Kri­te­ri­ums der Fami­li­en­zu­ge­hö­rig­keit um Abkömm­lin­ge [9].
Rechts­fol­ge des Antrags­ver­fah­rens des § 7a SGB IV ist nach sei­nem Abs 6 S 1 ua, dass, wenn der Antrag inner­halb eines Monats nach Auf­nah­me der Tätig­keit gestellt wird und die DRV Bund ein ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis fest­stellt, die Ver­si­che­rungs­pflicht – abwei­chend von den all­ge­mei­nen Rege­lun­gen in den ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung und des Arbeits­för­de­rungs­rechts – erst mit der Bekannt­ga­be der Ent­schei­dung ein­tritt, sofern der Beschäf­tig­te zustimmt (Nr 1) und er für den Zeit­raum zwi­schen Auf­nah­me der Beschäf­ti­gung und der Ent­schei­dung eine Absi­che­rung gegen das finan­zi­el­le Risi­ko von Krank­heit und zur Alters­vor­sor­ge vor­ge­nom­men hat, die der Art nach den Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ent­spricht (Nr 2). Dar­über hin­aus wird der Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag nach § 7a Abs 6 S 2 SGB IV – abwei­chend von den all­ge­mei­nen Rege­lun­gen in §§ 22, 23 SGB IV – erst zu dem Zeit­punkt fäl­lig, zu dem die Ent­schei­dung, dass eine Beschäf­ti­gung vor­liegt, unan­fecht­bar gewor­den ist.Bei optio­na­len Sta­tus­an­fra­gen, zu denen ein Ver­wal­tungs­akt der DRV Bund erlas­sen wird, haben nach § 7a Abs 7 S 1 SGB IV Wider­spruch und Kla­ge – abwei­chend von § 86a Abs 2 Nr 1 SGG – auf­schie­ben­de Wir­kung; zudem ord­net Satz 2 der Rege­lung an, dass – abwei­chend von der Sechs-Monats-Frist des § 88 Abs 1 S 1 SGG – die für die Erhe­bung einer Untä­tig­keits­kla­ge gel­ten­de Frist auf Erlass einer Ent­schei­dung (nur) drei Mona­te beträgt.
Für die Tätig­keit in den dar­ge­stell­ten Anfra­ge­ver­fah­ren, in denen es um die Abgren­zung zwi­schen – kraft Geset­zes ein­tre­ten­der – Ver­si­che­rungs­pflicht in den Zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung wegen (abhän­gi­ger) Beschäf­ti­gung einer­seits oder die feh­len­de Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund anzu­neh­men­der Selbst­stän­dig­keit geht, bedarf es typi­scher­wei­se einer beson­de­ren Sach­kun­de auf dem Gebiet des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts. Schon mit der Fra­ge, ob ein sol­ches Ver­fah­ren – soweit es nicht ohne­hin nach § 7a Abs 1 S 2 SGB IV obli­ga­to­risch durch­zu­füh­ren ist – über­haupt durch ent­spre­chen­de Antrag­stel­lung und (schon oder noch) zu einem bestimm­ten Zeit­punkt ein­ge­lei­tet wird, sind wegen der damit ver­bun­de­nen weit­rei­chen­den und den Vor­stel­lun­gen der jeweils betei­lig­ten Per­so­nen mög­li­cher­wei­se wider­spre­chen­den ver­si­che­rungs- und bei­trags­recht­li­chen Kon­se­quen­zen eben­so gene­rell erhöh­te Anfor­de­run­gen ver­bun­den wie auch mit dem Vor­brin­gen in einem sol­chen Ver­fah­ren.
Für die Abgren­zung von Beschäf­ti­gung und Selbst­stän­dig­keit ist in ers­ter Linie die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung des BSG in den Blick zu neh­men, weil nur in Kennt­nis der dort ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en und ent­schie­de­nen Anwen­dungs­fäl­le eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Wahr­neh­mung der recht­li­chen Inter­es­sen eines Betrof­fe­nen gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als einer auf die rele­van­ten Fra­ge­stel­lun­gen spe­zia­li­sier­ten Behör­de mög­lich ist. Eine adäqua­te Ver­tre­tung und Inter­es­sen­wahr­neh­mung „auf Augen­hö­he“ mit dem Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger beschränkt sich typi­scher­wei­se nicht in der blo­ßen Über­mitt­lung und Wei­ter­ga­be tat­säch­li­cher Umstän­de an die Fach­be­hör­de. Die Ver­tre­tung kann daher ange­mes­sen und ver­fah­rens­ef­fek­tiv nur dann in der gebo­te­nen Wei­se erfol­gen, wenn der Bevoll­mäch­tig­te über fun­dier­te Kennt­nis­se dar­über ver­fügt, auf wel­che ver­fah­rens­recht­li­chen, mate­ri­ell-recht­li­chen und tat­säch­li­chen Gesichts­punk­te es im Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV im Ein­zel­nen ankommt bzw ankom­men kann. Die dabei zu beach­ten­den all­ge­mei­nen Grund­sät­ze und die für die gesetz­li­chen Tat­be­stands­merk­ma­le maß­ge­ben­den Umstän­de sind indes­sen über­aus kom­plex: Beur­tei­lungs­maß­stab für das Vor­lie­gen einer (abhän­gi­gen) Beschäf­ti­gung ist § 7 Abs 1 S 1 SGB IV, wonach „Beschäf­ti­gung“ als die nicht­selbst­stän­di­ge Arbeit, „ins­be­son­de­re“ in einem Arbeits­ver­hält­nis defi­niert ist. Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BSG setzt eine Beschäf­ti­gung vor­aus, dass ein Arbeit­neh­mer von einem Arbeit­ge­ber per­sön­lich abhän­gig ist. Bei einer Beschäf­ti­gung in einem frem­den Betrieb ist dies der Fall, wenn der Beschäf­tig­te in den Betrieb ein­ge­glie­dert ist und dabei einem Zeit, Dau­er, Ort und Art der Aus­füh­rung umfas­sen­den Wei­sungs­recht des Arbeit­ge­bers unter­liegt. Die­se Wei­sungs­ge­bun­den­heit kann – vor­nehm­lich bei Diens­ten höhe­rer Art – ein­ge­schränkt und zur „funk­ti­ons­ge­recht die­nen­den Teil­ha­be am Arbeits­pro­zess“ ver­fei­nert sein. Dem­ge­gen­über ist eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­nehm­lich durch das eige­ne Unter­neh­mer­ri­si­ko, das Vor­han­den­sein einer eige­nen Betriebs­stät­te, die Ver­fü­gungs­mög­lich­keit über die eige­ne Arbeits­kraft und die im Wesent­li­chen frei gestal­te­te Tätig­keit und Arbeits­zeit gekenn­zeich­net. Ob jemand abhän­gig beschäf­tigt oder selbst­stän­dig tätig ist, rich­tet sich aus­ge­hend von den genann­ten Umstän­den nach dem Gesamt­bild der Arbeits­leis­tung und hängt davon ab, wel­che Merk­ma­le über­wie­gen [10].Dabei setzt die Zuord­nung einer Tätig­keit nach deren Gesamt­bild zum recht­li­chen Typus der Beschäf­ti­gung bzw selbst­stän­di­gen Tätig­keit (vgl auch § 7a Abs 2 SGB IV) vor­aus, dass alle nach Lage des Ein­zel­falls als Indi­zi­en in Betracht kom­men­den Umstän­de fest­ge­stellt, in ihrer Trag­wei­te zutref­fend erkannt und gewich­tet, in die Gesamt­schau mit die­sem Gewicht ein­ge­stellt und nach­voll­zieh­bar, dh den Geset­zen der Logik ent­spre­chend und wider­spruchs­frei gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den [11].
Obwohl die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund im Zusam­men­hang mit dem Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV als sach­lich zustän­di­ge Behör­de beson­de­re Ermitt­lungs, Anhö­rungs- und Dar­le­gungs­pflich­ten tref­fen (vgl Abs 2 bis 5 der Rege­lung), müs­sen vor dem auf­ge­zeig­ten Hin­ter­grund schon im Antrags­ver­fah­ren (und nicht erst im Wider­spruchs­ver­fah­ren [12]) die für die begehr­te Ver­wal­tungs­ent­schei­dung recht­lich erheb­li­chen Zusam­men­hän­ge auch von den Anfra­gen­den sorg­fäl­tig in den Blick genom­men wer­den. Ein für einen Betei­lig­ten in einem sol­chen Ver­fah­ren auf­tre­ten­der Bevoll­mäch­tig­ter muss dafür Sor­ge tra­gen und ein­schät­zen kön­nen, dass die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund auch tat­säch­lich alle für die Beur­tei­lung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen rele­van­ten Umstän­de voll­stän­dig und zutref­fend ermit­telt und der von ihm ver­tre­te­ne Betei­lig­te dazu ent­spre­chen­de Anga­ben macht. Er muss ins­be­son­de­re auch sol­che recht­li­chen Gesichts­punk­te und Tat­sa­chen erken­nen und gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, die mög­li­cher­wei­se nicht stan­dard­mä­ßig in Antrags­for­mu­la­ren der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund oder ande­rer Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gers abge­fragt werden/​wurden, die aber gleich­wohl im Rah­men der Gesamt­ab­wä­gung für die zu tref­fen­de abschlie­ßen­de Ent­schei­dung von Bedeu­tung sein kön­nen.
Die nach §§ 20 ff SGB X bestehen­den Pflich­ten der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund im Anfra­ge­ver­fah­ren machen eine „recht­li­che“ Prü­fung des Ein­zel­fall­sim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG durch einen Bevoll­mäch­tig­ten nicht über­flüs­sig. Denn die­se ent­bin­den nicht von der Not­wen­dig­keit „eige­nen Mit­den­kens“ der Betei­lig­ten und besa­gen nicht, dass die erfor­der­li­che Tätig­keit von Bevoll­mäch­tig­ten in Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV auf die blo­ße Anga­be von Tat­sa­chen und ggf Bei­brin­gung von Beweis­mit­teln beschränkt wäre. Die – sonst eigent­lich ent­behr­li­che – Her­vor­he­bung der Pflich­ten der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund in die­ser Rege­lung macht viel­mehr gera­de deut­lich, dass inso­weit Beson­der­hei­ten gel­ten. Die­se Pflich­ten kom­men nicht zuletzt dar­in zum Aus­druck, dass die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund den Betei­lig­ten nach § 7a Abs 4 SGB IV vor Erge­hen einer abschlie­ßen­den Ver­wal­tungs­ent­schei­dung mit­zu­tei­len hat, wel­che Ent­schei­dung sie zu tref­fen beab­sich­tigt, wobei sie die Tat­sa­chen bezeich­net, auf die sie ihre Ent­schei­dung stüt­zen will, und den Betei­lig­ten Gele­gen­heit gibt, sich zu der beab­sich­tig­ten Ent­schei­dung zu äußern. Dass spä­tes­tens in die­sem Sta­di­um des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Rah­men der qua­li­fi­zier­ten Anhö­rung, die über die all­ge­mein in § 24 SGB X gere­gel­te Anhö­rung hin­aus­geht, auch ein eige­nes Durch­den­ken und eine eige­ne sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­schät­zung des Adres­sa­ten (bzw sei­nes Bevoll­mäch­tig­ten) nötig ist, kann ver­nünf­ti­ger­wei­se nicht in Zwei­fel gezo­gen wer­den.
Die (auch) „recht­li­che“ Kom­ple­xi­tät des Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­rens zeigt sich im Übri­gen bereits an den Fra­gen des (in den Ver­wal­tungs­vor­gän­gen befind­li­chen) von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund aus­ge­ge­be­nen Form­an­trags­for­mu­lars. Dort wer­den in nicht uner­heb­li­chem Umfang Gege­ben­hei­ten abge­fragt, die über die blo­ße Ermitt­lung tat­säch­li­cher Umstän­de hin­aus­ge­hen und recht­lich wer­ten­de Über­le­gun­gen bei der Beant­wor­tung der Fra­gen erfor­dern. So wer­den von den Betei­lig­ten zB auch Infor­ma­tio­nen dar­über erbe­ten, ob neben der Tätig­keit, für die die kon­kre­te Fest­stel­lung des ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus begehrt wird, wei­te­re „abhän­gi­ge“ oder „selbst­stän­di­ge“ Tätig­kei­ten aus­ge­übt wer­den. Der­ar­ti­ges kann – wie all­ge­mein im Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV – letzt­lich nicht ohne recht­li­che Kennt­nis­se über die typi­schen, in der sozi­al­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung wie­der­holt behan­del­ten Pro­blem­fel­der beant­wor­tet wer­den, etwa die Beur­tei­lung von Erwerbs­tä­tig­kei­ten bei juris­ti­schen Per­so­nen, in Fami­li­en­un­ter­neh­men und Fami­li­en­ge­sell­schaf­ten sowie sol­chen im Zusam­men­hang mit frei­er Mit­ar­beit oder in moder­nen Erwerbs­for­men.
Die Ein­schät­zung, dass die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Umstän­de die Beja­hung einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 RDG wegen anzu­neh­men­der „recht­li­cher“ Prü­fun­gen gebie­ten, wird im Übri­gen auch durch die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zur Novel­lie­rung des Rechts­be­ra­tungs­rechts bestä­tigt. Dort wird für die Ver­tre­tung in Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV eine beson­de­re Sach­kun­de auf dem Gebiet des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts für erfor­der­lich erach­tet [13]).
Die mit­hin als „Rechtsdienstleistung„im Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG zu qua­li­fi­zie­ren­de Tätig­keit des Steu­er­be­ra­ters in einem Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV [14] ist auch nicht nach § 5 Abs 1 RDG erlaubt.
§ 5 Abs 1 S 1 RDG bestimmt, dass „Rechts­dienst­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit einer ande­ren Tätig­keit“ erlaubt sind, „wenn sie als Neben­leis­tung zum Berufs- oder Tätig­keits­bild gehö­ren“. Nach Satz 2 der Rege­lung ist die Fra­ge, ob eine Neben­leis­tung vor­liegt, „nach ihrem Inhalt, Umfang und sach­li­chen Zusam­men­hang mit der Haupt­tä­tig­keit unter Berück­sich­ti­gung der Rechts­kennt­nis­se zu beur­tei­len, die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­lich sind“. An einem sol­chen Neben­leis­tungs­cha­rak­ter und sach­li­chen Zusam­men­hang zum Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters fehlt es beim Tätig­wer­den eines Steu­er­be­ra­ters in einem Anfra­ge­ver­fah­ren.
§ 5 RDG stellt – ähn­lich wie die (indes­sen stren­ge­ren Vor­ga­ben unter­lie­gen­de) Vor­gän­ger­re­ge­lung des Art 1 § 5 RBerG – einen Aus­nah­me­tat­be­stand zu § 3 RDG (Erlaub­nis durch das RDG) gegen­über dem grund­sätz­li­chen Ver­bot der Erbrin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen dar. Auf die­sen Aus­nah­me­tat­be­stand kön­nen sich auch Ange­hö­ri­ge der steu­er­be­ra­ten­den Beru­fe beru­fen, die Rechts­dienst­leis­tun­gen in einem spe­zi­el­len Bereich des Rechts als Haupt­leis­tung erbrin­gen, soweit sie dar­über hin­aus ande­re Rechts­dienst­leis­tun­gen als Neben­leis­tung erbrin­gen [15].
Die Kern- und Haupt­tä­tig­keit eines Steu­er­be­ra­ters besteht in der geschäfts­mä­ßi­gen „Hil­fe­leis­tung in Steu­er­sa­chen“ (vgl § 2, § 3 Nr 1, §§ 32, 33 StBerG). Gemäß § 33 S 1 StBerG haben Steu­er­be­ra­ter die „Auf­ga­be, im Rah­men ihres Auf­trags ihre Auf­trag­ge­ber in Steu­er­sa­chen zu bera­ten, sie zu ver­tre­ten und ihnen bei der Bear­bei­tung ihrer Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten und bei der Erfül­lung ihrer steu­er­li­chen Pflich­ten Hil­fe zu leis­ten“. Die steu­er­li­che Bera­tung ist danach eine auf die­ses spe­zi­el­le Fach­ge­biet beschränk­te Rechts­be­ra­tung [16].
Zwar hat die Bera­tung in steu­er­li­chen Ange­le­gen­hei­ten häu­fig Bezugs­punk­te hin zu außer­steu­er­recht­li­chen Rege­lun­gen; denn viel­fach ist das außer­steu­er­li­che Recht Bestand­teil eines steu­er­recht­lich bedeut­sa­men Tat­be­stan­des. Soweit es im Hin­blick auf die steu­er­recht­li­chen Gege­ben­hei­ten gebo­ten ist, erstreckt sich die Bera­tungs­pflicht eines Steu­er­be­ra­ters in sol­chen Fäl­len auch auf die­se – der Tätig­keit eines Steu­er­be­ra­ters an sich grund­sätz­lich frem­den – Rechts­ge­bie­te [17]. Dies bedeu­tet indes­sen nicht, dass eine Tätig­keit auf außer­steu­er­li­chen Rechts­ge­bie­ten bereits des­halb dem Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters zuzu­ord­nen ist, nur weil bestimm­te Tat­be­stän­de über­haupt für die steu­er­li­che Bera­tung rele­vant sind [18]. Das Steu­er­recht erfasst eine Viel­zahl von Vor­gän­gen, für wel­che auch Vor­schrif­ten aus ande­ren Rechts­ge­bie­ten bedeut­sam sein kön­nen. Näh­me man schon allein des­we­gen einen Zusam­men­hang mit dem Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters an, wären Steu­er­be­ra­ter letzt­lich annä­hernd unbe­schränkt berech­tigt, auf allen Rechts­ge­bie­ten beruf­li­che Akti­vi­tä­ten zu ent­fal­ten.
Unter die­sem Blick­win­kel muss eine Bera­tung und Ver­tre­tung in Fra­gen des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus in Ver­fah­ren gemäß § 7a SGB IV durch Steu­er­be­ra­ter aus­schei­den. Dies gilt auch unter dem Gesichts­punkt, dass Steu­er­be­ra­ter für Arbeit­ge­ber oft­mals die Lohn­buch­füh­rung – dh die Erfas­sung, Abrech­nung und Buchung der Arbeits­ent­gel­te sowie der gesetz­li­chen Abzü­ge hier­von – vor­neh­men und vor­neh­men dür­fen [19].
Das in § 5 Abs 1 S 2 RDG für das Vor­lie­gen einer Neben­leis­tung auf­ge­stell­te Kri­te­ri­um, dass es dafür „Rechts­kennt­nis­se … (bedarf), die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­lich sind“, steht der gegen­tei­li­gen Ansicht des Steu­er­be­ra­ters ent­ge­gen. Um als Neben­leis­tung zu gel­ten, muss es sich dabei im Ein­zel­fall näm­lich um eine Tätig­keit han­deln, die ein Steu­er­be­ra­ter mit sei­ner beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on ohne Beein­träch­ti­gung des in § 1 RDG genann­ten Schutz­zwecks, die Recht­su­chen­den, den Rechts­ver­kehr und die Rechts­ord­nung vor unqua­li­fi­zier­ten Rechts­dienst­leis­tun­gen zu schüt­zen, mit­er­le­di­gen kann [20]. Maß­ge­bend ist inso­weit nicht die indi­vi­du­el­le Qua­li­fi­ka­ti­on des Rechts­dienst­leis­ten­den, son­dern die all­ge­mei­ne berufs­ty­pi­sche juris­ti­sche Qua­li­fi­ka­ti­on des Betrof­fe­nen im Rah­men sei­ner Haupt­tä­tig­keit [21]. Blei­ben dage­gen die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­li­chen Rechts­kennt­nis­se hin­ter den­je­ni­gen für die Erbrin­gung der (ver­meint­li­chen) Neben­leis­tung erfor­der­li­chen Kennt­nis­sen zurück, kann die Neben­leis­tung nicht erlaub­nis­frei erbracht wer­den; dies gebie­ten der zen­tral in § 1 RDG ange­spro­che­ne Schutz der Recht­su­chen­den, des Rechts­ver­kehrs und der Rechts­ord­nung [22].
Dass die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­li­chen Rechts­kennt­nis­se hin­ter den für die Erbrin­gung der (ver­meint­li­chen) Neben­leis­tung erfor­der­li­chen Kennt­nis­sen zurück­blei­ben, folgt für Steu­er­be­ra­ter in Bezug auf das Ver­hält­nis Lohn­buch­füh­rung – Anfra­ge­ver­fah­ren vor allem dar­aus, dass das Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht nicht ein­mal zu den­je­ni­gen Prü­fungs­ge­bie­ten gehört, wel­che im Rah­men einer den Zugang zum Beruf eröff­nen­den, erfolg­reich zu absol­vie­ren­den Steu­er­be­ra­ter­prü­fung bedeut­sam sind. Nach § 37 Abs 3 S 1 Nr 1 bis 8 StBerG gehö­ren dazu neben dem steu­er­li­chen Ver­fah­rens­recht sowie Steu­er­straf- und Steuer­ord­nungs­wid­rig­kei­ten­recht (Nr 1) im Ein­zel­nen genann­te Mate­ri­en des Steu­er­rechts (Nr 2 bis 4). In Bezug auf das außer­steu­er­li­che Recht wer­den dage­gen in Nr 5 nur das „Han­dels­recht sowie Grund­zü­ge des Bür­ger­li­chen Rechts, des Gesell­schafts­rechts, des Insol­venz­rechts und des Rechts der Euro­päi­schen Uni­on“ sowie in Nr 8 das „Berufs­recht“ ange­spro­chen. Dem­ge­gen­über fehlt eine Rege­lung über das Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht. Die­ses kann auch weder den in Nr 5 auf­ge­führ­ten Mate­ri­en zuge­ord­net wer­den noch ist offen­kun­dig eine Sub­sum­ti­on unter die übri­gen in Nr 6 („Betriebs­wirt­schaft und Rech­nungs­we­sen“) und Nr 7 („Volks­wirt­schaft“) ange­spro­che­nen wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fach­dis­zi­pli­nen mög­lich.
Schon aus die­sen Rege­lun­gen ist zu ent­neh­men, dass die bei Steu­er­be­ra­tern unter­stell­ten und zu erwar­ten­den Rechts­kennt­nis­se hin­ter denen eines umfas­send aus­ge­bil­de­ten und in recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten all­ge­mein ver­tre­tungs­be­fug­ten Rechts­an­walts zurück­blei­ben. Auch wenn Rechts­an­wäl­te nicht zwin­gend über spe­zi­fisch sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Kennt­nis­se ver­fü­gen – ins­be­son­de­re kei­ne ent­spre­chend aus­ge­wie­se­nen Fach­an­wäl­te sein – müs­sen, so beruht die Befug­nis zum Auf­tre­ten bei ihnen dar­auf, dass – auf­grund erwor­be­ner und unter Beweis gestell­ter Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten in der spe­zi­fi­schen juris­ti­schen Metho­dik und Arbeits­wei­se – von einer umfas­sen­den Eig­nung in juris­ti­schen Belan­gen aus­ge­gan­gen wird. Ver­gleich­ba­res fehlt bei Steu­er­be­ra­tern.
Aus dem Umstand, dass sich die Abgren­zung zwi­schen (ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger) Beschäf­ti­gung und (nicht ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger) Selbst­stän­dig­keit im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht oft­mals nach ähn­li­chen Kri­te­ri­en bestim­men kann wie bei der ein­kom­men­steu­er­recht­li­chen Behand­lung, ist für die Fra­ge der Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern im Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren eben­falls nichts her­zu­lei­ten. Ein sach­li­cher Zusam­men­hang mit steu­er­be­ra­ter­li­chen Haupt­tä­tig­kei­ten­im Sin­ne von § 5 Abs 1 RDG unter dem Blick­win­kel der dafür erfor­der­li­chen – ver­meint­lich ohne­hin vor­han­de­nen – Rechts­kennt­nis­se des Steu­er­be­ra­ters in sei­nen Kern­ge­bie­ten muss auch inso­weit ver­neint wer­den.
Das ergibt sich bereits dar­aus, dass die Recht­spre­chung zum Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht inhalt­lich durch­aus von der­je­ni­gen zum Steu­er­recht abwei­chen kann [23]. Das Ergeb­nis steu­er­recht­li­cher Beur­tei­lun­gen hat für die Rechts­la­ge im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht im Rah­men der – oben dar­ge­stell­ten – dort vor­zu­neh­men­den Gesamt­wür­di­gung nur die Bedeu­tung als „ein Indiz neben ande­ren Indi­zi­en“. Dar­über hin­aus besteht kei­ne naht­lo­se Über­ein­stim­mung bei­der Rechts­ge­bie­te, ins­be­son­de­re kei­ne Bin­dungs- oder gar Tat­be­stands­wir­kung von Ent­schei­dun­gen der Finanz­be­hör­den sowie der Gerich­te der Finanz­ge­richts­bar­keit; Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger und Gerich­te der Sozi­al­ge­richts­bar­keit sind viel­mehr der eigen­stän­di­gen sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Prü­fung im Ein­zel­fall nicht ent­ho­ben, ob eine Beschäf­ti­gung oder eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­liegt [24]. Dies müss­ten auch Bevoll­mäch­tig­te in Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren beach­ten und dem­zu­fol­ge auch über zu unter­stel­len­de ent­spre­chen­de Kennt­nis­se des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts ver­fü­gen.
Unbe­scha­det des­sen ist in den Blick zu neh­men, dass gera­de in Bezug auf das Anfra­ge­ver­fah­ren ohne­hin ver­fah­rens­recht­li­che Abwei­chun­gen des Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Sozi­al­ver­wal­tungs­rechts gegen­über dem Steu­er­ver­fah­rens­recht bestehen (vgl nur § 44 SGB X) [25]. Die­se Rege­lun­gen fin­den kei­ne Ent­spre­chung im steu­er­li­chen Ver­fah­rens­recht.
Nicht unbe­ach­tet blei­ben kann bei alle­dem fer­ner, dass sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Anfra­ge­ver­fah­ren nicht zwin­gend im Zusam­men­hang mit Auf­ga­ben einer Lohn­buch­füh­rung ste­hen müs­sen, son­dern auch iso­liert davon ein­ge­lei­tet wer­den kön­nen bzw von Amts wegen von den Ein­zugs­stel­len ein­zu­lei­ten sind (vgl § 7a Abs 1 S 2 SGB IV). Es wäre indes­sen kein recht­lich taug­li­ches Kri­te­ri­um, für die Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern in Anfra­ge­ver­fah­ren danach zu dif­fe­ren­zie­ren, auf­grund wel­cher Umstän­de es zu einer Ver­fah­rens­ein­lei­tung kommt.
Der für eine Qua­li­fi­zie­rung als zuläs­si­ge Neben­leis­tun­gim Sin­ne von § 5 Abs 1 RDG not­wen­di­ge sach­li­che Zusam­men­hang mit einer ande­ren erlaub­ten Tätig­keit kann im Übri­gen nicht schon durch die zwi­schen einem Steu­er­be­ra­ter und sei­nem Auf­trag­ge­ber getrof­fe­ne Man­dats­ver­ein­ba­rung her­ge­stellt wer­den; das Vor­lie­gen eines Zusam­men­hangs kann sich viel­mehr nur nach objek­ti­ven Kri­te­ri­en rich­ten [26]. Eine inne­re bzw inhalt­li­che Ver­bin­dung der zu beur­tei­len­den (Neben-)Tätigkeit zu einer Haupt­tä­tig­keit wäre vor allem dann anzu­neh­men, wenn die Nicht­er­le­di­gung der Neben­leis­tung auch die sach­ge­rech­te Erfül­lung der (zuläs­si­gen) Haupt­leis­tung des Steu­er­be­ra­ters beein­träch­tigt; kann dage­gen unter Berück­sich­ti­gung des wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­ses des Auf­trag­ge­bers die Neben­leis­tung auch selbst­stän­dig von einem dafür qua­li­fi­zier­ten Drit­ten (hier: Rechts­an­walt) erbracht wer­den, ohne dass der Steu­er­be­ra­ter inso­weit an der sach­ge­rech­ten Erfül­lung der ihm gesetz­lich über­tra­ge­nen Haupt­auf­ga­be merk­lich beein­träch­tigt wird, spricht dies gegen das Vor­lie­gen einer von § 5 RDG erfass­ten Neben­leis­tung [27].
Dem steht nicht ent­ge­gen, dass sich in der vor­lie­gend zu beur­tei­len­den Kon­stel­la­ti­on die Fra­ge des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen als Vor­fra­ge im Rah­men der zuläs­si­ger­wei­se wahr­ge­nom­me­nen Lohn­buch­füh­rung (vgl § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG sowie § 28h SGB IV – dazu näher sogleich – als eine der typi­schen Auf­ga­ben eines Steu­er­be­ra­ters gegen­über einem Arbeit­ge­ber stel­len kann [28]. Ein Steu­er­be­ra­ter wäre indes­sen nicht über Gebühr an der sach­ge­rech­ten Erfül­lung der ihm nach dem Gesetz über­tra­ge­nen Haupt­auf­ga­be gehin­dert oder merk­lich beein­träch­tigt, wenn die Durch­füh­rung eines Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­rens an den Antrag­stel­ler selbst oder einen Rechts­an­walt über­ant­wor­tet wird. Zwar wird häu­fig zunächst der Steu­er­be­ra­ter im Sin­ne von Vor­über­le­gun­gen und Vor­fra­gen Erwä­gun­gen dar­über anzu­stel­len haben, ob ein Mit­ar­bei­ter den dafür zustän­di­gen Trä­gern der Sozi­al­ver­si­che­rung nach § 28a SGB IV als Beschäf­tig­ter zu mel­den ist oder nicht. Er hat in einem sol­chen Fall indes­sen eben­so die Mög­lich­keit, eine Ent­schei­dung der Ein­zugs­stel­le über die Ver­si­che­rungs­pflicht nach § 28h Abs 2 SGB IV her­bei­zu­füh­ren und wäre inso­weit nicht auf das bei der beklag­ten DRV Bund durch­zu­füh­ren­de, mit – wie oben dar­ge­stellt – ver­fah­rens­recht­li­chen Beson­der­hei­ten und Kon­se­quen­zen ver­bun­de­ne förm­li­che und die Wahr­neh­mung einer erlaub­nis­pflich­ti­gen Rechts­dienst­leis­tung erfor­dern­de Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV beschränkt; ein bereits ein­ge­lei­te­tes Ein­zugs­stel­len­ver­fah­ren nach § 28h Abs 2 SGB IV wür­de gemäß § 7a Abs 1 S 1 Halbs 2 SGB IV viel­mehr sogar ein Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV aus­schlie­ßen. Schon wegen die­ser eige­nen Mög­lich­keit des Steu­er­be­ra­ters zur „Ver­fah­rens­steue­rung“ (= Ein­zugs­stel­len­ver­fah­ren nach § 28h SGB IV in Eigen­re­gie oder Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV ggf unter Ein­schal­tung eines inso­weit ver­tre­tungs­be­fug­ten Bevoll­mäch­tig­ten) kann nicht ange­nom­men wer­den, dass die sach­ge­rech­te Erfül­lung der ihm oblie­gen­den Haupt­auf­ga­be gegen­über sei­nen Man­dan­ten in wesent­li­cher Hin­sicht beein­träch­tigt wird.
Eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV folgt schließ­lich auch nicht aus § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG. Das ergibt sich – in Über­ein­stim­mung mit der über­wie­gend in der Lite­ra­tur ver­tre­te­nen Auf­fas­sung [29] – aus Wort­laut, Rege­lungs­sys­te­ma­tik, Ent­ste­hungs­ge­schich­te sowie Sinn und Zweck der ein­schlä­gi­gen Nor­men, ohne dass dem Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ent­ge­gen­steht.
Gemäß § 13 Abs 6 S 2 SGB X (hier anzu­wen­den idF des Geset­zes vom 11.12.2008, BGBl I 2418) kön­nen Per­so­nen, die nach § 73 Abs 2 S 1 und S 2 Nr 3 bis 9 SGG zur Ver­tre­tung im sozi­al­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren befugt sind, nicht als Bevoll­mäch­tig­te und Bei­stän­de vom Vor­trag in einem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zurück­ge­wie­sen wer­den. § 73 Abs 2 S 1 SGG regelt seit dem Gesetz zur Neu­re­ge­lung des Rechts­be­ra­tungs­rechts vom 12.12.2007 [30] mit Wir­kung zum 1.07.2008, dass sich Betei­lig­te durch einen Rechts­an­walt oder bestimm­te Rechts­leh­rer ver­tre­ten las­sen kön­nen (Erwei­te­rung durch Art 10 Gesetz vom 22.12.2010 [31]). Dar­über hin­aus sind nach § 73 Abs 2 S 2 SGG als Bevoll­mäch­tig­te vor dem SG und dem LSG ver­tre­tungs­be­fugt „nur“ die in den fol­gen­den Nrn 1 bis 9 genann­ten Per­so­nen­krei­se. Nach § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG gehö­ren zu die­sen ver­tre­tungs­be­fug­ten Per­so­nen ua Steu­er­be­ra­ter, Steu­er­be­voll­mäch­tig­te, Wirt­schafts­prü­fer und ver­ei­dig­te Buch­prü­fer „in Ange­le­gen­hei­ten nach den §§ 28h und 28p des Vier­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch“.
Da der Wort­laut des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis für Steu­er­be­ra­ter ledig­lich für Ange­le­gen­hei­ten nach § 28h SGB IV und § 28p SGB IV vor­sieht, wäh­rend Ange­le­gen­hei­ten nach § 7a SGB IV dort nicht genannt wer­den, kann der Steu­er­be­ra­ter sei­ne Befug­nis für ein Auf­tre­ten im Antrags­ver­fah­ren dar­aus nicht her­lei­ten.
Auch die Aus­le­gung nach dem sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hang eröff­net die­se Befug­nis nicht. Die Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern gemäß § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG ist als Aus­nah­me von § 73 Abs 2 S 1 SGG kon­zi­piert, dh über den in § 73 Abs 2 S 1 SGG expli­zit genann­ten Per­so­nen­kreis hin­aus sol­len ande­re, aus­drück­lich bezeich­ne­te Ver­tre­ter „nur“ in den dann nach­fol­gend in Satz 2 enu­me­ra­tiv [32] auf­ge­zähl­ten Ver­fah­ren ver­tre­tungs­be­fugt sein. Knüpft das Gesetz eine Rechts­fol­ge unter Ver­wen­dung des Wor­tes „nur“ an bestimm­te Tat­be­stän­de, kann dar­aus im Umkehr­schluss allein her­ge­lei­tet wer­den, dass die Rechts­fol­ge für ande­re Tat­be­stän­de nicht gilt [33].
Hier­aus folgt mit Blick auf § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG, dass eine Beschrän­kung der Ver­tre­tung durch Steu­er­be­ra­ter in sozi­al­ge­richt­li­chen Pro­zes­sen auf Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV ersicht­lich gewollt ist und den Umkehr­schluss recht­fer­tigt, dass die Ver­tre­tung in Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV nicht erfol­gen darf [34].
Auch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Geset­zes spricht gegen die Aus­wei­tung der Ver­tre­tungs­be­fug­nis des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG auf Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV und schließt ins­be­son­de­re die Annah­me einer eine Ana­lo­gie ermög­li­chen­den Rege­lungs­lü­cke aus. Die Neu­re­ge­lung der Ver­tre­tungs­be­fug­nis­se in § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG zum 1.07.2008 mit ihrer Beschrän­kung auf die in §§ 28h, 28p SGB IV genann­ten Ange­le­gen­hei­ten erfolg­te näm­lich zu einem Zeit­punkt, als der zum 1.01.1999 geschaf­fe­ne § 7a SGB IV schon seit fast zehn Jah­ren in Kraft war. Zudem wur­de § 13 Abs 6 S 2 SGB X durch Gesetz vom 11.12.2008, also annä­hernd ein Jahr spä­ter, mit Wir­kung zum 18.12.2008 geän­dert und an die Neu­fas­sung des § 73 SGG ange­passt, ohne dass dabei sei­tens des Gesetz­ge­bers ein inhalt­li­cher Ände­rungs­be­darf gese­hen wur­de. Wenn die Neu­re­ge­lun­gen des SGG und des SGB X zur Ver­tre­tungs­be­fug­nis aber unter Aus­las­sung der Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV vor­ge­nom­men wur­den, spricht alles gegen ein blo­ßes Redak­ti­ons­ver­se­hen des Gesetz­ge­bers.
Das Bestehen einer Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV, nicht aber in sol­chen nach § 7a SGB IV in § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG erklärt sich im Übri­gen vor dem Hin­ter­grund, dass Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren im Gegen­satz zu Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV typi­scher­wei­se bereits eine bei­trags­recht­li­che Kom­po­nen­te ent­hal­ten. In den in den erst­ge­nann­ten Ver­fah­ren erlas­se­nen Beschei­den steht näm­lich eine kon­kre­te (nach-)geforderte Bei­trags­sum­me im Raum. Die­ser im Regel­fall bei­trags­recht­li­che Bezug der Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren hat damit eine enge Ver­bin­dung zur jeweils kon­kret geüb­ten betrieb­li­chen Pra­xis der Lohn­buch­füh­rung, die Abga­ben in Form von Lohn­steu­er und Bei­trä­gen auf Arbeits­ent­gelt zum Gegen­stand hat. Dem­ge­gen­über wei­sen – wie bereits oben näher dar­ge­stellt – Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV auf der Ver­fah­rens- und Rechts­fol­gen­sei­te ver­schie­de­ne Beson­der­hei­ten auf und betref­fen im Rah­men der Prü­fung, ob eine Abga­ben­schuld in Form von Bei­trä­gen ent­stand und/​oder ob sie aus­ge­hend von den ein­schlä­gi­gen Grund­la­gen über die Bemes­sung der Abga­ben zutref­fend errech­net wur­de, eher grund­sätz­lich zu klä­ren­de, der Bei­trags­ab­füh­rung vor­ge­la­ger­te Fra­gen.
Das gewon­ne­ne Aus­le­gungs­er­geb­nis wird auch nicht dadurch in Fra­ge gestellt, dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­ner Recht­spre­chung [35] ent­schie­den hat, dass die Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV einer­seits und nach §§ 28h, 28p SGB IV ande­rer­seits bezüg­lich der Fest­stel­lung der Ver­si­che­rungs­pflicht inhalt­lich gleich­wer­tig sind – wie dies auch in § 7a Abs 1 S 1 Halbs 2 SGB IV zum Aus­druck kommt. Mit der Fest­stel­lung einer sol­chen Gleich­wer­tig­keit ist nicht zugleich eine Aus­sa­ge dar­über ver­bun­den, wel­che Berufs­grup­pen in die­sen Ver­fah­ren als Bevoll­mäch­tig­te auf­tre­ten dür­fen. Erst recht kann aus die­ser Recht­spre­chung nicht etwa abge­lei­tet wer­den, dass die im vor­lie­gen­den Rechts­streit ein­schlä­gi­gen gesetz­li­chen Grund­la­gen eine plan­wid­ri­ge Lücke ent­hal­ten, die eine Ana­lo­gie im Rah­men des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG recht­fer­ti­gen könn­te.
Die auf­ge­zeig­te Aus­le­gung des Geset­zes­rechts ver­letzt schließ­lich auch kei­ne Grund­rech­te des Steu­er­be­ra­ters. Ins­be­son­de­re liegt ein Ver­stoß gegen sei­ne durch Art 12 Abs 1 GG gewähr­leis­te­te Frei­heit der Berufs­aus­übung als Steu­er­be­ra­ter nicht vor. Selbst wenn man einen Ein­griff in den Schutz­be­reich durch die Ver­nei­nung einer Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV bejaht, wäre die­ser allen­falls in einem Rand­be­reich des Beru­fes des Steu­er­be­ra­ters zu ver­or­ten und lässt das Berufs­bild im Kern­be­reich und die durch den Beruf gesi­cher­te Exis­tenz unbe­ein­träch­tigt [36]. Ein mög­li­cher Ein­griff wäre jeden­falls durch den legi­ti­men Zweck des RDG gedeckt, Recht­su­chen­de, Rechts­ver­kehr und Rechts­ord­nung vor nicht adäqua­ten Rechts­dienst­leis­tun­gen zu schüt­zen. Hier­in liegt eine hin­rei­chen­de Recht­fer­ti­gung für die Inten­si­tät des hier ledig­lich mar­gi­nal fest­stell­ba­ren Ein­griffs in die Berufs­aus­übungs­frei­heit betref­fend bestimm­te Sozi­al­ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Ange­sichts der Sub­si­dia­ri­tät des Grund­rechts auf all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit aus Art 2 Abs 1 GG gegen­über dem­je­ni­gen aus Art 12 Abs 1 GG [37] ist auch inso­weit ein Ver­stoß gegen Grund­rech­te des Steu­er­be­ra­ters zu ver­nei­nen.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 5. März 2014 – B 12 R 7/​12 R
idF vom 12.12.2007, BGBl I 2840[↩]
vgl dazu all­ge­mein Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung eines Geset­zes zur Neu­re­ge­lung des Rechts­be­ra­tungs­rechts, BT-Drs. 16/​3655 S 48 zu § 2 zu Abs 1 lin­ke Spal­te unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des BGH zum Rechts­be­ra­tungs­ge­setz (RBerG); BGH MDR 2011, 680, Juris RdNr 29 ff[↩]
vgl dazu Gesetz­ent­wurf, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 46 zu § 2 zu Abs 1; vgl auch vom Stein in Kilian/​Sabel/​vom Stein, Das neue Rechts­dienst­leis­tungs­recht, 2008, RdNr 30 ff[↩]
so zB Unseld in Unseld/​Degen, RDG, 2009, § 2 RdNr 12; Krenz­ler in Krenz­ler, RDG, 2010, § 2 RdNr 15; Fin­zel, KommRDG, 2008, § 2 RdNr 7; Henssler/​Deckenbrock, DB 2008, 41, 42[↩]
vgl inso­weit zu Recht BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R – Leit­satz 2 und Juris RdNr 36 ff, zur Ver­öf­fent­li­chung in SozR 4–1300 § 13 Nr 1 und in BSGE vor­ge­se­hen[↩]
BGBl I 2000, 2[↩]
vgl Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen eines Geset­zes zur För­de­rung der Selb­stän­dig­keit, BT-Drs. 14/​1855 S 7 zu Nr 2 zu § 7a Abs 1[↩]
vom 24.12.2003, BGBl I 2954[↩]
Gesetz zur Ände­rung des Vier­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze vom 19.12.2007, BGBl I 3024[↩]
stRspr; vgl zum Gan­zen aus jün­ge­rer Zeit BSG SozR 4–2400 § 28e Nr 4 RdNr 17; BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 6 RdNr 14 mwN; BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 15 RdNr 16 mwN; BSGE 111, 257, SozR 4–2400 § 7 Nr 17, RdNr 15 mwN; s ins­be­son­de­re auch BSG SozR 3–2400 § 7 Nr 19 S 69 f, Nr 13 S 31 f und Nr 4 S 13, jeweils mwN; BSGE 78, 34, 36, SozR 3–2940 § 2 Nr 5 S 26 f mwN sowie – zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Abgren­zungs­kri­te­ri­en BVerfG SozR 3–2400 § 7 Nr 11[↩]
vgl BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 15 Leit­satz und RdNr 25 ff[↩]
vgl dazu erneut BSG Urteil vom 14.11.2013, aaO, Leit­satz 2[↩]
vgl Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 95 zu Nr 3 Abs 2 (§ 73 des Ent­wurfs[↩]
anders der für Antrags­ver­fah­ren zu Erst­fest­stel­lun­gen nach dem Schwer­be­hin­der­ten­recht ent­schie­de­nen Fall des BSG im Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R – Leit­satz 1[↩]
so Geset­zes­be­grün­dung der Bun­des­re­gie­rung, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 51 zu § 5; vgl auch Klei­ne-Cosack, RDG, 2. Aufl 2008, § 5 RdNr 4; Römer­mann in Grunewald/​Römermann, RDG, 2008, § 2 RdNr 91[↩]
BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO; BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 8; vgl BVerfGE 80, 269, 280; Gehre/​Koslowski, StBerG, 6. Aufl 2009, § 33 RdNr 13; Henssler/​Deckenbrock, DB 2008, 41, 43[↩]
BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO; vgl BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 8 mwN[↩]
so aber Draf/­Bey­er-Petz, DStR 2013, 280[↩]
eben­so Gehre/​Koslowski, aaO, § 33 RdNr 13; vgl – zum Vor­gän­ger­recht des RBerG – OLG Düs­sel­dorf Urteil vom 09.07.2002 – 23 U 222/​01; aA Hässel/​Hengsberger, BB 2009, 135, 138 f[↩]
BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO[↩]
vgl BSG, eben­da; BT-Drs. 16/​3655 S 54; Dreyer/​Müller in Dreyer/​Lamm/​Müller, RDG, 2009, § 5 RdNr 30; Weth in Henssler/​Prütting, BRAO, 3. Aufl 2010, § 5 RDG RdNr 12; Klei­ne-Cosack, aaO, § 5 RdNr 66; Hirtz in Grunewald/​Römermann, RDG, 2008, § 5 RdNr 52; Unseld in Unseld/​Degen, RDG, 2009, § 5 RdNr 19; Fin­zel, KommRDG, 2008, § 5 RdNr 11[↩]
vgl Krenz­ler in Krenz­ler, RDG, 2010, § 5 RdNr 40[↩]
zutref­fend im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang auch Bey­er-Petz, DStR 2010, 77; aA Arens/​Pelke, DStR 2012, 627, 628[↩]
vgl schon BSGE 3, 30, 40, SozR Nr 18 zu § 164 SGG; BSG SozR Nr 68 zu § 165 RVO; BSG SozR 2200 § 165 Nr 45 S 68 mwN; See­wald in Kas­se­ler Komm, § 7 SGB IV RdNr 79 mwN, Bear­bei­tungs­stand Okto­ber 2009[↩]
zB auch BSGE 103, 17, SozR 4–2400 § 7a Nr 2, Leit­satz und RdNr 14 ff (Unzu­läs­sig­keit einer Ele­men­ten­fest­stel­lung in Bezug auf die­sen Kom­plex) sowie BSG SozR 4–2400 § 7a Nr 3 (Sta­tus­fest­stel­lung auch bei been­de­tem Auf­trags­ver­hält­nis) [↩]
vgl Klei­ne-Cosack, aaO, § 5 RdNr 47; Hirtz in Grunewald/​Römermann, aaO, § 5 RdNr 162 f[↩]
vgl Hirtz in Grunewald/​Römermann, aaO, § 5 RdNr 50, 163[↩]
vgl Bey­er-Petz, DStR 2010, 77; Gah­le, DB 2011, 1622, 1623, bei­de aus die­sem Grun­de für die voll­um­fäng­li­che Mit­be­treu­ungs­mög­lich­keit auch in Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV[↩]
Leit­he­rer in Mey­er-Lade­wi­g/­Kel­ler/­Leit­he­rer, SGG, 10. Aufl 2012, § 73 RdNr 6; Litt­mann in Lüd­tke, SGG, 4. Aufl 2012, § 73 RdNr 5; Arndt in Breitkreuz/​Fichte, SGG, 2. Aufl 2014, § 73 RdNr 20 mit Fuß­no­te 43; Berch­told in Berchtold/​Richter, Pro­zes­se in Sozi­al­sa­chen, 2009, § 10 RdNr 2; Ulmer in Hen­nig, SGG, § 73 RdNr 88, Kom­men­tie­rungs­stand Sep­tem­ber 2012; aA Bey­er-Petz, DStR 2010, 2424; Arens/​Pelke, DStR 2012, 627, 628[↩]
BGBl I 2840[↩]
BGBl I 2248[↩]
vgl Leit­he­rer, aaO, § 73 RdNr 6; Litt­mann, aaO, § 73 RdNr 5[↩]
vgl Larenz/​Canaris, Metho­den­leh­re der Rechts­wis­sen­schaft, 3. Aufl 1995, S 209[↩]
kri­tisch, aber im Ergeb­nis eben­so Ulmer, aaO, § 73 RdNr 88[↩]
BSG, Urteil vom 11.03.2009 – B 12 R 11/​07 R, BSGE 103, 17, SozR 4–2400 § 7a Nr 2, RdNr 17; und vom 04.06.2009 – B 12 R 6/​08 R [↩]
vgl dazu all­ge­mein bereits BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 10 f[↩]
BVerfG Beschluss vom 21.06.2011 – 1 BvR 2930/​10 – NZS 2012, 102 RdNr 25[↩]
Der Steu­er­be­ra­ter im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen… Steu­er­be­ra­ter dür­fen in Anfra­ge­ver­fah­ren zur Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen nicht gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te auf­tre­ten. Eine der­ar­ti­ge Tätig­keit eines Steu­er­be­ra­ters…
Hin­weis­pflich­ten eines Steu­er­be­ra­ters – und der Regreß gegen… Eine rechts­ver­let­zen­de Dau­er­hand­lung (hier das unbe­fug­te öffent­li­che Zugäng­lich­ma­chen von Foto­gra­fien im Inter­net) ist zur Bestim­mung des Beginns der Ver­jäh­rung gedank­lich in Ein­zel­hand­lun­gen (also in Tage)…
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