Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/maengel-beim-hauskauf-abc-der-maengel-teil_157321.html
Timestamp: 2020-04-06 09:55:36
Document Index: 107430505

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 434', 'BGH', '§ 434', '§ 434', '§ 434', '§ 434', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Allgemeine Erläuterungen zur Rechtslage
Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 6. November 2015 – V ZR 78/14) ist zum Teil angenommen worden, dass alle Angaben – etwa aus einem Exposé – letztlich nicht bindend seien, sofern diese nicht beurkundet wurden.
In Betracht kam aber auch eine Haftung des Verkäufers aus § 434 I s. 1 und 3 BGB. Danach wäre die Sache auch frei von Sachmängeln, wenn sie sich zur Verwendung, zu der nach dem vertraglichen Zweck bestimmten Zweck oder sie sich für die für die gewöhnliche Verwendung eignet, die bei solchen Sachen üblich ist. Diese Fälle treten beim Immobilienkauf recht selten auf.
Der BGH erläutert aber weiter, dass die Vorschrift des § 434 Abs. 1 Satz 3 BGB nur unter dem Vorbehalt gilt, dass nichts anderes vereinbart ist. Das betrifft sowohl einen vereinbarten Haftungsausschluss (vgl. Senat, Urteil vom 22. April 2016 – V ZR 23/15, NJW 2017, 150 Rn. 18), als auch Beschaffenheitsvereinbarungen. Der vereinbarte allgemeine Haftungsausschluss erfasst also die nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 3 BGB zu erwartenden Eigenschaften eines Grundstücks (vgl. Senat, Urteil vom 22. April 2016 – V ZR 23/15, NJW 2017, 150)
„Nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung ist ein vereinbarter Haftungsausschluss für Sachmängel nämlich dahin auszulegen, dass er nicht für das Fehlen einer vertraglich (ausdrücklich oder stillschweigend) vereinbarten Beschaffenheit im Sinne von § 434 Abs. 1 Satz 1 BGB gilt, wohl aber für Mängel nach § 434 Abs. 1 Satz 2 BGB.“ (vgl. BGH Urteile vom 6. November 2015 – V ZR 78/14, BGHZ 207, 349 Rn. 9 und vom 22. April 2016 – V ZR 23/15, NJW 2017, 150 Rn. 14; BGH, Urteile vom 29. November 2006 – VIII ZR 92/06, BGHZ 170, 86 Rn. 31, vom 19. Dezember 2012 – VIII ZR 96/12, NJW 2013, 1074 Rn. 19, vom 26. April 2017 – VIII ZR 233/15, WM 2015, 1225 Rn. 22 und vom 27. September 2017 – VIII ZR 271/16, NJW 2018, 146 Rn. 23)
Damit hindert ein solcher Haftungsausschluss – zunächst – die Inanspruchnahme aus einem Exposé.
Allerdings setzt dieser Haftungsausschluss regelmäßig voraus, dass der Verkäufer nicht arglistig handelt (BGH Urt. 25.1.2019, V ZR 38/18).
Der übliche Gewährleistungsausschluß greift nämlich nicht in Fällen einer Arglist.
In den folgenden Teilen werden weitere Einzelheiten dargestellt.
Sehr geehrter Herr Germer, ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Mängel beim Hauskauf 2019 – ABC der Mängel – Teil 1" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie hier Ihre Situation bzw. Ihren rechtlichen Beratungsbedarf mit möglichst vielen relevanten Details.)