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Timestamp: 2019-10-16 00:40:35
Document Index: 222355086

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 6', '§ 7', '§ 630', '§ 630', '§ 109']

Recht auf Urlaubsauszahlung & Arbeitszeugnis - frag-einen-anwalt.de
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| 29.04.2008 15:27 |
ich bin seit dem 1.12.2007 in einem befristeten Arbeitsverhältnis, welches am 30.04.2008 endet.
Seit Ende Februar 2008 bin ich Arbeitsunfähig und werde dies auch bis zum Vertragsablauf bleiben.
Die Urlaubstage sind auf 3 Tage/Monat festgelegt worden. Während meiner Beschäftigung habe ich keinen Urlaub in Anspruch genommen.
1. Muss mein Arbeitgeber mir den gesamten Urlaub auszahlen?
2. Habe ich Anspruch auf ein ausführliches Arbeitszeugnis obwohl ich `tatsächlich` nur knapp 3 Monate gearbeitet habe?
gem. § 7 Abs. 4 BUrlG ist der Urlaub abzugelten, wenn er wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden kann, Sie haben also Anspruch auf Auszahlung von 12 Urlaubstagen für das Jahr 2008. Der Arbeitgeber muss Ihnen außerdem eine Bescheinigung über den abgegoltenen Urlaub für das Jahr 2008 erstellen (§ 6 Abs.2 BUrlG).
Ob der anteilige Urlaubsanspruch (drei Tage/Monat) korrekt berechnet ist, kann mangels entsprechender Information nicht geprüft werden.
Der Urlaub aus dem Jahr 2007 kann gem § 7 Abs. 3 BUrlG nicht mehr geltend gemacht werden.
Grundsätzlich haben Sie auch bei kurzer Beschäftigungszeit Anspruch auf ein Zeugnis, das - sofern Sie es fordern - qualifiziert, also ausführlich sein muss, wobei sich die Frage stellt, inwieweit Ihr Arbeitgeber angesichts der kurzen tatsächlichen Arbeitsphase Ihre Leistungen angemessen beurteilen kann.
Nachfrage vom Fragesteller	29.04.2008 | 16:06
Vielan Dank für die schnelle Antwort!
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, MUSS mein Arbeitgeber mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis erstellen, wenn ich es verlange.
Er kann es also nicht verweigern odar gar ein schlechtes erstellen weil ich nur kurz dort Tätig war? Könnnen Sie mir dazu ein Gesetz/Urteil nennen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2008 | 16:18
die Pflicht zur Zeugniserteilung ergibt sich aus § 630 BGB:
"§ 630 Pflicht zur Zeugniserteilung
1Bei der Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses kann der Verpflichtete von dem anderen Teil ein schriftliches Zeugnis über das Dienstverhältnis und dessen Dauer fordern. 2Das Zeugnis ist auf Verlangen auf die Leistungen und die Führung im Dienst zu erstrecken. 3Die Erteilung des Zeugnisses in elektronischer Form ist ausgeschlossen. 4Wenn der Verpflichtete ein Arbeitnehmer ist, findet § 109 der Gewerbeordnung Anwendung."
Das qualifizierte Zeugnis ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einem guten oder sehr guten Zeugnis, es muss wohlwollend sein aber der Wahrheit entsprechen.
"Hat mir sehr geholfen! Vielen Dank! "