Source: https://www.dr-datenschutz.de/bgh-das-gilt-nun-beim-einsatz-von-cookies-fuer-websitebetreiber/
Timestamp: 2020-08-12 14:44:44
Document Index: 126563431

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'EuG']

Seine Entscheidung begründete der EuGH damit, dass in einem Unterlassen, die vorangekreuzte Einwilligung zu widerrufen (opt-out), keine aktive Willenserklärung gesehen werden könne. Das viel zitierte „Cookie-Urteil“ sollte daher eher Einwilligungs-Urteil heißen, da der EuGH klarmachte, unter welchen Umständen die Anforderungen an die Einwilligung nicht erfüllt sind. Zudem arbeitete der EuGH heraus, dass von dieser opt-in Pflicht nicht nur personenbezogene Daten im Endgerät des Nutzers betroffen sind.
Bereits nach dem Urteil des EuGHs proklamierte vor allem die Marketingbranche den Cookie-Tod. Aber scheinbar ist das Cookie resilienter als erwartet und das Online-Marketing ist bisher auch nicht untergegangen. Selbstverständlich erschweren erhöhte Einwilligungserfordernisse die Arbeit von Websitebetreibern, die versuchen ihre Inhalte durch Werbung zu refinanzieren. Erfreulich für die Branche ist, dass das Urteil zur Rechtssicherheit beträgt. Denn einerseits ist klar, wer zu Werbezwecken und zur Profilbildung umfangreich tracken möchte, benötigt nunmehr eine Einwilligung durch opt-in. Anderseits müssen für unbedingt zur Erbringung des Dienstes erforderliche Cookies keine Einwilligung eingeholt werden. Dies sind nach Ansicht der europäischen Aufsichtsbehörden auf jeden Fall: User-Input-Cookies, Authentifizierungscookies, nutzerorientierte Sicherheitscookies, Multimedia-Player-Sitzungscookies, Lastverteilungs-Sitzungscookies und Cookies zur Anpassung der Benutzeroberfläche. Aber bisher gibt es keine abschließende, verbindliche Liste über unbedingt erforderliche Cookies.
Mehr zum Thema: BGH, Cookie, EuGH, TMG, Urteil
Junge, junge, junge… Was für ein Bürokratie-Wahnsinn wegen ein paar Keksen! Es kann nur zwei Möglichkeiten geben: Entweder das Opt-Out wird wieder akzeptiert und als gültig anerkannt oder das Web wird dermaßen unattraktiv, wie wir es uns bisher nicht vorstellen können. Und mal ehrlich, was machen die Kekse, außer dass die meisten lecker sind? Sie bieten in den meisten Fällen einen Mehrwert und zur Not kann man Browser seitig alles abstellen, was man nicht möchte, das mache ich seit Jahren so. Wenn eine Website damit nicht klar kommt, bin ich nicht die Zielgruppe, so einfach ist das. Und alle anderen Cookies, die für gezielte Werbung verwendet werden? Was ist an denen so schlimm? Mich würde da echt mal interessieren, wer von den Leuten, die sich darüber beschweren Suchmaschinen verwenden…
Unglaublich, was Deutschland wieder aus so einer harmlosen Sache macht, nur weil der Spießbürger meint dadurch Privatsphäre zu behalten. Wird Zeit aufzuwachen, würde ich sagen.
Arne Drews am 29. Mai 2020, 12:34 Uhr
Beim Installieren von Adobe Photoshop Elements wird man gezwungen (es gibt überhaupt keine Option „ablehnen“), zunächst der Freigabe aller möglichen persönlichen Daten einschließlich der Personenerkennung auf Fotos zuzustimmen (zum selben Zweck wie in Mainland China?). Dann darf man suchen, wo man diese Zustimmung wieder rückgängig machen kann. Ich bin nicht sicher, dass ich alle Punkte gefunden habe. Zum Punkt Suchmaschinen nur eine Bemerkung: es gibt auch andere Maschinen als Google Bing etc., die keine persönlichen Daten speichern oder gar weitergeben.
A. Däweritz am 6. Juni 2020, 23:50 Uhr
„Unglaublich, was Deutschland wieder aus so einer harmlosen Sache macht, nur weil der Spießbürger meint dadurch Privatsphäre zu behalten. Wird Zeit aufzuwachen, würde ich sagen.“
Aufwachen ist das richtige Stichwort. Denn offenbar ist Ihnen nicht klar, welche Gefahren sich aus der Totalüberwachung und ungebremsten Persönlichkeitsprofilbilung im Netz ergeben. Als Lektüre zur Sachlage empfehle ich die Studie der Uni Wien „Networks of Control“ von Christie Wolfie.
Ihr verharmlosender Kommentar in Unkenntnis der Sachlage ist vergleichbar mit der Aussage, dass Covid-19 nur eine harmlose Grippe verursacht. Ein paar Verblendete sollen das ja auch glauben.
Ich freue mich jedenfalls sehr über das Urteil, da jedermann in Zukunft hoffentlich erlaubt, sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung auszuüben und man nicht mehr bei jeder Website den Offenbarungseid leisten muss. Bleibt nur die Frage ob und wann die Behörden aus dem Quark kommen, um dem bunten Treiben endlich ein Ende zu bereiten.
Und übrigens: ich habe vor 20 Jahren etracker.com als Datenschutz-konformes Tracking System gegründet und weiss daher genau wie die Tracking Brache tickt. Das macht mir heute große Angst – auch wenn etracker zu den Guten zählt. Daher setze ich mich heute mit verschieden Initiativen nur noch für den Datenschutz im Internet ein. Denn hier ist nicht weniger als unsere Demokratie in Gefahr. Und wer das nicht wahr haben will, geht einfach ohne Maske dicht gedrängt zur nächsten Corona-Party. Ist doch alles harmlos und von „Spießbürgern“ erfunden, genau wie dieser alberne Privatsphäreschutz. Klar ;-)
Christian Bennefeld (datenschutz-zwecklos.de) am 11. Juni 2020, 09:01 Uhr