Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=21.01.2014&Aktenzeichen=IX%20R%2037/12
Timestamp: 2019-12-12 09:15:37
Document Index: 290918247

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 9', '§ 9', '§ 21', '§ 21', '§ 21']

BFH, 21.01.2014 - IX R 37/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,10420
BFH, 21.01.2014 - IX R 37/12 (https://dejure.org/2014,10420)
BFH, Entscheidung vom 21.01.2014 - IX R 37/12 (https://dejure.org/2014,10420)
BFH, Entscheidung vom 21. Januar 2014 - IX R 37/12 (https://dejure.org/2014,10420)
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§ 21 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2002, § 2 Abs 1 S 1 Nr 6 EStG 2002, § 9 Abs 1 S 3 Nr 1 EStG 2002, § 9 Abs 1 S 1 EStG 2002, EStG VZ 2005
Keine Berücksichtigung nachträglicher Schuldzinsen bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wenn die Absicht zur Einkünfteerzielung bereits vor Veräußerung der Immobilie weggefallen ist
Einkünfteerzielungsabsicht: Prüfung bei Einkünften aus Vermietung u. Verpachtung
Einkünfteerzielungsabsicht ist auch hinsichtlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung objektbezogen zu prüfen
Aufgabe der Einkünfteerzielungsabsicht: Was passiert jetzt mit nachträglichen Schuldzinsen?
Schuldzinsen bei Umqualifizierung Vermietung zur Liebhaberei
Kein nachträglicher Schuldzinsenabzug nach Aufgabe der Einkünfteerzielungsabsicht
Auch Einkünfteerzielungsabsicht ist hinsichtlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung objektbezogen zu prüfen
Abzugsfähigkeit nachträglicher Werbungskosten bei Aufgabe der Einkünfteerzielungsabsicht vor Immobilienveräußerung
NZM 2014, 562
In Bezug auf den Abzug der geltend gemachten Zinsaufwendungen verweist der Senat auf seine Ausführungen im Urteil vom 21. Januar 2014 IX R 37/12 (BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631), wonach ein fortdauernder Veranlassungszusammenhang von nachträglichen Schuldzinsen mit früheren Einkünften i.S. des § 21 EStG nicht anzunehmen ist, wenn der Steuerpflichtige zwar ursprünglich mit Einkünfteerzielungsabsicht gehandelt hat, seine Absicht zu einer (weiteren) Einkünfteerzielung jedoch bereits vor der Veräußerung des Immobilienobjekts aus anderen Gründen weggefallen ist.
Vermietet der Steuerpflichtige mehrere Objekte auf der Grundlage v e r s c h i e d e n e r R e c h t s v e r h ä l t n i s s e (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631, unter II.1.a der Gründe = Rz 12, m.w.N.) oder nach Maßgabe u n t e r s c h i e d l i c h e r m i e t- o d e r p a c h t r e c h t l i c h e r V e r t r a g s b e d i n g u n g e n (BFH-Urteil vom 26. November 2008 IX R 67/07, BFHE 224, 58, BStBl II 2009, 370, unter II.2.a der Gründe = Rz 14), so ist jede Tätigkeit grundsätzlich je für sich zu beurteilen.
Werden demgegenüber verschiedene, auf einem Grundstück gelegene Gebäudeteile jeweils einzeln --auf der Grundlage verschiedener Rechtsverhältnisse oder nach Maßgabe unterschiedlicher miet- oder pachtrechtlicher Vertragsbedingungen-- vermietet, bezieht sich die Einkünfteerzielungsabsicht nur auf das jeweilige Objekt (BFH-Urteile in BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631, und in BFHE 224, 58, BStBl II 2009, 370, jeweils m.w.N.).
Dies gilt auch dann, wenn sich die Objekte auf einem Grundstück befinden (BFH-Urteil vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BStBl. II 2015, 631).
Für die Feststellung des Weiterbestehens einer Einkünfteerzielungsabsicht hinsichtlich vormals dauerhaft vermieteter, aktuell jedoch renovierungs- oder zumindest umgestaltungsbedürftiger Objekte müssen der zeitliche Zusammenhang zwischen Umgestaltung bzw. Renovierung und späterer tatsächlicher Vermietung oder auch die fehlende Absehbarkeit, ob und ggf. wann die Räume im Rahmen der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung genutzt werden sollen, als Indizien herangezogen werden (BFH-Urteil vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BStBl. II 2015, 631).
Soweit es um die vor Abschluss des Mietvertrags vom November 2005 mit S angefallenen Leerstandszeiten des Objekts Q zwischen Juni 2000 und November 2005 geht, verweist das FG zutreffend darauf, dass nach ständiger BFH-Rechtsprechung Aufwendungen für eine leerstehende Wohnung nur dann als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar sein können, wenn der Steuerpflichtige sich endgültig entschlossen hat, daraus durch Vermieten Einkünfte nach § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG zu erzielen und diese Entscheidung später nicht wieder aufgegeben hat (…BFH-Urteil vom 12. Mai 2009 IX R 18/08, BFH/NV 2009, 1627; vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BFHE 244, 550, jeweils m.w.N.).
Dies gilt auch dann, wenn sich die Objekte auf einem Grundstück befinden (vgl. BFH-Urteil vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631, m.w.N.).
Werden verschiedene, auf einem Grundstück gelegene Gebäudeteile jeweils einzeln vermietet, bezieht sich die Einkünfteerzielungsabsicht nur auf das entsprechende Objekt (BFH-Urteil in BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631).
Denn der BFH hat hierzu in ständiger Rechtsprechung (vgl. Urteile vom 20. Juni 2012 IX R 67/10, BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275; vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BFHE 244, 550, BStBl II 2015, 631) entschieden, dass ein fortdauernder Veranlassungszusammenhang von (nachträgliche) Schuldzinsen mit früheren Einkünften i. S. d. § 21 EStG nicht anzunehmen ist, wenn der Steuerpflichtige zwar ursprünglich mit Einünfteerzielungsabsicht gehandelt hat, seine Absicht zu einer (weiteren) Einkünfteerzielung jedoch bereits vor der Veräußerung des Immobilienobjekts aus anderen Gründen weggefallen ist.
Werden verschiedene, auf einem Grundstück gelegene Gebäudeteile (einzeln) vermietet, bezieht sich die Einkünfteerzielungsabsicht jeweils nur auf das entsprechende Objekt (vgl. BFH-Urteil vom 21. Januar 2014 IX R 37/12, BFH/NV 2014, 1135, m.w.N.).
Im Begleitschreiben vom 26.01.2016 zur Einkommensteuererklärung 2015 nahmen die Kläger wegen der Frage der Berücksichtigungsfähigkeit der Vorfälligkeitsentschädigung als Werbungskosten Bezug auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 27.07.2015 (VV DEU BMF 2015-07-27 IV C 1-S 2211/11/10001: "Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nach Veräußerung des Mietobjekts oder nach Wegfall der Einkünfteerzielungsabsicht; Anwendung der BFH-Urteile vom 21. Januar 2014 - IX R 37/12 - (BStBl 2015 II S. 631), vom 11. Februar 2014 - IX R 42/13 - (BStBl 2015 II S. 633) und vom 8. April 2014 - IX R 45/13 - (BStBl 2015 II S. 635)").