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Timestamp: 2019-10-15 17:19:46
Document Index: 271381579

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Diskutiere Haftung für die durch Handwerker verursachte Schäden am Beispiel BGH V ZR 311/16 im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, im Urteil BGH V ZR 311/16 geht es um einen Handwerker der einen Brand verursacht hat. Dabei wurde das Haus seines Auftraggebers zerstört...
#1 immo16, 26.08.2018
im Urteil BGH V ZR 311/16 geht es um einen Handwerker der einen Brand verursacht hat. Dabei wurde das Haus seines Auftraggebers zerstört und das Nachbarhaus des zerstörten Gebäudes beschädigt. Der Handwerker ist pleite. Seine Auftraggeber sollen für den Schaden am Nachbargebäude aufkommen.
Ich möchte verstehen was man als Auftraggeber nach der aktuellen Rechtslage hätte besser machen sollen:
- einen Handwerker aussuchen, der eine entsprechende Versicherung hat? Betriebshaftpflicht?
- einen Architekten beauftragen? Als Generalunternehmer? Das kann eigentlich nicht die Lösung sein
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#2 Olbi, 27.08.2018
Eine Privathaftpflicht und eine Gebäudehaftpflichtversicherung abschließen. Die Haftpflichtversicherung ist als "passive Rechtsschutzversicherung" zu sehen, sie wehrt auch unberechtigte Forderungen ab.
In dem verhandelten Fall hat der BGH eine Haftung des Gebäudeeigentümers als Störerhafter in Sinne des § 1004 Abs. 4 BGB bejaht und das Verfahren an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Zitat von BGH V ZR 311/16:
Die nach den Feststellungen des Berufungsgerichts durch den Brand und die Löscharbeiten verursachten erheblichen Beschädigungen ihres Gebäudes übersteigen das zumutbare Maß einer entschädigungslos hinzunehmenden Einwirkung. Die Beeinträchtigung beruhte auch auf einer privatwirtschaftlichen Nutzung des Grundstücks der Beklagten.
#3 immo16, 27.08.2018
In diesem konkreten Fall gab es Schaden
1) am Gebäude des Auftraggebers; wer hätte diesen Schaden übernehmen sollen? Betriebshaftpflicht des Handwerkers?
2) am fremden Gebäude; welche Versicherung hätte diesen Schaden übernehmen sollen? Gebäudehaftpflicht des Auftraggebers?
#4 Olbi, 27.08.2018
am Gebäude des Auftraggebers; wer hätte diesen Schaden übernehmen sollen? Betriebshaftpflicht des Handwerkers?
Genau. Gibt es die nicht, dann der Handwerker. Ist der pleite darfst Du jetzt dreimal raten, wer dass dann bezahlt.
am fremden Gebäude; welche Versicherung hätte diesen Schaden übernehmen sollen? Gebäudehaftpflicht des Auftraggebers?
Oder auch die Privathaftpflicht.
Keine Ahnung wer in diesem speziellen Fall einspringt.
Der BGH hat die Störerhaftung bejaht. Hier trifft den Auftraggeber kein Verschulden an einer mangehaften Handwerkerwahl, sondern er ist als Störer in der Haftung -> Haftpflichtversicherung. Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung ob das in der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt ist, Kraftfahrschäden sind da ja auch ausgenommen....
#5 Andres, 27.08.2018
Ich habe keine Ahnung ob das in der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt ist, Kraftfahrschäden sind da ja auch ausgenommen....
Es kann abgedeckt sein, aber meist mit eher knapp bemessenen Bausummen als Obergrenze. Liegt das Vorhaben über dieser Grenze, wäre eine gesonderte Bauherrenhaftpflicht sinnvoll.
#6 immo16, 27.08.2018
wäre eine gesonderte Bauherrenhaftpflicht sinnvoll.
Angenommen der Auftraggeber ist eine WEG, wäre es dann die Aufgabe der Hausverwaltung alle solche Versicherungen zu prüfen bzw. abzuschließen?
Ich frage deswegen, weil ich schon mit mehreren Hausverwaltungen zu tun hatte und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht bei jeder Renovierung eine Bauherrenhaftpflicht abschliessen oder die Betriebshaftpflicht des Handwerkers prüfen.
#7 Tobias F, 27.08.2018
Nein, die Aufgabe der HV ist es die Beschlüsse der WEG umzusetzen. Wenn also etwas nicht beschlossen ist ...........
bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht bei jeder Renovierung eine Bauherrenhaftpflicht abschliessen oder die Betriebshaftpflicht des Handwerkers prüfen.
Müssen Sie auch nicht, zudem sind HV`s auch keine Detektive.
#8 Andres, 27.08.2018
Es ist bei der Mehrzahl der Baumaßnahmen auch fraglich, ob das wirklich sinnvoll ist. Sobald man anfängt, große Löcher zu buddeln, Kräne aufzustellen u.ä., ist eine Bauherrenhaftpflicht sicher ratsam. Die Nummer mit dem Verschweißen von Dachbahnen wäre mir jetzt nicht als erstes in den Sinn gekommen, aber eigentlich ist auch das nicht gerade abwegig. Bei den üblichen Arbeiten an Leitungen, Oberflächen, Installationen, erscheint mir das nicht erforderlich.
Thema: Haftung für die durch Handwerker verursachte Schäden am Beispiel BGH V ZR 311/16
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