Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGH%20VI%20ZR%2037/04
Timestamp: 2019-04-25 23:06:39
Document Index: 214367991

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH']

BGH, 19.04.2005 - VI ZR 37/04 - dejure.org
Voraussetzungen der Erstattungsfähigkeit des Unfallersatztarifs
Erstattung von Kosten für Mietwagen, die nach einem Unfall angemietet wurden; Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit eines geforderten erhöhten Unfalltarifs; Umfang der Schadensminderungspflicht eines Geschädigten bei einem Autounfall; Verpflichtung des Geschädigten, zur Anmietung eines Autos nach einem Unfall seine Kreditkarte einzusetzen
Zur Ersatzfähigkeit eines überhöhten Unfallersatztarifs
Unfallersatztarif - Ersatz eines ungerechtfertigt überhöhten Tarifs
Der "Unfallersatztarif" bei den Mietwagenkosten
Beweislast der individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten und zur Zumutbarkeit der Vorfinanzierung der Mietwagenkosten, um einen Normaltarif erlangen zu können
Ersatzwagen und ihre Unfalltarife
Verkehrsrecht - Mietwagenkosten zum Unfallersatztarif - ersatzfähig?
Normaltarif vor Unfallersatztarif
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2005, Az.: VI ZR 37/04 (Ersatz für Mietwagenkosten zum 'Unfallersatztarif')" von Prof. Dr. Gottfried Schiemann, original erschienen in: JZ 2005, 1056 - 1059.
BGHZ 163, 19
NJW 2005, 1933
ZIP 2005, 1558 (Ls.)
MDR 2005, 1105
NZV 2005, 357
VersR 2005, 850
Dies kann etwa auch dann der Fall sein, wenn der Geschädigte konkret darlegt (zur sekundären Darlegungslast vgl. etwa Senatsurteil BGHZ 163, 19, 26), dass er sein Kraftfahrzeug bisher stets in der markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen oder - im Fall der konkreten Schadensberechnung - sein besonderes Interesse an einer solchen Reparatur durch die Reparaturrechnung belegt.
Nach dieser kann aus schadensrechtlicher Sicht der zur Herstellung erforderliche Geldbetrag nicht ohne weiteres mit einem "Unfallersatztarif" gleichgesetzt werden, wenn sich ein besonderer Tarif für Ersatzmietwagen nach Unfällen entwickelt hat, der nicht mehr maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern insbesondere durch gleichförmiges Verhalten der Anbieter (vgl. Senatsurteile BGHZ 160, 377, 383 f.; 163, 19, 22 f.).
b) Nach gefestigter Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. etwa Senatsurteile vom 12. Oktober 2004 - VI ZR 151/03, BGHZ 160, 377, 383; vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04, BGHZ 163, 19, 22 f.;… vom 19. Januar 2010 - VI ZR 112/09, VersR 2010, 494 Rn. 5;… vom 2. Februar 2010 - VI ZR 139/08, VersR 2010, 545 Rn. 10 und - VI ZR 7/09, VersR 2010, 683 Rn. 8;… vom 9. März 2010 - VI ZR 6/09, VersR 2010, 1053 Rn. 8) kann der Geschädigte vom Schädiger und dessen Haftpflichtversicherer nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand nur den Ersatz derjenigen Mietwagenkosten verlangen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten darf.
Einen solchen allgemeinen unfallspezifischen Kostenfaktor, der einen höheren Mietpreis rechtfertigt, kann die Vorfinanzierung des Mietpreises darstellen, wenn der Unfallgeschädigte weder zum Einsatz einer Kreditkarte noch zu einer sonstigen Art der Vorleistung verpflichtet ist (vgl. Senatsurteile vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04, BGHZ 163, 19, 26;… vom 19. Januar 2010 - VI ZR 112/09, aaO Rn. 7).
Jedenfalls ist der Geschädigte im Rahmen des § 254 BGB auch unter Berücksichtigung seiner sekundären Darlegungslast nicht gehalten, von sich aus zu seiner finanziellen Situation vorzutragen (vgl. Senatsurteile vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04, aaO; vom 14. Februar 2006 - VI ZR 32/05, VersR 2006, 564, 565; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, VersR 2008, 235, 237;… vom 19. Januar 2010 - VI ZR 112/09, aaO Rn. 8).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats kann sich die Erforderlichkeit eines Unfallersatztarifs zwar daraus ergeben, dass es dem Geschädigten aufgrund einer besonderen Eilbedürftigkeit in der konkreten Anmietsituation nicht zuzumuten war, sich vor Anmietung nach günstigeren Tarifen zu erkundigen (vgl. Senatsurteile vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04, aaO Rn. 25;… vom 4. April 2006 - VI ZR 338/04, aaO Rn. 17;… vom 9. Mai 2006 - VI ZR 117/05, VersR 2006, 986 Rn. 12;… vom 13. Juni 2006 - VI ZR 161/05, VersR 2006, 1273 Rn. 13;… vom 30. Januar 2007 - VI ZR 99/06, VersR 2007, 516 Rn. 14;… vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, Rn. 12;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07, VersR 2008, 1706 Rn. 15;… vom 9. März 2010 - VI ZR 6/09, aaO Rn. 16;… vom 12. April 2011 - VI ZR 300/09, aaO Rn. 11).
Ebenso kann diese Frage offen bleiben, wenn zur Überzeugung des Tatrichters feststeht, dass dem Geschädigten die Anmietung zum "Normaltarif" nach den konkreten Umständen nicht zugänglich gewesen ist, denn der Geschädigte kann in einem solchen Fall einen den "Normaltarif" übersteigenden Betrag im Hinblick auf die gebotene subjektbezogene Schadensbetrachtung (vgl. hierzu Senat BGHZ 132, 373, 376) auch dann verlangen, wenn die Erhöhung nicht durch unfallspezifische Kostenfaktoren gerechtfertigt wäre (vgl. Senat, Urteile vom 15. Februar 2005 - VI ZR 160/04 - vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04 - vom 13. Juni 2006 - VI ZR 161/05 - vom 4. Juli 2006 - VI ZR 237/05 -, jeweils aaO).
Letzteres unterliegt der Prüfung nach § 254 Abs. 2 BGB, wobei die Klägerin jedoch eine sekundäre Darlegungslast trifft (vgl. Senat, BGHZ 163, 19, 26; Urteil vom 6. März 2007 - VI ZR 36/06 - zur Veröffentlichung bestimmt).
cc) Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Berufungsgericht bei der gebotenen Berücksichtigung des Klägervortrags, insbesondere auch zur Anmietung an einem Samstag nach 12.15 Uhr in H., zu einer abweichenden Beurteilung gelangt wäre oder die Klägerin, unter Berücksichtigung von deren (lediglich sekundärer) Darlegungslast zumindest - soweit diese einen dringenden Bedarf geltend machen will - zu näherem Vortrag zur Eilbedürftigkeit der Anmietung und/oder zur Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit einer angeblich verlangten Vorauszahlung oder Kaution (vgl. Senat, BGHZ 163, 19, 26;… Urteil vom 14. Februar 2006 - VI ZR 32/05 - aaO), veranlasst hätte.
Das gilt nicht nur für die eigentlichen Reparatur- oder Wiederbeschaffungskosten, sondern gleichermaßen für die Mietwagenkosten (vgl. Senatsurteile, BGHZ 160, 377, 383; 163, 19, 22) und ebenso für die Nutzungsausfallentschädigung (vgl. BGHZ 40, 345, 354 f.).
Inwieweit dies der Fall ist, hat der bei der Schadensabrechnung nach § 287 ZPO besonders freigestellte Tatrichter - gegebenenfalls nach Beratung durch einen Sachverständigen - zu schätzen (vgl. Senatsurteile vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04 - …und vom 25. Oktober 2005 - VI ZR 9/05 - jeweils aaO), wobei unter Umständen auch ein pauschaler Aufschlag auf den "Normaltarif" in Betracht kommt.
Insoweit geht es nicht um die Verletzung der Schadensminderungspflicht, für die grundsätzlich der Schädiger die Beweislast trägt, sondern um die Schadenshöhe, die der Geschädigte darzulegen und erforderlichenfalls zu beweisen hat (vgl. Senatsurteile vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07 - VersR 2008, 1706, 1707; vom 11. März 2008 - VI ZR 164/07 - VersR 2008, 699, 701; vom 9. Oktober 2007 - VI ZR 27/07 - VersR 2007, 1577, 1578; vom 14. Februar 2006 - VI ZR 126/05 - VersR 2006, 669, 671 und vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04 - VersR 2005, 850, 851).
Hierfür trifft den Kläger die Darlegungs- und Beweislast, denn insoweit geht es nicht um die Verletzung der Schadensminderungspflicht, für die grundsätzlich der Schädiger die Beweislast trägt, sondern um die Schadenshöhe, die der Geschädigte darzulegen und erforderlichenfalls zu beweisen hat (vgl. Senatsurteile vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07 - VersR 2008, 1706, 1707; vom 11. März 2008 - VI ZR 164/07 - VersR 2008, 699, 700; vom 9. Oktober 2007 - VI ZR 27/07 - VersR 2007, 1577, 1578; vom 14. Februar 2006 - VI ZR 126/05 - VersR 2006, 669, 671 und vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04 - VersR 2005, 850, 851).
Solche Umstände haben die Klägerin und die Streithelferin geltend gemacht, indem sie vorgetragen haben, die Klägerin sei nicht in der Lage gewesen, einen Mietpreis vorzufinanzieren, und eine Anmietung zum "Normaltarif" hätte neben der nicht möglichen Angabe der voraussichtlichen Mietdauer die Leistung einer Sicherheit und Vorauszahlung des Mietpreises mittels einer Kreditkarte erfordert, welche die Klägerin nicht besessen habe (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 163, 19, 26;… vom 14. Februar 2006 - VI ZR 32/05 - VersR 2006, 564 Rn. 9;… vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05 - VersR 2008, 235 Rn. 13, 17 f.;… vom 19. Februar 2008 - VI ZR 32/07 - VersR 2008, 554 Rn. 18).
LG Dortmund, 27.09.2005 - 4 S 72/04
LG Arnsberg, 05.10.2011 - 5 S 46/11
Zulässigkeit von Rechtsdienstleistungen eines Mietwagenunternehmens im …
AG Aachen, 08.11.2005 - 10 C 163/05
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LG Düsseldorf, 14.02.2013 - 1 O 427/10
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AG Frankfurt/Main, 22.08.2008 - 32 C 357/08
Abtretung von Ansprüchen auf Ersatz der Mietwagenkosten an ein …
OLG München, 09.11.2005 - 20 U 3926/05
LG Chemnitz, 07.11.2005 - 6 S 207/05
LG Dresden, 20.11.2009 - 4 S 121/09
Der Geschädigte muss nicht auf ein Mietwagenangebot der Gegenseite eingehen
LG Meiningen, 29.06.2006 - 4 S 161/05
LG Dresden, 31.05.2006 - 13 S 494/05
AG Dresden, 23.03.2006 - 116 C 4248/05
AG Neuss, 05.08.2011 - 90 C 2037/11
Auch bei Vorliegen eines gewissen Zeitabstandes zwischen Schadensereignis und …
LG Landau/Pfalz, 29.02.2008 - 3 S 27/07
LG Meiningen, 04.05.2006 - 4 S 161/05
LG Aachen, 13.01.2006 - 43 O 164/05
Unfallersatzwagenkunden - Beratung durch Versicherung
AG Leipzig, 20.07.2005 - 106 C 2294/05
AG Grünstadt, 30.03.2012 - 2 C 33/11
AG Kandel, 24.08.2007 - 2 C 387/05
Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall - Ersatz über Normaltarif - Schwackeliste …
AG Neubrandenburg, 19.01.2016 - 101 C 839/15
AG Bochum, 23.07.2008 - 70 C 23/08
AG Wipperfürth, 09.11.2006 - 1 C 233/06
AG Fürth/Bayern, 08.08.2006 - 310 C 1000/06
LG Zwickau, 19.05.2006 - 6 S 11/06
AG Dippoldiswalde, 05.05.2006 - 4 C 1009/05
LG Bayreuth, 07.04.2006 - 22 O 639/05
AG Dresden, 14.03.2006 - 105 C 7830/05
AG Frankenthal, 13.03.2006 - 3b C 562/05
AG Dresden, 26.01.2006 - 116 C 7587/05
AG Mannheim, 20.01.2006 - 17 C 470/05
AG Titisee-Neustadt, 28.11.2005 - 11 C 97/05