Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201983,%202376
Timestamp: 2020-03-31 11:39:33
Document Index: 349670871

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1922', '§ 2287', 'BGH', '§ 2269', '§ 2287', '§ 2271', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 177', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 1953', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 3']

BGH, 04.05.1983 - IVa ZR 229/81 - dejure.org
https://dejure.org/1983,1635
BGH, 04.05.1983 - IVa ZR 229/81 (https://dejure.org/1983,1635)
BGH, Entscheidung vom 04.05.1983 - IVa ZR 229/81 (https://dejure.org/1983,1635)
BGH, Entscheidung vom 04. Mai 1983 - IVa ZR 229/81 (https://dejure.org/1983,1635)
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Übertragbarkeit von Beteiligungen an Kommanditgesellschaft bei Tod - Übertragung von Gesellschafteranteilen auf die Abkömmlinge des Erblassers - Vorliegen eines Vorausvermächtnisses - Auslegung eines Testaments - Vorliegen einer Universalsukzession bei Vererbung von ...
Mitgliedschaft - Vererbliche Stellung - Erbfall - Gemeinschaftliches Vermögen - Nachfolge-Erbe - Sondererbfolge - Aufgeteilte Gesellschaftsanteile
Erscheinungsform allgemein
Die Fortsetzungsklausel und die Anwachsung - gesellschaftsrechtlicher Hintergrund
Die (notwendige) Kollision zwischen Gesellschaftsrecht und Erbrecht
NJW 1983, 2376
MDR 1983, 1003
DNotZ 1984, 35 (Ls.)
Rpfleger 1983, 314
Eine Erbengemeinschaft kann nicht Mitglied einer werbenden Personengesellschaft sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 4. Mai 1983 IV a ZR 229/81, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1983, 2376, m. w. N.; BFH-Urteil vom 13. Dezember 1990 IV R 107/89, BFHE 163, 186, BStBl II 1992, 510).
Nach der schon vom Reichsgericht übernommenen und inzwischen weiter entwickelten ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (insbesondere BGHZ 22, 186; 68, 225), der sich auch der für das Erbrecht zuständige Senat des Bundesgerichtshofes angeschlossen hat (Urt. v. 4. Mai 1983, IVa ZR 229/81 = LM BGB § 1922 Nr. 13), vererbt sich der Gesellschaftsanteil an einer Personengesellschaft in der Weise, daß er getrennt vom übrigen - bei mehreren Erben gesamthänderisch gebundenen - Nachlaßvermögen unmittelbar und endgültig in das Privatvermögen des Gesellschafter-Erben fällt.
Sein Verbleib beim Tode eines Gesellschafters richtet sich, wenn darüber nicht schon durch den Gesellschaftsvertrag oder sonst durch Rechtsgeschäft unter Lebenden bestimmt ist, nach Erbrecht (Senat, Urteil vom 4. Mai 1983 - IVa ZR 229/81 - NJW 1983, 2376 = MDR 1983, 1003 = JR 1983, 502 m. Anm. von Schneider = BB 1983, 2138 = Betrieb 1983, 1700 = WM 1983, 672 = FamRZ 1983, 899).
Ein Anspruch nach § 2287 BGB besteht daher nicht, wenn der verstorbene Ehegatte dem Überlebenden das Recht eingeräumt hatte, den Schlusserben beeinträchtigende Verfügungen zu treffen (BGH, Urteil v. 04.05.1983, NJW 83, 2376; OLG Köln, Urteil v. 25.10.2001, Az. 18 U 99/01, juris; OLG München, Urteil v. 21.07.2004, Az. 20 U 2371/04, juris;… Münchner Kommentar-Musielak, BGB, 4. Aufl., § 2269 Rz. 36).
§ 2287 Abs. 1 BGB schützt den Vertragserben, ist indes auch - wie hier - auf Verfügungen zulasten eines durch wechselseitiges (Ehegatten)-Testament eingesetzten Schlusserben analog anwendbar (vgl. dazu: Palandt-Weidlich, BGB, 71. Aufl., § 2271 Rn. 10 mit Verweis auf: BGH, NJW 1983, 2376).
a) Der Erbrechtssenat des Bundesgerichtshofs hat sich in seinem Urteil vom 4. Mai 1983 (IVa ZR 229/81, NJW 1983, 2376) ausdrücklich der Rechtsprechung des Gesellschaftsrechtssenats angeschlossen, wonach der im Gesellschaftsvertrag vererblich gestellte Anteil an einer Personengesellschaft nicht gemeinschaftliches Gesamthandsvermögen der Nachfolger-Erben werden kann, sondern im Wege der Sondererbfolge unmittelbar auf den oder die Nachfolger-Erben übergeht.
Der Gesellschafteranteil des verstorbenen Gesellschafters geht in diesem Fall nicht "als Ganzes", sondern im Wege der Sondererbfolge (Singularsukzession) unmittelbar und geteilt ohne weiteres Zutun auf die mehreren Erben über (BGH-Urteile vom 4. Mai 1983 IVa ZR 229/81, NJW 1983, 2376, und vom 14. Mai 1986 IVa ZR 155/84, BGHZ 98, 48, 51).
Zweifelhaft und streitig ist, ob die (geteilten) Gesellschaftsanteile der Nachfolger-Erben trotz der Sondererbfolge zum Nachlaß gehören (bejahend: BGH in NJW 1983, 2376; BGHZ 98, 48, 51; Marotzke in Archiv für die civilistische Praxis - AcP - 184, 541; ders. AcP 187, 223 ff.;… Flume, a.a.O.; a. A. offenbar der II. Zivilsenat des BGH in seinem Urteil vom 30. April 1984 II ZR 293/83, BGHZ 91, 132, 135;… Ulmer in Festschrift für Schilling, 1973, 79 ff.; ders. Juristenzeitung - JZ - 1987, 881).
Dies folgt für die Kommanditbeteiligung aus § 177 des Handelsgesetzbuches (HGB), bedarf sonst aber der Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag (Entscheidungen des Bundesgerichtshofs - BGH - vom 3. Juli 1989 II ZB 1/89, BGHZ 108, 187; vom 14. Mai 1986 IVa ZR 155/84, BGHZ 98, 48, 51; vom 30. April 1984 II ZR 293/83, BGHZ 91, 132; vom 4. Mai 1983 IVa ZR 229/81, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1983, 2376, Der Betrieb - DB - 1983, 1700; vom 10. Februar 1977 II ZR 120/75, BGHZ 68, 225; vom 22. November 1956 II ZR 222/55, BGHZ 22, 186; BFH-Entscheidung vom 10. November 1982 II R 85-86/78, BFHE 137, 500, BStBl II 1983, 329).
Während nach Meinung des Gesellschaftsrechtssenats des BGH die aus ihnen abzuleitenden übertragbaren Vermögensrechte Gesamthandsvermögen der Miterben werden (BGHZ 91, 132), geht der Erbrechtssenat davon aus, daß die (geteilten) Beteiligungen trotz der Rechtszuständigkeit der Nachfolger-Erben im ganzen zum Nachlaß gehören (BGH in NJW 1983, 2376; BGHZ 98, 48).
Da die Beteiligung infolge der qualifizierten Nachfolgeklausel in § 13 des Gesellschaftsvertrags der KG - angesichts der Rückwirkungsfiktion des § 1953 Abs. 2 BGB auch im Fall des Klägers - im Zeitpunkt des Erbfalls unmittelbar kraft Sondernachfolge (vgl. BGH, NJW 1983, 2376 [juris Rz. 20];… Schmidt in Münchener Kommentar, HGB, 2. Aufl., § 139 Rz. 18;… Schäfer in Staub, HGB, 5. Aufl., § 139 Rz. 47 und 45) überging, begann diese Frist am 22.06.2010 und endete am 23.12.2010.
OLG Hamm, 16.09.2004 - 15 W 304/04
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