Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/unterlassungsantrag-und-seine-hinreichende-bestimmtheit-3-3117710?pk_campaign=feed&pk_kwd=unterlassungsantrag-und-seine-hinreichende-bestimmtheit-3
Timestamp: 2020-04-03 16:00:49
Document Index: 306467269

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Abwei­chen­des kann gel­ten, wenn ent­we­der bereits der gesetz­li­che Ver­bots­tat­be­stand selbst ent­spre­chend ein­deu­tig und kon­kret gefasst oder der Anwen­dungs­be­reich einer Rechts­norm durch eine gefes­tig­te Aus­le­gung geklärt ist sowie auch dann, wenn der Klä­ger hin­rei­chend deut­lich macht, dass er nicht ein Ver­bot im Umfang des Geset­zes­wort­lauts bean­sprucht, son­dern sich mit sei­nem Unter­las­sungs­be­geh­ren an der kon­kre­ten Ver­let­zungs­hand­lung ori­en­tiert 3.
Ein Unter­las­sungs­an­trag, der die Wor­te "ohne hin­rei­chen­den Grund" ent­hält, wie dies dem Wort­laut der Bestim­mun­gen der Berufs­ord­nun­gen für Ärz­te ent­spricht, die Ärz­ten eine Emp­feh­lung von Ärz­ten, Apo­the­ken, Heil- und Hilfs­mit­teler­brin­gern oder sons­ti­gen Anbie­tern gesund­heit­li­cher Leis­tun­gen oder eine Ver­wei­sung an die­se grund­sätz­lich unter­sagt, genügt aller­dings den Bestimmt­heits­an­for­de­run­gen des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, wenn er – soweit mög­lich – auf die kon­kre­te Ver­let­zungs­form Bezug nimmt 5.
Das Gericht darf einen hier­nach unbe­stimm­ten Antrag jedoch nicht als unzu­läs­sig abwei­sen, ohne zuvor gemäß § 139 ZPO auf die­sen vom Klä­ger über­se­he­nen recht­li­chen Gesichts­punkt hin­zu­wei­sen 6.
BGH, GRUR 2007, 607 Rn. 16 – Tele­fon­wer­bung für "Indi­vi­du­al­ver­trä­ge"; BGH, Urteil vom 04.10.2007 – I ZR 22/​05, GRUR 2008, 532 Rn. 16 = WRP 2008, 782 – Umsatz­steu­er­hin­weis; BGH, GRUR 2011, 936 Rn. 16 – Dou­ble­op­tin-Ver­fah­ren[↩]
BGH, Urteil vom 19.04.2007 – I ZR 35/​04, GRUR 2007, 708 Rn. 50 = WRP 2007, 964 Inter­net-Ver­stei­ge­rung II; BGH, GRUR 2010, 749 Rn. 21 – Erin­ne­rungs­wer­bung im Inter­net; BGH, Urteil vom 30.04.2015 – I ZR 196/​13, GRUR 2015, 1235 Rn. 10 = WRP 2015, 1461 – Rück­kehr­pflicht V[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2009 – I ZR 13/​07, GRUR 2009, 977 Rn.20 ff. = WRP 2009, 1076 – Bril­len­ver­sor­gung I; Urteil vom 13.01.2011 – I ZR 111/​08, GRUR 2011, 345 Rn. 18 = WRP 2011, 451 Hör­ge­rä­te­ver­sor­gung II; Urteil vom 24.07.2014 – I ZR 68/​13, GRUR 2015, 283 Rn.19 = WRP 2015, 344 – Hör­ge­rä­te­ver­sor­gung III[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 20.02.1997 – I ZR 13/​95, BGHZ 135, 1, 8 – Betrei­ber­ver­gü­tung; Urteil vom 13.01.2011 – I ZR 112/​08, MPR 2011, 88 Rn. 22[↩]
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