Source: http://jugend.dgb.de/ausbildung/dein-recht/arbeits-und-ausbildungszeiten/++co++211596a2-d8c9-11e2-a148-525400808b5c
Timestamp: 2018-07-16 18:37:13
Document Index: 48059406

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 19', '§7', '§9', '§7', '§9', '§ 19']

Für Jugendliche über 18 Jahren gilt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Darin steht, dass du Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub pro Jahr hast, wobei als Werktage alle Tage außer Sonntag und Feiertag gelten. 24 Werktage entsprechen also vier Wochen Urlaub. Ist dein Urlaub in Arbeitstagen oder Ausbildungstagen angegeben, dann ist wichtig, wie viele Tage pro Woche als Arbeitstage bzw. Ausbildungstage in deinem Ausbildungsvertrag stehen. Arbeitstage sind alle Tage von Montag bis Freitag außer Feiertagen, so dass 20 Arbeitstage ebenfalls vier Wochen Urlaub entsprechen. Geregelt ist dies im § 3 des Bundesurlaubsgesetzes.
Für Jugendliche unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. In § 19 ist hier der jährliche Urlaubsanspruch geregelt, Ausgangspunkt ist dein Alter zu Beginn des Kalenderjahres:
unter 16: Anspruch auf 30 Werktage Urlaub, das entspricht 5 Wochen (zur Erinnerung: als Werktage gelten alle Tage außer Sonntag und Feiertagen. Wenn du nur eine 5-Tage-Woche hast, sind die Urlaubstage entsprechend anteilig zu berechnen, d. h. 25, 22,5 und 20,8 Tage
unter 17: Anspruch auf 27 Werktage Urlaub
unter 18: Anspruch auf 25 Werktage Urlaub.
Das sind die gesetzlichen Mindestregelungen, in den meisten Tarifverträgen ist ein höherer Anspruch auf Urlaub geregelt.
Du hast einen Anspruch darauf, deinen Jahresurlaub im laufenden Kalenderjahr und zwei Wochen deines Jahresurlaubs am Stück und in einer berufsschulfreien Zeit zu nehmen (§7 Bundesurlaubsgesetz). Das Bundesurlaubsgesetz sagt, dass du dich mit deinem Ausbilder auf den Urlaubszeitpunkt einigen musst. In der Praxis heißt das: Du stellst einen Urlaubsantrag und deinE AusbilderIn darf dir den Urlaub nur dann verweigern, wenn wichtige soziale (zum Beispiel Vorrang von MitarbeiterInnen mit Kindern) oder betriebliche Gründe (zum Beispiel feststehender Betriebsurlaub) dagegen sprechen. Wenn es also in deinem Betrieb festgelegte Betriebsferien gibt, musst auch du dich daran halten. Liegt der Urlaub in der Berufsschulzeit, muss dir für jeden Berufsschultag ein weiterer Urlaubstag gewährt werden.
Wenn du deinen Urlaub planen willst, solltest du auf Nummer sicher gehen: Stelle einen schriftlichen Urlaubsantrag und bitte frühzeitig um mögliche Termine. DeinE AusbilderIn muss innerhalb von einem Monat auf deinen Antrag reagieren. Du solltest dir die Urlaubsgenehmigung für einen bestimmten Zeitraum unbedingt schriftlich geben lassen, so hättest du im Streitfall einen Nachweis, und die Chancen stehen gut, dass du den Urlaub auch tatsächlich antreten kannst!
Für Kalenderjahre, die du nicht voll arbeitest, hast du Anspruch auf anteiligen Urlaub. Die Übertragung des Urlaubes in das nächste Jahr ist nur aus wichtigen Gründen möglich. Nimmst du alten Urlaub mit in das neue Jahr, musst du den Urlaub in den ersten drei Monaten des neuen Jahres abbauen. Dies darf dir dein Arbeitgeber auch nicht verweigern. Wenn dies bis Ende März nicht möglich ist, musst du unbedingt einen schriftlichen Antrag auf Übernahme des Resturlaubs stellen, sonst verfällt dein Urlaubsanspruch.
Wenn du während des Urlaubs krank wirst, geh’ unbedingt zum Arzt und lass’ dir deine Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Die Tage, an denen du krank bist, werden nicht als Urlaub angerechnet. Du musst die Krankmeldung auch im Urlaub sofort an deineN AusbilderIn schicken. Falls du im Rahmen deines Urlaubs irgendwo auf der Welt krank wirst, ist auch ein ausländisches Attest als Krankmeldung möglich (§9 Bundesurlaubsgesetz).
§7, BUrlG
§9, BUrlG
§ 19, JArbSchG