Source: http://www.jurablogs.com/2015/12/14/vorstellungsgespraech-fuer-einen-schwerbehinderten-bewerber-und-der-nicht-bestandene-eignungstest
Timestamp: 2017-10-22 11:59:22
Document Index: 213779675

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 82', '§ 82', '§ 15', '§ 6', '§ 1', '§ 82']

Eignungstests sind regelmäßig Bestandteil des Auswahlverfahrens. Einstellungsbewerber, die dem Anforderungsprofil entsprechen, werden vom öffentlichen Arbeitgeber benachteiligt, wenn sie nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, weil sie einen Eignungstest nicht bestanden haben.
Einstellungsbewerber werden im Sinne des § 7 Abs. 1 AGG benachteiligt, wenn ein öffentlicher Arbeitgeber ihnen die in § 82 Satz 2 SGB IX angeordnete Besserstellung gegenüber nicht schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern durch Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vorenthält, obwohl ihnen im Sinne von § 82 Satz 3 SGB IX die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt1
Der Stellenbewerber fällt in dem hier vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschiedenen Streitfall als Bewerber mit einem GdB von 70, wie das Arbeitsgericht zutreffend festgestellt hat, unter den Anwendungsbereich der § 15 Abs. 2 S. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 2, §§ 1 und 2 AGG. Er hat Tatsachen glaubhaft gemacht, die eine Benachteiligung wegen der Behinderung vermuten lassen, denn er ist nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, obwohl er über die in der Ausschreibung geforderte vollwertige Fachhochschulreife verfügt. Die Arbeitgeberin hat die Vermutung der Benachteiligung wegen der Schwerbehinderung nicht entkräftet.
Nach § 82 Satz 2 SGB IX hat der öffentliche Arbeitgeber den sich bewerbenden schwerbehinderten Menschen zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Diese Pflicht besteht nur dann nicht, wenn dem schwerbehinderten Menschen die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. Das bedeutet, dass der öffentliche Arbeitgeber einem schwerbehinderten Bewerber die Chance eines Vorstellungsgespräches gewähren muss, wenn seine fachliche Eignung zwar zweifelhaft ist, aber nicht offensichtlich ausgeschlossen ist. Der schwerbehinderte Bewerber soll im Rahmen des Vorstellungsgespräches die Chance haben, den Arbeitgeber von seiner Eignung zu überzeugen2 ...
"gut gemeint" ging nach hinten los - die abschreckende Einladung
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„Sie können gerne kommen, aber Chancen haben Sie nicht“
Die wiederholte Bewerbung – und die unterbliebene Einladung zum Vorstellungsgespräch
Arbeitsrecht: Schwerbehinderte Bewerber: Pflicht des öffentlichen Arbeitgebers zum Vorstellungsgespräch!
Anspruch auf Vorstellungsgespräch für Schwerbehinderte?
BAG: Benachteiligung wegen einer Schwerbehinderung
Veröffentlicht December 14, 2015 11:27am im Blog Rechtslupe.
Arbeitsrecht, öffentlicher Dienst, Schwerbehinderung, Vorstellungsgespräch, Eignungstest