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Timestamp: 2016-10-24 18:23:44
Document Index: 279619196

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 40', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

A.________, 1965, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch den Rechtsdienst f�r Behinderte, Sch�tzenweg 10, 3014 Bern,
Die 1965 geborene A.________ war seit 1. Juli 1996 als Sekret�rin im Alters- und Pflegeheim S.________ t�tig. Der Arbeitgeber l�ste dieses Arbeitsverh�ltnis wegen �berforderung der Versicherten per 30. April 1997 auf.
Am 5. Juni 1997 meldete sich A.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Arbeitsvermittlung) an. Im Rahmen der beruflichen Abkl�rungen bewilligte die IV-Stelle Bern den Besuch eines Berufsf�rderungskurses der Psychiatrischen Dienste X.________, welcher vom 10. November bis 19. Dezember 1997 stattfand. Am 19. Januar 1998 hat die Versicherte ein halbj�hriges, als berufliche Massnahme ausgestaltetes Praktikum im Altersheim T.________ begonnen. Nach Verl�ngerung der Praktikumszeit bis Ende Oktober 1998 wurde sie vom Altersheim T.________ ab 1. November 1998 im Umfang eines 40 %igen Teilpensums und ab 1. Juni 1999 zu 50 % als kaufm�nnische Angestellte besch�ftigt. Die IV-Stelle holte diverse Arbeitgeberausk�nfte, Arztberichte der Frau Dr. med. B.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 5. Juli 1997 und 5. Juli 1999, ein Gutachten des Dr. med. I.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 28. April 1999 samt erg�nzenden Stellungnahmen vom 21. August 1999 ein. Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens lehnte sie den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung und auf berufliche Massnahmen ab (Verf�gung vom 21. Dezember 1999).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst A.________ das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren erneuern. Am 30. September und 17. Oktober 2000 (Postaufgabedatum) l�sst sie eine Stellungnahme der Frau Dr. med. B.________ vom 14. September 2000 und einen Bericht des G.________, Heimleiter Altersheim T.________, vom 1. Oktober 2000 nachreichen.
Die Invalidit�t gilt gem�ss Art. 4 Abs. 2 IVG als eingetreten, sobald sie die f�r die Begr�ndung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Der Rentenanspruch im Besonderen entsteht fr�hestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunf�hig geworden ist oder w�hrend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunf�hig gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. a und b IVG). Das Gesetz unterscheidet somit beim Begriff der Invalidit�t nicht danach, ob ein k�rperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden vorliegt. Auch macht das IVG die Entstehung des Rentenanspruchs nicht davon abh�ngig, dass das betreffende Leiden stabil oder zumindest relativ stabilisiert ist. Andernfalls h�tte es der Differenzierung in Art. 29 Abs. 1 IVG nicht bedurft (BGE 127 V 297 Erw. 4b/bb mit Hinweisen). Eine andere Regelung gilt unter anderem im Bereich der Unfallversicherung, wo der Anspruch auf eine das Taggeld abl�sende Invalidenrente u.a. erst entsteht, wenn von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. auch Art. 40 Abs. 1 MVG).
In ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 1997 diagnostizierte die behandelnde Fach�rztin Frau Dr. med. B.________ eine rezidivierende depressive St�rung (ICD-10 F33.1), "gegenw�rtig mittelgradige Episode", und gab an, die bisherige Erwerbst�tigkeit als kaufm�nnische Angestellte zu 80 % sei wahrscheinlich - nach einer vorangehenden objektiven Abkl�rung der F�higkeiten und allenfalls einem Training, beispielsweise im Berufsf�rderungskurs - weiterhin zumutbar.
Gem�ss Bericht zur sechsw�chigen Abkl�rung im Berufsf�rderungskurs vom 24. Dezember 1997 konnte die Versicherte in der Zeit vom 10. November bis 19. Dezember 1997 ein 70 %iges Arbeitspensum bew�ltigen. F�r die Zeit nach Absolvierung des von der Kursleitung empfohlenen sechsmonatigen IV-unterst�tzten B�ropraktikums wurde eine Teilzeitarbeit im Rahmen von 80 % einer Vollzeitbesch�ftigung in einem Aufgabenbereich, welcher nicht st�ndige Entscheide fordere, als sinnvoll erachtet.
Dr. med. I.________ hat in seinem Gutachten vom 28. April 1999 keine Symptomatik von Krankheitswert bei anamnestisch rezidivierenden, haupts�chlich neurotisch-reaktiven, depressiven Verstimmungsepisoden "ICD-10 F33.x" auf einem narzisstischen Hintergrund mit Verdacht auf m�glichen endogenen Einschlag festgestellt und im bisherigen sowie im derzeitigen Aufgabenbereich eine Arbeitsf�higkeit von 75 % attestiert. Es erscheine angesichts der hypochondrischen, selbstabwertenden und un�bersehbar regressiven Tendenzen v�llig kontraproduktiv, die Versicherte unter Angabe einer zu einer Rente zwingenden h�heren Arbeitsunf�higkeit in ihrer Annahme, invalid zu sein, zu best�rken. Die gegenw�rtige Anstellung an einem der Beschwerdef�hrerin sehr gut zusagenden Arbeitsplatz unter Annahme einer 40 %igen Leistungsf�higkeit bleibe weit unter den rein krankheitsbedingten M�glichkeiten und sei seines Erachtens, wenn nicht eine akute Episode bestehe, eindeutig zu niedrig. Den nurmehr leichten Verstimmungen und der "(�berhaupt fraglichen!)" Belastungsverminderung werde mit einer auf 75 % reduzierten Arbeitsf�higkeit gen�gend Rechnung getragen.
In ihrem Schreiben vom 5. Juli 1999 f�hrte Frau Dr. med. B.________ aus, sie sei mit dem Gutachten des Dr. med. I.________ im Wesentlichen einverstanden. Allerdings sei die Beschwerdef�hrerin durchschnittlich nur zu 50 % arbeitsf�hig. Mit der derzeitigen Arbeitsart bestehe die M�glichkeit, mit Blockierungen umgehen zu lernen und aus dem bisherigen Verhaltensmuster (alles geben und anschliessende v�llige Resignation) herauszukommen. Daraufhin hat Dr. med. I.________ in Erg�nzung seiner Expertise mit Stellungnahme vom 21. August 1999 pr�zisiert, bei einer 80 %igen Pr�senzzeit sei eine Leistung von 75 % einer Vollzeitbesch�ftigung zumutbar. Mit dieser Einsch�tzung bleibe er unter der von Frau Dr. med. B.________ im Arztbericht vom 5. Juli 1997 angegebenen Arbeitsf�higkeit von 80 %. Es entziehe sich seiner Kenntnis, weshalb sie im Bericht vom 5. Juli 1999 nun von einer 50 %igen Arbeitsf�higkeit ausgehe. Seine Untersuchung habe keine Anhaltspunkte f�r eine objektive Verschlechterung seit dem Jahr 1997 ergeben. Krisen w�rden zwar h�ufiger, aber schw�cher auftreten, was er mit der Verminderung von einer 80 %igen auf eine 75 %ige Arbeitsf�higkeit ber�cksichtigt habe.
Nach der Arbeitgeberauskunft des Altersheims T.________ vom 18. Oktober 1999 wurden die Praktikumsziele erreicht, nachdem das Arbeitspensum von 70 % auf 50 % reduziert worden war. Jeder Versuch, die Einsatzzeit zu erh�hen, sei gescheitert. Im Umfang einer 50 %igen Teilzeitt�tigkeit sei die Versicherte nun f�hig, konzentriert und mit guter Qualit�t zu arbeiten. Eine Steigerung sei im Moment nicht m�glich.
Mit Blick auf die umfassend begr�ndeten, in Kenntnis der Anamnese abgegebenen, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtenden und auf sorgf�ltigen eigenen Untersuchungen beruhenden Schlussfolgerungen des Dr. med. I.________ vom 28. April 1999 (zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten: BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee mit Hinweis) l�sst sich nicht beanstanden, dass IV-Stelle und Vorinstanz das Leistungsbegehren abgewiesen haben. Entgegen der Ansicht des kantonalen Gerichts kann es allerdings auf die Behandelbarkeit (Therapierbarkeit) einer psychischen St�rung (zumindest im Bereich der Invalidenversicherung) nicht ankommen (BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Entscheidend ist vorliegend allein, dass der Rentenanspruch in der relevanten Zeit bis zum Verf�gungserlass (21. Dezember 1999; BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) schon deshalb nicht entstehen konnte, weil die Versicherte weder mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunf�hig geworden (Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG), noch w�hrend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunf�hig gewesen ist (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG).
Auf die abweichenden Angaben der behandelnden Psychiaterin vom 5. Juli 1999 und des Arbeitgebers vom 18. Oktober 1999 kann nicht abgestellt werden, weil Dr. med. I.________ in seinem Gutachten vom 28. April 1999 nachvollziehbar dargelegt hat, dass die Annahme einer Arbeitsf�higkeit von weniger als 75 % in keiner Relation zur tats�chlich vorhandenen Belastungsverminderung der Versicherten stehen w�rde. Dazu kommt, dass den �usserst knappen Aussagen der Frau Dr. med. B.________ auch im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung zur Beschwerdef�hrerin nicht der gleiche Beweiswert zuerkannt werden kann wie denjenigen des zur neutralen Expertise durch die Verwaltung beauftragten Arztes (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Ferner beruhen die Feststellungen des Arbeitgebers zur Restarbeitsf�higkeit nicht auf medizinischem Fachwissen (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1).
An diesem Ergebnis vermag der von der Beschwerdef�hrerin im letztinstanzlichen Verfahren eingereichte Bericht der Frau Dr. med. B.________ vom 14. September 2000, wonach die Prognose einer 80 %igen Arbeitsf�higkeit im Jahr 1997 zu g�nstig ausgefallen sei und sich der Gesundheitszustand und die Situation seit der Festsetzung des Pensums auf 50 % beruhigt und stabilisiert h�tten, nichts zu �ndern. In der Expertise vom 28. April 1999 wird ber�cksichtigt, dass die Versicherte als kaufm�nnische Angestellte im Altersheim T.________ optimal eingegliedert ist, und einl�sslich begr�ndet, weshalb sich die Feststellung einer 75 % unterschreitenden Arbeitsf�higkeit auf Grund der bestehenden regressiven Tendenzen kontraproduktiv auswirken w�rde. Ferner enth�lt auch das Schreiben des G.________ vom 1. Oktober 2000, in welchem die bereits bekannte erwerbliche Entwicklung rekapituliert wird, keine neuen erheblichen Tatsachen. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob die nach Ablauf der Rechtsmittelfrist eingereichten Dokumente im letztinstanzlichen Verfahren �berhaupt Beachtung finden k�nnen (vgl. dazu BGE 127 V 353).