Source: https://www.ewe.de/unternehmen/energie/erdgas-rahmenbedingungen/energiesteuer
Timestamp: 2020-07-07 07:06:28
Document Index: 347077035

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 54', '§ 55', '§ 54', '§ 54', '§55']

Energiesteuer - Tipps zur Steuerentlastung | EWE
Energiesteuer: Entlastungsmöglichkeiten für Erdgas
Strom- und Erdgaslieferungen unterliegen in aller Regel der Strom- bzw. der Energiesteuer. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, von dieser Steuer entlastet zu werden bzw. Vergütungsanträge beim zuständigen Hauptzollamt zu stellen. Um Ihnen bei der Abwicklung der Steuerentlastung zu helfen, möchten wir Ihnen nachfolgende Hinweise geben - die entsprechenden Formulare sind verlinkt:
Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes (vgl. § 2 Nr. 3 StromStG) und der Land- und Forstwirtschaft (§ 2 Nr. 5 StromStG) wird eine Steuerentlastung in Höhe von 1,38 Euro/MWh entsprechend 0,138 Cent/kWh für Erdgas gewährt, das zu betrieblichen Zwecken verheizt oder in begünstigten Anlagen nach § 3 EnergieStG verwendet wurde.
Eine Entlastung wird nur gewährt, soweit der Entlastungsbetrag im Kalenderjahr den Selbstbehalt von 250 Euro übersteigt. Bei einem Erstattungssatz von 1,38 Euro/MWh für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft entspricht der Selbstbehalt von 250 Euro einer Erdgasmenge von 181.159 kWh pro Jahr (Antrag 1118).
Die nach Beantragung der Entlastung gem. § 54 EnergieStG verbleibende Belastung durch die Energiesteuer auf Erdgas kann gem. § 55 EnergieStG noch weiter reduziert werden. Dieser Antrag kann nur von Unternehmen des produzierenden Gewerbes gestellt werden. Der Entlastungsbetrag für Erdgas beträgt maximal 90% von 2,28 Euro/MWh. Wegen der Einzelheiten sei an dieser Stelle auf das Informationsblatt der Zollverwaltung (Antrag 1450 u. Informationsblatt 1451) verwiesen.
Eine Steuerentlastung gem. §§ 54 und 55 EnergieStG für Erdgas, das zur Erzeugung von Wärme verwendet worden ist, wird nur gewährt, soweit die erzeugte Wärme nachweislich durch ein Unternehmen des produzierenden Gewerbes genutzt worden ist (bei einer Nutzung durch ein Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft greift nur § 54 EnergieStG).
Darüber hinaus verlangt der Gesetzgeber seit dem 1. Januar 2013 von Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Zukunft Gegenleistungen zum Erhalt der Entlastungen von der Energiesteuer (Spitzenausgleich nach §55 EnergieStG). Unternehmen müssen ab 2013 ein Energiemanagement und -einsparungen nachweisen. Dieser Nachweis muss unter anderem von einem Zertifizierer mit dem Antragsformular 1449 bestätigt werden und vom Unternehmen zusammen mit seinen anderen Formularen eingereicht werden.
Erdgas, das in ortsfesten Anlagen zur Stromerzeugung (mit einer elektrischen Nennleistung von mehr als zwei Megawatt) eingesetzt wird oder der Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Monats- oder Jahresnutzungsgrad von mindestens 70 % dient, kann vollständig (5,50 Euro/MWh entsprechend 0,55 Cent/kWh) entlastet werden (Antrag 1131).
Die Vorschrift regelt die Entlastung von bestimmten Prozessen und Verfahren von Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der thermischen Abfall- und Abluftbehandlung (Antrag 1115).
Die Steuerentlastungen werden nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist spätestens bis zum 31.12. des Jahres, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem der Steuerentlastungsanspruch entstanden ist, beim Hauptzollamt zu stellen. Bei der Antragsfrist handelt es sich um eine Ausschlussfrist. Verspätete Anträge werden grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt.
Für die jeweiligen Anträge gibt es gesetzlich vorgeschriebene Formulare, die vom Antragsteller zu verwenden sind. Alle Vordrucke finden sich im elektronischen Formularcenter der Zollverwaltung. Mit der Eingabe der Antragsnummer im Suchfeld werden die aktuellen Unterlagen angeboten.
Zusätzliche Informationen des Zolls für Unternehmen gibt es unter https://www.zoll.de/DE/Unternehmen/unternehmen_node.html
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