Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Kauf-eines-Einfamilienhauses-mit-Teilungserklaerung--f243448.html
Timestamp: 2019-12-06 05:38:57
Document Index: 350472631

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 4', '§ 4', '§ 311']

www.frag-einen-anwalt.deBaurecht, ArchitektenrechtKaufKauf eines Einfamilienhaus...
| 23.10.2013 19:29 |
Zusammenfassung: Die Kosten für die Lasten und die Verwaltung von gemeinschaftlichem Wohnungseigentum sind von den Wohnungseigentümern nach dem Verhältnis ihrer Anteile zu tragen (§ 16 Abs. 2 WEG).
ich bin neu in Sachen Hauskauf und bitte daher um Nachsicht :)
Meine Freundin und ich beabsichtigen, ein Einfamilienhaus zu kaufen.
Wir haben das Haus besichtigt, es ist im absoluten Top-Zustand (Baujahr 2005) und wir haben es uns beim Makler reservieren lassen.
Die Vorbesitzer haben das Haus mit einer Teilungserklärung zu 1/2 aufgeteilt. Heisst EG Vorbesitzer 1, DG Vorbesitzer 2.
Vorbesitzer 2 ist insolvent, so dass das DG durch einen Insolvenzverwalter verkauft wird.
Laut Makler steht aber der vereinbarte Kaufpreis für beide "Hälften" fest.
Unser Finanzberater meinte das ist an sich kein Problem, jedoch müsste ich z.B. das EG und meine Freundin das DG erwerben, damit wir die komplette Riester-Förderung erhalten.
Damit haben wir auch überhaupt kein Problem, nur stellen sich für mich nun folgende Fragen:
Wie verhält es sich mit den Abgaben wie Grundsteuer, Müll, Strom, Gas, Versicherungen etc.?
Muss dann jeder für sich alles abschließen und bezahlen oder kann man es auch so machen, dass Grundsteuer, Müll etc. monatlich wi bei einem "normalen Einfamilienhaus" bezahlt werden?
Was sollten wir im Bezug auf die Insolvenz des Vorbesitzers 2 beim Kauf / beim Kaufvertrag beachten?
Ich hoffe, Ihr versteht ungefähr, welche "Sorgen" ich mir mache. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Bei Bedarf kann ich die Teilungserklärung auch gern per Mail zur Verfügung stellen.
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Durch die Teilungserklärung wird eine Wohnungseigentümergemeinschaft begründet. Nach § 16 Abs. 2 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist jeder Wohnungseigentümer den anderen Wohnungseigentümern gegenüber verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums sowie die Kosten der Instandhaltung, Instandsetzung, sonstigen Verwaltung und eines gemeinschaftlichen Gebrauchs des gemeinschaftlichen Eigentus nach dem verhältnis seines Anteils zu tragen.
Nach außen hin kann durch den Verwalter der WEG mit den Lieferanten von Strom, Wasser, Gas ein Lieferungsvertrag geschlossen werden, der durch den Verwalter bezahlt wird. Im Innenverhältnis werden die Kosten dann nach dem tatsächlichen Gebrauch gemäß Einzelabrechnung aufgeteilt, wobei die Fixkosten nach dem Verhältnis der Anteile aufgeteilt werden (§ 16 Abs. 2 WEG). Es kann natürlich auch jeder Eigentümer separat Versorgungsverträge mit den Lieferanten abschließen und direkt bezahlen.
Die Grundsteuer zahlt jeder Eigentümer direkt ans Finanzamt.
Versicherungen kann jeder Eigentümer für sich abschließen, oder der Verwalter schließt eine Versicherung für alle Eigentümer ab, und die Kosten werden im Innenverhältnis aufgeteilt (§ 16 Abs. 2 WEG).
Bei der Müllentsorgung kommt es darauf an, ob es eine Mülltonne für beide Eigentümer gibt, oder ob jeder Eigentümer seine eigene Mülltonne hat.
Die Wohnung von Vorbesitzer2 wird durch den Insolvenzverwalter verkauft. Dieser ist ein ganz "normaler" Verkäufer. Ich empfehle folgende Vertragsgestaltung: Der Kaufpreis wird zunächst auf ein Notaranderkonto überwiesen. Erst wenn eine Auflassungsvormerkung zu Gunsten des Käufers im Wohnungsgrundbuchblatt eingetragen ist, leitet der Notar den Kaufpreis nach Ablösung aller auf der Wohnung liegenden dinglichen Belastungen (Grundschulden, Hypotheken) an den Verwalter weiter. Ferner sollte im Wohnungsgrundbuch Einsicht genommen werden, welche Lasten (Grundschulden) auf der Wohnung liegen. Es muss sichergestellt sein, dass der Kaufpreis ausreicht, um alle Grundpfandrechte abzulösen.
Nachfrage vom Fragesteller	23.10.2013 | 21:31
Besteht dann im Falle des Kaufs die Möglichkeit, die Teilung / WEG aufzulösen?
Schließlich sind ja beide Eigentümer quasi nicht mehr "vorhanden", bzw. ich und meine Partnerin ja die neuen Eigentümer.
Müssen wir die Teilung / WEG fortführen?
In Anbetracht der Tatsache, dass wir das Haus, welches übrigens vom Makler als Einfamilienhaus "angepriesen" wurde, gemeinsam zu gleichen Teilen nutzen möchten, macht die Aufteilung der Rechte und Pflichten sowie Kosten für uns kaum einen Sinn.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2013 | 21:59
Wohnungseigentum kann auch wieder aufgehoben werden.
Nach § 4 Abs. 1 WEG ist zur Aufhebung des Sondereigentums an einzelnen Wohnungen die Einigung der Beteiligten über die Rechtsänderung und die Eintragung in das Grundbuch erforderlich.
Nach § 4 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 WEG in Verbindung mit § 311b Abs. 1 BGB müssen der Vertrag, durch den sich die Mitglieder der WEG verpflichten, das Sondereigentum aufzuheben, und die Einigung notariell beurkundet werden.
Bewertung des Fragestellers 23.10.2013 | 22:07
FRAGESTELLER 23.10.2013 4,6/5,0
Baurecht Bayern Einfamilienhaus