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Timestamp: 2020-04-02 03:54:09
Document Index: 180375451

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 79', '§ 1', '§ 89', '§ 6', '§ 79', '§ 6']

Eingeschränkte Sozialauswahl bei einer Kündigung nach Anlage I zum Einigungsvertrag
LAG Berlin 6. Kammer
6 Sa 22/92
KSchG § 9 / EinigVtr Anlage I Kap XIX A / BPersVGAnwG § 79 Abs 4 / EinigVtr Anlage I Kap XIX A III Nr 1 Abs 4 S 1 Nr 2 / KSchG § 1 Abs 3 S 1 / PersVG BE § 89 Abs 2 S 2 / RVereinhG BE 2 § 6 Nr 4 Buchst a
1. Das Bühnenschiedsgericht Berlin ist für Mitglieder IG Medien, die an Bühnen im Ostteil der Stadt beschäftigt werden, nicht zuständig.
2. Die vom Bundesverfassungsgericht im sog Warteschleifenurteil (Urteil des BVerfG vom 24.4.1991, 1 BvR 1341/90 = BVerfGE 84, 133) im Wege verfassungskonformer Auslegung betonte besondere Schutzbedürftigkeit von Schwerbehinderten, älteren Arbeitnehmern und Alleinerziehenden muß auch im Rahmen einer Kündigung nach Kapitel XIX Sachgebiet A Abschnitt III Nr 1 Abs 4 Nr 2 der Anlage I zum Einigungsvertrag beachtet werden.
3. Entsprechend § 79 Abs 4 PersVG-DDR (juris: BPersVGAnwG), der nach § 6 Nr 4 Buchst a des Zweiten Gesetzes über die Vereinheitlichung des Berliner Landesrechts vom 10.12.1990 (GVBl S 2289) für eine Kündigung nach dem Einigungsvertrag im Ostteil der Stadt weiterhin Anwendung findet, ist eine Kündigung unwirksam, wenn der Arbeitgeber dem Personalrat nicht die Gründe mitgeteilt hat, weshalb gerade dieser Arbeitnehmer wegen mangelnden Bedarfs nicht mehr verwendbar sein soll.
ZAP-DDR EN-Nr 546/92 (S)
ZTR 1992, 433 (L1-3)
ArbuR 1992, 317 (L2-3)
BB 1992, 2365 (L1-3)
vorgehend ArbG Berlin 1991-12-02 60A Ca 18129/91
KARE394110336