Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=6949
Timestamp: 2018-02-25 23:39:53
Document Index: 213790473

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', 'Art. 7', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 16']

Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSF vom 25.11.2003, RV/0306-F/03
VfGH-Beschwerde zur Zl. B 37/04 eingebracht (mit Eventualantrag an Abtretung an den VwGH). Mit Erk. v. 28.6.2004 aufgehoben.
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufungen des Bw. gegen die Bescheide des Finanzamtes Feldkirch betreffend Einkommensteuer für die Jahre 2001 und 2002 entschieden: Die Berufungen werden als unbegründet abgewiesen.
Der Bw., der in den Berufungsjahren Einkünfte aus selbständiger Arbeit und als Finanzbeamter (Betriebsprüfer) Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielte, machte in seinen Einkommensteuererklärungen 2001 und 2002 - wie im Übrigen bereits auch in der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2000 - im Zusammenhang mit seinem mit Beginn des Wintersemesters 1999/2000 begonnenen (berufsbegleitenden) Fernstudium der Rechtswissenschaften an der J-K-Universität in L - im Verband mit dem Studienzentrum B - Aufwendungen (Fahrtkosten, Kosten für Fachbücher und Skripten, Studiengebühr, ÖH-Beitrag, Prüfungskosten, Kosten für Präsenzphase in V, AfA für PC) in Höhe von insgesamt 51.268,80 S (3.725,85 €) im Jahr 2001 und 3.691,97 € im Jahr 2002 als Werbungskosten geltend.
Das Finanzamt berücksichtigte in den angefochtenen Einkommensteuerbescheiden vom 23. Oktober 2002 bzw. vom 23. September 2003 die beantragten Studienkosten nicht als Werbungskosten, weil Aufwendungen, die mit einem ordentlichen Universitätsstudium in Zusammenhang stünden, gemäß § 16 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 nicht abzugsfähig seien.
Der Bw. erhob aus diesem Grund Berufungen gegen die obgenannten Bescheide, beantragte die Berücksichtigung der von ihm getätigten Aufwendungen in Zusammenhang mit seinem ordentlichen Universitätsstudium der Rechtswissenschaften an der genannten Universität als Werbungskosten nach der genannten Gesetzesstelle und brachte dazu in den Schriftsätzen vom 19. November 2002 bzw. vom 22. Oktober 2003 begründend Folgendes vor: Das Abzugsverbot des § 16 Abs. 1 Z 10 letzter Satz EStG 1988 stelle eine Verletzung des verfassungsgesetzlich verankerten Grundrechts des Art. 7 Abs. 1 B-VG, Art. 2 StGG und Art. 14 MRK - Gleichheitsgrundsatz - dar. Die angefochtenen Bescheide verletzten ihn im verfassungsgesetzlich gewährleisteten Grundrecht auf Gleichheit vor dem Gesetz und seien somit aufzuheben. Im Detail verweise er auf die umfangreiche Begründung seiner Berufung gegen den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2000, die der Behörde vorliege und aus den Verwaltungsakten entnommen werden könne.
In der Folge legte das Finanzamt die gegenständlichen Berufungen ohne Erlassung von Berufungsvorentscheidungen der Abgabenbehörde zweiter Instanz vor.
Hinsichtlich des Sachverhaltes wird an dieser Stelle auch auf die an den Bw. ergangene Berufungsentscheidung der Finanzlandesdirektion für Vorarlberg (Berufungssenat) vom 22. August 2002, RV 1600/1-V6/02, verwiesen.
Da in den gegenständlichen Berufungsfällen unstrittig ist, dass der Bw. in den Berufungsjahren ein ordentliches Universitätsstudium betrieb, konnten die in diesem Zusammenhang geltend gemachten, strittigen Aufwendungen nach dem klaren Wortlaut der Bestimmung des § 16 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 nicht als Werbungskosten berücksichtigt werden.
Findok-Nr: 6949.1, aufgenommen am: 11.12.2003 13:21:46, zuletzt geändert am: 22.03.2006, Dokument-ID: 1b552b2f-678c-4ff1-8ea0-8c2a01a4cb3f, Segment-ID: d63f85ce-5888-4e9b-b5cd-105c0f26c0ad