Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201998,%20112
Timestamp: 2019-02-19 22:07:10
Document Index: 296154749

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 26', 'BGH', '§ 26', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3']

Rechtsprechung: MDR 1998, 112 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 03.11.1997 | LG Koblenz, 06.10.1997
BGH, 29.09.1997 - II ZR 245/96
Unterbilanzhaftung von Gesellschaftern; Gründungskosten einer Gesellschaft; Konkurs einer GmbH; Bewertung auf der Basis der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten; Bewertung der Vermögensgegenstände nach Veräußerungswerten
Ermittlung der Unterbilanzhaftung nur mit Veräußerungswerten des Gesellschaftsvermögens
Zur Unterbilanzhaftung des GmbH-Gesellschafters im Konkurs der GmbH
Aufstellung einer Vorbelastungsbilanz
Darlegungs- und Beweislast, Gründungsaufwand, Haftung bei Eintragung, Haftung bei Gründung GmbH, Haftung Gesellschafter Vor-GmbH, Unterbilanzhaftung, Vor-GmbH, Vorgesellschaft
Gesellschaftsrecht; Ermittlung der Unterbilanzhaftung
Bewertung in der Vorbelastungsbilanz
ZIP 1997, 2008
WM 1997, 2218
BB 1997, 2475
DB 1997, 2372
NZG 1998, 102
Mit Recht hat das Berufungsgericht eine Unterbilanzhaftung des Beklagten entsprechend seiner Beteiligungsquote von 41, 8 % gemäß der im Auftrag des Klägers erstellten Vorbelastungsbilanz des Wirtschaftsprüfers Prof. Dr. K. vom 14. März 2002 für den - um satzungsmäßig festgelegten Gründungsaufwand reduzierten (vgl. dazu Sen.Urt. v. 29. September 1997 - II ZR 245/96, ZIP 1997, 2008) - im Zeitpunkt der Eintragung der Schuldnerin bestehenden Fehlbetrag von 427.976,17 DM angenommen.
Die vom Berufungsgericht zugrunde gelegte Vorbelastungsbilanz des Wirtschaftsprüfers Prof. Dr. K. ist entsprechend den Vorgaben der ständigen Senatsrechtsprechung als Vermögensbilanz der Gesellschaft mit ihren wirklichen Werten nach Fortführungsgrundsätzen aufgestellt worden (Sen.Urt. v. 29. September 1997 aaO S. 2009; BGHZ 124, 282, 285).
Der darlegungs- und beweisbelastete (BGH, Sen.Urt. v. 29. September 1997 - II ZR 245/96, NJW 1998, 233, 234) Kläger hat den entsprechenden unter Beweis gestellten Vortrag des Beklagten nicht substantiiert bestritten.
a) Zum einen ist von der Revision nicht dargetan, dass die beabsichtigte Aktivierung der Schuldnerin nach dem Erwerb ihrer Aktien durch B.W. nicht schon im Zusammenhang mit den am 20. März 2000 beschlossenen Satzungsänderungen (Firma, Sitzverlegung) zum Handelsregister angemeldet worden ist (zur Darlegungs- und Beweislast für die Voraussetzungen einer Unterbilanzhaftung des Gesellschafters vgl. Sen.Urt. v. 29. September 1997 - II ZR 245/96, ZIP 1997, 2008).
Zutreffend ist allerdings der Ausgangspunkt des angefochtenen Urteils, daß nach den allgemeinen Regeln die Gesellschaft - bzw. im Falle ihrer Insolvenz der Insolvenzverwalter - darlegungs- und beweispflichtig für das Bestehen von Unterbilanzhaftungsansprüchen ist (Urt. v. 29. September 1997 - II ZR 245/96, ZIP 1997, 2008 f.;… Scholz/K.Schmidt, 9. Aufl. § 11 Rdn. 128;… Lutter/Hommelhoff, 15. Aufl. § 11 Rdn. 22;… Baumbach/Hueck/Fastrich, 17. Aufl. § 11 Rdn. 60;… Rowedder/Schmidt-Leithoff, GmbHG 4. Aufl. § 11 Rdn. 28;… a.A. Roth in Roth/Altmeppen, GmbHG 4. Aufl. § 11 Rdn. 18).
OLG Frankfurt, 07.04.2010 - 20 W 94/10
GmbH-Gründung: Angabe des Gründungsaufwands im Gesellschaftsvertrag
Soweit die Satzung über den Gründungsaufwand nichts aussagt, sind nach Ziffer IV. 2. c. dieser Entscheidung im Verhältnis zur GmbH entsprechend § 26 Abs. 2 AktG die Gründer dessen alleinige Schuldner mit der Folge, dass sie im Außenverhältnis für Rechnung der GmbH zu leisten und dieser zu erstatten haben, was sie an Gründungsaufwand aufgebracht hat (vgl. auch BGH NJW 1998, 233).
Zwar ist die im Auftrag der Klägerin von der A. GmbH erstellte Vorbelastungsbilanz entsprechend den Vorgaben der Rechtsprechung des Senates unter Zugrundelegung von Fortführungswerten aufgestellt worden (Sen.Urt. v. 29. September 1997 - II ZR 245/96, ZIP 1997, 2008).
Dies folgt aus § 26 Abs. 2 AktG, der nach ständiger höchst- und obergerichtlicher Rechtsprechung auf die GmbH analog anzuwenden ist und dessen Einhaltung der Registerkontrolle gemäß § 9c Abs. 2 Nr. 2 GmbHG unterliegt (BGHZ 107, 1, RN 13; BGH ZIP 1997, 2008, RN 7; KG Berlin, ZIP 2015, 1923, RN 11; OLG Frankfurt, GmbHR 2010, 589; OLG München, ZIP 2010, 2096, RN 7; OLG Zweibrücken, GmbHR 2014, 427, RN 8; jw. zit. aus juris).
Lediglich ergänzend sei daher angemerkt, dass Gründungskosten an die Gesellschafter erstattet werden können, soweit dies in der Satzung der GmbH gestattet ist (BGH NJW 1998, 233) und jedenfalls die Grenze der Angemessenheit nicht überschritten wird (…vgl. hierzu Lutter/Bayer aaO § 3 Rn 54).
LG Essen, 11.12.2002 - 44 T 5/02