Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-06-2000-I_655-1999
Timestamp: 2016-10-21 15:02:25
Document Index: 348480115

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'BGE']

I 655/99 (26.06.2000)
F.________, 1971, Beschwerdef�hrer, vertreten durch die
Beratungsstelle f�r Ausl�nder, Weinbergstrasse 147, Z�rich,
A.- Der 1971 geborene, als Bauhandlanger arbeitende F.________ erlitt bei einem Unfall am 9. Juli 1994 eine Malleolarfraktur Typ C rechts mit Ausriss des Volkmannschen Dreiecks, auf Grund welcher eine Platten- und Schraubenosteosynthese vorgenommen wurde. In der Folge kam eine isch�mische Muskelnekrose dazu, und es wurde eine Latissimuslappenplastik notwendig. Seit dem Unfall weist F.________ eine Gangst�rung auf und geht am Stock. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 19. Juni 1995 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und ersuchte um berufliche Massnahmen und eine Rente. Er musste sich am 1. M�rz 1996 einer Arthroskopie unterziehen. Gest�tzt auf die Berichte der Frau Dr. med. M.________, �rztin f�r Allgemeine Medizin, vom 5. Juli 1995, des Dr. med. L.________, leitender Arzt f�r Orthop�die, vom 7. August 1996 und des Dr. med. S.________, SUVA Kreisarzt-Stellvertreter, vom 2. September 1996, in welchen F.________ als Bauhandlanger volle Arbeitsunf�higkeit attestiert und eine sitzend ausgef�hrte, manuelle industrielle T�tigkeit, z.B. in der Montage, als ganzt�gig zumutbar erachtet wurde, lehnte die IV-Stelle des Kantons Z�rich den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verf�gung vom 18. Dezember 1996 ab. Die SUVA schloss den Fall mit Verf�gung vom 27. Dezember 1996 ab.
B.- Die gegen die Verf�gung der IV-Stelle eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 28. September 1999 ab.
C.- Unter Beilage eines Berichts des Dr. med. D.________, Spezialarzt f�r Orthop�die und orthop�dische Chirurgie, vom 17. Januar 1997 sowie eines Schreibens der SUVA vom 3. Juli 1997 betreffend die weitere Ausrichtung von Taggeldern ab 1. Dezember 1996 infolge einer zwischenzeitlich erfolgten Operation (Arthrodese) l�sst F.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sowie die Ausrichtung einer Invalidenrente, eventualiter die Durchf�hrung einer neutralen medizinischen Begutachtung, beantragen.
1.- Die Vorinstanz hat die massgebenden Bestimmungen �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG), den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG) und die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG und Art. 25 Abs. 1 IVV) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
2.- Um den Invalidit�tsgrad bemessen zu k�nnen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die �rztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verf�gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1).
F�r die richterliche Beurteilung eines Falles sind grunds�tzlich die tats�chlichen Verh�ltnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verwaltungsverf�gung massgebend (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die sich erst sp�ter verwirklichen, sind jedoch insoweit zu ber�cksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verf�gungserlasses zu beeinflussen (BGE 99 V 102 mit Hinweisen).
3.- a) Die Dres. med. M.________, L.________ und S.________ attestierten dem Beschwerdef�hrer als Bauhandlanger eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit, hielten jedoch eine leidensangepasste T�tigkeit f�r ganzt�gig zumutbar (Berichte vom 5. Juli 1995, vom 7. August 1996 und vom 2. September 1996). Dr. med. W.________, Spezialarzt f�r orthop�dische Chirurgie, �usserte sich zwar nicht �ber die Arbeitsf�higkeit, stellte aber eine insgesamt ung�nstige Prognose (Gutachten vom 11. Juni 1996). Dr. med. D.________ hielt die zuerst von Dr. med. S.________ in seinem Bericht vom 5. Oktober 1995 empfohlene, von Dr. med. A.________, Oberarzt an der Klinik f�r Unfallchirurgie, Universit�tsspital Y.________, und von Dr. med. L.________ aber abgelehnte Arthrodese (Berichte vom 30. Oktober 1995 und vom 7. August 1996) f�r notwendig, um den Beschwerdef�hrer wieder in den Arbeitsprozess integrieren zu k�nnen, und erachtete den Abschluss des Falles durch die SUVA f�r unverst�ndlich (Bericht vom 17. Januar 1997). Die SUVA richtete dem Versicherten nach Durchf�hrung dieser Operation r�ckwirkend ab 1. Dezember 1996 weitere Taggelder aus.
b) Es ist unbestritten und steht fest, dass der Beschwerdef�hrer nicht mehr in der Lage ist, seinem angestammten Beruf als Bauhandlanger nachzugehen. Zu pr�fen bleibt, welche anderen leidensangepassten T�tigkeiten f�r ihn in Betracht kommen.
Angesichts des letztinstanzlich aufgelegten Berichts des Dr. med. D.________ vom 17. Januar 1997 sowie der nur wenige Monate nach Erlass der ablehnenden Rentenverf�gung beim Versicherten vorgenommenen Arthrodese und der anschliessenden l�ckenlosen Ausrichtung weiterer Taggelder durch die SUVA verm�gen die Angaben der Dres. med. M.________, L.________ und S.________ betreffend die Zumutbarkeit einer ganzt�gigen manuellen industriellen Arbeit nicht zu �berzeugen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Bericht von Frau Dr. med. M.________ rund eineinhalb Jahre vor Verf�gungserlass erstellt wurde und dass Dr. med. S.________ noch anl�sslich der Untersuchung vom 6. Juni 1996 eine eher pessimistische Prognose stellte (Bericht vom 6. Juni 1996). Der Gesundheitszustand sowie insbesondere Art und Umfang der zumutbaren T�tigkeiten sind somit nicht hinreichend abgekl�rt, um den Invalidit�tsgrad ermitteln zu k�nnen. Die Sache ist deshalb an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, welche die erforderliche Aktenerg�nzungen vornehmen und �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente neu verf�gen wird.
4.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem durch einen Mitarbeiter der Beratungsstelle f�r Ausl�nder und Steuerfragen vertretenen, obsiegenden Beschwerdef�hrer steht nach Massgabe der zu Art. 159 Abs. 1 und 2 OG ergangenen Rechtsprechung (BGE 122 V 278; nicht ver�ffentlichte Urteile M. vom 10. Februar 2000 [I 142/99], B. vom 22. Juli 1998 [U 108/97]und L. vom 17. Juni 1997 [U 260/96] eine Parteientsch�digung zu.
I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutheissen, dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 28. September 1999 und die Verf�gung vom 18. Dezember 1996 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle des Kantons Z�rich zur�ckgewiesen wird, damit diese, nach erg�nzender Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente neu verf�ge.
III. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 500. -- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.