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Timestamp: 2016-10-25 12:09:53
Document Index: 9603680

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_366/2013 (18.06.2013)
8C_366/2013 � � Urteil vom 18. Juni 2013
vom 8. April 2013.
Der 1967 geborene A.________ war seit Mai 1997 Lagermitarbeiter bei der Firma Q.________ AG. Am 19. Januar 2006 meldete er sich bei der IV-Stelle Luzern zum Leistungsbezug an. Diese holte diverse Arztberichte und ein interdisziplin�res Gutachten der MEDAS vom 23. November 2010 ein. Darin wurden folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschr�nkung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit gestellt: Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Stadium I linke Hand und distaler Vorderarm; Status nach Hand- und Unterarmkontusion am 9. November 2011; chronisches Zervikalsyndrom (Status nach HWS-Distorsionstrauma am 2. M�rz 2005 und 21. September 2007; diskrete Segmentdegenerationen C3/4 und C4/5; zervikale Streckhaltung); rezidivierende Depression, gegenw�rtig leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.00); chronische Schmerzst�rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Diagnosen ohne wesentliche Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit, aber mit Krankheitswert, seien: Unspezifisches, chronisches lumbales Schmerzsyndrom (Rumpfinstabilit�t ohne fassbare organische Ursache); schmerzhafter Residualzustand OSG links (Status nach Distorsionstrauma am 2. Oktober 2009); Schwindelbeschwerden (ohne Nachweis einer vestibul�ren Pathologie; ohne Hinweis auf zentrale vestibul�re Funktionsst�rungen); Adipositas (BMI 30.5); Allergie auf Staub und diverse Pollen, anamnestisch. Mit Verf�gungen vom 27. Juni 2012 gew�hrte die IV-Stelle dem Versicherten ab 1. M�rz bis 30. Juni 2006 eine ganze Invalidenrente, ab 1. Juli bis 30. September 2006 eine halbe Invalidenrente, ab 1. Oktober 2006 bis 31. August 2007 keine Invalidenrente und ab 1. September 2007 bis 31. M�rz 2008 eine ganze Invalidenrente.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern (heute: Kantonsgericht Luzern) mit Entscheid vom 8. April 2013 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei ihm ab 9. November 2009 mindestens eine Dreiviertelsrente zu gew�hren; die Sache sei zur neuen umfassenden medizinischen Begutachtung an die Vorinstanz, eventuell an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber die Invalidit�tsbemessung nach dem Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 135 V 297 E. 5.1 f. S. 300 f.), den Rentenanspruch (Art. 28 f. IVG) sowie die r�ckwirkende Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente (analoge Anwendung der Revisionsregeln, Art. 17 Abs. 1 ATSG; nicht publ. E. 4.3.1 des Urteils BGE 137 V 369, in SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 [9C_226/2011]; BGE 133 V 263 E. 6.1) richtig dargelegt. Gleiches gilt betreffend den Beweiswert �rztlicher Unterlagen (E. 1 hievor). Darauf wird verwiesen.
3.1.�Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Aktenlage mit einl�sslicher Begr�ndung - auf die verwiesen wird - erwogen, dass das interdisziplin�re (rheumatologische, neurologische und psychiatrische) MEDAS-Gutachten vom 23. November 2010 die Anforderungen an eine beweiskr�ftige medizinische Grundlage erf�lle, weshalb darauf abzustellen sei (vgl. auch BGE 139 V 99 E. 2.3.2 S. 103, 137 V 210 E. 6 Ingress S. 266). Gest�tzt hierauf sei der Versicherte in einer leidensangepassten Arbeit ab 25. M�rz 2008 zu 100 % und ab 9. November 2009 zu 70 % arbeitsf�hig gewesen. Diesem vorinstanzlichen Ergebnis ist beizupflichten.
3.2.�Der Versicherte erhebt keine R�gen, die zur Bejahung einer Rechtsverletzung f�hren oder die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen zu seiner Arbeitsf�higkeit als offensichtlich unrichtig oder als Ergebnis willk�rlicher Beweisw�rdigung oder als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG erscheinen lassen (E. 1 hievor). Festzuhalten ist insbesondere Folgendes:
3.3.�Die vom Versicherten angerufenen Berichte der Frau Dr. med. H.________, Fach�rztin f�r Rheumatologie und Innere Medizin FMH, vom 17. November 2010 und des Dr. med. M.________, Facharzt FMH f�r Oto-Rhino-Laryngologie, vom 22. Mai 2012 verm�gen das MEDAS-Gutachten vom 23. November 2010 nicht zu entkr�ften, zumal sie keine Angaben zur Arbeitsf�higkeit enthalten (vgl. Urteile 8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.2 und 4.3.3 sowie 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.3). Soweit Dr. med. M.________ ausf�hrte, die Funktionskapazit�t f�r allt�gliche Verrichtungen liege bei 69 % der Norm, ist dies nicht geeignet, am MEDAS-Gutachten ernsthafte Zweifel aufkommen zu lassen.
3.4.�Der Versicherte beruft sich auf die bei einem MRI der Lendenwirbels�ule im Spital X.________ vom 27. August 2012 festgestellte, durch eine Diskushernie verursachte Nervenirritation L4. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Verh�ltnisse bis zum Zeitpunkt des Verf�gungserlasses vom 27. Juni 2012 massgebend sind (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 320). Die Vorinstanz erwog, davor habe der Versicherte nicht �ber lumbale Beschwerden geklagt; dies ist unbestritten. Unerheblich ist sein pauschaler Einwand, wenn eine Diskushernien-bedingte Nervenirritation zwei Monate nach Verf�gungserlass best�tigt werde, habe sie sicher bereits damals bestanden.
3.5.1.�Der Versicherte wendet ein, der Psychiater Dr. med. F.________ habe am 11. Mai 2011 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) best�tigt, weshalb die �berwindbarkeit neu beurteilt werden m�sse. Hierzu ist festzuhalten, dass aus dieser Diagnose allein nicht ohne Weiteres geschlossen werden kann, sie bewirke eine voraussichtlich bleibende oder l�ngere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunf�higkeit (Urteil 8C_484/2012 vom 26. April 2013 E. 4.3.2.2). Vorliegend ist die notwendige Schwere, Auspr�gung und Dauer der Komorbidit�t - neben der im MEDAS-Gutachten diagnostizierten Schmerzst�rung nach ICD-10 F45.41 (vgl. Sachverhalt lit. A; Urteil 8C_145/2013 vom 1. Mai 2013 E. 5.2) - nicht dargetan, um eine h�here als die vom psychiatrischen MEDAS-Teilgutachter festgestellte 20%ige Arbeitsunf�higkeit in einer angepassten Verweisungst�tigkeit anzunehmen. Gleiches gilt hinsichtlich der weiteren f�r die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung der Schmerzst�rung zu ber�cksichtigenden Faktoren (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67).
3.5.2.�Soweit der Versicherte vorbringt, Dr. med. M.________ habe am 22. Mai 2012 den Verdacht auf eine schwerste depressive St�rung ge�ussert, fehlt diesem in psychiatrischer Hinsicht die Fachkompetenz (vgl. E. 3.3 hievor).
3.5.3.�Der Versicherte r�gt, die psychisch bedingte Arbeitsunf�higkeit von 20 % habe nicht in die Gesamtbeurteilung Einzug gehalten; die Annahme einer g�nzlichen �berschneidung mit dem somatischen Befund - wovon die MEDAS ausgehe - sei schlechthin nicht haltbar; Einsch�tzungen verschiedener medizinischer Fachrichtungen gingen nicht schlechthin ineinander auf. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Die Vorinstanz hat richtig festgehalten, dass Einschr�nkungen aus psychischer und physischer Sicht nicht einfach zu addieren sind, sondern eine Gesamtbeurteilung zu erfolgen hat (vgl. auch Urteil 9C_494/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3.2).
4.1.�In erwerblicher Hinsicht (zur diesbez�glichen Kognition des Bundesgerichts vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399) ist Folgendes festzuhalten: Wird das trotz Gesundheitsschaden zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen - wie hier - auf der Grundlage der vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt, kann der entsprechende Ausgangswert gek�rzt werden, soweit anzunehmen ist, dass die verbleibende Leistungsf�higkeit infolge eines oder mehrerer Merkmale (leidensbedingte Einschr�nkung, Alter, Dienstjahre, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann. Der Abzug darf 25 % nicht �bersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; Urteil 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 5.2.1). Die Vorinstanz nahm einen 10%igen Leidensabzug vor.
4.2.�Der Versicherte bringt vor, bei ihm sei eine Einsatzf�higkeit seiner verletzten Hand als Zudienhand nicht erstellt. Hinzu komme, dass nicht nur der Handbereich, sondern der ganze linke obere Extremit�tenbereich bis zum Brustbereich betroffen sei. Schon dies rechtfertige praxisgem�ss einen maximalen Leidensabzug von 20 bis 25 %. Gest�tzt auf das MEDAS-Gutachten kann diesen Einw�nden hinsichtlich der Einsatzf�higkeit des linken Armes nicht gefolgt werden. Im Weiteren bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen, die einh�ndig ausgef�hrt werden k�nnen; zu denken ist etwa an einfache �berwachungs-, Pr�f- und Kontrollt�tigkeiten sowie an die Bedienung und �berwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von linkem Arm und linker Hand voraussetzen. Die Gew�hrung eines 10%igen Abzugs f�r die leidensbedingte Einschr�nkung der linken Hand stellt jedenfalls keine rechtsfehlerhafte Ermessaus�bung dar (vgl. auch Urteil 8C_939/2011 E. 5.2.3)
4.3.�Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, er sei nur zu 70 % arbeitsf�hig, was sich zus�tzlich mit einem 10%igen Abzug auswirke. Dem ist entgegenzuhalten, dass ihm die leidensangepasste Arbeit gem�ss dem MEDAS-Gutachten ganztags zumutbar ist mit einer 30%igen Leistungseinschr�nkung. In dieser Konstellation ist unter dem Titel "Besch�ftigungsgrad" kein Abzug gerechtfertigt (Urteil 8C_939/2011 2012 E. 5.2.3).
4.4.�Im �brigen ist der von der Vorinstanz f�r die Zeit ab 9. November 2009 ermittelte rentenausschliessende Invalidit�tsgrad von 32 % unbestritten, weshalb es beim angefochten Entscheid sein Bewenden hat.
Der unterliegende Versicherte tr�gt die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Luzern, der Ausgleichskasse Metzger und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.