Source: https://www.streifler.de/recht/arbeitsrecht/beendigung-von-arbeitsverhaeltnissen/zeugnis
Timestamp: 2020-07-07 03:37:40
Document Index: 292563287

Matched Legal Cases: ['§ 630', '§ 109', '§ 109', '§ 109', '§ 195', '§ 109']

Rechtsanwälte für Zeugnis in Berlin Mitte ⚖ Zeugnis-Kanzlei BSP Rechtsanwälte
AoLs / Arbeitsrecht / Beendigung von Arbeitsverhältnissen / Zeugnis
Rechtsberatung zum Arbeitsrecht - Rechtsanwältin Dorit Jäger - BSP Rechtsanwälte 10117 Berlin Mitte
Endet ein Dienstverhältnis, so gewährt § 630 BGB i. V. m. § 109 Gewerbeordnung (GewO) ein Recht auf Erteilung eines Zeugnisses. Dieses steht nach überwiegender Auffassung auch demjenigen zu, der aus wichtigen Gründen ein Zwischenzeugnis erhalten möchte.
Dem Arbeitnehmer dürfen auf Grund des Zeugnisses keine Nachteile entstehen (vgl. § 109 II GewO). Dennoch sollte ein Zeugnis nicht ohne Prüfung angenommen, sondern auf folgende Grundsätze geachtet werden.
Folgende Formalien gelten für alle Zeugnisse:
Sie müssen schriftlich erteilt werden. Die elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Wichtig ist, dass sie auf dem Geschäftspapier des jeweiligen Arbeitgebers verfasst werden und dass bei Schreibfehlern eine Korrektur verlangt werden kann.
Des Weiteren müssen sämtliche Angaben, die Sie und Ihr Berufstätigkeit kennzeichnen, enthalten sein. Dazu gehören u. a. Angaben zu Person, Ein- und Austrittsdatum, Stellenbezeichnung bzw. ausgeübte Funktion, Schwerpunkte der Tätigkeit, Verantwortungsbereich, Versetzungen, Beförderungen, Vertretungsbefugnisse, Angaben zur Firma etc.
6. Achtung bei "Zeugnissprache"
Nach § 109 II GewO muss das Zeugnis klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.
Dies wird allerdings in der Praxis nicht immer eingehalten. So wird sehr oft eine "Zeugnissprache" verwendet, die aus auf den ersten Blick positiv erscheinenden Bewertungen negative Aussagen über den Betroffenen werden lassen.
Je nach Formulierung und Wortwahl kann sich ein "erfahrener" Arbeitgeber ein Bild über die Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers machen. Dies soll hier beispielhaft anhand des Schulnoten-Systems dargestellt werden:
Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt
Jederzeit, s.o. Jedoch ist es rechtsmissbräuchlich, wenn Sie als Arbeitnehmer immer wieder zum Arbeitgeber gehen und eines verlangen, obwohl kein einsehbarer Grund vorliegt.
Nein, Codes ("Er tat sein Möglichstes", "Er arbeitete gemäss seinen Fähigkeiten", "Sie gab ihr Bestes", "Er zeigte eine stets gleichbleibende Arbeitsleistung") sind rechtswidrig. Ein Arbeitszeugnis muss wahrheitsgetreu, wohlwollend und klar abgefasst sein und es muss vollständig sein.
Ich wechsle innerhalb der Firma die Abteilung. Ist es nötig, dass ich mir ein Zwischenzeugnis ausstellen lasse?
Reicht auch ein mündliches Arbeitszeugnis?
Nein, ein mündliches Zeugnis gilt als Referenzauskunft, nicht aber als Zeugnis. Alle Zeugnisse müssen schriftlich abgefasst sein, um im rechtlichen Sinn als Urkunde zu gelten.
Unterschrieben wird das Zeugnis von einem Höhergestellten. Der Unterzeichnende muss ein Geschäftsführer sein oder seine Vertretung (i.V.).
Mein ehemaliger Arbeitgeber hat mich im Arbeitszeugnis nicht so positiv beurteilt, wie ich es erwartet hatte. Er beharrt jedoch auf seinem Standpunkt. Kann ich die gewünschten Änderungen selber vornehmen?
Nein, ein Arbeitszeugnis ist eine Urkunde. Sie würden damit also Urkundenfälschung betreiben. Urkundenfälschung gilt nicht als sog. Bagatelldelikt und wird mit einer Geldstrafe gebüsst, respektive in einem schwerwiegenderen Fall mit Gefängnis.
Ich bin vor mehreren Jahren aus der Firma ausgeschieden. Kann ich jetzt noch ein Arbeitszeugnis verlangen?
Die Verjährung für den Zeugnisanspruch und für Änderungsanträge im Arbeitszeugnis beträgt nach § 195 BGB: 3 Jahre. Das Recht kann durch den Arbeitnehmer auch längerfristig geltend gemacht werden. Es wird ihm aber nicht mehr gegen den Willen der Gegenpartei zugesprochen. Der Arbeitgeber muss die Personalakte 10 Jahre lang nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufbewahren.
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Subjects: ArbeitsrechtZeugnis
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