Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2015/04
Timestamp: 2019-11-22 17:42:28
Document Index: 252978389

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 7', '§ 1', '§ 7', '§ 3', 'Art. 20', '§ 7', '§ 8', '§ 8', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 7', '§ 3']

BFH, 29.03.2006 - II R 15/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2293
BFH, 29.03.2006 - II R 15/04 (https://dejure.org/2006,2293)
BFH, Entscheidung vom 29.03.2006 - II R 15/04 (https://dejure.org/2006,2293)
BFH, Entscheidung vom 29. März 2006 - II R 15/04 (https://dejure.org/2006,2293)
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GrEStG § 3 Nr. 2; ErbStG § 1 Abs. 1 Nr. 2, § 7 Abs. 1 Nr. 1; Krankenhausgesetz des Landes Brandenburg § 1 Abs. 2
ErbStG § 7 Abs. 1; GrEStG § 3 Nr. 2
Unentgeltliche Grundstücksübertragung eines Trägers öffentlicher Verwaltung zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben auf eigene GmbH ist nicht grunderwerbsteuerfrei
Unentgeltliche Grundstücksübertragung: Grunderwerbsteuerfreiheit?
Grunderwerbsteuerpflicht trotz öffentlicher Aufgaben
Grundstücksschenkung an eine GmbH in öffentlicher Trägerschaft zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben; Tatbestand der freigebigen Zuwendung nach schenkungsteuerlichen Maßstäben; Verknüpfung der Vermögensübertragung mit der Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben; Verfolgung des ...
Keine Steuerfreiheit bei unentgeltlichen Übertragungen der öffentlichen Hand
FG Brandenburg, 16.12.2003 - 3 K 899/02
BFHE 213, 232
BB 2006, 1210
BB 2006, 1259
DB 2006, 1193
BStBl II 2006, 557
Zuwendender kann nach ständiger Rechtsprechung auch eine juristische Person sein (BFH-Urteile vom 01. Dezember 2004 II R 46/02, BFHE 208, 426, BStBl II 2005, 311; vom 29. März 2006 II R 15/04, BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557; vom 29. März 2006 II R 68/04, BFHE 213, 235, BStBl II 2006, 632; vom 17. Mai 2006 II R 46/04, BFHE 213, 246, BStBl II 2006, 720; vom 13. April 2011 II R 45/09, BFHE 233, 178, BStBl II 2011, 732; vom 27. August 2014 II R 43/12, BFHE 246, 506, BStBl II 2015, 241).
Mit Urteil vom 29. März 2006 II R 15/04 (zur Veröffentlichung bestimmt) hat der BFH diese Grundsätze auch auf solche unentgeltlichen Vermögensübertragungen erstreckt, bei denen ein Träger öffentlicher Verwaltung --damals ein Landkreis-- Vermögen unentgeltlich auf eine GmbH überträgt, deren alleiniger Gesellschafter er ist.
a) Anders als etwa bei Krankenhäusern (vgl. dazu BFH-Urteil vom 22. Februar 2006 II R 15/04, zur Veröffentlichung bestimmt) oder Kindertagesstätten (…vgl. dazu BFH-Beschluss vom 26. August 2004 II B 104/03, BFH/NV 2005, 57) gibt es keine ausdrückliche (landes-)gesetzliche Aufgabenzuweisung für die Versorgung der Bevölkerung mit Alten- und Pflegeheimen.
Die von der Klägerin angeführte Rechtsprechung des BFH, nach der unentgeltliche Vermögensübertragungen, die die Träger der öffentlichen Verwaltung in Wahrnehmung der ihnen obliegenden Aufgaben wahrnehmen, keine freigebigen Zuwendungen darstellen (Urteile vom 1. Dezember 2004 II R 46/02, BFHE 208, 426, BStBl II 2005, 311; vom 29. März 2006 II R 15/04, BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557; vom 29. März 2006 II R 68/04, BFHE 213, 235, BStBl II 2006, 632, und in BFHE 213, 246, BStBl II 2006, 720), beruht auf der Bindung der vollziehenden Gewalt an Gesetz und Recht (Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes), darunter auch an die jeweils maßgebenden haushaltsrechtlichen Vorschriften, und lässt sich daher nicht auf privatrechtliche Stiftungen übertragen.
Nur wenn ein Träger öffentlicher Verwaltung den Rahmen seiner Aufgaben eindeutig überschreitet, kommt eine freigebige Zuwendung i.S. von § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in Betracht (BFH-Urteile vom 1. Dezember 2004 II R 46/02, BFHE 208, 426, BStBl II 2005, 311, und vom 29. März 2006 II R 15/04, BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557).
Es kommt nicht darauf an, ob oder inwieweit die Vertragsparteien eine Leistung als Gegenleistung bezeichnen (Bundesfinanzhof --BFH-- vom 29. März 2006 II R 15/04, BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557 m.w.N.; Viskorf in Boruttau, GrEStG, 16. A., § 8 Rd. 19; Pahlke in Pahlke/Franz, GrEStG, 3. A., § 8 Rd. 8 m.w.N.).
Ebenso kommt insoweit keine grunderwerbsteuerfreie Schenkung gemäß § 3 Nr. 2 GrEStG seitens der übertragenden staatlichen Körperschaft in Betracht (vgl. BFH vom 17. Mai 2006 II R 46/04, BFHE 213, 246, BStBl II 2006, 720; vom 29. März 2006 II R 15/04 und II R 68/04, BFHE 213, 232 und 235, BStBl II 2006, 557 und 632); nach dem staatlichen Haushaltsrecht übertragen Träger öffentlicher Verwaltung kein Vermögen freigebig (Bundesgerichtshof --BGH-- vom 30. Januar 1967 III ZR 35/65, BGHZ 47, 30; Thüringer Oberlandesgericht --OLG-- vom 2. März 2005 4 U 943/01, OLGReport --OLGR-- Jena 2005, 397).
Dementsprechend hat die bisherige Rechtsprechung geldwerte Gegenleistungen in Form sonstiger Leistungen zu Gunsten der Veräußererseite beispielsweise bejaht bei der Grundstücksveräußerung von einer Gebietskörperschaft gegen Übernahme öffentlicher Aufgaben zum Betrieb eines Krankenhauses oder eines Heimes durch den erwerbenden Träger (vgl. BFH vom 29. März 2006 II R 15/04 und II R 68/04, BFHE 213, 232 und 235, BStBl II 2006, 557 und 632, jeweils bewertet nach Grundbesitzwert, § 8 Abs. 2 GrEStG) oder gegen eine über die bisherige Prognose hinaus vertraglich garantierte Gewerbesteuerzahlung eines Unternehmens verbunden mit dessen Betriebsverlegung in das städtische Gebiet (BFH vom 27. Juni 1968 II 212/64, BFHE 93, 183, BStBl II 1968, 690).
BFH, 17.05.2006 - II R 46/04
Nur wenn die übertragende juristische Person des öffentlichen Rechts den Rahmen ihrer Aufgaben eindeutig überschreitet, kommt eine freigebige Zuwendung i.S. von § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in Betracht (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 1. Dezember 2004 II R 46/02, BFHE 208, 426, BStBl II 2005, 311; vom 29. März 2006 II R 15/04, BFH/NV 2006, 1413, …und vom 29. März 2006 II R 68/04, BFH/NV 2006, 1587).
Das Finanzgericht (FG) verneinte eine freigebige Zuwendung unter Hinweis auf die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Schenkung durch Träger der öffentlichen Verwaltung vom 29. März 2006 II R 68/04 (BFHE 213, 235, BStBl II 2006, 632) sowie II R 15/04 (BFHE 213, 232, BStBl II 2006, 557).
Diese Auffassung hat der BFH zunächst bezüglich der Schenkungsteuer vertreten (…vgl. BFH-Beschluss vom 26.8.2004 II B 104/03, BFH/NV 2005, 57; BFH-Urteil vom 1.12.2004 II R 46/02, BStBl II 2005, 311), diese Betrachtungsweise dann aber auch für die Grunderwerbsteuer übernommen und weiter entwickelt (vgl. BFH-Urteil vom 29.3.2006 II R 15/04, BStBl II 2006, 557; BFH-Urteil vom 29.3.2006 II R 68/04, BStBl II 2006, 632).
Sie stellen daher in der Regel keine solchen unter das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz fallenden Schenkungen unter Lebenden dar (…BFH-Urteil vom 27.11.2013 II R 11/12, BFH/NV 2014, 579; BFH-Urteil vom 29.03.2006 II R 15/04, BStBl. II 2006, 557).
FG Mecklenburg-Vorpommern, 19.12.2007 - 3 K 89/07
Grundstückserwerb im Flächenerwerbsprogramm nach § 3 AusglLeistG