Source: https://www.kirche-engelsdorf.de/friedhof/hirschfeld/36-friedhofsordnung?iccaldate=2021-02-1
Timestamp: 2020-04-06 16:10:42
Document Index: 223967685

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 25', '§ 13', '§ 1', '§ 2', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 27', '§ 21', '§ 33', '§ 39', '§ 24', '§ 29', '§29', '§ 29', '§ 29', '§ 35', '§39', '§ 5']

Friedhofsordnung - Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Engelsdorf-Sommerfeld-Hirschfeld
der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Engelsdorf – Hirschfeld
in Engelsdorf und in Hirschfeld
§ 2 Benutzung der Friedhöfe
A Benutzungsbestimmungen für Feier- und Leichenhallen
B Bestattungsbestimmungen
A Allgemeine Grabstättenbedingungen
§ 25 Instandhaltung der Grabmale und baulichen Anlagen
B Reihengrabstätten
D Grabmal- und Grabstättengestaltung
Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Engelsdorf-Hirschfeld erlässt aufgrund von § 13 Absatz 2, Buchstabe i der Kirchgemeindeordnung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (KGO) vom 13. April 1983 (Amtsblatt Seite A 33) folgende Friedhofsordnung.
§ 1 Leitung und Verwaltung des Friedhöfe
1) Die Friedhöfe in Engelsdorf und Hirschfeld stehen im Eigen­tum der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Engelsdorf – Hirschfeld.
Träger ist die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde.
3) Aufsichtsbehörde ist das Evangelisch-Lutherische Bezirkskirchen­amt Leipzig-Ost.
§ 2 Benutzung des Friedhöfe
1) Der Friedhof ist bestimmt zur Bestattung aller Personen, die bei ihrem Ableben ihren Wohnsitz im Bereich der politischen Ge­meinde Engelsdorf hatten oder ein Recht auf Bestattung in einer be­stimmten Grabstätte besaßen.
2) Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Friedhofs­trägers.
1) Der Friedhof, einzelne Friedhofsteile oder einzelne Grabstätten können aus einem wichtigen Grund beschränkt geschlossen, geschlos­sen und entwidmet werden.
2) Nach der beschränkten Schließung werden Nutzungsrechte nicht mehr verliehen. Eine Verlängerung von Nutzungsrechten erfolgt le­diglich zur Anpassung an die Ruhezeit. Beisetzungen dürfen nur noch in Grabstätten stattfinden, an denen im Zeitpunkt der be­schränkten Schließung noch Nutzungsrechte bestehen, sofern die Grabstätten noch nicht belegt sind oder sofern zu dem genannten Zeitpunkt die Ruhezeiten abgelaufen waren. Eingeschränkt werden kann auch der Kreis der Beisetzungsberechtigten.
4) Durch die Entwidmung wird die Eigenschaft als Ruhestätte der Verstorbenen aufgehoben. Die Entwidmung wird erst ausgesprochen, wenn keine Nutzungsrechte mehr bestehen, sämtliche Ruhezeiten ab­gelaufen sind und eine angemessene Pietätsfrist vergangen ist.
1) Der Nutzungsberechtigte kann sich zwecks Auskunftserteilung und Beratung in allen Fragen, die sich auf die Gestaltung von Grabmal und Grabstätte einschließlich deren Bepflanzung beziehen, an den Friedhofsträger bzw. die Friedhofsverwaltung wenden.
1) Jeder hat sich auf dem Friedhof der Würde des Ortes entspre­chend zu verhalten. Die Anordnungen des Friedhofspersonals sind zu befolgen.
a) in den Monaten April bis September von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr
b) in den Monaten Oktober bis März von 8.00 Uhr bis Sonnenuntergang.
4) Der Friedhofsträger kann das Betreten des Friedhofs oder ein­zelner Friedhofsteile aus besonderem Anlaß vorübergehend untersa­gen.
a) die Wege mit Fahrzeugen aller Art zu befahren - Kinderwagen, Rollstühle und Fahrzeuge der Friedhofsverwaltung und der Gewerbetreibenden sind aus­genommen,
b) Waren aller Art, insbesondere Blumen und Kränze und gewerbli­che Dienste anzubieten und dafür zu werben,
g) den Friedhof und seine Einrichtungen und Anlagen zu verunrei­nigen oder zu beschädigen, Einfriedungen und Hecken zu über­steigen und Rasenflächen, Grabstätten und Grabeinfassungen un­berechtigt zu betreten, Blumen und Zweige auf fremden Gräbern und außerhalb der Gräber zu pflücken,
i) Hunde ohne Leine laufen zu lassen,
k) Ansprachen und musikalische Darbietungen außerhalb von Bestat­tungen ohne Genehmigung zu halten.
6) Die Friedhofsverwaltung kann Ausnahmen zulassen, soweit sie mit dem Zweck des Friedhofes und der Ordnung auf ihm vereinbar sind. Erforderliche Genehmigungen sind rechtzeitig bei der Friedhofsver­waltung einzuholen.
1) Bildhauer, Steinmetze, Gärtner, Bestatter und sonstige Gewerbe­treibende bedürfen für die dem jeweiligen Berufsbild entsprechen­den gewerblichen Tätigkeiten auf dem Friedhof der vorherigen Zu­lassung durch den Friedhofsträger, der den Rahmen der Tätigkeit festlegt.
2) Zugelassen werden nur solche Gewerbetreibende, die in fachli­cher, betrieblicher und persönlicher Hinsicht zuverlässig sind und die Friedhofsordnung schriftlich anerkennen.
3) Bildhauer, Steinmetze und Gärtner oder ihre fachlichen Vertre­ter müssen darüber hinaus die Meisterprüfung in ihrem Beruf abge­legt oder eine anderweitig gleichwertige fachliche Qualifikation erworben haben. Bildhauer und Steinmetze müssen entsprechend ihrem Berufsbild in die Handwerksrolle eingetragen sein.
4) Bestatter müssen als Gewerbetreibende zugelassen sein und soll­ten eine berufsspezifische Fachprüfung abgelegt haben.
5) Sonstigen Gewerbetreibenden kann die Ausübung anderer als im Absatz 1 genannter Tätigkeiten gestattet werden, wenn dies mit dem Friedhofszweck zu vereinbaren ist. Absatz 2 und 7 gelten entspre­chend.
6) Der Friedhofsträger kann im Einzelfall Ausnahmen zulassen, so­weit ihnen keine gesetzlichen Regelungen oder Verordnungen entge­genstehen.
7) Der Friedhofsträger hat die Zulassung davon abhängig zu machen, daß der Antragsteller einen für die Ausübung seiner Tätigkeit aus­reichenden Haftpflichtversicherungsschutz nachweist.
8) Die Zulassung erfolgt durch Ausstellung einer Berechtigungs­karte. Die zugelassenen Gewerbetreibenden haben für ihre Bedien­steten einen Bedienstetenausweis auszustellen. Die Zulassung und der Bedienstetenausweis sind dem aufsichtsberechtigten Friedhofs­personal auf Verlangen vorzuzeigen. Die Zulassung kann befristet werden.
9) Der Friedhofsträger kann die Zulassung der Gewerbetreibenden, die wiederholt oder schwerwiegend gegen die Vorschriften der Friedhofsverwaltung verstoßen oder bei denen die Voraussetzungen der Absätze 2 und 3 ganz oder teilweise nicht mehr gegeben sind, auf Zeit oder Dauer durch schriftlichen Bescheid entziehen.
10) Mit Grabmalen und Grabbepflanzungen darf nicht geworben wer­den. Grabmale dürfen daher nicht mit Firmenanschriften versehen werden. Eingehauene, nicht farbige Firmennamen bis zu einer Größe von drei Zentimetern sind jedoch an der Seite oder Rückseite unten zulässig. Steckschilder zur Grabkennzeichnung für die Grabpflege mit voller Firmenanschrift der Friedhofsgärtner sind nicht zuläs­sig.
11) Die Gewerbetreibenden haften für alle Schäden, die sie oder ihre Mitarbeiter im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit auf dem Friedhof verursachen. Bei Beendigung der Arbeiten ist der Arbeits­platz wieder in einen ordnungsgemäßen und verkehrssicheren Zustand zu versetzen. Die für die Arbeiten erforderlichen Werkzeuge und Materialien dürfen über die Dauer der Ausführung des jeweiligen Auftrags hinaus nicht auf dem Friedhof gelagert werden. Es ist nicht gestattet, Geräte der Gewerbetreibenden in oder an den Was­serentnahmestellen des Friedhofes zu reinigen.
13) Die Gewerbetreibenden sind verpflichtet, die bei ihren Arbei­ten anfallenden Abfälle vom Friedhof zu ent­fernen.
2) Die Bestattung durch einen anderen Pfarrer bedarf der Zustim­mung des zuständigen Pfarrers. Die landeskirchlichen Bestimmungen über die Erteilung eines Erlaubnisscheines (Dimissoriale) bleiben unberührt.
3) Den Zeitpunkt der nichtkirchlichen Bestattung legt die Fried­hofsverwaltung im Einvernehmen mit den Angehörigen fest.
4) Stille Bestattungen dürfen nur in Anwesenheit eines Beauftrag­ten des Friedhofsträgers vorgenommen werden.
Die Bestattung ist bei dem Friedhofsträger unter Vorlage der Be­scheinigung des Standesamtes für die Beurkundung des Todesfalles oder eines Beerdigungserlaubnisscheines der Ordnungsbehörde recht­zeitig anzumelden. Wird die Bestattung in einer vorzeitig erworbe­nen Grabstätte beantragt, ist das Nutzungsrecht nachzuweisen.
§ 10 Leichenhallen
1) Die Leichenkammer dient zur Aufbewahrung der Verstorbenen bis zu deren Bestattung. Die Kammern/Hallen und die Särge dürfen nur im Einvernehmen mit dem Friedhofsträger geöffnet und geschlossen werden.
2) Särge, in denen an meldepflichtigen Krankheiten Verstorbene liegen, dürfen nur mit Genehmigung des zuständigen Gesund­heitsamtes geöffnet werden.
3) Die Grunddekoration der Leichenkammer besorgt der Friedhofsträger.
§ 11 Feierhalle / Friedhofskapelle
1) Die Feierhalle/Friedhofskapelle dient bei der kirchlichen Be­stattung als Stätte der Verkündigung.
2) Bei der Benutzung der Feierhalle/Friedhofskapelle für Verstor­bene, die keiner christlichen Kirche angehörten, ist der Charakter dieser kirchlichen Verkündigungsstätte zu respektieren.
3) Die Benutzung der Feierhalle/Friedhofskapelle wird nicht ge­stattet, wenn gesundheitsaufsichtliche Bedenken entgegenstehen.
4) Die Grunddekoration der Feierhalle/Friedhofskapelle besorgt der Friedhofsträger.
1) Bei Bestattungsfeiern, Ansprachen und Niederlegung von Grabschmuck am Grab ist zu respektieren, daß sich das Grab auf einem kirchli­chen Friedhof befindet.
1) Für besondere musikalische Darbietungen bei Bestattungsfeiern in der Friedhofskapelle und auf dem Friedhof ist vorher die Geneh­migung des Pfarrers, im Falle des § 12 die der Friedhofsverwaltung, einzuholen.
2) Feierlichkeiten sowie Musikdarbietungen auf dem Friedhof außer­halb einer Bestattungsfeier bedürfen der vorherigen Genehmigung des Friedhofsträgers.
Die Ruhefristen für Leichen und Aschen beträgt 20 Jahre. Bei Kindern, die vor der Vollendung des 5. Lebensjahres gestorben sind, beträgt sie 10 Jahre
2) In vorhandene baulich intakte Grüfte dürfen Urnen beige­setzt werden; Särge, sofern keine hygienischen Vorschriften entge­genstehen. Der Nutzungsberechtigte ist verpflichtet, für den bau­lichen Erhalt der Gruftanlage zu sorgen. Im übrigen gilt § 27 ent­sprechend.
1) Die Gräber werden auf Kosten des Nutzungsberechtigten vom Friedhofsträger oder dessen Beauftragten ausgehoben und wieder zugefüllt.
2) Die Erdüberdeckung der einzelnen Gräber beträgt bis zur Erdober­fläche (ohne Grabhügel) von Oberkante Sarg mindestens 0,90 m, von Obergrenze Urne mindestens 0,50 m.
1) In einem Sarg darf nur eine Leiche bestattet werden. Es ist je­doch zulässig, die Leiche einer Mutter und ihres neugeborenen Kin­des oder die Leichen zweier gleichzeitig verstorbener Geschwister im Alter bis zu einem Jahr in einem Sarge zu bestatten.
3) Vor Ablauf der in dieser Friedhofsordnung festgesetzten Ruhe­zeiten darf ein Grab nicht wieder belegt werden.
4) Wenn beim Ausheben eines Grabes zur Wiederbelegung Sargteile, Gebeine oder Urnenreste gefunden werden, sind diese unter der Sohle des neu aufgeworfenen Grabes zu versenken. Werden noch nicht verweste Leichen vorgefunden, so ist das Grab sofort wieder zu schließen und als Bestattungsstätte für Leichen für die erforder­liche Zeit zu sperren.
2) Umbettungen von Leichen und Urnen bedürfen der vorherigen Zu­stimmung des Friedhofsträgers; sowie der zuständigen Ordnungsbe­hörde; bei Erdbestattungen zusätzlich des Gesundheitsamtes. Die Zustimmung kann nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes erteilt werden. Umbettungen aus einer Reihengrabstätte in eine andere Rei­hengrabstätte des gleichen Friedhofs sind nicht zulässig, ausge­nommen sind Umbettungen von Amts wegen.
3) Alle Umbettungen erfolgen nur auf schriftlichen Antrag. An­tragsberechtigt ist der Nutzungsberechtigte. Bei allen Umbettungen muß das Einverständnis des Ehegatten, der Kinder und der Eltern durch schriftliche Erklärung nachgewiesen werden.
4) Umbettungen werden vom Friedhofspersonal / Beauftragten des Friedhofsträgers durchgeführt. Der Zeitpunkt der Umbettung wird vom Friedhofsträger festgesetzt.
6) Der Ablauf der Ruhezeit wird durch eine Umbettung nicht unter­brochen oder gehemmt.
7) Grabmale und Pflanzen können umgesetzt werden, wenn sie den Ge­staltungsbestimmungen des neuen Grabfeldes entsprechen.
1) Särge sollen höchstens 2,10 m lang, und die Kopfenden ein­schließlich der Sargfüße nicht höher als 0,80 m und im Mittelmaß nicht breiter als 0,70 m sein. Sind in Ausnahmefällen größere Särge erforderlich, ist die Zustimmung des Friedhofsträgers bei der Anmeldung der Bestattung einzuholen.
2) Die Särge müssen gegen das Durchsickern von Leichenflüssigkeit gesi­chert und genügend fest gearbeitet sein. Das Verwenden von Särgen, Sargausstattungen, Sargwäsche und Sargabdichtungen aus nicht ver­rottbaren Stoffen (z. B. aus PVC und PE) ist nicht gestattet, ebenso Särge und Ausstattungen von Särgen, die in der Erde bis Ab­lauf der Ruhezeit nicht zerfallen.
3) Die Urnenkapsel muß aus zersetzbarem Material sein, die Über­urne bei unterirdischer Aschenbeisetzung ebenfalls. Bei oberirdi­scher Aschenbeisetzung sind Überurnen aus Kunststoff nicht zuläs­sig.
1) Nutzungsrechte an Grabstätten werden unter den in dieser Ord­nung aufgestellten Bedingungen vergeben. Die Grabstätten bleiben Eigentum des Friedhofsträgers. An ihnen bestehen nur zeitlich be­grenzte Rechte gemäss dieser Ordnung. Der Nutzungsberechtigte er­wirbt kein Eigentum an der Grabstätte.
2) Bei Neuvergabe von Nutzungsrechten muß der künftige Nutzungsbe­rechtigte das Nutzungsrecht beim Friedhofsträger beantragen.
a) Reihengrabstätten für Leichen- und Aschenbestattung mit allge­meinen Gestaltungsvorschriften,
b) Reihengrabstätten für Leichen- und Aschenbestattung mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften,
c) Wahlgrabstätten für Leichen- und Aschenbestattungen mit allge­meinen Gestaltungsvorschriften,
d) Wahlgrabstätten für Leichen- und Aschenbestattungen mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften.
7) Über Sonder- und Ehrengrabstätten entscheidet der Friedhofsträ­ger.
§ 21 Herrichten, Instandhalten und Abräumen der Grabstätten
1) Zur gärtnerischen Anlage und Pflege ist der Nutzungsberechtigte verpflichtet. Er kann entweder die Grabstätte selbst anlegen und pflegen oder die Friedhofsverwaltung oder einen zugelassenen Friedhofsgärtner damit beauftragen. Die Verpflichtung endet mit dem Ablauf des Nutzungsrechtes.
2) Der Nutzungsberechtigte ist verpflichtet, nach Ablauf der Nut­zungszeit (bei Wahlgrabstätten) bzw. der Ruhezeit (bei Reihen­grabstätten) die Grabstätte zu beräumen.
3) Das Anlegen, Herrichten und jede wesentliche Änderung der Grab­stätte muß auf Feldern mit allgemeinen Vorschriften nach § 33, Abs. 2 auf Felder mit zusätzlichen Vorschriften nach § 39 erfolgen.
5) Wird eine Grabstätte nicht ordnungsgemäß hergerichtet oder ge­pflegt, hat der Nutzungsberechtigte auf schriftliche Aufforderung des Friedhofsträgers die Grabstätte innerhalb einer jeweils fest­zusetzenden angemessenen Frist in Ordnung zu bringen. Ist der Nutzungsberechtigte nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermit­teln, genügt eine öffentliche Bekanntmachung und ein sechs­wöchiger Hinweis auf der Grabstätte. Bleibt die Aufforderung oder der Hin­weis drei Monate unbeachtet, wird auf Kosten des Nutzungsberech­tigten die Reihengrabstätte abgeräumt, eingeebnet und einge­sät. Bei Wahlgrabstätten kann der Friedhofsträger die Grabstätten auf Kosten des jeweiligen Nutzungsberechtigten in Ordnung bringen las­sen oder das Nutzungsrecht ohne Entschädigung entziehen. Vor Ent­ziehen des Nutzungsrechts ist der Nutzungsberechtigte unter Andro­hung des Entzuges noch einmal schriftlich aufzufordern, die Grab­stätte unverzüglich in Ordnung zu bringen. Ist er nicht be­kannt oder nicht ohne weiteres zu ermitteln, hat nochmals eine entspre­chende öffentliche Bekanntmachung und ein entsprechender mehrwö­chiger Hinweis auf der Grabstätte zu erfolgen. Wird das Nutzungs­recht entzogen, wird in dem Entziehungsbescheid der Nutzungsbe­rechtigte aufgefordert, das Grabmal, Fundamente und sonstige bauliche Anlagen innerhalb von drei Monaten seit Unan­fechtbarkeit des Ent­ziehungsbescheides zu entfernen.
6) Bäume und Sträucher auf der Grabstätte dürfen nur mit Zustim­mung des Friedhofsträgers verändert oder beseitigt werden. Der Friedhofsträger ist befugt, auf Kosten des Nutzungsberechtigten stark wuchernde oder absterbende Hecken, Bäume und Sträucher zu beschneiden oder zu beseitigen, falls dieses zum Erfüllen des Friedhofszwecks erforderlich ist. Absatz 5 ist entsprechend anzu­wenden. Verwelkte Blumen, Kränze usw. sind von den Grabstätten zu entfernen und an den dafür vorgesehenen Plätzen abzulegen.
8) Die Verwendung von Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmit­teln sowie Kochsalz bei der Grabpflege ist nicht gestattet.
9) Kunststoffe und sonstige nicht verrottbare Werkstoffe sollen in sämtlichen Produkten der Trauerfloristik, insbesondere in Kränzen, Trauergebinden, Trauergestecken und Grabschmuck, ferner bei Grabein­fassungen sowie bei Pflanzenzuchtbehältern, die an der Pflanze verbleiben, nicht verwendet werden. Ausgenommen sind Steckvasen und Markierungszeichen.
1) Der Friedhofsträger kann gegen Zahlung eines zu berechnenden Geld­betrages die Verpflichtung übernehmen, für die Grabpflege läng­stens bis zum Ablauf des Nutzungsrechtes im bestimmten Umfang zu sorgen. Die Pflege wird eingeschränkt oder eingestellt, wenn der Geldbetrag ohne Verschulden der Verpflichteten verbraucht ist.
1) Aus Gründen der Standsicherheit von Grabmalen beträgt die erfor­derliche Mindeststeinstärke bei Grabmalen bis 0,70 m Höhe 12 cm, bis 1,00 m Höhe 14 cm und über 1,00 m Höhe 18 cm.
Bei Grabmalen über 1,60 m Höhe ist die Standsicherheit statisch nach­zuweisen. Grabmale, die die geforderte Mindeststärke unterschrei­ten, werden vom Friedhofsträger aus Gründen der Verkehrssicherheit auf Kosten des Nutzungsberechtigten wieder entfernt.
2) Auf Grabstätten, die an der Friedhofsmauer liegen, beträgt der Mindestabstand zwischen Friedhofsmauer und Grabmal 40 cm. Bei Grabmalen über 1,60 m Höhe gibt der Friedhofsträger den erforder­lichen Mindestabstand gesondert vor.
§ 24 Genehmigungspflicht für Grabmale, Steineinfassungen und bauliche Anlagen
1) Die Errichtung und jede Veränderung von Steineinfassungen und Grabmalen bedarf der vorherigen rechtzeitigen schriftlichen Genehmigung durch den Friedhofsträger. Auch provisorische Grabmale sind genehmigungs­pflichtig. Der An­tragsteller hat sein Nutzungsrecht nachzuweisen. Antragsberechtigt ist allein der Nutzungsberechtigte.
b) Soweit es zum Verständnis erforderlich ist, Zeichnungen der Schrift, der Ornamente und der Symbole im Maßstab 1 : 1 mit den unter 2.a) genannten Angaben.
c) In besonderen Fällen kann die Vorlage eines Modells im Maßstab 1 : 10 oder das Aufstellen einer Attrappe in natürlicher Grösse auf der Grabstätte verlangt werden.
3) Entspricht die Ausführung des Grabmals nicht dem genehmigten Antrag, wird dem Nutzungsberechtigten eine angemessene Frist zur Abänderung oder Beseitigung des Grabmals gesetzt. Nach Ablauf der Frist wird das Grabmal auf Kosten des Nutzungsberechtigten von der Grabstätte entfernt, gelagert und zur Abholung bereitgestellt. Nach Ablauf von weiteren 2 Monaten wird das Grabmal auf Kosten des Nutzungsberchtigten entsorgt
4) Die Bildhauer und Steinmetze haben nach den Richtlinien für das Fundamentieren und Versetzen von Grabdenkmälern des Bundesinnungs­verbandes des Deutschen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhand­werks die Grabmale und baulichen Anlagen zu errichten und zu fun­damentieren.
5) Die Errichtung und jede Veränderung aller sonstigen baulichen Anlagen bedürfen ebenfalls der vorherigen, rechtzeitigen schrift­lichen Geneh­migung des Friedhofsträgers. Die Absätze 1 und 2 gelten entspre­chend.
6) Die Genehmigung erlischt, wenn das Grabmal oder die sonstige bauliche Anlage nicht binnen eines Jahres nach der Genehmigung er­richtet worden ist.
7) Grabmale und sonstige bauliche Anlagen (mit Ausnahme von Grabplatten) in unmittelbarer baulicher Verbindung mit der Friedhofsmauer sind unzulässig.
9) Bei Grabmalen und sonstigen baulichen Anlagen, die ohne Geneh­migung errichtet oder verändert worden sind, ist der Friedhofsträ­ger berechtigt, diese nach Ablauf eines Monats nach Benachrichti­gung des Nutzungsberechtigten auf dessen Kosten entfernen zu las­sen.
10) Bei der Anlieferung von Grabmalen oder sonstigen baulichen An­lagen ist dem Friedhofsträger der Genehmigungsbescheid vorzulegen. Die Aufstellung erfolgt im Einvernehmen mit dem Friedhofsträger.
1) Die Grabmale und sonstigen baulichen Anlagen sind dauernd in ordnungsgemäßem und verkehrssicherem Zustand zu halten. Verantwort­lich dafür ist der jeweilige Nutzungsberechtigte.
2) Erscheint die Standsicherheit von Grabmalen, sonstigen bauli­chen Anlagen oder Teilen davon gefährdet, ist der Nutzungsberech­tigte verpflichtet, unverzüglich Abhilfe durch zugelassene Bild­hauer oder Steinmetze zu schaffen. Der Nutzungsberechtigte haftet für jeden Schaden, der von einem nicht verkehrssicheren Grabmal ausgeht.
3) Der Friedhofsträger ist verpflichtet, nach Beendigung der Frostperiode im Frühjahr Grabmale/Grabmalteile und sonstige bauli­chen Anlagen auf Verkehrssicherheit zu prüfen bzw. überprüfen zu lassen.
4) Wird der ordnungswidrige Zustand trotz schriftlicher Aufforde­rung des Friedhofsträgers nicht innerhalb einer jeweils festzuset­zenden angemessenen Frist beseitigt, ist der Friedhofsträger be­rechtigt, dies auf Kosten des Nutzungsberechtigten zu tun oder das Grabmal, die sonstige bauliche Anlage oder deren Teile nach Ablauf von drei Monaten von der Grabstätte zu entfernen. Ist der Nut­zungsberechtigte nicht bekannt oder nicht ohne weiteres zu ermit­teln, genügen eine öffentliche Bekanntmachung und ein sechswöchi­ger Hinweis auf der Grabstätte, bei Reihengrabstätten auf dem Grabfeld.
5) Bei Gefahr im Verzuge kann der Friedhofsträger auf Kosten des Nutzungsberechtigten Sicherungsmaßnahmen (z. B. Absperrungen, Um­legen von Grabmalen) sofort treffen.
1) Künstlerisch oder geschichtlich wertvolle Grabmale, bauliche Anla­gen sowie Grabstätten oder Grabstätten, die als besondere Eigenart des Friedhofes aus früheren Zeiten zu gelten haben, unterstehen dem besonderen Schutz des Friedhofsträgers.
2) Sie erhalten Bestandsgarantie, werden in eine vom Friedhofsträ­ger geführten Denkmalliste aufgenommen und dürfen nur mit Sonder­genehmigung des Bezirkskirchenamtes neu vergeben, verändert oder an eine(r) andere(n) Stelle verlegt bzw. aufgestellt werden.
1) Nach Ablauf des Nutzungsrechtes sind die Grabmale, deren Funda­mente und sonstige bauliche Anlagen auf den Grabstätten durch den Nutzungsberechtigten zu entfernen. Sind die Grabmale, Fundamente oder die sonstigen baulichen Anlagen nicht innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Nutzungsrechtes entfernt, ist der Friedhofsträger berechtigt, sie zu entfernen und darüber zu verfügen. Die dem Friedhofsträger ent­stehenden Kosten trägt der Nutzungsberechtigte.
2) Vor Ablauf des Nutzungsrechtes dürfen Grabmale nur mit vorheri­ger schriftlicher Zustimmung des Friedhofsträgers entfernt werden.
1) Reihengrabstätten sind Grabstätten für Leichen- oder Aschenbe­stattungen, die im Todesfall der Reihe nach einzeln für die Dauer der Ruhezeit vergeben werden.
Verstorbene bis fünf Jahre:
b) Aschenbestattung: Größe der Grabstätte: Länge 1,00 m, Breite 1,00 m
1) Wahlgrabstätten sind Grabstätten für Leichen- oder Aschenbe­stattungen, an denen auf Antrag im Todesfall ein Nutzungsrecht für die Dauer von 20 Jahren, beginnend mit dem Tag der Zuweisung vergeben und deren Lage gleichzeitig im Einvernehmen mit dem Er­werber bestimmt werden kann. In besonders begründeten Fällen kann auch zu Lebzeiten ein Nutzungsrecht vergeben werden.
3) Wahlgrabstätten werden vergeben als ein und mehrstellige Wahl­grabstätten. In einer einstelligen Wahlgrabstätte für Leichenbe­stattung darf nur eine, in Tiefgräbern dürfen zwei bestattet werden. In einer mit einer Leiche belegten Wahlgrabstätte können zu­sätzlich eine Asche bestattet werden.
In einer Wahlgrabstätte für Aschenbestattungen können bis zu zwei Aschen bestattet werden.
4) In einer Wahlgrabstätte werden der Nutzungsberechtigte und seine Angehörigen bestattet. Als Angehörige im Sinne dieser Be­stimmungen gelten: Ehepaare, Verwandte auf- und absteigender Linie sowie Geschwister, Geschwisterkinder und Ehegatten der Vorgenann­ten. Auf Wunsch des Nutzungsberechtigten können darüber hinaus mit Zustimmung des Friedhofsträgers auch andere Verstorbene beigesetzt werden. Grundsätzlich entscheidet der Nutzungsberechtigte, wer von den beisetzungsberechtigten Personen beigesetzt wird.
5) Über die Vergabe eines Nutzungsrechtes an einer Wahlgrabstätte wird eine schriftliche Bestätigung erteilt. In ihr werden die ge­naue Lage der Wahlgrabstätte und die Dauer der Nutzungszeit ange­geben. Dabei wird darauf hingewiesen, daß der Inhalt des Nutzungs­rechtes sich nach den Bestimmungen der Friedhofsordnung richtet.
6) Bei Ablauf der Nutzungszeit kann das Nutzungsrecht auf Antrag und nur für die gesamte Grabstätte verlängert werden. Wird das Nutzungsrecht nicht verlängert, erlischt es nach Ablauf der Nut­zungszeit. Über den Ablauf der Nutzungszeit informiert der Fried­hofsträger sechs Monate vor Ablauf der Nutzungszeit durch öffent­liche Bekanntmachung und Hinweis auf der betreffenden Grabstätte. Überschreitet bei einer Belegung oder Wiederbelegung von Wahlgrab­stätten die neu begründete Ruhezeit die laufende Nutzungszeit, so ist das Nutzungsrecht mindestens für die zur Wahrung der Ruhezeit notwendigen Jahre für die gesamte Wahlgrabstätte zu verlängern.
7) Der Nutzungsberechtigte hat Grabzubehör vor einer Beerdigung entfernen zu lassen. Sofern beim Ausheben der Gräber Grabmale, Fundamente oder Grabzubehör durch die Friedhofsverwaltung entfernt werden müssen, sind die dadurch entstehenden Kosten durch den Nut­zungsberechtigten zu tragen oder der Friedhofsverwaltung zu er­statten.
9) Das Nutzungsrecht an Grabstätten für Leichenbestattungen im Um­kreis von 2,5 m vom Stammfuss vorhandener Bäume kann durch den Friedhofsträger für Leichenbestattungen aufgehoben werden, da zur Gewährleistung der Standsicherheit von Bäumen nach DIN 18920 ver­fahren werden muss.
10) Ein Nutzungsrecht kann auch erworben werden an unter Denkmal­schutz stehenden Grabstätten. Auflagen, die zur Erhaltung der Grabstätte durch die zuständige Denkmalbehörde festgelegt werden, binden den Nutzungsberechtigten und seine Nachfolger im Nutzungs­recht.
11) Das Nutzungsrecht an unbelegten Grabstätten kann jederzeit, an teilbelegten Grabstätten erst nach Ablauf der letzten Ruhefrist zurückgegeben werden. Eine Rückgabe ist nur für die gesamte Grab­stätte möglich. Eine Gebührenerstattung findet in diesem Fall nicht statt.
1) Der Nutzungsberechtigte kann sein Nutzungsrecht nur einem Be­rechtigten im Sinne von § 29 Absatz 4 übertragen.
Zur Rechtswirksamkeit der Übertragung sind schriftliche Erklärun­gen des bisherigen und des neuen Nutzungsberechtigten sowie die schriftliche Genehmigung des Friedhofträgers erforderlich.
2) Schon bei der Verleihung des Nutzungsrechts soll der Erwerber für den Fall seines Ablebens seinen Nachfolger im Nutzungsrecht bestimmen und ihm das Nutzungsrecht durch einen Vertrag übertra­gen, der erst im Zeitpunkt des Todes des Übertragenden wirksam wird.
3) Wird bis zum Ableben des Nutzungsberechtigten keine derartige Regelung getroffen, geht das Nutzungsrecht in nachstehender Rei­henfolge auf die Angehörigen des verstorbenen Nutzungsberechtigten über:
Innerhalb der einzelnen Gruppen b) bis d) und f) bis h) wird je­weils der Älteste Nutzungsberechtigter.
Sind keine Angehörigen der Gruppen a) bis h) vorhanden oder zu er­mitteln, so kann das Nutzungsrecht mit Zustimmung des Friedhofs­trägers auch von einer anderen Person übernommen werden. Eine Einigung der Erben zur Übertragung des Nutzungsrechts auf eine andere als im §29 Absatz 4 genannte Person ist mit Zustimmung des Friedhofsträgers möglich.
4) Der Rechtsnachfolger hat dem Friedhofsträger den Übergang des Nutzungsrechtes unverzüglich anzuzeigen. Die Übertragung des Nut­zungsrechtes wird dem neuen Nutzungsberechtigten schriftlich bestätigt. Solange das nicht geschehen ist, können Bestattungen nicht verlangt werden.
Erbbegräbnisse werden nicht mehr vergeben und verlängert.
2) Vor dem Inkrafttreten dieser Ordnung entstandene Nutzungsrechte von unbegrenzter oder unbestimmter Dauer sowie zeitlich begrenzte Nutzungsrechte, deren Dauer die im § 29 Absatz 1 der Friedhofsordnung angegebene Nutzungszeit übersteigt, werden auf eine Nut­zungszeit nach § 29 Absatz 1 dieser Ordnung, jedoch nicht unter 30 Jahre nach Erwerb begrenzt. Sie enden jedoch nicht vor Ablauf der Ruhezeit der letzten Bestattung und vor Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Ordnung.
1) Es besteht die Möglichkeit, eine Grabstätte in einem Gräberfeld mit allgemeiner oder in einem Gräberfeld mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften zu wählen. Der Friedhofsträger weist spätestens bei Erwerb des Nutzungsrechtes auf die Wahlmöglichkeiten hin. Eine schriftliche Bestätigung dieser Wahl ist vor Erwerb des Nutzungsrechtes an der Grabstätte durch den Nutzungsberechtigten notwendig. Wird von der Wahlmöglichkeit kein Gebrauch gemacht, erfolgt die Bestattung in einem Gräberfeld mit allgemeinen Gestaltungsvorschriften.
1) Steineinfassungen und Grabmale müssen sich in die Art des Friedhofs bzw. die Art des jeweiligen Gräberfeldes einordnen. Gestaltung und Inschrift dürfen nichts enthalten, was das christliche Empfinden verletzt und der Würde des Ortes abträglich ist.
2) Jede Grabstätte ist so zu gestalten und so an die Umgebung an­zupassen, daß der Friedhofszweck erfüllbar ist und die Würde des Friedhofs gewahrt bleibt. Die Grabstätten sind so zu bepflanzen, daß benachbarte Grabstätten und öffentliche Anlagen nicht beein­trächtigt werden. Die Höhe der Pflanzen darf in ausgewachsenem Zustand 1,50 m nicht überschreiten.
3) Folgende Grabfelder des Friedhofs unterliegen den allgemeinen Gestaltungsvorschriften:
Abt.: Friedhof Engelsdorf, Alter Friedhof,
sowie bis 29.04.1998 belegt;
Abt.: Friedhof Hirschfeld, sowie bis 29.04.1998 belegt.
1) Die zusätzlichen Gestaltungsvorschriften sind vom Friedhofsträger als Hilfe gedacht zur Schaffung von gestalteten Grabmalen mit individueller Aussage und zur Schaffung sinnbezogener Grabbepflanzung.
2) Die folgenden Paragraphen sind bindend:
§§ 35 – 38, das Grabmalbetreffend,
§39, die Bepflanzung betreffend.
3) Folgende Grabfelder des Friedhofs unterliegen den zusätzlichen Gestaltungsvorschriften:
Abt.: Friedhof Engelsdorf, Ostfriedhof
RIII Reihe 1 Grab 15 – 25
Die Maßbegrenzungen gelten auch für Holz und Metall, ausgenommen die Mindeststärke. Breit gelagerte Steine sind nicht möglich.
max. Raummaß Mindest­stärke max. Breite max. Höhe = maximale Länge bei liegenden Grabmalen
cbm m m m
1) Steingrabmal für einstellige Urnengrabstätten (stehend oder liegend) 0,05 0,18 0,35 1,30
2) Steingrabmal für mehrstellige Urnengrabstätten (stehend oder liegend) 0,06 0,18 0,40 1,30
3) Steingrabmal für Reihengrab und einstelliges Wahlgrab für Erdbestattungen (stehend oder liegend) 0,075 0,18 0,45 1,30
4) Steingrabmal für zwei- und mehrstellige Wahlgräber-Erdbestattung (stehend und/oder liegend) 0,130 0,18 0,55 1,85
Kreuzförmige Grabmale können die Breite um 20 % überschreiten, wenn das vorgesehene Raummaß eingehalten wird.
Das Raummaß darf durch ein weiteres Grabmal nicht überschritten werden.
zu 1) 0,05 / 0,18 / 0,35 m breit, dann 0,79 m hoch
0,05 / 0,18 / 1,30 m hoch, dann 0,21 m breit
zu 2) 0,06 / 0,18 / 0,40 m breit, dann 0,83 m hoch
0,06 / 0,18 / 1,30 m hoch, dann 0,25 m breit
zu 3) 0,075 / 0,18 / 0,45 m breit, dann 0,92 m hoch
0,075 / 0,18 / 1,30 m hoch, dann 0,32 m breit
zu 4) 0,130 / 0,18 / 0,55 m breit, dann 1,31 m hoch
0,130 / 0,18 / 1,85 m hoch, dann 0,39 m breit
2) Die Form des Grabmals muß dem Material gerecht sein, einfach und ausgewogen. Die aufstrebende oder lagernde Grundform ist kon­sequent auszubilden.
8) Nicht zugelassen sind alle vorstehend nicht aufgeführten Materialien, Zutaten, Gestaltungs- und Bearbeitungsarten, insbesondere Beton, Glas, Kunststoff, Lichtbilder, Bildgravuren, Gips, Porzellan, Aluminium etc.
9) Die landeskirchliche Richtlinie zur Grabgestaltung vom 15. September 1992 (Anlage 1) ist Bestandteil dieser Friedhofsordnung.
1) Inschriften und Symbole sollen auf den Toten, das Todesgesche­hen und dessen Überwindung Bezug nehmen. Die volle Nennung des Na­mens in der Reihenfolge Vorname, Familienname ist erforderlich.
2) Es sind nur vertieft eingearbeitete Schriften ( 60-Grab-Schrift) oder plastisch erhabene zulässig. Im Einzelfall ist auch die Verbindung unterschiedlicher Materialien möglich, z.B. Blei-Intarsia, Bronzeauslegung, gegossene Metallschriften (Unikate)
4) Farbige Tönungen sind nur im Ausnahmefall als nicht glänzende Lasur möglich, wobei der Farbton der Tonskala des Steines entnom­men sein muß. Schwarze und weiße Auslegfarbe, Gold- und Silberschriften, Ölfarben und Lackanstriche (außer Metall) sind nicht gestattet.
5) Die landeskirchliche Richtlinie zur Grabgestaltung vom 15. September 1992 (Anlage 1) ist Bestandteil dieser Friedhofsordnung.
1) Grabmale müssen mindestens 15 cm Abstand von der Grabkante ha­ben.
2) Für die Aufstellung des Grabmals eignet sich auf Gräbern für Erdbestattung in Abhängigkeit von der Grabmalform die gesamte Grabfläche, in der Regel das "Kopfende". Auf Gräbern für Urnenbeisetzungen ist die zentrale Aufstellung auf der quadratischen Grabfläche zwingend, da die Urne ihrer Zweckbestimmung nach auf senkrechter Achse gearbeitet ist und senkrecht in den Boden versenkt wird.
1) Die Bepflanzung der Grabstätten erfolgt mit bodendeckenden aus­dauernden und standortgemäßen Stauden und /oder Gehölzen und Ein­zelpflanzen, die das Grabmal nicht verdecken, andere Grabstätten nicht beeinträchtigen und die Grabfläche nicht wesentlich über­schreiten dürfen.
2) Entscheidend für die Auswahl der Pflanzen, die für die jewei­lige Grabstätte in Betracht kommen, sind der Charakter des Fried­hofs und des Grabfeldes, die vorherrschenden Lichtverhältnisse, die Gestaltung des Grabmals und der Personenbezug.
3) Bei einer Grabbepflanzung mit Personenbezug werden statt der Wechselbepflanzung Einzelpflanzen in die bodendeckende Grundbe­pflanzung eingebracht. Diese sollen zu bestimmten Zeiten z. B. Ge­burtstag, Todestag, Hochzeitstag des Verstorbenen das Grab in be­sonderer Weise schmücken.
4) Besteht hingegen der Wunsch nach Wechselbepflanzung, kann in die Grundbepflanzung ein bis zu 10 Prozent der Gesamtfläche einnehmender stets symmetrisch auf der Grabfläche angeordneter Be­reich zu Akzentsetzung vorgesehen werden.
5) Die Ablage von Schnittblumen erfolgt in tief eingelasse­nen Steckvasen.
6) Der Abschluß der Grabstätten gegen den Weg wird- soweit funktionell erforderlich – von dem Friedhofsträger aus einheitlichem Material bodenbündig gesetzt, Das gilt auch für die seitliche Abgrenzung zu den Nachbargrabstätten.
a) das Aufstellen von Pflanzschalen, - kübeln und –kästen sowie von zusätzlichem Grabschmuck aus nichtverrotbarem Material,
d) das Aufstellen von Rankgerüsten, Gittern, Pergolen und ähnli­chen Baulichkeiten sowie von Sitzgelegenheiten,
e) das Abdecken der Grabstätte mit Platten, Kies, Folien und ande­ren den Boden verdichtenden Materialien sowie mit Torf oder nur mit Erde und ohne Bepflanzung,
8) Die Grablaternen müssen in Ausführung und Gestaltung zweckentspre­chend sein und sich der Umgebung anpassen. Sie sollen ohne feste Verankerung mit dem Erdreich aufgestellt werden und nicht höher als 25 cm sein.
9) Die landeskirchliche Richtlinie zur Gestaltung vom 15. September 1992 (Anlage 2) ist Bestandteil dieser Friedhofsordnung.
1) Wer den Bestimmungen der §§ 5, 6, 10, 11, 12, 13 und 21 Absätze 6 bis 9 zuwiderhan­delt, kann durch einen Beauftragten des Fried­hofsträgers zum Ver­lassen des Friedhofes veranlaßt, gegebenenfalls durch den Fried­hofsträger wegen Hausfriedensbruchs bzw. wegen Verstoßes gegen die geltende Gemeindesatzung zur Anzeige gebracht werden.
Diese Friedhofsordnung einschließlich Anlagen und aller Änderungen hierzu bedürfen zu ihrer Gültigkeit der öffentlichen Bekanntma­chung.
Der Kirchenvorstand behält sich Ausnahmegenehmigungen vor.
1) Diese vom Evangelisch-Lutherischen Bezirkskirchenamt Leipzig am 17.07.1998 bestätigte Friedhofsordnung tritt am Tage nach ihrer Veröf­fentlichung in Kraft.
2) Mit Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung tritt die Friedhofs­ordnung vom 19.11.1990 außer Kraft.
Engelsdorf, 08.06.1998
Der Kirchenvorstand der Ev.-Luth. Kirchgemeinde
Engelsdorf-Hirschfeld
gez. Lippoldt, Pf. gez. Gärlich
Ev.-Luth. Bezirkskirchenamt Leipzig-Ost
Superintendent Kirchenamtsrat
gez. Vollbach gez. Lippke
Leipzig , 17.07.1998
Veröffentlicht im Gemeindeboten September 1998
Landeskirchliche Richtlinien zur Grabmalgestaltung in Grabfeldern mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften vom 15. September 1992
Der Friedhof als öffentliche und gemeinschaftliche Anlage verlangt, daß seine Einzelelemente, also auch die Grabmale, sich in ein Gesamtkonzept einfügen. Mit dem Grabmal soll des Verstorbenen gedacht werden. Das Grabdenkmal im Sinne des "Denk-mal-(nach)" wird dieser ursprünglichen Funktion gerecht.
1. Grabmalgenehmigung
Jedes Grabmal muß vor seiner Errichtung durch den Kirchenvorstand genehmigt werden. Die Genehmigung von Grabmalen ist keine Formsache. Sie ist vielmehr eine wichtige Handhabe des Friedhofsträgers in seiner Verantwortung für ein gutes, der Würde des Ortes entsprechendes Friedhofsbild. Ein verantwortlich durchgeführtes Genehmigungsverfahren ist dafür Voraussetzung. Im Zweifels- oder Konfliktfall ist über das zuständige Bezirkskirchenamt die/der landeskirchliche Friedhofssachverständige hinzuzuziehen.
Für die Herstellung von Grabmalen eignen sich neben Holz und Metall alle Natursteine Zu bevorzugen ist der in der Landschaft heimische Stein, da er mit der natürlichen Umgebung eine Einheit bildet.
Unterschieden werden die Steine in:
- Weichgesteine
(z.B. Sandstein, Porphyrtuff, Muschelkalkstein)
- mittelharte Steine
(z.B. Travertin, harter Sandstein, Schiefer, Marmor)
- Hartstein
(z.B. Granit, Quarzporphyr, Syenit, Diabas)
Die Ausdruckskraft des Grabsteines hängt wesentlich von einer guten Oberflächenbearbeitung ab. Bossierte oder polierte Steinoberflächen sind nicht zulässig. Freistehende Grabmale im Grabfeld werden immer von allen Seiten erlebt. Daher muß die handwerkliche Bearbeitung und Gestaltung alle Seiten einbeziehen. Flächen dürfen keine Umrandungen haben.
3.1 Flächenbearbeitung von Hartgesteinen
Mögliche handwerkliche Bearbeitungsgrade sind grob- bis feingespitzt / grob- bis feingestockt / grob- bis feingeriffelt / grob- bis feingeschliffen / wobei der Feinschliff der äußerst mögliche Bearbeitungsgrad ist. (Feinschliff = letzter Bearbeitungsgrad vor Mattschliff und Politur)
Landeskirchliche Richtlinie zur Grabstättengestaltung in Grabfeldern mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften
Sämtliche Grabstätten sind Eigentum des Kirchenlehns. Derjenige, der eine Grabstätte löst, hat nur Rechte nach der Friedhofsord­nung. Über die Vergabe eines Nutzungsrechts an einer Grabstätte wird dem Nutzungsberechtigten eine schriftliche Bestätigung ausgestellt.
Alle Grabstätten sind in einer der Würde des kirchlichen Friedhofs entsprechenden Weise gärtnerisch anzulegen, zu unterhalten und zu pflegen. Auf Friedhöfen ohne Bestattungspflicht und für Grabfelder mit zusätzlichen Gestaltungsvorschriften trifft der Friedhofsträ­ger hierzu verbindliche Festlegungen in der Friedhofsordnung.
Die Gräber sind mit bodendeckenden, ausdauernden und standortge­mäßen Stauden gemäß den beigefügten Pflanzenlisten zu bepflanzen. Das Offenhalten des Bodens, das Bekiesen oder Besplitten von Grabstätten, die vielerorts übliche Wechselbepflanzung und die Verwendung von für Grabbepflanzungen oder den jeweiligen Standort ungeeigneten Pflanzen machen die Grabpflege aufwendig. Durch die Bepflanzung wird der Boden vor Abschwemmung, Austrocknung und Verdichtung geschützt. Das Grabmal wird auf Grund umgebender Bepflanzung auch im Basisbereich sauber gehalten.
Entscheidend für die Auswahl der Pflanzen, die für die jeweilige Grabstätte in Betracht kommen können, sind
- der Charakter des Friedhofs und seine Lage
- die vorherrschenden Lichtverhältnisse
Je besser den Pflanzen die gegebenen Standortverhältnisse zusagen, um so geringer wird der anfallende Pflegeaufwand sein! Je mehr Pflanzenarten sich auf der relativ kleine Fläche der Grabstätte befinden, um so eher springt das Auge von Motiv zu Motiv. Dem Betrachter ist es erschwert, Ruhe zu finden zum Gedenken, Medi­tieren, Beten. Weniger ist mehr! Buntheit nimmt den Blick für das Einzelne und stört die Gesamtanlage. Die Pflanzen sollen aufein­ander abgestimmt werden hinsichtlich Wuchshöhe, -form, Blatt- und Blütenfarbe, Blühzeiten etc.
die Gestaltung des Grabmals (Höhe, Form, Bearbeitung, Schriftbild)
Hochwachsende Pflanzen zergliedern den Raum des Grabfeldes, schaf­fen Unruhe. Sie verdecken das Grabmal, sie verunklaren die Form und bilden eine unerwünschte Konkurrenz zum aufrechten Grabzei­chen. Auf der Grabstelle sind sie daher unangebracht.
der Bezug zur Person des Verstorbenen
Zu bestimmten Zeiten, z. B. Geburtstag, Hochzeitstag, Todestag sollen blühende, fruchttragende oder sich durch besondere
Laubfärbung auszeichnende Einzelpflanzen aus der Grundbepflanzung hervor­treten - siehe Pflanzenliste Nr. 2 -. Besteht dagegen der Wunsch nach jahreszeitlicher Wechselbepflanzung, ist in der Grundbepflan­zung ein kleiner symmetrisch auf der Grabfläche angeordneter Bereich dafür auszusparen.
Individuelle über Terrain stehende Einfassungen von Grabstätten sind Ausdruck des Eigentumsdenkens. Da an Grabstätten kein Eigentum erworben werden kann und da auf einer wie empfohlen bepflanzten Grabstätte allein durch die Wurzeln der kriechenden Stauden und Gehölze das Erdreich zusammengehalten wird, sind derartige Einfas­sungen überflüssig.
Die Verwendung von Kies, Splitt, Platten o. ä. Material zur Ab­deckung der Grabflächen ist aus funktionellen Gründen nicht ge­stattet. Sie führt zur Versiegelung des Bodens, verhindert dessen Durchlüftung und kann bei Leichen den Verwesungsprozeß verzögern, sogar verhindern (Wachsleichen).
Die Ablage von Schnittblumen erfolgt in bodenbündig ins Erdreich bzw. in die Pflanzung eingelassene Steckvasen. So ergibt sich immer ein aufgeräumtes Bild, auch wenn zeitweise kein Blumenstrauß ihrer bedarf.
Da die in unserem Klimabereich für Grabbepflanzungen geeigneten Stauden und Gehölze genügend winterhart sind, erübrigt sich eine Reisigabdeckung. Sie ist ohne Sinn und aus ökologischen und betriebswirtschaftlichen Gründen zu unterlassen.
Auf das Schmücken des Grabes mit Kunststoffartikeln (Plastikblumen, -kränzen und unverrottbaren Unterlagen) wird bewußt verzichtet.
Die Staude, eine Alternative zur Sommerblume als Grabbepflanzung
Bestimmte niedrige Stauden, auch einige Gehölzarten, haben die Ei­genschaft, Planzenteppiche zu bilden uns somit die Oberfläche des Grabes zu schützen, die Erde zusammenzuhalten und ein zu rasches Austrocknen zu verhindern. Andere niedrige Stauden, Zwiebel- und Knollenpflanzen, finden in einem solcherart geschützten Boden ideale Lebensbedingungen. Die Bepflanzung ist so zusammenzustel­len, daß eine bodendeckende Pflanzenart, die teppichartig das ganze Grab überzieht, in der Blüte abwechselt mit dauerhaften Ein­zelpflanzen, z. B. Stauden, die je nach ihrer spezifischen Wuchs- und Ausbreitungsform vereinzelt, in losen Gruppen oder auch dich­teren Nestern in diesen Teppich hineingepflanzt werden. Aus der Bodendecke, die für die meiste Zeit des Jahres ruhig und zurück­haltend bleibt, treten so zu bestimmten Jahreszeiten, die eine Beziehung zum Toten haben sollen, Einzelpflanzen hervor, blühen und ziehen sich danach wieder zurück, um neue Kraft zu sammeln. Ein auf solche Art bepflanzten Grab ändert sein Erscheinungsbild kontinuierlich nach der Eigengesetzlichkeit der Pflanzen: es lebt. Somit kann es auch Sinnbild sein für das Werden und Vergehen, für den Kreislauf, dem sowohl der Mensch als auch die Natur unterge­ordnet ist.
Zusatz zur Friedhofsordnung
der Ev.- Luth. Kirchgemeinde Engelsdorf-Hirschfeld
1. Eine Urnengemeinschaftsanlage ist ein Gräberfeld bzw. eine Grabstätte mit nicht einzeln gekennzeichneten, also anonymen Urnenbeisetzungsstellen. Für die Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage werden keine Nutzungsrechte vergeben.
2. Für Urnengemeinschaftsanlagen gelten die für Urnenreihengrabstätten gültigen Ruhezeiten.
3. Ein Anspruch auf Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage besteht nicht. Der Wunsch des Verstorbenen oder seiner Angehörigen auf Bestattung in einer solchen Grablage ist dem Friedhofsträger schriftlich vorzulegen. Voraussetzung ist, dass der verstorbene seinen Wohnsitz im Bereich der politischen Gemeinde hatte. Der Friedhofsträger entscheidet über die Aufnahme in die Gemeinschaftsanlage.
4. Ein Schmuck oder eine andere Kennzeichnung der unmittelbaren Bestattungsstelle ist nicht möglich. Blumenschmuck kann auf der / in den dafür vom Friedhofsträger vorgesehenen Fläche / Behältern abgelegt werden.
5. Die Herrichtung und Unterhaltung der Anlage obliegt dem Friedhofsträger im Rahmen der landeskirchlichen Bestimmungen für die Einrichtung von Urnengemeinschaftsanlagen.
6. Aus- und Umbettungen aus Urnengemeinschaftsanlagen sind nicht gestattet.
Engelsdorf, den 27.10.1994
Der Kirchenvorstand der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Engelsdorf-Hirschfeld
gez. Lippoldt, Pf. gez. Mehlan
Bestätigt: Ev.-Luth. Bezirkskirchenamt Leipzig-Ost
gez. Magirius gez. Kotte
Leipzig, den 09. November 1994