Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/kuendigung-einer-fehlerhaften-gesellschaft-366092
Timestamp: 2019-08-20 03:23:37
Document Index: 256513523

Matched Legal Cases: ['§ 234', '§ 723', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705']

Kün­di­gung einer feh­ler­haf­ten Gesell­schaft | Rechtslupe
Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sind die Grund­sät­ze der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft auch auf typi­sche oder aty­pi­sche stil­le Gesell­schaf­ten anwend­bar1. Damit gilt die Gesell­schaft als wirk­sam zustan­de gekom­men, wenn sie trotz Wirk­sam­keits­män­geln beim Ver­trags­schluss in Voll­zug gesetzt wor­den ist und kein Aus­nah­me­fall vor­liegt, in dem die Grund­sät­ze nicht anwend­bar sind, wie etwa bei einem Ver­stoß gegen ein gesetz­li­ches Ver­bot oder die guten Sit­ten2. Für den Voll­zug der Gesell­schaft genügt bereits die Zah­lung der Ein­la­ge3.
Ist der stil­le Gesell­schafts­ver­trag nach den Grund­sät­zen der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft als wirk­sam zu behan­deln, hat jeder Ver­trags­teil dann das Recht, den Ver­trag unter Beru­fung auf den Ver­trags­man­gel durch sofort wirk­sa­me Kün­di­gung nach § 234 Abs. 1 HGB, § 723 BGB zu been­den mit der Fol­ge, dass der stil­le Gesell­schaf­ter gege­be­nen­falls einen nach den gesell­schafts­recht­li­chen Regeln zu berech­nen­den Abfin­dungs­an­spruch hat4 und dazu auch die Erstel­lung einer Aus­ein­an­der­set­zungs­bi­lanz ver­lan­gen kann. Dabei muss die frist­lo­se Kün­di­gung zumin­dest auch auf den Ver­trags­man­gel gestützt wer­den. Der Gesell­schaf­ter muss den Feh­ler „gel­tend machen„5.
Scha­dens­er­satz – und die Grund­sät­ze der feh­ler­haf­ten… Die Anwen­dung der Grund­sät­ze der feh­ler­haf­ten Gesell­schaft schließt einen Anspruch des Gesell­schaf­ters auf Ersatz von Ver­mö­gens­schä­den, die ihm im Zusam­men­hang mit sei­nem Bei­tritt zur Gesell­schaft ent­stan­den sind, nicht von vorn­her­ein…
Wider­rufs­recht bei geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fonds Die Richt­li­nie 85/​577/​EWG des Rates vom 20. Dezem­ber 1985 betref­fend den Ver­brau­cher­schutz im Fal­le von außer­halb von Geschäfts­räu­men geschlos­se­nen Ver­trä­gen ist auf den Bei­tritt zu einem geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fonds anwend­bar, wenn…
Sozi­al­an­sprü­che gegen den aus­schei­den­den BGB-Gesel­l­­schaf­­ter Dem aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter einer BGB-Gesell­schaft steht gegen­über dem Anspruch der Gesell­schaft auf Aus­gleich eines nega­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zungs­gut­ha­bens kein Frei­stel­lungs­an­spruch und damit kein dar­auf gestütz­tes Zurück­be­hal­tungs­recht hin­sicht­lich in der Aus­ein­an­der­set­zungs­bi­lanz pas­si­vier­ter Sozi­al­an­sprü­che…
BGH, Urteil vom 21.03.2005 II ZR 140/​03, ZIP 2005, 753, 755; Urteil vom 26.09.2005 II ZR 314/​03, ZIP 2005, 2060, 2062↩
vgl. BGH, Urteil vom 20.03.1986 II ZR 75/​85, BGHZ 97, 243, 250; Urteil vom 16.05.1988 II ZR 316/​87, NJW-RR 1988, 1379; Urteil vom 21.03.2005 II ZR 149/​03, ZIP 2005, 763, 764↩
BGH, Urteil vom 29.11.2004 II ZR 6/​03, ZIP 2005, 254, 255↩
BGH, Urteil vom 29.11.2004 II ZR 6/​03, ZIP 2005, 254, 255; Urteil vom 21.07.2003 II ZR 387/​02, BGHZ 156, 46, 52 f.↩
vgl. BGH, Urteil vom 27.06.2000 – XI ZR 174/​99, ZIP 2000, 1430, 1432; H. P. Wes­ter­mann, ZIP 2002, 240, 243; eben­so für die BGBGe­sell­schaft Münch­Komm-BGB/Ul­mer, 5. Aufl., § 705 Rn. 345↩