Source: https://www.rechtslupe.de/stichworte/volksverhetzung
Timestamp: 2019-12-16 00:57:23
Document Index: 365244231

Matched Legal Cases: ['§ 130', '§ 130', '§ 130', '§ 6', '§ 130', '§ 130', '§ 130', 'Art. 5', '§ 130']

Volksverhetzung | Rechtslupe
"Hur­ra, Hur­ra ein Nig­ger brennt"
Das Abspie­len des Lie­des "Hur­ra, Hur­ra ein Nig­ger brennt" erfüllt den Straf­tat­be­stand der Volks­ver­het­zung Zwar wird durch das Abspie­len nicht des­halb der Tat­be­stand der Volks­ver­het­zung gemäß § 130 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b) StGB ver­wirk­licht, weil in dem Text des Lie­des zu Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men gegen Dun­kel­häu­ti­ge auf­ge­for­dert wer­de. Das Auf­for­dern
Volks­ver­het­zung – und ihr Sinn­ge­halt
Die Straf­ge­rich­te müs­sen auch bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Bei­hil­fe zur Volks­ver­het­zung den Sinn­ge­halt einer zu beur­tei­len­den Äuße­rung zutref­fend erfas­sen und sich zudem auf der Ebe­ne der Abwä­gung mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen, wel­che Bedeu­tung der Mei­nungs­frei­heit für die zu tref­fen­de Ent­schei­dung zukommt. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de
Volks­ver­het­zung – und das Auf­for­dern zu Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men
Das Auf­for­dern zu Gewalt- oder Will­kür­maß­nah­men im Sin­ne des § 130 Abs. 1 Nr. 1 StGB setzt ein über blo­ßes Befür­wor­ten hin­aus­ge­hen­des, aus­drück­li­ches oder kon­klu­den­tes Ein­wir­ken auf ande­re vor­aus mit dem Ziel, in ihnen den Ent­schluss zu bestimm­ten Hand­lun­gen her­vor­zu­ru­fen . Gewalt- und Will­kür­maß­nah­men sind dis­kri­mi­nie­ren­de Hand­lun­gen, die den ele­men­ta­ren Gebo­ten der
Gemäß § 130 Abs. 3 StGB macht sich wegen Volks­ver­het­zung straf­bar, wer eine unter der Herr­schaft des Natio­nal­so­zia­lis­mus began­ge­ne Hand­lung der in § 6 Abs. 1 VStGB (Völ­ker­mord) bezeich­ne­ten Art in einer Wei­se öffent­lich leug­net, die geeig­net ist, den öffent­li­chen Frie­den zu stö­ren. Leug­nen ist das Bestrei­ten, Inab­re­de­stel­len oder Ver­nei­nen einer his­to­ri­schen Tat­sa­che.
Der Slo­gan "Geld für die Oma statt für Sin­ti und Roma" stellt kei­ne Volks­ver­het­zung dar. Es wird nicht ein­deu­tig zu Will­kür­maß­nah­men gegen Roma und Sin­ti auf­ge­for­dert. Man kann den Slo­gan auch so aus­le­gen, dass staat­li­che Gel­der eher der älte­ren Genera­ti­on zukom­men sol­len als den genann­ten Volks­grup­pen. So das Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel
Wer für die Her­stel­lung und Ver­brei­tung eines Wahl­wer­be­spots ver­ant­wort­lich ist, in dem den in Ber­lin leben­den Aus­län­dern pau­schal kri­mi­nel­le Nei­gun­gen unter­stellt wer­den, und der Ein­druck erweckt wird, dass sie für alle in Ber­lin began­ge­nen Straf­ta­ten ver­ant­wort­lich sind, macht sich der Volks­ver­het­zung schul­dig. Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Ber­lin den
Nicht­fas­ten im Rama­dhan und die Volks­ver­het­zung
Im Inland leben­de Mus­li­me, wel­che die reli­giö­se Pflicht zum Fas­ten im Rama­dhan oder zur Teil­nah­me an der Zakat­zah­lung nicht befol­gen bzw. ableh­nen, sind ein "Teil der Bevöl­ke­rung" der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Sin­ne des § 130 StGB. Bei der Anwen­dung des § 130 StGB auf reli­giö­se Bekennt­nis­schrif­ten ist das Reli­gi­ons­grund­recht (Art.
Volks­ver­het­zung vs. rech­te Mei­nungs­frei­heit
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in drei zur gemein­sa­men Ent­schei­dung ver­bun­de­nen Ver­fah­ren straf­ge­richt­li­che Ver­ur­tei­lun­gen wegen Volks­ver­het­zung gemäß § 130 Abs. 2 Nr. 1 Buch­sta­be b StGB auf­ge­ho­ben und die Sachen an das Aus­gangs­ge­richt zurück­ver­wie­sen, da die Straf­rich­ter dasd Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG) nicht hin­rei­chend beach­tet haben. Die Beschwer­de­füh­rer waren vom Amts­ge­richt
Mit Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe wird gemäß § 130 Abs. 4 StGB bestraft, wer öffent­lich oder in einer Ver­samm­lung den öffent­li­chen Frie­den in einer die Wür­de der Opfer ver­let­zen­den Wei­se dadurch stört, dass er die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Gewalt- und Will­kür­herr­schaft bil­ligt, ver­herr­licht oder recht­fer­tigt. Die­se Bestim­mung des Straf­ge­setz­bu­ches