Source: http://selbsthilfe-kontaktstellen.de/aktuelles/nachrichten/
Timestamp: 2020-04-04 20:25:10
Document Index: 57170572

Matched Legal Cases: ['§ 175', '§ 151', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

Rehabilitierung und Entschädigung für Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen
Bundesamt für Justiz für Auszahlung von Entschädigungsleistungen zuständig
Wer wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen in der BRD oder DDR verurteilt wurde, kann Entschädigungsleistungen beantragen. Die Entschädigungsleistungen können beim Bundesamt für Justiz (BfJ) beantragt werden. Auch für außergewöhnliche Beeinträchtigungen ohne Verurteilung sind Entschädigungsleistungen möglich. Anträge können bis Juli 2022 gestellt werden, worauf das BfJ mit aktuellen Flyern hinweist.
Homosexuelle Handlungen waren in der BRD und DDR lange Zeit strafbar (bis 1994 nach §§ 175, 175a Strafgesetzbuch der BRD bzw. bis 1989 nach § 151 Strafgesetzbuch der DDR). 2017 hat der Gesetzgeber alle strafrechtlichen Urteile aufgehoben und alle Betroffenen rehabilitiert. Entschädigungen sind für Verurteilungen, Jahre der Freiheitsentziehung, eingeleitete Ermittlungsverfahren und außergewöhnliche negative Beeinträchtigungen aufgrund des strafrechtlichen Verbots möglich.
Quelle: Bundesamt für Justiz | www.bundesjustizamt.de
Informationen der DAG SHG-Einrichtungen zur Corona-Krise
Die bundes- und landesweiten Einrichtungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) haben auf ihren Internetseiten aktuelle Informationen anlässlich der Corona-Krise veröffentlicht:
NAKOS, Nachricht vom 23. März 2020:
KOSKON, Nachricht vom 20. März 2020:
Selbsthilfe-Büro Niedersachsen, aktualisierte Nachricht vom 23. März 2020
Die Verwaltung der DAG SHG ist gegenwärtig ausschließlich und mit Einschränkungen per E-Mail erreichbar.
Broschüre "Selbsthilfe stärkt die Seele" veröffentlicht
Selbsthilfe-Büro Niedersachen gibt Arbeitshilfe zur Selbsthilfeunterstützung psychisch kranker Menschen
Das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen hat die Broschüre "Selbsthilfe stärkt die Seele. Selbsthilfe-Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Problemen" veröffentlicht. Die Broschüre ist zugleich Projektdokumentation als auch Arbeitshilfe für die Tätigkeit in der Selbsthilfeunterstützung.
Einige Inhalte der Broschüre:
Allgemeine Informationen zu seelischer Gesundheit und einzelnen psychischen Krankheiten
Aufgaben von Selbsthilfekontaktstellen bei der Unterstützung von Selbsthilfegruppen für psychisch kranke Menschen
Kreative Methoden in der Gruppenarbeit
Phasen bei der Gründung und Entwicklung von Gruppen
Phasen im Umgang mit Lebenskrisen
These zur Nachfolgesicherung für Gruppensprecher*innen
Neben vielen praktischen Informationen beschreibt die Broschüre auch die verschiedenen Aktivitäten des Selbsthilfe-Büro Niedersachsens im Rahmen des dreijährigen Projekts.
Quelle: Selbsthilfe-Büro Niedersachsen | www.selbsthilfe-buero.de
Engagementstiftung endgültig beschlossen
Bundesrat folgt dem Bundestagsbeschluss
Die Einrichtung der umstrittenen Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ist endgültig beschlossen: Nach dem Bundesrat stimmte auch der Bundesrat für das Gesetz; das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren ist damit beschlossen. Die geplante Stiftung war unter anderem von Mitgliedern der ehemaligen Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" in einer Stellungnahme kritisiert worden. Dieser Stellungnahme hatte sich auch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen angeschlossen:
Vorherige Nachrichten zur Engagementstiftung:
Bundestag beschließt umstrittene Engagementstiftung, 31. Januar 2020
Kritische Stellungnahme zur geplanten Stiftung für Engagement und Ehrenamt, 20. Januar 2020
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend | www.bmfsfj.de
Vorbereitungen für Engagementwoche laufen
Selbsthilfe ist Teil des bürgerschaftlichen Engagements
Die Vorbereitungen für die 16. Woche des bürgerschaftlichen Engagements haben begonnen: Die Aktionswoche findet bundesweit vom 11. bis 20. September 2020 statt. Schwerpunktthema in diesem Jahr ist "Engagement und Klimaschutz". Engagierte wie Organisationen sind aufgerufen, sich mit Veranstaltungen und anderen Aktionen daran zu beteiligen.
Auch Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen können mitwirken. Das Engagement von Selbsthilfeaktiven für andere ist ein wichtiger Teil des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Initiator der Aktionswoche ist das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.
Quelle: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement | www.engagement-macht-stark.de
NAKOS PERSPEKTIVE: Auf den Spuren der Schatzsuchenden
Rückblick auf das Projekt "Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung neu denken"
Viele Schatzsuchende sind unterwegs in der Selbsthilfe. Sie suchen "neue Wege" und "Perspektiven" oder gar die "Selbsthilfe der Zukunft". Wir sind ihren Spuren gefolgt im Projekt "Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung neu denken", gefördert vom BKK Dachverband. In einem Rückblick erzählen wir von unserem Vorgehen und den ersten Ergebnissen.
Der Beitrag erscheint in unserer neuen Reihe NAKOS PERSPEKTIVE. In der Reihe NAKOS PERSPEKTIVE geben wir ab sofort in loser Folge fachliche Einblicke in gegenwärtige Debatten und Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen im Feld der gemeinschaftlichen Selbsthilfe.
Die NAKOS PERSPEKTIVE als Download: NAKOS PERSPEKTIVE 1|2020
Projekt zum Ehrenamt auf dem Land gestartet
Landwirtschaftsministerium und Landkreistag sind Projektpartner
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Deutsche Landkreistag wollen Ehrenamtsstrukturen in ländlichen Regionen fördern. Dafür haben sie im Januar 2020 das Projekt "Hauptamt stärkt Ehrenamt" gestartet. In 18 Landkreisen werde modellhaft untersucht, welche Organisationsformen und -strukturen sich unter unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen bewähren, um Engagierte zu unterstützen, so das BMEL in der Projektdarstellung.
Hintergrund sind die großen Herausforderungen, vor denen die ehrenamtliche Arbeit auf dem Land stehe: "Nachwuchsmangel, zunehmende bürokratische Anforderungen und eine sinkende Bereitschaft, sich innerhalb der gegebenen Ehrenamtsstrukturen kontinuierlich zu engagieren, erschweren die Arbeit von Vereinen und Initiativen sowie das bürgerschaftliche Engagement Einzelner", schreibt das Ministerium auf seiner Internetseite.
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft | www.bmel.de
Bundestag beschließt umstrittene Engagementstiftung
Kritik aus der Zivilgesellschaft wurde "teilweise aufgegriffen"
Der Deutsche Bundestag hat den Gesetzesentwurf zur Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (Drucksache 19/16916) am 30. Januar 2020 beschlossen. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf hatte starke Kritik in der Zivilgesellschaft hervorgerufen, diese sei im jetzigen Gesetzestext nach Aussage der Stiftung Aktive Bürgergesellschaft "teilweise aufgegriffen" worden. Auch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen hatte sich einer kritischen Stellungnahme zur Engagementstiftung angeschlossen.
Die Vermeidung von Doppelstrukturen sei im Gesetzestext verankert, schreibt die Stiftung Aktive Bürgergesellschaft. Doppelstrukturen waren einer der Kritikpunkte gewesen von Mitgliedern der ehemaligen Enquete-Kommssion "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements". Die Stiftung wird ihren Sitz in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) haben. Das Engagement in strukturschwachen und ländlichen Räumen soll ein Schwerpunkt der Stiftung sein.
Stiftung Aktive Bürgergesellschaft, Nachrichtendienst Ausgabe 207 | www.aktive-buergerschaft.de
Deutscher Bundestag, Drucksache 19/16916 | www.bundestag.de
Kritische Stellungnahme zur geplanten Stiftung für Engagement und Ehrenamt
DAG SHG schließt sich Kritik und alternativen Leitlinien an
Der Gesetzesentwurf für die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ruft starke Kritik hervor: Mitglieder der ehemaligen Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" warnen in einer Stellungnahme unter anderem vor vermehrter staatlicher Einflussnahme und Doppelstrukturen durch die geplante Stiftung. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG) schließt sich der Stellungnahme an, die vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) am 2. Januar 2020 veröffentlicht wurde.
Die Gründung einer Engagementstiftung ist im Koalitonsvertrag der Regierungsfraktionen festgeschrieben; im Oktober 2019 wurde der Gesetzesentwurf vorgelegt. Die Stiftung sei, heißt es in der Stellungnahme, "weitgehend überflüssig und in der Tendenz sogar schädlich". Die Stiftung werde von drei Bundesministerien dominiert, die Zivilgesellschaft sitze dann "einflussarm am Katzentisch". Dabei sei bürgerschaftliches Engagement "wesentlich selbstermächtigt und selbstorganisiert". Das Prinzip der Selbstorganisation gilt auch für das bürgerschaftliche Engagement von Selbsthilfegruppen.
Die vorgesehenen Aufgaben werden bereits weitgehend von vorhandenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Netzwerken wahrgenommen. "Keine Doppelstrukturen schaffen" ist daher eine der sieben Leitlinien, welche die Mitglieder der Enquete-Kommission in ihrer Stellungnahme alternativ vorschlagen. Weiter müsse Staatsferne garantiert sein und die vielfältige Zivilgesellschaft als Partner gesehen werden.
Mit der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" von 1999 bis 2002 gelang es, Engagementpolitik als eigenes Politikfeld etablieren zu können. Die gemeinschaftliche Selbsthilfe mit drei bis vier Millionen Menschen in Tausenden Selbsthilfegruppen ist ein relevanter Akteur der Ziviligesellschaft. Die DAG SHG gehört zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros und dem Verbund der Freiwilligen-Zentren im Deutschen Caritasverband zu den anerkannten Verbänden der engagementfördernden Infrastruktureinrichtungen.
Stellungnahme der Mitglieder der Enquete-Kommission: www.b-b-e.de
Gesetzesentwurf zur Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt: www.bundestag.de
Neue Adressbroschüren für Nordrhein-Westfalen
KOSKON NRW aktualisiert ihre Selbsthilfeverzeichnisse
KOSKON NRW hat ihre beiden Adressbroschüren in aktualisierter Form veröffentlicht:
Die Broschüre "Selbsthilfe-Unterstützung in NRW" verzeichnet die Adressen aller örtlichen Selbsthilfekontaktellen und vergleichbaren Einrichtungen.
Die Broschüre "Landesweite Selbsthilfevereinigungen in NRW" enthält mehr als 200 Adressen landesweiter beziehungsweise überregionaler Selbsthilfezusammenschlüsse.
Beide Broschüren können über die Internetseite von KOSKON NRW bestellt werden.
KOSKON NRW ist die landesweite Selbsthilfekoordinierungsstelle in Nordrhein-Westfalen. Die Einrichtung stärkt die professionelle Unterstützung gemeinschaftlicher Selbsthilfe durch örtliche Selbsthilfekontaktstellen. KOSKON NRW ist eine Einrichtung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen.
Quelle: KOSKON NRW | www.koskon.de
Umfrage zur Digitalisierung der gesundheitlichen Selbsthilfe
Hochschulprojekt lädt Selbsthilfeunterstützer*innen zur Teilnahme ein
Selbsthilfekontaktstellen sind aufgerufen, sich an einer wissenschaftlichen Umfrage zur Digitalisierung zu beteiligen. Die Umfrage ist Teil des vom BMG geförderten Projekts "Digitalisierung in der gesundheitlichen Selbsthilfe in Deutschland". Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen können ihre Sichtweise und eigene Erfahrungen zur derzeitigen Situation und Entwicklung der Digitalisierung in der Selbsthilfe mitteilen. Die Umfrage endet am 31. Januar 2020.
Das Projekt wird vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen durchgeführt. Die NAKOS ist beratend beteiligt.
Die Online-Befragung kann über den am 7. Januar vom UKE zugesandten Link beantwortet werden.
Weitere Informationen und Kontakt: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | www.uke.de
Gemeinsame Zeitungsanzeige gegen Diskriminierung
26 Verbände reagieren auf Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion
Mit einer gemeinsamen Anzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 22. November 2019 haben sich 26 zivilgesellschaftliche Verbände gegen Diskriminierung von geflüchteten Menschen und Menschen mit Behinderung ausgesprochen. Anlass ist eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung mit dem Titel "Straftaten und Gefahrenpotential von psychisch kranken Flüchtlingen".
"Wir sind empört über die Anfrage", beginnt die Zeitungsanzeige; es werde "eine willkürliche Verbindung zwischen Straftaten von Einzelnen, psychischer Erkrankung und Menschen auf der Flucht konstruiert". Solchen diskriminierenden Schlussfolgerungen soll die Anzeige entgegenwirken: "Als Verbände der Zivilgesellschaft positionieren wir uns erneut und sehr entschieden gegen jegliche Diskriminierung, Ausgrenzung und Bedrohung von geflüchteten Menschen und Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung." Zu den beteiligten Verbänden gehören auch mehrere Selbsthilfeorganisationen behinderter und psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen.
Quelle: Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen | www.bvkm.de
KOSKON analyisiert Selbsthilfeunterstützung in NRW
Nachlese der Fachtagung veröffentlicht
KOSKON NRW hat die Fachvorträge sowie einige Impressionen der Tagung „Selbsthilfe – was bewegt die Menschen? Bestandsanalyse und Zukunftsperspektiven der Selbsthilfe-Unterstützung in Nordrhein-Westfalen“ vom 14. November 2019 in Düsseldorf auf ihrer Internetseite veröffentlicht. KOSKON NRW präsentierte während der Fachveranstaltung eine umfangreiche Datenauswertung von Rahmenbedingungen, Tätigkeitsfeldern und Themen der örtlichen Selbsthilfekontaktstellen aufgrund einer Befragung im Jahr 2018. Ausgewählte Ergebnisse der Befragung sind:
Die fünf häufigsten Themen der Anfragen an Selbsthilfekontaktstellen sind: Depression und bipolare Störungen, nicht näher bezeichnete psychische Erkrankungen, Angst/Panik/Phobie, Alkohol und Gesundheitsförderung.
Die fünf häufigsten Themen bei Selbsthilfegruppengründungen sind Depressionen, Burnout, Essstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen und Sucht.
56 Prozent der Selbsthilfekontaktstellen geben an, dass der Unterstützungsaufwand bei Gruppengründungen sich in den letzten fünf Jahren erhöht hat.
46 Prozent der Selbsthilfegruppen von Migrant*innen haben soziale Themen / Lebensbewältigung als Anliegen.
Zudem hielt die Wissenschaftlerin Silke Schwinn ein Fachreferat über Entwicklungen in der gesellschaftlichen Bedeutung der Selbsthilfe. Im zweiten Teil der Veranstaltung tauschten sich in Arbeitsgruppen über die Themen Junge Selbsthilfe, Soziale Selbsthilfe, Psychische Erkrankungen, Migrant*innen, Pflege und Selbsthilfegruppenarbeit allgemein aus.
KOSKON NRW ist die landesweite Selbsthilfekoordinierungsstelle in Nordrhein-Westfalen. Die Koordinierungsstelle ist eine Einrichtung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen.
Patientenbeauftragte würdigt Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen
Festakt und Tagung zum 10-jährigen Bestehen – noch Restplätze verfügbar
Am 28. und 29. November 2019 feiert das Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen sein 10-jähriges Bestehen mit einem großen Festakt und anschließender Fachtagung in Berlin.
Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Claudia Schmidtke hat die Schirmherrschaft übernommen und würdigte bereits im Vorfeld die Arbeit des Netzwerks: „Patientenorientierung und Selbsthilfefreundlichkeit sind für mich als Patientenbeauftragte zwei tragende Säulen unseres Gesundheitssystems. Sie sind für die Wahrnehmung von Eigenverantwortung sowie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Patient*innen unabdingbar.“
Zehn Jahre Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit bedeuten zehn Jahre Einsatz für mehr Patientenorientierung in Sinne des Patientenwohls. Gemeinsam mit Netzwerkmitgliedern und Ehrengästen will das Netzwerk beim Festakt aufzeigen, wie lebendig und vielfältig Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe und Gesundheitswesen heute sein kann.
Die am Freitag anschließende Fachtagung wird als „Open Space“ zum Thema „Wir sind #selbsthilfefreundlich“ angeboten. Damit setzt das Netzwerk die Workshops der vergangenen Jahre fort, und schafft einen zwar inhaltlich offenen, zugleich aber stabilen methodischen Rahmen für einen selbstorganisierten und selbstverantwortlichen Erfahrungsaustausch der Netzwerkmitglieder untereinander. Alle Teilnehmenden sind herzlich aufgerufen, ihre eigenen Themen einzubringen und dazu je eine Arbeitsgruppe zu gestalten.
Es sind noch wenige Restplätze verfügbar. Für Kurzentschlossene ist eine Anmeldung zur Jubiläumsveranstaltung noch bis 11. November 2019 möglich. Bitte beachten Sie: eine etwaige Übernachtung / Unterkunft muss selbst organisiert werden.
Weitere Informationen: www.selbsthilfefreundlichkeit.de
Text: Antje Liesener, Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen
KOSKON NRW macht Fördermittel transparent
Die KOSKON NRW hat auf ihrer Internetseite Informationen zu ihren Fördermitteln veröffentlicht, teilte die Einrichtung im Oktober 2019 in ihrem Infobrief mit. KOSKON NRW ist die landesweite Selbsthilfekontakt- und -koordinierungsstelle in Nordrhein-Westfalen und eine Einrichtung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG). Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem sich die DAG SHG als Fachverband der Selbsthilfeunterstützung im August 2019 der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen hat. Insgesamt habe sich bereits über 1.200 gemeinnützige Organisationen der Initiative angeschlossen.
Quelle: KOSKON NRW, Infobrief Oktober 2019 | www.koskon.de
GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene im Förderjahr 2020
Gemeinsames Rundschreiben und Antragsformulare sind jetzt abrufbar
Die GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene hat das aktuelle Gemeinsame Rundschreiben für das Förderjahr 2020 versandt, mit dem die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände die Bundesorganisationen der Selbsthilfe über die Beantragung von Fördermitteln aus der Pauschal- und der Projektförderung informieren.
Zu Beginn des Schreibens betonen die Herausgeber, dass die durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgenommene Änderung ab 1. Januar 2020 sich lediglich auf die Verteilung der von den Krankenkassen zu entrichtenden Fördermittel auf die beiden Förderstränge, die Pauschalförderung und die Projektförderung bezieht. Auf die Höhe der insgesamt jährlich für die Selbsthilfeförderung zur Verfügung zu stellenden Fördermittel hat die Neuregelung jedoch keine Auswirkungen. Die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände werden weiterhin die gesundheitliche Selbsthilfe leitfadengerecht unterstützen.
Die jährlich für die Selbsthilfeförderung verfügbaren Fördermittel der Krankenkassen sind gesetzlich festgelegt. Für 2020 belaufen sich die Fördermittel - bei einem Richtwert pro Versicherten von 1,15 Euro – auf insgesamt 83,9 Millionen Euro. Davon stehen der Pauschalförderung mindestens 70 Prozent (58,7 Millionen Euro) für die finanzielle Unterstützung örtlicher Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen auf Landes- und Bundesebene sowie Selbsthilfekontaktstellen zur Verfügung. Die übrigen 30 Prozent (25,2 Millionen Euro) verbleiben bei den einzelnen Krankenkassen/-verbänden für ihre Projektförderung.
Die GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe auf Bundesebene weist in ihrem Rundschreiben auf die Auswirkungen der neuen gesetzlichen Regelung für die Beantragung von pauschalen Mitteln hin: Bisher von einzelnen Krankenkassen/Krankenkassenverbänden im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe geförderte besondere Vorhaben und Maßnahmen (Projekte) werden aufgrund der neuen Regelung für die Mittelverteilung nicht automatisch von den Pauschalförderungen (GKV-Gemeinschaftsförderungen) in den Ländern und der Bundesebene kompensiert. Bei der Beantragung von Fördermitteln ist deshalb der beantragte Bedarf im Förderantrag für die Pauschalförderung zu konkretisieren.
So werden regelmäßig stattfindende Veranstaltungen (z.B. Patiententage, Angehörigen-, Jahrestreffen) sowie regelmäßig stattfindende Schulungen, Fortbildungen und Tagungen ab 2020 aus Mitteln der Pauschalförderung bestritten. Sie sind nicht mehr als Projekte bei den einzelnen Krankenkassen/-verbänden zu beantragen. Über regelmäßige Aktivitäten hinausgehende einmalige, innovative, themenspezifische Vorhaben sind weiterhin über die Projektförderung zu beantragen.
Im Rahmen der Pauschalförderung werden die förderfähigen Selbsthilfestrukturen im Sinne einer Basisfinanzierung institutionell bezuschusst (vgl. Leitfaden Selbsthilfeförderung S. 7).
Für die Beantragung von pauschalen Fördermitteln auf Bundesebene ist – wie bereits 2019 - nur noch ein Formular online auszufüllen. Durch die Unterschrift unter den Förderantrag bestätigt der Antragsteller, dass er alle Anlagen des Gemeinsamen Rundschreibens 2020 (u.a. die Allgemeinen Nebenbestimmungen für die Beantragung und Gewährung von Fördermitteln nach § 20h SGB V) zur Kenntnis genommen hat. Erforderlich ist die Unterschrift von zwei Unterschriftsberechtigten. Alle formalen Regelungen zur Antragstellungen sind in einer Checkliste für die Antragstellung in Anlage 6 zusammengefasst (wie z.B. Fristen, beizufügende Unterlagen).
Die Antragsunterlagen sind auf dem Postweg einzusenden. Die Einsendefrist für einen Antrag auf pauschale Mittel aus der GKV-Gemeinschaftsförderung auf Bundesebene endet am 31. Dezember 2019.
Das Gemeinsame Rundschreiben 2020 und die Antragsformulare für 2020 stehen bereit unter:
www.vdek.com/vertragspartner/Selbsthilfe/foerderung_bund.html
Die Voraussetzungen, die ein Antragsteller für eine Förderung erfüllen muss sind im Leitfaden Selbsthilfeförderung beschrieben. Der ab dem Förderjahr 2020 geltende Leitfaden in der Fassung vom 11. Juli 2019 ist auf der Homepage des Herausgebers, des GKV-Spitzenverbandes veröffentlicht. Er wurde gegenüber dem vorhergehenden Leitfaden lediglich redaktionell angepasst.
Der Leitfaden zur Selbsthilfeförderung kann hier heruntergeladen werden:
www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/selbsthilfe/selbsthilfe.jsp
Jutta Hundertmark-Mayser, NAKOS
E-Mail: jutta.hundertmark@nakos.de
Aktualisierungsbefragung zur NAKOS-Datenbank ROTE ADRESSEN gestartet
Rückmeldungen mit Änderungen und Ergänzungen sind bis zum 25. November möglich
Die NAKOS hat im Oktober die Aktualisierungsbefragung zur Datenbank "ROTE ADRESSEN – Selbsthilfeunterstützung in Deutschland" gestartet. Die in der Datenbank verzeichneten Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungsstellen werden gebeten, über ein Online-Formular ihre Angaben zu Kontaktdaten und Angeboten zu überprüfen und zu ergänzen.
Die NAKOS betreibt seit über 30 Jahren die Datenbank "ROTE ADRESSEN". Sie bietet interessierten Bürger*innen Informationen und Kontakte zu örtlichen Selbsthilfegruppen. Die strukturierten Kontaktdaten und Angebote ermöglichen die gezielte Suche und Kontaktaufnahme. Ebenso können Mitarbeiter*innen aus Versorgungseinrichtungen einen Überblick gewinnen und die Datenbank zur Kontaktvermittlung nutzen. Der Aufnahme in die Datenbank liegen bestimmte Kriterien zugrunde.
Wir bitten darum, das Online-Formular bis zum 15. November 2019 zu bearbeiten. Dass es schnell gehen kann, beweist die erste Rückmeldung, die bereits elf Minuten nach Aussendung des Online-Zugangs einging.
Zur Datenbank ROTE ADRESSEN:
www.nakos.de/adressen/rot
#selfhelpeurope – Selbsthilfe vernetzt sich
Selbsthilfeunterstützer*innen verabreden Vernetzung in Sozialen Medien
#selfhelpeurope – mit diesem Hashtag soll in Europa künftig die Vernetzung der gemeinschaftliche Selbsthilfe in den Sozialen Medien gestärkt werden. Das haben die Teilnehmenden des 15. European Expert Meeting verabredet, dem europaweiten Fachaustausch von Selbsthilfeunterstützer*innen. Am diesjährigen European Expert Meeting vom 17. bis 20. September 2019 in Berlin nahmen Fachkräfte aus zehn Ländern teil, organisiert von der NAKOS. Ermöglicht wurde der Austausch von der BARMER im Rahmen der Selbsthilfeförderung.
Die Teilnehmenden hoffen auf eine Verwendung des Hashtags #selfhelpeurope durch Selbsthilfeaktive und Selbsthilfeunterstützer*innen. NAKOS und Self Help UK haben auf Twitter bereits damit begonnen.
Zum Twitter-Account von NAKOS: www.twitter.com/nakos_
DAG SHG schließt sich Initiative Transparente Zivilgesellschaft an
Zehn grundlegende Informationen über die Organisation veröffentlicht
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) hat sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) angeschlossen und eine Selbstverpflichtung unterzeichnet. Zur Selbstverpflichtung gehört die Veröffentlichung von zehn grundlegenden Informationen auf der Internetseit der DAG SHG, unter anderem zu Aufgaben, Entscheidungsträger*innen, Mittelherkunft und Mittelverwendung. Transparency International Deutschland e.V. als Begründer der ITZ hat bestätigt, dass die Veröffentlichung den Vorgaben entspricht.
Der Initiative Transparente Zivilgesellschaft haben sich inzwischen 1.200 Organisationen angeschlossen. Die veröffentlichten Angaben gehen über die gesetzlichen Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen hinaus und sollen Interessierten die Möglichkeit geben, sich anhand einheitlicher Kriterien über zivilgesellschaftliche Organisationen zu informieren.
Weitere Informationen: www.dag-shg.de/ueber-dag-shg/transparenz
Text: DAG SHG Internetredaktion
Sächsische Landeskontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe eröffnet
Neue Einrichtung will Impulse setzen, Fachlichkeit stärken und Lösungen anbieten
Mit einem kollegialen Fachaustausch wurde am 11. Juli 2019 die neue sächsische "Landeskontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe (LSH)" in Dresden eröffnet. Die LSH soll als Schnittstelle zwischen engagierten Menschen und Betroffenen, Selbsthilfegruppen und regionalen Selbsthilfekontaktstellen, Dachverbänden, Politik und Verwaltung wirken. Träger ist die JUST Jugendstiftung Sachsen. Die Fachstelle wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes sowie aus Mitteln der GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe Sachsen nach § 20 h, SGB V. Die NAKOS gratuliert der Landeskontaktstelle Sachsen und wünscht ihr viel Erfolg.
Bei der Eröffnung betonte die Staatssekretärin des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Verbraucherschutz, Regina Kraushaar, die Gründung der LSH sei ein "Meilenstein in Sachen bürgerschaftliches Engagement". Sie erwarte von der LSH, dass sie Entwicklungsprozesse anschiebe, Hürden in der Praxis erkenne und benenne und gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen Lösungen entwickele. Wichtige Aufgaben seien, qualitative Impulse zu setzen, die Fachlichkeit in der Region zu stärken und als kompetenter Ansprechpartner für die Krankenkassen zu wirken. Als wichtiges Zukunftsthema identifiziere Kraushaar die "Junge Selbsthilfe". Der Erfahrungsschatz der JUST biete "gute Rahmenbedingungen", um hier neue Formate und Zugänge zu entwickeln.
Der Vorsitzende des Kuratoriums der JUST Jugendstiftung Sachsen, Volker Schmidt, unterstrich den intensiven Vorbereitungsprozess zwischen der LAG Selbsthilfekontaktstellen, dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, der GKV-Gemeinschaftsförderung sowie den regionalen Selbsthilfekontaktstellen. Dieser stelle "die beste Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit" dar.
Die GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe erwarte einen kompetenten Partner im fachlichen Diskurs und eine bessere Wahrnehmung der Realitäten der Selbsthilfe in Politik und Gesellschaft, sagte Katrin Witt, Regionalgeschäftsführerin der ikk classic und Vertreterin der GKV. Peter Voigt, Referatsleiter Ambulante Versorgung des vdek konkretisierte die dringende Notwendigkeit, den konzeptionellen Blick auf die "Junge Selbsthilfe" mit neuen Formen der Information und Hilfe sowie auf den ländlichen Raum zu richten.
In der Unterstützung der regionalen Selbsthilfe und der Selbsthilfekontaktstellen durch Angebote der Vernetzung und des Fachaustausches, der Konzeptentwicklung und Bedarfserhebung besonders in den ländlichen Regionen sieht die Sprecherin der LAG Selbsthilfekontaktstellen, Ina Klass, die Potenziale dieser landesweiten Fachstelle. Sie erwarte eine "neue Kraft für die Interessensbündelung und Lobby" im Freistaat Sachsen, um "Menschen in Bewegung zu bringen, denn Menschen in Bewegung fühlen sich glücklicher und zufriedener".
Die LSH wird in Trägerschaft der JUST Jugendstiftung Sachsen auf der Grundlage einer Kooperation zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfekontaktstellen in Sachsen entwickelt und umgesetzt. Laut Anke Miebach-Stiens, Vorstand der JUST wird die Fachstelle in den nächsten Wochen im Austausch mit der LAG ihr Konzept konkretisieren und erste Schwerpunkte und Handlungsschritte definieren. Hierfür sind Vor-Ort-Besuche geplant, um die Praxis bestmöglich einzubinden. Außerdem müsse nun mit Hochdruck die Arbeitsfähigkeit des Teams hergestellt sowie die LSH und die Themen der Selbsthilfe in der Fachöffentlichkeit und darüber hinaus sichtbar werden, so Miebach-Stiens.
Quelle: JUST Jugendstiftung Sachsen, Pressemitteilung vom 11.07.2019
Anke-Miebach-Stiens
Telefon: 0371 / 533 64 30
Überarbeiteter Leitfaden zur Selbsthilfeförderung ab 2020
Gesetzliche Neuregelung führt zu redaktioneller Anpassung
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hat den Leitfaden zur Selbsthilfeförderung redaktionell überarbeitet. Die angepasste Fassung gilt ab 2020 und berücksichtigt die Änderungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz. Die gesetzlichen Krankenkassen beschreiben in dem Leitfaden die Fördervoraussetzungen, damit Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen Fördermittel erhalten können.
Die Selbsthilfeförderung ist in § 20h Sozialgesetzbuch V festgeschrieben. Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, mit aktuell 1,13 Euro je Versicherten die gemeinschaftliche Selbsthilfe in Deutschland zu fördern. Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz wurde eine Änderung mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beschlossen: Künftig werden mindestens 70 Prozent der gesetzlich vorgesehenen Fördermittel in der sogenannten Pauschalförderung (bisher "kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung") bereit gestellt und bis zu maximal 30 Prozent für die kassenindividuelle Projektförderung. Bis Ende 2019 gilt noch die bisherige Aufteilung und der bisherige Leitfaden zur Selbsthilfeförderung.
Der künftige und der aktuelle Leitfaden zum Download: www.gkv-spitzenverband.de
Quelle: GKV-Spitzenverband, Schreiben vom 17. Juli 2019
Weitere Informationen: Änderung bei der Förderung ab 2020
NAKOS Jahresbericht 2018 veröffentlicht
Publikation informiert über neue und bewährte Tätigkeiten der bundesweiten Fachstelle
Die NAKOS hat ihren Jahresbericht 2018 online veröffentlicht. Die Publikation informiert in kompakter Form über Projektaufgaben, die im Vorjahr begonnen oder abgeschlossen wurden. Hierzu gehörten etwa der Junge Selbsthilfe Blog, die erste Druckfassung der NAKOS ADRESSEN seit zehn Jahren und verschiedene Aktivitäten zur Stärkung der Autonomie der Selbsthilfe.
Zudem werden in dem Bericht die Tätigkeiten beschrieben und aufgelistet, mit denen die NAKOS als bundesweite Fachstelle wie in den Jahren zuvor Selbsthilfeinteressierte, Engagierte und Fachleute unterstützte, beispielsweise die individuelle Anfragenbeantwortung, die Pflege der verschiedenen Internetangebote sowie Fachvorträge zur Selbsthilfe in Deutschland.
Der Jahresbericht zum Nachlesen: Jahresbericht 2018
Wir hilft - Auftakt zur Aktionswoche Selbsthilfe 2019
Buntes Programm mit Infos und kulturellen Beiträgen am 14. Mai in Berlin
HipHop, Vorträge, Interviews und Improvisationstheater: Die zentrale Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Aktionswoche Selbsthilfe 2019 findet am 14. Mai im Centre Monbijou in Berlin-Mitte statt. Zum Auftakt werden Ben Jung & Rhobbin, zwei in der Selbsthilfe aktive Musiker, unter anderem ihren Selbsthilfe-Song "Zusammen" vortragen. Eingeladen sind Aktive aus der Selbsthilfe, Vertreter*innen und Mitarbeiter*innen von Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen, aus der Verwaltung, von Krankenkassen und Verbänden, aus der Politik und den Medien.
Die Aktionswoche Selbsthilfe "Wir hilft" ist eine Initiative des Paritätischen Gesamtverbandes und der Paritätischen Landesverbände. Vom 18. bis 26. Mai finden in ganz Deutschland hunderte von Veranstaltungen statt. Ziel ist es, zu zeigen, wie vielfältig, bunt und und unverzichtbar die Selbsthilfe für viele Menschen zur Bewältigung ihres Alltags ist. An der Vorbereitung beteiligt sind das FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im Paritätischen, die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) und das Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e. V..
Weitere Informationen: www.der-paritaetische.de
Quelle: Paritätischer Gesamtverband, Mitteilung vom 12.04.2019
„Psychische Erkrankungen sind nicht ansteckend. Ich engagiere mich in der Selbsthilfe.“
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) e.V. startet Kampagne
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit startet der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) e.V. im Frühjahr eine neue Kampagne für das Ehrenamt in der Selbsthilfe. Mit Plakaten, Postern und Freecards soll auf die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements im Rahmen der Selbsthilfe – und hier besonders im psychiatrischen Bereich - aufmerksam gemacht werden.
Die Medien sind auf der Homepage des BApK zu sehen und können von interessierten Verbänden kostenfrei heruntergeladen werden. Alle weiteren anfallenden Kosten wie Druck oder Schaltkosten müssen die Organisationen selber übernehmen.
Internet: www.bapk.de/projekte/ehrenamtliches-engagement-in-der-selbsthilfe/die-kampagne.html
und www.bapk.de/index.php?id=3739
Quelle: BApK, Mitteilung vom 10.04.2019
SeKo Bayern traf sich mit bayerischer Sozialministerin
Thematisiert wurde auch die mangelnde Förderung sozialer Selbsthilfegruppen
Vorstand und Geschäftsführung des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern (SeKo Bayern) trafen sich mit Bayern Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) zu einem Informationsaustausch in München. Schreyer betonte dabei die Bedeutung der Selbsthilfe als besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements. SeKo Bayern informierte über die Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen und die angegliederten Runden Tische zur Fördermittelvergabe. Neben Information zur Selbsthilfe wurden von SeKo Bayern auch Wünsche thematisiert. So erhalten in den meisten bayerischen Regionen soziale Selbsthilfegruppen keine finanzielle Förderung. Zudem sei die Förderung der Selbsthilfekontaktstellen durch die Städte, Landkreise und Bezirke freiwillig und dadurch Schwankungen unterworfen oder auch noch völlig unzureichend.
Quelle: SeKo Bayern | www.seko-bayern.de
Änderung der Selbsthilfeförderung durch die Krankenkassen
Anteil pauschaler Mittel steigt ab 2020 auf mindestens 70 Prozent
Der Bundestag hat am 14. März das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in der vom Gesundheitsausschuss vorgelegten Fassung beschlossen.
Das TSVG enthält auch eine Änderung von § 20h SGB V, der Selbsthilfeförderung durch die Krankenkassen, die vom Gesetzgeber initiiert und von den Regierungsfraktionen eingebracht wurde.
Dabei wird die Pauschalförderung für Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen angehoben, womit die Basisfinanzierung verbessert wird.
Mit der Gesetzesänderung wird der Anteil der Mittel, die in der Pauschalförderung bereit gestellt werden, von mindestens 50 Prozent auf mindestens 70 Prozent erhöht.
Damit soll gewährleistet werden (so die Begründung), dass die Selbsthilfegruppen, - organisationen und -kontaktstellen durch die Krankenkassen und ihre Verbände eine ausreichende Basisfinanzierung erhalten. Diese wird zur Absicherung der originären und
vielfältigen Selbsthilfearbeit sowie regelmäßig wiederkehrende Aufwendungen wie Miete, Büroausstattung, Internetauftritte, Medien, Fortbildungen und Schulungen und Reisekosten geleistet.
Hierdurch wird die Selbsthilfestruktur gestärkt (s. Drucksache 19/8351, S. 199).
Die kassenindividuelle Projektförderung bleibt wie bisher erhalten.
Deutscher Bundestag: Drucksache 19/8351
Gesundheitswesen: Sachverständigenrat hat sich konstituiert
Nächstes Gutachten soll Digitalisierung im Gesundheitswesen analysieren
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat sich am 27. Februar 2019 in Bonn neu konstituiert. Das interdisziplinär besetzte Gremium will in seinem nächsten Gutachten "die spannenden Chancen und absehbaren Risiken der wachsenden Digitalisierung des Gesundheitswesens untersuchen und sich mit geeigneten Rahmenbedingungen für eine evidenzbasierte digitale Gesundheitsversorgung auseinandersetzen", heißt es in einer Pressemitteilung. Gesetzlicher Auftrag des Sachverständigenrats ist es, die Entwicklung der gesundheitlichen Verosrgung zu analysieren und Vorschläge auszuarbeiten.
Quelle: Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen | www.svr-gesundheit.de
Sachverständige: Kein Handlungsbedarf bei der Selbsthilfeförderung
Ärzteblatt.de berichtet von der Anhörung im Gesundheitsausschuss zum Terminservice- und Versorgungsgesetz
Das Deutsche Ärzteblatt berichtet in seiner Online-Ausgabe Ärzteblatt.de über die Anhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im Gesundheitsausschuss des Bundestags am 13. Februar 2019. Hinsichtlich der vorgeschlagenen Neuregelung der Selbsthilfeförderung durch die gesetzlichen Krankenkassen haben sich die Sachverständigen gegen eine Änderung ausgesprochen. Im Entwurf zum TSVG ist geplant, die kassenindividuelle Projektförderung künftig in eine kassenartenübergreifende Mittelvergabe umzuwandeln, wie es bisher nur für die Pauschalförderung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe festgelegt ist. Im Artikel werden die Einwände der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE e.V. gegen diesen Entwurf wiedergegeben. Es bestehe kein Handlungsbedarf; durch eine Änderung könnten die guten Kooperationen durch bürokratische Entscheidungen verdrängt werden.
Quelle: Ärzteblatt.de | www.aerzteblatt.de
Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2019: Ausschreibung
Gemeinnützige Hertie-Stiftung verleiht den Preis zum 28. Mal | Bis 31. März 2019 bewerben!
Gegenseitige Hilfe und Unterstützung erleichtern Betroffenen und Angehörigen den Umgang mit chronischen Erkrankungen. Um dieses Engagement zu unterstützen, schreibt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung erneut den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe aus. Gesucht sind Menschen, die sich im Bereich der Multiplen Sklerose oder einer neurodegenerativen Erkrankung (Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson etc.) ehrenamtlich engagieren – ganz unabhängig davon, ob sie selbst erkrankt sind oder nicht!
Setzen Sie sich intensiv für andere ein – und das auf eine besondere, ungewöhnliche Art, vielleicht kreativ oder sportlich? Oder kennen Sie jemanden, von dem Sie meinen, dass er die Auszeichnung verdient hat? Dann melden Sie sich bitte! Bewerbungen sind bis zum 31. März 2019 möglich.
Mit dem Engagement-Preis würdigt die Stiftung Aktionen von Einzelpersonen oder Selbsthilfegruppen zugunsten neurodegenerativ oder MS-Erkrankter. Die Aktivitäten sollen möglichst kreativ, ungewöhnlich oder durch einen besonderen Zusammenschluss von unterschiedlichen Menschen geprägt sein. Der Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe ist mit 25.000 Euro dotiert und wird in der Regel auf mehrere Preisträger verteilt.
Weitere Informationen: www.ghst.de/hertie-preis
KOSKON mit neuem Internetauftritt
Die landesweite Koordinierungsstelle in Nordrhein-Westfalen informiert online detaillierter über Grundlagen und Themen der Selbsthilfe
Die nordrhein-westfälische Selbsthilfekoordinierungsstelle KOSKON hat ihren Internetauftritt www.koskon.de neu gestaltet. Die Webseite wurde ergänzt um die Rubriken "Grundlagen" und "Themen". KOSKON als eine Einrichtung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. koordiniert die Selbsthilfekontaktstellen in Nordrhein-Westfalen. Die neuen Rubriken informieren beispielsweise über Selbsthilfe im Betrieb, Selbsthilfeförderung oder Patientenbeteiligung.
Quelle: KOSKON | www.koskon.de
DAG SHG lehnt vorgeschlagene Änderung der Selbsthilfeförderung ab
Stellungnahme beschreibt Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Neuregelung
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) lehnt in einer Stellungnahme die vorgeschlagene Änderung der Selbsthilfeförderung nach § 20h Fünftes Buch Sozialgesetzbuch ab. Nach Abwägung von Vor- und Nachteilen kommt die DAG SHG zu einer Ablehnung der vorgeschlagenen Änderung. Für die meisten Selbsthilfegruppen ist die Projektförderung weniger sachgerecht als pauschale Zuschüsse zur Unterstützung der regulären Selbsthilfearbeit. Die DAG SHG beurteilt daher den Aufwand für die Umsetzung des Vorschlags unter Berücksichtigung von vielerorts etablierten Kooperationen für die angestrebte Vereinheitlichung und Vereinfachung des Antragsverfahrens sowie die Steigerung von Beratungsbeteiligung und Transparenz als zu hoch und nicht ausreichend zielführend. Die DAG SHG plädiert anstelle der vorgeschlagenen Änderung für einen vereinfachten Zugang zu pauschalen Mitteln und eine Erhöhung des Anteils pauschaler Mittel auf 70 Prozent.
Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD haben im Dezember 2018 in einem Änderungsantrag zum Terminservice- und Versorgungsgesetz auch eine Neuregelung der Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenkassen vorgeschlagen. Nach dem Antrag soll die kassenindividuelle Projektförderung ab 2020 wegfallen und die Projektförderung wie bereits die Pauschalförderung kassenartenübergreifend erfolgen.
Stellungnahme der DAG SHG zum Änderungsantrag zum TSVG, 29. Januar 2019
Selbsthilfekontaktstellen: Seismografen gesellschaftlichen Wandels
Beitrag der NAKOS im Bundesgesundheitsblatt erschienen
Mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen für Selbsthilfekontaktstellen und neuen Ansätzen bei der Unterstützung von Selbsthilfegruppen beschäftigt sich ein Beitrag der NAKOS im aktuellen Bundesgesundheitsblatt mit Schwerpunkt „Selbsthilfe und Patientenbeteiligung“. Jutta Hundertmark-Mayser und Ursula Helms beschreiben darin die "Lotsenfunktion" der Selbsthilfekontaktstellen im professionellen Versorgungssystem und die gestiegenen Anforderungen an die Selbsthilfeberater*innen. Die Arbeit sei vielfältigen Entwicklungsprozessen unterworfen: "Selbsthilfekontaktstellen sind Seismografen der Auswirkungen gesellschaftlichen Wandels."
Vor allem die zunehmende Einbindung der Selbsthilfe in das Gesundheitswesen durch Beteiligungsrechte und Kooperationen bedinge eine Ausweitung des Aufgabenspektrums von Selbsthilfekontaktstellen, so die Autorinnen. Ebenso stellen gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie die demografische Entwicklung und die Digitalisierung Anforderungen an die Beratungskompetenz der Fachkräfte in der Selbsthilfeunterstützung. Die Unterstützung des Generationenwechsels in Selbsthilfegruppen und die Gewinnung junger Menschen für ein Selbsthilfeengagement seien dabei Zukunftsaufgaben. Abhängig von den verfügbaren Ressourcen gelinge es Selbsthilfekontaktstellen, die Entwicklungsherausforderungen aufzugreifen und sie in einen Prozess der Organisations- und Qualitätsentwicklung aufzunehmen.
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 62(1) 2019, S. 32-39
https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-018-2845-5?wt_mc=alerts.TOCjournals&utm_source=toc&utm_medium=email&utm_campaign=toc_103_62_1
Regierungskoalition plant Änderung der gesetzlichen Selbsthilfeförderung
Selbsthilfe Koordination Bayern begrüßt die geplante Änderung in einer Stellungnahme
Die Fraktionen der Bundesregierung haben eine Änderung der finanziellen Selbsthilfeförderung nach § 20h Sozialgesetzbuch V vorgeschlagen, so dass künftig sowohl pauschale Fördermittel als auch Projektmittel einheitlich und gemeinschaftlich kassenartenübergreifend von den Krankenkassen und ihren Verbänden vergeben werden sollen. Bisher können Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen pauschale Mittel aus der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung und Projektmittel aus der kassenindividuellen Förderung bei einzelnen Krankenkassen beantragen. Diese Unterteilung soll wegfallen, sämtliche Fördergelder sollen künftig bei der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung beantragt und vergeben werden. Die Neuregelung ist für 2020 geplant.
Die Selbsthilfe Koordination (SeKo) Bayern begrüßt in einer Stellungnahme die geplante Änderung. Das Verfahren werde dadurch "vereinheitlicht, vereinfacht, gerechter und vor allen Dingen transparenter", schreibt SeKo Bayern in der Stellungnahme auf ihrer Internetseite. Begrüßt wird vor allem, dass die gemeinschaftliche Selbsthilfe dadurch ein Mitberatungsrecht für die gesamten Fördergelder habe. SeKo Bayern verweist auf das Modell der Runden Tische zur Vergabe der Fördermittel, welches in Bayern seit zehn Jahren erfolgreich umgesetzt wird.
Quelle: Selbsthilfe Koordination Bayern | www.seko-bayern.de