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Timestamp: 2016-10-22 03:40:53
Document Index: 4678289

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE']

Der 1966 geborene B.________ war Personalberater bei der Firma D.________ AG und bei der SUVA obligatorisch unfallversichert. Am 18. Oktober 2008 st�rzte er mit dem Mountainbike. Das Spital X.________, wo er gleichentags behandelt wurde, diagnostizierte am 20. Oktober 2008 eine Rissquetschwunde parietooccipital. Mit Bagatellunfall-Meldung vom 30. Oktober 2008 wurde dieser Unfall der SUVA angegeben. Am 3. Februar 2010 wurden ihr Halswirbels�ule (HWS)-Beschwerden des Versicherten als R�ckfall zum obigen Unfall gemeldet. Zudem bestanden Schulterbeschwerden links. Mit Verf�gung vom 18. Januar 2011 verneinte die SUVA die Leistungspflicht f�r die HWS- und Schulterbeschwerden links mangels wahrscheinlicher Unfallkausalit�t. Die Einsprache des Versicherten wies sie mit Entscheid vom 18. Februar 2011 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte die Aufhebung des kantonalen Entscheides und die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen, die ihm im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Oktober 2008 zust�nden; eventuell sei die Sache unter Bejahung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den nachtr�glich gemeldeten Beschwerden zur Neubeurteilung des Leistungsanspruchs an die SUVA zur�ckzuweisen; subeventuell sei betreffend die Frage des Kausalzusammenhangs eine unabh�ngige Begutachtung zu veranlassen. Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgef�hrt.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.) bzw. zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitssch�digung (R�ckfall oder Sp�tfolgen; Art. 11 UVV; BGE 118 V 293 E. 2c S. 396 f.; SVR 2009 UV Nr. 62 S. 217 E. 3.4 [8C_91/2009]) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch ihre Erw�gungen zur nur ausnahmsweisen Verursachung eines Bandscheibenvorfalls bzw. einer Diskushernie durch einen Unfall (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E. 2.3 [8C_677/2007], 2008 UV Nr. 36 S. 137 E. 2.2 [8C_637/2007]) und zum Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125). Darauf wird verwiesen. Soweit sich ein Entscheid auf versicherungsinterne �rztliche Beurteilungen st�tzt, sind an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen: Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit dieser �rztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465).
Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt, was von der Partei n�her darzulegen ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 4 [8C_239/2008]). Der Versicherte legt neu Berichte der Praxis f�r Osteopathie, R.________, vom 4. Juni 2010 und 16. Oktober 2011 sowie des Chiropraktors Dr. S.________, vom 18. Oktober 2011 auf, macht hierf�r aber keine nach Art. 99 Abs. 1 BGG relevanten Gr�nde geltend. Hinsichtlich des erstgenannten Berichts legt er zudem nicht dar, dass ihm dessen vorinstanzliche Beibringung trotz hinreichender Sorgfalt prozessual unm�glich und objektiv unzumutbar war (nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 135 V 163, in SVR 2009 BVG Nr. 30 S. 109 [9C_920/2008]; Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 5). Diese Berichte sind somit unbeachtlich.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die HWS-Beschwerden und die linksseitigen Schulterbeschwerden des Versicherten nat�rlich kausal auf den Unfall vom 18. Oktober 2008 zur�ckzuf�hren sind.
4.1 Ein MRT der HWS vom 8. Februar 2010 zeigte Diskushernien auf H�he C4/C5, C5/C6 und Th1-5 (Schwerpunkt in Th2/Th3). Dr. S.________ diagnostizierte im Bericht vom 24. Februar 2010 eine Diskushernie C5/6 und ein C6-Syndrom links. Die Erstbehandlung habe am 2. Februar 2010 stattgefunden; zwei Tage davor sei der Versicherte mit akuten Nackenschmerzen aufgewacht; es habe eine akute Verschlimmerung mit akuten Schmerzen in den rechten Arm stattgefunden. Es werde eine Unfallfolge vermutet; nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008 habe es von Zeit zu Zeit bei Belastung akute Nackenbeschwerden gegeben. Dr. med. N._________, Leiter Obere Extremit�t, Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie, Spital Y.________, diagnostizierte am 17. Juni 2010 eine frozen shoulder links und kleine mediane Diskusprotrusionen C4/C5, C5/C6 und Th2/Th3. Er f�hrte unter anderem aus, im Februar und M�rz 2010 habe der Versicherte eine Abnahme der Beweglichkeit in der linken Schulter bemerkt.
4.2 Dr. med. K.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie FMH, SUVA Versicherungsmedizin, legte in der Aktenbeurteilung vom 12. Mai 2011 im Wesentlichen dar, entscheidend sei, dass die typischen Beschwerden, n�mlich das zervikoradikul�re Schmerzsyndrom nicht sofort, sondern erst weit �ber ein Jahr nach erfolgtem Trauma aufgetreten seien. Dies stelle den entscheidenden Grund dar, weshalb die Diskushernie C5/C6 keine wahrscheinliche Unfallfolge darstelle. Weiter sei zu ber�cksichtigen, dass bei der Bildgebung drei Diskushernien zum Vorschein gekommen seien. Dies sei ein deutlicher Hinweis, dass ein krankhaft bedingtes "konstitutionelles" Bandscheibenleiden vorliege. Die Diskushernien auf H�he C4/C5, C5/C6 und Th2/Th3 seien keine Unfallfolgen, sondern degenerativ bedingt. Die frozen shoulder habe sich einige Wochen nach Beginn der durch die zervikale Diskushernie erzeugten Zervikobrachialgie entwickelt. Dass eine bandscheibenbedingte Erkrankung die Entwicklung einer frozen shoulder beg�nstigen k�nne, sei bekannt. Ein allf�llig beim Unfall vom 20. (recte 18.) Oktober 2008 erlittenes Schultertrauma scheide als beg�nstigender Faktor der frozen shoulder wegen der erheblichen Latenzzeit von weit �ber einem Jahr zwischen dem Unfall und dem Beginn der Symptome dieser Schultererkrankung zuverl�ssig aus.
5.1 Die Vorinstanz stellte auf die Beurteilung des Dr. med. K.________ vom 12. Mai 2011 ab. Seine Einsch�tzung stimme mit der Rechtsprechung �berein, wonach eine Diskushernie ausnahmsweise unfallbedingt sei, wenn ihre Symptome unverz�glich und mit sofortiger Arbeitsunf�higkeit auftr�ten. Die Angabe des Versicherten, unmittelbar nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008 seien Beschwerden im Nackenbereich aufgetreten, sei nicht durch echtzeitliche Berichte belegt. Aus dem Protokollbericht des SUVA-Aussendienstmitarbeiters vom 28. Oktober 2010 k�nne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, da darin nur seine subjektiven Angaben wiedergegeben w�rden. Selbst wenn auf die von Dr. S.________ im Bericht vom 15. Juli 2010 angegebene Behandlung von Beschwerden im Juni 2009 abgestellt werde, sei die Latenzzeit offensichtlich nicht eingehalten. Die Schulterbeschwerden seien gem�ss dem Bericht des Dr. med. N._________ vom 17. Juni 2010 erstmals im Fr�hjahr 2010 aufgetreten. Aufgrund der erheblichen Latenzzeit von �ber einem Jahr scheide der obige Unfall als beg�nstigender Faktor der frozen shoulder aus, wie Dr. med. K.________ �berzeugend dargelegt habe. Damit k�nne der Hinweis des SUVA-Kreisarztes Dr. med. G.________, FMH f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 12. August 2010, die Schulterbeschwerden seien aufgrund der Angaben des Dr. med. N._________ wohl als unfallkausal zu werten, als widerlegt gelten.
5.2 Dem vorinstanzlichen Ergebnis ist beizupflichten. Was dagegen in der Beschwerde vorgebracht wird, vermag hieran nichts zu �ndern. Festzuhalten ist insbesondere Folgendes:
5.2.1 Entgegen dem Versicherten kann nicht davon ausgegangen werden, die Nacken- und linksseitigen Schulterbeschwerden seien bei ihm unmittelbar nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008, mithin ohne Latenzzeit aufgetreten. Denn echtzeitliche Berichte, welche dies belegen, werden von ihm nicht angef�hrt und liegen nicht bei den Akten (vgl. auch Urteil 8C_682/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 3.2.1 mit Hinweis). Unbehelflich ist sein pauschaler Einwand, im Bericht des Spitals X.________ vom 20. Oktober 2008 sei nur das Notwendigste - namentlich der Schwartenriss am Kopf und dessen Behandlung - festgehalten worden, nicht aber Prellungen und Zerrungen, welche nach einem Velosturz sachlogisch ebenfalls vorhanden gewesen seien. Gegen die Argumentation des Versicherten spricht auch der Umstand, dass selbst in der Bagatellunfall-Meldung vom 30. Oktober 2008 - worin auf den nachbehandelnden Dr. med. P.________, Spezialarzt FMH Allg. Medizin, verwiesen wurde - ausser der Sch�delverletzung (Riss) keine weiteren Beschwerden angef�hrt wurden.
5.2.2 Dr. S.________ gab im Bericht vom 15. Juli 2010 an, der Versicherte sei bei ihm einige Male im Juni und November 2009 wegen Nackenverspannungen und Muskelkater im linken Schulterbereich/Oberarm in Behandlung gewesen; er sei nicht vorher gekommen in der Annahme, es gebe sich mit der Zeit von alleine. Hieraus kann der Versicherte nichts zu seinen Gunsten ableiten, wie folgende Erw�gungen zeigen.
5.2.2.1 Da nicht echtzeitlich erstellt ist, dass unverz�glich nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008 Symptome einer Diskushernie auftraten, f�llt er als deren Ursache ausser Betracht. Aufgrund dieser Aktenlage k�nnen die HWS-Beschwerden auch nicht auf eine �berwiegend wahrscheinliche unfallbedingte Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes zur�ckgef�hrt werden (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3; Urteile 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 4.2 und U 441/04 vom 13. Juni 2005 E. 3.1). Von einem R�ckfall oder Sp�tfolgen kann in diesem Lichte ebenfalls nicht ausgegangen werden (vgl. E. 2 hievor).
5.2.2.2 Die lange Latenzzeit bis zur Dokumentierung von Schulterbeschwerden links im Juni 2009 stellt bereits ein gewichtiges Indiz f�r die fehlende Unfallkausalit�t dar. Hinzu kommt, wie gesagt, dass die den Versicherten unmittelbar nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008 behandelnden �rzte keinen objektiven k�rperlichen Befund (z.B. Prellungen, Zerrungen oder Sch�rfungen) erhoben haben, der diesem Beschwerdebild urs�chlich zugeordnet werden k�nnte; entsprechende Verletzungen wurden auch nicht in der Unfallmeldung vom 30. Oktober 2008 angegeben. Unter diesen Umst�nden ist eine �berwiegend wahrscheinliche nat�rliche Kausalit�t zwischen dem Schulterleiden links und dem Unfall vom 18. Oktober 2008 nicht ersichtlich.
5.2.3 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Versicherte aus dem Bericht des Dr. med. N._________ vom 17. Juni 2010, da dieser von den echtzeitlich nicht belegten Pr�missen ausging, er habe sich beim Unfall vom 18. Oktober 2008 mehrere Prellungen zugezogen und seither an behandlungsbed�rftigen chronisch rezidivierenden Verspannungen und Schmerzen in der Nacken- und Schultermuskulatur gelitten. Hievon abgesehen �usserte sich Dr. med. N._________ nicht zur Unfallkausalit�t der von ihm beschriebenen frozen shoulder.
5.2.4 Der Versicherte beanstandet, Dr. med. K.________ habe in der Aktenbeurteilung vom 12. Mai 2011 nicht ber�cksichtigt, dass er zufolge akuter Schmerzen im Nacken und Schulterbereich bereits im Juni 2009 einen Osteopathen bzw. Chiropraktiker aufgesucht habe, weshalb er unzutreffenderweise von einer �berj�hrigen Latenzzeit ausgegangen sei. Hierzu ist festzuhalten, dass Dr. med. K.________ in den anamnestischen Ausf�hrungen feststellte, gem�ss Angaben des Dr. med. S.________ sei der Versicherte im Juni und November 2009 wegen Nackenverspannungen und Muskelkater im linken Schulterbereich/Oberarm in Behandlung gewesen. Wenn Dr. med. K.________ gleichzeitig ausf�hrte, die typischen Beschwerden, n�mlich das zervikoradikul�re Schmerzsyndrom, und die frozen shoulder seien �ber ein Jahr nach dem Unfall vom 18. Oktober 2008 aufgetreten, ist dies aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden (vgl. E. 4.1 hievor); selbst wenn dies nicht zutr�fe, k�nnte der Versicherte daraus im Lichte des in E. 5.2.2 hievor Gesagten nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Gleiches gilt f�r den Umstand, dass der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G.________ in der Aktenbeurteilung vom 12. August 2010 ausf�hrte, die Angaben des Dr. med. N._________ vom 17. Juni 2010 wiesen in die Richtung, dass die frozen shoulder wohl als unfallkausal zu werten sei. Denn er relativierte dies, indem er ausf�hrte, die bisherige Aktenlage sei unvollst�ndig, um zu entscheiden, ob es beim Sturz vom 18. Oktober 2008 zu einer Traumatisierung der linken, in der Folge zunehmend eingesteiften Schulter gekommen sei. Wenn Dr. med. G.________ in der Aktenbeurteilung vom 3./4. November 2010 eine �berwiegend wahrscheinliche Unfallkausalit�t der frozen shoulder links nach Sichtung zus�tzlicher Akten und unter Hinweis auf die echtzeitlichen Angaben verneinte, ist dies daher nicht zu beanstanden.
5.2.5 Von weiteren medizinischen Abkl�rungen ist abzusehen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_682/2011 E. 3.2.4).