Source: https://lawbrary.ch/en/browser/BG-HA%C3%9C/211_221_31__1/?plang=de
Timestamp: 2020-07-09 02:36:53
Document Index: 383064288

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 17', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 6', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 23', 'Art. 4', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 27', 'Art. 316']

Lawbrary | BG-HAÜ - Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen
Vollzug des Haager Adoptionsübereinkommens
Zentrale Behörden (2 - 3)
Verfahren (4 - 13)
Weitere Bestimmungen (14 - 16)
Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen (17 - 20)
Finanzhilfen (21 - 21)
Strafbestimmungen (22 - 25)
1Die­ses Ge­setz re­gelt das Ver­fah­ren zur Auf­nah­me ei­nes Kin­des nach dem Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­men.
2Es sieht Mass­nah­men zum Schutz von Kin­dern aus dem Aus­land vor, die von Per­so­nen mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in der Schweiz zur Ad­op­ti­on auf­ge­nom­men wer­den.
1Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des ist die vom Bun­des­rat be­zeich­ne­te Ver­wal­tungs­stel­le.
2Sie hat die Auf­ga­be:
die Mit­tei­lun­gen und Be­rich­te im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr (Art. 6 Abs. 2, 9 Bst. a, d und e, 13, 15 Abs. 2, 16 Abs. 2, 17, 18, 20 und 21 Abs. 1 Bst. b HAÜ) zu über­mit­teln und ent­ge­gen­zu­neh­men, so­weit sie nicht die Zen­tra­len Be­hör­den der Kan­to­ne da­zu er­mäch­tigt hat;
die Zen­tra­len Be­hör­den der Kan­to­ne in Rechts­fra­gen zu be­ra­ten;
die Schweiz ge­gen­über aus­län­di­schen Zen­tra­len Be­hör­den zu ver­tre­ten;
all­ge­mei­ne Wei­sun­gen über den Voll­zug des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens zu er­las­sen;
den Er­fah­rungs­aus­tausch zwi­schen den Zen­tra­len Be­hör­den der Kan­to­ne, den Ad­op­ti­ons­ver­mitt­lungs­stel­len und den Bun­des­be­hör­den so­wie die Ko­or­di­na­ti­on auf dem Ge­biet des Ad­op­ti­ons­we­sens zu för­dern.
1Zen­tra­le Be­hör­de ei­nes Kan­tons ist die nach Ar­ti­kel 316 Ab­satz 1bis des Zi­vil­ge­setz­bu­ches1 (ZGB) be­zeich­ne­te Be­hör­de (Art. 6 HAÜ).
2So­weit Ar­ti­kel 2 nichts an­de­res be­stimmt, ist sie für die Auf­ga­ben zu­stän­dig, die das Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­men den Zen­tra­len Be­hör­den zu­weist, na­ment­lich für:
die Un­ter­su­chung und das Er­stel­len der Be­rich­te über die Eig­nung der künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern und des Kin­des zur Ad­op­ti­on (Art. 9 Bst. a, 15 Abs. 1, 16 Abs. 1 und 20 HAÜ);
den Ent­scheid, das Kind den künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern an­zu­ver­trau­en, die Zu­stim­mung zum ent­spre­chen­den Ent­scheid der aus­län­di­schen Zen­tra­len Be­hör­de so­wie die Zu­stim­mung zur Fort­set­zung des Ver­fah­rens (Art. 17 HAÜ);
den Ent­scheid über die Rück­kehr des Kin­des in sei­nen Hei­mat­staat (Art. 21 Abs. 1 Bst. c HAÜ);
die Aus­stel­lung der Ad­op­ti­ons­be­schei­ni­gung (Art. 23 Abs. 1 HAÜ), wenn die Ad­op­ti­on in der Schweiz aus­ge­spro­chen wor­den ist.
1Wer ein Kind aus ei­nem Ver­trags­staat ad­op­tie­ren will, hat ge­ge­be­nen­falls un­ter Mit­hil­fe ei­ner Ad­op­ti­ons­ver­mitt­lungs­stel­le bei der Zen­tra­len Be­hör­de des Kan­tons ein Ge­such um Er­tei­lung ei­ner vor­läu­fi­gen Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­nes Pfle­ge­kin­des1 ein­zu­rei­chen.
2Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach der Ver­ord­nung vom 19. Ok­to­ber 19772 über die Auf­nah­me von Pfle­ge­kin­dern (PA­VO).
1 Heu­te: Eig­nungs­be­schei­ni­gung.
2 SR 211.222.338. Heu­te: Art. 6 der Ad­op­ti­ons­ver­ord­nung vom 29. Ju­ni 2011 (AdoV; SR 211.221.36).
1Die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons er­stellt ein Dos­sier über die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern. Es muss na­ment­lich ent­hal­ten:
die vor­läu­fi­ge Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­nes Pfle­ge­kin­des1;
den Be­richt über die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern (Art. 15 Abs. 1 HAÜ);
die nö­ti­gen Über­set­zun­gen.
2Wird das Dos­sier von ei­ner Ad­op­ti­ons­ver­mitt­lungs­stel­le vor­be­rei­tet, so prüft die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons, ob es voll­stän­dig und rich­tig ist, und ver­an­lasst die nö­ti­gen Er­gän­zun­gen.
3Die Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des prüft, ob das Dos­sier voll­stän­dig ist, und lei­tet die er­for­der­li­chen Do­ku­men­te an die Zen­tra­le Be­hör­de des Hei­mat­staa­tes des Kin­des wei­ter; stellt sie Män­gel fest, so weist sie das Dos­sier an die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons zur Ver­bes­se­rung zu­rück.
Er­hält die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons den Be­richt über das Kind so­wie den Nach­weis, dass die er­for­der­li­chen Zu­stim­mun­gen vor­lie­gen (Art. 16 HAÜ), so ver­ge­wis­sert sie sich, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern mit der Auf­nah­me des Kin­des ein­ver­stan­den sind (Art. 17 Bst. a HAÜ). Sie müs­sen ei­ne ent­spre­chen­de Er­klä­rung un­ter­zeich­nen.
1Die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons ent­schei­det nach Mass­ga­be der Ar­ti­kel 8 und 9, ob das Ver­fah­ren fort­ge­setzt wird (Art. 17 Bst. b und c HAÜ).
2Sie über­mit­telt ih­ren Ent­scheid zu­sam­men mit der Er­klä­rung der künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern (Art. 6) so­wie den nö­ti­gen Über­set­zun­gen der Zen­tra­len Be­hör­de des Bun­des zwecks Wei­ter­lei­tung an die Zen­tra­le Be­hör­de des Hei­mat­staa­tes des Kin­des.
3Die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons be­nach­rich­tigt die Kin­des­schutz­be­hör­de1 am Wohn­sitz der künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern.
1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 Abs. 1 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Soll das Kind erst nach sei­ner Auf­nah­me in der Schweiz ad­op­tiert wer­den, so wird das Ver­fah­ren fort­ge­setzt, wenn:
die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons als Pfle­ge­kin­der­auf­sichts­be­hör­de den künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern die Auf­nah­me des be­tref­fen­den Kin­des nach den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen der PA­VO1 be­wil­ligt; und
die Frem­den­po­li­zei das Vi­sum er­teilt oder die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung zu­si­chert.
2Soll das Kind vor der Aus­rei­se in sei­nem Hei­mat­staat ad­op­tiert wer­den, so wird das Ver­fah­ren fort­ge­setzt, wenn:
die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons die Ad­op­ti­on im Hei­mat­staat (Art. 9) be­wil­ligt; und
die Frem­den­po­li­zei das Vi­sum er­teilt oder die Nie­der­las­sungs- oder Auf­ent­halts­be­wil­li­gung zu­si­chert, falls die Ad­op­ti­on nicht den Er­werb des Schwei­zer Bür­ger­rechts be­wirkt.
3Soll das Kind in sei­nem Hei­mat­staat, aber nach sei­ner Auf­nah­me in der Schweiz ad­op­tiert wer­den, so ist Ab­satz 1 an­wend­bar.
1 SR 211.222.338. Heu­te: der AdoV (SR 211.221.36).
1Die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons be­wil­ligt die Ad­op­ti­on im Hei­mat­staat, wenn:
das Kind we­nigs­tens 16 Jah­re jün­ger ist als die Ad­op­tiv­el­tern;
an­zu­neh­men ist, die Ad­op­ti­on die­ne dem Wohl des Kin­des, oh­ne an­de­re Kin­der der Ad­op­tiv­el­tern in un­bil­li­ger Wei­se zu­rück­zu­set­zen;
die Ad­op­tiv­el­tern die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 264a und 264b des Zi­vil­ge­setz­bu­ches1 er­fül­len; und
die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons sich ver­ge­wis­sert hat, dass die er­for­der­li­chen Zu­stim­mun­gen vor­lie­gen (Art. 4 Bst. c und d HAÜ).
2Ver­langt der Hei­mat­staat kei­ne Pfle­ge­zeit vor ei­ner Ad­op­ti­on und hat­ten die Ad­op­tiv­el­tern und das Kind noch kei­nen per­sön­li­chen Kon­takt, so be­wil­ligt die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons die Ad­op­ti­on nur un­ter der Auf­la­ge, dass die Ad­op­tiv­el­tern das Kind zu­vor be­su­chen.
Be­wirkt die Ad­op­ti­on im Hei­mat­staat den Er­werb des Schwei­zer Bür­ger­rechts, so stellt die Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des ein Do­ku­ment aus, das dem Kind die Ein­rei­se in die Schweiz er­laubt.
1Die Ad­op­tiv­el­tern müs­sen die Ein­rei­se des Kin­des un­ver­züg­lich der Zen­tra­len Be­hör­de des Kan­tons mel­den.
2Die­se be­nach­rich­tigt die Kin­des­schutz­be­hör­de, die Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des und ge­ge­be­nen­falls die Frem­den­po­li­zei.
Ist das Kind in der Schweiz ad­op­tiert wor­den, so stellt die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons die Ad­op­ti­ons­be­schei­ni­gung (Art. 23 Abs. 1 HAÜ) aus.
1Soll ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in der Schweiz im Aus­land ad­op­tiert wer­den, so ver­an­lasst die Zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons die Un­ter­su­chung (Art. 4 und 16 HAÜ).
2Sie ver­ge­wis­sert sich, dass die künf­ti­gen Ad­op­tiv­el­tern mit der Auf­nah­me des Kin­des ein­ver­stan­den sind (Art. 17 Bst. a HAÜ).
3Sie trifft den Ent­scheid über die Fort­set­zung des Ver­fah­rens (Art. 17 Bst. b und c HAÜ).
Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den er­tei­len der Zen­tra­len Be­hör­de des Bun­des auf Ver­lan­gen Aus­kunft über die Ver­fah­ren, die sie in An­wen­dung des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens durch­füh­ren.
1Die Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des er­hebt für ih­re Dienst­leis­tun­gen ei­ne Ge­bühr von den Ad­op­tiv­el­tern.
2Sie kann von den Ad­op­tiv­el­tern die Be­zah­lung ei­nes Vor­schus­ses ver­lan­gen.
3Der Bun­des­rat setzt die Ge­büh­ren fest.
2Die Zen­tra­le Be­hör­de des Bun­des ist be­rech­tigt, ge­gen Ver­fü­gun­gen der Zen­tra­len Be­hör­den der Kan­to­ne die Rechts­mit­tel des kan­to­na­len und des eid­ge­nös­si­schen Rechts zu er­grei­fen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 9 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).
1Ist das Kind vor sei­ner Ein­rei­se in die Schweiz ad­op­tiert wor­den und ist zu er­war­ten, dass die Ad­op­ti­on in der Schweiz an­er­kannt wird, so er­nennt die Kin­des­schutz­be­hör­de dem Kind un­ver­züg­lich einen Bei­stand.
2Der Bei­stand un­ter­stützt die Ad­op­tiv­el­tern in ih­rer Sor­ge um das Kind mit Rat und Tat. Hat die Ad­op­ti­on die Rechts­be­zie­hun­gen des Kin­des zu den leib­li­chen El­tern nicht er­lö­schen las­sen, so hilft er den Ad­op­tiv­el­tern, wenn sie ei­ne Ad­op­ti­on nach schwei­ze­ri­schem Recht an­stre­ben (Art. 27 HAÜ).
3Der Bei­stand er­stat­tet der Kin­des­schutz­be­hör­de spä­tes­tens ein Jahr nach sei­ner Er­nen­nung Be­richt über die Ent­wick­lung des Ad­op­ti­ons­ver­hält­nis­ses.
4Die Bei­stand­schaft fällt spä­tes­tens 18 Mo­na­te nach der Mit­tei­lung der Ein­rei­se des Kin­des oder, falls kei­ne Mit­tei­lung er­folgt ist, nach ih­rer Er­rich­tung von Ge­set­zes we­gen da­hin. Vor­be­hal­ten bleibt die An­ord­nung von Kin­des­schutz­mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 307 ff. des Zi­vil­ge­setz­bu­ches1.
Wird das Kind erst nach sei­ner Ein­rei­se in die Schweiz ad­op­tiert oder kann ei­ne im Aus­land aus­ge­spro­che­ne Ad­op­ti­on in der Schweiz nicht an­er­kannt wer­den, so er­nennt ihm die Kin­des­schutz­be­hör­de für die Dau­er des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses einen Vor­mund.
1Ist ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt im Aus­land zum Zweck der spä­te­ren Ad­op­ti­on in der Schweiz auf­ge­nom­men wor­den, oh­ne dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­rei­se nach Ar­ti­kel 17 des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens und Ar­ti­kel 8 die­ses Ge­set­zes oder nach der PA­VO1 er­füllt wa­ren, so bringt die Pfle­ge­kin­der­auf­sichts­be­hör­de des Kan­tons (Art. 316 Abs. 1bis ZGB2) es un­ver­züg­lich in ei­ner ge­eig­ne­ten Pfle­ge­fa­mi­lie oder in ei­nem Heim un­ter. Er­for­dert es das Kin­des­wohl, so kann das Kind auch bei der Auf­nah­me­fa­mi­lie blei­ben, bis ei­ne Lö­sung ge­fun­den wird.
2Rechts­mit­tel ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
3Die Pfle­ge­kin­der­auf­sichts­be­hör­de ord­net die Rück­kehr des Kin­des in sei­nen Hei­mat­staat an, wenn dies sei­nem Wohl dient. Bleibt das Kind in der Schweiz, so trifft die Kin­des­schutz­be­hör­de3 die zur Wah­rung des Kin­des­wohls er­for­der­li­chen Mass­nah­men.
3 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 Abs. 2 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
1Wer ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt im Aus­land mit oder oh­ne Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Be­hör­de zur Ad­op­ti­on in der Schweiz auf­nimmt, muss für des­sen Un­ter­halt wie für den ei­nes ei­ge­nen Kin­des auf­kom­men. Die Ar­ti­kel 276 ff. des Zi­vil­ge­setz­bu­ches1 gel­ten sinn­ge­mä­ss.
2Ist un­ter Be­rück­sich­ti­gung der be­son­de­ren Um­stän­de des Ein­zel­falls die Un­ter­halts­pflicht für die pflich­ti­ge Per­son ei­ne un­bil­li­ge Be­las­tung, so kann das Ge­richt sie er­mäs­si­gen oder auf­he­ben.
3Die Un­ter­halts­pflicht er­lischt, so­bald das Kind von Dritt­per­so­nen ad­op­tiert wor­den ist oder in sei­nen Hei­mat­staat zu­rück­ge­kehrt ist.
die Do­ku­men­ta­ti­on des aus­län­di­schen Ad­op­ti­ons­rechts;
wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en und For­schungs­ar­bei­ten auf dem Ge­biet des Ad­op­ti­ons­we­sens.
1Mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken wird be­straft, wer:1
ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem Ver­trags­staat des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens zum Zweck der spä­te­ren Ad­op­ti­on in der Schweiz auf­nimmt, oh­ne dass die Be­wil­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 17 des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens und Ar­ti­kel 8 die­ses Ge­set­zes vor­lie­gen; oder
ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in ei­nem an­de­ren Staat zum Zweck der spä­te­ren Ad­op­ti­on in der Schweiz auf­nimmt, oh­ne dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­rei­se nach der PA­VO2 er­füllt sind.
2Mit Bus­se wird be­straft, wer Auf­la­gen oder Be­din­gun­gen zu­wi­der­han­delt, wel­che die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de mit den Be­wil­li­gun­gen nach die­sem Ge­setz oder nach der Pfle­ge­kin­der­ver­ord­nung ver­knüpft hat.3
2 SR 211.222.338. Heu­te: der AdoV (SR 211.221.36).
Wer vor­sätz­lich den leib­li­chen El­tern oder an­de­ren Sor­ge­be­rech­tig­ten des Kin­des, ei­ner Be­hör­de oder am Ad­op­ti­ons­ver­fah­ren be­tei­lig­ten Per­so­nen un­statt­haf­te Ver­mö­gens- oder sons­ti­ge Vor­tei­le ver­schafft und da­mit be­wirkt, dass das Kind ihm zum Zweck der Ad­op­ti­on an­ver­traut wird, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.1
1Wer ge­gen das Ver­spre­chen ei­nes un­statt­haf­ten Ver­mö­gens- oder ei­nes sons­ti­gen Vor­teils an die leib­li­chen El­tern oder an­de­re Sor­ge­be­rech­tig­te des Kin­des, ei­ne Be­hör­de oder am Ad­op­ti­ons­ver­fah­ren be­tei­lig­te Per­so­nen be­wirkt, dass ein Kind mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt im Aus­land ei­ner Per­son mit ge­wöhn­li­chem Auf­ent­halt in der Schweiz zum Zweck der Ad­op­ti­on an­ver­traut wird, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.1
2Han­delt die Tä­te­rin oder der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig oder als Mit­glied ei­ner Ban­de oder ei­ner kri­mi­nel­len Or­ga­ni­sa­ti­on, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe von ei­nem Jahr bis zu zehn Jah­ren und Geld­stra­fe.2
Der Bun­des­rat kann Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen er­las­sen.
1Die­ses Ge­setz gilt für al­le hän­gi­gen Ver­fah­ren, es sei denn, dass im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens des Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­mens be­reits ei­ne vor­läu­fi­ge Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­nes Pfle­ge­kin­des er­teilt wor­den ist.
2Hän­gi­ge Ge­su­che um Er­tei­lung ei­ner sol­chen Be­wil­li­gung sind der Zen­tra­len Be­hör­de des Kan­tons zu über­wei­sen.
2Es tritt am Tag in Kraft, an dem das Haa­ger Ad­op­ti­ons­über­ein­kom­men für die Schweiz in Kraft tritt.1
1 Die­ses Über­eink. ist am 1. Jan. 2003 für die Schweiz in Kraft ge­tre­ten.