Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=24.10.2002&Aktenzeichen=8%20S%202225/02
Timestamp: 2019-10-17 07:02:56
Document Index: 102386459

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 27', '§ 52', '§ 48', 'Art. 1', '§ 43', '§ 52', '§ 52']

VGH Baden-Württemberg, 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,4546
VGH Baden-Württemberg, 24.10.2002 - 8 S 2225/02 (https://dejure.org/2002,4546)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 (https://dejure.org/2002,4546)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 24. Januar 2002 - 8 S 2225/02 (https://dejure.org/2002,4546)
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Örtliche Zuständigkeit des VGH für Flugrouten über eigenem Bundesland; Flugverkehrsbeschränkung - Rechte eines Flughafenbetreibers
§ 32 Abs 1 LuftVG, § 27a LuftVO, § 52 Nr 1 VwGO, § 48 Abs 1 Nr 6 VwGO, EWGV 2408/92
Chicagoer Abkommen, Transitabkommen, Flughafen Zürich, Flugverkehrsbeschränkungen, Anflug, Überflug, Rechtsverordnung des Bundes, Feststellungsklage, Einstweilige Anordnung, Örtliche Zuständigkeit, Instanzielle Zständigkeit, Folgenabwägung
Flugverkehrsbeschränkungen vom und zum Flughafen Zürich über deutschem Hoheitsgebiet durch Rechtsverordnung; Rechtsstreitigkeiten, die ausschließlich über baden-württembergischem Territorium festgelegte An- und Abflugverfahren zum bzw. vom Flughafen Zürich betreffen; ...
Schifffahrt, Luftverkehr: Chicagoer Abkommen, Transitabkommen, Flughafen Zürich, Flugverkehrsbeschränkungen, Anflug, Überflug, Rechtsverordnung des Bundes, Feststellungsklage, Einstweilige Anordnung, Örtliche Zuständigkeit, Instanzielle Zständigkeit, Folgenabwägung
NVwZ-RR 2003, 737
VBlBW 2003, 193
Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt auch die Botschaft des Schweizerischen Bundesrats vom 27. Februar 2002 zum Vertragsentwurf (Anlage 16 zum Schriftsatz der Beklagten vom 23. Oktober 2002 im Verfahren VGH 8 S 2225/02).
Darüber hinaus werden die Anflüge auf den Flughafen Zürich vom Navigationspunkt RILAX aus während der Nachtstunden und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen in der Verordnung weiteren zeitlichen und höhenmäßigen Beschränkungen unterworfen (zu diesen Einschränkungen vgl. auch die Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim vom 24. Oktober 2002 - 8 S 2225/02 - NVwZ-RR 2003, 737, vom 24. Januar 2003 - 8 S 2224/02 - VBlBW 2003, 389 und vom 31. Juli 2003 - 8 S 1213/03 - jeweils zu dagegen gerichteten Anträgen und Klagen des Betreibers des Flughafens Zürich).
Auch weitere Flugverkehrsbeschränkungen für den Flughafen Zürich müssen beachtet …
Der Senat lehnte den gegen die Anflugregelungen gerichteten Antrag der Antragstellerin auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vom 30.9.2002 mit Beschluss vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - ab und wies auch ihre am selben Tag erhobene Klage auf Feststellung, dass die Anflugbeschränkungen sie in ihren Rechten verletzten, mit Urteil vom 24.1.2003 - 8 S 2224/02 - ab.
Die im Beschluss vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - und im Urteil vom 24.1.2003 - 8 S 2224/02 - seitens des Senats vertretene Auffassung, die Regelungen der 213. DVO seien von einer ausreichenden Rechtsgrundlage gedeckt, griffen nicht in die Betriebsmöglichkeiten des Flughafens Zürich ein und verletzten sie weder in ihrem Recht auf gerechte Abwägung ihrer Belange noch in ihrem aus Art. 1 des Ersten Zusatzprotokolls zur EMRK folgenden Anspruch auf Achtung ihres eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs, könne nicht mehr aufrecht erhalten werden.
Sie sind zwar in den für die Entscheidungsbefugnis des Senats maßgebenden Punkten zulässig (vgl. den Beschluss des Senats vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - und das Senatsurteil vom 24.1.2003 - 8 S 2224/02 - ), aber nicht begründet.
Davon, dass die angegriffenen Regelungen offensichtlich gegen höherrangiges oder Anwendungsvorrang genießendes Recht verstoßen, kann schon deshalb keine Rede sein, weil sie nach denselben Maßstabsnormen und -grundsätzen zu beurteilen sind, die für die Entscheidung des Senats im Urteil vom 24.1.2003 - 8 S 2225/02 - ausschlaggebend waren.
In der Zwischenzeit hat auf Antrag der Flughafenbetreiberin und Antragstellerin im Parallelverfahren - 8 S 2225/02 - vom 15.2.2002 das schweizerische Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit Bescheid vom 15.10.2002 eine provisorische Änderung des Betriebsreglements für den Flughafen (vom 31.5.2001, geändert am 18.10.2001) verfügt.
Danach gehen "drei Vertreter der wichtigsten Luftrechtinstitute der Welt" davon aus, dass die beiden Abkommen von 1944 die An- und Abflugverfahren nicht erfassen, andere Autoren (darunter die Prozessbevollmächtigte der Antragstellerin im Parallelverfahren - 8 S 2225/02 -, vgl. Lübben/Ohlhoff/Wolfrum, ZLW 2001, 350 ff.) nähmen dagegen an, dass auch der Anflug von der "1.
Die als solche statthaften (BVerwG, Urteil vom 28.6.2000 - 11 C 13.99 - BVerwGE 111, 276, 278 f.; Urteil vom 24.6.2004 - 4 C 11.03 - BVerwGE 121, 152, 156; kritisch dazu: Repkewitz, VBlBW 2005, 1, 12 f.) Feststellungsklagen (§ 43 VwGO), zu deren Entscheidung der VGH Baden-Württemberg örtlich und instanziell zuständig ist (Beschluss des Senats vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - VBlBW 2003, 193 und Urteil vom 24.1.2003 - 8 S 2224/02 - VBlBW 2003, 389), sind unzulässig.
Der Streit über den Planfeststellungsbeschluss ist deshalb auch an den Ort der Grundstücke des Klägers gebunden (vgl. den Beschl. des BVerwG vom 12.02.1993 - 4 ER 404/92 - Buchholz 310 § 52 VwGO Nr. 34, der auf die "betroffenen Grundstücke des Klägers" abstellt; ferner VGH Baden-Württemberg, Beschl. vom 24.10.2002 - 8 S 2225/02 - NVwZ-RR 2003, 737 , der die örtliche Zuständigkeit für Streitigkeiten über An- und Abflugrouten zu bzw. von einem Flughafen nach der Belegenheit des überflogenen Territoriums bestimmt).
Erfasst werden damit solche Rechte, die "zu einem bestimmten Territorium in besonderer Beziehung stehen" bzw. die "eine weitgehende Verbindung zwischen dem strittigen Recht und dem Territorium aufweisen, auf dem es ausgeübt wird" (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 24.10.2002 - 8 S 2225/02 -, juris, Rn. 30 unter Verweis auf BVerwG, Beschl. v. 10.12.1996 - 7 AV 11/96 - NJW 1997, 1022 und Beschl. v. 24.07.1962 - VII ER 420.62 - BayVBl. 1962, 382).
Denn auch dieses Einvernehmenserfordernis zeigt, dass das hier in Rede stehende Recht zum Betrieb einer Kraftomnibuslinie im Personenfernverkehr mit der durch den Fahrplan konkret umrissenen Linienführung und Nutzungsintensität gerade (auch) mit der Frage nach der Eignung der als Haltestellen vorgesehenen Standorte "steht und fällt" (…vgl. zu dieser Formulierung BVerwG, Beschl. v. 10.12.1996 - 7 AV 11/96 -, juris, Rn. 3. Vgl. zur Festlegung von Abflugrouten eines bestimmten Flughafens als "ortsgebundenes Recht" im Sinne des § 52 Nr. 1 VwGO auch BVerwG, Urt. v. 28.06.2000 - 11 C 13/99 -, BVerwGE 111, 276, Rn. 27; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 24.10.2002 - 8 S 2225/02 -, juris, Rn. 30; BayVGH, GB v. 30.11.1993 - 20 A 93.40022 -, NVwZ-RR 1995, 114f.).