Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=05.04.1990&Aktenzeichen=8%20S%202303/89
Timestamp: 2020-01-20 10:27:47
Document Index: 128201425

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 31', '§ 44', '§ 6', '§ 6', '§ 24', '§ 6', '§ 61', '§ 6']

VGH Baden-Württemberg, 05.04.1990 - 8 S 2303/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,2703
VGH Baden-Württemberg, 05.04.1990 - 8 S 2303/89 (https://dejure.org/1990,2703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 05.04.1990 - 8 S 2303/89 (https://dejure.org/1990,2703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 05. April 1990 - 8 S 2303/89 (https://dejure.org/1990,2703)
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Nichtigkeit eines Bebauungsplans bei Widerspruch gegen Landschaftsschutzverordnung
§ 6 Abs 2 BauGB, § 31 Abs 2 BNatSchG, § 44 Abs 1 VwVfG BW
ESVGH 41, 231 (Ls.)
NVwZ-RR 1990, 464
VBlBW 1990, 382
VBlBW 1990, 464
ZfBR 1990, 307
VGH Baden-Württemberg, 09.05.1997 - 8 S 2357/96
Beanstandung eines angezeigten Bebauungsplans wegen Unvereinbarkeit mit einer …
Großflächige Bereiche könnten nicht im Wege der Befreiung den Festsetzungen einer Landschaftsschutzverordnung entzogen werden (unter Hinweis auf das Senatsurt. v. 5.4.1990 - 8 S 2303/89 -, VBlBW 1990, 382).
Denn bei der Beschlußfassung des Bebauungsplans war ihnen bekannt, daß - nach jahrelangen Verhandlungen - der Erlaß der konkurrenzmäßigen Vorrang genießenden (BVerwG, Beschl. v. 28.11.1988 - 4 B 212.88 -, NVwZ 1989, 662 = UPR 1989, 112 = PBauE § 6 BauGB Nr. 1; BVerwGE 77, 285; Urt. des Senats v. 5.4.1990 - 8 S 2309/89 -, VBlBW 1990, 382) Landschaftsschutzverordnung "Jungmoränenlandschaft" mit ihrem erweiterten, nunmehr das gesamte Gebiet des Bebauungsplans einschließenden Geltungsbereich bevorstand.
Hinzu kommt, daß nach dem Normenkontroll-Urteil des Senats v.5.4.1990 - 8 S 2303/89 -, VBlBW 1990, 382 ein großflächiger Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet durch einen Bebauungsplan nicht durch eine Befreiung zugelassen werden kann.
OVG Nordrhein-Westfalen, 11.01.1999 - 7 A 2377/96
Bauleitplanung: Berücksichtigung von Zielen der Raumordnung und Landesplanung, …
Insbesondere dürfte die Befreiung von den Verboten der Landschaftsschutzverordnung "Pfinzgau" nicht schon deshalb rechtswidrig und nichtig sein, weil der Straßenbau den Schutzweck dieser Verordnung großflächig beeinträchtigt mit der Folge, dass es einer (Teil-) Aufhebung der Landschaftsschutzverordnung bedürfte (vgl. VGH Bad.-Württ., NK-Urt. v. 05.04.1990 - 8 S 2303/89 - NVwZ-RR 1990, 464, und NK-Urteil v. 09.05.1997 - 8 S 2357/96 - NVwZ-RR 1998, 422).
Keineswegs dürfen im Wege einer Befreiung großflächig Bereiche des Landschaftsschutzgebietes den Festsetzungen der Landschaftsschutzverordnung entzogen werden (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 5. April 1990 - 8 S 2303/89 - NuR 1990, 464 f.).
Richtig ist zwar, daß ein Bebauungsplan nicht wirksam in Kraft gesetzt werden kann, wenn seine Festsetzungen den Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung widersprechen (vgl. BVerwG, Beschluß v. 28.11.1988 - 4 B 212.88 - NVwZ 1989, 662 = PBauE § 6 BauGB Nr. 1; Beschluß v. 24.10.1990 - 4 NB 29.90 - UPR 1991, 111 = ZfBR 1991, 32; Nk-Urt. des Senats v. 5.4.1990 - 8 S 2303/89 - VBlBW 1990, 464).
Richtig ist zwar, daß ein großflächiger Eingriff durch einen Bebauungsplan in ein Landschaftsschutzgebiet nicht im Wege der Befreiung zugelassen werden kann (Nk-Urt. des Senats v. 5.4.1990, a.a.O.).
Nur ergänzend weist der Senat darauf hin, dass auch rechtliche Zweifel daran bestehen, dass ein derart großflächiger Bereich wie die beantragte Steinbrucherweiterung um 15, 6 ha noch im Wege einer Befreiung den Festsetzungen der Landschaftsschutzverordnung entzogen werden kann (vgl. zum Erfordernis eines singulären, atypischen Einzelfalls: VGH Bad.-Württ., Urt. v. 05.04.1990 - 8 S 2303/89 - …und Urt. v. 14.03.2011 - 5 S 644/09 -, jeweils juris).
Sie läßt ferner die Rechtsnatur des § 24a NatSchG außer Betracht, der in gleicher Weise eine Planungsschranke enthält, wie dies für die Gebote und Verbote einer Landschaftsschutzverordnung (vgl. hierzu BVerwG, Beschl. v. 28.11.1988 - 4 B 212.88 -, NVwZ 1989, 662 = PBauE § 6 BauGB Nr. 1, sowie VGH Bad.-Württ., Urt. v. 5.4.1990 - 8 S 2303/89 -, VBlBW 1990, 382), einer Wasserschutzverordnung (vgl. BVerwG, Beschl. v. 26.3.1993 - 4 NB 45.92 -, BayVBl. 1993, 601, 603 = PBauE § 61 Abs. 6 BauGB Nr. 22), einer Überschwemmungsgebietsverordnung (…vgl. BayVGH, Urt. v. 24.11.1994 - 2 N 93.3993 -, PBauE § 6 BauGB Nr. 3) oder die Bestimmungen des LWaldG über die Umwandlung von Wald in eine andere Nutzungsart (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 20.12.1993 - 3 S 2356/91 -, NVwZ 1995, 1225) anerkannt ist.
VGH Baden-Württemberg, 20.09.1996 - 8 S 2466/95
Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Bekanntmachung der Auslegung eines …
Denn nach den in der Entscheidung der unteren Naturschutzbehörde v. 19.5.1995 (/59 der Verfahrensakten) genannten Flurstücknummern bezieht sich die Befreiung auf eine etwa 200 qm große Fläche am Nordrand der B.-Straße westlich der Einmündungen der beiden Nordrampen zur B X/A X. Im übrigen weist die Antragsgegnerin zutreffend darauf hin, daß ein derart geringfügiger Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet im Wege der Befreiung zugelassen werden kann (Normenkontrollurteil des Senats v. 5.4.1990 - 8 S 2303/89 -, VBlBW 1990, 464 = NuR 1990, 464).
Der Auffassung des Klägers, die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, Urt.v. 28.11.1988 -- 4 B 212.88 --, UPR 1989 S. 112) und des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (Urt.v. 5.4.1990 -- 8 S 2303/89 -- VBlBW 1990 S. 382), nach der ein Bebauungsplan, dessen Festsetzungen den Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung widerspricht, nichtig ist, sei auf das Planfeststellungsverfahren zu übertragen, folgt der Senat nicht.
Der Auffassung der Klägerinnen, die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, Urt.v. 28.11.1988 -- 4 B 212.88 --, UPR 1989 S. 112) und des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (Urt.v. 5.4.1990 -- 8 S 2303/89 -- VBlBW 1990 S. 382), nach der ein Bebauungsplan, dessen Festsetzungen den Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung widerspricht, nichtig ist, sei auf das Planfeststellungsverfahren zu übertragen, folgt der Senat nicht.
OVG Brandenburg, 27.08.1998 - 3 A 161/97
Anspruch auf Erteilung einer naturschutzrechtlichen Befreiung für einen Wohnpark, …