Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=27.05.2014&Aktenzeichen=15%20W%20144%2F13
Timestamp: 2019-04-18 13:28:31
Document Index: 211434556

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 82', '§ 2365', '§ 82', '§ 71', '§ 82', '§ 71']

OLG Hamm, 27.05.2014 - I-15 W 144/13 - dejure.org
OLG Hamm, 27.05.2014 - I-15 W 144/13
Nachweis der Erbfolge grundsätzlich nur durch Erbschein möglich; § 35 Abs. 1 S. 1 GBO
Pflicht zur Vorlage eines Erbscheins bei zweifelhafter testamentarisch bestimmter Erbfolge im Falle des Grundstücksberichtigungszwangs
GBO § 82
Grundbuchberichtigung nur mit Erbschein!
Eigentümer eines Grundstücks kann zur Grundbuchberichtigung Erbschein zu beschaffen haben
Kurznachricht zu "Nachweis der testamentarischen Erbfolge im Grundbuchverfahren" von NotAss Dr. Johannes Weber, LL.M., original erschienen in: ZEV 2014, 609 - 611.
AG Castrop-Rauxel - CR 4070
MDR 2014, 1211
Der Rechtspfleger des Grundbuchamtes wies mit Verfügung vom 8 April 2015 darauf hin, dass hierfür die Vorlage eines Erbscheines erforderlich sei, und verwies zur Begründung auf die Entscheidung des Senats im Verfahren 15 W 144/13.
Die vom Grundbuchamt zur Stützung seiner Auffassung herangezogene Entscheidung des Senats vom 27. Mai 2014, 15 W 144/13 (FamRZ 2014, 1953) trägt die vom Grundbuchamt vertretene Ansicht nicht.
Zudem kann nur auf der Grundlage der Gesamtumstände beurteilt werden, ob die konkrete Maßnahme die Interessen der anderen Miterben beeinträchtigt, wobei nach dem in Ausfertigung vorgelegten Erbschein vermutet wird, dass sich die Erbengemeinschaft abweichend von der beurkundeten Erklärung des Beteiligten zu 1 aus fünf Personen zusammensetzt (§ 2365 BGB; vgl. auch OLG Hamm ZEV 2014, 609/610).
Hierbei kommt es darauf an, ob sich durch die Prüfung Zweifel ergeben, die nur durch weitere Ermittlungen über den Willen des Erblassers oder die tatsächlichen Verhältnisse geklärt werden können ( vgl. z.B. OLG Hamm, Beschluss vom 27.05.2014 Az. I - 15 W 144/13 ).
OLG Naumburg, 21.02.2018 - 12 Wx 59/17
Nach der Rechtsprechung ist bereits der Beschluss, mit dem einem Beteiligten eine Verpflichtung i. S. d. § 82 Satz 1 GBO auferlegt wird, mit der Beschwerde nach § 71 Abs. 1 GBO anfechtbar (z. B. OLG Hamm, MDR 2014, 1211, m. w. N.).
OLG Naumburg, 14.02.2018 - 12 Wx 59/17
Nach der Rechtsprechung ist bereits der Beschluss, mit dem einem Beteiligten eine Verpflichtung i. S. d. § 82 Satz 1 GBO auferlegt wird, mit der Beschwerde nach § 71 Abs. 1 GBO anfechtbar (z. B. OLG Hamm, MDR 2014, 1211 , m. w. N.).