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Timestamp: 2017-11-23 13:15:34
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Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 2']

45 Stunden Woche - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #1324509 (2)
ich habe heute einen VV bekommen und weiß nicht, ob ich mich darauf bewerben muss! Zum einen ist keine RFB angehängt, was mich aber viel mehr stört, ist die wöchentliche Arbeitszeit von Montag bis Freitag - diese beträgt 45 Stunden. Ich bin der Meinung, dass pro Tag nur max. 8 Stunden zulässig sind - dies ergibt von Montag bis Freitag eben nur 40 Stunden.
Bewerben oder nicht - das ist hier die Frage!!??
Wie immer freue ich mich über Eure zahlreichen Antworten
und schließe mit einem dreifachen HELAU
09.02.2013, 13:25 #2
AW: 45 Stunden Woche
ich lege dir nahe dich durchs Arbeitszeitgesetz zu lesen.
Naja das Gesetz hat nur 25 Paragraphen, solltest also recht schnell all deine Antworten finden. Liebe Grüße
09.02.2013, 15:21 #3
Da haben Landesbeamte in NRW wohl Pech. Meine Freundin "darf" jede Woche 41 Stunden arbeiten. Da wird sie den Durchschnitt von 8 Stunden werktäglich immer überschreiten müssen.
Wobei zu beachten ist, dass im Arbeitsrecht auch Samstage Werktage sind (vgl. § 3 Abs. 2 BUrlG). Bei sechs Werktagen zu acht Stunden liegt das regelmäßig zulässige Wochenpensum bei 48 Stunden.
09.02.2013, 23:39 #5
Bei sechs Werktagen zu acht Stunden liegt das regelmäßig zulässige Wochenpensum bei 48 Stunden.
Nö; die höchstzulässige, regelmäßige Wochenarbeitszeit beträgt doch 40 Stunden? 8 Stunden bei einer 5-Tage-Woche; 6,66 Stunden bei einer 6-Tage-Woche. Und 'ne einmalige 7-Tage-Arbeitswoche ist nur erlaubt, wenn es in der Folgewoche zwingend einen freien Arbeitstag gibt.
10.02.2013, 00:01 #6
Wie kommst du denn auf das schmale Brett? Pro Werktag darf die Arbeitszeit nicht mehr als acht Stunden betragen (§ 3 Satz 1 ArbZG). Werktage sind dabei alle Tage, die keine Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind (§ 3 Abs. 2 BUrlG). Sofern keine gesetzlichen Feiertage auf die Woche entfallen, gibt es damit sechs Werktage in der Woche (Mo. - Sa.). Pro Werktag ist eine Arbeitszeit von acht Stunden zulässig (s. o.). 6 x 8 = 48.
10.02.2013, 09:18 #7
Der Themensteller macht hier ein Gedankenfehler.
Allso: Arbeitsbeginn z.B 7:00 Arbeitsende 16:00
Sind in der Woche 45 Std. ABER!
Pro Tag ist man 9Std. beim AG anwesend, davon 1Std. insgesamt Pause!
Macht also wieder 8Std. reine Arbeitszeit = 40Std.
Und nur um diese reine Arbeitszeit gehts.!
Richtig, Du musst die Pausenzeiten abziehen.
10.02.2013, 12:12 #9
Ganz so schmal ist das Brett nicht; (immerhin schreibt auch Wiki von der 40h-Arbeitswoche), das mit der maximal zulässigen 40h-Woche las ich mal wo, jep, richtig, ist eine Sache der Tarifparteien und gilt in nahezu allen Betrieben, die tarifgebunden sind. Es kommt hier also darauf an, ob es für die Branche des TE einen gültigen Tarifvertrag gibt und was da drin enthalten ist. Denn freilich dürfen für Arbeitnehmer günstigere Konditionen ausgehandelt werden, als es die rechtlichen Bestimmungen vorsehen.
Zudem gilt: Artikel 6 - Wöchentliche Höchstarbeitszeit - EU-Recht
Arbeitszeitgestaltung (grundlegende Richtlinie) (Die hier genannte andere EU-Verordnung betrifft Hochseetätigkeit).
10.02.2013, 15:45 #10
Ganz so schmal ist das Brett nicht; (immerhin schreibt auch Wiki von der 40h-Arbeitswoche),
Wo beziffert Wikipedia die zulässige Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche?
das mit der maximal zulässigen 40h-Woche las ich mal wo, jep, richtig, ist eine Sache der Tarifparteien und gilt in nahezu allen Betrieben, die tarifgebunden sind. Es kommt hier also darauf an, ob es für die Branche des TE einen gültigen Tarifvertrag gibt und was da drin enthalten ist. Denn freilich dürfen für Arbeitnehmer günstigere Konditionen ausgehandelt werden, als es die rechtlichen Bestimmungen vorsehen.
Fast richtig. Es kommt zusätzlich darauf an, ob der TE Mitglied einer Gewerkschaften ist, die den Tarifvertrag unterzeichnet haben. Nur dann gilt die Tarifgebundenheit (§ 3 Abs. 1 TVG). Andernfalls sind ungünstigere Vertragsinhalte zulässig (sofern nicht gegen Gesetze verstoßend).
Und jetzt rate mal, mit welcher Norm die Richtlinie im nationalen Recht umgesetzt wird. Richtig: § 3 ArbZG.
10.02.2013, 18:04 #11
Schlechtes Gewissen hab', weil ich durchaus schon mal 50 Stunden in der Woche arbeite... War auch mal mehr, aber das klappt nur noch in Wochen, in denen ich auch am Sonntag arbeite, weil mein AG sehr auf die Einhaltung der 10-Stunden-Regel achtet.
10.02.2013, 19:53 #12
Hast Du denn den Artikel 6 des EU-Rechtes gelesen? Nein, hast Du nicht.
Es steht eindeutig geschrieben, daß die durchschnittliche Arbeitszeit pro Siebentageszeitraum 48 Stunden einschließlich der Überstunden nicht überschreiten darf.
Und was fällt Dir dabei auf? Inklusive aller Überstunden!
D.h., daß die regelmäßig zulässige Arbeitszeit, (und in diese fallen keine Überstunden), erheblich niedriger als diese genannten 48 Arbeitsstunden sind.
Eine Überstunde heißt ja extra deswegen so, weil es sich dabei um keine regelmäßig zu erbringende Arbeitsstunde handelt. Nicht ohne Grund müssen die regelmäßig zu leistenden Arbeitsstunden je Arbeitswoche im Arbeitsvertrag festgeschrieben sein.
Mit wem also defaktisch eine regelmäßige, (und für meine Auffassung gemäß EU-Recht unzulässige), 48h Arbeitswoche vereinbart ist, braucht keinerlei Überstunden abzuleisten, weil eben lt. EU-Recht in diesen 48h sämtliche Überstunden bereits enthalten sind.
Und übrigens, im Extremfall sind sogar die Pausen inklusive. Nämlich bei den 13 Stunden, die im Ausnahmefall mal möglich sind, denn an den zusammenhängenden 11 Stunden zur freien Verfügung des AN darf nicht gerüttelt werden.
Und lt. deutschem Arbeitszeitrecht ist die Arbeit nach 6 Stunden mit einer Pause zu unterbrechen; bei diesen obigen 13 Stunden im Extremfall wären das also 2 Pausen mindestens, inklusive, nicht zusätzliche Zeit.
Aus Gründen des Gleichheitsgrundsatzes könnte man dann allerdings auch auf die Idee kommen, das bei allen Arbeitsverhältnissen so zu betrachten, nämlich daß die 48h inklusive aller Pausen zu betrachten sind, nur daß Pausenzeiten vom AG nicht bezahlt werden.
10.02.2013, 20:02 #13
Ich rechne Überstunden auch als Arbeitszeit,egal wie man sie nennt.
10.02.2013, 20:08 #14
Wieso das denn? Überstunden sind ja keine Pflicht, wer 48 Stunden in der Woche arbeitet, macht halt keine Überstunden. Wieso sollte man in einem Arbeitsvertrag bei der Arbeitszeit "Platz" für mögliche Überstunden lassen?
Ich! Wie kommst Du auf die Idee, daß Pausen zur Arbeitszeit gehören? Nur weil Pausen gemacht werden müssen, heißt das nicht, daß sie bezahlt werden müssen.
Richtig ist, daß bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden eine Pause gemacht werden muß. Deshalb wird mir von meiner Anwesenheitszeit eine halbe Stunde Pause abgezogen, sobald ich länger als 6:30 h anwesend bin. Bin ich z. B. 6:15 h anwesend, wird mir nur eine Viertelstunde als Pause abgezogen.
Anwesenheitszeit - Pausenzeit = Arbeitszeit.
Lt. Tarifvertrag muß ich aber 39 Stunden arbeiten, nicht nur anwesend sein. Also muß ich 8:18 h anwesend sein und 7:48 h arbeiten, um mein Tagessoll zu erfüllen.
10.02.2013, 20:23 #15
Doch, habe ich. Und Sinuhe auch. Denn er hat die richtige Antwort bereits gegeben und ich kann dir die entsprechende juristische Argumentation liefern. Denn was ist Mehrarbeit (im Volksmund "Überstunden" genannt) anderes als Arbeitszeit? Dafür spricht bereits die Gesetzessystematik, denn das ArbZG trifft zu Mehrarbeit keinerlei Aussagen. Das hingegen führt uns zur teleologischen Auslegung, denn § 3 Satz 1 ArbZG so zu verstehen wäre, dass darunter nur die reguläre Arbeitszeit fällt, dann könnten die Bestimmungen des ArbZG einfach dadurch umgangen werden, dass jegliche Arbeit über den 48 Wochenstunden als Mehrarbeit deklariert wird. Das kann angesichts der in § 1 Nr. 1 ArbZG zum Ausdruck gebrachten Zielsetzung des Gesetzes nicht der Wille des Gesetzgebers sein. Insofern hast du mit der Aussage
10.02.2013, 20:43 #16
Der wiki-Link von Pinguin sagt:
Auch wenn in den meisten Branchen nach wie vor die 40-Stunden-Woche gilt (oder wieder gilt) bzw. niedriger ist, steht da nix davon, daß es nicht mehr als 40 Stunden in der Woche sein dürfen.
Von Landesbeamten in NRW weiß ich, daß sie 41 Stunden in 5 Tagen arbeiten müssen.
11.02.2013, 08:23 #17
Denn was ist Mehrarbeit (im Volksmund "Überstunden" genannt) anderes als Arbeitszeit?
Sicher, freilich ist Mehrarbeit auch Arbeitszeit, aber keine regelmäßig, d.h. täglich übliche? Mehrarbeit ist, auch wenn ich mich hier wiederhole, deswegen Mehrarbeit, weil sie den vertraglich vereinbarten Rahmen der Regelarbeitszeit übersteigt.
Evtl. gibt es ja hierzu seitens des BAG schon Entscheidungen, wie oft man zu Mehrarbeit, also Arbeitszeit, die über die vertraglich vereinbarte Regelarbeitszeit hinausgeht, herangezogen werden darf. Ich bezweifle sehr, daß dieses täglich legitim ist.
Und ich bleibe auch bei meiner Auffassung, daß es sich bei den genannten 48h nicht um regelmäßig(!) zu leistende Arbeitszeit handelt, gerade weil in diesen 48h sämtliche Mehrarbeitszeit enthalten ist. Es gebietet doch schon die Logik, daß die regelmäßig zu leistende Arbeitszeit weniger sein muß, um mit evtl. anfallender Mehrarbeitszeit auf maximal 48h zu kommen?
Ist doch eine einfache Gleichung? 48h = Mehrarbeit + Regelarbeitszeit.
Dafür spricht bereits die Gesetzessystematik, denn das ArbZG trifft zu Mehrarbeit keinerlei Aussagen.
dass jegliche Arbeit über den 48 Wochenstunden als Mehrarbeit deklariert wird.
Siehe Artikel 6 der EU-Verordnung; hier wird "Mehrarbeit" bzw. "Überstunden" immerhin erwähnt.
Die 48h je Siebentageszeitraum sind als Maximum für Arbeitnehmer fixiert.
EUR-Lex - 62009J0429C(01) - DE
Und hier noch eine Ergänzung zur schon genannten EU-Verordnung: EUR-Lex - 52008AP0615 - DE
11.02.2013, 14:58 #18
Wie kommst Du darauf, daß Mehrarbeit immer anfallen muß und daher bei der Regelarbeitszeit darauf geachtet werden muß, Raum für Mehrarbeitszeiten innerhalb der magischen 48 Stunden zu lassen?
11.02.2013, 16:02 #19
Erstmal herzlichen Dank für die Antworten und die rege Beteiligung am Thema!
Im VV steht unter Arbeitszeit (hier muss § 2 des ArbZG gelten, also ohne Pausen): Vollzeit; 45 Stunden pro Woche / Arbeitsbeginn Mo-Fr. 09.00 Uhr, 45 WStd.
Ich gehe nun davon aus, dass dies die Zeit ohne Pausen ist, bei einer 5 Tage Woche wäre dies somit unzulässig, da die Arbeitszeit mehr als 8 Stunden regelmäßig pro Tag beträgt?!
11.02.2013, 17:26 #20
Nein, noch immer nicht. Innerhalb eines 7-Tage-Zeitraums würdest Du trotzdem nur 45 Stunden arbeiten.
Maximale tägliche Arbeitszeit liegt bei 10 Stunden, nicht bei 8 Stunden.
stunden, woche
IAB fordert 30-Stunden-Woche Mario Nette Archiv - News Diskussionen Tagespresse 1 20.11.2009 16:57