Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20248/05
Timestamp: 2017-12-14 10:15:21
Document Index: 381875635

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 254', '§ 17', '§ 4', '§ 4', '§ 1', '§ 3', 'BGH', '§ 254', '§ 17', '§ 254', 'BGH']

Mitverursachung eines Unfalls durch Nichteinhaltung des gebotenen Sicherheitsabstands; Berücksichtigung des Verstoßes gegen § 4 Abs. 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) im Rahmen der Abwägung der beiderseitigen Verursachungsanteile gegenüber jedem Mitverursacher; Mitverschulden des Auffahrenden gegenüber dem Unfallverursacher
BGB § 254 Abs. 1 Cb; StVG § 17 Abs. 1; StVO § 4 Abs. 1
Haftungsverteilung bei Auffahrunfall nach Vorfahrtsverletzung
aa) In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass bei Auffahrunfällen, auch wenn sie sich auf Autobahnen ereignen, der erste Anschein dafür sprechen kann, dass der Auffahrende den Unfall schuldhaft dadurch verursacht hat, dass er entweder den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat (§ 4 Abs. 1 StVO), unaufmerksam war (§ 1 StVO) oder aber mit einer den Straßen- und Sichtverhältnissen unangepassten Geschwindigkeit gefahren ist (§ 3 Abs. 1 StVO) (…Senatsurteile vom 13. Dezember 2011 - VI ZR 177/10, BGHZ 192, 84 Rn. 7;… vom 30. November 2010 - VI ZR 15/10, NJW 2011, 685 Rn. 7; vom 16. Januar 2007 - VI ZR 248/05, NJW-RR 2007, 680 Rn. 5; vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87, NJW-RR 1989, 670, 671; vom 6. April 1982 - VI ZR 152/80, NJW 1982, 1595, 1596;… ferner von Pentz, zfs 2012, 124, 126).
Die Entscheidung über eine Haftungsverteilung im Rahmen des § 254 BGB oder des § 17 StVG ist grundsätzlich Sache des Tatrichters und im Revisionsverfahren nur darauf zu überprüfen, ob alle in Betracht kommenden Umstände vollständig und richtig berücksichtigt und der Abwägung rechtlich zulässige Erwägungen zugrunde gelegt worden sind (vgl. zuletzt die Senatsurteile vom 16. Januar 2007 - VI ZR 248/05 - …und vom 23. Januar 2007 - VI ZR 146/05 - jeweils m.w.N., z.V.b.).
aa) Zwar ist eine Entscheidung über die Haftungsverteilung im Rahmen des § 254 BGB grundsätzlich Sache des Tatrichters und im Revisionsverfahren nur darauf zu überprüfen, ob alle in Betracht kommenden Umstände vollständig und richtig berücksichtigt und der Abwägung rechtlich zulässige Erwägungen zugrunde gelegt worden sind (vgl. Senat, Urteile vom 12. Juli 1988 - VI ZR 283/87 - VersR 1988, 1238, 1239; vom 5. März 2002 - VI ZR 398/00 - VersR 2002, 613, 615 f.; vom 25. März 2003 - VI ZR 161/02 - VersR 2003, 783, 785 f.; vom 13. Dezember 2005 - VI ZR 68/04 - VersR 2006, 369, 371; vom 16. Januar 2007 - VI ZR 248/05 - z.V.b. - jeweils m.w.N.).
Der Senat bewertet das Mitverschulden, nachdem die plötzliche Linksbewegung der Beklagten nicht beweisbar vorhersehbar war, andererseits der einzuhaltende Sicherheitsabstand auch nach eigenen Angaben des Klägers zu 1) deutlich unterschritten wurde, mit 50% (vgl. BGH DAR 2008, 337).
Auffahrunfall nach möglicherweise grundlosem Abbremsen des Vordermanns
Haftungsverteilung bei Kollision eines Linksabbiegers mit einem unberechtigt auf …