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Timestamp: 2016-10-21 09:07:37
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Matched Legal Cases: ['§51', '§ 51', '§ 31', '§ 31', '§ 9', '§ 10']

Scheidung Deutsches oder Peruanisches Gesetz - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
www.frag-einen-anwalt.de Ausländerrecht Themen: Scheidung
16.09.2006 04:30 | Preis: ***,00 € |
ich habe eine peruanische Bekannte, die mich um rat gebeten hat.
Sie ist mit einem Deutschen seit 1999 verheiratet. Die Ehe wurde 2000 in Deutschland legalisiert. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor die einen Deutschen Pass besitzen. Die Familie lebt in Peru, da der Mann in Südamerika für eine Deutsche Firma arbeitet.
Der Mann lebt aufgrund seiner Arbeit hauptsächlich in einer anderen Gegend als die Frau und hat dort eine neue/zweite Beziehung. Daher möchte sich die Frau von ihrem Mann trennen.
In einem Schreiben des Ausländeramtes in Deutschland aus 2006 wird dem Antrag auf bestehenbleiben der Aufenthaltsgenehmigung der Frau bei verlassen von Deutschland mehr als 6 Monaten zugestimmt, wenn vor 2008 eine Vorsprache zur Verlängerung stattfindet. (Gem. §51 Abs.1 Nr.7 AufenthG)
Die Frau hat ein Visa und eine Arbeitserlaubnis für Deutschland bis zu diesem o.g. Zeitpunkt.
Wird die Scheidung nach Deutschem oder Peruanischem Recht vorgenommen?
Ab wann bekommt die Frau eine ständige Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland oder bekommt Sie diese Aufgrund der Kinder?
Was passiert mit den Kindern, wenn sie bei der Mutter bleiben, bekommt Sie dann Unterhalt für die Kinder?
Wie steht es mit Unterhalt für die Frau?
-- Einsatz geändert am 16.09.2006 04:29:53 Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 73 weitere Antworten zum Thema:
16.09.2006 | 14:45
Die deutschen Gerichte sind zuständig, wenn
- wenigstens einer der beiden Eheleute Deutscher ist, gleich ob sie im Inland oder im Ausland wohnen
- beide Eheleute Ausländer sind und zu Beginn des Verfahrens beide in Deutschland leben.
Eine andere Frage ist, ob das Heimatland des ausländischen Staatsangehörigen das deutsche Ehescheidungsurteil anerkennt. Dies ist von Staat zu Staat unterschiedlich. Anwendbares Scheidungsrecht
Auf den Ort der Eheschließung kommt es nicht an. Vielmehr ist auf verschiedene Anknüpfungspunkte in folgender Reihenfolge abzustellen:
a) Besitzen beide Eheleute die gleiche Staatsangehörigkeit, so kommt das Familienrecht dieses gemeinsamen Heimatstaates zur Anwendung.
b) Haben die Eheleute unterschiedliche Staatsangehörigkeiten, so richtet sich die Scheidung nach dem Recht des Staates, in dem beide Eheleute ihren Wohnsitz haben.
c) Haben die Eheleute unterschiedliche Staatsangehörigkeiten und halten sie sich nicht mehr gemeinsam in einem Land auf, so ist das Recht des Landes anzuwenden, in dem die Eheleute ihren letzten gemeinsamen Aufenthalt hatten, wenn einer von beiden dort noch lebt.
d) Haben die Eheleute unterschiedliche Staatsangehörigkeiten und haben sie beide das Land, in dem sie bislang gelebt haben, in unterschiedliche "Richtungen" verlassen, ist zu fragen, mit welchem Staat sie auf andere Weise gemeinsam am engsten verbunden sind.
Insoweit wäre aufgrund Ihrer Schilderung nach den Grundsätzen zu b) peruanisches Scheidungsrecht anzuwenden.
Ihre Bekannte hat einen Aufenthaltstitel, der solange bestehen bleibt, wenn vor dem Jahr 2008 eine Vorsprache zur Verlängerung stattfindet.
Nach § 51 I Nr. 7 AufenthG erlischt der Aufenthaltsitel, wenn der Ausländer ausgereist und nicht innerhalb von sechs Monaten oder einer von der Ausländerbehörde bestimmte längeren Frist (hier vor 2008) wieder eingereist ist.
Ihre Bekannte könnte bei Scheidung einen Antrag nach § 31 AufenthG stellen, wenn Sie wieder ins Bundesgebiet kommt.
und der Ausländer bis dahin im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis war, es sei denn, er konnte die Verlängerung aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen nicht rechtzeitig beantragen. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.
(2) Von der Voraussetzung des zweijährigen rechtmäßigen Bestandes der ehelichen Lebensgemeinschaft im Bundesgebiet nach Absatz 1 Nr. 1 ist abzusehen, soweit es zur Vermeidung einer besonderen Härte erforderlich ist, dem Ehegatten den weiteren Aufenthalt zu ermöglichen, es sei denn, für den Ausländer ist die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ausgeschlossen. Eine besondere Härte liegt insbesondere vor, wenn dem Ehegatten wegen der aus der Auflösung der ehelichen Lebensgemeinschaft erwachsenden Rückkehrverpflichtung eine erhebliche Beeinträchtigung seiner schutzwürdigen Belange droht oder wenn dem Ehegatten wegen der Beeinträchtigung seiner schutzwürdigen Belange das weitere Festhalten an der ehelichen Lebensgemeinschaft unzumutbar ist; zu den schutzwürdigen Belangen zählt auch das Wohl eines mit dem Ehegatten in familiärer Lebensgemeinschaft lebenden Kindes. Zur Vermeidung von Missbrauch kann die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis versagt werden, wenn der Ehegatte aus einem von ihm zu vertretenden Grund auf Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch angewiesen ist.
(4) Die Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch steht der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis unbeschadet des Absatzes 2 Satz 3 nicht entgegen. Danach kann die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden, solange die Voraussetzungen für die Erteilung der Niederlassungserlaubnis nicht vorliegen.
Eine Scheidung in Peru müsste in Deutschland anerkannt werden.Hierfür ist ein förmliches Verfahren der Landesjustizverwaltungen vorgesehen. Zuständig ist die Justizverwaltung des Landes in dem ein Ehegatte seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, bei Fehlen eines solchen die, in deren Land eine neue Ehe geschlossen werden soll und die Justizverwaltung des Landes Berlin, soweit eine Zuständigkeit weder nach der vorgenannten 1. noch der 2. Alternative gegeben ist.
Bei diesem Verfahren sollte man nicht ohne anwaltlichen Beistand auftreten, um Rechtsverlusten vorzubeugen.
Sie werden sicherlich Verständnis dafür aufbringen, dass ich keine Angaben über das peruanische Unterhaltsrecht geben kann, da mir insoweit die entsprechenden Kenntnisse fehlen.
Konkrete Antworten auf Ihre Fragen können vor diesem Hintergrund nicht gegeben werden.
Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick geben konnte und verbleibe
Nachfrage vom Fragesteller	16.09.2006 | 20:19
Vieln Dank für die Ausführlichen Antworten!
Sie schreiben zu:
...vom Zweck des Familiennachzugs unabhängiges Aufenthaltsrecht für ein Jahr verlängert werden....
Das bedeutet, nur für ein Jahr?
Es gibt keine Möglichkeit für eine dauerhafte Aufenthalterlaubnis wenn die Eheleute sich vor 2008 scheiden lassen? Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
16.09.2006 | 20:30
Der Aufenthaltstitel nach § 31 AufenthG kann auf Antrag verlängert werden.
Ein dauerhafter Aufenthaltstitel besteht in einer Niederlassungserlaubnis. Die Voraussetzungen für die Erteilung dieses Aufenthaltstitels ergeben sich aus § 9 AufenthG, der nachfolgend abgedruckt ist.
Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen hat der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Erteilung des Aufenthaltstitels.
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