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Timestamp: 2016-10-21 15:03:24
Document Index: 283142239

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 29', 'Art. 61', 'Art. 112', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE']

9C_936/2011 (21.03.2012)
9C_936/2011
Urteil vom 21. M�rz 2012
Rechtsanwalt Dr. Ueli Kieser,
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2011.
Mit Verf�gung vom 27. Oktober 2009 verneinte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen in Ber�cksichtigung u.a. des Gutachtens des Instituts I.________ vom 10. Juni 2009 den Anspruch des 1953 geborenen K.________ auf eine Rente der Invalidenversicherung.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde des K.________ hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 9. November 2011 die angefochtene Verf�gung auf und sprach dem Versicherten eine halbe Rente ab 1. Dezember 2007 zu, unter R�ckweisung der Sache an die IV-Stelle zur Festsetzung des Rentenbetrages.
Die IV-Stelle f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 9. November 2011 sei aufzuheben.
K.________ l�sst beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, eventualiter die Sache an die Vorinstanz zur Vervollst�ndigung der Beweisgrundlage zur�ckzuweisen. Das kantonale Versicherungsgericht und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
Die Vorinstanz hat festgestellt, gem�ss dem vollst�ndig und nachvollziehbar begr�ndeten Gutachten des Instituts I.________ vom 10. Juni 2009 sei der Beschwerdef�hrer aus medizinischer Sicht in einer k�rperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden T�tigkeit zu 70 % arbeitsf�hig. Davon ausgehend hat sie durch Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) einen Invalidit�tsgrad von 51 % ermittelt, was Anspruch auf eine halbe Rente gibt (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.1 Im Gutachten des Instituts I.________ vom 10.Juni 2009 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit gestellt: 1. Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/32.1). 2. Anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.5). 3. Chronisches lumbovertrebrales Schmerzsyndrom ohne radikul�re Ausf�lle (ICD-10 M 54.5). Wie die Beschwerde f�hrende IV-Stelle richtig vorbringt, beurteilt sich bei einem solchen Krankheitsbild die Frage, inwieweit eine Arbeitsunf�higkeit aus medizinisch-psychiatrischer Sicht als invalidisierend im rechtlichen Sinne (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG) anzuerkennen ist, nach der mit BGE 130 V 352 begr�ndeten Rechtsprechung (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283 und SVR 2012 IV Nr. 1 S. 1, 9C_1040/2010 E. 3.4.1).
2.2 Der Beschwerdegegner r�gt, die betreffende Rechtsprechung gehe von der Vermutung aus, dass eine somatoforme Schmerzst�rung grunds�tzlich �berwindbar sei. Diese Normhypothese k�nne sich auf keine gen�gende fachliche Grundlage st�tzen. Im Urteil 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 hat das Bundesgericht zum �hnlich lautenden Vorwurf Stellung genommen, die verwendeten Kriterien zur Beurteilung, ob und inwieweit ausnahmsweise von der Nicht�berwindbarkeit der subjektiv erlebten Schmerzen und der Unzumutbarkeit der Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt auszugehen ist, seien wissenschaftlich nicht validiert. In E. 2.4 hat es u.a. Folgendes festgehalten:
Die kritisierte Praxis gibt den begutachtenden Fachpersonen und den Organen der Rechtsanwendung auf, die Arbeitsf�higkeit im Einzelfall mit Blick auf bestimmte Kriterien zu pr�fen, um damit eine einheitliche und rechtsgleiche Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit zu gew�hrleisten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213). Die Gesamtheit der urspr�nglich als fachpsychiatrische Prognosekriterien formulierten Gesichtspunkte (vgl. BGE 135 V 201 E. 7.1.2 S. 212; Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsf�higkeit bei Patienten mit psychogenen St�rungen, SZS 1996 S. 486 ff., 498) ist zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbstst�ndigt worden. Mit diesem soll sichergestellt werden, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Feststellung eines rechtserheblichen Gesundheitsschadens und von dessen anrechenbaren Folgen f�r die Leistungsf�higkeit erf�llt sind (vgl. Thomas G�chter, Die Zumutbarkeit und der sozialversicherungsrechtliche Beweis, in: Was darf dem erkrankten oder verunfallten Menschen zugemutet werden?, Murer [Hrsg.], 2008, S. 253 f.). Dementsprechend schlagen sich Neuformulierungen von Kriterienkatalogen in der medizinischen Fachliteratur nicht unmittelbar in den f�r diese Gruppe von Leiden geschaffenen Beurteilungselementen nieder (Urteil 8C_420/2011 vom 26. September 2011 E. 2.4). Die einzelnen Kriterien orientieren sich zwar an medizinischen Erkenntnissen. Eine direkte Anbindung besteht aber nicht, weshalb sich die Frage der Validierung hier nicht stellt. Davon abgesehen bestehen in der Schweiz nur verfahrensm�ssige Leitlinien (der Schweizerischen Gesellschaft f�r Versicherungspsychiatrie f�r die Begutachtung psychischer St�rungen [Schweizerische �rztezeitung, SAeZ 2004 S. 1048 ff.] sowie f�r die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen [der Schweizerischen Gesellschaft f�r Rheumatologie; SAeZ 2007 S. 736 ff.]), jedoch (noch) kein von involvierten Fachverb�nden getragener, breit abgest�tzter materieller Grundkonsens in solchen Fragen, dies im Unterschied etwa zu Deutschland (vgl. Leitlinie f�r die Begutachtung von Schmerzen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften [AWMF], 2005-07, www.awmf. org; J�rg Jeger, Die Entwicklung der "Foerster-Kriterien" und ihre �bernahme in die bundesgerichtliche Rechtsprechung: Geschichte einer Evidenz, Jusletter vom 16. Mai 2011, Rz. 7 ff., 27 ff., 142 und 161).
Dem ist nichts beizuf�gen.
3.1 Die fach�rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einsch�tzung der psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Explorandin, mit den Schmerzen umzugehen, haben die begutachtenden �rzte notwendigerweise auch die massgebenden Kriterien zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213; 130 V 352 E. 2.2.4 S. 355), sich daran zu orientieren (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung zur Arbeitsunf�higkeitssch�tzung bei somatoformen Schmerzst�rungen, in: Medizin und Sozialversicherung im Gespr�ch, 2006, S. 221). Insbesondere haben sie sich dazu zu �ussern, ob eine psychische Komorbidit�t oder weitere Umst�nde gegeben sind, welche die Schmerzbew�ltigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall �ber jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtw�rdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr.6 S.21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 130 V 396).
Gest�tzt auf die fach�rztliche Beurteilung haben die rechtsanwendenden Beh�rden als Rechtsfrage zu pr�fen, ob eine festgestellte psychische Komorbidit�t hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in gen�gender Intensit�t und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche T�tigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbare Schmerzst�rung zu erlauben (Urteil 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Die Pr�fung schliesst die Beurteilung der Frage ein, inwiefern die �rztliche Einsch�tzung der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt (Urteil 9C_651/2009 vom 7. Mai 2010 E. 5.1; Urteil 9C_1040/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.4.1; vgl. auch J�rg Jeger, Tatfrage oder Rechtsfrage? Abgrenzungsprobleme zwischen Medizin und Recht bei der Beurteilung der Arbeitsf�higkeit in der Invalidenversicherung. Ein Diskussionsbeitrag aus der Sicht eines Mediziners [2. Teil], SZS 2011 S.580 ff.; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.2).
3.2 Im Gutachten des Instituts I.________ vom 10. Juni 2009 wurde in der Gesamtbeurteilung festgehalten, aus psychiatrischer Sicht wirke sich die leichte bis mittelgradige depressive Episode sowie die anhaltende somatoforme Schmerzst�rung auf die Arbeitsf�higkeit aus. In einer aus orthop�discher Sicht adaptierten T�tigkeit resultiere bei ganzt�gigem Einsatz aufgrund des erh�hten Pausenbedarfs eine Leistungseinbusse von 30 %. Der psychiatrische Gutachter f�hrte in seinem Teilgutachten u.a. aus, der Explorand leide haupts�chlich unter seinen Schmerzen. Eine schwere psychische St�rung liege nicht vor. Er erhalte im Rahmen der ambulanten psychiatrischen Behandlung auch keine antidepressive Medikation, was gegen eine deutliche Depression spreche. Hinweise auf unbewusste Konflikte seien nicht vorhanden; ein prim�rer Krankheitsgewinn sei somit nicht gegeben. Der Explorand habe kaum mehr Kontakte zu seinen Kollegen; innerhalb der Familie bestehe durchaus eine gute Beziehungssituation, wenn auch die Beziehung zur Ehefrau wiederholt angespannt sei. Es best�nden psychosoziale und emotionale Belastungen, die deutlich ausgepr�gt seien und sich durch den dadurch hervorgerufenen unangenehmen Affekt auch in den Schmerzen ausdr�ckten. Die psychosozialen Belastungen nach dem Verlust der Arbeitsstelle seien prim�r krankheitsfremd, verst�rkten die psychischen St�rungen, f�hrten aber auch zu regressiven Tendenzen, was bei der Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit ber�cksichtigt werden m�sse.
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdegegners trifft somit nicht zu, der psychiatrische Gutachter des Instituts I.________ habe sich nicht zu den "F�rster-Kriterien" ge�ussert. Die Kritik, es sei eine aus fachlicher Sicht unzul�ssige Anmassung, wenn die IV-Stelle aus der (rudiment�ren) Beurteilung des Psychiaters ableiten wolle, die Depression sei lediglich eine Begleiterscheinung (vgl. dazu E. 4.2.1 hinten), ist unbegr�ndet.
3.3 Die Vorinstanz hat keine Tatsachenfeststellungen zu den massgebenden Kriterien getroffen, an Hand derer sich der invalidisierende Charakter der gesundheitlichen Beeintr�chtigung (leichte bis mittelgradige depressive Episode, anhaltende somatoforme Schmerzst�rung, chronisches lumbovertrebrales Schmerzsyndrom ohne radikul�re Ausf�lle; vorne E. 2.1) beurteilt, und diese auch nicht gepr�ft (rechtlich gew�rdigt). Das verletzt Bundesrecht. Es kann offenbleiben, ob darin (auch) eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) zu erblicken ist, wie die IV-Stelle r�gt, oder der aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 61 lit. h ATSG und Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG) abgeleiteten Begr�ndungspflicht. Es war der IV-Stelle ohne weiteres m�glich, die vorinstanzliche Erkenntnis sachgerecht anzufechten (Urteil 9C_121/2011 vom 31. M�rz 2011 E. 1 mit Hinweisen), und die Sache ist spruchreif.
Nach Auffassung der IV-Stelle sind die Kriterien gem�ss BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 f. nicht in einer Weise gegeben, dass dem psychischen Leiden die Arbeitsf�higkeit einschr�nkende invalidisierende Wirkung beizumessen w�re. Insbesondere gelte eine leichte bis mittelgradige depressive Episode grunds�tzlich nicht als von der somatoformen Schmerzst�rung unterscheidbare psychische Komorbidit�t. Dies treffe auch im konkreten Fall zu, zumal aus der Beschreibung der Symptome und der psychischen Vorg�nge im Gutachten des Instituts I.________ deutlich hervorgehe, dass das Schmerzerleben dominiere und das Beschwerdebild in nicht unerheblichem Masse von invalidit�tsfremden psychosozialen Faktoren mitbestimmt und aufrechterhalten werde.
4.1 Der Beschwerdegegner bringt in formeller Hinsicht vor, der Einwand, es sei von einer vollen Arbeitsf�higkeit gest�tzt auf die "�berwindungspraxis des Bundesgerichts" auszugehen, sei neu und h�tte schon l�ngst vorgebracht werden k�nnen. Er beschlage eine Tatfrage, n�mlich die gutachterliche Einsch�tzung der somatoformen Schmerzst�rung und der Komorbidit�t. Es handle sich um eine neue Tatsache, die vor Bundesgericht nicht mehr vorgebracht werden k�nne (Art. 99 Abs. 1 BGG). Der Einwand sei auch ein unzul�ssiges neues Begehren (Art. 99 Abs. 2 BGG). Er habe sich im vorinstanzlichen Verfahren damit nicht auseinandersetzen m�ssen und dazu auch keine weiteren medizinischen Unterlagen einholen oder beantragen k�nnen. Eine Gutheissung der Beschwerde w�rde Treu und Gauben sowie seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzen und ihm den Instanzenzug verk�rzen.
4.1.1 Diese Argumentation verkennt, dass die Arbeitsf�higkeit als Faktor der Invalidit�tsbemessung ein Rechtsbegriff ist, der nicht notwendigerweise der fach�rztlich festgelegten Arbeitsf�higkeit entsprechen muss (vorne E. 3.1). Sein Inhalt kann wie die das Rechtsveh�ltnis "Rente der Invalidenversicherung" bestimmenden Elemente bzw. Teilaspekte (Umfang des Anspruchs, H�he und Beginn der Leistung) von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen erst mit dem Endentscheid in Rechtskraft erwachsen (BGE 125 V 413 E. 2b-d S. 416 ff.). Die IV-Stelle durfte somit (erstmals) in diesem Verfahren die Frage aufwerfen und zur Diskussion stellen, ob und inwieweit die Arbeitsf�higkeit von 70 % gem�ss Gutachten des Instituts I.________ vom 10. Juni 2009 als invalidisierend im rechtlichen Sinne (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG) anzuerkennen ist. Damit machte sie weder eine neue Tatsache geltend (Art. 99 Abs. 1 BGG) noch stellte sie ein neues Rechtsbegehren (Art. 99 Abs. 2 BGG; BGE 136 V 362 E. 3.3 bis E. 4.2 S. 364 ff.).
4.1.2 Im Weitern w�rde ein Entscheid im Sinne der Beschwerde f�hrenden IV-Stelle weder auf neuen tats�chlichen oder rechtlichen Grundlagen beruhen noch mit einer Begr�ndung versehen, mit welcher der Beschwerdegegner, und zwar schon im vorinstanzlichen Verfahren, nicht rechnen musste (vgl. Pra 2007 Nr. 94 S. 636, 4P.134/2006 E. 6 mit Hinweisen; BGE 122 V 34 E. 2c S. 37). Mit der M�glichkeit, sich zu allen Vorbringen in der Beschwerde zu �ussern, ist seinem Geh�rsanspruch Gen�ge getan (BGE 136 V 362 E. 4.3 S. 367). Schliesslich liegt auch keine Verletzung der Garantie des zweifachen Instanzenzuges vor, da die Vorinstanz alle den Anspruch auf eine Invalidenrente als solchen und den Umfang des Anspruchs bestimmenden Elemente beurteilt hat (ZAK 1991 S. 364, H 147/89 E.8 [nicht publ. in: BGE 117 V 131]).
4.2.1 In materieller Hinsicht bringt der Beschwerdegegner unter Hinweis auf die Urteile 9C_980/2010 vom 20. Juni 2011 und 8C_958/2010 vom 25. Februar 2011 richtig vor, dass auch eine leichte bis mittelschwere depressive Episode als psychische Komorbidit�t die Leistungsf�higkeit einschr�nken k�nne. Diese Pr�judizien sind jedoch vorliegend nicht einschl�gig. 9C_980/2010 war kein Anwendungsfall der Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352. Zudem war nach nicht offensichtlich unrichtiger Feststellung der damaligen Vorinstanz von einer mittelgradigen depressiven St�rung und nicht bloss von einer solchen Episode auszugehen (E. 5.3). Im Urteil 8C_958/2010 E. 6.2.2.1 wurde festgehalten, dass nach der Rechtsprechung mittelgradige depressive Episoden grunds�tzlich keine von depressiven Verstimmungszust�nden klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstst�ndigten Gesundheitsschadens darstellen, die es der betroffenen Person verunm�glichten, die Folgen der Schmerzst�rung zu �berwinden (vgl. Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E.4.2.2.1 mit Hinweisen). Im Unterschied zum vorliegenden Fall (vorne E. 3.2) sodann unterzog sich dort die versicherte Person einer regelm�ssigen antidepressiven Medikation, was f�r die Annahme eines nicht unerheblichen graduellen Schweregrades des psychischen Leidens entscheidend war.
Selbst wenn mit dem Beschwerdegegner eine psychische Komorbidit�t bejaht wird, fehlt es aufgrund der Feststellungen im psychiatrischen Teilgutachten des Instituts I.________ an der notwendigen Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer der diagnostizierten leichten bis mittelschweren depressiven Episode (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 unten), die den Schluss auf eine im Hinblick auf eine vollzeitliche Erwerbst�tigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbare Schmerzst�rung erlaubte (vorne E. 3.1). Danach liegt keine schwere psychische St�rung vor. Insbesondere das Fehlen einer antidepressiven Medikation spricht gegen eine deutliche Depression. Gegen eine rechtliche relevante psychische Komorbidit�t sprechen auch die vom psychiatrischen Gutachter erw�hnten psychosozialen und emotionalen Belastungen, die deutlich ausgepr�gt seien, sich durch den dadurch hervorgerufenen unangenehmen Affekt auch in den Schmerzen ausdr�ckten und die psychischen St�rungen verst�rken w�rden (vorne E. 3.2; BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Der nach Erlass der vorinstanzlich angefochtenen Verf�gung vom 27. Oktober 2009 verfasste Bericht der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 11. Dezember 2009 �ndert nichts daran.
4.2.2 Weiter macht der Beschwerdegegner geltend, aus den Akten, u.a. aus der gesamten Kranken- und Arbeitsgeschichte sowie aus den Berichten der Klinik Y.________ ergebe sich, dass die weiteren Kriterien (sozialer R�ckzug, prim�rer Krankheitsgewinn, chronische k�rperliche Begleiterkrankung, Scheitern der konsequent durchgef�hrten Behandlungen) hinreichend geh�uft und ausgepr�gt erf�llt seien. Dabei bel�sst er es indessen, ohne zu den einzelnen Kriterien n�here Ausf�hrungen zu machen. Insbesondere �ussert er sich nicht zu den Vorbringen der Beschwerde f�hrenden IV-Stelle, weshalb die Kriterien nicht in einer Weise gegeben sind, um insgesamt den rechtlichen Schluss auf eine invalidisierende Gesundheitssch�digung zu gestatten.
4.2.2.1 Die IV-Stelle bringt richtig vor, dass gem�ss dem Gutachten des Instituts I.________ zwar ein gewisser sozialer R�ckzug ersichtlich, die Beziehungssituation innerhalb der Familie (Ehefrau, im selben Haushalt lebende erwachsene T�chter, andere Kinder und deren Familien) jedoch gut ist. Somit liegt kein R�ckzug in allen Belangen des Lebens vor. Sodann verneinte der psychiatrische Gutachter einen prim�ren Krankheitsgewinn. Weiter kann in Bezug auf das chronische lumbovertebrale Schmerzsyndrom ohne radikul�re Ausf�lle nicht von einer chronischen k�rperlichen Begleiterkrankung mit mehrj�hrigem Krankheitsverlauf bei unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerfristige Remission gesprochen werden, wie die IV-Stelle unter Hinweis auf die Urteile 9C_111/2008 vom 27. Januar 2009 E. 3.2 und 8C_195/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 7.3 festh�lt. Schliesslich empfahl der psychiatrische Gutachter des Instituts I.________ die Fortf�hrung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung unter Intensivierung der antidepressiven Therapie. Gem�ss Hauptgutachten k�nnte, eine gute Medikamenten-Compliance vorausgesetzt, von der Verordnung eines sedierenden und schmerzdistanzierenden Antidepressivums eine Verbesserung der Situation bringen. Daraus folgert die IV-Stelle, auch das Kriterium des Scheiterns einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung sei nicht (hinreichend) erf�llt. Dieser Schluss ist zutreffend, zumal wenn ber�cksichtigt wird, dass solche psychische St�rungen grunds�tzlich therapeutisch angehbar sind (Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 in fine). Aus dem Bericht der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 11. Dezember 2009 ergibt sich nichts anderes.
4.2.2.2 Erg�nzend zu den Vorbringen der IV-Stelle ist zu beachten, dass im Gutachten des Instituts I.________ festgestellt wurde, der Explorand halte sich aus gesundheitlichen Gr�nden f�r �berhaupt nicht mehr arbeitsf�hig. Ursache daf�r seien u.a. die fehlende Motivation, sich beruflich wieder einzugliedern und die bei ungen�genden Deutschkenntnissen und allgemeinem tiefen Bildungsniveau zu erwartenden Schwierigkeiten, eine Anstellung in einer adaptierten T�tigkeit zu erhalten. Weiter wurden erhebliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen bei der Anamneseerhebung und in der orthop�dischen Untersuchung erw�hnt. Der Explorand habe ein demonstrativ wirkendes Schmerzgebaren gezeigt. S�mtliche Untersuchungsschritte seien von repetitiven Klagen �ber lumbale Schmerzen begleitet gewesen, und zwar auch bei der Pr�fung der Schultern-. Ellenbogen-, Hand-, H�ft-, Knie- und H�ftgelenke. Bei der fokussierten Untersuchung sei die Beweglichkeit der oberen und unteren Extremit�ten schmerzhaft eingeschr�nkt gewesen, ausserhalb jedoch unbehindert. Insbesondere seien unter Ablenkung die Halswirbels�ule und die Kopfrotation frei beweglich gewesen. Sodann halte sich der Explorand zwar f�r arbeitsunf�hig; er sei jedoch in der Lage, mehrmals in der Woche mit dem Auto vom Wohnort zur Behandlung zu fahren, was eine Konzentrationsf�higkeit und Sitzdauer von mindestens einer halben Stunde am St�ck voraussetze. Auch habe beobachtet werden k�nnen, wie der Explorand in fl�ssigem Wechselschritt ohne Ben�tzung des Handlaufs treppauf gegangen sei, nachdem er vor der internistischen Untersuchung in Begleitung beim Treppabgehen sehr langsam gegangen sei und sich wiederholt mit beiden H�nden am linken Handlauf festgehalten habe. Diese Diskrepanzen zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten sprechen gegen das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (BGE 131 V 49 E. 2.1 S. 51; Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.1). Der Bericht der Psychiatrischen Klinik Y.________ vom 11. Dezember 2009, der auch Stellung nimmt zum Gutachten des Instituts I.________, �ussert sich nicht zu diesen Diskrepanzen und Inkonsistenzen, was schon deshalb dessen Beweiswert mindert. Abgesehen davon ergeben sich daraus keine Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben w�ren und zumindest Anlass f�r erg�nzende Abkl�rungen geben k�nnten (Urteile 8C_642/2011 vom 14. Februar 2012 E. 5.2 und 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E. 3.3.1, je mit Hinweisen).
4.3 Mit der IV-Stelle ist somit festzustellen, dass in rechtlicher Hinsicht kein Raum f�r die Annahme einer psychisch bedingten (teilweisen) Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit besteht. Bei uneingeschr�nkter Arbeitsf�higkeit in k�rperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden T�tigkeiten ergibt sich bei im �brigen gleichen unver�nderten Berechnungsfaktoren aufgrund der vorinstanzlichen Invalidit�tsbemessung ein Invalidit�tsgrad von 30 % ([Fr. 70'140.- - Fr. 48'786.60]/Fr. 70'140.- x 100 %; zum Runden BGE 130 V 121), was f�r den Anspruch auf Rente nicht ausreicht (Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst ein h�heres Valideneinkommen von Fr. 70'729.- und ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 von 25 % beim Invalideneinkommen f�hrte zu keinem anderen Ergebnis. Die Beschwerde ist somit begr�ndet.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2011 aufgehoben.
Luzern, 21. M�rz 2012