Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVb%20ZR%20711/80
Timestamp: 2020-02-23 21:09:15
Document Index: 392391447

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 66', '§ 58', 'BGH', '§ 66', 'BGH', '§ 58', '§ 66', 'BGH', '§ 66', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.05.1982 - IVb ZR 711/80 - dejure.org
https://dejure.org/1982,2023
BGH, 26.05.1982 - IVb ZR 711/80 (https://dejure.org/1982,2023)
BGH, Entscheidung vom 26.05.1982 - IVb ZR 711/80 (https://dejure.org/1982,2023)
BGH, Entscheidung vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 (https://dejure.org/1982,2023)
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Verwirken des Unterhaltsanspruches eines Ehegatten - Unterlassen einer neuen Eheschließung, um den Unterhaltsanspruch aus der geschiedenen Ehe nicht zu verlieren - Möglichkeit der vertraglichen Ausgestaltung einer gesetzlichen Unterhaltspflicht
NJW 1982, 1997
MDR 1982, 834
FamRZ 1982, 896
Wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt, hat der Bundesgerichtshof lediglich für den Fall die Möglichkeit der Verwirkung nach § 66 EheG bejaht, daß ein geschiedener Ehegatte mit einem Partner eine Verbindung eingeht und dabei von einer Eheschließung absieht, um den Unterhaltsanspruch nach §§ 58 ff. EheG nicht zu verlieren (…vgl. Urteil vom 26. September 1979 aaO. und vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 - FamRZ 1982, 896).
Eine derartige Versorgungslage ist für Frau Ha. durch die eheähnliche Lebensgemeinschaft nicht geschaffen worden; für eine entsprechende Anwendung der Regeln über den Ehegatten-Unterhalt auf derartige Lebensgemeinschaften ist kein Raum (BGH Urteile vom 26. September 1979 - IV ZR 87/79 - NJW 1980, 124 = FamRZ 1980, 40, 42; vom 23. April 1980 - IVb ZR 527/80 - NJW 1980, 1686 = FamRZ 1980, 665, 666, 668 und vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 - NJW 1982, 1997 = FamRZ 1982, 896).
Allerdings hat sich der Bundesgerichtshof für nach früherem Recht geschiedene Ehen der Auffassung angeschlossen, daß der geschiedene Ehegatte seinen Unterhaltsanspruch nach § 66 EheG verwirkt, wenn er mit einem anderen Partner eine Verbindung eingeht und dabei eine Eheschließung unterläßt, nur um den Unterhaltsanspruch aus der geschiedenen Ehe nicht zu verlieren (BGH Urteil vom 26. September 1979 - IV ZR 87/79 - FamRZ 1980, 40, 41; Senatsurteil vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 - FamRZ 1982, 896, 897).
Es handelt sich mithin um einen Anspruch nach § 58 EheG, und zwar in der Ausgestaltung, die er durch den Vergleich vom 25. Mai 1976 erfahren hat (vgl. auch Senatsurteil vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 - FamRZ 1982, 896, 897; Senatsurteil vom 8. Juni 1988 - IVb ZR 80/87 - FamRZ 1988, 933, 935).
Wie der Senat im Urteil vom 26. Mai 1982 (IVb ZR 111/80 - FamRZ 1982, 896, 897) ausgeführt hat, ist ein fall der vorliegenden Art nur nach der Verwirkungsvorschrift des § 66 EheG zu beurteilen.
Diese Beurteilung geht rechtlich von der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus (Urteil vom 26. September 1979 - IV ZR 87/79 - FamRZ 1980, 40, 41; Senatsurteile vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 - FamRZ 1982, 896, 897;… vom 26. September 1990 - XII ZR 87/89 - BGHR EheG § 66 Partnerschaft 1 und 2 sowie Verwirkung 1; zuletzt Senatsurteil vom 27. März 1991 - XII ZR 96/90) und ist rechtsfehlerfrei.
Das Oberlandesgericht hat mithin auch unter dem Gesichtspunkt einer nur aus Unterhaltsgründen unterlassenen neuen Eheschließung rechtsfehlerfrei eine Verwirkung des Unterhaltsbeitragsanspruchs durch die Klägerin verneint (…BGH Urteil vom 26. September 1979 a.a.O. S. 41; Senatsurteil vom 26. Mai 1982 - IVb ZR 711/80 = FamRZ 1982, 896).
Diese Voraussetzung ist gegeben, wenn der Berechtigte, hier die Klägerin, nur deshalb von einer Eheschließung absieht, um ihren Unterhaltsanspruch aus der geschiedenen Ehe nicht zu verlieren (BGH, NJW 1982, 1997; 1980, 124).
Diese Voraussetzungen sind nicht schon dann gegeben, wenn die unterhaltsberechtigte geschiedene Ehefrau ein längeres eheähnliches Verhältnis zu einem neuen Partner unterhält; anders kann es dann sein, wenn ein geschiedener Ehegatte mit einem Partner eine Verbindung eingeht und dabei von einer Eheschließung absieht, um den Unterhaltsanspruch nicht zu verlieren (so BGH, FamRZ 1982, 896, 897; 1987, 259, 261).