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Timestamp: 2016-10-26 23:11:00
Document Index: 72833019

Matched Legal Cases: ['Art. 103', 'Art. 132', 'Art. 103', 'BGE', 'Art. 38', 'Art. 106', 'Art. 38', 'Art. 106', 'Art. 60', 'Art. 60', 'Art. 38', 'Art. 56', 'Art. 38', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 96', 'Art. 81', 'Art. 29', 'Art. 22', 'Art. 9', 'Art. 38', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 86', 'Art. 22', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 112', 'Art. 114', 'Art. 117', 'Art. 56', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 82', 'Art. 72', 'BGE', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 30', 'Art. 38', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 30', 'Art. 82', 'Art. 38', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 56', 'Art. 82', 'Art. 38', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 38', 'Art. 7', 'Art. 82', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 82', 'Art. 49', 'BGE', 'Art. 49', 'Art. 7', 'Art. 1', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 60', 'Art. 38', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 30', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 38', 'Art. 82', 'Art. 30', 'Art. 82', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 82', 'Art. 9', 'Art. 30', 'Art. 38', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 7', 'Art. 106', 'Art. 30', 'Art. 106', 'Art. 152', 'Art. 135', 'Art. 159']

U 337/05 (16.10.2006)
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Ferrari, Lustenberger, Fr�sard und Seiler; Gerichtsschreiber Hochuli
B.________, geboren 1948, war als Zimmermann berufst�tig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert, als er am 27. August 1997 bei der Arbeit von einer Leiter st�rzte. Mit Blick auf die ihm aus diesem Unfall dauerhaft verbleibenden Folgen sprach ihm die SUVA ab 1. November 2002 eine Invalidenrente f�r eine Erwerbsunf�higkeit von 25 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung f�r eine Integrit�tseinbusse von 15 % zu (Verf�gung vom 23. Januar 2003) und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2003 fest.
Auf die hiegegen erhobene Beschwerde des B.________ trat das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg ein und hiess diese gut, hob den Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur weiteren Abkl�rung sowie Neuverf�gung �ber den Leistungsanspruch an die SUVA zur�ck (Entscheid vom 23. Juni 2005).
W�hrend B.________ und die Vorinstanz auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) auf eine Vernehmlassung.
Am 16. Oktober 2006 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht eine publikums�ffentliche Beratung durchgef�hrt.
Strittig und vorweg zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf die am 12. Februar 2004 erhobene Beschwerde gegen den am 28. Oktober 2003 zugestellten Einspracheentscheid der SUVA vom 27. Oktober 2003 eingetreten ist.
2.2 Soweit der Beschwerdegegner geltend macht, der SUVA fehle es mit Blick auf die hier zu beurteilende Verwaltungsgerichtsbeschwerde an der nach Art. 103 in Verbindung mit Art. 132 OG vorausgesetzten Beschwerdelegitimation, ist dieser Einwand unbegr�ndet. Abgesehen davon, dass die Sachurteilsvoraussetzungen von Amtes wegen zu pr�fen sind (Erw. 2.1 hievor), hat die Beschwerdef�hrerin offensichtlich an der Aufhebung des angefochtenen R�ckweisungsentscheides, welcher die Verwaltung zu weiteren Abkl�rungen verpflichtete, ein schutzw�rdiges Interesse im Sinne von Art. 103 lit. a OG (BGE 130 V 202 Erw. 3 und 515 Erw. 3.1, je mit Hinweisen).
4.1 Die Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid davon aus, in analoger Anwendung der Fristenstillstandsbestimmung im Sinne von Art. 38 Abs. 4 ATSG verl�ngere sich die Dreimonatsfrist nach Art. 106 UVG gest�tzt auf Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG um f�nfzehn Tage, weshalb die Beschwerde am 12. Februar 2004 rechtzeitig erhoben worden sei. Art. 106 UVG, der im Bereich der Unfallversicherung eine spezielle Beschwerdefrist von drei Monaten vorsehe, derogiere einzig Art. 60 Abs. 1 ATSG, nicht jedoch Art. 60 Abs. 2 ATSG, welcher insbesondere auf die sinngem�sse Anwendbarkeit von Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG betreffend den Fristenstillstand verweise. Nichts Anderes ergebe sich aus dem Urteil P. vom 5. Juli 2004 (H 93/04). In seiner Vernehmlassung vom 10. Oktober 2005 f�hrt das kantonale Gericht zur Begr�ndung seines Standpunktes erg�nzend aus, entgegen der neuesten Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts seien die kantonalen Gerichte gest�tzt auf die Rechtspflegebestimmungen der Art. 56-61 ATSG ab Inkrafttreten nach Sinn und Zweck dieses Gesetzes zur sofortigen Anwendung des Fristenstillstandes gem�ss Art. 38 Abs. 4 ATSG verpflichtet gewesen.
Demgegen�ber macht die SUVA mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend, auf Grund der �bergangsbestimmung im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG richte sich das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren nach BGE 131 V 314 und 325 �ber das Inkrafttreten des ATSG hinaus so lange nach kantonalem Verfahrensrecht, bis dieses - sp�testens zum 31. Dezember 2007 - an das ATSG angepasst worden sei.
4.2 Nach der Rechtsprechung sind neue Verfahrensvorschriften vorbeh�ltlich anders lautender �bergangsbestimmungen grunds�tzlich mit dem Tag des Inkrafttretens sofort und in vollem Umfang anwendbar (BGE 129 V 115 Erw. 2.2. mit Hinweisen). Art. 82 Abs. 2 ATSG enth�lt eine hier einschl�gige �bergangsrechtliche Regelung formeller Natur: Gem�ss dieser Norm haben die Kantone ihre Bestimmungen �ber die Rechtspflege diesem Gesetz innerhalb von f�nf Jahren nach seinem Inkrafttreten anzupassen; bis dahin gelten die bisherigen kantonalen Vorschriften. In BGE 131 V 325 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht erkannt, dass der Fristenstillstand gem�ss ATSG auf (mehrmonatige) Beschwerdefristen w�hrend der �bergangsfrist nach Art. 82 Abs. 2 ATSG solange keine Anwendung findet, bis die kantonalen Regelungen dies in Anpassung an das ATSG entsprechend vorsehen (vgl. BGE 131 V 327 Erw. 4.3 f.).
4.3.1 Vor Inkrafttreten des ATSG waren die Bestimmungen der Art. 20 bis 24 VwVG im kantonalen Rechtspflegeverfahren kraft bundesrechtlicher Verweise nicht nur auf dem Gebiete der AHV/IV (Art. 96 AHVG und Art. 81 IVG, je in der bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Fassung; nachfolgend: aArt.), sondern auch der EO (aArt. 29 EOG), der Familienzulagen in der Landwirtschaft (aArt. 22 Abs. 3 FLG; vgl. ZAK 1992 S. 154) und seit Inkrafttreten des aArt. 9a ELG am 1. Januar 1998 auch der EL anwendbar. Auf diesen Gebieten galt auch auf kantonaler Ebene - nur, aber immerhin in Bezug auf die nach Tagen bestimmten Fristen - eine im �brigen verglichen mit Art. 38 Abs. 4 ATSG identische Fristenstillstandsordnung, so dass insoweit das Bundessozialversicherungsrecht keinen Raum liess f�r eine abweichende kantonalrechtliche Regelung (SVR 2004 EL Nr. 2 S. 6 Erw. 2.3; Urteile H. vom 6. April 2006, I 803/05, Erw. 1.3.1 und F. vom 8. M�rz 2006, I 941/05, Erw. 3.1).
4.3.2 Dies im Gegensatz zu den Gebieten der obligatorischen Unfallversicherung (vgl. dazu BGE 131 V 326 Erw. 4.1), der Milit�rversicherung (vgl. aArt. 104-106 MVG), der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Art. 86 f. KVG) und der Arbeitslosenversicherung (vgl. zu den letzten beiden Bereichen das Urteil F. vom 8. M�rz 2006, I 941/05, Erw. 3.2.1), wo vor Inkrafttreten des ATSG eine bundesrechtliche Verweisungsnorm fehlte, wonach die Bestimmungen �ber die Fristen gem�ss VwVG auch im kantonalen Beschwerdeverfahren anwendbar seien. Hier konnten die Kantone folglich eine von Art. 22a VwVG abweichende Fristenstillstandsregelung treffen, welche gegebenenfalls bis zum Ablauf der f�nfj�hrigen �bergangsfrist von Art. 82 Abs. 2 ATSG oder bis zur vorzeitigen Anpassung der kantonalen Vorschriften anwendbar bleibt (vgl. zur Praxis betreffend die negativen kantonalen Regelungen BGE 131 V 322 ff. Erw. 5; Urteil H. vom 6. April 2006, I 803/05, Erw. 1.3.2).
4.4.1 In Bundessozialversicherungsstreitigkeiten waren bisher (vor Einf�hrung des ATSG) die Kantone zust�ndig f�r die Organisation und weitgehend auch f�r das Verfahren der erstinstanzlichen Rechtspflege (vgl. Hans Peter Tschudi, Die Stellung der Kantone im Sozialversicherungsrecht, in: SZS 1994 S. 161 ff., insbesondere S. 177; Parlamentarische Initiative Allgemeiner Teil Sozialversicherung, Bericht der Kommission des St�nderates vom 27. September 1990, in: BBl 1991 II 185 ff., insbesondere S. 264). Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG st�tzt sich auf die Art. 112 Abs. 1, Art. 114 Abs. 1 und Art. 117 Abs. 1 BV. Die in der Bundesverfassung enthaltenen Gesetzgebungskompetenzen des Bundes schliessen auch die Erm�chtigung des Bundes mit ein, dar�ber zu entscheiden, ob die Verwaltungs- und Rechtsprechungsfunktionen im betreffenden Sachbereich dem Bund oder den Kantonen zustehen, sofern die Bundesverfassung nicht einen Vorbehalt zu Gunsten der Kantone vorsieht (H�felin/Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Auflage, Z�rich 2005, S. 310 Rz 1082). Auf dem Gebiet des gest�tzt auf die verfassungsm�ssige Kompetenzgrundlage des Bundes erlassenen ATSG bleiben die Kantone hinsichtlich ihrer Verwaltungs- und Rechtsprechungsfunktionen nach Massgabe der nachtr�glich derogatorischen Kraft der Bundeskompetenz als Regelfall (vgl. dazu H�felin/Haller, a.a.O., S. 313 Rz 1092) nur solange und soweit zust�ndig und autonom, als der Bund von seiner Erm�chtigung zum Erlass von Verfahrensbestimmungen im Rahmen seiner Gesetzgebungskompetenz keinen Gebrauch macht (vgl. Pierre Tschannen, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bern 2004, � 20 Rz 28 S. 284 f.). Soweit der Bund den Vollzug eines Gesetzes den Kantonen �bertr�gt, ist er erm�chtigt, von diesen zu beachtende Verfahrensbestimmungen aufzustellen (Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Z�rich 1999, S. 32 N 58).
Der Bundesrat hat in seiner vertieften Stellungnahme vom 17. August 1994 zur parlamentarischen Initiative Sozialversicherungsrecht (BBl 1994 V 942) beantragt, dass sich das Verfahren vor kantonalen und eidgen�ssischen Beschwerdebeh�rden, mit Ausnahme des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts, vollumf�nglich nach VwVG bestimme. Entgegen dieser Auffassung entschied sich der Gesetzgeber des ATSG daf�r, die erstinstanzliche Rechtspflege zwar nicht vollst�ndig dem kantonalen Gestaltungsbereich zu entziehen (Parlamentarische Initiative Sozialversicherungsrecht, Bericht der Kommission des Nationalrats f�r soziale Sicherheit und Gesundheit vom 26. M�rz 1999, in: BBl 1999 V 4537), aber doch in den wesentlichen Punkten (Art. 56-61) weitgehend bundesgesetzlich im ATSG zu ordnen. Die Verfahrensbestimmungen sollten im Sinne der B�rgerfreundlichkeit im ATSG koordiniert werden (BGE 131 V 311 mit Hinweisen). Zum Zwecke der Verwirklichung des gesetzgeberisch im ATSG verdichteten Willens zur Verfahrensharmonisierung (BGE 131 V 321 Erw. 4.5) hat der Bundesgesetzgeber den Kantonen die f�nfj�hrige Anpassungsfrist von Art. 82 Abs. 2 ATSG einger�umt. Es liegt in der Natur einer solchen Frist, dass bis zur Anpassung der kantonalen Rechtspflegebestimmungen die noch nicht harmonisierten kantonalen Verfahrensregeln weiter anwendbar bleiben (vgl. z.B. zu der mit Art. 82 Abs. 2 ATSG vergleichbaren Anpassungsvorschrift von Art. 72 Abs. 1 des Steuerharmonisierungsgesetzes [StHG] BGE 123 II 592 Erw. 2d).
4.4.2 Nach Art. 30 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1991 �ber die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Freiburg (VRG; Systematische Gesetzessammlung des Kantons Freiburg [SGF] 150.1) stehen die nach Tagen oder Monaten bestimmten gesetzlichen oder beh�rdlichen Fristen still vom Gr�ndonnerstag bis und mit dem Sonntag nach Ostern (lit. a) und vom 24. Dezember bis und mit dem 5. Januar (lit. b); in den Sachen, die in die Zust�ndigkeit des Verwaltungsgerichts fallen, stehen die Fristen auch vom 15. Juli bis und mit dem 15. August still (Art. 30 Abs. 2 VRG). Art. 30 VRG ist gem�ss der im Internet zug�nglichen Datenbank der freiburgischen Gesetzgebung mindestens seit 1. Juli 1996 in unver�ndertem Wortlaut g�ltig. Bis zum Inkrafttreten des ATSG (am 1. Januar 2003) richtete sich der Fristenstillstand im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren nach UVG - wie in Erw�gung 4.3.2 und 4.4.1 eingangs dargelegt - nach dem jeweiligen kantonalen Verwaltungsrechtspflegeerlass, im Kanton Freiburg somit nach Art. 30 VRG.
4.4.3 Soweit der kantonal vorgesehene Fristenstillstand gem�ss Art. 30 Abs. 1 VRG nicht nur auf nach Tagen, sondern auch nach Monaten bestimmte Fristen anwendbar ist, besteht im Vergleich zu Art. 38 Abs. 4 ATSG kein Anpassungsbedarf. Demgegen�ber kennt die genannte kantonale Vorschrift in Abweichung von Art. 38 Abs. 4 ATSG andere Fristenstillstandszeiten. Sieht Art. 30 Abs. 1 VRG �ber Weihnachten/Neujahr einen Fristenstillstand von 13 Tagen vor, verl�ngert sich eine Frist in Anwendung von Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG �ber Weihnachten/Neujahr um 15 Tage. Satz 1 von Art. 82 Abs. 2 ATSG verpflichtet die Kantone dazu, ihre vom ATSG abweichenden Bestimmungen �ber die Rechtspflege innerhalb von f�nf Jahren nach Inkrafttreten, also bis zum 31. Dezember 2007, dem ATSG anzupassen. Nachdem gem�ss BGE 131 V 323 Erw. 5.2 "bisherige kantonale Vorschriften" im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG auch negative kantonale Regelungen umfassen, gilt der intertemporalrechtliche Vorbehalt des Art. 82 Abs. 2 ATSG zu Gunsten kantonalen Rechts (BGE 131 V 314) nicht nur mit Blick auf eine im Vergleich zum ATSG auf kantonaler Ebene (noch) fehlende Fristenstillstandsbestimmung, sondern auch hinsichtlich einer w�hrend der �bergangsfrist einstweilen noch von Art. 38 Abs. 4 ATSG abweichenden positivrechtlichen kantonalen Regelung des Fristenstillstandes. Demzufolge bleibt die bez�glich Dauer und Kalenderperiode des Fristenstillstandes nicht mit Art. 38 Abs. 4 ATSG �bereinstimmende kantonale Vorschrift im Sinne von Art. 30 Abs. 1 VRG bis zum unbenutzten Ablauf der �bergangsfrist nach Art. 82 Abs. 2 ATSG oder bis zur vorzeitigen Anpassung an Art. 38 Abs. 4 ATSG im Bereich der in Erw�gung 4.3.2 genannten Bundessozialversicherungszweige unver�ndert anwendbar. Dieses Ergebnis steht entgegen der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 10. Oktober 2005 nicht im Widerspruch zu Sinn und Zweck des ATSG (BGE 131 V 327 Erw. 4.3 mit Hinweis). Daran �ndert auch der Hinweis auf das vor Erlass der Grundsatzentscheide BGE 131 V 314 und 325 ergangene Urteil P. vom 5. Juli 2004 (H 93/04) nichts.
4.4.4 Was unter "bisherigen kantonalen Vorschriften" im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG zu verstehen ist, hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in BGE 131 V 323 verbindlich entschieden. Der Bundesgesetzgeber machte mit dem Erlass des ATSG von der ihm auf dem Gebiet des Bundessozialversicherungsrechts von Verfassungs wegen zustehenden Gesetzgebungskompetenz Gebrauch, um unter anderem in den Art. 56 bis 61 ATSG das Rechtspflegeverfahren auf kantonaler Ebene einheitlich zu ordnen und damit auch den Fristenstillstand abschliessend zu regeln (vgl. dazu hienach Erw. 4.4.6). �bergangsrechtlich schreibt Art. 82 Abs. 2 ATSG den Kantonen vor, ihre Rechtspflegebestimmungen innerhalb von f�nf Jahren seit Inkrafttreten an das ATSG anzupassen und bis dahin ihre bisherigen Vorschriften anzuwenden. Unter den gegebenen Umst�nden ist demzufolge in der gem�ss angefochtenem Entscheid erfolgten sofortigen Anwendung von Art. 38 Abs. 4 ATSG auf das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren ab Inkrafttreten des ATSG bei Weitergeltung der bisherigen kantonalen Vorschrift im Sinne von Art. 30 VRG eine Verletzung von Bundesrecht zu erblicken. Denn die Vorinstanz hat damit zu Unrecht w�hrend der f�nfj�hrigen �bergangsfrist anstelle der massgebenden kantonalen Fristenstillstandsbestimmung (Art. 30 Abs. 1 lit. b VRG) Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG angewendet.
4.4.5 An diesem Ergebnis �ndert sich auch unter Ber�cksichtigung von Art. 7 VRG nichts. Diese Bestimmung, welche gem�ss der im Internet zug�nglichen Datenbank der freiburgischen Gesetzgebung mindestens seit 1. Juli 1996 in unver�ndertem Wortlaut g�ltig ist, lautet wie folgt:
(Abs.1) "Vorbehalten bleiben die kantonalen Bestimmungen, die dieses Gesetz erg�nzen oder n�her ausf�hren, sowie diejenigen, die davon abweichen und durch ein Gesetz oder gest�tzt auf ein Gesetz erlassen worden sind."
Die Kompetenzordnung der Bundesverfassung ist zwingender Natur, weshalb die �bertragung kantonaler Aufgaben auf den Bund ohne entsprechende Verfassungs�nderung als unzul�ssig gilt (Pierre Tschannen, a.a.O., � 21 Rz 15 S. 298). Nach dem auf verfassungsm�ssiger Grundlage beruhenden, kompetenzgem�ss erlassenen ATSG (Erw. 4.4.1 hievor) haben die Kantone gem�ss ausdr�cklichem und unmissverst�ndlich klarem Wortlaut von Art. 82 Abs. 2 ATSG ihre Vorschriften �ber die Rechtspflege dem ATSG innerhalb von f�nf Jahren nach seinem Inkrafttreten anzupassen (vgl. auch BGE 131 V 322 Erw. 5.1). Art. 7 Abs. 2 VRG kommt mit Blick auf das ATSG insofern nur deklaratorische Bedeutung im Sinne eines unechten Vorbehalts zu (vgl. Pierre Tschannen, a.a.O., � 21 Rz 22 S. 300), als diese Bestimmung lediglich zum Ausdruck bringt, dass das ATSG - einschliesslich dessen �bergangsbestimmungen von Art. 82 ATSG - infolge des Grundsatzes der derogatorischen Kraft des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV; vgl. dazu BGE 130 I 86 Erw. 2 mit Hinweisen) Vorrang hat vor gegebenenfalls davon abweichendem kantonalem Recht (zum Vorrang des Bundesrechts vgl. auch Auer/Maliverni/Hottelier, Droit constitutionnel suisse, Volume I, Bern 2006, S. 367 Rz 1035 mit Hinweisen). Der Vorrang des Bundesrechts gilt ohnehin von Verfassungs wegen (Art. 49 Abs. 1 BV), und zwar unabh�ngig davon, ob das kantonale Recht einen solchen Vorbehalt kennt oder nicht.
Bei Art. 7 Abs. 2 VRG handelt es sich nach dem klaren Wortlaut auch nicht um eine Verweisungsnorm. Wie es sich im Hinblick auf eine allf�llige dynamische (vgl. dazu Martin Bertschi, Auf der Suche nach dem einschl�gigen Recht im �ffentlichen Personalrecht, in: ZBl 2004 S. 617 ff., insbesondere S. 621 f.) Aussenverweisung (vgl. dazu Viktor Lieber, Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [Z�rcher Kommentar], Zivilgesetzbuch, Einleitung 1. Teilband: Art. 1-7 ZGB, 3. Aufl., Z�rich 1998, N 23 zu Art. 7) im kantonalen Verwaltungsrechtspflegeerlass (etwa des Inhalts: "f�r den Fristenstillstand gelten die einschl�gigen Vorschriften des Bundesrechts") verhielte, braucht hier - insbesondere mit Blick auf die verbreitet ge�usserte Zur�ckhaltung gegen�ber der Anwendung solcher Verweisungsnormen (Martin Bertschi, a.a.O., S. 622; vgl. auch VPB 41 [1977] Nr. 110 S. 110 Erw. 2b) - nicht n�her gepr�ft zu werden. Immerhin ist auf die Bedenken insbesondere hinsichtlich der dynamischen Verweisung bez�glich Gewaltenteilung, Rechtssicherheit, Demokratie und Aufteilung der Kompetenzen zwischen Bund und Kantonen (Thomas Poledna, Ann�herungen ans Obligationenrecht, in: Peter Helbling/Thomas Poledna [Hrsg.], Personalrecht des �ffentlichen Dienstes, Bern 1999, S. 214 ff.; Alexander Ruch, Recht der Technik - Rechtstechnik, in: ZBl 1995 S. 1 ff., insbesondere Fn 27 S. 8 mit Hinweisen, wonach die dynamische Verweisung in Deutschland verfassungsrechtlich als unzul�ssig gilt) sowie auf den "Gesetzgebungsleitfaden" des Bundesamtes f�r Justiz (2. Auflage, Bern 2002 [ver�ffentlicht unter der Internet-Adresse: www.ofj.admin.ch], S. 352) hinzuweisen, wonach auf Bundesebene eine dynamisch-direkte Verweisung auf Grund der geltenden verfassungsrechtlichen Lage grunds�tzlich als unzul�ssig erachtet wird.
Mit Art. 7 Abs. 2 VRG vergleichbare Bestimmungen materiellrechtlicher oder formellrechtlicher Natur, wie sie auf kantonaler Ebene verbreitet anzutreffen sind, haben jedenfalls in Sachgebieten, welche das Bundesrecht abschliessend normiert hat (BGE 130 I 86 Erw. 2.2 mit Hinweisen), keinen eigenen Regelungsgehalt. Der Bundesgesetzgeber hat mit dem Erlass von Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 38 ATSG die Frage des im erstinstanzlichen bundessozialversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren zu beachtenden Fristenstillstandes abschliessend kodifiziert (BGE 131 V 307 Erw. 4.1). Davon abweichende - positive oder negative kantonale Regelungen (vgl. dazu BGE 131 V 323 Erw. 5.2) - bleiben auf dem Gebiete derjenigen Bundessozialversicherungszweige, auf welchen sich das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren schon vor Inkrafttreten des ATSG nach kantonalem Recht gerichtet hatte (vgl. Erw. 4.3.2 hievor), innerhalb der f�nfj�hrigen �bergangsfrist solange anwendbar, bis der kantonale Gesetzgeber seine Vorschriften nach Massgabe von Art. 82 Abs. 2 ATSG angepasst hat.
4.4.6 Eine neue Praxis ist grunds�tzlich sofort und in allen h�ngigen Verfahren anzuwenden. Der verfassungsrechtliche Grundsatz des Vertrauensschutzes (vgl. Art. 9 BV und Urteil X. vom 7. April 2005, 1P.701/2004, Erw. 4.2) kann jedoch gegebenenfalls bei einer verfahrensrechtlichen �nderung der Rechtsprechung dazu f�hren, dass eine Praxis�nderung im Anlassfall noch nicht angewendet wird, wenn der Betroffene einen Rechtsverlust erleiden w�rde, den er h�tte vermeiden k�nnen, wenn er die neue Praxis bereits gekannt h�tte (BGE 122 I 59 Erw. 3c/bb S. 59). Dies kann bei �nderungen der Rechtsmittelfristen (BGE 132 II 159 Erw. 5.1 mit Hinweisen) oder von Formvorschriften f�r die Einlegung eines Rechtsmittels zutreffen, nicht aber, wenn die Zul�ssigkeit des Rechtsmittels als solche in Frage steht (BGE 122 I 60 mit Hinweisen; Urteile H. vom 27. M�rz 2006, 1P.83/2006, Erw. 1.5.3 und J. vom 8. Juli 2003, 5P.83/2003, Erw. 2.1). In BGE 94 I 16 Erw. 1 (vgl. auch BGE 122 I 60) pr�zisierte das Bundesgericht, dass die eine Fristberechnung modifizierende Praxis�nderung immer dann als willk�rlich erscheint, wenn sie ohne Vorank�ndigung eintritt und zur Verwirkung eines Rechts f�hrt. Dies trifft auf den vorliegenden Fall nicht zu. Wie gezeigt (Erw. 4.4.2 hievor), war im Kanton Freiburg die Fristenstillstandsbestimmung von Art. 30 VRG schon vor Inkrafttreten des ATSG auf Beschwerdeverfahren nach UVG anwendbar. Die Dauer dieses bereits vor dem 1. Januar 2003 geltenden kantonalrechtlichen Fristenstillstandes gem�ss Art. 30 VRG wurde weder durch Einf�hrung des ATSG noch durch die Rechtsprechung gem�ss BGE 131 V 305, 314 und 325 verk�rzt. Zu Recht macht der Beschwerdegegner denn auch nicht geltend, er sei im Vertrauen auf eine feststehende bekannte Praxis des kantonalen Gerichts davon ausgegangen, dass Art. 38 Abs. 4 ATSG ab Inkrafttreten am 1. Januar 2003 sofort auf das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen zur Anwendung gelange. Der Rechtsuchende erlitt demnach keinen Rechtsverlust, wenn er sich hinsichtlich der Fristenstillstandsregelung bei der Berechnung der Rechtsmittelfrist im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren an die bisher und �bergangsrechtlich im Rahmen von Art. 82 Abs. 2 ATSG anhaltend geltende kantonale Rechtsordnung hielt. Insoweit steht der fortgesetzten Anwendbarkeit des Art. 30 VRG w�hrend der Dauer der �bergangsfrist im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG der Grundsatz des Vertrauensschutzes nicht entgegen.
In seiner Beschwerdeantwort wiederholt der Versicherte seinen bereits im vorinstanzlichen Verfahren vertretenen Standpunkt, wonach er sich mit Inkrafttreten "des ATSG und dessen an Deutlichkeit und Bestimmtheit kaum zu �berbietenden Art. 38 [...] auf dessen Geltung [habe] verlassen" d�rfen. Die Aufnahme dieser Regelung in das ATSG schaffe eine gen�gende Vertrauensgrundlage. Dieser Auffassung kann schon deshalb nicht gefolgt werden, weil mit dem ATSG am 1. Januar 2003 nicht nur Art. 38, sondern in demselben Erlass auch die nach ihrem Wortlaut ebenfalls unmissverst�ndlich klare �bergangsbestimmung im Sinne von Art. 82 Abs. 2 ATSG in Kraft trat, wonach w�hrend der �bergangsfrist bis zur Anpassung der erstinstanzlichen Rechtspflegebestimmungen an das ATSG die bisherigen kantonalen Vorschriften anwendbar bleiben. Gerade bei Einf�hrung eines neuen Gesetzes wie dem ATSG verdienen die entsprechenden �bergangsbestimmungen hinsichtlich der Ermittlung des anwendbaren Rechts besondere Aufmerksamkeit. Anders als im Fall gem�ss Urteil K. vom 8. Mai 2006 (U 113/06) kann sich demnach der Beschwerdegegner nicht auf eine im Sinne von Art. 9 BV nach Treu und Glauben gesch�tzte Vertrauensgrundlage berufen, zumal bei Einreichung der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift vom 12. Februar 2004 noch keine Grundsatzurteile des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts zur Frage der massgebenden Fristenstillstandsregelung ergangen waren.
4.4.7 Zusammenfassend folgt aus dem Gesagten, dass das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg hier statt der massgebenden kantonalen Fristenstillstandsbestimmung im Sinne von Art. 30 VRG zu Unrecht Art. 38 Abs. 4 ATSG zur Anwendung gebracht und damit unter Ber�cksichtigung der Rechtsprechung gem�ss BGE 131 V 324 Erw. 5.3 die bundesrechtliche �bergangsvorschrift von Art. 82 Abs. 2 ATSG verletzt hat. Diesem Ergebnis stehen weder Art. 7 Abs. 2 VRG (Erw. 4.4.5 hievor) noch der Vertrauensschutz (Erw. 4.4.6 hievor) entgegen.
4.5 Nach dem Gesagten verl�ngert sich die dreimonatige Beschwerdefrist des Art. 106 UVG in Anwendung von Art. 30 Abs. 1 lit. b VRG nur um 13 und nicht um 15 Tage. Wie die SUVA in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde korrekt darlegt, endete die Dreimonatsfrist im Sinne von Art. 106 UVG unter Ber�cksichtigung der genannten kantonalen Fristenstillstandsbestimmung mit Blick auf den am 28. Oktober 2003 zugestellten Einspracheentscheid der SUVA am 10. Februar 2004 (Dienstag). Die am 12. Februar 2004 eingereichte vorinstanzliche Beschwerde ist somit versp�tet erhoben worden, weshalb das kantonale Gericht nicht h�tte darauf eintreten d�rfen. Der angefochtene Entscheid ist folglich aufzuheben (Erw. 2.1 hievor).
Der letztinstanzlich unterliegende Beschwerdegegner hat - im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren - mit Vernehmlassung vom 24. Oktober 2005 kein Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung (Art. 152 Abs. 2 OG) eingereicht. Nach Aufhebung des angefochtenen Entscheids wird die Vorinstanz �ber die f�r das kantonale Verfahren beantragte unentgeltliche Verbeist�ndung zu befinden haben.
6.2 Die SUVA als obsiegende Beh�rde hat keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 135 OG in Verbindung mit Art. 159 Abs. 2 OG).
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg, Sozialversicherungsgerichtshof, vom 23. Juni 2005 aufgehoben und festgestellt, dass die vorinstanzliche Beschwerde versp�tet eingereicht worden ist.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg wird �ber das Gesuch des Beschwerdegegners um unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben.