Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.12.2013&Aktenzeichen=VI%20ZR%20230/12
Timestamp: 2020-02-26 10:05:06
Document Index: 63142142

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 823', 'Art 103', 'Art. 103', '§ 314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.12.2013 - VI ZR 230/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,40166
BGH, 17.12.2013 - VI ZR 230/12 (https://dejure.org/2013,40166)
BGH, Entscheidung vom 17.12.2013 - VI ZR 230/12 (https://dejure.org/2013,40166)
BGH, Entscheidung vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 230/12 (https://dejure.org/2013,40166)
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§ 280 Abs 1 BGB, § 823 Abs 1 BGB, Art 103 Abs 1 GG
Rechtliches Gehör im Arzthaftungsprozess: Feststellung der bestrittenen Aufklärung über Behandlungsalternativen im Berufungsverfahren
GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 314
Rückenschmerzen: Arzt muss Patient über Fortsetzung der konservativen Therapie aufklären
LG Hagen, 13.01.2011 - 4 O 146/08
OLG Hamm, 28.03.2012 - 3 U 39/11
NJW 2014, 1529
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Berufungsgericht bei der gebotenen Berücksichtigung der Angaben des Sachverständigen zu einer anderen Beurteilung gelangt wäre (vgl. Senatsbeschluss vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 230/12, VersR 2014, 586 Rn. 7 mwN).
Wenn für eine medizinisch sinnvolle und indizierte Therapie mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten, hat das Krankenhaus den Patienten hierüber aufzuklären (vgl BGH Urteil vom 13.6.2006 - VI ZR 323/04 - BGHZ 168, 103, RdNr 13; BGH Beschluss vom 17.12.2013 - VI ZR 230/12 - juris RdNr 8 = VersR 2014, 586, RdNr 8).
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Berufungsgericht bei Berücksichtigung des übergangenen Sachvortrags der Beklagten zu einer anderen Beurteilung gelangt wäre (vgl. Senatsbeschluss vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 230/12, VersR 2014, 586 Rn. 7 mwN).
Die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts des Patienten erfordert aber eine Unterrichtung über eine alternative Behandlungsmöglichkeit, wenn für eine medizinisch sinnvolle und indizierte Therapie mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die zu jeweils unterschiedlichen Belastungen des Patienten führen oder unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen bieten (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 17.12.2013 - VI ZR 230/12 -, NJW 2014, 1529, 1530).
Einer der dabei in Betracht kommenden Fälle ist der, dass als Alternative zu einer sofortigen Operation die Fortsetzung einer konservativen Behandlung medizinisch zur Wahl steht (BGH, VersR 2014, 586 ff., Tz. 8, juris).
Eine andere Beurteilung ist auch nicht unter Berücksichtigung der von der Klägerin angeführten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 17.12.2013 (Az. VI ZR 230/12; veröffentlicht in VersR 2014, S. 586) gerechtfertigt.
Bestanden mehrere gleichermaßen indizierte übliche Behandlungsmöglichkeiten, die angesichts ihrer wesentlich unterschiedlichen Risiken und Erfolgschancen eine echte Wahlmöglichkeit eröffneten, so war auch hierüber zu sprechen (BGH NJW 2005, 1718; 2014, 1529, 1530).
Nach der vom Senat geteilten Auffassung des Bundesgerichtshofs (vgl. Beschluss vom 17. Dezember 2013, VI ZR 230/12, juris Rn. 8;… Urteil vom 15. März 2005, NJW 2005, S. 1718 ff., juris Rn. 10) ist die Wahl der Behandlungsmethode zwar in erster Linie Sache des Arztes.