Source: http://blog.beck.de/2009/03/12/nach-dem-amoklauf-von-winnenden-es-rollt-schon-die-naechste-killerspieldebatte-auf-uns-zu
Timestamp: 2016-07-27 05:41:50
Document Index: 271037468

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 15', '§ 131', 'BGH', 'Art. 1', 'Art. 1', '§ 131', '§ 131', '§ 131', 'EGMR', 'EGMR']

Nach dem Amoklauf von Winnenden - Es rollt schon die nächste Killerspieldebatte auf uns zu | beck-community
Nach dem Amoklauf von Winnenden - Es rollt schon die nächste Killerspieldebatte auf uns zuvon Prof. Dr. Marc Liesching, veröffentlicht am 12.03.2009Rechtsgebiete: JugendschutzGewaltdarstellungenAmoklaufKillerspieleMaterielles StrafrechtJugendschutzrechtUrheber- und MedienrechtStrafrecht56|7468 AufrufeEin Tag nach dem Amoklauf von Winnenden hat sich herausgestellt, dass der Täter im Besitz so genannter "Killerspiele" wie insbesondere "Counterstrike" gewesen ist und offenbar auch häufig gespielt haben soll. Da verwundert es freilich kaum, dass schon wieder Forderungen nach weiteren Verboten von Killerspielen laut werden. Dabei ist die letzte Verschärfung des Jugendschutzrechts mit zahlreichen neuen Tatbeständen bezüglich "gewaltbeherrschter Medien" noch nicht einmal ein Jahr in Kraft.
Aktuelle Auswirkungen der Verschärfungen haben sich zudem bislang nach den Erkenntnissen auf der Jahrestagung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in der vergangenen Woche noch gar nicht gezeigt. Vor diesem Hintergrund erscheint es eher nicht glaubwürdig, wenn Politiker, die an der Jugendschutznovellierung über Bundestag und Bundesrat mitgewirkt haben, bereits wieder den Ruf nach strengeren gesetzlichen Restriktionen austoßen, oft in Unwissenheit über das bereits bestehende komplexe Jugendschutzsystem gerade im Hinblick auf die Klassifizierung gewaltbeinhaltender Medien.
Insgesamt können je nach Zählweise 6 bis 7 unterschiedliche gesetzliche Kategorisierungen von Gewaltmedien ausgemacht werden. Hierzu zählen die unterschiedlichen FSK/USK Altersfreigaben nach den Altersstufen 6, 12, 16 und 18 Jahren ebenso wie die Indizierung wegen Jugendgefährdung nach § 18 Abs. 1 JuSchG, die Tatbestände schwerer Jugendgefährdung nach § 15 Abs. 2 JuSchG und schließlich das bereits seit den 70er Jahren existente kriminalstrafrechtliche Gewaltdarstellungsverbot (§ 131 StGB). Die Differenzierung und randscharfe Abgrenzung der gesetzlichen Kategorien von Gewaltmedien fällt schon heute in der Praxis aufgrund der zahlreichen unbestimmten Rechtsbegriffe außerordentlich schwer. Die Schaffung einer achten Kategorie durch den Gesetzgeber erscheint da kaum der Heilsbringer zu sein, auch angesichts dessen, dass bereits heute kein anderer Staat der Welt ein derart restriktives und differenziertes Jugendschutzsystem wie das deutsche hat.
Die Debatte um Killerspiele soll und muss wohl auch erneut geführt werden. Sie einfach in neue Straf- und Jugendschutzverbote münden zu lassen, ist aber aus meiner Sicht verfehlt und führt in erster Linie dazu, dass sich das Recht weiter von der gelebten Praxis im Sinne faktisch einfacher Beschaffungsmöglichkeiten von so genannten "Gewaltspielen" entfernt.
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56 Kommentare Kommentare als Feed abonnieren Seiten1
Tilman Hausherr kommentiert am Do, 2009-03-12 19:01 Permanenter Link "Killerspiele" und "Alcopops" verbieten ist halt billiger, als etwas gegen Mobbing in der Schule zu tun.
Ondery kommentiert am Do, 2009-03-12 20:25 Permanenter Link Bitte nicht schon wieder diese unselige Killerspieldebabe! Die Gewaltgeilheit findet sich überall, besonders in den Medien. Gerne auch in Comics. Z.B. hier:
http://www.karlnagel.de/website/action/sub/bazar/main_text.php?skin=webs...
Die machen gleich eine ganze Story aus einem Schul Amoklauf.
Michael Langhans kommentiert am Fr, 2009-03-13 07:44 Permanenter Link Die Debatte _muss_ geführt werden? Wieso? Zuviele Meinungen, aber keiner vermag diese immer fundiert zu begründen - falls überhaupt Begründungsversuche gemacht werden. Angeblich hat man ja auch Pornos gefunden. Und einen Tischtennisschläger hatte er auch. Alles auch Mitgründe?
Und einer der vielen "Freunde" meinte noch, dass er kaum am PC saß- jetzt mit dem Fund von CS saß er ja anscheinend doch laufend vor der Kiste.
Zu viele Mutmaßungen. Zu wenig Fakten. Warum muss jeder schon Ergebnisse vor einer gesicherten Faktenlage präsentiere
Henry kommentiert am Fr, 2009-03-13 20:17 Permanenter Link Wer braucht Killerspiele, die das Töten von Menschen trainieren? Perverse und solche, die es werden wollen? Komisch, Adolfs "Mein Kampf" steht gottseidank unter Strafe. Tötungslernspiele, die erwiesenermassen Hirnfunktionen verändern, sind erlaubt! Das meist gespielte schon ab 16 Jahre. Und wer glaubt, dass 12-jährige das nicht spielen, der bleibe in seiner rosaroten Welt. Eltern schauen weg, damit sie ihre Ruhe haben und nun stimmen sie alle in das große Geheule ein, schieben alles auf Mobbing. Geiles Modewort! Aber Mobbing gabs schon immer, das hieß früher halt anders und löste keine Amokläufe aus. Gemobbt wird überwiegend der, der durch ein komisches Verhalten zum Gespött der anderen wird. Komisches Verhalten ist überwiegend das Ergebnis fehlerhafter Erziehung. Kein Kind wird als Krimineller geboren. Wird es zum Schwerkriminellen, ist im Elternhaus etwas schief gelaufen. Krokodilstränen aller Orten. Ändern wird sich nichts!
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 17:25 Permanenter Link Henry schrieb:Wer braucht Killerspiele, die das Töten von Menschen trainieren? Perverse und solche, die es werden wollen?
Ich ignoriere jetzt einfach mal, dass sie pauschal alle Spieler sog. "Killerspiele" (was auch immer Sie darunter verstehen) stigmatisiert und beschimpft haben.Stattdessen möchte ich Sie darauf hinweisen, dass
a) Die Frage nach der Notwendigkeit bestimmter Dinge kein Argument für ein Verbot solcher Spiele sein kann.Brauchen wir Pizzas, Fußball, Cola, CD's, Wehrpflicht oder Alkohol?Nein, aber es wird gewollt. Deshalb wird es angeboten. (Diese und ähnliche) Dinge zu verbieten, weil man sie nicht braucht, ist unsinnig und verträgt sich nicht mit unseren gesellschaftlichen Grundsätzen.
b)Es nicht möglich ist, mit "Killerspielen" das Töten von Menschen "moralisch" und/oder technisch zu trainieren, da die Spieler die dargestellte, virtuelle (= eigentlich NICHT existente) Gewalt, und sei sie noch so realistisch, von realer Gewalt unterscheiden können (fragen Sie sie!) und die Spieler beim Spielen lediglich Maus und Tastatur bedienen. Man kann dadurch nicht zielen, geschweige denn mit einer Schusswaffe umgehen lernen.
Henry schrieb:Komisch, Adolfs "Mein Kampf" steht gottseidank unter Strafe."In Deutschland darf Mein Kampf laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes antiquarisch vertrieben werden (BGHSt 29, 73). Auch der Besitz des Buches ist legal."(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf#Rechtslage_heute)
Was hat "Mein Kampf" mit "Killerspielen" zu tun?
Henry schrieb:Tötungslernspiele, die erwiesenermassen Hirnfunktionen verändern, sind erlaubt! Falsch."Bis heute ist nicht durch glaubhafte Studien belegt worden, dass gewalthaltige Computerspiele Einfluss auf die Psyche des Menschen haben können."(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Computerspiel#Soziale_Auswirkungen)
Henry schrieb:Das meist gespielte schon ab 16 Jahre. Und wer glaubt, dass 12-jährige das nicht spielen, der bleibe in seiner rosaroten Welt.Und was bitte sollten wir daraus schließen, wenn es wahr ist?(Ich nehme an, sie beziehen sich auf Counter-Strike ("Das meist gespielte [...]").Ab 16 Jahren ist nur die zensierte, deutsche Version davon freigegeben.)
Henry schrieb:Eltern schauen weg, damit sie ihre Ruhe haben und nun stimmen sie alle in das große Geheule ein, schieben alles auf Mobbing. Geiles Modewort! Aber Mobbing gabs schon immer, das hieß früher halt anders und löste keine Amokläufe aus.Woher bitte wissen Sie, dass Eltern (schon wieder Verallgemeinerung!) alles auf Mobbing schieben?Was macht Mobbing denn bitte weniger schlimm, nur weil "es das schon immer gab" (trifft auf Kriege, Mord auch zu) und wie kommen Sie auf die Idee, dass Mobbingals alleiniger Grund für einen Amoklauf dargestellt wird? Und wieso soll Mobbing *auf keinen Fall* Mitursache eines Amoklaufs sein, wenn doch auf der Hand liegt,dass ein Gemobbter seinen (auch passiven) Mobbern logischerweise nicht gerade wohlgesinnt ist und sich in selten Fällen rächen wollen könnte, wenn noch viele andere negative Faktoren hinzukommen?Ist es konsequent, eine (meines Wissens nicht existente) "Einseitigkeit" im Bezug auf Mobbing als mögliche Mitursache in der Diskussion zu kritisieren, dann aber "Killerspiele"in den Fokus zu stellen (was aus dem, was sie oben geschrieben haben, folgt)?
Henry schrieb:Gemobbt wird überwiegend der, der durch ein komisches Verhalten zum Gespött der anderen wird. Komisches Verhalten ist überwiegend das Ergebnis fehlerhafter Erziehung. Ja, ganz bestimmt.Der Mobber ist ja schließlich selber schuld, wenn er gemobbt wird. Und wenn nicht, dann hat er halt Pech mit seinen Eltern, die ja auch an Allem schuld sind.Die Mobber haben damit natürlich nichts am Hut. Sie mobben, weil das nahezu zwangsläfig aus den Eigenschaften des Gemobbten folgt.Das ist so lächerlich, das braucht schon fast keine Begründung mehr.
Henry schrieb:Kein Kind wird als Krimineller geboren.<ironie> Welch hiflreiche Erkenntnis!
Henry schrieb:Wird es zum Schwerkriminellen, ist im Elternhaus etwas schief gelaufen. Krokodilstränen aller Orten. Ändern wird sich nichts!Schlechte Eltern sind nicht *alleinige* Erzeuger von Kriminellen, wenn auch mitveranwortlich.Und dass sich nichts ändert ist auch besser als wenn Sie zuviel in dieser Sache zu bestimmen hätten.
Wenn ich Dinge der Art wie Ihrer lese, weiß ich nicht ob lachen oder weinen soll.Meistens wird mir schlecht.
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 18:20 Permanenter Link Sehr geehrter Henry (Nr. #4),
Video- und Computerspiele trainieren in keiner Weise das Töten.
Nicht einmal das US-Militär benutzt dies für diesen Zweck, auch wenn das gerne so dargestellt wird.
Man kann damit durchaus Taktiken trainieren und die Team-Fähigkeiten verbessern.
Was man aber nicht lernen kann, ist das Zielen mit realen Waffen, das benutzen von realen Waffen und die allgemeinen Reflexe.
Auch ist es wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen, auch wenn dies ebenfalls gerne behauptet wird, ob Spiele überhaupt eine Wirkung auf das Gehirn haben, geschweige denn eine gesenkte Tötungs-Hemmschwelle verursachen.
Im übrigen haben Eltern und Verkäufer die Pflicht auf die, sorgfältig durch die USK ausgesuchte, Altersfreigabe zu achten. ------------
Sehr geehrter Prof. Dr. Henning Müller (Nr. #9),
Ich kann ihnen nicht ganz zustimmen.
Warum sollten Ego-Shooter oder sog. "Killerspiele", welche nicht unbedingt Ego-Shooter sein müssen, kein Kulturgut sein?
Warum sollte man innerhalb eines Mediums trennen zwischen "gut" und "böse"?
Bei Filmen gibt es auch unzählige Horror- und Action-Filme die nicht ohne Grund ab18 freigegeben sind, dennoch sind sie ein Kulturgut. Das Selbe gilt auch bei Musik, Comics/Mangas, Bildern und auch Romanen, warum sollte es also nicht auch bei Spielen so gelten?
Es wäre durchaus ein Verlust für die Gesellschaft.
Auch finde ich es eher fragwürdig ob man moralische Bedenken haben sollte, wenn man eine imaginäre Figur, kurzzeitig verschwinden lässt (Es ist nicht einmal ein Töten, denn die Selbe Figur taucht spätestens beim neuspielen noch einmal auf).
Und ob es sinnvoll ist oder nicht ist in seiner Freizeit zu machen, was einem Spaß macht, z.B. auch gewalthaltige oder "normale" Spiele zu spielen, sei mal dahingestellt.
Ich und auch auch viele Andere, würden damit nicht aufhören und das liegt nicht an mangelnden Alternativen (wie z.B. Herr Prof. Pfeiffer gerne so pauschal behauptet), sondern an unserer Leidenschaft für das Spielen.
Falls es aus meinem Kommentar nicht ersichtlich ist:
Ich bin absolut gegen ein Verbot von Video- und Computerspielen.
Ein Gast und leidenschaftlicher Videospiel-Spieler
gast kommentiert am Sa, 2009-03-14 00:09 Permanenter Link Auffällig ist doch, dass nicht etwa das Counterstrike-Spielen ihn geübt hat, sondern vor allem das tatsächliche Hantieren mit einer Waffe im echten Leben (Real Life). Mit Soft Air-Pistolen und auch das Schusstrainining im Schützenverein.
Dass knapp die Hälfte der letzten Amokläufer in einen Schützenverein waren und alle Zugang zu den "legalen" Waffen ihrer Eltern bzw. ihre eigenen legalen Waffen nutzten, offenbart hier ganz erhebliche Sicherheitsmängel.
Eine Anhebung des Alters, etwa auf 25, und eine zentralisierte Lagerung im Schützenverein wäre wohl hier notwendig, um zukünftige Amokläufe in Schulen zumindest sehr zu erschweren. Nichts tun bedeutet schlichtweg nur das Warten auf weitere Amokläufe.
Häufiger_Gast kommentiert am Sa, 2009-03-14 01:40 Permanenter Link Bei dieser Debatte muss ich immer wieder an Analogien zum Alkohol denken...
Politiker und Soziologen mosern immer häufiger über Flatrate-Parties und den minderjährigen Alkohol-Leichen, an einen Verbot von hartem Alkohol, wird hier überhaupt nicht einmal ansatzweise gedacht.
Warum auch? Wir haben hier in Dt. mit die strengsten JSchGesetze überhaupt, nur müssten die einfach mal konsequent angewandt werden.
VerkäuferInnen interessiert doch nicht einmal ansatzweise, ob der Jugendliche das überhaupt erwerben darf.
Bleiben also noch die Spiele, die über das Internet geladen werden: Da müssen Eltern einfach mal hingucken, was ihre Kinder da am PC machen; Aber das scheint ja viel Eltern bereits zu überfordern. Ist ja auch einfacher den Medien die Erziehung des Kindes zu übergeben...
Gast kommentiert am Sa, 2009-03-14 09:29 Permanenter Link Ja, es ist bequemer, den Medien die Kindeserziehung zu überlassen. Und dann auf die Lehrer zu schimpfen, denen die Hände gebunden sind, weil die ach so armen Kinder ja nur noch gelobt werden dürfen. Schaut euch mal in einer Hauptschule um. Die Gemobbten sind die Lehrer. Wehrt sich einer, hat er ein Disziplinarverfahren am Hals. Frühere Strafarbeiten lösen heute schon Eltern-Revolutionen aus. Eltern haben einen Erziehungsauftrag, Lehrer einen Lehrauftrag. Jaja, es ist halt immer bequemer, den anderen die Schuld zu geben. Und nein, ich bin kein Lehrer, sondern ein Vater, der versucht, seinen Kindern Werte zu vermitteln. Aber nicht mit der Bierflasche in der Hand Sportschau, Soaps und den ganzen Dreck glotzend, den unser Zeitgeist anscheinend verlangt.
Gast_8 kommentiert am Sa, 2009-03-14 17:03 Permanenter Link Das Verhalten von Tim ist nicht wirklich rational begründen zu können, es steckt viel mehr dahinter, als nur Gewaltspiele, Mobbing, Eltern besitzen Waffen, er geht in Schießstand, ... . Sein Verhalten schließt darauf das es sich um einen implosiven Menschen handelt, er baut immer mehr Frust auf durch Mobbing, Eltern haben nicht soviel Zeit für ihn, keine Freunde und Mädchen können ihn nicht ab oder verarschen ihn. Deswegen versucht er durch Gewaltspiele Aggressionen abzubauen, was in erster Sicht ihn befriedigt(und Abschwächung gegen über Tötung), weil mit Worten konnte er sich nicht wären, wenn er nicht integriert ist, deswegen versucht er sich in irgendeiner weise beliebt zu machen, zum Beispiel durch sein Arm drücken, wo drin er so toll gewesen sei. Dies machte ihn aber auch nicht beliebter wodurch sich immer mehr Frust aufbaute und nicht mehr ganz durch Gewaltspiele befriedigt wurde. Von seinem Körperbau her konnte er sich körperlich auch nicht wären, deswegen unter anderem vielleicht bedingt durch Elternfehler, das er anfing mit Waffen zu hantieren. Dazu kommt das sein Intellekt sehr weit voraus war als der der anderen, er hat bemerkt das alle die mit ihm redet, nur notgedrungen redeten und er sich verarscht fühlte, aber weil er seiner Situation bewusst war hat er es einfach akzeptiert und geschluckt.
Seine Tat war nicht großartig geplant, vielleicht maximal ein Monat zuvor wenn überhaupt, ihm war bewusst was ankündigen einer solchen Tat bedeuten würde, er würde vielleicht gestoppt werden , das wollte er aber nicht, weil sie ihn sonst noch aufhalten würden. Wegen seiner Recht großen inneren Spannung die sich über die Jahre aufbaute genügt dann meist nur ein dummer Kommentar, das Fass zum überlaufen zu bringen. Aufgrund der Tötung von überzählig Mädchen schließe ich darauf das es sich am Ende um Frustration über Mädchen handelte der die Tat hervorgerufen hat, er explodierte sozusagen, sein Verstand setzte aus, nahm die Waffe und versetzte sich in seine Welt, er hatte kein schlechtes Gewissen von seiner Tat, er war sich seiner Sache bewusst, deswegen fliehe er auch aus der Schule und tötete nicht noch mehr Schüler und Lehrer. Er wollte wieder in sein altes Leben zurückzukehren, nachdem er sein Frust abbaute, deswegen wahrscheinlich auch nicht die Tötung des Autofahrer, die Tötung der Passanten sehe ich als Notfalllösung, weil er versuchte wieder in seine alte Welt zurückzukehren weil sein Frust abgebaut war. Als dann aber die Polizei ihm ins Bein schoss war im klar das dies nie wieder geschehen würde und er bis alle Zeit im Gefängnis sitzen wird. Deswegen die einzige Lösung, wo er die Chance noch dazu hatte, sich selbst zu erschießen, kurz und (schmerzlos).
Deswegen bringt es nicht viel gewalttätige Spiele zu verbieten, weil es sich hier um einen Einzelfall handelt, wobei sehr viele Faktoren am Ende eine Rolle spielten die ihn zu der Tat brachten.
Prof. Dr. Henning Ernst Müller kommentiert am Sa, 2009-03-14 20:17 Permanenter Link Einerseits: Diese Spiele (Ego-Shooter) erscheinen mir kein erhaltenswertes Kulturgut, sie können meinetwegen verschwinden, ohne dass der Gesellschaft etwas fehlte. Viele Jugendliche würden vielleicht ihre Freizeit sinnvoller mit anderen Computerspielen oder mit anderen Aktivitäten verbringen. Das (virtuelle aber möglichst wirklichkeitsnahe) Einüben von möglichst rationellem Abknallen von anderen Menschen ist einfach scheußlich. Andererseits: Sehr viele männliche Jugendliche im Alter von 17 haben diese Spiele auf ihrem Computer, während Schulamoktaten sehr sehr seltene Ereignisse geblieben sind. Wegen der geringen Basisrate ist der vermeintliche Ursachenzusammenhang kaum signifikant. Zudem: Diese Spiele sind nun einmal in der Welt und es wird gar nicht möglich sein, sie von Jugendlichen fernzuhalten, da sie ohne jede Alterskontrolle kopiert und vertrieben werden können. Natürlich sind Eltern (ich fasse an meine eigene Nase) gefordert, die Computeraktivitäten ihrer Sprösslinge im Blick zu behalten.Statistisch ist der Zusammenhang zwischen Schützenverein bzw. Zugang zu (legalen) Waffen im Elternhaus und Schulamoktaten signifikanter, da diese Merkmale bei Jugendlichen seltener vorkommen als Computerspielzugang. Aber auch hier: Der Zusammenhang ist wegen der geringen Basisrate von Schulamoktaten und den ganz überwiegend "vernünftigen" Schützen trotzdem im Ergebnis eher schwach.Das Gleiche gilt für Mobbing, Schulversagen, Liebeskummer. Kommt alles zusammen, sind dies Merkmale, die einen Amoklauf (aus retrospektiver Sicht) wahrscheinlicher machen, aber dennoch sind die Merkmale so weit verbreitet und der Schulamoklauf so selten, dass der Zusammenhang insgesamt (prospektiv) schwach bleibt. Im Ergebnis scheinen gesetzliche Maßnahmen weit eher dazu geeignet, politische Aktivität ("Wir tun was") zu demonstrieren als tatsächlich künftige Amoktaten verhindern zu können.
gast kommentiert am Sa, 2009-03-14 21:48 Permanenter Link Ich bezweifel, dass es der Mehrheit ums "Abknallen" gibt. Gerade solche Spiele simulieren keinen Amoklaufen, sondern erfordern vom Spielprinzip soziale Fähigkeiten. Bei Counterstrike ist Teamwork unabdinglich und das Töten oder gar das "Abschlachten" ist nicht das eigentliche Ziel des Spiels. Dass da eine virtuelle Spielfigur umfällt, ist rein symbolischer Natur; im Kern wird da das Ausschalten eines Mitspielers nur aufgezeigt. In Spielen wie Battlefield sieht man das deutlicher, der Soldat ist in der Regel nur verletzt und damit als Spielfigur unbrauchbar und nicht mehr einsatzfähig. Das sieht man zum Beispiel auch daran, dass in Counterstrike nicht derjenige gewinnt, der ballernd durch die Gegend läuft, möglichst noch schön blutrünstig, sondern nur das Team, was durch taktische Finesse die Spielzüge des Gegners vorahnt und Geschicklichkeit und gute Absprache in sich vereint. Dieses Prinzip gibt es in fast allen anderen Sportarten auch.
Die deutsche Version von Counterstrike ist übrigens sehr blutarm. Von daher sind die Bilder, die man im Fernsehen sieht, verräterisch für die deutsche Presse. Es ist auch viel zu einfach sich hier an Counterstrike oder generell an Computerspiele hier zu verrennen.
- Durch Computerspiele hat man keinen Zugang zu Waffen im echten Leben.
- Durch Computerspiele lernt man nicht auch nicht mit Waffen umzugehen. Das geht ja im Spiel automatisch mit der Maus. Im echten Leben fällt es jedem erstmal schwer überhaupt eine Waffe zu halten, sie benutzen ist ungleich schwerer, Stichwort Rückschlag. Nachladen und richtiges Zielen erfordern Übung.
- Übrigens ist jede Waffe anders. Computerspiele vermitteln nicht solche Kenntnis über die spezifische Waffe, das machen die Schützenvereine.
- Es ist auch mir völlig unbegreiflich, wieso Handfeuerwaffen wie eine Baretta als "Sportwaffen" gelten. Gewehre mögen ja noch sportlichen Charakter haben, aber Handwaffen, die halbautomatisch sind, also in kurzer Zeit eine Vielzahl von Schüssen abfeuern können und ansonsten auch von der Polizei verwendet werden könnten.
- *Alle* Vorfälle dieser Art hatten einen starken Bezug zu Schützenvereine bzw. zum elterlichen Waffenschrank. Das darf man schlichtweg nicht ignorieren. Ein höheres Alter für Schusswaffen, etwa 25, und eine zentralisierte Aufbewahrung würden schon einiges bewirken.
Ich halte fest: Durch Counterstrike und ähnliche Spiele wird man kein guter Schütze, erhält keinen Zugang zu Waffen und wird auch nicht
Dass Sie Ego-Shooter (den Begriff gibt es übrigens nur in Deutschland, Stichwort Handy) nicht mögen, weil sie nur das Oberflächliche sehen und nicht den Sinn, ist schade. Es ist Sport, e-sport. "Computersport" sozusagen. Es dient dem Wettbewerb, es dient der Freizeitbeschäftigung und es dient auch dem Knüpfen sozialer Kontakte (siehe Clans).
Wenn Sie von "kein erhaltenswertes Kulturgut" reden, anerkennen Sie wenigstens, dass die Videospiel-Kultur wenigstens ein Kulturgut ist, die bekanntlicherweise von der Jugendkultur geprägt ist. "Ego-Shooter" mögen eine spezielle Ausformung sein, aber ich bezweifel, dass sich hier Leute beim Spielen sammeln und spezielle Gewaltphantasien dadurch sich aneignen. Im Gegenteil. Die meisten Spieler werden wohl eher ihren alltäglichen Frust durch Schule oder Uni abbauen anstatt sich aufputschen.
Man sollte sich mal generell fragen, warum soviel Leistungsdruck in der Schule nötig ist. Dieses ständige Leistungsabfragen, Bewerten, Abstempeln, Aussortieren ist leider kennzeichnend für die deutsche Schule und Gesellschaft. In anderen Ländern ist es auch mit einem schlechten Abschluss möglich etwas zu erreichen; in Deutschland ist es meist der Endes eines Berufswunsches.
Der Amokläufer scheint ja gerade damit ein großes Problem gehabt zu haben. Mit dem mittelmäßigen Abschluss hat er wohl die Erwartungen der Eltern (Vater Unternehmer); er soll wohl gesagt haben, dass ihn alle unterschätzt haben. Hinzukommt, dass er in einer 2-jährigen schulischen Berufsvorbereitung war (=keine Ausbildung), also Warteschiene.
Prof. Dr. Henning Ernst Müller kommentiert am So, 2009-03-15 14:10 Permanenter Link Sehr geehrte/r Herr/Frau Gast über mir,
hui, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich wollte nicht behaupten, dass es in diesen Spielen (wenn Ihnen Ego-Shooter nicht gefällt nennen wir es meinetwegen "Kriegsspiel aus der Erste-Person Perspektive") um Blutrunst geht, und mit möglichst "rationellem Abknallen" ist durchaus auch gemeint, dass dies rational in "Teamwork" geschieht - wie bei den Amerikanern im Irak und wie bei der Wehrmacht in Russland (verzeihen Sie ein bisschen Zynismus). Ich konzediere, dass es beim Abknallen im Spiele nicht unbedingt ums Töten geht (habe ich auch nicht behauptet), sondern nur ums Verletzen bis zur Kampfunfähigkeit. Warum auch eine Patrone zu viel vergeuden? Dass sie aber behaupten, es sei "rein symbolischer Natur" dass eine "virtuelle Spielfigur umfällt", dies macht Ihre Darstellung nun wirklich völlig unglaubwürdig. Das ist schlicht Unsinn, kennen Sie die Spiele, von denen Sie reden? Seit Jahren geht es der Computerspielkultur um immer realistischere Darstellung, ginge es um Symbolik, dann könnten wir weiter Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder Pac-Man spielen. Geht es um Teamwork, Sozialkontakte, Strategie etc., dann gibt es etliche Echtzeitstrategiespiele, die alle diese Bedürfnisse erfüllen.Was Ihre anderen Ausführungen zum Umgang mit Waffen etc. angeht: Realer Umgang mit Schusswaffen und virtuelles Zurechtfinden im Kampf (möglichst cool bleiben, wenn Gegner auftauchen) ergänzen sich da sicherlich.Im Übrigen habe ich deutlich gemacht, dass der Zusammenhang zwischen Schulamok und diesen Spielen statistisch unerheblich ist. Ein Verbot würde in dieser Hinsicht nichts bringen und hätte für die Politik nur symbolische Bedeutung.
Gast kommentiert am So, 2009-03-15 15:21 Permanenter Link Also lieber Herr Prof., das verstehe ich jetzt nicht. Statistisch unerheblich sollen diese Spiele im Zusammenhang mit Schulamok sein? Fast alle Jungs (Mädchen eher nicht), auch schon 12-jährige spielen diese Spiele bis zum Umfallen. Dabei üben Sie Töten (zumindest Gegner ausschalten, abknallen) und wenn sie lange genug üben, winken ihnen als Belohnung neue Leben. Hier wird doch tolle Kampferziehung geboten. Pädagogisch auf dem neuesten Stand, weil ja die geübten Kämpfer belohnt werden - bis zur Unsterblichkeit spielerisch Kämpfen und Töten lernen. Passt doch genau in die erzieherische Phase der Kinder. Und ist geiler, als in die Schule gehen oder Fussball spielen. Kann mir einer sagen, wer solche Spiele braucht und was für einen bildenden oder gar künstlerischen Wert sie haben? Es geht ja nicht nur um statistische Erhebungen in Sachen Amoklauf. Es geht insgesamt um die Jugendkriminalität, ums Töten, ums brutale Zusammenschlagen. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" - naja, dann mal weiter so und am besten mit dem Grundgesetz unterm Arm.
Prof. Dr. Henning Ernst Müller kommentiert am So, 2009-03-15 16:29 Permanenter Link Lieber Herr/Frau Gast,
es ist doch deutlich geworden, dass ich inhaltlich Ihrer Meinung zum pädagogischen, bildenden und künstlerischen (Un-)Wert dieser Spiele nahe stehe. Aber ein statistischer Zusammenhang mit Schulamoktaten lässt sich nicht feststellen, gerade weil der (intensive) Kontakt mit diesen Spielen sehr häufig ist (wie Sie sagen, fast bei jedem männl. Jugendlichen), Schulamoktaten aber sehr seltene Ereignisse sind.
Sie schreiben, es gehe "nicht nur um statistische Erhebungen in Sachen Amoklauf". Doch, genau darum geht es hier, siehe Überschrift dieses Blogeintrags. Ich halte nicht viel davon, in einer Debatte um ein Thema andere Themen hineinzumengen. Schulamoktaten haben mit allg. Jugendkriminalität nicht viel zu tun - es handelt sich kriminologisch um ganz verschiedene Phänomene.
Wenn Sie allerdings die andere Diskussion (Computerspiele und allg. Jugendkriminalität) meinen, dann ist das eine sehr komplexe Fragestellung, die ebenfalls nicht so einfach zu beantworten ist. Es gibt dazu vieleUntersuchungen mit ganz unterschiedlichen Designs und Ergebnissen. Ein klarer Ursachenzusammenhang zwischen Spielen und Straftatbegehung lässt sich hier kaum empirisch bestätigen, auch wenn es wohl Jugendliche gibt, bei denen die Spiele tatsächlich eine eher nachteilige Entwicklung begünstigen. Letzteres gilt (und galt) aber auch für bestimmte Filme. Das ist ja auch der Grund für die Altersbeschränkungen von Spielen und Filmen.
Dr. Andreas Paul kommentiert am Mo, 2009-03-16 08:07 Permanenter Link Guten Morgen,
leider haben wir einen neuen Amoklauf und schon haben wir wieder eine ziellose Diskussion über den behaupteten (und wenn überhaupt nur ansatzweise belegten) Zusammenhang zwischen "Killerspielen" (was ist den ein Killerspiel?) und den Taten. Das ganze erinnert mich irgendwie an die "Verteufelung" von (bestimmten) Büchern, (bestimmter) Musik und Filmen/Videos in den letzten Jahrzehnten. Man kann da durchaus ein Muster erkennen.
Jetzt hat man zusätzlich noch die Schützenvereine unter Generalverdacht gestellt und vielleicht auch die beim Täter von Winneden gefundenen "Gewaltpornos" -was auch immer das genau sein soll. Und anscheinend geraten jetzt auch die (Online-)Rollenspiele in den Focus. Zugegeben, Spiele können sehr zeitintensiv sein (als alter Rollenspieler weiß ich, wovon ich rede) und man kann sich da auch schon mal verlieren. Aber es kommt darauf an, was man sonst mit seiner Zeit so treibt. Udn ob die Eltern da auch einen Daumen drauf haben, in welchem Umfang was gespielt wird.
Über den sittlichen Nährwert mancher Computerspiele kann man sicher streiten. Aber die Geschmäcker sind verschieden. Man bekommt bei der gegenwärtigen Diskussion wieder mal den Eindruck, dass v. a. Mitglieder älterer Genereationen mit bestimmten Computerspielen nichts anfangen kann und daher einem Verbot positiver gegenüber stehen. Ich will mir aber nicht vorschreiben lassen, was ich zu spielen oder zu sehen habe. Ich mag den Nervenkitzel und das Erschrecken bei einem Horrorfilm oder das Schleichen und Kämpfen in virtuellen Welten (zugegeben, Counterstrike hat mich noch nie gereizt).
Wichtig ist m. E. nach wie vor, dass sich die Eltern um ihre Kinder kümmern und diese nicht hinter verschlossenen Kinderzimmertüren machen lassen, was sie wollen. Sie scheinen oft keine Ahnung zu haben, womit sich ihre Sprösslinge beschäftigen. Und müssen sie den ggf. möglichen Zugang zu Waffen kontrollieren.
Ein wie auch immer geartetes Killerspieleverbot ist auf jeden Fall nicht in der Lage, Amokläufe in Zukunft sicher zu verhindern. Wer das glaubt, lebt in einer Traumwelt. Und wieso eigentlich immer neue Regeln fordern, wenn nicht mal die bestehenden ausgeschöpft bzw. überwacht werden? Das geltende System der Altersbeschränkungen ist ein guter Ansatz. Leider wird die Umsetzung nicht ausreichend kontrolliert. Das gilt aber in vielen Bereichen (insb. Verkehr, Alkohol und Zigaretten).
JungesFräulein kommentiert am Mo, 2009-03-16 09:57 Permanenter Link Guten Morgen allerseits!Ja, es soll ja bekanntlich immernoch Menschen geben, die behaupten, Computerspiele seien Schuld an allem... hmmm, bei dieser "Erkenntnis" muss ich schon ein wenig schmunzeln!Ich habe diese "Killerspiele" gespielt und ich spiele heute noch "WOW" (World of Warcraft), mir macht es Spaß in eine kleine eigene Welt abzutauchen und einfach mal etwas anderes zu tun. Okay, hier werden einige von Ihnen noch Verständnis aufweisen können, aber weiter... dazu kommt, dass ich auch noch Paintball spiele (Paintball, kein Gotcha!), das in einem Verein! (Wir spielen 2te BL, ja ein Ligasystem gibt es auch) Ja, ich hantiere mit Waffen, schieße sogar mit Farbkugeln auf Menschen... und doch, tadaaa arbeite ich erfolgreich in einem Sicherheitsdienst! (Werkschutz, Objektschutz etc.) Kenne somit also auch, "Recht und Ordnung" (...)
Komisch, aber ich hatte noch nie das Gefühl, einem Menschen wirklichen, körperlichen Schaden zufügen zu wollen - ich passe genau ins Klischee, sogar vielleicht noch genauer, aber ich würde niemals einen so unfassbar sinnlosen Gedanken verfolgen!
Gewalt wird es immer geben, daran kann wohl niemand etwas ändern. Daran ist kein Spiel schuld... Schuld ist jeder Mensch für sich, mein Bewusstsein ist stark genug um nicht auf solche Ideen zu kommen, das wird wohl bei den meisten so sein. Aber wir wissen auch alle, das es Menschen gibt, denen alles zuviel wird, BurnOut`s haben, deren Selbstbewusstsein viel zu tief angesiedelt ist, denen es einfach in dieser Welt nicht gut geht... was soll ich noch weiter sagen, ich denke da spielen weitaus mehrere Faktoren eine Rolle und nicht nur irgendein Spiel(zeug)... Achja, waren Ihre Kinder auch an Karneval als Cowboy MIT Pistole verkleidet? ;-)
In diesem Sinne, Liebste Grüße und einen schönen Start in die neue Woche
JungesFräulein kommentiert am Mo, 2009-03-16 12:45 Permanenter Link P.S.: Ich stand übrigens schon mit einer scharfen Waffe auf dem Schießstand und wollte nur nochmal schnell sagen, dass es ein wahnsinnig anderes Gefühl ist! Eine scharfe Waffe in der Hand, fande ich ziemlich beunruhigend und mächtig. Damit jedoch auf einen Menschen zu zielen... krank(Und ich hatte in keinster Weise das Gefühl, einen Vorteil durch meinen Sport, geschweigedenn durch ein PC-Spiel, auch nur im geringtsen einen Vorteil zu haben!)Jetz aber... Liebe Grüße
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 14:34 Permanenter Link Ich finde es erschreckend das in einer freien demokratie noch so sehr nach verboten und zensur geschrien wird. Dabei ist diese disskusion so alt wie die menscheit selbst. Von Theater , Comics, Rock musik, filme, Rap musik.... alles ist Teufelszeug und gehörte mehr als 1 x verboten. Schön zu sehen wie unsere Welt moderner wird. Nur nicht die ansichten von verbohrten Konservatifen nicht. Das wir in Deutschland schon die strengsten Jugendschutz bestimmungen der Welt (!!!) haben interesiert keinen. Im gegenteil. Will ich mir als erwachsener 33 jähriger so ein spiel aus dem Internet bestellen ( in regulären geschäften sind die Spiele sowieso alle geschnitten und um inhalte gekürzt) geht das nur mit einem ausweiß scan und Postident verfahren. Traue ich mich mal doch in einem Media Markt, werd ich angeschaut als würde ich Kinder fressen. Letzens hat mich ein älterer Herr in der U bahn als "scheiß Killerspieler" beschimpft weil ich mit meinem Blackberry meine e mails durchgelesen habe (Kein scherz!!)
Dabei wäre es ein leichtes als Elternteil darauf zu achten was Kinder in ihrem Zimmer so treiben. Jede neue Konsole hat leichteste Jugenschutz funktionen mit dennen Eltern das Gerät so sperren können das es nichts mehr über ihrem alter abspielt. Auch für den PC gibt es genug möglichekeiten. Z.B web blocker und etc.
Aber egal was in diesem Land noch alles unter dem Deckmantel des "Jugendschutzes" passiert, eins ist sicher. Dieses land berbödet sichtlich und CDU/Csu reiten ganz vorne mit. + die meisten wähler zu dennen auch die mehrheit unseres Rechtlichen Fernsehens gehört. Was auch die unsagbar schlechte, Propaganda mässige berichte erklärt.
Bei soviel intoleranz und steinzeit denken wundert es mich nicht das soviel Frust (auch bei älteren normal denkenden menschen) im umlauf ist.
Egal was in diesem Land noch alles unter dem
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 19:30 Permanenter Link Guten Tag Herr Prof. Dr. müller
Anhand von Spielemusik, nur Musik, möchte ich Ihnen mal klar machen warum ich ihre Aussage wie ihre obigen zum thema Kulturgut beleidigend als empfinde.
Die teilweise dürftige Video qualität bitte ich zu entschuldigen.
HALO: kein Kulturgut da grausames „Killerspiel", also Schund und zu verbieten. Niemand würde dem Schrott eine Träne nachweinen.
http://www.youtube.com/watch?v=4rTjHTRm74M&feature=related
Warcraft: Onlinespiel und „Gewaltspiel": Kein Kulturgut und Schund, da süchtig machend wie Heroin:
http://www.youtube.com/watch?v=oAOMSG_RvrQ
Ein Sprung in die Vergangenheit: Schon damals keine Kultur, nur grausame „Killerspiele": Niemand weint dem Schrott eine Träne nachweinen.
http://www.youtube.com/watch?v=7LFrO_5ghcY
Ich könnte das jetzt stundenlang machen. Mit der der grafischen Kunst in den „Killerspielen" fange ich erst gar nicht an:
Aber lassen wir einen Künstler doch mal selbst zu Wort kommen:
http://www.youtube.com/watch?v=QdRqcrt5e3M
gut zuhören er redet so 2-3 Minuten. Danach mal eintauchen trotz schlechter Video Qualität. mfg
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 20:23 Permanenter Link Anmerkung zu #20:Ich bitte die dürftige Rechtschreibung in meinem obigen Beitrag zu entschuldigen ;-)
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 21:07 Permanenter Link Wie hier gegen "Killerspiele" gehetzt wird erinnert mich sehr an:
"Die [...] Sendung [...] zielt auf systematische Zersetzung aller positiven zwischenmenschlichen Werte, wie Achtung vor dem anderen, Toleranz und Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Gemeinsinn, konstruktive Problemlösung und nicht zuletzt Bildung und Wissen.[...] Das rücksichtslose Ausleben jeglicher Impulse und Affekte, hemmungslose Aggressivität und Destruktivität werden geschürt und verherrlicht. Hinter einer vordergründig menschlich anrührenden Komik verbirgt sich eine radikale Entmenschlichung." (Werner Glogauer, Schulpädagoge und Medienwirkungsforscher, über die Simpsons)
oder: http://www.youtube.com/watch?v=6-ypQmqK9fo
Sehr lustig die "Killerspiel-Experten" die nie eines gespielt haben. (Demnächst kann man sicher auch Literaturexperte sein, ohne Bücher zu lesen...) Aber wer weiss wie das in 50 Jahren aussieht. Da werde ich wahrscheinlich an diesen blöden Menschenrobotern rummeckern die unsere Jugend verderben. :D
Gast kommentiert am Mo, 2009-03-16 21:08 Permanenter Link @Prof. Dr. Henning Müller
Ich wundere mich immer wieder, für wie viele der Gedanke, dass es Nutzern von Ego-Shootern nicht um virtuelle Gewaltausübung geht, unvorstellbar ist. Dies ist genausowenig wie bei einer realen Schneeballschlacht der Fall. Es wurde und wird eine ähnliche Debatte um Paintball geführt, ein Geländespiel, dass ursprünglich als "Killerspiel" bezeichnet wurde. Gerichte verweigerten die Genehmigung bereits im Vorfeld mit solchen Begründungen:
"Ein solches simuliertes Töten zu Unterhaltungszwecken [...] banalisiert und trivialisiert gerade diejenigen Rechtsgüter, an deren Schutz dem Grundgesetz [...] mit Blick auf die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes" gelegen ist. „Zu dieser Grundaussage der Verfassung setzen sich [...] Gerichte [....] in Widerspruch, wenn sie Unterhaltungsspiele der hier in Rede stehenden Art dulden. Die Freiwilligkeit der Teilnahme sowie das gegenseitige Einvernehmen der Spieler ist rechtlich unerheblich, weil die [...] Wertordnung der Verfassung nicht im Rahmen eines Unterhaltungsspiels zur Disposition steht."
Ich konnte jedoch auch ein Urteil mit diesem Wortlaut finden:
"Die sich danach allein noch stellende Frage, ob im Rahmen des Paintball-Spiels Personen einer entwürdigenden Behandlung ausgesetzt werden, ist bei summarischer Prüfung zu verneinen. Durch die Simulation von Gewalt im Rahmen eines Mannschaftsspiels wird erkennbar weder der personale Eigenwert eines Mitspielers geleugnet, noch wird er zum Objekt des Handelns herabgewürdigt. Der von der Ag. beanstandeten Spielhandlung, dem Schießen mit Farbmarkierungskugeln auf Menschen, stehen auch sonst nicht mit der erforderlichen Klarheit Wertmaßstäbe des Grundgesetzes wie das Recht auf Leben und Gesundheit [...] entgegen. Die Spielhandlung des Paintball-Spiels enthält keine Elemente, die [...] als [...] geächtet anzusehen sind. Die spielerische Simulation des „Ausschaltens" eines Menschen und damit implizit des Verletzens und Tötens dieser Person kann hierzu nicht gezählt werden; dieses Spielelement ist weit verbreitet und kehrt in einer Vielzahl von Variationen in Mannschaftsspielen, Computerspielen und Sportarten wie Fechten, Boxen und Karate wieder.
[...] Ebensowenig bestehen Anhaltspunkte von Gewicht dafür, dass das Paintball-Spiel ersichtlich gegen einen gesellschaftlichen Wertekonsens verstößt. Ob es allgemein herrschenden Anschauungen entspricht, dass es für ein geordnetes Zusammenleben erforderlich ist, Spiele zu unterlassen, in denen die Tötung oder Verletzung von Menschen simuliert wird, erscheint fraglich. [...] Vielmehr sprechen etwa die weite und allgemein tolerierte Verbreitung von Kriegspielzeug für Kinder sowie die Akzeptanz von mit erheblicher „realer" Gewaltausübung einhergehenden Freizeitsportarten wie Boxen und Karate deutlich gegen die überwiegende Verbreitung einer solchen Wertanschauung [...]. Ausweislich des vorgelegten Regelwerkes ist das „Markieren" von Mitspielern nur ein Aspekt einer mehrschichtigen Spielhandlung. Das auf Wettbewerb und sportlichem Wettkampf basierende Spiel erfordert daneben auch Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Reaktionsvermögen, Zielsicherheit, Strategie, Taktik und Mannschaftsgeist und gewinnt seinen Reiz durch die Notwendigkeit, sich in einer exotischen Kampfsituation in vielfältiger Hinsicht zu beweisen. Diese Einschätzung wird auch durch die gutachterliche Stellungnahme gestützt, in der die Faszination des Paintball als ein Bündel von drei Motivstrukturen beschrieben wird: Danach vermittelt das Paintball-Spiel außeralltägliche Erfahrungen, Nervenkitzel und Thrill, Selbstbestätigung im Wettbewerb und Wirgefühl und Teamgeist."
Ihr Einwand, dass die bessere Grafik doch eigentlich völlig unnötig sei, ist berechtigt. Tatsächlich nutzen deswegen auch viele Spieler "Klassiker". In meinem Freundeskreis Spielen wir z.T. Shooter, die älter als 10 Jahre sind. Bei Videospielen ist das eine enorme Zeitspanne. Aber auch online haben es die neuen Spiele schwer sich gegen die alten durchzusetzen. Am beliebtesten ist z.B. CounterStrike 1.6 (2001 "erschienen") und nicht der detailliertere Nachfolger CounterStrike Source. Auch Wolfenstein: Enemy Territory (2003) wird weitaus häufiger gespielt als der Nachfolger Enemy Territory Quake Wars (wobei ersteres kostenlos verfügbar ist). In der Battlefield Reihe dominiert Battlefield 2 (2005), obwohl es bereits einen Nachfolger gibt und weitere in Produktion sind. Unreal Tournament 2004 ist ebenfalls beliebter als der Nachfolger Unreal Tournament III. Auch Quake 3 (1999) wird öfters als der aktuelle Teil der Serie gespielt. Wobei diese Spiele nicht unbedingt weniger extreme Gewaltdarstellungen wie die Nachfolger enthalten. Nur die Grafik ist eben nicht mehr aktuell.
Sandra Konersma... kommentiert am Mo, 2009-03-16 23:15 Permanenter Link Nach meiner Ansicht gehören Computer-Killerspiele gnadenlos aus dem Verkehr gezogen. Ich will nicht behaupten, dass es allein die brutalen Computerspiele waren, die zu dieser schrecklichen Tat am 11. März geführt haben, dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass bei durchweg allen Amokläufern diverse Spiele wie Counter-Strike usw. auf dem Rechner gefunden wurden. Vor diesem Hintergrund stellen diese Gewaltspiele auf jeden Fall ein Mitfaktor für das Entstehen solcher Taten dar. Junge Leute die täglich vor dem Computer simulierte Morde an Menschen verüben (denn anders wie beim Ansehen eines Spielfilms werden sie hier durch aktive Steuerung des Spielablaufs selbst tätig), gewöhnen sich auf eine selbstverständliche Art und Weise an Gewalt. Vor allem bergen diese Spiele die Gefahr, dass die Empathie zu anderen Mitmenschen herabgesetzt wird. Es darf einfach nicht sein, dass Jugendliche sich vor dem PC setzten, um ihre Freizeit mit der simulierten Tötung von Menschen auszufüllen. Vielmehr müssen Kinder und Jugendliche zu Respekt vor dem Leben, sowie zur Nächstenliebe erzogen werden. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite, sich die Lehrer in der Schule Mühe geben den jungen Menschen zu lernen, dass das Dritte Reich mit seinen zahlreichen Massenmorden an unschuldigen Menschen, dass größte Verbrechen der deutschen Geschichte darstellt und jegliche Gewalt an Menschen zu verabscheuen ist, und sich auf der anderen Seite nach Schulschluss die Kids vor dem PC hocken, um sich mittels Killerspiele im Computer zu amüsieren. Dieses ist schon ein rein didaktischer, wie auch pädagogischer Widerspruch.
Es sollte ernsthaft darüber nachgedacht werden, inwieweit diese Computerspiele nicht nur sittlich gefährdend, sondern auch menschenverachtend sind; und ob sie vielleicht sogar ein Verstoß gegen Art. 1 Abs. 1 GG der Achtung der Menschenwürde darstellen.
corax kommentiert am Di, 2009-03-17 00:18 Permanenter Link Frau Konersmann:
Zitat „dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass bei durchweg allen Amokläufern diverse Spiele wie Counter-Strike usw. auf dem Rechner gefunden wurden“ Zitat Ende
Das braucht man nicht zu leugnen, das ist schlicht unwahr.
Es gab in jüngster Zeit Amokläufer die nicht ein mal einen Computer besaß.
Zitat: „Es sollte ernsthaft darüber nachgedacht werden, inwieweit diese Computerspiele nicht nur sittlich gefährdend, sondern auch menschenverachtend sind; und ob sie vielleicht sogar ein Verstoß gegen Art. 1 Abs. 1 GG der Achtung der Menschenwürde darstellen.“
Dann viel Erfolg beim Verbieten:
USA erklärt Shooter des US Heeres
Herr Zosel, jetzt beherrscht das beckblog nicht einmal mehr HTML-Tags wie blockquote??
Gast kommentiert am Di, 2009-03-17 00:29 Permanenter Link @Sandra Konersmann
dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass bei durchweg allen Amokläufern diverse Spiele wie Counter-Strike usw. auf dem Rechner gefunden wurden
Doch! Nicht nur der Amokläufer von Blacksburg hatte mit gewalthaltigen Videospielen nichts am Hut. Grade einmal 12 % aller Jugendlichen, die für School Shootings an amerikanischen Schulen verantwortlich waren, haben gewalthaltige Videospiele genutzt. Studien haben sogar ergeben, dass Amokläufer WENIGER gewalthaltige Videospiele als ihre Altersgenossen nutzen.
Es darf einfach nicht sein, dass Jugendliche sich vor dem PC setzten, um ihre Freizeit mit der simulierten Tötung von Menschen auszufüllen. Vielmehr müssen Kinder und Jugendliche zu Respekt vor dem Leben, sowie zur Nächstenliebe erzogen werden.
Ich glaube, dass man durch "animiertes Playmobil" am Bildschirm weniger Respekt vor dem Leben verliert als durch die "Behandlung", die eigene Außenseiter von Mitschülern erfahren dürfen. Das Problem bei Videospielen ist die Wahrnehmung. Ein Spieler weiß dass es ein Spiel ist. Außenstehende wie Sie können das nicht begreifen. Als die ersten Kinos aufkamen gab es Szenen, in dem Dampfloks frontal auf die Zuschauer zugefahren sind. Das Publikum ist aufgesprungen um von der Lok nicht überrollt zu werden. Sie haben bei Videospielen dasselbe Problem.
Sie kennen den § 131 StGB?
Pflichtfeld kommentiert am Di, 2009-03-17 00:48 Permanenter Link "dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass bei durchweg allen Amokläufern diverse Spiele wie Counter-Strike usw. auf dem Rechner gefunden wurden"
Das ist leider eine wenig durchdachte Argumentation. Es sind noch andere Dinge, die regelmäßig bei den Tätern gefunden werden. Computer, Internetnutzung, Fernseher, Betten, Kleidung. Scherz beiseite: Nur dass man etwas regelmäßig findet, deutet noch lange nicht auf den Kausalzusammenhang hin.
Ursächlich für die Tötung so vieler Menschen war die Nutzung einer Waffe. Diese lag (zusammen mit der Munition) offenbar nicht gesichert zu Hause. Dort muss man ansetzen.
Daneben genoss der Täter jahrelange Schusspraxis. Nicht am PC, sondern in der Realität. Wie man ohne Schusspraxis eine Waffe abfeuert, kann man hier im Video gut erkennen: http://www.youtube.com/watch?v=iCHb3XWCNYU
Ich behaupte mal: Ohne Ahnung mit dem Umgang mit Waffen und insbesondere den leichten Zugang zu legalen Waffen würden solche Amokläufe nicht passieren. Man schafft erst durch diese beiden Faktoren ein Interesse für dieses Tatwerkzeug. Der gemeine Computerspieler hingegen mag mit der Maus geschicklich genug sein, aber das Zielen und andere notwendige Zwischenschritte lernt man damit nicht. Offenbar sind auch andere Tötungsarten wie etwa durch Feuer (Molotowcocktails in die Schule?) oder durch Sprengstoffe (Düngermittel?) einfach überhaupt nicht im Täterplan denkbar, es geht ja um die persönliche sichere Tötung der so verhassten Mitschüler und Lehrer. Daher muss man wohl zur Erkenntnis gelangen, dass der Waffenbesitz die Bedingung ist, ohne die es nicht geht. Computerspiele gehören nicht zur Bedingung.
Man darf aber auch nicht verkennen, dass bei fehlender Zugangsmöglichkeit und Praxis es nicht gleich auch weniger gefährliche Situationen in den Schulen geben würde. Derzeit wird wohl der Amoklauf als erweiterter Suizid angesehen. Beseitigt man nur die Möglichkeiten schnell und grausam andere Menschen zu töten, hat man immer noch die Grundproblematik des Suizids.
Es ist doch bezeichnend, dass alle Amokläufer mit ihrem Leben abgeschlossen hatten und ihr Überleben des Amoks als eher unwahrscheinlich annahmen. Das ergibt übrigens eine Parallele zu den terroristischen Selbstmordanschlägen. Genau wie unbegreiflich diese Entwicklung ist, genauso wenig verhinderbar ist sie auf Dauer.
Gast kommentiert am Di, 2009-03-17 13:05 Permanenter Link Nochmals möchte ich darauf hinweisen, dass der Umgang mit einer Waffe auf dem Schießstand/ Schützenfest etwas völlig anderes ist. Natürlich lerne ich dort den Umgang, wie ich nachlade, wie ich schieße, ziele etc. Aber ich lerne nicht, wie ich auf einen Menschen schieße! Ich kenne keinen Schießstand auf dem sowas auch nur ansatzweise (zB auf Zielscheiben in Menschengestalt) trainiert wird. Ich weiß nicht ob das sogar verboten ist? Jedenfalls wird es auch nicht gern gesehen...Ein Killerspiel (nettes Wort übrigens) bereitet nicht darauf vor auf einen Menschen zu schießen, meinetwegen fördert es die Gewaltbereitschaft, obwohl ich das auch bezweifel... vielmehr versetzt man sich in eine fremde, surreale Welt in der man sich geborgen fühlt, weil man vermeidlich wirkliche, gute Freunde findet. Zumiondest denkt man das. Wenn ich mich so sehr in etwas hinein versetze, dann stimmt mit mir etwas nicht. Ich ziehe mich mehr und mehr an den Computer zurück, vergesse die Welt in der eine reale Sonne scheint und der mit mir live gesprochen wird. Ich komme nach Hause und setze mich direkt zu meinen Freunden via Teamspeak und will nicht mehr gestört werden... vielleicht ernähre ich mich weniger und ich werde blasser und blasser. Mir geht es nicht gut und SOWAS sollte auffallen... den Eltern sowieso, aber den Lehrkräften auch. Natürlich haben viele Lehrer, "zu" viele Schüler, so dass es verdammt schwierig werden kann, aber vertraut man als Elternteil nicht auch auf die Lehrkräfte? Okay Schießstand vs. Killerspiel= Ich glaube das diese Kombination lediglich passend gemacht wird. Meinetwegen wurde bei manchen Amokläufern so ein Spiel gefunden, gut, mag sein, aber woher wollen Sie wissen, das Ihre Kinder, oder die Kinder Ihrer Freunde nicht auch Spiele in der Art besitzen? Man sagt so oft: "Was? Der? Das hätte ich niemals gedacht, er war so ein guter Mensch/ Nachbar"Da gehört weitaus mehr zu als "nur" ein Killerspiel, oder nur "ein" Schießsporttraining ... vielleicht eine krankhafte Persönlichkeitsstörung? Vermindertes Selbstbewusstsein? Aufmerksamkeitsdefizit? Vielleicht eine Überreaktion, ein nach machen, ein "Einmal- Cool- fühlen" ... Es muss was passieren, aber so ein Verbot wird nicht helfen...schon garnicht bei Jugendlichen...just my 2 cts 0
Sandra Konersma... kommentiert am Di, 2009-03-17 19:40 Permanenter Link Sicherlich darf man bei der Diskussion wie viele Gefahren von Computer- Killerspielen ausgehen, nicht die Augen vor die vielen sozialen Probleme verschließen, die bei Tätern wie Tim K und dergleichen noch zu finden sind, dennoch lassen sich nicht die Ergebnisse zahlreicher psychologischer Forschungen leugnen, die eindeutig belegen, dass deratige Spiele aggressives Verhalten sowie die Bereitschaft zu Gewalt steigern. Es ließen sich zwar noch viele weitere Faktoren aufzählen, die zu Amokläufen führen bzw. in dem jeweiligen konkreten Fall dazu geführt haben, aber in diesem Forum wird ja nun einmal über Killerspiele debattiert und so muss zwingend erwähnt werden, dass Killerspiele auch kausal für solche Explosionsreaktionen bei Jugendlichen sind. Diese Spiele vermitteln den jungen Leuten einfach falsche Werte. Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser "Dreck" auch noch von so vielen Leuten verteidigt wird. Es ist doch einfach pervers und ekelhaft Menschen virtuell zu erschießen oder zu enthaupten und sich zu amüsieren, wie Blut und Gedärme überall hinspritzen. Die Gesellschaft sollte sich schämen mit so einen menschenverachtenden Müll auch noch Geld zu verdienen. Ganz zu schweigen davon, dass diese Spiele auch nicht gerade die Intelligenz fördern. Und was ist dass für ein Schwachsinn, wenn hier behauptet wird Amokläufe hat es schon zu jener Zeit gegeben in der es keine Computer gab. Meine Eltern sind in den 60er und 70er Jahren zur Schule gegangen, in dieser Zeit hat es nicht ein einzigen Amoklauf an deutschen Schulen gegeben. Dieses ist vielmehr ein Problem, was Deutschland seit den letzten 10 Jahren belastet. Diese Spiele sind in vielen Fällen ein kausaler Faktor für Gewalt und Brutalität und von daher sollte der Verkauf derartiger Spiele unter Anwendung des § 131 StGB strafrechtlich verfolgt werden.
Gast kommentiert am Do, 2009-03-19 18:38 Permanenter Link Sandra Konersmann stud. iur. schrieb:
dennoch lassen sich nicht die Ergebnisse zahlreicher psychologischer Forschungen leugnen, die eindeutig belegen, dass deratige Spiele aggressives Verhalten sowie die Bereitschaft zu Gewalt steigern.
Jeder, der behauptet das etwas eindeutig nachgewiesen ist, ist unwissenschaftlich. Nicht einmal in der Physik ist alles eindeutig. Selbst Sachen wie die Newton'schen Gesetze sind nur Modelle die angezweifelt werden dürfen. Das ist in jeder Wissenschaft so und da sind Verhaltensforschungen nicht anders als andere Wissenschaften.
Es gibt im übrigen genausoviele Gegenstudien die beweisen das Spiele keinerlei Auswirkungen oder gar positive Auswirkungen haben.
Quote: Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser "Dreck" auch noch von so vielen Leuten verteidigt wird. Es ist doch einfach pervers und ekelhaft Menschen virtuell zu erschießen oder zu enthaupten und sich zu amüsieren, wie Blut und Gedärme überall hinspritzen.
Man merkt das sie keinerlei Wissen über Videospiele und dessen Kultur besitzen. Brutale Spiele bekommen nicht ohne Grund eine ab18-Freigabe, werden indiziert oder ganz verboten. Die USK leistet diesbezüglich saubere Arbeit.
Videospiele sind ein Kulturgut, eines der neusten Medien, moderne Kunst, das Hobby von vielen und eine Leidenschaft. Wie man da nicht verstehen kann, das man diese verteidigt, ist mir schleierhaft.
Quote: Die Gesellschaft sollte sich schämen mit so einen menschenverachtenden Müll auch noch Geld zu verdienen.
Die Gesellschaft sollte sich eher dafür schämen, dass man virtuelle "Tode" (welche keine sind) fast schon gleichstellt mit echten Toden.
Quote: Ganz zu schweigen davon, dass diese Spiele auch nicht gerade die Intelligenz fördern. Stimmt. Sie Schaden der Intelligenz aber auch nicht und bevor man wieder mit "Es gibt ja Studien" begründet, lassen sie sich sagen, dass es auch Studien gibt die beweisen das Spiele die Intelligenz fördern.
Quote: Diese Spiele sind in vielen Fällen ein kausaler Faktor für Gewalt und Brutalität und von daher sollte der Verkauf derartiger Spiele unter Anwendung des § 131 StGB strafrechtlich verfolgt werden.
Warum sollte man das Übel auch bei der Wurzel packen, wo man doch den Tropfen auf dem heißen Stein viel leichter entfernen kann. Ist ja auch billiger und das dumme Volk wird damit auch ruhig gestellt.
Ein Leidenschaftlicher Spieler
Gast kommentiert am Di, 2009-03-17 20:46 Permanenter Link Amokläufe an Schulen gab es schon immer, jeder der etwas anderes behauptet macht sich lächerlich.http://en.wikipedia.org/wiki/School_shooting#Notable_shootings
http://www.spreekillers.org/
Eine Untersuchung der "Safe School Initiative" in den USA stellte fest, dass nur 12 % der jugendlichen Amokläufer gewalthaltige Computerspiele gespielt hatten.
corax kommentiert am Di, 2009-03-17 20:47 Permanenter Link Frau Konersmann,
sehr nett, dass Sie Meinungen die Ihnen nicht passen als "Schwachsinn" bezeichnen, auch wenn Fakten was anderes belegen.
„Und was ist dass für ein Schwachsinn, wenn hier behauptet wird Amokläufe hat es schon zu jener Zeit gegeben in der es keine Computer gab. Meine Eltern sind in den 60er und 70er Jahren zur Schule gegangen, in dieser Zeit hat es nicht ein einzigen Amoklauf an deutschen Schulen gegeben.“
Dr. Andreas Paul kommentiert am Di, 2009-03-17 21:24 Permanenter Link Sehr geehrte Frau Konersmann,
es ist nach wie vor nicht geklärt, ob und in welchem Umfang "Killerspiele" kausal für die Entstehung von Gewalt mitverantwortlich sind. Teilweise sind die Studien methodologisch nicht unbedenklich, teilweise sind die festgestellten Zusammenhönge statistsich nicht sonderlich stark ausgeprägt. Daraus kann man m. E. derzeit nur den Schluss ziehen, dass es einen Zusammenhang geben kann, dieser aber nicht zwingend gegeben sein muss und v. a. dass es eine Reihe weiterer Einflussfaktoren gibt. Kann man auf dieser Grundlage Millionen von friedlichen "Killerspielespielern" unter Generalverdacht stellen? Ich denke nein.Im ürbiegn müsste/könnte man mit dieser Argumentation auch diverse Sportarten, Musik und vieles andere verbieten.
Ich bin der Frage, wann es den ersten Schulamoklauf überhaupt gab, noch nicht nachgegangen. Aber ich bin mir sicher, dass es das Phänomen Amoklauf schon seit langer Zeit gibt, also auch lange vor den ersten "Killerspielen". Ich erinnere mich, in den letzten Tagen einen Zeitungsbericht gelesen zu haben, der von einem Amoklauf in Winnenden im Jahr 1913 (?) berichtete. Da es mich jetzt doch interessiert hat: Eine etwas weitere Suche mithilfe von Wikipedia hat Hinweise auf Schulamokläufe ab den siebziger Jahren ergeben. Dass es in den letzten Jahren vermehrt zu den Schulamokläufen kam, ist sehr traurig, verdeutlicht aber m. E. dass dort geballt Probleme entstehen können. Es wäre schön, wenn es wirklich nur die "Killerspiele" sind, die diese Taten verursacht haben, aber ich befürchte, so einfach ist es nicht. Sonst hätten wir seit diversen Jahren haufenweise Amokläufe an Schulen. Immerhin gibt es sehr viele "Killerspielespieler".
Ob Spiele "Dreck" sind, ist eine Frage des Geschmacks, und der ist bekanntlich sehr persönlich. Ebenso wie Musik, Bücher und sonstige Hobbys, mit denen man seien Freizeit verbringen kann. Ich kann einigen Dingen/Hobbys auf dieser Welt absolut gar nichts abgewinnen, aber deshalb würde ich sie nicht verbieten lassen wollen, weil es Menschen gibt, die sie mögen.
Zum Thema Intelligenzförderung durch Computerspiele gibt es meines Wissens einige neuere Studien, die sinngemäß positive Wirkungen auch von "Killerspielen" nachweisen konnten, da man speziell bei Counterstrike auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen ist, um das Ziel des Spiels zu erreichen. Und das ist nicht das virtuelle Töten der Gegner. Für die Zusammenarbeit und die Koordination im Spiel muss man über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügen & trainiert dies entsprechend in einem laufenden Spiel.
Und außerdem: Was zur Hölle sind denn "Killerspiele" überhaupt?!?
MfG, AP
Sandra Konersma... kommentiert am Di, 2009-03-17 23:00 Permanenter Link Sehr geehrter Herr Dr. Paul,
ich habe in meinen Ausführungen bereits deutlich gemacht, dass Killerspiele sicherlich nicht die einzige Ursache von Amokläufen sind, sie aber möglicherweise miturächlich sind.
Natürlich ist es immer eine Frage des Geschmacks, welches Buch man liest, welche CD man hört oder welches Computerspiel man spielen möchte. Allerdings ist es keine Geschmacksfrage mehr, Spiele zu spielen, bei der die Würde des Menschen auf so eine verächtende Weise herabgesetzt wird, wie zum Beispiel bei Counter-strike oder dergleichen. Zudem gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien die eindeutig belegen, dass diese Spiele die Empathie zu anderen Mitmenschen sinken lässt und das Gewaltpotential steigert. Bei Jugendlichten die täglich solche Spiele spielen können negative Wirkungen ausgelöst werden, wie beispielsweise Nachahmungs-, Gewöhnugs- und Verstärkereffekte. Solche negativen Folgen können primär von den sog. Ego-Shootern ausgehen, bei denen der Spieler per Mausklick am Bildschirm die Rolle eines aggressiven Spielers einnimmt. All dieses sind übrigens Fakten die auch bekannte Kriminologen, ähnlich darlegen wie ich.
Wenn eine Sache so umstritten und unsicher ist, dann sollte doch darüber nachgedacht werden, ob es nicht besser ist sie zum Schutz der Öffentlichen Sicherheit aus dem Verkehr zu ziehen. Zumindest könnte dann schon ein kausaler Faktor von noch unzähligen anderen Faktoren für das Entstehen von Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen ausgeschlossen werden.
Pflichtfeld kommentiert am Di, 2009-03-17 23:16 Permanenter Link "ist es keine Geschmacksfrage mehr, Spiele zu spielen, bei der die Würde des Menschen auf so eine verächtende Weise herabgesetzt wird, wie zum Beispiel bei Counter-strike oder dergleichen."
Wo liegt denn hier die Würdeverletzung? Erstmal seh ich am Bildchen nur irgendwelche Pixelfiguren. Es könnten auch Roboter, Zombies oder Außerirdische sein. Sonderlich menschlich agieren sie zumindest nicht. Auch der Kontext (Terroristen wollen Bombe legen, Polizei will sie aufhalten) zeugt nicht von einer besonderen Gewaltverherrlichung oder eine Darstellung, die sich gegen die Menschenwürde schlechthin richtet.
"Zudem gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien die eindeutig belegen, dass diese Spiele die Empathie zu anderen Mitmenschen sinken lässt und das Gewaltpotential steigert"
Wie oben schon beschrieben ist CounterStrike kein Einzelspieler-Spiel, sondern man bildet Teams. Alleine schon diese Eigenschaft lässt mich an Ihrer Aussage zweifeln. Zudem muss man sich nur mal Lan-Parties oder eSports-Events anschauen, um das Gegenteilige zu behaupten zu können. Da wird nach dem Spielen vergnüglich zusammengesessen. Nach Ihrer Darstellung müssten ja Ausschreitungen wie beim Fußball durch Hooligans regelmäßige Folge bei solch konzentrieren "Events" sein.
Welche Kriminologen meinen Sie denn konkret?
Nur weil eine Sache umstritten ist, ist sie nicht unsicher. Die Umstrittenheit ist gerade nicht ein Kriterium für das Verbot einer Sache. Insbesondere bei solchen Erwachsenen-Jugendlichen-Konflikten sollte man mit Verboten auch vorsichtig sein. Verbote können sich im Übrigen nicht auf nicht bewiesene Annahmen stützen in einem Rechtstaat, Stichwort Verhältnismäßigkeit.
Gast kommentiert am Di, 2009-03-17 23:20 Permanenter Link Fakten:
http://www.sid3windr.be/wp-content/uploads/2007/04/crimegames.jpg
http://www.youtube.com/watch?v=BM0RVP3DHH4
Gast kommentiert am Mi, 2009-03-18 00:21 Permanenter Link @Konersmann
"Diese Spiele vermitteln den jungen Leuten einfach falsche Werte. Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser "Dreck" auch noch von so vielen Leuten verteidigt wird. Es ist doch einfach pervers und ekelhaft Menschen virtuell zu erschießen oder zu enthaupten und sich zu amüsieren, wie Blut und Gedärme überall hinspritzen.[...]
Allerdings ist es keine Geschmacksfrage mehr, Spiele zu spielen, bei der die Würde des Menschen auf so eine verächtende Weise herabgesetzt wird, wie zum Beispiel bei Counter-strike oder dergleichen. Zudem gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien die eindeutig belegen, dass diese Spiele die Empathie zu anderen Mitmenschen sinken lässt und das Gewaltpotential steigert."
Die Debatte ist leider immer etwas einseitig. Sie haben Recht, Videospiele stehen im Verdacht, dass sie bei manchen Personen zu einer Desensibiliseriung führen können. Das ist aber nicht nur bei Videospielen so. Es gibt auch Studien die nachweisen, dass der Anblick von Geld, von George W. Bush, (Spielzeug-) Waffen und Wörtern, die man mit Agressivität in Verbindung bringt, die Empathie senken können. Genaus wie man durch den Verzehr von Pizza und auch durch das Fernsehen aggressiver wird. An den hier schon mehrmals angeführten 12 % erkennt man, dass zumindest bei Amokläufen keine besondere Relevanz bei Videospielen nachweisbar ist. Wobei, auch wenn es zynisch klingt, zu wenig Amokläufe stattfinden um eine Basis für verlässliche Aussgaen treffen zu können. Die Verringerung der Empathie durch Videospiele ist einer von vielen Faktoren, wobei es auf die Gewalt möglicherweise gar nicht ankommt. In manchen Studien ist eine Beziehung zwischen agressiven Verhalten und gewalthaltigen Videospielen beinahe genauso groß wie zu friedlicheren Videospielen. Die Gewalt, die sie so schlimm finden, ist in dieser Studie beinahe irrelevant gewesen. Es gibt an Experimente, in denen man die Wirkung mit unterschiedlichen Gewaltgrad gemessen hat. Mit ohne oder mit grünen Blut. Ergebnis: Kein Unterschied. Auch Kritiker aus den USA haben festgestellt, dass "comichafte" Gewalt ähnlich "schädlich" wie detaillierte in Ego-Shootern sind. Auch wenn Sie es nicht glauben wollen. Die meisten Amokläufer schaffen es ohne gewalthaltige Videopspiele Amok zu laufen. Der Anteil der Nutzer von gewalthaltigen Videospielen ist bei Amokläufern - siehe Link oben - möglicherweise sogar geringer als in der restlichen Bevölkerung. Videospiele - unabhängig von Gewalt (-grad) - sind trotzdem ein Faktor von vielen, die unser Befinden beeinflussen. Wie auch der Verzehr von Pizza oder der Anblick von Geld. Andererseits kann die Empathie bereits durch Händewaschen gestärkt werden. Der Punkt ist also nicht ob etwas einen Einfluss hat sondern welchen. Und hier soll der Effekt von Filmen doppelt so hoch wie der von Videospielen sein.
Zur Würde. Spiele mit den von Ihnen beschriebenen Gewaltgrad dürften bereits aufgrund der bestehenden Gesetzeslage in Deutschland verboten oder zumindest indiziert sein. Solange Sie sich weigern "Menschen" in Mehrspielershooter als das anzusehen was sie sind, nämlich animierte virtuelle Spielfiguren, wird es hier zu keiner fruchtbaren Diskussion kommen können. Ein Counter-Strike Spieler spielt nicht um die Figur sondern um seinen menschlichen Gegenspieler zu schlagen, der die Figur steuert. Es geht nicht ums töten. Bei CounterStrike spielen oft 32 Menschen auf einem Server gegeneinander. Es dauert oft nicht mehr als 3 Minuten bis alle Figuren einer Mannschaft vom Feld geröumt sind. Nach Ablauf der 3 Minuten fängt es von vorne an. Hier einen "Tod" sehen zu wollen ist vom spielerischen Standpunkt her völlig unverständlich. Bei Offlineshootern mag das anders aussehen, aber zu solchen Spielen dringt die gemeine Pesse ja nur selten vor.
mamido kommentiert am Mi, 2009-03-18 10:06 Permanenter Link Ärgerlich. Killerspiele sollen verboten werden – wie denn wohl –, die Waffengesetze verschärft, und Schulen noch mehr Ähnlichkeiten mit Gefängnissen bekommen (polizeiliche Lösungsvorschläge)
Soldaten sollen zwar Schießübungen am Computer machen, um die Hemmschwelle auf Menschen zu schießen abzubauen, aber trotzdem wage ich die Fragen zu stellen: Dienen diese "Killerspiele" evtl. auch dem Abbau von Aggessionen? Wenn dem so ist, hätten wir ohne "Killerspiele" etc. pp noch häufiger amoklaufende Schüler? Warum finden die Amokläufe in öffentlichen Schulen statt und nicht mal in einem Jugendheim oder in einer Musikschule?
Wir haben Tim den Täter, den verantwortungslosen Vater (schuldiger Elternteil) und 16 und noch mehr Opfer. Werden nicht Opfer zu Tätern gemacht? Führt nicht Gewalt zu Gewalt? Und Ohnmacht (ohne Macht) zu Gewaltfantasien? Wieviele begehen Selbstmord? Wieviele noch erweiterten Suizid?
Schauen Sie sich mal die Beitragszahlen an: Mobbing und Gewalt durch Schüler und Mobbing und Gewalt durch Lehrer.
http://www.emgs.de/forum-emgs/
Unsre hierarchische Schulform – Bildung = Schule (falsche Gleichung?) – und siehe hier: http://www.schulradar.de/ , wie die Schüler an den einzelnen Schulen ihre Mitbestimmung beurteilen, bleibt unangetastet. Das goldene Kalb, dass längst von unser Wirtschaft an der Leine geführt wird – oder angepflockt auf der Weide steht. Die Kopfnoten sind der letzte Schachzug.
Hitler, er führte 1938 den Schulzwang ein, sagte schon: "Wie schön für die Regierenden das die Menschen nicht denken."
Herr Dr. jur. S... kommentiert am Mi, 2009-03-18 16:01 Permanenter Link Mal eine Frage unter Kollegen an Herrn Dr. Paul: Wollen sie ernsthaft als Rechtsanwalt für Jugendstrafrecht, hier in diesem Forum Killerspiele verharmlosen? Auf welcher Seite des Rechts stehen Sie mit Ihrer Einstellung eigentlich?
Prof. Dr. Henning Ernst Müller kommentiert am Do, 2009-03-19 00:02 Permanenter Link via criminologia.de
bin ich aufmerksam geworden auf einen band (pdf-online), in dem sich eine reihe von experten fundiert zum den hier diskutierten themen äußern (stammt aus 2008, kann also nicht den aktuellen fall einbeziehen):
Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz
Hiltrud kommentiert am Do, 2009-03-19 21:39 Permanenter Link an den leidenschaftlichen Spieler:
Wie viele Schreckenstaten müssen noch passieren, dass Menschen wie Sie Vernunft annehmen? Was ist das für eine Leidenschaft sich daran aufzugeilen, wie Blut fließt und Menschen sterben und sei es auch nur virtuell? Warum haben Menschen wie Sie so eine kaputte Einstellung? Das sind die Fragen, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich hier Ihren Kommentar lese.
Gast kommentiert am Fr, 2009-03-20 17:33 Permanenter Link Hiltrud schrieb:Wie viele Schreckenstaten müssen noch passieren, dass Menschen wie Sie Vernunft annehmen?
Da können noch so viele Schreckenstaten folgen, ich werde wohl nicht das, was sie als "vernünftig" empfinden.
Gegefrage: Wie vernünftig ist es den Tropfen auf dem heißen Stein zu bekämpfen, wo die Wurzeln für solche Taten doch woanders liegen? Wie vernünftig ist es die Augen vor dem wirklichen Problem zu verschließen und stattdessen ein Kulturgut, das neueste Medium, das Hobby von Millionen zu verbieten, zu zensieren?
Quote: Was ist das für eine Leidenschaft sich daran aufzugeilen, wie Blut fließt und Menschen sterben und sei es auch nur virtuell?
Was ist das für eine Argument? Wollen sie mir und allen anderen Spielern pauschal unterstellen das wir Spiele nur spielen, damit wir Blut und "sterbende" Menschen sehen?
Quote: Warum haben Menschen wie Sie so eine kaputte Einstellung?
Weil daran nichts Kaputtes zu finden ist.
Der angesprochene leidenschaftliche Spieler
Gast kommentiert am Do, 2009-03-19 23:01 Permanenter Link an den leidenschaftlichen Filmliebhaber:
Wie viele Schreckenstaten müssen noch passieren, dass Menschen wie Sie Vernunft annehmen? Was ist das für eine Leidenschaft sich daran aufzugeilen, wie Blut fließt und Menschen sterben und sei es auch nur im Film? Warum haben Menschen wie Sie so eine kaputte Einstellung? Das sind die Fragen, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich hier Ihren Kommentar lese.
Wie wäre es mal mit Argumenten?
mamido kommentiert am Fr, 2009-03-20 07:52 Permanenter Link Gast schrieb:
an den leidenschaftlichen Filmliebhaber:
Wie viele Schreckenstaten müssen noch passieren, dass Menschen wie Sie Vernunft annehmen?
Sie beziehen sich auf den leidenschaftlichen Spieler – Filmliebhaber??? –, schauen Sie mal in EINE andere Richtung nach möglichen Motiven für Ihre Schreckenstaten.
http://www.emgs.de/forum-emgs/viewtopic.php?t=687
Verzweiflungstaten, wie Amokläufe an SCHULEN die uns bis ins Mark erschüttern, haben nicht nur eine Ursache. Ansonsten, nehmen wir einfach schon jedem kleinen Jungen das Stöckchen weg, mit dem er peng, peng macht; und dann wird alles gut. Problem beseitigt?
Gewalt erzeigt Gewalt!!!
www.emgs.de ist eine Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen.
Dr. Andreas Paul kommentiert am Fr, 2009-03-20 16:10 Permanenter Link @neu (Nr. 38):
Auf welcher Seite des Rechts stehe ich - die Frage ist an dieser Stelle wenig sinnvoll, da es hier wie so oft nicht um die richtige oder falsche Seite geht (was man darunter auch immer verstehen mag).
Ich verharmlose diese Spiele definitv nicht. Ich bin aber gegen den wenig fundierten Generalverdacht, der hier aufgebaut wird, und den Irrglauben, dass ein "Killerspieleverbot" tatsächlich einen Amoklauf verhindern kann.
mamido kommentiert am Sa, 2009-03-21 09:13 Permanenter Link Ich möchte alle Verteufler von KillerSPIELEN bitten, einmal in eine andere Richtung, nach möglichen Motiven (Plural) für Amokläufer an SCHULEN, zu schauen.
http://www.emgs.de/emsdetten.html Hier finden Sie auch Foren zum Thema.
Perspektivwechsel zum Tatort. Opfer werden Täter. Erweiterter Suizid.
mamido kommentiert am Sa, 2009-03-21 10:11 Permanenter Link Apropos: Mir scheinen, die vermeintlichen Verteidiger von KillerSPIELEN weitaus weniger aggressiv, als die Advokat Diabolo, in diesem Forum.
Merkwürdig –, oder?
Prof. Dr. Henning Ernst Müller kommentiert am Sa, 2009-03-21 12:13 Permanenter Link @mamidoWeil der von Ihnen eingestellte link nicht funktioniert, stelle mal diesen hier ein, ich denke das ist in Ihrem Sinne.Auch der Zusammenhang zwischen mobbing und Schulamok ist alles andere als sicher, aber in jedem fall ist mobbing ein problem, das viele Schüler belastet, weshalb man die Elterninititaive vollauf unterstützen kann.
Sandra Konersma... kommentiert am Sa, 2009-03-21 23:11 Permanenter Link an alle Verteidiger von Killerspielen.
Eines muss doch wohl in diesem Forum zunächst einmal klargestellt werden: Ein Amoklauf, wie jede Verbrechenstat hat grundsätlich immer mehrere kausale Ursachen. Selbstverständlich wird man mit dem Verbot von Killerspielen Gewalt, Morde und brutalität nicht bekämpfen können. Das wäre in der Tat kurzsichtig gedacht. Wenn jemand kriminell wird beruht dieses immer auf mehrer Faktoren, die aus seinem sozialen Umfeld resultieren.
Dennoch sind Killerspiele keineswege zu unterschätzen. Wer so etwas spielt, zeigt in gewissen Maßen, schon seine Freude an Gewalt und sei es auch nur virtuell. Menschen die Gewalt verachten und verabscheuen setzen sich nicht vor dem PC, um Menschen virtuell zu ermorden. Solche Menschen können einer derartigen Freizeitbeschäftigung gar nichts abgewinnen. Natürlich wird nicht jeder der ein solches Spiel spielt zum Straftäter, auch klar. Nur werden solche Spiele leider oft auch von Menschen mit krimineller Energie gespielt und gerade diese Personen, werden durch die simulierte Gewalt noch zusätzlich zu gewisse Taten animiert. Auch wenn Killerspiele nur ein Kausalfaktor neben vielen anderen sind, ist es dennoch lohnenswert diesen zu bekämpfen.
Zudem setzt der Staat mit dem Verbot derartiger Spiele ein deutliches Zeichen dafür, dass Gewalt in unserer Gesellschaft, auch zur Belustigung in Form diverser Computerspiele nicht akzeptiert wird. Es gibt so viele unzählige "nettere" Computerspiele, die nicht Gewalt verherrlichend wirken.
Im übrigen finde ich es nach dieser Schreckenstat in Winnenden einfach an der Zeit, dass etwas geschieht um Vorfälle wie diesen künftig zu verhindern. Wir benötigen über den Verbot von Killersielen auch mehr Schulpsychologen und Vertrauenslehrer an denen sich junge Menschen wenden können, wenn sie in der Schule gemobbt werden oder leistungsmäßig nicht mitkommen. Sinnvoll wäre es auch das Fach Rechtskunde als Pflichtfach einzurichten. Junge Leute müssen das Gesetz d. h. ihre Rechte und Pflichten kennen. Es muss ihnen gezeigt werden, was es bedeutet ein Verbrechen zu begehen und dass es keinesfalls cool ist so etwas zu tun, nur weil es vielleicht gewisse Vorbilder in den Medien so vorgeben. Dazu gehört dann aber auch, dass die Schüler ihre Freizeit nicht widersprüchlicherweise mit Killerspielen verbringen, sondern mit gewaltfreien Hobbbys. Darüber hinaus sind auch die Eltern gefordert auf ihre Kinder zu achten.
Für mich gehören all diese Faktoren zusammen, um junge Menschen zu einer verantwortungsvollen und sozial integrierten Generation von morgen zu erziehen.
Gast kommentiert am So, 2009-03-22 11:41 Permanenter Link Sandra Konersmann stud. iur. schrieb:Ein Amoklauf, wie jede Verbrechenstat hat grundsätlich immer mehrere kausale Ursachen. Selbstverständlich wird man mit dem Verbot von Killerspielen Gewalt, Morde und brutalität nicht bekämpfen können. Das wäre in der Tat kurzsichtig gedacht. Wenn jemand kriminell wird beruht dieses immer auf mehrer Faktoren, die aus seinem sozialen Umfeld resultieren.
Quote: Wer so etwas spielt, zeigt in gewissen Maßen, schon seine Freude an Gewalt und sei es auch nur virtuell.
Da würde ich widersprechen. Nicht jeder, der z.B. einen Ego-Shooter spielt, spielt diesen weil er sich an der Gewalt ergötzt, CounterStrike wird z.B. mehrheitlich aus gewissen sportlichen Idealen gespielt (eSports). Und wie ich schon vorher schrieb: Nicht alle spielen Spiele um Gewalt zu sehen, es gibt aber Genre in denen dies unabdingbar ist. So basieren wohl die meisten Horror-Filme und -Spiele auf Gewalt.
Ein Spiel besteht aus mehr als nur Gewalt (welche, je nach Spiel/Genre, notwendig ist), es gibt auch z.B. noch künstlerische Aspekte (Grafik, Sound, Musik, Story).
Quote: Menschen die Gewalt verachten und verabscheuen setzen sich nicht vor dem PC, um Menschen virtuell zu ermorden. Solche Menschen können einer derartigen Freizeitbeschäftigung gar nichts abgewinnen.
Falsch. Es gibt unzählige Spieler (ich würde meinen die Mehrheit) die etwas gegen Gewalt haben und trotzdem Spiele mit Gewalt spielen. Sicher gibt es einige Hooligans die solche Spiele auch spielen, das ist aber wohl eher der generellen Verbreitung von Videospielen zuzurechnen.
Quote: Auch wenn Killerspiele nur ein Kausalfaktor neben vielen anderen sind, ist es dennoch lohnenswert diesen zu bekämpfen.
Wir können natürlich Tausend Kleinigkeiten bekämpfen, anstatt die gravierenden Faktoren für solche Taten. Wir können aber nicht hinnehmen, dass man, weil es ein schwarzes Schaaf gibt, alle anderen (weißen) Schaafe schwarz einfärbt und denen dann so viele Steine wie möglich in den Weg schmeißt.
Will sagen: Ich habe etwas gegen die Bevormundung durch den Staat. Ich habe etwas gegen Zensur. Jugendschutz ist wichtig, aber kein Argument um die Zensur (für Erwachsene!) zu fördern.
Quote: Zudem setzt der Staat mit dem Verbot derartiger Spiele ein deutliches Zeichen dafür, dass Gewalt in unserer Gesellschaft, auch zur Belustigung in Form diverser Computerspiele nicht akzeptiert wird.
Wie ich vorher schon schrieb: Gewalt in Medien ist nicht der Hauptgrund um entsprechendes Medium zu kaufen. Die Gewalt in Spielen, wie auch Filmen, spiegelt nur die Reale Welt wider.
Ich bin übrigens der Meinung, wie vorher beschrieben, dass man etwas gegen die Zensur durch den Saat unternehmen muss. "Zeichen setzen" oder "Jugendschutz" sind keine Argumente um die Zensur zu fördern. Viel mehr sollte man Eltern, Lehrer und Verkäufer besser über den Umgang mit Spielen, dem USK-Label und dem Spielverhalten der Kinder aufklären und eine Zwangskontrolle des Alters einführen (Verkauf nur bei vorlegen des Personalausweises).
Das Zeichen, dass man etwas unternehmen muss, wurde alleine schon durch die Tat gesetzt
Quote: Es gibt so viele unzählige "nettere" Computerspiele, die nicht Gewalt verherrlichend wirken.
Sie besitzen aber meist nur eine minimale Story und/oder sind für Kinder gemacht (Schwierigkeitsgrad zu einfach).
Im übrigen habe ich noch kein "gewaltverherrlichendes" Spiel gesehen, welches nicht indiziert wurde. In den meisten Spielen, die man immer als gewaltverherrlichend einstuft, erlebt man negative Folgen durch Gewalt, z.B. wird man bei GTA, nach einer Straftat, von der Polizei verfolgt. Diese Spiele sind also nicht verherrlichend.
Quote: Dazu gehört dann aber auch, dass die Schüler ihre Freizeit nicht widersprüchlicherweise mit Killerspielen verbringen, sondern mit gewaltfreien Hobbbys. Darüber hinaus sind auch die Eltern gefordert auf ihre Kinder zu achten.
Mit diesem Gedanken müsste man auch Sportarten wie Boxen oder Fechten verbieten. Die Eltern sollten übrigens schon lange auf ihre Kinder achten, dann gäbe es diese Diskussionen über Verbote gar nicht erst.
Quote: Für mich gehören all diese Faktoren zusammen, um junge Menschen zu einer verantwortungsvollen und sozial integrierten Generation von morgen zu erziehen.
Was aber durch Spiele nicht unterbunden wird. Im Gegenteil. Einige Studien belegen das (einige) Spiele die sozialen Kompetenzen, die Kreativität, die kritische Selbstreflexion, das moralische Urteilsvermögen, die Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit fördern.
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