Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20170/02
Timestamp: 2019-07-19 22:07:04
Document Index: 79643752

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 19', '§ 20', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', 'BGH', '§ 2', '§ 3', 'BGH', '§ 53', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', '§ 22', '§ 8', '§ 33', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH']

BGH, 21.07.2005 - I ZR 170/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1021
BGH, 21.07.2005 - I ZR 170/02 (https://dejure.org/2005,1021)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2005 - I ZR 170/02 (https://dejure.org/2005,1021)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2005 - I ZR 170/02 (https://dejure.org/2005,1021)
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UWG § 4 Nr. 1 und 11; GWB § 19 Abs. 4 Nr. 1, § 20 Abs. 1
Wettbewerbsrechtliche und kartellrechtliche Beurteilung der Unterbringung des gewerblichen Bestattungsdienst im Friedhofsgebäude auf dem Gelände des städtischen Friedhofs durch eine Gemeinde; Möglicher Grund für die Unlauterkeit der Teilnahme einer Gemeinde am Wettbewerb; Kommunale Satzungen als wettbewerbsrechtlich relevante Vorschriften; Zulässigkeit der Nutzung von sich auf Grund öffentlichrechtlicher Stellung zur Verfügung stehender Mittel
"Friedhofsruhe"; Unterbringung des gemeindlichen Bestattungsdienstes auf dem Friedhofsgelände
Betrieb eines kommunalen Bestattungsunternehmens im Friedhofsgebäude
Kommunalwirtschaftsbetrieb im Wettbewerb
Kommunaler Bestattungsdienst
Gemeinde ist tätig
An der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung der Teilnahme der öffentlichen Hand am Wettbewerb hat sich durch das neue UWG grundsätzlich nichts geändert
Zusammenfassung von "Der "Standortvorteil" im Wettbewerb" von RA Ronny Hauck, original erschienen in: GRUR 2008, 665 - 671.
Kurznachricht zu "Die Wege des Rechts sind verschlungen - Wettbewerbsrelevante Betätigung der öffentlichen Hand und Rechtsschutz" von Prof. Dr. Christoph Brüning, original erschienen in: NVwZ 2012, 571 - 674.
NJW-RR 2005, 1562
GRUR 2005, 960
DVBl 2006, 116
DÖV 2006, 1
DÖV 2006, 175
Gesetzliche Vorschrift im Sinne dieser Bestimmungen ist jede Rechtsnorm (vgl. Art. 2 EGBGB), die in Deutschland gilt (vgl. BGH, Urteil vom 21. Juli 2005 - I ZR 170/02, GRUR 2005, 960, 961 = WRP 2005, 1412 - Friedhofsruhe).
Die Beklagte zu 1 ist wegen des ihr in amtlicher Funktion entgegengebrachten Vertrauens gehalten, Auskünfte und Empfehlungen objektiv und sachgerecht zu erteilen, weil sie zu neutraler und objektiver Amtsführung verpflichtet ist (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 1955 - I ZR 24/54, BGHZ 19, 299, 304 f. - Bad Ems; Urteil vom 19. Juni 1986 - I ZR 53/84, GRUR 1987, 119, 122 - Kommunaler Bestattungswirtschaftsbetrieb II; Urteil vom 12. November 1998 - I ZR 105/96, GRUR 1999, 267, 270 = WRP 1999, 176 - Verwaltungsstellenleiter; Urteil vom 21. Juli 2005 - I ZR 170/02, GRUR 2005, 960, 961 = WRP 2005, 1412 - Friedhofsruhe;… Köhler in Köhler/Bornkamm, UWG, 30. Aufl., § 4 Rn. 13.36).
Dieser Bereich staatlichen Handelns ist anders als die erwerbswirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand (vgl. BGH, Urt. v. 21.7.2005 - I ZR 170/02, GRUR 2005, 960, 961 = WRP 2005, 1412 - Friedhofsruhe) und die allgemeine öffentliche Aufgabenerfüllung ohne ausdrückliche gesetzliche Ermächtigung (…vgl. hierzu: BGH, Urt. v. 18.10.2001 - I ZR 193/99, GRUR 2002, 550, 554 = WRP 2002, 527 - Elternbriefe) einer Überprüfung anhand des Wettbewerbsrechts entzogen (…vgl. Meckel in HK-WettbR, 2. Aufl., § 2 Rdn. 5;… Fezer/Fezer aaO § 2 Rdn. 25;… Harte/Henning/Keller aaO § 2 Rdn. 25;… Köhler in Hefermehl/Köhler/Bornkamm aaO § 4 UWG Rdn. 13.21).
Die erwerbswirtschaftliche Betätigung der öffentlichen Hand ist auch dann als geschäftliche Handlung anzusehen, wenn öffentliche Zwecke mitverfolgt werden (vgl. BGH, Urteil vom 21. Juli 2005 - I ZR 170/02, GRUR 2005, 960, 961 = WRP 2005, 1412 - Friedhofsruhe;… Urteil vom 26. Januar 2006 - I ZR 83/03, GRUR 2006, 428 Rn. 12 = WRP 2006, 741 - Abschleppkosten-Inkasso;… Keller in Harte/Henning, UWG, 4. Aufl., § 2 Rn. 46, 68;… Ohly in Ohly/Sosnitza aaO Einf. D Rn. 25;… Köhler in Köhler/Bornkamm aaO § 3a Rn. 2.18;… Schünemann in GK.UWG, 2. Aufl., Einl. F Rn. 56).
Nach der Rechtsprechung schützt das Grundrecht aber grundsätzlich nicht vor Konkurrenz (BVerfG, Beschluss vom 17.08.2004, Az.: 1 BvR 378/00; BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 23.04.2009, Az.: 1 BvR 3405/08; BVerwG, Urteil vom 18.04.1985, Az.: 3 C 34/84; BVerwG, Beschluss vom 21.03.1995, Az.: 1 B 211/94; BGH, Urteil vom 21.07.2005, Az.: I ZR 170/02;… Klaue/Schwintowski, Grenzen der Zulässigkeit von Wahltarifen und Zusatzversicherungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, 2008, S. 48;… Musil, in: Eichenhofer/Wenner, SGB V, § 53 Rn. 10; a.A. Isensee, NZS 2007, 449 (454);… kritisch auch Huber, Die Wahltarife im SGB V, Rn. 55 ff.).
Ebenso wenig ist die Nutzung des Eigentums im Wettbewerb mit privaten Unternehmen in der Regel unzulässig (BGH, Urteil vom 21.07.2005, Az.: I ZR 170/02).
Die hier fraglichen Bestimmungen stellen solche Marktverhaltensregelungen dar (BGH, Urteil vom 21. Juli 2005 - I ZR 170/02, juris Rn. 24 - Friedhofsruhe), denn nach ihnen ist es auf dem Friedhof nicht gestattet, "Waren und gewerbliche Dienste anzubieten".
Gesetzliche Vorschrift i.S.d. § 4 Nr. 11 UWG ist jede Rechtsnorm (vgl Art. 2 EGBGB), die in Deutschland Geltung besitzt (BGH GRUR 2005, 960, 961 - Friedhofsruhe).
Unter den Begriff der gesetzlichen Vorschrift fallen nicht nur Gesetze im formellen Sinne, sondern auch Rechtsverordnungen (vgl. BGH GRUR 2005, 960, 961 - Friedhofsruhe), so dass der Rechtscharakter der Straßen-Verkehrszulassungs- Ordnung der Qualifikation des § 22a Abs. 2 StVZO als "gesetzliche Vorschrift" nicht entgegen steht.
Das ist grundsätzlich möglich, denn § 8 UWG und § 33 GWB begründen einen Anspruch auf Unterlassung wettbewerbswidriger Verhaltensweisen; besteht eine solches Verhalten in einer bestimmten Finanzierung oder Preisgestaltung, kann deren Unterlassen gefordert werden (vgl. BGH NJW 1982, 2125; NJW 1987, 60; NJW-RR 2005, 1562; NJW-RR 1998, 1497).
Eine Teilnahme der öffentlichen Hand am Wettbewerb ist nicht allgemein unzulässig (BGH NJW-RR 2005, 1562; GRUR 1987, 116).
Die wettbewerbsrechtliche Beurteilung kann sich daher nur auf die Art und Weise der Teilnahme am Wettbewerb beziehen (BGH NJW-RR 2005, 1562; GRUR 1987, 116, 118).
(b) Die Unlauterkeit einer erwerbswirtschaftlichen Tätigkeit einer Gemeinde kann sich aus der Eigenschaft als öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaft und der damit verbundenen besonderen Stellung gegenüber den anderen Marktteilnehmern dann ergeben, wenn die amtliche Autorität oder das Vertrauen in die Objektivität und Neutralität der Amtsführung missbraucht werden oder wenn aus der Verbindung hoheitlicher und privatwirtschaftlicher Interessen ein unzulässiger Vorsprung vor Mitbewerbern erlangt oder erstrebt wird (BGH NJW-RR 2005, 1562; GRUR 1987, 116, 118).
Die Antragsgegnerin hat auch nicht in Zweifel gezogen, dass die in Rede stehenden Computerprogramme nach den §§ 2 Abs. 1 Nr. 1, 69a Abs. 1 und Abs. 3 UrhG als individuelle geistige Werkschöpfungen der an ihrer Entwicklung und Erstellung beteiligten Personen Urheberrechtsschutz genießen (vgl. BGH GRUR 2005, 960 ­ Fash 2000).
OLG Düsseldorf, 25.08.2015 - 20 U 22/14
Wettbewerbswidrigkeit des aus Sicherungsgründen vom Veranstalter einer Messe …