Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202013,%20401
Timestamp: 2019-04-19 21:29:32
Document Index: 57749725

Matched Legal Cases: ['§ 263', '§ 266', '§ 206', '§ 44', '§ 43', '§ 134', '§ 812', '§ 818', '§ 817', 'Art. 6', 'Art. 13', '§ 817', '§ 206', '§ 266', '§ 88', '§ 43', '§ 44', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 108', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', '§ 134', '§ 206', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', '§ 44', '§ 43', 'BGH', 'BGH', '§ 199']

Rechtsprechung: NJW 2013, 401 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG Krefeld, 07.11.2012
§ 263 Abs. 1 StGB; § ... 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 StGB; § 266 StGB; § 206 Abs. 1 StGB; § 44 Abs. 1 BDSG; § 43 Abs. 2 Nr. 1 BDSG; § 134 BGB; § 812 Abs. 1 Satz 1 1. Alt. BGB; § 818 Abs. 2 BGB; § 817 Satz 2 BGB; Art. 6 EMRK; Art. 13 EMRK
Untreue (Teilnichtigkeit; Vermögensbetreuungspflicht; Pflichtverletzung: vermögensbezogene Pflicht; Vermögensnachteil: bereicherungsrechtliche Ansprüche und Ausschluss der Zurückforderung durch § 817 Satz 2 BGB); Betrug (besonders schwerer Fall); Verletzung des Fernmeldegeheimnisses; unbefugte Verarbeiten von personenbezogenen Daten gegen Entgelt (Speicherung von Verbindungsdaten); ausreichende Feststellung einer konventionswidrigen Verfahrensverzögerung
§ 206 Abs 1 StGB, § 266 Abs 1 StGB, § 88 Abs 3 TKG, § 43 Abs 2 Nr 1 BDSG, § 44 Abs 1 BDSG
Revision im Zusammenhang mit der Verurteilung eines leitenden Angestellten wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses; Folgen der Erhebung von Festnetzdaten bzw. Mobilfunk-Verbindungsdaten von Journalisten über mehrere Monate und einer Abspeicherung dieser in einer Internet-"dropzone"
Zur Telekom-Spitzelaffäre - Karlsruher Richter bestätigen Bonner Urteil
Verurteilung in der "Telekom-Spitzelaffäre" bestätigt
Urteil gegen früheren Sicherheitschef der Telekom bestätigt
Urteil in der Spitzelaffäre bestätigt
Verurteilung in Telekom-Spitzelaffäre bestätigt
Telekom-Bespitzelungsaffäre: Haftstrafe für ehemaligen Abteilungsleiter
Kurznachricht zu "Untreue durch Begleichung nichtiger Forderung - Die Telekom-Spitzelaffäre und ihre strafrechtlichen Auswirkungen" von RA Prof. Dr. Jürgen Wessing, original erschienen in: NZG 2013, 494 - 496.
LG Bonn, 30.11.2010 - 23 KLs 10/10
NJW 2013, 401
NStZ 2013, 165
StV 2014, 86
NZG 2013, 268
Die Bestimmung verkörpert den Grundsatz, dass bei der Rückabwicklung Rechtsschutz nicht in Anspruch nehmen kann, wer sich selbst durch gesetzes- oder sittenwidriges Handeln außerhalb der Rechtsordnung stellt (…Senatsurteil vom 7. Mai 1997 - IV ZR 35/96, NJW 1997, 2381 unter II 4 c [juris Rn. 23]; BGH, Urteile vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11, NJW 2013, 401 Rn. 26;… vom 6. Mai 1965 - II ZR 217/62, BGHZ 44, 1 unter IV 3 [juris Rn. 15]; vom 7. März 1962 - V ZR 132/60, BGHZ 36, 395 unter 2).
Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass gegen das Durchführungsverbot des Art. 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV verstoßende Rechtsgeschäfte gemäß § 134 BGB unwirksam sein können (BGH, Urteil vom 5. Dezember 2012 - I ZR 92/11, EuZW 2013, 753, 755 ff. mwN), wird zu prüfen sein, inwieweit bewusst Leistungen rechtsgrundlos oder ohne rechtswirksame Absicherung erbracht wurden (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11, NJW 2013, 401, 403).
Rechtsgrundlos geleistete Zahlungen stellen zwar jedenfalls dann eine Pflichtverletzung im Sinne des Untreuetatbestandes dar, wenn das den Rechtsgrund bildende Rechtsgeschäft wegen eines Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot (§ 134 BGB) unwirksam ist (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11, NJW 2013, 401, 402).
(cc) Vor diesem Hintergrund besteht schon im Ansatz keine Divergenz zu der Entscheidung des 2. Strafsenates, der eine Strafbarkeit wegen Untreue bei Bezahlung von gemäß § 134 BGB i.V.m. § 206 StGB nichtigen Forderungen bejaht hat (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11, NJW 2013, 401, 403).
Es geht dabei zutreffend davon aus, dass die der Zahlung zugrunde liegende Abrede auf eine Steuerhinterziehung gerichtet und damit nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gemäß § 134 BGB insgesamt nichtig war (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 9. Juni 1954 - II ZR 70/53, BGHZ 14, 25, 30 f.; Beschluss vom 2. November 2005 - IV ZR 57/05, NJW-RR 2006, 283 mwN), so dass gemäß § 817 Satz 2 BGB auch jegliche Kondiktionsansprüche ausgeschlossen waren, da beide Vertragspartner gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen haben (BGH, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11 Rn. 26, NJW 2013, 401 Rn. 26).
Der Angeklagte handelte auch unbefugt: Dieses Merkmal ist erfüllt, wenn der Umgang mit den Daten nicht von verwaltungsrechtlichen Vorschriften gestattet wird bzw. gegen darin normierte Verbote oder Erlaubnisvorbehalte verstößt (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 2012 - 2 StR 591/11, NJW 2013, 401, 402 zu dem vergleichbaren § 44 Abs. 1 i.V.m. § 43 Abs. 2 Nr. 1 BDSG).
LG Hagen, 21.03.2018 - 71 KLs 6/17
Verurteilung wegen Untreue in 313 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 6 …
Ein solcher ist nach E3 Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ab EUR 50.000,00 gegeben (BGH, Urteil vom 10.10.2012, Az.: 2 StR 591/11; BGH, Urteil vom 07.10.2003, Az.: 1 StR 274/03).
LG Krefeld, 07.11.2012 - 2 S 23/12
Mieter kann Wohnfläche allein durch Nachmessen genau bestimmen!
Rückzahlung der überzahlten Mieten bei Vorliegen eines Mangels der Mietsache i.R.d. vertraglichen Vereinbarung der Größe der Mietwohnung
Mietrecht - Flächenabweichungen muss der Mieter nicht erahnen!
Wohnfläche kleiner als vereinbart - Mieterin merkt es erst nach vielen Jahren: Sie erhält trotzdem Miete zurück
Kenntniserlangung von der Wohnungsgröße
Rückforderungen wegen Flächenabweichung und Verjährung
Abweichung von tatsächlicher und vertraglicher Fläche einer Wohnung begründet Mangel der Mietsache - Flächenabweichung rechtfertigt Mietminderung
Kenntnis des Mieters von Wohnflächenabweichung erst durch Vermessen der Wohnung
Mieter erhält erst durch Nachmessen Kenntnis von der Wohnungsgröße! (IMR 2013, 96)
AG Krefeld, 25.04.2012 - 12 C 101/11
NZM 2012, 858
ZMR 2013, 197
LG München I, 19.12.2013 - 31 S 6768/13
Mieter muss Gesamtmietfläche nicht ausmessen!
Die Kammer folgt des Weiteren der Auffassung des Landgerichts Krefeld (Urteil vom 07.11.2012, Az. 2 S 23/12), dass ein Mieter die Kenntnis von Kantenlänge bzw. Raumhöhe nicht schon aufgrund bloßen Ansehens bei Nutzung der Mieträume erlangt.
AG Bad Segeberg, 07.04.2014 - 17 C 268/13
In diesem Zusammenhang kann insbesondere dahinstehen, ob der Auffassung gefolgt werden kann, dass es für eine Kenntnis ausreicht, wenn dem Mieter die konkreten Längen, Breiten und Höhen der von ihm bewohnten Wohnung in tatsächlicher Hinsicht bekannt sind, wovon jedenfalls kurz nach Bezug der Wohnung auszugehen sei (…so jeweils zu § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB AG Bonn, Urt. v. 18.04.2012 - 203 C 55/11, juris Rn. 27; Börstinghaus, NJW 2011, 3545, 3546 f.; ders., NZM 2012, 177, 185 f.), oder ob von einer Kenntnis der Flächenabweichung erst ausgegangen werden kann, wenn dem Mieter die konkrete Wohnfläche durch Vermessen der Räume bekannt wird (so LG Krefeld, Urt. v. 07.11.2012 - 2 S 23/12, NJW 2013, 401; Emmert, jurisPR-MietR 1/2013 Anm. 1;… wohl auch LG München I, Urt. v. 19.12.2013 - 31 S 6768/13, WuM 2014, 135, 136).