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Timestamp: 2016-10-24 08:45:57
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Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 404', 'Art. 8', 'Art. 404', 'Art. 404', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 394', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 19', 'Art. 394', 'BGE', 'Art. 394', 'Art. 404', 'BGE', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 404', 'Art. 8', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 161', 'Art. 8', 'Art. 163', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'Art. 404', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 163', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 163', 'Art. 163']

109 II 462
109 II 46297. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 13. Dezember 1983 i.S. D�ssel gegen Dietschi, Boetschi & Moccetti (Berufung)
Contrat d'architecte: nature juridique, r�vocation, peine conventionnelle. L'art. 394 al. 2 CO ne s'oppose pas � ce que l'on qualifie le contrat d'architecte de contrat mixte, form� d'�l�ments du mandat et du contrat d'entreprise (consid. 3a-d; changement de jurisprudence). Droit des parties, admis en l'esp�ce, de r�voquer en tout temps le contrat d'architecte dans son ensemble, selon l'art. 404 al. 1 CO (consid. 3d et e). Lic�it� d'une peine conventionnelle pour r�vocation en temps inopportun; application de cette r�gle � la majoration d'honoraires pr�vue par l'art. 8.1 du R�glement SIA 102 (1969) (consid. 4). Faits � partir de page 463
BGE 109 II 462 S. 463
Mit schriftlichem Vertrag vom 26. Dezember 1972 �bertrug Martha D�ssel der Kollektivgesellschaft Dietschi, Boetschi & Moccetti die Architekturarbeiten f�r eine Gross�berbauung in Z�rich. Die Parteien erkl�rten die SIA-Norm 102 (1969) f�r die Honorarberechnung als verbindlich. Am 13. Februar 1976 wies Martha D�ssel die Architekten an, ihre Arbeiten sofort einzustellen.
Daraufhin klagte die Architekturfirma gegen die Bauherrin auf Zahlung von Fr. 476'907.10 nebst 5% Zins seit 19. Februar 1976. Das Bezirksgericht Z�rich hiess die Klage unter Ber�cksichtigung fr�herer Teilzahlungen und einer Teilvereinbarung im Prozess im Betrag von Fr. 281'683.-- f�r Resthonorare und von Fr. 125'526.-- als Honorarzuschlag von 15%, also insgesamt von Fr. 407'209.-- nebst 5% Zins seit 19. M�rz 1976, gut. Auf Appellation der Beklagten hin best�tigte das Obergericht des Kantons Z�rich am 20. Januar 1983 dieses Urteil vollumf�nglich, und das Kassationsgericht wies am 28. Juli 1983 eine Nichtigkeitsbeschwerde der Beklagten ab, soweit darauf einzutreten war.
Die Beklagte hat Berufung eingereicht und beantragt, das Urteil des Obergerichts aufzuheben und die Klage abzuweisen oder die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Kl�gerin ersucht, die Berufung abzuweisen.
BGE 109 II 462 S. 464
3. Den weiteren Teilbetrag von Fr. 125'526.-- schuldet die Beklagte laut dem angefochtenen Urteil aufgrund von Art. 8.1 der SIA-Norm 102 (1969). Danach hat der Architekt, wenn ihm der Bauherr ohne sein Verschulden den Auftrag entzieht, Anspruch auf das Honorar f�r die geleisteten Arbeiten mit einem Zuschlag von 15% oder mehr, sofern der nachgewiesene Schaden diesen Prozentsatz �bersteigt. Die Vorinstanz h�lt zwar f�r umstritten, ob die Bestimmung vor dem zwingenden Art. 404 OR standhalte. Unter Hinweis auf die Praxis des Bundesgerichts bejaht sie jedoch die Frage, soweit die Klausel eine zum voraus bestimmte pauschale Schadenersatzleistung vorsehe und der Bauherr aus Gr�nden vom Vertrag zur�cktrete, die der Architekt nicht zu verantworten habe. Sie legt im folgenden einl�sslich dar, dass die Beklagte den Vertrag lediglich aus wirtschaftlichen �berlegungen widerrufen habe, nicht weil das Vertrauensverh�ltnis zur Kl�gerin gest�rt gewesen sei.
a) Die Beklagte anerkennt, dass Art. 8.1 der SIA-Norm 102 Bestandteil des Vertrages geworden ist. Er enth�lt ihrer Meinung nach jedoch eine mit Art. 404 Abs. 1 OR nicht vereinbare Konventionalstrafe. Zul�ssig sei zwar Schadenersatz gem�ss Absatz 2, die Parteien d�rften ihn aber nicht im voraus pauschalieren; er sei ausserdem gar nicht ausgewiesen. Nach Ansicht der Kl�gerin hat der Honorarzuschlag, wie das Bundesgericht festgestellt habe, Schadenersatzcharakter. Im �brigen beruhe die bundesgerichtliche Praxis insoweit auf zwei heftig umstrittenen Pr�missen, als sie im Dienstleistungsgewerbe keine Vertr�ge sui generis zulasse und Art. 404 OR f�r zwingend erkl�re. Im Sinne des vom Bundesgericht gefundenen Auswegs lasse Art. 8.1 eine Vorwegpauschalierung von Schadenersatz zu, wobei es freilich kl�ger gewesen w�re, einen Prozentsatz der noch nicht erbrachten als der erbrachten Leistungen vorzusehen. Nach der zweiten Methode schulde ihr die Beklagte allenfalls Schadenersatz von Fr. 100'913.50.
b) W�hrend die fr�here Rechtsprechung die separate Herstellung von Skizzen, Bauprojekten, Ausf�hrungs- und Detailpl�nen vollumf�nglich und den Gesamt-Architektenvertrag mindestens hilfsweise dem Werkvertragsrecht unterstellte (BGE 63 II 176ff.), sind nach BGE 98 II 310 E. 3 in jedem Fall vorbehaltlos die Regeln des einfachen Auftrags anwendbar (best�tigt im Urteil vom 15. September 1977 i.S. Disch gegen Bertoli, in SJ 100/1978 S. 385 ff.).BGE 109 II 462 S. 465
Dem lag die Auffassung zugrunde, dass Projekte und Pl�ne der Architekten Ergebnisse geistiger Arbeit seien und daher nur Gegenstand eines Auftrags sein k�nnten. Der Werkvertrag beschr�nke sich auf die Herstellung k�rperlicher Werke.
Diese Ansicht wurde vom Bundesgericht in einem unver�ffentlichten Urteil vom 22. Dezember 1981 i.S. Adressen und Propagandazentrale Schaffhausen AG gegen DVD Daten-Verarbeitungs-Dienst AG erheblich abgeschw�cht und in einem neuesten Urteil vollends fallengelassen, indem es die T�tigkeit eines Geometers, der ein Baugrundst�ck zu vermessen und die Ergebnisse in einem Plan festzuhalten hatte, nach Werkvertragsrecht beurteilte (BGE 109 II 34 ff.). Zu den Konsequenzen dieser neuen Rechtsprechung f�r den Architektenvertrag wollte es sich indes nicht �ussern (S. 37 E. b). Bereits vor der amtlichen Publikation hat GAUCH (in Recht 1/1983 S. 132 ff.) dem Entscheid im Ergebnis zugestimmt, JEANPR�TRE (in JdT 131/1983 S. 270) �usserte sich eher skeptisch.
c) Was nach BGE 109 II 34 ff. f�r die T�tigkeit eines Geometers gilt, ist in gleicher Weise f�r den Architekten, der Ausf�hrungspl�ne und Kostenvoranschl�ge zu erstellen hat, von Bedeutung, allenfalls sogar, wenn er Bauprojekte ausarbeiten muss. Im Gegensatz zu BGE 98 II 310 E. 3 k�nnen derartige Arbeiten, wenn sie dem Architekten selbst�ndig �bertragen sind, durchaus auf einem Werkvertrag beruhen (ebenso DUCROT, in Baurecht 1983 S. 52 f.; GAUCH, Recht, S. 135/136; J�GGI, in SJZ 69/1973 S. 303; SCHLUEP, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/2 S. 903 f.). Andere Aufgaben wie Arbeitsvergebung und Bauaufsicht sind dagegen nach weitgehend unbestrittener Ansicht in der Literatur nur als Auftrag rechtlich fassbar.
d) Soweit ein Architektenvertrag sich beispielsweise auf das Erstellen von Pl�nen oder die Bauaufsicht beschr�nkt, ist er wohl problemlos entweder dem Werkvertragsrecht oder dem Auftragsrecht zuzuordnen. Schwieriger wird es, wenn der Architekt mit der Projektierung und Ausf�hrung der Baute insgesamt beauftragt ist. Dem verst�ndlichen Bestreben nach einheitlicher Subsumtion des Vertragsverh�ltnisses kam die Rechtsprechung seit BGE 98 II 310 E. 3 mit der vorbehaltlosen Anwendung von Auftragsrecht entgegen, wobei sie unbefriedigende Konsequenzen einfach in Kauf nahm oder mit Konstruktionen abwendete, wie sie noch zu erw�hnen sind. Anpassungsf�higere L�sungen, die analog etwa der fr�heren Praxis neben Auftragsrecht Elemente des Werkvertragsrechts zugelassen h�tten, verwarf sie mit der Begr�ndung, Art. 394 BGE 109 II 462 S. 466Abs. 2 OR schliesse im Bereich der Arbeitsleistungen Vertr�ge sui generis aus (BGE 106 II 159 E. a, BGE 104 II 110 E. 1). In der neueren Lehre ist das auf Kritik gestossen (BUCHER, in ZSR 102/1983 II S. 322 ff.; GAUCH, Recht, S. 136; GAUCH/SCHLUEP/J�GGI, 3. Aufl. Nr. 493; GUHL/MERZ/KUMMER, 7. Aufl. S. 445; HOFSTETTER, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/2 S. 24 ff.; J�GGI, S. 302 f.; MERZ, in ZBJV 116/1980 S. 20 f.; SCHLUEP, S. 903 f.; VISCHER, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/1 S. 313, PEDRAZZINI, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/1 S. 504 f.).
F�r die strenge Auslegung von Art. 394 Abs. 2 OR sprechen nach GAUTSCHI (N. 56 zu Art. 394 OR; ebenso SJZ 70/1974 S. 22 f.) neben dem Wortlaut auch die Gesetzesmaterialien. Indes belegt BUCHER (in ZSR 102/1983 II S. 286 f., 324 Anm. 74), dass diese Materialien den Schluss, der Gesetzgeber habe mit der Vorschrift die in Art. 19 OR verankerte Vertragsfreiheit einschr�nken wollen, nicht rechtfertigen. In der Tat beh�lt Art. 394 Abs. 2 OR auch als dispositives Recht durchaus seine Bedeutung. Nach Ansicht der Mehrheit der Kritiker kann das die Zulassung von Vertr�gen sui generis rechtfertigen; jedenfalls lassen sich gemischte Vertr�ge, bei denen Elemente eines anderen gesetzlichen Vertragstyps neben solchen des Auftragsrechts gegeben sind, ohne weiteres mit dem Wortlaut des Gesetzes vereinbaren (f�r diese Unterscheidung BGE 104 II 110 E. 1).
Art. 394 Abs. 2 OR zwingt demnach nicht dazu, ein komplexes Vertragsverh�ltnis wie den Architektenvertrag entweder ganz als Auftrag oder ganz als Werkvertrag zu beurteilen. Die Anerkennung gemischter Vertr�ge erlaubt den Vertragspartnern wie dem Richter, den Umst�nden angepasste L�sungen zu finden, die der Rechtswirklichkeit besser entsprechen als eine einheitliche Qualifikation. Alle Probleme sind damit freilich nicht gel�st. Wo wie bei der M�ngelhaftung nur einzelne Leistungen des Architekten zu beurteilen sind, ist eine Spaltung der Rechtsfolgen denkbar, indem sich etwa die Haftung f�r einen Planfehler aus Werkvertrag, jene f�r unsorgf�ltige Bauaufsicht aus Auftrag ergeben kann. Dagegen ist dieser Weg nicht gangbar, wenn die vorzeitige Aufl�sung eines Gesamtvertrages umstritten ist, der Auftrags- und Werkvertragselemente umfasst. Dabei kommt bei einem Projektierung und Bauausf�hrung umfassenden Architektenvertrag dem Vertrauensverh�ltnis zwischen dem Bauherrn und dem Architekten so viel Bedeutung zu, dass die Aufl�sungsregel des Art. 404 OR den Vorzug verdient.BGE 109 II 462 S. 467
e) Das jederzeitige Widerrufsrecht des Auftraggebers aus Art. 404 Abs. 1 OR ist nach st�ndiger Rechtsprechung zwingend; es kann vertraglich weder wegbedungen noch eingeschr�nkt werden (BGE 106 II 159 E. b, BGE 104 II 115 E. 4, BGE 103 II 130 E. 1, BGE 98 II 307 E. 2a). In der Lehre wird weniger dieser Grundsatz kritisiert als seine Anwendung auf F�lle, f�r die er nicht passe (GUHL/MERZ/KUMMER, S. 466; J�GGI, S. 304; HOFSTETTER, S. 48 und 53; BUCHER, in ZSR 102/1983 II S. 325; GAUCH, Recht, S. 134, 136; Derselbe, Der Unternehmer im Werkvertrag, 2. Aufl. N. 18). Danach soll es zwar f�r typische Auftragsverh�ltnisse, namentlich f�r unentgeltliche oder h�chstpers�nliche Auftr�ge, bei der strengen Ordnung von Art. 404 OR bleiben; dagegen soll f�r atypische Auftr�ge zum Beispiel eine Beendigung nach Werkvertragsrecht vereinbart werden k�nnen (so das Bundesgericht im Urteil vom 26. M�rz 1957 i.S. Sekundarschulgemeinde Uster gegen Ziegler, E. 4; ebenso TERCIER, in Baurecht 1979 S. 9; wohl auch BUCHER, in ZSR 102/1983 II S. 325 f.). Wie es sich damit verh�lt, braucht nicht entschieden zu werden, weil vorliegend nicht das Aufl�sungsrecht als solches, sondern nur der vereinbarte Honorarzuschlag streitig ist.
4. In st�ndiger Rechtsprechung schliesst das Bundesgericht aus Art. 404 Abs. 1 OR, dass das freie Widerrufsrecht nicht durch die Vereinbarung einer Konventionalstrafe erschwert werden darf (BGE 104 II 116 E. 4, BGE 103 II 130 E. 1). Die Vorinstanz sieht im Honorarzuschlag nach Art. 8.1 SIA-Norm 102 indes keine Konventionalstrafe, sondern eine nach Art. 404 Abs. 2 OR zul�ssige Schadenersatzvereinbarung.
a) Das Obergericht folgt damit dem bereits zitierten Urteil Disch (in SJ 100/1978 S. 385 ff.), in dem das Bundesgericht den streitigen Art. 8.1 f�r g�ltig erkl�rt hat, weil er keine Konventionalstrafe, sondern eine "appr�ciation anticip�e de dommage caus� � l'architecte" vorsehe. Eine derartige Abmachung der Parteien liege im Rahmen ihrer Vertragsfreiheit und entspreche hinsichtlich der Sch�digung der Lebenserfahrung. Die Beklagte bestreitet die Richtigkeit des Urteils, und auch die Kl�gerin sieht in ihm nicht mehr als einen vom Bundesgericht gefundenen Ausweg aus dem Dilemma, in das der Architektenvertrag wegen der zwingenden Natur von Art. 404 OR und der Verneinung der Vertr�ge sui generis bei Arbeitsleistungen geraten sei.
Kritik hat der Entscheid Disch nicht im Ergebnis, jedoch in der Begr�ndung erfahren. TERCIER (in Baurecht 1979 S. 9; ferner in BGE 109 II 462 S. 468Baurecht 1982 S. 9) sieht insbesondere im Honorarzuschlag weniger einen Schadenersatzanspruch als vielmehr eine Konventionalstrafe (�hnlich schon fr�her PERRIN, Le contrat d'architecte, S. 72; dem Urteil stimmt aus urheberrechtlicher Sicht zu: DESSEMONTET, in Hundert Jahre schweizerisches Obligationenrecht, S. 508). Eine vereinbarte Pauschalierung des Schadenersatzes lag schon BGE 83 II 531 E. 3 zugrunde und ist teilweise von der Lehre gebilligt, soweit die Pauschale nicht Straffunktion habe (HOFSTETTER, S. 52 Anm. 30; OSER/SCH�NENBERGER, N. 3 zu Art. 404 OR). Da die von den Parteien gew�hlte Bezeichnung nicht entscheidend sein kann (BGE 95 II 539 E. 5), ist im Einzelfall jedoch nicht zuverl�ssig feststellbar, ob die Pauschalierung Beweiserleichterung bringen oder Strafcharakter haben soll; es bed�rfte daf�r wohl einer Abkl�rung der Schadensh�he, womit aber die Pauschalierung illusorisch w�rde. Demgegen�ber bezweckt gerade die Konventionalstrafe, den Gl�ubiger vom Nachweis eines Schadens zu befreien (BGE 102 II 425 E. 4 mit Verweisung; GUHL/MERZ/KUMMER, S. 520; VON TUHR/ESCHER, S. 283).
Gem�ss Art. 8.1 SIA-Norm 102 braucht der Architekt einen Schaden nur nachzuweisen, soweit er mehr als 15% Honorarzuschlag verlangt. Das entspricht der gesetzlichen Ordnung der Konventionalstrafe in Art. 161 Abs. 1 OR. Nicht anders verhielte es sich, wenn Art. 8.1 abweichend vom Urteil Disch nicht Anspruch auf Schadenersatz, sondern auf ein bestimmtes Honorar f�r den Widerrufsfall begr�nden wollte, denn auch so w�rde er lediglich eine Rechtsfolge des Auftragsentzugs regeln.
b) Obschon daher entgegen der Begr�ndung im Urteil Disch der vereinbarte Honorarzuschlag keinem pauschalierten Schadenersatz, sondern einer Konventionalstrafe gleichkommt, zieht das nicht zwangsl�ufig deren Ung�ltigkeit nach sich. Infolge ihrer akzessorischen Natur ist sie zwar ung�ltig, wenn sie ein widerrechtliches oder unsittliches Versprechen bekr�ftigen soll (Art. 163 Abs. 2 OR). Soweit der Honorarzuschlag bedingungslos f�r jeden Auftragsentzug geschuldet ist, l�ge darin in der Tat ein Verstoss gegen das jederzeitige Widerrufsrecht. Indes kann gem�ss Art. 404 Abs. 2 OR ein rechtm�ssiger und wirksamer Widerruf dann Schadenersatzfolgen nach sich ziehen, wenn er zur Unzeit ausge�bt wird. Gleich muss es sich hinsichtlich der Zul�ssigkeit einer Konventionalstrafe verhalten. Darauf ist n�her einzutreten, falls die Vorinstanz den Widerruf, ohne gegen Bundesrecht zu verstossen, als unzeitig betrachten durfte.BGE 109 II 462 S. 469
c) Unzeitig ist nach Ansicht der Vorinstanz der Widerruf des Bauherrn nur, wenn der Architekt daf�r keinen sachlich vertretbaren Grund geliefert hat. Die Parteien anerkennen das zu Recht (BGE 104 II 320 E. b mit Hinweisen). Die Vorinstanz h�lt aufgrund der Vorbringen der Parteien f�r erwiesen, dass die Beklagte den Vertrag lediglich aus wirtschaftlichen �berlegungen widerrufen hat und nicht aus Gr�nden, die das Vertrauensverh�ltnis zwischen den Parteien betrafen. Die Beklagte hat diese Erw�gungen erfolglos mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde angefochten und kritisiert sie summarisch auch in ihrer Berufung. Indessen ist nicht nur die Frage nach dem Beweggrund f�r den Auftragsentzug (BGE 107 II 229 E. 4), sondern auch jene nach dem nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 107 II 224 E. b, 245 E. 5) tats�chlicher Natur und daher auf Berufung hin nicht �berpr�fbar.
Es er�brigt sich deshalb, im einzelnen auf die Einw�nde der Beklagten einzutreten. Hinsichtlich der Verzugszinsen bleibt immerhin festzuhalten, dass die Vorinstanz davon ausgeht, massgebender Zeitpunkt des Widerrufs sei der 13. Februar 1976 und nicht der 8. Juli 1977. Soweit sie dabei die entsprechenden Schreiben der Parteien auslegt und nicht bloss verbindlich feststellt, was die Beklagte tats�chlich ausgesagt hat, ist vor Bundesgericht dagegen mit dem blossen Hinweis auf ein paar Aktennummern nicht aufzukommen.
d) Die Vorinstanz nimmt insoweit zu Recht an, der Widerruf sei zur Unzeit erfolgt. Sie h�lt deshalb, �bereinstimmend mit dem Urteil Disch, die Schadenspauschale f�r begr�ndet. Es leuchte ein, dass ein Architekt seine Arbeit zum voraus planen und organisieren m�sse und daher durch den Widerruf zu Schaden komme, wobei der Nachweis der Schadensh�he praktisch kaum m�glich sei. In anderem Zusammenhang h�lt sie fest, die Beklagte habe anf�nglich zur Eile gedr�ngt, weshalb die Kl�gerin sich f�r ihren Grossauftrag habe einrichten und Kapazit�ten bereitstellen m�ssen. Dem h�lt die Beklagte entgegen, es sei nicht ersichtlich, worin der Schaden bestehe; die Kl�gerin behaupte nur entgangenen Gewinn, auf den sie unter dem Titel von Art. 404 Abs. 2 OR keinen Anspruch habe; dass sie andere Auftr�ge habe ablehnen oder Mitarbeiter entlassen m�ssen, sei nicht dargetan.
Die gegens�tzlichen Standpunkte zeigen deutlich, welche Konsequenzen es hat, im vereinbarten Honorarzuschlag Schadenersatz und keine Konventionalstrafe zu erblicken. So gibt Art. 404 Abs. 2 OR in der Tat keinen Anspruch auf Ersatz des entgangenen BGE 109 II 462 S. 470Gewinns, sondern nur auf Ausgleich der besonderen Nachteile als Folge des unzeitigen Widerrufs (BGE 106 II 160 E. c; Urteil vom 4. Oktober 1982 i.S. Stiftung f�r Jugendbildung der Firma Jugendkurhaus Rosenberg St. Gallen AG gegen Jugendkurhaus Rosenberg St. Gallen AG, S. 9; HOFSTETTER, S. 50; GAUTSCHI, N. 12e, 17d und 19a zu Art. 404 OR). Darin liegt ein Unterschied zur dienstvertraglichen Argumentation von BGE 83 II 532, wo die Pauschalierung auch den entgangenen Gewinn einschliessen konnte. Die Kl�gerin kann deshalb das entgangene Honorar nicht als Schaden im Sinne von Art. 404 Abs. 2 OR geltend machen. Dagegen entspricht es der Lebenserfahrung, dass bei einem umfangreichen Bauvorhaben (im vorliegenden Fall ging es um eine Bausumme von 27 Millionen Franken) der Architekt seinen Betrieb entsprechend ausbauen und andere Auftr�ge ausschlagen muss. Ob das dem Richter aber bereits erlaubt, ohne weitere konkrete Anhaltspunkte einen Betrag von Fr. 125'526.-- als Schadenersatz zuzusprechen, ist zweifelhaft. Wird der Betrag jedoch als Konventionalstrafe aufgefasst, erscheint dies ohne weiteres zul�ssig. Die H�he des Schadens beh�lt dabei ihre Bedeutung; sie kann Anlass geben, die Strafe im Sinne von Art. 163 Abs. 3 OR herabzusetzen (BGE 103 II 136). Es obliegt aber der Beklagten, nicht der Kl�gerin, einen Herabsetzungsgrund darzutun, und das ist vorliegend nicht geschehen.
Wird der Honorarzuschlag von 15% nach Art. 8.1 SIA-Norm als Konventionalstrafe verstanden, so erscheint auch die Vorschrift, den Zuschlag auf den bereits verdienten Honoraren zu berechnen, weniger paradox als bei der Konstruktion als Schadenersatz. Der Schaden, den der Architekt infolge Entzugs des Auftrags erleidet, d�rfte n�mlich - wie TERCIER (in Baurecht 1979 S. 9) zu Recht bemerkt - nicht gr�sser, sondern kleiner werden, je sp�ter der Widerruf erfolgt.
e) Mit neuer Begr�ndung, im Ergebnis jedoch �bereinstimmend mit dem angefochtenen Urteil und der bisherigen Rechtsprechung, bleibt es folglich dabei, dass Art. 8.1 der SIA-Norm 102 grunds�tzlich g�ltig und die Voraussetzung unzeitigen Widerrufs ausserdem erf�llt ist. Die Berechnung des Honorarzuschlags bestreitet die Beklagte im �brigen nicht, so dass das angefochtene Urteil zu best�tigen ist. Dass sie den Verzugszins erst ab 8. Juli 1977 gelten lassen will, beruht auf der Annahme, der Widerruf sei erst in jenem Zeitpunkt erfolgt; das hat sich bereits als unbegr�ndet erwiesen.BGE 109 II 462 S. 471
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 20. Januar 1983 best�tigt.
98 II 310,
109 II 34,
106 II 159,
104 II 110 suite... ,
103 II 130,
104 II 115,
98 II 307,
104 II 116,
83 II 531,
95 II 539,
102 II 425,
104 II 320,
107 II 224,
106 II 160,
83 II 532,
103 II 136
Art. 404 Abs. 2 OR,
art. 404 al. 1 CO suite... ,
Art. 163 Abs. 2 OR,
Art. 163 Abs. 3 OR