Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201996,%20317
Timestamp: 2020-01-23 01:22:20
Document Index: 275405409

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', '§ 945', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', '§ 717', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 922', '§ 890', 'BGH', 'BGH', '§ 945', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 945', '§ 717', 'BGH', 'BGH', '§ 308', '§ 331', '§ 333', '§ 137', '§ 333', '§ 333', '§ 137', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW-RR 1996, 317 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Bamberg, 24.08.1995
https://dejure.org/1995,806
BGH, 02.11.1995 - IX ZR 141/94 (https://dejure.org/1995,806)
BGH, Entscheidung vom 02.11.1995 - IX ZR 141/94 (https://dejure.org/1995,806)
BGH, Entscheidung vom 02. November 1995 - IX ZR 141/94 (https://dejure.org/1995,806)
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Parteizustellung - Ausland - Einstweilige Verfügung
ZPO §§ 945, 890 Abs. 2
Zivilprozeßordnung, § 945
OLG München, 25.01.1990 - 29 U 1821/89
LG München I, 29.04.1993 - 7 O 23035/91
OLG München, 26.05.1994 - 6 U 4622/93
OLG München - 29 U 1821/89 (Verfahren ohne Entscheidung erledigt)
BGHZ 131, 141
NJW 1996, 198
NJW-RR 1996, 317 (Ls.)
MDR 1996, 451
WM 1996, 275
DB 1996, 211
JR 1996, 371
JR 1996, 372
Nach insoweit abweichenden Urteil des Bundesgerichtshofs vom 2.11.1995 (NJW 1996 S. 198 ff) soll die Zustellung einer Unterlassungsverfügung im Parteibetrieb nur dann als Vollziehung genügen, wenn die Verfügung bereits die Androhung von Ordnungsmitteln enthält, anderen falls werde sie erst mit der Zustellung der nachträglich erwirkten Ordnungsmittelandrohung vollzogen.
Wer aus einem noch nicht endgültigen Titel die Vollstreckung betreibt, soll das Risiko tragen, dass sich sein Vorgehen nachträglich als unberechtigt erweist (BGH, Urteil vom 2. November 1995 - IX ZR 141/94, BGHZ 131, 141, 143;… Beschluss vom 22. Januar 2009 - I ZB 115/07, BGHZ 180, 72 Rn. 16;… Urteil vom 10. Juli 2014 - I ZR 249/12, WM 2015, 978 Rn. 14).
§ 945 ZPO beruht - ebenso wie die Vorschrift des § 717 Abs. 2 ZPO, die die Schadensersatzverpflichtung des Gläubigers bei einer Vollstreckung aus einem für vorläufig vollstreckbar erklärten Urteil regelt, das später aufgehoben oder abgeändert wurde - auf dem Rechtsgedanken, dass die Vollstreckung aus einem noch nicht endgültigen Vollstreckungstitel auf Gefahr des Gläubigers erfolgt (BGH, Urteil vom 2. November 1995 - IX ZR 141/94, BGHZ 131, 141, 143;… Urteil vom 20. Juli 2006 - IX ZR 94/03, BGHZ 168, 352 Rn. 40).
Vielmehr ist ein darüber hinausgehendes Verhalten erforderlich, das zumindest einen gewissen Vollstreckungsdruck erzeugt (BGHZ 131, 141, 144;… BGHZ 168, 352 Rn. 15; BGH…, Beschluss vom 22. Januar 2009 - I ZB 115/07, BGHZ 180, 72 Rn. 16).
Deshalb setzt der für eine Schadensersatzpflicht nach § 945 ZPO notwendige Vollstreckungsdruck voraus, dass der Schuldner das durch die einstweilige Verfügung verhängte Verbot beachten und im Fall der Zuwiderhandlung mit der Verhängung von Ordnungsmitteln rechnen muss (vgl. BGH, Urteil vom 22. Oktober 1992 - IX ZR 36/92, BGHZ 120, 73, 82; BGHZ 131, 141, 143;… BGHZ 180, 72 Rn. 16).
Bei Unterlassungsverfügungen leitet der Titelgläubiger die Vollstreckung durch die zur Wirksamkeit der Beschlussverfügung erforderliche Parteizustellung (§ 922 Abs. 2 ZPO) ein, wenn der zugestellte Titel - wie hier - die in § 890 Abs. 1 ZPO vorgesehenen Ordnungsmittel zugleich androht (BGHZ 131, 141, 143 f).
Der durch die Anordnung von Ordnungsmitteln durch den Verfügungskläger aufgebaute Vollstreckungsdruck stellt die innere Rechtfertigung für dessen scharfe, verschuldensunabhängige Haftung dar, wenn sich die einstweilige Verfügung als von Anfang an ungerechtfertigt erweist (BGHZ 131, 141, 144).
Der Schuldner wird nicht zum Ungehorsam gegenüber dem Unterlassungsgebot gezwungen, um einen Anspruch nach § 945 ZPO zu erlangen; denn die für die Vollziehung ausreichende Zwangswirkung und damit die Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch des Verfügungsbeklagten tritt unabhängig von einer Zuwiderhandlung bereits mit der Androhung von Ordnungsmitteln ein (BGHZ 131, 141, 143 f).
Unter "Vollziehung" in diesem Sinne ist die Einleitung der Zwangsvollstreckung aus dem Arrest oder aus der einstweiligen Verfügung zu verstehen (BGH 2. November 1995 - IX ZR 141/94 - Rn. 9, BGHZ 131, 141).
(c) Es kann dahinstehen, ob allein die Zustellung einer Unterlassungsverfügung im Parteibetrieb als Vollziehung genügt oder zusätzlich noch eine Ordnungsmittelandrohung im Titel notwendig ist (…vgl. zum Meinungsstand BGH 13. April 1989 - IX ZR 148/88 - Rn. 27, NJW 1990, 122;… OLG Hamburg 2. November 2006 - 3 U 256/05 - Rn. 62; BGH 2. November 1995 - IX ZR 141/94 - Rn. 16, BGHZ 131, 141).
dd) Damit bestand nach Zustellung der Verfügung für die Beklagte der notwendige Vollstreckungsdruck zur Beachtung des gerichtlichen Verbots, der die innere Rechtfertigung für eine verschuldensunabhängige Haftung der Klägerin nach § 945 ZPO darstellt, wenn sich die einstweilige Verfügung als von Anfang an ungerechtfertigt erweist (vgl. BGH, Urteil vom 2. November 1995 - IX ZR 141/94, BGHZ 131, 141, 144;… BGHZ 168, 352 Rn. 15).
Derjenige, der die Vollstreckung aus einem noch nicht endgültigen Titel betreibt, soll das Risiko tragen, dass sich sein Vorgehen nachträglich als unberechtigt erweist (BGHZ 131, 141, 143) .
Wie der Senat bereits entschieden hat, geht aus dieser Regelung hervor, daß das Gesetz unter Vollziehung des Arrests und der einstweiligen Verfügung die Zwangsvollstreckung versteht (BGHZ 120, 73, 77; 131, 141, 143).
Etwas anderes ergibt sich nicht aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (WRP 1996, 104), wonach die wirksame Vollziehung einer Unterlassungsverfügung auch voraussetzt, dass diese aufgrund eines Antrags des Antragstellers auch eine Androhung von Ordnungsmitteln enthält.
Unterlassung des Inverkehrbringens nachgeahmter Leuchten; Herstellung und …
Vollziehung im Sinne des § 945 ZPO bedeutet nichts anderes als Vollstreckung (BGH NJW 1996, 198 ff.; BGHZ 120, 73, 77).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 02.11.1995, veröffentlicht unter anderem in BGHZ 131, 141 ff. = NJW 1996, 198 ff. = WRP 1996, 104 ff.) beruht § 945 ZPO ebenso wie § 717 ZPO nämlich auf dem Rechtsgedanken, derjenige, der die Vollstreckung aus einem noch nicht endgültigen Titel betreibe, habe das Risiko zu tragen, dass sich sein Vorgehen nachträglich als unberechtigt erweist.
Denn die Schadenersatzpflicht kann nie allein durch das Erwirken des Titels, sondern erst durch ein darüber hinausgehendes Verhalten, das zumindest einen gewissen Vollstreckungsdruck erzeugt, begründet werden (BGH, a.a.O., NJW 1996, 198, 199 unter Hinweis auf BGH NJW 1988, 3268, 3269).
OLG Rostock, 24.05.2006 - 6 U 242/05
Anforderungen an die Vollziehung einer Gebotsverfügung
LSG Berlin-Brandenburg, 14.03.2012 - L 7 KA 116/09
Honorarstreit - Abwälzung einer Zinslast auf den Vertragszahnarzt - …
OLG Hamm, 18.02.2002 - 23 W 247/01
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LG München I, 18.04.2012 - 11 O 7897/12
Vergaberecht: Einstweilige Verfügung in unterschwelligen Vergabeverfahren
LG Düsseldorf, 24.02.2011 - 4a O 277/10
Dopamin II
OLG Dresden, 25.06.1998 - 14 W 313/98
Feststellung einer Versäumung der Frist für die Vollziehung einer einstweiligen …
OLG Jena, 03.03.2011 - 1 U 775/10
LG Düsseldorf, 24.02.2011 - 4a O 273/10
OLG Jena, 26.10.2010 - 5 U 539/10
OLG Bamberg, 24.08.1995 - 2 UF 56/95
https://dejure.org/1995,4973
OLG Bamberg, 24.08.1995 - 2 UF 56/95 (https://dejure.org/1995,4973)
OLG Bamberg, Entscheidung vom 24.08.1995 - 2 UF 56/95 (https://dejure.org/1995,4973)
OLG Bamberg, Entscheidung vom 24. August 1995 - 2 UF 56/95 (https://dejure.org/1995,4973)
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Berufung des Unterhaltspflichtigen wegen des Erlasses eines verfahrensfehlerhaften Endurteils; Versäumnisurteil oder Endurteil als Ausgangsfrage des Verfahrens; Verhandeln des Beklagten zur Sache als Voraussetzung für den Erlass eines kontradiktorischen Endurteils und ...
ZPO § 308, § 331, § 333
AG Obernburg a. Main, 09.03.1995 - F 328/94
NJW-RR 1996, 317
FamRZ 1996, 495
Das Erfordernis der Antragstellung kann dann entfallen, wenn sich das Verhalten einer Partei als derartige Teilnahme am Prozessgeschehen darstellt, dass sie auf eine bestimmte Entscheidung des Gerichts in der Sache gerichtet ist (vgl. OLG Bamberg 24. August 1995 - 2 UF 56/95 - NJW-RR 1996, 317 mwN).
Von daher genügt es, wenn sich der Wille zur Abwehr des Antrags des Gegners aus dem Vorbringen ergibt, ohne dass eine nach den Ordnungsvorschriften der §§ 137, 297 ZPO an sich gebotene Antragstellung erfolgt (so zutreffend OLG Bamberg 24. August 1995 - 2 UF 56/95 - aaO mwN).
Aus Gründen der prozessualen Klarheit und wegen der Notwendigkeit, die Sachentscheidungsbefugnis des Gerichts abzugrenzen, bedarf es einer konkreten, auf die Sachentscheidung des Gerichts ausgerichteten Antragstellung (so auch OLG Frankfurt a.M. 23. Oktober 1997 - 3 U 115/96 - NJW-RR 1998, 280; dagegen offengelassen von OLG Bamberg 24. August 1995 - 2 UF 56/95 - NJW-RR 1996, 317, 318).
Ob zusätzlich zur Erörterung die Stellung der Anträge in der mündlichen Verhandlung erforderlich ist (…bejahend: MK-ZPO, 2. Aufl., Rdnr. 2 zu § 333;… Zöller, ZPO-Komm., 22. Aufl., Rdnr. 1 zu § 333;… verneinend: Stein-Jonas, a.a.O.; OLG Bamberg, NJW-RR 96, 317), kann letztlich dahinstehen, denn die Klägerin hat in der mündlichen Verhandlung vom 21.08.2001 Anträge gestellt (vgl. nachstehend unter b bb).
Das Erfordernis der Antragstellung kann dann entfallen, wenn sich das Verhalten einer Partei als derartige Teilnahme am Prozessgeschehen darstellt, dass sie auf eine bestimmte Entscheidung des Gerichts in der Sache gerichtet ist (vgl. OLG Bamberg 24. August 1995 - 2 UF 56/95 - NJW-RR 1996, 317 mwN) .
Von daher genügt es, wenn sich der Wille zur Abwehr des Antrags des Gegners aus dem Vorbringen ergibt, ohne dass eine nach den Ordnungsvorschriften der §§ 137, 297 ZPO an sich gebotene Antragstellung erfolgt (so zutreffend OLG Bamberg 24. August 1995 - 2 UF 56/95 - aaO mwN) .
Die Kammer folgt der seit längerem gefestigten Rechtsprechung (BGH NJW 1965, 397; BGH NJW 1972, 1373; OLG Hamm, NJW 1974, 1097; OLG Bamberg, NJW-RR 1996, 317), dass ein Verhandeln zur Sache nicht in jedem Fall das Stellen eines Antrags erfordert, und dass insbesondere die Partei, die die Abweisung der Klage begehrt, nicht ausdrücklich einen dahingehenden Antrag zu stellen braucht.