Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Eingruppierung_Oberarzt_LAG-Mecklenburg-Vorpommern_3Sa190-08.html
Timestamp: 2017-09-21 01:19:12
Document Index: 51847883

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 1', '§ 12', '§ 70', '§ 12', '§ 1', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 92', '§ 12', '§ 72']

HENSCHE Arbeitsrecht: 3 Sa 190/08
Schlag­worte: TV-Ärzte, Tarifvertrag, Eingruppierung, Oberarzt: Eingruppierung
Akten­zeichen: 3 Sa 190/08
Ent­scheid­ungs­datum: 21.01.2009
Leit­sätze: Ein Teil­be­reich im Sin­ne von § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te kann u.a. grundsätz­lich nur im Fal­le der Un­ter­stel­lung ärzt­li­chen Per­so­nals an­ge­nom­men wer­den.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Rostock, Urteil vom 7.05.2008, 4 Ca 590/07
I. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ros­tock vom 07.05.2008 ab­geändert.
III. Die Re­vi­si­on ge­gen die­se Ent­schei­dung wird zu­ge­las­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die Ver­pflich­tung des be­klag­ten Lan­des, den Kläger mit Wir­kung ab dem 01.07.2006 bis ein­sch­ließlich 30.04.2008 als Ober­arzt gemäß § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 Stu­fe 3 der An­la­ge B1 zum Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken vom 30.10.2006 (künf­tig: TV-Ärz­te) zu vergüten.
Der Kläger war spätes­tens seit dem 01.02.2001 auf der Grund­la­ge der Tätig­keits­dar­stel­lung und -be­wer­tung vom 23.01.2001 (Blatt 39 bis 43, Band I d. A.) als Lei­ter des Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bors und Kon­troll­lei­ter für die Stamm­zell­pro­duk­ti­on gemäß dem Arz­nei­mit­tel­ge­setz tätig. Der Kläger er­hielt zu­letzt ei­ne Vergütung nach der Ent­gelt­grup­pe 14 (E 14) TVÜ-L (ent­spricht Vergütungs­grup­pe I b BAT-O). Dem Kläger wa­ren die Mit­ar­bei­te­rin­nen Dr. K. (Na­tur­wis­sen­schaft­le­rin; Zy­to­ge­ne­tik) und F. (MTA; Zy­to­ge­ne­tik) ständig un­mit­tel­bar un­ter­stellt. Zwi­schen den Par­tei­en ist strei­tig, ob dem Kläger zu­dem die Mit­ar­bei­te­rin­nen E. (MTA; Zy­to­lo­gie und His­to­lo­gie), K2 (MTA; Mo­le­ku­lar­bio­lo­gie), B (MTA; Zell­bio­lo­gie) so­wie A. (Arzt­hel­fe­rin; Stamm­zell­pro­duk­ti­on) ständig un­mit­tel­bar un­ter­stellt wa­ren.
fest­zu­stel­len, dass das be­klag­te Land ver­pflich­tet ist, den Kläger rück­wir­kend seit dem 01.07.2006 bis ein­sch­ließlich 30.04.2008 in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 Stu­fe 3 des Ta­rif­ver­tra­ges für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken (TV-Ärz­te) ein­zu­stu­fen.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des erst­in­stanz­li­chen Tat­sa­chen­vor­tra­ges wird auf den Tat­be­stand der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung vom 07.05.2008 Be­zug ge­nom­men.
Das Ar­beits­ge­richt Ros­tock hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben und im We­sent­li­chen ar­gu­men­tiert, die Kla­ge sei als Fest­stel­lungs­kla­ge zulässig. Im Übri­gen sei die Kla­ge auch be­gründet. Der Kläger fal­le gemäß § 1 Abs. 1 Sätze 1 und 2 in Ver­bin­dung mit der Pro­to­kollerklärung zu Ab­satz 1 TV-Ärz­te un­ter den Gel­tungs­be­reich des be­nann­ten Ta­rif­ver­tra­ges. Auch sei der Kläger als Ober­arzt gemäß § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te zu vergüten. Denn die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 set­ze ei­ne Fach­arzt­qua­li­fi­ka­ti­on nicht vor­aus. Dem Kläger sei die La­bor­lei­tertätig­keit im ta­rif­li­chen Sin­ne über­tra­gen wor­den. Der Kläger ha­be zeit­lich min­des­tens zur Hälf­te die­se Tätig­keit aus­geübt. Das von dem Kläger zu lei­ten­de La­bor stel­le ei­nen Funk­ti­ons­be­reich im ta­rif­li­chen Sin­ne dar.
Ge­gen die­se am 15.05.2008 zu­ge­gan­ge­ne Ent­schei­dung rich­tet sich die am 16.06.2008 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein­ge­gan­ge­ne Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des nebst der - nach ent­spre­chen­der ge­richt­li­cher Frist­verlänge­rung - am 15.08.2008 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein­ge­gan­ge­nen Be­gründung.
Das be­klag­te Land hält an der erst­in­stanz­li­chen Rechts­auf­fas­sung fest.
Die Kla­ge sei un­zulässig. Dem Kläger sei es möglich ge­we­sen, ei­ne Leis­tungs­kla­ge zu er­he­ben, da der Leis­tungs­zeit­raum (01.07.2006 bis 30.04.2008) fest­ge­stan­den ha­be. Die Kla­ge sei zu­dem un­be­gründet. Der Kläger un­ter­fal­le be­reits nicht dem TV-Ärz­te, da er nicht über­wie­gend Auf­ga­ben in der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung wahr­ge­nom­men ha­be. Je­den­falls un­ter­fal­le der Kläger je­doch nicht der Ent­gelt­grup­pe Ä 3. Zum ei­nen set­ze die be­nann­te Ent­gelt­grup­pe die Fach­arzt­qua­li­fi­ka­ti­on vor­aus. Zum an­de­ren könne das Häma­to­lo­gi­sche La­bor nicht als "Funk­ti­ons­be­reich" im ta­rif­li­chen Sin­ne ver­stan­den wer­den. In­so­weit feh­le es be­reits an dem not­wen­di­gen Merk­mal ei­nes wis­sen­schaft­lich an­er­kann­ten Spe­zi­al­ge­bie­tes. Auch die ta­rif­li­che Be­griff­lich­keit des Teil­be­rei­ches sei nicht ge­ge­ben. Denn auch in­so­weit müsse es sich in­halt­lich um ein Spe­zi­al­ge­biet han­deln, was vor­lie­gend ge­ra­de nicht der Fall sei. Selbst wenn man den "Teil­be­reich" ab­wei­chend von dem "Funk­ti­ons­be­reich" de­fi­nie­ren wol­le, so sei­en die Vor­aus­set­zun­gen hier gleich­wohl nicht erfüllt. Dem Kläger sei die "me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung" im ta­rif­li­chen Sin­ne nicht über­tra­gen wor­den. Die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung und da­mit auch die Lei­tung müsse sich auf den ge­sam­ten Be­reich der Pa­ti­en­ten­be­hand­lung in dem be­tref­fen­den Be­reich er­stre­cken. Dies schließe ins­be­son­de­re die Ver­ant­wor­tung hin­sicht­lich der Durchführung der Pa­ti­en­ten­be­hand­lung für die in die­sem Be­reich dem Arzt un­ter­stell­ten ärzt­li­chen und nichtärzt­li­chen Beschäftig­ten ein. Vor­lie­gend ha­be der Kläger ge­ra­de nicht die Ver­ant­wor­tung hin­sicht­lich der Durchführung der Pa­ti­en­ten­be­hand­lung ge­tra­gen. Außer­dem sei dem Kläger die La­bor­lei­tung nicht auf Grund aus­drück­li­cher An­ord­nung über­tra­gen wor­den. Sch­ließlich sei der Kläger in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nach der Vergütungs­grup­pe I b Fall­grup­pe 13 der An­la­ge 1a zum BAT-O vergütet wor­den. Ei­ne Vergütung nach der Vergütungs­grup­pe I a Fall­grup­pe 7 der An­la­ge 1a zum BAT-O ha­be er nicht gel­tend ge­macht. Mit­hin grei­fe die Aus­schluss­frist nach § 70 BAT-O.
1. das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ros­tock vom 07.05.2008, Gz. 4 Ca 590/07, wird auf­ge­ho­ben.
Der Kläger ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung un­ter Be­ru­fung auf die dor­ti­gen Ausführun­gen.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten im Be­ru­fungs­rechts­zug wird auf die in­so­weit zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.
Die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ros­tock vom 07.05.2008 - Ak­ten­zei­chen 4 Ca 590/07 - ist zulässig und be­gründet. Zwar ist die Kla­ge als Fest­stel­lungs­kla­ge - ent­ge­gen der Auf­fas­sung des be­klag­ten Lan­des - zulässig (I.). Je­doch ist die Kla­ge un­be­gründet (II.).
Das Ar­beits­ge­richt Ros­tock hat rechts­feh­ler­frei in Aus­wer­tung der maßgeb­li­chen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­rich­tes die Zulässig­keit der Fest­stel­lungs­kla­ge be­jaht. Zur Ver­mei­dung unnöti­ger Wie­der­ho­lun­gen schließt sich das er­ken­nen­de Ge­richt in­so­weit den Ausführun­gen in der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung an.
Die Kla­ge ist je­doch nicht be­gründet. Der Kläger verfügt ge­genüber dem be­klag­ten Land nicht über ei­nen An­spruch auf Vergütung nach § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 Stu­fe 3 TV-Ärz­te für die Zeit vom 01.07.2006 bis zum 30.04.2008.
1. Der Kläger un­terfällt - ent­ge­gen der Auf­fas­sung des be­klag­ten Lan­des - dem Gel­tungs­be­reich des TV-Ärz­te.
Gemäß § 1 Abs. 1 Sätze 1 und 2 in Ver­bin­dung mit der Pro­to­kollerklärung zu Nr. 1 TV-Ärz­te fin­det der Ta­rif­ver­trag u. a. An­wen­dung auf Ärz­tin­nen und Ärz­te an ei­ner Uni­ver­sitätskli­nik, die in ärzt­li­chen Ser­vice­be­rei­chen in der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung ein­ge­setzt sind (bei­spiel­haft auf­geführt: Pa­tho­lo­gie, La­bor so­wie Kran­ken­haus­hy­gie­ne). In sol­chen Be­rei­chen müssen mit­hin Ar­beits­leis­tun­gen er­bracht wer­den, die nicht le­dig­lich z. B. der For­schung und Leh­re die­nen, son­dern in ei­ne kon­kre­te Pa­ti­en­ten­be­hand­lung der je­wei­li­gen Kli­nik einmünden.
Die be­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen sind vor­lie­gend erfüllt. Denn die von dem Kläger ver­rich­te­ten Tätig­kei­ten als Lei­ter des Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bors so­wie als Kon­troll­lei­ter für die Stamm­zell­pro­duk­ti­on gemäß AMG auf der Grund­la­ge der Tätig­keits­dar­stel­lung und -be­wer­tung vom 23.01.2001 flos­sen zu mehr als 50 Pro­zent in die Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung ein.
Die­ses Er­geb­nis recht­fer­tigt sich - wor­auf das Ar­beits­ge­richt Ros­tock zu Recht hin­ge­wie­sen hat - aus dem in­so­weit sub­stan­ti­ier­ten Vor­trag des Klägers.
Im Ein­zel­nen hat der Kläger zu den Zif­fern 2 und 3 (Zell­bio­lo­gie; Stamm­zell­pro­duk­ti­on) de­tail­liert wie folgt vor­ge­tra­gen:
"Der zwei­te Be­reich des Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bors ist das Mild­red-Scheel-La­bor für Kno­chen­mark- und Blut­stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on. Die­ses La­bor dient der arz­nei­mit­tel-recht­li­chen Her­stel­lung von Kno­chen­mark- und Blut­stamm­zell­trans­plan­ta­ten für (ziel)ge-rich­te­te Stamm­zell­spen­den (d. h. ein Trans­plan­tat wird ge­zielt für ei­nen Pa­ti­en­ten, der vor der Ge­win­nung be­kannt ist, her­ge­stellt). Oh­ne ein La­bor die­ser Art wäre der Be­trieb der Sta­ti­on 2 KIM (Mild­red-Scheel-Sta­ti­on für Kno­chen­mark- und Blut­stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on) nicht möglich.
Die Kno­chen­mark- und Blut­stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on ermöglicht die Be­hand­lung ei­nes Pa­ti­en­ten mit so hoch­do­sier­ten Che­mo­the­ra­peu­ti­ka, die al­lei­ne ge­ge­ben die Blut­bil­dung so stark schädi­gen würden, dass der Pa­ti­ent ver­ster­ben kann. Die Ge­win­nung der Stamm­zel­len der Blut­bil­dung, mit nach­fol­gen­der Auf­be­rei­tung und La­ge­rung in tief­kal­tem flüssi­gen Stick­stoff im La­bor ermögli­chen ei­nen Wie­der­auf­bau der pa­ti­en­ten­ei­ge­nen Blut­bil­dung durch die Trans­plan­ta­ti­on der Stamm­zel­len nach Che­mo­the­ra­pie (au­to­lo­ge Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on).
Ist das Kno­chen­mark Ur­sprung der Tu­mor­er­kran­kung (z. B. aku­te Leukämie), ist es not-wen­dig, Blut­stamm­zel­len oder Kno­chen­mark von ei­nem ge­sun­den Spen­der zu trans-plan­tie­ren. Auch die­se Trans­plan­ta­te wer­den in ähn­li­cher Wei­se im La­bor auf­ge­ar­bei­tet wie pa­ti­en­ten­ei­ge­ne Trans­plan­ta­te. In die­sen Fällen han­delt es sich um so­ge­nann­te al­lo­ge­ne Trans­plan­ta­te."
Die­sem kon­kre­ten Tat­sa­chen­vor­trag ist das be­klag­ten Land - auch in der Be­ru­fungs­in­stanz - nicht, je­den­falls nicht sub­stan­ti­iert, ent­ge­gen­ge­tre­ten.
Zif­fer 5 der be­nann­ten Tätig­keits­dar­stel­lung (Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung) erfüllt un­strei­tig die oben ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen.
Die in Zif­fer 1 der Tätig­keits­dar­stel­lung (Durch­fluss­zy­to­me­trie) die­nen - je­den­falls zum Teil - nach dem spe­zi­fi­zier­ten Vor­trag des Klägers eben­falls der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung. Der Kläger führt in­so­weit wie folgt aus:
"In der Ein­lei­tung des Ka­pi­tels über Aku­te Leukämi­en wird dar­ge­stellt, dass die Dia­gnos­tik seit 1976 auf mor­pho­lo­gi­schen und Im­munphäno­ty­pi­schen (durch­fluss­zy­to­me­tri­schen) Kri­te­ri­en be­ruht. Die ak­tu­ell zur Klas­si­fi­zie­rung und Be­hand­lungs­stra­te­gie der Leukämi­en an­ge­wen­de­te WHO Klas­si­fi­ka­ti­on um­fasst wei­ter­hin die Tu­mor­zy­to­ge­ne­tik und Mo­le­ku­lar­bio­lo­gie.
Das von dem Kläger ge­lei­te­te Häma­to­lo­gi­sche Spe­zi­al­la­bor ist ge­nau in die­se Be­rei­che auf­ge­glie­dert um die­se Dia­gnos­tik nach dem Stand der Me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft zu ermögli­chen. Der Ver­gleich der da­zu un­ter­stell­ten Ar­beits­platz­in­ha­ber aus dem Punkt 4.1 der Tätig­keits­be­schrei­bung vom 23.01.2001 bil­det dies ab:
Al­le die­se dia­gnos­ti­schen Be­rei­che die­nen primär der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung und er­lau­ben nur in Sum­me die Klas­si­fi­zie­rung, Ri­si­ko­abschätzung zur Er­stel­lung der Be­hand­lungs­stra­te­gie und den Nach­weis ei­nes Rück­falls bei Pa­ti­en­ten mit Leukämi­en und Lymph­drüsen­krebs (Lym­phom)."
Auch die­sem Vor­trag ist das be­klag­te Land we­der erst­in­stanz­lich noch zweit­in­stanz­lich de­tail­liert ent­ge­gen­ge­tre­ten. So­weit das be­klag­te Land in­so­weit vorträgt, hin­sicht­lich Zif­fer 1 der Tätig­keits­dar­stel­lung sei in Höhe von 10 Pro­zent ei­ne Tätig­keit für For­schung und Leh­re zu berück­sich­ti­gen, so kann die­ser Vor­trag als zu­tref­fend un­ter­stellt wer­den, da un­ter Berück­sich­ti­gung der oben ge­nann­ten Tat­sa­chen zu Guns­ten des Klägers von ei­nem Tätig­keits­um­fang zur Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung in Höhe von je­den­falls 60 Pro­zent aus­ge­gan­gen wer­den kann, wo­bei of­fen blei­ben kann, ob Zif­fer 4 (Qua­litäts­si­che­rung) der Tätig­keits­dar­stel­lung eben­falls der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung zu­zu­ord­nen ist.
2. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­rich­tes Ros­tock verfügt der Kläger gleich­wohl nicht über ei­nen An­spruch ge­gen das be­klag­te Land auf Vergütung nach § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te.
Gemäß § 12 TV-Ärz­te sind Ärz­te ent­spre­chend ih­rer nicht nur vorüber­ge­hend und zeit­lich min­des­tens zur Hälf­te aus­zuüben­den Tätig­keit wie folgt ein­grup­piert:
Ent­gelt­grup­pe Be­zeich­nung
Ä 1 Ärz­tin/Arzt mit ent­spre­chen­der Tätig­keit
Ä 2 Fachärz­tin/Fach­arzt mit ent­spre­chen­der Tätig­keit
Ä 3 Ober­arzt/Oberärz­tin
Ober­arzt ist fer­ner der Fach­arzt in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert.
Ä 4 Fachärz­tin/Fach­arzt, der/dem die ständi­ge Ver­tre­tung des lei­ten­den Arz­tes (Chef­arzt) vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist.
Pro­to­kollerklärung: Ständi­ger Ver­tre­ter ist nur der Arzt, der den lei­ten­den Arzt in der Ge­samt­heit sei­ner Dienst­auf­ga­ben ver­tritt. Das Tätig­keits­merk­mal kann da­her in­ner­halb ei­ner Kli­nik nur von ei­ner Ärz­tin/ei­nem Arzt erfüllt wer­den.)
Dies­bezüglich ha­ben die TdL und der Mar­bur­ger Bund in der Nie­der­schrifts­erklärung zum Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken vom 03.11.2006 - so­weit hier von Be­deu­tung - fol­gen­des fest­ge­hal­ten:
"Die Fachärz­tin oder Fach­arzt, die/der am 31.10.2006 den Ti­tel Oberärz­tin oder Ober­arzt führt, behält die­se Be­rech­ti­gung zum Führen des Ti­tels. Ei­ne Ein­grup­pie­rung nach Ä 3 ist da­mit nicht ver­bun­den. Die Über­lei­tung er­folgt aus­sch­ließlich nach dem TVÜ-Ärz­te, rich­tet sich al­so da­nach, ob und seit wann die Vor­aus­set­zun­gen des § 12 TV-Ärz­te für ei­ne Ein­grup­pie­rung nach Ä 3 vor­lie­gen. Ei­ne vor­he­ri­ge miss­bräuch­li­che Ent­zie­hung der Tätig­keit ist nicht zulässig.
Bis zum 31.10.2006 wur­de un­ter der Gel­tung des BAT/BAT-O zwi­schen Fach­arzt ei­ner­seits und Ober­arzt an­de­rer­seits nicht un­ter­schie­den. Die Ein­grup­pie­rung Ober­arzt wird zum 01.11.2006 neu ge­schaf­fen.
Die neue Ein­grup­pie­rung "Oberärz­tin/Ober­arzt" (Ä 3) ent­spricht vor al­lem dem Wunsch des Mar­bur­ger Bun­des in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen. Die TdL hat­te ei­ne Zu­la­gen­re­ge­lung je nach Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Fach­arz­tes an­ge­bo­ten.
Da vor dem 01.11.2006 kei­ne ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung Ä 3 be­steht, muss in je­dem Ein­zel­fall bei der Über­lei­tung fest­ge­stellt wer­den, ob die Vor­aus­set­zun­gen des § 12 TV-Ärz­te für ei­ne Ein­grup­pie­rung nach Ä 3 vor­lie­gen.
Die Führung des Ti­tels "Ober­arzt" vor dem 01.11.2006 kann ein An­halts­punkt sein. Die not­wen­di­ge po­si­ti­ve Fest­stel­lung der Vor­aus­set­zun­gen wird da­durch aber nicht er­setzt. Die Ver­ga­be des Ti­tels "Ober­arzt" er­folg­te vor dem 01.11.2006 nach an­de­ren Grund­la­gen als die Ein­grup­pie­rung nach § 12 TV-Ärz­te. Auch ist die Ver­ga­be des Ti­tels an den Kli­ni­ken und Stand­or­ten sehr un­ter­schied­lich ge­hand­habt wor­den. Die aus­schlag­ge­ben­den Kri­te­ri­en können mit § 12 TV-Ärz­te übe­rein­stim­men, es können aber auch an­de­re ge­we­sen sein. Die Führung des Ti­tels "Ober­arzt" vor dem 01.11.2006 als sol­che ist kein ab­sch­ließen­des Kri­te­ri­um.
Für die Über­lei­tung in die Ein­grup­pie­rung Ä 3 Ober­arzt ist al­lein § 12 TV-Ärz­te maßge­bend.
Un­ter Berück­sich­ti­gung der vor­be­nann­ten Maßga­ben kommt da­nach ei­ne Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 nur dann in Be­tracht, wenn der be­tref­fen­de Arzt zeit­lich min­des­tens mit der Hälf­te der von ihm aus­zuüben­den Tätig­kei­ten die An­for­de­rungs­kri­te­ri­en des ein­grup­pie­rungs­recht­lich "neu ge­schaf­fe­nen Ober­arz­tes" erfüllt. Ober­arzt ist dem­nach der­je­ni­ge Arzt, dem ent­we­der die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik bzw. Ab­tei­lung vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist (§ 12 Eg, Ä 3 Ers­te Al­ter­na­ti­ve TV-Ärz­te) oder aber der­je­ni­ge Fach­arzt in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert (§ 12 Eg Ä 3, Zwei­te Al­ter­na­ti­ve).
Um vor­lie­gend ab­sch­ließend klären zu können, ob die vor­be­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, be­darf es zunächst zum Zweck ei­ner nähe­ren Kon­kre­ti­sie­rung ei­ner Aus­le­gung der nicht näher be­stimm­ten For­mu­lie­run­gen der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 in § 12 TV-Ärz­te.
Die Aus­le­gung des nor­ma­ti­ven Teils ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges er­folgt da­bei nach den für die Aus­le­gung von Ge­set­zes maßgeb­li­chen Vor­ga­ben. Zu er­mit­teln ist da­nach der maßgeb­li­che Sinn ei­ner nor­ma­ti­ven Ta­rif­re­ge­lung. Über den rei­nen (buchstäbli­chen) Wort­laut hin­aus ist dies­bezüglich der tatsächli­che Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en und mit­hin der von ih­nen be­ab­sich­tig­te Zweck der Ta­rif­norm zu er­gründen, so­fern und so­weit die­ser Wil­le in der be­tref­fen­den nor­ma­ti­ven Ta­rif­re­ge­lung sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hat. Ge­ge­be­nen­falls ist in die­sem Zu­sam­men­hang auch auf den ta­rif­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang ab­zu­stel­len, da sich re­gelmäßig nur da­nach und nicht aus der ein­zel­nen Ta­rif­norm der wirk­li­che Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en er­mit­teln lässt und nur aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang Rück­schlüsse hin­sicht­lich des Sinns und des Zwecks ei­ner Ta­rif­norm ge­won­nen wer­den können. Sch­ließlich noch ver­blei­ben­de Zwei­fel im Rah­men ei­ner vor­zu­neh­men­den Aus­le­gung können oh­ne Bin­dung an ei­ne be­stimm­te Rei­hen­fol­ge mit­tels wei­te­rer Kri­te­ri­en wie z. B. der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Ta­rif­ver­tra­ges oder aber der prak­ti­schen Ta­rifübung aus­geräumt wer­den.
Im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Aus­le­gung ei­ner nor­ma­ti­ven Ta­rif­re­ge­lung der Vor­rang, wel­che zu ei­ner vernünf­ti­gen, sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Re­ge­lung führt (zu­tref­fend BAG vom 18.05.2006 - 6 AZR 422/05 -; ju­ris m. w. N.).
a) Im Er­geb­nis der nach den vor­ste­hen­den Grundsätzen vor­zu­neh­men­den Aus­le­gung han­delt es sich bei dem Spe­zi­al­la­bor der Ab­tei­lung Häma­to­lo­gie und On­ko­lo­gie der Uni­ver­sitätskli­nik Ros­tock des be­klag­ten Lan­des nicht um ein Funk­ti­ons­be­reich im Sin­ne der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 in § 12 TV-Ärz­te. Denn der Be­griff des Funk­ti­ons­be­rei­ches fand be­reits im BAT/BAT-O in dem Sin­ne Ein­gang in die ta­rif­li­chen Vor­ga­ben, als da­nach wis­sen­schaft­lich an­er­kann­te Spe­zi­al­ge­bie­te in­ner­halb ei­nes ärzt­li­chen Fach­ge­bie­tes (z. B. Ne­phro­lo­gie, Hand­chir­ur­gie, Neu­ro­ra­dio­lo­gie, Herz­ka­the­te­ri­sie­rung; vgl. Pro­to­koll­no­tiz Nr. 5 zur Vergütungs­grup­pe I a Fall­grup­pe 7/Vergütungs­grup­pe I b Fall­grup­pe 10) ge­meint wa­ren, und zwar grundsätz­lich ent­spre­chend den Vor­ga­ben der je­wei­li­gen ärzt­li­chen Wei­ter­bil­dungs­ord­nun­gen (vgl. LAG Hes­sen vom 29.01.1999, 13 Sa 1293/97; ju­ris; Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf vom 12.07.2007, 14 Ca 669/07; ju­ris).
Es sind kei­ne An­halts­punk­te er­sicht­lich, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nun­mehr bei glei­cher For­mu­lie­rung ei­ne ab­wei­chen­de in­halt­li­che Ge­stal­tung hätten er­rei­chen wol­len. Ent­spre­chen­de Pro­to­koll­no­ti­zen sind nicht vor­han­den. Auch die Nie­der­schrifts­erklärung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en erhält kei­ne sol­chen Hin­wei­se. Die Lei­tung des Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bors so­wie die Kon­troll­lei­tertätig­keit für die Stamm­zell­pro­duk­ti­on gemäß AMG stellt je­weils kein ent­spre­chen­des Spe­zi­al­ge­biet in­ner­halb ei­nes ärzt­li­chen Fach­ge­bie­tes im oben ge­nann­ten Sin­ne dar. Die­ses Er­geb­nis folgt da­bei be­reits aus dem Um­stand, dass die vor­ge­nann­ten Tätig­kei­ten nicht Ge­gen­stand der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung der Ärz­te­kam­mer des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind und so­mit je­weils ei­ne An­er­ken­nung als Spe­zi­al­ge­biet in ei­nem ärzt­li­chen Fach­ge­biet un­ter­blei­ben muss.
b) Auch wird der ta­rif­lich an­ge­zo­ge­ne Be­griff des Teil­be­rei­ches nach An­sicht der Kam­mer vor­lie­gend nicht erfüllt.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des be­klag­ten Lan­des sind die Be­grif­fe des Funk­ti­ons­be­rei­ches so­wie des Teil­be­rei­ches zwar nicht ein­heit­lich zu ver­ste­hen. Die­ses Er­geb­nis folgt be­reits aus der Ver­wen­dung des Wor­tes "oder", weil da­nach je­den­falls nach dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch oh­ne Deu­tungs­wi­dersprüche zum Aus­druck kommt, dass mit der For­mu­lie­rung Teil­be­reich zwangsläufig et­was an­de­res ge­meint sein muss als mit der For­mu­lie­rung Funk­ti­ons­be­reich (zu­tref­fend Säch­si­sches LAG vom 04.06.2008, 9 Sa 658/07; ju­ris).
Wie al­ler­dings der ta­rif­lich neue Be­griff des Teil­be­rei­ches im Sin­ne des durch die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en Ge­woll­ten zu ver­ste­hen ist, ist im Ein­zel­nen strei­tig (vgl. zum Sach­stand Säch­si­sches LAG, a. a. O.).
Nach An­sicht der Kam­mer kommt die Be­ja­hung ei­nes Teil­be­rei­ches im Sin­ne von § 12 TV-Ärz­te, Ent­gelt­grup­pe Ä 3 nur dann in Be­tracht, wenn er ei­nem Funk­ti­ons­be­reich in sei­ner Be­deu­tung qua­li­ta­tiv gleich­wer­tig ist. Denn es sind kei­ne An­zei­chen er­kenn­bar, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­zo­gen auf die Lei­tung ei­ner or­ga­ni­sa­to­risch un­selbstständi­gen bzw. un­ter­ge­ord­ne­ten be­trieb­li­chen Ein­heit in glei­chem Um­fang ei­ne ein­grup­pie­rungs­recht­li­che Ho­no­rie­rung der Tätig­keit be­zweckt ha­ben, wie für die Lei­tung ei­nes Funk­ti­ons­be­rei­ches mit der her­vor­ge­ho­be­nen Be­deu­tung auf Grund der Über­tra­gung zur Führung ei­ner Grup­pe mit der Ver­ant­wort­lich­keit zur Be­ar­bei­tung ei­nes Spe­zi­al­ge­bie­tes im Sin­ne der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung in­ner­halb ei­nes ärzt­li­chen Fach­ge­bie­tes.
Da letz­te­res Merk­mal auf Grund der ei­genständi­gen Be­nen­nung für die Be­ja­hung des Teil­be­rei­ches - wie be­reits erläutert - nicht maßgeb­lich sein kann, hängt die Fra­ge der not­wen­di­gen qua­li­ta­ti­ven Gleich­wer­tig­keit da­von ab, ob es sich in­so­weit um ei­ne ab­grenz­ba­re or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit in­ner­halb ei­ner über­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tung han­delt, der ei­ne be­stimm­te Auf­ga­be mit ei­ge­ner Ziel­stel­lung zu­ge­ord­net ist und der nichtärzt­li­ches so­wie ärzt­li­ches Per­so­nal an­gehört.
Dies­bezüglich kommt der räum­li­chen Un­ter­brin­gung le­dig­lich ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Be­deu­tung zu. Maßgeb­lich ist aus den vor­be­nann­ten Gründen viel­mehr, ob die zu be­ur­tei­len­de Ein­heit mit zu­ge­ord­ne­tem ärzt­li­chen und nichtärzt­li­chem Per­so­nal in ei­nem über­tra­ge­nen und ab­grenz­ba­ren Auf­ga­ben­ge­biet ei­genständi­ge Ziel­stel­lun­gen ver­folgt.
Die­se Vor­ga­ben sind vor­lie­gend nicht erfüllt.
Dies­bezüglich kann es da­hin­ste­hen, ob es sich bei dem Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bor ei­ner­seits und hin­sicht­lich der Kon­troll­lei­tung für die Stamm­zell­pro­duk­ti­on gemäß AMG an­de­rer­seits um ei­ne ins­ge­samt ei­genständi­ge Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit im vor­ge­nann­ten Sinn han­delt. Denn je­den­falls kommt die Be­ja­hung ei­ner Gleich­wer­tig­keit im vor­ge­nann­ten Sinn be­reits des­halb nicht in Be­tracht, weil es an ei­ner Un­ter­stel­lung ärzt­li­chen Per­so­nals fehlt. Dies­bezüglich kann zu Guns­ten des Klägers auch nicht die Zu­ord­nung der Na­tur­wis­sen­schaft­le­rin Dr. K. zum Häma­to­lo­gi­schen Spe­zi­al­la­bor ge­wer­tet wer­den. Denn maßgeb­lich für die Be­ja­hung der Gleich­wer­tig­keit im oben an­ge­ge­be­nen Sinn ist ins­be­son­de­re auch der Um­stand, dass ein Arzt im Rah­men der Ausübung der Lei­ter­funk­ti­on nicht nur die Ver­ant­wor­tung für das ei­ge­ne ärzt­li­che Han­deln, son­dern viel­mehr auch die Ver­ant­wor­tung für das Han­deln ihm un­ter­stell­ter Ärz­te trägt. Ge­ra­de die zu­letzt ge­nann­te Vor­ga­be ist vor­lie­gend nicht erfüllt.
Aus die­sem Grund kann es da­hin­ste­hen, ob § 12 Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te zwin­gend ei­ne Fach­arzt­qua­li­fi­ka­ti­on - die der Kläger un­strei­tig nicht be­sitzt - vor­aus­setzt.
Der Kläger hat als un­ter­le­ge­ne Par­tei gemäß § 92 ZPO die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.
Die Re­vi­si­ons­zu­las­sung be­ruht auf dem Um­stand, dass dem Rechts­streit hin­sicht­lich der not­wen­di­gen Aus­le­gung des § 12 TV-Ärz­te grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­zu­mes­sen ist (§ 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG).
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