Source: https://rechnerportal.focus.de/unterhaltsrechner/
Timestamp: 2020-08-14 16:55:43
Document Index: 250154565

Matched Legal Cases: ['§ 1570', '§ 1571', '§ 1572', '§ 1573', '§ 1573', '§ 1575', '§ 1576', 'BGH']

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Kindesunterhalt berechnen – Unterhaltsrechner für 2020
Mit dem Unterhaltsrechner berechnen Sie, wie hoch der Kindesunterhalt ist, den Sie nach einer Scheidung zahlen müssten. Das erleichtert es Ihnen, die finanzielle Situation schon im Vorfeld einzuschätzen und zu ermitteln wie die neue Situation sich auf ihr Einkommen auswirkt. Unter anderem spielt dabei die aktuelle Düsseldorfer Tabelle eine Rolle. Zudem beeinflussen viele andere Punkte die Kalkulation, welche Kosten auf Eltern zukommen.
Unterhaltsrechner nach Düsseldorfer Tabelle 2020
Unterhaltsberechnung: Zum Thema Kindeswohl
Für wen gilt die Unterhaltspflicht?
Was ist mit Selbstbehalt bei Unterhaltszahlungen?
Wie lange besteht das Recht auf Kindesunterhalt?
Wann ist Elternunterhalt fällig?
Ehegattenunterhalt berechnen und bestimmen
Fazit zum Berechnen des Kinderunterhalts
Bei der Berechnung des Kindesunterhalts steht das Kindeswohl klar im Vordergrund. Das bedeutet, dass es für den verantwortlichen Elternteil zumutbar ist, einen weiteren Job anzunehmen, um die Verpflichtungen zu erfüllen, wenn Einkommen oder Vermögen ansonsten nicht ausreichen. Bei Wiederverheiratung gilt diese Unterhaltspflicht weiterhin. Der Nachwuchs steht damit im Mittelpunkt der Unterhaltspflicht. Das heißt, dass die Leistungen im Rahmen der zusätzlichen Altersvorsorge und Zusatzversicherung nicht als einkommensmindernd gerechnet werden. Dieses hat der Bundesgerichtshof 2013 in einem Urteil entschieden (Az.: XII ZR 158/10). Das bedeutet, dass der Eltern auf diese verzichten muss, wenn er andernfalls nicht in der Lage ist den Kindesunterhalt zu bestreiten.
Der Partner in dessen Haushalt die minder- oder volljährigen Kinder leben ist nicht zu einer zusätzlichen Zahlung verpflichtet. Der Unterhaltsanspruch ist mitunter ein schwieriges Thema. Für die Unterhaltsberechnung benötigen Sie Angaben zu Mutter, Vater und den Kindern. Um den Betrag zu berechnen müssen jeweils für beide Elternteile folgende Daten eingetragen werden: Einkommen aus Erwerbstätigkeit und sonstige Einkommen, ob eine selbstgenutzte Immobilie vorhanden ist und die Aufwände für berücksichtigungsfähige Schulden und sonstige Dinge.
Des Weiteren spielen für die Berechnung das Alter der Kinder sowie die Frage um den Lebensmittelpunkt eine Rolle. Damit ist in erster Linie gemeint, wo das unterhaltsberichtigte Kind lebt. Mit diesen Angaben berechnet der Rechner den Kindesunterhalt. Wenn es Eltern nachweislich weder durch Einkommen noch durch das eigene Vermögen möglich ist den Kindesunterhalt aufzubringen, zahlt das Sozialamt für minderjährige Kinder bis zum 12 Lebensjahr.
Jeder Elternteil ist gegenüber den eigenen Kindern unterhaltspflichtig. Bei der Unterhaltsberechnung wird zwischen Natural- und Barunterhalt unterschieden. Der betreuende Elternteil ist für den Naturalunterhalt zuständig, der andere Elternteil muss Unterhaltszahlungen leisten. Das gilt auch dann, wenn der betreuende Ex-Partner mehr Geld verdient.
Berücksichtigt wird für den Kindesunterhalt vor allem der Lebensmittelpunkt also Haushalt, in dem die Familie lebt. Der abwesende Elternteil muss die Unterstützung bezahlen. Schwieriger ist es bei Minderjährigen, die gleichmäßig pendeln. Dieses Wechselmodell führt zu einer Barunterhaltspflicht beider Elternteile. All diese Punkte fließen in die Berechnung ein.
Beispielhafte Berechnung: Die minderjährigen oder auch volljährigen Kinder leben abwechselnd bei beiden Elternteilen, der Vater bezieht im Vergleich zur Mutter das doppelte Einkommen. Die Unterhaltsberechnung berücksichtigt diese Situation, sodass der Vater mehr zahlt. Durch die Aufteilung der Betreuung werden beide Anteile zur Hälfte gekürzt, bezogen auf den Kindesbedarf.
Das sogenannte unterhaltsrechtlich relevante Einkommen bestimmt, ob der Unterhaltspflichtige überhaupt leistungsfähig ist. Sollte das Einkommen zur Zahlung des Kindesunterhalts nicht ausreichen, dann wurde bestimmt, dass der Unterhaltspflichtige auch sein Vermögen dafür einzusetzen hat. Dies gilt nur so lange wie dem Unterhaltspflichtigen dadurch kein bedeutender wirtschaftlicher Schaden entsteht. Ihm steht immer ein Teil seines Vermögens zu – das sogenannte Schonvermögen.
Die Höhe der Leistung berechnet sich ausgehend vom Alter und der Anzahl der Kinder sowie vom Einkommen der Unterhaltspflichtigen. Als Basis der Berechnung ist die ständig aktualisierte Düsseldorfer Tabelle heranzuziehen. Seit Januar 2020 ist der monatliche Mindestunterhalt für Minderjährige folgendermaßen gestaffelt:
Kinder bis 6 Jahre: 369 Euro
Kinder bis 12 Jahre: 424 Euro
Kinder bis 18 Jahre: 497 Euro
Eltern aus höheren Einkommensgruppen müssen entsprechend der Tabelle mehr Kindesunterhalt bezahlen. Bezüglich der Einkommensgruppen hat es 2018 eine Anpassung gegeben. Seitdem startet die Tabelle bei der Gruppe mit einem Nettoeinkommen von maximal 1.900 Euro. Diese Anhebung kann dazu führen, dass es weniger Kindesunterhalt gibt, denn die Unterhaltspflichtigen werden aufgrund der veränderten Einkommensgrenzen in die niedrigere Gruppe eingestuft. Je nach Ihrem persönlichen Status und Vermögen können Sie den Kindesunterhalt mit unseren Online-Rechnern ermitteln und gegebenenfalls Geld vom Sozialamt anfordern.
Für die erwerbstätigen Unterhaltszahler gibt es ein Existenzminimum von 1.160 Euro monatlich, das Ihnen ohne Einschränkung zusteht und nicht für die Unterhaltszahlungen herangezogen werden darf. Wenn ein Elternteil nicht erwerbstätig ist, reduziert sich dieser Selbstbehalt auf 960 Euro. 430 Euro für die Warmmiete sind bereits darin enthalten. Müssen Sie Ihren ehemaligen Ehegatten unterstützen, so liegt der Selbstbehalt bei 1.280 Euro.
Diese Tabelle ist eine wichtige Richtlinie, um den Unterhalt zu berechnen. Sie besteht seit 1962 und wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf eingeführt und enthält die Richtwerte zur Unterhaltsbemessung. Die Aktualisierungen finden zumeist im Januar statt, die letzte Veränderung ist vom 1.1.2020.
Die Düsseldorfer Tabelle gilt lediglich als Maßstab und nicht als Gesetz, auch wenn sich die Gerichte darauf beziehen. Sie zeigt an, wie hoch der Kindesunterhalt im individuellen Fall ist, bezogen auf Einkommen und Kindesalter.
Nettoeink. des/der Unterhalts­pflichtigen
Unterhalt für Kinder 0-5 Jahre
Unterhalt für Kinder 6-11 Jahre
Unterhalt für Kinder 12-17 Jahre
Unterhalt für Kinder ab 18 Jahre
1 bis 1900 369 424 497 530 1160
2 1901-2300 388 446 522 557 1400
3 2301-2700 406 467 547 583 1500
4 2701-3100 425 488 572 610 1600
5 3101-3500 443 509 597 636 1700
6 3501-3900 473 543 637 679 1800
7 3901-4300 502 577 676 721 1900
8 4301-4700 532 611 716 764 2000
9 4701-5100 561 645 756 806 2100
10 5101-5500 591 679 796 848 2200
1 bis 1900 354 406 476 527 1080
2 1901-2300 372 427 500 554 1300
3 2301-2700 390 447 524 580 1400
4 2701-3100 408 467 548 607 1500
5 3101-3500 425 488 572 633 1600
6 3501-3900 454 520 610 675 1700
7 3901-4300 482 553 648 717 1800
8 4301-4700 510 585 686 759 1900
9 4701-5100 539 618 724 802 2000
10 5101-5500 567 650 762 844 2100
Das Kindergeld für minderjährige Kinder erhalten die Eltern. Es steht grundsätzlich beiden zu und wird demjenigen Elternteil bezahlt, der die Betreuung übernimmt. Der Unterhaltspflichtige darf das halbe Kindergeld von den Leistungen abziehen die er zahlen muss. Der zu zahlende Kindesunterhalt aus der Düsseldorfer Tabelle reduziert sich also um die Hälfte des Kindergeldes. Für das erste und zweite Kind gibt es Stand 2020 den Betrag von 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für das vierte Kind 235 Euro. Die Zahlung endet, wenn Ihre Kinder volljährig werden, außer sie befinden sich in Studium oder Ausbildung. Dann verlängert sich die Leistung bis zum 25. Lebensjahr.
Diese Regelung gilt für minderjährige Kinder und privilegiert volljährige Kinder. Für andere Kinder mit Unterhaltsanspruch wird das komplette Kindergeld abgezogen.
Der Unterhaltsanspruch besteht so lange, bis diese selbst ihren Unterhalt bestreiten können und endet nicht einfach wenn Kinder volljährig werden. Mit der Volljährigkeit gibt es jedoch keine Trennung mehr zwischen Bar- und Naturalunterhalt. Das heißt, dass beide Eltern barunterhaltspflichtig sind. Für volljährige Kinder, die bei einem Elternteil leben, gilt die vierte Stufe der Düsseldorfer Tabelle. Studierende, die nicht zuhause wohnen, haben einen Unterhaltsanspruch von 735 Euro. Davon sind auch die Wohnkosten zu bestreiten. In der Ausbildungszeit wird die Vergütung teilweise angerechnet. Das hängt mit dem Mehrbedarf von 100 Euro monatlich zusammen.
Das Blatt kann sich aber auch wenden, sodass die volljährigen Kinder Elternunterhalt zahlen müssen. Wenn die volljährigen Kinder von Ihren Eltern unabhängig sind und eigene Einkünfte haben, kann irgendwann der Fall eintreten, dass sie für ihre Eltern unterhaltspflichtig werden.
Beim Elternunterhalt geht es in erster Linie um pflegebedürftige Angehörige, die den Eigenanteil ihrer Pflegekosten nicht selbst bestreiten können. Wie viel Sie tatsächlich an Elternunterhalt zahlen müssten hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst wird der Bedarf der Eltern ermittelt z.B. ob diese noch erwerbstätig sind und zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung leben. Zweitens spielt die Bedürftigkeit eine Rolle: Eltern müssen zunächst ihr eigenes Einkommen bzw. Vermögen aufwenden. Erst dann müssen Sozialamt oder die erwachsenen Kinder einspringen.
Zu guter Letzt muss das Jahresbruttoeinkommen mindestens 100.000 Euro betragen, bevor Elternunterhalt fällig wird. Ansonsten bezahlt bei vorhandener Bedürftigkeit das Sozialamt. Dies regelt das Angehörigen-Entlastungsgesetz seit Januar 2020. Eine entsprechende Berechnung des Elternunterhalts wird bei Pflegebedürftigen vom Sozialamt erfolgen.
Nach einer Trennung oder Scheidung besteht eventuell ein Anspruch auf Ehegattenunterhalt vom geschiedenen Partner. Der Ehegatte mir dem höheren Einkommen unterstützt den wirtschaftlich schwächer gestellten, um ihm die Umstellung auf die neue Lebenssituation im ersten Trennungsjahr zu erleichtern. Nach der endgültigen Scheidung ist der Anspruch beendet und beide geschiedenen Ehegatten sollte ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.
Der Anspruch auf Ehegattenunterhalt kann aber auch nach der Scheidung geltend gemacht werden. Wenn ein Partner aufgrund der Ehe keinen Beruf ausgeübt hat, ist er dadurch finanziell abgesichert. Über den nachehelichen Unterhalt entscheidet das Gericht. Mögliche Fälle für nachehelichen Unterhalt sind:
Unterhalt wegen Kinderbetreuung (§ 1570)
Altersunterhalt (§ 1571)
Unterhalt aufgrund von Krankheit/Gebrechen (§ 1572)
Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit (§ 1573)
Aufstockungsunterhalt (§ 1573, Absatz 2)
Ausbildung, Fortbildung, Umschulung (§ 1575)
Unterhalt aus Billigkeitsgründen (§ 1576)
Bei der Unterhaltsberechnung spielt das Kindeswohl eine vorrangige Rolle. Daher richtet sie sich auch danach, bei welchem Elternteil die voll- oder minderjährigen Kinder leben.
Unterhaltsrechner beruhen auf der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“. Mit ihr als Grundlage wird der Kindesunterhalts ermittelt. Aktualisierungen sollen sicherstellen, dass beide Partner fair behandelt werden.
Laut BGH-Urteil (Az.: XII ZR 158/10) ist eine zusätzliche Altersvorsorge und Zusatzversicherung unterhaltsrechtlich nicht zu berücksichtigen.
Kindergeld und Selbstbehalt müssen bei der Berechnung des Kindesunterhalts berücksichtigt werden.
Der wirtschaftlich schwächer gestellte Ex-Partner hat Anspruch auf Trennungs- oder Ehegattenunterhalt.
Elternunterhalt fällt nur bei einem Bruttojahreseinkommen von über 100.000 Euro an. Ansonsten zahlt bei nachgewiesener Bedürftigkeit von Pflegebedürftigen das Sozialamt.
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