Source: https://www.elo-forum.org/eingliederungsvereinbarung-egv-va-/16131-job-verlaengerung.html
Timestamp: 2018-07-18 09:43:43
Document Index: 72752164

Matched Legal Cases: ['§1', '§2', '§3', '§4', '§5', '§6', '§7', '§8', '§9']

1 € Job Verlängerung - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
10.09.2007, 18:09 #1
1 € Job Verlängerung
Bei meinem Mann endet diesen Monat der Ein-Euro-Job-Plus. Er hat jedoch keine Lust die Verlängerung die er bekommen soll zu machen. Seine wöchentliche Stundenzahl ist 37,5. In den paar Monaten hat er einen Gabelstablerschein machen müssen. In seinem Vertrag steht das eine Qualifizierung einmal die Woche stattfinden muss, letzte Woche das erste mal gewesen. Fahrtkosten bekommt er zwar erstettet, aber was ist mit Arbeitskleidung?
Meine Frage was heißt das PLUS? Muß man die Verlängerung machen? Ist die Stundenzahl zulässig? Oder soll er lieber doch mal zum anwalt?
10.09.2007, 18:14 #2
Eine Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden als Ein-Euro-Job ist eindeutig rechtswidrig!
Wie heißt denn der Laden, in dem er diese Maßnahme macht? Es gibt hier im Forum welche, die eventuell ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Anhand der wenigen Auskünfte kann ich leider nicht mehr schreiben.
10.09.2007, 18:51 #3
AWO, es sind übrigens 38,5 Stunden in der Woche. was brauchst du denn noch für Informationen?
10.09.2007, 22:03 #4
Ob rechtswidrig weiss ich nicht, aber 38.5 Stunden erlaubt ihn nur schwer die Suche nach einer Festeinstellung. Deshalb hat ein Richter einmal entschieden, dass ein 1 Euro Job nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gehen sollte.
Das Problem ist, dass er den Job schon ein halbes Jahr ausgeübt hat. Jetzt mit "Bemängelungen" zu kommen ist etwas spät. Da werden die argumentieren: "Wieso, davor war es ihnen ja recht".
Eigentlich verstehe ich alles nicht: AWO ist ein Altenheim. Ein sehr berüchtigtes sogar. Und dort hat er einen Gabestaplerschein gemacht? Und das mit der Qualifizierung verstehe ich auch nicht. Kannst du mal die EGV und den "Vermittlungsvorschlag" für den Ein-Euro-Job einscannen? Schwärze bitte die Namen aus.
11.09.2007, 06:25 #5
AWO also Arbeiter Wohlfahrt ist nicht nur Altenheim. Da gibts auch noch Möbellager und der gleichen mehr. Zur Arbeitszeit von 38,5 Std. kann ich nur sagen was mein FM gesagt hat. " Was über 30 Std. geht ist rechtswidrig."
Bei 38,5 Std. würd ich auf Festeinstellung und Lohnnachzahlung klagen. Und vor Ablauf des jetzigen Ein-Euro-Job kneift es doch bestimmt irgendwo, dass man mal zum Doc muß. Dann überlegt die AWO sich das evtl. mit der Verlängerung.
11.09.2007, 09:04 #6
Kann es leider nicht eincannen. Schreib den Integrationsvertrag kurz hier rein:
§1 ... mit jedem Teilnehmerein individueller Förderplan erstellt.... es werden folgende Schritte zur letzendlichen Integration in Arbeit oder Ausbildung angeboten:
- passgenaue, zusätzliche und im öffetlichen Interesse liegende Beschäftigungseinsätze bei Dritten
- individuell abgestimmte theoretische und fachpraktische Qualifizierung inb einem Umfang von durchschnittlich einem Tag pro Woche
§2 Dauer der Integrationsmaßnahme
...vom 25.04.2007 bis zum 30.09.2007... 38,5 Stunden.
§3 ... 1,00€ pro Anwesenheitsstunde...
§4 Pflichten der Arbeiterwohlfahrt und des Teilnehmers
... fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben ... regelmäßig an der Integrationsmaßnahme teilzunehmen...
... aktiv...mit anderen Personen...zusammenzuarbeiten...
...lehrmittel sorgsam zu behandeln...... (welche Lehrmittel????)
... Krankheitsfall....mitzuteilen......ärztliches Attest.....
§5 ....Praktikum mit dem Ziel der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt... maximal 4 Wochen...
§6 ...kann ohne Einhaltung einer Frist geküngigt werden, wenn ARGE den Teilnehmer abberuft, Förderung einstellt...
...der Teilnehmer....an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnimmt...seinen Verpflichtungen ...nicht nachkommt, hat die Arbeiterwohlfahrt das Recht zur Kündigung..,
§7 ...dass die persöhnlichen Daten... von der AWO gespeichert und ausgewertet werden. ....Daten an die ARGE sowie an potentielle Arbeitgeber weitergeleitet werden.
§8... Verstöße...sozialrechtliche Auswirkungen haben können.
soweit Bestimmungen nicht Vertragsbestandteil geworden oder unwirksam sind, sind sie entsprechend einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise zu ergänzen
§9 Als Gerichtsstand wird ... vereinbart
Es geht ja um die Verlängerung, ich weiß noch nicht wie man die AWO dazu bekommen kann keine Verlängerung zu geben. Würde man mit normalen Menschen zusammenarbeiten, wäre es ja ok, ist halt zusätzliches Geld. Aber wenn ich sehe, wie sich die Ausdrucksweise meines Mannes verändert hat- ich kann nicht mehr! Er ist ja selbst schon psychisch total ausgelastet.
Kann ich aufgrund eines Arzttermines von mir, mein Attest meinem Mann geben, dass er halt dadurch auf unsere Große (20Monate) aufpassen mußte? Immer schwerer mit ihr drei Stockwerke hoch und runter zu gehen, da ich schwanger bin.
Das Blöde ist ja, dass die AWO durchgehend 1€jobs gibt, jedem eine Verlängerung aufzwingen will. Ist das nicht schon Ausbeutung? Denn anscheinend brauchen die reglmäßig Arbeitnehmer.
Übrigens mein Mann ist für die Verschönerung (Rasen mähen, Ordnung machen) der Kindergärten zuständig.
11.09.2007, 14:10 #7
Ah. Also übernimmt er Teile der Arbeit des Hausmeisters und Teile der Arbeit der Erzieherinnen ab..
Na sehr zusätzlich...
Da gabs die Bestimmungen zu Ein-Euro-Jobs. Hier die Seite der Arbeitsagentur, dort steht in dem Material über Arbeitsgelegenheiten ausdrücklich daß die nicht "vollschichtig", also Vollzeit sein dürfen.
Da ist genug Material drin für einen Widerspruch, auch was die Zusätzlichkeit angeht. Zusätzlich bedeutet nämlich daß die Arbeit ohne den Ein-Euro-Job nicht, nicht in dem Umfang oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden kann.
Tut mir leid, das Gras wurde vor dem Ein-Euro-Job auch regelmässig gemäht und die Aufräumarbeiten wurden auch durchgeführt. Weil sie für den Betrieb eines Kindergartens nämlcih unerlässlich sind. Also ist der Ein-Euro-Job dort nicht den Regeln konform.
Wenn das mit Klagen auf Festanstellung eine Aussicht auf Erfolg hat würde ich das versuchen. Evtl mal bei der Gewerkschaft erkundigen, denen sind diese Ein-Euro-Job eh ein Dorn im Auge und da jemanden in Festanstellung zu klagen müsste für die doch befriedigend ohne Ende sein..
11.09.2007, 18:42 #8
Werden darauf warten das er in den nächsten Tagen die Verlängerung bekommt. Er wird nicht direkt unterschreiben, was die AWO verlangt. Vielleicht reicht ja schon, dass man sagt, dass man deren Schreiben einem Anwalt zum Überprüfen übergibt, bzw damit zur ARGE gehen wird.
Eine Festanstellung wäre klasse, aber... jeder dort ist zufrieden mit dem was er hat und dem Chef am liebsten noch dem Ar... abputzen würde. Man könnte dort nicht mehr leben. Der Chef hat ja nicht mal gegrüßt als die Knappschaft, aufgrund von Fragen zu einem Arbeitsunfall, seine Nummer haben wollte- diese nirgends zu finden war, aber dank meiner Hilfe diese bekommen haben. Was ist das bitte für ein Klima? Der Chef ist auf alles eifersüchtig was andere haben und er nicht und dieses zeigt sich bei seinem Verhalten anderen gegenüber. Leider.
11.09.2007, 18:53 #9
Der Ein-Euro-Job ist in dieser Form
Zum Ein-Euro-Job gibt es hier jede Menge Info!
11.09.2007, 18:53 #10
Ich schlage auch vor, er soll sich mit dem melden, was er jetzt bekommt. Theoretisch müsste es nochmal eine EGV sein und eine Zuweisung für diesen Job. Aber nur theoretisch, mittlerweile machen die schon was sie wollen.
Mit der STundenzahl kann er argumentieren, mit der Zusätzlichkeit wahrscheinlich auch (wer hat denn den Job davor gemacht? Raubt er keinen Arbeitsplatz?). Es ist nur ein Problem, wenn er den Job schon ein 1/2 Jahr gemacht hat und bis dahin ja anscheinend zufrieden war.
Er möchte bitte die EGV auch nicht unter Druck oder Androhung von Sanktionen unterschreiben. Bitte einstecken und sagen: "Ich muss das erst in Ruhe durchlesen."
11.09.2007, 18:57 #11
Wenn ich seit Jahren jemanden betrüge, dann darf der Betrogene mich nicht mehr anzeigen, weil er es doch schon so lange zuließ?
11.09.2007, 19:06 #12
Eigentlich nicht. Wäre zu prüfen, ob der Job zusätzlich war. Wenn nicht, könnte er einen Lohn einklagen. Das wäre die Idee.
Jetzt pass mal auf: Kannst du mal herausfinden, der Job, den dein Mann dort macht, zusätzlich ist, d.h., wer hat ihn davor gemacht, wer würde ihn sonst machen, wenn nicht dein Mann?
Wenn dieser Ein-Euro-Job einen Arbeitslosen einen Arbeitsplatz raubt, würde ich an deiner Stelle mal einen Sozialrechtsanwalt mit einem Beratungsschein vom Amtsgericht (kostet 10 Euro) aufsuchen. Den würde ich mal fragen, ob dein Mann nicht die AWO auf Lohn verklagen kann. Wenn ja, dann soll er das bitte tun.
11.09.2007, 19:18 #13
Prüfen kann ich es nicht. Wir wissen nur das es schon recht lange von der AWO gemacht wird. es hat sich ja noch nie einer beschwert.Dort lässt sich ja jeder gerne zum Sklaven machen. Was wir wissen, ist dass in den Kindergärten wo die AWO nicht zuständig ist- und es sind einige hier- der Garten,- und Landschaftsbau für die Pflege der Kindergärten zuständig ist.
Die meisten Ein Euro Jobs rauben Arbeitsplätze, denn bevor diese Art Sklaven geschaffen wurden, hat ja jemand diese Arbeit auch gemacht. Wer hat sie denn davor gemacht? Hat er sie ehrenamtlich gemacht?
11.09.2007, 19:48 #15
Wie schon geschrieben, keine Ahnung, wer vorher zuständig war. Ehrenamtlich wird diese Arbeit nicht ausgeübt.
11.09.2007, 21:01 #16
Wenn es diese Arbeit davor gab, muss das ja jemand gemacht haben, und wenn ihr es nicht rausfinden könnt, ob es dafür einen Angestellten gab, kann hier im Forum oder auch ein RA nicht helfen.
Ansonsten kann man nur noch versuchen, bei der nächsten Zuweisung diese abzublocken und vor allem die EGV auszuhandeln, sobald sie da ist und sofern sie nicht unterschrieben wurde. Dazu müsste man sie aber erst sehen.
12.09.2007, 09:30 #17
12.09.2007, 11:50 #18
Bei der AWO sagt das wohl keiner.
Aus diesen Worten schließe ich, dass du es nicht einmal probiert hast. Wenn man ein wenig geschickt fragt, findet man immer einiges heraus. Ich würde z.B. mal den Vorgesetzten fragen: "Ich habe hier sooo viel Arbeit, wie hat denn das mein Vorgänger hier denn geschafft?", und "Und soooo viel Arbeit hat der auch für einen Euro pro Stunde gemacht?". Oder sonst würde ich mal den Betriebsrat fragen, oder die fest Angestellten.
12.09.2007, 14:31 #19
Werden es weiter versuchen. Dort ist jeder sehr schweigsam. Erst vor kurzem hat mein Mann durch geschicktes Fragen rausgefunden, das gerade der der über seinen 1€ Job so gejammert hat, fest eingestellt ist. Ich glaube ich werde mal in einen Kindergarten gehen, und mich mal dort schlau machen. Vielleicht bringt das ja was?!
12.09.2007, 16:09 #20
Die A..W..O ist dafür bekannt, schon immer in Stadträten und anderen hohen Institutionen ein Mitspracherecht zu haben. Sie ist auch bekannt dafür, nur Festanstellungen unter seines gleichen zu machen und Verwandtschaft und Bekanntschaft mit hinein zunehmen (Vetternwirtschaft)!
Lasst Euch nicht ausspielen, denn wer Ärger macht den haben Sie auf den Kicker!!!! Es würde mich nicht wundern, wenn die damals den 1-Euro-Job mit erfunden haben. Das was die Wohlfahrt nennen, ist eine reine „Geldwaschmaschinerie“ angefangen von der Abzocke bei den alten und wehrlosen Menschen (Zwangseinweisungen in Altenheime), bis hin zu angeblichen Anlaufpunkten von sozialschwachen Menschen….
Da diese Institution eine Art von einer übergroßen Familie darstellt, sei vorsichtig mit Deinen Umfragen… Ansonsten sind die schon genannten Punkte völlig OK!….
Finde es heraus und Klage! Einer muss ja mal den Anfang machen und die leidige Fahne der "Armen in diesem Land" hissen!!!
12.09.2007, 16:24 #21
Und wenn dein Mann nochmal eine Zuweisung dahin bekommt, dann schicke mir mal EGV und Zuweisung per PN. Mal schauen, was sich da machen lässt.
Und wenn du irgendwie einen Nachweis bekommst, dass diese Arbeit "Sklavenarbeit" ist, hole dir einen Beratungsschein beim Amstgericht (kostet 10 Euro) und suche einen Fachanwalt für Sozialrecht auf. Der muss eine Klage einreihen.
12.09.2007, 17:58 #22
Müßte in den nächsten Tagen was kommen, da die alte EGV bis Ende des Monats gültig ist. Werde die neue weiterreichen. Und evtl auch zum Anwalt gehen.
14.09.2007, 14:51 #23
Es haben sich einige Dinge geändert und es würde mich nicht wundern, wenn es zu keiner Verlängerung kommen wird.
Mittwoch früh habe ich zum Chef der AWO angerufen, mit der Bitte meinen Mann aufgrund von Rückenschmerzen zu entschuldigen. Ich habe den Chef auch darauf hingewiesen, das wenn der Schmerz nicht nachlässt, er zum Arzt gehen wird. Wenn es besser wird, wird er morgen (also Donnerstag) wieder vor Ort sein. Es schien alles in Ordnung zu sein, der Chef hat gesagt, dass er dieses zur Kenntnis nimmt und der Tag als Urlaubstag eingetragen wird. Wie es der Zufall wollte, kam eine Zerrung am Bein dazu, am Donnerstag zum Arzt gegangen, Krankschreibung direkt weggeschickt, habe nicht mehr angerufen, da ich Ihn ja am Mittwoch schon vorsorglich entschuldigt habe. Heute kam eine Abmahnung aufgrund von unentschuldigtem Fehlen seit dem 12.09.2007 . Wir waren richtig überrascht. Es ist ja nicht gerechtfertig. Und er soll am Montag zur Arbeit erscheinen, da sonst eine weitere Zusammenarbeit gefährdet ist. Jetzt warten wir auf den Anruf vom Anwalt, denn ohne Ihn findet kein Schriftverkehr mehr statt. Übrigens wollen wir aufgrund der Stundenanzahl noch auf Lohnnachzahlung klagen,sowie auf die Nichterfüllung des Vertrages. Mal schauen was der Anwalt dazu sagt.
14.09.2007, 17:06 #24
Das halte ich für eine Unverschämtheit. Das ist so ganz richtig mit dem Anwalt. Vor allem: Er hat ja eine Krankmeldung. Und eine Bitte: Das wird jetzt sehr nervig werden. Haltet aber durch. Das kommt schon in Ordnung.
14.09.2007, 17:10 #25
Mittwoch früh habe ich zum Chef der AWO angerufen, mit der Bitte meinen Mann aufgrund von Rückenschmerzen zu entschuldigen. Ich habe den Chef auch darauf hingewiesen, das wenn der Schmerz nicht nachlässt, er zum Arzt gehen wird. Wenn es besser wird, wird er morgen (also Donnerstag) wieder vor Ort sein. Es schien alles in Ordnung zu sein, der Chef hat gesagt, dass er dieses zur Kenntnis nimmt und der Tag als Urlaubstag eingetragen wird.