Source: https://anwalt-kg.de/privatinsolvenz-recht/privatinsolvenz/ausergerichtlicher-schuldenvergleich-ablauf/
Timestamp: 2018-09-23 10:22:43
Document Index: 45366378

Matched Legal Cases: ['§ 290', '§ 290', '§ 34', '§ 34', '§ 290', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 34']

Wie läuft der außergerichtliche Schuldenvergleich ab?
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Wie läuft ein außergerichtlicher Schuldenvergleich ab?
Der außergerichtliche Schuldenvergleich muss gut vorbereitet werden. Zunächst erstellen wir den sogenannten Schuldenbereinigungsplan. Dies ist der Vergleichsvorschlag, den wir Ihren Gläubigern unterbreiten, um eine Lösung außerhalb des Privatinsolvenzverfahrens zu erreichen.
Sorgfältige Prüfung Ihrer Angaben zur Vermeidung einer Versagung der Restschuldbefreiung
Dabei übernehmen wir Ihre Angaben nicht blind, sondern gehen sie sorgfältig durch und überprüfen deren Schlüssigkeit. Ihnen könnten nämlich Fehler unterlaufen, die dem Insolvenzgericht sofort ins Auge fallen würden. Dies kommt gerade bei Privatinsolvenzanträgen in Eigenregie oft vor. Die Konsequenz ist dabei, dass die Restschuldbefreiung wegen oftmals einfacher und leicht zu erkennender Falschangaben im Privatinsolvenzantrag versagt wird (§ 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO). Das Privatinsolvenzverfahren wäre wirkungslos.
Wir kommen diesen unnötigen Fehlern durch eine intensive Prüfung Ihrer Angaben nach dem Vier-Augen-Prinzip zuvor.
Durch unsere anwaltliche Tätigkeit schützen Sie sich vor einer Versagungder Restschuldbefreiung
Und: falls das Insolvenzgericht später dennoch einen Fehler entdeckt, wird dieser nicht zur Versagung der Restschuldbefreiung führen. Denn durch die Beauftragung eines spezialisierten Fachanwalts für Insolvenzrecht werden Sie aber das Erforderliche getan haben, um bei möglichen Fehlern nicht doch wegen grob fahrlässiger Falschangaben Ihre Restschuldbefreiung zu verlieren (AG Mönchengladbach NZI 2003, 221).
Ermittlung vergessener Schulden: wir holen alle erforderlichen Auskünfte ein
Sehr oft kommt es vor, dass Schuldner den Überblick über Ihre Schulden verlieren und nicht nur die Höhe der Schulden nicht kennen, sondern bereits nicht mehr wissen, ob Sie noch weitere Gläubiger haben. Wenn Sie Gläubiger oder die Höhe Ihrer Schulden vergessen haben, liegt ein Versagungsgrund vor (§ 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO). Um dem zuvorzukommen ist es erforderlich, dass der Anwalt eines Schuldners alles erforderliche und in seiner Macht stehende tut, um vergessene Schuldner zu Ermitteln. Wir führen dazu für jeden Mandanten umfassende Nachforschungen durch. Wir holen schriftliche Auskünfte bei
der Schufa (§ 34 BDSG)
dem ICD (§ 34 BDSG)
dem Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichtes Ihres Wohnortes ein.
Auch wenn sich dann im Laufe des Privatinsolvenzverfahrens herausstellt, dass noch weitere Schulden vergessen worden sind, wird es für Sie im Normalfall keine Konsequenzen haben. Ihnen kann keine grobe Fahrlässigkeitvorgeworfen werden, die zur Versagung der Restschuldbefreiung vorausgesetzt ist, wenn Sie ihre Gläubigerkorrespondenz aufbewahrt haben und wir für Sie zusätzlich Abfragen bei den Wirtschaftsauskunfteien durchführen.
Ermittlung der genauen Schuldenhöhe: wir führen eine förmliche Abfrage Ihres Schuldenstands durch
Um eine Versagung wegen grob fahrlässiger Falschangaben im Privatinsolvenzantrag (§ 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO) schließlich gänzlich auszuschließen, führen wir eine förmliche Anfrage Ihres Schuldenstands bei allen Ihren Gläubigern durch. Auch dann führen Fehler nicht zur Versagung der Restschuldbefreiung. Nach § 305 Abs. 2 S. 2 InsO sind Ihre Gläubiger nämlich auf eine förmliche Anforderung hin verpflichtet, Auskunft über Ihren Schuldenstand zu geben. Dies nutzen wir zu Ihrem Gunsten. Und auch hier gilt: Sollten Sie die Anfragen bereits selbst durchgefhrt haben, sind wir bereit, Ihnen bei unserer Gebühr entgegenzukommen.
Wenn Sie überhaupt nichts Anbieten können, erstellen wir einen sog. „Nullplan“
Nachdem wir Ihre Angaben geprüft haben, erstellen wir den Schuldenbereinigungsplan. Dieser kann auch ein sogenannter „Nullplan“ sein. Das heißt, dass Sie Ihren Gläubigern auch einen Vorschlag unterbreiten können, nichts an diese zu Zahlen. Dennoch können Sie Privatinsolvenz beantragen. Diese setzt kein Mindestvermögen voraus.
Ablauf der außergerichtlichen Schuldenbereinigung – Schuldenvergleich
Wenn der Schuldenbereinigungsplan erstellt ist, fordern wir Ihre Gläubiger binnen der gesetzlich vorgegebenen Frist von 4 Wochen zur Zustimmung auf. In den meisten Fällen werden Schuldenbereinigungspläne von den Gläubigern abgelehnt. Für Sie hat das nur Vorteile: Ihre Entschuldung kann schneller beginnen. In den meisten Fällen der Privatinsolvenz bleibt der außergerichtliche Schuldenvergleich nämlich lediglich eine vom Gesetz vorgeschriebene Formalie (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO). Eine Zustimmung der Gläubiger gilt nur dann als wahrscheinlich, wenn Sie eine Rückzahlungsquote von 25-30 % anbieten können.
Als Privatperson benötigen Sie eine offizielle Bescheinigung nach § 305 InsO über das Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung. Dieser Nachweis kann Ihnen nur von einer rechtskundigen und qualifizierten Stelle ausgestellt werden, selbst sind Privatpersonen dazu nicht berechtigt. Als spezialisierte Anwaltskanzlei mit dem Titel Fachanwalt für Insolvenzrecht sind wir eine solche „geeignete Stelle“ (im Sinne des § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO).
Neben der Ausstellung der Bescheinigung werden wir
Ihren individuellen Entschuldungsplan erstellen – Sie erhalten im Vorfeld eine umfassende Beratung und einen detaillierten Fahrplan mit allen Schritten zu Ihrer Entschuldung
Ihnen vor den wichtigen Verfahrensabschnitten der Vorbereitung der Privatinsolvenz, der außergerichtlichen Schuldenbereinigung und der Stellung des Insolvenzantragsals Anwaltskanzlei beratend zur Seite stehen
Ihren Antrag intensiv überprüfen (Vier-Augen-Prinzip)
Für Sie Abfragen bei Ihren Gläubigern und den Wirtschaftsauskunfteien Schufa und ICD (§ 34 BDSG) durchführen
Ihren Gläubigern Ihren Vergleichsvorschlag unterbreiten und
Wir begleiten Sie bei Beratungshilfe kostenfrei und reichen Ihren Antrag innerhalb von 6 Wochen vor
Obwohl wir eine Anwaltskanzlei sind, können Sie unsre Tätigkeit auch kostenlos in Anspruch nehmen, wenn Sie Beratungshilfe bekommen.
Öffentliche Beratungsstellen sind auch kostenlos. Sie haben gegenüber einem spezialiserten Anwalt allerdings einen entscheidenden Nachteil: sie sind überlastet. Deshalb bekommen Sie Ihren ersten Beratungstermin regelmäßig erst nach 6 bis 9 Monaten. Ihr Privatinsolvenzantrag benötigt regelmäßig 1 bis 2 Jahre. Wir benötigen vom Zeitpunkt unserer Beauftragung bis zur Eisendung aller Unterlagen zum Insolvenzgericht regelmäßig 6 Wochen.
Haben Sie noch Fragen zum Ablauf des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch, zu der Möglichkeit, unsere anwaltliche Beratung kostenlos in Anspruch zu nehmen, oder haben andere Fragen zur Privatinsolvenz? Gerne beraten wir Sie kostenftei an unserem Erstberatungstelefon.
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