Source: https://www.wf-rechtsanwalt-malaga.de/detail/article/der-deutsch-spanische-erbfall-einfuehrung-1231.html
Timestamp: 2020-05-30 17:15:12
Document Index: 215406673

Matched Legal Cases: ['Art. 676', 'Art. 678', 'Art. 679', 'Art. 707', 'Art. 676', 'Art. 763']

Als spanischer und Europäischer Rechtsanwalt für deutsch-spanisches Erbrecht berate ich seit vielen Jahren in deutsch-spanischen Erbfällen. Dieser Beitrag gibt eine Einführung in besondere Fragestellungen im deutsch-spanischen Erbfall und das (gemein-) spanische Erbrecht und verlinkt weiterführende Beiträge.
Welches Recht anzuwenden ist, bestimmt sich für Erbfälle ab dem 17.08.2015 in erster Linie nach der Europäischen Erbrechtsverordnung.
Ein Testament kann ordentlich oder außerordentlich sein, Art. 676 Abs. 1 CC. Ein ordentliches Testament kann eigenhändig (Art. 678 CC), öffentlich (Art. 679, 694 CC) oder verschlossen (Art. 707 f. CC) errichtet werden, Art. 676 Abs. 2 CC. Das eigenhändige Testament (Testamento ológrafo) sind nach spanischem Recht unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, aber unüblich. Ca. 90 bis 95% aller von Spaniern errichteten Testamente sind aber offene notarielle Testamente.
Nach (gemein-) spanischem Erbrecht wird die Testierfreiheit durch das Noterbrecht (legitima) bestimmter Personen eingeschränkt, Art. 763 CC-Spanien. Diese Personen sind in erster Linie die Kinder und Abkömmlinge des Erblassers und der überlebende Ehegatte berechtigt. Gibt es keine Kinder oder Abkömmlinge, erhalten außerdem überlebende Vorfahren den Noterbteil. Zum deutschen Pflichtteilsrecht gibt es bedeutsame Unterschiede: So ist das Noterbrecht regelmäßig eine dingliche Beteiligung am Nachlass. Ferner ist das Noterbrecht der Kinder und anderen Abkömmlinge in der Regel deutlich höher als der deutsche Pflichtteil.
Erben können die Erbschaft annehmen oder ausschlagen. Anders als im deutschen Recht tritt der erbschaftliche Erwerb erst mit der Annahme ein.