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Timestamp: 2019-05-27 03:34:46
Document Index: 372109950

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 6', '§ 255', '§ 6', '§ 5', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 252']

Bewertung von Wirtschaftsgütern - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Bewertung von Wirtschaftsgütern – Lexikon des Steuerrechts
Zur Behandlung eines entgeltlich erworbenen immateriellen WG »Vertreterrecht« eines Handelsvertreters s. BFH Urteil vom 12.7.2007 (X R 5/05, BStBl II 2007, 959). Danach findet die zwingende typisierende Regelung des § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG zur betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts keine Anwendung. Die auf das Vertreterrecht vorzunehmende AfA bemisst sich nach der im Schätzungswege für den konkreten Einzelfall zu bestimmenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.
Wirtschaftsgüter des Vorratsvermögens (→ Vorratsvermögen, → Umlaufvermögen), insbesondere Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse sowie Waren, sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 EStG mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten gem. § 255 Abs. 1 bzw. 2 HGB (R 6.2 und 6.3 EStR) anzusetzen (R 6.8 Abs. 1 EStR). Ist der Teilwert (R 6.7 EStR) am Bilanzstichtag auf Grund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung niedriger, so kann dieser nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG angesetzt werden. Vor Einführung des → Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) mussten Stpfl., die den Gewinn nach § 5 EStG ermittelten, entsprechend den handelsrechtlichen Grundsätzen (Niederstwertprinzip) den niedrigeren Teilwert ansetzen. Stpfl., die den Gewinn nach § 4 Abs. 1 EStG ermittelten (→ Gewinnermittlung), waren nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG berechtigt, ihr Umlaufvermögen mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten auch dann anzusetzen, wenn der Teilwert der WG erheblich und voraussichtlich dauernd unter die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gesunken ist. Nach Einführung des BilMoG kann das Wahlrecht des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 EStG unabhängig von der handelsrechtlichen Bilanzierung ausgeübt werden. Voraussetzung für die Ausübung des steuerlichen Wahlrechts ist gem. § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG, dass dies in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse aufgenommen wird. Darin sind nach § 5 Abs. 1 Satz 3 EStG der Tag der Anschaffung bzw. Herstellung, die AK bzw. HK, die Vorschrift des ausgeübten steuerlichen Wahlrechts und die vorgenommenen Abschreibungen nachzuweisen.
Zur Bewertung, zur Teilwertabschreibung sowie zur Wertaufholung s. → Abnutzbare Wirtschaftsgüter. Zur → Teilwertabschreibung (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG) nimmt das BMF-Schreiben vom 2.9.2016 (BStBl I 2016, 995 Rn. 16 ff.) ausführlich Stellung.
Schoor, Teilwertabschreibung und Wertaufholung, NWB 25/2015, 1865; Bolik und Burik, Bewertung des Vorratsvermögens – der neue Lifo-Grundsatzerlass des BMF, NWB 30/2015, 2214; Ronig, Zur Zulässigkeit von Teilwertabschreibungen, BBK 4/2015; Burlein/Odenthal, Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD), BBK 3/2015; Cremer, Außerplanmäßige Abschreibungen: Teilwert und beizulegender Wert – Bewertung des Vorratsvermögens nach der Subtraktions- und Formelmethode, NWB 13/2016, 13; Schmidt, GoBD-konforme und geordnete Belegablage, BBK 9/2016, 436; Dr. Atilgan, Die Folgen der Missachtung des Wertaufhellungsprinzips gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB, NWB 7/2017, 520.