Source: https://www.bund-verlag.de/personalrat/tvoed/basiswissen/teilzeitanspruch
Timestamp: 2019-03-24 00:42:31
Document Index: 114559943

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 9', '§ 8', '§ 15', '§ 81']

7. Besteht ein Anspruch auf Teilzeit?
Nicht selten müssen Vollzeitbeschäftigte wegen familiärer Pflichten ihre Arbeitszeit reduzieren. Doch können sie ihren Teilzeitwunsch gegen den Arbeitgeber durchsetzen?
Besteht ein tariflicher Anspruch auf Teilzeitarbeit?
Ja. Das ergibt sich aus § 11 Abs. 1 TVöD. Danach soll mit Beschäftigten auf Antrag eine geringere als die vertraglich festgelegte Arbeitszeit vereinbart werden, wenn sie mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen tatsächlich betreuen oder pflegen und dringende dienstliche oder betriebliche Belange nicht entgegenstehen.
Beschäftigte, die die Teilzeit nicht zum Betreuen oder Pflegen von Kindern oder pflegebedürftigen Angehören vereinbaren wollen, können von ihrem Arbeitgeber lediglich verlangen, dass er mit ihnen die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung erörtert (§ 11 Abs. 2 TVöD). Ziel ist eine entsprechende Vereinbarung.
Darf die Teilzeitarbeit befristet werden?
Ja. Die Beschäftigten haben die Wahl, ob sie eine befristete oder eine unbefristete Teilzeitbeschäftigung verlangen. Die Teilzeitbeschäftigung zum Betreuen oder Pflegen von Kindern oder pflegebedürftigen Angehören ist nämlich auf Antrag auf bis zu 5 Jahre zu befristen (§ 11 Abs. 1 Satz 2 TVöD). Sie kann verlängert werden. Der Antrag ist dann spätestens 6 Monate vor Ablauf der vereinbarten Teilzeitbeschäftigung zu stellen. Beim Gestalten der Arbeitszeit, etwa der konkreten Lage, hat der Arbeitgeber die besondere persönliche Situation der Beschäftigten – im Rahmen der dienstlichen oder betrieblichen Möglichkeiten – zu berücksichtigen.
Besteht ein Anspruch auf Rückkehr zur Vollzeit?
Ist die Teilzeitbeschäftigung befristet, lebt nach Ablauf der Befristung die Vollzeitbeschäftigung automatisch wieder auf.
Ist die Teilzeitbeschäftigung allerdings nicht befristet, ist der Arbeitgeber nur eingeschränkt verpflichtet, zur Vollzeit zurückzukehren. Ist mit früher Vollbeschäftigten auf ihren Wunsch eine nicht befristete Teilzeitbeschäftigung vereinbart worden, sollen sie bei späterer Besetzung eines Vollzeitarbeitsplatzes bei gleicher Eignung im Rahmen der dienstlichen oder betrieblichen Möglichkeiten bevorzugt berücksichtigt werden (§ 11 Abs. 3 TVöD).
Eine weitere Möglichkeit gibt § 9 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Danach hat der Arbeitgeber einen teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer, der ihm den Wunsch nach einer Verlängerung seiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit angezeigt hat, bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes bei gleicher Eignung bevorzugt zu berücksichtigen. Es sei denn, dass dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer entgegenstehen.
Gibt es noch weitere Ansprüche auf Teilzeit?
Ja. Es gibt noch gesetzliche Ansprüche auf Reduzierung der Arbeitszeit, die jeweils an unterschiedliche Voraussetzungen anknüpfen:
Teilzeitarbeit nach § 8 TzBfG
Teilzeitarbeit in der Elternzeit nach § 15 Abs. 7 BEEG
Teilzeitarbeit nach dem PflegeZG
Teilzeitarbeit nach Familienpflegezeitgesetz (FPfZG)
Teilzeitarbeit für schwerbehinderte Beschäftigte nach § 81 Abs. 5 SGB IX
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1. Für wen gilt der TVöD-Bund?
2. Welches Arbeitsentgelt wird gezahlt?
3. Wie funktioniert die Stufenzuordnung?
4. Was gilt bei der Probezeit?
5. Was ist bei der Arbeitszeit zu beachten?
6. Welche besonderen Formen der Arbeit gibt es?
8. Was gilt beim Urlaub?
9. Was ist bei der Ausschlussfrist zu beachten?
10. Wann endet ein Arbeitsverhältnis?