Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=23.02.2000&Aktenzeichen=X%20R%20142/95
Timestamp: 2013-05-19 06:25:44
Document Index: 150461729

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH']

Rechtsprechung BFH, 23.02.2000 - X R 142/95 Volltextver�ffentlichungen (9)
EStG � 15 Abs. 2, � 22 Nr. 3; GewStG � 2 Abs. 1; AO 1977 � 40; BGB �� 134, 138
Selbstst�ndig betriebener Telefonsex ist gewerblich - Abgrenzung zur Prostitution
Anbieten von "Telefonsex" Gewerbebetrieb
Telefonsex ist "gewerblich" - und kostet Steuern
GewStG � 2 Abs 1, EStG � 15 Abs 1 Nr 1, EStG � 22 Nr 3Gewerbebetrieb; Prostituierte; Sonstige Leistung
Wird zitiert von ... (14) BGH, 22.11.2001 - III ZR 5/01 Telefonentgelte bei Anwahl von 0190-Sondernummern (Telefonsex)Der Wandel der Moralvorstellungen ist gerade in j�ngster Zeit im parlamentarischen Raum durch den von der Revision angef�hrten Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Prostituierten (Gesetzentwurf der Fraktionen der SPD und B�ndnis 90/Die Gr�nen, BT-Drucks. 14/5958) deutlich geworden und auch von der h�chstrichterlichen Rechtsprechung verzeichnet worden (BFH, NJW 2000, 2919 zur Frage, ob Telefonsex-Dienstleistungen zu Eink�nften aus Gewerbebetrieb f�hren, und der zur Ver�ffentlichung vorgesehene Beschlu� des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. September 2001 - 1 C 17/00 - zur Frage, ob die Prostitutionsaus�bung durch die EG-vertragliche Niederlassungs- oder Dienstleistungsfreiheit erfa�t wird).
BSG, 10.08.2000 - B 12 KR 21/98 R Honorarkr�fte f�r Telefonsex stehen in abh�ngiger Besch�ftigungDemgem�� f�hrt nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) das Betreiben von "Telefonsex" im Rahmen eines telefonischen Auftragsdienstes unter den Voraussetzungen des � 15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) zu Eink�nften aus Gewerbebetrieb (BFH, Urteil vom 23. Februar 2000 - X R 142/95; zur Behandlung von Eink�nften aus "gewerblicher Unzucht" nach � 22 Nr. 3 EStG vgl BFHE 97, 104; 80, 73;… Fischer in H�bschmann/ Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Komm, 10. Aufl, Stand M�rz 1990, � 40 AO RdNrn 50 f;… Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl, Stand Oktober 1996, � 40 RdNr 8; jeweils mwN).
BFH, 15.03.2012 - III R 30/10 Qualifizierung der Eink�nfte aus EigenprostitutionDer BFH habe in seinem Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95 (BFHE 191, 498, BStBl II 2000, 610, betr. Telefonsex als Gewerbebetrieb) die Beurteilung der Prostitution durch das Urteil in BFHE 80, 73, BStBl III 1964, 500 als m�glicherweise �berholt bezeichnet.Fremdprostitution werde von der BFH-Rechtsprechung seit jeher als gewerblich angesehen; das BFH-Urteil in BFHE 191, 498, BStBl II 2000, 610 habe diese schon vor dem Urteil des Gro�en Senats des BFH in BFHE 80, 73, BStBl III 1964, 500 bestehende Unterscheidung lediglich fortgef�hrt.c) Die Rechtsprechung hat seit jeher zwischen selbst�ndiger Eigenprostitution und als gewerblich eingestuften T�tigkeiten im wirtschaftlichen Zusammenhang mit Eigenprostitution unterschieden, d. h. einerseits der Aus�bung des Geschlechtsverkehrs gegen Entgelt und andererseits Bet�tigungen, mit denen Dritte sexuelle Dienstleistungen organisieren und f�rdern (z. B. Senatsurteil vom 22. M�rz 1963 III 173/60 U, BFHE 77, 15, BStBl III 1963, 322, und FG des Saarlandes, Urteil vom 30. September 1992 1 K 259/91, EFG 1993, 332, beide betr. Zimmervermietung an Prostituierte; vgl. auch die Nachweise im BFH-Urteil in BFHE 191, 498, BStBl II 2000, 610, unter II. 3.).Im BFH-Urteil in BFHE 191, 498, BStBl II 2000, 610 wurde zudem Telefonsex nicht nur als Gewerbebetrieb eingestuft, sondern das Urteil des Gro�en Senats des BFH als m�glicherweise �berholt bezeichnet (zustimmend Weber-Grellet, Finanz-Rundschau 2000, 990, und Fischer, Deutsches Steuerrecht - DStR - 2000, 1342).
BGH, 13.07.2006 - I ZR 241/03 Prostitutionswerbung und JugendschutzMit dem Prostitutionsgesetz hat der Gesetzgeber einem Wandel in weiten Teilen der Bev�lkerung, die die Prostitution nicht mehr schlechthin als sittenwidrig ansehen, Rechnung getragen (…vgl. Begr�ndung zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Prostituierten, BT-Drucks. 14/5958, S. 4;… zu dem Wandel der Moralvorstellungen in neuerer Zeit ferner: BGH, Urt. v. 22.11.2001 - III ZR 5/01, NJW 2002, 361; OLG K�ln MMR 2001, 43, 44; AG Heidelberg NJW-RR 1998, 260; AG Berlin-K�penick NJW 2002, 1885; vgl. ferner BFH, Urt. v. 23.2.2000 - X R 142/95, NJW 2000, 2919;… zum Aufenthalts- und Niederlassungsrecht von Prostituierten aus anderen Mitgliedstaaten der EU: EuGH, Urt. v. 20.11.2001 - C-268/99, Slg. 2001, I-8615 = DVBl 2002, 321 Tz 59 f.).
BVerwG, 18.09.2001 - 1 C 17.00 Ausweisung einer Prostituierten aus einem EU-MitgliedstaatIm �brigen bestehen bereits seit einiger Zeit Anzeichen f�r einen Wandel der gesellschaftlichen Auffassungen zur Prostitution (ankn�pfend daran neuerdings VG Berlin, Urteil vom 1. Dezember 2000 - VG 35 A 570/99 - NJW 2001, 983, 987 f.; vgl. auch BFH, Urteil vom 23. Februar 2000 - X R 142/95 - NJW 2000, 2919).
FG Sachsen, 14.04.2010 - 8 K 1846/07 Selbstst�ndig ausge�bte T�tigkeit einer Prostituierten nicht …An dieser Wertung, die sich auch in der einschl�gigen BFH-Rechtsprechung findet (vgl. BFH-Urteile vom 23. Juni 1964) habe sich weder durch das BFH-Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95 noch durch das sog. Prostituiertengesetz etwas ge�ndert.Auf Grund der �nderung der Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 23.02.2000, BStBl II 2000, 610) und dem Wandel der gesellschaftlichen Auffassung zur Prostitution ( Prostitutionsgesetz vom 20.12.2001) gehe das Finanzamt davon aus, dass Eink�nfte aus Leistungen im Sinne des � 22 Nr. 3 EStG nicht mehr vorliegen w�rden.Von dieser Rechtsprechung ist der X. Senat des BFH in seinem Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95, BStBl II 2000, 610, wonach "Telefonsex" unter den Voraussetzungen des � 15 Abs. 2 EStG zu Eink�nften aus Gewerbebetrieb f�hrt, ersichtlich nicht abgewichen.Soweit der BFH ausgef�hrt hat, dass die Bewertung der Leistungen beim Telefonsex durch die Entscheidungen zur sog. eigenen Prostitution nicht pr�judiziert werde und deshalb auch nicht entschieden werden m�sse, ob die Rechtsprechung zur gewerbsm��igen Unzucht "m�glicherweise �berholt" oder "im Hinblick auf die ver�nderten gesellschaftlichen Anschauungen zur Sexualit�t dieser noch gefolgt werden k�nne", l�sst sich hieraus eine in der Tendenz erkennbare �nderung der Rechtsprechung nicht entnehmen (so aber z.B. Verf�gung der OFD D�sseldorf S 2240 A - St 11 vom 30. Juli 2004; vgl. aber auch Anmerkungen von RiBFH Weber-Grellet in FR 2000, S. 988 ff, wonach kein Grund ersichtlich sei, die Eink�nfte nicht als solche nach � 15 EStG anzusehen, bzw. von RiBFH Dr. P. Fischer in DStR 2000, S. 1341 , der auf den weiter fortschreitenden Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen, insbesondere in Gestalt der Gesetzesbem�hungen zur Schaffung des sog. Prostitutionsgesetzes hingewiesen hat).
FG Sachsen, 14.04.2010 - 8 K 2066/08 Selbstst�ndig ausge�bte T�tigkeit einer Prostituierten nicht …An dieser Wertung, die sich auch in der einschl�gigen BFH-Rechtsprechung findet (vgl. BFH-Urteile vom 23. Juni 1964) habe sich weder durch das BFH-Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95 noch durch das sog. Prostituiertengesetz etwas ge�ndert.Auf Grund der �nderung der Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 23.02.2000, BStBl II 2000, 610) und dem Wandel der gesellschaftlichen Auffassung zur Prostitution ( Prostitutionsgesetz vom 20.12.2001) gehe das Finanzamt davon aus, dass Eink�nfte aus Leistungen im Sinne des � 22 Nr. 3 EStG nicht mehr vorliegen w�rden.Von dieser Rechtsprechung ist der X. Senat des BFH in seinem Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95, BStBl II 2000, 610, wonach "Telefonsex" unter den Voraussetzungen des � 15 Abs. 2 EStG zu Eink�nften aus Gewerbebetrieb f�hrt, ersichtlich nicht abgewichen.Soweit der BFH ausgef�hrt hat, dass die Bewertung der Leistungen beim Telefonsex durch die Entscheidungen zur sog. eigenen Prostitution nicht pr�judiziert werde und deshalb auch nicht entschieden werden m�sse, ob die Rechtsprechung zur gewerbsm��igen Unzucht "m�glicherweise �berholt" oder "im Hinblick auf die ver�nderten gesellschaftlichen Anschauungen zur Sexualit�t dieser noch gefolgt werden k�nne", l�sst sich hieraus eine in der Tendenz erkennbare �nderung der Rechtsprechung nicht entnehmen (so aber z.B. Verf�gung der OFD D�sseldorf S 2240 A - St 11 vom 30. Juli 2004; vgl. aber auch Anmerkungen von RiBFH Weber-Grellet in FR 2000, S. 988 ff, wonach kein Grund ersichtlich sei, die Eink�nfte nicht als solche nach � 15 EStG anzusehen, bzw. von RiBFH Dr. P. Fischer in DStR 2000, S. 1341 , der auf den weiter fortschreitenden Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen, insbesondere in Gestalt der Gesetzesbem�hungen zur Schaffung des sog. Prostitutionsgesetzes hingewiesen hat).
BGH, 13.07.2006 - I ZR 231/03 Kontaktanzeigen Prostituierter in Zeitungen wettbewerbsrechtlich nicht generell …Mit dem Prostitutionsgesetz hat der Gesetzgeber einem Wandel in weiten Teilen der Bev�lkerung, die die Prostitution nicht mehr schlechthin als sittenwidrig ansehen, Rechnung getragen (…vgl. Begr�ndung zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Prostituierten, BT-Drucks. 14/5958, S. 4;… zu dem Wandel der Moralvorstellungen in neuerer Zeit ferner: BGH, Urt. v. 22.11.2001 - III ZR 5/01, NJW 2002, 361; OLG K�ln MMR 2001, 43, 44; AG Heidelberg NJW-RR 1998, 260; AG Berlin-K�penick NJW 2002, 1885; vgl. ferner BFH, Urt. v. 23.2.2000 - X R 142/95, NJW 2000, 2919;… zum Aufenthalts- und Niederlassungsrecht von Prostituierten aus anderen Mitgliedstaaten der EU: EuGH, Urt. v. 20.11.2001 - C-268/99, Slg. 2001, I-8615 = DVBl 2002, 321 Tz 59 f.).
BGH, 21.02.2002 - 4 StR 578/01 Erpresserischer Menschenraub; Vorsatz (Rechtswidrigkeit des Verm�gensvorteils; …Jedoch begann sich bereits im Vorfeld des Inkrafttretens dieses Gesetzes die bisherige Rechtsprechung, u.a. des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs, des Bundesfinanzhofs und des Bundesverwaltungsgerichts zu der Frage der Sittenwidrigkeit von Vereinbarungen oder T�tigkeiten wegen Versto�es gegen die Standards der herrschenden Sexualmoral zu modifizieren (vgl. Urteil des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 22. November 2001 in NJW 2002, 361 und Urteil des Bundesfinanzhofs vom 23. Februar 2000 in NJW 2000, 2919; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. September 2001 in DVBl 2002, 54).
BFH, 20.07.2007 - XI B 193/06 Einkommensteuerrechtliche Einordnung von Bestechungsgelder von DrittenIn dem BFH-Urteil vom 23. Februar 2000 X R 142/95 (BFHE 191, 498, BStBl II 2000, 610) ging es um "Telefonsex" als gewerbliche T�tigkeit, in dem BFH-Urteil vom 6. April 2000 IV R 31/99 (BFHE 192, 64, BStBl II 2001, 536) um Rauschgifthandel als gewerbliche T�tigkeit, in dem BFH-Beschluss vom 29. August 1991 V B 116/90 (…BFH/NV 1992, 277) darum, ob ein Zuh�lter gegen�ber "seinen" Prostituierten regelm��ig entgeltliche Leistungen i.S. des � 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG erbringt, in dem Beschluss des FG des Saarlandes vom 6. Januar 1992 1 V 362/91 (Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 1992, 343) um illegales Gl�cksspiel als gewerbliche T�tigkeit und in dem Beschluss des FG M�nster vom 28. November 1995 13 V 3276/95 E, G (EFG 1996, 267) um Eink�nfte aus dem Unternehmensspiel "Life" als gewerbliche Gewinne.
OLG Hamm, 20.05.2008 - 3 Ss 179/08 Sch�tzung - Prostitution: Sch�tzung der Eink�nfte war zul�ssig
FG M�nster, 12.09.2008 - 6 K 676/04 Notwendigkeit der Vereinnahmung von Einnahmen im Namen und f�r Rechnung eines …
FG K�ln, 13.02.2002 - 7 K 4601/99 Umsatzsteuerrechtliche Zurechnung der in einem Saunaclub betriebenen …