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Timestamp: 2017-02-21 12:10:58
Document Index: 52003184

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 1', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

1.1 Schusswaffen im engeren Sinne ( 1 Abs. 1 WaffG ) Der Begriff der Schusswaffe im engeren Sinne ( 1 Abs. 1 WaffG) umfasst folgende Merkmale: - PDF
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1 Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV) 1. Schusswaffen Soweit das Waffengesetz ( WaffG) und die Verordnungen zum Waffengesetz den Begriff Schusswaffen verwenden, ohne auf 1 Abs. 1 WaffG zu verweisen, sind auch die Geräte im Sinne des 1 Abs. 2 WaffG darunter zu verstehen. 1.1 Schusswaffen im engeren Sinne ( 1 Abs. 1 WaffG ) Der Begriff der Schusswaffe im engeren Sinne ( 1 Abs. 1 WaffG) umfasst folgende Merkmale: Die Waffe muss einen Lauf besitzen und zu einem der in 1 Abs. 1 genannten Zwecke bestimmt sein Lauf ist ein aus einem ausreichend festen Werkstoff bestehender rohrförmiger Gegenstand, der Geschossen, die hindurchgetrieben werden, ein gewisses Maß an Führung ( Richtung ) gibt. Diese Voraussetzung ist in der Regel als gegeben anzusehen, wenn die Länge des Laufteils, der die Führung des Geschosses bestimmt, mindestens das Zweifache des Kalibers beträgt. Ist der Innenquerschnitt des Laufs nicht kreisförmig, gilt der Durchmesser eines flächengleichen Kreises als Kaliber. Düsen von Sprühgeräten sind keine Läufe Für die Zweckbestimmung maßgebend ist der Wille des Herstellers, soweit er in der Bauart der Waffe zum Ausdruck kommt. Eine abweichende Erklärung des Herstellers über den Verwendungszweck ist unbeachtlich Auf die Art des Antriebsmittels ( Druck von Verbrennungsgasen bei Feuerwaffen, Druck gespannter Gase- z.b. Luft- oder CO 2 -, Federdruck) kommt es für 1 Abs. 1 WaffG nicht an. Jedoch sind Geräte, bei denen Geschosse mittelbar durch Muskelkraft angetrieben werden ( z.b. Blasrohre ), von der Anwendung des Gesetzes ausgenommen ( 1 Abs. 1 Nr. 2 der Ersten Verordnung zum Waffengesetz - 1. WaffV- in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. Februar 1979 ( BGBl. I S. 184 ). 1.2 Den Schusswaffen gleichgestellte tragbare Geräte ( 1 Abs. 2 WaffG ) Unabhängig von der Zweckbestimmung stehen den Schusswaffen die Geräte gleich, die zum Abschießen von Munition bestimmt sind ( 1 Abs. 2 WaffG). Die Vorschrift erfasst insbesondere Geräte zum Abschießen von Kartuschenmunition ( z.b. Platzpatronen und Kartuschen zum Antrieb von Geschossen), pyrotechnische Munition und Patronenmunition ( z.b. Patronen, deren Geschosse Reiz- oder Betäubungsstoffe enthalten). Zu den Geräten nach Abs. 2 gehören die Schreckschuss- und Reizstoffwaffen nach 22 WaffG, die keinen Lauf haben, Signalgeräte sowie Selbstschussapparate, die nicht fest montiert sind. Tragbar im Sinne des 1 Abs. 2 WaffG sind Geräte, die nach ihrer Beschaffenheit dazu bestimmt sind, von einer Person üblicherweise getragen und bei Schussauslösung in der Hand gehalten zu werden. Eine Waffe ist auch dann tragbar, wenn sie mit einer aufklappbaren Stütze versehen ist, um das Zielen zu erleichtern.2 2 Beschaffenheit dazu bestimmt sind, von einer Person üblicherweise getragen und bei Schussauslösung in der Hand gehalten zu werden. Eine Waffe ist auch dann tragbar, wenn sie mit einer aufklappbaren Stütze versehen ist, um das Zielen zu erleichtern. Nicht erfasst werden nicht tragbare Geräte, z.b. Selbstschussapparate zur Bekämpfung oder Vertreibung von Tieren Auf bestimmte Arten von Geräten, die nicht tragbar sind, aber im übrigen die Begriffsmerkmale eines Schussapparates aufweisen, z.b. Kabelschießer, Industriekanonen, sind die Vorschriften über die Bauartzulassung ( 21 WaffG) anzuwenden ( 5 Abs. 3 der 1. WaffV). 1.3 Geräte, auf die die Vorschriften über Schusswaffen anzuwenden sind ( 5 und 7 der 1. WaffV ) Die Vorschriften über Schusswaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von mehr als 7,5 J erteilt wird, gelten auch für die in 5 Abs. 1 der 1. WaffV bezeichneten Geräte ( Flammenwerfer, bestimmte Arten von Sprühgeräten und Elektrowaffen ). Auf die Geräte sind jedoch die Vorschriften über Prüfung ( Abschnitt III WaffG ) nicht anzuwenden Die Vorschriften über Schusswaffen gelten auch für - tragbare Geräte, bei denen die Geschosse nicht mittelbar durch Muskelkraft angetrieben werden ( 5 Abs. 2 der 1. WaffV), z.b. Geräte zum Betäuben oder Markieren von Tieren, - unbrauchbar gemachte Schusswaffen, für aus Schusswaffen hergestellte Gegenstände und für Nachbildungen von Schusswaffen, wenn diese Gegenstände zu funktionsfähigen Schusswaffen umgebaut werden können ( 7 Abs. 1 und 2 der 1. WaffV - vgl. auch 37 Abs. 1 Nr. 11 WaffG- ). 1.4 Verlust der Schusswaffeneigenschaft ( 1 Abs. 3 WaffG ) Eine Schusswaffe verliert ihre Eigenschaft als Schusswaffe, wenn die in 1 Abs. 3 WaffG bezeichneten Voraussetzungen vorliegen. Eine Sonderregelung gilt für sogenannte Zier- und Sammlerwaffen, für unbrauchbar gemachte Schusswaffen und für aus Schusswaffen hergestellte Gegenstände. Werden Schusswaffen mit einer Länge von mehr als 60 cm für die in 3 Abs. 1 Satz 1 der 1. WaffV bezeichneten Zwecke so verändert, dass aus ihnen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann, so sind auf sie Abschnitt III und IV sowie die 12 und 28 WaffG nicht anzuwenden. Schusswaffen und Gegenstände, die nicht gemäß den Anforderungen des 7 Abs. 1 der 1. WaffV unbrauchbar gemacht worden sind, unterliegen den waffenrechtlichen Vorschriften. Schnittmodelle verlieren ihre Eigenschaft als Schusswaffe, wenn der Lauf und die Patronenlager im Sinne des 7 der 1. WaffV so geöffnet sind, dass Geschosse den Lauf nicht verlassen können und der Verschluss einschließlich der Zündeinrichtung so weit geändert ist, dass nur die mechanische Funktion noch erhalten bleibt, jedoch die Munition nicht gezündet werden kann.3 3 1.5 Selbstladewaffen ( 1 Abs. 5 WaffG ) Gewehre und Pistolen sind Selbstladewaffen, wenn nach der Auslösung eines Schusses selbsttätig mindestens die abgeschossene Hülse ausgeworfen, eine neue Patrone in das Patronenlager eingeführt, die Feder gespannt und der nächste Schuss lediglich durch Betätigung des Abzuges gelöst wird. Revolver gehören zu den Selbstladewaffen nur in der Ausführung "double Action", bei der mit der Betätigung des Abzuges zunächst die Trommel weitergedreht wird, so dass ein Lager mit einer neuen Patrone vor dem Lauf und den Schlagbolzen zu liegen kommt; ferner wird dabei die Feder gespannt. Die Schussauslösung erfolgt erst nach vollständigem Durchziehen des Abzuges. Handrepetierer sind keine Selbstladewaffen. Dagegen sind Schusswaffen, bei denen die Geschosse durch hochgespannte kalte Gase angetrieben werden, Selbstladewaffen, wenn die Abtriebsgase und die Geschosse in einem Vorratsbehälter bereitgehalten werden und bei der Betätigung des Abzuges das neue Geschoss zugeführt und das Ventil geöffnet wird. Selbstladewaffen unterliegen in verschiedener Hinsicht verschärften Vorschriften ( 37 Abs. 1 Nr. 1 Buchstaben d und e WaffG) und sind von bestimmten Vergünstigungen ( 28 Abs. 4 Nr. 7 WaffG), die für andere Schusswaffen gelten, ausgenommen. 1.6 Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ( 22 WaffG ) Schreckschuss- Reizstoff- und Signalwaffen, deren Bauart nach 22 WaffG zugelassen ist, tragen das Zulassungszeichen nach der Anlage 1 zur 1. WaffV, das sich aus dem Zeichen "PTB" und einer darunter stehenden Kennummer zusammensetzt und von einem Kreis umgeben ist. Schusswaffen, die den genannten Zwecken dienen, deren Bauart jedoch nicht gemäß 22 WaffG zugelassen ist, sind keine Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen im Sinne des Waffengesetzes; sie unterliegen in vollem Umfang den für Schusswaffen zum Verschießen von scharfer Munition geltenden Vorschriften. So fällt insbesondere die in der Seeschifffahrt verwendete Signalpistole ( Leuchtpistole ) im Kaliber 4 ( 26,5 mm ) nicht unter den Begriff der Signalwaffen im Sinne des 22 WaffG. 1.7 Schusswaffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse von nicht mehr als 7,5 Joule (J ) Schusswaffen, deren Bauart nach 22 WaffG zugelassen ist, sowie Luftdruck-, Federdruck- und CO 2 -Waffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse von nicht mehr als 7,5 J unterliegen gemäß 12 WaffG nicht der Buchführungspflicht, brauchen gemäß 13 Abs. 2 WaffG nicht die fortlaufende Nummer zu tragen und sind nicht waffenbesitzkartenpflichtig ( 2 Abs. 4 Nr. 2 und 3 der 1. WaffV). Diese Schusswaffen müssen nach 13 Abs. 2 WaffG, 19 und Anlage 1 der 1. WaffV gekennzeichnet sein. Für die nach 1 Abs. 1 nr. 1 bis 4 der 1. WaffV von den Vorschriften des Waffengesetzes befreiten Schusswaffen gilt diese Kennzeichnungspflicht nicht, es sei denn, dass die Voraussetzungen des 1 Abs. 3 der 1. WaffV erfüllt sind.4 4 WaffV von den Vorschriften des Waffengesetzes befreiten Schusswaffen gilt diese Kennzeichnungspflicht nicht, es sei denn, dass die Voraussetzungen des 1 Abs. 3 der 1. WaffV erfüllt sind Handfeuerwaffen mit einer Länge von nicht mehr als 60 cm, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 J erteilt wird und die zum Verschießen fester Körper bestimmt sind, unterliegen nunmehr der Buchführungs- und der vollen Kennzeichnungspflicht. Handfeuerwaffen der genannten Art sind unabhängig von ihrer Länge waffenbesitzkartenpflichtig. Diese Schusswaffen müssen wie bisher das Kennzeichen nach dem Muster der Anlage 1 Abbildung 1 der 1. WaffV tragen Ein Körper von 1 kg Masse hat nach einem widerstandsfreien Fall aus 1 m Höhe eine Bewegungsenergie von etwa 10 J. Die Bewegungsenergie der Geschosse ist nach den in Anlage 1 festgelegten Grundsätzen zu ermitteln. 1.8 Befreiung von waffenrechtlichen Vorschriften Auf tragbare Schusswaffen und Munition, die Kriegswaffen im Sinne der Kriegswaffenliste sind ( Anlage zum Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen in der jeweils geltenden Fassung ), sind neben dem Kriegswaffenkontrollgesetz ( KWKG ) nur die in 6 Abs. 3 WaffG genannten Vorschriften, insbesondere die Verbote nach 37 Abs. 1 WaffG und die Vorschriften über das Waffenführen anzuwenden Auf bestimmte Schusswaffen im Sinne des 1 Abs. 1 und 2 WaffG, vor allem auf bestimmte Spielzeugwaffen nach 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der 1. WaffV, sind die Vorschriften des Waffengesetzes nicht anzuwenden, sofern nicht ein Fall des 1 Abs. 3 der 1. WaffV gegeben ist. Unter 1 Abs.! Nr. 1 der 1. WaffV fallen Spielzeugwaffen, bei denen das durch den Lauf getriebene Geschoss eine nur geringe Bewegungsenergie erhält ( 0,5 J ). Dazu gehören manche Federdruckwaffen und Berloque- Pistölchen Auf Vorderladerwaffen mit Lunten- oder Funkenzündung sind nur die 16 bis 2o, 44 und 45 des Gesetzes anzuwenden ( 1 Abs. 2 der 1. WaffV). Vorderladerwaffen sind Waffen, die von vorn geladen werden Schusswaffen, deren Modell vor dem Jahre 1871 entwickelt worden ist, sind von den Vorschriften des Gesetzes über die Waffenherstellungsund Waffenhandelserlaubnis, das Waffenhandelsbuch und die Waffenbesitzkartenpflicht ausgenommen, - wenn sie eine Zündnadelzündung besitzen, - wenn es sich um einläufige Einzelladerwaffen mit Zündhütchenzündung ( Perkussionswaffen) handelt ( 2 Abs. 1 Nr. 1, Absatz 4 Nr. 1 der 1. WaffV). Ursprünglich mehrschüssige Perkussionswaffen, die in einschüssige Waffen umgebaut worden sind, werden ebenso wie entsprechende Nachbauten ( Replikas) von der Befreiung nicht erfasst Wegen weiterer Befreiungen von einzelnen waffenrechtlichen Vorschriften wird auf 2 Abs. 2 bis 7 und 4 der 1. WaffV verwiesen.5 Allgemein gebräuchlich Werkzeuge ( 1 Abs. 3 Nr. 1 und 2 der 1. WaffV) sind die unter Bastlern / Heimwerkern verbreiteten Werkzeuge. 1.9 Hieb- und Stoßwaffen ( 1 Abs. 7 WaffG ) Keine Hieb- oder Stoßwaffen sind solche Geräte, die zwar Hieb- oder Stoßwaffen ( 1 Abs. 7 WaffG) nachgebildet, aber wegen abgestumpfter Spitzen oder stumpfen Schneiden offensichtlich nur für den Sport oder als Zierde geeignet sind, z.b. Sportflorette, Sportdegen, Zierdegen, hingegen nicht geschliffene Mensurschläger. Unter 1 Abs. 7 Satz 2 WaffG fallen insbesondere sog. Elektro- Kontaktgeräte; das sind zur Verteidigung bestimmte Geräte, die nach Betätigen einer Auslösevorrichtung dem mit dem Gerät Berührten schmerzhafte elektrische Schläge versetzen. 2. Munition und Geschosse ( 2 WaffG ) 2.1 Als Munition gelten nur Treibladungen, die in Hülsen oder Geschossen ( pyrotechnische Munition ) untergebracht sind oder als Presslinge eine den Innenmaßen einer Schusswaffe angepasste Form haben. Die in 2 Abs. 1 oder 2 WaffG bezeichneten Gegenstände müssen dazu bestimmt sein, aus Schusswaffen ( 1 Abs. 1 oder 2 WaffG) abgeschossen oder verschossen zu werden. Auswechselbare Reizstoffbehälter für Sprühgeräte sind keine Munition. 2.2 Pyrotechnische Munition im Sinne des 2 Abs. 1 WaffG sind zum Abschießen aus Schusswaffen bestimmte Gegenstände ( 1 Abs. 1 Nr. 6 der 1. WaffV), bei denen das Geschoss einen explosionsgefährlichen Stoff ( pyrotechnischen Satz) enthält, der einen Licht-, Schall-, Rauch- oder ähnlichen Effekt ( 2 Abs. 2 des Sprengstoffgesetzes hervorruft Zur pyrotechnischen Munition im engeren Sinne ( 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 WaffG ) gehören: Patronenmunition, die ein pyrotechnisches Geschoss enthält ( Leucht- und Signalpatronen, Feuerwerkspatronen) und Patronenmunition, die ein pyrotechnisches Raketengeschoss enthält Zu Raketen, die nach dem Abschuss durch die von ihnen mitgeführte Ladung angetrieben werden ( 2 Abs. 1 Satz 2 WaffG), gehören: Geschosse mit Eigenantrieb wie Vogelschreckenraketen, Pfeifraketen, Raketenknallgeschosse, die zum Verschießen aus Schreckschussoder Signalwaffen bestimmt sind Zu den Geschossen, die einen pyrotechnischen Satz enthalten ( 2 Abs. 1 Satz 2 WaffG), gehören: Geschosse ohne Eigenantrieb, insbesondere Leucht- und Signalsterne, Rauch- und Knallgeschosse, die zum Verschießen aus Schreckschuss- oder Signalwaffen bestimmt sind Zur pyrotechnischen Munition gehören auch Raketen und Geschosse mit einem pyrotechnischen Satz, die mit einer Antriebsvorrichtung fest verbunden sind ( 23 WaffG). Diese Gegenstände sind zum Abschießen von einem besonderen Abschussgerät bestimmt, z.b. Licht-, Schall- und Rauchsignalpatronen für Signalstifte und für besondere Notsignalgeräte.6 6 mit einem pyrotechnischen Satz, die mit einer Antriebsvorrichtung fest verbunden sind ( 23 WaffG). Diese Gegenstände sind zum Abschießen von einem besonderen Abschussgerät bestimmt, z.b. Licht-, Schall- und Rauchsignalpatronen für Signalstifte und für besondere Notsignalgeräte. 2.3 Geschosse, die aus festen Körpern ( 2 Abs. 3 Nr. 1 WaffG) bestehen, können auch Schrote sein. 2.4 In Umhüllungen untergebrachte gasförmige, flüssige oder feste Stoffe sind nur dann Geschosse im Sinne des 2 Abs. 3 Nr. 2 WaffG, wenn die Umhüllung nur für einen einzelnen Schuss verwendbar ist. Die Umhüllungen können mit der Füllung im ganzen verschossen werden oder in der Schusswaffe aufreißen und in Teilen getrennt von der Füllung aus der Laufmündung herausfliegen. 2.5 Auf Hohlkörper, die zur Aufnahme chemischer Wirkstoffe hergerichtet und als Geschosse verschossen werden sollen, sind die Vorschriften des Gesetzes über den Munitionserwerbsschein anzuwenden ( 6 Abs. 1 der 1. WaffV). Dies gilt nicht für Geschosse, die aus Schusswaffen nach 22 verschossen werden sollen ( Reizstoffmunition). 3. Wesentliche Teile von Schusswaffen und Schalldämpfer ( 3 WaffG) 3.1 Von der Gleichstellung nach 3 Abs. 1 WaffG sind wesentliche Teile bei der Buchführungspflicht ( 12 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2 WaffG), der Kennzeichnungspflicht ( 14 Abs. 1 Nr. 4 WaffG) und der Beschussprüfung ausgenommen. Vorgearbeitete Teile sind nur dann den fertigen wesentlichen Teilen gleichgestellt, wenn sie mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen ( Nummer 1.8.6) in einen einbau- und gebrauchsfähigen Zustand versetzt werden können. Mit Zügen oder anderen Innenprofilen versehene Laufrohlinge, Laufabschnitte oder Laufstücke, die noch kein Patronen- oder Kartuschenlager enthalten, sind wesentliche Teile. Läufe ohne Züge und ohne Patronen- oder Kartuschenlager sind nur dann wesentliche Teile, wenn sie ohne wesentliche Nacharbeit in eine Waffe eingebaut oder mit einer Waffe verbunden werden können und damit eine gebrauchsfähige Waffe entsteht. 3.2 Wesentliche Teile einer zerlegten oder unbrauchbar gemachten Schusswaffe sind wie die ursprüngliche Schusswaffe zu behandeln. Das gilt insbesondere für Teile von Schusswaffen, die von den Bestimmungen des Waffengesetzes ganz oder teilweise ausgenommen sind. Der wesentliche Teil einer frei erwerbbaren Schusswaffe, der auch in eine Schusswaffe eingebaut werden kann, für die es einer Waffenbesitzkarte bedarf, fällt erst dann unter 28 WaffG, wenn er von der frei erwerbbaren Schusswaffe dauernd ( nicht nur zum Zwecke der Waffenpflege) getrennt wird.7 7 der frei erwerbbaren Schusswaffe dauernd ( nicht nur zum Zwecke der Waffenpflege) getrennt wird. 3.3 Austauschläufe sind Läufe, die für ein bestimmtes Waffenmodell bestimmt sind und ohne Anwendung von Hilfsmitteln ausgetauscht werden können ( 3 14 Abs. 1 Nr. 4 WaffG). Wechselläufe sind Läufe, die für eine bestimmte Waffe hergerichtet sind, aber noch eingepasst werden müssen. Mit Austausch- oder Wechselläufen kann entweder eine Munition in einem anderen Kaliber verschossen oder bei Verwendung einer Munition im gleichen Kaliber eine andere Wirkung, insbesondere eine Veränderung des ballistischen Verhaltens der Geschosse erzielt werden. 3.4 Schalldämpfer ( 3 Abs. 4 WaffG) können fest mit der Schusswaffe verbunden oder zur Anbringung an einer Schusswaffe bestimmt sein. Der Erwerb eines Schalldämpfers ist nur auf Grund einer Waffenbesitzkarte gestattet, unabhängig davon, ob er mit einer Schusswaffe verbunden ist. 4. Erwerben, Überlassen, Führen ( 4 WaffG ) 4.1 Unter Erwerben ist die Erlangung der tatsächlichen Gewalt zu verstehen, d.h. die Möglichkeit, über den Gegenstand nach eigenem Willen zu verfügen. Entsprechendes gilt für das Überlassen. Nach dieser Definition ist unter Erwerben und Überlassen nicht das schuldrechtliche Rechtsgeschäft ( Kaufvertrag, Schenkungsvertrag) zu verstehen; es kommt ferner nicht darauf an, ob das Eigentum an dem Gegenstand auf einen anderen übergeht. Für die Annahme des Erwerbens oder Überlassens ist ein zweiseitiges Rechtsgeschäft nicht erforderlich; es genügt die Erlangung der tatsächlichen Gewalt, z.b. im Wege der Erbfolge oder durch Fund. Nach den Umständen des Einzelfalles können auch mehrere Personen zusammen die tatsächliche Gewalt über einen Gegenstand ausüben, z.b. Eheleute. Auf 4 Abs. 3 WaffG wird hingewiesen. Die tatsächliche Gewalt setzt einen Herrschaftswillen und damit Kenntnis vom Entstehen der Sachherrschaft voraus. Die tatsächliche Gewalt erfordert nicht die Anwesenheit des Inhabers; so bleiben z.b. Waffen, die in einer Wohnung eingeschlossen sind, in der tatsächlichen Gewalt des abwesenden Inhabers. Über verlorene Gegenstände übt der bisherige Inhaber nicht mehr die tatsächliche Gewalt aus. 4.2 Für den Begriff des "Führens" ( 4 Abs. 4 WaffG) kommt es nicht darauf an, ob jemand eine Waffe in der Absicht, mir ihr ausgerüstet zu sein, bei sich hat. Ebenso wenig wird darauf abgestellt, ob die Waffe zugriffsbereit oder schussbereit ist oder ob die zugehörige Munition mitgeführt wird. Entscheidend ist allein die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über die Waffe. Auf die Ausnahmen in 35 Abs. 4 WaffG wird hingewiesen. Für die Begriffe "Wohnung, Geschäftsräume und befriedetes Besitztum" ist wie im früheren Waffenrecht die Rechtsprechung zu den gleichen Begriffen in 123 StGB heranzuziehen, vgl. im übrigen Nummer 35. Ein Fahrzeug ist kein befriedetes Besitztum, kann jedoch eine Wohnung oder ein Geschäftsraum sein.8 8 Rechtsprechung zu den gleichen Begriffen in 123 StGB heranzuziehen, vgl. im übrigen Nummer 35. Ein Fahrzeug ist kein befriedetes Besitztum, kann jedoch eine Wohnung oder ein Geschäftsraum sein. 5. Zuverlässigkeit ( 5 WaffG) ist der Auslegung aller Vorschriften zugrunde zu legen, die die Prüfung der Zuverlässigkeit verlangen ( 8 Abs. 1, 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 36 Abs. 1, 37 Abs. 3, 39 Abs. 2 Nr. 1, 41 Abs. 1, 44 Abs. 1, 45 Abs. 2, 59 Abs. 3 WaffG und 9 Abs. 3 der 1. WaffV). 5.2 Die Tatsachen im Sinne des 5 Abs. 1 müssen beweisbar und so erheblich sein, dass sie den Schluss auf die Unzuverlässigkeit des Antragstellers zulassen. Beim Vorliegen eines Tatbestandes nach 5 Abs. 2 WaffG ist eine abweichende Beurteilung nur zulässig, wenn besondere Umstände dies rechtfertigen. Bei schweren Straftaten wird die Zuverlässigkeit des Betroffenen auch nach Ablauf der Fünfjahresfrist vielfach zu verneinen sein. Die Anwendung des Absatzes 2 Nr. 4 setzt nicht voraus, dass der Antragsteller entmündigt worden ist ( 114 BGB) oder dass gegen ihn gerichtliche Maßnahmen verhängt worden sind. 5.3 Soweit die Erteilung einer Erlaubnis zum Waffenherstellungs- oder Waffenhandelsgewerbe beantragt wird ( 7 WaffG), ist die Zuverlässigkeit darüber hinaus nach allgemeinen gewerberechtlichen Grundsätzen zu prüfen ( 60 Abs. 1 WaffG). Von besonderer Bedeutung sind die Fähigkeit und der Wille des Gewerbetreibenden zur Beachtung seiner Aufsichtspflicht gegenüber den für die Einhaltung der waffenrechtlichen Vorschriften verantwortlichen Beschäftigten. 5.4 An die Zuverlässigkeit eines Ausländers sind grundsätzlich die gleichen Anforderungen zu stellen wie an die Zuverlässigkeit eines deutschen Staatsangehörigen. Bei einem Ausländer kann sich die Unzuverlässigkeit auch daraus ergeben, dass die für seine Tätigkeit erforderliche Kenntnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift fehlt und dieser Mangel auch im Einzelfall nicht durch Hilfspersonen, z.b. den Betriebsleiter, ausgeglichen wird. 5.5 Die Vorlage eines amts- oder fachärztlichen Zeugnisses ( 5 Abs. 4 WaffG) soll nur Verlangt werden, wenn ernsthafte Zweifel an der Zuverlässigkeit im Sinne des Absatzes 2 Nr. 4 oder der körperlichen Eignung bestehen. 6. Anwendungsbereich, Ermächtigungen ( 6 WaffG) 6.1 Der Geltungsbereich des Waffengesetzes umfasst die Bundesrepublik Deutschland mit Ausnahme des Landes Berlin. Der Geltungsbereicht erstreckt sich auch auf Handelsschiffe, die sich in Häfen der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, aber nicht deren Flagge führen; bei der Durchführung von Überwachungsmaßnahmen auf Grund des Gesetzes ist jedoch auf völkerrechtliche Gepflogenheiten Rücksicht zu nehmen.9 9 Gesetzes ist jedoch auf völkerrechtliche Gepflogenheiten Rücksicht zu nehmen. 6.2 Das Gesetz ist außer auf die in 6 Abs. 1 Satz 1 WaffG genannten Bundes- und Landesbehörden und deren Bedienstete auch auf nachgeordnete Behörden und deren Bedienstete nicht anzuwenden, soweit diese in der Fünften Verordnung zum Waffengesetz und in den Rechtsverordnungen der Länder von den Vorschriften des Gesetzes freigestellt sind Ein dienstlicher Erwerb oder eine dienstliche Ausübung der tatsächlichen Gewalt im Sinne des 6 WaffG ist gegeben, wenn der Bedienstete die Waffe oder Munition in Erfüllung seiner Dienstaufgaben erwirbt oder innehat. Diese Voraussetzungen liegen dann vor, wenn der Bedienstete vom Dienstherrn mit Schusswaffen und Munition zur Erfüllung von Dienstaufgaben ausgerüstet wird. Auch eine nicht hoheitliche Tätigkeit wird von der Befreiung erfasst, so z.b. wenn ein Bediensteter für seine Behörde Schusswaffen aufbewahrt, instandsetzt oder pflegt. Die im privaten Eigentum von Bediensteten stehenden Schusswaffen, die auch dienstlich verwendet werden, sind nicht generell von den Vorschriften des Waffengesetzes freigestellt, vielmehr beschränkt sich die Freistellung ausschließlich auf die dienstliche Verwendung; in solchen Fällen bedarf der Bedienstete für die private Verwendung waffenrechtlicher Erlaubnisse. Die Formulierung in 6 Abs. 1 Satz 1 WaffG "soweit sie dienstlich tätig werden" stellt dies ausdrücklich klar Dienstellen, für die Befreiung gilt, haben über die Schusswaffen und Munition, über die ihre Bediensteten dienstlich die tatsächliche Gewalt ausüben, genaue Unterlagen ( Zahl, Art, Hersteller- oder Warenzeichen, Herstellungsnummer von Schusswaffen, Art und Stückzahl der Munition, Inhaber) zu führen. Sie haben, bevor sie Bediensteten Schusswaffen oder Munition anvertrauen oder Bedienstete mit Aufgaben betrauen, die voraussichtlich zu dienstlichem Umgang mit Schusswaffen führen, sorgfältig zu prüfen, ob der Bedienstete hierfür die erforderliche Zuverlässigkeit und Sachkunde besitzt. Ferner hat sich der Leiter der Stelle oder ein von ihm Beauftragter in angemessenen Zeitabständen zu vergewissern, dass die Schusswaffen und Munition, mit denen ihre Bediensteten dienstlich ausgerüstet werden, noch vorhanden sind und ordnungsgemäß verwahrt werden Will eine nach 6 Abs. 1 WaffG oder auf Grund einer Rechtsverordnung befreite Stelle von einem Dritten, z.b. einem Waffenhersteller oder Waffenhändler Schusswaffen oder Munition dienstlich erwerben, so bedarf sie hierzu keiner Waffenbesitzkarte, vielmehr genügt eine Bescheinigung der betreffenden Dienststelle ( 34 Abs. 2 Satz 3 WaffG). Für diese Bescheinigung soll das Muster nach Anlage 2 verwendet werden. In der Bescheinigung sind die Art und Zahl der Schusswaffen sowie die Art der Munition genau zu bestimmen. Die Bescheinigungen sind beim Erwerb dem Überlasser auszuhändigen Für die Berechtigung zum dienstlichen Führen von Schusswaffen ist eine dienstliche Bescheinigung waffenrechtlich nicht vorgeschrieben. Die Berechtigung zum Führen einer Schusswaffe ist in den Dienstvorschriften der zuständigen Stelle geregelt und soll sich entweder aus einem Vermerk im Dienstausweis oder aus einer dem Bediensteten ausgestellten Bescheinigung ergeben. Beim Führen der10 10 eine dienstliche Bescheinigung waffenrechtlich nicht vorgeschrieben. Die Berechtigung zum Führen einer Schusswaffe ist in den Dienstvorschriften der zuständigen Stelle geregelt und soll sich entweder aus einem Vermerk im Dienstausweis oder aus einer dem Bediensteten ausgestellten Bescheinigung ergeben. Beim Führen der Schusswaffe ist die Bescheinigung mitzuführen. 6.3 Der Bundesminister des Innern oder die von ihm bestimmten Stellen sowie die zuständigen Stellen der Länder können- soweit eine Freistellung nach 6 Abs. 1 WaffG nicht gegeben ist- für Personen, die wegen der von ihnen wahrzunehmenden hoheitlichen Aufgaben persönlich gefährdet sind, eine Bescheinigung ausstellen, die diese zum Erwerb von und zur Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Schusswaffen, sowie zum Führen dieser Waffen berechtigt ( 6 Abs. 2 WaffG) Der Begriff der hoheitlichen Aufgaben umfasst auch die sogenannte schlichte hoheitliche Tätigkeit. Hoheitlich tätig ist auch derjenige, der als öffentlich Bediensteter Objekte, die hoheitlichen Aufgaben dienen, oder hoheitlich tätige Personen gegen Angriffe zu sichern hat Ob jemand erheblich gefährdet im Sinne des 6 Abs. 2 WaffG ist, ist nach den für 32 Abs. 1 Nr. 3 WaffG geltenden Grundsätzen zu beurteilen, vgl. Nummer Die Gefährdung muss zumindest zum Teil auf der noch andauernden hoheitlichen Tätigkeit beruhen; dies ist nicht mehr der Fall, sobald der Antragsteller eine andere hoheitliche oder nicht hoheitliche Aufgabe wahrnimmt, die eine Gefährdung nicht begründet Bevor solche Bescheinigungen ausgestellt werden, ist zu prüfen, ob der Bewerber zuverlässig, sachkundig und körperlich geeignet ist. Sofern die Waffe geführt werden soll, ist vom Bewerber der Nachweis zu verlangen, dass eine Haftpflichtversicherung über die in 36 Abs. 1 Satz 2 WaffG genannten Deckungssummen besteht Die Bescheinigung ist längstens für die Dauer des Dienst- oder Amtsverhältnisses - bei Abgeordneten für die Dauer ihrer Parlamentszugehörigkeit- zu erteilen. Scheidet der Inhaber der Bescheinigung aus seinem Dienst- oder Amtsverhältnis oder dem öffentlich-rechtlichen Wahlamt aus, so ist die Bescheinigung einzuziehen ( vgl. Nummer 47 ). Dauer die Gefährdung fort, so sind waffenrechtliche Erlaubnisse nach den 28, 35 und 39 WaffG erforderlich. Bei Erteilung der Waffenbesitzkarte an solche Personen ist aus Gründen der Gleichbehandlung ein Bedürfnis am weiteren Besitz der Waffe anzuerkennen Bescheinigungen nach 6 Abs. 2 WaffG sind nur für eine zur Verteidigung geeignete Schusswaffe zu erteilen. Zusätzlich können Einschränkungen im Sinne des 35 Abs. 2 WaffG eingetragen werden. Bei Prüfung des Bedürfnisses zum Mitführen von Schusswaffen bei öffentlichen Veranstaltungen ( 39 WaffG) ist ein strenger Maßstab anzulegen Über die Berechtigung nach 6 Abs. 2 WaffG sind dem Antragsteller gegebenenfalls zwei Bescheinigungen auszustellen: eine, die zum Erwerb und zur Ausübung der tatsächlichen Gewalt berechtigt, sowie eine zweite, die zum Führen und gegebenenfalls zum Mitführen der Schusswaffe bei öffentlichen Veranstaltungen berechtigt. Für die Bescheinigungen sind die Muster nach Anlagen 3 und 4 zu verwenden.11 11 Erwerb und zur Ausübung der tatsächlichen Gewalt berechtigt, sowie eine zweite, die zum Führen und gegebenenfalls zum Mitführen der Schusswaffe bei öffentlichen Veranstaltungen berechtigt. Für die Bescheinigungen sind die Muster nach Anlagen 3 und 4 zu verwenden Auf die Rücknahme und den Widerruf einer Bescheinigung nach 6 Abs. 2 WaffG ist 47 WaffG entsprechend anzuwenden. 6.4 Allgemeine Verwaltungsvorschriften der obersten Bundesbehörden, die nach 51 Abs. 2 WaffG erlassen werden, bleiben von den in Nummer 6.2 und 6.3 getroffenen Regelungen unberührt. 6.5 Wegen der Anwendung des Gesetzes auf tragbare Schusswaffen, die Kriegswaffen sind, wird auf Nummer verwiesen. 6.6 Die waffenrechtliche Bescheinigung ( 6 Abs. 2 a WaffG) ist nach dem Muster der Anlage 18 zu erteilen. 6.7 Feuerwaffen im Sinne der Richtlinie 91/477/EWG des Rates vom 18. Juni 1991 über die Kontrolle des Erwerbs und des Besitzes von Waffen (ABl. EG Nr. L 256 S. 51) sind erlaubnispflichtige Schusswaffen zum Verschießen von Zentralfeuer- oder Randfeuerpatronenmunition; dabei werden Kurz- und Langwaffen wie folgt bestimmt: - Kurzwaffe: Lauflänge: 30 cm und kürzer, Gesamtlänge: 60 cm und kürzer; - Langwaffe: Lauflänge: über 30 cm, Gesamtlänge: über 60 cm. 6.8 Nach der EG-Waffenrichtlinie werden die Feuerwaffen in folgende Kategorien eingeteilt: A Verbotene Feuerwaffen B Genehmigungspflichtige Feuerwaffen, C Meldepflichtige Feuerwaffen, D Sonstige Feuerwaffen Verbotene Feuerwaffen ( Kategorie A:) Kriegsschusswaffen der Nummern 29 und 30 der Kriegswaffenliste ( Anlage zu 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen); vollautomatische Selbstladerwaffen ( 37 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d des Gesetzes); Schusswaffen, die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind ( 37 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c des Gesetzes); Munition mit Hartkerngeschossen, Lichtspur-, Brand- oder Sprengsätzen (Nummer 50 der Kriegswaffenliste);12 Revolver- und Pistolenmunition ( Tabelle 3 der Maßtafeln) mit Hohlspitzgeschossen und Teilmantelgeschossen mit Sollbruchstellen sowie Geschosse dieser Art für Revolver- und Pistolenmunition ( 8 Abs. 1 Nr. 2 der 1. WaffV) Genehmigungspflichtige Feuerwaffen ( Kategorie B): Halbautomatische Selbstladerkurzwaffen und Handrepetierkurzwaffen; Einzelladerkurzwaffen für Zentralfeuerpatronenmunition; Einzelladerkurzwaffen für Randfeuerpatronenmunition mit einer Gesamtlänge unter 28 cm; halbautomatische Selbstladerlangwaffen, deren Magazin mehr als zwei Patronen aufnehmen kann; halbautomatische Selbstladerlangwaffen, bei denen ein Magazin zur Aufnahme von mehr als zwei Patronen verwendet werden kann oder deren Magazin mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen zur Aufnahme von mehr als zwei Patronen geändert werden kann Handrepetierlangwaffen und Selbstladerlangwaffen jeweils mit glattem Lauf und einer Lauflänge von 60 cm und kürzer; halbautomatische Selbstladerlangwaffen, die ihrer äußeren Form nach den Anschein einer vollautomatischen Selbstladerwaffe hervorrufen, die Kriegswaffen im Sinne des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen ist Meldepflichtige Feuerwaffen ( Kategorie C): Handrepetierlangwaffen mit gezogenem oder glattem Lauf; Einzelladerlangwaffen mit gezogenem Lauf oder gezogenen Läufen; halbautomatische Selbstladerlangwaffen, deren Magazin nicht mehr als zwei Patronen aufnehmen kann Einzelladerkurzwaffen für Randfeuerpatronenmunition mit einer Gesamtlänge von 28 cm und länger Einzelladerlangwaffen mit glattem Lauf oder glatten Läufen fallen unter die Kategorie D Verschluss, Patronenlager und Lauf als wesentliche Teile gehören jeweils zu der Kategorie, in der die zugehörige Feuerwaffe eingestuft ist. 6.9 Mit 9 der 1. WaffV wird Artikel 7 Abs. 1 Satz 2 der EG-Waffenrichtlinie umgesetzt, wonach eine Person, die auch in einem anderen Mitgliedsstaat wohnhaft ist, zum Erwerb einer Schusswaffe der Kategorie B ( Nummer 6.8.2) neben der bisherigen waffenrechtlichen Erlaubnis de Wohnsitzstaates zusätzlich der vorherigen Einwilligung des Heimatstaates bedarf; der Erwerb der Schusswaffe unterliegt in diesem Fall mithin der Erlaubnispflicht beider Staaten. Unter diese Regelung fallen auch Angehörige von Nicht-EG-Staaten, die in mehreren Mitgliedsstaaten wohnhaft sind Abs. 1 der 1. WaffV erfasst hauptsächlich Staatsangehörige eines anderen Mitgliedsstaates, aber auch andere Personen in der Bundesrepublik Deutschland mit gleichzeitigem Wohnsitz in einem anderen Mitgliedsstaat, die sich aus persönlichen oder beruflichen Gründen ständig oder nicht nur vorübergehend in der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, hier eine Schusswaffe oder Munition erwerben13 13 Bundesrepublik Deutschland mit gleichzeitigem Wohnsitz in einem anderen Mitgliedsstaat, die sich aus persönlichen oder beruflichen Gründen ständig oder nicht nur vorübergehend in der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, hier eine Schusswaffe oder Munition erwerben und nur hier die tatsächliche Gewalt über diese ausüben wollen. Diese Personen bedürfen neben der Erlaubnis nach den 28 und 29 WaffG zusätzlich der vorherigen Einwilligung des anderen Mitgliedsstaates. Da die Zuordnung der Schusswaffen zu den Kategorien der EG- Waffenrichtlinie von den Mitgliedsstaaten teilweise unterschiedlich gehandhabt wird, bedarf es entweder der Einwilligung oder einer amtlichen Erklärung, dass eine Einwilligung nicht erforderlich ist. Die Erklärung ist einschließlich einer deutschen Übersetzung vom Antragsteller beizubringen. Auf die Übersetzung kann verzichtet werden, wenn der Erklärungsinhalt von der zuständigen Behörde auch ohne Übersetzung anerkannt wird; der Verzicht auf die Übersetzung ist aktenkundig zu machen Abs. 2 der 1. WaffV erfasst hauptsächlich deutsche Staatsangehörige, aber auch andere Personen, die sich aus persönlichen oder beruflichen Gründen ständig oder nicht nur vorübergehend in einem anderen Mitgliedsstaat aufhalten, dort eine Schusswaffe oder Munition erwerben und die tatsächliche Gewalt über diese ausüben wollen und gleichzeitig einen gewöhnlichen Aufenthalt nach 52 WaffG im Geltungsbereich des Waffengesetzes haben. Ihnen ist auf Antrag die vorherige Einwilligung zu der Erwerbserlaubnis des anderen Mitgliedsstaates durch die zuständige Behörde zu erteilen, wenn der Antragsteller glaubhaft macht, dass der andere Mitgliedsstaat eine Einwilligung verlangt. Auf die Versagungsgründe des 9 Abs. 3 der 1. WaffV wird hingewiesen. Eine Prüfung der Sachkunde des Bedürfnisses entfällt Die Erlaubnisse und die Einwilligungen nach 9a der 1. WaffV berechtigen lediglich zum Verbringen oder Verbringen lassen von erlaubnispflichtigen Schusswaffen oder Munition aus der Bundesrepublik Deutschland in einen anderen Mitgliedsstaat oder aus einem anderen Mitgliedsstaat in die Bundesrepublik Deutschland. In der Regel bedarf es zu einer Erlaubnis nach 9a Abs. 1 der 1. WaffV noch der vorherigen Einwilligung der zuständigen Behörde des Mitgliedsstaates, in den die Schusswaffen oder Munition verbracht werden sollen. Das Verbringen kann endgültig sein ( z.b. bei einer Veräußerung) und ohne Eigentumswechsel erfolgen ( z.b. bei einem Umzug). Auch ein vorübergehendes Verbringen ist möglich ( z.b. zu Reparatur- oder Ausstellungszwecken). Für das Verbringen oder Verbringen lassen halbautomatischer Selbstladerlangwaffen der Kategorie B der EG-Waffenrichtlinie, die Kriegswaffen nach Nummer 29 d der Kriegswaffenliste sind, ist zusätzlich eine Kriegswaffengenehmigung durch das Bundesministerium für Wirtschaft erforderlich Die Erlaubnis nach 9a Abs. 1 der 1. WaffV wird nur erteilt, wenn der Antragsteller eine vorherige Einwilligung des anderen Mitgliedsstaates nachweist oder glaubhaft macht, dass eine solche Einwilligung nach dem Recht des Staates nicht erforderlich ist.14 Die Einwilligung nach 9a Abs. 2 der 1. WaffV wird nur erteilt, wenn der Antragsteller nach deutschem Waffenrecht zum Zeitpunkt des Überschreitens der EG-Binnengrenze zum Erwerb und/oder zur Ausübung der tatsächlichen Gewalt über diese Schusswaffen und / oder Munition berechtigt ist Inhabern einer Erlaubnis nach 7 WaffG kann nach 9a Abs. 3 der 1. WaffV auf Antrag allgemein und im voraus eine für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren befristete Erlaubnis zum Verbringen oder Verbringen lassen von Schusswaffen oder Munition zu Waffenhändlern in anderen Mitgliedsstaaten erteilt werden Die Einwilligungen und die Bescheinigungen nach Abschnitt II der 1. WaffV sowie die Mitteilungen an das Bundeskriminalamt sind nach folgenden Mustern zu erteilen: Anlage 19 Anlage 20 Anlage 21 Anlage 22 Anlage 23 Anlage 24 Einwilligung zum Erwerb von Schusswaffen in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaften ( 9 Abs. 2 der 1. WaffV) Einwilligung zum Erwerb von Munition in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaften ( 9 Abs. 2 der 1. WaffV) Erlaubnis zum Verbringen von Schusswaffen und Munition in einen anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaften ( 9a Abs. 1 der 1. WaffV) Einwilligung zum Verbringen von Schusswaffen und Munition aus einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Gemeinschaften ( 9a Abs. 2 der 1. WaffV) Allgemeine Erlaubnis zum Verbringen von Schusswaffen und Munition zu Waffenhändlern in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaften durch Inhaber einer Erlaubnis nach 7 des Gesetzes ( 9a Abs. 3 der!.waffv) Mitteilungen über den Besitz von erlaubnispflichtigen Schusswaffen durch Personen im Sinne von 28b Abs. 1 der 1. WaffV Anlage 25 Zusatzblatt zu Feld 5 der Anlagen 21 und b der 1. WaffV unterwirft im Interesse der anderen Mitgliedsstaaten alle erlaubnispflichtigen Schusswaffen einer Anzeigepflicht, auch wenn nach Artikel 7 Abs. 2 Satz 2 und Artikel 8 Abs. 2 der EG- Waffenrichtlinie der andere Mitgliedsstaat lediglich von der Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine Schusswaffe der Kategorie B der Richtlinie ( Nummer 6.8.2) oder über deren Erwerb einer Schusswaffe der Kategorie C ( Nummer 6.8.3) durch eine Person mit Wohnsitz auch in diesem Mitgliedsstaat unterrichtet werden muss Die Verpflichtung zur Mitteilung nach 28b Abs. 1 der 1. WaffV über den Besitz von erlaubnispflichtigen Schusswaffen bezieht sich auf Gegenstände, die von Personen mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedsstaat auf Grund einer deutschen waffenrechtlichen Erlaubnis vor dem 1. Januar 1995 erworben wurden. Soweit der zuständigen Behörde die Durchsicht ihrer Unterlagen nach solchen Personen nicht15 15 Gegenstände, die von Personen mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedsstaat auf Grund einer deutschen waffenrechtlichen Erlaubnis vor dem 1. Januar 1995 erworben wurden. Soweit der zuständigen Behörde die Durchsicht ihrer Unterlagen nach solchen Personen nicht sofort möglich ist, ist es ausreichend, diese Durchsicht mit der Überprüfung der Zuverlässigkeit zu verbinden Die Anzeigepflicht nach 28 c Abs. 1 der 1. WaffV obliegt ausschließlich Inhabern einer im voraus und auf eine bestimmte Dauer ( bis zu drei Jahren ) erteilten allgemeinen Erlaubnis nach 9 a Abs. 3 der 1. WaffV und betrifft Waffengeschäfte zwischen Waffenherstellern oder- händlern in der Bundesrepublik Deutschland und Waffenhändlern in anderen Mitgliedsstaaten. Bei Erlaubnisinhabern nach 9 a Abs. 1 der 1. WaffV übermittelt die zuständige Behörde die vom Antragsteller nach 9 b Abs. 2 Satz 1 der 1. WaffV gemachten Angaben dem Bundeskriminalamt. In beiden Fällen unterrichtet das Bundeskriminalamt die zuständige Behörde des Empfangsstaates Der Europäische Feuerwaffenpass ist nach dem Muster der Anlage 26 zu erteilen Jäger und Sportschützen aus anderen Mitgliedsstaaten sind berechtigt, ohne Einwilligung der zuständigen Behörden die im Europäischen Feuerwaffenpass eingetragenen erlaubnispflichtigen Schusswaffen bis zu der in 9 c Abs. 2 der 1. WaffV festgelegten Höchstzahl und die dafür bestimmte Munition in den Geltungsbereicht des Gesetzes bei Besuchen mitzubringen. Die Menge der erlaubter weise mitgebrachten Munition richtet sich nach dem Verwendungszweck. In der Regel ist der Munitionsbedarf bei Jägern deutlich geringer als bei Sportschützen. Als Beleg für den Grund des Mitbringens gelten - die Einladung zu einer Jagd oder eine gültige deutsche Jagderlaubnis und - die Einladung zu einer schießsportlichen Veranstaltung oder die Ausschreibung einer solchen Bei einer schießsportlichen Veranstaltung im Nahbereich einer EG- Binnengrenze kann auch der Mitgliedsausweis einer schießsportlichen Vereinigung in diesem Grenzbereich ausreichend sein. Das Führen ( 4 Abs. 4 WaffG) der im Europäischen Feuerwaffenpass eingetragenen Schusswaffen ist nur nach Maßgabe des 35 Abs. 4 WaffG erlaubnisfrei. Die Freistellung von der Einwilligung gilt nur für Jäger oder Sportschützen aus anderen Mitgliedsstaaten, bei denen Gegenseitigkeit gewährleistet ist. Für das Mitbringen von mehr als drei der im Europäischen Feuerwaffenpass eingetragenen Schusswaffen durch Jäger oder Sportschützen sowie für das Mitbringen von Schusswaffen durch andere Personen ( z.b. Inhaber ausländischer Waffenscheine) ist die Einwilligung der zuständigen Behörde erforderlich. Diese wird im Feld 5 des Europäischen Feuerwaffenpasses eingetragen.16 16 Für halbautomatische Selbstladerlangwaffen der Kategorie B der EG- Waffenrichtlinie, die Kriegswaffen nach Nummer 29 d der Kriegwaffenliste sind, wird die für das Mitbringen bei Besuchen zusätzlich erforderliche Kriegswaffengenehmigung durch das Bundesministerium für Wirtschaft als zuständige Genehmigungsbehörde ausnahmslos nicht erteilt Bei Jägern und Sportschützen aus dem Geltungsbereich des Gesetzes berechtigt der Europäische Feuerwaffenpass entsprechend zur Mitnahme von dort eingetragenen Schusswaffen und dafür bestimmte Munition bei Besuchen ohne Einwilligung des anderen Mitgliedsstaates, sofern dieser dies zugestanden hat Bei anderen Personengruppen ( z.b. bei Brauchtumsschützen oder gefährdeten Personen) und im Falle des Vorbehalts einer Einwilligung auch bei Jägern und Sportschützen ist vor jeder Mitnahme von Schusswaffen bei Besuchen eine Einwilligung des anderen Mitgliedsstaates erforderlich. Diese ist ggf. im Feld 5 des Europäischen Feuerwaffenpasses einzutragen Der Europäische Feuerwaffenpass berechtigt nicht zur Mitnahme von eingetragenen Schusswaffen in die Mitgliedsstaaten, die den Erwerb und Besitz dieser Schusswaffen verboten oder von einer vorherigen Erlaubnis abhängig gemacht haben. Das Verbot oder der Erlaubnisvorbehalt wird im Europäischen Feuerwaffenpass vermerkt. 7. Erlaubnis ( 7 WaffG) 7.1 Für die Begriffe "Gewerbsmäßigkeit" und "wirtschaftliche Unternehmung" gelten die allgemeinen gewerberechtlichen Grundsätze. Wirtschaftliche Unternehmung ist jede von einer natürlichen oder juristischen Person vorgenommene Zusammenfassung persönlicher und sächlicher Mittel zur Erreichung eines wirtschaftlichen Zwecks, wenn hierdurch eine Teilnahme am Wirtschaftsverkehr stattfindet. Hierher gehören insbesondere wirtschaftliche Unternehmen, die nicht mit der Absicht der Gewinnerzielung betrieben werden, z.b. Genossenschaften oder Vereine. 7.2 Der Erlaubnis bedürfen nicht die Herstellung der nach 1 der 1. WaffV befreiten Gegenstände und der Handel mit ihnen ( vgl. auch 2 Abs. 1 der 1. WaffV). 7 WaffG lässt eine Erlaubnispflicht nach anderen Rechtsvorschriften unberührt, z.b. 1 und 7 der Handwerksordnung und 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes - BImSchG - in Verbindung mit 2 Nr. 42 der 4. BImSchV. Dagegen ist für den Handel mit Schusswaffen und Munition keine zusätzliche Einzelhandelserlaubnis nach dem Gesetz über die Berufsausübung im Einzelhandel erforderlich ( 60 Abs. 2 WaffG). Die Erlaubnis nach 7 WaffG ersetzt die Waffenbesitzkarte und den Munitionserwerbsschein ( 28 und 29 WaffG), soweit sich die Erlaubnis auf Schusswaffen oder Munition der betreffenden Art erstreckt.17 Inhaber der Erlaubnis können sowohl natürlich als auch juristische Personen sein. Bei Gesellschaften des Bürgerlichen Rechts und bei Offenen Handelsgesellschaften wird die Erlaubnis den zur Vertretung berechtigten oder zur Geschäftsführung befugten Gesellschaftern erteilt. Sind mehrere Gesellschafter zur Geschäftsführung befugt, so muss jeder dieser Gesellschafter die Erlaubnis erwerben. Bei Kommanditgesellschaften bedarf jeder zur Vertretung berechtigte oder zur Geschäftsführung befugte persönlich haftende Gesellschafter der Erlaubnis; der Kommanditist nur, soweit er zur Geschäftsführung befugt ist. 7.4 Als "Herstellen" im Sinne des 7 Abs. 1 Nr. 1 WaffG ist auch die Zusammensetzung fertiger wesentlicher Teile anzusehen. Die Verschönerung oder Verzierung der Waffe oder die Anbringung oder Veränderung von Teilen, die für die Funktionsfähigkeit, die Funktionsweise oder die Haltbarkeit der Waffe nicht wesentlich sind, unterliegen nicht der Erlaubnispflicht, z.b. Einbau eines gekrümmten anstelle eines geraden Kammerstengels, geringfügig Änderungen am Schaft oder an der Visiereinrichtung. Die Umarbeitung scharfer Waffen oder wesentlicher Teile einer Schusswaffe in Zier- oder Sammlerwaffen ist als Bearbeiten anzusehen und bedarf daher der Erlaubnis nach 7 Abs. 1 Nr. 1 WaffG. Das Zerstören einer Schusswaffe ist keine erlaubnispflichtige Tätigkeit. 7.5 Zum Waffenhandel im Sinne des 7 Abs. 1 Nr. 2 WaffG gehören alle Vertriebsformen. Waffenvermittler können sowohl Makler als auch selbständige Handelsvertreter sein ( 84 Abs. 1 HGB), nicht dagegen die unselbständigen Handlungsreisenden ( 84 Abs. 2 HGB), die für einen bestimmten Auftraggeber tätig sind; ihre Tätigkeit wird durch die Erlaubnis des Geschäftsherrn gedeckt. Eine erlaubnispflichtige Vermittlertätigkeit liegt auch dann vor, wenn nur einzelne Vermittlungshandlungen im Geltungsbereich des Gesetzes vorgenommen werden. Der Erlaubnispflicht unterliegen auch Gewerbetreibende, insbesondere Waffenhandelsfirmen mit Sitz außerhalb des Geltungsbereiches des Gesetzes, die Schusswaffen oder Munition durch angestellte Handlungsreisende bei Waffeneinzelhändlern vertreiben lassen; in solchen Fällen kann die Erlaubnis dem Unternehmen- vertreten durch seinen Repräsentanten in der Bundesrepublik Deutschland- erteilt werden. Das Verbot des 38 Abs. 1 Nr. 1 WaffG bleibt unberührt. 7.6 Die Erlaubnis berechtigt, ohne besondere Zulassung das Gewerbe durch einen Stellvertreter nach 45 GewO auszuüben. Der Stellvertreter muss jedoch zuverlässig sein und - beim Waffenhandel - die erforderliche Fachkunde nachweisen. 7.7 Die Herstellungserlaubnis deckt auch den Vertrieb der vom Erlaubnisinhaber hergestellten Schusswaffen und Munition und die Ausfuhr dieser Gegenstände ( vgl. 7 Abs. 3 Satz 1 WaffG). Die Herstellungserlaubnis berechtigt ferner zum Waffenerwerb zum Zwecke der Waffenherstellung, z.b. zum Erwerb von Teilen, die vom Hersteller zu Schusswaffen zusammengebaut werden sollen. Will der Hersteller - ausgenommen Büchsenmacher - Schusswaffen oder Munition an18 18 Ausfuhr dieser Gegenstände ( vgl. 7 Abs. 3 Satz 1 WaffG). Die Herstellungserlaubnis berechtigt ferner zum Waffenerwerb zum Zwecke der Waffenherstellung, z.b. zum Erwerb von Teilen, die vom Hersteller zu Schusswaffen zusammengebaut werden sollen. Will der Hersteller - ausgenommen Büchsenmacher - Schusswaffen oder Munition an "Letztverbraucher" abgeben, so bedarf er hierzu zusätzlich einer Handelserlaubnis. Die Waffenherstellungserlaubnis berechtigt auch nicht zum Erwerb bzw. Ankauf fremder Waffen oder Munition mit der Absicht, sie unverändert weiterzuveräußern. 8. Versagung der Erlaubnis ( 8 WaffG) 8.1 Bei Angehörigen der EG-Mitgliedsstaaten darf auf Grund der Zweiten Verordnung zum Waffengesetz vom 13. Dezember 1976 ( BGBl. I S ) von dem Versagungsgrund nach 8 Abs. 3 Nr. 1 WaffG kein und von dem Versagungsgrund nach 8 Abs. 3 Nr. 2 WaffG nur in beschränktem Umfang Gebrauch gemacht werden. 8.2 Liegt keiner der in 8 WaffG genannten Versagungsgründe vor, so muss die Erlaubnis erteilt werden. Ein Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis besteht mangels eines rechtlichen Interesses nicht, wenn der Antragsteller das Gewerbe, für das er die Erlaubnis beantragt, erkennbar nicht betreiben will. Ein solcher Fall kann insbesondere gegeben sein, wenn der Antragsteller nicht über die für die Ausübung des Gewerbes erforderlichen Betriebs- und Geschäftsräume verfügt. 8.3 Die Erlaubnisbehörde soll im Rahmen der Zuverlässigkeitsprüfung des Antragstellers unbeschränkte Auskunft aus dem Zentralregister ( 39 Abs. 1 Nr. 9 BZRG) und Auskunft aus dem Gewerbezentralregister ( 150 a Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a GewO ) einholen; dies gilt entsprechend für die Prüfung der Zuverlässigkeit der mit der Leitung des Betriebes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle beauftragten Personen. Die Industrie- und Handelskammer - bei Handwerkern die Handwerkskammer - ist zu hören. Der Industrieund Handelskammer ist ein Abdruck der Antragsunterlagen zu übersenden, soweit sie sich auf den Nachweis der Fachkunde zum Waffenhandel beziehen. ferner sind bei anderen Stellen ( z.b. Landeskriminalamt, örtliche Polizeidienststelle) die erforderlichen Erkundigungen einzuziehen. Soll das Gewerbe auch von Zweigniederlassungen oder unselbständigen Zweigstellen aus betrieben werden, so sind auch die für den Sitz dieser Niederlassungen zuständigen Behörden zu hören. In der Regel sind Auskünfte aus den Schuldnerverzeichnissen nach 107 Abs. 2 der Konkursordnung und 915 der Zivilprozessordnung bei den Amtsgerichten einzuholen, in deren Bezirk der Antragsteller in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung einen Wohnsitz, bei Fehlen eines solchen einen Aufenthaltsort oder eine gewerbliche Niederlassung gehabt hat. Die zuständige Industrie- und Handelskammer - bei Handwerkern die Handwerkskammer- sowie die für den Sitz von Zweigniederlassungen und unselbständigen Zweigstellen zuständigen Behörden sind von der erteilten Erlaubnis zu unterrichten. Für den Antrag auf Erteilung der Waffenhandelserlaubnis wird die Verwendung des Musters nach Anlage 5 empfohlen; für die Ausstellung der Erlaubnisurkunde ist das Muster nach Anlage 6 zu verwenden. Die19 19 und unselbständigen Zweigstellen zuständigen Behörden sind von der erteilten Erlaubnis zu unterrichten. Für den Antrag auf Erteilung der Waffenhandelserlaubnis wird die Verwendung des Musters nach Anlage 5 empfohlen; für die Ausstellung der Erlaubnisurkunde ist das Muster nach Anlage 6 zu verwenden. Die Erlaubnis ist für Schusswaffen oder Munition jeder Art oder für einzelne der in Anlage 3 der 1. WaffV bezeichneten Waffen- oder Munitionsarten zu erteilen. Die unanfechtbare Ablehnung der Erlaubnis wegen Unzuverlässigkeit oder - im Falle des Waffenhandels - wegen Ungeeignetheit ( nicht behebbarer fachlicher Mangel ) ist nach 153 a in Verbindung mit 149 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe a GewO dem Gewerbezentralregister mitzuteilen. Richtet sich die Entscheidung nicht gegen eine natürliche Person, so ist nach 153 a in Verbindung mit 151 Abs. 1 GewO außer der Mitteilung nach Satz 1 eine weitere Mitteilung zu machen, die sich auf die vertretungsberechtigte Person bezieht, die unzuverlässig oder ungeeignet ist. Bei den Mitteilungen sind die Vorschriften der Zweiten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Titels XI - Gewerbezentralregister - der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Dezember 1977 ( Beilage zum BAnz. Nr. 244 vom 30. Dezember 1977 ) zu beachten. 8.4 Bei Anträgen von Ausländern ist ferner von der Ausländerbehörde eine Auskunft einzuholen oder die Ausländerakte anzufordern. Die Erlaubnisbehörde kann aber auch selbst entsprechende Nachforschungen anstellen. In solchen Fällen wird die Erlaubnisbehörde dem Antragsteller aufgeben, entsprechende Unterlagen beizubringen. Wird die Erlaubnis zur Waffenherstellung oder zum Waffenhandel von dem Angehörigen eines anderen EG-Mitgliedsstaates beantragt, so kann die Erlaubnisbehörde neben dem Strafregisterauszug von dem Bewerber die Vorlage einer Bescheinigung der zuständigen Justizoder Verwaltungsbehörde seines Heimat- oder Herkunftslandes über bestimmte Tatsachen verlangen, die nach der Auffassung der Erlaubnisbehörde für die Beurteilung der Zuverlässigkeit erheblich sind ( Artikel 8 Abs. 2 der Richtlinie des Rates der EG vom 15. Oktober 1968 über die Verwirklichung der Niederlassungsfreiheit und des freien Dienstleistungsverkehrs für die selbständigen Tätigkeiten des Einzelhandels - aus CITI-Gruppe ABl. EG 1968 Nr. I S. 260 ). Die Behörde kann verlangen, dass die Bescheinigung nicht älter als drei Monate ist. Im übrigen dürfen nur solche Tatsachen als nachgewiesen angesehen werden, die von der zuständigen Heimatbehörde bestätigt worden sind. Im Hinblick auf Artikel 56 des EWG-Vertrages kann auch bei Anträgen von Waffenherstellern und großhändlern - wie beim Einzelhandel mit Waffen und Munition - von dem Antragsteller eine Bescheinigung über weitere Tatsachen verlangt werden. Für die Behandlung von Anträgen durch Ausländer gelten ferner die "Richtlinien der Länder für die Ausübung eines Gewerbes durch Ausländer und für die Zusammenarbeit der Gewerbebehörden mit den Ausländerbehörden".20 20 9. Fachkunde ( 9 WaffG) 9.1 Die Fachkundeprüfung nach 9 Abs. 1 WaffG ist erst abzunehmen, wenn die Erlaubnisbehörde die Antragsunterlagen gemäß Nummer 8.3 der Industrie- und Handelskammer übermittelt hat Abs. 2 Nr. 1 WaffG bezieht sich in der Regel auf unselbständige Büchsenmacher, denen die Leitung des Betriebes oder einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle in einem Waffenhandelsgeschäft übertragen werden soll. Hinsichtlich der selbständigen Büchsenmacher wird auf 7 Abs. 3 WaffG verwiesen. Die Voraussetzungen für die Eintragung als Büchsenmacher in die Handwerksrolle erfüllt nach 7 Abs. 1 oder 3 der Handwerksordnung (HwO), wer die Meisterprüfung im Büchsenmacherhandwerk bestanden hat oder wer eine Ausnahmebewilligung nach den 8 oder 9 HwO für das Büchsenmacherhandwerk besitzt. 9.3 Bei der dreijährigen praktischen Tätigkeit ( 9 Abs. 2 Nr. 2 WaffG) muss es sich um eine Beschäftigung als Verkäufer von Schusswaffen oder Munition handeln; eine Beschäftigung in einem Einzelhandelsgeschäft, das neben Schusswaffen auch andere Waren, z.b. Eisen- oder Haushaltswaren oder Jagdzubehör führt, genügt als Nachweis der Fachkunde, wenn der Antragsteller in nicht unerheblichem Umfang als Verkäufer von Schusswaffen oder Munition tätig gewesen ist, für die die Waffenhandelserlaubnis beantragt wird. Die Beschäftigung mit Hilfs- oder Botendiensten in einem Waffenhandelsgeschäft ist für den Nachweis der Fachkunde nicht ausreichend. 9.4 Bei Angehörigen anderer EG-Mitgliedsstaaten ist der Nachweis der Fachkunde für den Waffenhandel als erbracht anzusehen, wenn der Antragsteller eine praktische Tätigkeit oder Ausbildung der in 2 der 2. WaffV genannten Art und Dauer im Handel mit Schusswaffen oder Munition nachweist. 10. Inhalt und Erlöschen der Erlaubnis ( 10 WaffG ) 10.1 Die Erlaubnis berechtigt den Erlaubnisinhaber, das Waffenherstellungsoder das Waffenhandelsgewerbe im gesamten Geltungsbereich des Gesetzes auszuüben Die Erlaubnis kann auf den Handel mit einer der in Anlage 3 zur 1. WaffV bezeichneten Waffenart beschränkt werden. Häufig kann sich eine nähere Eingrenzung der Erlaubnis auch dadurch ergeben, dass der Antragsteller seinen Antrag auf bestimmte Arten von Schusswaffen oder Munition beschränkt. Die Erlaubnis kann weiter im Wege der teilweisen Ablehnung des Antrages sachlich beschränkt werden, wenn dies im Interesse einer ordnungsgemäßen Betriebsführung erforderlich ist oder wenn die Fachkunde teilweise nicht nachgewiesen wird. Mehr anzeigen
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