Source: https://www.ewir-online.de/ewir-2018-529-schenkungsanfechtung-der-nutzungsueberlassung-eines-grundstuecks/
Timestamp: 2019-10-24 06:06:51
Document Index: 376145943

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 134', '§ 134', '§ 129', 'BGH', 'BGH']

Schenkungsanfechtung der Nutzungsüberlassung eines Grundstücks (BGH, Urt. v. 19.07.2018 – IX ZR 307/16 – Diederich Eckardt) – EWiR 2018, 529 | EWiR online
EWiR 2018, 529
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2018 WirtschaftsrechtInsolvenz- und SanierungsrechtInsO §§ 134, 129Schenkungsanfechtung der Nutzungsüberlassung eines Grundstücks InsO§ 134 InsO§ 129 BGH, Urt. v. 19.07.2018 – IX ZR 307/16 (OLG Köln), ZIP 2018, 1601 = WM 2018, 1560 = ZInsO 2018, 1841BGHUrt.19.7.2018IX ZR 307/16ZIP 2018, 1601WM 2018, 1560ZInsO 2018, 1841OLG Köln
1. Überlässt der Schuldner ein ihm gehörendes Grundstück einem Dritten zur Nutzung, kann dies gläubigerbenachteiligend sein, wenn der Schuldner geschäftlich tätig ist, die Nutzungsmöglichkeit einen eigenen wirtschaftlichen Wert darstellt, der im Geschäftsverkehr üblicherweise nur gegen Entgelt überlassen wird, und dem Schuldner eine wirtschaftliche Nutzung des Grundstücks zum Vorteil der Gläubiger rechtlich und tatsächlich möglich war.
2. Ist eine Vermietung einer Sache nur mit behördlicher Genehmigung zulässig, benachteiligt die Gebrauchsübertragung und -überlassung zur unentgeltlichen Nutzung die Gläubiger, wenn die zuständige Behörde die erforderliche Genehmigung tatsächlich erteilt hätte oder hätte erteilen müssen.
3. Steht dem Leistungsempfänger ein eigener Anspruch gegen den leistenden Schuldner zu, richtet sich die Frage nach der Unentgeltlichkeit der Leistung nach den Grundsätzen im Zwei-Personen-Verhältnis.
4. Eine unentgeltliche Leistung scheidet im Zwei-Personen-Verhältnis auch dann aus, wenn nicht der Empfänger, sondern ein Dritter die ausgleichende Gegenleistung erbringt, sofern zwischen der Leistung des Schuldners und der ausgleichenden Gegenleistung des Dritten ein ausreichender rechtlicher Zusammenhang besteht.