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Timestamp: 2016-10-28 21:34:55
Document Index: 232552653

Matched Legal Cases: ['Art. 292', 'Art. 292', 'Art. 5', 'Art. 75', 'Art. 74', 'Art. 90', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 110', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 20', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 9', 'Art. 13', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 9', 'Art. 19', 'Art. 26', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 27', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 2', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'e contrario', 'Art. 10', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 9', 'Art. 13', 'Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 67', 'Art. 68', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_295/2014 (28.11.2014)
4A_295/2014 � � Urteil vom 28. November 2014
Eidgen�ssische Technische Hochschule Z�rich (ETHZ ),
alle drei vertreten durch Rechtsanw�lte Carlo Scollo Lavizzari und Dr. Damian Schai,
Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 7. April 2014.
A.a.�Die A.________ B.V. (Kl�gerin 1, Beschwerdegegnerin 1), die B.________ KG (Kl�gerin 2, Beschwerdegegnerin 2) und die C.________ GmbH (Kl�gerin 3, Beschwerdegegnerin 3) (gemeinsam: Kl�gerinnen, Beschwerdegegnerinnen) sind im Bereich der Publikation wissenschaftlicher, technischer und medizinischer Fachschriften t�tig.
A.b.�Die Beklagte betreibt einen Dokumentenlieferdienst. Im Rahmen dieses Dienstes scannt sie auf Anfrage eines (beliebigen) Bestellers hin Ausz�ge aus in der Bibliothek vorhandenen Zeitschriften oder Sammelb�nden ein oder kopiert diese auf analoge Weise und sendet daraufhin die angefertigte Kopie dem Besteller per E-Mail (als PDF-Datei) oder per Post zu. Von gewissen Ben�tzern wird daf�r eine Geb�hr erhoben.
Am 19. Dezember 2011 erhoben die Kl�gerinnen beim Handelsgericht des Kantons Z�rich Klage, im Wesentlichen jeweils mit den Antr�gen, es sei der Beklagten unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu verbieten, Artikel aus den wissenschaftlichen Zeitschriften "D.________" und "E.________" (Kl�gerin 1), "F.________" (Kl�gerin 2) sowie "G.________" und "H.________" (Kl�gerin 3) zum Zwecke der Dokumentenlieferung zu vervielf�ltigen oder vervielf�ltigen zu lassen und elektronisch zu versenden oder versenden zu lassen (Antrags-Ziffer 1). Eventualiter sei der Beklagten zu verbieten, Artikel aus dem Printbestand der in Antrags-Ziffer 1 genannten Zeitschriften in ihrer Bibliothek zu scannen oder scannen zu lassen und anschliessend per E-Mail zu versenden oder versenden zu lassen (Antrags-Ziffer 2). Subeventualiter sei der Beklagten zu verbieten, bestimmte Zeitschriftenartikel zum Zwecke der Dokumentenlieferung zu vervielf�ltigen oder vervielf�ltigen zu lassen und elektronisch zu versenden oder versenden zu lassen (Antrags-Ziffer 3). Subsubeventualiter sei der Beklagten zu verbieten, die in Antrags-Ziffer 3 genannten Zeitschriftenartikel aus ihrem Printbestand in ihrer Bibliothek zu scannen oder scannen zu lassen und anschliessend per E-Mail zu versenden oder versenden zu lassen (Antrags-Ziffer 4).
Mit Urteil vom 7. April 2014 wies das Handelsgericht des Kantons Z�rich jeweils Ziffern 1 und 2 der Rechtsbegehren der Kl�gerinnen ab (Dispositiv-Ziffern 1-3). Das Handelsgericht erwog, die Kl�gerinnen h�tten nicht rechtsgen�glich behauptet, die Urheberrechte an den wissenschaftlichen Zeitschriften "D.________", "E.________", "F.________", "G.________" und "H.________" derivativ erworben zu haben.
Demgegen�ber sah das Handelsgericht die Urheberrechte an den jeweils in Antrags-Ziffern 3 und 4 bezeichneten Zeitschriftenartikeln, die unbestrittenermassen die Kl�gerinnen innehaben, als verletzt an. Entsprechend verbot es der Beklagten in Gutheissung der jeweiligen Antrags-Ziffer 3 unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall, die folgenden Artikel aus folgenden Zeitschriften zum Zwecke der Dokumentenlieferung zu vervielf�ltigen oder vervielf�ltigen zu lassen und elektronisch zu versenden oder versenden zu lassen (Dispositiv-Ziffer 4) :
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Beklagte dem Bundesgericht, es seien Dispositiv-Ziffern 4-7 des Urteils des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 7. April 2014 aufzuheben und es sei die Klage abzuweisen.
Die Beschwerdef�hrerin hat dem Bundesgericht am 14. Juli 2014 eine Replik eingereicht, zu der sich die Beschwerdegegnerinnen mit Duplik vom 29. Juli 2014 �usserten.
1.1.�Es geht um eine Zivilrechtsstreitigkeit in Anwendung des Urheberrechtsgesetzes (URG; SR 231.1). Daf�r sieht das Bundesrecht (Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO [SR 272]) eine einzige kantonale Instanz vor (Art. 75 Abs. 2 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist demnach unabh�ngig vom Streitwert zul�ssig (Art. 74 Abs. 2 lit. b BGG). Angefochten ist ein Endentscheid (Art. 90 BGG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist - unter Vorbehalt einer hinreichenden Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - auf die Beschwerde in Zivilsachen einzutreten.
Die Beschwerdegegnerinnen berufen sich in ihrer Klage auf den urheberrechtlichen Schutz in der Schweiz und rufen dabei ausdr�cklich die Bestimmungen des URG an, womit gem�ss dem Schutzlandprinzip nach Art. 110 Abs. 1 IPRG Schweizer Recht anwendbar ist (vgl. BGE 136 III 232 E. 5 S. 235). Die Parteien stellen die Anwendbarkeit des Schweizer Rechts in Bezug auf die Entstehung und die Verletzung der geltend gemachten Urheberrechte zu Recht nicht in Frage.
Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz vor, die Eigengebrauchsregelung nach Art. 19 URG in verschiedener Hinsicht unzutreffend ausgelegt zu haben.
3.1.�Die Vorinstanz hielt daf�r, es seien die zur Diskussion stehenden wissenschaftlichen Aufs�tze selber, und nicht die Zeitschrift als Ganzes, als Werkexemplare im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG einzustufen. Indem die Beschwerdef�hrerin auf Bestellung einzelne Zeitschriftenaufs�tze kopiere, die auch �ber die Online-Archive der Beschwerdegegnerinnen erh�ltlich sind, erstelle sie vollst�ndige Vervielf�ltigungen im Handel erh�ltlicher Werkexemplare im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG. Alle Tatbestandsmerkmale dieser Bestimmung seien bei einer zeitgem�ssen Auslegung als erf�llt zu erachten, weshalb der von der Beschwerdef�hrerin betriebene Dokumentenlieferdienst darunter falle.
Der von der Beschwerdef�hrerin betriebene Dokumentenlieferdienst falle unter Art. 19 Abs. 3 lit. a URG und sei daher unzul�ssig. Der Konsument, der unter die Schrankenbestimmung von Art. 19 Abs. 1 lit. a-c URG zu subsumieren sei, k�nne jedoch nach wie vor - der in den Bibliotheken g�ngigen Kopierpraxis entsprechend - eine Kopie eines wissenschaftlichen Aufsatzes auf einem durch die Bibliothek zur Verf�gung gestellten Kopierger�t herstellen oder herstellen lassen, auch wenn dieser Artikel gleichzeitig durch einen Verlag auf einer Online-Plattform angeboten werde. Auch eine Pr�fung nach dem sog. Dreistufentest gem�ss Art. 9 Abs. 2 der Berner �bereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst, revidiert in Paris am 24. Juli 1971 (SR 0.231.15; nachfolgend: RB�) ergebe, dass die von der Beschwerdef�hrerin angebotene Dienstleistung nicht zul�ssig sei.
3.2.�Nach Art. 10 Abs. 1 URG hat der Urheber das ausschliessliche Recht zu bestimmen, ob, wann und wie das Werk verwendet wird. Dieses Recht umfasst nach Art. 10 Abs. 2 URG insbesondere das Vervielf�ltigungsrecht (lit. a), das Verbreitungsrecht (lit. b) und das Recht des Zug�nglichmachens (lit. c). Gleichzeitig sieht das Gesetz zugunsten allgemeiner Interessen Beschr�nkungen des Urheberrechts vor, so insbesondere in Art. 19 URG hinsichtlich der zul�ssigen Verwendung zum Eigengebrauch. Im vorgesehenen Rahmen bedarf die Werkverwendung nicht der Zustimmung des Rechtsinhabers, sie unterliegt aber nach Massgabe von Art. 20 Abs. 2 URG der Verg�tungspflicht, wobei die entsprechenden Verg�tungsanspr�che nur von zugelassenen Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden k�nnen (Art. 20 Abs. 4 URG).
3.3.�Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der�
ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Priorit�tsordnung zu unterstellen (BGE 140 III 206 E. 3.5.4; 140 IV 1 E. 3.1, 28 E. 4.3.1; 140 V 8 E. 2.2.1; je mit Hinweisen).
Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, unter anderem, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (BGE 140 II 129 E. 3.2; 140 IV 108 E. 6.4; 140 V 213 E. 4.1; je mit Hinweisen). Eine historisch orientierte Auslegung ist f�r sich allein nicht entscheidend; anderseits vermag aber nur sie die Regelungsabsicht des Gesetzgebers (die sich insbesondere aus den Materialien ergibt) aufzuzeigen, welche wiederum zusammen mit den zu ihrer Verfolgung getroffenen Wertentscheidungen verbindliche Richtschnur des Gerichts bleibt, auch wenn es das Gesetz mittels teleologischer Auslegung oder Rechtsfortbildung ver�nderten, vom Gesetzgeber nicht vorausgesehenen Umst�nden anpasst oder es erg�nzt (BGE 138 III 359 E. 6.2 S. 361; 137 V 13 E. 5.1 S. 17; vgl. auch BGE 140 III 206 E. 3.5.3 ).
3.4.1.�Nach Art. 19 Abs. 2 URG ist es dem zum Eigengebrauch Berechtigten gestattet, die dazu erforderlichen Vervielf�ltigungen auch durch Dritte herstellen zu lassen ("en charger un tiers" bzw. "anche da un terzo"). Die Befugnis zum Eigengebrauch ist, wie grunds�tzlich das ganze Urheberrechtsgesetz, technologieneutral ausgestaltet (Denis Barrelet/Willi Egloff, Das neue Urheberrecht, 3. Aufl. 2008, N. 7a zu Art. 10 URG und N. 7c zu Art. 19 URG; Christoph Gasser, in: M�ller/Oertli [Hrsg.], Urheberrechtsgesetz [URG], 2. Aufl. 2012, N. 9a zu Art. 19 URG). Es spielt demnach keine Rolle, ob die entsprechende Vervielf�ltigung auf analoger oder digitaler Basis erfolgt (vgl. BGE 133 III 473 E. 4.3).
Die Vorinstanz stellt zu Recht nicht in Frage, dass der zum Eigengebrauch Berechtigte eine Bibliothek - wie sie von der Beschwerdef�hrerin betrieben wird - mit der Erstellung einer entsprechenden analogen oder digitalen Kopie beauftragen darf. Sie erachtet unter Hinweis auf den Sinn und Zweck der Bestimmung und insbesondere mit Blick auf den Terminus "herstellen" in Art. 19 Abs. 2 URG allerdings ausschliesslich die Anfertigung einer solchen Kopie f�r zul�ssig, nicht jedoch deren anschliessende Versendung, die "nicht zur rein technischen Durchf�hrung der Herstellung einer Kopie" geh�re; ausserdem sei der Betrieb eines Dokumentenlieferdienstes und die damit einhergehende Versendung (per Post oder per E-Mail) von Vervielf�ltigungen gegen eine entsprechende kostendeckende Geb�hr nicht Teil der Kernaufgabe von Bibliotheken.
3.4.2.�Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Art. 19 Abs. 2 URG soll verhindern, dass ein Dritter (wie etwa eine Bibliothek), der die Kopie f�r den zum Eigengebrauch Berechtigten herstellt, Art. 10 Abs. 2 lit. a URG verletzt (BGE 133 III 473 E. 4.3). Die Anwendbarkeit von Art. 19 Abs. 2 URG setzt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht voraus, dass sich die Dienstleistung des Dritten auf den technischen Kopiervorgang beschr�nkt, sofern mit den weiteren Handlungen nicht in fremde Urheberrechte eingegriffen wird (BGE 133 III 473 E. 5). Der Dritte darf etwa auch aus eigenen Best�nden kopieren, vorausgesetzt der tats�chliche Zugang zum Originalexemplar erfolgt rechtm�ssig; es ist f�r die Anwendbarkeit demnach nicht erforderlich, dass die berechtigte Person das Werkexemplar selbst zur Verf�gung stellt (BGE 133 III 473 E. 5.2 mit Hinweisen). Allerdings muss der zum Eigengebrauch Berechtigte selbst bestimmen, was kopiert werden soll; ein Kopieren auf Vorrat durch den Dritten ist damit ausgeschlossen (BGE 133 III 473 E. 5.3; 128 IV 201 E. 3.4). Ausserdem sind die Einschr�nkungen nach Art. 19 Abs. 3 URG zu beachten.
Sind diese Voraussetzungen erf�llt, kann die Anwendbarkeit von Art. 19 Abs. 2 URG nicht mit der Begr�ndung verneint werden, der Betrieb eines Dokumentenlieferdienstes geh�re nicht zum Kernbereich einer Bibliothek bzw. der entsprechende Dienst an sich sei nicht mit der�
ratio legis�dieser Bestimmung in Einklang zu bringen. Ebenso wenig vermag die vorinstanzliche Auslegung zu �berzeugen, wonach der in der erw�hnten Bestimmung verwendete Terminus "herstellen" zwar die Anfertigung einer digitalen oder analogen Kopie abdecke, jedoch nicht deren anschliessende Versendung, ansonsten dem Gesetzeswortlaut nach Ansicht der Vorinstanz auch ein Hinweis auf das Versenden entnommen werden k�nnte ("[...] auch durch Dritte herstellen�
und versenden�lassen [...]"). Zwar trifft zu, dass nach dem Wortlaut von Art. 19 Abs. 2 URG nur die Herstellung von Vervielf�ltigungen erw�hnt wird. Dies ist jedoch folgerichtig, zumal mit der Bestimmung verhindert werden soll, dass der beigezogene Dritte, der sich selber nicht auf die Urheberrechtsschranke des Eigengebrauchs berufen kann, mit dem Kopiervorgang Art. 10 Abs. 2 lit. a URG verletzt. Eine weitergehende Ausnahme vom Urheberrechtsschutz sieht die Bestimmung f�r den Dritten nicht vor, weshalb seine �ber den Kopiervorgang hinausgehenden Handlungen danach zu beurteilen sind, ob sie anderweitig in fremde Nutzungsrechte nach Art. 10 URG eingreifen.
3.4.3.�Wie die Beschwerdef�hrerin zutreffend ausf�hrt, ist grunds�tzlich nur die Vervielf�ltigung, nicht aber das Versenden einer Kopie an den Berechtigten ein urheberrechtlich relevanter Vorgang. Dass es sich bei der Versendung einer einzelnen Kopie an den zum Eigengebrauch Berechtigten auf dessen Bestellung hin um ein Verbreiten nach Art. 10 Abs. 2 lit. b URG oder um ein Zug�nglichmachen nach Art. 10 Abs. 2 lit. c URG handeln w�rde, bringen auch die Beschwerdegegnerinnen zu Recht nicht vor (dazu etwa HERBERT PFORTM�LLER, in: M�ller/Oertli [Hrsg.], Urheberrechtsgesetz [URG], 2. Aufl. 2012, N. 7 ff. zu Art. 10 URG).
Stellt das Versenden einer (erlaubterweise erstellten) Kopie an den zum Eigengebrauch berechtigten Auftraggeber keine urheberrechtliche Nutzungshandlung dar, besteht kein Anlass, diesen Vorgang eigens zu erlauben. Ist ein Dritter (wie etwa eine Bibliothek) nach Art. 19 Abs. 2 URG befugt, Kopien in analoger oder digitaler Form herzustellen, darf er diese auch an den zum Eigengebrauch Berechtigten versenden (so zutreffend auch GASSER, a.a.O., N. 25 zu Art. 19 URG; Ivan Cherpillod, in: von B�ren/David [Hrsg.], Schweizerisches Immaterialg�ter- und Wettbewerbsrecht [SIWR] Bd. II/1, 3. Aufl. 2014, Rz. 817; vgl. auch Pierre-Emmanuel Ruedin, in: Commentaire romand, 2013, N. 61 zu Art. 19 URG). Die Herstellung von Kopien durch den Dritten im Rahmen von Art. 19 Abs. 2 URG wird dem Auftraggeber als Vervielf�ltigungshandlung zugerechnet, was ein Verbreiten im Sinne des Urheberrechts durch eine entsprechende Weitergabe an diesen, die notgedrungen zu erfolgen hat, folgerichtig ausschliesst. Der fragliche Dokumentenlieferdienst nimmt in dieser Beziehung keine anderen Handlungen vor, als der zum Eigengebrauch Berechtigte selber vornehmen d�rfte (vgl. BGE 133 III 473 E. 5.4 S. 485). Die Vorinstanz f�hrt in diesem Zusammenhang zutreffend aus, dass der Berechtigte eine auf dem Scanner der Bibliothek erstellte digitale Kopie auch elektronisch an seine eigene E-Mail-Adresse versenden d�rfe.
3.4.4.�Zwar trifft zu, dass bei Erlass von aArt. 19 URG (AS 1993 1803 f.) im Jahre 1992 von analogen Werkexemplaren ausgegangen wurde und eine Versendung �ber E-Mail wohl noch nicht zur Diskussion stand. Im Zeitpunkt der Gesetzesanpassung im Jahre 2007, die gerade vor dem Hintergrund eines nunmehr digitalen Umfelds erfolgte (vgl. BGE 133 III 473 E. 4.5), war die elektronische Versendung digitaler Dokumente allerdings bereits weit verbreitet. Hinweise darauf, dass der Gesetzgeber infolge der Verf�gbarkeit neuer Technologien den Eigengebrauch bez�glich digitaler Kopien einschr�nken wollte, sind jedoch nicht ersichtlich. Die Befugnis zum Eigengebrauch bleibt demnach auch hinsichtlich der �bergabe der Kopie an den Auftraggeber technologieneutral ausgestaltet (vgl. BARRELET/EGLOFF, a.a.O., N. 7c zu Art. 19 URG); auf teilweise geforderte Sonderschranken f�r digitale Vervielf�ltigungen durch Dritte wurde auch im Rahmen der Revision des Urheberrechtsgesetzes vom 5. Oktober 2007, mit der unter anderem die Eigengebrauchsregelung an das digitale Umfeld angepasst werden sollte, bewusst verzichtet (vgl. bereits BGE 133 III 473 E. 4.5).
3.5.1.�Die Gesetzesauslegung im angefochtenen Entscheid ist auch insoweit unzutreffend, als die Vorinstanz davon ausgeht, dass der private Kreis gem�ss Art. 19 Abs. 1 lit. a URG, der nach Art. 19 Abs. 2 URG die Hilfe einer Bibliothek zur Vervielf�ltigung eines Werkexemplars in Anspruch nimmt, nicht unter das Verbot von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG falle. Eine nat�rliche Person, die zum privaten Kreis gem�ss Art. 19 Abs. 1 lit. a URG zu z�hlen sei, k�nne somit auf einem durch die Bibliothek zur Verf�gung gestellten Kopierger�t Werkexemplare vollst�ndig vervielf�ltigen oder durch das Personal vervielf�ltigen lassen. Eine solche (vollst�ndige) Kopie auf privaten oder von der Bibliothek zur Verf�gung gestellten Kopierger�ten bzw. durch das Bibliothekspersonal sei zudem auch den Personenkreisen nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und c URG gestattet.
3.5.2.�An dieser Rechtslage hat sich mit der Neufassung von Art. 19 URG im Jahre 2007 (in Kraft seit 1. Juli 2008) nichts ge�ndert; sie wird durch den angepassten Wortlaut vielmehr klargestellt: Bereits im soeben erw�hnten Entscheid wie auch im nachfolgenden Urteil zur Zul�ssigkeit der Erstellung von Pressespiegeln wies das Bundesgericht auf die damals vorgeschlagene Anpassung von Art. 19 aAbs. 2 URG hin, nach der die Herstellung von Kopien durch Dritte ausdr�cklich unter dem Vorbehalt von Abs. 3 stehen soll (BGE 133 III 473 E. 5.2; 128 IV 201 E. 3.5 S. 215). Die geltende Fassung von Art. 19 Abs. 2 URG - die im �brigen vor dem Hintergrund eines nunmehr digitalen Umfelds verabschiedet wurde (vgl. BGE 133 III 473 E. 4.5), weshalb der Einwand nicht verf�ngt, Online-Dienste von Verlagen h�tten im Erlasszeitpunkt noch nicht existiert - erw�hnt diesen Vorbehalt nunmehr ausdr�cklich.
Wie bereits in der Botschaft zur Gesetzesrevision ausgef�hrt, steht damit auch aufgrund des Wortlauts fest, dass f�r Kopien, die von Dritten auf Bestellung einer nach Art. 19 Abs. 1 URG zum Eigengebrauch berechtigten Person hin hergestellt werden, in jedem Fall die in Art. 19 Abs. 3 URG enthaltenen Einschr�nkungen gelten (Botschaft vom 10. M�rz 2006 zum Bundesbeschluss �ber die Genehmigung von zwei Abkommen der Weltorganisation f�r geistiges Eigentum und zur �nderung des Urheberrechtsgesetzes, BBl 2006 3429 Ziff. 2.4 zu Art. 19 VE-URG; vgl. bereits die Botschaft vom 19. Juni 1989 zum Urheberrechtsgesetz, BBl 1989 III 541; vgl. auch GASSER, a.a.O., N. 28 zu Art. 19 URG). Ausserdem verdeutlicht die Anpassung des Wortlauts von Art. 19 Abs. 3 URG, dass mit dem privaten Kreis, der von der Einschr�nkung dieser Bestimmung ausgenommen ist, nur der in Abs. 1 lit. a URG umschriebene Kreis gemeint ist. Das vollst�ndige Kopieren eines im Handel erh�ltlichen Werkexemplars ist demnach weiterhin nur einer nat�rlichen Person gestattet, die diese Kopie zu ihrem eigenen pers�nlichen Gebrauch verwendet und darf nur von ihr selbst oder einer Person vorgenommen werden, die zum Verwandten- oder Freundeskreis geh�rt (BBl 2006 3429 Ziff. 2.4 zu Art. 19 VE-URG; vgl. auch GASSER, a.a.O., N. 30 zu Art. 19 URG; BARRELET/EGLOFF, a.a.O., N. 22 zu Art. 19 URG; CHERPILLOD, a.a.O., Rz. 781; Ruedin, a.a.O., N. 67 zu Art. 19 URG; RETO M. HILTY, Urheberrecht, 2011, � 17 Rz. 227 S. 199; vgl. auch FRAN�OIS DESSEMONTET, Le droit d'auteur, 1999, Rz. 438).
Dieses Ergebnis entspricht auch der Gesetzessystematik, indem Abs. 1 lit. a von Art. 19 URG zun�chst den privaten Kreis definiert, in dem die Werkverwendung nat�rlichen Personen - ohne Einschaltung eines Dritten nach Art. 19 Abs. 2 URG (vgl. GASSER, a.a.O., N. 6 zu Art. 19 URG) - offensteht, sodann in Abs. 2 der Beizug Dritter zur Vervielf�ltigung in beschr�nktem Rahmen (d.h. unter Vorbehalt von Abs. 3) als zul�ssig erkl�rt wird, und in Abs. 3 Ausnahmen vom zul�ssigen Eigengebrauch vorgesehen sind, die wiederum innerhalb des beschr�nkten Kreises nach Abs. 1 lit. a nicht gelten. Die Beschwerdef�hrerin weist in diesem Zusammenhang zutreffend darauf hin, dass auch Art. 20 URG auf der Unterscheidung zwischen Privatgebrauch im engeren Sinne (Art. 19 Abs. 1 lit. a URG, d.h. ohne Einsatz eines Dritten) und Privatgebrauch im weiteren Sinne (d.h. mit Beizug eines Dritten nach Art. 19 Abs. 2 URG) beruht, indem der erstgenannte Eigengebrauch nach Abs. 1 - abgesehen von einer hier nicht interessierenden Ausnahme - f�r verg�tungsfrei erkl�rt wird, w�hrend beim Beizug eines Dritten f�r die Vervielf�ltigung nach Abs. 2 eine Verg�tung geschuldet ist. Die vorinstanzliche Auffassung, wonach die Unterscheidung zwischen Privatgebrauch im engeren und Privatgebrauch im weiteren Sinne aufzugeben sei, ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht haltbar.
3.5.3.�Die vorinstanzliche Auslegung w�rde etwa dazu f�hren, dass eine nat�rliche Person im Rahmen des Eigengebrauchs beispielsweise eine Bibliothek oder eine Videothek damit beauftragen k�nnte, f�r sie eine vollst�ndige Kopie eines Buchs bzw. einer DVD oder CD anzufertigen. Dies sollte nach dem Willen des Gesetzgebers ausserhalb des privaten Kreises nach Art. 19 Abs. 1 lit. a URG gerade nicht zul�ssig sein. Der angefochtene Entscheid verkennt ausserdem, dass eine vollst�ndige oder weitgehend vollst�ndige Vervielf�ltigung im Handel erh�ltlicher Werkexemplare zum Schulgebrauch (Art. 19 Abs. 1 lit. b URG) oder zum betriebsinternen Gebrauch (Art. 19 Abs. 1 lit. c URG) in jedem Fall verboten ist, mithin von der zum Eigengebrauch berechtigten Person auch nicht selbst vorgenommen werden darf ( CHERPILLOD, a.a.O., Rz. 800 f., 822 f.; BARRELET/EGLOFF, a.a.O., N. 22 zu Art. 19 URG; GASSER, a.a.O., N. 30 zu Art. 19 URG; Ruedin, a.a.O., N. 62 zu Art. 19 URG; vgl. auch BGE 133 III 473 E. 3.1 S. 478).
Die von der Vorinstanz zu Unrecht als zul�ssig erachteten M�glichkeiten, vollst�ndige Kopien anzufertigen oder anfertigen zu lassen, w�ren auch mit Art. 9 Abs. 2 RB� unvereinbar, der den Verbandsl�ndern eine Beschr�nkung des Vervielf�ltigungsrecht des Urhebers nur soweit gestattet, als die normale Auswertung des Werks nicht beeintr�chtigt wird. K�nnten Bibliotheken, andere �ffentliche Institutionen und Gesch�ftsbetriebe (wie Videotheken oder Kopieranstalten) im Rahmen des Eigengebrauchs mit der vollst�ndigen Vervielf�ltigung von Werkexemplaren (etwa in Form von B�chern, Zeitschriften, DVDs, CDs etc.) beauftragt werden, w�re die normale Werkauswertung nicht mehr gew�hrleistet (vgl. bereits BBl 1989 III 541).
3.6.�Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz zudem eine unzutreffende Auslegung des Begriffs der im Handel erh�ltlichen "Werkexemplare" nach Art. 19 Abs. 3 lit. a URG vor.
3.6.1.�Die Vorinstanz erwog, zur Beurteilung, ob eine (unzul�ssige) vollst�ndige oder weitgehend vollst�ndige Vervielf�ltigung im Handel erh�ltlicher Werkexemplare vorliege, sei nicht nur auf die Zeitschrift abzustellen, aus der etwa ein Artikel kopiert wird, sondern es sei dar�ber hinaus zu ber�cksichtigen, ob der kopierte Artikel auch einzeln auf elektronischem Weg bezogen werden k�nne. Biete ein Verlag �ber ein Online-Archiv einzelne Zeitschriftenartikel zum Herunterladen an, stelle dieser Einzelartikel das Werkexemplar im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG dar, und werde die zumindest weitgehend vollst�ndige Vervielf�ltigung eines einzelnen Artikels widerrechtlich, selbst wenn als Kopiervorlage die Zeitschrift diene. Das vollst�ndige Vervielf�ltigen eines Artikels sei immer dann unzul�ssig, wenn dadurch der durch die Verlage betriebene digitale Vertrieb direkt konkurrenziert werde. Die in der Botschaft 1989 verankerte Ansicht, wonach ein einzelner Aufsatz einer Zeitschrift nicht als "Werkexemplar" einzustufen sei (BBl 1989 III 541), erscheine angesichts des technologischen Wandels vom analogen zum digitalen Zeitalter nicht mehr haltbar. Die seit Jahren fortschreitende Entwicklung, wonach Verlage den Nutzern mittels eines von ihnen zusammengestellten Internetarchivs einzelne Artikel, die Teil eines Handelsguts sind, gegen Entgelt zum Download anbieten, k�nne nicht unbeachtet bleiben. Damit treffe aber auch die in der Botschaft 1989 getroffene Annahme nicht mehr zu, dass einzig bzw. erst die vollst�ndige Kopie eines Handelsguts der Werkverbreitung Konkurrenz machen k�nne. Das Handelsgut habe sich in den letzten Jahren gewandelt: Der Durchschnittskonsument interessiere sich heute vielfach lediglich f�r einen spezifischen Artikel, nicht jedoch f�r das ganze Produkt, da oft der einzelne Artikel (und nicht die Zeitschrift oder das Buch als Ganzes) die den Endnutzer interessierende Thematik abhandle. Der Download eines einzelnen wissenschaftlichen Artikels sei f�r den Konsumenten �berdies finanziell vorteilhafter als der Kauf des gesamten Produkts, d.h. der wissenschaftlichen Zeitschrift oder des (Lehr-) Buchs; die Verlage bedienten dieses Bed�rfnis der Konsumenten im Gegenzug, indem sie einzelne Artikel auch online anb�ten.
3.6.2.�Gem�ss dem in Art. 9 Abs. 2 RB� f�r die Vervielf�ltigung und in Art. 13 des Abkommens vom 15. April 1994 �ber handelsbezogene Aspekte der Rechte an geistigem Eigentum (SR 0.632.20, Anhang 1C; nachfolgend: TRIPS) sowie in Art. 10 des WIPO-Urheberrechtsvertrags vom 20. Dezember 1996 (SR 0.231.151; WCT) allgemein festgeschriebenen sog. Dreistufentest sind Ausnahmen vom Vervielf�ltigungsrecht wie auch von anderen Verwendungsrechten nur zul�ssig, wenn dadurch nicht die normale Werkauswertung beeintr�chtigt oder die berechtigten Interessen der Urheber unzumutbar verletzt werden (vgl. auch Art. 16 des WIPO-Vertrags vom 20. Dezember 1996 �ber Darbietungen und Tontr�ger [SR 0.231.171.1; WPPT]). Der Gesetzgeber war demnach gezwungen, die durch Art. 19 URG gew�hrte gesetzliche Lizenz dort zu beschr�nken, wo der dadurch bewirkte wirtschaftliche Schaden allzu gross w�rde ( BARRELET/EGLOFF, a.a.O., N. 21 zu Art. 19 URG); die unmittelbare Konkurrenzierung des Absatzes von Werkst�cken durch Kopieren zum Eigengebrauch sollte einged�mmt werden ( GASSER, a.a.O., N. 31 zu Art. 19 URG; BBl 1989 III 541).
Entsprechend schliesst Art. 19 Abs. 3 lit. a URG - ausserhalb des privaten Kreises nach Art. 19 Abs. 1 lit. a URG - die vollst�ndige oder weitgehend vollst�ndige Vervielf�ltigung im Handel erh�ltlicher Werkexemplare im Rahmen des Eigengebrauchs aus und erlaubt nur ein selektives Kopieren. Die Bestimmung dient damit der Verfeinerung der im Eigengebrauchsrecht vorgenommenen Interessenabw�gung im Lichte der auf Art. 9 Abs. 2 RB� basierenden staatsvertraglichen Grundlagen und entspringt - wie die Eigengebrauchsregelung von Art. 19 URG insgesamt - dem gesetzgeberischen Bestreben, einen Ausgleich zwischen verschiedenen grundrechtlich gesch�tzten Interessen herzustellen, so insbesondere zwischen der Eigentumsgarantie (Art. 26 Abs. 1 BV) einerseits und den Kommunikationsgrundrechten (Kultusfreiheit [Art. 15 BV], Meinungs- und Informationsfreiheit [Art. 16 BV], Medienfreiheit [Art. 17 BV], Anspruch auf Grundschulunterricht [Art. 19 BV], Wissenschaftsfreiheit [Art. 20 BV], Kunstfreiheit [Art. 21 BV] und Wirtschaftsfreiheit [Art. 27 BV]) andererseits ( GASSER, a.a.O., N. 4 Vorbem. zu Art. 19 ff. URG, N. 31 zu Art. 19 URG).
3.6.3.�Bereits die Botschaft zum Urheberrechtsgesetz stellte klar, dass der Begriff der "Werkexemplare" in Art. 19 Abs. 3 lit. a URG nicht mit dem Werkbegriff nach Art. 2 URG gleichzustellen ist: Nicht der einzelne Zeitschriftenartikel aus einer wissenschaftlichen Zeitschrift, eine einzelne Kurzgeschichte aus einem Sammelband oder ein Musikst�ck einer Langspielplatte stellt das Werkexemplar dar, sondern das im Handel angebotene Exemplar in Form der Zeitschrift, des Sammelbands oder der Langspielplatte (BBl 1989 III 541: "V�llig klar ist die Rechtslage, wenn aus dem im Handel erh�ltlichen Exemplar nur Ausz�ge kopiert oder �berspielt werden: ein Artikel aus einer wissenschaftlichen Zeitschrift, eine Kurzgeschichte aus einem Sammelband, ein Musikst�ck einer Langspielplatte" ). Entsprechend geht auch die Lehre grunds�tzlich zutreffend davon aus, nicht das Werk im Sinne von Art. 2 URG, sondern die in sich abgeschlossene Verkaufseinheit gelte als Werkexemplar ( GASSER, a.a.O., N. 37 zu Art. 19 URG), also diejenigen Objekte, die auf dem Markt angeboten werden: B�cher, Zeitungen, Zeitschriften, Filme, CDs, Videos, DVDs etc. ( BARRELET/EGLOFF, a.a.O., N. 23 zu Art. 19 URG; vgl. auch CHERPILLOD, a.a.O., Rz. 800; DESSEMONTET, a.a.O., Rz. 426; Ruedin, a.a.O., N. 71 zu Art. 19 URG).
In Abweichung vom erw�hnten Grundsatz wird in der Lehre allerdings die Meinung vertreten, die von der Vorinstanz geteilt wurde, im Falle der gleichzeitigen Abrufbarkeit einzelner Zeitschriften- oder Zeitungsartikel �ber ein Internetarchiv entspreche der Begriff des Werkexemplars nach Art. 19 Abs. 3 lit. a URG dem Werkbegriff von Art. 2 URG (Gasser, a.a.O., N. 37a zu Art. 19 URG; Barrelet/Egloff, a.a.O., N. 23a zu Art. 19 URG; Ruedin, a.a.O., N. 72 zu Art. 19 URG; Manfred Rehbinder/Adriano Vigan�, Urheberrecht, Kommentar, 3. Aufl. 2008, N. 34 zu Art. 19 URG; Dominik P. Rubli, Das Verbot der Umgehung technischer Massnahmen zum Schutz digitaler Datenangebote, 2009, Rz. 414 S. 283 f.; a.M. Cherpillod, a.a.O., Rz. 800 S. 274; Yuanshi Bu, Die Schranken des Urheberrechts im Internet, 2004, S. 78).
3.6.4.�Sowohl der Wortlaut als auch die Entstehungsgeschichte und der Zweck von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG legen nahe, dass unter den Werkexemplaren im Sinne dieser Bestimmung die konkret als Kopiervorlage verwendeten Verk�rperungen des Werks zu verstehen sind. Indem von der Vervielf�ltigung von "Werkexemplaren" und nicht von der Verwendung von "Werken" die Rede ist, wird (
e contrario�) zum Ausdruck gebracht, dass im Rahmen des Eigengebrauchs eine auszugsweise Vervielf�ltigung der konkret vorliegenden Verkaufseinheit zul�ssig ist. Dieses Verst�ndnis steht im Einklang mit der Unterscheidung zwischen "Werk" und "Werkexemplar" in Art. 10 URG, wonach der Urheber das ausschliessliche Recht hat, �ber die Verwendung des Werks zu bestimmen (Abs. 1), wobei er insbesondere berechtigt ist, "Werkexemplare wie Druckerzeugnisse, Ton-, Tonbild- oder Datentr�ger herzustellen" (Abs. 2 lit. a). Ausgehend vom Wortlaut von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG stellt eine auszugsweise Vervielf�ltigung eines bestimmten Werkexemplars, etwa einer Zeitschrift, nicht gleichzeitig eine Vervielf�ltigung eines anderen im Handel erh�ltlichen Werkexemplars (z.B. in Form eines Online-Dokuments) dar, in dem sich der kopierte Artikel ebenfalls wiederfindet, das jedoch nicht f�r den konkreten Vervielf�ltigungsvorgang herangezogen wurde (so zutreffend auch RUBLI, a.a.O., Rz. 414 S. 283). Entsprechend hielt das Bundesgericht in einem Zeitpunkt, in dem das Internet nicht mehr wegzudenken und Online-Archive von Verlagen zweifellos bereits weit verbreitet waren, daran fest, dass f�r die Beurteilung der Zul�ssigkeit der Vervielf�ltigung eines Artikels die konkret herangezogene Kopiervorlage in Form der Zeitung oder Zeitschrift als Werkexemplar zu betrachten sei, nicht hingegen der einzelne darin enthaltene Presseartikel, ohne die Frage jedoch zu vertiefen (BGE 133 III 473 E. 3.1 S. 478 und E. 6.2).
Nach der Absicht des Gesetzgebers soll Art. 19 URG im Bereich der unkontrollierbaren Massennutzung verhindern, dass sich die Nutzer im Zustand des st�ndigen Rechtsbruchs befinden (BGE 133 III 473 E. 3.2 S. 478 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund wird mit Abs. 3 lit. a URG im beschr�nkten Rahmen des Eigengebrauchs eine auszugsweise Vervielf�ltigung von Werkexemplaren gestattet. Wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht vorbringt, w�re es mit dieser Zielrichtung des Gesetzes nicht vereinbar, wenn der zum Eigengebrauch Berechtigte im Einzelfall zun�chst abzukl�ren h�tte, ob das im kopierten Auszug enthaltene (Teil-) Werk gegebenenfalls in anderweitiger Form als einzelne Verkaufseinheit im Handel verf�gbar ist; vielmehr soll er zur Wahrnehmung der in Abs. 1 gesetzlich gesch�tzten Interessen der Allgemeinheit auf der Grundlage eines ihm konkret vorliegenden Werkexemplars selektiv kopieren d�rfen, wobei diese Vervielf�ltigung verg�tungspflichtig ist (Art. 20 Abs. 2 URG).
3.6.5.�Zwar trifft zu, dass die Beschr�nkung des Vervielf�ltigungsrechts darauf ausgelegt ist, im Hinblick auf die v�lkerrechtlichen Vorgaben (Art. 9 Abs. 2 RB�, Art. 13 TRIPS und Art. 10 WCT) eine direkte Konkurrenzierung des Verkaufs von Werkexemplaren zu verhindern (vgl. BBl 1989 III 541; BBl 2006 3429 Ziff. 2.4 zu Art. 19 VE-URG), und Art. 19 Abs. 3 lit. a URG damit auch den Schutz kommerzieller Verlagst�tigkeit im Auge hat. Eine einseitige Ber�cksichtigung der Verlagsinteressen w�rde jedoch zu kurz greifen, strebt die Eigengebrauchsregelung von Art. 19 URG doch gerade einen Ausgleich mit Interessen Dritter an. W�re bei der Beurteilung der Zul�ssigkeit der auszugsweisen Vervielf�ltigung eines Buchs, einer Zeitung oder Zeitschrift zu ber�cksichtigen, dass der fragliche Abschnitt oder der betreffende Artikel gleichzeitig auf einem Online-Archiv eines Verlags gegen Bezahlung angeboten wird, w�rde das gesetzliche Vervielf�ltigungsrecht ins Leere laufen. Die Verlage h�tten es diesfalls in der Hand, das auszugsweise Kopieren zu verunm�glichen, indem sie ihre Zeitungen, Zeitschriften und B�cher jeweils artikel- bzw. kapitelweise auch online zum entgeltlichen Abruf bereitstellen. Dies entspricht eindeutig nicht der Absicht des Gesetzgebers (so zutreffend auch DAVID R�ETSCHI, Die Bedeutung des Urheberrechts im Bibliothekswesen, in: Anne Cherbuin und andere [Hrsg.], Digitale Bibliotheken und Recht, 2011, S. 21). W�re unter diesen Umst�nden die (grunds�tzlich zul�ssige) Kopie eines einzelnen Artikels einer Zeitschrift gleichzeitig als vollst�ndige - und damit nach Art. 19 Abs. 3 lit. a URG verbotene - Kopie eines Werkexemplars zu betrachten, w�rde damit das Informationsinteresse der Allgemeinheit missachtet.
3.6.6.�Unter diesen Umst�nden ist nicht von einer unverh�ltnism�ssigen Einschr�nkung der Verwertungsm�glichkeiten der Verlage auszugehen; die normale Verwertung des Werks im Sinne von Art. 9 Abs. 2 RB�, die nach der Behauptung der Beschwerdegegnerinnen im entgeltlichen Angebot der Einzelartikellieferung liegt, ist nicht beeintr�chtigt. Die Beschwerdegegnerinnen machen vor Bundesgericht auch nicht etwa geltend, sie h�tten im vorinstanzlichen Verfahren substantiiert behauptet, die T�tigkeit der fraglichen Dokumentationsdienste f�hre zu einem R�ckgang des Absatzes (vgl. BGE 133 III 473 E. 6.2). Abgesehen davon gilt es zu beachten, dass Bibliotheken auszugsweise Kopien nicht auf Vorrat, sondern nur auf konkrete Bestellung hin herstellen d�rfen, w�hrend bei Online-Archiven die darin enthaltenen Artikel �blicherweise durchsucht und unmittelbar heruntergeladen werden k�nnen, weshalb die vorinstanzliche Annahme, es w�rden "mittels derselben Dienstleistungen die identischen Bed�rfnisse der Nutzer befriedigt", in dieser Form nicht zutrifft; der Betrieb eines entsprechenden Archivs w�re einer Bibliothek nicht erlaubt. Mit der vorliegenden Auslegung von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG wird demnach die zweite Stufe des sog. Dreistufentests ebenso �berwunden wie die erste Stufe (Eingrenzung auf Spezialf�lle, dazu BGE 133 III 473 E. 6.1 S. 485 und E. 6.2), die vor Bundesgericht unstrittig ist.
Die Auslegung h�lt ausserdem einer Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung im engeren Sinne im Rahmen der dritten Teststufe stand (BGE 133 III 473 E. 6.1) : Die Interessen Dritter - vorliegend der an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessierten Allgemeinheit - �berwiegen diejenigen der Rechtsinhaber (vgl. BGE 133 III 473 E. 6.1 und 6.3). Dabei ist neben den gewichtigen Interessen der �ffentlichkeit an der Informationsbesorgung �ber Bibliotheken zur Wahrung der Kommunikationsgrundrechte - so insbesondere der Wissenschaftsfreiheit (Art. 20 BV) - zu ber�cksichtigen, dass die auszugsweise Vervielf�ltigung von Zeitschriften durch den Dokumentenlieferdienst einer Bibliothek nicht etwa unentgeltlich erfolgt, sondern nach Art. 20 Abs. 2 URG verg�tungspflichtig ist (vgl. BGE 133 III 473 E. 6.1 S. 486 und E. 6.3 S. 487). Die Beschwerdegegnerinnen bezeichnen die geschuldete Verg�tung lediglich pauschal als zu gering, ohne dies jedoch hinreichend zu begr�nden und ohne aufzuzeigen, inwiefern damit die Interessen der Rechtsinhaber diejenigen der Allgemeinheit �berwiegen w�rden und der Eingriff in die berechtigten Interessen der Rechtsinhaber als unzumutbar anzusehen w�re.
3.6.7.�Unter den Begriff des Werkexemplars im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. a URG fallen demnach die Zeitung oder die Zeitschrift, die als Kopiervorlage herangezogen wird, selbst wenn die darin enthaltenen Artikel dar�ber hinaus einzeln �ber ein Online-Archiv angeboten werden.
In Gutheissung der Beschwerde sind daher Dispositiv-Ziffern 4-7 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Klage antragsgem�ss abzuweisen. Im �brigen ist die Sache zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (vgl. Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 Satz 2 BGG).
Dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens entsprechend werden die Beschwerdegegnerinnen unter solidarischer Haftbarkeit kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und 5 sowie Art. 68 Abs. 2 und 4 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, Dispositiv-Ziffern 4-7 des angefochtenen Urteils des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 7. April 2014 werden aufgehoben und die Klage wird abgewiesen.
Im �brigen wird die Sache zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an das Handelsgericht des Kantons Z�rich zur�ckgewiesen.
Die Beschwerdegegnerinnen haben die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren (unter solidarischer Haftung und intern je zu einem Drittel) mit Fr. 5'000.-- zu entsch�digen.