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Timestamp: 2019-12-11 08:45:50
Document Index: 176055005

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 17', '§ 17', '§ 16', '§ 17', '§ 38', '§ 38', '§ 17', '§ 17', '§ 17']

BFH, 18.09.1984 - VIII R 119/81 - dejure.org
https://dejure.org/1984,205
BFH, 18.09.1984 - VIII R 119/81 (https://dejure.org/1984,205)
BFH, Entscheidung vom 18.09.1984 - VIII R 119/81 (https://dejure.org/1984,205)
BFH, Entscheidung vom 18. September 1984 - VIII R 119/81 (https://dejure.org/1984,205)
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Erwerb von GmbH-Anteilen - GmbH - Wesentliche Beteiligung - Beseitigung einer wesentlichen Beteiligung - Rückwirkende Schenkung
AO (1977) § 38; EStG § 17 ABs. 1
Zum steuerrechtlichen Rückwirkungsverbot; hier: bei wesentlicher Beteiligung i. S. des § 17 EStG
BFHE 142, 130
BFHE 142, 30
BB 1985, 44
Ob eine Auseinandersetzungsvereinbarung mit steuerrechtlicher Wirkung rückwirkend abgeschlossen werden kann, beurteilt sich nach der auch sonst zur Rückwirkung von Vereinbarungen vertretenen Auffassung (vgl. BFH-Urteile vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55; vom 23. April 1975 I R 234/74, BFHE 115, 488, BStBl II 1975, 603).
Dieser Auffassung hat sich der erkennende Senat beiläufig angeschlossen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55).
Der Senat hat in dem genannten Beschluss unter Bezugnahme auf sein Urteil vom 18. September 1984 VIII R 119/81 (BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55) lediglich zum Ausdruck gebracht, dass rechtswirksam entstandenes wirtschaftliches Eigentum nicht dadurch beseitigt werden kann, dass es rückwirkend auf einen anderen übertragen wird.
Da diesem Umstand aber auch entsprochen wird, wenn die Mitunternehmerstellung des Erwerbers erst zu dem Zeitpunkt begründet wird, zu dem dieser --unentgeltlich-- das wirtschaftliche Eigentum am Grundstück erlangt (vgl. dazu auch Urteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 51/84, BFHE 166, 431, BStBl II 1992, 512;… zur Veräußerung des Mitunternehmeranteils nach vorherigem Erwerb des Sonderbetriebsvermögens siehe Senatsurteil vom 6. Juli 1999 VIII R 37/97, BFH/NV 2000, 310), erübrigt sich eine Stellungnahme des Senats dazu, ob der wirtschaftliche Zusammenhang von Kauf- und Schenkungsvertrag (s.o.) oder die allgemeinen Grundsätze über die allerdings nur begrenzte ertragsteuerrechtliche Anerkennung schuldrechtlich rückwirkender Vereinbarungen aus Gründen der technischen Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens --hier: Schenkungsvertrag vom 12. Februar 1990 mit Übergabe zum 1. Januar 1990 (vgl. Urteile vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55; vom 4. Mai 2000 IV R 10/99, BFHE 191, 529;… Schmidt/ Wacker, a.a.O., § 16 Rz. 443, m.w.N.)-- im Streitfall dazu führen, von einem zeitlichen Zusammentreffen beider Erwerbsvorgänge auszugehen.
Er hat dabei auf die Entscheidungen vom 18. September 1984 VIII R 119/81 (BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55) und vom 23. April 1975 I R 234/74 (BFHE 115, 488, BStBl II 1975, 603) verwiesen.
In der Entscheidung in BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55 wird hervorgehoben, dass eine Ausnahme vom Rückwirkungsverbot zugelassen wird, wenn sich die Rückwirkung nur über eine kurze Zeit erstreckt, insbesondere dann, wenn mit der Rückbeziehung kein steuerlicher Vorteil erstrebt, sondern lediglich eine Vereinfachung der Besteuerung bezweckt wird.
Aus dem Wortlaut des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG "... am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt war ..." ist zu entnehmen, daß für die Anwendung dieser Vorschrift auf die dingliche Rechtsstellung des betreffenden Steuerpflichtigen abzustellen ist (…vgl. BFH-Urteile vom 7. Juli 1992 VIII R 56/88, BFH/NV 1993, 25, 26, und vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55, 56).
Der maßgebende Sachverhalt kann grundsätzlich nicht mit steuerrechtlicher bzw. investitionszulagenrechtlicher Wirkung rückwirkend abweichend von der bereits tatsächlichen Verwirklichung gestaltet werden (vgl. BFH-Urteil vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55, unter Ziff. 2. der Gründe, m.w.N.).
Auch in einem solchen Falle würde nämlich durch die steuer- bzw. zulagenrechtliche Anerkennung einer zivilrechtlich zulässigen Rückwirkung in ein bestehendes öffentlich-rechtliches Verhältnis eingegriffen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55;… Klein/Brockmeyer, Abgabenordnung, 6. Aufl., § 38 Bem. 4).
Rückwirkende Vereinbarungen sind steuerrechtlich grundsätzlich nicht anzuerkennen, weil der Steuerpflichtige nicht auf einen entstandenen Steueranspruch mit Wirkung für die Vergangenheit Einfluß nehmen kann (…vgl. § 38 der Abgabenordnung - AO 1977 - BFH-Urteile vom 25. November 1992 X R 148/90, BFH/NV 1993, 586, 587, m. w. N.;… vom 12. September 1991 X R 199/87, BFH/NV 1992, 233, 234, m. w. N.; vom 29. November 1988 VIII R 83/82, BFHE 155, 114, BStBl II 1989, 281, 282; vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55; Vorlagebeschlüsse vom 26. März 1991 VIII R 315/84, BFHE 166, 7, BStBl II 1992, 472, 477, und VIII R 55/86, BFHE 166, 21, BStBl II 1992, 479, 485).
Die Steuerverhaftung einer Beteiligung i. S. von § 17 EStG tritt unabhängig davon ein, ob diese als Einheit oder nacheinander in mehreren Einzelakten erworben wurde; die einzelnen erworbenen Geschäftsanteile verlieren insoweit einkommensteuerrechtlich ihre Selbständigkeit (BFH-Urteile vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55;… vom 7. Juli 1992 VIII R 56/88, BFH/NV 1993, 25).
Das heißt, auch im Rahmen des § 17 Abs. 1 EStG kommt es darauf an, ob der Steuerpflichtige an der GmbH nicht nur formal zivilrechtlich, sondern zugleich tatsächlich (wirtschaftlich) zu mehr als 1/4 beteiligt war (vgl. zum wirtschaftlichen Eigentum i. V. m. § 17 EStG Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 18. September 1984 VIII R 119/81, BFHE 142, 130, BStBl II 1985, 55;… vom 10. Juli 1991 VIII R 16/90, BFH/NV 1992, 223).
BFH, 14.06.2006 - VIII B 196/05
Zeitliche Zuordnung eines Veräußerungsgewinns; steuerrechtliche Anerkennung …