Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgschlatbach_2015
Timestamp: 2018-12-16 11:05:01
Document Index: 208427287

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 4', '§ 16', '§ 68', '§ 5']

(GVBl.II/06, [Nr. 12], S.134)
geändert durch Artikel 10 der Verordnung vom 19. August 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Prignitz wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Schlatbach“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 127 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Groß Pankow Gulow 3;
Groß Pankow Steinberg 3;
Perleberg Gramzow 1;
Perleberg Groß Buchholz 2;
Perleberg Groß Linde 1.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nr. 1 aufgeführten zwei topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nr. 2 mit den Blattnummern 1 bis 4 aufgeführten Flurkarten (Auszüge aus dem Liegenschaftskataster).
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes ist eine Zone 1 mit 31 Hektar mit Beschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung festgesetzt. Die Grenze der Zone 1 ist in den in Anlage 3 Nr. 1 genannten topografischen Karten sowie in den in Anlage 3 Nr. 2 genannten Liegenschaftskarten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Liegenschaftskarten.
(4) Die Verordnung mit Karten und Flurstücksliste kann beim Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Prignitz, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das ein naturraumtypisches Fließgewässer mit gewässerbegleitendem Auwald und an dessen Rand angrenzendes Grünland umfasst, ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Gewässer und ihrer Ufer wie zum Beispiel Wasserpflanzengesellschaften, Röhrichte und Hochstaudenfluren, des Grünlandes wie zum Beispiel artenreicher Frisch- und Feuchtwiesen sowie verschiedener naturnaher Waldtypen wie zum Beispiel Erlen-Eschenwälder und Eichenmischwälder;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus) und Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Vögel, Amphibien und Fische, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Eisvogel (Alcedo atthis), Flussuferläufer (Actitis hypoleucos), Wasseramsel (Cinclus cinclus), Ringelnatter (Natrix natrix), Moorfrosch (Rana arvalis), Lachs (Salmo salar) und Meerforelle (Salmo trutta forma trutta);
die Erhaltung der zahlreichen Quellaustritte, Quellmoorbereiche und kleiner natürlicher Abflussrinnen wegen ihrer Seltenheit und besonderen Eigenart;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des Biotopverbundes zu den Gülitzer Kohlegruben im Norden und der Stepenitzniederung im Süden.
eines Teiles des Europäischen Vogelschutzgebietes „Agrarlandschaft Prignitz-Stepenitz“ (§ 2a Abs. 1 Nr. 9 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) in seiner Funktion als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG, insbesondere des Eisvogels (Alcedo atthis) und des Kranichs (Grus grus) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope;
des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Schlatbach“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alnio-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritärem natürlichem Lebensraumtyp im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Fischotter (Lutra lutra), Bachneunauge (Lampetra planeri), Westgroppe (Cottus gobio), Kleiner Flussmuschel (Unio crassus) und Bauchiger Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege sowie außerhalb von Wegen, die von zwei- oder mehrspurigen Fahrzeugen befahren werden können, zu reiten;
Grünland innerhalb der Zone 1 als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dung-anfalls von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel und Sekundärrohstoffdünger wie zum Beispiel Schmutzwasser, Klärschlamm und Bioabfälle einzusetzen,
für die Grünlandnutzung innerhalb der Zone 1 § 4 Abs. 2 Nr. 23 und 24 gilt, wobei Nachsaaten bei Wildschäden mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig sind,
bei Beweidung mit Ausnahme der Hutehaltung eine Auszäunung der Ufer von Flüssen und Stillgewässern sowie von Gehölzen erfolgt;
auf den Flächen der in § 3 Abs. 2 Nr. 2 unter Buchstabe a und b genannten Waldgesellschaften eine Nutzung ausschließlich einzelstammweise erfolgt, die Walderneuerung durch Naturverjüngung erfolgt und keine Kalkung vorgenommen wird,
auf den Flächen der in § 3 Abs. 2 Nr. 2 unter Buchstabe a und b genannten Waldgesellschaften mindestens fünf Stämme je Hektar mit einem Mindestdurchmesser von 30 Zentimetern in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß nicht gefällt werden und liegendes Totholz im Bestand verbleibt,
ein Altholzanteil von mindestens 10 vom Hundert am aktuellen Bestandesvorrat zu sichern ist,
auf den Flächen der in § 3 Abs. 2 Nr. 2 unter Buchstabe a und b genannten Waldgesellschaften nur Arten der potenziell natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen, wobei nur heimische Baumarten unter Ausschluss eingebürgerter Arten zu verwenden sind. Nebenbaumarten dürfen dabei nicht als Hauptbaumart eingesetzt werden,
hydromorphe Böden sowie Böden mit einem hohen Anteil an feinkörnigem Substrat nur bei Frost auf dauerhaft festgelegten Rückegassen befahren werden,
die den in § 1b Abs. 6 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes genannten Anforderungen in Verbindung mit dem Fischereigesetz für das Land Brandenburg entsprechende fischereiwirtschaftliche Flächennutzung auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei mit der Maßgabe, dass die Angelfischerei in der Zeit vom 1. April bis 15. August eines jeden Jahres auf die in der Kartenskizze in Anlage 1 gekennzeichnete Angelstrecke beschränkt ist und diese über vorhandene Wege aufgesucht wird;
aa) in der Zeit vom 1. April bis 15. August eines jeden Jahres die Jagd nur vom Ansitz aus erfolgt,
bb) die Fallenjagd mit Lebendfallen erfolgt und in einem Abstand von bis zu 300 Metern vom Gewässerufer des Schlatbachs verboten ist,
cc) keine Baujagd in einem Abstand von 100 Metern vom Gewässerufer des Schlatbachs vorgenommen wird,
die Anlage von Kirrungen außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und der in § 3 Abs. 2 genannten Lebensraumtypen.
Im Übrigen bleibt die Anlage von Futterstellen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern unzulässig;
das nichtgewerbliche Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten nach dem 31. August eines jeden Jahres;
(2) Die in § 4 für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Sie gelten unbeschadet anderer Regelungen weiterhin nicht für Eigentümer zur Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung des Bestandes und der zulässigen Nutzung des Eigentums
sowie für das Betreten und Befahren, soweit dies zur Ausübung der nach Absatz 1 zulässigen Handlungen erforderlich ist; das Gestattungserfordernis nach § 16 Abs. 2 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg bleibt unberührt.
zur Reduzierung des Nährstoffeintrags in den Schlatbach soll die nördlich der Landstraße nach Groß Linde an den Schlatbach angrenzende Ackerfläche in Grünland umgewandelt werden;
die mageren Flachland-Mähwiesen (Gemarkung Groß Linde Flur 1 Flurstück 115 teilweise) sollen durch ein- bis zweijährige Mahd erhalten werden, sonstiges aufgelassenes Grünland soll regelmäßig gemäht und beräumt werden;
die aufgelassenen Grünlandbereiche sollen regelmäßig gemäht und beräumt werden;
die Nadelholzforste sollen entsprechend den standörtlichen Bedingungen in naturnahe Laub/Nadel-Mischwälder oder Laubwälder umgewandelt werden.
(1) Die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, die zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege-, Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzwecks erforderlich sind, richtet sich nach § 68 des Brandenburgischen Naturschutz-
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a und b dieser Verordnung treten am 1. Juli 2006 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Potsdam, den 10. Mai 2006
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schlatbach“
Baek Steinberg 3 39 anteilig, 41 anteilig, 50, 51 anteilig, 52;
Baek Gulow 3 6/3, 7 anteilig, 10/3 anteilig, 13/1, 13/2, 14/1, 15 bis 29, 30 anteilig, 31 anteilig, 32/1 anteilig, 33 anteilig, 37/1 anteilig, 42/1, 42/2 anteilig, 43/2, 44 anteilig, 45/2;
Perleberg Gramzow 1 3/2 anteilig, 3/3 anteilig, 4/2, 5, 7/1 anteilig, 8/1 anteilig, 9/6 anteilig, 9/7, 9/8, 10/1, 10/2, 11, 12 anteilig, 20/1 anteilig, 22 anteilig, 24 anteilig, 25/1, 25/2, 26 anteilig;
Perleberg Groß Buchholz 2 94 anteilig, 117, 119 anteilig, 128 anteilig, 129 anteilig, 130 anteilig, 131 anteilig, 133 anteilig, 134 anteilig, 135/1 anteilig, 135/2, 136 anteilig, 137, 138 anteilig, 142 anteilig, 143 anteilig, 144, 145, 146 anteilig, 147 bis 152, 153/1, 153/2, 154 bis 156, 157/1, 157/2, 158, 159, 160 anteilig, 161 anteilig, 169, 180 bis 182, 201 anteilig, 252 bis 261;
Perleberg Groß Linde 1 22 anteilig, 23 anteilig, 24 anteilig, 26/2, 27, 28 anteilig, 29/1, 29/2, 30 anteilig, 31 anteilig, 74 anteilig, 115, 117 bis 122, 123/2, 124.
Baek Steinberg 3 39 anteilig, 41 anteilig, 50 anteilig, 52 anteilig;
Baek Gulow 3 6/3 anteilig, 32/1 anteilig, 33 anteilig, 37/1 anteilig, 42/2 anteilig, 44 anteilig;
Perleberg Gramzow 1 3/2 anteilig, 3/3 anteilig;
Perleberg Groß Buchholz 2 128 anteilig, 129 anteilig, 130 anteilig, 131 anteilig, 134 anteilig, 135/1 anteilig, 138 anteilig, 146 anteilig, 157/1, 158 anteilig, 159 anteilig, 160 anteilig, 161 anteilig;
Perleberg Groß Linde 1 22 anteilig, 23 anteilig, 24 anteilig, 26/2, 28 anteilig, 30 anteilig, 115 anteilig, 123/2.
1 2837-NW Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schlatbach“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 32 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV), am 4. Mai 2006
2 2837-SW
Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schlatbach“
unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 32 des MLUV, am 4. Mai 2006
2. Flurkarten (Auszüge aus dem Liegenschaftskataster)
1 Gramzow
3 1 : 1 500 Flurkarte (Auszug aus dem Liegenschaftskataster) zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schlatbach“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 32 des MLUV, am 4. Mai 2006
2 1 : 1 500 Flurkarte (Auszug aus dem Liegenschaftskataster) zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Schlatbach“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 32 des MLUV, am 4. Mai 2006
4 Groß Linde