Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I-20%20U%20138/05
Timestamp: 2020-02-22 17:54:15
Document Index: 192372810

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 97', '§ 287', 'BGH', '§ 287', '§ 287', 'BGH', '§ 97', '§ 97', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 13', '§ 97', '§ 97']

OLG Düsseldorf, 09.05.2006 - I-20 U 138/05 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 09.05.2006 - I-20 U 138/05
https://dejure.org/2006,1361
OLG Düsseldorf, 09.05.2006 - I-20 U 138/05 (https://dejure.org/2006,1361)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 09.05.2006 - I-20 U 138/05 (https://dejure.org/2006,1361)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 09. Mai 2006 - I-20 U 138/05 (https://dejure.org/2006,1361)
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"MFM-Empfehlungen und Lizenzanalogie"
Zur Schadensberechnung bei unberechtigten Veröffentlichung von Lichtbildern und Lichtbildwerken.
Anspruch auf Schadensersatz; Veröffentlichung eines Fotos im Internet; Verletzung von Urheberrechten
§§ 2 Abs. 1 Nr. 5, 13, 15, 16, 17, 19a, 72, 97 Abs. 1 UrhG
Fehlende Urheberbenennung: Verdoppelung der Lizenzgebühr unter Umständen auch bei technischen Schwierigkeiten
heise.de (Pressebericht, 07.12.2006)
Muss ich bei der Verwendung von Fotos aus dem Internet den Urheber nennen?
Verdoppelung der Lizenzgebühr bei unterlassenem Bildquellennachweis
NJW 2007, 708 (Ls.)
NJW-RR 2007, 486
GRUR-RR 2006, 393
Im Fall der fehlenden Urheberbenennung eines Fotografen wird zwar üblicherweise ein 100%iger Aufschlag auf den nach der Lizenzanalogie berechneten Schaden gewährt (OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2006, 393, 394 - Informationsbroschüre;… v. Wolff, in: Wandtke/Bullinger, UrhG, 4. Aufl. 2014, § 97 Rn. 76).
Dass hierfür kein Honorar gezahlt wurde, lässt sich dem jedoch nicht entnehmen (so auch OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393, 395).
Gemäß diesen Grundsätzen, welche das Oberlandesgericht in seiner Entscheidung vom 09.05.2006 nochmals bekräftigt hat (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 09.05.2006, Az. I-20 U 138/05, Rn. 14 zitiert nach juris), hat der Kläger einen Anspruch auf eine Verdopplung der fiktiven Lizenzgebühr von 270, 00 EUR auf 540, 00 EUR.
Die von dem Kläger zur Bemessung seines Schadensersatzanspruches herangezogenen Bildhonorar-Tabellen der Mittelstandsgemeinschaft Foto Marketing werden regelmäßig als in der Branche der Bildagenturen und freien Berufsfotografen übliche Regelung der Lizenzsätze für die gewerbliche Nutzung von Lichtbildern und deshalb als Ansatzpunkt für die richterliche Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO angesehen (vgl. BGH, GRUR 2006, 136 - Pressefotos; OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393 - Informationsbroschüre; OLG Brandenburg, GRUR 2009, 413 - MFM - Bildhonorartabellen; OLG Braunschweig, GRUR-RR 2012, 920, 922).
29 Wie der Senat bereits entschieden hat (…Urteil vom 3.2.2009, 6 U 58/08, Rn. 35 - zitiert nach juris) können bei der unberechtigten Nutzung von Lichtbildern regelmäßig die Honorartabellen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing als Ausgangspunkt für die richterliche Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO herangezogen werden (so auch OLG Düsseldorf, Urteil vm 9.5.2006, 20 U 138/05, Rn. 9 - zitiert nach juris).
Ein solcher Zuschlag ist rechtlich als Vertragsstrafe zu bewerten, weil er nicht in erster Linie der vereinfachten Durchsetzung eines als bestehend vorausgesetzten Schadensersatzanspruches dient, sondern die Erfüllung des Hauptanspruches sichern und auf den anderen Teil Druck ausüben soll, sich vertragsgerecht zu verhalten (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 9.5.2006, 20 U 138/05, Rn. 13 f. - zitiert nach juris).
Die von dem Kläger zur Bemessung seines Schadensersatzanspruches herangezogenen Bildhonorar-Tabellen der Mittelstandsgemeinschaft Foto Marketing (im Folgenden: MFM - Empfehlungen) werden regelmäßig als in der Branche der Bildagenturen und freien Berufsfotografen übliche Regelung der Lizenzsätze für die gewerbliche Nutzung von Lichtbildern und deshalb als Ansatzpunkt für die richterliche Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO angesehen (vgl. BGH, GRUR 2006, 136 - Pressefotos; OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393 - Informationsbroschüre; OLG Brandenburg, GRUR 2009, 413 - MFM - Bildhonorartabellen; OLG Braunschweig, GRUR-RR 2012, 920, 922).
Er hat dementsprechend in seiner bisherigen Rechtsprechung die MFM-Empfehlungen nicht oder nur mit großer Zurückhaltung angewandt (anders etwa OLG Düsseldorf NJW-RR 1999, 194; OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393, 394 - Informationsbroschüre).
(2) Tatsächlich gibt es aber eine verbreitete Rechtsprechung, die im Anschluss an die Tarife in der Berufsfotografie bei einem unterlassenen Urhebervermerk einen 100%-Zuschlag zum üblichen Honorar als Teil der fiktiven Lizenz zuspricht (OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393, 394f - Informationsbroschüre; OLG Düsseldorf NJW-RR 1999, 194ff;… LG Berlin, Urt. v. 7.9.1995 - 16 S 9/95, Beck LSK 1999, 351023; zustimmend auch Möhring / Nicolini / Lütje § 97 Rz.226; Wandtke / Bullinger / v. Wulff, UrhG, 3.Aufl., § 97 Rz.76).
Dem Lichtbildner i.S.v. § 72 UrhG ist eine dem Urheber gleiche Rechtsposition zuzuerkennen (OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2006, 393, Rdnr. 14 nach juris;… Schulze, aaO., § 72 Rdnr. 27).
Im Falle unterlassener Urheberbenennung bei der Verwertung entspricht es der Verkehrsüblichkeit, dem Berechtigten einen Zuschlag von 100 % auf das Grundhonorar zuzubilligen (OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2006, 393, Rdnr. 14 nach juris;… Schulze, aaO., § 72 Rdnr. 27).
Ein solcher Zuschlag ist rechtlich als Vertragsstrafe zu bewerten, weil er nicht in erster Linie der vereinfachten Durchsetzung eines als bestehend vorausgesetzten Schadensersatzanspruches dient, sondern die Erfüllung des Hauptanspruches sichern und auf den anderen Teil Druck ausüben soll, sich vertragsgerecht zu verhalten (vgl. OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2006, 393, Rdnrn. 13, 14 nach juris;… OLG Brandenburg, GRUR-RR 2009, 413 , Rdnr. 54 nach juris).
Die Kammer hält die Grundlagen zur Schadensberechnung im vorliegenden Fall für angemessen (vgl. OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2006, 393).
Diesem steht nach § 13 Satz 1 UrhG ein Recht zu, über seine Namensnennung zu entscheiden (OLG Düsseldorf GRUR-RR 2006, 393).
Insoweit werden dem Lichtbildner regelmaÌ?ßig und auch durch die erkennende Kammer - auch im Hinblick auf die entsprechenden Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing - VerletzerzuschlaÌ?ge in HoÌ?he von 100% des Nutzungshonorars zuerkannt, wenn der Urheber im Rahmen einer Nutzungshandlung nicht angegeben wird (vgl. nur OLG DuÌ?sseldorf, Urteil vom 9. Mai 2006 - I-20 U 138/05, 20 U 138/05 -, juris Rn. 13f.;… Reber in Beck'scher Online-Kommentar Urheberrecht, § 97 Rn. 132 m.w.N.;… Dreier/Schulze, UrhG, § 97 Rn. 76 m.w.N.).
OLG Düsseldorf, 13.07.2010 - 20 U 235/08
Zusätzliche Vergütung für E-Paper-Veröffentlichung
AG Kassel, 22.05.2015 - 441 C 11/15