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Timestamp: 2020-07-08 03:36:04
Document Index: 333160466

Matched Legal Cases: ['Art. 762', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 21', 'Art. 663', 'Art. 696', 'Art. 12', 'Art. 3', 'Art. 86', 'Art. 11', 'Art. 3', 'Art. 18', 'Art. 9', 'Art. 12', 'Art. 12']

Lawbrary | VegüV - Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften
Generalversammlung (2 - 2)
Verwaltungsrat (3 - 6)
Vergütungsausschuss (7 - 7)
Unabhängiger Stimmrechtsvertreter (8 - 11)
Statutenbestimmungen (12 - 12)
Vergütungsbericht (13 - 17)
Abstimmung der Generalversammlung über die Vergütungen (18 - 19)
Unzulässige Vergütungen (20 - 21)
Stimm- und Offenlegungspflicht für Vorsorgeeinrichtungen (22 - 23)
Strafbestimmungen (24 - 25)
Übergangsbestimmungen (26 - 32)
Inkrafttreten (33 - 33)
1Die Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung fin­den An­wen­dung auf Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten nach den Ar­ti­keln 620-762 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (OR), de­ren Ak­ti­en an ei­ner Bör­se im In- oder Aus­land ko­tiert sind (Ge­sell­schaft).
2Sie geht wi­der­spre­chen­den Be­stim­mun­gen des OR vor. Das Recht öf­fent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten, Ver­tre­ter in den Ver­wal­tungs­rat ab­zu­ord­nen oder ab­zu­be­ru­fen (Art. 762 OR), bleibt be­ste­hen.
Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung hat die fol­gen­den un­über­trag­ba­ren Be­fug­nis­se:
die Wahl des Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes;
die Wahl der Mit­glie­der des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses;
die Wahl des un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ters;
die Ab­stim­mung über die Ver­gü­tun­gen des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Per­so­nen, die vom Ver­wal­tungs­rat ganz oder zum Teil mit der Ge­schäfts­füh­rung be­traut sind (Ge­schäfts­lei­tung) und des Bei­ra­tes.
1Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung wählt die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes ein­zeln.
2Die Amts­dau­er en­det mit dem Ab­schluss der nächs­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Wie­der­wahl ist mög­lich.
1Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung wählt ein Mit­glied des Ver­wal­tungs­ra­tes zu des­sen Prä­si­den­ten.
3Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung ist be­rech­tigt, den Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes ab­zu­be­ru­fen.
4Ist das Amt des Prä­si­den­ten va­kant, so er­nennt der Ver­wal­tungs­rat für die ver­blei­ben­de Amts­dau­er einen neu­en Prä­si­den­ten. Die Sta­tu­ten kön­nen an­de­re Re­geln zur Be­he­bung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­man­gels vor­se­hen.
Der Ver­wal­tungs­rat hat die un­über­trag­ba­re und un­ent­zieh­ba­re Auf­ga­be, den Ver­gü­tungs­be­richt zu er­stel­len.
1Die Sta­tu­ten kön­nen den Ver­wal­tungs­rat er­mäch­ti­gen, die Ge­schäfts­füh­rung nach Mass­ga­be ei­nes Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments ganz oder zum Teil an ein­zel­ne Mit­glie­der oder an an­de­re na­tür­li­che Per­so­nen zu über­tra­gen.
2Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung kann un­ter den Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 auch an ju­ris­ti­sche Per­so­nen über­tra­gen wer­den.
1Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung wählt die Mit­glie­der des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses ein­zeln.
2Wähl­bar sind nur Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes.
3Die Amts­dau­er en­det mit dem Ab­schluss der nächs­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Wie­der­wahl ist mög­lich.
4Ist der Ver­gü­tungs­aus­schuss nicht voll­stän­dig be­setzt, so er­nennt der Ver­wal­tungs­rat für die ver­blei­ben­de Amts­dau­er die feh­len­den Mit­glie­der. Die Sta­tu­ten kön­nen an­de­re Re­geln zur Be­he­bung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­man­gels vor­se­hen.
5Die Sta­tu­ten be­stim­men die Grund­sät­ze über die Auf­ga­ben und Zu­stän­dig­kei­ten des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses.
1Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung wählt den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter.
2Wähl­bar sind na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten.
3Die Un­ab­hän­gig­keit darf we­der tat­säch­lich noch dem An­schein nach be­ein­träch­tigt sein; Ar­ti­kel 728 Ab­sät­ze 2-6 OR1 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
4Die Amts­dau­er en­det mit dem Ab­schluss der nächs­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Wie­der­wahl ist mög­lich.
5Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung kann den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter auf das En­de der Ge­ne­ral­ver­samm­lung ab­be­ru­fen.
6 Hat die Ge­sell­schaft kei­nen un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter, so er­nennt der Ver­wal­tungs­rat einen sol­chen für die nächs­te Ge­ne­ral­ver­samm­lung. Die Sta­tu­ten kön­nen an­de­re Re­geln zur Be­he­bung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­man­gels vor­se­hen.
1Der Ver­wal­tungs­rat stellt si­cher, dass die Ak­tio­näre die Mög­lich­keit ha­ben, dem un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter:
zu je­dem in der Ein­be­ru­fung ge­stell­ten An­trag zu Ver­hand­lungs­ge­gen­stän­den Wei­sun­gen zu er­tei­len;
zu nicht an­ge­kün­dig­ten An­trä­gen zu Ver­hand­lungs­ge­gen­stän­den so­wie zu neu­en Ver­hand­lungs­ge­gen­stän­den ge­mä­ss Ar­ti­kel 700 Ab­satz 3 OR1 all­ge­mei­ne Wei­sun­gen zu er­tei­len;
auch elek­tro­nisch Voll­mach­ten und Wei­sun­gen zu er­tei­len.
2Voll­mach­ten und Wei­sun­gen kön­nen nur für die kom­men­de Ge­ne­ral­ver­samm­lung er­teilt wer­den.
1Der un­ab­hän­gi­ge Stimm­rechts­ver­tre­ter ist ver­pflich­tet, die ihm von den Ak­tio­nären über­tra­ge­nen Stimm­rech­te wei­sungs­ge­mä­ss aus­zuü­ben.
2Hat er kei­ne Wei­sun­gen er­hal­ten, so ent­hält er sich der Stim­me.
Die Or­gan- und die De­pot­stimm­rechts­ver­tre­tung nach den Ar­ti­keln 689c und 689d OR1 sind un­zu­läs­sig.
1Die Sta­tu­ten müs­sen Be­stim­mun­gen ent­hal­ten über:
die An­zahl der zu­läs­si­gen Tä­tig­kei­ten der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes in den obers­ten Lei­tungs- oder Ver­wal­tungs­or­ga­nen von Rechts­ein­hei­ten, die ver­pflich­tet sind, sich ins Han­dels­re­gis­ter oder in ein ent­spre­chen­des aus­län­di­sches Re­gis­ter ein­tra­gen zu las­sen, und die nicht durch die Ge­sell­schaft kon­trol­liert wer­den oder die Ge­sell­schaft nicht kon­trol­lie­ren;
die ma­xi­ma­le Dau­er der Ver­trä­ge, die den Ver­gü­tun­gen für die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und der Ge­schäfts­lei­tung zu­grun­de lie­gen, und die ma­xi­ma­le Kün­di­gungs­frist für un­be­fris­te­te Ver­trä­ge; Dau­er und Kün­di­gungs­frist dür­fen höchs­tens ein Jahr be­tra­gen;
die Grund­sät­ze über die Auf­ga­ben und Zu­stän­dig­kei­ten des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses;
die Ein­zel­hei­ten zur Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung über die Ver­gü­tun­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­sät­ze 1, 2 ers­ter Satz und 3.
2Der Auf­nah­me in die Sta­tu­ten be­dür­fen zu ih­rer Ver­bind­lich­keit Be­stim­mun­gen über:
die Hö­he der Dar­le­hen, Kre­di­te und Vor­sor­ge­leis­tun­gen aus­ser­halb der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge für die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes;
die Grund­sät­ze über die er­folgs­ab­hän­gi­gen Ver­gü­tun­gen an die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes;
die Grund­sät­ze über die Zu­tei­lung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren, Wan­del- und Op­ti­ons­rech­ten an Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes;
die Er­mäch­ti­gung zur Über­tra­gung der Ge­schäfts­füh­rung;
den Zu­satz­be­trag für die Ver­gü­tun­gen von Mit­glie­dern der Ge­schäfts­lei­tung, die nach der Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung über die Ver­gü­tun­gen er­nannt wer­den;
die Ein­zel­hei­ten über das wei­te­re Vor­ge­hen bei ei­ner Ab­leh­nung der Ver­gü­tun­gen durch die Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach Ar­ti­kel 18 Ab­sät­ze 2 zwei­ter Satz und 3;
ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen über die Er­nen­nung des Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes (Art. 4 Abs. 4), ei­nes Mit­glieds des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses (Art. 7 Abs. 4) und des un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ters (Art. 8 Abs. 6);
Ver­gü­tun­gen an Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes für Tä­tig­kei­ten in Un­ter­neh­men, die durch die Ge­sell­schaft di­rekt oder in­di­rekt kon­trol­liert wer­den (Art. 21 Ziff. 2).
(Art. 663bbis, 696, 958c, 958d Abs. 2-4, 958e Abs. 1 und 958f OR)
1Der Ver­wal­tungs­rat er­stellt jähr­lich einen schrift­li­chen Ver­gü­tungs­be­richt mit den An­ga­ben ge­mä­ss den Ar­ti­keln 14-16. Die­ser er­setzt die An­ga­ben im An­hang zur Bi­lanz nach Ar­ti­kel 663bbis OR1.
2Die Vor­ga­ben zur Rech­nungs­le­gung nach den Ar­ti­keln 958c, 958d Ab­sät­ze 2-4 und 958f OR fin­den für den Ver­gü­tungs­be­richt ent­spre­chend An­wen­dung.
3Für die Be­kannt­ga­be und die Ver­öf­fent­li­chung des Ver­gü­tungs­be­richts so­wie des Be­richts der Re­vi­si­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 17 gel­ten die Vor­schrif­ten über den Ge­schäfts­be­richt (Art. 696 und 958e Abs. 1 OR).
1Im Ver­gü­tungs­be­richt sind al­le Ver­gü­tun­gen an­zu­ge­ben, wel­che die Ge­sell­schaft:
di­rekt oder in­di­rekt an ge­gen­wär­ti­ge Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes aus­ge­rich­tet hat;
di­rekt oder in­di­rekt an ge­gen­wär­ti­ge Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung aus­ge­rich­tet hat;
di­rekt oder in­di­rekt an ge­gen­wär­ti­ge Mit­glie­der des Bei­ra­tes aus­ge­rich­tet hat;
di­rekt oder in­di­rekt an frü­he­re Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes aus­ge­rich­tet hat, so­fern sie in ei­nem Zu­sam­men­hang mit der frü­he­ren Tä­tig­keit als Or­gan der Ge­sell­schaft ste­hen oder nicht marktüb­lich sind; aus­ge­nom­men sind Leis­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge.
2Als Ver­gü­tun­gen gel­ten ins­be­son­de­re:
Ho­no­ra­re, Löh­ne, Bo­ni­fi­ka­tio­nen und Gut­schrif­ten;
Tan­tie­men, Be­tei­li­gun­gen am Um­satz und an­de­re Be­tei­li­gun­gen am Ge­schäfts­er­geb­nis;
Dienst- und Sach­leis­tun­gen;
die Zu­tei­lung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren, Wan­del- und Op­ti­ons­rech­ten;
An­trittsprä­mi­en;
Bürg­schaf­ten, Ga­ran­tie­ver­pflich­tun­gen, Pfand­be­stel­lun­gen zu­guns­ten Drit­ter und an­de­re Si­cher­hei­ten;
der Ver­zicht auf For­de­run­gen;
Auf­wen­dun­gen, die An­sprü­che auf Vor­sor­ge­leis­tun­gen be­grün­den oder er­hö­hen;
sämt­li­che Leis­tun­gen für zu­sätz­li­che Ar­bei­ten.
3Die An­ga­ben zu den Ver­gü­tun­gen um­fas­sen:
den Ge­samt­be­trag für den Ver­wal­tungs­rat und den auf je­des Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag un­ter Nen­nung des Na­mens und der Funk­ti­on des be­tref­fen­den Mit­glieds;
den Ge­samt­be­trag für die Ge­schäfts­lei­tung und den höchs­ten auf ein Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag un­ter Nen­nung des Na­mens und der Funk­ti­on des be­tref­fen­den Mit­glieds;
den Ge­samt­be­trag für den Bei­rat und den auf je­des Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag un­ter Nen­nung des Na­mens und der Funk­ti­on des be­tref­fen­den Mit­glieds;
ge­ge­be­nen­falls den ge­sam­ten Zu­satz­be­trag für die Ge­schäfts­lei­tung nach Ar­ti­kel 19 und den auf je­des Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag un­ter Nen­nung des Na­mens und der Funk­ti­on des be­tref­fen­den Mit­glieds.
1Im Ver­gü­tungs­be­richt sind an­zu­ge­ben:
die Dar­le­hen und Kre­di­te, die den ge­gen­wär­ti­gen Mit­glie­dern des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes ge­währt wur­den und noch aus­ste­hen;
die Dar­le­hen und Kre­di­te, die frü­he­ren Mit­glie­dern des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes zu nicht marktüb­li­chen Be­din­gun­gen ge­währt wur­den und noch aus­ste­hen.
2Die An­ga­ben zu den Dar­le­hen und Kre­di­ten um­fas­sen:
den Ge­samt­be­trag für den Bei­rat und den auf je­des Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag un­ter Nen­nung des Na­mens und der Funk­ti­on des be­tref­fen­den Mit­glieds.
1Im Ver­gü­tungs­be­richt sind ge­son­dert an­zu­ge­ben:
die nicht marktüb­li­chen Ver­gü­tun­gen, wel­che die Ge­sell­schaft di­rekt oder in­di­rekt an Per­so­nen aus­ge­rich­tet hat, die den in Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen na­he­ste­hen;
die Dar­le­hen und Kre­di­te, die Per­so­nen, die den in Ar­ti­kel 15 Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen na­he­ste­hen, zu nicht marktüb­li­chen Be­din­gun­gen ge­währt wur­den und noch aus­ste­hen.
2Die Na­men der na­he­ste­hen­den Per­so­nen müs­sen nicht an­ge­ge­ben wer­den.
3Im Üb­ri­gen fin­den die Vor­schrif­ten über die An­ga­ben zu Ver­gü­tun­gen, Dar­le­hen und Kre­di­ten an Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes An­wen­dung.
Die Re­vi­si­ons­stel­le prüft, ob der Ver­gü­tungs­be­richt dem Ge­setz und die­ser Ver­ord­nung ent­spricht. Ar­ti­kel 728b OR1 fin­det ent­spre­chend An­wen­dung.
1 SR220
1Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimmt über die Ver­gü­tun­gen ab, die der Ver­wal­tungs­rat, die Ge­schäfts­lei­tung und der Bei­rat di­rekt oder in­di­rekt von der Ge­sell­schaft er­hal­ten.
2Die Sta­tu­ten re­geln die Ein­zel­hei­ten zur Ab­stim­mung. Sie kön­nen das wei­te­re Vor­ge­hen bei ei­ner Ab­leh­nung der Ver­gü­tun­gen durch die Ge­ne­ral­ver­samm­lung re­geln.
3Min­des­tens die fol­gen­den Re­geln müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den:
Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimmt jähr­lich über die Ver­gü­tun­gen ab.
Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimmt ge­son­dert über den Ge­samt­be­trag der Ver­gü­tun­gen des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes ab.
Die Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung hat bin­den­de Wir­kung.
1Für den Fall, dass die Ge­ne­ral­ver­samm­lung über die Ver­gü­tun­gen der Ge­schäfts­lei­tung pro­spek­tiv ab­stimmt, kön­nen die Sta­tu­ten einen Zu­satz­be­trag vor­se­hen für die Ver­gü­tun­gen von Mit­glie­dern der Ge­schäfts­lei­tung, die nach der Ab­stim­mung er­nannt wer­den.
2Der Zu­satz­be­trag darf nur ver­wen­det wer­den, wenn der von der Ge­ne­ral­ver­samm­lung be­schlos­se­ne Ge­samt­be­trag der Ver­gü­tun­gen der Ge­schäfts­lei­tung bis zur nächs­ten Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung nicht aus­reicht für die Ver­gü­tun­gen der neu­en Mit­glie­der.
3Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung stimmt nicht über den ver­wen­de­ten Zu­satz­be­trag ab.
Fol­gen­de Ver­gü­tun­gen für Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes sind un­zu­läs­sig:
Ab­gangs­ent­schä­di­gun­gen, die ver­trag­lich ver­ein­bart oder sta­tu­ta­risch vor­ge­se­hen sind; nicht als Ab­gangs­ent­schä­di­gun­gen gel­ten Ver­gü­tun­gen, die bis zur Be­en­di­gung der Ver­trags­ver­hält­nis­se (Art. 12 Abs. 1 Ziff. 2) ge­schul­det sind;
Ver­gü­tun­gen, die im Vor­aus aus­ge­rich­tet wer­den;
Pro­vi­sio­nen für die Über­nah­me oder Über­tra­gung von Un­ter­neh­men oder Tei­len da­von durch die Ge­sell­schaft oder durch Un­ter­neh­men, die durch die Ge­sell­schaft di­rekt oder in­di­rekt kon­trol­liert wer­den;
Dar­le­hen, Kre­di­te, Vor­sor­ge­leis­tun­gen aus­ser­halb der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge und er­folgs­ab­hän­gi­ge Ver­gü­tun­gen, die in den Sta­tu­ten nicht vor­ge­se­hen sind;
die Zu­tei­lung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren, Wan­del- und Op­ti­ons­rech­ten, die in den Sta­tu­ten nicht vor­ge­se­hen ist.
Un­zu­läs­sig sind Ver­gü­tun­gen an Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes für Tä­tig­kei­ten in Un­ter­neh­men, die durch die Ge­sell­schaft di­rekt oder in­di­rekt kon­trol­liert wer­den, so­fern die­se Ver­gü­tun­gen:
un­zu­läs­sig wä­ren, wenn sie di­rekt von der Ge­sell­schaft aus­ge­rich­tet wür­den;
in den Sta­tu­ten der Ge­sell­schaft nicht vor­ge­se­hen sind; oder
von der Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Ge­sell­schaft nicht gut­ge­heis­sen wor­den sind.
1Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem Frei­zü­gig­keits­ge­setz vom 17. De­zem­ber 19931 (FZG) un­ter­stellt sind, müs­sen in der Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Ge­sell­schaft das Stimm­recht der von ih­nen ge­hal­te­nen Ak­ti­en zu an­ge­kün­dig­ten An­trä­gen aus­üben, wel­che die fol­gen­den Punk­te be­tref­fen:
Wahl der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, des Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Mit­glie­der des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses und des un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ters (Art. 3, 4, 7 und 8);
Sta­tu­ten­be­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 12;
Ab­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 18 und 21 Zif­fer 3.
2Sie müs­sen im In­ter­es­se ih­rer Ver­si­cher­ten ab­stim­men.
3Sie dür­fen sich der Stim­me ent­hal­ten, so­fern dies dem In­ter­es­se der Ver­si­cher­ten ent­spricht.
4Das In­ter­es­se der Ver­si­cher­ten gilt als ge­wahrt, wenn das Stimm­ver­hal­ten dem dau­ern­den Ge­dei­hen der Vor­sor­ge­ein­rich­tung dient. Das obers­te Or­gan der Vor­sor­ge­ein­rich­tung muss die Grund­sät­ze fest­le­gen, die das In­ter­es­se der Ver­si­cher­ten bei der Aus­übung des Stimm­rechts kon­kre­ti­sie­ren.
1 SR831.42
(Art. 86b des BG vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge)
1Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem FZG2 un­ter­stellt sind, müs­sen min­des­tens ein­mal jähr­lich in ei­nem zu­sam­men­fas­sen­den Be­richt ih­ren Ver­si­cher­ten ge­gen­über Re­chen­schaft dar­über ab­le­gen, wie sie ih­rer Stimmpf­licht nach Ar­ti­kel 22 nach­ge­kom­men sind.
2Fol­gen die Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen den An­trä­gen des Ver­wal­tungs­ra­tes nicht oder ent­hal­ten sie sich der Stim­me, so müs­sen sie ihr Stimm­ver­hal­ten im Be­richt de­tail­liert of­fen­le­gen.
1 SR831.40
2 SR831.42
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren und Geld­stra­fe wird be­straft, wer als Mit­glied des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung oder des Bei­ra­tes wi­der bes­se­res Wis­sen Ver­gü­tun­gen nach Ar­ti­kel 20 Zif­fern 1-3 oder Ar­ti­kel 21 Zif­fer 1 in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 20 Zif­fer 1-3 aus­rich­tet oder be­zieht.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer als Mit­glied des Ver­wal­tungs­ra­tes wi­der bes­se­res Wis­sen:
die Ge­schäfts­füh­rung ent­ge­gen Ar­ti­kel 6 ganz oder zum Teil an ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son über­trägt;
ei­ne De­pot- oder ei­ne Or­gan­stimm­rechts­ver­tre­tung ein­setzt (Art. 11); oder
ver­hin­dert, dass:
die Ge­ne­ral­ver­samm­lung jähr­lich und ein­zeln die Mit­glie­der und den Prä­si­den­ten des Ver­wal­tungs­ra­tes, die Mit­glie­der des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses so­wie den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter wäh­len kann (Art. 3, 4, 7 und 8),
die Ge­ne­ral­ver­samm­lung über die Ver­gü­tun­gen, die der Ver­wal­tungs­rat für sich, die Ge­schäfts­lei­tung und den Bei­rat fest­ge­legt hat, ab­stim­men kann (Art. 18),
die Ak­tio­näre dem un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter elek­tro­nisch Voll­mach­ten und Wei­sun­gen er­tei­len kön­nen (Art. 9 Abs. 1 Ziff. 3), oder
die Sta­tu­ten die Be­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 Zif­fer 1 und 2 ent­hal­ten.
3Für die Be­rech­nung ei­ner Geld­stra­fe ist das Ge­richt nicht an die ma­xi­ma­le Hö­he des Ta­ges­sat­zes nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 2 ers­ter Satz des Straf­ge­setz­buchs1 ge­bun­den; die ka­pi­ta­li­sier­te Sum­me der Geld­stra­fe darf je­doch das Sechs­fa­che der Jah­res­ver­gü­tung, die zum Zeit­punkt der Tat mit der be­trof­fe­nen Ge­sell­schaft ver­ein­bart ist, nicht über­stei­gen.
Mit­glie­der des obers­ten Or­gans oder mit der Ge­schäfts­füh­rung be­trau­te Per­so­nen ei­ner dem FZG1 un­ter­stell­ten Vor­sor­ge­ein­rich­tung, wel­che die Stimmpf­licht nach Ar­ti­kel 22 oder die Of­fen­le­gungs­pflicht nach Ar­ti­kel 23 wi­der bes­se­res Wis­sen ver­let­zen, wer­den mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft.
1Die Ar­ti­kel 1-4 des Schluss­ti­tels des Zi­vil­ge­setz­buchs1 gel­ten für die­se Ver­ord­nung, so­weit die fol­gen­den Be­stim­mun­gen nichts an­de­res vor­se­hen.
2Die­se Ver­ord­nung wird mit ih­rem In­kraft­tre­ten auf al­le be­ste­hen­den Ge­sell­schaf­ten an­wend­bar.
1Sta­tu­ten und Re­gle­men­te, die die­ser Ver­ord­nung nicht ent­spre­chen, müs­sen spä­tes­tens an der zwei­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung an­ge­passt wer­den.
2Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem FZG1 un­ter­stellt sind, müs­sen in­ner­halb ei­nes Jah­res ab In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung ih­re Re­gle­men­te und ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on den Ar­ti­keln 22 und 23 an­pas­sen.
Die im Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ser Ver­ord­nung be­ste­hen­den Ar­beits­ver­trä­ge sind in­ner­halb von zwei Jah­ren ab In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung an­zu­pas­sen. Nach Ab­lauf die­ser Frist sind die Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung auf al­le Ar­beits­ver­trä­ge an­wend­bar.
1Die Ar­ti­kel 3, 4 und 7 gel­ten ab der ers­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung.
2Bis zur sta­tu­ta­ri­schen Fest­le­gung der Grund­sät­ze über die Auf­ga­ben und Zu­stän­dig­kei­ten des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses (Art. 12 Abs. 1 Ziff. 3) wer­den die­se durch den Ver­wal­tungs­rat be­stimmt.
1Der Ver­wal­tungs­rat be­stimmt für die ers­te Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter, so­fern ein sol­cher nicht be­reits durch die Ge­ne­ral­ver­samm­lung ge­wählt wur­de.
2Die elek­tro­ni­sche Er­tei­lung von Voll­mach­ten und Wei­sun­gen an den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter muss spä­tes­tens für die zwei­te or­dent­li­che Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung mög­lich sein.
1Die Vor­schrif­ten zum Ver­gü­tungs­be­richt gel­ten vom Ge­schäfts­jahr an, das gleich­zei­tig mit dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung oder da­nach be­ginnt.
2Die Vor­schrif­ten zur Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung über die Ver­gü­tun­gen der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes, der Ge­schäfts­lei­tung und des Bei­ra­tes gel­ten ab der zwei­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung.
3Der Ver­wal­tungs­rat be­stimmt die Ein­zel­hei­ten zur Ab­stim­mung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung (Art. 12 Abs. 1 Ziff. 4), so­fern die­se an der zwei­ten or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung noch nicht in den Sta­tu­ten ge­re­gelt sind.
Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen, die dem FZG1 un­ter­stellt sind, müs­sen spä­tes­tens ab dem ers­ten Tag des Ka­len­der­jah­res, das nach dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung be­ginnt, ih­re Stimm­rech­te aus­üben und of­fen­le­gen, wie sie ge­stimmt ha­ben.
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2014 in Kraft.