Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH%2094,%20523
Timestamp: 2020-04-08 19:58:24
Document Index: 49366081

Matched Legal Cases: ['§ 215', '§ 180', '§ 219', '§ 179', '§ 239', '§ 48', '§ 219', '§ 179', '§ 179', '§ 98']

BFH, 22.11.1968 - III R 37/68 - dejure.org
https://dejure.org/1968,1532
BFH, 22.11.1968 - III R 37/68 (https://dejure.org/1968,1532)
BFH, Entscheidung vom 22.11.1968 - III R 37/68 (https://dejure.org/1968,1532)
BFH, Entscheidung vom 22. November 1968 - III R 37/68 (https://dejure.org/1968,1532)
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Klagehäufung - Hauptantrag - Teilurteil - Hilfsantrag - Auflösung einer Personengesellschaft - Beschränkung der Klagebefugnis - Beiladung der Gesellschafter - Negatives Kapitalkonto
BFHE 94, 523
BStBl II 1969, 260
Es kann nicht zweifelhaft sein, daß auch nach dem Erlöschen einer Personengesellschaft für die Zeit, in der sie noch bestanden hat, eine einheitliche Feststellung durchzuführen ist (vgl. das BFH-Urteil III R 37/68).
Dies entspricht der Rechtsprechung zur Zustellung einheitlicher Feststellungsbescheide nach Beendigung der Gesellschaft; die Bescheide sind in derartigen Fällen allen ehemaligen Gesellschaftern einzeln zuzustellen (BFH-Urteil III R 37/68).
Dem entspricht der vom erkennenden Senat im Urteil III R 37/68 ausgesprochene Grundsatz, daß im Falle der Löschung einer KG die einheitliche Feststellung des Einheitswerts auf einen Feststellungszeitpunkt, an dem die Gesellschaft unzweifelhaft bestand, noch durchgeführt werden muß.
Als Adressaten eines Bescheides über die einheitliche und gesonderte Feststellung des Gewinns (§ 215 Abs. 1 und 2 AO; nunmehr: § 180 Abs. 1 und 2 AO 1977) sind alle am Gewinn beteiligten Personen anzusehen (§ 219 Abs. 1 Satz 1 AO; nunmehr: § 179 Abs. 2 AO 1977; BFH-Urteile vom 22. November 1968 III R 37/68, BFHE 94, 523, BStBl II 1969, 260; vom 23. Mai 1973 I R 121/71, BFHE 110, 1, BStBl II 1973, 746; IV R 105/75).
Das bedeutet, daß als Adressaten des Feststellungsbescheids alle am Gewinn beteiligten Personen anzusehen sind (Urteil des BFH vom 22. November 1968 III R 37/68, BFHE 94, 523, BStBl III 1969, 260).
Im Fall einer eventuellen Klagehäufung kann der Hauptantrag durch Teilurteil abgewiesen werden, wenn Haupt- und Hilfsantrag einander ausschließen (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 22. November 1968 III R 37/68, BFHE 94, 523, BStBl II 1969, 260).
Da die Gesellschaft zum Zeitpunkt, als der Berichtigungsbescheid erging, nicht mehr bestanden hat, war die Beschränkung der Rechtsbehelfsbefugnis auf den Gesellschafter-Geschäftsführer (§ 239 Abs. 1 Nr. 3 AO a.F.) entfallen (BFH- Urteil I 171/57 U vom 1. April 1958, BFH 67, 35, BStBl III 1958, 285; ebenso für § 48 FGO BFH-Urteil III R 37/68 vom 22. November 1968, BFH 94, 523, BStBl II 1969, 260).
Die vereinfachte Bekanntgabe nach § 219 Abs. 1 Sätze 2 und 3 AO an einen der Gesellschafter ist in einem solchen Fall nicht zulässig (BFH- Urteile IV 429, 430/61 vom 5. Dezember 1963, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964 S. 170 - HFR 1964 - 170 - IV 433/61 vom 17. Dezember 1964, HFR 1965, 284; III R 37/68 , a.a.O.).
BFH, 16.01.1986 - IX R 36/85
Die Revisionssumme würde auch dann nicht erreicht, wenn man das Begehren der Klägerin als evtl. Klagenhäufung (dazu z. B. BFH-Urteile vom 22. November 1968 III R 37/68, BFHE 94, 523, BStBl II 1969, 260; vom 24. August 1972 VIII R 21/69, BFHE 107, 202, BStBl II 1973, 55; Ziemer/Haarmann/Lohse/Beermann, Rechtsschutz in Steuersachen, Tzn.
Denn bei dem Bescheid über die Feststellung des Einheitswerts des Betriebsvermögens handelt es sich um einen einheitlichen Bescheid gemäß § 179 Abs. 2 Satz 2 AO 1977, der nach seinem Inhalt und der erstrebten Wirkung gegen die (ehemaligen) Mitreeder zu richten war (BFH-Urteil vom 22. November 1968 III R 37/68, BFHE 94, 523, BStBl II 1969, 260; Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 179 AO 1977 Anm. 8).
Dabei kann dahinstehen, ob allein über einen Hauptantrag auf Feststellung der Unwirksamkeit auch durch isoliertes Teilurteil - gemäß § 98 FGO - entschieden werden könnte, wenn der Hilfsantrag auf Aufhebung desselben Bescheids gerichtet ist (bejahend BFH vom 22. November 1968 , III 37/68, BFHE 94, 523BStBl II 1969, 260 [BFH 22.11.1968 - III R 37/68] ; verneinend Bundessozialgericht -BSG- vom 27. November 1962, 3 RK 31/60, Juris).