Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20262/87
Timestamp: 2019-08-24 08:07:24
Document Index: 106210875

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 158', '§ 13', '§ 52', 'BGH', '§ 182', '§ 2', '§ 15', 'BGH', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 55', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 158', 'BGH']

BGH, 23.11.1988 - VIII ZR 262/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,639
BGH, 23.11.1988 - VIII ZR 262/87 (https://dejure.org/1988,639)
BGH, Entscheidung vom 23.11.1988 - VIII ZR 262/87 (https://dejure.org/1988,639)
BGH, Entscheidung vom 23. November 1988 - VIII ZR 262/87 (https://dejure.org/1988,639)
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GmbHG § 15 Abs. 3, 4; BGB § 158
Bedingungsverzicht bei aufschiebend bedingter Abtretung eines GmbH-Geschäftsanteils
Eintritt einer auflösenden Bedingung - Heilung der Formnichtigkeit - Fehlerhafte Übertragung von Geschäftsanteilen - Voraussetzungen einer unzulässigen Einwirkung auf die Bedingung - Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen
Formfreier einseitiger Verzicht auf Bedingung durch Begünstigten bei Abtretung eines Geschäftsanteils
Abtretung, Bedingung, Beurkundung, fehlerhafte Gesellschaft, Geschäftsanteil, Gesellschaftsrecht, Heilung, Nichtigkeitsgründe, Notar, Verzicht
NJW-RR 1989, 291
ZIP 1989, 234
DNotZ 1990, 122
WM 1989, 256
BB 1989, 372
DB 1989, 568
Sollte sich eine erneute Befassung mit der Wirksamkeit des durchgeführten Nachgründungsverfahrens und/oder des Eintritts der in § 13 f. des Kaufvertrages vorgesehenen Bedingung als erforderlich erweisen, wird darauf hingewiesen, dass ein formloser Verzicht auf die vereinbarte aufschiebende Bedingung jedenfalls nicht dem Schriftformerfordernis des § 52 Abs. 2 Satz 1 AktG genügt (vgl. BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, NJW-RR 1989, 291) und der im Handelsregister eingetragene Vertrag mit einem solchen Verzicht nicht übereinstimmt.
Auch in anderem Zusammenhang bejaht der Bundesgerichtshof die Formfreiheit einer Genehmigung gemäß § 182 Abs. 2 BGB; so der II. Zivilsenat zu § 2 Abs. 1 GmbHG (…Urt. v. 21. Januar 1980, II ZR 153/79, WM 1980, 866, 867), der VIII. Zivilsenat zu § 15 Abs. 3, Abs. 4 GmbHG (Urt. v. 23. November 1988, VIII ZR 262/87, WM 1989, 256, 257 ff).
b) Zwar setzt die volle Wirksamkeit des unter einer aufschiebenden Bedingung geschlossenen Verfügungsgeschäfts und damit auch die Heilung des Verpflichtungsgeschäfts grundsätzlich die Erfüllung der Bedingung voraus (BGH, Urteil vom 23. November 1988 - VIII ZR 262/87 = WM 1989, 256 unter A II 1 b aa;… Rowedder, GmbH-Gesetz, 2. Aufl., § 15 Rdnr. 16), die hier nicht eingetreten ist.
Der erkennende Senat hat jedoch bereits mit seinem Urteil vom 23. November 1988 (aaO.) unter Zustimmung des Schrifttums (…z.B. Hachenburg/Zutt, GmbH-Gesetz, 8. Aufl., § 15 Rdnr. 85; Deuchler WuB II C. § 15 GmbHG 2.89; Meyer-Landrut EWiR § 15 GmbHG 1.89, 265) entschieden, daß der aus der Bedingung Begünstigte einseitig durch formfreie und keiner Annahme bedürftige Erklärung auf die Bedingung verzichten kann.
Der Bereicherungsgläubiger muß deshalb selbst eine ungleichartige Gegenleistung seines Vertragspartners bereits im Klageantrag berücksichtigen (BGH Urteile vom 11. März 1988 - V ZR 27/87 = NJW 1988, 3011 [BGH 11.03.1988 - V ZR 27/87] unter II 3 - und vom 23. November 1988 - VIII ZR 262/87 = WM 1989, 256 unter A II 2 b).
Zum schuldrechtlichen Veräußerungsgeschäft gehört dabei nicht nur die Schaffung von Bedingungen, sondern auch ihr Wegfall (BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, NJW-RR 1989, 291 ff/juris Tz. 27 m.w.N.).
(3) Anerkannt ist, dass der Begünstigte auf die der Abtretung beigefügte Bedingung einseitig durch formfreie und keiner Annahme bedürftige Erklärung verzichten kann, weil in einer solchen Erklärung keine der Form des § 15 GmbHG unterliegende Vertragsänderung zu sehen ist und unter dem Gesichtspunkt der Rechtssicherheit der Nachweis eines Verzichts in der Regel keine größeren Schwierigkeiten bereiten wird als der Nachweis des Eintritts einer Bedingung (BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, ZIP 1989, 234 ff./juris Tz. 26;… Urt. v. 25. März 1998 - VIII ZR 185/96, BGHZ 138, 195 ff./juris Tz. 32).
(4) Selbst wenn man, anders als unter (3) angenommen, davon ausginge, dass ein jeweils einseitiger Verzicht nicht ausgereicht hätte und zusätzlich eine vertragliche Einigung notwendig gewesen wäre, da ein einseitiger Verzicht auf die (auch) dem schuldrechtlichen Vertrag beigefügte aufschiebende Bedingung rechtlich nicht möglich ist (BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, ZIP 1989, 234 ff./juris Tz. 27), würde sich im Ergebnis kein anderer Befund ergeben.
cc) Anerkannt ist, dass der Begünstigte auf die der Abtretung beigefügte Bedingung einseitig durch formfreie und keiner Annahme bedürftige Erklärung verzichten kann, weil in einer solchen Erklärung keine der Form des § 15 GmbHG unterliegende Vertragsänderung zu sehen ist und unter dem Gesichtspunkt der Rechtssicherheit der Nachweis eines Verzichts in der Regel keine größeren Schwierigkeiten bereiten wird als der Nachweis des Eintritts einer Bedingung (BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, ZIP 1989, 234 ff./juris Tz. 26;… Urt. v. 25. März 1998 - VIII ZR 185/96, BGHZ 138, 195 ff./juris Tz. 32).
(3) Selbst wenn man davon ausginge, dass ein jeweils einseitiger Verzicht nicht ausgereicht hätte und zusätzlich eine vertragliche Einigung notwendig gewesen wäre, da ein einseitiger Verzicht auf die (auch) dem schuldrechtlichen Vertrag beigefügte aufschiebende Bedingung rechtlich nicht möglich ist (BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, ZIP 1989, 234 ff./juris Tz. 27), würde sich im Ergebnis kein anderer Befund ergeben.
b) Ein wirksamer Verzicht des Klägers auf die genannte Bedingung oder Befristung (vgl. dazu BGH, Urt. v. 23. November 1988 - VIII ZR 262/87, ZIP 1989, 234) scheidet schon deshalb aus, weil er mit einer geänderten Übernahmeerklärung in der Form des § 55 Abs. 1 GmbHG vor Ablauf der Frist und der dadurch eingetretenen Auflösung des Übernahmevertrages gegenüber der Beklagten hätte erfolgen müssen (…vgl. auch BGH aaO, S. 236).
Richtig ist ferner, daß der erkennende Senat in dem von der Revision in Bezug genommenen Urteil vom 23. November 1988 (VIII ZR 262/87 = WM 1989, 256) ausgesprochen hat, dem Beurkundungszwang unterlagen alle Vereinbarungen, die nach dem Willen der Vertragsparteien zu dem schuldrechtlichen Veräußerungsgeschäft gehörten, so z.B. über den Wegfall von Bedingungen, weil hierdurch eine stärkere Bindung an den noch nicht vollzogenen Kaufvertrag eintreten würde (aaO. S. 258 = BGHR GmbHG § 15 Abs. 4 Verpflichtungsantrag 1 m.w.Nachw.).
Sie stellt eine privatautonom gestaltete Modalität des Rechtsgeschäfts dar (…MüKo/Westermann, BGB, 5. Aufl., § 158 Rdnr. 1) und kann damit ebenfalls durch Vereinbarung wieder aufgehoben werden (vgl. BGH 23. November 1988 - VIII ZR 262/87 - NJW-RR 1989, 291).