Source: https://www.diebewertung.de/kgal-capital-gmbh-co-kg-bilanzverlust-7-stellig/
Timestamp: 2018-07-21 01:50:16
Document Index: 394809908

Matched Legal Cases: ['§ 317', '§ 340', '§ 246', '§ 264', '§ 268', '§ 274', '§ 2', '§ 253', '§ 2', '§ 32', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 16']

KGAL Capital GmbH & Co. KG-Bilanzverlust 7-stellig - Diebewertung
KGAL Capital GmbH & Co. KG-Bilanzverlust 7-stellig
KGAL Capital GmbH & Co. KG Grünwald
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie die Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
München, den 21. Februar 2017
Eisenhuth, Wirtschaftsprüfer
Braun, Wirtschaftsprüferin
der KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald
31.12.2016 Vorjahr
a) täglich fällig 3.547.136,02 2.350
b) andere Forderungen 50.000,00 50
2. Forderungen an Kunden 3.925,14 108
gegenüber Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
3. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 12.595,30 5
4. Rechnungsabgrenzungsposten 23.107,45 19
Summe der Aktiva 3.636.763,91 2.532
1. Sonstige Verbindlichkeiten 1.421.216,54 317
andere Rückstellungen 1.574.395,00 1.331
Kapitalanteil der Kommanditisten (Festkapital) 1.000.000,00 1.000
b) Kapitalrücklage 1.000.000,00 1.500
c) Bilanzverlust -1.358.847,63 -1.616
641.152,37 884
Summe der Passiva 3.636.763,91 2.532
2016 Vorjahr
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 3.037,73 0
2. Zinsaufwendungen -583,00 0
3. Provisionserträge 6.252.000,00 4.379
4. Sonstige betriebliche Erträge 283.826,35 64
aa) Löhne und Gehälter -4.183.562,84 -2.839
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -381.506,21 -279
für Altersversorgung EUR 30.342,44 (Vj: EUR 25.847,74)
b) andere Verwaltungsaufwendungen -1.692.819,65 -1.628
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -23.602,48 -27
7. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 256.789,90 -330
8. Jahresüberschuss 256.789,90 -330
9. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -1.615.637,53 -1.286
10. Bilanzverlust -1.358.847,63 -1.616
I. Allgemeine Angaben zur Gesellschaft
Sitz der KGAL Capital GmbH & Co. KG ist Grünwald. Die Gesellschaft ist im Handelsregister unter der Nummer HRA 94655 beim Amtsgericht München eingetragen.
Der Jahresabschluss der KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald, (im Folgenden: „KGAL Capital“) ist nach den für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Vorschriften der §§ 340 ff. HGB in Verbindung mit den Regelungen der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Bei den Vorjahreszahlen können sich aufgrund der kaufmännischen Rundung der einzelnen Bilanzposten, der Bilanzsumme und des Jahresergebnisses geringe Abweichungen zwischen der Summe der Einzelposten und der Bilanzsumme bzw. dem Jahresergebnis ergeben.
Der Jahresabschluss wird unter Beachtung der generellen Ansatz- und Bewertungsvorschriften der §§ 246 bis 256a HGB sowie der aufgrund des § 264a Abs. 1 HGB für die Gesellschaft anzuwendenden speziellen Vorschriften der §§ 268, 270 bis 272, 274 sowie 277 und 278 HGB aufgestellt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.
Sämtliche im Jahresabschluss enthaltenen Posten, welche ursprünglich auf fremde Währung lauteten, werden bei Zugang mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Kurs angesetzt. Die auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände, flüssige Mittel und Schulden werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet und bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr unter Beachtung des Realisations- bzw. Anschaffungskostenprinzips bewertet.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Positionen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung werden nachfolgend bei der Erläuterung der Positionen dargestellt.
Für die sich insgesamt ergebende Steuerentlastung wird das Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 und 4 HGB in Anspruch genommen und keine aktive latente Steuer angesetzt. Der Überhang der aktiven latenten Steuern resultiert aus abzugsfähigen temporären Differenzen in der Bilanzposition „andere Rückstellungen“ die im Rahmen des KGAL Vorsorgeplans/Entgeltumwandlung entstanden sind, denen keine wesentlichen steuerpflichtigen temporären Differenzen gegenüberstehen, sowie aus einem steuerlichen Verlustvortrag. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem landes- und unternehmensspezifischen Steuersatz, der voraussichtlich zum Zeitpunkt ihrer Realisierung Gültigkeit haben wird.
IV. Bilanzerläuterungen
Die Gliederung der Bilanz erfolgte nach § 2 Abs. 1 RechKredV gemäß dem Formblatt 1.
Die ausgewiesenen Forderungen werden zu Nennwerten angesetzt. Die Forderungen an Kreditinstitute betreffen eine Festgeldanlage mit einer Laufzeit von 6 Monaten (TEUR 50) und zwei Kontokorrentkonten in Höhe von TEUR 3.512, wovon eine Einlage in Höhe von TEUR 35 auf GBP lautet.
Unter dieser Position werden nicht börsennotierte Anteile des Fidelity Target Funds ausgewiesen, die im Rahmen des KGAL Vorsorgeplans aus den Vorsorgebeiträgen der Arbeitnehmer zuzüglich der Arbeitgeberzuschüsse erworben wurden. Die Anteile werden zu Anschaffungskosten bilanziert.
Im Wesentlichen enthält die Position einen abgegrenzten Versicherungsbeitrag vom 01.01.2017 bis zum 06.10.2017 in Höhe von TEUR 15.
Unter den sonstigen Verbindlichkeiten wird eine Verbindlichkeit aus einem Geschäftsbesorgungsvertrag in Höhe von TEUR 452 gegenüber der KGAL Investment Management GmbH & Co. KG, Grünwald, (Schwestergesellschaft) sowie eine Verbindlichkeit aus einem Geschäftsbesorgungsvertrag in Höhe von TEUR 262 gegenüber der KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald (Gesellschafter), ausgewiesen. Ein Betrag in Höhe von TEUR 583 betrifft zwei Verpflichtungen aus Abfindungsvereinbarungen. Darüber hinaus enthält der Posten im Wesentlichen die Verbindlichkeiten aus dem Umsatzsteuersaldo per 31.12.2016 (TEUR 45) und der Lohnsteuer Dezember 2016 (TEUR 66).
Unter den anderen Rückstellungen wird eine Versorgungsverpflichtung im Rahmen von Entgeltumwandlungen gemäß dem KGAL Vorsorgeplan bilanziert. Der Rückstellungsbetrag ist nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Berechnung basiert auf einem Zinssatz Dezember 2016 i.H.v. 4,01% (Vj. 3,89%), der dem Zinssatz gem. § 253 Abs. 2 HGB mit einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren entspricht, sowie den Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck. Die Bewertung erfolgte nach der projizierten Einmalbeitragsmethode.
Die anderen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern (TEUR 1.374), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 101) und Rückstellungen für Prüfungs- und Steuerberatungskosten (TEUR 78).
Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.
Gesellschafter der KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald, sind die:
KGAL Capital GmbH, München (Komplementärin) und die
KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald (Kommanditistin, im folgenden KGAL).
Die Komplementärin ist am Vermögen und Gewinn der Kommanditgesellschaft nicht beteiligt und leistet keine Einlage.
Das Kommanditkapital (Pflichteinlage) beträgt TEUR 1.000 und ist voll eingezahlt.
Mit Gesellschafterbeschluss vom 29. Juli 2016 wurde eine Herabsetzung der freiwilligen Einlage des Kommanditisten KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald, um TEUR 500 beschlossen und am 4. August 2016 an die Kommanditistin ausbezahlt. Die verbleibende Einlage in Höhe von insgesamt TEUR 1.000 ist voll eingezahlt.
Das Eigenkapital per 31. Dezember 2016 beläuft sich auf TEUR 641 (Vj.: TEUR 884).
Wesentliche finanzielle Verpflichtungen ergeben sich aus zwei Verträgen mit der KGAL. Zum einen handelt es sich um einen Geschäftsbesorgungsvertrag über Leistungen der KGAL im Eigeninteresse der KGAL Capital mit einem jährlichen Entgelt von TEUR 400 und zum anderen um einen Mietvertrag mit der KGAL mit einem jährlichen Entgelt von TEUR 153. Beide Verträge haben eine 12 monatige Kündigungsfrist zum Jahresende.
Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag 31.12.2016 keine weiteren wesentlichen sonstigen finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse bei der KGAL Capital.
V. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach § 2 Abs. 1 RechKredV gemäß Formblatt 3 (Staffelform).
Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus einem kurzfristigen Darlehen gegenüber einem verbundenen Unternehmen.
Der Zinsaufwand resultiert aus der Abzinsung des KGAL Vorsorgeplans.
Ausgewiesen werden die laufenden Honorare des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von TEUR 6.252, die der KGAL Capital aufgrund von Eigenkapitalvermittlungs- und Investorenbetreuungsverträgen mit fünf Gesellschaften zustehen.
Der Posten enthält im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 267), aus der Firmenwagenversteuerung (TEUR 8) und aus der Weiterbelastung von Kosten (TEUR 5).
Hierunter sind insbesondere das laufende Honorar für die Eigenverwaltung an die KGAL (TEUR 400), Reise- und Bewirtungskosten (TEUR 344), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 292), Miete (TEUR 165), Kundenveranstaltungen (TEUR 132), sonstige Verwaltungskosten (TEUR 129), Personalberatung (TEUR 122) und Aufwendungen für Versicherungsprämien (TEUR 82) enthalten.
Honorare des Wirtschaftsprüfers
In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind Honorare der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, für die Abschlussprüfung des Jahresabschlusses in Höhe von TEUR 43 und für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von TEUR 27 enthalten.
Am Jahresende beschäftigte die KGAL Capital 19 Arbeitnehmer (Vj. 20), die durchschnittliche Beschäftigtenzahl betrug 19 Arbeitnehmer (Vj. 18).
Es liegen keine außerbilanziellen Geschäftsvorgänge vor.
Im Berichtsjahr wurden Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen getätigt. Es handelt sich hierbei jedoch ausschließlich um Geschäfte mit Unternehmen, die in den Konzernabschluss der KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald, einbezogen sind. Somit liegen keine berichtspflichtigen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vor.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die KGAL Capital GmbH, München. Ihr Stammkapital zum 31. Dezember 2016 beträgt EUR 25.000,00.
Die Geschäftsführung obliegt der KGAL Capital GmbH, München, als persönlich haftende Gesellschafterin. Ihre Geschäftsführer sind:
Markus Müller Sprecher der Geschäftsführung (bis 21.10.2016) Geschäftsführer Münsing Finanzanlagen- vermittlungs- gesellschaft Strategie, Personal, Revision/Risk, Institutional Business International, Client Management und Marketing international
Florian Martin Sprecher der Geschäftsführung (ab 22.10.2016) Mitglied der Geschäftsführung (bis 21.10.2016) Geschäftsführer München Finanzanlagenvermittlungsgesellschaft Strategie, Personal, Revision/Risk Finanzen, Steuern, Controlling, Recht/IT, Institutional Business National, Marketing national, Client Management
Douglas Edwards (ab 21.11.2016) Geschäftsführer Grünwald Finanzanlagenvermittlungsgesellschaft Produktkonzeption, Institutional Business International, Marketing, Compliance International
Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses haben sich keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ergeben, die wesentliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.
Die Gewinn- und Verlustrechnung der KGAL Capital weist einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 257 aus.
Die Geschäftsführung schlägt vor, dass der Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 257 auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.
Die KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald, ist ein Tochterunternehmen der KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald. Die KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald, stellt für das Geschäftsjahr 2016 einen Konzernabschluss auf, in den die KGAL Capital GmbH & Co. KG, Grünwald, einbezogen wird. Der Konzernabschluss der KGAL GmbH & Co. KG wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Grünwald, den 13. Februar 2017
gez. Edwards
Die KGAL Capital GmbH & Co. KG (nachfolgend „KGAL Capital“) ist 2013 im rechtlichen Rahmen der KGAL Gruppe etabliert worden, um die Vermittlung alternativer Investments für langfristige Realkapitalanlagen (Vermögensanlagen, z.B. Fonds) zu übernehmen. Die KGAL Capital ist eine 100% Tochter der KGAL GmbH & Co. KG, Grünwald (nachfolgend „KGAL“). Die KGAL Capital wird durch die BaFin beaufsichtigt und verfügt über eine entsprechende Erlaubnis gem. § 32 Abs.1 KWG, welche mit Schreiben der BaFin vom 06.10.2014 erteilt wurde. Die KGAL Capital hat mit dem Anzeigeschreiben an die BaFin vom 21.11.2014 den Geschäftsbetrieb nach KWG zum 24.11.2014 aufgenommen. Bis zur Erteilung der KWG Erlaubnis verfügte die KGAL Capital über die Erlaubnis nach § 34f GewO.
Der Hauptgeschäftszweck der KGAL Capital ist die Vermittlung von Finanzinstrumenten – vor allem von KAGB-regulierten Fonds (Spezial AlFs) – an institutionelle Investoren. Mit dem Erhalt der KWG Lizenz wurde das Neugeschäft mit Privatkunden im Sinne des WpHG eingestellt. Der Fokus liegt damit nur noch auf professionellen Kunden und geeigneten Gegenparteien gemäß WpHG im In- und Ausland. Für die ausländische Zielgruppe wurde das EU-Passporting gem. MiFID bei der BaFin erfolgreich abgeschlossen.
Neben der Vermittlung übernimmt die KGAL Capital die kundenseitige Betreuung, das sogenannte Client Management, überwiegend institutioneller Investoren, sowohl für die neuvermittelten als auch für die bestehenden Investoren in den Fonds der KGAL und KGAL Investment Management GmbH & Co. KG, Grünwald, (nachfolgend „KGAL IM“) sowie der Hauck & Aufhäuser Investment Gesellschaft S.A., Munsbach, Luxemburg
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Branchensituation
Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland hat sich auch 2016 fortgesetzt. Der Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts liegt bei etwa 1,9%.1 Für 2017 wird zwar ein Rückgang auf 1,3% prognostiziert, jedoch basiert dies weniger auf einer nachlassenden Wachstumsdynamik als vielmehr auf einem Kalendereffekt bzw. einer geringeren Anzahl an Arbeitstagen.
Die stabile Verfassung der deutschen Wirtschaft wurde 2016 maßgeblich geprägt durch einen anhaltenden Beschäftigungszuwachs, steigende Einkommen, niedrige Zinsen und moderate Rohstoffpreise. Wie schon 2015 dominierte die starke Binnenwirtschaft mit hohen Konsumausgaben die robuste Konjunkturentwicklung. Weniger Impulse kamen dagegen von der außenwirtschaftlichen Flanke, da die wirtschaftliche Erholung wichtiger Handelspartner verhalten ausfiel und damit deutsche Exporte nicht mehr das hohe Wachstums-Niveau der Vorjahre erreichen konnten.
1 Jahresgutachten 2016/17, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, November 2016.
Profitiert hat die deutsche Wirtschaft 2016 in hohem Maße auch von der weiterhin expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die nicht nur die langjährige Niedrigzinsphase fortsetzt, sondern damit indirekt auch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimuliert. Das Inflationsziel der EZB von rund 2% wird jedoch bislang nicht erreicht. In Deutschland lag die Gesamtinflationsrate 2016 bei lediglich etwa 0,5% 2. Dazu trugen nicht zuletzt die moderaten Rohstoffnotierungen sowie ein nur mäßiger Anstieg der nominalen Lohnstückkosten der Unternehmen bei.
Unsicherheit für die Wirtschaft resultierte 2016 aus diversen politischen Rahmenbedingungen. Zwar hat sich die Flüchtlings-Zuwanderung 2016 erheblich abgeschwächt, doch die Krisenherde im Nahen Osten, in der Ukraine und der Türkei sowie Unstimmigkeiten in der EU bergen Gefahrenpotenziale. Das Brexit-Votum hatte zwar bislang in Deutschland keine wesentlichen Auswirkungen, der Verlauf der anstehenden Verhandlungen über den britischen EU-Austritt ist jedoch ungewiss. Weitgehend unerwartet verlief die Wahl des US Präsidenten. Das US-Votum gilt weithin als Symptom für eine tiefgreifende Unzufriedenheit mit der politischen Situation und dem politischen Establishment — und dies gilt nicht nur in den USA. Da sich der deutsche Handelsbilanzüberschuss mit den USA auf rund 1,8% (2015) des Bruttoinlandsprodukts beläuft, gelten die USA als wichtigster Handelspartner und die Ausrichtung der künftigen US-Wirtschaftspolitik ist von elementarer Bedeutung.3 Eine massive Einschränkung des Freihandels könnte durchgreifende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und ihre Unternehmen nach sich ziehen. In der Folge wären dann auch Gewerbeimmobilien und damit die (Immobilien-)Fonds-Branche betroffen.
Die Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft für 2017 sind grundsätzlich weiterhin positiv. Mit einem Anstieg um 1,3% dürfte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts jedoch insbesondere wegen mehr arbeitsfreier Tage verlangsamen. Für die Inflationsrate wird 2017 eine deutliche Steigerung auf 1,6% prognostiziert, da sowohl eine Erhöhung der Energiepreise erwartet wird als auch eine Anhebung der Lohnstückkosten, die wiederum stärkeren Druck auf die Verbraucherpreise ausüben könnten.4
Auf der binnenwirtschaftlichen Seite deuten wesentliche Frühindikatoren auf eine Fortsetzung des stabilen Wachstumspfads hin. Der kräftige Beschäftigungsaufbau dürfte am Arbeitsmarkt eine Zunahme um rund 400.000 auf dann knapp 44 Millionen Erwerbstätige bewirken — nochmals ein Plus von 0,9%5. Damit steigen auch die verfügbaren Einkommen und das Konsumklima wird sich weiterhin auf hohem Niveau halten. Bei den Investitionen ergibt sich voraussichtlich weiterhin ein differenziertes Bild. Unternehmen werden aufgrund mäßiger internationaler Absatzaussichten 2017 wohl erneut nur moderat investieren. Dagegen sollte der Wohnungsbau auch 2017 merklich zunehmen, da vielerorts —insbesondere in den prosperierenden Großstädten — erhebliche Wohnungsengpässe bestehen und zudem die Flüchtlingsmigration den Bedarf an günstigem Wohnraum erhöht.
Im Unterschied zur soliden binnenwirtschaftlichen Situation erschweren jedoch unerwartete Entwicklungen im außenwirtschaftlichen Umfeld die Konjunkturprognosen für 2017. Verhandlungsverlauf und Konsequenzen des Brexit sind bis auf weiteres nicht vorhersehbar. Ein hoher Grad an Unsicherheit ergibt sich auch aus einem möglichen Politikwechsel in den USA. Sollten sich die erkennbaren protektionistischen Tendenzen realisieren und eine Schwächung des Freihandels erfolgen, könnte dies auch massive Auswirkungen auf große Exportnationen wie Deutschland haben.
2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 18. Januar 2017 — 18/17
3 Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Oktober 2016.
4 Jahresgutachten 2016/17, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, November 2016.
5 Jahresgutachten 2016/17, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, November 2016.
Insgesamt dürfte der deutsche Außenhandel 2017 erneut nur einen geringen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten. Die Weltwirtschaft wächst nach wie vor nur moderat, in einigen Schwellenländern und Ländern des Euro-Raums zeigen sich nur verhaltene Erholungstendenzen.
Die unverändert expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte 2017 einmal mehr maßgeblich dazu beitragen, dass die Finanzierungskonditionen für Unternehmen und Private auch künftig günstig bleiben. Im Kontext mit relativ wenig rentierlichen Alternativanlagen dürften die deutschen Immobilienmärkte in den Investitionsstrategien zahlreicher in- und ausländischer Investoren eine wesentliche Rolle spielen und von weiterhin hohen Kapitalzuflüssen profitieren. Dabei könnten Brexit und Unwägbarkeiten künftiger US-Politik für deutsche Immobilien eventuell sogar positive flankierende Impulse bringen. Denn einige internationale Anleger, die zuvor in GB und USA investierten, könnten ihr Kapital nun eventuell stärker nach Deutschland umlenken. Die zusätzliche Investoren-Nachfrage wiederum würde tendenziell auch die Preise und Werte der Bestandsimmobilien von Fondsgesellschaften erhöhen.
Die Branche von Anbietern geschlossener Fonds hat sich den Anforderungen des in 2013 in Kraft getretenen KAGB gestellt und die umfangreichen Anforderungen, insbesondere im Portfolio- und Risikomanagement, implementiert. Im Zuge der europaweiten Regulierung ergab sich dabei eine deutliche Annäherung der europäischen Fondsanbieter.
Man unterscheidet im Bereich der inländischen geschlossenen Fonds zwischen geschlossenen Spezial-AIF, an denen sich nur semiprofessionelle und professionelle Anleger beteiligen dürfen, und geschlossenen Publikums-AlF, an denen sich alle Anleger, insbesondere Privatanleger, beteiligen können. Aufgrund der „Professionalität“ der Anlegergruppen, ermöglichen Spezial-AIF größere Freiheiten und unterliegen geringeren Regulierungsanforderungen in den Bereichen Strukturierung, Vertrieb und Reporting als die Publikums-AIF.
Zum 14. Dezember 2016 listet die BaFin insgesamt 389 (Vorjahr 350) zugelassene Kapitalverwaltungsgesellschaften (nachfolgend: KVG), registrierte KVG und zugelassene Investmentgesellschaften, von denen 124 (Vorjahr 119) (also 32%) externe KVG sind.6 Der geringe Zuwachs der für die KGAL IM relevanten registrierten KVG zeigt, dass sich der Markt konsolidiert hat.
Dabei hatten nach einer Auswertung des bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. (nachfolgend: bsi) 48 % der externen KVG die Erlaubnis zur Verwaltung geschlossener inländischer Spezial-IlF.7 In 2016 wurden nach Angabe des bsi bis Ende November nur 16 (Vorjahr insgesamt 33) geschlossene Publikums-AlF zugelassen. Das prospektierte Fondsvolumen der zum o.g. Stichtag bekannten 82 Publikums-AIF beziffert der bsi mit rund EUR 5,5 Mrd. Davon entfielen rund 89% des prospektierten Fondsvolumens auf die Assetklassen Immobilien, Flugzeuge und erneuerbare Energien. Entsprechende Zahlen für Spezial-AIF liegen aktuell für den Berichtszeitraum nicht vor.
Nach der Auswertung der Bundesbankstatistik zu den Platzierungszahlen für AIF und Altfonds konnten im Zeitraum September 2015 bis August 2016 insgesamt EUR 2,48 Mrd. Eigenkapital, davon EUR 1,15 Mrd. in Immobilienfonds platziert werden. Die Branche liegt damit sowohl nach Anzahl der aufgelegten Fonds als auch nach platziertem Eigenkapital noch deutlich hinter den Spitzenwerten früherer Zeiten zurück.8
6 BaFin-Unternehmensdatenbank, https://portal.mvp.bafin.de/database/InstInfol, abgerufen am 14.12.2016
7 bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V., AG Finanzaufsicht 30.11.2016, Marktüberblick
8 bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V., AG Finanzaufsicht 30.11.2016, Marktüberblick
Im Jahr 2016 kann die KGAL Capital erneut auf ein insgesamt zufriedenstellendes Gesamtergebnis bezüglich der Einwerbung von neuem Eigenkapital für ihre angebotenen Fonds zurückblicken. Es befanden sich insgesamt sechs AIFs in der Platzierung. Insgesamt konnten bei vier AIFs EUR 605 Mio. als neues Eigenkapital platziert werden. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,5% im Vergleich zum Vorjahr. Das Volumen verteilt sich dabei auf 27 Zeichnungen von 20 Kunden. Sehr erfolgreich waren die Platzierungen im Bereich der Flugzeug-AIFs (EUR 505 Mio.). Im Bereich der erneuerbaren Energien verlief die Platzierung mit EUR 100 Mio. unter der eigenen Planung, was zum Großteil auf Abstimmungsbedarf mit einem möglichen ausländischen Ankerinvestor beim ESPF 4 zurückzuführen war. Im Bereich der Immobilieninvestments konnte die KGAL Capital dieses Jahr keine Anteile vermitteln.
Diese neuen akquirierten Eigenkapitalzusagen werden sich bei vier AIFs bei Einzahlungen (Capital Calls) in den entsprechenden Provisionseinnahmen zeitverzögert niederschlagen. In 2016 konnten nur EUR 340 Mio. Capital Calls durchgeführt werden.
Die Zeichnungen aus dem internationalen Geschäft blieben hinter den Erwartungen zurück. Der europäische Markt wird weiterhin intensiv bearbeitet und die Markenbildung der KGAL-Gruppe konnte signifikant gestärkt werden. Die Gesellschaft rechnet nach einer ersten Zeichnung in geringer Höhe im Berichtsjahr nun für 2017 mit weiteren Zeichnungen aus dem Ausland.
Insgesamt rechnet die KGAL Capital für 2017 mit neuen Eigenkapitalzusagen von rund EUR 800 Mio. und EUR 788 Mio. an Capital Calls. Auf Basis dieser Zahlen und gemäß der aktuellen Jahresplanung 2017 erwartet die KGAL Capital einen Jahresüberschuss von TEUR 239.
Das Jahr 2016 war für die KGAL Capital das zweite vollständige Geschäftsjahr seit Aufnahme des Geschäftsbetriebes nach § 32 KWG und die Organisation ist inzwischen vollständig auf die notwendigen Erfordernisse der Regulierung ausgerichtet.
Die Ertragslage ist von den Erträgen aus Eigenkapitalvermittlungs- und Investorenbetreuungsverträgen, sowie dem Vertrag zur Produktunterstützung und Kundenpflege geprägt. Die KGAL Capital erhält von den vermittelten AIFs als auch aus Vereinbarungen mit der KGAL IM Vergütungen für eingeworbenes und bei den Fondgesellschaften eingezahltes Eigenkapital. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die KGAL Capital Erträge aus der Vermittlung von Eigenkapital in Höhe von TEUR 112 (Vj: TEUR 306) vereinnahmen. Die Gesamtsumme aller Provisionserträge erhöhte sich auf TEUR 6.252 (Vj: TEUR 4.379), was insbesondere auf den seit dem 1.1.2016 gültigen Vertrag zur Produktunterstützung und Kundenpflege mit der KGAL IM zurückzuführen ist. Dem stehen Aufwendungen für Personal von TEUR 4.565 (Vj: TEUR 3.118) und andere Verwaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.693 (Vj: TEUR 1.628) entgegen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Leistungen für die Überlassung von Soft- und Hardware sowie Personal-, Rechnungswesen- und Controlling-Tätigkeiten, die von der KGAL bezogen wurden (TEUR 400, Vj: TEUR 400), Beratungskosten (TEUR 292, Vj. TEUR 315), Reisekosten (TEUR 344, Vj: TEUR 210) und Mieten (TEUR 165, Vj: TEUR 134). Das Geschäftsjahr 2016 schloss mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 257 ab, was wesentlich unter dem geplanten Ergebnis von TEUR 1.213 liegt. Diese Abweichung ist durch die vertragliche Anpassung der internen Leistungsverrechnung begründet. Die KGAL Capital erhält seit 01.01.2016 für ihre Leistungen bei der Produktunterstützung und Kundenpflege, eine auf Cost-Plus Basis ermittelte und quartalsweise unter Berücksichtigung von sonstigen Einnahmequellen (z. B. Vermittlungsprovisionen) abgerechnete Vergütung.
Die Finanzlage ist durch einen hohen Bestand an Bankguthaben (TEUR 3.597) geprägt. Davon ist ein Betrag in Höhe von TEUR 50 als Festgeld angelegt. Dieser Betrag dient dem Nachweis der zum Geschäftsbetrieb erforderlichen Mittel gegenüber der BaFin. Die Gesellschaft verfügte jederzeit über ausreichend Liquidität, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können, wodurch das wesentliche Ziel des Finanzmanagements erreicht wurde.
Die Vermögenslage der KGAL Capital ist durch eine geringe Vermögensbindung gekennzeichnet. Gemäß der Geschäftspolitik der KGAL Capital hält sie keine Beteiligungen an Fondsgesellschaften, vergibt keine Darlehen an Fondsgesellschaften und stellt kein Eigenkapital zur Verfügung.
Das Kommanditkapital beträgt zum 31.12.2016 TEUR 2.000 und ist voll eingezahlt. Das Kommanditkapital besteht aus dem gezeichneten Kapital von TEUR 1.000 und einer Kapitalrücklage von TER 1.000. Mit Gesellschafterbeschluss vom 29. Juli 2016 wurde die Kapitalrücklage von TEUR 1.500 um TEUR 500 auf TEUR 1.000 reduziert und am 4. August 2016 an die Kommanditistin zurückgezahlt.
Der Unternehmenswert der KGAL Capital wird neben den finanziellen Kennzahlen maßgeblich durch nicht finanzielle Leistungsindikatoren bestimmt. Diese betreffen die Beziehungen des Unternehmens zu Kunden und Mitarbeitern. Die KGAL Capital hat sich als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber, welcher seine qualifizierten und engagierten Mitarbeiter an sich bindet, aufgestellt und schafft somit die Basis, um den kontinuierlich im Wandel befindlichen Marktanforderungen gerecht zu werden.
Die Kunden der KGAL Capital profitieren von der Kompetenz und dem Engagements der Mitarbeiter, welche das erlangte Know-How bei der Betreuung von Vorgängen im Bereich der Anlagevermittlung einsetzen und somit die Reputation der KGAL Capital am Markt unterstreichen und für die Erreichung der finanziellen Ziele sorgen.
Das Geschäftsjahr 2016 schloss mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 257. Zusammen mit dem Verlustvortrag von TEUR 1.616 wird ein Bilanzverlust von TEUR 1.359 ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag beläuft sich das Eigenkapital nach Feststellung des Jahresabschlusses auf insgesamt TEUR 641 (Vj.: TEUR 884).
Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der KGAL Capital bewegte sich im Geschäftsjahr 2016 im Rahmen der Erwartungen.
Die KGAL Capital versteht sich als Vermittler und Berater für langfristige Kapitalanlagen in Sachwerte. Sie verfügt über eine hohe Vertriebs-, Investoren- und Produktkompetenz und vertreibt Anteile an Fonds für institutionelle Investoren an. Die Erstellung von Geschäftsstrategie und Risikostrategie sowie deren Etablierung im Unternehmen ist Aufgabe der Geschäftsleitung. Die Strategien werden regelmäßig, mindestens einmal jährlich, überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Die Risikostrategie der KGAL Capital beinhaltet die Vorgaben, keine Assets für Transaktionen wie z.B. Immobilien, Erneuerbare Energie Anlagen, Flugzeuge oder Beteiligungen hieran auf der Bilanz der KGAL Capital zu halten sowie keine Verpflichtungserklärungen abzugeben.
Die KGAL Capital wird bei ihrer Tätigkeit die folgenden Grundsätze einhalten:
Ordnungsgemäße Erfüllung aller Tätigkeiten, inklusive übernommenen Aufgaben aus den Geschäftsbesorgungsverträgen mit der KGAL KG und der KGAL IM.
Qualität (Einhaltung von qualitativen Mindeststandards) vor Quantität.
Sachgerechte, transparente und wahrheitsgemäße Kommunikation.
Keine Geschäfte, die die Reputation der KGAL Capital aufs Spiel setzen.
Der Vermittlungs- und Beratungsprozess muss die Compliance-Anforderungen erfüllen und gemäß diesen durchgeführt werden.
Die Einstufung und Exploration (Erfahrung und Wissen-/Angemessenheitsprüfung) des Anlegers muss gemäß der Anlegergruppe ordnungsgemäß durchgeführt werden.
Eine nachvollziehbare Dokumentation des Vermittlungs-/Beratungsprozesses ist durchzuführen.
Alle rechtsverbindlichen, fondsbezogenen Dokumente und Reportings müssen von der KGAL IM bzw. der KGAL rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. Die KGAL IM bzw. die KGAL stellt die Aktualität, Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der Informationen gegenüber der KGAL Capital sicher. Diese Haftungsfreistellung der KGAL IM bzw. der KGAL ist vertraglich sicherzustellen.
Alle regulatorischen Anforderungen im Inland (§ 32 KWG / WpHG / § 34f GewO / KAGB) und Ausland müssen eingehalten werden.
Die KGAL Capital ist in das Risikomanagementsystem der KGAL-Gruppe eingebunden und dadurch in der Lage, bestandsgefährdende Risiken rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. Risikoverringerung zu ergreifen. Die Hauptaufgaben im installierten Risikomanagementprozess als interne organisatorische, bereichsübergreifende Maßnahme sind:
die fortlaufende Identifizierung und Beurteilung der geschäftsspezifischen Risiken der KGAL-Gruppe hinsichtlich Relevanz und Auswirkungen (Risikoinventur),
die fortlaufende Erarbeitung von Methoden und Instrumenten zur Messung dieser Risiken, die in dem Aufzeigen von Risikopotenzialen münden, wobei die Methoden und Instrumente einer laufenden Überprüfung unterliegen (Risikomessung),
das Aufzeigen von Maßnahmen für eine Steuerung der Risiken durch z.B. Risikovermeidung, -verlagerung und -verminderung (Risikosteuerung),
das regelmäßige Reporting über die identifizierten Risiken und deren Überwachung, um eine risikobezogene Entscheidungsbasis für die Geschäftsführung sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen zu erzeugen (Risikoreporting).
Die wesentlichen Risiken der KGAL Capital liegen im Bereich der operationellen Risiken, hier insbesondere in der Nichtbeachtung von Anforderungen der für ihre Tätigkeit zugrunde liegenden Gesetze (z.B. WpHG, § 32 KWG) sowie in einer möglichen Falschberatung der Investoren. Gegenwärtig wird jedoch nur die Anlagevermittlung erbracht.
Diesen Risiken wird durch verbindliche Prozessabläufe und klare Dokumentationspflichten des Vermittlungs- und Beratungsprozesses begegnet. Für Falschinformationen seitens der KGAL IM (bzw. KGAL KG) besteht jeweils eine Haftungsfreistellung der KGAL IM (bzw. KGAL KG).
Zudem besteht eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung der Allcura über 5,0 Mio. EUR für Anlagenberater und Anlagenvermittler nach § 32 KWG pro Versicherungsfall (Höchstleistung 10,0 Mio. EUR pro Versicherungsjahr).
Weitere operationelle Risiken sind primär IT-, Personal- und Prozessrisiken, aber auch Compliance, Geldwäsche- und Betrugsrisiken. Diesen Risiken wird mit einer klaren Aufbau- und Ablauforganisation, detaillierten Arbeitsanweisungen, einem internen Kontrollsystem und der Implementierung gängiger IT-Standards sowie dem intensiven Training der Mitarbeiter begegnet. Im Geschäftsjahr 2013 hat die KGAL eine Betrugsgefährdungsanalyse (Fraud) durchgeführt, in die die KGAL Capital einbezogen war. Diese wurde im September 2016 (für das Jahr 2015) aktualisiert.
Die KGAL Capital weist per 31.12.2016 ein Eigenkapital von TEUR 641 nach einem Bilanzverlust von TEUR 1.359 aus. Der Jahresüberschuss per 31.12.2016 beläuft sich auf TEUR 257 und summiert sich mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr auf TEUR -1.359. Insofern stehen im Rahmen einer klassischen Risikotragfähigkeitsanalyse als verfügbare Risikodeckungsmasse TEUR 641 zur Verfügung.
Nachdem lediglich operationelle Risiken im Fokus der Risikobetrachtung stehen und die o.g. Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern sowie die entsprechenden Versicherungen bestehen, ist aus Sicht des Risikomanagement zum Stichtag 31.12.2016 die Risikotragfähigkeit der KGAL Capital gegeben.
Die Geschäftsleitung wird regelmäßig im Rahmen des Risikoreportings durch standardisierte Berichte über alle nicht vernachlässigbaren Risiken und über relevante Einzelfälle ad hoc informiert.
Im Berichtszeitraum bestanden keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdende Risiken. Derzeit sind auch für die Zukunft keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
Solvency II — Richtlinie
Seit dem 1. Januar 2016 gelten für Versicherungen aufgrund der Solvency II-Richtlinie neue Eigenkapitalanforderungen. Versicherungen müssen ihr aufsichtsrechtlich vorzuhaltendes Solvenzkapital (solvency capital requirement; kurz SCR) grundsätzlich nach einer EU-einheitlich vorgegebenen Standardformel berechnen, welche die wesentlichen Risiken der Geschäftstätigkeiten von Versicherungen berücksichtigt. Daneben legt die Solvency II-Richtlinie neue Anforderungen für ein quantitatives Meldewesen an die Aufsicht fest. All dies führt in der Summe dazu, dass die Versicherungsgesellschaften hierfür enorme Kapazitäten bereitstellen müssen. Dies führte in den Vorjahren zu erheblichen Verschiebungen und Ausfällen von Vertriebsansätzen. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit bezüglich Alternative Assets und deren Solvencybelastung, können negative und platzierungshemmende Effekte weiterhin bestehen.
Im Zusammenhang mit den Compliance Risiken ist es die vorrangige Aufgabe der KGAL Capital, ein funktionierendes System zu unterhalten und weiterzuentwickeln, um die bestehenden organisatorischen und rechtlichen Risiken zu bewerten und zu überwachen. Die besonders wichtigen Aufgabengebiete in diesem Bereich sind die Themen „WpHG-Compliance“ (hier bspw. Kundenkategorisierung), „MaRisk-Compliance“ (hier bspw. Regulatory Monitori ng), „I nteressen konfli kte“„,Aufsichtsrecht“ und „Meldewesen“. Das größte Risiko bezieht sich dabei auf mögliche Fehler in der Beratung oder Vermittlung von Anlegern (Schadenersatzrisiko) und durch die Aufsichtsbehörden auferlegte Strafzahlungen und / oder Entzug der Geschäftserlaubnis.
Der aufgesetzte und in schriftlicher Form niedergelegte Organisationsrahmen sichert der KGAL Capital eine Compliance konforme Organisation.
Die Tätigkeiten der Compliance-Beauftragten im Sinne der MaRisk (allgemeine Compliance) und der MaComp (spezielle WpHG Compliance) wird im Rahmen einer Auslagerung durch die GSK Compliance Services GmbH, Frankfurt am Main, übernommen.
Auch 2016 lag der Fokus der Personalarbeit auf der internen und externen Weiterbildung. Das Angebot beinhaltete neben Fachseminaren auch persönlichkeitsbildende Trainings und spezielle Schulungen zu fachspezifischem Englisch.
Die Vergütungsregelungen der KGAL Capital sind nach § 16 der Instituts-Vergütungsverordnung auf der Homepage der KGAL Capital offengelegt.
Die Chancen für die KGAL Capital liegen insbesondere in der Ausweitung der Vermittlungsaktivitäten auf das europäische Ausland. Die KGAL Capital hat das Passporting-Verfahren. Der Bereich Institutional Business International ist weiterhin aktiv in der Marktbearbeitung engagiert. Auf Grund der derzeitigen Gespräche/Verhandlungen mit ausländischen Investoren erwartet die KGAL Capital im Jahr 2017 im internationalen Vertrieb erste signifikante Kapitalzusagen.
Im nationalen Geschäft liegen die Entwicklungschancen in der Neukundenakquisition im bisher noch unterrepräsentierten Kundenbereich der Pensionskassen, CTAs, Versorgungswerke und Corporates. Ebenso wird hier nun Österreich sowie die Schweiz als Zielmarkt für neue Investoren systematisch bearbeitet (DACH Region).
Ebenso bestehen weitere Chancen durch die nunmehr in 2017 neu anzubietende Fondsreihe der „Debt-Fonds“, die eine natürliche Ergänzung des Equity Know-Hows in der jeweiligen Assetklasse der KGAL Gruppe darstellt. Als Investmentidee wurde z.B. Aviation Debt in 2016 bereits möglichen Investoren vorgestellt.
Die KGAL Capital plant in 2017 insgesamt EUR 800 Mio. Eigenkapital für Fonds der KGAL Gruppe zu vermitteln. Davon soll der Bereich Institutional Business National EUR 355 Mio., der Bereich Institutional Business International EUR 445 Mio. beitragen. Die weiter anhaltende Niedrigzinsphase wird entsprechend für ein positives Vertriebsklima für hochrentierliche Sachwertanlagen sorgen.
Seit 2016 erhält die KGAL Capital KG, zusätzlich zu den Erträgen aus der laufenden Investorenbetreuung und den Gebühren aus der Eigenkapitalvermittlung, eine Vergütung für Unterstützungsleistungen (Produktentwicklung, Kundenverwaltung, Marktbearbeitung), welche auf einem cost-plus-System basiert. Aus diesem Grund ist die Ertragslage in 2017 nicht mehr vornehmlich durch die Investitionen der Fonds und damit durch die Kapitaleinzahlungen der bisher akquirierten Eigenkapitalzusagen bestimmt.
Für 2017 erwartet die KGAL Capital einen Jahresüberschuss von TEUR 239.
gez. Florian Martin
gez. Douglas Edwards