Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bag/2010-08-19/8-azr-530_09
Timestamp: 2017-09-24 16:09:30
Document Index: 360196719

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 126', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 126', '§ 15', '§ 22', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 22']

BAG, 19.08.2010 - 8 AZR 530/09 - Entschädigung wegen Nichtberücksichtigung bei einem Stellenbesetzungsverfahren aus Altersgründen | anwalt24.de
Urt. v. 19.08.2010, Az.: 8 AZR 530/09
Referenz: JurionRS 2010, 26990
LAG München - 03.06.2009 - AZ: 10 Sa 719/08
AA 2010, 169
AiB 2011, 274-275 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
ArbRB 2011, 5-6
ASR 2010, 5
AuR 2011, 35-36
BB 2010, 2171 (Pressemitteilung)
BB 2011, 2175-2176
BerlAnwBl 2010, 425
DVP 2012, 174
EzA-SD 18/2010, 4 (Pressemitteilung)
EzA-SD 24/2010, 8-11
FA 2010, 311-312 (Pressemitteilung)
FA 2011, 52
FA 2011, 14
GmbHR 2010, 314-315
LGP 2010, 149
NJW 2011, 10-12
NJW-Spezial 2011, 18-19 "AGG II"
NWB 2010, 2769-2770
NWB direkt 2010, 917-918
NZA 2010, 1412-1418
PERSONALmagazin 2010, 74
StBW 2010, 810 (Pressemitteilung)
StX 2010, 639-640
ZMV 2010, 268-269 (Pressemitteilung)
1. Ergibt sich aus der nicht altersneutralen Stellenausschreibung die Vermutung einer Altersdiskriminierung und wird diese vom Arbeitgeber nicht widerlegt, kann ein Entschädigungsanspruch in Höhe eines Monatsgehalts nach § 15 Abs. 2 AGG angemessne, aber auch ausreichend sein.
2. Ein Bewerber, der einen Schadensersatzanspruch nach § 15 Abs. 1 AGG verfolgt, hat ua. darzulegen und ggf. zu beweisen, dass ein Schaden bei ihm eingetreten ist und dieser kausal auf die Benachteiligungshandlung zurückzuführen ist.
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b) ihm den sich aus der Auskunft ergebenden Betrag entsprechend der erteilten Auskunft aus Klageantrag 1.a) als Schadensersatz zuzüglich fünf Prozentpunkte über Basiszins seit Rechtshängigkeit zu zahlen;
Ob die subjektive Ernsthaftigkeit der Bewerbung Tatbestandsvoraussetzung für Ansprüche nach §§ 15, 6 AGG ist, hat der Senat bislang ausdrücklich offengelassen (vgl. Senat 18. März 2010 - 8 AZR 77/09 - NZA 2010, 872 [BAG 18.03.2010 - 8 AZR 77/09]), sie bedarf auch hier keiner Entscheidung. Es sind aufgrund der Feststellungen des Landesarbeitsgerichts und des Parteivorbringens keine Anhaltspunkte erkennbar, die gegen die Ernsthaftigkeit der Bewerbung des Klägers sprechen.
Der Kläger hat die Ansprüche auch schriftlich (§ 15 Abs. 4 Satz 1 AGG) geltend gemacht. Dieses Schriftformgebot verlangt nicht die gesetzliche Schrift- form nach § 126 Abs. 1 BGB (Bauer/Göpfert/Krieger § 15 Rn. 55; Stein in Wendeling-Schröder/Stein AGG § 15 Rn. 72; Schiek/Kocher § 15 Rn. 61; Meinel/Heyn/Herms AGG 2. Aufl. § 15 Rn. 92; Adomeit/Mohr KommAGG § 15 Rn. 85; aA Däubler/Bertzbach/Deinert § 15 Rn. 110; HWK/Annuß/Rupp 4. Aufl. § 15 AGG Rn. 13), ausreichend ist vielmehr die Textform nach § 126b BGB.
Diese dem Bewerber im Rahmen des § 15 Abs. 1 AGG obliegende Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der haftungsausfüllenden Kausalität wird nicht durch § 22 AGG abgeändert (Bauer/Göpfert/Krieger § 15 Rn. 25; Adomeit/Mohr § 15 Rn. 23; Schiek/Kocher § 15 Rn. 24; DFL/Kramer 3. Aufl. § 15 AGG Rn. 20; Stein in Wendeling-Schröder/Stein § 15 Rn. 53; Münch-KommBGB/Thüsing § 22 AGG Rn. 18).
Hauck: Böck