Source: https://rsw.beck.de/cms/?toc=njw.root&docid=421594
Timestamp: 2019-11-15 03:49:54
Document Index: 94884853

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 123', '§ 543', '§ 7', 'BGH', 'BGH']

„Uferkrawatte“ am Bodensee gehört dem Land Baden-Württemberg - Recht-Steuern-Wirtschaft - Verlag C.H.BECK
„Uferkrawatte“ am Bodensee gehört dem Land Baden-Württemberg
Der BGH hat die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in einem Urteil des OLG Stuttgart zurückgewiesen, das die Eigentumsverhältnisse am Ufer des Bodensees zum Gegenstand hat.
Die auf Feststellung seines Eigentums an der entsprechenden Fläche, der so genannten Uferkrawatte, gerichtete Klage ist vor dem LG Ravensburg, BeckRS 2018, 35351, ohne Erfolg geblieben. Das OLG Stuttgart, BeckRS 2018, 35352, hat die Berufung des Klägers zurückgewiesen.
Das Berufungsgericht hat zur Begründung auf ein bereits 1970 ergangenes Urteil seines 1. Zivilsenats verwiesen. Nach dieser Entscheidung wuchsen die durch die Verschiebung der Uferlinie aus dem öffentlichen Eigentum des Landes ausgeschiedenen Flächen nicht dem Eigentum an den Anliegergrundstücken zu. Vielmehr seien diese herrenlos geworden. Das Oberlandesgericht hat in der nunmehr angefochtenen Entscheidung weiter ausgeführt, gemäß dem 1996 in Kraft getretenen § 123a bwWG sei an der „Uferkrawatte“ inzwischen Eigentum des Landes begründet worden.
Der III. Zivilsenat hat die gegen die Nichtzulassung der Revision gerichtete Beschwerde des Klägers zurückgewiesen. Ein Grund zur Zulassung der Revision gemäß § 543 II 1 ZPO besteht nicht. Die Rechtsfrage, ob die seewärtige Verschiebung der Uferlinie infolge der Neuregelung des § 7 I BwWG zu einem Eigentumszuwachs bei den Anliegergrundstücken führte, hat keine grundsätzliche Bedeutung. Sie ist bereits abschließend durch das Urteil des OLG Stuttgart aus dem Jahr 1970 geklärt worden. Seither ist die Rechtslage auch in der rechtswissenschaftlichen Literatur nicht mehr bestritten worden. Es bedarf deshalb keiner richtungsweisenden Orientierungshilfe durch ein höchstrichterliches Urteil mehr. Entgegen der Ansicht der Beschwerde ist eine Entscheidung des Revisionsgerichts auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich. Insbesondere sind die beiden eingehend begründeten und abgewogenen Entscheidungen des Oberlandesgerichts Stuttgart aus dem Jahr 1970 und die nunmehr angefochtene nicht willkürlich.
BGH, Beschl. v. 5.9.2019 – III ZR 218/18
Pressemitteilung des BGH Nr. 133 v. 16.10.2019