Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Nachbesserung-einer-Getriebeinstandsetzung--f3719.html
Timestamp: 2016-10-26 00:49:06
Document Index: 262467126

Matched Legal Cases: ['§ 633', '§ 634', '§ 635', '§ 636', '§ 284', '§635', '§ 363', '§ 644']

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Nachbesserung einer Getriebeinstandsetzung
05.04.2005 10:43 | Preis: ***,00 € |
wir handeln mit gebrauchten Wohnmobilen. Bei einem unserer Fahrzeuge hatten wir Ende Februar starke Getriebegeräusche beim Schalten des 4 + 5 Ganges eines Peugeotmotors festgestellt und uns für eine Getriebeinstandsetzung für 1500,- € durch einen hierauf spezialisierten Fachbetrieb entschlossen. Diese Instandsetzung gewährt eine Garantie für 2 Jahre oder 30.000km.
Das Getriebe wurde an diesen Betrieb versandt und die Reparatur sollte innerhalb von 5 Werktagen erfolgen. Zwischenzeitlich hatte ein französischer Kunde das Fahrzeug erworben. Wir wiesen unseren Kunden darauf hin, dass wir auf das reparierte Getriebe warten und er das Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit abholen könne. Als wir das Getriebe nach einer Woche zurück erhielten und per Nachnahme die Reparatur bezahlen mussten, wurde das Getriebe durch einen KFZ-Meister-Fachbetrieb wieder eingebaut, allerdings waren die Getriebegeräusche immer noch im 4 Gang vorhanden. Ein GTÜ-Gutachter hörte sich dies an und war ebenfalls eindeutig der Auffassung, die Getriebeinstandsetzung sei nicht korrekt erfolgt. Somit mussten wir unseren Kunden vertrösten und das Getriebe wurde nochmals ausgebaut (500,- € Aus-und Einbaukosten) und nochmals eingschickt. Der Getriebeinstandsetzer war der Auffassung seine erste Reparatur sei einwandfrei gewesen, auf dem Prüfstand sei kein Fehler festzustellen. Der Vorgang zog sich hin, bei Rückfragen ließ sich der Inhaber der Firma verleugnen. Am 23.3. erhielten wir dann erst eine email, man hätte die Wellen in Frankreich bestellen müssen und deshalb hätte sich die Reparatur verzögert und die Wellen seien nun ausgetauscht und das Getriebe versandt. Wir erhielten das "reparierte" Getrieben am 1.April zurück. (Aprilscherz). Nach gestrigem Einbau sind die Getriebe unverändert beim Schalten in den 4 Gang vorhanden. Der Instandsetzer will die zweite Instandsetzung über die Garantie abrechnen, hat aber nicht eindeutig die Kostenübernahme für Fracht/Ein-und Ausbaukosten erklärt. Wir gehen davon aus, dass selbst eine weitere Nachbesserung den Getriebefehler nicht behebt, da ja bereits die erste Reparatur korrekt gewesen sei. Der Getriebeinstandsetzer behauptet, dass die "Geräusche" nicht durch das Getriebe entstehen können. Der KFZ Meister und wir gehen eindeutig von einem Getriebefehler aus. Unser Kunde wartet immernoch auf sein Wohnmobil. Was sollen wir Ihm mitteilen?
Mittlerweile ist der TÜV wieder fällig. Beim Verkauf nach Frankreich wäre eine neue Abnahme nicht erforderlich. Wir können unserem Kunden das Fahrzeug so nicht ausliefern. Durch die mangelhafte Reparatur ist bereits ein Monat vergangen, unser Kapital ist gebunden und ein Austauschgetriebe kostet 2000,- € ohne Einbaukosten. -Hat die Firma noch einmal das Recht auf Nachbesserung? Der Vorgang zieht sich jetzt schon über einen Monat hin.
-Ist diese Firma verpflichtet die Aus-und Einbaukosten / Frachtkosten in voller Höhe zu übernehmen? Oder kann Sie aufgrund von AGB´s diese nach gutdünken reduzieren? Lt.AGB´s werden aber nur Ersatzkosten im Garantiefall für Wiedereinbau i.H.v. 140-€ erstattet.
-Kann die Firma die zweite Reparatur über die Garantie abwickeln, obwohl das Fahrzeug nicht gefahren wurde?
-Wer zahlt die Schadenfeststellung/Gutachten?
-Müssen wir einen Gutachter beauftragen oder sollen wir uns an die Firma wenden, damit von hieraus ein Sachverständiger seiner Betriebs-Haftpflichtversicherung den Schaden aufnimmt?
Es wäre schön, wenn wir schnell Antwort erhielten, denn unsere Firmenrechtsschutz kann uns keine Deckung geben. Wir sind schon etwas verzweifelt........
05.04.2005 | 11:26
Bei dem geschlossenen Werkvertrag ist der Auftragsnehmer verpflichtet, das Werk (intaktes Getriebe) frei von Sachmängeln zu liefern (§ 633 BGB).
Bei Mängeln stehen Ihnen die Rechte aus § 634 BGB zu:
Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist, 1. nach § 635 Nacherfüllung verlangen,
4. nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz ver-geblicher Aufwendungen verlangen.
Nachdem Sie Nacherfüllung verlangt haben, hat der Werkunternehmer die Kosten für Transport etc zu tragen (§635 II BGB).
Sollte sich in den AGBs kein Recht zur Mehrfachen Nachbesserung finden, können Sie gem. § 363 BGB Schadenersatz fordern, da die Nachbesserung fehlgeschlagen ist.
Im Übrigen trägt der Unternehmer die Gefahr bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie das Werk ordnungsgemäß abgenommen haben (§ 644 BGB).
Die Gutachterkosten sollten Sie als Schadensposition ebenfalls fordern.
Was der Werkunternehmer mit „Garantie“ meint, ist mir nicht ganz klar. Sie haben einen Anspruch auf mangelfreies Werk! Das muss der Werkunternehmer liefern – ohne Kosten für Sie!
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