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Timestamp: 2018-08-19 09:25:47
Document Index: 161186952

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 19', '§ 9', '§ 3', '§ 22', '§ 22']

Tipp 32 Betriebliche und private Zusatzrenten - Helfer in Steuersachen
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Tipp 32 Betriebliche und private Zusatzrenten
Anlage R Zeile 31 bis 50
Die finanzielle Lage der Rentner stellt sich bei weitem nicht für alle gleich dar. Viele Rentner beziehen neben ihrer Altersrente (Basis-Altersrente) noch eine zusätzliche Rente. Dazu folgendes:
⇒ Leistungsmitteilung als Ausfüllhilfe
Über Ihre Leistungen aus einem Altersvorsorge- Riester-Vertrag (z.B. Rentenversicherung, Investmentfonds oder Banksparpläne) oder einer betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskasse [auch VBL] oder Direktversicherung) haben Sie von Ihrem Anbieter in der Regel eine Leistungsmitteilung („Mitteilung über steuerpflichtige Leistungen aus einem Altersvorsorgevertrag oder aus einer betrieblichen Altersversorgung [§ 22 Nr. 5 Satz 7 EStG]”) zu Beginn der Leistung und bei Änderung der Leistungshöhe erhalten. Weitere Angaben im Zusammenhang mit dem Wohnförderkonto können Sie dem Bescheid der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen entnehmen.
Tragen Sie bitte die bescheinigten Leistungen sowie ggf. die weiteren abgefragten Angaben in die entsprechenden Zeilen 31 bis 50 ein.
⇒ Betriebsrente / Betriebspension
Im Sprachgebrauch bezeichnet man beide als Betriebsrenten, obwohl eine Unterscheidung notwendig ist.
Bei Bezügen, die der Arbeitgeber aufgrund einer Pensionszusage oder seiner Unterstützungskasse auszahlt, handelt es sich um nachträglichen Arbeitslohn und damit um Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Versorgungsbezüge nach § 19 EStG).
B bezieht neben seiner gesetzlichen Altersrente aufgrund einer Pensionszusage seines ehemaligen Arbeitgebers seit 2016 eine Betriebspension von monatlich 380 €.
Die Pensionszahlungen sind als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit in der Anlage N zu erklären:
Betriebspension 4.560 €
- Versorgungsfreibetrag 22,4 % von
4.560 € = 1.022 €, höchstens 1.680 €
+ Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag 504 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit 2.932 €
*Der Werbungskosten-Pauschbetrag beträgt für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit im Normalfall 1.000 €, bei Versorgungsbezügen / Pensionen aber nur 102 €, wie bei Renten.(§ 9a Nr. 1 EStG).
Die meisten Betriebsrenten haben ihre Grundlage in der Entgeltumwandlung.
Entgeltumwandlung bedeutet, dass in der Aufbauphase steuerpflichtiger Arbeitslohn, unabhängig davon, ob ihn der Arbeitnehmer aus seinem Tariflohn oder der Arbeitgeber als Zuschuss aufbringt, in steuerfreien Arbeitslohn umgewandelt wird (§ 3 Nr. 63 EStG).
Innerhalb der Entgeltumwandlung kann der Arbeitnehmer zwischen drei Modellen wählen:
Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung
Entgeltumwandlung in Anteile in einen Pensionsfonds
Entgeltumwandlung in Anteile in eine Pensionskasse
Von der Entgeltumwandlung wird am meisten durch >>Direktversicherung<< Gebrauch gemacht. Hierbei handelt es sich um eine Rentenversicherung (Vertrag des Arbeitnehmers mit einem Versicherungsunternehmen), in den der Arbeitgeber aus dem Bruttolohn des Arbeitnehmers oder aus Zuschüssen des Arbeitgebers Beiträge leistet. In der Auszahlungsphase werden die Rentenleistungen indessen >>direkt<< an den Arbeitnehmer ausgezahlt., daher der Name >>Direktversicherung<<.
Diese Renten werden entweder mit dem günstigen Ertragsanteil oder in voller Höhe besteuert. Hierbei kommt es auf den Abschlusszeitpunkt des Vertrages an:
Die Beiträge zu den Direktversicherungen, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, hat der Arbeitgeber pauschal versteuert. Renten aus solchen Versicherungen sind nur mit dem geringen Ertragsanteil steuerpflichtig. Gleiches gilt für Renten aus Pensionskassen für Altfälle (vor 2005).
Bei Neufällen von Direktversicherungen (Vertragsabschluss ab 2005) und bei den Pensionsfonds sieht das Gesetz die spätere Versteuerung in voller Höhe vor (§ 22 Nr. 5 EStG). Weil diese Versicherungen eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren haben, beginnt die Auszahlung dieser Renten frühestens im Jahr 2017.
⇒ Zusatzrenten VBL etc
Zusatzrenten des Bundes, der Länder und der Kirchen (z. B. VBL, ZVK) werden ebenfalls durch Entgeltumwandlung aufgebaut und sind in voller Höhe steuerpflichtig.
⇒ Riester-Rente
Ganz anders geregelt ist die Besteuerung von Riester-Renten (§ 22 Nr. 5 EStG). Diese werden in der Ansparphase durch Zulagen oder Sonderausgabenabzug gefördert. Daher wird die spätere Rente nicht teilweise, sondern in voller Höhe besteuert.