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Timestamp: 2019-09-20 05:36:00
Document Index: 218207684

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 40', '§ 328', '§42', '§42', '§ 40', '§ 42', '§ 42', '§ 9', '§ 42', '§ 9', '§ 86', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 42']

Antrag Darlehen zur Übernahme von Mietschulden und säumige Beiträge Gas/Strom
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Autor Thema: Antrag Darlehen zur Übernahme von Mietschulden und säumige Beiträge Gas/Strom (Gelesen 10502 mal)
« am: August 16, 2015, 15:51:42 »
ich hocke hier gerade in der wohnung einer bekannten. die vorgeschichte spare ich mir, also nur die fakten:
ihr mann hat ihr in der letzten woche knall auf fall eröffnet, dass er pleite ist. konten sind leer, strom und gas abgestellt, mietrückstände, die ganze palette. die beiden haben ein unter dreijähriges kind, dazu noch einen teenager. meine bekannte ist also zum jobcenter und hat für sich, den mann und natürlich auch für die kinder einen antrag auf alg II gestellt.
es kamen die üblichen behauptungen, "ausversehen" wurden natürlich auch nicht alle anträge mitgegeben, mit drohungen hat man dagegen nicht gespart. jobcenter weigert sich den antrag zu bearbeiten, weil sie - wie auch? - noch nicht alle geforderten unterlagen beibringen konnte.
sie hat ein darlehen zur vorauszahlung des zu erwartenden geldes beantragt, gestern wurde das sparschwein vom großen geplündert, um lebensmittel und windeln kaufen zu können. amt behauptet, es gäbe keine notauszahlung, hat sie halt pech gehabt. das gleiche mit den mietrückständen und den rückständen gas/strom.
WIE genau stellt sie formsicher anträge (ich bin schon so lange raus und finde die paragraphen nicht, wenn da jmd heulend in meinen armen durchhängt ) für
- darlehen übernahme mietschulden (sicherung der wohnung?)
- darlehen übernahme gas/strom (zzt kein licht, keine warmwasser, keine heizung, keinw warmen mahlzeiten, nichts)
wg des darlehens/vorauszahlung alg II habe ich ihr § 42 SGB II genannt, hat jc nicht interessiert.
morgen wollen wir gemeinsam hin, zwei paar ohren hören ja bekanntlich mehr ....
Re:Antrag Darlehen zur Übernahme von Mietschulden und säumige Beiträge Gas/Strom
« Antworten #1 am: August 16, 2015, 16:06:42 »
Antrag gemäß § 40 Abs. 2 Nr. 1 SGB II i.V.m. § 328 SGB II stellen? §42 ist ja anscheinend wieder nur so ein wischewascheding. den ersten antrag lt. §42 also zurückziehen und stattdessen einen neuen lt. § 40 stellen?
und ich hatte gedacht, ich würde die saubande nie wieder sehen ...
« Letzte Änderung: August 16, 2015, 16:13:11 von Zwergenmama »
« Antworten #2 am: August 20, 2015, 14:58:51 »
Hoffe, das es schon geregelt ist.
Ich würde hier einen Dringlichkeitsantrag stellen wegen dem Kleinkind.
Ob die nun Gutscheine oder Bargeld zur Lebensmittelversorgung zur Verfügung stellen, das sei dahin gestellt.
Aber die Stromversorgung muss dringlich übernommen werden.
In Lübeck gibt es z.B. schon einen runden Tisch, Energietisch, der eigentlich solche Fälle verhindern soll.
Oder eben unterstützen.
Wegen dem Kleinkind auch mal direkt beim Sozialamt nach SGBXII nachfragen.
Ist es hier in der Nähe?
« Antworten #3 am: August 20, 2015, 21:31:04 »
nein, das ist schon korrekt so mit dem Antrag auf Vorschuss:
Antrag auf einen Vorschuss auf die zu erwartenden Leistungen nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gem. § 42 SGB I. i.V. mit § 42 SGB II und § 9 SGB 10( hab mal einen angehängt).
§ 42 SGB II betrifft Barauszahlung, bei § 9 SGB X handelt es sich um ein unförmliches Verfahren, indem umgehend zu entscheiden ist.
Sollte sich das JC total stur stellen, müsste man eine Einstweilige Anordnung nach § 86b Abs.2 SGG beim zuständigen Sozialgericht beantragen.
Thema Mietschulden, zuständig ist dafür § 22 Absatz 8 SGB II.
§ 22 Absatz 8 SGB II :
Schulden im Sinne des § 22 Absatz 8 SGB II sind alle Verbindlichkeiten des Hilfebedürftigen aus dem Mietverhältnis sowie aus dem Verhältnis zum Heizenergieträger, die diese im konkreten Einzelfall zur Kündigung berechtigen. Wohnungslosigkeit droht, sobald der Vermieter über ein Kündigungsrecht wegen Mietrückstand verfügt und die Kündigung zumindest angedroht hat.
Ein Darlehen sollte dann in der Regel nach § 42a SGB II gewährt werden.
« Antworten #4 am: August 28, 2015, 14:14:50 »
es hat trotz eilanträgen über eine woche gedauert, bis geld ausgezahlt worden ist. für strom&co wurde ein darlehen gewährt (mit 10% rückzahlung, ist für sie aber ok), bei der miete zicken sie, weil sie ja nur ein einziges mal 10% für darlehensrückzahlung in abzug bringen können. vermieter hat fristlos gekündigt, obdachlosigkeit droht, nun wollen die arschgesichter noch weitere unterlagen vom vermieter. unter anderem soll er belegen, welche kosten entstanden sind und sich dafür rechtfertigen, warum er die miete nicht stunden will. da fasse ich mir mittlerweile nicht mehr an den kopf, noch immer die gleiche saubande wie damals.
teilhabe für den großen wollen sie auch nicht zahlen, da bin ich aber dran.
ich berichte, wie es weitergeht ...
« Antworten #5 am: August 30, 2015, 19:31:42 »
dann sollte man umgehend zum SG und eine Einstweilige Anordnung für die Übernahme der Mietschulden beantragen.
Es besteht ein Anordnungsgrund bei Mietschulden auch ohne vorherige Räumungsklage.
« Antworten #6 am: September 06, 2015, 10:06:12 »
wir sind erst einmal durch. miete wird gezahlt, energieversorger wird gezahlt, strom ist wieder da, schulgeld wurde gezahlt. der vermieter hat die kündigung zunächst afgehoben und schlägt sich nun mit dem jc wegen den rückständen herum.
« Antworten #7 am: September 08, 2015, 20:37:45 »