Source: https://gesetze-in-app.de/BGB/253
Timestamp: 2019-05-27 01:24:51
Document Index: 131380030

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BGH, URTEIL , Az. Die frühere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, daß vertane Urlaubszeit ein Vermögensschaden und dessen Richtgröße der Aufwand sei, den die Beschaffung zusätzlichen Urlaubs erfordern würde, also das Arbeitseinkommen (BGHZ 63, 98, 101 ff.; 77, 116, 120 f., 123), war dadurch begründet, daß nach §253 BGB in der bis zu dem 31. Dezember 2001 geltenden Fassung wegen eines immateriellen Schadens Entschädigung in Geld nur in den vom Gesetz geregelten Fällen gefordert werden konnte und damals eine gesetzliche Ersatzpflicht des Reiseveranstalters für den immateriellen Schaden des Reisenden noch fehlte.
BGH, Urteil , Az. Die abweichende Regelung des deutschen Rechts, das für Personenschäden keine Dispositionsfreiheit kennt, beruht vor allem darauf, daß ein Ersatz für nicht zu behandelnde und damit letztlich hingenommene körperliche oder geistigseelische Schäden in Wahrheit eine Entschädigung für die fortdauernde Gesundheitsbeeinträchtigung unter Umgehung von § 253 BGB darstellen würde (BGHZ 97, 14, 19).
BGH, URTEIL vom 3.11.1982, Az. VIII ZR 315/80 Da sich Genußmöglichkeiten heute sehr weitgehend mit Geld erkaufen lassen, bedarf es, will man die in § 253 BGB getroffene Regelung nicht völlig aushöhlen, einer wertenden, auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigenden Abwägung im Einzelfall, ob nach der Verkehrsauffassung etwa die Benutzbarkeit einer Sache als selbständiger Vermögenswert neben ihrem Substanzwert angesehen werden kann und die Beeinträchtigung der Gebrauchsmöglichkeit damit einen Vermögensschaden darstellt (BGHZ 76, 179; BGHZ 74, 231; BGHZ 63, 393; BGHZ 45, 212; BGHZ 75, 366; BGHZ 66, 277).
BGH, URTEIL vom 4.9.1974, Az. III ZR 116/72 Dieser von der Rechtsprechung gewonnene» alt dem Grundgesetz vereinbare Rechtssatz schränkt das gesetzliche Enumerationsprinzip für die Ansprüche auf Geldentschädigung eines immateriellen Schadens (§ 253 BGB) nicht mehr ein» als es notwendig ist» 'der im Mittelpunkt der grundgesetzlichen Wert Ordnung stehenden menschlichen Persönlichkeit und ihrer Würde auch zivil-rechtlich wirksamen Schutz zu gewährleisten und damit auf einem Teilgebiet des Rechts die Geltungskraft der Grundrechte zu verstärken' (BVerfGE 34, 269, 292).
BGH, URTEIL vom 2.0.1987, Az. VI ZR 182/85 Er hat darauf verwiesen, daß solche Genußentbehrungen nach dem Willen des Gesetzgebers nur im Schmerzensgeld ihren Niederschlag finden können, §§ 253, 847 BGB (s. BGHZ 86, 212 ff m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 5.6.2010, Az. V ZR 142/09 Diese Autoren verkennen jedoch, dass der Ausgleichsanspruch ungeachtet des Umstands, dass die auf seiner Grundlage zu zahlende Entschädigung im Einzelfall die Höhe des vollen Schadensersatzes erreichen kann (Senat, BGHZ 142, 66, 70), kein Schadensersatzanspruch ist (siehe oben unter b)); Voraussetzung für die Verpflichtung des Schädigers zur Zahlung eines Schmerzensgeldes ist jedoch das Bestehen eines Schadensersatzanspruchs (§ 253 Abs. 2 BGB).
BGH, URTEIL vom 4.0.2013, Az. III ZR 98/12 Hierzu kann auf die Verkehrsanschauung abgehoben werden, wenn diese auch nicht darüber entscheiden kann, wo die Grenze des § 253 BGB verläuft (BGH, Urteil vom 10. Juni 2008 aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 15. November 1983 - VI ZR 269/81, BGHZ 89, 60, 62 f mwN).
BGH, URTEIL vom 4.0.2013, Az. III ZR 98/12 Das verlangt die in § 253 BGB getroffene gesetzgeberische Entscheidung, wonach immaterieller Schaden nur ausnahmsweise, nämlich in den gesetzlich geregelten Fällen, zu ersetzen ist (BGH, Urteil vom 10. Juni 2008 aaO Rn. 9).
BGH, BESCHLUSS vom 5.10.1985, Az. v ZR 237/84 Einer solchen wertenden Betrachtungsweise, bei der die Bewertungsmaßstäbe allen in Betracht kommenden Vorschriften zu entnehmen sein können (BGHZ 74, 231, 233), hat er aber - besonders in jüngerer Zeit - enge Grenzen gesetzt, weil sonst die im Gesetz bewußt gezogene Grenze zwischen ersatzfähigen Vermögens- und nicht ersatzfähigen Nichtvermögensschäden (§ 253 BGB) verwischt und einer unkontrollierten, gesetzwidrigen Ausuferung der Schadensersatzpflicht Vorschub geleistet würde (vgl. etwa BGHZ 75, 366, 372 m.w.N.; 86, 128, 131; 89, 60, 63).
BGH, URTEIL vom 2.5.2008, Az. VI ZR 248/07 Hierzu kann auf die Verkehrsanschauung abgehoben werden, wenn diese auch nicht darüber entscheiden kann, wo die Grenze des § 253 BGB verläuft (vgl. Senat, BGHZ 89, 60, 62 f. m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 2.6.2013, Az. VI ZR 442/12 Eine andere Sichtweise würde darauf hinauslaufen, den Schadensersatz an unkontrollierbaren subjektiven Wertschätzungen des Geschädigten festzu demachen, was durch § 253 Abs. 1 BGB verhindert werden soll (vgl. Großer Zivilsenat, Beschluss vom 9. Juli 1986 - GSZ 1/86, BGHZ 98, 212, 222).
LG Düsseldorf, Urteil vom 1.3.2011, Az. d O 23/10 Zum Schadensersatz gehört dabei wie bei anderen Gesundheitsverletzungen auch ein Schmerzensgeld nach § 253 Abs. 2 BGB (J. von Staudingers-Schiemann, Buch 2, Neubearbeitung 2005, § 249 Rz. 43, 44).
LAG Köln, Urteil vom 1.9.2008, Az. 5 Sa 827/08 Es hat eine doppelte Funktion und soll einerseits dem Verletzten einen Ausgleich für erlittene Schmerzen und Leiden verschaffen, andererseits der Genugtuung des Verletzten dienen (s. Palandt, BGB 67. Aufl. 2008 § 253 BGB Rz. 11).
LAG Hamm, Urteil vom 2.10.2006, Az. 9 Sa 444/06 94Nach ständiger Rechtsprechung insbesondere des Bundesverfassungsgerichts besteht bei Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ein Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens, wenn eine objektiv erheblich ins Gewicht fallende Persönlichkeitsrechtsverletzung vorliegt, subjektiv eine besonders schwere Schuld des Schädigers gegeben ist und die Persönlichkeitssphäre bei Versagen einer Entschädigung ohne Schutz bliebe (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 04.03.2004, 1 BVR 2098/01, NJW 2004, 2371 m.w.N.; zusammenfassend auch Vieweg, juris-PK BGB aaO, § 253 BGB Rdnr. 39 ff).
LAG Hamm, Urteil vom 2.11.2006, Az. 9 Sa 836/06 200Nach ständiger Rechtsprechung insbesondere des Bundesverfassungsgerichts besteht bei Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ein Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens, wenn eine objektiv erheblich ins Gewicht fallende Persönlichkeitsrechtsverletzung vorliegt, subjektiv eine besonders schwere Schuld des Schädigers gegeben ist und die Persönlichkeitssphäre bei Versagen einer Entschädigung ohne Schutz bliebe (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 04.03.2004, 1 BVR 2098/01, NJW 2004, 2371 m.w.N.; zusammenfassend auch Vieweg, juris-PK BGB aaO, § 253 BGB Rdnr. 39 ff).
LG Arnsberg, Beschluss vom 1.8.2005, Az. 4 O 530/04 7Hierbei dürfte zu berücksichtigen sein, dass der Gesetzgeber in § 253 BGB n.F. das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung u. a. deshalb als neues Tatbestandsmerkmal eingefügt hat, um dem gewandelten Verständnis in der Bevölkerung vom Wert des allgemeinen Persönlichkeitsrechts besser Geltung verschaffen zu können (OLG Köln, NJW-RR 2003, 743).
LG Essen, Urteil vom 1.1.2003, Az. 4 O 409/02 25Diese Persönlichkeitsrechtsverletzung rechtfertigt hier auch einen immateriellen Schadensersatzanspruch über 2.500,00 €. 26Trotz der Regelung des § 253 BGB bzw. 847 BGB hat im Wege der Rechtsfortbildung die Rechtsprechung bei Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts einen immateriellen Schadensersatzanspruch zugesprochen, wenn es sich um eine schwere Persönlichkeitsverletzung handelt, die auf grobes Verschulden des Schädigers zurückzuführen ist und eine anderweitige Ersatzmöglichkeit ausgeschlossen ist (vgl. grundlegend BGHZ 26 349 ff.).
LG Bielefeld, Urteil vom 4.9.2009, Az. 6 O 262/09 § 253 BGB bei einem Schaden infolge eines seelisch bedingten Folgeschadens vom Ausgangspunkt her - insbesondere bei schwerem Schock - in Betracht (vgl. BGH, NJW 1996, 2425 ff.; NJW 1985, 1390; OLG Hamm, NZV 2002, 234 ff.).
LG Köln, Urteil vom 2.0.2004, Az. 11 S 237/03 Die Herstellungskosten sind im Bereich der Personenschäden vielmehr zweckgebunden, da der Geschädigte anderenfalls entgegen der Wertung des § 253 Abs. 1 BGB aus ideellen Schäden ein finanzielles Geschäft machen könnte (BGHZ 97, 14, 19 = NJW 1986, 1538, 1539; Palandt-Heinrichs, 63. Aufl. 2004, Rn. 6 zu § 249 BGB).
LG Dortmund, Urteil vom 5.6.2010, Az. 2 O 301/08 31Zum anderen besteht ein Anspruch aus § 253 Abs. 2 BGB wegen vertraglicher Pflichtverletzungen nur dann, wenn die verletzten vertraglichen Pflichten den Schutz der in § 253 Abs. 2 BGB aufgezählten Rechtsgüter zu dem Gegenstand haben (BGH NJW 2009, 3025; Nassall, Juris-PR 9/2010, Anmerkung 4).
LG Duisburg, Urteil vom 4.2.2015, Az. 8 O 211/14 59Ein Anspruch auf Schmerzensgeld kann im Falle unbedeutender Eingriffe entfallen, wenn das Wohlbefinden des Verletzten nur kurzfristig, unerheblich oder nicht fühlbar beeinträchtigt worden ist (Palandt-Grüneberg, 74. Auflage, § 253 BGB Rn. 14); diese Grundsätze sind nach Auffassung der Kammer entsprechend bei der Ersatzfähigkeit immaterieller Schäden bei der Verletzung des Persönlichkeitsrechts anzuwenden.
LG Nürnberg, vom 4.3.2011, Az. Darüber hinaus soll die Entschädigung dem Verletzten auch eine Genugtuung dafür verschaffen, dass er durch einen Dritten in einem seiner in § 253 Abs. 2 BGB aufgezählten Rechtsgüter verletzt wurde, sogenannte Genugtuungsfunktion (Münchener Kommentar, a. a. O., RdNr. 11).
OLG München, vom 5.8.2015, Az. 10 U 1455/13 Dies ist unzulässig (BGH NJW 2007, 294 [8]), weil nur in eng begrenzten, im Gesetz ausdrücklich genannten Fällen, etwa § 253 II BGB, die tatsächlichen Umstände, die den Umfang der Leistung bestimmen oder bestimmbar machen, im Zeitpunkt der Antragstellung oder Entscheidung noch nicht festzustehen brauchen und durch das Gericht bestimmt werden können.