Source: http://www.kuselit.de/rezension/18125/Strafgesetzbuch%3A-StGB%2C-.html
Timestamp: 2020-02-23 09:51:59
Document Index: 188759362

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 283', '§ 226', '§ 237', '§ 25', '§ 263', '§ 298', '§ 46', '§ 66', '§ 211']

Albin Eser (Gesamtredaktion) - Strafgesetzbuch: StGB,
Strafgesetzbuch: StGB,
Albin Eser (Gesamtredaktion)
978-3-406-65226-4
RA Dr. Sascha Kische
Der Schönke/Schröder gehört unbestritten zu den führenden Standardkommentierungen zum Strafgesetzbuch. Selbstredend versteht er sich seit Anbeginn als „Mittler zwischen Theorie und Praxis“ (Vorwort, S. V), und diese Zielsetzung wird auch mit zahlreichen Neubesetzungen und Umgestaltungen in der nunmehr vorliegenden 29. Auflage beibehalten. Über die tiefgehende Wissenschaftlichkeit und auch praktische Bedeutung der StGB-Kommentierungen sind bereits viele Rezensionen geschrieben worden (vergleiche zuletzt etwa nur Morguet, Goltdammer’s Archiv [GA] 2012, 387 [zur 28. Aufl.]; Gössel, GA 2007, 437 [zur 27. Aufl.]), Es soll hier keine neue in derart lob- und kritikwürdigem Umfang hinzukommen, vielmehr nur die wahrlich interessanten Neuerungen in den Blick genommen werden:
Die Kommentierung ist auf nahezu 3.200 Seiten angewachsen. Personell verstärkt wurde das Autorenteam durch namhafte Strafrechtsprofessorinnen und Strafrechtsprofessoren, die zum Teil praxisbedeutsame Erläuterungen übernommen haben (so etwa Weißer zu den Grundfragen von Täterschaft und Teilnahme [§§ 25 ff. StGB] und Schuster zu den Bankrottstraftaten [§§ 283 ff. StGB]). Hierbei ist auch eine weitere redaktionelle Neuerung vorgenommen worden: Zahlreichen Paragraphen ist eine Übersicht und gelegentlich auch ein Stichwortverzeichnis vorangestellt worden, die das Auffinden der nachgesuchten Information erleichtern soll und dieses auch tatsächlich ermöglicht. Trotz der inhaltlichen Fülle besticht das Buch durch eine sorgfältige Gliederung jeder einzelnen Vorschrift, der Lesbarkeit und des ausführlichen Verweises auf einschlägige Rechtsprechung und Veröffentlichungen im Schrifttum.
In den vier Jahren seit der Vorauflage 2010 waren zahlreiche gesetzliche Neuerungen einzuarbeiten; auf die Einzelheiten sei auf die Ausführungen von Eser/Hecker (Rn. 17 zur Einführung) verwiesen. Neu an Straftatbeständen hinzugekommen sind § 226a StGB (Verstümmelung weiblicher Genitalien – bearbeitet von Sternberg-Lieben) und § 237 StGB (Zwangsheirat – bearb. von Eisele), umfangreich umgestaltet wurden etwa die Kommentierungen zu Täterschaft und Teilnahme (§§ 25 ff. StGB – Weißer), der Vermögensstraftaten (§§ 263 ff. StGB – Perron) oder auch der Korruptionsdelikte (§§ 298, 331 ff. StGB – Eisele). Zu den wichtigen praxisrelevanten Streitfragen etwa der sog. „Kronzeugenregelung“ (§ 46b StGB), der Sicherungsverwahrung (§ 66 StGB) oder auch den Abgrenzungsfragen hinsichtlich der ärztlichen Beteiligung oder Nichthinderung an der Selbsttötung (§§ 211 ff.) sind verschiedentliche gesetzliche Neuerungen, einschlägige Rechtsprechung und dazu ergangenes Schrifttum umfänglich eingearbeitet worden.
Der Schönke/Schröder ist in den Zimmern von wissenschaftlich tätigen Praktikern und umgekehrt praktisch tätigen Wissenschaftlern nicht wegzudenken. Aktualität und eine übersichtliche Darstellung bieten die Gewähr, ein anstehendes Rechtsproblem tiefgründig zu durchdringen und für die eigene Argumentation zu nutzen. Zumindest aus anwaltlicher Sicht ist das Werk eine echte Bereicherung. Es bleibt den Autoren zumindest deshalb zu wünschen, zukünftig noch mehr „Gehör“ in den staatlichen Institutionen zu erfahren.
Rechtsanwalt Dr. Sascha Kische, LL.M., Osnabrück - www.strafrecht.onl