Source: http://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Koblenz_10-U-141505_Wildunfall-Vollbremsung-zur-Vermeidung-eines-Zusammenstosses-dient-neben-dem-Schutz-des-eigenen-Lebens-auch-der-Vermeidung-von-Fahrzeugschaeden.news16981.htm
Timestamp: 2016-10-28 12:11:57
Document Index: 345182513

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 82', '§ 12', '§ 62', '§ 82', '§ 62', '§ 61', '§ 81', '§ 536']

Urteil > 10 U 1415/05 | OLG Koblenz - Wildunfall: Vollbremsung zur Vermeidung eines Zusammenstoßes dient neben dem Schutz des eigenen Lebens auch der Vermeidung von Fahrzeugschäden < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung0/0/5(0) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 19.05.2006 - 10 U 1415/05 - Wildunfall: Vollbremsung zur Vermeidung eines Zusammenstoßes dient neben dem Schutz des eigenen Lebens auch der Vermeidung von FahrzeugschädenAnspruch auf Versicherungs­leistung unter dem Gesichtspunkt des Rettungs­kosten­ersatzesWer zur Vermeidung eines Zusammenpralls mit einem Wild eine Vollbremsung tätigt, will dadurch nicht nur sein eigenes Lebens schützen, sondern auch Beschädigungen am Fahrzeug verhindern. Daher besteht ein Anspruch auf Versicherungs­leistungen unter dem Gesichtspunkt des Rettungs­kosten­ersatzes (§§ 82, 83 VVG). Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz hervor.Im zugrunde liegenden Fall verlangte ein Versicherungsnehmer Leistungen von seiner Teilkaskoversicherung wegen eines behaupteten Wildunfalls mit seinem Motorrad. Er gab an, im August 2004 auf einer Landstraße mit einem Reh zusammengestoßen zu sein. Dabei sei das Motorrad beschädigt und er verletzt worden. Ein hinter ihm fahrender Motorradfahrer gab jedoch an, dass der Versicherungsnehmer bei dem Versuch dem Reh auszuweichen, die Kontrolle über sein Motorrad verlor und stürzte. Auf Grundlage dieser Aussage und aufgrund dessen, dass ein Sachverständiger am Motorrad und der Unfallstelle keine Haar-, Gewebe- oder Blutreste fand, lehnte die Versicherung eine Schadensregulierung ab. Der Versicherungsnehmer erhob daraufhin Klage.Landgericht wies Klage abDas Landgericht Trier wies die Klage ab. Da der Versicherungsnehmer habe nicht beweisen könne, dass es zu einem Zusammenstoß mit einem Wild kam, habe kein Regulierungsanspruch nach § 12 Nr. 1 I lit. d AKB bestanden. Zudem habe kein Anspruch nach §§ 62, 63 VVG (neu: §§ 82, 83 VVG) unter dem Gesichtspunkt des Rettungskostenersatzes bestanden. Denn der Versicherungsnehmer habe in erster Linie beabsichtigt sein eigenes Lebens zu retten und nur als Reflex eine Fahrzeugbeschädigung und damit einen Versicherungsschaden zu verhindern versucht. Eine zielgerichtete und bewusste Rettungshandlung im Sinne des §§ 62, 63 VVG habe daher nicht vorgelegen. Darüber hinaus nahm das Landgericht an, dass sich der Versicherungsnehmer angesichts seiner Fahrgeschwindigkeit von 80-90 km/h im Hinblick auf die beginnende Dämmerung und dem Warnschild "Wildwechsel" grob fahrlässig verhielt. Die Versicherung sei somit von ihrer Leistungspflicht gemäß § 61 VVG (neu: § 81 Abs. 2 VVG) befreit gewesen. Der Versicherungsnehmer legte gegen das Urteil Berufung ein.Regulierungsanspruch unter Gesichtspunkt des Rettungskostenersatzes bestandDas Oberlandesgericht Koblenz entschied zu Gunsten des Versicherungsnehmers und hob das erstinstanzliche Urteil auf. Ihm habe ein Regulierungsanspruch unter dem Gesichtspunkt des Rettungskostenersatzes zugestanden. Entgegen der Ansicht des Landgerichts urteilte das Oberlandesgericht, dass die Ersatzpflicht nicht deshalb entfallen ist, weil es dem Versicherungsnehmer in erster Linie um die Rettung seines eigenen Lebens und erst in zweiter Linie auch um die des versicherten Gegenstands ging. Daher seien auch spontane, durch das Unterbewusstsein gesteuerte, aber letztlich zielgerichtete Reaktionen als Rettungsmaßnahmen zu qualifizieren. Es wäre überspannt, an das Vorliegen eines Rettungswillens hinsichtlich des Versicherungsgegenstands allzu hohe Anforderungen zu knüpfen.Versicherungsnehmer handelte nicht grob fahrlässigDie Versicherung sei zudem nicht von ihrer Leistungspflicht befreit gewesen, so das Oberlandesgericht weiter. Denn der Versicherungsnehmer habe sich angesichts der trockenen Verhältnisse auf der Landstraße und seiner Geschwindigkeit, die sich unter der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h befand, nicht grob fahrlässig verhalten. Er sei nicht verpflichtet gewesen, seine Geschwindigkeit weiter, als er es bereits getan hatte, zu drosseln.Werbung
Quelle: Oberlandesgericht Koblenz, ra-online (vt/rb) Dokument-Nr. 16981 Vorinstanz:Landgericht Trier, Urteil vom 01.09.2005[Aktenzeichen: 6 O 103/05] Weitere Entscheidungen zu diesem Thema:Kein Anspruch auf Kostenübernahme durch Versicherung bei Ausweichschäden aufgrund zweier Hasen(Oberlandesgericht Frankfurt, Urteil vom 02.09.1992[Aktenzeichen: 21 U 243/91])Rettungskostenersatz bei Wildunfall: Versicherung muss Schaden für Reh-Ausweichmanöver zahlen(Amtsgericht München, Urteil vom 11.07.2008[Aktenzeichen: 345 C 3874/08])Fundierte Fachartikel zum diesem Thema beim Deutschen Anwaltsregister:Achtung Brunft: Verhalten bei einem Wildunfall » Aktuelle Urteile aus dem Verkehrsrecht | Straßenverkehrsrecht | Versicherungsrecht Urteile zu den Schlagwörtern: Anspruch auf ... | Grob fahrlässiges Handeln | grobe Fahrlässigkeit | Rettungskostenersatz | Teilkaskoversicherung | Umfahren | Ausweichen | Versicherungsleistung | Wildschaden Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht (NJW-RR)Jahrgang: 2007, Seite: 242 NJW-RR 2007, 242 | Neue Zeitschrift für Verkehrsrecht (NZV)Jahrgang: 2007, Seite: 246 NZV 2007, 246 | Zeitschrift: recht und schaden (r+s)Jahrgang: 2006, Seite: 412 r+s 2006, 412 | Zeitschrift für Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht (VersR)Jahrgang: 2007, Seite: 831 VersR 2007, 831 Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil16981Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (0) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Werbung
DruckenVerwenden Sie diese Kurz-URL für Ihre Verlinkungenhttp://www.kostenlose-urteile.de/Urteil10580Sie haben eine Meinung zu diesem Urteil? Geben Sie jetzt den ersten Kommentar ab!0zuletzt wurde kommentiert...vor 4 Stunden von :Bürgermeister hat keinen Anspruch auf vorzeitige Erstattung von Rentenbeiträgenvor 6 Stunden von :Sehnenscheiden­entzündung im Ellenbogen eines Straßenbauers und Pflasterers kann nicht als Berufskrankheit anerkannt werdenvor 21 Stunden von :Wohnungseigentümer hat Anspruch auf ordnungsgemäße Instandhaltung eines Spielplatzes im Gemeinschafts­eigentumGern gelesen Einsatz von Trocknungsgeräten rechtfertigt Mietminderung von 100 % »Kastration eines Hengstes mit tödlichem Ausgang - Tierarzt haftet wegen Verletzung der Aufklärungspflicht »Betreiber einer Parkgarage haftet verschuldens­unabhängig für Schäden an dort abgestelltem Pkw »Keine Anschnallpflicht bei Befahren eines Kreisverkehrs in Schritt­geschwindig­keit »Hartz IV: Zu großes Haus muss als verwertbares Vermögen verkauft werden »Kein Anspruch auf Zugang zu dienstlichen Telefonlisten von Jobcentern »Klage eines Beamten auf höhere Bewertung des Dienstpostens unzulässig »15 Monate ohne Entscheidung: Untätigkeitsklagen syrischer Asylbewerber teilweise erfolgreich »neue Urteile Vereins­mitglied­schaft wird nach Tod des Mitglieds nicht automatisch durch Zahlung weiterer Beiträge vom Erben fortgesetzt »BVerwG zur Schadens­ersatz­pflicht eines Vaters bei BAföG-Leistungen aufgrund unvollständiger Angaben »Tarifvertragliche Regelungen über sachgrundlose Befristungen wirksam »Berufs­unfähigkeits­versicherung kann Eintrittspflicht von Einsichtnahme der Krankenunterlagen abhängig machen »Formulierung "Wenn das Haus nasse Füße hat" genießt keinen urheberrechtlichen Schutz »Zurücklassen eines Bauchtuches nach Krebsoperation kann Schmerzendgeld in Höhe von 8.500 EUR rechtfertigen » Anwaltsgebühren Prozesskostenrechner Anwaltssuche Pfändungstabelle Pfändungsrechner IBAN-Rechner (D/A/CH) Hartz IV Regelsätze 2016 Hartz IV Regelsätze 2017 MietminderungstabelleDas könnte Sie auch interessieren ...Rechts­anwälte Rogert & Ulbrich: Jeder Bürger kann sein Recht auf saubere Atemluft durchsetzenDie bereits in Klagen im VW-Abgas­skandal erfolgreichen Düsseldorfer Rechts­anwälte Rogert & Ulbrich rufen nach dem Ende der blauen ... setzen. ... »Urteil: Handy am Steuer muss nicht gleich Bußgeld bedeutenWer während der Autofahrt über die Freisprech­anlage seines Handys telefoniert und es dabei ohne weitere Funktionen in der Hand hält, kann ... 212/16). ... »Alkohol­sucht: Darf die Fahrerlaubnis entzogen werden?Das Verwaltungsgericht Neustadt (Beschluss vom 28.09.2016, Az. 1 L 784/16.NW) hat entschieden, dass eine Fahrerlaubnis entzogen werden darf, wenn der ... war. ... »Verliert ein Mieter sein Minderungs­recht bei Verhinderung der Reparatur des Mangels?Ist eine Wohnung mit einem Mangel behaftet, so kann dem Mieter gemäß § 536 Abs. 1 BGB ein Recht zur Miet­minderung zustehen. Doch gilt dies ... verhindert? ... »Alkohol­kontrolle: Ist man verpflichtet in ein Atem­alkohol­messgerät zu pusten?Muss ein Autofahrer im Rahmen einer Alkohol­kontrolle in ein Atem­alkohol­messgerät pusten? »Ampel springt auf Gelb: Darf man bei Gelb noch weiter fahren?Springt eine Ampel von Grün auf Gelb, müssen Autofahrer anhalten. »Anhörungs­bogen bei Verkehrs­verstoß: Muss ich den Anhörungs­bogen ausfüllen und wie verhalte ich mich am besten?Vor dem Bußgeld­bescheid kommt der Anhörungs­bogen: Wenn Ihnen ein Verkehrs­verstoß vorgeworfen wird, erhalten Sie als Erstes einen ... können. ... »Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:Sie suchen einen Anwalt?Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...Name, Schwerpunkt, Ort, Postleitzahl alle Urteile vom ...Freitag, der 28.10.2016 »Donnerstag, der 27.10.2016 »Mittwoch, der 26.10.2016 »Dienstag, der 25.10.2016 »Montag, der 24.10.2016 »Freitag, der 21.10.2016 »Donnerstag, der 20.10.2016 »Mittwoch, der 19.10.2016 »Dienstag, der 18.10.2016 »Montag, der 17.10.2016 »Freitag, der 14.10.2016 »Donnerstag, der 13.10.2016 »Mittwoch, der 12.10.2016 »Dienstag, der 11.10.2016 »Montag, der 10.10.2016 »Freitag, der 07.10.2016 »Donnerstag, der 06.10.2016 »Mittwoch, der 05.10.2016 »Dienstag, der 04.10.2016 »Montag, der 03.10.2016 »Freitag, der 30.09.2016 »Donnerstag, der 29.09.2016 »kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkungeinige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbHWerbung