Source: http://doczz.com.br/doc/1258954/wegleitung-pferd-und-raumplanung
Timestamp: 2018-05-22 19:53:22
Document Index: 293716020

Matched Legal Cases: ['Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 36', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 34', 'Art. 24', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 44', 'Art. 16', 'Art. 59', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 24', 'Art. 42', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE']

Wegleitung Pferd und Raumplanung
Aktualisierte Version 2015
© ARE, Juli 2015
Zur aktualisierten Version 2015
Am 1. Mai 2014 sind die neuen Vorschriften zur Pferdehaltung in der Landwirtschafszone in Kraft
getreten. Sie bringen eine Reihe von Lockerungen mit sich. So wird auf Landwirtschaftsbetrieben
grundsätzlich nicht mehr zwischen eigenen und fremden Pferden (Pensionspferden) unterschieden.
Zudem können - unter bestimmten Voraussetzungen - befestigte Plätze für die Nutzung der Pferde
errichtet werden. Auch im Bereich der hobbymässigen Pferdehaltung erfolgten punktuelle
Lockerungen und Präzisierungen. Die aktualisierte Wegleitung erläutert das neue Recht und stellt es
in den grösseren Zusammenhang.
Pferdehaltung auf Landwirtschaftsbetrieben .................................................. 5
Landwirtschaftliche Gewerbe ............................................................................................... 5
Allgemeine Voraussetzungen der Zonenkonformität ...................................................... 6
Pferdespezifische Voraussetzungen der Zonenkonformität ............................................ 6
Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze ................................................. 12
Allgemeine Voraussetzungen der Zonenkonformität .................................................... 12
Pferdespezifische Voraussetzungen der Zonenkonformität .......................................... 13
Nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe ........................................................................... 14
Nebenbetriebe mit engem sachlichem Bezug ............................................................... 14
Nebenbetriebe ohne engen sachlichen Bezug .............................................................. 14
Nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe und Pferdepension ......................................... 14
Hobbymässige Pferdehaltung ........................................................................ 15
Bewilligungsvoraussetzungen ........................................................................................... 15
Hobby ............................................................................................................................ 15
Keine fremden Tiere ...................................................................................................... 15
In der Substanz erhaltenes Umnutzungsobjekt ............................................................. 15
Nahe gelegene Wohnbaute ........................................................................................... 15
Anzahl Tiere ................................................................................................................... 16
Tierfreundliche Haltung ................................................................................................. 16
Aussenanlagen .............................................................................................................. 16
Voraussetzungen von Artikel 24d Absatz 3 RPG und Artikel 43a RPV ........................ 17
Verhältnis zur Wohnnutzung .............................................................................................. 18
Dahinfallen der Bewilligung ............................................................................................... 18
Übersicht: Pferdehaltung in der Landwirtschaftszone ................................. 19
Pferdesport und gewerbliche Pferdehaltung ................................................. 20
Ausnahmebewilligungen nach Artikel 24 RPG .............................................. 21
Schaffung einer Zone für ein konkretes Projekt............................................ 22
Anhang .............................................................................................................. 24
Zuständige kantonale Behörde .......................................................................................... 24
Materialien zu den neuen Vorschriften ............................................................................. 24
A Pferdehaltung auf Landwirtschaftsbetrieben
Der Begriff Pferd umfasst die domestizierten Tiere der Pferdegattung, das heisst Pferde, Ponys, Esel,
Maultiere und Maulesel. Es besteht Kongruenz mit der Tierschutz- und der Landwirtschaftsgesetzgebung.
Bei der zonenkonformen Pferdehaltung auf Landwirtschaftsbetrieben wird zwischen landwirtschaftlichen Gewerben (unten Ziff. 1) und Landwirtschaftsbetrieben unterhalb der Gewerbegrenze
(unten Ziff. 2) unterschieden.
Die pferdespezifischen Voraussetzungen der Zonenkonformität werden in Artikel 16abis Raumplanungsgesetz (RPG, SR 700) und Artikel 34b Raumplanungsverordnung (RPV, SR 700.1)
abschliessend geregelt. Bauten und Anlagen für die Pferdezucht, die Pferdefleischproduktion wie
auch die Pferdepension können nur nach diesen Bestimmungen als zonenkonform bewilligt werden.
Neben den pferdespezifischen müssen die allgemeinen Voraussetzungen der Zonenkonformität erfüllt
sein (siehe Art. 34b Abs. 6 RPV).
Auf bestehenden landwirtschaftlichen Gewerben nach BGBB (Bundesgesetz über das bäuerliche
Bodenrecht, SR 211.412.11) können die in Artikel 16abis RPG und Artikel 34b RPV genannten Bauten
und Anlagen für Pferde als zonenkonform bewilligt werden, wenn die nachfolgend zu erörternden
Allgemeine Voraussetzungen der Zonenkonformität
Pferdespezifische Voraussetzungen der Zonenkonformität
Betriebsspezifische Voraussetzungen
bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe
überwiegend betriebseigene Futterbasis
Bautenspezifische Voraussetzungen
Bauten und Anlagen für die Haltung
Allwetterausläufe (Art. 34b Abs. 3 RPV)
Futter- und Einstreulager
Räumlichkeiten für die Pferdepflege
Fütterungseinrichtungen im Aussenbereich
Bauten und Anlagen für die Nutzung
Plätze für die Nutzung
(Art. 16abis Abs. 2 RPG und 34b Abs. 4 RPV)
Einrichtungen nach Art. 16abis Abs. 3 RPG
Wohnbauten (Art. 34b Abs. 5 RPV)
Pensionsspezifische Voraussetzungen
1.2.2.b.aa
1.2.2.b.bb
Die allgemeinen Voraussetzungen der Zonenkonformität müssen in jedem Fall erfüllt sein (Art. 34b
Abs. 6 RPV). Speziell zu nennen ist Artikel 34 Absatz 4 RPV, wonach eine Bewilligung nur erteilt
werden darf, wenn:
die Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist;
der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen
der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen kann.
Bevor ein Neubau erstellt wird, ist immer zu prüfen, ob nicht bestehende Bauten und Anlagen umgenutzt werden können. Ist ein Neubau unumgänglich, so hat er wenn möglich an Ort und Stelle einer
nicht mehr benötigten Altbaute zu erfolgen (Bundesblatt 2012, 6595).
Aus dem Konzentrationsprinzip folgt, dass die betrieblichen Bauten und Anlagen möglichst kompakt
an einem Ort – in der Regel beim Betriebszentrum – zusammenzufassen sind. Bei den Plätzen für die
Nutzung der Pferde wird dies ausdrücklich vorgeschrieben (siehe Art. 34b Abs. 4 Bst. d RPV).
Bei bestehenden Bauten und Anlagen, die sich nicht beim Betriebszentrum befinden, stellt sich die Frage, ob dem
Konzentrationsprinzip oder dem Grundsatz „Umbau vor Neubau“ der Vorrang gebührt. Die nachfolgenden Auszüge aus dem
Bundesgerichtsurteil 1C_144/2013 vom 29. September 2014 illustrieren, was in solchen Fällen zu beachten ist. Zu beurteilen
war die Umnutzung eines rund 3 km vom Betriebszentrum entfernten Rindviehstalls in eine Pferdepension:
„Wie der Augenschein gezeigt hat, ist die Lage des Betriebszentrums landschaftlich etwas weniger exponiert… und auch seine
Erschliessung ist besser... Am Ort des Hofs liesse sich zudem eine Pferdepension besser in die betrieblichen Abläufe
integrieren. Dem steht jedoch gegenüber, dass es dort kein bereits bestehendes freies Gebäude für die Einrichtung von Pferdeboxen und Ausläufen gibt. Zudem konnte am Augenschein festgestellt werden, dass der Standort für die Pferdehaltung wegen
des steilen Zufahrtswegs und mangels flachen Geländes für Ausläufe und Weiden schlecht geeignet ist.
Der zweite Standort… hat den Vorzug, dass für die Pferdepension ein ungenutzter Weidestall verwendet werden kann. Dieser
ist… in einem guten baulichen Zustand und ohne grössere Massnahmen für die Pferdehaltung nutzbar. Der Standort erscheint
mit Blick auf die direkt angrenzenden Weiden und das flache Gelände mit vielen Wegen zum Ausritt für eine Pferdehaltung
ideal… Nicht ideal ist der Standort allerdings mit Blick auf die Erschliessung und die betrieblichen Abläufe…“
Nach Abwägung aller relevanten Umstände kam das Bundesgericht zum Schluss, dass:
„… die Einrichtung einer Pferdepension im ehemaligen Weidestall in dem Umfang als zonenkonform erscheint, soweit dafür die
bereits vorhandene Bausubstanz benutzt und diese durch direkt angrenzende Ausläufe erweitert wird. Es handelt sich dabei im
Vergleich zur früheren Rinderhaltung nur um eine geringfügige Nutzungsänderung, die zu keinen nennenswerten zusätzlichen
Eingriffen in das Landschaftsbild und nicht zu einer erheblichen Mehrbelastung der kommunalen Infrastruktur führt.“
Nicht als bewilligungsfähig erachtete es hingegen den Anbau zweier Boxen:
„Die Errichtung neuer bzw. die Vergrösserung bestehender Ökonomiebauten ausserhalb des Betriebszentrums ist… nur mit
grosser Zurückhaltung zuzulassen. Sie bedingt in der Regel einen Ausbau der vorhandenen Infrastruktur und führt zu einer
zusätzlichen Zersiedelung des Landes. Die vorhandene bescheidene Erschliessung vermöchte zwar im vorliegenden Fall auch
für zwei zusätzliche Ponyboxen gerade noch auszureichen, doch treten der - bereits erstellte - Anbau und die dazugehörigen
Ausläufe optisch unvorteilhaft in Erscheinung. Bauliche Erweiterungen des Weidestalls sind wegen seiner isolierten Lage in der
Ebene besonders problematisch.“ (Urteil 1C_144/2013 vom 29. September 2014)
Ob eigene oder fremde Pferde gehalten werden, spielt grundsätzlich keine Rolle. Die bisherigen Einschränkungen der Pferdepension sind mit dem neuen Recht weggefallen. Ein Landwirtschaftsbetrieb,
der Pensionspferde halten möchte, muss jedoch gewisse zusätzliche Anforderungen erfüllen (unten
Ziff. 1.2.3).
Ein Landwirtschaftsbetrieb, der Bauten und Anlagen für Pferde errichten will, muss drei betriebsspezifische Voraussetzungen erfüllen. Er muss:
ein bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe nach BGBB sein;
eine überwiegend betriebseigene Futtergrundlage aufweisen;
über Weiden für die Pferde verfügen.
Diese drei Voraussetzungen werden im Folgenden näher erläutert.
a) Bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe nach BGBB
aa) Als landwirtschaftliche Gewerbe gelten Gewerbe im Sinne von Artikel 5 oder 7 BGBB (Art. 34b
Abs. 1 RPV). Nach Artikel 7 BGBB gilt ein Landwirtschaftsbetrieb als landwirtschaftliches Gewerbe,
wenn für dessen Bewirtschaftung mindestens eine Standardarbeitskraft (1 SAK) nötig ist. Die Kantone
haben nach Artikel 5 Buchstabe a BGBB die Möglichkeit, die Gewerbegrenze bis auf 0,6 SAK
herabzusetzen. Die erforderliche SAK-Limite muss vor und nach der Realisierung des Bauprojekts
erfüllt sein. Bei der SAK-Berechnung werden alle auf dem Betrieb gehaltenen Pferde angerechnet,
unabhängig davon, ob es sich um eigene oder fremde Pferde handelt.
Beispiel: Ein bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe will die Kuhhaltung zu Gunsten einer Pferdepension aufgeben. Auch
nach der geplanten Umstrukturierung muss die SAK-Limite gemäss BGBB erfüllt sein. Die Pensionspferde werden bei der SAKBerechnung angerechnet.
bb) Es muss sich um ein bestehendes landwirtschaftliches Gewerbe handeln. Neugründungen von
landwirtschaftlichen Gewerben zum Zweck der Pferdehaltung sind nicht gestattet. Ein Betrieb, der
Pferde halten will, muss also schon über bestehende Betriebsgebäude verfügen (Bundesblatt 2012,
6595).
b) Überwiegend betriebseigene Futtergrundlage
Artikel 16abis Absatz 1 RPG verlangt in jedem Fall eine überwiegend betriebseigene Futtergrundlage.
Pferde dürfen nicht bodenunabhängig gehalten werden. Dementsprechend kommen die
Bestimmungen über die innere Aufstockung (Art. 16a Abs. 2 RPG) und die Speziallandwirtschaftszonen (Art. 16a Abs. 3 RPG) bei der Pferdehaltung nicht zur Anwendung.
Das Erfordernis der überwiegend betriebseigenen Futtergrundlage ist erfüllt, wenn das Raufutter für
die Pferde zum überwiegenden Teil auf dem Betrieb selber produziert wird (Bundesblatt 2012, 6595).
Zum Raufutter gehört auch das den Pferden auf der Weide zur Verfügung stehende Futter (siehe
unten Bst. c). Die betriebseigene Raufutterproduktion muss mindestens 70 Prozent des Raufutterbedarfs der Pferde decken.
Beispiel: Um den Raufutterbedarf eines normalen erwachsenen Pferdes zu decken, werden in der Talzone rund 0,35 ha
Raufutterfläche benötigt. 70 Prozent von 0,35 ha ergeben 0,245 ha. Ein Talbetrieb mit 10 Pferden muss demnach über
mindestens 2,45 ha betriebseigene Raufutterfläche verfügen.
Hinweis zum Deckungsgrad von 70 Prozent: Art. 36 Abs. 1 Bst. b RPV legt bei inneren Aufstockungen einen Deckungsgrad von
70 Prozent fest. Im Interesse einer kohärenten Regelung muss bei Pferden ein mindestens gleich hoher Deckungsgrad gelten.
c) Weiden
Gemäss Artikel 16abis Absatz 1 RPG muss der Betrieb über Weiden für die Pferdehaltung verfügen.
Was deren Grösse betrifft, enthalten das RPG und die RPV keine explizite Regelung. Hingegen kennt
die Direktzahlungsverordnung (DZV, SR 910.13) entsprechende Vorgaben bei den Tierwohlprogrammen. Danach muss die Weidefläche für Tiere der Pferdegattung mindestens acht Aren (800 m 2)
pro Tier umfassen, wobei eine Reduktion um 20 Prozent möglich ist, wenn mehr als fünf Tiere
gemeinsam geweidet werden (siehe Anh. 6 Bst. E Ziff. 7.4 DZV). Bei jenen Pferdehaltern, die nicht am
Tierwohlprogramm teilnehmen, muss die für den Vollzug des Raumplanungsrechts zuständige
Behörde nötigenfalls die erforderliche Fläche festlegen. Dabei kann die erwähnte Mindestweidefläche
als Richtwert dienen.
Es können nicht irgendwelche Bauten und Anlagen für Pferde errichtet werden. Das Gesetz kennt
einen numerus clausus der zonenkonformen Bauten und Anlagen.
Je nachdem, was für eine Baute oder Anlage errichtet werden soll, müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt sein. Das Gesetz unterscheidet Bauten und Anlagen für die Haltung (Art. 16abis
Abs. 1 RPG) und solche für die Nutzung (Art. 16abis Abs. 2 und 3 RPG).
a) Bauten und Anlagen für die Haltung
Unter die Haltung fallen die Unterbringung, die Fütterung, der Auslauf und die Pflege der Pferde.
Bauten und Anlagen, die für diese Zwecke nötig sind (Art. 34 Abs. 4 Bst. a RPV), gelten als zonenkonform. Dazu gehören Ställe, Allwetterausläufe, Futter- und Einstreulager, Mistlager, Räumlichkeiten
für die Pferdepflege, Fütterungseinrichtungen im Aussenbereich (z. B. Futterraufen), Weideunterstände und Zäune.
Allwetterausläufe sind von den Plätzen für die Nutzung zu unterscheiden. Als Auslauf gilt die freie, d.h.
vom Menschen unabhängige Bewegung im Freien, bei der das Tier die Schrittart, die Richtung und die
Geschwindigkeit seiner Fortbewegung selber bestimmen kann (Art. 2 Abs. 3 Bst. c Tierschutzverordnung, TSchV; SR 455.1). Als Auslauffläche gilt die Weide oder ein für den täglichen Auslauf
allwettertauglich eingerichtetes, d.h. mit einem trittfesten Boden versehenes Gehege (Art. 2 Abs. 3
Bst. f TSchV). Letzteres wird in der RPV als Allwetterauslauf bezeichnet; in der Landwirtschaftsgesetzgebung wird der Begriff Laufhof verwendet. Die Buchstaben a und b von Artikel 34b Absatz 3
RPV regeln die Anforderungen an den Allwetterauslauf:
Der Allwetterauslauf muss unmittelbar an den Stall angrenzen. Vom Stall abgesetzte, freistehende Allwetterausläufe sind grundsätzlich unzulässig. Ist ein Anschluss aus zwingenden
Gründen (z. B. starke Hangneigung, bestehende betriebsnotwendige Zufahrten oder andere
Verkehrsflächen) nicht realisierbar, so dient der Platz für die Nutzung zugleich als Allwetterauslauf (kombinierte Verwendung).
Ein vom Stall abgesetzter Allwetterauslauf ist nur in folgenden beiden Fällen zulässig:
- Ein Anschluss ist nicht realisierbar und es gibt keinen Platz für die Nutzung.
- Es gibt zwar einen Platz für die Nutzung, die Anzahl Pferde ist aber zu gross für eine kombinierte Verwendung.
Der Allwetterauslauf darf die Mindestfläche gemäss TSchV überschreiten, wenn die Bodenbefestigung ohne grossen Aufwand wieder entfernt werden kann. Die empfohlene Fläche
gemäss TSchV darf in keinem Fall überschritten werden.
Empfohlene Flächen: Die TSchV empfiehlt für Allwetterausläufe folgende Flächen (Anh. 1 Tab. 7 Ziff. 4 TSchV):
- im Regelfall: 150 m2 pro Pferd
- bei Gruppenlaufställen mit permanent zugänglichem Auslauf: ab dem sechsten Pferd 75 m 2 pro Pferd
- bei vom Stall abgesetzten Allwetterausläufen: maximal 800 m 2
Bodenbefestigung: Bei eigentlichen Hartbelägen, wie z. B. Beton, ist der Aufwand für die Beseitigung und Rekultivierung regelmässig gross, weshalb nur die Mindestfläche in dieser Weise befestigt werden darf. Demgegenüber
können Schotter, Kies, Mergel, Sand, Schnitzel, Geotextilien oder Gitterplatten im Allgemeinen ohne grossen
Aufwand wieder entfernt werden. Bei Verwendung dieser Materialien ist ein Überschreiten der Mindestfläche zulässig.
Wichtige Anliegen der Raumplanung: Unabhängig von der gewählten Bodenbefestigung muss das Überschreiten der
Mindestflächen mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar sein. Wichtige raumplanerische Anliegen sind
z. B. der Schutz der Fruchtfolgeflächen oder der Landschaftsschutz.
b) Bauten und Anlagen für die Nutzung
Unter die Nutzung fallen die Arbeit unter dem Sattel, an der Hand und im Geschirr sowie die
Bewegung durch die Führmaschine (Art. 2 Abs. 3 Bst. o Ziff. 1 TSchV).
Für die Nutzung der auf dem Betrieb gehaltenen Pferde können Plätze mit befestigtem Boden bewilligt
werden (nachfolgend Bst. aa). Zudem können Einrichtungen, die mit der Nutzung der Pferde unmittelbar zusammenhängen, wie Sattelkammern oder Umkleideräume bewilligt werden (nachfolgend Bst.
bb). Andere Bauten oder Anlagen für die Nutzung der Pferde, namentlich Reithallen, sind nicht
aa) Plätze für die Nutzung
Artikel 34b Absatz 4 RPV nennt als Beispiele Reitplätze, Longierzirkel oder Führanlagen. Auch
Ausbildungsplätze fallen darunter.
Die Buchstaben a – h von Artikel 34b Absatz 4 RPV regeln die Bewilligungsvoraussetzungen:
Buchstabe a bestimmt, dass die Plätze ausschliesslich der Nutzung der auf dem Betrieb
gehaltenen Pferde vorbehalten sind. Damit wird zweierlei gesagt: Einerseits dürfen auf den
Plätzen keine betriebsfremden Pferde genutzt werden, unter Vorbehalt der gemeinschaftlichen Nutzung nach Buchstabe b. Andererseits dienen die Plätze ausschliesslich dem
Training und der Bewegung der Pferde. Darüber hinausgehende gewerbliche Zwecke wie
z. B. Reitunterricht oder hippotherapeutische Angebote sind im Rahmen und unter den
Voraussetzungen von Artikel 24b RPG (nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe) zu beurteilen
(siehe unten Ziff. 3).
Gemäss Buchstabe b ist eine gemeinschaftliche Nutzung des Platzes durch zwei oder
mehrere Betriebe mit Pferdehaltung möglich. Aus raumplanerischer Sicht ist eine solche
überbetriebliche Zusammenarbeit sinnvoll und erwünscht, da sie der haushälterischen
Nutzung des Bodens dient.
Buchstabe c regelt die Grösse der Plätze. Diese dürfen insgesamt maximal 800 m 2 umfassen.
Allfällige Führanlagen müssen nicht angerechnet werden. Die maximal zulässige Fläche kann
auf mehrere Plätze aufgeteilt werden.
Buchstabe d ist eine Umsetzung des Gebots der haushälterischen Bodennutzung und des
Konzentrationsprinzips, demzufolge die betrieblichen Bauten und Anlagen möglichst kompakt
an einem Ort zusammenzufassen sind (siehe auch oben Ziff. 1.1).
Buchstabe e bestimmt, dass die Plätze weder überdacht noch umwandet werden dürfen.
Damit ist klargestellt, dass Reithallen in der Landwirtschaftszone nicht erlaubt sind. Zäune,
Banden und Sprunghindernisse sind zulässig. Bei Führanlagen kann eine Überdachung der
Laufbahn bewilligt werden. Bei Ausbildungsplätzen konnte bisher die Überdachung des
halben Platzes zugestanden werden (siehe Wegleitung «Pferd und Raumplanung», Version
2011, Anhang 4). Buchstabe e erlaubt dies nicht mehr.
Gemäss Buchstabe f können die Plätze mit einer angemessenen Beleuchtungsanlage ausgestattet werden. Veritable Flutlichtanlagen sind weder nötig noch zulässig. Die Beleuchtung soll
ein gefahrloses Arbeiten mit den Pferden in der Dämmerung ermöglichen. Nützliche Hinweise
finden sich in der SIA-Norm 491 «Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum».
Lautsprecheranlagen sind nach Buchstabe g unzulässig.
Gemäss Buchstabe h müssen die Plätze für die Nutzung – gleich wie die Allwetterausläufe –
ohne grossen Aufwand wieder entfernt werden können. Angesichts der Grösse der Plätze ist
die möglichst bodenschonende Ausführung ein Gebot der haushälterischen Bodennutzung
und des Kulturlandschutzes.
bb) Einrichtungen, die mit der Nutzung der Pferde unmittelbar zusammenhängen
Es geht nicht um Bauten und Anlagen für die Pferde, sondern um Einrichtungen für die Pferdebesitzer. Dabei kann es sich um den Bewirtschafter oder um Dritte handeln, deren Pferde auf dem
landwirtschaftlichen Gewerbe gehalten werden.
Zulässig sind nur solche Einrichtungen, die einen unmittelbaren Bezug zur Nutzung der Pferde haben.
Artikel 16abis Absatz 3 RPG nennt als Beispiele Sattelkammern und Umkleideräume. Bei einem Reiterstübli im Sinne eines Restaurants fehlt dieser unmittelbare Bezug. Eine solche Einrichtung ist gemäss
Artikel 24b RPG (nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe) zu beurteilen (Bundesblatt 2012, 6596).
Die Einrichtungen sind gemäss Bedarf, d.h. in Abhängigkeit von der Anzahl Pferdeplätze, zu
dimensionieren. Wenn immer möglich sind Raumreserven in den bestehenden Gebäuden zu nutzen.
In den Umkleideräumen dürfen auch sanitäre Einrichtungen (WC, Dusche) installiert werden (Bundesblatt 2012, 6596).
Was die Parkplätze betrifft, so finden sich auf jedem Landwirtschaftsbetrieb befestigte Flächen, die
sich zum Abstellen von Fahrzeugen eignen. Die Versiegelung neuer Flächen zu diesem Zweck ist
nicht erlaubt (Bundesblatt 2012, 6597).
Gemäss Artikel 34b Absatz 5 RPV dürfen im Zusammenhang mit der Pferdehaltung keine neuen
Wohnbauten errichtet werden (Bundesblatt 2012, 6595). Erfordert die vorgesehene Pferdehaltung
eine dauernde Überwachung der Tiere vor Ort, dann muss entsprechender Wohnraum bereits
vorhanden sein. Artikel 34b Absatz 5 RPV stellt eine Spezialnorm dar, die der allgemeinen Vorschrift
in Artikel 34 Absatz 3 RPV vorgeht.
Will ein Landwirtschaftsbetrieb Pensionspferde halten, muss er zusätzlich folgende Voraussetzungen
hinreichende verkehrsmässige Erschliessung für die Fahrzeuge der Pferdebesitzer;
genügend bestehende Abstellflächen für die Fahrzeuge der Pferdebesitzer; die Versiegelung
neuer Flächen zu diesem Zweck ist nicht erlaubt (oben Ziff. 1.2.2.b.bb);
genügend Ausreitmöglichkeiten in der Umgebung.
Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze
Auf bestehenden Landwirtschaftsbetrieben, die die SAK-Limite nach BGBB nicht erreichen, können
bauliche Massnahmen für die Haltung von Pferden in bestehenden Bauten und Anlagen sowie die für
eine tiergerechte Haltung notwendigen Aussenanlagen (Allwetterausläufe, Mistlager, Fütterungseinrichtungen im Aussenbereich und Zäune) als zonenkonform bewilligt werden, wenn eine überwiegend
betriebseigene Futtergrundlage und Weiden für die Pferdehaltung vorhanden sind (Art. 34b Abs. 2
Neue Bauten und Anlagen für die Haltung oder Nutzung von Pferden dürfen Landwirtschaftsbetriebe
unterhalb der Gewerbegrenze nicht errichten. Dies ist von Gesetzes wegen den landwirtschaftlichen
Gewerben nach BGBB vorbehalten.
Gemäss Artikel 35 RPV können gemeinschaftliche Bauten und Anlagen errichtet werden, wenn die
beteiligten Betriebe eine anerkannte Betriebs- oder Betriebszweiggemeinschaft bilden (Bst. a), dem
Gesuch der Gemeinschaftsvertrag beiliegt (Bst. b) und die Dauer des Gemeinschaftsvertrags
mindestens 10 Jahre beträgt (Bst. c). Zwei oder mehrere Betriebe mit Pferdehaltung können sich
somit zu einer anerkannten Gemeinschaft im Bereich Pferdehaltung zusammenschliessen. Erreicht
die Gemeinschaft die SAK-Limite nach BGBB, können auf einem der Partnerbetriebe (Standortbetrieb)
die gleichen Bauten und Anlagen wie auf einem landwirtschaftlichen Gewerbe errichtet werden.
Bewilligungen nach Artikel 35 RPV sind unter der Resolutivbedingung zu erteilen, dass die Gemeinschaft bestehen bleibt. Damit
ist klargestellt, dass die Bewilligung automatisch dahinfällt, wenn die Gemeinschaft aufgelöst wird. In diesem Fall sind die
bewilligten Bauten und Anlagen von Gesetzes wegen zu beseitigen (siehe Art. 16b Abs. 2 RPG), es sei denn, der Standortbetrieb erreiche in der Zwischenzeit allein die Grösse eines landwirtschaftlichen Gewerbes oder schliesse sich mit einem
andern Pferdehaltungsbetrieb zu einer neuen anerkannten Gemeinschaft zusammen.
Neben den pferdespezifischen Voraussetzungen (unten Ziff. 2.2) müssen in jedem Fall die
allgemeinen Voraussetzungen der Zonenkonformität erfüllt sein. Siehe dazu oben Ziff. 1.1.
Die hier behandelten Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze sind Kleinbetriebe. Bei
Baugesuchen solcher Betriebe ist namentlich zu prüfen, ob es sich nicht um zonenfremde Freizeitlandwirtschaft handelt (Art. 34 Abs. 5 RPV) und ob der Betrieb längerfristig existenzfähig ist (Art. 34
Abs. 4 Bst. c RPV).
Das Bundesgericht hat im Urteil 1C_8/2010 vom 29. September 2010 Folgendes ausgeführt:
„Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Sinne von Art. 16a RPG unterscheidet sich von der Freizeitlandwirtschaft insbesondere durch einen dauernden, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten und organisierten Einsatz von Kapital und Arbeitskraft in
einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang. …
Nicht allein ausschlaggebend für die Bejahung eines landwirtschaftlichen Betriebs ist der Arbeits- bzw. Zeitaufwand. Der zeitliche Aufwand für Freizeitbeschäftigungen kann durchaus beträchtlich sein, ohne dass bereits eine berufliche Tätigkeit vorliegt.
Auch ist nicht allein entscheidend, ob der Beschwerdegegner Direktzahlungen erhält oder die Anforderungen zum Bezug von
Direktzahlungen erfüllt. Die Anerkennung als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne von Artikel 6 der Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen (Landwirtschaftliche Begriffsverordnung [LBV]; SR 910.91) beschränkt sich auf den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft. ...
Die längerfristige Existenzfähigkeit muss aufgrund gesicherter Fakten und einer vertieften Prüfung der Wirtschaftlichkeit bejaht
werden können. … (Es) muss sich aus den Einkommensverhältnissen ergeben, dass mit der landwirtschaftlichen Nebentätigkeit
ein namhafter Beitrag an den Existenzbedarf der Bewirtschafterfamilie geleistet wird. Ein Beitrag von rund einem Drittel wird
vom Bundesamt für Raumentwicklung bei Vorhaben, die keine bedeutenden räumlichen Auswirkungen haben, als sachgerecht
a) Bestehender Landwirtschaftsbetrieb
Es muss sich um einen bestehenden Landwirtschaftsbetrieb handeln. Neugründungen von
Landwirtschaftsbetrieben zum Zweck der Pferdehaltung sind nicht gestattet. Ein Betrieb, der Pferde
halten will, muss also schon über bestehende Betriebsgebäude verfügen (Bundesblatt 2012, 6595).
b) Überwiegend betriebseigene Futtergrundlage und Weiden
Siehe oben Ziff. 1.2.1.
Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze dürfen bestehende Bauten und Anlagen für die
Haltung von Pferden umnutzen. Neue Bauten und Anlagen dürfen sie nicht errichten. Eine Ausnahme
gilt für Aussenanlagen, die für eine tiergerechte Haltung notwendig sind, d.h. Allwetterausläufe, Mistlager, Fütterungseinrichtungen im Aussenbereich (z. B. Futterraufen) und Zäune. Solche Anlagen
dürfen neu erstellt werden (Art. 34b Abs. 2 RPV).
Unzulässig ist namentlich die Errichtung von Plätzen für die Nutzung der Pferde. Zulässig ist hingegen, einen bestehenden Allwetterauslauf kombiniert, d.h. auch für die Nutzung der Pferde, zu
verwenden, wenn er sich dazu eignet. Es dürfen jedoch keine baulichen Änderungen vorgenommen
werden und auch keine neuen Auswirkungen auf Raum und Umwelt entstehen (siehe Art. 24e Abs. 3
RPG, der im Sinne einer kohärenten Regelung auch hier gelten muss).
Um die Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze nicht schlechter zu stellen als die
hobbymässigen Pferdehalter, kann auch der Einbau von Sattelkammern und Umkleideräumen in
bestehenden Räumlichkeiten zugelassen werden.
Landwirtschaftsbetriebe unterhalb der Gewerbegrenze können bestehende Bauten und Anlagen zur
Haltung von Pensionspferden umnutzen, sofern sie die in Ziff. 1.2.3 genannten Voraussetzungen
Ein landwirtschaftliches Gewerbe nach BGBB kann in bestehenden Bauten und Anlagen gewerbliche
Tätigkeiten unter dem Titel eines nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetriebs ausüben, wenn die in Artikel
24b RPG und Artikel 40 RPV genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
Beispiele für gewerbliche Tätigkeiten rund um das Pferd: Reitunterricht, Hippotherapie, Reitferien auf
dem Bauernhof, Pferdetrekking, Kutschenfahrten usw.
Artikel 24b RPG unterscheidet zwischen Nebenbetrieben mit und solchen ohne engen sachlichen
Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe.
Nebenbetriebe mit engem sachlichem Bezug
Der enge sachliche Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe ist namentlich in den beiden folgenden
Fällen gegeben (siehe Art. 40 Abs. 3 RPV):
agrotouristische Angebote rund um das Pferd (z. B. Reitferien auf dem Bauernhof);
sozialtherapeutische oder pädagogische Angebote rund um das Pferd, bei denen das Leben
und soweit möglich die Arbeit auf dem Bauernhof einen wesentlichen Bestandteil der
Betreuung ausmachen.
Nebenbetriebe mit engem sachlichem Bezug profitieren in dreierlei Hinsicht von Erleichterungen:
kein Nachweis des Angewiesenseins auf ein Zusatzeinkommen,
Möglichkeit der Errichtung von An- oder Fahrnisbauten bis maximal 100 m 2,
Möglichkeit, Personal allein für den Nebenbetrieb anzustellen.
Nebenbetriebe ohne engen sachlichen Bezug
Ist keine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt, handelt es sich um einen Nebenbetrieb ohne
engen sachlichen Bezug zum landwirtschaftlichen Gewerbe. Beispiele: Reitunterricht, Hippotherapie,
Pferdehandel, Hufschmiede, Sattlerei, Laden für Pferdezubehör usw.
Bei Nebenbetrieben ohne engen sachlichen Bezug hat der Gesuchsteller mit einem Betriebskonzept
nachzuweisen, dass er auf ein Zusatzeinkommen angewiesen ist (Art. 40 Abs. 2 RPV).
Nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe und Pferdepension
Will ein Betrieb sowohl einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieb als auch eine Pferdepension betreiben, so ist die Gefahr relativ gross, dass die bodenbewirtschaftende Tätigkeit in den Hintergrund
rückt. Der nichtlandwirtschaftliche Nebenbetrieb ist deshalb mit der Resolutivbedingung zu
verknüpfen, dass die bodenbewirtschaftende Tätigkeit bezogen auf den Gesamtbetrieb nach wie vor
Die Resolutivbedingung ist im Grundbuch anzumerken (Art. 44 Abs. 1 Bst. b RPV). Erfüllt der Betrieb die Bedingung nicht mehr,
fällt die Bewilligung automatisch dahin mit der Folge, dass die dem nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieb dienenden baulichen
Massnahmen von Gesetzes wegen rückgängig gemacht werden müssen (siehe Art. 16b Abs. 2 RPG).
B Hobbymässige Pferdehaltung
Die hobbymässige Tierhaltung ausserhalb der Bauzonen wird in den Artikeln 24e RPG und 42b RPV
geregelt. Die entsprechenden Bestimmungen gelten auch für die Pferde. Es handelt sich um eine abschliessende Regelung. Andere Bewilligungsnormen fallen ausser Betracht.
Ausserhalb der Bauzonen können unbewohnte, in ihrer Substanz erhaltene Gebäude oder Gebäudeteile für die hobbymässige Tierhaltung umgenutzt werden, wenn die Halter oder Halterinnen in einer
nahe gelegenen Wohnbaute wohnen und die vorgesehenen Umbaumassnahmen eine tierfreundliche
Haltung gewährleisten.
Die Tierhaltung gilt als hobbymässig, wenn sie aus Liebhaberei erfolgt und nicht auf die Erzielung
eines Erwerbseinkommens ausgerichtet ist. Das unterscheidet sie sowohl von der landwirtschaftlichen
wie auch von der gewerblichen Pferdehaltung (siehe Kap. A und C).
Im Rahmen der hobbymässigen Tierhaltung dürfen keine fremden Tiere (Pensionstiere) gehalten
werden, da dies eine gewerbliche Tätigkeit ist. Ob es sich um eigene oder fremde Tiere handelt, kann
anhand der Tierverkehrsdatenbank festgestellt werden.
In der Substanz erhaltenes Umnutzungsobjekt
Das für die hobbymässige Tierhaltung vorgesehene Umnutzungsobjekt muss in seiner Substanz
erhalten sein. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn das Umnutzungsobjekt noch gemäss seiner
ursprünglichen Zweckbestimmung nutzbar ist und die tragenden Konstruktionsteile mehrheitlich intakt
sind. Abbruchreife Bauten fallen ausser Betracht (Bundesblatt 2012, 6597).
Nahe gelegene Wohnbaute
Die Hobbytierhalter müssen in einer nahe gelegenen Wohnbaute wohnen. Mit diesem Erfordernis wird
die Überwachung und Betreuung der Tiere vor Ort sichergestellt. Es entsteht kein unnötiger Verkehr
und es braucht auch keine Toiletten, Duschen, Schlafgelegenheiten usw.
Die geforderte Nähe ist namentlich bei Bauten innerhalb von Gebäudegruppen (z. B. innerhalb eines
Hofbereichs) gegeben.
Die Wohnbaute kann in der Bauzone liegen, sofern sich das Umnutzungsobjekt auf einer direkt angrenzenden Parzelle in der Landwirtschaftszone befindet.
Werden die Tiere in der Bauzone gehalten, ist es nicht zulässig, Aussenanlagen (z. B. Allwetterausläufe) in der angrenzenden Landwirtschaftszone zu errichten. Ein solches Hinauswachsen ins Nichtbaugebiet würde zu einer unerwünschten Aufweichung und Verwischung der Grenze zwischen Baugebiet und Nichtbaugebiet führen. Eine Ausnahme gilt gemäss Artikel 24e Absatz 4 RPG für
Einzäunungen, die der Beweidung dienen und nicht mit nachteiligen Auswirkungen auf die Landschaft
verbunden sind. Solche Einzäunungen können auch dann bewilligt werden, wenn die Tiere in der
Bauzone gehalten werden (siehe zu den Zäunen unten Ziff. 1.7.3).
Gemäss Artikel 42b Absatz 3 RPV dürfen nur so viele Tiere gehalten werden, wie die Hobbytierhalter
selber betreuen können. Daraus ergibt sich automatisch eine Beschränkung der Anzahl Tiere. Der
Aufwand für deren Betreuung muss durch die Hobbytierhalter eigenhändig, d.h. ohne Zuhilfenahme
von Dritten, bewältigt werden können. Es ist darzulegen, wie die Betreuung der Tiere erfolgt.
Pferde dürfen gemäss Tierschutzgesetzgebung nicht einzeln gehalten werden (Art. 59 Abs. 3 TSchV).
Wer hobbymässig Pferde halten will, muss deshalb in der Lage sein, zwei Tiere zu betreuen.
Stellt sich heraus, dass der Betreuungsaufwand nicht ohne Dritthilfe bewältigt werden kann, fällt die
Bewilligung automatisch dahin (siehe Art. 42b Abs. 7 RPV und unten Ziff. 3).
Wo das Bundesrecht über die tierschutzrechtlichen Mindestvorschriften hinausgehende
Anforderungen an eine tierfreundliche Haltung festlegt, müssen die Einrichtungen in den Gebäuden
diese Anforderungen erfüllen (Art. 42b Abs. 4 RPV).
Entsprechende Anforderungen finden sich insbesondere in den Artikeln 72 – 76 Direktzahlungsverordnung (DZV, SR 910.13). Die spezifisch die Pferdehaltung betreffenden Anforderungen sind in
Anhang 6 Bst. A Ziff. 2 und Bst. D Ziff. 1 DZV festgelegt. Es geht z. B. um die Beleuchtung, die
Deckenhöhe oder den Stallboden.
Ausgenommen ist die in Anhang 6 Bst. A Ziff. 2.1 Bst. a DZV vorgesehene Gruppenhaltung. Der
Grund für diese Ausnahme liegt darin, dass bei erwachsenen Pferden die Gruppenhaltung sehr
anspruchsvoll ist und bei unverträglichen Tieren zu grossen Problemen führen kann (Bundesblatt
2012, 6598).
Für die hobbymässige Tierhaltung dürfen keine neuen Bauten und Anlagen errichtet werden. Eine
Ausnahme gilt für Aussenanlagen. Gemäss Artikel 42b Absatz 5 RPV sind darunter Anlagen zu verstehen, die für eine tiergerechte Haltung notwendig und weder überdacht noch umwandet sind.
Welche Aussenanlagen für eine tiergerechte Haltung notwendig sind, entscheidet sich anhand der
Tierschutzgesetzgebung. Artikel 42b Absatz 5 RPV nennt namentlich Allwetterausläufe, Mistlager und
Zäune. Dazu kommen Fütterungseinrichtungen (z. B. Futterraufen).
Anlagen, die ausschliesslich der hobbymässigen Beschäftigung mit den Tieren dienen, sind nicht zulässig (Art. 42b Abs. 5 Bst. a RPV). Gemeint sind Anlagen, die der Nutzung der Pferde dienen (Reiten,
Longieren, Fahren usw.). Als Beispiel nennt die Verordnung Reit- und Übungsplätze.
Weideunterstände gelten nicht als Aussenanlagen (Art. 42b Abs. 5 Bst. b RPV; Bundesblatt 2005,
7115). Bei der Hobbytierhaltung ist die Beweidung so zu gestalten, dass ein Weideunterstand nicht
Weideunterstände für die hobbymässige Tierhaltung können sich gegebenenfalls als standortgebunden im Sinne von Artikel 24
RPG erweisen. Beispiel: Für die Beweidung einer Parzelle findet sich einzig ein Hobbytierhalter. Die Beweidung liegt im öffentlichen Interesse und erfordert aus objektiven Gründen einen dauerhaft installierten Weideunterstand.
Allwetterausläufe
Allwetterausläufe (siehe Kap. A 1.2.2.a) gehören zu den für eine tiergerechte Haltung notwendigen
Aussenanlagen. Sie müssen unmittelbar an den Stall angrenzen. Vom Stall abgesetzte Allwetterausläufe sind nur dort gestattet, wo ein unmittelbarer Anschluss aus zwingenden Gründen (z.B. starke
Hangneigung) nicht realisierbar ist (Art. 42b Abs. 6 RPV).
Die Grösse des Allwetterauslaufs richtet sich nach Artikel 34b Absatz 3 Buchstabe b RPV (siehe Kap.
A 1.2.2.a).
Es ist zulässig, einen Allwetterauslauf kombiniert zu verwenden, d.h. sowohl für den Auslauf als auch
für die Nutzung der Pferde (Art. 24e Abs. 3 RPG). Es dürfen aber keine baulichen Änderungen vorgenommen werden. Bodenaufbau und äussere Gestaltung sind auf die primäre Funktion des Allwetterauslaufs (Gehege für die freie Bewegung im Freien) und nicht auf die Nutzung der Pferde durch den
Menschen auszurichten (Bundesblatt 2012, 6599). Zudem dürfen aus der kombinierten Verwendung
keine neuen Auswirkungen auf Raum und Umwelt entstehen.
Die baulichen Anforderungen an Mistlager werden in der BAFU-Vollzugshilfe «Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft» erläutert (siehe www.bafu.admin.ch). Mistlager dürfen so umwandet
werden, wie es die Gewässerschutzgesetzgebung verlangt.
Zäune für Pferdeweiden sind bewilligungspflichtig, sofern sie das Landschaftsbild erheblich verändern
(Urteil des Bundesgerichts 1C_122/2009 vom 21. Januar 2010). Im Normalfall nicht bewilligungspflichtig sind temporäre Einzäunungen, die nach der Beweidung wieder entfernt werden.
Für Zäune dürfen keine auffälligen Materialien oder Farben verwendet werden (Bundesblatt 2012,
6600).
Gemäss Artikel 24e Absatz 4 RPG können Einzäunungen, die der Beweidung dienen und nicht mit
nachteiligen Auswirkungen auf die Landschaft verbunden sind, auch dann bewilligt werden, wenn die
Tiere in der Bauzone gehalten werden (siehe auch oben Ziff. 1.4).
Voraussetzungen von Artikel 24d Absatz 3 RPG und Artikel 43a RPV
Nach Artikel 24e Absatz 5 RPG in Verbindung mit Artikel 24d Absatz 3 RPG und nach Artikel 43a RPV
dürfen bauliche Massnahmen für die hobbymässige Pferdehaltung nur bewilligt werden, wenn:
das Umnutzungsobjekt für den bisherigen Zweck nicht mehr benötigt wird oder sichergestellt
wird, dass es zu diesem Zweck erhalten bleibt;
die neue Nutzung keine Ersatzbaute zur Folge hat, die nicht notwendig ist;
das Umnutzungsobjekt für die Pferdehaltung geeignet ist;
die äussere Erscheinung und die bauliche Grundstruktur des Umnutzungsobjekts im
Wesentlichen unverändert bleiben;
höchstens eine geringfügige Erweiterung der bestehenden Erschliessung notwendig ist und
sämtliche mit der Pferdehaltung anfallenden Infrastrukturkosten auf den Eigentümer überwälzt
die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der umliegenden Grundstücke nicht gefährdet ist;
Die bauliche Grundstruktur einer Baute besteht aus dem Fundament, den tragenden Wänden, den
Böden und Decken sowie der Dachkonstruktion. Die äussere Erscheinung wird geprägt durch das
Dach, die Fassaden und die Umgebung. Äussere Erscheinung und bauliche Grundstruktur müssen im
Wesentlichen unverändert bleiben. Punktuelle Änderungen sind möglich.
Als punktuelle Änderung der baulichen Grundstruktur kann beispielsweise die Entfernung einer Innenwand, die geringfügige
Absenkung des Fussbodens oder die geringfügige Anhebung der Decke gelten. Als punktuelle Änderung der äusseren
Erscheinung kann etwa die massvolle Vergrösserung einer Türe oder eines Fensters, die Errichtung eines Allwetterauslaufs
(sofern keine grösseren Terrainveränderungen erfolgen) oder das Aufstellen einer Futterraufe angesehen werden.
Verhältnis zur Wohnnutzung
Die hobbymässige Tierhaltung gilt als Erweiterung der Wohnnutzung der nahe gelegenen Wohnbaute.
Sie ist an allfällige Erweiterungsmöglichkeiten nach Artikel 42 Absatz 3 RPV anzurechnen (Art. 42b
Abs. 1 und 2 RPV). Dabei gilt Folgendes:
Stallungen, Futter- und Einstreulager sowie Räume für Sättel und Pferdegeschirr gelten als
Nebenflächen.
Die Flächen der Aussenanlagen brauchen als offene Bauteile nicht fix angerechnet zu
werden. Sie können so berücksichtigt werden, dass die zulässige Erweiterung angemessen
Befinden sich die Wohnbaute und das für die hobbymässige Tierhaltung vorgesehene Umnutzungsobjekt auf verschiedenen Parzellen, so ist gestützt auf Artikel 44 Absatz 2 RPV bei beiden Grundstücken eine Anmerkung im Grundbuch zu veranlassen, welche auf die Anrechnungspflicht hinweist.
Sind die Erweiterungsmöglichkeiten der Wohnbaute vollständig ausgeschöpft, so kann ein späteres
Baugesuch für die hobbymässige Tierhaltung nicht mehr bewilligt werden. Dies gilt auch dann, wenn
sich die Wohnbaute und das Umnutzungsobjekt auf verschiedenen Parzellen befinden.
Dahinfallen der Bewilligung
Gemäss Artikel 42b Absatz 7 RPV fällt die Bewilligung dahin, wenn deren Voraussetzungen nicht
mehr erfüllt sind. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn die hobbymässige Tierhaltung aufgegeben
wird oder die Tiere nicht von den Bewohnern der nahe gelegenen Wohnbaute, sondern von Dritten
betreut werden. Die Bewilligung fällt ebenso dahin, wenn die Tierhaltung solche Formen annimmt,
dass nicht mehr von einem Hobby gesprochen werden kann.
Die zuständige Behörde stellt das Dahinfallen der Bewilligung durch Verfügung fest und ordnet die
Wiederherstellung des früheren Zustandes an.
C Übersicht: Pferdehaltung in der Landwirtschaftszone
Gewerbegrenze
Hobbymässige
(Freizeitlandwirtschaft)
Neue Bauten und
Umnutzung bestehender
Für tiergerechte Haltung
Futterbasis und Weiden
Hobbypferdehalter müssen
imstande sein, alle Pferde
selber, d.h. ohne Hilfe von
Dritten zu betreuen
Anerkannte Betriebsgemeinschaften oder Betriebszweiggemeinschaften im Bereich Pferdehaltung, welche mindestens einen
Arbeitszeitbedarf erreichen, wie er für landwirtschaftliche Gewerbe nach BGBB gilt, können auf einem der Partnerbetriebe die
gleichen Bauten und Anlagen wie auf einem landwirtschaftlichen Gewerbe errichten (siehe Kap. A 2).
unterhalb Gewerbegrenze
direktzahlungsberechtigt
Landw. Gewerbe
nach Art. 5 BGBB
(kantonale Ausnahmen)
nach Art. 7 BGBB
D Pferdesport und gewerbliche Pferdehaltung
Bauten und Anlagen für den Pferdesport und die gewerbliche Pferdehaltung (Reitschulen, Reitsportzentren, Pferdehandel, Kutschenbetriebe usw.) gehören in die Bauzone oder in eine Spezialzone
nach Artikel 18 RPG.
Altrechtliche, d.h. vor dem 1. Januar 1980 ausserhalb der Bauzonen errichtete oder seither als Folge
von Zonenplanänderungen zonenwidrig gewordene gewerbliche Bauten und Anlagen können unter
bestimmten Voraussetzungen geändert oder erweitert werden. Siehe im Einzelnen Artikel 37a RPG
sowie Artikel 43 und 43a RPV. In den Genuss der entsprechenden Möglichkeiten kommen nur aktive
Gewerbebetriebe. Stillgelegte Betriebe können nicht reaktiviert werden.
E Ausnahmebewilligungen nach Artikel 24 RPG
Bauten und Anlagen für den Pferdesport, für die gewerbliche oder die hobbymässige Pferdehaltung
oder für andere zonenfremde Aktivitäten rund ums Pferd sind nicht auf einen Standort in der Landwirtschaftszone angewiesen. Ausnahmebewilligungen nach Artikel 24 RPG (Standortgebundenheit)
kommen dementsprechend nicht in Betracht.
F Schaffung einer Zone für ein konkretes Projekt
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Schaffung einer speziellen Zone für ein
konkretes Projekt zulässig, wenn diese den Zielen und Grundsätzen des RPG entspricht und eine
umfassende, sachgerechte Interessenabwägung stattgefunden hat. Es liegt dann nicht eine
Umgehung von Artikel 24 RPG vor, auch wenn für das Bauvorhaben keine Ausnahmebewilligung
erteilt werden könnte.
Zonen für konkrete Projekte müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Der gewählte Standort
muss sich auf eine sorgfältige Evaluation stützen. Eine solche beinhaltet die Prüfung von Alternativen
und berücksichtigt neben dem kommunalen auch den regionalen Kontext. Reitsportanlagen müssen
grundsätzlich jedermann offen stehen und durch den öffentlichen Verkehr hinreichend erschlossen
sein. Fruchtfolgeflächen dürfen gemäss Artikel 30 Absatz 1bis RPV nur eingezont werden, wenn ein
auch aus Sicht des Kantons wichtiges Ziel ohne deren Beanspruchung nicht sinnvoll erreicht werden
kann und sichergestellt wird, dass die beanspruchten Flächen nach dem Stand der Erkenntnisse
Isolierte Zonen, d.h. vom Siedlungsgebiet räumlich abgesetzte Zonen (sog. Kleinbauzonen), sind
grundsätzlich unzulässig, weil sie gegen den Grundsatz der Siedlungskonzentration verstossen.
Gemäss diesem Planungsgrundsatz sind die nicht standortgebundenen Bauten und Anlagen in
kompakten Siedlungen zusammenzufassen (siehe Art. 1 Abs. 2 Bst. b RPG). Die Bundesgerichtspraxis kennt zwei Fälle, in denen eine isolierte Zone ausnahmsweise zulässig ist:
Die isolierte Zone ermöglicht einzig eine geringfügige Erweiterung bereits bebauten Gebiets.
Ein Beispiel für diesen Ausnahmefall findet sich in BGE 124 II 391.
Die isolierte Zone ermöglicht einzig eine massvolle Erweiterung bestehender, der Haltung
oder Nutzung von Pferden dienender, rechtmässig erstellter Bauten oder Anlagen.
Zwei Beispiele aus der Bundesgerichtspraxis:
Im Urteil 1A.16/2006 vom 26. Juli 2006 war folgender Sachverhalt zu beurteilen:
Bestehende Bauten und Anlagen:
Ein Stall für 26 Pferde, eine zur Reithalle umfunktionierte ehemalige Scheune, ein Reitplatz (20m x 60m), ein Sandviereck sowie eine Galoppbahn.
Erweiterung des Stalls auf 40 Boxen, Errichtung einer zweiten Reithalle, eines Springgartens, eines Dressurvierecks
und eines Parkplatzes.
Keine massvolle Erweiterung.
Im Urteil 1C_153/2007 vom 6. Dezember 2007 war folgender Sachverhalt zu beurteilen:
Ein Stall für 7 Pferde, ein Reitplatz (21m x 40m), der zur Hälfte überdacht und umwandet ist, ein Dressurviereck, eine
Galoppbahn sowie eine Fläche mit diversen Hindernissen.
Vollständige Überdachung und Umwandung des zur Hälfte überdachten und umwandeten Reitplatzes sowie Errichtung eines Longierplatzes.
Die geplante Erweiterung wird vom Bundesgericht als massvoll beurteilt.
Zu beachten ist, dass es um einen bereits zur Hälfte überdachten und umwandeten Reitplatz ging. Im Normalfall gilt
die Überdachung und Umwandung eines Reitplatzes nicht als massvolle Erweiterung. Ansonsten könnte jeder Reitplatz nachträglich in eine Reithalle umgewandelt werden, was nicht den Intentionen des Gesetzgebers entspricht.
Artikel 34b Absatz 4 Buchstabe e RPV schliesst die Überdachung und Umwandung der Plätze für die Nutzung ausdrücklich aus.
Gemäss Artikel 25 Absatz 2 RPG entscheidet die zuständige kantonale Behörde bei allen Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen, ob sie zonenkonform sind oder ob für sie eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann.
Eine ohne Zustimmung der kantonalen Behörde erteilte Baubewilligung ist nichtig (BGE 111 Ib 213 E.
Materialien zu den neuen Vorschriften
Bundesblatt 2012, 6589: Parlamentarische Initiative. Pferdehaltung in der Landwirtschaftszone.
Bericht der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats vom 24. April 2012.
Bundesblatt 2012, 6607: Parlamentarische Initiative. Pferdehaltung in der Landwirtschaftszone.
Stellungnahme des Bundesrates vom 8. Juni 2012.
(siehe www.are.admin.ch).
Pferde - Bayerischer Agrarbericht 2014
URKUNDE - Helga Hommel
Auswertung Headshaker-Datenbank
Die Landesreitschule Hoya ist von der FN anerkannte Fachschule
Pferd Bodensee 2014 | Besucherinfo
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