Source: https://www.agg-mitarbeiterschulung.de/ungleichbehandlung-wegen-des-alters-in-sozialplanen-zulassig/
Timestamp: 2020-04-01 16:45:09
Document Index: 347736020

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 10', '§ 10', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 10']

AGG: Ungleichbehandlung wegen des Alters in Sozialplänen zulässig - AGG Online Schulung
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Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit Urteil vom 26.05.2009, Az. 1 AZR 198/08 entschieden, dass eine gestaffelte Abfindungsregelung nach Lebensalter oder Betriebszugehörigkeit in Sozialplänen zulässig ist.
Benachteiligung aufgrund des Alters:
Eine Sozialplanregelung kann die Abfindunshöhe von der Dauer der Betriebszugehörigkeit oder dem Lebensalter abhängig machen. Zwar verstößt dies auf den ersten Blick hin gegen § 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wonach Benachteiligungen aus Gründen des Alters zu verhindern oder zu beseitigen sind.
Zulässige unterschiedliche Behandlung:
Doch der zweite Blick verweist auf eine andere gesetzliche Norm, hier § 10 AGG. Danach ist eine unterschiedliche Behandlung wegen des Alters zulässig, wenn sie objektiv und angemessen und durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt ist. Das BAG sieht hier die Norm anwendbar, wobei das Regelbeispiel § 10 Satz 3 Nr. 6 AGG genannt wird, wonach eine Diskriminierung aufgrund des Alters bei der Sozialauswahl anlässlich einer betriebsbedingten Kündigung möglich ist.
Legitimes Ziel:
Nach Darstellung des höchsten Arbeitsgerichts ist die gestaffelte Abfindungsregelung auch durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt, gem. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der Richtlinie 2000/78/EG.
Richtlinientext Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der Richtlinie 2000/78/EG:
Das BAG führt hierzu aus, dass es einem allgemeinen sozialpolitischen Interesse entspricht, dass Sozialpläne danach unterscheiden können, welche wirtschaftlichen Nachteile den Arbeitnehmern drohen, die durch eine Betriebsänderung ihren Arbeitsplatz verlieren.
Die Ungleichbehandlung ist nach dem Gericht zulässig, da rentennahe Jahrgänge durch den Verlust des Arbeitsplatzes regelmäßig geringere Nachteile erleiden als jüngere Arbeitnehmer.
www.bundesarbeitsgericht.de / Pressemitteilung Nr. 50/09
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 26.05.2009, Az. 1 AZR 198/08 –
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20.11.2007, Az. 19 Sa 1416/07
Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der Richtlinie 2000/78/EGAz. 1 AZR 198/08Betriebszugehörigkeitgestaffelte AbfindungsregelungLebensalterlegitimes ZielSozialplanUngleichbehandlung wegen des AltersUrteil vom 26.05.2009Verlust des Arbeitsplatzes§ 10 Satz 3 Nr. 6 AGG
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