Source: https://www.kvhessen.de/genehmigung/substitutionsgestuetzte-behandlung-opioidabhaengiger/
Timestamp: 2019-05-26 12:00:11
Document Index: 122361191

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 10', '§ 7', '§ 3', '§ 3', '§ 9']

Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger | www.kvhessen.de
In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Substitution brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).
Substitutionsgestützte Behandlung...
Mit der Substitutionsbehandlung wird eine Opioidabhängigkeit therapiert. Dabei erhält der Patient Ersatzstoffe (ebenfalls Opioide, genannt Substitute). Durch die tägliche Einnahme des Substituts werden unter anderem Entzugserscheinungen vermieden. Die gesundheitliche Lebensqualität kann verbessert werden. Dabei wird die soziale und berufliche Rehabilitation unterstützt.
Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung: Änderung der Anlage I Nummer 2
Das Verfahren zur Qualitätsprüfung bei der substitionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger wurde geändert. Die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung wurde an die vorangegangenen Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung im Mai 2017 und der Richtlinie der Bundesärztekammer im Oktober 2017 angepasst. Die Änderungen sind zum 7. Dezember 2018 in Kraft getreten. Wir haben diese in einem Rundschreiben an die substituierenden Ärzte zusammengefasst.
Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung (Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie benötigen die Zusatzbezeichnung nicht).
Wenn die Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung nicht vorliegt, müssen die Anforderungen des § 5 Abs. 4 der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (Konsiliarverfahren) erfüllt werden.
Für die Substitutionsbehandlung mit Diamorphin müssen zusätzlich die Vorgaben des § 10 Anlage I Nr. 2 Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung erfüllt werden.
Wenn Sie Substitution als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KV Hessen stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.
Einzelheiten regeln Punkt 7 der Richtlinie der Bundesärztekammer und § 7 in Verbindung mit § 3 der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung.
mindestens zwei Prozent der abgerechneten Behandlungsfälle pro Quartal werden überprüft.
bei Aufnahme der Behandlung werden alle Substitutionsbehandlungen nach § 3 Abs. 3 der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung und alle Substitutionsbehandlungen mit Diamorphin, Codein oder Dihydrocodein kontrolliert.
nach Ablauf von jeweils fünf Behandlungsjahren wird die Dokumentation überprüft.
Einzelheiten regelt § 9 Abs. 3 bis 5 der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung.
Betäubungsmittelgesetz und Betäubungsmittelverschreibungsverordnung
Die häufigsten Fragen zur Substitution klären die FAQ Betäubungsmittelverschreibungsverordnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Hinweise zum Online-Meldeverfahren gibt das Substitutionsregister des BfArM.
Antrag Substitution | pdf | 177 KB
Substitutionsärzte & -ambulanzen | pdf | 109 KB
Methadon | pdf | 219 KB
Diamorphin | pdf | 247 KB
Die KVH informiert ihre Mitglieder über die Abrechnung von Kassenleistungen in hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen und speziell zur Substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger.