Source: https://www.dashoefer.de/dasfibuwissen/w%C3%A4hrungsumrechnung-handelsrecht.html
Timestamp: 2019-08-22 11:12:25
Document Index: 38281690

Matched Legal Cases: ['§ 256', '§ 340', '§ 256', '§ 256', '§ 256', '§ 256', '§ 254']

Währungsumrechnung - Handelsrecht | dasFiBuWissen - Fachwissen von Experten für Ihren Erfolg.
Bilanzierung [ Stand: 28.01.2011 ]
In § 256a HGB n.F. wird für alle bilanzierungspflichtigen Unternehmen die Umrechnung von auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Euro im Jahresabschluss geregelt.
✔ Währungsumrechnung - Handels- und Steuerrecht
Im HGB a.F. waren keine allgemein verbindlichen Regeln zur Umrechnung im Jahresabschluss von auf in Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Schulden enthalten. Grundsätze fanden sich lediglich im DRS 14 in der Bekanntmachung vom 4. Juni 2004. Allein für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute gab es in § 340h HGB Sonderregeln zur Umrechnung wie auch zur Bildung entsprechender Bewertungseinheiten.
Nach § 256a HGB müssen nunmehr alle auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in die Bilanzwährung (Euro) umgerechnet werden. Für Posten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr ist dabei das Anschaffungskostenprinzip und das Imparitätsprinzip aufgehoben.
Die Regelung des § 256a HGB betrifft alle Unternehmen, die einer Bilanzierungspflicht unterliegen und Geschäftsvorfälle in Fremdwährung abwickeln.
§ 256a HGB n.F. legt fest, dass im Rahmen der Bilanzerstellung (Folgebewertung) alle auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag zu bewerten sind. Die Verwendung von Terminkursen entsprechend der Fälligkeit einer Position wie auch die separate Umrechnung von Aktiva und Erträgen zum Geldkurs bzw. Passiva und Aufwendungen zum Briefkurs ist nicht (mehr) zulässig.
Die Regelung des § 256a HGB ist nicht im Fall von Bewertungseinheiten (§ 254 HGB) anzuwenden. Bei einer Bewertungseinheit wird sowohl das Grund- wie auch das Sicherungsgeschäft als solches beurteilt, siehe auch den Beitrag → Bewertungseinheiten.
Im Zeitpunkt der Anschaffung von Vorräten am 15. Dezember 2010 entsteht eine Verbindlichkeit i.H.v. 100.000 US-Dollar am 15. Dezember 2010. Das Zahlungsziel beträgt 15 Monate.
Zugang zum Geldkurs bewertet (1,4112): 70.811 Euro
Zugang zum Mittelkurs bewertet (1,4123): 70.806 Euro
Folgebewertung zum Mittelkurs am 31. Dezember 2010 (1,4123): 70.806 Euro
Die Zugangsbewertung der Verbindlichkeit erfolgt mit dem Geldkurs. Es ergibt sich ein Ergebniseffekt bei der Verbindlichkeit von fünf Euro (nicht realisierter Gewinn). Dieser darf zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2010 nicht erfolgswirksam erfasst werden, da die Restlaufzeit der Verbindlichkeit mehr als ein Jahr beträgt.