Source: http://www.dp-dhl.com/reports/2006/gb/corporategovernance/berichtdesaufsichtsrats.html
Timestamp: 2013-06-18 21:45:17
Document Index: 253654138

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 312', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 161']

Deutsche Post Geschäftsbericht 2006 - Bericht des Aufsichtsrats
Aufsichtsrat Führungs- und Kontrollstruktur Vergütung des Aufsichtsrats Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
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Dr. Jürgen Weber, Aufsichtsratsvorsitzender
Deutsche Post World Net hat im Geschäftsjahr 2006 ihre Rolle als weltweit führender Logistikkonzern ausgebaut und ist gut für die Zukunft aufgestellt. Die im Vorjahr erworbenen Gesellschaften Exel plc und BHW Holding AG wurden erfolgreich integriert. DHL hat sich im Unternehmensbereich EXPRESS durch die Minderheitsbeteiligung an der Polar Air Cargo Worldwide, Inc. einen langfristigen Zugang zu Luftfrachtkapazitäten auf den Transpazifik-Routen gesichert. Im November erwarb die Konzerngesellschaft Williams Lea das englische Unternehmen „The Stationery Office“, um so die internationale Plattform für die Value-Added-Services im Unternehmensbereich BRIEF weiter auszubauen. Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr intensiv mit der strategischen Ausrichtung des Konzerns befasst. Alle für das Unternehmen bedeutenden Entscheidungen sind eingehend mit dem Vorstand erörtert worden. Dieser hat zeitnah und umfassend über alle wichtigen Fragen der Planung und der Geschäftsentwicklung informiert. Über Risikolage und -management, wichtige Geschäftsvorgänge und -vorhaben in den Unternehmensbereichen sowie über strategische Maßnahmen und die Ausrichtung des Unternehmens wurde regelmäßig berichtet. Ausführlich beraten wurden vor allem Maßnahmen, die nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats dessen Zustimmung bedürfen. Die Mitglieder des Vorstands haben ihre Berichte auf Grundlage der mit dem Vorstand vereinbarten Informationsordnung erstattet. Über wichtige Geschäftsvorfälle und bedeutsame bevorstehende Entscheidungen hat der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend, auch zwischen den Aufsichtsratssitzungen, informiert. Unsere Zustimmung zu geschäftlichen Maßnahmen wurde jeweils in den zuständigen Ausschüssen vorbereitet. Über die Arbeit in den Ausschüssen haben die Vorsitzenden in den Aufsichtsratssitzungen regelmäßig informiert. Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand laufend Im ersten und zweiten Halbjahr haben jeweils zwei Aufsichtsratssitzungen stattgefunden. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Unternehmensstrategie, die Geschäftsentwicklung der Unternehmensbereiche sowie das Risikomanagement waren Gegenstand aller Sitzungen. In der Bilanzsitzung am 9. März 2006 haben wir den Jahres- und den Konzernabschluss 2005 nach umfassender Erörterung gebilligt. Im Vorfeld gab es vertiefende Erörterungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils unmittelbar mit dem Wirtschaftsprüfer. Darüber hinaus haben wir den gemeinsamen Bericht zur Corporate Governance von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2006 verabschiedet. Weitere Themen der Sitzung waren die Effizienzprüfung unserer Tätigkeit sowie das Vergütungssystem für den Vorstand.
In der Sitzung am 10. Mai 2006, im Anschluss an die Hauptversammlung, hat sich der Aufsichtsrat neu konstituiert. Der langjährige Vorsitzende Josef Hattig und weitere Mitglieder waren mit Ablauf der Hauptversammlung ausgeschieden und von der Hauptversammlung wurden neue Mitglieder gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben mich zum neuen Vorsitzenden und Rolf Büttner erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Des Weiteren wurden die Ausschüsse neu besetzt. Außerdem haben wir uns mit der Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten des Jahres befasst. Im schriftlichen Beschlussverfahren hat der Aufsichtsrat im Juli dem Verkauf der Konzerngesellschaft Modra Pyramida in Tschechien zugestimmt. Nachdem Dr. Peter Kruse sein Vorstandsmandat niedergelegt hat, wurde in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. September 2006 die neue Geschäftsverteilung diskutiert und beschlossen: John P. Mullen hat ab diesem Zeitpunkt die Gesamtverantwortung für den Unternehmensbereich EXPRESS übernommen. Das Landverkehr-Speditionsgeschäft wurde aus dem Unternehmensbereich EXPRESS herausgelöst und als eigenständiges Geschäftsfeld DHL Freight in den Unternehmensbereich LOGISTIK überführt. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung der Minderheitsbeteiligung von DHL an der Polar Air Cargo Worldwide, Inc. sowie dem Verkauf der BHW Rückversicherung SA zugestimmt. Eine weitere Anpassung der Geschäftsverteilung wurde in der Sitzung vom 14. Dezember 2006 beschlossen: Der Bereich Paket Deutschland wurde aus dem Unternehmensbereich EXPRESS in den Unternehmensbereich BRIEF verlagert. In dieser Sitzung wurde auch der Geschäftsplan des Konzerns für die Jahre 2007 bis 2009 genehmigt. Außerdem haben wir dem Verkauf der Vfw AG zugestimmt. Darüber hinaus wurde die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex 2006 verabschiedet. Ausschüsse arbeiten effizient Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr viermal. Tagesordnungspunkte waren unter anderem Vorstandsangelegenheiten sowie die Weiterentwicklung der Corporate Governance des Unternehmens. Die empfohlene Effizienzprüfung der Aufsichtsratstätigkeit erfolgte wie in den letzten Jahren auf Grundlage des weiterentwickelten Fragebogens, der von allen Aufsichtsratsmitgliedern ausgefüllt wurde. Die Auswertung ergab eine weitere Verbesserung der Effizienz. Der Personalausschuss ist zu drei Sitzungen zusammengekommen und hat sich vor allem mit dem Pandemie-Plan des Konzerns sowie dem Gesundheitsmanagement befasst. Der Finanz- und Prüfungsausschuss trat zu fünf Sitzungen zusammen, von denen zwei von Dr. Manfred Lennings und drei von Prof. Dr. Ralf Krüger geleitet wurden. Der Ausschuss befasste sich mit den auch im Plenum erörterten Unternehmenserwerben und -veräußerungen sowie dem Geschäftsplan des Konzerns für die Jahre 2007 bis 2009. Darüber hinaus prüfte und billigte er den Jahres- und Konzernabschluss und erörterte die Zwischenberichte. An der Bilanzsitzung des Ausschusses hat wiederum der Wirtschaftsprüfer teilgenommen. Rechnungslegung und Risikoüberwachung sowie die Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer wurden ebenfalls intensiv erörtert. Außerdem wurde Grundstücksgeschäften zugestimmt. Die Geschäftsentwicklung einzelner Unternehmensbereiche wurde von den verantwortlichen Vorstandsmitgliedern präsentiert und vertiefend erörtert. Sitzungen des Vermittlungsausschusses gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erforderlich. Jahresabschluss und Abhängigkeitsbericht geprüft Die von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer gewählte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, (PwC) hat den Jahres- und Konzernabschluss einschließlich der jeweiligen Lageberichte für das Geschäftsjahr 2006 geprüft und uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt. Nach eingehender Vorprüfung durch den Finanz- und Prüfungsausschuss hat der Aufsichtsrat in der heutigen Plenumssitzung den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Lageberichte für das Geschäftsjahr 2006 geprüft. Die Prüfberichte lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern vor und wurden in der Sitzung intensiv mit dem Vorstand und den anwesenden Wirtschaftsprüfern diskutiert. Der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands wurde in die Prüfung einbezogen. Dem Ergebnis der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses sowie der Lageberichte durch den Abschlussprüfer hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen und den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006 in der heutigen Sitzung unter eingehender Erörterung mit dem Vorstand und dem Vertreter des Abschlussprüfers gebilligt. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der Lageberichte sowie des Gewinnverwendungsvorschlags durch den Aufsichtsrat sowie den Finanz- und Prüfungsausschuss sind Einwendungen nicht zu erheben. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und der Zahlung einer Dividende von 0,75 € je Aktie schließen wir uns an. PwC hat auch den vom Vorstand nach § 312 AktG erstellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“
Der Abhängigkeitsbericht wurde auf seine Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Der Vorstand hat den Kreis der verbundenen Unternehmen mit der gebotenen Sorgfalt festgestellt. Er hat die notwendigen Vorkehrungen zur Erfassung der Rechtsgeschäfte und sonstigen Maßnahmen getroffen, welche die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr mit, auf Veranlassung oder im Interesse der Bundesrepublik Deutschland als herrschendem Unternehmen oder mit dieser verbundenen Unternehmen vorgenommen oder unterlassen hat. Nach dem Ergebnis der Prüfung sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen nicht vollständig erfasst worden sind. Der Aufsichtsrat schließt sich daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts sind nicht zu erheben. Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB Im Lagebericht für die Gesellschaft (Seiten 60 und 93) und im Konzernlagebericht (Seiten 18 und 53) sind die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 gemacht. Der Vorstand hat die Angaben in einem Bericht erläutert, der von der Einberufung der Hauptversammlung an auf der Internetseite der Gesellschaft und in den Geschäftsräumen der Gesellschaft einsehbar sein sowie auf der Hauptversammlung zur Einsicht der Aktionäre ausliegen wird. Der Aufsichtsrat hat die Angaben und den Bericht des Vorstands geprüft. Nach dem Ergebnis der Prüfung sind die Angaben zutreffend. Der Aufsichtsrat macht sich daher die Erläuterungen des Vorstands in dem Bericht zu den Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB zu eigen. Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand Im Aufsichtsrat der Deutsche Post AG gab es im Jahr 2006 folgende Veränderungen: Die Mitglieder Gerd Ehlers, Dr. Jürgen Großmann, Josef Hattig und Dr. Manfred Lennings sind mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. Mai 2006 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Von der Hauptversammlung neu gewählt wurden Werner Gatzer, Dr. Hubertus von Grünberg, Harry Roels sowie Elmar Toime. Willem G. van Agtmael, Hero Brahms und Prof. Dr. Ralf Krüger wurden von der Hauptversammlung für unterschiedliche Amtsperioden wiederbestellt. Der Aufsichtsrat hat in der konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung mich zum Vorsitzenden und Rolf Büttner erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Anlässlich der Neubesetzung der Ausschüsse wurde in dieser Sitzung Prof. Dr. Ralf Krüger zum Vorsitzenden des Finanz- und Prüfungsausschusses gewählt. Nach Ausscheiden von Hans W. Reich Ende September wurde Ingrid Matthäus-Maier durch gerichtlichen Beschluss vom 12. Oktober 2006 als Vertreterin der Aktionäre in den Aufsichtsrat bestellt. Die Bestellung soll in der Hauptversammlung am 8. Mai 2007 von den Aktionären bestätigt werden. Im Vorstand der Gesellschaft gab es folgende Veränderungen: John Murray Allan verantwortet seit dem 1. Januar 2006 den Unternehmensbereich LOGISTIK. Nachdem Dr. Peter Kruse am 22. September 2006 sein Vorstandsmandat niedergelegt hat, wurde die Führungsstruktur des Konzerns gestrafft. Sämtliche Luft-, See- und Landspeditionsgeschäfte wurden im Unternehmensbereich LOGISTIK zusammengefasst. Der gesamte Unternehmensbereich EXPRESS wird seither von John P. Mullen verantwortet. Im Dezember 2006 wurde der Bereich Paket Deutschland aus dem Unternehmensbereich EXPRESS in den Unternehmensbereich BRIEF und damit in die Verantwortung von Dr. Hans-Dieter Petram zum 1. Januar 2007 überführt. Gesellschaft folgt allen Kodex-Empfehlungen Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2006 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Hier können die bisherigen Erklärungen eingesehen werden. Die Deutsche Post AG entspricht allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 12. Juni 2006. Weitere Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen einschließlich der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat enthält der gleichnamige Bericht. Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihren Einsatz und die im Geschäftsjahr 2006 geleistete erfolgreiche Arbeit. Bonn, 13. März 2007 Der Aufsichtsrat
Dr. Jürgen WeberAufsichtsratsvorsitzender
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