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Timestamp: 2017-01-17 08:53:32
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Matched Legal Cases: ['§10', '§10', '§ 7', '§ 18', '§ 8', '§ 8', '§10']

Kinderversicherung : Tagging : Kinderversicherung
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Wahltarife in der GKV nun auch vor Ablauf der 3 Jahre kündbar um in die PKV zu wechseln „Sie können erst nach 18 Monaten kündigen“ – Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse bei Übertritt in die PKV?! Nachforderung von der gesetzlichen Krankenkasse, rückwirkend Beiträge für mein Kind Tags: Bindungsfrist, GKV, Kinderversicherung, Mindestbindungsfrist, PKV Veröffentlicht in GKV, Krankenversicherung, Private KV | 3 Kommentare »
Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!
Die gesetzlichen Krankenkassen haben bekanntlich irgendwie chronisch kein Geld. Das führt auch dazu, dass immer genauer geprüft wird, wo noch welches herzubekommen ist. Einer der Krankenkassen die im Moment sehr viel prüfen (auch gemessen an den Anfragen die mich hier zu erreichen) ist die BKK mhPlus, eine Krankenkasse welche in den vergangenen Jahren durchaus durch günstige Beiträge aufgefallen ist. Im Augenblick geht es hier jedoch um Nachforderungen, Nachforderungen nicht von einigen hundert, sondern von durchaus fünfstelligen Eurobeträgen.
Änderung des Familienstandes und Einkommensänderung nicht angezeigt
Einmal im Jahr bekommen viele gesetzlich Versicherte Familien Post, dort fragen die gesetzlichen Krankenkassen Veränderungen in der Familiensituation und den Einkommensverhältnissen ab. Einige Krankenkassen haben das in den letzten Jahren durchaus etwas schleifen lassen, was aber nicht bedeutet das Sie Änderungen in ihrem Familienstand, ein verändertes Einkommen oder sonstige Veränderungen im versicherten Status nicht anzeigen müssten. Dabei betrifft es in der Regel die Prüfung der Familienversicherung nach Paragraf 10 des Sozialgesetzbuches V. Hier findet sich die Regelung dafür, wann und unter welchen Umständen die Kinder in der gesetzlichen, kostenlosen Familienversicherung sein können.
Anzeige der Hochzeit vergessen
Ich kann das ja verstehen. Da haben sie gerade die Hochzeit hinter sich gelassen, Steuern in ein glückliches Leben als kleine, neue Familie und da hat man bekanntlich anderes zu tun, als die gesetzliche Krankenkasse zu informieren. Auch in den Flitterwochen gibt es sicherlich interessantere Themen als die gesetzliche Krankenkasse. Wenn diese dann noch nicht mal zur Hochzeit gratuliert, gerät es gänzlich in Vergessenheit. Doch damit haben wir schon das erste Problem. Ist ein Ehepartner privat krankenversichert und der andere in der gesetzlichen Kasse, so waren die Kinder bisher beitragsfrei familienversichert in der GKV. Nach der Hochzeit findet jedoch eine Prüfung statt, die es vorher so nicht gegeben hat. Mithilfe eines Familienfragebogens prüft die gesetzliche Krankenkasse das Einkommen der Ehepartner und entscheidet danach ob eine weitere, kostenfreie Familienversicherung überhaupt möglich ist.
Auf der hier abgebildeten Übersicht können Sie selbst schon einmal nachprüfen, ob nach ihrer Hochzeit eine solche Familienversicherung kostenfrei bestehen bleiben kann. Liegt jedoch das Einkommen des privat versicherten (Angestellten) oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, also höher als 56.250 €, so besteht für die bisher gesetzlich Krankenversicherten Kinder eine Beitragspflicht. Diese tritt mit Änderung des Umstandes ein, so mit der Hochzeit. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Kinder einen Beitrag von ca. 165 €+ ca. 20 € Pflegepflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse bezahlen.
Die Alternative dazu ist, dass Sie die Kinder in der privaten Krankenversicherung versichern können. Dabei ist es nicht erforderlich, dass dieses die gleiche Krankenversicherung ist, in der Sie selbst versichert sind. Wichtig ist aber zu beachten, dass bei einer gesetzlichen, beitragspflichtigen Versicherung keinen Anspruch auf den Zuschuss durch den Arbeitgeber besteht.
Sondersituation Selbstständige
Ist der privat Krankenversicherter Elternteil jedoch selbstständig tätig, so gestaltet sich die Situation hier noch etwas komplizierter. Das Einkommen bei selbstständigen ist in der Regel nicht konstant, sondern verändert sich je nach Auftrags- und Kundensituation pro Jahr. Das weitere Problem besteht nun darin, dass ein Einkommen eines selbstständigen in der Regel erst im Folgejahr oder manchmal sogar noch später durch einen Steuerbescheid festgestellt werden kann. Das bedeutet, dass erst zu diesem Zeitpunkt eine Klarheit darüber besteht, ob das Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat. Dabei ist die jeweilige JAEG des entsprechenden Jahres maßgebend. Kommt nun der Steuerbescheid für das Jahr 2014 erst im Jahr 2016, so ist die Krankenversicherung (die gesetzliche) natürlich darüber zu informieren, und das möglichst umgehend. Die Pflicht für diese Information resultiert aus den Vorgaben im Sozialgesetzbuch V. Durch das Überschreiten der Grenze entfällt (rückwirkend) die Familienversicherung für das Kind. Damit ist klar, dass auch rückwirkend für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes ein Beitrag fällig wird. Selbst für nur ein Jahr sprechen wir über Beiträge größer 2.000 €. Stellt die gesetzliche Krankenkasse fest, dass noch weiter zurückliegende Beiträge nicht erbracht sind, so wird diese nach fordern. Oftmals sind die Nachforderungen gerade bei mehreren Kindern dann schnell fünfstellig.
Kind geboren und „vergessen“
Das ist in vielen Fällen ein anderes und manchmal sogar komplizierteres Problem. Das Kind wird geboren und die Mutter meldet es einfach bei sich in der gesetzlichen Kasse an, so „macht man das eben“ und niemand sieht darin ein Problem, auch die gesetzliche Krankenkasse nicht, denn meist weiss diese nicht einmal von der privaten Krankenversicherung des Ehepartners. Das wird aber recht schnell zu einem Problem, denn irgendwann bekommt auch die gesetzliche Krankenkasse es heraus und dann stehen wir wieder vor dem gleichen Problem (wie oben bei der Hochzeit beschrieben). Die gesetzliche Krankenkasse berechnet die Beiträge, rückwirkend!
Doch anders als bei der Frage des späteren Wechsels eines Elternteils in die gesetzliche Krankenkasse haben wir hier noch einen anderen Anspruch. Besteht eine private Krankenversicherung bereits zur Geburt des Kindes bei einem Elternteil, so hat das Kind Anspruch auf die sogenannte neugeborene Nachversicherungsgarantie. In der Praxis bedeutet das, ist der Vater oder die Mutter bereits drei (bei manchen Gesellschaften einen) Monats privat krankenversichert, so muss die PKV das Kind versichern. Dabei spielt es keine Rolle ob das Kind zu diesem Zeitpunkt gesund ist, oder ob Vorerkrankungen und/oder Behinderungen vorliegen.
In mehreren Beiträgen zur Versicherung von Neugeborenen versuche ich immer und immer wieder zu erklären, wie wichtig der Versicherungsschutz für das Neugeborene ist. Nur bei entsprechender Vorversicherung der Eltern können die Kinder unabhängig vom Gesundheitszustand versichert werden. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema Neugeborene und Kinder nach Versicherung finden Sie hier im Blog:
Artikel zum Thema Neugeborenennachversicherung
Artikel zum Thema Kinderversicherung
Die Situation: bei Geburt ein Elternteil privat, der andere gesetzlich
Eine solche Situation ist bei der Geburt von Kindern nicht wirklich selten. Ein Elternteil ist bereits privat krankenversichert, das zweite jedoch in der gesetzlichen Krankenkasse. Völlig unabhängig von der Frage wo das Kind tatsächlich zukünftig versichert sein sollte und auch völlig unabhängig davon wie sich vielleicht die Versicherungssituation in der Familie noch verändert, das Kind hat einen vertraglichen Anspruch auf Nachversicherung. Das bedeutet dass der private Krankenversicherung dem Kind einen Versicherungsschutz anbieten muss, der maximal dem Versicherungsniveau des dort versicherten Elternteils entspricht.
Diese vertragliche Garantie gilt natürlich nur bei dem Versicherer, bei dem auch das Elternteil versichert ist. Das Kind wird nach Vollendung der Geburt entsprechend angemeldet. Diese Anmeldung ist etwas anderes als eine Antragstellung, denn es gibt hier keine Gesundheitsprüfung. Die Geburt eines Kindes können Sie mir über das Kontaktformular einfach mitteilen. Nachdem dies passiert ist, erhalten Sie einen Versicherungsschein für das Kind.
Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt nicht verheiratet sein, oder trotzdem noch ein Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung bestehen, so kann diese genutzt werden. Die neugeborene Nachversicherungsgarantie ist allerdings nur einmalig nach Geburt nutzbar entsprechende Anmeldefristen sind zu beachten. Wer sich also dann entscheidet das Kind doch zunächst in der gesetzlichen Krankenkasse zu lassen, der sollte die private Krankenversicherung in eine sogenannte Anwartschaft umwandeln. Nun mit diesem Weg sichern Sie sich die Möglichkeit das Kind später (in sie es vielleicht müssen, aber aus gesundheitlichen Gründen sonst nicht mehr können) in die private Krankenversicherung zurückzuholen. Auch eine Umwandlung in eine Zusatzversicherung ist jetzt möglich und sinnvoll. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch noch, für ein gesetzlich versichertes Kind besteht kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss, für ein privatversichertes Kind jedoch schon.
Post von der GKV, wir wollen Beiträge, rückwirkend!
Stellt die gesetzliche Krankenkasse nun fest, eine beitragsfreie Familienversicherung war fälschlicherweise vorhanden und somit unberechtigt, so schreibt diese die Versicherten an. Ein solches Anschreiben bedeutet meist, es kostet Geld, viel Geld. In einem der mir vorliegenden Fälle sieht das dann so aus.
Damit ist klar, die kostenlose Familienversicherung endet nun zum 30.11.2013. Ab diesem Zeitpunkt sind Beiträge als freiwilliges Mitglied zu zahlen, oder alternativ ein anderer Versicherungsschutz nachzuweisen. Das ist rückwirkend aber nicht so einfach, denn auch eine Versicherung geht nur in die Zukunft, schließlich lassen sich Schäden in der Vergangenheit nicht versichern. Teilweise gibt es aber eine Lösung.
Kann ich mit den Kindern auch rückwirkend in die PKV?
Eine rückwirkende Aufnahme der Kinder ist meist nicht möglich. In der PKV ist zudem keine Neugeborenennachversicherungsgarantie oder sonstige Option mehr vorhanden, die Kinder ohne eine Gesundheitsprüfung zu versichern. Das bedeutet, Antragstellung geht nur mit kompletter Risikoprüfung. Dazu haben die Versicherer unterschiedliche Vorgaben, denn nicht jeder nimmt auch die Kinder allein. Ob der gewünschte Versicherer Ihr Kind auch versichert, das können Sie meiner
Übersicht, wo die Kinder zu versichern sind
entnehmen. Dennoch sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Es ist auch hier elementar wichtig, zunächst einmal den passenden Versicherungsschutz zu bekommen, das heißt aber zunächst zu ermitteln was Sie / Ihr Kind wirklich brauchen. Da steht schon die GKV mit vielleicht einigen tausend Euro Nachzahlung vor der Tür, dann soll es auch noch eine „teure PKV“ sein? Nun, Sie entscheiden sich auch hier für eine längere Beziehung. Meist bis zur Ausbildung und/ oder bis nach dem Studium bleiben die Kinder in der PKV der Eltern versichert. Es wird zwar im Rahmen der studentischen Tarife etwas billiger, generell muss der Schutz aber passen. Achten Sie in jedem Fall aber darauf, dass ein solcher PKV Schutz Umwandlungsrechte enthält. Dieser muss Ihnen die Möglichkeit bieten, im Falle einer Versicherungspflicht in der GKV (nach der Ausbildung) oder auch einem neuen Entstehen der Familienversicherung, aus der Voll KV einen Zusatzschutz zu machen. Nichts ist teurer als eine begonnene Kieferorthopädiebehandlung, welche dann mittendrin durch einen Wechsel von PKV zu GKV unterbrochen wird. Der eine zahlt nicht mehr, der andere kann nicht zahlen weil nicht vor Behandlungsbeginn genehmigt und so weiter.
Bekomme ich einen Nachlass wenn alle in einer Versicherung sind?
Auch diese Frage wird oft gestellt und ist einfach zu beantworten. NEIN. Eine rabattieren der Beiträge aufgrund vieler Personen in einem PKV Vertrag gibt es nicht. Genau wie es auch in der gesetzlichen Krankenkasse keinen Rabatt gibt. In der privaten Versicherung ist dieses einfach mit der Risikokalkulation zu erklären. Beiträge für die Kinder werden individuell und nach Alter, gewünschten Leistungen und Gesundheitszustand berechnet, da ist ein Rabatt schlecht möglich. Dennoch kann es manchmal von Vorteil sein, die eigene PKV zu wählen. Ob dem so ist, das hängt auch vom Vertrag ab, in dem Sie selbst derzeit versichert sind.
Gar nicht. 🙂 Es ist ja nun schon einiges an Zeit vergangen, also die GKV hat schon Unterlagen angefordert, spätestens hier sollten Sie dann auch in Richtung der PKV nötig werden. Machen Sie sich dringend Gedanken über die
Auswahlkriterien in den Tarifen des Kindes und den gewünschten Versicherungsschutz. Erst wenn dieses passiert ist, erst dann lassen sich die gewünschten Tarife ermitteln und gemeinsam mit Ihrem Berater schon die Voranfragen vorbereiten. Hierzu können Sie, nahezu unabhängig vom Alter des Kindes, schon einmal die Unterlagen vorbereiten. Diese habe ich Ihnen unten in einer „ToDo Liste“ zusammengestellt.
Was ist mit abgerechneten Behandlungen?
Auch wenn das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung soll, das ist meist nicht so einfach. Die meisten Unternehmen versichern die Kinder hier nur bis zu einem Zeitraum von 3 Monaten rückwirkend. Über einen Sondervertrag sind hier bei einigen meiner Kunden bis zu 9 Monate, manchmal sogar ein Jahr möglich. Ob dieses Modell für Sie in Frage kommt, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu senden Sie mir gern eine E-Mail oder nutzen das Anfrageformular hier auf der Seite.
Bereits in der GKV abgerechnete Behandlungen werden von dieser auch zurückgefordert. Dabei ist es nicht ganz unwichtig vor einer eventuellen Rückdatierung zu wissen, welche Behandlungen auftraten, welche Ärzte besucht wurden. Dieses ist nicht nur für die Antragstellung in der PKV, auch für die Rückforderung der gesetzlichen Kasse relevant. Einige Krankenkassen nennen Ihnen diese kosten ganz freimütig, andere wiederum tun sich hier sehr schwer. ACHTUNG: Diese Kosten welche von der GKV zurückgefordert werden, können NICHT bei der neuen, rückdatierten privaten Krankenversicherung eingereicht werden. Der Versicherungsbeginn kann zwar weiter zurückliegen, jedoch liegt der Leistungsbeginn nicht vor dem Ausstellen der neuen Police, und das ist meist jetzt, also nach den Behandlungen.
Um überhaupt erst einmal zu überlegen welches System und welcher Versicherungsschutz für Ihr Kind passt, benötigt es etwas Arbeit. Schauen Sie sich daher schon einmal unter dem Punkt Auswahlkriterien hier auf der Seite um. Dann beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen zum Schutz des Kindes. Und nein, „Hauptsache es ist billig“ ist kein passendes Auswahlkriterium. Diese Wünsche tragen Sie dann bitte in den
Kriterienfragebogen ein
auch der Fragebogen zur Antragsvorprüfung hilft schon weiter, ebenso ein Scan oder eine Kopie der Untersuchungsberichte aus dem U Heft.
Hier bitte daran denken, auch die linke Seite (selbst wenn die leer ist) ist mit zu kopieren.
Nachdem dieses alles zusammen gesammelt ist, schauen wir gern weiter nach dem passenden, für Sie relevanten Schutz und optimieren den gemeinsam.
Das Kind ist unterwegs- die Auswahl der richtigen Versicherung Kinder: Welche Krankenversicherung ist die passende für mein Kind? Die Krankenkasse will jetzt eine Nachzahlung für die Kinder, beendet die Familienversicherung und das rückwirkend? Tags: freiwillig Versicherte, Kinder, Kindernachversicherung, Kinderversicherung, rückwirkend Veröffentlicht in Krankenversicherung | Keine Kommentare »
Kinder: Welche Krankenversicherung ist die passende für mein Kind?
Vor nunmehr einigen Jahren habe ich schon einmal dazu geschrieben, damals ging es um die Aussage „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„. Aufgrund vieler Nachfragen greife ich das Thema gern noch einmal auf und versuche einmal mehr etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Nachversicherung des Neugeborenen oder auch die Versicherung von Kindern nach der Hochzeit ist immer wieder ein „spannendes Thema“ und sorgt leider immer wieder für Verwirrung.
Krankenversicherung für das Kind – Die Möglichkeiten
Generell gibt es immer und für jedes Kind eine Wahlmöglichkeit, wie der Versicherungsschutz aussehen soll. Dabei spielt es auch keine Rolle, wenn kein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist, selbst dann könnte das Kind dort versichert werden. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, das steht auf einem anderen Blatt, es geht aber.
Beide Eltern sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)
Für den Fall das beide Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse sind, hat das Kind zu 99% der Fälle einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung. Diese Regelungen finden sich im §10 des Sozialgesetzbuches V. Voraussetzungen wie „nicht selbstständig tätig“ und keine eigenen Einkünfte über der Geringfügigkeitsgrenze dürften bei den Kindern erfüllt sein. Dann besteht hier die kostenfreie Versicherung in der Familienversicherung eines Elternteils. Das kann der Vater, ebenso aber die Mutter sein. Da es bei einigen gesetzlichem Kassen besondere Leistungen gibt, ist auch hier genau zu überlegen wo das Kind angemeldet wird. Einen Vergleich der GKV Leistungen finden Sie in meinem Onlinevergleich der Krankenkassen.
Natürlich kann das Kind auch in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Was es hier nicht gibt ist die Nachversicherung für Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung, denn dazu bedarf es einer Vordersicherung eines Elternteils. Aber Dennoch kann ein „normaler Antrag“ mit Gesundheitsfragen und Risikoprüfung gestellt werden. Hierzu wird bei den meisten Gesellschaften die U1 und U2 Untersuchung benötigt. Ist das Kind dann privat versichert, so dürfen natürlich keinesfalls Leistungen doppelt abgerechnet werden. Es muss daher VOR Behandlungsbeginn entschieden werden, ob diese Behandlung nun „GKV oder PKV“ sein soll, denn auch der Arzt oder das Krankenhaus muss das vorher wissen. Dennoch gibt es Leistungen in der GKV, welche die private Versicherung so nicht kennt.
Ein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV)
Hier wird es dann schon etwas schwieriger, da es nicht mehr ganz so einfach zu prüfen ist. Ist ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenkasse und der/ die andere in der privaten Krankenversicherung versichert, so bestehen für das Kind mehrere Möglichkeiten. Für die vereinfachte Prüfung können Sie zunächst einmal dieses Schema verwenden. Hier „hangeln“ Sie sich von oben nach unten durch, damit Sie am Ende sehen ob ein Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung besteht.
Im Anschluss an diese Prüfung ergibt sich dann die Möglichkeit der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (auch hier wieder mit der Option sich dennoch für die Private Versicherung zu entscheiden), aber auch die Möglichkeit das keine beitragsfreie Familienversicherung besteht. Ist dem so, so ist auch in der gesetzlichen Krankenkasse ein Beitrag hierfür zu zahlen. Hier einige Beispiele (Stand Mai 2016)
Kinderbeiträge als freiwilliges Mitglied in der GKV
– DAK – 150,09 € zzgl. 25,08 € Pflegepflicht = 175,17 € mtl.
– AOK – 145,25 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 168,01 € mtl.
– Barmer GEK – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
– BKK 24 – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
– IKK – 149,13 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 171,89 € mtl.
– HKK – 141,28 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 164,04 € mtl.
Besonderheit: Ein Partner selbstständig mit schwankendem Einkommen
Immer wieder ergibt sich hier das Problem des spät feststellbarem oder schwankendem Einkommen. Gerade bei Selbstständigen werden das Einkommen und die Steuerbescheide erst weit in der Zukunft festgestellt. Zudem kann die Krankenkasse in den Satzungen entsprechende Regelungen treffen, welche eine Anrechnung bestimmter Einkommen-/ Einkunftsarten berücksichtigt.
Da Problem: Wird nun ein Einkommen erst im Folgejahr festgestellt, so ist dieses umgehend der Krankenkasse zu melden. Diese prüft dann erneut die Frage, ob eine Familienversicherung möglich ist und das auch rückwirkend. War bisher von einer beitragsfreien Versicherung ausgegangen und ändert sich das durch den Steuerbescheid oder die nachgewiesenen Einkünfte, so fordert die Krankenkasse eine Nachzahlung. Im meinem Artikel: „Die Krankenkasse fordert eine Nachzahlung und beendet die Familienversicherung rückwirkend“ habe ich genau dieses Problem beschrieben. Für viele Versicherte wird dieses dann oftmals eine große finanzielle Belastung, denn die Nachzahlung ist oftmals mehrere tausend Euro hoch.
Die Familienversicherung wird im August 2016 neu geprüft, da der Steuerbescheid für das Jahr 2015 erst erging. Die Krankenkasse stellt daher fest, für beide Kinder besteht seit dem 1.1.2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr. Daher fordert diese:
Kind 1: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. = 2.040 Euro
Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro
Kind 2: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. = 2.040 Euro
Gesamtforderung: 6.880 Euro zzgl. laufender 350 Euro mtl.
Haben die Eltern das Geld dann nicht zurückgelegt, weil diese es nicht wussten oder davon ausgegangen waren eine rückwirkende Änderung ist nicht möglich, so tuen die über 6.000 Euro „mal eben schnell“ ganz schön weh. Daher sollten Sie, schon bei Anfertigung des Jahresabschlusses und der Fertigstellung der Steuererklärung mit der Krankenkasse sprechen. Einige Krankenkassen fragen zudem am Jahresende mit einem entsprechenden Fragebogen zur Familienversicherung die Einkommensverhältnisse ab.
Dann gehe ich rückwirkend in die PKV
Spätestens wenn die Nachforderung der gesetzlichen Krankenkasse kommt, überlegen viele die Kinder noch „schnell“ in der Privaten Versicherung versichern zu lassen. Einige Berater finden da angeblich sehr kreative Lösungen und meinen das das alles ganz einfach sei. Fakt ist aber:
eine rückwirkende Versicherung in der PKV über mehrere Jahre ist nicht möglich
laufende Behandlungen verhindern oft einen Wechsel, gerade wenn zum Beispiel Kieferorthopädie als Behandlungsform ansteht oder der Arzt dieses schon einmal angeraten hat
bereits erbrachte Leistungen (Arztabrechnungen, Medikamente etc.) wären zurück zu zahlen
ein nachträgliches Einreichen bei der PKV geht aber auch nicht, da die Leistungen vor der Annahme des Antrags liegen
Damit ist ein solcher Weg meist keine sinnvolle Option, schließlich bleiben Sie auf einer Menge Kosten sitzen, wenn die Kinder auch nur zu „Kleinigkeiten“ beim Arzt waren. Dieser hat über das GKV Budget abgerechnet. Würde sich das ändern, müsste dieser ggf. rückwirkend eine Privatrechnung stellen, die GKV fordert zurück und vieles mehr. Das rechtfertigt den Aufwand meist nicht.
Machen Sie sich am Besten vor der Geburt, oder noch besser schon vor der Familienplanung Gedanken wie die Versicherung der Kinder aussehen soll. Beachten Sie dabei bitte auch die nicht immer beitragsfreie Versicherung der Mutter, während der Elternzeit.
Lesetip: In der Elternzeit ist gerade NICHT jeder beitragsfrei in der GKV versichert
Weiterhin denken Sie bitte auch daran rechtzeitig zu überlegen welchen Versicherungsschutz das Kind benötigt, denn hier ist bei vielen Unternehmen eine Vorversicherungszeit von drei Monaten nötig. In der Praxis bedeutet dies, der Schutz für die Eltern sollte so abgeschlossen werden das auch bei einer eventuellen Frühgeburt (oder besser gerade dann) schon die Vorversicherungszeiten erfüllt sind. Nur dann lassen sich die Kinder im Rahmen der Neugeborenennachversicherung ohne Gesundheitsprüfung mitversichern und genießen von Geburt an Versicherungsschutz.
PKV oder GKV für das Kind?
Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten. Abhängig von persönlichen Vorgaben zu Leistungen und Prämien über eine eventuelle familiäre Vorbelastung mit Krankheiten können beide Systeme sinnvoll sein. Zu beachten ist aber hier noch eines. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es für das Kind nur dann, wenn dieses in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Ist das Kind hingegen gegen Beitrag in der GKV, so besteht hier kein Arbeitgeberzuschuss und das obwohl der Beitrag mit knapp 170 Euro monatlich nicht so klein ist.
Auch gibt es Leistungsbausteine die zwar in der gesetzlichen Kasse, nicht aber zwingend in jedem PKV Schutz enthalten sind. Nur ein Beispiel ist das Krankentagegeld bei Erkrankung eines Kindes.
Lesetip: Krankentagegeld in der PKV bei Erkrankung eines Kindes
Auch Leistungen wie Mutter-Kind-Kuren oder auch Vater-Kind-Kuren sind in der PKV anders gelöst. Hierzu gibt es entsprechende Kurtagegelder und Kurtarife, meist ist dieses aber nicht pauschal im „Haupttarif“ enthalten.
Besonderheit Beamte
Ist ein Elternteil, ganz egal ob Mutter oder Vater, verbeamtet und erhält daher Beihilfe, so besteht auch für das Kind in den meisten Fällen ein Beihilfeanspruch. Dieser beträgt i.d.R. 80% der beihilfefähigen Aufwendungen. Das bedeutet das jede Arztrechnung zuerst an die Beihilfestelle geht, diese davon 80% (im Rahmen der erstattungsfähigen Kosten) übernimmt und danach der private Krankenversicherer den Rest trägt. Natürlich gelten hier die Beschränkungen des gewünschten Versicherungsschutzes.
Beihilfeanspruch günstiger als Arbeitgeberzuschuss: Bekommen Sie für das Kind 80% der Arztkosten erstattet, so ist das die bessere Wahl. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt maximal 50% des Beitrags, im Rahmen der Höchstzuschüsse. Auch hier besteht die Nachversicherung nur dann, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind.
Ja müssen, nicht sollten. Handelt es sich um ein Kind welches noch nicht geboren ist, so können Sie die folgenden Schritte einfach „abarbeiten“
Klären Sie, wo die Mutter versichert ist und wie (freiwillig, pflichtig, privat krankenversichert?)
Klären Sie gleiches für den Vater
Bestehen Zusatzversicherungen, wenn ja wo, seit wann, mit welchem Versicherungsumfang
Besteht eine Optionsversicherung um in die PKV wechseln zu können?
Ist ausreichender Pflegeergänzungsschutz vorhanden? –> Lesetip: Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes
Lesen Sie den Was Sie zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten – jetzt oder nie
Überlegen Sie sich, welchen Leistungsumfang das Kind später in seinem Versicherungsschutz haben soll
Ist das Kind schon auf der Welt und Sie haben vielleicht vor zu heiraten oder schon geheiratet dann sollten Sie sich einmal folgende Punkte anschauen:
Wie ist die Mutter derzeit versichert?
Welcher Schutz besteht für den Vater?
Haben Sie als Eltern eine Zusatzversicherung?
Bestehen schon Zusatzversicherungen für das Kind?
Weiss die GKV von der Hochzeit, falls das Kind noch familienversichert ist?
In beiden Fällen suchen Sie sich bitte einen ausreichend qualifizierten Berater, denn gerade hier gibt es viel was durch eine verlorene Frist, eine vergessene Anmeldung oder einfach durch Unwissenheit fatale Folgen haben kann.
Lieber fragen Sie einmal mehr nach, einmal zu viel ist besser! Fehler die bei der Anmeldung gemacht werden und sich nicht mehr korrigieren lassen, ziehen sich sonst wie ein roter Faden durch das Leben des Kindes, denn nicht nur zu Beginn, auch während der kompletten Versicherungszeit lassen sich einige Punkte nicht mehr korrigieren.
– im Leitfaden für die Krankenversicherung
– in den Auswahlkriterien für den passenden Versicherungsschutz
Fragen stellen Sie gern über die Live Chat Funktion oder einfach per E-Mail, oder rufen Sie einfach an.
Kindernachversicherung – nichts überstürzen und ausreichend informieren Das Kind ist unterwegs- die Auswahl der richtigen Versicherung Die Krankenkasse will jetzt eine Nachzahlung für die Kinder, beendet die Familienversicherung und das rückwirkend? Tags: Kinder, Kindernachversicherung, Kinderversicherung, Neugeboren Veröffentlicht in GKV, Krankenversicherung, Private KV | Keine Kommentare »
Wenn Sie auf diesen Beitrag gekommen sind, dann haben Sie vielleicht nach Begriffen wie „Nachversicherung“ Kinder oder dem „Ende der Familienversicherung“ gesucht und die Suchmaschine hat Sie hier her gebracht. Die gesetzlichen Krankenkassen scheinen momentan ganz massiv mit der Prüfung der Voraussetzungen der Familienversicherung beschäftigt zu sein. So werden Fragebögen an Versicherte verschickt und es wird rückwirkend geprüft ob denn eine solche kostenfreie Familienversicherung für die Kinder überhaupt möglich ist und war. Hierbei stellen die gesetzlichen Krankenkassen oft fest, das die Kinder gar keinen solchen Anspruch haben und doch einen Beitrag in der GKV zahlen müssten.
Wann entfällt die Familienversicherung?
Zunächst einmal ist zu prüfen, wo beide Elternteile versichert sind. Dazu habe ich bereits eine Übersicht vorbereitet, hier können Sie- oben angefangen- einfach selbst für sich einmal den Weg entlanggehen und prüfen, wo das Kind denn versichert werden müsste. Weitere Informationen finden Sie auch in dem Beitrag „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„, welchen ich bereits vor einiger Zeit veröffentlicht habe.
Doch natürlich können sich die Umstände auch ändern und sind der GKV dann anzuzeigen, damit diese erneut prüfen kann. Üblicherweise verschicken die gesetzlichen Krankenkassen hierzu Fragebögen. Fragebögen nach dem Einkommen des Partners, Fragebögen die den Familienstand abfragen und prüfen sollen, ob nicht zwischenzeitlich eine Hochzeit stattgefunden hat.
Familienversicherung- für wen eigentlich kostenfrei?
Wer überhaupt für die Familienversicherung in Frage kommt, das regelt der §10 des Sozialgesetzbuches V. Hier finden wir in schönen Juristendeutsch die Erklärungen, wann und wer kostenfrei in der Familienversicherung zu versichern ist. Dieses bildet auch die Grundlage der Entscheidung, denn die Kassen handeln hier nicht nach Gutdünken, sondern (meist zumindest) nach dem Gesetz.
„Rupfen wir“ den Paragraphen doch mal etwas auseinander und schauen uns an wie es genau aussieht.
nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht befreit sind; dabei bleibt die Versicherungsfreiheit nach § 7 [Anm. geringfügige Beschäftigung] außer Betracht,
kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße [somit 405 € monatlich in 2015] nach § 18 des Vierten Buches überschreitet; bei Renten wird der Zahlbetrag ohne den auf Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten entfallenden Teil berücksichtigt; für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1, § 8a des Vierten Buches beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 Euro.
(3) Kinder sind nicht versichert, wenn der mit den Kindern verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des Mitglieds nicht Mitglied einer Krankenkasse ist und sein Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und regelmäßig höher als das Gesamteinkommen des Mitglieds ist; bei Renten wird der Zahlbetrag berücksichtigt. [Anm. hier haben wir den Fall- Ehepartner PKV versichert und über JAEG liegendem Einkommen]
Schwere Kost, oder? Aber im Prinzip ganz einfach, wie auch auf dem oben genannten Bild zu sehen. Wichtig ist eine genaue Prüfung, wichtig ist auch regelmäßig die Voraussetzungen zu prüfen, denn sonst folgt irgendwann das böse Erwachen. Und versuchen Sie gar nicht erst zu glauben, die „merken das eh nicht“. Die Kassen haben chronisch kein Geld, die Kassen sind aber nicht allein, sondern der Gesetzgeber alle anderen am System beteiligten Teile wollen diese Überprüfung auch. Wenn es die bisher nicht gab, seien Sie versichert- die Kasse merkt es irgendwann.
Wie weiss die Kasse davon?
Einige Menschen vergessen es aber, andere finden es lästig und wieder andere spekulieren drauf, die gesetzliche Krankenkasse wird schon nicht drauf kommen und nicht mehr nachfragen. Das passiert sogar manchmal, aber nur für eine gewisse Zeit und verursacht danach mehr Probleme und mehr Stress als Ihnen lieb ist.
Zunächst einmal sind SIE in der Pflicht, nicht die Kasse. Der §10 SGB V schreibt daher weiter:
Dazu gehören geänderte Einkommensverhältnisse, ein neuer Job, der Wechsel in die PKV, der Austritt aus einer PKV, die Geburt eines Kindes, aber auch die Hochzeit, denn diese ändert die Voraussetzungen meist gravierend. Also merken: Sie müssen melden, auch dann wenn die Krankenkasse nicht explizit fragt!
Doch die Kassen versenden, wenn denn zumindest ein Anhaltspunkt da ist, entsprechende Fragebögen,
Was will die Kasse wissen?
Hier werden die Einkommensdaten des Versicherten und der Partnerin/ des Partners abgefragt und die Daten der Kinder. Alter, Berufsausbildung, Einkommen. Nun meinen viele: „Mein Kind hat doch sowieso kein Einkommen, brauche ich auch nicht ausfüllen“. Ja, für viele Kinder trifft das zu. Haben Sie aber Geld auf die Kinder übertragen und das angelegt, die Kinder aus steuerlichen Gründen an der Firma beteiligt oder die Kinder haben selbst geerbt und Sie verwalten es nur, auch dann erzielen Kinder ein Einkommen und können über die Grenze kommen.
Auch bei gut bezahlten Ferienjobs, der kleinen Firma des Kindes die mal „schnell eine Internetseite programmiert“ oder sonst etwas cleveres anbietet, auch hier sind die Voraussetzungen zu prüfen und oft fallen die Kinder hiermit aus der Familienversicherung heraus. An eine Berufsausbildung denken die meisten noch, vorher wird es aber oft vergessen.
Wenn die Krankenkasse nun rückwirkend Geld will
Familienversicherung stellt die Krankenkasse zu dem Zeitpunkt fest, wo diese von den Umständen Kenntnis hat. Melden Sie der Kasse also „Hurra, wir haben heute geheiratet!“, so ist es recht unkompliziert. Sie entscheiden sich das Kind in der GKV zu versichern und zahlen dort einen Beitrag, oder aber Sie versichern das Kind bei dem Wegfallen der Familienversicherung in der PKV und zahlen den Beitrag dort. Das ist nicht nur unkompliziert, sondern für alle Beteiligten sicher.
Problematischer wird es dann schon, wenn eine solche Meldung nicht erfolgte und Sie vielleicht nun merken: „Mist, das hätte ich schon vor einem Jahr melden müssen.“ Informieren Sie die Kasse also verspätet über Umstände welche zum Entfall der beitragsfreien Familienversicherung führen, so wird auch verspätet eine Beitragspflicht festgestellt. Die Krankenkasse muss dann auch für diesen Zeitraum Beiträge berechnen. Für die freiwillige, gesetzliche Krankenversicherung eines Kindes fallen je nach Unternehmen ca. 165 € Beitrag monatlich an, für die Kranken- und Pflegeversicherung gemeinsam. Für solche Beträge kann das Kind auch privat versichert werden, wenn die Tarife passen, der Gesundheitszustand des Kindes eine Versicherung möglich macht und die Leistungen sorgfältig ausgewählt sind. Dabei sind nicht nur die Vorteile der PKV zu berücksichtigen, auch Nachteile existieren in einzelnen Bereichen in der PKV. Je nach Tarif können Leistungen zum Beispiel bei Kur, Betreuung von Kindern, Hilfsmitteln, Heilmitteln und auch bei der Krankschreiben der Eltern vorhanden sein. Ob sich diese für Sie persönlich als relevant auswirken, das gilt es VOR einem Abschluss genau zu überlegen.
Arbeitgeberzuschuss für mein Kind, auch rückwirkend und auch in der GKV?
Der Arbeitgeber des Elternteils, welches in der Privaten Krankenversicherung versichert ist, der zahlt einen Zuschuss in Höhe von 50% auf den Beitrag (begrenzt auf die Höchstbeträge die sich jährlich ändern, Zahlen 2015 finden Sie hier). Ist der Höchstbetrag noch nicht verbraucht, so ist hier auch ein Zuschuss für das Kind möglich, wenn dieses auch in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Bleibt das Kind (auch gegen Beitrag) in der GKV, so ist dieses nicht möglich. Dieses ist durch ein Urteil des Bundessozialgerichtes entschieden. „Kein Zuschuss des Arbeitgebers mehr für gesetzlich Versicherte Kinder des Arbeitnehmers, Urteil des Bundessozialgerichts B 12 KR 4/11 R„
Wenn Sie auf das folgende Bild klicken, können Sie mithilfe des kleinen Rechners (als Exceldatei) schnell sehen, ob von Ihrem AG Zuschuss noch etwas frei ist. Den verbleibenden Zuschuss sehen Sie unten.
Allein der fehlende AG Zuschuss ist natürlich KEIN Grund das Kind in der PKV zu versichern, es gibt eine Reihe von Faktoren die bei der Überlegung eine Rolle spielen sollten. Entscheiden Sie sich rückwirkend für die private Krankenversicherung für das Kind und es findet sich ein Versicherer der bereit ist den Schutz auch rückwirkend abzuschließen, so entsteht aber rückwirkend kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss.
Rückwirkende PKV und raus aus der GKV nachdem die nun Geld wollen?
Spätestens wenn das Schreiben zum Entfall der Familienversicherung kommt, denken sich viele Versicherte: Schließe ich schnell rückwirkend eine PKV für mein(e) Kind(er) ab, dann bin ich weg und muss dort nichts nachzahlen. So einfach geht es aber nicht. Zum Einen lehnen es viele private Krankenversicherer einfach ab, einen rückwirkenden Schutz über Jahre anzubieten, zum anderen stellt sich die Frage nach bereits erbrachten Leistungen. Natürlich waren Sie bisher davon ausgegangen, das Kind ist familienversichert in der GKV. Also hatten Sie eine Versichertenkarte der gesetzlichen Krankenkasse und waren damit auch beim Arzt. Selbst wenn es nur Vorsorgeuntersuchungen oder eine Impfung war, der Arzt hat diese Leistungen als Kassenleistung abgerechnet und die Kasse ist hierfür aufgekommen.
„Dann zahle ich es denen zurück“
Auch das ist eher problematisch bis unmöglich. Viele Kassen wollen und können gar nicht einzeln auflisten, welche Leistungen berechnet und welche Kosten entstanden sind. Es kann einfach nachvollzogen werden bei welchen Ärzten Sie waren, das war es aber auch schon. Wird nun die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse rückwirkend aufgehoben, so haben Sie Kassenleistungen beansprucht ohne Mitglied gewesen zu sein.
„Die PKV kann doch froh sein, bekommen doch Geld für nix“
Da sind wir schon beim nächsten Problem. Würde die GKV Ihnen die Kosten aus der Zeit in Rechnung stellen, so könnten diese in der PKV nicht eingereicht werden. Der Versicherungsschutz kann zwar zurück datiert werden, auch Prämien werden fällig, der eigentliche Versicherungsbeginn ist aber der Tag der Annahme des Antrages, der Tag an dem Sie das Kind nun in der privaten Krankenversicherung versichern wollen. Rechnungen welche davor entstanden sind, sind schlichtweg nicht erstattungsfähig. Bei einem rückwirkenden Wechsel bleiben Sie daher auf den Kosten für bereits erfolgte Behandlungen sitzen. Das kann zu verschmerzen sein, wenn es ein, zwei Vorsorgeuntersuchungen waren, es wird problematische je mehr es ist.
Weiteres Problem- Selbstständige und schwankendes Einkommen
Schwankt das Einkommen von Jahr zu Jahr weil ein Partner selbstständig ist, ergibt sich hieraus noch ein weiteres Problem. Sinkt das Einkommen unter die JAEG, so kann hier schnell wieder der Anspruch auf Familienversicherung vorhanden sein. Das weiss man aber erst dann, wenn die Steuererklärungen fertig gestellt sind und die Bescheide vorliegen. Dann heisst es ggf. wieder raus aus der PKV und rein in die kostenfreie GKV. Ob das gewünscht und sinnvoll ist, hängt auch von der Entwicklung des Einkommens ab. Wie stark ändert sich das? Wie sieht es im kommenden Jahr aus? Wann kommt der Steuerbescheid?
Und falls doch PKV, welche?
Auch hier stehen viele Überlegungen an. Nur in den wenigsten Fällen ist der Tarif und die PKV des Vaters oder der Mutter auch für die Kinder die richtige. Kinder haben gänzlich andere Auswahlkriterien, gänzlich andere Vorgaben für den Umfang des Versicherungsschutzes und andere Prioritäten. So kann Roaming In im Krankenhaus, Kieferorthopädie und Versorgung von Heilmitteln (Logopäden zum Beispiel) wichtiger und anders sein. Viele andere Bereiche wie Heilmittel, ärztliche Versorgung im Krankenhaus sind anders zu gewichen.
Daher hat auch hier die genaue Auswahl des passendem Schutzes oberste Priorität. (–> Auswahlkriterien PKV)
Was genau zu tun ist, wenn die Post der GKV kommt.
1.) Zuerst einmal sollten Sie Ruhe bewahren, Panik und Aufregung hilft hier niemandem. Es ist alles lösbar, auch wenn erst einmal hohe vierstellige Beträge im Raum stehen.
2.) Niemals voreilig und ohne Rat handeln, nichts ausfüllen, nichts wegschicken. Berater konsultieren! Bevor Sie also handeln, sprechen Sie mit jemandem der sich damit auskennt. Es ist nicht ausreichend „irgendeinen“ zu fragen, auch nicht irgendeinen der „was mit Versicherungen macht“. Sie brauchen Rat, qualifizierten und begründeten Rat von einem, der Ihnen helfen kann. Das kann der spezialisierte Makler der PKV sein, das kann ein Versicherungsberater sein oder auch beide in Kombination.
3.) Besorgen Sie alle Unterlagen. Neben dem Schreiben der GKV sind alle Fakten wichtig. Seit wann bestehen die Umstände? (also seit wann verheiratet, Einkommen der Kinder, Wechsel in PKV) Nur wenn alle Fakten da sind, nur dann lässt sich eine Strategie entwickeln. Das kann die rückwirkende PKV in einem „günstigen“ Tarif sein, die Bezahlung der Rechnungen die an die GKV erstattet werden müssen und dann sofort die Umstellung in den passenden Schutz. Das kann aber auch heißen: Nachzahlen in der GKV und dann überlegen. Oder auch andere Wege die möglich sind. Daher ist hier eine genaue Analyse aller Fakten nötig.
4.) Alle Unterlagen scannen oder Faxen und die Anfrage über das Kontaktformular oder per E-Mail senden.
5.) Alles weitere lässt sich nun besprechen. Bitte teilen Sie mir eine Telefonnummer und eine Erreichbarkeit mit, oder nutzen Sie auch den Chat hier links auf der Seite oder die Telefon-Beratung (03838/307533)
Und falls Sie Menschen kennen, die in einer ähnlichen Situation sind und derzeit noch hoffen das die Gesetzlichen Krankenkasse „nichts merkt“, weisen Sie diese einfach mal auf diesen Beitrag hin. Auch wenn die Post heute noch nicht kam, die Kassen brauchen Geld und versuchen (zu recht übrigens) die Beiträge einzufordern. Reagieren Versicherte gar nicht auf die Anforderungen, dann werden auch für die Kinder schnell mal Höchstbeiträge festgesetzt. Das sind dann etwas über 700 € monatlich pro Kind, nicht mehr die 165 €. Warum? Weil die Kasse dann zunächst und ohne Unterlagen davon ausgeht, das Kind hat weitere Einkünfte, etwas anderes ist ja nicht belegt.
Das Kind ist unterwegs- die Auswahl der richtigen Versicherung Kein Zuschuss des Arbeitgebers mehr für gesetzlich Versicherte Kinder des Arbeitnehmers, Urteil des Bundessozialgerichts B 12 KR 4/11 R Arbeitgeberzuschuss: Wie Sie auch für Frau und Kind einen PKV Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen Tags: Arbeitgeberzuschuss, Familienversicherung, freiwillige Versicherung, GKV, Kinder, Kinderversicherung Veröffentlicht in GKV, Krankenversicherung, Private KV | 11 Kommentare »