Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/geldfaelschung-von-der-herstellung-bis-zur-verwendung-des-falschgelds-3170596?pk_campaign=feed&pk_kwd=geldfaelschung-von-der-herstellung-bis-zur-verwendung-des-falschgelds
Timestamp: 2019-11-17 08:29:06
Document Index: 148598811

Matched Legal Cases: ['§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 146', '§ 146']

Geld­fäl­schung – von der Her­stel­lung bis zur Ver­wen­dung des Falsch­gelds | Rechtslupe
Die Vor­be­rei­tungs­hand­lung des Her­stel­lens (§ 146 Abs. 1 Nr. 1 StGB) geht – eben­so wie die des Sich­ver­schaf­fens, § 146 Abs. 1 Nr. 2 StGB – im Fal­le eines sich plan­mä­ßig anschlie­ßen­den Inver­kehr­brin­gens regel­mä­ßig im Tat­be­stand des § 146 Abs. 1 Nr. 3 StGB zu einer ein­zi­gen Tat auf 1. Mit dem Inver­kehr­brin­gen been­det der Täter sei­ne Tat.
Die Hand­lun­gen nach § 146 Abs. 1 Nr. 1 StGB und das sodann erfolg­te Inver­kehr­brin­gen bil­den eine delik­ti­sche Ein­heit und stel­len dem­entspre­chend nur ein ein­zi­ges Geld­fäl­schungs­de­likt nach § 146 Abs. 1 StGB dar 2. Dies gilt auch in Kon­stel­la­tio­nen, in denen das Inver­kehr­brin­gen im Ver­suchs­sta­di­um ste­cken­bleibt 3.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt es für die Fra­ge, in wie vie­len recht­lich selb­stän­di­gen Fäl­len der Täter bei meh­re­ren Absatz­ge­schäf­ten jeweils den Tat­be­stand der Geld­fäl­schung ver­wirk­licht, ent­schei­dend auf die Zahl der die­sen zu Grun­de lie­gen­den ein­heit­lich zu bewer­ten­den Her­stel­lungs­o­der Erwerbs­vor­gän­ge an 4. Ver­schafft sich der Täter durch eine ein­heit­li­che Hand­lung Falsch­geld, um die­ses im Anschluss ent­we­der bei güns­ti­ger Gele­gen­heit oder an bereits fest­ste­hen­de Abneh­mer abzu­set­zen, so liegt auch dann nur eine Tat im Sin­ne des § 146 Abs. 1 Nr. 3 StGB vor, wenn das Inver­kehr­brin­gen in meh­re­ren Ein­zel­ak­ten geschieht 5. Maß­ge­bend ist inso­weit, dass der Täter sich das Geld bereits in der Absicht ver­schafft hat, die­ses spä­ter abzu­set­zen, und er die­se Absicht sodann ver­wirk­licht 6.
Hat sich der Täter dem­ge­gen­über in einem jeweils selb­stän­di­gen Erwerbs­vor­gang meh­re­re Falsch­geld­men­gen ver­schafft, liegt Tat­mehr­heit selbst dann vor, wenn Teil­men­gen dar­aus an den glei­chen Abneh­mer gelie­fert wer­den sol­len 7.
Dem­entspre­chend kann wie­der­hol­tes und daher auch gewerbs­mä­ßi­ges Han­deln vor­lie­gen, wenn der Täter beab­sich­tigt, sich durch mehr­fa­ches Sich­ver­schaf­fen von Falsch­geld und des­sen Inver­kehr­brin­gen eine Ein­nah­me­quel­le zu erschlie­ßen 8. Für das in der ent­spre­chen­den Absicht erfolg­te wie­der­hol­te Her­stel­len von Falsch­geld gilt nichts ande­res 9.
Da im vor­lie­gen­den Fall das Bas­tel­set noch aus­zu­schnei­den­de, nur ein­sei­tig bedruck­te Papier­schei­ne ent­hielt, erlang­te der Ange­klag­te mit dem Bas­tel­set noch kein Falsch­geld 10. Anders als das Erlan­gen eines Bün­dels Falsch­geld war der Erwerb des Bas­tel­sets ledig­lich eine Vor­be­rei­tungs­hand­lung zu den nach­fol­gend began­ge­nen Geld­fäl­schungs­de­lik­ten. Die Vor­be­rei­tungs­hand­lung ist für sich allein nicht geeig­net, Tat­ein­heit zu begrün­den 11.
Auch die Absicht des Ange­klag­ten, "die Mög­lich­kei­ten zur Geld­fäl­schung aus dem Bas­tel­set voll­stän­dig umzu­set­zen", begrün­det kei­ne Tat­ein­heit. Will ein Täter die Geld­schei­ne in Abhän­gig­keit von sei­nem Bedarf "nach und nach" her­stel­len, hat er also noch kei­ne irgend­wie bestimm­ten Vor­stel­lun­gen über den spä­te­ren Tat­ab­lauf, son­dern plant er spä­te­re Geld­fäl­schungs­hand­lun­gen allen­falls in all­ge­mei­nen Umris­sen, legt dies einen jeweils neu­en Tatent­schluss und die Annah­me von Tat­mehr­heit nahe 12.
Münch­Komm-StG­B/Erb, 3. Aufl., § 146 Rn. 56 mwN[↩]