Source: http://repertorium.at/qu/1480_kurpfalzhofgo.html
Timestamp: 2018-10-15 21:02:04
Document Index: 160664977

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 39', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43']

Die Hofgerichtsordnung Kurfürst Philipps für die Pfalzgrafschaft bei Rhein
Kurpfalz Hofgerichtsordnung 1480 :: Transkription Speer 2010 / 2016
Hofgerichtsordnung 1480
[Art. 1] Wie offt im jare und zu welichen zyttenn daz hoffgericht gehalten werden solle
[Art. 2] Das hoffegericht nit uff zu schlagenn
[Art. 3] Das die gesatzten tag nit lichti- glichen verruckt werdenn
[Art. 4] Durch wen die sachen angenomen und tag gesetzt werdenn sollenn
[Art. 5] Ob und wann man ußwendig des hofe- gerichts zyten rechttag setzen moge
[Art. 6] Daz zu yedem hofegericht eyn richter geordent werden soll
[Art. 7] Wie man sittigkeitt inn reden haben und schelt oder schmee wort vermyden soll
[Art. 8] Wer und wievil zu reten zu dem [91, 10] hofrichter gesetzt werden sollenn
[Art. 9] Die hofegerichts zytt zu sitzen und off zu steen
[Art. 10] Daz die hofegerichts rete nyemant [91, 50] vor hofegericht helffen tagleistenn
[Art. 11] Daz hofegericht zu zytten mit mer reten besetzt werden solle
[Art. 12] Das hofemeister cantzler und ander dem hoferichter schuldig sint zu raten wann sie des erfordert werdenn
[Art. 13] Wie der richter und rete underrede und frage mit den reten haben soll
[92, 50] [Art. 14] Wie die rete nit scheiden sollenn die urteile sy dan beschlossenn
[Art. 15] Wie des Urteils nyemant vor dem [93, 10] ußspruch gewarnet werden soll
[Art. 16] Wie richter und rete dz hoffgericht [93, 20] zu besitzen geloben und schweren sollen
[Art. 17] Daz zwen schriber off daz hofegericht warten sollen
[Art. 18] Des hofegerichts schribers [93, 50] eyt der da uffschribet
[Art. 19] Des schribers eyt der da ließtt
[Art. 20] Antreffen wysung geistlicher sachen
[Art. 21] Antreffen wisung ligender güter
[Art. 22] Von wysung der lehen güterr
[Art. 23] Wie es gehalten werden soll so rechttag gesetzt sint und ein parthy erschynt unnd die ander nit
[Art. 24] In waz sachen man costen und schaden wisen soll
[Art. 25] Wie eyner by siner gesprochen urteil von der nit appellirt ist gehanthabt werdenn soll
[Art. 26] Wie appellaciones angeno- menn werden sollenn
[Art. 27] Daz frevenlich mütwillig appellacos nit zugelassen sollenn werdenn
[Art. 28] Das man von unserm hofegericht fur uns nit appelliern soll
[Art. 29] Wie geverde in appellacon sachen furkommen werden sollen
[Art. 30] Wie von denn dorffgerichten appelliert werdenn solle
[Art. 31] Urteil brieff antreffen
[Art. 32] Die urteil brieff uß der cantzly zu losenn
[Art. 33] Wie und in welicher maß man abschrifft uß dem hofegericht geben soll
[Art. 34] Wie man commissarien geben und fur hofegericht benennen soll
[Art. 37] Das eyn parthy nit men dan ein [101, 30] geswornen fursprechen haben soll
[Art. 38] Das rych und arme fur- sprechen bekomen mögen
[Art. 39] Wie die botten die des hofgerichts brieff verkunden und ußtragen werden geloben und sweren sollen und was sie also uff die eide sagen und furbringen das dez soll gestanden werdenn
[102, 20] [Art. 40] Daz nit mer dan zwo sachenn eins mals furgenomen werden
[Art. 41] Daz diß hofegericht ordenung zu yedem hofegericht gelesen werden soll
[Art. 42] Vonn wem diß ordenung gehanthabt werden soll
[Art. 43] Wie wir uns behalten diß ordenung [103, 10] zu meren und zu myndernn
Zusatz zur Hofgerichtsordnung Kurfürst Philipps (Datum unbekannt) [HStA München, Allg.StA Opf., Lit.100, Fol.104, 105]
Änderung der Hofgerichtsordnung von 1497 [HStA München, Allg. StAOpf., Lit. 100, Fol.110R - 114]
[112, 50] Wie die procuratores swern sollen
Capittula iuramenti de calumnia
Iuramentum calumnie Der cleger soll swern
Der Text ist ediert in: Klaus Bender, Die Hofgerichtsordnung Kurfürst Philipps (1476-1508) für die Pfalzgrafschaft bei Rhein. Juristische Dissertation Universität Mainz 1967. Herrn Dr. Klaus Bender danke ich für die Erlaubnis, eine elektronische Edition seiner Dissertation und damit der Hofgerichtsordnung fertigen und im Internet publizieren zu dürfen.
sie des auch ere lop unnd nutz entpfahen wollenn [Seite: Fol.89]
zyttenN1 sollen alle sachen / die fur unser hoffge-[Seite 73]
[Seite: Fol.90] gerichten inn den die guter gelegen / oder an andern
[Seite: Fol.91] ungestumigkeit vermitten werde von den
[Seite 78] N6 [Seite: Fol.92] dann auch nyemant inn der selben sach in den
[Seite 79] satzt haben und die parthyen mit sampt den
[Seite: Fol.93] rechtspruch sy dann zuvor beschlossen es begebe
[Seite 80] lich zu recht gesprochen werden soll so
und darinn gebruchen keynerley geverdeN12 [Seite 81]
[Seite: Fol.94] gericht zuhalten und bewaren auch sunst waz
[94, 20] alles ungeverdeN14 [Seite 82]
[Seite: Fol.95] parthyen verwilkurt hetten in sachen darumb
[Seite: Fol.96] auch der cleger zuvor gelobt hab daz er dem
[Seite: Fol.97] den jhennen die solichem rechtspruch nit nach-
[Seite: Fol.98] nit verkunden kan / das der selb sin appellacon
[98, 40] beschwert werdennN28 [Seite 90]
[Seite: Fol.99] in volnfurung der appellacion sachen das
Item wan urteil an unserm hofegericht ge-[Seite 92]
[Seite: Fol.100] verkunden commission und anderm / das inen
sin so sollen inen die puncten us den brie-[Seite 93]
[Seite: Fol.101] meynenn und die sach im rechten nach mynem[Seite 94]
Es soll auch kein parthy ober ein geswornen[Seite 95]
und sich geburen wirdet und des getruwelich[Seite 96]
und voltzogen werden und heissen und gebieten[Seite 97]
durch sin hilff volbringen lassen woll.[Seite 98]
[Seite: Fol.104] Wie von end und vorurteiln appelliert werden
wer / oder sunst ußwendig des rechtenn der soll[Seite 99]
gesatzt und den tag der ime benent ist / be-[Seite 100]
sigell ungeverlich.[Seite 101]
unsern sundern bescheit nit angenomen werdenn[Seite 102]
ein yeder cleger sin furderung und anclag
so er yeman furzunemen vermeynt anzeigen
und der antworter sich darnach zu richten[Seite 103]
ordenung rechts geburt[Seite 104]
umb zu warten was recht sin würt / welicher[Seite 105]
parthyen keinerley furwort oder geding[Seite 106]
feln und puncten nach notturfftiger er-[Seite 107]
quadringentesimo nonagesimo septimo.[Seite 108]
gott helff und all heilgenn[Seite 109]
In Amberg trat das Hofgericht nur zweimal im Jahr zusammen. Der eine Zeitpunkt war "der nechst fritag nach sant michels tag", der andere der "nachfolgend fritag nach dem sontag misericordias domini". Siehe Ambergische HGO, HStA München, Allg. StA Opf., Lit. 100, Fol. 5 R.
HGO von Amberg (aaO., Fol.7 R): Hofrichter und Schreiber.
Dieser Artikel fehlt in der HGO von Amberg. Dafür ist ein anderer mit folgendem Wortlaut eingefugt (aaO., Fol.8):Wie tag zu hofgericht gesatzt werden soll. Wir setzen und orden auch das alle tagsatzung in offenbriefen gescheen
Dieser Artikel fehlt in der HGO von Amberg.
In der HO von Amberg heißt es: "mit unsers hofrichters besundern gunst
Zwischen Fol. 91 und 92 ist ein mit einem Datum versehener Zettel eingefügt, dessen Aufschrift im folgenden wiedergegeben wird.
Item und als sich inn obgemeldt ordenung tagleystung unnser hoffgerichts rete antreffen irrung erhaben han wir dar inn gesehen und wollen das es hinfur by disser obgenanten ordenung beliben soll / es wer dan das wir deßhalb ersucht wurdenn so behalten wir uns da inn zu erleuben oder abzuschlagenn nach gelegenheyt eyner yeder sach ob aber wir nit furhannden wern / so soll unnser hofrichter mit sampt ettlichen unnsern reten dan billichen / ob es zuerleuben sy oder nit unnd was sie darinn billichen / geben wir zugeschehen zu und mogen es lydenn. actum - invocavit 1483
Dieser Artikel fehlt in der HGO von Amberg. Er findet sich noch fast wörtlich übereinstimmend in der HGO von 1700 (LR 1,2, IV. Tit. IV.).
Am Rande dieses Artikels steht die Bemerkung: "Einer soll den anndern reden lassenn"
Am Rande dieses Abschnitts steht der Vermerk: "Der eyd eyde".
Die HGO von Amberg ist an dieser Stelle ausführlicher (vgl. HGO Amberg, aaO., Fol.10 R). Dies läßt den Schluß zu, daß die Verfasser eine andere Vorlage benutzten.
N12 .
In der HGO von Amberg heißt es hier weiter: "-- als mir got helff und alle seine heiligen".
In der HGO von Amberg heißt es hier zusammenfassend: "Der hofgerichtsschriber aidt".
In der HGO von Amberg endet der Eid mit der Formel: "als mir gott helff und alle seine heiligen".
Da in der HGO v. Amberg der Eid fur beide Schreiber zusammengefaßt ist, entfällt dort dieser Artikel.
Die HGO von Amberg ist hier etwas ausführlicher: "Und also auch in andern sachen gehalten werden, das die erstlich an orten da sich zuverrechten geburd angefangen und gradatim one underlaßung des mittels durch die appellation fur das genant unser hofgericht komen werde."
Dieser Artikel findet sich noch fast wörtlich übereinstimmend in der HGO von 1700 (vgl. LandR von 1700, 1,2, XIV. Tit.).
In der HGO von Amberg ist hier eingefügt: "darzu in andern fallen das nit questio feudi ist".
Neben diesem Artikel befindet sich am Rand die Bemerkung "Contumacia Actoris".
In der HGO von Amberg: "unsers hofrichters".
Neben diesem Artikel befindet sich die Randbemerkung "Contumacia Rej".
Neben diesem Artikel befindet sich die Randbemerkung "Contumacia post litis contestationem".
Diese Überschrift fehlt - wohl versehentlich - in dem Exemplar der im HStA aufbewahrten Abschrift der HGO von Amberg.
In der HGO von Amberg ist hier eingefügt: "oder so appelirt der appellacion zu rechter zeit nit nachkomen und die als desert von genanntem unserm hofrichter und reten erkannt wirt vollstreckung geschee und -". Da sich dieser Text in denjenigen der oben wiedergegebenen HGO nahtlos einfügen läßt, dürfte es sich wohl kaum um einen von den Verfassern der Amberger HGO gemachten Zusatz handeln, sondern um den Wortlaut des von ihnen als Vorlage benutzten Exemplars der HGO für die Pfalzgrafschaft.
HGO von Amberg: "- für uns das obgenant unser hofgericht in unserm fürstenthumb zu Beyern"
In der HGO von Amberg heißt es: "unserm vitzdomb wo der nit hofrich-ter gewesen oder unserm landrichter wo unser vitzdom nit vorhanden ab-wesen auch des landrichters unserm landschriber zu Amberg - -"
Diese Überschrift lautet in der HGO von Amberg: "Das appellation kleiner und leichter sachen die unter zwaintzig gulden sint an unserm hofgegericht nit angenommen werden sollen".
In der HGO von Amberg heißt die gesperrte Stelle wie folgt: "--sich einer unserm lande zu Beiern der urteil beswert bedeuchte das derselbe alßdan fur unsern vitzdom und rete zu Amberg dingen möge wie can sit und gewonheit im lande zu Beiern ist die alßdan solich ordnung wie gewonlich ist nottdurftiglich ubersegn darüber rechtlich erkennen und solich gedinge unter unsers vitzdombs insiegel verslossen wieder an das gericht davon gedingt ist überschicken sollen." - Über die für Bayern eigentümliche Erscheinung des "Dingens gen Hof" vgl. Stölzel, Geding und Appellation, Hof, Hofgericht und Räte, Abschied und Urteil, Berlin 1911.
In der HGO von Amberg ist hier angefügt: "darzu so jemandt wer der were erfunden wurde das er solchs geverlich verhalten hett soll er uns nach erkantnus des hoffrichters und der rete darumb wandel und abtrag thun wurde auch solichs nachfolgende uber kurtz oder lang nach der urteil offenbar so soll das inlegen aber erfüllt und die straff zum abtrag und wandel noch ernstlicher von dem selben furgenommen werden".
In der HGO von Amberg ist eingefügt: "wie sich geburt mit eins zigen erforderung der abschiedt und apostel --"
In der HGO von Amberg folgen an dieser Stelle noch Regelungen über die schriftliche Einlegung der Appellation, die Berufung von Vorurteilen und die Pflicht der Richter, sofort nach Verkündung der Urteile dieselben schriftlich abzusetzen. Im wesentlichen handelt es sich um den Inhalt des ersten hinter der HGO für die Pfalzgrafschaft angefügten, nachträglichen Zusatzes, der in die Ambergische HGO eingearbeitet wurde (bzgl. des Zusatzes vgl. Anhang II, S. 98).
HGO von Amberg: "an unserm rathaus zu Amberg".
Der entspr. Artikel der HGO von Amberg stimmt mit diesem zwar wörtlich nicht überein, ist jedoch an dessen Wortlaut angelehnt.
In der HGO von Amberg: "durch unsern vitzdom".
In der HGO von Amberg ist hier eingefügt: "und zu keinem hofgericht one merglich eehaft ausbliben".
Diese Stelle ist von der HGO von Amberg zwar nicht wörtlich, aber sinngemäß übernommen worden; es ist dort näher ausgefuhrt, wie die Niederlegung eines Mandats vorgenommen werden mußte.
In der HGO von Amberg: "unserm hofrichter und reten unsers hofgerichts hie oben zu Beiern".
= Nachlaß unehelich Geborener.
Streitigkeiten über die Grenzfestsetzung bzw. den Grenzverlauf bei Grundstücken - vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1936, 11. Bd., IV. Abtlg., S.1562.
Die Abänderungen d.ursprünglich. Fassung dieses Eids (siehe S. 45) sind durch Sperrung kenntlich gemacht.