Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1080.htm
Timestamp: 2018-12-15 21:34:59
Document Index: 272468030

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 58', '§ 22', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4']

1.080 Vogelschutzgebiet beim Tremhof
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde und als obere Jagdbehörde über das Naturschutzgebiet "Vogelschutzgebiet beim Tremhof" vom 7.Dezember 1979 (GBl. v. 31.01.1980, S. 56).
Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz-NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), sowie auf Grund von § 22 Abs.2 des Landesjagdgesetzes vom 15.März 1954 (GBl. S. 35) in der Fassung der Bekanntmachung vom 20.Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Freudenberg, Main-Tauber-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Vogelschutzgebiet beim Tremhof".
(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 46,5 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 2.Mai 1979 den nordöstlichen Teil von Flurstück 3892 auf Gemarkung Freudenberg, im Süden begrenzt durch den außerhalb des Schutzgebiets gelegenen , durch das Grundstück 3892 in Verlängerung des Brennplatzweges (Flurstück 1732) nach Osten führenden Weg und im Westen begrenzt durch die Abteilungslinie I. 13/14.
(2) Das Schutzgebiet ist in die Schutzzone I und II unterteilt. Die Schutzzone I umfaßt den nördlichen Teil des Schutzgebiets. Die Grenze zwischen Schutzzone I und II verläuft entlang des zur Schutzzone II gehörenden Weges, der die östliche Verlängerung des Weges Flurstück 2113 bildet.
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 2.Mai 1979 im Maßstab 1:25000und in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 2.Mai 1979 im Maßstab 1:2500 sowie einer Forstkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 2.Mai 1979 im Maßstab 1:8000 jeweils schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Schutzzone I ist auf den im § 2 Abs.3 Satz 1 bezeichneten Naturschutzgebietskarten jeweils gelb schraffiert dargestellt. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höherer Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis als unterer Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden
Wesentlicher Schutzzweck ist die störungsfreie Erhaltung der im Schutzgebiet vorkommenden Vogelarten, insbesondere der Reiher.
In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet
oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.
1. forstwirtschaftliche Maßnahmen jeglicher Art in der Zeit vom 1.2. bis 31.5. jeden Jahres durchzuführen;
2. Kahlschläge jeglicher Größe in der Schutzzone I durchzuführen;
3. die Horstbäume sowie die umgebenden Bäume zu fällen;
4. die Verwendung chemischer Mittel;
5. die Ausübung der Jagd in der Zeit vom 1.2. bis 31.5. jeden Jahres sowie die Jagd auf Graureiher ganzjährig;
6. die Schutzzone I ganzjährig und Schutzzone II in der Zeit vom 1.2. bis 31.5. jeden Jahres zu betreten; dieses Verbot gilt auch für die innerhalb der Schutzzonen gelegenen Wege;
7. die im Schutzgebiet befindlichen Wege zu befahren; im Schutzgebiet zu reiten;
8. Bäume zu besteigen ;
9. zu photographieren und zu filmen;
10. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören, sowie zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen;
11. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
12. Feuerstellen einzurichten oder Feuer anzuzünden;
13. zu lärmen, Radios und sonstige Phonogeräte in Betrieb zu nehmen, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen, sowie Einrichtungen für die Erholung anzulegen oder sonstige Gegenstände aufzustellen;
14. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu verändern;
15. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;
16. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
17. Bodenbestandteile einzubringen oder abzubauen, Sprengungen, Grabungen oder Bohrungen vorzunehmen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;
18. Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, welche den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;
19. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen soweit sie nicht zum Hinweis auf den Schutzcharakter des Gebiets dienen.
1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit den sich aus § 4 Abs.2 Ziffer 5 ergebenden Einschränkungen mit der Maßgabe, daß Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung zulässig sind;
2. für die forstwirtschaftliche Nutzung mit den sich aus § 4 Abs.2 Ziffer 1 - 4 ergebenden Einschränkungen und mit der Maßgabe, daß beim Absterben von Horstbäumen Ersatzbäume stehen zu lassen sind, und daß die im Schutzgebiet gelegenen Wege in der Zeit vom 1.2. bis 31.5. jeden Jahres nicht befahren werden dürfen;
3. für die Verwendung von Insektiziden in dem forstbetrieblich üblichen Umfang, bei größeren Kalamitäten jedoch nur im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium als höherer Naturschutzbehörde;
4. für forstwirtschaftliche Maßnahmen, die zur Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht angeordnet werden;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmässigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
Ordnungswidrig im Sinne von § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
Stuttgart, den 7.Dezember 1979