Source: https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/landesgesetzblatt/jahrgang/2010/html/lg2010035.html
Timestamp: 2019-05-26 07:48:27
Document Index: 192824107

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 64', '§ 64', '§ 3', '§ 64', '§ 2', '§ 2', 'Art. 6', 'Art. 15', '§ 64', '§ 1']

LGBl 35/2010 - Wiener Krankenanstaltenplan
Jahrgang 2010 Ausgegeben am 13. August 2010 35. Stück
35. Verordnung: Wiener Krankenanstaltenplan
Verordnung der Wiener Landesregierung, mit der der Wiener Krankenanstaltenplan 2010 (WKAP 2010) erlassen wird
Gemäß § 5a Abs. 1 Wiener Krankenanstaltengesetz 1987, LGBl. für Wien Nr. 23, zuletzt geändert durch das Gesetz LGBl. für Wien Nr. 56/2009, wird verordnet:
Wiener Krankenanstaltenplan 2010 (WKAP 2010)
(1) Der dieser Verordnung als Anlage angeschlossene Wiener Krankenanstaltenplan 2010 (WKAP 2010) gilt für Fondskrankenanstalten (§ 64a Abs. 1 Wiener Krankenanstaltengesetz 1987).
(2) Hinsichtlich Nicht-Fondskrankenanstalten stellt der WKAP 2010 eine Empfehlung dar.
(3) Die im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) 2008 in der Fassung vom 6. März 2009 vorgesehenen Qualitätskriterien sind für Fondskrankenanstalten (§ 64a Abs. 1 Wiener Krankenanstaltengesetz 1987) verbindlich.
Das Planungsgebiet des WKAP 2010 umfasst die Katasterfläche von Wien, wobei bestehende Wechselbeziehungen mit dem Umland von Wien in der Planung berücksichtigt sind.
Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt die Verordnung der Wiener Landesregierung, mit der der Wiener Krankenanstaltenplan 2006 (WKAP 2006) erlassen wird, LGBl. für Wien Nr. 30/2006, außer Kraft.
zur Verordnung der Wiener Landesregierung, mit der der Wiener Krankenanstaltenplan 2010 (WKAP 2010)
Abschnitt I: Zielvorstellungen und Gegenstand der Planung
1.	Zielvorstellungen und Grundsätze
2.	von der Planung umfasste Krankenanstalten
3.	Planungsgebiet und regionale Versorgungswirkung
4.	Inhalt der Planung
Abschnitt II: Leistungsangebotsplanung
1.	Umfang der Leistungsangebotsplanung
2.	Zielplanung 2015
3.	Qualitätskriterien
Anhang A:	Tabellen Zielplanung 2015
Anhang B:	Begriffsbestimmungen
Abkürzungs- und Legendenblatt
Zielvorstellungen und Gegenstand der Planung
1. ZIELVORSTELLUNGEN UND GRUNDSÄTZE
Der Wiener Krankenanstaltenplan 2010 (WKAP 2010) baut auf folgenden Zielvorstellungen und Grundsätzen auf:
a)	Die stationäre Akutversorgung soll durch leistungsfähige, bedarfsgerechte und in ihrem Leistungsspektrum aufeinander abgestimmte Krankenanstalten sichergestellt werden.
b)	Die Akutkrankenanstalten sollen eine möglichst gleichmäßige und bestmöglich erreichbare, aber auch wirtschaftlich und medizinisch sinnvolle Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.
c)	Die von der Planung umfassten Krankenanstalten sollen durch Verlagerung von Leistungen in den ambulanten (spitalsambulanter und niedergelassener Bereich sowie selbstständige Ambulatorien) und rehabilitativen Bereich nachhaltig entlastet, die Krankenhaushäufigkeit und Belagsdauer auf das medizinisch notwendige Maß minimiert werden. Eine Verlagerung von Leistungen zwischen den oben genannten Teilbereichen ist dann anzustreben, wenn diese Leistungen bei zumindest gleicher Qualität in einem anderen Bereich volkswirtschaftlich günstiger erbracht werden können. Allfällige Leistungsverschiebungen in den ambulanten Bereich sind mit den Sozialversicherungsträgern abzustimmen.
d)	Bei der Errichtung und Vorhaltung von Fachabteilungen und Departments sind die definierten Mindestbettenzahlen zu berücksichtigen; von diesen kann nur in begründeten Ausnahmefällen abgegangen werden; die abgestufte Versorgung durch Akutkrankenanstalten soll nicht durch die Ausweitung der Konsiliararzttätigkeit unterlaufen werden.
e)	Im Interesse der medizinischen Qualitätssicherung und der wirtschaftlichen Führung der Krankenanstalten soll daher eine Beschränkung der Konsiliararzttätigkeit auf die Intentionen des § 3 Wr. KAG (Ergänzungs- und Hilfsfunktionen bei zusätzlicher Diagnose und Therapie bereits stationär versorgter Patientinnen und Patienten) erfolgen, soweit dies unter Schonung wohlerworbener Rechte möglich ist.
f)	Einrichtungen für Psychiatrie (PSY), Akutgeriatrie/Remobilisation (AG/R), Palliativmedizin (PAL) und für Psychosomatik (PSO) sollen dezentral in Krankenanstalten auf- bzw. ausgebaut werden; bei der Einrichtung dieser Strukturen sind die vorgesehenen Strukturqualitätskriterien einzuhalten.
g)	Tageskliniken sollen nur an Standorten von bzw. im organisatorischen Verbund mit gut erreichbaren bettenführenden Abteilungen und/oder Departments der betreffenden Fachrichtung und unter Beschränkung des medizinischen Leistungsangebotes eingerichtet werden. Bei der Einrichtung von Tageskliniken sind die vorgesehenen Strukturqualitätskriterien einzuhalten.
h)	Die Kooperation von Krankenanstalten zur Verbesserung des Leistungsangebotes und der Auslastung sowie zur Realisierung medizinischer und ökonomischer Synergieeffekte soll gefördert werden. Kooperationen umfassen unter anderem Zusammenschlüsse von einzelnen Abteilungen oder ganzen Krankenanstalten.
i)	Die Kooperation zwischen dem intra- und dem extramuralen Sektor soll zur besseren gemeinsamen Ressourcennutzung bei gleichzeitiger Vermeidung additiver, regional paralleler Leistungsangebote gefördert werden. Entsprechende Konzepte sind im Rahmen von Pilotprojekten zu erproben bzw. zu evaluieren.
j)	Für unwirtschaftliche Krankenanstalten, insbesondere mit im Verhältnis zur Betriebsgröße geringen Fallzahlen und unzureichender Versorgungswirksamkeit sind in der Planung Konzepte zur Umwidmung in alternative Versorgungsformen zu entwickeln; dabei sollen auch neue Modelle (z.B. dislozierte Tageskliniken und Ambulanzen, Kurzzeitpflegestationen, Gesundheitszentren mit Informations-, Koordinations- und Schnittstellenfunktion) in die Überlegungen einbezogen werden.
Bei der Weiterentwicklung der Akutkrankenanstalten gelten die nachstehend angeführten Planungsrichtwerte als Orientierungsgrößen. Die fachrichtungsspezifisch festgelegten Erreichbarkeitswerte, Mindestabteilungsgrößen und Richtintervalle zu den Bettenmessziffern (BMZ) dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen über- bzw. unterschritten werden. Die Bettenmessziffern und die Mindestbettenanzahl für Akutgeriatrie/Remobilisation, Palliativmedizin und Psychosomatik stellen Orientierungswerte dar.
Planungsrichtwerte – Normalpflege- und Intensivbereiche (Planungshorizont 2010)
Fachrichtung/Fachbereich
Err. (Min.)
BMZmin
BMZmax
BMZ2004
Intensivbereiche (INT)
Kinder- und Jugendheilkunde (KI)
Kinder- und Jugendchirurgie (KCH)
Neurochirurgie (NC)
Innere Medizin (IM)
Gynäkologie und Geburtshilfe (GGH)
Neurologische Akut-Nachbehandlung/
Stufe B (NEU-ANB/B)
Stufe C (NEU-ANB/C)
Augenheilkunde (AU)
Plastische Chirurgie (PCH)
Pulmologie (PUL)
Chirurgie (OR)
Unfallchirurgie (UC)
Strahlentherapie-Radioonkologie (STR)
Nuklearmedizinische Therapie (NUKT)
Psychosomatik/Erwachsene (PSOE)
Psychosomatik/Säuglinge, Kinder und Jugendliche (PSOK)
Akutgeriatrie/Remobilisation (AG/R)
Remobilisation/Nachsorge (RNS)
Palliativmedizin (PAL)
Gemischter Belag (GEM)
Err. (Min.)	=	Erreichbarkeitsfrist in Minuten (zu erfüllen für 90 % der Wohnbevölkerung)
BMZ	=	Bettenmessziffer (systemisierte Akutbetten in FKA, UKH und SAN pro 1.000 Einwohner)
BMZmin	=	untere Grenze des BMZ-Soll-Intervalls, das von BMZmin und BMZmax begrenzt wird
BMZmax	=	obere Grenze des BMZ-Soll-Intervalls, das von BMZmin und BMZmax begrenzt wird
BMZ2004	=	BMZ in Akut-KA im Jahr 2004 gemäß Bettenbericht des BMGF
MBZ	=	Mindestbettenanzahl (ausgenommen Sonderregelungen für reduzierte Organisationsformen)
*	=	Angaben nicht sinnvoll bzw. nicht verfügbar
Anm.: BMZmin wurde unter Annahme bereits realisierter ambulanter Auslagerungspotenziale bzw. in Anlehnung an internationale Vergleiche festgelegt.
Anmerkungen zu den Fachrichtungen/Fachbereichen:
– INT: Intensivbereiche aller Fachrichtungen zusammengefasst; Richtwerte als Orientierungswerte zu interpretieren, Anzahl an INT-Betten in Abhängigkeit von der Fächerstruktur der betreffenden KA individuell festzulegen.
MBZ für Überwachungsbereiche: 4.
– KJP: Künftighin in eigenständigem Sonderfach organisiert; BMZ inkl. kinderneurologische Versorgung; Richtwerte als Orientierungswerte zu interpretieren und in Verbindung mit der Erarbeitung von Kapitel 3.3.3 zu evaluieren.
– IM bzw. AG/R / RNS: Der überwiegende Teil der Betten für AG/R bzw. RNS ist durch Umwidmung von IM-Akutbetten zu realisieren.
– NEU: Bettenaufbau für NEU-ANB zumindest zum Teil durch Umwidmung von NEU-Betten zu realisieren.
– PSY: BMZ nur nach vollständigem Ausbau ambulanter und komplementärer Einrichtungen vertretbar; BMZmin und BMZmax inkl. akuter Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen (akuter Entzug), jedoch exkl. langfristiger Versorgung von Abhängigkeitserkrankungen (Planungsrichtwert für diesen Bereich: 0,16 Behandlungsplätze pro 1.000 Einw., davon 0,04/1.000 für Abhängigkeit von illegalen Drogen und 0,12/1.000 für alkohol-, medikamenten- und substanzungebundene Abhängigkeitserkrankungen; Anwendung dieses Planungsrichtwerts unter Berücksichtigung einer interdisziplinären Sichtweise und regionaler Gegebenheiten unter Einbeziehung der Bereiche Krankenanstalten, extramurale Versorgung und Sozialbereich.
– UC, PCH, MKG, PUL: Evtl. als Department zu führen.
– OR/UC: Künftig gemeinsame Analyse/Planung UC/OR anzustreben.
– MKG: MKG und Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) entsprechend Bettenbericht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter MKG zusammengefasst.
– AG/R: Evtl. als Department zu führen (MBZ 20); Richtwerte als Orientierungswerte zu interpretieren.
– PAL: Richtwerte als Orientierungswerte zu interpretieren.
– PSOE: Als Department zu führen; Richtwerte als Orientierungswerte zu interpretieren.
– PSOK: Als Department oder als Psychosomatikschwerpunkt zu führen; Richtwerte sind Orientierungswerte.
– GEM: Akutbetten in GEM sind – auch im Falle interdisziplinärer Organisation des Normalpflegebereichs – entsprechend den dort abgedeckten Medizinischen Einzelleistungsgruppen (MEL) bzw. Hauptdiagnosegruppen (HD) gemäß Modell der Leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) auf Fachrichtungen/Fachbereiche zuzuordnen.
Quellen: BMG – Bettenbericht 2004; Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)/Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG)-eigener Entwurf
2. VON DER PLANUNG UMFASSTE KRANKENANSTALTEN
Zur Sicherung der öffentlichen Akutversorgung dienen in erster Linie die Fondskrankenanstalten im Sinne des § 64a Abs. 1 Wr. KAG – das sind Krankenanstalten, die auf Grundlage der Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens über den Wiener Gesundheitsfonds finanziert werden. Der Wiener Krankenanstaltenplan bezieht sich auf diese Fondskrankenanstalten, wobei aber auch die beiden Unfallkrankenhäuser mit ihren Akutversorgungsaufträgen berücksichtigt werden. Private, nicht gemeinnützige Krankenanstalten, werden, soweit dies zweckmäßig ist, ebenfalls in ihrer Versorgungswirksamkeit berücksichtigt. Die Nicht-Fondskrankenanstalten werden lediglich mit dem Ist-Stand 2008 abgebildet.
3. PLANUNGSGEBIET UND REGIONALE VERSORGUNGSWIRKUNG
Das Planungsgebiet umfasst die Katasterfläche von Wien.
Die Versorgungswirkung der Wiener Fondskrankenanstalten und Unfallkrankenhäuser reicht weit über die Wiener Stadtgrenze hinaus. Besonders intensiv ist diese überregionale Versorgungswirkung in Bezug auf jene Patientinnen und Patientengruppen, die einer hochspezialisierten Versorgung bedürfen (Krebspatientinnen und -patienten, Patientinnen und Patienten mit neurochirurgischen Indikationen bzw. orthopädischen Erkrankungsbildern sowie Patientinnen und Patienten mit angeborenen Fehlbildungen).
4. INHALT DER PLANUNG
Der WKAP 2010 legt unter Bedachtnahme auf die gesetzlichen Vorgaben und auf die bestehenden Strukturen ein abgestuftes und bedarfsgerechtes Krankenhausversorgungssystem fest.
Im WKAP 2010 werden festgelegt:
●	die Standortstrukturen und die maximalen Bettenzahlen (für Normalpflege- und Intensivbereich) je Fachrichtung für das gesamte Bundesland;
●	die Fächerstrukturen (differenziert nach der abgestuften Leistungserbringung) und die maximalen Gesamtbettenzahlen (für Normalpflege- und Intensivbereich) für jede von der Planung umfasste Krankenanstalt;
●	Standorte und Anzahl medizinisch-technischer Großgeräte (GGP);
●	Strukturqualitätskriterien.
Die Standort- und Fächerstrukturen sowie die PLAN Betten systemisiert 2015 je Fachrichtung stellen für das Bundesland Wien nicht zu überschreitende Obergrenzen dar.
Leistungsangebotsplanung
1. UMFANG DER LEISTUNGSANGEBOTSPLANUNG
Die Leistungsangebotsplanung umfasst:
●	Leistungsangebotsplanung für verschiedene Fachrichtungen
●	Intensivbereiche (unter Einschluss der Neonatologie)
●	Dislozierte Tagesklinik
●	Spezielle Leistungsangebotsplanung
●	Großgeräteplanung
1.1. Leistungsangebotsplanung für verschiedene Fachrichtungen
Die Leistungsangebotsplanung für die verschiedenen Fachrichtungen wird im WKAP 2010 abgebildet. Die Abbildung erfolgt in PLAN Betten systemisiert 2015 und PLAN Betten tatsächlich 2015.
1.2. Intensivbereiche (unter Einschluss der Neonatologie)
Eine flächendeckende intensivmedizinische Versorgung bzw. Überwachung soll gewährleistet werden. Patientinnen und Patienten in längerfristiger Intensivbehandlung (insbesondere solche mit schweren organischen Dysfunktionen) sollen in Krankenanstalten mit entsprechend ausgestatteten Intensivbereichen transferiert werden.
Die Intensivbehandlungseinheit (ICU) ist eine Betteneinheit für Schwerstkranke, deren vitale Funktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind und wiederhergestellt bzw. durch besondere intensivtherapeutische Maßnahmen aufrecht erhalten werden müssen.
Die Intermediäre Überwachungseinheit (IMCU) ist eine Organisationseinheit zur Überwachung und Behandlung von Frischoperierten nach ausgedehnten Eingriffen sowie für prä- und nichtoperative Schwerkranke, deren Vitalfunktionen gefährdet sind. Der so genannte „postoperative Aufwachbereich“ wird nicht den Intermediären Überwachungsstationen zugerechnet, da der postoperative Aufwachbereich kein eigenständiger bettenführender Bereich ist. Die Intermediäre Überwachungseinheit ist nicht für die Behandlung schwerer organischer Dysfunktionen beispielsweise mittels mechanischer Atemhilfe, Hämofiltration etc. zu strukturieren. In Notfällen sollte dort jedoch die Möglichkeit bestehen, kurzfristige (auf einige Tage beschränkte) Intensivbehandlungen (insbesondere künstliche Beatmung) durchzuführen. Patientinnen und Patienten, die einer längerfristigen Intensivbehandlung bedürfen, sind an eine Intensivstation zu transferieren. Operative IMCUs sollten unter anästhesiologischer Leitung stehen, können aber auch im Rahmen allgemeinchirurgischer Abteilungen geführt werden.
Die Einschränkungen bezüglich künstlicher Beatmung gelten nicht für Intermediäre Überwachungseinheiten der Fachrichtung Pulmologie, da die mechanische Atemhilfe ein typisches Leistungsmerkmal für pulmologische Intermediäre Überwachungsstationen darstellt.
Die Neonatologie als größtes und zum Teil eigenständiges Teilgebiet der Kinderheilkunde hat neben der Gesamtversorgung mit präventivmedizinischem Schwerpunkt die Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Neugeborenen zum Inhalt. Als Neugeborene gelten alle Kinder während der ersten 28 Lebenstage.
Einerseits handelt es sich bei der Neonatologie um die Behandlung von Frühgeborenen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden und meist unter 2 500 Gramm wiegen. Frühgeborene sind meist gesund, aber unreif und benötigen daher eine Behandlung, in deren Mittelpunkt die Unterstützung von Atmung und Kreislauf, die Abwehr von Infektionen und die Ernährung steht. Andererseits werden auch reife Neugeborene betreut, wenn diese in ihren vitalen Funktionen eingeschränkt oder bedroht sind.
Im Anhang A werden je Krankenanstalt Bettenobergrenzen für Intensiveinrichtungen gesammelt unter dem Begriff „Betten Intensivpflege“ ausgewiesen.
Pro Krankenanstalt wird weiters unter der Kopfzeile „Spezielle Leistungsbereiche“ in der Zeile „Leistungserbringung 2008 IST sowie 2015 SOLL in der Rubrik „NEO“ (Neonatologie) die Anzahl der für den neonatologischen Intensivbereich geplanten Betten ausgewiesen. In dieser Bettensumme sind sowohl die Betten für die Intensivbehandlung (NICU) als auch die Beobachtungsbetten (NIMCU) enthalten.
1.3. Dislozierte Tagesklinik
Unter einer dislozierten Tagesklinik (dTK) wird eine bettenführende Struktur zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit zeitlich eng beschränktem stationären Versorgungsbedarf (tagsüber) verstanden, die nur an Standorten ohne Einheiten der betreffenden Fachrichtung und unter Beschränkung des medizinischen Leistungsspektrums einzurichten ist, sofern eine geeignete Kooperation mit einer Einheit der betreffenden Fachrichtung besteht und vertraglich vereinbart ist.
Tageskliniken sollen nur an Standorten von bzw. im organisatorischen Verbund mit gut erreichbaren bettenführenden Abteilungen und/oder Departments der betreffenden Fachrichtung und unter Beschränkung des medizinischen Leistungsangebotes eingerichtet werden.
Tagesklinische Betten sind systemisierte Betten und in der Anzahl der Betten im Normalpflegebereich enthalten. Sie werden in Anhang A (Tabellen) pro Krankenanstalt ausgewiesen.
1.4. Spezielle Leistungsangebotsplanung
In der speziellen Leistungsangebotsplanung werden die Bereiche Herzchirurgie, Kinderkardiologie, Nierentransplantation, Lebertransplantation und Stroke units dargestellt.
1.5. Großgeräteplanung
Der Großgeräteplan (GGP) als Teil des WKAP 2010 enthält Standortempfehlungen und die Planung der maximalen Anzahl medizinisch-technischer Großgeräte in den Wiener Fondskrankenanstalten unter Berücksichtigung der Geräteausstattung von Nicht-Fondskrankenanstalten und des extramuralen Sektors sowie Empfehlungen zur Geräteausstattung der Nicht-Fondskrankenanstalten und des extramuralen Sektors in Bezug auf die empfohlene Anzahl von § 2-Kassenverträgen.
Bei der Erarbeitung der Standortempfehlungen im Rahmen des GGP wird auf folgenden allgemeinen Planungsgrundsätzen aufgebaut:
●	Medizinisch-technische Großgeräte sollen in jenen Krankenanstalten eingerichtet werden, die diese zur Bewältigung der sich aus der jeweiligen Fächerstruktur ergebenden medizinischen Anforderungen benötigen (Strukturqualitätskriterium).
●	Die Versorgung der Bevölkerung soll durch optimale Standortwahl für Großgeräte regional möglichst gleichmäßig und bestmöglich erreichbar (Kriterium der Versorgungsgerechtigkeit), aber auch wirtschaftlich erfolgen (Wirtschaftlichkeitskriterium).
●	Dem Wirtschaftlichkeitskriterium Rechnung tragend, wurde bei der Erarbeitung der Standortempfehlungen die Versorgungswirksamkeit des extramuralen Sektors sowie Kooperationspotentiale zwischen dem intra- und dem extramuralen Bereich miteinbezogen.
●	Der Großgeräteplan (GGP) bezieht sich auf Großgeräte die im Österreichischen Strukturplan Gesundheit 2008 (ÖSG 2008) als Großgeräte ausgewiesen sind.
2. ZIELPLANUNG 2015
Die Planungsergebnisse für Wien gesamt sowie pro Krankenanstalt werden in Tabellenform dargestellt und finden sich im Anhang A. Der Tabellenaufbau ist einheitlich gestaltet und beinhaltet folgende Informationen:
2.1. Rubrik „WKAP – Betten im Normalpflege- und Intensivbereich“ – Zielplanung 2015
Standort- und Funktionsplanung nach Krankenanstalten: Tatsächlicher Bettenstand 2008 gemäß Angaben der Krankenanstaltenträger, Vorhaltung von Akutbetten nach Krankenanstalten und Fachrichtungen 2015. Dabei sind die „Planbetten tatsächlich 2015“ die anzustrebende Zielgröße. Zur Umsetzung benötigen die Krankenanstaltenträger ein Mindestmaß an Flexibilität, das durch den Parameter „Planbetten systemisiert 2015“ ausgedrückt wird. Diese stellen die nicht zu überschreitende, behördlich genehmigte Maximalzahl an Betten dar.
Betten in Nicht-Fondskrankenanstalten werden mit einem auf Grund der zur Verfügung stehenden Informationen geschätzten, der Akutversorgung zuzurechnenden Bettenäquivalent berücksichtigt und sind in einer gesonderten Tabelle ausgewiesen.
2.2. Rubrik „Großgeräteplan“ – Zielplanung 2015
Standortempfehlungen und Planung der Anzahl medizinisch-technischer Großgeräte in Fondskrankenanstalten unter Berücksichtigung der Geräteausstattung von Nicht-Fondskrankenanstalten und des extramuralen Sektors sowie Empfehlungen zur Geräteausstattung der Nicht-Fondskrankenanstalten und des extramuralen Sektors in Bezug auf die maximale Anzahl von § 2-Kassenverträgen.
GGP2015: Geräte-Höchststand laut Großgeräteplan 2015
Im Art. 6 der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens ist die Entwicklung eines gesamtösterreichischen Qualitätssystems vorgesehen. Die Vorgaben dazu werden im Österreichischen Strukturplan Gesundheit festgeschrieben.
Im Interesse einer bundesweit einheitlichen Qualitätssicherung werden für ausgewählte Versorgungsstrukturen Strukturqualitätskriterien festgelegt.
Bezugspunkte sind dabei jeweils:
●	Personalausstattung bzw. -qualifikation
●	infrastrukturelle Anforderungen
●	Leistungsangebote
●	sonstige Merkmale
Die im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) 2008 in der Fassung vom 6. März 2009 enthaltenen Qualitätskriterien finden auf Fondskrankenanstalten (§ 64a Abs. 1 Wiener Krankenanstaltengesetz 1987) Anwendung.
Tabellen Zielplanung 2015
Nur im pdf-Format verfügbar
●	Akutbetten: Betten fur anstaltsbedürftige Personen mit Ausnahme Genesender und chronisch Kranker in Krankenanstalten gemäß § 1 Abs. 3 Z 1, 2, 5 und 6 Wiener Krankenanstaltengesetz 1987, soweit diese Betten für Akutpatientinnen und -patienten (deren durchschnittliche stationäre Behandlungsdauer in der Regel nicht wesentlich über die durchschnittliche behandlungs- bzw. fachrichtungsspezifische Belagsdauer hinausgeht) vorgehalten werden.
●	Tatsächliche Betten: Betten, die in den Krankenanstalten gemäß Krankenanstaltenstatistik des Bundesministeriums für Gesundheit tatsächlich zur Verfügung stehen (Jahresdurchschnitt der Mitternachtsstände der auf den bettenführenden Hauptkostenstellen aufgestellten Betten).
●	Funktionsbetten: Betten in Untersuchungs- und Funktionsräumen zur kurzzeitigen Nutzung (in der Zahl der systemisierten Betten nicht enthalten, z.B. Dialyseplätze, Plätze in postoperativen Aufwachbereichen).
●	Krankenhaushäufigkeit (KHH): Aufnahmen pro 100 000 Einwohner einer Region (bezogen auf ein Jahr, alters- und geschlechtsstandardisiert).
●	Aufnahmen: Anzahl der Patientinnen und Patienten, die in einer Krankenanstalt bzw. bettenführenden Abteilung aufgenommen wurden, wenn hiedurch eine Inanspruchnahme der tatsächlich aufgestellten Betten (ausgenommen Funktionsbetten) erfolgte.
●	Durchschnittliche Belagsdauer (dBD): Belagstage dividiert durch Aufnahmen (bezogen auf ein Jahr).
●	Belagstage: Summe der Mitternachtsstände der Patientinnen und Patienten nach bettenführenden Abteilungen und Krankenanstalten.
●	PLANBetten: fachrichtungsspezifische Zahl der Akutbetten, die sich nach Einbeziehung sämtlicher quantifizierbarer Einflussfaktoren auf den Krankenhausbettenbedarf (insbesondere alters-/geschlechts-spezifische Morbiditat, demographische Entwicklung, Krankenhaushäufigkeit (KHH), durchschnittliche Belagsdauer (dBD), Entlastungsmöglichkeiten des stationären Akutbereichs) sowie der von den Krankenanstaltenträgern bekanntgegebenen Planungsvorhaben als Empfehlung für die Angebotsplanung (im Sinne von Bettenobergrenzen) ergibt. Dabei sind die „Planbetten tatsächlich 2015“ die Zielgröße. Zur Umsetzung benötigen die Krankenanstaltenträger ein Mindestmaß an Flexibilität, das durch den Parameter „Planbetten systemisiert 2015“ ausgedrückt wird. Diese stellen die nicht zu überschreitende, behördlich genehmigte Maximalzahl an Betten dar.
●	dislozierte Tagesklinik: dislozierte Tageskliniken sollen nur im organisatorischen Verbund mit gut erreichbaren bettenführenden Abteilungen, Departments oder Fachschwerpunkten der betreffenden Fachrichtung eingerichtet werden. Damit sollen Rahmenbedingungen für ein abgestuftes intramurales Versorgungsangebot geschaffen werden, welches die weitere Verringerung vollstationärer Bettenkapazitäten unterstützt, Verweildauern und Belagstage senkt sowie Kosteneinsparungseffekte erzielt. Die Leistungen in Tageskliniken sind nicht additiv, sondern substitutiv zu den vollstationären Leistungen bzw. Betten zu erbringen.
Abkürzungen der Fachrichtungen, Subdisziplinen, Einrichtungen und medizinisch-technischen Großgeräte:
Herzkatheterarbeitsplätze (Coronarangiographie)
Computertomographiegerät
Emissions-Computer-Tomographiegeräte
Fonds-KH
Gemischter Belag
Intensivbehandlungseinheit und Intensivüberwachungseinheit für Erwachsene
Intensivbehandlungseinheit und Intensivüberwachungseinheit für Kinder
Positronen-Emissions-Tomographiegerät
Strahlentherapie-Radioonkologie und Nuklearmedizin
VR 91, 92, 93
Versorgungsregion 91, 92, 93
Abkürzungen der Bezeichnung der verschiedenen Krankenanstalten:
BBR KH
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien vom heiligen Vinzenz von Paul
Kaiserin Elisabeth Spital der Stadt Wien
Evang KH
Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital mit Gottfried von Preyer’schem Kinderspital und Geriateriezentrum Favoriten
St. Elisabeth K
Orthopädisches Krankenhaus der Stadt Wien – Gersthof
St. Anna KISP
Göttl.Heiland
Sozialmedizinisches Zentrum Ost der Stadt Wien – Donauspital
Kalksburg SHA
Josefstadt PKL
Hera SAN
Unfallkrankenhaus Meidling der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt
Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt
Döbling PK
Privatklinik Sanatorium Döbling