Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20004489
Timestamp: 2019-12-09 03:36:51
Document Index: 84179875

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 9', '§ 11', '§ 13', '§ 27', '§ 14', '§ 8', '§ 15']

RIS - Brau- und Getränketechnik-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 09.12.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Brau- und Getränketechnik-Ausbildungsordnung, Fassung vom 09.12.2019
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik (Brau- und Getränketechnik-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 479/2005
Lehrberuf Brau- und Getränketechnik
§ 1. (1) Der Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren eingerichtet.
(2) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Brau- und Getränketechniker oder Brau- und Getränketechnikerin) zu bezeichnen.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich auszuführen:
Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Hygienevorschriften, Normen und Umweltstandards ausführen,
Rohstoffe beurteilen, auswählen, vorbereiten, aufbereiten und lagern,
Geräte, Apparate, Produktionsanlagen und Abfüllanlagen zur Getränkeherstellung bedienen, steuern, regeln und überwachen,
Getränke unter Anwendung von Vorschriften herstellen,
Produktqualität überwachen und sicherstellen sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen,
Geräte, Maschinen und Anlagen warten sowie einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen,
Berechnungen physikalischer und chemischer Natur durchführen,
Technische Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse erfassen und dokumentieren.
§ 3. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik wird folgendes Berufsbild festgelegt; Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
Geräte, Maschinen, Vorrichtungen, Einrichtungen und
2. Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer
3. Kenntnis der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes
4. Kenntnis der
Betriebs- und - -
5. Kenntnis des organisatorischen
Aufbaus und der Aufgaben und -
6. Kenntnis der Arbeitsorganisation, Arbeitsplanung und
7. Grundkenntnisse Kenntnis und Mitarbeit bei der
der Arbeits- Arbeitsplanung, der
vorbereitung Produktionsplanung sowie der
8. Einführung in Kenntnis der Marktposition und des
die Aufgaben, des Kundenkreises des Lehrbetriebs
9. Grundkenntnisse Kenntnis der berufsspezifischen
der allgemeinen, allgemeinen und organischen Chemie
10. Kenntnis der berufsspezifischen
Physik wie zB Mechanik, Kalorik -
11. Kenntnis und Anwendung der
berufsspezifischen Mathematik wie
zB Mischungsrechnungen,
Rezepturberechnungen, -
Ausbeuteberechnungen und
12. Grundkenntnisse Durchführen betriebsspezifischer
der berufs- chemischer, physikalischer und
spezifischen mikrobiologischer Mess- und
chemischen und Prüfverfahren
mikrobiologi-
13. Protokollierung und grafische
- sowie deren Dokumentation auch unter
Anwendung der betriebsspezifischen EDV
14. Grundkenntnisse Kenntnis der Wasser-
des Rohstoffes aufbereitungsverfahren
Wasser (zB (Wasserenthärtung und
Inhaltsstoffe, Wasserentkeimung) und
Wasserhärte und Bedienen der
ihre Bedeutung betriebsspezifischen
für die Wasseraufbereitungs-
- Getränke- anlagen
15. Kenntnis der Verfahren zur Getränkeherstellung (Bier,
Limonade, Fruchtsäfte und Mineralwässer)
16. Kenntnis der Förderung und Lagerung von Feststoffen,
Flüssigkeiten und Gasen sowie Umgang mit den
betriebsspezifischen Förder- und Lagereinrichtungen
17. Kenntnis der Anlagen zur Erzeugung von
Energieträgern (wie zB Druckluft, Dampf,
- Kälte) sowie Umgang mit
betriebsspezifischen Energieträgern
18. Lesen von technischen Zeichnungen wie zB
- Verfahrensschaubildern,
Verrohrungsplänen und Schaltplänen
19. Grundkenntnisse Bedienen und Überwachen von Mess-,
der Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen
20. Kenntnis des
Kreislaufes von
- - Mehrweggebinden und
deren Reinigung
21. Kenntnis der Anlagen zur Abfüllung Kenntnis der Anlagen
von Getränken in Glas- bzw. zur Abfüllung von
Kunststoffflaschen, Dosen, Getränken in Kegs,
Weichpackungen und anderen Reinigung von Kegs
Verpackungen sowie der sowie Lagerung und
Verschlussmöglichkeiten, Transport
Haltbarmachung, Endverpackung,
22. Umgang mit den betriebsspezifischen Anlagen zur Abfüllung
bzw. Reinigung von Getränkegebinden sowie der Lagerung
von Getränkegebinden
23. Kenntnis der Anwenden der betriebsspezifischen
Vorschriften zur Maßnahmen zur Personal- und
Personal- und Betriebshygiene (Hygieneverordnung)
Betriebshygiene unter Beachtung der vorgeschriebenen
(Hygiene- Anwendungsrichtlinien und
verordnung) Schutzmaßnahmen im Umgang mit
und der Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
24. Grundkenntnisse Kenntnis und Anwendung des
der Qualitäts- betriebsspezifischen
sicherung und Qualitätsmanagements
Qualitäts- einschließlich Dokumentation (HACCP)
25. Kenntnis und Anwendung der berufsspezifischen
26. Kenntnis der Rohstoffe (zB Getreide, Malz, Hopfen,
einheimische und exotische Früchte, Gemüse), ihrer
Gewinnung, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten
27. Kenntnis der
Getränke (zB
Fruchtsäfte, - -
Biermisch-
28. Mitarbeit bei Auswahl, Annahme, Prüfung auf
der Auswahl, Verwendbarkeit und Lagerung der
Annahme, Prüfung Rohstoffe
und Lagerung der
29. Bedienen von Anlagen zur Aufbereitung von Früchten (zB
Mühlen, Passiermaschinen, Pressen) und zur Saftgewinnung
aus Früchten und Gemüse
30. Vorbehandlung, Filtration und
- Lagerung sowie Haltbarmachung von
31. Fruchtmarkgewinnung sowie
Herstellung von Konzentraten und
- deren Haltbarmachung inklusive
32. Herstellung von alkoholfreien
- Getränken anhand von vorgegebenen
33. Kenntnis der Malzbeurteilung und
Malzarten und Malzbehandlung sowie Schroten
der des Malzes
sowie der dafür
34. Kenntnis der Würzeherstellung (Maischen,
Würzeherstellung Abläutern, Würzekochen) sowie
(Maischverfah- Behandeln der Würze (Trubentfernung,
ren, Abläutern, Kühlung)
Würzekochen,
Würzebehandlung)
(Maischgefäße,
Läuterein-
Würzekoch-
35. Kenntnis der Gärung und Reifung sowie
Gärung und der Hefemanagement; Kenntnis der Gewinnung
Einrichtungen von Gärungs-Kohlendioxid
von Gärkellern
36. Kenntnis der Filtration und
Filterarten, Stabilisierung des
Filterhilfs- des Bieres sowie
- mittel und Bedienen der zur
des Aufbaus Filtration
von Filter- eingesetzten
37. Sensorische
- - Beurteilung von
38. Kenntnis des Kenntnis des
Aufbaus und Aufbaus von
der Funktion Getränkeschankanlagen
von sowie Handhabung und
- CIP-Anlagen Reinigung einer
sowie richtige
39. Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und
Vorschriften zum Schutze der Umwelt: Grundkenntnisse der
betrieblichen Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz im
berufsrelevanten Arbeitsbereich; Grundkenntnisse der im
berufsrelevanten Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und
deren Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des
40. Kenntnis der einschlägigen englischen Fachausdrücke
41. Kenntnis und Anwendung der betrieblichen EDV (Hard- und
42. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
43. Kenntnis über Inhalt und Ziel der Ausbildung sowie über
wesentliche einschlägige Weiterbildungsmöglichkeiten (zB
Normen sowie der einschlägigen Vorschriften zum Schutz des
45. Kenntnis über die Erstversorgung bei betriebsspezifischen
(2) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist - unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben - auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbst gesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.
§ 4. Jene Berufsbildpositionen welche vom Lehrbetrieb nicht zu erfüllen sind, sind im Rahmen eines Ausbildungsverbundes durchzuführen.
§ 5. (1) Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.
(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Angewandte Mathematik, Rohstoffkunde sowie Technologie.
§ 6. (1) Die Prüfung ist nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrages durchzuführen.
(2) Die Aufgabe hat sich auf einzelne Produktionsschritte bei der Getränkeherstellung unter Einschluss von Arbeitsplanung, Hygienemaßnahmen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, allenfalls erforderliche Maßnahmen zum Umweltschutz und Maßnahmen zur Qualitätskontrolle zu erstrecken. Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind händisch oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.
fachgerechtes Verwenden der Geräte, Maschinen und Anlagen,
§ 7. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und dem Tätigkeitsgebiet des Lehrbetriebes des Prüflings zu entsprechen. Hierbei sind Materialproben, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Hygienevorschriften, Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.
§ 9. (1) Die Prüfung hat die Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Ausbeuteberechnungen,
Mischungsrechnungen,
Vergärungsgradberechnung.
Annahme, Transport und Lagerung von Rohstoffen.
§ 11. (1) Die Prüfung hat die Beschreibung eines Arbeitsablaufes anhand einer Skizze zu umfassen und sich nach Wahl des Prüflings auf eines der folgenden Gebiete zu erstrecken:
Arbeitsablauf in der Brauerei,
Arbeitsablauf in der Fruchtsaft- bzw. Limonadenherstellung.
§ 13. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Brauer und Mälzer kann eine im Vergleich zu § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik abgelegt werden. Diese erstreckt sich in den Gegenständen Prüfarbeit und Fachgespräch schwerpunktmäßig auf die Themen der Getränketechnik.
§ 14. Die Verhältniszahlen sind im § 8 Abs. 3 bis Abs. 8 des Berufsausbildungsgesetzes festgelegt. Als fachlich einschlägig ausgebildete Personen gelten neben dem Lehrberechtigten (Betriebsinhaber; bei Gesellschaften der Geschäftsführer) jene, die eine fachlich einschlägige Ausbildung im Lehrberuf Brauer und Mälzer bzw. in einem verwandten Lehrberuf, oder eine einschlägige schulische Berufsausbildung absolviert haben bzw. auch Personen die eine zumindest dreijährige einschlägige Praxis nachweisen können.
§ 15. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 2006 in Kraft.
(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Brauer und Mälzer, BGBl. Nr. 431/1972, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 177/2005, treten unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 31. Dezember 2005 außer Kraft.
(3) Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Brauer und Mälzer, BGBl. Nr. 672/1974, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 586/1992 und die Kundmachung BGBl. Nr. 163/1993, tritt unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 31. Dezember 2005 außer Kraft.
(4) Lehrlinge, die am 31. Dezember 2005 im Lehrberuf Brauer und Mälzer ausgebildet werden, können gemäß den in Abs. 2 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit weiter ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 3 angeführten Prüfungsordnung antreten.
(5) Die Lehrzeiten jener Lehrlinge, welche sich am 31. Dezember 2005 im ersten Lehrjahr im Lehrberuf Brauer und Mälzer gemäß den in Abs. 2 angeführten Ausbildungsvorschriften befinden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik voll anzurechnen.