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Timestamp: 2019-04-22 19:15:10
Document Index: 244200362

Matched Legal Cases: ['§ 163', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 46', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 7', '§ 30', '§ 30', '§ 109', '§ 19', '§ 98', '§ 97', '§ 524', '§ 106', '§ 106', '§ 38', '§ 38', '§ 1', '§ 98', '§ 97', '§ 98', '§ 98', '§ 106', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 106', '§ 109', '§ 106', '§ 93', '§ 98', '§ 106']

Der Wechsel von einer ambulant betreuten Wohnmöglichkeit in eine stationäre Einrichtung – und die örtliche Zuständigkeit › SozialrechtsNews ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
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Nach den bindenden Feststellungen des LSG (§ 163 SGG) fehlte es vorliegend sowohl an der räumlichen Verbindung der Wohngemeinschaft mit dem AHG Therapiezentrum als auch an der verantwortlichen Trägerschaft im vorgenannten Sinne. Infolge der Anmietung der Wohnung durch G selbst lag eine Vorhaltung von Wohnraum durch den Träger der Einrichtung nicht vor. Überdies hatte das AHG Therapiezentrum in dieser Zeit keine Verantwortung für die Lebensführung des G übernommen. G nahm von diesem lediglich wöchentlich zwei Fachleistungsstunden und an drei Tagen pro Woche Einzelsitzungen („Tagesstruktur“) in Anspruch und war dementsprechend für seine Lebensführung insgesamt selbst verantwortlich.
Eine (weite) Auslegung des § 98 Abs 2 Satz 2 SGB XII unter Einbeziehung auch (nahtloser) Wechsel zwischen Ambulant-betreutem-Wohnen und stationärer Einrichtung (sog „gemischte Kette“) kommt nach dem eindeutigen Wortlaut nicht in Betracht. § 98 SGB XII unterscheidet schon tatbestandlich zwischen der Zuständigkeit in Fällen stationärer Unterbringung und in Fällen Ambulant-betreuten-Wohnens7.
Eine Analogie, also die Übertragung einer gesetzlichen Regelung auf einen Sachverhalt, der vom Wortsinn der betreffenden Vorschrift nicht umfasst wird, ist aber nur geboten, wenn dieser Sachverhalt mit dem geregelten vergleichbar ist, nach dem Grundgedanken der Norm und dem mit ihr verfolgten Zweck dieselbe rechtliche Bewertung erfordert8 und eine (unbewusste) planwidrige Regelungslücke vorliegt9. An einer planwidrigen Regelungslücke fehlt es jedoch. Der Normzweck des § 98 Abs 5 Satz 1 SGB XII allein rechtfertigt eine analoge Anwendung in Fällen einer „gemischten Kette“ von Ambulant-betreutem-Wohnen und Einrichtungen nicht.
§ 98 Abs 1 Satz 1 SGB XII legt fest, dass sich die örtliche Zuständigkeit grundsätzlich nach dem tatsächlichen Aufenthaltsort des Leistungsberechtigten richtet. Dieser Regelung liegt der Gedanke zugrunde, dass vor allem der ortsnahe Träger eine effektive und schnelle Beseitigung der gegenwärtigen Notlage ermöglichen kann10. Davon abweichend regeln § 98 Abs 2 SGB XII für Leistungen in stationären Einrichtungen sowie § 98 Abs 5 SGB XII für Leistungen des Ambulant-betreuten-Wohnens Sonderzuständigkeiten nach dem sog Herkunftsprinzip. Sinn und Zweck des § 98 Abs 2 SGB XII ist der Schutz der Sozialhilfeträger am Ort stationärer Einrichtungen vor überproportionalen Kostenbelastungen durch Leistungen an „Zuzügler“11. Dabei wird nach § 98 Abs 2 Satz 2 SGB XII dieser Schutz auch dann gewährleistet, wenn der Leistungsberechtigte aus einer Einrichtung in eine andere und von dort in weitere Einrichtungen wechselt. Die gleiche Funktion erfüllt die Regelung in § 98 Abs 5 Satz 1 SGB XII; auch hier setzt sich der Schutz des Einrichtungsortes bei ununterbrochenem Wechsel von einer (ambulant) betreuten Wohnmöglichkeit in die nächste fort12.
Das Vorliegen einer planwidrig fehlenden Einbeziehung gemischter Ketten in den Schutz des Einrichtungsortes nach § 98 Abs 2 Satz 2 SGB XII wird auch durch die Gesetzeshistorie widerlegt. Der Gesetzesbegründung lässt sich ein umfassender Schutz des Einrichtungsortes in jeder denkbaren Konstellation nicht entnehmen. Der Gesetzgeber hat dort lediglich „Formen betreuter ambulanter Wohnmöglichkeiten“20 in den Blick genommen. Dass sich dahinter – mit der Einführung des § 98 Abs 5 SGB XII – eigentlich ein umfassender Schutz der Einrichtungsorte verbirgt und der Gesetzgeber den Zuständigkeitswechsel bei gemischten Ketten übersehen hat, ist wie aus der eben dargestellten Systematik der Erstattungsregelungen auch aus dieser gerade auf ambulante Wohnformen ausgerichteten Formulierung nicht abzuleiten. Vor allem aber haben § 98 Abs 2 und Abs 5 SGB XII seit ihrem Inkrafttreten zum 1.01.2005 mehrfach Änderungen erfahren21), ohne dass der Gesetzgeber dies zum Anlass weiterer Ausnahmeregelungen vom Grundsatz des § 98 Abs 1 SGB XII genommen hätte22. Der Gesetzgeber hat vielmehr durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (2. SGBXIIÄndG) vom 01.10.2013 mit Wirkung vom 01.01.201323 in § 46b SGB XII eine neue bundesgesetzliche Zuständigkeitsregelung geschaffen, in dessen Abs 3 er das geltende Regelungsgefüge des § 98 SGB XII und die dort enthaltenen unterschiedlichen Regelungen für die Behandlung stationärer und ambulanter Leistungen auf den Bezug von Grundsicherungsleistungen übertragen und dadurch die Ausgangsregelungen in § 98 SGB XII perpetuiert hat. Die bestehenden Regelungen des § 98 Abs 2 und Abs 5 SGB XII werden dort – ausdrücklich unverändert – für entsprechend anwendbar erklärt24.
in der Normfassung des Gesetzes zur Änderung des SGB XII und anderer Gesetze vom 02.12.2006 (BGBl I 2670) und ab 1.01.2013 des Gesetzes zur Änderung des SGB XII vom 20.12.2012 (BGBl I 2783) [↩]
vgl nur BVerwGE 145, 257 RdNr 23 mwN; BSGE 113, 60, SozR 4-4200 § 7 Nr 34, RdNr 18; BSGE 112, 116, SozR 4-1200 § 30 Nr 6, RdNr 22 ff; BSG SozR 3-1200 § 30 Nr 5 S 8 [↩]
zum fehlenden gewöhnlichen Aufenthalt bei Unterbringung in einer stationären Einrichtung vgl § 109 SGB XII [↩]
vgl nur BVerwGE 95, 149, 152; BSGE 106, 264, SozR 4-3500 § 19 Nr 2, RdNr 13; BSG SozR 4-3500 § 98 Nr 3 RdNr 18 [↩]
näher dazu BSG SozR 4-5910 § 97 Nr 1 RdNr 15 [↩]
vgl dazu zuletzt BSG SozR 4-1750 § 524 Nr 1 RdNr 28 und BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 19 ff [↩]
vgl BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 25; BSG Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R 15; insoweit einhellige Auffassung, vgl nur Hammel, ZFSH/SGB 2008, 67, 74 [↩]
BSG SozR 3-2500 § 38 Nr 2 S 10 [↩]
BVerfGE 82, 6, 11 ff mwN; BSGE 77, 102, 104, SozR 3-2500 § 38 Nr 1 S 3; BSGE 89, 199, 202 f, SozR 3-3800 § 1 Nr 21 S 95 f mwN [↩]
vgl BVerwGE 96, 152; 97, 103; vgl dazu auch Hohm in Schellhorn/Hohm/Scheider, SGB XII, 19. Aufl 2015, § 98 SGB XII RdNr 13 mwN [↩]
BSG SozR 4-5910 § 97 Nr 1 RdNr 17; so ausdrücklich BT-Drs. 12/4401, 84 [↩]
vgl BSGE 109, 56, SozR 4-3500 § 98 Nr 1, RdNr 17 [↩]
vgl Josef/Wenzel, NDV 2007, 85, 90 f; Hammel, ZFSH/SGB 2008, 67, 74; Schlette in Hauck/Noftz, SGB XII, K § 98 ErgLfg 03/18 RdNr 96a; Hessisches LSG Beschluss vom 26.04.2011 – L 9 SO 60/11 B ER 27 [↩]
BSG Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R 15 f und BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 25 [↩]
wie hier Hohm in Schellhorn/Hohm/Scheider, SGB XII, 19. Aufl 2015, § 98 SGB XII RdNr 122.1; Wahrendorf in Grube/Wahrendorf, SGB XII, 5. Aufl 2014, § 98 SGB XII RdNr 39; Söhngen in jurisPK-SGB XII, 2. Aufl 2014, § 98 RdNr 59 f; LSG Berlin-Brandenburg Urteil vom 29.10.2015 – L 23 SO 16/14; Thüringer LSG Urteil vom 17.10.2012 – L 8 SO 74/11 [↩]
zu dieser denkbaren Abgrenzung bei Bejahung einer analogen Anwendung BSG Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R 15; BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 25 [↩]
vgl bereits BSG Urteil vom 25.04.2013 – B 8 SO 6/12 R 15 [↩]
vgl dazu zB Klinge in Hauck/Noftz, SGB XII, K § 109 ErgLfg 02/13 RdNr 3 [↩]
dazu BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 23 [↩]
vgl BT-Drs. 15/1514, 67 zu § 93 SGB XII; vgl entsprechend BT-Drs. 16/2711, 13: „Leistungen in ambulant betreuten Wohnmöglichkeiten“ [↩]
vgl die Änderung durch Gesetz zur Vereinfachung der Verwaltungsverfahren im Sozialrecht vom 21.03.2005 (BGBl I 818); die Änderung mit Gesetz zur Änderung des SGB XII und anderer Gesetze vom 02.12.2006 (BGBl I 2670); die Änderung durch das Gesetz zur Änderung des SGB XII vom 20.12.2012 (BGBl I 2783 [↩]
dazu bereits wegen teilstationärer Leistungen BSG SozR 4-3500 § 98 Nr 3 RdNr 17 [↩]
BGBl I 3733 [↩]
vgl BT-Drs. 17/14202, 6 [↩]
vgl nur Josef/Wenzel, NDV 2007, 85, 90 f; Hammel, ZFSH/SGB 2008, 67, 74 [↩]
vgl dazu und zur Nichtigkeit koordinationsrechtlicher öffentlich-rechtlicher Verträge im Zusammenhang mit der Abbedingung einer – bundesrechtlichen – Zuständigkeitsregelung BSG SozR 4-3500 § 106 Nr 1 RdNr 29 ff [↩]