Source: https://www.goldsteinconsulting.de/index.php/de/kanzlei/aktuelles/mandantenbriefe/listid-1/mailid-79-newsletter-maerz-2018
Timestamp: 2018-06-20 07:46:18
Document Index: 125202538

Matched Legal Cases: ['§37', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 35', '§ 13', '§ 3', '§ 2', '§ 3']

Die 10.000 €-Kreditkarte
Mehr netto vom Brutto dank Personalrabatten
Vergessene Umsatzsteuer ist verloren
AUS DER PRAXIS Einbruchschutz als haushaltsnahe Leistungen abzugsfähig?
Eigenheimschaukel spart Schenkungsteuer
immer wieder machen wir die Erfahrung, selbst bei überschaubaren Beträgen werden Stun­d­­ungen häufig abgelehnt und Geschäftskonten gepfändet. Ob die Existenz eines klei­nen Unternehmens hierdurch gefährdet wird, interessiert meist nicht. Ganz anders gehen die Finanzbehörden anscheinend mit Steuerpflichtigen um, die dem Fiskus Millionen­be­­träge schulden. So geschehen bei der Hamburger Warburg-Bank, der vom Fiskus im Zu­sam­­­men­­hang mit Cum/Ex-Geschäften unberechtigt Kapitalert ragsteuer in Höhe von mehr­eren Millionen Euro erstattet wurde, die zurückzuzahlen seien. Nach den Recherchen mehr­erer Presseorgane passierte je­doch ein Jahr lang nichts, und es drohte sogar Ver­jähr­ung. Erst als sich Ende 2017 das BMF ein­schal­tete, sollen die Hamburger Behör­den Maß­nahmen ergriffen haben, um die drohende Verjährung abzu­wen­den. Immerhin soll eine Steuer­for­der­ung von mehr als 100 Mio. € im Raum stehen, von der zu­mindest ein Teil­be­trag ohne die In­ter­vention des Bundes zum Jahres­ende durch Verjährung un­wie­der­­bring­lich der Staatskasse verloren gegangen wäre.
Damit die Bank in ihrer Bilanz keine Rückstellung bilden muss, sollen die beiden Hauptge­sell­­schafter persönlich bis zu einer Höhe von insgesamt 92 Mio. € Schuld­bei­tritts­er­klär­ungen abgegeben haben. Dass dieser Betrag ausreicht, wird von Experten be­zweifelt. Op­po­­sitions­politiker im Hamburger Senat fordern einen Untersuchungsausschuss. Ob für diesen unglaublichen Vorgang jemals ein Verantwortlicher innerhalb der Hamburger Fin­anz­­verwaltung zur Rechenschaft gezogen wird, ist noch offen.
Mit anderen Worten: Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Während jede noch so kleine Steuer­­hinterziehung konsequent ver­folgt und dem Betroffenen Vorsatz unterstellt wird, lassen sich in Politik und Verwaltung seltsamerweise keine persönlichen Ver­ant­wort­lich­keiten feststellen. Im Zweifelsfall haben beteiligte Be­amte und Politiker Erinnerungslücken oder einen totalen 'Black­out'.
Sollten Sie zu einem der im anliegendem Mandantenbrief angesprochenen Themen Fra­gen haben, stehe ich Ihnen gerne und jederzeit zur Verfügung.
In der Regel fordern Mitarbeiter zum Jahresende mehr Gehalt. Doch erst im Frühjahr weiß das Unternehmen, wie sich die laufende Auftragslage darstellt und wel­cher finanzielle Spiel­­raum für Gehalts­sprünge besteht. Ein für beide Seiten lukra­tives „Bonus“-Modell kön­nte dabei wie folgt aussehen: Anstelle einer erhöhten Barzahlung wird eine Kreditkarte über­­­reicht, auf der sich bereits ein Guthaben von bis zu 10.000€ befindet. Der Arbeitge­ber hat nun die Möglichkeit, diesen Betrag mit 30 % Einkommensteuer (zzgl. Soli und ggf. Kirchen­­steuer) pauschal zu besteuern. Dadurch könnte sich unterm Strich ein Steuer­vor­teil von bis zu 1.266 € ergeben.
Auch sozialversicherungsrechtlich zieht das Kreditkarten-Modell meist keine Mehrbe­last­ung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach sich. Denn wer in dieser Größenordnung einen Bonus be­komm en soll, dürfte ohnehin die Beitragsbemessungsgren­zen durch das lauf­ende Gehalt überschritten haben. Weite­re Sachzuwendungen hinsichtlich der Sozial­ver­­sicherung haben daher keine Auswirkung.
Hinweis: Die Beitragsbe­messungsgrenze für 2018 in der allgemeinen Rentenversi­cher­ung liegt im Westen bei 6.500 €/Monat und in den neu­­en Bundesländern bei 5.800 €. In der ge­setz­lichen Kran­kenversicherung sind es bun­des­einheitlich 4.425 €/Monat.
Beispiel: Max Müller soll zusätzlich einen jähr­lichen Ver­gütungsbestandteil in Höhe von 10.000 € zu seinem Festge­halt erhalten. Müller unter­­liegt mit seinem zu versteuern­dem Ein­­­kom­men in der Spitze einem Steuersatz von 42%. Die Einkommensteuer auf den Bo­nus würde so­mit 4.200 € zzgl. 231 € Soli­da­ri­täts­zu­schlag (und ggf. Kirchensteuer) be­tra­gen, ins­ge­sam also 4.431 €. Erhält er nun eine 'Pre­paid-­­Kredit­karte' mit einem Gut­haben von 10.000 €, kann der Arbeitgeber den Be­trag pau­schal gemäß §37b­ EStG ver­steu­ern, so dass sich eine Steu­er von 3.000 € zzgl. 165 € Soli = 3.165 € ergibt.
Das Modell wird bisher von der Finanz­ver­walt­ung akzeptiert, allerdings nur wenn folgende Vor­­aus­setzungen vorlie­gen:
Die Kreditkarten dürfen keine Barabhebungen, Überziehungen, den Kauf von Fremdwährungen und Geld­überweisungen zulassen
Die Leistun­gen müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeits­lohn erbracht werden.
Unser Rat: Häufig wird in der Praxis alternativ versucht, den ohnehin geschuldeten Ar­beits­­­­­lohn über 'wildeste' Konstruktionen in einen Zuschuss umzufunktionieren. So ver­zich­ten Arbeitnehmer z.B. zeitweise auf Arbeitslohn, sichern sich aber über Nebenverträge ab, da­­­mit ihnen im 'Fall der Fälle' nichts verlorengeht. Doch hier sind die Finanzämter mit­tler­weile sehr misstrauisch geworden. Die Praxis der Lohnsteueraußenprüfungen zeigt, dass die Modelle oftmals scheitern. Und nicht selten sind es dann die Arbeitgeber, die per Haf­t­ungs­­­­bescheid zur Kasse gebe­ten werden. Also: Übertreiben Sie es nicht.
Häufig bieten Unternehmen ihren Mitarbeitern Nachlässe, Sondertarife und Personal­ra­bat­te an. Erhält ein Arbeitneh­mer von seinem Arbeitgeber hergestellte Waren oder er­brachte Dienst­­­leistungen mit Rabatt, räumt ihm das Steuer­recht zu seinen Gunsten einen Be­wert­ungs­­­abschlag in Höhe von 4 % und einen jährlichen Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 € ein. Dabei muss es sich um Waren oder Dienstleistungen handeln, die vom Arbeitgeber über­­­­wie­gend für den Bedarf fremder Letztverbraucher hergestellt, vertrieben oder er­bracht werden. Außerdem darf dieser Bezug nicht pauschal versteuert werden. Klas­sischer Fall ist der Belegschaftsrabatt für Arbeitneh­mer in der Automobilbranche. Der Ag­gre­­gat­zustand der Ware spielt jedoch keine Rolle, so dass z. B. auch die Strom- oder Wär­me­­lieferung be­günstigt ist.
Ein Beispiel für den Bereich der Dienstleistungen ist die kosten­lose Konto- und/ oder De­pot­­führung für Mitarbeiter von Geld­instituten. Doch in vielen Fällen gibt es bei der steuerli­chen Anerkennung Probleme, so dass immer wieder die Gerichte bemüht werden müssen. Da­­her einige wichtige Hinweise für Sie: Anspruch auf die Steuervergünstigung haben aus­schließ­lich Arbeitnehmer. Dies gilt aber nicht nur während der aktiven Tätigkeit, sondern auch im Ruhestand. Freiberufler und Ge­werbetreibende werden insoweit benachteiligt. Nach Ansicht des BFH müsse das Gesetz so akzeptiert werden. Wer im öffentlichen Dienst ar­beitet, geht genauso leer aus. Dafür ist in bestimmten Fällen auch eine mehrfache In­an­spruch­nahme möglich.
Steht der Arbeit­nehmer im Ka­­len­­­derjahr nachein­ander oder ne­ben­­ein­ander in meh­r­eren Dienst­ver­hält­­­nissen, sind die Sach­be­züge aus jedem Dienst­­ver­hältnis unab­hän­gig von­ein­ander zu be­urteilen (Lohn­­steuer­-Richtlinie 8.2). In den Ge­nuss des Frei­be­trags kom­­men auch Mini-Job­ber. Bei ihnen wird der Ra­batt­­frei­be­trag nicht auf die mo­nat­­liche Ver­dienstgrenze von 450 € an­ge­rechnet.
Für die Be­­wertung des geld­werten Vor­teils kann ein Wahl­recht ge­nutzt werden (vgl. obenstehenden Kasten): Dabei kann der Mitarbeiter bei seiner per­­sönlichen Ein­kommen­steuer­veranlagung den geldwerten Vorteil ohne Be­wer­tungs­ab­schlag und ohne Rabattfreibetrag oder mit diesen Abschlägen auf der Grund­lage des End­preises des Arbeitgebers be­werten lassen. Bietet also z. B. ein Händler im Internet zeit­gleich einen Dumping­preis an, kann dieser als Vergleichsmaßstab bei der Be­wertung nach § 8 Abs. 2 EStG (Sachbezüge mit einer monatlichen Freigrenze von 44 €) her­an­gezogen werden. Höch­strichterlich durch den BFH geklärt ist, dass beim „Endpreis“, von dem ein Abschlag in Höhe von 4 % vorge­nommen wird, auch die üblichen durch­schnitt­lichen Händ­lerrabatte in voller Höhe zu berücksichtigen sind. Nur so­weit der Mit­ar­bei­ter des Automobilherstellers einen Preis zahlt, der den Durch­schnittsbetrag un­ter­schreitet, liegt ein geldwerter Vorteil vor. Diesen sieht die Finanzverwaltung auch bei er­sparten Über­führ­ungs­kosten für einen Pkw. Das letzte Wort hat hier aber der BFH.
Fis­kalischer Widerstand regt sich auch, wenn Rabatte durch konzernabhängige Un­ter­neh­men gewährt wer­den. Grundsätzlich gilt, dass die Anwendung von § 8 Abs. 3 EStG aus­schei­det, falls es sich nicht um Waren oder Dienstleistungen des Arbeitgebers, sondern eines „Dritten“ handelt, auch wenn es gesellschaftsrechtlich verbun­dene Unternehmen sind. Bereits mehrfach hat der BFH klargestellt, für eine analoge Begünstigung wäre eine Kon­zern­klausel in § 8 Abs. 3 EStG erforderlich.
Doch es sind auch Ausnahmen möglich: So hat das FG München schon im Jahr 2016 ent­schie­den, dass im Fall der Stromlieferung der Rabattfreibetrag auch dann beansprucht wer­den kann, sofern im Rahmen einer Konzernentflechtung die Stromlieferung nicht mehr durch den (ehemaligen) Arbeitgeber erfolgt, sondern durch eine neugegründete 100 %ige Toch­tergesellschaft, die weiter­hin einen Preisnachlass gewährt. In diesem Fall handele es sich nicht um eine Drittfirma.
Unser Rat: Gerne beraten wir Sie zu allen steuerlichen Aspekten rund um das Thema „Personalrabatte“.
Das Gehalt eines GmbH-GF mindert den körperschaft- und gewerbesteuerpflichtigen Ge­winn der Gesellschaft. Daher kann es günstiger sein, das Gehalt des GF zu erhö­hen, als Ge­­winn­­aus­schüt­tungen vorzunehmen. Damit die Ge­haltszahlung jedoch vom Finanzamt ge­winn­min­dernd berücksichtigt wird, und keine verdeckte Ge­win­nausschüttung (vGA) droht, muss ein ent­sprech­­ender Gesellschafterbeschluss gefasst und schrif­tlich fixiert so­wie der Anstellungsvertrag in schrift­licher Form um die Gehaltsanpassung er­gänzt wer­den. Allerdings gibt es auch Fälle, in de­nen aus unterschiedlichsten Gründen das Gehalt des Geschäftsführers vorüber­gehend oder dauer­haft gemindert werden soll. Handelt es sich nur um einen vorüber­geh­en­den Gehalts­verzicht zur Verbesserung der Liquidität der Ge­sellschaft, so kann es gün­stiger sein, das Gehalt in bisheriger Höhe auszuzahlen und einen Teil in Form eines Dar­leh­ens der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Zwar muss auch für die­sen, als Darlehen zu­rück­gezahlten Teil des Gehalts Lohnsteuer abgeführt werden, al­ler­dings ist es bei ver­bes­serter Liquidität einfacher, das Gehalt wieder in bisheriger Höhe aus­zu­zahlen.
Unser Rat: Nur wenn eine Minderung auf Dauer angelegt sein soll, kann das Gehalt unter Be­­achtung der gleichen Grundsätze wie bei einer Erhöhung für die Zukunft gemin­dert wer­den. Ein rückwirkender Gehaltsverzicht ist steuer­lich nicht möglich. Zumindest muss in die­sen Fällen auch für das Gehalt, auf das rückwirkend verzichtet wurde, Lohnsteuer ein­be­hal­­ten werden. Um nicht in die Falle ‘vGA‘ hineinzutappen, sollten Sie uns bei Ver­güt­ungs­än­­derungen vorab konsultieren.
Steuerlich unerfahrene Unternehmer, sehr häufig auch Exis­tenzgründer, vergessen öfter bei Kalkulationen, dass sie für die vereinnahmten Entgelte Umsatzsteuer an das Fin­anz­amt abzuführen haben. Daher wird diese bei Angeboten zuwei­len vergessen und nur der Netto­ betrag genannt. Leider lässt sich der Fehler in der Praxis nicht immer korrigieren, zu­min­dest wenn es sich um Privatkunden handelt. Im ungüns­tigsten Fall kommt ein Vertrag zum Nettopreis zu­stande oder der Kunde hat das Recht, vom Vertrag zu­­­rückzutreten.
Diese Erfahrung musste in einem Streitfall mit poten­ziel­len Kunden auch ein Fit­ness­trainer machen, der Interes­senten (nur) den Nettobetrag für Trainingseinheiten nann­te. Als er dies bemerkte, wies er die Interessenten auf den Fehler hin und nannte ihnen den zutref­fen­den Preis – ein­schließlich Mehrwertsteuer. Diese traten daraufhin vom Ver­trag zurück, er galt im vorliegenden Fall als einver­nehmlich aufgehoben. Auch vor Gericht zog der Trainer den Kürzeren und biss auf Granit. Nach Auffassung des Amtsgerichts Mün­chen hatte der Mann keinen Anspruch auf Schadensersatz.
Da­her unser dringender Rat: Denken Sie daran, bei Angebo­ten immer die Umsatzsteuer zu berücksichtigen.
Einbruchschutz als haushaltsnahe Leistungen abzugsfähig?
Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist zwar rückläufig, aber weiter auf hohem Ni­ve­au und damit auch das Sicher­heits­bedürf­nis von Hauseigentümern und Mietern. Wer privat genutzte Woh­nungen mit einbruchshemmender Sicherheitstechnik nach­rüs­ten läs­st, kann gemäß § 35a EStG 20 % der anfallenden Handwer­kerlöhne, Fahrt- und Ma­schi­nenkosten von der tariflichen Ein­kommen­steuer abziehen (max. 1.200 € pro Jahr). Die Kosten für die verbaute Alarmanlage sind allerdings nicht absetzbar. Doch wie steht es mit den laufenden Kosten für Wartung oder den Anschluss an ein Notmeldesystem? Während ersteres un­problematisch abzugsfähig ist, verweigern Finanzämter und auch Ge­richte bei den laufenden Kosten für ein Notmeldesystem den Steuerabzug. In einem vom FG Hamburg rechtskräftig ent­schied­enen Fall ließ sich ein Hauseigentümer eine Alarm­anlage einbauen, die direkt mit der außerhäuslichen Notrufzentrale ein­er Sicher­heits­firma verbunden war. Bei einem Einbruch konnte die Sicherheitsfirma über eine Ruf­bereitschaft die Polizei be­nachrichtigen. Für diesen Notrufdienst zahlte der Mann eine pauschale Grundgebühr, die er als haushaltsnahe Dienstleistung in seiner Ein­kom­mensteuererklärung geltend machte. Sowohl sein Finanzamt als auch das Finanz­ge­richt erkannten die Aufwendungen nicht an, weil die Leistung nicht im Haushalt, son­dern am Ort des Sicherheitsunternehmens erbracht werde. Diese Haltung bestätigt auch das FG Berlin-Brandenburg in einer aktuellen Entscheidung. Leider wird es auch hier­zu kein Urteil vom höchsten deutschen Steuergericht aus München geben. Zwar hat das FG wegen der Vielzahl gleichartiger Fälle die Revi­sion zum BFH zugelassen. Doch der Steuerpflichtige hat diese Chance ungenutzt verstreichen lassen.
Für Eigentümer von Luxus-Immobilien gibt es ein neues Steuerschlupfloch. Das Modell wird auch als „Eigenheimschaukel“ bezeichnet und soll sich vor allem auf Sylt großer Beliebtheit erfreuen. Es ist wirklich sehr simpel gestrickt, aber höchst lukrativ. Und so funktioniert es: Das Ehepaar P. lebt in einer teuren Villa in der Gemeinde Kampen auf Sylt. Die Immobilie gehört dem Ehemann. Seiner Ehefrau hat er unter Ausnutzung der 10-Jahresfrist für Schenkungen er­hebliche Barmittel zugewendet, so dass der Freibetrag in Höhe von 500.000 € ausgeschöpft ist. Er möchte ihr jetzt weitere 2,5 Mio. € in Sachwerten schenken, aber steuerfrei. So viel ist die Immobilie in Kampen wert. Das Barvermö­gen des Ehemanns beläuft sich derzeit auf mehr als 6 Mio. €.
Um seiner Frau weitere Barmittel steuerfrei zuwenden zu können, überträgt er im ersten Schritt die Immobilie (Verkehrswert 2,5 Mio. €) unentgeltlich auf seine Ehefrau. Wich­tig ist herbei, dass keine Vorbehalts- oder Widerrufsrechte vereinbart werden. Da es sich um ein sog. „Familienheim“ (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG) handelt, fällt keine Schen­kungsteuer an. Diese Art der Übertragung ist zu Lebzeiten wertunabhängig, beliebig oft und vor allem steuer­frei mög­lich, d. h. ohne dass bestehende Freibeträge verbraucht wer­den. Eine Wohnflächenbegrenzung, Behaltensfristen oder der eheliche Güterstand sind nicht rele­vant. Damit entfällt, anders als im Fall der ebenfalls möglichen steuerfreien Über­tragung von Todes wegen, ein et­wai­ges Nach­­ver­­steuerungsrisiko, das z.B. durch den Auszug des Erben ent­ste­hen kön­nte.
Grunderwerbsteuer fällt bei Über­trag­ungen unter Eheleuten nicht an (§ 3 Nr. 4 GrEStG). Nur die Notargebühren lassen sich nicht vermeiden. Nach einer sog. „Scham­frist“ von 6 bis 12 Monaten überträgt die Ehefrau die Villa wieder an ihren Ehe­mann zurück, und zwar zum Verkehrswert. Auch diese Rückübertragung ist völlig steuerneutral möglich, es fällt weder Schenkungsteuer noch Einkommensteuer noch Grunderwerbsteuer an. Das Ergebnis: Der Ehemann erhält die Villa wieder zurück und die Ehefrau hat 2,5 Mio. € steuerfrei auf ihrem Konto. Nur eventuelle Zinserträge wären einkommensteuerpflichtig.
Unser Rat: Die Steuerbefreiung für Familienheime gilt auch für Immobilien im europäischen Ausland. Neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gehören diesem Bereich Island, Liechtenstein und Norwegen an, nicht je­doch die Schweiz. Davon kann jedoch nur profitieren, wer seinen
Zweitwohnsitz im Inland beibehalten hat oder der
erweiterten unbeschränkten Steuerpflicht (§ 2 Abs. 1 Nr. 1b ErbStG) unterliegt.
Halten sich dagegen beide Ehe­gatten seit mehr als fünf Jahren im Ausland auf, ohne über einen Wohnsitz im Inland zu verfügen, funktioniert das Modell nicht. Dessen ungeachtet kann das ausländische Vermögen im Ausland schenkungsteuerpflichtig sein, was zu prüfen wäre.
Arbeit­nehmern, die ins Ausland ent­sandt wer­den, ent­stehen dort oft­mals höhere Le­bens­­haltungs­kosten als in Deut­schland. Als Ausgleich hier­für kann der Ar­­­beit­geber nach § 3 Nr. 64 EStG einen steu­er­freien Kauf­kraft­zu­schlag zahlen. Eine Gesamt­über­sicht (Stand: 1.1.2018) für alle Staaten hat das BMF aktuell ver­öf­­fent­licht. Sie finden es auf der Home­page des Ministeriums (www.bundes­fi­nanz­­ministerium.de) unter „Service/­Pub­li­ka­­tionen/BMF-Schreiben“ (Suchbegriff: Kauf­­­­kraftzuschläge).
Verwendet ein Unternehmer, der seinen Ge­winn durch Einnahmen-Überschuss-Re­chnung (EÜR) ermittelt, keine lücken­los fortlaufenden Rech­nungsnummern, darf das Finanzamt nicht automatisch ei­ne Zuschätzung vornehmen. In einem kon­kreten Fall verwendete ein Unter­neh­mer auf seinen elektronischen Rech­nungen ausschließlich Buchungs­num­mern, die computergesteuert durch eine Kom­bination aus Rechungs­anlass, Ge­burts­datum des Kunden und Rech­nungs­datum erzeugt wurden. Damit wurde jede Buchungsnummer zwar nur einmalig ver­ge­ben. Diese bauten aber nicht nu­me­risch aufeinander auf. Nach Meinung des Fi­nanzamts ein schwerwiegender Mangel der Buchführung des Unter­nehmers. Das FG Köln machte die Gewinnerhöhung rück­­gängig. Es bestehe weder eine ge­setz­liche noch eine aus der Recht­sprech­ung herleitbare Pflicht zur Vergabe einer Re­chnungsnummer nach einem bestim­mten lückenlosen numerischen System.
Bei der lohnsteuerlichen Be­urteilung von Be­triebsveranstaltungen kann sich eine un­­angenehme Überraschung ergeben, wenn kurzfristig viele Teilnehmer ab­sagen. Bekanntlich bleiben die Zu­wen­dun­gen anlässlich einer Betriebs­ver­an­stal­tung nur steuerfrei, soweit die Kosten je teilnehmenden Arbeitnehmer (ohne Be­­gleit­person!) den Betrag von 110 € (brutto) nicht über­steigen. Wurde bei der Plan­ung einer Veranstaltung darauf ge­achtet, dass diese Grenze nicht über­schritten wird, so kann dies völlig anders aus­­sehen, falls sich im Nachhinein her­aus­stellt, dass bedeutend weniger Ar­beit­nehmer teilge­nommen haben, als ur­sprüng­lich eingeplant. Daher kann es gün­stiger sein, einen Teil der gebuchten Lei­stungen (Buffet, Eintrittskarten, Ticket usw.) kurzfristig zu stornie­ren und hierfür ge­sondert Schadenersatz zu leisten.
....Punkt...
Aus aktuellem Anlass informieren wir Sie an dieser Stelle über den derzeitigen Ba­sis­­zins­satz der Deutschen Bundesbank, der bei der Berechnung der Ver­zugs­zinsen säumiger Zahler die Grundlage bil­det (bei Verträgen mit Privatpersonen werden 5 % und bei Verträgen mit Ge­schäf­ts­leuten 9 % draufgeschlagen). Beachten Sie: Der Basiszinssatz liegt wei­­­ter­­hin bei minus 0,88 %, zum 1.1.2018 er­­folgte keine Änderung. Damit ergeben sich Ver­zugszinsen in Höhe von 4,12 bzw. 8,12 %. Eine Übersicht der Basis­zins­sätze vom 1.7.2002 bis zum 1.1.2018 fin­den Sie unter www.bundesbank.de (Stichwort: 'Bauzinssatz').
„Die Unkenntnis der Steuergesetze be­freit nicht von der Pflicht zum Steuern zahlen. Die Kenntnis aber häufig.“