Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2016/70
Timestamp: 2020-04-06 12:49:29
Document Index: 107088826

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 640']

BGH, 02.11.1971 - VI ZR 16/70 - dejure.org
BGH, 02.11.1971 - VI ZR 16/70
https://dejure.org/1971,1759
BGH, 02.11.1971 - VI ZR 16/70 (https://dejure.org/1971,1759)
BGH, Entscheidung vom 02.11.1971 - VI ZR 16/70 (https://dejure.org/1971,1759)
BGH, Entscheidung vom 02. November 1971 - VI ZR 16/70 (https://dejure.org/1971,1759)
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Rückgriff - Arbeitsunfall - Haftungsfreistellung - Unternehmer - Pflichtverletzung - Zweiter Bürgermeister - Wald - Holzangelegenheit - Gemeinde - Organ - Weisungsrecht - Erster Bürgermeister - Amtshandlung - Holzfällerarbeiten
VersR 1972, 144
Daraus folgt entgegen der Auffassung der Revision allerdings nicht, dass eine subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung des Beklagten, die das in § 276 Abs. 2 BGB bestimmte Maß erheblich überschreitet (vgl. Senatsurteile vom 2. November 1971 - VI ZR 16/70 - VersR 1972, 144, 145), im Revisionsrechtszug zugunsten der Klägerin unterstellt werden muss.
Der Nachprüfung unterliegt aber jedenfalls, ob der Richter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (ständige Rechtsprechung; vgl. Senatsurteile vom 2. November 1971 - VI ZR 16/70 - VersR 1972, 144, 145 und vom 8. Mai 1984 - VI ZR 296/82 - VersR 1984, 775, 776 m.w.N.).
Die verkehrserforderliche Sorgfalt muss dabei in ungewöhnlich hohem Maß verletzt und es muss dasjenige unbeachtet geblieben sein, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (vgl. Senatsurteile vom 2. November 1971 - VI ZR 16/70, VersR 1972, 144, 145; vom 9. März 1973 - VI ZR 3/72, VersR 1973, 565 mwN;… vom 18. November 2014 - VI ZR 141/13, VersR 2015, 193 Rn. 21).
Dies ist aber nur dann der Fall, wenn eine besonders krasse und auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung vorliegt, die das in § 276 Abs. 1 S. 2 BGB bestimmte Maß erheblich überschreitet (…vgl. BGH a.a.O. 475 m.w.N.; vgl. auch BGH NJW 1980, 887, 888; BGH VersR 1972, 144; OLG Düsseldorf VersR 1992, 723, 724).
LAG Hessen, 24.02.1988 - 10 Sa 503/87
Haftungseinschränkung des Arbeitnehmers bei gefahrengeneigter Tätigkeit …
OLG Nürnberg, 28.09.1988 - 4 U 4014/86
Zuständigkeit zur Entscheidung über einen Rückgriffsanspruch des Trägers der …
Nur besonders krasse und auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverstöße, die das gewöhnlich in § 276 Abs. 1 S. 1 BGB bestimmte Maß erheblich übersteigen, können den schwerwiegenden Vorwurf grober Fahrlässigkeit rechtfertigen (BGHZ 10, 16 [BGH 11.05.1953 - IV ZR 170/52] BGH VersR 1972, 144, 568).
OLG Koblenz, 22.05.1980 - 9 U 52/79
Unfallverhütungsvorschrift; Grobe Fahrlässigkeit; Arbeitsunfallopfer; …
Den Vorwurf grober Fahrlässigkeit rechtfertigt nur eine besonders grobe und auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung (BGH VersR 72, 144; OLG Köln VersR 72, 638), die das gewöhnliche Maß der Fahrlässigkeit erheblich übersteigt (BGH VersR 63, 626; Lauterbach, § 640 Anm. 12).