Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgzeschsee_2015
Timestamp: 2020-02-28 00:26:05
Document Index: 8667252

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 11', '§ 4', '§ 11', '§ 1', '§ 4', '§ 19']

(GVBl.II/00, [Nr. 02], S.25)
geändert durch Artikel 13 der Verordnung vom 9. November 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in der Gemarkung Zesch am See (Landkreis Teltow-Fläming) wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Großer und Westufer Kleiner Zeschsee".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 107 Hektar. Es umfasst Flächen in den Fluren 2, 3 und 6 der Gemarkung Zesch am See.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung von Niederungs- und Quellbereichen im regionalen Biotopverbund innerhalb der Nuthe-Notteniederung.
Die Unterschutzstellung dient daher insbesondere:
der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Großer und Westufer Kleiner Zeschsee“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Oligo- bis mesotrophen kalkhaltigen Gewässern mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Kalkreichen Sümpfen mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae, Moorwäldern und Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritären natürlichen Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Fischotter (Lutra lutra) und Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume;
der Erhaltung weiterer stark gefährdeter Vegetationsformen, Pflanzengesellschaften und besonders geschützter Pflanzenarten der Quellen wie Quellfluren und Winkelseggen-Erlen-Eschenwald, der reichen Feuchtwiesen und deren Auflassungsstadien, der Standgewässer, insbesondere der Schwimmblatt-, Röhricht-, Armleuchteralgen- und Laichkrautgesellschaften und der Weidengebüsche;
der Erhaltung des Gebietes als Zufluchtsort und als potenzielles Wiederausbreitungszentrum bestandsbedrohter Tierarten und Tierartengemeinschaften wie Vögel, hier insbesondere der an Gewässer und Feuchtgebiete gebundenen Arten und der Höhlenbewohner, sowie von Amphibien und Reptilien;
der Erhaltung aus wissenschaftlichen Gründen als Gegenstand der landschaftsökologisch orientierten Forschung.
motorgetriebene Wasserfahrzeuge zu benutzen;
außerhalb der in der Gemarkung Zesch am See, Flur 3 dafür zugelassenen Badestellen zu baden oder zu tauchen;
Be- oder Entwässerungsmaßnahmen über den bisherigen Umfang hinaus durchzuführen, Gewässer und Moore jeder Art zu verändern oder in anderer Weise den Wasserhaushalt des Gebietes entgegen dem Schutzzweck zu beeinträchtigen;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, dass
keine Düngung mit Stickstoff auf den Grünlandbereichen erfolgt,
die Verbote des § 4 Abs. 2 Nr. 19 und 20 gelten;
die an der potenziell-natürlichen Vegetation orientierte Baumartenzusammensetzung zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen ist,
der Naturverjüngung gegenüber Pflanzungen der Vorrang einzuräumen ist,
Erstaufforstungen nur im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde erfolgen;
die Anlage von Kirrungen in Quell- oder Feuchtgebieten sowie die Neuanlage von Wildäckern oder Ansaatwildwiesen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße Ausübung der fischereiwirtschaftlichen Flächennutzung sowie die Angelfischerei in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, dass
die Angelfischerei am Großen Zeschsee vom Wasser aus sowie am Nord- und Ostufer gestattet ist, während sie am Westufer ausschließlich an der Halbinsel "Fürstenbadestelle" sowie an acht weiteren Stellen zulässig ist, die vor Ort markiert sind und deren Lage in der anliegenden Kartenskizze durch Symbole gekennzeichnet ist;
(2) Die in § 4 für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Der Genehmigungsvorbehalt nach § 19 Abs. 3 Satz 2 Landeswaldgesetz bleibt unberührt.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Großer und Westufer Kleiner Zeschsee"
Flur 2 1 anteilig, 80/2, 82-85, 90-93 je anteilig bis verlandeter Graben beziehungsweise reale Nutzungsartengrenze, 95 anteilig bis Graben, 96-97, 98-99 anteilig bis Graben, 100, 101 anteilig bis Graben, 102, 103/1, 103/2, 104/1 anteilig bis Nutzungsartengrenze, 104/2, 149 anteilig (nur der den Flurstücken 90-100 vorgelagerte Spülsaum);
Flur 3 1/1 anteilig, 1/9, 7/1, 7/2, 7/3, 8, 9/1, 9/2, 10/1, 10/2, 11, 12/1, 12/2, 13/1, 13/2, 14/1, 14/2, 15, 16, 23, 24, 139, 142/1, 142/2, 142/3;
Flur 6 18, 20-22, 24, 25, 27-29, 33 anteilig.