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Timestamp: 2013-05-22 10:44:34
Document Index: 66930509

Matched Legal Cases: ['§ 120', '§740', '§ 130', '§ 145', '§ 155', '§ 114', '§ 266', '§ 161', '§ 105']

GbR, Gewinnausschüttung unregelmäßig, Untreue(?), Ansprüche gegeneinander Gesellschaftsrecht
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| 11.04.2006 14:48 | Preis: ***,00 € |
9) Sind die Kosten für die anwaltliche Beratung des B als Schadenersatz durch A zu begleichen? Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 133 weitere Antworten zum Thema:
11.04.2006 | 16:46
1) Gegen wen kann B seinen Zahlungsanspruch aus der nicht gemäß Anteil erfolgten Gewinnausschüttung geltend machen? Gegen die GbR? Gegen die KG? Gegen A persönlich? Gegen D persönlich (grundsätzlich, oder nur bei Verantwortung von D, weil diese evtl. durch Kontovollmacht Zahlungen auf ihr Privatkonto veranlaßt hat)? Ansprüche kann B nur gegen die KG geltend machen. Dies entsteht auch ohne Eintragung im Handelsregister, da diese nur deklaratorische Wirkung hat. Hinsichtlich der Kommanditisten haften diese bis zur Eintragung im Handelsregister unbeschränkt. Die Haftungsbeschränkung in Höhe der Einlage gilt erst mit Eintragung im Handelsregister. Die Verteilung von Gewinn und Verlust bestimmen sich nach § 120, 121 HGB anhand der Gesellschafteranteile. Soweit A und D Überentnahmen vorgenommen haben, sind Sie verpflichtet entsprechende Einlagen zu tätigen.
2) a) Welche Konsequenzen hätte ein Zahlungsanspruch gegen die GbR oder die KG, sollten A oder D aus der Gesellschaft ausscheiden, für B? b) Welche Konsequenzen bestünden, sollte B aus der KG ausgeschlossen werden (§740 BGB ist vertraglich ausgeschlossen). A und D, soweit D in die Gesellschaft eingetreten ist, haften für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nach § 130 HGB. Soweit A und D aus der Gesellschaft ausscheiden, findet die Liquidation gem. § 145 HGB statt. Soweit das Gesellschaftsvermögen gem. § 155 HGB zur Berichtigung der Schulden nicht ausreicht, haften die Gesellschafter für entsprechende Verbindlichkeiten persönlich mit Ihrem Privatvermögen. Im Innenverhältnis sind die Gesellschafter zum Ausgleich verpflichtet. Dieser bestimmt sich nach dem Gesellschaftervertrag oder den Gesellschafteranteilen. 3) Welche Konsequenzen hätte ein Zahlungsanspruch gegen A persönlich hinsichtlich seines Verbleibs oder Ausscheidens aus der KG? Bei einem Zahlungsanspruch gegen A kann soweit ein gerichtlicher Titel erwirkt wird, zum einen der Anspruch hinsichtlich der Gewinnausschüttung aus der KG, zum anderen der Gesellschafteranteil an der KG gepfändet werden.
4) Kann B Schadenersatz geltend machen für Wertpapiere, die er zur Sicherstellung seines Lebensunterhalts verkaufen mußte, die in der Zwischenzeit Wertsteigerungen erfahren haben? Ist dies abhängig von der Notwendigkeit, verkaufen zu müssen (wäre die Gewinnausschüttung wie vereinbart gleichmäßig erfolgt, wäre kein Liquiditätsengpaß aufgetreten)? Welche Schadenssumme kann angesetzt werden? B hat einen Schadensersatzanspruch gegen die KG soweit er einen konkreten Schaden nachweisen kann. Die KG kann Ihrerseits den Schaden von A ersetzt verlangen bzw. sich freistellen lassen, wenn dieser entgegen den gesetzlicher Regelung oder gesellschaftsrechtlicher Vereinbarung (Satzung) Verfügung zu Lasten der KG vorgenommen hat.
5) Kann sich B gegen nachträgliche Forderungen absichern, die das Finanzamt eventuell stellt, weil bei einer Betriebsprüfung die Vermischung von Privat- und Firmenkontobewegungen beanstandet wird und zu Steuernachzahlungen führt? Das Finanzamt kann je nach Titelbezeichnung auch gegen jeden Gesellschafter persönlich vorgehen und zwar in voller Höhe der Forderung. Die Gesellschafter haben dann im Innenverhältnis einen Ausgleichsanspruch. D.h. das Finanzamt kann gegen A, B und D die volle Steuerforderung geltend machen und wird sich den solventesten Schuldner aussuchen.
6) Kann B aufgrund des von ihm nicht zu verantwortenden Gewerbeuntersagungsverfahrens Ansprüche gegen den primär dafür verantwortlichen A durchsetzen? Ansprüche hat hier zunächst die KG gegen A als Geschäftsführer §§ 114 ff HGB, wenn er seine Pflichten grob fahrlässig oder vorsätzlich verletzt hat. Dies wird der Fall sein, wenn A trotz sich abzeichnender Steuerschulden, Entnahmen vorgenommen hat und dadurch eine Gewerbeuntersagung provoziert hat. 7) Kann A seinerseits Ansprüche der Gesellschaft gegen B geltend machen, weil B durch psychische Probleme seiner Arbeit nur schleppend nachgegangen ist, und durch die drohende oder eingetretene Verzögerung bei Projekten a) Preisnachlässe an Kunden gewährt werden mußten und b) externe Dienstleister beauftragt wurden? Kann B die psychischen Probleme auf die mangelhafte Gewinnausschüttung schieben? Auch hier gilt, wenn B seine Pflichten als Geschäftsführer grob fahrlässig oder vorsätzlich verletzt hat, ist die KG zum Schadensersatz berechtigt. Allerdings wird im Krankheitsfalle, soweit sich dies durch Atteste nachweisen lässt, keine grob fahrlässige oder vorsätzliche Pflichtverletzung begründen lassen. Allerdings könnte, soweit die externen Dienstleister in Absprache mit B beauftragt wurden, daran gedacht werden, dass die Kosten hier den Anteil an der Gewinnausschüttung schmälern. Hierüber hätte aber eine konkrete Vereinbarung getroffen werden müssen. 8) Gibt es außer der zivilrechtlichen Seite für B noch das Druckmittel, Anzeige wegen Untreue erstatten zu können, um A zu Wohlverhalten anzuhalten? Sind hierbei Fristen zu beachten (z.B. seit Kenntnisnahme von Sachverhalten)? § 266 Untreue
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Als Druckmittel ist dies sicherlich geeignet. Möglicherweise ist aber ein Hinweis auf die Versteuerung von Einkünften aus Gewerbebetrieb (Gewinnausschüttung) auch in Erwägung zu ziehen.
Ich hoffe Ihnen eine Überblick anhand der gestellten Fragen geben zu können. Aufgrund der Vielzahl der Fragen und der begrenzten Zeit, ist eine ausführliche Beantwortung im Rahmen dieses Forums nicht möglich. Soweit Sie zu einzelnen Fragen Erläuterungsbedarf haben oder eine ausführliche Darstellung wünschen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion oder wenden sich direkt per Email RASchroeter@arcor.de an mich. Soweit Sie weitergehenden Beratungsbedarf haben, insbesondere im Rahmen von außergerichtlichen Vereinbarungen stehe ich Ihnen ebenfalls gerne zur Verfügung. Mit besten Grüßen
Ihre Antwort zielt explizit auf die KG, nicht auf die GbR. Weil die GbR in die KG übergegangen ist und als solche rechtlich nicht mehr greifbar ist? Ist das gut, schlecht oder egal hinsichtlich der Ansprüche des B? Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
12.04.2006 | 09:18
Hinsichtlich der Beurteilung der KG liegt diese zwar vor, jedoch ist diese, da eine Eintragung wohl in absehbarer Zeit nicht erfolgen wird, wie eine OHG zu behandeln. Die KG zeichnet sich im Unterschied zur OHG dadurch aus, dass ein oder mehrere Gesellschafter (Kommanditisten) Ihre Haftung auf die Einlage beschränkt haben. Da diese Beschränkung erst mit Eintragung in das Handelsregister wirksam wird, liegt rein faktisch eine OHG vor, was aber nicht daran ändert, dass die KG Ihr Anspruchsgegner ist. Hier noch einige allgemeine Ausführungen zur Kommanditgesellschaft.
Zur Gründung einer KG braucht es einen Vertrag. Die Kommanditgesellschaft muss ebenfalls im Handelsregister eingetragen werden. Ein persönlich haftender Gesellschafter ist zwingend erforderlich. Der voll haftende Komplementär der KG muss kein Mindestkapital einbringen. Der Kommanditist jedoch, der nur beschränkt haftet, hat eine betragsmäßig bestimmte Haftungseinlage zu erbringen, die so auch im Handelsregister eingetragen wird. Die gesetzlichen Bestimmungen der KG finden sich in den §§ 161 ff HGB sowie ergänzend §§ 105-160 HGB, 705-740 BGB. Ein Mindestkapital ist bei der KG gesetzlich nicht vorgeschrieben. Gewinn und Gewinnanteile werden wie bei der OHG ermittelt, das gilt auch für die steuerliche Behandlung. In der Frage der Haftung, der Vertretung der Gesellschaft nach außen und des Steuerrechts entspricht sie der GbR. Anders jedoch als die GbR -muss die OHG/KG ins Handelsregister eingetragen werden, -kann sich die OHG/KG einen einfacheren Namen zulegen ("Müller OHG"), -unterliegt die OHG/KG immer der Pflicht zur doppelten Buchführung, -ist die OHG/KG im begrenzten Rahmen eine eigene Rechtspersönlichkeit, d.h. sie kann ins Grundbuch eingetragen werden und kann unter ihrem Namen klagen und verklagt werden, -unterliegt die OHG/KG den strengeren Regeln des Handelsgesetzbuches. Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben. Sollten Sie noch weiteren Beratungsbedarf haben, stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.
Die Antwort hat alle für mich relevanten Punkte beleuchtet und Anfangsorientierung gegeben. Die Antwort auf die Nachfrage war sehr ausführlich und zielte genau auf das aktuelle Problemfeld. ANTWORT VON
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