Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=42&t=273559
Timestamp: 2018-03-19 07:21:32
Document Index: 300573280

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art 3', 'Art 2', '§ 177', 'Art. 2', 'Art. 3']

Aktuelle Zeit: 19.03.18, 08:21
Betreff des Beitrags: Formen männlicher & weiblicher Gewalt aus juristischer Sicht
Verfasst: 07.03.17, 13:06
ich bin Psychologe, wohne, lebe und arbeite in der Erdbebenregion Italiens (L'Aquila, http://forgenregelnbeachten.de). Mir sind aus meiner Zeit in Deutschland, aber mittlerweile auch aus meiner Zeit in Italien zahlreiche Fälle häuslicher Gewalt (zwischen Ehe- oder auch nicht-verheirateten Partnern) bekannt. Was Gewalt (mit oder ohne sexuellen Anteil) in einer Frau anrichten kann, ist mit Worten kaum zu beschreiben / zu erfassen.
Aber !!! Ich kenne auch Formen weiblicher Gewalt. Und die "Anwendung" dieser Gewaltformen können genauso furchtbare Auswirkungen haben; z.B. auf Männer ... nicht nur auf Männer, denn alles kann auch auf Frauen "zurückfallen" (die Gewalt-Falle).
Soviel zur psychologischen Sicht.
Jetzt würde mich mal interessieren, welche Kategorien der (häuslichen) Gewalt zwischen Lebens-Partnern aus juristischer Sicht unterschieden werden. Gibt es da Kategorien ? Überschriften ? spezifische Begriffe ? Inhaltliche Beschreibungen ? Schweregrade ? Bin ich hier - im Bereich Familien-Recht - mit dieser Anfrage richtig ? Greift auch das Strafrecht ? Sagt das Grundgesetz etwas dazu ?
Zuletzt geändert von ktown am 07.03.17, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
Verfasst: 07.03.17, 14:52
Pinie hat geschrieben:
ich bin Psychologe, wohne, lebe und arbeite in der Erdbebenregion Italiens ...Mir sind aus meiner Zeit in Deutschland, aber mittlerweile auch aus meiner Zeit in Italien zahlreiche Fälle häuslicher Gewalt (zwischen Ehe- oder auch nicht-verheirateten Partnern) bekannt. Was Gewalt (mit oder ohne sexuellen Anteil) in einer Frau anrichten kann, ist mit Worten kaum zu beschreiben / zu erfassen.
das ist keine psychologische Sicht, das sind nichts sagende Allgemeinplätze, die sich zusammenfassen lassen in "Es gibt Gewalt in Partnerschaft und das Ergebnis ist für beide Seiten furchtbar".
Greift auch das Strafrecht ? Sagt das Grundgesetz etwas dazu ?
ja, das Strafrecht greift hier.
Verfasst: 07.03.17, 17:29
Nun ja, Art. 3 GG sollte eigentlich auch einen Psychologen bekannt sein. Und im StGB ist mir keine Bestimmung bekannt, die geschlechtsspezifisch danach unterscheidet, wer sich nun strafbar gemacht hat. Etwa so: Ermordet ein Mann seine Schwiegermutter, gibt es lebenslang; ermordet eine Frau ihre Schwiegermutter gibt es .....?
Nicht nur lesen können, sondern es auch tun, das hilft schon weiter.
Verfasst: 07.03.17, 19:13
der Beitrag des TE gehört(e) wohl auch eher in die Rubrik Werbepsychologie
Verfasst: 07.03.17, 19:21
Neben dem bereits genannten Art 3 GG passt der Art 2 Abs 2 zu Ihrem Thema "wie die Faust aufs Auge":
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland hat geschrieben:
Ja und tatsächlich wird auf häusliche Gewalt das Strafrecht angewandt. Dazu liest man im Strafgesetzbuch:
Strafgesetzbuch (StGB) hat geschrieben:
Verfasst: 07.03.17, 22:12
Nun ja, das GG ließ zu, dass bis 1997 ausschliesslich die Vergewaltigung von Frauen als solche unter Strafe stand, und das auch nur wenn die Tat außerhalb der Ehe stattfand. Weder waren Männer entsprechend geschütz, noch wurde die Vergewaltigung der Ehefrau durch den Ehemann von § 177 StGB erfasst. Dies änderte sich durch politischen Willen, rein auf Grundlage unserer Verfassung wäre solch eine Diskriminierung jederzeit wieder möglich.
Verfasst: 08.03.17, 08:52
... ich möchte nur zwischendurch mal "danke" sagen. Da sind konkrete Hinweise dabei.
Wir leben in unterschiedlichen Realitäten. Jetzt muss ich erstmal die juristische (Sprache) in meine bringen.
Verfasst: 08.03.17, 09:49
rein auf Grundlage unserer Verfassung wäre solch eine Diskriminierung jederzeit wieder möglich.
Laß mich kurz überlegen ... NEIN !
Verfasst: 08.03.17, 10:16
Jetzt muss ich erstmal die juristische (Sprache) in meine bringen.
wenn damit nicht italienisch gemeint ist, darf man gespannt sein, welche "Übersetzung" nun folgt. Die Ausführungen waren nicht sonderlich juristisch oder kompliziert.
Verfasst: 08.03.17, 10:29
Nee, das waren sie wirklich nicht. Es ging nur schlicht und ergreifend ums Lesen. Ist ja schön, wenn der Psychologe immerhin jetzt erkannt hat, dass Lesen von enormem Vorteil ist. Hoffentlich tut er es jetzt auch.
Verfasst: 08.03.17, 12:08
Da würde ich mir mal keine Illusionen machen, die einschlägigen Regelungen (Art. 2, 3, 6) galten bereits vor der Gesetzesänderung und erfuhren keine relevanten Änderungen. Man kann natürlich auch argumentieren, dass das Strafrecht seit Gründung der Bundesrepublik verfassungswidrig war, aber auch dieser Zustand könnte wiederhergestellt werden, wenn der politische Wille da ist. Wir sind ja auf dem besten Weg Extremisten in den Bundestag zu befördern.
Zuletzt geändert von gmmg am 08.03.17, 12:45, insgesamt 1-mal geändert.
Verfasst: 08.03.17, 12:35
Nun ja, Art. 3 GG sollte eigentlich auch einen Psychologen bekannt sein. Und im StGB ist mir keine Bestimmung bekannt, die geschlechtsspezifisch danach unterscheidet, wer sich nun strafbar gemacht hat.
Verfasst: 08.03.17, 13:19
Exhibitionismus ist interessant ... will ich mal aufgreifen. Gibt es hier eine Gleichbehandlung zwischen Männern und Frauen ? Ich meine, nackte Frauen sieht man doch ständig, die Medien sind voll davon.
Ab wann (Pose ? Entblösungsgrad ?) würde man bei einer Frau von Exhibitionismus sprechen ? Und wird sie dadurch genauso straffäliig (und geahndet) wie ein Mann ?
Verfasst: 08.03.17, 13:26
Es gibt eben keine Gleichbehandlung. Das ergibt sich ja aus dem Wortlaut.
Zu dem genauen Tatbestand verweise ich einfach mal auf den Link.
Eine Frau kam per Definition keinen Exhibitionismus im Sinne des Strafgesetzbuches begehen.
Je nach genauer Handlung kommen aber andere Normen in Betracht.
Verfasst: 08.03.17, 13:35
Nacktheit alleine ist kein Exhibitionismus, auch nicht bei Männern. Einfach mal "nackter Jörg" googeln.
Ansonsten empfehle ich einen Kommentar zum StGB - gerade als Psychologe hat man dann eine Grundlage auf die man sich professionell beziehen kann.