Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.03.2005&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2017/04
Timestamp: 2019-06-20 22:15:56
Document Index: 285500135

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.03.2005 - VIII ZR 17/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1142
BGH, 09.03.2005 - VIII ZR 17/04 (https://dejure.org/2005,1142)
BGH, Entscheidung vom 09.03.2005 - VIII ZR 17/04 (https://dejure.org/2005,1142)
BGH, Entscheidung vom 09. März 2005 - VIII ZR 17/04 (https://dejure.org/2005,1142)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,1142) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Mietvertragliche Formularklausel über Schönheitsreparaturen
Auslegung einer mietvertraglichen Formularklausel über Schönheitsreparaturen; Unangemessene Benachteiligung eines Mieters durch eine Klausel über die Verpflichtung zur Durchführung von Schönheitsreparaturen; Wirksamkeit einer Klausel über Schönheitsreparaturen bei Beginn der Renovierungsfristen mit dem Anfang eines Mietverhältnisses
"Unverzügliche" Schönheitsreparatur
Wirksamkeit von Schönheitsreparaturklauseln mit Fristenplan
Mietvertragliche Formularklauseln über Schönheitsreparaturen
Mietrecht - Nicht jede Schönheitsreparaturenklausel ist ungültig
Schönheitsreparaturen - "Unverzüglich" führt nicht zur Unwirksamkeit
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 9.3.2005, VIII ZR 17/04 (Bedarfsklauseln)" von RA Karl Friedrich Wiek, original erschienen in: WuM 2005, 283 - 284.
NJW 2005, 1426
MDR 2005, 679
ZMR 2005, 437
DB 2005, 1683 (Ls.)
Selbst wenn man der stillschweigenden Annahme des Landesarbeitsgerichts folgte, die Deutungsspielräume, die der Arbeitsvertrag der Parteien belässt, könnten nicht durch Auslegung geschlossen werden (zum Vorrang der Auslegung vor der Prüfung der Intransparenz vgl.: BGH 25. Februar 2016 - VII ZR 156/13 - Rn. 32; 9. März 2005 - VIII ZR 17/04 - zu II 2 der Gründe; Staudinger/Coester (2013) § 307 Rn. 172; Fuchs in Ulmer/Brandner/Hensen AGB-Recht 12. Aufl. § 307 BGB Rn. 344) , wäre die Klage begründet.
Der Senat kann die Auslegung durch das Berufungsgericht in vollem Umfang nachprüfen, weil davon auszugehen ist, dass die bundesweit tätige Klägerin das Vertragsformular über den Bezirk eines Oberlandesgerichts hinaus verwendet (Senatsurteil vom 9. März 2005 - VIII ZR 17/04, NJW 2005, 1426, unter II 1 a m.w.Nachw.).
Sie spricht vielmehr nur die Fälligkeit der Schönheitsreparaturen an, ohne die sonst in Formularklauseln vielfach zur Orientierung genannten Renovierungsfristen zu nennen (vgl. BGH NJW 2005, 1426 = MDR 2005, 679).
Eine wirksame Überbürdung setzt nach höchstrichterlicher Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht nur voraus, dass zwischen den Parteien ein "weicher" Fristenplan für die Schönheitsreparaturen gilt (z.B. BGH, Urteil vom 16.02.2005 - VIII ZR 48/04 - NJW 2005, 1188), sondern auch, dass der Fristenlauf mit dem Mietverhältnis beginnt und die Renovierungsfristen abgelaufen sind (BGH Urteil vom 28.04.2004 - VIII ZR 230/03 - NJW 2004, 2087; BGH, Urteil vom 09.03.2005 - VIII ZR 17/04 - NJW 2005, 1426).
Eine mietvertragliche Formularklausel über Schönheitsreparaturen, wonach der Mieter alle je nach dem Grad der Abnutzung oder Beschädigung erforderlichen Arbeiten unverzüglich auszuführen hat und die Schönheitsreparaturen im allgemeinen in nach der Art der Räume gestaffelten Zeitabständen von drei, fünf und sieben Jahren erforderlich werden, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vorn 9. März 2005 - VIII ZR 17/04 - NJW 2005, 1426) nicht dahin auszulegen, dass die dem Mieter auferlegte Verpflichtung zur Vornahme von Schönheitsreparaturen unabhängig vom Beginn des Mietverhältnisses an einen objektiv bestehenden Renovierungsbedarf anknüpft.
(vgl. hierzu BGH, Urteil vom 9.3.2005, Az.: VIII ZR 17/04).