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Timestamp: 2020-08-07 21:56:49
Document Index: 263099616

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BGH 4 StR 673/19 - 24. März 2020 (LG Wiesbaden) · hrr-strafrecht.de
BGH 4 StR 673/19 - 24. März 2020 (LG Wiesbaden) [= HRRS 2020 Nr. 547]
BGH 4 StR 673/19:
HRRS-Nummer: HRRS 2020 Nr. 547
Zitiervorschlag: BGH, 4 StR 673/19, Beschluss v. 24.03.2020, HRRS 2020 Nr. 547
BGH 4 StR 673/19 - Beschluss vom 24. März 2020 (LG Wiesbaden)
Ergänzend zum Verwerfungsantrag des Generalbundesanwalts merkt der Senat an:
2. Unter einem Hindernisbereiten im Sinne des § 315 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist jede Einwirkung im Verkehrsraum zu verstehen, die geeignet ist, den reibungslosen Verkehrsablauf zu hemmen oder zu verzögern (vgl. BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 1954 ? 4 StR 329/54, BGHSt 6, 219, 224; vom 14. Januar 1959 ? 4 StR 464/58, BGHSt 13, 66, 69; zu § 315b Abs. 1 Nr. 2 StGB vgl. BGH, Urteil vom 31. August 1995 ? 4 StR 283/95, BGHSt 41, 231, 234). Tatbestandlich erfasst werden auch solche Einwirkungen, die erst durch die psychisch vermittelte Reaktion des Fahrzeugführers zu einer Beeinträchtigung des Verkehrsablaufs führen, etwa weil sie Brems- oder Ausweichvorgänge mit den damit verbundenen Gefahren zur Folge haben. Daher handelt es sich bei einem auf den Gleisen befindlichen Menschen um ein Hindernis im Sinne des § 315 Abs. 1 Nr. 2 StGB (vgl. OLG Oldenburg, NStZ 2005, 387; König in LK-StGB, 12. Aufl., § 315 Rn. 35; Pegel in MK-StGB, 3. Aufl., § 315 Rn. 43 mwN; Hecker in Schönke/Schröder, StGB, 30. Aufl., § 315 Rn. 11; Ernemann in Satzger/ Schluckebier/Widmaier, StGB, 4. Aufl., § 315 Rn. 10; zu § 315b Abs. 1 Nr. 2 StGB vgl. BGH, Urteil vom 31. August 1995 ? 4 StR 283/95, aaO, S. 235; Beschluss vom 13. Juni 2006 ? 4 StR 123/06, NStZ 2007, 34, 35).
Ob ein Hindernisbereiten schon dann vorliegt, wenn die das Gleisbett querende Person die von dem Schienenfahrzeug genutzten Gleise noch nicht erreicht hat, kann dahinstehen (vgl. zum Streitstand König, aaO, Rn. 35a und Pegel, aaO, Rn. 43 jeweils mwN). In dieser Konstellation ist jedenfalls ? wie vom Landgericht angenommen ? ein ähnlicher, ebenso gefährlicher Eingriff gemäß § 315 Abs. 1 Nr. 4 StGB gegeben (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Januar 1959 ? 4 StR 464/58, aaO).