Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%201997,%20564
Timestamp: 2019-11-21 06:41:11
Document Index: 96795618

Matched Legal Cases: ['§ 98', '§ 98', 'BGH', 'BGH', '§ 110', 'BGH', '§ 110', 'EuG', 'EuG', 'BGH']

LG Frankfurt/Main, 04.09.1996 - 5/29 Qs 16/96, 5-29 Qs 16/96 - dejure.org
LG Frankfurt/Main, 04.09.1996 - 5/29 Qs 16/96, 5-29 Qs 16/96
https://dejure.org/1996,2071
LG Frankfurt/Main, 04.09.1996 - 5/29 Qs 16/96, 5-29 Qs 16/96 (https://dejure.org/1996,2071)
LG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 04.09.1996 - 5/29 Qs 16/96, 5-29 Qs 16/96 (https://dejure.org/1996,2071)
LG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 04. September 1996 - 5/29 Qs 16/96, 5-29 Qs 16/96 (https://dejure.org/1996,2071)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,2071) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
StPO §§ 98 Abs. 2, 110, 102, 103
NJW 1997, 1170
NStZ 1997, 564
StV 1997, 179
Indessen verlangt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, daß die Durchsicht zügig durchgeführt wird, um abhängig von der Menge des vorläufig sichergestellten Materials und der Schwierigkeit seiner Auswertung in angemessener Zeit zu dem Ergebnis zu gelangen, was als potentiell beweiserheblich dem Gericht zur Beschlagnahme angetragen und was an den Beschuldigten herausgegeben werden soll (vgl. LG Frankfurt wistra 1997, 117, 118).
Insoweit steht dem Betroffenen der - auch von der Beschwerdeführerin gewählte - Antrag nach § 98 Abs. 2 Satz 2 StPO analog offen (BGH, CR 1999, S. 292 , LG Frankfurt, NStZ 1997, S. 564 f.).
Mit BGH StV 1988, 90 ff, OLG Karlsruhe MDR 1980, 76 ff, LG Baden-Baden ZIP 1989, 764 ff, LG Frankfurt NJW 1997, 1170 ff, LG Oldenburg wistra 1987, 38 und Klein­knecht/Meyer-Goßner, StPO, 44. Aufl., § 110 RdNr 6 ist der Senat der Ansicht, daß die Durchsicht von Schriftgut, das im Rahmen einer Durchsuchung vorläufig sichergestellt worden ist, noch einen Teil der Durchsuchung darstellt.
Die Durchsicht wird wegen Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz nur unzulässig, wenn nicht mehr zu erwarten ist, daß sie keine beschlagnahmefähigen Beweise mehr zu Tage fördern wird (vgl. BGH StV 1988, 90, 91; LG Frankfurt a.M. NJW 1997, 1170, 1171).
Mit diesem Rechtsbehelf kann unter anderem eine unangemessen lange Dauer des Verfahrens nach § 110 StPO beanstandet werden (vgl. LG Frankfurt am Main, NStZ 1997, S. 564 f. mit Anm. Hoffmann/Wißmann, NStZ 1998, S. 443 f.).
Typischerweise verdächtige Verhaltensweisen und Verschleierungstaten, z. B. das Verbringen hoher Bargeldbeträge in das Ausland, dürfen von den Mitgliedstaaten auch im Binnenmarkt kontrolliert und gegebenenfalls strafrechtlich geahndet werden (vgl. EuGH, C-358/93 (Bordessa), Slg. 1995 1, 376; EuGH, C-163/94 (Lera), Slg. 1995 1, 4821; LG Frankfurt, NJW 1997, 1170 ; a. A. Hamacher, DB 1995, 2284).
Nur ausnahmsweise, wenn andere Mittel der Glaubhaftmachung in der jeweiligen Fallgestaltung nicht zur Verfügung stehen, kann die eigene schlichte Erklärung des Antragstellers zur Glaubhaftmachung zugelassen werden (BVerfG, Beschl. v. 26.03.1997, 2 BvR 842/96, NJW 1997, 1170, 1771; Beschl. v. 04.02.1993,.
dd) Eine andere Bewertung ergibt sich aus den vom Kläger zitierten Gerichtsentscheidungen BGH NJW 1989, 96, LG Dresden NStZ 2003, 567 und Landgericht Frankfurt/Main NJW 1997, 1170 nicht.