Source: https://www.slideserve.com/darin/aus-und-fortbildungsreihe-kraftfahrzeugf-hrer
Timestamp: 2017-12-18 23:01:13
Document Index: 240020602

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 29', '§ 35', '§44', '§ 49', '§ 38']

PPT - Aus- und Fortbildungsreihe - Kraftfahrzeugführer PowerPoint Presentation - ID:1320265
Aus- und Fortbildungsreihe - KraftfahrzeugführerPowerPoint Presentation
Aus- und Fortbildungsreihe - Kraftfahrzeugführer
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Aus- und Fortbildungsreihe - Kraftfahrzeugführer. Der Kraftfahrzeugmarsch. Lernziel dieser Fortbildung. Sie werden im Laufe der Unterrichtung die Rechtsgrundlagen für einen Kraftfahrzeugmarsch, die wesentlichen Kenntnisse zur Organisation und Durchführung eines Marsches
Der Kraftfahrzeugmarsch
Lernziel dieser Fortbildung
Sie werden im Laufe der Unterrichtung
die Rechtsgrundlagen für einen Kraftfahrzeugmarsch,
die wesentlichen Kenntnisse zur Organisation und Durchführung eines Marsches
Unfallverhütungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen
den Ablauf eines Kraftfahrzeugmarsches
§ 27 StVO - Verbände -
(1) Alle Verkehrsregeln und Anordnungen, die für den allgemeinen Fahrverkehr gelten sind auch auf Verbände anzuwenden.
(2) Zwischenräume sind in angemessenen Abständen frei zu lassen falls die Länge des Verbandes das erfordert
(3) Geschlossene Verbände müssen deutlich erkennbar sein; bei Fahrzeugen muß jedes Fahrzeug eindeutig als zugehörig erkennbar sein.
(5) Der Führer des Verbandes muß für Einhaltung der geltenden Vorschriften sorgen
Absätze (4) und (6) ohne Bedeutung für vorliegende Ausbildung
§ 29 StVO – Übermässige Strassennutzung -
(1) Wenn Strassen mehr als verkehrsüblich durch Veranstaltungen in Anspruch genommen werden bedarf es der Erlaubnis
liegt vor, wenn Zahl oder Verhalten der Teilnehmer dieser Veranstaltung oder deren Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer stark einschränkt
Feststellung: geschlossene Verbände nehmen die Strasse stets mehr als verkehrsüblich in Anspruch.
§ 35 StVO – Sonderrechte -
(1) Von den Vorschriften der StVO sind …, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz … befreit, soweit dies zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.
(2) Beschränkung für Sonderrechte: mehr als 30 Kraftfahrzeuge im geschlossenen Verband bedürfen abweichend hier trotzdem einer Erlaubnis
(4) Beschränkung in Ziffer 2 gilt nicht bei Unglücksfällen, Katastrophen und Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, sowie im Verteidigungs- und Spannungsfall (gemäß Grundgesetz)
(8) Nutzung der Sonderrechte nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
Blaues Blinklicht und Einsatzhorn nur wenn höchste Eile geboten ist, Menschenleben in Gefahr sind oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden sind oder bedeutende Sachwerte erhalten werden müssen.
Blaulicht und Horn ordnen an: Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.
Blaulicht alleine nur zurWarnung an Unfall- und Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder der Begleitung von Fahrzeugen und geschlossenen Verbänden verwendet werden
§44 StVO – Zuständigkeit -
Sachliche Zuständigkeit für Genehmigungen ist bei der Straßenverkehrsbehörde – auch für den Katastrophenschutz und die Feuerwehr
i.d.R. ist das Strassenverkehrsamt des Landkreises, bzw der kreisfreien Stadt zuständig – Ausnahmen können durch das Bundesland geregelt werden.
§ 49 StVO – Ordnungswidrigkeiten -
als Führer eines geschlossenen Verbandes nicht für die Einhaltung der Vorschriften Sorge trägt
einen geschlossenen Verband unterbricht
Marschorganisation und -durchführung
Marschform
Kraftfahrzeugmärsche mit mindestens vier (!) Fahrzeugen werden als geschlossener Verband bezeichnet.
Deutliche Erkennbarkeit, eindeutige Zuordnung jedes Fahrzeuges
Alle Fahrzeuge eines geschlossenen Verbandes gelten als ein Verkehrsteilnehmer.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit kann ein größerer Marschverband in Einzelgruppen unterteilt werden; Einzelgruppen gelten jedoch nicht als eigenständiger Marschverband!
Der Marschführer trägt die verkehrsrechtliche und taktische Verantwortung und sorgt für die Einhaltung der Vorschriften
Marschvorbereitung
Kraftfahrzeugmärsche müssen sorgfältig vorbereitet sein, soweit die Lage und der Auftrag das erlaubt
Unterrichtung der Marschteilnehmer in Form eines Marschbefehl
Verteilung von Marschskizzen
Erkundung der Strecke, Marschüberwachung und Verkehrssicherung
Regelung der Versorgung
Kommunikationswege während des Marsches
Kürzeste Strecke ist nicht immer die schnellste und effizienteste:
Berücksichtigung von Frequentierung der Strassen bzw. der allgemeinen Verkehrssituation
Einkalkulierung von Brücken, engen Strassen und Fähren, sowie Bahnüberführungen
Marschbefehl ist mündlich oder effektiver schriftlich so bald wie möglich allen Marschteilnehmern bekannt zu geben.
Marschweg und ggf. Durchlaufpunkte
Zeiten, soweit von Genehmigungsbehörde vorgegeben oder taktisch wichtig
Geschwindigkeit i.d.R. festgelegt auf:
30 bis 45 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften
60 bis 70 km/h ausserhalb geschlossener Ortschaften
muß im Marschbefehl allen Teilnehmern angegeben werden
Aufholgeschwindigkeit ist festzulegen – i.d.R. 80 km/h; darf auf keinen Fall überschritten werden!
Durch Verkehrszeichen geregelte Geschwindigkeiten sind auch von geschlossenen Verbänden zu beachten! Das gilt für Höchstgeschwindigkeiten gleichermaßen wie für Mindestgeschwindigkeiten.
Fahrzeugabstände
Fahrzeugabstand ist der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen des Verbandes gemessen in Metern.
Richtet sich nach der Marschgeschwindigkeit
Bis 50 km/h = 50 m
Über 50 km/h = 100 m
Kann durch besondere Anweisung für bestimmte Streckenabschnitte verkürzt werden, darf jedoch 25 m auf keinen Fall unterschreiten
Ausnahme von 25m–Regelung: Verband ohne Verkehrssicherung in geschlossenen Ortschaften: Abstand = eine Fahrzeuglänge
Als Marschabstand wird der Abstand zwischen dem letzten Fahrzeug einer Einzelgruppe und dem ersten der Folgegruppe bezeichnet, sofern der Verband aufgeteilt wird
Marschabstand wird in Minuten berechnet
Im Allgemeinen beträgt der Marschabstand 5-10 Minuten
Für die Einhaltung des Marschabstandes ist der Führer der Einzelgruppe verantwortlich
regelt die Reihenfolge der marschierenden Fahrzeuge
Änderungen nur während Pausen oder Technischen Halten zulässig
Einhaltung wird durch den Ablaufführer (i.d.R. Schliessender) überwacht
Regeleinteilung:
schnelles Führungsfahrzeug,
langsame oder schwerfällige Fahrzeuge,
Funktion muß benannt werden
Entscheidet bei Marschausfällen in Absprache mit Marschführer über Maßnahmen
Aufgabe des Marschführers, i.d.R. erstes Fahrzeug
Sorgt selbstständig oder mittels Verkehrssicherungsposten/Kradmeldern für reibungslosen Ablauf
Marschpausen müssen im Marschbefehl festgelegt werden.
Technische Halte
Beseitigung leichter Schäden
Betriebsstoffaufnahme
alle 2 Stunden einzulegen
übrigen Verkehr so wenig wie möglich beeinträchtigen -> Parkplätze oder Raststätten nutzen
An Absicherung denken (Schliessender)
Ruhepause für Einsatzkräfte
alle 5-6 Stunden durchzuführen
Übrige Regelungen wie bei TH
(Raucher-)Pause ?
Unfallverhütung / Kennzeichnung
bei Pausen unbedingt zu beachten:
Haltende Kolonne sichern
Absitzen nur auf Befehl
Zum Fahrbahnrand absitzen
Fahrbahn nach Möglichkeit freihalten
Auf Übermittlungszeichen achten
Im Katastrophenschutz werden geschlossene Verbände wie folgt als eindeutig gekennzeichnet:
Erstes bis Vorletztes Fahrzeug vorne links blaue Flagge
Letztes Fahrzeug (Schliessender) vorne links grüne Flagge
Liegengebliebene Fahrzeuge vorne links gelbe Flagge
Optional: Marschführer vorne links schwarz-weiß-karierte Flagge und Schiedsrichterdienst vorne links diagonal geteilte schwarz-weiße Flagge
Einschalten der blauen Rundumkennleuchte an allen Fahrzeugen, sofern vorhanden (i.S. des § 38 StVO)
Pflicht zur Verkehrssicherung
Beim halten
Überqueren oder Einbiegen in Vorfahrtsstraßen
In besonderen Verkehrslagen
Kann durch Verkehrssicherungsposten geregelt werden(KEINE polizeilichen Befugnisse!!!!)
Besonders wichtig beim auffahren oder wiederauffahren an Autobahnen! Erstes Fahrzeug fährt auf Beschleunigungsspur bis Ende und fährt erst dann auf. Nachfolgende Fahrzeuge schaffen Platz und sichern
Verlauf eines Kraftfahrzeugmarsches
Marschbeginn und Ablaufpunkt
Marsch beginnt zum befohlenen Zeitpunkt am befohlenen Ablaufpunkt
Ablauf wird durch Ablaufführer geleitet
Sorgt für Ablaufzeiten und Marschabstände
Bei Einzelgruppen meldet der Führer der Einzelgruppe seine Einheit und die Einsatzbereitschaft derselben dem Ablaufführer
Sprechfunk (i.d.R. Kanal 510 U/W)
Sprechen werden i.d.R. nur Marschführer und Schliessender, bzw. Ablaufführer
Ausnahmen: Hinweise von Einzelfahrzeugen auf Defekte oder besondere Verkehrssituationen
Übermittlungszeichen
Stockungen des Marsches
Fahrzeug- und Marschabstände einhalten
Bei Halt unverzüglich und ohne besonderen Befehl vorne und hinten absichern; bei längeren Verbänden und gegebener Verkehrssituation auch dazwischen
defekte Fahrzeuge melden den Ausfall sofort an den Marschführer
Sie scheren aus dem Verband aus und halten an einer geeigneten Stelle, falls möglich
SOFORT Verkehrssicherungsmaßnahmen ergreifen und
Gelbe Flagge vorne links setzen
Alle anderen Fahrzeuge fahren weiter!
Der Schliessende hält und veranlasst das Notwendige
Bei Unfällen gilt die Pflicht zur Hilfeleistung selbstverständlich weiter – jedoch mit dem gebotenen Maß an Kräften
Marschende
Der Marsch ist beendet, wenn alle Fahrzeuge am Marschziel eingetroffen sind (Ausnahme: liegengebliebene, nicht sofort wieder einsatzbereit zu machende und damit nicht mehr zum Verband gehörende Fahrzeuge)
Hier endet die Verantwortung des Marschführers
Hinweise aus der Erfahrung
Ein geschlossener Verband ist …
in jedem Fall eine Ausnahmesituation
für „Alarmeinsatz-Gewöhnte“ vielleicht ‚langweilig‘
sieht leicht aus …
Der geschlossene Verband …
… ist aber absolut nicht so einfach wie er aussieht, weil
die Einhaltung der vielen Regelungen gewöhnungsbedürftig ist
eine andere Fahrweise erfordert
gerade nachts sehr anstrengend ist (blaue Rundumkennleuchten, Frontblitzer, …)
und Übung erfordert
Ergänzendes und hilfreiches Wissen
Meldungs- und Übermittlungszeichen
Allgemeine Verhaltensregeln im Einsatz