Source: http://www.studentenwerk.sh/de/bafoeg/wer-hat-anspruch/index.html
Timestamp: 2017-08-22 14:52:45
Document Index: 31527048

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 7', '§ 7', '§ 15', '§ 15', '§ 25']

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob ein BAföG-Anspruch besteht. Verallgemeinert hängt dieser von zwei Faktoren ab: der Förderungsfähigkeit der Ausbildung und der Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen?
Für welche Ausbildungsstätten das Studentenwerk Schleswig-Holstein zuständig ist, erfahren Sie hier.
Persönliche Voraussetzung für den Anspruch auf Ausbildungsförderung ist grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder in in § 8 BAföG aufgeführter aufenhaltsrechtlicher Status. Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen können allerdings auch Ausländer einen Förderungsanspruch erlangen. Bitte lassen Sie sich dazu von unseren Fachkräften beraten.
Grundsätzlich kann nicht gefördert werden, wer zu Beginn des Ausbildungsabschnitts schon das 30., bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr vollendet hat,. Dennoch gibt es verschiedene Ausnahmeregelungen.
Ob bei Ihnen eine Ausnahme von der Altersgrenze möglich ist und Sie förderungsberechtigt sind, können Sie durch eine Beratung bei uns oder durch einen formlosen Antrag auf Vorabentscheid in Verbindung mit Formblatt 1 rechtzeitig vor Aufnahme der Ausbildung klären. Die tatsächliche Höhe der Förderung wird bei der Bescheidung eines solchen Antrags nicht berechnet.
Ein (frühzeitiger) Fachrichtungswechsel ist prinzipiell möglich, hat je nach Begründung (aus wichtigem oder aus unabweisbarem Grund) aber Konsequenzen für den späteren BAföG-Bezug. Die bereits „verbrauchten Semester“ werden auf das nachfolgende Studium angerechnet, so dass am Ende der Regelstudienzeit der hälftige Zuschuss wegfällt und BAföG dann ggf. als Volldarlehen aufgenommen werden muss.
Bei einem Master-Studiengang ist ein Fachrichtungswechsel aus wichtigem Grund nicht möglich, es muss ein unabweisbarer Grund vorliegen. Dies wäre z. B. der Fall, wenn das Studium der Chemie aufgrund einer erstmals aufgetretenen Allergie gegen bestimmte Substanzen nicht fortgesetzt werden kann und eine spätere Ausübung des angestrebten Berufes nicht möglich erscheint (gemäß § 7 Abs. 3 Satz 1 Nr.2 BAföG).
Sofern Sie eine Verlängerung der FHD beantragen wollen, nutzen Sie zur Darlegung Ihrer Gründe bitte zusätzlich zum Formblatt 1 das Ergänzungsblatt zu Formblatt 1.
Nach § 7 Abs. 1 a BAföG ist die Förderung eines Master-Studiums nur möglich, wenn der Auszubildende zuvor einen Bachelor-Abschluss erlangt hat. Das Gesetz verlangt dabei keinen besonderen fachlichen Zusammenhang zwischen dem Bachelor und dem sich anschließenden Master-Studiengang. Das Master-Studium muss nur selbst berufsqualifizierend sein und innerhalb einer bestimmten Zeit absolviert werden (Vollzeitstudium über zwei bis vier Semester). Anderweitige erste Hochschulabschlüsse (z. B. Diplom) schließen die Inanspruchnahme von BAföG-Leistungen für ein Master-Studium aus.
Ein nahtloser Förderungsübergang zwischen dem Bachelor- und dem Master-Studium ist oft nicht ohne weiteres möglich, weil zwischen den Prüfungsleistungen für den Bachelor und dem Beginn des neuen Ausbildungsgangs einige Monate liegen können. Bitte klären Sie Fragen zum Übergang rechtzeitig vor Aufnahme des Master-Studiums mit Ihrem Ansprechpartner.
Studierende können dann z. B. über die Förderungshöchstdauer hinaus BAföG bekommen, wenn sich das Studium wegen Behinderung (§ 15 Absatz 3, Nummer 5 BAföG) oder aus anderen „schwerwiegenden Gründen“ (§ 15 Absatz 3, Nummer 1 BAföG) verlängert. Ein Verlängerungsantrag muss rechtzeitig vor Ende des aktuellen Bewilligungszeitraums gestellt werden.
Härtefreibeträgen können berücksichtigt werden z. B. bei außergewöhnlichen behinderungsbedingten Zusatzaufwendungen für den Studierenden selbst oder für Familienmitglieder (nach § 25 Absatz 6 BAföG; die Aufwendungen müssen belegt werden. Erklärung über außergewöhnliche Belastungen),
Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass „jungen belastbaren Menschen ohne einengende persönliche Verpflichtungen“ zuzumuten ist, bei nicht bedarfsdeckenden BAföG-Bezug ihren notwendigen Lebensunterhalt durch gelegentliche Nebentätigkeit während der Ausbildungszeit abzusichern. Eine besondere Härtesituation kann sich aber im Einzelfall ergeben, wenn Studierenden ein solcher Zuverdienst z. B. aufgrund der Erziehung von Kindern oder einer Behinderung nicht möglich oder zumutbar ist. In diesen Fällen können unter Umständen ergänzende Darlehensleistungen für Unterkunfts- und Lebenshaltungskosten nach SGB II gezahlt werden.