Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201987,%201469
Timestamp: 2019-09-19 10:11:54
Document Index: 176346056

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 373', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 254', '§ 138', 'BGH']

BGH, 14.07.1987 - VI ZR 199/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1382
BGH, 14.07.1987 - VI ZR 199/86 (https://dejure.org/1987,1382)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1987 - VI ZR 199/86 (https://dejure.org/1987,1382)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86 (https://dejure.org/1987,1382)
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ZPO § 373, § 138 Abs. 1
Beweisantritt - Früherer Schriftsatz - Verhältnis - Klarstellung
NJW-RR 1987, 1469
MDR 1988, 133
VersR 1988, 158
b) Zwar kann es an einem ordnungsgemäßen Beweisantritt fehlen, wenn der Vortrag der beweisbelasteten Partei in Bezug auf die unter Beweis gestellte Behauptung widersprüchlich ist (vgl. BGH, Urteil vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86, VersR 1988, 158;… Beschluss vom 14. Juni 2016 - VI ZR 346/15, juris Rn. 13).
Offensichtlich will das Berufungsgericht dem Kläger widersprüchliches und damit die prozessuale Wahrheitspflicht (§ 138 Abs. 1 ZPO) mißachtendes Vorbringen (vgl. BGH, Urt. v. 14. Juli 1987, VI ZR 199/86, NJW-RR 1987, 1469) zur Last legen, weil H. im Unterschied zu dem vom Kläger behaupteten Verkehrswert lediglich zu einem deutlich geringeren Betrag in Höhe von 991.000 DM gelangt.
Solange allerdings das Verhältnis einander widersprechenden Sachvortrags nicht klar gestellt wird, verstoßen solche Behauptungen gegen die Wahrheitspflicht, weil entweder das eine oder das andere Vorbringen, nicht aber beides zugleich als wahr behauptet werden kann (BeckOK ZPO/von Selle ZPO § 138 Rn. 34 mit Hinweis auf BGH NJW-RR 1987, 1469).
Sie hat vielmehr im Rahmen des § 254 BGB nur für die Nichterfüllung einer im eigenen Interesse bestehenden Obliegenheit, für ein Verschulden gegen sich selbst einzustehen, das darin besteht, daß sie G. nicht kontrolliert hat (vgl. BGHZ Urteil vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86, BGHR BGB § 254 Abs. 1 Geschäftsherr 1).
Auch wenn man allein auf das Verhalten der Klägerin abstellt, ergibt sich deren Haftungsanteil von 80 %, denn sie hat im Rahmen des ihr Zumutbaren keine Vorsorge gegen Veruntreuungen oder Unterschlagungen getroffen, obwohl hier besonderer Anlaß bestand (vgl. BGH Urteil vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86, aaO).
Der Rechtsgedanke des § 254 BGB ist, daß derjenige, der die Sorgfalt außer acht läßt, die nach Lage der Dinge erforderlich erscheint, um sich selbst vor Schaden zu bewahren, den Verlust oder die Verkürzung seines eigenen Schadensersatzanspruchs in Kauf nehmen muß (BGHZ 3, 46, 49; 57, 137, 145 [BGH 14.10.1971 - VII ZR 313/69]; Urteil vom 10. März 1970 - VI ZR 98/68 = NJW 1970, 944, 946; Urteil vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86 = BGHR BGB § 254 Abs. 1 Geschäftsherr 1).
Denn gegenüber einer vorsätzlichen Schadenszufügung kann in aller Regel nicht eingewendet werden, der Geschädigte habe dem Schädiger fahrlässig Gelegenheit zu der schädigenden Handlung gegeben (Senatsurteil vom 29. November 1984 - III ZR 111/83 - VersR 1985, 281, 283; BGH Urteile vom 6. Dezember 1983 - VI ZR 60/82 - VersR 1984, 191 - und vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86 - BGHR BGB § 254 Abs. 1 Geschäftsherr 1;… vgl. allerdings auch Urteil vom 8. Juli 1986 - VI ZR 18/85 - BGHR BGB § 254 Abs. 1 Vorsatz 1).
Zwar kann es an einem ordnungsgemäßen Beweisantritt fehlen, wenn der Vortrag der beweisbelasteten Partei in Bezug auf die unter Beweis gestellte Behauptung widersprüchlich ist (vgl. Senatsurteil vom 14. Juli 1987 - VI ZR 199/86, VersR 1988, 158).
Denn zum einen ist dem Hauptvortrag widersprechender Hilfsvortrag dann zulässig, wenn deren Verhältnis - wie hier - geklärt ist (…Musielak, Stadler, 10. Aufl. 2013, § 138 ZPO, Rn. 2 m. w. N.; BGH, Urteil vom 14.07.1987, Az. VI ZR 199/86, zit. nach juris, Rn. 11;… ders., Urteil vom 10.01.1985, Az. III ZR 93/83, zit. nach juris, Rn. 27).