Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/3/83360000018.htm
Timestamp: 2018-12-13 09:17:56
Document Index: 101972806

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 58', '§ 64', '§ 2', '§ 22', '§ 4']

3.36.018 Blauen
Verordnung des Landratsamtes Lörrach als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Blauen" vom 22. August 1983 (Badische Zeitung vom 22.08.1983).
Aufgrund von § 22 und § 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Verkündungsgesetz vom 11. April 1983 (GBl. S. 131), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Freiburg i.Br. als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Kandern, Malsburg-Marzell und Schliengen, Landkreis Lörrach, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Blauen".
(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 4 390 Hektar. Es wird im wesentlichen umgrenzt im Norden durch die Kreisgrenze, im Osten durch die östliche Gemarkungsgrenze von Malsburg-Marzell, im Süden durch die Straße von Steinen-Schlächtenhaus nach Kandern, beginnend an der Scheideck und im Westen durch die Straße von Kandern nach Badenweiler. Die bebauten Ortsetter/Weiler einschließlich der vorgesehenen Erweiterungsflächen sowie die Abbaustätten werden ausgespart.
(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Landratsamtes Lörrach vom 22. August 1983 im Maßstab 1 : 25 000 sowie teilweise in 9 Karten des Landratsamtes Lörrach vom 22. August 1983 im Maßstab 1 : 5 000 eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Lörrach als untere Naturschutzbehörde zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Die Ausweisung dient der Erhaltung der großflächigen Bestände weitgehend natürlicher Mischwaldgesellschaften (Buchen-Tannenwald, Eichen-Buchenwald), der großen Anzahl stattlicher landschaftsprägender Douglasien und der durch mittelalterliche Rodungen geschaffenen Grünflächen, die auch heute noch dank des seit Jahrhunderten landschaftserhaltenden Weidebetriebs offengehalten werden. Die Ausweisung dient weiter der Erhaltung einer einzigartigen Erholungslandschaft von natürlicher Schönheit und besonderer kultureller Bedeutung. Wegen seiner dominierenden Lage als Vorposten des südlichen Hochschwarzwalds am Oberrheingraben wird der Blauen von den Bewohnern der "Regio" und den Gästen der Kur- und Erholungsorte wie Badenweiler, Bad Bellingen, Kandern und Schliengen stark besucht. Besondere Anziehungspunkte sind weiter die im Schutzgebiet gelegenen Kulturdenkmale "Schloß Bürgeln" und "Sausenburg".
5. der Naturgenuß oder der Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.
6. Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder anderen Verkehrswegen, auch auf Privatgrundstücken;
7. Anlage oder Veränderungen von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;
13. Neuforstungen, Umwandlungen von Wald in Äcker und Wiesen, oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
14. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, insbesondere von Bäumen, Gebüschen, Hecken, Feldgehölzen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
1. für die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung mit Ausnahme erheblicher Veränderungen der Bodengestalt;
(2) Für folgende Handlungen dürfen Befreiungen nur mit Zustimmung des Regierungspräsidiums - höhere Naturschutzbehörde - erteilt werden:
2. Errichtung oder wesentliche Änderung von Gebäuden;
4. Anlage oder wesentliche Änderung von Verkehrsanlagen.
1. entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Schutzgebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,
Lörrach, den 22. August 1983
Leible, Landrat