Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DVBl%201993,%20430
Timestamp: 2019-11-21 19:38:36
Document Index: 120909580

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', '§ 31', '§ 31', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 567', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 40', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', '§ 26', 'BGH', '§ 50', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'Art. 14', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.12.1992 - III ZR 112/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,472
BGH, 17.12.1992 - III ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,472)
BGH, Entscheidung vom 17.12.1992 - III ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,472)
BGH, Entscheidung vom 17. Dezember 1992 - III ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,472)
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Colonia ulpia traiana (Bodendenkmal)
Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG, § 31 BGB nwDSchG, ausgleichspflichtige Inhaltsbestimmung
Nutzungsbeschränkung - Denkmalschutz - Übernahmeanspruch - Enteignung - Inhaltsbestimmung - Ausgleichsleistung - Nutzungsbeschränkender Verwaltungsakt - Pachtverhältnis
DSchG NW § 31; GG Art. 14
Denkmalschutz; nutzungsbeschränkende Maßnahmen
ZMR 1993, 147
DÖV 1993, 393
Wie die Grenzen im Einzelfall zu ziehen sind, ist jeweils aufgrund einer wertenden Beurteilung der Kollision zwischen den berührten Belangen des Allgemeinwohls und den betroffenen Eigentümerinteressen festzustellen (vgl. Senat, Urteile vom 17. Dezember 1992 - III ZR 112/91, BGHZ 121, 73, 78; vom 7. Juli 1994 - III ZR 5/93, NJW 1994, 3283, 3285 f - insoweit in BGHZ 126, 379 nicht abgedruckt und vom 15. Februar 1996 - III ZR 49/95, NVwZ 1996, 930, 932 f).
Denn in solchen Fällen erstrebt der Eigentümer die Übernahme des Grundstücks nicht um ihrer selbst willen, sondern als Voraussetzung dafür, daß ihm der gesamte Grundstückswert vergütet wird (vgl. BGH, DVBl. 1993, 430).
ee) Ob und inwieweit die Rechtsstellung des Beklagten zusätzlich auch noch dadurch geschwächt war, daß § 567 BGB, der für die Miete nach Ablauf von 30 Jahren ein Kündigungsrecht vorsieht, bei allen Rechtsverhältnissen entsprechend anzuwenden ist, die auf die Gewährung eines schuldrechtlichen Gebrauchs- oder Nutzungsrechts gerichtet sind, also auch bei der Leihe, kann hiernach offenbleiben (vgl. dazu Senatsurteil BGHZ 117, 236, 238 [BGH 20.02.1992 - III ZR 193/90] m.w.N.; auch Senatsurteile BGHZ 121, 73, 86 …und vom 8. Juli 1993 = aaO.).
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Umstand, dass die eigentumsverdrängende Planung einen Übernahmeanspruch nach § 40 Abs. 3 Satz 2, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BauGB begründet (vgl. Senatsurteile BGHZ 121, 73, 78; 328, 331).
Nach der neueren Rechtsprechung des Senats stellen Nutzungsbeschränkungen im Interesse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, an die die Vorschrift anknüpft, keine Enteignungen im Sinne von Art. 14 Abs. 3 GG, sondern lediglich Inhaltsbestimmungen des Eigentums dar (BGHZ 121, 73, 78).
Daraus, daß ein Grundstück archäologisch oder historisch wertvolle Kulturdenkmäler aufweist, die nach ihrer Entdeckung als Bodenfunde ausgewertet werden können, kann sich eine besondere, die Sozialbindung aktivierende Situation ergeben (BGHZ 105, 15, 18 f; 121, 73, 78).
Der Übernahmeanspruch ist nämlich eine besondere Art des Entschädigungsanspruchs und die Hingabe des Eigentums eine seiner Voraussetzungen, so dass es sich bei dem Übernahmebegehren nicht um einen Enteignungsantrag handelt, sondern um einen Antrag auf Entschädigung, in dessen Rahmen über die Eigentumsübertragung zu erkennen ist (BGH, Urteil vom 17. Dezember 1992 - III ZR 112/91 - DVBl 1993, 430 ).
Hierbei handelt es sich um eine Bestimmung, die die Auswirkungen des Denkmalschutzes für die betroffenen Grundstückseigentümer aus Gründen der Verhältnismäßigkeit durch Gewährung einer finanziellen Entschädigung abmildern soll, um sie als mit Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG vereinbar ansehen zu können (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 24.06.1993 - 7 C 26.92 - UPR 1993, 384; BGH, Urteil vom 16.07.1993 - III ZR 60/92 - NJW 1993, 2605; Urteil vom 18.02.1993 - III ZR 20/92 - RdL 1993, 120; Urteil vom 17.12.1992 - III ZR 112/91 - NuR 1993, 494).
Die Junktimklausel gilt nicht für Maßnahmen der Inhalts- und Schrankenbestimmung nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.02.1990 - 4 C 47.83 - BVerwGE 84, 361 (366)), als welche sich die Regelungen des Denkmalschutzgesetzes grundsätzlich darstellen (vgl. BGH, Urteil vom 17.12.1992 - III ZR 112/91 - a.a.O.).
Dabei ist ergänzend hervorzuheben, daß - unterstellt, die Verweigerung der Abbruchgenehmigung stellt eine Nutzungsbeschränkung für die Klägerin dar, die ihr nur gegen eine Ausgleichszahlung nach § 26 Abs. 1 Satz 1 DSchG zugemutet werden kann, - über die Ausgleichszahlung nicht bereits in dem nutzungsbeschränkenden Verwaltungsakt selbst zu entscheiden ist (vgl. BGH, Urteil vom 17.12.1992, a.a.O.).
Nutzungsbeschränkungen im Interesse des Naturschutzes, an die § 50 Nds NatSchG anknüpft, stellen keine Enteignung, sondern eine Konkretisierung des Eigentumsinhalts dar, auf die insbesondere die Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG nicht anzuwenden ist (Senatsurteil vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92III ZR 20/92 - RdL 1993, 120 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen; vgl. auch Senatsurteil vom 17. Dezember 1992 - III ZR 112/91III ZR 112/91 - DVBl 1993, 430 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Kröner, Zur Entschädigung beim Denkmalschutz, in: Festschrift für Willi Geiger zum 80. Geburtstag, 1989, S. 445 ff.).
aa) Nutzungsbeschränkungen im Interesse des Landschafts- und Naturschutzes, an die § 7 Satz 1 LG NW anknüpft, stellen keine Enteignungen i.S. von Art. 14 Abs. 3 GG, sondern lediglich Inhaltsbestimmungen des Eigentums dar (Senatsurteile vom 18. Februar 1993 - III ZR 20/92 - BGHZ 121, 328 = LM Art. 14 (Ca) GrundG Nr. 40 m. Anm. Schmidt, und vom 16. Juli 1993 - III ZR 60/92 - NJW 1993, 2605 - für BGHZ 123, 242 vorgesehen; vgl. auch Senatsurteil vom 17. Dezember 1992 - III ZR 112/91 - BGHZ 121, 73).
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