Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%201/09
Timestamp: 2019-07-16 09:19:18
Document Index: 391792974

Matched Legal Cases: ['§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 10', 'BGH', '§ 10', '§ 17', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'EuG']

BFH, 17.12.2009 - V R 1/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,6882
BFH, 17.12.2009 - V R 1/09 (https://dejure.org/2009,6882)
BFH, Entscheidung vom 17.12.2009 - V R 1/09 (https://dejure.org/2009,6882)
BFH, Entscheidung vom 17. Dezember 2009 - V R 1/09 (https://dejure.org/2009,6882)
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Änderung der Bemessungsgrundlage; Herabsetzung des Entgelts aufgrund späterer Vereinbarung; Kein Entgeltcharakter für Verzugszinsen; Keine Entgeltminderung bei Zahlung einer Vertragsstrafe
Änderung der Bemessungsgrundlage; Herabsetzung des Entgelts mehrere Jahre nach der Vereinnahmung unerheblich, wenn zwischen der Leistung und der Rückzahlung durch den Leistenden ein unmittelbarer Zusammenhang besteht
Schadensersatz wegen Mängeln: Korrektur des Vorsteuerabzugs!
Änderung der Bemessungsgrundlage aufgrund einer Vergleichsvereinbarung
Keine Auswirkung von Vertragsstrafen und Verzugszinsen auf Unsatzsteuer
Schadensersatz wegen Mängeln: Korrektur des Vorsteuerabzugs! (IBR 2011, 637)
Entgeltsminderung
Entschädigung bzw. Entgeltsminderung aufgrund mangelhafter bzw. verspäteter bzw. nur teilweiser Vertragserfüllung
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 17.12.2009, Az.: V R 1/09 (Änderung der Bemessungsgrundlage wg. späterer Vergleichsvereinbarung)" von Dipl.-Finw. Michael Vellen, original erschienen in: UStB 2010, 263 - 264.
UStG 1999 § 17 Abs 1
Bemessungsgrundlage; Berichtigung; Entgelt; Minderung; Schadensersatz
Ob die Voraussetzungen für einen Leistungsaustausch vorliegen, ist dabei nicht nach zivilrechtlichen, sondern ausschließlich nach den vom Unionsrecht geprägten umsatzsteuerrechtlichen Maßstäben zu beurteilen (BFH-Urteile vom 17. Dezember 2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869;… in BFHE 241, 191, BFH/NV 2013, 1509; Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 18. Mai 2011 VIII ZR 260/10, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2011, 1156).
Deshalb kommt es --entgegen der Auffassung des FG-- auf die Frage, ob nach deutschem Zivilrecht objektive oder subjektive Unmöglichkeit der ursprünglich geschuldeten Leistung vorliegt und ob die Zahlung zivilrechtlich als Schadensersatz bezeichnet wird, nicht an (…z.B. BGH-Urteil vom 14. März 2007 VIII ZR 68/06, BFH/NV 2007, Beilage 3, 316; BFH-Urteil in BFH/NV 2010, 1869).
bb) Soweit das FA darüber hinaus maßgeblich die zitierte Rechtsprechung des BGH zur im Leasingvertrag angelegten "Vollamortisation" mit entsprechenden vertraglichen Erfüllungspflichten anwendet (vgl. z.B. BGH-Urteile in HFR 2011, 1156, unter II.2., und vom 14. November 2012 VIII ZR 22/12, Der Betrieb --DB-- 2012, 2865, unter II.2.a), ist darauf hinzuweisen, dass die Frage, ob ein Leistungsaustausch im umsatzsteuerrechtlichen Sinne vorliegt, nicht nach zivilrechtlichen, sondern ausschließlich nach den vom Unionsrecht geprägten umsatzsteuerrechtlichen Vorgaben zu beantworten ist (vgl. z.B. BFH-Entscheidungen vom 17. Dezember 2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869, unter II.1.c;… vom 18. November 2010 XI B 28/10, BFH/NV 2011, 204, Rz 8; BGH-Urteil in HFR 2011, 1156, unter II.2. a.E.; vgl. auch Martin, UR 2006, 56, unter I.3.; Klenk, DB 2006, 1180; de Weerth, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2008, 392).
Bei der Bemessungsgrundlage, deren Änderung nach § 17 Abs. 1 Satz 1 UStG zur Berichtigung führt, handelt es sich um das Entgelt i.S. von § 10 Abs. 1 UStG (BFH-Urteile vom 28. Mai 2009 V R 2/08, BFHE 226, 166, BStBl II 2009, 870, unter II.3.a; vom 17. Dezember 2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869, unter II.1., und vom 11. Februar 2010 V R 2/09, BFHE 228, 467, BStBl II 2010, 765, unter II.1.).
aa) Für die Beurteilung, ob eine umsatzsteuerrechtlich erhebliche Entgeltminderung vorliegt, kommt es, wie bereits aufgezeigt, nicht darauf an, wie die Beteiligten die Ausgleichsvereinbarung deklarieren oder rechtlich gewertet wissen wollten, sondern allein auf den tatsächlichen Geschehensablauf (vgl. BGH, Urteile vom 14. März 2007 - VIII ZR 68/06, WM 2007, 990 ff.; und vom 3. November 2005 - IX ZR 140/04, NJW-RR 2006, 189 ff.; zur Unerheblichkeit von den Parteien gewählter Bezeichnungen vgl. auch BFH, Urteil vom 17. Dezember 2009 - V R 1/09).
Da sich die Bemessungsgrundlage i.S. des § 10 Abs. 1, § 17 Abs. 1 Satz 1 UStG (das Entgelt) grundsätzlich nach dem zwischen Leistendem und Leistungsempfänger bestehenden Rechtsverhältnis richtet (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 17. Dezember 2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869;… vom 16. Januar 2003 V R 36/01, BFH/NV 2003, 667, unter II.2.a), betrifft auch die Berichtigungspflicht nach § 17 Abs. 1 Satz 2 UStG nur die am Leistungsaustausch unmittelbar beteiligten Unternehmer.
Dem entsprechend spielt es keine Rolle, ob der Unternehmer auf den zunächst vereinbarten Preis einen Abschlag gewährt oder nur einen von vornherein geminderten Preis fordert (BFH Urteil vom 17. Dezember 2009, V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869).
Die Entgelthöhe richtet sich nach dem Rechtsverhältnis zwischen dem Leistenden und dem Leistungsempfänger, aus dem sich der für die Steuerbarkeit der Leistung maßgebliche unmittelbare Zusammenhang zwischen der Leistung und dem erhaltenen Gegenwert ergibt (BFH Urteil vom 17. Dezember 2009, V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869).
Ob die Voraussetzungen für einen Leistungsaustausch vorliegen, ist dabei nicht nach zivilrechtlichen, sondern ausschließlich nach den vom Unionsrecht geprägten umsatzsteuerrechtlichen Maßstäben zu beurteilen (BFH-Urteile vom 17.12.2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869; vom 20.03.2013 XI R 6/11, BFHE 241, 191, BStBl II 2014, 206; BGH-Urteil vom 18.05.2011 VIII ZR 260/10, HFR 2011, 1156).
Deshalb kommt es auf die Frage, ob nach deutschem Zivilrecht objektive oder subjektive Unmöglichkeit der ursprünglich geschuldeten Leistung vorliegt und ob die Zahlung zivilrechtlich als Schadensersatz bezeichnet wird, nicht an (…z.B. BGH-Urteil vom 14.03.2007 VIII ZR 68/06, BFH/NV 2007, Beilage 3, 316; BFH-Urteil vom 17.12.2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869).
Schließlich stellen auch Verzugszinsen kein Leistungsentgelt dar (EuGH-Urteil vom 01.07.1982 Rs. 222/81, Slg. 1982, 2527, UR 1982, 159; BFH-Urteil vom 17.12.2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869).
Es kommt nicht darauf an, ob die Zahlung zivilrechtlich als Schadensersatz bezeichnet wird (vgl. BFH-Urteile vom 17. Dezember 2009 V R 1/09, BFH/NV 2010, 1869, Rn. 17;… vom 16. Januar 2003 V R 36/01, BFH/NV 2003, 667, Rn. 22).