Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20117,%20213
Timestamp: 2020-01-25 20:37:29
Document Index: 119057874

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.02.1992 - IV ZR 106/91 - dejure.org
BGH, 19.02.1992 - IV ZR 106/91
https://dejure.org/1992,1667
BGH, 19.02.1992 - IV ZR 106/91 (https://dejure.org/1992,1667)
BGH, Entscheidung vom 19.02.1992 - IV ZR 106/91 (https://dejure.org/1992,1667)
BGH, Entscheidung vom 19. Februar 1992 - IV ZR 106/91 (https://dejure.org/1992,1667)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1992,1667) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Leistungsfreiheit des (Unfall-) Versicherers bei Kenntnis desVersicherungsnehmeras vom Versicherungsfall im Zeitpunkt der Abgabe des Versicherungsantrags - Kenntnis des Vertreters des Versicherungsnehmers vom Versicherungsfall - Prinzip der Gleichwertigkeit der ...
VVG § 2 Abs. 2 Satz 2
Rückwärtsversicherung bei Kenntnis des Versicherungsnehmers vom bereits eingetretenen Versicherungsfall
BGHZ 117, 213
NJW 1992, 1505
MDR 1992, 451
VersR 1992, 484
BGH, 21.06.2000 - IV ZR 157/99
Es kommt dann eine Rückwärtsversicherung zustande, bei der für den Zeitraum ab Antragstellung § 2 Abs. 2 Satz 2 VVG ausgeschlossen ist (BGHZ 111, 29, 35; 111, 44, 51; 117, 213, 215).
Der Bundesgerichtshof hat in einem Fall, in dem der Versicherungsnehmer einen Versicherungsmakler mit dem Abschluß des Vertrages beauftragt hatte, ausgeführt, daß der Versicherungsnehmer noch nachträglich aufgrund eines ihm zwischenzeitlich bekannt gewordenen Versicherungsfalles seinen Vertreter anweisen könne, die Bedingungen zu seinen Gunsten zu ändern, und hat deshalb auf die Abgabe des Antrags durch den Makler bei dem Versicherer und nicht etwa auf den Auftrag des Versicherungsnehmers an den Makler abgestellt (BGHZ 117, 213, 216 f.).
Das Wissen des Versicherungsnehmers im Sinne des § 2 Abs. 2 Satz 2 VVG bezeichnet den Gegensatz zur subjektiven Ungewißheit, die erforderlich ist, um den Grundgedanken des Versicherungsrechts zu wahren, daß nur ungewisse Risiken versicherbar sind, nicht dagegen bereits feststehende Schäden (BGHZ 84, 268, 277; 117, 213).
Zu demselben Ergebnis führt der mit § 2 Abs. 2 Satz 2 VVG verfolgte Zweck, den Versicherer vor unredlichen Handlungsweisen des Versicherungsnehmers zu schützen (BGHZ 117, 213, 215), da der Ehemann der Klägerin auch zu unredlichem Verhalten außerstande war.
Sie bezwecken, den Versicherungsnehmer bei Vereinbarung einer Rückwärtsversicherung an einer bewussten Manipulation des versicherten Risikos zu hindern (Senatsurteile vom 21. März 1990 - IV ZR 39/89, BGHZ 111, 44, 50 f.; vom 19. Februar 1992 - IV ZR 106/91, BGHZ 117, 213, 215).
Ohne ein zum Ausdruck gekommenes oder aus den Umständen zweifelsfrei zu schließendes Einverständnis des Versicherers damit, dass er auch für einen Versicherungsfall einstehen will, den der Versicherungsnehmer schon bei Antragstellung kannte, kann nicht angenommen werden, die Vertragsparteien hätten auch für diesen Fall § 2 Abs. 2 Satz 2 VVG abbedungen (BGH NJW 1992, 1505).
Soweit es darauf ankommt, ob dem Versicherungsnehmer der Eintritt eines Versicherungsfalles bei Antragstellung schon bekannt war (vgl. dazu BGH VersR 199O, 618 = r + s 199O, 189; VersR 1992, 484 = r + s 1992, 145), muß man daher auf den maßgeblichen schriftlichen Antrag abstellen.
Ein entsprechender Wille des Versicherers, § 2 Abs. 2 Satz 2 VVG abzubedingen, muß sich aber zumindest den Umständen zweifelsfrei entnehmen lassen (BGH VersR 1992, 484).
KG, 10.07.2018 - 6 U 14/17
Leistungsfreiheit einer Versicherung bei Kenntnis des Versicherungsvertreters von …
Dieser Zeitpunkt ist entscheidend, weil nach der Antragstellung der Versicherungsnehmer in aller Regel den Inhalt des Vertrages nicht mehr manipulativ beeinflussen kann (…BGH, a. a. O. - zitiert nach juris: Rdnr. 11; Urt. v. 19.2. 92 - IV ZR 106/91 - zitiert nach juris: Rdnr. 12;… Urt. v. 21.3. 90 - IV ZR 40/89 - zitiert nach juris: Rdnr. 18).
In diesem Fall würde der Versicherer von vornherein eine sichere Geldleistung versprechen, die in der Prämie nicht berücksichtigt ist (vgl. BGH, Urt. v. 19.2. 92 - IV ZR 106/91 - zitiert nach juris: Rdnr. 13).
OLG Köln, 20.03.2019 - 13 U 71/17
Kündigung eines Darlehensvertrages durch den Darlehensgeber wegen Zahlungsverzugs …
Sie wäre deutlich gestört, ließe man zu, dass der Versicherungsnehmer auch schon bei Antragstellung Kenntnis vom Versicherungsfall haben dürfe (vgl.: BGH, Urteil vom 19. Februar 1992 - IV ZR 106/91 -, Rn. 12, juris).
Anders ist es dagegen, wenn der gewünschte materielle Versicherungsbeginn vor Abgabe des Antrags durch den Versicherungsnehmer liegt (BGH, Urteil vom 19.2.1992 - IV ZR 106/91, VersR 1992, 484).
KG, 10.07.2018 - 10 U 14/17