Source: http://www.caselaw.de/document?di=16c844ef-3e4b-46f3-8d6a-88c64ba5b5d1
Timestamp: 2020-07-13 08:41:31
Document Index: 57634301

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 543', 'Art. 247', '§ 6', 'EuG', 'EuG']

﻿ XI ZR 514/19 - caselaw.de
XI ZR 514/19
BUNDESGERICHTSHOF XI ZR 514/19 BESCHLUSS vom 26. Mai 2020 in dem Rechtsstreit ECLI:DE:BGH:2020:260520BXIZR514.19.0 Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Mai 2020 durch den Vizepräsidenten Prof. Dr. Ellenberger, die Richter Dr. Joeres und Dr. Grüneberg sowie die Richterinnen Dr. Menges und Dr. Derstadt beschlossen:
Die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers gegen den Beschluss des 17. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 21. Oktober 2019 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Dabei hat der Senat die Erfolgsaussichten einer Revision geprüft und verneint (BVerfGK 6, 79, 81 ff.; 18, 105, 111 f.; 19, 467, 475).
aaO) im Einzelnen begründet, dass und weshalb es ihm verwehrt ist, sich gegen die ausdrückliche Anordnung des Gesetzgebers in Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB aF zu stellen. Für eine richtlinienkonforme Auslegung ist kein Raum (Senatsbeschluss vom 31. März 2020, aaO Rn. 10 ff.). Entgegen der Auffassung der Beschwerde ist es für den Erhalt der Gesetzlichkeitsfiktion unschädlich, dass die Beklagte in der Widerrufsinformation den pro Tag zu zahlenden Zinsbetrag mit "0,00 Euro" angegeben hat (vgl. Senatsbeschluss vom 31. März 2020, aaO Rn. 9) und an anderer Stelle in den Vertragsunterlagen die Aufrechnungsbefugnis und das Zurückbehaltungsrecht des Darlehensnehmers eingeschränkt hat (vgl. Senatsurteil vom 26. November 2019 - XI ZR 307/18, WM 2020, 87 Rn. 22 mwN).
Soweit sich der Kläger auf den Vorlagebeschluss des VII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 14. Mai 2020 (VII ZR 174/19) bezieht, ist dieser nicht einschlägig. Im Bereich des Verbraucherkreditrechts hat der Europäische Gerichtshof ausdrücklich aufgegeben, das nationale Recht bis zur Grenze des contra legem richtlinienkonform auszulegen (vgl. EuGH, WM 2019, 1919 Rn. 37 f. mwN - "Romano"; siehe auch EuGH, WM 2020, 688 Rn. 31 - "Kreissparkasse Saarlouis"). Eine - ohnehin nur in seltenen Ausnahmefällen judizierte - direkte Anwendung der Richtlinie contra legem hat der Europäische Gerichtshof daher offensichtlich ausgeschlossen.
Ellenberger Menges Joeres Grüneberg Derstadt Vorinstanzen: LG München I, Entscheidung vom 23.07.2019 - 3 O 5704/19 OLG München, Entscheidung vom 21.10.2019 - 17 U 4667/19 -
Paragraphen in XI ZR 514/19
Original von XI ZR 514/19
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