Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2031/86
Timestamp: 2019-12-15 18:58:20
Document Index: 30893470

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 511', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 533', '§ 529', 'BGH', 'BGH', '§ 520', '§ 520', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 511']

BGH, 25.09.1986 - II ZR 31/86 - dejure.org
https://dejure.org/1986,2251
BGH, 25.09.1986 - II ZR 31/86 (https://dejure.org/1986,2251)
BGH, Entscheidung vom 25.09.1986 - II ZR 31/86 (https://dejure.org/1986,2251)
BGH, Entscheidung vom 25. September 1986 - II ZR 31/86 (https://dejure.org/1986,2251)
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Ordnungsgemäße Besetzung des Gerichts bei Verhinderung des Vorsitzenden Richters - Zuständigkeit eines in einer Sache bereits tätig gewordenen Spruchkörpers - Anforderungen an Zulässigkeit eines Rechtsmittels - Anforderungen an Änderungen des Streitgegenstands als ...
NJW-RR 1987, 124
Wenn er gleichwohl als Verfahrensziel seines Rechtsmittels in der Berufungsbegründungsschrift nicht die Beseitigung der Beschwer (vgl. dazu Senatsurteil BGHZ 85, 140, 142 [BGH 20.10.1982 - IVb ZR 318/81]; BGH Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 31/86 = BGHR ZPO § 511 Klageerweiterung 1) durch entsprechende Verurteilung des Klägers, sondern den Ausspruch begehrte, daß sich das Verfahren in der Hauptsache erledigt habe, führte dies nicht zur Unzulässigkeit seiner Berufung.
a) Zutreffend ist allerdings der rechtliche Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß eine Berufung nur zulässig ist, wenn mit ihr die Beseitigung einer in dem angefochtenen Urteil liegenden Beschwer verfolgt wird (BGHZ 85, 140, 142; BGH, Beschl. v. 25. September 1986 - II ZR 31/86, NJW-RR 1987, 124, 125 unter 2 a;… Urt. v. 8. März 1988 - VI ZR 234/87, NJW 1988, 2540, 2541 unter 1;… Urt. v. 13. April 1988 - VIII ZR 199/87, WM 1988, 883 unter 2 a; vgl. auch BGH, Beschl. v. 29. September 1982 - IVb ZB 866/81, NJW 1983, 179 f).
Das ist nicht der Fall, wenn der Rechtsmittelführer mit der Berufung andere prozessuale Ansprüche einführt als die, die Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens waren, und gleichzeitig klar zu erkennen gibt, dass er die Klage mit dem ursprünglichen Streitgegenstand nicht weiterverfolgen will (BGH, NJW-RR 1987, 124, 125).
Im übrigen hätte die Klägerin klar zu erkennen geben müssen, wenn sie von dem ursprünglichen Streitgegenstand hätte abweichen wollen (vgl. BGH, Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 31/86 - NJW-RR 1987, 124, 125 unter 2.a)).
Nach der zulässigen Teilanfechtung eines Urteils innerhalb der Berufungs- und Berufungsbegründungsfrist kann die Berufung noch bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung erweitert werden, wenn sich der Berufungskläger im Rahmen der ursprünglichen Berufungsbegründung hält und nicht neue Gründe nachschieben muss, die nach § 533 ZPO in Verbindung mit § 529 ZPO nicht eingeführt werden können; wobei es nicht darauf ankommt, ob die Erweiterung einen anderen Teil des bereits betroffenen Streitgegenstands oder einen weiteren Streitgegenstand betrifft, da auch die nur beschränkte Berufung den Eintritt der Rechtskraft insgesamt gehemmt hat (BGHZ 12, 52; NJW-RR 1987, 124; BGH MDR 2002, 1085;… MünchKomm-ZPO, Aktualisierungsband, 2. Auflage, § 520 Rn. 43;… Gummer-Heßler in Zöller ZPO, 26. Auflage, § 520 Rn. 31; jeweils mit weiteren Nachweisen).
Das entspricht der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 13, 390, 394; 130, 100, 101) und des Bundesgerichtshofs (BGHZ 85, 140, 142 f; Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 31/86 - NJW-RR 1987, 124, 125).
Die Revision ist indessen unzulässig, wenn der Revisionskläger andere prozessuale Ansprüche verfolgen will als diejenigen, die Gegenstand des Berufungsverfahrens waren und gleichzeitig zu erkennen gibt, daß er an dem ursprünglichen Streitgegenstand nicht festhält (BGH, Urt. v. 25. September 1986, II ZR 31/86, BGHR ZPO § 511 - Klageerweiterung 1).
Von einer Aufgabe des ursprünglichen Klagebegehrens kann nur ausgegangen werden, wenn der Kläger klar zu erkennen gibt, daß er die Klage mit dem ursprünglichen Streitgegenstand nicht weiterverfolgen will (vgl. Sen.Urt. v. 25. September 1986 - II ZR 31/86, NJW-RR 1987, 124, 125).