Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20C%203.85
Timestamp: 2019-07-18 05:45:20
Document Index: 264338085

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 42', '§ 9', '§ 68', '§ 9', '§ 8', '§ 72', '§ 9', '§ 65', '§ 12', '§ 9', '§ 9', '§ 12', '§ 9', '§ 68']

BVerwG, 27.09.1988 - 1 C 3.85 - dejure.org
https://dejure.org/1988,245
BVerwG, 27.09.1988 - 1 C 3.85 (https://dejure.org/1988,245)
BVerwG, Entscheidung vom 27.09.1988 - 1 C 3.85 (https://dejure.org/1988,245)
BVerwG, Entscheidung vom 27. September 1988 - 1 C 3.85 (https://dejure.org/1988,245)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,245) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Asylberechtigter - Einbürgerungsantrag - Staatenlosigkeit - Deutscher Ehegatte - Entlassung aus der Staatsangehörigkeit - Antragstellung
Ungeachtet der Frage, ob im verwaltungsgerichtlichen Verfahren bereits ein hilfsweises Einlassen in der Sache durch die beklagte Behörde ausreicht, um von einem Erreichen der dem Gesetz zugrunde liegenden Regelungszwecke der §§ 68 ff. VwGO auszugehen (bejahend: u.a. Urteile vom 23. Oktober 1980 - BVerwG 2 A 4.78 - Buchholz 232 § 42 BBG Nr. 14, vom 2. September 1983 - BVerwG 7 C 97.81 - Buchholz 442.03 § 9 GüKG Nr. 13 = NVwZ 1984, 507 …und vom 9. Mai 1985 - BVerwG 2 C 16.83 - Buchholz 421.20 Hochschulpersonalrat Nr. 14 = NVwZ 1986, 374 = juris Rn. 21;… verneinend: Beschluss vom 26. September 1989 - BVerwG 8 B 39.89 - Buchholz 310 § 68 VwGO Nr. 35 = juris Rn. 8), können die vom Gesetz normierten Zwecke eines Vorverfahrens unabhängig von der subjektiven Einschätzung der Prozessbeteiligten objektiv jedenfalls dann nicht (mehr) erreicht werden, wenn die Behörde durch die zuständige Aufsichtsbehörde zu ihrer Entscheidung verbindlich angewiesen worden ist (…vgl. Urteile vom 23. Oktober 1980 a.a.O. und vom 27. September 1988 a.a.O.).
Die Bestimmung wirkt zwar insbesondere auf die Betätigung des Einbürgerungsermessens ein (grundlegend Urteil vom 1. Juli 1975 - BVerwG 1 C 44.70 - BVerwGE 49, 44 ), setzt jedoch zwingende nationale Einbürgerungsvoraussetzungen für Flüchtlinge nicht außer Kraft und ermächtigt auch nicht die Einbürgerungsbehörden, sich im Einzelfall über sie hinwegzusetzen (vgl. Urteile vom 27. September 1988 - BVerwG 1 C 3.85 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 10 und vom 10. Juli 1984 - BVerwG 1 C 30.81 - Buchholz 130 § 8 RuStAG Nr. 24 S. 37).
Denn in diesen Fallkonstellationen besteht die in § 72 VwGO vorgesehene Abhilfemöglichkeit im Widerspruchsverfahren nicht mehr, sodass die Durchführung weder für den Kläger noch aus Behördenperspektive einen Sinn ergibt und das Prozedere daher als zweckentfremdete Formalie erscheint (vgl. auch BVerwG, Urteil vom 27.09.1988 - 1 C 3/85 -, DVBl. 1989, 252; Urteil vom 23.10.1980 - 2 A 4/78 -, DVBl. 1981, 502).
Eines erneuten Vorverfahrens bedarf es auch nach der Änderung einer Ermessensentscheidung durch die mit der Widerspruchsbehörde nicht identische Ausgangsbehörde dann nicht, wenn dem Zweck des Vorverfahrens bereits genügt worden ist oder sich sein Zweck ohnehin nicht (mehr) erreichen läßt, die Durchführung eines neuerlichen Vorverfahrens sich mithin als leere Förmelei erweisen würde (vgl. Urteil vom 27. September 1988 - BVerwG 1 C 3.85 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 10 S. 37 ; s. auch Urteile vom 23. März 1982 - BVerwG 1 C 157.79 - Buchholz 451.25 LadschlG Nr. 20 S. 1 , vom 17. August 1988 - BVerwG 5 C 78.84 - Buchholz 424.01 § 65 FlurbG Nr. 5 S. 7 und vom 21. September 1989 - BVerwG 2 C 68.86 - Buchholz 240 § 12 BBesG Nr. 15 S. 8 ).
Da der Antragsgegner das Begehren des Antragstellers abgelehnt und sich im vorliegenden Prüfungsverfahren auf den Antrag sachlich eingelassen und dessen Abweisung beantragt hat, ist jedenfalls dem Zweck des Vorverfahrens hinreichend Rechnung getragen (vgl. u.a. BVerwG, Urteil vom 27. September 1988 - BVerwG 1 C 3.85 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 10 S. 37 m.w.N.; st.Rspr.).
Das gilt auch für politisch Verfolgte, wie der erkennende Senat im Urteil vom selben Tage in der Sache BVerwG 1 C 3.85 im einzelnen dargelegt hat.
Das gilt nicht nur für Ehegatten deutscher Staatsangehöriger, sondern auch für Asylberechtigte (Urteil vom 27. September 1988 - BVerwG 1 C 3.85 -).
Entlassungsbemühungen Asylberechtigter überschreiten nicht grundsätzlich die Grenze des Zumutbaren, und zwar auch dann nicht, wenn der Entlassungsantrag es erforderlich machen sollte, die Auslandsvertretung des Heimatstaates persönlich aufzusuchen (Urteil vom 27. September 1988 - BVerwG 1 C 3.85 -).
Im vorliegenden Fall ist aber aus Gründen der Prozessökonomie das gesetzlich vorgeschriebene Vorverfahren entbehrlich, nachdem sich der Beklagte in der mündlichen Verhandlung erster Instanz sachlich auf die Klage eingelassen und, ohne das Fehlen eines zum Zeitpunkt der Verhandlung und Entscheidung über die Klage noch zulässigen Widerspruches des Klägers gegen den im Verhandlungstermin übergebenen Bescheid vom 03. Mai 20066 zu rügen, deren Abweisung als unbegründet beantragt hat (stRspr BVerwG, Urt. vom 27.9.1988 - 1 C 3/85 -, Buchholz 130 § 9 Nr. 10;… Urt. v. 22.7.1999 - 2 C 14.98 -, Buchholz 237.2 § 12 BlnLBG Nr. 3 m.w.N.;… Urt. v. 4.7.2002 - 2 C 13/01 -, NVwZ 2002, 1505).
1984, 155 m.w.N., Urteil vom 27. September 1988 - 1 C 3.85 -, Buchholz 310 § 9 RuStG Nr. 10 und Urteil vom 26. September 1989 - 8 B 39.89 -, Buchholz 310 § 68 VwGO Nr. 35.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 1988, a.a.O..
vgl. dazu BVerwG, Urteile vom 2. September 1983 und vom 27. September 1988, a.a.O..
VG Münster, 11.08.2008 - 1 K 592/08
Auskünfte zur Forschung mit Palladium