Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DB%201988%20S.%20105
Timestamp: 2020-02-28 09:57:33
Document Index: 281336668

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 433', '§ 459', '§ 469', '§ 93', '§ 459', '§ 459', '§ 459', '§ 433', '§ 459', '§ 469', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 631', '§ 651', 'BGH', '§ 433', '§ 377', 'BGH', '§ 433', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 469', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 469', 'BGH', '§ 469', 'BGH', 'BGH', '§ 634', '§ 469', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 90', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 346', '§ 459', '§ 462', '§ 467', 'BGH']

BGH, 04.11.1987 - VIII ZR 314/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,95
BGH, 04.11.1987 - VIII ZR 314/86 (https://dejure.org/1987,95)
BGH, Entscheidung vom 04.11.1987 - VIII ZR 314/86 (https://dejure.org/1987,95)
BGH, Entscheidung vom 04. November 1987 - VIII ZR 314/86 (https://dejure.org/1987,95)
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§§ 433 ff BGB, § 459 BGB <Fassung bis 31.12.01> (analog), zur Anwendbarkeit des Kaufrechts bei Erwerb von Standardsoftware;
§ 469 BGB <Fassung bis 31.12.01>, Gesamtwandelung, Abgrenzung zwische Einheitlichkeit der Kaufsache (§ 93 BGB) und einfacher ...
Softwarekauf als Sachkauf: Anwendbarkeit der §§ 459 ff
Sachmängel - Standardsoftware - Wandlung - Mangelhafte Bestandteile - Einheitliche Sache - Zusammengehörend - Verkehrsanschauung - Software - Hardware
Gesamtwandelung des Hard- und Softwareüberlassungsvertrages bei Mangelhaftigkeit der "nicht ohne Nachteile trennbaren" Software
Beim Erwerb von Standardsoftware sind im Hinblick auf Softwaremängel die §§ 459 ff. BGB zumindest analog anwendbar
§§ 459, 469 BGB
Zum Gewährleistungsrecht bei elektronischer Datenverarbeitung
BGB § 433, §§ 459 ff., § 469 S. 2
Softwareüberlassung als Sachkauf (Thomas Hoeren, Münster; RDV 1988, 115)
uni-muenster.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Der Softwareüberlassungsvertrag als Sachkauf - Ansätze zu einer neuen Vertragstypologie im Bereich der Standardsoftware (Thomas Hoeren, Münster; CR 1988, 908)
BGH, 03.12.1987 - VIII ZR 314/86
NJW 1988, 406
NJW-RR 1988, 312 (Ls.)
ZIP 1987, 1567
MDR 1988, 223
BB 1988, 20
DB 1988, 105
JR 1988, 499
JR 1988, 503
Ein solcher Vertrag dürfte - ebenso wie ein Vertrag über die Erstellung oder Bearbeitung einer speziellen, auf die Bedürfnisse des Auftraggebers abgestimmten Software (s. BGHZ 102, 135, 140 f; BGH, Urteile vom 15. Mai 1990 - X ZR 128/88 - NJW 1990, 3008, vom 3. November 1992 - X ZR 83/90 - NJW 1993, 1063, vom 9. Oktober 2001 - X ZR 58/00 - CR 2002, 93, 95 und vom 16. Dezember 2003 - X ZR 129/01 - NJW-RR 2004, 782, 783) - regelmäßig als Werkvertrag im Sinne der §§ 631 ff BGB, unter Umständen auch als Werklieferungsvertrag im Sinne von § 651 BGB, anzusehen sein (…s. dazu etwa Busche aaO m.w.N.;… Klett/Pohle aaO S. 201;… Redeker aaO Rn. 980;… Schneider, in: Handbuch des EDV-Rechts, 4. Aufl., Teil O Rz. 342 f = S. 2066;… Schmidt, in: Spindler, Vertragsrecht der Internet-Provider, 2. Aufl., Teil VIII Rz. 4 = S. 659 ff;… Cichon, Internet-Verträge, 2. Aufl., S. 117 ff;… Härting, Internetrecht, 3. Aufl., Rn. 334 ff = S. 83 ff).
Im Übrigen muss sich die Gewährleistung wegen Funktionsmängeln von Computersoftware bei urheberrechtlich geschützter und urheberrechtlich ungeschützter Software nach identischen Regeln richten, weil diese Frage mit dem Urheberrecht nicht im Zusammenhang steht (BGHZ 102, 135, 142).
Auf einen derartigen Vertrag sind nach der Rechtsprechung des Senats die Vorschriften sowohl der §§ 433 ff, 459 ff BGB als auch des § 377 HGB zumindest entsprechend anwendbar (BGHZ 102, 135, 140 f, 145; Urteile vom 18. Oktober 1989 - VIII ZR 325/88, WM 1989, 1890 unter II 1 a aa; vom 24. Januar 1990 - VIII ZR 22/89, WM 1990, 510 unter II 1 und vom 4. November 1992 - VIII ZR 165/91, WM 1993, 111 = NJW 1993, 461 unter II 2 a und c bb).
Im Ausgangspunkt zutreffend hat das Berufungsgericht auf das Vertragsverhältnis zwischen der Beklagten und der Leasinggeberin, das die Lieferung von Standard-Hardware einschließlich der Betriebssoftware und nicht speziell für das Heim des Klägers hergestellter Anwenderprogramme zum Gegenstand hat, die Vorschriften der §§ 433 ff, 459 ff BGB jedenfalls entsprechend angewendet (BGHZ 102, 135, 140 ff, 145 und BGH Urteil vom 18. Oktober 1989 - VIII ZR 325/88 = WM 1989, 1890 unter II 1 a, jeweils m. Nachw.).
Ist dies nicht der Fall, wird das Berufungsgericht zu prüfen haben, ob nach der Natur des Vertrages der Beklagten ein Nachbesserungsrecht einzuräumen ist (dazu BGHZ 102, 135, 144).
Gegebenenfalls wird das Berufungsgericht seinen Standpunkt unter Berücksichtigung der von der Revision vorgetragenen Bedenken, der Beweislast des Klägers - (…dazu z.B. Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Bd. I, § 469 Rdnr. 1 m.Nachw.) und der Anforderungen, die im Senatsurteil BGHZ 102, 135, 148 ff an die Feststellung der Voraussetzungen eines Gesamtwandelungsrechts gestellt werden, zu überprüfen haben.
Maßgebend dafür ist die Verkehrsanschauung (RGZ 158, 362, 370; BGH, Urteil vom 4. November 1987 - VIII ZR 314/86, BGHZ 102, 135, 149) und - wenn diese fehlt oder nicht festgestellt werden kann - die natürliche Betrachtungsweise eines verständigen Beobachters (RGZ 158, 362, 370), wobei Zweck und Wesen der Sache und ihrer Bestandteile vom technisch-wirtschaftlichen Standpunkt aus zu beurteilen sind (BGH, Urteil vom 3. März 1956 - IV ZR 301/55, BGHZ 20, 154, 157).
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, daß auf die Überlassung von Standardsoftware gegen einmaliges Entgelt Kaufrecht zumindest entsprechend anzuwenden ist (BGHZ 102 S. 135, 140 ff., 145 = DB 1988 S. 105, 106; BGH, Urteil vom 18.10.1989 - VIII ZR 325/88 = DB 1989 S. 2596 = WM 1989 S. 1890 unter II 1a; BGH, Urteil vom 24.1.1990 - VIII ZR 22/89 unter II 1, DB 1990 S. 625) und daß für die Herstellung von Individualsoftware Werkvertragsrecht gilt (BGHZ 102 S. 135, 140/141 = DB 1988 S. 105; BGH, Urteil vom 11.2.1971 - VII ZR 170/69 = WM 1971 S. 615 unter II 1; BGH, Urteil vom 23.2.1977 - VIII ZR 312/75 = DB 1977 S. 1136 = WM 1977 S. 390 unter II 2).
Ob daran im Hinblick auf kritische Stimmen im Schrifttum ( Zahrnt IuR 1987 S. 297; Lehmann CR 1987 S. 422; Junker JZ 1988 S. 464) und im Hinblick auf das - allerdings die Frage einer Gesamtwandelung nach § 469 BGB betreffende - Urteil BGHZ 102 S. 135 = DB 1988 S. 105 ohne Einschränkungen festzuhalten ist, bedarf hier keiner Entscheidung.
Insofern gilt für den Interessewegfall nichts anderes als für die im Rahmen des § 469 Satz 2 BGB zu beantwortende Frage, ob mehrere als zusammengehörig verkaufte Sachen nicht ohne Nachteil voneinander getrennt werden können (vgl. BGHZ 102 S. 135, 151 = DB 1988 S. 105, 108).
Das Berufungsgericht hat nicht geprüft, ob unter Beachtung der in dem Urteil BGHZ 102 S. 135 = DB 1988 S. 105 aufgestellten Grundsätze eine Rückgängigmachung des gesamten Vertrages in Betracht kommt, wenn das Schreiben der Klägerin vom 27.9.1984 auch als eine auf § 634 Abs. 1 BGB gestützte Wandelungserklärung zu verstehen ist.
Bei einem möglichen Anspruch auf Wandelung wegen des Statistikprogramms scheidet jedoch die Annahme eines - bezogen nur auf die Hardware und die Standardsoftware - einheitlichen Vertrages sowie eines - davon zu unterscheidenden - einheitlichen Kaufgegenstandes und damit ein von § 469 BGB unabhängiges Gesamtwandelungsrecht nicht von vornherein aus (BGHZ 102 S. 135, 149 = DB 1988 S. 105).
Der Senat hat, woran festzuhalten ist, bereits mehrfach entschieden, daß eine Standardsoftware als bewegliche Sache anzusehen ist (BGHZ 102, 135, 144; 109, 97, 100 f).
Die Wertung eines derartigen auf Überlassung von Standard-Software auf unbegrenzte Zeit gegen einmaliges Entgelt gerichteten Vertrags als Kaufvertrag entspricht auch der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 102, 135, 141; vgl. auch bereits Urteil vom 25. März 1987 - VIII ZR 43/86 = WM 1987, 818, 820 unter I 2 a bb); die Revision stimmt dem ausdrücklich zu.
Dies wäre, wie das Berufungsgericht mit Recht erwägt, zweifellos dann der Fall, wenn die Lieferung der gekauften Standard-Software in derselben Weise erfolgt wäre, wie dies in dem dem Senatsurteil vom 4. November 1987 (BGHZ 102, 135) zugrunde liegenden Sachverhalt geschehen ist, nämlich durch Übergabe von Disketten, auf denen das gekaufte Programm gespeichert war.
Wie der Senat dort (BGHZ 102, 143 [BGH 04.11.1987 - VIII ZR 314/86]/144) in Übereinstimmung mit dem Beschluß des I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 2. Mai 1985 (I ZB 8/84 = NJW-RR 1986, 219 = LM Nr. 3 zu § 2 WZG = GRUR 1985, 1055, 1056) ausgesprochen hat, stellen Datenträger mit dem darin verkörperten Programm körperliche Sachen (§ 90 BGB) dar.
Ob auch in der hier gegebenen Variante von der Übergabe einer beweglichen Sache mit der Folge der unmittelbaren Anwendbarkeit des Abzahlungsgesetzes gesprochen werden kann - immerhin verschafft auch hier der Verkäufer dem Käufer den Besitz an der in einem Datenträger, nämlich der Festplatte eines Computers, verkörperten (vgl. Hoeren CR 1988, 908, 912) Programmkopie, die, wie das Berufungsgericht in anderem Zusammenhang ausführt, von dort ohne Schwierigkeit wieder auf Disketten »heruntergezogen« werden kann, - mag dahinstehen (ablehnend, da keine Übergabe erfolge, König NJW 1989, 2604, 2605; Mehrings NJW 1988, 2438, 2439 [BGH 04.11.1987 - VIII ZR 314/86] bei Fn. 20 und 21; Zahrnt IuR 1986, 252, 253).
a) Der BGH hatte sich in seinem Urteil vom 4. November 1987 VIII ZR 314/86 (BGHZ 102, 135, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1988, 406) mit der Frage zu befassen, nach welchen Regeln für fehlerhafte Software Gewähr zu leisten sei.
Ob ein solches vorliegt, richtet sich in erster Linie nach der Verkehrsanschauung, nicht nach dem Willen der Vertragsparteien (vgl. BGH, Urt. v. 4.11.1987 - VIII ZR 314/86, NJW 1988, 406, 409 für die Rückabwicklung im Rahmen einer Wandelung;… vgl. auch Urt. v. 1.10.1992 - V ZR 36/91, MDR 1992, 1123 = WM 1993, 168).
In einem solchen Fall beruht die Verbindung der Hard- und Software betreffenden Absprachen entgegen der Auffassung der Revision nicht auf wirtschaftlichen Erwägungen, bei denen in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein einheitliches Geschäft verneint worden ist (vgl. BGHZ 102, 135, 150;… BGH, Urt. v. 25.3.1987 - VIII ZR 43/86, NJW 1987, 2004).
BFH, 16.02.1990 - III B 90/88
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