Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20272/02
Timestamp: 2019-07-19 19:44:50
Document Index: 352843140

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.07.2003 - IX ZR 272/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,111
BGH, 17.07.2003 - IX ZR 272/02 (https://dejure.org/2003,111)
BGH, Entscheidung vom 17.07.2003 - IX ZR 272/02 (https://dejure.org/2003,111)
BGH, Entscheidung vom 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02 (https://dejure.org/2003,111)
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Rückgewähr von Steuerzahlungen im Wege der Insolvenzanfechtung; Benachteiligungsvorsatz und -absicht des Schuldners; Inkongruentes Deckungsgeschäft; Nachweis auf andere Art und Weise; Inkaufnehmen der Gläubigerbenachteiligung; Unlauteres Zusammenwirken zwischen Gläubiger und Schuldner; Erkennen der Zahlungsunfähigkeit; Vermutung der Kenntnis von Benachteiligung
Kein unredliches Zusammenwirken bei Vorsatzanfechtung erforderlich
Gläubigerbenachteiligungsvorsatz - Zusammenwirken von Schuldner & Gläubiger
Benachteiligungsvorsatz des Schuldners auch ohne unlauteres Zusammenwirken mit dem Gläubiger; zur Frage der Kenntnis des Gläubigers von der drohenden Zahlungsunfähigkeit
Voraussetzung des Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes
Gläubigerbenachteiligungsvorsatz nach § 133 InsO
Beweiserleichterungen bei der Darlegung des Benachteiligungsvorsatzes und der Kenntnis des anderen Teils bei kongruenter Deckung
Zusammenfassung von "Unlauteres Zusammenwirken mit Gläubiger keine Voraussetzung des Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes" von Prof. Dr. Michael Huber, original erschienen in: NZI 2003, 597 - 600.
NJW 2003, 3560
ZIP 2003, 1799
ZIP 2003, 1799 ff.
MDR 2004, 174
NZI 2003, 597
WM 2003, 1923
DB 2003, 2488
Spiegelbildlich muss der Anfechtungsgegner erkannt haben, dass die Rechtshandlung des Schuldners dessen Gläubiger benachteiligt und dass der Schuldner dies auch wollte (BGH, Urteil vom 27. März 1957 - V ZR 251/55, WM 1957, 902, 904; vom 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, WM 2003, 1923, 1925;… Beschluss vom 9. Februar 2012 - IX ZR 48/11, ZInsO 2012, 1264 Rn. 4 mwN).
Zu diesem Zweck bevorzugt er den antragstellenden Gläubiger und nimmt die Benachteiligung derzeit weniger gefährlicher Gläubiger im Allgemeinen in Kauf (vgl. BGH, Urt. v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, ZIP 2003, 1799, 1800).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist das Vorliegen eines Benachteiligungsvorsatzes des Schuldners vom Tatrichter aufgrund des Gesamtergebnisses der mündlichen Verhandlung und einer etwaigen Beweisaufnahme gemäß § 286 Abs. 1 ZPO zu entscheiden (BGHZ 131, 189, 195 f; BGH, Urt. v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, NZI 2003, 597).
In einem solchen Fall will der Schuldner in der Regel nur seine Verbindlichkeiten begleichen (BGH, Urt. v. 17. Juli 2003, aaO S. 598;… HK-InsO/Kreft, 4. Aufl. § 133 Rn. 14;… MünchKomm-InsO/Kirchhof, § 133 Rn. 33).
Kennt ein Gläubiger tatsächliche Umstände, die zwingend auf eine drohende oder bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit des Schuldners hinweisen, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass er auch die (drohende) Zahlungsunfähigkeit kennt (BGH, Urt. v. 17. Juli 2003, aaO S. 599;… Urt. v. 12. Oktober 2006, aaO S. 38).
aa) Der Gläubigerbenachteiligungsvorsatz setzt kein unlauteres Zusammenwirken von Schuldner und Gläubiger voraus; vielmehr genügt - auch bei kongruenter Deckung - bedingter Vorsatz (BGH, Urt. v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, WM 2003, 1923, 1925;… Urt. v. 13. Mai 2004 - IX ZR 190/03, WM 2004, 1587, 1588; v. 8. Dezember 2005 - IX ZR 182/01, WM 2006, 190, 192).
Ob im Einzelfall ein Benachteiligungsvorsatz vorliegt und der Anfechtungsgegner hiervon Kenntnis hatte, hat der Tatrichter aufgrund des Gesamtergebnisses der Verhandlung und einer etwaigen Beweisaufnahme zu entscheiden (BGHZ 124, 76, 82; vgl. auch BGH, Urt. v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, WM 2003, 1923, 1924).
Der Vorsatz zur Gläubigerbenachteiligung gemäß § 133 Abs. 1 InsO setzt auch kein unlauteres Zusammenwirken von Schuldner und Gläubiger voraus (BGH, Urt. v. 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, NZI 2003, 597, 598;… siehe auch Kirchhof, Festschrift für Gero Fischer S. 285, 291 f, 294 f) oder irgendeine Art von Treu- oder Sittenwidrigkeit (…Jaeger/Henckel, aaO Rn. 25 m.w.N.).
Einem Schuldner, der weiß, dass er nicht alle seine Gläubiger befriedigen kann, und der Forderungen eines einzelnen Gläubigers vorwiegend deshalb erfüllt, um diesen von der Stellung des Insolvenzantrags abzuhalten, kommt es nicht in erster Linie auf die Erfüllung seiner gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten, sondern auf die Bevorzugung dieses einzelnen Gläubigers an; damit nimmt er die Benachteiligung der Gläubiger im Allgemeinen in Kauf (BGH, Urteil vom 27. Mai 2003 - IX ZR 169/02, BGHZ 155, 75, 83 f; vom 17. Juli 2003 - IX ZR 272/02, NJW 2003, 3560, 3561).
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OLG Koblenz, 07.10.2013 - 3 U 829/12
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OLG Koblenz, 08.10.2013 - 3 U 829/12
Insolvenzanfechtung: Vorsätzliche Gläubigerbenachteiligung durch Barentnahme aus …