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Timestamp: 2016-10-21 18:33:02
Document Index: 21074619

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_430/2014 (21.12.2015)
8C_430/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 21. Dezember 2015
Der 1979 geborene A.________ war als Gipser der B.________ GmbH bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 6. Mai 2010 mit der rechten Hand in eine GipsSpritzmaschine griff und diese aus unbekannten Gr�nden pl�tzlich zu laufen begann. Dabei zog er sich eine Amputation des Zeigefingers und eine subtotale Amputation des Mittelfingers zu, wobei der Mittelfinger in der Folge operativ replantiert werden konnte. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verf�gung vom 15. M�rz 2012 und Einspracheentscheid vom 4. Mai 2012 sprach die SUVA dem Versicherten eine Entsch�digung f�r eine Integrit�tseinbusse von 10 % zu. Zudem sprach die Anstalt dem Versicherten mit Verf�gung vom 30. November 2012 ab 1. Februar 2012 eine Invalidenrente bei einer Erwerbseinbusse von 29 % zu. Auf Einsprache des Versicherten hin erh�hte die Anstalt den f�r die Rentenzahlungen massgebenden Invalidit�tsgrad mit Entscheid vom 4. Oktober 2013 auf 31 %.
Die von A.________ gegen diese beiden Einspracheentscheide erhobenen Beschwerden wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 22. April 2014 ab.
Mit Beschwerde beantragt A.________, ihm sei unter Anpassung der Einspracheentscheide und Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 47 % und eine Integrit�tsentsch�digung f�r eine Einbusse von 30 % zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragt er, es seien ihm unabh�ngig vom Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen und es sei ihm f�r das letztinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 5'000.- zuz�glich MWST zuzusprechen.
In seiner Stellungnahme vom 11. November 2014 h�lt A.________ an seinen Antr�gen fest.
2.1.�Ist eine versicherte Person infolge des Unfalles mindestens zu 10 % invalid, so hat sie gem�ss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Zur Bestimmung des Invalidit�tsgrades wird gem�ss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidit�t und nach Durchf�hrung allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen k�nnte, wenn sie nicht invalid geworden w�re (sog. Valideneinkommen).
2.2.�F�r die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. �bt sie nach Eintritt der Invalidit�t eine Erwerbst�tigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverh�ltnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise voll aussch�pft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grunds�tzlich der tats�chlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tats�chlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbst�tigkeit aufgenommen hat, so k�nnen nach der Rechtsprechung entweder Tabellenl�hne gem�ss den vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 mit Hinweisen).
2.3.�Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Sch�digung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Integrit�t, so hat er in Anwendung von Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integrit�tsentsch�digung.
Vorinstanz und Verwaltung gingen gest�tzt auf die Stellungnahme des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 14. M�rz 2012 (best�tigt durch die Beurteilung des SUVA-Arztes Dr. med. D.________ vom 3. Mai 2012) von einem Integrit�tsschaden von 10 % aus. Auf die Berichte verwaltungsinterner medizinischer Fachpersonen kann dann abgestellt werden, wenn auch keine geringen Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit ihrer Feststellungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471). Wie der Beschwerdef�hrer letztinstanzlich selber einr�umt, wurde diese Einsch�tzung von keiner medizinischen Fachperson bestritten. Was der Versicherte gegen sie vorbringt, vermag auch keine geringen Zweifel an der Angemessenheit dieser Einsch�tzung zu begr�nden, zumal sie auch im Einklang mit den einschl�gigen Richtlinien steht (vgl. Tabelle 3 der von der SUVA herausgegebenen Richtlinien betreffend Integrit�tsschaden bei einfachen und kombinierten Finger- Hand- und Armverlusten; zur Bedeutung dieser sogenannten Feinraster: BGE 124 V 29 E. 1c S. 32 f., 209 E. 4a/cc S. 211 und RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416, E. 5.1, U 134/03). Entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers bestehen auch keine hinreichenden Anzeichen f�r eine im Sinne von Art. 36 Abs. 4 UVV voraussehbare Verschlimmerung des Integrit�tsschadens. Die Beschwerde des Versicherten ist somit insoweit abzuweisen, als sie die Integrit�tsentsch�digung betrifft.
Streitig und zu pr�fen ist im Weiteren, ob der Beschwerdef�hrer f�r die Zeit ab 1. Februar 2012 Anspruch auf eine h�here als die zugesprochene Invalidenrente der Unfallversicherung hat.
4.1.�Gem�ss der Einsch�tzung des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, vom 26. Januar 2012 ist dem Versicherten eine leichte T�tigkeit mit beidh�ndig zu hantierenden Lasten von f�nf bis zehn Kilogramm zumutbar; feinmotorische T�tigkeiten sind mit der rechten dominanten Hand nicht mehr m�glich. Gegenst�nde kann der Beschwerdef�hrer noch halten, allerdings d�rfen diese nicht kantig sein. Es bestehen auch keine geringen Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit dieser Feststellung, stimmt doch das Zumutbarkeitsprofil des Dr. med. C.________ mit den �brigen medizinischen Unterlagen und insbesondere auch mit dem Resultat der beruflichen Abkl�rungen in der Klinik D.________ �berein. Entgegen seinen Ausf�hrungen in der Beschwerde trifft es somit nicht zu, dass der Versicherte nur noch f�r einh�ndig zu verrichtende T�tigkeiten geeignet w�re.
4.2.�Es ist letztinstanzlich nicht mehr streitig, dass der Versicherte im Jahre 2012 ohne den Unfall ein Valideneinkommen von Fr. 90'082.60 erzielt h�tte. Diesem Valideneinkommen stellten Vorinstanz und Verwaltung ein gest�tzt auf DAP-Zahlen ermitteltes Invalideneinkommen von Fr. 61'757.- gegen�ber.
4.3.�Die Dokumentation von Arbeitspl�tzen (DAP) ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tats�chlich existierender Arbeitspl�tze. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstm�glichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der k�rperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungspr�fung). Vor Schaffung der DAP hatte die SUVA die mutmasslichen Verdienstverh�ltnisse von Invaliden aus der j�hrlichen "Lohn- und Gehaltserhebung" des damaligen Bundesamtes f�r Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA, heute seco) abgeleitet, wobei das Eidgen�ssische Versicherungsgericht (heute: I. und II. sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) von den Zahlen der BIGA-Lohnstatistik je nach Beruf, Behinderung und weiteren allenfalls lohnwirksamen Faktoren des Einzelfalls Abz�ge zwischen 10-35 % vorzunehmen begann, da die Statistik keine entsprechenden Differenzierungen enthielt. In der seit 1994 durchgef�hrten LSE werden personen- und arbeitsplatzbezogene Merkmale zwar erfasst, konnten aber von den Rechtsanwendenden im Rahmen der Invalidit�tsbemessung nur schwer mit der erforderlichen statistischen Zuverl�ssigkeit auf den Einzelfall �bertragen werden; dies f�hrte in BGE 124 V 323 zur Weiterf�hrung der Praxis zum Abzug von den Tabellenl�hnen und in BGE 126 V 77 zu deren Pr�zisierung. Die SUVA entschloss sich deshalb 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie m�glich ermitteln zu k�nnen (KLAUS KORRODI, SUVA-Tabellenl�hne zur Ermittlung des Invalideneinkommens, in: Rechtsfragen der Invalidit�t in der Sozialversicherung, 1999, S. 117-124; STEFAN A. DETTWILER, Suva "DAP"t nicht im Dunkeln - Invalidenlohnbemessung anhand konkreter Arbeitspl�tze [DAP], in: SZS 2006, S. 6-15). Das Bundesgericht hat die grunds�tzliche Zul�ssigkeit einer Bemessung des Invalideneinkommens ausgehend von DAP-Zahlen unl�ngst best�tigt (vgl. BGE 139 V 592). Der Beschwerdef�hrer bringt nichts vor, was ein Zur�ckkommen auf dieses Urteil rechtfertigen w�rde.
4.4.�Die Rechtsprechung hat betont, die DAP-Methode habe zum Ziel, die Vergleichseinkommen so konkret wie m�glich zu ermitteln (vgl. BGE 139 V 592 E. 7.1 S. 596). Entsprechend m�ssen die im Einzelfall ausgew�hlten f�nf DAP-Stellenprofile der versicherten Person in jeder Hinsicht zumutbar sein (vgl. Urteil 8C_107/2014 vom 24. Juli 2014 E. 5.3 und 8C_215/2015 vom 17. November 2015 E. 4.6). Entgegen seinen Ausf�hrungen erscheinen die f�nf von der SUVA ausgew�hlten Stellenprofile dem Beschwerdef�hrer zumutbar: Mit "Anlehre" ist eine in der Regel kurz dauernde Einarbeitung in den neuen Arbeitsbereich gemeint (vgl. Urteil 8C_215/2015 vom 17. November 2015 E. 4.7.2), welche ihm auch mit geringen Deutschkenntnissen zumutbar ist. Gem�ss Zumutbarkeitsprofil stehen dem Versicherten auch leichte T�tigkeit mit beidh�ndig zu hantierenden Lasten von f�nf bis zehn Kilogramm offen (vgl. E. 4.1 hievor); keines der Stellenprofile verlangt eine feinmotorische T�tigkeit mit der rechten dominanten Hand.
4.5.�Der Versicherte weist wie schon vor Vorinstanz darauf hin, dass er nur unzureichend deutsch spricht, so dass er vermutlich zahlreiche der im DAP-Abfrageresultat enthaltenen Stellen nicht aus�ben k�nnte. Dies betreffe in erster Linie die h�her entl�hnten Stellen, so dass der Durchschnittslohn der f�r ihn �berhaupt in Frage kommenden Stellen wesentlich tiefer liege als der Durchschnittslohn des Abfrageresultats. Hiezu ist festzuhalten, dass dem Durchschnittslohn bei der �berpr�fung des Auswahlermessens der SUVA nicht jene Bedeutung zukommt, die ihm der Beschwerdef�hrer offenbar zumisst. Aus diesem Grund schadet es nicht, wenn im Gesamtresultat allenfalls einzelne Stellen vorhanden sind, f�r welche die versicherte Person aus invalidit�tsfremden Gr�nden (wie bspw. mangelnde Sprachkenntnisse) weniger geeignet erscheint. Zudem korrelieren mangelnde Sprachkenntnisse und insbesondere auch die mangelnde F�higkeit, sprachliche Defizite innert n�tzlicher Frist auszugleichen, mit einem tiefen Bildungsniveau; diesem Umstand wurde im vorliegendem Fall mit der Beschr�nkung der Abfrage auf Profile, welche lediglich die Ausbildungsanforderungen "Grundschule" und "Anlehre" verlangen, ausreichend Rechnung getragen (vgl. auch Urteil 8C_215/2015 vom 17. November 2015 E. 4.7.2).
4.6.�Durften Vorinstanz und Verwaltung somit grunds�tzlich zur Bemessung des Invalideneinkommens auf die DAP abstellen und waren die f�nf konkret ausgew�hlten Arbeitspl�tze f�r den Versicherten zug�nglich, so ist die Zusprache einer Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 31 % nicht zu beanstanden. Die Beschwerde des Versicherten ist somit auch bez�glich der Invalidenrente abzuweisen.
Gem�ss Art. 65 ff. BGG richten sich die Kostenfolgen eines bundesgerichtlichen Urteils in der Regel nach Massgabe des Obsiegens bzw. des Unterliegens. Entgegen dem Antrag des Versicherten sind vorliegend keine Gr�nde ersichtlich, um von diesem Grundsatz abzuweichen. E ntsprechend sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).