Source: http://test.seemannsmission.org/index.php/gottesdienst-kalender/90-nuetzliches/102-gemeinde-satzung-deg-amsterdam
Timestamp: 2018-09-25 15:33:59
Document Index: 299102450

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 14', 'Art. 21', 'Art. 28', 'Art. 32', 'Art. 19', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 5', 'Art.8', 'Art. 15', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 19', 'Art.12']

Ordnung der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Amsterdam
Art. 1 ‑ 4
Die Mitglieder der Kirchengemeinde
Art. 5 ‑ 8
Die Organe der Kirchengemeinde
Die Kirchengemeindeversammlung
Art. 10 ‑ 13
Art. 14 ‑ 20
Das Pfarramt der Kirchengemeinde
Art. 21 ‑ 27
Das Leben in der Kirchengemeinde
Art. 28 ‑ 31
Art. 32 ‑ 34
In der Deutschen Evangelischen ­Kirchengemeinde Amsterdam haben sich im Jahr 1953 evan­gelische Christen, die die deutsche Sprache sprechen, zu­sam­men­ge­schlos­sen, um in den Nie­der­landen als Kirchengemeinde Jesu Chris­ti zu leben und die bis 1945 in Amsterdam bei der “Nederlandse Hervormde Kerk” und der “Evangelisch‑Lutherse Kerk” bestehende Tra­dition einer deutschsprachigen Kirchengemeindearbeit fortzusetzen.
In Wahrnehmung der Aufgaben einer christ­lichen Kirchengemeinde geben sie sich die­se Kirchengemeindeordnung.
Die Kirchengemeinde ist eine “kerkgenootschap” im Sinne des “Burgerlijk Wetboek, boek 2, artikel 2 (art. 2:2 BW)”. Die Vertretung der Kirchengemeinde regelt Art. 19 Abs.2 der Ordnung.
Bekenntnisstand
Einzige Quelle der Glaubenserkenntnis in der Kirchengemeinde ist die Heilige Schrift beider Testamente.
Gemeinsam mit Christen anderer Kirchen und Kirchengemeinden bekennt die Kirchengemeinde ihren Glauben mit den Worten des Apo­stolischen Glaubensbekenntnisses und des Glaubensbekenntnisses von Nicäa-Konstantinopel.
Die Kirchengemeinde erkennt darüber hinaus
im Augsburger Bekenntnis,
im Kleinen Katechismus Dr. Martin Lu­thers,
im Heidelberger Katechismus,
in der Theologischen Erklärung der Be­kenntnissynode von Barmen (1934)
und in der Konkordie reformatorischer Kir­chen in Europa (Leuenberger Kon­kor­die, 1973)
maßgebliche Zeugnisse der in ihr gültigen re­formatorischen Lehre.
Sitz und Wirkungsbereich der Kirchengemeinde
Sitz der Kirchengemeinde ist Amsterdam. Hier be­findet sich ihre Predigtstelle.
Die Kirchengemeinde weiß sich verantwortlich für die geistliche Versorgung der evan­ge­li­schen Christen deutscher Sprache, die in Am­sterdam und der weiteren Umgebung woh­nen. Darüber hinaus kann jeder und je­de Mitglied der Kirchengemeinde werden, der oder die sich mit ihr verbunden fühlt.
Die Kirchengemeinde unterhält und pflegt eine be­sondere Beziehung zur Evangelischen Kir­che in Deutschland (EKD). Ausdruck die­ser besonderen Beziehung ist der 1957 zwi­schen der Kirchengemeinde und der EKD ge­schlos­sene Vertrag.
Nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten ist die Kirchengemeinde in den niederländischen öku­menischen Zusammenschlüssen vertreten.
Die Mitgliedschaft der Kirchengemeinde wird er­wor­ben durch die Eintragung in die Kirchengemeindeliste, die durch den Kirchenrat der Kirchengemeinde vorgenommen wird.
Voraussetzung für den Erwerb der Mit­glied­schaft der Kirchengemeinde ist die Taufe.
Ist die Taufe nicht in der Deutschen Evan­ge­lischen Kirchengemeinde Amsterdam son­dern andernorts vollzogen worden, er­folgt die Eintragung in die Kirchengemeindeliste auf­grund eines schriftlichen Antrags. Die­ser Antrag muß die Angabe über den Voll­zug der Taufe enthalten.
Sofern die Taufe bereits andernorts voll­zo­gen und die schriftliche Beantragung der Ein­tragung in die Kirchengemeindeliste noch nicht vor­ge­nommen worden ist, erfolgt die Ein­tra­gung ebenfalls aufgrund der durch das Pfarr­amt der Kirchengemeinde vollzogenen Kon­fir­mation.
Der Kirchenrat der Kirchengemeinde kann be­schließen, den schriftlichen Antrag auf Mit­glied­schaft der Kirchengemeinde abschlägig zu be­scheiden. Dieser Beschluß bedarf der ab­soluten Mehrheit der stimmberechtigten Mit­glieder des Kirchenrates. Ferner bedarf der Beschluß der Begründung. Als Gründe für den Beschluß können nur angeführt wer­den:
a) Zweifel an der Voraussetzung der Mit­gliedschaft gemäß Art. 5 Abs.2 und
b) Tat­sachen, die gemäß Art. 6 Abs.1 zu Be­schränkungen bei der Ausübung der Mitgliedschaftsrechte führen kön­nen.
Der oder die Antragstellende kann inner­halb von vier Wochen nach Erhalt des Be­schlus­ses beim Kirchenrat Widerspruch gegen den Beschluß einlegen. Die Zurück­wei­sung des Widerspruchs durch den Kir­chen­rat bedarf der Zweidrittelmehrheit der stimm­berechtigten Mitglieder.
Das Recht des Pfarrers oder der Pfarrerin der Kirchengemeinde, dem Wunsch einer Taufe, ei­ner Konfirmation oder einer anderen Amts­handlung nicht zu entsprechen, bleibt un­be­rührt. Beschwerden darüber sind an den Gemeindekirchenrat zu richten und dort zu behandeln.
Ausübung der Mitgliedschaft
Wenn ein Mitglied offensichtlich und fort­wäh­rend in Wort und Tat dem Evangelium von Jesus Christus entgegenwirkt und sich ge­genüber wiederholter seelsorgerlicher Mah­nung von Seiten des Pfarrers oder der Pfar­rerin und des Kirchenrats unzu­gäng­lich gezeigt hat, kann der Kirchenrat be­schließen, die Ausübung von Rechten, die sich aus der Mitgliedschaft ergeben, zu ver­sagen.
Beschlüsse, zu denen der Kirchenrat in Fol­ge von Art. 6 Abs.1 berechtigt ist, können lau­ten auf:
1) Aberkennung eines in der Kirchengemeinde er­worbenen Amtes,
2) Ab­erkennung des passiven Wahl­rechts und
3) Aberkennung des aktiven Wahl­rechts.
Ein Beschluß gemäß Abs.1 und 2 bedarf der absoluten Mehrheit der stimm­be­rechtigten Mitglieder des Kirchenrates. Fer­ner bedarf der Beschluß der Be­grün­dung. Für den Widerspruch gegen diesen Be­schluß gilt Art. 5 Abs.6.
Die Mitgliedschaft der Kirchengemeinde endet durch
1) Tod,
2) schriftliche Erklärung.
3) Feststellung des Kirchenrates entsprechend Art.8
Mit dem Ende der Mitgliedschaft enden zu­gleich alle in der Kirchengemeinde erworbenen Äm­ter sowie alle sich aus dem Mit­glied­schafts­verhältnis ergebenden Rechte und Pflich­ten
In diesem Fall ist der Kirchenrat befugt, dem Kirchengemeindemitglied ein Schreiben an dessen letzten bekannten Aufenthaltsort zuzustellen, in dem das Kirchengemeindemitglied gefragt wird, ob es sich weiterhin als Kirchengemeindemitglied betrachtet oder ob es sich nicht mehr als Gemeeindemitglied betrachtet.
Organe der Kirchengemeinde sind die Kirchengemeinde­ver­sammlung und der Kirchenrat.
Stimmberechtigt bei der Kirchengemeinde­ver­samm­lung sind alle Mitglieder der Kirchengemeinde,
die das 16. Lebensjahr vollendet ha­ben,
und die nicht entmündigt oder unter vor­läufige Vormundschaft gestellt wor­den sind.
Einberufung der Kirchengemeinde­versamm­lung
Die Kirchengemeindeversammlung ist min­de­stens einmal jährlich vom Kirchenrat ein­zu­berufen.
Der Kirchenrat hat darüber hinaus die Kirchengemeindeversammlung einzuberufen, sofern dies mindestens zehn stimmberechtigte Mit­glieder schriftlich beim Kirchenrat be­an­tragt haben.
Rechte und Aufgaben der Kirchengemeindeversammlung
Die Rechte und Aufgaben der Kirchengemeinde­ver­sammlung bestehen in der
1) Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin der Kirchengemeinde,
2) Wahl der Mitglieder des Kirchenrats,
3) Verabschiedung des Haushaltsplans,
4) Wahl der Rechnungsprüfer,
5) Genehmigung der Jahresrechnung und der Entlastung des Kirchenrats,
6) Entgegennahme des einmal jährlich vom Kirchenrat zu erstattenden Be­richts über das
Kirchengemeindeleben,
7) Verabschiedung von Ent­schließun­gen,
8) Erörterung aller Fragen, die die Kirchengemeinde betreffen,
9) Be­schlußfassung über Änderungen der Kirchengemeindeordnung,
10) Beschlußfassung über den Vertrag mit der EKD,
11) Beschlußfassung über einen Zu­sam­men­schluß der Kirchengemeinde mit einer an­deren
12) Beschlußfassung über eine Ver­bin­dung der Kirchengemeinde mit einer an­de­ren
Kirchengemeinde unter einem ge­mein­schaft­lichen Pfarramt,
13) Beschlußfassung über die Ver­äuße­rung der Immobilien der Kirchengemeinde,
14) Beschlußfassung über die Auflösung der Kirchengemeinde.
Geschäftsordnung der Kirchengemeinde­ver­samm­lung
Die Einladung zur Kirchengemeindeversammlung muß mindestens vier Wochen vor dem fest­gelegten Termin durch Abkündigung im Got­tesdienst und durch schriftliche Be­nach­richtigung der stimmberechtigten Mit­glieder erfolgen. Dabei ist ein Vorschlag für die Tagesordnung der Kirchengemeinde­ver­samm­lung bekanntzugeben.
Die Kirchengemeindeversammlung tagt in öffent­li­cher Sitzung.
Die Kirchengemeindeversammlungen werden mit Gottes Wort und mit Gebet eröffnet und mit Gebet geschlossen.
Der Kirchenrat schlägt der Kirchengemeinde­ver­samm­lung vor Beginn der Verhandlungen einen Versammlungsleiter oder eine Ver­samm­lungsleiterin zur Wahl vor.
Der Versammlungsleiter oder die Ver­samm­lungsleiterin stellt zu Beginn der Ver­hand­lungen die ordnungsgemäße Ein­la­dung zur Kirchengemeindeversammlung und die Be­schlußfähigkeit der Kirchengemeinde­ver­samm­lung fest.
Die Kirchengemeindeversammlung ist be­schluß­fä­hig, sofern dazu ordnungsgemäß ein­ge­la­den wurde.
Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit hat die Kirchengemeindeversammlung die Ta­ges­ord­nung zu genehmigen. Bei Ta­ges­ord­nungs­punkten, die nicht mindestens zwei Wo­chen vor Beginn der Kirchengemeinde­ver­samm­lung der Kirchengemeinde mitgeteilt wor­den sind, kann die Kirchengemeindeversammlung in der Sache keine Entscheidung her­bei­füh­ren.
Beschlüsse der Kirchengemeindeversammlung er­folgen, soweit die Ordnung nichts an­de­res vorsieht, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Sie erfolgen in of­fener Abstimmung, sofern nicht geheime Ab­stimmung beantragt wird.
Der Kirchenrat kann gegen Beschlüsse der Kirchengemeindeversammlung Widerspruch ein­le­gen, sofern von den stimmberechtigten Mit­gliedern weniger als ein Sechstel an­we­send sind. Sollte die Zahl von einem Sech­stel der stimmberechtigten Mitglieder we­ni­ger als 15 betragen, so kann der Kir­chen­rat von seinem Widerspruchsrecht Ge­brauch machen, sofern von den stimm­be­rech­tigten Mitgliedern weniger als 15 an­we­send sind.
Hat der Kirchenrat von seinem Wi­der­spruchs­recht Gebrauch gemacht, so hat in­ner­halb von vier Wochen, frühestens je­doch nach Ablauf einer Woche, eine wei­te­re Kirchengemeindeversammlung stattzufinden, der der beanstandete Beschluß erneut zur Ab­stim­mung vorzulegen ist.
Un­abhängig von der Anzahl der an­we­sen­den stimmberechtigten Mitglieder, ist die er­neute Abstimmung über den be­an­stan­de­ten Beschluß abschließend gültig.
Über die Kirchengemeindeversammlung ist ein Pro­tokoll anzufertigen, das vom Pro­to­koll­füh­rer oder der Protokollführerin zu un­ter­schrei­ben, vom Versammlungsleiter oder der Versammlungsleiterin ge­gen­zu­zeich­nen und den Mitgliedern der Kirchengemeinde in­ner­halb von acht Wochen zuzustellen ist.
Teilnehmer der Kirchengemeindeversammlung kön­nen beim Kirchenrat in schriftlicher Form Einwendungen gegen das Protokoll er­heben. Über die Behandlung der Ein­wen­dungen beschließt der Kirchenrat.
Erfolgt innerhalb von 8 Wochen kein Einwand, gilt das Protokoll als angenommen.
Zusammensetzung des Kirchenrats
Der Kirchenrat besteht aus mindestens vier und höchstens acht von der Kirchengemeinde­­­versammlung gewählten Mitgliedern, die als Presbyter oder Presbyterinnen be­zeich­net werden können. Der Pfarrer oder die Pfarrerin der Kirchengemeinde ist kraft Amtes Mitglied des Kirchenrats.
Alle zwei Jahre im Anschluß an die gemäß Art. 15 Abs.3 stattfindenden Neuwahlen zum Kir­chenrat wählen die Mitglieder des Kir­chen­rats aus ihrer Mitte den Vorsitzenden oder die Vorsitzende, den oder die stell­ver­tre­tende Vorsitzende, den Schatzmeister oder die Schatzmeisterin und den Schrift­füh­rer oder die Schriftführerin.
Von der EKD dem Pfarramt der Kirchengemeinde zu­gewiesene Vikare und Vikarinnen sowie von der Kirchengemeinde angestellte Diakone und Diakonninen können ohne Stimmrecht an den Sitzungen des Kirchenrats teil­neh­men.
Wahl des Kirchenrats
Zu Mitgliedern des Kirchenrats können sol­che Mitglieder der Kirchengemeinde gewählt wer­den, die in der Kirchengemeindeversammlung stimm­berechtigt sind und seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde an­ge­hören.
Die Mitglieder des Kirchenrats werden auf je­weils vier Jahre gewählt. Anschließende Wie­derwahl ist nur einmal zulässig. Nach ei­ner Kirchenratsmitgliedschaft von zwei auf­einander folgenden Wahlperioden muß auf die erneute Kandidatur für mindestens ei­ne Wahlperiode verzichtet werden, bevor ei­ne erneute Kandidatur für den Kirchenrat mög­lich ist. Ist diese erneute Kandidatur er­folgreich, kann die Mitgliedschaft im Kir­chen­rat wiederum für maximal zwei auf­ein­ander folgende Wahlperioden ausgeübt wer­den.
Der Kirchenrat ist ein ständiger Kirchenrat. Alle zwei Jahre finden Kirchenratswahlen statt.
Scheidet ein Mitglied des Kirchenrats wäh­rend seiner Wahlperiode aus dem Kir­chen­rat aus, so sollte der Kirchenrat anstelle des ausscheidenden Mitglieds ein neues Mit­glied berufen.
Die Berufung ist in dem Gottesdienst be­kannt­zugeben, der auf die Kir­chen­rats­sit­zung folgt, bei der die Berufung statt­ge­fun­den hat.
Die Berufung gilt bis zur nächsten Kirchengemeinde­versammlung, die den Berufenen oder die Berufene zu bestätigen hat. Die Kirchengemeindeversammlung kann die Bestätigung nur dann verweigern, wenn es statt des oder der Berufenen ein anderes Mitglied der Kirchengemeinde in den Kirchenrat wählt.
Das bestätigte oder neu gewählte Mitglied des Kirchenrats vollendet die Wahlperiode des­jenigen Mitglieds, an dessen Stelle es ge­treten ist.
Wahlordnung des Kirchenrats
Der Kirchenrat legt der Kirchengemeinde­ver­samm­lung eine Kandidatenliste vor. Weitere Vor­schlä­ge aus der Kirchengemeinde können durch schriftlichen Antrag bis zu einer Woche vor der Kirchengemeindeversammlung dem Kirchenrat eingereicht werden. Vor Schließung der Kandidatenliste hat von allen Kan­di­da­ten und Kandidatinnen das Einverständnis mit der Kandidatur vorzuliegen.
Die Wahl kann als Listenwahl stattfinden, so­fern die Kandidatenliste nicht mehr Na­men umfasst als Kirchenratssitze zu ver­ge­ben sind und sofern nicht Einzelwahl be­schlossen wird.
Die Wahl erfolgt in geheimer Abstimmung.
Im Fall der Listenwahl sind alle diejenigen, die der Liste angehören, gewählt, sofern die Liste die einfache Mehrheit der Stim­men auf sich vereinigt. Bei Stimmengleichheit einer Listenwahl oder einem sonstigen Scheitern wird die Wahl in Form einer Einzelwahl wiederholt.
Sofern Einzelwahl stattfindet und die An­zahl der Kandidaten nicht die Anzahl der zu vergebenden Kirchenratsplätze über­steigt, sind diejenigen Kandidaten gewählt, bei denen die Anzahl der Ja‑Stimmen die An­zahl der Nein‑Stimmen übersteigt.
Sofern Einzelwahl stattfindet und die An­zahl der Kandidaten die Anzahl der zu ver­ge­benden Kirchenratssitze übertrifft, so sind die Kandidaten in der Reihenfolge der An­zahl der auf sie entfallenden Stimmen ge­wählt.
Einführung des Kirchenrats
Die Mitglieder des Kirchenrats werden in ei­­nem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt und legen dabei ihr Amtsversprechen ab.
Amtsverschwiegenheit der Kirchen­rats­mit­glieder
Über alle Angelegenheiten, die den Mit­glie­dern des Kirchenrats in Ausübung ihres Amts bekannt geworden sind und die ihrer Na­tur nach oder infolge besonderer An­ord­nung vertraulich sind, haben sie Amts­ver­schwie­genheit zu wahren, auch nach Be­en­digung ihrer Mitgliedschaft. Sie dürfen oh­ne Genehmigung des Kirchenrats über sol­che Angelegenheiten weder vor Gericht noch außergerichtlich aussagen oder Er­klä­rungen abgeben.
Rechte und Aufgaben des Kirchenrats
Der Kirchenrat hat gemeinsam mit dem Pfarr­amt für regelmäßigen öffentlichen Got­tesdienst, kirchliche Unterweisung, Seel­sorge und diakonischen Dienst zu sor­gen. Im Einvernehmen mit dem Pfarramt ent­scheidet er über die Zulassung zur Kon­fir­­mation. Gemeinsam mit dem Pfarramt hat sich der Kirchenrat für die Wahrung des Bekenntnisstandes und das geistliche Le­ben in der Kirchengemeinde zu bemühen. Der Kir­chenrat hat die Verantwortung für die äußere Ordnung der Kirchengemeinde.
Der Kirchenrat vertritt die Kirchengemeinde nach aussen
Erklärungen des Kirchenrats, durch die für die Kirchengemeinde Rechte oder Pflichten be­grün­det, verändert oder aufgehoben oder durch die Vollmachten erteilt werden, sind von dem oder der Vorsitzenden oder dem oder der stellvertretenden Vorsitzenden und einem weiteren Mitglied des Kir­chen­rats gemeinsam und schriftlich abzugeben. Sie sind, sofern sie nicht öffentlich be­ur­kun­det werden, nur rechtsverbindlich, wenn sie eigenhändig unterschrieben und mit dem Siegel der Kirchengemeinde versehen wor­den sind.
Im Einvernehmen mit der EKD schließt der Kirchenrat über das Anstellungsverhältnis mit den Pfarrer oder die Pfarrerin eine Anstellungsvereinbarung ab. Im Fall der Verhinderung des Pfarrers oder der Pfarrerin durch Urlaub, Krankheit oder an­dere Gründe obliegt dem Kirchenrat die Re­gelung der pfarramtlichen Vertretung.
Der Kirchenrat beruft die für den Dienst der Kirchengemeinde erforderlichen haupt­be­ruf­li­chen, nebenberuflichen und ehren­amt­li­chen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Er re­gelt die Dienstverhältnisse der von der Kirchengemeinde angestellten hauptberuflichen und nebenberuflichen Mitarbeiter und Mit­ar­beiterinnen und führt über sie die Dienst­auf­sicht.
Der Kirchenrat führt die Kirchengemeindeliste und ent­scheidet gemäß Art. 5 Abs.1 über Ein­tra­gun­gen in die Kirchengemeindeliste.
Der Kirchenrat beruft gemäß Art. 10 die Kirchengemeindeversammung ein und schlägt da­für eine Tagesordnung vor. Er bereitet die von der Kirchengemeindeversammlung ge­mäß dieser Ordnung vorzunehmenden Wah­len vor und erstattet der Kirchengemeinde­ver­sammlung einmal jährlich den gemäß Art. 12 Nr. 6 vorzulegenden Bericht über das Kirchengemeindeleben. Der Kirchenrat ist ver­ant­wort­lich für die Ausführung der Beschlüsse der Kirchengemeindeversammlung.
Der Kirchenrat verwaltet das Vermögen der Kirchengemeinde und zieht die Mit­glie­der­bei­trä­ge ein. Er legt der Kirchengemeinde­ver­samm­lung den Haushaltsplan vor, ist ver­ant­wort­lich für die Rechnungsführung und legt der Kirchengemeindeversammlung die Jah­res­rech­nung vor. Der Kirchenrat erstellt den Kol­lek­tenplan.
Vorsitz des Kirchenrats
Der oder die Vorsitzende des Kirchenrats sorgt für die Ausführung der Beschlüsse des Kirchenrats.
Geschäftsordnung des Kirchenrats
Der Kirchenrat tritt mindestens sechsmal jährlich zu Sitzungen zusammen. Kir­chen­rats­­sitzungen haben stattzufinden, wenn min­destens zwei Mitglieder des Kir­chen­rats dies schriftlich beim Vorsitzenden be­an­tragen.
Der oder die Vorsitzende erstellt im Ein­ver­nehmen mit dem oder der stell­ver­tre­ten­den Vorsitzenden die Tagesordnung und lädt zu den Sitzungen ein. Die Ein­la­dun­gen sollen den Mitgliedern mindetens acht Tage vor dem Tag der Sitzung schrift­lich zugestellt werden.
Die Sitzungen werden mit einem geistlichen Wort und mit Gebet eröffnet und mit Gebet ge­schlos­sen.
Der Kirchenrat ist beschlußfähig, sofern zu der Sitzung ordnungsgemäß eingeladen wur­de und mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sind. Sofern die Beschlußfähigkeit nicht gegeben ist, muß dies im Protokoll vermerkt werden.
Beschlüsse des Kirchenrats bedürfen der ein­fachen Mehrheit der anwesenden Mit­glie­der.
Der Schriftführer/die Schriftführerin fertigt von jeder Sitzung des Kirchenrats ein Protokoll an, das den Mit­gliedern spätestens zusammen mit der Ein­ladung zu der folgenden Sitzung des Kir­chenrats zugestellt wird. Zu Beginn der fol­genden Sitzung des Kirchenrats wird das Protokoll der vorhergehenden Sitzung vom Kirchenrat genehmigt. Das ge­neh­mig­te Protokoll ist vom Schriftführer/ von der Schriftführerin zu unter­zeich­nen und vom Vorsitzenden/ von der Vorsitzenden ge­gen­zu­zeich­nen.
Zusammensetzung des Pfarramts
Das Pfarramt der Kirchengemeinde besteht aus dem Pfarrer oder der Pfarrerin, der oder die von der Kirchengemeinde berufen ist oder den Pfar­rern oder den Pfarrerinnen, die von der Kirchengemeinde berufen sind.
Teilzeitdienstverhältnisse
Die Aufgaben eines Pfarrers oder einer Pfar­rerin der Kirchengemeinde können im Ein­ver­neh­men mit der EKD auch in einem Teil­zeit­dienstverhältnis wahrgenommen wer­den. Näheres ist in der Dienstordnung des Pfar­rers oder der Pfarrerin zu regeln.
Voraussetzung für den Dienst als Pfar­rer oder als Pfarrerin
Zum Dienst als Pfarrer oder als Pfarrerin der Kirchengemeinde kann nur berufen werden, wer in einem Dienstverhältnis zu einer der Gliedkirchen steht oder lutherischen oder reformierten Be­kennt­nisses ist oder die Be­kennt­nis­grund­la­ge einer unierten Gliedkirche der EKD teilt und wer sich verpflichtet, den Be­kennt­nisstand der Kirchengemeinde gemäß Art. 2 zu achten und zu wahren.
Pfarrerwahlordnung
Ist die Pfarrstelle nicht besetzt, beantragt der Kirchenrat bei der Evangelischen Kirche in Deutschland deren Wiederbesetzung.
Der Kirchenrat legt der Kirchengemeinde­ver­samm­lung in Zusammenarbeit mit der EKD einen Wahlvorschlag mit min­de­stens zwei Kandidaten oder Kan­di­da­tin­nen vor.
Den Kandidaten oder Kandidatinnen ist Ge­legenheit zu geben, sich durch jeweils min­destens eine Predigt der Kirchengemeinde vor­zustellen.
Die Wahl des Pfarrers oder der Pfarrerin fin­det im Anschluß an einen Gottesdienst statt.
Von den Kandidaten und Kandidatinnen ist ge­wählt, wer die absolute Mehrheit der ab­ge­gebenen Stimmen auf sich vereinigt. Wenn keiner der Kandidaten oder Kandidatinnen die absolute Mehrheit erhält, gibt es zwischen den beiden Kandidaten oder Kandidatinnen mit den meisten Stimmen eine Stichwahl. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Presbyterium.
Die Wahl als Pfarrer oder Pfarrerin der Kirchengemeinde erfolgt im allgemeinen für die Dau­er von sechs Jahren. Wiederwahl ist mög­lich.
Der gewählte Pfarrer oder die gewählte Pfar­rerin tritt sein oder ihr Amt an, nach­dem er oder sie von der EKD bestätigt und vom Kirchenrat gemäß Art. 19 Abs.3 berufen wor­den ist.
Die Kirchengemeindeversammlung kann be­schließen, auf ihr Wahlrecht zu verzichten und die EKD zu bitten, dem Kirchenrat einen Pfarrer oder eine Pfarrerin zur Be­ru­fung vorzuschlagen.
Die Kirchengemeindeversammlung kann beschließen, mit einer anderen Kirchengemeinde eine Vereinbarung zur Wahl eines gemeinsamen Pfarrer oder einer gemeinsamen Pfarrerin zu treffen.
Einführung des Pfarrers oder der Pfar­re­rin
Die Einführung des Pfarrers oder der Pfar­re­rin geschieht in einem Gottesdienst durch einen Geistlichen oder eine Geist­li­che, der oder die vom Kirchenrat im Ein­ver­nehmen mit der EKD bestimmt worden ist.
Der oder die Einzuführende ist dabei vor Gott und der Kirchengemeinde zu verpflichten, sein oder ihr Amt gemäß seiner oder ihrer Be­rufungsurkunde und in Anerkennung der Kirchengemeindeordnung zu führen.
Amtsverschwiegenheit und Beicht­ge­heim­nis
Über alle Angelegenheiten, die dem Pfar­rer oder der Pfarrerin in Ausübung seines oder ihres Amts bekannt geworden sind und die ihrer Natur nach oder infolge be­son­derer Anordnung vertraulich sind, hat er oder sie Amtsverschwiegenheit zu wah­ren, auch nach Beendigung seines oder ihres Dienstverhältnisses. Er oder sie darf oh­ne Genehmigung des Kirchenrats über sol­che Angelegenheiten weder vor Gericht noch außergerichtlich aussagen oder Er­klä­rungen abgeben.
Das Beichtgeheimnis ist unverbrüchlich.
Aufgaben des Pfarramts
Der Pfarrer oder die Pfarrerin ist kraft Am­tes Mitglied des Kirchenrats.
Sofern sich zwei Personen die Pfarrstelle teilen, entscheidet der Kir­chen­rat, in welcher Weise das Stimmrecht im Kirchenrat wahrgenommen wird.
Die besondere Aufgabe des Pfarrers oder der Pfarrerin besteht in der öffentlichen Ver­kündigung des Evangeliums und der Sa­kramentsverwaltung in der Kirchengemeinde. In Ausübung dieser Aufgabe ist er oder sie im Rahmen dieser Ordnung unabhängig.
Rechte und Pflichten des Pfarrers oder der Pfar­rerin sind in einer Dienstordnung fest­zu­legen, die der Kirchenrat im Ein­ver­neh­men mit dem Kirchenamt der EKD erläßt.
Über die Dienstaufsicht des Pfarrers oder der Pfarrerin werden Regelungen im Rahmen der Anstellungsvereinbarung getroffen.
Gottesdienstliche Ordnungen (ius liturgicum)
Agenden, Lektionare, Perikopenbücher, Ge­sangbücher und Katechismen werden durch übereinstimmende Beschlüsse von Pfarr­amt und Kirchenrat eingeführt und in Ge­brauch genommen. Vor der Be­schluß­fas­sung ist der Kirchengemeindeversammlung Ge­legenheit zur Aussprache über den Be­schluß­vorschlag zu geben.
Der Konfirmation in der Kirchengemeinde geht ein kirch­licher Unterricht voraus.
Dauer und Inhalt des Lehrplanes des kirch­li­chen Unterrichts sind vom Pfarramt im Ein­vernehmen mit dem Kirchenrat fest­zu­le­gen.
Über die Zulassung zur Konfirmation ent­schei­det der Kirchenrat im Einvernehmen mit dem Pfarramt.
Mittel zum Erhalt und Wachstum der Kirchengemeinde
Alle Mitglieder der Kirchengemeinde sind für Er­halt und Wachstum der Kirchengemeinde ver­ant­wort­lich. Pfarramt und Kirchenrat haben ih­nen die Möglichkeit zu bieten, Ämter, Dien­ste und Aufgaben in der Kirchengemeinde zu über­nehmen und sich aktiv am Kirchengemeinde­le­ben zu beteiligen.
Die Mitglieder der Kirchengemeinde leisten ge­mäß ihrer Möglichkeiten Mit­glie­der­bei­trä­ge.
Vermögen der Kirchengemeinde darf nur zur Er­fül­lung kirchlicher Aufgaben verwandt wer­den. Es ist wirtschaftlich zu verwalten. Ver­mö­gensteile, die zur Erzielung von Er­trä­gen geeignet sind, sind im Rahmen ihrer Zweck­bestimmung so zu verwalten, daß sie angemessene Erträge bringen. Zu­wen­dun­gen aus Mitteln der Kirchengemeinde, auf die kein Rechtsanspruch besteht, dürfen nur im Rahmen der Diakonie gewährt werden.
Auflösung der Kirchengemeinde
Die Kirchengemeinde wird aufgelöst, wenn die Zahl der Mitglieder der Kirchengemeinde unter drei gesunken ist. Im Fall der Auflösung wird die EKD um Einsetzung eines Treu­hän­ders gebeten.
Das Vermögen der Kirchengemeinde ist im Fall der Auflösung auf die EKD oder auf eine von dieser zu bestimmende Stelle zu über­tra­gen, deren Arbeit der Verkündigung des Evan­geliums unter evangelischen Christen deut­scher Sprache im Ausland gilt.
Änderungen der Ordnung gemäß Art.12 Abs.9 bedürfen der Zweidrittelmehrheit.
Diese Ordnung tritt am ... in Kraft.
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