Source: https://www.bibukurse.de/konzernbilanzierung-nach-hgb/rechnungslegungskreis-der-konzernrechnungslegung/enger-konsolidierungskreis.html
Timestamp: 2020-02-21 01:22:24
Document Index: 184012383

Matched Legal Cases: ['§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 16', '§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

Enger Konsolidierungskreis - Bilanzbuchhalter-Prüfung
Konzernbilanz nach Handelsrecht - Enger Konsolidierungskreis
Vorschriften zur Konzernrechnungslegung nach HGB
Vorschriften zur Konzernrechnungslegung nach dem PublG
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Es gibt nun zwei unterschiedliche Gesetze, welche die Verpflichtung zur Konzernrechnungslegung teilweise unterschiedlich sehen, nämlich das
Handelsgesetzbuch (HGB) und das
Publizitätsgesetz (PublG).
Das Handelsgesetzbuch formuliert das Control-Konzept, also die Beherrschung (§ 290 I 1 HGB). Es muss hierfür
mit Sitz im Inland
einen beherrschen Einfluss
auf ein anderes Unternehmen ausüben.
Insb. ist die Rechtsform der sog. Tochterunternehmung beliebig, es muss sich hierbei gerade nicht zwingend um eine Kapitalgesellschaft handeln.
Ein beherrschender Einfluss wiederum liegt nach § 290 II HGB vor, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Stimmrechtsmehrheit oder
Organbestimmungsrechte in Verbindung mit Gesellschafterstellung oder
vertragliches oder wirkungsmäßiges Beherrschungsrecht
Zweckgesellschaft.
Insbesondere muss lediglich die Möglichkeit zur Einflussnahme bei allen drei Punkten gegeben sein. Auf die tatsächliche Beherrschung kommt es nicht an, ganz im Gegensatz zur einheitlichen Leitung im Konzern, die tatsächlich ausgeübt werden muss.
Die Stimmrechtsmehrheit
Bei der Stimmrechtsmehrheit kommt es darauf an, dass die Mehrheit der Stimmrechte bei der Mutterunternehmung liegt. Es wird insbesondere nicht vorausgesetzt, dass eine Beteiligung oder eine Anteilsmehrheit des Mutterunternehmens vorliegt. Lediglich in den entsprechenden Gremien muss die Möglichkeit einer Einflussnahme gegeben sein. Wichtig ist allerdings, dass zur Berechnung des Stimmenanteils jene Stimmrechte abzuziehen sind, welche der Tochterunternehmung zustehen, genauer gesagt welche die Tochterunternehmung aus eigenen Anteilen hat (§ 290 IV HGB, vergleiche § 16 I und II AktG).
Die A-GmbH besitzt 40 % an der B-AG, die C-AG und die D-AG besitzen jeweils 20%. Zusätzlich hält die B-AG 20 % eigene Anteile. Wie hoch ist der Stimmenanteil der A-GmbH?
Die A-GmbH hält damit von den „freien” Anteilen 50 %, denn es geht insgesamt um 100 % - 20 % = 80 %. Von diesen 80 % hält die A-GmbH die Hälfte, die C-AG und die D-AG jeweils 25 %.
Die Mehrheit der Stimmrechte kann
unmittelbar oder aber
mittelbar ausgeübt werden.
Bei der unmittelbaren Ausübung hat die Mutter mehr als 50 % der Stimmrechte an der Tochter. Hingegen ist dies bei der unmittelbaren Stimmenmehrheit nicht direkt der Fall, sondern lediglich über ein zwischengeschaltetes Unternehmen.
Die X AG besitzt 70 % an der Y GmbH.
In diesem Fall besitzt die X AG die unmittelbare Stimmenmehrheit bei der Y GmbH, sie beherrscht somit die Y GmbH (§ 290 I 1 iVm § 290 II Nr. 1 HGB).
Die X AG besitzt 70 % der Anteile an der Y GmbH, die Y GmbH wiederum hält 60 % der Anteile an der Z AG. Wieviele Konzerne existieren?
Enger Konsolidierungskreis- Beispiel
In diesem Fall besitzt die X AG die unmittelbare Stimmenmehrheit bei der Y GmbH, sie beherrscht somit die Y GmbH (§ 290 I 1 iVm § 290 II Nr. 1 HGB). Die X und Y gehören somit zu einem Konzern.
Die Y GmbH besitzt darüber hinaus die unmittelbare Stimmenmehrheit bei der Z AG, sie beherrscht somit die Z AG (§ 290 I 1 iVm II Nr. 1 HGB). Es bestehen somit zwei Konzerne, die aber Teil eines übergeordneten größeren Konzerns sein könnten.
Fraglich ist also, ob die Z AG ebenfalls zum Konzern mit der X AG als Mutter gehört. Die X AG hat keine unmittelbare Beherrschung an der Z AG. Dadurch aber, dass sie ihren Willen bei der Y GmbH durchsetzt und diese wiederum ihren Willen (der in Wahrheit der Wille der X AG ist) bei der Z AG, setzt folgerichtig die X AG ihren Willen auch bei der Z AG „mittelbar“ durch.
Insgesamt existieren folglich drei Konzerne:
Teilkonzern zwischen X als Mutter und Y als Tochter
Teilkonzern zwischen Y als Mutter und Z als Tochter
Oberkonzern zwischen X als Mutter und Y und Z als Töchter.
Wenn nichts anderes gesagt wird, so wird zwischen „Kapitalanteilen“ und „Stimmrechten“ nicht unterschieden.
Im Zweifel kommt es allerdings auf die Stimmrechte an, nicht hingegen auf die Kapitalanteile. Wenn nichts weiteres gesagt wird, so gehen wir davon aus, dass die Kapitalanteile auch in derselben Höhe zu Stimmrechten führen.
Das Organbestimmungsrecht
Zweiter Punkt im Control-Konzept sind die Organbestimmungsrechte in Verbindung mit der Gesellschafterstellung. Hier geht es darum, dass die Mutterunternehmung die Mehrheit der Mitglieder (!) des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsorgan der Tochterunternehmung besetzen und abberufen kann.
Das Beherrschungsrecht
Der dritte und letzte Punkt spricht das Recht auf beherrschenden Einfluss bei der Tochter an (§ 290 II Nr. 3 HGB).
Dieses Recht auf beherrschenden Einfluss ist denkbar durch
Beherrschungsvertrag oder
Satzungsbestimmung.
Wiederum ist nicht von einer Beteiligung zwingend auszugehen.
Von einer Zweckgesellschaft ist auszugehen, wenn die Mutter wirtschaftlich gesehen die wesentlichen Risiken und Chancen eines Unternehmens trägt.
Das Publizitätsgesetz sieht eine einheitliche Leitung im Konzern vor und zusätzlich die Erfüllung mindestens zweier von drei Größenkriterien (§ 11 I PublG), die an drei (!) aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen erfüllt sein müssen:
Konzernbilanzsumme größer als 65 Mio. €,
Konzernumsatzerlöse größer als 130 Mio. € und
Zahl der Arbeitnehmer der inländischen Konzernunternehmen durchschnittlich größer als 5000.
Es kommt also jeweils auf die Größen der „noch zu erstellenden" Konzernbilanz an, nicht auf die Summe der einzelnen Bilanzen.
Es liegt gewissermaßen ein Zirkelschluss vor, denn um die Konzernbilanz zu erstellen, muss eigentlich vorher bekannt sein, ob überhaupt die Verpflichtung zur Erstellung der Konzernbilanz gegeben ist.
Man geht praktischerweise so vor, dass man näherungsweise einen Konzernabschluss erstellt und anhand dessen sieht, ob die Verpflichtung zur Erstellung desselben überhaupt gegeben war.
Das Publizitätsgesetz spricht im Gegensatz zum HGB nicht von der Mutter als „Kapitalgesellschaft“. Es reicht aus, dass das Mutterunternehmen seinen Sitz im Inland hat.
Das HGB hingegen sieht vor, dass das Unternehmen seinen Sitz im Inland hat und zusätzlich eine Kapitalgesellschaft, also AG, GmbH oder KGaA vorliegt.
Die handelsrechtlichen Vorschriften sehen vor, dass lediglich Mutterunternehmen, welche eine Kapitalgesellschaft sind (also AG, GmbH und KGaA) eine Konzernbilanz erstellen müssen. Wenn also die mögliche Mutterunternehmung eine Personengesellschaft ist und aber die einheitliche Leitung und die Beteiligung erfüllt ist, so läge nach HGB keine Pflicht zur Erstellung einer Konzernrechnungslegung vor. In diesem Fall kann jedoch das Publizitätsgesetz greifen, wenn die Größenkriterien nach § 11 I 1 Nr. 1 – 3 PublG erfüllt sind.
Die X-OHG besitzt 60 % an der Y GmbH. Die Größenkriterien nach § 11 I 1 Nr. 1 – 3 PublG seien erfüllt. Handelt es sich hier um einen Konzern?
Nach HGB liegt kein Konzern vor, nach dem Publizitätsgesetz hingegen, genauer nach § 11 I 1 PublG liegt ein Konzern vor.
Die Größenkriterien nach § 11 I Nr. 1 – 3 PublG müssen an drei aufeinanderfolgenden Konzernabschlussstichtagen zutreffen.
Die Größenkriterien nach § 11 I Nr. 1 – 3 PublG müssen an aufeinanderfolgenden Konzernabschlussstichtagen zutreffen.
Die Größenkriterien nach § 11 I Nr. 1 – 3 PublG müssen an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Konzernabschlussstichtagen zutreffen.
Damit eine Mutter nach Publizitätsgesetz einen Konzernabschluss erstellen muss, sind vier Kriterien vonnöten.
Damit eine Mutter nach Publizitätsgesetz einen Konzernabschluss erstellen muss, sind drei Kriterien vonnöten.
Damit eine Mutter nach Publizitätsgesetz einen Konzernabschluss erstellen muss, sind zwei Kriterien vonnöten.
Das Publizitätsgesetz schließt nicht aus, genau wie das HGB, dass die mögliche Mutter im Konzern eine Kapitalgesellschaft ist.
Das Publizitätsgesetz sieht, genau wie das HGB, vor, dass die mögliche Mutter im Konzern eine Kapitalgesellschaft sein muss.
Das Publizitätsgesetz schließt nicht aus, das die mögliche Mutter im Konzern eine Kapitalgesellschaft sein kann.