Source: https://www.businessplan-experte.de/handelsregister.html
Timestamp: 2018-03-24 23:20:37
Document Index: 186781606

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 29', '§ 1', '§ 177', '§ 179', '§156', '§10']

Handelsregister	Businessplan Vorlage Businessplan Muster Selbstständig Existenzgründung - businessplan-experte.de
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, welches alle Kaufleute und Unternehmen aufführt, die von Rechts wegen einen Eintrag im Handelsregister aufgrund der gewählten Rechtsform machen müssen. Wenn Sie also relevante Firmendaten suchen, vor allen Dingen zur Bonität, Geschäftsführern etc. werden Sie beim Handelsregister immer fündig. Das Handelsregister erfüllt damit eine Publikationsfunktion und liefert Geschäftspartnern Kontroll-, Schutz- und Beweisfunktionen. Eine klasse Sache.
Handelsregister, Unternehmensregister, Bundesanzeiger, Rechtsform, Kleingewerbe?
Ehrlich gesagt kann man als Existenzgründer bei den ganzen Begriffen rund um das Handelsregister ganz schön ins Schleudern kommen, deswegen erst mal eine Grafik wie das ganze zusammenhängt:
Für Einzelunternehmer ist das Handelsregister nur dann interessant, wenn man von Geschäftspartnern oder Kunden Daten abfragen möchte:
Handelsregister - Definition?
Das Handelsregister in Deutschland ist ein öffentliches Verzeichnis. Es führt Eintragungen über die angemeldeten Kaufleute im Bezirk des zuständigen Amtsgerichts als Registergericht:
Als Handelsregister bezeichnet man ein öffentliches Verzeichnis, das im Rahmen des Registerrechts Eintragungen über die angemeldeten Kaufleute in einem bestimmten geografischen Raum führt. Das Handelsregister soll eine Publikations-, Beweis-, Kontroll- und Schutzfunktion erfüllen (Wikipedia)
Handelsregistereintrag - Wer muss eintragen?
Ein Unternehmen muss ins Handelsregister eingetragen werden, wenn es nach Art oder Umfang einen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1, § 29 HGB). Ausgenommen sind „Kleingewerbetreibende“, die zwar ein Gewerbe ausüben, aber nicht den Regelungen für Kaufleute unterliegen (§ 1 Abs. 2 HGB). Auskünfte können sie im Internet unter www.handelsregister.de jederzeit einholen:
Das Handelsregister enthält wichtige Firmeninformationen wie beispielsweise den Sitz der Firma, die Niederlassungen sowie Zweigniederlassungen, Vertreter des Unternehmens sowie dessen Gegenstand, das Stammkapital und das Grundkapital wie auch Informationen über die Rechtsform des Unternehmens.
Handelsregisterauszug - Was steht drin?
Wenn Sie einen aktuellen Handelsregisterauszug bspw. eines Geschäftspartners oder Kunden brauchen, oder Ihren eigenen aktuellen Handelsregisterauszug downloaden wollen, müssen Sie dafür Geld bezahlen.
Sie haben die Möglichkeit die privaten Handelsregister Anbieter zu nutzen, oder sich einen amtlichen Zugang zu besorgen.
Der Unterschied ist, dass Sie bei den privaten Handelsregister Anbietern ggf. Zusatzinformationen zur Bonität erhalten und bei dem amtlichen Handelsregister Zugriff erst mal auf dem schriftlichen Weg die Zugangsdaten beantragen müssen.
Wenn man sich jetzt mal so einen amtlichen Handelsregister Auszug im Detail ansieht, dann sind für Sie immer Informationen zu den Vertretern des Geschäftspartnern oder Kunden wichtig. Warum?
Natürlich wollen Sie als Geschäftspartner wissen, ob Ihr Gegenüber überhaupt zeichnungsberechtigt ist, also Prokura hat bzw. eine Organfunktion wie Vorstand oder Geschäftsführer ausübt.
Handelt jemand als Vertreter ohne Vertretungsmacht ist das zugrunde liegende mindestens zweiseitige Rechtsgeschäft zwischen dem vermeintlichen Vertreter und dem Geschäftsgegner (also demjenigen gegenüber der falsus procurator gehandelt hat) zunächst schwebend unwirksam (vgl. § 177 Absatz 1 BGB).
Und § 179 Haftung des Vertreters ohne Vertretungsmacht
Der Vertreter haftet nicht, wenn der andere Teil den Mangel der Vertretungsmacht kannte oder kennen musste. Der Vertreter haftet auch dann nicht, wenn er in der Geschäftsfähigkeit beschränkt war, es sei denn, dass er mit Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters gehandelt hat.
Ebenso wichtig ist es zu wissen, wie hoch das Stammkapital des Unternehmens ist. Versicherungsunternehmen haben ein Stammkapital von oft mehreren Millionen Euro.
Die Frage ist nur, was ein Stammkapital eines Unternehmens überhaupt zum Bonitätszustand eines Unternehmens aussagt. Die Frage ist also, ob ein höheres Stammkapital die Bonität der Gesellschaft erhöht. Die Antwort ist eindeutig nein, weil das Stammkapital keine Sicherheit darstellt. Das Stammkapital steht für Betriebsausgaben zu Verfügung und kann einen Tag nach der Existenzgründung auch schon wieder ausgegeben sein.
Eine Kapitalgesellschaft haftet zwar grundsätzlich bis zur Höhe ihres Stammkapitals bzw. vollumfänglich mit Ihrem gesamten Vermögen. Aber eben auch nur sofern noch welches vorhanden ist. Ist das Bankkonto leer, haftet sie faktisch gar nicht. Banken und Lieferanten vergeben deshalb auf Basis des Stammkapitals keine Kredite. Hier müssen Sie im Zweifel eine zusätzliche Bonitätsabfrage starten.
Spannend sind hier dann auch die Dokumente, die Sie zusätzlich downloaden können wie den Jahresabschluss oder andere Veröffentlichungen. Wenn Sie alle Quellen nutzen, ergibt sich immer ein gutes Bild vom Kunden oder Geschäftspartner.
In Deutschland besteht das Handelsregister bereits seit 1820. Ab diesem Jahr wurde es von der Berliner Kaufmannschaft, eine neu gegründete Korporation, geführt. Diese Führungsaufgabe wurde ab dem 14. Juni 1861 durch das Inkrafttreten der Vorgaben des allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches den entsprechenden Amts- oder Handelsgerichten zuteil. Dies galt für ganz Deutschland.
Nach einer europäischen Richtlinie wird das Handelsregister seit dem Jahr 2007 komplett elektronisch geführt. Dies reicht von der Einreichung der Anmeldungen über die Übermittlung bis hin zur Erteilung von Auskünften. Damit Verwechslungen vermieden werden, dürfen ähnliche Datensammlungen nicht die Bezeichnung „Handelsregister “ führen - auch darf diese Bezeichnung nicht in einem eventuellen Zusatz vorkommen.
Es gibt im Handelsrecht eine Unterscheidung zwischen eintragungsmöglichen Tatsachen und eintragungspflichtigen Tatsachen. Diese Unterschiede bestehen sowohl deklaratorisch als auch konstitutiv. Sie genießen eine negative und eine positive Publizität: Die negative Publizität steht für das Nichtbestehen von nicht ins Handelsregister eingetragenen und veröffentlichten Fakten. Die positive Publizität hingegen beschreibt die Vertrauenswürdigkeit, die bei der Eintragung gegeben ist. Man darf also annehmen, dass die Eintragung wahrheitsgemäß vorgenommen wurde - selbst dann, wenn die Wahrheit eigentlich eine Lüge ist.
§§156 GenG, §10, 5 Abs. 2, amtliche Plattform des Bundesministeriums der Justiz, Firmendaten, Handelsgesetzbuch, Handelsregister, Handelsregisterauszug, Handelsregistereintrag, öffentliches Verzeichnis, Vertretungsmacht
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