Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20141/92
Timestamp: 2019-10-17 12:04:26
Document Index: 1614074

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 434', '§ 326', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', '§ 326', 'BGH', '§ 323', '§ 323', '§ 242', '§ 242', '§ 280', '§ 241', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', 'BGH', '§ 326', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.10.1993 - V ZR 141/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,1166
BGH, 15.10.1993 - V ZR 141/92 (https://dejure.org/1993,1166)
BGH, Entscheidung vom 15.10.1993 - V ZR 141/92 (https://dejure.org/1993,1166)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 1993 - V ZR 141/92 (https://dejure.org/1993,1166)
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Vertragsuntreue - Schadensersatzanspruch
Kein Einwand der Vertragsuntreue gegenüber Schadensersatzanspruch bei vorheriger eigener Pflichtverletzung
NJW-RR 1994, 372
ZIP 1993, 1853
MDR 1994, 138
DNotZ 1994, 454
WM 1994, 215
Der Schuldnerin hätten dann trotz Eintragung als Eigentümerin Ansprüche nach den §§ 434, 440 Abs. 1, § 326 BGB a.F. zustehen können, die aber derzeit an ihrer eigenen Vertragsuntreue, der unterbliebenen Bürgschaftsübergabe, scheiterten (…vgl. BGH, Urt. v. 12. Juli 1968 - V ZR 161/66, WM 1968, 1299, 1302;… v. 28. September 1984 - V ZR 43/83, aaO S. 267; v. 15. Oktober 1993 - V ZR 141/92, WM 1994, 215, 216).
Der an sich Vorleistungspflichtige kann aus der Vertragsverletzung des Gegners aber keine Rechte herleiten, wenn er selbst nicht vertragstreu ist (vgl. BGHZ 138, 195, 209; BGH, Urteile vom 1. Oktober 1986 - VIII ZR 132/85, WM 1986, 1496, 1498 und vom 15. Oktober 1993 - V ZR 141/92, WM 1994, 215, 216).
Das Verhalten der Beklagten war nach Art und Tragweite auch geeignet, den Vertragszweck zu gefährden oder zu vereiteln (vgl. zu dieser Voraussetzung: BGH, Urteil vom 15. Oktober 1993 - V ZR 141/92, WM 1994, 215, 216).
Das Recht zum Rücktritt ist gemäß § 323 Abs. 1 BGB ausgeschlossen, wenn dem Gläubiger mangelnde Vertragstreue vorzuwerfen ist (ständige Rechtsprechung zu § 326 BGB a.F., z.B. BGH…, Urteil vom 13.11.1998 - V ZR 386/97, juris Rn. 11; Urteil vom 15.10.1992 - V ZR 141/92, juris Rn. 15 zum § 323 BGB n.F.: Grüneberg in: Palandt, BGB, 76. Aufl., § 323 Rn. 29).
Mit einem Schuldverhältnis der vorliegenden Art ist die aus dem Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) folgende vertragliche Nebenpflicht verbunden, sich leistungstreu zu verhalten (sog. Leistungstreuepflicht), also alles zu unterlassen, was den Vertragszweck beeinträchtigen, gefährden oder vereiteln könnte, insbesondere Handlungen zu unterlassen, welche die im Vertrag angestrebten Vorteile oder Ziele zu Lasten der anderen Vertragspartei gemäß § 242 BGB verwirken, sowie alles Notwendige zu tun, um die Erfüllung der vertraglich übernommenen Verpflichtung sicherzustellen (…vgl. Ernst, in: MüKo, BGB, 5. Auflage, Bd. 2, § 280 Rn. 91 ff. m.w.N. [Leistungs-/Vertragsuntreue];… Roth, in: MüKo, a.a.O., § 241 Rn. 72 f., 76 [Vertragsuntreue];… Palandt/Grüneberg, BGB 71. Auflage, § 280 Rn. 25 f.;… BGH, Urt. v. 11.07.1995 - X ZR 123/92 -, NJW-RR 1995, 1241 - zitiert nach juris;… Urt. v. 30.03.1995 - IX ZR 182/94 -, NJW 1995, 1954;… BGH, Urt. v. 12.10.1977 - VIII ZR 73/76 -, MDR 1978, 306 - zitiert nach juris;… Urt. v. 14.03.1984 - VIII ZR 284/82 -, BGHZ 90, 302 - zitiert nach juris; vgl. auch Urt. v. 15.10.1993 - V ZR 141/92 -, NJW-RR 1994, 372 - zitiert nach juris - zum sog. "tu-quoque-Einwand").
Ist diese zu verneinen, so können die Rechte des Gläubigers aus § 326 BGB a.F. ausgeschlossen seien, wenn und solange er selbst vertragsuntreu ist und dieses Verhalten nach Art und Tragweite geeignet ist, den Vertragszweck zu gefährden (vgl. etwa BGH NJW-RR 1994, 372 m.w.N.).
a) Es entspricht ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NJW 1987, 251, 253; NJW-RR 1994, 372), dass bei gegenseitigen Verträgen die Rechte des Gläubigers aus § 326 BGB ausgeschlossen sein können, wenn und so lange er selbst vertragsuntreu ist.
Letztlich kann dies aber auch dahinstehen, da die Beklagte eindeutig die Leistung verweigert hat und ihr Verhalten nicht erkennen ließ, bei Beseitigung der Mängel bzw. bei abnahmereifer Leistungserbringung ihrerseits die vereinbarten Vertragspflichten zu erfüllen (vgl. BGH NJW 1977, 580, 581; BGH NJW 87, 251, 253; BGH NJW-RR 1994, 372).