Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4159.htm
Timestamp: 2018-12-11 18:44:23
Document Index: 151821050

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 63']

4.159 Müsse
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Müsse« vom 5. Juni 1989 (GBl. v. 14.07.1989, S. 294).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Laupheim, Landkreis Biberach, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Müsse«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 12,79 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Stadt Laupheim, Gemarkung Obersulmetingen, die Flurstücke 1101, 1102, 1103 und 1167.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 28. November 1985 im Maßstab 1: 2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Biberach in Biberach/Riß und beim Bürgermeisteramt Laupheim (Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft) in Laupheim auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Beruhigung des Niedermoores als Lebensraum für zahlreiche, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier‑ und Pflanzenarten einschließlich deren Lebensgemeinschaften sowie als Rastplatz, Winterquartier, Schlafplatz und Nahrungsrevier für durchziehende Vogelarten.
Der Schutzzweck umfaßt auch die Erhaltung des Niedermoores als Bestandteil eines Feuchtbiotopverbundes in der Vogelzugstraße zum Bodensee.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf die Vogelwelt, insbesondere zur Zug‑ und Überwinterungszeit.
a) die Ausübung der Jagd in der Zeit zwischen dem 1. Oktober und dem 14. April,
b) die Durchführung von Gesellschaftsjagden,
c) das Erstellen von weiteren jagdlichen Einrichtungen und
d) das Ankirren von Wasserwild;
2. für die ordnungsgemäße Grünlandnutzung auf dem westlich der Wasserfläche gelegenen Teilstück des Flurstückes 1102 mit der Maßgabe, daß die Düngung nur mit Festmist zulässig ist;
6. für die ordnungsgemäße Rekultivierung der Erdaushub‑ und Bauschuttdeponie auf dem Flst. Nr. 1102.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG und nach jagdrechtlichen Vorschriften Befreiung erteilt werden.
TÜBINGEN, den 5. Juni 1989