Source: http://news.doccheck.com/de/6184/notfallsanitatergesetz-irrungen-und-wirrungen/
Timestamp: 2018-12-18 17:04:55
Document Index: 15942370

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§31', '§4', '§13', '§31', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§4', '§4', '§ 4']

Notfallsanitätergesetz: Irrungen und Wirrungen - DocCheck News
Notfallsanitätergesetz: Irrungen und Wirrungen
Eine Gesetzesänderung soll frischen Wind in die Rettungsfahrzeuge bringen: Vor Kurzem wurde das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) verabschiedet. Doch bringen die Änderungen wirklich Verbesserungen für Rettungskräfte und die Erstversorgung?
Vor fast 35 Jahre war es eine Sensation, als eine Rettungssanitäterverordnung verabschiedet wurde. Die Praxis zeigte, dass eine Ausbildung von 3 Monaten den Anforderungen der präklinischen Notfallmedizin nicht gerecht wurde. Im Jahr 1989 wurde das Rettungsassistentengesetz verabschiedet. Die Ausbildung in der Berufsfachschule, der Klinik und der Rettungswache dauert zwei Jahre. Danach darf der Rettungsassistent, der zum medizinischen Hilfspersonal gehört, unter der Voraussetzung der Notkompetenz Defibrillieren, 6 Medikamente verabreichen, Zugänge legen und Intubieren. Eine Medizinische Fachangestellte (MFA), ein Koch und eine Friseurin lernen ihr Handwerk drei Jahre.
Die stetig zurückgehende Zahl der Notärzte führt, gerade in ländlichen Bereichen, zu Versorgungslücken. Nicht selten kommt der Rettungsassistent in Zugzwang: der Patient mit der offenen Sprunggelenkfraktur hat starke Schmerzen. Der Notarzt braucht noch 25 Minuten, in die Klinik dauert es genauso lange. Darf der Rettungsassistent nun Analgetika verabreichen? Einfache Frage, keine rechtlich geregelte Antwort. Rettungsdienst ist Ländersache und wird dann noch vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst unterschiedlich ausgelegt.
In einigen Landkreisen darf das Rettungsteam nahezu keine Medikamente geben, in anderen wird mit Morphin, Ketanest und Benzodiazepinen hantiert. Nur eine Empfehlung der Bundesärztekammer schlägt Medikamente und Maßnahmen vor, keine Verordnung oder gar ein Gesetz bieten dem nichtärztlichen Rettungsteam Handlungssicherheit. Gerechtfertigter Notstand und die Garantenstellung geben trügerische Sicherheit. Nicht selten haben Notärzte Rettungsassistenten verklagt, weil sie ihre Kompetenzen überschritten haben.
Notfallsanitäter ante portas
Damit soll nun Schluss sein: Am 22. März 2013 wurde das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) verabschiedet. Der “Superretter” lernt drei Jahre, erfährt etwas über menschliche Kompetenz, über Lernfelder, Teamfähigkeit, Medikamente und Maßnahmen. Nach § 4 II Nr 1c NotSanG ist der Notfallsanitäter verpflichtet, invasive Maßnahmen auszuführen.
“Bundesweit gehen jeden Werktag rund 35.000 rettungsdienstliche Hilfeersuchen in den Rettungsleitstellen ein. Oft geht es dabei um eine lebensbedrohliche Situation, in der schnelle Hilfe wichtig ist. Eine Modernisierung und inhaltliche Aufwertung des Berufs des Rettungsassistenten und nun Notfallsanitäters war lange überfällig. Damit sichern wir eine qualifizierte notfallmedizinische Versorgung für die Menschen in Deutschland”, so äußert sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zu “seinem” Gesetz.
Das sind die Neuerungen im Gesetz:
Die Ausbildungsanforderungen steigen: Künftig wird zumindest ein mittlerer schulischer Bildungsabschluss oder ein diesem gleichwertiger Abschluss gefordert.
Auf ein Mindestzugangsalter zur Berufszulassung wird verzichtet.
Es gibt ein neues Ausbildungsziel, das der “modernen Aufgabenstellung” entspricht. Zudem wird ein neuer Ausbildungsansatz der “angemessenen Versorgung” verfolgt. Hierzu zählt auch “die Ersteinschätzung des Gesundheitszustands der betroffenen Personen am Einsatzort, verbunden mit der Entscheidung, ob eine Notärztin oder ein Notarzt angefordert werden muss”, und ferner in besonderen Fällen die Wahrnehmung von “erweiterten Tätigkeiten”. Diese umfassen unter Umständen auch mögliche invasive Maßnahmen.
Es werden erstmalig Qualitätsanforderungen an die Rettungsdienst-Schulen festgelegt.
die strukturelle Veränderung der Ausbildung wird durch die Vernetzung von theoretischem und praktischem Unterricht, der an genehmigten Lehrrettungswachen und auch in geeigneten Krankenhäusern erfolgen soll, gewährleistet
Eine Ausbildungsvergütung wird eingeführt.
Union und FDP sehen im Notfallsanitätergesetz eine “eine umfassende Modernisierung der Rettungsassistentenausbildung”. “Rettungskräfte sind die ersten am Unfallort und retten durch ihren Einsatz Menschenleben. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an sie stark gewandelt”, erläutert der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn.
Viele Verbände gegen “Notarzt-light”
Viele Ärzteverbände sprachen sich im Vorfeld mit Nachdruck gegen das Gesetz in der Form aus. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie kritisierte die Gesetzesvorlage scharf. “Der Gesundheitsausschuss empfiehlt, dem Entwurf ohne Änderungen zuzustimmen, obwohl ihm die gravierenden Mängel des Gesetzentwurfs verdeutlicht wurden. Rettungsdienstträger und verantwortliche Ministerien scheuen sich, entsprechende Zahlen und Fakten öffentlich darzustellen. Stattdessen soll der Mangel an finanziellen Ressourcen durch eine ‘Notarzt-Light-Version’ behoben werden“, so Prof. Dr. Hartmut Siebert, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gegenüber dem Ärzteblatt im März diesen Jahres.
Rückendeckung bekommt Siebert von der Bundesärztekammer. Diese sieht eine “viel zu weitgehende Freigabe” an ärztlichen Maßnahmen. Dies führe zu einer deutlichen Überforderung der Berufsgruppe. “Durch die beabsichtigte unbegrenzte Übergabe der ärztlichen Maßnahmen an Notfallsanitäterinnen und -sanitäter, die durch eine dreijährige Ausbildung nicht annäherungsweise auf die Folgenabschätzung ihres Handelns, insbesondere auf die Beherrschung der möglichen Komplikationen, vorbereitet werden, ist eine Verschlechterung der notfallmedizinischen Versorgung und eine Verminderung der Patientensicherheit zu befürchten”, erklärte die BÄK in einer Stellungnahme.
Keine Regelkompetenz
Für viele Berufe existieren bundeseinheitlich Currikula, Gesetze oder Verordnungen regeln klar die Pflichten und Kompetenzen. Dieser Missstand wurde seit Jahren als großes Manko des Rettungsassistentengesetztes angeprangert. Jetzt ist die Hoffnung gestorben, dass das langersehnte Notfallsanitätergesetz diese Lücke schließt. Es werden weder bestimmte Maßnahmen oder Medikamente verboten noch erlaubt. Die Verantwortung wird nicht einmal auf die Länder, Gemeinden oder Kommunen abgeschoben, sondern auf eine personelle Institution, die noch nicht mal in allen Bundesländern existiert: den Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD).
Im § 4 Abs. 2 des NotSanG heißt es, die Ausbildung soll dazu befähigen “eigenständiges Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen, die vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst oder entsprechend verantwortlichen Ärztinnen oder Ärzten bei bestimmten notfallmedizinischen Zustandsbildern und –situationen standardmäßig vorgegeben, überprüft und verantwortet werden”. Laut Gesetzt sollen die Maßnahmen auch “eigenverantwortlich” durchgeführt werden.
Der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst sieht dies in einer Stellungnahme skeptisch: “In dem Fall des § 4 Abs. 2 Nr. 1 c kann der dort eingeräumte Spielraum in szenarienhaften Betrachtungen jedoch auch sehr weitgehende invasive Maßnahmen begründen, die in dem gesteckten Rahmen jedoch entgegen der expliziten Absicht des Gesetzgebers, zu einem neuen Bereich der Heilkunde genutzt werden kann. Die Folgen für das gesamte Gesundheitssystem sind derzeit weder absehbar noch in dem Entwurf thematisiert”.
Die Notfallsanitäterin und der Notfallsanitäter sind befugt, bei der Durchführung von Maßnahmen im Notfalleinsatz im Sinne des § 4 Absatz 2 Nummer 1 Buchstabe c die Heilkunde bis zum Eintreffen der Notärztin oder des Notarztes oder bis zu dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung auszuüben.
Träger müssen Kosten tragen
Pro Jahr wird die Ausbildung der Retter etwa 42 Millionen Euro betragen, 90 Prozent davon sollen die Krankenkassen tragen, so sieht es das Gesetz vor. “Diesen Mehrausgaben stehen erhebliche, in der Summe nicht quantifizierbare Einspareffekte gegenüber, da durch die verbesserte Qualifizierung dieser Berufsgruppe Einsparpotentiale bei Krankenhausbehandlungen und weitere Einsparungen durch eine Vermeidung unnötiger Notarzteinsatze zu erwarten sind” – davon geht Gesundheitsminister Bahr aus. Eine Milchmädchenrechnung? Das wird sich zeigen.
Ist der Notfallsanitäter erst einmal etabliert, ist eine Ausbildung zum Rettungsassistenten nach der Übergangsphase nicht mehr möglich. Je nach Berufserfahrung ist es möglich, zum Notfallsanitäter aufzusteigen. Eine “Adelung” per Stempel wie vom Rettungssanitäter zum Assistenten wird es definitiv nicht geben. Mindestens muss eine Prüfung abgelegt werden, bei Berufsanfängern ist eine Nachschulung von bis zu einem Jahr vorgesehen. Positiv ist, dass das neue Gesetz eine Prüfung am Ende der Ausbildung vorsieht und nicht wie früher bereits vor dem Praktikum.
Die grundlegende Modifizierung der Berufsausbildung des nichtärztlichen Rettungsdienstpersonals war längst überfällig. Das größte Manko ist jedoch geblieben: die Notkompetenz wurde nicht in eine Regelkompetenz umgewandelt und ein bundeseinheitlicher Kompetenzkatalog fehlt. Sehr klar hat sich zu diesem Punkt Ver.di geäußert: “Hier werden staatliche Aufgaben an eine Privatperson abgegeben, die nicht verpflichtend über berufspädagogische Kompetenzen verfügt. Ziel eines Berufszulassungsgesetzes ist es, einen einheitlichen Standard, der in der Ausbildung zu erwerbenden Kompetenzen zu sichern. Ver.di lehnt ein bundesweit unterschiedliches Kompetenzprofil der Notfallsanitäter ab. In anderen Ländern wie beispielsweise den USA und der Schweiz existieren klare Algorithmen und Kompetenzkataloge für das “Sanitätspersonal”. Dies wäre auch in Deutschland wünschenswert, damit der NotSan zum handlungskompetenten Assistenten des Notarztes wird.
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Tags: Beruf, Neuerung, Notfallsanitätergesetz
Die Folgen einer solchen Regelung sind im Moment schlicht nicht abzusehen. In der Schweiz gibt es Modelle, die sich ähnlich anhören, jedoch eher einer Fachhochschulausbildung entsprechen. Wir haben nicht die Kapazitäten, eine entsprechende Ausbildung zu gewährleisten. Eine interessante, noch nicht angeschnittene Frage ist die Haftpflichtversicherung; diese wird wohl teuer werden…in einer anderen Berufsgruppe führt die Anpassung der Versicherungsbeiträge zu einem reihenweisen Aufgeben – zwar sind Hebammen (die ich gerade meinte) selbstständig, aber die Rettungsdienstträger werden die Versicherungsmodalitäten nicht tragen können. Eine Fehlintubation mit Sauerstoffmangelschaden kostet auch mal 6stellige Summen; bei Ärzten gedeckt durch die Berufshaftpflicht…und sonst? Die Freude der Rettungsdienstlerüber die vermeintliche Anerkennung wird von kurzer Dauer sein, wenn die Folgen (finanziell) sichtbar werden
#66 | 7. Mai 2013 um 00:02
wie ein eigentlich ganz schöner “Überblick-Artikel” es doch schaffen kann, dass man sich verbal die Köpfe einschlägt.
Anscheinend liegt noch mehr im Argen als nur das Berufsbild
#65 | 6. Mai 2013 um 10:06
Noch ‘n Nachtrag: Lieber Alfred, genau diesen Punkt scheinst Du nicht zu verstehen (Zitat aus Deinem Kommentar: “Es ging nicht um definition einzelner Maßnahmen sondern darum das der ÄLRD die Maßnahmen ergänzen,aber nicht kürzen kann.”) Merkste was? Wie soll man denn etwas ergänzen oder kürzen, wenn nicht mal eine klare Grundlage existiert? Kann man fast auch mathematisch erklären: Adiere oder subtrahiere eine beliebige Zahl von einer beliebigen Zahl um eine beliebige Zahl zu erhalten. Das klingt nicht nur unsinnig, es ist auch unsinnig! Genau so wie bei näherer Betrachtung große Teile des § 4 NotSanG…
#64 | 3. Mai 2013 um 12:39
Auch wenn Ihr jetzt zu zweit seid: Wir drehen uns im Kreis! Fakt ist, dass der ÄLRD bei juristisch korrekter Auslegung des Gesetzestextes nach wie vor die Möglichkeit hat, dem nichtärztlichen RD-Personal jegliche erweiterte Maßnahmen zu untersagen. Mit anderen Worten: Selbst das Anlegen eines periphervenösen Zuganges muss nach wie vor vom ÄLRD abgenickt werden. Und wenn Doc nicht nickt wird nicht gepiekt. So einfach ist es! Und warum ist das so? Eben weil das Gesetz leider nicht genau definiert, was dem Notfallsanitäter unter der Maßgabe des § 4 generell zu gestatten ist und was nicht, demnach also einer besonderen Erlaubnis durch den ÄLRD bedarf. Um mehr oer weniger ging es mir nicht! Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
#63 | 3. Mai 2013 um 12:33
da gebe ich Alfred absolut Recht.
#62 | 3. Mai 2013 um 01:51
Alfred. O
Nirgendwo stehen diese Maßnahmen
(Wo wird denn bitte definiert, von welchen konkreten invasiven Maßnahmen die Rede ist?)
Das war ja auch nicht Gegenstand der Diskusssion,(Lesen,verstehen,….)
Es ging nicht um definition einzelner Maßnahmen sondern darum das der ÄLRD die Maßnahmen ergänzen,aber nicht kürzen kann.
Ich hab doch mit keinem einzigen Wort irgendwelche Maßnahmen erwähnt,…..was soll das jetzt
Gast schreibt in #…..des benachbarten RD-Bereiches B teillt hingegen die Bedenken seines Bundesverbandes und untersagt auch seinen Notfallsanitätern wie zuvor seinen RA jede erweiterte Maßnahme. Meiner Ansicht nach ist das NotSanG in der vorliegenden Form ein Papiertiger, .
Daraufhin die Richtigstellung das dem eben nicht so ist.
Wie schon mehrfach von mir geschrieben.
Wieso geht es jetzt um einzelne Maßnahmen???
#61 | 3. Mai 2013 um 01:48
@ Herr Bastigkeit wie sieht es mit der Lehrkräftequalifizierung aus???
Bis jetzt ist es im Gesetz so geregelt, dass die Lehrkräfte Besitzstand wahren. Nichts hat sich bisher geändert! Wie vorher auch, Hintz und Kuntz unterrichten und prüfen weiter.
Besitzstand fragwürdiger Lehrkräfte und kein Besitzstand des RettAss.
Eine einheitliche Mindestqualifikation der Lehrkräfte muss her!!!
Im Bereich der Strukturqualität ist Nachbesserungsbedarf. Wenn von Professionalisierung gesprochen wird, dann aber auch richtig. Das BMG hat begründet, dass der RettAss dem modernen Rettungsdienst nicht mehr gewachsen ist. Dieser These stimme ich zu 100% zu.
Somit ist aber auch die Lehrkraft seinem Tätigkeitsfeld nicht mehr gewachsen. Die Begründung in der Erläuterung des Gesetzes im §31 NotSanG, dass die Lehrkraft aber ausreichend qualifiziert ist, wenn diese bereits als Lehrkraft tätig ist. Berufen wird sich auf das Krankenpflegegesetz, bezüglich Besitzstand der Lehrkräfte. Die klassische Ausbildung zum Lehrer für Pflegeberufe dauerte mehr als tausend Stunden und ist nicht ansatzweise mit dem 160 Stunden Kurs Dozent im Rettungsdienst, Dozent in der Erwachsenenbildung oder Dozent im Gesundheitswesen vergleichbar. In heutiger Zeit, auf Drängen der Kostenträger, ein Studium im Bereich Pflege- oder Gesundheitswissenschaft. Die Pflege hat übrigens binnen 5 Jahren die Akademisierung umgesetzt. Des Weiteren kenne ich kein Krankenpflegepersonal (Ausbildung nach dem Krankenpflegegesetz von 1985) das nicht mehr in der pflegerischen Praxis arbeiten darf oder nachgeprüft würde bzw. einen Ergänzungslehrgang besuchen musste. Zum Schutze der Krankenpflege muss auch gesagt werden, dass die Ausbildung auch nach dem alten Gesetz 3 Jahre dauerte. Somit hat der Gesetzgeber recht, dass eine Ausbildung von 3 Jahren her muss, da die Ausbildung nach dem §4 RettAssG nur zwei Jahre dauert. Also keine Besitzstandregelung.
Die Besitzstandregelung der Lehrkräfte in der Krankenpflege (>1000 Stunden Ausbildung) ist gerechtfertigt. Die Besitzstandregelung der Lehrkräfte im Rettungsdienst (160 Stunden Ausbildung) ist nicht gerechtfertigt. Diese Dozentenkurse sind vereinsinterne Schulungen der Hilfsorganisationen und haben nichts mit einer professionellen Ausbildung oder einem Studium gemeinsam!
Die häufigsten Qualifikationen in der rettungsdienstlichen Ausbildung sind Dozent im Rettungsdienst, Dozent in der Erwachsenenbildung oder Dozent im Gesundheitswesen. Hierbei handelt es sich um eine alte und nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Ausbildung gerechte Form der Schulung von Lehrkräften. Halt genau so veraltet wie der Rettungsassistent selbst. Die Anzahl der Stunden an Dauer eben Zuwenig, um den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden. Mir selbst ist der Gedanke gekommen, dass der Gesetzgeber mich für dumm verkaufen will. Ein Kurs von 160 Stunden ist keine qualifizierende Weiterbildung für eine Tätigkeit als Lehrkraft (Eine Mindestdauer von 1000 Stunden pädagogische Weiterbildung als Einstiegsqualifikation). Von einem qualifizierenden Studium sind 160 Stunden Kursdauer eine Ewigkeit entfernt. Somit ist auch nicht die Qualifikation zum unterrichten geben. Schon gar nicht zum Prüfer einer Notfallsanitäterprüfung. Denn weit verbreitet sind viele Lehrkräfte übergeleitete Rettungsassistenten gemäß §13 RettAssG mit einer 160 Stunden Ausbildung zum Dozenten. Zusammenfassung: “Ein Rettungssanitäter mit einer 520 Stunden Ausbildung und 160 Stunden Kursdauer ergeben 680 Stunden Ausbildung. Diese Lehrkraft ist somit dem modernen Rettungsdienst gewachsen. Das nennt man Qualitätssicherung, da es einer qualifizierenden Weiterbildung bzw. einem Studium gleichgesetzt ist.”
In der freien Wirtschaft kommt man mit 680 Stunden an Ausbildung höchstens als Hilfsarbeiter durch. Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Lehrkraft, welche eine Ausbildung mit der Dauer einer Hilfskraftanleitung hat, keinesfalls den Ansprüchen einer modernen und qualitativ hochwertigen Ausbildertätigkeit im Rettungsdienst gewachsen ist.
Das Krankenpflegegesetz ist abgeschrieben worden und einfach der Passus mit den Notfallsanitätern abgeändert.
Umgehend muss gegen die Besitzstandregelung von 4 Wochenkurs Lehrkräften eine Verfassungsklage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht werden, da der Besitzstand des 4 Wochenkurses als Hobbypädagoge haltlos ist. Der §31 Abs.3 NotSanG umgehend vom Verfassungsgericht klären lassen. Bitte ein Gutachten einholen. Denn der RettAss läuft aus und der NFS kommt. Ist der Besitzstand gerechtfertigt? Nein, denn der Rettungsassistent als auch der Dozent gehören auf das Abstellgleis. Beide Seiten haben keinen Anspruch auf Besitzstand bzw. Besitzstand der Dozenten weiter RettAss auszubilden.
Sofort und umgehend abstellen, da ein 4 wöchiger Kurs als laienhaft einzustufen ist!!!
Die Professionalisierung im Rettungsdienst ist Lichtjahre von der Krankenpflege entfernt.
#60 | 2. Mai 2013 um 17:47
Nachtrag: Welcher Teil von “eigenständiges Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen, die vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst oder entsprechend verantwortlichen Ärztinnen oder Ärzten bei bestimmten notfallmedizinischen Zustandsbildern und –situationen standardmäßig vorgegeben, überprüft und verantwortet werden,…” ist denn so schwer zu verstehen? Wenn der ÄLRD nämlich nichts standardmäßig vorgibt, ist selbst der Griff zur Viggo tabu, selbst für den Notfallsanitäter…
#59 | 2. Mai 2013 um 15:05
Lieber Kollege Alfred,
Deinen Rat “erst lesen, verstehen dann schreiben” gebe ich Dir nach mehrmaligem Lesen des § 4 NotSanG zurück! Wo wird denn bitte definiert, von welchen konkreten invasiven Maßnahmen die Rede ist? Selbst das von Dir zitierte “eigenständige Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen” (§ 4, Abs. 2, Satz 2c) konnte der ÄLRD auch an seine RA delegieren. Lies mal die Definition von “heilkundliche Maßnahmen”, du wirst staunen… Und dass alle anderen Punkte des § 4 ohnehin Standard sind, dürfte wohl unstrittig sein. Also wohl doch eher “Äähhh ja!!!”?
#58 | 2. Mai 2013 um 15:00
Alfred O. RA
§4 Abs.2 Punkt 2c NotSanG
#57 | 2. Mai 2013 um 14:13
Äähhh nein!!!
Der §4 sagt ausführlich dass diese Maßnahmen von ÄlRd ergänzt, aber nicht!!!! Unterschritten werden können.
Eben genau hier liegt einer der gravierenden Unterschiede zum RettAssG.
In diesem Fall ist das ein Fortschritt da die	Kompetrnzen eben gerade nicht gekürzt werden können.
Um unsinnige Diskussionen zu vermeiden bitte erst lesen, verstehen dann schreiben, das erspart Missverständnisse.
#56 | 2. Mai 2013 um 14:09
Vielleicht bin ich als Ausländer der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig, vielleicht bin ich auch nur zu sehr Praktiker um die bahnbrechenden Neuerungen des NotSanG für die rettungsdienstliche Praxis zu erkennen. Gerade der § 4 lässt mich befürchten, dass sich flächendeckend nichts ändern wird! Der progressiv denkende ÄLRD des RD-Bereiches A wird seine Notfallsanitäter mit weit reichenden Kompetenzen ausstatten (die er bislang seinen RA auch geben konnte). Der ÄLRD des benachbarten RD-Bereiches B teillt hingegen die Bedenken seines Bundesverbandes und untersagt auch seinen Notfallsanitätern wie zuvor seinen RA jede erweiterte Maßnahme. Meiner Ansicht nach ist das NotSanG in der vorliegenden Form ein Papiertiger, bei dem viele Chancen für eine bessere notfallmedizinische Versorgung schlicht und ergreifend verschlafen wurden!
#55 | 1. Mai 2013 um 17:14
Klaus Krauthausen
Die Verabschiedung des Notfallsanitätergesetzes halte ich für grundsätzlich begrüßenswert. Wird doch die bisherigen sehr verantwortungsvolle Tätigkeit im Rettungsdienst nunmehr in eine immerhin dreijährige Ausbildung überführt.
Während meiner bisherigen >25 jährigen Tätigkeiten als Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Lehrrettungsassistent und Dozent durfte ich in vielen Fällen mein erworbenes Wissen anwenden und Patienten helfen. Aber auch an andere Berufsgruppen (incl. berufsmäßig junge Notärzte) weitergeben, die jeweils sehr erfolgreich das Wissen anwendeten. So wie ich stets dankbar bin, für Tipps und Hinweise anderer (Berufsgruppen), noch besser zu werden.
Demografisch wird es zukünftig einerseits deutlich mehr Notfallsituationen /-patienten geben und andererseits gleichbleibend oder weniger (präklinisches) Fachpersonal geben, dass kurzfristig adäquat reagieren kann.
Statt Energie darauf zu verwenden gegen andere zu wettern, ist es sicherlich ökonomischer, Synergieeffekte zu nutzen und optimierter zusammenzuarbeiten.
Dass das verabschiedete NFS-Gesetz nicht in allen Belangen das Optimum ist, ist nicht erfreulich, jedoch . zunächst – nicht zu ändern. Nachbesserungen sind aus meiner Sicht gewünscht und erforderlich.
Ich fände es begrüßenswert, wenn jede medizinische Berufsgruppe sich stets der Verantwortung bewusst ist, dass nur stetige Fort-/Weiterbildung – gerade in den (Notfall-)Bereichen die nicht Routine sind – hilft, Fehler zu minimieren.
Das dies nicht immer so ist, ist mir leider auch bewusst.
Das in vielen Notfallsituationen weiter zwingend/dringend – in der Notfallmedizin erfahrene – ärztliche Hilfe erforderlich ist, soll hier abschließend erwähnt sein.
#54 | 28. April 2013 um 23:38
“… in der Lage sind einen Notarzt zu erstetzen….”
Das sollen sie auch nicht- Lesen, verstehen, nochmal lesen.
“…damit der NotSan zum handlungskompetenten Assistenten des Notarztes wird.”
Einen Text zu verstehen ist sicherlich schwer , aber zum Glück muss man sowas in der Notfall-/Medizin/Pflege ja nicht können. :)
#53 | 27. April 2013 um 01:57
MeierV_2.0
“Meier
Upps, da ist ein Mißverständnis aufgekommen: Rettungsassistenten-/ sanitäter haben gar nicht so selten akademische Abschlüsse oder Hochschulreife. Ich wollte die Rettungsassistenten-/ Sanitäter hier keineswegs diskreditieren!”
#52 | 27. April 2013 um 01:51
@ Homburg: immerhin bleiben Sie der Linie “Beleidigen” treu…
#51 | 26. April 2013 um 23:42
Na denn ist ja schon mal klar das es bei dem Meier nicht mal zum Ra reicht.aber auch diese Menschen haben eine Daseins Berechtigung.
#50 | 26. April 2013 um 15:11
Upps, da ist ein Mißverständnis aufgekommen: Taxifahrer haben gar nicht so selten akademische Abschlüsse oder Hochschulreife. Ich wollte die Taxifahrer hier keineswegs diskreditieren!
#49 | 26. April 2013 um 13:56
Humor zu erkennen setzt Intelligenz voraus! Ist leider so!
#48 | 26. April 2013 um 13:42
Wo Frau oder Herr Humborg bei meier Humor gefunden haben, kann ich leider nicht feststellen. Mir bleibt sowohl bei meier als auch bei Frau Monika Geissler nur der Eindruck, dass beide in der beneidenswert glücklichen Lage zu sein scheinen, noch nie einen tatsächlichen Notfall und dabei rettungsdienstliche Versorgung erlebt zu haben. Anderenfalls wüssten sie vielleicht die unentbehrliche und meist sehr gute Arbeit des Rettungsfachpersonals (was hier ausdrücklich alle beteiligten Teammitglieder, unabhängig von Titel und Bezeichnung meint) zu schätzen und würden sich schämen, solche unverschämten und herabwürdigenden Phrasen über den Rettungsdienst zu dreschen.
Um mal ein bisschen Lobbyarbeit zu leisten (wie leider viel zu wenige in Deutschland): DER RETTUNGSDIENST IST EIN UNERSETZLICHER UND UNSCHÄTZBAR WICHTIGER TEIL DER MEDIZINISCHEN VERSORGUNG IN UNSERERM LAND!
Leider (bisher) schlechter ausgebildet als andere medizinische Fachberufe; schlechter bezahlt als beispielsweise die Feuerwehr (dort wo die HiOrgs retten) obwohl (und RD-fahrende Brandmeister wissen wovon ich spreche) in der Tat das Einsatzaufkommen und die Belastung im RD deutlich höher ist; und von großen Teilen der Bevölkerung kaum wahrgenommen (im Ranking der vertrauenswürdigsten Deutschen Berufsgruppen taucht der RD neben FW, Pflege und Ärzten leider nicht mal auf!).
Etwas mehr Respekt gegenüber dem RD und annerkennde Wertschätzung dieser Berufsgruppe täte unserem Land sehr gut!
#47 | 26. April 2013 um 11:58
Meier hat formal mit viel Humor ins Schwarze getroffen! Das Einzige, was man an dieser Ausbildung gut heißen kann, ist dass jetzt endlich die ganzen wildgewordenen Freizeitblaulichtfanatiker von der Straße verschwinden. Erste Hilfe ist mit ganz wenigen Handgriffen zu beherrschen. Die Gefahr, dass ein Sanitäter mit seinen Intubationsversuchen Unheil anrichtet, ist um ein vielfaches höher als der potentielle Nutzen. Ich fahre seit 25 Jahren als Notarzt und kann mich nicht an einen einzigen Fall erinnern, wo eine Intubation durch Rettungssanitäter Leben gerettet hätte. Dagegen kann ich mich an mehrere Patienten, die erhebliche Schäden davon getragen haben, erinnern. Darunter ein sechzehnjähriges Mädchen, welches durch eine Fehlintubation zu Tode gekommen ist.
Ich schätze meine NAW-Fahrer sehr. Ich habe aber gerade von ehrenamtlichen Hilfsrettern katastrophale Dinge erlebt, so dass ich froh bin, dass diese Gefahrenquelle jetzt endgültig ausgeschaltet ist. Eine gute Ausbildung tut Not! Zu glauben die Qualität des Rettungsdienstes verbessert sich, weil Sanitäter immer invasiver werden ist ein Irrglaube! Basics retten Menschleben, stay and play-Mentalität gefährdet sie.
#46 | 26. April 2013 um 09:11
Na, da hat der Herr Bastigkeit ja mal wieder voll ins Schwarze getroffen….
Aber, mal ernsthaft: Die “Hau-drauf”- Mentalität, die bei einigen meiner Vorschreibern (egal welchen Coloeur)mit Vehemenz zu Tage tritt, gleicht verblüffenderweise den oftmals kontrovers diskutierten, vermeintlichen Unzulänglichkeiten zwischen “denen auf der Straße” und “denen auf der Leitstelle” oder “denen in der PDL” und “denen in der Notaufnahme/ auf der Station” oder, oder, oder….
Schuldzuweisungen haben bis dato nur wenig(besser: gar nichts) gebracht und tragen zum vernünftigen “Miteinander” nichts dazu bei.
Zugegeben: Nicht jeder Arzt hat das Zeug zum “Notarzt par ecelence”; aber wie viele werden denn von “oben” gedrängt/genötigt, auch hier dem “Berufsstand zu Ehre und Recht zu verhelfen”? Und manchem Rettungsdienstler ist die Fahrt zum Einsatz “mit Festbeleuchtung und Radau” ein (für mich nicht nachvollziehbares) Vergnügen und die anderen, oftmals verunsicherten Verkehrsteilnehmer nur lästiges Übel.
Diejenigen von uns(Ärzte, RDler, Pflegepersonal im KH und in Alten- und Pflegeheimen), die ihren Job jeden Tag mit Verantwortung und Engagement tun, sind doch bemüht, im Beruf auch ein kleines bisschen Berufung zu sehen(auch wenn`s nicht jeden Tag leicht fällt).
Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren im Rettungsdienst und gehe wie viele meiner Kollegen “auf die 50 zu” und sage es hier ganz ehrlich: Ich für mich persönlich brauche nicht Notfall-Sanitäter werden oder sein. Bisher haben mich mein Wissen und Können gut begleitet und selbstverständlich muß auch Fortbildung unbedingt dazu gehören.
Aber wo sollen den die ganzen Indianer hin, wenn`s nur noch Häuptlinge gibt resp. geben soll?
Also: Tun wir doch alle dass, was wir können. Nur sollten wir dass auch mit Herz tun. Und die “anderen” neben uns gelten zu lassen, kann den eigenen Horizont manchmal ungemein erweitern.
#45 | 25. April 2013 um 16:59
Schön zu sehen ist das irgendwelche Menschen auf eine komplette Berufsgruppe herunterschauen. Das wird immer lächerlicher und wenn ich Kommentare wie von einem “meier” lese fällt mir echt nichts mehr ein.
Diese Kommentare zeugen natürlich von einer rießigen intellektuell Leistung und einer deutlichen zerebralen Minderperfusion.
Eindeutig ist doch, das niemand in der BRD den Notarzt abschaffen will.
Das scheinen viele Menschen noch nicht begriffen zu haben.
Es geht um wenige Notfallmedizinisch Interessante Erkrankungen wo es aus Medizinischer Argumentation Sinn macht zügig zu handeln und nicht 20 Minuten auf Hilfe zu warten und der Mensch vll sogar in der Zeit Schaden nimmt oder großes Leid verspüren muss. Deshalb finde ich sollten wir den Ball flach halten und schauen wie sich die Ausbildungsverordnung zeigt und wie sich das ganze entwickelt. Ich glaube das wir nur positives aus diesem Umschwung erleben werden, was die Qualifikation und Ausbildung des RD Personals angeht.
Es sei noch erwähnt, das aus meiner Sicht eine 3 Jährige Professionalisierte Ausbildung für Gewisse Kompetenzen und Eigenverantwortlichem Arbeiten bei ausgewählten Notfallbildern völlig akzeptabel ist.
Es geht nicht immer da rum, die Naturwissenschaftlichen Grundlagen hinter allem zu verstehen und 21 Aminosäuren die mit Proteinen zusammenhängen auswendig wiedergeben zu können, sondern es geht darum in akut Situationen mit dem nötigen Wissen und adäquaten und fundierten Kenntnissen in den Skills, die Patienten nach aktuellen Leitlinien und med. Evidenz zu Versorgen. Bei jeglichen Invasiven Maßnahmen die den Ausbildungsstand der Menschen überragt ist es natürlich gewollt und nötig einen Experten zu konsultieren.
Es geht nicht darum das Personal an das Arbeitsfeld der Ärzte näher zu rücken sondern nur Präklinisch adäquat zu handeln.
Sonst hieß es ja nicht Ausbildung zum NFS sondern Medizinstudium.
Also liebe Leute Kirche im Dorf lassen und nicht alle über einen Kamm scheren und abwarten und ganz ehrlich schlechter als im moment in der BRD kann es nicht werden ;)
ps. Ich schäme mich sehr für die unqualifzierten Bemerkungen. Es ist an der Zeit die Hirnzellen zu mobilisieren und mal zu denken bevor man Shit äußert.
#44 | 25. April 2013 um 16:50
In meinem ersten Berufsleben war ich Rettungsassistent. In meinem Zweiten als Arzt hatte ich einen gravierenden Vorsrpung dadurch im ärztlichen Beruf, der durch Nichts ersetzbar war. Die bezog sich auf alle Bereiche, die in Gesundheitsberufen notwendig sind. Ich möchte diese Jahre nie und nimmer missen. So wird es wie immer sein: es gibt alle Qualitäten von Rettungsassistenten und Ärzten, kein Titel, keine Habilitation hat hier im direkten Patientenkontakt irgendeine Relevanz. Und es ist definitiv kar, daß die Qualität der Patientenversorgung in allererster Linie von der Erfahrung , der Souveränität und vom Engagement der Behandelnden abhängt. Und definitiv NICHT von der akademischen Ausbildung. Die Ausbildung zum Rettungsassitenten war/ist fixiert auf wenige Krankheitsbilder, die intensiv trainiert werden.
Und deswegen: Zehnmal lieber lasse ich mich von meinen alten Rettungsdienst- Kollegen im Notfall behandeln wie von einem jungen Arzt, der sich gerade seine “Hörner” als Notarzt “abstößt”.
Ich begrüße die Ausbildungsintensivierung, sie wird die Situation im Rettungsdienst weiter verbessern.
Nur der Titel “Notfall -Sanitäter” wird imagemäßig in der Bevölkerung einen Rückschritt darstellen. Alle anderen Berufe werden heutzutage duch die Bezeichung “Assistent” formell aufgewertet.
#43 | 25. April 2013 um 16:46
Schön zu sehen, wir hier auf Berufsgruppen herabgesehen wird. Ich gehe mal davon aus, dass jemand der RettAss. als Taxifahrer bezeichnet von nichts ne Ahnung und nen RD Mitarbeiter vielleicht mal im Krankenhausflur von hinten gesehen hat.
Die mit Müh und Not ihren Hauptschulabschluss geschafft und von nichts ne Ahnung haben gibt es auch genug in der Pflege…
Das Notfallsanitätergesetz ist ein guter und vor allem wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
Ein ehemaliger ZNA Pfleger und jetzt RettAss.
#42 | 25. April 2013 um 14:02
…und der Bildungsgrad des öfteren keine Frage der geführten Berufsbezeichnung…;)
#41 | 25. April 2013 um 11:35
…ich glaube zwar zu verstehen, was uns Meier mitzuteilen versucht, jedoch beweist er wie einige hier recht eindrucksvoll, dass Niveaulosigkeit keine Frage des Bildungsgrads ist..
#40 | 25. April 2013 um 11:16
Alle RA`s der BRD sind Taxifahrer??
Keiner hat Abi, oder Hochschulabschluss??
Wow,aller Meier`s sind ,……….
#39 | 25. April 2013 um 10:37
Wer wirklich glaubt, dass heldenhafte Taxifahrer, die mit Müh und Not ihren Hauptschulabschluß geschafft haben, in der Lage sind einen Notarzt zu erstetzen, der kann nur Ökonom sein. Die sind nämlich der Meinung, dass man nicht nur in ihrem Beruf von nix eine Ahnung zu haben braucht!
Wie sieht das denn mit dem Erlernen der Fähigkeiten aus? Welche Haftpflichtversicherung übernimmt die Intubationsschäden durch einen Grobmotoriker? Auch einem Affen kann man mit genügend Bananen das Intubieren beibringen, aber er weiß trotzdem nicht, was er da tut!
#38 | 25. April 2013 um 07:57
Wer das Amerikanische “Load And Go” System mit dem Deutschen vergleicht, in dem immer erfolgreicher versucht wird bei Auffinden der betroffenen Person die bestmögliche Versorgung sicherzustellen, diskutiert nicht zielführend.
Dass die neue gesetzeslage alles andere als optimal erscheint dürfte aber auch nicht verwundern.
#37 | 24. April 2013 um 22:59
Als examinierter RettAss mit 11 Jahren Berufserfahrung ua auch als HEMS und mittlerweile auch als Arzt kann ich nur sagen: wir brauchen beide, gutwe RA und gute NA. Dieses ewige bekriegen der Verbände um Kompetenzen is mittlerweile nurnoch peinlich…
Das Gesetz is ein Schritt in die richtige Richtung, allein schon wegen der Kontrolle der Ausbildung in den Schulen, die war schon sehr unterschiedlich…von super bis grottig schlecht…was aber definitiv fehlt is die eine oder andere Regelkompetenz. So wies jetzt geplant is sind die RA bzw NfS wieder vom guten Willen der ärztlichen Leiter abhängig und das kanns eigentlich ned sein…
In meinem RDB sind wir gut 90% der Einsätze ohne NA gefahren, und das auch zu Recht…aber sich ständig überlegen zu müssen einen Doc nachzufordern nur weil man meint dass zB a Patienten in die Chest Pain sollte und man die ohne NA nicht anmelden und anfahren darf is doch Schwachsinn…nur mal so als Beispiel.
Also: da muss noch nachgebessert werden!!!
#36 | 24. April 2013 um 21:54
Muss hier in diesem Fall nicht das Heilpraktikergesetz geändert werden. Dieses Gesetz schein ein Schnellschuss zu sein.
Wir brauchen einen Facharzt für Notfallmedizin, keine Paramedics.
#35 | 24. April 2013 um 21:33
Ärzte verstoßen gegen die Berufsordnung und versehen Einweisungen mit Verdachtsdiagnosen, die durch ein Telefonat aufgestellt wurden. Nicht selten wird der Patient in lebensbedrohlichem Zustand durch das RD-Personal aufgefunden und korrekt und schnell präklinisch versorgt und in ein passendes Zielkrankenhaus befördert.
Das ist der Alltag im Rettungsdienst. Würde ich in dieser Berufsgruppe arbeiten, ich würde mich so sehr schämen für die so teilweise gewissenlose und stümperhafte Arbeit die durch manchen Kollegen (leider ohne Konsequenzen) vollbracht wird. Und sie wagen es über die Kompetenzen der Rettungsdienstmitarbeiter zu diskutieren? Sortieren Sie erstmal den Ausschuss in Ihrer Berufsgruppe aus und machen Sie die Arbeit vernünftig. Dann dürfen Sie auch über Maßnahmen einer anderen Berufsgruppe diskutieren.
#34 | 24. April 2013 um 19:42
Günther Hellendahl , Fachpfleger Anästhesie + Intensivmedizin
Wolfgang Ross spricht mir aus der Seele, wir müssen alle als Team zusammenarbeiten.
Detlef Ruland muss noch viel lernen, keiner kann den Beruf des anderen Kollegen beurteilen wenn er ihn nicht selbst gelernt und ausgeführt hat. Ich bin Krankenpfleger, mit Fachausbildung Anästhesie und Intensivmedizin, auch Rettungs-Sanitäter, seit 30 Jahren ehrenamtlich im RD Strasse+Wasser, leite seit 22 Jahren einen Pflegedienst, den Notarzt in Deutschland abzuschaffen wäre inakzeptabel, aber auch die Ärzte bräuchten eine Situationsbezogene Notfall-Ausbildung. Doch dieses Thema wird Deutschland noch lange beschäftigen. Vertragt euch und arbeitet gut zusammen, und jeder soll das tun was notwendig ist und was er tatsächlich kann !
#33 | 24. April 2013 um 19:41
Die Schlussfolgerung, daß Notkompetenz nicht in Regelkompetenz umgewandelt und nur dadurch als mangelhaft anzusehen ist, ist schlichtweg falsch. Sind Notfallärzte zu gut um die Behandlungen durchzuführen, sollte darauf verzichtet werden? Warum gibt es einen Mangel an Notärzten, wenn der Bedarf offensichtlich so hoch ist? Wir senken also klar den Standard in der Notfallmedizin, indem wir also bereit sind die Qualität zu senken. Kostet ja weniger. Und wenn es mal nicht klappt, kauft man billig Ärzte aus anderen Ländern weg, um die Stellen wieder aufzufüllen? Oder brauchen wir denn noch Ärzte? Hätte ich das früher gewusst, könnte ich Abi, Studium Facharztzeit gespart haben, brauchte nicht die letzte Verantwortung zu tragen, würde ruhiger leben.
#32 | 24. April 2013 um 19:18
Dr.med Jürgen Eiche
Um das in Deutschland etablierte Rettungsdienstsystem werden wir beneidet. Ein Grund hierfür ist die perfekte Zusammenarbeit zwischen Notärzten und Rettungsassistent/Rettungssanitätern. Vertikales und horizontales Führen sind hierbei notwendig. Die Diskusion, wer hier auf wen verzichten kann, ist nicht zweckdienlich. Der noch unerfahrene Notarzt am Beginn seiner Karriere braucht den erfahrenen Rettungsassistenten genauso wie der noch unerfahrene Rettungsassisten den erfahrenen Notarzt braucht. Das ist Teamarbeit für den Patienten. Genauso überflüssig ist die Diskussion, welche Fachärzte die besseren Nötärzte sind. Ein guter Notarzt braucht Berufserfahrung, muss das Team leiten sowie die Notfallkompetenz fördern können und auch seine Grenzen kennen. Und er sollte sich nicht an solchen Diskussionen über Kompetenzen beteiligen.
#31 | 24. April 2013 um 19:01
ALLES ANDERE SCHADET DEM RUF DER EXAMINIERTEN!
EXAMINIERTE: Kennzeichnet euch als solche!!! IHR dürft die komplette Bezeichnung schließlich führen! Staatl. exam. RettAss
#30 | 24. April 2013 um 17:49
Meine Lieben “Anerkannten” oder “umgeschriebenen” RettAss, FINGER WEG VON SACHEN DIE IHR NICHT GELERNT HABT! BILDET EUCH FORT; DANN DÜRFT IHR AUCH!
#29 | 24. April 2013 um 17:48
Das hauptproblem ist, dass Begriffe uns alle behindern… Wen interessiert der Begriff der Notkompetenz… Wer sie nur in der Not hat, der hat sie nicht…
ALLE EXAMINIERTEN RettAss – macht was ihr könnt, nicht nur was ihr dürft! Die GUTEN Ärzte werden es euch danken, genau wie auch die Patienten!
Meine lieben Kollegen der Pflege: Macht doch einfach den RettAss noch, dann wisst ihr auch wovon wir hier wirklich reden! Euer Job ist hart und wichtig, aber ihr kennt nicht die Grundlagen des Rettungswesens, was nach der Anforderung eines Fahrzeugs oder vor der Einlieferung eines Patienten wirklich Sache ist!
DARUM: BEIDES LERNEN, WENN MAN MITREDEN WILL! Gibt viel genug, die BEIDES haben!
#28 | 24. April 2013 um 17:46
“Assistent des Notarztes” ist genau das was Wir im Rettungsdienst eben NICHT brauchen und GottseiDank jetzt abgeschafft haben!
Zielsetzung war in der NotSanG-Erschaffung ein eigenständiges Berufsbild. Der Helfer des stets hochgelobten und allwissenden Arztes ist jetzt auf dem Papier endlich vorbei. Die Erschaffung eines “Notarzt-Light” ist nicht zutreffend, sondern eher die Erschaffung einer Fachkraft für Notfallmedizin. Dies ist somit eine Fachausbildung, welche der Ärzteschaft bis HEUTE in Deutschland nicht gelungen ist, da man bis Heute keine richtige Facharzt-Ausbildung für Notfallmedizin erhalten kann. Ein Arzt, egal welcher Fachrichtung, kann niemals in der kurzen Weiterbildung zum Notarzt die Skills der Notfallmedizin erlernen.
Das Wissen über Medizin und die Kunst des Heilens mag ein Arzt sicherlich erlernt haben, jedoch der Umgang mit verschiedensten Geräten und Materialien im Rettungsdienst, wie auch der Umgang mit NOTFALL-Patienten dessen Symptome/Erkrankungen/Verletzungen/Probleme/Ursachen von stets unterschiedlichen Fachrrichtungen sind, erfordert ein spezielle Ausbildung.
Niemand profitiert vom Schlecht-Machen der nichtärztlichen Rettungsdienstkräfte, nur weil diese jetzt ein auf das Tätigkeitsfeld zugeschnittene Berufsausbildung hervorbracht. Eher sollte die Bundesärztekammer dies zum Anlass nehmen selbst eine Fachausbildung in diesem Sektor anzustreben.
Der Patient ist auch zukünftig in keinerlei Gefährdung, da das Rettungsdienst-Personal nur solche Maßnahmen anwendet, welche sie erlernt haben und teilweise auch jetzt schon vollbringen. Nur weil eine invasive Maßnahme von einem NICHT-ARZT erbracht wird, heißt dies nicht, dass dieser selbige schlechter beherrscht.
Die Rettungswelt ist sicherlich nicht voller Rettungs-Rambos welche den Patienten als Versuchsobjekt missbrauchen wollen, aber auch NICHT von Zivildienstleistenden-Sani’s welche mit einer patientenorientierten Versorgung überfordert sind.
Wir erleben den Wandel von einem damaligen Helfer des Arztes zu einem vollständigen Berufsbild, welches heute bereits durchaus überwiegend eine Vielzahl an Einsätzen ohne einen Notarzt abarbeiten kann und dies Gebietsweise mehr oder weniger umsetzt.
Es ist somit wichtig, auch mal die Seite der Betroffenen zu betrachten und sich vielleicht einmal Direkt bei dem nichtärztlichen Rettungsfachpersonal einen Einblick in die Realität zu verschaffen, die da Aufzeigen wird, dass es Häufig vorkommt, das eben kein Notarzt im Einsatz dabei war und der Patient trotzdessen Bestens versorgt wurde.
Auch darf man nicht vergessen, wie viel wichtiger die umfangreichen erlernten heilkundlichen Maßnahmen eines Arztes im Krankenhaus von Nöten sind, anstatt sie in Zeiten des Ärztesmangels auf der Strasse zu vergeuden, wo diese dann wöhlmöglich noch ein Zeitmanagement eines Polytraumas verschlechtern.
Das Wehren mit Händen und Füßen seitens einiger Ärztlichen Vereinigungen lässt sich somit nur noch mit der Angst eines Status-Verlustes begründen. Diese Verlust-Angst mit einer möglichen Schädigung der Patienten durch Nicht-Ärzte zu untermauern, ist stets niveaulos und zu bedauern. Jeder Rettungsassistent in Deutschland kann sicherlich in großer Anzahl von diversen Einsatz-Erlebnissen berichten, in denen ein Notarzt mangels schlechter Ausbildung den Patienten mit einer Maßnahme geschädigt hat. Jedoch lässt sich in KEINER Stellungnahme der Pro-NotSanG orientierten Vereinigungen eine solche Anprangerung lesen.
#27 | 24. April 2013 um 17:36
Das NotSanG ist sicherlich ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Patientenversorgung aber es ist noch lange nicht Goldstandard. Meines Erachtens hinkt der Gesetzgeber den realen Anforderungen um Jahre hinterher.
Die Ausbildung des Rettungsfachpersonals müsste noch deutlich umfangreicher werden. In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird der Notarzt am Notfallort quasi ein Luxusgut sein das nur wenigen schwerst verletzten und erkrankten Patienten vorbehalten bleibt.
Notfallmedizin ist kein kleines Randgebiet der Medizin sondern erfordert umfangreiche Kenntnisse. Natürlich gibt es auch jetzt schon Rettungsassistenten die ihren Patienten, auch medikamentös, gut versorgen. Aber in einer alternden Gesellschaft mit immer mehr multimorbiden Patienten kommt manch Rettungsassistent (und sicher zukünftig auch mach Notfallsanitäter) rasch an die Grenzen seines Könnens.
Wenn man sich einmal überlegt, daß ein Anasethesiefachpfleger 3 Jahre Grundausbildung + 2 Jahre Fachweiterbildung durchläuft erscheint es geradezu irrsinnig in 3 jahren einen Fachberuf erlernen zu wollen, der eigenständig Patienten mit Notfallbildern aller Fachgebiete versorgen will. Aber was ist die Alternative? Eine intensivere, längere Ausbildung zum Notfallsanitäter war politisch (& gesellschaftlich?) nicht erwünscht. Wenn nun der NotSan nach dem Willen einiger Ärzteverbände zum “Krankenträger” degradiert wird warum dann 3 Jahre Ausbildung? Dazu hätte der 3-monatige Kurs zum Rettungssanitäter vollkommen ausgereicht.
Mein Traum eines Rettungs-Pflegers (Ausbildungsdauer analog zum Anaesthesiefachpfleger)wird wohl auch weiterhin unerfüllt bleiben. Vielleicht sind wir bei der nächsten Reform in 20-30 Jahren endlich soweit.
Um es klar zu sagen ein RettAss, der schon jetzt sich zusätzlich fortgebildet hat, Patientem im Rahmen der sog. Notkompetenz umfassend versorgt obwohl er weder straf- noch haftungsrechtlich abgesichert ist, verdient meinen vollsten Respekt, aber aus meiner Sicht sollte das eben nicht der Normalzustand einer modernen Gesellschaft sein.
#26 | 24. April 2013 um 13:54
In der Regel funktioniert die Zusammenarbeit mit den Rettungssanitätern/innen problemlos und auf dem Land ist man ganz froh, dass es sie gibt. Negativbeispiele kenne ich nur 1 oder 2.
Ich bezweifle auch nicht, dass die Sanitäter, wenn sie häufig an Notarzteinsätzen beteiligt sind, wissen, wann welches Medikament nötig ist.
Wenn ich in so einem Wagen liege und gräßliche Schmerzen habe, weil die Sanis mir kein Morphium oder ähnliches spritzen dürfen, bevor ein Arzt die Verantwortung dafür übernimmt, wäre ich sicherlich nicht erfreut. Im Notfall muss gehandelt werden können und aus diesem Grund begrüße ich dieses Gesetz.
Allerdings wird dann bald eine eigene Haftpflichtversicherung fällig werden, da es um Personenschäden in Millionenhöhe geht, Kostenpunkt so um die 500 Euro im Jahr.
#25 | 24. April 2013 um 13:47
Hier in Sachsen ist es ganz normal, dass Rettungsassistenten Zugänge legen. Wenn es denn auf die Gabe von Medikamenten ausgeweitet würde, sehe ich aber ein Problem für sie: sie brauchen eigene Haftpflichtversicherungen, die Personenschäden für mehrere Millionen Euro absichern. Kosten um die 500 Euro im Jahr.
Wir Ärzte fürchten selbstverständlich die schrittweise Degradierung, die ja nicht nur im Notfalldienst abläuft: z.B. sollen wir Hausärzte jetzt in Sachsen nur noch vorgegebene Generika verordnen dürfen, der Apotherker sucht dann die Firma aus.
Außerdem geht es hier um die Frage der Teamarbeit. Die Mehrheit der Rettungsassistenten, die ich bisher kennengelernt habe, waren menschlich und fachlich o.k., es gab nur ganz wenige Negativbeispiele.
Außerdem geht es hier um Schnelligkeit und Effizienz der Notfallmaßnahme. Auch wenn kein Notarzt in der Nähe ist, muss gehandelt werden. Über Funk und Rettungsleitstelle mit einem Notarzt reden, da vergeht viel Zeit und der Notarzt hört nur einen theoretischen Fall und soll den beurteilen, während die Sanis unmittelbar die Situation erleben. Vor diesem Hintergrund halte ich es für sinnvoll, dass sie das Recht haben, die Medikamente anzuwenden in dieser Situation. Da immer 2 pro Besatzung zusammenarbeiten, besteht eine gewisse Kontrolle, dass adäquate Entscheidungen fallen
#24 | 24. April 2013 um 13:35
Hoffentlich falle ich nie einem Rettungsassistenten in die Hände. Hier werden die Kompetenzen voll überschritten.
#23 | 24. April 2013 um 12:55
Da gehen die Wogen hoch. Aus Sicht des Patienten blödsinnig. Er braucht notfallmässig die richtige Hilfe. Hier geht es aber in erster Linie um Kompetenzen, personelle Ressourcen und Geld…..
#22 | 24. April 2013 um 08:28
Mit dem Gesetz soll, gewissermaßen durch die Hintertür, offensichtlich der Ärztemangel behoben werden. Da es zu wenig Notärzte gibt, werden sie per Gesetz (zumindest teilweise) überflüssig gemacht. Die eigentlichen Ursachen des Ärztemangels werden damit nicht behoben. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Probleme, einen Notarztdienstplan überhaupt noch mit Kollegen besetzen zu können. Vor Jahren war das noch anders. Die Ursachen sind in den vollkommen unzulänglichen und unzeitgemäßen Bedingungen zu suchen, unter denen der Notarzt arbeiten soll. Von vornherein kann dies zunehmend nur noch nebenberuflich in der Freizeit stattfinden – zu hoch attraktiven Stundensätzen von 15 oder 20 Euro in einigen Regionen. Klar, dass sich dafür immer weniger Ärzte bereit finden. Mit dem neuen Gesetz haben wir dieses Problem aber ja nun scheinbar gelöst, die Politik ist zufrieden.
Mit Sicherheit wird es nach diesem Vorbild noch weitere Gesetze geben, um fehlende Ärzte anderer Fachrichtungen zu ersetzten.
#21 | 24. April 2013 um 07:07
Ich finde es bitter,dass hier eine Berufsgruppe die andere schlechtmacht.Es muss ein miteinander sein und nicht ein gegeneinander.Hier wird viel auf Pflegepersonal geschimpft.Ich hatte jetzt einen Bewohner mit starker Luftnot gehabt und den Notarzt gerufen.Es kam der Rettungsdienst ohne Notarzt.Der Patient hatte eine initiale 02 Sättigungvon 50,man glaubte diese nicht,ging von einer Fehlmessung aus,mir als Fachkrankenschwester mit 25 Jahren Intensiverfahrung sagte der klinische Blick(Dyspnoe,maximal angestrengte Atemhilfsmuskulatur,Vigilanzminderung,Tachycardie),dass hier der Notarzt und Beatmung notwendig war.Erst nach endloser Zeit,ich wurde unruhig,da meine Meinung offenbar überhaupt nicht von Interesse war,wurde der Notarzt nachalarmiert,der Patient wurde intubiert und beatmet und auf eine Intensivstation gebracht.
#20 | 24. April 2013 um 02:22
Es ist schon erstaunlich, was in all den Jahrzehnten von den Sanis im Rettungswesen geleistet wurde; auch ohne ständige Weiterbildung. Sie haben Millionen Menschen das Leben gerettet, und durch die dabei gemachten Erfahrungen gelernt. Wir Notärzte wurden von Ihnen mit ausgebildet. Wir sollten Ihnen und Ihren Ausbildern dankbar sein, weil auf Ihre Initiative hin die Rettung so steht, wie sie jetzt funktioniert. Ich war 40 Jahre im nationalem und internationalem Einsatz und weis wovon ich schreibe. Ohne die Sanis und Ihre Erfahrung wären wir aufgeschmissen gewesen. DANKE Meine Sanis.
#19 | 23. April 2013 um 23:58
Sebastian Ecke
Liebe Rettungsdienst Kollegen,
an dieser Stelle möchte ich nun auch mein Beitrag hinzufügen, nachdem das Thema Kompetenz so diskutiert wird.
Fakt ist, und da sind wir uns alle einig, dass jeder von uns Notärzte sowie RettAssistenten kennt, die nicht ihre Berufsgruppe glänzend repräsentieren.
Ich denke die Angst der Ärzte und das nicht schenkt bekommene Vertrauen der Assistenten sind hier die größten Konfrontationspotenziale.
Liebe Ärzte,: Ich möchte euch bitten, an die guten Assistenten zu denken, die zu 200% fit sind und durchaus in der Lage sind, eine Einsatzstelle auszuarbeiten, wenn sie könnten/dürften. Es ist nunmal deren Täglich-Brot und ihr “Fachgebiet” Ich bitte euch, die negativen Erfahrungen mit “zwangsverpflichteten Feuerwehrleuten”, Ex-Zivis und Blaulicht-wilden Assistenten zu ignorieren und nun mit dem neuen Gesetz (incl. anspruchsvollere Ausbildung) zu hoffen, dass die nächste Generation Retter nur helle und hochmotivierte Köpfe enthält.
Liebe Rettungsassistenten,: Wie gerade beschrieben, ist das Problem, dass Ärzte schlechte Einsätze in Erinnerung behalten. (Man verbrennt sich kein zweites Mal die Finger.) Die einzige Möglichkeit die sich bietet, ist uns weiterzubilden, damit die Spreu vom Weizen zu trennen und komptenter und qualifizierter zu werden. Nur mit Zeit und guter Arbeit können dann als gute Not-Sanis die Anerkennung für Ihre Arbeit bekommen. (Zudem die Assistenten-durch-Handauflegen und die Hobby-Ehrenamts-Assistenten aussortiert werden.) Bitte ändert auch eure Meinung über Notärzte: Es gibt eine Menge gute und mit Herzblut arbeitende Ärzte wie Rettungsassistenten.
Kollegen: Für den kritischen Pat. gibt es den Unterschied zwischen Arzt und Assistent nicht. Es gibt nur das Team mit den reflektierenden Hosen.
Wir alle sollten in der Prä-Klinik dieselben Maßnahmen beherrschen und durchführen und dieses ewige Kompetenz gerangel vergessen!
#18 | 23. April 2013 um 23:17
Philipp Lautner
Leider wird dem Rettungsdienst in einem Land, in welchem die Ärzteschaft eine derartiger Lobby und Mitentscheidungskraft besitzt, niemals eine Regelkompetenz zugeschrieben werden. Zu sehr geht es einem Großteil der Ärzte noch um den Verlust heilkundlicher Maßnahmen – seien sie auch noch so “banal”. Es wäre ja auch allerhand, wenn ein dahergelaufener Krankenträger mit seinem Blaulichttaxi selbstständig invasive Maßnahmen wie venöse Zugänge und die Appilikation gewisser Medikamente eigenverantwortlich ausführen könnte und dürfte. Seltsamerweise funktionieren solche Tätigkeiten unter den richtigen Voraussetzungen und regelmäßigen Prüfungen problemlos, nur die Ärzteschaft in Deutschland scheint mit der Zusprache mehr Kompetenzen keine Entlastung des eigenen Daseins, sondern eine Wegnahme der eigenen Kompetenz zu sehen. Anstatt tatsächlich eine Neuerungen zu begrüßen, wie ja gebetsmühlenartig im Vorfeld posaunt wurde, wird gemauert. Dass ein Notarzt nur im Zusammenspiel mit einem gut ausgebildeteten Rettungsfachpersonal richtig funktioniert, wissen tatsächlich nur jene, die tagtäglich in jener Konstellation tätig sind. Kein Rettungsassistent – respektive Notfallsanitäter – wird mit der Ausweitung seiner Kompetenzen darauf pochen, Patienten zu koniotomieren, tracheotomieren oder eine Bülau-Drainaige legen zu wollen. Es geht um Dinge, die tagtäglich in vielen Rettungsdienstbereichen bereich selbstständig von Rettungsfachpersonal durchgeführt werden, gedeckelt von einer klaren Gesetzeslage. So bleibt nichts weiter als ein politischer Schnellschuß, schlecht ausgearbeitet und mit Fachgremien der Ärzteschaft, die offensichtlich kein Interesse daran haben, dass nach fast 24 Jahren RettAssG ein Rettungsassistent fühlbar als ein “Health Professional” anerkannt wird und nicht nur als “Träger” und “Fahrer”.
#17 | 23. April 2013 um 22:46
Guido Eisner
Ja mei da sind die alten Vorbehalte zurück.
Ich stelle mir vor mit starken Schmerzen z.B. auf der Straße zu liegen. Nach ca. ( wenn es gut läuft) 10 min. trifft endlich ein Rettungswagen ein, ohne Notarzt und darf eine dringend benötigte Analgesie nicht durchführen, obwohl man dieses durchaus beherrscht ( Ausbildung). Es kommt also Hilfe aber effektiv geholfen wird nicht. Na ja dann müssen die Sanis eben den Notarzt nachfordern. Und das dauert wieder ewig. Traurig aber manchmal wahr.
Dieses durchaus realistische Szenario wünsche ich niemandem.
Und das ewige Fachkrankenpfleger Anästhesie oder Intensiv bla bla kann ich auch nicht mehr hören,weil diese Berufsgruppen immer einen Arzt verfügbar haben und in einem idealem Umfeld NICHT eigenverantwortliche Entscheidungen treffen müssen und auch gar nicht dürfen.
Dass jetzt aber sogar Pflegepersonal der Überzeugung ist, meinen Beruf und meine Kompetenzen beurteilen zu dürfen ist schon lächerlich.
Jeder RA und jeder zukünftige Notfallsanitäter durfte bzw. wird die Arbeit des Fachkrankenpflegers ( Intensiv,Anästhesie-OP, Nothilfe) während eines Praktikums kennenlernen und dabei feststellen, dass es schon ein anderer Beruf ist.
Was bitteschön hat ein Anästhesiepfleger mit dem Rettungsdienst zu tun?
Wenn ich die Möglichkeit und das Können habe, weiteren Schaden vom Notfallpatienten abzuwenden werde ich das, ganz Profi, wie schon immer weiterhin tun, auch wenn man sich manchmal unnötigerweise rechtfertigt, obwohl alles richtig gemacht wurde. Das Notfall-
sanitätergesetz war längst überfällig und wird in Zukunft sicherlich zu einer weiteren
Verbesserung der Versorgung von Notfallpatienten, auch ohne Arzt, beitragen.
#16 | 23. April 2013 um 22:34
Ohne den Damen und Herren Gesundheits- und Krankenpflegern zu nahe treten zu wollen.. Meiner Erfahrung nach hat diese Berufsgruppe mehrheitlich nicht den blassesten Schimmer was Ausbildung, Aufgaben und präklinische Berufspraxis des Rettungsdienstpersonals angeht. Das lässt sich hier teilweise recht deutlich zwischen den Zeilen lesen. Dass der Notallsanitäter bezüglich der beruflichen Qualifikation nun künftig mindestens einen Status mindestens auf Augenhöhe mit dem Krankenpfleger genießt, war meines Erachtens schon lange überfällig.
#15 | 23. April 2013 um 22:32
Lange lange Jahre waren die Rettungsdienstler nur die “Träger”. Das wir aber, meines Wissens nach, der einzige Berufsstand sind, der ohne eine jährliche medizinische Weiterbildung nicht mehr im öffentlichen Rettungsdienst tätig sein dürfen, wird hier wohl vergessen!
Niemand will dem Arzt oder dem Pflegepersonal die Kompetenz streitig machen, aber diese sollte man uns bitte auch nicht absprechen. Ich selbst habe oft verschiedenste Maßnahmen der Notkompetenz durchführen müssen, weil entweder kein Notarzt verfügbar war, dieser zu lange Anfahrt hatte oder ein Hausarzt vor Ort war, dem-ohne Wertung-die Routine in notfallmedizinischen Maßnahmen gefehlt hat. Was bitte soll der Rettungsdienstler tun? Zusehen, wie der Patient an Lebensqualität verliert oder gar sein Leben? Hier geht es darum, einen Beruf weiter zu entwickeln und vorallem, dem Rettungsdienstpersonal die dringend notwendige Rechtssicherheit in seinen Maßnahmen zu geben, wenn deren Durchführung zum Wohle des Patienten unmittelbar notwendig ist! Mir persönlich wäre ein Tubus von einem guten Rettungsassistenten lieber als von einem Arzt, der seit 30 Jahren nicht intubiert hat oder einem Krankenpfleger, der wohlmöglich noch nie intubiert hat! Und Sie können mir glauben, das ich die Medikamente und deren Wirkung, die ich draußen geben darf, auch kenne! Und sogar ein EKG kennen die Träger…!
Auch wenn ich nicht mehr aktiv im Rettungsdienst tätig bin, regen mich manche der aufgeführten Argumente doch sehr auf! Manche Berufsgruppen meinen scheinbar, man wollte ihnen was wegnehmen…
#14 | 23. April 2013 um 22:19
Die Umstellung ist wieder mal ein typisch deutscher Schnellschuß. – Das traurige daran: Der Berufsverband Rettungsdienst hat dies mit “verbrochen”…
“Aufstieg RettAss –> NotSan”
Hier beginnt der Wahnsinn – “alte” RettAss die schon vom SanH (40h Ausbildung) ohne Prüfung zum RettSan umgeschrieben wurden, und weiter (ohne Prüfung) zum RettAss, schreibt man nun nach einer sicher wieder nahe an der Lächerlichkeit grenzenden Prüfung auf den NotSan um… (Man braucht schließlich viele NotSan, wenn mal die Länder-RDG’s geändert werden)
Die “jungen” RettAss, die ihren über 3000h umfassenden Wissensstand in einem Staatsexamen und einer Ärztlichen Abschlußprüfung bewiesen haben, lässt man bis zu 6 Monate VOLLZEIT in die Schule gehen. WARUM? Sie haben doch schon mehr als das 100-fache der “alten”?! Und wie heist’s so schön “Wer soll das bezahlen…(singender Weise)”
Die Schulen bleiben die selben, nur dass mindestens einer eine Hochschul-Lehrer-Ausbildung haben muss… Ist jetzt auch schon bei fast allen (zumindest bei den Privaten) so.
ÄLRD:
Eine tolle Einrichtung. Wenn Sie denn funktioniert! In einigen Bereichen grenzen die “Erlasse der hohen Herren” leider an Unfug. Stichwort: Verlängerung der Ausrückezeiten durch Fahrersysteme.
Medikamentengabe – fragen Sie mal die SanH-RettSan-RettAss, wie und wo und warum das eine oder andere wirkt… Das gehörte nämlich dummerweise nicht zum SanH, und in seiner 30h-HiOrg-eigenen-Pflichtfortbildung die er seit seiner Anerkennung als RettAss umständlicherweise belegen musste auch nicht…
Änderungen zum Vorteil der NotSan:
BEWEISLASTUMKEHR – findet sich da im Gesetz… Tolle Sache, für den der den NotSan loswerden will…
ENTZUG DER ERLAUBNIS bei Nichtvorliegen des Wissens – nur ver.di hat’s bemerkt und kritisiert…
INVASIVMAßNAHMEN – genau… lass ma den SanH-RettSan-RettAss-NotSan mal basteln… Nur wo und was und wie??? War dummerweise auch nicht im SanH (40h!) und in der Umschreibeprüfung sicher auch nicht (man braucht ja schließlich die Leute…)
Notarztnachforderung:
Wir wollen unseren Freunden und Kollegen sicher nicht ans Leder – WIR waren nämlich die letzten Jahre auch immer ein gutes TEAM.
Vergleich zur Pflege:
Ich finds toll, (Einzelne Vorredner)wenn man nicht vergleichbare Berufe vergleicht, nur leider hat der Rettungsdienstler nicht immer einen Arzt da, wenn er einen braucht – Der Krankenhausmitarbeiter schon. Und Wissenslücken gibts immer wieder und in allen Berufen. Stichwort: Des Blutdruckmessens nicht fähiger frisch examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger, der dummerweise Lysthenon für ein Generikum von Xylocain hält, aber selber eigenverantwortlich auf Sanitätsdiensten im Bedarfsfall intubieren will, weil er das ja in seinen 14 Tagen Anästhesie “paar mal gesehen hat”. Wobei sich mit Ausnahme vielleicht des Intensiv/Anästhesie-Fachpflegers die Kenntnis der Notfallmaßnahmen auf ein relatives Ersthelferniveau beschränken.
…Man verzeihe mir einen gewissen ironischen Sarkasmus…
#13 | 23. April 2013 um 22:13
Besonders gespannt bin ich auf die Änderung der Ländergesetze. Rettungsdienst ist immer noch Ländersache. Sollte der Notfallsanitäter als Besatzung eines RTW vorgeschrieben werden, müssen die Wachen ihr Personal entsprechend nachschulen lassen. Wie soll das laufen? Viele Rettungswachen haben nicht genug Kapazitäten, um ihr Personal monatelang auf Lehrgang zu schicken. Krankheitsfälle können doch schon heute nur noch durch Überstunden der Mitarbeiter ausgeglichen werden.
Noch immer finde ich bis heute nirgendwo eine Ausbildungsverordnung zum neuen Notfallsanitäter. Wie sollen sich die Rettungsdienstschulen auf das neue Gesetz vorbereiten? Wo sollen die Schulen die geforderten Hochschulpädagogen her bekommen? Und welche zusätzlichen Qualifikationen müssen dann die neuen Lehrkräfte haben? Oder wird den Notfallsanitätern dann die Intubation vom Pastor oder Mathelehrer gelehrt werden – der hat jedenfalls, im Gegensatz zu den erfahrenen Lehrrettungsassistenten bzw. Dozenten im Rettungsdienst immerhin eine Hochschulausbildung. Super durchdacht!
Vielleicht sollte man die Gesetzgebung hier auch in kompetentere Hände legen? Das Rettungsassistentengesetz von 1989 war schon ein Schnellschuss und völliger Blödsinn. Das neue Gesetz toppt das ganze noch um ein vielfaches.
#12 | 23. April 2013 um 21:58
@ 1 Hr. Samer: Es gibt in der Tat aussagekräftige Studien, dass das Notarztsystem (das uns pro Jahr etwas über 5 Euro pro Einwohner mehr kostet, als es ein Paramedic-System würde) deutliche Outcome-Vorteile für den Patienten bietet. Ich meine, in einer Untersuchung gelesen zu haben, dass doppelt so viele Patienten mit plötzlichem Herztod in einem Notarztsystem überleben.
@ 10 Hr. Ruland: Ich kann Ihnen keinesfalls zustimmen, dass es für den Patienten das Beste ist, wenn der Notarzt Anästhesist ist. Was verführt zu der Annahme, dass ein Anästhesist der beste Notarzt sei: Einzig seine (vermutlich/vermeintlich) größere Übung/Fachkenntnis in den invasiven Methoden der Atemwegssicherung, Analgesie/Sedierung/Narkose sowie der intravenösen Zugänge.
Was die i.v.-Zugänge betrifft: da hat wohl JEDER Assistenzarzt im Krankenhaus die notwendige Übung, um den Anforderungen des Notarztdienstes hinreichende Fähigkeiten entgegenstellen zu können.
Bleiben die Fähigkeiten der Atemwegssicherung und der med. Maßnahmen. Dem gegenüber steht die erdrückende Übermacht der zum größten Teil internistischen Notfälle, die der Anästhesist nicht auf die fachmännische Art zu meistern weiß, wie es der Internist kann. Wenn ich sehe, wie von anästhesistischen Notärzten an Rhythmusstörungen herumgedoktert wird, die ich dann kurz darauf in der Notaufnahme entgegen nehme, stellen sich mir die Nackenhaare. Der Anästhesist ist keineswegs die geeignetste Person für den Notarztdienst, sondern der internistische Intensivmediziner! Dieser hat nämlich die notwendige Fachkenntnis für die häufigsten (nämlich internistischen) Einsätze im Rettungsdienst, und verfügt genau wie der Anästhesist über die notwendige Übung und Kenntnis der o.g. Bereiche. Darauf sei an dieser Stele nochmals ausdrücklich hingewiesen.
#11 | 23. April 2013 um 21:29
Siegmund Clemens
Meines Wissens existieren Untersuchungen, wonach gottlob eben nicht die Mehrzahl der eingehenden Notrufe perakute oder akut lebensbedrohliche Zustände sind.
Zum Zweiten wird über dieser Gesetzesschreiberei eines vergessen: Unter Umständen geht es wirklich um die “Wurscht”, und da ist ein kompetentes Zusammenspiel aller an der Rettungskette beteiligten unabdingbar. Aus meiner 15-jährigen RD-Praxis kann ich resümieren, dass eigentlich der Notarzt eine “Hilfsfrist” haben müsste, nicht die auch durch ihre Ausbildung reglementierten Sanitäter und Assistenten.
Weil es um das Leben der Menschen geht, kann nur kompetentes Miteinander zielführend sein.
#10 | 23. April 2013 um 21:09
Habe eine Ausbildung zum Krankenpfleger und danach noch zwei Jahre meinen Fachpfleger zum OP-Pfleger gemacht. Arbeite jetzt über 33 Jahre als Krankenpfleger und bin zur Zeit in einem Seniorenhaus beschäftigt.
Also die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist zwar gut gemeint reicht aber nicht , sie sollten auch keine höheren Kompetenzen als Krankenpfleger oder Fachpfleger für OP und Anästhesie erhalten da dadurch die Weisungsbefugnis außer Kraft gesetzt wird.
Notfall- bzw. Rettungssanitäter haben einfach ein zu geringes Medizinisches Fachwissen , Fachpfleger für Anästhesie und OP durchlaufen in der Ausbildung und später fast alle Fachgebiete der Medizin. Dieses Fachwissen kann man nicht in 3 Jahren lernen. Zu meiner Zeit durfte man den Fachpfleger erst nach 2 jähriger Ausübung als Krankenpfleger anfangen , sind also 7 Jahre Berufserfahrung und Ausbildung.
In einen Seniorenheim wird häufig ein KTW oder RTW mit und ohne Notarzt angefordert. Oft treten die Rettungssanitäter sehr überheblich auf , wenn ich einen RTW anfordere hat das schon einen Grund , da Bewohner oft Stabil sind und es erst gar nicht wie ein Notfall aussieht. Kommt dann der Notarzt und ein EKG wird angelegt fängt die Hektik an !!!!! usw….. Fachliche Inkompetenz !!!!!!!
Zu gutem Schluss kann ich nur sagen das es aus Medizinischer Sicht auch für die Patienten am besten wäre wenn der Notarzt ein Anästhesist und an seiner Seite ein Fachpfleger für Anästhesie oder OP steht , Fahrer von Notarztwagen und RTW können weiterhin mit Sanitäter bestückt werden das wäre mal ein Anfang.
#9 | 23. April 2013 um 20:48
Und schon sind wir beim Thema Notfall! Wie ist der definiert und wessen Verpflichtung ist es zu helfen?
Mir ist der geübte Praktiker ohne akademische Ausbildung am Unfallort lieber als der, Entschuldigung, seit 25 Jahren tätige Dermatologe ohne Notfallfortbildung! Ohne dieser Berufsgruppe zu Nahe treten zu wollen. Wir neigen dazu alles zu reglementieren bis ins kleinste Detail und im Ernstfall schlägt dann jeder in seinem Qualitätshandbuch nach was er denn darf und was nicht. So lange wie wir Politiker haben die der Meinung sind von allem Ahnung zu haben und dann darüber in ihrer Unkenntnis auch noch Gesetze auf den Weg bringen, dürfen wir uns als Gesellschaft doch nicht über das Ergebnis wundern.
#8 | 23. April 2013 um 20:26
Die in der neuen Ausbildungsform genannten Voraussetzungen zu den noch nicht näher definierten Maßnahmen stellen keine absolute Neuerung dar,sondern werden nur dem IST Zustand gerecht und endlich in einer Bundeseinheitlichen Form in die Ausbildung übernommen.
Mit dem NSG werden keine neuen,nicht bekannten Maßnahmen eingeführt,sondern dem täglichem Geschehen im Rettungsdienstlichem Alltag Rechnung getragen.
Zumindest im ländlichen Bereichen ,sog. Landrettung, sind die angesprochenen,”befürchteten” Maßnahmen Alltag des Rettungsdienstpersonals.Wobei die Nachforderung eines NA immer selbstverständlich ist,die “Handwerklichen” Fähigkeiten sind in diesen Bereichen jedoch als gefestigt zu betrachten.
Bis jetzt leider immer noch ohne rechtliche Sicherheit.
Als tatsächliches Problem sehe ich die Möglichkeit, direkt von der Ausbildung seine Maßnahmen anwenden zu können.
Bisher ist es im RD wie in der Klinik beim ärztlichen oder nicht ärztlichen Personal standart,das ein Berufserfahrener dem neuen zur Seite gestellt wird.
Wobei viele Assistenzärzte sich solch eine Sicherheit und Begleitung wie im RD sicher auch wünschen würden.
Hier sind die potentiellen Fehler bei Maßnahmen von blutjungen unerfahrenen Ärzten sicher deutlich größer als im RD.
Hier legt es in der Verantwortung der Rettungsdienstbetreiber nach bekannten Schemata zu verfahren und junge,unerfahrenes mit erfahrenem Personal im Team einzusetzen.
Wieviel Praxis,Erfahrung und Handwerkliche Fähigkeiten die neue Ausbildungsform den Absolventen zum Start mitzugeben vermag wird die Zukunft zeigen.
#7 | 23. April 2013 um 19:34
Wenn der 3-jährige N.Sanni mehr Befugnisse bekommt, als eine Fachpflegekraft Anästhesie, die 5 Jahre Ausbildung hat, dann frage ich mich, wann wir aufhören Ärzte als Notärzte auszubilden. Ein Notarzt braucht, um als solcher Einsätze fahren zu dürfen, außer seinem Studium, noch entsprechende Intensivmedizinische und Anästhesiologische Erfahrung und ein N.Sanni soll all dies nach 3 Jahren Ausbildung, direkt von der Schulbank ohne Mindestzugangsalter (also theoretisch ab 16 Jahren) bewältigen. Armes Deutschland. Ich hoffe nur dass dieses Gesetz von der BÄK gestürzt bzw. blockiert werden kann. Wen man bedenkt, dass in der Schweiz weniger Notärzte eingesetzt werden, dann muss man die Qualifikation des Rettungsdienstpersonals mit einer entsprechenden guten Ausbildung betrachten und nicht wie bei uns dann mit 19 Jahren (16 Jahre + 3 Jahre Ausbildung)bereits über Leben und Tod entscheiden dürfen. Ich dachte Schildbürgerstreiche gehören der Humorvollen Vergangenheit an!
#6 | 23. April 2013 um 18:25
“In anderen Ländern wie beispielsweise den USA und der Schweiz existieren klare Algorithmen und Kompetenzkataloge für das “Sanitätspersonal”. Dies wäre auch in Deutschland wünschenswert, damit der NotSan zum handlungskompetenten Assistenten des Notarztes wird.”
Gut, allerdings fehlt diese klare Kompetenz in dem Gesetz
“Pro Jahr wird die Ausbildung der Retter etwa 42 Millionen Euro betragen, 90 Prozent davon sollen die Krankenkassen tragen, so sieht es das Gesetz vor”
Die Kosten werden explodieren! Letztendlich ist dann immer weniger Geld da, für die ´”normale” Versorgung der Kranken.
Wie immer haben unsere Politiker Ihre Hausaufgaben nicht gemacht!
#5 | 23. April 2013 um 18:13
es solle natürlich 80 Stunden NA-Kurs heißen ;-)
#4 | 23. April 2013 um 17:46
Meiner Meinung nach gibt es in der rettungsdienstlichen Versorgung lebensbedrohlich kranker Patienten nur wenige sinnvolle akute und lebensrettenden Maßnahmen. Die Möglichkeiten werden manchmal einfach überschätzt.
Daher spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, einen Notfallsanitäter soweit auszubilden, dass er wenige aber wichtige Maßnahmen selbstständig durchführen kann, diese aber auch verantworten muss.
Dinge wie Schmerztherapie, Einleitung, Durchführung und Aufrechterhaltung einer Analgosedierung inkl. Atemwegsmanagement inkl. akuter antikonvulsiver Therapie mit wenigen ausgewählten Standardmedikamenten sowie Flüssigkeitstherapie sollte gelehrt werden. Diese Akutmaßnahmen sollen die vitale Gefährdung des Patienten soweit abwenden, bis der ärztliche Kollege verfügbar ist.
Ich denke, wenn diese Inhalte auf das wesentliche reduziert und intensiv gelehrt und geübt werden, ist jeder Notfallsanitäter besser vorbereitet, als jeder frischgebackene approbierte Arzt, denn ehrlich … was können wir denn nach 1-2 Jahren Assistenzarztzeit und 0 Stunden NA-Kurs denn wirklich besser davon?
#3 | 23. April 2013 um 17:44
Nach einem schweren Verkehrsunfall liege ich eingeklemmt und schwer verletzt in meinem KFZ und es kommt kein Notarzt!!! Ich glaube das ist keine gute Idee. Ich wünsche mir, das mir und meiner Familie so etwas nie passiert.
#2 | 23. April 2013 um 17:39
In der Schweiz fährt – meines Wissens nach – eine Anästhesiepflegekraft im Rettungsdienst, die hat neben einer 3 jährigen Ausbildung zur Pflegekraft einen 2 jährigen Nachdiplomstudiengang Anästhesie absolviert. Da fährt soweit mit bekannt ist kein Notarzt raus , es sei denn es wird der Hubschrauber benötigt. In den USA gibt es auch keinen Notarzt wie wir ihn kennen sondern Telemetrie , Paramedics und klare Algorythmen. Mir ist nicht bekannt das dort die notfallmedizinische Versorgung der deutschen unterlegen wäre.
Man muss allerdings auch sagden das Pflegepersonal und in Zukunft dann Rettungsdienstler nicht zum Arzt ehrenhalber qua Ausbildung und Berufserfahrung werden.
Aber ein klare Ausbildung, mit eindeutig abgegrenzten Kompetenzen – auch für den Notfall – und zwar bundesweit einheitlich und über alle Berufsgruppen könnte die Ärzte in allen bereichen des Gesundheitswesens sinnvoll entlasten und wäre auch im Interesse der Patienten.
Wenn man sehen will wie es sinnvoll gemacht wird schaue man halt z.B. in die Schweiz, aber in Deutschland gibt es nur halbgares wischiwaschi das keinem nutzt und letztlich die Berufsverbände der Ärzte bei jedem Fiselchen Entscheidungsspielraum das man nichtärztlichen Berufsgruppern zugesteht aufschreien läßt wie ein Baby dem man den Schnuller klaut.
In anderen Ländern gibt es diese Probleme zwischen den Berufsgruppen gar nicht das ist ein sehr deutsches Phänomen. Aber in den USA z.B. kann man Plfege auch studieren und der Umgang und der wechselseitige Respekt sind vorhanden , vielleicht liegt es ja daran das dort in dem Bereich die besseren Gesetze gemacht werden, wie auch in der Schweiz.
#1 | 23. April 2013 um 16:44
Berufsekzem (Dr. med. Nikolaus Stosiek)
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