Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2081/87
Timestamp: 2019-03-19 10:52:48
Document Index: 283116894

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 252', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.03.1988 - VI ZR 81/87 - dejure.org
Pflicht des Gerichs zur Beweiserhebung über bestrittene Ausgangstatsachen bzw. Anknüpfungstatsachen auch im Falle der Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Schadensschätzung - Ausreichen der Verwendung der Tatsachen im Gutachten eines mit den Schätzungsunterlagen vertrauten Sachverständigen - Berechnung des Erwerbschadens ohne jede Berücksichtigung der konkreten Entwicklung des Unternehmens - Hinnahme der Aufdeckung des Steuergeheimnisses bei der Geltendmachung eines konkreten Schadens - Gewährung eines Ausfallersatzes für die wissenschaftliche Nebentätigkeit
NJW 1988, 3016
MDR 1988, 849
NZV 1988, 134
VersR 1988, 837
Das gilt auch, wenn das Gericht von den Feststellungen eines Sachverständigen abweichen will (vgl. Senatsurteil vom 15. März 1988 - VI ZR 81/87, VersR 1988, 837, 838 mwN).
Über bestrittene Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen hat das Gericht Beweis zu erheben (…BAG 20. September 2006 - 10 AZR 439/05 - aaO; BGH 15. März 1988 - VI ZR 81/87 - NJW 1988, 3016;… 17. April 1997 - X ZR 2/96 - aaO).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes setzt eine Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO die schlüssige Darlegung von Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen voraus (BGH, Urt. v. 15. März 1988, VI ZR 81/87, NJW 1988, 3016, 3017).
Für die Schadensberechnung benötigt der Richter als Ausgangssituation greifbare Tatsachen, da sich nur anhand eines bestimmten Sachverhalts sagen lässt, wie die Dinge sich weiterentwickelt haben würden (BGH NJW 1988, 3016, 3017 m.w.N.).
Über bestrittene Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen hat das Gericht allerdings Beweis zu erheben (BGH 15. März 1988 - VI ZR 81/87 -NJW 1988, 3016;… 17. April 1997 - X ZR 2/96 - aaO).
Die erleichterte Schadensberechnung nach § 252 Satz 2 BGB in Verbindung mit § 287 Abs. 1 ZPO läßt eine völlig abstrakte Berechnung des Erwerbsschadens nicht zu, verlangt vielmehr die Darlegung konkreter Anhaltspunkte für die Schadensermittlung (vgl. z.B. Senatsurteile vom 15. März 1988 - VI ZR 81/87 - VersR 1988, 837 und vom 16. Oktober 1990 - VI ZR 275/89 - VersR 1991, 179).
Für die Schadensberechnung benötigt der Richter als Ausgangssituation greifbare Tatsachen, da sich nur anhand eines bestimmten Sachverhalts sagen lässt, wie die Dinge sich weiterentwickelt hätten (BGH, Urteil vom 15. März 1988 - VI ZR 81/87, NJW 1988, 3016, 3017).
Hierzu muss die Klägerin jedoch die für die Schätzung erforderlichen und bestrittenen Anknüpfungstatsachen beweisen, bevor auf der so gesicherten Tatsachengrundlage Schätzungen vorgenommen werden können (BGH, NJW 1988, 3016, 3017; BGH, Urteil vom 29. März 2000 - VIII ZR 81/99, NJW 2000, 2272, 2275;… Urteil vom 7. Juni 2006 - XII ZR 47/04, NJW-RR 2006, 1238 Rn. 13).
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