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Timestamp: 2016-10-28 02:46:44
Document Index: 19002469

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 258/99 (21.11.2000)
S.________, 1964, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Ulrich Seiler, Falkenh�heweg 20, Bern,
A.- Der 1964 geborene S.________ arbeitete seit 1. Januar 1989 als Mechaniker bei der Firma M.________ AG und war in dieser Eigenschaft obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert. Am 3. Oktober 1993 verunfallte er in Ungarn als Beifahrer in einem Auto, das sich mehrmals �berschlug. Nachdem er vorerst mit starken Schmerzen im Nacken und im R�cken ins Spital von K.________ eingeliefert worden war, erfolgte am 5. Oktober 1993 der R�cktransport in die Schweiz, wo S.________ in der Neurochirurgischen Abteilung des Spitals hospitalisiert wurde. Die �rzte diagnostizierten unter Hinweis auf ein durchgemachtes Schleudertrauma eine traumatische Diskushernie C5/6 rechts sowie eine Subluxation auf H�he C5/6 mit rechtsseitiger Fazetten-Gelenksfraktur. Am 7. Oktober 1993 wurden eine Discektomie C5/6 und eine Osteosynthese C5/6 durchgef�hrt. In einem vom 20. April bis 3. Juni 1994 dauernden Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik B.________ konnte der Bewegungsumfang der Halswirbels�ule verbessert und eine fast vollst�ndige Erholung des sensomotorischen Ausfalles in C6 festgestellt werden. Die Arbeitsunf�higkeit, welche bisher 100 % betragen hatte (kreis�rztliche Untersuchung vom 1. Februar 1994), wurde im Zeitpunkt des Austritts auf 50 % halbtags festgesetzt (Bericht der Rehabilitationsklinik B.________ vom 9. Juni 1994).
Am 9. Juni 1994 erlitt S.________ einen weiteren Autounfall, in dessen Folge es zu einer deutlichen Verst�rkung des vorbestehenden cervico-cephalen Schmerzsyndromes kam. Vom 17. Oktober bis 18. November 1994 hielt er sich erneut in der Rehabilitationsklinik B.________ auf, welche in einem Bericht vom 28. November 1994 darauf hinwies, dass der Versicherte beim zweiten Unfall ein HWS-Distorsionstrauma sowie eine Kopfkontusion erlitten habe, und als Ergebnis des Aufenthaltes feststellte, dass er an einem schweren cervico-cephalen Schmerzsyndrom, einer Bewegungseinschr�nkung der HWS sowie leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsst�rungen leide und im Zeitpunkt des Austrittes vollst�ndig arbeitsunf�hig sei. Nach einem erneuten Aufenthalt in B.________ (vom 18. April bis 2. Juni 1995) besserte sich das cervico-cephale Syndrom und wurde eine Aufnahme der Arbeit an der bisherigen Stelle im Rahmen von 50 % f�r m�glich erachtet. Wegen zunehmender Schmerzen musste indessen der am 12. Juni 1995 aufgenommene Arbeitsversuch schon nach wenigen Tagen wieder abgebrochen werden. Einem weiteren Aufenthalt in B.________ (vom 25. September bis 25. Oktober 1995) folgte eine �berpr�fung der beruflichen M�glichkeiten in der N.________ (vom 26. Februar bis 18. April 1996) und in der Beruflichen Abkl�rungsstelle (BEFAS) (vom 6. Januar bis 7. Februar 1997).
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen f�r die
beiden Unf�lle (Heilbehandlung, Taggeld). Anl�sslich der von ihr angeordneten Abschlussuntersuchung vom 11. Juli 1997 lehnte der Kreisarzt-Stellvertreter, Dr. med. X.________, unter Hinweis auf die bescheidenen objektiven Befunde sowie die eindeutige �berlagerungstendenz weitere therapeutische Massnahmen ab und erkl�rte den Versicherten ab sofort zu 50 % arbeitsf�hig. Gest�tzt auf eine von der Invalidenversicherung beim Zentrum f�r medizinische Begutachtung (ZMB) eingeholte Expertise vom 13. Januar 1998 sprach die SUVA dem Versicherten f�r die physischen Folgen der beiden Unf�lle vom 3. Oktober 1993 und 9. Juni 1994 eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 25 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 25 % zu, w�hrend sie eine Leistungspflicht f�r die psychogenen Beschwerden mangels ad�quaten Kausalzusammenhanges verneinte (Verf�gung vom 20. Mai 1998). Die vom Versicherten gegen die Invalidenrente erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 8. Oktober 1998 ab.
B.- Beschwerdeweise liess S.________ sinngem�ss beantragen, es sei ihm eine Invalidenrente auf der Basis einer Arbeitsunf�higkeit von mindestens 50 % zuzusprechen, eventualiter sei ein gerichtliches Obergutachten anzuordnen. Mit Entscheid vom 10. Juni 1999 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Beschwerde gut, hob den Einspracheentscheid und die Verf�gung, soweit die Festsetzung der Invalidenrente betreffend, auf und wies die Akten an die SUVA zur�ck zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erw�gungen.
C.- S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde
f�hren mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben, es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ein gerichtliches Obergutachten zu den HWS-Folgen der beiden Unf�lle und zur Frage der angeblich psychogenen Anteile durch die IV-Stelle oder das kantonale Gericht zu erstellen.
W�hrend die SUVA auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, l�sst sich das Bundesamt f�r
1.- Im angefochtenen Entscheid wird die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers zun�chst vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt f�r die Erw�gungen zu den vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht entwickelten Grunds�tzen zum erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, je mit Hinweisen). Ferner hat das kantonale Gericht zutreffend festgestellt, dass die Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen mit Schleudertraumen der Halswirbels�ule (HWS) nach den in BGE 117 V 359 ff. festgelegten Kriterien erfolgt, w�hrend bei psychischen Unfallfolgen und in F�llen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgepr�gten psychischen Problematik indes ganz in den Hintergrund treten, anhand der Regeln vorzugehen ist, wie sie in BGE 115 V 140 Erw. 6c entwickelt worden sind (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Darauf kann verwiesen werden.
2.- Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung, wobei unter den Parteien einzig bei der Beurteilung des Kausalzusammenhanges Uneinigkeit besteht.
a) Gest�tzt auf die medizinischen Akten (Berichte des Dr. med. Z.________, Spezialarzt f�r Chirurgie FMH, vom 13. Oktober 1994, der Rehabilitationsklinik B.________ vom 28. Oktober 1994, des Dr. med. Y.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 9. Februar 1995 und Gutachten des ZMB vom 13. Januar 1998) hat die Vorinstanz erwogen, es k�nne nicht als erstellt gelten, dass der Beschwerdef�hrer sich am 9. Juni 1994 ein Schleudertrauma zugezogen habe, weil die Akten �ber den Unfallhergang keine Angaben enthielten. Demgegen�ber stehe fest, dass der Versicherte beim Unfall in Ungarn vom 3. Oktober 1993 eine Verletzung erlitten habe, bei welcher es zu einer Distorsion der Halswirbels�ule infolge eines Abknickmechanismus gekommen sei, wof�r nicht nur die glaubw�rdige Schilderung des Versicherten sowie seiner Kollegen �ber den Unfallhergang, sondern auch die Art der von den �rzten der neurochirurgischen Abteilung des Spitals unmittelbar nach dem Unfall gestellten Diagnose (Bericht der Dres. med. G.________ und L.________ vom 7. Oktober 1993) und die anl�sslich der neurologischen Abkl�rung festgestellten leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsst�rungen (Bericht der Rehabilitationsklinik B.________ vom 4. November 1994) spr�chen. Die im Rahmen des ersten Unfalles entstandene objektivierbare Beeintr�chtigung habe sich im Verlaufe der Zeit immer mehr zur�ckgebildet und gem�ss den vorliegenden Akten h�tten im Zeitpunkt der Zusprechung der Rente keine organisch nachweisbaren Funktionsausf�lle mehr bestanden. Zumindest der Autounfall aus dem Jahre 1993 stelle eine Teilursache f�r die anfangs 1998 weiterhin andauernden Beschwerden sowohl somatischer als auch psychischer Art dar, womit der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Ereignis und der anhaltenden gesundheitlichen Beeintr�chtigung als erstellt zu gelten habe.
b) An der Sache vorbei zielt unter diesen Umst�nden
der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sinngem�ss erhobene Einwand, wonach die Vorinstanz unber�cksichtigt gelassen habe, dass sich die gesundheitliche Situation in Folge des zweiten Unfalles noch verschlimmert habe. Denn das kantonale Gericht hat nicht in Abrede gestellt, dass es nach diesem Unfall, wie den medizinischen Akten entnommen werden kann, zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist, wobei es offenbar davon ausging, dass diese eher vor�bergehender Natur gewesen sei. Letztlich liess es die Frage, ob anfangs 1998 noch immer auf den zweiten Unfall zur�ckzuf�hrende Beschwerden bestanden, indessen offen, indem es erwog, dass "zumindest der Autounfall [...] aus dem Jahre 1993 eine Teilursache" f�r die anhaltenden Beschwerden darstelle. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, zumal sich die andauernde gesundheitliche Beeintr�chtigung nicht eindeutig auch dem zweiten Unfall zuordnen l�sst, da dieser, wie die Entwicklung der Arbeitsunf�higkeit zeigt (Berichte der Rehabilitationsklinik B.________ vom 9. Juni 1994, 28. November 1994 und 19. Juni 1995), aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer bloss vor�bergehenden Verst�rkung der bestehenden Beschwerden gef�hrt hat. Da diesbez�glich von zus�tzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden k�nnen und der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend abgekl�rt ist, ist dem Antrag auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens zum Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers nicht stattzugeben (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 119 V 344 Erw. 3c; vgl. auch BGE 124 V 94 Erw. 4b).
c) Folgerichtig wurde im angefochtenen Entscheid auch die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges, welche wegen der bestehenden psychischen �berlagerung nach den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa festgelegten Kriterien zu beurteilen ist (BGE 123 V 99 Erw. 2a), einzig unter Bezugnahme auf den ersten Unfall gepr�ft (und - im Gegensatz zum Einspracheentscheid der SUVA - sowohl f�r die somatischen als auch f�r die psychischen Beschwerden bejaht), was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht nicht beanstandet wird.