Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202011,%202819
Timestamp: 2019-05-26 12:18:13
Document Index: 93555099

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 152', '§ 154', '§ 331', '§ 333', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.07.2011 - 4 StR 156/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,4901
BGH, 28.07.2011 - 4 StR 156/11 (https://dejure.org/2011,4901)
BGH, Entscheidung vom 28.07.2011 - 4 StR 156/11 (https://dejure.org/2011,4901)
BGH, Entscheidung vom 28. Juli 2011 - 4 StR 156/11 (https://dejure.org/2011,4901)
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§ 266 Abs. 1 StGB; § 152 ZVG; § 154 ZVG; § 331 StGB; § 333 StGB
Untreue (Vermögensbetreuungspflicht des mit einem Zwangsverwaltungsverfahren befassten Rechtspflegers; Zwangsverwalter; Verletzung einer vermögensschützenden Pflicht; Unmittelbarkeitszusammenhang zwischen Nachteil und Pflichtverletzung; schadensgleiche Vermögensgefährdung); Unrechtsvereinbarung und Vorteil im Sinne der Amtsträgerdelikte (Vorteilsgewährung; Vorteilsannahme)
Untreue: Vermögensbetreuungspflicht des Rechtspflegers im Zwangsverwaltungsverfahren
Vermögensbetreuungspflicht eines mit einem Zwangsverwaltungsverfahren befassten Rechtspflegers gegenüber Gläubigern und dem Schuldner
Vermögensbetreuungspflicht des Rechtspflegers gegenüber Gläubigern und Schuldner im Zwangsverwaltungsverfahren
Vermögensbetreuungspflicht des Rechtspflegers gegenüber Gläubiger und Schuldner im Zwangsverwaltungsverfahren
Strafrecht - Untreue: Zwangsverwalter hat Vermögensbetreuungspflicht!
Zur Vermögensbetreuungspflicht eines Zwangsverwalters
Vermögensbetreuungspflicht des Rechtspflegers bei angeordneter Zwangsverwaltung
LG Halle, 22.09.2010 - 13 KLs 29/09
NJW 2011, 2819
ZIP 2012, 346
NStZ-RR 2011, 374
NZI 2011, 696
StV 2011, 734
Rpfleger 2011, 622
Den Täter muss eine inhaltlich herausgehobene Pflicht zur Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen treffen, die über für jedermann geltende Sorgfalts- und Rücksichtnahmepflichten und insbesondere über die allgemeine Pflicht, auf die Vermögensinteressen des Vertragspartners Rücksicht zu nehmen, ebenso hinausgeht wie über einen bloßen Bezug zu fremden Vermögensinteressen oder eine rein tatsächliche Einwirkungsmöglichkeit auf materielle Güter anderer (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 3. Mai 2012 - 2 StR 446/11, NStZ 2013, 40 f., juris Rn. 4;… vom 5. März 2013 - 3 StR 438/12, BGHR StGB § 266 Abs. 1 Vermögensbetreuungspflicht 52, juris Rn. 9;… vom 26. November 2015 - 3 StR 17/15, NJW 2016, 2585, 2590 f., juris Rn. 52;… Urteile vom 11. Dezember 2014 - 3 StR 265/14, BGHSt 60, 94, 104 f., juris Rn. 26; vom 28. Juli 2011 - 4 StR 156/11, NStZ-RR 2011, 374, 375, juris Rn. 9).
Hierbei ist nicht nur auf die Weite des dem Täter eingeräumten Spielraums abzustellen, sondern auch auf das Fehlen von Kontrolle, also auf seine tatsächlichen Möglichkeiten, ohne eine gleichzeitige Steuerung und Überwachung durch den Treugeber auf dessen Vermögen zuzugreifen (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 3. Mai 2012 - 2 StR 446/11, NStZ 2013, 40 f., juris Rn. 4;… vom 5. März 2013 - 3 StR 438/12, BGHR StGB § 266 Abs. 1 Vermögensbetreuungspflicht 52, juris Rn. 9;… vom 26. November 2015 - 3 StR 17/15, NJW 2016, 2585, 2590 f., juris Rn. 52;… Urteile vom 11. Dezember 2014 - 3 StR 265/14, BGHSt 60, 94, 104 f., juris Rn. 26; vom 28. Juli 2011 - 4 StR 156/11, NStZ-RR 2011, 374, 375, juris Rn. 9;… weitere Nachweise bei SSW-StGB/Saliger aaO).
Denn eine Norm- oder Obliegenheitsverletzung kann selbst dann pflichtwidrig im Sinn von § 266 StGB sein, wenn eine unmittelbare vertragliche Beziehung nicht besteht, die verletzte Rechtsnorm oder Obliegenheit aber wenigstens auch, und sei es mittelbar, vermögensschützenden Charakter hat (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2011 - 4 StR 156/11, NStZ-RR 2011, 374, 376, juris Rn. 18 mwN).
Denn ein über den Zurechnungszusammenhang hinausgehendes Unmittelbarkeitserfordernis zwischen Pflichtwidrigkeit und Nachteil (vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 28. Juli 2011 - 4 StR 156/11, NStZ-RR 2011, 374, 376, juris Rn. 21) ist auch dann gegeben, wenn im Tatzeitpunkt aufgrund der Rahmenumstände sicher zu erwarten ist, dass der Schadensfall auch tatsächlich eintreten wird (vgl. BGH…, Beschluss vom 26. November 2015 - 3 StR 17/15, wistra 2016, 314, 325, juris Rn. 90;… für Schäden, die sich gleichsam von selbst vollstrecken auch SSW-StGB/Saliger, 2. Aufl., § 266 Rn. 75a).
In dem vorangegangenen Strafverfahren hat der Bundesgerichtshof in seinem Revisionsurteil vom 18. Juli 2011 - 4 StR 156/11 - die vom Landgericht Halle in dessen rechtskräftigem Strafurteil vom 22. September 2010 - 13 KLs 13/09 - getroffenen tatsächlichen Feststellungen wie folgt zusammengefasst:.
Seine Revision wurde durch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28.11.2011 (4 StR 156/11) verworfen.
Die tatbestandlichen Feststellungen in dem Urteil des Landgerichts C-Stadt vom 22.09.2010 (13 Kls 29/09) werden in dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28.11.2011 (4 StR 156/11) wie folgt zusammengefasst:.
Von daher ist die vom Bußgeldgericht vorgenommen Erhöhung der Regelgeldbuße von 160, 00 EUR, die sich nur an einfacher Fahrlässigkeit orientiert, auf 320, 00 EUR von rechts Wegen nicht zu beanstanden und liegt innerhalb des tatrichterlichen Spielraums, der von dem Rechtsbeschwerdegericht hinzunehmen ist; die Grenzen des vom Rechtsmittelgericht hinzunehmenden Vertretbaren (vgl. dazu statt vieler: BGH NJW 2011, 2819, 2821; BGH NStZ-RR 2008, 343; BGH NStZ 1982, 114; BGH NStZ 1984, 360; OLG Karlsruhe NJW 1980, 133) sind jedenfalls nicht überschritten.