Source: http://rechtsfragen-jugendarbeit.de/sexualstrafrecht/sexualstrafrecht-normen?s=
Timestamp: 2018-05-23 07:09:04
Document Index: 108266284

Matched Legal Cases: ['§ 176', '§ 176', '§ 182', '§ 174', '§ 180', '§ 180']

Sexualstrafrecht Die wichtigsten Normen des Sexualstrafrechts – Rechtsfragen Jugendarbeit
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Bei Veranstaltungen der Jugendarbeit kommt es sowohl zwischen Jugendgruppenleitern und Veranstaltungsteilnehmern als auch zwischen den Veranstaltungsteilnehmern untereinander häufig zu engeren persönlichen Kontakten. In solchen (an sich unproblematischen) Vertrauensverhältnissen kann es jedoch leicht zu missverständlichen Situationen kommen. Betreuer sollten daher nicht nur mit den typischen Problemkonstellationen vertraut sein, sondern auch die wichtigsten Normen des Sexualstrafrechts kennen. Die Normen des Sexualstrafrechts im Strafgesetzbuch (StGB) werden indes oftmals als unübersichtlich empfunden. Der Grund hierfür liegt in der beabsichtigten Unterscheidung verschiedener Fallkonstellationen, was durchaus Sinn macht. So bedürfen Kinder ohne Zweifel eines weiterreichenden Schutzes als Jugendliche.
§ 176 StGB – weitestgehender Schutz für Kinder
§ 176 StGB stellt alle sexuellen Handlungen mit Beteiligung von Kindern unter 14 Jahren unter Strafe. Bezweckt ist ein umfassender Schutz der Kinder vor frühzeitigen und sozialschädlichen Sexualkontakten. Aus diesem Grund erfasst die Norm verschiedenste Sachverhalte, nämlich einerseits sexuelle Handlungen des Kindes mit einer anderen Person und andererseits Begehungsvarianten sexuellen Missbrauchs ohne unmittelbaren Körperkontakt.
§ 182 StGB – Schutz von Jugendlichen
2. diese unter Ausnutzung einer Zwangslage dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(4) In den Fällen der Absätze 1 und 2 kann das Gericht von Strafe nach diesen
Vorschriften absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.
3. an seinem noch nicht achtzehn Jahre alten leiblichen oder angenommenen Kind vornimmt oder an sich von dem Schutzbefohlenen vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
Auch § 174 StGB erfasst verschiedene Begehungsvarianten, um einen weitestmöglichen Schutz von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeitsverhältnissen zu gewährleisten. Im übrigen trifft die Norm Unterscheidungen nach dem Alter.
§ 180 StGB – Verhinderung unerwünschter Sexualkontakte Minderjähriger
§ 180 StGB kann sehr unterschiedliche Sachverhaltskonstellationen erfassen. Im Hinblick auf problematisches aktives Tun ist insbesondere an die gezielte Steuerung von Beziehungen („Verkuppeln“) oder die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten zu denken. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass auch ein absichtliches Unterlassen zu einer Strafbarkeit führen kann (z.B. bei einem absichtlichen Nichteinschreiten beim Zurückziehen von Liebespaaren). Die Ausnahmeregelung in Absatz 1 am Ende gilt nur für die personensorgeberechtigten Personen, also nicht für Jugendgruppenleiter.
Der Gesetzgeber hat im Sexualstrafrecht unter anderem Straftatbestände normiert, die den Schutz der spezifischen Interessen von jungen Menschen an einer ungestörten und selbstbestimmten Sexualentwicklung gewährleisten sollen. Aufgrund des umfassenden Schutzkonzeptes dieser Normen sollten Teamer bei Veranstaltungen der Jugendarbeit darauf achten, missverständliche Situationen zu vermeiden und in problematischen Sachverhaltskonstellationen klare Grenzen ziehen, um rechtliche Probleme zu vermeiden.
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