Source: http://www.recht-finanzen.de/forum/affich-37328-parship-jahresvertrag-vorzeitig-kuendigen
Timestamp: 2017-04-26 23:26:23
Document Index: 292332847

Matched Legal Cases: ['§ 627', '§ 627', '§ 627', 'BGH', '§ 627', 'BGH', '§ 627', '§ 627', '§ 656', '§ 280', '§627', '§627']

Davenry 4Beiträge
Freitag Juni 10, 2016Mitglied seit:
Juli 26, 2016 Zuletzt online: - Letzte Antwort am 24. Februar 2017 12:44 von Didimann Ich hatte eine Parship Premium Mitgliedschaft abgeschlossen und nach einem Monat gemerkt dass eine Partner Onlinebörse nichts für mich ist.Daraufhin habe ich mich per Einschreiben (wie es verlangt wird) und auf deren Internetseite abgemeldet und ihre Dienste danach nicht mehr in Anspruch genommen.Als ich die Premium Mitgliedschaft wählte (sie heisst Premium,ist aber eigentlich die Basis Mitgliedschaft die man haben muss um Parship überhaupt richtig nutzen zu können), war mir nicht bewusst dass ich nicht durch Abmeldung aus dem Jahresvertrag aussteigen kann..anscheinend,denn dies ist hier meine Frage.Bin ich gezwungen ein Jahr lang jeden Monat Mitgliedschaftsgebühren zu bezahlen obwohl ich deren Dienste nur einen Monat in Anspruch genommen habe?
Nun habe ich mich an die Verbraucherzentrale gewendet die meinten, sie und Parship würden da unterschiedliche Auffassungen vertreten und ich erst bezahlen müsste wenn ein Gericht mich dazu verurteilt.Lass ich es darauf ankommen?
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Phia86 3Beiträge
Donnerstag Juli 28, 2016Mitglied seit:
Juli 28, 2016 Zuletzt online: 28. Juli 2016 20:44
Ihr seid da in "guter" Gesellschaft und es gibt wohl sehr viele dieser Fälle und selbst Seiten wie http://www.partnersuche-im-internet.info/parship.html#preise-und-mitgliedschaft warnen indirekt davor [...] Schauen Sie sich daher die Widerrufsfrist genau an. Denn dort steht genau aufgeführt, was Sie zu berücksichtigen haben. Somit schützen Sie sich vor bösen Überraschungen, wenn Sie mit den gebotenen Diensten von Parship nicht zufrieden sind. Einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen Vertragsdetails, Kosten und Datenschutz. Sehr unübersichtlich gestaltet ist die Möglichkeit der Kündigung. Zudem müssen Sie darauf achten, dass Sie die Kündigung innerhalb der Kündigungsfrist durchführen. Die vermittelten Kontakte, die innerhalb der Widerrufsfrist an Sie geschickt wurden, werden Ihnen in Rechnung gestellt [...]
Ich würde es definitiv vor Gericht gehen lassen
grasil 7Beiträge
Samstag April 2, 2016Mitglied seit:
April 6, 2017 Zuletzt online: 10. Juni 2016 09:49
Hallo Davenry, lies dir mal unseren aktualisierten Beitrag zu dem Thema durch, vor allem den Teil über die außerordentliche Kündigung, wie in deinem Fall:
PARSHIP müsste dich verklagen, wenn du monatlich zahlst und sie auch nach deiner Kündigung weiter Beiträge haben möchten. Stell nur sicher, dass deine Kündigung auch der Form entspricht und du einen Beleg für die Zusendung hast, damit sie nicht über diesen Umweg sagen können, sie sei unwirksam.
Gruß, grasil vom CCM-Team
Juli 26, 2016 Zuletzt online: -
10. Juni 2016 10:14
Vielen Dank Grasil,
Meine Kündigung entsprach der Form und ich habe einen Beleg der Zusendung.Allerdings schrieb Parship in der Bestätigungsmail meiner Kündigung dass ich vertraglich gebunden bin ein Jahr zu bezahlen auch bei Kündigung nach einem Monat.Das finde ich natührlich Abzocke, bin mir aber nicht sicher ob ich hier im Recht bin nicht mehr zu bezahlen.In den Fällen in denen es um Parship Verträge geht die ich gelesen habe, geht es meist um die automatische Verlängerung nach einem Jahr Mitgliedschaft, nicht aber um eine "vorzeitige" Kündigung innerhalb des Jahres der Premium Mitgliedschaft.
April 6, 2017 Zuletzt online: -
10. Juni 2016 10:38
Schau nochmal in den Artikel: "Vorzeitige Kündigung bei PARSHIP
Nach einem Urteil vom Oberlandesgericht Dresden von 2014 (AZ: 14 U 603/14) handelt es sich bei Online-Partnervermittlungen um einen "Dienst höherer Art" mit besonderer Vertrauensstellung, bei dem gemäß § 627 BGB eine fristlose Kündigung jederzeit möglich ist - unabhängig von irgendwelchen Fristen laut Vertrag.
PARSHIP ignoriert auch in diesem Fall die aktuelle Rechtsprechung, akzeptiert eine fristlose Kündigung nicht und fordert noch ausstehende Premium-Beiträge ein. Dem Kunden wird empfohlen, diese mit Verweis auf das Urteil nicht zu zahlen und den erstmal folgenden Schriftverkehr sowie Drohungen mit Klage auszusitzen. Das Recht ist hier klar auf der Seite des Verbrauchers."
grasil vom CCM-Team
Juli 26, 2016 Zuletzt online: 10. Juni 2016 13:46
Vielen Dank Grasil!
Parship ist was § 627 BGB betrifft anderer Meinung.Ich zitiere aus der Mail die ich erhalten habe nachdem die Verbraucherzentrale Parship auf eben diesen Paragraphen hingewiesen hat:
Bei Online-Partnervermittlungen handelt es sich nicht um "Dienste höherer Art", so dass Herr X kein Kündigungsrecht gemäß § 627 BGB zusteht.Der BGH hat über die Frage, ob § 627 BGB bei Online-Partnerdiensten einschlägig ist oder nicht, im Übrigen noch nicht entschieden. Das OLG Dresden zitiert hier ganz schlichtweg falsch. Die Urteile des BGH betreffen ausschließlich die klassische Partnervermittlung.
Auch nach Erlass des Urteils des OLG Dresden vom 19.08.2014 haben die Amtsgerichte in aktuell nachfolgenden Entscheidungen die Anwendbarkeit des § 627 BGB bei Online-Partnervermittlungen entgegen der Auffassung des OLG Dresden weiterhin verneint, so: AG Heidelberg, 21.05.2015, Az. 28 C 51/15; AG Wolfratshausen, Urteil vom 07.10.2014, Az. 5 C 593,/14; AG München, Urteil vom 29.01.2015, Az. 132 C 25155/14; AG Bamberg, Urteil vom 11.03.2015, Az. 0104 C 1276/14; AG Hamburg-Altona, Urteil vom 08.04.2015, Az. 319a C 180/14; AG Hannover, Urteil vom 19.02.2015, Az. 512 C 12871/14; AG Krefeld, Urteil vom 13.10.2014, Az. 1 C 352/14; AG Düsseldorf , Urteil vom 09.12.2014, Az. 51 C 9054/14; AG Jena, Urteil vom 15.01.2015, Az. 21 C 1064/14.
Wir gehen daher davon aus, dass das für Herr X zuständige AG ebenfalls zu einer Verneinung der Anwendbarkeit des § 627 BGB kommen wird.
Ein außerordentliches Kündigungsrecht nach § 656 BGB ist bei Online-Partnerdiensten auch nicht gegeben (AG München, Urteil vom 05.05.2011 - 172 C 28687/10). Zu dieser Frage verhält sich das Urteil des OLG Dresden nicht.
Für jemanden der kein Jura studiert hat ist dies nicht leicht durchschaubar.
Gehe ich ein Risiko ein wenn ich nicht bezahle?Ich würde ungern zusätzlich zu den Kosten des Jahresvertrages von dem ich nur einen Monat genutzt habe auch noch die Gerichtskosten tragen.
Hallo Davenry, ja, das sieht PARSHIP anders. Wir können nur informieren und allgemeine Empfehlungen geben. Im Einzelfall musst du entscheiden und solltest im Zweifel einen Rechtsanwalt konsultieren oder zur Verbraucherzentrale gehen. Vielleicht gibt es dort schon mehrere Fälle dieser Art und du kannst dich mit anderen Verbrauchern zusammentun.
Juli 26, 2016 Zuletzt online: 26. Juli 2016 11:17
Ich hatte mich dazu entschieden nicht zu zahlen da ich es immer noch unfair finde für 11 Monate Dienstleistung zu zahlen die ich nicht in Anspruch nehme. Nachdem ich jetzt einen Monat nichts mehr von Parship gehört habe,bekomme ich eine Mail von einem Inkassounternehmen das mich im Namen von Parship bittet die Summe samt Zinsen,Mahn- und Inkassokosten zu überweisen:
"Hiermit zeigen wir die Vertretung der Firma PARSHIP GmbH – Deutschland (www.parship.de), Speersort 10, 20095 Hamburg, an. Ordnungsgemäße Bevollmächtigung wird versichert.
Aus den uns zur Verfügung gestellten Unterlagen ergibt sich, dass Sie sich unserem Auftraggeber gegenüber aus laufender Geschäftsbeziehung mit dem Ausgleich der nachfolgend detailliert aufgeführten Beträge schuldhaft in Zahlungsverzug befinden.
Ab dem 24.07.2016 sind täglich 0,04 € an Zinsen hinzuzurechnen.
In Ihrem eigenen Interesse und zur Vermeidung weiterer Kosten fordern wir Sie zur unverzüglichen Zahlung auf.Eine Zahlung direkt an unsere Mandantschaft entbindet Sie nicht von der Begleichung unserer Inkassokosten, die infolge des schuldhaften Zahlungsverzuges (§§ 280, 286 BGB) von Ihnen zu erstatten sind.
Für den Fall nicht rechtzeitiger Zahlung werden wir beim zuständigen Amtsgericht das gerichtliche Mahnverfahren einleiten, durch das weitere Kosten entstehen, die ebenfalls von Ihnen zu tragen sind. Sie können diese Maßnahme nur vermeiden, wenn Sie bis zum oben genannten Termin die gesamte Forderung begleichen oder zum Nachweis Ihrer Zahlungswilligkeit eine angemessene Teilzahlung leisten. Für Regulierungsvorschläge (Zahlungsvereinbarungen) und sonstige Informationen bitten wir um eine schriftliche Mitteilung (gerne auch per E-Mail) binnen gleicher Frist."
So, was nun? Zahlen oder nicht zahlen? Ich bin verunsichert, Ihre Meinung hierzu würde mich sehr interessieren.
Vielen Dank, Davenry
Lilli_Fee21 1Beiträge
Juli 28, 2016 Zuletzt online: -
28. Juli 2016 09:10
Hi ich stecke grade in der ähnlichen Situation und habe ein ähnliches Schreiben heute bekommen.
Ich habe mir von einem Anwalt eine Einschätzung geben lassen aber nunja, vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand wie man so schön sagt.
Ich habe ein wenig Ahnung von Jura und bin auch der Meinung, dass das OLG Recht hat mit seiner Einschätzung muss aber auch gestehen, dass ich die anderen Urteile nicht gelesen habe. Die Tendenz geht jedoch stark gegen eine Anwendung des §627 BGB.
Also den vollen Betrag weigere ich mich auf jeden Fall zu zahlen. Ich denke ich werde es drauf ankommen lassen. Mein Anwalt hat doch Punkte gefunden. Und auf der anderen Seite, so könnte ich Glück haben und die Summe wird kleiner...Ansonsten steh ich jetzt bei 800 € wenn untergehen, dann richtig.
Didimann-
Hattest du mittlerweile Erfolg? Bin in die gleiche Falle getappt und habe jetzt auch einen Anwalt zunächst aussergerichtlich eingeschaltet. Mir wurden auch die ganzen Urteile gegen die §627 BGB Auslegung geschickt. Meiner Meinung nach geht die Argumentation einer reinen Datenbank Dienstleistung nicht auf, da parship sehr wohl regelmäßig durch persönliche Einladunge, durch personenbezogene Nachrichtenkommentierung und durch den interaktiven Einsatz eines psychologischen Modells quasi als Beratungsinhalt eine "höhere Dienstleistung" mit entsprechender Verantwortungsstellung vertreibt. Die Methoden der Firma, mit dem Aufbau von , wie ich finde, Drohszenarien u.a. mit Inkassofirmen sind für mich sittenwidrig. Wäre ich wohlhabend, würde ich eine Stiftung zur Unterstützung von Abogeschädigten gründen. Mir sind immerhin zwei Sachen gelungen: der Rückzug des Lasteinzugs wurde bestätigt und ich soll meine angebliche Schult von 598,-€ per Überweisung zahlen und ich habe die Löschung meines Profils bestätigt (damit mir nicht, was wohl auch schon passiert ist, Kosten für Kontaktvermittlungen einzeln berechnet werden können). Und selbstverständlich finde ich es nicht zumutbar, einer Firma weiter zu vertrauen, die einen so, wie ich finde, kundenfeindlich ernidrigen will. Das finde ich schon alles ernüchternd und pervers. Wenn ich die Zahl der Gerichtsverfahren nehme, frage ich mich, ob das Eintreiben von Abokosten nach verpassten Kündigungsfristen dort das eigentliche Geschäft ist? Spätestens nach der WISO Sendung vom 13.2.2017 sollten denen doch die tatsächlich am Produkt interessierten Kunden wegbrechen? Und dann folgen ja irgendwann auch keine Opfer mehr, denen man mit Inkassounternehmen Restbeträge eintreiben kann? Und dann???
katjez-
17. November 2016 16:35