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Timestamp: 2016-10-01 20:37:32
Document Index: 6374385

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_783/2015 (22.02.2016)
8C_783/2015 � � Urteil vom 22. Februar 2016
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rolf Th�r,
vom 11. September 2015.
Der 1960 geborene A.________ war als Betriebswirtschafter bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachstehend: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als am 17. Juli 2012 ein Lastwagen auf das Fahrzeug, in dem sich der Versicherte als Beifahrer befand, auffuhr. Dr. med. B.________, der vom Versicherten noch am Unfalltag aufgesucht wurde, diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbels�ule. Die Z�rich anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nachdem der Versicherte ab 25. Oktober 2013 wieder zu 100 % an seine bisherige Arbeitsstelle zur�ckkehrte, stellte die Z�rich mit Verf�gung vom 29. April 2014 und Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2014 ihre Taggeld-Leistungen per 24. Oktober 2013 und ihre �brigen Leistungen per 30. April 2014 ein.
Die von A.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern mit Entscheid vom 11. September 2015 ab.
Mit Beschwerde beantragt A.________, die Z�rich sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilbehandlungsleistungen und eine Integrit�tsentsch�digung, auszurichten.
1.3.�Gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG sind Noven im letztinstanzlichen Verfahren grunds�tzlich unzul�ssig (vgl. zur Geltung dieses Grundsatzes im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung: BGE 135 V 194 E. 3.4 S. 199 f.). Die Voraussetzungen, unter denen der vom Versicherten neu eingereichte Bericht des Dr. med. C.________ vom 21. Oktober 2015 ausnahmsweise zul�ssig w�re, sind vorliegend nicht erf�llt, so dass dieser unbeachtet bleiben muss.
Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei Schleudertraumen der Halswirbels�ule und bei schleudertrauma�hnlichen Verletzungen (BGE 134 V 109), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der Z�rich f�r die �ber den 30. April 2014 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden des Versicherten.
4.1.�Die Vorinstanz hat nach eingehender W�rdigung der medizinischen Akten festgestellt, die geklagten Beschwerden seien nicht auf einen im Sinne der Rechtsprechung organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden (vgl. Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.2) zur�ckzuf�hren. Soweit sich der Versicherte in seiner Beschwerde gegen diese Feststellung wendet, beruft er sich auf ein unzul�ssiges Novum (vgl. E. 1.3 hievor); entsprechend ist auf seine diesbez�gliche R�ge nicht n�her einzugehen. Vorinstanz und Verwaltung gingen im Weiteren davon aus, von einer Fortsetzung der �rztlichen Behandlung �ber den 30. April 2014 hinaus sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen. Der Versicherte behauptet zwar, er sei in diesem Zeitpunkt noch nicht voll leistungsf�hig gewesen und habe sein 100%iges Arbeitspensum nur unter Sonderanstrengungen bew�ltigen k�nnen. Er legt indessen nicht dar, �rztlicherseits habe noch die Erwartung einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes bestanden. Damit erscheint es rechtens, dass die Vorinstanz die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 17. Juli 2012 und den geklagten Beschwerden auf den 30. April 2014 hin gepr�ft hat.
4.2.�Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 3.1). Dabei werden einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen betrachtet (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.1.2). Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Ereignis vom 17. Juli 2012 als im engeren Sinne mittelschweren Unfall qualifiziert hat. Auch wenn bei diesem Unfall eines der beteiligten Fahrzeuge ein Lastwagen war, so waren die sich entwickelnden Kr�fte ungleich geringer als in dem vom Versicherten erw�hnten Urteil 8C_633/2007 vom 7. Mai 2008. In jenem Verfahren ging es um einen Unfall, bei dem das auf einer Autobahn im Stau stehende Auto der versicherten Person von einem ungebremst auffahrenden anderen Fahrzeug getroffen wurde. Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re demnach nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
4.3.�Entgegen den Ausf�hrungen des Versicherten ist das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder der besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles nicht gegeben. An dessen Erf�llung werden deutlich h�here Anforderungen gestellt. Dass bei einem Verkehrsunfall alle Fahrzeuginsassen betroffen sind, erscheint nicht als aussergew�hnlich und macht ihn noch nicht besonders eindr�cklich.
4.4.�Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 134 V 109, E. 10.2.2 S. 127 f. seine Rechtsprechung best�tigt, wonach die Diagnose einer HWS-Distorsion f�r sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung gen�gt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese k�nnen beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgesch�digte Wirbels�ule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1, U 39/04 E. 3.4 und Urteil 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008, E. 4.4). Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorsch�digung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunf�hig war (Urteile 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_352/2012 vom 27. Dezember 2012 E. 6.4). Da der Versicherte vor dem Unfall vom 17. Juli 2012 voll arbeitsf�hig war, ist das Kriterium trotz der geltend gemachten wiederholten Betroffenheit der Wirbels�ule zu verneinen.
4.5.�Der Versicherte bringt nichts vor, was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung, jenes der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat oder jenes des schwierigen Heilungsverlaufes und der erheblichen Komplikationen erf�llt erscheinen l�sst.
4.6.�Was die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
4.7.�Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten des Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt erachten w�rde, die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben sind, ist die Ad�quanz eines allf�lligen nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 17. Juli 2012 und den �ber den 30. April 2014 hinaus anhaltend beklagten Beschwerden mit der Vorinstanz zu verneinen. Dass die Ad�quanzpr�fung im vorliegenden Fall negativ ausf�llt, stellt entgegen den Vorbringen des Versicherten keinen Grund f�r eine Praxis�nderung dar. Der Einsprache- und der kantonale Gerichtsentscheid bestehen demnach zu Recht; die Beschwerde des Versicherten ist abzuweisen.