Source: http://stbundra.de/nachlassverbindlichkeiten.html
Timestamp: 2018-07-20 14:50:40
Document Index: 355956284

Matched Legal Cases: ['§ 1967', '§ 1967', '§ 1968', '§ 1932', '§ 1371', '§ 1963']

Dr. Kago | Nachlassverbindlichkeiten
Nachlassverbindlichkeiten sind Forderungen gegenüber dem Nachlass, die entweder zu Lebzeiten vom Erblasser begründet wurden oder auf Grund des Erbfalls entstanden sind. Für diese Verbindlichkeiten haftet der Erbe, § 1967 Abs. 1 BGB. Bei überschuldeten Nachlässen hat der Erbe aber verschiedene Möglichkeit, seine persönliche Haftung zu beschränken.
Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören
die Nachlasserbenschulden.
Keine Nachlassverbindlichkeiten sind die Eigenschulden des Erben.
Als Erblasserschulden werden diejenigen Verbindlichkeiten angesehen, die bereits vor dem Erbfall in der Person des Erblassers begründet waren (z.B. offene Rechnungen, Darlehen). Für die Schulden des Erblassers haftet der Erbe jedoch nur, wenn diese überhaupt vererblich sind und nicht mit dem Tod des Erblassers erlöschen.
Erbfallschulden sind alle Verbindlichkeiten, die aus Anlass des Erbfalls und in Bezug auf den Nachlass entstehen.
Pflichtteilsansprüche, Vermächtnisse und Auflagen, § 1967 Abs. 2 BGB,
die Bestattungskosten für eine standesgemäße Beerdigung, § 1968 BGB,
der gesetzliche Voraus des Ehegatten, § 1932 BGB,
der Ausbildungsanspruch der Stiefkinder, § 1371 Abs. 4 BGB,
der Unterhaltsanspruch der werdenden Mutter eines Erben, § 1963 BGB, und
die Erbschaftsteuer.
Zu den Erbfallschulden zählen auch diejenigen Verbindlichkeiten, die zwar infolge des Erbfalls, aber zeitlich erst nach diesem entstehen, die sog. Nachlasskosten- und Nachlassverwaltungsschulden.
die Kosten für die Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen,
die Kosten für die Errichtung eines Nachlassinventars,
die Kosten der Nachlasspflegschaft, Nachlassverwaltung oder des Nachlassinsolvenzverfahrens sowie
die Verbindlichkeiten aus der Tätigkeit eines Nachlasspflegers, Nachlassverwalters und Testamentsvollstreckers sowie deren Vergütungs- und Aufwendungsersatzansprüche.
Nachlasserbenschulden sind alle vom Erben begründeten Verpflichtungen aus Verträgen, die dieser im Rahmen einer ordnungsgemäßer Verwaltung des Nachlasses abgeschlossen hat, sofern das Rechtsgeschäft zur Abwicklung des Nachlasses gehört (z.B. bei der Fortführung eines zum Nachlass gehörenden Unternehmens).