Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20R%2048/05
Timestamp: 2019-02-17 10:49:02
Document Index: 268915770

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 11', '§ 11', '§ 13', '§ 18', '§ 197', '§ 197', '§ 4', '§ 11', '§ 11', '§ 22', 'BGH', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 22', 'BGH', '§ 11', '§ 18', '§ 11', '§ 11']

BFH, 01.08.2007 - XI R 48/05 - dejure.org
EStG § 4 Abs. 3, § 11 Abs. 2 Satz 2, § 11 Abs. 1 Satz 2; UStG § 13, § 18 Abs. 1 Satz 1; BGB § 197
Umsatzsteuer-Vorauszahlung als regelmäßig wiederkehrende Ausgabe - Umsatzsteuer-Erstattung als regelmäßig wiederkehrende Einnahme
Buchführung - Umsatzsteuer bei Einnahme-Überschussrechnung
Abziehbarkeit einer für das vorherige Kalenderjahr geschuldeten und zu Beginn des Folgejahres entrichteten Umsatzsteuervorauszahlung als regelmäßig wiederkehrende Ausgabe; Regelmäßig wiederkehrende Leistungen i.S.v. § 197 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und des Einkommensteuerechts
Periodengerechte Zuordnung von Umsatzsteuer-Vorauszahlungen
Steuersparpotenzial durch Umsatzsteuervorauszahlungen
Umsatzsteuer-Vorauszahlung: 2008 leisten, 2007 abziehen
Umsatzsteuer-Vorauszahlung: Richtige Zuordnung für das IV. Quartal
Auswirkungen einer erteilten Lastschriftermächtigung für Umsatzsteuer-Vorauszahlung auf die Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Umsatzsteuervorauszahlungen gelten als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben
123recht.net (Zusammenfassung, 11.10.2007)
Die Betriebseinnahmen im Gewinnsteuerrecht
Besonderheiten bei den Betriebseinnahmen
Umsatzsteuer-Vorauszahungen (§ 4 Abs. 3 EStG)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 01.08.2007, Az.: XI R 48/05 (Übergangsproblem beim Abzug von USt-Vorauszahlungen als regelmäßig wiederkehrende Ausgabe)" von Prof. Dr. W. Christian Lohse, original erschienen in: BB 2008, 654 - 655.
Kurznachricht zu "Zeitliche Zuordnung der Umsatzsteuer-Vergütung bei Überschussrechnung - Notwendigkeit der gesetzgeberischen Ergänzung von § 11 EStG -" von Prof. Dr. Heike Jochum, original erschienen in: DStZ 2014, 811 - 816.
FG Berlin, 22.07.2004 - 4 K 4058/03
BFHE 218, 372
BB 2007, 2334
BB 2007, 2493
DB 2007, 2289
BStBl II 2008, 282
a) Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, welcher der erkennende Senat folgt, sind Umsatzsteuervorauszahlungen regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, deren Wiederholung bei der Art der von dem Kläger erbrachten Leistungen von vornherein feststeht (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 1. August 2007 XI R 48/05, BFHE 218, 372, BStBl II 2008, 282, m.w.N.;… Schmidt/Krüger, EStG, 33. Aufl., § 11 Rz 25;… Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 22 Rz 13; ebenso Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. Juli 1986 III ZR 133/85, BGHZ 98, 174).
Sie ist indes nicht i.S. von § 11 EStG kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres abgeflossen; als "kurze Zeit" gilt ein Zeitraum von bis zu zehn Tagen (BFH-Urteil in BFHE 218, 372, BStBl II 2008, 282, m.w.N.;… Schmidt/Krüger, a.a.O., § 11 Rz 26).
Diese Prüfung wird das FG unter Berücksichtigung der Grundsätze des BFH-Urteils vom 1. August 2007 XI R 48/05 (BFHE 218, 372, BStBl II 2008, 282) zur Zurechnung von Vorauszahlungen auf das Jahr der Zahlung oder ggf. auf das Vorjahr nachholen.
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, welcher der erkennende Senat folgt, sind Umsatzsteuervorauszahlungen regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, deren Wiederholung bei der Art der von der Klägerin erbrachten Leistungen von vornherein feststeht (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs -- BFH -- vom 01.08.2007 XI R 48/05, BFHE 218, 372 , BStBl II 2008, 282 , m.w.N.;… Schmidt/Krüger, EStG , 33. Aufl., § 11 Rz 25;… Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 22 Rz 13; ebenso Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10.07.1986 III ZR 133/85, BGHZ 98, 174 ).
Die USt-Vorauszahlung ist eine Betriebsausgabe (nicht nur ein durchlaufender Posten, BFH-Urteil vom 1. Aug. 2007 - XI R 48/05, BFHE 218, 372 , BStBl II 2008, 282 Rz. 15), die bei der Feststellung 2011 zu berücksichtigen ist.
USt-Vorauszahlungen sind regelmäßig wiederkehrende Ausgaben (BFH in BStBl II 2008, 282 Rz. 12;… Krüger in Schmidt, EStG , 33. Aufl., § 11 Rz. 40).
Der die regelmäßige Wiederkehr bestimmende Zahlungs- und Fälligkeitstermin ist gesetzlich geregelt (BFH in BStBl II 2008, 282 Rz. 12): Die Vorauszahlung ist am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig (§ 18 Abs. 1 S. 4 UStG ).
Damit ist die USt-Vorauszahlung kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehörte, abgeflossen; als "kurze Zeit" gilt ein Zeitraum von bis zu 10 Tagen (BFH in BStBl II 2008, 282 Rz. 13;… Krüger in Schmidt/, a.a.O., § 11 Rz 26).
Die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen sind regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, deren Wiederholung bei der Art der von der Klägerin erbrachten Leistungen von vornherein feststeht (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 1. August 2007, BStBl II 2008, 282 m.w.N).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs kommt es für die Berücksichtigung der Zahlung im Vorjahr zunächst nicht auf die Fälligkeit im Vorjahr an, sondern allein auf den Abfluss der Zahlung innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 1. August 2007, a.a.O., bei dem der Bundesfinanzhof eine am 6. Januar erfolgte Zahlung für die Umsatzsteuervorauszahlung für das 4. Quartal des Vorjahres dem Vorjahr zugerechnet hat).
Eine wiederkehrende Einnahme ist auch im Kindergeldrecht kurze Zeit nach dem Ende des Kalenderjahrs zugeflossen, wenn der Zufluss höchstens 10 Tage nach diesem Zeitpunkt erfolgt ist (Anschluss an die stRspr des BFH, vgl zB BFH vom 1.8.2007 - XI R 48/05 = BFHE 218, 372, 374).
Der unbestimmte Rechtsbegriff "kurze Zeit" wird vom Bundesfinanzhof (BFH) dahin verstanden, dass er einen Zeitraum von höchstens 10 Tagen umfasst (grundlegend BFH Urteil vom 13.3.1964 - VI 152/63 - StRK EStG § 11 R. 50; vgl neuerdings zB BFHE 218, 372, 374) .
Ergänzend verweist die Klägerseite auf ein Urteil des BFH vom 1.8.2007 (XI R 48/05, BStBl II 2008, 282) , welches den Fall von in 2000 geleisteten Umsatzsteuer-Vorauszahlungen für das IV. Quartal 1999 beträfe.
Dem stünden jedoch u.a. die BFH-Urteile vom 24.7.1986 (IV R 309/84, BStBl II 1987, 16), vom 6.7.1995 (IV R 63/94, BStBl II 1996, 266), vom 23.09.1999 (IV R 1/99, BStBl II 2000, 121) und vom 1.8.2007 (XI R 48/05, BStBl II 2008, 282) entgegen.
Diese Rechtsprechung ist durch das Urteil des BFH vom 1.8.2007 (XI R 48/05, BStBl II 2008, 282) bestätigt worden.
Soweit in den von der beklagten Seite zitierten Urteilen auf die Fälligkeit mittlerweile nicht mehr abgestellt wird (so etwa BFH-Urteil vom 6.7.1994 IV R 63/94, BStBl II 1995 für den Fall der Resthonorarabschlusszahlung einer Kassenärztlichen Vereinigung, anders ggf. BFH-Urteil vom 1.8.2007 XI R 48/05, BStBl II 2008, 282, welches zumindest die Fälligkeitsproblematik anspricht), ist dies im vorliegenden Fall bei Vorauszahlungen von Sonderausgaben unerheblich.
Umsatzsteuervorauszahlung keine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe