Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Diskriminierung_Verbote_ethnische_Herkunft.html
Timestamp: 2017-07-23 20:42:19
Document Index: 196705760

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 8', '§ 1', 'EuG', 'EuG']

HENSCHE Arbeitsrecht: Diskriminierungsverbote - Ethnische Herkunft, Rassismus
Im Ein­zel­nen fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wann ei­ne her­kunfts­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung bei Stel­len­aus­schrei­bun­gen, bei der Ein­stel­lung bzw. Be­wer­be­r­aus­wahl so­wie bei Ent­las­sun­gen vor­liegt. Da der Schutz vor ras­sis­ti­schen Dis­kri­mi­nie­run­gen bzw. vor Be­nach­tei­li­gun­gen we­gen der eth­ni­schen Her­kunft durch das 2006 in Kraft ge­tre­te­ne AGG ver­bes­sert wor­den ist, gibt es seit­dem vie­le wich­ti­ge, für Be­trof­fe­ne po­si­ti­ve Ur­tei­le zu die­sem The­ma.
Was bedeuten „Rasse" und "ethnische Herkunft“ im Sinne des AGG? Da es kei­ne men­sch­li­chen „Ras­sen“ gibt, kann man auch nicht „we­gen sei­ner Ras­se“ be­nach­tei­ligt wer­den. Das Ge­setz trägt dem Rech­nung, in­dem es hier heißt, dass Be­nach­tei­li­gun­gen „aus Gründen der Ras­se" ver­bo­ten sind. Ge­meint sind da­mit Be­nach­tei­li­gun­gen aus ver­meint­li­chen „Ras­se“-Gründen, d.h. aus ras­sis­ti­schen Gründen. Der Be­nach­tei­lig­te muß sich da­her, will er ge­gen ei­ne ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung vor­ge­hen, auch nicht auf sei­ne Zu­gehörig­keit zu ir­gend­ei­ner an­geb­li­chen, tatsächlich nicht exis­ten­ten „Ras­se" be­ru­fen. Viel­mehr liegt ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dann vor, wenn der Dis­kri­mi­nie­ren­de vom Vor­han­den­sein ei­ner Ras­se aus­geht und dies der Grund für die verübte Be­nach­tei­li­gung ist. Dies wird ergänzend auch durch § 7 Abs.1 AGG klar­ge­stellt, in­dem es hier heißt, ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung lie­ge auch dann vor, wenn der Dis­kri­mi­nie­ren­de das Vor­lie­gen ei­nes der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe „nur an­nimmt“.
Wann ist eine Schlechterstellung wegen der Herkunft zulässig? Schlech­ter­stel­lun­gen von Beschäftig­ten oder Stel­len­be­wer­bern we­gen ih­rer eth­ni­schen Her­kunft sind zwar im All­ge­mei­nen, aber nicht aus­nahms­los im­mer un­zulässig bzw. recht­lich ver­bo­ten. Das AGG er­laubt viel­mehr in ei­ni­gen Fällen ei­ne her­kunfts­be­ding­te Schlech­ter­stel­lung, eben­so wie es auch in ei­ni­gen Fällen ei­ne Schlech­ter­stel­lung we­gen des Al­ters, des Ge­schlechts oder der re­li­giösen Über­zeu­gung zulässt. Man spricht hier von ei­ner "zulässi­gen un­ter­schied­li­chen Be­hand­lung". All­ge­mei­ne In­for­ma­tio­nen zu den nach dem AGG er­laub­ten Schlech­ter­stel­lun­gen fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Dis­kri­mi­nie­rung - Er­laub­te Be­nach­tei­li­gun­gen".
§ 8 Abs.1 AGG erklärt ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung we­gen ei­nes der in § 1 AGG ge­nann­ten persönli­chen Merk­ma­le für zulässig, wenn die­ses Merk­mal we­gen der Art der aus­zuüben­den Tätig­keit oder der Be­din­gun­gen ih­rer Ausübung ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt, so­fern der Zweck rechtmäßig und die An­for­de­rung an­ge­mes­sen ist.
Wann liegt eine Diskriminierung wegen der Herkunft bei Stellenausschreibungen vor?
Wann liegt eine Diskriminierung wegen der Herkunft bei der Einstellung vor?
In ei­nem vom Eu­ropäischen Ge­richts­hof (EuGH) ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Bel­gi­sches Un­ter­neh­men, das auf den Ver­kauf und den Ein­bau von Si­cher­heitstüren spe­zia­li­siert und in er­heb­li­chem Um­fang von Ein­fa­mi­li­en­haus­be­sit­zern bzw. „bürger­li­chen“ Kun­den abhängig war, öffent­lich geäußert, kei­ne "Ma­rok­ka­ner" ein­stel­len zu wol­len. Dies wur­de mit - an­geb­li­chen - Kun­denwünschen ge­recht­fer­tigt, d.h. da­mit, dass die Kund­schaft des Un­ter­neh­mens an­geb­lich kei­ne ausländi­schen Mon­ta­ge­kräfte wünsche. In ei­nem sol­chen Ver­hal­ten liegt ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der eth­ni­schen Her­kunft (EuGH, Ur­teil vom 10.07.2008 Rs. C 54/07, Zen­trum für Chan­cen­gleich­heit und für die Bekämp­fung des Ras­sis­mus gg. Fe­ryn - wir be­rich­te­ten zu­letzt in Ar­beits­recht ak­tu­ell 08/086 Dis­kri­mi­nie­rung durch öffent­li­che Äußerung oh­ne kon­kre­tes Op­fer).
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Bewertung: Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Eth­ni­sche Her­kunft, Ras­sis­mus