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Timestamp: 2020-06-06 21:19:14
Document Index: 166059467

Matched Legal Cases: ['§ 690', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Fehlerhafte Anlageberatung - und die Verjährungshemmung durch Mahnbescheid | Rechtslupe
Fehlerhafte Anlageberatung - und die Verjährungshemmung durch Mahnbescheid
Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits mit Beschluss vom 21.10.2014 [1] in einem Fall, der die Haf­tung wegen Pro­spekt­feh­lern betraf, ent­schie­den, dass es im Mahn­ver­fah­ren zur erfor­der­li­chen Indi­vi­dua­li­sie­rung des gel­tend gemach­ten pro­zes­sua­len Anspruchs nicht der Benen­nung der ein­zel­nen Pro­spekt­feh­ler bedarf.
Nichts ande­res kann für Pflicht­ver­let­zun­gen durch feh­ler­haf­te Anga­ben bezie­hungs­wei­se eine unzu­rei­chen­de Auf­klä­rung im Rah­men eines Bera­tungs­ge­sprächs gel­ten [2].
Fehlt es aller­dings aus ande­ren Grün­den an der nach § 690 Abs. 1 Nr. 3 ZPO not­wen­di­gen Indi­vi­dua­li­sie­rung, tritt kei­ne Hem­mung der Ver­jäh­rung ein und kann die Indi­vi­dua­li­sie­rung auch nicht mit Rück­wir­kung nach­ge­holt wer­den [3].
Mahn­be­scheid bei abge­tre­te­nen For­de­run­gen
Zur not­wen­di­gen Indi­vi­dua­li­sie­rung zählt auch, dass dem Mahn­be­scheid zu ent­neh­men sein muss, ob Rech­te aus eige­nem oder abge­tre­te­nem Recht gel­tend gemacht wer­den. Denn bei Ansprü­chen aus eige­nem und sol­chen aus abge­tre­te­nem Recht han­delt es sich um unter­schied­li­che Streit­ge­gen­stän­de [4].
Wird zum Bei­spiel eine Kla­ge zunächst (unzu­tref­fend) auf einen Anspruch aus eige­nem Recht und spä­ter dann (zutref­fend) auf einen Anspruch aus abge­tre­te­nem Recht gestützt, hat die Kla­ge­er­he­bung kei­ne ver­jäh­rungs­recht­li­che Bedeu­tung für den abge­tre­te­nen Anspruch [5]. Ent­spre­chend muss auch die Abtre­tung im Mahn­be­scheid ange­ge­ben wer­den [6].
Glei­ches gilt, wenn Ansprü­che aus eige­nem und abge­tre­te­nem Recht gel­tend gemacht wer­den [7].
Mahn­be­scheid bei meh­re­ren Ein­zel­for­de­run­gen
Zur not­wen­di­gen Indi­vi­dua­li­sie­rung gehört fer­ner, wenn meh­re­re Ein­zel­for­de­run­gen und nicht nur unselb­stän­di­ge Rech­nungs­pos­ten eines ein­heit­li­chen Scha­dens gel­tend gemacht wer­den, dass die Zusam­men­set­zung der For­de­rung bereits aus dem Mahn­be­scheid erkenn­bar ist [8]. Ob im vor­lie­gen­den Fall der Eigen­ka­pi­tal­an­teil und die Kos­ten für das Fremd­ka­pi­tal, bei denen es sich um den Auf­wand für den Erwerb der Betei­li­gung han­delt, als unselb­stän­di­ge Rech­nungs­pos­ten anzu­se­hen sind, kann dahin­ste­hen. Jeden­falls ist ent­gan­ge­ner Gewinn – hier Teil der klä­ge­ri­schen Scha­dens­be­rech­nung – kein unselb­stän­di­ger Rech­nungs­pos­ten, son­dern ein selb­stän­di­ger Streit­ge­gen­stand [9]. Zudem han­delt es sich im vor­lie­gen­den Fall der Sache nach um eine Teil­kla­ge über 60.000 €, da die im Kla­ge­ver­fah­ren gel­tend gemach­ten Scha­dens­po­si­tio­nen zusam­men einen höhe­ren Betrag aus­ma­chen. Bei einer Teil­kla­ge muss aber bereits dem Mahn­be­scheid zu ent­neh­men sein, dass es sich um eine Teil­for­de­rung han­delt und wel­che Tei­le Gegen­stand der For­de­rung sein sol­len [10].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Febru­ar 2015 – III ZR 53/​14
sie­he auch bereits BGH aaO Rn. 145 f unter Hin­weis auf Grü­ne­berg, WM 2014, 1109, 1110 f[↩]
vgl. nur BGH, Urtei­le vom 17.10.2000 – XI ZR 312/​99, WM 2000, 2375, 2377; vom 10.07.2008 – IX ZR 160/​07, NJW 2008, 3498 Rn. 7, 16; und vom 21.10.2008 – XI ZR 466/​07, NJW 2009, 56 Rn.19 ff; BGH, Beschluss vom 31.01.2014 – III ZR 84/​13[↩]
vgl. nur BGH, Urtei­le vom 29.11.1990 – I ZR 45/​89, NJW 1991, 1683, 1684; vom 04.05.2005 – VIII ZR 93/​04, NJW 2005, 2004, 2005; vom 17.11.2005 – IX ZR 8/​04, WM 2006, 592, 594; und vom 21.10.2008 aaO Rn. 15; BGH, Beschluss vom 27.11.2013 – III ZR 371/​12[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2005 aaO[↩]
vgl. auch BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 30.09.2004 – VII ZR 92/​03, NJW-RR 2005, 504, wonach im Mahn­be­scheid ange­ge­ben wer­den muss, dass der Gläu­bi­ger aus abge­lei­te­tem Recht vor­geht, wobei es aller­dings unschäd­lich ist, wenn die Berech­ti­gung des Antrag­stel­lers nicht auf einer Abtre­tung, son­dern tat­säch­lich nur auf einer Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gung beruht[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 17.11.2005 aaO[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 23.01.2008 – VIII ZR 46/​07, NJW 2008, 1220 f; vom 17.11.2010 – VIII ZR 211/​09, NJW 2011, 613 Rn. 14; und vom 10.10.2013 – VII ZR 155/​11, NJW 2013, 3509 Rn. 16 f; BGH, Beschluss vom 31.01.2014 aaO Rn. 14 f[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 19.06.2000 – II ZR 319/​98, NJW 2000, 3718, 3719; Bun­des­ge­richts­hof aaO[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 21.10.2008 aaO Rn. 18; Bun­des­ge­richts­hof aaO Rn. 16; jeden­falls wenn nicht nur unselb­stän­di­ge Rech­nungs­pos­ten betrof­fen sind BGH, Urteil vom 13.05.2011 – V ZR 49/​10, juris 13 mwN[↩]
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