Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20280/54
Timestamp: 2019-04-23 21:08:16
Document Index: 121607572

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH']

BGH, 21.12.1955 - VI ZR 280/54 - dejure.org
BGH, 21.12.1955 - VI ZR 280/54
VersR 1956, 190
JR 1956, 261
Allgemein gilt, dass für jemanden, der im Geschäftsleben steht, kaum jemals ein Irrtum über das Bestehen eines Schutzgesetzes unvermeidbar ist, das für seinen Arbeitsbereich erlassen wurde, weil jeder im Rahmen seines Wirkungskreises verpflichtet ist, sich über das Bestehen von Schutzgesetzen zu unterrichten (Senatsurteile vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54, LM § 823 (Bc) BGB Nr. 1 …und vom 10. Juli 1984 - VI ZR 222/82, aaO S. 1072).
Jeder ist nämlich im Rahmen seines Wirkungskreises verpflichtet, sich über das Bestehen von Schutzgesetzen zu unterrichten (Senatsurteil vom 29. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - LM § 823 (Bc) BGB Nr. 1).
Demgemäß sind als Schutzgesetze auch solche Bestimmungen angesehen worden, die die Allgemeinheit und damit unmittelbar auch jeden einzelnen schützen (Urteil des BGH vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - VersR 1956, 190).
Er muß daher Umstände dartun, die geeignet sind, die Annahme eines Verschuldens zu beseitigen (Urteile des BGH vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - VersR 1956, 190 und vom 3. Januar 1961 - VI ZR 67/60 - VersR 1961, 231).
Jedermann ist im Rahmen seines Wirkungskreises nämlich verpflichtet, sich über das Bestehen von Schutzgesetzen zu unterrichten (vgl. Senatsurteil vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - VersR 1956, 190;… BayObLG, aaO).
Häufig - so etwa in RGZ 113, 293, 294 - findet sich der einschränkende Zusatz "für die erste Betrachtung", den auch der Senat in seinem Urteil vom 21. Dezember 1955 (VI ZR 280/54 - LM BGB 823 [Bc] Nr. 1 = VersR 1956, 190) übernommen hat.
BGH, 24.01.1967 - VI ZR 284/64
Schadensersatz infolge eines übergreifenden Brandes auf eine Imbissstube - …
Allerdings hat der jetzt erkennende Senat in seinem Urteil vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - VersR 1956, 190, ausgesprochen, daß derjenige, der selbst nicht sachkundig ist, bei der Errichtung eines Werkes (damals einer Heizungsanlage) die im Verkehr erforderliche Sorgfalt regelmäßig schon dadurch beobachtet daß er damit einen tüchtigen Fachmann beauftragt.
Die Revision meint, damit liege ein Verstoß gegen ein Gesetz vor, das den Schutz (auch) der Klägerin als der Eigentümerin des abzureißenden Gebäudes bezwecke, Ob aber zu den Gefahren, vor denen Bauordnungen schützen wollen, auch die Gefahr gerechnet werden kann, daß der Eigentümer durch einen von ihm nicht genehmigten Abbruch geschädigt wird, muß bezweifelt werden (vgl. auch BGHZ 39, 366, 368 [BGH 30.05.1963 - VII ZR 236/61] [BGH 30.05.1963 - VII ZR 236/61]; Senatsurteil vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 290/54 = LM § 823 [Bc] Nr. 1 = VersR 1956, 190).
BGH, 09.07.1957 - VI ZR 117/56
Wer ohne selbst die nötige Sachkunde zu haben einen sorgfältig ausgewählten Fachmann mit einer Arbeit beauftragt, wird, wenn nicht besondere Umstände Anlaß zu einer anderen Beurteilung geben, darauf vertrauen dürfen, daß die Arbeit ordnungsgemäß ausgeführt wird und daß der Beauftragte ihm Mitteilung macht, wenn gegen die Weiterverwendung des instand gesetzten Gegenstandes Bedenken bestehen (vgl. Urteil des erkennenden Senats vom 21. Dezember 1955 - VI ZR 280/54 - VersR 1956, 190).