Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/206558,0.html
Timestamp: 2019-12-09 05:21:08
Document Index: 238441332

Matched Legal Cases: ['§ 999', '§ 242', '§ 244', '§ 243', '§ 242', '§242', '§244', '§244', '§22', '§242', '§244', '§244', '§244', '§243', '§243', '§244', '§25', '§243', '§243', '§243']

Aufbauschema für Mittäterschaft an einer Versuchten Tat
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Verfasst am: 09 Okt 2008 - 16:28:41 Titel: Aufbauschema für Mittäterschaft an einer Versuchten Tat
hab schon alle Bücher durchwühlt und finde überall nur Aufbauschemata für die "normale" Mittäterschaft.
Ich brauche aber dringend einen Aufbau für die Mittäterschaft an einer Versuchten Tat (Erpressung) !!!
Verfasst am: 12 Okt 2008 - 06:54:50 Titel:
Na, einfach die normale Versuchsprüfung und beim unmittelbaren Ansetzen sprichst du dann die Dinge aus dem sonst objektiven Tatbestand an (Arbeitsteilung, Täterqualität usw.), also etwa so:
1. Unmittelbares Ansetzen zur Drohung
a) Täter A (+)
b) Täter B?
Man sollte sich mal von dem Gedanken lösen, immer feste Schemata zu brauchen. Das macht man immer auf die gleiche Art und dann etwas "aus dem Arm heraus". Dazu muss man nur den AT beherrschen.
Du prüfst ganz normal das unmittelbare Ansetzen und dann halt für den jeweiligen Täter bzw. bei getrennter Prüfung sprichst du dort eben die Voraussetzungen der Mittäterschaft an und ob diese hier erfüllt sind.
Verfasst am: 15 Okt 2008 - 23:02:08 Titel:
Ich darf leise darauf hinweisen, dass es in jedem Fall bei der Versuchsprüfung heißen müsste "2. Unmittelbares Ansetzen zur Drohung", weil ja "1." der gemeinsame Tatentschluss ist In diesem erfolgt dann auch die Abgrenzung zur Teilnahme.
Aber ich gehe davon aus, Du meintest I. Subj. TB und II. Obj. TB und darunter dann 1. Unmittelbares Ansetzen
Verfasst am: 16 Okt 2008 - 06:41:58 Titel:
Das "1." hatte ich nur so geschrieben, ohne mir weiter Gedanken darüber zu machen . Allerdings erfolgt die Abgrenzung meiner Ansicht nach im unmittelbaren Ansetzen, nicht im Tatentschluss. Dort wird doch nur der Vorsatz geprüft, den ohnehin beide haben müssen (unproblematisch). Lasse mich aber gern eines Besseren belehren...
Verfasst am: 16 Okt 2008 - 21:55:39 Titel:
Ich weiß nicht, ob es Dir ein Korrektor anstreichen würde, dogmatisch korrekt ist es jedenfalls die Abgrenzung im Rahmen einer Versuchsprüfung im subjektiven Tatbestand vorzunehmen, denn der Tatentschluss muss ja auf alles das gerichtet sein, was den objektiven Tatbestand ausmacht.
Nur zur Verdeutlichung: Der objektive Tatbestand von § 999 sei: "Erschießen eines Mannes mit drei Schüssen". Dann muss sich der Tatentschluss bei der Versuchsprüfung beziehen auf "Erschießen eines Mannes mit drei Schüssen". Feuert der Täter hingegen nur zwei Mal ab (keine Vollendung) und wollte auch nur zwei Mal abfeuern, liegt kein Versuch vor.
Übertragen auf die Mittäterschaft:
Bestraft wird im objektiven Tatbestand "gemeinschaftliches Begehen", also muss sich der Tatentschluss auf "gemeinschaftliches Begehen" beziehen. D. h., die Frage ist, wollten A und B die Tat "gemeinschaftlich Begehen"? Im Rahmen dessen stellt sich dann die Frage, was "gemeinschaftliches Begehen" eigentlich ist, also die Abgrenzung Mittäterschaft/Teilnahme.
So, Ende der Belehrung
Eine Anmerkung noch: Im Rahmen des unmittelbaren Ansetzen muss dann nur noch geprüft werden, ob der Täter zu seinem Tatbeitrag (der das gemeinschaftliche Begehen ausgemacht hätte) unmittelbar angesetzt hat. Wobei das streitig ist, Stichwort (Gesamtlösung//Einheitslösung).
Verfasst am: 04 Aug 2010 - 16:31:00 Titel:
ich hab auch mal eine frage, bei der es um die versuchsaufbauprüfung bei einer mittäterschaftlich begangenen tat geht.
ich prüfe gerade einen versuchten, mittäterschaftlich begangenen schweren bandendiebstahl und bin beim "tatentschluss"...habe diesen in drei teile untergliedert...einmal tatentschluss bzgl. der obj. tatbestandsmerkmale des § 242 I, einmal bzgl. 244 a I und einmal bzgl. 25 II...
mein hauptproblem liegt beim § 244 a I, weil hier ja auch noch die §§ 243 I S. 2 Nr. 1 u. 3, 244 I Nr. 1 u. 3 mit reinfließen...all diese voraussetzungen habe ich jedoch bis dato noch an keiner vorigen stelle in objektiver hinsicht geprüft...muss ich das jetzt inzident im rahmen des tatentschlusses machen und dann gleich anschließend den diesbezüglichen vorsatz oder wie wäre das am geschicktesten?
Verfasst am: 04 Aug 2010 - 17:32:06 Titel:
Würde glaub ich so aufbauen ...
Peter, Paul und Mary können sich durch ... nach §§ 242 I, 244 I, 244a, 22, 242 II, 25 II strafbar gemacht haben.
- Die Tat ist nicht vollendet "." (, wenn sich das schon aus einer Vorprüfung ergibt. ) ", weil .... das Tatbestandsmerkmal x fehlt" (wenn das offensichtlich erkennbar ist).
- Die Strafbarkeit des Grunddelikts ergibt sich aus §242 II, die Strafbarkeit der Qualifikationen explizit aus §244 II und §244a II i.V.m. §22, 23 I .
Gemeinsamer Tatenschluss
- bezogen auf §242
- bezogen auf §244
- bezogen auf §244a
(der §244a bezieht sich auf §243, damit werden die Merkmale des §243 zur Tatbestandsmerkmalen des §244a erhöht. Diese sind, wenn man so will inzident, zu prüfen. )
(§25 würd ich nich anführen. Die Prüfung zeigt schon, welcher Vorstellung/ Theorie der gemeinsamen Begehung (= Mittäterschaft) der Bearbeiter folgt.)
Der gemeinsam ausgehekte Tatentschluss dokumentiert (idR), dass die Beteiligten die Tatbestandsverwirklichung Wissen und Wollen.
Sonstige rein subjektiv vom Tatbestand geforderten Merkmale
bei jedem Beteiligten.
Gemeinsame Tatbestandsverwirklichung
Hier kann man differenzieren:
Funktionelle Tatherrschaft
- Verwirklichung des Tatbestandes durch die Beteiligten auf Grundlage des gemeinsamen Tatplanes.
- Dabei muss jeder einen hinreichenden Tatbeitrag dergestalt erbringen, dass er das Gelingen der Tat durch seinen Beitrag in den Händen hält.
(Strenge Tatherrschaftslehre - Nur Tatbeiträge im Ausführungsstadium können eine solche Tatherrschaft innehaben.
Weite Tatherrschaftslehre - Auch Beiträge im Vorbereitungsstadium können einen hinreichenden Tatbeitrag darstellen, wenn sie in das Ausführungsstadium hineinwirken (bspw. der Beitrag, den der nicht bei der eigentlichen Tatausführung anwesende Bandenchef dadurch erbringt, dass er im wesentlichen den Tatplan allein und minutiös ausgehekt hat; den Rest zur Tat motiviert etc.)
Animus Theorie
- Keine einheitliche Linie in den Anforderungen in objektiver Hinsicht.
Der Mittäter muss sich selbst jedenfalls mit der Tat identifizieren und seinen eigenen Beitrag als Bestandteil eines funktionierenden Ganzen verstehen. Zumeist wird aber mindestens gefordert, dass er Einfluss auf die Ausführung der Tat gewinnt. Was in der Regel nicht der Fall ist, wenn er bei der Verwirklichung der Tat nicht am Tatort anwesend ist.
Handlungen, die nicht vom gemeinsamen Tatplan (sich nicht in dessen Rahmen halten) gedeckt sind, sind Handlungen außerhalb des Tatplanes (also Exzesstaten) und den übrigen Beteiligten nicht zurechenbar (, weil vom Vorsatz der anderen nicht umfaßt).
(Zu fragen ist aber immer, ob der Tatplan nicht kurzfristig, gewollt durch die Beteiligten, modifiziert/geändert wird.)
- Man sollte auch stichpunktartig festhalten, welche Norm gerade verwirklicht wird. -
Die Schuld ("des Täters" ! ) wird individuell verstanden und ist desmzufolge hinsichtlich jedes Einzelnen gesondert festzuhalten.
Hier Strafzumessungsnorm §243. Hier kann man streiten. Die wohl Mehrheit nimmt an, dass, sofern die Merkmale des §243 schon tatbestandlich berücksichtigt worden sind, kein Raum mehr für eine nochmalige Berücksichtigung bei der Strafzumessung bleibt, denn sie sind schon zuvor bei der Schuld berücksichtigt worden.
Glaub aber, eine Mindermeinung hält selbst im Falle, dass die Merkmale des §243 schon tatbestandlich und in der Schuld berücksichtigt worden, eine nochmalige Berücksichtigung bei der Schuld für machbar.
Verfasst am: 05 Aug 2010 - 10:39:27 Titel: