Source: http://www.shopbetreiber-blog.de/2006/11/15/lg-duesseldorf-unzulaessige-einschraenkungen-des-widerrufsrechts/
Timestamp: 2016-09-25 12:15:20
Document Index: 41029812

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 357', '§ 357']

LG Düsseldorf: Unzulässige Einschränkungen des Widerrufsrechts - shopbetreiber-blog.de
| 15.11.2006 | Abmahnungen, Neue Urteile Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil v. 17.5.2006 (12 O 496/05) mehrere Klauseln zum Widerrufsrecht für unwirksam erklärt. Demnach wird das Widerrufsrecht unzulässig eingeschränkt, wenn der Verkäufer verlangt, dass die Rücksendung der Ware unter Beifügung der Original-Rechnung und in der Original-Verpackung erfolgen muss. Unzulässig ist auch, folgende Warengruppen von dem Widerrufsrecht auszunehmen: Gebrauchtwaren, neuwertige Waren, diverse elektrische Geräte, bei welchen die Schutzfolien, Schutzhüllen oder ähnliches entfernt wurden, Konkurs und B-Waren, Vorführmodelle. Schließlich wurde eine Klausel für unwirksam erklärt, die bestimmt, dass bei Rücksendung der Ware im Rahmen des Widerrufsrechts die Kunden die Versandgefahr tragen sollen.
Geklagt hatte die Wettbewerbszentrale gegen einen Internetversandhandel. Im Online-Shop der Beklagten befanden sich die fraglichen Klauseln zum Widerrufsrecht und zur Transportgefahr. Zudem fehlte auch ein Hinweis auf die Identität ihres Geschäftsführers. Zwar wurde eine Unterlassungserklärung abgegeben, der Shop aber nur dahingehend geändert, dass als Geschäftsführer „H. M.“ angeführt wurde. Die von der Unterlassungserklärung erfassten Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen blieben unverändert. Die Wettbewerbszentrale forderte daraufhin zur Zahlung der Vertragsstrafe auf, woraufhin die Beklagte um Ermäßigung der zu zahlenden Vertragsstrafe auf ein Zehntel bat, was die Wettbewerbszentrale ablehnte. Die Beklagte führte an, die Veränderung des Internetauftritts durch einen Dienstleister habe einige Zeit in Anspruch genommen, und die Vertragsstrafenhöhe sei sittenwidrig.
Dem erteilte das Gericht eine Absage und gab der Wettbewerbszentrale Recht. Gemäß §§ 2 Abs. 2 Nr. 2 UklG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 TDG kann verlangt werden, dass der volle Name inkl. des Vornamens angegeben wird, so dass die Identifizierung der Person gewährleistet ist: „H. M.“ genügt diesen Anforderungen nicht. Auch ist § 6 TDG ein Verbraucherschutzgesetz im Sinne des § 2 Abs. 2 Nr. 2 UKlaG.
Die Klausel „Bei einer Rücksendung haften wir weder für Beschädigung noch für Verlust der Ware“, verstößt gegen §§ 357 Abs. 2 i.V.m. 307 BGB. Gemäß § 357 Abs. 2 S. 2 BGB trägt die Gefahr der Rücksendung der Unternehmer, d.h. der Verbraucher wird auch bei Verschlechterung oder Untergang der Sache von seiner Rückgewährpflicht frei. Hiervon weicht die streitgegenständliche Klausel unangemessen zum Nachteil der Verbraucher ab.
Weitere Hinweise zum Thema in Kap. I 3, II 5 c) und 6 d) des Trusted Shops Praxishandbuchs
Themen dieses Beitrags: Abmahnungen, Neue Urteile, 2 Reaktionen zu “LG Düsseldorf: Unzulässige Einschränkungen des Widerrufsrechts”
Am 15. Juni 2009 um 07:19 Uhr […] Eine in allgemeinen Geschäftsbedingungen verwendete Klausel, welche die Rücksendung der Ware in der Originalverpackung und unter Verwendung des Rücksendescheines und des Retourenaufklebers zur zwingenden Voraussetzung für die Ausübung des Widerrufsrechtes macht, ist unwirksam. Dies gilt unter Anlegung des Maßstabes der kundenfeindlichsten Auslegung auch, wenn eine solche Klausel als Bitte formuliert ist (OLG Hamm, LG Trier (Urteil v. 22.02.2007, Az. 7 HK.O 125/06)). Das LG Stuttgart entschied, dass die Ausübung des Widerrufsrechts nicht davon abhängig gemacht werden kann, dass die Ware in Originalverpackung oder unbenutzt zurückgegeben wird oder eine Kopie der Rechnung und des Zahlungsnachweises vorgelegt wird. Das LG Konstanz (Urteil v. 5.5.2006, 8 O 94/05 KfH) stufte die Klausel „im Original, ungetragenen, unbeschädigten Zustand“ als wettbewerbswidrig ein. Das LG Coburg entschied, dass wettbewerbswidrig handelt, wer eine Widerrufsbelehrung verwendet, wonach eine Rückabwicklung des Vertrages nur bei Rückgabe der Originalverpackung erfolgen könne (ebenso LG Düsseldorf). […]
Am 21. April 2010 um 11:23 Uhr […] LG Düsseldorf entschied mit Urteil v. 7.5.2006, Az: 12 O 496/05, dass die Klausel “Ware im einwandfreien Zustand in der Originalverpackung und mit […]
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