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Timestamp: 2018-05-26 09:11:31
Document Index: 236752806

Matched Legal Cases: ['Art. 187', 'Art. 185', 'Art. 185', 'Art. 187', 'Art. 187', 'Art. 185']

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Beteiligung der Schweiz am 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm. Zwischenbilanz Zahlen und Fakten
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1 Beteiligung der Schweiz am 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm Zwischenbilanz Zahlen und Fakten
2 Schweizerische Eidgenossenschaft Confédération suisse Confederazione Svizzera Confederaziun svizra Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI EU-Rahmenprogramme Effingerstrasse 27 CH-3003 Bern T F Auskünfte: Bettina Mühlebach, Philipp Langer, Layout: Kommunikation Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI 2013 Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI ISSN:
3 Inhalt 1 Zusammenfassung Allgemeines zu den EU-Forschungsrahmenprogrammen Historische Entwicklung der Schweizer Beteiligung an den FRP Schweizer Beteiligung an den FRP Verteilung der verpflichteten Fördermittel der FRP nach Teilnehmerkategorien Förderung der Schweizer Forschung durch die FRP Die Beteiligung der Schweiz am 7. FRP Einleitung Auswertungen nach Teilnehmerkategorie Fördermittel nach Teilnehmerkategorie Projektbeteiligungen und Projektkoordinationen nach Teilnehmerkategorie Beteiligungen der universitären Hochschulen Auswertungen nach Forschungsbereichen Anzahl Beteiligungen pro Forschungsbereich Fördermittel nach Forschungsbereichen Intensität und Qualität der Schweizer Beteiligungen nach Forschungsbereichen Auswertungen nach anderen Kriterien Beteiligung nach Geschlecht Die Schweiz im Europäischen Forschungsraum Anzahl der Beteiligungen pro Land Anzahl der Koordinationen pro Land Verteilung der verpflichteten Fördermittel auf die beteiligten Staaten Erfolgsquote der Projektvorschläge Finanzielle Aspekte Die FRPs bewirkten in der Vergangenheit einen Nettozufluss von Forschungsmitteln in die Schweiz Die FRPs zeigen aktuell einen positiven Rückflusskoeffizienten Die aktuellen Daten lassen einen Nettozufluss von Forschungsmitteln für das 7. FRP erwarten Der starke Schweizer Franken beeinflusst die effektiven Fördermittel in der Schweiz Anhang A Methodische Erläuterungen Anhang B Abkürzungen Anhang C Tabellen
4 Hinweis Das 7. Europäische Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) dauert von 2007 bis Bis zum 15. Juni 2012 (dem Datum, an dem die Europäische Kommission die Daten zur Verfügung gestellt hat, auf die sich der vorliegende Bericht stützt) wurden Fördermittel im Umfang von EUR 26,2 Milliarden für Forschungsprojekte aus allen beteiligten Nationen verpflichtet. Dieser Betrag entspricht rund 52 Prozent des Budgets des 7. FRP. Der vorliegende Bericht ist somit als Zwischenbilanz der Beteiligung der Schweiz am 7. FRP zu verstehen. Diese Publikationen zeigt aktuelle Zahlen und Fakten auf, welche in direktem Zusammenhang mit den Daten des 7. FRP stehen, wie die Anzahl Beteiligungen von Schweizer Forschenden an FRP-Projekten oder die dadurch verpflichteten Fördermittel. Indirekte und längerfristigen Auswirkungen der FRP-Beteiligung in der Schweiz («Impact» wie z.b. die Anzahl geschaffener Arbeitsplätze) sind Gegenstand einer separaten, im Herbst 2013 erscheinenden Publikation des SBFI (Auswirkungen der Beteiligung der Schweiz an den Europäischen Forschungsrahmenprogrammen). 1 Zusammenfassung Das laufende 7. Europäische Forschungsrahmenprogramm für Forschung, Technologische Entwicklung und Demonstration (7. FRP, ) ist das Hauptinstrument der Europäischen Union für Forschungsfinanzierung in Europa. Es zeichnet sich durch ein beeindruckendes Budget von mehr als EUR 50 Milliarden aus, mit einem Jahresbudget von knapp EUR 10 Milliarden im Jahr 2013 und durchschnittlich über EUR 7 Milliarden Forschungsmitteln pro Jahr. Namentlich mit dem Programm «Ideen», welches der Europäischen Forschungsrat verwaltet, wird auch die Grundlagenforschung in einem Bottom-up-Ansatz gefördert. Viele der Elemente des 7. FRP werden sich gemäss dem aktuellen Stand der Diskussionen auch in der nächsten Programmgeneration ab 2014 (genannt Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020) wiederfinden. Zudem sollen in Horizon 2020 auch Teile des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) sowie das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) integriert werden. Wie in der Vergangenheit wird auch das Programm der Europäischen Atomgemeinschaft für Forschungs- und Ausbildungsmassnahmen im Nuklearbereich («Euratom-Programm») parallel zu Horizon 2020 weiterlaufen; das Forschungsrahmenprogramm und das Euratom-Programm werden unter dem Oberbegriff «EU-Forschungsrahmenprogramme» resp. FRPs zusammengefasst. Die Schweiz ist seit 2004 an beide Programme gemeinsam assoziiert. Dieser Bericht umfasst hauptsächlich Daten des eigentlichen Forschungsrahmenprogramms, welche in der zugrunde liegenden europäischen Datenbank enthalten sind. Im Rahmen des 7. FRP sind Schweizer Forschende hauptsächlich im Programm «Ideen» (Europäischer Forschungsrat) (28% der Beiträge), im Bereich Informationstechnologien (19% der Beiträge) und im Bereich Gesundheit (12%) tätig. Wie bereits unter den früheren Forschungsrahmenprogrammen sind die Eidgenössischen Technischen Hochschulen die wichtigsten Empfänger von Fördermitteln (40% der Beiträge), gefolgt von den Universitäten (28%) und den Unternehmen (20%). Ein bedeutender Teil der Beiträge kommt ferner der Forschungstätigkeit von Non-Profit-Organisationen, Fachhochschulen und öffentlichen Gemeinwesen zugute. Bis zum Stichtag der vorliegenden Zwischenbilanz haben sich die Schweizer Forschenden europäische Fördermittel des 7. FRP im Umfang von insgesamt CHF Millionen sichern können, was 4,3 Prozent aller gewährten Beiträge entspricht. Gegenüber dem 6. FRP ( ) hat dieser Anteil zugenommen, was als Hinweis für eine im europäischen Vergleich verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Forschenden zu werten ist. Gegenwärtig ist die Erfolgsrate für Schweizer Projektvorschläge 1 die viertbeste aller 42 Mitglieds- und assoziierten Länder des 7. FRP (lediglich hinter derjenigen Belgiens, der Niederlande und Frankreichs). Gemessen an der Anzahl Beteiligungen, der Anzahl koordinierter Projekte und der Höhe der erhaltenen Fördermittel unter dem 7. FRP rangiert die Schweiz unter den zehn bestplatzierten Ländern. 1 Anteil der unterstützten Projekte gemessen an der Zahl aller eingereichten Projekte. 4
5 2 Allgemeines zu den EU-Forschungsrahmenprogrammen Anlässlich ihres Gipfels in Lissabon vom März 2000 einigten sich die politischen Entscheidungsträger der Europäischen Union (EU) darauf, «die Union innerhalb eines Jahrzehnts zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt zu machen einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem grösseren sozialen Zusammenhalt zu erzielen». 2 Ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Ziels ist der Aufbau eines europäischen Forschungsraums (EFR), der insbesondere dazu dienen soll, Karrieren in der Forschung zu fördern, die Industrie zu vermehrten Investitionen in die Forschung zu ermutigen und massgeblich zu einem dauerhaften Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen. Die EU-Forschungsrahmenprogramme (FRPs) bestehen aus zwei Elementen: 1. Aus dem eigentlichen «Rahmenprogramm der EU für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration» (FRP) mit einer Laufzeit von 2007 bis 2013 und einem Budget von EUR 50,5 Milliarden. 2. Aus dem Programm der Europäischen Atomgemeinschaft für Forschungs- und Ausbildungsmassnahmen im Nuklearbereich («Euratom-Programm») mit einem ersten Programm von 2007 bis 2011 und einem Zwischenprogramm für die Jahre 2012 und 2013, weil die maximale Laufzeit eines Euratom-Programms gemäss Euratom- Gründungsvertrag maximal 5 Jahre beträgt. Das Budget für die Jahre 2007 bis 2013 beträgt insgesamt EUR 5,251 Milliarden. EU-Forschungsrahmenprogramm und Euratom-Programm funktionieren komplementär und sind eng verknüpft, indem z.b. Teile der Energieforschung über beide Programme verteilt sind und sich gegenseitig ergänzen. Beide stellen die zentralen Instrumente der EU im Bereich der Forschungsfinanzierung dar und bilden einen wesentlichen Pfeiler zur Umsetzung des EFR. Die FRPs verfolgen übergeordnete strategische Ziele, wie die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der europäischen Industrie und die Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch die Unterstützung von Forschungstätigkeiten, die den Politiken der EU als Grundlage dienen. Weitere Zielsetzungen der FRPs sind die Förderung der Gesundheit, der Lebensqualität und des Umweltschutzes in Europa. Mittel des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms werden ebenfalls zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungskooperationen zwischen verschiedenen Partnern eingesetzt. So werden z.b. gemeinsame Technologieinitiativen («Joint Technology Initiatives» JTIs) zwischen Industrie und Hochschulen in den sogenannten Initiativen gemäss Art. 187 AEUV 3 finanziert (Prinzip «Public-Private Partnerships» PPP), oder Forschungs- und Entwicklungsprogramme zwischen EU- Mitgliedstaaten und weiteren Staaten in den sogenannten Initiativen gemäss Art. 185 AEUV (Prinzip «Public-to-Public Partnerships» P2P). Ziel dieser und ähnlicher Instrumente ist es, Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen in strategisch wichtigen Gebieten international besser zu koordinieren. Nachdem in solchen Initiativen ein Mechanismus der Kofinanzierung mit Eigenmitteln der Industrie und zuweilen auch der teilnehmenden Staaten zur Anwendung kommt, sind die Finanzflüsse komplizierter. Deshalb und aus Gründen des Datenschutzes bei Industriebeteiligungen enthält die Projektdatenbank der Europäischen Kommission zu den 7. FRPs keine Daten zu den Art und den Art. 185-Initiativen und nur beschränkt zu den Euratom-Projektdaten. In Analogie zu den früheren Zahlen und Fakten zur Schweizer Beteiligung fokussiert daher dieser Bericht auf das eigentliche EU-Forschungsrahmenprogramm ohne Art und Art Initiativen und ohne vollständiges Euratom-Programm. Seit 1984 haben sich sieben EU-Forschungsrahmenprogramm-Generationen mit einer Dauer von in der Regel vier Jahren abgelöst. Das aktuelle 7. FRP startete am 1. Januar 2007 und dauert erstmals sieben Jahre. Am 1. Januar 2014 wird das Nachfolgeprogramm Horizon 2020 mit einer erneuten Laufzeit von sieben Jahren starten. Die Teilnahme an den Forschungsprojekten der FRP steht Forschenden aus den EU-Mitgliedsländern sowie aus den sogenannten assoziierten Ländern offen, die ein entsprechendes bilaterales Abkommen mit der EU abgeschlossen haben. Ein solches Abkommen zwischen der Schweiz und der EU ist am 1. Januar 2004 im Hinblick auf das 6. FRP in Kraft getreten und wurde für die gesamte Dauer des 7. FRP erneuert. Damit können Schweizer Forschende 4 nicht nur an europäischen Forschungsprojekten teilnehmen, sondern auch selbst Projekte vorschlagen und koordinieren. 2 Europäischer Rat, 23. und 24. März 2000, Lissabon, Schlussfolgerungen des Vorsitzes (http://www.europarl.europa.eu/summits/lis1_de.htm, konsultiert am ). 3 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, Abl. C 115/47 vom Der Begriff «Schweizer Forschende» umfasst sämtliche Forscherinnen und Forscher von Institutionen mit Sitz in der Schweiz (internationale Organisationen ausgenommen, vgl. Anhang A). 5
6 Grafik 1: Teilnehmerstaaten am 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm (Stand: ) Mitgliedstaat Assoziierter Staat IS FI NO SE EE LV DK LT IE PT ES UK FR NL BE LU DE CH LI IT PL CZ SK MD AT HU RO SI HR BA RS ME BG MK AL EL TR CY MT IL Quelle: Europäische Kommission, Länderabkürzungen vgl. Anhang C, Tabelle 13 Was sind die Charakteristiken des 7. FRP? Das 7. FRP weist folgende Charakteristika (gerade im Vergleich zu den vorangegangenen Programmgenerationen) auf: Höheres Budget das Jahresbudget des 7. FRP liegt um 51 Prozent (nach dem aktuellen Preisniveau) über dem Budget des 6. Rahmenprogramms, was zusätzliche Ressourcen für die europäische Forschung bedeutet. Gleichzeitig stellt es eine starke politische Botschaft an die EU-Mitgliedstaaten dar, die sich zur Erhöhung ihres Forschungsbudgets von zwei Prozent des BIP auf drei Prozent im Jahre 2010 verpflichtet haben. Fokus auf Themenbereiche durch einen starken Fokus auf bedeutende Forschungsthemen (z. B. Gesundheit, Informations- und Kommunikationstechnologien, Weltraum usw.) im Rahmen der grössten Komponente des 7. FRP unter der Überschrift «Zusammenarbeit» ist das Programm flexibler gestaltet und kann leichter auf die Bedürfnisse der Industrie eingehen. Der Europäische Forschungsrat (ERC) als erste europaweite Agentur für Forschungsförderung zielt der Europäische Forschungsrat auf die Finanzierung risikoreicher, aber dennoch potenziell höchst lohnender, europäischer Pionierforschung. Wissensorientierte Regionen das 7. FRP schafft neue Wissensorientierte Regionen, in denen die verschiedenen Forschungspartner in einer Region zusammengeführt werden. Universitäten, Forschungszentren, multinationale Unternehmen, Regionalbehörden und KMU können sich zusammenschliessen und ihre Fähigkeiten und ihr Potenzial zur Forschung stärken. 6
7 Finanzierung mit Risikoteilung eine innovative Finanzierungsfazilität mit Risikoteilung (Risk Sharing Finance Facility RSFF) stärkt die Deckung für private Investoren, indem der Zugang zu Darlehen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für grosse europäische Forschungsprojekte verbessert wird. Gemeinsame Technologieinitiativen (JTI) als benutzergesteuerte Nachfolger der Europäischen Technologieplattformen (ETP) handelt es sich bei den Gemeinsamen Technologieinitiativen (Joint Technology Initiatives JTI) resp. Initiativen gemäss Art. 187 AEUV um ein Konzept des 7. FRP, das Partner der Forschung und der Industrie zusammenführt. Die Gemeinsamen Technologieinitiativen richten sich an jene Forschungsbereiche, in denen eine gestärkte Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie und erhebliche Investitionen für den langfristigen Erfolg erforderlich sind. Quelle: Das Siebte Rahmenprogramm (RP7). Europäische Forschung auf dem Vormarsch Europäische Kommission 2007; Seit der Lancierung des ersten FRP im Jahr 1984 wurden deren Budgets laufend erhöht: War das 1. FRP noch mit durchschnittlich EUR 593 Millionen pro Jahr dotiert, erhöhte sich das Jahresbudget des 6. FRP zwischen 2003 und 2007 von EUR 4,0 Milliarden auf EUR 5,3 Milliarden, was für den gesamten Vierjahreszeitraum einem Totalbetrag von EUR 19,1 Milliarden entspricht. Diese Tendenz setzt sich unter dem 7. FRP fort: In den Jahren 2007 bis 2013 wird das aktuelle Rahmenprogramm mit einem jährlichen Budget zwischen EUR 5,1 Milliarden und EUR 9,9 Milliarden und einem Gesamtbudget von EUR 50,5 Milliarden ausgestattet. Grafik 2: Jahresbudgets der Europäischen Forschungsrahmenprogramme (in Mrd. EUR, zu laufenden Preisen) Quelle: Europäische Kommission (COM(2004) 533, 786/2004/CE, COM(2005) 119 final), vgl. Tabelle 1 7
8 Das 7. FRP setzt sich aus vier spezifischen Programmen zusammen: 1. Zusammenarbeit (Budget: EUR 32,4 Mrd. bzw. 64% des Gesamtbudgets des 7. FRP) Förderung der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschulen mit dem Ziel, die führende Stellung in technologischen Schlüsselbereichen auszubauen. Unterstützt werden alle Forschungstätigkeiten, die im Rahmen der länderübergreifenden Forschungszusammenarbeit, in Zusammenarbeitsprojekten und -netzwerken und im Rahmen der Koordination nationaler Forschungsprogramme stattfinden. Die internationale Zusammenarbeit zwischen der EU und Drittstaaten ist ein Bestandteil dieses Programms, ebenso wie die gemeinsamen Technologieinitiativen JTI. 2. Ideen (EUR 7,5 Mrd. bzw. 15%) Förderung der Pionierforschung in wissenschaftlichen Grenzbereichen. Mit diesem Programm sollen Dynamik, Kreativität und Exzellenz der europäischen Forschung an den Grenzen der verschiedenen Wissenschafts- und Technologiebereiche (einschliesslich Ingenieurwissenschaften sowie Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften) gestärkt werden. Für die Umsetzung dieses Programms ist der Europäische Forschungsrat zuständig. 3. Menschen (EUR 4,8 Mrd. bzw. 9%) Erleichterung der Mobilität und Förderung von Forscherkarrieren in Europa und weltweit. 4. Kapazitäten (EUR 4,1 Mrd. bzw. 8%) Unterstützung beim Aufbau von Wissenskapazitäten, die Europa benötigt, um sich zu einer florierenden wissensgestützten Wirtschaft zu entwickeln. Ziele dieses Programms sind die Förderung von Forschungsinfrastrukturen, der Forschung zugunsten von KMU und des Forschungspotenzials der europäischen Regionen (Wissensorientierte Regionen) sowie die Ausschöpfung des gesamten Forschungspotenzials der erweiterten Union (Konvergenzregionen). Das spezifische Programm «Zusammenarbeit» als Kernstück des 7. FRP umfasst zehn prioritäre Forschungsbereiche (vgl. Grafik 3 und Tabelle 2): Gesundheit; Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei sowie Biotechnologie; Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT); Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien; Energie; Umwelt (einschliesslich Klimaänderung); Verkehr (einschliesslich Luftfahrt); Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften; Weltraum; Sicherheit. Je ein besonders hoher Budgetanteil entfällt auf die Schwerpunktbereiche ICT (28%) und Gesundheit (19%). Ausserdem will die Kommission sicherstellen, dass mindestens 15 Prozent der Fördermittel des Programms «Zusammenarbeit» den KMU zugutekommen. 5 Dieses Ziel wurde gemäss der Interim Evaluation der Expertengruppe zum 7. FRP im Jahr 2010 erreicht. 6 Auch das Programm «Kapazitäten» ist in verschiedene Forschungsprioritäten aufgeteilt (vgl. Grafik 3 und Tabelle 2). Der Grossteil des Budgets ist der Unterstützung von Forschungsinfrastrukturen (42%) und der Forschung zugunsten von KMU (33%) gewidmet. 5 Entscheidung 2006/971/EG des Rates der Europäischen Union. 6 Europäische Kommission, 2010, Interim Evaluation of the Seventh Framework Programme, Report of the Expert Group (http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/other_reports_studies_and_documents/fp7_interim_evaluation_expert_group_report.pdf). 8
9 Grafik 3: Verteilung des Budgets des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramms nach spezifischen Programmen und Forschungsprioritäten Quelle: Beschluss Nr. 2006/1982/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, vgl. Tabelle 2 9
10 3 Historische Entwicklung der Schweizer Beteiligung an den FRP 3.1 Schweizer Beteiligung an den FRP Seit 1992 hat sich die Zahl der Schweizer Beteiligungen an europäischen Forschungsprojekten kontinuierlich erhöht. Diese Zunahme verlief parallel zur Erhöhung der Budgets der FRP, die einen Anstieg der Zahl der finanzierten Projekte und mithin der Beteiligungsmöglichkeiten bewirkte. Die Zahl der Projektbeteiligungen liegt im ersten Jahr eines FRP stets deutlich niedriger als in den späteren Jahren, denn zwischen der Veröffentlichung der ersten Projektaufrufe eines Rahmenprogramms und dem effektiven Start der ersten Projekte verstreicht jeweils eine gewisse Zeit. Grafik 4: Anzahl der neuen Schweizer Beteiligungen an den Europäischen Forschungsrahmenprogrammen Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 3 Bis heute wurden unter dem 7. FRP 2678 Schweizer Beteiligungen in 2086 verschiedenen Forschungsprojekten gezählt. Die Zahl der Beteiligungen, insbesondere jene in den Jahren 2012 und 2013, dürfte sich aus zwei Gründen noch stark erhöhen: Erstens sind im Datenbankauszug vom 15. Juni 2012 nur rund die Hälfte aller Verträge des Jahres 2012 enthalten, und zweitens kommt es häufig vor, dass ein Forschungsprojekt erst einige Zeit nach seinem effektiven Beginn in der Datenbank erfasst wird. 10
11 3.2 Verteilung der verpflichteten Fördermittel der FRP nach Teilnehmerkategorien Die nachfolgende Grafik illustriert die Verteilung der Fördermittel für Schweizer Projektbeteiligungen auf die verschiedenen Teilnehmerkategorien. Die anteilsmässige Beteiligung der verschiedenen Typen der Schweizer Forschungsinstitutionen ist in den vergangenen zehn Jahren bemerkenswert stabil geblieben. Ausgenommen hiervon sind die Jahre 1992 und 1995, als die Beteiligung der Grossindustrie ausserordentlich hoch und jene der Universitäten sehr niedrig war, was einerseits auf die geringe Zahl von Projektbeteiligungen und andererseits auf die aussergewöhnlich umfangreiche Beteiligung zweier Grossunternehmen zurückzuführen ist. Die anteilsmässige Beteiligung der Institutionen des ETH-Bereichs erreichte im Jahr 2009 mit 44 Prozent den Höhepunkt und war im Jahr 2011 mit 42 Prozent erneut besonders hoch. Die anteilsmässige Beteiligung für das Jahr 2012 dürfte sich noch ändern, da nur die Projekte bis zum Stichtag am 15. Juni 2012 enthalten sind. Über den gesamten Zeitraum zog der Bereich der universitären Hochschulen jedes Jahr rund zwei Drittel aller Fördermittel auf sich, wovon mehr als die Hälfte auf die Institutionen des ETH-Bereichs 7 entfiel. Die Beteiligungsanteile der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und der Industrie variieren stark, durchschnittlich erreichen sie je einen Anteil von 10 Prozent der Fördermittel. Die Non-Profit-Organisationen (NPO), beanspruchen seit langem einen konstanten Anteil von knapp 10 Prozent der jährlichen Fördermittel. Die Fachhochschulen spielen in der europäischen Forschung nach wie vor eine sehr untergeordnete Rolle. Grafik 5: Verteilung der verpflichteten Fördermittel der Europäischen Forschungsrahmenprogramme auf die verschiedenen Typen von Schweizer Forschungsinstitutionen Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 4 7 Eidgenössische Technische Hochschulen Zürich und Lausanne (ETHZ und EPFL), Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Wasserforschungsinstitut Eawag und Paul Scherrer Institut PSI). 11
12 3.3 Förderung der Schweizer Forschung durch die FRP Als zweitwichtigste Quelle der direkten öffentlichen Forschungsförderung in der Schweiz nach dem Schweizerischen Nationalfonds spielen die Forschungsrahmenprogramme der EU eine wichtige Rolle als Motor der nationalen öffentlichen F+E-Aktivitäten. Während des Zeitraums 1992 bis 2012 wurden die in der Schweiz durchgeführten europäischen Projekte mit insgesamt CHF 3306 Millionen unterstützt, wovon allein CHF 1559 Millionen auf das 7. FRP entfallen. Seit 1992 haben sich diese Zuwendungen beträchtlich erhöht. Grafik 6: Verpflichtete Fördermittel für Schweizer Forschende seit dem 3. Europäischen Forschungsrahmenprogramm (Mio. CHF) Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 5 Die im ersten Jahr eines neuen Rahmenprogramms zu verzeichnenden Einbrüche bei den verpflichteten Fördermitteln (insbesondere 1999, 2003 und 2007) resultieren lediglich aus der Zeitspanne zwischen der Genehmigung der ersten Projekte eines FRP und dem effektiven Projektbeginn nach den dafür nötigen Vertragsverhandlungen. Diese Verzögerungen zum Beginn jedes FRP lassen sich auch in Bezug auf die Zahl der Schweizer Beteiligungen beobachten (vgl. Abschnitt 3.1). Betrachtet man die effektiven vergangenen oder künftigen Zahlungen in Grafik 7 auf Basis der verpflichteten Fördermittel für Schweizer Forschende, so zeigt sich, dass die finanzielle Unterstützung der Forschenden nicht in diesem Umfang variiert, sondern im Gegenteil kontinuierlich ansteigt. Grafik 7 illustriert ausserdem, dass die «Lebensdauer» eines Rahmenprogramms weit über den Zeitpunkt seines offiziellen Abschlusses hinausreicht. So waren beispielsweise gewisse Projekte des 6. FRP im Jahr 2011 noch immer im Gange und erhielten weiter ihre Finanzierung aus den Budgets des 6. FRP. 12
13 Grafik 7: Ausbezahlte oder per 15. Juni 2012 vorgesehene Zahlungen an Schweizer Forschende seit dem 3. Europäischen Forschungsrahmenprogramm (Mio. CHF) Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 6 Hinweis: Bei den Angaben zum 6. und 7. FRP handelt es sich um geschätzte Zahlungen, wobei die verpflichteten Mittel bei Projektstart in CHF umgerechnet und gleichmässig auf die gesamte Projektdauer verteilt wurden. Analog zu Grafik 7 zeigt Grafik 8 die effektiven vergangenen oder künftigen Zahlungen auf Basis der in Euro verpflichteten Fördermittel für Schweizer Forschende, aber unter Berücksichtigung des jeweils jährlichen Wechselkurses während der jeweils mehrjährigen Projektdauer. Es zeigt sich, dass infolge des starken Schweizer Frankens insbesondere in den Jahren 2011 und 2012 der Gegenwert (in Franken) der in Euro verpflichteten Fördermittel signifikant sinkt: Netto haben Schweizer Forschende im 7. FRP infolge des starken Schweizer Frankens im Jahr 2011 rund 41 Mio. CHF, im Jahr 2012 rund 36 Mio. CHF weniger Förderbeiträge erhalten. Insbesondere für Projekte des 7. FRP, die im Jahre 2007 oder 2008 starteten, sind die Unterschiede zwischen den damals berechneten Budgets und den effektiven Zahlungen in den Jahren 2011 und 2012 immens. Als Unterstützungsmassnahme hat die Schweizerische Eidgenossenschaft daher Empfängern von Fördermitteln aus dem 7. FRP, welche im Jahr 2011 höhere Wechselkursverluste erlitten haben, einen Teil dieser Verluste in Form eines kurzfristigen Hilfspackets ausgeglichen. Die Daten in diesem Bericht zeigen, dass die negativen Auswirkungen des starken Frankens auch im Jahr 2012 anhielten, wenn auch in leicht abgeschwächtem Ausmass im Vergleich zum Vorjahr. 13
14 Grafik 8: Ausbezahlte oder per 15. Juni 2012 vorgesehene Zahlungen an Schweizer Forschende seit dem 3. FRP (Mio. CHF) mit Berücksichtigung jährlicher Durchschnittswechselkurse Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 7 Hinweis: Die Angaben zum FRP enthalten die effektiven Zahlungen an Schweizer Forschende in CHF. Bei den Angaben zum 6. und 7. FRP handelt es sich um Schätzungen, wobei die verpflichteten Mittel (in Euro) gleichmässig auf die gesamte Projektdauer verteilt und anhand eines jährlichen Durchschnittwechselkurses (Annahme ab Euro = 1.23 CHF) in CHF umgerechnet wurden. 14
15 4 Die Beteiligung der Schweiz am 7. FRP Einleitung Die hier veröffentlichten Zahlen sind eine Zwischenbilanz der Beteiligung der Schweiz am 7. FRP. Bis zum 15. Juni 2012 wurden Fördermittel im Umfang von insgesamt EUR Millionen für europäische Forschungsprojekte verpflichtet. Dies entspricht 53 Prozent des ursprünglich vorgesehenen Budgets in Höhe von EUR Millionen. Fast die Hälfte des Budgets des 7. FRP steht also für die letzten 1,5 Jahre der Laufzeit des 7. FRP noch aus. Ein europäisches Forschungsprojekt ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mehrerer Forschungsteams, die sich zu einem Konsortium zusammenschliessen. Jedes Konsortium wird von einem Projektkoordinator geleitet. Folgende Eckdaten vermögen die Grössenordnung zu veranschaulichen: In die laufenden Projekte des 7. FRP mit Schweizer Beteiligung sind durchschnittlich 10,6 Forschungsteams aus zumeist mehreren Ländern (im Durchschnitt 6,6) involviert. Die durchschnittliche Laufzeit eines Projekts beträgt 3 Jahre und 4 Monate, das durchschnittliche Budget pro Forschungsteam beträgt CHF Die Projekte unter dem 6. FRP waren im Durchschnitt zwar grösser (19,1 Partner pro Konsortium aus 8,6 verschiedenen Ländern), aber der durchschnittliche Förderbetrag pro Partner mit CHF geringer als unter dem 7. FRP. 4.2 Auswertungen nach Teilnehmerkategorie Fördermittel nach Teilnehmerkategorie Die Institutionen des ETH-Bereichs sowie die Universitäten sind die Hauptbegünstigten des 7. FRP. Auf sie entfielen bisher CHF 624 Millionen (40,0%) beziehungsweise CHF 441,2 Millionen (28,3%) der gesamthaft verpflichteten Fördermittel für Schweizer Forschende. Der Anteil der Beiträge an die Institutionen des ETH-Bereichs war im 7. FRP erheblich höher als im 6. FRP (34,1%), jener der Universitäten blieb hingegen nahezu konstant (27,6% im 6. FRP). Mehr als ein Fünftel der Fördermittel für Schweizer Forschende (CHF 316,0 Mio. bzw. 20,2%) ging an Unternehmen, davon CHF 170,4 (10,9%) an KMU. Im 6. FRP wurden den Unternehmen Fördermittel von CHF 202,4 Millionen (25,5%) zugesprochen, was bedeutet, dass die relative Beteiligung der Unternehmen gegenüber dem 6. FRP rückläufig ist. Für das 7. FRP formulierte die Europäische Kommission das Ziel, mindestens 15 Prozent der Fördermittel des spezifischen Programms Zusammenarbeit an KMU zu vergeben. In diesem Programm haben die Schweizer KMU bisher 16,3 Prozent der Fördermittel für Schweizer Forschende erhalten und mit diesem Wert die europäische Zielvorgabe erreicht. Weitere Schweizer Begünstigte von europäischen Fördermitteln waren Non-Profit-Organisationen, Fachhochschulen und öffentlichen Gemeinwesen. Auf sie entfielen die verbleibenden CHF 178,1 Mio. bzw. 11,5 Prozent. Grafik 9: Verpflichtete Fördermittel zugunsten von Schweizer Forschenden nach Teilnehmerkategorie Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 8 15
16 4.2.2 Projektbeteiligungen und Projektkoordinationen nach Teilnehmerkategorie Rund 881 Schweizer Beteiligungen an Forschungsprojekten des 7. FRP (vgl. Tabelle 7 im Anhang), d. h. 33 Prozent, entfallen auf den ETH-Bereich, der sich hierfür 40 Prozent der Fördermittel sichert. Die Unternehmen (KMU und Industrie) stellen 747 Beteiligungen (28%) und erhalten dafür 20 Prozent der Fördermittel. Die Diskrepanz zwischen dem Anteil der Beteiligungen und dem Anteil der zugesprochenen Fördermittel der beiden Teilnehmerkategorien erklärt sich aus der Tatsache, dass die Unternehmen im Durchschnitt nur CHF pro Beteiligung, die Institutionen des ETH-Bereichs aber durchschnittlich CHF pro Beteiligung erhalten. Die Universitäten sichern sich pro Beteiligung im Durchschnitt CHF Mit bislang 632 Beteiligungen machen die Universitäten 24 Prozent der Schweizer Beteiligungen am 7. FRP aus. Jeweils ein Partner eines europäischen Forschungsprojekts übernimmt die Projektkoordination. Diese Aufgabe, die häufig dem Autor des Projektvorschlags übertragen wird, umfasst die allgemeine Leitung des Projekts sowie die Auswahl der Projektpartner. Das Amt der Projektkoordination steht den Schweizer Forschenden erst seit der Assoziierung der Schweiz an die FRP im Jahr 2004 offen. Eine nach den Funktionen Projektkoordination beziehungsweise Projektbeteiligung aufgeschlüsselte Darstellung ergibt ein differenzierteres Bild des Schweizer Beteiligungsprofils: Die Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Universitäten stellten gemeinsam über 50 Prozent der Schweizer Teilnehmer, aber 82 Prozent der Schweizer Koordinatoren. Bei den Unternehmen (unabhängig von ihrer Grösse) war die Lage umgekehrt: Sie machten 28 Prozent der Teilnehmer, aber nur 7 Prozent der Schweizer Koordinatoren aus. Daneben übernehmen Non-Profit-Organisationen in der Schweiz 8% der Projektkoordinationen, was im Verhältnis ungefähr ihrer Beteiligung an den FRP (9%) entspricht. Grafik 10: Anzahl Beteiligungen und Koordinationen unter dem 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm nach Teilnehmerkategorie Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 8 16
17 4.2.3 Beteiligungen der universitären Hochschulen Seit 1992 wurden den universitären Hochschulen europäische Fördermittel von insgesamt CHF Millionen zugesprochen. Die jeweiligen Volumen sind im Laufe der Jahre stark gestiegen, nämlich von CHF 5,7 Millionen im Jahr 1992 auf CHF 225,2 Millionen im Jahr Seit 2004 ist ein deutlich stärkerer jährlicher Anstieg feststellbar: Erhielten die Universitäten von 1992 bis 2004 durchschnittlich zusätzliche CHF 3,5 Millionen pro Jahr, so wurden ihnen ab 2005 d. h. während des Übergangs vom 6. zum 7. FRP pro Jahr durchschnittlich zusätzliche CHF 14,9 Millionen gewährt. Dieser Anstieg verläuft parallel zur Budgeterhöhung der Rahmenprogramme. Die beiden ETH spielten bei der Aufnahme europäischer Fördermittel seit Beginn eine vorherrschende (und relativ ähnliche) Rolle. Beide konnten jeweils einen doppelt so hohen Förderbetrag entgegennehmen wie die beiden auf europäischer Ebene aktivsten Universitäten Genf und Zürich. Grafik 11: Jährliche Fördermittel (effektiv ausbezahlte Gelder) der FRP an die universitären Hochschulen Jährliche Förderbeträge (Mio. CHF) EPFL ETHZ UNIBAS UNIBE UNIFR UNIGE UNIL UNINE UNISG UNISI UZH Budget FRP Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 9* Hinweis: Aus Gründen der Lesbarkeit werden die Universität Luzern und alle Fachhochschulen hier nicht berücksichtigt, da diese sehr geringe jährliche Förderbeiträge aufweisen. Zur Schätzung der Höhe der unter dem 6. und 7. FRP effektiv ausbezahlten Gelder wurden die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vertrags über die Projektdauer verpflichteten Beträge gleichmässig auf die jeweilige Projektlaufzeit verteilt. Der Rückgang der Fördermittel nach 2012 erklärt sich aus dem Abschluss von Projekten, deren Finanzierungen bis zu diesem Zeitpunkt verpflichtet wurden; sie werden durch Mittel zukünftiger Projekte ergänzt. 17
18 4.3 Auswertungen nach Forschungsbereichen Anzahl Beteiligungen pro Forschungsbereich Betrachtet man die derzeit 2678 Schweizer Beteiligungen an Forschungsprojekten unter dem 7. FRP, so zeigt sich, dass die Schweizer Forschenden vornehmlich in folgenden Forschungsprioritäten oder Programmen tätig sind: In den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (552 Beteiligungen bzw. 21% aller Schweizer Beteiligungen), in dem der Mobilität von Forscherinnen und Forschern gewidmeten Programm «Menschen» (489 bzw. 18%), im Bereich Gesundheit (308 bzw. 12%) sowie in den Nanotechnologien (279 bzw. 10%). Im europäischen Vergleich zeichnet sich die Schweiz durch eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung in den Programmen «Ideen» und «Menschen» sowie innerhalb des Programms «Zusammenarbeit» in den Bereichen Informations-und Kommunikationstechnologien und Nanotechnologien aus (vgl. Abschnitt 4.3.3). Im Programm «Kapazitäten» sowie im Bereich Transport und im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften ist die Schweiz vergleichsweise schwach vertreten. Einige Projekte oder Aufforderungen zur Vorschlagseinreichung werden nicht direkt von der Kommission, sondern von anderen Organisationen bearbeitet. 8 In diesen Fällen werden die entsprechenden Fördermittel zunächst an die entsprechende Organisation entrichtet und von dieser an die Forschenden weitergeleitet. Die Datenbank der Europäischen Kommission enthält in diesen Fällen keine Daten über die Endbegünstigten und die Höhe der ihnen ausbezahlten Fördermittel. Aus diesem Grund ist die effektive Anzahl der in der Schweiz finanzierten Projekte noch höher als hier dargestellt. Im Bereich Weltraum, in dem ein grosser Teil der vom 7. FRP mitfinanzierten Projekte von der ESA geleitet wird, ist die Diskrepanz besonders hoch, aber auch im Bereich Gesundheit, welcher eine Milliarde Euro seines Budgets für die Gemeinsame Technologieinitiative «Innovative Medicines Initiative» (IMI) einsetzt. Die hier erwähnten Projekte im Bereich der Kernfusion umfassen ausschliesslich Aktivitäten zur besseren Vernetzung und Koordination der Europäischen Kernfusionsforschung. Die eigentliche Forschung in diesem Bereich unterliegt dem spezifischen Euratom-Programm. Die Europäische Kommission stellt diesbezüglich keine Daten zur Verfügung. Grafik 12: Anzahl Beteiligungen an Projekten des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm nach spezifischen Programmen und Forschungsprioritäten Quellen: Europäische Kommission, SFBI, vgl. Tabelle 10 8 Dies gilt besonders für einige Integrierte Projekte (IP), ERA-NET Plus, Gemeinsame Technologieinitiativen (JTI resp. Initiativen gemäss Art. 187 AEUV) und ihrer Joint Undertakings (JU) sowie für Initiativen gemäss Art. 185 AEUV. Ebenso gilt dies für das Programm Global Monitoring for Environment and Security (GMES), das von der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumagentur (ESA) gemeinsam geleitet wird. 18
19 4.3.2 Fördermittel nach Forschungsbereichen Bisher sicherten sich die Schweizer Forschenden unter dem 7. FRP rund CHF Millionen Fördermittel. Die mit Abstand am stärksten geförderten Forschungsbereiche sind im Wesentlichen diejenigen, in denen die Anzahl der Schweizer Beteiligungen hoch war (vgl. vorheriger Abschnitt). Auf die ERC-Stipendien entfielen CHF 435,9 Mio. beziehungsweise 28 % der an Schweizer Forschende ausbezahlten Fördergelder. Dahinter folgen die Informationsund Kommunikationstechnologien (CHF 295,7 Millionen bzw. 19 %) und der Gesundheitsbereich (CHF 182,0 Mio. bzw. 11,7%). Allerdings sind zwischen der Anzahl Beteiligungen und dem Umfang der Fördermittel pro Forschungsbereich nur bis zu einem gewissen Grad Parallelen festzustellen, denn die Höhe der gewährten Fördermittel variiert je nach Forschungsbereich sehr stark. Das durchschnittliche Fördervolumen pro Schweizer Beteiligung unter dem 7. FRP beträgt für die Gesamtheit der Forschungsbereiche CHF Die Bereiche Wissensorientierte Regionen, Wissenschaft in der Gesellschaft und Forschung zugunsten von KMU zeichnen sich durch besonders niedrige Förderbeträge pro Beteiligung aus (Durchschnitt pro Beteiligung CHF bzw. CHF bzw ). Im Rahmen des Programms «Ideen» dagegen erreichen die Fördermittel pro Schweizer Beteiligung im Durchschnitt den beachtlichen Betrag von CHF 2,3 Millionen und übersteigen damit den europaweiten Durchschnitt von CHF 2 Millionen pro Förderung in diesem Programm. Grafik 13: Projektfördermittel unter dem 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm nach spezifischen Programmen und Forschungsprioritäten (Mio. CHF) Quellen: Europäische Kommission, SBFI, vgl. Tabelle 10 19
20 4.3.3 Intensität und Qualität der Schweizer Beteiligungen nach Forschungsbereichen 9 Europäische Fördermittel werden kompetitiv vergeben. Jeder Projektantrag wird von einem Sachverständigenausschuss evaluiert und im Vergleich zu den übrigen Anträgen bewertet. Nur die bestplatzierten Vorschläge kommen in den Genuss einer Förderung. Die Erfolgsquote gibt Aufschluss über den Anteil der finanzierten Anträge gemessen an der Gesamtheit der eingereichten Anträge. Sie wird somit in erster Linie durch die Qualität der Eingaben bestimmt. Die Erfolgsquoten in den einzelnen Bereichen sind sehr unterschiedlich. Sie hängen zum einen von den verfügbaren Budgets der Bereiche ab, zum anderen von der Tatsache, dass gewisse Bereiche (namentlich die Spitzenbereiche) sich nur an eine sehr ausgewählte Gruppe von Begünstigten richten. Eine Untersuchung der Schweizer Projektanträge unter dem 7. FRP vermittelt einen Eindruck über die Quantität (Intensität der Beteiligung) und die Qualität der eingereichten Anträge in den einzelnen Forschungsbereichen. Diese beiden Grössen werden für jeden Forschungsbereich mithilfe eines Beteiligungsindex und eines Erfolgsindex von Schweizer Anträgen ausgedrückt. Zur Ermittlung des Beteiligungsindex wird der Anteil der Schweizer Projektvorschläge in einem bestimmten Bereich in Bezug gesetzt zur Gesamtheit der Vorschläge aus allen Ländern in diesem Bereich. Je intensiver die Beteiligung der Schweiz ausfällt, desto höher ist der Indexwert. 10 Der Erfolgsindex der Schweizer Projektvorschläge widerspiegelt das Verhältnis der Erfolgsquote von Schweizer Anträgen zur durchschnittlichen Erfolgsquote der Gesamtheit der Vorschläge in einem Bereich. Der Indexwert verhält sich analog zum Beteiligungsindex: Je höher die Erfolgsquote der Schweizer Projektvorschläge, desto höher ist der Indexwert. Ein Wert von 1 entspricht einer durchschnittlichen Erfolgsquote. Die grafische Darstellung des Beteiligungs- und Erfolgsindex für die einzelnen Programme und Forschungsprioritäten des 7. FRP (Grafik 14) zeigt, dass die Erfolgsquote der Schweizer Projektvorschläge in der Mehrzahl der Bereiche über dem europäischen Durchschnitt (horizontale Gerade beim Wert 1) liegt. Ausserdem verdeutlicht sie die hervorragende Platzierung der Schweiz im Programm «Ideen» (ERC). Zudem lässt sich feststellen, dass sehr wenige Forschungsbereiche im rechten unteren Quadranten der Grafik angesiedelt sind. Dies lässt darauf schliessen, dass eine hohe Beteiligung in einem bestimmten Forschungsbereich in der Regel mit einer hohen Erfolgsquote einhergeht. Die Bereiche im oberen linken Quadranten der Grafik schliesslich weisen eine gute Erfolgsquote, aber eine relativ geringe Beteiligung auf. Sie verweisen auf ein noch nicht erschlossenes Finanzierungspotenzial für Schweizer Forschende in den Bereichen Umwelt, Energie, Biotechnologie, Verkehr, Sicherheit, Raumfahrt, Forschung zugunsten von KMU sowie Wissenschaft und Gesellschaft. 9 Diese Auswertungen stützen sich auf eine andere Datenbank als die übrigen Kapitel des Berichts (Datenbank der Projektvorschläge für das 7. FRP, Datenlieferung der Europäischen Kommission vom 15. Juni 2012). Namentlich die Angaben in Tabelle 11 (siehe Anhang) zur Anzahl der Beteiligungen weichen deshalb von denjenigen in den anderen Teilen des Berichts ab. 10 Ein Indexwert unter 1 bedeutet, dass die Schweizer Beteiligung unterdurchschnittlich ist, ein Wert von 1 entspricht einer durchschnittlichen Beteiligung der Schweiz, und ein Wert über 1 widerspiegelt eine überdurchschnittliche Beteiligung. 20
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