Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_26_10_2011_XII_ZB_247_11_Notwendigkeit_der_Beachtung_des-d4615446.html
Timestamp: 2016-12-07 18:53:39
Document Index: 297824859

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 18', '§ 1629', '§ 1796', '§ 1666', '§ 18', '§ 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BundesgerichtshofBeschl. v. 26.10.2011, Az.: XII ZB 247/11Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 26.10.2011Referenz: JurionRS 2011, 29691Aktenzeichen: XII ZB 247/11 Verfahrensgang:vorgehend:AG Zerbst - 21.09.2010 - AZ: 7 F 246/10 SOOLG Naumburg - 07.12.2010 - AZ: 3 UF 178/10Rechtsgrundlagen:§ 18 FamFG§ 1629 Abs. 2 S. 3 BGB§ 1796 BGBFundstellen:BRAK-Mitt 2012, 77FamFR 2012, 71FamRB 2012, 49FamRB 2012, 42-43FamRZ 2012, 99FF 2012, 67-71FF 2012, 41FF 2012, 42FGPrax 2012, 17FK 2012, 118-120FPR 2012, 389-393FuR 2012, 136-137MDR 2012, 99-100NJW 2012, 151-155Rpfleger 2012, 201-205ZKJ 2012, 107-111Amtlicher Leitsatz:BGB §§ 1666, 1666a, 1684; FamFG §§ 18, 26a)Die Regelung in § 18 FamFG ist verfassungskonform dahin auszulegen, dass die Frist zur Nachholung der Begründung der Rechtsbeschwerde nicht zwei Wochen, sondern einen Monat beträgt (im Anschluss an BGHZ 184, 323 = NJW 2008, 3500). b)Zur Beseitigung einer Gefährdung des Kindeswohls (hier: Umgangsvereitelung und massive Beeinflussung des Kindes durch die allein sorgeberechtigte Mutter gegen den Vater) darf nur das mildeste Mittel gewählt werden. Vor Entziehung des - gesamten - Aufenthaltsbestimmungsrechts wegen Umgangsvereitelung ist eine Umgangspflegschaft einzurichten. Davon kann nur bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit abgesehen werden. c)Auch bei Wahl des mildesten Mittels hat ein Eingriff in das Sorgerecht (hier: Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts zum Zweck der Heimunterbringung) zu unterbleiben, wenn dieser mit anderweitigen Beeinträchtigungen des Kindeswohls einhergeht und bei einer Gesamtbetrachtung zu keiner Verbesserung der Situation des gefährdeten Kindes führt (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 11. Juli 1984 - IVb ZB 73/83 - FamRZ 1985, 169, 171). Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. Oktober 2011 durch die Richter Dose, Weber-Monecke, Dr. Klinkhammer, Schilling und Dr. Günter beschlossen: Tenor:1.Der Beteiligten zu 1 wird gegen die Versäumung der Frist zur Einlegung und zur Begründung der Rechtsbeschwerde Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt. 2.Auf die Rechtsbeschwerde der Beteiligten zu 1 wird der Beschluss des 3. Zivilsenats - 1. Senat für Familiensachen - des Oberlandesgerichts Naumburg vom 7. Dezember 2010 aufgehoben. Das Verfahren wird zur erneuten Behandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens - an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Wert: 3.000 € BGH, 26.10.2011BGH, 26.10.2011