Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202008,%20S.%202837
Timestamp: 2020-04-07 08:32:20
Document Index: 306226180

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 284', '§ 280', '§ 437', '§ 439', '§ 439', '§ 280', '§ 437', '§ 439', '§ 439', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 439', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 439', 'BGH', 'BGH', '§ 439', '§ 439', 'BGH', '§ 439', '§ 439', '§ 433', 'BGH', '§ 433', '§ 439', 'BGH', 'BGH', '§ 433', '§ 439', '§ 434', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', '§ 433', '§ 434', '§ 439', 'Art. 3', '§ 439', '§ 439', 'BGH', '§ 439', '§ 434', '§ 437', '§ 280', '§ 281', '§ 278', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 278', 'BGH', '§ 433', '§ 280', '§ 278', 'BGH', 'BGH', '§ 439', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', '§ 280']

https://dejure.org/2008,23
BGH, 15.07.2008 - VIII ZR 211/07 (https://dejure.org/2008,23)
BGH, Entscheidung vom 15.07.2008 - VIII ZR 211/07 (https://dejure.org/2008,23)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07 (https://dejure.org/2008,23)
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BGB §§ 280, 437, 439
Umfang des kaufrechtlichen Anspruchs auf Ersatzlieferung - Neuverlegung mangelfreier Parkettstäbe
Keine Einbaukosten im Rahmen der Nacherfüllung wegen mangelhafter Kaufsache
Mängelgewährleistung - Parkett - Kosten Neuverlegung - Schadensersatz
Verkäufer mangelhafter Parkettstäbe schuldet im Zuge der Nacherfüllung nicht die Verlegung ersatzweise gelieferter Parkettstäbe
Verpflichtung eines Verkäufers zur Verlegung ersatzweise gelieferter Parkettstäbe im Wege der Nacherfüllung bei Verlegung mangelhafter Parkettstäbe; Haftung eines Verkäufers mangelhafter Parkettstäbe im Hinblick auf Schadensersatz statt der Leistung bei deren Verlegung ...
Parkett - Nacherfüllung des Verkäufers
Nacherfüllung beim Kauf durch Ersatzlieferung ohne Einbaupflicht der Verkäufers ("Parkettstäbe")
Parkett mangelhaft - Nacherfüllungsansprüche und Ersatzlieferung
Haftung für mangelhafte Parkettstäbe; Nacherfüllung durch Ersatzlieferung; Verlegekosten; die Lieferung mangelfreier Parkettstäbe; Schadensersatz; Aufwendungsersatz; Nutzungsausfall; Mangelhaftigkeit der Kaufsache; Nachbesserung; Ersatzlieferung; Mangel
Lieferung mangelhafter Parkettstäbe
Zur Frage, ob der Verkäufer mangelhafter Parkettstäbe nur die Lieferung mangelfreier Parkettstäbe oder auch deren Neuverlegung schuldet
Inhalt des Nacherfüllungsanspruchs bei Selbsteinbau gekauften Materials - Abgrenzung zum Schadens- und Aufwendungsersatz nach § 284 BGB
BGB § 280 § 437 § 439
Umfang des Anspruchs auf Nacherfüllung bei Lieferung mangelhafter Parkettstäbe; Ersatz der Aufwendungen für die Verlegung
Ersatz für Neuverlegung mangelfreier Parkettstäbe?
Umfang des Nacherfüllungsanspruchs (hier mangelhaftes Parkett)
Verkäufer schuldet nicht den Einbau einer mangelfreien Sache gemäß § 439 Abs. 2 BGB
Mangelhafte Parkettstäbe erworben - Kann der Käufer vom Händler Ersatz für die Kosten der Neuverlegung fordern?
Bei einer Nachbesserung muss der Verkäufer nicht immer alle Kosten ersetzen
Kaufsache mangelhaft: Grundsätzlich kein Ersatz der Beseitigungs- und Neuvornahmekosten
Inhalt der kaufrechtlichen Nacherfüllungspflicht
Werkstoffhändler schulden Käufer im Zuge der Nacherfüllung durch Ersatzlieferung nur Lieferung mangelfreier Sachen
Eingeschränkte Haftung des Baustofflieferanten bei Lieferung mangelhafter Ware.
Kein Anspruch auf Neuverlegung von Parkett bei schadhaften Stäben // Händler haftet nicht für nicht sichtbare Produktionsfehler
§ 280 BGB; § 437 BGB; § 439 BGB
Nachlieferungsanspruch des Käufers erstreckt sich nicht auf Einbau der mangelfreien Ersatzsache (Prof. Dr. Beate Gsell, Augsburg; ZJS 2008, 542)
Reichweite des Ersatzlieferungsanspruchs bei eingebauten Gegenständen
Parkettstäbe-Fall: Haftung für Einbaukosten der mangelfreien Sache
BGB §§ 439, 280, 437
Nacherfüllung beim Kauf durch Ersatzlieferung ohne Einbaupflicht des Verkäufers ("Parkettstäbe")
Ersatz von Kosten des Einbaus der mangelhaften Kaufsache im Rahmen der Nacherfüllung ("Parkettstäbe")
Gewährleistung - Materialfehler: Wer haftet? (RA Robert Schulze)
Mangelhafte Parkettstäbe: Wann haftet Verkäufer für die Kosten einer Neuverlegung? (IBR 2008, 506)
Mangelhafte Parkettstäbe: Schuldet Verkäufer als Nacherfüllung auch Neuverlegung? (IBR 2008, 505)
Zusammenfassung von "Nacherfüllung durch Aus- und Einbau der Kaufsache - Anmerkungen zum Parkettstäbefall des BGH" von RiLG Dr. Matthias Katzenstein, original erschienen in: ZGS 2008, 450 - 457.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.07.2008, Az.: VIII ZR 211/07 (Lieferung mangelhafter Parkettstäbe: Nacherfüllungsanspruch umfasst nicht den Kostenersatz für die Neuverlegung)" von RA Dr. Patrick Ayad, M. jur. (Oxford) und RAin Silke Hesse, Maitre en droit ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.07.2008, Az.: VIII ZR 211/07 (Haftung des Verkäufers bei Nacherfüllung)" von RA Dr. Helmut Redeker, FA InformationstechnologieR, original erschienen in: CR 2008, 620 - 622.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.07.2008, Az.: VIII ZR 211/07 (Kein Anspruch auf Einbaukosten bei Nacherfüllung durch Ersatzlieferung)" von RA Dr. Martin Andreae, FA VerkR, original erschienen in: DAR 2008, 700 - 701.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.07.2008, Az.: VIII ZR 211/07 (Mangelhafte Parkettstäbe)" von Prof. Dr. Dirk Looschelders, original erschienen in: JA 2008, 892 - 894.
Zusammenfassung von "Nacherfüllung und Schadensersatz beim Einbau mangelhafter Sachen" von RRef. Dr. Frank Skamel, original erschienen in: NJW 2008, 2820 - 2822.
Kurznachricht zu "Die Erfüllungsgehilfen des Verkäufers neu hergestellter Sachen" von RiOLG a. D. Prof. Dr. Frank Peters, original erschienen in: ZGS 2010, 24 - 28.
LG Osnabrück, 27.06.2007 - 1 S 217/07
NJ 2009, 25
JR 2009, 150
(2) Denn der Anspruch auf Ersatzlieferung (§ 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB) richtet sich darauf, dass anstelle der ursprünglich gelieferten mangelhaften Kaufsache nunmehr eine mangelfreie, im Übrigen aber gleichartige und gleichwertige Sache zu liefern ist (…vgl. Senatsurteile vom 17. Oktober 2012 - VIII ZR 226/11, BGHZ 195, 135 Rn. 24; vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 18;… vom 7. Juni 2006 - VIII ZR 206/05, BGHZ 168, 64 Rn. 23).
aa) § 439 Abs. 2 BGB, der eine eigenständige Anspruchsgrundlage darstellt (…Senatsurteile vom 30. April 2014 - VIII ZR 275/13, BGHZ 201, 83 Rn. 15;… vom 13. April 2011 - VIII ZR 220/10, BGHZ 189, 196 Rn. 37; vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 9), bestimmt, dass der Verkäufer die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Kosten zu tragen hat.
(a) Die vom Kläger geltend gemachten Anwaltskosten wurden "zum Zwecke der Nacherfüllung" aufgewandt, nämlich zu der Zeit, als sich der Vollzug des Kaufvertrags (noch) im Stadium der Nacherfüllung gemäß § 439 Abs. 1 BGB befand (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 9; Lorenz, NJW 2014, 2319, 2321) und auch mit der Zielrichtung, dem Kläger die Durchsetzung eines Nacherfüllungsanspruchs - hier in Gestalt von § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB - zu ermöglichen (…Senatsurteil vom 30. April 2014 - VIII ZR 275/13, aaO Rn. 15).
Der Senat hat die Frage des Erfüllungsorts der Nacherfüllung im neuen Kaufrecht bislang offen lassen können (Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 27).
Er kann jedoch gestützt auf § 439 Abs. 2 BGB vom Verkäufer deren Erstattung verlangen (zum Anspruchscharakter des § 439 Abs. 2 BGB vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 9; ausführlich Hellwege, AcP 206 (2006), 136 ff.).
Denn mit der Nacherfüllung soll nach der gesetzgeberischen Konzeption lediglich eine nachträgliche Erfüllung der Verkäuferpflichten aus § 433 Abs. 1 Satz 2 BGB durchgesetzt werden (Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 18).
Der Käufer soll mit der Nacherfüllung das erhalten, was er vertraglich zu beanspruchen hat (Senatsurteile vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO; vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 100/04, BGHZ 162, 219, 227); dem Verkäufer soll eine "letzte Chance" eingeräumt werden, seine Pflicht aus § 433 Abs. 1 Satz 2 BGB durch Beseitigung des Mangels oder Lieferung einer mangelfreien Sache - wenn auch erst im zweiten Anlauf - noch zu erfüllen, um den mit einer Rückabwicklung des Vertrags regelmäßig verbundenen wirtschaftlichen Nachteil abzuwenden (Senatsurteile vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 21;… vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 100/04, aaO).
Grundsätzlich gilt daher, dass der Nacherfüllungsanspruch nicht weiter geht als der ursprüngliche Erfüllungsanspruch (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 18; Skamel, ZGS 2006, 227, 229;… Oechsler, aaO).
(3) Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Pflicht des Verkäufers zur Ersatzbeschaffung nach § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB, wovon auch das Berufungsgericht ausgeht, gleichartige und gleichwertige Sachen erfasst, denn der Anspruch des Käufers auf Ersatzlieferung richtet sich darauf, dass anstelle der ursprünglich gelieferten mangelhaften Kaufsache nunmehr eine mangelfreie, im Übrigen aber gleichartige und - funktionell sowie vertragsmäßig - gleichwertige Sache zu liefern ist (…vgl. Senatsurteile vom 7. Juni 2006 - VIII ZR 209/05, aaO Rn. 17 f., 23; vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 18;… vom 17. Oktober 2012 - VIII ZR 226/11, BGHZ 195, 135 Rn. 24;… vom 24. Oktober 2018 - VIII ZR 66/17, aaO Rn. 41).
Auch im nationalen Kaufrecht ist unter "Lieferung" grundsätzlich nur die Handlung zu verstehen, die der Verkäufer vorzunehmen hat, um seine Übergabe- und Übereignungspflicht aus § 433 Abs. 1 BGB zu erfüllen (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, NJW 2008, 2837 Rn. 18;… Erman/Grunewald, BGB, 13. Aufl., § 439 Rn. 4;… Palandt/Weidenkaff, BGB, 71. Aufl., § 434 Rn. 53 c).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Vorlieferant des Verkäufers nicht dessen Gehilfe bei der Erfüllung der Verkäuferpflichten gegenüber dem Käufer; ebenso ist auch der Hersteller der Kaufsache nicht Erfüllungsgehilfe des Händlers, der die Sache an seine Kunden verkauft (Senatsurteile vom 21. Juni 1967 - VIII ZR 26/65, BGHZ 48, 118, 121 f.; vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 29;… Senatsbeschluss vom 14. Januar 2009 - VIII ZR 70/08, NJW 2009, 1660 Rn. 11; BGH…, Urteil vom 19. Juni 2009 - V ZR 93/08, BGHZ 181, 317 Rn. 19; vgl. auch BGH, Urteile vom 22. Februar 1962 - VII ZR 205/60, juris Rn.18; vom 9. Februar 1978 - VII ZR 84/77, NJW 1978, 1157).
Die im Verkehr erforderliche Sorgfalt (§ 276 Abs. 2 BGB) verlangt von dem Verkäufer regelmäßig keine Untersuchung der Kaufsache; der Verkäufer muss sich auch nicht das Verschulden seiner Lieferanten nach § 278 BGB zurechnen lassen (BGH, Urt. v.15. Juli 2008, VIII ZR 211/07, NJW 2008, 2837, 2840 zur Veröff. in BGHZ 177, 224 ff. vorgesehen).
Soweit der Senat zuvor in seinem ebenfalls einen Verbrauchsgüterkauf betreffenden Urteil vom 15. Juli 2008 (VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 25) die Auffassung vertreten hat, eine so weitgehende Ausdehnung der Nacherfüllungspflicht lasse sich aus Art. 3 Abs. 2 der Richtlinie nicht herleiten, hält er daran nicht fest.
Denn mit der Nacherfüllung soll nach der gesetzgeberischen Konzeption der Schuldrechtsreform lediglich eine nachträgliche Erfüllung der Verkäuferpflichten aus § 433 Abs. 1 Satz 2 BGB durchgesetzt werden; der Käufer soll mit der Nacherfüllung das erhalten, was er vertraglich zu beanspruchen hat (…BT-Drucks. aaO; Senatsurteile vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 18 mwN;… vom 13. April 2011 - VIII ZR 220/10, aaO Rn. 49).
Denn nach dem kaufrechtlichen Gewährleistungssystem der §§ 434 ff. BGB sind über das Erfüllungsinteresse hinausgehende Vermögensnachteile, die beim Käufer dadurch entstehen, dass dem Verkäufer die Erfüllung nicht schon beim ersten, sondern erst beim zweiten Versuch gelingt, nach der Vorstellung des deutschen Gesetzgebers - soweit nicht die besondere Kostenregelung des § 439 Abs. 2 BGB eingreift - nur nach den allgemeinen Regeln über den Schadens- oder Aufwendungsersatz auszugleichen (BT-Drucks. 14/6040, S. 224 f.; Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 22; vgl. auch Senatsbeschlüsse vom 21. Oktober 2008 - VIII ZR 304/07 und VIII ZR 65/08, beide juris).
Insofern gehören der Ausbau der mangelhaften Kaufsache und der Einbau der als Ersatz gelieferten Sache nach nationalem deutschem Recht grundsätzlich nicht zu der vom Verkäufer geschuldeten Nacherfüllung (Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 19 zu den Einbaukosten;… Senatsbeschluss vom 14. Januar 2009 - VIII ZR 70/08, aaO Rn. 19 ff. zu den Aus- und Einbaukosten), sondern nur insoweit, als sich aus Art. 3 Abs. 2 und 3 der Richtlinie etwas anderes ergibt und dies im Rahmen richtlinienkonformer Auslegung des § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB zu berücksichtigen ist (…Senatsbeschluss vom 14. Januar 2009 - VIII ZR 70/08, aaO Rn. 22).
Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die Umsetzung der Vorgaben der Richtlinie für die Nachlieferungspflicht auf den Verbrauchsgüterkauf beschränkt hätte, wenn ihm damals bereits bekannt gewesen wäre, dass der Gerichtshof der Nachlieferung einen über die Wiederholung der Verkäuferpflichten hinausgehenden, in den Werkvertrag hineinreichenden Inhalt zuweist (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 25;… Senatsbeschluss vom 14. Januar 2009 - VIII ZR 70/08, aaO).
Außerdem hat der Senat klar gestellt, dass die Vorschrift, nach der der Käufer Anspruch auf Übernahme der "zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen" durch den Verkäufer hat, in zeitlicher Hinsicht voraussetzt, dass sich der Vollzug des Kaufvertrags bei Entstehung der Aufwendungen im Stadium der Nacherfüllung gemäß § 439 Abs. 1 BGB befindet (Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 Rn. 9), und dass solche zum Zwecke der Nacherfüllung getätigten Aufwendungen nur dann vom Verkäufer zu tragen sind, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt (…vgl. Senatsurteil vom 21. Dezember 2005 - VIII ZR 49/05, WM 2006, 1355 Rn. 21).
aa) § 439 Abs. 2 BGB stellt entgegen Faust (…aaO Rn. 21) eine eigenständige Anspruchsgrundlage dar (…Senatsurteile vom 13. April 2011 - VIII ZR 220/10, aaO Rn. 37; vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, aaO Rn. 9).
Zu Recht und unangegriffen hat das Berufungsgericht insoweit einen Schadensersatzanspruch des Klägers aus § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, § 437 Nr. 3, § 280 Abs. 1 und 3, § 281 Abs. 1 BGB wegen schuldhafter Lieferung mangelhafter Fliesen verneint, weil die Beklagte weder die Lieferung der mangelhaften Fliesen selbst verschuldet noch nach § 278 BGB für ein Verschulden der Herstellerin der Fliesen einzutreten hat (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2008 - VIII ZR 211/07, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, WM 2008, 1890 = NJW 2008, 2837, Tz. 29 m.w.N.).
Dadurch würde er sich von dem Einbau der als Ersatz zu liefernden neuen Fliesen unterscheiden, der schon deswegen nicht von der Verpflichtung des Verkäufers zur Ersatzlieferung umfasst wird, weil diese nicht weitergehen kann als die Lieferverpflichtung des Verkäufers aus dem zugrunde liegenden Kaufvertrag und dazu der Einbau der verkauften Fliesen - anders als bei einem Werkvertrag - nicht gehört (Senatsurteil vom 15. Juli 2008, aaO, Tz. 25).
Die Entscheidung des BGH vom 15.07.2008 (VIII ZR 211/07, NJW 2008, 2837) beziehe sich nur auf die Kosten des Einbaus der nachgelieferten Sache.
Das gegenteilige Ergebnis des Bundesgerichtshofs in der Entscheidung NJW 2008, 2837 sei für den Fall fehlenden Verschuldens des Verkäufers und deshalb entfallender Haftung nach §§ 280 f BGB auch unbillig, zumal der Verkäufer als Händler hinsichtlich etwaiger Schadensersatz- oder Aufwendungsersatzansprüche einen Regressanspruch gegen den Hersteller als Vertragspartner hätte.
Für eine Pflichtverletzung des Herstellers hat der Verkäufer aber nicht einzustehen, denn der Hersteller ist im Verhältnis zum Käufer nicht Erfüllungsgehilfe i. S. v. § 278 BGB des Verkäufers (BGH NJW 2008, 2837 Tz. 29, dort als st. Rspr. bezeichnet;… Palandt, a.a.O., § 433 Rn. 31, § 280 Rn. 19, § 278 Rn. 13; Lorenz, NJW 2009, 1633 f.).
Das von beiden Parteien weiter angeführte Urteil des Bundesgerichtshofs vom 15.07.2008 (VIII ZR 211/07, BGHZ 177, 224 = NJW 2008, 2837) hatte diese Frage, worauf die Klägerin zu Recht hinweist, nicht unmittelbar zum Gegenstand, sondern lediglich die Kosten des Einbaus der nachgelieferten Sache.
Auch wenn man eine solche annimmt und er diese am Ort der eingebauten Sache zu erfüllen hat, bedeutet dies (…entgegen OLG Köln, a.a.O.) nicht, dass er die eingebaute Sache dort auch auszubauen hat, vielmehr hat er sie dort dann eben (nur) abzuholen (so zu Recht Thürmann, NJW 2006, 3457, 3461;… Lorenz, a.a.O.;… Katzenstein, a.a.O., 32 ff; siehe auch die vergleichbaren Überlegungen bei BGH NJW 2008, 2837 Tz. 17 f. zum Einbau der nachgelieferten Sachen).
Auf diesen Gesichtspunkt weist auch der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 15.07.2008 (NJW 2008, 2837) hin (…a.a.O., Tz. 26).
Die Kosten des Einbaus der nachgelieferten mangelfreien Sache stellen danach keine Kosten der Nacherfüllung i.S.v. § 439 Abs. 2 BGB und damit der trotz Fristsetzung nicht erfolgte Einbau seitens der Verkäuferin (hier Klägerin) auch keine Verletzung der Pflicht zur Nacherfüllung dar (siehe BGH NJW 2008, 2837 Tz. 15 ff.; Tz. 23).
Hinsichtlich der Einbaukosten ist hingegen durch das Urteil des BGH vom 15.07.2008 (NJW 2008, 2837) die Rechtslage bereits im Sinne des landgerichtlichen Urteils geklärt.
Vorlage zur Vorabentscheidung des EuGH: Auslegung der Richtlinie über den …
Zurückweisung der Revision betreffend die Haftung des Verkäufers für mangelhafte …
BGH, 21.10.2008 - VIII ZR 304/07
Architektenhaftung: Gesamtschuldnerische Haftung mit dem Statiker bei …
BGH, 19.08.2008 - VIII ZR 157/07
Haftung des Verkäufers einer mangelhaften Sache
OLG München, 23.04.2009 - 8 U 4070/08
NW-Handel - Händler haftet nur bei Verschulden für Herstellerfehler
OLG Frankfurt, 26.11.2009 - 26 U 29/08
Entlastungsbeweis des Schuldners im Rahmen von § 280 I 2 BGB
LG Kempten, 05.07.2018 - 21 O 1561/17