Source: https://www.bundesjugend.de/wissenswertes/studium/
Timestamp: 2018-09-18 13:53:55
Document Index: 50396771

Matched Legal Cases: ['Art. 1', '§ 6', '§ 48', '§ 48', '§ 41', 'Art. 28', '§ 16']

Studium - Bundesjugend
Erschwert wird dieser lebenslange Prozess durch die zahlreichen Mehrdeutigkeiten im Deutschen und durch den umfangreichen Wortschatz von mind. 30000 Wörtern, über den ein durchschnittlicher Student verfügt.
Eine Beeinträchtigung des Hörens während einer dieser kritischen Perioden (v.a. während der ersten Periode) kann eine Beeinträchtigung der Sprachkompetenz zur Konsequenz haben. In medizinischen Forschungsberichten werden negative Auswirkungen frühkindlicher Mittelohrentzündungen auf die Sprachentwicklung von Schulkindern nachwiesen.
Wichtigste Änderung ist die in Art. 1 § 6 des Gleichstellungsgesetzes vollzogene Anerkennung der Gebärdensprache als eigenständige Sprache.
Das Berufsbildungsgesetz wird mit laut Artikel 41 des SGB IX ergänzt um § 48a:
„§ 48a Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen
(1) Regelungen nach den §§ 41 und 44 sollen die besonderen Verhältnisse behinderter Menschen berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für die zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung, die Dauer von Prüfungszeiten, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter wie Gebärdensprachdolmetscher für hörbehinderte Menschen.“
Und nach Art. 28.2 des Gleichstellungsgesetzes wird § 16 des Hochschulrahmengesetzes wie folgt geändert:
Mit beiden Gesetzesnovellierungen ist der rechtliche Rahmen dafür geschaffen, dass behinderte Studierende und Auszubildende einen Anspruch auf eine adäquate Modifikation ihrer Prüfungen geltend machen können. Dies können sie u.E. auch dann, wenn noch keine entsprechenden Landesgesetze verabschiedet wurden und in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Hochschulen diese Gesetzesvorgaben noch nicht umgesetzt wurden.
Auf was habe ich als Hörgeschädigter konkret Anspruch?
Es lassen sich auf der Homepage der Uni Hamburg ausserdem noch spezielle Infomaterialien finden.
Es sollte aber beachtet werden, dass diese Regelungen unter Umständen nur in Hamburg gelten! Dennoch darf jedoch davon ausgegangen werden, dass diese Bestimmungen denen in anderen Bundesländern zu weiten Teilen entsprechen.
Das kann so pauschal nicht beantwortet werden, da das Beantragen von Hochschule zu Hochschule verschieden ist. Sehr häufig kann einem aber schon die Homepage der Universität oder der „Behindertenbeauftragte“ (sofern denn vorhanden) weiterhelfen.
Es existieren eine Vielzahl von Stiftungen in Deutschland, welche zur Finanzierung des Studiums herangezogen werden können.
Für Hörgeschädigte sind insbesondere interessant:
Dr.-Willy-Reblein-Stiftung
Bauvereinstraße 10
Diese Stiftung vergibt an behinderte Studierende bei Nachweis der Bedürftigkeit Zuschüsse zur Finanzierung von sachlichen oder personellen Hilfen.
Fax: +42 32331624
Diese Stiftung fördert Hochbegabte mit Leistungsstipendien während des Studiums und bei Promotionsvorhaben.
Johann und Liselotte Lehner Stiftung in Nürnberg
[Nur für Nürnberger]
Nürnberg, Städtische Stipendienstiftungen
Theresienstr.1, 3.Stock, Zimmer 360
Stiftung speziell für Hörgeschädigte, aber nur für Einwohner Nürnbergs, die nicht erst für das Studium zugezogen sind
Weitere Infos (insbesondere zu den jeweiligen Voraussetzungen und Formalitäten) gibts beim Stiftungsindex.
Best – Berufs- und studienbegleitende Beratung