Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.11.2018&Aktenzeichen=XII%20ZB%20292%2F15
Timestamp: 2019-03-21 21:01:12
Document Index: 164823551

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 48', '§ 70', 'Art. 123', 'Art. 109', 'Art. 109', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 10', 'Art. 5', 'Art. 109', 'Art. 3', '§ 123', 'Art. 109', 'Art. 48', 'Art. 21', 'Art. 123', 'Art. 109']

BGH, 14.11.2018 - XII ZB 292/15 - dejure.org
Art. 48 EGB... GB, § 70 Abs. 1, Abs. 2 Satz 2 FamFG, Art. 123 GG, Art. 109 Abs. 3 Satz 2 WRV, Art. 109 Abs. 3 Satz 1 WRV, Art. 48 Satz 1 Halbs. 1 EGBGB, Art. 48 Satz 1 Halbs. 2 EGBGB, Art. 48 Satz 1 EGBGB, Art. 10 Abs. 1 EGBGB, Art. 5 Abs. 1 Satz 2 EGBGB, Art. 109 Abs. 3 WRV, Art. 3 GG
§ 123 GG; Art. 109 Abs. 3 WRV; Art. 48 EGBGB; Art. 21 AEUV
Verstoß der frei gewählten Annahme einer deutschsprachigen Adelsbezeichnung im Wege einer unter ausländischem Recht erfolgten isolierten Namensänderung (hier: "deed poll" nach englischem Recht) gegen den deutschen ordre public; Führen des gewählten Namens (auch) in Deutschland zum Anschein der Zugehörigkeit zu einer vermeintlich hervorgehobenen sozialen Gruppe; Anwendbarkeit des deutschen Namensrechts bei Doppelstaatlern
Silia Valentina Mariella Gräfin von Fürstenstein...
Kein Adelstitel durch private Namensänderungserklärung nach englischem Recht einer deutsch-britischen Doppelstaatlerin
Familienrecht - Namensänderung mit Adelsbezeichnung nach englischem Recht (deed poll)
Frei gewählte Adelsnamen müssen in Deutschland nicht anerkannt werden
AG Nürnberg, 13.08.2014 - UR III 58/14
OLG Nürnberg, 28.05.2015 - 11 W 2151/14
MDR 2019, 166
Dieses Namenswahlrecht steht auch demjenigen Namensträger zu, dessen Namenserwerb im EU-Ausland aufgrund einer isolierten (d.h. nicht mit einem familienrechtlichen Statusereignis wie Geburt, Adoption oder Eheschließung zusammenhängenden) Namensänderung erfolgt ist, und zwar selbst dann, wenn die Namensänderung - wie beim "deed poll" im Vereinigten Königreich - einseitig auf einer privaten Willenserklärung beruht (vgl. Senatsbeschluss vom 14. November 2018 - XII ZB 292/15 - juris Rn. 12 ff.).
Eine von familienrechtlichen Statusvorgängen vollständig losgelöste Annahme einer frei gewählten deutschsprachigen Adelsbezeichnung verstößt gegen den Rechtsgedanken des - gemäß Art. 123 GG als einfaches Bundesrecht fortgeltenden (vgl. BGBl. III Gliederungsnummer 401-2) - Art. 109 Abs. 3 Satz 2 WRV (vgl. Senatsbeschluss vom 14. November 2018 - XII ZB 292/15 - juris Rn. 22 ff.).