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Timestamp: 2016-10-28 06:27:48
Document Index: 245465650

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4']

I 500/01 (26.07.2002)
I 500/01 Vr
H.________, 1965, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecherin Beatrice Wollmann, Zentralstrasse 56, 2501 Biel,
A.- In ihrer Kindheit bezog H.________, geboren 1965, wegen einer perinatal erworbenen Hirnst�rung mit Sprachgebrechen, intellektuellen St�rungen und Verhaltensst�rungen Leistungen der Invalidenversicherung; in Nachachtung des Entscheides des Versicherungsgerichts des Kantons Bern vom 30. November 1984 wurden zudem die invalidit�tsbedingten Kosten f�r den (einj�hrigen) Besuch einer Haushaltungsschule �bernommen.
H.________, mittlerweile als Zeitungsvertr�gerin t�tig, meldete sich am 26. Januar 2000 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Bern holte Arbeitgeberberichte sowie einen Bericht der Frau Dr. med. M.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 22. M�rz 2000 ein und veranlasste eine Begutachtung bei Dr. med.
A.________, Psychiatrie Psychotherapie FMH (Gutachten vom 22. Juni 2000). Nach ergangenem Vorbescheid lehnte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 11. August 2000 den Anspruch der H.________ auf Leistungen der Invalidenversicherung ab, da keine Invalidit�t im Sinne des Art. 4 IVG vorliege.
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 18. Juli 2001 ab.
C.- H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und der Verwaltungsverf�gung sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen, eventualiter seien Eingliederungsmassnahmen zu gew�hren, subeventualiter sei eine polydisziplin�re Begutachtung anzuordnen.
1.- Die Vorinstanz hat den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG) und des geistigen Gesundheitsschadens, der zu einer Invalidit�t f�hren kann (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen), zutreffend dargelegt.
2.- Streitig ist das Vorliegen eines invalidisierenden geistigen Gesundheitsschadens. Die Vorinstanz hat auf das Gutachten des Dr. med. A.________ vom 22. Juni 2000 abgestellt und einen solchen verneint.
a) Die Beschwerdef�hrerin r�gt zun�chst, dass Dr. med.
A.________ das entsprechende Gutachten als Vertrauensarzt der IV-Stelle erstellt habe und deshalb nicht unabh�ngig sei.
Sogar wenn der Gutachter ein Angestellter der Verwaltung w�re, kann nach der Rechtsprechung allein daraus nicht auf mangelnde Objektivit�t und auf Befangenheit geschlossen werden; vielmehr m�ssen besondere Umst�nde vorliegen, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begr�ndet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. Erw. 3b/ee). Es ist jedoch kein Anhaltspunkt ersichtlich, dass sich Dr. med. A.________ von aussermedizinischen Gesichtspunkten h�tte leiten lassen, sodass seine Expertise unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden ist.
b) Die Versicherte ist im Weiteren der Auffassung, dass wegen Widerspr�chlichkeit nicht auf das Gutachten des Dr. med. A.________ abgestellt werden k�nne, denn der Experte stelle auf der einen Seite zwar keine Diagnose einer Hirnsch�digung, vertrete aber auf der anderen Seite die Auffassung, die perinatale Hirnsch�digung habe noch schwache Spuren hinterlassen.
Dem kann nicht gefolgt werden: es ist ohne weiteres m�glich, dass nach der Heilung des Gesundheitsschadens gewisse Folgen weiterbestehen. Dr. med. A.________ hat die Beschwerdef�hrerin erstmals 1984 begutachtet und ist bereits damals von einem Status nach perinataler Hirnsch�digung ausgegangen; das Versicherungsgericht des Kantons Bern hat die Leistungspflicht der Invalidenversicherung im Jahr 1984 denn auch nicht infolge eines Hirnschadens, sondern nur wegen des Zusammenspiels der intellektuellen Minderbegabung und einer massiven Verhaltensst�rung bejaht.
c) Das Gutachten des Dr. med. A.________ vom 22. Juni 2000 ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, ber�cksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (der Experte hat die Beschwerdef�hrerin im �brigen schon im Jahre 1984 begutachtet); zudem ist es in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhaltet begr�ndete Schlussfolgerungen (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Der Experte kommt darin klar zum Schluss, dass - da die Versicherte heute einen Intelligenzquotienten von 91 (1983 noch 86, 1984 noch 87) aufweist - keine Intelligenzverminderung gem�ss ICD-10 mehr vorhanden ist; weiter ist der Gutachter der Ansicht, dass keine wesentlichen Einschr�nkungen der Arbeitsf�higkeit f�r Hilfsarbeiten bestehen und dass die Versicherte f�r geeignete Arbeiten weitgehend arbeitsf�hig ist. Einzig die Aussage des Dr.
med. A.________, dass heute "grossteils" kein Leidensbild mehr vorliegt, das in nennenswerter Weise Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit hat, ist auf den ersten Blick etwas zweideutig, wird jedoch im Zusammenhang mit dem Gutachten von 1984 klar, da damals neben der schwachen Debilit�t zus�tzlich noch (heute nicht mehr bestehende) Verhaltensst�rungen vorlagen, welche die Ausbildung (unwesentlich) beeintr�chtigten.
d) Es ist auf das Gutachten des Dr. med. A.________ vom 22. Juni 2000 abzustellen und davon auszugehen, dass kein geistiger Gesundheitsschaden vorliegt, der die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigt. Damit ist keineswegs anzunehmen, dass die Verwertung der Arbeitsf�higkeit aufgrund der festgestellten Normvariante der Pers�nlichkeit sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder gar f�r die Gesellschaft untragbar sei (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen). Daran �ndert nichts, dass die Beschwerdef�hrerin gem�ss Expertise nur Hilfsarbeiten aus�ben kann; die diesbez�gliche Einschr�nkung basiert nicht auf einem medizinisch diagnostizierbaren Gesundheitsschaden, sondern auf einer vorgegebenen pers�nlichen Eigenschaft der Versicherten. Damit ist der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erw�hnte Widerspruch aufgel�st, dass ein Gesundheitsschaden vorliegen m�sse, wenn gem�ss Dr. med. A.________ keine invalidit�tsfremden Gr�nde gegeben seien, aber die Arbeitsf�higkeit nur f�r Hilfsarbeiten bestehe. Weitere Abkl�rungen in psychiatrischer Hinsicht sind nicht n�tig. Aus den Akten ergibt sich zudem und ist unbestritten, dass kein k�rperlicher Gesundheitsschaden vorliegt, weshalb sich auch eine polydisziplin�re Untersuchung er�brigt. Da kein Gesundheitsschaden besteht, kann in der Folge keine Invalidit�t im Sinne des Art. 4 Abs. 1 IVG und somit auch kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung vorliegen.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der Ausgleichskasse der graphischen
und papierverarbeitenden Industrie der Schweiz
(AGRAPI) und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung