Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20203,%20239
Timestamp: 2018-10-23 19:29:28
Document Index: 281210575

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1004', '§ 186', 'Art. 5', '§ 193', '§ 123', '§ 201', '§ 269', '§ 1004', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 8', '§ 563', '§ 563', '§ 823', '§ 823', '§ 1004', '§ 186', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 49', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 2', 'Art. 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.11.2014 - VI ZR 76/14 - dejure.org
§ 1004 BGB, § ... 823 BGB, § 186 StGB, Art. 5 GG, § 193 StGB, § 123 Abs. 1, § 201 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, § 269 Abs. 1 StGB, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB, Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 10 Abs. 1 EMRK, Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, Art. 8 Abs. 1 EMRK, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO
§ 823 Abs 1 BGB, § 823 Abs 2 BGB, § 1004 BGB, § 186 StGB
Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Verdachtsberichterstattung: Anspruch des Betroffenen auf Richtigstellung nach späterer Ausräumung des Straftatverdachts
Keine Richtigstellung einer zulässigen Verdachtsberichterstattung nach Ausräumung des Verdachts
Bericht eines Presseorgans unter Beachtung der Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung über den Verdacht einer Straftat eines Betroffenen hinsichtlich Richtigstellung
Nachtrag statt Richtigstellung einer ursprünglich zulässigen Verdachtsberichterstattung nach Ausräumung des Verdachts
Zum Recht auf eine nachträgliche Mitteilung des von einer zulässigen Verdachtsberichterstattung Betroffenen, wenn der Verdacht später ausgeräumt wird und die hierdurch bewirkte Beeinträchtigung fortwirkt
Keine Richtigstellung bei ursprünglich zulässiger Verdachtsberichterstattung nach Ausräumung des Verdachts
Nachträgliche Berichtigung einer Verdachtsberichterstattung
Verdachtsberichterstattung: Zur Zulässigkeit und Richtigstellung
Verdachtsberichtserstattung: Kein Berichtigungsanspruch bei gründlicher Recherche
Verdachtsberichterstattung über einen Manager zulässig
Persönlichkeitsrecht - Presseberichterstattung - Berichtigungsanspruch
Ausräumung des Verdachts - Anspruch auf Nachtrag
Verdachtsberichterstattung: Bei späterer Ausräumung des Verdachts Anspruch auf Nachtrag
Die ursprünglich zulässige Verdachtsberichterstattung
Zur Berichtigung nach Verdachtsberichterstattung - Presse muss sich nicht ins Unrecht setzen
Zum Nachtrag zu einer ursprünglich zulässigen Verdachtsberichterstattung nach Ausräumung des Verdachts
Keine Richtigstellung bei zulässiger Verdachtsberichterstattung
Anspruch des Betroffenen auf Richtigstellung einer unzutreffenden Verdachtsberichterstattung
Kein Anspruch auf Berichtigung nach zulässiger Verdachtsberichterstattung
Wenn nach einer zulässigen Verdachtsberichterstattung der Verdacht gegen den Betroffenen ausgeräumt wurde und die Rufbeeinträchtigung fortwirkt?
Presserecht - "Wenn sich der Verdacht als unberechtigt herausstellt" - Ansprüche des Betroffenen einer ursprünglich rechtmäßigen Verdachtsberichterstattung
Keine Richtigstellung ursprünglich zulässiger Verdachtsberichterstattung nach Ausräumung des Verdachts
Berichtigungsanspruch bei ursprünglich zulässiger Verdachtsberichterstattung
Vorgehen gegen Presse bleibt schwierig - Recht auf Richtigstellung verweigert
Richtigstellung bei Verdachtsberichterstattung?
Nachtrag statt Richtigstellung: Spiegel erfolgreich
Nachtrag zu einer ursprünglich zulässigen Verdachtsberichterstattung
Berichterstattung; Presserecht; Richtigstellung; Verdachtsberichterstattung
Verdachtsberichterstattung: Allenfalls Nachtrag, keine Richtigstellung
Kurznachricht zu "Kommentar zum Urteil des BGH vom 18. 11. 2014 - VI ZR 76/14 - Anspruch auf Nachtrag statt Richtigstellung bei zulässiger Verdachtsberichterstattung" von RA/FAUrhR-MedR/FAITR Dr. Axel von Walter, original erschienen in: K&R 2015, 111 - 118.
BGHZ 203, 239
NJW 2015, 778
ZIP 2015, 129
NJ 2015, 121
VersR 2015, 204
K&R 2015, 111
ZUM 2015, 248
afp 2015, 36
Ein derartiger Aussagegehalt kommt der angegriffenen Bewertung - was der erkennende Senat selbst beurteilen kann (vgl. Senatsurteil vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 19 mwN - Chefjustiziar) - nicht zu.
Eine besondere Ausprägung des Anspruchs auf Beseitigung einer durch unwahre Tatsachenbehauptungen herbeigeführten fortdauernden Rufbeeinträchtigung ist der von der Rechtsprechung entwickelte Berichtigungsanspruch (vgl. dazu Senatsurteil vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 13 mwN).
Die Löschung bzw. das Hinwirken auf Löschung im Internet abrufbarer Tatsachenbehauptungen kann dementsprechend nur verlangt werden, wenn und soweit die beanstandeten Behauptungen nachweislich falsch sind und die begehrte Abhilfemaßnahme unter Abwägung der beiderseitigen Rechtspositionen, insbesondere der Schwere der Beeinträchtigung, zur Beseitigung des Störungszustands geeignet, erforderlich und dem Störer zumutbar ist (vgl. Senatsurteile vom 3. Mai 1977 - VI ZR 36/74, BGHZ 68, 331, 337; vom 25. November 1986 - VI ZR 57/86, BGHZ 99, 133, 138; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, AfP 2015, 36 Rn. 40; BGH, Urteile vom 12. Januar 1960 - I ZR 30/58, JZ 1960, 701, 702 f.;… vom 18. September 2014 - I ZR 76/13, GRUR 2015, 258 Rn. 62 ff.;… MünchKomm-BGB/Rixecker, 6. Aufl., Anhang zu § 12 Rn. 223;… Wenzel/Gamer, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 13 Rn. 25;… Kamps in Götting/Schertz/Seitz, Handbuch des Persönlichkeitsrechts, § 49 Rn. 33 f., 49; jeweils mwN).
Dabei genügt als Mitwirkung in diesem Sinne auch die Unterstützung oder die Ausnutzung der Handlung eines eigenverantwortlich handelnden Dritten, sofern der in Anspruch Genommene die rechtliche Möglichkeit zur Verhinderung dieser Handlung hatte (…vgl. Senatsurteile vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 24;… vom 30. Juni 2009 - VI ZR 210/08, AfP 2009, 494 Rn. 13; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, AfP 2015, 36 Rn. 37; BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2010 - V ZR 44/10, AfP 2011, 156 Rn. 10 ff., jeweils mwN).
Der gebotene Ausgleich zwischen den Anforderungen der Meinungsfreiheit und den Belangen des Persönlichkeitsschutzes wird dann aber dadurch hergestellt, dass demjenigen, der nachteilige Tatsachenbehauptungen über andere aufstellt, Pflichten zur sorgfältigen Recherche über den Wahrheitsgehalt auferlegt werden, die sich im Einzelnen nach den Aufklärungsmöglichkeiten richten und etwa für Medien strenger sind als für Privatleute (BVerfGE 99, 185, 197 f.;… BVerfG, AfP 2009, 480 Rn. 62 mwN;… Senatsurteile vom 20. November 2007 - VI ZR 144/07, VersR 2008, 1081 Rn. 12; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 15 mwN - Chefjustiziar ).
Sie darf nicht aus dem sie betreffenden Kontext herausgelöst einer rein isolierten Betrachtung zugeführt werden (st. Rspr.;… z.B. Senatsurteile vom 27. September 2016 - VI ZR 250/13, juris Rn. 12;… vom 12. April 2016 - VI ZR 505/14, VersR 2016, 938 Rn. 11; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 19;… vom 27. Mai 2014 - VI ZR 153/13, AfP 2014, 449 Rn. 13 f., jeweils mwN).
Denn die Berichterstattung über ein Ermittlungsverfahren unter namentlicher Nennung des Beschuldigten beeinträchtigt zwangsläufig dessen Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit und seines guten Rufes, weil sie sein mögliches Fehlverhalten öffentlich bekannt macht und seine Person in den Augen der Adressaten negativ qualifiziert (Senatsurteile vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, BGHZ 143, 199, 202 f. mwN; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 31;… vom 30. Oktober 2012 - VI ZR 4/12, AfP 2013, 50 Rn. 9 mwN).
Andererseits sind die Anforderungen umso höher, je schwerwiegender die Äußerung das Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt (…vgl. Senatsurteile vom 30. Januar 1996 - VI ZR 386/94, aaO, 23 f. mwN;… vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, aaO, 203 f. mwN;… vom 22. April 2008 - VI ZR 83/07, BGHZ 176, 175 Rn. 35 mwN;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, aaO Rn. 26 mwN; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, aaO Rn. 15).
Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (…vgl. Senatsurteile vom 7. Dezember 1999 - VI ZR 51/99, aaO, 203 f. mwN;… vom 17. Dezember 2013 - VI ZR 211/12, aaO Rn. 26; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, aaO Rn. 16 mwN; vgl. auch BVerfGK 9, 317, 322).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat schließlich einen "äußerungsrechtlichen Folgenbeseitigungsanspruch" entwickelt, gerichtet auf eine ergänzende Meldung oder Mitteilung nach günstigem Ausgang eines Strafverfahrens, über das zuvor rechtmäßig berichtet worden war (BGH, Urteil vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 14 mwN).
Unter Abwägung des durch Art. 2 Abs. 1 GG geschützten Persönlichkeitsrechts des Betroffenen einerseits, des Grundrechts des Störers aus Art. 5 GG andererseits ist die schonendste Maßnahme zu wählen, die zur Beseitigung des Störungszustandes geeignet ist (BGH, Urteil vom 18. November 2014, aaO Rn. 40 mwN).
Denn die Frage der Beklagten gibt auch im Kontext der weiteren Berichterstattung - insbesondere der der Frage nachfolgenden Ausführungen - keine Antwort vor, sondern ist für verschiedene Antworten offen und damit als echte Frage und Meinungsäußerung zu qualifizieren (vgl. BVerfGE 85, 23; BVerfG, Beschl. d. 3. Kammer d. Ersten Senats v. 04.11.2013 - 1 BvR 2102/12, 1 BvR 1660/13 -, NJW 2014, 766;… BGH, Urt. v. 09.12.2003 - VI ZR 38/03 -, NJW 2004, 1034; BGHZ 203, 239).
Offen bleiben kann insoweit, ob es sich um eine echte oder eine rhetorische Frage handelt (vgl. hierzu BVerfGE 85, 23; BVerfG, Beschl. d. 3. Kammer d. Ersten Senats v. 04.11.2013 - 1 BvR 2102/12, 1 BvR 1660/13 -, NJW 2014, 766;… BGH, Urt. v. 09.12.2003 - VI ZR 38/03 -, NJW 2004, 1034; BGHZ 203, 239).
Sie darf nicht aus dem sie betreffenden Kontext herausgelöst einer rein isolierten Betrachtung zugeführt werden (…st. Rspr., Senatsurteile vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 14 mwN; vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 19 mwN;… vom 22. November 2005 - VI ZR 204/04, NJW 2006, 601 Rn. 14).
Andererseits sind die Anforderungen umso höher, je schwerwiegender die Äußerung das Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt (Senatsurteil vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 15 mwN).
Schließlich muss es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist (Senatsurteil vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, BGHZ 203, 239 Rn. 16 mwN).
Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Verdachtsberichterstattung: …
VG Köln, 30.03.2017 - 4 L 750/17
Kölner Oberbürgermeisterin Reker darf sich kritisch zu AfD äußern - aber nicht …
OLG Köln, 19.04.2018 - 15 U 135/17
Frauke Petry gegen "Faktenzoom"
OLG Köln, 12.05.2015 - 15 U 13/15
VG Köln, 12.10.2017 - 4 L 4065/17
VG Stuttgart, 22.11.2016 - 10 K 7029/16
Einstweilige Anordnung - Presseinformation der Staatsanwaltschaft über die …