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Timestamp: 2018-12-11 00:33:46
Document Index: 260675664

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSF vom 14.01.2010, RV/0422-F/09
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung des Bw., Gde S, L-Weg 4, vom 19. Juni 2009 gegen den Bescheid des Finanzamtes F vom 26. Mai 2009 betreffend Einkommensteuer für das Jahr 2008 entschieden:
Hinsichtlich der Bemessungsgrundlage und der Höhe der Abgabe wird auf die Berufungsvorentscheidung vom 14. Juli 2009 verwiesen.
Der Berufungswerber (in der Folge kurz: Bw.) bezog im Berufungsjahr nichtselbständige Einkünfte als Grenzgänger. Er war bis 31. Jänner 2008 bei der Fa. K P AG in Gd E, E-Straße 10, und von 1. Februar bis 31. Dezember 2008 bei der Fa. X AG, in G T, H-Straße 1 a, beschäftigt. Sein Wohnsitz befand sich im Berufungsjahr ganzjährig in Gde S, L-Weg 4 (vgl. auch entsprechende Anfrage aus dem Zentralen Melderegister).
Mit seiner Einkommensteuererklärung für das Jahr 2008 vom 10. Februar 2009 samt Beilagen begehrte der Bw. ua. unter dem Titel "Pendlerpauschale" die Berücksichtigung von 2.797,50 € [jährlicher Pauschbetrag (sog. großes Pendlerpauschale) für 2007 gemäß § 16 Abs. 1 Z 6 lit. c EStG 1988 für eine einfache Fahrtstrecke ab 60 km] als Werbungskosten. Begründend erklärte er unter Verweis auf das Vorjahr, dass sein Arbeitsweg 65 km betrage und kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung stehe.
Das Finanzamt erließ in der Folge den angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2008 vom 26. Mai 2009. Dabei berücksichtigte es (nur) das sog. große Pendlerpauschale für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km mit einem jährlichen Pauschbetrag von 2.206,50 € als Werbungskosten. Begründend führte es dazu aus, dass auf Grund entsprechender Erhebungen von einem einfachen Arbeitsweg unter 60 km auszugehen sei.
Mit Schriftsatz vom 19. Juni 2009 erhob der Bw. dagegen Berufung, begehrte, das große Pendlerpauschale für eine einfache Fahrtstrecke ab 60 km, einen Krankentaggeldversicherungsbeitrag in Höhe von 514,85 sFr sowie - wie im Vorjahr - die AfA für Computer bzw. ADSL (beruflich notwendig) im Betrage von 364,00 € als Werbungskosten zu berücksichtigen. Zum hier noch strittigen Berufungspunkt "Pendlerpauschale" führte der Bw. aus, dass die kürzeste Wegstrecke von S L-Weg 4 (M) bis zur Fa. X AG 62,5 km betrage.
Mit Berufungsvorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2008 vom 14. Juli 2009 berücksichtigte das Finanzamt die unter dem Titel "AfA für Computer bzw. ADSL bzw. Krankentaggeldversicherung" geltend gemachten Kosten als Werbungskosten; hinsichtlich des gewährten Pendlerpauschales von jährlich (nur noch) 1.691,00 € führte es begründend Folgendes aus: "Wenn in einem Betrieb die gleitende Arbeitszeit eingeführt ist, dann berechnet sich die Wegzeit nach der optimalen möglichen Anpassung von Arbeitsbeginn und Arbeitsende an die Ankunfts- bzw. die Abfahrtszeiten des öffentlichen Verkehrsmittels. Da Ihnen bei bestmöglicher Kombination von Massenbeförderungs- und Individual-verkehrsmittel ("Park and Ride") an den überwiegenden Arbeitstagen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels für die Strecke Wohnung-Arbeitsstätte-Wohnung durchaus möglich und zumutbar (die zumutbare Wegzeit für die einfache Wegstrecke beträgt laut Gesetzgeber 2,5 Stunden für die einfache Wegstrecke ab 60 km und 2 Stunden für die einfache Wegstrecke von 40 bis 60 km) ist, wurde Ihnen das kleine Pendlerpauschale für Jänner 08 (Fa. KP) für 40 bis 60 km in Höhe von 90,00 € und für Februar bis Dezember 08 ab 60 km in Höhe von 1.601,00 € gewährt."
Mit als Vorlageantrag zu wertendem Schriftsatz vom 12. August 2009 erhob der Bw. Berufung gegen den Punkt "Pendlerpauschale", legte zwei Exceltabellen (Fahrzeitermittlungen für die Strecke M/S - TC) vor und führte dazu im Wesentlichen aus, dass sein Beruf als Einkäufer ein Maximum an Flexibilität (unregelmäßige und längere Arbeitszeiten) von ihm abverlange. Es sei oft nicht abschätzbar, wie lange die Besprechungen dauern würden bzw. wenn diese beginnen und enden würden. Seine überwiegenden Arbeitszeiten seien Folgende: Arbeitsbeginn morgens: 7.15 - 7.25 Uhr, Arbeitsende abends: 18.15 - 19.00 Uhr und zeitweise später. Eine Zumutbarkeit der Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel sei hier keinesfalls gegeben, weshalb er die Berücksichtigung der großen Pendlerpauschale begehre.
In der Folge wurde die Berufung dem Unabhängigen Finanzsenat als Abgabenbehörde zweiter Instanz zur Entscheidung vorgelegt, wodurch die Berufung wiederum als unerledigt galt.
Im Rahmen eines Vorhalteverfahrens [vgl. Schriftsatz des Unabhängigen Finanzsenates vom 30. November 2009, mit dem der Bw. ersucht wurde, auch hinsichtlich seiner Beschäftigung bei der Fa. K P AG im Jänner 2008 seine überwiegenden Arbeitszeiten (Arbeitsbeginn- sowie Arbeitsende an mehr als der Hälfte der Arbeitstage in diesem Monat) - gegebenenfalls belegt durch das Arbeitszeiterfassungssystem oder eine Bestätigung seiner ehemaligen Arbeitgeberin - bekannt zu geben und auch darüber Auskunft zu erteilen, wie flexibel er in der Einteilung seiner Arbeitszeit war] brachte der Bw. mit E-Mail vom 7. Dezember 2009 vor, dass er angesichts des damaligen bevorstehenden Arbeitsplatzwechsels, der Jahreswende und des Resturlaubsabbaues im Jänner 2008 insgesamt eine Woche gearbeitet habe, sich die überwiegenden Arbeitszeiten in dieser Woche zwischen 9.15 und 10.00 Stunden belaufen hätten und seine Flexibilität auch bei der Fa. K P AG in E, wie auf Grund der angeführten Arbeitszeiten ersehen werden könne, außerordentlich hoch gewesen sei.
Uneinigkeit besteht im konkreten Fall noch darüber, ob - wie das Finanzamt meint - das sog. kleine Pendlerpauschale nach § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b EStG 1988 oder - wie vom Bw. beantragt - das sog. große Pendlerpauschale nach § 16 Abs. 1 Z 6 lit. c EStG 1988 zu berücksichtigen ist und wie sich die jeweils zugrunde zu legende Wegstrecke bemisst.
Unter Zugrundelegung dieser Überlegungen ist im gegenständlichen Fall für die Zurücklegung des Arbeitsweges auf der Wegstrecke zwischen der Wohnung des Bw. in S (L-Weg 4) und dem Bahnhof S eine Fahrt mit dem Privat-Pkw (vom Routenplaner "ViaMichelin" empfohlene Strecke: 1 km, Zeit: 1 Minute), eine Zugfahrt (M-Bahn) vom Bahnhof S nach Bahnhof B (13 Tarif km, 20 Minuten), weiters eine Zugfahrt vom Bahnhof B nach Bahnhof F (21 Tarif km, 20 Minuten mit dem Regionalzug), eine Fahrt mit dem L-Bus (alternativ auch die Nutzung des Zuges zwischen Bahnhof F und Bahnhof BS) von F Bahnhof (Vorplatz) nach E P (Entfernung lt. Routenplaner "ViaMichelin": ca. 8,2 km, Busfahrzeit: 22 Minuten) bzw. nach T D mit Umsteigen in SP (Entfernung lt. Routenplaner "ViaMichelin": ca. 29 km, Busfahrzeit: 62 Minuten) sowie ein Fußweg von der Bushaltestelle E P bzw. T D zur jeweiligen Arbeitsstätte (ca. 50 m, 1 Minute bzw. ca. 100 m bzw. 2 Minuten; vgl. dazu Ortspläne E bzw. T unter http://map.search.ch/) zu unterstellen.
Bezogen auf die vom Bw. angegebenen Dienstzeiten (Im Hinblick auf seine Arbeitsstätte in T gab der Bw. mit Schriftsatz vom 12. August 2009 an, dass sein Arbeitsbeginn überwiegend zwischen 7.15 und 7.25 Uhr und sein Arbeitsende überwiegend zwischen 18.15 und 19.00 Uhr, zeitweise auch später, liege; der Bw. hatte unbestritten gleitende Arbeitszeit. Hinsichtlich der Arbeitsstätte in E erklärte der Bw. mit E-Mail vom 7. Dezember 2009, dass er im Jänner 2008 insgesamt eine Woche gearbeitet habe, sich die überwiegenden Arbeitszeiten in dieser Woche zwischen 9.15 und 10.00 Stunden belaufen hätten und seine Flexibilität auch bei der Fa. K P AG, wie auf Grund der angeführten Arbeitszeiten ersehen werden könne, außerordentlich hoch gewesen sei - hinsichtlich der Arbeitsstätte in E hat der Bw. trotz entsprechender Vorhaltung seine überwiegenden konkreten Arbeitsbeginn- bzw. Arbeitsendzeiten nicht angegeben) war im Berufungsjahr daher von folgendem Arbeitsweg des Bw. (Wohnung - Arbeitsstätte - Wohnung) bzw. von folgenden Abfahrts- und Ankunftszeiten (unter Einschluss von Wartezeiten während der Fahrt) auszugehen [vgl. die Kursbücher des Verkehrsverbundes Vorarlberg, Fahrplan 08 (gültig vom 9. Dezember 2007 bis 13. Dezember 2008) sowie Fahrplan 09 (gültig vom 14. Dezember 2008 bis 12. Dezember 2009); HaCon Fahrplanauskunft, Fahrpläne: ÖBB 2008 sowie ÖBB 2008/2009]:
Wohnort - Arbeitsstätte E - Wohnort (Jänner 2008): Hinfahrt: zB - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 5.05 Uhr/Bahnhof S an ca. 5.06 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 6 Min, M-Bahn Bahnhof S ab 5.12 Uhr/Bahnhof B an 5.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), ÖBB-Regionalzug Bahnhof B ab 5.37 Uhr/Bahnhof F an 5.57 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (8 Min), Fahrt mit dem L-Bus (Liniex) F Bahnhof (Vorplatz) ab 6.05 Uhr/EP an 6.27 Uhr, Fußweg (ca. 1 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 6.28 Uhr; - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 5.35 Uhr/Bahnhof S an ca. 5.36 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 4 Min, M-Bahn Bahnhof S ab 5.40 Uhr/Bahnhof B an 6.00 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (15 Min), ÖBB-EN Bahnhof B ab 6.15 Uhr/Bahnhof F an 6.31 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (4 Min), Fahrt mit dem L-Bus (Liniex) F Bahnhof (Vorplatz) ab 6.35 Uhr/EP an 6.57 Uhr, Fußweg (ca. 1 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 6.58 Uhr; - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 6.20 Uhr/Bahnhof S an ca. 6.21 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 4 Min, ÖBB-Regionalzug Bahnhof S ab 6.25 Uhr/Bahnhof F an 7.08 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (27 Min), Fahrt mit dem L-Bus (Liniex) F Bahnhof (Vorplatz) ab 7.35 Uhr/EP an 7.57 Uhr, Fußweg (ca. 1 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 7.58 Uhr; - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 6.55 Uhr/Bahnhof S an ca. 6.56 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 7 Min, ÖBB-Regionalzug Bahnhof S ab 7.03 Uhr/Bahnhof F an 7.43 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (22 Min), Fahrt mit dem L-Bus (Liniex) F Bahnhof (Vorplatz) ab 8.05 Uhr/EP an 8.27 Uhr, Fußweg (ca. 1 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 8.28 Uhr.
Rückfahrt: zB - Gehweg zur Bushaltestelle EP (1 Min), L-Bus (Liniex) EP ab 16.00 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 16.24 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (26 Min), ÖBB-IC Bahnhof F ab 16.50 Uhr/Bahnhof B an 17.02 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 17.07 Uhr/Bahnhof S an 17.27 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 17.32 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 17.33 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle EP (1 Min), L-Bus (Liniex) EP ab 16.30 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 16.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (26 Min), ÖBB-ICE Bahnhof F ab 17.20 Uhr/Bahnhof B an 17.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 17.37 Uhr/Bahnhof S an 17.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 18.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 18.03 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle EP (1 Min), L-Bus (Liniex) EP ab 17.00 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 17.24 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (9 Min), ÖBB-Regionalzug Bahnhof F ab 17.33 Uhr/Bahnhof B an 17.53 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (11 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 18.04 Uhr/Bahnhof S an 18.23 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 18.28 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 18.29 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle EP (1 Min), L-Bus (Liniex) EP ab 17.30 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 17.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (9 Min), ÖBB-Regionalzug Bahnhof F ab 18.03 Uhr/Bahnhof B an 18.23 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (14 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 18.37 Uhr/Bahnhof S an 18.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 19.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 19.03 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle EP (1 Min), L-Bus (Liniex) EP ab 18.30 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 18.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (26 Min), ÖBB-EC Bahnhof F ab 19.20 Uhr/Bahnhof B an 19.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 19.37 Uhr/Bahnhof S an 19.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 20.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 20.03 Uhr.
Wohnort - Arbeitsstätte T - Wohnort (Februar bis Dezember 2008): Hinfahrt: - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 5.05 Uhr/Bahnhof S an ca. 5.06 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 6 Min, M-Bahn Bahnhof S ab 5.12 Uhr/Bahnhof B an 5.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), ÖBB-Regionalzug Bahnhof B ab 5.37 Uhr/Bahnhof F an 5.57 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (8 Min), Fahrt mit dem L-Bus (Liniex) F Bahnhof (Vorplatz) ab 6.05 Uhr/SP an 6.37 Uhr, Umsteigen und Weiterfahrt mit dem L-Bus (LinieYX) SP ab 6.40 Uhr/TD an 7.10 Uhr, Fußweg (ca. 2 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 7.12 Uhr; - Privat-Pkw Wohnung in S ab ca. 5.35 Uhr/Bahnhof S an ca. 5.36 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit ca. 4 Min, M-Bahn Bahnhof S ab 5.40 Uhr/Bahnhof B an 6.00 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (3 Min), ÖBB-Rex Bahnhof B ab 6.03 Uhr/Bahnhof F an 6.16 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (4 Min), Fahrt mit dem L-Bus (LinieY) F Bahnhof (Vorplatz) ab 6.20 Uhr/VMz an 6.47 Uhr, Umsteigen und Weiterfahrt mit dem L-Bus (LinieXY) VMz ab 6.58 Uhr/TD an 7.18 Uhr, Fußweg (ca. 2 Min) zur Arbeitsstätte, Arbeitsstätte an 7.20 Uhr.
Rückfahrt: - Gehweg zur Bushaltestelle TD (2 Min), L-Bus (LinieYX) TD ab 18.14 Uhr/Bahnhof BS an 18.55 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (7 Min), ÖBB-EC Bahnhof BS ab 19.02 Uhr/Bahnhof B an 19.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 19.37 Uhr/Bahnhof S an 19.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 20.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 20.03 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle TD (2 Min), L-Bus (LinieYX) TD ab 18.44 Uhr/SP an 19.18 Uhr, Umsteigen und Weiterfahrt mit dem L-Bus (Liniex) SP ab 19.20 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 19.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (9 Min), ÖBB-Regionalzug Bahnhof F ab 20.03 Uhr/Bahnhof B an 20.23 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (14 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 20.37 Uhr/Bahnhof S an 20.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 21.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 21.03 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle TD (2 Min), L-Bus (LinieYX) TD ab 19.44 Uhr/SP an 20.18 Uhr, Umsteigen und Weiterfahrt mit dem L-Bus (Liniex) SP ab 20.20 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 20.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (26 Min), ÖBB-EC Bahnhof F ab 21.20 Uhr/Bahnhof B an 21.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 21.37 Uhr/Bahnhof S an 21.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 22.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 22.03 Uhr; - Gehweg zur Bushaltestelle TD (2 Min), L-Bus (LinieYX) TD ab 20.44 Uhr/SP an 21.18 Uhr, Umsteigen und Weiterfahrt mit dem L-Bus (Liniex) SP ab 21.20 Uhr/F Bahnhof (Vorplatz) an 21.54 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (26 Min), ÖBB-EN Bahnhof F ab 22.20 Uhr/Bahnhof B an 22.32 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 Min), M-Bahn Bahnhof B ab 22.37 Uhr/Bahnhof S an 22.57 Uhr, Umsteigezeit auf Pkw ca. 5 Minuten, Privat-Pkw Bahnhof S ab 23.02 Uhr/Wohnung des Bw. in S an 23.03 Uhr.
Angesichts dieser Verkehrsverbindungen gelangte der Unabhängige Finanzsenat zur Überzeugung, dass dem Bw. im streitgegenständlichen Zeitraum überwiegend (an mehr als der Hälfte seiner Arbeitstage) auf weit mehr als dem halben Arbeitsweg zur erforderlichen Zeit ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung stand und damit im konkreten Fall Unzumutbarkeit der Benützung von Massenverkehrsmitteln wegen tatsächlicher Unmöglichkeit nicht vorliegt. Notwendig wäre die Feststellung gewesen, dass an mehr als der Hälfte seiner Arbeitstage tatsächlich die Arbeitszeit so geartet war, dass die Benützung des Massenbeförderungsmittels zumindest hinsichtlich der halben Fahrtstrecke nicht möglich, somit nicht zumutbar war.
Davon ausgehend, dass gegenständlich die oben dargestellte einfache Wegstrecke (bei Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. bei kombinierter Benutzung öffentlicher und privater Verkehrsmittel) - nach Aufrundung der einzelnen Wegstrecken (vgl. Sailer/Bernold/Mertens, a.a.O., Frage 16/22 zu § 16 EStG 1988) - 45 Kilometer (Arbeitsstätte in E) bzw. 65 Kilometer (Arbeitsstätte in T) beträgt, dann stünde dem Bw. nach der oben dargestellten, der einheitlichen Verwaltungsübung dienenden Verwaltungspraxis für deren Zurücklegung jeweils zweieinhalb Stunden zur Verfügung.
Bezogen auf diese Verwaltungspraxis kann entsprechend der obigen Darstellung des Arbeitsweges des Bw. (Wohnung - Arbeitsstätte - Wohnung) bzw. der Abfahrts- und Ankunftszeiten, wonach sich betreffend der Arbeitsstätte in E eine einfache Fahrtzeit von max. 98 Minuten und hinsichtlich der Arbeitsstätte in T eine einfache Fahrtzeit von max. 143 Minuten ergibt, nicht davon gesprochen werden, dass die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels im fraglichen Zeitraum überwiegend bzw. an mehr als der Hälfte der Arbeitstage unzumutbar gewesen wäre. Die Wegzeiten liegen gegenständlich jedenfalls unter zweieinhalb Stunden.
Angesichts dieser Ausführungen kann im Berufungsfall von der Erfüllung des Tatbestandes "Unzumutbarkeit", den der Gesetzgeber für die Zuerkennung des "großen" Pendlerpauschales voraussetzt, keine Rede sein und war daher dem diesbezüglichen Berufungsbegehren ein Erfolg zu versagen. Nachdem sich die Wegstrecke im Falle der Zumutbarkeit der Benützung eines Massenbeförderungsmittels nach den Tarifkilometern zuzüglich Anfahrts- oder Gehwege zu den jeweiligen Ein- und Ausstiegsstellen bemisst [die so ermittelte einfache Wegstrecke beträgt im konkreten Fall - wie oben bereits dargelegt - 45 km (Arbeitsstätte in E) bzw. 65 km (Arbeitsstätte in T)], war - wie das Finanzamt in der Berufungsvorentscheidung vom 14. Juli 2009 richtig ausgeführt hat - hinsichtlich der Arbeitsstätte in E das sog. kleine Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b EStG 1988 für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km mit einem Pauschbetrag für einen Monat von 90,00 € und betreffend die Arbeitsstätte in T das sog. kleine Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b EStG 1988 für eine einfache Fahrtstrecke ab 60 km mit einem Pauschbetrag für 11 Monate von 1.601,00 € anzusetzen.
Findok-Nr: 44284.1, aufgenommen am: 03.02.2010 11:53:38, zuletzt geändert am: 24.02.2010, Dokument-ID: 73df3251-6e7d-42a3-9bd8-76c411aa0bb6, Segment-ID: a9e4c478-9a44-4d2e-9740-48535f8bbb49