Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=08.09.2011&Aktenzeichen=V%20R%205/10
Timestamp: 2019-09-23 08:02:43
Document Index: 187759849

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 13', 'Art 9', 'Art 9', '§ 13', 'Art. 10', 'Art. 66', '§ 13', '§ 13', '§ 14', 'EuG', 'EuG', '§ 14', '§ 13']

BFH, 08.09.2011 - V R 5/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,15269
BFH, 08.09.2011 - V R 5/10 (https://dejure.org/2011,15269)
BFH, Entscheidung vom 08.09.2011 - V R 5/10 (https://dejure.org/2011,15269)
BFH, Entscheidung vom 08. September 2011 - V R 5/10 (https://dejure.org/2011,15269)
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Beförderungsleistungen eines Chauffeurservice - Entstehung der Steuerschuld aufgrund Steuerausweises - umsatzsteuerrechtliche Qualifizierung einer einheitlichen Leistung
Beförderungsleistungen eines Chauffeurservice; Entstehung der Steuerschuld aufgrund Steuerausweises; umsatzsteuerrechtliche Qualifizierung einer einheitlichen Leistung
§ 3a Abs 1 UStG 2005, § 3b Abs 1 UStG 2005, § 13 Abs 1 Nr 3 UStG 2005, Art 9 Abs 1 EWGRL 388/77, Art 9 Abs 2 EWGRL 388/77
Beförderungsleistungen durch Chauffeurservice
Beförderungsleistungen eines Chauffeurservice
Entstehung der Umsatzsteuerschuld aufgrund Steuerausweises
Chauffeurservice als Beförderungsleistung
Abgrenzung der Personenbeförderung von der Vermietung eines Beförderungsmittels
Steuerentstehung nach § 13 Abs. 1 Nr. 3 UStG
BFH, 10.02.2010 - V S 24/09
BFHE 235, 481
DB 2012, 327
BStBl II 2012, 620
Zur Frage der Anwendung der sog. Mindestbemessungsgrundlage bei steuerpflichtiger …
Nach dem BFH-Urteil vom 8. September 2011 V R 5/10 (BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620) entstehe die Steuer in den Fällen des unrichtigen Steuerausweises in dem Zeitpunkt, in dem die Steuer --vorliegend in den Streitjahren-- entstanden sei.
Die Mitgliedstaaten können --da der Steuertatbestand bei einer zu hoch ausgewiesenen Steuer die Ausgabe der Rechnung ist-- gemäß Art. 10 Abs. 2 Unterabs. 3 Spiegelstrich 1 der Richtlinie 77/388/EWG --nunmehr Art. 66 Satz 1 Buchst. a der MwStSystRL-- als Entstehungszeitpunkt spätestens die Ausstellung der Rechnung vorsehen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 25).
b) Wird über eine bisher steuerfreie oder nicht steuerbare Leistung erstmals mit Umsatzsteuer abgerechnet, entsteht die Steuer bei richtlinienkonformer Auslegung des § 13 Abs. 1 Nr. 3 UStG erst im Zeitpunkt der Ausstellung der Rechnung (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 25, m.w.N.).
d) Soweit der V. Senat des BFH mit Urteil in BFHE 221, 388, BStBl II 2009, 786 entschieden hat, dass die Steuerschuld aufgrund einer Rechnungserteilung auf das Jahr der Leistungserbringung zurückwirkt (s.a. BFH-Urteil vom 13. November 2003 V R 79/01, BFHE 204, 332, BStBl II 2004, 375), hat er inzwischen klargestellt, dass dies --was das FA verkennt-- lediglich die vor Inkrafttreten des StÄndG 2003 geltende Fassung des § 13 Abs. 1 Nr. 3 UStG betrifft, die ausschließlich auf die Steuerentstehung für die Leistung abstellte (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 26).
BFH, 13.12.2018 - V R 4/18
Der Kläger hätte Rechnungen mit Steuerausweis auch erst nach Ablauf des jeweiligen Besteuerungszeitraums erteilen können, da eine sich hieraus ergebende Steuerschuld nach § 14c UStG erst mit der Rechnungserteilung, nicht aber für den Voranmeldungszeitraum der Leistungserbringung entsteht (BFH-Urteil vom 8. September 2011 V R 5/10, BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, unter II.3.).
aa) Der Begriff der Beförderung ist erfüllt, wenn eine der Raumüberwindung dienende Tätigkeit entfaltet wird (BFH-Urteil vom 19. Juli 1961 II 202/57 U, BFHE 73, 502, BStBl III 1961, 450; vgl. auch BFH-Urteile vom 8. September 2011 V R 5/10, BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 14, und in BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, jeweils m.w.N.).
Die Art des Beförderungsmittels ist nicht von Belang (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 14, m.w.N.).
a) Die umsatzsteuerrechtliche Qualifizierung einer einheitlichen Leistung verlangt eine Bestimmung ihrer dominierenden Bestandteile (BFH-Urteile vom 8. September 2011 V R 5/10, BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620; vom 10. Februar 2010 XI R 49/07, BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109, m.w.N. zur Rechtsprechung des EuGH).
b) Grundlegendes Merkmal einer Vermietung ist, dass dem Mieter auf bestimmte Zeit gegen eine Vergütung das Recht eingeräumt wird, einen Gegenstand so in Besitz zu nehmen, als ob er dessen Eigentümer wäre, und jede andere Person von diesem Recht auszuschließen (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 12. Juni 2003 C-275/01, Sinclair Collis Ltd., Slg. 2003, I-5965, Umsatzsteuer-Rundschau 2003, 348 Rdnr. 25; BFH-Urteile in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620; vom 24. Januar 2008 V R 12/05, BFHE 221, 310, BStBl II 2009, 60).
Aus diesem Grund besteht auch kein Widerspruch zum Senatsurteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620 zur Stellung eines Fahrzeugs mit Chauffeur.
Befördern ist die räumliche Fortbewegung von Personen oder Gegenständen, wobei die Art des Beförderungsmittels nicht von Bedeutung ist (BFH-Urteile in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 14, und in BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737, jeweils m.w.N.).
BFH, 27.02.2014 - V R 21/11
Steuerfreie Lieferung von sog. Pocket-Bikes - Wirksame Verfahrensaufnahme nach …
"Befördern" ist die räumliche Fortbewegung von Personen oder Gegenständen, wobei die Art des Beförderungsmittels nicht von Bedeutung ist (vgl. BFH-Urteile vom 8. September 2011 V R 5/10, BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, Rz 14; vom 2. März 2011 XI R 25/09, BFHE 233, 348, BStBl II 2011, 737; vom 1. August 1996 V R 58/94, BFHE 181, 208, BStBl II 1997, 160, m.w.N.).
FG München, 23.10.2012 - 2 K 3457/09
Vermietung einer Stadthalle als umsatzsteuerbefreite Grundstücksüberlassung
Die umsatzsteuerrechtliche Qualifizierung einer einheitlichen Leistung verlangt eine Bestimmung ihrer dominierenden Bestandteile (vgl. BFH-Urteile vom 24. Januar 2008 V R 12/05, BStBl II 2009, 60 und vom 8. September 2011 V R 5/10, BStBl. II 2012, 620).
Die Steuerschuld nach § 14c Abs. 1 UStG entsteht insoweit gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 3 UStG im Zeitpunkt der Ausgabe der Rechnung (BFH-Urteil vom 8. September 2011 V R 5/10, BStBl II 2012, 620), vorliegend im März 2007.
Da der Steuertatbestand bei einer zu hoch ausgewiesenen Steuer die Ausgabe der Rechnung ist, hat der V. Senat mit Urteil vom 8. September 2011 V R 5/10 (BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620) entschieden, dass für die Entstehung der Steuerschuld auf die Ausstellung der Rechnung abzustellen ist (BFH-Urteil in BFHE 235, 481, BStBl II 2012, 620, unter II.3.).
Dem Umstand, dass ein Gesamtpreis in Rechnung gestellt wird, kommt indizielle, aber keine allein entscheidende Bedeutung zu; dasselbe gilt für den Umstand, dass Leistungen aufgrund einer einzigen Vertragsgrundlage erbracht werden (BFH, Urteil vom 08.09.2011 V R 5/10, BStBl II 2012, 620, II. 2. der Gründe m. w. N.).
FG Saarland, 01.06.2016 - 2 K 1184/14
Zeitliche Wirkung der Berichtigung eines unrichtigen Steuerausweises - …
FG Nürnberg, 18.09.2012 - 2 K 1991/10
Vermietung eines Veranstaltungstrucks durch ein inländisches Unternehmen ist als …
FG München, 19.12.2017 - 2 K 668/16
Ermäßigter Steuersatz für Holzhackschnitzel
FG Düsseldorf, 02.05.2012 - 4 K 3189/08
Einordnung einer gewerblichen Nutzung eines Flugzeugs als Nutzung hinsichtlich …
FG Düsseldorf, 02.05.2012 - 4 K 3912/08
FG Köln, 19.10.2011 - 9 K 3301/10
Vorab entstandene Werbungskosten durch dreijähriges Forschungsstipendium in …