Source: http://www.anwalt.org/erbfolge/
Timestamp: 2017-05-25 23:58:51
Document Index: 17469849

Matched Legal Cases: ['§ 1924', '§ 1925', '§ 1926', '§ 1924', '§ 1925', '§ 1926', '§ 1928', '§ 1928']

In der heutigen, modernen Welt ist ein Erbe aber schon lange nicht mehr automatisch durch Blutsbande mit dem Verstorbenen verbunden. Auch adoptierte Kinder, Bekannte oder Freunde, Vereine und sogar der Staat können per se Erben sein. Dabei gilt in aller Regel, was der Erblasser in einem entsprechenden Testament bestimmt – wenn er überhaupt ein solch rechtsgültiges Dokument zur selbstbestimmten Regelung der Erbfolge aufgesetzt hat.
Inhalt1 Die gesetzliche Erbfolge – Nachlassverwaltung ohne Testament1.1 Die Erbfolge ohne Testament – Verwandtschaftsgrade ausschlaggebend1.1.1 Gesetzliche Erben der ersten Ordnung (§ 1924 BGB)1.1.2 Gesetzliche Erben der zweiten Ordnung (§ 1925 BGB)1.1.3 Gesetzliche Erben der dritten Ordnung (§ 1926 BGB)1.1.4 Weitere Ordnungen in der Erbfolge1.2 Ehe und gesetzliche Erbfolge – Was Ehefrau bzw. Ehemann verlangen können1.2.1 Der Einfluss des Güterstandes auf den Erbanteil des Ehegatten1.2.2 Übersicht: Der Erbanteil des überlebenden Ehepartners nach Güterständen1.3 Wie hoch ist der Erbanteil der anderen Erben?1.4 Grafik: Die gesetzliche Erbfolge nach Hierarchien2 Selbstbestimmte und gewillkürte Erbfolge – Testament und Erbvertrag2.1 Individuelle Erbfolge mit Testament – Anspruch auf Pflichtteil bleibt!2.2 Wie hoch ist der Pflichtteil?3 Ausschluss von Erben aus der Erbschaftsfolge
Hat ein Erblasser zu Lebzeiten kein Testament aufgesetzt, das die Erbreihenfolge bestimmt, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Hierbei handelt es sich um eine staatliche Regelung, wer wann und wie viel erbt. Anders als bei testamentarischen Festschreibungen betrifft die gesetzliche Erbfolge dabei nur Verwandte unterschiedlichster Grade. Neben Verwandten werden jedoch auch noch Ehegatten und Partner eingetragener Lebenspartnerschaften besonders betrachtet. Diese fallen nicht in die natürliche Erbfolge, sind jedoch durch das Ehegattenerbrecht – bzw. das entsprechende Pendant bei gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften – mit eingeschlossen.
Zur ersten und damit vorrangigen Ordnung in der Erbfolge zählen sämtliche direkte „Abkömmlinge des Erblassers“ (§ 1924 Absatz 1 BGB), das heißt alle Personen, die in direkter Blutlinie von dem Verstorbenen abstammen.
Damit gilt auch innerhalb einzelner Ordnungen eine hierarchische Gliederung, die dem natürlichen Stammbaum folgt. Gesetzliche Erben der zweiten Ordnung (§ 1925 BGB)
In der Erbfolge den Stammbaum weiter nach oben geklettert und schon sind wir bei den Großeltern des Erblassers angelangt: Nach § 1926 BGB zählen zu den Erben dritter Ordnung damit also sowohl Oma und Opa des Verstorbenen als auch deren direkte Nachkommen. Die Abkömmlinge der Großeltern sind dabei Onkel und Tanten des Erblassers, weiter dem Stammbaum nach unten folgend kommen dann dessen Cousins und Cousinen, Nichten und Neffen zweiten Grades usf.
Der Vorgang ließe sich nun ins Unendliche weiterführen über die Urgroßeltern und deren Nachkommen (§ 1928 BGB), weiter entfernte Voreltern (§ 1928 BGB) usf. – oder bis die Kenntnis des Stammbaumes erschöpft ist. Grundsätzlich gilt: Sind Verwandte einer hierarchisch höhergestellten Ordnung vorhanden und noch am Leben sowie erbberechtigt, kann ein Erbteilsanspruch der nachfolgenden Ordnungen nicht begründet werden. Ehe und gesetzliche Erbfolge – Was Ehefrau bzw. Ehemann verlangen können
Eine Sonderstellung nehmen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner in einer Erbengemeinschaft ein. Sie sind zwar nicht Verwandte per Definition, haben jedoch eine enge familiäre Bindung zu dem Erblasser – durch Eheschluss bzw. Lebenspartnerschaft. Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner werden in der Erbfolge in Deutschland ebenfalls eingebunden, obwohl sie keine direkte verwandtschaftliche Beziehung zum Verstorbenen haben.
Der überlebende Ehegatte steht in der Erbfolge neben den Erben der ersten und der zweiten Ordnung sowie den Großeltern des Erblassers, ohne deren generellen Anspruch jedoch aufzuheben. Gegenüber Erben der ersten Ordnung hat der Ehegatte einen grundsätzlichen Anspruch auf ein Viertel des Erbes, gegenüber Erben zweiter Ordnung oder Großeltern steigt der Erbteil auf die Hälfte.
Erbanteil des Ehegatten gegenüber ...Güter­gemeinschaftGüter­trennungZugewinn­gemeinschaft
- ein Kind1/41/21/2
- zwei Kinder1/41/31/2
- drei Kinder1/41/41/2
... Verwandten zweiten Ranges und Großeltern1/21/23/4
weder Verwandte ersten noch zweiten Ranges bzw. Großeltern in der Erbfolge vorhanden1/11/11/1
✓ Die Kinder erben jeweils die Hälfte des Nachlasses. Der Erblasser war unverheiratet und hatte drei Kinder, von denen eines bereits verstorben ist. Der verstorbene Nachkomme hatte selbst auch zwei Kinder (= Enkel des Erblassers).
Generell haben Sie also die freie Verfügungsgewalt und können den Nachlass, ob Haus, Geld, Schmuck, Kunstgegenstände oder Familienfotos, an eine Person vererben, die Sie selbst als geeignet erachten, das Erbe anzunehmen. In einem solchen Fall wird in aller Regel von „Vermächtnis“, nicht von Erben per se gesprochen.
Achtung: Haustiere sind keine rechtsfähigen Personen und können daher auch nicht als Teil der Erbfolge betrachtet werden. Die in einem Testament festgeschriebene Erbfolge ist der gesetzlichen übergeordnet und hat Vorrang. Allerdings können auch Klauseln in einem Testament zumindest zum Teil revidiert werden – nämlich dann, wenn Personen übergangen werden, denen per Gesetz zumindest ein Pflichtteil am Nachlass zusteht.
Der Pflichtteil ist der Mindestanteil am Nachlass, den bestimmte Personen beanspruchen können. Der pflichtteilsberechtigte Personenkreis beschränkt sich dabei auf die Blutlinie, das heißt, vor allem Verwandte bzw. Anverheiratete können selbst im Zuge eines testamentarischen Erbausschlusses gegenüber den so bestimmten Erben zumindest den Pflichtteil verlangen. Die gewillkürte Erbfolge hebt den Anspruch auf den Pflichtteil nicht auf.
Herr W. says	30. Oktober 2016 at 16:32	Und was ist, wenn die Mutter und Ziehvater nichts als Aasgeier sind, nach dem Tod und Einäscherung der Tochter, erst mal die Wohnung nach Werten und dem abgrasen, was sie gebrauchen können und was nicht? Persönliche Erinnerungsstücke völlig außen vorgelassen. Hinzu kommt, dass Beide schon gestohlen haben, Versicherungen abgezockt, Gutachter geschmiert und Steuern hinterzogen haben. Ich der Partner bin gewiss kein Erbschleicher. Mein Motiv ist einzig und alleine, dass meine Partnerin psychisch erkrankt war und dafür jede Woche zum Psychologen musste und das seit ihrem 16. Lebensjahr bis zu ihrem Lebensende und seit frühen Jahren an Borderline wie Bulimie litt. Die eigene Mutter merkelte an ihrem Aussehen, weil sie ein markantes Kinn hatte und die Mutter dies operativ richten lassen wollte. Und und…. Die Mutter kam nur zur Tochter (uns) nacch Sevilla, um eine Woche Urlaub zu machen. Wo sie nach spätetens 4 Tagen schon nervte. Also das Prädikat “ Mutter“ hat sie auf jeden Fall nicht verdient. Käme da nicht der Vater und die Halbgeschwister nicht eher als Erbe in Betracht.
anwalt.org says	31. Oktober 2016 at 10:05	Hallo Herr W.,