Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%20145/78
Timestamp: 2019-12-12 07:52:21
Document Index: 220471172

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 266', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5']

BFH, 26.06.1979 - VIII R 145/78 - dejure.org
https://dejure.org/1979,713
BFH, 26.06.1979 - VIII R 145/78 (https://dejure.org/1979,713)
BFH, Entscheidung vom 26.06.1979 - VIII R 145/78 (https://dejure.org/1979,713)
BFH, Entscheidung vom 26. Juni 1979 - VIII R 145/78 (https://dejure.org/1979,713)
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Umsatzsteuer auf Anzahlungen - Aktivierung der Umsatzsteuer
Auch die Umsatzsteuer auf Anzahlungen nach neuem Umsatzsteuerrecht (§ 20 UStG 1967) darf nich aktiviert werden
Ausnahmen von der Verzinsung
Anzahlungen oder Vorausleistungen
BFHE 128, 243
DB 1979, 1871
BStBl II 1979, 625
Die Anzahlungen, die der Kläger von seinen Kunden erhält, sind zu passivieren (BFH-Urteil vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625; s. auch § 266 Abs. 3 C 3 HGB).
Scheiden aber nach nunmehr ausdrücklich gesetzlicher Regelung in § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG durchlaufende Posten als Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben bei einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 Satz 1 EStG aus, so muß im Ergebnis das gleiche für die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1, § 5 EStG gelten, denn die rechtliche Eigenschaft des durchlaufenden Postens ist von der Art der Gewinnermittlung unabhängig (BFH- Urteil vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625).
Die mit der öffentlich-rechtlichen Erklärung gegenüber der Baubehörde eingegangene Verpflichtung des Klägers, eine Teilfläche seines Grundstücks ohne zeitliche Begrenzung als Einstellplatz für Kfz nutzen zu lassen, ist keine Leistung des Klägers an den anderen Vertragsteil, sondern Leistung an einen Dritten (die Baubehörde), die einen Rechnungsabgrenzungsposten nicht rechtfertigt (Urteil in BFHE 128, 243, 246, BStBl II 1979, 625 m. w. N.).
b) Ebenso wenig hat die Klägerin eine Divergenz zum BFH-Urteil vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78 (BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625) zur Rechnungsabgrenzung bei der Umsatzsteuer auf Anzahlungen im dortigen Streitjahr 1975 schlüssig dargelegt.
Auch wird aus den weiteren Gründen des BFH-Urteils in BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625 deutlich, dass es für den VIII. Senat entscheidend war, dass die Vorleistung nicht --wie im Streitfall-- an den aus der wirtschaftlichen Gegenseitigkeit Verpflichteten, sondern an einen Dritten --im dortigen Fall die Finanzbehörde-- erbracht wurde.
Diese hatte die erhaltenen Beträge zunächst als Anzahlungen zu passivieren; darin kam die Verpflichtung zum Ausdruck, die Beträge bei Nichterbringung der Gegenleistung zurückzahlen zu müssen (BFH-Urteile vom 26.6.1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625, und vom 3.7.1980 IV R 138/76, BFHE 131, 57, BStBl II 1980, 648).
Ein derartiges Rückforderungsrecht sei nach der Rechtsprechung des BFH aber ein wichtiges Merkmal einer Vorleistung (BFH, Urteile vom 01. Juni 1989 IV R 64/88, und vom 25. Juni 1979 VIII R 145/78).
Nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift und nach herrschender handelsrechtlicher Auslegung setze die Rechnungsabgrenzung grundsätzlich voraus, dass einer Vorleistung des Vertragspartners eine noch nicht erbrachte zeitbezogene Gegenleistung des anderen Vertragspartners gegenüberstehe (BFH vom 04. Mai 1977 I R 27/74, BFHE 123, 20, BStBl II 1977, 802, und vom 29. November 1990 IV R 131/89, BFHE 168, 24, BStBl II 1992, 715), wobei es sich um Vorleistungen aus einem gegenseitigen Vertrag handeln müsse (BFH vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625).
BFH, 01.06.1989 - IV R 64/88
Anschaffungskosten - Verwendungsrecht - Aktivierung - Bestellung von Gußteilen - …
Dem läßt sich entgegenhalten, daß die Vorabvergütung des Bestellers sich zwar insoweit als Anzahlung darstellt, als sie eine Vorleistung auf die vom Vertragspartner zu erbringenden Lieferungen beinhaltet (vgl. BFH-Urteil vom 3. Juli 1980 IV R 138/76, BFHE 131, 57, BStBl II 1980, 648, m.w.N.), daß andererseits aber eine Rückforderung der Vergütung nicht in Frage kommt (zu diesem Anzahlungsmerkmal BFH-Urteile vom 16. Mai 1973 I R 186/71, BFHE 110, 325, BStBl II 1974, 25; vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625).
In einem solchen Fall hätte ein Rückzahlungsanspruch des Nachbarn bestanden, wenn es nicht zu derartigen Ersatzansprüchen der OHG kommen würde; im Hinblick auf diesen Rückzahlungsanspruch hätte eine erhaltene Vorauszahlung ebenso wie die Anzahlung eines Kunden zur Aufnahme einer entsprechenden Verbindlichkeit geführt (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BFHE 128, 243, BStBl II 1979, 625, m. w. N.).
FG Hessen, 26.02.2019 - 4 K 2033/17