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Timestamp: 2020-02-29 08:04:54
Document Index: 137650565

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 550', '§ 550', '§ 566', '§ 578', '§ 566', '§ 550', '§ 566', 'BGH', 'BGH', '§ 566', '§ 566', '§ 566', '§ 566', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 566', 'BGH', '§ 550', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 550', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.04.2008 - XII ZR 89/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,479
BGH, 09.04.2008 - XII ZR 89/06 (https://dejure.org/2008,479)
BGH, Entscheidung vom 09.04.2008 - XII ZR 89/06 (https://dejure.org/2008,479)
BGH, Entscheidung vom 09. April 2008 - XII ZR 89/06 (https://dejure.org/2008,479)
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BGB §§ 550, 566, 578 Abs. 1
Wahrung der Schriftform eines Mietvertrages durch einen Nachtragsvertrag; Zweifelsfreie Kenntlichmachung der Zusammengehörigkeit einzelner Schriftstücke eines Mietvertrags in geeigneter Weise durch die Parteien zur Wahrung der Urkundeneinheit
Mietvertrag - Schriftformerfordernis bei Nachtragsvertrag
Wahrung der Schriftform des Mietvertrags bei Zusatvereinbarungen erfordert lückenlose Bezugnahme auf die die wesentlichen Vertragsbedingungen enthaltenden Schriftstücke
Einhaltung der Schriftform durch Nachtragsvertrag; nicht ausreichende Bezugnahme; wesentliche Vereinbarungen
Zur Wahrung der Schriftform durch einen Nachtragsvertrag zu einem Mietvertrag
BGB § 550 § 566 § 578 Abs. 1
Schriftform bei Nachtragsvertrag
Nachtrag zu einem befristeten Gewerbemietvertrag - Firmen / Gewerbe
Nachtrag zu befristetem Gewerbemietvertrag
prewest.de , S. 5 (Entscheidungsbesprechung)
Zum Identitätserfordernis in § 566 BGB (Elmar Streyl; GuT 2008, 317)
Nachtrags(miet)verträge: Wann ist die Schriftform des § 550 BGB eingehalten? (IMR 2008, 233)
Kurznachricht zu "Die Einhaltung des mietvertraglichen Schriftformgebots bei Nachträgen" von RA und Notar Jan Lindner-Figura, original erschienen in: NJW 2009, 1861 - 1862.
Zusammenfassung von "Zum Identitätserfordernis in § 566 BGB (zugleich Anmerkung zum Urteil des BGH vom 09.04.2008, Az.: XII ZR 89/06)" von VorsRiLG Elmar Streyl, original erschienen in: WuM 2008, 579 - 582.
LG Frankfurt/Oder, 26.05.2005 - 17 O 401/04
OLG Brandenburg, 12.04.2006 - 3 U 124/05
NJW 2008, 2181
MDR 2008, 853
NZM 2008, 484
ZMR 2008, 701
WM 2008, 1462
Daraus lässt sich nicht herleiten, sie hätten darauf vertrauen können, der Vertragspartner werde nicht von der besonderen Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen, die das Gesetz vorsieht, wenn die Schriftform nicht eingehalten ist (…st. Rspr. des Senats, vgl. etwa Senatsurteile vom 30. Januar 2013 - XII ZR 38/12 - NJW 2013, 1083 Rn. 26 mwN und vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 28 mwN).
Ergibt sich der Zusammenhang mehrerer Schriftstücke aus einer Bezugnahme, ist es erforderlich, dass vom aktuellen Vertrag auf den Ausgangsvertrag und auf alle ergänzenden Urkunden verwiesen ist, mit denen die der Schriftform unterliegenden vertraglichen Vereinbarungen vollständig erfasst sind (Senatsurteil vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Deshalb kann vorliegend dahinstehen, dass die Vorschrift nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darüber hinaus auch verlangt, dass der Vermieter und Veräußerer zugleich Eigentümer des vermieteten Grundstücks ist (vgl. dazu Senatsurteil vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 22; BGH Urteil vom 3. Juli 1974 - VIII ZR 6/73 - NJW 1974, 1551;… vgl. hierzu auch Staudinger/Emmerich BGB [2014] § 566 Rn. 21;… MünchKommBGB/Häublein 7. Aufl. § 566 Rn. 19;… Blank in Blank/Börstinghaus Miete 5. Aufl. § 566 Rn. 39; Günter WuM 2013, 264, 266; Streyl WuM 2008, 579 f.).
cc) Der Bundesgerichtshof, auch der Senat, hat ursprünglich an dem Identitätserfordernis festgehalten und eine analoge Anwendung des § 566 Abs. 1 BGB abgelehnt (Senatsurteile vom 22. Oktober 2003 - XII ZR 119/02 - NZM 2004, 300 f. und BGHZ 154, 171 = NJW 2003, 2158, 2159 f.; BGHZ 107, 315 = NJW 1989, 2053 f.; vgl. auch BGH Urteil vom 3. Juli 2008 - V ZR 20/07 - NZM 2008, 732, 735).In einem Urteil vom 9. April 2008 hat der Senat aufgrund der Besonderheiten des dort zu entscheidenden Falls eine analoge Anwendung des § 566 Abs. 1 BGB bejaht, obwohl das Identitätserfordernis auch hier nicht erfüllt war (Senatsurteil vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 22).
Vielmehr genügt für die Einheit der Urkunde die bloße gedankliche Verbindung, die in einer zweifelsfreien Bezugnahme zum Ausdruck kommen muss (Senatsurteil vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 24 mwN).
Gewerberaummiete: Anforderungen an die wegen der Vertragslaufzeit erforderlichen …
Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn der eine Vertragspartner den anderen schuldhaft von der Einhaltung der Schriftform abgehalten oder sich sonst einer besonders schweren Treuepflichtverletzung schuldig gemacht hat (Senatsurteile vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Rn. 28; vom 12. Juli 2006 - XII ZR 178/03 - NJW-RR 2006, 1385, 1386; vom 6. April 2005 - XII ZR 132/03 - NJW 2005, 2225, 2227 und vom 5. November 2003 - XII ZR 134/02 - NJW 2004, 1103, 1104).
Vielmehr genügt für die Einheit der Urkunde die bloße gedankliche Verbindung, die in einer zweifelsfreien Bezugnahme zum Ausdruck kommen muss (Senatsurteile BGHZ 176, 301, 306 f.; vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181, 2182 und vom 18. Dezember 2002 - XII ZR 253/01 -NJW 2003, 1248).
Für die Einhaltung der Schriftform ist es nicht erforderlich, dass schon die erste Vertragsurkunde vom 14. April 1994 selbst alle Schriftformvoraussetzungen erfüllt (vgl. Senatsurteile vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181, 2183 und vom 7. Juli 1999 - XII ZR 15/97 - NJW 1999, 3257, 3258;… Lindner-Figura/Oprée/Stellmann 2. Aufl. Kap. 6 Rdn. 75;… missverständlich Palandt/Weidenkaff 68. Aufl. § 550 BGB Rdn. 17).
Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn der eine Vertragspartner den anderen schuldhaft von der Einhaltung der Schriftform abgehalten oder sich sonst einer besonders schweren Treuepflichtverletzung schuldig gemacht hat (BGH 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - Rn. 28) .
Zu den wesentlichen Vereinbarungen, die die Mietvertragsurkunde stets enthalten muss, gehört nach ständiger Rechtsprechung des BGH auch der Mietgegenstand (…BGH, Urt. v. 30.06.1999, XII ZR 55/97, NJW 1999, 2591;… Urt. v. 07.07.1999, XII ZR 15/97, NJW 1999, 3257;… Urt. v. 02.11.2005, XII ZR 233/03, ZfIR 2006, 193 = NZM 2006, 104; Urt. v. 09.04.2008, XII ZR 89/06).
Schließlich können die Parteien zur Bestimmung des Mietgegenstandes auch auf Zeichnungen, Pläne oder sonstige Anlagen Bezug nehmen, wobei dies stets hinreichend kenntlich zu machen ist (BGH, Urt. v. 09.04.2008, XII ZR 89/06).
Ein Ausschluss der Anwendbarkeit des § 550 BGB aus dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben (§ 242 BGB) kommt nur in besonders krassen Ausnahmefällen in Betracht, in denen das wirtschaftliche Ergebnis schlechthin untragbar wäre, etwa wenn die andere Vertragspartei durch die vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses ernsthaft in ihrer Existenz bedroht würde (BGH, Urt. v. 09.04.2008, XII ZR 89/06;… BGH, Urt. v. 25.07.2007, XII ZR 143/05, NJW 2007, 3202;… BGH, Urt. v. 05.11.2003, XII ZR 134/02, NJW 2004, 1103;… BGH, Urt. v. 12.07.2006, XII ZR 178/03, NZM 2006, 699 = MDR 2007, 78;… OLG Köln, Urt. v. 23.09.2005, 1 U 43/04, GuT 2006, 14; Horst, MDR 2008, 365; Lindner-Figura, NZM 2007, 705; Hildebrandt, ZMR 2007, 588;… Eckert, a.a.O., Rn. 129).
Grundsätze der Vertragsauslegung: Interessengerechte Auslegung eines …
Werden wesentliche vertragliche Vereinbarungen nicht im Mietvertrag selbst schriftlich niedergelegt, sondern in Anlagen ausgelagert, müssen die Parteien die Zusammengehörigkeit dieser Schriftstücke in geeigneter Weise zweifelsfrei kenntlich machen (Senatsurteil vom 9. April 2008 - XII ZR 89/06 - NJW 2008, 2181 Tz. 24, 27).
Zum einen weist er eine hinreichend konkrete Bezugnahme, nämlich auf den Ursprungsmietvertrag vom 09.08.2002 auf, sodass gerade unter Berücksichtigung der Unterschriftenzeile und der dort angebrachten Stempel auf Vermieter- und Mieterseite noch eine zweifelsfreie, lückenlose Zuordnung bzw. eine sichere gedankliche Verbindung zum Ursprungsvertrag hergestellt werden kann (vgl. hierzu BGH, NJW 2008, 2181, 2183;… Wolf/Eckert/Ball, Handbuch des gewerblichen Miet-, Pacht- und Leasingrechts, 10. Aufl. 2009, Rn. 124).
OLG Frankfurt, 27.03.2009 - 2 U 72/08
Mietvertrag über Gewerberaum: Auswirkungen eines formunwirksamen Nachtrages zu …
OLG Brandenburg, 15.09.2010 - 3 U 117/09
Gewerbemietverhältnis: Vermieterwechsel bei Grundstücksübertragung
OLG Köln, 13.11.2012 - 22 U 43/11
Anforderungen an die Schriftform eines auf bestimmte Zeit abgeschlossenen …
OLG Brandenburg, 24.03.2010 - 3 U 117/09
Gewerberaummiete: Formerfordernis bei der rechtsgeschäftlichen Vereinbarung des …
OLG München, 22.11.2018 - 32 U 1376/18
Mietvertrag - Rücksichtnahmepflicht
OLG Frankfurt, 21.11.2008 - 2 U 94/08
Gewerberaummiete: Entfallen der mehrjährigen Befristung bei ohne Schriftform …
OLG Düsseldorf, 25.02.2010 - 10 U 40/09
AG Wernigerode, 22.04.2014 - 10 Lw 13/13
Schriftformerfordernis bei Landpachtverträgen: Bezugnahme auf Anlagen und auf …
LG Krefeld, 17.09.2008 - 2 O 42/07
Anforderungen an die Verwirkung der Begleichung von Mietrückständen; Vertrauen …
LG Duisburg, 19.06.2009 - 10 O 267/08
Prüfung des Bestehens einer Berechtigung zur außerordentlichen Kündigung eines …