Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%20973/06
Timestamp: 2020-06-04 21:04:00
Document Index: 205249976

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 307', '§ 307', '§ 310', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 310', '§ 13', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 310', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 1', '§ 6', '§ 6', '§ 620', '§ 611', '§ 305', '§ 305', '§ 21', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 310', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 1', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 310', '§ 307', '§ 310', '§ 307']

BAG, 14.08.2007 - 8 AZR 973/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,565
BAG, 14.08.2007 - 8 AZR 973/06 (https://dejure.org/2007,565)
BAG, Entscheidung vom 14.08.2007 - 8 AZR 973/06 (https://dejure.org/2007,565)
BAG, Entscheidung vom 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 (https://dejure.org/2007,565)
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Wirksamkeit einer Vertragsstrafenabrede zur Aufrechnung gegenüberVergütungsansprüchen; Vertragsstrafenabreden als Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) i.S.d. §§ 305 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); Voraussetzungen für die Ansehung einer Vertragsstrafenklausel als ...
Vertragsstrafenvereinbarung - Wirksamkeit sowie Aufrechnung
Höhe der Vertragsstrafe bei Wettbewerbsverbot
Wirksamkeit einer Vertragsstrafenabrede - angewandte Bestimmungen
Intransparente Vertragsstrafenklausel
Vertragsstrafenregelung muss klar und bestimmt sein
Zusammenfassung von "Vertragsstrafen bei Wettbewerbsverboten: was nun? - Ein Werkstattbericht" von Dr. Martin Diller, FA ArbR, original erschienen in: NZA 2008, 574 - 576.
Zusammenfassung von "Neue Herausforderungen bei der Gestaltung von Vertragsstrafenklauseln" von RA Dr. Nils Schramm, original erschienen in: NJW 2008, 1494 - 1495.
Zusammenfassung von "Änderung der BAG-Rechtsprechung zu Wettbewerbsverstößen - Vorsicht bei Vertragsstrafen" von RAin Sabine Schwarz, FAin ArbR und RA Marc Spiegelberger, original erschienen in: AuA 2008, 542 - 544.
ArbG Köln, 18.01.2006 - 20 Ca 8795/05
NJW 2008, 458
NZA 2008, 170
DB 2008, 66
Dabei ist zum Schutz des Arbeitnehmers ein strenger Maßstab anzulegen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Bei Verbraucherverträgen sind gemäß § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB bei der Beurteilung der unangemessenen Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB auch die den Vertragsschluss begleitenden Umstände zu berücksichtigen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Die Berücksichtigung dieser Umstände kann sowohl zur Unwirksamkeit einer nach generell-abstrakter Betrachtung wirksamen Klausel als auch zur Wirksamkeit einer nach typisierter Inhaltskontrolle unwirksamen Klausel führen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - aaO) .
Im Übrigen stellt die Unwirksamkeit einer Vertragsstrafenabrede wegen unangemessener Benachteiligung des Arbeitnehmers generell keinen Ausnahmefall für eine zwingend gebotene Abweichung vom Prinzip des Verbots einer geltungserhaltenden Reduktion dar (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Im Einzelfalle muss der Verwender ggf. auf die Klausel besonders hinweisen oder diese drucktechnisch hervorheben (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28 mwN).
Dies gilt auch für Arbeitsverträge, weil der Arbeitnehmer Verbraucher iSv. § 310 Abs. 3 iVm. § 13 BGB ist (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Die Berücksichtigung dieser Umstände kann sowohl zur Unwirksamkeit einer nach generell-abstrakter Betrachtung wirksamen Klausel als auch zur Wirksamkeit einer nach typisierter Inhaltskontrolle unwirksamen Klausel führen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - aaO).
Dabei ist zum Schutze des Arbeitnehmers ein strenger Maßstab anzulegen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Sie verletzt das Bestimmtheitsgebot, wenn sie vermeidbare Unklarheiten und Spielräume enthält (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Die Unwirksamkeit einer Vertragsstrafenabrede wegen unangemessener Benachteiligung des Arbeitnehmers stellt einen solchen Ausnahmefall nicht dar (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Dabei ist zum Schutz des Arbeitnehmers ein strenger Maßstab anzulegen (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Bei Verbraucherverträgen sind gemäß § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB bei der Beurteilung der unangemessenen Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB auch die den Vertragsschluss begleitenden Umstände zu berücksichtigen (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Die Berücksichtigung dieser Umstände kann sowohl zur Unwirksamkeit einer nach generell-abstrakter Betrachtung wirksamen Klausel als auch zur Wirksamkeit einer nach typisierter Inhaltskontrolle unwirksamen Klausel führen (Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - aaO.).
So kann der ungewöhnliche äußere Zuschnitt einer Klausel oder ihre Unterbringung an unerwarteter Stelle die Bestimmung zu einer ungewöhnlichen und damit überraschenden Klausel machen (…ständige Rechtsprechung, vgl. etwa BAG 23. Februar 2005 - 4 AZR 139/04 - Rn. 59, BAGE 114, 33 = AP TVG § 1 Tarifverträge: Druckindustrie Nr. 42;… 31. August 2005 - 5 AZR 545/04 - Rn. 24, BAGE 115, 372 = AP ArbZG § 6 Nr. 8 = EzA ArbZG § 6 Nr. 6;… 15. Februar 2007 - 6 AZR 286/06 - Rn. 22, AP BGB § 620 Aufhebungsvertrag Nr. 35 = EzA BGB 2002 § 611 Aufhebungsvertrag Nr. 6;… 9. Mai 2007 - 4 AZR 319/06 - Rn. 21, AP BGB § 305c Nr. 8 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 12;… 8. August 2007 - 7 AZR 605/06 - Rn. 27, EzA TzBfG § 21 Nr. 2; 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 -Rn. 21, AP BGB § 307 Nr. 28).
Im Einzelfall kann der Verwender gehalten sein, auf die Klausel besonders hinzuweisen oder die Klausel drucktechnisch hervorzuheben (…BAG 23. Februar 2005 - 4 AZR 139/04 - aaO;… 9. Mai 2007 - 4 AZR 319/06 - aaO;… 8. August 2007 - 7 AZR 605/06 - aaO; 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - aaO).
Eine Klausel verletzt das Bestimmtheitsgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, wenn sie - im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Zumutbaren - vermeidbare Unklarheiten und Spielräume enthält (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Im Einzelfall muss der Verwender auf eine solche Klausel besonders hinweisen oder diese drucktechnisch hervorheben (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - mwN, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28).
Bei Verbraucherverträgen, zu denen auch Arbeitsverträge zählen, sind gemäß § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB bei der Beurteilung der unangemessenen Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB auch die den Vertragsschluss begleitenden Umstände zu berücksichtigen ( Senat 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Dabei ist zum Schutz des Arbeitnehmers ein strenger Maßstab anzulegen (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 23, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Sie verletzt das Bestimmtheitsgebot, wenn sie vermeidbare Unklarheiten und Spielräume enthält (BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 26, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Im Einzelfall muss der Verwender ggf. auf die Klausel besonders hinweisen oder diese drucktechnisch hervorheben (vgl. BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 21; 27. April 2000 - 8 AZR 301/99 -) .
Da die Vertragsstrafe die vorzeitige Beendigung sanktionieren soll, ist sie an diesen Stellen zur Dauer und Kündigung gerade nicht an unerwarteter Stelle, sondern an zu erwartender Stelle untergebracht (vgl. hierzu BAG 14. August 2007- 8 AZR 973/06 - Rn. 22) .
Ein Arbeitnehmer, der sich über seine Pflichten im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses informieren möchte, kann insbesondere die Bestimmungen in §§ 1, 6 AV nicht übersehen (vgl. zu einem Wettbewerbsverbot BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 22) .
Ein darüber hinausgehender Hinweis vom Kläger - den er behauptet - war unter diesen Umständen nicht erforderlich (vgl. hierzu BAG 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 21) .
Zwischen den durch die Umstände bei Vertragsschluss begründeten Erwartungen und dem tatsächlichen Vertragsinhalt muss ein deutlicher Widerspruch bestehen (BAG 21. Juni 2011 - 9 AZR 203/10 - Rn. 34, EzA BGB 2002 § 307 Nr. 53; 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - Rn. 21, AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28) .
Bei Verbraucherverträgen sind im Individualprozess nach § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB bei der Beurteilung der unangemessenen Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB auch die den Vertragsschluss begleitenden Umstände zu berücksichtigen, was auch für Arbeitsverträge gilt, da der Arbeitnehmer Verbraucher im Sinne von § 310 Abs. 3 BGB ist (BAG 25.05.2005 EzA BGB 2002 § 307 Nr. 3; BAG 14.08.2007, DB 2008, 66).
Die Berücksichtigung der den Vertragsschluss begleitenden Umstände kann dabei sowohl zur Unwirksamkeit einer nach generellabstrakter Betrachtung wirksamen Klausel, aber auch zur Wirksamkeit einer nach typisierter Betrachtung unwirksamen Klausel führen (BAG 14.08.2007, DB 2008, 66).
Sie darf keine vermeidbaren Unklarheiten und Spielräume enthalten, allerdings den Verwender auch nicht überfordern, so dass die Verpflichtung, den Inhalt der Klausel klar und verständlich zu formulieren, nur im Rahmen des Möglichen besteht (BAG 31.08.2005, DB 2006, 1273; BAG 08.08.2007, DB 2008, 133; BAG 14.08.2007, DB 2008, 66).
Dazu gehört auch, dass wirtschaftliche Nachteile und Belastungen kenntlich gemacht werden, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (BAG, 11.04.2006, DB 2007, 289, BAG 08.08.2007, DB 2008, 133; BAG 14.08.2007, DB 2008, 66).
Eine Klausel verletzt daher das Bestimmtheitsgebot, wenn sie vermeidbare Unklarheiten und Spielräume enthält (BAG 21.04.2005, DB 2005, 1913; BAG 14.08.2007, DB 2008, 66).