Source: https://www.ra-kotz.de/celle4.htm
Timestamp: 2018-01-16 23:14:36
Document Index: 218340944

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', '§ 1606', '§ 1603', 'BGH', '§ 1606', 'BGH', '§ 1606', 'BGH', 'BGH', '§ 1581', '§ 1603', '§ 1615', 'BGH', '§ 1603', '§ 1612', '§ 1612']

alte Richtlinien 01.01.2002 – 30.06.2003
2.9 In der Regel Bezüge nach dem GSiG beim Verwandtenunterhalt, vgl. §§ 1, 2 GSiG (anders beim Ehegattenunterhalt).
2.10 Kein Einkommen sind Sozialhilfe und Leistungen nach dem UVG. Die Unterhaltsforderung eines Empfängers dieser Leistungen kann in Ausnahmefällen treuwidrig sein (BGH FamRZ 1999, 843 bzw. 2001, 619).
Ein Wohnvorteil liegt nur vor, soweit der Wohnwert den berücksichtigungsfähigen Schuldendienst, notwendige Instandhaltungskosten (BGH FamRZ 2000, 351, 354) und die verbrauchs-unabhängigen Kosten, mit denen ein Mieter üblicherweise nicht belastet wird, übersteigt.
10.2.2 Für die notwendigen Kosten der berufsbedingten Nutzung eines Kraftfahrzeugs kann der nach den Sätzen des § 9 III Nr. 1 ZSEG anzuwendende Betrag (derzeit 0,27 €) pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Damit sind i.d.R. Anschaffungskosten erfasst. Werden die Raten für einen zur Anschaffung aufgenommenen Kredit berücksichtigt, so verringern sich die anrechnungsfähigen KM-Kosten.
10.3 Kinderbetreuungskosten sind abzugsfähig, soweit die Betreuung durch Dritte infolge der Berufstätigkeit erforderlich ist. Außerdem kann im Einzelfall ein Kinderbetreuungsbonus angesetzt werden (BGH FamRZ 2001, 350, 352).
12.3 Der betreuende Elternteil braucht neben dem anderen Elternteil in der Regel keinen Barunterhalt zu leisten, es sei denn, sein Einkommen ist bedeutend höher als das des anderen Elternteils (§ 1606 III 2 BGB) oder der eigene angemessene Unterhalt des sonst allein barunterhaltspflichtigen Elternteils ist gefährdet (§ 1603 II 3 BGB). Im letzteren Fall kann jedoch nach der “Hausmann” – Rechtsprechung eine Haftung in Betracht kommen (BGH FamRZ 2001, 614; 616; 1065).
Sind bei auswärtiger Unterbringung beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet, haften sie anteilig nach § 1606 III 1 BGB für den Gesamtbedarf (vgl. Ziff. 13.3). Der Verteilungsschlüssel kann unter Berücksichtigung des Betreuungsaufwandes wertend verändert werden.
Der Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes bemisst sich grundsätzlich nach den zusammengerechneten Einkommen beider Elternteile
( BGH FamRZ 1994, 696, 698). Ein Elternteil hat jedoch höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich allein aus seinem Einkommen aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt.
13.1.2 Der angemessene Bedarf eines volljährigen Kindes mit eigenem Hausstand beträgt in der Regel monatlich 600 € ohne Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.Von diesem Betrag kann bei erhöhtem Bedarf oder mit Rücksicht auf die Lebensstellung der Eltern abgewichen werden.
13.3 Bei anteiliger Barunterhaltspflicht ist vor Berechnung des Haftungsanteils nach § 1606 III 1 BGB das bereinigte Nettoeinkommen jedes Elternteils gem. Ziff. 10 zu ermitteln. Außerdem ist vom Restbetrag ein Sockelbetrag in Höhe des angemessenen Selbstbehalts (1000 €) abzuziehen.
Bereinigtes Nettoeinkommen eines Elternteils (N1 oder N2) abzüglich 1000 € mal
(Rest-)Bedarf (R), geteilt durch die Summe der bereinigten Nettoeinkommen beider Eltern (N1 + N2) abzüglich 2000 (=1000 + 1000) €.
Haftungsanteil 1 = (N1 – 1000) x R : (N1 + N2 – 2000).
Leistet ein Ehegatte auch Unterhalt für ein Kind und hat dies die ehelichen Lebensverhältnisse geprägt, so wird sein Einkommen vor Ermittlung des Erwerbstätigenbonus um diesen Unterhalt (Tabellenbetrag) bereinigt. Erbringt der Pflichtige sowohl Bar- als auch Betreuungsunterhalt, so gilt Ziff. 10.3 (BGH FamRZ 2001, 350).
18. nicht belegt
21.3.1 Er beträgt gegenüber volljährigen Kindern, Enkeln und der Mutter/dem Vater eines nichtehelichen Kindes 1000 €.
21.3.2 Der Selbstbehalt gegenüber Eltern richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles unter Berücksichtigung des angemessenen Unterhalts vorrangig Berechtigter; er beträgt zumindest 1.250 € (vgl. BGH FamRZ 2002, 1698 und NJW 2003, 1660).
Übersteigt der eheangemessene Selbstbehalt den notwendigen Selbstbehalt und reicht das verfügbare Einkommen zur Deckung der Unterhaltslasten und des eheangemessenen Selbstbehalts nicht aus, braucht der Geschiedene Unterhalt nur nach Billigkeit zu leisten (§ 1581 BGB). In der Regel kann ihm ein Selbstbehalt in Höhe von 920 € belassen bleiben.
22.1 Ist bei Unterhaltsansprüchen minderjähriger und diesen nach § 1603 II 2 BGB gleichgestellter Kinder der Unterhaltspflichtige verheiratet, werden für den mit ihm zusammenlebenden Ehegatten im Regelfall 535 €, und wenn dieser erwerbstätig ist, 615 € angesetzt.
22.2 Ist bei Unterhaltsansprüchen volljähriger Kinder oder Enkel oder bei einer Unterhaltsberechtigung nach § 1615 l BGB der Unterhaltspflichtige verheiratet, werden für den mit ihm zusammenlebenden Ehegatten im Regelfall 750 € angesetzt.
23.1 Ein verschärfter Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen des Pflichtigen zur Deckung seines notwendigen Selbstbehalts und der gleichrangigen Unterhaltsansprüche nicht ausreicht (BGH, FamRZ 2003, 363, 366)
1. bei minderjährigen und diesen gemäß § 1603 II 2 BGB gleichgestellten Kindern nach Gruppe 6 der Düsseldorfer Tabelle,
2. bei getrenntlebenden/geschiedenen Ehegatte auf den notwendigen Eigenbedarf in Höhe der Beträge gemäß Ziff. 21.2,
3. bei mit den Pflichtigen zusammenlebenden Ehegatten auf die Beträge gemäß Ziff. 22.1.
4. Für die Kindergeldverrechnung gilt § 1612 b BGB.
Anrechenbares Einkommen des Unterhaltspflichtigen in EURO Altersstufen in Jahren
(§ 1612 a Abs. 3 BGB) Vomhundertsatz Bedarfskontroll- betrag
2. 1300 – 1500 213 258 304 350 107 900
3. 1500 – 1700 227 275 324 373 114 950
4. 1700 – 1900 241 292 344 396 121 1000
5. 1900 – 2100 255 309 364 419 128 1050
6. 2100 – 2300 269 326 384 442 135 1100
7. 2300 – 2500 283 343 404 465 142 1150
8. 2500 – 2800 299 362 426 491 150 1200
9. 2800 – 3200 319 386 455 524 160 1300
10. 3200 – 3600 339 410 483 556 170 1400
11. 3600 – 4000 359 434 512 589 180 1500
12. 4000 – 4400 379 458 540 622 190 1600
13. 4400 – 4800 398 482 568 654 200 1700
1 = 100 % 199 – 7 = 192 241 – 0 = 241 284 – 0 = 284
2 = 107 % 213 – 21 = 192 258 – 9 = 249 304 – 0 = 304
3 = 114 % 227 – 35 = 192 275 – 26 = 249 324 – 17 = 307
4 = 121 % 241 – 49 = 192 292 – 43 = 249 344 – 37 = 307
5 = 128 % 255 – 63 = 192 309 – 60 = 249 364 – 57 = 307
6 = 135 % 269 – 77 = 192 326 – 77 = 249 384 – 77 = 307
1 = 100 % 199 – 19,50 = 179,50 241 – 4,50 = 236,50 284 – 0 = 284,00
2 = 107 % 213 – 33,50 = 179,50 258 – 21,50 = 236,50 304 – 9,50 = 294,50
3 = 114 % 227 – 47,50 = 179,50 275 – 38,50 = 236,50 324 – 29,50 = 294,50
4 = 121 % 241 – 61,50 = 179,50 292 – 55,50 = 236,50 344 – 49,50 = 294,50
5 = 128 % 255 – 75,50 = 179,50 309 – 72,50 = 236,50 364 – 69,50 = 294,50
6 = 135 % 269 – 89,50 = 179,50 326 – 89,50 = 236,50 384 – 89,50 = 294,50
œ ( 6/7 * 2.000 € + 300 € + 6/7 * 1.000 € ) = 1.436 €
K1 : 227 €, nach Kindergeldverrechnung 192 €;
K2 : 275 €, nach Kindergeldverrechnung 249 €;
F : (1.650 € – 227 € – 275 €) * 3/7 = 492 €
Leistungsfähigkeit M 1.650 € – 192 € – 249 € – 492 € = 717 €, d.h. Mangelfall
K1 : 199 €, nach Kindergeldverrechnung 192 €;
K2 : 241 €, keine Kindergeldverrechnung;
F : (1.650 € – 199 € – 241 €) * 3/7 = 519 €;
Leistungsfähigkeit M 1.650 € – 192 € – 241 € –519 € = 698 €, d.h. Mangelfall
Einsatzbeträge: K1 269 €; K2 326 €; F 730 €
Verteilungsmasse: 1.650 € – 840 € = 810 €
Summe der Einsatzbeträge: 269 € + 326 € + 730 € = 1.325 €
Vomhundertsatz:810 € : 1.325 € x 100 = 61,1 %
K1 : 269 € x 61,1 % = 165 €;
K2 : 326 € x 61,1 % = 199 €;
F: 730 € x 61,1 % = 446 €.
Der Kindesunterhalt entspricht 82,5 % des Regelbetrages (= 61,1 % * 1,35).