Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20C%2019.69
Timestamp: 2019-07-20 08:50:30
Document Index: 45386158

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 4', 'Art. 20', '§ 2', '§ 4', '§ 4']

BVerwG, 29.11.1972 - VI C 19.69 - dejure.org
BVerwG, 29.11.1972 - VI C 19.69
https://dejure.org/1972,280
BVerwG, 29.11.1972 - VI C 19.69 (https://dejure.org/1972,280)
BVerwG, Entscheidung vom 29.11.1972 - VI C 19.69 (https://dejure.org/1972,280)
BVerwG, Entscheidung vom 29. November 1972 - VI C 19.69 (https://dejure.org/1972,280)
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Tätigkeit als Verwaltungsratsmitglied und als Richter
Richter darf keinem Verwaltungsrat einer Sparkasse angehören
BVerwGE 41, 195
MDR 1973, 524
DÖV 1973, 492
JR 1973, 255
Die gleiche Auffassung vertritt das Bundesverwaltungsgericht (vgl. BVerwGE 41, 195, 196 ff m. w. Nachw.).
Nach herrschender Rechtsauffassung ändert dies jedoch nichts daran, daß die Sparkassen öffentliche Aufgaben aus dem Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge erfüllen (…BVerfG, DVBl. 1972, S. 780 (781); BVerwGE 41, 195 (196 f.); 69, 11 (22);… BGH, NJW 1983, S. 2509 (2511) m.w.N.;… BayVerfGH, a.a.O., m.w.N.;… NRWVerfGH, NVwZ 1987, S. 211 (212 f.);… OVG Münster, a.a.O.;… Nierhaus, a.a.O., S. 665 ff.).
Zu diesen Aufgaben vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 16. Mai 1989 - 1 BvR 705/88 -, NJW 1990, 1783; Urteil vom 10. Dezember 1974 - 2 BvK 1/73 -, BVerfGE 38, 258, 270 f.; BVerwG, Urteil vom 29. November 1972 - VI C 19.69 -, BVerwGE 41, 195 f.
Für diese, vom Verwaltungsgericht bevorzugte Betrachtungsweise spricht freilich deutlich die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts, vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 16. Mai 1989 - 1 BvR 705/88 -, NJW 1990, 1783; Beschluss vom 7. Juni 1977 - 1 BvR 108/73 u.a. -, NJW 1977, 1960, 1961 (zu II.1); ebenso schon BVerwG, Urteil vom 29. November 1972, a.a.O. S. 196, wonach es für die Zuordnung einer daseinsfürsorgenden Leistung nicht auf die privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Form der Aufgabenwahrnehmung ankommt, sondern allein darauf, dass die Leistung "ihrer Rechtsnatur nach in Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe erbracht wird", was mit Blick auf die Leistungen der T. jedenfalls zum allergrößten Teil fraglos der Fall ist.
Demgemäß hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass der Begriff der "vollziehenden Gewalt" in § 4 Abs. 1 DRiG dem in Art. 20 Abs. 2 Satz 2 GG entspricht und hier wie dort gleichbedeutend mit dem der "Verwaltung" ist (BVerwGE 25, 210, 214 f.; 41, 195).
beantwortet sich ohne weiteres aus dem Gesetz und der bisherigen Rechtsprechung (vgl. u.a. BVerwGE 25, 210 ; 41, 195 ).
Dies ist Teil des öffentlichen Auftrags der Sparkassen zur Daseinsvorsorge im Bereich der geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 14. April 1987, BVerfGE 75, 192, 197 ff.; BVerwG, Urteil vom 29. November 1972, BVerwGE 41, 195, 196 f.) und folgt hier aus § 2 Abs. 1 und 2 Satz 1 sowie § 4 Satz 2 SpkG.
Der erkennende Senat hat in BVerwGE 41, 195 (198) [BVerwG 19.11.1972 - VI C 19/69] bereits ausgeführt, daß § 4 DRiG eine durch das Grundgesetz nicht unbedingt gebotene Sonderregelung für (Berufs-)Richter ist und daß das verfassungsrechtliche Prinzip der Gewaltentrennung Durchbrechungen leidet, soweit nicht durch eine Verschränkung der drei Gewalten der jeweilige Kernbereich berührt wird.
Dies ist etwa anerkannt für die Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister (VG Frankfurt, NVwZ-RR 1990, 383 ) oder als Mitglied von Ausschüssen, die reine Verwaltungsaufgaben haben, wie Sparkassenausschüsse (BVerwGE 41, 195 ).
In gleicher Weise hat das Bundesverwaltungsgericht in zwei Entscheidungen (Beschluss vom 28. Dezember 1971, BVerwG I CB 16.66, DÖV 1972, 350 sowie Urteil vom 29.11.1972, VI C 19.69, DÖV 1973, 492-493) deutlich gemacht, dass die Tätigkeit der öffentlichen Sparkassen staatliche oder kommunale Tätigkeit im Bereich der Daseinsvorsorge darstellt und deshalb der vollziehenden Gewalt zuzurechnen ist.
BVerwG, 16.10.1989 - 7 B 138.89
Ausschluss von Richtern von der Mitgliedschaft in Kreisausschüssen