Source: http://kapitaleinkommen.de/steuern/vorsorgeaufwendungen.html
Timestamp: 2017-08-24 08:37:51
Document Index: 36367753

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

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Die Berechnung der Einkommensteuerlast berücksichtigt gewisse Aufwendungen, die das zu versteuernde Einkommen reduzieren.
Diese Aufwendungen beziehen sich unter anderem auf
gesetzliche Rentenversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a)
Kapitalgedeckte Altersvorsorge wenn folgendes gilt:
keine Auszahlung vor dem 60. Lebensjahr
Berufsunfähigkeitsversicherung-Klausel (optional)
Erwerbsminderungsversicherung-Klausel (opitonal)
Hinterbliebenenrente (optional)
unter anderem z.B. Riester-Rente oder Rürup-Rente
(§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b)
Andere abziehbare Vorsorgeaufwendungen:
Arbeitslosenversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 1 EStG)
Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b oder Nr. 3a Satz 1 EStG)
Krankenversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a oder Nr. 3a EStG)
Pflegeversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe b oder Nr. 3a EStG)
Unfallversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 1 EStG)
Haftpflichtversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 1 EStG)
Kapitallebens- und rentenversicherung, die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen worden sind und für die bis dahin auch Beiträge gezahlt worden sind.
(Versicherungen mit Kapitalwahlrecht werden zu 88%, Versicherungen ohne Kapitalwahlrecht werden zu 100% berücksichtigt.)
(§ 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 1 EStG)
Risikolebensversicherung (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a Satz 1 EStG)
Die Altersvorsorgeaufwendungen sind ab dem 01.01.2005 zu 60% abziehbar. Dieser Prozentsatz erhöht sich jedes Jahr um 2%. Der Höchstbetrag wird analog anteilig von 20.000 € berechnet.
Im Jahr 2010 sind demzufolge maximal 70% * 20.000 € = 14.000 € abzugsfähig.
Im Jahr 2025 sind die Aufwendungen dann in voller Höhe, bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 € zu berücksichtigen (vgl. Altersvorsorge/Gesetzliche Rente/Nachgelagerte Besteuerung).
Zusätzlich sind Aufwendungen für "Andere abziehbare Vorsorgeaufwendungen" für abhängig Beschäftigte nur bis insgesamt maximal 1.900 € abziehbar (bis 31.12.2009: 1.500 €) (§ 10 Abs. 4 Satz 2 EStG). Sollten die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung insgesamt jedoch 1.900 € übersteigen, werden diese Beiträge in voller Höhe (also auch über 1.900 €) berücksichtigt. Alle anderen Beiträge zu den "anderen abziehbaren Vorsorgeaufwendungen" werden dann allerdings nicht mehr angerechnet (§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG).
Die Berechnung der abziehbaren Altersvorsorgeaufwendungen gestaltet sich beispielhaft wie folgt:
Als Grundlage dient die Berechnung der Abgaben vom Bruttoeinkommen (2.700 €), wie sie unter Steuern/nichtselbständige Arbeit erläutert ist.
Die über ein Jahr bezahlte Rentenversicherung (19,9%, AN-Anteil + AG-Anteil) beträgt in Summe
2.700 * 19,9% * 12 = 6.447,60 €.
Hinzu kommt z.B. der Beitrag zu einer Rürüp-Rente in Höhe von 400 €.
Die Summe der begünstigten Altersvorsorgeaufwendungen beträgt damit
6447,60 € + 400 € = 6.847,60 €.
Wie oben erläutert, sind im Jahre 2010 hiervon nur 70% abzugsfähig. Dies entspricht einem Betrag von
6.847,60 € * 70% = 4.793,32 €
(Höchstbetrag 2010: 20.000 € * 70% = 14.000 €)
Da der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung steuerfrei ist, wird dieser von den begünstigten Altersvorsorgeaufwendungen wieder abgezogen.
4.793,32 € - 3.223,80 € = 1.569,52 €.
Die Summe der "Anderen abziehbaren Vorsorgeaufwendungen" setzt sich u.a. aus der Arbeitslosen-, Kranken- sowie Pflegeversicherungsbeitrag zusammen. Diese betragen bei einem Bruttolohn von 2.700 €, 37,80 €, 210,60 € und 29,70 € pro Monat (2010). Im Jahr beträgt die Summe dieser Beitragsarten demzufolge (38,70 € + 210,60 € + 29,70) * 12 = 3.337,20 €.
Hinzu kommen die Beiträge zu z.B. einer Haftpflicht- und Unfallversicherung.
Der Höchstbetrag für die "sonstigen Vorsorgeaufwendungen" liegt für abhängig Beschäftigte bei 1.900 € (Selbstständige: 2.800 €) (§ 10 Abs. 4 Satz 2 EStG).
Sollte der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung den Höchstbetrag jedoch übersteigen, sind diese Beiträge in voller Höhe abzusetzen (dies kann den Höchstbetrag auch übersteigen). Alle anderen "andere abziehbare Vorsorgeaufwendungen" bleiben dann jedoch unberücksichtigt!
(§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG)
Die jährlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung betragen laut Beispiel (210,60 € + 29,70 €) * 12 = 2.883,60 €. Damit ist der Höchstbetrag bereits überschritten. Es werden daher keine weiteren Beiträge berücksichtigt.
=> Die steuerlich relevanten Vorsorgeaufwendungen betragen damit 1.569,52 € + 2.883,60 € = 4.453,12 €.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:46 Uhr
+3 #2 Timo 2011-08-13 11:54
Sehe ich genauso, das ist nicht Nachvollziehbar .
Gibt es dazu eine Klage, bzw. eine Aussage des BFM?
+8 #1 Meyer 2011-08-01 16:06
Erst wird der AG-Anteil zur RV bei begünstigten Altersvorsorgea ufwendungen zu 100 % hinzugezogen- danach der Gesamtbetrag um 30 % gekürzt und schließlich der AG-anteil zur RV wieder zu 100 % abgezogen. Toller Taschenspielert rick!! Und das soll verfassungskonf orm sein ???