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Timestamp: 2013-05-23 20:35:45
Document Index: 58963457

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§ 140', '§ 84', '§ 84', 'BGH', '§ 35', '§ 217', '§35']

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Glossar und AbkürzungsverzeichnisADHSAufmerksamkeitsdefizit-/HyperaktivitätsstörungAllokationUnter Allokation versteht man die Zuordnung von beschränkten Ressourcen zu potentiellen Verwendern.ALSAmyothrophe Lateralsklerose (ALS) gehört zu den bisher noch unheilbaren Krankheiten. Schwerwiegende Symptome treten gleichzeitig auf: Lähmungen, Atemfunktionsstörungen, Schluckstörungen, Gewichtsabnahme, Verlust der Sprechfunktion. Die Ursache der Krankheit ist unbekannt. Die Überlebenszeit beträgt im Mittel etwa drei bis fünf Jahre. In Deutschland leiden rund 8.000 Menschen an ALS. Hierzulande gibt es acht spezialisierte ALS-Ambulanzen. Ein berühmter Patient ist der britische Physiker Stephen Hawking. Stand: Januar 2013AltenberichtDie Berichte zur aktuellen Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland sollen als Entscheidungsgrundlage für die Seniorenpolitik des Bundes dienen. Der aktuelle Sechste Altenbericht von 2010 beschäftigt sich mit dem Thema „Altersbilder in der Gesellschaft“. Er befasst sich unter anderem mit der Wirkung von Altersbildern in vielen Bereichen des täglichen Lebens und den Potenzialen Älterer in der Arbeitswelt. Seit 1993 erscheint in jeder Legislaturperiode ein Altenbericht zu einem seniorenpolitischen Thema.Stand: Januar 2013Ambulante Spezialfachärztliche VersorgungDie ASV nach § 116b SGB V umfasst die Diagnostik und Behandlung komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten, die je nach Krankheit eine spezielle Qualifikation, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und besondere Ausstattungen erfordern. Damit hat der Gesetzgeber einen neuen Sektor mit eigenen Regeln und auf Dauer mit einer eigenen Gebührenordnung in die Versorgung eingeführt. Leistungen des neuen Sektors werden immer ambulant erbracht, entweder in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus. Für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser gelten im Bereich der ASV die gleichen Qualifikationsanforderungen und einheitliche Bedingungen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt die Krankheiten und die genauen Inhalte fest. Für die gemeinsame Gebührenordnung ist der Bewertungsausschuss, nicht der G-BA, zuständig. Stand: Januar 2013AMNOGDas Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes ist am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Es beinhaltet viele neue Regelungen und schafft einige alte Gesetzmäßigkeiten (wie Bonus-Malus-Regelung) ab. Im Kern des Gesetzes geht es um ein neues Preisfindungsverfahren für Arzneimittelinnovationen. Dieses beginnt mit einer frühen Nutzenbewertung der neuen Wirkstoffe durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Die Preisfindung macht sich am Zusatznutzen neuer Medikamente fest und wird zwischen gesetzlicher Krankenversicherung und pharmazeutischem Hersteller verhandelt. Die darin festgelegten Erstattungsregeln beziehen sich auch auf die Private Krankenversicherung. Außerdem baut das AMNOG die Möglichkeiten der Integrierten Versorgung (§ 140a ff. SGB V) weiter aus, indem pharmazeutische Unternehmen Vertragspartner werden können. Stand: Januar 2013AQUA–InstitutAngewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesenwww.aqua-institut.deÄquivalenzstudieEine Studie mit dem primären Ziel zu zeigen, dass eine Wirkung von zwei oder mehreren Behandlungen in einem Ausmaß voneinander abweichen, das klinisch unbedeutend ist. Quelle: Gutachten zur „Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie“.Arzneimittel-AtlasIm Prinzip handelt es sich bei ihm um ein Jahrbuch, das den medizinischen Versorgungsbedarf der Patienten betrachtet. Neben der Datenanalyse des vorherigen Jahres wagt der Atlas auch eine Prognose für das kommende Jahr. Der Arzneimittel-Atlas wird vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in Auftrag gegeben und vom Berliner IGES-Institut seit 2006 jährlich erstellt. Der Arzneimittel-Atlas steht in Konkurrenz zum Arzneimittelverordnungsreport (AVR). Während der Report über theoretisch mögliche Einsparungen berichtet und aufzeigen will, wo Kosten gedämpft werden können, stehen beim Atlas der indikationsspezifische Bedarf und seine finanziellen Auswirkungen im Vordergrund.Stand: Januar 2013Arzneimittelgesetz (AMG)Jedes Arzneimittel muss zugelassen sein, bevor es in Verkehr gebracht wird. Um eine Zulassung zu erhalten, sind eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen. Diese Voraussetzungen sind u.a. im Arzneimittelgesetz niedergelegt. Das Arzneimittelgesetz regelt alle mit der Herstellung und Prüfung, dem Inverkehrbringen, der Zulassung, der Kontrolle, der Verschreibung, der Aufklärung und Abgabe von Arzneimitteln zusammenhängende Fragen. Außerdem beinhaltet das Gesetz Vorschriften zum Schutz von Probanden, die an klinischen Studien zur Arzneimittelprüfung teilnehmen. Stand: Januar 2013ArzneimittelrahmenvereinbarungIm Sozialgesetzbuch V regelt der § 84 die Anforderungen für die Arznei- und Heilmittelvereinbarung zwischen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen. Auf Bundesebene verhandeln der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Rahmenvereinbarung (§ 84 Abs. 7). Die regionalen Vereinbarungen werden bezogen auf die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung weiter entwickelt.ArzneimittelzulassungIm Interesse der Arzneimittelsicherheit bedürfen seit dem 1. Januar 1978 alle Fertigarzneimittel einer Zulassung bevor sie in Deutschland in den Verkehr gebracht werden können (Verkehrsfähigkeit). Das Zulassungsverfahren ist im Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt. Voraussetzung der Zulassung ist u.a. der Nachweis der Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit. Der Nachweis muss durch analytische, pharmakologisch-toxikologische und klinische Prüfungen erbracht werden. Quelle: Bundesverband der Pharmazeutischen IndustrieASCOAmerican Society of Clinical Oncologyassessment & appraisalMithilfe dieser beiden Begriffe wird zwischen objektiver Analyse (assessment) und Beschlussfassung (appraisal) unterschieden. Während in England diese Prozesse in getrennter Verantwortung ablaufen, gibt es in Deutschland eine Überlappung der Zuständigkeiten. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist für die Analyse zuständig, gibt aber auch Empfehlungen an den Gemeinsamen Bundesausschuss, der am Ende entscheidet.autologe StammzelltransplantationBei der autologen Stammzelltransplantation sind Spender und Empfänger dieselbe Person. Eine solche Transplantation kann notwendig werden, wenn z. B. aufgrund einer Krebserkrankung eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung notwendig wird. Da diese aber das eigene blutbildende System schwer schädigen können, werden dem Patienten vor Beginn der Behandlung gesunde Stammzellen entnommen, die ihm nach Therapie wieder zurückgegeben werden. Wenn es sich bei Spender und Empfänger um zwei verschiedene Personen handelt, spricht man von allogener Transplantation.AVRArzneiverordnungsreport, Standardwerk zu ArzneimitteldatenAWMFArbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen FachgesellschaftenBedarfsplanungWo sich Mediziner niederlassen können, hängt auch von der Bedarfsplanung ab. Denn Ärzte oder Psychotherapeuten, die gesetzlich versicherte Patienten ambulant behandeln möchten, benötigen einen freien Arztsitz. Wie viele es davon in einer Region gibt, regelt die Bedarfsplanung. Diese wurde vom Gesetzgeber 1992 eingeführt, um bundesweit eine ausgewogene haus- und fachärztliche Versorgung zu sichern. Grundlage der Planung bildet neben dem Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Bedarfsplanung, in der unter anderem die Planungsbereiche und das Arzt-Einwohner-Verhältnis festgelegt sind. In einer ab 2013 geltenden Richtlinie hat der G-BA ein feingliedrigeres Planungsraster eingeführt, das ermöglichen soll, Versorgungslücken schneller zu erkennen und zu schließen. Nach der neuen Regelung wird das ärztliche Leistungsangebot stärker nach Arztgruppen ausdifferenziert, so wird in eine allgemeine und eine gesonderte fachärztliche Versorgung unterteilt. Außerdem werden vier Planungsräume eingeführt: ein Mittelbereich, die Kreise bzw. kreisfreien Städte, die Raumordnungsregion und das Gebiet der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Künftig soll die hausärztliche Versorgung im Mittelbereich geplant werden, die allgemeine fachärztliche Versorgung im Kreis und der kreisfreien Stadt sowie die gesonderte fachärztliche Versorgung in der Raumordnungsregion. Stand: Januar 2013BfArMBundesinstitut für Arzneimittel und MedizinprodukteBGHBundesgerichtshofBKKenBetriebskrankenkassenBLÄKBayerische LandesärztekammerBMBFBundesministerium für Bildung und ForschungBMGBundesministerium für Gesundheitwww.bmg.bund.deBMZBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungBOBBundesoberbehördenBPtKBundespsychotherapeutenkammerBQSBundesgeschäftsstelle Qualitätssicherungwww.bqs-online.comBrachy-TherapieBei der Brachy-Therapie handelt es sich um eine der vier Therapieoptionen bei Prostatakrebs. Sie wird auch als interne Strahlentherapie bezeichnet, bei der die Strahlen direkt an den Ort der Tumorzellen geführt werden, sodass die Strahlenbelastung für das gesunde umgebende Gewebe und die Organe stark reduziert ist.Budget-Impact-AnalyseHeißt zu deutsch Budget-Einfluss-Analyse. Mithilfe dieser Analyse kann beispielsweise abgeschätzt werden, wie sich eine bestimmte Entscheidung insgesamt auf die Ausgaben im Gesundheitswesen auswirkt.BVABundesversicherungsamtBVMedBundesverband MedizintechnologieCATCommittee for Advanced Therapies (CAT) CE-KennzeichnungNach dem Medizinproduktegesetz dürfen Medizinprodukte grundsätzlich nur mit der CE-Kennzeichnung versehen in Verkehr gebracht werden, die auf dem Produkt und/oder auf der Verpackung angebracht wird. Die CE-Kennzeichnung ist das äußere Zeichen der Erfüllung der grundlegenden Anforderungen an das Medizinprodukt im Europäischen Wirtschaftsraum. Dies schließt eine Risikoanalyse und eine klinische Bewertung des Produktes ein, die dem Nachweis dienen, dass das Medizinprodukt im Rahmen seiner Zweckbestimmung leistungsfähig und frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist.Quelle: www.bvmed.deComputertomographieDie Computertomographie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren. Sie ist ein Schnittbildverfahren, das auf der Röntgentechnik basiert und schichtweise Bilder aus dem Körperinnern liefert. In der Krebsmedizin wird sie vorrangig eingesetzt, um Tumoren oder Metastasen zu finden oder deren Entwicklung während einer Behandlung und danach zu kontrollieren. Quelle: Krebsinformationsdienst www.krebsinformationsdienst.deCondition-Treatment PairsDer Begriff lässt sich der Zentralen Ethikkomission bei der Bundesärztekammer zufolge mit grob formulierten Indikationen übersetzen (vgl. Stellungnahme zur Priorisierung medizinischer Leistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung – 2007).Ein weiterer Erklärungsansatz findet sich auf der amerikanischen Internetseite einer Ärzteinitiative: „First, it divided the world of health care into ‚condition-treatment pairs‘. Each pair consisted of one medical treatment, paired with the condition it is intended to treat. So, for instance, ‚appendectomy for acute appendicitis‘ was one of the condition-treatment pairs.“Quelle: www.yourdoctorinthefamily.com/grandtheory/section9_3.htmCross-over-DesignCross-over-Studien vergleichen die Wirksamkeit zweier Behandlungsformen, welche zeitlich versetzt die gleichen Probanden erhalten. Die typische Studie dieses Designtyps besteht aus mindestens zwei Studienphasen: In der ersten erhalten die Teilnehmer des ersten Studienarmes zunächst Therapie A, die Probanden des zweiten Studienarmes Therapie B. Nach einer definierten Behandlungsdauer wird zur zweiten Studienphase gewechselt. Studienarm eins erhält nun Therapie B und Studienarm zwei Therapie A. Die Wirksamkeit der Therapien kann am Ende der Studie sowohl im Intra- als auch im Intergruppenvergleich bestimmt werden.Quelle: www.ebm-netzwerk.deDAHTADeutsche Agentur für HTA des DIMDIDelegationDelegation meint die Übertragung von ärztlichen Leistungen an in der Hierarchie nachgeordnete Personen, zum Beispiel Fachpflegekräfte. Der Arzt behält dabei die medizinische Gesamtverantwortung. Delphi-StudieSeit 1994 gibt das Pharmaunternehmen Janssen-Cilag die so genannte Delphi-Studienreihe heraus, mit der es Impulse für die Diskussion um die Zukunft des Gesundheitswesens geben will. Die im Jahr 2005 publizierte Expertise (Delphi IV) stand beispielsweise unter dem Thema: Nutzen, Kosten, Präferenzen – Wissen was der Bürger will. Im Rahmen der fünften Delphi-Studie „Gesundheit als Chance“ (2009) wurden Zukunftsszenarien für das Gesundheitswesen im Jahr 2020 entwickelt.Deutscher EthikratFür den Ethikrat stehen die voraussichtlichen Folgen von Forschung im Mittelpunkt. Das mit 26 Mitgliedern interdisziplinär zusammengesetzte Gremium schätzt die Folgen für Individuum und Gesellschaft ab. Die Mitglieder kommen aus der Wissenschaft oder sind anerkannte Persönlichkeiten, die in besonderer Weise mit ethischen Fragen der Lebenswissenschaften vertraut sind. Vorsitzender ist Prof. Edzard Schmidt-Jortzig, Bundesminister a.D., Stellvertreterin Prof. Christiane Woppen vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Köln.Deutsches Cochrane ZentrumDas Deutsche Cochrane Zentrum (DCZ) repräsentiert die Cochrane Collaboration, ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin orientiert. Das zentrale Ziel ist die Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitssystem. Dieses Ziel wird vor allem durch die Erstellung, Aktualisierung und Verbreitung systematischer Übersichtsarbeiten (systematic reviews) zur Bewertung von Therapien erreicht. Diese werden in der Datenbank Cochrane Library online veröffentlicht.DGCHDeutsche Gesellschaft für ChirurgiedggöDeutsche Gesellschaft für GesundheitsökonomieDGHODeutsche Gesellschaft für Hämatologie und OnkologieDGPPNDeutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und NervenheilkundeDisease Management Programm (DMP)Für chronische Erkrankungen gibt es in Deutschland seit 2002 Disease Management Programme (DMP), die auch „strukturierte Behandlungsprogramme“ genannt werden. Ziel der DMP in der GKV ist es, die Versorgung bei chronischen Krankheiten zu verbessern. Die betroffenen Patienten sollen durch eine abgestimmte und kontinuierliche Betreuung mehr Lebensqualität erlangen und vor Spätfolgen ihrer Erkrankung weitgehend bewahrt werden. Ergänzend sollen DMP langfristig auch Kosten sparen, die sonst für die Therapie der Spätfolgen aufgewendet werden müssten. Folgende Programme werden angeboten: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Brustkrebs, Koronare Herzkrankheit, Asthma bronchiale sowie Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Stand: Januar 2013DKGDeutsche KrankenhausgesellschaftDKGDeutsche KrebsgesellschaftDptVDeutsche PsychotherapeutenVereinigungDRGDiagnoses Relatet Groups, diagnosebezogene Fallpauschalen (Entgeltsystem im Krankenhaus) DSODeutsche Stiftung OrgantransplantationEbMEvidenzbasierte Medizin (EbM = beweisgestützte Medizin) ist nach einer Definition des Deutschen ebm-Netzwerks der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten.EffectivenessWirksamkeit im Sinne der „Effectiveness“ ist das Ausmaß, in dem eine Intervention mehr Nutzen als Schaden bringt, wenn sie unter den üblichen Bedingungen der Krankenversorgung erbracht wird.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"Effectiveness, RelativeRelative Wirksamkeit im Sinne der „Relative Effectiveness“ kann definiert werden als das Ausmaß, in dem eine Intervention, wenn sie unter den üblichen Bedingungen der Krankenversorgung erbracht wird, im Vergleich zu einer oder mehreren Alternativinterventionen, bei dem Versuch ein bestimmtes Gesundheitsziel zu erreichen, mehr Nutzen als Schaden bringt.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"EffektivitätEffektivität bedeutet das Verhältnis von erreichtem Ziel zu definiertem Ziel. Das Vorhandensein von Effektivität hängt ab von der Frage, ob ein definiertes Ziel erreicht wurde oder nicht. Effektivität ist ein Maß für die Zielerreichung (Wirksamkeit, Output, Qualität der Zielerreichung).EffektmaßMaßzahl, um die Stärke eines Effekts zu quantifizieren.EfficacyWirksamkeit im Sinne der „Efficacy“ bezeichnet das Ausmaß, in dem eine Intervention unter idealen Bedingungen mehr Nutzen als Schaden bringt.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"Efficacy, RelativeRelative Wirksamkeit im Sinne der „Relative Efficacy“ kann definiert werden als das Ausmaß, in dem eine Intervention unter idealen Bedingungen im Vergleich zu einer oder mehreren Interventionen mehr Nutzen als Schaden bringt.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"EffizienzSetzt ein vorgegebenes Ziel ins Verhältnis zu dem Aufwand, der zum Erreichen dessen nötig ist. Effizienz ist ein Maß für die Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Relation).EffizienzgrenzanalyseDas ist die Methode, nach der das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit die Kosten-Nutzen-Bewertung bei Arzneimitteln und anderen Therapien vornehmen will. Im Januar 2008 wurde diese Methode vorgestellt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass der medizinische Zusatznutzen X einer neuen Therapie auch nur X Euro zusätzliche Kosten verursachen darf.EinheitsbeitragssatzDie Bundesregierung legt einen einheitlichen prozentualen Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung fest. Jedes GKV-Mitglied zahlt den selben prozentualen Beitragssatz, Zuschläge sind kassenindividuell möglich. Wirksam ist die mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz festgeschriebene Regelung seit dem 1. Januar 2009.EMAEuropäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency)www.ema.europa.euEndpunkteBei Endpunkten von Studien wird zwischen weichen klinischen Endpunkten (Surrogate) wie Blutdruck oder Cholesterin und harten klinischen Endpunkten – beispielsweise Mortalität und Amputationsrate – unterschieden.Erlaubnisvorbehalt/VerbotsvorbehaltEine Behandlungsmethode darf von einem niedergelassenen Arzt in der vertragsärztlichen Versorgung nur dann erbracht werden, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sie in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgenommen hat (Erlaubnisvorbehalt). In der stationären Versorgung dagegen können neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden grundsätzlich ohne vorherige Prüfung durch den G-BA erbracht werden, solange das Gremium nicht ausdrücklich etwas anderes beschließt (Verbotsvorbehalt).Quelle: www.g-ba.deEvidenzDer Begriff „Evidenz“ (Nach-, Beweis) leitet sich vom lateinischen ex (heraus) und videre (sehen) ab und bezieht sich auf wissenschaftlich gewonnene Informationen, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen.EVITAEvaluation innovativer therapeutischer AlternativenExzellenzclusterMit Exzellenzclustern sollen an den Universitäten international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungseinrichtungen etabliert werden, die mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und der Wirtschaft kooperieren und ein hervorragendes Umfeld für den wissenschaftlichen Nachwuchs bilden. Für jedes der 37 Cluster der zwei laufenden Förderrunden stehen durchschnittlich 31,8 Millionen Euro über die Laufzeit von 5 Jahren zur Verfügung. Die Exzellenzcluster sind Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen. Quelle: www.bmbf.deF & EForschung & EntwicklungFDAU.S. Food and Drug AdministrationFestbetragDas ist der Höchstbetrag, den die Krankenkassen für verschreibungspflichtige Arzneimittel erstatten. Verordnet der Arzt ein Medikament, dessen Preis über dem Festbetrag liegt, oder wünscht dies der behandelte Patient, so muss er den Aufpreis (Differenz zwischen => Festbetrag und Arzneimittelpreis) selbst tragen. Festbeträge wurden 1989 eingeführt und zwar für Arznei- und Hilfsmittel. Seit 2004 können Festbeträge auch für patentgeschützte Arzneimittel festgelegt werden. Die gesetzliche Grundlage findet sich in den §§ 35, 35a, 35b und 36 SGB V.Frühe NutzenbewertungDas zum 1. Januar 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) sieht vor, dass sich neue Arzneimittel regelhaft einer Nutzenbewertung unterziehen müssen. Dafür hat der pharmazeutische Unternehmer ein Dossier vorzulegen, in dem er Belege für den Zusatznutzen in Bezug auf eine „zweckmäßige Vergleichstherapie“ erbringt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist für den gesamten Prozess verantwortlich, er kann mit der Bewertung des Hersteller-Dossiers das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragen. Dieses gibt eine Empfehlung ab, wie der Zusatznutzen zu bewerten ist, über den der G-BA nach einem Stellungnahmeverfahren förmlich beschließt. Erst mit diesem Beschluss ist die Bewertung abgeschlossen.G-BADer Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist in Deutschland das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung (Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen). Er spezifiziert in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb nennt man ihn auch den untergesetzlichen Normgeber. Der Gesetzgeber bestimmt den Rahmen und der G-BA bestimmt die Detaillierung. Inoffiziell spricht man auch vom „Kleinen Gesetzgeber“. Der G-BA hat mit seiner Regelungskompetenz weitreichende Befugnisse. Patientenvertreter werden angehört, können mit beraten, aber nicht abstimmen. www.g-ba.deGAVIGlobal Alliance for Vaccines and Immunisation, Nichtregierungsorganisation, gegründet u.a. von Bill Gates im Jahr 2000, wird unterstützt mit privaten und öffentlichen Mitteln, die WHO, UNICEF und die Weltbank sind in der Intitiative für Drittweltländer beteiligt.GesundheitsfondsDer 2009 eingeführte Gesundheitsfonds wird aus den Beiträgen der Kassenmitglieder sowie zusätzlichen Steuermitteln gespeist. Die Kassen erhalten vom Fonds eine einheitliche Grundpauschale pro Versicherten plus alters-, geschlechts- und risikoadjustierte Zu- und Abschläge zur Deckung ihrer standardisierten Leistungsausgaben.GesundheitsforschungsratDer Gesundheitsforschungsrat wurde 1990 eingerichtet und berät das Bundesministerium für Bildung und Forschung in übergreifenden Fragen der Gesundheitsforschung. Ihm gehören Vertreter der großen Forschungs- und Forschungsförderorganisationen sowie von Verbänden aus dem Gesundheitswesen an. Seine Geschäftsstelle ist im Projektträger Gesundheitsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt angesiedelt.GKV-SchätzerkreisSeit dem 1. Januar 2009 gibt es einen einheitlichen Beitragssatz für alle gesetzlich Krankenversicherten. Dieser wird von der Bundesregierung festgesetzt, die sich dabei auf die Expertise des Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt stützt. In dem Gremium sitzen Fachleute des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesversicherungsamtes sowie des Spitzenverbandes Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Schätzerkreis hat die Aufgabe, die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) des laufenden Jahres zu bewerten und eine Prognose über den Beitragsbedarf des Folgejahres zu treffen. Die Bewertungen der Finanzergebnisse und Prognosen sollen in Sitzungen des Schätzerkreises vierteljährlich nach Vorliegen der Vierteljahresergebnisse der Krankenkassen (Finanzstatistik KV 45) vorgenommen werden.GKV-SpitzenverbandInteressenvertretung der gesetzlichen Krankenversicherung, Körperschaft öffentlichen Rechts gemäß § 217a Sozialgesetzbuch V.www.gkv-spitzenverband.deGKV-WSGGesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung Globaler FondsDer Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria wurde mit dem Ziel gegründet, Finanzmittel für die Bekämpfung der drei verheerendsten Krankheiten weltweit drastisch zu erhöhen und diese Finanzmittel in die bedürftigsten Regionen fließen zu lassen. Der Haushalt des Globalen Fonds setzt sich aus freiwilligen Beiträgen der Geberländer und des privaten Sektors zusammen. Nach Angaben des Entwicklungshilfeministeriums ist der Fonds inzwischen die finanzstärkste Organisation im internationalen Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Derzeit verwaltet er annähernd zwei Drittel der weltweiten finanziellen Ressourcen für den Kampf gegen Malaria und Tuberkulose und über 20 Prozent der globalen Mittel für den Kampf gegen Aids.GMKGesundheitsministerkonferenzGutartige ProstatavergrößerungDas benigne Prostatasyndrom ist eine mit zunehmendem Alter häufiger vorkommende gutartige Erkrankung, die abhängig vom Schweregrad zu unterschiedlich ausgeprägten Beschwerden und Einschränkungen der Lebensqualität führt. Es gibt verschiedene, auch operative Therapiemöglichkeiten, die teilweise die Lebensqualität einschränkende, aber auch gravierendere Nebenwirkungen haben können. Dies hat dazu geführt, dass endoskopische Behandlungsalternativen entwickelt wurden, die der G-BA nun hinsichtlich ihres Nutzens und ihrer medizinischen Notwendigkeit für die betroffenen Patienten bewertet hat. Der Entscheidung des Gremiums liegen unter anderem zwei Berichte des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zugrunde.Hautkrebs-ScreeningSeit dem 1. Juli 2008 ist das Hautkrebs-Screening Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr ist die Untersuchung alle zwei Jahre kostenlos. In den ersten beiden Jahren nach Einführung als GKV-Leistung haben sich rund 13 Millionen Deutsche untersuchen lassen. Das sind 29 Prozent der Anspruchberechtigten.HilfsmittelHilfsmittel sind Gegenstände, die im Einzelfall erforderlich sind, um durch ersetzende, unterstützende oder entlastende Wirkung den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. Zu ihnen gehören z.B. Seh- und Hörhilfen (Brillen, Hörgeräte), Körperersatzstücke (Prothesen), orthopädische Hilfsmittel (orthopädische Schuhe, Rollstühle) sowie Inkontinenz- und Stoma- Artikel. Hilfsmittel können auch technische Produkte sein, die dazu dienen, Arzneimittel oder andere Therapeutika in den menschlichen Körper zu bringen – wie bestimmte Spritzen, Inhalationsgeräte oder Applikationshilfen.Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss, www.g-ba.deHöchstbeträgeDas GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz sieht für Arzneimittel, die nicht in eine Festbetragsgruppe einzubeziehen sind, Höchstbeträge vor. Diese sind grundsätzlich nach einer Kosten-Nutzen-Bewertung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen vom GKV-Spitzenverband festzusetzen. Die gesetzlichen Regelungen sehen ausdrücklich vor, dass nur für Arzneimittel, die nicht in eine Festbetragsgruppe einzubeziehen sind, Höchstbeträge aufgrund von Kosten-Nutzen-Bewertungen festzusetzen sind. Somit lösen die Höchstbeträge aufgrund von Kosten-Nutzen-Bewertungen die Festbeträge nicht ab, sondern ergänzen diese.Horizon-Scanning„Horizon-Scanning-Systeme“ dienen der Früherkennung und Bewertung von neuen medikamentösen Therapiekonzepten. Das Ziel: Bereits vor einer routinemäßigen Einführung in die Patientenbehandlung können sich Kostenträger und Fachgremien auf neue Medikamente gezielt vorbereiten. Damit soll eine rationale Entscheidungsfindung und die prospektive Budgetplanung unterstützt sowie ein wissenschaftlich begründeter Einsatz der Medikamente sichergestellt werden.HPV-ImpfungImpfung gegen humane PapillomvirenHumane Papillomviren (HPV) sind eine große Gruppe weit verbreiteter Krankheitserreger. Eine Infektion mit bestimmten Papillomvirustypen steigert das Risiko für Krebsvorstufen und Krebs. Die häufigste durch HPV hervorgerufene Krebserkrankung ist Gebärmutterhalskrebs, fachsprachlich Zervixkarzinom. Schutz vor den beiden häufigsten krebsauslösenden Virustypen HPV 16 und 18 bietet eine Impfung. Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch den Einsatz der Impfung weniger Frauen an behandlungsbedürftigen Veränderungen am Gebärmutterhalskrebs erkranken. Langfristig könnte auch die Rate an Gebärmutterhalskrebs gesenkt werden. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung in Deutschland für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren.Quelle: KrebsinformationsdienstHTAHealth Technology AssessmentHealth Technology ist die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Krankenversorgung und Krankheitprävention. Health Technology Assessment ist ein multidisziplinärer Prozess, in dem Informationen zu medizinischen, sozialen, wirtschaftlichen und ethischen Aspekten der Anwendung einer Gesundheitstechnologie systematisch, transparent, unverzerrt und stichhaltig zusammengefasst werden. Das Ziel des HTA ist die Formulierung sicherer, effektiver und patientenorientierter (gesundheitspolitischer) Entscheidungen.
Mini-HTAEin Mini-HTA dient der lokalen und zeitnahen Abschätzung der Bedingungen und Folgen der Einführung einer neuen Gesundheitstechnologie oder der Verwendung einer bestehenden Gesundheitstechnologie für eine veränderte Indikation. Es ist ein Formular oder eine Checkliste zur Entscheidungsfindung mit Bezug auf die HTA-Orientierungen Technologie, Patient, Organisation und Ökonomie, das/die in wenigen Stunden bearbeitet werden kann. (nach DACEHTA (2005)).
Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"HzVBei der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) verpflichtet sich der Versicherte freiwillig, für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr immer nur seinen Hausarzt als ersten Ansprechpartner aufzusuchen. Fachärzte können lediglich auf Überweisung in Anspruch genommen werden. Die Idee ist, dass der Hausarzt den Überblick über das Versorgungsgeschehen behält. So kann er Doppeluntersuchungen vermeiden und Wechselwirkungen von Arzneimitteln erkennen. Für sein diszipliniertes Verhalten kann die Kasse den Versicherten mit Prämien belohnen.ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems)Die „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ wurde von der Weltgesundheitsorganisation erstellt, die Ziffer 10 bezeichnet die 10. Revision. In Deutschland gibt es für die ICD-10 zwei wesentliche Einsatzbereiche: Verschlüsselung von Todesursachen sowie Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung.IfMDAInstitut für Mikrodaten-AnalyseIfPSInstitut für PatientensicherheitIGSFInstitut für Gesundheits-System-ForschungINAInitiative NachrichtenaufklärungIndividualisierte MedizinDurch das frühzeitige Erkennen individueller Risikoprofile und durch maßgeschneiderte Therapien wird die medizinische Versorgung besser an den einzelnen Patienten angepasst. Eine Voraussetzung für die frühzeitige und individualisierte Behandlung ist die möglichst umfassende Kenntnis aller relevanten Krankheitsfaktoren und ein Verständnis ihres Zusammenwirkens. Dafür sind vielfältige Daten wie Umweltfaktoren (z. B. Ernährung, Kontakt mit Umweltschadstoffen, Krankheitserreger), Lebensführung und sozioökonomischer Status, Gene, körperliche und psychische Verfassung sowie medizinische Behandlungen (z. B. Medikamentengabe) notwendig.Quelle: Greifswald Approach to Individualized Medicine (BMBF-Verbundprojekt)Individuelle GesundheitsleistungenDie Individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Sie können daher nicht von den Vertragsärzten mit den Kassenärztlichen Vereinigungen zu Lasten der Kassen abgerechnet werden. Die Folge: Sämtliche IGeL-Leistungen sind vom Versicherten aus eigener Tasche zu bezahlen. Der Argumentation der Kassen zufolge sind diese Leistung medizinisch nicht notwendig. Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben eine Checkliste für Patienten zum Thema IGeL veröffentlicht:http://www.aezq.de/mdb/edocs/pdf/info/igel-checkliste-barrierefrei.pdfIQUOInteressenverband zur Qualitätssicherung der Arbeit niedergelassener Uro-Onkologen in DeutschlandIQWiGInstitut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen www.iqwig.deISEGInstitut für Sozialmedizin, Epidemiologie und GesundheitssystemforschungKBVKassenärztliche BundesvereinigungKHKKoronare HerzkrankheitKlinische KrebsregisterKlinische Krebsregister sind fachlich unabhängige Einrichtungen, die alle wichtigen Daten, die im Verlaufe einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung anfallen, erfassen. Dadurch soll sowohl auf individueller Ebene die Qualität der Therapie optimiert als auch die Krebsbehandlung in einer Region durch das Aufspüren von Defiziten und Engpässen auf kollektiver Ebene verbessert werden.KNBKosten-Nutzen-BewertungKombinierter EndpunktEin kombinierter oder zusammengesetzter Endpunkt besteht aus mehreren einzelnen Endpunkten, die nach einem zuvor definierten Algorithmus zu einem neuen individuellen Endpunkt kombiniert werden.KomplementärmedizinKomplementärmedizin (oder auch Alternativmedizin) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden verstehen, wie sie im Medizinstudium gelehrt werden (Schulmedizin). Zu komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden zählt man unter anderem: Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur.KosteneffektivitätKosteneffektivität beschreibt die vergleichenden Kosten und belegte oder vermutete Wirk- samkeit (Effectiveness) vorgeschlagener Behandlungsstrategien oder Interventionen (US Centres for Disease Control and Prevention). Kosteneffektivitätsanalyse: Die Kosteneffektivitätsanalyse ist der Vergleich alternativer Interventionen, in der Kosten in monetären Einheiten dargestellt werden und Behandlungsresultate in nicht-monetären Einheiten, wie verringerte Mortalität oder Morbidität (INAHTA). „Die Bewertung erfolgt durch Vergleich mit anderen Arzneimitteln und Behandlungsformen unter Berücksichtigung des therapeutischen Zusatznutzens für die Patienten im Verhältnis zu den Kosten“ (§35B Abs. 1 Satz3 Bewertung des Nutzens und der Kosten).Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"KZBVKassenzahnärztliche BundesvereinigungLAGSLandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung SaarlandLAWGLocal Area Working Group – eine Arbeitsgemeinschaft internationaler, forschender PharmaunternehmenLeitlinienDie Leitlinien der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren und sorgen für mehr Sicherheit in der Medizin, sollen aber auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Leitlinien sind für Ärzte rechtlich nicht bindend und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung.Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), www.awmf.orgLifestyle-PräparateLaut Sozialgesetzbuch dürfen Arzneimittel, bei deren Anwendung die Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht, nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Dazu zählen z.B. Präparate zur Zügelung des Appetits oder zur Regulierung des Körpergewichts. Weiterhin nennt das Gesetz Medikamente, die der Raucherentwöhnung, der Verbesserung des Haarwuchses, der Behandlung der erektilen Dysfunktion und der Steigerung der sexuellen Potenz dienen. Da es sich dabei um Arzneimittel handelt, deren Einsatz im Wesentlichen vom subjektiven Empfinden des Verbrauchers bestimmt wird, ist jeder für deren Finanzierung selbst verantwortlich, so die Argumentation des Gesetzgebers. Der G-BA hat den Auftrag, Einzelheiten dazu in der Arzneimittel-Richtlinie zu regeln. Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss www.g-ba.deLQ Index– 1.0 = vollständige Gesundheit– 0.0 = TodEine Beispielrechnung:– Erblindung– LQ Index ist 0,5– Verbleibende Lebensjahre = 60 Jahre0.5 x 60 = 30 QALYsM8-AllianzDie von der Berliner Charité ins Leben gerufene M8 Allianz will die Verantwortung der akademischen Medizin für zukünftige Probleme in Gesundheitsversorgung und medizinischen Forschung wahrnehmen. In der Allianz haben sich, in Anlehnung an die G8-Treffen der Politik, weltweit führende medizinische Institutionen und akademische Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen. 2009 hat das Bündnis den 1. World Health Summit ausgerichtet.Markowitz-TheorieDas theoretische Gerüst des IQWiG-Papiers (Analyse der Effizienzgrenze) basiert auf den finanzmathematischen Theorien von Prof. Harry M. Markowitz über das ausschließlich am Gewinn orientiertem Verhalten von Aktieninvestoren. Markowitz hat nachgewiesen, dass das mit einem Gesamtbestand von Wertpapieren verknüpfte Risiko geringer ist als die Summe der mit jedem einzelnen Titel verbundenen Risiken.Me-tooAls „Me too“ bezeichnet man Nachahmerprodukte. Gemeint ist aber nicht ein Generikum, sondern eine Arzneimittelinnovation, die einen vergleichbaren Vorgänger hat. Me too kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt „ich auch“. Hersteller und Pharmakologen verwenden hierzulande meist den Begriff Analogpräparate, statt Me too.Medizinischer Dienst der KrankenversicherungDer Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in den Bundesländern. Er berät die gesetzlichen Kranken-und Pflegekassen und in sozialmedizinischen Grundsatzfragen und führt in deren Auftrag Einzelfallbegutachtungen durch. Die Kranken- und Pflegekassen sind gesetzlich verpflichtet, den MDK bei wichtigen Leistungsentscheidungen mit Begutachtungen zu beauftragen. In seiner medizinisch-fachlichen Bewertung ist der MDK per Gesetz unabhängig.MedizinprodukteMedizinprodukte sind nach der Definition des Medizinproduktegesetzes „alle einzeln oder miteinander verbunden verwendeten Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen oder andere Gegenstände einschließlich der für ein einwandfreies Funktionieren des Medizinproduktes eingesetzten Software“. Anders als Arzneimittel sind Medizinprodukte hauptsächlich physikalisch wirkende Gegenstände. Zu ihnen gehören unter anderem aktive implantierbare medizinische Geräte, wie z. B. Herzschrittmacher oder medizinisch-technische Instrumente und Produkte, wie z. B. Skalpelle, Brillen, Rollstühle.Quelle: www.bvmed.deMindestmengenDer Gemeinsame Bundesausschuss hat den gesetzlichen Auftrag, einen Katalog planbarer Leistungen für Krankenhäuser zu beschließen, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses in besonderem Maße von der Menge der erbrachten Leistung abhängig ist. Zudem soll auch die konkrete Mindestbehandlungsfallzahl festgelegt werden. Ist der Beschluss des G-BA rechtskräftig, muss ein Krankenhaus die betreffende Leistung mindestens in dem festgeschriebenen Umfang (Mindestmenge) erbringen. Dies gilt auch für privat versicherte Patienten. Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss www.g-ba.deMorbi-RSAMorbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich, der Finanzausgleich der Krankenkassen wegen der unterschiedlichen Risikostruktur der VersichertenMRSAMRSA heißt Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Staphyloccus aureus ist ein Bakterium, das bei vielen Menschen im Nasen/Rachen-Raum vorkommt. MRSA-Bakterien sind häufig gegen viele Antibiotika unempfindlich, sodaß die Behandlung schwierig sein kann.Nationaler KrebsplanDer Nationale Krebsplan ist ein Koordinierungs- und Kooperationsprogramm zur Weiterentwicklung und Verbesserung sowohl der Früherkennung von Krebs als auch der Versorgung von krebskranken Menschen. Der Plan beinhaltet derzeit insgesamt 13 Ziele in vier Handlungsfeldern. Ziel vier lautet beispielsweise: „Alle Krebspatienten erhalten eine qualitativ hochwertige Versorgung, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Wohnort und Versichertenstatus“.NGONon-Governmental-Organisation = NichtregierungsorganisationenNHSNational Health ServiceNICENational Institute for Health and Clinical Excellence www.nice.org.ukNocebo-EffektDer Terminus leitet sich von lat. nocebo „ich werde schaden“ her. „The nocebo effect is the causation of sickness (or death) by expectation of sickness (or death) and by associated emotional states“ (Robert. A. Hahn). Während beim Placeboeffekt durch eine positive Erwartungshaltung, die eine Maßnahme (z.B. Medikamentengabe oder Operation) induziert, der Krankheitsverlauf eines Patienten günstig beeinflusst wird, werden beim Noceboeffekt dagegen beim Patienten Befürchtungen aufgebaut bzw. vorhandene Befürchtungen verstärkt, durch diese äußeren Einwirkungen „krank gemacht“ zu werden. Diese Personen erkranken dann auch tatsächlich bzw. es können die entsprechenden Symptome bei ihnen beobachtet und auch gemessen werden. Quelle: Placebo in der Medizin, hrsg. von der Bundesärztekammer auf Empfehlung ihres Wissenschaftlichen BeiratsDownload des DokumentsNon-ResponderDamit werden Probanden oder Patienten bezeichnet, die auf ein bestimmtes medizinisches Verfahren (z. B. Arzneimittel, Impfung oder Operation) nicht oder nicht wie erwartet ansprechen.NUB-VerfahrenNUB ist die Abkürzung für „Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“. Im Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) ist festgelegt worden, dass für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden fallbezogene Entgelte oder Zusatzengelte vereinbart werden können. Krankenhäuser müssen jeweils für ein Jahr die Finanzierung medizinischer Innovationen beantragen. Das DRG-Institut für das Entgelt-System im Krankenhaus (InEK) prüft die Anträge. Danach wird mit den Krankenkassen individuell das Budget ausgehandelt. Experten kritisieren das 2005 eingeführte Verfahren als bürokratisch und wenig zielführend.Off-Label-UseUnter „Off-Label-Use“ versteht man die Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb der von den nationalen oder europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsgebiete (Indikationen). Grundsätzlich dürfen in Deutschland Medikamente zu Lasten der Krankenkassen nur zur Behandlung derjenigen Erkrankungen eingesetzt werden, für die ein Hersteller die arzneimittelrechtliche Zulassung bei den zuständigen Behörden erwirkt hat. Man spricht beim „Off-Label-Use“ auch von zulassungsüberschreitendem Einsatz des Arzneimittels. Quelle: www.g-ba.deOnkologieUnter Onkologie wird die Wissenschaft verstanden, die sich mit Krebs befasst. Onkologie ist im engeren Sinn der Bereich der Medizin, der sich mit Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen beschäftigt.OPS-ProzedurenDer Operationen- und Prozedurenschlüssel wird seit 1996 eingesetzt – zunächst nur für operative Eingriffe dann auch, um allgemein medizinische Prozeduren im Krankenhaus zu verschlüsseln. Seit 2005 wird der OPS auch im Bereich des ambulanten Operierens angewendet.Orphan DrugsDabei handelt es sich um Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen. Als selten gelten in der EU Krankheiten, die nicht mehr als fünf Patienten von 10.000 Personen in der EU betreffen. Eine Übersicht der zugelassenen Orphan Drugs kann beim vfa heruntergeladen werden:www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/datenbanken-zu-arzneimitteln/orphan-drugs-listPaediatric Investigation PlanDie EU-Verordnung über Kinderarzneimittel von 2006 regelt die Entwicklung von Medikamenten unter Einbeziehung der Anwendung an Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre. Sie soll sicherstellen, dass auch für die Behandlung junger Menschen Arzneimittel verfügbar sind, deren Wirksamkeit und Unbedenklichkeit speziell für diese Zielgruppe angemessen und ethisch vertretbar untersucht wurden. Seit Juli 2008 ist europaweit für jedes neu zuzulassende Arzneimittel mit dem Zulassungsantrag ein pädiatrisches Prüfkonzept (Paediatric Investigation Plan, PIP) vorzulegen, in dem das geplante Entwicklungsprogramm für eine Anwendung an Kindern und Jugendlichen beschrieben wird. Das vom Antragsteller eingereichte Prüfkonzept wird von einem bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eigens eingerichteten wissenschaftlichen Ausschuss, dem Pädiatrieausschuss (Paediatric Committee, PDCO) beurteilt.Patientenrelevante EndpunkteNach Paragraph 35 b Sozialgesetzbuch V sollen bei der Beurteilung des Patienten-Nutzens von Arzneimitteln insbesondere die Verbesserung des Gesundheitszustandes, eine Verkürzung der Krankheitsdauer, eine Verlängerung der Lebensdauer, eine Verringerung der Nebenwirkungen sowie eine Verbesserung der Lebensqualität angemessen berücksichtigt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss nennt in seiner Verfahrensordnung Mortalität, Morbidität und Lebensqualität als patientenbezogene Endpunkte.Pay for performanceMit dem Ausdruck wird im Gesundheitswesen das Prinzip einer qualitätsbezogenen Vergütung bezeichnet. In der Praxis heißt das beispielsweise, dass die Vergütung von Ärzten an Qualitätsindikatoren gekoppelt wird.Peer-Review-VerfahrenEin Verfahren zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten. Die Gutachter heißen kurz „Peers“ (engl. für Ebenbürtige, Gleichrangige).PEIPaul-Ehrlich-Institutwww.pei.dePEPPSeit Anfang 2013 wird das pauschalierende Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP) eingeführt – zunächst schrittweise und auf freiwilliger Basis. Vorgesehen ist eine Umstellung der Vergütung auf behandlungsabhängige, bundeseinheitliche Tagespauschalen. Der PEPP-Katalog wurde von dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) kalkuliert.Personalisierte MedizinDarunter wird verstanden, dass im konkreten Einzelfall bei der Verordnung der Medikamente und ihrer Dosierung nicht nur die diagnostizierte Krankheit, sondern auch die physische und genetische Konstitution von Patient oder Patientin umfassend berücksichtigt wird. So sollen Nebenwirkungen gering gehalten, die Therapietreue gefördert und vor allem ein vergeblicher Einsatz von Präparaten vermieden werden. Neben vielen anderen Aspekten – etwa dem genetisch bedingt unterschiedlichen Abbauvermögen für Arzneistoffe – spielen auch Geschlecht und geschlechtsspezifische Komedikationen eine Rolle. Quelle: Verband Forschender Arzneimittelhersteller www.vfa.dePET/CT-LeistungenDie PET/CT ist eine Kombinationsuntersuchung und besteht aus einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und einer Computertomographie (CT) und vereint die Möglichkeiten der Nuklearmedizin und der Radiologie. Sie wird insbesondere in der Onkologie eingesetzt, in Diagnostik, Therapieüberwachung und Verlaufskontrolle von Tumorerkrankungen nach einer Krebstherapie. Außerdem kommt die PET/CT in der Strahlentherapie zur besseren Definition der zu bestrahlenden Zielgebiete und somit zur Optimierung der Therapie zum Einsatz. Sie ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.PflegebedürftigkeitsbegriffDer Begriff der Pflegebedürftigkeit ist im SGB XI stark verrichtungsbezogen angelegt. Wesentliche Aspekte, wie beispielsweise die Kommunikation und soziale Teilhabe, würden ausgeblendet und der Bedarf an allgemeiner Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung, insbesondere bei Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, zu wenig berücksichtigt. Fachpolitiker arbeiten deswegen seit längerem daran, die Pflegebedürftigkeit neu zu definieren. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte 2006 einen Beirat berufen, der konkrete und wissenschaftlich fundierte Vorschläge für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein damit verbundenes neues Begutachtungsverfahren erarbeiten sollte. Die berufenen Experten präsentierten ihre Vorschläge 2009. Nach Ansicht der Regierung sind jedoch viele Details noch offen: Insbesondere fehle eine tragfähige Verknüpfung zwischen den Bedarfsgraden des neuen Begutachtungsverfahrens und den damit verbundenen Leistungsansprüchen. Im März 2012 setzte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr unter dem Vorsitz von Wolfgang Zöller und K.-Dieter Voß einen neuen Expertenbeirat ein, der die offenen Fragen und einen konkreten Zeitplan für die Einführung des neuen Begriffs vorgelegen soll. Stand: Januar 2013Phase-II-StudienNach der präklinischen Forschung müssen neue Arzneimittel in geeigneten klinischen Studien auf ihre Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft werden. Die vorgeschriebene Prüfung in klinischen Studien ist in mehrere Phasen gegliedert. Nach der ersten Anwendung eines neuen Arzneimittels beim Menschen (Phase-I-Studien), wo u.a. die Prüfung der initialen Sicherheit und Verträglichkeit im Mittelpunkt steht, ist der Schwerpunkt von Phase-II-Studien ein erster Nachweis medizinischer Wirksamkeit und damit eine Bestätigung des Therapiekonzepts. Phase-II-Studien werden dementsprechend an Patienten durchgeführt. Nach erfolgreicher Beendigung der Phasen I - III wird ein umfassendes Zulassungsdossier, ein Common Technical Document (CTD). erstellt, in dem alle Daten zur Herstellung, zur präklinischen Prüfung und zu den drei klinischen Prüfungsphasen dargestellt, zusammengefasst und bewertet werden. Dieses Dossier dient der Arzneimittelbehörde später als Grundlage zur Entscheidung, ob das Arzneimittel zugelassen wird.PICOS-QuestionsPICOS steht für die Begriffe Patients, Interventions, Comparator, Outcomes, Study Designs. In scoping workshops werden Fragen zu diesen Begriffen von den Stakeholdern gemeinsam formuliert.PlaceboEin Placebo ist ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann. Placebos werden vor allem in placebokontrollierten klinischen Studien eingesetzt, um die therapeutische Wirksamkeit verschiedener Verfahren möglichst genau erfassen zu können. Die Gabe von Placebos ist auf Grund von gesetzlichen Bestimmungen und ethischen Grundsätzen geregelt und begrenzt.Positronen-Emissions-Tomographie (PET)Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gehört zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren. Sie nutzt radioaktiv markierten Traubenzucker oder andere Substanzen, um Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar zu machen. Wie stark oder wie schwach sich beispielsweise der Traubenzucker in der zu untersuchenden Körperregion anreichert, hängt von deren Stoffwechselaktivität ab: Tumoren und Metastasen haben oft einen anderen Energiestoffwechsel als gesundes Gewebe. Unterschiede lassen sich auf den PET-Bildern gut erkennen.Quelle: Krebsinformationsdienst www.krebsinformationsdienst.dePräimplantationsdiagnostikAls Präimplantationsdiagnostik (PID) wird die genetische Untersuchung von Embryonen bezeichnet, die wenige Tage alt sind und durch extrakorporale Befruchtung erzeugt wurden. Für die Übertragung in die Gebärmutter der Frau werden von mehreren Embryonen diejenigen ausgewählt, bei denen bestimmte Chromosomenstörungen bzw. Mutationen mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können.Quelle: www.ethikrat.orgPrävalenzPrävalenz ist ein Maß, um die Krankheitsfälle einer bestimmten Krankheit zu messen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder in einem bestimmten Zeitraum (Periodenprävalenz) in einer definierten Bevölkerungsgruppe auftreten. In der Gesundheitsökonomie werden Ableitungen aus der Prävalenz im Rahmen von Kosten-Analysen verwendet. Quelle: AOK Bundesverband, www.aok-bv.dePREFERE-StudieDas Ziel der PREFERE-Studie ist es, mit größtmöglicher Zuverlässigkeit Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für alle vier derzeit beim lokal begrenzten Prostatakarzinom angewendeten Behandlungen zu gewinnen. Die Förderer der PREFERE-Studie sind die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und die privaten Krankenversicherungen.PriorisierungEinordnung nach einer bestimmten Vorrangigkeit.Priorisierung leitet sich aus dem Lateinischen prior = der obere ab. Bei medizinischen Leistungen heißt dies, eine am Versorgungsbedarf orientierte Rangfolge aufzustellen, aus der die Vorrangingkeit bestimmter Patientengruppen, Indikationen oder Verfahren hervorgehen kann. Die hierbei verwendeten Prinzipien können Ethik, medizinischer Nutzen oder auch Kosten sein. In Schweden werden Priorisierungen offiziell an Menschenwürde, Bedarf und Solidarität ausgerichtet.ProduktentwicklungspartnerschaftenProduktentwicklungspartnerschaften sind internationale Non-Profit-Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Präventionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten zu entwickeln. Sie bündeln das Wissen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft. PDPs werden durch öffentliche und private wohltätige Geldgeber finanziert, im Gegenzug werden die Produkte den Betroffenen später zu einem sehr geringen Preis zur Verfügung gestellt.QALYQALY steht für „quality adjusted life years“. Es handelt sich dabei um eine Methode, die die beiden Outcome-Parameter Lebenslänge und Lebensqualität verbindet. Dafür werden die Lebensjahre mit einem Lebensqualitäts-Index multipliziert. Ein Jahr bei voller Gesundheit hat damit gleich viele QALYs wie zwei Jahre bei halber Gesundheit.Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)Eine experimentelle Studie, bei der die Patienten nach einem Zufallsverfahren – mit verdeckter Zuordnung – auf die Therapie- bzw. die Kontrollgruppe verteilt (Randomisierung) und auf das Auftreten der festgelegten Endpunkte in den einzelnen Gruppen nachbeobachtet werden.RationalisierungIn der Wirtschaft wird Rationalisierung im Sinne einer Effizienzsteigerung durch bessere Nutzung vorhandener Möglichkeiten verstanden. So kann ein gleicher Effekt mit weniger Mitteln oder ein größerer Effekt mit gleichen Mitteln erzielt werden.RationierungAllgemein bedeutet Rationierung die Zuteilung nur beschränkt vorhandener Güter oder Dienstleistungen. Im Gesundheitswesen wird darunter das Vorenthalten medizinischer Leistungen, die einen Nutzen stiften, verstanden, sei es aus Kosten-, Personal- oder Überlastungsgründen.RCTrandomisierte kontrollierte Studie (randomized controlled trial)RegelleistungsvolumenRegelleistungsvolumen (RLV) sind Obergrenzen, bis zu denen die Leistungen einer Arztpraxis nach einem festen Punktwert vergütet werden. Die RLV werden sowohl arztindividuell als auch nach Fachzugehörigkeit festgelegt. Überschreitet ein Arzt sein RLV, erhält er für alle darüber hinausgehenden Leistungen abgestaffelte Preise. Die RLV verhindern eine Mengenausweitung.RichtlinienDer Gemeinsame Bundesausschuss bestimmt in Form von Richtlinien den GKV-Leistungskatalog und legt damit fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV erstattet werden.Scoping workshopKonsultation, an der alle Stakeholder (Patienten, Ärzte, medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften, Hersteller, Entscheider) teilnehmen. Second-line bzw. third-line TherapieBehandlung, die Ärzte bei einem Patienten anwenden, wenn bei ihm die anfängliche Therapie nicht wirkt oder aufgehört hat zu wirken. Entsprechend handelt es sich bei der third-line Therapie um die Behandlung, die eingesetzt wird, nachdem beide – die Anfangstherapie sowie die nachfolgende second-line – nicht (mehr) wirken.SMCScottish Medicines ConsortiumStakeholder-InvolvementIm übertragenen Sinne wird „Stakeholder“ für diejenigen verwendet, die ein Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses haben. Die Involvierung (Hinzuziehung/Einbeziehung) dieser Personen ist mit dem Begriff gemeintSTIKOStändige Impfkommission beim Robert Koch InstitutSurrogatparameterDer Begriff Surrogatparameter (synonym werden auch Surrogatendpunkt oder Surrogatmarker verwendet) geht auf das lateinische Wort surrogatum = Ersatz zurück. Im Kontext einer klinischen Studie bezeichnet man damit physiologische oder biochemische Messwerte, mittels deren Beeinflussung die Wirkung einer Therapie auf eine Krankheit nachgewiesen werden soll. „A surrogate endpoint is an indicator variable substituting for a clinically meaningful endpoint that reflects how a patient feels, functions or survives.“ Clin Pharmacol Ther 2001, 69(3):89-95.TelemedizinDie Telemedizin gilt als Teilbereich der Telematik im Gesundheitswesen. Audiovisuelle Kommunikationstechnologien ermöglichen es ihr trotz räumlicher Trennung Diagnostik, Konsultation und medizinische Notfalldienste anzubieten.Therapeutischer ZusatznutzenDer Begriff „Therapeutischer Zusatznutzen“ ist weit verbreitet, doch gibt es keine allgemein anerkannte Definition (Eichler et al. 2010). Die Definition des europäischen Dachverbandes der nationalen Verbraucherschutzorganisationen (BEUC): Einem neuen medizinischen Produkt kann ein therapeutischer Zusatznutzen nachgesagt werden, wenn gut fundierte klinische Daten zeigen, dass es Patienten eine bessere Wirksamkeit („efficacy“) oder eine bessere Sicherheit oder eine verbesserte Darreichungsform als die existierenden Alternativen bietet.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"Third-line bzw. second-line TherapieBehandlung, die Ärzte bei einem Patienten anwenden, wenn bei ihm die anfängliche Therapie nicht wirkt oder aufgehört hat zu wirken. Entsprechend handelt es sich bei der third-line Therapie um die Behandlung, die eingesetzt wird, nachdem beide – die Anfangstherapie sowie die nachfolgende second-line – nicht (mehr) wirken.Tissue EngineeringDurch Fortschritte der Zellkulturtechnik ist es heute möglich fast alle menschlichen Zellen zu vermehren. Dies eröffnet die Möglichkeit der Forschung auf dem Gebiet des Tissue Engineering. Ziel ist es, einen lebenden Gewebeersatz zu schaffen. Somit besteht die Chance bestimmte Funktionen zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern.TPGTransplantationsgesetzTumorboardDas Tumorboard ist ein interdisziplinäres Gremium aus Spezialisten zur Behandlung einer bösartigen Erkrankung.UeberlegenheitsstudienDie Studie hat das primäre Ziel zu zeigen, dass die Wirkung des experimentellen Wirkstoffs dem Vergleichswirkstoff (placebo- oder aktiv-kontrolliert) überlegen ist.Nicht-Unterlegenheitsstudien: Die Studie hat das primäre Ziel zu zeigen, dass die Wirkung des experimentellen Wirkstoffs dem Vergleichswirkstoff (placebo- oder aktiv-kontrolliert) klinisch nicht unterlegen ist.Quelle: Gutachten zur "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie"VAC-WundtherapieDie Vakuumversiegelung (VAC steht für Vacuum Assisted Closure) ist ein steriles, verschlossenes Verbandssystem, das die feuchte Wundbehandlung ermöglicht. Das Prinzip der Therapie besteht darin, dass durch einen offenporigen Schwamm flächig eine Sogwirkung auf die gesamte Wundoberfläche verteilt wird. Der Wundheilungsprozess wird durch die Neubildung von Granulationsgewebe angeregt.VakzinationSchutzimpfungValue for moneyKann mit preiswert, also den Preis wert sein, übersetzt werden. Man könnte auch sagen ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis.VergleichstherapieIm Rahmen der mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführten Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln hat der pharmazeutische Unternehmer ein Dossier vorzulegen, in dem er Belege für den Zusatznutzen seines Präparates im Verhältnis zu einer Vergleichstherapie erbringt. Diese wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt. Details zur Vergleichstherapie sind in der Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung (AM-NutzenV) geregelt. Dort heißt es unter anderem: „Die zweckmäßige Vergleichstherapie ist regelhaft zu bestimmen nach Maßstäben, die sich aus den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin ergeben. Bei mehreren Alternativen ist die wirtschaftlichere Therapie zu wählen, vorzugsweise eine Therapie, für die ein Festbetrag gilt.“Download der AM-NutzenVVersorgungsforschungUntersuchungsgegenstand dieses Forschungszweiges ist die so genannte „letzte Meile“ des Gesundheitssystems, das heißt die konkrete Kranken- und Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern, Arztpraxen und sonstigen Einrichtungen. Die Forschung bezieht sich damit auf Daten aus dem alltäglichen Versorgungsgeschehen und nicht unter „Laborbedingungen“ wie beispielsweise in der klinischen Forschung. Es handelt sich um ein fachübergreifendes Forschungsgebiet, das zur Entwicklung wissenschaftlich fundierter Versorgungskonzepte beiträgt und die Wirksamkeit von Versorgungsstrukturen und -prozessen evaluiert.VersorgungsstrukturgesetzDas Versorgungsstrukturgesetz trat zum 1. Januar 2012 in Kraft. Ziel der auch als Landarztgesetz bezeichneten Reform ist die flächendeckende medizinische Versorgung. Dazu enthält das Gesetze einen ganzen Katalog an Neuregelungen. Neu eingeführt wird die ambulante spezialfachärztliche Versorgung, die sowohl von Krankenhausärzten als auch niedergelassenen Fachärzten erbracht werden kann. Sie umfasst die Diagnostik und Behandlung komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten.VersorgungsstudienDiese Studien geben Auffschluss darüber, wie die Versorgungslage bei einer bestimmten Krankheit ist. Sie erfasst Daten im Hinblick auf Umfang und Güte der Behanldung, Pflege und Diagnostik von Patienten, den entsprechenden Ressourceneinsatz sowie die regionale Infrastruktur.WZBWissenschaftszentrum Berlin für SozialforschungZulassungsbehördenEs gibt mehrere Behörden, bei denen der Hersteller eines neuen Arzneimittels die Zulassung beantragen kann. Für Länder der Europäischen Union geschieht dies zunehmend direkt bei der europäischen Zulassungsagentur EMA in London; aber der Antrag kann in vielen Fällen auch bei einer beliebigen nationalen Zulassungseinrichtung gestellt werden. In Deutschland sind dies das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen bei Frankfurt a.M. Andere europäische Zulassungseinrichtungen können die nationale Zulassung eines anderen Landes nach einer kurzen Prüfung übernehmen.Quelle: VFAZusatzbeitragDer Zusatzbeitrag ist ein einkommensunabhängiger Betrag in Euro, der vom Mitglied einer Krankenkasse direkt an diese zu zahlen ist. Er wird erhoben, wenn die Krankenkasse mit den aus dem Gesundheitsfonds zugewiesenen Mitteln nicht auskommt. Bei erstmaliger Erhebung oder Erhöhung des Zusatzbeitrages können Mitglieder außerordentlich kündigen.ZusatznutzenDas Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), das zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, schreibt für neue Arzneimittel eine Frühe Nutzenbewertung vor. Um das Ausmaß des Zusatznutzens des neues Mittels in Bezug auf eine Vergleichstherapie festzustellen, hat der Gesetzgeber drei Stufen vorgegeben: gering, beträchtlich und erheblich. Dabei soll nach den vom Gesetzgeber formulierten Anforderungen die höchste Kategorie Medikamenten vorbehalten sein, die als „nachhaltige ... bisher nicht erreichte große Verbesserung“, also als Durchbruch für die Behandlung einer Erkrankung angesehen werden können, schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Näheres zur Bestimmung des Zusatznutzens kann in der Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung (AM-NutzenV) nachgelesen werden. In dieser Verordnung werden die Grundsätze der Nutzenbewertung im Rahmen des Arzneimittelneuordnungsgesetzes bestimmt.ZuzahlungenDurch Zuzahlungen werden GKV-Versicherte direkt finanziell daran beteiligt, wenn sie Leistungen ihrer Kasse in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass sie noch zusätzlich zu ihren regulären Beitragszahlungen einen bestimmten Betrag aus eigener Tasche zahlen müssen, wenn sie beispielsweise Hilfsmittel verschrieben bekommen.
Aus dem Wortschatz der ExpertenAbkürzungen und Fachbegriffe erschweren es dem interessierten Laien, der sehr wissenschaftlich geführten Diskussion rund um das Thema Ressourcenallokation zu folgen. Die wichtigsten Begriffe erläutert dieses Glossar.
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