Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202310/06
Timestamp: 2020-05-30 09:52:55
Document Index: 1277815

Matched Legal Cases: ['Art 3', 'Art 3', '§ 2', 'Art. 3', '§ 2', '§ 2', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'Art 3', '§ 114']

Rechtsprechung: 1 BvR 2310/06 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerfG, 21.04.2009 | BVerfG, 20.11.2006
https://dejure.org/2008,379
BVerfG, 14.10.2008 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2008,379)
BVerfG, Entscheidung vom 14.10.2008 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2008,379)
BVerfG, Entscheidung vom 14. Januar 2008 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2008,379)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,379) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Ausschluss steuerrechtlicher Angelegenheiten (insbesondere des steuerrechtlichen Kindergeldes) aus dem Anwendungsbereich der Beratungshilfe mit Art 3 Abs 1 GG unvereinbar - Anspruch auf Rechtsschutzgleichheit im prozessualen Bereich gilt entsprechend für den ...
Grundsatz der Rechtswahrnehmungsgleichheit im außergerichtlichen Bereich
Art 3 GG, § 2 BeratHiG
Beratungshilfe auch für das Steuerrecht
GG Art. 3 Abs. 1; BerHG § 2 Abs. 2
Versagung der Beratungshilfe in steuerrechtlichen Angelegenheiten verfassungswidrig
Beratungshilfegesetz teilweise verfassungswidrig
Beratungshilfe bei Streit ums Kindergeld
Nr. 2500 VV RVG, § 2 BerHG
Zu viel Kindergeld erhalten? - BVerfG: Staat muss Bedürftigen auch in dieser Frage Beratungshilfe gewähren
Versagung von Beratungshilfe in Angelegenheiten des Kindergeldes nach
Beratungshilfe beim Kindergeld
Versagung von Beratungshilfe in Kindergeldangelegenheiten nach EStG verfassungwidrig
Kurznachricht zu "Beratungshilfe in Angelegenheiten des Kindergeldes - Eine Entscheidung des BVerfG -" von Wolfgang Binschuss, original erschienen in: ZfF 2009, 55 - 56.
AG Berlin-Neukölln, 31.07.2006 - 70a II 4667/06
BVerfG, 20.11.2006 - 1 BvR 2310/06
BVerfG, 21.04.2009 - 1 BvR 2310/06
BVerfGE 122, 39
NJW 2009, 209
FamRZ 2008, 2179
DVBl 2008, 1500
AnwBl 2008, 874
Das gilt jedoch nur, soweit unter Berücksichtigung von Wortlaut, Entstehungsgeschichte, Gesamtzusammenhang und Zweck mehrere Deutungen der betreffenden Bestimmung möglich sind, von denen zumindest eine zu einem verfassungsgemäßen Ergebnis führt (vgl. etwa: BVerfG, Beschluss vom 14. Oktober 2008 - 1 BvR 2310/06 - mit umfangreichen weiteren Nachweisen aus der Rechtsprechung des BVerfG).
Ein Verständnis, das in Widerspruch zu dem klar erkennbar geäußerten Willen des Gesetzgebers steht, kann auch im Wege verfassungskonformer Auslegung nicht begründet werden (BVerfG-Beschluss vom 14. Oktober 2008 1 BvR 2310/06, BVerfGE 122, 39, unter B.I. 3.a, m.w.N.).
Die Frage, ob aus den Verfassungsprinzipien, die den Grundsatz der Rechtsschutzgleichheit tragen, eine Pflicht zur Angleichung der Stellung Unbemittelter an die der Bemittelten auch für den außergerichtlichen Rechtsschutz hergeleitet werden kann, hat das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 14. Oktober 2008 (vgl. BVerfG, Beschluss des Ersten Senats - 1 BvR 2310/06 -, NJW 2009, S. 209 ff.) beantwortet.
Der Unbemittelte ist einem solchen Bemittelten gleichzustellen, der bei seiner Entscheidung für die Inanspruchnahme von Rechtsrat auch die hierdurch entstehenden Kosten berücksichtigt und vernünftig abwägt (vgl. BVerfG, NJW 2009, S. 209 ).
Insbesondere darf der Rechtsuchende zunächst auf zumutbare andere Möglichkeiten für eine fachkundige Hilfe bei der Rechtswahrnehmung verwiesen werden (vgl. BVerfG, NJW 2009, S. 209 ).
Aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen für den Gesetzgeber, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (vgl. BVerfG-Beschlüsse BVerfGE 88, 87 ; 101, 54 ; 107, 27 , vom 16. März 2005, 2 BvL 7/00, BVerfGE 112, 268, DStR 2005, 958 m.w.N.;… vom 15. Januar 2008, 1 BvL 2/04, BVerfGE 120, S. 1, 29, DStRE 2008, 1003; vom 14. Oktober 2008, 1 BvR 2310/06, BVerfGE 122, S. 39, 52, NJW 2009, S. 209;… vom 17. November 2009, 1 BvR 2192/05, BVerfGE 125, S. 1, 17, DStR 2010, S. 434;… vom 7. Februar 2012, 1 BvL 14/07, BVerfGE 130, S. 240, 253, NJW 2012, S. 1711;… Beschluss vom 18. Juli 2012, 1 BvL 16/11, NJW 2012, S. 2722;… vom 7. Mai 2013 2 BvR 909/06, 2 BvR 1981/06, 2 BvR 288/07, Rn. 75, juris).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) setzt die Annahme der Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes oder einer gesetzlichen Bestimmung nämlich immer voraus, dass die zu prüfende Norm nicht im Wege einer verfassungskonformen Interpretation der beanstandeten Vorschrift, die den anerkannten Methoden der Auslegung folgt und mit anderen Regelungen des Grundgesetzes vereinbar ist, derart ausgelegt werden kann, dass der Vorwurf der Verfassungswidrigkeit vermieden sowie eine Lösung des zur Entscheidung anstehenden Rechtsstreits sichergestellt werden kann (vgl. BVerfG v. 14. Oktober 2008 - 1 BvR 2310/06 - juris-Rdnr. 57; BVerfGE 93, 37 ff., 81).
Selbst wenn für die Beklagte derartige Einflussnahmemöglichkeiten nicht bestanden haben sollten, kommt entgegen ihrer Rechtsauffassung eine die grundrechtlichen Wertungen der Art. 2 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 GG berücksichtigende "verfassungsorientierte Auslegung" (vgl. zu diesem Begriff BSG 14. Dezember 2006 - B 4 R 19/06 R - Rn. 14; Voßkuhle AöR 125, 177, 180; vgl. zum Begriff der "verfassungsfreundlichen Auslegung" BFH 16. November 2004 - VII R 16/04 - zu II der Gründe, BFHE 207, 376; zur Verpflichtung der Gerichte, bei der Auslegung und Anwendung einfachrechtlicher Normen, die mehrere Deutungen zulassen, derjenigen den Vorzug einzuräumen, die den Wertentscheidungen der Verfassung entspricht und die die Grundrechte der Beteiligten möglichst weitgehend in praktischer Konkordanz zur Geltung bringt vgl. BVerfG 19. Juli 2011 - 1 BvR 1916/09 - Rn. 86, BVerfGE 129, 78; 19. April 2005 - 1 BvR 1644/00, 1 BvR 188/03 - zu C II 1 a der Gründe, BVerfGE 112, 332) oder eine "verfassungskonforme Auslegung" (vgl. hierzu BVerfG 19. August 2011 - 1 BvR 2473/10, 1 BvR 2474/10 - Rn. 21; 16. Dezember 2010 - 2 BvL 16/09 - Rn. 32, BVerfGK 18, 308; 14. Oktober 2008 - 1 BvR 2310/06 - Rn. 57, BVerfGE 122, 39; 11. Januar 2005 - 2 BvR 167/02 - zu B II 1 der Gründe, BVerfGE 112, 164) des § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG dahin, dass den Arbeitgeber keine Einstandspflicht trifft, wenn die Mitgliederversammlung einer Pensionskasse eine Herabsetzung der laufenden Pensionskassenrente beschließt, nicht in Betracht.
Ein Normverständnis, das in Widerspruch zu dem erkennbar geäußerten Willen des Gesetzgebers steht, kann auch im Wege verfassungskonformer Auslegung nicht begründet werden (vgl. BVerfGE 101, 54 ; 112, 164 ; 122, 39 ).
Persönlichkeitsmerkmale in diesem Sinne sind dadurch gekennzeichnet, dass auf ihr Vorhandensein oder Fehlen der Einzelne keinen oder nur einen begrenzten Einfluss nehmen kann (BVerfGE 96, 288, 302; vgl auch BVerfGE 90, 22, 26; 122, 39, 52; 126, 400, 418) .
Aus ihm ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen für den Gesetzgeber, die vom bloßen Willkürverbot bis zu einer strengen Bindung an Verhältnismäßigkeitserfordernisse reichen (vgl. BVerfGE 110, 274 [291]; - 117, 1 [30]; - 120, 1 [29]; - 122, 39 [52]; stRspr).
BGH, 10.10.2012 - IV ZB 16/12
Prozesskostenhilfe: Entzug der Bewilligung infolge falscher Angaben des …
Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Versagung von Beratungshilfe wegen …
BVerfG, 30.06.2009 - 1 BvR 470/09
Verfassungsbeschwerde gegen Versagung von Beratungshilfe im Anhörungsverfahren …
VG Mainz, 22.05.2020 - 1 L 351/20
Sommerrodelbahn in Saarburg darf ab 26. Mai 2020 wieder öffnen
BVerfG, 06.09.2010 - 1 BvR 440/10
Verweigerung von Beratungshilfe für Widerspruch in sozialrechtlichem Verfahren …
BVerfG, 28.09.2010 - 1 BvR 623/10
VG München, 31.03.2020 - M 26 E 20.1343
Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zur Öffnung des E-Zigaretten-Geschäftes
BVerfG, 19.08.2010 - 1 BvR 465/10
BGH, 20.06.2018 - XII ZB 636/17
Möglichkeit der Anrechnung einer für nicht unbedingt notwendige Anschaffungen …
LAG Bremen, 19.08.2014 - 2 Ta 33/14
Ausschluss der Prozesskostenhilfe für das Verfahren vor dem Schlichtungsausschuss
OLG Karlsruhe, 18.04.2012 - 9 W 72/11
Prozesskostenhilfe: Aufhebung der Bewilligungsentscheidung wegen unrichtiger …
BVerfG, 14.08.2010 - 1 BvR 432/10
Keine Verletzung der Rechtswahrnehmungsgleichheit bei Verweisung auf zumutbare …
LSG Niedersachsen-Bremen, 16.12.2019 - L 10 SB 107/19
BVerfG, 24.10.2012 - 1 BvR 2144/11
Versagung von Beratungshilfe verletzt bei mangelndem Rechtsschutzbedürfnis nicht …
KG, 17.02.2012 - 5 W 17/12
Erforderlichkeit einer anwaltlichen Vertretung in sozialrechtlichen …
BVerfG, 31.08.2010 - 1 BvR 2318/09
Stattgebender Kammerbeschluss: Verweigerung von Beratungshilfe für …
AG Halle/Saale, 08.02.2010 - 103 II 3103/09
Beratungshilfe: Erstattungsfähigkeit von Fotokopiekosten
BVerfG, 19.08.2010 - 1 BvR 1179/09
Nichtannahmebeschluss: Keine Verletzung der Rechtswahrnehmungsgleichheit (Art 3 …
BVerfG, 27.07.2016 - 1 BvR 147/16
OVG Nordrhein-Westfalen, 17.12.2014 - 8 E 1090/14
FG Düsseldorf, 13.11.2009 - 10 Ko 1382/08
Anrechnung bzw. fiktive Anrechnung der Geschäftsgebühr; Auslöser einer …
OVG Rheinland-Pfalz, 30.07.2013 - 2 D 10709/13
Prozesskostenhilfe; maßgeblicher Zeitpunkt; Feststellungsklage bei faktischer …
BSG, 09.08.2016 - B 8 SO 83/15 B
Mutwilligkeit einer Rechtsverfolgung i.S.v. § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO liegt …
AG Kiel, 18.10.2012 - 7 II 4225/12
Anspruch auf Gewährung von Beratungshilfe bei Bestehen einer anderweitigen …
AG Weißenfels, 24.03.2011 - 13 II 1077/10
Beratungshilfe: Verbindung verschiedener Bewilligungsverfahren; Mutwilligkeit des …
AG Weißenfels, 26.07.2012 - 13 II 339/12
Beratungshilfe: Beratung hinsichtlich einer Verwarngeldfestsetzung in Höhe von 20 …
AG Schwerin, 16.09.2019 - 18 UR II 221/19
Beratungshilfe, Erstattung von Fotokopien
https://dejure.org/2009,7187
BVerfG, 21.04.2009 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2009,7187)
BVerfG, Entscheidung vom 21.04.2009 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2009,7187)
BVerfG, Entscheidung vom 21. April 2009 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2009,7187)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,7187) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Gegenstandswertfestsetzung im Verfassungsbeschwerdeverfahren - keine Bindung an im Festsetzungsantrag genannten Wert
Bestimmung der Höhe des Gegenstandswerts einer anwaltlichen Tätigkeit für das Verfahren der Verfassungsbeschwerde | Veröffentlichungen:
Bestimmung der Höhe des Gegenstandswerts einer anwaltlichen Tätigkeit für das Verfahren der Verfassungsbeschwerde
Bitte warm anziehen - nach einer Streitwertbeschwerde kann der Streitwert auch deutlich heraufgesetzt werden!
NJW 2009, 2521
https://dejure.org/2006,27158
BVerfG, 20.11.2006 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2006,27158)
BVerfG, Entscheidung vom 20.11.2006 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2006,27158)
BVerfG, Entscheidung vom 20. November 2006 - 1 BvR 2310/06 (https://dejure.org/2006,27158)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,27158) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.