Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/beschlussanfechtung-des-ehemaligen-gesellschafters-361468
Timestamp: 2020-02-23 03:59:17
Document Index: 276480269

Matched Legal Cases: ['§ 256', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Beschluss­an­fech­tung des ehe­ma­li­gen Gesell­schaf­ters | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Beschlussanfechtung des ehemaligen Gesellschafters
Beschluss­an­fech­tung des ehe­ma­li­gen Gesell­schaf­ters
Der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft hat grund­sätz­lich ein Inter­es­se an der Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit eines Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses. Dies gilt in der Regel auch über das Bestehen der Gesell­schaft oder die Zuge­hö­rig­keit des Gesell­schaf­ters zu der Gesell­schaft hin­aus 1.
Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sind Beschlüs­se der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft Rechts­ver­hält­nis­se im Sin­ne des § 256 Abs. 1 ZPO 2. Da im vor­lie­gend ent­schie­de­nen Fall die bei­den strei­ti­gen Beschlüs­se Wir­kung für die Zukunft haben sol­len, han­delt es sich dabei auch nicht nur um ver­gan­ge­ne, son­dern um gegen­wär­ti­ge Rechts­ver­hält­nis­se.
Für das Bestehen eines Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses ist es nicht erfor­der­lich, dass die in den Gesell­schaf­ter­be­schlüs­sen ent­hal­te­nen Auf­for­de­run­gen eine Rechts­pflicht begrün­den.
Der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft hat grund­sätz­lich ein Inter­es­se im Sinn von § 256 Abs. 1 ZPO an der Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit eines Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses 3. Das ergibt sich schon aus sei­ner Zuge­hö­rig­keit zu der Gesell­schaft. Er muss es nicht hin­neh­men, dass über die Wirk­sam­keit eines Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses Rechts­un­si­cher­heit besteht 4. Dies gilt grund­sätz­lich auch über das Bestehen der Gesell­schaft oder die Zuge­hö­rig­keit des Gesell­schaf­ters zu der Gesell­schaft hin­aus 5. Daher hat auch der nach der Beschluss­fas­sung aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter im Regel­fall ein fort­wir­ken­des Fest­stel­lungs­in­ter­es­se.
Es kann dahin­ste­hen, ob Sach­ver­hal­te denk­bar sind, bei denen mit dem Aus­schei­den ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ent­fällt. Denn die hier in den strei­ti­gen Beschlüs­sen ent­hal­te­nen Auf­for­de­run­gen zur Rück­zah­lung von Geld und zur Rück­ga­be von Akten soll­ten ersicht­lich nicht mit dem Aus­schei­den des Klä­gers aus der Gesell­schaft hin­fäl­lig wer­den.
Im Übri­gen han­delt es sich bei den beschlos­se­nen Auf­for­de­run­gen nicht nur um eine unver­bind­li­che Mei­nungs­äu­ße­rung der Gesell­schaf­ter ohne Rechts­fol­ge­wil­len, son­dern um die ver­bind­li­che Fest­stel­lung von bestimm­ten Hand­lungs­pflich­ten des Klä­gers. Dafür spricht schon der Umstand, dass die Beschlüs­se förm­lich gefasst wor­den sind und das Abstim­mungs­er­geb­nis vom Ver­samm­lungs­lei­ter förm­lich fest­ge­stellt und pro­to­kol­liert wor­den ist 6. Mit die­sen Beschluss­fas­sun­gen soll­te die unter den Gesell­schaf­tern strei­ti­ge Ver­pflich­tung zur Rück­zah­lung von Beträ­gen und zur Rück­ga­be von Akten ver­bind­lich fest­ge­legt wer­den. Die­ser Rege­lungs­cha­rak­ter inner­halb der Gesell­schaft genügt jeden­falls, um ein Inter­es­se des Klä­gers an der Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit der Beschlüs­se zu recht­fer­ti­gen 6.
Die Nich­tig­keit von Beschlüs­sen der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung einer Per­so­nen­ge­sell­schaft wird grund­sätz­lich durch Fest­stel­lungs­kla­ge gegen die Mit­ge­sell­schaf­ter gel­tend gemacht 7. Das gilt auch für die Kla­ge eines mitt­ler­wei­le aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ters 8.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. April 2013 – II ZR 3/​12
Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917[↩]
BGH, Urteil vom 21.10.1991 – II ZR 211/​90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 24; eben­so etwa Wie­de­mann, Gesell­schafts­recht, Band I, § 3 III 3, S. 179[↩]
BGH, Urteil vom 21.10.1991 – II ZR 211/​90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 25.11.2002 – II ZR 69/​01, ZIP 2003, 116, 118; Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 24[↩]
BGH, Urteil vom 21.10.1991 – II ZR 211/​90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 24[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 1, 24[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 25.11.2002 – II ZR 69/​01, ZIP 2003, 116, 118; Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 25[↩][↩]
BGH, Urteil vom 07.06.1999 – II ZR 278/​98, ZIP 1999, 1391, 1393; Urteil vom 27.04.2009 II ZR 167/​07, ZIP 2009, 1158 Rn. 23 ff.; Urteil vom 01.03.2011 – II ZR 83/​09, ZIP 2011, 806 Rn.19[↩]
s. BGH, Urteil vom 07.02.2012 – II ZR 230/​09, ZIP 2012, 917 Rn. 1[↩]
BeschlussanfechtungPartnerschaftsgesellschaftPersonengesellschaft