Source: https://blogs.pwc.de/regulatory/category/eba-guidelines/page/4/
Timestamp: 2019-11-20 17:24:55
Document Index: 219332439

Matched Legal Cases: ['Art. 98', '§ 20', '§ 18', '§ 25', 'Art. 131', 'Art 45']

EBA Guidelines Archives - Seite 4 von 4 - Regulatory
Zinsänderungsrisiken im Bankbuch sind Teil des Basel Säule II Überwachungsprozesses (Supervisory Review Process). Die Grundlagen für die Identifizierung, Messung, Überwachung und Kontrolle der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch hatte der BCBS bereits 2004 in den Principles for the management and supervision of interest rate risk (IRR Principles) festgelegt.
Die aktuelle Überarbeitung der Behandlung von Zinsänderungsrisiken greift vor einerseits die ausreichende Kapitalausstattung der Banken für das Abfedern von potentiellen Verlusten aus Zinsänderungsrisiken auf. Dabei soll nicht nur das allgemeine Zinsänderungsrisiko erfasst werden, sondern auch das Risiko aus Credit Spreads (im erweiterten Säule II Ansatz vorgesehen). Andererseits sollen Möglichkeiten der Kapitalarbitrage zwischen Bankbuch- und Handelsbuch verhindert werden sowie die Arbitragemöglichkeiten zwischen verschiedenen Bankbuchportfolios, die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards unterliegen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der schon länger laufenden Arbeiten zur Überarbeitung des Handelsbuch wichtig (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Neues Konsultationspapier zur Überarbeitung der Handelsbuchregelungen“).
Wie beim gesamten Basel Rahmenwerk wird auch in diesem Konsultationspapier klargestellt, dass sich die vorliegenden Vorschläge an international tätige Banken auf konsolidierter Ebene richten. Gleichwohl steht es den nationalen Aufsehern frei, die Anforderungen auch auf die anderen Kreditinstitute anzuwenden.
Der Entwurf stellt zwei Optionen zur Messung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch vor:
Standardisierter Ansatz als zusätzlicher Bestandteil der Säule I Mindestkapitalanforderungen (IRRBB standardised approach under Pillar 1).
Erweiterter Säule 2 Ansatz als Element des aufsichtlichen Überwachungsprozesses und zudem Erfassung bei der Offenlegung nach der Säule 3 (enhanced Pillar 2 approach). Für die Nutzung des erweiterten Säule II Ansatzes im Rahmen der Überprüfung der ausreichenden Kapitalausstattung benötigen die Institute wie bei anderen internen Modell auch eine Vorabgenehmigung durch die Aufsicht. In diesen Fällen dient der Standardansatz Säule I als „fall-back“ zu den bankinternen Messverfahren.
Standardansatz Säule I (IRRBB standardised approach under Pillar 1)
Die bisherigen Grundsätze zur Messung der Zinsänderungsrisiken wurden in den einzelnen Jurisdiktionen unterschiedlich umgesetzt, so dass die Berechungsmethoden durchaus variieren, auch bedingt durch unterschiedliche Bankbilanzstrukturen, Märkt bzw. deren Volatilität. Ein einheitlicher Standardansatz zur Messung des IRRBB könnte insoweit eine bessere Vergleichbarkeit bzw. ein ausgewogeneres level-playing-field schaffen.
Gleichwohl ist eine Standardisierung nicht für alle Positionen des Anlagebuchs gleich geeignet. Vor allem Innovationen und Weiterentwicklungen bei Anlagebuchprodukten können eine standardisierte Beurteilung schwierig werden lassen. Diesem Umstand versucht der IRRBB standardised approach dadurch Rechnung zu tragen, dass die Banken für bestimmte Produkte auch interne Parameter einbeziehen dürfen.
Die Berechnung IRRBB Mindestkapitalanforderungen soll in 6 Stufen erfolgen und nicht nur Änderungen des ökonomischen Kapitals, sondern auch Auswirkungen auf das Nettozinsergebnis umfassen:
Quelle: Basel Committee on Banking Supervision, BCBS 309
Stufe 1: In einem ersten Schritt werden die risikosensitiven Positionen des Anlagebuchs daraufhin untersucht, ob sie für eine Standardisierung geeignet/weniger geeignet/nicht geeignet sind und einer dieser Kategorien zugeordnet.
Stufe 2: Zuordnung der angenommenen cash flows nach ihrer vertraglichen Fälligkeit in verschiedene Zeitbänder (19 insgesamt). Für eine Standardisierung weniger geeignete Positionen sind davon ausgenommen. Bei Positionen, die für eine Standardisierung nicht geeignet sind, z.B. Einlagen ohne feste Laufzeit und bestimmte Optionen müssen erst weitere Untersuchungen vor der Zuordnung in die Zeitband erfolgen. Der Entwurf sieht hier verschiedene Ansätze vor, die eine Aufspaltung der einzelnen Elemente der Positionen vornehmen.
Stufe 3: Bestimmung der Veränderungen des Economic Value of Equity (EVE) und Net Interest Income (NII) durch Zinsschock-Szenarien.
Stufe 4: In dieser Stufe werden sowohl für Wertänderungen bei EVE als auch bei NII Zuschläge (add-ons) vorgenommen, die sich nach komplexen Berechnungsmethoden richten.
Stufe 5: Aggregation der Währungen für EVE-Kapitalanforderungen und NII-Anforderungen, dabei wird jeweils vom worst-case Ergebnis der Schockszenarien ausgegangen.
Stufe 6: Die finalen IRRBB Mindestkapitalanforderungen ergeben sich aus dem aggregierten Änderungen bezogen auf EVE und NII aus den Zinsschockszenarien.
Erweiterter Säule II Ansatz (IRRB enhanced Pillar 2 approach)
Weniger als Alternative sondern vielmehr als Ergänzung zum standardised Pillar 1 approach sieht der Entwurf einen weiterentwickelten Ansatz vor, bei dem von der Aufsicht genehmigte bankinterne Messverfahren zur Ermittlung der Zinsänderungsrisiken zur Anwendung kommen sollen (zu weiteren Einzelheiten dieses Ansatzes der Risk Blog Beitrag: „EBA und BCBS zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Harmonie oder Widerspruch?„).
Die Kombination aus den (standardisierten) Kapitalanforderungen und den Elementen des SREP soll aus Sicht des BCBS zu größerer Einheitlichkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit führen.
Eine zeitliche Perspektive für die Anwendung ist derzeit nicht im Konsultationspapier enthalten. Die Konsultation selbst läuft noch bis zum 11. September 2015.
Und die EBA ?
Nahezu zeitgleich zu den Arbeiten des BCBS hat die European Banking Authority (EBA) ihre „Guidelines on technical aspects of the management of interest rate risk arising from non trading activities“ (EBA/GL/2015/08) überarbeitet.
Die Guidelines richten sich an die zuständigen Aufsichtsbehörden und stellen die Erwartungen gegenüber den Instituten an die Identifizierung und Absicherung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch in den Vordergrund. Insbesondere umfassen die Ausführungen die Anforderungen an die interne Unternehmensführung sowie die Kalkulation des Zinsschockszenarios nach Art. 98 (5) CRD IV.
Die CEBS-Leitlinien in der Fassung von 2010 wurden beim Erlass der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) berücksichtigt. Die jetzt vorgeschlagene Überarbeitung der EBA wird daher auch Einfluss auf die geplante Überarbeitung der InstitutsVergV haben. Der nachfolgende Beitrag geht auf die zu erwartenden Auswirkungen für kleinere und weniger komplexe Institute ein.
In grundsätzlicher Hinsicht ist vorauszuschicken, dass die CEBS-Guidelines zu Vergütungsrichtlinien und Vergütungspraktiken bei kleinen und weniger komplexen Instituten eine sogenannte „Neutralisation“ (d.h. Nichteinhaltung) einiger Vorschriften vorsahen. Die EBA stellt in ihrem aktuellen Guideline-Entwurf nunmehr fest, dass hierfür in den aktuellen Bestimmungen der CRD ein solches Recht nicht explizit enthalten ist. Daraus folgt die vorläufige Einschätzung der EBA, dass ein gänzlicher Verzicht auf die Anwendung bestimmter Vorschriften für kleine und weniger komplexe Institute nicht im Einklang mit der CRD steht. Erleichterungen für Institute können sich nach Einschätzung der EBA lediglich dahingehend ergeben, dass diese zwar sämtliche Anforderungen erfüllen, aber unter Anwendung des Proportionalitätsgrundsatzes.
Im Einzelnen ergeben sich hieraus folgende Konsequenzen:
Die Begrenzung der variablen Vergütung auf 100% der fixen Vergütung (bzw. 200% mit Genehmigung der Anteilseigner) war und ist nicht Gegenstand des Proportionalitätsprinzips (EBA/CP/2015/03, Tz. 72).
Im EBA-Entwurf ist keine Bagatellgrenze vorgesehen, bis zu deren Höhe auf die Einhaltung der Anforderungen an den Zurückbehaltungszeitraum gemäß § 20 Abs. 1 bis 3 InstitutsVergV verzichtet werden kann, so dass derzeit davon ausgegangen werden muss, dass die bisher insoweit nach der Auslegungshilfe zur InstitutsVergV bestehende Bagatellgrenze von iHv 50.000,- € wegfallen wird.
Anwendbarkeit/ Risk-Taker-Analyse
In Abweichung von § 18 Abs. 1 InsitutsVergV gehen die Draft Guidelines erkennbar davon aus, dass alle (und nicht nur die bedeutenden) Institute eine Risk-Taker-Analyse durchführen müssen. Die Analyse ist jährlich durchzuführen bzw. bei geänderten Umständen anzupassen.
Lediglich bei der Umsetzung der Risk Taker Analyse und der hieraus resultierenden weiteren Konsequenzen kommt eine Anwendung des Proportionalitätsgrundsatzes in Betracht (vgl. EBA/CP/2015/03, Tz. 72).
Kriterien der Proportionalität
Bei der Bewertung, inwieweit Vergütungsvorschriften in einer die Proportionalität berücksichtigenden Art und Weise angewendet werden können, müssen sowohl die Institute als auch die Aufsichtsbehörden eine Kombination der Merkmale „Größe“, „interne Organisation“ sowie „Natur, Umfang und Komplexität der Geschäftstätigkeit eines Instituts“ berücksichtigen. Daraus ergeben sich folgende Kriterien, die bei einer Verhältnismäßigkeitsbewertung durch die Institute und Aufsichtsbehörden mindestens in die Betrachtung miteinzubeziehen sind (EBA/CP/2015/03, Tz. 82):
a) Die Bilanzsumme oder die Summe der Vermögenswerte, die ein Institut und dessen bedeutende Tochterunternehmen haben (sofern sie für regulatorische und ggf. Bilanzierungszwecke konsolidiert werden)
b) Die geographische Lage des Instituts und der Umfang der Geschäftsaktivitäten im jeweiligen Rechtssystem.
c) Die Geschäftsform und das verfügbare Eigenkapital sowie die Verschuldung.
d) Die Berechtigung, interne Verfahren zur Messung von Kapitalanforderungen zu nutzen (z.B. IRB, AMA).
e) Ob das Institut Teil einer Gruppe ist und wenn ja, die Verhältnismäßigkeitsbewertung zur Anwendung der InstitutsVergV-Vorschriften, die für die Gruppe durchgeführt wurde.
f) Die Art der zulässigen Geschäftsaktivitäten (z.B. Kreditgeschäft, Einlagengeschäft, Investmentbanking etc.).
g) Die zugrunde liegende Geschäftsstrategie.
h) Die Struktur der Geschäftsaktivitäten sowie den Zeithorizont, die Messbarkeit und die Vorhersagbarkeit von Risiken der Geschäftsstrategie.
i) Die Refinanzierungsstruktur des Instituts.
j) Die Struktur von Gewinnen und Verlusten des Instituts.
k) Die Art der Kunden (z.B. Privat- oder Geschäftskunden, kleine Unternehmen oder die öffentliche Hand).
l) Die Komplexität der Produkte oder Verträge.
Ein Ausfluss des Proportionalitätsprinzips besteht darin, dass in den Fällen, in denen die CRD spezielle Anforderungen durch Angabe einer Bandbreite festlegt (z.B. den Zurückbehaltungszeitraum von 3 bis 5 Jahren, den zurückzubehaltenden Anteil der variablen Vergütung mit 40 bis 60% oder den Mindestanteil von 50% der variablen Vergütung, der in Instrumenten auszuzahlen ist ), die Institute die Kriterien ihren Verhältnissen entsprechend anwenden können, aber in jedem Falle die Mindestanforderungen erfüllen bzw. die Untergrenze einhalten müssen (vgl. EBA/CP/2015/03, Tz. 73).
Wenden die Institute die Vorschriften auf verschiedene Mitarbeiterkategorien aufgrund des Proportionalitätsgrundsatzes unterschiedlich an, so müssen sie auch hierbei Natur, Risikogehalt und Komplexität der Geschäftsaktivitäten der jeweiligen Mitarbeiterkategorien beachten (vgl. EBA/CP/2015/03, Tz. 76 ff.).
Die Institute müssen in der Lage sein, den Aufsichtsbehörden darzulegen, dass sowohl das Vergütungssystem als auch die Vergütungspraktiken mit einem angemessenen Risikomanagement übereinstimmen und ein solches auch fördern (vgl. EBA/CP/2015/03, Tz. 78). Die Aufsichtsbehörden müssen darüber hinaus sicherstellen, dass die Institute die Vergütungsvorschriften so umsetzen, dass innerhalb derselben Kategorie von Instituten gleichwertige Verhältnisse geschaffen werden (vgl. EBA/CP/2015/03, Tz. 71).
Zusätzliche Anforderungen durch Gruppenangehörigkeit
Zusätzliche Anforderungen können sich für kleinere Institut und für solche Unternehmen, die an sich gar nicht der CRD IV unterliegen, aus einer Gruppenangehörigkeit ergeben:
Auf Institute, die Tochterunternehmen eines bedeutenden Instituts sind, sind die Anforderungen, die auf der Gruppenebene gelten, grundsätzlich auch auf der Institutsebene anzuwenden (vgl. EBA/CP/2015/03 Tz. 74).
In Abweichung von § 25a Abs. 5 KWG gilt die Begrenzung nicht nur für die Institute, sondern für die Geschäftsleiter und Risk Taker aller gruppenangehörigen Unternehmen und zwar auch dann, wenn diese Unternehmen selbst nicht der CRD unterliegen (vgl. EBA/CP/2015/03 Tz. 63, 72).
Gruppenangehörige Institute haben eine eigenständige Risk Taker Analyse durchzuführen. Für andere gruppenangehörige Unternehmen erfolgt die Risk Taker Analyse durch das übergeordnete Unternehmen der Gruppe (vgl. EBA/CP/2015/03 Tz. 106).
Die Überarbeitung der Guidelines on sound remuneration policies bringt nach derzeitigem Stand keine erkennbaren Erleichterungen für kleinere und weniger komplexe Institute. In Teilbereichen ist vielmehr mit einer deutlichen Erhöhung der Anforderungen zu rechnen.
Die European Banking Authority (EBA) hat am 07. Juli 2014 einen Entwurf der „Guidelines for common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP)“ veröffentlicht.
Das umfangreiche Konsultationspapier unterteilt den künftigen aufsichtlichen Überwachungs- und Beurteilungsprozess in verschiedene Elemente. Neben der Kategorisierung der Institute und Überwachung der Schlüsselindikatoren ist eine Analyse des jeweiligen Business Modells vorgesehen. Dazu kommen die Bewertung der Internal Governance und der institutsinternen Kontrollen sowie der Risiken (Eingenkapitalausstattung, Liquiditätsausstattung). Ein weiteres Element ist die Gesamtbewertung (Overall SREP assessment) und die daraus folgenden aufsichtlichen Maßnahmen – inklusive einem frühzeitigen Eingreifen – sowie die Kommunikations- und Berichtswege der Ergebnisse des durchgeführten Bewertungsprozesses.
Die Guidelines sehen eine Einteilung der Institute in vier Kategorien vor, ausgehend von der Größe, Struktur, internen Organisation sowie dem Umfang und der Natur der jeweiligen Geschäftsaktivitäten. Diese Einteilung spiegelt vor allem das einem Institut inhärente systemische Risiko wider: Entsprechend finden sich in Kategorie 1 Global systemrelevante Institute (G-SIIs) und andere systemrelevante Institute (O-SIIs) im Sinne des Art. 131 CRD IV. Kategorie 2 erfasst alle anderen großen und mittelgroßen Institute, die lokal tätig sind oder signifikante grenzüberschreitende Geschäfte führen und organisatorisch in mehreren Geschäftsfeldern operieren (z.B.: Nicht-BankGeschäfte, Kreditgeschäfte und Finanzprodukte im Geschäfts- und Privatkundenbereich anbieten). Mittlere und kleine Institute, die lokal oder ohne bedeutende grenzüberschreitende Geschäfte operieren und dabei nur eine begrenzte Anzahl von Bankgeschäften anbieten (vor allem Kreditgeschäft), werden der Kategorie 3 zugeordnet. Alle anderen kleinen Institute ohne komplexe Strukturen werden in der Kategorie 4 aufgefangen.
Die regelmäßige Überwachung der wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Indikatoren durch die zuständigen Behörden unterstützt den SREP. Die Guidelines sehen eine vierteljährliche Überprüfung der Indikatoren vor – dazu gehören unter anderem alle Quoten, die sich aus der CRR und CRD IV ergeben (CET1, LCR, NSFR etc.) sowie alle Finanz- und Risikoindikatoren im Zusammenhang mit den in dieser Guideline abgedeckten Risiken und marktbasierte Indikatoren (z.B. CDS spreads). Als weiterer Indikator wird hier auch die Mindestanforderung an Eigenmittel unhd berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten (Minimum requirement for own funds and eligible liabilities (MREL)) gemäß Art 45 der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) einbezogen. Die MREL ergibt sich aus dem Verhältnis von Eigenmitteln und bail-in-fähigen Verbindlichkeiten geteilt durch die Gesamtverbindlichkeiten und Eigenmittel des Instituts, wobei derivative Verbindlichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen einbezogen werden können.
Hinzukommen können auch sogenannte makroökonomische Indikatoren, die spezifischen Märkte, Länder oder Sektoren, in denen die Institute tätig sind, berücksichtigen.
Für die Beurteilung werden alle materielle Risiken einbezogen; die Erfassung orientiert sich an der allgemeinen Risiko-Taxonomie (Kredit- und Kontrahentenrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko, Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch etc.). Darüber hinaus können die Aufseher auch weitere Risiken, die nicht in den vorgenannten Kategorien erfasst sind, aber z.B. beim ICAAP identifiziert wurden, als materiell einordnen. Neben den ermittelten inhärenten Risiken fließen auch die Überlegungen zu dem angemessenen Risikomanagement und den Kontrollen der Risiken in die Bewertung (Score) mit ein. Das gleiche Verfahren findet auch für die Beurteilung der Marktrisiken und der Operationellen Risiken Anwendung. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass beim operationellen Risiko explizit auf weitere Risikokategorien wie Wohlverhaltensrisiken (conduct risk), System-/IT-Risiken und Modellrisiken sowie Reputationsrisiken eingegangen wird.
Die Bewertung und Analyse aller dieser Risikofaktoren und Elemente soll die Aufsichtsbehörden letztlich in die Lage versetzen, ein ganzheitliches und verständliches Bild des Risikoprofils und der Überlebensfähigkeit des Instituts zu zeichnen. Im Rahmen einer Zusammenfassung werden alle relevanten Sachverhalte der letzten 12 Monaten zusammengeführt. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt und die Entscheidungsgrundlage für alle weiteren Maßnahmen, die die Aufsichtsbehörden anordnen können. Neben Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen sind dabei auch Eingriffe in das Geschäftsmodell möglich.
Die Guidelines sollen ab 01. Januar 2016 von den zuständigen Aufsichtsbehörden angewendet werden. Aufgrund des schon jetzt absehbaren Umsetzungsbedarfs insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben für die Quantifizierung des Liquiditäts- und Kapitalbedarfs rechnet zumindest die BaFin mit einem längeren Umsetzungsfrist (BaFin Journal 8/2014, S. 11)