Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.04.1992&Aktenzeichen=XI%20ZR%20196/91
Timestamp: 2019-10-15 03:02:14
Document Index: 166427730

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.04.1992 - XI ZR 196/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,684
BGH, 14.04.1992 - XI ZR 196/91 (https://dejure.org/1992,684)
BGH, Entscheidung vom 14.04.1992 - XI ZR 196/91 (https://dejure.org/1992,684)
BGH, Entscheidung vom 14. April 1992 - XI ZR 196/91 (https://dejure.org/1992,684)
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Voraussetzungen der Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) - Möglichkeit der Vereinbarung höherer Überziehungszinsen in den AGB - Vorweggenommene Einigung über die Vergütung für eine in der Folgezeit möglicherweise erfolgende Kreditgewährung
Wirksame Verpflichtung zur Zahlung zusätzlicher Überziehungszinsen durch Nr. 10 ABG-Sparkassen
Zur Inhaltskontrolle von Überziehungszinsklauseln
Bankverkehr; Zulässigkeit von Überziehungszinsen
BGHZ 118, 126
NJW 1992, 1751
ZIP 1992, 751
MDR 1992, 667
WM 1992, 940
BB 1992, 1086
DB 1992, 1403
Der Senat hat zwar im Urteil vom 14. April 1992 im Rahmen der Inhaltskontrolle einer Klausel, welche eine Zinsregelung für geduldete Überziehungen zum Gegenstand hatte, ausgeführt, dass die geduldete Überziehung eine zusätzliche Leistung darstelle, auf die der Kunde auf Grund der vorher getroffenen Vereinbarung keinen Anspruch habe (Senatsurteil vom 14. April 1992 - XI ZR 196/91, BGHZ 118, 126, 129).
Insoweit ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch anerkannt, dass für die Gewährung eines Überziehungskredits wegen des damit verbundenen höheren Aufwandes ein höherer Zinssatz verlangt werden kann (Senatsurteil vom 14. April 1992 - XI ZR 196/91, BGHZ 118, 126, 130).
Allerdings können Klauseln, die eine Preisberechnungsabrede für eine nach dem Vertrag nicht unmittelbar, im Wege der vorweggenommenen Einigung aber möglicherweise später geschuldete zusätzliche Leistung enthalten, zu den kontrollierbaren Abreden über das vom Besteller zu zahlende Entgelt gehören (BGH, Urteile vom 6. Februar 1985 - VIII ZR 61/84 = BGHZ 93, 358, 361 und vom 14. April 1992 - XI ZR 196/91 = ZIP 1992, 751, 752).
Insoweit genügt es den Transparenzanforderungen, daß die einzelnen entgeltpflichtigen Leistungen sich nicht bereits aus der beanstandeten Klausel selbst, sondern erst aus dem Preisverzeichnis ergeben (Haun WuB I D 5a.-2.96;… Horn WM 1997, Beilage Nr. 1, S. 21; vgl. auch Senatsurteil in BGHZ 118, 126, 131 [BGH 14.04.1992 - XI ZR 196/91] und die vergleichbare Regelung in Ziffer 12 AGB-Banken, abgedruckt bei Bunte in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, Anhang 1 zu §§ 4-25).
Es ist nicht Aufgabe des Transparenzgebotes, den Kunden vor Nachteilen zu schützen, die ihm dadurch entstehen, daß er das Preisverzeichnis nicht zur Kenntnis nimmt (BGHZ 118, 126, 132) [BGH 14.04.1992 - XI ZR 196/91].
Zwar ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn für eine Kreditgewährung in Gestalt einer geduldeten Kontoüberziehung, auf die der Kunde keinen Anspruch hat, ein höheres Entgelt vereinbart wird als für die Ausnutzung einer zuvor vereinbarten Kreditlinie (BGH, Urt. v. 14.04.1992 - XI ZR 196/91, BGHZ 118, 126 [juris Rn. 16, 18]).