Source: https://massnahmenvollzug.wordpress.com/tag/haft/
Timestamp: 2017-12-18 22:30:27
Document Index: 49691820

Matched Legal Cases: ['§21', '§21', 'EGMR', '§21', '§ 21', '§21', '§ 21', '§21']

Haft | Selbst- und Interessensvertretung zum Maßnahmenvollzug
Schlagwort-Archiv: Haft
In der Psychiatrie gedroht: 16-Jährige muss ins Gefängnis
05 Montag Sep 2016
Posted by markusdrechsler74 in §21/2, JA Schwarzau, Maßnahmenvollzug, Reform Maßnahmenvollzug, Selbst- und Interessensvertretung Maßnahmenvollzug, Unterbringungsgesetz, Zwangsbehandlung
Gefängnis, Haft, Kurier, Maßnahmenvollzug, Markus Drechsler, SIM, Thomas Trescher, Unbegrenzte Haft, Zwangsbehandlung
Rund 40 Mal wurde Caro L. in die Psychiatrie eingewiesen, bevor sie dort zwei Betreuer und eine Ärztin mit dem Umbringen bedrohte und als geistig abnorme Straftäterin ins Gefängnis musste – ist das der richtige Ort für eine 16-Jährige?
Die ganze Geschichte ist hier zu lesen: Kurier
Blickpunkte Lesung & Diskussionsrunde
BLICKPUNKTE, Diskussionsrunde, Gefängnis, Haft, Lesung, SIM, Thomas Galli
Verfasst von markusdrechsler74 | Filed under BLICKPUNKTE
Am Stammtisch der Häfn-Frauen
Angehörigengruppe, Astrid Wagner, Gefängnis, Haft, Kronen Zeitung, Lisa Führinger, Resozialisierung
Die Kronen Zeitung berichtet über die Angehörigengruppe:
http://www.krone.at/oesterreich/am-stammtisch-der-haefen-frauen-krone-reportage-story-523443
Verurteilt zu zwei Jahren, seit sieben in Haft
Posted by markusdrechsler74 in §21/2, EGMR, Gutachter, JA Mittersteig, Maßnahmenvollzug, Resozialisierung, WOBES
Haft, Helmut Graupner, Kurier, Kuttner vs Austria, psychische Folter, Thomas Trescher, Unbegrenzte Haft, VfGH
Foto: Julia Dragosits
Seit 2008 ist Karl L. im Gefängnis, obwohl er nur zu zwei Jahren verurteilt wurde. Nun hat sich sogar der Verfassungsgerichtshof eingeschaltet.
Der Bericht im Kurier: http://kurier.at/chronik/oesterreich/verurteilt-zu-zwei-jahren-seit-sieben-in-haft/213.121.052
Was läuft falsch im Maßnahmenvollzug?
Posted by markusdrechsler74 in §21/2, Gutachten, Gutachter, JA Mittersteig, Maßnahmenvollzug, Reform Maßnahmenvollzug, Zwangsbehandlung
Haft, Maßnahmenvollzug, Markus Drechsler, Michael Watzinger, Mittersteig, psychische Folter, Unbegrenzte Haft
Ein Artikel den ich gemeinsam mit dem UG Michael Watzinger 2015 verfasst habe, heute genauso gültig wie damals!
Es ist ein Zeitgeist des Wegsperrens und der Pseudo-Sicherheit, der einen menschenrechtswidrigen Maßnahmenvollzug ermöglicht. Es wird Zeit sich damit auseinanderzusetzen!
Vom innovativen und vom damaligen Zeitgeist beseelten Justizminister Christian Broda 1975 erschaffen, war das Ziel zu therapieren statt zu strafen. Das Konzept funktionierte anfangs gut, viele wurden vor Strafende bedingt mit Auflagen entlassen. Nach medial ausgeschlachteten und dramatischen Rückfällen wurde in den 1990er-Jahren das System Maßnahme überdacht und es wurde immer mehr zu einem Verwahrsystem in das immer mehr Menschen rein, aber nur wenige wieder rauskamen. So stiegen die Zahlen der Untergebrachten kontinuierlich an.
Manche sprechen heute von einem Zeitgeist des Wegsperrens und einer Pseudo-Sicherheit in einer Vollkasko-Gesellschaft. Rund 900 Betroffene gibt es mittlerweile, die mit dem längst überholten Begriffen „geistig abnorm“ bedacht, als psychisch krank oder rückfallsgefährdet in Anstalten und Gefängnissen untergebracht sind. In den vergangenen 12 Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt, es genügt eine Verurteilung zu sechs Monaten Haft, um in den Maßnahmenvollzug zu geraten, wo man jahrzehntelange untergebracht bleiben kann. Eine gefährliche Drohung mit dem Tod ist ein hinreichendes Anlassdelikt, bei dem eine kurze Strafe verhängt und eine sehr lange vorbeugende Maßnahme die Resultate sind.
Die heutige Situation des Straf‐ und Maßnahmenrechts zeigt, dass ein Übergang vom Schuldstrafrecht zum präventiven Wegsperren stattfand. Die Öffentlichkeit scheint nicht zu bemerken, dass es sich um einen Paradigmenwechsel handelt. Das Recht fragt nicht mehr danach was jemand getan hat und wie schwer seine Schuld wiegt. Die neue Frage lautet: Wie gefährlich ist dieser Mensch? Die Antwort müssen die Kenner der menschlichen Seele geben: die Psychiater und Psychologen.
Wir verlieren aus den Augen, dass sich ein solches Wegschließ-System von jenem einer Diktatur oder eines totalitären Staates nicht mehr grundlegend unterscheidet. Menschen verlieren ihre Freiheit, nicht weil sie etwas getan haben, sondern weil sie als gefährlich eingestuft werden, also weil sie in Zukunft etwas tun könnten. Das System beraubt uns unserer Zukunft und das Volk akzeptiert es widerstandslos, weil es institutionalisiert im Gewand der Wissenschaft daherkommt. Nur weil wir Menschen, die in den Gefängnissen und geschlossenen Anstalten auf Vorrat in Haft gehalten und zwangstherapiert werden, keine Stimme haben und nur schwer Gehör finden, funktioniert das System nach außen hin. Kaum je hat sich eine Gesellschaft für das Unrecht ihrer eigenen Zeit gekümmert, während sie sich immer wieder entschuldigt für das Unrecht vergangener Generationen – ein schwacher Trost für alle, die unter dem gegenwärtigen System leiden.
Massive Kritik gibt es auch an so manchen psychiatrischen Gutachten bei der Gefährlichkeitseinschätzung. Die Technik erlaubt es jetzt, tiefer in den Menschen zu dringen mit Hightech unter seine Schädeldecke zu kriechen. Gleichzeitig wird dem Volk vorgegaukelt, die Psychiatrie könne eine zuverlässige Gefährlichkeitsprognose über einen konkreten Menschen abgeben. Sie wird zur exakten Wissenschaft hochstilisiert, um zu rechtfertigen, dass Menschen aufgrund solcher Gutachten ihre Freiheit auf lange Jahre, auch für immer verlieren können. Gestützt durch Statistiken werden Checklisten erstellt und durch pseudowissenschaftliches Drumherum wird exaktes Wissen über zukünftiges Verhalten dieser Probanden vorgetäuscht. Dabei können die Prognose des menschlichen Verhaltens und die darauf basierenden Zwangsmaßnahmen immer nur eines sein: ein Blick in die Glaskugel der Wahrsagerin und kaltes technokratisches Ausschalten des als minderwertig oder mangelhaft erkannten Menschenmaterials. Wir haben diese Systeme in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts aufs Schaurigste erlebt. Wieder scheinen sich Viele nach dieser Scheinsicherheit einer – diesmal nicht reinrassigen – aber wenigstens von gefährlichen, gestörten Persönlichkeiten gesäuberten Gesellschaft, zurückzusehnen. Das Problem eines solchen Systems ist es nicht, dass es immer wieder in Einzelfällen zu belegbaren Justizirrtümern kommen wird. Das Problem ist umfassender und ein Rückfall in überwunden geglaubte Abgründe. Die Psychiater und Psychologen, die sich unentbehrlich machen, den Rückfall ihrer Klienten vorauszusehen, sehen nicht einmal ihren eigenen Rückfall in schlimmes, ideologisches Denken und Handeln.
Wer trägt das jetzige System?
Man muss es klar sagen: Das System Maßnahme ist krank. Es handelt sich dabei aber nicht um einen Schnupfen oder eine Grippe. Nein, es handelt sich um eine Krankheit, die Menschen viele Lebensjahre kosten kann und manchmal sogar bis zum Tod andauert. Das perfide an dieser Krankheit ist aber, dass die sonst bei Krankheiten so erfolgreiche Medizin in der Maßnahme Teil der Krankheit ist. Die Mediziner treten als Psychiater in Erscheinung, die durch falsche, fahrlässige und auch einfach nur schlampige Gutachten die Grundlage für Einweisungen und Verlängerungen der Strafe darstellen. Die Justizanstalten wollen keine Verantwortung übernehmen und wachen daher rigide über Lockerungen und Entlassungsempfehlungen. Die zwischengeschaltete BEST (Begutachtungsstelle für Gewalt- und Sexualstraftäter) erstellt jährlich ein Gutachten nur an Hand des Akts bei dem die positiven Veränderungen natürlich nicht vorkommen können. Und selbstverständlich entlassen Gerichte auch nicht wenn keine Empfehlungen der Anstalt, des Gutachters und der BEST vorliegen. So wird die Verantwortung die mit einer möglichen Entlassung einhergeht hin- und her geschoben und keiner möchte dann bei einem immer möglichen Rückfall schuld daran sein.
Das kann beispielsweise dazu führen, dass ein junger Untergebrachter (verurteilt zu 18 Monaten) keine andere Möglichkeit mehr sieht, als sich nach zehn Jahren im Maßnahmenvollzug das Leben zu nehmen. Das führt auch dazu, dass Menschen im Maßnahmenvollzug hospitalisiert werden und erst als Pflegefälle die Anstalt verlassen.
Menschenrechts- und verfassungswidrig
Der derzeitige Maßnahmenvollzug ist menschenrechts- und verfassungswidrig. Das Einsperren, ohne ein Entlassungsdatum zu kennen, ist schwerste psychische Folter!
Ebenso ein fragwürdiger Zustand ist die medikamentöse Zwangsbehandlung, das Niederspritzen von Betroffen, angeblich oft nur weil sie den Ärzten und Wärtern lästig seien.
Unbeschränkter Haftdauer ist schwerste psychische Folter!
Posted by markusdrechsler74 in § 21 Abs 1 - Unzurechnungsfähige geistig abnorme Rechtsbrecher, §21/2, BLICKPUNKTE, Maßnahmenvollzug, Reform Maßnahmenvollzug
BLICKPUNKTE, Haft, Maßnahmenvollzug, psychische Folter, Reinhard Kreissl
Unser neuer Beirat, der Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl, im Interview aus Blickpunkte 3/2015:
„Der Maßnahmenvollzug mit unbeschränkter Haftdauer ist schwerste psychische Folter!“
„Der Maßnahmenvollzug ist insgesamt nicht state-of-the-art. Man muss diese Zustände publik machen und darauf hinweisen, dass es nicht den Qualitätsstandards eines
Rechtsstaats entspricht. “
„Man kann die historische Entwicklung des Strafvollzugs natürlich so sehen, dass es viele Verbesserungen gab. Heute gibt es Strafvollzugsgesetze und Rechtsvertretungen. Andererseits ist gleichzeitig der Zugriff des Staates auf die Menschen größer geworden. Früher saß man zum Beispiel fünf Jahre im Zuchthaus und kam wieder heraus. Heute gibt es Psychologen, Psychiater und Sozialarbeiter, die einerseits Gutes tun aber andererseits dem Menschen auf die Pelle rücken. Es wird nicht nur mehr der Körper bestraft, sondern die Seele wird begutachtet. Es ist zwar alles immer besser geworden und jeder Häftling hat Strom, Licht und Bett, aber gleichzeitig ist der Zugriff auf die Person intensiver geworden. Von der Hexenverfolgung bis zum Mittersteig wurde alles besser, aber die Freiheiten, die Häftlinge jetzt haben, wurden erkauft mit einer Form von Unterwürfigkeit, die es früher nicht gab. Heute wird, wie der französische Philosoph Michel Foucault einmal sagte, die Seele bestraft.“
Leseempfehlung: Staatsgewalt
Posted by markusdrechsler74 in § 21 Abs 1 - Unzurechnungsfähige geistig abnorme Rechtsbrecher, Maßnahmenvollzug, Resozialisierung, Selbst- und Interessensvertretung Maßnahmenvollzug, Zwangsbehandlung
Bernd-Christian Funk, Haft, Katharina Rueprecht, Maßnahmenvollzug, Staatsgewalt, Zwangsbehandlung
Das Buch „Staatsgewalt – Die Schattenseiten des Rechtsstaates“ unserer Beiräte Katharina Rueprecht und Bernd-Christian Funk ist in Kürze bei uns gegen freie Spende beziehbar.
Vorbestellungen jetzt schon möglich unter: markus.drechsler74@icloud.com
Posted by michaelbencza in Bundesministerium für Justiz, Maßnahmenvollzug, Reform Maßnahmenvollzug
Brandstetter, Haft, Maßnahmen, Menschenrechte, psychische Folter
20151215 Offener Brief an den Justizminister
Im Haftraum, auf unbestimmte Zeit
Posted by markusdrechsler74 in §21/2, JA Mittersteig, Maßnahmenvollzug
Haft, Maßnahmen, Markus Drechsler, psychische Folter, Unbegrenzte Haft
Zu Beginn war es ein Schock: mit Fremden eine Zelle zu teilen, nicht zu wissen, wie lange noch. 24 Stunden am Tag dieselben Menschen zu sehen, zu hören, zu riechen – Männer, die „gerade an einem schwierigen Punkt in ihrem Leben angelangt sind„, wie Markus Drechsler meint. Das war die U-Haft. Mit dem Urteil wegen eines Gewaltdelikts kam immer noch keine Gewissheit, wann er wieder frei sein würde.
Das Gericht stufte ihn als geistig abnorm ein, er kam in den Maßnahmenvollzug. Und das heißt: unbefristete Haft. Seit drei Jahren ist die Justizanstalt Mittersteig Drechslers Wohnadresse. Wie lange noch, weiß er nicht. Darüber nachzudenken würde ihn verrückt machen, darum „nehme ich es buddhistisch„: „Ich bin hier, kann es nicht ändern, also mache ich das Beste draus.“ Vormittags arbeitet er in der Gefängnisbibliothek. Er hat ein Studium begonnen. Er liest viel und schreibt Tagebuch. Trotzdem „ziehen sich die Nachmittage ziemlich„, sagt er. Beim Warten auf das Ungewisse wird die Zeit allmählich zu Blei. „Wer frisch reinkommt, ist noch motiviert„, sagt Drechsler – motiviert zu lesen, zu arbeiten, regelmäßig zu duschen. „Dann resignieren viele und sagen: „Ist eh wurscht, was ich mach‘ – es ändert sowieso nix.“ Die Zeit vergeht dann noch langsamer.
Derzeit hat Drechsler einen Termin, auf den er hinarbeiten kann: seine Anhörung vor Gericht, die nächste Chance auf Entlassung. Geht sie schlecht aus, muss er hierbleiben – auf unbestimmte Zeit. Doch daran denkt er jetzt einmal nicht.
(Maria Sterkl, DER STANDARD, 6.12.2014) – derstandard.at/2000009047591/Ueber-langes-Warten-kurze-Intervalle-einZeitloch-und-ein-Zweitaktleben