Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202004,%202232
Timestamp: 2020-04-04 16:22:36
Document Index: 90233300

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 3', '§ 286', '§ 3', '§ 765', '§ 777', '§ 286', '§ 777', '§ 3', '§ 557', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 356', 'BGH']

BGH, 15.01.2004 - IX ZR 152/00 - dejure.org
https://dejure.org/2004,898
BGH, 15.01.2004 - IX ZR 152/00 (https://dejure.org/2004,898)
BGH, Entscheidung vom 15.01.2004 - IX ZR 152/00 (https://dejure.org/2004,898)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00 (https://dejure.org/2004,898)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,898) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §§ 765, 777; AGBG § 3; ZPO § 286
Befristung der Bürgschaft: Zeitbürgschaft oder gegenständlich beschränkte Bürgschaft?
Auslegung einer Bürgschaft nach dem Urkundeninhalt und den Begleitumständen ; Differenzierung zwischen beschränkter Bürgschaft und Zeitbürgschaft ; Hinzufügung einer zeitlichen Begrenzung der Bürgschaft durch Individualvereinbarung ; Zeitliche Begrenzung als Endtermin, ...
Unwirksamkeit einer die Bank von ihrer Obliegenheit zur Anzeige der Bürgschaftsinanspruchnahme freizeichnenden Klausel bei Zeitbürgschaft
Zur Frage, ob eine Zeitbürgschaft oder eine gegenständlich beschränkte Bürgschaft vorliegt, wenn die gesicherte Hauptforderung aus einem Kontokorrentkredit herrührt
AGBG § 3; BGB § 765 § 777; ZPO § 286
Bürgschaft - Abgrenzung gegenständlich beschränkte Bürgschaft und Zeitbürgschaft
BGB §§ 777, 765; AGBG § 3
Abgrenzung der gegenständlich beschränkten Bürgschaft von der Zeitbürgschaft, wenn die gesicherte Hauptforderung aus einem Kontokorrentkredit herrührt
Bürgschaft zeitlich befristet: Was sichert sie ab? (IBR 2004, 247)
NJW 2004, 2232
ZIP 2004, 843
MDR 2004, 891
WM 2004, 720
BB 2004, 850
DB 2004, 1363
Verbindlichkeit einer Freistellungsvereinbarung zwischen den Eltern hinsichtlich …
Einer darauf gerichteten Revisionsrüge bedarf es nicht (§ 557 Abs. 3 Satz 1 ZPO; BGH Urteil vom 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00 - NJW 2004, 2232, 2233).
Dazu kann ein Informationsfluss von unten nach oben, aber auch ein horizontaler, filialübergreifender Austausch erforderlich sein (…BGH, Urt. v. 1. Juni 1989 - III ZR 261/87, WM 1989, 1364, 1367; v. 1. Juni 1989 - III ZR 277/87, WM 1989, 1368, 1369 f.; v. 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00, WM 2004, 720, 722).
Die Haftung des Zeitbürgen setzt jedoch Fälligkeit der Hauptschuld innerhalb der Bürgenzeit voraus ( BGH, NJW 2004, 2232 [BGH 15.01.2004 - IX ZR 152/00] ).
Hier ist der zweite Fall gegeben, weil sich die Beklagten für einen Kontokorrentkredit verbürgt haben (…vgl. BGH, a.a.O.) und keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die Beklagten zum Ausdruck gebracht haben, sie wollten mit Fristablauf aus der Haftung endgültig frei werden, falls die Bürgschaften von der Klägerin nicht rechtzeitig "gezogen" werden sollten (vgl. BGH, NJW 2004, 2232 [BGH 15.01.2004 - IX ZR 152/00] ).
Die gegenständlich beschränkte Bürgenhaftung ermäßigt sich dann nur bei nachfolgenden Rechnungsabschlüssen mit einem niedrigeren Schuldsaldo ( BGH, NJW 2004, 2232 [BGH 15.01.2004 - IX ZR 152/00] ).
Steht diesen solches - typischerweise in Akten oder Dateien festgehaltenes Wissen (vgl. dazu BGH, Urteile vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, WM 1996, 824, 825 f., vom 2. Februar 1996 - V ZR 239/94, BGHZ 132, 30, 35 und vom 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00, WM 2004, 720, 722;… MünchKomm BGB/Schramm, 6. Aufl., § 166 BGB Rn. 20) - nicht zur Verfügung, muss sich die am Rechtsverkehr teilnehmende Organisation aus Gründen des Verkehrsschutzes so behandeln lassen, als habe sie von der betreffenden Information Kenntnis (Senatsurteile vom 15. April 1997 - XI ZR 105/96, BGHZ 135, 202, 206 …und vom 24. November 2009 - XI ZR 260/08, WM 2010, 34 Rn. 23).
Entscheidend wird darauf abgestellt, ob abgeschlossene Verbindlichkeiten vorliegen oder ob für künftige bzw. in der Entwicklung begriffene Verbindlichkeiten gebürgt werden soll (vgl. BGH WM 2004, 720 ; BGH WM 1988, 210 ; BGH MDR 1974, 839).
Im zweiten Fall liegt eine gegenständlich begrenzte Bürgschaft in dem Sinne vor, dass der Bürge nur für die innerhalb einer bestimmten Zeit begründeten Verbindlichkeiten - für diese aber unbefristet - einstehen soll (BGH WM 2004, 720 m.w.N.).
aaa) Die Regelung in Ziff. II der Bürgschaftsurkunde, "die Verpflichtung aus der Bürgschaft erlischt ... spätestens, wenn die Z... nicht bis zum Ablauf der vertraglich vereinbarten Gewährleistungsfrist in Anspruch genommen wird" ist nicht als Zeitbürgschaft, sondern als gegenständlich beschränkte Bürgschaft dahin auszulegen, dass die Bürgin zwar nur für die innerhalb der Gewährleistungsfrist begründeten Verbindlichkeiten der Klägerin, für diese aber unbeschränkt, einstehen sollte, d.h. auch für Ansprüche wegen solcher Mängel, die lediglich innerhalb der Gewährleistungsfrist gerügt worden sind (zur Abgrenzung zwischen einer Zeitbürgschaft und einer gegenständlich begrenzten Bürgschaft vgl. nur: BGH Urteil vom 15.01.2004 - IX ZR 152/00 - Rn. 17).
Danach haftet der Bürge bei einer gegenständlich beschränkten Kontokorrentbürgschaft grundsätzlich nach § 356 HGB in dem bei Fristende erreichten Umfang weiter, wenn das debitorische Kontokorrent - wie hier - bis zur Inanspruchnahme des Bürgen ungekündigt fortbesteht (BGH, Urteil vom 15. Januar 2004 - IX ZR 152/00, WM 2004, 720, 722 m.w.Nachw.).