Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/elternunterhalt-und-das-einkommen-des-schwiegersohns-380764
Timestamp: 2019-12-07 14:07:35
Document Index: 385031325

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Eltern­un­ter­halt – und das Ein­kom­men des Schwie­ger­sohns | Rechtslupe
Elternunterhalt - und das Einkommen des Schwiegersohns
Ver­bleibt dem unter­halts­pflich­ti­gen Kind, das über gerin­ge­re Ein­künf­te als sein Ehe­gat­te ver­fügt und des­sen Leis­tungs­fä­hig­keit zur Zah­lung von Eltern­un­ter­halt auf der Grund­la­ge eines indi­vi­du­el­len Fami­li­en­be­darfs zu ermit­teln ist, von sei­nem Ein­kom­men ein ent­spre­chen­der Anteil des indi­vi­du­el­len Fami­li­en­be­darfs, bedarf es einer wei­te­ren Absi­che­rung in Höhe von 5 bis 7 % des Fami­li­en­selbst­be­halts nicht mehr 1.
Nur bei einem unter­halb von 5 bis 7 % des Fami­li­en­ein­kom­mens lie­gen­den Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen ist auch ein ihm bis zu die­ser Höhe zuste­hen­des Taschen­geld ein­zu­set­zen und dem­ge­mäß der inso­weit bestehen­de Selbst­be­halt zu beach­ten 2.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits ent­schie­den, dass die Leis­tungs­fä­hig­keit zur Zah­lung von Eltern­un­ter­halt auch dann auf der Grund­la­ge eines indi­vi­du­el­len Fami­li­en­be­darfs zu ermit­teln ist, wenn der Unter­halts­pflich­ti­ge – wie hier – über gerin­ge­re Ein­künf­te als sein Ehe­gat­te ver­fügt 3. Dabei hat der Bun­des­ge­richts­hof die Berech­nungs­me­tho­de über­nom­men, die er bereits für den umge­kehr­ten Fall, dass der Unter­halts­pflich­ti­ge über höhe­re Ein­künf­te als sein Ehe­gat­te ver­fügt, ange­wandt hat 4.
In die­sem Beschluss vom 05.02.2014 hat sich der Bun­des­ge­richts­hof der Sache nach bereits mit den Ein­wen­dun­gen aus­ein­an­der­ge­setzt, die der Antrags­geg­ner in sei­ner Rechts­be­schwer­de­er­wi­de­rung gegen die Her­an­zie­hung die­ser Berech­nungs­wei­se gel­tend gemacht hat. Die Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Fami­li­en­be­darfs stellt sicher, dass der Eltern­un­ter­halt nur aus dem Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen gespeist wird. Eine ver­deck­te Haf­tung des bes­ser­ver­die­nen­den Schwie­ger­kin­des ist damit aus­ge­schlos­sen. Dem unter­halts­pflich­ti­gen Kind ver­bleibt der Anteil, den es zum Fami­li­en­be­darf bei­zu­tra­gen hat; nur sein dar­über hin­aus­ge­hen­des Ein­kom­men ist für den Eltern­un­ter­halt ein­zu­set­zen. Mit die­ser Berech­nungs­wei­se wird zudem der Haus­halts­er­spar­nis, die erfah­rungs­ge­mäß mit zuneh­men­dem Ein­kom­men steigt, hin­rei­chend Rech­nung getra­gen. Zwar kann der dem unter­halts­pflich­ti­gen Kind zu belas­sen­de antei­li­ge indi­vi­du­el­le Fami­li­en­be­darf durch des­sen pro­por­tio­na­le Anbin­dung an das Ein­kom­men gerin­ger sein als der Betrag, der einem allein­ste­hen­den unter­halts­pflich­ti­gen Kind ver­blei­ben müss­te. Die­ses Ergeb­nis fin­det sei­ne Recht­fer­ti­gung indes in der zusätz­li­chen Absi­che­rung des unter­halts­pflich­ti­gen Kin­des durch den Fami­li­en­un­ter­halt 5.
Gleich­zei­tig hat der Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­den, dass das unter­halts­pflich­ti­ge Kind, dem von sei­nem Ein­kom­men ein ent­spre­chen­der Anteil des indi­vi­du­el­len Fami­li­en­be­darfs ver­bleibt, einer wei­te­ren Absi­che­rung in Höhe von 5 bis 7 % des Fami­li­en­selbst­be­halts nicht mehr bedarf, weil damit auch die per­sön­li­chen Bedürf­nis­se abge­deckt sind 6. Nur bei einem unter­halb von 5 bis 7 % des Fami­li­en­ein­kom­mens lie­gen­den Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen ist auch ein ihm bis zu die­ser Höhe zuste­hen­des Taschen­geld ein­zu­set­zen und dem­ge­mäß der inso­weit bestehen­de Selbst­be­halt zu beach­ten 7.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2014 – XII ZB 489/​13
Kran­ken­geld bei wie­der­keh­ren­den Krank­heits­be­schwer­den Auch nach dem Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 8 Novem­ber 2005 8 ist nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts…
Eltern­un­ter­halt aus dem Taschen­geld­an­spruch gegen­über dem… Mit der Berech­nung des Eltern­un­ter­halts­an­spruchs gegen­über einem nicht erwerbs­tä­ti­gen Kind aus des­sen Taschen­geld­an­spruch gegen sei­nen Ehe­gat­ten 9 hat­te…
im Anschluss an BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538[↩]
im Anschluss an BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538 und BGH, Urteil BGHZ 196, 21 = Fam­RZ 2013, 363[↩]
BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538[↩]
s. zur Berech­nungs­wei­se BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538 Rn. 21 unter Hin­weis auf BGH, Urteil BGHZ 186, 350 = Fam­RZ 2010, 1535[↩]
BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538 Rn. 27 mit Anm. Sei­ler; aA Schür­mann in juris­PR-FamR 14/​2014 Anm. 6[↩]
BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538 Rn. 29[↩]
BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – XII ZB 25/​13 , Fam­RZ 2014, 538 Rn. 29 unter Hin­weis auf BGH, Urteil BGHZ 196, 21 = Fam­RZ 2013, 363 und Dose Fam­RZ 2013, 993, 1000[↩]
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