Source: https://statistik.thueringen.de/GBE/index.asp?id=indikatoren&art=kommentar&tf=03&tt=I&tab=047&typ=K
Timestamp: 2020-04-08 00:06:14
Document Index: 67593303

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 37', '§ 38', '§ 2', '§ 45', '§ 45']

Leistungsempfänger nach dem Pflegeversicherungsgesetz (Pflegebedürftige) in Thüringen am 15.12. (Jahr) nach Alter und Geschlecht
Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl von Pflegebedürftigen nach 5-Jahres-Altersgruppen, nach Ge-schlecht und je 100 000 der Bevölkerung insgesamt bzw. der weiblichen und der männlichen Bevölkerung. Für die Insgesamtzahl der Pflegebedürftigen wird eine Altersstandardisierung nach der Europabevölkerung (alt) vorgenommen, um die geschlechtsspezifischen Raten vergleichbar zu machen. Die Summenzeile für ein Berichtsjahr muss mit den Angaben im Indikator 3.46 identisch sein.
Pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes sind Menschen, die aufgrund einer körperli-chen, geistigen oder seelischen Erkrankung mindestens sechs Monate lang nicht in der Lage sind, die regel-mäßig wiederkehrenden Tätigkeiten des täglichen Lebens auszuführen. Solche regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeiten können im Bereich der Mobilität, der Ernährung, der Körperpflege oder der hauswirtschaftlichen Versorgung liegen. Um dem unterschiedlichen Grad der Pflegebedürftigkeit gerecht zu werden, wird sie in drei Pflegestufen unterteilt (s. auch Indikator 3.48). Mit Inkrafttreten des zweiten und dritten Pflegestärkungsgeset-zes wurde ab dem Berichtsjahr 2017 ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsver-fahren eingeführt. Dies hat zur Folge, dass die für alle Pflegebedürftigen einheitlich geltenden fünf Pflegegra-de das bisherige System der drei Pflegestufen und der zusätzlichen Feststellung von erheblich eingeschränk-ter Alltagskompetenz (insbesondere Demenz) ersetzen. Beim ersten Pflegegrad gilt ein abweichendes Leis-tungsrecht nach § 28a SGB XI. Neben den Empfängern von Pflegegeldleistungen (§ 37 oder § 38 des SGB XI) werden nach § 2 Absatz 2 Nummer 2 der Pflegestatistikverordnung auch Empfänger von Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag (§ 45a SGB XI), die dem Pflegegrad 1 zuge-ordnet sind, und Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1, die keine Leistungen der Pflegeversicherung im Kostener-stattungsverfahren nach § 45b des SGB XI in Anspruch nehmen, erhoben. Die zeitliche Vergleichbarkeit der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen ab 2017 mit den vorherigen Erhebungen ist durch die Veränderung etwas eingeschränkt.
Bei den Angaben im Indikator handelt es sich um Bestandsdaten, der Bezug auf die Bevölkerung erfolgt mit Stichtagsdaten zum 31.12. des Jahres.
Bei der Pflegestatistik handelt es sich um eine Totalerhebung mit Auskunftspflicht. Die Bestätigung einer Pfle-gestufe (ab Berichtsjahr 2017 Pflegegrade) erfolgt durch eine soziale gesetzliche Pflegeversicherung oder eine private Pflegeversicherung auf der Grundlage eines Gutachtens, das durch Ärzte oder Pflegefachpersonal des Medizinischen Dienstes der (gesetzlichen und privaten) Krankenversicherungen (MDK) in der Wohnung bzw. in der Pflegeeinrichtung auf Antrag des möglicherweise Pflegebedürftigen erstellt wird. Im Indikator sind alle Personen mit einer/-m anerkannten Pflegestufe/-grad nach dem zuständigen Wohnort des Pflegebedürfti-gen enthalten. Die Daten gelten als valide
Die Erfassung von Pflegebedürftigen nach Altersgruppen ist hinsichtlich der bereitzustellenden Versorgungs-strukturen und Pflegemöglichkeiten innerhalb einer Familie relevant. Dies gilt besonders für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen sowie der Hochbetagten.
Die Pflegestatistik wurde im Jahre 1999 erstmalig in Deutschland erstellt, die Daten liegen bis zur Kreis-ebene vor. Die Länder können bei Bedarf Angaben zu ambulanten Geldleistungen und ambulanten Pflege-diensten als zusätzliche Tabelle unterlegen.
Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Personen, die sowohl ambulant bzw. stationär betreut wer-den als auch Pflegegeld erhalten (sog. Kombinationsleistungen), bei der Zahl der Pflegegeldempfänger nicht erfasst. Sie sind grundsätzlich bei den Zahlen der durch ambulante bzw. stationäre/teilstationäre Pflegeeinrich-tungen Betreuten enthalten.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/_inhalt.html
12.02.2003, nlga/lögd/LDS NRW; aktualisiert am 07.11.2019, TLS