Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=18.07.2012&Aktenzeichen=8%20C%204.11
Timestamp: 2019-08-22 03:59:25
Document Index: 202354145

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 7', '§ 31', '§ 35', '§ 1', '§ 48', '§ 49', '§ 54', '§ 62', '§ 52', '§ 64', '§ 83', '§ 195', '§ 242', 'Art. 229', '§ 6', '§ 59', '§ 17', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 7', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 60', '§ 31', '§ 60', '§ 62', '§ 313', '§ 60', 'Art. 54', '§ 59', '§ 101', '§ 60', '§ 101', '§ 60', 'BGH']

BVerwG, 18.07.2012 - 8 C 4.11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,29877
BVerwG, 18.07.2012 - 8 C 4.11 (https://dejure.org/2012,29877)
BVerwG, Entscheidung vom 18.07.2012 - 8 C 4.11 (https://dejure.org/2012,29877)
BVerwG, Entscheidung vom 18. Juli 2012 - 8 C 4.11 (https://dejure.org/2012,29877)
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VermG § 1 Abs. 6, § ... 2 Abs. 1, § 2a Abs. 4, § 3 Abs. 2, 4, § 7a Abs. 3c, § 31 Abs. 5, § 35 Abs. 2; EntSchG § 1 Abs. 2; VwVfG § 48 Abs. 2, 3, § 49 Abs. 2, 6, §§ 54, 55, 60 Abs. 1, § 62; VwGO §§ 52, 53 Abs. 1 Nr. 3, §§ 64, 65 Abs. 1, 2, §§ 83, 93, 106, 142; BGB §§ 195, 199 Abs. 3, §§ 242, 313, 362, 779, 812; EGBGB Art. 229 § 6; ZPO §§ 59, 62; GVG § 17a Abs. 5
Abänderung; Anmeldung; Anpassungsverlangen; Anpassungsanspruch; Aufhebung; Beiladung; Berechtigter; Bestimmung des zuständigen Gerichts; Bindung; Bindungswirkung; Entschädigungsanspruch; Entschädigungsfonds; Erfüllung; Erlösauskehr; Geschäftsgrundlage; Kündigung; Leistungsklage; nachträgliche Anmeldung; notwendige Streitgenossenschaft; öffentlich-rechtlicher Vertrag; örtliche Zuständigkeit; pacta sunt servanda; Prozessvergleich; Restitutionsantragsteller; Treu und Glauben; Umstandsmoment; Unzumutbarkeit; Vergleichsgrundlage; Vergleichsvertrag; Verbindung; Verjährung; Vertragsbindung; Vertragsgrundlage; Vertragsrisiko; Vertrauensgrundlage; Vertrauensschutz; Verwirkung; Wegfall der Geschäftsgrundlage; Zeitmoment; Zumutbarkeit
VermG § 1 Abs. 6, § 2 Abs. 1, § 2a Abs. 4, § 3 Abs. 2, 4, § 7a Abs. 3c,
Abänderung; Anmeldung; Anpassungsverlangen; Anpassungsanspruch; Aufhebung; Beiladung; Berechtigter; Bestimmung des zuständigen Gerichts; Bindung; Bindungswirkung; Entschädigungsanspruch; Entschädigungsfonds; Erfüllung; Erlösauskehr; Geschäftsgrundlage; Kündigung; Leistungsklage; nachträgliche Anmeldung; notwendige Streitgenossenschaft; öffentlich-rechtlicher Vertrag; örtliche Zuständigkeit; pacta sunt servanda; Prozessvergleich; Restitutionsantragsteller; Treu und Glauben; Umstandsmoment; Unzumutbarkeit; Vergleichsgrundlage; Vergleichsvertrag; Verbindung; Verjährung; Vertragsbindung; Vertragsgrundlage; Vertragsrisiko; Vertrauensgrundlage; Vertrauensschutz; Verwirkung; Wegfall der Geschäftsgrundlage; Zeitmoment; Zumutbarkeit.
§ 1 Abs 6 VermG, § 2 Abs 1 VermG, § 2a Abs 4 VermG, § 3 Abs 2 VermG, § 3 Abs 4 VermG
Leistungsklage auf Zustimmung zur Anpassung eines öffentlich-rechtlichen Vertrages; zur Rechtsnatur des Prozessvergleichs; Anpassungsausschluss; Wegfall der Geschäftsgrundlage; Einwendungsumfang
Anpassungsverlangen; Beiladung; Berechtigter; Bestimmung des zuständi­gen Gerichts; Bindungswirkung; Entschädigungsanspruch; Erlösauskehr; Ge­schäfts­grundlage; Kündigung; Leistungsklage; nachträgliche Anmeldung; notwendige Streitgenossenschaft; öffentlich-rechtlicher Vertrag; örtliche Zuständigkeit; pacta sunt servanda; Prozessvergleich; Umstandsmoment; Unzumutbarkeit; Vergleichsgrundlage; Verjährung; Vertragsgrundlage; Vertrauensgrundlage; Verwirkung; Wegfall der Geschäftsgrundlage; Zeitmoment
VwVfG § 60; VermG § 31 Abs. 5 S. 3
Anspruch auf Zustimmung zur Änderung eines Prozessvergleichs
VG Hamburg, 08.12.2010 - 5 K 3215/07
BVerwG, 06.05.2011 - 8 C 4.11
OVG Hamburg, 17.10.2011 - 5 Bf 68/11
OVG Hamburg, 19.10.2011 - 5 Bf 68/11
BVerwG, 24.01.2012 - 8 B 89.11
BVerwG, 07.01.2013 - 8 C 4.11
BVerwG - 8 C 3.12 (anhängig)
BVerwGE 143, 335
NVwZ 2013, 209
DVBl 2013, 40
Die Grenze der notwendigen Tolerierung eines derartigen Missverhältnisses bestimmt sich vielmehr im Einzelfall nach den bundesrechtlich in § 60 VwVfG verankerten, im öffentlichen Recht darüber hinaus seit langem allgemein anerkannten Grundsätzen über den Wegfall der Geschäftsgrundlage anhand einer Abwägung aller sich im Zusammenhang mit Ablösungsverträgen ergebenden Umstände und gegenläufigen Interessen (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Juli 2012 - 8 C 4.11 - BVerwGE 143, 335 Rn. 65; s. - in anderem Zusammenhang - auch Urteil vom 9. November 1990 - 8 C 36.89 - BVerwGE 87, 77 ).
Diese Grundsätze finden nicht nur auf Dauerschuldverhältnisse, sondern auch auf öffentlich-rechtliche Verträge Anwendung, die - wie hier - eine einmalige Leistungspflicht begründen; dies gilt auch dann, wenn die vertraglich geschuldete Leistung schon erbracht wurde (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Juli 2012 - 8 C 4.11 - BVerwGE 143, 335 Rn. 46 f.).
Vielmehr bedarf es der Geltendmachung des Anpassungsverlangens - ggf. im Wege der auf Vertragsanpassung gerichteten Leistungsklage (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 1995 - 3 C 21.93 - 1784 BVerwGE 97, 331 ) - oder des Rücktritts vom Ablösungsvertrag (vgl. § 62 Satz 2 VwVfG i.V.m. § 313 Abs. 3 Satz 1 BGB; s. auch BVerwG, Urteil vom 18. Juli 2012 - 8 C 4.11 - BVerwGE 143, 335 Rn. 46 f. zur Abgrenzung von der Kündigung gem. § 60 VwVfG bei Dauerschuldverhältnissen).
Vielmehr muss die Änderung der für den Vertragsinhalt maßgeblichen tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse zu schwerwiegenden, bei Vertragsschluss nicht absehbaren Nachteilen für die Vertragspartei geführt haben, denen die Vertragspartner bei Kenntnis der Entwicklung billigerweise Rechnung getragen hätten (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Juli 2012 - 8 C 4.11 - BVerwGE 143, 335 Rn. 57, 64).
Die sich aus dem Fehlen oder der nachträglichen Änderung der bei Abschluss der Verständigung gemeinsam vorausgesetzten tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse ergebenden Folgen müssen vielmehr so schwerwiegend sein, dass sie den von der benachteiligten Partei billigerweise zu tragenden Risikorahmen überschreiten (ähnlich auch Bundesverwaltungsgericht --BVerwG--, Urteil vom 18. Juli 2012 8 C 4/11, BVerwGE 143, 335, m.w.N., zur Zumutbarkeit des Festhaltens an den Regelungen eines öffentlich-rechtlichen Vertrags).
Aufgrund der Doppelnatur des Prozessvergleichs ist er sowohl Prozesshandlung, deren Wirksamkeit sich nach den Grundsätzen des Prozessrechts richtet, als auch öffentlich-rechtlicher Vertrag, für den die materiellrechtlichen Vorschriften der Art. 54 ff. BayVwVfG gelten (BVerwG, U.v. 18.7.2012 - 8 C 4.11 - juris Rn. 42).
Im Fall eines nachträglichen Wegfalls der Geschäftsgrundlage kommt in erster Linie eine Vertragsanpassung in Betracht, die im Wege einer Leistungsklage zu verfolgen wäre (BVerwG, U.v. 18.7.2012 - 8 C 4.11 - BVerwGE 143, 335 = juris Rn. 48).
aa) § 59 SGB X ist auf gerichtliche Vergleiche (s. § 101 SGG) anwendbar, d.h. wenn dessen Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sind, kann auch der vor Gericht geschlossene Vergleich gekündigt werden (Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 18.07.2012 - 8 C 4/11 - zum wortgleichen § 60 Verwaltungsverfahrensgesetz;… B. Schmidt in: Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer/Schmidt, SGG, Kommentar, 12. Auflage, 2017, § 101 Rn. 13, 15a).
Wesentlich ist eine Änderung der Verhältnisse daher nur, wenn die Vertragsparteien bei Kenntnis dieser Änderung den Vertrag nicht oder jedenfalls nicht mit diesem Inhalt geschlossen hätten (BVerwG, Urteil vom 18.07.2012 - 8 C 4/11 -).
Der Beklagten war ein Festhalten an dem Vergleich vom 23.02.2000 nicht zumutbar (vgl. zur Unzumutbarkeit BVerwG, Urteil vom 18.07.2012 - 8 C 4/11 -).
Diese Vorschrift ist auch auf den hier vorliegenden öffentlich-rechtlichen Vertrag in der Ausgestaltung des Vergleichsvertrags anwendbar (BVerwG, Urteil vom 18.07.2012 - 8 C 4.11 -, BVerwGE 143, 335).
Schließlich müssen die Folgen der nachträglichen Änderung den Risikorahmen überschreiten, den ein Vertragspartner nach Treu und Glauben hinzunehmen hat, weshalb ihm das Festhalten an der ursprünglichen vertraglichen Regelung nicht zumutbar ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 18.07.2012, a.a.O.).
Anderenfalls hätte es eine Vertragspartei entgegen dem - für die Gewährleistung von Rechtssicherheit unverzichtbaren - Grundsatz "pacta sunt servanda" in der Hand, über die Eigendefinition der Unzumutbarkeit die Notwendigkeit einer Vertragsanpassung weitgehend selbst zu bestimmen (vgl. zum Ganzen BVerwG, Urteil vom 18.07.2012, a.a.O., m.w.N.).
Die Ausgleichsfunktion der beiderseitigen Leistungen muss im Hinblick auf § 60 Abs. 1 Satz 1 LVwVfG so stark gestört sein, dass es dem benachteiligten Vertragspartner nach Treu und Glauben unmöglich wird, in der bisherigen vertraglichen Regelung seine Interessen auch nur annähernd noch gewahrt zu sehen (BVerwG, Urteil vom 18.07.2012, a.a.O.).
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Prozesskostenhilfe; Aufenthaltserlaubnis; Antrag auf Anordnung der aufschiebenden …
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Beamter; Hochschullehrer; Verwirkung; Aufrechnung; Nutzungsentgelt