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Timestamp: 2017-11-19 05:12:37
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Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 3', '§ 10', '§ 3', '§ 10', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 3', '§ 3', '§ 5']

DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Titel
Ausgabe Juni 2010 aktualisierte Fassung Februar 2012
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Inhaltsverzeichnis
3. Vorgaben zu Prüfungen
4. Anforderungen an das Prüfpersonal
4.2 Berufserfahrungen
4.3 Zeitnahe berufliche Tätigkeit
4.4 Weisungsfreiheit und Verantwortung
6. Auswertung und Prüffristen
7. Dokumentation und Kennzeichnung
Anhang 1: Vorschriften und Regeln
Anhang 2: Auszug aus TRBS 1201
Anhang 3: Hinweise zur Auftragsvergabe
Anhang 4: Beispiel einer Checkliste zum Besichtigen von Arbeitsmitteln
Anhang 5: Übersicht des Prüfumfangs und der sicherheitstechnischen Grenzwerte
Anhang 6: Übersichtstabelle zur befähigten Person "Elektrische Gefährdung" (Anhang 2, TRBS 1203)
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, 1 Mit dieser Information stehen Sie auf der sicheren Seite
Diese Information gibt dem Arbeitgeber/Unternehmer Hinweise zur Organisation wiederkehrender Prüfungen an
ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmitteln,
z. B. handgeführte Elektrowerkzeuge, -motorgeräte, -wärmegeräte, Leuchten, Leitungsroller, Verlängerungsleitungen, Tischsteckdosen, Geräteanschlussleitungen, Netzgeräte, Ladegeräte, Trenn-/Kleinspannungstransformatoren, Geräte der Unterhaltungselektronik sowie der elektrischen Informationstechnik, einschließlich Fernmeldegeräte und elektrische Büromaschinen, Laborgeräte, Mess-, Steuer- und Regelgeräte.
Hierzu zählen auch die an der Arbeitsstelle/im Unternehmen zur Verwendung freigegebenen Privatgeräte, wie z. B. Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Rundfunkgeräte.
transportablen elektrischen Arbeitsmitteln,
z. B. Baustellenkreissägen, größere Ersatzstromerzeuger, Schweißgeräte.
Die oben genannten Gruppen werden innerhalb dieser Information unter dem Begriff "elektrisches Arbeitsmittel" zusammengefasst.
In bestimmten Bereichen sind weitergehende Anforderungen aus Verordnungen, Normen und anderen Regelwerken zu beachten. Dies gilt beispielsweise in explosionsgefährdeten Bereichen oder im Bergbau.
Für medizinische Produkte, die in den Anlagen 1 oder 2 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) aufgeführt sind, gelten eigene Regeln. Für andere elektrisch betriebene Medizinprodukte können nachfolgende Informationen unter Beachtung weitergehender Anforderungen aus der MPBetreibV angewendet werden.
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, 3 Vorgaben zu Prüfungen
Nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) und § 3 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) trägt der Arbeitgeber/Unternehmer die Verantwortung, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel im ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten. Eine dieser Maßnahmen kann die Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen sein (§ 10 Abs. 2 BetrSichV).
Die Organisation der Prüfungen im betrieblichen Ablauf ist grundsätzlich Aufgabe des Arbeitgebers/Unternehmers. Er kann diese Aufgabe an eine andere Person deligieren, z. B. Betriebsleiter, Bereichsmeister.
Zur Durchführung wiederkehrender Prüfungen von elektrischen Arbeitsmitteln empfiehlt es sich, folgende notwendige Voraussetzungen festzulegen:
wer darf die Prüfung durchführen (siehe auch Abschnitt 4 ),
wo soll geprüft werden (Einsatzort, Prüfplatz, Prüfraum),
welche Prüfgeräte und welche Zubehörteile sind notwendig,
welche Ergebnisse müssen dokumentiert werden, wie sind diese zu dokumentieren (siehe auch Abschnitt 7 ).
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, 4 Anforderungen an das Prüfpersonal
4 Anforderungen an das Prüfpersonal
Für die sichere Durchführung der Prüfungen sowie die Beurteilung des ordnungsgemäßen Zustands des zu prüfenden elektrischen Arbeitsmittels ist eine hohe, an die Prüfaufgabe angepasste Qualifikation des Prüfpersonals notwendig. In vielen Fällen sind neben der elektrischen Sicherheit auch andere Gefährdungen bei der Beurteilung zu berücksichtigen, z. B. die Wirksamkeit der mechanischen Schutzeinrichtung an einem Winkelschleifer oder einer Handkreissäge. Auch im Rahmen einer ordnungsgemäß durchgeführten Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel kann es zu Gefährdungen des Prüfpersonals sowie der Umgebung kommen. Das Prüfpersonal muss diese erkennen, berücksichtigen und geeignete Schutzmaßnahmen treffen.
Der Arbeitgeber/Unternehmer trägt nach § 3 Abs. 3 der BetrSichV die Auswahlverantwortung für die Personen, die von ihm mit der Durchführung der wiederkehrenden Prüfungen zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes der Arbeitsmittel beauftragt werden. Dies muss für Prüfaufgaben nach § 10 der BetrSichV eine befähigte Person sein.
Die erforderliche Qualifikation der befähigten Person ist an die Berufsausbildung, die Berufserfahrung und die zeitnahe berufliche Tätigkeit gebunden. Aus diesen Forderungen wird deutlich, dass zur sicherheitstechnischen Beurteilung elektrischer Arbeitsmittel dem Grundsatz nach die Qualifikationsmerkmale einer Elektrofachkraft im entsprechenden Tätigkeitsbereich vorliegen müssen.
Elektrotechnisch unterwiesene Personen (EuP) durften nach der Durchführungsanweisung (DA) zum § 5 der BGV/GUV-V A3 unter Verwendung von Prüfgeräten mit eindeutiger Aussage eigenverantwortlich die Wiederholungsprüfung an ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmitteln durchführen.
Dem entgegen fordert die TRBS 1201 , dass die Beurteilung der Prüfergebnisse nur durch eine befähigte Person nach den Abschnitten 2 und 3.3 der TRBS 1203 erfolgen kann!
Dennoch ist es möglich, dass in einem Prüfteam die EuP im Rahmen der Wiederholungsprüfungen elektrotechnische Tätigkeiten übernimmt und damit die befähigte Person unterstützt. Die Verantwortung für die Sicherheit bei den durchzuführenden Arbeiten trägt dabei immer eine Elektrofachkraft. Die Auswertung der Prüfergebnisse unterliegt der Verantwortung der befähigten Person.
Die befähigte Person für die Durchführung von Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss
eine elektrotechnische Berufsausbildung (siehe Anhang 6 ) abgeschlossen haben,
ein abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik,
eine andere für die vorgesehenen Prüfaufgaben vergleichbare elektrotechnische Qualifikation nachweisen.
Der Arbeitgeber/Unternehmer hat zu prüfen,
ob ein Nachweis vorliegt, der die relevanten Inhalte der Qualifikation wiedergibt.
4.2 Berufserfahrung
Die befähigte Person muss Erfahrungen im praktischen Umgang mit den zu prüfenden Arbeitsmitteln während eines nachgewiesenen Zeitraumes gesammelt haben. Hierzu legt die TRBS 1203 fest, dass eine mindestens einjährige Erfahrung bei der Errichtung, dem Zusammenbau oder der Instandhaltung von elektrischen Arbeitsmitteln vorliegen muss, um sie für die Prüfungen von elektrischen Arbeitsmitteln zu qualifizieren.
Während der praktischen Tätigkeit muss die befähigte Person Erfahrungen gesammelt haben über die Arbeiten
mit diesen Arbeitsmitteln in Störungs- und Instandsetzungssituationen
bei der Durchführung wiederkehrender oder vergleichbarer Prüfungen sowie bei ihrer Auswertung.
Darüber hinaus muss die befähigte Person in der Lage sein, die Anlässe zu erkennen, die Prüfungen auslösen, zum Beispiel im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung oder aus arbeitstäglicher Beobachtung.
Nach Abschnitt 3.3 der TRBS 1203 verfügen Personen mit der in Anhang 2 (siehe Anhang 6 ) aufgeführten Berufsausbildung in der Regel über die erforderliche Berufserfahrung für befähigte Personen für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen gefahren im jeweiligen Tätigkeitsfeld.
Die befähigte Person muss eine zeitnahe berufliche Tätigkeit (siehe Anhang 6 ) entsprechend der Prüfaufgabe ausgeübt haben. Das bedeutet, dass die Berufserfahrung praxisnah und aktuell sein muss.
Sie muss über die für die vorgesehenen Prüfaufgaben im Einzelnen erforderlichen Kenntnisse der Elektrotechnik sowie der relevanten technischen Regeln verfügen.
Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die befähigte Person sich angemessen weiterbildet, um die vorhandenen Kenntnisse, z. B. über Mess- und Prüfverfahren, zu aktualisieren. In Abhängigkeit von der Prüfaufgabe kann die Weiterbildung z. B. durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch erfolgen.
Die befähigte Person unterliegt bei ihrer Prüftätigkeit keinen fachlichen Weisungen und darf wegen dieser Tätigkeit nicht benachteiligt werden (§ 2 Abs. 7 Satz 2 BetrSichV). Die befähigte Person ist verantwortlich für den Prüfumfang, die Prüfdurchführung sowie die Bewertung der Ergebnisse. Die Ergebnisse dienen dem Arbeitgeber/Unternehmer als Grundlage zur Präzisierung der Gefährdungsbeurteilung und können damit zur Optimierung der Prüffristen beitragen.
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, 6 Auswertung und Prüffristen
6 Auswertung und Prüffristen
In der Vergangenheit wurden Richtwerte für Prüffristen in Vorschriften und Regelwerken genannt.
Seit Inkrafttreten der Betriebssicherheitsverordnung gibt es vielfach Unsicherheiten im Umgang mit Prüffristen, da diese Verordnung keine Prüffristen vorgibt.
Ein Fehlen vorgegebener Prüffristen bedeutet aber auf keinen Fall, dass diese willkürlich festgelegt werden können.
Das Festlegen der Prüffristen ist ein wesentlicher Teil der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 ArbSchG, § 3 BetrSichV und § 3 BGV/GUV-V A1.
Arbeitsmittel unterliegen bei der Benutzung schädigenden Einflüssen, wie z. B. nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, Schmutz-/ Staubeinwirkungen, Feuchtigkeit/Nässe, Korrosion, Öle, Fette, Säuren, Laugen, rauer Betrieb, mechanische Beanspruchungen, elektrische, chemische und thermische Einflüsse.
Einige der vorgenannten Einflüsse können auch bei der Lagerung von Arbeitsmitteln negative Auswirkungen haben.
Die Notwendigkeit, gefährdungsbezogene Prüffristen unter Berücksichtigung der konkreten Arbeitsmittelbenutzung zu ermitteln, setzt eine umfangreiche Bewertung der Arbeitssituation voraus.
Dabei können die nachfolgenden Kriterien herangezogen werden:
Herstellerhinweise,
Benutzungsdauer und -häufigkeit,
mechanische, chemische und thermische Beanspruchungen,
Witterungs- und Umwelteinflüsse,
Verschleiß und Schädigung des Arbeitsmittels,
Ausfallverhalten des Arbeitsmittels,
Unfallgeschehen mit vergleichbaren Arbeitsmitteln,
Qualifikation und Erfahrung der Benutzer.
Bei der Festlegung von Prüffristen kann sich der Arbeitgeber/Unternehmer an den Beispielen aus Abschnitt 3.5.2 der TRBS 1201 sowie an den berufsgenossenschaftlichen Empfehlungen, z. B. Durchführungsanweisung zu § 5 Prüfungen BGV/GUV-V A3 sowie an den entsprechenden Abschnitten der BGI 594 und BGI 608 orientieren, da diese auf umfangreichen Ermittlungen basieren.
Siehe auch Anhang 2
"Auszug aus TRBS 1201"
Zur Ermittlung der Prüffrist für elektrische Arbeitsmittel lässt die TRBS 1201 bei den technischen Prüfungen auch die Möglichkeit der Prüfung mit datentechnisch verknüpften Messsystemen z. B. Online-Überwachung mit der Maßgabe einer zeitnahen Instandhaltung zu. Elektrische Arbeitsmittel gelten dann als ständig überwacht, wenn sie von Elektrofachkräften instand gehalten werden und durch messtechnische Maßnahmen überwacht werden. Dabei muss sichergestellt sein, dass durch Instandhaltung und messtechnische Maßnahmen Schäden rechtzeitig entdeckt und behoben werden können.
Die Prüffrist muss so festgelegt werden, dass das Arbeitsmittel nach den allgemein zugänglichen Erkenntnisquellen, betrieblichen Erfahrungen oder auf Basis spezifischer Nachweise im Zeitraum zwischen zwei Prüfungen sicher benutzt werden kann.
Die Festlegung der Prüffristen ist in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Diese sind auf Grundlage der Ergebnisse und der Auswertungen der wiederkehrenden Prüfungen gegebenenfalls anzupassen.
Für die Einhaltung und Richtigkeit der Prüffristen ist der Arbeitgeber/Unternehmer verantwortlich.
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, 7 Dokumentation und Kennzeichnung
7 Dokumentation und Kennzeichnung
Zur Dokumentation der Prüfergebnisse ist die Aufzeichnung von Messwerten und Messverfahren sinnvoll. Durch ein längerfristiges Aufbewahren lassen sich Veränderungen des Zustandes der Arbeitsmittel darstellen und Prüffristen bestätigen oder korrigieren.
Beispiele für Prüfprotokolle: siehe Information "Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel - Praxistipps für den Prüfer" (BGI/GUV-I 5090),
Bestandteil der Dokumentation ist auch die Festlegung der Prüffrist, z. B. in Form des nächsten Prüftermins, durch die befähigte Person.
Der Nachweis dazu kann z. B. durch Registrierung in
einer Gerätekartei,
einem Prüfprotokoll,
einem Prüfbuch,
Um auch dem Benutzer die Mitwirkung bei der Überwachung der Prüffrist zu ermöglichen, ist die zusätzliche Dokumentation durch Aufbringen einer Plakette mit dem nächsten Prüftermin auf dem Arbeitsmittel sinnvoll. Gleichermaßen kann damit die Kategoriekennzeichnung K1/K2 nach "Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbedingungen" (BGI 600) erfolgen.
Neben der sichtbaren Kennzeichnung bieten am Prüfling angebrachte Transponder (RFID) die Auslesemöglichkeit aller zugeordneten Daten. Hier lassen sich auch die Prüfergebnisse hinterlegen.
Die Erfassung sämtlicher Prüflinge bringt gleichzeitig den Vorteil einer detaillierten Inventarisierung der ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmittel mit sich.
Die Dokumentation der Prüfergebnisse ist mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren!
Bild 2: Beispiel für eine Prüfplakette
Bild 3: Beispiel für eine Prüfbanderole zur Befestigung an der Leitung
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Anhang 1: Vorschriften und Regeln
Nachstehend sind die in dieser Information aufgeführten Vorschriften, Bestimmungen und Regeln zusammengestellt:
Buchhandel oder Internet (z.B. www.gesetze-im-internet.de )
1201 Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
1203 Befähigte Personen
bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger oder unter www.dguv.de
3.1 Vorschriften
"Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1)
"Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV/GUV-V A3)
"Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR/GUV-R 500)
"Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung" (BGI 594)
"Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbereichen" (BGI 600)
"Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen" (BGI 608)
"Wiederkehrende ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel - Praxistipps für den Prüfer" (BGI/GUV-I 5090)
VDE-Verlag GmbH, Postfach 12 23 05, 10591 Berlin
DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600): 2008-06
Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 6: Prüfungen (IEC 60364-6: 2006, modifiziert); Deutsche Übernahme HD 60364-6: 2007
DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100): 2009-10
DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1): 2007-06
Sicherheit von Maschinen - Elektrische Ausrüstung von Maschinen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 60204-1: 2005, modifiziert); Deutsche Fassung EN 60204-1: 2006
Normen der Reihe DIN VDE 0404 (VDE 0404)
Prüf- und Messeinrichtungen zum Prüfen der elektrischen Sicherheit von elektrischen Geräten
Normen der Reihe DIN EN 61557 (VDE 0413)
Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1000 V und DC 1500 V
- Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen -
DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4): 2007-09
Lichtbogenschweißeinrichtungen -
Teil 4: Inspektion und Prüfung während des Betriebes
DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702): 2008-06
- Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte
- Allgemeine Anforderungen für die elektrische Sicherheit
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Anhang 2: Auszug aus TRBS 1201 (Ausgabe 09.12.06)
Auszug aus TRBS 1201 (Ausgabe 09.12.06)
Beispiel: Elektrische Arbeitsmittel
Zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes werden elektrische Arbeitsmittel in bestimmten Zeitabständen geprüft.
Als Maß für die ausreichende Bemessung von Prüffristen für elektrische Arbeitsmittel kann die festgestellte Abweichung vom Sollwert herangezogen werden (Fehlerquote). Aufgrund von Betriebserfahrungen und arbeitsmittelbezogenen Fehlerquoten haben sich folgende Richtwerte für Prüffristen von elektrischen Arbeitsmitteln bewährt, z. B.:
Bisher bewährte Prüffrist für ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel: soweit erforderlich, jedoch mindestens jährlich.
Vergleich mit der eigenen betrieblichen Situation (Beurteilung der konkreten Gefährdung):
Betriebliche Situation Mögliche Auswirkung auf die Prüffrist
handgeführte elektrische Arbeitsmittel und andere während der Benutzung bewegte oder ähnlich stark beanspruchte elektrische Arbeitsmittel, Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen mit Steckvorrichtungen, Verkürzung der Prüffrist (auf die Hälfte)
wie oben, aber auf Baustellen erhebliche Verkürzung der Prüffrist (auf ein Viertel)
bewegliche Leitungen mit Stecker und Festanschluss, Anschlussleitungen mit Stecker in Büros oder unter ähnlichen Bedingungen Verlängerung der Prüffrist (Verdoppelung)
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Anhang 4: Beispiel einer Checkliste zum Besichtigen von Arbeitsmitteln
Beispiel einer Checkliste zum Besichtigen von Arbeitsmitteln
Besichtigungsmerkmale "Zustand des Prüflings"
Prinzipielle Eignung des Arbeitsmittels für den Einsatzbereich (vergleiche auch BGI 600)
Kennzeichnung K1 ; K2
An Stecker/Leitungskupplung:
Stecker- oder Kupplungsgehäuse ohne Deformierung oder Beschädigung,
Keine Abnutzungen, Lockerungen, Brüche oder thermische Schäden an Steckerstiften,
Schutzkontakte frei von Korrosion, Verbiegungen oder Brüchen.
Wirksamkeit der Zugentlastungen,
Biege- und Knickschutzteile vorhanden und unbeschädigt,
Übereinstimmung von Schutzklasse und Anschlussleitung/Stecker, ggf. Kupplung,
Querschnittbemessung ausreichend.
An Gehäuse/Körper:
Wirksamer Berührungsschutz ausreichend, Schutzart mind. IP 2X oder höher,
Schutzart der Gehäuse oder Verkleidungen nicht durch Beschädigung oder Einbeulung beeinträchtigt,
Keine unzulässigen Eingriffe und Änderungen, Einritzungen und Abnutzungen,
Gehäuse ohne Bruchschäden,
Unbeschädigte Isolierungen/Isolierteile, z. B. von außen zugängliche Schleifkohlenhalter,
Keine Anzeichen von Überlastung oder unsachgemäßem Gebrauch,
Keine übermäßige Verschmutzung, Korrosion, Feuchtigkeit, leitfähige Ablagerungen,
Kühlöffnungen frei, erforderliche Luftfilter vorhanden,
Keine Schäden an Schalter, Schalterarretierungen, Stellteilen, Betätigungseinrichtungen, Meldeleuchten usw.,
Ordnungsgemäße Bestückung mit Sicherungen, Lampen oder dergleichen,
Ordnungsgemäß montierte und funktionstüchtige mechanische Schutzvorrichtungen,
Keine sonstigen mechanischen, chemischen oder thermischen Beeinträchtigungen,
Lesbarkeit von Typschild und Aufschriften, die der Sicherheit dienen, z. B. Warnsymbole, Schutzklasse, Schutzart, Kenndaten von Sicherungen, Schalterstellungen an Trenn- u. Wahlschaltern, Kategorie-Kennzeichnungen / für Einsatzbereiche usw.
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Anhang 5: Übersicht des Prüfumfangs und der sicherheitstechnischen Grenzwerte
Übersicht des Prüfumfangs und der sicherheitstechnischen Grenzwerte
Arbeitsmittel der Schutzklasse (SK) I II III
Messen des Schutzleiterwiderstandes Für Leitungen mit einem Bemessungsstrom ≤ 16 A
bis 5 m: ≤ 0,3 Ω,
7,5 m: zusätzlich 0,1 Ω;
Für Leitungen mit höheren Bemessungsströmen gilt der berechnete ohmsche Widerstandswert — —
Messen des Isolationswiderstandes ≥ 1 MΩ;
≥ 2 MΩ für den Nachweis der sicheren Trennung (z. B. Trafo);
≥ 0,3 MΩ bei Geräten mit Heizelementen ≥ 2 MΩ ≥ 0,25 MΩ
Messen des Schutzleiterstromes ≤ 3,5 mA
an leitfähigen Bauteilen mit PE-Verbindung.
1 mA/kW bis max. 10 mA bei Geräten mit Heizelementen P > 3,5 kW — —
Messen des Berührungsstromes ≤ 0,5 mA
an leitfähigen Bauteilen ohne PE-Verbindung ≤ 0,5 mA
an leitfähigen Bauteilen —
Messen der Ausgangsspannung Leerlaufspannung an Ladegeräten, Netzteilen (ggf. PELV), Stromerzeugern, Kleinspannungserzeugern (SELV) usw.
Erproben Funktion von Sicherheitseinrichtungen und Funktionsprobe
Dokumentieren, Auswerten und Prüffrist festlegen
DGUV Information 203-071: Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel, Anhang 6: Übersichtstabelle zur befähigten Person "Elektrische Gefährdung" (Auszug aus Anhang 2, TRBS 1203)
Übersichtstabelle zur befähigten Person "Elektrische Gefährdung" (Auszug aus Anhang 2, TRBS 1203)
Elektrische Gefährdung elektrotechnische Berufsausbildung (z. B. Elektroniker der Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik oder Informations- und Telekommunikation-
stechnik, Systemelektroniker, Informationselektroniker Schwerpunkt Bürosystemtechnik oder Geräte- und Systemtechnik, Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik sowie vergleichbare industrielle Ausbildungen) oder abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik oder eine andere für die vorgesehene Prüfaufgabe ausreichende elektrotechnische Qualifikation
(Abschnitt 3.3) aktualisiert Kenntnisse zur Elektrotechnik, z. B. durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch;
Prüfung elektrischer Betriebsmittel in der Industrie, z. B. in Laboratorien, an Prüfplätzen
Webcode: M1492-1