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Timestamp: 2020-08-03 10:10:20
Document Index: 93827500

Matched Legal Cases: ['Art. 116', 'Art. 116', 'Art. 116', 'Art 116', '§ 4', 'Art. 116']

recht.de :: Thema anzeigen - Deutsch?
Verfasst am: 19.06.06, 18:49 Titel: Deutsch?
beim Lesen meines Bundespersonalausweises ist mir gerade aufgefallen, das dort - genau wie in meinem RP unter Staatsangehörigkeit : Deutsch zu lesen ist.
Deutsch aber ist ein Adjektiv...Warum steht da den nicht "Deutscher" ?
Hab ich früher mal wo nicht aufgepasst - und - warum fällt mir das eigentlich so spät auf ? Der jüngste bin ich nicht mehr.
Jibbet einen der mir doofen das erklären kann?
Verfasst am: 19.06.06, 19:00 Titel:
Grammatikalisch richtige Antwort:
Oder kurz: Deutsch.
Verfasst am: 19.06.06, 19:01 Titel:
Frage: Welche Staatsangehörigkeit?
Antwort: Die deutsche.
Kurz: DEUTSCH
Schließtlich steht da nicht: Landsmann?
EDIT: Wer zu spät kommt...
Verfasst am: 19.06.06, 19:02 Titel:
Mach mehr Fingerübungen Pille!
Verfasst am: 19.06.06, 19:05 Titel:
Weil weder der BPA noch der Reisepass einen Nachweis über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit noch der Rechtsstellung nach Art. 116 GG darstellen, man aber andererseits das nichtwssende Ausland nicht mit diesen Feinheiten und Besonderheiten des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts belästigen wollte (was selbst den gewöhnlichen Durchschnitts-Deutschen an den Rand der Verzweiflung treibt, insbesondere die Doitsch-Rufer )hat man sich dafür entschieden, das Adjektiv zu benutzen
Korrekter wäre die Bezeichnung Deutscher" (beide Alternativen des Art. 116 GG ) gewesen
Zuletzt bearbeitet von Ronny1958 am 19.06.06, 19:08, insgesamt 1-mal bearbeitet
Verfasst am: 19.06.06, 19:07 Titel:
oje, ich wollte kein Wettrennen veranstalten...grinst...
Verfasst am: 19.06.06, 20:21 Titel:
*evtl. OT, interessiert mich aber schon sehr lange*
Warum schreiben eigentlich so viele Deutsche ( ) in Fragebögen bei "Staatsangehörigkeit?" "deutsch" rein und nicht - wie es imo richtig ist - BRD oder Deutschland?
Verfasst am: 20.06.06, 07:29 Titel:
BRD ist keine Staatsangehörigkeit.
Die ist und bleibt DEUTSCH
Deutschland ist das Land, in dem die Leute mit deutscher Staatsangehörigkeit leben.
Verfasst am: 20.06.06, 08:34 Titel:
evtl. auch OffTopic, aber:
Das Kürzel BRD ist keine geschützte Abkürzung
Man könnte es also auch für BananenRepublikDeutschland verwenden
Verfasst am: 20.06.06, 08:40 Titel:
Hm, sehe ich nicht so. Die Nationalität ist deutsch. Ich lebe aber im Staat BRD oder Deutschland.
Sollte ich das wirklich jahrelang falsch gesehen/gemacht haben?
Verfasst am: 20.06.06, 09:01 Titel:
Die Nationalität ist deutsch. Ich lebe aber im Staat BRD oder Deutschland
Jetzt wollen wir mal pienzen:
Der Staat ist die Bundesrepublik Deutschland
Die Volkszugehörigkeit ist deutsch , meinetwegen auch die Nationalität (weniger gebräuchlicher Begriff)
Die Staatsangehörigkeit wäre zutreffender :
da dieser Begriff beide Varianten des Art. 116 GG umfasst. Die wenigsten im Inland geborenen (Abstammungs-)Deutschen haben einen Nachweis über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit in Händen, als da wären:
Weder BPA noch Pass sind Nachweise sondern können allenfalls als widelegbare Indizien über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit angesehen werden.
Der BPA ist einem Deutschen auszustellen, für den RP gilt das Gleiche.
Deutscher ist qua definitionem im Art 116 Abs. 1 GG:
wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit im Gebiet des deutschen Reiches in den Grenzen vom 31.12.1937 Aufnahme gefunden hat.
Daneben sind auch noch Deutsche die Spätaussiedler im Sinne des § 4 Abs. 3 BVFG, bzw. ihre Abkömmlinge und ggf. (mit Einschränkungen) ihre Ehegatten
Seltsam ?, aber so steht es geschrieben
Verfasst am: 20.06.06, 09:25 Titel:
Jetzt wird mir einiges klarer. Ich habe diese Unterscheidung von "früher" übernommen:
Allerdings: Auch im Staatsbürgerschaftsgesetz ist, wie im GG, von "deutscher Staatsangehörigkeit" die Rede:
Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik hat folgendes geschrieben::
Hier wurde also definiert, wer "Staatsbürger" ist, wohingegen das GG definiert, wer "Deutscher" ist.
Verfasst am: 20.06.06, 10:04 Titel:
Sie leben im deutschen Staat. Da es nur einen gibt (Highlander-Prinzip), ist der Name des Staates irrelevant.
Man überlege auch die Konsequenzen: wenn die BRD morgen umfirmiert und sich "Freie Republik Tomanien" nennt, werden doch die bisherigen "BRD-Bürger" nicht auf einmal staatenlos, weil es den Staat, der in ihren Dokumenten steht, nicht mehr gibt.
Im übrigen handhaben das viele andere Staaten auch so (Belgien zum Bleistift).
Verfasst am: 20.06.06, 10:24 Titel:
Schon klar, aber wußten Sie auch, dass die Staatsbürgerschaft der DDR spätestens seit dem TESO-Beschluß des BVerfG Anfang der 70er Jahre automatisch auch die (gesamtdeutsche) Staatsangehörigkeit beinhaltete ?
Westdeutsche Rechtsauffassung war seit 1949:
Es gibt zwei deutsche Staaten auf einem deutschen Boden und nur eine deutsche Staatsangehörigkeit. deswegen auch die "Grenzen vom 31.12. 1937" im Art. 116 GG. Staatsangehörigkeitsrechtlich wurde dieses Gebiet bis zu den 4+2 Verträgen als Inland betrachtet (weswegen in Polen weiterhin deutsche Staatsangehörige geboren werden konnten oder auch trotz Erwerb der polnischen StAng durch Erklärung die deutsche nicht verloren).
Bürger der DDR haben gegenüber den westdeutsch-geborenen einen gravierenden Vorteil, falls sie ihren Perso der DDR noch besitzen. Die Aushändigung des Perso der DDR war konstitutiv für den Erwerb der Staatsbürgerschaft der DDR und damit auch der deutschen Staatsangehörigkeit. Hingegen hatte die Ausstellung des BPA immer nur deklaratorische Bedeutung.
Wer also den Perso DDR bis zur Wende besaß konnte damit den Nachweis führen , dass er (auch) die deutsche Staatsangehörigkeit besaß.
Auch die sonstigen Erwerbsgründe der Staatsbürgerschaft der DDR wurden anerkannt (Beispiel Vaterschaftsanerkennung weit vor unserer Änderung des StAG) so sie nicht dem ordre public widersprachen
Alles Folge des von MAS benutzten Begriffes "Highlander-Prinzip" welcher mir ausgesprochen treffend scheint
Verfasst am: 20.06.06, 10:35 Titel:
Ja, klar. Das wußte ich. Ich wage sogar mal die Behauptung, daß dies in weiten Teilen der (DDR-) Bevölkerung bekannt war.
Meinen alten Persi habe ich übrigens noch. (Anfang der 90er hatte ich den mal in Konstanz als Pfand für ein Mietfahrrad hinterlegt. Hat mich einige Mühe und die Ablehnung finanziell durchaus lukrativer Angebote gekostet, den wieder in die Hand zu bekommen )