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Timestamp: 2019-09-23 00:50:31
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Matched Legal Cases: ['§ 1631', '§ 1631', '§ 5', '§ 5', '§1631', '§ 1631', '§ 1631']

§ 1631 BGB – Beschneidung des Jungen - recht.de
Beitrag von Sternenklar » 28.08.19, 14:46
§ 1631 d – Beschneidung BGB
Im GG steht allerdings in Artikel 4:
Demnach wäre die Beschneidung an einem Kinde nach dem GG rechtswidrig.
Begründung meiner Behauptung
Religionsfreiheit bedeutet, und kann nur bedeuten, dass der einzelne Mensch, für sich die Freiheit hat, über seine Religion oder Religionswunsch zu bestimmen. Es bedeutet aber nicht, dass jemand die Freiheit hat über einen anderen zu Bestimmen. Natürlich hat demnach auch niemand die Freiheit einem anderen per schwerer Körperverletzung lebenslange religiöse Merkmale zuzufügen.
Kein Mensch darf in die diesbezügliche Freiheit (relegiöse Selbstbestimmung/Freiheit) eines anderen Menschen eingreifen. Weder per Drohung (psychisch) noch physisch (per vorauseilendem, religiös begründeten chirurgischen Eingriff).
Mit der Beschneidung, ohne mündige Zustimmung des betroffenen Individuums, wird dem Betroffenen ein lebenslanges, nicht wieder korrigierbares, religiöses Merkmal gesetzt.
Zusätzliche Fragen und die Bitte um Stellungnahme an die Rechtsexperten hier:
Bis zu welchem Lebensjahr darf man ein Kind/Mensch ohne mündige Zustimmung beschneiden??? Das muss doch klar geregelt sein. Aber wo?
Beitrag von Celestro » 28.08.19, 14:55
Religionsfreiheit bedeutet, und kann nur bedeuten, dass der einzelne Mensch, für sich die Freiheit hat, über seine Religion oder Religionswunsch zu bestimmen. Es bedeutet aber nicht, dass jemand die Freiheit hat über einen anderen zu Bestimmen.
Demnach wäre auch die Taufe rechtswidrig, korrekt?
ab 14 dürfte es spätestens auf die Zustimmung des Kindes ankommen.
Beitrag von ktown » 28.08.19, 15:14
Hhhhhhm und sowas in unserem christlichen Abendland, wo jeder Priester die Lightversion des Waterboarding mit Säuglingen durchführt. und somit jedem Kind mit jedem Moment in unserer Gesellschaft (Kindergarten, Grundschule usw.) die christliche Lehre aufgedrückt wird.
Beitrag von Sternenklar » 28.08.19, 18:01
Danke erstmal für den § 5, religiöse Kindererziehung. Kannte ich nicht.
Nach der Vollendung des vierzehnten Lebensjahrs steht dem Kinde die Entscheidung darüber zu, zu welchem religiösen Bekenntnis es sich halten will. Hat das Kind das zwölfte Lebensjahr vollendet, so kann es nicht gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen werden"
Kollidiert dieser Paragraph 5 denn nicht damit, wenn man dem Kind vor dem 14. Lebensjahr mittles einer schweren Körperverletzung ein lebenslanges körperliches, religiöses Merkmal beifügt? Ein Merkmal, dass nicht mehr korrigierbar ist, wenn das Kind ab dem 14. Lebensjahr eine andere Entscheidung trifft.
Nach der Logig des § 5 dürfte eine Beschneidung doch erst ab dem 14. Lebensjahr und nur mit Zustimmung des Kindes (ohne jeglichen Druck auf den Jugendlichen auszuüben) durchgeführt werden.
Eine Taufe hinterlässt überhaupt keine Blessuren oder körperliche Veränderungen, die das Kind oder später den Erwachsenen zeitlebens religiös kennzeichnet und lebenslänglich mit sich herumtragen MUSS.
Beitrag von ktown » 28.08.19, 18:50
Aha. Mir war nicht bewusst, dass jeder beschnittene Mann nur aus religiösen Gründen beschnitten ist.
Eine Taufe hinterlässt überhaupt keine Blessuren oder körperliche Veränderungen
Aha. Kaltes Taufwasser kann den Täuflingen einen seelischen Schock fürs Leben versetzen. Die Grenze von der seelischen Grausamkeit zur Körperverletzung ist bekanntlich fließend. Auch die Gefahr eines unvorhergesehenen Taufwasserverlaufs ist nicht unterschätzen. Ein Baby hat sich schnell verschluckt, zumal es ja beim Taufvorgang zu empörtem Schreien neigt. Ganz zu schweigen von den seelischen Verlustängsten die das Baby durch das Wegnehmen durch den Taufpaten erleiden kann.
Daher ist beim Vorgang der Taufe vielleicht keine offensichtliche Verletzung zu erkennen. Die seelischen Verletzungen werden in unserer Gesellschaft, gerade bei der Kirche, gerne als lächerlich abgetan.
Beitrag von Sternenklar » 28.08.19, 20:32
Wir können das Thema Taufe gerne vertiefen. Allerdings zu einem anderen Zeitpunkt, wenn ein entsprechendes Thema eröffnet worden ist. Eins nach dem anderen.
Ich habe das Thema Beschneidung (§1631 BGB) ausgewählt! Genau darüber möchte ich mit Juristen kommunizieren.
Deshalb wiederhole ich noch mal meine Ausführung:
Beitrag von ktown » 28.08.19, 21:00
Warum sehen sie die Beschneidung als schwerwiegender an, als eine Taufe und wieso passt der Vergleich der Vorgehensweisen der Kirchen in Deutschland mit denen der Juden nicht in die Diskussion?
Leider haben sie hierauf
Mir war nicht bewusst, dass jeder beschnittene Mann nur aus religiösen Gründen beschnitten ist.
auch noch keine Antwort gegeben.
Beitrag von Nordland » 28.08.19, 21:30
Interessant, wie einige hier aus vorauseilender Unterwürfigkeit schon einmal eine gefährliche Körperverletzung verteidigen. Glaubt ihr wirklich, mit euren gesammelten Fleißkärtchen ungeschoren davon zu kommen, wenn es soweit ist?
Passend dazu sind das die selben, die den Eltern eines Schulkindes das Recht absprechen, ihr Kind frei von religiöser Indoktrinierung zu halten. Das ist unsere Ideologie im Jahr 2019: "Bunt" und Multikulti, dass die Vorhaut nur so knallt, und keiner darf sich der Begeisterung dafür entziehen.
Die rechtlichen Aspekte wurden übrigens im damaligen Thread schon debattiert.
Beitrag von Sternenklar » 28.08.19, 21:56
Es gibt in Deutschland den § 1631 BGB. Über diesen möchte ich singular mit Juristen kommunizieren. Ich möchte derzeit aber nicht über die Taufe oder andere Dinge kommunizieren. Eins nach dem anderen.
"Mir war nicht bewusst, dass jeder beschnittene Mann nur aus religiösen Gründen beschnitten ist."
Zu dieser, Ihrer Anmerkung möchte ich sagen, dass mein bisheriger Kenntnisstand der war, dass die Beschneidung in Deutschland nur aus religiösen oder medizinisch indizierten Gründen durchgeführt werden darf.
Auf Grund Ihrer Anmerkungen habe ich jetzt noch mal genau nachgeschaut und bin etwas verblüfft. Der Paragraph erwähnt nämlich nichts von Beschneidung aus religiösen Gründen.
Da der § 1631d also nichts genaueres beschreibt, dürften demnach alle Eltern eines Jungen in Deutschland, ohne jegliche Begründung, ihr Kind bis zum 14. Lebensjahr ohne Angabe von Gründen beschneiden lassen.
Beitrag von Celestro » 28.08.19, 22:43
1.) Wie kommen Sie auf "schwere Körperverletzung"?
2.) Wie kommen Sie darauf, das hier etwas kollidiert. Wenn ein § sagt, ab 14 Jahren geht nichts mehr ohne Einverständnis des Kindes und ein anderer § regelt die Zeit davor, dann kollidiert da erst einmal nichts. Und im Rahmen der Religionsfreiheit kann sich das Kind ab 14 dann seinen Glauben aussuchen. Wobei man sowohl atheistisch, wie auch evangelisch, katholisch etc. auch beschnitten sein kann.
Ich würde jedenfalls nicht zu 100% davon ausgehen, daß die hier
beschriebene "nicht Einsichts- und Urteilsfähigkeit" von der Altersgrenze auf die Religionsausübung passt.
War ja klar, das irgendwann im Forum wieder so ein totaler Nordland-Mumpitz auftauchen würde. Bitte mal zeigen, wo hier irgendjemand eine gefährliche Körperverletzung verteidigt.
Und in den Sätzen danach wird es nicht besser. War aber auch nicht zu erwarten ....
Beitrag von Evariste » 28.08.19, 23:20
Das ist korrekt. Wie sich in der Debatte damals herausgestellt hat, ist die Sache mit der Begründung gar nicht so einfach. Wie beweist man das Bestehen einer religiösen Motivation? Es gibt keine "muslimische Religionsgemeinschaft", der man angehört oder auch nicht, wie es etwa bei Katholiken der Fall ist. Und selbst wenn, dürfte dann ein aus dieser Gemeinschaft ausgetretenes Elternpaar keine religiösen Motive mehr geltend machen? Zum anderen sind die Grenzen zwischen religiöser Motivation und "das macht man bei uns halt so" (also der kulturelle Einfluss) fließend. Hier wären die Aleviten zu nennen - oder auch die US-Amerikaner(!). In den USA sind nämlich ca. 70% der Männer beschnitten - und das sind nicht alles Juden und Muslime.
Immerhin schreibt das Gesetz vor, dass die Beschneidung nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt werden muss und als "Notbremse" für besondere Fälle, dass sie das Kindeswohl nicht gefährden darf.
Beitrag von ktown » 29.08.19, 06:05
Beitrag von windalf » 29.08.19, 07:18
Wobei man sowohl atheistisch, wie auch evangelisch, katholisch etc. auch beschnitten sein kann.
Blöd fürs Kind nur, dass es sich dann nicht mehr zum Beispiel katholisch und "nicht beschnitten" aussuchen kann. Diese Wahl hat man dem Kind dann zuvor genommen...
Beitrag von Celestro » 29.08.19, 08:40
29.08.19, 07:18
Das Kind hat letztlich ggf. auch keinen Einfluss auf die Wahl der weiterführenden Schule. Manche Dinge sind nun einmal so. Und wie schon deutlich gemacht hat beschnitten zu sein, keinen negativen Einfluss auf "katholisch". Demnach kann man dies auch komplett weg lassen (weil ja eben auch nicht nur aus religiösen Gründen beschnitten wird).
Beitrag von windalf » 29.08.19, 09:00
Das Kind hat letztlich ggf. auch keinen Einfluss auf die Wahl der weiterführenden Schule.