Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201990,%20462
Timestamp: 2020-02-17 06:08:56
Document Index: 118626621

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 38', '§ 675', '§ 823', '§ 263', '§ 823', '§ 263', 'BGH']

BGH, 06.02.1990 - XI ZR 184/88 - dejure.org
https://dejure.org/1990,136
BGH, 06.02.1990 - XI ZR 184/88 (https://dejure.org/1990,136)
BGH, Entscheidung vom 06.02.1990 - XI ZR 184/88 (https://dejure.org/1990,136)
BGH, Entscheidung vom 06. Februar 1990 - XI ZR 184/88 (https://dejure.org/1990,136)
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Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte für Ansprüche aus unerlaubter Handlung - Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung bei Warentermindirektgeschäften - Eingehungsbetrug durch Täuschung von Kunden über die Einrichtung eines Omnibus-Kontos - Betrug ...
Haftung des Brokers und des Vermittlers von Warentermingeschäften bei Täuschung des Kunden über Einrichtung eines "Omnibus-Kontos"
NJW-RR 1990, 604
VersR 1990, 524
WM 1990, 462
Den Fahrlässigkeitsvorwurf bezüglich der Aufklärungspflicht über Rückvergütungen für die Zeit nach 1990 hat der Senat (…Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5) im Ausgangspunkt maßgeblich auf die Senatsurteile vom 28. Februar 1989 (XI ZR 70/88, WM 1989, 1047) und vom 6. Februar 1990 (XI ZR 184/88, WM 1990, 462) gestützt.
(2) Darüber hinaus ist in Fällen der vorliegenden Art, in denen mehrere Beteiligte eine unerlaubte Handlung begehen, nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats für alle Teilnehmer das Recht des Ortes maßgeblich, an dem der Haupttäter - hier S. - gehandelt hat, auch wenn der Teilnehmer an diesem Ort nicht selbst tätig geworden ist (vgl. Senatsurteil vom 6. Februar 1990 - XI ZR 184/88, WM 1990, 462, 463;… auch MünchKommEGBGB/Kreuzer, Band 10, 3. Aufl., Art. 38 Rn. 54, 97: einheitliche Beurteilung nach eindeutig feststellbarem Haupttäterstatut;… nach Teilnahmeform differenzierend: von Hein, Das Günstigkeitsprinzip im Internationalen Deliktsrecht, S. 278 ff.: bei Mittäterschaft gesonderte Anknüpfung [aaO S. 281 f.], bei Anstiftung und Beihilfe einheitliche Anknüpfung an das für den Haupttäter maßgebliche Deliktsstatut [aaO S. 282 ff.]).
Der Senat hat aber bereits in den Jahren 1989 und 1990 in zwei Entscheidungen (Urteile vom 28. Februar 1989 - XI ZR 70/88, WM 1989, 1047, 1051 und vom 6. Februar 1990 - XI ZR 184/88, WM 1990, 462, 464) bei vermittelten Warentermingeschäften heimliche Kickback-Vereinbarungen zwischen Anlagenvermittler und Broker missbilligt, den Vermittler zur Herausgabe der Rückvergütungen nach §§ 675, 667 BGB für verpflichtet gehalten und dem Berufungsgericht aufgegeben, Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB zu prüfen.
Schon in den Jahren 1989 und 1990 hat der Bundesgerichtshof in zwei Entscheidungen bei Warentermingeschäften verheimlichte Kick-Back-Vereinbarungen zwischen Anlagevermittler und Broker zu Lasten des Anlegers missbilligt, den Vermittler zur Herausgabe der Rückvergütungen an den Anleger für verpflichtet gehalten und dem Berufungsgericht aufgegeben, Schadensersatzansprüche nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB zu prüfen (…Urteile vom 28. Februar 1989 - XI ZR 70/88 -, WM 1989, S. 1047 und vom 6. Februar 1990 - XI ZR 184/88 -, WM 1990, S. 462 ).
(1) Der erkennende Senat hat zwar erst in zwei Entscheidungen aus den Jahren 1989 und 1990 das Verschweigen von Kickback-Vereinbarungen bei vermittelten Warentermingeschäften beanstandet (Urteile vom 28. Februar 1989 - XI ZR 70/88, WM 1989, 1047, 1051 und vom 6. Februar 1990 - XI ZR 184/88, WM 1990, 462, 464).
Beim Betrugsvorurf liegt folglich ein Begehungsort jedenfalls auch da, wo die Täuschungshandlung einen Irrtum erregt und/oder die - schädigende - Vermögensverfügung ausgelöst hat (vgl. BGH, Urt. v. 6. Februar 1990 - XI ZR 184/88, NJW-RR 1990, 604).
LG Wuppertal, 13.07.2011 - 3 O 20/11
LG Mönchengladbach, 23.05.2001 - 3 O 164/00