Source: http://www.jurablogs.com/2012/01/12/brandstiftung-teilweise-zerstoerung-gewerblich-genutzten-gebaeudes
Timestamp: 2016-12-07 16:26:49
Document Index: 239188887

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 306', '§ 305', '§ 306', 'BGH', '§ 306', 'BGH', '§ 306', 'BGH', '§ 306', 'BGH', 'BGH', '§ 306']

BlogsRechtslupeJanuar 2012Brandstiftung und die teilweise Zerstörung eines gewerblich genutzten GebäudesAuch die teilweise Zerstörung eines zu gewerblichen Zwecken genutzten Gebäudes erfordert eine solche von Gewicht. Sie liegt wie im Fall der teilweisen Zerstörung eines Wohngebäudes regelmäßig erst dann vor, wenn das Gebäude für eine nicht unbeträchtliche Zeit wenigstens für einzelne seiner Zweckbestimmungen oder wenn ein für die ganze Sache zwecknötiger Teil unbrauchbar gemacht wird, ferner dann, wenn einzelne Bestandteile des Gebäudes, die für einen selbständigen Gebrauch bestimmt oder eingerichtet sind, wie etwa eine einzelne Abteilung des Gebäudes, gänzlich vernichtet werden.Die Auslegung des Tatbestandsmerkmals der teilweisen Zerstörung bei den Brandstiftungsdelikten soll sich nach dem Willen des Gesetzgebers auf die Auslegung der gleichlautenden Tatbestandsfassung in den §§ 305, 305a StGB orientieren. Danach ist ein Gebäude im Sinne der §§ 306 Abs. 1, 306a Abs. 1, 2 StGB teilweise zerstört, wenn es für eine nicht unbeträchtliche Zeit wenigstens für einzelne seiner Zweckbestimmungen unbrauchbar gemacht, wenn ein für die ganze Sache zwecknötiger Teil unbrauchbar wird oder wenn einzelne Bestandteile der Sache, die für einen selbständigen Gebrauch bestimmt oder eingerichtet sind, gänzlich vernichtet werden. Dabei muss schon wegen der im Vergleich zu den §§ 305, 305a StGB deutlich höheren Strafdrohung in den §§ 306, 306a StGB eine Zerstörung von Gewicht vorliegen, das jeweilige Objekt also in einem seiner wesentlichen Bestandteile betroffen sein. Die teilweise Zerstörung etwa eines Mehrfamilienhauses hat der Bundesgerichtshof daher nicht schon dann angenommen, wenn Mobiliar zerstört wird, sondern erst dann, wenn eine zu Wohnzwecken bestimmte „Untereinheit“ wegen der Brandlegungsfolgen aus der Sicht eines „verständigen“ Wohnungsinhabers für eine beträchtliche Zeitspanne nicht mehr benutzbar ist. Dabei kann sich die länger andauernde Unbenutzbarkeit auch aus einer starken Verrußung ergeben ...Zum vollständigen Artikel10 verwandte ArtikelBGH: Zur Brandstiftung in einem gewerblich genutzten GebäudeBrandstiftung durch teilweise Zerstörung eines Gebäudes gemäß § 306 Abs. 1 StGBSchwere BrandstiftungBGH: Einschränkende Auslegung des § 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB erforderlich(Strafverteidiger Berlin) BGH vom 17.11.2010: schwere Brandstiftung i.S. des § 306 Abs.2 StGB auch bei längerer Gebrauchsbeeinträchtigung
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