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Timestamp: 2016-10-26 15:31:51
Document Index: 320607632

Matched Legal Cases: ['Art. 58', 'Art. 65', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 114', 'Art. 75', 'Art. 117', 'Art. 100', 'Art. 115', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 113', 'Art. 98', 'BGE', 'Art. 74', 'Art. 98', 'Art. 116', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 158', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 158', 'BGE', 'Art. 158', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'Art. 158', 'BGE', 'Art. 158', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 187', 'Art. 183', 'Art. 185', 'Art. 157', 'Art. 183', 'Art. 183', 'Art. 47', 'Art. 158', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 158', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 183', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE']

4A_336/2013 (10.12.2013)
4A_336/2013 � � Urteil vom 10. Dezember 2013
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 7. Juni 2013.
A.________ erlitt am 27. Januar 2005, am 18. Oktober 2005 und am 5. Juli 2010 Strassenverkehrsunf�lle. Alle drei wurden durch Lenkerinnen von Personenwagen verursacht, deren Halter bei der Versicherung X.________ AG eine Motorfahrzeughaftpflichtversicherung abgeschlossen hatten.
A.________ vertritt den Standpunkt, dass sie aufgrund der drei Auffahrunf�lle, bei welchen sie sich je eine Distorsion (Trauma) der Halswirbels�ule zugezogen habe, bis heute gesundheitlich beeintr�chtigt und erheblich eingeschr�nkt sei. Gest�tzt auf Art. 58 i.V.m. Art. 65 SVG sei die Versicherung X.________ AG hierf�r zivilrechtlich verantwortlich. Vor der allf�lligen Einleitung eines entsprechenden Haftpflichtprozesses ben�tige die Berufungskl�gerin zur Abkl�rung der Beweis- und Prozessaussichten verbindliche fachliche Informationen zur medizinischen Situation im Hinblick auf die Unfallkausalit�t der Beschwerden, deren Umfang und Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit im Beruf und Haushalt sowie die �brigen Lebensbereiche. Hierzu erscheine ein unabh�ngiges polydisziplin�res Gutachten in den Fachdisziplinen Psychiatrie, Rheumatologie, Neurologie inkl. Neuropsychologie und Innere Medizin als geeignet.
B.a.�Am 13. Februar 2013 gelangte A.________ an das Bezirksgericht Winterthur und stellte ein Begehren um vorsorgliche Beweisabnahme in Form eines gerichtlichen Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen der am 27. Januar 2005, am 18. Oktober 2005 und am 5. Juli 2010 erlittenen Unf�lle. Als Bestandteil ihres Begehrens reichte A.________ einen zweiseitigen Fragenkatalog ein.
Mit Verf�gung vom 4. April 2013 trat das Bezirksgericht auf das Begehren von A.________ nicht ein.
B.b.�Dagegen legte A.________ Berufung beim Obergericht des Kantons Z�rich ein.
Mit Urteil vom 7. Juni 2013 wies das Obergericht die Berufung ab und best�tigte die Verf�gung des Bezirksgerichts.
"1. Es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 7.6.2013 aufzuheben.
2. Es sei gem�ss Eingabe vom 13.2.2013 an das Bezirksgericht Winterthur im Rahmen der vorsorglichen Beweisabnahmen ein gerichtliches medizinisches Gutachten zu den Folgen der von der Beschwerdef�hrerin am 21.1.2005, am 18.10.2005 und am 5.7.2010 erlittenen Unf�lle erstellen zu lassen.
3. Eventualiter sei die Vorinstanz oder das Bezirksgericht Winterthur anzuweisen, ein solches Gutachten in Auftrag zu geben."
Die Versicherung X.________ AG beantragt Abweisung der Beschwerde, w�hrend die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtet hat.
Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zul�ssig ist (BGE 138 III 46 E. 1).
1.1.�Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Rechtsmittelentscheid eines oberen kantonalen Gerichts (Art. 113, Art. 114 i.V.m. Art. 75 BGG), ist innert der Beschwerdefrist (Art. 117 i.V.m. Art. 100 BGG) von der mit ihren Rechtsbegehren unterlegenen Partei (Art. 115 BGG) eingereicht worden. Bei der Streitsache handelt es sich um eine Zivilsache (Art. 72 BGG) mit einem Streitwert von weniger als Fr. 30'000.--, womit die Beschwerde in Zivilsachen unzul�ssig (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und die Eingabe der Beschwerdef�hrerin stattdessen als subsidi�re Verfassungsbeschwerde (Art. 113 BGG) entgegenzunehmen ist.
1.2.�Beim vorliegend angefochtenen Entscheid �ber vorsorgliche Beweisf�hrung handelt es sich um einen Entscheid i.S. von Art. 98 BGG (BGE 138 III 46 E. 1.1 S. 46; 133 III 638 E. 2 S. 639). Dagegen kann nur die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden. Damit er�brigt sich die Pr�fung, ob sich vorliegend eine Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung (Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG) stellt und damit die Beschwerde in Zivilsachen trotz eines Streitwerts von weniger als Fr. 30'000.-- ausnahmsweise zul�ssig ist. Denn unabh�ngig davon, ob die Eingabe der Beschwerdef�hrerin als Beschwerde in Zivilsachen oder als Verfassungsbeschwerde entgegengenommen wird, ist die Kognition des Bundesgerichts jedenfalls auf die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte beschr�nkt (Art. 98, Art. 116 BGG), worauf auch die Beschwerdef�hrerin in ihrer Beschwerdeschrift hinweist.
1.3.�Die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen ist, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88; 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 III 439 E. 3.2 S. 444 f.; je mit Hinweisen).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung ihres aus dem rechtlichen Geh�r fliessenden Rechts auf Beweis (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 EMRK), indem die Vorinstanz ihr Gesuch um vorsorgliche Beweisf�hrung abgewiesen hat.
Diese R�ge verf�ngt nicht: Weder Art. 29 Abs. 2 BV noch Art. 6 EMRK gew�hren einen Anspruch auf vorsorgliche Beweisf�hrung; vielmehr geht das Institut der vorsorglichen Beweisf�hrung nach Art. 158 ZPO �ber die verfassungsrechtlichen Vorgaben hinaus. Aus Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 EMRK kann die Beschwerdef�hrerin zum Vornherein keinen Anspruch auf vorsorgliche Begutachtung ableiten.
Die Beschwerdef�hrerin macht sodann eine willk�rliche Anwendung von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO geltend.
3.1.�Willk�rlich ist ein Entscheid nach konstanter Praxis nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint. Willk�r in der Rechtsanwendung liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft; dabei ist erforderlich, dass der Entscheid nicht nur in der Begr�ndung, sondern auch im Ergebnis willk�rlich ist (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.; 134 II 124 E. 4.1 S. 133; 132 III 209 E. 2.1 S. 211; je mit Hinweisen).
3.2.�Art. 158 ZPO regelt die vorsorgliche Beweisf�hrung. Nach Abs. 1 lit. b nimmt das Gericht jederzeit Beweis ab, wenn die gesuchstellende Partei eine Gef�hrdung der Beweismittel oder ein schutzw�rdiges Interesse glaubhaft macht.
3.2.1.�Gem�ss der bundesr�tlichen Botschaft wird mit dem Begriff des schutzw�rdigen Interesses in Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO auf die M�glichkeit Bezug genommen, eine vorsorgliche Beweisf�hrung auch zur Abkl�rung der Beweis- und Prozessaussichten durchzuf�hren. Diese M�glichkeit soll dazu beitragen, aussichtslose Prozesse zu vermeiden (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7221, S. 7315; BGE 138 III 76 E. 2.4.2 S. 81; Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.1, zur Publikation vorgesehen).
3.2.2.�Zur Glaubhaftmachung eines schutzw�rdigen Interesses an einer vorsorglichen Beweisf�hrung gen�gt die blosse Behauptung eines Bed�rfnisses, Beweis- und Prozessaussichten abzukl�ren, freilich nicht. Eine vorsorgliche Beweisf�hrung kann nur mit Blick auf einen konkreten materiellrechtlichen Anspruch verlangt werden, h�ngt doch das Interesse an einer Beweisabnahme vom Interesse an der Durchsetzung eines damit zu beweisenden Anspruchs ab (BGE 138 III 76 E. 2.4.2 S. 81; Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.2, zur Publikation vorgesehen). Die Gesuchstellerin, die sich auf Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO st�tzt, muss daher glaubhaft machen, dass ein Sachverhalt vorliegt, gest�tzt auf den ihr das materielle Recht einen Anspruch gegen die Gesuchsgegnerin gew�hrt, und zu dessen Beweis das abzunehmende Beweismittel dienen kann (BGE 138 III 76 E. 2.4.2 S. 81; Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.2, zur Publikation vorgesehen). Lediglich f�r Tatsachen, die mit dem vorsorglich abzunehmenden Beweismittel bewiesen werden sollen, kann keine eigentliche Glaubhaftmachung verlangt werden, denn sonst w�rde der Zweck von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO, die vorprozessuale Abkl�rung von Beweisaussichten zu erm�glichen, vereitelt. Stellt das abzunehmende Beweismittel das einzige dar, mit dem die Gesuchstellerin ihren Anspruch beweisen kann, muss es gen�gen, dass sie das Vorliegen der anspruchsbegr�ndenden Tatsachen lediglich substanziiert behauptet (BGE 138 III 76 E. 2.4.2 S. 82; Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.2, zur Publikation vorgesehen).
Die Anforderungen an die Glaubhaftmachung d�rfen freilich nicht �berspannt werden, geht es doch beim Verfahren der vorsorglichen Beweisabnahme noch nicht um die Pr�fung der Begr�ndetheit des Hauptanspruchs (Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.2, zur Publikation vorgesehen). Abgesehen von der Glaubhaftmachung eines Hauptsacheanspruchs bzw. der schl�ssigen und substanziierten Behauptung der anspruchsbegr�ndenden Tatsachen, die durch das vorsorglich beantragte Beweismittel bewiesen werden sollen, sind an das Bestehen eines schutzw�rdigen Interesses keine hohen Anforderungen zu stellen. Ein solches w�re namentlich etwa dann zu verneinen, wenn das beantragte Beweismittel untauglich ist, muss doch das vorsorglich abgenommene Beweismittel in einem allf�lligen Hauptprozess verwertet werden k�nnen. Ebenfalls kein Interesse an einer vorsorglichen Beweisf�hrung besteht sodann, wenn es der gesuchstellenden Partei lediglich darum geht, ein bereits vorliegendes, beweistaugliches Gutachten mit einem weiteren Gutachten in Frage zu stellen (Urteil 4A_225/2013 vom 14. November 2013 E. 2.2.2, zur Publikation vorgesehen).
3.3.�Die Vorinstanz hielt zun�chst fest, dass das von der Beschwerdef�hrerin beantragte Gutachten zum Beweis eines allf�lligen Schadens und als Mittel zum Nachweis der nat�rlichen Kausalit�t grunds�tzlich tauglich w�re. Dennoch verneinte sie in der Folge ein schutzw�rdiges Interesse der Beschwerdef�hrerin an einer vorsorglichen Beweisabnahme in Form eines gerichtlichen Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen der am 27. Januar 2005, am 18. Oktober 2005 und am 5. Juli 2010 erlittenen Unf�lle. Dabei unterschied sie zwischen den beiden Unf�llen aus dem Jahr 2005 und dem Unfall vom Juli 2010:
3.3.1.1.�In Bezug auf die Unf�lle vom Januar und Oktober 2005 verwies die Vorinstanz auf ein polydisziplin�res Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstation des Spitals Y.________ vom 4. September 2007 (im Folgenden: MEDAS-Gutachten). Gem�ss den Feststellungen im angefochtenen Entscheid ist dieses im Rahmen eines sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens erstellt worden und �ussert sich umfassend zu den Unf�llen vom 27. Januar 2005 und vom 18. Oktober 2005. Es beantworte einen umfangreichen Fragenkatalog, der in etwa demjenigen entspreche, den die Beschwerdef�hrerin im erstinstanzlichen Verfahren zu Handen der gerichtlich zu bestellenden Sachverst�ndigen vorgelegt habe. Zudem basiere es auf einer vollst�ndigen Anamneseerhebung sowie einer gr�ndlichen, von der Vorinstanz als massgeblich erachteten neurologischen, orthop�dischen, psychiatrischen und internistischen Untersuchung. Die von den Gutachtern gemachten Ausf�hrungen und gezogenen Schl�sse seien aufgrund der Akten nachvollziehbar. Nach Auffassung der Vorinstanz verf�ge die Beschwerdef�hrerin mit dem MEDAS-Gutachten somit bereits �ber ein taugliches Mittel zur Abkl�rung ihrer Beweis- und Prozesschancen, womit ein schutzw�rdiges Interesse an einer vorsorglichen Beweisabnahme in Form eines gerichtlichen Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen der im Jahr 2005 erlittenen Unf�lle entfalle.
3.3.1.2.�Gegen diese Erw�gungen bringt die Beschwerdef�hrerin im Wesentlichen vor, dass das Gericht im Rahmen eines Verfahrens der vorsorglichen Beweisf�hrung keine Beweisw�rdigung vorzunehmen habe, was die Vorinstanz aber getan habe, indem sie die Nachvollziehbarkeit und Schl�ssigkeit des MEDAS-Gutachtens betone.
Diese Kritik geht an der Sache vorbei. Die Vorinstanz hat das Bestehen eines schutzw�rdigen Interesses an der vorsorglichen Erstellung eines weiteren Gutachtens zutreffend verneint mit der Begr�ndung, es liege bereits ein taugliches Gutachten vor:
3.3.1.3.�Dass das vorliegende MEDAS-Gutachten nicht tauglich w�re, in einem allf�lligen Hauptprozess als gerichtliches Gutachten i.S. von Art. 183 ff. ZPO ber�cksichtigt zu werden, macht die Beschwerdef�hrerin zu Recht nicht geltend. In der Lehre wird die (zutreffende) Auffassung vertreten, dass der Zivilrichter ein Gutachten, das von einer anderen Beh�rde in Auftrag gegeben und in einem anderen Verfahren erstattet wurde (z.B. ein im Strafverfahren eingeholtes verkehrstechnisches Gutachten oder eine von einem Sozialversicherungstr�ger veranlasste medizinische Expertise), als gerichtliches Gutachten beiziehen darf. Die Beweistauglichkeit solcher Fremdgutachten wird dadurch nicht in Frage gestellt, dass den Parteien diesbez�glich im Hauptprozess das rechtliche Geh�r zu gew�hren ist, wozu ausser einer Stellungnahme zum Inhalt des Fremdgutachtens (Art. 187 Abs. 4 ZPO) auch die M�glichkeit geh�rt, sich nachtr�glich noch zur Person des Gutachters (Art. 183 Abs. 2 ZPO) zu �ussern und Erg�nzungsfragen (Art. 185 Abs. 2 ZPO) zu stellen (Alfred B�hler, Gerichtsgutachten: Beweismass und Beweisw�rdigung, in: Fellmann/Weber [Hrsg.], HAVE, Der Haftpflichtprozess, T�cken der gerichtlichen Schadenerledigung, 2006, S. 81 f.; ders., Die Beweisw�rdigung, in: Leuenberger [Hrsg.], Der Beweis im Zivilprozess, 2000, S. 84; Lucrezia Glanzmann-Tarnutzer, Der Beweiswert medizinischer Erhebungen im Zivil-, Straf- und Sozialversicherungsprozess, AJP 2005, S. 76; Massimo Pergolis, Medizinische Privat- und Gerichtsgutachten, in: Fellmann/Weber [Hrsg.], HAVE, Der Haftpflichtprozess, T�cken der gerichtlichen Schadenerledigung, 2006, S. 140). Fremdgutachten sind mithin ebenso beweistauglich wie die vom Zivilrichter selbst eingeholten Gutachten, wobei sich ihre Beweiskraft selbstverst�ndlich nach dem Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 157 ZPO) richtet und ein neues Gutachten zu denselben Gutachterfragen angeordnet werden kann, wenn die Feststellungen und Schlussfolgerungen eines Fremdgutachtens einer kritischen W�rdigung nicht standhalten (B�hler, Gerichtsgutachten: Beweismass und Beweisw�rdigung, a.a.O., S. 82; a.M. Markus Schmid, Das sozialversicherungsgerichtliche Beweismittel im Haftpflichtprozess, in: Riemer-Kafka [Hrsg.], Beweisfragen im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren, 2013, S. 153, welcher sozialversicherungsrechtlichen Gutachten nicht die gleiche Beweistauglichkeit wie Gerichtsgutachten nach Art. 183 ff. ZPO zumessen will).
3.3.1.4.�Gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz beantwortet das bereits vorliegende MEDAS-Gutachten im Wesentlichen jene Fragen, welche die Beschwerdef�hrerin in ihrem Gesuch formuliert hat. Dass die Medizinische Abkl�rungsstation des Spitals Y.________ befangen w�re (Art. 183 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 ZPO), macht die Beschwerdef�hrerin nicht geltend. Die Vorinstanz ist damit zu Recht zur Auffassung gelangt, dass bereits ein taugliches Gutachten in Bezug auf die Unf�lle aus dem Jahr 2005 vorliege und die Beschwerdef�hrerin damit kein schutzw�rdiges Interesse an der vorsorglichen Erstellung eines weiteren Gutachtens hat.
3.3.2.1.�In Bezug auf den Unfall vom 5. Juli 2010 f�hrte die Vorinstanz aus, dass das MEDAS-Gutachten vom 4. September 2007 zur Abw�gung der Prozessrisiken nicht gen�ge. Dennoch verneinte die Vorinstanz ein schutzw�rdiges Interesse an einer vorsorglichen Begutachtung. Bez�glich des Unfalles vom Juli 2010 l�gen n�mlich ein �rztlicher Bericht vom 10. November 2010, ein Physiotherapiebericht vom 7. Juli 2011 sowie ein unfallanalytisches Gutachten der Beschwerdegegnerin vom 15. Februar 2011 vor. Diese Unterlagen erm�glichen es der Beschwerdef�hrerin nach Auffassung der Vorinstanz, die Beweis- und Prozessaussichten hinsichtlich des dritten Unfalles abzusch�tzen. Das von der Beschwerdef�hrerin beantragte Gutachten sei hierf�r nicht erforderlich.
3.3.3.�Mit diesen Erw�gungen verkennt die Vorinstanz den Zweck und die Voraussetzungen der vorsorglichen Beweisf�hrung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO. Sie �bersieht, dass die vorsorgliche Beweisf�hrung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO nicht bloss eine vage�
Absch�tzung�der Prozesschancen erm�glichen soll, sondern eine eigentliche�
Abkl�rung�der Prozessaussichten im Allgemeinen und der Beweisaussichten im Besonderen (BGE 140 III 16 E. 2.5). Eine hinreichende Kl�rung der Prozessaussichten kann dabei aber nur mit der vorsorglichen Abnahme von Beweismitteln erreicht werden, welche zum Beweis der anspruchsbegr�ndenden Tatsache tauglich sind und sich auch eignen, im Beweisverfahren eines allf�lligen Hauptprozesses eine tragende Rolle zu spielen. Dies gilt ganz besonders, wenn solche Kl�rung eine Expertise erfordert (BGE 140 III 16 E. 2.5 mit Hinweisen). Nur so lassen sich aussichtslose Prozesse vermeiden, sei dies durch F�rderung der Bereitschaft der Gesuchstellerin, auf Klageerhebung zu verzichten, oder aber der Bereitschaft beider Parteien, sich zu vergleichen.
Dass ein polydisziplin�res Gutachten f�r den vorliegend in Frage kommenden Haftpflichtprozess ein taugliches Beweismittel sein wird, hat die Vorinstanz zu Recht bejaht. Bei den bereits vorhandenen �rztlichen Berichten handelt es sich beweisrechtlich betrachtet um blosse Privatgutachten (BGE 125 V 351 E. 3 b/dd), welche nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 132 III 83 E. 3.4 S. 87 f.; 140 III 16 E. 2.5; vgl. auch BGE 127 I 73 E. 3f/bb S. 82 f.; 125 V 351 E. 3 b/dd). Sie gen�gen daher nicht, um die Prozesschancen zuverl�ssig abkl�ren zu k�nnen. Demgegen�ber strebt die Beschwerdef�hrerin ein gerichtliches Gutachten i.S. von Art. 183 ff. ZPO an. Ein schutzw�rdiges Interesse an der vorsorglichen Abnahme eines solchen Gutachtens l�sst sich daher nicht willk�rfrei verneinen, sofern die Beschwerdef�hrerin glaubhaft gemacht hat, dass ein Sachverhalt vorliegt, gest�tzt auf den ihr das materielle Recht einen Anspruch gegen die Beschwerdegegnerin gew�hrt.
3.3.4.�Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, die Vorinstanz habe Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO willk�rlich angewendet, ist somit teilweise begr�ndet und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, soweit die Vorinstanz das Begehren um vorsorgliche Beweisabnahme in Form eines gerichtlichen Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen des am 5. Juli 2010 erlittenen Unfalles abgewiesen hat.
Den vorinstanzlichen Feststellungen l�sst sich indessen nicht entnehmen, ob die Beschwerdef�hrerin den Sachverhalt, aus dem sie einen Anspruch gegen�ber der Beschwerdegegnerin ableitet, auch hinreichend glaubhaft gemacht hat (vgl. oben E. 3.2.2). Ein reformatorischer Entscheid (Art. 107 Abs. 2 BGG) ist mithin nicht m�glich, womit die Sache zur Pr�fung dieser Voraussetzungen und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen ist.
Bei der allf�lligen Anordnung eines Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen des am 5. Juli 2010 erlittenen Unfalles wird die Vorinstanz darauf zu achten haben, dass die von der Beschwerdef�hrerin vorgeschlagenen Gutachterfragen entsprechend angepasst werden und die beiden Unf�lle aus dem Jahr 2005, f�r welche bereits ein taugliches Gutachten besteht, nicht einbeziehen. Die Beschwerdegegnerin kann dabei durch eigene Fragen oder durch Zusatz- und Erg�nzungsfragen ihren eigenen Standpunkt in das Verfahren einbringen, wobei das Gericht daf�r zu sorgen hat, dass der durch das Gesuch definierte Prozessgegenstand gewahrt bleibt und nicht durch Erg�nzungsfragen erweitert wird. Bei polydisziplin�ren Gutachten kann sich die Beschwerdegegnerin sodann dazu �ussern, welche Fachdisziplinen aufgenommen werden sollen. Der endg�ltige Entscheid �ber die Formulierung der Fragen sowie - bei polydisziplin�ren Gutachten - �ber die Bestimmung der Fachdisziplinen liegt stets beim Gericht (vgl. BGE 139 III 33 E. 4.3 S. 36). Dies gilt ebenso f�r die Auswahl des Gutachters: Die Parteien k�nnen dem Gericht diesbez�glich zwar Vorschl�ge unterbreiten und gegen�ber in Frage kommenden Kandidaten Ausstandsgr�nde vorbringen (Art. 183 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 ZPO), die definitive Wahl des Gutachters und dessen Ernennung ist jedoch Sache des Gerichts. Das Gericht hat mit der Bestimmung der Gutachterfragen, der Fachdisziplinen und der Auswahl des Gutachters f�r die Beweistauglichkeit des Gutachtens zu sorgen.
Die Kosten f�r das Verfahren und ein allf�lliges Gutachten wird gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Gesuchstellerin (hier also die Beschwerdef�hrerin) zu tragen haben (BGE 140 III 30 E. 4). Blosse Zusatz- oder Erl�uterungsfragen, die Bestandteil der von der Gesuchstellerin verlangten Beweisf�hrung bilden, l�sen keine Kostenpflicht der Gesuchsgegnerin aus (dazu eingehend BGE 139 III 33 E. 4 S. 34 ff.).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens, bei dem keine der Parteien vollumf�nglich durchdringt, scheint es gerechtfertigt, die Gerichtskosten den Parteien je zur H�lfte auferlegt und keine Parteientsch�digung zuzusprechen.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird das angefochtene Urteil aufgehoben, soweit das Begehren um vorsorgliche Beweisabnahme in Form eines gerichtlichen Gutachtens zur Frage der medizinischen Dauerfolgen des am 5. Juli 2010 erlittenen Unfalles abgewiesen wurde. Die Sache wird zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Parteien je zur H�lfte auferlegt.