Source: http://www.lexetius.com/AktG/104
Timestamp: 2018-01-17 03:29:43
Document Index: 263296910

Matched Legal Cases: ['§ 104', '§ 104', '§ 3', '§ 96', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 104', '§ 105']

[Titelei] [Inhalt] [Quellen] [<] § 104 AktG [>]
Paragraf 104. Bestellung durch das Gericht
1§ 104. Bestellung durch das Gericht.
(1) [1] Gehört dem Aufsichtsrat die zur Beschlußfähigkeit nötige Zahl von Mitgliedern nicht an, so hat ihn das Gericht auf Antrag des Vorstands, eines Aufsichtsratsmitglieds oder eines Aktionärs auf diese Zahl zu ergänzen. [2] Der Vorstand ist verpflichtet, den Antrag unverzüglich zu stellen, es sei denn, daß die rechtzeitige Ergänzung vor der nächsten Aufsichtsratssitzung zu erwarten ist. [3] Hat der Aufsichtsrat auch aus Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer zu bestehen, so können auch den Antrag stellen
21. der Gesamtbetriebsrat der Gesellschaft oder, wenn in der Gesellschaft nur ein Betriebsrat besteht, der Betriebsrat, sowie, wenn die Gesellschaft herrschendes Unternehmen eines Konzerns ist, der Konzernbetriebsrat,
32. der Gesamt- oder Unternehmenssprecherausschuss der Gesellschaft oder, wenn in der Gesellschaft nur ein Sprecherausschuss besteht, der Sprecherausschuss sowie, wenn die Gesellschaft herrschendes Unternehmen eines Konzerns ist, der Konzernsprecherausschuss,
43. der Gesamtbetriebsrat eines anderen Unternehmens, dessen Arbeitnehmer selbst oder durch Delegierte an der Wahl teilnehmen, oder, wenn in dem anderen Unternehmen nur ein Betriebsrat besteht, der Betriebsrat,
54. der Gesamt- oder Unternehmenssprecherausschuss eines anderen Unternehmens, dessen Arbeitnehmer selbst oder durch Delegierte an der Wahl teilnehmen, oder, wenn in dem anderen Unternehmen nur ein Sprecherausschuss besteht, der Sprecherausschuss,
65. mindestens ein Zehntel oder einhundert der Arbeitnehmer, die selbst oder durch Delegierte an der Wahl teilnehmen,
76. Spitzenorganisationen der Gewerkschaften, die das Recht haben, Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer vorzuschlagen,
87. Gewerkschaften, die das Recht haben, Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer vorzuschlagen.
9[4] Hat der Aufsichtsrat nach dem Mitbestimmungsgesetz auch aus Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer zu bestehen, so sind außer den nach Satz 3 Antragsberechtigten auch je ein Zehntel der wahlberechtigten in § 3 Abs. 1 Nr. 1 des Mitbestimmungsgesetzes bezeichneten Arbeitnehmer oder der wahlberechtigten leitenden Angestellten im Sinne des Mitbestimmungsgesetzes antragsberechtigt. 10[5] Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde zulässig.
(2) [1] Gehören dem Aufsichtsrat länger als drei Monate weniger Mitglieder als die durch Gesetz oder Satzung festgesetzte Zahl an, so hat ihn das Gericht auf Antrag auf diese Zahl zu ergänzen. [2] In dringenden Fällen hat das Gericht auf Antrag den Aufsichtsrat auch vor Ablauf der Frist zu ergänzen. [3] Das Antragsrecht bestimmt sich nach Absatz 1. 11[4] Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde zulässig.
12(3) Absatz 2 ist auf einen Aufsichtsrat, in dem die Arbeitnehmer ein Mitbestimmungsrecht nach dem Mitbestimmungsgesetz, dem Montan-Mitbestimmungsgesetz oder dem Mitbestimmungsergänzungsgesetz haben, mit der Maßgabe anzuwenden,
131. daß das Gericht den Aufsichtsrat hinsichtlich des weiteren Mitglieds, das nach dem Montan-Mitbestimmungsgesetz oder dem Mitbestimmungsergänzungsgesetz auf Vorschlag der übrigen Aufsichtsratsmitglieder gewählt wird, nicht ergänzen kann,
(4) [1] Hat der Aufsichtsrat auch aus Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer zu bestehen, so hat das Gericht ihn so zu ergänzen, daß das für seine Zusammensetzung maßgebende zahlenmäßige Verhältnis hergestellt wird. [2] Wenn der Aufsichtsrat zur Herstellung seiner Beschlußfähigkeit ergänzt wird, gilt dies nur, soweit die zur Beschlußfähigkeit nötige Zahl der Aufsichtsratsmitglieder die Wahrung dieses Verhältnisses möglich macht. [3] Ist ein Aufsichtsratsmitglied zu ersetzen, das nach Gesetz oder Satzung in persönlicher Hinsicht besonderen Voraussetzungen entsprechen muß, so muß auch das vom Gericht bestellte Aufsichtsratsmitglied diesen Voraussetzungen entsprechen. 14[4] Ist ein Aufsichtsratsmitglied zu ersetzen, bei dessen Wahl eine Spitzenorganisation der Gewerkschaften, eine Gewerkschaft oder die Betriebsräte ein Vorschlagsrecht hätten, so soll das Gericht Vorschläge dieser Stellen berücksichtigen, soweit nicht überwiegende Belange der Gesellschaft oder der Allgemeinheit der Bestellung des Vorgeschlagenen entgegenstehen; das gleiche gilt, wenn das Aufsichtsratsmitglied durch Delegierte zu wählen wäre, für gemeinsame Vorschläge der Betriebsräte der Unternehmen, in denen Delegierte zu wählen sind.
15(5) Die Ergänzung durch das Gericht ist bei börsennotierten Gesellschaften, für die das Mitbestimmungsgesetz, das Montan-Mitbestimmungsgesetz oder das Mitbestimmungsergänzungsgesetz gilt, nach Maßgabe des § 96 Absatz 2 Satz 1 bis 5 vorzunehmen.
16(6) Das Amt des gerichtlich bestellten Aufsichtsratsmitglieds erlischt in jedem Fall, sobald der Mangel behoben ist.
17(7) [1] Das gerichtlich bestellte Aufsichtsratsmitglied hat Anspruch auf Ersatz angemessener barer Auslagen und, wenn den Aufsichtsratsmitgliedern der Gesellschaft eine Vergütung gewährt wird, auf Vergütung für seine Tätigkeit. [2] Auf Antrag des Aufsichtsratsmitglieds setzt das Gericht die Auslagen und die Vergütung fest. [3] Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde zulässig; die Rechtsbeschwerde ist ausgeschlossen. [4] Aus der rechtskräftigen Entscheidung findet die Zwangsvollstreckung nach der Zivilprozeßordnung statt.
[27. März 2002–1. September 2009]
2. 1. Juli 1976: §§ 35 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. a, 41 des Gesetzes vom 4. Mai 1976.
3. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
4. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
5. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. cc, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
6. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. dd, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
7. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. dd, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
8. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelbuchst. dd, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
9. 27. März 2002: Artt. 2 Nr. 3 Buchst. b, 21 des Gesetzes vom 23. März 2002.
10. 1. September 2009: Artt. 74 Nr. 9 Buchst. a, 112 Abs. 1 Halbs. 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008.
11. 1. September 2009: Artt. 74 Nr. 9 Buchst. a, 112 Abs. 1 Halbs. 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008.
12. 1. Juli 1976: §§ 35 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. g, 41 des Gesetzes vom 4. Mai 1976.
13. 1. Juli 1976: §§ 35 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. h, 41 des Gesetzes vom 4. Mai 1976.
14. 1. Juli 1990: Artt. 7 Nr. 2 Buchst. b, 9 des Gesetzes vom 26. Juni 1990.
15. 1. Mai 2015: Artt. 3 Nr. 5 Buchst. a, 24 Abs. 2 S. 1 des Gesetzes vom 24. April 2015.
16. 1. Mai 2015: Artt. 3 Nr. 5 Buchst. b, 24 Abs. 2 S. 1 des Gesetzes vom 24. April 2015.
17. 1. Mai 2015: Artt. 3 Nr. 5 Buchst. b, 24 Abs. 2 S. 1 des Gesetzes vom 24. April 2015.
Umfeld von § 104 AktG
§ 105 AktG. Unvereinbarkeit der Zugehörigkeit zum Vorstand und zum Aufsichtsrat