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Timestamp: 2019-08-24 08:45:49
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Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 28', 'Art. 22', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 9']

Finanzhoheit der Gemeinden – Kommunalwiki Bürgerverein Burgkunstadt e.V.
(Weitergeleitet von Finanzhoheit)
Die aus der Selbstverwaltungsgarantie nach GG Art. 28 Abs. 2 Satz 3 abzuleitende Finanzhoheit gewährt den Gemeinden die Befugnis zu einer eigenverantwortlichen Einnahmen- und Ausgabenwirtschaft im Rahmen eines gesetzlich geordneten Haushaltswesens[1]. Zu diesen Grundlagen gehört eine den Gemeinden mit Hebesatzrecht zustehende wirtschaftskraftbezogene Steuerquelle. Hieraus folgt auch, daß die Gemeinde sich in eigenverantwortlicher Regelung ihrer Finanzen auf die ihr obliegenden Verpflichtungen einstellt[2].
Der Bayerische Verfassungsgerichtshof formuliert: "Die Garantie der kommunalen Selbstverwaltung (BV Art. 10 Abs. 1, BV Art. 11 Abs. 2 Satz 2) umfasst eine angemessene Finanzausstattung. Bei ihrer Ausgestaltung findet der Entscheidungsspielraum des Gesetzgebers seine verfassungsrechtlichen Grenzen grundsätzlich im Anspruch der Gemeinden und Gemeindeverbände auf eine finanzielle Mindestausstattung. Diese ist so zu bemessen, dass die Kommunen in die Lage versetzt werden, alle ihre Aufgaben, das heißt neben den Pflichtaufgaben des eigenen und des übertragenen Wirkungskreises auch freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben zu übernehmen."[3]
Nach GO Art. 22 Abs. 2 Satz 1 haben die Gemeinden das Recht, ihr Finanzwesen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen selbst zu regeln. Sie sind insbesondere befugt, zur Deckung des für die Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Finanzbedarfs Abgaben nach Maßgabe der Gesetze zu erheben, soweit ihre sonstigen Einnahmen nicht ausreichen (GO Art. 22 Abs. 2 Satz 2). Zu diesem Zweck ist ihnen das Recht zur Erhebung eigener Steuern und sonstiger Abgaben im ausreichenden Maß zu gewährleisten (Art. 22 Abs. 2 Satz 3 GO).
Die Finanzhoheit besteht somit in der
Haushaltshoheit (sog. Budgetrecht / Planungshoheit, (GG Art. 28 Abs. 2 Satz 3)
Einnahmenhoheit und
Ausgabenhoheit.
1.3 Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung - GO)
1.4 Kommunalabgabengesetz (KAG)
2.3 Bayerischer Verfassungsgerichtshof (BayVerfGH)
3.2 Fachartikel
GO Art. 22 Abs. 2 Verwaltungs- und Finanzhoheit
KAG Art. 1 Abgabenberechtigte
KAG Art. 4 (Abs. 1 nichtig; Abs. 2 bis 4 aufgehoben)
KAG Art. 5 Beiträge
KAG Art. 6 Fremdenverkehrsbeitrag
KAG Art. 7 Kurbeitrag
KAG Art. 9 Erstattung von Kosten für Grundstücksanschlüsse
BVerfG, Beschluss vom 24.06.1969 - 2 BvR 446/64 Sorsum
BVerfG, Beschluss vom 21.05.1968 - 2 BvL 2/61 = BVerfGE 23, 353 - Breitenborn-Gelnhausen
Franz Dirnberger / Andrea Gehler / Emil Schneider / Roland Wölfel, Praxiswissen für Kommunalpolitiker - Erfolgreich handeln als Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und Bezirksrat, Jehle Verlag, 4. Auflage 2014, ISBN 9783782505475 Pos. 6973 (Teil 4 Ziffer 2)
Dombert, Zur finanziellen Mindestausstattung von Kommunen, DVBl. 2006, 1136;
↑ BVerfG, Beschluss vom 24.06.1969 - 2 BvR 446/64 - BVerfGE 26, 228
↑ BVerfG, Beschluss vom 21.05.1968 - 2 BvL 2/61 = BVerfGE 23, 353 - BVerfGE 23, 353 [369]
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