Source: https://ffegmbh.de/aktuelles/nuetzliche-gesetze/380-aenderung-der-strom-und-gasnetzentgeltverordnung-ab-august-2013-
Timestamp: 2017-06-27 22:28:48
Document Index: 103061868

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19']

Änderung der Strom- und Gasnetzentgeltverordnung (ab August 2013) - Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH
/	Nützliche §§
Änderung der Strom- und Gasnetzentgeltverordnung (ab August 2013) Bisher konnten stromintensive Unternehmen eine Reduzierung oder sogar Befreiung der Netzentgelte beantragen. Begründet wurde diese Regelung damit, dass eine möglichst konstante Stromabnahme zur Stabilisierung der Elektrizitätsversorgungsnetze beiträgt. Bei gleichmäßigem Bezug ist die Auslastung der Stromnetze besser planbar, sodass die Kosten zur Stabilisierung des Systems und somit die Netzentgelte geringer sind. Auf Bedenken der Europäischen Kommission hin wurde nun eine Änderung dieser Regelung vom Bundeskabinett beschlossen, um stromintensive Verbraucher wieder stärker an den Netzkosten zu beteiligen und gleichzeitig eine verlässliche Grundlage für die Kalkulation der Strombezugskosten zu schaffen. Im Zuge dessen wurden außerdem die Investitionsbedingungen für die Hochspannungsebene für die Verteilernetze verbessert.
Neuerungen der Strom- und Gasnetzentgeltverordnung
Gestaffeltes Netzentgelt (ab August 2013)
Anstelle einer Entgeltbefreiung muss ein gestaffeltes Netzentgelt bezahlt werden: 10 % des allgemeinen Netzentgeltes werden fällig bei 10 GWh/a Verbrauch und 8.000 Benutzungsstunden, 15 % sind es bei 10 GWh/a und 7.500 Stunden und 20 % bei 10 GWh/a und 7.000 Stunden.
Physikalische Komponente
Ab dem 1.1.2014 wird zudem eine „physikalischen Komponente“ bei der Bemessung der Höhe des reduzierten Entgeltes eingeführt. Diese Komponente berücksichtigt, welchen Entlastungsbeitrag die jeweiligen stromintensiven Verbraucher tatsächlich leisten und ermöglicht eine noch exaktere Bestimmung des individuellen Beitrags.
Aktuell diskutiert wird folgenden Lösung: Wenn die Kosten für einen fiktiven Direktleitungsbau vom Netzanschlusspunkt zum Betrieb geringer als die allgemeinen Netzentgelte sind, könnte die Differenz dieser Kosten als Entlastung dem Unternehmen zugutekommen.
Die Staffelungsbeiträge sind dabei als sogenannte Schwellenwerte, bis zu der die Entgelte maximal reduziert werden können, zu sehen. Insbesondere durch diese Komponente ist davon auszugehen, dass von den bisher vom Netzentgelt befreiten Unternehmen deutlich weniger einen Anspruch auf Reduzierung des Netzentgeltes geltend machen können.
Zum Vergleich: die bisherige Regelung der individuellen Nutzungsentgelte bzw. Entgelt-befreiung (bis Juli 2013)
Entgeltbefreiung (bis Juli 2013)
Folgende Voraussetzungen müssen für eine Befreiung vom Nutzungsentgelt erfüllt sein:
Die Stromabnahme aus dem Netz an einer Abnahmestelle muss eine Benutzungsstundenzahl (Vollbenutzungsstunden) von mindestens 7.000 Stunden aufweisen, und
der Stromverbrauch muss mindestens 10 GWh/a betragen.
Individuelle Nutzungsentgelte (bis Juli 2013)
Folgende Voraussetzungen müssen für die Bestimmung eines individuellen Nutzungsentgeltes erfüllt sein:
Die vorliegenden oder prognostizierten Verbrauchsdaten müssen offensichtlich zeigen, dass der Höchstlastbeitrag, den ein Letztverbraucher aus dem Netz bezieht, erheblich von der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen aus dieser Netz- oder Umspannebene des Netzbetreibers abweicht. Das heißt, dass der größte Strombezug außerhalb der Zeit des größten Verbrauchs entstehen muss. Die Jahreshöchstlast eines Betriebes wird hierzu mit der höchsten Last des Unternehmens im Hochlastzeitfenster (z.B. 16:45 Uhr bis 19:44:59 Uhr im Juli 2013 bei Bayernwerk für Mittelspannung) ins Verhältnis gesetzt und die prozentuale Lastreduzierung berechnet. Die Hochlastzeitfenster werden von den Netzbetreibern gemäß dem "Leitfaden zur Genehmigung von individuellen Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV und von Befreiungen von den Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 2 StromNEV" bestimmt.
Die nachfolgende Tabelle1 zeigt die Erheblichkeitsschwelle für die Erfüllung der Voraussetzung für individuelle Netznutzungsentgelte.
Das individuelle Nutzungsentgelt darf allerdings nicht weniger als 20 % des veröffentlichten Netzentgeltes betragen.
1 Bundesnetzagentur: Leitfaden zur Genehmigung von individuellen Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV und von Befreiungen von den Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 2 StromNEV
Novelle zur Erneuerung der Strom- und Gasnetzentgelte (PDF)
Verordnung zur Änderung von Verordnungen auf dem Gebiet des Energiewirtschaftsrechts (PDF)
Leitfaden zur Genehmigung von individuellen Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 1 StromNEV und von Befreiungen von den Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 S. 2 StromNEV (PDF)
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