Source: https://www.sozialhilfe24.de/bafoeg/bildungskredit.html
Timestamp: 2018-09-20 21:19:54
Document Index: 368916176

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 18', '§ 8', '§ 3', '§ 22', '§ 23', '§ 28', '§ 104', '§ 30', '§ 32', '§ 25', '§ 31', '§ 30', '§ 32']

Der Bildungskredit neben, anstelle oder ergänzend zum BAföG eine weitere Möglichkeit der Ausbildungsfinanzierung. Das wichtigste zuerst: Der Bildungskredit ist unabhängig von Einkommen und Vermögen des Auszubildenden, Schüler, Studenten oder seiner Eltern. Und: durch Ausfallbürgschaften des Bundes sind die Darlehenskonditionen sehr günstig. Das Bildungskreditprogramm bietet einen zeitlich begrenzten, zinsgünstigen Kredit zur Unterstützung von Studierenden sowie Schüler/innen in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen. Er kann neben oder zu den Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch genommen werden. Der Bildungskredit sichert und beschleunigt bei nicht nach dem BAföG geförderten Auszubildenden der die Ausbildung, bei nach dem BAföG geförderten Auszubildenden dient er der Finanzierung von außergewöhnlichem, nicht durch das BAföG erfasstem Aufwand. Als Beispiel seien besondere Studienmaterialien, Exkursionen oder Schulgebühren genannt.. Der Bund übernimmt gegenüber der auszahlenden Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Ausfallbürgschaft, eine sogenannte Bundesgarantie, für den Auszubildenden. Weil Studierende und Schüler häufig keine Sicherheiten bieten können, ist der Bildungskredit ein Angebot, das auf dem Kapitalmarkt sonst nicht verfügbar ist.
Wie hoch ist die Förderung durch den Bildungskredit?
Bei einem Bildungskredit werden Raten von 300 Euro durch die KfW ausbezahlt, monatlich und im Voraus. Es können bis zu 24 Monatsraten in einem Ausbildungsabschnitt bewilligt werden. Auf entsprechenden Antrag kann die Zahl der Monatsraten auf bis zu drei reduziert werden. Dann kann man allerdings später einen weiteren Kredit beantragen -bis zur Höhe von insgesamt 24 Raten. Den Gesamtkredit kann man nicht in mehr als zwei Teile ist nicht aufspalten. Wenn ein bestimmter Betrag unmittelbar für die Finanzierung eines außergewöhnlichen Aufwandes benötigt wird und dies glaubhaft gemacht werden kann, so ist einmalig die Auszahlung eines Abschlags im Voraus bis zur Höhe von 6 Raten neben dem monatlich auszuzahlenden Kredit möglich. Ab der Auszahlung ist der Kredit zu verzinsen. Allerdings werden die Zinsen bis zum Beginn der Rückzahlung gestundet. Als Zinssatz wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau die European Interbank Offered Rate (EURIBOR) mit einer Laufzeit von 6 Monaten zuzüglich eines Aufschlags von einem Prozent erhoben.
Zunächst: es besteht kein Rechtsanspruch auf den Bildungskredit. Der Bildungskredit ist somit nicht einklagbar. Im Gegensatz zum BAföG handelt es sich um ein Programm mit einem vorgegebenen Budget. Berechtigt einen Bildungskredit zu beantragen sind volljährige Schüler, die a) schon über einen berufsqualifizierenden Abschluss verfügen oder b) den berufsqualifizierenden Abschluss mit dem Abschließen ihrer gegenwärtigen schulischen Ausbildung erlangen werden, im vorletzten oder letzten Jahr dieser Ausbildung. Zum Bezug des Bildungskredites berechtigt sind Studenten / Studierende, die sich in einer fortgeschrittenen Phase ihrer Ausbildung befinden. Die Studierenden, / Studenten müssen
die Zwischenprüfung ihres Studiengangs bestanden haben, den ersten Teil ihres Konsekutivstudiengangs erfolgreich abgeschlossen haben,
ein Master- oder Magisterstudium im Sinne des § 19 des Hochschulrahmengesetzes (HRG) oder ein postgraduales Diplomstudium im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 bis 3 HRG absolvieren,
ein Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium absolvieren und bereits über einen Abschluss in einem grundständigen Studiengang verfügen oder
eine schriftliche Erklärung der Ausbildungsstätte vorlegen, aus der hervorgeht, dass in dem Studiengang eine Zwischenprüfung nicht vorgesehen ist und der Studierende die üblichen Leistungen mindestens der ersten beiden Ausbildungsjahre erbracht haben
Das Bildungskreditprogramm steht nur für Ausbildungen an Ausbildungsstätten zur Verfügung, die auch im Rahmen des BAföG anerkannt sind.
Bildungskredit auch für Ausländer
Den Bildungskredit können Deutsche im Sinne des Grundgesetzes bekommen. Aber auch Ausländern steht der Bildungskredit zur Verfügung, wenn sie zu einer der in § 8 BAföG benannten Gruppen gehören. Ab 2008 gehören hierzu (aus sprachlichen Vereinfachungsgründen wird auf die weibliche Sprachform verzichtet):
Unionsbürger bzw. die ihnen gleichgestellten Staatsangehörigen von EWR-Staaten (Norwegen, Island, Liechtenstein), welche ein Recht auf Daueraufenthalt im Sinne des Freizügigkeitsgesetzes/EU haben und andere Ausländer, die eine Niederlassungserlaubnis oder eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt/EG nach dem Aufenthaltsgesetz inne haben,
Ehegatten und Kinder von Unionsbürgern oder die ihnen gleichgestellten Staatsangehörigen von EWR-Staaten, die unter den Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 und 4 des Freizügigkeitsgesetzes/EU gemeinschaftsrechtlich freizügigkeitsberechtigt sind oder denen diese Rechte nur deshalb nicht zustehen weil sie 21 Jahre oder älter sind und von ihren Eltern oder deren Ehegatten keinen Unterhalt erhalten,
Unionsbürger bzw. die ihnen gleichgestellten Staatsangehörigen von EWR-Staaten, die vor dem Beginn der Ausbildung im Inland ein Beschäftigungsverhältnis hatten, dessen Gegenstand mit dem der Ausbildung in inhaltlichem Zusammenhang steht,
Ausländer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben und die außerhalb des Bundesgebiets als Flüchtlinge anerkannt und im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nicht nur vorübergehend zum Aufenthalt berechtigt sind,
heimatlose Ausländer im Sinne der entsprechenden Vorschriften.
Andere Ausländer, wenn sie ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben und eine Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 22, 23 Abs. 1 oder 2, den §§ 23a, 25 Abs. 1 oder 2, den §§ 28, 37, 38 Abs. 1 Nr. 2, § 104a oder als Ehegatte oder Kind eines Ausländers/einer Ausländerin mit Niederlassungserlaubnis eine Aufenthaltserlaubnis nach § 30 oder den §§ 32 bis 34 des Aufenthaltsgesetzes besitzen, oder
wenn sie ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben und eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 3, Abs. 4 Satz 2 oder Abs. 5, § 31 des Aufenthaltsgesetzes oder als Ehegatte oder Kind eines Ausländers mit Aufenthaltserlaubnis eine Aufenthaltserlaubnis nach § 30 oder den §§ 32 bis 34 des Aufenthaltsgesetzes besitzen und sich seit mindestens vier Jahren in Deutschland ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet aufhalten.
Andere Ausländer, wenn sie sich selbst vor Beginn des förderungsfähigen Teils des Ausbildungsabschnitts insgesamt fünf Jahre im Inland aufgehalten haben und in dieser Zeit rechtmäßig erwerbstätig waren oder wenn sich ein Elternteil in den letzten sechs Jahren vor Beginn des förderfähigen Teils des Ausbildungsabschnitts insgesamt drei Jahre im Inland aufgehalten hat und rechtmäßig erwerbstätig gewesen ist oder aus einem von ihm nicht zu vertretendem Grund kürzer, mindestens aber sechs Monate rechtmäßig erwerbstätig gewesen ist.
Bis zu welchem Alter wird der Bildungskredit vergeben?
Voraussetzung für den Bildungskredit ist die Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Bildungskredit wird bis zum Ende des Monats geleistet, in dem der Auszubildende das 36. Lebensjahr vollendet Bis zu welchem Semester wird der Bildungskredit vergeben? Der Bildungskredit wird nur bis zum Ende des 12. Studiensemesters vergeben . Ausnahmsweise kann der Bildungskredit über das Ende des 12. Studiensemesters hinaus an Hochschulen gewährt werden, wenn die Studierenden zur Abschlussprüfung zugelassen sind und die Prüfungsstelle ihnen bescheinigt, dass sie die Ausbildung innerhalb des möglichen Förderzeitraums abschließen können, oder wenn die Hochschüler als Studierende der Humanmedizin das sogenannte Praktische Jahr als Zugangsvoraussetzung zum dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung absolvieren.
Wird der Bildungskredit auch für eine Ausbildung / Studium im Ausland gewährt?
Der Bildungskredit kann auch für den Besuch einer ausländischen Ausbildungsstätte in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass eine Gleichwertigkeit mit einer inländischen Ausbildungsstätte besteht. Zudem ist die Bewilligung des Kredites auch für die Teilnahme an einem Praktikum im Ausland möglich. Dieses muss im Zusammenhang mit dem Besuch einer anerkannten oder gleichwertigen Ausbildungsstätte absolviert werden.
Antrag: Wo und wie wird der Bildungskredit beantragt?
Den Antrag auf einen Bildungskredit muss man schriftlich beim Bundesverwaltungsamt, 50728 Köln, stellen. Möglich ist auch eine Antragstellung im Internet unter http://www.bildungskredit.de/. Sind die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben, so erlässt das Bundesverwaltungsamt einen Bewilligungsbescheid. Dieser Bescheid berechtigt den Auszubildenden, einen Kreditvertrag mit der KfW abzuschließen. Dem Bewilligungsbescheid des Bundesverwaltungsamts liegt ein Vertragsangebot der KfW bei. Das Vertragsangebot der KfW muss binnen Monatsfrist angenommen und unterzeichnet an die KfW geschickt werden. Andernfalls bleibt der Förderungsbescheid nicht wirksam. Die Auszahlung der Kreditsumme erfolgt anschließend durch die KfW.
Der Bildungskredit muss in Raten von 120 Euro pro Monat zurückgezahlt werden. Die Rückzahlungsfrist beginnt 4 Jahren nach der ersten Auszahlung. Man kann den Bildungskredit jedoch auch schon vorab ganz oder teilweise zurüczahlen. Für den Fall, dass der Kreditnehmer den Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlt, greift die Bürgschaft des Bundes, die die KfW dann in Anspruch nimmt. Tritt dies ein, so wird die offene Rückforderung anschließend vom Bundesverwaltungsamt eingezogen.