Source: http://www.fitimalter-dge.de/wissenswertes/rund-um-die-gesetze/infektionsschutzgesetz/inhalte-des-ifsg.html
Timestamp: 2017-10-16 23:48:32
Document Index: 315552186

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 56']

Fit im Alter: Inhalte des IfSG
Die Anforderungen im Infektionsschutzgesetz beziehen sich auf bestimmte Lebensmittel, Krankheiten und Tätigkeiten. Nähere Informationen finden Sie im Folgenden:
Die Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote tragen wesentlich zur Vermeidung der Weiterverbreitung von Krankheitserregern bei und sind im § 42 (1) des IfSG mit nachfolgendem Wortlaut festgelegt:
beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in § 42 (2) genannten Lebensmittel, wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen, oder
in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zu Gemeinschaftsverpflegung."
Diese Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote gelten entsprechend für Personen, die mit Bedarfsgegenständen, die für die dort genannten Tätigkeiten verwendet werden, so in Berührung kommen, dass eine Übertragung von Krankheitserregern auf die Lebensmittel im Sinne des § 42 (2) zu befürchten ist. Hiermit werden beispielsweise Beschäftigte im Spülbereich angesprochen, die mit dem Geschirr "in Berührung kommen". Diese Vorschriften gelten nicht für den privaten hauswirtschaftlichen Bereich.
Wenn die Untersuchung einer Stuhlprobe bei einer Mitarbeiterin bzw. bei einem Mitarbeiter den Nachweis erbringt, dass Salmonellen, Shigellen, enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien (EHEC) oder Choleravibrionen ausgeschieden wird, ohne dass die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter sich krank fühlen muss, besteht ebenfalls ein Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich.
Bei Auftreten der genannten Krankheitszeichen, hat die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter unbedingt den Rat einer Ärztin bzw. eines Arztes in Anspruch zu nehmen! Die betroffene Person hat den Arzt über die Tätigkeit zu informieren. Außerdem ist die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber über die Erkrankung zu benachrichtigen.
Die menschliche Haut ist ein idealer Lebensraum für Mikroorganismen. Besonders in Hautverletzungen und Wunden sind viele Krankheitserreger. Deshalb sind Hautverletzungen immer so abzudecken, dass aus ihnen keine Krankheitserreger in die Lebensmittel gelangen können. Zudem ist die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter selbst vor Keimen z. B. aus einem tierischen Lebensmittel zu schützen. Denn die vom Lebensmittel in die Wunde des Mitarbeiters eingetragenen Krankheitserreger können zu einer verstärkten Entzündung führen und den Heilungsprozess so u. U. verschlechtern.
Im § 42 (4) steht, dass das Gesundheitsamt Ausnahmen von den Tätigkeits- und Beschäftigungsverboten zulassen kann. Voraussetzung dafür sind zuverlässige Maßnahmen, die eine Übertragung der aufgeführten Erkrankungen und Krankheitserreger verhindern. Dies kann z. B. bedeuten, dass vorübergehend andere Tätigkeiten außerhalb der Küche übernommen werden. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt aufzunehmen und dort erteilte Empfehlungen zu berücksichtigen. Entscheidend für ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot ist das „in Berührung kommen" mit den im § 42 (2) genannten Lebensmitteln (Fleisch, Fisch etc.) oder einem Bedarfsgegenstand wie z. B. Geschirr.
Hinweis: Eine Untersuchung der Stuhlprobe ist nicht verpflichtend. Dennoch lassen einige Betriebe freiwillig, z. B. nach der Urlaubszeit, eine Stuhlprobe von der Mitarbeiterin bzw. von dem Mitarbeiter untersuchen. Nur durch eine Untersuchung können Ausscheider von Krankheitserregern festgestellt werden. Die Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote gelten auch in den Fällen, in denen Personen nach Abklingen der Beschwerden weiter Krankheitserreger ausscheiden. Im § 56 des IfSG sind Ausführungen zum Thema Entschädigung nachzulesen.