Source: https://australien.diplo.de/au-de/service/04-Familienangelegenheiten/geburt/2070390
Timestamp: 2019-06-20 06:55:52
Document Index: 301766290

Matched Legal Cases: ['Art 19', 'Art. 19', 'Art 16', 'Art 16', 'Art. 13', 'Art. 13']

Geburt - Auswärtiges Amt Im neuen Tab öffnen
Nachbeurkundung der Geburt
Formulare und Information zum Datenschutz
Abstammung bei Fällen mit Auslandsberührung
Wird ein Kind geboren, so stellt sich zunächst (unter anderem) die Frage nach der Abstammung. Hierbei geht es insbesondere um die Feststellung der Vaterschaft. Die Mutterschaft des Kindes ist in der Mehrzahl der Fälle unproblematisch: Mutter ist die Frau, die das Kind geboren hat. In manchen Fällen kann sich auch die Frage nach der Mutterschaft stellen, so zB bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Leihmutterschaft. Falls dies auf Sie zutrifft, so kontaktieren Sie bitte das Generalkonsulat Sydney.
Kontaktformular Sydney
In Fällen mit Auslandsberührung (zB wenn das Kind im Ausland geboren wird), muss als Erstes die Frage nach dem anwendbaren Recht geklärt werden. Hierbei gilt, dass das Recht des Staates angewandt wird, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt zum Zeitpunkt der Geburt hat. Der Begriff „gewöhnlicher Aufenthalt“ ist dabei rechtlich nicht definiert, aber es wird in der Regel ein Zeitraum von etwa 6 Monaten angesetzt. Die gesetzliche Grundlage ist Art 19 Abs. 1 EGBGB („Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche“).
Um zu klären, wie sich die Abstammung des Kindes bestimmt, muss also unterschieden werden, wo das Kind zum Zeitpunkt der Geburt und in den Monaten danach lebt:
Gewöhnlicher Aufenthalt des Kindes in Deutschland
Wird ein Kind in Deutschland geboren, so wird bei Bestimmung der Abstammung unterschieden, ob die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes verheiratet waren, oder nicht.
Familienstand der Eltern bei Geburt des Kindes
Die Eltern des Kindes sind verheiratet
Mutter ist die Frau, die das Kind geboren hat. Der Ehemann der Mutter ist der Vater des Kindes.
Die Eltern des Kindes sind nicht verheiratet
Mutter ist die Frau, die das Kind geboren hat.
Die Vaterschaft zu dem Kind kann nach oder vor der Geburt anerkannt werden. Ist die Mutter deutsche Staatsangehörige, so ist zum Wirksamwerden der Vaterschaftsanerkennung auch die Zustimmung der Mutter nötig. In manchen Fällen ist auch die Zustimmung des Kindes nötig.
Gewöhnlicher Aufenthalt des Kindes in Australien
Wird ein Kind in Australien geboren, so wird bei Bestimmung der Abstammung zumeist nicht unterschieden, ob die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes verheiratet waren.
Der Eintrag des Vaters in der australischen Geburtsurkunde ist in Australien grundsätzlich Nachweis der Vaterschaft. Dieser setzt regelmäßig Einverständnis von Vater und Mutter voraus, jedenfalls dann, wenn beide in der Geburtsurkunde als sog. „informants“ genannt sind. Stehen also Vater und Mutter als „informants“ in der Geburtsurkunde, steht fest, dass die Vaterschaftsanerkennung erfolgt ist und die Mutter zugestimmt hat. Bei der Eintragung von Vater und Mutter wird in Australien nicht unterschieden zwischen ehelichen und nicht-ehelichen Kindern.
Eine weitere Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht ist nicht erforderlich!
Steht jedoch nur ein Elternteil als “informant„ in der Geburtsurkunde des Kindes, so ist unter Umständen eine Vaterschaftsanerkennung (wenn die Mutter der “informant„ ist) oder eine Zustimmungserklärung der Mutter nötig (wenn der Vater der “informant„ ist und die Mutter deutsche Staatsangehörige ist).
Bei zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheirateten Eltern ist grundsätzlich keine Vaterschaftsanerkennung notwendig.
Bei zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht miteinander verheirateten Eltern erfolgt die Vaterschaftsanerkennung nach australischem Recht durch Anzeige der Geburt durch beide Elternteile beim zuständigen lokalen Standesamt (Registry of Births, Deaths and Marriages). Wenn aus der australischen Geburtsurkunde hervorgeht dass beide Eltern als „informants“ eingetragen sind und daher die Geburt des Kindes gemeinsam angezeigt haben ist keine gesonderte Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht notwendig; die australische Vaterschaftsanerkennung ist auch nach deutschem Recht wirksam (Art. 19 i.V.m. 11 und 23 EGBGB).
Eine Vaterschaftsanerkennung ist in der Regel dann notwendig wenn der Vater des Kindes in der Geburtsurkunde des Kindes noch nicht eingetragen ist oder nur die Mutter als „informant“ eingetragen ist.
Ist nur der Vater als „informant“ eingetragen, und ist die Mutter deutsche Staatsangehörige, so ist die Beurkundung einer Zustimmungserklärung der Mutter nötig, bevor die australische Vaterschaftsanerkennung auch im deutschen Rechtsbereich wirksam wird.
Zur weiteren Prüfung ist das folgende Formular auszufüllen und zusammen mit den dort genannten Unterlagen an das Generalkonsulat Sydney zu übersenden (als Scan per Email an: info@sydney.diplo.de).
Fragebogen zur Vaterschaftsanerkennung
Die Beurkundung einer Vaterschaftsanerkennung ist auch vorgeburtlich möglich. Die Auslandsvertretung kann die Beurkundung einer Vaterschaftsanerkennung ablehnen. Es besteht keine Beurkundungspflicht durch die Auslandsvertretung. Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an das Generalkonsulat Sydney:
Eine Vaterschaftsanerkennung muss vom Konsularbeamten vorbereitet werden und kann nicht einfach bei Vorsprache am Schalter erfolgen. Für die Beurkundung der Vaterschaftsanerkennung vereinbaren Sie daher bitte einen Termin über unser Kontaktformular. Bitte verwenden Sie hierfür nicht unser online-Terminbuchungssystem.
Eine Beurkundung der Vaterschaftsanerkennung oder Zustimmung der Mutter des Kindes ist nicht bei den Honorarkonsuln möglich!
Wenn Ihr Kind in Australien geboren wird, müssen Sie bei den australischen Behörden nach der Geburt eine Geburtsurkunde beantragen. Eine Registrierung bei einer deutschen Auslandsvertretung ist zurzeit nicht erforderlich. (Ausnahme: Sollten der deutsche Elternteil selbst nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren worden sein, kontaktieren Sie uns bitte vorab per E-Mail.) Die australische Geburtsurkunde können Sie auch benutzen, wenn Sie einen Kinderreisepass für Ihr Kind beantragen. Falls Sie zusätzlich eine deutsche Geburtsurkunde wünschen, müssten Sie eine Geburtsanzeige abgeben.
Wichtig: Wenn Sie nicht verheiratet sind und für Ihr Kind den Familiennamen des Vaters wünschen oder wenn Sie verheiratet sind und keinen gemeinsamen Ehenamen führen, wird im Rahmen der Geburtsanzeige eine Namenserklärung für den Geburtsnamen des Kindes durchgeführt.
Nähere Informationen zum Geburtsnamen des Kindes
Wenn keine Namenserklärung erforderlich ist, kann die Geburtsanzeige auch von einem Elternteil alleine abgegeben werden.
Wenn Sie eine Geburtsanzeige abgeben möchten, buchen Sie bitte einen Termin.
Wenn eine Namenserklärung erforderlich ist, müssen beide Elternteile persönlich bei dem Termin anwesend sein, da ihre Unterschriften auf der Namenserklärung beglaubigt werden müssen.
Folgende Dokumente müssen im Original und mit je zwei Kopien zum Termin mitgebracht werden:
Ausgefülltes Formular für die Geburtsanzeige (bitte gut leserlich in Blockschrift ausfüllen, noch nicht unterschreiben!)
gültige Reisepässe beider Elternteile (oder deutscher Personalausweis)
Nachweis des Aufenthaltsstatus des deutschen Elternteils in Australien (falls dieser nicht auch die australische Staatsangehörigkeit) besitzt durch VEVO (dieses sollte bei Antragstellung nicht älter als 2 Wochen sein)
Heiratsurkunde bzw. Urkunde über die eingetragene Lebenspartnerschaft, falls verheiratet
rechtskräftiges Scheidungsurteil, falls ein Elternteil geschieden ist
ggf. einen Nachweis, dass Sie einen Ehenamen führen (z.B. Namensbescheinigung des deutschen Standesamtes oder deutsche Heiratsurkunde)
Einbürgerungsurkunde, falls ein Elternteil eingebürgert wurde, oder Staatsangehörigkeitsausweis (falls vorhanden)
Wohnsitznachweis für Australien (zB australischer Führerschein)
Abmeldebescheinigung aus Deutschland oder eine aktuelle Meldebescheinigung vom (letzten) deutschen Wohnsitz
grundsätzlich Übersetzungen fremdsprachiger Dokumente (meist nicht erforderlich bei englischen oder internationalen Dokumenten, z.B. internationale mehrsprachige Geburtsurkunde)
Geburtsurkunden von allen weiteren gemeinsamen Kindern
Namensbescheinigungen oder deutsche Geburtsurkunden von Geschwisterkindern, falls vorhanden
Bitte haben Sie Verständnis, dass im Laufe des Verfahrens je nach Fallkonstellation und zuständigem innerdeutschen Standesamt die Vorlage weiterer Unterlagen erforderlich sein kann. Es wird daher empfohlen, bereits im Vorfeld Kontakt mit dem zuständigen Standesamt in Deutschland Kontakt aufzunehmen.
Für das Standesamt müssen Ihre Unterschriften auf dem Antragsformular, sowie die Kopien Ihrer Dokumente beglaubigt werden. Diese Beglaubigungen können nur von einer deutschen Auslandsvertretungen (auch Honorarkonsuln) vorgenommen werden. Die Gebühren für die Beglaubigung Ihrer Unterschriften bei der Auslandsvertretung betragen 20 EUR. Wenn Sie gleichzeitig eine Namenserklärung abgeben, so betragen die Gebühren für die Unterschriftsbeglaubigung 25 EUR. Die Gebühr für die Kopiebeglaubigung beträgt 10 EUR pro Dokument (jeweils zu zahlen in AUD zum jeweiligen Tageskurs).
Beim zuständigen Standesamt in Deutschland fallen Gebühren für die Nachbeurkundung der Geburt sowie die Ausstellung von deutschen Geburtsurkunden an. Diese Gebühren unterliegen dem jeweiligen Landesrecht des zuständigen Standesamtes und sind unter Umständen auch fallabhängig. Mit einem Betrag zwischen 80 Euro und 120 Euro für das Standesamt müssen Sie jedoch rechnen.
Die Bearbeitungszeiten für Nachbeurkundungen der Geburt sind von Standesamt zu Standesamt verschieden, können aber beträchtlich sein. Wenn Sie keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben, rechnen Sie bitte mit einer Bearbeitungszeit von mindestens drei bis vier Jahren. Die deutschen Auslandsvertretungen haben keinen Einfluss auf die Bearbeitungszeiten und können die Verfahrensdauer auch nicht vorhersagen.
Sorgerecht bei Fällen mit Auslandsberührung
Wird ein Kind geboren, so stellt sich zunächst (unter anderem) die Frage nach dem Sorgerecht. In Fällen mit Auslandsberührung (zB wenn das Kind im Ausland geboren wird), muss als Erstes die Frage nach dem anwendbaren Recht geklärt werden. Hierbei gilt, dass das Recht des Staates angewandt wird, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt zum Zeitpunkt der Geburt hat. Der Begriff „gewöhnlicher Aufenthalt“ ist dabei rechtlich nicht definiert, aber es wird in der Regel ein Zeitraum von etwa 6 Monaten angesetzt. Die gesetzliche Grundlage ist Art 16 KSÜ („Haager Übereinkommen über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung under Maßnahmen zum Schutz von Kindern).
Um zu klären, wer das Sorgerecht für ein Kind hat, muss also unterschieden werden, wo das Kind zum Zeitpunkt der Geburt und in den Monaten danach lebt:
Wird ein Kind in Deutschland geboren, so wird bei Bestimmung des Sorgerechts unterschieden, ob die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes verheiratet waren, oder nicht.
Sorgerecht für das Kind bei Geburt
Beide Eltern haben Sorgerecht. Das Sorgerecht kann nur durch Gerichtsentscheidung entzogen werden.
Zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes hat nur die Mutter das Sorgerecht für das Kind. Der Vater muss zunächst eine Vaterschaftsanerkennung, und dann eine Sorgeerklärung abgeben. Zu Beidem ist die Zustimmung der Mutter erforderlich.
Wird ein Kind in Australien geboren, so wird bei Bestimmung des Sorgerechts unterschieden, ob die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes verheiratet waren, oder nicht.
Zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes hat nur die Mutter das Sorgerecht für das Kind. Sobald die Vaterschaft des Mannes rechtlich begründet wird (idR durch Ausstellung der australischen Geburtsurkunde), hat auch der Vater automatisch Sorgerecht für das Kind. Eine Sorgeerklärung nach deutschem Vorbild muss nicht abgegeben werden.
Wechsel des anzuwendenden Rechts bei internationalem Umzug des Kindes
Wechselt das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt in ein anderes Land, so ändert sich an der bisher begründeten elterlichen Sorge nichts. Möglicherweise wird aber eine neue elterliche Sorge nach dem Recht des neuen gewöhnlichen Aufenthalts begründet (Art 16 Abs. 3 und 4 KSÜ).
Ein Kind wird in Deutschland geboren und hat dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt. Der Vater des Kindes ist in der Geburtsurkunde des Kindes eingetragen. Es wurde aber keine Sorgeerklärung abgegeben, sodass die Mutter die alleinige Sorge hat. Nun wechselt der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes nach Australien. Im australischen Recht hat der Vater automatisch Sorgerecht für sein Kind. Dies bedeutet, dass ab Begründung der gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes in Australien auch der Vater Sorgerecht für das Kind hat (selbst wenn der Vater nicht in Australien lebt)! In diesem Fall wird die Unterschrift des Vaters zum Beispiel bei der Passbeantragung benötigt! Die elterliche Sorge des Vaters kann nur durch eine Gerichtsentscheidung wieder entzogen werden.
Ein Kind wird in Australien geboren und hat dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt. Beide Elternteile sind als Eltern und als Informants in der australischen Geburtsurkunde des Kindes eingetragen. Beide Eltern haben das Sorgerecht für das Kind. Nun wechselt das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt nach Deutschland. Obwohl dort keine Sorgeerklärung für das Kind abgegeben wurde, besteht die in Australien begründete elterliche Sorge des Vaters weiter fort und kann nur durch eine Gerichtsentscheidung entzogen werden.
Antrag auf Nachbeurkundung einer Auslandsgeburt
Hier finden Sie den Antrag auf Nachbeurkundung eines im Ausland geborenen Kindes im deutschen Geburtenregister.
Antrag auf Nachbeurkundung einer Auslandsgeburt PDF / 395 KB / nicht barrierefrei
Bitte füllen Sie diesen Fragebogen aus und senden ihn an das Deutsche Generalkonsulat Sydney zur Vorbereitung der Vaterschaftsanerkennung.
Fragebogen zur Vaterschaftsanerkennung DOC / 52 KB / nicht barrierefrei
Information gem. Art. 13 der Datenschutz-Grundverordung (DS-GVO)
Information gem. Art. 13 der Datenschutz-Grundverordung (DS-GVO) PDF / 288 KB / nicht barrierefrei