Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerwG_03_06_2010_BVerwG_9_C_3_09_Einbeziehung_gemeindegebie-d4061566.html
Timestamp: 2016-12-02 20:05:11
Document Index: 105861236

Matched Legal Cases: ['§ 132', '§ 203', '§ 132', '§ 203', 'Art. 28', '§ 129', '§ 131', '§ 132', '§ 133', '§ 203', '§ 24', '§ 25', '§ 131', '§ 132', '§ 203', '§ 203']

BVerwG, 03.06.2010 - BVerwG 9 C 3.09 - Einbeziehung gemeindegebietsfremder Grundstücke bei der Verteilung eines beitragsfähigen Erschließungsaufwands im Fall der Erschließung durch eine entlang der Gemeindegrenze verlaufenden Erschließungsanlage; Gemeindliche Satzung i.S.v. § 132 Baugesetzbuch (BauGB) als Voraussetzung einer Einbeziehung gemeindegebietsfremder Grundstücke bei der Verteilung eines beitragsfähigen Erschließungsaufwands; Erstreckung der Satzungshoheit und Abgabenhoheit einer Gemeinde auf gemeindegebietsfremde Grundstücke durch Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit der Nachbargemeinde; Übertragung der Erschließungsaufgabe und der Befugnis zur Beitragserhebung auf die erschließende Gemeinde durch Erlass einer Rechtsverordnung gemäß § 203 Abs. 1 BauGB durch die Nachbargemeinde | Urteile auf anwalt24.de
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BundesverwaltungsgerichtUrt. v. 03.06.2010, Az.: BVerwG 9 C 3.09Gericht: BVerwGEntscheidungsform: UrteilDatum: 03.06.2010Referenz: JurionRS 2010, 21536Aktenzeichen: BVerwG 9 C 3.09 Verfahrensgang:vorgehend:VG Kassel - 21.12.2006 - AZ: 6 E 1017/06VGH Hessen - 26.11.2008 - AZ: 5 UE 291/07Rechtsgrundlagen:Art. 28 Abs. 2 S. 1 GG§ 129 BauGB§ 131 Abs. 1 BauGB§ 132 BauGB§ 133 Abs. 3 S. 1 BauGB§ 203 Abs. 1 BauGB§ 24 Abs. 1 KGG§ 25 Abs. 1 KGGFundstellen:BVerwGE 137, 95 - 105DVBl 2010, 1320DWW 2012, 304-308IBR 2011, 167LKRZ 2010, 465-468NVwZ 2010, 1435-1438Städtetag 2011, 50VR 2010, 393ZfIR 2010, 809-813ZMR 2011, 82-84Amtlicher Leitsatz:1.Bei einer entlang der Gemeindegrenze verlaufenden Erschließungsanlage (Anbaustraße) werden von dieser auch die angrenzenden gemeindegebietsfremden Grundstücke erschlossen i.S.v. § 131 Abs. 1 BauGB und sind daher in die Verteilung des beitragsfähigen Erschließungsaufwands einzubeziehen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gemeindliche Satzung i.S.v. § 132 BauGB, deren Geltungsbereich sich auch auf die gemeindegebietsfremden Grundstücke erstreckt.2.Die Möglichkeit, die Satzungs- und Abgabenhoheit der die Erschließungsmaßnahme betreibenden Gemeinde auf die gemeindegebietsfremden Grundstücke zu erstrecken, besteht zum einen im Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit der Nachbargemeinde gemäß den Landesgesetzen über kommunale Zusammenarbeit (unter den dort genannten Voraussetzungen), zum anderen im Erlass einer Rechtsverordnung gemäß § 203 Abs. 1 BauGB, mit der die Erschließungsaufgabe und die Befugnis zur Beitragserhebung auf die erstgenannte Gemeinde übertragen werden (im Anschluss an das Urteil vom 28. November 2007 - BVerwG 9 C 10.07 - BVerwGE 130, 52 Rn. 27 ff. = Buchholz 406.11 § 203 BauGB Nr. 1).In der Verwaltungsstreitsache hat der 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 3. Juni 2010durchden Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Storost, die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Nolte und Domgörgen, die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Buchberger und den Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Korbmacher ohne mündliche Verhandlung für Recht erkannt:Tenor:Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 26. November 2008 wird zurückgewiesen.Die Beklagte trägt die Kosten des Revisionsverfahrens.