Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20151221_OGH0002_0090OB00072_15A0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-12-06 23:18:26
Document Index: 277289804

Matched Legal Cases: ['OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 5', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 292', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 94', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 66', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 66', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§292', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 114', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 291', '§ 292', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§291', '§292', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 291', '§ 291', 'OGH', '§ 291', '§ 291', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§231', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 114', 'OGH', '§ 94', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 11', '§ 66', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§13', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§231', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 63', '§ 231', '§ 291', '§ 292', '§ 291', '§ 291', '§ 231', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 9Ob72/15a - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob599/90 6Ob517/91 8Ob...
RS0047686
1Ob599/90; 6Ob517/91; 8Ob651/90; 4Ob544/91; 1Ob612/91; 5Ob1575/91; 1Ob603/92; 3Ob541/95; 10Ob523/95; 2Ob591/95; 3Ob56/95; 4Ob2234/96z; 4Ob2371/96x; 4Ob2236/96v; 3Ob89/97b; 9Ob208/97x; 2Ob250/97x; 8Ob191/97i; 4Ob345/97g; 4Ob4/98m; 4Ob120/98w; 4Ob175/98h; 4Ob166/98k; 9Ob168/98s; 1Ob58/00m; 7Ob78/00x; 7Ob39/00m; 6Ob116/00b; 7Ob249/00v; 2Ob295/00x; 4Ob245/01k; 2Ob108/02z; 3Ob40/02g; 7Ob205/03b; 6Ob91/04g; 3Ob274/04x; 7Ob210/05s; 9Ob8/05z; 2Ob200/04g; 6Ob64/07s; 7Ob121/07f; 10Ob73/07v; 1Ob119/07t; 7Ob97/08b; 1Ob202/09a; 1Ob81/10h; 8Ob27/10v; 8Ob91/10f; 10Ob7/11v; 4Ob126/11z; 7Ob140/11f; 8Ob8/12b; 1Ob75/12d; 9Ob5/13w; 7Ob28/12m; 4Ob101/13a; 6Ob164/13f; 2Ob32/14s; 8Ob106/13s; 4Ob85/14z; 10Ob59/14w; 10Ob22/15f; 9Ob72/15a; 1Ob65/16i; 8Ob90/16t; 6Ob238/16t; 1Ob118/17k; 9Ob29/17f; 8Ob30/16v; 1Ob155/17a; 3Ob47/18k; 7Ob210/17h; 3Ob59/18z; 6Ob76/18x; 4Ob1/18b; 7Ob112/18y; 9Ob56/18b; 5Ob25/19s
Der Unterhaltsschuldner hat alle Kräfte anzuspannen, um seiner Verpflichtung nachkommen zu können; er muss alle persönlichen Fähigkeiten, insbesondere seine Arbeitskraft so gut wie möglich einsetzen. Tut er dies nicht, wird er so behandelt, als bezöge er Einkünfte, die er bei zumutbarer Erwerbstätigkeit hätte erzielen können.
1 Ob 599/90
Entscheidungstext OGH 02.05.1990 1 Ob 599/90
Veröff: SZ 63/74 = EvBl 1990/128 S 599 = RZ 1993,101 = ÖA 1991,99
6 Ob 517/91
Entscheidungstext OGH 07.03.1991 6 Ob 517/91
8 Ob 651/90
Entscheidungstext OGH 21.03.1991 8 Ob 651/90
nur: Der Unterhaltsschuldner hat alle Kräfte anzuspannen, um seiner Verpflichtung nachkommen zu können; er muss alle persönlichen Fähigkeiten so gut wie möglich einsetzen. (T1)
Beisatz: Dazu gehört eine Lebenshaltung, derzufolge sich der unterhaltspflichtige Elternteil im Falle der Notwendigkeit hiezu auch strengsten finanziellen Einschränkungen unterzieht. Eine Belastbarkeitsgrenze nach den Pfändungsfreibeträgen des § 5 LPfG kommt hiebei nicht in Betracht. (T2)
1 Ob 612/91
Entscheidungstext OGH 30.10.1991 1 Ob 612/91
Auch; Veröff: RZ 1992/48 S 124 = RZ 1994/76 S 211
nur T1; Beisatz: Aber bei einem zu neunzig % behinderten, vermögenslosen, als arbeitssuchend gemeldeten, von Sozialhilfe lebenden fünfundvierzigjährigen Vater ist dies nicht der Fall. (T3)
1 Ob 603/92
Entscheidungstext OGH 15.09.1992 1 Ob 603/92
Vgl auch; Beisatz: Die Eltern haben ihre Leistungskraft unter Berücksichtigung ihrer Ausbildung und ihres Könnens auszuschöpfen. (T4)
Veröff: RZ 1994/18 S 44 = ÖA 1993,105
3 Ob 541/95
Entscheidungstext OGH 26.04.1995 3 Ob 541/95
Beisatz: Der Verzicht auf die Erzielung eines höheren Einkommens, der nicht durch besondere berücksichtigungswürdigende Umstände erzwungen ist, darf nicht zu Lasten eines Unterhaltsberechtigten gehen (so schon ÖA 1994,1929. (T5)
2 Ob 591/95
Entscheidungstext OGH 29.02.1996 2 Ob 591/95
Auch; Beisatz: Der Unterhaltsschuldner darf bei Erfüllung seiner Unterhaltspflicht "nach Kräften" nicht etwa grundlos seine überdurchschnittlichen (gehobenen) Lebens- und Einkommensverhältnisse aufgeben oder - im Falle des Verlustes eines überdurchschnittlich dotierten Arbeitsplatzes - nicht wiederzuerlangen trachten, weil er dadurch die angemessene Teilnahme seines unterhaltsberechtigten Kindes an seinen adäquaten Lebensverhältnissen hindert. (T6)
4 Ob 2234/96z
Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2234/96z
nur T1; Beis wie T2 nur: Dazu gehört eine Lebenshaltung, derzufolge sich der unterhaltspflichtige Elternteil im Falle der Notwendigkeit hiezu auch strengsten finanziellen Einschränkungen unterzieht. (T7)
Beisatz: Richtsatz für die Belastungsgrenzen sind die für die Vollstreckung von gesetzlichen Unterhaltsansprüchen festgesetzten Pfändungsgrenzen, die jedoch bei Bedarf in den Grenzen des § 292b EO unterschritten werden können. (T8)
4 Ob 2371/96x
Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2371/96x
4 Ob 2236/96v
Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2236/96v
9 Ob 208/97x
Entscheidungstext OGH 09.07.1997 9 Ob 208/97x
2 Ob 250/97x
Entscheidungstext OGH 25.09.1997 2 Ob 250/97x
8 Ob 191/97i
Entscheidungstext OGH 13.11.1997 8 Ob 191/97i
4 Ob 4/98m
Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 4/98m
4 Ob 120/98w
Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 120/98w
Auch; Beisatz: Wer - aus welchen Gründen immer (Krankheit, Haft, Schwangerschaft, Alter) - zu einer Erwerbstätigkeit nicht in der Lage ist, dem kann wegen der fehlenden Leistungsfähigkeit kein potentielles Einkommen unterstellt werden. (T9)
4 Ob 175/98h
Entscheidungstext OGH 14.07.1998 4 Ob 175/98h
4 Ob 166/98k
Entscheidungstext OGH 20.10.1998 4 Ob 166/98k
1 Ob 58/00m
Entscheidungstext OGH 28.03.2000 1 Ob 58/00m
Beisatz: Ein unselbständig Erwerbstätiger darf sich nur dann selbständig machen, wenn er damit rechnen kann, nach einer gewissen Anlaufphase als Unternehmer ein zumindest gleich hohes Einkommen wie zuvor zu erzielen. Stellt sich heraus, dass mit solchen Einkünften in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist, so muss der Schuldner entweder eine zumutbare Nebenbeschäftigung annehmen oder wieder unselbständig tätig werden. (T10)
7 Ob 39/00m
Entscheidungstext OGH 29.03.2000 7 Ob 39/00m
nur: Der Unterhaltsschuldner muss alle persönlichen Fähigkeiten, insbesondere seine Arbeitskraft so gut wie möglich einsetzen. Tut er dies nicht, wird er so behandelt, als bezöge er Einkünfte, die er bei zumutbarer Erwerbstätigkeit hätte erzielen können. (T11) Beisatz: Das potentielle Einkommen aus der Anspannung wird nach einer den subjektiven Fähigkeiten und der objektiven Arbeitsmarktlage entsprechenden und dem Unterhaltsverpflichteten zumutbaren Erwerbstätigkeit gemessen. Subjektive Fähigkeiten sowie Zumutbarkeit werden im Wesentlichen durch Alter, berufliche Ausbildung, körperliche und geistige Verfassung sowie familiäre Belastung bestimmt. In diesem Rahmen sind die konkreten Erwerbschancen auf dem Arbeitsmarkt ausschlaggebend. (T12)
Vgl auch; nur T11; Beisatz: Hier: § 94 ABGB. (T13)
4 Ob 245/01k
Entscheidungstext OGH 13.11.2001 4 Ob 245/01k
Vgl auch; Beisatz: Der Vater ist jedoch anzuspannen, wenn er es trotz ihm offenstehender Möglichkeiten unterlassen hat, ein Zusatzeinkommen zu erzielen. Maßgebend ist daher, wie sich der Vater - hier nach seiner Suspendierung - verhalten hat und zwar insbesondere, ob er sich hätte bemühen können, die Einkommensminderung durch neue Einkünfte wettzumachen. Sein Verhalten muss, ebenso wie bei einer sonstigen mit einer Unterhaltseinschränkung verbundenen Änderung der Lebensverhältnisse, daran gemessen werden, wie sich ein pflichtbewusster Familienvater bei gleicher Sachlage verhalten würde. (T14)
Vgl auch; Beisatz: Beisatz: Der Unterhaltsschuldner hat seine Arbeitskraft nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten bestmöglich einzusetzen, um seiner Unterhaltsverpflichtung nachkommen zu können. (T15)
6 Ob 91/04g
Entscheidungstext OGH 08.07.2004 6 Ob 91/04g
Auch; Beis wie T9; Beisatz: Die Anspannung darf zu keinen fiktiven Ergebnissen führen. Maßgeblich sind die konkreten Erwerbsmöglichkeiten des Unterhaltspflichtigen auf dem Arbeitsmarkt. (T16)
3 Ob 274/04x
Entscheidungstext OGH 16.02.2005 3 Ob 274/04x
2 Ob 200/04g
Entscheidungstext OGH 20.02.2006 2 Ob 200/04g
Auch; Beisatz: Pensionsantritt nach dem Bundesbediensteten-Sozialplangesetz auf eigenen Antrag führt zur Anwendung der Anspannungstheorie. (T17)
6 Ob 64/07s
Entscheidungstext OGH 19.04.2007 6 Ob 64/07s
Beisatz: Hier: Erörterung der Grundsatzfrage, ob im Rahmen der Anspannungstheorie den Unterhaltsschuldner eine Obliegenheit trifft, sich einer Behandlung einer der Ausübung von Erwerbstätigkeit entgegenstehenden Erkrankung zu unterziehen. (T18)
Beisatz: Die entscheidenden Kriterien für eine Anspannung auf ein Einkommen, das eine Alimentierung über den Regelbedarf des unterhaltsberechtigten Kindes hinaus ermöglicht, stellen überdurchschnittliche individuelle Kenntnisse und Fähigkeiten des Unterhaltspflichtigen, die Zumutbarkeit der betreffenden Beschäftigung, der Umfang der Sorgepflichten sowie der Grund einer Arbeitseinschränkung durch den Unterhaltspflichtigen dar. (T19)
Beisatz: Hier: Zur Frage der Zumutbarkeit eines Spitalsarztes Nacht- und Journaldienste zu leisten. (T20)
10 Ob 73/07v
Entscheidungstext OGH 15.01.2008 10 Ob 73/07v
Auch; Beisatz: Auch selbständig Erwerbstätige unterliegen der Obliegenheit, ihr Einkommen in zumutbarer Weise zu maximieren, das heißt ihre Erwerbstätigkeit mit der erforderlichen wirtschaftlichen Sorgfalt zu betreiben. Bei selbständig Erwerbstätigen ist maßgeblich, ob deren Entscheidung nach den jeweils konkret gegebenen Umständen im Entscheidungszeitpunkt als vertretbar anzuerkennen ist. (T21)
1 Ob 202/09a
Entscheidungstext OGH 17.11.2009 1 Ob 202/09a
Beis wie T14; Beisatz: Dies gilt auch, wenn der Unterhaltspflichtige Pensionsvorschuss bezieht. (T22)
10 Ob 7/11v
Entscheidungstext OGH 29.03.2011 10 Ob 7/11v
Auch; Beisatz: Der Bezug von Sozialhilfe indiziert im Allgemeinen, dass der Unterhaltspflichtige nicht in der Lage ist, einen Arbeitsplatz zu finden. Es ist aber durchaus möglich, dass auch bei rechtmäßigem Bezug der Sozialhilfe die Voraussetzungen für eine Anspannung des Unterhaltspflichtigen bestehen bleiben. (T23)
8 Ob 8/12b
Entscheidungstext OGH 28.02.2012 8 Ob 8/12b
nur T11; Beis wie T5; Beis wie T19
8 Ob 106/13s
Entscheidungstext OGH 28.04.2014 8 Ob 106/13s
Vgl auch; Beis wie T21; Beisatz: Ob sich die Entscheidung auch rückschauend betrachtet als bestmögliche erweist, ist nicht relevant. (T24)
4 Ob 85/14z
Entscheidungstext OGH 24.06.2014 4 Ob 85/14z
Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Unterlassen der Nostrifizierung eines im Ausland abgeschlossenen Medizinstudiums. (T25)
Beis wie T4; Beis wie T16
1 Ob 65/16i
Entscheidungstext OGH 28.04.2016 1 Ob 65/16i
Beis wie T4; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Der Vater legt zum Nachweis seiner Bemühungen um eine Arbeitsstelle eine umfangreiche Liste seiner Bewerbungen in der jüngeren Vergangenheit vor. (T26)
Beis wie T4; Beisatz: Ob der Anspannungsgrundsatz anwendbar ist, richtet sich jeweils nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls. (T27)
Vgl auch; Beisatz: Die Anspannungspflicht wird verletzt, wenn Anzeichen dafür gegeben sind, dass der Unterhaltspflichtige weniger verdient als seiner Leistungsfähigkeit entsprechen würde oder wenn er grundlos keinem Erwerb nachgeht oder sich mit einem geringeren Einkommen begnügt als ihm möglich wäre. (T28)
Auch; nur: Der Unterhaltsschuldner hat alle Kräfte anzuspannen, um seiner Verpflichtung nachkommen zu können. (T29)
Beis wie T2;
nur: Im Falle der Notwendigkeit hat er sich hiezu auch strengsten finanziellen Einschränkungen zu unterziehen. (T30)
Beisatz: Hier: Hier hat sich der Vater – anstatt weiterhin in seinem erlernten Beruf als Kfz‑Werkmeister tätig zu sein oder einen entsprechenden Arbeitsplatz zu suchen – zum Eintritt in ein Kloster entschieden; Anspannung (zumindest) auf seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. (T31)
Ähnlich; Beis wie T9; Beis wie T23; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob der Anspannungsgrundsatz bei einer nach § 66 EheG Unterhaltsberechtigten zum Tragen kommt, ist auch deren Verhalten in den Vorzeiträumen jedenfalls dann beachtlich, wenn sie sich die Geltendmachung eines Unterhaltsanspruchs vorbehalten hat. (T32)
3 Ob 59/18z
Entscheidungstext OGH 25.04.2018 3 Ob 59/18z
Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T28
Auch; Beis wie T28; Beis wie T4
nur T1; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T27; Beis wie T28
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0047686
JJR_19900502_OGH0002_0010OB00599_9000000_003
Rechtssatz für 7Ob628/90 8Ob509/91 8Ob...
RS0047511
7Ob628/90; 8Ob509/91; 8Ob554/91; 1Ob612/91; 1Ob537/92; 1Ob552/93; 2Ob576/94; 2Ob596/94; 10Ob523/95; 1Ob597/95; 6Ob2319/96i; 4Ob2371/96x; 6Ob194/97s; 6Ob116/00b; 7Ob249/00v; 4Ob245/01k; 8Ob210/02v; 2Ob79/05i; 10Ob8/07k; 9Ob71/06s; 1Ob119/07t; 8Ob27/10v; 8Ob91/10f; 7Ob140/11f; 8Ob8/12b; 10Ob59/14w; 10Ob22/15f; 8Ob78/15a; 9Ob72/15a; 7Ob210/17h; 4Ob1/18b; 7Ob112/18y
Mit der Anspannung der Leistungskraft des Unterhaltspflichtigen kann der Unterhalt auf der Grundlage eines zwar tatsächlich nicht erzielten, aber wohl erzielbaren Einkommens bemessen werden. Das Gesetz macht auch keinen Unterschied, ob es sich um einen selbständig oder unselbständig Erwerbstätigen handelt.
7 Ob 628/90
Entscheidungstext OGH 15.11.1990 7 Ob 628/90
Auch; nur: Mit der Anspannung der Leistungskraft des Unterhaltspflichtigen kann der Unterhalt auf der Grundlage eines zwar tatsächlich nicht erzielten, aber wohl erzielbaren Einkommens bemessen werden. (T1)
Vgl auch; Veröff: RZ 1992/48 S 124 = RZ 1993/76 S 211
1 Ob 552/93
Entscheidungstext OGH 20.04.1993 1 Ob 552/93
1 Ob 597/95
Entscheidungstext OGH 29.08.1995 1 Ob 597/95
6 Ob 194/97s
Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 194/97s
Beisatz: Die Frage der Anspannung stellt sich immer erst dann, wenn der Unterhalt des Berechtigten nicht mehr gewährleistet ist, somit erst bei Verletzung des angemessenen Unterhalts. (T2)
8 Ob 210/02v
Entscheidungstext OGH 07.11.2002 8 Ob 210/02v
Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Frage des aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit erzielbaren Unterhalts im Sinne des § 66 EheG. (T3)
10 Ob 8/07k
Entscheidungstext OGH 27.02.2007 10 Ob 8/07k
Auch; Beisatz: Auch selbständig Erwerbstätige unterliegen der Obliegenheit, ihr Einkommen in zumutbarer Weise zu maximieren, dh ihre Erwerbstätigkeit mit der erforderlichen wirtschaftlichen Sorgfalt zu betreiben. (T4)
Veröff: SZ 2007/30
9 Ob 71/06s
Entscheidungstext OGH 28.09.2007 9 Ob 71/06s
Vgl auch; Vgl Beis wie T2
Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Unterlassen der Nostrifizierung eines im Ausland abgeschlossenen Medizinstudiums. (T5)
8 Ob 78/15a
Entscheidungstext OGH 29.10.2015 8 Ob 78/15a
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0047511
JJR_19901115_OGH0002_0070OB00628_9000000_001
Rechtssatz für 1Ob595/91 7Ob615/91 1Ob...
RS0047568
1Ob595/91; 7Ob615/91; 1Ob621/93; 1Ob502/94; 1Ob597/95; 6Ob2360/96v; 4Ob345/97g; 7Ob251/98g; 7Ob78/00x; 1Ob2/02d; 6Ob258/02p; 7Ob205/03b; 7Ob210/05s; 6Ob64/07s; 1Ob81/10h; 1Ob75/12d; 9Ob5/13w; 10Ob59/14w; 9Ob72/15a; 1Ob65/16i; 6Ob76/18x; 5Ob25/19s
Je umfangreicher die Sorgepflichten sind, desto strengere Anforderungen sind an die Anspannung des Unterhaltspflichtigen zu stellen.
1 Ob 595/91
Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 595/91
7 Ob 615/91
Entscheidungstext OGH 14.11.1991 7 Ob 615/91
Veröff: RZ 1992/24 S 69
1 Ob 621/93
Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 621/93
6 Ob 2360/96v
Entscheidungstext OGH 16.01.1997 6 Ob 2360/96v
6 Ob 258/02p
Entscheidungstext OGH 12.12.2002 6 Ob 258/02p
Vgl; Beisatz: Was zumutbar ist, wird am Maßstab eines pflichtbewussten, rechtschaffenen Familienvaters gemessen. (T1)
Beisatz: Hier: Unterlassen der Nostrifizierung eines im Ausland abgeschlossenen Medizinstudiums. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0047568
JJR_19910918_OGH0002_0010OB00595_9100000_006
Rechtssatz für 6Ob530/92 1Ob552/93 7Ob...
RS0047579
6Ob530/92; 1Ob552/93; 7Ob528/94; 7Ob596/94; 2Ob576/94; 2Ob596/94; 7Ob552/95; 6Ob636/95 (6Ob637/95); 10Ob523/95; 1Ob597/95; 8Ob503/96; 2Ob2376/96t; 1Ob2330/97w; 4Ob2236/96v; 6Ob181/97d; 3Ob298/97p; 8Ob311/97m; 8Ob191/97i; 9Ob23/98t; 4Ob120/98w; 4Ob166/98k; 9Ob168/98s; 1Ob223/98w; 1Ob58/00m; 7Ob78/00x; 6Ob116/00b; 8Ob133/00t; 6Ob228/00y; 1Ob56/01v; 1Ob165/01y; 2Ob108/02z; 3Ob40/02g; 7Ob205/03b; 7Ob194/03k; 6Ob51/04z; 6Ob197/06y; 10Ob73/07v; 6Ob5/08s; 8Ob8/12b; 7Ob179/11s; 5Ob204/11b; 6Ob80/13b; 10Ob59/14w; 8Ob78/15a; 9Ob72/15a; 1Ob65/16i; 8Ob90/16t; 3Ob47/18k; 3Ob59/18z; 10Ob30/19p; 5Ob25/19s
Bei einem vom Unterhaltsschuldner verschuldeten Arbeitsplatzverlust kann nicht in Anwendung des Anspannungsgrundsatzes automatisch davon ausgegangen werden, dass dem Unterhaltspflichtigen weiterhin das verlorene Einkommen zur Verfügung stünde. Die Anspannung darf nicht zu einer bloßen Fiktion führen, sondern muss immer auf der hypothetischen Feststellung beruhen, welches reale Einkommen der Unterhaltspflichtige in den Zeiträumen, für die die Unterhaltsbemessung erfolgt, unter Berücksichtigung seiner konkreten Fähigkeiten und Möglichkeiten bei der gegebenen Arbeitsmarktlage zu erzielen in der Lage wäre.
6 Ob 530/92
Entscheidungstext OGH 25.03.1992 6 Ob 530/92
nur: Die Anspannung darf nicht zu einer bloßen Fiktion führen, sondern muss immer auf der hypothetischen Feststellung beruhen, welches reale Einkommen der Unterhaltspflichtige in den Zeiträumen, für die die Unterhaltsbemessung erfolgt, unter Berücksichtigung seiner konkreten Fähigkeiten und Möglichkeiten bei der gegebenen Arbeitsmarktlage zu erzielen in der Lage wäre. (T1)
7 Ob 528/94
Entscheidungstext OGH 08.06.1994 7 Ob 528/94
6 Ob 636/95
Entscheidungstext OGH 25.10.1995 6 Ob 636/95
8 Ob 503/96
Entscheidungstext OGH 08.02.1996 8 Ob 503/96
nur T1; Beisatz: Hiebei kommt dem Gesundheitszustand sowie der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen wesentliche Bedeutung zu. (T2)
2 Ob 2376/96t
Entscheidungstext OGH 28.11.1996 2 Ob 2376/96t
nur T1; Beisatz: Selbst bei einem verschuldeten Arbeitsplatz - oder Berufswechsel kann in Anwendung des Anspannungsgrundsatzes nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass dem Unterhaltspflichtigen weiterhin das verlorene Einkommen zur Verfügung stünde. (T3)
1 Ob 2330/97w
Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2330/97w
6 Ob 181/97d
Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 181/97d
3 Ob 298/97p
Entscheidungstext OGH 15.10.1997 3 Ob 298/97p
8 Ob 311/97m
Entscheidungstext OGH 30.10.1997 8 Ob 311/97m
Beisatz: Das potentielle Einkommen aus der Anspannung wird nach einer den subjektiven Fähigkeiten und der objektiven Arbeitsmarktlage entsprechenden sowie zumutbaren Erwerbstätigkeit gemessen. Subjektive Fähigkeiten sowie Zumutbarkeit werden im wesentlichen durch Alter, berufliche Ausbildung, körperliche und geistige Verfassung sowie familiäre Belastung bestimmt. In diesem Rahmen sind die konkreten Erwerbschancen auf dem Arbeitsmarkt ausschlaggebend. (T4)
1 Ob 223/98w
Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 223/98w
Beisatz: Es sind die konkreten Erwerbschancen auf dem Arbeitsmarkt ausschlaggebend. (T5)
Beisatz: Dies gilt nicht für Fälle beabsichtigter Unterhaltsvereitelung. (T6)
8 Ob 133/00t
Entscheidungstext OGH 07.09.2000 8 Ob 133/00t
nur: Bei einem vom Unterhaltsschuldner verschuldeten Arbeitsplatzverlust kann nicht in Anwendung des Anspannungsgrundsatzes automatisch davon ausgegangen werden, dass dem Unterhaltspflichtigen weiterhin das verlorene Einkommen zur Verfügung stünde. (T7)
1 Ob 56/01v
Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 56/01v
Vgl auch; Beisatz: Es ist der Umstieg auf eine selbständige Tätigkeit grundsätzlich zulässig und dem Selbständigen nach Einstellung seiner Tätigkeit eine Zeitspanne zuzubilligen, um wieder im unselbständigen Bereich Fuß zu fassen. Ebenso darf die Unterhaltsberechtigte nur auf ein auf dem Arbeitsmarkt real erzielbares Einkommen angespannt werden. (T8)
1 Ob 165/01y
Entscheidungstext OGH 07.08.2001 1 Ob 165/01y
Vgl auch; Beisatz: Der Unterhaltsschuldner hat seine Arbeitskraft nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten bestmöglich einzusetzen, um seiner Unterhaltsverpflichtung nachkommen zu können. (T9)
6 Ob 51/04z
Entscheidungstext OGH 24.06.2004 6 Ob 51/04z
Vgl; nur T1; Beis wie T9
6 Ob 197/06y
Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 197/06y
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Unbekannter Aufenthalt des Unterhaltspflichtigen. (T10)
Vgl auch; Veröff: SZ 2008/35
5 Ob 204/11b
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 5 Ob 204/11b
nur T1; Beis ähnlich wie T4
Vgl; Beisatz: Hier: Da der Vater nach den Feststellungen der Vorinstanzen ab 5. 8. 2009 einkommenslos und infolge fehlenden Aufenthaltstitels auch nicht vermittelbar war, entspricht die Verneinung des Vorliegens der Anspannungsvoraussetzungen durch die Vorinstanzen der Rechtslage. (T11)
Vgl; nur T1; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Langjährige Arbeitslosigkeit. Der Vater legt zum Nachweis seiner Bemühungen um eine Arbeitsstelle eine umfangreiche Liste seiner Bewerbungen in der jüngeren Vergangenheit vor. (T12)
10 Ob 30/19p
Entscheidungstext OGH 07.05.2019 10 Ob 30/19p
ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0047579
JJR_19920325_OGH0002_0060OB00530_9200000_002
Rechtssatz für 3Ob46/93 3Ob5/94 2Ob569...
RS0008667
3Ob46/93; 3Ob5/94; 2Ob569/94; 3Ob528/95; 1Ob590/95; 1Ob1645/95; 4Ob2234/96z; 6Ob99/97w; 10Ob31/97z; 3Ob250/97d; 1Ob115/98p; 8Ob142/98k; 2Ob258/98z; 2Ob122/99a; 10Ob83/00d; 6Ob97/00h; 6Ob233/00h; 3Ob4/03i; 5Ob48/04a; 5Ob134/05z; 6Ob52/06z; 6Ob184/06m; 4Ob155/06g; 2Ob187/05x; 6Ob35/09d; 7Ob163/09k; 1Ob160/09z; 9Ob72/15a; 9Ob61/15h; 4Ob4/17t; 8Ob75/17p; 9Ob41/18x; 8Ob16/19i
EO §292b Z1
3 Ob 46/93
Entscheidungstext OGH 12.05.1993 3 Ob 46/93
Veröff: ÖA 1994,29 = RZ 1994/57 S 170
3 Ob 5/94
Entscheidungstext OGH 23.03.1994 3 Ob 5/94
Beisatz: Ein Grundsatz, dass die angemessene Herabsetzung des Freibetrages ihre Grenze findet, wenn nicht einmal der laufende Unterhalt zur Gänze hereingebracht werden könnte, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen. (T1)
Veröff: SZ 67/47
3 Ob 528/95
Entscheidungstext OGH 26.04.1995 3 Ob 528/95
6 Ob 99/97w
Entscheidungstext OGH 24.04.1997 6 Ob 99/97w
10 Ob 31/97z
Entscheidungstext OGH 11.02.1997 10 Ob 31/97z
3 Ob 250/97d
Entscheidungstext OGH 29.10.1997 3 Ob 250/97d
1 Ob 115/98p
Entscheidungstext OGH 29.09.1998 1 Ob 115/98p
2 Ob 258/98z
Entscheidungstext OGH 29.10.1998 2 Ob 258/98z
2 Ob 122/99a
Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 122/99a
Beisatz: Eine genaue Berechnung dieses Betrages ist nicht möglich, es ist im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen für den Unterhaltsschuldner und den Unterhaltsberechtigten noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. Diese Grundsätze eröffnen den Gerichten somit einen Ermessensspielraum. (T2)
6 Ob 97/00h
Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 97/00h
Beisatz: Unterhaltsforderungen genießen Priorität. Ein pflichtbewusster Unterhaltsschuldner wird seine Kinder im Normalfall an seinen - wenn auch kärglichen - Einkommensverhältnissen teilhaben lassen. (T3)
3 Ob 4/03i
Entscheidungstext OGH 26.03.2003 3 Ob 4/03i
5 Ob 48/04a
Entscheidungstext OGH 11.05.2004 5 Ob 48/04a
5 Ob 134/05z
Entscheidungstext OGH 18.10.2005 5 Ob 134/05z
6 Ob 52/06z
Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 52/06z
Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T4)
6 Ob 184/06m
Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
2 Ob 187/05x
Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 187/05x
6 Ob 35/09d
Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 35/09d
1 Ob 160/09z
Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
Verstärkter Senat; Vgl auch; Beisatz: In allen Insolvenzfällen richtet sich die Belastbarkeit des Unterhaltspflichtigen nach dem Unterhaltsexistenzminimum gemäß § 291b EO, das ausnahmsweise in den Grenzen des § 292b EO unterschritten werden kann. (T5)
Bem: Siehe RS0125931. (T6)
9 Ob 61/15h
Entscheidungstext OGH 27.01.2016 9 Ob 61/15h
8 Ob 75/17p
Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 75/17p
9 Ob 41/18x
Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 41/18x
8 Ob 16/19i
Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 Ob 16/19i
ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0008667
JJR_19930512_OGH0002_0030OB00046_9300000_001
Rechtssatz für 10Ob505/93 4Ob556/94 3O...
EO §291b
EO §292b
10 Ob 505/93
Entscheidungstext OGH 21.09.1993 10 Ob 505/93
4 Ob 556/94
Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 556/94
3 Ob 1574/95
Entscheidungstext OGH 26.06.1996 3 Ob 1574/95
7 Ob 2337/96v
Entscheidungstext OGH 20.11.1996 7 Ob 2337/96v
6 Ob 284/02m
Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 284/02m
3 Ob 257/05y
Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 257/05y
1 Ob 42/07v
Entscheidungstext OGH 03.05.2007 1 Ob 42/07v
2 Ob 82/12s
Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 82/12s
Entscheidungstext OGH 21.01.2016 9 Ob 61/15h
10 Ob 26/18y
Entscheidungstext OGH 17.04.2018 10 Ob 26/18y
10 Ob 105/18s
Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 105/18s
Unterhaltsexistenzminimum
JJR_19930921_OGH0002_0100OB00505_9300000_001
Rechtssatz für 8Ob605/93 4Ob556/94 9Ob...
RS0013458
8Ob605/93; 4Ob556/94; 9Ob507/95; 1Ob590/95; 1Ob2233/96f; 10Ob83/00d; 3Ob4/03i; 5Ob48/04a; 1Ob229/04i; 3Ob257/05y; 6Ob184/06m; 4Ob155/06g; 4Ob53/06g; 6Ob200/07s; 3Ob122/08z; 6Ob35/09d; 7Ob163/09k; 1Ob160/09z; 2Ob82/12s; 9Ob72/15a; 4Ob4/17t; 10Ob105/18s
Der für Exekutionen wegen Unterhaltsansprüchen zu belassende Mindestbetrag lässt sich nunmehr direkt aus dem Gesetz (§ 291b EO) ermitteln. Das heißt aber nicht, dass er in jedem Fall eine äußerste starre Untergrenze bildet. Bei Nichtzulangen des nach Abzug des nach § 291b EO verbleibenden Existenzminimums für die Befriedigung der laufenden Unterhaltsansprüche müssen sich nicht nur alle Unterhaltsberechtigten einen anteiligen Abzug gefallen lassen, sondern haben sich der Unterhaltsschuldner und die Unterhaltsberechtigten den Fehlbetrag angemessen zu teilen. Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen.
Auch; Veröff: SZ 67/162
9 Ob 507/95
Entscheidungstext OGH 22.02.1995 9 Ob 507/95
Auch; nur: Bei Nichtzulangen des nach Abzug des nach § 291b EO verbleibenden Existenzminimums für die Befriedigung der laufenden Unterhaltsansprüche müssen sich nicht nur alle Unterhaltsberechtigten einen anteiligen Abzug gefallen lassen, sondern haben sich der Unterhaltsschuldner und die Unterhaltsberechtigten den Fehlbetrag angemessen zu teilen. (T1)
Beisatz: Auch bei Sonderbedarfsansprüchen. (T2)
Veröff: SZ 68/38
Auch; nur: Der für Exekutionen wegen Unterhaltsansprüchen zu belassende Mindestbetrag lässt sich nunmehr direkt aus dem Gesetz (§ 291b EO) ermitteln. Das heißt aber nicht, dass er in jedem Fall eine äußerste starre Untergrenze bildet. Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. (T3)
1 Ob 229/04i
Entscheidungstext OGH 22.02.2005 1 Ob 229/04i
Vgl auch; nur: Eine genaue Berechnung scheidet jedoch aus, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen. (T4)
4 Ob 53/06g
Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 53/06g
6 Ob 200/07s
Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 200/07s
Verstärkter Senat; Auch; Veröff: SZ 2010/48
ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0013458
JJR_19931130_OGH0002_0080OB00605_9300000_001
1Ob502/94; 2Ob596/94; 6Ob2319/96i; 9Ob168/98s; 9Ob201/99w; 7Ob249/00v; 6Ob83/02b; 7Ob194/03k; 2Ob79/05i; 7Ob210/05s; 9Ob8/05z; 7Ob13/06x; 7Ob121/07f; 2Ob208/06m; 7Ob97/08b; 5Ob161/09a; 1Ob81/10h; 4Ob126/11z; 1Ob75/12d; 7Ob28/12m; 10Ob59/14w; 10Ob22/15f; 9Ob72/15a; 1Ob118/17k; 1Ob155/17a; 3Ob47/18k; 7Ob210/17h; 6Ob76/18x; 7Ob112/18y; 6Ob157/18h; 5Ob25/19s
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231 Abs1 Bc
Rechtssatz für 3Ob547/94 3Ob28/94 2Ob5...
RS0047495
3Ob547/94; 3Ob28/94; 2Ob576/94; 9Ob1622/94; 6Ob636/95 (6Ob637/95); 1Ob1645/95; 1Ob597/95; 10Ob2184/96s; 1Ob2330/96w; 2Ob250/97x; 8Ob191/97i; 4Ob345/97g; 4Ob181/98s; 1Ob115/98p; 1Ob58/00m; 7Ob78/00x; 6Ob116/00b; 8Ob133/00t; 7Ob40/01k; 1Ob191/01x; 1Ob23/02t; 2Ob108/02z; 1Ob38/02y; 2Ob56/02b; 6Ob272/02x; 7Ob194/03k; 1Ob130/04f; 3Ob1/05a; 6Ob299/05x; 6Ob52/06z; 7Ob151/06s; 6Ob64/07s; 3Ob99/07s; 2Ob208/06m; 3Ob186/07k; 6Ob5/08s; 5Ob140/09p; 1Ob104/09i; 5Ob121/09v; 5Ob161/09a; 1Ob240/09i; 1Ob202/09a; 4Ob91/10a; 2Ob246/09d; 8Ob27/10v; 8Ob91/10f; 10Ob7/11v; 7Ob140/11f; 4Ob178/11x; 8Ob8/12b; 7Ob179/11s; 6Ob80/13b; 1Ob159/13h; 4Ob101/13a; 2Ob32/14s; 8Ob106/13s; 10Ob59/14w; 10Ob22/15f; 3Ob96/15m; 1Ob83/15k; 9Ob72/15a; 1Ob65/16i; 7Ob53/16v; 10Ob60/16w; 6Ob238/16t; 1Ob118/17k; 3Ob47/18k; 7Ob210/17h; 3Ob59/18z; 6Ob76/18x; 4Ob1/18b; 7Ob112/18y; 8Ob115/18x; 9Ob56/18b; 5Ob25/19s
Eine Anspannung auf tatsächlich nicht erzieltes Einkommen darf nur erfolgen, wenn den Unterhaltsschuldner ein Verschulden daran trifft, dass er keine Erwerbstätigkeit ausübt.
3 Ob 547/94
Entscheidungstext OGH 28.06.1994 3 Ob 547/94
Beisatz: Zumindest leichte Fahrlässigkeit. (T1)
10 Ob 2184/96s
Entscheidungstext OGH 03.09.1996 10 Ob 2184/96s
Beisatz: Das Verschulden kann in vorsätzlicher Unterhaltsflucht (absichtlicher Mindererwerb, um sich der Unterhaltszahlung zu entziehen) bestehen; es genügt aber auch (leicht) fahrlässige Herbeiführung des Einkommensmangels durch Außerachtlassung pflichtgemäßer zumutbarer Einkommensbemühungen. Maßstab hiefür ist stets das Verhalten eines pflichtgemäßen rechtschaffenen Familienvaters. (T2)
1 Ob 2330/96w
Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2330/96w
Bem: Die ursprünglich an dieser Stelle aus Versehen mit der Kennzeichnung T3 erfolgte Wiederholung des Teilsatzes T1 wurde gelöscht. - März 2018 (T3)
Auch; Beisatz: Anspannungsgrundsatz dient als eine Art Missbrauchsvorbehalt, wenn schuldhaft die zumutbare Erzielung deutlich höherer Einkünfte versäumt wird. (T4)
4 Ob 181/98s
Entscheidungstext OGH 14.07.1998 4 Ob 181/98s
Vgl; Beis wie T2 nur: Maßstab hiefür ist stets das Verhalten eines pflichtgemäßen rechtschaffenen Familienvaters. (T5)
Vgl auch; Beisatz: Die Aufnahme einer Lebensgemeinschaft durch den Unterhaltsschuldner kann nach Gesichtspunkten des Anspannungsgrundsatzes niemals den Vorwurf eines schuldhaften Verzichts auf ein höheres Einkommen aus öffentlichen Geldern rechtfertigen. (T6)
Vgl; Beisatz: Insbesondere bei offenkundig engem zeitlichem Zusammenhang zwischen der Beendigung einer gut bezahlten unselbständigen Erwerbstätigkeit (Postamtsvorstand) und dem Antrag auf Unterhaltsherabsetzung. (T7)
Beisatz: Der Anspannungsgrundsatz soll bloß gewährleisten, dass die Unterhaltsbemessungsgrundlage der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners angepasst wird, soll sich doch dieser seiner Leistungspflicht nicht dadurch entziehen können, dass er die nach seinen Kräften zumutbare Erzielung deutlich höherer Einkünfte schuldhaft unterlässt. (T8)
1 Ob 23/02t
Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 23/02t
Beis wie T2; Beisatz: Die vom Unterhaltspflichtigen getroffenen Entscheidungen über die Wahl des Arbeitsplatzes sind grundsätzlich danach zu beurteilen, ob sie nach der subjektiven Kenntnis und Einsicht des Unterhaltspflichtigen im Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidung zu billigen waren. (T9)
1 Ob 38/02y
Entscheidungstext OGH 11.06.2002 1 Ob 38/02y
Vgl auch; Beisatz: Dem Unterhaltsschuldner ist es nicht ohne weiteres zumutbar, auch nach Konkurseröffnung über sein Vermögen weiterhin das Einkommen zu erzielen, das er schon vorher gehabt hat. (T10)
2 Ob 56/02b
Entscheidungstext OGH 13.02.2003 2 Ob 56/02b
6 Ob 272/02x
Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 272/02x
Beisatz: Oder eine Antragstellung zur Erlangung öffentlich-rechtlicher Zahlungen unterlässt. (T11)
1 Ob 130/04f
Entscheidungstext OGH 12.08.2004 1 Ob 130/04f
Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T9; Beisatz: Dabei ist nicht maßgeblich, ob sich die zu beurteilende Entscheidung des Unterhaltspflichtigen in rückschauendender Betrachtung als bestmöglich erweist, vielmehr ist allein bedeutsam, ob sie nach den jeweils gegebenen konkreten Umständen im Entscheidungszeitpunkt als vertretbar anzuerkennen ist. (T12)
3 Ob 1/05a
Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 1/05a
Auch; Beis wie T10; Beisatz: Grundsätzlich ist auch in einem Konkurs-, Schuldenregulierungs- oder Abschöpfungsverfahren die Anspannung des Schuldners, wenngleich nicht nur aus der Tatsache der Eröffnung des Insolvenzverfahrens allein begründet, zulässig. (T13)
6 Ob 299/05x
Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 299/05x
Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T14)
7 Ob 151/06s
Entscheidungstext OGH 30.08.2006 7 Ob 151/06s
Auch; Beisatz: Der Grundsatz der Anspannung geht von der aus § 94 Abs 1 ABGB abgeleiteten Obliegenheit der Ehegatten aus, bei einem für den angemessenen Unterhalt nicht ausreichenden Einkommen eine ihren Fähigkeiten entsprechende und zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben, sofern nur diese nach der Wirtschaftslage ein deutlich höheres Einkommen verspricht. Der Anspannungsgrund wird nur in Fällen angewendet, in denen der betreffende Ehegatte schuldhaft (vorsätzlich oder fahrlässig) die zumutbare Erzielung deutlich höherer Einkünfte verabsäumt. Die Fahrlässigkeit ist an der Sorgfalt eines ordentlichen familien- und pflichtbewussten Ehepartners zu messen. (T15)
Beis wie T5; Beisatz: Ein suchtkranker Unterhaltspflichtiger ist aufgrund seiner Erwerbsobliegenheit gehalten, seine Sucht mit allen Kräften zu bekämpfen und sich der notwendigen Entziehungsbehandlung zu unterziehen. Eine Verletzung dieser Obliegenheit kann dem Unterhaltspflichtigen aber nur dann zugerechnet werden, wenn er die Notwendigkeit der Behandlung erkennt und die Fähigkeit besitzt, nach dieser Einsicht zu handeln. Diese Überlegungen sind auch auf geistige Störungen und Erkrankungen zu übertragen. (T16)
Auch; Beis wie T15 nur: Die Fahrlässigkeit ist an der Sorgfalt eines ordentlichen familien- und pflichtbewussten Ehepartners zu messen. (T17)
Auch; Beis wie T2 nur: Es genügt aber auch (leicht) fahrlässige Herbeiführung des Einkommensmangels. (T18)
Auch; Beis wie T5; Beis ähnlich wie T15; Beisatz: Es ist kein sachlicher Grund erkennbar, den Anspannungsgrundsatz auf einen mit Scheidungsfolgenvergleich vereinbarten Unterhalt nicht anzuwenden. (T19)
5 Ob 140/09p
Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 140/09p
Auch; Beisatz: Während jenes Zeitraums, in dem ein Unterhaltspflichtiger durch eine Krebserkrankung und deren unmittelbare Folgen an der Erzielung von Einkünften gehindert ist, kommt eine Anspannung nicht in Betracht. (T20)
1 Ob 104/09i
Entscheidungstext OGH 13.10.2009 1 Ob 104/09i
Auch; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Verzicht auf erbrechtlichen Anspruch. (T21)
5 Ob 121/09v
Entscheidungstext OGH 10.11.2009 5 Ob 121/09v
Auch; Beisatz: Ein Studium (Universitätsstudium) kann nur dann unterhaltsrechtlich von einer Erwerbstätigkeit entbinden, wenn es ernsthaft und zielstrebig betrieben wird. (T22)
Auch; Beis ähnlich wie T2; Beis ähnlich wie T18
Auch; Beis wie T3; Auch Beis wie T18; Beisatz: Hier: Anspannung auf nicht erzielte Mietentgelte aus einem Fruchtgenussrecht und in der Folge desselben. (T23)
Beis wie T2 nur: Das Verschulden kann in vorsätzlicher Unterhaltsflucht (absichtlicher Mindererwerb, um sich der Unterhaltszahlung zu entziehen) bestehen; es genügt aber auch (leicht) fahrlässige Herbeiführung des Einkommensmangels durch Außerachtlassung pflichtgemäßer zumutbarer Einkommensbemühungen. (T24)
Entscheidungstext OGH 23.03.2011 10 Ob 7/11v
Vgl auch; Vgl Beis wie T16; Beisatz: Hier: Keine Obliegenheitsverletzung, wenn der Unterhaltspflichtige einer Weisung des Strafgerichts folgt, eine gesundheitsbezogene Maßnahme iSd §§ 11, 39 SMG in einer bestimmten privaten sozialtherapeutischen Einrichtung durchzuführen, obwohl er dort keinen Anspruch auf Krankengeld hat. (T25)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Verzicht auf Prämien aus einer Tätigkeit als Geschäftsführer bei sonstigem Risiko einer Kündigung. (T26)
Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Da der Vater nach den Feststellungen der Vorinstanzen ab 5. 8. 2009 einkommenslos und infolge fehlenden Aufenthaltstitels auch nicht vermittelbar war, entspricht die Verneinung des Vorliegens der Anspannungsvoraussetzungen durch die Vorinstanzen der Rechtslage. (T27)
Auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Verzicht auf Mieteinkünfte gegenüber dem Sohn für von diesem unter Einsatz beträchtlicher Geldmittel instandgesetzte Wohnung nach dessen Ehescheidung bis zu dessen Rückzahlung von Kreditverbindlichkeiten vertretbar. (T28)
Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Eine Anspannung des Unterhaltsschuldners auf ein Einkommen, das er tatsächlich nicht erzielt, aber bei zumutbarem Einsatz aller seiner Kräfte erzielen könnte, kommt nur in Betracht, wenn er pflichtwidrig zumutbare Einkunftsbemühungen unterlässt. (T29)
Beis wie T2; Beisatz: Hier: Unterlassen der Nostrifizierung eines im Ausland abgeschlossenen Medizinstudiums. (T30)
Auch; Beis wie T4; Beis wie T8; Beis wie T15
Beisatz: Eine Anspannung auf tatsächlich nicht erzieltes Einkommen darf nur erfolgen, wenn den Unterhaltsschuldner ein Verschulden daran trifft, dass er kein Erwerbseinkommen hat oder ihm die Erzielung eines höheren als des tatsächlichen Einkommens zugemutet werden kann. (T31)
Auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T29; Beisatz: Hier: Der Vater legt zum Nachweis seiner Bemühungen um eine Arbeitsstelle eine umfangreiche Liste seiner Bewerbungen in der jüngeren Vergangenheit vor. (T32)
Veröff: SZ 2016/50
Auch; Beis wie T31; Beisatz: Sind keine Hinweise vorhanden, aus denen sich die Voraussetzungen für die Wahlmöglichkeit zwischen dem Anspruch auf Auszahlung der Abfertigung als Kapitalbetrag und der Nutzung des veranlagten Abfertigungsvermögens als Altersversorgung ableiten ließe, ist die Unterlassung eines Antrags auf Auszahlung der Abfertigung als Kapitalbetrag dem Vater jedenfalls nicht als Verschulden zurechenbar. (T33)
Vgl; Beis ähnlich wie T24; Beis wie T29; Beis wie T31
Ähnlich; Beis wie T4; Beis wie T8; Beis wie T9; Beis wie T15; Beis wie T17; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob der Anspannungsgrundsatz bei einer nach § 66 EheG Unterhaltsberechtigten zum Tragen kommt, ist auch deren Verhalten in den Vorzeiträumen jedenfalls dann beachtlich, wenn sie sich die Geltendmachung eines Unterhaltsanspruchs vorbehalten hat. (T34)
Auch; Beis wie T4; Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T2; Beis wie T18; Beis wie T24
8 Ob 115/18x
Entscheidungstext OGH 24.09.2018 8 Ob 115/18x
Beis wie T12; Beis wie T24
Beis wie T2; Beis wie T5; Beis wie T22; Beis wie T24
ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047495
JJR_19940628_OGH0002_0030OB00547_9400000_001
Rechtssatz für 8Ob509/95 6Ob643/95 4Ob...
RS0047543
8Ob509/95; 6Ob643/95; 4Ob517/96; 1Ob2383/96i; 10Ob31/97z; 7Ob101/99z; 1Ob86/00d; 7Ob187/05h; 1Ob150/08b; 5Ob116/09h; 8Ob53/09s; 2Ob58/14i; 9Ob72/15a; 4Ob242/16s; 8Ob3/18a; 4Ob142/18p
SchUG §13 Abs3
Der Unterhalt hat sich auch bei Berücksichtigung eines Sonderbedarfs im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen zu halten. Ist eine weitere Belastung des Unterhaltspflichtigen nicht mehr zumutbar, kann ihm ein zusätzlicher Unterhaltsbeitrag zur Finanzierung einer Sprachwoche im Ausland nicht aufgelastet werden, zumal keine Verpflichtung des Minderjährigen bestand, an dieser Projektwoche teilzunehmen.
8 Ob 509/95
Entscheidungstext OGH 20.04.1995 8 Ob 509/95
nur: Der Unterhalt hat sich auch bei Berücksichtigung eines Sonderbedarfs im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen zu halten. (T1)
4 Ob 517/96
Entscheidungstext OGH 26.02.1996 4 Ob 517/96
nur T1; Beisatz: Die Teilnahme an einem Maturavorbereitungskurs ist zur Sicherung des Schulabschlusses jedenfalls angezeigt. Die Kosten für einen solchen Kurs stellen einen Sonderbedarf dar. (T2)
7 Ob 101/99z
Entscheidungstext OGH 09.06.1999 7 Ob 101/99z
Auch; nur T1; Beisatz: Eine Überschreitung der Prozentsatzkomponente, der das Hauptgewicht bei der Unterhaltsbemessung zukommt (EFSlg 67.737; ÖA 1994, 99 U94 ua), ist nur bei existenznotwendigem Sonderbedarf oder bei sonst förderungswürdigen Kindern zulässig. (T3)
nur T1; Beisatz Hier: Schulschiwoche. (T4)
7 Ob 187/05h
Entscheidungstext OGH 21.12.2005 7 Ob 187/05h
1 Ob 150/08b
Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 150/08b
5 Ob 116/09h
Entscheidungstext OGH 07.07.2009 5 Ob 116/09h
nur Ähnlich wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Wenn kein Deckungsmangel für den geltend gemachten Sonderbedarf besteht, bedarf es eines konkreten Vorbringes des Unterhaltsberechtigten, dass ein besonders berücksichtigungswürdiger Fall vorläge oder dass die Differenzbeträge anderweitig durch Sonderbedarf aufgebraucht würden. (T5)
8 Ob 53/09s
Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 Ob 53/09s
2 Ob 58/14i
Entscheidungstext OGH 09.04.2015 2 Ob 58/14i
4 Ob 242/16s
Entscheidungstext OGH 20.12.2016 4 Ob 242/16s
Auch; Beisatz: Die Deckung eines existenziellen Sonderbedarfs ist in der Regel eher zumutbar als sonstige Ausgaben. (T6)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0047543
JJR_19950420_OGH0002_0080OB00509_9500000_001
Rechtssatz für 3Ob7/97v 7Ob101/99z 9Ob...
2 Ob 107/11s
Entscheidungstext OGH 16.09.2011 2 Ob 107/11s
10 Ob 71/17i
Entscheidungstext OGH 23.01.2018 10 Ob 71/17i
JJR_19970226_OGH0002_0030OB00007_97V0000_005
Rechtssatz für 4Ob108/98f 3Ob270/98x 7...
RS0109906
4Ob108/98f; 3Ob270/98x; 7Ob101/99z; 9Ob40/02a; 3Ob135/03d; 6Ob195/04a; 4Ob120/09i; 7Ob163/09k; 6Ob14/10t; 3Ob27/15i; 9Ob72/15a; 10Ob71/17i; 4Ob142/18p
Ist die Aufnahme in eine öffentliche Schule trotz zeitgerechter und nachdrücklicher Bemühungen des Unterhaltsberechtigten wegen Auslastung der Aufnahmekapazität nicht möglich, kann Schulgeld für eine Privatschule dann als Sonderbedarf anerkannt werden, wenn ein gerechtfertigter Grund gerade für diesen Ausbildungsweg spricht (welche Voraussetzung von der Rechtsprechung ganz allgemein für die Anerkennung eines Sonderbedarfes als berechtigt aufgestellt wird, vergleiche die bei Schwimann, Unterhaltsrecht, 28 angeführten Nachweise). Als derartige Gründe kommen etwa in Frage: eine besondere Begabung des Kindes, die gerade durch den gewählten Schultyp gefördert werden kann; Unterbringung in einer fremdsprachigen Schule nach vorangegangenem langjährigem Auslandsaufenthalt des Kindes (LGZ Wien EFSlg 70.800); besonderes berufliches Interesse und damit verbundener intensiver Wunsch des Kindes nach einem bestimmten Ausbildungsweg.
4 Ob 108/98f
Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 108/98f
3 Ob 270/98x
Entscheidungstext OGH 24.02.1999 3 Ob 270/98x
Vgl auch; Beisatz: Studium an einer ausländischen Privatuniversität (mit hohen Studiengebühren). (T1)
nur: Ist die Aufnahme in eine öffentliche Schule nicht möglich, kann Schulgeld für eine Privatschule dann als Sonderbedarf anerkannt werden, wenn ein gerechtfertigter Grund gerade für diesen Ausbildungsweg spricht (welche Voraussetzung von der Rechtsprechung ganz allgemein für die Anerkennung eines Sonderbedarfes als berechtigt aufgestellt wird, vergleiche die bei Schwimann, Unterhaltsrecht, 28 angeführten Nachweise). Als derartige Gründe kommen etwa in Frage: eine besondere Begabung des Kindes, die gerade durch den gewählten Schultyp gefördert werden kann; Unterbringung in einer fremdsprachigen Schule nach vorangegangenem langjährigem Auslandsaufenthalt des Kindes (LGZ Wien EFSlg 70.800); besonderes berufliches Interesse und damit verbundener intensiver Wunsch des Kindes nach einem bestimmten Ausbildungsweg. (T2)
Beisatz: Aus im Einzelfall zu prüfenden Gründen. (T3)
3 Ob 135/03d
Entscheidungstext OGH 22.10.2003 3 Ob 135/03d
Vgl auch; Beisatz: Die nunmehr in Österreich generell zu entrichtenden Studiengebühren sind nicht als deckungspflichtiger Sonderbedarf anzusehen, weil bei diesen das Moment der Außergewöhnlichkeit keine Rolle spielt. (T4)
Vgl; Beisatz: Hier: Kosten der Ausbildung an privater Tourismusschule. (T5)
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Studium außerhalb des Heimatorts. (T6)
ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109906
JJR_19980421_OGH0002_0040OB00108_98F0000_001
Rechtssatz für 4Ob108/98f 1Ob350/98x 4...
RS0109908
4Ob108/98f; 1Ob350/98x; 4Ob77/99y; 7Ob101/99z; 1Ob16/02p; 1Ob143/02i; 4Ob97/04z; 7Ob187/05h; 6Ob183/06i; 9Ob47/06m; 1Ob124/07b; 1Ob150/08b; 5Ob116/09h; 8Ob53/09s; 4Ob120/09i; 7Ob163/09k; 2Ob128/10b; 8Ob50/10a; 9Ob53/10z; 2Ob107/11s; 10Ob17/12s; 2Ob106/12w; 10Ob20/13h; 1Ob207/15w; 9Ob72/15a; 4Ob242/16s; 6Ob89/17g; 8Ob3/18a; 2Ob136/18s; 4Ob142/18p
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231 Abs2 Be
Erwächst einem unterhaltsberechtigten Kind ein Mehrbedarf, der über den allgemeinen Durchschnittsbedarf („Regelbedarf") eines gleichaltrigen Kindes in Österreich ohne Rücksicht auf die konkreten Lebensverhältnisse seiner Eltern hinausgeht, bilden diese Kosten einen Sonderbedarf (SZ 63/81). Auch Ausbildungskosten können als Sonderbedarf anerkannt werden.
1 Ob 350/98x
Entscheidungstext OGH 19.01.1999 1 Ob 350/98x
nur: Erwächst einem unterhaltsberechtigten Kind ein Mehrbedarf, der über den allgemeinen Durchschnittsbedarf („Regelbedarf") eines gleichaltrigen Kindes in Österreich ohne Rücksicht auf die konkreten Lebensverhältnisse seiner Eltern hinausgeht, bilden diese Kosten einen Sonderbedarf. (T1)
Beisatz: Ob ein solcher Sonderbedarf vom Unterhaltspflichtigen zu decken ist, hängt davon ab, wodurch dieser Sonderbedarf verursacht wurde und ob dessen Deckung dem Unterhaltspflichtigen angesichts der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern zumutbar ist. Jedenfalls hat die gesonderte Abgeltung von Sonderbedarf Ausnahmecharakter. (T2)
4 Ob 77/99y
Entscheidungstext OGH 13.04.1999 4 Ob 77/99y
1 Ob 16/02p
Entscheidungstext OGH 29.01.2002 1 Ob 16/02p
Vgl; Beisatz: Die mit einem Auslandsaufenthalt des Kindes erheblich höhere finanzielle Aufwendungen bilden einen Sonderbedarf. (T3)
Auch; Beis wie T2 nur: Jedenfalls hat die gesonderte Abgeltung von Sonderbedarf Ausnahmecharakter. (T4)
Beisatz: Die gesonderte Abgeltung von Sonderbedarf hat stets Ausnahmecharakter. Wenn der Geldunterhaltspflichtige zur Zahlung von Unterhaltsbeträgen, die den Regelbedarf deutlich übersteigen, verhalten ist, darf er in aller Regel nicht noch weiter belastet werden, sondern sind die für die besonderen Aktivitäten des Unterhaltsberechtigten erforderlichen Aufwendungen grundsätzlich aus den den Regelbedarf ohnehin beträchtlich übersteigenden laufenden Unterhaltsleistungen zu bestreiten. (T5)
Beisatz: Dies trifft im vorliegenden Fall umso mehr zu, als die Mutter durch die schulbedingte Abwesenheit des Kindes von ihrer Betreuungstätigkeit und Verpflegungstätigkeit ganz massiv entlastet wird und daher Geld für "Sonderausgaben" zur Verfügung steht, das bei einer "normalen" Betreuung nicht vorhanden wäre. (T6)
4 Ob 97/04z
Entscheidungstext OGH 08.06.2004 4 Ob 97/04z
Auch; nur T1; Beisatz: Kosten für eine anwaltliche Vertretung können nur bei besonderer Schwierigkeit des Falles aus dem Titel des Unterhaltssonderbedarfs ersetzt werden. (T7)
Vgl auch; Beisatz: Der Unterhaltsberechtigte ist wegen des Ausnahmecharakters von Sonderbedarf für die diesen begründende Umstände behauptungspflichtig und beweispflichtig. (T8)
1 Ob 124/07b
Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 124/07b
Vgl auch; Beisatz: Die Kosten für die (notwendige) Anschaffung eines Computers sind als Sonderbedarf anzuerkennen, wenn dadurch die schulische Ausbildung des Unterhaltsberechtigten gefördert wird. Das gilt auch bei teilweiser außerschulischer Nutzung des Notebooks durch den Unterhaltsberechtigten. (T9)
Beisatz: Hier: Internatskosten für „Unikatschule". (T10)
Beisatz: Sonderbedarf ist immer nur bei „Deckungsmangel" zuzusprechen, der dann gegeben ist, wenn der Sonderbedarf nicht aus der Differenz zwischen dem konkret bemessenen Unterhalt und dem Regelbedarf bestritten werden kann. (T11)
Vgl; Beisatz: Die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung stellen einen solchen Sonderbedarf dar. (T11a)
nur T1; Bem: Die ursprünglich an dieser Stelle aus Versehen mit der Kennzeichnung T12 erfolgte Wiederholung des Teilsatzes T4 wurde gelöscht. - Jänner 2017 (T12)
Beis wie T8; Beisatz: Ob Ausbildungs- und Internatskosten im Zusammenhang mit dem Besuch einer Tourismusschule einen Unterhaltssonderbedarf bilden, lässt sich nicht generell beantworten, sondern nur nach den Umständen des konkreten Einzelfalls beurteilen. (T13)
Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Kosten der Ausbildung an privater Tourismusschule. (T14)
Auch; Beisatz: Studium außerhalb des Heimatorts. (T15)
Vgl; Veröff: SZ 2010/143
nur T1; Beisatz: Ob die Kosten für Laptop und Drucker für das Studium einen Sonderbedarf bilden, richtet sich nach den Umständen des konkreten Einzelfalls. (T16)
2 Ob 106/12w
Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 106/12w
10 Ob 20/13h
Entscheidungstext OGH 28.05.2013 10 Ob 20/13h
Auch; Beis wie T2 nur: Ob ein solcher Sonderbedarf vom Unterhaltspflichtigen zu decken ist, hängt davon ab, wodurch dieser Sonderbedarf verursacht wurde und ob dessen Deckung dem Unterhaltspflichtigen angesichts der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern zumutbar ist. (T17)
Beis wie T11a
Auch; Beis wie T4; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob überhaupt ein Sonderbedarf vorliegt, sind die konkreten Lebensverhältnisse der Eltern zunächst nicht zu berücksichtigen. (T18)
ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109908
JJR_19980421_OGH0002_0040OB00108_98F0000_003
Rechtssatz für 6Ob64/07s 9Ob72/15a
RS0122021
6Ob64/07s; 9Ob72/15a
Ein suchtkranker Unterhaltspflichtiger ist aufgrund seiner Erwerbsobliegenheit gehalten, seine Sucht mit allen Kräften zu bekämpfen und sich der notwendigen Entziehungsbehandlung zu unterziehen. Eine Verletzung dieser Obliegenheit kann dem Unterhaltspflichtigen aber nur dann zugerechnet werden, wenn er die Notwendigkeit der Behandlung erkennt und die Fähigkeit besitzt, nach dieser Einsicht zu handeln. Diese Überlegungen sind auch auf geistige Störungen und Erkrankungen zu übertragen.
Beisatz: Hier: Unterhaltspflichtige leidet an bipolarer Störung, nimmt dagegen aber keine Medikamente. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122021
JJR_20070419_OGH0002_0060OB00064_07S0000_001
Entscheidungstext 9Ob72/15a
Zak 2016/91 S 51 - Zak 2016,51
9Ob72/15a
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsrekursgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Hopf als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Mag. Ziegelbauer, die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Dehn, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Hargassner sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Mag. Korn als weitere Richter in der Pflegschaftssache der minderjährigen Kinder 1. Ja***** S*****, geboren am ***** 2000, 2. Je***** S*****, geboren am ***** 2002, und 3. M***** S*****, geboren am ***** 2004, alle *****, alle vertreten durch das Land ***** als Kinder- und Jugendhilfeträger (Bezirkshauptmannschaft *****), diese vertreten durch Dr. Gerhard Horak und Mag. Andreas Stolz Rechtsanwälte-Partnerschaft in Wien, wegen Unterhaltserhöhungsantrag der Kinder und Unterhaltsherabsetzungsantrag des Vaters S***** S*****, vertreten durch Mag. Peter Mayerhofer, Rechtsanwalt in Wiener Neustadt, über den Revisionsrekurs der Kinder gegen den Beschluss des Landesgerichts Wiener Neustadt als Rekursgericht vom 3. August 2015, GZ 16 R 225/15z, 16 R 226/15x-142, mit dem die Beschlüsse des Bezirksgerichts Wiener Neustadt vom 30. April 2015, GZ 9 Pu 60/09y-126, und vom 3. Juni 2015, GZ 9 Pu 60/09y-132, bestätigt wurden, den
Die Beschlüsse der Vorinstanzen, die 1. hinsichtlich der Entscheidungen über die Unterhaltserhöhungsanträge der Kinder Ja***** und M***** betreffend den Monat Oktober 2010 sowie über die Anträge der Kinder auf Zuspruch von Sonderbedarfskosten von 2.089,92 EUR für Je***** und von 1.254 EUR für Ja***** je zur Gänze sowie im Umfang von 4.666,18 EUR für M***** bestätigt werden und 2. im Umfang der Abweisung des Unterhaltsherabsetzungsmehrbegehrens des Vaters, soweit er damit die Herabsetzung auf einen geringeren Unterhalt als 85 EUR begehrte, als unbekämpft unberührt bleiben, werden 3. im übrigen Umfang, also hinsichtlich der Entscheidung über die Unterhaltserhöhungsanträge der Kinder Ja***** und M***** ab 1. 11. 2010 und des Kindes Je***** ab 1. 11.2012, über den Unterhaltsherabsetzungsantrag des Vaters für die Kinder Ja*****, M***** und Je***** ab 1. 9. 2011, soweit es die Herabsetzung des Unterhalts bis auf 85 EUR betrifft, sowie über den Antrag des Kindes M***** auf Zuspruch von Sonderbedarfskosten von 1.098 EUR, aufgehoben. Die Pflegschaftssache wird insoweit zur Verfahrensergänzung und neuerlichen Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen.
Die minderjährigen Kinder Ja***** S*****, geboren am ***** 2000, Je***** S*****, geboren am ***** 2002, und M***** S*****, geboren am ***** 2004, sind die ehelichen Kinder der Mutter Mag. A***** S***** und des Vaters S***** S*****. Sie leben im Haushalt der obsorgeberechtigten Mutter. Die Ehe der Eltern ist geschieden.
Aufgrund des beim Bezirksgericht Wiener Neustadt am 26. 2. 2009 abgeschlossenen Vergleichs ist der Vater zu einer monatlichen Unterhaltsleistung von je 276 EUR für seine Töchter Ja***** und Je***** sowie von 241 EUR für seinen Sohn M***** verpflichtet.
Der Vater beantragte den Unterhalt für den Zeitraum von 1. 9. 2011 bis 30. 11. 2011 auf 205 EUR für die mj Ja***** und je 175 EUR für die mj Je***** und den mj M***** sowie ab 1. 12. 2011 auf 80 EUR für die mj Ja***** und die mj Je***** sowie auf 75 EUR für den mj M***** herabzusetzen.
Die Kinder sprachen sich gegen den Unterhaltsherabsetzungsantrag des Vaters aus und begehrten den vom Vater zu leistenden monatlichen Unterhalt ab 1. 10. 2010 auf 268 EUR für M***** und auf 316 EUR für Ja***** sowie ab 1. 11. 2012 auf 316 EUR für Je***** zu erhöhen.
Darüber hinaus beantragten die Kinder am 13. 5. 2014 (ON 82) und 29. 4. 2015 (ON 125), den Vater zur Bezahlung des Sonderbedarfs von 1.019 EUR und 235 EUR für Ja*****, von 1.298,92 EUR und 791 EUR für Je***** und von 4.439,18 EUR (darin enthalten Schulgeld für 2011/12 iHv 3.830 EUR) und 1.325 EUR für M***** (darin enthalten Schulgeld für 2014/15 iHv 1.098 EUR) zu verpflichten.
Mit Beschluss vom 30. 4. 2015 (ON 126) setzte das Erstgericht den vom Vater zu leistenden monatlichen Unterhaltsbetrag für die Zeit von 1. 9. 2011 bis 30. 11. 2011 auf 205 EUR für Ja***** und auf je 175 EUR für Je***** und M***** sowie ab 1. 12. 2011 auf 85 EUR für jedes Kind herab. Das Herabsetzungsmehrbegehren des Vaters wies es ab. Die Unterhaltserhöhungsanträge der Kinder Ja***** und M***** für den Monat Oktober 2010 wies es zurück, jene für den Zeitraum ab 1. 11. 2010 sowie den Unterhaltserhöhungsantrag des Kindes Je***** wies es ab. Die Anträge der Kinder vom 13. 5. 2014 auf Verpflichtung des Vaters zur Bezahlung des Sonderbedarfs wies es zur Gänze ab.
Mit Beschluss vom 3. 6. 2015 (ON 132) wies das Erstgericht auch die Anträge der Kinder vom 29. 4. 2015 auf Verpflichtung des Vaters zur Bezahlung eines weiteren Sonderbedarfs, und zwar von 791 EUR für Je*****, von 235 EUR für Ja***** und von 1.325 EUR für M***** zur Gänze ab.
Der Unterhaltsbemessung für die Zeit von 1. 9. 2011 bis 30. 11. 2011 sei das Durchschnittseinkommen des Vaters von monatlich 1.300 EUR aus dem Notstandshilfebezug und einem aus geringfügiger Beschäftigung erzielten Einkommen zugrunde zu legen. Ab 1. 12. 2011 betrage das durchschnittliche Einkommen des Vaters aus dem Notstandshilfebezug durchschnittlich 960 EUR. Von diesen Einkommen habe dem Vater ein Unterhaltsexistenzminimum von 760 EUR zu verbleiben. Der Restbetrag sei auf die drei Kinder aufzuteilen. Dazu komme der Familienzuschlag je Kind, den der Vater beantragen könne. Eine Anspannung des Vaters auf ein höheres Einkommen sei nicht vorzunehmen, weil nicht davon auszugehen sei, dass der Vater seine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit deshalb herbeigeführt habe, um sich der Unterhaltsverpflichtung zu entziehen. Dem Zuspruch von Sonderbedarfskosten stehe die mangelnde Leistungsfähigkeit des Vaters entgegen. Ein Teil der geltend gemachten Kosten, wie etwa die Kosten einer Privatschule für den mj M*****, stellten überdies keinen vom Unterhaltspflichtigen neben dem Allgemeinbedarf zu tragenden Sonderbedarf dar.
Das Rekursgericht gab den von den Kindern gegen beide Entscheidungen erhobenen Rekursen nicht Folge. Die gesundheitlichen Leistungseinschränkungen des Vaters ließen eine regelmäßige, kontinuierliche Berufsausübung nicht mit ausreichender Sicherheit zu. Der Vater wäre nur zeitweise in der Lage gewesen, einer Beschäftigung nachzugehen, seine Arbeitsplatzfindungschancen am allgemeinen Arbeitsmarkt wären jedoch nur für ausgewählte Gelegenheitsjobs intakt gewesen. Dies stehe einer Anspannung des Vaters auf ein von ihm zu erzielendes (höheres) Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit entgegen. Die Aktenlage biete auch keinen hinreichenden Anhaltspunkt dafür, dass der Vater durch eine weitere Behandlung seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Gänze seine Arbeitsfähigkeit wieder erlangt hätte. Ein Sonderfall, bei dem die absolute Belastungsgrenze für den Unterhaltspflichtigen von 75 % des Ausgleichszulagenrichtsatzes unterschritten werden könne, liege nicht vor. Insbesondere ergebe sich aus dem Akt nicht, dass sich eine näher bezeichnete neue Partnerin an den regelmäßigen Fixkosten des Vaters beteiligen würde. Die Abweisung des Sonderbedarfsbegehrens im angefochtenen Beschluss vom 30. 4. 2015 sei von den Kindern unbekämpft geblieben. Das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Anerkennung der Privatschulkosten für M***** für das Schuljahr 2014/15 sei nicht überzeugend dargelegt worden.
Gegen diese Entscheidung richtet sich der - über Zulassungsvorstellung der Kinder (§ 63 AußStrG) vom Rekursgericht nachträglich zugelassene - ordentliche Revisionsrekurs der Kinder, mit dem die Abänderung der Entscheidung im Sinne einer Abweisung des Unterhaltsherabsetzungsantrags des Vaters und einer Stattgabe der Unterhaltserhöhungsanträge der Kinder und der Anträge der Kinder auf Zuspruch von Sonderbedarfskosten begehrt wird; hilfsweise wird ein Aufhebungs- und Rückverweisungsantrag gestellt.
Der Vater beteiligte sich am Revisionsrekursverfahren nicht.
Der Revisionsrekurs der Kinder ist teilweise - im Sinne des Eventualantrags - berechtigt.
1.1. Es entspricht ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs, dass der Unterhaltspflichtige alle Kräfte anzuspannen hat, um seiner Verpflichtung zur angemessenen Unterhaltsleistung nachkommen zu können. Er muss alle seine persönlichen Fähigkeiten, insbesondere seine Arbeitskraft, so gut wie möglich einsetzen und seine Leistungskraft unter Berücksichtigung seiner Ausbildung und seines Könnens ausschöpfen (RIS-Justiz RS0047686 [T4]). Zu den ihn treffenden Verhaltenspflichten gehört es, alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, um ein der Sachlage angemessenes Einkommen zu erzielen. Tut er dies nicht, wird er so behandelt, als bezöge er Einkünfte, die er bei zumutbarer Erwerbstätigkeit erzielen könnte (RIS-Justiz RS0047686). Die gesetzlich vorgesehene Anspannung greift aber nicht nur bei Arbeitsunwilligkeit, sondern immer dann Platz, wenn dem Unterhaltspflichtigen die Erzielung eines höheren als des tatsächlichen Einkommens zugemutet werden kann (RIS-Justiz RS0047550).
Eine Anspannung auf tatsächlich nicht erzieltes Einkommen darf aber nur erfolgen, wenn eine zumindest leicht fahrlässige Herbeiführung des Einkommensmangels durch Außerachtlassung pflichtgemäßer, zumutbarer Einkommensbemühungen vorliegt (RIS-Justiz RS0047495 [T2]). Der Anspannungsgrundsatz dient somit als eine Art Missbrauchsvorbehalt, wenn schuldhaft die zumutbare Erzielung von Einkünften versäumt wird, sodass der angemessene Unterhalt des Berechtigten nicht mehr gesichert ist (10 Ob 22/15f; RIS-Justiz RS0047511 [T4]). Die Anforderungen an die Anspannung steigen dabei mit dem Umfang der Sorgepflichten (RIS-Justiz RS0047568).
Die Frage, ob und gegebenenfalls auf welche Höhe eines erzielbaren Einkommens der Vater angespannt werden kann, lässt sich im vorliegenden Fall aufgrund des festgestellten Sachverhalts noch nicht abschließend beantworten. Fest steht, dass der Vater aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen ab 1. 10. 2010 nicht regelmäßig, sondern nur zeitweise in der Lage war, einer Beschäftigung nachzugehen. Auch bei Anspannung seiner Kräfte waren seine Arbeitsplatzfindungs- bzw. Vermittlungschancen nur für ausgewählte Gelegenheitsjobs (im Gastgewerbe, Reinigung und Handel) intakt. Er hätte durch diese Tätigkeit lediglich einen Verdienst unter dem Betrag der Mindestsicherung erzielen können.
Auch wenn aufgrund dieser Feststellungen nicht davon ausgegangen werden kann, dass der unterhaltspflichtige Vater regelmäßig durch die ihm zumutbaren Gelegenheitsarbeiten ein Einkommen erzielen hätte können, so lässt der festgestellte Sachverhalt auch nicht den Schluss zu, dass der Vater bei Anspannung all seiner Kräfte durch Gelegenheitsarbeiten nicht zumindest einen neben dem Bezug der Notstandshilfe erlaubten Zuverdienst ins Verdienen bringen hätte können. Damit die Anspannung aber nicht zur bloßen Fiktion führt (RIS-Justiz RS0047579), wird das Erstgericht nach Aufnahme entsprechender Beweise, jedenfalls aber auf Grundlage eines ergänzenden berufskundlichen Sachverständigengutachtens die konkreten Erwerbsmöglichkeiten des Klägers auf dem Arbeitsmarkt ua unter Berücksichtigung der tatsächlich verfügbaren Gelegenheitsarbeitsplätze sowie der Bewerbungs- und Arbeitsfähigkeit des Vaters festzustellen haben (RIS-Justiz RS0047686 [T16]).
1.2. Der Oberste Gerichtshof hat auch bereits ausgesprochen, dass den Unterhaltsschuldner im Rahmen der gebotenen Anspannung auch die Obliegenheit trifft, sich einer zumutbaren Behandlung einer der Ausübung von Erwerbstätigkeit entgegenstehenden Erkrankung zu unterziehen, wenn er die Notwendigkeit der Behandlung erkennt und die Fähigkeit besitzt, nach dieser Einsicht zu handeln (6 Ob 64/07s).
Zu diesem für die Frage der Anspannung relevanten Themenkomplex fehlen ebenfalls, obwohl auch diese Fragen von den Kindern im erstinstanzlichen Verfahren angesprochen und dazu - vom Erstgericht zum Teil nicht aufgenommene - Beweise beantragt wurden (ON 56, 82, 119), ausreichende Feststellungen. Festgestellt wurde lediglich, dass der Kläger nach wie vor an den psychischen Folgen seiner bestandenen Sucht leidet, dadurch in seiner Arbeitsfähigkeit gehindert ist und sich vom 9. 2. 2011 bis 4. 5. 2011 in wöchentlicher psychologischer Therapie bei einem näher bezeichneten Verein befand. Zutreffend weisen die Revisionsrekurswerber aber darauf hin, dass die medizinische Sachverständige in ihrem Gutachten festgehalten hat, dass eine konsequente psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung die Situation des Vaters stabilisieren und verbessern könnte. Dass die Aktenlage keinen hinreichenden Anhaltspunkt dafür bietet, dass bzw ab wann eine (weitere) in Anspruch genommene Therapie die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Vaters schon wieder gänzlich hätte aufheben können - so das Rekursgericht - ist zwar richtig, aber die Folge fehlender Feststellungen. Diese wird das Erstgericht daher nach Aufnahme der dafür erforderlichen Beweise, ua der Ergänzung des medizinischen Sachverständigengutachtens, nachzuholen haben. Besonderes Augenmerk wird dabei dem bereits oben dargelegten Umstand beizumessen sein, dass dem Vater eine unterlassene Heilbehandlung nur dann vorwerfbar ist, wenn er die Notwendigkeit der Behandlung erkannte und die Fähigkeit besaß, nach dieser Einsicht zu handeln.
1.3. Das Erstgericht konnte nicht feststellen, dass der Vater seine Arbeitsfähigkeit vorsätzlich herbeigeführt habe, um den Unterhalt der Kinder zu schmälern. Die rechtliche Argumentation der Revisionsrekurswerber, die diese negative Feststellung außer Betracht lässt, ist daher keiner Behandlung durch den Obersten Gerichtshof zugänglich.
1.4. Eine Anspannung auf ein Einkommen aus rechtswidriger Tätigkeit scheidet aus (RIS-Justiz RS0128825). Tatsächlich vom Unterhaltspflichtigen auf gesetzwidrige Weise erzieltes Einkommen wird nach der Rechtsprechung aber unter bestimmten Voraussetzungen als Teil der Unterhaltsbemessungsgrundlage angesehen (7 Ob 16/14z mwN). Ob dies hier der Fall ist, kann mangels entsprechender Feststellungen - auch dazu haben die Kinder im erstinstanzlichen Verfahren Behauptungen aufgestellt und Beweisanträge gestellt (ON 82) - nicht beurteilt werden. Der Ansicht des Rekursgerichts, dass allenfalls vom Vater durch gerichtlich strafbare Handlungen erzielte Geldbeträge zweifellos für verfallen erklärt worden wären, liegen keine sich aus dem Pflegschaftsakt ergebenden Beweisergebnisse zugrunde. Das Erstgericht wird daher im ergänzend durchzuführenden Verfahren auch zu diesem Themenkomplex entsprechende Beweise aufzunehmen und Feststellungen zu treffen haben.
1.5. Das Erstgericht hat festgestellt, dass der Vater nach Mitteilung des zuständigen AMS im August 2014 als Aktiv-Naturparkpfleger vermittelt worden wäre, eine Beschäftigung jedoch daran gescheitert sei, dass er über keinen eigenen PKW verfüge. Obwohl die Kinder im erstinstanzlichen Verfahren behauptet (und dazu auch Beweisanträge gestellt) haben, dass der Vater tatsächlich über einen eigenen samt Kennzeichen näher bezeichneten PKW verfüge (ON 119), traf das Erstgericht dazu keine Feststellungen. Die - vom Rekursgericht zu Unrecht verneinte - Relevanz dieses Vorbringens liegt darin, dass es dem unterhaltspflichtigen Vater aufgrund der Anspannungsverpflichtung zum Nachteil gereicht, wenn er tatsächlich einen eigenen PKW besitzt und er einer möglichen und ihm zumutbaren Erwerbstätigkeit, für die ein eigenes Fahrzeug erforderlich ist, nicht nachgegangen ist.
2.1. Die Unterhaltsbemessung hat sich an den im § 231 Abs 1 ABGB genannten Faktoren, also vor allem neben den Bedürfnissen des Kindes an der Leistungsfähigkeit des zur Zahlung von Geldunterhalt verpflichteten Elternteils zu orientieren (4 Ob 85/14z uva). Bei der Unterhaltsbemessung ist jedoch eine absolute Leistungsgrenze zu berücksichtigen, die nicht zu Lasten des Unterhaltsschuldners überschritten werden darf. Ihm hat jener Betrag zu verbleiben, der zur Erhaltung seiner Körperkräfte und seiner geistigen Persönlichkeit unbedingt notwendig ist (RIS-Justiz RS0008667). Als Richtsatz für die Belastungsgrenze orientiert sich die Rechtsprechung am Unterhaltsexistenzminimum des § 291b EO, ohne dass dieses jedoch eine in jedem Fall gültige starre Untergrenze bildet, sondern bei Bedarf in den Grenzen des § 292b EO noch unterschritten werden darf (RIS-Justiz RS0047455; RS0013458 [T2] bei Sonderbedarfsansprüchen). Eine genaue Berechnung der Belastungsgrenze ist nicht möglich, es ist vielmehr im Einzelfall eine nach den gegebenen Umständen für den Unterhaltsschuldner und den Unterhaltsberechtigten noch am ehesten tragbare Regelung zu treffen (RIS-Justiz RS0008667 [T2]; RS0013458 [T3]).
Nur in besonderen Ausnahmefällen kann auch unter das - vielfach als „absolute Belastbarkeitsgrenze“ bezeichnete - niedrigste Unterhaltsexistenzminimum in Höhe von 75 % des allgemeinen Grundbetrags (§ 291b Abs 2 iVm § 291a Abs 1 EO) herabgegangen werden (1 Ob 160/09z; 6 Ob 81/10w; Gitschthaler, Unterhaltsrecht³ Rz 590). Diese Voraussetzungen liegen etwa dann vor, wenn der Vater in Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen Person lebt und sich einen Teil der ihn treffenden Lebenshaltungskosten erspart (vgl 6 Ob 184/06m; 1 Ob 160/09z; Gitschthaler, Unterhaltsrecht³ Rz 591f).
Ob dies hier der Fall ist, kann ebenfalls derzeit noch nicht beantwortet werden. Die Kinder brachten im erstinstanzlichen Verfahren vor, dass der Vater an einer bestimmten angeführten Adresse in Lebensgemeinschaft mit A. D. lebe (ON 82). Das Erstgericht bezeichnete zwar in seiner Entscheidung mehrmals A. D. als „Lebensgefährtin“ des Vaters, stellte aber nicht fest, ob der Vater mit ihr tatsächlich in einer Hausgemeinschaft lebt und sich dadurch bestimmte Lebenshaltungskosten erspart. Die Ansicht des Rekursgerichts, der angefochtenen Entscheidung sei mit hinreichender Deutlichkeit zu entnehmen, dass das Erstgericht nicht vom Vorliegen einer Wohngemeinschaft des Vaters mit einer neuen Partnerin ausgegangen sei, zumal eine andere Wohnadresse des Vaters festgehalten worden sei, wird vom Senat nicht geteilt. Das Erstgericht wird daher auch zu dieser Frage entsprechende Beweise aufzunehmen und Feststellungen zu treffen haben.
2.2. Zu Recht wenden sich die Revisionsrekurswerber schließlich gegen die Ansicht des Rekursgerichts, ihre Mutter habe Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Diese Ansicht findet tatsächlich keine Deckung in dem vom Erstgericht festgestellten Sachverhalt. Nach jüngerer Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs hat das Unterschreiten des Unterhaltsexistenzminimums zudem nicht zur Voraussetzung, dass eine subsidiäre Unterhaltspflicht des betreuenden Elternteils nach § 231 Abs 2 Satz 2 ABGB nicht besteht (10 Ob 56/06t; Gitschthaler, Unterhaltsrecht³ Rz 582.4).
2.3. Die Rechtsansicht des Rekursgerichts, in die Bemessungsgrundlage für den Kinderunterhalt seien nur die Familienzuschläge zur Notstandshilfe des Vaters einzubeziehen, die für den konkreten Unterhaltsberechtigten bezogen werden, nicht jedoch auch jene, die für andere Unterhaltsberechtigte gewidmet sind, entspricht der ständigen Rechtsprechung (vgl 1 Ob 2292/96g; 10 Ob 67/10s). Für die Kontrollrechnung im Zusammenhang mit der Belastungsgrenze des Vaters sind die Familienzuschläge jedoch zu berücksichtigen. Geht es doch darum, welcher Betrag dem unterhaltspflichtigen Vater nach Leistung sämtlicher Unterhaltsansprüche für seine Lebensführung verbleibt. Darauf wird das Erstgericht bei seiner neuerlichen Unterhaltsentscheidung Bedacht zu nehmen haben.
3. Das abgewiesene Begehren auf Bezahlung von Sonderbedarfskosten aller drei Kinder wird im Revisionsrekurs inhaltlich nur in Ansehung der für den minderjährigen M***** geltend gemachten Kosten der Privatschule für die Jahre 2011/12 bis 2014/15 in Höhe von insgesamt 4.928 EUR bekämpft. Im Rekurs der Kinder gegen den erstgerichtlichen Beschluss vom 30. 4. 2015 blieb die nur nominell bekämpfte Abweisung der Sonderbedarfskosten von den Kindern inhaltlich unausgeführt und damit auch das als Sonderbedarf geltend gemachte Schulgeld für den minderjährigen M***** für die Schuljahre 2011/12 bis 2013/14 von 3.830 EUR. Die insofern im Rekurs versäumte Rechtsrüge kann im Revisionsrekursverfahren aber nicht nachgeholt werden (3 Ob 175/14b mwN). Nur in Ansehung der für den minderjährigen M***** geltend gemachten Kosten der Privatschule für das Schuljahr 2014/15 iHv 1.098 EUR liegt daher eine gesetzmäßig ausgeführte Rechtsrüge vor, die einer Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof zugänglich ist (vgl RIS-Justiz RS0043312).
Die Kosten des Besuchs einer Privatschule dürfen nicht von vornherein aus den Fällen des vom Unterhaltsschuldner zu bestreitenden Sonderbedarfs ausgeschieden werden (RIS-Justiz RS0107724 [T1]). Stellt aus im jeweiligen Einzelfall zu prüfenden Gründen die öffentliche Schule keine gleichwertige Alternative dar und sprechen gerechtfertigte Gründe für den Besuch der vom Unterhaltsberechtigten ausgewählten Privatschule, kann Schulgeld für diese Privatschule als Sonderbedarf anerkannt werden (3 Ob 27/15i; RIS-Justiz RS0107724 [T4, T5]; vgl RIS-Justiz RS0109906).
Das wegen des Ausnahmecharakters von Sonderbedarf für die diese Ausnahme begründenden Umstände behauptungs- und beweispflichtige unterhaltsberechtigte Kind (RIS-Justiz RS0109908 [T8]) M***** hat schon in seinem Antrag vom 13. 5. 2014 (ON 82, Seiten 8-10) ausführlich vorgebracht, weshalb der Wechsel in eine Privatschule für ihn notwendig und förderlich war. Dennoch hat das Erstgericht dazu Feststellungen unterlassen. Diese wird es im ergänzend durchzuführenden Verfahren nachzutragen haben.
Der Unterhalt hat sich aber auch bei Berücksichtigung eines Sonderbedarfs im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen zu halten (RIS-Justiz RS0047543). Ob dies hier überhaupt der Fall wäre, kann mangels abschließender Klärung der Einkommensverhältnisse des Vaters noch nicht beurteilt werden.
Zusammenfassend waren in teilweiser Stattgebung des Revisionsrekurses der minderjährigen Kinder - auch die Zurückweisung des Unterhaltserhöhungsantrags der Kinder Ja***** und M***** für den Monat Oktober 2010 blieb im Revisionsrekurs inhaltlich unbekämpft - die Entscheidungen der Vorinstanzen zur Ergänzung des Verfahrens und zur neuerlichen Entscheidung im Sinne der oben aufgezeigten Umstände aufzuheben. Im fortgesetzten Verfahren wird das Erstgericht neuerlich über den Unterhaltsherabsetzungsantrag des Vaters für den Zeitraum von 1. 9. 2011 bis 30. 11. 2011 auf 205 EUR für Ja***** und je 175 EUR für Je***** und M***** sowie ab 1. 12. 2011 auf 85 EUR für alle Kinder, über die Unterhaltserhöhungsanträge der Kinder Ja***** und M***** ab 1. 11. 2010 und des Kindes Je***** ab 1. 11.2012 sowie über den Antrag des Kindes M***** auf Zuspruch von Sonderbedarfskosten von 1.098 EUR zu entscheiden haben.
E113420
ECLI:AT:OGH0002:2015:0090OB00072.15A.1221.000
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