Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20S%2042/92
Timestamp: 2019-06-18 16:11:47
Document Index: 19503561

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 5', '§ 15', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', '§ 15', '§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 1', '§ 3', '§ 3']

BFH, 26.03.1993 - III S 42/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,335
BFH, 26.03.1993 - III S 42/92 (https://dejure.org/1993,335)
BFH, Entscheidung vom 26.03.1993 - III S 42/92 (https://dejure.org/1993,335)
BFH, Entscheidung vom 26. März 1993 - III S 42/92 (https://dejure.org/1993,335)
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InvZulG § 1 Abs. 3 Satz 1 Nrn. 1 und 2; EStG § 4 Abs. 1, § 5, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Investitionszulage - Betriebsaufspaltung
§ 1 Abs. 3 InvZulG
Investitionszulage; Erfüllung der Verbleibensvoraussetzungen bei Betriebsaufspaltung
BFHE 171, 164
BB 1993, 1208
DB 1993, 1604
BStBl II 1993, 723
Eine Ausnahme von den strengen gesetzlichen Verbleibens- und Verwendungsvoraussetzungen des § 1 Abs. 3 Satz 1 Nrn. 1 und 2 InvZulG (hier i. d. F. des Gesetzes vom 2. Januar 1979) ist in Betriebsaufspaltungsfällen nur zulässig, wenn Besitz- und Betriebsunternehmen auch betriebsvermögensmäßig miteinander verbunden sind (Festhalten an den Grundsätzen des Beschlusses vom 26. März 1993 III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723).
b) Die Beschränkung der Zulagenunschädlichkeit auf die Betriebsaufspaltungsfälle mit betriebsvermögensmäßiger Verflechtung im BFH-Beschluß vom 26. März 1993 III S 42/92 (BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723, zu ihrem, der Klägerin, Antrag auf Aussetzung der Vollziehung der angefochtenen Bescheide) sei unzutreffend und rechtswidrig.
c) Schließlich trägt die Klägerin vor, daß der III. Senat des BFH in seinem Beschluß in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 zu Unrecht von einem Durchgriffsverbot zu Lasten der Zulagengewährung ausgehe.
Er sieht insoweit gemäß Art. 1 Nr. 8 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs von einer Begründung ab, zumal dazu bereits im Beschluß über das Begehren der Klägerin auf Aussetzung der Vollziehung (in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723) ausführlich Stellung genommen worden ist.
In seinem Beschluß in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 hat der Senat die in dem o. g. Urteil (in BFHE 153, 481, BStBl II 1988, 739) angestellten Überlegungen erstmals - in entscheidungserheblicher Weise - konkretisiert.
Im übrigen hat das im Beschluß in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 gefundene Ergebnis des Senats auch Zustimmung im Fachschrifttum erhalten (…s. insbesondere Söffing, NWB, Fach 3, S. 8739, 8746;… auch Schmidt, Einkommensteuergesetz, Kommentar, 13. Aufl., § 15 Anm. 151;… kritisch Dehmer, KFR, Fach 3, Einkommensteuergesetz, § 15, Heft Nr. 5/93, S. 239, der allerdings auch die künftige Beachtung des o. g. Beschlusses empfiehlt).
bb) Im Streitfall sind auch die Voraussetzungen einer sog. umgekehrten Betriebsaufspaltung (s. hierzu z. B. BStBl I 1985, 683, Abschn. III Nr. 5;… auch Glanegger/Güroff, Gewerbesteuergesetz, 3. Aufl., § 2 Anm. 135; Schulze zur Wiesche, BB 1989, 815, und Schmidt, a. a. O., § 15 Anm. 147 c, unter Hinweis auf den Senatsbeschluß in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723) mit entsprechender vermögensmäßiger Beteiligung der OHG an der Klägerin oder der B-GmbH nicht erfüllt.
Die bestehende wirtschaftliche Verflechtung zwischen der Klägerin und der E-GmbH läßt den Schluß zu, daß die Kommanditisten ihre Machtstellung, die sie kraft ihres Anteilsbesitzes an der E-GmbH innehaben, in den Dienst des Unternehmens der Klägerin gestellt haben (zu den Voraussetzungen einer Zurechnung von GmbH-Anteilen zum Sonderbetriebsvermögen II vgl. BFH-Urteil vom 7. Juli 1992 VIII R 2/87, BFHE 168, 322, BStBl II 1993, 328 unter 2. b der Gründe, m. w. N.; BFH-Beschluß vom 26. März 1993 III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723, 727, und BFH-Urteil vom 27. September 1994 VIII R 61/63, BFH/NV 1995, 678).
Diese Voraussetzung ist nach dem BFH-Beschluss in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 nur dann erfüllt, wenn entweder --in Fällen einer "normalen" Betriebsaufspaltung-- die Beteiligung der Gesellschafter des Besitzunternehmens an der Betriebsgesellschaft unmittelbar oder mittelbar (Sonder-)Betriebsvermögen der Besitzgesellschaft ist oder umgekehrt --in Fällen der sog. umgekehrten Betriebsaufspaltung-- die Beteiligung der Gesellschafter der Betriebspersonengesellschaft an der Besitzgesellschaft oder der deren Anteile haltenden Obergesellschaft (Sonder-)Betriebsvermögen der Betriebsgesellschaft ist.
Bei einer Betriebsaufspaltung sind Besitz- und Betriebsgesellschaft dann betriebsvermögensmäßig miteinander verbunden, wenn sich die personelle Verflechtung aus der Beteiligung an den Gesellschaften ergibt und nicht nur auf einem rein tatsächlichen Herrschaftsverhältnis beruht (Konkretisierung des BFH-Beschlusses vom 26. März 1993 III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723).
Im BMF-Schreiben in BStBl I 1993, 803 wird in Anbetracht des BFH-Beschlusses vom 26. März 1993 III S 42/92 (BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723) hierzu ausgeführt:.
Eine betriebsvermögensmäßige Verflechtung liegt nach dem --zu § 1 Abs. 3 Satz 1 Nrn. 1 und 2 InvZulG i.d.F. der Streitjahre 1978 und 1979 ergangenen-- BFH-Beschluss in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723, unter II.2.c bb der Gründe nur vor, wenn in Fällen einer "normalen" Betriebsaufspaltung die Beteiligung der Gesellschafter des Besitzunternehmens an der Betriebs(kapital)gesellschaft unmittelbar oder mittelbar (Sonder-)Betriebsvermögen bei der Besitzgesellschaft ist oder in Fällen der umgekehrten Betriebsaufspaltung die Beteiligung der Gesellschafter der Betriebspersonengesellschaft an der Besitz(kapital)gesellschaft oder an der deren Anteile haltenden Obergesellschaft (Sonder-)Betriebsvermögen bei der Betriebsgesellschaft ist (nunmehr ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 16. September 1994 III R 45/92, BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75, unter II.3.d der Gründe; vom 22. Februar 1996 III R 91/93, BFHE 180, 293, BStBl II 1996, 428, unter II.1.c a.A. der Gründe).
Bereits im BFH-Beschluss in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723, unter II.2.c bb der Gründe diente das Merkmal der betriebsvermögensmäßigen Verflechtung lediglich der Abgrenzung zu den Fällen einer Betriebsaufspaltung aufgrund faktischer Beherrschung.
Sie sind von den Finanzbehörden im Wege der Übernahme der Anforderungen gemäß Beschluss des BFH vom 26.3.1993, III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 zum Erfordernis einer betriebsvermögensmäßigen Verflechtung postuliert worden.
Damit ist ausdrücklich dieses Merkmal aus dem BFH-Beschluss vom 26.3.1993, III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 zum InvZulG für eine ganze Reihe von Zulagengesetzen einschließlich § 3 ZRFG übernommen worden.
Die darüber hinaus nach den Ausführungen unter 2.2 für die Förderung nach § 3 ZRFG erforderliche betriebsvermögensmäßige Verflechtung ist vom BFH in dem bereits genannten Beschluss vom 26.3.1993, III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723 zum InvZulG als zusätzliche Anforderung formuliert worden und seither ständige Rechtsprechung (BFH, Urteile vom 16.9.1994, III R 45/92, BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75; vom 22.2.1996, III R 91/93, BFHE 180, 293, BStBl II 1996, 428; vom 30.10.2002, IV R 33/01, BFHE 201, 36, BStBl II 2003, 272) und von der Finanzverwaltung in ihrer Verwaltungsanweisung gemäß BMF-Schreiben vom 20.9.1993 übernommen worden.
In einem solchen Fall ist dann davon auszugehen, dass beide Gesellschaften mit ihrem Tätigkeitsbereich - und damit auch die Interessenbereiche ihrer Gesellschafter - gleichrangig nebeneinander stehen (BFH, Beschluss vom 26.3.1993, III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723).
Die betriebsvermögensmäßige Verflechtung als Voraussetzung für die eigenbetriebliche Verwendung eines Wirtschaftsgutes durch die Besitzgesellschaft ist vom BFH postuliert worden, um nicht jegliche Möglichkeit der Einflussnahme auf den Einsatz des begünstigten Wirtschaftsgutes ausreichen zu lassen und sicherzustellen, dass eine Betriebsaufspaltung nicht ohne Anteilsbesitz allein aufgrund einer tatsächlichen Machtstellung zur Annahme einer eigenbetrieblichen Verwendung führt; hierbei wird insbesondere zu den Fällen der Organschaft zwischen verbundenen Unternehmen abgegrenzt (BFH, Urteil vom 20.5.1988, III R 86/83 BStBl II 1988, 739; Beschluss vom 26.3.1993, III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723).
Die Vermietung des Wirtschaftsguts an einen "Dritten" schließt daher eine eigenbetriebliche Verwendung aus (BFH-Entscheidungen vom 26. März 1993 III S 42/92, BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723, unter II. 2. c aa; vom 16. Juni 1994 IV R 48/93, BFHE 175, 109, BStBl II 1996, 82, unter 2. a), auch wenn durch die Vermietung ein Nutzen für den eigenen Betrieb erzielt werden soll (BFH-Urteil in BFHE 198, 534, BStBl II 2002, 429).
Dies hat unter anderem zur Folge, dass eine Verwendung des begünstigten Wirtschaftsguts im Betriebsunternehmen als eigenbetriebliche Nutzung des Besitzunternehmens gilt, die Nutzungsüberlassung an das Betriebsunternehmen also unschädlich ist (Senatsentscheidungen in BFHE 171, 164, BStBl II 1993, 723; vom 16. September 1994 III R 45/92, BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75; in BFHE 180, 293, BStBl II 1996, 428; vgl. ferner Senatsurteil vom 28. Januar 1999 III R 77/96, BFHE 188, 194, BStBl II 1999, 610).
BFH, 20.03.2006 - X B 192/05
Betriebsaufspaltung: GmbH-Anteile notwendiges Betriebsvermögen des …
BFH, 19.02.1999 - III B 99/98
Verletzung der Amtsermittlungspflicht; Verletzung des rechtlichen Gehörs
BFH, 09.12.1996 - VIII B 15/96
Zulassungsvoraussetzungen einer Revision
BFH, 19.04.1996 - VIII B 41/95
Guthabenzinsen aus Bausparvertrag als Kapitaleinkünfte
BFH, 12.04.1994 - III R 15/89
FG München, 17.11.1998 - 16 K 1383/95
Sonderabschreibung bei Betriebsverpachtung im ganzen
BFH, 08.01.1998 - X B 122/97
FG Nürnberg, 27.02.1996 - I 164/95
Verwendungsvoraussetzungen für die Gewährung einer Investitionszulage ; …
FG Rheinland-Pfalz, 24.11.2003 - 5 K 1229/00
Entnahme bei Übertragung von GmbH-Anteilen zum Nennwert
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Voraussetzungen für den Ausschluss einer Sicherheitsleistung bei Aussetzung der …