Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/b-2-u-21-10-r
Timestamp: 2019-03-23 05:02:20
Document Index: 94791471

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 39', '§ 39', '§ 214', '§ 55', '§ 1896', '§ 214', '§ 26', '§ 214', '§ 26', '§ 39', 'Art 7', '§ 26', '§ 15', '§ 2', '§ 31', '§ 292', '§ 1908', '§ 292']

B 2 U 21/10 R - Urteil BSG vom 29.11.2011
B 2 U 21/10 R
BSG 29.11.2011 - B 2 U 21/10 R
vorgehend SG Stuttgart, 4. Dezember 2008, Az: S 1 U 8652/07, Urteilvorgehend Landessozialgericht Baden-Württemberg, 21. September 2010, Az: L 6 U 340/09, Urteil
§ 26 Abs 1 S 1 SGB 7
§ 26 Abs 1 S 2 SGB 7
§ 26 Abs 2 Nr 4 SGB 7
§ 26 Abs 5 S 1 SGB 7
§ 39 Abs 1 Nr 2 SGB 7
§ 39 Abs 2 SGB 7
§ 214 Abs 1 S 1 SGB 7
§ 55 Abs 2 SGB 9
§ 1896ff BGB
Nach § 214 Abs 1 Satz 1 SGB VII gelten die Vorschriften des Ersten Abschnitts des Dritten Kapitels des SGB VII, also die §§ 26 bis 55a SGB VII, wenn der Versicherungsfall, für den Leistungen beantragt worden sind, bereits vor dem Tag des Inkrafttretens des SGB VII eingetreten ist, die Entscheidung über die Leistung aber - wie hier - erst aufgrund eines im Jahr 2005 gestellten Antrags zu treffen ist ( Harks in jurisPK-SGB VII, § 214 SGB VII RdNr 8). Rechtsgrundlagen für die Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs sind daher § 26 Abs 1 Satz 1, Abs 2 Nr 4, Abs 5 SGB VII iVm § 39 Abs 1 Nr 2 oder Abs 2 SGB VII idF des Art 7 Nr 12 Buchst b des Gesetzes vom 19.6.2001 (BGBl I 1046; dazu 3.) oder § 26 Abs 1 Satz 2 SGB VII iVm § 15 SGB IX (dazu 4.). Da aus diesen Rechtsgrundlagen - wie im Folgenden zu zeigen sein wird - kein Anspruch des Klägers auf Übernahme der Kosten der Betreuung abgeleitet werden kann, scheitert sein Begehren. Denn nach § 2 Abs 1 Satz 2 SGB I können Ansprüche nur insoweit geltend gemacht oder hergeleitet werden, als deren Voraussetzungen und Inhalt durch die Vorschriften der besonderen Teile des SGB im Einzelnen bestimmt sind. Dementsprechend dürfen gemäß § 31 SGB I Rechte und Pflichten in den Sozialleistungsbereichen des SGB nur begründet oder festgestellt werden, soweit ein Gesetz es vorschreibt oder zulässt.
Für die danach an einen Berufsbetreuer zu leistenden Zahlungen gilt ein Verfahren, das den Regeln der Prozesskostenhilfe (PKH) nachgebildet ist und teilweise auf diese verweist (§§ 292, 168 FamFG). Ist eine Berufsbetreuung angeordnet, hat der Betreute die Kosten vorrangig aus seinem Einkommen und Vermögen zu begleichen (zur Vergütung von Berufsbetreuern bei nicht mittellosen Betreuten: BVerfG Beschluss vom 18.8.2011 - 1 BvL 10/11). Zu dem einzusetzenden Einkommen gehören ggf auch Ansprüche des Versicherten auf Sozialleistungen, wie zB solche aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Vorliegend hat der Kläger also die Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung und ggf von anderen Trägern zu erbringende Sozialleistungen einzusetzen. Verbleibt dem Betreuten trotz entsprechender Einkünfte kein Einkommen oder Vermögen, aus dem er die Kosten der Betreuung aufbringen kann, werden für ihn als mittellosen Betreuten die Kosten der Betreuung durch die Staatskasse getragen (§§ 1908i, 1836d BGB, §§ 292 Abs 1, 168 FamFG).