Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/absonderungsrechte-und-die-bemessung-der-insolvenzverwalterverguetung-368321
Timestamp: 2020-08-04 01:03:36
Document Index: 337445966

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 1', 'BGH', 'BGH']

Absonderungsrechte und die Bemessung der Insolvenzverwaltervergütung | Rechtslupe
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann die Son­der­ver­gü­tung nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 InsVV für mit Abson­de­rungs­rech­ten belas­te­te Gegen­stän­de nur zuge­bil­ligt wer­den, wenn der zur Mas­se ver­ein­nahm­te Kos­ten­be­trag nicht schon bei der Berech­nungs­grund­la­ge berück­sich­tigt wur­de [1]. Wür­de die Son­der­ver­gü­tung nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 InsVV neben der Regel­ver­gü­tung nach § 2 Abs. 1 InsVV gewährt, die anhand der um die Fest­stel­lungs­pau­scha­len erhöh­ten Berech­nungs­grund­la­ge bestimmt wür­de, käme es zu einer Dop­pel­ver­gü­tung, die zumin­dest in der ers­ten Degres­si­ons­stu­fe, bei höhe­ren Stu­fen jeden­falls bei – wie hier – gewähr­ten Zuschlä­gen die Decke­lung des § 1 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 InsVV zunich­te machen wür­de.
Der Ver­wal­ter hat des­halb ein Wahl­recht, ob er die erhöh­te Berech­nungs­grund­la­ge oder die Son­der­ver­gü­tung in Anspruch nimmt [2]. Hat er, wie vor­lie­gend, bei­des in Anspruch genom­men und haben das Insol­venz­ge­richt und das Beschwer­de­ge­richt die Berech­nung anhand der höhe­ren Berech­nungs­grund­la­ge zuzüg­lich eines Zuschlags nach § 3 Abs. 1 InsVV vor­ge­nom­men, läge eine Abwei­chung von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur vor, wenn die Vor­der­ge­rich­te ver­pflich­tet gewe­sen wären, anstel­le des Ver­wal­ters für ihn eine Güns­tig­keits­prü­fung vor­zu­neh­men und sodann die für ihn güns­ti­ge­re Berech­nungs­mög­lich­keit zugrun­de zu legen. Dies haben die Vor­der­ge­rich­te unter­las­sen. Einen Zuläs­sig­keits­grund zeigt die Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung aber inso­weit nicht auf. Auf die Fra­ge, wie die alter­na­ti­ve Berech­nung nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 InsVV rich­ti­ger­wei­se hät­te erfol­gen müs­sen, wenn sie der Fest­set­zung der Ver­gü­tung hät­te zugrun­de gelegt wer­den müs­sen, kommt es danach nicht an, weil die ange­streb­te Son­der­ver­gü­tung in der von der Rechts­be­schwer­de ange­streb­ten kumu­la­ti­ven Form aus­schei­det.
Ob die Vor­aus­set­zun­gen für einen Zuschlag vor­lie­gen und wie hoch die­ser zu bemes­sen ist, muss vom Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de im Ein­zel­fall bestimmt wer­den. Des­sen Ent­schei­dung ist in der Rechts­be­schwer­de­instanz nur dar­auf zu über­prü­fen, ob sie die Gefahr der Ver­schie­bung von Maß­stä­ben mit sich bringt [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Okto­ber 2013 – IX ZB 169/​11
BGH, Beschluss vom 23.10.2008 – IX ZB 157/​05, Rn. 4; vom 17.04.2013 – IX ZB 141/​11, ZIn­sO 2013, 1104 Rn. 2[↩]
vgl. etwa BGH, Beschluss vom 07.10.2010 – IX ZB 115/​08, ZIn­sO 2010, 2409 Rn. 8 mwN; vom 08.11.2012 – IX ZB 139/​10, ZIn­sO 2012, 2305 Rn. 25[↩]
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