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Timestamp: 2016-10-24 10:38:25
Document Index: 201557859

Matched Legal Cases: ['Art. 59', 'Art. 59', 'in dubio', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'in dubio', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 105', 'Art. 190', 'Art. 22', 'Art. 190', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 66']

Das Kreisgericht I f�r die Bezirke Brig, �stlich Raron und Goms verurteilte am 29. Juni 2011 X.________ wegen zahlreicher versuchter und vollendeter Sexualstraftaten zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und verwahrte ihn. In zahlreichen Anklagepunkten sprach es ihn frei oder stellte das Verfahren wegen Verj�hrung sowie in einem Fall mangels Strafantrags ein.
Die I. Strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts des Kantons Wallis fand am 20. September 2012 X.________ in mehrheitlicher Abweisung seiner Berufung der mehrfachen versuchten und der mehrfachen vollendeten sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfachen versuchten und der mehrfachen vollendeten sexuellen N�tigung, der mehrfachen versuchten Vergewaltigung, der Vergewaltigung, der qualifizierten Vergewaltigung, der einfachen K�rperverletzung und der Drohung schuldig. In zahlreichen Anklagepunkten sprach sie ihn frei oder stellte das Verfahren wegen Verj�hrung sowie in einem Fall mangels Strafantrags ein. Sie verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 8 Monaten (mit Anrechnung von Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft) und ordnete eine station�re Massnahme gem�ss Art. 59 StGB an. Sie verurteilte ihn (u.a.) zur Zahlung einer Genugtuung von Fr. 50'000.-- und einer Parteientsch�digung von Fr. 8'250.-- an Y.________.
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das kantonsgerichtliche Urteil in den Ziff. 5 (Schuldpunkt), 6 (Strafpunkt), 8 (Genugtuung), 9 (Untersuchungskosten des Kantons Waadt), 10 und 11 (Gerichtskosten erster und zweiter Instanz), 12 (Verteidigerkosten) sowie 13 (Parteientsch�digung) aufzuheben und ihn von den Vorw�rfen der versuchten und der vollendeten Vergewaltigung in den F�llen 28 und 31 freizusprechen. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu bestrafen. Diese sei zugunsten einer Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 3 StGB aufzuschieben oder mit einer Massnahme zu verbinden. Genugtuung und Parteientsch�digung im Fall 31 seien aufzuheben. Die Verteilung der kantonalen Gerichtskosten und der Untersuchungskosten des Kantons Waadt seien zu �ndern. Er sei f�r das erstinstanzliche, das zweitinstanzliche und das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Der Beschwerdef�hrer wandte sich pers�nlich in mehreren Eingaben an das Bundesgericht. Die Eingaben nach Ablauf der Beschwerdefrist sind unbeachtlich. Neben der vom Verteidiger eingereichten Beschwerdeschrift kommt den �brigen Eingaben keine eigenst�ndige Bedeutung zu, soweit sie den bundesrechtlichen Begr�ndungsanforderungen nicht gen�gen.
2.1 Der Beschwerdef�hrer anerkennt im Fall 28, dass er in der Nacht des 16./17. M�rz 2000 auf dem Zimmer der noch nicht 16-j�hrigen A.________, B.________ und C.________ war und dort Trichlorethylen ausleerte, um die M�dchen zu bet�uben. Er bestreitet, dass er mit A.________ den Beischlaf vollzog und diesen mit den beiden anderen vollziehen wollte. Das habe die Vorinstanz trotz fehlender Beweise angenommen. Aus Spermaspuren lasse sich nicht auf einen vollzogenen Geschlechtsverkehr schliessen. Keines der M�dchen behaupte, penetriert worden zu sein oder dies bei einem anderen M�dchen beobachtet zu haben. Er sei in dubio pro reo freizusprechen.
2.2 Die Vorinstanz schliesst aus den Spermaspuren vom Bett der B.________ sowie von Slip und Vagina der A.________, dass der Beschwerdef�hrer zumindest bei A.________ den Beischlaf vollzog (Urteil S. 50). Das finde gen�gend Halt in den Opferaussagen. Zwar k�nne A.________ keine Aussagen machen, da sie von ihren Freundinnen erst habe aufgeweckt werden m�ssen. Die Aussagen der beiden anderen belegten zumindest den Versuch einer Penetration. Sie bemerkten beim Aufwachen, dass der Beschwerdef�hrer sich und ihnen den Slip ausgezogen hatte und auf B.________ lag. Das indiziere den Willen zum Geschlechtsverkehr und sei ein zielgerichtetes Verhalten (Urteil S. 51). Damit sei jenseits jeglichen vern�nftigen Zweifels erwiesen, dass er vaginal in die bet�ubte A.________ eindrang und so den Beischlaf vollzog. Bei den beiden anderen M�dchen habe er das gleiche Vorgehen gew�hlt, sei aber durch ihr Aufwachen unterbrochen worden (Urteil S. 52).
2.3 Der Beschwerdef�hrer r�gt keine willk�rliche Beweisw�rdigung gem�ss den Begr�ndungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG (vgl. BGE 138 I 171 E. 1.4), sondern macht einen mangels Beweismittel unhaltbaren Schluss auf seine Schuld und damit eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo geltend.
Der Grundsatz ist verletzt, wenn bei objektiver W�rdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an der Schuld fortbestehen (BGE 127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31).
In einem Indizienprozess muss das Tatgeschehen aus den Umst�nden erschlossen werden. Der Beschwerdef�hrer ging planm�ssig vor. Er leerte in der Zimmermitte das Trichlorethylen aus, verliess das Zimmer kurzfristig und kehrte zur�ck, um das Bet�ubungsmittel erneut auszusch�tten. Er wollte sichergehen, dass die M�dchen bet�ubt waren. Sie bemerkten die Situation erst, als sie aufwachten. Aufgrund der Spermabefunde, der �bereinstimmenden Aussagen der M�dchen und der gesamten Tatumst�nde durfte die Vorinstanz auf einen Geschlechtsverkehr mit A.________ (vaginale Spermaspuren) und bez�glich der beiden anderen M�dchen auf die tats�chlichen Umst�nde eines Vergewaltigungsversuchs schliessen, ohne den Grundsatz in dubio pro reo zu verletzen.
2.4 Bei diesem Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG) ist die Annahme einer Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB) sowie des mehrfachen Versuchs dazu (Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 190 Abs. 1 StGB) nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdef�hrer als Voraussetzung einer (vollendeten) Vergewaltigung die "naturgem�sse Vereinigung der Geschlechtsteile" (BGE 99 IV 151 E. 1) betont, ist anzumerken, dass ein geringes Eindringen gen�gt und eine Ejakulation nicht erforderlich ist (BGE 99 IV 151 E. 1).
Der Beschwerdef�hrer bestreitet im Fall 31 seine T�terschaft und verzichtet ausdr�cklich auf eine Auseinandersetzung mit dem Tatgeschehen. Die Schilderungen von Y.________ (nachfolgend: Opfer) passten nicht zu seinem T�terprofil. Gutachten best�tigten sein Interesse an Fetischismus und Voyeurismus, jedoch weder Gewaltneigung noch unbedingtes Verlangen nach Geschlechtsverkehr. Nach der Gutachterin passe der Anklagevorwurf nicht zum Tatmuster. Der Umstand, dass die vorgeworfenen Vergewaltigungen zu Beginn und in der Mitte (des gesamten strafrechtlichen Verhaltens) stattgefunden h�tten, lasse eine Progredienz und damit ihn als m�glichen T�ter ausscheiden. Es blieben einzig die Aussagen des Opfers zehn Jahre nach der Tat. Ein m�glicher Inzest sei nicht abgekl�rt worden. Die visuelle und auditive Identifizierung durch das Opfer sei unsicher erfolgt. Die Verletzungen h�tten zu Narbenbildungen f�hren m�ssen, die nicht abgekl�rt worden seien. Der Anwesenheit einer Drittperson bei einem Vorfall sei nicht nachgegangen worden.
Die Bestreitung der T�terschaft erweist sich als unbehelflich und erscheint zudem appellatorisch. Die Vorinstanz beurteilt die Aussagen des Opfers zum Tatgeschehen als glaubhaft. F�r die von einem ehemaligen Lehrer ge�usserte "vage Vermutung" eines Inzests findet sie keine Hinweise (Urteil S. 54 f.). Die Vorinstanz pr�ft eingehend die Frage der T�terschaft (Urteil S. 56 ff.). Insgesamt ging es um Vorf�lle aus den Jahren 1993, 1998 und 2007, wobei die ersten zwei verj�hrt sind (Urteil S. 54). In allen drei F�llen erkannte das Opfer den Beschwerdef�hrer als T�ter. Es legte die Gr�nde seiner Unsicherheit in der visuellen und auditiven Konfrontation offen. Dass sie nicht 100 Prozent sicher war, l�sst sich mit der �usserlichen Ver�nderung im Zuge des Alterungsprozesses des Beschwerdef�hrers erkl�ren (Urteil S. 58). Anhaltspunkte f�r falsche Anschuldigungen sind nicht zu finden (Urteil S. 59). Die gutachterlichen �usserungen, nach welchen das brutale Tatvorgehen in diesem Anklagepunkt dem T�terprofil "eigentlich" nicht entspricht, k�nnen die Aussagen des Opfers nicht entkr�ften (Urteil S. 63). Die Vorinstanz konnte willk�rfrei auf die T�terschaft des Beschwerdef�hrers schliessen.
Die �brigen Antr�ge stellt der Beschwerdef�hrer im Zusammenhang mit den beantragten Freispr�chen und begr�ndet sie nicht weiter (Beschwerde S. 13). Darauf ist nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuweisen (Art. 64 BGG). Seinen finanziellen Verh�ltnissen ist praxisgem�ss mit herabgesetzten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 und Art. 66 Abs. 1 BGG).