Source: https://www.businessplan-experte.de/rechtsformen.html
Timestamp: 2018-03-24 23:21:09
Document Index: 144956908

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 705', '§ 179', '§ 105', '§ 705', '§ 121', '§ 121', '§ 179', '§ 161', '§ 179', '§ 230', '§ 179', '§5', '§5', '§ 55', '§52', 'Art. 2']

Rechtsformen – Quahl der Wahl	Businessplan Vorlage Businessplan Muster Selbstständig Existenzgründung - businessplan-experte.de
Rechtsformen – Quahl der Wahl
Was sind passende Rechtsformen bzw. Unternehmensformen für den Start? Existenzgründer haben die Qual der Wahl oder. Warum sind Rechtsformen wichtig? Weil die Entscheidung für eine Rechtsform unmittelbar Auswirkungen auf Ihren Geldbeutel hat und später nur mit finanziellem Aufwand gewechselt werden kann. Insofern sollte man zum Start schon sehr genau nachdenken, bei der Wahl der Rechtsform. Sie können sich aber auch auf die 70% der Existenzgründer verlassen und ein Einzelunternehmen gründen. In jedem Fall sollten Sie sich vor der Wahl einer Rechtsform umfassend beraten lassen. Holen Sie sich auch Rat bei Ihrem Steuerberater, der für Sie die jeweiligen steuerlichen Konsequenzen ausmalt.
Businessplan je Rechtsformen unterschiedlich?
Tatsächlich ist es so, dass für jede Rechtsform einen passenden Businessplan gibt. Rechtsform und Businessplan gehören also zusammen. Das liegt daran, dass je komplexer die Rechtsform ist, oft umso mehr Kapital benötigt wird und das Risiko des Scheiterns auch höher ist, deswegen wählt man ja auch die Rechtsform GmbH oder AG.
Bei der Rechtsform Einzelunternehmen ist der Businessplan dann am einfachsten, aber bereits der Businessplan für die Rechtsform GmbH ist schon erheblich komplexer. Businessplan Muster für unterschiedliche Rechtsformen können Sie hier downloaden:
Businessplan Muster Rechtsform Einzelunternehmung
Businessplan Muster Rechtsform GbR
Businessplan Muster Rechtsform GmbH
Businessplan Muster Rechtsform AG
Rechtsformen oder Unternehmensformen im Überblick
Es gibt zahlreiche Unternehmensformen oder Rechtsformen für Unternehmer. Der Begriff der Unternehmensformen ist eher weniger gebräuchlich. Es gibt eine ganze Reihe möglicher Unternehmensformen, in der Sie eine Firma betreiben können, je nachdem, ob alleine oder mit Partnern gründen. Für welche Unternehmensform Sie sich entscheiden, sollten Sie sich aufgrund der rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Folgen genau überlegen. Wichtige Entscheidungsparameter sind:
Formalitäten/Aufwand/Kosten
Rechtsformen oder Unternehmensformen - TOP 7
Die Beliebtheit der Unternehmensformen/ Rechtsformen zeigt Ihnen schon mal was die Mehrheit der Existenzgründer wählt und auch nicht mehr wechselt:
2.198.392 Einzelunternehmen (Gewerbe + Freiberufler)
518.427 GmbH
204.504 GbR
134.754 GmbH & Co. KG
17.542 UG
15.484 OHG
7.791 AG
In der Tabelle erkennen Sie auch die geläufigen Rechtsformen in Deutschland. Diese Übersicht der Rechtsformen in Deutschland ist vom Statistischen Bundesamt (2014) und Sie sehen sicher auch Rechtsformen im Überblick, von denen Sie vorher noch nie etwas gehört haben.
Rechtsformen oder Unternehmensformen - Definition
Jetzt aber erst mal zur Definition Rechtsform oder was eine Rechtsform ist:
Die Rechtsform definiert die Organisationsform und Entscheidungsfindung einer Rechtsperson. Die Rahmenbedingungen sind gesetzlich vorgegeben, Details können je nach Rechtsform etwa in einer öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Satzung oder einem Gesellschaftsvertrag festgelegt werden (Wikipedia)
Rechtsformen von Unternehmen haben sich im Laufe der Jahre verändert und wurden angepasst, weil sich die Wirtschaft geändert hat. So ist erst 2008 zu den Rechtsformen in Deutschland die UG (Unternehmergesellschaft) als Erfolg auf die englische LTD. als Rechtsform für Unternehmen dazugekommen. Jeder will natürlich jetzt den ultimativen Vergleich der Rechtsformen am Besten in einer Tabelle haben. Das Problem ist, dass so eine Rechtsformen Übersicht zwar ein Anhaltspunkt ist, aber bei der Beurteilung, was in Ihrem speziellen Fall für eine Rechtsform passt, beantwortet Ihnen nur ein guter Gründungsberater. Die Wahl der Rechtsform zum Unternehmensstart ist halt auch nicht einfach.
Rechtsformen oder Unternehmensformen - Tabelle, Übersicht
Hier erst mal die Tabelle als Rechtsformen Übersicht und später meine persönliche Empfehlung für Sie:
Wenn Sie sich die Rechtsformen für Unternehmen in der Unternehmensformen Übersicht ansehen, dann sind die Anzahl der Existenzgründer entscheidend. Je mehr was zu sagen haben, um so mehr muss geregelt werden. Und für Regelungen sind die Notare und Rechtsanwälte zuständig. Meine Erfahrung ist, dass beim Verhandeln der Verträge schon viele unüberbrückbare Differenzen aufgetaucht sind und sich die GbR oder GmbH Gründung zerschlagen hat. Auch ist ersichtlich dass Einzelunternehmen der Gewinn zu 100% gehört und auch nichts geteilt werden muss. Auch kostet die Risikobegrenzung durch eine Kapitalgesellschaft auch Geld für die Eintragungen und Dokumentation. Bei der Wahl der Rechtsform achten Sie daher immer auf die Kosten und das Ergebnis, was Sie eigentlich persönlich wollen. Rechtsformen in Deutschland sind übrigens im Vergleich zu den Rechtsformen in unseren Nachbarländern in der Überzahl.
Die optimale Rechtsform gibt es nicht! Jede Rechtsform hat ihre Vor- und Nachteile.
Rechtsformen - Einzelunternehmen
Mit 70% Anteil ist das Einzelunternehmen die häufigste Rechtsform. Warum? Es gibt keine nennenswerten Pflichten und es wird bei der Existenzgründung kein Kapital und kein komplexer Businessplan benötigt. Allerdings haftet der Einzelunternehmer mit seinem ganzen Privat-Vermögen.
Bei Einzelunternehmen wird unterschieden zwischen Kleingewerbe, eingetragener Kaufmann (e.K.), Freiberufler und der Kleinunternehmerregelung. Als Kaufmann oder Kauffrau müssen Sie nämlich Ihr Unternehmen im Handelsregister eintragen (e.K) lassen, wenn Sie die maßgeblichen Kriterien dafür erfüllen. Ansonsten sind Sie Kleingewerbe. Sie können aber auch auch die Kleinunternehmerregelung (keine Umsatzsteuerpflicht) beantragen. Mehr dazu später im Detail.
Rechtsformen Einzelunternehmen - Gewerbe, Kleingewerbe, Kleinunternehmerregelung, Überblick, Vorteile, Nachteile
Das Einzelunternehmen eignet sich ideal zum Einstieg und entsteht automatisch, wenn Sie als Gewerbetreibender ein Gewerbe anmelden. Als Einzelunternehmen haften Sie mit vollem Umfang mit Ihrem Privatvermögen, können selbst entscheiden wie hoch Ihr Startkapital sein soll und entscheiden allein über die Belange des Unternehmens und tragen auch die volle Verantwortung. 80% starten als Kleingewerbe, weil Sie die Grenzen zum e.K. nicht erreichen und auch nicht freiwillig eine Handelsregistereintragung machen. Von diesen Kleingewerbe Unternehmen wählt ein kleiner Prozentsatz die Kleinunternehmerregelung.
§§ 1-104 HGB
kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgeschrieben
Alleinentscheidungsbefugnis des Inhabers
unbeschränkte Haftung mit Geschäfts- und Privatvermögen
Gewerbeanmeldung + eventuelle Zulassungen
Kleingewerbe oder Kaufmann (e.K)
Firmenname mit Vor- und Nachname des Inhabers; Sachfirma möglich, wenn Eintragung in das Handelsregister (e.K.)
IHK-Beitrag, Ermäßigungsmöglichkeit bei Kleingewerbetreibenden
Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer (nicht bei Kleinunternehmerregelung), Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer
100% des Gewinns und Verlusts
30-100 EUR Gründungskosten
Rechtsformen Einzelunternehmen - Freiberufler, Überblick, Vorteile, Nachteile
Das Einzelunternehmen eignet sich ideal zum Einstieg und entsteht automatisch, wenn Sie als Freiberufler beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen.
Finanzamt + eventuelle Zulassungen
Einkommenssteuer, Umsatzsteuer (nicht bei Kleinunternehmerregelung), Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer
0,00 EUR Gründungskosten
Rechtsformen Einzelunternehmen - e.K. (eingetragener Kaufmann), Überblick, Vorteile, Nachteile
HRA Eintrag
Firmenname mit Vor- und Nachname des Inhabers mit e.K.; Sachfirma möglich
Doppelte Buchführung samt Jahresbilanz
Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer
100-300 EUR Gründungskosten
Rechtsformen - Personengesellschaften
Sind Sie mindestens zu zweit und schließen sich zusammen, fallen Sie in den Bereich der Rechtsformen Personengesellschaft. Dazu zählen die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), die Kommanditgesellschaft (KG), die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die Partnergesellschaft (PartG) und stille Gesellschaft. Bei all diesen Personengesellschaften besteht auch eine persönliche Haftung der Gesellschafter für die Schulden des Unternehmens, es ist bei all diesen Gesellschaften kein Mindestkapital erforderlich und in der Regel sind die Gesellschafter nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter ihres Unternehmens.
Rechtsform GbR, Überblick, Vorteile, Nachteile
Immer wenn Sie gemeinsam oder mit mehreren Personen eine Firma planen, kommt die Rechtsform der GbR zum tragen. Im Vordergrund der GbR steht der Wille der Gründer, die Verpflichtung und eine Einigung darüber, einen Geschäftszweck gemeinsam zu verfolgen und fördern. Aus der GbR wird übrigens automatisch einen OHG, sobald bestimmte Grenzen überschritten sind. Das ist dann ähnlich dem Kleingewerbe und dem Kaufmann e.K. Aber dazu später mehr. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung basiert die Zusammenarbeit auf einem sehr engen Vertrauensverhältnis. Bereits bei einer GbR muss man sich mit seinem Partner über bestimmte Themen im Klaren werden, damit es später keine Problem gibt. Das wird dann im Gesellschaftervertrag dokumentiert:
Wer darf wann und in welcher Höhe Einkäufe tätigen?
Wer darf Kredite aufnehmen? Mit oder ohne Rücksprache?
Was passiert, wenn der Mitgesellschafter aussteigt? Wer übernimmt? Erfolgt eine Auszahlung?
Generell sollten Sie immer einen GbR-Vertrag von einem Anwalt überprüfen lassen. Hier die Rechtsform der GbR im Einzelnen:
§§ 705 – 740 BGB
Mündliche Vereinbarung zwischen den Gesellschaftern ist ausreichend. Ein schriftlicher Vertrag ist allerdings empfehlenswert
Geschäftsführung und Vertretung grundsätzlich durch alle Gesellschafter gemeinsam (Selbstorganschaft), sofern im Gesellschaftsvertrag nicht anderes geregelt
unbeschränkte Haftung mit Geschäfts- und Privatvermögen, gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter
Start sofort, Gründung auch durch konkludentes Handeln (!)
Gewerbeanmeldung (Gewerblich) oder Finanzamt (Freiberufler) + eventuelle Zulassungen
Firmenname mit Vor- und Nachname der Inhaber:
Gewinn und Verlust bei den Gesellschaftern jeweils für ihren Gesellschafteranteil (§§ 179, 180 AO)
Eine GbR, die mehr als 500.000 Euro Umsatz oder 30.000 Euro Gewinn erwirtschaftet, wird durch einen Eintrag ins Handelsregister automatisch zur OHG
Gewerbesteuer (nicht als Freiberufler), Umsatzsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer, Einkommensteuer nur bei den Gesellschaftern jeweils für ihren Gewinnanteil
300-1.000 EUR Gründungskosten
Rechtsform OHG, Überblick, Vorteile, Nachteile
Bei der OHG (Offene Handelsgesellschaft) handelt es sich ebenfalls um eine Personengesellschaft. Im Vergleich zur GbR gibt es hier jedoch zwei wesentliche Unterschiede: Anders als bei der GbR ist die OHG auf den Betrieb eines Handelsgewerbes (z.B. Kaufleute, Dienstleister, Handwerker, produzierende Betriebe) ausgerichtet und eine Eintragung im Handelsregister ist Voraussetzung. Die OHG ist als Rechtsform für kleinere und mittelständische Unternehmen im Einzelhandel, im Großhandel, aber auch in der Industrie und im Handwerksbereich geeignet.
§§ 105–160 HGB und ergänzend gelten die §§ 705 -740 BGB
Mündliche Vereinbarung zwischen den Gesellschaftern ist ausreichend. Ein schriftlicher Vertrag ist allerdings empfehlenswertkein Mindestkapital
Einzelgeschäftsführung/Einzelvertretungsmacht jedes Gesellschafters, sofern im Gesellschaftsvertrag nichts anderes geregelt, die Bestellung eines Prokuristen ist möglich.
Gewerbeanmeldung (Gewerblich) + eventuelle Zulassungen
Firmenname zum Beispiel „Apotheke Müller OHG.“, „ABC Apotheke OHG“ oder auch „ Phantasie OHG“. Die Rechtsform (Offene Handelsgesellschaft) muss stets angegeben werden. Sie kann auch abgekürzt werden: OHG
Wird die Gewinnverteilung zwischen den OHG-Gesellschaftern nicht individuell im Gesellschaftsvertrag der offenen Handelsgesellschaft geregelt, kommt die gesetzliche Vorgabe des § 121 HGB zum Tragen. Nach § 121 HGB erhält zunächst jeder OHG-Gesellschafter vom Gewinn der OHG vorab einen Betrag von 4 % auf seinen Kapitalanteil gutgeschrieben. Der Restbetrag wird nach Köpfen verteilt. Verluste werden nach Köpfen verteilt. (§§ 179, 180 AO)
Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer, Einkommensteuer nur bei den Gesellschaftern jeweils für ihren Gewinnanteil
500-2.500 EUR Gründungskosten
Rechtsform KG, Kommanditgesellschaft, Überblick, Vorteile, Nachteile
Die Kommanditgesellschaft (KG) ist vor allem für Existenzgründer geeignet, die Partner/ Gesellschafter mit zusätzlichem Kapital wünschen, aber Chef bleiben wollen. Die Kommanditgesellschaft (KG) ist auch für Familienmitglieder interessant, die nicht persönlich haften wollen oder wollen. Die KG besteht aus dem Unternehmer (Komplementär) und Gesellschaftern (Kommanditisten). Dabei kann der Komplementär eben ein Einzelunternehmen sein, oder eine GmbH mit einem Geschäftsführer.
Die Kommanditgesellschaft (KG) ist also die vertragliche Vereinigung von zwei oder mehreren Personen, deren Zweck auf den Betrieb eines kaufmännischen Unternehmens unter einer gemeinschaftlichen Firma gerichtet ist.
§§ 161–177a HGB, ergänzend gelten Vorschriften über offene Handelsgesellschaft (OHG) und Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
kein Mindestkapital, aber für Kommanditisten gilt die Kommanditeinlage (Höhe beliebig)
Es entscheidet der persönlich haftende Gesellschafter (Komplementär). In besonderen Fällen ist auch die Beteiligung der Kommanditisten erforderlich
Unbeschränkte Haftung der Komplementären, beschränkte Haftung der der Kommanditisten, auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage
Der Firmenname der KG kann den Familiennamen eines persönlich haftenden Gesellschafters, Phantasiezusätze oder Sachzusätze enthalten, solange sie Unterscheidungskraft und damit Namensfunktion besitzt. Sie kann auch als Kombination dieser Elemente gebildet werden. Die Rechtsform (Kommanditgesellschaft) muss stets angegeben werden. Sie kann auch abgekürzt werden: KG
Am Ende des Wirtschaftsjahres wird der Gewinn oder Verlust in einer Bilanz ermittelt und für jeden Gesellschafter sein Anteil berechnet (§§ 179, 180 AO). Üblicherweise werden Kapitalkonten für die Gesellschafter geführt, auf deren Guthaben diese jederzeit zugreifen können. Die Gewinnverteilung muss nicht dem Wert der Einlagen entsprechen und wird in der Regel in einem Verhältnis ausgedrückt (z.B. 1:2:3 oder 1/2, 1/4, 1/4). Gewinnverteilung bzw. Beteiligung an Verlusten kann also frei verhandelt werden, in der Regel gilt die Einlagenhöhe des Kommanditisten als Orientierung (Dies ist jedoch keine Verpflichtung und kann stets angepasst werden)
Rechtsform Stille Gesellschaft, Überblick, Vorteile, Nachteil
Eine stille Beteiligung (stille Gesellschaft) liegt vor, wenn der stille Gesellschafter nach außen nicht in Erscheinung tritt oder treten will. Für den GmbH Gesellschafter-Geschäftsführer kann das attraktiv sein, um einerseits zusätzliches Kapital in die Gesellschaft zu bekommen, aber andererseits keine Machteinbußen hinnehmen zu müssen. Die Stille Gesellschaft eignet sich für die Kapitalbeteiligung eines Dritten (z.B. tbg, KfW oder VC-Gesellschaften, teilweise in Ergänzung direkter Beteiligungen), insbesondere wenn das Beteiligungsverhältnis Dritten nicht bekannt werden soll. Der Vertrag zwischen der GmbH und dem stillen Gesellschafter kann ohne großen formalen Aufwand geschlossen werden.
§§ 230 bis 237 HGB
Durch mündliche Vereinbarung, konkludentes Handeln oder Gesellschaftsvertrag zwischen Geschäftsinhaber und stillem Gesellschafter
kein Mindestkapital, aber der Betrag der Einlage des stillen Gesellschafters (auch Sachwerte oder Dienstleistungen) ist konkret festzulegen
Geschäftsführung und Vertretung obliegen allein dem Geschäftsinhaber. Keine Haftung des stillen Gesellschafters über den Betrag seiner Einlage hinaus; Haftung des Geschäftsinhabers richtet sich nach dessen Rechtsform
Start sofort, eine stille Gesellschaft kann dadurch entstehen, dass sich eine natürliche oder juristische Person mit einer Vermögenseinlage am Handelsgewerbe eines anderen beteiligt.
Im Firmenname kein Hinweis auf stille Gesellschaft
Gesellschafter sind am Gewinn und Verlust der Gesellschaft beteiligt (typisch stille Gesellschaft). Wenn auch eine Beteiligung am Vermögen definiert ist handelt es sich um eine atypische stille Beteiligung. (§§ 179, 180 AO)
100-500 EUR Gründungskosten
Rechtsform GmbH & Co. KG, Überblick, Vorteile, Nachteile
Die GmbH & Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft bei der der Einzelunternehmer (Komplementär) nicht mit seinem Privatvermögen haftet und deswegen eine GmbH integriert hat, in der er Geschäftsführer ist. So lässt sich auch seine Haftung beschränken. In der Regel sind dann die Gesellschafter der GmbH gleichzeitig die Kommanditisten der KG. Die GmbH & Co KG erlaubt eine flexiblere Kapitalbeschaffung, als dies bei der GmbH zutrifft. Kommanditisten können Einlagen tätigen, die nicht Stimmrechte verändern und die keine besonderen Mitspracherechte in der Geschäftsführung bedeuten. Damit bleibt der Eigentümer handlungsfähig.
Die GmbH & Co KG an sich ist nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. In einzelnen Gesetzen finden sich jedoch Regelungen, die anzuwenden sind. Für die KG ist dies das Recht der Kommanditgesellschaft, für die GmbH das Recht der Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Mindestkapital von 25.000 Euro (auch Sachwerte) für die GmbH und für Kommanditisten gilt die Kommanditeinlage (Höhe beliebig)
Die jeweiligen Entscheidungsbefugnisse und auch die Verteilung der Gewinne und Verluste hängen von der Höhe der Vermögenseinlage der GmbH (Komplementärin) und der jeweiligen Kommanditisten ab. In besonderen Fällen ist auch die Beteiligung der Kommanditisten erforderlich
Beschränkte Haftung der Komplementärin (GmbH) in Höhe der Kapitaleinlage, die die Gesellschafter insgesamt geleistet haben, mindestens 25.000 Euro, beschränkte Haftung der der Kommanditisten, auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage
Der Firmenname der GmbH wird im Handelsregister eingetragen und tritt im Geschäftsverkehr auf. Bei dem Namen kann es sich sowohl um eine Phantasiebezeichnung wie Wellness-GmbH, um eine Sachbezeichnung wie "Autoteile GmbH", den Namen des Gesellschafters oder eine Kombination aus allem. Die Rechtsform (GmbH, Kommanditgesellschaft) muss stets angegeben werden. Sie kann auch abgekürzt werden: bspw. Maschinenbau Schlottwitz GmbH & Co. KG
Hier gelten im Wesentlichen die Regeln des KG. Am Ende des Wirtschaftsjahres wird der Gewinn oder Verlust in einer Bilanz ermittelt und für jeden Gesellschafter sein Anteil berechnet. Üblicherweise werden Kapitalkonten für die Gesellschafter geführt, auf deren Guthaben diese jederzeit zugreifen können. Die Gewinnverteilung muss nicht dem Wert der Einlagen entsprechen und wird in der Regel in einem Verhältnis ausgedrückt (z.B. 1:2:3 oder 1/2, 1/4, 1/4)
Für die KG und GmbH gelten Einkommen oder Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer) sowie die Umsatzsteuer. Grundsätzlich wird die Komplementär GmbH wie eine GmbH und die GmbH & Co. KG wie eine einfache KG besteuert. Hierbei werden die Gewinne der Kommanditisten (soweit sie natürliche
Personen sind) mit der Einkommensteuer belegt und bei der Komplementär GmbH fällt Körperschaftssteuer an. Die Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sind dagegen von der GmbH & Co. KG selbst zu zahlen.
1.500 - 4.000 EUR Gründungskosten
Rechtsformen - Kapitalgesellschaften
Ist Ihnen gerade der Punkt mit der Haftung bei den Personengesellschaften ein Dorn im Auge, kann das ein Grund dafür sein, dass die Wahl schlussendlich doch auf eine Kapitalgesellschaft fällt. Denn hier haften die Gesellschafter und Aktionäre für gesellschaftliche Aktivitäten, in der Regel nur mit ihrer Einlage. Zu den Kapitalgesellschaften zählen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft und die Aktiengesellschaft (AG). Die Gesellschafter oder Aktionäre können Kapital zur Verfügung stellen, ohne aktiv an der Geschäftsführung teilzunehmen.
Rechtsform Unternehmergesellschaft = UG (haftungsbeschränkt), Überblick, Vorteile, Nachteile
Im Rahmen des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts vom 01.11.2008 und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) wurde neben der regulären GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 EUR die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) geschaffen. Folgende Begrifflichkeiten werden verwendet:
Diese im GmbH-Gesetz geregelte „Mini - GmbH“ soll es Existenzgründern erleichtern, sich im Rahmen einer Rechtsform mit beschränkter Haftung mit wenig Stammkapital selbständig zu machen und gilt als deutsche Antwort auf die englische Ltd. Der Gesetzgeber möchte so Existenzgründungen erleichtern und die Registereintragungen weiter beschleunigen. Auch die UG ist eine juristische Person ("Kapitalgesellschaft") und hat eine eigenständige Rechtspersönlichkeit. Sie besitzt eine eigene Firma (Namen) und wird durch ihre(n) Geschäftsführer vertreten. Auch das Vermögen der UG ist von dem der Gesellschafter zu trennen.
§5a GmbH Gesetz (GmbHG)
Der Gesellschaftsvertrag (Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführerbestellung und Gesellschafterliste) muss notariell beurkundet werden, Mindestinhalt gesetzlich geregelt (ggf. Erleichterung bei Verwendung des Musterprotokolls)
Das Stammkapital beträgt mindestens 1 EUR (§5 GmbHG), nur Bargründung möglich
Geschäftsführer entscheidet, die Geschäftspolitik entscheidet die Gesellschafterversammlung
Beschränkte Haftung in Höhe der Kapitaleinlage, ggf. persönliche Haftung des Geschäftsführers
Eröffnungsbilanz (Steuerberater)
Der Firmenname der UG wird im Handelsregister eingetragen und tritt im Geschäftsverkehr auf. Bei dem Namen kann es sich sowohl um eine Phantasiebezeichnung wie Wellness UG (haftungsbeschränkt), um eine Sachbezeichnung wie "Autoteile UG (haftungsbeschränkt)", den Namen des Gesellschafters oder eine Kombination aus allem handeln
25 % der Gewinne müssen solange jährlich in die Rücklage eingestellt werden bis ein Stammkapital von 25.000 EUR erreicht ist. Anteiliger Gewinn und Verlust bei den Gesellschaftern, Einkommensteuer jeweils für ihren Gewinnanteil
Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer, bei Gewinnausschüttungen an Anteilseigner ist Kapitalertragssteuer fällig
1.000 - 2.000 EUR Gründungskosten (250 EUR Handelsregister, 100 - 200 EUR Bundesanzeiger, 800 EUR Notar, 500 EUR Steuerberater, ...)
Rechtsform GmbH, Überblick, Vorteile, Nachteile
Die GmbH Gründung ist eigentlich ganz einfach, wenn man einen Termin beim Notar bekommt und mal eben 12.500 EUR Cash für die Stammeinlage hat. Folgende Parameter sind zu bei einer GmbH Gründung wichtig:
Mindestkapital von 25.000 Euro (auch Sachwerte). Jeder Geschäftsanteil muss auf einen Betrag von mindestens einem Euro lauten
Der Firmenname der GmbH wird im Handelsregister eingetragen und tritt im Geschäftsverkehr auf. Bei dem Namen kann es sich sowohl um eine Phantasiebezeichnung wie Wellness-GmbH, um eine Sachbezeichnung wie "Autoteile GmbH", den Namen des Gesellschafters oder eine Kombination aus allem handeln
Anteiliger Gewinn und Verlust bei den Gesellschaftern, Einkommensteuer jeweils für ihren Gewinnanteil
Sie können Ihr Einzelunternehmen auch in eine GmbH verwandeln – der klare Vorteil dabei: Sie haften in der Regel nicht mehr mit Ihrem Privatvermögen, sondern nur noch mit dem Geschäftsvermögen. Bei der Ein-Personen-GmbH gelten dann die gleichen Regeln wie bei einer normalen GmbH.
Rechtsform AG, Aktiengesellschaft, Überblick, Vorteile, Nachteile
Eine AG können Sie als einzelne Person gründen – es entstehen Vorteile gegenüber einer GmbH (z.B. Möglichkeit der Eigenkapitalbeschaffung größer) aber auch Nachteile gegenüber einer GmbH (z.B. Grundkapital ist höher – 50.000 Euro). Im Gegensatz zur AG ist die Kleine AG lediglich Synonym für nicht-börsennotierte AG nach Inkrafttreten des „Gesetzes für kleine Aktiengesellschaften“ von 1994.
Ein-Personen-Gründung möglich
Einberufung der HV durch eingeschriebenen Brief und Universalversammlung möglich
Notarielle Beurkundung der HV-Niederschrift nur bei Satzungsänderungen
Nichtigkeitsgründe von Beschlüssen „entschärft“
Die AG ist eine juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit, deren Grundkapital in verbriefte Anteile in Form von Aktien zerlegt ist. Die Aktie ist das Mitgliedschaftsrecht des Aktionärs. Die AG entsteht mit Eintragung in das Handelsregister. Man unterscheidet zwischen Inhaberaktien (legitimiert ist der Inhaber durch den Besitz der Aktienurkunde), Namensaktien (Orderpapiere, bei denen der Inhaber mit seinem Namen und seiner Adresse in das Aktienbuch eingetragen wird), und vinkulierten Namensaktien (die Übertragung der Aktie ist an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden). Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Die AG gilt auf jeden Fall als Handelsgesellschaft und zwar auch dann, wenn sie kein Handelsgewerbe betreibt.
1+ Personen + 2+ Aufsichtsrat
Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden, Mindestinhalt gesetzlich geregelt
Mindestgrundkapital: 50.000 EUR,mindestens ¼ des Nennbetrages der
Aktien müssen bar oder in Sachwerten bei Gründung eingezahlt sein
Vorstand entscheidet, die Geschäftspolitik entscheidet der Aufsichtsrat bzw. die Aktionärsversammlung
Beschränkte Haftung in Höhe der Kapitaleinlage, ggf. persönliche Haftung des Vorstands
Der Firmenname der AG wird im Handelsregister eingetragen und tritt im Geschäftsverkehr auf. Bei dem Namen kann es sich sowohl um eine Phantasiebezeichnung wie Wellness-AG, um eine Sachbezeichnung wie "Autoteile AG", den Namen des Gesellschafters oder eine Kombination aus allem handeln
Gewinnausschüttung als Dividende an die Aktionäre erfolgt nach Beschluss über Gewinnverwendung durch die zuständigen Organe und nach Erfüllung der gesetzlich oder statutarisch erforderlichen Leistungen (Zahlung von Körperschaftssteuer und Aufsichtsratsvergütung, Zuführung zur gesetzlichen Rücklage etc.). Verlustbeteiligung mit Geldwert der Aktie
Doppelte Buchführung,
Es gelten die strengen Buchführungs-/Bilanzierungspflichten aus dem HGB
Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer
3.000 - 5.000 EUR Gründungskosten
Vor der Gründung einer AG, was viel Aufwand in Anspruch nimmt, sollten Sie sich in jedem Fall von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.
Rechtsformen - Sonderformen
Rechtsform eG — Genossenschaftsverband e.V., Überblick, Vorteile, Nachteile
Schriftlicher Gesellschaftsvertrag zwingend
Kein festes Kapital, keine Mindesteinlage vorgeschrieben. Allerdings prüft der Genossenschaftsverband, ob die Eigenkapitalausstattung ausreicht
Vorstand entscheidet, die Geschäftspolitik entscheidet der Aufsichtsrat, Generalversammlung
Beschränkte Haftung in Höhe des Gesellschaftsvermögens, ggf. persönliche Haftung des Vorstands. Für jedes einzelne Mitglied bedeutet das: Es haftet nur in Höhe seiner Genossenschaftsanteile.
Gewerbeanmeldung (Gewerblich) + Eintragung ins Genossenschaftsregister
Der Firmenname muss den Zusatz "eingetragene Genossenschaft" oder die Abkürzung eG tragen
Gewinnbeteiligung: Auszahlung an alle Genossen, als Rückhalt wird ein Teil behalten (im 1. Jahr meist alles). Verlustbeteiligung durch alle Genossen, aber Ausgleich durch Gewinnrückhalt
Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer, Gewinnausschüttungen an Mitglieder sind steuerfrei
Rechtsform Stiftung, Überblick, Vorteile, Nachteile
Bei einer Stiftung handelt es sich um eine Rechtsform, bei der ein Stifter Vermögen für einen definierten Zweck zur Verfügung stellt. Stiftungen sind populär geworden und werden in privatrechtlicher Form errichtet. Stiftungen dienen gemeinnützigen Zwecken (Kultur, Sport, Medizin, ...). Grundsätzlich unterscheidet man die Förderstiftung und die operative Stiftung. Bei einer Förderstiftung werden Projekte gefördert. Die operative Stiftung startet selber Projekte, um den Stiftungszweck zu erfüllen. Bekanntester Stifter ist Microsoft Gründer Bill Gates.
Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Dabei wird in der Regel das Vermögen auf Dauer erhalten und die Destinatäre können nur in den Genuss der Erträge kommen. Stiftungen können in verschiedenen rechtlichen Formen (privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich) und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken (Wikipedia)
Rechtsform gGmbH, Überblick, Vorteile, Nachteile
Die Rechtsform der gemeinnützige GmbH, kurz gGmbH setzt auf der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) auf, verfolgt aber gemeinnützige Ziele und ist daher steuerlich begünstigt.
Die gemeinnützige GmbH (gGmbH) ist im deutschen Steuerrecht eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Als Kapitalgesellschaft ist die gemeinnützige GmbH dadurch nach § 55 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 AO von Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer befreit. Die Wahl dieser Rechtsform fällt häufig bei gemeinnützigen Unternehmen, die sich wirtschaftlich betätigen möchten (zum Beispiel Kindergärten), was der Rechtsform des eingetragenen Vereins untersagt ist. (Wikipedia)
Eine gGmbH muss den Anforderungen des Gemeinnützigskeitsrechts gemäß §52 AO entsprechen. Dies beinhaltet die selbstlose Förderung der Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichen Gebiet:
Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung, Kunst, Religion, Umwelt oder Völkerverständigung
Förderung von Jugend- oder Altenhilfe sowie des Sportes oder Gesundheitswesens
Die allgemeine Förderung des demokratischen Staatswesens
Die Förderung der Tier- und Pflanzenzucht, sowie des traditionellen Brauchtums
Einzelinteressen oder politische Ambitionen erfüllen nicht die strengen Anforderungen.
Rechtsform Verein, Überblick, Vorteile, Nachteile
Die Rechtsform eingetragene Verein (e.V.) zählt in Deutschland mit 600.000 eingetragenen Vereinen zu den beliebtesten Rechtsformen. Fast ausnahmslos handelt es sich dabei um sogenannte Idealvereine, die also keine wirtschaftlichen Zwecke verfolgen.
Der Verein (etymologisch: aus vereinen ‚eins werden‘ und etwas ‚zusammenbringen‘) bezeichnet eine freiwillige und auf Dauer angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist (Wikipedia)
Rechtsformen - Kapitalgesellschaften Ausland
Rechtsform - SE
Die Rechtsform Societas Europaea (SE) oder auch Europa AG ist eine Rechtsform Alternative für bereits grenzüberschreitend tätige Unternehmen und ist damit nicht für Existenzgründer geeignet. 2004 wurde die Societas Europaea, (SE) oder auch Europäische Aktiengesellschaft (EU AG) als Rechtsform als Teil der Vereinheitlichungs-Bemühungen im europäischen Gesellschaftsrecht definiert. Mit der Rechtsform der Societas Europaea (SE) sind aber zahlreiche Pflichten verbunden. So sind SE bspw. verpflichtet auch ihren Betriebsrat europäisch einzurichten. Gut 100 deutsche Unternehmen haben diesen Schritt zur Societas Europaea (SE) bereits gewagt, zu den Vorreitern gehört MAN.
EG-Verordnung 2157/2001
Gründung unabhängig von nationalem Recht. Gründen können nur juristische Personen, die seit mindestens zwei Jahren eine Tochtergesellschaft in einem anderen Mitgliedsstaat haben
Schriftlicher notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag zwingend („akte van oprichting“)
Aktienkapital von 120.000€
Veröffentlichung im Handelsregister im Land des Sitzes der Gesellschaft
Entweder Vorstand und Aufsichtsrat oder Board System und eingliedrigem Verwaltungsrat
Vorgeschrieben ist auch die Aufnahme der Abkürzung SE in den Firmennamen
Jahresabschluss, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang zum Jahresabschluss, Bericht über den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft
Örtliche Handelskammer („Kammer van Koophandel en Fabrieken“
30.000 - 100.000 EUR Gründungskosten
Rechtsform Limited, Ltd., PLC
Die Rechtsform englische Private Company Limited (PCL) by Shares, kurz "Limited" oder noch kürzer "Ltd." ist eine international anerkannte Rechtsform. In Großbritannien sind ca. 1,5 Millionen Ltds. eingetragen. Nachdem die europäische Rechtsprechung den Zugang zu einer Limited für deutsche Unternehmer erleichtert hat, haben vor allem Existenzgründer diese Rechtsform gewählt, um die Auflagen der GmbH zu umgehen. Seit der Einführung der Rechtsform Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) am 1. 11. 2008, sind Limited-Neugründungen jedoch stark eingebrochen.
In England ist die Rechtsform Limited (abgekürzt als Ltd., genauer die Private Limited Company by shares) also die beliebteste Rechtsform bzw. Gesellschaftsform. Abzugrenzen ist die “Limited” von der Rechtsform PLC, der Public Limited Company. Diese PLC entspricht eher unserer Rechtsform Aktiengesellschaft, deren Anteile (Aktien) öffentlich erhältlich sind.
Die niederländische Rechtsform Besloten Vennootschap met beperkte aansprakelijkheid (BV) entspricht in etwa einer GmbH nach deutschem Recht und in ihrer formal-juristischen Konstruktion eher einer kleinen Aktiengesellschaft. Seit Oktober 2012 kann eine BV in den Niederlanden unter vereinfachten Voraussetzungen, insbesondere ohne Kapitaleinsatz, gegründet werden (so genannte Flex-BV).
Mindeststammkapital = 18.000 Euro, Mindesteinzahlung = 100 % (Art. 2:178 BW)
Der Firmenname muss mit B.V. enden oder beginnen
Jährliche Erstellung einer verkürzten Bilanz und GuV und Hinterlegung bei der Handelskammer
Örtliche Handelskammer („Kammer van Koophandel en Fabrieken“)
1.000 - 2.000 EUR Gründungskosten
Chamber of Commerce and Industry Aachen-Maastricht
Kamer van Koophandel (niederländisch)
Rechtsform SA, SCA, SRL
Wenn Sie in Frankreich gründen wollen, haben Sie die Wahl zwischen einer SA (Société Anonyme, Aktiengesellschaft), einer SAS (Vereinfachte Aktiengesellschaft), einer SCA (Kommanditgesellschaft auf Aktien, wird allerdings selten gewählt) und einer Mischform, der sogenannten SARL (Gesellschaft mit beschränkter Haftung).
Sehr beliebt bei deutschen Investoren ist die SARL oder die SAS. Die SA bietet sich insbesondere für größere Vorhaben an. Bei der Wahl der passenden Rechtsform muss man immer steuerliche und rechtliche Voraussetzungen beachten und abwägen. In Einzelfällen ist eine SARL Personengesellschaft als Rechtsform eine passende Alternative für eine Existenzgründung in Frankreich.
In den USA ist die Rechtsform der Limited Liability Company (LLC) sehr beliebt. Die Limited Liability Company (LLC) ist eine Rechtsform, die gegebenenfalls und je nach Bundesstaat der Vereinigten Staaten sowohl einer Corporation, als auch einer Partnership ähnlich sein kann. Einige Bundesstaaten schließen bei dieser Rechtsform Gesellschaften als Gesellschafter aus, fordern mehrere Gesellschafter, einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag, eine Anzeige der Gründung in der örtlichen Tageszeitung, oder auch Körperschaftssteuer. Auf Bundesebene der USA wird die LLC entweder als Einzelunternehmen, als Personengesellschaft, oder auf Antrag als Kapitalgesellschaft besteuert.
Incorporated ist Englisch und bedeutet "verbunden". Die Rechtsform Inc. ist in den USA der deutschen Rechtsform einer Aktiengesellschaften (AG) vergleichbar. Als incorporated gelten Firmen in den USA, die nach dem geltenden Gesellschaftsrecht des jeweiligen Bundesstaates im Handelsregister eingetragen wurden (die Handelsregister Eintragung ist aber nicht zwingend notwendig). Zusätzlich erlaubt das föderalistische System der Vereinigten Staaten es jedem Bundesstaat, durch seine Legislative ein eigenes Gesellschaftsrecht zu entwickeln. Damit hat man als deutsches Unternehmen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.
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