Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.05.1991&Aktenzeichen=IX%20ZR%20131/90
Timestamp: 2019-07-19 02:54:21
Document Index: 209234835

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BGH, 16.05.1991 - IX ZR 131/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1300
BGH, 16.05.1991 - IX ZR 131/90 (https://dejure.org/1991,1300)
BGH, Entscheidung vom 16.05.1991 - IX ZR 131/90 (https://dejure.org/1991,1300)
BGH, Entscheidung vom 16. Mai 1991 - IX ZR 131/90 (https://dejure.org/1991,1300)
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Anspruch auf Schadensersatz aus anwaltlicher Sorgfaltspflichtverletzung - Vorliegen eines Verstoßes gegen die anwaltliche Belehrungpflicht - Umfang der anwaltlichen Belehrungspflicht
NJW 1991, 2079
NJW-RR 1991, 1497 (Ls.)
Dazu hat er dem Auftraggeber den relativ sichersten und am wenigsten gefährlichen Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche Risiken aufzuklären, damit der Mandant zu einer sachgerechten Entscheidung in der Lage ist (BGH, Urt. v. 16. Mai 1991 - IX ZR 131/90, NJW 1991, 2079 f; v. 20. Oktober 1994 - IX ZR 116/93, NJW 1995, 449, 450; v. 13. März 1997 - IX ZR 81/96, NJW 1997, 2168, 2169).
Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Mandant in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen entscheiden kann (BGHZ 89, 178, 182; 97, 372, 376;… BGH, Urt. v. 22.10.1987 - IX ZR 175/86, NJW 1988, 563, 566;… Urt. v. 10.3.1988 - IX ZR 194/87, NJW 1988, 2113;… Urt. v. 28.6.1990 - IX ZR 209/89, WM 1990, 1917, 1920; Urt. v. 16.5.1991 - IX ZR 131/90, NJW 1991, 2079;… vgl. a. Rinsche, aaO, Rdn. I 122 f.;… Zugehör, aaO Rdn. 508).
Nach gefestigter Rechtsprechung ist ein Rechtsanwalt im Rahmen des ihm erteilten Auftrages verpflichtet, den Auftraggeber allgemein und umfassend zu belehren, seine Belange nach jeder Richtung wahrzunehmen und die Geschäfte so zu erledigen, daß Nachteile für ihn möglichst vermieden werden (vgl. BGHZ 89, 178, 181 ff; 97, 372, 376 [BGH 17.04.1986 - IX ZR 200/85]; BGH, Urt. v. 16. Mai 1991 - IX ZR 181/90, NJW 1991, 2079, 2080; v. 6. Februar 1992 - IX ZR 95/91, NJW 1992, 1159, 1160; v. 18. März 1993 - IX ZR 120/92, z. V. b.).
Denn wenn auch die Partei selbst das Risiko des endgültigen Mißerfolgs bei verspätetem Widerruf bewußt auf sich nehmen kann, sind Prozeßvertreter - insbesondere Rechtsanwälte - aufgrund des Geschäftsbesorgungsvertrages gehalten, den nach den Umständen für den Mandanten sichersten Weg zu gehen (…BGH, Urt. v. 31. Oktober 1985 - IX ZR 175/84, WM 1986, 199, 202; v. 16. Mai 1991 - IX ZR 131/90, NJW 1991, 2079, 2080 m.w.N.;… Vollkommer, Anwaltshaftungsrecht Rdn. 179).
Er hat dem Mandanten diejenigen Schritte anzuraten, die zu dem erstrebten Ziel zu führen geeignet sind, hat den den Umständen nach sichersten Weg vorzuschlagen und den Mandanten über mögliche Risiken aufzuklären, damit dieser eine sachgerechte Entscheidung treffen kann (BGH NJW 1996, 2648, 2649; 1991, 2079, 2080; 1988, 563, 566).
bb) Mit der Übernahme des Mandates war die Beklagtenseite - nicht anders als ein in gleichartigem Mandat tätiger Rechtsanwalt - verpflichtet, die Interessen des Auftraggebers - des Klägers - im Rahmen dieses Mandates nach jeder Richtung und umfassend wahrzunehmen; sie hatte ihr Verhalten so einzurichten, dass Schädigungen ihres Auftraggebers, mochte deren Möglichkeit auch nur von einem Rechtskundigen vorausgesehen werden können, vermieden würden (BGH NJW 1991, 2079; WM 2003, 1628; NJW-RR 2005, 494).
Er muss seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 159; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043).
Er muss seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Mandant in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen entscheiden kann (BGH, NJW 2007, 2485; 1991, 2079; BGHZ 89, 178, 182; 97, 372, 376).