Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Kaeufer-Rechte-im-Falle-des-Motorschadens-nach-dem-Kauf-von-Gebrauchtwagen--f290349.html
Timestamp: 2017-12-18 22:40:13
Document Index: 234696781

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 14', '§ 437', '§ 439', '§ 439', '§ 440']

30.08.2016 10:23 |
Zusammenfassung: Gewährleistungsansprüche im Gebrauchtwagenkaufvertrag
ich habe vor 3 Wochen einen Gebrauchtwagen von einem Händler gekauft. Der Vertrag ist allerdings als Privatverkauf abgeschlossen worden, wo als besondere Vereinbarung angegeben ist, dass die Gewährleistung ausgeschlossen ist.
Vor 3 Tagen hat mir den Bordcomputer eine Fehlmeldung angezeigt, dass die Einspritzung zu prüfen ist. In der Auto-Werkstatt haben mir die Herren erklärt dass nur die Kosten für die Fehlerprüfung zwischen 40 und 150 Euro betragen können und dann noch zusätzlich die Kosten für eine Reparatur.
Meine Frage ist, muss der Händler, als der Wagen-Verkäufer unter der gesetzlichen Gewährleistung die Reparatur auf eigenen Kosten übernehmen?
Und im Falle, dass die Reparatur in einer Fachwerkstatt durchgeführt wird und ich die Kosten selbst bezahle, muss mir der Händler die Reparaturkosten vergüten.
Und da ich kein Muttersprachler bin, bitte entschuldigen Sie irgendwelche grammatische Fehler.
30.08.2016 | 10:59
Grundsätzlich stehen Ihnen als Käufer (Verbraucher § 13 BGB) gegenüber einem Händler (Unternehmer § 14 BGB) die Gewährleistungsrechte gem. §§ 437 ff BGB zur Seite.
Der Händler kann gegenüber einem Verbraucher bei Veräußerung einer gebrauchten Sache zwar die gesetzliche Gewährleistung auf 1 Jahr verkürzen, sie aber nicht vollständig ausschließen.
Sie müssen den Händler gem. § 439 BGB zur Nacherfüllung, sprich Reparatur des KfZ auffordern. Es handelt sich hierbei auch um ein Recht des Verkäufer auf die Gewährung der Möglichkeit der Nachbesserung.
Alle in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten hat der Verkäufer gem. § 439 II BGB zu tragen.
Sie sind aber verpflichtet das KfZ zur Durchführung der Reparatur zum Geschäftssitz des Händler zu bringen um ihm die Reparatur zu ermöglichen. Dies ist oft im Falle von Mängeln an Gebrauchtwagen problematisch.
Erst wenn der Händler die Reparatur ablehnt oder der 2 malige Versuch scheitert gem. § 440 BGB, können sie selbst die Reparatur in Auftrag geben und die Kosten hierfür vom Händler im Wege des Schadenersatzes zurückverlangen.
Problematisch ist hier, dass sie das KfZ im Zuge eines "Privatverkaufes" erworben haben. Viele Gebrauchtwagenhändler bedienen sich solcher Umgehungsvarianten um keine Gewähr leisten zu müssen.
Sie sollten mit der Problematik einen Kollegen vor Ort beauftragen, welcher die Erfolgsaussichten eines Vorgehens gegen den Händler an Hand Ihrer Unterlagen und ggf. vorhandenen Zeugen prüft und bewertet. Ohne genaue Kenntnis der Umstände, Unterlagen und der Beweissituation ist eine endgültige Einschätzung der Erfolgsaussichten, der Inanspruchnahme des Händlers, leider nicht möglich.
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