Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201980,%20391
Timestamp: 2019-10-18 00:30:24
Document Index: 11958621

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 36', '§ 37', 'BGH', 'Art. 47', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 1980, 391 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 18.12.1979
BGH, 18.12.1979 - VI ZR 240/78
https://dejure.org/1979,594
BGH, 18.12.1979 - VI ZR 240/78 (https://dejure.org/1979,594)
BGH, Entscheidung vom 18.12.1979 - VI ZR 240/78 (https://dejure.org/1979,594)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 1979 - VI ZR 240/78 (https://dejure.org/1979,594)
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Klage auf Schadensersatz und Unterlassen unwahrer Behauptungen - Immunität und Indemnität eines Abgeordneten des Bayerischen Landtags - Verantwortung für die Verbreitung von parlamentarischen Äußerungen durch die Presse
Abgeordnetenindemnität
nrw.de , S. 14
Zur Indemnität Abgeordneter im Ehrenschutzverfahren
OLG München, 18.09.1978 - 21 U 4119/77
BGHZ 75, 384
NJW 1980, 780
GRUR 1980, 257
DVBl 1980, 561
Der Bundesgerichtshof hat in der Entscheidung vom 18.12.1979, Az. VI ZR 240/78, es zunächst dahin stehen lassen, ob das Abgeordnetenprivileg verfahrensrechtlich der prozessualen Zulässigkeit oder der materiellen Begründetheit einer Zivilklage zuzuordnen ist (…a.a.O. Rn. 31).
Die gegenteilige Auffassung (vgl. LG Hamburg…, Urteil vom 30. März 2007 - 324 O 460/06 -, juris Rn. 29 ff.;… wohl auch Roll, NJW 1980, S. 1439 [1440]; offen gelassen vom BGH, Urteil vom 18. Dezember 1979 - VI ZR 240/78 -, BGHZ 75, 384 [390] = juris Rn. 31) überzeugt nicht.
§ 36 StGB ist nicht anwendbar, weil diese Norm nach herrschender Meinung auf Straftaten beschränkt ist (…Schönke/Schröder-Lenkner/Perron, StGB, 51. Aufl., § 37 Rn. 3; vgl. auch BGH DÖV 1981, 300 m.w.N.) und das streitgegenständliche Geschehen nicht im Landtag oder einer seiner Ausschüsse stattgefunden hat.
Entstehungsgeschichtlich bedingt ist dieser Schutz ein reines Abgeordnetenprivileg, das einer erweiternden Ausdehnung auf Personen ohne Abgeordnetenmandat nicht fähig ist (…vgl. Geller/Kleinrahm/Fleck, Die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2. Aufl., Art. 47 Anm. 4; dazu auch BGHZ 75, 384, 387) [BGH 18.12.1979 - VI ZR 240/78].
Dieses Privileg soll durch den Freiraum, den es einer "ungeschminkten", nur der Wahrheit verpflichteten Berichterstattung über die Erörterungen und Auseinandersetzungen im Parlament gewährt, mit dazu beitragen, den Abgeordneten und ihrer Parlamentsarbeit die notwendige Öffentlichkeit insbesondere über die Medien zu sichern (BGHZ 75, 384, 387) [BGH 18.12.1979 - VI ZR 240/78].
Jedenfalls zielt auch diese Vorschrift, wie der Indemnitätsschutz allgemein, auf die Grundlagen der Parlamentsarbeit, für deren Funktionsbereich die freie Diskussion besonders geschützt werden soll (dazu allgemein BGHZ 75, 384 [BGH 18.12.1979 - VI ZR 240/78] und Senatsurteil vom 5. Mai 1981 - VI ZR 184/79 - NJW 1981, 2117).
Aufgabe des Indemnitätsschutzes ist es, vor dem Forum des Parlaments eine Diskussion frei von Rücksichten auf Dritte zu ermöglichen, die durch Äußerungen eines Abgeordneten betroffen sein könnten (BGH, Urteil vom 18.12.1979, Az. VI ZR 240/78 - juris, Rn. 22).
Allenfalls gegenüber Vollstreckungsmaßnahmen aus Zivilurteilen, die den Abgeordneten in seiner persönlichen Freiheit beschränken, greifen die Immunitätsvorschriften ein (BGHZ 75, 384 [BGH 18.12.1979 - VI ZR 240/78] m.w.N.).
Die Einschränkung im Entscheidungssatz bezüglich des Verfügungsbeklagten zu 2) ergibt sich aus seiner Stellung als - (vgl. dazu BGH, U.v. 18.12.1979, BGHZ 75, 384 = NJW 19801 780 - Abgeordnetenindemnität; U.v. 22.06.1982, AfP 1982, 217 = NJW 1982, 2246 - illegalitätsvorwurf).
Insoweit ist er ähnlich einem Abgeordneten des Landtags oder Bundestags geschätzt (vgl. BGHZ 75, 384 - NJW 1980, 780 /781 - Abgeordnetenprivileg).
Indemnität des Abgeordneten: Erstreckung des Indemnitätsschutzes auf …