Source: https://www.steuerberaterguide.de/steuerberater.html
Timestamp: 2017-06-28 03:46:28
Document Index: 385007196

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 32', '§ 51', '§ 67', '§ 33', '§ 67']

Steuerberater: Was einen guten Berater ausmacht
Steuerberater entlasten Privatpersonen und Unternehmen enorm
Die deutsche Gesetzgebung in Sachen Steuern ist kompliziert und verliert sich oft in Details und Ausnahmen. Wohl dem, der einen guten Steuerberater hat und die Bearbeitung aller steuerlichen Angelegenheiten auf diese Weise ganz beruhigt einem Fachmann überlassen kann. Einen kompetenten Steuerberater zu finden ist jedoch nicht immer ganz leicht, denn nicht nur die fachliche, sondern auch die zwischenmenschliche Komponente ist wichtig. Welche Aufgabenbereiche ein Steuerberater übernimmt, was er darf und nicht darf und wie man einen guten Steuerberater findet, erfahren Sie im folgenden Guide.
Steuerberater: Hervorragend ausgebildet und auf Herz und Nieren geprüft
Wer sich Steuerberater nennen will, muss eine Prüfung ablegen; es reicht nicht aus, sich in Sachen Steuerrecht schlau zu lesen und ein Büro zu mieten. Damit soll sichergestellt werden, dass Mandanten eine hohe Qualität erwarten können, wenn sie einen Steuerberater beauftragen. Im sogenannten Steuerberatungsgesetz (StBerG) wird festgehalten, dass eine Steuerberaterprüfung (Examen) und die anschließende Bestellung von der lokalen Steuerberaterkammer für eine Berufsausübung zwingend erforderlich sind (§ 37 StBerG).
Das Steuerberaterexamen gilt dabei als eine der härtesten Berufsprüfungen der Bundesrepublik, sodass jährlich nur 40 – 50 % der Kandidaten bestehen – die Verantwortung eines Steuerberaters ist groß, weshalb die Steuerberaterkammern nur die besten und lernwilligsten Kandidaten aufnehmen. Eine Praxiserfahrung von mindestens 10 Jahren als Steuerfachangestellter, Bilanzbuchhalter oder Finanzbeamter gilt deshalb ebenfalls als Voraussetzung, damit ein Kandidat die Prüfung überhaupt antreten darf. Alternativ hat der Kandidat im Bereich der Betriebswirtschaft oder Juristik studiert und weist 2 Jahre Berufserfahrung auf.
Strenge Regeln – Steuerberater müssen sich an ein striktes Standesrecht halten
Unter dem Begriff Standesrecht versteht man das vom Staat übertragene Recht eines Berufsstandes, sich selbst zu verwalten – sprich sicherzugehen, dass die Kollegen nichts Unrechtes tun oder den eigenen Berufsstand verunglimpfen. Da der Steuerberater eine für seinen Mandanten enorm wichtige Funktion ausübt und in vielen Fällen über dessen finanzielles Wohl entscheiden muss, wird hier ein extrem strenges Standesrecht durchgesetzt: Laut § 32 StBerG ist der Steuerberater ein Freiberufler und darf keinem Gewerbe nachgeben; nicht einmal nebenberuflich. Die Steuerberaterkosten werden stattdessen durch die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) festgelegt.
Provisionen anzunehmen ist ihm ebenso verboten wie das Betreiben von Reklame. Hier wird es für den Steuerberater etwas knifflig, denn sachliche Werbung ist ihm erlaubt. Da in der Praxis die Unterscheidung zwischen sachlicher Werbung und Reklame aber fließend ist, distanzieren sich Steuerberater oft von Werbung jeder Art. Wer einen geeigneten Steuerberater finden will, muss dadurch mitunter etwas länger und sehr aktiv suchen – Bewertungsportale im Internet können hier eine große Hilfe sein.
Steuerberater: Aufgaben und Tätigkeitsbereiche
Der Aufgabenbereich eines guten Steuerberaters umfasst die Hilfe bei steuerlichen Fragen, die Beratung in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten und die Vertretung in finanzgerichtlichen Prozessen. Dazu gehören neben der Buchführung und der Erstellung von Steuererklärungen auch Jahresabschlüsse und die Überprüfung von Steuerbescheiden. In der Praxis übernimmt der Steuerberater oft die Regelung eines erheblichen Teils der finanziellen Verwaltung seines Mandanten, bis hin zur Korrespondenz mit dem Finanzamt. Kompetente Steuerberater dienen dabei als bevollmächtige Mittler zwischen dem Finanzamt und ihren Mandanten und erhalten anfallende Schreiben direkt – unter Umständen erfährt der Mandant erst von seinem Steuerberater, dass es eine Streitigkeit mit dem Finanzgericht gab und der Berater das Problem eigenverantwortlich übernommen und gelöst hat. Das hat eine deutliche Entlastung des Mandanten zur Folge; ein gutes Vertrauensverhältnis ist in solchen Fällen ebenso wichtig wie die fachliche Kompetenz des zuständigen Beraters.
Übrigens: In anderen Rechtsgebieten (z. B. Zivil- oder Strafrecht) darf der Steuerberater ebenso wenig wildern, wie er die Prüfung von Konzern- oder Jahresabschlüssen übernehmen darf. Letzteres gehört zu den Vorbehaltsaufgaben der Wirtschaftsprüfer. Nichts hindert einen Steuerberater jedoch daran, zusätzlich ein Examen als Wirtschaftsprüfer abzulegen – wer einen Betrieb oder ein Unternehmen sein eigen nennt, kann natürlich von der Zusammenarbeit mit einen Steuerberater, der sich an dieser Stelle weitergebildet hat, profitieren. Vor allem große Steuerberaterkanzleien bieten nebenbei oft eine Wirtschaftsprüfung oder eine Rechtsberatung an.
Ein guter Steuerberater bietet seinem Mandanten umfangreiche Sicherheiten
Mit der Tätigkeit des Steuerberaters geht eine große Verantwortung einher, weshalb laut § 51 StBerG eine Versicherungspflicht besteht. Dazu gehört eine Haftpflichtversicherung (§ 67, 72 Abs. 1 StBerG), die alle Tätigkeiten eines Steuerberaters umfasst (§ 33 StBerG). Die Höhe der Versicherungssumme beträgt dabei mindestens 250.000 €, während die Jahreshöchstleistung der Versicherung mindestens 1.000.000 € betragen muss. Kommen die allgemeinen Auftragsbedingungen (AAB) zum Tragen, haftet die Versicherung mit dem Vierfachen der gesetzlich vorgegebenen Mindestversicherungssumme (§ 67 a Abs. 1 Nr. 2 StBerG). Das hört sich kompliziert an, ist in der Praxis aber simpel – die AAB greifen einfach immer dann, wenn der Mandant keine besonderen Vereinbarungen mit seinem Steuerberater getroffen hat.
Generell bewahrt ein guter Steuerberater seinen Mandanten vor Schaden und stellt sicher, dass er eine umfassende Beratung erhält. Außerdem sorgt ein kompetenter Steuerberater nicht nur dafür, dass sein Mandant alle entsprechenden rechtlichen Schritte versteht, sondern auch dafür, dass der Mandant anschließend in Eigenregie weitere Entscheidungen treffen kann. Dafür ist ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen nötig – umgangssprachlich ausgedrückt muss die Chemie zwischen dem Mandanten und seinem Steuerberater stimmen. Wenn es an dieser Stelle kriselt, sollte die Suche nach dem passenden Steuerberater fortgesetzt werden. Um die Suche zu erleichtern, bieten sich oft Onlinebewertungsbörsen wie z. B. bewertet.de an, denn hier kann der an gehende Mandant ganz einfach Mandantenbewertungen vergleichen.
Übrigens: Will ein Steuerberater eine ihm überantwortete Aufgabe nicht annehmen, muss er sich laut 63 § StBerG unverzüglich erklären und dem Mandanten dokumentiert darlegen, warum er die Aufgabe ablehnt.