Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-lohnklage.html
Timestamp: 2019-01-22 07:03:36
Document Index: 18051264

Matched Legal Cases: ['§ 131', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 131', '§ 9']

Urteile und Kommentare: Lohnklage - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Lohn­kla­ge
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Lohn­kla­ge von 2001 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Lohn­kla­ge.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2001, im Über­blick.
23.02.2018. Kün­digt der Ver­wal­ter nach An­zei­ge der Mas­se­ar­mut nicht oder un­wirk­sam, sind die Lohn­an­sprü­che nach dem frü­hest­mög­li­chen Kün­di­gungs­ter­min be­vor­rech­tig­te Mas­se­for­de­run­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.02.2018, 6 AZR 868/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
26.05.2015. Trägt die Be­ru­fungs­schrift kei­ne Un­ter­schrift des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten, son­dern nur des­sen Hand­zei­chen ("Pa­ra­phe"), ist die Be­ru­fung als un­zu­läs­sig zu ver­wer­fen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.02.2015, 5 AZR 849/13.
05.05.2015. Wer vor dem Ar­beits­ge­richt Ver­gü­tung ein­klagt, muss Tat­sa­chen zu sei­ner Wei­sungs­ge­bun­den­heit vor­tra­gen, d.h. da­zu, wel­che Per­so­nen wel­che Wei­sun­gen er­teilt ha­ben sol­len: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 18.12.2014, 15 Ta 582/14.
03.03.2015. Lässt das Lan­des­ar­beits­ge­richt bei der Ver­wer­fung ei­ner Be­ru­fung als un­zu­läs­sig den Gang zum Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht aus­drück­lich zu, ist die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de aus­ge­schlos­sen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 06.01.2015, 6 AZB 105/14.
17.09.2014. Wer vom Ar­beit­ge­ber An­nah­me­ver­zugs­lohn ver­langt, muss sei­nen Zwi­schen­ver­dienst für die Ge­samt­dau­er des An­nah­me­ver­zugs of­fen­le­gen. Da­zu ge­hö­ren auch Ein­nah­men als Band­mu­si­ker: Ar­beits­ge­richt Aa­chen, Ur­teil vom 13.02.2014, 8 Ca 128/12 d.
10.06.2014. Der In­sol­venz­ver­wal­ter kann Lohn­zah­lun­gen, die der Ar­beit­neh­mer noch kurz vor der In­sol­venz des Ar­beit­ge­bers er­hal­ten hat, nach der In­sol­venz­ord­nung (In­sO) her­aus­ver­lan­gen, wenn ein Fall der sog. In­sol­venz­an­fech­tung vor­liegt. Da der Ar­beit­neh­mer ge­gen die­sen Lohn­aus­fall nicht im­mer durch das In­sol­venz­geld ab­ge­si­chert ist, fragt sich, ob § 131 Abs.1 In­sO ver­fas­sungs­ge­mäß ist. Ja, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung: BAG, Ur­teil vom 27.02.2014, 6 AZR 367/13.
23.05.2014. Wer ne­ben sei­nem Fest­ge­halt ei­ne vom Er­folg ab­hän­gi­ge lau­fen­de Ver­kaufs­pro­vi­si­on er­hält, wird für ei­nen Ur­laub mög­li­cher­wei­se fi­nan­zi­ell be­straft. Denn ei­ni­ge Zeit nach sei­nem Ur­laub wird er we­ni­ger ver­die­nen, weil er wäh­rend des Ur­laubs kei­ne pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Ge­schäf­te ab­ge­schlos­sen hat. Das darf nicht sein, so der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) in ei­nem Ur­teil vom gest­ri­gen Ta­ge: EuGH, Ur­teil vom 22.05.2014, C-539/12 (Lock).
09.01.2014. Vie­le Ar­beit­neh­mer er­hal­ten ne­ben ih­rem Fest­ge­halt er­folgs­ab­hän­gi­ge Ver­kaufs-, Ab­schluss- oder Um­satz­pro­vi­sio­nen als Teil ih­res lau­fen­den Ge­halts. Ma­chen sol­che Ar­beit­neh­mer Ur­laub, hat ih­re Ur­laubs­ab­we­sen­heit meis­tens erst ein­mal kei­ne Aus­wir­kun­gen aufs Porte­mon­naie, aber da­für ei­ni­ge Mo­na­te spä­ter, näm­lich als Pro­vi­si­ons­lü­cke. Denn wer wäh­rend sei­nes Ur­laubs kei­ne pro­vi­si­ons­pflich­ti­gen Ge­schäf­te ab­schließt, be­kommt ei­ni­ge Mo­na­te spä­ter we­ni­ger Geld. Das ist mit den Vor­ga­ben des Eu­ro­pa­rechts aber nicht ver­ein­bar, so der Ge­ne­ral­an­walt beim Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) Yves Bot : Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts beim EuGH Yves Bot vom 05.12.2013, Rs. C-539/12 (Lock gg. Bri­tish Gas).
13/347 Rückzahlung von Arbeitslohn an den Insolvenzverwalter
23.11.2013. Lohn­zah­lun­gen kurz vor der In­sol­venz des Ar­beit­ge­bers kön­nen Ar­beit­neh­mer im Nor­mal­fall end­gül­tig be­hal­ten, d.h. spä­te­re Rück­for­de­run­gen des In­sol­venz­ver­wal­ters sind meist aus­ge­schlos­sen. An­ders ist es aber im Aus­nah­me­fall, wenn der Ar­beit­neh­mer die Lohn­zah­lung durch ei­ne Schwes­ter­fir­ma des in­sol­ven­ten Ar­beit­ge­bers er­hal­ten hat: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.11.2013, 6 AZR 159/12.
13/309 Insolvenzanfechtung von Lohnzahlungen, die im Wege der Zwangsvollstreckung erlangt wurden
28.10.2013. Ge­mäß § 131 Abs.1 In­sol­venz­ord­nung (In­sO) kann der In­sol­venz­ver­wal­ter Lohn­zah­lun­gen, die der Ar­beit­neh­mer auf der Grund­la­ge ei­nes Ti­tels durch ei­ne Maß­nah­me der Zwangs­voll­stre­ckung er­langt hat, im Fal­le der In­sol­venz des Ar­beit­ge­bers wie­der her­aus­ver­lan­gen, wenn die durch die Voll­stre­ckung er­reich­te Zah­lung "kurz vor Tores­schluss" er­folg­te. Bei der Aus­übung sei­nes An­fech­tungs­rechts muss der In­sol­venz­ver­wal­ter ta­rif­li­che oder ar­beits­ver­trag­li­che Aus­schluss­fris­ten nicht be­ach­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.10.2013, 6 AZR 466/12.
13/242 Korrektur einer Lohnsteuerbescheinigung
22.08.2013. Ar­beit­neh­mer kön­nen vom Ar­beit­ge­ber nicht nur die pünkt­li­che Zah­lung von Lohn und Ge­halt ver­lan­gen, son­dern auch Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen, die den Jah­res­brut­to­lohn und die für das Jahr ein­be­hal­te­ne und ab­ge­führ­te Lohn­steu­er aus­wei­sen. Aber wenn die­se Be­schei­ni­gun­gen un­rich­tig sind - wo kla­gen? Bit­te nicht bei uns, so die ver­ständ­li­che Ab­wehr­hal­tung der Ar­beits­ge­rich­te: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 07.05.2013, 10 AZB 8/13.
13/079 Prozess um Ausbeutung einer Hausangestellten
13/071 Gleicher Lohn für Leiharbeitnehmer und Ausschlussfrist
18.03.2013. Seit­dem das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CG­ZP) En­de 2010 für ta­rif­un­fä­hig er­klärt hat, kön­nen Leih­ar­beit­neh­mer auf der Grund­la­ge von § 9 Nr. 2 Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG) For­de­run­gen auf glei­che Be­zah­lung ("equal pay") wie ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer im Be­trieb des Ent­lei­hers stel­len. Die­se For­de­run­gen sind aber von ar­beits­ver­trag­li­chen Aus­schluss­klau­seln be­droht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.03.2013, 5 AZR 954/11.
23.08.2012. Die Haus­an­ge­stell­te ei­nes sau­di-ara­bi­schen Di­plo­ma­ten soll über Mo­na­te hin­weg miss­han­delt wor­den sein und zu­dem nicht ein­mal den ver­ein­bar­ten Lohn er­hal­ten ha­ben. Auf­grund der Im­mu­ni­tät, die aus­län­di­sche Bot­schafts­an­ge­hö­ri­ge hier­zu­lan­de ge­nie­ßen, ist ei­ne Zi­vil­kla­ge ge­gen sie fast im­mer aus­sichts­los. Nicht aber in die­sem Fall, wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) jetzt ent­schie­den hat: BAG, Ur­teil vom 22.08.2012, 5 AZR 949/11.
01.02.2012. Die in ei­nem Ver­gleich vom Ar­beit­ge­ber über­nom­me­ne Pflicht zur "ord­nungs­ge­mä­ßen Ab­rech­nung" wei­te­rer Ge­häl­ter und zur Aus­zah­lung dar­aus fol­gen­der Net­to­be­trä­ge ist mög­li­cher­wei­se über­haupt nicht voll­streck­bar. Dies gilt je­den­falls dann, wenn die ab­zu­rech­nen­den Brut­to­löh­ne, die Ab­zugs­be­trä­ge und der Ab­rech­nungs­zeit­raum im Ver­gleich nicht klar fest­ge­legt sind: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Be­schluss vom 29.11.2011, 11 Ta 254/11.
31.03.2011. Leih­ar­bei­ter kön­nen von ih­rem Ver­lei­her die glei­che Ver­gü­tung wie ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer im Ent­lei­her­be­trieb for­dern ("equal pay"), so­lan­ge kein ech­ter Ta­rif­ver­trag et­was an­de­res vor­sieht. Leih­ar­beit­neh­mer, die ge­mäß den Schein­ta­rif­ver­trä­gen der Christ­li­chen Ge­werk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CG­ZP) be­zahlt wer­den, kön­nen equal pay-An­sprü­che gel­tend ma­chen. Die Fra­ge, ob sie da­bei auf Aus­schluss­klau­seln in den Ent­lei­her-Ta­rif­ver­trä­gen ach­ten müs­sen, hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) be­ant­wor­tet (Ur­teil vom 23.03.2011, 5 AZR 7/10).
03.02.2011. In Ar­beits­ver­trä­gen wird üb­li­cher­wei­se ein Brut­to­lohn ver­ein­bart, al­so ein Be­trag, von dem noch zu­las­ten des Ar­beit­neh­mers sei­ne An­tei­le an den So­zi­al­ab­ga­ben und sei­ne Steu­ern vom Ar­beit­ge­ber ab­ge­zo­gen wer­den müs­sen. Manch­mal wird je­doch auch ver­ein­bart, was der Ar­beit­neh­mer "auf die Hand" be­kom­men soll. Sol­che Net­to­lohn­ver­ein­ba­run­gen be­deu­ten zu­gleich, dass der Ar­beit­ge­ber auch al­lein für sämt­li­che So­zi­al­ab­ga­ben und die Lohn­steu­er auf­kom­men muss. Frag­lich ist, ob das auch wei­ter­hin gilt, wenn sich die Um­stän­de nach Ver­trags­schluss bei­spiels­wei­se durch ei­ne Hei­rat und ei­nen Wech­sel der Lohn­steu­er­klas­se grund­le­gend än­dern: Ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 24.09.2010, 10 Ca 2697/10.
03.12.2010. Um ei­nen An­spruch auf Lohn bzw. Ge­halt zu er­hal­ten, muss ein Ar­beit­neh­mer im We­sent­li­chen nur für sei­nen Ar­beit­ge­ber ar­bei­ten. Zahlt die­ser dann nicht, soll­te mit ei­ner Lohn­kla­ge nicht zu lang ge­war­tet wer­den, da hier re­gel­mä­ßig Aus­schluss­fris­ten dro­hen. Im Üb­ri­gen spricht für die­sen Weg, dass der Ar­beit­ge­ber die ent­schei­den­de Be­weis­last trägt. Er muss die be­strit­te­nen Zah­lun­gen be­le­gen, selbst wenn der Ar­beit­neh­mer im Pro­zess zu­vor wi­der­sprüch­lich oder viel­leicht so­gar ver­däch­tig vor­ge­tra­gen hat: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 19.08.2010, 11 Sa 245/10.
10/121 An den Haaren herbeigezogene Kündigung: Anspruch auf Lohnnotbedarf vor Abschluss der ersten Instanz
24.06.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm hat ent­schie­den, dass ei­nem Ar­beit­neh­mer noch vor Ab­schluss der ers­ten In­stanz ei­nes Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses ein Lohn­not­be­darf durch den Ar­beit­ge­ber zu­steht, wenn der Ar­beit­ge­ber sei­ne Kün­di­gung über­haupt nicht be­grün­det und die Kün­di­gung of­fen­sicht­lich je­der Grund­la­ge ent­behrt. LAG Hamm, Be­schluss vom 18.02.2010, 8 Sa­Ga 3/10.
04.06.2010. Wenn der Ar­beit­ge­ber den Lohn nicht zahlt der Ar­beit­neh­mer da­her ernst­haft in Schwie­rig­kei­ten kommt, kann er per einst­wei­li­gen Recht­schutz den Lohn schnel­ler als im We­ge ei­ner Lohn­kla­ge er­hal­ten. Wenn der ver­ein­bar­te Lohn nicht schrift­lich fest­ge­hal­ten ist und der Ar­beit­ge­ber da­mit ge­gen sei­ne Pflicht zur Er­tei­lung ei­nes Ar­beits­nach­wei­ses ver­sto­ßen hat, hat der Ar­beit­neh­mer gu­te Chan­cen, das Ge­richt von der Hö­he des ver­ein­bar­ten Lohns zu über­zeu­gen, da dann zu sei­nen Guns­ten Be­wei­ser­leich­te­run­gen gel­ten: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 18.01.2010, 5 Sa­Ga 23/09.
10/023 Gehaltskürzung durch Arbeitgeber: Toilettenpause kein Grund
09/060 Lohnklage - Einwand der unterbliebenen Arbeitsleistung
14.04.2009. Klagt ein Ar­beit­neh­mer Lohn­rück­stän­de ein, muss er zu­nächst dar­le­gen, dass er in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis tä­tig ge­wor­den ist. So­dann ist es im Rah­men ei­ner Lohn­kla­ge Sa­che des ver­klag­ten Ar­beit­ge­bers dar­zu­le­gen und zu be­wei­sen, dass und in wel­chem Um­fang der Ar­beit­neh­mer sei­ne Leis­tungs­pflicht nicht er­füllt hat: Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 17.02.2009, 1 Sa 239/08.
11.07.2008. Nach ei­nem ak­tu­el­len Be­schluss des Amts­ge­richts Saar­brü­cken kann der Ar­beit­neh­mer, der ei­nen auf Zah­lung ei­ner Brut­to­sum­me lau­ten­den Ti­tel (Ur­teil, Ver­gleich) erstrit­ten hat, bei Teil­zah­lun­gen den nicht aus­be­zahl­ten Rest der ti­tu­lier­ten Brut­to­for­de­rung durch (wei­te­re) Maß­nah­men der Zwangs­voll­stre­ckung bei­trei­ben, wenn der Ar­beit­ge­ber kei­ne nach­voll­zieh­ba­re Ab­rech­nung über den ti­tu­lier­ten Be­trag über­reicht, aus der der Ar­beit­neh­mer ent­neh­men kann, dass die an ihn ge­flos­se­ne Net­to­zah­lung recht­lich und rech­ne­risch rich­tig ist: Amts­ge­richt Saar­brü­cken, Be­schluss vom 01.07.2008, 108 M 4/08 I.
09.11.2004. Die Ver­trags­frei­heit hat bei der Ver­gü­tung im all­ge­mei­nen Vor­rang ge­gen­über dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist al­ler­dings aus­nahms­wei­se auch auf Ge­häl­ter und Gra­ti­fi­ka­tio­nen an­wend­bar, wenn der Ar­beit­ge­ber die Ver­gü­tung nach ei­nem er­kenn­ba­ren all­ge­mei­nen Prin­zip ge­währt, in­dem er be­stimm­te all­ge­mei­ne Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen fest­legt. Das al­ler­dings muss der Ar­beit­neh­mer be­wei­sen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.09.2004, 5 AZR 43/04.
Arbeitsrecht aktuell 2001
01/06 Annahmeverzugslohn bei Insolvenz
15.12.2001. Zeigt der In­sol­venz­ver­wal­ter die "Un­zu­läng­lich­keit" der In­sol­venz­mas­se bzw. die "Mas­se­ar­mut" an und nimmt er die Ar­beits­leis­tung des Ar­beit­neh­mers nach In­sol­ven­zer­öff­nung nicht mehr ent­ge­gen, hat der Ar­beit­neh­mer nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) kei­ne Mög­lich­keit mehr, sei­nen (an sich be­ste­hen­den) An­spruch auf An­nah­me­ver­zugs­lohn ge­gen den Ver­wal­ter ein­zu­kla­gen. Ei­ne sol­che Leis­tungs­kla­ge ist nach An­zei­ge der Mas­se­ar­mut un­zu­läs­sig: BAG, Ur­teil vom 11.12.2001, 9 AZR 459/00.
01/03 Verzugszinsen sind aus dem Bruttolohn zu berechnen
03.05.2001. Nach ei­ner Grund­satz­ent­schei­dung des Gro­ßen Se­nats des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) kann der Ar­beit­neh­mer, wenn der Ar­beit­ge­ber mit der Lohn­zah­lung in Ver­zug ist und da­her Ver­zugs­zin­sen zah­len muss, die Zin­sen aus dem (hö­he­ren) Brut­to­lohn­an­spruch an­statt aus dem (ge­rin­ge­rem) Net­to­lohn­an­spruch be­rech­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Gro­ßer Se­nat, Be­schluss vom 07.03.2001, GS 1/00.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit rück­stän­di­gen Ver­gü­tungs­an­sprü­chen ha­ben oder auf­grund der be­reits auf­ge­lau­fe­nen Rück­stän­de ei­ne Lohn- bzw. Ge­halts­kla­ge in Be­tracht zie­hen, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Selbst­ver­ständ­lich sind wir auch bei der Er­he­bung ei­ner Kla­ge auf Lohn bzw. auf Ge­halt be­hilf­lich.
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