Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%2089,%20193
Timestamp: 2019-09-20 02:23:22
Document Index: 246383856

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 324', '§ 2', '§ 20', '§ 613', '§ 2', '§ 2', '§ 20', '§ 613', '§ 613', '§ 20', '§ 20']

BAG, 24.06.1998 - 4 AZR 208/97 - dejure.org
BAG, 24.06.1998 - 4 AZR 208/97
https://dejure.org/1998,366
BAG, 24.06.1998 - 4 AZR 208/97 (https://dejure.org/1998,366)
BAG, Entscheidung vom 24.06.1998 - 4 AZR 208/97 (https://dejure.org/1998,366)
BAG, Entscheidung vom 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 (https://dejure.org/1998,366)
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Übergang eines Firmentarifvertrags mit Verschmelzung
Kollektivrechtliche Fortgeltung eines Firmentarifvertrags bei Unternehmensverschmelzung; Umwandlung von Normen eines Firmentarifvertrags in begrenzt bestandsgeschützten Inhaltsnormen der Arbeitsverträge; Eintritt eines neuen Arbeitgebers in einen Firmentarifvertrag
§ 20 UmwG
Umwandlungsrecht; Firmentarifvertrag bei Unternehmensverschmelzung
UmwG § 324, § 2 Nr. 2, § 20 Abs. 1 Nr. 1; BGB § 613a
ArbG Lörrach, 19.06.1996 - 2 Ca 204/94
ArbG Lörrach, 19.06.1996 - 2 Ca 204/96
LAG Baden-Württemberg, 26.02.1997 - 9 Sa 91/96
BAGE 89, 193
NJW 1999, 812
ZIP 1998, 2180
NZA 1998, 1346
BB 1999, 211
DB 1998, 1423
DB 1999, 290
NZG 1999, 125
Das spiegelt sich so auch in der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts wieder, insbesondere in den Entscheidungen vom 24. August 1994 ( 10 AZR 980/93, NZA 1995, 1016 ), vom 31. Januar 1995 ( 1 ABR 35/94, NZA 1995, 1059 ) und vom 24. Juni 1998 ( 4 AZR 208/97, NZA 1998, 1346 ).
Es reicht aus, wenn sie beabsichtigt, Arbeitnehmer zu beschäftigen (vgl. BAG 24. Januar 2001 - 4 ABR 4/00 - zu B II der Gründe, BAGE 97, 31; 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - zu 1 a der Gründe, BAGE 89, 193;… siehe auch BAG 1. August 2017 - 9 AZB 45/17 - Rn. 17 ) .
Es genüge vielmehr, dass die Beschäftigung von Arbeitnehmern vorgesehen sei (BAG 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - zu 1 a der Gründe, BAGE 89, 193) .
Insoweit hat der Senat bereits entschieden, dass nicht nur bei der Verschmelzung im Wege der Neugründung gemäß § 2 Nr. 2 UmwG, sondern auch bei der Verschmelzung durch Aufnahme nach § 2 Nr. 1 UmwG wegen der vom Gesetz in § 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG angeordneten Gesamtrechtsnachfolge ein Firmentarifvertrag uneingeschränkt auf den neu gegründeten bzw. den aufnehmenden Rechtsträger übergeht (vgl. zur Verschmelzung im Wege der Neugründung BAG 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - zu 2 a der Gründe, BAGE 89, 193; zur Verschmelzung durch Aufnahme 4. Juli 2007 - 4 AZR 491/06 - Rn. 41 ff., BAGE 123, 213) .
Der Firmentarifvertrag wirkt danach kollektivrechtlich fort, mit der Folge, dass § 613a Abs. 1 BGB nicht zur Anwendung kommt (BAG 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - zu 2 a, b der Gründe, aaO; Ahrendt RdA 2012, 129, 136 f.) .
(aa) Im Ausgangspunkt zutreffend weisen alle Auffassungen darauf hin, der Eintritt des aufnehmenden Unternehmens in die Tarifvertragsparteistellung eines verschmolzenen Unternehmens stelle kein Problem dar, wenn die Verschmelzung im Wege der Neugründung erfolgt (so die Konstellation bei BAG 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - BAGE 89, 193) oder wenn der aufnehmende Rechtsträger - noch - keine eigenen Arbeitnehmer beschäftigt (…zB Baeck/Winzer aaO;… Hohenstatt in Willemsen/Hohenstatt/Schweibert/Seibt aaO Teil E Rn. 101) .
Flächen- und Verbandstarifverträge werden dagegen von der Gesamtrechtsnachfolge nicht erfasst (BAG 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - BAGE 89, 193 ) .
Damit sind auch die von den verschmolzenen Gewerkschaften abgeschlossenen Tarifverträge auf ver.di übergegangen (vgl. Senat 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - BAGE 89, 193, zu 2 a der Gründe).
Da die Beklagte nicht tarifgebunden ist und eine anderweitige kollektivrechtliche Geltung der Tarifnormen ausscheidet, greift für die bis dahin normativ geltenden Rechte und Pflichten die Auffangregelung des § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ein (vgl. dazu Senat 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - BAGE 89, 193, 199 f.).
Das hat der Senat für den Fall der Verschmelzung nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 Umwandlungsgesetz (UmwG) entschieden (Senat 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - AP UmwG § 20 Nr. 1).
Dieser wird dann Partei des für den übertragenden Rechtsträger geltenden Firmentarifvertrages (Senat 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 -BAGE 89, 193, 198 ff.).
Bei einer Verschmelzung bedarf es der dort vorgesehenen Transformation nur dann, wenn der verschmolzene Rechtsträger an Flächen- und Verbandstarifverträge gebunden war, die anders als der Firmentarifvertrag von einer Universalsukzession nicht erfasst werden (Senat 24. Juni 1998 - 4 AZR 208/97 - BAGE 89, 193, 199 ff. mwN).
BVerwG, 25.06.2003 - 6 P 1.03
LAG München, 21.07.2005 - 3 Sa 295/05
Privatisierung, Verkehrsbetrieb
LAG Düsseldorf, 11.11.1999 - 5 TaBV 55/99
Betriebsübergang und Firmentarifvertra,Zuordnung von Betriebsteilen durch …
LAG Düsseldorf, 11.11.1999 - 5 (6) TaBV 56/99
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LAG München, 21.07.2005 - 3 Sa 296/05