Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=08.07.2008&Aktenzeichen=11%20S%201041/08
Timestamp: 2020-01-17 18:34:42
Document Index: 136715864

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 6', '§ 28', '§ 28', '§ 30', '§ 39', 'Art 18', '§ 146', 'Art 7', '§ 80', '§ 6', '§ 81', '§ 77', '§ 44', '§ 28', '§ 30', '§ 146', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 28', '§ 39', '§ 39', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 39', '§ 6', '§ 39', '§ 28', '§ 39', '§ 6', '§ 5', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 6', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 5', '§ 39', '§ 146', '§ 39', '§ 39', '§ 30']

VGH Baden-Württemberg, 08.07.2008 - 11 S 1041/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,803
VGH Baden-Württemberg, 08.07.2008 - 11 S 1041/08 (https://dejure.org/2008,803)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 08.07.2008 - 11 S 1041/08 (https://dejure.org/2008,803)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 08. Juli 2008 - 11 S 1041/08 (https://dejure.org/2008,803)
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Ehegattennachzug; Einreise mit Schengen-Visum; Eintreten offensichtlicher Tatsachen nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist
§ 5 Abs 2 AufenthG 2004, § ... 6 Abs 1 S 1 Nr 2 AufenthG 2004, § 6 Abs 4 S 1 AufenthG 2004, § 28 Abs 1 S 1 Nr 1 AufenthG 2004, § 28 Abs 1 S 5 AufenthG 2004, § 30 Abs 1 S 1 Nr 2 AufenthG 2004, § 39 Nr 3 AufenthV, Art 18 Abs 1 EG, § 146 Abs 4 S 6 VwGO, Art 7 Abs 4 Nr 13 EURLAsylUmsG
Vorläufiger Rechtsschutz; Beschwerde; Neue Tatsache; Ehegattennachzug; Eheschließung in Dänemark; Sprachkenntnisse; Einreise mit Schengen-Visum; Nationales Visum; Visumpflicht; Befreiung
Berücksichtigung entscheidungserheblicher, erst nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes eintretender Tatsachen durch das Beschwerdegericht; Befreiung der für einen Kurzaufenthalt sichtvermerksfreien Drittausländer ...
VwGO § 80 Abs. 5; AufenthG § 6 Abs. 1 S. 1 Nr. 2; AufenthG § 81 Abs. 4; AufenthG § 77 Abs. 1; VwVfG § 44 Abs. 1; AufenthG § 28; AufenthG § 30 Abs. 1 S. 1 Nr. 1; VwGO § 146 Abs. 4; AufenthV § 39 Nr. 3
D (A), Aufenthaltserlaubnis, Schengen-Visum, Visum, Erteilungsantrag, Verlängerungsantrag, verspäteter Antrag, Fortgeltungsfiktion, Fiktionswirkung, Ablehnungsbescheid, Schriftform, Nichtigkeit, Ehegattennachzug, Deutschverheiratung, Visum nach Einreise, Eheschließung, ...
Rechtsmittel, Rücknahme Rechtsmittel, Zulassungsantrag; Aufenthaltserlaubnis: Vorläufiger Rechtsschutz; Beschwerde; Neue Tatsache; Ehegattennachzug; Eheschließung in Dänemark; Sprachkenntnisse; Einreise mit Schengen-Visum; Nationales Visum; Visumpflicht; Befreiung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des VGH Mannheim vom 08.07.2008, Az.: 11 S 1041/08 (Beschwerde, neue Tatsache, Ehegattennachzug, Eheschließung in Dänemark, Visum)" von Vors. RiVG Andreas Pfersich, original erschienen in: ZAR 2008, 401 - 402.
bb) Das Verwaltungsgericht hat bei der Prüfung des § 39 Nr. 3 AufenthV zutreffend auf die letzte Einreise des Klägers in das Bundsgebiet abgestellt (so auch VGH München, Beschlüsse vom 23. Dezember 2008 - 19 CS 08.577 - juris Rn.15 …und vom 12. Januar 2010 - 10 CS 09.2705 - juris Rn. 9; VGH Mannheim, Beschlüsse vom 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - juris Rn. 17 …und vom 16. September 2009 - 13 S 1975/09 - juris Rn. 5; VGH Kassel…, Beschluss vom 22. September 2008 - 1 B 1628/08 - juris Rn. 5; OVG Lüneburg…, Beschluss vom 1. März 2010 - 13 ME 3/10 - juris Rn. 8; OVG Münster…, Beschluss vom 2. November 2009 - 18 B 1516/08 - juris Rn. 10 ff.; OVG Greifswald…, Beschluss vom 22. Juli 2009 - 2 M 93/09 - juris Rn. 8).
cc) Für die Beurteilung, wann die Voraussetzungen eines Anspruchs im Sinne des § 39 Nr. 3 AufenthV entstanden sind, ist auf den Zeitpunkt abzustellen, in dem das zentrale Merkmal der jeweiligen Anspruchsnorm, das den Aufenthaltszweck kennzeichnet (hier: Eheschließung gemäß § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AufenthG), erfüllt worden ist (ebenso OVG Lüneburg…, Beschluss vom 1. März 2010 a.a.O. Rn. 9 f.; VGH München…, Beschluss vom 29. September 2009 - 19 CS 09.1405 - juris Rn. 4; OVG Bremen, Beschluss vom 26. Juni 2009 - 1 B 552/08 - InfAuslR 2009, 380 ; a.A. VGH Mannheim, Beschluss vom 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - InfAuslR 2008, 444 ).
Soweit in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung teilweise angenommen wird, dass § 39 Nr. 3 AufenthV gerade bei einer Eheschließung nach der Einreise auch den Fall eines von vornherein beabsichtigten Daueraufenthalts erfassen solle und deshalb der Ausweisungsgrund, der auf dem entsprechenden Verstoß gegen die Visumvorschriften beruhe, bei Anwendung dieser Vorschrift außer Betracht bleiben müsse (so OVG Münster, Beschluss vom 16. September 2008 - 19 B 871/08 - im Anschluss an VG Aachen, Beschluss vom 16. Mai 2008 - 8 L 445/07 - zu § 39 Nr. 5 AufenthV, juris), folgt der Senat dem nicht (ebenso die überwiegende obergerichtliche Rechtsprechung: vgl. nur OVG Münster…, Beschluss vom 10. Juni 2010 - 18 B 606/10 - juris Rn. 8 ff.; VGH Mannheim, Beschluss vom 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - InfAuslR 2008, 444; VGH München, Beschluss vom 18. Mai 2009 - 10 CS 09.853 - InfAuslR 2009, 291).
Dabei ist Bezugspunkt der Prüfung des § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG der Aufenthaltszweck und die Aufenthaltsdauer, die durch die aktuell bei der Ausländerbehörde beantragte Aufenthaltserlaubnis bestimmt werden (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, InfAuslR 2008, 444;… Bäuerle, in: GK-AufenthG, a.a.O., § 5 Rn. 147; a.A.: Zeitler, in: HTK-AuslR, Stand: Juli 2009, § 5 AufenthG Pkt. 2.2, 2.3, der aber über § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 zu demselben Ergebnis kommt).
§ 39 Nr. 3 AufenthV findet nicht nur Anwendung auf Staatsangehörige eines der in Anhang II der EG-VisaVO aufgeführten Staaten, sondern nach Sinn und Zweck sowie der Entstehungsgeschichte der Norm auf alle Inhaber eines gültigen Schengen-Visums für kurzfristige Aufenthalte im Sinne von § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AufenthG (vgl. OVG Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 20. April 2009 - 7 B 10037/09 -, juris Rn. 8; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O;… Fehrenbacher, in: HTK-AuslR, a.a.O., § 39 AufenthV Pkt. 4.1).
Ihr aus der genannten Heirat folgender Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis (§ 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AufenthG) ist jedoch nicht nach der Einreise entstanden, da es bei dem beabsichtigten Daueraufenthalt auf die letzte, vor der Antragstellung erfolgte Einreise in das Bundesgebiet und nicht auf die Einreise in den Schengen-Raum ankommt (ebenso: Bayerischer VGH…, Beschluss vom 18. Mai 2009 - 10 CS 09.853 -, juris Rn. 19;… Beschluss vom 23. Dezember 2008 - 19 CS 08.577, 19 C 08.3068 -, juris Rn. 15;… Beschluss vom 24. Juli 2008 - 19 CS 08.1940 -, juris Rn. 4; Niedersächsisches OVG…, Beschluss vom 28. August 2008 - 13 ME 131/08 -, juris Rn. 8; Hessischer VGH, Beschluss vom 22. September 2008, InfAuslR 2009, 14; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O.; VG des Saarlandes…, Beschluss vom 18. März 2009 - 2 L 62/09 -, juris Rn. 6;… Fehrenbacher, a.a.O., § 39 AufenthV Pkt.
Entsprechend beschränkt sich der sachliche Anwendungsbereich der Vorschrift auf die Befreiung von der gemäß § 6 Abs. 4 Satz 1 AufenthG für längerfristige Aufenthalte geltenden nationalen Visumpflicht (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O.; Hessischer VGH…, Beschluss vom 22. September 2008, a.a.O.), da der Betroffene anderenfalls die Erteilungsvoraussetzung des § 5 Abs. 2 Satz 1 AufenthG nicht erfüllen würde.
Denn der in Nr. 3 verwendete Begriff der Einreise ist im Zusammenhang mit dem den verschiedenen Alternativen (Nr. 1 bis 6) vorangestellten Eingangswortlaut der Vorschrift zu lesen, wonach der Ausländer den Aufenthaltstitel für einen längerfristigen Aufenthalt "im Bundesgebiet" einholen kann (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O.;… Fehrenbacher, a.a.O., § 39 AufenthV Pkt. 4.2).
dd) Mit Blick auf den Charakter des § 39 AufenthV als einer Ausnahme von der nationalen Visumpflicht für einen längerfristigen Aufenthalt, ist ein anderes Verständnis des Begriffs der Einreise auch gemeinschaftsrechtlich nicht geboten (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O.;… Fehrenbacher, a.a.O., § 39 AufenthV Pkt. 4.2).
Die Privilegierung des § 39 Nr. 3, 2. Alt. AufenthV greift nur dann ein, wenn die letzte Anspruchsvoraussetzung spätestens zum Zeitpunkt des Ablaufs der - ggf. nach § 6 Abs. 3 Satz 1 AufenthG verlängerten - Nutzungsdauer des Schengen-Visums erfüllt wird (Abweichung von VGH Baden-Württemberg, B.v. 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08).
Nicht erforderlich ist, dass alle Anspruchsvoraussetzungen erst nach der Einreise in das Bundesgebiet erfüllt werden (im Anschluss an VGH Baden-Württemberg, B.v. 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08).
Der Senat geht zunächst im Anschluss an die Rechtsprechung des 11. Senats des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (B.v. 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - InfAuslR 2008, 444) davon aus, dass unter Einreise nicht die erstmalige Einreise in den sog. "Schengen-Raum" zu verstehen ist, sondern die letzte Einreise in das Bundesgebiet vor der Antragstellung.
Auch ist die Anknüpfung an die gemeinschaftsrechtliche Sichtweise nicht zwingend, weil es ausschließlich um die Erteilung eines nationalen Aufenthaltstitels geht (in diesem Sinn gerade auch VGHBW, B.v. 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - a.a.O.; offen OVGBB, B.v. 22. April 2008 - 2 S 118/07 - InfAuslR 2008, 297).
Der Senat folgt insoweit nicht der Auffassung des 11. Senats, wonach es ausreicht, dass der Anspruch bis zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung bzw. der Entscheidung in der letzten Tatsacheninstanz entstanden ist (vgl. B.v. 8. Juli - 11 S 1041/08 - juris; wie hier aber OVGRP, B.v. 20. April 2009 - 10037/09 - juris; im Ausgangspunkt auch HessVGH, B.v. 22. September 2008 - 1 B 1628/08 - InfAuslR 2009, 14).
Diese Auffassung geht allerdings zu weit, denn diese subjektive Absicht des Gesetzgebers hat in der Neufassung des § 39 Nr. 3 AufenthV keinen ausreichenden Ausdruck gefunden, weil diese nur auf das objektive Entstehen der Anspruchsvoraussetzungen nach der Einreise abstellt (so auch VGHBW, B.v. 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 - a.a.O.).
Wollte man mit dem 11. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (Beschluss v. 8. Juli 2008 - a.a.O.) auf den Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung in der letzten Tatsacheninstanz abstellen, so könnte jeder zeitliche und innere Zusammenhang zwischen dem gerade die Privilegierung vermittelnden Schengen-Visum und seiner konkreten Geltungs-, v.a. aber Nutzungsdauer einerseits sowie der Erfüllung aller Anspruchsvoraussetzungen andererseits verloren gehen.
VG Stuttgart, 25.02.2009 - 8 K 74/09
Es kann deshalb offen bleiben, ob der Erwerb einfacher Kenntnisse der deutschen Sprache nach der Einreise nach Deutschland zur Erfüllung der Voraussetzungen des § 39 Nr. 3 AufenthV genügen kann (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008 - 11 S 1041/08 -), wenn jedenfalls der Nachweis der Sprachkenntnisse - und damit die Entstehung des Anspruchs - nicht mehr während der Geltungsdauer des kurzfristigen Schengenvisums erfolgt ist.
Mit diesem Zertifikat hat die Antragstellerin ihre Befähigung, sich auf "einfache Art", mithin auf lediglich rudimentäre Weise, in deutscher Sprache verständigen zu können, nachgewiesen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008 - 11 S 1041/08 -, InfAuslR 2008, 444).
Welches Visum erforderlich ist und welche Angaben von Bedeutung sind, beurteilt sich aber im Hinblick auf den Aufenthaltszweck des nunmehr beantragten Aufenthaltstitels und nicht auf den vor der Einreise beabsichtigten Aufenthaltszweck (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008, a.a.O.).
Im Falle der Antragstellerin, die Staatsangehörige eines in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 aufgeführten Staates ist, wäre die - eigenständige - 2. Alternative des § 39 Nr. 3 AufenthV damit grundsätzlich anwendbar, denn die Antragstellerin war im Zeitpunkt der Antragstellung im Besitz eines gültigen Schengen-Visums für kurzfristige Aufenthalte (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008, a.a.O.; OVG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 01.09.2008, a.a.O.; VGH Kassel, Beschluss vom 22.09.2008 - 1 B 1628/08 -, InfAuslR 2009, 14).
Ob aus diesem Grund die Vergünstigung nach § 39 Nr. 3 AufenthV bereits deshalb nicht gilt, weil damit nicht sämtliche Voraussetzungen des Anspruchs nach der Einreise entstanden sind (so etwa VGH Kassel…, Beschluss vom 22.09.2008, a.a.O. und wohl auch VGH München, Beschluss vom 23.12.2008 - 19 CS 08.577 - ) oder ob es für die Befreiung nach § 39 Nr. 3 AufenthV auf die Entstehung der Gesamtheit aller Anspruchsvoraussetzungen nach der Einreise in dem Sinne ankommt, dass der Anspruch , nicht aber jede einzelne Anspruchsvoraussetzung nach der Einreise entsteht (so VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008, a.a.O.), kann hier offen bleiben.
Diese Aufenthaltserlaubnis ist nicht Gegenstand des angefochtenen Ablehnungsbescheids (vgl. VGH Kassel…, Beschluss vom 22.09.2008, a.a.O.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008, a.a.O.).
vgl. Bay. VGH, Beschlüsse vom 18. Mai 2009 - 10 CS 09.853 -, AuAS 2009, 147 und vom 23. Dezember 2008 - 19 CS 08.577, 19 C 08.3068 -, juris; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 -, InfAuslR 2008, 444; Nds. OVG, Beschluss vom 28. August 2008 - 13 ME 131/08 -, juris; Hess. VGH, Beschluss vom 22. September 2008 - 1 B 1628/08 -, InfAuslR 2009, 14; OVG Berlin Brandenburg, Urteil vom 16. Juli 2009 - 2 B 19.08 -, juris.
vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O..
Nach der Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsbeschluss vom 21. Dezember 2007, a.a.O.; vgl. auch Bay. VGH, Beschluss vom 18. Mai 2009,a.a.O.; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008, a.a.O.; OVG Bremen, Beschluss vom 26. Juni 2009 - 1 B 552/08 -, juris; a.A: OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 20. April 2009 - 7 B 100037/09 -, juris; Hailbronner, AuslR, Stand Juni 2008, § 5 AufenthG Rdnr. 54f., findet § 39 Nr. 3 AufenthV auch auf den Fall eines von vornherein beabsichtigten Daueraufenthalts Anwendung.
Der Senat hat die in der Rechtsprechung unterschiedlich beantwortete, 7 vgl. VGH Bad.-Württ., Beschlüsse vom 16. September 2009 13 S 1975/09 , Justiz 2010, 235, und vom 8. Juli 2008 11 S 1041/08 , InfAuslR 2008, 444; Bay. VGH, Beschluss vom 18. Mai 2009 10 CS 09.853 , AuAS 2009, 147; Hess. VGH, Beschlüsse vom 22. Januar 2010 3 B 2948/09 , ESVGH 60, 175, und vom 22. September 2008 1 B 1628/08 , InfAuslR 2009, 14; Nds. OVG, Beschluss vom 27. Juli 2009 11 ME 171/09 , InfAuslR 2009, 388; OVG Rh-Pf., Beschluss vom 20. April 2009 7 B 10037/09 , juris, 8.
A. VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 8. Juli 2008 11 S 1041/08 , InfAuslR 2008, 444.
Der Senat sieht aber keine Möglichkeit, über den Wortlaut des § 146 Abs. 4 S. 6 VwGO hinwegzugehen, wonach innerhalb der Frist von einem Monat nach Bekanntgabe des angefochtenen Beschlusses die Beschwerdegründe vorzutragen sind (vgl. OVG B-Stadt-Brandenburg, B. v. 30.05.2016 - OVG 2 S 8.16 - juris: a.A. für "offensichtliche" neue Tatsachen VGH Mannheim, B. v. 08.07.2008 - 11 S 1041/08 - juris).
VGH Hessen, 22.09.2008 - 1 B 1628/08
"Einreise" im Sinne von § 39 Nr. 3 AufenthV
Diesem Zweck kann die Neuregelung nur entsprechen, wenn der Begriff "Einreise" als (letzte) Einreise in die Bundesrepublik Deutschland vor Stellung des Antrags auf Aufenthaltserlaubnis verstanden wird, denn nur dann werden Missbrauchs- oder Umgehungsmöglichkeiten durch z. B. ausländische Eheschließungen ausgeschlossen (so im Ergebnis auch VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008 - 11 S 1041/08 -, der zwar zu einem anderen Ergebnis hinsichtlich der Anordnung der aufschiebenden Wirkung kommt, jedoch die Regelung des § 39 Nr. 3 AufenthV ebenfalls als eine solche betrachtet, die als Ausnahme von der nationalen Visumpflicht nur auf die letzte Einreise in die Bundesrepublik Deutschland abstellen kann - vgl. S. 13 des Beschlussabdrucks -).
Schließlich sprechen aber auch generelle Erwägungen dagegen, es für die Entstehung des Anspruchs auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis nach der Einreise ausreichen zu lassen, wenn nur die letzte noch fehlende Anspruchsvoraussetzung nach der Einreise erfüllt wird (so aber VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.07.2008 - 11 S 1041/08 -).
Der Europäische Gerichtshof verfolgt mit seiner Rechtsprechung das Ziel, Beschränkungen der Freizügigkeit entgegenzuwirken, die dadurch entstehen können, dass ein EU-Bürger von dem Gebrauchmachen der Freizügigkeit abgehalten wird, wenn die Aussicht besteht, zum Zeitpunkt der Rückkehr in den Herkunftsstaat ein möglicherweise im Herkunftsstaat begründetes familiäres Zusammenleben nicht ungehindert fortsetzen zu können (siehe hierzu VGH BW, B. v. 08.07.2008 - 11 S 1041/08 - InfAuslR 2008, 444 m.w.N.).
Auch wenn der Antrag im Ergebnis keinen Erfolg hat, so gibt es bisher keine obergerichtliche Rechtsprechung zu den gemeinschaftsrechtlichen Auswirkungen der Eheschließung eines Deutschen in einem anderen EU-Staat auf die Familienzusammenführung (offen gelassen von VGH BW, B. v. 08.07.2008 - 11 S 1041/08 - InfAuslR 2008, 444).
OVG Niedersachsen, 27.07.2009 - 11 ME 171/09
OVG Nordrhein-Westfalen, 23.09.2010 - 17 B 895/10
Entstehen der Anspruchvoraussetzungen für den Aufenthaltstitel nach letztmaliger …
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.06.2010 - 18 B 606/10
Aufenthaltserlaubnis aus familiären Gründen, Schengen-Visum, Besuchsvisum, Heirat …
Zur Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis trotz erschlichenem Schengen-Visum
OVG Saarland, 27.02.2009 - 2 B 469/08
Aufenthaltserlaubnis für Ehegattennachzug zu einem niederlassungsberechtigten …
OVG Niedersachsen, 01.03.2010 - 13 ME 3/10
Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Führung einer ehelichen Lebensgemeinschaft - …
VG Minden, 29.09.2010 - 7 K 3077/09
Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis bei vorheriger Einreise mit einem …
Aufenthaltserlaubnis zum Ehegattennachzug ohne Visumverfahren - Inhaber eines …
VGH Bayern, 12.01.2010 - 10 CS 09.2705
Aufenthaltserlaubnis zum Familiennachzug; Ehegatte einer deutschen …
VGH Bayern, 17.09.2009 - 10 CS 09.1926
Rücknahme eines Schengen-Visums nach Täuschung
OVG Sachsen, 30.09.2010 - 3 B 52/10
Nachweis von Sprachkenntnissen im Sinne von § 30 Abs 1 S 1 Nr 2 AufenthG nach …
VG Gießen, 09.09.2009 - 7 L 1298/09
Heirat nach Ablauf eines Schengen-Visums
VG Koblenz, 12.06.2009 - 3 L 294/09
Ehegattennachzug bei Falschangaben im Visumsverfahren
VG Saarlouis, 15.10.2010 - 10 L 1188/10
VGH Bayern, 20.04.2010 - 19 CS 09.2268
Ausnahme vom Spracherfordernis beim Ehegattennachzug
VG Berlin, 22.07.2009 - 24 K 143.09
Familiennachzug für jordanische Staatsangehörige
VGH Bayern, 29.04.2010 - 10 CS 10.556
Rücknahme eines Schengen-Visums; Darlegung der Beschwerdegründe
VG Augsburg, 17.08.2010 - Au 1 S 10.1112
VG Augsburg, 16.12.2009 - Au 1 S 09.1763
VGH Baden-Württemberg, 16.09.2009 - 13 A 1975/09
OVG Schleswig-Holstein, 11.12.2008 - 4 MB 117/08