Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202006,%20228
Timestamp: 2020-02-21 23:41:14
Document Index: 292622654

Matched Legal Cases: ['§ 254', '§ 276', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH']

OLG Karlsruhe, 13.10.2004 - 7 U 207/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,3596
OLG Karlsruhe, 13.10.2004 - 7 U 207/02 (https://dejure.org/2004,3596)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 13.10.2004 - 7 U 207/02 (https://dejure.org/2004,3596)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 13. Januar 2004 - 7 U 207/02 (https://dejure.org/2004,3596)
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Top-Rope-Klettern in der Halle: Haftung des nicht kletternden Sportlers bei Sturz des kletternden Sportlers
Sorgfaltspflichtverletzung durch mangelhafte Koordination des Ablassvorganges im Rahmen der beim Top-Rope-Klettern angewandten Halbmastwurfsicherung; Anwendung der Rechtsprechungsgrundsätze über einer Haftungsbeschränkung oder einen Haftungsausschluss im Rahmen von ...
BGB § 254; BGB § 276; BGB § 823 Abs. 1
Kletterpartner abstürzen lassen - Arbeitgeber verlangt von der sichernden Kletterpartnerin Schadenersatz
Absturz beim Top-Rope-Klettern in der Halle wegen fehlerhafter Sicherung - keine Haftungsbeschränkung wie bei Wettkampfspielen
LG Heidelberg, 29.10.2002 - 7 O 270/01
VersR 2006, 228
Zur Begründung wird darauf verwiesen, dass die Teilnehmer grundsätzlich Verletzungen in Kauf nähmen, die auch bei regelrechtem Spiel nicht zu vermeiden seien; dementsprechend komme ein Schadenersatzanspruch gegen einen Mitspieler nur dann in Betracht, wenn der Geschädigte nachweise, dass dieser eine erhebliche Regelverletzung begangen habe (vgl. insoweit BGH, Urteil vom 27.10.2009, Az.: VI ZR 296/08; BGH, Urteil vom 05.11.1974, Az.: VI ZR 100/73; OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004, Az.: 7 U 207/02;… zustimmend im Ergebnis auch Wagner, in: Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2013, § 823 Rdn. 565ff).
Es verstoße - so die Begründung der zitierten Entscheidungen - gegen Treu und Glauben, wenn der Geschädigte den Schädiger in Anspruch nehme, obwohl er ebenso gut in dessen Lage hätte kommen können (BGH, Urteil vom 05.11.1974, Az.: VI ZR 100/73; OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004, Az.: 7 U 207/02).
Diesbezüglich ist - worauf das Landgericht in seinen Entscheidungsgründen zutreffend abstellt - bereits zweifelhaft, ob beim Klettern mit wechselseitiger Absicherung eine vergleichbare Gefahrensituation besteht (ablehnend insoweit OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004, Az.: 7 U 207/02; LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 19.11.2012, Az.: 6 O 2345/12; LG Düsseldorf, Teilurteil vom 02.10.2009, Az.: 2b O 10/08).
Zwar ist auch dies Teil der Verkehrssicherungspflicht der Beklagten Ziffer 1), es mag sogar ihr Kern sein (OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004 - 7 U 207/02 = VersR 2006, 228).
Es kann insofern offenbleiben, ob die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hierauf anwendbar ist oder nicht, da es sich nicht um eine Wettkampfsituation, sondern ein friedliches "Nebeneinander" der Seilschaft handelt (verneinend OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004 - 7 U 207/02, juris-Rn. 23 ff. = VersR 2006, 228; LG Nürnberg-Fürth…, Urteil vom 19.11.2012 - 6 O 2345/12, juris-Rn. 27 = NJW-RR 2013, 732; bejahend Doser, SpuRt 2014, 31 unter Verweis auf BGH…, Urteil vom 29.01.2008 - VI ZR 98/07, juris-Rn. 8 f. = VersR 2008, 540).
Diese Sicherungsfunktion schließt eine Haftungsbefreiung aus (vgl. OLG Karlsruhe VersR 2006, 228).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist auf das Wandklettern nicht anzuwenden (OLG Karlsruhe, Urteil vom 13.10.2004, Aktenzeichen 7 U 207/02).
Inwieweit die Ausführungen des OLG Karlsruhe (Urt. v. 13.10.2004 - 7 U 207/02, VersR 2006, 228) zutreffend sind, bedarf damit für diesen Fall keiner Entscheidung, abgesehen davon, dass es sich in vorliegenden Fall nicht um "Toprope-Klettern" handelte.