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Timestamp: 2017-03-26 07:57:56
Document Index: 143069117

Matched Legal Cases: ['Art. 314', 'Art. 317', 'Art. 333', 'Art. 293', 'Art. 295', 'Art. 335', 'Art. 335', 'Art. 335', 'Art. 299', 'Art. 300', 'Art. 301', 'Art. 304', 'Art. 293', 'Art. 8', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 333', 'Art. 333', 'Art. 293', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 764', 'Art. 190', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 22', 'Art. 60', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 39', 'Art. 4']

Zulassung zu Sachwaltermandaten - PDF
Zulassung zu Sachwaltermandaten
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1 Vernehmlassungsvorlage 31. März 2015 Zulassung zu Sachwaltermandaten Entwurf einer Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs Konsul2 Zusammenfassung Der Regierungsrat hat das Justiz- und Sicherheitsdepartement ermächtigt, den Entwurf einer Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs in die Vernehmlassung zu geben. Darin wird eine Lockerung der Zulassung zu Sachwaltermandaten vorgeschlagen. Zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten ist heute nur zugelassen, wer das luzernische Sachwalterpatent oder ein gleichwertiges Fähigkeitszeugnis eines anderen Kantons besitzt. Das Sachwalterpatent wird Bewerberinnen und Bewerbern erteilt, welche sich durch das Bestehen einer Sachwalterprüfung über ihre Befähigung ausgewiesen haben. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten bei der Durchführung gerichtlicher Nachlassverträge für nicht konkursfähige Schuldnerinnen und Schuldner sowie bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen auch Personen ohne Sachwalterpatent zugelassen werden können, sofern sich diese über ausreichende fachliche Qualifikationen ausweisen. 23 1 Ausgangslage Der Kantonsrat hat am 9. September 2014 die Motion M 510 von Marlene Odermatt über die Änderung der Zulassung zu Sachwaltermandaten in Nachlassverfahren für Privatpersonen und in privaten Schuldenbereinigungen im Kanton Luzern erheblich erklärt und damit den Regierungsrat beauftragt, ihm einen Gesetzesentwurf für eine Lockerung der Zulassung zu Sachwaltermandaten zur Beratung vorzulegen. Um dem parlamentarischen Auftrag nachzukommen, wird eine Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 22. Oktober 1996 (EGSchKG; SRL Nr. 290) vorgeschlagen. Auf eine konsequent geschlechtergerecht formulierte Fassung der Vorlage wurde verzichtet. Die stetige Verwendung sowohl der weiblichen wie auch der männlichen Personenbezeichnungen (Sachwalter, Schuldner, Gläubiger, Konkursbeamter, Betreibungsbeamter) würde die Lesbarkeit stark beeinträchtigen. 2 Nachlassverfahren und private Schuldenbereinigung 2.1 Allgemeines Das Nachlassverfahren und die einvernehmliche private Schuldenbereinigung sind gesetzlich geregelte Verfahren, die einem Schuldner unter Mitwirkung eines Nachlassgerichts und eines von diesem bestellten Sachwalters eine Schuldenbereinigung ermöglichen. Geregelt sind die Verfahren in den Artikeln 293 ff. und 333 ff. des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 (SchKG; SR 281.1). Mit dem Nachlassverfahren und der privaten Schuldenbereinigung soll die Zwangsvollstreckung vermieden und die wirtschaftliche Existenz des Schuldners oder der Schuldnerin saniert werden. Der gerichtliche Nachlassvertrag wird unter gerichtlicher Mitwirkung und Aufsicht abgeschlossen. Er setzt die Zustimmung einer bestimmten Mehrheit der Gläubiger voraus und gibt dem Schuldner die Möglichkeit, seine Schulden auf eine für alle Gläubiger verbindliche Weise zu tilgen. Die Schuldenbereinigung erfolgt durch das Zustandekommen eines Nachlassvertrags. Das Gesetz unterscheidet zwischen dem ordentlichen Nachlassvertrag (Art. 314 ff. SchKG) und dem Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (Art. 317 ff. SchKG). Verfahrenssubjekt in einem Nachlassverfahren können grundsätzlich alle Schuldner sein, ungeachtet davon, ob sie der Betreibung auf Konkurs unterliegen oder nicht. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Nachlassverfahrens durch natürliche Personen ist in der Praxis allerdings eher schwierig, da das Nachlassverfahren von seiner Konzeption her relativ schwerfällig und kostspielig ist. Zudem wird es öffentlich bekannt gemacht, was sowohl den Interessen des Schuldners als auch denjenigen der Gläubiger zuwiderlaufen kann. Die einvernehmliche private Schuldenbereinigung kann deshalb eine sinnvolle Alternative sein. Sie bietet dem Schuldner die Möglichkeit, unter Einräumung einer Stundung von drei Monaten mit den Gläubigern eine Vereinbarung über die Tilgung der bestehenden Schulden abzuschliessen. Sie steht nur denjenigen Schuldnern zur Verfügung, die nicht der Konkursbetreibung unterliegen (Art. 333 Abs. 1 SchKG). In Betracht kommen beispielsweise verschuldete Konsumentinnen und Konsumenten oder Privathaushalte, aber auch kleinere Betriebe, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Die einvernehmliche private Schuldenbereinigung ist eine Art "Mini-Nachlassverfahren" für einfache Verhältnisse. Sie entspricht einem aussergerichtlichen Vergleich und bedarf keiner gerichtlichen Bestätigung. Im Gegensatz zum Nachlassvertrag ist sie jedoch nur für die zustimmenden Gläubiger verbindlich. 2.2 Aufgaben des Sachwalters oder der Sachwalterin Die Aufgaben des Sachwalters ergeben sich aus dem Gesetz (Art. 293 ff. SchKG; vgl. insbesondere Art. 295, und 304 SchKG). Ihm obliegt die Leitung und Durchführung des Nachlassverfahrens. Der Sachwalter hat die nach Bewilligung der Nachlassstundung vom Gesetz vorgeschriebenen allgemeinen Vorbereitungshandlungen zu besorgen und die Ausarbeitung des Nachlassvertragsentwurfs zu unterstützen. Er hat die erforderliche Dauer der Nachlassstundung abzuschätzen und entsprechende Verlängerungs- oder Widerrufsanträge 34 an das Nachlassgericht zu stellen. Zudem hat er rechtzeitig das Gläubigerverzeichnis und den Sachwalterbericht zu erstellen und dem Nachlassgericht zukommen zu lassen. Das Gesetz auferlegt dem Sachwalter auch die Pflicht, den Schuldner in seinen Handlungen zu überwachen. Im Rahmen dieser Überwachung kann er auch Weisungen erteilen. Schliesslich obliegt dem Sachwalter eine Berichterstattungspflicht. Diese besteht einmal gegenüber dem Nachlassgericht. Der Sachwalter erfüllt sie durch Abgabe des Sachwalterberichts. Gegenüber den Gläubigern hat der Sachwalter eine Berichterstattungspflicht im Rahmen der Gläubigerversammlung nach Artikel 302 SchKG. Über die wichtigsten Verfahrensschritte hat der Sachwalter oder die Sachwalterin nebst den vom Gesetz vorgeschriebenen öffentlichen Publikationen auch die Gläubiger zu orientieren. Im Rahmen einer einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung unterstützt der Sachwalter den Schuldner beim Erstellen eines Bereinigungsvorschlags (Art. 335 Abs. 1 SchKG). Ziel ist der Abschluss eines rein privatrechtlichen Schuldenbereinigungsvertrags zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern. Der Sachwalter verhandelt dazu nach bestem Wissen und Gewissen mit den Gläubigern im Interesse des Schuldners (vgl. Art. 335 Abs. 2 SchKG). Kommt ein Vergleich zustande, so gilt dieser nur für die zustimmenden Gläubiger. Dieser aussergerichtliche Nachlassvertrag ist nicht vom Nachlassgericht zu genehmigen. Dieses kann den Sachwalter aber zusätzlich beauftragen, den Schuldner bei der Erfüllung der Vereinbarung zu überwachen (Art. 335 SchKG). 2.3 Ernennung des Sachwalters oder der Sachwalterin Ein gerichtliches Nachlassverfahren ist zwingend mit der Einsetzung eines Sachwalters verbunden, da gewisse Aufgaben nur der Sachwalter ausüben darf, wie die Inventaraufnahme (Art. 299 SchKG), den Schuldenruf (Art. 300 SchKG), die Durchführung der Gläubigerversammlung (Art. 301 und 302 SchKG) oder die Erstellung des Sachwalterberichts (Art. 304 SchKG). Das SchKG regelt die Ernennung eines Sachwalters. Diese erfolgt durch das Nachlassgericht (vgl. Art. 293b, 295 und 334 SchKG). Es liegt im Ermessen des Gerichts, welche Person es mit diesem Mandat beauftragen und ob es einen oder mehrere Sachwalter einsetzen will. Die Einsetzung des Sachwalters oder der Sachwalterin kann auf Antrag der gesuchstellenden Person erfolgen, wobei sich das Nachlassgericht davon zu überzeugen hat, dass der Sachwalter oder die Sachwalterin die notwendigen Voraussetzungen für das Mandat erfüllt und insbesondere keine Interessenkonflikte oder Ausstandsgründe gegeben sind. 2.4 Rechtsstellung des Sachwalters oder der Sachwalterin Der Sachwalter ist ein öffentliches Organ des Staates zur Leitung des Nachlassverfahrens. Er hat die Interessen des Schuldners und der Gläubiger gleichermassen unparteiisch zu wahren. Als Vollstreckungsorgan nimmt er eine öffentlich-rechtliche Stellung ein. Der Sachwalter untersteht deshalb der Protokollierungspflicht (Art. 8 SchKG), der Ausstandspflicht (Art. 10 SchKG), dem Selbstkontrahierungsverbot (Art. 11 SchKG), der Disziplinaraufsicht der Aufsichtsbehörden (Art. 11 SchKG) und seine Verfügungen können mit Beschwerde bei der kantonalen Aufsichtsbehörde angefochten werden (Art. 17 ff. SchKG). Seine Stellung entspricht grundsätzlich derjenigen des Konkursamtes oder einer ausseramtlichen Konkursverwaltung (BGE 103 Ia 79, LGVE 1981 I Nr. 33). Die öffentlich-rechtliche Stellung des Sachwalters ergibt sich auch aus Artikel 5 SchKG. Gemäss dieser Bestimmung haftet der Kanton für den Schaden, den ein Sachwalter bei der Erfüllung seiner Aufgaben verursacht (vgl. auch 10 EGSchKG). Die Haftung geht jedoch nur soweit, als dieser in amtlicher Funktion tätig ist. Der Rückgriff auf die Schadensverursacher für den Schaden, für den der Kanton aufzukommen hat, richtet sich nach den Bestimmungen des kantonalen Haftungsgesetzes vom 13. September 1988 (SRL Nr. 23). 3 Anforderungen an den Sachwalter oder die Sachwalterin 3.1 Allgemeines Das SchKG kennt keine besonderen gesetzlichen Bestimmungen über die Anforderungen an die Person des Sachwalters. Das Nachlassgericht hat diesen nach pflichtgemässem Ermes- 45 sen zu bestellen. In Frage kommen natürliche oder juristische Personen, die entsprechend den Umständen und den voraussichtlich auf sie zukommenden Aufgaben im Einzelfall Gewähr bieten für eine einwandfreie, den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Amtsführung. Sie müssen in der Lage sein, ein Nachlassverfahren nach den gesetzlichen Bestimmungen zu leiten und durchzuführen. Ein Sachwalter muss deshalb grundsätzlich über ausreichende Verfahrens- und allgemeine Rechtskenntnisse verfügen. Vor allem wenn der Betrieb eines Schuldners während des Nachlassverfahrens weitergeführt wird, hat er auch gewisse unternehmerische Fähigkeiten aufzuweisen. Der Sachwalter muss die Vermögens-, Ertrags- oder Einkommenslage eines Schuldners prüfen und allfällige Sanierungsaussichten beurteilen können. Dies kann er nur, wenn er die Geschäftsbücher eines Schuldners oder einer Schuldnerin analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen vermag. Je nach Komplexität des Einzelfalles kann es daher von Vorteil sein, wenn der Sachwalter oder die Sachwalterin auch über Kenntnisse in den Bereichen des Rechnungs- und Finanzwesens, des Steuerrechts und der Rechnungsrevision verfügt. Allgemeingültige Aussagen über die Befähigung eines Sachwalters oder einer Sachwalterin sind kaum möglich. Die an den Sachwalter zu stellenden Anforderungen hängen wesentlich ab von der Struktur und der Schwierigkeit des einzelnen Nachlassvertragsfalles sowie den gesamten Umständen im Einzelfall. Immerhin lässt sich als Grundsatz festhalten, dass mit zunehmender Komplexität des Einzelfalles die Anforderungen an die fachliche Kompetenz des Sachwalters steigen. Besonders komplexe Fälle erfordern vom Sachwalter ein besonderes Mass an Fachkompetenz. Ob ein besonders komplexer Fall vorliegt und ein Sachwalter oder eine Sachwalterin entsprechend befähigt erscheint, hat das Nachlassgericht zu beurteilen. 3.2 Regelung im Kanton Luzern Im Kanton Luzern bestehen besondere Vorschriften über die Zulassung zur Sachwaltertätigkeit. Bis Ende 1996 regelte das Gesetz über die Ausübung des Sachwalterberufes vom 6. Oktober 1942 (Sachwaltergesetz; G XIII 38) und die Verordnung über die Prüfung der Sachwalter vom 28. Februar 1945 (VO XIII 486) die Sachwaltertätigkeit. Danach war zur Ausübung des Berufes des Sachwalters ein vom Obergericht ausgestelltes Patent sowie Wohnsitz im Kanton Luzern erforderlich. Zur Prüfung zugelassen wurden nur "handlungsfähige, zahlungsfähige, in bürgerlichen Ehren und Rechten stehende, gut beleumdete Schweizerbürger, die für eine einwandfreie Geschäftsführung Gewähr bieten und seit mindestens drei Jahren im Kanton Luzern niedergelassen sind". Vor Ablegung der Sachwalterprüfung hatte der Bewerber im Kanton Luzern eine Berufslehre von drei Jahren auf dem Büro eines patentierten Sachwalters zu absolvieren. Allerdings konnte das damalige Obergericht Bewerbern, die sich über eine abgeschlossene kaufmännische oder eine andere gleichwertige Ausbildung auswiesen, die Berufslehre teilweise erlassen ( 3, 5 und 6 Sachwaltergesetz). Mit dem Erlass des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 22. Oktober 1996 (EGSchKG; SRL Nr. 290) wurde das bisherige Sachwaltergesetz und die dazugehörige Verordnung aufgehoben. Als Ersatz für das Sachwaltergesetz wurden im EGSchKG Bestimmungen über die Vertretung in Betreibungs-, Konkurs- und Nachlassverfahren aufgenommen. Gemäss 8 EGSchKG ist heute zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten gemäss SchKG, insbesondere bei der Durchführung und Ausführung von Mandaten bei gerichtlich verfügtem Konkursaufschub nur zugelassen, wer das luzernische Sachwalterpatent oder ein gleichwertiges Fähigkeitszeugnis eines anderen Kantons besitzt. Personengesellschaften oder juristische Personen können Sachwaltermandate übernehmen, sofern mindestens ein Patentinhaber das Mandat mitbetreut. Das Sachwalterpatent wird Bewerbern erteilt, welche handlungsfähig und beruflich vertrauenswürdig sind und sich durch das Bestehen einer Sachwalterprüfung über ihre Befähigung ausgewiesen haben. Das Kantonsgericht kann Bewerbern, die über gleichwertige Prüfungsausweise verfügen, die Prüfung erlassen ( 19 EGSchKG). 56 3.3 Regelung in anderen Kantonen Aargau Im Kanton Aargau bestehen für die Übernahme eines Sachwaltermandats keine speziellen gesetzlichen Voraussetzungen. 25 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 22. Februar 2005 (EG SchKG; ) verlangt lediglich den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung, die pro Fall Schäden bis mindestens einer Million Franken deckt. Praxisgemäss werden aber spezifische Berufskenntnisse von Treuhändern und Schuldenberatern sowie einschlägige Erfahrung im Sanierungsrecht verlangt. Gesuche um Zulassung als Sachwalter werden von den Gerichtspräsidien der Bezirksgerichte geprüft, welche auch die Einsetzung als Sachwalter vornehmen Basel-Landschaft Das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 19. September 1996 (EG SchKG; SGS 233) sieht keine Voraussetzungen vor, um vom Gericht als Sachwalter oder als Sachwalterin ernannt zu werden. In der Praxis schlägt der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin eine geeignete Person vor, welcher in aller Regel das Mandat anschliessend übertragen wird. Voraussetzung für die Ernennung ist lediglich eine Berufshaftpflichtversicherung mit genügender Deckung ( 5 Abs. 2 EG SchKG). Zudem hat die ernennende Instanz vor der Ernennung von Privatpersonen grundsätzlich Konkurrenzofferten einzuholen und ein Kostendach zu vereinbaren ( 5 Abs. 3 EG SchKG). Da nur eine beschränkte Anzahl von Nachlassverfahren durchzuführen sind und sich regelmässig Personen, welche dem Gericht persönlich bekannt sind, als Sachwalter oder Sachwalterin empfehlen, bestand im Kanton Basel-Landschaft bisher kein Bedarf für eine einlässliche Regelung. Dies gilt auch für den Bereich der einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung Basel-Stadt Im Kanton Basel-Stadt besteht keine gesetzliche Regelung betreffend Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten im Bereich des Schuldbetreibungs- und Konkurswesens. Das Gesetz betreffend Einführung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 22. Juni 1891 (EG SchKG; ) regelt die Sachwaltertätigkeit nicht. Es entspricht langjähriger Praxis des Zivilgerichts, welches für Nachlassverfahren und einvernehmliche private Schuldensanierungen zuständig ist, in der Regel die vom Schuldner vorgeschlagene natürliche oder juristische Person als Sachwalter oder Sachwalterin einzusetzen. Bei Nachlassstundungen von Privatpersonen und bei den einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen sind dies in der Regel die Schuldenberatungsinstitutionen, die sich bereits mit der finanziellen Situation des Schuldners befasst und unter Umständen auch schon mit dessen Gläubigern Kontakt aufgenommen haben Bern Auch im Kanton Bern bestehen keine gesetzlichen Regelungen darüber, welche Voraussetzungen eine natürliche oder juristische Person erfüllen muss, um vom Gericht als Sachwalter oder Sachwalterin im Schuldbetreibungs- und Konkurswesen ernannt zu werden (vgl. Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom [EGSchKG; BSG 281.1]). Es ist Aufgabe des zuständigen Nachlassgerichts, die Eignung der vorgeschlagenen Personen für die Sachwaltermandate zu prüfen. Die kantonale Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen hat die Nachlassgerichte lediglich in einem Kreisschreiben angewiesen, bei der Auswahl von Sachwalterinnen und Sachwaltern sicherzustellen, dass deren Unparteilichkeit gewährleistet ist. In einem weiteren Kreisschreiben werden die Nachlassgerichte aufgefordert, die Sachwalterinnen und Sachwalter anzuweisen, nach Abschluss der Verfahren die Akten den Gerichten zuhanden der Betreibungs- und Konkursämter abzuliefern und im Unterlassungsfall die kantonale Aufsichtsbehörde zu benachrichtigen. Diese Verpflichtung ermöglicht eine gewisse Kontrolle der Sachwaltertätigkeit. 67 3.3.5 St. Gallen Im Kanton St. Gallen ist ebenfalls nicht geregelt, welche Voraussetzungen ein Sachwalter erfüllen muss. Artikel 11 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 10. April 1980 (sgs 971.1) hält lediglich fest, dass Konkursbeamte verpflichtet sind, die Aufgaben eines Sachwalters zu übernehmen. Bei der Ernennung eines Sachwalters entscheidet das Nachlassgericht im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Gegebenheiten nach pflichtgemässem Ermessen, namentlich mit Blick auf die den Sachwalter erwartenden Aufgaben und die entsprechend erforderlichen Befähigungen. Die Anforderungen variieren somit je nach den Umständen des Einzelfalles. Allgemeingültige Richtlinien bestehen nicht Zug Im Kanton Zug besteht weder im Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 30. Januar 1997 (EG SchKG; 231.1) noch in einem anderen Erlass eine gesetzliche Regelung über die Zulassung von Sachwalterinnen und Sachwaltern. Nach konstanter Praxis ist es Sache des Nachlassgerichts, im konkreten Fall zu prüfen, ob der Sachwalter oder die Sachwalterin den Anforderungen des Falles zu genügen vermag. Zum Nachweis, dass eine bestimmte Person über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügt, können dem Gericht Belege über die berufliche Erfahrung (fachlich einwandfreie Erledigung von früheren Mandaten), die Mitgliedschaft bei einem anerkannten Fachverband (z.b. Treuhandkammer) oder ein entsprechender Fachausweis (z.b. dipl. Bücherexperte, dipl. Treuhandexpertin, Treuhänder mit eidg. Fachausweis) vorgelegt werden Zürich Die Zulassung zu Sachwaltermandaten ist im Kanton Zürich nicht gesetzlich geregelt. Das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 26. November 2007 (EG SchKG; 281) enthält dazu keine Bestimmung. Die Bezirksgerichte als zuständige Nachlassgerichte haben folgende Praxis entwickelt: Es wird im Einzelfall entschieden, ob ein Sachwalter oder eine Sachwalterin die Voraussetzungen für die Aufgabe erfüllt. Bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen kommen auch Privatpersonen oder ausgebildete Fachpersonen, unter anderem die Fachstelle für Schuldenfragen, für die Sachwaltertätigkeit in Betracht. Dies gilt grundsätzlich auch für Nachlassstundungen bei Privatpersonen. In beiden Fällen ist jedoch erfahrungsgemäss darauf zu achten, dass keine dubiosen Schuldensanierer berücksichtigt werden, welche von Schuldnern beispielsweise im Internet gefunden wurden. In solchen Fällen empfehlen sich eigene Recherchen in den entsprechenden Medien. Praxisgemäss weichen die Nachlassgerichte nicht ohne Not vom Wunsch einer betroffenen Partei ab. Dies tun sie bei fehlender Unabhängigkeit oder fehlenden Sachkenntnissen der vorgeschlagenen Person Weitere Kantone Die überwiegende Mehrheit der Kantone kennt keine gesetzlichen Regelungen über die Sachwalterinnen und Sachwalter. Nur wenige Kantone kennen überhaupt Bestimmungen über die Sachwaltertätigkeit. Diese beschränken sich aber in der Regel darauf, von Sachwalterinnen und Sachwaltern den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung mit genügender Deckung zu verlangen oder deren Haftung zu regeln (z.b. Appenzell-Ausserrhoden, Glarus, Nidwalden, Solothurn, Uri). 4 Zielsetzung der Revisionsvorlage Mit der Motion M 510 hat der Kantonsrat den Regierungsrat beauftragt, eine Gesetzesvorlage auszuarbeiten um die Zulassungsvoraussetzungen für Sachwaltermandate in Nachlassverfahren für Privatpersonen und bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen zu lockern. Solche Mandate sollen auch von Personen ohne Sachwalterpatent übernommen werden können. 78 4.1 Einvernehmliche private Schuldenbereinigung (Art. 333 ff. SchKG) 8 Absatz 1 EGSchKG lässt bereits heute zu, dass Sachwaltermandate bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen auch von Personen ohne Sachwalterpatent übernommen werden können. Dies geht aus der Debatte des Grossen Rates im Jahr 1996 im Zusammenhang mit der Totalrevision des EGSchKG hervor. Die Botschaft B 37 des Regierungsrates vom 27. Februar 1996 (in: Verhandlungen des Grossen Rates 1996 [GR], S. 550 ff.) hatte im Entwurf zu 8 Absatz 1 EGSchKG noch vorgesehen, dass auch zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen nur zugelassen werden sollte, wer das luzernische Sachwalterpatent besitzt. Auf Antrag der vorberatenden Kommission hat der Grosse Rat dies jedoch abgelehnt (GR 1996, S. 928 und S. 1362). Die einvernehmliche private Schuldenbereinigung sollte nicht zwingend den patentierten Sachwaltern vorbehalten sein. Die vorberatende Kommission hatte die Vorstellung, dass eine vermittelnde Person, welche die Situation des Schuldners eventuell bereits kennt, diese Funktion wahrnehmen können soll. Zu denken sei etwa an Sozialarbeiter, vormundschaftliche Organe oder Familienangehörige. Zumindest bei einfachen und überschaubaren Verhältnissen sei diese Lösung angebracht, da sie dazu beitragen könne, Kosten zu sparen. Da der Sachwalter vom Nachlassgericht zu ernennen sei, sei in jedem Fall Gewähr geboten, dass eine kompetente Person eingesetzt werde. Der Grosse Rat ist dieser Argumentation gefolgt und hat für Sachwaltermandate bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen ausdrücklich darauf verzichtet, ein Sachwalterpatent zu verlangen. Das Bundesamt für Justiz teilte im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum EGSchKG diese Ansicht und wies darauf hin, "das Nachlassgericht sollte zumindest bei einfachen und überschaubaren Verhältnissen die Möglichkeit haben, für eine private Schuldenbereinigung einen Sachwalter zu ernennen, der dem Schuldner nicht zu Erwerbszwecken zur Seite stehe (z.b. ehrenamtliche Laien, Sozialarbeiter). Würde auch für einvernehmliche private Schuldenbereinigungen ein Sachwalterpatent vorausgesetzt, würde dies die Verfahren unnötig verteuern. Damit würde ein wichtiger Zweck der einvernehmlichen Schuldenbereinigung, nämlich die Eindämmung von Insolvenzerklärungen, teilweise vereitelt". 8 Absatz 1 EGSchKG macht deshalb bereits heute die Ausübung des Sachwaltermandats im Fall von einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen (Art. 333 ff. SchKG) nicht vom Besitz des Sachwalterpatentes abhängig, sondern erlaubt, dass auch Personen ohne Sachwalterpatent solche Mandate übernehmen können. Es ist Aufgabe des Nachlassgerichts, sich über die notwendige fachliche Kompetenz der Person für die Sachwaltertätigkeit im konkreten Fall zu überzeugen. Die Umsetzung dieses Anliegens der Motion M 510 bedarf deshalb eigentlich keiner Gesetzesänderung. 4.2 Nachlassverfahren (Art. 293 ff. SchKG) Was die Sachwaltertätigkeit bei der Durchführung gerichtlicher Nachlassverträge betrifft, so unterscheidet 8 Absatz 1 EGSchKG nicht zwischen Nachlassverfahren von Privatpersonen und von Personen, welche der Konkursbetreibung unterliegen. Gemäss dieser Bestimmung kann in einem Nachlassverfahren generell nur ein patentierter Sachwalter Sachwaltermandate übernehmen. Eine Lockerung der Zulassungsvorschriften für Nachlassverfahren bei Privatpersonen wie es die Motion M 510 auch noch verlangt bedarf deshalb einer Gesetzesänderung. Die Aufgaben eines Sachwalters oder einer Sachwalterin können anspruchsvoll sein und setzen deshalb ein hohes Fachwissen im Schuldbetreibungs- und Konkursbereich voraus. Die Zulassungsbeschränkung zur Sachwaltertätigkeit dient denn auch der Qualitätssicherung. Es sollen nur solche Personen als Sachwalter oder Sachwalterin amten dürfen, deren Befähigung im komplexen Tätigkeitsbereich ausgewiesen ist. Bei Nachlassverfahren von Privatpersonen handelt es sich jedoch meist nicht um komplexe, sondern um einfache und überschaubare Verhältnisse. Es geht um die Sanierung der Finanzsituation von Einzelpersonen oder Privathaushalten und nicht um diejenige von Wirtschaftsunternehmen. Es stellen sich deshalb nicht die gleichen Anforderungen an die Sachwaltertätigkeit. Diese bedingt für die Sachwaltertätigkeit bei Nachlassverfahren von Privatpersonen nebst fachlichen Qualitäten auch besondere Kompetenzen bei sozialen Problemstellungen. Oftmals haben nämlich Ereignisse, wie etwa Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Kleinkredite oder Scheidung zu einer 89 Überschuldung geführt. Solche Schuldner brauchen nebst fachlicher Beratung auch persönliche Betreuung. Sie wenden sich heute auf der Suche nach Unterstützung vielfach an die zuständigen Sozial-Beratungszentren oder an Schuldenberatungsstellen. Diese klären die überschuldeten Personen über ihre Handlungsmöglichkeiten auf, beraten und begleiten sie bei der Schuldenbereinigung. Im Rahmen einer solchen umfassenden Beratung werden auch psychische, soziale, gesundheitliche und rechtliche Aspekte abgedeckt. Es erfolgt eine Ursachenforschung, und vielfach wird das Umfeld des Schuldners in den Sanierungsprozess miteinbezogen. Diese Aufgaben werden häufig von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern wahrgenommen, welche über eine Weiterbildung im Bereich Schuldenberatung verfügen. Aufgrund des geltenden Rechts können diese Fachpersonen jedoch nur Sachwalteraufgaben in einem Nachlassverfahren für Privatpersonen wahrnehmen, wenn sie über ein Sachwalterpatent verfügen. Die Motion M 510 verlangt hier eine Lockerung der Zulassung. In Zukunft sollen für diesen beschränkten Aufgabenbereich nebst den Inhaberinnen und Inhabern von Sachwalterpatenten auch Personen, welche über eine fachspezifische Aus- oder Weiterbildung in den Bereichen Budget oder Schuldenberatung verfügen, zur Sachwaltertätigkeit zugelassen werden. Auf eine detaillierte gesetzliche Regelung der Zulassungsvoraussetzungen zur Sachwaltertätigkeit in Nachlassverfahren für Privatpersonen ist aber zu verzichten. In erster Linie dürften dafür Mitarbeitende von kommunalen und regionalen Sozialdiensten, der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden oder von allgemein anerkannten Hilfsorganisationen in Frage kommen. Diese beraten und unterstützen einen Schuldner während eines Schuldensanierungsprozesses regelmässig umfassend und kompetent und zu finanziell attraktiven Konditionen. Schuldenberatungsinstitutionen arbeiten vielfach nicht kostendeckend und erst recht nicht gewinnorientiert. Dadurch entstehen den Schuldnern in einem Nachlassverfahren deutlich geringere Kosten. Es ist Sache des Nachlassgerichts im Einzelfall zu beurteilen, ob die fachlichen Qualifikationen einer Person genügen, um in Nachlassverfahren für Privatpersonen als Sachwalter oder Sachwalterin eingesetzt werden zu können. Eine solche Lösung erachten wir insbesondere mit Blick auf die heutige Regelung der Wählbarkeitsvoraussetzungen für die Betreibungsund Konkursbeamten für sinnvoll (vgl. 13 EGSchKG). 13 Absatz 2 EGSchKG überlässt es dem Kantonsgericht zu beurteilen, welche fachlichen Voraussetzungen für die Tätigkeit als Betreibungs- oder Konkursbeamter ausreichen um von der Prüfung befreit zu werden. Für die Ernennung als Sachwalter in Nachlassverfahren für Privatpersonen ist deshalb ebenfalls eine Formulierung vorzusehen, welche dem zuständigen Gericht einen gewissen Ermessensspielraum belässt. Angesichts der primären Haftung des Kantons für die von Sachwaltern verursachten Schäden (vgl. Art. 5 SchKG, 10 EGSchKG) haben sowohl das Kantonsgericht bei der Erteilung des Sachwalterpatents als auch das im Einzelfall zuständige Nachlassgericht bei der Ernennung eines Sachwalters schon aus Haftungsgründen ein Interesse an einer guten Ausbildung der Sachwalter. Das Nachlassgericht wird sich deshalb vor der Ernennung einer Person als Sachwalter für ein Nachlassverfahren einer Privatperson von dessen Kompetenzen überzeugen. Als Sachwalter darf das Nachlassgericht nur Personen ernennen, welche die an sie gestellten Anforderungen erfüllen. Dies ist auch im Interesse der Schuldner. 5 Änderungsvorschläge im Einzelnen 8 Absätze 1 und 1 bis 8 EGSchKG richtet sich an das Nachlassgericht. Dieses hat jeweils im konkreten Einzelfall eine Person als Sachwalter zu ernennen und sich dabei zu überzeugen, dass die Person die notwendigen Voraussetzungen für das Mandat erfüllt. Die Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten soll dabei wie bisher grundsätzlich den Patentinhabern vorbehalten bleiben ( 18 und 19 EGSchKG). Die Erteilung des Sachwalterpatents ist Sache des Kantonsgerichts. Wer über das Sachwalterpatent verfügt, erfüllt damit grundsätzlich die Voraussetzungen um vom Nachlassgericht im Einzelfall gestützt auf 8 EGSchKG als Sachwalter ernannt zu werden. Diese Regelung hat sich bewährt und soll so auch in Zukunft beibehalten werden. 910 In 8 Absatz 1 ist jedoch der Begriff des "gleichwertigen Fähigkeitszeugnisses eines anderen Kantons" durch denjenigen des "gleichwertigen Prüfungsausweises" zu ersetzen. Damit erfolgt eine Angleichung an den Wortlaut der 13 Absatz 3 und 19 Absatz 2 EGSchKG. Wie mit der Motion M 510 verlangt, soll das Nachlassgericht für einen beschränkten Aufgabenbereich aber auch Personen ohne Sachwalterpatent als Sachwalter ernennen können, sofern sich diese über ausreichende fachliche Qualifikationen für den konkreten Einzelfall ausweisen. In Absatz 1 bis wird deshalb neu festgehalten, dass zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten bei der Durchführung gerichtlicher Nachlassverträge für Privatpersonen, das heisst für nicht konkursfähige Schuldner und bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen auch zugelassen werden kann, wer sich in anderer Weise über ausreichende fachliche Qualifikationen für diese Tätigkeit ausweist. Diese Regelung entspricht der Praxis zahlreicher Kantone bei der Ernennung von Sachwaltern (vgl. Ausführungen unter Ziff. 3.3). Für diesen beschränkten Aufgabenbereich sollen auch Personen ohne Sachwalterpatent zugelassen werden können, sofern sie aufgrund ihrer Aus- und Weiterbildung oder ihrer beruflichen Erfahrung die notwendigen fachlichen und persönlichen Kompetenzen zur Durchführung eines Nachlassverfahrens von Privatpersonen mitbringen. In erster Linie kommen dafür Personen in Frage, die im Sozialbereich tätig sind und über eine Zusatzausbildung im Bereich Schuldenberatung und Existenzsicherung verfügen. Auch wenn dies bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen heute schon aufgrund des geltenden Rechts möglich ist und eine Gesetzesänderung deshalb nicht nötig wäre, ist eine solche im Interesse einer Klarstellung sinnvoll. 6 Weiteres Vorgehen Nach dem Vernehmlassungsverfahren ist die Vorlage durch das Justiz- und Sicherheitsdepartement in Zusammenarbeit mit dem Kantonsgericht zu überarbeiten. Anschliessend wird der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Botschaft unterbreiten. Mit dem Inkrafttreten ist frühestens auf Mitte 2016 zu rechnen. 1011 Nr. 290 Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs Entwurf Änderung vom Der Kantonsrat des Kantons Luzern, nach Einsicht in die Botschaft des Regierungsrates vom., beschliesst: I. Das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs vom 22. Oktober 1996 wird wie folgt geändert: 8 Absätze 1 und 1 bis (neu) 1 Zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten gemäss SchKG, insbesondere bei der Durchführung gerichtlicher Nachlassverträge und bei Notstundungen, sowie zur Übernahme und Ausführung von Mandaten bei gerichtlich verfügtem Konkursaufschub ist nur zugelassen, wer das luzernische Sachwalterpatent oder einen gleichwertigen Prüfungsausweis besitzt. 1bis Zur Übernahme und Ausführung von Sachwaltermandaten bei der Durchführung gerichtlicher Nachlassverträge für nicht konkursfähige Schuldner und bei einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigungen kann auch zugelassen werden, wer sich in anderer Weise über seine fachliche Qualifikation für die Aufgabe ausweist. II. Die Änderung tritt am. in Kraft. Sie unterliegt dem fakultativen Referendum. Luzern, Im Namen des Kantonsrates Der Präsident: Der Staatsschreiber: 1112 Staatskanzlei Bahnhofstrasse Luzern Telefon Mehr anzeigen
Botschaft des Regierungsrates an den Kantonsrat 22. September 2015 B 11 Zulassung zu Sachwaltermandaten Entwurf Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs Zusammenfassung Mehr VLG: Vernehmlassung zum Entwurf einer Änderung des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern Frau Regierungsrätin Yvonne Schärli-Gerig Bahnhofstrasse 15 Postfach 3768 6002 Luzern Luzern, 2. Juni 2015 VLG: Vernehmlassung zum Entwurf einer Änderung Mehr Botschaft des Regierungsrates an den Kantonsrat B 23. zum Entwurf einer Änderung des Anwaltsgesetzes betreffend den Entzug des Anwaltspatentes
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