Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=03.06.1991&Aktenzeichen=8%20S%201170/91
Timestamp: 2019-10-21 11:54:06
Document Index: 68081124

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 80', '§ 80', '§ 80', '§ 10', '§ 10', '§ 212', '§ 80', '§ 80', '§ 212', '§ 80', '§ 80', 'Art. 19', '§ 86', '§ 80', '§ 86', '§ 86', '§ 80', '§ 80', 'Art. 2', '§ 10', '§ 212', '§ 80']

VGH Baden-Württemberg, 03.06.1991 - 8 S 1170/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1072
VGH Baden-Württemberg, 03.06.1991 - 8 S 1170/91 (https://dejure.org/1991,1072)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 03.06.1991 - 8 S 1170/91 (https://dejure.org/1991,1072)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 03. Juni 1991 - 8 S 1170/91 (https://dejure.org/1991,1072)
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Anordnung der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels im Falle des BauGBMaßnG § 10 Abs 2
§ 80 Abs 2 Nr 3 VwGO, § 80 Abs 4 S 3 VwGO, § 80 Abs 5 S 1 VwGO, § 10 Abs 2 BauGBMaßnG
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs in Fällen des § 10 Abs. 2 BauGB-MaßnahmenG; Zu Wohnzwecken dienendes Gebäude
Aufschiebende Wirkung beim BauGB-MaßnahmenG (IBR 1991, 457)
VG Stuttgart, 25.01.1991 - 11 K 3008/90
ESVGH 41, 270
NVwZ 1991, 1004
VBlBW 1991, 294 (Ls.)
DVBl 1991, 1160
DÖV 1991, 895
BauR 1991, 590
ZfBR 1991, 226
Der nunmehr in § 212 a BauGB normierte gesetzliche Ausschluß der aufschiebenden Wirkung eines Drittwiderspruchs und einer Drittklage gegen die Baugenehmigung begründet weder eine gesteigerte Rechtmäßigkeitsvermutung zugunsten des Verwaltungsakts noch führt er zu einer grundlegenden Änderung des Maßstabs der gerichtlichen Überprüfung, da es keinen Unterschied macht, ob der Sofortvollzug - wie hier - einer (lediglich einem Beschleunigungszweck dienenden) gesetzlichen Anordnung oder einer behördlichen Anordnung nach § 80 Abs. 2 Nr. 4 VwGO entspricht (vgl. BVerfG vom 21.3.1985 BVerfGE 69, 220/229 = DVBl 1985, 567 ;… BayVGH vom 14.1.1991 a.a.O.; VGH BW vom 3.6.1991 NVwZ 1991, 1004 ; vgl. hierzu auch Schoch in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO , RdNr. 261 zu § 80 ).
Der in § 212a Abs. 1 BauGB normierte gesetzliche Ausschluss der aufschiebenden Wirkung einer Drittklage gegen die Baugenehmigung begründet weder eine gesteigerte Rechtmäßigkeitsvermutung zugunsten des Verwaltungsakts noch führt er zu einer grundlegenden Änderung des Maßstabs der gerichtlichen Überprüfung, da es keinen Unterschied macht, ob der Sofortvollzug - wie hier - einer (lediglich einem Beschleunigungszweck dienenden) gesetzlichen Anordnung oder einer behördlichen Anordnung nach § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 VwGO entspricht (vgl. BVerfG vom 21.3.1985 BVerfGE 69, 220/229 = DVBl 1985, 567;… BayVGH vom 14.1.1991 a.a.O.; VGH BW vom 3.6.1991 NVwZ 1991, 1004; vgl. hierzu auch Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, RdNr. 261 zu § 80).
Trotz des danach gewährten Vorrangs des Vollziehungsinteresses für baurechtliche Genehmigungen muss dem Nachbarn nicht nur bei überwiegenden Erfolgsaussichten, sondern auch bei unsicherer oder offener Prognose über den Erfolg des eingelegten Rechtsbehelfs in Ansehung der verfassungsrechtlichen Rechtsschutzgarantie nach Art. 19 Abs. 4 GG in sachgerechter Weise Rechtsschutz gewährt werden, der ihn davor bewahrt, dass vor Unanfechtbarkeit der ihn belastenden Baugenehmigung unwiederbringlich vollendete Tatsachen geschaffen werden (ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. Beschlüsse vom 03.06.1991 - 8 S 1170/91 - NVwZ 1991, 104 und vom 27.08.2007 - 8 S 1372/07 -).
Dieser Gesichtspunkt rechtfertigt es, bei unklarer Rechtslage in der Regel dem Interesse des die Baugenehmigung Angreifenden den Vorrang einzuräumen (…vgl. BayVGH, Beschl. v. 21.12.2001 - 15 ZS 01.2570 -, NVwZ-RR 2003, S. 9 f.; VGH Bad- Württ., Beschl. v. 03.06.1991 - 8 S 1170/91 -, BauR 1991, 590 f.).
Es kann dahinstehen, ob ernstliche Zweifel nur dann anzunehmen sind, wenn ein Obsiegen in der Hauptsache wahrscheinlicher ist als ein Unterliegen (so die herrschende Meinung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit, vgl. OVG Münster NVwZ 1989, 588; 1994, 198; VGH Baden-Württemberg NVwZ 1991, 1004, 1005; OVG Koblenz NJW 1986, 1004;… Finkelnburg/Jank, Vorläufiger Rechtsschutz im Verwaltungsstreitverfahren, 4. Aufl., Rdn. 852;… ebenso Meyer-Ladewig, SGG, 7. Aufl., § 86a Rdn. 27) oder ob es ausreicht, wenn ein Erfolg im Hauptsacheverfahren mindestens so wahrscheinlich ist wie ein Misserfolg (…so vor allem Schoch in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, § 80 Rdn. 197 mwN;s.a. LSG Berlin, Beschluss vom 08.03.1996 - L 4 Ar-SE 115/95 ).
OVG Bremen, 24.01.1992 - 1 B 1/92
Vorläufiger Rechtsschutz im baurechtlichen Nachbarstreit; Bauwichgarage; …
Zum anderen kommt es auf die Abwägung der Interessen aller Beteiligten an; dabei gewinnt die Frage besondere Bedeutung, inwieweit durch die Ausführung oder die Verzögerung des Vorhabens irreparable bauliche oder wirtschaftliche Folgen entstehen (vgl. zu den Entscheidungskriterien BayVGH, NVwZ 91, 1002, 11003; VGH Baden-Württ., NVwZ 91, 1004; Schoch, NVwZ 91, 1121, 1124).
Der Senat schließt sich jedenfalls für Beitragsstreitigkeiten der Auffassung an, dass ernstliche Zweifel i.S.d. § 86a Abs. 3 Satz 2 SGG nur dann vorliegen, wenn ein Obsiegen des Ast. in der Hauptsache wahrscheinlicher ist als ein Unterliegen (so die herrschende Meinung, vgl. LSG NRW…, Beschluss vom 18.12.2002 - L 16 B 70/02 KR ER - Meyer-Ladewig, SGG, 7. Aufl., § 86a Rdn. 27; VGH Baden-Württemberg NVwZ 1991, 1004, 1005; OVG Münster NVwZ 1989, 588; 1994, 198).
Diese Auffassung hat sich aber in der jüngeren Rechtsprechung zu § 80 Abs. 4 Satz 3 VwGO nicht durchgesetzt (vgl. OVG Koblenz NJW 1986, 1004, 1005; VGH Mannheim NVwZ 1991, 1004, 1005; OVG Münster NVwZ 1994, 198).
VGH Baden-Württemberg, 04.06.1991 - 8 S 1190/91
Unzulässigkeit von Wohngebäuden im Mischgebiet
Entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts bestehen an der Rechtmäßigkeit der der Beigeladenen erteilten Baugenehmigung ernsthafte Zweifel, so daß unter Abwägung der beteiligten Interessen dem Antrag der Antragstellerin gem. § 80 Abs. 5 VwGO i.V.m. Art. 2 §§ 10 Abs. 2, 18 Abs. 2 Wohnungsbau-Erleichterungsgesetz -- WoBauErlG -- vom 17.5.1990 (BGBl. I S. 926) stattzugeben war (vgl. Beschl. des Senats v. 3.6.1991 -- 8 S 1170/91 --).
Der in § 212 a BauGB normierte gesetzliche Ausschluss der aufschiebenden Wirkung eines Drittwiderspruchs und einer Drittklage gegen die Baugenehmigung begründet weder eine gesteigerte Rechtmäßigkeitsvermutung zugunsten des Verwaltungsakts noch führt er zu einer grundlegenden Änderung des Maßstabs der gerichtlichen Überprüfung, da es keinen Unterschied macht, ob der Sofortvollzug - wie hier - einer (lediglich einem Beschleunigungszweck dienenden) gesetzlichen Anordnung oder einer behördlichen Anordnung nach § 80 Abs. 2 Nr. 4 VwGO entspricht (vgl. BVerfG vom 21.3.1985, BVerfGE 69, 220/229 = DVBl 1985, 567;… BayVGH vom 14.1.1991 a.a.O.; VGH Mannheim vom 3.6.1991, NVwZ 1991, 1004).
OVG Saarland, 03.02.1992 - 2 W 35/91
Prüfungsmaßstab bei Eilverfahren gegen Wohnbauvorhaben
VGH Bayern, 17.08.2017 - 9 CE 17.1362
VGH Bayern, 09.06.2009 - 4 CS 09.603
Veröffentlichungs- und Bekanntmachungspflicht bei Erhebung einer …
Nachbarklage gegen Baugenehmigung - Belegung eines Einfamilienhauses mit …
VGH Baden-Württemberg, 05.03.1992 - 8 S 77/92
Befreiung von der im Bebauungsplan festgesetzten Baugrenze und Vereinbarkeit mit …
VG Sigmaringen, 30.05.2007 - 7 K 467/07
Baustopp für den Bau- und Recyclinghof der Gemeinde Beimerstetten