Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/bilanzierung-fremdkapital.html
Timestamp: 2019-11-14 09:08:32
Document Index: 102317543

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 266', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 6', '§ 253', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 266']

Rückstellungen & Verbindlichkeiten - Bewertung im HGB
Bilanz nach Handelsrecht - Rückstellungen & Verbindlichkeiten - Bewertung im HGB
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Hier klicken zum AusklappenEin Kunde der X-AG rutscht am 09.12.15 beim Hereinkommen in das Verwaltungsgebäude auf einer Bananenschale aus und verklagt die X-AG zwei Wochen später auf Schadenersatz. Der Prozess hierzu wird erst in 2016 zu Ende gehen, es spricht jedoch aus Sicht der X-AG vieles dafür, dass der Kunde den Prozess gewinnt und die X-AG Schadenersatz leisten muss.
Hier klicken zum AusklappenMan sieht an diesem Beispiel sehr gut, dass Rückstellungen das Imparitätsprinzip konkretisieren. Sobald ein Verlust wahrscheinlicher ist als der Nicht-Verlust, muss dieser Verlust der Zukunft bereits heute angesetzt werden. Verluste müssen also antizipiert werden, wie es das Imparitätsprinzip besagt.
Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag anzusetzen. Dies ist bei Geldleistungsverpflichtungen regelmäßig der Rückzahlungsbetrag.
Hier klicken zum AusklappenDie Trulla-AG aus Mainz nimmt bei ihrer Hausbank einen Kredit auf über nominal 1.000 €. Dieser wird unter Abschlag eines Disagios von 5 % ausbezahlt. Der Kredit ist im nächsten Jahr zu tilgen.
Die Verbindlichkeit ist mit 1.000 € einzubuchen, egal ob das Disagio aktiviert wird. Der Buchungssatz lautet daher
Bank 950 an
ARAP 50 an Verbindlichkeiten 1.000
im Fall der Aktivierung des Diagios bzw.
Zinsaufwand 50 an Verbindlichkeiten 1.000
im Falle der Nichtaktivierung des Disagios.
In jedem Fall aber wird die Verbindlichkeit in Höhe von 1.000 € eingebucht.
Hier klicken zum AusklappenRückstellungen sind abschließend in § 249 HGB aufgelistet. Alles was Rückstellung sein muss oder sein darf, ist in § 249 I HGB erwähnt. § 249 II HGB bestimmt, dass „alles andere“, was nicht im Absatz I genannt ist, nicht Rückstellung sein darf.
Man unterscheidet unterschiedliche Arten von Rückstellungen
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (§ 249 I 1, 1. Alt. HGB)
Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (§ 249 I 1, 2. Alt. HGB)
Rückstellungen für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen, die in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden (§ 249 I 2 Nr. 1 HGB)
Rückstellungen für Abraumbeseitigung die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt wird (§ 249 I 2 Nr. 1 HGB)
Rückstellungen für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden (Kulanzrückstellungen), (§ 249 I 2 Nr. 2 HGB)
Kommen wir zu den Rückstellungen im Einzelnen.
Hier klicken zum AusklappenDie Elektrik-AG aus Mainz stellt Fernsehapparate her. Auf die Fernsehapparate räumt sie eine Garantiefrist von einem Jahr ein, und rechnet mit Ansprüchen der Kundschaft in Höhe von 1 Million €.
Hier klicken zum AusklappenDie Beton-GmbH aus Köln stellt hochwertige Garagen her. Der Selbstkostenpreis für die Materialien wie Beton etc. und alle darüber hinausgehenden Kosten liegt bei 20.000 € pro Garage. Im Kaufauftrag mit der Mühle – OHG, in der die Mühle-OHG sich verpflichtet, fünf Garagen von der Beton-GmbH abzunehmen, wird ein Verkaufspreis pro Garage von 30.000 € vereinbart. Durch widrige Umstände steigen nun die Selbstkosten pro Garage auf 35.000 € an. Wie ist zu verfahren?
Kulanzrückstellungen werden gebildet für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtungen erbracht werden (§ 249 I 2 Nr. 2 HGB).
Hier klicken zum AusklappenDie oben erwähnte Elektrik-AG aus vorigem Beispiel hat wie bereits erwähnt, eine Garantiezeit von einem Jahr vertraglich vereinbart. Die anderen Anbieter auf dem Markt bieten noch ein weiteres Jahr kostenlose Reparaturen an.
Wie ist die Lage, wie ist zu buchen?
Die Gewährleistungen mit rechtlicher Verpflichtung sind mit Ende der Garantiezeit abgelaufen. Nach dem Ende der Garantiezeit ist man zwar rechtlich nicht mehr verpflichtet die Reparatur für den Kunden kostenfrei vorzunehmen, handelsrechtlich ist man jedoch verpflichtet, eine Rückstellung zu bilden. Dies ist insbesondere deswegen der Fall, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse entscheidend sind, nicht die rechtlichen. Wenn wegen des Wettbewerbdrucks die Elektrik-AG sehr wohl den Kunden zufrieden stellen wird und die Reparatur nicht in Rechnung stellen wird, so tut sie dies aus wirtschaftlichen Gründen (wegen des Konkurrenzdrucks), nicht aus rechtlichen. Der Buchungssatz würde lauten:
Aufwand für Rückstellungen an Kulanzrückstellungen
Für die Höhe der Kulanzrückstellungen müssen Erwartungen gebildet werden, um abzuschätzen, in welcher Höhe Kunden nach Ende der Garantiezeit noch eine Reparatur oder ähnliches verlangen.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG aus Lüne verzeichnet einen Schaden an einem Bagger im November 2016. Sie unterlässt es allerdings, die notwendige Reparatur noch im Jahre 2016 vorzunehmen; vielmehr nimmt sie die Reparatur vier Monate später, also im März 2017 vor.
Sollte eine Abraumbeseitigung die im laufenden Geschäftsjahr unterlassen wurde, im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt werden, so ist hier eine Rückstellung zu bilden nach § 249 I, 2 Nr. 1, 2. Halbsatz HGB.
Es gibt drei Arten von Rückstellungen, die beim Ausweis eine Rolle spielen (§ 266 III B Nr. 1 - 3):
Bei Pensionsrückstellungen liegen Rückstellungen vor, weil
der Grund der Verpflichtung unsicher ist oder
die Höhe unsicher ist.
Pensionsrückstellungen werden handelsrechtlich wie üblich mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt (§ 253 I 2 HGB), steuerrechtlich hingegen mit ihrem Teilwert.
Rückstellungen müssen mit dem "nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag" angesetzt werden. Dies heißt, dass langfristige Rückstellungen abgezinst werden müssen (§ 253 II 1 HGB).
Man beachte, dass bzgl. der Fristigkeit ein ganz kleiner Unterschied zwischen dem Handels- und dem Steuerrecht besteht, nämlich (§ 253 II 2 HGB, § 6 I Nr. 3a. Buchst. e) S. 1 iVm Nr. 3 S.2 EStG).
- Handelsrecht, kurzfristige Rückstellungen (die nicht abgezinst werden): Restlaufzeit höchstens ein Jahr
- Handelsrecht, langfristige Rückstellungen (die abgezinst werden): Restlaufzeit echt mehr als ein Jahr
- Steuerrecht, kurzfristige Rückstellungen (die nicht abgezinst werden): Restlaufzeit echt kürzer als ein Jahr
- Steuerrecht, langfristige Rückstellungen (die abgezinst werden): Restlaufzeit mindestens ein Jahr.
Der Unterschied besteht also bei Rückstellungen, die eine Restlaufzeit von exakt einem Jahr haben. Diese werden steuerrechtlich abgezinst, handelsrechtlich aber nicht.
Hierbei ist der Marktzinssatz der letzten zehn Geschäftsjahre anzuwenden (§ 253 II 2 HGB). Dieser wird von der Bundesbank ermittelt und monatlich bekanntgegeben.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG erhält am 31.12.2015 die behördliche Genehmigung, auf einem Grundstück Kohle abzubauen. Hierfür muss der Boden ausgehoben werden. Die Genehmigung enthält insbesondere auch die Verpflichtung zur Rekultivierung. Die derzeitige Schätzung geht von 120.000 € aus, die hierfür am Ende des Jahres 2020 anfallen werden. Die Kosten sind bisher nachweislich um 3 % gestiegen. Der von der Bundesbank bekanntgegebene Zinssatz der letzten zehn Jahre liegt schließlich bei 5,5 %.
Berechne die Höhe der Rückstellungen der Jahre 2015 und 2016.
Zunächst zinsen wir die Verpflichtung fünf Jahre lang auf. Bei einer Kostensteigerung von jährlich 3 % müsste man in fünf Jahren 120.000·1,035 = 139.112,89 € bezahlen. Wir rechnen daher mit einer Belastung pro Jahr in Höhe von 139.112,89/5 = 27.822,58 €. Am Ende des Jahres 2015 bilden wir daher nominell (!) eine Rückstellung von 27.822,58 €. Ihr Barwert hingegen beträgt 27.822,58/1,0554 = 27.822,58·1,055-4= 22.458,85 €. Ende des Jahres 2016 ist die Rückstellung mit nominell 2·27.822,58 = 55.645,16 € zu bewerten, der Barwert beläuft sich auf 55.645,16/1,0553 = 55.645,16·1,055-3 = 47.388,18 €. Also erfolgt eine Zubuchung der Rückstellung in Höhe von
Erhöhung Rückstellung = Barwert2016 - Barwert2015
= 47.388,18 – 22.458,85
= 24.929,33 €.
Der Buchungssatz hierzu lautet
Zinsen und ähnliche Aufwendungen an sonstige Rückstellungen 24.929,33
Hier klicken zum AusklappenFür die Zahlen aus dem vorherigen Beispiel berechne man die restlichen Rückstellungen.
27.822,58/1,0554
22458,85
(2·27.822,58)/1,0553
24929,33
47388,18
(3·27.822,58)/1,0552
27603,61
74991,79
(4·27.822,58)/1,055
30496,67
105488,46
5·27.822,58
33624,43
139112,89 (=120.000·1,035)
Entwicklung langfristiger Rückstellungen
Vielleicht ist für Sie auch das Thema	Aufgabe: Risikomatrix	(Sicherstellung eines IKS)	aus unserem Online-Kurs	Interne Kontrollsysteme (IKS) interessant.
In § 266 III A HGB ist von "Eigenkapital" die Rede. Wo steht dann das "Fremdkapital"? Welche der folgenden Antworten kommt der Wahrheit am nächsten?
In § 266 III C HGB
In § 266 III B HGB
In § 266 III B und C HGB.
Beim Ansatz von Rückstellungen ist ein einziger Paragraph von Bedeutung. Welcher ist dies?
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