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Timestamp: 2016-10-23 20:38:03
Document Index: 276608747

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

H.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Guido Ehrler, 4005 Basel,
Nachdem der 1966 geborene H.________ bereits am 17. September 1998 von einer Leiter gest�rzt, schon am folgenden 5. Oktober aber wieder voll arbeitsf�hig war, st�rzte er am 1. M�rz 2002 erneut von einer Leiter rund vier Meter tief auf einen Betonboden. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), welche f�r die Heilbehandlung aufkam und Taggelder ausrichtete, stellte ihre Leistungen mit Verf�gung vom 28. Oktober 2003 zum 31. Dezember 2003 ein; gleichzeitig lehnte sie es mangels behandlungsbed�rftiger Unfallfolgen ab, eine Invalidenrente und/oder eine Integrit�tsentsch�digung zuzusprechen. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 25. August 2004 fest.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst H.________ die Zusprache der gesetzlichen Leistungen auch ab 1. Januar 2004 beantragen; zudem ersucht er um unentgeltliche Verbeist�ndung.
Am 4. April 2007 reicht H.________ als zus�tzliches Beweismittel einen Bericht des Dr. med. M.________, Spezialarzt FMH f�r Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 26. Februar 2007 nach.
Das kantonale Gericht hat die entscheidrelevante Rechtsprechung zum f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers erforderlichen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und versichertem Unfallereignis, insbesondere bei sekund�ren psychischen Folgen (BGE 129 V 177 E. 3 und 4.1 S. 181 ff., 402 E. 4.3.1 und 4.4.1 S. 406 f., 115 V 133 E. 3 und 4 S. 134 ff. und E. 6 und 7 S. 138 ff., 403 E. 3-6 S. 405 ff.), zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird.
Wie zuvor schon die SUVA ist das kantonale Gericht davon ausgegangen, dass die geklagten Beschwerden auf Grund der medizinischen Akten keinem klaren unfallbedingten organischen Substrat zugeordnet werden k�nnen. Insbesondere verneinte es das Vorliegen einer organisch bedingten Hirnfunktionsst�rung. Des Weitern stellte es sich auf den Standpunkt, auf Grund der Aktenlage liege eine psychische Fehlentwicklung vor, welche als klar dominierend zu betrachten sei. Daraus schloss sie, die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und dem psychischen Beschwerdebild sei - entsprechend der h�chstrichterlichen Rechtsprechung (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99) - nicht nach der Praxis zum Schleudertrauma der Halswirbels�ule (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff.), sondern nach derjenigen zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.) zu pr�fen. Diese Pr�fung f�hrte die Vorinstanz schliesslich zur Verneinung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und vorhandenem Gesundheitsschaden.
3.1 Zur Begr�ndung ihrer Argumentation verwies die Vorinstanz zun�chst auf die anl�sslich der �rztlichen Erstversorgung auf der Notfallstation des Kantonsspitals B.________ "verh�ltnism�ssig unspektakul�ren" Befunde, das unauff�llige Computer-Tomogramm von Sch�del und Mittelgesicht sowie auf die Tatsache, dass keine neurologischen Ausf�lle festgestellt wurden.
W�hrend der nur gerade bis zum n�chsten Tag nach dem Unfallereignis vom 2. M�rz 2002 dauernden Hospitalisation in der Notfallstation wurden eine Commotio cerebri, eine Kontusion des Handgelenks rechts, der Hals- und der Brustwirbels�ule, rechts thorakal, und der rechten Schulter diagnostiziert. Nachdem diese Verletzungen rasch gut ausheilten und in den nachfolgenden medizinischen Berichten kaum mehr Erw�hnung finden, berichtete der Hausarzt Dr. med. V.________ der SUVA schon am 15. Mai 2002 von zus�tzlich aufgetretenen Kopfschmerzen kombiniert mit Schwindelerscheinungen, Ged�chtnisproblemen und L�rmempfindlichkeit; zudem sei es zunehmend zu depressiven Stimmungslagen gekommen. In einem Schreiben vom 21. Mai 2002 spricht er von einer psychischen Ver�nderung, zunehmender Nervosit�t und depressiver Stimmungslage sowie von Frischged�chtnisst�rungen und einer zu bef�rchtenden Chronifizierung der Symptomatik. Im Rahmen des darauf veranlassten Aufenthaltes zur physio- und psychotherapeutischen Behandlung in der Rehaklinik Bellikon vom 26. Juni bis 7. August 2002 stellten die �rzte im Wesentlichen eine schwere funktionelle Beeintr�chtigung durch Schmerz und Depression, eine mittelgradige depressive Episode mit wahrscheinlich dissoziativen Erregungszust�nden, eine Somatisierungsst�rung mit chronischen Kopfschmerzen, eine deutliche St�rung des Gleichgewichtssystems, eine leichte linksseitige Hyposensibilit�t sowie eine gesichtsmotorische St�rung unklarer Aetiologie fest; kognitive St�rungen als Folge einer milden traumatischen Hirnverletzung konnten gem�ss neuropsychologischem und psychopathologischem Konsiliarbericht vom 28. Juni 2002 wegen der komplexen psychopathologischen Symptomatik nicht objektiviert werden. Im Bericht der neurologisch-neurochirurgischen Poliklinik des Universit�tsspitals A.________ vom 15. Oktober 2002 werden nebst einem postcomotionellen Kopfschmerzsyndrom ausgepr�gte Konzentrationsst�rungen und eine ausgepr�gte depressive Reaktion erw�hnt, w�hrend Dr. med. V.________ am 10. Dezember 2002 von einer massiven Verschlechterung des Zustandes im letzten halben Jahr berichtet.
Dr. med. I.________ von der SUVA-internen Abteilung Versicherungsmedizin erachtet in seiner neurologischen Beurteilung vom 28. April 2003 eine erneute psychiatrische Untersuchung und Behandlung als dringend notwendig. Ausdr�cklich h�lt er fest, auf Grund der Dossiereintragungen k�nne er keine "somatischen Unfallfolgen im Grade der Wahrscheinlichkeit" erkennen. Die Frage, ob psychische Beschwerden im Vordergrund stehen, bejaht er ausdr�cklich; gegenw�rtig w�rden affektive St�rungen allf�llige unfallbedingte somatische St�rungen �berlagern, wie postcommotionell Kopfschmerzen oder Schwindel infolge einer Sch�digung des Gleichgewichtssystems. Auch wenn er eine leichte traumatische Hirnverletzung nicht ausschliesst, muss auf Grund seiner Darlegungen doch davon ausgegangen werden, dass die vorhandenen Beschwerden prim�r auf die psychische Entwicklung zur�ckzuf�hren sind. Dies wird denn auch durch die psychiatrische Beurteilung der Frau Dr. med. O.________, ebenfalls von der SUVA-internen Abteilung Versicherungsmedizin, vom 2. Mai 2003 best�tigt. Ausdr�cklich pflichtet Frau Dr. med. O.________ Dr. med. I.________ insofern bei, als der Beschwerdef�hrer einer station�ren psychiatrischen Behandlung bedarf und die psychische Symptomatik eindeutig im Vordergrund steht; die Symptome seien eindr�cklich, liessen sich aber nicht ohne weiteres einer klaren Diagnose zuordnen; sie h�tten sich seit der erstmaligen Beschreibung schon bald nach dem Unfall intensiviert und angesichts der Krankheitsdynamik und der drastischen Verschlechterung spreche einiges daf�r, dass es sich nicht um eine leichte bis mittelschwere, sondern allenfalls sogar um eine sehr schwere depressive St�rung handelt, m�glicherweise mit psychotischen Syndromen; es m�sse gar an eine beginnende Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis gedacht werden.
Der Psychologe Dr. phil. G.________ von der Psychiatrischen Universit�tsklinik A.________ zieht in seinem Bericht vom 12. Juni 2003 nach einer Testung der kognitiven F�higkeiten gar eine artifizielle St�rung oder die Entwicklung k�rperlicher Symptome aus psychischen Gr�nden auf dem Hintergrund eines rentenneurotischen Begehrens in Betracht. Frau Dr. med. R.________ wiederum, ebenfalls von der Psychiatrischen Universit�tsklinik A.________, kann in ihrer Stellungnahme vom 21. Juli 2003 eine organisch (traumatisch) bedingte Wesensver�nderung nicht mit Sicherheit ausschliessen; wahrscheinlicher aber sei die Akzentuierung der k�rperlichen Restsymptomatik im Rahmen der Somatisierungsst�rung oder einer Entwicklung k�rperlicher Symptome aus psychischen Gr�nden.
3.2 Auch wenn der psychische Zustand des Beschwerdef�hrers in den medizinischen Berichten nicht einheitlich umschrieben wird und f�r die vorhandenen Symptome unterschiedliche Erkl�rungen aufgezeigt werden, ist ein wesentlicher Einfluss der psychischen Entwicklung auf das Krankheitsgeschehen nicht zu �bersehen. Trotz teils unterschiedlicher fach�rztlicher Interpretationen sprechen die dargelegten Stellungnahmen in ihrer Gesamtheit aber doch f�r ein - wie von SUVA und Vorinstanz angenommen - im Vordergrund stehendendes psychisch bedingtes Leidensbild. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde liegen demgegen�ber keine gen�genden Anhaltspunkte f�r eine den Beschwerden zugrunde liegende unfallbedingte organische Sch�digung vor. Wie das kantonale Gericht mit Recht festgehalten hat, eignet sich insbesondere die Untersuchungsmethode der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect) rechtsprechungsgem�ss nicht, um im Rahmen der Pr�fung der nat�rlichen Kausalit�t von Unfallfolgen den Beweis f�r das Vorliegen hirnorganischer Sch�digungen zu erbringen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 [U 160/98]). Wenn die Vorinstanz unter Bezugnahme auf einen im vorinstanzlichen Verfahren von der SUVA beigebrachten Bericht des Dr. med. I.________ vom 7. Januar 2005 den Beweiswert des diesbez�glichen Berichts des Instituts f�r Nuklearmedizin des Kantonsspitals B.________ vom 5. November 2004 verneinte, ist dies daher nicht zu beanstanden. Dasselbe hat f�r die ebenfalls im Institut f�r Nuklearmedizin am 12. April 2005 vorgenommene Positronen-Emissions-Tomographie (PET) des Hirns zu gelten. Die fehlende Objektivierbarkeit schliesst zwar eine allf�llige milde traumatische Hirnverletzung nicht g�nzlich aus, zumal der Sturz von der Leiter grunds�tzlich geeignet gewesen sein mag, eine solche zu bewirken. Aus dem unauff�lligen Computertomogramm kurz nach dem Unfall muss jedoch geschlossen werden, dass diese zumindest nicht erheblich war. Dass sie f�r die geklagten Beschwerden urs�chlich gewesen sein k�nnte, kann zumindest nicht als mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt gelten, woran s�mtliche Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nichts zu �ndern verm�gen. Selbst wenn von einer (leichten) Hirnverletzung auszugehen w�re, w�rde dies der im �brigen �berzeugend begr�ndeten vorinstanzlichen Auffassung, wonach damit einhergehende gesundheitliche Beeintr�chtigungen durch die schon kurz nach dem Unfallereignis aufgetretene psychische Problematik g�nzlich in den Hintergrund gedr�ngt wurden, nicht entgegenstehen.
3.3 Der am 4. April 2007 nachgereichte Bericht des Dr. med. M.________ vom 26. Februar 2007 ist - soweit �berhaupt nachvollziehbar - nicht geeignet, neue Erkenntnisse zu belegen, welche im Rahmen der umfangreichen medizinischen Untersuchungen im Abkl�rungsverfahren der SUVA nicht bemerkt worden w�ren. Es kann daher davon abgesehen werden, dessen prozessuale Zul�ssigkeit n�her abzukl�ren. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten zus�tzlichen Abkl�rungen er�brigen sich ebenfalls, da von solchen angesichts der bereits gut dokumentierten Aktenlage keine grundlegend neuen Aufschl�sse erwartet werden k�nnen.
4.1 Dass SUVA und kantonales Gericht die Ad�quanzfrage nach Massgabe der in BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff. publizierten Rechtsprechung gepr�ft haben, ist demnach nicht zu beanstanden, sondern steht in Einklang mit BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, wonach in F�llen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbels�ule oder einer �quivalenten Verletzung geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, die Beurteilung der Ad�quanz unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen ist.
4.2 Ausgehend vom �usseren Geschehensablauf ist der am 1. M�rz 2002 erfolgte Sturz von einer Leiter mit der Vorinstanz den Unf�llen im mittleren Bereich zuzuordnen. F�r eine Bejahung der Ad�quanz m�ssten damit weitere mit dem Unfall zusammenh�ngende Kriterien mit einbezogen werden, von welchen ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein m�ssten. Dass dies nicht zutrifft, hat das kantonale Gericht zutreffend erkannt. Dass dem Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abzusprechen ist, hat auch die Vorinstanz anerkannt. Allein weil der Beschwerdef�hrer bereits zum zweiten Mal von einer Leiter gest�rzt ist, kann aber, entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, nicht davon gesprochen werden, dieses Kriterium sei in auffallender Weise erf�llt. Ebenso wenig kann von rein physisch bedingten Dauerbeschwerden die Rede sein.
Da es um Versicherungsleistungen der Unfallversicherung ging, sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 134 OG). Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann hingegen gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit ausgewiesen ist, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht von vornherein aussichtslos und die anwaltliche Vertretung geboten war (BGE 125 V 201 E. 4a S. 202 mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird Advokat Guido Ehrler f�r das Verfahren vor Bundesgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.