Source: http://exploredoc.com/doc/9122860/allgemeine-angaben-%C3%BCber-die-steuerregelungen-f%C3%BCr
Timestamp: 2017-12-12 10:34:16
Document Index: 43715208

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 22', '§ 33', '§ 3', '§ 4']

Allgemeine Angaben über die Steuerregelungen für
Allgemeine Angaben über die Steuerregelungen für private Lebensversicherungen – Steuermerkblatt
Risiko-Lebensversicherungen sind steuerlich begünstigt.
Die Beiträge sind im Rahmen der Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen gemäß § 10 Abs. 4 Einkommensteuergesetz (EStG) als
Sonderausgaben abzugsfähig.
Die Versicherungsleistung einer Risiko-Lebensversicherung ist stets
einkommenssteuerfrei.
Beiträge zu Sterbegeldversicherungen können nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Die Todesfall-Leistung ist in vollem Umfang einkommenssteuerfrei.
Bei Kündigung der Sterbegeldversicherung (auch bei Teilauszahlung) sind die Erträge einkommenssteuerpflichtig. Als steuerpflichtiger Ertrag gilt die ausgezahlte Versicherungsleistung abzüglich der
(bei Teilauszahlung anteilig) entrichteten Beiträge.
Hierauf hat das Versicherungsunternehmen 25 % Kapitalertragssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Kapitalertragssteuer) einzubehalten. Dies hat abgeltende Wirkung (Abgeltungsteuer).
Die Kapitalerträge können jedoch in der EinkommenssteuerVeranlagung berücksichtigt werden, wenn der Steuerpflichtige dies
ausdrücklich beantragt. Ergibt die Günstigerprüfung des Finanzamtes, dass der individuelle Steuersatz unterhalb des Abgeltungsteuersatzes von 25 % liegt, werden die Kapitalerträge niedriger besteuert.
Zusätzlich ist das Versicherungsunternehmen verpflichtet, auch die
Kirchensteuer (8 % bzw. 9 % der Kapitalertragssteuer) einzubehalten. Dazu wird vor Auszahlung der steuerpflichtigen Leistung das
Kirchensteuermerkmal beim Bundeszentralamt für Steuern abgefragt. Einzelheiten zu diesem Verfahren entnehmen Sie bitte dem
Kirchensteuerinformationsblatt „Information zum automatischen
Kirchensteuerabzug auf Kapitalerträge aus Versicherungsverträgen“.
Hat der Steuerpflichtige der Übermittlung des Kirchensteuermerkmals widersprochen, obwohl er kirchensteuerpflichtig ist, wird die
Kirchensteuer zwar nicht einbehalten, aber aufgrund einer Information des Bundeszentralamtes an das zuständige Finanzamt im Rahmen der Einkommenssteuer-Veranlagung nachgefordert.
Wird die Versicherungsleistung nach Vollendung des 62. Lebensjahres des Steuerpflichtigen und nach Ablauf von 12 Jahren seit Vertragsabschluss ausgezahlt, ist nur die Hälfte der Erträge steuerpflichtig. Das Versicherungsunternehmen ist aber verpflichtet, auch
hier 25 % der vollen Erträge als Kapitalertragssteuer zuzüglich
Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einzubehalten. Dieser
Einbehalt hat jedoch keine abgeltende Wirkung. Im Rahmen der
Einkommenssteuer-Veranlagung wird nur die Hälfte der Erträge mit
dem individuellen Steuersatz besteuert. Dies führt in jedem Fall zu
einer geringeren Steuerbelastung.
Die Kapitalertragssteuer - auch die mit abgeltender Wirkung - wird
ganz oder teilweise nicht einbehalten, wenn der Steuerpflichtige eine
Nichtveranlagungsbescheinigung oder einen Freistellungsauftrag zur
Geltendmachung des jeweiligen Sparer-Pauschbetrags vorlegt.
Wird die Überschussverwendungsform „Verrechnung mit den laufenden Beiträgen“ statt zu Vertragsbeginn erst während der Versi-
3 L/104 (01.01.2016) L4ABI1
cherungsdauer vereinbart, sind die jeweils verrechneten Überschüsse zum jeweiligen Verrechnungszeitpunkt steuerpflichtig. Als steuerpflichtiger Ertrag gilt der verrechnete Überschuss abzüglich der
anteilig darauf entrichteten Beiträge. Werden die genannten Voraussetzungen für die hälftige Besteuerung während der Versicherungsdauer erfüllt, gilt die reduzierte Besteuerung für Überschüsse, die
nach diesem Zeitpunkt verrechnet werden.
Zusatzversicherungen zu Lebensversicherungen
(Todesfall-, Unfall-, Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen)
Unfallund
BerufsunfähigkeitsZusatzversicherungen können bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer im Rahmen der Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen gemäß § 10 Abs. 4 EStG als Sonderausgaben abgezogen
TodesfallZusatzversicherungen.
Wird im Leistungsfall der steuerpflichtige Ertrag ermittelt, können nur
Beiträge zu Zusatzversicherungen, die sich auf das Todesfallrisiko
beziehen (Todesfall-Zusatzversicherungen), wie die Beiträge für die
Hauptversicherung von der Versicherungsleistung abgezogen werden.
Kapitalleistungen aus Todesfall- und Unfall-Zusatzversicherungen
sind stets einkommenssteuerfrei. Renten aus BerufsunfähigkeitsZusatzversicherungen sind als zeitlich begrenzte Leibrenten mit dem
EinkommensteuerDurchführungsverordnung zu versteuern. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich nach der voraussichtlichen Rentendauer.
Steuerpflichtiger ist grundsätzlich der Versicherungsnehmer. Wurde
ein abweichendes Bezugsrecht eingeräumt, wird der Bezugsberechtigte Steuerpflichtiger, bei einem widerruflichen Bezugsrecht allerdings erst bei Eintritt des Erlebensfalls.
Rentenleistungen sind vom Versicherungsunternehmen gemäß
§ 22a EStG der Deutschen Rentenversicherung Bund jährlich mitzuteilen, die die Finanzverwaltung entsprechend informiert.
Ansprüche oder Leistungen aus Lebensversicherungen unterliegen
der Erbschafts-/Schenkungssteuer, wenn sie aufgrund einer Schenkung des Versicherungsnehmers oder bei dessen Tod als Erwerb
von Todes wegen (z. B. aufgrund eines Bezugsrechts oder als Teil
des Nachlasses) erworben werden.,
Erhält der Versicherungsnehmer die Versicherungsleistung, ist sie
nicht erbschafts-/schenkungssteuerpflichtig, auch wenn er nicht
gleichzeitig versicherte Person ist.
Wird die Versicherungsnehmereigenschaft auf eine andere Person
übertragen, handelt es sich dabei um einen erbschafts-/schenkungssteuerpflichtigen Vorgang. Erbschafts-/Schenkungssteuer wird nur
dann fällig, wenn die Bemessungsgrundlage die Freibeträge übersteigt. Bemessungsgrundlage ist der Rückkaufswert (inklusive Überschussanteile) zum Übertragungszeitpunkt.
Allein die Einräumung eines Bezugsrechts (auch eines unwiderruflichen) ist nicht erbschafts-/schenkungssteuerpflichtig.
Nach § 33 Abs. 3 Erbschaftsteuergesetz in Verbindung mit § 3
Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung ist das Versicherungsunternehmen verpflichtet, die Zahlung einer Kapitalleistung über 5.000
Euro an andere Personen als den Versicherungsnehmer dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Rentenleistungen an andere
Personen sind ebenfalls anzeigepflichtig.
Beiträge zu Risiko- und Sterbegeldversicherungen (einschließlich
Zusatzversicherungen) sind in Deutschland nach § 4 Nr. 5 Versicherungsteuergesetz von der Versicherungsteuer befreit.
Verlegt der Versicherungsnehmer seinen gewöhnlichen Aufenthalt in
einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einen
Wirtschaftsraum und erhebt dieser Staat eine Steuer auf die Beitragszahlungen zu den Versicherungen (einschließlich Zusatzversicherungen) und muss der Versicherer die Steuer an die Finanzverwaltung des jeweiligen Staates abführen, ist der Versicherungsnehmer dem Versicherer gegenüber zur Erstattung der Steuer verpflichtet.
Meldung an ausländische Steuerbehörden
Aufgrund des zunehmenden internationalen Steuerdatenaustauschs
sind wir verpflichtet, Versicherungsverträge und die Auszahlung von
Versicherungsleistungen mit Auslandsbezug an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden.
Hinweis: Für Direktversicherungen und Rückdeckungsversicherungen gelten besondere Regelungen; siehe gesonderte Merkblätter.
Die Ausführungen geben den Stand zum 01.01.2016 wieder. Die
Anwendung dieser Steuerregelungen kann nicht für die gesamte
Laufzeit der Rentenversicherung garantiert werden.
Bei den vorstehenden Ausführungen handelt es sich lediglich um
allgemeine Angaben. Im Einzelfall empfehlen wir, einen Steuerberater zu konsultieren oder beim zuständigen Finanzamt eine Auskunft
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