Source: http://perspektive-berufsabschluss.de/de/200.php
Timestamp: 2020-08-12 09:41:37
Document Index: 245600878

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§13', '§33', '§421', '§13', '§33', '§421', '§13']

Perspektive Berufsabschluss: Oberhausen
Stadt Oberhausen, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012
Stadt Oberhausen, Jugendamt und soziale Angelegenheiten
Die kreisfreie Stadt Oberhausen hatte im Dezember 2007 offiziell 216.910 Einwohner. Der Anteil der „Passausländer“ lag bei 11,5 Prozent. Die Bevölkerungsentwicklung ist seit Mitte der 90-er Jahre negativ verlaufen. Im Zeitraum von 1995 bis 2003 lag der Wert bei -2,5 Prozent. Zum Vergleich: Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalen 0,9 Prozent, Bundesmittel 0,8 Prozent. Im Mai 2008 waren in Oberhausen 13.526 Personen offiziell arbeitslos gemeldet. Davon wurden 2.139 Personen (16 Prozent) von der Agentur für Arbeit Oberhausen und 11.387 (84 Prozent) von der Arbeitsgemeinschaft SODA nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) betreut. Der Anteil der SGB II-Arbeitslosen lag damit deutlich über dem Durchschnitt der alten Bundesländer (70 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag, bezogen auf alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen, bei 14 Prozent und damit ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt der alten Bundesländer von 7,2 Prozent. Von den nichtdeutschen abhängigen zivilen Erwerbspersonen war fast jede dritte (31,5 Prozent) arbeitslos gemeldet.
Es wird eine fest institutionalisierte Fachstelle beziehungsweise Koordinierungsstelle angestrebt, die über Initiativen der einzelnen Akteure vor Ort fortwährend informiert ist, bei Bedarf fachlich berät, Erfahrungen der einzelnen Akteure bündelt, Austausch organisiert und die fachliche Weiterentwicklung des Übergangssystems vorantreibt. Diese Initiative dient dem Ziel, kommunale und regionale Förderstrukturen bestmöglich aufeinander abzustimmen, um eine bedarfsangemessene Qualifizierung von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf im Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit zu erreichen. Durch eine frühzeitige individuelle Förderung sollen Schulkarrieren ohne Abschluss und ohne passenden Übergang vermieden werden. Somit soll langfristig das Ziel erreicht werden, den Anteil Jugendlicher ohne Schulabschluss und Berufsperspektive nachhaltig zu senken. Die Arbeit dieser Koordinierungsstelle baut auf langjährig bestehende Netzwerkstrukturen im Übergangssystem „Schule-Beruf“ in Oberhausen auf.
Neben einer professionellen Unterstützung und Moderation der Arbeit der regionalen Steuerungsgruppe „Berufliche Ersteingliederung“ soll eine bestmögliche Koordinierung der Einzelinitiativen und Einzelprojekte im Bereich des Regionalen Übergangsmanagements erfolgen. Gleichzeitig ist eine frühzeitige Akquise von Fördermitteln für die Verstetigung bewährter Initiativen im Regionalen Übergangsmanagement zu realisieren. Die Arbeit der Steuerungsgruppe dient zum einen der fachlichen Weiterentwicklung der beteiligten Institutionen sowie der regionalen Netzwerkarbeit, zum anderen der Beratung der Kommunalpolitik durch die Erstellung von Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Übergangssystems. Es ist beabsichtigt, Fachberatung bei der Planung und Durchführung von Berufsvorbereitungsangeboten in Schulen ab Klasse 6 insbesondere für die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einzurichten. Zur fachlichen Weiterentwicklung des Übergangssystems „Schule-Beruf“ werden bedarfsangemessene Angebote für rechtskreisübergreifende Weiterbildungen der Fachkräfte in den entsprechenden Handlungsfeldern entwickelt. Die fachliche Qualifizierung der Akteure der einzelnen Rechtskreise gewährleistet zudem die Verbesserung der Kooperationsstrukturen. Um unversorgte Jugendliche und ihren Förderbedarf frühzeitig ermitteln zu können, wird der Aufbau einer kommunalen Datenbank geprüft.
Die Schwerpunkte des Projektverlaufs lassen sich seit dem Beginn im Dezember 2008 einteilen in Moderation/ Vor- und Nachbereitung der Steuerungsgruppe Perspektive Berufsabschluss, Koordinierung von Einzelinitiativen, Fachberatung bei der Planung und Durchführung von Berufsvorbereitungsangeboten an Schulen. Arbeitschwerpunkte waren Neuakzentuierung der Gremienlandschaft des Übergangs, Prüfung und ggf. Aufbau einer kommunalen Datenbank zur Erfassung von Schulabgängerdaten.
Im ersten Quartal 2009 startete nicht nur die inhaltliche Arbeit. Auch die Öffentlichkeitsarbeit in der komplexen und heterogenen Förderlandschaft am Übergang Schule-Beruf nahm großen Raum ein mit der persönlichen Vorstellung des zunächst fachfremden Projektleiters, mit Zielpräsentation und Bedarfsabfrage. Durch die persönliche Etablierung des Projektleiters, durch die Konsolidierung der Fachstelle RÜM als Informations- und Kooperationspartner im Übergang konnte sich bis zum Projektende im März 2012 ein enges Netz von persönlichen und fachlichen Beziehungen bilden. Das kommt auch in den Aktivitäten zum Ausdruck, die über die in der Projektbeschreibung verzeichneten Tätigkeiten und Entwicklungen von 2008 hinausgehen. Als Beispiele wären zu nennen:
Initiative zur Neuorganisation des Übergangs Schule-Beruf,
die Einrichtung eines Jour fixe,
die Aktualisierung/Überarbeitung des Maßnahmenkatalogs Oberhausen,
die Leitung des Arbeitskreises Unversorgte / Schülerverbleibsdaten,
das Erstellen von Papieren für Gremien und Ausschüsse,
die Installierung eines eigenen Projektes (Perspektive Ausbildung und Arbeit).
Diese Koordinations- und Abstimmungsaufgaben entwickelten sich durch den unmittelbaren Austausch mit den Akteuren und den Bedürfnissen der Jugendlichen, insbesondere aber auch mit dem im Juni 2009 in Oberhausen im selben Dezernat angesiedelten Bildungsbüro.
Darüber hinaus flossen in die heterogene und dynamische Förderlandschaft durch verschiedene Initiativen – zum Beispiel vom Bund / von der Bundesagentur für Arbeit (Berufseinstiegsbegleitung - Bildungsketten (BerEb-Bk)), vom Land NRW (Ausbildungskonsens NRW, Startklar – Mit Praxis fit für die Ausbildung) – immer neue Praxis- und Koordinationsanforderungen ein, die zuweilen die Akzentuierung der unmittelbaren Tätigkeiten veränderten.
Projektbegleitend, insbesondere in den Jahren 2011 und 2012, war die Frage der Verstetigung und Nachhaltigkeit des Projektes für eine Stadt wie Oberhausen bedeutend, die sich in der Haushaltskonsolidierung befindet und damit bei Personalfragen abhängig vom Plazet der Kommunalaufsicht ist. Tätigkeitsschwerpunkte unter diesem Fokus waren (im Ausschnitt):
Fachstelle Regionales Übergangsmanagement (RÜM) / Steuerungsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“
Fachstelle und Steuerungsgruppe haben sich in der dreijährigen Projektzeit als tragende Elemente des Projektes und in ihrer Funktion zu selbstverständlichen Institutionen etabliert, die in dieser Art im kommunalen und regionalen Raum für die Stadt Oberhausen noch nicht existierten. Nach Projektbeendigung dienen sie als Modelle – mit Modifikationsbedarf (Personal- und Zeitressourcen, finanzielle Ausstattung, evtl. fachliche Akzentuierungen) – zur Orientierung in der Kommune. Die Steuerungsgruppe soll organisatorisch an eine hundertprozentige Tochter der Stadt Oberhausen angegliedert werden.
Die Projektleitung leistete während der gesamten Projektlaufzeit in allen im Übergang Schule-Beruf relevanten Arbeitskreisen Gremienarbeit: Beirat Schule-Beruf, AK-Schule-Beruf, AK Schule-Wirtschaft, MEO-Arbeitskreis, Jour fixe, Startklar – Fit für die Ausbildung. Im Zuge dieser Tätigkeit kam es gleichfalls, neben der Rolle als Projektleiter von RÜM, zur Wahrnehmung von Aufgaben und Interessen des Jugendamtes.
Aus dem Schulbereich, dem Bildungsbüro, von RÜM, von der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter wurde das Bedürfnis nach schneller, aktueller Information für den Übergang formuliert. Das Anfang 2010 erstmals eingerichtete Treffen „Jour fixe“ trägt dem Bedürfnis Rechnung und hat sich im Jahr 2011/2012 gleichfalls bewährt. Die durch die Sitzungsleitung von RÜM etablierten unbürokratischen Treffen von Fachberatung Schule-Beruf, Regionalagentur MEO, Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter-Team Jugendliche, BFO (Berufsförderung Oberhausen), RÜM und Bildungsbüro haben in den Treffen ihre Info-Stände, Termine und Arbeitsinhalte koordiniert. Nach Beendigung des Projektes wurden in der letzten Sitzung weitere Meetings im Rahmen einer Selbstorganisation der Mitglieder beschlossen.
Projekt „Perspektive Ausbildung und Arbeit“
Die schulischen und pädagogischen Defizite der Jugendlichen, das Bedürfnis der Schulen nach konkreter Unterstützung sowie die Aufgaben nach dem § 13 KJHG waren der Grund für die Verwirklichung des Konzeptes. Nach einem sehr arbeitsintensiven Start 2009 mit mannigfaltigen operativen und administrativen Koordinationsanforderungen konnte das Projekt mithilfe der städtischen Jugendpflege installiert werden. Es wurde auf eine zweite Hauptschule ausgeweitet. Die Vorteile der Initiative für die Schulen, die Bundesagentur für Arbeit, die städtische Jugendhilfe als kommunal initiiertes und gesteuertes schulisches Berufsorientierungsvorhaben – im Gegensatz zu Bundes - und Landesmaßnahmen – überzeugten die Akteure wie auch Schülerinnen und Schüler. Im Sinne der Verstetigung ist eine Weiterführung nach Beendigung von RÜM fest eingeplant
Maßnahmenkatalog Oberhausen
Zunächst nicht Bestandteil der Projektbeschreibung und anfänglich skeptisch begleitet, entwickelte sich der jährlich fortgeschriebene Katalog zu einem von allen Akteure beachteten Gesamtüberblick. In ähnlicher Form auch vor dem Projekt existent, konnte seine Aktualisierung und Überarbeitung durch die Personalressource RÜM sichergestellt werden. Auch nach dem Laufzeitende von RÜM soll der Katalog für Transparenz und Orientierung im Übergang Schule-Beruf sorgen, eine Weiterbearbeitung wird durch eine Tochter der Stadt sichergestellt.
Unterarbeitskreis Unversorgte / Schülerverbleibsdaten
Die Existenz des Arbeitskreises ist der Projektbeschreibung zu verdanken (Schülerverbleibsdaten) sowie dem dringenden Bedürfnis der Berufskollegs nach Unterstützung bei der Betreuung von unversorgten Schülern und Schülerinnen und dem Auftrag der städtischen Jugendberufshilfe gemäß § 13 KJHG. Den identifizierten unversorgten Schülern und Schülerinnen der Berufskollegs konnte ab 2010 ein Nachsorgeangebot gemacht werden. Ziel der Akteure war, dass die Jugendlichen sich nicht ohne ein sozialpädagogisches Angebot aus dem Betreuungssystem entfernen können. Zudem konnte das Projekt für unversorgte Hauptschülerinnen und -schüler auf eine weitere Hauptschule im Stadtgebiet ausgedehnt werden. Ein zukünftiger Nutzen dieses Projektteiles wird in der klaren Koordinationsanforderung der Schulen an die Stadt Oberhausen zu sehen sein.
Der Arbeitskreis konnte eine große Anzahl von Schülerverbleibsdaten zusammentragen. Die Basis hierzu bilden die amtliche Schulstatistik (Schulabgängerinnen und -abgänger von Sek. I nach Sek. II), die Bildungsbeteiligung an den Berufskollegs (z.B: Schüler/Schülerinnen nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems, IT-NW), die Daten der Bundesagentur für Arbeit, die eigene Erhebung der STuBoS, (Entlassene Schülerinnen und Schüler Sek.I mit dem nächsten Bildungsziel), der Maßnahmenkatalog Oberhausen. Auch hierbei trafen die Bedürfnisse von Schulen, Schülerinnen und Schülern sowie Jugendhilfe wirkungsvoll zusammen, die Weiterführung des Arbeitskreises durch eine Tochter der Stadt Oberhausen ist eingeleitet worden.
Neuorganisation Übergang Schule-Beruf
Der Nutzen der Initiative im Hinblick auf den Fortbestand ist vorsichtig zu betrachten. Der Bedarf nach effektiver Gestaltung der Gremienlandschaft der Akteure konnte durch den Gebrauch der Personalressource RÜM in den intendierten Veränderungsprozess eingebracht werden. Aus externen Gründen verzögerte sich die Institutionalisierung des zentralen koordinierenden Beirates bis auf den Januar 2012. Hier ist ohne ein funktionierendes RÜM, das vorbereitende Beiratssitzungen fachlich und organisatorisch mitgestaltet, und ohne die Personalressource, die zum Beispiel Übergangskonferenzen in den Schnittstellen organisiert, der Nutzen zum Zeitpunkt der Beendigung des Projektes differenziert zu betrachten. Dies muss auch unter dem Blickpunkt der Zielgruppe gesehen werden, denn der Beirat Übergang Schule-Beruf ist als gesetzlich legitimiertes Organ grundsätzlich für alle Schüler und Schülerinnen zuständig, nicht nur für die förderbedürftigen.
Dennoch ist zu bekräftigen, dass durch die Initiative belebende Bewegung in das Übergangssystem hinein gekommen ist. Die in Workshops ausgearbeiteten Themen werden auch in Zukunft Leitbild für Innovationen im Übergang sein. Dieser Themenkomplex bedarf, wenn er zukünftig weiter entwickelt werden soll, im Besonderen einer kommunalen Koordinierung, die in einen kommunalpolitischen Willen mit direkter Anbindung an die Stadtführung eingebettet ist.
Umsetzungs- und Transferstrategien
Die Installierung einer kommunalen Fachstelle RÜM, eines fachstelleneigenen Steuerungskreises als institutionalisiertem Instrumentarium zur Koordination und Kommunikation im systematisierten Übergang hat sich als unabdingbar herausgestellt. Bei dem Anliegen der Verstetigung von Projekten sind allerdings die personellen und finanziellen Ressourcen schon bei Projektbeginn und Antragstellung zu berücksichtigen.
Das Projekt „Perspektive Ausbildung und Arbeit“ hat Elemente, die anderen haushaltskonsolidierenden Kommunen als Richtschur für örtlich koordiniertes Handeln in der schulischen Berufsorientierung dienen können.
Die Generierung von Schülerverbleibsdaten, die Installierung von nachgehender sozialpädagogischer Hilfe für unversorgte Schülerinnen und Schüler hat Ideen für haushaltskonsolidierende Städte und Landkreise entwickelt, die zugeschnitten auf die Erfordernisse vor Ort Inspirationen für eigenständiges Handeln liefern.
Der Maßnahmenkatalog Oberhausen zeigt in seiner Charakteristik, nämlich seiner technischen und inhaltlich effektiven Ausführung, ein personell und finanziell effizientes Muster für die Herstellung von Transparenz im Maßnahmenangebot einer Region/Kommune.
Es hat sich gezeigt, dass die Ansiedlung des RÜM innerhalb der Kommune gleichzeitig eine Akzentuierung der inhaltlichen Schwerpunkte vorwegnimmt. Die Angliederung an die Bereichsleitung eines Jugendamtes fokussiert die Arbeit auf förderbedürftige Jugendliche, es ist zusätzliche Kommunikationsarbeit zur Dezernatsleitung/Stadtführung nötig, die Dienstwege führen über die Bereichsleitung. Bei der Angliederung an ein Bildungsbüro, die Dezernatsleitung, das Büro des Oberbürgermeisters ist der Fokus automatisch auf den Gesamtübergang Schule-Beruf gerichtet. Dienstwege sind kürzer, Top-Down-Strategien natürlich implementiert. Für die Akteure vor Ort ist die Installation von RÜM direkt an der Führungsetage einer Kommune disziplinierender in ihrem Konsensverhalten.
Auch im dritten Jahr der Fachstelle „Regionalstelle Übergangsmanagement Oberhausen“ kann von einer Entspannung auf dem Oberhausener Ausbildungsmarkt nicht die Rede sein. Ende Juni 2011 waren laut Ausbildungsmarktbericht der Agentur für Arbeit 1298 unversorgte Bewerber und Bewerbernnen zu zählen, lediglich 21 weniger als im Vorjahr. Es “… besteht ein Missverhältnis, denn auf knapp 890 Bewerber/innen kommen gerade einmal 350 freie Ausbildungsstellen“, so die offizielle Beschreibung der Agentur für Arbeit im Juni 2011. Nimmt man die Schülerinnen und Schüler hinzu, die jährlich ins Übergangssystem der Berufskollegs wechseln - 2009/2010 waren es 1070 Schüler und Schülerinnen - so sind die Rahmenbedingungen grob skizziert, in denen das RÜM in Oberhausen tätig ist.
Dennoch führten die Aktivitäten des RÜM zu einem weiteren Ausbau der kooperativen Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort. Die Ziele - die kommunalen Förderstrukturen passgenauer aufeinander abzustimmen, durch frühzeitige Förderung Schulkarrieren ohne Abschluss und ohne anschlussorientierten Übergang zu vermeiden - konnten durch die mit einer pädagogischen Fachkraft besetzten Stelle vorangetrieben werden.
In Zusammenarbeit mit den relevanten Instanzen vor Ort wurden folgende Schwerpunkte gesetzt:
Steuerungsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“
Eine tragende Säule für Koordinations- und Kommunikationsarbeit im Übergang Schule-Beruf ist die weiter entwickelte Steuerungsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“. Schon 2009 zeichnete sich in der ursprünglich als Arbeitsgremium der Jugendhilfe und freien Bildungsträger gegründeten Arbeitsgruppe die Erweiterung mit führenden Vertretern im Übergang Schule-Beruf ab. Hierzu sind u.a. zu erwähnen: Die Leitung Jobcenter Jugendliche, die Bundesagentur für Arbeit (Leitung Berufsberatung), RAA, Wirtschaftsförderung Oberhausen, Fachberater Schule-Beruf Oberhausen, Leitungen der Berufskollegs.
Kennzeichnend für die Arbeitsgruppe sind ein engagierter Meinungsaustausch zu aktuellen Entwicklungen im Oberhausener Übergang, die auf bewährter Zusammenarbeit fußenden Kooperationsabsprachen zu Projekten und deren Bewertungen. Das immer wieder auszutarierende Verhältnis der Akteure mit ihren jeweils eigenen Interessen - dies primär auf konsensorientierter Basis - ist mit der Vor- und Nachbereitung der Treffen ein Schwerpunkt der Arbeit von RÜM.
Die Rolle von RÜM ist in der Steuerungsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“ koordinierend, bei den aus dieser Tätigkeit entstandenen Projekten gestaltend und anregend.
Unter dem Fokus der Systematisierung von Förder- und Unterstützungsangeboten für benachteiligte Jugendliche sowie im Hinblick auf eine zukünftige Jugendberufshilfeplanung erfolgte die Aktualisierung und Fortschreibung des „Maßnahmenkatalog Oberhausen“. Der Katalog richtet sich von seiner Konzeption her an Fachleute und Lehrerinnen / Lehrer, er stellt den derzeitigen Überblick für Oberhausen (Stand Dezember 2010) dar. Die aufgeführten Maßnahmen beziehen sich auf die berufliche Ersteingliederung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Primär sind Maßnahmenangebote für benachteiligte Jugendliche aufgelistet. Der Katalog wird jährlich aktualisiert.
Positives Echo erhielt der Katalog sowohl aus dem Jugendhilfeausschuss als auch vom Amt für Wahlen und Statistik im Hinblick auf die Grundlagen eines geplanten Bildungsmonitorings in Oberhausen.
Bildungsbüro / Jour fixe
RÜM kooperiert mit dem unter der Dezernatsleitung (Jugend/Schule/Soziales) am 01.08.2009 eingerichteten Bildungsbüro der Stadt Oberhausen, die Zusammenarbeit hat sich 2010/2011 intensiviert. Aus dem Schulbereich, dem Bildungsbüro, von RÜM wurde ein Bedürfnis nach schneller aktueller Information für den Übergang formuliert. Federführend wurde von RÜM in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro ein „Jour fixe“ eingerichtet. An ihm nehmen teil: der Fachberater Schule-Beruf, Regionalagentur MEO, Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter Team Jugendliche, BFO (Berufsförderung Oberhausen), RÜM und Bildungsbüro. In den kurzen Treffen werden der Projektstatus/Infostand miteinander abgeglichen, Arbeitsinhalte und nächste Schritte geplant, Termine abgesprochen. Nach einer Probephase 2010, in der geprüft wurde, ob sich die intendierten Vorstellungen erfüllen, wurde die Weiterführung des Vorhabens im Januar 2011 einstimmig beschlossen
Organisationsberatung Übergang Schule-Beruf
Ende August 2010 fand ein Auftaktgespräch zur Organisationsberatung für den Übergang Schule-Beruf unter der Leitung des Ersten Beigeordneten für Familie, Bildung, Soziales des Übergangssystems statt. Es ging um eine partielle Neustrukturierung im Übergang Schule-Beruf, einer Initiative vom Lenkungskreis des Bildungsbüros zur Effektivierung des Gremiensystems. Gemeinsam mit dem Bildungsbüro organisierte RÜM drei Workshops mit einem externen Organisationsberater.
Bisherige Arbeitsergebnisse sind: Der Beirat Schule-Beruf soll als Kommunikationszentrum und Lenkungsinstanz federführend in der Oberhausener Gremienlandschaft tätig werden, der Austausch an den Schnittstellen des Übergangs soll effizienter werden, eine Vereinbarung zur Bildungsdokumentation soll entwickelt werden.
Als Multiplikatoren nahmen an den Workshops teil: Leitung Berufsberatung Oberhausen, Leitung Jobcenter Jugendliche, stellvertretender Schulaufsichtbeamter Oberhausen/Mülheim, Leitung des Verbundes der Bildungsträger, delegierte Leitung der Berufskollegs, Fachberater Schule-Beruf Oberhausen, Leitung RAA, RÜM und Bildungsbüro.
Die Implementierung der Arbeitsergebnisse ist eine Aufgabe von RÜM und Bildungsbüro 2011.
Arbeitskreis Unversorgte/Schülerverbleibsdaten
Aus dem Steuerungskreis „Perspektive Berufsabschluss“ hat sich 2009 ein Unterarbeitskreis Unversorgte/Schülerverbleibsdaten gebildet. In ihm sind vertreten: Fachberatung Schule-Beruf, Projektleitung Perspektive Berufsabschluss, Bildungsträger, Vertreter der Berufskollegs (Schulleitungen/ Fachlehrer für Berufsorientierung), Bundesagentur für Arbeit, fakultativ Fachleute anderer Disziplinen (Amt f. Wahlen und Statistik). In der Arbeitsgruppe wurden 2010/2011 in mehreren Sitzungen folgende Themen bearbeitet und erörtert:
Identifizierung von verschiedenen unversorgten Zielgruppen an den Berufskollegs
Verbleibsdaten von SchülerInnen nach Abgang aus den Berufskollegs
Ziel ist es, ein Datenerhebungssystem zu etablieren, um differenzierte und aufschlussreiche Informationen zu den Übergangsbiographien der Schulabgänger und Schulabgängerinnen nachzuzeichnen, Potenziale im Übergangssystem sollen dadurch besser genutzt und ausgebaut, Defizite und Hindernisse erkannt und abgebaut werden
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wahlen und Statistik konnte auf die vorhandenen Daten im IT.NRW (z.B. Übergangssystem des Berufsbildungssystems) zurückgegriffen werden, auf eigene Erhebungen im Amt f. Statistik (z.B. Schüler/Schülerinnen ohne Ausbildungsvertrag an den Berufskollegs) und auf eigene Lehrerbefragungen von Sek. I nach dem nächsten Bildungsziel der entlassenen Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus konnte die Einbindung der Arbeitsagentur in die Arbeitsgruppe für 2011 in die Wege geleitet werden.
Der Arbeitskreis Unversorgte/Schülerverbleibsdaten hat weiterhin in seinen Treffen einen Anteil an absolut unversorgten Schülern und Schülerinnen an 2 Berufskollegs der Stadt Oberhausen (45) identifiziert. Hierbei handelt es sich um Jugendliche, die nach Anmeldung im Berufskolleg entweder nur einmal oder gar nicht zum Unterricht in einer KSOB-Klasse (Klassen für SchülerInnen ohne Berufsausbildungsverhältnis) erschienen sind. Es zu befürchten, dass diese Schülerinnen und Schüler sich aus dem Übergangssystem entfernen.
Das Jugendamt hat gemäß §13 SGB VIII die Aufgabe, in der Jugendsozialarbeit benachteiligten jungen Menschen sozialpädagogische Hilfestellung im Rahmen der schulischen Ausbildung, der beruflichen Ausbildung sowie zur sozialen Integration zu leisten. Durch Koordinationstätigkeit konnte die Berufsförderung Oberhausen (BFO) dafür gewonnen werden, diesen Schülern und Schülerinnen ein nachgehendes sozialpädagogisches Angebot zu machen.
Perspektive Ausbildung und Arbeit
Unter der Prämisse der Nachhaltigkeit wurde 2009 durch RÜM an einer Hauptschule modellhaft das Projekt „Perspektive Ausbildung und Arbeit“ installiert. Die pädagogische Intention ist die Förderung der individuellen Ausbildungsreife von insbesondere benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Das Konzept gliedert sich in drei Säulen: dem Sozialtraining, der Wegbegleitung und der Ermittlung des individuellen Förderbedarfs.
In Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern Bundesagentur für Arbeit (Vertiefte Berufsorientierung §33i.V.m. §421q) und Bildungsträger wurde auf Initiative von RÜM die administrative und operative Koordination des Projektes auch 2010/2011 umgesetzt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Durch die vertragliche Einbindung des Netzwerkpartners konnten die Kosten des als pflichtig im Sinne des SGB VIII §13 angesehenen Projektes für die Stadt Oberhausen nahezu halbiert werden. Die Ausweitung auf eine weitere Hauptschule ist 2011 geplant.
Die Fachstelle „Regionales Übergangsmanagement Oberhausen“ konnte sich im Projektjahr Juni 2009 - Juli 2010 weiter konsolidieren. Eine Vielzahl von Aktivitäten hat dazu beigetragen, den Übergang Schule- Beruf als Strukturelement in die kommunale Landschaft einzubinden. Nicht zuletzt führte ein Sachstandsbericht zum Vorhaben im Jugendhilfe/Sozial- und Schulausschuss zur Jahreswende 2009/10 zur intensiven Auseinandersetzung mit den Zielen von RÜM. Zu diesem Zeitpunkt muss erwähnt werden, dass der Stadt Oberhausen, infolge ihres Nothaushaltes untersagt worden war, entgegen ihrer langen Tradition und vorbildhaften Verpflichtung, eigene Auszubildende einzustellen.
Im Einzelnen entwickelten sich in Abstimmung mit den Akteuren folgen Schwerpunkte:
RÜM greift auf ein vorhandenes Netzwerk im Übergang Schule-Beruf zurück. Es hat als zentrales Steuerungsgremium die Arbeitsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“ zur Verfügung. Hier werden mit allen relevanten Akteuren im Übergang Schule-Beruf, fakultativ mit geladenen Fachvertretern, aktuelle Themen bearbeitet, eigene Projektinitiativen entwickelt. Die Moderation sowie Vor- und Nachbereitung der Arbeitsgruppe ist ein Arbeitsschwerpunkt. Neben der Begleitung von aktuellen Entwicklungen im Übergang Schule Beruf, wie „Starklar – Mit Praxis fit für die Ausbildung“ findet gleichfalls die Bearbeitung von neuen Gestaltungselementen im Übergang Schule Beruf statt. Ebenfalls sind Diskussionen zu Bundesprojekten wie den BIldungsketten und deren Integration in die kommunale Struktur gegenwärtig. In der Steuerungsgruppe „Perspektive Berufsabschluss“ ist die Rolle von RÜM koordinierend, bei aus dieser Tätigkeit entstandenen Projekten gestaltend und initiierend.
Unter dem Fokus der Systematisierung von Förder- und Unterstützungsangeboten für benachteiligte Jugendliche sowie im Hinblick auf eine zukünftige Jugendberufshilfeplanung erfolgte die Aktualisierung und Fortschreibung des „Maßnahmenkatalog Oberhausen“. Der Katalog richtet sich von seiner Konzeption her an Fachleute und stellt den derzeitigen Überblick für Oberhausen (Stand Dezember 2009) dar. Die aufgeführten Maßnahmen beziehen sich auf die berufliche Ersteingliederung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Primär sind Maßnahmenangebote für benachteiligte Jugendliche aufgelistet.
Fortbildung/Fachveranstaltung für Akteure
Dem Bedürfnis nach rechtkreisübergreifender Weiterbildung der Akteure konnte durch Kooperation mit der UnternehmerverbandsGruppe e.V. eine Veranstaltung bei der Siemens AG zum Thema Online-Bewerbung für Auszubildende Rechnung getragen werden. Weitere Themenschwerpunkte für Multiplikatoren: das Vorstellungsgespräch, schriftliche Bewerbung, telefonische Bewerbung, und Recherche im Internet zur Berufsorientierung
RÜM kooperiert mit dem unter der Dezernatsleitung (Jugend/Schule/Soziales) am 01.08.2009 eingerichteten Bildungsbüro der Stadt Oberhausen. Mit dem auch für den Übergang Schule-Beruf zuständigen Team wurde gemeinsam, in der Moderatorenrolle, eine Veranstaltung zum Übergang Schule-Beruf, zum Thema benachteiligte SchülerInnen, begleitet.
Aus dem Steuerungskreis „Perspektive Berufsabschluss“ hat sich ein Unterarbeitskreis Unversorgte/Schülerverbleibsdaten gebildet. In der Arbeitsgruppe wurden folgende Themen bearbeitet und erörtert:
Zentrales Schüler-Online System als einheitliches und transparentes Anmeldeverfahren für alle Berufskollegs
Wissenschaftliche Stärke-Schwächen-Analyse u. a. zur „Warteschleifenproblematik“ in den Berufskollegs
Identifizierung von verschiedenen unversorgten Zielgruppen an den Berufskollegs.
Initiierung einer nachgehenden Hilfe für absolut unversorgte schulpflichtige SchülerInnen der Berufskollegs
Nutzung des vom Amt für Wahlen und Statistik erarbeiteten Indikatorenkatalogs zum Oberhausener Bildungsmonitoring zur Generierung von verlässlichen Zahlen im Übergang Schule Beruf, hier insbesondere von SEK I zu SEK II, zur Identifizierung von „Warteschleifen“.
Ziel ist es, ein Datenerhebungssystem zu etablieren, um differenzierte und aufschlussreiche Informationen über die Übergangsbiographien der Schulabgänger nachzuzeichnen. Potenziale im Übergangssystem sollen dadurch besser genutzt und ausgebaut, Defizite und Hindernisse erkannt und abgebaut werden.
Unter der Prämisse der Nachhaltigkeit wurde durch RÜM modellhaft an einer Hauptschule das Projekt „Perspektive Ausbildung und Arbeit“ installiert. Die pädagogische Intention ist die Förderung der individuellen Ausbildungsreife von insbesondere benachteiligten SchülerInnen. Das Konzept gliedert sich in drei Säulen: dem Sozialtraining, der Wegbegleitung und der Ermittlung des individuellen Förderbedarfs. In Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern Bundesagentur für Arbeit (Vertiefte Berufsorientierung §33i.V.m. §421q) und Bildungsträger wurde auf Initiative von RÜM die administrative und operative Koordination des Projektes umgesetzt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Durch die vertragliche Einbindung des Netzwerkpartners konnten die Kosten des als pflichtig im Sinne des SGB VIII §13 angesehenen Projektes für die Stadt Oberhausen nahezu halbiert werden. Den drei noch verbleibenden Hauptschulen in Oberhausen wird das Projekt ebenfalls angeboten.
Planungs- und Praxisentwicklungsprojekt Stand: Dezember 2009
[PDF - 182,6 kB]
(URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Oberhausen_Massnahmenkatalog_Oberhausen.pdf)
08/08/2020 04:32 / 200