Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/ar-mit-60-kann-ich-oder-nicht.html
Timestamp: 2018-12-19 08:28:10
Document Index: 363314363

Matched Legal Cases: ['§ 237', '§ 428', '§ 428', '§ 237', '§ 428', '§ 237', '§ 428', '§ 58', '§ 237', '§ 428', '§ 252', '§ 58']

AR mit 60 - kann ich oder nicht? | Ihre Vorsorge < content="">
AR mit 60 - kann ich oder nicht?
Wertes Expertenteam,
im Sportverein raten mir einige, die AR mit 60 zu beantragen, andere sagen, ich erfülle die Vorgaben nicht.
Will mich bei der DRV nicht blamieren, frage daher hier mal nach:
Geboren 11/1948
lückenlose Pflichtversicherung
1965- März 2002
- alo: 4.2002 - 6.2002 (ALG I)
- selbstständig 7.02-12.02 mit
frw. Beiträgen = 6 Monate
- alo: 1.03 - 11.04 (ALG I)
- alo 12.04 - 04.06 (ohne
Leistungsbezug)
- 05.06. - 08.07 - selbstständ.
frw. Beiträge = 16 Monate
09.07 - dato: alo ohne
Erfülle glaube ich alle Kriterien,
habe aber 22 Monate mit frw. Beiträgen.
Meine Unsicherheit ist auch:
Wie wird die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug gewertet, dies sind immerhin zusammen 31 Monate bis zum 60. Lebensjahr.
Oder verlängert sich der zeitraum von 10 Jahren dann um diese 31 Monate nach hinten:
aus 11.1998 in 04.1996 ?
zunächst einmal sollten Sie sich nicht im Sportverein beraten lassen. Hier sind die Auskunfts- und Beratungsstellen der richtige Ansprechpartner.
Der Zehnlahreszeitraum verlängert sich um anrechenbare Anrechnungszeiten.
Hier liegt das Problem. Die Anrechnungszeit muss sich an Pflichtbeitragsmonate anschließen (Folgemonat).
dies ist hier: alo 12.04 - 04.06 (ohne Leistungsbezug) der Fall.
Die Zeit 09.07 - dato: alo ohne Leistungsbezug
schließt nicht an eine Pflichtbeitragszeit an, ist also keine Anrechnunsezeit und verlängert damit den Zehnjahreszeitraum nicht.
Somit sind in den letzten 10 Jahren kein 96 Monate Pflichtbeiträge vorhanden und die Voraussetzungen für eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit nicht erfüllt.
JoJo hat leider recht!
Eine Frage hab ich aber noch...
Sie schreiben, dass Sie selbständig waren und freiw. B&#39;e gezahlt haben. Das haben Sie ja sicher nicht gemacht um eine &#34;höhere&#34; Rente zu erhalten, sondern hinsichtlich Versicherungsschutz oder?
Sind Sie ganz sicher, dass es sich um echte freiwillige B&#39;e handelt oder wurden Sie Kraft Gesetz als Selbständiger Pflichtversichert. (wird schonmal gern verwechselt) oder haben Sie gar die sog. Antragspflichtversicherung gewählt?
Rufen Sie doch Ihren zuständigen Sachbearbeiter bei der DRV an, und bitten Sie um Übersendung einer Rentenauskunft.
Aus dieser Rentenauskunft können Sie sehen, ob die Voraussetzungen für eine vorzeitige Altersrente erfüllt sind.
Achtung die Aussagen, von JOJO und Happy sins so nicht richtig.
Zeiten der Arbeitlosigkeit nach Vollendung des 58. Lebensjahres verlängern den 10-Jahreszeitraum auch ohne Vorliegen einer Anrechungszeit (also wenn die Unterbrechung einer versicherten Beschäftigung fehlt); siehe § 237 (2) SGB VI.
Ich empfehle dringend eine Beratungsstelle der DRV aufzusuchen!
Hallo Bodo B.,
Voraussetzung für eine Rente wegen Arbeitslosigkeit ist unter anderem, dass ab Vollendung des 58. Lebensjahres und sechs Monaten eine Arbeitslosigkeit von mindestens 52 Wochen vorliegt. Desweiteren müssen in den letzten zehn Jahren vor Beginn der Renten mindestens acht Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt worden sein.
Rechtsverbindlich können wir hier im Expertenforum keine Auskunft geben, ob Sie mit Vollendung des 60. Lebensjahres eine Altersrente in Anspruch nehmen können.Wir empfehlen Ihnen daher sich mit Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Verbindung zu setzen.
Autsch, und was ist mit der Selbständigkeit lieber TCK?
(11/06 = 58.Lj. = Selbständig = nicht ALO!!!)
Und nach dem 58 Lj. werden diese Zeiten nur als anrechenbar gedeutet, wenn die Erklärung nach § 428 SGB III unterschrieben wurde oder der Versicherte nachweisen kann, das er bemüht war die Beschäftigungslosigkeit zu beenden. Womit wir wieder bei der Nachweispflicht wären!!!
Berwerbungen müssen nachgewisen werden und das mit Rückantwort. Wir sprechen hier aber nicht von einer Bewerbung pro Monat gelle?
Also das stelle ich mir sehr schwierig vor...
Die Zeiten der Arbeitslosigkeit nach Vollendung des 58. Lebensjahres verlängern den 10-Jahreszeitraum auch ohne Abgabe einer Erklärung nach § 428 SGB III (auch wenn § 237 (2) für diese Fälle gedacht war). Begrifflich muß ansonsten aber Arbeitslosigkeit vorliegen (soweit gebe ich Ihnen vollkommen recht). Ich gehe dabei davon aus, dass Bodo aber sogar arbeitlos gemeldet war und damit hoffentlich keine Nachweisschwierigkeiten haben wird.
Die Zeiten der selbständigen Tätigkeiten verlängern den 10-Jahreszteitraum natürlich nicht, sind aber weniger als 25 Monate. Die erste Zeit der selbständigen Tätigkeit dürfte im übrigen noch Überbrückungstatbestand (gescheitere Selbsthilfe sein, da weniger als 7 Monate)i. Dadurch kann die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug vom 12/2004 bis 4/2007 zur Anrechungszeit werden.
Auch Zeiten, in denen Versicherte nach Vollendung des 58. Lebensjahres bei einer Agentur für Arbeit gemeldet waren und die Erklärung nach § 428 SGB III nicht abgegeben haben, verlängern den 10-Jahreszeitraum.
Diese Zeiten werden zwar nicht in § 237 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI als Verlängerungstatbestände aufgeführt. Die Rentenversicherungsträger legen die Vorschrift jedoch dahingehend aus, dass auch solche Zeiten den 10-Jahreszeitraum verlängern. Denn Versicherte, die die Erklärung nach § 428 SGB III nicht abgegeben haben, sich also uneingeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt haben, sollen nicht schlechter gestellt werden als die Versicherten, die sich nur noch eingeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt haben.
Zeiten der Arbeitslosigkeit nach dem 58. Lebensjahr, die nur deshalb keine (anrechenbaren) Anrechnungszeiten sind, weil der Unterbrechungstatbestand nach § 58 Abs. 2 SGB VI nicht erfüllt ist, verlängern daher ebenfalls den 10-Jahreszeitraum.
Dies gilt nur, wenn die Arbeitslosigkeit vor dem 01.01.2008 begonnen hat und die Versicherten vor dem 02.01.1950 geboren sind (§ 237 Abs. 2 Satz 3 SGB VI). Die Vorschrift findet auch Anwendung, wenn die Arbeitslosigkeit vor dem 01.01.2008 erstmals begonnen hat, dann durch eine Arbeitsunfähigkeit unterbrochen wird und die (weitere) Arbeitslosigkeit nach dem 31.12.2007 beginnt.
Die genannten Zeiten verlängern den 10-Jahreszeitraum nur, sofern keine weiteren Sachverhalte (wie zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit) vorliegen, die dem Vorliegen von Arbeitslosigkeit entgegenstehen.
auszug aus der Rechtshandbuch der DRV
vielen Dank, toll wie Sie alle helfen:
An tck: bin selbstverständlich seit 09/2007 arbeitslos gemeldet, oder meinen Sie einen anderen Zeitraum?
Wie meinen Sie Ihren letzten Satz mit den Daten:12/2004 - 4/2007 oder meinen Sie 4/2006?
also ich habe jetzt alles nochmal durch gerechnet und gebe es zu: Ja es stimmt. TCK und Knut haben recht!
Durch die zeitliche Auflistung von Bodo bin ich total verrutscht und bin mit meiner &#34;Streckung&#34; völlig durcheinander gekommen.
Die 8/10 Belegung müsste also klappen, wenn der Zeitraum von 07/2002 - 12/2002 als missglückter Arbeitsversuch zu einem Überbrückungstatbestand führt und somit die ans ALG I anschließende alo als AZ anerkannt wird. von 09/07 - 10/2008 haben wir dann wieder eine alo als AZ uns somit genug Zeit den 10 JZR zu &#34;strecken&#34;.
Also lieber Bodo,
da ich annehme, dass weder der Sportverein noch irgendwelche anderen Menschen Sie darauf gebracht haben, sondern Sie gerade für Ihre Prüfung zum Sozifa lernen wünsche ich Ihnen sehr viel Erfolg dabei!!!
Ihre Frage habe Sie jedenfalls sehr schön aufgeschlüsselt, mögen Ihre Antworten auch so detailliert sein, dann wird es eine gute Note!
Hallo werter Happy, TCK, Knut und Expertin:
Vielen dank für die große Hilfe, hatte garnicht damit gerechnet, dass sich soviele nette menschen so arg engagieren - nochmals danke.
Jetzt müßte sich nur noch Knut &#34;bekehren&#34; lassen, dann würde ich heute besser schlafen können.
Lieber happy, bin kein Sozifa und lerne auch für keine prüfung. Habe nur hier gelesen und alle kommentare verfolgt und gemerkt: Je präziser eine Frage, je aussagekräftiger die Antwort.
Eine letzte Frage: Was bedeutet der Überbrückungstatbestand von 07/2002 - 12/2002?
Sorry Knut, ich habe nicht Sie sondern Jojo gemeint mit der Bekehrung.
Sie können ruhig schlafen. Bekehren müssen Sie mich allerdings auch nicht. Ich hätte nur daran denken müssen.
Wie Knut Rassmussen richtig gesagt hat: das Gesetz gibt eine solche Handhabung eigentlich nicht her.
Die Rentenversicherungsträger haben sich jedoch entschlossen, die über 58-jährigen gleich zu behandeln.
Die RV-Träger sahen keinen Grund darin, diejenigen die sich der Arbeitsvermittlung nicht mehr zur Verfügung gestellt haben besser zu stellen als diejenigen, die eine solche Erklärung nicht abgegeben haben.
Das erwähnte Rechtshandbuch der DRV lautet insoweit:
&#34;Arbeitslosigkeitszeiten (ab 01.01.1992 ohne Leistungsbezug) von Versicherten, die nur deshalb nicht der Arbeitsvermittlung zur Verfügung standen, weil sie nicht bereit waren, jede zumutbare Beschäftigung anzunehmen oder an zumutbaren beruflichen Bildungsmaßnahmen teilzunehmen (§ 428 SGB 3, § 252 Abs. 8 SGB 6). Bei diesen Zeiten handelt es sich um Zeiten, die keine Beitrags- oder Anrechnungszeiten sind. Diese Arbeitslosigkeitszeiten verlängern den Zehnjahreszeitraum auch dann, wenn keine Unterbrechung einer versicherungspflichtigen Beschäftigung vorliegt (ISRV:NI:RBRTB 2/99 15).
Auch für Zeiten der uneingeschränkten Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug ist bei fehlender Unterbrechung i.S.d. § 58 Abs. 2 SGB 6 eine Verlängerung des Zehnjahreszeitraumes vorzunehmen, soweit diese Zeiten nach dem vollendeten 58. Lebensjahr liegen (ISRV:NI:RBRTS 1/2000 20), (ISRV:NI:RBRTB 2/2001 29).&#34;
Eine Erläuterung der Abkürzungen erspare ich mir, zumal ohnehin nur Insider sie verstehen würden.
Auch Ihnen Jojo herzlichen Dank - werde mich jetzt leichter tun.
Ihr Bodo Beck
25.06.2008, 08:26
Ihre Frage: &#34;Eine letzte Frage: Was bedeutet der Überbrückungstatbestand von 07/2002 - 12/2002?&#34;
Diese Zeit wäre ja rentenrechtlich eine Beitragszeit aufgrund der gezahlten FB.
Normalerweise würde die Selbständigkeit dazu führen, dass die anschließende ALO ohne LB nicht anrechenbar ist, wegen der fehlenden Unterbrechnung einer versicherungspflichten Tätigkeit. Da dieser Zeitraum aber nicht größer ist als sechs Monate, wird er als Überbrückungszeit anerkannt (missglückter Arbeitsversuch) und somit kann die ALo als AZ berücksichtigt werden und &#34;streckt&#34; den 10 JZR.