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Timestamp: 2018-10-19 18:16:52
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Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7']

Veröffentlicht von:Alke Busch Geändert vor etwa einem Jahr
Meisterkurs BFS 2015 Wettbewerbsrecht Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
2 U 01 Wettbewerbsrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 262
Werbung und Wettbewerb beruhen auf dem Grundrecht der freien Persönlichkeitsentfaltung, das jedoch dort endet, wo gleiche Rechte anderer beeinträchtigt werden. Den Wettbewerb regelnde und einschränkende wichtige Gesetze, die teils alle Stufen des Wettbewerbs, teils nur den Endverbraucher schützen, zeigt die folgende Übersicht: Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
3 U 01 Wettbewerbsrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 262
Werbung und Wettbewerb beruhen auf dem Grundrecht der freien Persönlichkeitsentfaltung, das jedoch dort endet, wo gleiche Rechte anderer beeinträchtigt werden. Den Wettbewerb regelnde und einschränkende wichtige Gesetze, die teils alle Stufen des Wettbewerbs, teils nur den Endverbraucher schützen, zeigt die folgende Übersicht: Schutzbereich Wirtschaftsstrafgesetz: Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität Nur Endverbraucher: Preisauszeichnungs-VO Verpflichtung zur Preisauszeichnung UWG: Verbot unlauterer Wettbewerbs Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen: Verbot von Konzentrationen in der Wirtschaft Ladenschluss-gesetz Alle Stufen des Wettbe-werbs Urheberrecht Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
4 U 02 Kartellrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 262
Kartellgesetz = Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen Mögliche Formen der Wirtschaftsordnung eines Staates: Planwirtschaft Marktwirtschaft Wirtschaftsordnung in der wesentliche, wenn nicht alle Entscheidungen zur Zuordnung knapper Ressourcen wie Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffe zur Produktion von Gütern von einer zentralen Instanz getroffen werden. Entscheidungsfindung bleibt allen allen am Markt teilnehmenden Personen überlassen Überlässt der Staat die Marktwirtschaft sich selbst, finden Unternehmer rasch Mittel und Wege, den Markt durch Zusammenschlüsse, Vereinbarungen, abgestimmtes Verhalten für sich vorteilhaft, für Verbraucher und Konkurrenten nachteilig zu beeinflussen (so genannte freie Marktwirtschaft). Die Bundesrepublik Deutschland als moderner Sozialstaat hat verfassungsrechtlich sichergestellt, dass aus sozialen Rücksichten korrigierend in die freie Marktwirtschaft eingegriffen werden kann (soziale Marktwirtschaft) Verboten sind in der sozialen Marktwirtschaft grundsätzlich Wettbewerbsbeschränkungen durch Kartellvereinbarungen, Kartellbeschlüsse und abgestimmtes Verhalten, Marktbeherrschung, wettbewerbsbeschränkendes Verhalten. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
5 U 02 Kartellrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263
Kartellbehörden sind das Bundeskartellamt in Bonn und die Kartellämter der Länder (in der Regel das Wirtschaftsministerium). Verstöße gegen das Kartellgesetz sind Ordnungswidrigkeiten, die mit Geldbuße bis zu ,00 EUR, darüber hinaus bis zu maximal 10 % des im Vorgeschäftsjahr erzielten Gesamtumsatzes geahndet werden können. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
6 U 02 Kartellrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263
Kartellvereinbarungen – Beschlüsse und abgestimmtes Verhalten Dies sind Vereinbarungen, Beschlüsse und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen von miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen, die den Wettbewerb geplant oder tatsächlich verhindern, einschränken oder verfälschen. Sie sind verboten, wenn sie die Erzeugung von Waren oder die Marktverhältnisse für den Verkehr mit Waren oder gewerblichen Leistungen durch Beschränkung des Wettbewerbs spürbar beeinflussen. Beispiele: Treibstofflieferanten beschließen, die Treibstoffpreise zu einem vereinbarten Stichtag gemeinsam auf ein einheitliches Niveau anzuheben. Mitglieder der Bäcker-Innung beschließen, dass ab morgen Brote generell um 20 Cent teurer werden. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
7 U 02 Kartellrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263
Ausnahmen: Normen- und Typenkartelle, Spezialisierungs-, Mittelstands-, Rationalisierungs- und Strukturkrisenkartelle. Beispiel: Kooperationserleichterungen für die Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen für den Einkauf von Waren, die Verwaltung, Werbung oder Produktion, wenn dadurch der Wettbewerb nicht wesentlich beeinflusst wird. Einige von ihnen werden auch ohne besondere Erlaubnis wirksam, wenn die Kartellbehörde, bei der sie anzumelden sind, nicht binnen drei Monaten widerspricht. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
8 U 02 Kartellrecht Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263
Marktbeherrschung, wettbewerbsbeschränkendes Verhalten Ein Unternehmen ist marktbeherrschend, wenn es für bestimmte Waren oder Leistungen ohne Wettbewerber ist oder keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt ist oder eine überragende Marktstellung hat. Die missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung durch ein oder mehrere Unternehmen ist verboten. Beispiele für Marktbeherrschung: Forderung von bei funktionierendem Wettbewerb unüblichem Entgelt; Verweigerung des Zugangs zu eigenen Netzen oder Einrichtungen trotz angemessenen Entgelts. Beispiele für wettbewerbsbeschränkendes Verhalten: Diskriminierungsverbot, Verbot unbilliger Behinderung, sonstiges wettbewerbsbeschränkendes Verhalten und Empfehlungsverbot. Liefer- und Bezugssperren: Gewährung von Vorzugsbedingungen; unbillige Untereinstandspreisverkäufe. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
9 LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263 Unlautere Wettbewerbshandlungen, die geeignet sind, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber, der Verbraucher oder der sonstigen Marktteilnehmer nicht nur unerheblich zu beeinträchtigen, sind unzulässig. Die Generalklausel des UWG verbietet somit, vereinfacht ausgedrückt, alle Handlungen als unlauter, die den anständigen Gepflogenheiten in Handel, Handwerk, Gewerbe oder selbstständiger beruflicher Tätigkeit zuwiderlaufen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 263 ● Wettbewerbshandlung ist jede Handlung einer Person mit dem Ziel, zugunsten des eigenen oder eines fremden Unternehmens den Absatz oder den Bezug von Waren oder die Erbringung oder den Bezug von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen zu fördern. ● Mitbewerber ist jeder Unternehmer, der mit einem oder mehreren Unternehmern als Anbieter oder Nachfrager der vorgenannten Güter in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis steht. ● Verbraucher ist jede natürlich Person, die weder in ihrer gewerblichen noch in ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit betroffen ist. ● Marktteilnehmer erfasst als Oberbegriff neben den bereits Genannten alle Personen, die die vorgenannten Güter anbieten oder nachfragen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 264 In allen Fällen zu beachten ist die Bagatellschwelle: nicht nur unerheblich beeinträchtigende, sondern die einen Marktteilnehmer benachteiligenden Wettbewerbshandlungen sind unlauter und damit verboten. Das UWG bezweckt den Schutz des genannten Personenkreises vor unlauterem Wettbewerb, nicht dagegen den Schutz sonstiger Allgemeininteressen (z. B. Arbeitnehmer-, Tier-, Umwelt-, Diskriminierungsschutz). Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
12 U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 264 Generalklausel § 3 UWG Beispieltatbestände unlauterer Wettbewerbshandlungen (§§ 4–7) 1. Regelbeispiele unlauteren Wettbewerbs (§ 4) 2. Irreführende Werbung (§ 5) 3. Vergleichende Werbung (§ 6) 4. Unzumutbare Belästigung (§ 7) Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 264 1. Regelbeispiele unlauteren Wettbewerbs: ● unsachliche Beeinflussung Beispiel: Unangekündigte extreme Kurzfristrabatte, wenn der Kunde die Preiswürdigkeit nicht mit Konkurrenzangeboten vergleichen kann. ● Verkaufsförderungsmaßnahmen Beispiel: Für Preisnachlässe, Zugaben, Geschenke, etc. werden die Teilnahmebedingungen nicht klar und deutlich angegeben. ● Herabsetzung von Mitbewerbern ● gezielte Mitbewerberbehinderung Beispiel: Boykott und Vernichtungswettbewerb, um den Konkurrenten an dessen wettbewerblicher Entfaltung zu hindern. ● Rechtsbruch Beispiel: Verstöße gegen Marktverhaltensregeln (z. B. Ladenschlussgesetz, Preisangabenverordnung) oder Marktzutrittsregeln (z. B. Handwerksordnung, Rechtsberatungsgesetz). Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 264 2. Irreführende Werbung: ● über Merkmale der Waren oder Dienstleistungen ● über den Anlass von Verkaufsaktionen Beispiel: Jubiläums-, Räumungsverkäufe ohne tatsächlichen Anlass. ● über geschäftliche Verhältnisse ● über Preisherabsetzungen Beispiel: Ein überhöhter Preis wird nur für unangemessen kurze Zeit gefordert (Mondpreis), um kurz darauf mit einer Preissenkung werben zu können. ● für Ware ohne ausreichende Bevorratung Beispiel: Die Ware umfasst nur einige Exemplare und ist nach kurzer Zeit verkauft (Lockvogelangebot). Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 265 3. Vergleichende Werbung, wenn sie: ● das Sachlichkeitsgebot verletzt (ungleich Vergleich) ● zu pauschal gehalten ist (kein gleicher Bedarf oder Zweck) ● eine Verwechslung begründen kann (zwischen Mitbe- und Werber) ● Kennzeichen ausbeutet oder beeinträchtigt (des Mitbewerbers) ● Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten, persönliche oder geschäftliche Verhältnisse eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft ● eine Ware oder Dienstleistung als Imitat oder Nachahmung einer unter einem geschützten Kennzeichen vertriebenen Ware oder Dienstleistung darstellt ● bei einem Preisvergleich Ende und gegebenenfalls Beginn des Angebots nicht eindeutig angibt. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 265 4. Unzumutbare Belästigung eines Marktteilnehmers: ● Der Empfänger wünscht die Werbung erkennbar nicht. ● Telefonanrufe ohne (bei Verbrauchern: ausdrückliche) Einwilligung. ● Telefax-, - und Werbung mit automatischen Anrufmaschinen ohne ausdrückliche Einwilligung. ● Werbung über elektronische Kommunikationsdienste, wenn die Identität des Absenders verschleiert wird oder keine gültige Antwortadresse angegeben wird. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 265 Wettbewerbsrechtliche Ansprüche und ihre Durchsetzung: Wer: - verletzte Mitbewerber - u. a. auch gewerbliche Kammern Ansprüche: nach Abmahnung Unterlassung, Beseitigung Schadenersatz Bei vorsätzlichen Verstößen können Kammern den zu Lasten einer Vielzahl von Abnehmern erzielten Gewinn zugunsten des Bundeshaushalts abschöpfen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 03 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 265 Verfahren: Zur Beilegung auch von Wettbewerbsstreitigkeiten haben Industrie- und Handelskammern unter Mitwirkung der Handwerkskammern und der Verbraucherverbände Einigungsstellen errichtet. Ziel ist die außergerichtliche Streitbeilegung. Misslingt diese, sind die Landgerichte ausschließlich zuständig. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 04 Preisangabenverordnung Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 266 Jeder Unternehmer, der unter Angabe von Preisen wirbt, hat zum Schutz der Endverbraucher die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise). Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 04 Preisangabenverordnung Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 266 Jeder Unternehmer, der unter Angabe von Preisen wirbt, hat zum Schutz der Endverbraucher die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise). Die Preisangabenpflicht trifft jeden Unternehmer, der gewerbs- oder geschäftsmäßig Letztverbrauchern Waren oder Leistungen anbietet oder damit in Presse, Rundfunk, Fernsehen oder sonstigen Medien wirbt. Hiervon ausgenommen sind Preise mit Änderungsvorbehalt bei Liefer- oder Leistungsfristen von mehr als vier Monaten und bei Dauerschuldverhältnissen. Beispiel: Der Landmaschinenmechanikermeister wirbt in der Zeitung für eine von ihm entwickelte Maschine zum Preis von ,00 EUR, Lieferfrist fünf Monate. Durch Hinweis auf Material- und Lohnerhöhungen während der Lieferfrist kann er sich eine Preisänderung vorbehalten. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 04 Preisangabenverordnung Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 266 Einzelheiten zur Preisauszeichnung ● Handel – Waren in Verkaufsräumen, in Schaufenstern, Schaukästen oder Verkaufsständen müssen durch Preisschilder oder Beschriftung der Ware ausgezeichnet werden. – Für sonstige Waren gilt: entweder Auszeichnung wie vorstehend oder Beschriftung der Behältnisse oder Regale oder Anbringen/Auslegen von Preisverzeichnissen. Katalog- oder Bildschirmwaren sind bei der Warenabbildung oder in einem zusammenhängenden Verzeichnis anzupreisen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
22 LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 04 Preisangabenverordnung Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 266 Einzelheiten zur Preisauszeichnung ● Kredite Der effektive Jahreszins (Zinsen; Vermittlungsgebühren und sonstige Kosten) und die sonstigen Nebenbedingungen und Nebenkosten sind durch Aushang auszuweisen bzw. im Angebot bekannt zu geben. ● Leistungen – Dienstleistungsbetriebe und Handwerker müssen ihre wesentlichen Leistungen in einem Preisverzeichnis zusammenstellen und im Geschäftslokal und Schaufenster oder Schaukasten anbringen oder sämtliche angebotenen Leistungen in ein Preisverzeichnis aufnehmen. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Geldbuße geahndet werden. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
23 U 05 Ladenschlussgesetz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 267
Die Ladenschlussvorschriften schützen die Arbeitnehmer und regeln den Wettbewerb der Betriebe untereinander. Geltungsbereich des Ladenschlussgesetzes Das Ladenschlussgesetz gilt für Verkaufsstellen (Ladengeschäfte aller Art, Kioske, Basare etc.), in denen von einer festen Stelle aus ständig Waren zum Verkauf an jedermann feilgehalten werden. Nicht Verkaufstätigkeit und damit von den Ladenschlusszeiten freigestellt sind: ● die Auslieferung bereits bestellter Waren ● das Zu-Ende-Bedienen von Kunden zum Zeitpunkt des Ladenschlusses ● Werbeveranstaltungen, wenn eine Verkaufstätigkeit sicher ausgeschlossen ist. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
24 U 05 Ladenschlussgesetz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 267
Die meisten Bundesländer haben den Ladenschluss an den Wochentagen (Mo-Sa) freigegeben (z.B. BW) Teilweise Freigabe: Thüringen: Samstags nur bis 20 Uhr Bayern, Saarland: 6-20 Uhr Rheinland-Pfalz, Sachsen: 6-22 Uhr Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
25 U 05 Ladenschlussgesetz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 267
An Sonn- und Feiertagen bleiben Läden grundsätzlich geschlossen, je nach Einzelregelung sehen jedoch alle Bundesländer verkaufsoffene Sonn- und Feiertage vor (in BW 3 verkaufsoffene Sonn- und Feiertage). Darüber hinaus dürfen bestimmte Branchen, z.B. Bäcker, Blumenläden, Tankstellen, etc. in vielen Bundesländern auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. BW: maximal 3 Stunden an Sonn- und Feiertagen außer Pfingstsonntag, Ostersonntag, 1. Weihnachtsfeiertag. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 267 Allgemeines Der gewerbliche Rechtsschutz dient dem Schutz der gewerblich-geistigen Leistung und der damit zusammenhängenden Interessen. Im weiteren Sinne gehören hierzu Patent-, Gebrauchsmuster-, Geschmacksmuster-, Marken- sowie Urheberrecht, denn alle haben das Ziel, eine individuelle geistige Leistung zu schützen. Unterschiede ergeben sich nach dem Inhalt der geschützten Leistungen. Das Urheberrecht schützt kulturelles Schaffen, während die gewerblich-technischen Rechte Leistungen technischer Art schützen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 269 Patent Patent ist die dem Erfinder vom Staat erteilte ausschließliche, aber zeitlich begrenzte, Befugnis, eine Erfindung zu benutzen. ● Schutzbereich Geschützt werden kann ein technisches Herstellungs- oder Anwendungsverfahren oder ein Erzeugnis und dessen Einrichtung. Die Erfindung muss neu sein und einen nennenswerten Fortschritt der Technik bedeuten. ● Schutzdauer Sie beträgt 20 Jahre und beginnt mit dem der Anmeldung folgenden Tag. Der Schutz erlischt mit Ablauf der Frist, bei schriftlichem Verzicht oder bei Nichtzahlung der Patentgebühr. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 269 Patent ● Wirkung Allein der Patentinhaber ist berechtigt, die patentierte Erfindung zu benutzen. Unbefugter Benutzung durch Dritte kann der Berechtigte mit Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen begegnen. ● Zuständigkeit Das Patent kann national und international geschützt werden. Für die Bundesrepublik Deutschland ist das Deutsche Patentamt in München zuständig. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 269 Gebrauchsmuster Es wird auch das „kleine Patent“ genannt; es gelten daher weitgehend die Patentbestimmungen mit folgenden Abweichungen: ● Schutzbereich Geschützt werden Arbeitsgeräte und Gebrauchsgegenstände oder Teile davon, soweit sie dem Arbeits- oder Gebrauchszweck durch eine neue Gestaltung, Anordnung, Vorrichtung oder Schaltung dienen sollen. Beispiel: Werkzeuge, Haushaltsgeräte, Maschinen, Spielzeug etc. ● Schutzdauer Sie beträgt drei Jahre, je nach Gebührenzahlung maximal zehn Jahre ab dem Anmeldetag. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 270 Geschmacksmuster ● Schutzbereich Geschützt sind Muster (in Flächen- und Raumform), wenn sie neu sind und Eigenart (d. h. Unterscheidbarkeit) haben. Der wesentliche Unterschied gegenüber dem Gebrauchsmuster liegt in dem über das Auge wirkenden ästhetischen Gehalt. Beispiel: Kleiderschnitte, Tapetenmuster, Lampen, Bestecke, Vasen etc. ● Schutzdauer Sie beträgt fünf Jahre, je nach Gebührenzahlung maximal 25 Jahre ab dem Anmeldetag. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 270 Markenrecht ● Schutzbereich Geschützt werden Marken, die beim Patentamt eingetragen sind oder die im geschäftlichen Verkehr erworben wurden, aber auch sonst im geschäftlichen Verkehr benutzte Kennzeichen (z. B.: Waren-, Dienstleistungs-, Kollektivmarken, Unternehmenskennzeichen, Werktitel). Eintragungsfähig sind alle zur Unterscheidung geeigneten Zeichen, die sich grafisch, dreidimensional und akustisch darstellen lassen. Der Markenschutz kann auch ohne eigenen Geschäftsbetrieb erworben werden. Beispiel: Wortzeichen (BMW, Milkana), Bildzeichen (Stern, Schriftzüge), kombinierte Wort- und Bildzeichen, Symbole, Firmenabkürzungen. ● Schutzdauer Sie beträgt zehn Jahre und kann gegen Gebühr beliebig oft verlängert werden. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 268 Urheberrecht Urheberrecht ist das eigentumsähnliche Recht des Werkschöpfers (Urhebers) an seinem individuellen geistigen Werk. ● Schutzbereich Geschützt sind unter anderem Werke der Literatur, Wissenschaft, Kunst, Sprach- und Schriftwerke, Musik, bildende Kunst, Baukunst, Rechen- und Computerprogramme. Beispiel: Auch künstlerische Metallbauer- (Schmiede-) und Tischlerarbeiten. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 268 Urheberrecht ● Schutzdauer Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, bei anonymen Werken 70 Jahre nach Veröffentlichung. Die Leistungsrechte der Fotografen, ausübenden Künstler, Bild- und Tonträgerhersteller und Sendeunternehmen sind 50 Jahre geschützt. ● Wirkung Der Urheber hat höchstpersönliche Rechte (zum Beispiel Veröffentlichungsrecht, Anerkennung der Urheberschaft), Verwertungsrechte (zum Beispiel Vervielfältigung, Verbreitung, Vermietung, Ausstellung, öffentliche Wiedergabe) und sonstige Rechte (Zugang zu seinem Werk, Vergütung z. B. bei Vervielfältigung). Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.
U 06 gewerblicher Rechtsschutz Vgl. Handwerkerfibel Teil 6, Band 1, S. 268 Urheberrecht ● Verletzung Der Urheber ist strafrechtlich gegen schuldhafte rechtswidrige Verletzung seines Rechts geschützt. Zivilrechtlich kann er bei schuldhafter Verletzung seines Rechts Schadenersatz, Unterlassung und Beseitigung von Beeinträchtigungen sowie Vernichtung von Vervielfältigungsstücken verlangen. Die Rechte von Tondichtern nimmt in Deutschland die GEMA wahr. Das Gesetz zur Stärkung des Schutzes geistigen Eigentums und zur Bekämpfung von Produktpiraterie erweitert die Schutzmöglichkeiten und verschärft den Strafrahmen. Rechtsanwältin D. Eder-Hoffmann LIV f. d. Württ. Bäckerhandwerk e.V.