Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%2011/84
Timestamp: 2020-02-27 20:12:51
Document Index: 87949680

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 11', '§ 631', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 308', '§ 11', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.10.1984 - VII ZR 11/84 - dejure.org
https://dejure.org/1984,642
BGH, 25.10.1984 - VII ZR 11/84 (https://dejure.org/1984,642)
BGH, Entscheidung vom 25.10.1984 - VII ZR 11/84 (https://dejure.org/1984,642)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 1984 - VII ZR 11/84 (https://dejure.org/1984,642)
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Zahlungspflicht bei krankheitsbedingtem Rücktritt von einer Flugbuchung - Wirksamkeit einer Rücktrittsklausel (Ersatz bei Rücktritt) in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Unwirksamkeit einer formularmäßigen Abwicklungsregelung wegen Ausschlusses des Gegenbeweises
AGBG § 10 Nr. 7, § 11 Nr. 5 b; BGB §§ 631, 649
NJW 1985, 633
ZIP 1985, 230
MDR 1985, 399
VersR 1985, 166
WM 1985, 57
Der Fluggast kann daher nach § 649 BGB den Beförderungsvertrag jederzeit kündigen (BGH, Urteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84, NJW 1985, 633).
Ihr liegt der Rechtsgedanke der Vorteilsausgleichung zugrunde, der auf dem Gerechtigkeitsgebot beruht und darauf abzielt, zwischen den widerstreitenden Interessen des Unternehmers und des Bestellers einen gerechten Ausgleich herbeizuführen (BGH, NJW 1985, 633).
Dieser "amtliche Anstrich" wird durch die Verbindung der Formulierung "als angemessen angesehener Abzug" mit der - die Abzugshöhe vermeintlich gleichfalls auf diese Vorschrift zurückführenden - Mitteilung der abstrakten Berechnungsmethode im unmittelbaren Folgeabsatz noch intensiviert (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84, VersR 1985, 166, 168).
Die irreführende Vorspiegelung zwingender gesetzlicher Vorgaben zum Ansatz des Stornoabzugs "bei" der Berechnung des Rückkaufswerts und zu seiner Höhe droht den Versicherungsnehmer zugleich von der Ausübung seines Rechts zum "Gegenbeweis" i.S. von Ziff. 8.1.2 Abs. 5 AVB-KLV abzuhalten (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 1984 aaO; siehe nachfolgend unter 6. b)).
Vorliegend enthält § 649 Satz 2 BGB eine solche Preisvorschrift (vergleiche schon BGH, NJW 1985, 633 , juris Rn. 12 zur Regelung der Rücktrittskosten bei einer Flugreise).
Es entspricht deshalb der Rechtsprechung des BGH (NJW 1985, 633 , juris Rn. 12 ff), AGB-Regelungen zu den Rücktrittskosten bei einer Flugreise uneingeschränkt einer Inhaltskontrolle zu unterwerfen (…vergleiche auch OLG Dresden, NJW-RR 2012, 1134 , juris Rn. 49 ff sowie AG Köln…, Urteil vom 26.4.2010, 142 C4 145/09, juris Rn. 20 ff, jeweils zu Stornierungsgebühren einer Reiseveranstalterin).
Ob die Vereinbarung eines pauschalierten Schadensersatzanspruchs in Allgemeinen Geschäftsbedingungen zivilrechtlich wirksam gewesen wäre (vgl. z.B. § 11 Nr. 5 des in den Streitjahren geltenden Gesetzes zur Regelung allgemeiner Geschäftsbedingungen; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. Oktober 1984 VII ZR 11/84, Neue Juristische Wochenschrift 1985, 633) und ob im Hinblick auf die unionsrechtliche Harmonisierung überhaupt die zivilrechtliche Wirksamkeit maßgebend sein kann, war daher nicht zu entscheiden.
Wirksamkeit der formularmäßigen Festlegung ersparter Aufwendungen im Falle …
Diese vom Gesetz für Schadenspauschalen geforderte Möglichkeit des Gegenbeweises muß wegen der vergleichbaren Interessenlage analog auch für Abwicklungsklauseln bestehen, die die Höhe der Vergütung bei vorzeitiger Vertragsbeendigung regeln (Senat, Urteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84, NJW 1985, 633, 634; Urteil vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83, NJW 1985, 632; Urteil vom 9. Juli 1992 - VII ZR 6/92, WM 1992, 1956, 1958).
Maßgebend ist dabei, wie der durchschnittliche rechtsunkundige Vertragspartner die Formulierung verstehen kann (Senat, Urteil vom 25. Oktober 1984 a.a.O.).
Das ist nicht nur dann gegeben, wenn der Schaden als "unwiderlegbar" oder "unumstößlich" bezeichnet wird, sondern auch wenn die Zahlungsaufforderung sonst in unbedingter Befehlsform gehalten ist, wie bei "mindestens" (BGH NJW 1983, 1320, 1322) oder "wenigstens" (BGH NJW 1988, 1373, 1374 f.) oder "auf jeden Fall" (BGH NJW 1982, 2316, 2317) oder "ist zu verzinsen" in Kombination mit dem Nachsatz, daß die Geltendmachung weiteren Verzugsschadens vorbehalten bleibt (BGH NJW 1986, 376, 377 m.w.N.), da dies beim anderen Vertragspartner nach dem Wortlaut und dem erkennbaren Sinn jeweils den Anschein einer zwingenden Regelung erweckt und als Ausschluß des Gegenbeweises verstanden werden kann; solche Formulierungen müssen zum Schutz des Kunden vermieden werden (BGH NJW 1985, 633, 634; 1991, 976, 978).
Das Gesetz verpflichtet den Klauselverwender nicht, ausdrücklich auf die Möglichkeit des Gegenbeweises hinzuweisen (…BGH, Urt. v. 16.6.1982 - VIII ZR 89/81, NJW 1982, 2316, 2317; Urt. v. 25.10.1984 - VII ZR 11/84, NJW 1985, 633, 634).
Deshalb sind solche AGB unwirksam, die dem Fluggast die Möglichkeit nehmen, ersparte Aufwendungen und den anderweitig erzielten Erlös herauszuverlangen (vgl. bereits BGH NJW 85, 633;… Palandt/Grüneberg, 73. Aufl., § 308, Rn. 42).
Diese von § 11 Nr. 5 b AGBG für Schadensersatzpauschalen geforderte Gegenbeweismöglichkeit gilt wegen der vergleichbaren Interessenlage analog auch für Abwicklungsregelungen im Sinne des § 10 Nr. 7 AGBG (offen gelassen in NJW 1983, 1491, 1492; so entschieden im Senatsurteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84 - zur Veröffentlichung vorgesehen;… vgl. ferner Palandt/Heinrichs, BGB, 43. Aufl. § 10 AGBG Anm. 7 b;… Kötz in MünchKomm, BGB, § 10 AGBG Rdn. 37;… Staudinger/Schlosser aaO, § 10 Nr. 7 AGBG Rdn. 2;… Löwe/Graf von Westphalen/Trinkner aaO, § 10 Nr. 7 Rdn. 29).
Der Anwendungsbereich dieser Vorschrift ist beschränkt auf die Vereinbarung eines pauschalierten Anspruches des Verwenders auf Schadensersatz oder Ersatz einer Wertminderung (vgl. zur Anwendung auf andere Abwicklungsregelungen Senatsurteile NJW 1985, 632; 1985, 633, 634) [BGH 25.10.1984 - VII ZR 11/84].
Maßgebend ist, wie der Vertragsgegner die AGB-Formulierung verstehen kann (BGH Urteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84 = WM 1985, 57, 59).
Die hier benutzte lapidare Formulierung "ist zu verzinsen" (vgl. zu einer ähnlichen Klauselfassung BGH Urteil vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 11/84 = WM 1985, 57, 59) muß - insbesondere auch, weil im nächsten Satz die Geltendmachung eines höheren Schadens vorbehalten wird - vom Kunden dahin verstanden werden, daß er - ohne die Möglichkeit eines Gegenbeweises - den vereinbarten Zinssatz als Mindestschaden weiterzahlen muß.
LG Berlin, 02.06.2009 - 15 O 455/08
Zur Unzulässigkeit einer Stornopauschale von 100% bei Rücktritt am Tag des …
BGH, 26.10.1989 - VII ZR 332/88
Schadensersatzanspruch des Reiseveranstalters gegen ein Reisebüro wegen …
AG Rüsselsheim, 16.05.2012 - 3 C 119/12
Reiserecht - 100% Stornokosten bei Flugbuchungen?
LG Hamburg, 24.04.1998 - 324 O 76/98
Zur Unzulässigkeit der Staffelung der Stornokosten beim Reiserücktritt unabhängig …
OLG München, 29.03.2012 - 23 U 4344/11
GmbH: Wichtiger Grund für die Abberufung des Gesellschafter-Geschäftsführers
LG Frankfurt/Main, 15.02.1988 - 24 S 12/87
Zur Schätzung einer angemessenen Stornogebühr durch dass Gericht auf der …
AG Hamburg-Harburg, 16.10.2006 - 644 C 172/06