Source: https://www.elo-forum.org/eingliederungsvereinbarung-egv-va-/183496-neue-egv-neuen-gesetzlage-gueltig-weiteres.html
Timestamp: 2018-03-22 04:57:59
Document Index: 191869570

Matched Legal Cases: ['§ 309', '§ 309', '§ 16', '§ 44', '§ 45', '§ 56', '§ 26', '§ 15', '§ 2', '§ 59', '§ 31', '§ 2', '§ 34', '§ 2', '§ 37', '§ 7']

Neue EGV nach der neuen Gesetzlage "gültig bis auf weiteres" - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Post #2199380 (6)
05.05.2017, 12:09 #1
hatte nach längerer Ruhe einen Termin und den hab ich hinter mir gebracht.
Die EGV scheint der neuen Gesetzlage zu entstammen mit den "gültig bis auf weiteres". Auch wurde es Standardisiert wie man den wenigen Anreden entnehmen kann. Musste auch wenig schwärzen.
Mich würde das auch nicht jucken, wenn nicht die 10 Nachweise über Bewerbungsbemühungen drinstehen würden und das unbefristet. Versteht mich nicht falsch, ich bewerbe mich auch ohne EGV. Aber diese sturen Zahlen erfüllen hat nichts mit dem direkten Ziel zu tun in Arbeit zu kommen. Zudem ist deren Faxempfang gestört, da es bei denen nicht leserlich ankommt. Komischerweise kam vom Sozialgericht und anderen Empfängern nie diese Meldung.
Habe dazu mal eine Rohfassung zum Vorschlag diese zu streichen. Versuch macht klug und mehr als den VA schicken kann SB nicht.
die Eingliederungsvereinbarung vom 05.05.2017 kann ich noch nicht unterschreiben.
Da diese „gültig bis auf weiteres“ als Ende aufweist, mache ich den Vorschlag unter Punkt 5. der dritte Absatz die 10 Nachweise von Bewerbungsbemühungen zu streichen. Das ich mich bewerbe und Rückmeldungen von Arbeitgebern erhalte, habe ich Ihnen beim persönlichen Gespräch ja bereits erläutert bzw. anhand der schriftlichen Abage vorgezeigt. Dem Grunde nach bin ich vom Gesetzgeber her bereits verpflichtet mich um Arbeit zu bemühen um meine Hilfebedürftigkeit zu beenden.
Da zudem Ihr Fax nicht ordnungsgemäß empfängt, laut ihrer Aussage vom 05.05.2017 anhand des Eintrages im System, ist es vom Ablauf am einfachsten diese 10 Nachweise von Bewerbungsbemühungen zu streichen. Meine Faxe kommen bei anderen Empfängern gut leserlich an. Andere Möglichkeiten der nachweisbaren Zusendung sind mir nicht bekannt oder zu kostenaufwendig in der Durchführung.
Wenn sie diesen Punkt streichen, bin ich gewillt die abgeänderte Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben.
Und dieser Bewerbertag hab ich nicht zugestimmt. Wenn eine Einladung kommt mit RFB, werde ich dieser Folge leisten. Aber hab das mulmige Gefühl das dort nur ZAF´s sein werden.
Wie seht Ihr die beiden Angelegenheiten?
EGV.pdf (2,41 MB, 144x aufgerufen)
Geändert von Imaginaer (05.05.2017 um 12:19 Uhr)
05.05.2017, 12:47 #2
Mir sind gleich mal wieder die typischen Fehler aufgefallen, dass mal wieder eine vorherige Beantragung der Bewerbungs- und Fahrtkosten gefordert wird, diese sind zu streichen.
Auch gilt nicht nur die kürzeste Strecke, sondern die verkehrsgünstigste Strecke (habe ich bereits erfolgreich erstritten).
Einschränkung der Übernahme nur auf Sozialversicherungespflichtige Arbeitsstellen ist nicht zulässig, auch mit einem minijob verringert man die Hilfsbedürftigkeit.
Termin einer Einladung hat nichts in einer EGV verloren.
verweis auf kostenfreie Nutzung der SIS-Geräte im Wartebereich nicht ohne Zusicherung der anfallenen Fahrtkosten (hier wurde diese Praxis aufgrund einger anstehenden Klagen wieder aufgegeben).
Einschränkung dass nur sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen als Eigenbemühungen zählen ist nicht zulässig.
Übersicht zu umfangreich, Ansprechpartner darf allein schon aus Datenschutzgründen nciht gefordert werden.
Selbiges giit auch für die zusätzlichen Forderungen nach Einladungen und Absagen.
Feste Abgabetermine (hier Ende des Monats) nicht zulässig, zudem ist keine Kostenübernahme für die Vorlage zugesichert.
VVs haben in einer EGV nichts zu suchen, da eigene RFB und somit doppelte Sanktionsmöglichkeit.
Unter Punkt 6 fehlt der Hinweis, dass nach spätestens 6 Monaten eine Fortschreibung zu erfolgen hat.
05.05.2017, 12:59 #3
Die Anzahl von 10 Eigenbemühungen finde ich schon sehr hoch, zumal es ja auch darauf ankommt in welchen Bereichen man sich bewirbt und ob es überhaupt genug Stellen gibt auf die man sich bewerben kann, letzt endlich läuft es bei der Anzahl auch Größtenteils auf Alibi Bewerbungen hinaus um auf seine monatliche Anzahl zu kommen.
Das mit dem Schreiben an die SB bezüglich der Eigenbemühungen finde ich gut, vielleicht lässt sich die Anzahl so ja reduzieren aber ich gebe auch zu Bedenken das die SB auch einfach einen VA erlässt und den dir dann zukommen lässt was natürlich auch nicht schlecht wäre.
Das mit den Nachweisen der Eigenbemühungen zum Ende des Monats lässt mich auch Sauer Aufstoßen, die Forderung ist meiner Meinung nach auch rechtswidrig zumal es dabei auf extra kosten (Fahrtkosten) hinaus läuft und die dir seitens des Jobcenters nicht erstattet werden.
Was den Termin am 31.5 angeht, wenn eine Einladung folgen sollte, geh wenn möglich mit einem Beistand zum Termin und lass dir das bestätigen, nichts unterschreiben.
05.05.2017, 13:09 #4
Ich reiche mal noch ein Urteil nach, das mir erst heute aufgefallen ist:
SG Saarbrücken Urteil vom 29.1.2016, S 16 AS 41/15:
Nach Auffassung des Gerichts sind diese Erwägungen auch zu berücksichtigen, wenn von dem Leistungsberechtigten Nachweise von Eigenbemühungen verlangt werden, da es sich um einen vergleichbaren Sachverhalt handelt. Denn auch hier sind an den nicht erfolgten Nachweis von Eigenbemühungen gravierende Rechtsfolgen durch den möglichen Eintritt von Sanktionen geknüpft. Auch bei der Aufforderung zum Nachweis von Eigenbemühungen handelt es sich um eine Aufforderung im Sinne von § 309 SGB III (juris-Praxis Kommentar zum SGB III, § 309, Rdnr. 33, veröffentlicht unter Startseite | juris Das Rechtsportal.).
05.05.2017, 15:27 #5
ja kann man alles für den Widerspruch aufheben. Aus Erfahrung weiß ich aber, das JC interessiert es nicht. Das SG ruft nur an beim JC und fragt... habt ihr vor zu Sanktionieren aufgrund der EGV/VA? Nein, dann ist Thema gegessen. Hab die Gründe schon vorher mit Anwalt bis vors SG getrieben. Dazu mal Suchlauf nach meinen Themen starten. Hab schon ein paar Tänzchen hinter mir und bin gerade dabei.
Die Nachweise der Bewerbungsbemühungen sind ziellos (wo ist da der direkte Zusammenhang zum Arbeitgeber!?).
Den Widerspruch würde ich mit dieser Eingangs Formulierung starten:
Betreff: Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom...
gegen diesen Bescheid lege ich fristgerecht Widerspruch ein, mit unter anderem unten aufgeführten Begründungen:
Dies wurde mir von einem sehr erfahrenden und engagierten Anwalt als Tipp mitgegeben. So lässt man denen den Freiraum ihrer Ermittlungspflicht. Was das JC entscheidet ist mit wurscht, aber das SG schränke ich damit nicht ein. Wie gesagt, der Inhalt ist nicht neu von dieser EGV. Mir wäre es wichtig einen Gegenvorschlag zu machen. Und das beste sind diese unnötigen Nachweise. Wenn SB komplett dies ignoriert, dann umso besser. Futter fürs SG...Stichwort Verhandlungsabbruch. Mein Anwalt sagt, da ist das SG auf BSG Rechtsprechung orientiert.
Der EGV Inhalt ist nicht neu und Sanktionen...oder besser deren Versuch mich zu sanktionieren sind fehlgeschlagen. Ehemalige SB schaut mich nicht mehr mit dem Popo an. Ich grüße, aber da kommt nichts.
Danke DVD2k, das sind tolle Angriffspunkte für den VA. Vor allem Das SG Urteil kann ich perfekt als Anführung vorbringen. Ich werden kommende Woche nochmals an der Verhandlung basteln und vielleicht am nächsten Freitag diese ans JC schicken. Aber hab bis zum 19.5 Zeit.
Frank71m Ja Alibi Bewerbungen sind dadurch vorprogrammiert. Habe ich die umliegenden (und damit realistischen) Unternehmen abgeklappert, fange ich wieder bei der ersten an.
Aber jetzt ist erst einmal Wochenende und frei.
05.05.2017, 16:48 #6
Naja... 2 Wochen empfinde ich als gerademal Minimum, aber allemal besser, als was anderen hier und im Partnerforum so zugestanden werden sollte.
Das Urteil ist wirklich gut, leider habe ich es erst heute entdeckt, denn in den vergangenen Wochen hatte ich mehrere Gelegenheiten änderungswünsche zu einer EGV zu formulieren, da hätte das auch ganz gut gepasst, aber die nächste Chance kommt bestimmt.
Allerdings bin ich bei Änderungswünschen inzwischen dazu über gegangen, nicht mehr jeden unzulässigen Inhalt aufzulisten, sondern schreibe nur noch die Anzahl und wenige Beispiele, die sollen ja auch noch was zu tun haben.
Dann genieße mal schön dein WE, ich werde jetzt auch erstmal meinem PC etwas Ruhe gönnen.
06.05.2017, 07:21 #7
Ein Gegenvorschlag zu unterbreiten ist auf jeden Fall ein Versuch wert, so zeigst Du auf jeden Fall deine Verhandlungsbereitschaft, in wie fern SB dann darauf reagiert wird man dann ja sehen, sollte dann trotzdem ein VA erlassen werden umso besser bezüglich der weiteren Vorgehensweise.
Die 14 Tage als Frist würde ich voll ausnutzen.
08.05.2017, 14:58 #8
bei Durchsicht bzw. Vorbereitung meiner Unterlagen bezüglich eines Erörterungstermin in 2 Tagen, hab ich noch eine alte Verhandlung wieder gefunden.
Der Eingangs Satz wird noch etwas ausgebaut und präziser damit.
ich mache Gebrauch von meinem Recht auf Verhandlung. Die Eingliederungsvereinbarung vom 05.05.2017 kann ich noch nicht unterschreiben.
Also so würde ich es zum Stichtag per Fax zur SB schicken. Oder habt ihr noch Ideen!?
08.05.2017, 15:27 #9
08.05.2017, 17:33 #10
Was man noch gegen die EGV bzw. den EGVA haben könnte:
Die Rechtsgrundlage für die Förderung aus dem Vermittlungsbudget ist falsch. Richtig ist der § 16 SGB II i.V.m. § 44 SGB III, nicht der § 45 OHNE Sozialgesetzbuch.
Die AU-Regelungen des § 56 SGB II fehlen entgegen der seit dem 01.08.2016 bestehenden gesetzlichen Pflicht.
Der Sonderspezialnachweis bei VV-Bewerbungen ist unzulässig. Hier werden zu berechnende Fristen für den Nachweis vorgegeben und mit Sanktionsandrohung durchgesetzt, obwohl der Nachweis nicht in Arbeit führt. Darüberhinaus fehlt der Hinweis auf den § 26 SGB X für den Fall, das ein Fristende auf einen Sonn- oder Feiertag fällt.
Die Einladung zum Bewerbertag ist unbestimmt. Welches Ermessen wurde hier ausgeübt, was hat der Leistungsberechtigte dort für Aufgaben, Ziele, Zwecke?
Den Passus mit der Zwangsbewerbung bei ZAFen würde ich ersetzen lassen durch "auch Zeitarbeitsfirmen sind in die Suche einzubeziehen". So ist die Regelung unbestimmt, denn welcher Anteil ist auf ZAFen zu entrichten? Außerdem besteht hier die Gefahr, Sinnlosbewerbungen machen zu müssen, was die fantastischen Sklavenhändler gerade kein Angebot haben.
Die Regelmäßigkeit der EGV-Prüfung ist mir zu mager. Ich brauche Fakten.
Die ersten zwei Gimmicks würde ich nicht erwähnen und als trojanische Fehler drin lassen, um an einem eventuellen VA besser Pöpp! machen zu können.
Danke. Werde die "Details" für den VA aufbewahren.
Hat das rechtliche Auswirkungen auf gestellte Bewerbungskosten Anträge?
Ich hatte das raus verhandelt, da es damals keine EGV Pflicht darstellte sondern eine Mitwirkungspflicht die durch Einstellung der Leistungen erreicht wird bzw. wurde.
Wenn ich die "Nachweise (10) der Bewerbungsbemühungen" wegbekomme, hat sich dies doch erledigt? Bisher hab ich fein alles gefaxt, kamen auch nie Sanktionsversuche. Außer einmal, da war ich so dumm und hab die in den Hausbriefkasten geworfen. Konnte aber durch Bezeugung des Einwurfs dies abwenden.
Diesen Passus würde ich auch gerne aus der EGV rausbekommen, da ich hier im Forum davon las. Nur ZAF vor Ort wie ich mir denke.
Bisher hab ich mich auch nur bei normalen Firmen und nicht bei dem ZAF Gesindel beworben.
Wie würdest Du das formulieren mit den 2 letzten Punkten und in die Verhandlung oben einbauen? Also das mit dem Bewerbertag und dem ZAF Passus.
Ist mir eigentlich egal, wenn da nichts relevantes drin steht kann die auch 20 Jahre laufen.
Ich werde diese auf jeden Fall außen vor lassen. Denke das wird sich ganz gut als Munition fürs Gericht verwenden lassen? Primär bin ich dran die 10 Nachweise für Bewerbungen nicht vorlegen zu müssen, da Schwachsinn der nur zum bürokratischen Wesen des JC gehört.
Wenn SB die 3 Punkte nicht streicht und direkt den VA erlässt, hab ich den besten Grund: Verhandlungsabbruch.
Ach noch etwas. Hatte ja am 05.05 den Termin und um 2 Wochen Bedenkzeit gebeten und auch so bekommen. Ist der 19.05. der letzte Tag der Bedenkzeit?
Geändert von Imaginaer (08.05.2017 um 20:27 Uhr)
08.05.2017, 20:21 #12
Ich würde das so sehen, dass der 19.05. in deinem Fall der Tag ist, an dem SB deine Entscheidung erwartet, du also deine Entscheidung bis dahin SB mitgeteilt haben musst.
Da du aber wahrscheinlich die genauen Arbeitszeiten von SB nicht kennen dürftest, würde es daher ausreichen, wenn du innerhalb der Öffnungszeiten deines JC deine Antwort per Fax mit Sendebericht SB zukommen lässt, also zumindest so, dass du davon ausgehen kannst, dass SB durchaus die Möglichkeit gehabt haben könnte, noch an jenem Freitag dein Fax und somit deine Antwort zur Kenntnis genommen haben könnte.
08.05.2017, 20:48 #13
Habe den Verhandlungstext nochmals ergänzt mit 0zymandias Punkte die da nicht reingehören bzw. ersetzt werden müssen.
Unter 5. der erste Absatz bitte ich zu entfernen, da dies keine Pflicht einer Eingliederungsvereinbarung gemäß § 15 SGB 2 darstellen kann.
Ebenfalls unter 5. bitte ich um Ersetzung des Passus „sowie auch bei Zeitarbeitsfirmen“ in "auch Zeitarbeitsfirmen sind in die Suche einzubeziehen".
09.05.2017, 05:45 #14
Im allgemeinen nicht-juristischen Verständnis dürfte vom 19.05. als letztem Tag ausgegangen werden.
Rein rechtlich wäre der 22.05. der letzte Tag der Frist.
09.05.2017, 13:13 #15
Es besteht im Rechtskreis SGB II kraft Gesetzes weder eine Obliegenheit zur Arbeitssuche noch zur Senkung der Hilfebedürftigkeit. Der § 2 SGB II ist lediglich als "Programmsatz" an die Verwaltung gerichtet, nach dem es seine Verwaltungsarbeit gegenüber Leistungsberechtigten auszurichten hat.
- soll eine EGV mit Bewerbungsobliegenheiten geschlossen werden,
- sind Vermittlungsvorschläge zu unterbreiten,
- sollen Aufforderungen zur Beantragung vorrangiger Sozialleistungen erfolgen,
- sollen Beratungsangebote und Auskünfte erteilt werden
Übrigens ist eine günstige und akzeptable EGV mit Laufzeit "bis auf Weiteres" von großem Vorteil (zB 3 monatliche Bemühungen bei fester Kostenzusage unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse usw.). Davon kann sich der Leistungsträger nur unter Beachtung des § 59 SGB X lösen, was aufgrund der hierzu ergangenen BSG Rechtsprechung nicht einfach zu bewerkstelligen ist.
09.05.2017, 19:30 #16
wie meinst du das mit "Programmsatz"? Welche rechtliche Bedeutung hat dann dieser § für Erwerbslose? Müssen diese dann nicht den darin genannten "Aufforderungen" nachkommen? Ich bin da jetzt etwas verwirrt, vielleicht kannst du da etwas Klarheit reinbringen.
10.05.2017, 18:01 #17
Mit Programmsatz (diverse Fachliteratur spricht auch von "Interpretationsfolie" der Verwaltung) meine ich - um mal tacheles zu schreiben - neoliberale Propaganda und entsprechende psychische Einwirkung. Anders ausgedrückt Leistungsbezieher gemäß den neoliberalen Weltbild gefügig machen. Sanktionsbewehrt ist hingegen nur eine konkrete vereinbarte oder festgelegte Obliegenheit, siehe § 31 SGB II.
Direkt kommt dem § 2 SGB II allerdings durch § 34 Abs. 1 Satz 2 SGB II Bedeutung zu. Dies kollidiert allerdings gravierend mit dem SGB I sowie dem Menschenwürdegrundsatz iVm dem Sozialstaatsgebot. Einer restriktiven Auslegung bzw. Anwendung zulasten von Leistungsbezieher steht bislang einfachgesetzlich insbesondere § 2 Abs. 2 iVm § 37 Satz 2 SGB I entgegen. Zudem findet sich im Kapitel "Anspruchsvoraussetzungen" (§§ 7 ff SGB II) nichts, was auf eine eigenständige Obliegenheit von Arbeitssuche usw. hindeutet. Dazu müsste man das Gesetz schon sehr weit verbiegen...
Es bleibt abzuwarten wie sich die Sache entwickelt. Besserung wird es ohne Überwindung des neoliberalen Weltbildes jedenfalls nicht geben. Deswegen werden die Sanktionsvorschriften auch nicht kassiert werden von Karlsruhe, sondern womöglich nur paar abmildernde Worte nach Berlin gehen.
17.05.2017, 09:54 #18
Ich scheine irgendwie in einer Spezialabteilung des Jobcenters gelandet zu sein. Jedenfalls kommen die Briefe bezüglich Fahrtkostenerstattung/Bewerbungskostenerstattung von der Hauptstelle. Die macht Teilbewilligungen und/oder verlangt Dinge die vorher nie verlangt wurden.
Nun verlangen die, die Originalfahrtscheine (Siehe Anhang) Was zuvor nie verlangt wurde. Habe diese immer per Fax angehängt und auch problemlos erstattet bekommen.
Hab auch schon ein Schreiben hin gefaxt.
Betreff: Ihr Schreiben „Erstattung von Reisekosten aus Anlass der Meldeaufforderung bei der Vermittlung – hier: Bewilligung“ vom 12.05.2017 bzw. Antrag auf die notwendigen Portokosten für die Zusendung der „Originalfahrkarten“.
hiermit beziehe ich mich auf obengenanntes Schreiben. Und zwar auf den Passus „und nach Eingang der Originalfahrkarten auf das im Antrag angegebene Konto überweisen“. Diese „Originalfahrkarten“ waren bisher nicht notwendig zur Erstattung. Die Fahrscheine wurden per Fax vorgezeigt, bewilligt und überwiesen.
Sollten sie dennoch auf die „Originalfahrkarten“ bestehen beantrage ich vorab die notwendigen Kosten zur nachweisbaren Einreichung der „Originalfahrkarten“.
Einschreiben 1 x 2,15 €	2,15 €
Portokosten	1 x 0,70 € 0,70 €
Umschläge	1 x 0,10 €	0,10 €
Die Gesamtsumme von 2,95 € bitte ich vorab auf folgende Bankverbindung zu überweisen:
Oder hätte ich lieber einen Widerspruch schreiben sollen!?
Antwort auf FK.pdf (318,3 KB, 36x aufgerufen)
Geändert von Imaginaer (17.05.2017 um 10:08 Uhr) Grund: Schreiben angehängt
17.05.2017, 10:01 #19
Da die Forderung nach den Originalen kein VA ist, kannst du auch keinen Widerspruch dagegen einlegen.
Erst wenn aufgrund der icht vorgelegten Originale ein belastender VE ergeht, dann wird dort auch eine RFB dabei sein und du kannst in den Widerspruch gehen.
17.05.2017, 10:08 #20
@TazD Ist nun am Beitrag angehangen.
Im Schreiben hatte ich den Passus beigefügt. Eine RFB ist dabei.
18.05.2017, 11:07 #21
Ein Update in Sachen EGV: Heute bekam ich die Einladung wie sie in der EGV schon angekündigt wurde. Habe sie unten angehängt.
Der Einladungsgrund ist schon anzuzweifeln. Aber würde sagen wird dann hierzu geordnet:
Lebenslauf wollte ich "vergessen". Oder lieber mitnehmen und nur vorlegen bei den Arbeitgebern und gleich wieder mitnehmen!? Also kein Kopieren zulassen?
Oder den Termin komplett ignorieren, auf die Anhörung warten und nur schreiben das mir nichts zuging?
Wäre über eure Strategie bzw. Tipps und Tricks dankbar.
Bewerbertag.pdf (997,5 KB, 50x aufgerufen)
19.05.2017, 15:04 #22
Niemand eine Idee? Denkt Ihr den Lebenslauf zu "vergessen" ist eine clevere Taktik?
19.05.2017, 16:13 #23
Erstell Dir stattdessen einen Bewerbungsflyer. Es gibt da verschiedene ganz einfache Vorlagen im Internet, die man nur mit seinen Daten stattdessen ersetzen muss.
Eigentlich lässt man die ja vom Fachmann anfertigen -auf entsprechenden Papier . Geht aber auch mit normalem Drucker und etwas Geschick. Würde mir einige davon ausdrucken und die nur bei passenden AG abgeben, sofern da mehrere anwesend sein sollten. Bei offenen Bewerbertagen verbringt man oft zu viel Zeit mit dem Ausfüllen von Bewerberbögen, die man dann nicht mehr abgeben kann, weil zu viele anstehen für die Abgabe oder man beim Ausfüllen merkt, dass viele Fragen nicht zulässig sind. Kurzum: Gehe hin , lass Deine Ankunft vermerken -da sitzen meistens ein paar SB am Empfang ,hör Dir ggf. einen Vortrag von AG an -gibt es auch -hatte ich schon. Gib Deine Flyer bei bis zu 2 AG ab -und verweile dort eine Weile - führe belanglose Gespräche usw. Manchmal muss man dann auch aufs Örtchen ... Ich hatte damals immer den Ort verlassen können ,sobald die Damen am Empfang ihren Kontrollstand abbauten oder ganz verschwanden..Arbeitgeber haben sich anhand solcher Möglichkeiten bei mir jedenfalls noch nie danach weiter gemeldet, was allerdings bei mir mit meinem Alter zu tun hat.
Musst gucken, was geht . Meistens ist das ganz harmlos und sowieso nur inszeniert, um Möglichkeiten für eine Sanktion zu eröffnen, falls jemand nicht erscheint. Einmal hatte ich eine solche Einladung bekommen -wobei sich dann herausstellte , dass da ein AG einen Vortrag hielt , der vorrangig Akademiker aus ALG II suchte und einstellen wollte -wie ich deren Homepage im Nachhinein entnahm -weil der zum Abschluss darauf verwies. Hätte mir also den Vortrag und den Besuch sparen können. Das JC aber auch die Einladung. Woran man auch sieht -die Einladungen sind meist überhaupt nicht passgenau.
Und vergiss bitte nicht die Einladung mitzunehmen. Denn Mittwochs ist dort eigentlich geschlossen. Und das Wachpersonal gewährt sonst vielleicht nur deswegen ansonsten keinen Zugang. Am besten wäre es natürlich, wenn Du am selben Tag ein Vorstellungsgespräch anderweitig hättest -welches dann schon gegen 14: 00 Uhr wäre oder zwischen 12:30 Uhr und 13:30 Uhr.
Geändert von Vidya (19.05.2017 um 17:22 Uhr)
19.05.2017, 18:31 #24
Eine Verpflichtung, irgendwelchen Dritten wie z.B. potentiellen Arbeitgebern Lebensläufe zu überreichen oder mit ihnen Gespräche zu führen, liegt nicht vor.
Es wäre auch ein unzulässiger Meldezweck.
Folgerichtig liegt hierfür keine Rechtsfolgenbelehrung vor, folgerichtig können darüber auch keine Rechtsfolgen begründet werden.
Also von einem JC-Mitarbeiter die Anwesenheit bestätigen lassen. Entweder am Computer am Empfang oder an einem JC-Stand in einer Liste oder auf der Einladung handschriftlich oder ...
Dem könnte man auch kurz den Lebenslauf zeigen.
Wenn Du jemand Nettes kennenlernst ( ), kannst Du ihm Deinen Lebenslauf mitgeben oder um eine Visitenkarte für eine Bewerbung bitten.
Du musst aber nicht mit Standrad-Mitarbeitern reden und Du bist nicht gezwungen, der Firma Findse, Rupfse & Vergisse Personalservice GmbesondersbH Deinen Lebenslauf zu geben.
Solltest Du einen Laufzettel bekommen, in dem die Firmen ihre Stempel für Gewissensprüfungen ... ahm ... Gesprächsteilnahmen reinkloppen sollen, nimmst Du den einfach an Dich.
Auch hieraus erfolgt keine sanktionsbewehrte Verpflichtung.
Geändert von 0zymandias (19.05.2017 um 18:41 Uhr)
31.05.2017, 14:21 #25
Komme gerade von dem "tollen" Bewerbertag.
Erst einmal durfte ich eine schöne Diskussion mit dem Security´s führen wegen der Bestätigung das ich da war. Er erklärte mir welche Firmen da waren. Eine Firma zur Schrottaufwertung, die Leute sucht und eine ZAF (dazu komme ich unten). Die Dritte Firma ist gar nicht erschienen.
Schlussendlich machte es eine Mitarbeiterin, die meine ehemalige Sanktionsvermittlerin war auf der Einladung diesen Vermerk:
Kunde war heute 31.05.17 anwesend. Name der Sanktionsvermittlerin/Teamnummer. Unterschrift.
Es waren zwei Tische in 2 Räumen. Dort saßen jeweils Vertreter der Firmen.
Direkt das erste was ich sah...Zeitarbeitsfirma die mir bereits Trouble machte vor einiger Zeit. Hier nachzulesen. Dort konnte man sich "Stellengebote" abreißen (kleine Abreißzettel). Das tat ich zum Anschein des Interesses. Und man konnte mit dem Vertreter in Gespräch gehen (was ist bestimmt nicht tue).
Zudem waren vor beiden riesige Schlangen. Und die Gesichter der anderen ELO´s, sprach Bände. Einer der Eingeladenen meinte das man mal gucken muss. Hauptsache ein Job. Ich sagte bei der ZAF bestimmt nur Bewerberpool. Er nickte nur.
Naja Toilettengang war angesagt. Mein Beistand und ich verschwanden für 2 Minuten. Nach insgesamt 5 Minuten (inklusive Toilette) waren wir wieder draußen, war mir zu blöd. Nur 2 Firmen und eine davon ZAF. Die Dritte Firma hatte erst gar keinen Bock drauf.
Denkt ihr obengenannte Bestätigung reicht aus!? Gab leider keine Visitenkarten, Kugelschreiber oder so etwas.
Neue EGV "bis auf weiteres" aber ohne alles... onlyaflower Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 24 24.04.2017 12:17
EGV VA aufgehoben - zwischendurch neue EGV "gültig geworden" Petite Biscuit Eingliederungsvereinbarung (EGV +VA) 4 10.06.2016 00:43