Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201981,%20755
Timestamp: 2020-04-06 17:02:22
Document Index: 310672343

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 847', '§ 1374', '§ 1375', '§ 1381', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1374', 'BGH', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1374', '§ 36', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1381', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1372', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1374', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.05.1981 - IVb ZR 577/80 - dejure.org
https://dejure.org/1981,292
BGH, 27.05.1981 - IVb ZR 577/80 (https://dejure.org/1981,292)
BGH, Entscheidung vom 27.05.1981 - IVb ZR 577/80 (https://dejure.org/1981,292)
BGH, Entscheidung vom 27. Mai 1981 - IVb ZR 577/80 (https://dejure.org/1981,292)
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Zugewinnausgleich unter Ehegatten nach einer Scheidung - Einbeziehung von Schmerzensgeld in das Endvermögen für den Zugewinnausgleich - Bedeutung des wirtschaftlichen Vermögensbegriffs im Rahmen des Zugewinnausgleichs - Anschaffung von Schatzbriefen mit durch Ersatz ...
Zur Einbeziehung von Schmerzensgeld in den Zugewinnausgleich
BGB § 847, § 1374, § 1375, § 1381
BGHZ 80, 384
NJW 1981, 1836
MDR 1981, 831
FamRZ 1981, 755
VersR 1981, 838
Richtig ist allerdings, daß die Funktion des Schmerzensgeldes nach ständiger Rechtsprechung darin besteht, dem Verletzten einen Ausgleich für die erlittenen immateriellen Schäden und ferner Genugtuung für das ihm zugefügte Leid zu geben (BGHZ 18, 149, 154 ff; 80, 384, 386).
Der Sinn dieser Regelung besteht darin, solche Vermögensbestandteile einer Ausgleichspflicht zu entziehen, die in keinem Zusammenhang mit der ehelichen Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft stehen, sondern einem Ehegatten von dritter Seite aufgrund persönlicher Beziehungen zu dem Zuwendenden oder aufgrund ähnlicher besonderer Umstände zufließen, an denen der andere Ehegatte keinen Anteil hat (vgl. BT-Drucks. 2/3409 S. 9; BGHZ 80, 384, 388).
Der Bundesgerichtshof hat daher in ständiger Rechtsprechung eine ausdehnende Anwendung des § 1374 Abs. 2 BGB auf andere als die dort genannten Fallgruppen abgelehnt (vgl. BGHZ 68, 43 - Lottogewinn; 80, 384 - Schmerzensgeld; 82, 145 - Unfallabfindung; 82, 149 - Witwenrentenabfindung; Senatsurteil vom 14. Januar 1981 - IVb ZR 525/80 - FamRZ 1981, 239 - Kriegsopferversorgung;… ebenso Staudinger/Thiele BGB 12. Aufl. § 1374 Rdn. 22, 30;… Soergel/Lange BGB 12. Aufl. § 1374 Rdn. 9;… Erman/Heckelmann BGB 9. Aufl. § 1374 Rdn. 7;… RGRK/Finke § 1374 Rdn. 25; Tiedtke JZ 1984, 1078, 1080;… ablehnend Schwab Handbuch des Scheidungsrechts 3. Aufl. VII Rdn. 118, 119;… kritisch auch Johannsen/Henrich/Jaeger Eherecht 2. Aufl. § 1374 Rdn. 27;… Gernhuber/Coester-Waltjen Familienrecht 4. Aufl. § 36 III 4 S. 542, 543; Gießler FamRZ 1985, 1258).
Die Vorschrift soll Vermögensbestandteile einer Ausgleichspflicht entziehen, die in keinem Zusammenhang mit der ehelichen Lebensgemeinschaft stehen, die einem Ehegatten vielmehr von dritter Seite aufgrund persönlicher Beziehungen zugeflossen sind und an deren Erwerb der andere Ehegatte keinen Anteil hat (vgl. BGHZ 130, 377, 379 f.; BGHZ 80, 384, 388); das ist typischerweise beim Erwerb kraft Erbrechts der Fall.
Der Gesetzgeber empfand einen Vermögenszuwachs dieser Art nicht als einen Erwerb, an dem der andere Ehegatte im Rahmen des Ausgleichs beteiligt werden soll (vgl. BGHZ 68, 43, 45 f. [BGH 22.12.1976 - IV ZR 11/76]; 70, 291, 293 [BGH 01.02.1978 - IV ZR 142/76]; 80, 384, 388; 82, 149, 151) [BGH 29.10.1981 - IX ZR 86/80].
Die Funktion des Schmerzensgeldes besteht darin, dem Verletzten einen Ausgleich für die erlittenen immateriellen Schäden (Ausgleichsfunktion) und ferner Genugtuung für das ihm zugefügte Leid zu geben (Genugtuungsfunktion; vgl. BGHZ 18, 149, 154 ff; 80, 384, 386; BGH…, Beschluss vom 16. September 2016 - VGS 1/16 -, VersR 2017, 180-185, juris, Rn. 48).
Er hat zwar in BGHZ 80, 384, 387 ebenfalls als naheliegend bezeichnet, daß der Ehegatte - vorbehaltlich der Härteklausel des § 1381 BGB - an allem teilhaben soll, was im Erbgang auf andere übergehen kann.
Dies entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, der der Senat folgt, Der BGH hat entschieden, dass sowohl die Zahlung eines unfallbedingten Schmerzensgeldes (BGH FamRZ 1981, 755) als auch die Abfindung für einen unfallbedingten Verdienstausfall (BGH FamRZ 1982, 148) in den Zugewinnausgleich fallen und eine Sonderbehandlung nicht gerechtfertigt ist.
BGH, 29.10.1981 - IX ZR 94/80
Deshalb können künftiges Einkommen aus einem Arbeitsverhältnis und dementsprechend die wiederkehrenden noch nicht fällig gewordenen Rentenleistungen für künftig entgehenden Arbeitsverdienst nicht im Endvermögen berücksichtigt werden (vgl. BGH Urteile vom 3. Oktober 1979 - IV ZR 103/78 = NJW 1980, 229 = FamRZ 1980, 39; vom 14. Januar 1981 - IV b ZR 525/80 = NJW 1981, 1038 = FamRZ 1981, 239); dagegen ist die am Stichtag bereits vorhandene Abfindung für künftige Leistungen, wie auch das Schmerzensgeld (BGHZ 80, 384), zum Endvermögen zu rechnen.
Die im übrigen schematische und starre Regelung der §§ 1372 ff BGB bestimmt, daß der Ehegatte an allem teilhaben soll, was im Erbgang auf andere Personen übergehen kann (vgl. BGHZ 80, 384).
Berücksichtigung eines Nießbrauchrechts im Zugewinnausgleich; Aufklärungspflicht …
auch BGHZ 80, 384 = FamRZ 1981, 755; BGHZ 82, 145 = FamRZ 1982, 148.
Einer analogen Anwendung des § 1374 Abs. 2 BGB steht nicht nur entgegen, daß die Vorschrift nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht analogiefähig ist (vgl. etwa BGHZ 80, 384; 82, 145 [BGH 30.10.1981 - I ZR 156/79]und 149 m.w.N.); es fehlt hier auch jeder Anhaltspunkt dafür, daß die Klägerin an einem durch den Grunderwerb eingetretenen Vermögenszuwachs des Beklagten nicht beteiligt werden sollte.
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