Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/auslaendisches-zivilrecht-und-der-amtsermittlungsgrundsatz-im-zivilprozess-362386
Timestamp: 2020-08-13 09:51:22
Document Index: 318326489

Matched Legal Cases: ['§ 293', 'BGH', 'BGH', '§ 293', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 293']

Ausländisches Zivilrecht und der Amtsermittlungsgrundsatz im Zivilprozess | Rechtslupe
Ausländisches Zivilrecht und der Amtsermittlungsgrundsatz im Zivilprozess
Ist nach dem deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat- und Zivil­ver­fah­rens­recht aus­län­di­sches Recht (hier: grie­chi­sches Recht) anzu­wen­den, hat der Tatrich­ter die­ses gemäß § 293 ZPO von Amts wegen zu ermit­teln. Gibt die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung kei­nen Auf­schluss dar­über, dass der Tatrich­ter sei­ner Pflicht zur Ermitt­lung aus­län­di­schen Rechts nach­ge­kom­men ist, ist davon aus­zu­ge­hen, dass eine aus­rei­chen­de Erfor­schung des aus­län­di­schen Rechts ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­blie­ben ist [1].
Die rich­ti­ge Anwen­dung des deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat- und Zivil­ver­fah­rens­rechts ist im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren von Amts wegen zu prü­fen [2].
In wel­cher Wei­se sich der Tatrich­ter die not­wen­di­gen Kennt­nis­se ver­schafft, liegt in sei­nem pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen. Vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt darf inso­weit ledig­lich über­prüft wer­den, ob er sein Ermes­sen rechts­feh­ler­frei aus­ge­übt, ins­be­son­de­re sich anbie­ten­de Erkennt­nis­quel­len unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls hin­rei­chend aus­ge­schöpft hat [3].
Gibt die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung kei­nen Auf­schluss dar­über, dass der Tatrich­ter sei­ner Pflicht nach­ge­kom­men ist, aus­län­di­sches Recht zu ermit­teln, ist davon aus­zu­ge­hen, dass eine aus­rei­chen­de Erfor­schung des aus­län­di­schen Rechts ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­blie­ben ist [4].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. April 2013 – VII ZB 22/​12
Anschluss an BGH, Urtei­le vom 23.04.2002 – XI ZR 136/​01, NJW-RR 2002, 1359, 1360; vom 26.06.2001 – XI ZR 241/​00, BGHR ZPO § 293 Satz 2 Ermes­sen 14; vom 08.05.1992 – V ZR 95/​91, NJW 1992, 3106, 3107[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 15.07.2008 – VI ZR 105/​07, BGHZ 177, 237 Rn. 8; vom 02.10.1997 – I ZR 88/​95, BGHZ 136, 380, 386[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 13.12.2005 – XI ZR 82/​05, BGHZ 165, 248, 260; vom 23.06.2003 – II ZR 305/​01, NJW 2003, 2685, 2686; vom 23.04.2002 – XI ZR 136/​01, NJW-RR 2002, 1359, 1360[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 23.04.2002 – XI ZR 136/​01, aaO; vom 26.06.2001 – XI ZR 241/​00, BGHR ZPO § 293 Satz 2 Ermes­sen 14; vom 08.05.1992 – V ZR 95/​91, NJW 1992, 3106, 3107[↩]
Fest­stel­lun­gen zum anwend­ba­ren aus­län­di­schen Recht im… Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ((BFH, Urteil vom 13.06.2013 – III R 10/​11, BFHE 241, 562, BStBl II 2014, 706, Rz 29, m.w.N.)) steht es…
Die Ver­let­zung aus­län­di­schen Rechts in der Rechts­be­schwer­de Auf eine Ver­let­zung von aus­län­di­schem Recht kann weder die Revi­si­on noch die Rechts­be­schwer­de nach dem FamFG gestützt wer­den; nur eine unzu­rei­chen­de oder feh­ler­haf­te Ermitt­lung des…
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