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Timestamp: 2018-05-21 13:03:10
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Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 24', '§ 24', '§ 316', '§ 315', '§ 24', '§ 316', '§ 315', '§ 316']

Deutscher Hanfverband Forum • Thema anzeigen - Führerscheinverlust nach Cannabis
Führerscheinverlust nach Cannabis
von Cologne am Di 30. Jan 2018, 16:26
leider muss ich jetzt mal Dumm fragen:
Ein Bekannter hat seinen Führerschein vor Cannabis verloren, er wurde unter Cannabis angehalten.
Der Führerschein war natürlich weg.
Jetzt meine Frage, da er das alleine nicht hin bekommt und sein neuer Arbeitgeber helfen möchte:
Was kann oder muss er tun um die Fahrerlaubnis wieder zu bekommen? Er hat leider keine Unterlagen mehr
Und kann mir jemand sagen was der ganze "Spass" ungefährt kosten wird?
Muss er den Führerschein eventuell komplett neu machen, weil er schon einige Jahre weg ist?
Seit mindestens 5 Jahren hat er keinen mehr.
Re: Führerscheinverlust nach Cannabis
von Cura am Di 30. Jan 2018, 18:58
Also ich denke er muss den Führerschein nicht neu machen.
Du schreibst, er hat keine Unterlagen mehr. Dann wäre es das beste, er geht zur Füherscheinstelle und Fragt.
Vielleicht, hilft dir auch das weiter:
Cannabis ist die botanische Bezeichnung der Hanfpflanze. THC (Abkürzung von Tetrahydrocannabinol) ist der eigentliche berauschende "Wirkstoff" der Hanfpflanze. Als Marihuana ("Gras") bezeichnet man die Hanfblätter, Haschisch ist gepresstes Cannabisharz.
Während § 29 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) den Umgang (Einfuhr, Ausfuhr, Handel, Besitz usw.) mit Cannabis unter Strafe stellt, ist der bloße Konsum von Cannabis "an sich" (etwa das Ziehen an einem herumgereichten Joint) nicht strafbar. Etwas anderes gilt jedoch, wenn Cannabis im Straßenverkehr verwendet wird. In diesem Fall muss mit verschiedenen Rechtsfolgen gerechnet werden, denn § 24a des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) verbietet Cannabis im Straßenverkehr.
Der bloße Konsum von Cannabis im Straßenverkehr stellt eine bloße Ordnungswidrigkeit dar (§ 24a Abs. 2 StVG). Wer aufgrund des Cannabiskonsums nicht mehr in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher zu führen, begeht - ebenso wie bei einer Trunkenheitsfahrt - eine Straftat wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 des Strafgesetzbuches (StGB). Wer bei seiner Drogenfahrt zudem andere Menschen oder Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, kann wegen Gefährdung des Strafverkehrs (§ 315c StGB) verurteilt werden.
Neben Strafverfolgung und Bußgeldern drohen zudem Punkte in der Verkehrssünderkartei in "Flensburg" sowie ein Fahrverbot oder sogar ein Entzug der Fahrerlaubnis, also der Führerscheinentzug. Zudem kann die Durchführung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU - sog. "Idiotentest") angeordnet werden.
Wer gegen das Verbot von Cannabis im Straßenverkehr (§ 24a StVG) verstößt, erhält als Ersttäter ein Bußgeld über 500 Euro, 2 Punkte in der Verkehrssünderkartei und ein Fahrverbot über einen Monat. Beim zweiten Verstoß erhöht sich das Bußgeld auf 1000 Euro, neben 2 (weiteren) Punkten in "Flensburg" wird beim zweiten Mal ein Fahrverbot von 3 Monaten verhängt. Ab dem dritten Verstoß beträgt das Bußgeld 1500 Euro neben einem dreimonatigen Fahrverbot.
Wem eine Gefährdung des Straßenverkehrs bzw. der Fahruntüchtigkeit aufgrund des Cannabiskonsums nachgewiesen wird, dem droht eine strafrechtliche Verurteilung nach § 316 StGB oder § 315c StGB. Wer sich als Ersttäter einer Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB schuldig macht, muss mit einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von 30 bis 40 Tagessätzen, also einem Monatsgehalt oder mehr, rechnen. Bei einer Strafverurteilung wird regelmäßig der Entzug der Fahrerlaubnis angeordnet. Die Sperre zur Wiedererlangung des Führerscheins dürfte bei "Ersttätern" ca. 12 Monate betragen. Strafbar ist auch schon die lediglich fahrlässige Trunkenheits-/Drogenfahrt, d.h. auch wenn der Betroffene glaubte, das Fahrzeug noch sicher führen zu können.
Ein Fahrverbot wird lediglich für eine begrenzte Zeit (1 bis 3 Monate) ausgesprochen, der Führerschein als Nachweis und Dokument der Fahrererlaubnis (des "Fahren-Dürfens") vorübergehend eingezogen (Führerscheinentzug). Der Führerschein kann anschließend wieder abgeholt werden. Wird dagegen die Fahrerlaubnis entzogen, verliert der Betroffenen dauerhaft seinen Führerschein. Nach Ablauf der dann auferlegten Sperrfrist muss der Betroffene vielmehr eine Neuerteilung eines Führerscheins beantragen. Die Neuerteilung wird regelmäßig an die Erbringung des Nachweises geknüpft, dass der Betroffene (wieder) zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Dies geschieht etwa mit der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).
Wenn die Fahrerlaubnisbehörde an der Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs Zweifel hat, kann sie bei dem Betroffenen eine medizinisch-psychologische-Untersuchung (MPU - der "Idiotentest") oder ein medizinisches Gutachten (über Drogenkonsum) anordnen.
Wer mit Cannabis im Straßenverkehr "erwischt" wurde, dem kann nur der Rat gegeben werden: Gehen Sie umgehend zum Anwalt und machen Sie bis dahin so wenig Aussagen wie möglich. Unterlassen Sie jegliche Angaben zu Ihrem Konsumverhalten, weder mit noch ohne Verkehrsbezug. Dies gilt für reine Drogenkontrollen ebenso wie für Verkehrskontrollen. Auch freiwillige Tests (z.B. Urintests) sollten unterlassen werden.
Wem ein Verstoß gegen das Cannabisverbot zur Last gelegt wird, der muss in jedem Fall mit dem Entzug seiner Fahrerlaubnis rechnen. Dies gilt auch dann, wenn zum Zeitpunkt der Drogenkontrolle gar kein Verkehrsbezug vorliegt - auch Fußgänger müssen einen Führerscheinentzug befürchten!
Vor allem in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg werden Drogenverstöße härter geahndet bzw verfolgt.
Quelle http://www.verkehrsrecht-strafrecht-muenchen.de/
von Cologne am Di 30. Jan 2018, 21:13
Danke für Deine Antwort dann schicke ich ihn mal zur Führerscheinstelle
von Cura am Mi 31. Jan 2018, 18:26
Mach das.... Alles andere wäre nur Spekulation.
Es kommt immer auf den wenigen Fall drauf an.