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Timestamp: 2016-10-28 16:12:51
Document Index: 340483259

Matched Legal Cases: ['Art. 117', 'BGE', 'BGE', 'Art. 117', 'BGE', 'Art. 277', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 277', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

118 IV 13026. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 16. Januar 1992 i.S. J. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Graub�nden (Nichtigkeitsbeschwerde).
Art. 117 CP; homicide par n�gligence (avalanche). Les r�gles de comportement qui peuvent �tre d�duites du Bulletin des avalanches, en relation avec le guide d'interpr�tation de l'Institut f�d�ral pour l'�tude de la neige et des avalanches (INA), doivent �tre consid�r�es comme le crit�re pour d�terminer la prudence dont un guide de montagne doit faire preuve dans le cadre d'une excursion � skis (consid. 3a). Prudence que l'on peut exiger en cas de risque localement moyen d'avalanche (consid. 5). Causalit� (consid. 6). Faits � partir de page 130
A.- J. wurde 1955 geboren. 1975 erwarb er das Skilehrerpatent, und seit 1986 ist er auch im Besitze des Bergf�hrerpatentes des Kantons Graub�nden. Hauptberuflich ist er als Skischulleiter t�tig.
Ab Palmsonntag, den 28. M�rz 1988 �bernahm J. die Leitung einer Gruppe von sieben holl�ndischen Skitouristen, um mit ihnen von S-charl im Unterengadin aus eine Tourenwoche durchzuf�hren. F�r Karfreitag, den 1. April 1988 sah J. eine Tour auf den 3021 Meter hohen Mot San Lorenzo vor. Er entschied sich f�r die eher wenig begangene Route durchs Valbella. Diese f�hrt anschliessend �ber einen bis zu 38 Grad steilen Nordwesthang im Val S-charl bis zu Punkt 2901 und von da �ber den Nordgrat zum Gipfel.
Nachdem in den Lawinenbulletins vom 26., 27. und 28. M�rz 1988 noch vor einer �rtlich grossen Lawinengefahr im Unterengadin gewarnt worden war, hatte sich die Situation erheblich verbessert: BGE 118 IV 130 S. 131F�r den 29. M�rz wurde die Schneebrettgefahr noch als �rtlich erheblich, f�r den 30. und 31. M�rz - im f�r die Beurteilung der Lawinengefahr massgebenden Bulletin - als "m�ssig �rtlich" bezeichnet, wobei diese oberhalb von 2000 Metern vor allem an Steilh�ngen der Expositionen West, Nord und Nordost vorhanden war. Unter diesen Voraussetzungen brach J. am Morgen des 1. April 1988 mit seiner Gruppe zur geplanten Tour auf. Im Valbella machte er keine verd�chtigen Feststellungen bez�glich Lawinengefahr, so dass er in der Folge den Nordwesthang des Mot San Lorenzo in Angriff nahm. Als das Gel�nde steiler wurde, begann die in geschlossener Kolonne marschierende Gruppe, im Zickzack aufzusteigen. Oberhalb eines kleinen Zwischenbodens auf ungef�hr 2640 Metern �ber Meer liess J. seine Begleiter nach einer Rechtskurve anhalten. Er selber begab sich allein etwa 20 Meter weiter in den Hang hinein, um die Festigkeit der Schneedecke zu pr�fen. In diesem Augenblick - es war etwa 11.15 Uhr - l�ste sich auf ungef�hr 2750 Metern �ber Meer eine rund 200 Meter breite Lawine, welche die ganze Gruppe erfasste und mit sich riss. W�hrend es J. und einem Begleiter gelang, sich selber aus den Schneemassen zu befreien, blieben die �brigen sechs Personen versch�ttet. Da alle einwandfrei funktionierende Lawinenversch�tteten-Suchger�te auf sich trugen und �berdies rasch Hilfe eintraf - J. und A., der sich mit einer Gruppe im Aufstieg zum Mot dal Gajer befand und das Ungl�ck mitangesehen hatte, hatten �ber Funk Alarm ausgel�st -, konnte sofort mit Ortung und Bergung der Versch�tteten begonnen werden. F�nf Personen wurden in einem Stau auf dem kleinen Zwischenboden tot aufgefunden. Etwas sp�ter konnte weiter hangabw�rts auch noch die sechste versch�ttete Person geborgen werden. Sie starb noch am gleichen Tag nach der �berf�hrung ins Universit�tsspital Z�rich.
B.- Die Staatsanwaltschaft Graub�nden erhob am 22. August 1989 gegen J. Anklage wegen fahrl�ssiger T�tung. Am 1. November 1989 sprach der Kreisgerichtsausschuss Untertasna J. von Schuld und Strafe frei. In Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft sprach ihn der Kantonsgerichtsausschuss Graub�nden am 16. Mai 1990 schuldig der fahrl�ssigen T�tung und verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 1'000.--, l�schbar nach einer Probezeit von einem Jahr.
C.- J. f�hrt sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde, letztere mit dem Antrag, das angefochtene Urteil sei aufzuheben.
Die Vorinstanz beantragt unter Hinweis auf ihre Erw�gungen Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden kann.
BGE 118 IV 130 S. 132Die Staatsanwaltschaft Graub�nden beantragt Abweisung der Nichtigkeitsbeschwerde unter Hinweis auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Urteil.
1. Nach der Auffassung der Vorinstanz gereicht dem Beschwerdef�hrer zum (strafrechtlich relevanten) Verschulden, dass er bei sorgf�ltiger W�rdigung aller Umst�nde den Nordwesthang des Mot San Lorenzo, wo der Unfall passierte, (und vor allem das dar�berliegende, steile Couloir) wegen der m�ssigen �rtlichen Schneebrettgefahr als zuwenig sicher h�tte einstufen und vom Aufstieg �ber diese Route absehen m�ssen. Sein zu wenig vorsichtiges Verhalten habe zur Folge gehabt, dass er die ihm anvertraute Gruppe in geschlossener Formation in einen Steilhang der kritischen H�henlage und Exposition gef�hrt habe. "Prompt" habe sich dann auch im Bereich des dar�berliegenden, engen Couloirs eine grosse Lawine gel�st, in der sechs Tourenteilnehmer ums Leben gekommen seien.
Demgegen�ber bestreitet der Beschwerdef�hrer, irgendeine Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Ex-ante habe sich die Gef�hrlichkeit des Hanges nach Auffassung der Experten nicht feststellen lassen. Die nach Ansicht der Vorinstanz in der Planungsphase vorhandenen Gefahrenindizien h�tten in Tat und Wahrheit nicht bestanden. Weder das Eidgen�ssische Institut f�r Schnee- und Lawinenforschung (EISLF) noch die Vorinstanz h�tten ihm die Missachtung objektiv erkennbarer Gefahrenmomente nachweisen k�nnen. Indem die Vorinstanz den von ihm objektiv begangenen Fehler, n�mlich die falsche Einsch�tzung des Lawinenhanges, einer schuldhaften Sorgfaltspflicht gleichgesetzt habe, habe sie den Boden des Verschuldensstrafrechts verlassen und sei zur Kausalhaftung im Strafrecht �bergegangen.
2. Eine Verurteilung nach Art. 117 StGB wegen fahrl�ssiger T�tung setzt voraus, dass der Tod der Opfer durch sorgfaltswidriges Verhalten des T�ters verursacht wurde.
a) Der gerichtliche Experte kam zum Schluss, die Ursache des Lawinenniedergangs bzw. der Ausl�sung liege mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einer �rtlichen �berbelastung der Schneedecke durch die praktisch aufgeschlossen marschierende BGE 118 IV 130 S. 133Tourengruppe (Expertise S. 3 unten). Davon ging offensichtlich auch die Vorinstanz aus, wenn sie - f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 277bis Abs. 1 BStP) - feststellte, der Beschwerdef�hrer habe seine Gruppe "in geschlossener Formation" in den Hang gef�hrt und "prompt" habe sich eine Lawine gel�st. Der Beschwerdef�hrer stellt dies denn auch nicht in Abrede.
b) Unstrittig war der Beschwerdef�hrer f�r die Sicherheit seiner Gruppe verantwortlich. Weder wird geltend gemacht, noch ist ersichtlich, dass die holl�ndischen Skitouristen die mit dieser Skitour verbundene Gefahr gekannt und in sie eingewilligt h�tten.
c) Es steht somit zun�chst fest, dass der Beschwerdef�hrer den Tod der sechs Opfer verursachte, indem er seine Gruppe geschlossen in den Nordwesthang des Mot San Lorenzo hineinf�hrte, was zur Ausl�sung der Lawine f�hrte.
3. Sorgfaltswidrig ist eine Handlungsweise dann, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung des Lebens der Opfer h�tte erkennen k�nnen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritt (BGE 116 IV 308 E. 1a).
a) Bei der Bestimmung des im Einzelfall zugrunde zu legenden Massstabes des sorgfaltsgem�ssen Verhaltens kann auf Verordnungen zur�ckgegriffen werden, die der Unfallverh�tung und der Sicherheit dienen (BGE 116 IV 308 E. 1a mit Hinweisen). Das gleiche gilt f�r entsprechende allgemein anerkannte Verhaltensregeln, auch wenn diese von einem privaten oder halb�ffentlichen Verband erlassen wurden und keine Rechtsnormen darstellen (so f�r die an Skifahrer gerichteten FIS-Regeln: BGE 106 IV 352 mit Verweisungen; vgl. auch BGE 115 IV 192 /3 betreffend die Richtlinien der Schweizerischen Kommission f�r Unfallverh�tung auf Skiabfahrten).
Rechtsprechung und Literatur verlangen vom Skitourenleiter, dass er f�r die sichere Beurteilung der Lawinengefahr das Lawinenbulletin des EISLF konsultiere (BGE 98 IV 180 mit Verweisungen; vgl. auch BGE 116 IV 188 E. b; Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graub�nden, PKG 1989 Nr. 34 S. 142; Urteil des Kantonsgerichts Wallis, RVJ 1983 S. 195 ff.; WERNER MUNTER, Neue Lawinenkunde, Verlag des SAC, Bern 1991, S. 128). Das EISLF hat Erl�uterungen (Interpretationshilfe II f�r das Schweizerische Lawinenbulletin (1985); siehe MUNTER, a.a.O., S. 190) herausgegeben, die dazu dienen, die genaue Bedeutung der Aussagen der jeweiligen Lawinenbulletins zu erfassen, und Verhaltensregeln enthalten, die sich u.a. an die Skifahrer, die Skitouren unternehmen, richten. Sie haben BGE 118 IV 130 S. 134als wesentliche Grundlage f�r das Verst�ndnis eines Lawinenbulletins jedenfalls jedem patentierten Bergf�hrer bekannt zu sein, wovon die Vorinstanz denn auch ausging und was der Beschwerdef�hrer nicht bestreitet. Das EISLF geniesst eine hohe fachliche Anerkennung. Aus diesen Gr�nden sind die sich aus Lawinenbulletins in Verbindung mit der Interpretationshilfe ergebenden Verhaltensregeln als Massstab f�r die durch einen Bergf�hrer auf einer Skitour zu beachtende Sorgfalt heranzuziehen.
b) Die Sorgfaltspflicht des Beschwerdef�hrers ruft nach einer strengen Beurteilung, da er die Leitung der Gruppe als patentierter Bergf�hrer �bernommen hatte (BGE 98 IV 177).
c) F�r die Beantwortung der Frage, ob die Gefahr des Erfolgseintritts f�r den T�ter erkennbar bzw. voraussehbar war, gilt der Massstab der ad�quaten Kausalit�t, was heisst, dass sein Verhalten geeignet sein muss, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen (BGE 116 IV 185 /6 E. 4b, BGE 115 IV 207 E. c je mit Hinweisen).
4. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Urteil zum Schluss, der Beschwerdef�hrer h�tte bei sorgf�ltiger W�rdigung aller Umst�nde den Steilhang, in dem die Lawine niederging, meiden m�ssen; indem er die Gruppe in den Ungl�ckshang hineingef�hrt habe, habe er seine Sorgfaltspflicht verletzt. Selbst wenn man davon ausgehen w�rde, die gegebenen Gefahrenindizien reichten nicht aus, um zwingend ein Ausweichen auf die Ersatzroute zu fordern, seien sie derart gewesen, dass sie nach der Erstellung eines Schneeprofils und der Durchf�hrung einer Rutschblockprobe vor dem Einstieg in den Steilhang gerufen h�tten; deren Ergebnisse h�tten gezeigt, dass der Hang nicht begangen werden d�rfe.
a) Ausgehend vom Lawinenbulletin des 31. M�rz 1988, von dem der Beschwerdef�hrer Kenntnis hatte, stellte die Vorinstanz fest, dass die durch den Beschwerdef�hrer begangene Route durchs Valbella auf den Mot San Lorenzo auf �ber 2000 Metern �ber Meer �ber einen rund 38 Grad steilen Nordwesthang f�hrte, durch ein Gel�nde also, f�r welches nach dem Lawinenbulletin eine m�ssige �rtliche Schneebrettgefahr zu beachten war. Sie r�umt ein, dass dies allein den Beschwerdef�hrer zwar noch nicht habe veranlassen m�ssen, zum vornherein auf die vorgesehene Tour zu verzichten. Erschwerend sei jedoch hinzugekommen, dass der Hang, der oben eher noch etwas steiler werde, in ein enges, von Felsk�pfen begrenztes Couloir �bergehe, eine Gel�ndeform also, in der am ehesten damit zu rechnen BGE 118 IV 130 S. 135gewesen sei, dass sich die m�ssige �rtliche Schneebrettgefahr in einem Lawinenniedergang verwirklichen k�nnte. Da die vorgesehene Route zwingend durch diesen engen, steilen Hangabschnitt f�hrte, der nicht umgangen werden konnte, kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass "eine vorsichtige Routenwahl, wie sie bei m�ssiger �rtlicher Schneebrettgefahr in Steilh�ngen der angegebenen Expositionen und H�henlagen erforderlich ist, damit aber an dieser Stelle zum vornherein ausgeschlossen war".
Damit werden die Anforderungen an die durch den Beschwerdef�hrer aufzuwendende Sorgfalt �berspannt. Die Vorinstanz geht zu Recht davon aus, aus dem Lawinenbulletin allein, wie dieses aufgrund der Interpretationshilfe II des EISLF zu verstehen ist, lasse sich eine Pflicht, den Steilhang ganz zu meiden, nicht ableiten (dazu n�her E. 5 unten). Die von ihr angef�hrten Gr�nde daf�r, dass unter den Umst�nden des vorliegenden Falles trotzdem bereits im blossen Begehen des Steilhanges an der Ungl�cksstelle eine Sorgfaltspflichtsverletzung zu erblicken sei, �berzeugen nicht.
b) Die Vorinstanz f�hrt aus, obwohl sich der Nordwesthang des Mot San Lorenzo in den Tagen vor dem Unfall offenbar auf der Windseite befunden habe, habe keine "ausreichende Gewissheit" bestanden, dass der Schnee auch aus dem sp�teren Anrissgebiet (unterhalb der Felsen und im Bereich des Couloirs) weggetragen worden sei. Wenn sie daraus folgert, trotz m�ssiger Gefahr gem�ss Bulletin h�tte der Hang nicht begangen werden d�rfen, verlangt sie, dass der Beschwerdef�hrer die Lawinengefahr h�her h�tte einsch�tzen m�ssen als aufgrund des Lawinenbulletins. Daf�r sind jedoch keine gen�gend klaren Gr�nde ersichtlich. Allein aus den topografischen Verh�ltnissen schliesst auch der gerichtliche Experte nicht darauf. Er f�hrt vielmehr aus, es brauche im allgemeinen eine regional m�ssig bis gut verfestigte Schneedecke, um an solche H�nge heranzugehen; falls die lokalen Schneeverh�ltnisse durch zuverl�ssige Ausk�nfte oder durch eigene Tests (Schneeprofil, Rutschblocktest, Schaufeltest usw.) ebenfalls gleich eingestuft werden k�nnten, d�rften solche H�nge mit den n�tigen Vorsichtsmassnahmen (Versch�tteten-Suchger�te, bei m�ssiger oder h�herer Gefahr Abst�nde von Mann zu Mann usw.) begangen werden.
Aufgrund des von Rettungschef M. erstellten und in seinem Gasthaus in S-charl angeschlagenen Schneeprofils vom 11. M�rz 1988 beurteilte auch der Experte die lokale Lawinengefahr nicht anders als gem�ss dem Bulletin. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, zus�tzliche Abkl�rungen �ber die Schneebeschaffenheit in Form BGE 118 IV 130 S. 136eines Schneeprofils und einer Rutschblock- bzw. Rutschkeilprobe h�tten im Ergebnis dazu f�hren m�ssen, vom Aufstieg �ber die geplante Route abzusehen, h�lt einer n�heren Pr�fung nicht stand. Bei der Erstellung eines Schneeprofils w�re wohl, wie die Vorinstanz richtig ausf�hrt, "die wenig tragf�hige, koh�sionsarme Zwischenschicht" zum Vorschein gekommen. Der entscheidende Rutschkeiltest (MUNTER, a.a.O., S. 89, bezeichnet diesen als ein wertvolles Hilfsmittel zur qualitativen Beurteilung der lokalen Schneebrettgefahr) h�tte jedoch nicht dazu gef�hrt, dass der Beschwerdef�hrer eine h�here als die m�ssige Lawinengefahr gem�ss Bulletin h�tte annehmen m�ssen. Einen solchen Test hat der Gerichtsexperte am Unfalltag vorgenommen. Dabei ergab sich die Ausl�sestufe 5 (drittbeste von sieben Stufen gem�ss Merkblatt SLF), d.h. Bruch beim 2. oder 3. Sprung mit Ski. Eben diese Stufe sieht aber keinen v�lligen Verzicht auf die Begehung eines solchen Hanges vor, sondern ist gem�ss der gerichtlichen Expertise wie folgt zu interpretieren: "An entsprechenden H�ngen ist vereinzelt mit Lawinenausl�sung durch Skifahrer zu rechnen. Es sind Erfahrung bei der Routenwahl (Umgehung extremer Hangabschnitte) und Entlastungsabst�nde erforderlich."
c) Die Vorinstanz f�hrt weitere Umst�nde und Informationen an, welche f�r den Beschwerdef�hrer h�tten Warnung oder Anlass sein sollen, im Zweifel auf den Aufstieg �ber die geplante Route zu verzichten. Der Beschwerdef�hrer bestreitet aber zu Recht, dass sich daraus eine ihm anzulastende Sorgfaltswidrigkeit ableiten lasse.
Weder die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer zuvor noch nie eine Tour auf den Mot San Lorenzo unternommen hatte, noch die Behauptung von Rettungschef M., es habe im Winter 1987/88 noch niemand den Mot San Lorenzo bestiegen, verm�gen die Inangriffnahme der Tour als sorgfaltswidrig erscheinen zu lassen; andernfalls w�rde jeder Bergf�hrer, der eine Tour zum ersten Mal oder als Erster in einem Winter durchf�hrt, gerade schon deswegen sorgfaltswidrig handeln.
Aus dem Umstand, dass im Monat M�rz zwei Bergsteiger eine Besteigung des Mot San Lorenzo wegen Lawinengefahr wieder abgebrochen hatten, ist nicht mehr abzuleiten, als dass in jenem Zeitpunkt offenbar ung�nstige Verh�ltnisse herrschten. Wenn im angefochtenen Urteil von Bergf�hrern die Rede ist, so handelt es sich dabei um ein offensichtliches Versehen (Aussage des Zeugen M.), das in Anwendung von Art. 277bis Abs. 1 BStP von Amtes wegen zu berichtigen ist.BGE 118 IV 130 S. 137
Die Empfehlung von Rettungschef M., bei ung�nstigen Verh�ltnissen nach Murters da Tamangur auszuweichen, bedeutete, dass der Nordwesthang des Mot San Lorenzo - ausser der Beschwerdef�hrer h�tte vor der Abzweigung nach Murters da Tamangur und dem Einstieg in den fraglichen Hang ung�nstige Verh�ltnisse feststellen m�ssen - nach dessen Meinung begangen werden konnte; dies auch wenn dieser hinzuf�gte, die einheimischen Bergf�hrer w�rden die Route �ber den Mot Falain dem Aufstieg durchs Valbella vorziehen. Bei diesen Ausk�nften handelt es sich um Hinweise auf abstrakte Gefahren, nicht aber auf konkrete Gefahrenmomente. Dies bedeutete f�r den Beschwerdef�hrer einmal mehr, h�chste Aufmerksamkeit und umfassende Sorgfalt walten zu lassen, aber nicht mehr. Es ist nicht zu sehen, inwiefern allein die Durchf�hrung der Tour und das Festhalten an der gew�hlten Route aus den erw�hnten Gr�nden eine Verletzung der Sorgfaltspflicht darstellen sollten. So vertraten denn auch die erfahrenen Bergf�hrer K. und E. die Meinung, die durch den Beschwerdef�hrer gew�hlte Route h�tte am in Frage stehenden Tag grunds�tzlich begangen werden d�rfen.
d) Die Vorinstanz erw�hnt �berdies, dass A., Rettungsobmann der SAC-Sektion Unterengadin und Stellvertreter des Rettungschefs M., am 1. April 1988 die Gruppe J. im Valbella beobachtet hatte, als er sich selber mit einer Gruppe im Aufstieg zum Mot dal Gajer befand. A. hatte damals zu seinen Begleitern gesagt, dass es wohl zu einem Ungl�ck kommen werde, falls die Gruppe (J.), statt nach Murters da Tamangur auszuweichen, weiter gegen den Mot San Lorenzo aufsteige.
A. hat die Lawinengefahr - im Gegensatz zum Beschwerdef�hrer - damit in der Tat richtig beurteilt. Der angefochtene Entscheid enth�lt jedoch keine Hinweise, auf welche objektiven Elemente A. seine Beurteilung abst�tzte. Nur wenn dies der Fall w�re und gesagt werden k�nnte, aufgrund der gleichen objektiven Gr�nde h�tte der Beschwerdef�hrer zum selben Schluss wie A. gelangen m�ssen, w�re dies aber von Belang.
e) Das angefochtene Urteil h�lt deshalb insoweit vor Bundesrecht nicht stand, als die Verurteilung des Beschwerdef�hrers damit begr�ndet wird, er h�tte aufgrund besonderer Umst�nde, trotz der gemeldeten und f�r ihn allein erkennbaren bloss m�ssigen �rtlichen Lawinengefahr auf einen Einstieg in den Steilhang verzichten m�ssen.
5. Das massgebliche Lawinenbulletin meldete f�r das Unterengadin oberhalb 2000 Metern eine m�ssige �rtliche Schneebrettgefahr, BGE 118 IV 130 S. 138wobei sich die Gefahrenstellen - wie im ganzen Alpengebiet - vor allem an Steilh�ngen der Expositionen West, Nord und Nordost befanden. Diese Gefahrenstufe 2 bedeutet gem�ss der Interpretationshilfe II des EISLF:
"Obwohl die Schneedecke im allgemeinen gut verfestigt ist, weist sie an einzelnen Steilh�ngen vor allem der erw�hnten Expositionen nur m�ssige Festigkeit auf. Sie kann dort bei grosser Belastung (z.B. Skifahrergruppen ohne Abst�nde) brechen. Gr�ssere, spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.
- Auf Touren und Skiabfahrten wird vor allem an Steilh�ngen der angegebenen Exposition und H�henlage vorsichtige Routenwahl empfohlen."
Als Steilh�nge sind dabei H�nge zu verstehen, die steiler als rund 30 Grad abfallen.
a) Wie bereits erw�hnt, leitete die Vorinstanz daraus zu Recht nicht ab, der Beschwerdef�hrer h�tte den Nordwesthang des Mot San Lorenzo meiden und auf die Ersatzroute ausweichen m�ssen. Nach der Interpretationshilfe des EISLF sollten Steilh�nge der im Lawinenbulletin angegebenen Exposition und H�henlage nur bei erheblicher �rtlicher Lawinengefahr gemieden werden, weil bei dieser Gefahrenstufe 3 die Schneedecke "an vielen Steilh�ngen ... ungen�gende Festigkeit" aufweist und "bei Belastung durch Skifahrer o.�. brechen" d�rfte sowie "auch vereinzelt spontane Lawinen zu erwarten" sind. Bei der Gefahrenstufe 2, von der der Beschwerdef�hrer aufgrund des Bulletins und mangels anderer Anzeichen ausgehen durfte, wird demgegen�ber lediglich "vorsichtige Routenwahl" empfohlen. MUNTER (a.a.O., S. 143/4) versteht allgemein unter Routenwahl die grossr�umige Route vom Start zum Ziel, bei der fast immer zahlreiche Varianten m�glich sind, die man sich schon bei der Planung �berlegen sollte. Als "Spuranlage" bezeichnet er demgegen�ber das kleinr�umige Legen einer Spur innerhalb eines Hangs oder einer Gel�ndeformation, wobei Varianten nur sehr beschr�nkt oder unter Umst�nden gar nicht vorhanden sind; immerhin sei es oft m�glich, durch geschickte Spuranlage wenigstens der steilsten Hangpartie aus dem Wege zu gehen. So bezeichnet er z.B. Rippen und R�cken als sicherer als Rinnen und Mulden.
Im Zusammenhang mit der Umschreibung der Gefahrenstufe 2 und der daran angekn�pften Empfehlung in der Interpretationshilfe II des EISLF ist "vorsichtige Routenwahl" nicht im Sinne der grossr�umigen Route zu verstehen, zumal die m�ssige Lawinengefahr aufweisenden Steilh�nge, wie dargelegt, nicht gemieden werden BGE 118 IV 130 S. 139m�ssen. Vielmehr ist es die kleinr�umige Route oder Spur, die vorsichtig zu w�hlen ist, d.h. dass Mulden oder andere Stellen, die die Wahrscheinlichkeit einer todbringenden Versch�ttung erh�hen, zu meiden sind. Dar�ber hinaus ergibt sich aus der Interpretationshilfe, dass auch durch Einhalten von Entlastungsabst�nden zwischen den einzelnen Tourenteilnehmern der Schneedeckenstabilit�t und der Ausl�sewahrscheinlichkeit, wie sie f�r die Stufe 2 umschrieben werden, Rechnung getragen werden kann und muss. Angesichts der ausdr�cklich erw�hnten M�glichkeit, dass die Schneedecke bei Belastung durch Skifahrergruppen ohne Abst�nde brechen kann, liegt es auf der Hand, dass dieser Gefahr mit einem Aufstieg in Abst�nden Rechnung getragen werden muss. MUNTER (a.a.O., S. 146) nennt an erster Stelle der Massnahmen zur Schonung der Schneedecke das Einhalten von Entlastungsabst�nden, im Aufstieg von mindestens 10 Metern. Es handelt sich um eine einfache, wirksame und allgemein beobachtete Sicherheitsvorkehr, wenn mit dem Brechen der Schneedecke gerechnet werden muss; dies ist aber u.a. gerade der Fall, wenn eine Gruppe - wie hier - bei m�ssiger �rtlicher Lawinengefahr einen Steilhang gef�hrdeter Exposition und H�henlage begeht. Das Einhalten von Abst�nden hat den weiteren Vorteil, dass sich beim Niedergehen eines Schneebrettes oder einer Lawine nicht alle Gruppenmitglieder an der gleich gef�hrlichen Stelle aufhalten und so die Chance, dass nicht alle erfasst oder nicht alle t�dlich versch�ttet werden, gr�sser ist. Dementsprechend verlangt die Empfehlung "vorsichtige Routenwahl", die der Beschwerdef�hrer gem�ss dem Lawinenbulletin zu beachten hatte, sowohl eine vorsichtige Spuranlage als auch das Einhalten von Entlastungs- bzw. Sicherheitsabst�nden.
Zu den gleichen Vorsichtsmassnahmen h�tte sich der Beschwerdef�hrer veranlasst sehen m�ssen, wenn er einen Rutschblocktest durchgef�hrt h�tte (siehe E. 4b oben). Dass die "Stockprobe", die er anwandte, keine Anzeichen einer Gefahr zutage f�rderte, bildete keinen Grund, von diesen Vorsichtsmassregeln abzusehen; ein solches Ergebnis einer Stockprobe gen�gt hierzu nicht, da diese kein gen�gend zuverl�ssiges Mittel f�r die Beurteilung der lokalen Schneebrettgefahr darstellt (MUNTER, a.a.O., S. 80, bezeichnet sie als "v�llig untauglicher Behelf zur Beurteilung der Schneedeckenstabilit�t im Steilhang").
b) Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz befand sich die Skitourengruppe des Beschwerdef�hrers im Zeitpunkt, als die Lawine niederging, in einem Hangbereich, "der deutlich steiler BGE 118 IV 130 S. 140als 30 Grad abf�llt", und damit bereits im Steilhang. Der Beschwerdef�hrer hatte sie "in geschlossener Formation" in den Steilhang gef�hrt und liess sie oberhalb eines kleinen Zwischenbodens anhalten, um selber zun�chst allein weiter in den Hang einzusteigen.
Damit verletzte er nach dem oben Gesagten seine Sorgfaltspflicht. Zwar durfte er grunds�tzlich den Steilhang mit seiner Gruppe begehen, h�tte dabei aber Entlastungs- bzw. Sicherheitsabst�nde von mindestens 10 Metern zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern einhalten m�ssen. Der gerichtliche Experte kam zum Schluss, dies h�tte bereits eine knappe halbe Stunde oder ca. 800 Meter vor dem Ungl�ckszeitpunkt bzw. -ort erfolgen m�ssen. Es kommt hinzu, dass der Beschwerdef�hrer kleinr�umig eine ung�nstige Route w�hlte, wenn er bis oberhalb des fraglichen kleinen Bodens mit einer Rechtskurve ausholte und die Gruppe also oberhalb einer Verflachung mit einer schwach ausgebildeten Krete durchf�hrte und dort warten liess, wo die Gefahr einer t�dlichen Versch�ttung infolge des Staus, der sich in einer Lawine an einem solchen Ort notgedrungen bildet - was hier auch der Fall war -, am gr�ssten ist; die zu beobachtende grosse Vorsicht h�tte geboten, diese besonders gef�hrliche Stelle m�glichst zu meiden, d.h. zumindest nicht die ohne Abst�nde marschierende Gruppe dort hinzuf�hren und warten zu lassen. Im Vordergrund steht indessen, dass der Beschwerdef�hrer mit der Tourengruppe in den Steilhang einstieg, ohne Entlastungs- bzw. Sicherheitsabst�nde anzuordnen.
c) F�r den Beschwerdef�hrer war aufgrund der im Lawinenbulletin gemeldeten m�ssigen �rtlichen Lawinengefahr erkennbar, d.h. er h�tte voraussehen k�nnen und m�ssen, dass bei einem Aufstieg ohne Abst�nde eine Lawine ausgel�st werden k�nnte. Sein Vorgehen war nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet, die Schneedecke infolge �berbelastung zu brechen und einen Lawinenniedergang auszul�sen, der die Gruppe versch�tten und zum Tode der Versch�tteten f�hren konnte. Dies ergibt sich ohne weiteres aus der Umschreibung der Gefahrenstufe 2 in der Interpretationshilfe zum Lawinenbulletin des EISLF, wonach Gruppen ohne Abst�nde zum Bruch der Schneedecke f�hren k�nnen.
6. Nach dem Gesagten hat der Beschwerdef�hrer sorgfaltswidrig gehandelt, indem er einerseits kleinr�umig eine nach den gegebenen Umst�nden gef�hrliche Route w�hlte und andererseits nicht die erforderlichen Sicherheitsabst�nde anordnete. Zu pr�fen ist, BGE 118 IV 130 S. 141ob diese Sorgfaltspflichtsverletzungen kausal f�r den Tod der sechs Opfer sind.
a) Dies ist zu bejahen, wenn der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten ausgeblieben w�re. Dieser sogenannte hypothetische Kausalzusammenhang setzt zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit voraus; mit anderen Worten ist er nur gegeben, wenn das erwartete Verhalten nicht hinzugedacht werden kann, ohne dass der Erfolg h�chstwahrscheinlich entfiele. Die blosse M�glichkeit des Nichteintritts des Erfolgs bei sorgfaltsgem�ssem Verhalten reicht zur Bejahung des Kausalzusammenhangs nicht aus (BGE 116 IV 185 E. 4a und 310 E. a mit Hinweisen).
b) Der gerichtliche Experte stellte aufgrund einer Profilaufnahme im Ungl�cksgebiet unmittelbar nach dem Unfall, wie der Beschwerdef�hrer zu Recht betont, fest, die Lawinengefahr sei f�r den streitigen Nordwesthang "erheblich �rtlich" und somit h�her gewesen als gesamthaft gesehen in der ganzen Region. Bei der Gefahrenstufe 3 bildet es nun aber keinen wesentlichen Unterschied, ob ein Steilhang von einer Gruppe oder von einem einzelnen Skifahrer begangen wird, kann doch die Schneedecke gem�ss Interpretationshilfe des EISLF bereits bei Belastung "durch Skifahrer o.�." brechen, w�hrenddem bei bloss m�ssiger �rtlicher Gefahr ausdr�cklich von "Skifahrergruppen ohne Abst�nde" die Rede ist. Angesichts der tats�chlich - f�r den Beschwerdef�hrer aber nicht erkennbaren - erheblichen �rtlichen Lawinengefahr l�sst sich daher nicht sagen, die Lawine w�re h�chstwahrscheinlich nicht ausgel�st worden, wenn der Beschwerdef�hrer Entlastungsabst�nde angeordnet h�tte. Die Lawine h�tte vielmehr auch beim Aufsteigen der Gruppe mit Abst�nden ausgel�st werden k�nnen. Die Ausl�sung der Lawine h�tte sich somit auch bei Beobachtung der gebotenen Vorsicht nicht verhindern lassen. Zu pr�fen ist deshalb, welchen Erfolg der Lawinenniedergang bei Beobachtung der gegebenen Vorsicht bewirkt h�tte.
c) Mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit w�ren nicht alle Mitglieder der Gruppe versch�ttet worden und insbesondere nicht sechs Teilnehmer t�dlich verungl�ckt, wenn sie sich nicht in geschlossener Formation, sondern mit Abst�nden in den Hang begeben h�tten, und wenn sie nicht mit der Rechtskurve so weit nach links ausgeholt h�tten, dass sie oberhalb der gef�hrlichen Verflachung von der Lawine erfasst wurden. W�ren die sieben Tourenteilnehmer in Abst�nden von mindestens 10 Metern aufgestiegen und dem Bereich oberhalb des kleinen Bodens ausgewichen, w�ren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht alle sechs Opfer im durch die schwach BGE 118 IV 130 S. 142ausgebildete Krete verursachten Stau in der Lawine ums Leben gekommen. Zumindest einzelne von ihnen w�ren h�chstwahrscheinlich nicht so erfasst und versch�ttet worden, dass es f�r sie keine Rettung mehr gegeben h�tte. Deren Tod w�re somit, wenn der Beschwerdef�hrer die gebotenen Vorsichtsmassnahmen getroffen h�tte, nicht eingetreten. Dies ergibt sich aus allgemeinen Erfahrungstatsachen und insbesondere dem weiteren Zweck der empfohlenen und allgemein beachteten Entlastungsabst�nde in ihrer Bedeutung als Sicherheitsabst�nde. Auch die Tatsache, dass der sich mehr im f�r die Tourenteilnehmer rechten (nord�stlichen) Hangbereich aufhaltende Beschwerdef�hrer nur so versch�ttet wurde, dass er sich selber aus den Schneemassen befreien konnte, zeigt, dass bei gr�sserer Verteilung der Gruppe dank der Abst�nde mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest einzelne Teilnehmer sich ebenfalls an einem Ort aufgehalten h�tten, wo keine oder zumindest keine t�dliche Versch�ttung erfolgt w�re.
d) Den Beschwerdef�hrer trifft also nicht die strafrechtliche Verantwortung f�r die Ausl�sung der Lawine, sondern daf�r, dass bei Beachtung der - aufgrund der f�r ihn allein erkennbaren m�ssigen Lawinengefahr - gebotenen Vorsicht der Erfolg nicht in gleichem Ausmass eingetreten w�re. Die Verurteilung wegen fahrl�ssiger T�tung verletzt im Ergebnis kein Bundesrecht. Dass der Beschwerdef�hrer nicht f�r den Tod aller sechs Tourenteilnehmer, sondern allein von einzelnen von ihnen strafrechtlich verantwortlich ist, �ndert nichts an der H�he der ausgesprochenen Busse von Fr. 1'000.--, die der Beschwerdef�hrer denn auch nicht eventualiter anficht. Denn die Vorinstanz hat diese Busse bemessen, ohne der Zahl der Opfer wesentliche Bedeutung beizulegen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
116 IV 308,
116 IV 185,
106 IV 352,
115 IV 192 suite... ,
98 IV 180,
116 IV 188,
98 IV 177,