Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/der-grundsatz-der-selbstbelastungsfreiheit-3105457
Timestamp: 2020-01-28 23:26:22
Document Index: 328235368

Matched Legal Cases: ['§ 136', '§ 243', '§ 136', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Der Grund­satz der Selbst­be­las­tungs­frei­heit | Rechtslupe
Der Grund­satz der Selbst­be­las­tungs­frei­heit
Der Grund­satz, dass nie­mand im Straf­ver­fah­ren gegen sich selbst aus­zu­sa­gen braucht, inso­weit also ein Schwei­ge­recht besteht, ist not­wen­di­ger Bestand­teil eines fai­ren Ver­fah­rens.
Es steht dem Ange­klag­ten frei, sich zu äußern oder nicht zur Sache aus­zu­sa­gen (vgl. § 136 Abs. 1 Satz 2, § 243 Abs. 5 Satz 1 StPO). Macht ein Ange­klag­ter von sei­nem Schwei­ge­recht Gebrauch, so darf dies nicht zu sei­nem Nach­teil gewer­tet wer­den 1.
Der unbe­fan­ge­ne Gebrauch die­ses Schwei­ge­rechts wäre nicht gewähr­leis­tet, wenn der Ange­klag­te die Prü­fung und Bewer­tung der Grün­de für sein Aus­sa­ge­ver­hal­ten befürch­ten müss­te. Des­halb dür­fen weder aus der durch­ge­hen­den noch aus der anfäng­li­chen Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rung – und damit auch nicht aus dem Zeit­punkt, zu dem sich der Ange­klag­te erst­mals ein­lässt – nach­tei­li­ge Schlüs­se gezo­gen wer­den 2.
Im vor­lie­gen­den Fall kann dem land­ge­richt­li­chen Urteil ent­nom­men wer­den, dass der Ange­klag­te sich erst­mals in der Haupt­ver­hand­lung geäu­ßert hat. Dass er die Ermitt­lungs­be­hör­den nicht frü­her über die Anga­ben sei­ner Ver­lob­ten in Kennt­nis gesetzt hat­te, darf des­halb bei der Bewer­tung sei­ner Aus­sa­ge kei­ne Berück­sich­ti­gung fin­den. Die­ser Rechts­feh­ler ist auf die Sach­rü­ge hin zu beach­ten 3.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Okto­ber 2015 – 3 StR 344/​15
Blit­zer – aber nur mit Roh­mess­da­ten Das Grund­recht auf wirk­sa­me Ver­tei­di­gung schließt auch in einem Buß­geld­ver­fah­ren über eine Geschwin­dig­keits­über­schrei­tung ein, dass die Roh­mess­da­ten der Geschwin­dig­keits­mes­sung zur nach­träg­li­chen Plau­si­bi­li­täts­kon­trol­le zur Ver­fü­gung ste­hen.…
Ver­neh­mung – und der feh­len­de Hin­weis auf den anwalt­li­chen… Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits unter Gel­tung der alten Fas­sung von § 136 Abs. 1 StPO, in der das Hin­weis­ge­bot noch nicht aus­drück­lich nor­miert war, einen…
Straf­zu­mes­sung – und die fal­schen Bemes­sungs­grün­de Die Straf­be­mes­sung (Straf­rah­men­be­stim­mung und Fest­set­zung der kon­kre­ten Stra­fe) ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts ist nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich…
Der Grund­satz der Selbst­be­las­tungs­frei­heit Der Grund­satz, dass nie­mand im Straf­ver­fah­ren gegen sich selbst aus­zu­sa­gen braucht, inso­weit also ein Schwei­ge­recht besteht, ist not­wen­di­ger Bestand­teil eines fai­ren Ver­fah­rens. Es steht dem…
BGH, Urtei­le vom 26.10.1983 – 3 StR 251/​83, BGHSt 32, 140, 144; vom 26.05.1992 – 5 StR 122/​92, BGHSt 38, 302, 305; vom 22.12 1999 – 3 StR 401/​99, NJW 2000, 1426; Beschlüs­se vom 03.05.2000 – 1 StR 125/​00, NStZ 2000, 494, 495; vom 28.05.2014 – 3 StR 196/​14, NStZ 2014, 666, 667[↩]
st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 28.05.2014 – 3 StR 196/​14, NStZ 2014, 666, 667 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 28.05.2014 – 3 StR 196/​14, NStZ 2014, 666, 667 mwN[↩]
AussageverweigerungEinlassungSchweigerechtSelbstbelastungsfreiheit