Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202003,%20962
Timestamp: 2017-11-18 23:39:33
Document Index: 232136125

Matched Legal Cases: ['Art. 6', '§ 1896', '§ 1908', '§ 1908', '§ 1896', '§ 20']

BayObLG, 26.02.2003 - 3Z BR 243/02 - dejure.org
GG Art. 6 Abs. 1; BGB § 1896 Abs. 2 Satz 1
Umfang der Betreuung eines Volljährigen; Erweiterung des Aufgabenkreises des Betreuers; Beschränkung des Umgangsrechts mit Familie; Abwehrfunktion des Betreuers; Grundrechtliche Abwägung mit Schutz der körperlichen Unverehrtheit; Psychische Belastung des Betreuten durch Umgang mit Eltern
AG Würzburg - XVII 1059/00
LG Würzburg - 3 T 28/02
FamRZ 2003, 962
Rpfleger 2003, 362
Voraussetzung ist auch insoweit, dass der Betroffene aufgrund seiner psychischen oder seiner körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung die Angelegenheit, deren Besorgung dem Betreuer zusätzlich übertragen werden soll, nicht selbst besorgen und auch insoweit seinen Willen nicht frei bestimmen kann (§§ 1908d Abs. 3 Satz 2, 1896 Abs. 1 Satz 1 BGB; BayObLGZ 1994, 209/211; BayObLGZ 2003, 33/35 = FamRZ 2003, 962).
In seiner Abwehrfunktion bildet die Norm einen Schutzschild gegen störende, schädigende oder benachteiligende Eingriffe des Staates in die familiären Beziehungen (vgl. BVerfGE 6, 386/388; 81, 1/6; BayObLG FamRZ 2003, 962).
OLG München, 30.01.2008 - 33 Wx 213/07
Rechtliche Betreuung: Vormundschaftsgerichtliche Überprüfung eines vom Betreuer …
Voraussetzung ist insoweit, dass der Betroffene aufgrund seiner psychischen oder seiner körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung die Angelegenheit, deren Besorgung dem Betreuer zusätzlich übertragen werden soll, nicht selbst besorgen und auch insoweit seinen Willen nicht frei bestimmen kann (§ 1908d Abs. 3 Satz 2, § 1896 Abs. 1 Satz 1 BGB; BayObLG FamRZ 2004, 962; BayObLGZ 2003, 33/35 = FamRZ 2003, 962, BayObLGZ 1994, 209/211).
Die Bestellung eines Betreuers mit einem entsprechenden Aufgabenkreis ist aber im Gegensatz zu dem von einem Erwachsenen autonom erklärten Wunsch, keinen Umgang mehr mit einer bestimmten Person haben zu wollen, ein staatlicher Hoheitsakt und kann daher einen Eingriff in den Grundrechtsbereich des Artikels 6 GG darstellen (vgl. BayObLG NJOZ 2005, 959/960), der nur unter den oben genannten Abwägungsgesichtspunkten sachlich gerechtfertigt ist.
So ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass sich ein Elternteil unter Berufung auf dieses Grundrecht i.V.m. § 20 Abs. 1 FGG gegebenenfalls gegen ein vom Betreuer in Bezug auf den Betroffenen ausgesprochenes Umgangs- oder Kontaktverbot wenden kann (…OLG Hamm aaO; Senatsbeschluss BtPrax 2008, 74; BayObLGZ 2003, 33 = FamRZ 2003, 962).