Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201989,%20506
Timestamp: 2019-11-22 14:51:30
Document Index: 12021984

Matched Legal Cases: ['§ 75', '§ 75', '§ 107', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 107', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 107', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 2']

BFH, 02.03.1989 - IV R 83/86 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1678
BFH, 02.03.1989 - IV R 83/86 (https://dejure.org/1989,1678)
BFH, Entscheidung vom 02.03.1989 - IV R 83/86 (https://dejure.org/1989,1678)
BFH, Entscheidung vom 02. März 1989 - IV R 83/86 (https://dejure.org/1989,1678)
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EStDV § 75
Krankenhaus - Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen - Private Krankenanstalt - Stationäre Leistung - Ambulante Leistung
§ 75 EStDV
Einkommensteuer; Sonderabschreibungen bei Krankenanstalten
BFHE 156, 183
BB 1989, 1093
DB 1989, 1314
BStBl II 1989, 506
In der Folge können auch teilstationäre Einrichtungen, insbesondere in der Form von Tag- oder Nachtkliniken, als Krankenhäuser anzusehen sein (vgl. BFH-Urteil in BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506; s. zu § 107 SGB V Urteil des Bundessozialgerichts --BSG-- vom 28. Januar 2009 B 6 KA 61/07 R, BSGE 102, 219; s.a. die Begründung des Gesetzentwurfs zu § 2 Nr. 1 KHG in BTDrucks VI/1874, S. 11).
a) Die Privatklinik des Klägers ist zwar unstreitig ein Krankenhaus i.S. des § 3 Nr. 20 Buchst. b GewStG, denn sie erfüllt sowohl die Voraussetzungen des Krankenhausbegriffs in § 2 Nr. 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG), den der Senat für Streitjahre bis 1988 herangezogen hat (Senatsurteil vom 2. März 1989 IV R 83/86, BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506), als auch den seit 1. Januar 1989 geltenden Begriff des Krankenhauses nach § 107 Abs. 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V).
Sie ist aufgrund der Erwägungen des BFH-Urteils vom 2. März 1989 IV R 83/86 (BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506) zu verneinen.
Der beschließende Senat hat in seinem Urteil vom 2. März 1989 IV R 83/86 (BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506) entschieden, daß die Definition des Krankenhauses i. S. des § 7f des Einkommensteuergesetzes (EStG) aus § 2 Nr. 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) vom 29. Juni 1972 (BGBl 1, 1009) zu entnehmen sei.
Der Senat hat im Urteil in BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506 ferner entschieden, daß die an die Krankenhauseigenschaft geknüpften steuerlichen Vergünstigungen nur dann zu gewähren sind, wenn ein wesentlicher Teil der Unternehmensleistung auf den stationären Bereich der betreffenden Einrichtung entfällt.
Diese Äußerung ist jedenfalls insoweit überholt, als der beschließende Senat in seinem Urteil in BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506 die steuerliche Begünstigung davon abhängig gemacht hat, daß ein wesentlicher Teil der Unternehmensleistung auf den stationären Bereich der betreffenden Einrichtung entfällt.
Nach den schon von der Rechtsprechung des Reichsfinanzhofes (RFH) entwickelten Voraussetzungen für die Feststellung der Krankenhauseigenschaft (Urteile vom 29.2.1940 III 267/39, Reichssteuerblatt (RStBl) 1940, 349; vom 25.2.1943 III 167/42, RStBl 1943, 342; vom 16.4.1943 III 120/42, RStBl 1943, 452; vgl. BFH, Urteil vom 21.12.1955, V 258/54 U BStBl III 1956, 56), die auch mit § 2 Nr. 1 KHG übereinstimmen (vgl. BFH, Urteil vom 02.03.1989 IV R 83/86, BStBl II 1989, 506 (507)), ist zunächst erforderlich, dass die ärztliche und pflegerische Hilfeleistung und Betreuung in der Einrichtung gegenüber den zu versorgenden Personen planmäßig und regelmäßig erbracht wird.
Auf diese Hilfeleistung und Betreuung muss die Einrichtung ferner durch entsprechenden Einsatz personeller, sächlicher oder/und organisatorischer Mittel, also durch jederzeit rufbereite Ärzte, qualifiziertes Pflegepersonal und die dazu notwendige medizinisch-technische Ausstattung eingerichtet sein, wobei auch eine teilstationäre und damit nicht ganztägige ärztliche und pflegerische Leistung ausreichend ist (BFH, IV R 83/86, a.a.O.; vgl. auch die entsprechenden Anforderungen in A 82 Abs. 2 EStR 1995, A 34c Abs. 3 S. 1 GewStR 1990).
Zudem müssen in der Einrichtung die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können (BFH, IV R 83/86, a.a.O.).
Aus der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 2. März 1989 IV R 83/86, BFHE 156, 83, BStBl II 1989, 506 ) und vom 20. September 1966 (I R 34/66, BFHE 87, 215, BStBl III 1967, 90) sei zu entnehmen, dass die Sozialleistungsträger nur von den normalen Verpflegungssatz betreffenden Leistungen entlastet werden sollten.
Sie knüpfen jedoch an das Sozialrecht an, so dass § 2 Nr. 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes ( KHG ) und § 107 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch ( SGB V ) erläuternd heranzuziehen sind (Urteile des BFH vom 22. Oktober 2003 I R 65/02, BFHE 204, 278, BStBl II 2004, 300 , vom 2. Oktober 2003 IV R 48/01, BFHE 204, 80 , BStBl II 2004, 363 , vom 2. März 1989 IV R 83/86, BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506 , …und vom 6. April 2005 I R 85/04, a. a. O.) Krankenhäuser i. S. des § 2 Nr. 1 KHG sind danach Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden.
BFH, 29.06.1994 - I R 102/93
Ambulante Leistung im Krankenhaus
Der Bundesfinanzhof (BFH) hob das Urteil des Finanzgerichts (FG) aus den im Urteil vom 2. März 1989 IV R 83/86 (BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506) genannten Gründen auf und verwies die Sache zur weiteren Sachaufklärung an das FG zurück.
Nach dem Urteil des IV. Senats des BFH, das im ersten Rechtsgang ergangen ist (BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506), können Sonderabschreibungen in einem solchen Fall in Anspruch genommen werden, wenn auf die stationären Leistungen (einschließlich der teilstationären) ein wesentlicher Teil der Gesamtleistung des Unternehmens entfällt.
Da das Urteil des FG bereits aus diesem Grunde aufzuheben war, braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob die Feststellung des FG für eine Würdigung dahin ausreichen, das Sanatorium der Klägerin sei ein Krankenhaus i. S. des § 4 Nr. 16 Buchst. b UStG 1980 (vgl. dazu Urteile des Bundesfinanzhofs vom 2. März 1989 IV R 83/86, BFHE 156, 183, BStBl II 1989, 506; und in BFHE 162, 502, BStBl II 1991, 157, unter II. 3.).
Verlangt werden müsse jedoch, dass ein wesentlicher Teil der Unternehmensleistung auf den stationären Bereich entfalle (BFH-Urteil vom 02.03.1989 IV R 83/86, BStBl II 1989, 506).
Aufgrund der unterschiedlichen Zwecksetzung im Vergleich zur beabsichtigten Verbesserung der bestehenden Versorgungsstrukturen bei der medizinischen Behandlung und der Entlastung der Sozialversicherungsträger bei § 3 Nr. 20 Buchst. b GewStG kann die Erteilung einer Konzession als Krankenhaus nur ein erster Anschein dafür sein, dass es sich bei der vom Konzessionsleiter betriebenen Einrichtung um ein Krankenhaus i.S. des § 2 KHG handelt (vgl. BFH-Urteil vom 02.03.1989 IV R 83/86, BStBl II 1989, 506).