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Timestamp: 2020-06-06 11:48:50
Document Index: 348894005

Matched Legal Cases: ['§ 535', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Wartung von Silikonfugen im Forum für Mietrecht
Beitrag von Hanomag » 11.01.16, 22:57
Die Wartung der Silikonfugen gehört offensichtlich nicht zu den Schönheitsreparaturen.
Heißt das, das in jedem fall der Vermieter in der Pflicht ist?
Oder kann man im Fall von Schimmelbildung den Mieter schadenersatzpflichtig machen?
Beitrag von ktown » 12.01.16, 07:45
Hanomag hat geschrieben: Heißt das, das in jedem fall der Vermieter in der Pflicht ist?
Beitrag von cmd.dea » 12.01.16, 08:20
Hanomag hat geschrieben: Die Wartung der Silikonfugen gehört offensichtlich nicht zu den Schönheitsreparaturen.
Das nennt sich Instandsetzung (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Und: nein.
Bei Schimmelbildungen wird grundsätzlich erst einmal vermutet, dass diese baulich bedingt ist. Der Vermieter muss sich also im Wege der Beweisführung entlasten. Erst dann wird dann von ausgegangen, dass der Schimmel durch falsches Nutzungsverhalten verursacht wurde (zB LG Aachen, Urteil vom 02. Juli 2015 – 2 S 327/14).
Beitrag von schneckenkorn » 12.01.16, 08:59
Silikonfugen benötigen keinerlei Wartung. Sie sind da und müssen bei defekt ersetzt werden.
Was soll da auch an Wartung stattfinden. Wo ist der Fachbetrieb der mit seinem Werkzeug die Dehnung der Fuge nachstellt
Schimmel bildet sich zumeist dort wo das Silikon nicht mehr am Material haftet. Dort ist das Silikon auszuschneiden und zu erneuern.
Ist der Schimmel oberflächlich dann hätte allerdings schon der Mieter mal putzen können ^^
Heutzutage schimmelt da kaum noch was. Sanitärsilikon welches heute zum größten Teil verwendet wird ist Fungizid.
Beitrag von windalf » 12.01.16, 09:17
Ist das so. Vielleicht ist das Instandsetzen von Silikon aber ggf. einfach nur "Wartung z.B. der Duschkabine oder des Badeszimmers"... Ob irgendwas Instandsetzung oder Wartung ist, ist nicht immer so einfach zu trennen und hängt auch insbesondere vom Aggregationsniveau der bertrachteten Komponente/Unterkomponenten ab.
Beitrag von Tastenspitz » 12.01.16, 09:36
windalf hat geschrieben: vom Aggregationsniveau der betrachteten Komponente/Unterkomponenten ab.
Komponente Badezimmer - Unterkomponente Duschtasse - Komponentendetail Fuge - Komponentenunterdetail Silikondichtungsmasse.
Also ist es eine Sanitärkomponentenwandfliesenverbindungsdichtmasse elastischer Ausprägung zum Schutz des umgebenden Mauerwerks vor Durchfeuchtung bei Nutzung der Komponenten und erfüllt damit bezüglich der Wasserverwendung den gleichen Zweck wie die sich anschließenden Fliesen resp. die mit der Wand durch die Fugenmasse verbundene Sanitärkomponente?
Beitrag von cmd.dea » 12.01.16, 09:47
windalf hat geschrieben: Vielleicht ist das Instandsetzen von Silikon aber ggf. einfach nur "Wartung z.B. der Duschkabine oder des Badeszimmers"... Ob irgendwas Instandsetzung oder Wartung ist, ist nicht immer so einfach zu trennen und hängt auch insbesondere vom Aggregationsniveau der bertrachteten Komponente/Unterkomponenten ab.
Es ist nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar, was das bedeuten soll.
Zu der "nicht so einfachen" Trennung zwischen Instandsetzung und Wartung gibt es zwei maßgebliche Enetscheidungen des BGH (Dachrinne und E-Check). Auf welche genau beziehen Sie sich jetzt und welche Grundsätze gelten da?
Beitrag von Hanomag » 12.01.16, 10:53
schneckenkorn hat geschrieben: Silikonfugen benötigen keinerlei Wartung. Sie sind da und müssen bei defekt ersetzt werden.
Angeschimmelte Fugen erfüllen funktionell ihren Zweck, sind also nicht defekt und müssen nach dieser Aussage nicht ersetzt werden.
schneckenkorn hat geschrieben: Was soll da auch an Wartung stattfinden. Wo ist der Fachbetrieb der mit seinem Werkzeug die Dehnung der Fuge nachstellt
Nach dieser Aussage gehört der Ölwechsel am Kfz auch nicht zur Wartung. Oder hat der Mechaniker ein Werkzeug zum Verändern der Viskosität.
schneckenkorn hat geschrieben: Schimmel bildet sich zumeist dort wo das Silikon nicht mehr am Material haftet.
Nur deshalb, weil sich dort Feuchtigkeit halten kann. Schimmel bildet sich in einem feuchten Milieu, meist durch das Verschulden des Mieters (Kein ausreichendes Lüften nach dem Duschen, kein trockenreiben der Duschkabine einschl. Silikonfugen).
schneckenkorn hat geschrieben: Dort ist das Silikon auszuschneiden und zu erneuern.
Wie schneidet man nichthaftendes Silikon aus?
schneckenkorn hat geschrieben: Ist der Schimmel oberflächlich dann hätte allerdings schon der Mieter mal putzen können ^^
Endlich mal eine zutreffende Aussage.
Beitrag von Hanomag » 12.01.16, 11:21
Der Mieter hat eine neue Wohnung übernommen, hat die Fugen infolge mangelhafter Pflege anschimmeln lassen, z. B. Duschfugen nach dem Duschen nicht trocken gerieben oder Fensterfugenfeuchtigkeit durch mangelhaftes Lüften verursacht und fürchtet nun wegen Schimmelbildung um seine Gesundheit. Die Ursache liegt doch bei ihm selbst. Die Fugen sind bis auf den Schimmel noch in Ordnung (sprich dicht).
Beitrag von cmd.dea » 12.01.16, 11:36
Hanomag hat geschrieben: Angeschimmelte Fugen erfüllen funktionell ihren Zweck, sind also nicht defekt und müssen nach dieser Aussage nicht ersetzt werden.
Da der Schimmel ein Mangel ist, muss dieser beseitigt werden. Wenn das ohne Erneuerung der Silikonfugen geht, muss das auch nicht gemacht werden.
Beitrag von cmd.dea » 12.01.16, 11:37
Hanomag hat geschrieben: Der Mieter hat eine neue Wohnung übernommen, hat die Fugen infolge mangelhafter Pflege anschimmeln lassen, z. B. Duschfugen nach dem Duschen nicht trocken gerieben oder Fensterfugenfeuchtigkeit durch mangelhaftes Lüften verursacht und fürchtet nun wegen Schimmelbildung um seine Gesundheit. Die Ursache liegt doch bei ihm selbst. Die Fugen sind bis auf den Schimmel noch in Ordnung (sprich dicht).
Das behaupten alle Vermieter, alle Mieter behaupten, dass der Mangel in der Wohnung liegt. Vor Gericht müsste sich der Vermieter zunächst entlasten (siehe oben).
Beitrag von ktown » 12.01.16, 12:18
Hanomag hat geschrieben: Der Mieter hat eine neue Wohnung übernommen, hat die Fugen infolge mangelhafter Pflege anschimmeln lassen, z. B. Duschfugen nach dem Duschen nicht trocken gerieben
das meinen sie jetzt aber nicht im ernst?
Beitrag von windalf » 12.01.16, 12:29
Ich halte mich da lieber an die technischen Gegenheiten. Es gibt dafür ja eine Norm (DIN-Norm DIN 31051)...
Wartung sind Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates der Betrachtungseinheit. Es kommt also ob man etwas Wartung oder Instandsetzung nennen möchte insbesondere auf die Betrachtungseinheit an. Aus Sicht einer Duschtasse/Badezimmers kann etwas Wartung sein, was aus Sicht der Silikonnaht Instandsetzung ist. Um also überhaupt ersteinmal versuchen abgrenzen zu können muss man erstmal Festlegen was die Betrachtungseinheit ist. Was hat der BGH denn hinsichtlich Badezimmer und Co bezüglich zu Betrachtungseinheiten bisher so vom Stapel gelassen?
Beitrag von cmd.dea » 12.01.16, 12:33
windalf hat geschrieben: Ich halte mich da lieber an die technischen Gegenheiten.
Da wir hier in einem Rechtsforum sind, kommt es nur leider auf die rechtlichen Gegebenheiten an.
(DIN-Norm DIN 31051)...
DIN Normen sind keine Gesetze und daher so lange ohne Relevanz, wie der Gesetzgeber oder ein Gericht sie für einschlägig erklärt.
Wartung sind Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates der Betrachtungseinheit. Es kommt also ob man etwas Wartung oder Instandsetzung nennen möchte insbesondere auf die Betrachtungseinheit an. Aus Sicht einer Duschtasse/Badezimmers kann etwas Wartung sein, was aus Sicht der Silikonnaht Instandsetzung ist. Um also überhaupt ersteinmal versuchen abgrenzen zu können muss man erstmal Festlegen was die Betrachtungseinheit ist.
Das sieht der BGH etwas anders und hält Ihre DIN keinesfalls für einschlägig.
Was hat der BGH denn hinsichtlich Badezimmer und Co bezüglich zu Betrachtungseinheiten bisher so vom Stapel gelassen?
Da fehlen wohl grundlegende Verständnisse des deutschen Rechtssystems. Ist Ihnen etwa nicht bekannt, dass ein Revsionsgericht allgemeine Rechtsgrundsätze aufstellt (hier also zB was eine Wartung in Abgrenzung zu einer Instandsetzung ist), die von den Instanzgerichten in jedem Einzelfall anzuwenden sind?
Beitrag von windalf » 12.01.16, 12:41
Zum Zeitpunkt der von Ihnen genannten Urteile konnte er das ja auch nicht, weil da gab es die DIN in der aktuellen Fassung ja nicht...
Wiso leider. Auch ein Richter wird sich (wenn er es denn versteht) an die technischen Gegebenheiten halten und nicht per Urteil festlegen, dass die Erde eine Scheibe ist, wenn er es besser weiß
Um das ganze mal zu Beschleunigen. Ich habe eine Definition von Wartung vom Stapel gelassen. Wie definiert den der BGH nun Wartung. Einfach mal die Definition rauslassen und dann vergleichen wir mal wo sich das unterscheidet...
die von den Instanzgerichten in jedem Einzelfall anzuwenden sind
Äh ich darf mal anmerken Sie haben gesagt es handelt sich um Instandsetzung. Ich habe nur gesagt das kann so sein muss aber nicht so sein und habe begründet warum es voreilig ist das mal eben pauschal so festzulegen. Jetzt widersprichst du dir doch selbst bzw. gibst mir recht, dass es sich nicht automatisch um Instandsetzung handeln muss. (Unabhängig davon ob wird nun gerade um "echte Instandsetzung" oder um "Instandsetzung im Sinne des deutschen Rechtes" diskutieren)