Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=08.12.1987&Aktenzeichen=7%20RAr%2014/86
Timestamp: 2019-12-16 04:53:25
Document Index: 200334869

Matched Legal Cases: ['§ 168', '§ 102', '§ 168', '§ 213', '§ 104', '§ 168', '§ 77', '§ 77', '§ 172']

BSG, 08.12.1987 - 7 RAr 14/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1869
BSG, 08.12.1987 - 7 RAr 14/86 (https://dejure.org/1987,1869)
BSG, Entscheidung vom 08.12.1987 - 7 RAr 14/86 (https://dejure.org/1987,1869)
BSG, Entscheidung vom 08. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 (https://dejure.org/1987,1869)
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Keine Bindung der Bundesanstalt für Arbeit an Entscheidung der Einzugsstelle über Beitragspflicht im Verfahren über die Gewährung von Alg an Gesellschafter-Geschäftsführer
ZIP 1988, 913
BB 1989, 73
Wie der Senat bereits entschieden hat (…Urteil vom 27. Juli 1989 - 11 RAr 71/87 - in Die Beiträge 1989, S. 373; s. ferner BSG, Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - USK 87150 = BB 1989, 73), könnte dies nur angenommen werden, wenn die Einzugsstelle hierüber einen Bescheid erlassen und der Beklagten bekanntgegeben hätte.
Für GmbH-Gesellschafter, die über mindestens die Hälfte des Stammkapitals der Gesellschaft verfügen und damit einen maßgebenden Einfluß auf deren Entscheidungen besitzen, hat die Rechtsprechung stets ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis zur GmbH verneint (BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - = BB 1989, 73 mwN).
Die T hat die im BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 7 RAr 14/86 (Betriebs-Berater 1989, 73) niedergelegten Grundsätze beachtet und ist auch von einem vollständig ermittelten Sachverhalt ausgegangen.
22, 28 f = SozR 4100 § 168 Nr. 10; BSG USK 80292; BSG SozR 4100 § 102 Nr. 6 und § 168 Nr. 16; Urteil des Senats vom 29. Oktober 1986 - 7 RAr 43/85 - Beiträge 1987, 17 = BB 1987, 406; Urteil vom 8. Dezemer 1987 - 7 RAr 14/86 - vgl zum früheren Recht.
Für GmbH-Gesellschafter, die über mindestens die Hälfte des Stammkapitals der Gesellschaft verfügen und damit einen maßgebenden Einfluß auf deren Entscheidungen besitzen, hat die Rechtsprechung grundsätzlich ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis zur GmbH verneint (BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - = BB 1989, 73 mwN).
Eine Formalversicherung, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung für den Fall vorgesehen war, daß die Krankenkasse für eine Person nach vorschriftsmäßiger und nicht vorsätzlich unrichtiger Anmeldung drei Monate ununterbrochen und unbeanstandet Beiträge entgegengenommen hat, obwohl die Person weder versicherungspflichtig noch versicherungsberechtigt gewesen ist (§§ 213, 315 RVO in der bis zum 31. Dezember 1988 geltenden Fassung), kennt das AFG nicht (BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - = BB 1989, 73; BSG-Urteil vom 11. Januar 1989 - 7 RAr 8/87 - nicht veröffentlicht).
Das BSG hat daher zum AFG (wie schon früher zum AVAVG) in Übereinstimmung mit dem Schrifttum stets die Ansicht vertreten, wenn es an der anwartschaftsbegründenden beitrags- bzw versicherungspflichtigen Beschäftigung mangele, begründe weder die fehlerhafte Entrichtung von Beiträgen noch die widerspruchslose Entgegennahme der Beiträge durch die Einzugsstelle den Anspruch auf die Versicherungsleistun- gen aus der Arbeitslosenversicherung (BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 - aaO -).
Die Frage, ob in gleicher Weise auch Entscheidungen der Einzugsstelle über die Beitragspflicht und Beitragshöhe die Bundesanstalt für Arbeit im Leistungsverfahren binden können (…bejahend Gagel-Steinmeyer, aaO, § 104 RdNr 8) hat der 7. Senat des BSG bisher offengelassen (…BSG SozR 4100 § 168 Nr. 10; Urteil vom 29. Oktober 1986 - 7 RAr 43/85 - = BB 1987, 406; Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - = BB 1989, 73).
Auch im vorliegenden Fall kann diese Frage dahingestellt bleiben, denn eine Bindung der Beklagten an die Entscheidung der Einzugsstelle gemäß § 77 SGG könnte nur eintreten, wenn die Einzugsstelle die Beitragspflicht des Klägers durch Verwaltungsakt festgestellt hätte und dieser der Beklagten eröffnet worden wäre (…BSGE 25, 34, 35 = SozR Nr. 52 zu § 77 SGG;… BSGE 39, 223, 225 = SozR 2200 § 172 Nr. 2; BSG-Urteil vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - = BB 1989, 73).
Mangelt es an einer anwartschaftsbegründenden beitragspflichtigen Beschäftigung, vermag weder die fehlerhafte Entrichtung von Beiträgen noch die widerspruchslose Entgegennahme der Beiträge durch die Einzugsstelle einen Anspruch auf Alg zu begründen (vgl hierzu etwa BSG vom 28. April 1987 - 12 RK 47/85 - und vom 8. Dezember 1987 - 7 RAr 14/86 - jeweils mwN).
Diese können daher allein keine selbstständige unternehmerische Tätigkeit begründen (BSG 08.12.1987, 7 Rar 14/86 mwN).
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.06.1991 - 12 Ar 136/89