Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201998,%20451
Timestamp: 2019-06-20 10:35:13
Document Index: 314681568

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', '§ 8', '§ 649', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', '§ 631', '§ 631', 'BGH', 'BGH', '§ 812', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW-RR 1998, 451 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 26.09.1997
https://dejure.org/1997,899
BGH, 30.10.1997 - VII ZR 222/96 (https://dejure.org/1997,899)
BGH, Entscheidung vom 30.10.1997 - VII ZR 222/96 (https://dejure.org/1997,899)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 1997 - VII ZR 222/96 (https://dejure.org/1997,899)
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Vergütung für nicht erbrachte Leistungen aus einem gekündigten Bauvertrag - Geltendmachung von ersparten Aufwendungen
BGB § 649 Satz 2; VOB/B § 8 Nr. 1 Abs. 2
Berechnung ersparter Aufwendungen nach Vertragskündigung; Berücksichtigung eines Risikozuschlags
Kalkulierter Risikozuschlag als ersparte Aufwendung bei Kündigung des Bauvertrages?
Wagnis: Wie wird ein gekündigter Bauvertrag abgerechnet? (IBR 1998, 50)
Abrechnung eines gekündigten Pauschalpreisvertrages prüffähig? (IBR 1998, 52)
NJW-RR 1998, 451
MDR 1998, 151
WM 1998, 354
DB 1998, 468 (Ls.)
BauR 1998, 185
ZfBR 1998, 79
Der vom Auftragnehmer im Rahmen eines Einheitspreisvertrags auf der Grundlage des Formblatts 221 (VHB 2008) kalkulierte Zuschlag für Wagnis ist nicht als ersparte Aufwendung von der Vergütung nach § 649 Satz 2 BGB, § 8 Nr. 1 Abs. 2 VOB/B (2006) in Abzug zu bringen, da hiermit das allgemeine unternehmerische Risiko abgesichert werden soll (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 30. Oktober 1997, VII ZR 222/96, BauR 1998, 185).
Soweit der Entscheidung des Senats vom 30. Oktober 1997 (VII ZR 222/96, BauR 1998, 185) diesbezüglich etwas anderes entnommen werden könnte, hält der Senat daran nicht fest.
Maßgebend sind die Kosten, die durch die Nichtausführung des konkreten Vertrages entfallen sind (BGH, Urteil vom 4. Juli 1996 - VII ZR 227/93 = NJW 1996, 3270, 3272 = BauR 1996, 846 = ZfBR 1996, 310; Urteil vom 30. Oktober 1997 - VII ZR 222/96 = BauR 1998, 185, 186 = ZfBR 1998, 79).
Die Position 7 ist eine Mischposition aus Betriebskosten, Wagnis und Gewinn, die ausführungsabhängige Gemeinkosten (Wagnis - hierzu Senatsentscheidung vom 30. Oktober 1997 - VII ZR 222/96 = BauR 1998, 185 = ZfBR 1998, 79 = NJW-RR 1998, 451) und nicht ausführungsabhängige Gemeinkosten ununterscheidbar mischt.
Soweit der Entscheidung des 7. Zivilsenats vom 30.10.1997 (VII ZR 222/96) diesbezüglich etwas anderes entnommen werden könnte, hat der 7. Zivilsenat in seiner weiteren Entscheidung vom 24.03.2016 (…a.a.O., Rn 27) nicht mehr festgehalten.
Zusätzlich zu der Rechnung ist im Prozeß der schriftsätzliche Vortrag, mit dem diese erläutert, ergänzt oder berichtigt wird, zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 30. Oktober 1997 - VII ZR 222/96, BauR 1998, 185, 186 = ZfBR 1998, 79).
Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 30.10.1997 ( VII ZR 222/96, NJW-RR 1998, 451) zum Pauschalvertrag ausgeführt, dass ein Auftragnehmer nach Kündigung des Bauvertrages einen von ihm einkalkulierten Risikozuschlag gesondert ausweisen müsse.
OLG Bamberg, 15.12.2010 - 3 U 122/10
VOB-Vertrag: Abrechnung so genannter Nullpositionen
Auch das Landgericht hat sich dieser Ansicht grundsätzlich angeschlossen, lediglich den Zuschlag für Wagnis als ersparte Aufwendungen herausgenommen und in Abzug gebracht (vgl. BGH NJW-RR 1998, 451).
Bei Abrechnung nach § 649 BGB sind neben den bereits geleisteten vertragsbezogenen Personal- und Sachkosten auch der kalkulierte Gewinn (vgl. BGH, Urteil vom 30.10.1997 - VII ZR 222/96, BauR 1998, 185 = ZfBR 1998, 79) und die allgemeinen Gemeinkosten (BGH, Urteil vom 14.01.1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 269) zu erstatten.
Das allgemeine Unternehmerwagnis wird bereits mit dem Gewinn abgegolten (…Daub/Piehl/Sörgel, a. a. O., § 9 Rdnr 37 m. w. N.), während die projektbezogenen Einzelwagnisse zu den "ausführungsabhängigen Gemeinkosten" und damit zu den nicht ersparten Aufwendungen gehören (so wohl BGH NJW 1999, 1253, 1255; NJW-RR 1998, 451).
Wenn die Teilleistungen nicht erbracht werden, ist der kalkulierte, aber nicht ausgewiesene Risikozuschlag insgesamt als erspart und damit abzugsfähig anzusehen (BGH, NJW-RR 1998, 451 m. w. N.).
OLG Brandenburg, 01.07.2009 - 4 U 168/08
Ordentliche Kündigung des Bauvertrages: Darlegungs- und Beweislast für die Höhe …
LG Schweinfurt, 30.06.2010 - 14 O 928/08
VOB/B-Einheitspreisvertrag: Wie werden Nullpositionen abgerechnet?
https://dejure.org/1997,3974
KG, 26.09.1997 - 4 U 3098/95 (https://dejure.org/1997,3974)
KG, Entscheidung vom 26.09.1997 - 4 U 3098/95 (https://dejure.org/1997,3974)
KG, Entscheidung vom 26. September 1997 - 4 U 3098/95 (https://dejure.org/1997,3974)
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Darlegungs- und Beweislast bei Abwicklung eines Pauschalvertrages (Rückzahlung von Abschlagszahlungen)
Anspruch auf Schadensersatz ; Anspruch auf Mängelbeseitigung
BGB §§ 631, 649, 812
LG Berlin, 06.04.1995 - 6 O 376/94
BauR 1998, 348
Dabei trägt - entgegen der insoweit rechtsfehlerhaften Ausführungen des LG (vgl. Seite 11, 3. Absatz; dazu bereits oben) - die Beklagte als Auftragnehmerin die Darlegungs- und Beweislast für die ihr gemäß § 631 BGB zustehende Teilvergütung der bis zur Kündigung erbrachten Werkleistungen (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2007, VII ZR 130/06, BauR 2008, 540; BGH, Urteil vom 14.11.2002, VII ZR 224/01, BauR 2003, 377; KG, Urteil vom 26.09.1997, 4 U 3098/05, BauR 1998, 348;… Kniffka/Koeble, a.a.O., 9. Teil, Rn 18 mwN;… Werner/Pastor, a.a.O., Rn 1559/2427/2428 mwN); dies gilt sowohl für den (technischen) Bautenstand als auch dessen (werklohnbezogene) Bewertung.
Im Kondiktionsfall (nach freier Kündigung eines Werkvertrages) muss der Besteller das Nichtbestehen der Forderung nachweisen (wie allgemein angenommen für den Fall der Leistungskondition, KG, NJW-RR 1998, 451, Urteil vom 26. September 1997, 4 U 3098/95).
Denn zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses im Jahr 1999 wurde in der obergerichtlichen Rechtsprechung - vor Erlass der oben aufgeführten Entscheidungen des Bundesgerichtshofs - teilweise vertreten, dass der Anspruch auf Rückzahlung zu viel geleisteter Abschlagszahlungen aus §§ 812 ff. BGB folge (vgl. OLG Düsseldorf , Urteil vom 7. September 1993, 20 U 216/92, BauR 1994, 272; OLG Köln , Urteil vom 17. September 1993, 19 U 190/92, BauR 1995, 583, 584 ; KG , Urteil vom 26. September 1997, 4 U 3098/95, BauR 1998, 348).
Dabei kommen dem Auftraggeber Darlegungserleichterungen zugute, wenn die Abrechnung wegen der fehlenden Schlussrechnung des Auftragnehmers erschwert ist (BGH BauR 1999, 635, 640; KG BauR 1998, 348).