Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-betrieb/gewinnfeststellungsbescheide-auf-0-e-und-die-beschwer-3126114
Timestamp: 2019-11-22 18:27:38
Document Index: 31712842

Matched Legal Cases: ['§ 180', '§ 40', '§ 2', '§ 15', '§ 10', '§ 10', '§ 2']

Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­de auf 0 € – und die Beschwer | Rechtslupe
Bei Kla­gen gegen Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­de nach § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO liegt eine Beschwer i.S. des § 40 Abs. 2 FGO schon dann vor, wenn ‑wie hier- gel­tend gemacht wird, das Finanz­amt habe eine unzu­tref­fen­de Ein­kunfts­art fest­ge­stellt 1.
Obwohl die Mess­be­trä­ge für die Streit­jah­re auf jeweils 0 € fest­ge­setzt wur­den, ist die Beschwer zu beja­hen, wenn die Gewer­be­steu­er­pflicht i.S. des § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG i.V.m. § 15 EStG schlecht­hin bestrit­ten und inso­weit die ersatz­lo­se Auf­he­bung der ange­grif­fe­nen Beschei­de begehrt wird 2.
Schließ­lich kann eine Beschwer auch durch Ver­lust­fest­stel­lungs­be­schei­de gege­ben sein. Mit der ersatz­lo­sen Auf­he­bung der fest­ge­stell­ten Ver­lust­vor­trä­ge wird zwar im Grund­satz die Besei­ti­gung einer güns­ti­gen Rechts­po­si­ti­on begehrt. Im Ver­lust­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nach § 10a Satz 2 GewStG (vom 01.01.2004 bis 18.12 2006 Satz 4; heu­te Satz 6) ist aber ohne Bin­dung an den Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid des Erhe­bungs­zeit­raums, auf des­sen Ende der vor­trags­fä­hi­ge Fehl­be­trag nach § 10a GewStG geson­dert fest­zu­stel­len ist, selb­stän­dig zu prü­fen, ob eine sach­li­che Gewer­be­steu­er­pflicht nach § 2 Abs. 1 GewStG besteht 3. Danach schei­det die erst­ma­li­ge Fest­stel­lung oder Fort­füh­rung von (fest­ge­stell­ten) Ver­lus­ten aus, wenn von Anfang an kei­ne sach­li­che Gewer­be­steu­er­pflicht besteht oder die­se in einem spä­te­ren Erhe­bungs­zeit­raum ent­fällt. Ein bestehen­der Ver­lust­fest­stel­lungs­be­scheid erzeugt daher den Rechts­schein eines exis­tie­ren­den Gewer­be­be­triebs. Dem die (sach­li­che) Gewer­be­steu­er­pflicht schlecht­hin bestrei­ten­den Steu­er­pflich­ti­gen muss es daher mög­lich sein, die­sen Rechts­schein zu besei­ti­gen.
z.B. BFH, Urteil vom 05.06.2008 – IV R 76/​05, BFHE 222, 284, BSt­Bl II 2008, 858, unter II. 1.[↩]
BFH, Urteil vom 25.09.2008 – IV R 80/​05, BFHE 223, 86, BSt­Bl II 2009, 266, unter II. 1.[↩]
BFH, Urteil vom 07.09.2016 – IV R 31/​13, BFHE 255, 266, BSt­Bl II 2017, 482, Rz 28 ff.[↩]