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Timestamp: 2018-07-17 04:16:12
Document Index: 137251197

Matched Legal Cases: ['§ 339', '§ 339', '§ 434', '§ 127', '§ 188', '§ 54']

Berechnung der Anwartschaftszeit in Kalendertagen? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #909591 (1)
18.08.2011, 18:39 #1
bei meinem Arbeitsamt wird die komplette Anwartschaftszeit in Kalendertagen berechnet. Um 10 Monate ALG1 zu erhalten muss ich nicht, wie überall beschrieben, 20 Monate sondern 600 Tage(mit 30 Tagen/Monat gerechnet) versicherungspflichtig zurückgelegt haben.
Da fehlen mir nach Berechnung des AA 14 Tage (bei 30-Tagen/Monat), ich habe 5 Tage nach echten Kalendertagen gerechnet. Dies wurde mündlich mit SGBIII § 339 begründet.
Mein Arbeitsverhältnis ging von 9.7.09 bis 24.2.11 und es wurden für alle 20 Monate Beiträge abgeführt. Bei 20 Monaten habe ich doch Anspruch auf 10 Monate ALG - oder habe ich da einen Denkfehler?
Eine tageweise versicherungspflichtige Beschäftigung ist ja nicht definiert, es zählt doch nur der Monat, selbst wenn bei einem nahtlos direkt vorhergehenden 400-€-Job ein paar Vollzeittage bei waren....
Wer kennt dazu passende Urteile?
18.08.2011, 18:55 #2
Das Alter ist doch auch maßgebend wielange man Anspruch auf ALG 1 hat.
Und man muss mindestens 12 Monate durchgehend wieder gearbeitet haben, um wieder erneuten Anspruch auf ALG 1 zuhaben.
Und bei Arbeitslosigkeit wird die Woche mit 6 Tagen gerechnet, Samstag einbezogen.
18.08.2011, 19:00 #3
Bei 20 Monaten Anwartschaft ist die Bezugsdauer altersunabhängig, ab 24 Monaten wird das Alter interessant....
18.08.2011, 19:10 #4
http://www.arbeitsagentur.de/zentral...a-alg-p123.pdf
§ 339 - Berechnung von Zeiten
Stand: Aktualisierung 01/2005
Für die Berechnung von Leistungen wird ein Monat mit 30 Tagen und eine Woche mit 7 Tagen berechnet. Bei der Anwendung der Vorschriften über die Erfüllung der für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erforderlichen Anwartschaftszeit sowie der Vorschriften über die Dauer eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld nach dem Zweiten Unterabschnitt des Achten Abschnitts des Vierten Kapitels dieses Buches entspricht ein Monat 30 Kalendertagen. (...)
§ 434j SGB III - Drittes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
Stand: Aktualisierung
In dem Link findest du Berechnung sowie Beispiele, rechte Seite die Aufstellung
18.08.2011, 21:42 #5
Hat man diese Jahresfrist erreicht bei folgenden Daten
02.11.2010 - 31.10.2011 - der 1.11. ist in NRW ein Feiertag
19.08.2011, 06:25 #6
Ja! So, wie ich das hier lese, wird der Monat mit 30 Tagen gerechnet, demzufolge hat das Jahr 360 Tage(statt 365 in echt). Du hättest auch noch 4 Tage weniger arbeiten können.....
Bei meinem Problem bin ich natürlich auf die üblichen Lügen und Betrügereien reingefallen. Wenn gesagt/geschrieben wird 20 versicherungspflichtige Monate, dann sind nicht die Monate entscheidend sondern die Tage. Warum können die nicht gleich Tage schreiben?
Wobei mich zutiefst erstaunt, dass einem im Jahr 5 Tage geschenkt werden (bei der Anwartschaftsberechnung, bei Leistung wohl nicht).
24.08.2011, 23:28 #7
SGBIII § 127 (2) sagt in der Tabelle:
Es zählen wirklich nur die Monate, in den Versicherungspflicht bestand. Bei Teilmonaten, in denen die Versicherungspflichtgrenze erreicht wurde (>400,- €) sind es trotzdem versicherungspflichtige Monate, sonst wäre ja keine Versicherungspflicht. Einzelne versicherungspflichtige Tage sind weder definiert noch nachweisbar.
Mal sehen, wie das Sozialgericht reagiert? Oder muss man sich durch alle Instanzen durchklkagen?
25.08.2011, 08:59 #8
Deine Interpretation kommt mir doch recht eigenwillig vor.
Wie Fristen grundsätzlich berechnet werden, ist im BGB klar geregelt. Eine zusammenhängende Frist von "einem Monat" endet mit dem Tag, der im nächsten Monat dieselbe Tagesnummer hat wie der Fristbeginn (§ 188 BGB). So stellt man sich da ja auch im Alltag vor.
Nun gibt es im Bereich SGB III die schon erwähnte Sonderregelung, daß ein Monat mit 30 Kalendertagen gleichgesetzt ist.
Auf "Kalendermonate mit Versicherungspflicht" kommt es hier nicht an. Das wäre eine andere Sache. Beispielsweise hast du im Bereich des Rentenrechts (SGB VI) die Vorschrift, daß als Beitragsmonat ein Kalendermonat gilt, der überhaupt mit einem Beitrag belegt ist, auch wenn sich dieser nur auf eine Beschäftigung für einen Teil des Kalendermonats bezieht (§ 54 SGB VI). Das wiederum ist aber eine Sondervorschrift für das Rentenrecht. Vermutlich deswegen, weil im Rentenrecht die kleinste Recheneinheit meist der Kalendermonat ist.
Ich kenne das nicht anders und sehe da für dich leider keine Erfolgschancen.
28.11.2012, 19:14 #9
wie ist es denn weitergelaufen? Hast du Widerspruch gegen diese Berechnung eingelegt?
Mein Arbeitsverhältnis ging von 9.7.09 bis 24.2.11 und es wurden für alle 20 Monate Beiträge abgeführt.
anwartschaftszeit, berechnung, kalendertagen
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