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Timestamp: 2016-10-23 06:22:11
Document Index: 210511546

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 49', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 49', 'Art. 133', 'BGE']

U 11/01 (09.10.2001)
U 11/01 Gr
G.________, 1974, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Dr. Bernhard Frei, Schwanengasse 9, 3011 Bern,
Mit Verf�gung vom 7. Februar 2000 sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) dem 1974 geborenen G.________ ein Taggeld ab 13. Mai 1997 zu. Dieses k�rzte sie wegen Teilnahme an einer Schl�gerei um 50 %, woran sie mit Einspracheentscheid vom 27. April 2000 festhielt.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 18. Dezember 2000 ab.
G.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, die SUVA sei zur Ausrichtung ungek�rzter Leistungen zu verpflichten.
1.- a) Das kantonale Verwaltungsgericht hat die gesetzlichen Grundlagen f�r K�rzungen von Leistungen der Unfallversicherung (Art. 39 UVG), namentlich bei Beteiligung an Raufereien und Schl�gereien (Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV), richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
b) Nach der Rechtsprechung ist eine Beteiligung an einer Rauferei oder Schl�gerei nicht nur bei der Teilnahme an einer eigentlichen t�tlichen Auseinandersetzung gegeben. Sie liegt vielmehr schon vor, wenn sich jemand in einen allenfalls vorausgehenden Wortwechsel eingelassen hat, der - gesamthaft betrachtet - das Risiko in sich schliesst, dass es zu T�tlichkeiten kommen k�nnte (BGE 107 V 235 Erw. 2a, 99 V 11 Erw. 1; RKUV 1991 Nr. U 120 S. 89 Erw. 3b; in RKUV 1995 Nr. U 214 S. 86 nicht ver�ffentlichte Erw. 2c). Eine Beteiligung ist jedes Verhalten, das - objektiv - bereits das Risiko einschliesst, in T�tlichkeiten �berzugehen oder solche nach sich zu ziehen. Nicht notwendig ist deshalb, dass der Versicherte selbst t�tlich geworden ist, und unerheblich ist, aus welchen Motiven er sich beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder T�tlichkeiten begonnen hat und welche Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Ebensowenig ist Voraussetzung, dass den Versicherten ein Verschulden trifft. Entscheidend ist vielmehr nur, ob er die Gefahr einer t�tlichen Auseinandersetzung erkannt hat oder erkennen musste (BGE 99 V 11 Erw. 1 in fine; RKUV 1991 Nr. U 120 S. 90 Erw. 3b).
c) Die Beteiligung an Raufereien oder Schl�gereien im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV deckt sich nicht mit dem Tatbestand der Beteiligung an einem Raufhandel gem�ss Art. 133 StGB (RKUV 1991 Nr. U 210 S. 90 Erw. 3c). Das Sozialversicherungsgericht ist deshalb an die Beurteilung des Strafgerichts nicht gebunden. Hingegen weicht es von den tatbest�ndlichen Feststellungen des Strafgerichts nur ab, wenn der im Strafverfahren ermittelte Tatbestand und dessen rechtliche Subsumtion nicht zu �berzeugen verm�gen oder auf Grunds�tzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im Sozialversicherungsrecht jedoch unerheblich sind (BGE 111 V 177 Erw. 5a mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 120 S. 90 Erw. 3c).
2.- a) Vorliegend besteht kein Grund, die tatbest�ndlichen Feststellungen in Zweifel zu ziehen, welche im Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 1999 beschrieben sind. Demnach hat der Beschwerdef�hrer am 10. Mai 1997 dank einer zuvor installierten Alarmanlage bemerkt, dass S.________, zu welchem er ein gespanntes Verh�ltnis hatte, sich nachts in unmittelbarer N�he seiner Wohnung aufhielt. Der Versicherte setzte S.________ nach, holte ihn ein und setzte ihm mit den F�usten zu. Spuren dieser T�tlichkeiten liessen sich bei S.________ bildlich festhalten. Im Laufe der Auseinandersetzung holte S.________ eine Pistole hervor und f�gte dem Beschwerdef�hrer mit mehreren Sch�ssen aus n�chster N�he schwere Verletzungen zu.
b) Angesichts dieses Geschehensablaufes haben SUVA und Vorinstanz zu Recht die Voraussetzungen f�r eine Leistungsk�rzung bejaht. Was der Beschwerdef�hrer hiegegen vortr�gt, vermag nicht zu �berzeugen. Dass ihm keine Zeit f�r einen eigenen Angriff geblieben sei, weil S.________ sofort auf ihn geschossen habe, widerspricht den tatbest�ndlichen Feststellungen des kantonalen Obergerichts, wurde doch mit Bildern dokumentiert, in welchem Zustand sich S.________ nach dem Vorfall befand. Damit ist ein aktives und aggressives Vorgehen des Beschwerdef�hrers erstellt, von welchem er sich bewusst sein musste, dass es das Risiko von T�tlichkeiten in sich schloss. Dass S.________ mit dem Abfeuern der Sch�sse �berreagiert hat, �ndert daran nichts.