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Timestamp: 2019-09-20 12:57:37
Document Index: 201097464

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 29', '§ 1', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 34', '§ 15', '§ 34', '§ 34', '§ 11', '§ 11', '§ 34', '§ 7', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

OVG Nordrhein-Westfalen, 03.11.1988 - 11 A 2310/86 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.11.1988 - 11 A 2310/86
https://dejure.org/1988,2011
OVG Nordrhein-Westfalen, 03.11.1988 - 11 A 2310/86 (https://dejure.org/1988,2011)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 03.11.1988 - 11 A 2310/86 (https://dejure.org/1988,2011)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 03. November 1988 - 11 A 2310/86 (https://dejure.org/1988,2011)
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Umgebung; Nähe; Umwelt; Fernwirkung; Einzelhandel; Betrieb
NVwZ 1989, 676
Schon aus systematischen Gründen könnten nur mindestens zwei Betriebe ein Einkaufszentrum bilden; ein einzelner Betrieb - einschließlich einer möglichen Funktionseinheit zwischen zwei oder mehreren Betrieben (vgl. dazu OVG Münster, NVwZ 1989, 676 [678 f.]) - könne - unabhängig von seiner Größe - stets nur ein großflächiger Betrieb im Sinne des § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 oder Nr. 3 BauNVO sein.
Diese Auslegung ist - wie sich schon aus den Ausführungen zur Frage der Nutzungsänderung im Sinne des § 29 Satz 1 BauGB ohne weiteres ergibt - mit Bundesrecht, insbesondere mit § 1 Abs. 5 BauGB und den Regelungen der Baunutzungsverordnung, vereinbar (…vgl. auch Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, § 11 BauNVO Rz. 79; OVG Münster, NVwZ 1989, 676 ).
Auch in der veröffentlichten obergerichtlichen Rechtsprechung (…nicht nur des OVG Münster, wie der Prozessbevollmächtigte der Klägerin meint, vgl. Hauth, a.a.O.) wird das Prinzip der Funktionseinheit als notwendig angesehen, um einer Umgehung der den Handel mittelbar reglementierenden Auswirkungen des § 11 Abs. 3 BauNVO entgegenzuwirken (vgl. OVG Münster, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - NVwZ 1989, 676, 678; VGH München, Beschluss vom 7. Juli 2003 - 20 CS 03.1568 - BauR 2003, 1857, 1858; ausdrücklich offen gelassen durch VGH München, Urteil vom 17. September 2001 - 26 B 99.2654 - BRS 64 Nr. 74).
Erforderlich ist zum einen eine für den Kunden erkennbare wechselseitige Nutzung betrieblicher Kapazitäten, wie dies etwa bei einem äußerlich einheitlichen Gebäude und einem gemeinsamen Parkplatz mit einer einzigen Zufahrt anzunehmen ist (vgl. OVG Münster, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - NVwZ 1989, 676, 679; VGH München, Beschluss vom 7. Juli 2003 - 20 CS 03.1568 - BauR 2003, 1857, 1858).
- zu dessen Einbeziehung vgl.: OVG NRW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - BRS 49 Nr. 72 - insgesamt rd.
vgl.: OVG NRW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - BRS 49 Nr. 72 m.w.N.
Auch in der veröffentlichten obergerichtlichen Rechtsprechung (…nicht nur des OVG Münster, wie Hauth, a.a.O., meint) wird das Prinzip der Funktionseinheit als notwendig angesehen, um einer Umgehung der den Handel mittelbar reglementierenden Auswirkungen des § 11 Abs. 3 BauNVO entgegenzuwirken (vgl. OVG Münster, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - NVwZ 1989, 676, 678; VGH München, Beschluss vom 7. Juli 2003 - 20 CS 03.1568 - BauR 2003, 1857, 1858; ausdrücklich offen gelassen durch VGH München, Urteil vom 17. September 2001 - 26 B 99.2654 - BRS 64 Nr. 74).
a) Dabei bedarf es keiner Entscheidung, ob sich das Rücksichtnahmegebot vorliegend aus dem in § 34 Abs. 1 BauGB enthaltenen Begriff des "Sich-Einfügen" oder aus § 15 Abs. 1 BauNVO ergibt, was davon abhängt, ob sich das vom H. ring umschlossene Gebiet des R. -R. -Zentrums, das aufgrund der äußeren Gegebenheiten (mehrspuriger äußerer Umfassungsring, im Süden zusätzlich durch eine Anpflanzung und die parallel verlaufende M. -H. -Straße von der angrenzenden Wohnbebauung getrennt) als eigenständiges Baugebiet zu werten sein dürfte, als eine Großgemengelage im Sinne des § 34 Abs. 1 BauGB (so die Auffassung der Antragsteller und des Verwaltungsgerichts) oder (so die Auffassung des Antragsgegners und der Beigeladenen) als faktisches Sondergebiet im Sinne des § 34 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 11 Abs. 2, 3 BauNVO vgl. hierzu OVG NW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - Fickert/Fieseler, Baunutzungsverordnung, 8. Auflage, § 11 BauNVO Rn. 30.5, bzw. als faktisches Kerngebiet im Sinne des § 34 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 7 Abs. 1, 2 BauNVO qualifizieren läßt.
vgl. OVG NW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 -.
vgl.: OVG NRW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 - BRS 49 Nr. 72 (S. 186).
Dabei kommt für die - auch nach Außen hin erkennbare - Gemeinschaftlichkeit der Betriebe neben der wechselseitigen Nutzung betrieblicher Kapazitäten - vgl. hierzu: OVG NRW, Urteil vom 3. November 1988 a.a.O. - insbesondere auch ein bestimmtes gemeinsames Nutzungskonzept in Betracht.
Aus dem von der Beklagten zitierten Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen vom 3.11.1988 - 11 A 2310/86 - (ZfBR 1988, 175) ergibt sich nichts Gegenteiliges.
Die grundsätzliche Möglichkeit einer solchen Funktionseinheit wird in der Rechtsprechung überwiegend bejaht (BVerwG vom 22.5.1987 BayVBl 1988, 52/56; vom 27.4.1990 NVwZ 1990, 1074; vom 15.2.1995 4 B 84/94; OVG NRW vom 3.11.1988 NVwZ 1989, 676; OVG NRW vom 4.5.2000 NVwZ 2000, 1066; kritisch Hauth, BauR 2001, 1037; zurückhaltend auch BayVGH vom 17.9.2001 BayVBl 2002, 49).
Unterschiedlich wird dabei gesehen, ob im Falle einer Funktionseinheit in jedem Falle ein gegebenenfalls "kleines" Einkaufszentrum (§ 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BauNVO) entsteht (so OVG NRW vom 3.11.1988 a.a.O. S. 678) oder ob Einkaufszentren erst ab einer deutlich darüberliegenden Größenordnung anzunehmen sind und Funktionseinheiten unterhalb dieser Größenordnung daher zu einem großflächigen Einzelhandelsbetrieb (§ 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BauNVO) führen (…so wohl BVerwG vom 27.4.1990 a.a.O. unter Bezug auf die Literatur); diese Frage kann für den vorliegenden Fall dahinstehen, weil die Rechtsfolgen die gleichen wären.
des Ministeriums für Stadtentwicklung, Kultur und Sport, des Ministeriums für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr, des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft und des Ministeriums für Bauen und Wohnen vom 7. Mai 1996, (MBl NRW 1996, 922, 924 (2.2.4); Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 27. April 1990 - 4 C 36.87 - BRS 50 Nr. 68; OVG NRW, Urteil vom 3. November 1988 - 11 A 2310/86 -, NVwZ 1989, 676, 678; VGH Bad.-Württ. Urteil vom 20. März 1985 - 3 S 309/84 -, ESVGH 35, 249, 252; König/Roeser/Stock, BauNVO, 1999, § 11 Rdnr. 55; Fickert/Fieseler, BauNVO, 9. Auflage 1998, § 11 Rdnr. 19.3.