Source: http://www.enev-online.com/enev_2014_praxisdialog/150128_20.03_dibt_umnutzung_nutzungsaederung_gebaeude_umbau_bestand.htm
Timestamp: 2017-03-24 19:53:27
Document Index: 267115819

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§\n9', '§ 9', '§ 9', '§ 11', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 3', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 3', '§ 4', '§ 9', '§ 9', '§ 9']

DIBt: Nutzungsänderung und Umbau von Gebäuden - Auslegung zur EnEV 2014 § 9 (Sanierung Gebäudehülle, Erweiterung und Ausbau) in Verbindung mit Anlage 3 (Änderung Außenbauteile)
Amtliche EnEV-Auslegung, 20. Staffel, Nummer 3, zur
EnEV 2014, § 9 (Änderung, Erweiterung und Ausbau von Gebäuden) in Verbindung mit
Anlage 3 (Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen) Nutzungsänderung und Umbau von Gebäuden
Leitsatz: Reine Nutzungsänderungen von beheizten oder gekühlten Gebäuden ohne bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle fallen nicht unter
§ 9 EnEV 2014.
Bei Nutzungsänderungen, die mit baulichen Änderungen an der Gebäudehülle verbunden sind, sind die Anforderungen des §
9 Abs. 1 Satz 1 EnEV 2014 (Bauteilverfahren) zu erfüllen. Alternativ gelten die Anforderungen durch Anwendung der sogenannten "140-Prozent-Regel"
(§ 9 Abs. 1 Satz 2 EnEV 2014) als erfüllt. Bei Nutzungsänderungen, die mit einer Erweiterung des Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume verbunden sind, müssen in Abhängigkeit davon, ob ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird, die Anforderungen des
§ 9 Absatz 4 oder 5 EnEV 2014 erfüllt werden.
Fragen: Welche Anforderungen stellt die EnEV an Gebäude, deren Nutzung geändert wird, ohne dass damit bauliche Änderungen verbunden sind?
Welche Anforderungen stellt die EnEV an Gebäude, deren Nutzung geändert wird, wenn damit bauliche Änderungen verbunden sind?
Welche Anforderungen stellt die EnEV an Gebäude, wenn die Nutzungsänderung mit einer Erweiterung oder einem Ausbau des Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume verbunden ist?
Reine Nutzungsänderung: In der Energieeinsparverordnung sind die bauliche Änderung an der Gebäudehülle und die Nutzungsänderung ohne bauliche Maßnahmen zu unterscheiden. An eine reine
Nutzungsänderung, also eine Umnutzung eines Gebäudes ohne Erweiterung oder Ausbau, bzw. Neubau zusätzlicher beheizter oder gekühlter Räume und ohne Veränderung von
Außenbauteilen, stellt die EnEV keine (neuen) Anforderungen. Dies gilt auch für Nutzungsänderungen, bei denen bislang niedrig beheizte Räume für die neue Nutzung
auf ein normales Beheizungsniveau (d. h. von Innentemperaturen 12 bis unter 19° C zu Innentemperaturen auf mindestens 19° C) gebracht werden.
Nutzungsänderung mit baulichen Änderungen:
Außenbauteile dürfen nach
§ 11 Abs. 1 Satz 1 und 3 EnEV 2014 über die dort genannte Bagatellgrenze hinaus nicht so geändert werden, dass dies zu einer Verschlechterung der
energetischen Qualität des Gebäudes führt. Umfasst die Nutzungsänderung einen Umbau mit in
Anlage 3 Nr. 1 bis 6 EnEV 2014 beschriebenen Veränderungen an Außenbauteilen, der über den in
§ 9 Absatz 3 EnEV 2014 definierten Umfang ("Bagatellgrenze") hinausgeht, so sind die Änderungen so auszuführen, dass (alternativ):
Bauteil-Nachweis:
§ 9 Absatz 1 Satz 1 EnEV 2014 die
Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Flächen die für solche Außenbauteile in
Anlage 3 festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten
(„Bauteilverfahren“)
Gebäude-Nachweis:
§ 9 Absatz 1 Satz 2 EnEV 2014 bei Wohngebäuden insgesamt der
Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes nach
§ 3 Absatz 1 EnEV 2014 und der Höchstwert des spezifischen, auf die wärmeübertragende
Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlusts nach
Tabelle 2 EnEV 2014 um nicht mehr als 40 vom Hundert überschritten werden („sogenannte 140-Prozent-Regel“); bei Nichtwohngebäuden dürfen insgesamt der Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes nach
§ 4 Absatz 1 EnEV 2014 und die Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der
wärmeübertragenden Umfassungsfläche nach
Anlage 2 Tabelle 2 Zeile 1a, 2a, 3a und 4a EnEV 2014 um nicht mehr als 40 vom Hundert überschritten werden. Die ab 1. Januar 2016 für Neubauten geltenden Verschärfungen des Anforderungsniveaus kommen hierbei nicht zur Anwendung.
Nutzungsänderung mit Erweiterung oder Ausbau:
Ist die Nutzungsänderung mit einer Erweiterung oder einem Ausbau des Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume verbunden, sind zwei Fallgestaltungen zu unterscheiden:
KEIN neuer Wärmeerzeuger eingebaut:
Bei einer Erweiterung oder einem Ausbau um beheizte oder gekühlte Räume oder der erstmaligen Beheizung oder Kühlung von Nutzflächen, für die bzw. für
den kein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird, reicht es nach
§ 9 Absatz 4 EnEV 2014 aus, dass die Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen
Flächen die für solche Außenbauteile in
Anlage 3 festgelegten Höchstwerte nicht überschreiten. Diese Anforderung gilt für alle Außenbauteile, die die hinzukommende beheizte oder gekühlte Nutzfläche umfassen. Ist die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 Quadratmeter, müssen zudem die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz nach
Anlage 1 Nummer 3 bei Wohngebäuden und nach
Anlage 2 Nummer 4 bei Nichtwohngebäuden eingehalten werden.
Neuer Wärmerzeuger eingebaut:
Bei einer Erweiterung oder einem Ausbau um beheizte oder gekühlte Räume oder der erstmaligen Beheizung oder Kühlung von Nutzflächen, bei der bzw. bei dem die hinzukommende Nutzfläche mehr als 50 Quadratmeter beträgt und ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird, muss der betroffene Gebäudeteil
§ 9 Absatz 5 EnEV 2014 die Neubauanforderungen nach
§ 3 EnEV 2014 (Wohngebäude) oder nach
§ 4 EnEV 2014 (Nichtwohngebäude) einhalten. Die ab 1. Januar 2016 für Neubauten geltenden Verschärfungen des Anforderungsniveaus finden auf Fälle des
§ 9 Absatz 5 EnEV 2014 keine Anwendung (siehe
§ 9 Absatz 5 Satz 2 und 3 EnEV 2014).
DIBt: Auslegung XX-3 zu § 9 i. V. m. Anlage 3 EnEV 2014 (Nutzungsänderung und Umbau von Gebäuden)