Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.01.2011&Aktenzeichen=VI%20ZR%20325/09
Timestamp: 2019-08-24 07:58:53
Document Index: 76450422

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 823', '§ 263', '§ 249', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 843', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 249']

BGH, 18.01.2011 - VI ZR 325/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,1149
BGH, 18.01.2011 - VI ZR 325/09 (https://dejure.org/2011,1149)
BGH, Entscheidung vom 18.01.2011 - VI ZR 325/09 (https://dejure.org/2011,1149)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09 (https://dejure.org/2011,1149)
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§ 249 BGB, § 823 Abs 2 BGB, § 263 StGB
Umfang des Schadensersatzanspruchs des arglistig getäuschten Grundstückskäufers gegen einen Dritten
BGB §§ 249, 823 Abs. 2; StGB § 263
Inhalt des Schadensersatzanspruchs eines arglistig getäuschten Käufers gegen Dritten: Getäuschter ist so zu stellen, wie er stünde, wenn Täuschung nicht erfolgt wäre
Kein Anspruch des arglistig getäuschten Käufers gegen Dritten auf Ersatz des Erfüllungsinteresses
Schadensersatz bei arglistiger Täuschung durch einen Dritten; vorgetäuschte Dachsanierung bei Grundstückskauf; Erhaltungsinteresse; Erfüllungsinteresse
Zum Inhalt des gegen einen Dritten gerichteten Schadensersatzanspruchs des arglistig getäuschten Käufers
Schadensrecht - Schadensersatz des arglistig getäuschten Käufers
Keine Haftung eines arglistig täuschenden Dritten auf das Erfüllungsinteresse beim Kauf! (IMR 2011, 203)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.01.11; Az.: VI ZR 325/09 (Drittgerichteter Ersatzanspruch des arglistig getäuschten Käufers)" von Prof. Dr. Martin Gutzeit, original erschienen in: NJW 2011, 1962 - 1964.
OLG Düsseldorf, 21.10.2009 - 19 U 8/09
BGHZ 188, 78
NJW 2011, 1962
ZIP 2011, 529
MDR 2011, 359
VersR 2011, 398
WM 2011, 468
JR 2012, 109
Einer solchen Quotelung steht auch die sogenannte Differenzhypothese nicht entgegen, wonach die Frage, ob ein zu ersetzender Vermögensschaden vorliegt, grundsätzlich durch einen Vergleich der infolge des haftungsbegründenden Ereignisses eingetretenen Vermögenslage mit derjenigen, die sich ohne dieses Ereignis ergeben hätte, zu beurteilen ist (vgl. Senatsurteile vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 und vom 15. November 2011 - VI ZR 4/11, z.V.b., jeweils mwN), denn diese Grundsätze betreffen allein die Frage der Schadenshöhe, nicht die Frage der Haftungsverteilung (…OLG Düsseldorf, aaO;… a.A.: AG Siegburg, aaO; Poppe DAR 2005, 669).
Ob ein zu ersetzender Vermögensschaden vorliegt, ist nach der sogenannten Differenzhypothese grundsätzlich durch einen Vergleich der infolge des haftungsbegründenden Ereignisses eingetretenen Vermögenslage mit derjenigen, die sich ohne dieses Ereignis ergeben hätte, zu beurteilen (vgl. nur Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 mwN).
Der im Wege der Differenzhypothese zu ermittelnde Schaden (vgl. Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 mwN) ist auch nicht "normativ" wertend entsprechend dem Grundgedanken des § 843 Abs. 4 BGB dahin zu korrigieren, dass der dem Kläger gewährte Werksangehörigenrabatt unberücksichtigt zu bleiben habe.
Ihr zufolge ist die Frage, ob ein zu ersetzender Schaden vorliegt, grundsätzlich durch einen Vergleich der infolge des haftungsbegründenden Ereignisses eingetretenen Vermögenslage mit derjenigen, die sich ohne dieses Ereignis ergeben hätte, zu beurteilen (Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 mwN).
Der Schaden ist durch einen Vergleich der infolge des haftungsbegründenden Ereignisses tatsächlich eingetretenen Vermögenslage mit derjenigen, die ohne jenes Ereignis eingetreten wäre, zu ermitteln (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, ZIP 2011, 529 Rn. 8 mwN).
Nach der Rechtsprechung und Stimmen in der Literatur ist der Gesamtumfang des zu ersetzenden Schadens nach der sog. Differenzhypothese zu ermitteln (… vergleiche BGH NJW 2015, 1373 Rn. 7;… BGHZ 193, 297 Rn. 42 = NJW 2012, 3165;… BGH NJW 2013, 2345 Rn. 20; BGHZ 188, 78 Rn. 8 = NJW 2011, 1962; BGHZ [GS] 98, 212, [217] = NJW 1987, 50 [51];… BAG NJW 2013, 331 Rn. 18).
Mithin hat der nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB zum Schadensersatz Verpflichtete den Differenzschaden zu ersetzen (Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 mwN).
Da die deliktische Haftung nicht an das Bestehen einer Verbindlichkeit und deren Nicht- oder Schlechterfüllung anknüpft, stellt sich im Deliktsrecht die Frage nach dem Erfüllungsinteresse als solche nicht (vgl. Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, aaO).
So ist anerkannt, dass die Anwendung der Differenzhypothese in dem Fall, in dem der Geschädigte nachweist, dass er ohne die für den Abschluss des Vertrages ursächliche Täuschungshandlung einen anderen günstigeren oder gleichgünstigen Vertrag - mit seinem Vertragspartner oder einem Dritten - abgeschlossen hätte, im Ergebnis das Erfüllungsinteresse verlangen kann und zwar deswegen, weil der Schaden in diesem Ausnahmefall dem Erfüllungsinteresse entspricht (vgl. Senatsurteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, aaO Rn. 10 mwN).
Schadensersatzansprüche aus einer unerlaubten Handlung richten sich selbst dann in der Regel nur auf Ersatz des negativen oder Erhaltungsinteresses, wenn zwischen dem Geschädigten und dem Schädiger vertragliche Beziehungen bestanden haben (BGH, Urteil vom 25. November 1997 - VI ZR 402/96, NJW 1998, 983, 984; Urteil vom 30. Mai 2000 - IX ZR 121/99, NJW 2000, 2669, 2670; Urteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8 f.).
Da die deliktische Haftung nicht an das Bestehen einer Verbindlichkeit und deren Nicht- oder Schlechterfüllung anknüpft, richtet sich der deliktische Schadensersatzanspruch allein auf das Erhaltungsinteresse (BGH, Urteil vom 18. Januar 2011 - VI ZR 325/09, BGHZ 188, 78 Rn. 8;… Staudinger/Schiemann, BGB, Neubearbeitung 2005, Vor §§ 249 ff. Rn. 48, § 249 Rn. 195).
OLG Koblenz, 12.06.2013 - 5 U 147/13
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