Source: http://www.tempservice.ch/tempservice/dynasite.cfm?dsmid=118286
Timestamp: 2018-12-14 10:45:13
Document Index: 233451249

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 20', 'Art. 12', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 12', 'Art. 19', 'Art. 12', 'Art. 5']

tempservice : Arbeitszeit / Überstunden, : Die Plattform zum GAV Personalverleih, Gesamtarbeitsvertrag, Personalverleih, Temporärarbeit, Temporärarbeitende, Temporärmitarbeitende, Temporärangestellte
Fragen & Antworten zu Arbeitszeit / Überstunden
In Einsatzbetrieben mit allgemeinverbindlichem Branchen-GAV gelten die Arbeitszeitbestimmungen dieses GAV. Sie sind auf www.tempdata.ch abrufbar.
3.1 Wenn in einer Woche sowohl Tagesüberzeit als auch Wochenüberzeit stattgefunden hat, was gilt dann?
Gemäss Art. 12 des GAV Personalverleih beträgt die Normalarbeitszeit 42 Stunden pro Woche.
Die 43. bis 45. Wochenarbeitsstunde gelten als Überstunden, die entweder ohne Zuschlag vergütet oder 1:1 kompensiert werden.
Publiziert am 20.20.2012
Die Arbeitszeit über 9,5 Stunden pro Tag bzw. über 45 Stunden pro Woche gilt als Tages- bzw. Wochenüberzeit und wird an Werktagen mit einem Lohnzuschlag von 25% (Basislohn + Anteil 13. Ml.) ausbezahlt.
Tages- und Wochenüberzeit werden nicht kumuliert. Es gilt jeweils die höhere Anzahl Stunden pro Woche.
Sonntagsarbeit wird mit einem Zuschlag von 50% (Basislohn + Anteil 13. Ml.) ausbezahlt.
Montag: 9 Stunden; Dienstag: 11 Stunden; Mittwoch: 8 Stunden; Donnerstag: 10 Stunden; Freitag: 3 Stunden; Samstag: 9 Stunden.
Dies sind insgesamt 50 Wochenarbeitsstunden, wovon die Überzeit
auf Wochenbasis 5 Stunden
und auf Tagesbasis 2 Stunden (1.5 Stunden am Dienstag und 0.5 Stunde am Donnerstag) beträgt.
Zur Berechnung des Zuschlags kommt die höhere Anzahl an Überstunden zur Anwendung. Im oben genannten Beispiel muss also ein Zuschlag für 5 Überstunden ausbezahlt werden.
Der Zuschlag für Überstunden muss auch ausbezahlt werden in der Annahme, dass an bestimmten Tagen Überzeit geleistet wurde, obwohl die Wochenarbeitszeit von 45 Stunden nicht überschritten wurde. Anders gesagt: Der Arbeitnehmende hat an einzelnen Tagen mehr als 9.5 Std. gearbeitet.
Publiziert am 20.02.2012/ Aktualisiert am 25.05.2016
3.2 Was ist mit der Vorholzeit (Präzisierung für Artikel 12 Abs. 2)?
Der Überzeitzuschlag für die Überschreitung der vertraglichen Tageshöchstarbeitszeit von 9.5 Stunden ist nicht geschuldet, sofern es sich bei den Mehrstunden um Vorholzeit handelt. Für Nachholzeit, welche durch den/die Arbeitnehmer/in verursacht wird, sind ebenfalls keine Überzeitzuschläge geschuldet.
Publiziert am 21.11.2012 / Aktualisiert am 22.08.2016
3.3 Welche Mindestlöhne gelten bei einer 40-Stunden-Woche?
Obschon die 42-Stunden-Woche als Berechnungsgrundlage für die Stundenmindestlöhne verwendet wurde, gelten die Stundenmindestlöhne aus Art. 20 GAV Personalverleih auch wenn vertraglich eine 40-Stunden-Woche vereinbart wird.
3.4 Wie sind Überstunden zu entschädigen, welche vom Einsatzbetrieb nicht visiert wurden?
Arbeitszeiten sind gemäss GAV ab 9.5 Tagesstunden und ab der 46. Wochenstunde zwingend mit einem Überzeitzuschlag zu entschädigen. Ausnahmen: Bei Einsätzen in Betrieben mit allgemein verbindlichen GAV gelten die Überzeitregelungen des ave GAV, sofern eine solche explizit definiert ist.
3.5 Wie ist der Überzeitzuschlag zu berechnen?
Die Frage wurde weder von der Lehre, noch vom Bundesgericht abschliessend geklärt. Das Bundesgericht hat lediglich festgehalten, dass die Überzeitarbeit zwingend mit dem um 25% erhöhten Normallohn inkl. anteiligem 13. Monatslohn zu entschädigen ist.
Beispiel für Berechnung Überzeitzuschlag von 25%:
Basisstundenlohn (Gelernt, Hochlohngebiet) CHF 24.97
13. Monatslohn (8.33 % von CHF24.97) CHF 2.08
Total CHF 27.05
Überzeitzuschlag (25% des Totals) CHF 6.76
Gemäss Art. 12 des GAV Personalverleih muss Überzeit mit einem Lohnzuschlag von 25% (Basislohn + Anteil 13. Ml.) ausbezahlt werden, d.h. bei der Abgeltung der Überzeit ist auf dem Basisstundenlohn (Grundlohn) mindestens der Anteil 13. Monatslohn (Zuschlag von 8.33%) miteinzubeziehen. Die Zuschläge für Feier- und Ferientage müssen bei der Abgeltung der Überzeit nicht miteinbezogen werden, weil durch das Leisten von Überstunden weder mehr Feier- noch mehr Ferientage generiert werden.
Vorbehalten bleiben die Berechnungsarten des Überzeitzuschlages anderer Paritätischer Kommissionen mit allgemeinverbindlich erklärten GAV bzw. mit nicht-allgemeinverbindlichen GAV gemäss Anhang 1 des GAV Personalverleih.
Publiziert am 21.11.2012, Aktualisiert am 11.05.2018
3.6 Betreuungsdienste: „live in“
Neu sind dem GAV Personalverleih auch die Betreuungsdienste unterstellt. Dazu gehört auch das „live-in“-Modell.
Was ist unter „live-in“ zu verstehen?
Unter dem „live-in“ Modell versteht man, dass eine betreuende Person dauerhaft oder vorübergehend im Haushalt der betreuten Person lebt. Die betreute Person muss nicht rund um die Uhr betreut werden. Die betreute Person verfügt über eine gewisse Selbstständigkeit und die Arbeitnehmer/in haben Zeit zur freien Verfügung (Freizeit).
Beim „live-in“ Modell handelt es sich nicht um eine 24h Betreuung, bei der die zu betreuende Person rund um die Uhr betreut werden muss. Eine 24h Betreuung ist nur mit einem Schichtmodell von mindestens drei Schichten möglich.
Wie muss der GAV Personalverleih in einem „live-in Modell“ umgesetzt werden?
Gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. d AVG muss die Arbeitszeit im Einsatzvertrag geregelt werden.
Die Arbeitszeit muss durch die Arbeitnehmerin erfasst und durch den Einsatzbetrieb bestätigt werden.
Die erfasste Arbeitszeit ist zum vertraglich vereinbarten Lohn (unter Berücksichtigung des geltenden Mindestlohn Art. 20 GAV PV) zu entschädigen.
Die vertraglich vereinbarte Rufbereitschaft (Zeit neben der Arbeitszeit bei der die betreuende Person zur Verfügung stehen muss) ist ebenfalls zu entschädigen und in der Lohnabrechnung separat auszuweisen. Die Rufbereitschaft muss limitiert sein, so dass der Arbeitnehmer/in genügend Freizeit zur Verfügung steht. Bei der Rufbereitschaft muss auch die Reaktionszeit definiert werden.
Einsätze ausserhalb der Arbeitszeit sind zum vertraglich vereinbarten Lohn zu entschädigen (ggf. mit Lohnzuschlägen gemäss Art. 12, 24, und 25 GAV Personalverleih).
Im Rahmen- bzw. Einsatzvertrag und Lohnabrechnung müssen alle Lohnkomponenten (Ferien, Feiertage, 13. Ml.) gemäss Art. 19 Abs. 2 lit e AVG aufgeführt werden.
Wird die Tageshöchstarbeitszeit (9.5 Std.) oder die Wochenhöchstarbeitszeit überschritten sind die Zuschläge gemäss Art. 12, 24, und 25 GAV Personalverleih geschuldet. Art. 5 und 13 GAV PV sind zu respektieren.
Es muss definiert werden wieviel Freizeit (Zeit zur vollen freien Verfügung) der Mitarbeiterin zur Verfügung steht. In dieser Zeit steht diese Person für kurzfristige Einsätze nicht zur Verfügung und muss nicht erreichbar sein.
Mehr zum Thema „live-in“ können Sie dem FAQ Punkt 2.12 entnehmen.
Im Anhang finden Sie zudem ein Mustervertrag.
Muster Einsatzvertrag 'live-in'