Source: https://www.kalo.de/leistungen/legionellenpruefung/legionellenpruefung-wissen.html
Timestamp: 2018-06-21 12:36:17
Document Index: 311447957

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 14', '§ 16', '§ 21', '§ 16', '§ 21']

Legionellenprüfung des Trinkwassers - Wissen: KALO
Die neue Trinkwasserverordnung ist zum 09. Januar 2018 in Kraft getreten. Wir haben für Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zur novellierten Trinkwasserordnung an dieser Stelle veröffentlicht.
Wer muss eine Überschreitung des technischen Maßnahmewertes (> 100 KBE*/100ml) melden?
Eine Anzeigepflicht besteht, sobald bei Legionellen eine Überschreitung des „technischen Maßnahmewertes“ von mehr als 100 KBE*/100 ml festgestellt wird.
Mit der Änderung der TrinkwV werden die Untersuchungsstellen (Labore) in die Pflicht genommen. Wird bei einer Untersuchung eine Überschreitung des technischen Maßnahmewertes festgestellt, so muss dies direkt von der Untersuchungsstelle an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Zusätzlich muss nach § 15a Abs 6 der Betreiber der Anlage informiert werden. Parallel dazu wird KALO informiert und kann Sie über weitere notwendige Maßnahmen beraten.
* Koloniebildende Einheiten.
Wie müssen zukünftig die Nutzer/Mieter üben einen Befund informiert werden?
Die Nutzer und Mietern haben zukünftig das Recht, auf Nachfrage Einzelergebnisse der Trinkwasseruntersuchung zu erhalten. Besteht diese Nachfrage nicht, können sie weiterhin per Hausaushang oder individuell informiert werden.
Die Inkenntnisssetzung der Nutzer und Mieter muss unverzüglich durch "geeignetes und aktuelles Informationsmaterial erfolgen.
Wer darf zukünftig die Trinkwasserbeprobung durchführen?
Die Probenahmen und Trinkwasseruntersuchungen dürfen nur von zugelassenen Untersuchungsstellen ausgeführt werden. Unser Labor,das KALO als Kooperationspartner einsetzt, verfügt selbstverständlich über eine solche Zulassung und die Probenehmer sind in sein Qualitätsmanagement, wie vorgeschrieben, eingebunden.
Der Gesetzgeber hat mit der Neufassung der Trinkwasserverordnung ausdrücklich klargestellt, dass der Gebäudeeigentümer für die Abwicklung Beauftragte einsetzen darf. (§ 15a Abs. 2 Nr. 2 TrinkwV)
Nicht neu, aber stets gut zu wissen
Legionellen sind aerobe, bewegliche, stäbchenförmige und natürlich vorkommende. Sie sind allgemein verbreitet und in jedem Süßwasser, z. B. Grundwasser, vorhanden.
Ideale Bedingungen für Legionellen herrschen bei Temperarturen zwischen 25° C und 55° C, bei denen sie sich rasant vermehren. Eine direkte Gefährdung durch das Trinken von legionellenhaltigem Wasser besteht in der Regel nicht. Erst die Aufnahme des lungengängigen Aerosols, z.B. beim Duschen, kann zu grippeähnlichen Erkrankungen wie dem Pontiac-Fieber bis hin zu schwer verlaufenden Lungenentzündungen führen.
1976 erkrankten bei einem Veteranentreffen der Amerikanischen Legion (Pennsylvania American Legion) in Philadelphia, USA, 182 von 4.400 Delegierten. Trotz intensiver Forschungsarbeit gelang es erst nach einem halben Jahr, das Bakterium aus Lungengewebe eines verstorbenen Veteranen zu isolieren. Diesem bisher unbekannten Erreger gab man aus gegebenen Anlass den Namen Legionella-pneumophila.
Welche gesetzlichen Änderungen beinhaltet die zweite Novellierung der TrinkwV?
Die erste orientierende Trinkwasseruntersuchung muss bis zum 31. Dezember 2013 erfolgen
Großanlagen sind regelmäßig, mindestens alle drei Jahre, auf Legionellen zu überprüfen (§ 14 Untersuchungspflichten)
Das Ergebnis der Untersuchung ist den Nutzern/Mietern mitzuteilen (§ 16 und § 21 Informations- und Berichtspflichten)
Legionellenbefall oberhalb des technischen Maßnahmewertes (> 100 KBE*/100 ml) verlangt "unverzügliche Handlungen" (§ 16 Abs. 7):
Meldung der Ergebnisse an das Gesundheitsamt
Die Maßnahmen daraus sind dem Gesundheitsamt unverzüglich mitzuteilen
Durchführung der Maßnahmen, um den Stand gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik herzustellen
Anschließende Untersuchungsergebnisse sind dem Gesundheitsamt unverzüglich mitzuteilen
Die Wohnungsnutzer sind unverzüglich über die Ergebnisse aus der Gefährdungsanalyse und der abschließenden Untersuchung zu informieren
Dokumentation und 10-jährige Archivierung der Untersuchungen, Maßnahmen und Ergebnisse (§ 21 Informations- und Berichtspflichten)
Fazit: Mit der zweiten Novellierung geht die Verantwortung und Haftung für die richtige Behandlung von Positivbefunden maßgeblich an die Wohnungswirtschaft über!
Die Betreiber bzw. Inhaber einer Trinkwassererwärmungsanlage (Großanlage) sind verpflichtet, die Anlage auf Legionellen untersuchen zu lassen. Verwalter sollten im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung auf diese Pflicht hinweisen und entsprechende Beschlüsse der Eigentümer durchführen.
Als Großanlagen gelten Warmwasserinstallationen mit mehr als 400 Litern Inhalt oder Warmwasserleitungen mit mehr als drei Litern Inhalt zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle. Dies betrifft alle Mehrfamilienhäuser mit einer zentralen Trinkwassererwärmungsanlage, in denen Wohnungen vermietet, entgeltlich zur Nutzung überlassen oder für sonstige gewerbliche Zwecke genutzt werden.
Grundlage ist die DIN EN ISO 19458 sowie das DVGW-Arbeitsblatt W551. Diese sehen in der Regel eine Entnahme an folgenden Stellen vor:
an der weitesten entfernte Entnahmestelle je Steigstrang (z. B. Dachgeschosswohnung)
Die Probenahme darf nur durch einem zertifizierten unabhängigen Probenehmer entnommen werden! Die Probestelle ist vorher thermisch oder chemisch zu desinfizieren. Anschließend muss die Probe innerhalb von 24 Stunden an ein akkreditiertes Labor zur Untersuchung geliefert werden, wo die Probe umgehend verarbeitet und zehn Tage bei 36 °C in einem Klimaschrank gelagert wird.
Was passiert bei einem negativen Befund (≤ 100 KBE*/100 ml)?
Wird bei der orientierenden Trinkwasseruntersuchung der technische Maßnahmewert von 100 KBE*/100 ml nicht überschritten, kann der Beprobungsrhythmus auf alle drei Jahre ausgeweitet werden.
Die Wohnungsnutzer sind über das Ergebnis der Probenahme per Anschreiben oder Hausaushang zu informieren.
Was passiert bei einem positiven Befund (> 100 KBE*/100 ml)?
Bei Überschreitung des technischen Maßnahmewertes, also > 100 KBE*/100 ml, müssen sowohl die Nutzer, als auch das Gesundheitsamt über den positiven Befund informiert werden.
Bei Grenzwertüberschreitungen sieht die Trinkwasserverordnung den Betreiber der Anlage in der Handlungs- und Informationspflicht. Die Durchführung einer Gefährdungsanalyse dient der Ursachensuche.
Im Zuge der Gefährdungsanalyse wird die Einhaltung der technischen Regeln, sowie die Betriebsführung geprüft und notwendige Maßnahmen zur Ursachenbehebung benannt. Die Ergebnisse der Gefährdungsanalyse, sowie der weitergehenden Untersuchung sind dem Gesundheitsamt und den Wohnungsnutzern zu übermitteln.
Wer ist in der Handlungspflicht, wenn es in einer Trinkwasser-Installation zu Auffälligkeiten kommt?
In der Handlungspflicht ist der Betreiber, also „der Unternehmer oder der sonstige Inhaber“ einer Trinkwasser-Großanlage. Er muss unaufgefordert und unverzüglich aktiv werden, wenn ihm Auffälligkeiten wie Trübungen, Abweichungen von Temperaturvorgaben, Geschmacks- und Geruchsveränderungen o.ä. bekannt werden.
Wie häufig müssen Warmwasser-Großanlagen in öffentlichen Einrichtungen untersucht werden?
Bei Trinkwasser-Installationen, aus denen Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird (Hotels, Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, Ferienwohnungen etc.), müssen die Untersuchungen auf Legionellen jährlich durchgeführt werden, wenn Einrichtungen, die das Wasser vernebeln (zum Beispiel Duschen, Whirlpool) vorhanden sind. Sind bei den jährlichen Untersuchungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren keine Beanstandungen festgestellt worden, so kann das Gesundheitsamt auch längere Untersuchungsintervalle von bis zu drei Jahren festlegen, sofern die Anlage und Betriebsweise nicht verändert wurden und nachweislich den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Diese Verlängerung der Untersuchungsintervalle ist nicht möglich in Bereichen, in denen sich Patienten mit höherem Risiko für Krankenhausinfektionen befinden (zum Beispiel Krankenhäuser, Dialyseeinrichtungen).
Wie häufig müssen Warmwasser-Großanlagen in gewerblichen Einrichtungen untersucht werden?
Inhaber von Trinkwasser-Installationen mit einer Warmwasser-Großanlage, die im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (z.B. Wohnraumvermietung) Trinkwasser abgeben, und Einrichtungen zur Vernebelung von Trinkwasser (beispielsweise Duschen) haben, sind verpflichtet, diese mindestens einmal in drei Jahren auf Legionellen prüfen zu lassen. Betroffen sind also vor allem Besitzer von Mehrfamilienhäusern, die Mieter haben. Entsprechende Anlagen von Ein- und Zweifamilienhäusern sind von der Untersuchungspflicht ausgenommen.
Gerne übernehmen wir mit unserem Rundum-sorglos-Paket die komplette Abwicklung der orientierenden Legionellenuntersuchung und stehen Ihnen auch bei einem positiven Befund mit weiterführenden Maßnahmen zur Seite. Erfahren Sie mehr über unser Rundum-sorglos-Paket Legionellenprüfung des Trinkwassers!
Kundenbroschüre: Legionellenprüfung des Trinkwassers|PDF
Nutzerinformation: Legionellenprüfung des Trinkwassers|PDF
Information des Bundesministerium für Gesundheit zur geltenen Trinkwasserverordnung mit Bezug auf Legionellenuntersuchungen im Trinkwasser|PDF