Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/hartz-iv-und-die-berliner-wohnaufwendungenverordnung-383394
Timestamp: 2019-11-17 00:34:29
Document Index: 225845103

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 8', '§ 22', '§ 22', '§ 4', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', 'Art 1', 'Art 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 1', '§ 22', '§ 22', '§ 3', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 22', '§ 3', '§ 4', '§ 22', '§ 22', '§ 55', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 22', '§ 22', '§ 3', '§ 3', '§ 6', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 55', '§ 55', '§ 55', '§ 22', '§ 46', '§ 3', '§ 22', '§ 8', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 20', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 20', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 47', '§ 55', '§ 55', '§ 55', 'Art 104']

Hartz IV – und die Ber­li­ner Wohn­auf­wen­dun­gen­ver­ord­nung | Rechtslupe
Hartz IV - und die Berliner Wohnaufwendungenverordnung
Hartz IV – und die Ber­li­ner Wohn­auf­wen­dun­gen­ver­ord­nung
Die vom Senat des Lan­des Ber­lin erlas­se­ne "Ver­ord­nung zur Bestim­mung der Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung nach dem Zwei­ten und Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch" (Wohn­auf­wen­dun­gen­ver­ord­nung – WAV) 1 ist ins­ge­samt rechts­wid­rig und wirk­sam.
Bereits auf­grund des Urteils des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 17.10.2013 2 gilt die WAV gene­rell nicht (mehr) für Leis­tungs­emp­fän­ger nach dem SGB XII. Das vor­lie­gen­de Urteil erklärt die WAV nun auch für Grund­si­che­rungs­emp­fän­ger nach dem SGB II ("Hartz IV") für unwirk­sam.
Mit dem Gesetz zur Ermitt­lung von Regel­be­dar­fen und zur Ände­rung des Zwei­ten und Zwölf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (im Fol­gen­den: RBEG/​SGB II/​SGB XII-ÄndG) vom 24.03.2011 3 räum­te der (Bundes-)Gesetzgeber den Län­dern bei mate­ri­ell ansons­ten im Wesent­li­chen unver­än­der­ter Rechts­la­ge zur Über­nah­me von Unter­kunfts- und Heiz­kos­ten die Befug­nis ein, die Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zun­gim Sin­ne von § 22 Abs 1 Satz 1 Zwei­tes Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB II) zum Gegen­stand kom­mu­na­ler Recht­set­zung zu machen. Dem­ge­mäß kön­nen die Län­der die Krei­se und kreis­frei­en Städ­te nach § 22a Abs 1 Satz 1 SGB II durch Gesetz ermäch­ti­gen oder ver­pflich­ten, "durch Sat­zung zu bestim­men, in wel­cher Höhe Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung in ihrem Gebiet ange­mes­sen sind". Ent­spre­chen­des gilt für die Län­der Ber­lin und Ham­burg, die (durch Lan­des­ge­setz) bestim­men, "wel­che Form der Recht­set­zung an die Stel­le einer nach Satz 1 vor­ge­se­he­nen Sat­zung tritt" (§ 22a Abs 1 Satz 3 SGB II).
Gestützt auf eine die­se Befug­nis­se wahr­neh­men­de Rechts­ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung in § 8 des Geset­zes zur Aus­füh­rung des Zwei­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (im Fol­gen­den: AG-SGB II) des Lan­des Ber­lin (hier idF des Geset­zes vom 13.07.2011, GVBl 344) ist vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt des Lan­des Ber­lin am 3.04.2012 mit Wir­kung vom 01.05.2012 die WAV erlas­sen wor­den.
Nach dem mit der WAV als Begrün­dung gemäß § 22b Abs 2 SGB II ver­öf­fent­lich­ten Kon­zept zur Bestim­mung der Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung 4 wird als Grund­la­ge für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit von Heiz­kos­ten der von der co2online gGmbH in Koope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Mie­ter­bund erstell­te bun­des­wei­te Heiz­spie­gel her­an­ge­zo­gen. Für den jeweils in den Richt­wert als Brut­to­warm­mie­te ein­flie­ßen­den Grenz­wert wer­den nach die­sem Kon­zept die Wer­te aus der Spal­te "zu hoch" des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels zugrun­de gelegt.
Am 1.08.2013 trat die Ers­te Ver­ord­nung zur Fort­schrei­bung der Wohn­auf­wen­dun­gen­ver­ord­nung (WAV-Fort­schrei­bungs­ver­ord­nung 2013) 5 in Kraft, durch die die Anla­gen 1 und 2 zur WAV vom 03.04.2012 neu gefasst wur­den, die­se im Übri­gen aber unver­än­dert blieb. Am 1.03.2014 trat die Zwei­te Ver­ord­nung zur Fort­schrei­bung der Wohn­auf­wen­dun­gen­ver­ord­nung (WAV-Fort­schrei­bungs­ver­ord­nung 2014) 6 in Kraft, durch die die Tabel­le B der Anla­ge 1 und die Anla­ge 2 zur WAV vom 03.04.2012 in der durch die WAV-Fort­schrei­bungs­ver­ord­nung 2013 geän­der­ten Fas­sung neu gefasst wur­den; im Übri­gen blieb die WAV unver­än­dert. Jeweils ist in der den Fort­schrei­bungs­ver­ord­nun­gen bei­gege­be­nen Begrün­dung nach § 22b Abs 2 SGB II aus­ge­führt, dass das mit der WAV ver­öf­fent­lich­te Kon­zept zur Bestim­mung der Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung wei­ter gilt.
Der Kern der WAV ist die in § 4 WAV vor­ge­se­he­ne Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze für eine Brut­to­warm­mie­te. Ein sol­ches Brut­to­warm­mie­ten­kon­zept ist nach § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II grund­sätz­lich zuläs­sig. Es ent­bin­det jedoch nicht von den auch für Sat­zun­gen oder Ver­ord­nun­gen nach §§ 22a ff SGB II gel­ten­den Ermitt­lungs­an­for­de­run­gen zur Bestim­mung der ange­mes­se­nen Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung nach § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II, wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richt schon in sei­nem Urteil vom 17.10.2013 7 ent­schie­den hat.
Die­sen Anfor­de­run­gen wird die WAV hin­sicht­lich des Bedarfs für die Hei­zung nicht gerecht. In der WAV wird zur Bestim­mung die­ses Bedarfs die rech­te Spal­te "zu hoch" des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels zugrun­de gelegt, deren Wer­te Aus­druck für zu hohe Heiz­kos­ten sind und die Leis­tungs­be­rech­tig­ten grund­sätz­lich begüns­tigt. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat jedoch wie­der­holt ent­schie­den, dass die­ser Grenz­wert nicht zur Bestim­mung der ange­mes­se­nen Heiz­kos­ten geeig­net ist, son­dern nur als ein Grenz­wert im Ein­zel­fall, der wei­te­re Nach­prü­fun­gen erfor­der­lich macht 8.
Beruht jedoch einer von zwei Sum­man­den auf einer unzu­tref­fen­den Grund­la­ge, so gilt dies auch für die Sum­me, hier also die in § 4 WAV vor­ge­se­he­ne Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze.
Mit der objek­tiv-recht­li­chen Rechts­wid­rig­keit die­ser Gren­ze auf der Grund­la­ge des in der WAV ver­folg­ten Brut­to­warm­mie­ten­kon­zepts ist die WAV ins­ge­samt rechts­wid­rig und unwirk­sam. Sie ent­hält kei­ne hier­von abtrenn­ba­ren Tei­le. Auf Vor- oder Nach­tei­le der WAV-Rege­lung zu den Heiz­kos­ten bei ihrer Anwen­dung im Ein­zel­fall kommt es in einem Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren nicht an.
Die unzu­tref­fen­de Ermitt­lung der Brut­to­warm­mie­te nach § 4 WAV wirkt sich auch auf die in § 6 WAV vor­ge­se­he­ne Bestim­mung der indi­vi­du­ell ange­mes­se­nen Bedar­fe aus, weil die­se Son­der­re­ge­lung an die ? unzu­tref­fend bestimm­te ? Brut­to­warm­mie­te anknüpft. Dass die in § 6 WAV vor­ge­se­he­ne, ein­heit­li­che pro­zen­tua­le Erhö­hung auch im Übri­gen mit den gesetz­li­chen Vor­ga­ben nicht zu ver­ein­ba­ren ist, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in dem schon ange­führ­ten Urteil vom 17.10.2013 aus­ge­führt.
Die WAV ist zwar nach bun­des­recht­li­chen wie nach lan­des­recht­li­chen Maß­stä­ben for­mell recht­mä­ßig. Das LSG hat die for­mel­le Recht­mä­ßig­keit nach lan­des­recht­li­chen Maß­stä­ben geprüft und bejaht, ohne dass dies dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt Anlass zu Bean­stan­dun­gen bie­tet.
Die WAV ist indes mate­ri­ell rechts­wid­rig; und vom LSG zu Recht für unwirk­sam erklärt wor­den. Denn die Anfor­de­run­gen an die Wahr­neh­mung der Norm­set­zungs­kom­pe­tenz nach § 22a Abs 1 SGB II, die nach Bun­des­recht wie bei der Kon­kre­ti­sie­rung von § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II durch die Ver­wal­tung eine rea­li­täts­ge­rech­te Erfas­sung der Bedar­fe für Unter­kunft und ggf Hei­zung erfor­dern und die für die Bestim­mung der ange­mes­se­nen Heiz­kos­ten nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II im Rah­men einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II eben­so gel­ten, wer­den nicht erfüllt. Die Ver­feh­lung die­ser höher­ran­gi­gen bun­des­recht­li­chen Anfor­de­run­gen betrifft die WAV in ihrem Kern. Sie ist des­halb ins­ge­samt unwirk­sam; eine nur teil­wei­se Unwirk­sam­keit kommt nicht in Betracht.
Die Wahr­neh­mung der Norm­set­zungs­kom­pe­tenz nach § 22a Abs 1 SGB II erfor­dert die rea­li­täts­ge­rech­te Erfas­sung der Bedar­fe für Unter­kunft und ggf Hei­zung (vgl § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II) in glei­cher Wei­se, wie es der Ver­wal­tung bei der Kon­kre­ti­sie­rung der abs­trakt ange­mes­se­nen Bedar­fe nach § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II vor­ge­ge­ben ist 9.
Mit den durch das RBEG/​SGB II/​SGB XII-ÄndG ein­ge­führ­ten §§ 22a bis 22c SGB II hat der Gesetz­ge­ber die Grund­la­ge dafür geschaf­fen, die abs­trakt ange­mes­se­nen Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung anstatt durch die ansons­ten dazu beru­fe­ne Ver­wal­tung auch im Wege unter­ge­setz­li­cher Norm­set­zung bestim­men zu kön­nen. Eine ent­spre­chen­de lan­des­recht­li­che Ermäch­ti­gung vor­aus­ge­setzt, kön­nen dem­ge­mäß seit­her alle der abs­trak­ten Ange­mes­sen­heit der Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung zuzu­rech­nen­den Bestim­mun­gen durch unter­ge­setz­li­che Nor­menim Sin­ne von § 22a Abs 1 SGB II getrof­fen wer­den. Inhalt­lich getrof­fen wer­den müs­sen min­des­tens Bestim­mun­gen dar­über, wel­che Wohn­flä­che ent­spre­chend der Struk­tur des ört­li­chen Woh­nungs­mark­tes als ange­mes­sen aner­kannt wird und in wel­cher Höhe Auf­wen­dun­gen für die Unter­kunft als ange­mes­sen aner­kannt wer­den (§ 22b Abs 1 Satz 1 SGB II). Abge­bil­det wer­den sol­len hier­durch die Ver­hält­nis­se des ein­fa­chen Stan­dards auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt (§ 22a Abs 3 Satz 1 SGB II) und zwar nach Mög­lich­keit unter Berück­sich­ti­gung ins­be­son­de­re von Miet­spie­geln, qua­li­fi­zier­ten Miet­spie­geln und Miet­da­ten­ban­ken und/​oder von geeig­ne­ten eige­nen sta­tis­ti­schen Daten­er­he­bun­gen und ‑aus­wer­tun­gen der Norm­ge­ber oder Erhe­bun­gen Drit­ter (§ 22c Abs 1 Satz 1 Nr 1 und 2 SGB II).
Bezugs­punkt der damit eröff­ne­ten unter­ge­setz­li­chen Norm­set­zungs­be­fug­nis ist die durch das RBEG/​SGB II/​SGB XII-ÄndG inhalt­lich unver­än­dert geblie­be­ne Rege­lung des § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II 10, wonach Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung in Höhe der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen aner­kannt wer­den, soweit die­se ange­mes­sen sind.
Gegen­stand auch der unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­bung nach § 22a Abs 1 SGB II ist damit die Kon­kre­ti­sie­rung des durch § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II vor­ge­ge­be­nen Begriffs der "Ange­mes­sen­heit" der Bedar­fe für Unter­kunft und ggf Hei­zung (vgl § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II). Die­ser Begriff unter­liegt als unbe­stimm­ter Rechts­be­griff unein­ge­schränk­ter rich­ter­li­cher Kon­trol­le 11. Zu sei­ner Aus­fül­lung ist jeden­falls der abs­trakt als ange­mes­sen anzu Miet­preis unter Berück­sich­ti­gung der ört­li­chen Beson­der­hei­ten kon­kret zu ermit­teln (so genann­te Refe­renz­mie­te) 12. Erfor­der­lich dazu sind im Ein­zel­nen über­prüf­ba­re Erhe­bun­gen und Aus­wer­tun­gen, die eine hin­rei­chen­de Gewähr dafür bie­ten, dass sie die aktu­el­len Ver­hält­nis­se des ört­li­chen Woh­nungs­mark­tes wie­der­ge­ben (so genann­tes schlüs­si­ges Kon­zept) 13. Unzu­rei­chend zur Erfas­sung der sozia­len Wirk­lich­keit sind hin­ge­gen Schät­zun­gen pau­scha­ler Wer­te "ins Blaue hin­ein" ohne gesi­cher­te empi­ri­sche Grund­la­ge; das wür­de den Anfor­de­run­gen zur Ermitt­lung des ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Exis­tenz­mi­ni­mums nicht gerecht 14. Das ver­bie­tet sich bei der Bestim­mung der Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung glei­cher­ma­ßen wie bei der Bestim­mung der Regel­be­dar­fe 15.
Die­se Maß­ga­ben gel­ten für die unter­ge­setz­li­che Norm­set­zung nach §§ 22a bis 22c SGB II nicht anders. Schon der Geset­zes­wort­laut bie­tet kei­nen Anhalt dafür, dass den Norm­ge­bern inso­weit ande­re und von den Gerich­ten nur in redu­zier­tem Maß gericht­lich zu kon­trol­lie­ren­de Spiel­räu­me zuste­hen könn­ten als der Ver­wal­tung. Im Gegen­teil sind die Vor­ga­ben zum Ver­gleichs­maß­stab (§ 22a Abs 3 Satz 1 SGB II), zu den Normin­hal­ten (§ 22b Abs 1 SGB II), zur Daten­grund­la­ge (§ 22c Abs 1 SGB II) und den Begrün­dungs­an­for­de­run­gen (§ 22b Abs 2 Satz 1 und 2 SGB II) im Ein­zel­nen in so enger Anleh­nung an die Recht­spre­chung zu § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II gefasst, dass unter­schied­li­che Kon­kre­ti­sie­rungs­auf­trä­ge und/​oder Ent­schei­dungs­spiel­räu­me im Ver­hält­nis zwi­schen unter­ge­setz­li­cher Norm­set­zung einer­seits und ver­wal­tungs­mä­ßi­gem Voll­zug ande­rer­seits durch den Geset­zes­wort­laut nicht zu bele­gen sind 16. Soweit dem­ge­gen­über nach den Geset­zes­ma­te­ria­li­en die Ziel­vor­ga­be des § 22a Abs 3 Satz 1 SGB II nur als ein für die objek­ti­ve Recht­mä­ßig­keit der Norm­set­zung unbe­acht­li­cher Pro­gramm­satz anzu­se­hen sein soll 17, hat dies jeden­falls im Norm­text selbst kei­nen hin­rei­chen­den Nie­der­schlag gefun­den 18. Das lässt sich auch nicht dar­auf stüt­zen, dass der unter­ge­setz­li­chen Norm­set­zung durch § 22a Abs 3 Satz 2 SGB II die Berück­sich­ti­gung von Fol­ge­wir­kun­gen auf­ge­ge­ben ist, die sich uU als Maß­stab der Ange­mes­sen­heits­be­stim­mung nach § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II nicht not­wen­dig alle wie­der­fin­den. Denn dies trägt jeden­falls nicht den Schluss, dass die nach § 22a Abs 3 Satz 1 SGB II für die Norm­set­zung maß­geb­li­chen Ver­hält­nis­se des ein­fa­chen Stan­dards auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt durch wer­ten­de Ent­schei­dung der Norm­ge­ber ersetzt wer­den könn­ten. Dage­gen spricht auch, dass in § 22b Abs 1 Satz 4 SGB II den unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­bern die Unter­tei­lung ihrer Gebie­te ermög­licht wird, "um die Ver­hält­nis­se des ein­fa­chen Stan­dards auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt rea­li­täts­ge­recht abzu­bil­den", und dadurch die Maß­geb­lich­keit die­ser Ver­hält­nis­se für die Norm­set­zung erneut betont wird, ohne Abwei­chun­gen zuzu­las­sen.
Die Norm­set­zungs­er­mäch­ti­gung der unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­ber durch § 22a Abs 1 SGB II eröff­net sol­che Spiel­räu­me gleich­falls nicht 19. In der Wahr­neh­mung die­ser Ermäch­ti­gung kon­kre­ti­sie­ren die Norm­ge­ber in glei­cher Wei­se wie die Ver­wal­tung die die Unter­kunft als Teil des phy­si­schen Exis­tenz­mi­ni­mums umfas­sen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Garan­tie des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art 1 Abs 1 iVm Art 20 Abs 1 GG 20 und haben des­halb die dafür maß­ge­ben­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben zu beach­ten. Nach der Kom­pe­tenz­ord­nung des GG sind dem­ge­mäß die Wert­ent­schei­dun­gen über die Leis­tungs­hö­he mit Blick auf den Ent­wick­lungs­stand des Gemein­we­sens und die bestehen­den Lebens­be­din­gun­gen allein dem par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­ber vor­be­hal­ten 21. Soweit dazu von Ver­fas­sungs wegen die sozia­le Wirk­lich­keit zu erfas­sen ist, unter­liegt schon er strik­ten Anfor­de­run­gen 22. Um so weni­ger kön­nen von die­sen Anfor­de­run­gen die frei­ge­stellt wer­den, von denen die gesetz­ge­be­ri­schen Vor­ga­ben admi­nis­tra­tiv umzu­set­zen sind. Das kön­nen auch die unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­ber nach § 22a Abs 1 SGB II nicht für sich bean­spru­chen. Sie sind zwar in beson­de­rer Wei­se mit den Ver­hält­nis­sen vor Ort ver­traut und kön­nen des­halb bes­se­re Kennt­nis von den Gege­ben­hei­ten auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt haben als dies aus der Bun­des­per­spek­ti­ve mög­lich wäre 23. Zu eige­nen wer­ten­den Ent­schei­dun­gen sach­lich-poli­ti­scher Art über den zur Gewähr­leis­tung des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums zu decken­den Bedarf für Unter­kunft und Hei­zung reicht indes ihre demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on nicht. Wert­set­zun­gen sol­cher Art sind aus­schließ­lich dem par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­ber selbst vor­be­hal­ten 22.
In kei­nem gerin­ge­ren Maß als es der Ver­wal­tung nach § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II vor­ge­ge­ben ist, haben dem­ge­mäß auch die unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­ber nach § 22a Abs 1 SGB II die sozia­le Wirk­lich­keit im Hin­blick auf den Bedarf für Unter­kunft und ggf Hei­zung (vgl § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II) zeit- und rea­li­täts­ge­recht zu erfas­sen und dazu auf Ver­fah­ren zurück­zu­grei­fen, die zu des­sen Bemes­sung im Grund­satz taug­lich sind 24.
Die­se aus dem Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums abzu­lei­ten­den Ver­fah­rens­an­for­de­run­gen an die Kon­kre­ti­sie­rung abs­trakt ange­mes­se­ner Bedar­fe durch unter­ge­setz­li­che Norm­set­zung gel­ten unein­ge­schränkt für die Bestim­mung der ange­mes­se­nen Heiz­kos­ten nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II und die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II.
Nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II kann durch den unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­ber – neben den Min­dest­be­stim­mun­gen des § 22b Abs 1 Satz 1 SGB II – auch die Höhe des als ange­mes­sen aner­kann­ten Ver­brauchs­wer­tes oder der als ange­mes­sen aner­kann­ten Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung bestimmt wer­den. Bei einer sol­chen Bestim­mung kann nach § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II sowohl eine Qua­drat­me­terhöchst­mie­te als auch eine Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze unter Berück­sich­ti­gung der in § 22b Abs 1 Satz 1 und 2 SGB II genann­ten Wer­te gebil­det wer­den.
Ob sich ein ange­mes­se­ner Bedarf für Hei­zung in Nor­men nach § 22a Abs 1 SGB II und damit not­wen­di­ger­wei­se abs­trakt fas­sen lässt, ist in der Recht­spre­chung des BSG und auch in der Lite­ra­tur zumin­dest der­zeit aus prak­ti­schen Grün­den skep­tisch bis ableh­nend beur­teilt wor­den 25. Wegen ihrer Abhän­gig­keit vom indi­vi­du­el­len Ver­brauch, von der Woh­nungs­be­schaf­fen­heit sowie den Wit­te­rungs­ver­hält­nis­sen hielt auch der Gesetz­ge­ber die Heiz­kos­ten für dyna­mi­scher als die Unter­kunfts­kos­ten und daher schwe­rer sche­ma­tisch zu erfas­sen; des­halb sieht § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II die Fest­le­gung von Ange­mes­sen­heits­wer­ten für die Hei­zung nur optio­nal ("kann") vor 26.
Wer­den aber Rege­lun­genim Sin­ne von § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II und hier­an anknüp­fend im Rah­men eines Brut­to­warm­mie­ten­kon­zepts nach § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II getrof­fen, müs­sen sie auf hin­rei­chend rea­li­täts­ge­rech­te und nach­voll­zieh­ba­re Erhe­bun­gen zum abs­trakt ange­mes­se­nen Bedarf für Hei­zung im maß­geb­li­chen Ver­gleichs­raum gestützt sein 27.
Die auch für Heiz­kos­ten vor­ge­se­he­ne Prü­fung ihrer Ange­mes­sen­heit hat nach Wort­laut und Sys­te­ma­tik des § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II, wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bereits im Ein­zel­nen dar­ge­legt hat 28, grund­sätz­lich getrennt von der Prü­fung der Ange­mes­sen­heit der Unter­kunfts­kos­ten zu erfol­gen. Die­ser Tren­nung ent­spricht die Rege­lung des § 22b Abs 1 Satz 1 und 2 SGB II, die für eine unter­ge­setz­li­che Norm­set­zung Bestim­mun­gen zur ange­mes­se­nen Höhe der Auf­wen­dun­gen für die Unter­kunft als Min­dest­in­halt vor­schreibt (Satz 1 Nr 2), nicht aber für die Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung (Satz 2).
Auch der Anspruch auf Leis­tun­gen für Hei­zung als Teil der Gesamt­leis­tung besteht grund­sätz­lich in Höhe der kon­kret-indi­vi­du­ell gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen, soweit sie ange­mes­sen sind 29. Eine Bestim­mung der Ange­mes­sen­heit von Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung begeg­net indes prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten: Ein abs­trakt ange­mes­se­ner Heiz­kos­ten­preis pro Qua­drat­me­ter für eine "ein­fa­che" Woh­nung (gestaf­felt nach abs­trakt ange­mes­se­nen Woh­nungs­grö­ßen) im unte­ren Seg­ment des kon­kre­ten Woh­nungs­mark­tes, dh für alle ent­spre­chen­den Woh­nun­gen im maß­geb­li­chen ört­li­chen Ver­gleichs­raum, müss­te auf der Grund­la­ge dif­fe­ren­zier­ter Daten aus­ge­hend von einem als ange­mes­sen anzu­se­hen­den Heiz­ver­hal­ten des Ein­zel­nen noch kli­ma­ti­sche Bedin­gun­gen, wech­seln­de Ener­gie­prei­se, die "typi­schen" Ener­gie­trä­ger, vor allem aber den im ent­spre­chen­den Miet­seg­ment "typi­schen" Gebäu­de­stan­dard und den tech­ni­schen Stand einer als "typisch" anzu­se­hen­den Hei­zungs­an­la­ge erfas­sen. Der Rück­griff auf einen weni­ger aus­dif­fe­ren­zier­ten Wert als Qua­drat­me­terhöchst­gren­ze wür­de eine unzu­läs­si­ge Pau­scha­lie­rung von Heiz­kos­ten bedeu­ten 30.
Da gleich­wohl auch hin­sicht­lich der Auf­wen­dun­gen für Hei­zung unan­ge­mes­sen hohe Kos­ten vom Trä­ger der Grund­si­che­rung nicht gezahlt wer­den müs­sen, eine abs­trak­te Fest­le­gung aus den genann­ten Grün­den aber schwie­rig ist, hat im Rah­men des § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II eine Prü­fung der Heiz­kos­ten auf ihre Ange­mes­sen­heit hin ori­en­tiert an den Ver­hält­nis­sen des Ein­zel­fal­les zu erfol­gen. Dabei ist regel­mä­ßig dann von unan­ge­mes­sen hohen Heiz­kos­ten aus­zu­ge­hen, wenn bestimm­te Grenz­wer­te über­schrit­ten wer­den, die das Bun­des­so­zi­al­ge­richt den von der co2online gGmbH in Koope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Mie­ter­bund erstell­ten "Kom­mu­na­len Heiz­spie­geln" bzw dem "Bun­des­wei­ten Heiz­spie­gel" ent­nimmt 31. An der Her­an­zie­hung eines sol­chen Grenz­wer­tes ist aus Grün­den der Prak­ti­ka­bi­li­tät fest­zu­hal­ten, solan­ge der jeweils ört­lich zustän­di­ge Trä­ger der Grund­si­che­rung kei­ne im dar­ge­stell­ten Sin­ne dif­fe­ren­zier­te Daten­er­mitt­lung für den kon­kre­ten Ver­gleichs­raum durch­ge­führt hat, die zuver­läs­si­ge Schlüs­se auf einen Wert für grund­si­che­rungs­recht­lich ange­mes­se­ne Heiz­kos­ten in sei­nem Zustän­dig­keits­be­reich zulässt 32.
Die aus den dar­ge­stell­ten prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten abge­lei­te­te Not­wen­dig­keit, den Grenz­wert des Heiz­spie­gels im Ein­zel­fall her­an­zu­zie­hen, erhellt, dass die Wer­te des bun­des­wei­ten (oder kom­mu­na­len) Heiz­spie­gels etwas ande­res als die Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner Heiz­kos­ten sind. Der Grenz­wert mar­kiert nicht ange­mes­se­ne Heiz­kos­ten, son­dern gibt einen Hin­weis dar­auf, dass im Ein­zel­fall von unan­ge­mes­se­nen Heiz­kos­ten aus­zu­ge­hen ist; das Über­schrei­ten des Grenz­wer­tes kann ledig­lich als Indiz für die feh­len­de Ange­mes­sen­heit ange­se­hen wer­den. Eine Absen­kung der zu zah­len­den Heiz­kos­ten kann auch bei Über­schrei­ten des Grenz­wer­tes nur auf­grund einer Ange­mes­sen­heits­prü­fung im Ein­zel­fall erfol­gen und die in Fol­ge die­ser Ein­zel­fall­prü­fung zu zah­len­den Heiz­kos­ten erge­ben sich ohne­hin nicht aus dem Heiz­spie­gel. Die Wer­te des Heiz­spie­gels geben nicht das tat­säch­li­che Preis­ni­veau auf dem Woh­nungs­markt wie­der und sind des­halb nicht im Sin­ne eines abs­trakt ange­mes­se­nen Qua­drat­me­terhöchst­werts für Heiz­kos­ten zu ver­ste­hen 33.
Der Norm­ge­ber nach § 22a Abs 1 SGB II hat dem­nach, bezieht er auch die Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II in sei­ne Rege­lun­gen ein, eine Daten­er­mitt­lung zur Bestim­mung eines dif­fe­ren­zier­ten abs­trakt ange­mes­se­nen Wer­tes der Heiz­kos­ten im in Bezug zu neh­men­den Wohn­seg­ment durch­zu­füh­ren 34.
Die­se Anfor­de­run­gen an die Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II schla­gen auf die Anfor­de­run­gen an die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­grenz­eim Sin­ne des § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II durch. Für die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze bedarf es nicht nur der rea­li­täts­ge­rech­ten Bestim­mung, in wel­cher Höhe Auf­wen­dun­gen für die Unter­kunft als abs­trakt ange­mes­sen aner­kannt wer­den, son­dern auch der rea­li­täts­ge­rech­ten Bestim­mung der als abs­trakt ange­mes­sen aner­kann­ten Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung 35. Nur bei­des zusam­men kann eine recht­mä­ßi­ge nor­ma­ti­ve Bestim­mung der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze im Rah­men eines Brut­to­warm­mie­ten­kon­zepts leis­ten, inner­halb des­sen abwei­chend von der zu § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II ergan­ge­nen Recht­spre­chung die Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und Hei­zung nicht getrennt, son­dern ohne Rück­sicht auf ihre jewei­li­ge Ange­mes­sen­heit bis zur ein­heit­lich bestimm­ten Ober­gren­ze als ange­mes­sen anzu­er­ken­nen sind 36.
Dass die beschrie­be­nen prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten einer auf einer hin­rei­chend dif­fe­ren­zier­ten, metho­disch akzep­ta­blen Daten­grund­la­ge beru­hen­den Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung auch auf die Mög­lich­keit der Bil­dung einer abs­trak­ten Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze durch­schla­gen, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt zuletzt in sei­nem Urteil vom 12.06.2013 deut­lich gemacht 37. Schon zuvor hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil vom 02.07.2009 38, auf das sich der Antrags­geg­ner bezieht, für die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze das Erfor­der­nis der Fest­le­gung eines ver­läss­lich ermit­tel­ten abs­trakt ange­mes­se­nen Heiz­kos­ten­prei­ses pro Qua­drat­me­ter für eine "ein­fa­che" Woh­nung im unte­ren Seg­ment des Woh­nungs­mark­tes for­mu­liert. Hier­an ist fest­zu­hal­ten.
Der Gesetz­ge­ber hat in Kennt­nis die­ser Recht­spre­chung durch § 22b Abs 1 Satz 2 und 3 SGB II zum Aus­druck gebracht, die Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung und die Bil­dung einer abs­trak­ten Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze durch unter­ge­setz­li­che Nor­men für mög­lich zu hal­ten. Die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze für Unter­kunfts- und Heiz­kos­ten ist nach dem Gesetz zuläs­sig und für ihre Umset­zung durch unter­ge­setz­li­che Norm­ge­ber sind durch die Recht­spre­chung kei­ne uner­füll­ba­ren Anfor­de­run­gen zu for­mu­lie­ren. Doch da der Gesetz­ge­ber des RBEG/​SGB II/​SGB XII-ÄndG zugleich an § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II fest­ge­hal­ten hat 39, bewirkt die Ermäch­ti­gung, § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II durch unter­ge­setz­li­che Nor­men zu kon­kre­ti­sie­ren, kei­ne Locke­rung der Ver­fah­rens­an­for­de­run­gen, die aus dem Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums für die Kon­kre­ti­sie­rung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs der Ange­mes­sen­heit in § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II fol­gen. Aus die­sen Anfor­de­run­gen ergibt sich, dass dem Grenz­wert aus einem bun­des­wei­ten (oder kom­mu­na­len) Heiz­kos­ten­spie­gel nicht die Funk­ti­on eines Qua­drat­me­terhöchst­werts für ange­mes­se­ne Auf­wen­dun­gen für Hei­zung im Sin­ne des SGB II zukommt 40. Er schei­det daher auch als in die Bil­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze ein­flie­ßen­der Wert aus 41.
Die­sen Maß­stä­ben wird die WAV mit ihren Rege­lun­gen zur ange­mes­se­nen Höhe der Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung und zur Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nicht gerecht.
Mit der WAV ist nach ihrer Über­schrift und ihrem § 1 Satz 1 von der unter­ge­setz­li­chen Norm­set­zungs­er­mäch­ti­gung in der Wei­se Gebrauch gemacht wor­den, dass in ihr nicht nur die nach § 22b Abs 1 Satz 1 Nr 2 SGB II erfor­der­li­chen Bestim­mun­gen zur Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft getrof­fen sind, son­dern auch die durch § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II ermög­lich­ten Bestim­mun­gen zur Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Hei­zung Auf­nah­me in die Ver­ord­nung gefun­den haben. Zur Rege­lung auch der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Hei­zung war der Antrags­geg­ner bun­des­recht­lich nicht ver­pflich­tet. Da er sich aber für die Auf­nah­me auch von Bestim­mun­gen zur Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Hei­zung ent­schie­den hat, müs­sen die­se den beschrie­be­nen Anfor­de­run­gen ent­spre­chen, die an die Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung auf belast­ba­rer Daten­grund­la­ge zu stel­len sind.
Die­sen Anfor­de­run­gen wer­den die Bestim­mun­gen der WAV zur Höhe der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Hei­zung nicht gerecht, weil sie nicht auf einer hin­rei­chend dif­fe­ren­zier­ten Daten­grund­la­ge beru­hen. Nach § 3 Abs 3 Satz 1 WAV erfolgt die Bestim­mung der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung gemäß § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II auf der Grund­la­ge des von der co2online gGmbH in Koope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Mie­ter­bund erstell­ten bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels in der jeweils gel­ten­den Fas­sung. Aus­weis­lich der Begrün­dung zur WAV gemäß § 22b Abs 2 SGB II 4 wer­den als Grund­la­ge für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit von Heiz­kos­ten die Wer­te aus der Spal­te "zu hoch" des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels von 2011 zugrun­de gelegt.
Der Rück­griff auf die­sen bun­des­wei­ten Grenz­wert ist indes etwas ande­res als die Ermitt­lung eines abs­trakt ange­mes­se­nen Bedarfs auf der Grund­la­ge erho­be­ner oder aus­ge­wer­te­ter loka­ler Daten. In der Begrün­dung zur WAV ist zwar zutref­fend aus­ge­führt, dass der Grenz­wert unan­ge­mes­se­nes Hei­zen indi­ziert. Unzu­tref­fend ist aber der dort for­mu­lier­te und statt für eine Ein­zel­fall­prü­fung für eine nor­ma­ti­ve Bestim­mung gezo­ge­ne Schluss, die Ange­mes­sen­heit der Heiz­kos­ten sei solan­ge zu beja­hen, wie die­se unter dem Grenz­wert lägen. Dies ent­spricht ent­ge­gen den Aus­füh­run­gen in der Begrün­dung zur WAV – wie unter 5. dar­ge­stellt – nicht höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung. Denn wäh­rend die Recht­spre­chung des BSG zur Her­an­zie­hung des sich aus dem Heiz­spie­gel erge­ben­den Grenz­werts die kon­kret-indi­vi­du­el­le Ange­mes­sen­heits­prü­fung der Heiz­kos­ten zum Gegen­stand hat, ist Gegen­stand der WAV die abs­trakt-gene­rel­le Bestim­mung ange­mes­se­ner Heiz­kos­ten für das Land Ber­lin. Die Wer­te aus der Spal­te "zu hoch" des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels reprä­sen­tie­ren aber nicht die Höhe der abs­trakt ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Hei­zung im Land Ber­lin. Sie sind als Daten­grund­la­ge für die nor­ma­ti­ve Bestim­mung der Höhe der als ange­mes­sen aner­kann­ten Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung auf der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge des § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II von vorn­her­ein unge­eig­net. Ob ande­res bei einer Berück­sich­ti­gung der Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung abwei­chend von § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II durch eine monat­li­che Pau­scha­le gel­ten könn­te, bedarf hier kei­ner Ent­schei­dung; der Antrags­geg­ner hat von der Ermäch­ti­gung zur Pau­scha­lie­rung in § 22a Abs 2 SGB II kei­nen Gebrauch gemacht.
Damit stellt die WAV für die Bestim­mung ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen für Hei­zung auf einen bun­des­wei­ten Wert ab, der unan­ge­mes­sen hohe Heiz­kos­ten im Ein­zel­fall indi­ziert und des­halb rechts­wid­rig zu hoch ist, um als Grund­la­ge für die abs­trak­te Ange­mes­sen­heits­be­stim­mung im maß­geb­li­chen ört­li­chen Ver­gleichs­raum die­nen zu kön­nen, für die allein das Bun­des­recht die Län­der und Kom­mu­nen in § 22a Abs 1 iVm § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II zur unter­ge­setz­li­chen Norm­set­zung ermäch­tigt. Durch die so genann­te Sat­zungs­lö­sung in § 22a Abs 1 SGB II ist zu einer Norm­set­zung für die Bestim­mung regio­nal ange­mes­se­ner Unter­kunfts- und ggf auch Heiz­kos­ten ermäch­tigt wor­den 42. Wer­den auch Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung in die­se unter­ge­setz­li­che Norm­set­zung ein­be­zo­gen, wozu das Bun­des­recht nach § 22b Abs 1 Satz 2 SGB II nicht ver­pflich­tet, müs­sen sie des­halb auf der Grund­la­ge von Daten des ört­li­chen Ver­gleichs­raums als ange­mes­sen bestimmt wer­den.
Mit der WAV wird nach § 2 Abs 1 Satz 1 und § 4 ein Brut­to­warm­mie­ten­kon­zept ver­folgt. Auf des­sen Grund­la­ge wird gemäß § 22b Abs 1 Satz 3 SGB II eine Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze gebil­det. In deren Bil­dung flie­ßen die nach § 3 Abs 3 WAV auf der Grund­la­ge des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels bestimm­ten Auf­wen­dun­gen für Hei­zung ein.
Die durch den Antrags­geg­ner rechts­wid­rig bestimm­te Höhe der Auf­wen­dun­gen für Hei­zung führt zur Rechts­wid­rig­keit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV. Denn nur die Zusam­men­fas­sung je für sich – unter Beach­tung der Ver­fah­rens­an­for­de­run­gen an eine rea­li­täts­ge­rech­te Bedarfs­be­mes­sung – recht­mä­ßig bestimm­ter Höhen der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und für Hei­zung ergibt eine ermäch­ti­gungs­kon­for­me unter­ge­setz­li­che abs­trak­te Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze. Ent­spricht auch nur einer der bei­den Wer­te für die Auf­wen­dun­gen – Brut­to­kalt­mie­te und Heiz­kos­ten – nicht den recht­li­chen Anfor­de­run­gen, bewirkt dies die Rechts­wid­rig­keit der ermit­tel­ten Richt­wer­te für ange­mes­se­ne Brut­to­warm­mie­ten ins­ge­samt, die die Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach der WAV bil­den.
Nach der Begrün­dung zur WAV 4 wer­den für den jeweils in den Richt­wert als Brut­to­warm­mie­te ein­flie­ßen­den Grenz­wert für Heiz­kos­ten die Wer­te aus der Spal­te "zu hoch" des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels zugrun­de gelegt. Die Richt­wer­te zur Bestim­mung der abs­trak­ten Ange­mes­sen­heit von Brut­to­warm­mie­ten wer­den nach der Begrün­dung sodann auf die­ser Grund­la­ge aus dem Pro­dukt von abs­trakt ange­mes­se­ner Woh­nungs­grö­ße und dem jewei­li­gen ange­mes­se­nen qm-Preis für eine Brut­to­warm­mie­te ermit­telt. Soweit in der Begrün­dung aus­ge­führt ist, dass die Ange­mes­sen­heits­prü­fung sich allein auf das Ergeb­nis des Pro­dukts (Richt­wert), nicht jedoch auf die ein­zel­nen Fak­to­ren des Pro­dukts bezie­he (so genann­te Pro­dukt­theo­rie), stimmt dies inso­weit mit der Recht­spre­chung des BSG über­ein – nach der für die Ange­mes­sen­heit der Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft abzu­stel­len ist auf das Pro­dukt aus ange­mes­se­ner Wohn­flä­che einer­seits und Aus­stat­tung bzw Stan­dard ande­rer­seits, die sich in der Woh­nungs­mie­te nie­der­schla­gen, wes­halb nicht alle berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Fak­to­ren jeweils im Bereich der Ange­mes­sen­heit lie­gen müs­sen 43, als es nicht jeweils auf die ange­mes­se­ne Wohn­flä­che und auf ange­mes­se­ne Kos­ten je Qua­drat­me­ter ankommt, son­dern die Ange­mes­sen­heit des Pro­dukts aus Woh­nungs­grö­ße und Preis genügt. Damit sol­len inter­ne Aus­glei­che im Ein­zel­fall ermög­licht wer­den: Eine Woh­nung kann grö­ßer sein, wenn ihr qm-Preis güns­ti­ger ist; ihr qm-Preis kann teu­rer sein, wenn sie klei­ner ist.
Die­se Aus­rich­tung der Pro­dukt­theo­rie ändert aber nichts dar­an, dass das, was an Bemes­sungs­fak­to­ren in den jewei­li­gen ange­mes­se­nen qm-Preis für die Unter­kunft und für die Hei­zung Ein­gang gefun­den hat, abs­trakt ange­mes­sen sein muss. Inter­ne Aus­glei­che der­art, dass die tat­säch­li­che Brut­to­kalt­mie­te höher sein kann, wenn die tat­säch­li­chen Heiz­kos­ten gerin­ger sind und umge­kehrt, sind auch im Kon­zept einer ange­mes­se­nen Brut­to­warm­mie­te ange­legt. Die­se Wir­kun­gen bei der Anwen­dung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze im Rah­men der Ange­mes­sen­heits­prü­fung im Ein­zel­fall recht­fer­ti­gen es indes nicht, bereits bei der Bil­dung die­ser abs­trak­ten Gren­ze Fak­to­ren zu berück­sich­ti­gen, die ihrer­seits nicht den Ver­fah­rens­an­for­de­run­gen an die rea­li­täts­ge­rech­te Bemes­sung abs­trakt ange­mes­se­ner Bedar­fe genü­gen. Nur bis zu einer abs­trak­ten Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze, die gebil­det ist aus dem Pro­dukt von abs­trakt ange­mes­se­ner Woh­nungs­grö­ße und abs­trakt ange­mes­se­nen qm-Preis, der sei­ner­seits aus der Sum­me von abs­trakt ange­mes­se­ner Brut­to­kalt­mie­te und abs­trakt ange­mes­se­nen Heiz­kos­ten zusam­men gesetzt ist, sind bei der Prü­fung der Ange­mes­sen­heit gel­tend gemach­ter Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung inter­ne Aus­glei­che im Ein­zel­fall mög­lich. Die­se für Leis­tun­gen nach dem SGB II bean­spru­chen­de Per­so­nen begüns­ti­gen­den Wir­kun­gen der Pro­dukt­theo­rie bewir­ken mit­hin nicht ihrer­seits eine Absen­kung der Ver­fah­rens­an­for­de­run­gen bei der Kon­kre­ti­sie­rung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs der Ange­mes­sen­hei­tim Sin­ne des § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II, auch nicht für den unter­ge­setz­li­chen Norm­ge­ber nach § 22a Abs 1 SGB II.
Die WAV vom 03.04.2012 ist ins­ge­samt rechts­wid­rig und ist zutref­fend vom LSG nach § 55a Abs 5 Satz 2 Halbs 1 SGG ins­ge­samt für unwirk­sam erklärt wor­den. Sie ent­hält kei­ne abtrenn­ba­ren Rege­lun­gen, die für sich iso­liert betrach­tet eigen­stän­dig und recht­mä­ßig sind und des­halb unter Berück­sich­ti­gung der Zie­le des Norm­ge­bers als Teil­re­ge­lun­gen bestehen blei­ben könn­ten 44. Hier­für strei­tet auch der der Recht­spre­chung des BVerwG zu ent­neh­men­de Grund­satz, dass die Teil­un­wirk­sam­keit zur Gesamt­un­wirk­sam­keit eine von beson­de­ren Umstän­den abhän­gen­de Aus­nah­me dar­stellt 45. Eine sol­che Aus­nah­me kommt hier nicht in Betracht, weil mit der Rechts­wid­rig­keit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV auf der Grund­la­ge des durch den Antrags­geg­ner ver­folg­ten Brut­to­warm­mie­ten­kon­zepts die WAV in ihrem Kern betrof­fen ist. Die­se steht und fällt mit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze, auf die die wei­te­ren Ver­ord­nungs­re­ge­lun­gen bezo­gen sind.
Ins­be­son­de­re ist die Bestim­mung der ange­mes­se­nen Höhe der Brut­to­kalt­mie­te nach § 3 Abs 2 WAV durch die rechts­wid­ri­ge Bestim­mung der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen für die Hei­zung nach § 3 Abs 3 WAV sowie der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV "infi­ziert". Zutref­fend hat das LSG inso­weit – auch unter Hin­weis auf die aus den bei­gezo­ge­nen Ver­wal­tungs­vor­gän­gen ersicht­li­che Ent­ste­hungs­ge­schich­te der WAV – aus­ge­führt, es kön­ne nicht fest­ge­stellt wer­den, dass der Ver­ord­nungs­ge­ber zumin­dest die Refe­renz­mie­te brut­to­kalt nach § 3 Abs 2 WAV so wie gesche­hen fest­ge­legt haben wür­de, wenn die Unwirk­sam­keit der aus­ge­hend hier­von im Wei­te­ren in der WAV bestimm­ten Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­zen bekannt gewe­sen sein wür­de. Denn aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der WAV ergibt sich, dass das Brut­to­warm­mie­ten­kon­zept vom Antrags­geg­ner ver­folgt wor­den ist, um Kos­ten­sen­kungs­ver­fah­ren, die durch die fest­ge­leg­ten Brut­to­kalt­mie­ten erfor­der­lich wer­den könn­ten, weit­ge­hend zu ver­mei­den. Die Brut­to­kalt­mie­te ist ersicht­lich in Kennt­nis des Auf­sto­ckungs­po­ten­ti­als eines hohen Werts für Heiz­kos­ten im Rah­men einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze fest­ge­legt wor­den und danach so eng mit die­ser Gren­ze ver­floch­ten, dass ihre Abtrenn­bar­keit unter Berück­sich­ti­gung der Zie­le des Norm­ge­bers aus­schei­det.
Es ist die Fol­ge des vom Antrags­geg­ner zugrun­de geleg­ten Brut­to­warm­mie­ten­kon­zepts, dass die Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze ins­ge­samt rechts­wid­rig und unwirk­sam ist, wenn nur einer der zu ihrer Bil­dung her­an­ge­zo­ge­nen Wer­te rechts­wid­rig ist. Mit der Unwirk­sam­keit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV geht ein­her, dass auch die ande­ren zu ihrer Bil­dung nach § 3 WAV her­an­ge­zo­ge­nen Wer­te, ein­schließ­lich der als ange­mes­sen aner­kann­ten Wohn­flä­che nach § 3 Abs 1 WAV, die­se Unwirk­sam­keit tei­len, selbst wenn sie für sich iso­liert betrach­tet recht­mä­ßig ermit­telt sein soll­ten, weil sie man­gels Abtrenn­bar­keit als Teil­re­ge­lun­gen bei Unwirk­sam­keit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze kei­nen Bestand haben kön­nen. Mit der Unwirk­sam­keit der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV ist die Rege­lung zu ihren Daten­grund­la­gen in § 3 WAV ins­ge­samt unwirk­sam.
Damit aber weist die WAV kei­nen wirk­sa­men Min­dest­in­halt nach § 22b Abs 1 Satz 1 SGB II mehr auf, den eine auf die §§ 22a bis 22c SGB II gestütz­te unter­ge­setz­li­che Norm nach Bun­des­recht auf­zu­wei­sen hat. Die Rechts­wid­rig­keit und Unwirk­sam­keit von §§ 3 und 4 WAV füh­ren schon des­halb zur Unwirk­sam­keit der übri­gen Rege­lun­gen der WAV, die aber auch ohne­hin alle auf die den Kern der WAV bil­den­den Rege­lun­gen in §§ 3 und 4 WAV bezo­gen und neben die­sen nicht eigen­stän­dig lebens­fä­hig sind.
Dies gilt auch für die Son­der­re­ge­lung des § 6 WAV zu die Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze nach § 4 WAV über­schrei­ten­den beson­de­ren Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung, die an das Über­schrei­ten des rechts­wid­rig bestimm­ten Richt­werts nach § 4 WAV anknüpft. Man­gels Abtrenn­bar­keit die­ser Rege­lung kommt es vor­lie­gend nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich dar­auf an, ob – was das LSG geprüft und bejaht hat – § 6 WAV auch des­halb unwirk­sam ist, weil er sei­ner­seits kei­ne allein ermäch­ti­gungs­kon­for­me Bestim­mung abs­trakt ange­mes­se­ner beson­de­rer Bedar­fe ent­hält. Doch weicht die Prü­fung des LSG nicht von den bun­des­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an Son­der­re­ge­lun­gen für beson­de­re Bedar­fe nach § 22b Abs 3 SGB II ab, die das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil vom 17.10.2013 for­mu­liert hat 46.
Der Gesamt­un­wirk­sam­keit der WAV steht nicht ent­ge­gen, dass die­se mit ihrer Anknüp­fung an zu hohe Wer­te für Heiz­kos­ten im Rah­men einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze für Leis­tun­gen nach dem SGB II bean­spru­chen­de Per­so­nen poten­ti­ell begüns­ti­gend wirkt. Auch ist nicht dem Argu­ment des Antrags­geg­ners in sei­ner Revi­si­on zu fol­gen, die Bestim­mung ange­mes­se­ner Heiz­kos­ten als Bestand­teil der Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze auf der Grund­la­ge des bun­des­wei­ten Heiz­spie­gels füh­re zur Bedarfs­de­ckung in allen Ein­zel­fäl­len und die Ein­be­zie­hung offen­sicht­lich hoher Wer­te zu einer grund­si­che­rungs­recht­lich siche­ren Lösung. Denn ange­mes­sen sind weder zu nied­rig noch zu hoch bemes­se­ne Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung. Viel­mehr wer­den die­se nach § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II allen­falls in Höhe der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen aner­kannt, soweit die­se ange­mes­sen sind. Der Kor­ri­dor ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen wird nach oben durch die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen und nach unten durch eine mit dem Grund­recht auf ein men­schen­wür­di­ges Exis­tenz­mi­ni­mum unver­ein­ba­re Bedarfs­an­er­ken­nung begrenzt. In die­sem Kor­ri­dor gibt es einer­seits kei­ne fest­ste­hen­de Ober­gren­ze der Ange­mes­sen­heit, ande­rer­seits nicht die Mög­lich­keit, höhe­re als nach den maß­geb­li­chen Ver­hält­nis­sen des ein­fa­chen Stan­dards auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt ange­mes­se­ne Auf­wen­dun­gen anzu­er­ken­nen, denn die­se Ver­hält­nis­se sind rea­li­täts­ge­recht abzu­bil­den. Von die­ser Vor­ga­be der Ange­mes­sen­heit befreit auch nicht die Ermäch­ti­gung zu unter­ge­setz­li­cher Norm­set­zung in § 22a Abs 1 SGB II (vgl § 22a Abs 3 Satz 1, § 22b Abs 1 Satz 4 SGB II).
In einem – wie hier – zuläs­sig ange­streng­ten Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren nach § 55a SGG als neben dem Indi­vi­du­al­rechts­schutz der objek­ti­ven Rechts­kon­trol­le die­nen­den Ver­fah­ren kommt es ent­schei­dend ohne­hin nicht auf die Wir­kun­gen der zur Über­prü­fung gestell­ten Nor­men, auf ihre Vor­tei­le oder Nach­tei­le im Ein­zel­fall, son­dern auf ihre Über­ein­stim­mung mit dem höher­ran­gi­gen Recht an, denn es ist nach § 55a Abs 1 SGG über ihre Gül­tig­keit und nicht über eine indi­vi­du­el­le Rechts­ver­let­zung zu ent­schei­den. Es kann des­halb die unter­ge­setz­li­che nor­ma­ti­ve Bestim­mung ange­mes­se­ner Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung nicht dadurch in dem objek­ti­ven Rechts­be­an­stan­dungs­ver­fah­ren nach § 55a SGG vor recht­li­cher Kri­tik geschützt wer­den, dass sie wei­ter­ge­hen­de als die durch das höher­ran­gi­ge Geset­zes­recht in § 22 Abs 1 Satz 1 SGB II vor­ge­ge­be­nen ange­mes­se­nen Bedar­fe berück­sich­tigt 47.
Auch unan­ge­mes­sen zu hoch bemes­se­ne Bedar­fe kön­nen zudem auf län­ge­re Sicht nach­tei­li­ge Wir­kun­gen haben, weil sie geeig­net sind, die Markt­ver­hält­nis­se zu ver­zer­ren und auf dem ört­li­chen Woh­nungs­markt preis­stei­gernd zu wir­ken 48.
Schließ­lich kön­nen unan­ge­mes­sen zu hoch bemes­se­ne Bedar­fe für Unter­kunft und Hei­zung, für die der Antrags­geg­ner die Finan­zie­rungs­last nicht allein trägt, auch bewir­ken, dass die zweck­ge­bun­de­ne Betei­li­gung des Bun­des an den Leis­tun­gen für Unter­kunft und Hei­zung nach § 46 Abs 5 SGB II zu hoch aus­fällt 49.
Da die WAV vom 03.04.2012 ins­ge­samt unwirk­sam ist, besteht für das Bun­des­so­zi­al­ge­richt kein Anlass, sich auf "Feh­ler­su­che" zu bege­ben 50, ob die WAV oder ein­zel­ne ihrer Rege­lun­gen auch aus ande­ren recht­li­chen Grün­den rechts­wid­rig sein könn­ten, und auch kei­ne Ver­an­las­sung zur Prü­fung, ob nicht abtrenn­ba­re Teil­re­ge­lun­gen der WAV mit höher­ran­gi­gem Recht bei iso­lier­ter Betrach­tung ver­ein­bar sein könn­ten 51. Ins­be­son­de­re besteht kein Anlass zur revi­si­ons­ge­richt­li­chen Prü­fung, ob die Bestim­mung der ange­mes­se­nen Höhe der Auf­wen­dun­gen für die Unter­kunft nach § 3 Abs 2 WAV recht­li­cher Kon­trol­le stand­hält. Viel­mehr ist es dem Antrags­geg­ner über­las­sen, ob und in wel­cher Wei­se durch eine erneu­te Aus­übung der Norm­set­zungs­er­mäch­ti­gung in §§ 22a bis 22c SGB II iVm § 8 AG-SGB II der Weg zur Bestim­mung der Höhe ange­mes­se­ner Auf­wen­dun­gen für Unter­kunft und ggf Hei­zung im Land Ber­lin durch Erlass einer neu­en Ver­ord­nung beschrit­ten wird.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom – B 14 AS 53/​13 R
Kran­ken­geld bei wie­der­keh­ren­den Krank­heits­be­schwer­den Auch nach dem Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 8 Novem­ber 2005 52 ist nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts…
Hartz-IV-Regel­be­darf Die der­zei­ti­ge Höhe des Regel­be­darfs nach dem SGB II (Arbeits­lo­sen­geld II) für ein Ehe­paar mit einem zwei­jäh­ri­gen Kind ist nach Ansicht des Bun­des­so­zi­al­ge­richts nicht ver­fas­sungs­wid­rig…
hier in der Fas­sung vom 03.04.2012, GVBl 99[↩]
BSG, Urteil vom 17.10.2013 – B 14 AS 70/​12 R, SozR 4 – 4200 § 22a Nr 1[↩]
GVBl 2012, 103 ff[↩][↩][↩]
vom 16.07.2013, GVBl 348[↩]
vom 11.02.2014, GVBl 63[↩]
BSG, Urteil vom 17.10.2013 – B 14 AS 70/​12 R – SozR 4 – 4200 § 22a Nr 1: "WAV I"[↩]
BSG vom 02.07.2009 ? B 14 AS 36/​08 R ? BSGE 104, 41, SozR 4 – 4200 § 22 Nr 23; BSG vom 12.05.2013 ? B 14 AS 60/​12 R ? SozR 4 – 4200 § 22 Nr 69[↩]
vgl zu den Anfor­de­run­gen an die Wahr­neh­mung der Norm­set­zungs­kom­pe­tenz nach § 22a Abs 1 SGB II näher BSG, Urteil vom 17.10.2013 – B 14 AS 70/​12 R, aaO, RdNr 27 bis 33 mwN[↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 98 f; zu Ein­zel­hei­ten vgl Krauß in Hauck/​Noftz, SGB II, K § 22 RdNr 5, Stand: X/​2012[↩]
stRspr, zuletzt BSG Urteil vom 10.09.2013 – B 4 AS 77/​12 R, SozR 4 – 4200 § 22 Nr 70 RdNr 19 f[↩]
stRspr, zuletzt BSG Urteil vom 10.09.2013 – B 4 AS 77/​12 R, aaO, RdNr 44[↩]
grund­le­gend BSG Urteil vom 22.09.2009 – B 4 AS 18/​09 R, BSGE 104, 192, SozR 4 – 4200 § 22 Nr 30, RdNr 18 ff; zuletzt BSG Urteil vom 10.09.2013 – B 4 AS 77/​12 R, aaO, RdNr 44[↩]
zur Regel­leis­tung nach § 20 SGB II aF vgl BVerfG Urteil vom 09.02.2010 – 1 BvL 1/​09 ua – BVerfGE 125, 175, 237, SozR 4 – 4200 § 20 Nr 12 RdNr 171[↩]
vgl BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, SozR 4 – 4200 § 22 Nr 69 RdNr 21[↩]
eben­so Krauß, Sozi­al­recht aktu­ell 2011, 144, 146[↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 100; dem fol­gend auch Pie­pen­stock in juris­PK-SGB II, 3. Aufl 2012, § 22a RdNr 36[↩]
gegen die­se Qua­li­fi­zie­rung auch Ber­lit in Mün­der, LPK-SGB II, 5. Aufl 2013, § 22a RdNr 26; Knick­rehm in Kreikebohm/​Spellbrink/​Waltermann, Kom­men­tar zum Sozi­al­recht, 3. Aufl 2013, §§ 22a-22c SGB II RdNr 9; Luik in Eicher, SGB II, 3. Aufl 2013, § 22a RdNr 11, 24[↩]
so aber wohl Groth in Gro­th/Lui­k/­Sie­bel-Huff­mann, Das neue Grund­si­che­rungs­recht, 1. Aufl 2011, RdNr 367: "Aus­übung nor­ma­ti­ven Ermes­sens"; skep­tisch zum Bestehen eines nor­ma­ti­ven Gestal­tungs­spiel­raums dage­gen Axer, SGb 2013, 669, 671; ableh­nend Wett­lau­fer, VSSR 2013, 221, 250[↩]
vgl BVerfG Urteil vom 09.02.2010 – 1 BvL 1/​09 ua – BVerfGE 125, 175, 223, SozR 4 – 4200 § 20 Nr 12 RdNr 131 mwN[↩]
vgl BVerfG, aaO, S 222 ff bzw RdNr 133 ff[↩]
vgl BVerfG, aaO, S 224 ff bzw RdNr 138 ff[↩][↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 100[↩]
eben­so Ber­lit in Mün­der, aaO, § 22a RdNr 6 ff; Krauß, Sozi­al­recht aktu­ell 2011, 144, 146; Luik in Eicher, aaO, § 22a RdNr 9 ff, § 22b RdNr 2[↩]
vgl zuletzt BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 21; Ber­lit in Mün­der, aaO, § 22b RdNr 14: "Pro­blem der bedarfs­ge­rech­ten Abgel­tung des Hei­zungs­be­darfs"; Luik in Eicher, aaO, § 22b RdNr 5: nur, "wenn hier­für vali­de Daten vor­lie­gen"[↩]
BT-Drs. 17/​3404 S 101[↩]
vgl auch die "Arbeits­hil­fe zur Bestim­mung der ange­mes­se­nen Auf­wen­dun­gen der Unter­kunft im Rah­men kom­mu­na­ler Sat­zun­gen", hrsg vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung, 2013, S 25 f, 28, 38 f, 48 f: Bestim­mung abs­trak­ter Ange­mes­sen­heits­gren­zen für die Heiz­kos­ten mög­lichst auf Basis loka­ler Daten aus dem Gel­tungs­be­reich der Sat­zung[↩]
stRspr, zuletzt: BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 17[↩]
stRspr, zuletzt: BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 19[↩]
stRspr, zuletzt: BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 21[↩]
stRspr, zuletzt: BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 22[↩]
BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 22[↩]
BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 23, 25, 32[↩]
vgl bereits BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 33[↩]
eben­so Ber­lit in Mün­der, aaO, § 22b RdNr 25 f[↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 101[↩]
BSG, Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, RdNr 21[↩]
BSG, Urteil 02.07.2009 – B 14 AS 36/​08 R, BSGE 104, 41, SozR 4 – 4200 § 22 Nr 23, RdNr 19[↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 98 f[↩]
BSG Urteil vom 12.06.2013 – B 14 AS 60/​12 R, aaO, Leit­satz 1[↩]
vgl zu die­sem Grund­pro­blem der Ermitt­lung einer Gesamt­an­ge­mes­sen­heits­gren­ze bereits die Emp­feh­lun­gen des Deut­schen Ver­eins für öffent­li­che und pri­va­te Für­sor­ge e.V. zur Aus­füh­rung einer Sat­zungs­er­mäch­ti­gung bei den Kos­ten der Unter­kunft und Hei­zung im SGB II und XII, NDV 2011, 349, 351[↩]
vgl BT-Drs. 17/​3404 S 99[↩]
stRspr, zuletzt BSG Urteil vom 10.09.2013 – B 4 AS 77/​12 R, aaO, RdNr 31[↩]
vgl zur Abteil­bar­keit von Nor­men eines Norm­ge­fü­ges bei der objek­ti­ven Prü­fung im Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren nach § 47 Ver­wal­tungs­ge­richts­ord­nung, an das sich das Ver­fah­ren nach § 55a SGG anlehnt, Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) Beschluss vom 18.07.1989 – 4 N 3/​87 – BVerw­GE 82, 225 22, 26 bis 28; BVerwG Beschluss vom 04.06.1991 – 4 NB 35/​89 – BVerw­GE 88, 268 15 bis 16, 24 bis 31; BVerwG Urteil vom 19.09.2002 – 4 CN 1/​02 – BVerw­GE 117, 58 12 bis 13; BVerwG Urteil vom 17.02.2005 – 7 CN 6/​0415; BVerwG Urteil vom 09.04.2008 – 4 CN 1/​07 – BVerw­GE 131, 100 13[↩]
vgl BVerwG Beschluss vom 24.04.2013 – 4 BN 22/​13 3 mwN[↩]
BSG, Urteil vom 17.10.2013 – B 14 AS 70/​12 R, aaO, RdNr 34 bis 38[↩]
vgl zum Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren als objek­ti­vem Rechts­be­an­stan­dungs­ver­fah­ren Axer, SGb 2013, 669, 672; Kel­ler in Mey­er-Lade­wi­g/Kel­ler/­Leit­he­rer, SGG, 10. Aufl 2012, § 55a RdNr 2, 19, 22; Luik, ZFSH/​SGB 2013, 683, ins­bes 687 f; Schrei­ber in Breitkreuz/​Fichte, SGG, 2. Aufl 2014, § 55a RdNr 2, 18[↩]
zu den Wir­kungs­zu­sam­men­hän­gen zwi­schen Kos­ten der Unter­kunft und loka­len Woh­nungs­märk­ten vgl For­schun­gen Heft 142: "Kos­ten der Unter­kunft und die Woh­nungs­märk­te. Aus­wir­kun­gen der Rege­lun­gen zur Über­nah­me der Kos­ten der Unter­kunft auf Trans­fer­leis­tungs­emp­fän­ger und Kom­mu­nen", hrsg vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung sowie Bun­des­in­sti­tut für Bau, Stadt- und Raum­for­schung, 2009[↩]
vgl zur Mög­lich­keit von Scha­den­er­satz­an­sprü­chen des Bun­des BSG Urteil vom 15.12.2009 – B 1 AS 1/​08 KL, BSGE 105, 100, SozR 4 – 1100 Art 104a Nr 1[↩]
vgl dazu BVerwG Urteil vom 17.04.2002 – 9 CN 1/​01 – BVerw­GE 116, 188 42 bis 44[↩]
noch enger Axer, SGb 2013, 669, 672: "kei­ne Kom­pe­tenz zu all­ge­mei­nen rechts­gut­acht­li­chen Aus­füh­run­gen"; weni­ger streng BVerwG Beschluss vom 11.12.2002 – 4 BN 16/​02 – BVerw­GE 117, 239 8: Wei­ter­prü­fung als "nobi­le offi­ci­um"[↩]
ALG IIBerlinUnterkunftskostenWarmmiete