Source: https://justus-abgasskandal.de/urteile-mercedes-im-dieselskandal/
Timestamp: 2020-08-05 19:51:01
Document Index: 372768486

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'Art 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 5', '§ 123', '§ 826', '§ 826']

Urteile Mercedes im Dieselskandal - Diesel Abgasskandal Anwälte
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Mercedes Benz News Diesel Abgasskandal Urteile im Abgasskandal
von Alexander M.|Veröffentlicht 28. Oktober 2019
Im Jahr 2019 gab es beim Landgericht Stuttgart eine Welle von Klagen / Urteile Mercedes wegen des Vorwurfs der Motormanipulation. Betroffen sind vor allem die Motoren OM642 und OM651, die in verschiedenen Fahrzeugmodellen verbaut sind.
Derzeit gibt es nicht alle betroffene Modelle eine Rückrufaktion. Daimler hat jedoch ein Software-Update für viele Modelle angeboten. Diese neue Software beseitigt nach Angaben der Kläger den Mangel des Motors aber nicht. Ein gerichtliches Sachverständigengutachten zu den Motoren OM642 und OM651 liegt noch nicht endgültig vor.
Hier finden Sie erfolgreiche Urteile zum Thema “Mercedes Abgasskandal” mit Benennung des Gerichts, des Aktenzeichens und dem Ergebnis.
BGH bejaht einen Sachmangel bei Mercedes Dieselmodellen OM 651 (VIII. Zivilsenat), Beschluss vom 28.01.2020 – VIII ZR 57/19
OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 06. April 2020 – 12 U 233/19
OLG Köln, Urteil gegen Daimler vom 6. September 2019 , Az: 19 U 51/19
Landgericht Stuttgart, Urteil gegen Mercedes vom 17.10.2019
Landgericht Stuttgart, Urteil gegen Mercedes vom 08.09.2019
Landgericht Stuttgart, Urteil im Dieselskandal vom 16.08.2019
Landgericht Stuttgart, Urteil vom 25.06.2019
Landgericht Itzehoe, Urteil gegen Mercedes im Abgasskandal vom 09.08.2019
weitere positive Urteile Mercedes im Abgasskandal (LG Stuttgart)
Neuere Entscheidungen von anderen Gerichten
Beschreibung: Der BGH hat dem OLG Celle widersprochen und dessen Vorgehensweise als Verfahrensfehler gewertet. Der Kläger könne keine genauen Sachkenntnisse darüber haben, wie der streitgegenständliche Motor mit seinem Abgaskontrollsystem funktioniere. Er habe jedoch genügend Anhaltspunkte vorgetragen, die ein Sachverständigengutachten rechtfertigten und auf die er letztlich seinen Vorwurf stütze, sein Fahrzeug sei in zweifacher Hinsicht mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung im Sinne des Art 5 Abs 2 Satz 1 VO 715/2007/EG ausgestattet.
Der BGH beziehe sich in seinem Beschluss auch ausdrücklich auf den Hinweisbeschluss des BGH vom 08.01.2019 (NJW 2019, 1133). Ein Mangel liege nicht erst dann vor, wenn das KBA einen Rückruf angeordnet habe, “sondern auch schon dann, wenn diese Behörde eine entsprechende Maßnahme gegenüber dem Hersteller noch nicht getroffen hat.
Auch sei der Motor vom Typ OM 651 in anderen Daimler-Fahrzeugen verbaut worden, die dann vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung verpflichtend zurückgerufen worden seien, habe der BGH argumentiert. Zudem liefen bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Einzelpersonen der Daimler AG Ermittlungen, bei denen es auch um den Motor OM 651 gehe. Für den BGH seien das in der Summe hinreichend greifbare Anhaltspunkte für das Vorhandensein eines Sachmangel.
In seinem Beschluss ordnete das OLG Frankfurt a.M. ein Gutachten an. Die Frage für dieses Gutachten lautet: “Hat die Daimler AG eine unzulässige Abschalteinrichtung mit dem so genannten “Thermofenster” verwendet?”
Die Entscheidung der Richter zeigt, dass die Gerichte dem Beschluss des Bundesgerichts vom Januar 2020 folgen. Die Vorträge vieler Dieselfahrer sollten nun nicht mehr “als Vortrag ins Blaue” abgewiesen werden.
Obwohl der Senat die Berufung des Klägers gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Darmstadt zunächst als unzulässig erachtete, entschieden sich die Richter schließlich für die Bestellung eines Sachverständigen. Als Einfluss auf diese Entscheidung könnte auch das Gutachten der Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs angesehen werden; mehr dazu finden Sie hier.
Das OLG Köln hat mit Urteil vom 6. September 2019 die Position der Mercedes-Käufer im Abgasskandal gestärkt. Das Oberlandesgericht stellte fest, dass sich der Kläger bei Schadensersatzklagen wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung auch auf plausible Vermutungen stützen darf und das Gericht den angebotenen Sachverständigenbeweis erheben muss.
Aktenzeichen: Az: 20 O 9/18 (nicht rechtskräftig)
Modell: Mercedes GLC 220d 4 Matic
Der Käufer eines GLC 220d hat auf Rückgabe seines Autos geklagt, da das Fahrzeug unzulässig die Abgasreinigung im Normalbetrieb reduziere. Er wollte auch keine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Killometer zahlen.
Das LG Stuttgart ging davon aus, dass der Wagen Stickoxid weit über die Grenze hinaus ausstößt. Nach dem klaren Wortlaut der EU-Vorschriften sollen die Abgasgrenzen nicht nur bei Prüfstandversuchen, sondern auch im normalen Fahrbetrieb eingehalten werden. Trotz konkreter Nachfrage der Richter bestritt Daimler nicht, dass das Fahrzeug im realen Fahrbetrieb viel mehr Stickoxid ausstößt als zulässig. Das von Daimler verwendete Thermofenster verstoße gegen die Regeln der EU-Verordnung Nr. 715/ 2007.
Der Hersteller – Daimler – handele zumindest fahrlässig. Der Kläger habe daher Anspruch auf Schadenersatz gegen Rückgabe des Autos abzüglich Nutzungsentschädigung.
Der Daimler-Konzern werde dagegen Berufung einlegen.
Aktenzeichen: 29 O 142/19 (nicht rechtskräftig).
Modell: GLK CDI (Motortyp OM 651).
Der Käufer hatte das Fahrzeug im Jahr 2013 für 38.800 EUR erworben. Dieser Wagen wurde mit dem sog. „Thermofenster“ verbaut. Weiterhin handelt es sich bei dem betroffenen Mercedes GLK um ein von der Daimler AG offiziell freiwillig zurückgerufenes Fahrzeug.
Die Richter hielten die Motorsteurung für eine unzulässige Abschateinrichtung. Daimler AG habe vorsätzlich und sittenwidrig gehandelt. Daher steht dem Kläger einen Anspruch auf Rückgabe des Fahrzeugs Zug-um-Zug gegen Erstattung des Kaufpreises. Er muss sich eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Killometer anrechnen lassen.
Aktenzeichen: 46 O 101/19 (nicht rechtskräftig).
Modell: Mercedes E-Klasse (Motortyp OM 651) mit Abgasnorm Euro 5.
Der Kläger hatte ein Fahrzeug Mercedes Benz E-Klasse im Jahr 2015 erworben. Das Fahrzeug wurde mit dem Motor OM 651 ausgestattet. Nach dem sog. Neuen Europäischen Fahrzyklus sollte der Wagen bei einer Umgebungstemperatur zw. 20-30 Grad Celsius und Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h den NOX-Grenzwert von 180 mg/km einhalten. Dieser Wert konnte beim normalen Fahrbetrieb nicht erreicht werden, da das sog „Thermofenster“ die Abgasreinigung deutlich reduzierte. Dieses Modell der Marke Mercedes wurde nicht von einem Rückruf durch das KBA betroffen. Der Besitzer hatte dann im Jahr 2018 eine Klage auf Rücknahme des Wagens gegen Erstattung des Kaufpreises gegen Daimler AG erhoben.
Das LG Stuttgart hat dem Kläger Recht gegeben. Die Daimler AG (Herstellerin des Motors) wurde zur Rücknahme des Fahrzeugs Zug-um-Zug gegen Erstattung des Kaufpreises sowie 4% Verzugszinsen abzüglich Nutzungsentschädigung verurteilt. Das „Thermofenster“ sei eine unzulässige Abschateinrichtung und Daimler habe sittenwidrig und vorsätzlich gehandelt.
Aktenzeichen: 23 O 127/18 (nicht rechtskräftig).
Modell: Mercedes GLK 250 CDI (Motortyp – OM 651).
Der Kläger hatte mit verbindlicher Bestellung vom 09.11.2012 den PKW Mercedes Benz GLK 250 CDI 4Matic mit dem Motortyp OM 651 erworben. Das Fahrzeug wurde mit dem sog. Thermofenster verbaut. Daher war die Abgasreinigung (und folglich den NOx-Ausstoß) von den Außentemperaturen abhängig. Der Besitzer behauptete, dass den GLK mit einer illegalen Abschalteinrichtung iSv Art 5 der EU-Verordnung Nr 715/ 2007 verbaut wurde.
Das LG Stuttgart verurteilt Daimler zur Rücknahme des PKW und zur Erstattung des Kaufpreises abzüglich Nutzungsentschädigung. Der Hersteller habe den Kläger hierzu vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt.
Aktenzeichen: 6 O 101/19 (nicht rechtskräftig).
Modell: Mercedes ML350 (Motor OM 642).
Der Kläger hatte ein Fahrzeig des Typs Mercedes Benz ML350 (Baujahr 2015) im Jahr 2018 zum Preis von 44.000,- Euro gekauft. Nach Berichten des KBA über das sog. „Thermofenster“ hatte der Besitzer des Kfz vom Kaufvertrag zurückgetreten, weil er Angst vor einem massiven Wertverlust hatte. Das KBA hat diese Wagen inzwischen zurückgerufen.
Das LG Iztehoe verurteilt der Autohändler zur Rücknahme des Autos und zur Erstattung des Kaufpreises abzüglich Nutzungsentschädigung. Der Hersteller habe eine unzulässige Abschalteinrichtung (= „Thermofenster“) zur Abgasreinigung verwendet.
LG Stuttgart, Urteil vom 05.03.2020 – 7 O 344/19 (nicht rechtskräftig)
Betroffenes Modell: Mercedes-Benz C220 CDI
Beschreibung: Das Landgericht Stuttgart verurteilte Daimler zur Erstattung von 20 Prozent des Kaufpreises. Außerdem muss der Konzern den vollen Kaufpreis verzinsen. Das Recht auf Herabsetzung des Kaufpreises beruhe auf den Sachmangelregeln, die Verzinsung auf vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung.
LG Stuttgart, Urteil vom 16.01.2020 – 27 O 40/19
Betroffenes Modell: Mercedes GLC 250d 4MATIC
Beschreibung: Die Daimler AG wird verurteilt, an den Kläger den Kaufpreis nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu zahlen, Zug um Zug gegen Übereignung und Herausgabe des Fahrzeugs.
LG Stuttgart, Urteil vom 24.10.2019 – 20 O 73/19
Betroffenes Modell: – nicht erwähnt.
Beschreibung: § 123 BGB (+), also Daimler haftet für arglistige Täuschung im Abgasskandal.
LG Stuttgart – 29 O 399/17 (nicht veröffentlicht)
Betroffenes Modell: Mercedes C 250 T BlueTEC
Motortyp: OM651
Beschreibung: Der Wagen (Mercedes Benz C-Klasse) war über die Daimler-Benz-Bank AG finanziert und das Gericht verurteilt die Daimler AG als Hersteller zusammen mit dem Händler die noch offenen Darlehensraten aus der Finanzierung zu zahlen hat. Zudem ist der Kunde von weiteren Raten an die Bank befreit. Der Kläger muss das Fahrzeug zurückgeben.
LG Wuppertal, Urteil vom 05.09.2019 – 17 O 49/19 (am 29.01.2020 – mit dem Urteilsverkündung vom 29.01.2020 nochmals bestätigt)
Betroffenes Modell: Mercedes GLK 220 CDI 4Matic
Beschreibung: Der Kläger hat schlüssig vorgetragen, dass eine sittenwidrige Schädigung durch Installation einer Abschalteinrichtung vorliegt (sog „Thermofenster“). Daher hat er einen Schadensersatzanspruch gem. § 826 BGB.
LG Berlin, Urteil vom 28.02.2020 – 3 O 203/19 (nicht veröffentlich)
Betroffenes Modell: Mercedes GLE 350d 4Matic
Motortyp: OM642
Beschreibung: Das Gericht verurteilte Daimler zum Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (§ 826 BGB) in Höhe von 25.634,96 Euro, das entspricht den gezahlten Leasingraten abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die von der Klägerin gefahrenen Kilometer.
Informieren Sie sich mehr über das Thema “Mercedes Abgasskandal“. Weitere wichtige Urteile gegen Mercedes und andere Autohersteller in Bezug auf die Diselaffäre finden Sie HIER.
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