Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20268/97
Timestamp: 2019-10-22 07:22:47
Document Index: 309027148

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', '§ 292', 'BGH']

BGH, 29.09.1998 - VI ZR 268/97 - dejure.org
BGH, 29.09.1998 - VI ZR 268/97
https://dejure.org/1998,1233
BGH, 29.09.1998 - VI ZR 268/97 (https://dejure.org/1998,1233)
BGH, Entscheidung vom 29.09.1998 - VI ZR 268/97 (https://dejure.org/1998,1233)
BGH, Entscheidung vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 (https://dejure.org/1998,1233)
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Aufklärungsbogen: "Lähmung"
§ 823 BGB, Aufklärungspflicht, Widerspruch zwischen Dokumentation und Behauptungen des Patienten, Beweislast;
Behandlungsfehler, Beweislastumkehr bei Dokumentationsversäumnissen
Risikoaufklärung - Aufklärungsgespräch - Lähmung
Anforderungen an den Nachweis der erforderlichen Risikoaufklärung
NJW 1999, 863
MDR 1999, 37
VersR 1999, 190
Die Beweislast für die Erfüllung dieser Aufklärungspflicht liegt beim Arzt (…vgl. Senatsurteile vom 14. September 2004 - VI ZR 186/03 - aaO; vom 22. Mai 2001 - VI ZR 268/00 - VersR 2002, 120, 121; vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 - VersR 1999, 190, 191, jeweils m.w.N.).
Auch in dem von der Revision in Bezug genommenen Senatsurteil vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 - (VersR 1999, 190) war der Patient nicht nur allgemein über das Risiko einer "Nervschädigung", sondern über deren mögliche Folge einer "Lähmung" aufgeklärt worden.
Einen wesentlichen Anhaltspunkt für die Tatsache, dass ein Aufklärungsgespräch stattgefunden hat, gibt dabei das von dem Arzt und dem Patienten unterzeichnete Formular, mit dem der Patient sein Einverständnis zu dem ärztlichen Eingriff gegeben hat (…vgl. Senatsurteile vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83, aaO; vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97, VersR 1999, 190, 191;… vom 22. Mai 2001 - VI ZR 268/00, aaO;… Geiß/Greiner, aaO; Petig/Rensen, MDR 2012, 877, 880, 881).
BGH, 22.05.2001 - VI ZR 268/00
Frist zur Stellungnahme zum Gutachten; Ladung des Sachverständigen zur …
Einen Anhaltspunkt für eine hinreichende Aufklärung hat das Berufungsgericht nämlich mit Recht darin gesehen, daß die Klägerin ein Merkblatt zum Aufklärungsgespräch unterzeichnet hat (vgl. zur Indizwirkung der formularmäßigen, schriftlichen Einwilligungserklärung Senatsurteile vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 - VersR 1999, 190 und vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83 - VersR 1985, 361).
In seinem Urteil vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 (VersR 1999, 190, 191) hat der Senat ferner entschieden, dass der in einer schriftlichen Einwilligungserklärung zur operativen Beseitigung eines Lipoms am Oberschenkel als eingriffsspezifisches Risiko erwähnte Begriff "Lähmung" auch die dauernde Lähmung umfasst.
Die Beweislast für die Erfüllung dieser Aufklärungspflicht liegt beim Arzt (vgl. Senatsurteile vom 22. Mai 2001 - VI ZR 268/00 - VersR 2002, 120, 121; vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 - VersR 1999, 190, 191; vom 12. November 1991 - VI ZR 369/90 - VersR 1992, 237, 238; vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83 - VersR 1985, 361, 362; vom 21. September 1982 - VI ZR 302/80 - VersR 1982, 1193, 1194).
b.) Der Senat geht weiter nicht davon aus, dass der Zeuge Dr. V...das Schlaganfallsrisiko gegenüber der Klägerin bagatellisiert hat (vgl. dazu Bundesgerichtshof NJW 1999, S. 863, 864;… Wussov, VersR 2002, S. 1337, 1339).
Der schriftlichen Einwilligungserklärung kommt insoweit allenfalls Indizwirkung zu (BGH NJW 1999, 863 ).
Mag auch das Formblatt mit der Darstellung der Folgen allgemein eine gewisse Indizwirkung entfalten, reicht diese Wirkung zum Umfang der Aufklärung nicht aus (BGH NJW 1999, 863 ).
Bis zum Beweis des Gegenteils wird vermutet, dass eine nicht dokumentierte dokumentationspflichtige Maßnahme unterblieben ist (BGH NJW 1988, 762, 763; 1999, 863, 864), was mitunter einer Vermutung des Behandlungsfehlers entspricht (…Greiß/Greiner, Rdn. B206).
OLG Saarbrücken, 06.07.2016 - 1 U 87/14
Anforderungen an die therapeutische Sicherungsaufklärung bei Änderung der …
Obgleich dies nunmehr in § 630h Abs. 3 BGB kodifiziert ist, steht es der Behandlungsseite trotz unterbliebener Dokumentation durchaus offen, den Nachweis der Durchführung der Maßnahme im Sinne eines Gegenbeweises, § 292 ZPO zu führen (vgl. BGH, Urteil vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97 -, Rn. 9, juris; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 25. Januar 2006 - 7 U 36/05 -, Rn. 12, juris).
Arzthaftung: Feststellung des Inhalts eines ärztlichen Aufklärungsgesprächs durch …
OLG Saarbrücken, 04.06.2003 - 1 W 110/03
Prozesskostenhilfe - Zur Erfolgsaussicht einer Klage wegen Verletzung der …
OLG München, 15.11.2012 - 1 U 2093/11
Arzthaftung für Blasenverletzung nach Gebärmutterentfernung: Darlegungs- und …
OLG München, 24.06.2010 - 1 U 2464/10
OLG Koblenz, 17.01.2018 - 5 U 861/17
Hohe Anforderungen an Aufklärung bei Leistenoperation
OLG Frankfurt, 27.04.2004 - 8 U 139/02
Schmerzensgeld für Gesundheitsschäden durch Behandlungsfehler bei …
OLG Saarbrücken, 16.03.2005 - 1 U 123/04
Abweisung der Arzthaftungsklage, da ein ärztlicher Behandlungsfehler im …