Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20389/13
Timestamp: 2019-02-17 18:57:39
Document Index: 43067412

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 20', '§ 21', '§ 227', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 227', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 227', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.01.2014 - 1 StR 389/13 - dejure.org
Körperverletzung mit Todesfolge (Abgrenzung von eigenverantwortlicher Selbstgefährdung und Fremdgefährdung bei der Substitutionsbehandlung Rauschgiftsüchtiger (Überdosis; Fentanyl-Pflaster); Totschlag (Tötungsvorsatz des Arztes; Sorgfaltswidrigkeit); vorsätzliche unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln
Körperverletzung mit Todesfolge bei vorsätzlicher unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln durch einen auf die Substitutionsbehandlung Rauschgiftsüchtiger spezialisierten Arzt (hier: Fentanyl-Pflaster); Strafbarkeit bzgl. Veranlassung einer fremden Selbstgefährdung oder Selbstverletzung
Fentanyl-Pflaster-Verschreibung - eigenverantwortliche Selbstgefährdung oder einverständliche Fremdgefährdung?
StGB § 20; StGB § 21; StGB § 227
Zur Strafbarkeit eines Arztes wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach dem Tod von Patienten durch Fentanyl-Pflaster
Sorgfaltspflichten des Arztes gesenkt
Keine Körperverletzung mit Todesfolge durch Mehrfachverschreibung im Rahmen einer Substitutionsbehandlung
sueddeutsche.de (Pressebericht, 01.12.2014)
Urteil gegen Drogen-Arzt: Hartes Pflaster
Urteil entlastet Substitutionsärzte
Fentanyl-Pflaster - BGH revidiert Urteil gegen Substitutionsarzt
Eigenverantwortung von Drogenabhängigen
Substitutionsärzte entlastet
"Eigenverantwortliche Selbstgefährdung" bei missbräuchlichem Konsum ärztlich verschriebener Substanzen (Prof. Dr. Johannes Kaspar; HRRS 2014, 436)
Körperverletzung mit Todesfolge, Abgrenzung von eigenverantwortlicher Selbstgefährdung und einverständlicher Fremdgefährdung
Eigenverantwortliche Selbstgefährdung von Drogenabhängigen
LG Augsburg, 07.02.2013 - 8 Ks 200 Js 105371/11
LG München I, 10.04.2014 - 2 Ks 200 Js 105371/11
LG München I, 30.06.2014 - 2 Ks 200 Js 105371/11
LG München I, 09.07.2014 - 2 Ks 200 Js 105371/11
LG München I, 01.08.2014 - 2 Ks 200 Js 105371/11
NStZ 2018, 577
StV 2014, 601
Dies hatte zur Folge, dass der Angeklagte mangels Eigenverantwortlichkeit der sich bis dahin (allenfalls) selbst gefährdenden Nebenklägerin die Tat- bzw. Handlungsherrschaft über das Geschehen erlangte (vgl. BGH, Beschluss vom 16. Januar 2014 - 1 StR 389/13, BGHR StGB § 227 Beteiligung 4, Rn. 20, 31; ferner BGH, Beschluss vom 11. Januar 2011 - 5 StR 491/10, JR 2011, 266, 267 m. Anm. Kotz;… Urteil vom 28. Januar 2014 - 1 StR 494/13, BGHSt 59, 150, 168, Rn. 73 mwN).
Dieser Einschätzung hält der Kläger zu Unrecht die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes vom 28. Januar 2014 (- 1 StR 494/13 -, BGHSt 59, 150 f.) und vom 16. Januar 2014 (- 1 StR 389/13 -, MedR 2014, 812 f.) entgegen.
Der Kläger sieht zum einen mit Blick auf die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 17. Februar 2014 - 1 StR 389/13 - und vom 28. Januar 2014 - 1 StR 494/13 - einen Bedarf zur Klärung der "Fragestellung der Auswirkung einer formal zu beanstandenden Take-Home-Verordnung".
Hieran kann es fehlen und deshalb eine zur Täterschaft des Angeklagten führende - normativ zu bestimmende - Handlungsherrschaft gegeben sein, wenn er kraft überlegenen Fachwissens das Risiko besser erfasst als der sich selbst Gefährdende oder Verletzende (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 23. Juli 2014 - 1 StR 47/14 NStZ-RR 2014, 312, 313; zur Verschreibung von Betäubungsmitteln durch einen Arzt im Rahmen einer Substitutionsbehandlung auch BGH, Beschluss vom 16. Januar 2014 - 1 StR 389/13, BGHR StGB § 227 Beteiligung 4; zur Gefährlichkeit synthetischer Cannabinoide: BGH, Urteil vom 14. Januar 2015 - 1 StR 302/13).
Entsprechende tatsächliche Feststellungen wurden offenbar auch in dem Strafverfahren (dort Fall 1 a) getroffen, welches dem vom Antragsteller zitierten Urteil des BGH vom 16.01.2014, 1 StR 389/13 (StV 2014, 601) zugrunde lag.
Allerdings ist aufgrund der Entscheidung des BGH vom 16.01.2014 (1 StR 389/13) davon auszugehen, dass aufgrund der im Dezember 2007 getroffenen tatsächlichen Feststellungen eine solche Verurteilung nicht erfolgen konnte, da die Tat- und Handlungsherrschaft nunmehr besonders festzustellen wären.