Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%20688/03
Timestamp: 2020-04-07 15:45:43
Document Index: 205546273

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 1', '§ 61', '§ 12', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Saarbrücken, 07.04.2004 - 5 U 688/03 - 66 - dejure.org
OLG Saarbrücken, 07.04.2004 - 5 U 688/03 - 66
https://dejure.org/2004,3292
OLG Saarbrücken, 07.04.2004 - 5 U 688/03 - 66 (https://dejure.org/2004,3292)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 07.04.2004 - 5 U 688/03 - 66 (https://dejure.org/2004,3292)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 07. April 2004 - 5 U 688/03 - 66 (https://dejure.org/2004,3292)
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Bei relativer Fahruntüchtigkeit wird der Versicherer von der Leistung nur bei Nachweis von Ausfallerscheinungen frei
blutalkohol , S. 496
Berechnung der Sperrfrist nach § 69a StGB bei Sicherstellung eines ungültigen Führerscheins
VVG § 1; VVG § 61; AKB § 12 (1) II e; AKB § 13
Haftung des Vollkaskoversicherers - Leistungsausschluss wegen grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls infolge alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit?
Voraussetzungen für das Vorliegen grober Fahrlässigkeit; Annahme grober Fahrlässigkeit bei einer Blutalkoholkonzentration von unter 1,1 Promille; Beweislast für das Bestehen von Ursächlichkeit zwischen Alkoholisierung und Eintritt eines Versicherungsfalls; Rechtfertigung ...
Leistungsfreiheit ist relativ
LG Saarbrücken, 11.11.2003 - 14 O 229/02
NJW-RR 2004, 1404
NZV 2004, 530
VersR 2004, 1262
Um eine relative Fahruntüchtigkeit des Wagenlenkers zu bejahen, deren Unfallkausalität tatsächlich vermutet wird, genügt nicht allein die Feststellung einer Blutalkoholkonzentration im Bereich zwischen 0, 2 und 1, 1 â?°, sondern es müssen sich - anders als bei absoluter Fahruntüchtigkeit, die nach neuerer Rechtsprechung bei 1, 1 â?° beginnt (…grundlegend BGH, Urt. v. 09.10.1991 - IV ZR 264/90, LS und Rdn. 7, juris = BeckRS 9998, 96172) - weitere Gegebenheiten, speziell alkoholtypische Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler, konstatieren lassen, die den Schluss rechtfertigen, der Fahrer sei nicht mehr in der Lage gewesen, sein Automobil sicher im Verkehr zu steuern (…so zur privaten Unfallversicherung BGH, Urt. v. 30.10.1985 - IVa ZR 10/84, Rdn. 8 ff, 13 und 16 f., juris = BeckRS 2008, 18039;… vgl. ferner zur Kaskoversicherung OLG Karlsruhe, Urt. v. 11.05.1989 - 12 U 49/89, VersR 1991, 181; OLG Saarbrücken, Urt. v. 07.04.2004 - 5 U 688/03, juris Rdn. 13 ff. = BeckRS 2004, 7093;… Halbach aaO Rdn. 963 ff.;… jurisPK-StrVkR/Reichel, Stand 24.06.2019, AKB 2015 Rdn. 89 ff.;… Klimke in Prölss/Martin, VVG, 30. Aufl., AKB 2015 A.2.16 Rdn. 51 ff.).
Eine plausible Erklärung für die alkoholunabhängigen Unfallgründe, wie sie in der obergerichtlichen Rechtsprechung unter Berücksichtigung der Höhe der jeweiligen Blutalkoholkonzentration vom Versicherungsnehmer verlangt wird (vgl. dazu insb. OLG Saarbrücken, Urt. v. 07.04.2004 - 5 U 688/03, juris Rdn. 15 ff. m.w.N. = BeckRS 2004, 7093), hat der hiesige Kläger gegeben.
An die Ausfallerscheinungen sind umso geringere Anforderungen zu stellen, je mehr sich die Blutalkoholkonzentration dem Grenzwert von 1, 1 â?° nähert (vgl. OLG Saarbrücken, Urt. v. 07.04.2004 - 5 U 688/03 -, NJW-RR 2004, 1404).
Damit hat der Kläger in objektiver und subjektiver Hinsicht schwer schuldhaft gehandelt (Senat, Urt. v. 7.4.2004 - 5 U 688/03-66 - VersR 2004, 1262).
An das Vorliegen dieser weiteren Umstände sind umso geringere Anforderungen zu stellen, je mehr sich die Blutalkoholkonzentration der absoluten Fahruntüchtigkeit nähert (vgl. BGH, NJW 1982, 2612; OLG Saarbrücken, NJW-RR 2004, 1404).