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Timestamp: 2020-03-28 09:55:36
Document Index: 369866063

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 11']

Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept ... für das Stadtteilmanagement Werner-Düttmann-Siedlung im Stadtteil Kreuzberg (mit Jahresbilanz ...) Issue 2015/2017 - intranda GmbH
und des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg
Email: qm-duettmann-siedlung@nachbarschaftshaus.de
Fax: 9212500-4
Gefördert durch die Europäische Union und das Land Berlin
Wohngebiet und Bevölkerungsstruktur
Wichtigste Akteure im Gebiet
Stand der Gebietsentwicklung
Leitbild der Gebietsentwicklung
III.IV Öffentlicher Raum
BA/Soz
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Amt für Soziales
Eltern-Initiativ-Kindertagesstätte(n)
immoba
immoba Liegenschaften GmbH
Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung(en)
KURA Baubetreuungs-GmbH & Co. ERSTE-SECHSTE Beteiligungs KG
SenAIF
Trägerrunde Düttmann-Siedlung
Zukunftsinitiative Stadtteil II
Alle in der Fortschreibung des IHEK benannten Strategien und Lösungsansätze zielen darauf ab, eine
langfristige Verankerung von durch das QM und durch das Bezirksamt angeschobenen Maßnahmen und
aufgebauten Strukturen zu erreichen.
Folgende Veränderungen wurden in der ersten Fortschreibung des Handlungskonzeptes (2013/2014) für den
Zeitraum 201-2017 vorgenommen:
Kapitel I: Aktualisierung der Angaben Gebietsbeschreibung. Ergänzung: Angaben zu öffentlichen und privaten
Investitionen im Fördergebiet (außerhalb des Programms Soziale Stadt und ZIS II).
Kapitel II: Das in 2013 verabschiedete Leitbild der Gebietsentwicklung wurde im Abschnitt „Unsere Vision“
aufgrund veränderter Ausgangslage geringfügig angepasst (siehe unten).
Kapitel III: Der Fokus im Rahmen der Handlungsfelder wurde sehr stark auf konkrete
Lösungsansätze/Umsetzungsstrategien und die im jeweiligen operativen Prozess involvierten Partner gelegt.
Mit den neuen Verfahrensgrundsätzen der Förderperiode 2014-2020 wird die Stärkung bestehender
Strukturen zur Prämisse des Quartiersverfahrens. Daraus ergibt sich für die Fortschreibung des IHEK
eine veränderte Schwerpunktsetzung der Handlungsfelder. Da keine schulischen Partner im Fördergebiet
verankert sind, wurde eine Verlagerung der Prioritätensetzung vom Handlungsfeld „Bildung, Ausbildung
und Jugend“ zu „Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner“ vorgenommen.
Der inhaltliche Fokus in der Fortschreibung des Handlungskonzeptes wurde auf folgende
strukturstärkende Maßnahmen gelegt:
o Weiterentwicklung von Begegnungs-und Beteiligungsräumen, die Potentiale in der Nachbarschaft
freisetzen und den Nachbarschaftstreff langfristig zu einem Ankerpunkt für eine vielfältige miteinander
gelebte Nachbarschaftskultur werden lässt.
o Aufwertung der Infrastruktur im Fördergebiet durch Baumaßnahmen, kleinteilige Maßnahmen zur
Aufwertung von Spiel- und Freiflächen und der Stärkung der im Fördergebiet angesiedelten Träger
o Stärkung der Zusammenarbeit der Netzwerkpartner in Bezug auf die Entwicklung gemeinsamer
Handlungsstrategien im Rahmen der Gemeinwesen- und Bildungsarbeit. Gemeinsame Inhalte liegen
in der Förderung der Übernahme von Eigenverantwortung und aufeinander abgestimmter
Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe.
Im Rahmen der vorgesehenen infrastrukturellen Aufwertung des Fördergebietes wurde eine
konzeptionelle Veränderung vorgenommen. Statt dem geplanten Bau eines Nachbarschafts- und
Familienzentrums mit erweiterter Kinder- und Jugendeinrichtung, der im IHEK 2013/2014 im Fokus stand,
wird aufgrund veränderter Rahmenbedingungen ein dezentrales Konzept bevorzugt. 1 Die drei Säulen des
baulichen Konzeptes sind:
o Die Aufwertung des Nachbarschaftstreffs Urbanstr. 48e durch eine Baumaßnahme in 2016 und die
Verbesserung der Aufenthaltsqualität des Werner-Düttmann-Platzes durch ein Nachbarschaftscafé in
o Der Erhalt der jugendamtseigenen Immobilie in der Urbanstr. 43/44 für Kinder- und Jugendförderung
und die Erweiterung der pädagogischen Nutzfläche sowie die Nutzung des Objektes für „Betreutes
Wohnen“ von Jugendlichen.
o Die Erweiterung der Kita Urbanstraße 62 durch ein Familienzentrum und zusätzlicher Kitaplätze.
In 2014 wurde davon ausgegangen, dass die Verortung eines Familienzentrums im unmittelbaren Einzugsbereich des Fördergebietes
ausschließlich in der Urbanstraße 43/44 umzusetzen sei. Aufgrund einer EU-Verordnung konnte der ursprüngliche Plan, ein Familienzentrum an
die Kita Urbanstraße 62 anzugliedern nicht umgesetzt werden, da diese in der Sicherheitszone eines Galvanobetriebes in der Boppstraße lag. Da
der Betrieb Maßnahmen umgesetzt hat, die den Radius der Sicherheitszone verringerten, liegt die Kita nicht mehr im Einzugsbereich weshalb der
ursprüngliche Plan, die Anbindung des Familienzentrums in der Kita Urbanstr. seitens des JA wieder aufgegriffen werden kann.
Kapitel I. - Gebietsbeschreibung
Die Anfang der 80er Jahre entstandene Neubausiedlung „Werner-Düttmann-Siedlung“ liegt im südlichen
Kreuzberg, im Sozialraum II, eingebettet zwischen Jahnstraße und Graefestraße sowie zwischen Urbanstraße
und Hasenheide. Stadträumlich existiert eine Abgrenzung der Neubausiedlung zum umliegenden
Altbaugebiet des Graefe-Kiezes. Das Fördergebiet bildet ein in sich geschlossenes Quartier, bestehend
vornehmlich aus Neubauten des sozialen Wohnungsbaus mit 4-5 Etagen in einfacher Wohnlage. Die
Förderung des sozialen Wohnungsbaus im Gebiet wird voraussichtlich 2046 endgültig auslaufen. Seit 2010
wurden etwa 120 sanierte Wohnungseinheiten an Selbst-Zahler*innen vermietet. Die Nettokaltmiete in der
größten Wohnanlage des Fördergebietes liegt derzeit in der Spanne von 4,25€/m² bis 7,27€/m². Die DüttmannSiedlung ist ein reines Wohngebiet. Im Gebiet existieren nur wenige kleinteilige Gewerbebetriebe2.
In 2013 lebten 2.997 Menschen im Fördergebiet3. Die Bevölkerungsstruktur ist gekennzeichnet durch eine
junge, kinderreiche Bewohnerschaft. 26,8% der Bewohner*innen sind Kinder und Jugendliche unter 18
Jahren. Junge Erwachsene unter 25 Jahren machen weitere 11,2% der Bevölkerung aus. 19,7% der
Bewohner*innen sind zwischen 25 und 35 Jahren alt. Somit sind etwa 57,7% der Bevölkerung jünger als 35
Jahre4. 16,2% der Bewohner*innen sind zwischen 35 und 45 Jahren alt, 12,7% zwischen 45 und 55 Jahren,
7,7% zwischen 55 und 65 Jahren, 5,7% der Bewohner*innen sind älter als 65 Jahre. 40,1% der
Bewohner*innen der Siedlung haben keinen deutschen Pass, 74% der Bewohner*innen haben einen
Migrationshintergrund5.
Aufgrund geringer bzw. nicht anerkannter Schul- und Berufsausbildungen vieler Bewohner*innen sowie damit
einhergehender beruflicher Perspektivlosigkeit und fehlender Integration in den Arbeitsmarkt, sind viele
Bewohner*innen auf staatliche Unterstützung angewiesen. 53% der Bewohner*innen beziehen
Transferleistungen6. Die Arbeitslosenquote im Fördergebiet beträgt 7,1%.
I.II a) Bildungsakteure
Wichtige Bildungsakteure im vorschulischen Bereich sind die Kindertagesstätten Kita Hasenheide und die Kita
Urbanstraße. Die Kita Hasenheide liegt direkt im Fördergebiet und bietet derzeit 136 Kitaplätze, wovon alle
belegt sind. 81 Kitakinder kommen aus dem Fördergebiet. In der Kita sind 28 Plätze für Kinder im Alter von 0-3
bestimmt. 54 Kinder stehen für diese Plätze auf der Warteliste. Die Kita Urbanstraße, mit insgesamt 90
Kitaplätzen liegt im unmittelbaren Einzugsgebiet der Düttmann-Siedlung und wird zu 10 % von Kindern aus
dem Wohngebiet frequentiert. Es gibt 20 Krippenplätze für Kinder 0-3 Jahre und eine Warteliste mit 128
Kindern für die Krippenplätze. Beide Kitas kooperieren beim Übergang Kita-Schule mit der Lemgo GS. In
diesem Rahmen können Kitakinder im Schulunterricht hospitieren. Außerdem werden gemeinsame
Elterninformationsabende organisiert. Im Fördergebiet gibt es außerdem seit 1982 den Kinderladen Knulp.
(Träger: EKT Knulp e.V.) in der Jahnstraße 7. Dort werden 21 Kinder im Alter von 1-6 betreut. Sieben Kinder
kommen aus dem Fördergebiet. Schwerpunkt des Kinderladens ist die familienbezogene Ansatzpädagogik.
zwei Kioske, zwei Möbel-Second-Hand-Läden, zwei Gaststätten, ein Umzugs-/ Reinigungsunternehmen, zwei halböffentliche Kneipen, ein
Sportverein, eine Fahrschule, ein Casino, ein Supermarkt und ein kleiner Handwerksbetrieb
Melderechtlich registrierte Einwohner*innen am Ort der Hauptwohnung in Berlin (Stand Dezember 2013).
Im Vergleich: Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind 14,6% der Bewohner*innen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, 49,9% der
Bevölkerung im Bezirk ist jünger als 35 Jahre. Berlinweit sind 15% der Bevölkerung jünger als 18 Jahre, 39,5% jünger als 35 Jahre (Stand
Dezember 2013).
Im Vergleich: Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg werden 23,3% der Bewohner*innen statistisch als Ausländer erfasst (Stand Dezember 2013).
37,6% der Bewohner*innen im Bezirk haben einen Migrationshintergrund (Stand Dezember 2012).
Transfereinkommen definiert als: Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung, ALG-II und Sozialgeld (Stand Dezember 2010).
Tabelle 1: Schulen in unmittelbarer Nähe zum Fördergebiet
Schüler-*innen
Lehrkräfte*
Lemgo GS
7,2% (1.6%)
4,9 % (0,5%)
4,7% (1,0%)
7,2% ( 2,3%)
5,2% (1,3%)
1 Stand 2014/2015, 2 Stand 2012/2013 entschuldigt (unentschuldigt)
Nicht-Institutionelle Bildungsakteure
Das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. (NHU) ist Träger von sozialen, kulturellen und bildungsorientierten
Einrichtungen in FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG und seit 1955 im Stadtteil verankert. Es ist mit folgenden
Arbeitsbereichen im Fördergebiet aktiv:
Tabelle 2: Nicht-institutionelle Bildungsangebote Träger Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.
Jugendfreizeiteinrichtung),
im Alter von 12-17
- Regelförderung nach § 11 KJHG
- 4 Personalstellen (3 x 30 h/Woche, 1 x 19,5 h/Woche)
(Kinderfreizeiteinrichtung)
Kinder im Alter von 813 Jahren
- 5 Personalstellen (3 x 30 h/Wo, 1 x 25 h/Wo, 1 x 19,5 h/Wo)
Familienbündnis Graefe
Süd, seit 2012
- Dezentrale Angebote der Familienbegegnung,
- Förderung nach § 16 SGB VIII (1 x 19,5 h/Wo) +
Elternbeauftragter (Förderung: JobCenter und Eigentümer)
Der Träger Videlity e.V. hat sich in 2014 als gemeinnütziger Verein gegründet, bietet aber bereits seit 2013 im
Kindertreff am Werner-Düttmann-Platz an drei Nachmittagen in der Woche ein Lern- und Freizeitangebot für
Kinder im Alter von 5-7 Jahren an. Das Projekt wird bis Ende 2016 durch das Programm Soziale Stadt
gefördert. Genutzt wird das Angebot insbesondere von Kindern, die sich Nachmittgas im Wohnumfeld
aufhalten und deren Familien in beengten Wohnverhältnissen leben. Etwa 30-50 Kindern werden regelmäßig
durch das Angebot erreicht, allerdings können aufgrund der verfügbaren Räume im Kindertreff nicht mehr als
15 Kinder an einem Nachmittag betreut werden. Die elhana Lernpaten e.V. unterstützen seit 2006
Grundschulkinder aus bildungsbenachteiligten Familien in der Düttmann-Siedlung. Derzeit werden etwa 40
Grundschulkinder durch ehrenamtliche Lernpat*innen betreut. Um das Lernpatennetzwerk weiter auszubauen,
wird die Koordinationsstruktur von 2015-2017 aus Mitteln des Programms Soziale Stadt und mit Bonusmittel
der Lemgo GS gefördert. Neben der Vermittlung und Begleitung von Lernpatenschaften bietet elhana seit 2014
Schulberatung von Eltern, Coaching für Jugendliche und einen MSA-Vorbereitungskurs an.
I.II b) Sozial-kulturelle Akteure
Der Türkische Frauenverein Berlin e.V. in der Jahnstraße ist seit 1975 im jetzigen Fördergebiet ansässig.
Der Verein ist aufgrund seines umfangreichen und kostenfreien Beratungsangebotes (soziale und
psychosoziale Beratung für Frauen und Migrationsberatung) Anlaufstelle für Migrantinnen aus ganz Berlin. Die
größte Anzahl der Klientel kommt aus der näheren Umgebung. Migrantinnen aus dem Nachbarbezirk Neukölln
suchen den Standort insb. für Beratung und Deutschkurs ebenfalls auf. Aufgrund der Bewohnerstruktur des
Fördergebietes (15 % Anwohner*innen mit türkischem Pass, 74 % der Anwohner*innen mit
Migrationshintergrund, 40,1 % ohne deutschen Pass) sind die Vereinsräume in der Jahnstraße 4 der zentrale
Standort im Fördergebiet zur Integration von Migrantinnen und bieten gleichzeitig einen geschützten Rahmen
für Frauen. Es gibt eine Personalstelle, finanziert durch SenAIF und BAMF, über die zwei Mitarbeiterinnen
beschäftigt werden. Die Arabische Eltern-Union e.V. war bis August 2015 mit Beratungs- und BildungsAngeboten für arabischsprachige Bewohner*innen in der Urbanstraße 43/44 ansässig. Nach Ablauf des
Nutzungsvertrags für die Räume in der Urbanstraße 43/44, musste der Verein die Räume im Fördergebiet
aufgeben und ist nun in der Wassertorstraße (Kreuzberg) zu finden. Im Nachbarschaftstreff am WernerDüttmann-Platz werden vom Träger VIA Angebote der Gemeinwesenarbeit und Nachbarschaftsarbeit
umgesetzt (Nachbarschaftsbeauftragte, 1 Personalstelle, 30 h/Woche, Finanzierung über das Programm
Soziale Stadt und immoba). Bis September 2014 organisierten Bürgerlotsen Treffpunkte für Bewohner*innen.
Von August 2013 bis August 2015 unterstützten die GraefeSüd-Töchter die Arbeit mit Projekten im Rahmen
der intergenerativen Nachbarschaftsarbeit durch Mädchen und junge Frauen.
I.II c) Weitere Akteure
Das JA (Jugendförderung / Frühe Bildung und Erziehung / RSD) ist ein wichtiger Partner im Fördergebiet
(Regelfinanzierung der KJFE drehpunkt und GraefeKids sowie des Familienbündnis Gräfe Süd). Das JA ist
langjähriges Mitglied der TDS sowie Auftraggeber und Mitglied des Bildungsnetzwerkes Graefe-Kiez. Die
Immoba Liegenschaften GmbH (Eigentümervertretung der größten Wohnanlage im Fördergebiet) ist der
wichtigste privatwirtschaftliche Partner der Gebietsentwicklung. Immoba engagiert sich durch die mietfreie
Bereitstellung von Räumen und die Kofinanzierungen von Personalstellen im Rahmen der
Nachbarschaftsarbeit im Fördergebiet. Es besteht ferner eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem vor Ort
tätigen Eigentümervertreter der größten Wohnanlage des Fördergebietes (Teilnahme am Quartiersrat,
regelmäßige Absprachen mit dem QM). Seit Januar 2015 ist die neu eingesetzte Hausverwaltung vabene ein
wichtiger Partner der Gebietsentwicklung.
Die soziale Teilhabe7 von erwachsenen Bewohner*innen findet maßgeblich im Nachbarschaftstreff am
Werner-Düttmann-Platz und im Türkischen Frauenverein Berlin e.V. statt. Diese Orte werden hauptsächlich
von gesellschaftlich benachteiligten Bewohner*innen aufgesucht, um gemeinsam zu frühstücken, sich
auszutauschen, Unterstützung in Alltagsfragen zu erhalten, zu spielen, zu feiern oder um Beratungsangebote
wahrzunehmen. Bezugs- und Vertrauenspersonen, die zu den Treffen einladen spielen hierbei eine zentrale
Rolle. Der Nachbarschaftstreff wird täglich, je nach Angebotsstruktur von 20-30 Bewohner*innen aufgesucht,
wobei zahlreiche Bewohner*innen eine Beratung aufsuchen. Beim Frauenfrühstück im Nachbarschaftstreff
werden wöchentlich ca. 25 Frauen erreicht. Die Vätergruppe wird kontinuierlich von 8 Vätern aufgesucht. Seit
2014 werden durch das Familienbündnis verstärkt Bewegungsangebote (Walking, Beckenbodengymnastik)
angeboten, die von 10-15 Frauen wahrgenommen werden. Durch eine kroatisch-bosnisch-sprachige
Abhängig von ihren Interessen und Ressourcen partizipieren Bewohner*innen in unterschiedlicher Intensität an der Gebietsentwicklung. Die
Beteiligung von Bewohner*innen an der Gebietsentwicklung reicht von der Sozialen Teilhabe (Wahrnehmung von Angeboten und die Teilnahme
an Veranstaltungen) bis zur aktiven Mitgestaltung im Quartier (Teilnahme an Planungsprozessen, Mitarbeit in Arbeitsgruppen, Übernahme von
Aufgaben und eigenständige Organisation).
Bürgerlotsin wurden in den letzten zwei Jahren 10 Bewohner*innen aus Ex-Jugoslawien in die Treffpunktarbeit
im Nachbarschaftstreff eingebunden. Seit 2014 zeichnet sich eine Veränderung in der Mischung der
Nutzungsgruppen (intergenerativ, verschiedene Sprach-Communities) ab, was seit dem Personalwechsel der
Nachbarschaftsbeauftragten forciert und durch Miniprojekte von Mädchen und jungen Frauen positiv
beeinflusst wurde. Feste im Fördergebiet wurden auch in den letzten zwei Jahren zu 90 % von Migrant*innen
wahrgenommen. Es nahmen im Durchschnitt 50-70 Erwachsene und 100-150 Kinder teil. In Bezug auf die
aktive Mitgestaltung im Quartier ist zunächst die Neubesetzung der Bewohnergremien im Herbst 2014 zu
nennen. 19 Bewohnervertreter*innen engagieren sich im Quartiersrat, 11 Bewohnervertreter*innen in der
Aktionsfondsjury. Die regelmäßige, ehrenamtliche Mitarbeit von Bewohner*innen in nachbarschaftlichen
Neigungsgruppen (Näh- und Kochgruppen) und in Lern-Projekten mit Kindern (Lernpatenschaften, KinderKüche e.V.) ist ebenfalls wesentlicher Teil der aktiven Nachbarschaft. Etwa 20 Kiez-Bewohner*innen sind hier
langjährig engagiert. Im Quartier hat sich Anfang 2014 ein Nachbarschaftsverein gegründet, der sich für
Bildungsgerechtigkeit einsetzt. Im Verein engagieren sich bislang 7 Bewohner*innen.
In dem seit 1999 aufgebautem Netzwerk TDS engagieren sich derzeit insgesamt 29 freie und kommunale
Träger für eine positive Entwicklung im Gebiet, um miteinander zu kooperieren und ihre Angebote aufeinander
abzustimmen. Die TDS zeichnet sich durch eine hohe Verbindlichkeit der Träger aus. Wichtig sind der
regelmäßige Austausch in den Runden über Stimmungen im Fördergebiet, Herausforderungen in der Arbeit mit
Kindern, Jugendlichen und Familien. Eine Zusammenarbeit wird von allen Trägern ausdrücklich erwünscht.
Das Bildungsnetzwerk Graefekiez besteht seit Oktober 2013 und ist aus dem Bildungsnetzwerk um die
Lemgo GS hervorgegangen. Insgesamt 22 Netzwerkpartner*innen, darunter Schulen, Kitas, non-formalen
Bildungseinrichtungen, das JA und Träger der Nachbarschafts- und Familienarbeit setzten sich im Netzwerk
gemeinsam für die Stärkung des Bildungsstandortes Graefe-Kiez ein. Trotz gut funktionierender bilateraler
Kooperations- und Vernetzungsstrukturen ist es dem Netzwerk seit 2014 nicht gelungen mit den
unterschiedlichen Netzwerkpartner*innen gemeinsame Ansätze und Strategien zu entwickeln.
Tabelle 3: Öffentliche Investitionen im Fördergebiet (Zusätzlich zum Programm Soziale Stadt)
Förderstelle / Förderprogramm
Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg / (§ 16
Investition/Angebote
Dezentrale Angebote Familienbündnis GraefeSüd
Niedrigschwellige, interkulturelle
Familienangebote im Graefekiez
Förderprogramm Bürgerarbeit für
Bügerlotsen
Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV) nach
§ 16eSGBII, Arbeitsgelegenheit mit
Mehraufwandsentschädigung (AGH-MAE),
Beschäftigungszuschuss durch Jobcenter
Jugendbildung (Bundesprogramms Bündnisse
für Bildung)
Bundesverband Freier Theater (BuFT), Fonds
Mitarbeiter*innen in der Familien und
3-jähriges Projekt, drehpunkt und GraefeKids,
Kommunikation durch Kunst e.V., 9. ISS
Graefestraße, Lemgo-GS
drehpunkt , 1-jähriges Theaterprojekt
Bonusmittel Schulen
Robert –Koch-Schule, Schul-AG
Lemgo GS, Lernpaten-Netzwerk
Tabelle 4: Private Investitionen
GraefeKids, verschiedene Projekte 2-8 Wochen
drehpunkt, Ferienprogramm drehpunkt,
Mädchenstadtplan
GraefeKids, Tanztheater
Drehpunkt, Mobile Arbeit
Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen in
der Wohnanlage (Hausaufgänge, Dächer,
KURA Baubetreuungs-GmbH & Co. ERSTESECHSTE Beteiligungs KG
Wesentliche Entwicklungstendenzen im Bereich der frühkindlichen Förderung sind die gestiegene Nachfrage
nach Kitaplätzen für die Altersgruppe 0-3 Jahre sowie der anhaltend hohe Bedarf an zusätzlicher
Sprachförderung. Die außerschulischen Lern- und Freizeitangebote für Kinder im Alter von 5-7 Jahren konnten
durch den Träger videlity e.V. erfolgreich fortgeführt werden, allerdings wird der vorhandene BetreuungsBedarf durch die finanzierten Angebotsstunden nur unzureichend abgedeckt. Die bis Ende 2013 durch die
Aktion Mensch finanzierten umweltpädagogischen Angebote der NaturWerkStadt konnten aufgrund fehlender
Anschlussfinanzierung nicht fortgesetzt werden. Die Angebotsstruktur der Freizeiteinrichtung GraefeKids und
drehpunkt konnte über Drittmittelprojekte ausgebaut werden. Insgesamt bleibt die Bildungssituation vieler
Kinder und Jugendlicher im Fördergebiet aus bildungs- und sozialbenachteiligten Familien, insbesondere mit
Migrations- und Fluchthintergrund, dennoch problematisch. Im Bereich der Frühkindlichen Bildung zeigt sich
dies insbesondere in körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklungshemmnissen und
fehlender deutscher Sprachkompetenzen der Kinder. Von Familien mit Grundschulkindern gibt es eine starke
Nachfrage nach schulergänzender Hausaufgaben-Hilfe, welche durch die bestehende Angebotsstruktur nicht
abgedeckt werden kann. In der Arbeit mit Jugendlichen aus Familien mit Fluchthintergrund wird deutlich, wie
schwer es vielen von ihnen fällt, den Leistungsanforderungen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt zu
genügen. Auch bei zahlreichen erwachsenen Migrant*innen zeigt sich eine erhebliche strukturelle BildungsBenachteiligung. Jahrelang verwehrte Aufenthaltsrechte, nicht vorhandene bzw. nicht anerkannte
Bildungsabschlüsse sowie der fehlender Zugang zu Bildung und Arbeit machen es für viele Familienmitglieder
schwierig im deutschen Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Ein zentraler Begegnungsort für Bewohner*innen des Wohngebietes ist der Werner-Düttmann-Platz. Dort gibt
es zwei Räumlichkeiten: den Nachbarschaftstreff und den Kindertreff. Im Nachbarschaftstreff waren in den
letzten zwei Jahren mehrere Projekte angesiedelt. Das Familienbündnis Graefe-Süd bietet an zwei Tagen der
Woche Familienberatung an und organisiert den Vätertreff einmal die Woche. Ebenfalls einmal wöchentlich
organisieren die Graefe-Süd-Töchter den Generationentreff und die Dütti-Küche. Der Mädchentreff der GraefeSüd-Töchter wird einmal wöchentlich veranstaltet. Im Kooperationsverbund Graefe-Süd-Töchter,
Familienbündnis und Nachbarschaftsbeauftragte wurden die Frühstücke verschiedensprachiger Gruppen zu
einem großen Frauenfrühstück zusammengelegt, welches nun seinen festen Platz dienstags vormittags hat. Im
Kindertreff fanden mit 6 Angebotsstunden pro Woche an drei Nachmittagen Angebote des Kinderlabors mit
jeweils 10-15 Kindern und einmal wöchentlich die Kinderküche statt. Er ist bis Ende 2015 Anlaufpunkt für
Kinder im Alter von 5-7 Jahren. Grundschulkinder im Alter von 8-13 Jahren können ihre Freizeit bei der
regelfinanzierten Kinderfreizeiteinrichtung GraefeKids verbringen, wo jeden Tag neben dem offenen
Kinderbereich verschiedene Lern-und Bewegungsangebote stattfinden. Der offene Bereich wird täglich von 3035 Kindern besucht, die einzelnen Angebote von 5-10 Kindern. Die überwiegende Mehrheit der Kinder (ca. 90
%) wohnt im QM-Gebiet Düttmann-Siedlung. Je ein Tag pro Woche ist ausschließlich Mädchen oder Jungen
vorbehalten. Die KJFE drehpunkt bietet verstärkt Projektarbeit für Jugendliche von 12-17 Jahren an, um
Verbindlichkeit und soziale Kompetenz zu stärken. So gibt es verschiedene Werkstätten (Töpfer-, Holz-, Film-,
Lernwerkstatt), aber auch Angebote speziell für Jungen oder Mädchen. Nahezu 100% der Besucher*innen der
KJFE leben im Fördergebiet.
Das Quartier befindet sich in zentraler Lage im innerstädtischen Raum und verfügt über eine gute Anbindung
an den öffentlicher Personennahverkehr. Durch die unmittelbare Nähe zu vielfältigen Versorgungsangeboten
des Einzelhandels, öffentliche Spiel- und Sportgelände im Quartier, den Zugang zum Naherholungsgebiet
Hasenheide sowie geschützte Spielräume für Kinder im Wohnumfeld, bietet die Wohnlage den
Bewohner*innen eine hohe Lebensqualität. Sowohl die Altbauwohnungen als auch die Wohnungen des
sozialen Wohnungsbaus sind aufgrund der zentralen stadträumlichen Lage stark nachgefragt. Nach
Einschätzungen vor Ort tätiger Träger und des QM hat sich der Zuzug von akademischen
Mittelschichtshaushalten vermehrt. Damit verbunden ist eine Verdrängung von sozialbenachteiligten,
kinderreichen Familien. Laut Informationen der Hausverwaltung der größten Wohnanlage im Quartier (vabene)
besteht derzeit kein Leerstand in ihren Gebäuden. Die Fluktuation der letzten zwei Jahre (2013/2014) lag der
Hausverwaltung zufolge bei 4,7 % pro Jahr. In den letzten beiden Jahren wurden durch die ehemalige
Hausverwaltung David und Kahlfeldt keine Mieterhöhungen veranlasst. Von der zweiten großen
Hausverwaltung AURAG liegen diesbezüglich keine Informationen vor. Mieter*innen zufolge gab es im Jahr
2013 eine Mieterhöhung durch AURAG. Spielhallen und Wettbüros rund um die Siedlung haben einen
negativen Einfluss auf hauptsächlich männliche Jugendliche und Erwachsene. Aggressives Auftreten von
einigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Anfeindungen, Beschimpfungen und Bedrohungen
sowie Gewaltvorfälle im öffentlichen Raum führen zu einem beeinträchtigten Sicherheitsempfinden für Teile der
Bewohnerschaft (Frauen, Homosexuelle, Minderheiten im Wohngebiet).
Kapitel II. Leitbild der Gebietsentwicklung
Leitbild der Gebietsentwicklung Düttmann-Siedlung
Das Leitbild dient der Erörterung der angestrebten langfristigen Gebietsentwicklung. Es skizziert die
Herausforderungen und den Handlungsrahmen des Quartiersverfahrens (unsere Aufgabe), entwirft ein Bild
dessen, wohin sich das Quartier in Zukunft entwickeln soll (Vision) und stellt dar nach welchen Grundsätzen
diese Entwicklung stattfinden soll (Ideale). Das Leitbild wurde im Rahmen eines partizipativen Prozesses mit
dem Quartiersrat und der Trägerrunde Düttmann-Siedlung entwickelt, und mit dem Bezirksamt-FriedrichshainKreuzberg sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt abgestimmt.
Die Gebietsentwicklung in der Düttmann-Siedlung orientiert sich an den Anforderungen seiner
heterogenen Bewohnerschaft. Mit dem Motto „MITTENDRIN STATT AUßEN VOR“ knüpfen wir an einer
sozialen Stadtentwicklung an, die Rahmenbedingungen schafft, um die gesellschaftliche Teilhabe von
Bewohner*innen verschiedener sozialer Milieus, Generationen und kultureller Hintergründe zu
ermöglichen. Wir leisten einen Beitrag zur Einbindung aller Bewohner*innen im Stadtteil, in die
Bezirksregion und in die Gesamtstadt. Die Eröffnung individueller Chancen und Perspektiven in dieser
Gesellschaft und die Stärkung der Verantwortungsübernahme für das Gemeinwesen sind Kernziele
Die Gebietsentwicklung der Düttmann-Siedlung wird getragen durch: Dialog, Engagement sowie
Handlungsverantwortung und Einflussnahme aller Beteiligten.
 Impulsgebend ist die Schaffung von Begegnungs- und Gestaltungsräumen, in denen alle
Beteiligten aktiv mitwirken.
 Wir pflegen eine demokratische Beteiligungskultur, die sich an den Bedürfnissen und
Lebenswelten der Menschen orientiert.
 Wir zeigen Bewohner*innen Möglichkeiten auf, sich als aktive Bürger*innen wahrnehmen und
Die Düttmann-Siedlung entwickelt sich zu einem integrierten Bestandteil des Graefekiezes.
 Durch die infrastrukturelle Aufwertung des Gebietes wird ein Anziehungspunkt für
Bewohner*innen des gesamten Graefekiezes geschaffen.
 Wir stärken das Engagement für Bildung und Bildungspatenschaften im Regional- und
 Wir fördern wertschätzende nachbarschaftliche Begegnungen.
Eine ganzheitliche, soziale Stadtentwicklung erfordert die ressortübergreifende Vernetzung aller
am System beteiligter Akteure und die Formulierung gemeinsamer Zielsetzungen.
 Wir setzen bei der Weiterentwicklung strategischer und stadtteilbezogener Netzwerke an den
Schnittstellen gemeinsamer Interessen und Aufgaben an.
 Wir fördern Transparenz, Wissens- und Ressourcenbündelung und stoßen
Veränderungsprozesse an.
 Wir tragen zur Verbesserung der Bildungs- und Zukunftschancen der Menschen im Stadtteil bei,
indem wir die lebensweltorientierte Zusammenarbeit aller Akteure forcieren.
Zukunft verankern
„Zukunft verankern“ bedeutet, nachhaltige Teilhabemöglichkeiten und Perspektiven der
Bewohner*innen zu eröffnen.
 Um die Nachhaltigkeit von geförderten Interventionen zu sichern, werden diese frühzeitig mit der
Senatsverwaltung, dem Bezirksamt und anderen relevanten Partner*innen abgestimmt.
 Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten der dauerhaften Weiterführung von erfolgreichen
 Durch die infrastrukturelle Standortaufbesserung schaffen wir einen festen räumlichen
Bezugspunkt und Schnittstellen für zukunftsweisende Kooperation in der Kinder-, Jugend- und
Eine soziale Stadtentwicklung ermöglicht den Bewohner*innen der Düttmann-Siedlung den Verbleib in
der zentralen Lage mitten im Stadtraum, mit hoher Lebensqualität. Die junge und familienreiche
Bevölkerung profitiert von der Nähe zu einer reichhaltigen Bildungslandschaft im Graefekiez und vom
unmittelbaren Zugang zu Naherholungsangeboten. Durch die soziale Vernetzung des Fördergebietes
mit der Bezirksregion eröffnen sich den Bewohner*innen erweiterte Lebensperspektiven und aktive
Teilhabemöglichkeiten an der gesamtstädtischen Entwicklung.
Infolge der Aufwertungen der sozialen und baulichen Infrastruktur im Quartier (Weiterentwicklung der
Jugendförderungsangebote durch den Erhalt und die Sanierung des bezirkseigenen Objektes
Urbanstraße 43/44; Bau eines Familienzentrums in unmittelbarer Nähe zum Fördergebiet; Verankerung
der Nachbarschaftsarbeit im neugestalteten Nachbarschaftstreff) übernimmt das Fördergebiet zentrale
Funktionen für die Bevölkerung in der Bezirksregion. Zur Verbesserung der sozioökonomischen
Inklusion der Bewohner*innen sind zusätzliche Räume für Bildungsangebote, Berufsförderung und
Begegnung geschaffen.
Die miteinander vernetzten Orte sind Bezugspunkte für Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher
Milieus und tragen zur ganzheitlichen, lebenslangen Bildungsförderung bei. Verankerte Netzwerke
übernehmen Verantwortung für den Erhalt der aufgebauten Strukturen, die Eigenverantwortung und
Eigeninitiative fördern und zur Chancengleichheit im Bildungssystem beitragen. Ein
bewohnergetragener Nachbarschaftsverein und vielfältige Bewohnerinitiativen bilden den Kern einer
engagierten, demokratischen, inklusiven Nachbarschaftskultur.
III.I Bildung, Ausbildung, Jugend
A) Entwicklungen seit 2013
Im Rahmen der Familienförderung (§ 16 SGB VIII) wird seit 2012 durch das JA ein dezentrales Angebot
gefördert und durch das NHU durchgeführt (Orte: Vivantes Krankenhaus am Urban, Kita Hasenheide,
Nachbarschaftstreff). Für den Aufbau von niedrigschwelligen, interkulturellen Familienangeboten erhielt
das NHU bis Ende 2014 ergänzend eine Förderung durch das Programm „Bildung im Quartier“.
Gestaltung eines naturnahen Gartens in der Kita Hasenheide: Die Außenfläche der Kita Hasenheide
wird mit Beteiligung der Eltern aus Mitteln des Baufonds naturnah umgestaltet. Die Planung hierfür soll in
2015 abgeschlossen werden, die Umsetzung ist ab Frühjahr 2016 geplant.
Die Förderung eines Lern- und Freizeitangebotes für Kinder im Alter von 5-7 J. gefördert durch das
QM in niedrigschwellig zugänglichen Räumen am Werner-Düttmann-Platz ist Ende 2015 beendet. Mit
dem Angebot wurden Kinder aus sozial benachteiligten Familien mit beengtem Wohnraum erreicht.
B) Schlüsselprojekte
Unser Treff soll schöner werden! - Umgestaltung der Innenräume der Kinderfreizeiteinrichtung
GraefeKids: Das Projekt wird über Mittel des Projektfonds realisiert. Es wurde ein Raumkonzept für eine
situativ gestaltbare, multifunktionale Nutzung entwickelt. Kinder werden mit ihren Wünschen und Ideen in
die Planung eingebunden und in ihren Beteiligungskompetenzen gestärkt.
Ausbau und Verankerung eines Lernpaten-Netzwerkes zur ehrenamtlichen Förderung von
Grundschulkindern: Aus Mitteln des Projektfonds, mit einer Kofinanzierung aus den Bonusmitteln der
Lemgo GS wird von 2015-2017 der Ausbau des elhana Lernpatennetzwerkes gefördert. Projektziele sind:
Professionalisierung und langfristige Verankerung der Koordination des Netzwerkes, Stärkung der
Ehrenamtsstruktur sowie Gewinnung neuer Lernpat*innen und institutioneller Kooperationspartner.
C) Ziele, Handlungserfordernisse, Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien
Ziel 1: Bedarfsgerechte Strukturen zur Bildungsförderung sind im Fördergebiet verankert
a) Handlungserfordernis: Verstetigung des offenen Lern- und Freizeitangebotes zur vor- und
außerschulischen Förderung für Kinder im Alter von 5 - 7 Jahren
Ausgangssituation: Das seit 2011 geförderte Lückenangebot zur Lernförderung von Kindern im Alter von 5-7
Jahren wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung der Kinderfreizeiteinrichtung GraefeKids (Zielgruppe 8-13
J.) auf Anregung des JA durch das QM initiiert. Bis Ende 2015 stehen für die Projektarbeit Mittel aus dem
Projektfonds zur Verfügung. Ein langfristig verankertes Angebot konnte für diese Zielgruppe bis dato nicht
erreicht werden, obwohl das JA den Bedarf und die Notwendigkeit eines solchen Angebotes bestätigt.
KURA/vabene stellt die Räume „Kindertreff“ in der Urbanstraße 48e langfristig miet- und betriebskostenfrei zur
Verfügung und übernimmt die Reinigung. Dringend notwendige Renovierungsarbeiten konnten durch eine
Spende an das NHU für den Kindertreff in 2015 umgesetzt werden.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Klärung von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten mit dem JA
Übernahme des Kindertreffs in die Verantwortung des JA im Rahmen der Familienförderung (§ 16 SGB
VIII), Fachgespräch mit JA (Frühe Förderung)
Verantwortlich: JA
Partner: NHU, KURA/vabene, QM (Initiierung der Gespräche)
Aktuelle Anmerkung: Nach einem Besichtigungstermin der Räume durch das JA (Koordination Frühe Bildung
und Erziehung) teilte das JA mit, dass sie die Räume in der Urbanstraße 48e nicht übernehmen können, da
sich die Räume (langfristig) nicht für Familienangebote mit Kleinkindern nach § 16 SGB VIII eignen.
b) Handlungserfordernis: Erhalt Elhana Lernpatennetzwerk im Fördergebiet
Ausgangssituation: Im Fördergebiet gibt es eine starke Nachfrage nach schulergänzender Lernunterstützung
für Grundschulkinder und lange Wartelisten. Der Netzwerkausbau zur Förderung ehrenamtlicher Strukturen hat
hohe Priorität für die Gebietsentwicklung. Die Stärkung des Netzwerkes wird aus Mitteln des Programms
„Soziale Stadt“ und Bonusmitteln bis Ende 2017 (siehe Schlüsselprojekte) finanziert. Der Aufbau von neuen
Kooperationsstrukturen und die Erschließung nachhaltiger Finanzierungsmöglichkeiten sind Projektbausteine.
Derzeit ist das Projekt im jugendamtseigenen Gebäude Urbanstraße 43/44 (5. Etage) verortet. Zur Sicherung
der Arbeit im Fördergebiet ist die mittel- und langfristige Bereitstellung von Räumen erforderlich.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Verstetigung durch Partnerschaften, Mittelakquise und Raumsuche
Finanzierung: Die Sicherung des langfristigen Projekterhalts soll durch Spendenakquise, Kontaktaufbau und
Austausch mit potentiellen Förderern, umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit und Organisation von
Veranstaltungen gewährleistet sein. Weitere Instrumente sind: Fundraising bei Gewerbetreibenden;
Spendenplattformen,
(Startsocial,
Engagementpreis).
Raumfrage: folgende Möglichkeiten zur Klärung von mittel- und langfristig verfügbaren Räumen für den Verein
und seine Arbeit im Kiez:
Absprache mit JA und drehpunkt zur möglichen Mitnutzung von Räumen in der Urbanstr. 43/44
Anfrage nach Anmietung von Räumen bei KURA/immoba und AURAG
Klärung von Raumverfügbarkeit an Schulen
Der Rahmen zur Lösung der o. g. Aufgaben ist das Bildungsnetzwerk Graefekiez
Verantwortlich: elhana Lernpaten e.V. in Kooperation mit dem Bildungsnetzwerk Graefekiez
Partner: JA, drehpunkt, Lemgo GS
c) Handlungserfordernis: Aufbau eines Familienzentrums, um sozial benachteiligten Familien aus der
Düttmann-Siedlung einen niedrigschwelligen Zugang zur Familienförderung zu ermöglichen
Ausgangssituation: Die Notwendigkeit der strukturellen Verankerung der Familienförderung im bzw. in
unmittelbarer Nähe des Fördergebietes wurde bereits in der Gebietskonferenz 2011 durch das JA formuliert.
Eine erste Maßnahme seitens des JA war die Förderung eines dezentralen Angebotes (§ 16 SGB VIII) seit
Januar 2012. Das JA priorisiert aktuell als Standort des Familienzentrums die Kita Urbanstraße 62 inkl.
Erweiterung der Kitaplätze.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie 1: Bau eines Familienzentrums und Stärkung der Kooperationslandschaft
Das JA sucht nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Bau eines Familienzentrums und die Erweiterung von
U-3 Kitaplätzen am Standort Urbanstraße 62. Die Nutzung von Landesförderprogrammen (Senatsverwaltung
für Bildung, Jugend und Wissenschaft) wird anvisiert. Bis zum Bau des Familienzentrums wird die dezentrale
Struktur der Familienförderung (§ 16 SGB VIII) weitergefördert und bedarfsgerecht an Institutionen und
Trägern vor Ort angebunden. (Nutzung von Räumen, Schnittstellen und Synergieeffekten zur Erreichung der
Zielgruppe; Bündelung und Austausch von Fachressourcen).
Langfristig: Nach Standortfertigstellung wird die Verankerung der entstandenen Partnerschaften im
Familienzentrum angestrebt.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie 2: Entwicklung von Handlungsstrategien für die Beteiligung heterogener
Zielgruppen in der Familien- und Elternarbeit sowie der Arbeit mit Kindern
Der fachliche Ansatz der vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung muss bei den zentralen Partnern, die
konzeptionell in den Aufbau des Familienzentrums eingebunden sind, verankert werden. Ein Antrag wurde
durch das NHU beim Förderprogramm "Bildung im Quartier" in Abstimmung mit dem JA gestellt.
Verantwortlich: NHU in Kooperation mit JA und Kita Hasenheide
Aktuelle Anmerkung: Der Antrag des NHU wurde am 26.11.15 abgelehnt.
d) Handlungserfordernis: Erweiterung der Kitaplätze im Fördergebiet und umliegenden Sozialraum
Ausgangssituation: Der Bewohneranteil von 0-6 Jährigen im Fördergebiet lag Mitte 2014 bei 7,6 % (im Bezirk
bei 6,1 %). Die Kitas im Fördergebiet und in der unmittelbaren Nähe haben lange Wartelisten. (siehe Seite 2 /
Bildungsakteure). Durch Mieterhöhungen und die Beendigung von Mietverhältnissen gehen in 2015
perspektivisch 75 Kitaplätze aus kleinen EKT im Graefekiez verloren. Ein dringlicher Erweiterungsbedarf der
Kitaplätze im Sozialraum II und in der Düttmann-Siedlung wird durch das JA und örtliche Kitaleitungen
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie:
Verdichtungsplanung
Das JA sucht im Rahmen der Kitaentwicklung nach Standorten für den Bau von Kitas im Fördergebiet: Hierzu
wurden Anfragen an Abt. Stadtplanung / BA sowie KURA und AURAG nach potentiellen Bauflächen und
Gewerberäumen gestellt. Eine Finanzierungssicherung des Vorhabens im Rahmen von Programmen der
Landesförderung ist vorgesehen.
Ziel 2: Standort der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung in der Urbanstraße 43/44 ist
Handlungserfordernis: Sanierung / Erweiterung der KJFE drehpunkt
Ausgangssituation: Der Standort der KJFE ist die zentrale Ressource im Fördergebiet und im östlichen
Sozialraum II, um für die Zielgruppe der 13-17-jährigen regelfinanzierte Jugendfreizeitarbeit nach fachlichen
Standards (§ 11 SGBVIII) zu gewährleisten. Das Objekt Urbanstr. 43/44 (in Besitz des JA) ist dringend
sanierungsbedürftig. Der Jugendeinrichtung fehlt es an adäquaten Projekt- und Bewegungsräumen. Im Auftrag
des JA wird derzeit eine Wirtschaftlichkeitsprüfung/Bausubstanzgutachten für das Objekt durchgeführt
(Finanzierung Programm Städtebaulicher Denkmalschutz). Das JA hat der KJFE die 3. Etage des Gebäudes
zur Zwischennutzung zur Verfügung gestellt.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Sicherung des Standortes drehpunkt durch Umbau des Objektes
Urbanstraße 43/44
- Eine Antragstellung bei dem Förderprogramm „Infrastrukturmaßnahmen in Stadterneuerungsgebieten“
durch das JA ist vorgesehen. Eine Umsetzung der Baumaßnahme wird voraussichtlich ab 2017/2018
III.II Arbeit und Wirtschaft
Im Oktober 2014 wurden Beschäftigungs- und Förderprogramme für Migrant*innen beendet, die seit
2008 im Rahmen von Lotsenprojekten im Nachbarschaftstreff durch VIA durchgeführt wurden. Der Grund
dafür war, dass
die Begleitung der Maßnahmen mit 8-10 Fördernehmer*innen
Personalressourcen erfordert, die im Rahmen der QM-finanzierten Nachbarschaftsarbeit kaum zu leisten
sind. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen VIA und NHU werden jedoch weiterhin vereinzelt
Mitarbeiter*innen im Rahmen von Beschäftigungsverhältnissen in die Nachbarschaftsarbeit eingebunden.
Seit Januar 2015 wird das QM finanzierte Projekt „Berufsorientierung im Kiez“ durch Stiftung Bildung
und Handwerk Nord (ehem. FAA Nord) im Rahmen des Netzwerkfonds weiterentwickelt. Im Fokus stehen
die individuelle Beratung von schwervermittelbaren Jugendlichen im Übergang Schule - Beruf /
Hochschule und die Vermittlung in Praktika und Ausbildungsplätze. Die KJFE drehpunkt bleibt wichtigster
Kooperationspartner im Fördergebiet zur Vermittlung von Jugendlichen in das Projekt. Das Projekt läuft
Ende 2016 aus.
Die Albrecht-von-Graefe-Schule im direkten Einzugsgebiet zur Düttmann-Siedlung ist der zentrale
Bildungspartner, um Jugendliche durch duales Lernen an praxisnahe Bereiche hinzuführen, die mit
arbeitsmarktrelevanten Inhalten verknüpft sind. Die Schule hat sich in den letzten zwei Jahren als starker
Partner am Bildungsnetzwerk Graefekiez beteiligt. In Kooperation mit dem Jobcenter FRIEDRICHSHAINKREUZBERG hat die Schule Ende 2014 eine Job-Messe und eine Jugendkonferenz durchgeführt.
Seit 2012 konnten im Projekt „Graefe-Süd-Töchter“ Mädchen und junge Frauen aus Familien mit
Migrationshintergrund in Mini-Projekten ihre Interessen und Fähigkeiten innerhalb ihres sozialen
Kontextes ausprobieren. 30 Mädchen und junge Frauen wurden im Rahmen des Projektes erreicht, wobei
sich 8 Teilnehmerinnen kontinuierlich engagierten. Die 3-jährige Förderung durch das BAMF endet im
August 2015. Um die Kerngruppe weiterhin in Projekte einzubinden und Impulse für ihre berufliche
Zukunft zu setzen, konnte der Träger VIA erfolgreich eine Förderung durch die Türkische Gemeinde in
Deutschland - Programm Kultur macht stark - erzielen.
Ziel 1: Lokale Wirtschaft / im Gebiet tätige Unternehmen engagieren sich im Fördergebiet
Handlungserfordernis: Aktivierung ungenutzter Ressourcen und Synergieeffekte von Unternehmen in
den Themenfeldern Arbeit, Bildung und Soziales
Dienstleistungsunternehmen. In der Randbebauung befindet sich die Deutsche Rentenversicherung Bund als
größtes Unternehmen sowie seit November 2014 eine Filiale der Supermarktkette Biocompany. Weiterhin sind
im Altbauriegel zwei etablierte Gastronomieunternehmen sowie Kleingewerbe (Kiosk, Second-Hand)
angesiedelt. Als relevantes Unternehmen ist noch der von Bewohner*innen stark frequentierte Discounter
Netto gegenüber dem Fördergebiet zu nennen. Die wichtigsten im Gebiet tätigen Dienstleister sind Immoba
(Immobilien,
Assetund
Fondsmanagement)
(Immobilienmanagement/Verwaltung). Die soziale Einbindung von Wirtschaftsunternehmen fokussierte sich
bislang hauptsächlich auf immoba. Als Erfolge in der Zusammenarbeit sind die langfristig und kostenneutral zur
Verfügung gestellten und Instand gehaltenen Räume sowie die Kofinanzierung von Personal für die
Nachbarschaftsarbeit zu nennen.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Ermittlung und Nutzen von Potentialen, Interessen und Ressourcen der
oben genannten Dienstleister für das Fördergebiet
Recherche bisheriger Spenden- und Sponsoring-Schwerpunkte der o.g. Unternehmen und möglicher
Bereitstellung von Praktikums - und Ausbildungsplätzen.
Konzeptionierung einer lokalen Umsetzungsstrategie in den Themenfeldern Arbeit, Bildung und Soziales
zur Einbindung der o.g. Unternehmen
Kontaktaufnahme/Gesprächsinitiierung und Gesprächsführung mit Verantwortlichen der o.g.
Erarbeitung einer lokalen Image- und Beziehungspflege für engagierte Unternehmen; Erörterung einer
lokalen Vernetzung der Unternehmen (Win-win-Situation eruieren)
Verantwortlich: QM
Partner: AURAG, Deutsche Rentenversicherung Bund, Supermarktfiliale Biocompany, Discounter Netto
Ziel 2: Das Fördergebiet Düttmann-Siedlung wird als integrativer Bestandteil des
Graefekiezes wahrgenommen
Handlungserfordernis: Der Fokus der Vernetzung von Gewerbe und Bürger*innen im Graefekiez
wird auf die Düttmann-Siedlung ausgeweitet
Ausgangssituation: Das Fördergebiet Düttmann-Siedlung und das Altbaugebiet Graefekiez bilden den
lebensweltlich orientierten Sozialraum (LOR). Die wohnräumliche Segregation des Neubaugebietes (QMFördergebiet) mit einer im Vergleich zum restlichen Graefekiez wirtschaftlich schwachen Bevölkerungsstruktur
erschwert die Umsetzung eines sozialräumlich verzahnten Konzeptes der Vernetzung von Gewerbetreibenden
und Bürger*innen. Das gründerzeitliche Altbaugebiet außerhalb der Düttmann-Siedlung ist ein gewachsener
Mittelschichtskiez, der durch private Investitionen einem starken Aufwertungsprozess unterliegt. Die lokale
Wirtschaft besteht hauptsächlich aus Gastronomie im mittleren und hohen Preissegment. Gemeinwesen
orientierte Initiativen von Gewerbetreibenden und Bürger*innen werden durch die Stadtteilarbeit des NHU
begleitet und beziehen sich hauptsächlich auf das Altbaugebiet. Ein vom NHU durchgeführtes Bürgerforum
Graefegipfel in 2012 gab Impulse für vernetzte Aktionen im Rahmen der Themenfelder „Bildung“ und
„Soziales“, die auch durch das QM aufgegriffen wurden, hatten jedoch keine langfristige Verankerung der
Zusammenarbeit zur Folge.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Durch eine inhaltliche Neuausrichtung der Stadtteilarbeit im NHU wird
die Verzahnung des Neubau- und Altbaugebietes gefördert
Klärung von Anknüpfungsmöglichkeiten von Gewerbetreibenden im Graefekiez an das Fördergebiet
Düttmann-Siedlung;
Erörterung, Konkretisierung und ggf. Umsetzung konkreter Handlungsansätze, die die Düttmann-Siedlung
in den Fokus der Gewerbevernetzung rückt.
NHU (Stadtteilarbeit), QM organisiert
Handlungsansätzen/Aufgaben nach den Fachgesprächen.
Fachgespräch(e)
Ziel 3: Informationen zu Praktika, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind
niedrigschwellig zugänglich
Handlungserfordernis: Aufbau von Kooperationsstrukturen, die Jugendlichen und Erwachsenen
den Zugang zu Praktika, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten niedrigschwellig ermöglichen.
Ausgangssituation: Informationen zu Praktika, Ausbildungsplätzen und Weiterbildungsangeboten erreichen die
Zielgruppen im Fördergebiet unzureichend. Bei der Planung von Berufswegen fehlen Jugendlichen und Eltern,
insbesondere aus sozialbenachteiligten Familien, oftmals Kenntnisse des dualen Ausbildungssystems und
Vorstellungen von möglichen Berufsperspektiven.
Die Umsetzungsstrategie umfasst folgende Möglichkeiten:
Einen niedrigschwelligen Ansatz wird durch die ab 15. Oktober 2015 eingerichtete Jugendberufsagentur
forciert, die Leistungen des JobCenters, der Agentur für Arbeit sowie des JA unter einem Dach vereint und
durch sog. BSO-Teams Schulen einbindet. Das Ziel der Jugendberufsagentur ist es, junge Menschen
unter 25 Jahre zu unterstützen eine realistische Zielperspektive zu entwickeln.
Der Erfolg der Jugendberufsagenturen bleibt abzuwarten. Das QM sieht weiteren Handlungsbedarf in der
Weiterführung von „BIK – Berufsorientierung im Kiez“ zur Begleitung von schuldistanzierten Jugendlichen.
Kiezbezogen sollte die Zusammenarbeit der Albrecht-von-Graefe-Schule mit der KJFE drehpunkt und dem
Elternbeauftragten eine Möglichkeit bieten, das duale Ausbildungs-System der Schule durch konkrete
Veranstaltungen im Nachbarschaftstreff zu bewerben
Verantwortlich: Bildungsnetzwerk Graefekiez
Partner: Albrecht-von-Graefe-Schule, KJFE drehpunkt, Leitung Nachbarschaftstreff am Werner-DüttmannPlatz; Elternbeauftragter
III.III Nachbarschaft (Gemeinwesen, Integration)
A) Entwicklungen seit 2013:
Seit Mitte 2014 Neuausrichtung der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit, verbunden mit der
Beendigung der im Nachbarschaftstreff angesiedelten Fördermaßnahme „Bürgerlotsen“ im Rahmen des
zweiten Arbeitsmarktes sowie eines Personalwechsels der Stelle der/s Nachbarschaftsbeauftragte/n.
Fokussierung der Gemeinwesenarbeit auf die Schaffung von Begegnungsräumen von Menschen
unterschiedlicher sozialer Schichten und kulturell-religiöser Hintergründe sowie die Förderung von
Aktionsräumen, die Eigeninitiative und solidarisches Handeln stärken. Impulse gab es hierbei auch durch
Bewohnerinitiativen, die den Aktionsfonds nutzten.
Weiterhin starke Nachfrage nach Sozialberatung: Die im Nachbarschaftstreff täglich durchgeführte,
niedrigschwellige Sozialberatung erfährt weiterhin eine hohe Nachfrage von sozial benachteiligte
Migrant*innen und prägt an vielen Tagen die Atmosphäre im Nachbarschaftstreff.
B) Schlüsselprojekte:
Koordination der Gemeinwesenarbeit im Nachbarschaftstreff (01.01.2015-31.12.2016): Dieses
Projekt wird finanziert über Mittel des Projektfonds im Rahmen eines Leistungsvertrags zwischen dem
BA/Soziales und VIA. Ziele des Projektes sind die Schaffung von Begegnungs-, Dialog- und
Aktionsräumen im Nachbarschaftstreff und die Förderung von ehrenamtlichem Engagement. KURA
übernimmt seit Oktober 2014 die Kofinanzierung der Personalstelle der Nachbarschaftsbeauftragten,
wodurch die Stelle auf 30 Std./Woche aufgestockt werden konnte. Eine langfristige Kofinanzierung durch
die KURA wurde zugesichert.
Umbau des Nachbarschaftstreffs am Werner-Düttmann-Platz: Der Umbau wird über Mittel des
Baufonds finanziert. Die vorgesehene Umsetzung ist wie folgt zu datieren: 2015 die Planung und 2016 der
Umbau. Bauherr der Maßnahme ist KURA. Ziele des Bauvorhabens sind die Erhöhung der Qualität der
Nachbarschaftsarbeit, eine optimale Raumnutzung, die Schaffung eines separaten Beratungsraumes und
die verbesserte Außenwirkung des Treffpunktes. Eine mietfreie, langfristige Nutzung der Räume als
Nachbarschaftstreff und die Übernahme der Betriebskosten wurden durch KURA zugesagt.
C) Ziele Handlungserfordernisse, Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien
Ziel 1: Die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit ist nachhaltig und mit adäquater
räumlicher Infrastruktur am Werner-Düttmann-Platz verankert
a) Handlungserfordernis: Profil-Stärkung der Angebote im Nachbarschaftstreff sowie der damit
verbundenen Leitungs- und Koordinationsaufgaben
Ausgangssituation: Die Angebote im Nachbarschaftstreff werden getragen durch Initiativen, Vereine,
Mitarbeiter*innen des zweiten Arbeitsmarktes (NHU) und ehrenamtlichem Engagement. Der hohe
Beratungsbedarf wird durch den Elternbeauftragten (NHU), über Stellen des zweiten Arbeitsmarktes und durch
ehrenamtliches Engagement aufgefangen. Der in 2015 durchgeführte „Alltagsdialog“ (Aktionsfonds), die im
Sommer vorgenommene Erweiterung des Nachbarschaftscafés auf dem Werner-Düttmann-Platz und
aufsuchende Nachbarschaftsarbeit sind als Ansätze zu bewerten, den Personenkreis der Nutzer*innen des
Treffpunktes zu erweitern. Die Nachbarschaftsbeauftragte ist Ansprechperson für die Nutzung des
Treffpunktes und übernimmt die Koordination der Angebote.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Im Rahmen des Verstetigungsprozesses der Nachbarschafts- und
Gemeinwesenarbeit wird das Stellenprofil der Nachbarschaftsbeauftragten auf eine Leitungs- und
Koordinationsfunktion fokussiert und die Angebotsstruktur in den Räumen erweitert und gestärkt. Der
Nachbarschaftstreff soll langfristig zum Ankerpunkt für aktive Nachbarschaft im Gebiet werden
1) Durchführung von Fach- und Kooperationsgesprächen zur Abstimmung eines gemeinsamen Vorgehens
für die Verankerung der Personalstelle: Leitung und Koordination des Nachbarschaftstreffs
2) Erweiterung der Öffnungszeiten und der Angebotsstruktur im Nachbarschaftstreff im Rahmen der
Vorgaben von BA /Soziales (Produktzählung), um mehr Bewohner*innen anzusprechen und einzubinden
3) Notwendigkeit der Aufstockung
Koordinationsaufgaben bevorstehen
Personalstunden,
4) Profilschärfung der Leitungs- und Koordinationsaufgaben durch eine externe Prozessbegleitung, als
Unterstützung für eine optimale Planung der Nachbarschaftsarbeit sowie der Angebots- und
Zielgruppenerweiterung. Die Prozessbegleitung fördert eine Struktur für die Verankerung der
Nachbarschaftsarbeit.
Verantwortlich: BA/Soz
Partner: VIA, KURA, SenStadtUm, BA/Soz, QM (Projektfonds)
b) Handlungserfordernis: Konzeptionelle Einbindung der Räumlichkeiten Urbanstr. 48e (ehem.
Kindertreff) in die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit sowie bedarfsgerechte Ausstattung
Ausgangssituation: Die Räume (Urbanstr. 48e) liegen in unmittelbarer Nähe zum Nachbarschaftstreff. Sie
werden bis Ende 2015 im Rahmen von geförderten Projekten und im Kontext ehrenamtlicher Arbeit für
Angebote für Kinder im Alter von 5 - 7 Jahren genutzt. (siehe Seite 10 / Ziel 1 / HE a) / Ausgangssituation) Mit
der Beendigung des Projektes Kinderlabor (QFIII) endet die pädagogische Arbeit mit Kindern und die
Koordinationsleistung der Nutzer*innen für die Räume. Im Falle der Nichtübernahme der Räume durch das JA
stehen diese für die Nachbarschaftsarbeit zur Verfügung.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Übertragung der Organisation der Räume an VIA (Nachbarschaftstreff)
im Rahmen des Leistungsvertrages mit BA/Soz. und Erstellung eines Raumnutzungskonzeptes für die
Übertragung der Räume (Urbanstr. 48e) an BA/Soz für die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit
Erstellung eines Nutzungskonzeptes für die Räume im Rahmen der Nachbarschaftsarbeit
Ausstattung der zusätzlichen Räume (Urbanstr. 48e) im Rahmen des Nutzungskonzeptes
Verantwortlich: BA/Soz, VIA
Partner: KURA, QM (Projektfonds)
Ziel 2: Eine Nachbarschaftskultur der Begegnung fördert Potentiale im Kiez
a) Handlungserfordernis: Stärkung von Veranstaltungstraditionen und bisherigen Ansätzen einer
intergenerativen Nachbarschaftskultur des Miteinanders von Bewohner*innen
sozial-kultureller Hintergründe
Ausgangssituation: Bislang identifizieren sich mit dem Nachbarschaftstreff hauptsächlich geschlossene
Gruppen aus arabisch-, kurdisch-, türkisch-, bosnischsprachigen Communities. Auch Ansätze von
Seniorenarbeit finden innerhalb der Sprach-Communities statt. Veranstaltungen im Fördergebiet werden nur
selten über den Tellerrand des Neubaugebietes hinaus wahrgenommen. In 2015 forcierte
erfolgsversprechende Ansätze, eine vielfältige Nachbarschaft in den Fokus zu rücken, waren die
Veranstaltungsreihe „Alltagsdialog“ (Aktionsfonds), die Dütti-Doku (interaktive Webseite), an der sich
Nachbarschaftsarbeit. Die TDS beteiligt sich traditionell am GraefeSommerfest, das seit vier Jahren auf dem
Gelände der Kinderfreizeiteinrichtung Graefe-Kids stattfindet und Menschen verschiedener gesellschaftlicher
Schichten aus dem Graefekiez erreicht.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie1:
a) Die Weiterentwicklung von verschiedenen Veranstaltungsformaten bringt eine Nachbarschaftskultur der
Begegnung zum Tragen und fördert die Attraktivität von Begegnungs- und Veranstaltungsräumen
b) Durch die verstärkte Einbindung der Potentiale im Neu- und Altbaugebiet (Bewohner- und
Bürgerengagement, Schulen und Gewerbetreibenden) gewinnen Begegnungsorte an Anziehungskraft
Einbindung von Senior*innen in die Nachbarschaftsarbeit
Verantwortlich: QM (Projektfonds)
Partner: TDS; Bildungsnetzwerk Graefekiez; VIA (Nachbarschaftstreff)
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie2: Weiterentwicklung der Dütti-Doku zur Sichtbarmachung von BewohnerEngagement und Vielfalt im Fördergebiet (siehe Seite 23 / Schlüsselprojekt)
Mittelakquise zur Erweiterung der Dütti-Doku als Plattform für Bürgerengagement
Schulung eines Kern-Teams von Bewohner*innen in Medienkompetenz (Radio, Internet und Fotografie)
Begleitung von Bewohner*innen bei der Weiterentwicklung der Dütti-Doku als Plattform, auf der sich
Anwohner*innen mit ihren Interessen, Engagement und Biografien vorstellen
Verantwortlich: KiezFM / QM (Unterstützung bei der Mittelakquise)
Partner: KURA / AURAG (Kofinanzierung), Graefe-Girls (VIA)
Ziel 3: Infrastrukturelle Stärkung des im Fördergebiet verankerten Migrantinnenvereins
Handlungserfordernis: Die Ehrenamtsstrukturen im Türkischen Frauenverein Berlin e.V. sind gestärkt
Ausgangssituation: Der Türkische Frauenverein ist der einzige strukturell verankerte Migrantinnenverein im
Fördergebiet und als Partner der Gebietsentwicklung seit vielen Jahren in der TDS und im QR aktiv (siehe
IHEK S. 4). Es werden verschiedene bedarfsorientierte, sozial-kulturelle und bildungsorientierte
Integrationsmaßnahmen für Migrantinnen
umgesetzt (Alphabetisierungs- und Deutschkurse,
Hausaufgabenhilfe, Veranstaltungen und Treffpunkte für Frauen). Ein großer Teil der Arbeit wird durch
ehrenamtliches Engagement geleistet. Die Innenausstattung der Räume ist veraltet und wird der intensiven
Nutzung nicht gerecht. Es fehlt an Abstellmöglichkeiten für Arbeitsmaterialien der Gruppen. Für die in den
Vereinsräumen ehrenamtlich geleisteten Gruppenangebote werden unterschiedliche Sachmittel benötigt.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Aufwertung der Gemeinschaftsräume des Türkischen Frauenvereins als
räumlich attraktive Anlaufstelle für ehrenamtliche Arbeit
Ausstattung der Gemeinschafts-Räume anhand der Bedarfslage; Erarbeitung eines ausdifferenzierten
Raumnutzungskonzeptes für die Gemeinschaftsräume mit den Nutzer*innen; Finanzierung und
Umsetzung des Raumnutzungskonzepts
Verantwortlich: Türkischer Frauenverein
Partner: QM (Beratung und Begleitung, Projektfonds)
Verbesserung der Qualität des Wohnumfeldes und des Wohnraumes in der größten privaten Wohnanlage
im Fördergebiet als Resultat von Sanierungsmaßnahmen und Investitionen durch KURA. Die Steigerung
der Attraktivität der Wohnsiedlung und der gleichzeitig wachsende Druck auf dem Wohnungsmarkt führen
in einem stetigen Prozess der Verdrängung von einkommensschwachen Haushalten. Hier zeigt sich ein
politischer Handlungsbedarf um die Verdrängung von sozial und politisch benachteiligten
Bewohner*innen aufzuhalten, der weit über die Instrumente und Gestaltungsmöglichkeiten des
Quartiersverfahrens hinausreicht.
B) Ziele, Handlungserfordernisse, Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien
Ziel 1: Die Aufenthaltsqualität von Freiflächen im Fördergebiet ist verbessert
a) Handlungserfordernis: Aufwertung der Spiel- und Aufenthaltsfläche auf dem Gelände der AURAG
Ausganssituation: Die zweitgrößte Wohnanlage im Fördergebiet ist in Besitz und in Verwaltung von AURAG
Immobilienverwaltung GmbH. Während immoba/vabene (Verwaltung der größten Wohnanlage im Gebiet) seit
Jahren als Partner der Gebietsentwicklung eingebunden ist, konnte AURAG bisher nicht als Partner gewonnen
werden. Zwischen dem von AURAG verwalteten Grundstück und dem Grundstück von KURA/Immoba besteht
inzwischen ein großer qualitativer Unterschied hinsichtlich der Instandhaltung und Pflege von Freiflächen. Dies
wurde bei Kiezrundgängen mit dem Quartiersrat ausdrücklich hervorgehoben. Insbesondere eine im Hinterhof
befindliche geschützte Aufenthaltsfläche für Kinder und Eltern mit defekten Spielgeräten kann als Brachfläche
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Eine verbesserte Zusammenarbeit mit AURAG forciert die Aufwertung
der Spiel- und Aufenthaltsflächen
Kooperationsgespräch mit dem Eigentümer zur Erörterung von Planungsvorhaben und
Handlungserfordernissen auf dessen Grundstück
Identifikation von Schnittstellen der Zusammenarbeit und Unterstützungsanliegen
Einbindung des Quartiersrates, um Handlungserfordernisse, Herausforderungen und Planungsvorhaben
zu erläutern und die Zusammenarbeit zu stärken
Verantwortlich: AURAG
Partner: QM (Organisation und Dokumentation der Kooperationsgespräche, bei Bedarf: Projektfonds)
b) Handlungserfordernis: Aufwertung der Aufenthaltsqualität von Spiel- und Freiflächen auf dem
Gelände (KURA I-VI)
Ausganssituation: Das Wohnumfeld der größten privaten Wohnanlage im Quartier ist zum einen geprägt durch
viel genutzte Spielflächen für Kinder im Alter von 4-7 Jahren mit Parkbänken für Eltern, mehr oder weniger
ungenutzte Sportflächen (Tischtennis, Boulfläche)
und dem Werner-Düttmann-Platz inmitten des
Neubaugebietes. Der Platz ist tagsüber Aufenthaltsort von Bewohner*innen (Kindern, Erwachsenen), jedoch
wird aufgrund der Lage (umrandet von Wohnblöcken) darauf geachtet, dass die Ruhezeiten eingehalten
werden. Ausnahmegenehmigungen für Feste wurden bislang problemlos erteilt. Der Bedarf der Aufwertung
von Spiel- und Aufenthaltsflächen wurde seitens des QR festgestellt. Durch die in den letzten Jahren
veränderte Bewohnerstruktur ist der Bedarf an Fahrradständern erheblich gestiegen und wird immer wieder
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Umsetzung von kleinteiligen Baumaßnahmen zur Aufwertung der
Aufenthaltsqualität im Gebiet der KURA I-VI
Kooperationsgespräch mit dem Eigentümervertreter zur Erörterung von Planungsvorhaben in Bezug auf
den Werner-Düttmann-Platz, hochfrequentierter Spielflächen und abgenutzter Sport- und Freiflächen;
Erörterung von Handlungserfordernissen und Problemlagen, sowie Identifikation von Schnittstellen der
Zusammenarbeit und Fördermöglichkeiten.
Verantwortlich: KURA/immoba; QM (Kooperationsgespräche, Projektfonds)
c) Handlungserfordernis: Orientierungs- und Leitsystem zur besseren Außendarstellung der im
Fördergebiet vorhandenen Aufenthaltsorte, Einrichtungen, Angebote und Mitmachmöglichkeiten
Ausgangssituation: Bestehende Strukturen und Angebote im Fördergebiet sind nicht ausreichend im Quartier
bekannt und zu wenig sichtbar. Anwohner*innen aus dem Altbauriegel finden kaum in den Neubauteil des
Fördergebietes. Die Düttmann-Siedlung ist für Nachbar*innen aus dem umliegenden Altbaukiez kein Ort, der
aufgesucht wird, da er nicht als kultureller Bestandteil des Graefekiezes wahrgenommen wird. Um die
Bekanntheit der bestehenden sozialen Infrastruktur zu erhöhen ist ein attraktives, im öffentlichen Raum
sichtbares Orientierungs- und Leitsystem erforderlich.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Entwicklung eines bei den Trägern verankerten Orientierungs- und
Leitsystems für Orte, Angebote und Mitmachmöglichkeiten
Konzeptentwicklung eines bedarfsgerechten „Orientierungs- und Leitsystems“ im Fördergebiet mit Partnern der
Gebietsentwicklung, vor Ort tätigen Akteuren und im Gemeinwesen engagierten Bewohner*innen; Klärung und
Abstimmung der Verankerungsmöglichkeiten und der Verantwortungsübernahme der Wartung und
Aktualisierung; Einbindung von Bewohner*innen in den Gestaltungsprozess
Verantwortlich: KURA, AURAG, Natur- und Grünflächenamt; ggf. Fachbereich Tiefbau; Kitas Eigenbetrieb, evtl.
Schulen, NHU, VIA, QR, QM (Projektfonds)
Partner: s.o.
d) Handlungserfordernis: Sicherung u. Steigerung der Aufenthaltsqualität der öffentlichen Freifläche
(Spielgelände Graefestraße) im Fördergebiet
Ausgangssituation: Die durch das Programm „Wohnumfeld West“ in 2006/2007 sanierte Spiel- und Sportfläche
wird hochfrequentiert von Kindern, Kinderläden, Kitas und Schulen genutzt, weist inzwischen jedoch erhebliche
Mängel auf. Das Dach eines schattenspendenden Pavillons mit Sitzgelegenheiten wurde aufgrund von
Mängeln demontiert. Eine Drehscheibe, bei der Sanierung technisch überholt, wurde aufgrund von
Sicherheitsmängeln abgebaut. Es fehlen Spielgeräte für Kinder.
Aufgrund der derzeitigen Planungssituation (Geplanter Umbau des jugendamtseigenen Objektes Urbanstraße
43/44; geplanter Bau einer Kita auf dem Gelände des Ökogartens) ist trotz Bedarf keine Planungssicherheit
für die Gestaltung der Freifläche gegeben.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Klärung der Situation: Aufwertung des öffentlichen Spielplatzes in der
Graefestraße durch zusätzliche Spielgeräte und Sitzgelegenheiten
Verantwortlich: BA Natur-und Grünflächenamt / JA
Partner: QM (ggf. Projektfonds)
III.V Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner
Für die Neubesetzung der Bewohnergremien im Oktober 2014 konnten durch Ansprache im
Öffentlichen Raum (QM-Mobil) insgesamt 30 Bewohner*innen gewonnen werden. Die Zusammensetzung
der Bewohnergremien zeigt, dass sich im QR viele neu zugezogene Bewohner*innen engagieren,
während in der AJ hauptsächlich Anwohner*innen mitwirken, die schon länger im Gebiet aktiv sind. Der
Anteil an Migrant*innen in der AJ liegt bei 80%, der Anteil von Migrant*innen im Quartiersrat liegt bei 40%.
Vernetzung und Einbindung der Partner
Das stärkste Netzwerk im Rahmen der Gebietsentwicklung ist die TDS. Teilnehmer*innen treffen sich im
sechswöchigen Rhythmus. Ende 2014 wurden von den teilnehmenden Trägern und Akteuren folgende
mittelfristige Handlungserfordernisse formuliert: Gemeinsame Fortbildungen und Einbindung zusätzliche
Fachressourcen in den Netzwerkverbund; Die Zusammenarbeit unter der Prämisse des gemeinsam
verabschiedeten Leitbildes „Aktive Nachbarschaft“ zur Förderung der Eigenverantwortung und
Eigeninitiative von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen; Umsetzung gemeinsamer Aktionen, die das
Miteinander in der Nachbarschaft fördern.
Als Partner für politische Bildungsarbeit im sozialräumlichen Kontext der Düttmann-Siedlung konnte der
Verein KIgA gewonnen werden. Seine Kompetenzen liegen bei den Themenfeldern Rassismus,
Antisemitismus, Anti-Islamismus. Er wird im Rahmen des Modellprojektes „Akteure der Jugendbildung
stärken - Jugendliche vor Radikalisierung schützen“ in der Düttmann-Siedlung Ressourcen einbringen.
Das Bildungsnetzwerk Graefekiez besteht als „junges“ Netzwerk seit Oktober 2013 und ist aus der
Bildungsinitiative um die Lemgo GS hervorgegangen. Hauptziel des Netzwerkes ist die Stärkung des
Bildungsstandortes Graefekiez. Startschuss für die Neuformierung des Bildungsnetzwerkes war eine
Akteurs-Analyse (August /September 2013). Im Oktober 2013 wurde mit 24 formalen und non-formalen
Bildungsakteuren ein Auftaktworkshop durchgeführt. Seit Januar 2014 forciert eine Koordinierungsgruppe
aus Netzwerkpartner*innen die Arbeit des Netzwerkes, organisatorisch und inhaltlich unterstützt durch
eine Prozessmoderation. Durch Leitungswechsel bei vier zentralen Bildungspartnern des Netzwerkes in
2014 wurde eine kontinuierliche Netzwerkarbeit erschwert.
Bei der Entwicklung der Web-Dokumentation „Dütti-Doku“ (www.duetti-doku.de) wurden
Bewohner*innen aus dem Fördergebiet durch Methoden des Bürgerjournalismus beteiligt. Im Rahmen
eines zwei-monatigen Workshops mit Bewohner*innen und Akteur*innen aus der Düttmann-Siedlung
wurde unter Federführung des Teams von KiezFM eine Webdokumentation mit Audiointerviews und
Fotos erstellt. Bewohner*innen kommen zu Wort und erzählen über sich und ihre Erfahrungen in ihrem
Kiez. Vorgestellt werden bislang 10 Portraits von Menschen, die sich engagieren, von ihrem Kiez erzählen
und aus ihren Lebensläufen berichten. Die Weiterentwicklung der „Dütti-Doku“ durch ein
bewohnergetragenes Redaktionsteam wird angestrebt (siehe HF Nachbarschaft / Ziel 2 / Lösungsansatz
2, S. 18).
Ziel 1: Die für das Fördergebiet zentralen Netzwerke für Gemeinwesen und Bildung sind
langfristig verankert
a) Handlungserfordernis: Profilschärfung der TDS als gemeinwesen-orientiertes Netzwerk von Trägern
im Graefekiez in Abgrenzung zum Bildungsnetzwerk Graefekiez
Ausgangssituation: Die TDS als langjährig, verankertes Netzwerk hat den Fokus seiner Arbeit auf dem
Fördergebiet. Die Themen entstehen aus der Arbeit der vor Ort tätigen Träger und aus dem Austausch über
aktuelle Entwicklungen im Fördergebiet. Die TDS hat in ihrer Zusammenarbeit einen interdisziplinären Ansatz.
(Frühe Bildung, Jugendarbeit, Nachbarschafts- und Elternarbeit, Beratung und Bildung). Das Bildungsnetzwerk
Graefekiez hingegen legt den Fokus auf die Förderung von Bildung und auf den gesamten Graefekiez, in dem
die Bildungseinrichtungen angesiedelt sind. Im Bildungsnetzwerk entstehen die Schwerpunkte der Arbeit
schwerpunktmäßig aus den Bedarfen der Schulen.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Stärkung der Zusammenarbeit der TDS durch die Einbindung
zusätzlicher Ressourcen, um den Bezug für das Gemeinwesen zu stärken und positive Entwicklungen zu
a) Stärkung der Netzwerkpartner durch Optimierung vorhandener Ressourcen und Synergieeffekte im
Rahmen der Zusammenarbeit bei folgenden Aufgaben: Förderung des Miteinanders in der Nachbarschaft;
Förderung der Übernahme von
Eigenverantwortung der Bewohner*innen; Sichtbarmachung der
Zusammenarbeit des Netzwerkes im Fördergebiet;
b) Erweiterung der TDS durch Einbindung zusätzlicher Fachressourcen aus dem BA und von freien Trägern
im Rahmen von Problemlösungsstrategien für die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit
Aufbau eines Geschäftsführenden Ausschusses als Steuerungsgremium für die Sitzungen
Verantwortlich: TDS
Partner: QM (Moderation, Impulsgeber; Unterstützung der Prozesse)
b) Handlungserfordernis: Konsolidierung des Bildungsnetzwerkes und Entwicklung
abgestimmten Gesamtstrategie für die Zusammenarbeit der Bildungspartner im Graefekiez
Ausgangssituation: Derzeit geringe Beteiligung im und Identifizierung mit dem Bildungsnetzwerk seitens der
institutionellen Bildungspartner im Kiez. Die Koordinierungsgruppe konzipiert und organisiert Maßnahmen, um
das Bildungsnetzwerk Graefekiez zu stärken. Aufgrund der Entwicklungen in 2014 (Ausfall und
Schulleitungswechsel von drei Schulen und einer Kita) konnte sich das Netzwerk bislang nicht adäquat
konsolidieren. Eine Gesamtstrategie für die Zusammenarbeit der Bildungspartner im Graefekiez liegt noch
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie: Fortführung des Prozesses der Konsolidierung des Bildungsnetzwerkes
Graefekiez durch die Erarbeitung eines gemeinsamen Leitbildes und Abstimmung von gemeinsamen
Konkrete Ansprache der neuen Schulleitungen über Möglichkeiten der Mitarbeit, Interessen und
Zeitressourcen; Auswertung und Anpassung der Struktur des Bildungsnetzwerkes an vorhandenen
Erarbeitung einer Gesamtstrategie mit folgenden Schwerpunkten: Formulierung eines Leitbildes;
Förderung von Bildungsübergängen zwischen Kita-Grundschule-weiterführende Schulen; Förderung der
Elternpartizipation (vor allem im Kita-Bereich), mit dem Ziel/Vision der Schaffung einer sozial, solidarisch,
gerechten Bildungslandschaft
Ziel 2: Eine gemeinsame Handlungsstrategie vor Ort tätiger Akteure stärkt das
Gemeinwesen und fördert eine Nachbarschaftskultur der Wertschätzung sowie
a) Handlungserfordernis: Zusammenarbeit der Akteure bei der Umsetzung aufeinander abgestimmter
Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt und Delinquenz im Fördergebiet.
Ausgangssituation: Die Förderung der Eigenverantwortung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im
Zusammenhang mit dem Umgang von Gewaltvorfällen im Fördergebiet und in den Einrichtungen waren
zentrale Themen in den Sitzungen der TDS und im Quartiersrat in 2014 und 2015. Die Einrichtungen der
Kinder-, Jugend-, Familien- und Nachbarschaftsarbeit richten ihre pädagogische Arbeit darauf aus, ein soziales
Miteinander in ihren Einrichtungen zu fördern und bei Konflikten zu intervenieren, soweit es in ihrem Rahmen
und Aufgabenbereich liegt. In Reaktion auf die häufige Konfrontation mit problematischem Verhalten von
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Quartier (psychische und physische Gewalt, Delinquenz,
Vandalismus) haben die Akteure vor Ort beschlossen, gemeinsame Handlungsstrategien zu erarbeiten und
umzusetzen. In Abstimmung mit dem JA wurde auf der Gebietskonferenz im Dezember 2014 die Durchführung
einer Strategien-Konferenz beschlossen, um aufeinander aufbauende Handlungsansätze vorzustellen und
Unterstützungsstrukturen dafür zu vereinbaren.
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie 1: Vorbereitung und Umsetzung einer „Strategien-Konferenz zur
Entwicklung und Abstimmung gemeinsamer Handlungsansätze im Umgang mit Gewalt und Delinquenz in der
Düttmann-Siedlung“ unter Federführung des JA
Die Umsetzungsstrategie umfasst folgende Handlungsschritte:
Durchführung von Arbeitsgruppen zur Erarbeitung von Handlungsansätzen im Vorfeld der
Strategiekonferenz: Vorherige Akteurs-Runden dienen dazu, die Problematik aus unterschiedlichen
Perspektiven zu erläutern, gemeinsame Ziele zu formulieren und Handlungsansätze für gemeinsame
Interventions- und Präventionsstrategien zu erarbeiten.
Umsetzung der Strategiekonferenz: Die vor Ort tätigen Akteure tragen die Ergebnisse ihrer Vorbereitung
zu Interventions- und zu Präventionsstrategien vor und formulieren ihre Unterstützungsanliegen.
Schnittstellen der Zusammenarbeit und bestätigte Unterstützungsaufträge werden konkretisiert,
gemeinsame Handlungsstrategien formuliert und weitere Vereinbarungen getroffen.
Partner: Akteure aus der TDS: JA (Regionaler Sozialer Dienst, Jugendförderung, Frühe Bildung und
Erziehung, Jugendhilfe im Strafverfahren, Kinderschutz), KinderJugendGesundheitsdienst, KJFE Graefekids
und drehpunkt; Familienbündnis, Nachbarschaftsbeauftragte, Elternbeauftragte, Kinderlabor; Kita Hasenheide,
Gangway, KIgA e.V, Schulsozialarbeit (Lemgo-GS; Hermann-Hesse-Gymnasium); Weitere Partner der
Gebietsentwicklung: KURA/immoba; Hausmeister, Vabene, Sicherheitsdienst, Polizei (Dienstgruppenleiter:
DIR 5 Abschnitt 52/411, Kontaktbereichsbeamte; Präventionsbeauftragte); Lemgo-GS; Albrecht-von-GraefeSchule; QM (Teilnahme an den Vorbereitungstreffen und Strategiekonferenz, Moderation TDS)
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie 2: Aufgreifen der in der Strategie-Konferenz entwickelten und
verabredeten Handlungsstrategien im Umgang mit Gewalt und Delinquenz
Aufarbeitung der Ergebnisse und Vereinbarungen der Strategiekonferenz im Rahmen der
Netzwerkstrukturen (gemeinsame Handlungsansätze, Unterstützungsverabredungen und konkreten
Sicherung der Finanzierung gemeinsam geplanter Vorhaben: Bedarfe bestehen voraussichtlich bei
Prozessbegleitung, Qualitätssicherung, Öffentlichkeitsarbeit, ggf. Mediation, Unterstützung bei der
Methodenwahl, Auswertung und Sicherung der Ergebnisse
Erstellung eines Handlungs- und Ablaufplans (Vereinbarungen von Zeitfenstern, Meilensteinen,
Partner: Akteure aus der TDS und dem Bildungsnetzwerk Graefekiez;
Präventionsbeauftragte der Polizei; QM (Teilnahme, Moderation der TDS),
KURA/immoba,
Lösungsansatz/Umsetzungsstrategie3: Verankerung des gemeinsam verabschiedeten Leitbildes „Aktive
Nachbarschaft“ zur Förderung der Eigenverantwortung und als gemeinsame und sichtbare
Präventionsstrategie gegen Gewalt
Konkrete Einbindung des Leitbildes „Aktive Nachbarschaft“ als gemeinsame Präventionsstrategie in die
Vorbereitung zur Strategiekonferenz der vor Ort tätigen Träger.
Klärung des weiteren Umsetzungsprozesseses im Rahmen der TDS; Regelmäßiger Austausch in der
TDS zu Ansatzpunkten für das Leitbild in der praktischen Arbeit; Festlegung und Umsetzung
gemeinsamer Methoden und Aktionen im Rahmen des Leitbildes; Auswertung von Herausforderungen,
Grenzen und Lösungsansätzen;
Verantwortlich: JA; TDS
Partner: QM (Moderation der TDS), Projektfonds
Tabelle 5: Überblick der Ziele der Gebietsentwicklung
HF 1: Bildung, Ausbildung Jugend
- Ziel 1: Bedarfsgerechte Strukturen zur Bildungsförderung sind im Fördergebiet verankert
- Ziel 2: Standort der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung in der Urbanstraße 43/44 ist gesichert
HF 2: Arbeit und Wirtschaft
- Ziel 1: Lokale Wirtschaft / im Gebiet tätige Unternehmen engagieren sich im Fördergebiet
- Ziel 2: Das Fördergebiet Düttmann-Siedlung wird als integrativer Bestandteil des Graefekiezes
- Ziel 3: Informationen zu Praktika, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind niedrigschwellig
HF 3: Nachbarschaft (Integration, Gemeinwesen)
- Ziel 1: Die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit ist nachhaltig und mit adäquater räumlicher
Infrastruktur am Werner-Düttmann-Platz verankert
- Ziel 2: Eine Nachbarschaftskultur der Begegnung fördert Potentiale im Kiez
- Ziel 3: Infrastrukturelle Stärkung des im Fördergebiet verankerten Migrantinnenvereins
HF 4: Öffentlicher Raum
- Ziel 1: Die Aufenthaltsqualität von Freiflächen im Fördergebiet ist verbessert
HF 5: Beteiligung, Vernetzung Einbindung der Partner
- Ziel 1: Die für das Fördergebiet zentralen Netzwerke für Gemeinwesen und Bildung sind langfristig
- Ziel 2: Eine gemeinsame Handlungsstrategie vor Ort tätiger Akteure stärkt das Gemeinwesen und fördert
eine Nachbarschaftskultur der Wertschätzung sowie Zivilcourage.
Aus den im IHEK formulierten Zielen und Handlungserfordernissen sowie den daraus abgeleiteten
Lösungsansätzen sind drei prioritäre Strategiefelder für eine nachhaltige Gebietsentwicklung hervorzuheben:
Strategiefeld 1: Schaffung von Begegnungs- und Beteiligungsräumen im Quartier zur Stärkung der
Maßgebende Rahmenbedingungen der nachbarschaftlichen Interaktion im Fördergebiet sind die geringe
Gebietsgröße (Dorfstruktur), die Isoliertheit der Düttmann-Siedlung im umliegenden Graefekiez sowie das
Nebeneinander von sozioökonomischen Bevölkerungsschichten und Sprach-Communities im Fördergebiet.
Die Schaffung von Begegnung- und Beteiligungsräumen für Menschen unterschiedlicher Herkunft und
gesellschaftlicher Milieus und die Stärkung von Strukturen, die vielfältige kultursensible Formen der
Eigeninitiative ermöglichen sind hier als zentrale Handlungserfordernisse zu nennen.
Zur Stärkung der Potentiale aus der Nachbarschaft setzt das Quartiersmanagement richtungsweisende
Impulse durch zusätzliche Mittelvergabe für die Weiterentwicklung von Begegnungs- und
Beteiligungsformaten, die Anwohner*innen mit ihren Interessen und Fähigkeiten in die Nachbarschaftsarbeit
einbinden und noch nicht erreichte Zielgruppen mobilisieren.
Strategisch steht die Verankerung des Nachbarschaftstreffs am Werner-Düttmann-Platz und somit auch die
Verstetigung der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit im Fokus der Gebietsentwicklung. Durch die
Sanierung, Erweiterung und Ausstattung der Räume im Rahmen des Quartiersmanagementverfahrens wird
deren langfristige und bedarfsgerechte Nutzung für unterschiedliche nachbarschaftliche Aktivitäten ermöglicht.
Rückenwind erfährt das Vorhaben durch die Mitwirkung und finanzielle Beteiligung der Eigentümer der größten
Wohnanlage im Fördergebiet. Mit der Zustimmung des Bezirksamtes / Fachbereich Soziales, die Leitung und
Koordination des Nachbarschaftstreffs langfristig in den Bezirkshaushalt zu integrieren und dessen
Umsetzung, kann die Nachbarschafts-und Gemeinwesenarbeit langfristig im Fördergebiet verankert werden.
Die Verstetigung der Nachbarschaftsarbeit trägt maßgebend zum Erhalt der Vielschichtigkeit der im Gebiet
lebenden Bewohner*innen und zu einem Miteinander und Füreinander in der Nachbarschaft bei.
Strategiefeld 2: Stärkung von Strukturen der Zusammenarbeit und Einbindung der Netzwerke in die
Zentraler Erfolgsfaktor für eine kontinuierliche Gebietsentwicklung ist eine gefestigte und aufeinander
abgestimmte Zusammenarbeit der Akteure vor Ort. Die Stärkung der gewachsenen Netzwerkstrukturen und
die Einbindung der Netzwerkpartner in die strategische Gebietsentwicklung hat somit hohe Priorität.
Von der kleinen Gebietsgröße und der langjährigen Zusammenarbeit der im Gebiet tätigen Akteure
ausgehend, forcieren wir diesen Prozess durch: a) den kontinuierlichen Austausch über aktuelle,
gebietsbezogene Entwicklungen; b) die Identifizierung gemeinsamer Themen; c) die Erarbeitung und
Umsetzung abgestimmter Handlungsstrategien; d) die Schaffung von Synergieeffekten durch Kooperation; e)
die Erarbeitung verbindlicher Strukturen der Zusammenarbeit und f) eine gemeinsame Außendarstellung der
Handlungsansätze, um die gebietsbezogene Netzwerkarbeit langfristig zu sichern sind: a) die Verankerung des
Leitbildes „aktive Nachbarschaft“ mit den Akteuren vor Ort; b) die Erarbeitung und Verankerung eines Leit- und
Orientierungssystems der Institutionen und Angebote im Quartier; c) die Weiterentwicklung einer geeigneten
Netzwerkstruktur für eine strategische Zusammenarbeit der formalen und non-formalen Bildungspartner im
Graefe-Kiez. Ein zusätzlicher Impuls setzt das Quartiersmanagement durch die Förderung der
Zusammenarbeit der vor Ort tätigen Akteure im Rahmen des vom Quartiersmanagement angeschobenen
Leitbildprozesses „Aktive Nachbarschaft“. Gemeinsame Aktionen zu gebietsrelevanten Themen sollen im
Fördergebiet Aufmerksamkeit hervorrufen, um einer Nachbarschaftskultur der gegenseitigen Wertschätzung zu
Strategiefeld 3: Die Infrastruktur für Familien-, Kinder- und Jugendarbeit ist gestärkt
Vor dem Hintergrund der jungen Bevölkerungsstruktur und der hohen Anzahl sozioökonomisch benachteiligter
Familien ist die Stärkung und Sicherung der sozialen Infrastruktur für Familien, Kinder und Jugendliche eine
weitere Priorität in der Gebietsentwicklung.
Im IHEK formulierte Handlungserfordernisse in diesem Strategiefeld sind: a) der Bau eines Familienzentrums
in unmittelbarer Nähe zum Fördergebiet b) der Erhalt und die Ausweitung der pädagogischen Nutzfläche für
den drehpunkt c) die Erweiterung der Kitaplätze d) Sicherung und Ausbau des elhana Lernpatennetzwerkes.
Die Verantwortung für den Ausbau und die nachhaltige Sicherung der Infrastrukturstandorte liegt beim BA /JA
und ist im Rahmen der langfristigen Planung des BA vorgesehen. Die Verankerung des elhana
Lernpatennetzwerkes wird durch den Träger elhana e.V. im Rahmen einer Förderung über den Projektfonds
Die Wahrnehmung des Fördergebietes Düttmann-Siedlung und seiner Bewohner*innen als integrativer
Bestandteil des Graefekiezes ist ein Querschnittsthema im Rahmen der Gebietsentwicklung nach dem Motto
des Leitbildes der Gebietsentwicklung „MITTEN DRIN STATT AUSSEN VOR“.
QM-Düttmann-Siedlung - Bedarfsliste IHEK 2015-2017, Seite 1
Bedarfsliste IHEK Quartiersgebiet Düttmann-Siedlung
Netzwerkes zur
Professionalisierung der Koordinationsstruktur
Stärkung des Netzwerkes, Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit,
Gewinnung neuer Kooperationspartner und weiterer
Unterstützung der Ehrenamtsstrukturen durch Coachings,
Siehe IHEK, S.13
Projektstart am 01. Mai 2015,
Kooperation mit der LemgoGrundschule
Kita Urbanstraße 62 zu
Bau eines Familienzentrums in der Urbanstraße 62
Räumliche Erweiterung von Kitaplätzen
Schaffung von zentralen Räumen für Familienbegegnung und
Siehe IHEK, S. 13
Objekt Urbanstraße
Baumaßnahme zur Sanierung oder Neubau des Objektes
Infrastrukturma
ßnahmen in
Stadterneuerun
gsgebieten
(SenStadtUm)
Siehe IHEK, S. 14
Konzeptentwicklung auf Grundlage
der Ergebnisse der
Wirtschaftlichkeitsprüfung /
Bausubstanzgutachten (2015)
Verantwortlich/ Antragsstellung: JA
- der Erhalt und die Erweiterung des Standortes für
Jugendförderung, Jugendbildung und Berufsförderung gemäß
- Angebote der Hilfen zur Erziehung (betreutes Wohnen)
naturnahen Gartens in
der Kita Hasenheide
Naturnahe Gestaltung des Kitagartens für Kinder im Alter von
0-6 Jahren unter Beteiligung der Eltern
Siehe IHEK, S. 12
Befürwortung durch BA und
SenStadtUm erfolgt.
Planung in 2015, Umsetzung in 2016
QM-Düttmann-Siedlung - Bedarfsliste IHEK 2015-2017, Seite 2
Nachbarschaftstreff am
Sanierung, Erweiterung und Funktionale Optimierung der
Räume des Nachbarschaftstreffs
Siehe IHEK, S. 18
SenStadtUm erfolgt
Umsetzung in 2016
Urbanstraße 48e zur
Nutzung im Rahmen der
Bedarfsgerechte Ausstattung der zusätzlichen Räume für die
Arbeit des Nachbarschaftstreff
Siehe IHEK, S. 19
Verankerung der der
Angebotsstruktur im
(inkl. Prozessbegleitung)
Aufstockung der Wochenarbeitszeit der Stelle „Leitung des
Nachbarschaftstreff“
Prozessbegleitung der Nachbarschaftsarbeit
Befürwortung durch SenStadtUm
und BA erfolgt
(2016: 30.000
2018: 40.000)
Etablierung der DüttiDoku als Plattform für
Mobilisierung, ‚Qualifizierung und Begleitung von
Bewohner*innen für die Weiterentwicklung der Dütti-Doku als
Plattform für Bürgerjournalismus, auf der sich
Anwohner*innen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) mit ihren
Interessen, Engagement und Biografien vorstellen
Fördermittelakquise;
(Dienstleister im
Fördergebiet)
Siehe IHEK, S. 20
Grundstruktur der Web-Doku
Ehrenamtsstruktur im
Frauenverein Berlin e.V.
Aufwertung der Gemeinschaftsräume des Türkischen
Frauenvereins zur Stärkung der Ehrenamtsstrukturen
QM-Düttmann-Siedlung - Bedarfsliste IHEK 2015-2017, Seite 3
Aufenthaltsfläche auf
dem Gelände Aurag
Umsetzung kleinteiliger Bau- und Aufwertungsmaßnahmen
Siehe IHEK, S. 21
Abstimmung mit aurag und dem
Quartiersrat erforderlich
Freiflächen auf dem
Gelände der KURA I-VI
Siehe IHEK, S. 22
Aufwertung des Fördergebietes durch Sichtbarmachung von
Standorten und Angeboten im Rahmen eines bei
Trägern/Eigentümern verankerten Orientierungs- und
Erhöhung der Identifizierung der Anwohner*innen mit dem
Fördergebiet durch deren Einbindung.
(2017: 20.000 €
2018: 20.000 €)
Siehe IHEK. S. 22
Bedarf wurde explizit im QR
Aufwertung des Spielgeländes durch zusätzliche(s)
Spielgerät(e) und Überdachung des Pavillons auf dem
Einbindung der Bewohner*innen in das Verfahren
Bedarf wurde von Kindern im
Rahmen der Aktion „Kiezdetektive
Lemgo-GS“ und Bewohner*innen
Berücksichtigung der gegenwärtigen
Spielgeländes in der
QM-Düttmann-Siedlung - Bedarfsliste IHEK 2015-2017, Seite 4
Leitbildes „Aktive
Vernetzung von vor Ort tätigen Akteuren zur Durchführung von 2016
gemeinsamen Kampagnen für ein respektvolles Neben- und
Miteinander in der Nachbarschaft
Schaffung von Dialogräumen für Empowerment, Zivilcourage
und Auseinandersetzung mit Gewalt und Diskriminierung
Prozessbegleitung des vor Ort tätigen Netzwerkes
(Trägerrunde Düttmann-Siedlung) zur praktischen Umsetzung
eines miteinander abgestimmtes pädagogisches Konzept im
Rahmen des Leitbildes „Aktive Nachbarschaft“
Siehe IHEK, S. 26
Bedarf wurde in der
Strategiekonferenz, in der
Trägerrunde Düttmann-Siedlung, im
Quartiersrat und seitens der
Hausverwaltung formuliert