Source: https://www.recht-freundlich.de/datenschutz-recht-dsgvo/dsgvo-und-datenschutzorganisation
Timestamp: 2020-07-10 21:24:00
Document Index: 231356614

Matched Legal Cases: ['Art. 30', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art 39', 'Art. 37', 'Art 32']

DSGVO und Datenschutzorganisation - Sicherheit der Verarbeitung
In Kategorie(n): Datenschutz DSGVO - 28. März 2020 von Rechtsanwalt Thomas Feil
DSGVO und Datenschutzorganisation – Sicherheit der Verarbeitung
Wenn die Informationspflichten im Rahmen des Projekts „DS-GVO für Spätstarter“ ausreichend umgesetzt wurden, sollte kurzfristig eine Datenschutzorganisation eingerichtet werden. Nach unserer Erfahrung kann dies nicht „nebenbei“ von jemandem mit erledigt werden, sondern es sind bestimmte organisatorische Rahmenbedingungen zu schaffen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um das Thema „Datenschutz“ kümmern sollen, brauchen ausreichende zeitliche und teilweise auch finanzielle Ressourcen, beispielsweise für Fortbildungen. Es ist die Entscheidung zu treffen, ob ein Datenschutzbeauftragter zu bestellen ist, und wenn ja, ob eine interne Lösung gesucht wird oder auch mit Blick auf die Haftungsrisiken ein externer Datenschutzbeauftragter bestellt werden soll.
Die datenschutzrechtlichen Pflichten, beispielsweise das Führen eines Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeit nach Art. 30 DS-GVO oder die Umsetzung der Anforderungen für die Sicherheit der Verarbeitung gem. Art. 32 DS-GVO, sind unabhängig von der Bestellung eines Datenschutzbeauftragten. Auch wenn der Schwellenwert für die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nicht überschritten wird, sind die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen im Unternehmen oder in der Behörde anzuwenden.
Daher darf die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Datenschutzorganisation, sprich insbesondere eine Zuordnung von Zuständigkeiten und Aufgaben festgelegt werden muss.
Zuständigkeit IT-Sicherheit
Positionierung der Leitungsebene
Datenschutz und Risikomanagement
Da die DS-GVO vielfältige Regelungen und Anforderungen an die IT-Sicherheit stellt, beispielsweise eine Erwartungshaltung der Verschlüsselung von personenbezogenen Daten deutlich im Gesetz formuliert, sind die Arbeitsbereiche und Verantwortlichkeiten des Datenschutzbeauftragten und des IT-Sicherheitsbeauftragten voneinander abzugrenzen und aufeinander abzustimmen.
Ein IT-Sicherheitsbeauftragter und der Datenschutzbeauftragte sollen Hand in Hand arbeiten und insbesondere die Anforderungen des Art. 32 DS-GVO umsetzen. Gerade mit Blick auf die Dokumentationspflichten in beiden Bereichen empfiehlt sich eine enge Verzahnung, um Doppelarbeiten und Reibungsverluste zu vermeiden.
Weiterhin ist eine deutliche Positionierung der Leitungsebene mit Blick auf den Datenschutz notwendig. Es sollte aus Sicht der jeweiligen Leitungsebenen deutlich gemacht werden, dass Datenschutz tatsächlich umzusetzen ist und die gesetzlichen Regelungen zu beachten sind.
Die Wahrnehmung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass eine Unternehmens- oder Behördenleitung kein Interesse an dem Thema „Datenschutz“ hat oder selber die datenschutzrechtlichen Anforderungen ignoriert, ist in Anbetracht der zuvor beschriebenen „Antreiber“ kein guter Weg.
Der Bereich des Risikomanagements und interne Kontrollsysteme werden hinsichtlich der Risiken zukünftig das Thema „Datenschutz“ mehr im Fokus haben. In Anbetracht der Bußgeldbedrohungen ist ein Bußgeldrisiko im Unternehmen zu bewerten.
Wir erwarten darüber hinaus, dass in der Zukunft Rechnungshöfe, Wirtschaftsprüfer und auch die Banken zunehmend eine Dokumentation zum „Datenschutz“ fordern. Anhand der Dokumentationen lässt sich für Profis schnell erkennen, inwieweit ein Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen ernst nimmt und darüber hinaus, wie es um das Thema „IT-Sicherheit“ steht.
Unternehmen und Behörden, die IT-Sicherheit nicht ernst nehmen, gefährden die eigene wirtschaftliche und organisatorische Basis. Dass Rechnungshöfe, Wirtschaftsprüfer und Banken dies zunehmend kritisch sehen, zeigt sich bei ersten Veröffentlichungen neuer Anforderungen an.
Der Datenschutzbeauftragte gem. DSGVO
Aufgaben des Datenschutzbeauftragten: Pflicht zur Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde Art 39 DSGVO
Verwaltungsdatenschutzrecht: Datenschutzorganisation in einer Behörde
Profil, Qualifikation und Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten Art. 37 bis 39 DSGVO
Grundwissen und Überblick zur DSGVO
Umgang mit Passwörtern – Art 32 DSGVO Sicherheit der Verarbeitung
Hackerangriffe werden von Banken aus Angst vor Imageschäden nicht gemeldet
Mindestanforderungen zur Umsetzung der DSGVO
Datenschutzerklärungen auf Webseiten – Mindestanforderungen