Source: http://www.hensche.de/arbeitsrecht-urteile-lag-duesseldorf-10-sa-614-15-10.06.2016-weiterbeschaeftigung-u.html
Timestamp: 2019-02-19 08:51:09
Document Index: 282396663

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 2', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 69', '§ 66', '§ 519', '§ 767', '§ 767', '§ 767', '§ 767', '§ 767', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 767', '§ 64', '§ 91', '§ 275', '§ 72']

LAG Düsseldorf, Urteil vom 10.06.2016, 10 Sa 614/15 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 10.06.2016, 10 Sa 614/15
Aktenzeichen: 10 Sa 614/15
Leitsätze: Ein Arbeitnehmer kann die Beschäftigung auf dem bisherigen Arbeitsplatz nicht verlangen, wenn dem Arbeitgeber die Beschäftigung auf dem bisherigen Arbeitsplatz unmöglich oder unzumutbar ist. Mit dem Wegfall des Arbeitsplatzes wird die Leistung unmöglich. Das gilt auch dann, wenn die bisherigen Aufgaben nicht entfallen, sondern durch Umorganisation auf andere Bereiche verteilt werden. Von der Unzumutbarkeit der Beschäftigung im Sinne von § 275 Abs. 2 BGB ist auszugehen, wenn der Wegfall der Stelle auf der unternehmerischen Entscheidung des Arbeitgebers beruht (wie LAG Hessen, Urteil vom 24. Juni 2014 - 8 Sa 1216/13 -, juris).
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 24.04.2015, 7 Ca 1184/15
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2018, 10 AZR 560/16
Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, 10 Sa 614/15
Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 23.04.2015 - 7 Ca 1184/15 - ab­geändert.
Die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 02.02.2010 - 7 Ca 6977/09 - wird für un­zulässig erklärt.
2 Die Par­tei­en strei­ten im Rah­men ei­ner Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge über die Zulässig­keit der Zwangs­voll­stre­ckung aus ei­nem von dem Be­klag­ten im Jah­re 2010 er­strit­te­nen Beschäfti­gungs­ti­tel.
3 Der Be­klag­te trat am 01.01.1994 in die Diens­te der Kläge­rin, bei der es sich um den deut­schen Ab­le­ger ei­nes auf dem Ge­biet der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie täti­gen Kon­zerns han­delt.
4 Der Kon­zern ist welt­weit in die vier Geschäfts­be­rei­che "En­t­er­pri­se Group" (EG) [Hard­ware/Ser­ver], "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) [Out­sour­cing], "Soft­ware" [Sys­tem­ma­nage­ment Soft­ware] so­wie "I. Q. En­t­er­pri­se Fi­nan­ci­al Ser­vices" (I. EFS) [Lea­sing] un­ter­teilt. Da­ne­ben exis­tie­ren Quer­schnitts­funk­tio­nen wie Per­so­nal, Recht, Fi­nan­zen.
5 Der Be­klag­te war ab dem Jah­re 2005 in dem mit der Ent­wick­lung und Einführung von Soft­warelösun­gen für Kun­den aus den Bran­chen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on und Me­di­en be­fas­sen­den Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich "D. E." tätig, der als Teil des über­ge­ord­ne­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reichs "Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons" (D.) zum Geschäfts­be­reich "Soft­ware" (da­mals noch "Soft­ware & So­lu­ti­ons") gehörte. Ab dem Fis­kal­jahr 2012 (01.11.2011 - 31.10.2012) wur­de der Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich "Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons " (D.) dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) zu­ge­ord­net.
6 Die ein­zel­nen Geschäfts­be­rei­che sind welt­weit in ei­ner Ma­trix­or­ga­ni­sa­ti­on or­ga­ni­siert. Geführt wer­den sie je­weils von sog. "Exe­cu­ti­ve Vice Pre­si­dents", die an die Vor­sit­zen­de der Geschäftsführung des Kon­zerns (CEO) be­rich­ten. Dar­un­ter exis­tiert je­weils geschäfts­be­reichs­be­zo­gen ei­ne ers­te re­gio­na­le Ebe­ne, nämlich für "Asia, Pa­ci­fic, Ja­pan" (APJ), "Ame­ri­ka" (AMS) und "Eu­ro­pe, Midd­le East, Af­ri­ca" (EMEA). Die Re­gi­on EMEA des hier in­ter­es­sie­ren­den Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reichs "D. E." war zu dem Zeit­punkt, als der Be­klag­ten den mit der vor­lie­gen­den Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge an­ge­grif­fe­nen Ti­tel erstritt, in die Un­ter­re­gio­nen "CEE" (Cen­tral Eas­tern Eu­ro­pe = Po­len, Russ­land etc., "Fran­ce & ME­MA" (Frank­reich, mitt­le­rer Os­ten und Afri­ka), "Ibe­ria" (Spa­ni­en und Por­tu­gal), "Ita­ly", "UK & Ire­land" und "Ger­ma­ny & GWE" un­ter­teilt, wo­bei die Un­ter­re­gi­on "GWE" die Länder Öster­reich, Bel­gi­en, Lu­xem­burg und die Nie­der­lan­de, Finn­land und die bal­ti­schen Länder, Däne­mark, Nor­we­gen, Schwe­den und die Schweiz um­fass­te.
7 In­ner­halb die­ser Struk­tur be­klei­de­te der Be­klag­te die Po­si­ti­on ei­nes auf der Ma­na­ge­r­e­be­ne 3 an­ge­sie­del­ten "Di­rec­tors E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" (GWE), wo­bei die Ma­na­ge­r­e­be­nen bei der Kläge­rin hier­ar­chisch auf­stei­gend gezählt wer­den, d.h. Ma­na­ge­r­e­be­ne 2 ist höher an­ge­sie­delt, als Ma­na­ge­r­e­be­ne 1 usw. In sei­ner Po­si­ti­on war der Be­klag­te der bei der rumäni­schen Schwes­ter­ge­sell­schaft an­ge­stell­ten Frau S. E. un­er­stellt, die auf der Ebe­ne "EMEA" für "D. E." zuständig war. Die­se be­rich­te­te an den Vi­ze­präsi­dent der welt­wei­ten D. E. Or­gansia­ti­on, der sei­ner­seits an den für den welt­wei­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich "Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons " (D.) Ver­ant­wort­li­chen be­rich­te­te.
8 Am 25.06.2009 ent­band die Kläge­rin den Be­klag­ten von sei­nen bis­he­ri­gen Auf-ga­ben. Der dar­auf­hin vom Be­klag­ten er­ho­be­nen Kla­ge gab das Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf mit Ur­teil vom 02.02.2010 - 7 Ca 6977/09 - statt. Un­ter Zif­fer 1. des Te­nors die­ses Ur­teils heißt es:
9 Die Be­klag­te [= die Kläge­rin] wird ver­ur­teilt, den Kläger [= der Be­klag­te] zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe auf der Ma­na­ge­r­e­be­ne 3 zu beschäfti­gen und ihm da­bei min­des­tens fol­gen­de Tätig­kei­ten zu­zu­wei­sen:
10 -Ver­hand­lungsführung mit Kun­den und Lie­fe­ran­ten, auch po­ten­ti­el­len
11 -Be­ra­tung der Kun­den in Be­zug auf den Ein­satz be­stimm­ter Tech­no­lo­gi­en für die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­dus­trie
12 -Zu­sam­men­ar­beit mit den Mar­ke­ting- und Tech­no­lo­gie­ab­tei­lun­gen der Kun­den der Be­klag­ten [= die Kläge­rin], ins­be­son­de­re Hal­ten der Kon­tak­te zu den Ent­schei­dungs­trägern die­ser Kun­den
13 -Teil­nah­me an den je­wei­li­gen Len­kungs­krei­sen der Kun­den für die kri­ti­schen Pro­jek­te zur Ver­tre­tung der In­ter­es­sen der Be­klag­ten [= die Kläge­rin] als Lie­fe­rant
14 -Ge­neh­mi­gung von Verträgen mit Kun­den und Lie­fe­ran­ten im Rah­men der dem Kläger [= der Be­klag­te] vor­ge­ge­be­nen Li­mits
15 -Er­stel­lung und Be­spre­chung der Ziel­vor­ga­ben für die dem Kläger [=der Be­klag­te] di­rekt un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter […]
16 -Kon­trol­le der Ziel­er­rei­chung der dem Kläger [= der Be­klag­te] di­rekt un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter
17 -Fach­li­che und dis­zi­pli­na­ri­sche Führung der dem Kläger [= der Be­klag­te] di­rekt un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter
18 -Fer­ti­gung und Kom­mu­ni­ka­ti­on der mo­nat­li­chen Er­geb­nis­be­rich­te zur Ziel­er­rei­chung der dem Kläger [= der Be­klag­te] di­rekt un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­ter an Vor­ge­setz­te.
19 Die Kläge­rin leg­te ge­gen die­ses Ur­teil kei­ne Be­ru­fung ein. Statt­des­sen sprach sie un­ter dem 29.04.2010 ei­ne Ände­rungskündi­gung aus, mit der sie dem Be­klag­ten an­bot, ihn ab dem 01.11.2010 als "D. Ger­ma­ny Ac­count E. Lead" auf der Man­ge­r­e­be­ne 2 zu im Übri­gen un­veränder­ten Be­din­gun­gen zu beschäfti­gen. Der Be­klag­te nahm die­ses An­ge­bot un­ter Vor­be­halt gemäß § 2 Satz 1 KSchG an und er­hob Kla­ge vor dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf. Nach­dem das Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf mit Ur­teil vom 24.05.2011 - 16 Sa 83/11 - dar­auf er­kannt hat­te, dass ei­ne von der Kläge­rin mit Schrei­ben vom 31.05.2010 aus­ge­spro­che­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung das Ar­beits­verhält­nis nicht be­en­det hat, erklärte die Kläge­rin die "Rück­nah­me" der Ände­rungskündi­gung vom 29.04.2010 we­gen zwi­schen­zeit­li­chem Weg­falls der da­mit an­ge­bo­te­nen Po­si­ti­on; das vor dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf ge­gen die­se Kündi­gung anhängi­ge Ver­fah­ren er­le­dig­ten die Par­tei­en ein­ver­nehm­lich. Nach­dem sich auch ei­ne wei­te­re von der Kläge­rin aus­ge­spro­che­ne und vom Kläger un­ter Vor­be­halt an­ge­nom­me­ne Ände­rungskündi­gung vom 29.08.2011 nach rechts­kräfti­ger Fest­stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf mit Ur­teil vom 05.03.2013 - 16 Sa 1528/12 - als rechts­un­wirk­sam er­wie­sen hat­te, ver­setz­te die Kläge­rin den Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 25.04.2013 mit Wir­kung zum 02.05.2013 auf die auf Ma­na­ge­r­e­be­ne 3 an­ge­sie­del­te Po­si­ti­on ei­nes "D. New Me­dia Sa­les Ma­na­ger, Sa­les Di­rec­tor 1". Zu­dem kündig­te sie das Ar­beits­verhält­nis mit Schrei­ben vom 13.05.2013 vor­sorg­lich or­dent­lich und bot dem Be­klag­ten an, das Ar­beits­verhält­nis nach Ab­lauf der Kündi­gungs­frist auf der vor­ge­nann­ten Po­si­ti­on fort­zu­set­zen. Die­ses An­ge­bot nahm der Be­klag­te wie­der­um un­ter Vor­be­halt an. Sei­ner so­wohl ge­gen die Ver­set­zung al­so auch die Ände­rungskündi­gung er­ho­be­nen Kla­ge gab das Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf mit Ur­teil vom 22.01.2014 - 3 Ca 7664/12 - statt. Die da­ge­gen ge­rich­te­te Be­ru­fung der Kläge­rin wies das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf mit Ur­teil vom 26.08.2014 - 16 Sa 260/14 - rechts­kräftig zurück. Hier­auf­hin rief der Be­klag­te das hie­si­ge, von der Kläge­rin be­reits am 30.04.2010 anhängig ge­mach­te und seit­her von den Par­tei­en mit Blick auf die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Strei­tig­kei­ten nicht be­trie­be­ne Ver­fah­ren wie­der auf, um die Fra­ge der Zulässig­keit der Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 02.02.2010 in dem Ver­fah­ren 7 Ca 6977/09 zu klären.
20 Mit ih­rer Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge hat die Kläge­rin die An­sicht ver­tre­ten, ihr ste­he ei­ne ma­te­ri­ell-recht­li­che Ein­wen­dung ge­gen den in die­sem Ur­teil ti­tu­lier­ten Beschäfti­gungs­an­spruch des Be­klag­ten zu. Die dar­in ti­tu­lier­te Beschäfti­gung des Be­klag­ten sei ihr nach Er­lass die­ses Ur­teils unmöglich ge­wor­den.
21 Die Kläge­rin hat be­haup­tet, be­dingt durch ent­spre­chen­de Pla­nun­gen und Vor­ga­ben auf Kon­zern­ebe­ne, auf die sie selbst an­ge­sichts der ge­sell­schafts­recht­li­chen Verhält­nis­se im Kon­zern kei­ne Ein­flussmöglich­kei­ten ge­habt ha­be, sei mit Wir­kung zum 01.05.2010 ei­ne Verände­rung des Be­reichs "D. E." ein­ge­tre­ten, die den Weg­fall des Ar­beits­plat­zes des Be­klag­ten in sei­ner bis­he­ri­gen Form und die Schaf­fung ei­nes neu­en Ar­beits­plat­zes mit der Be­zeich­nung "D. Ger­ma­ny Ac­count E. Lead" zur Fol­ge ge­habt ha­be. Zum ei­nen sei be­schlos­sen wor­den, die Ver­ant­wor­tung für in­ter­na­tio­na­le Großkun­den un­mit­tel­bar auf der Ebe­ne von "EMEA" und nicht mehr bei der Ma­nage­ment­funk­ti­on der je­wei­li­gen Sub­re­gi­on an­zu­sie­deln. Das ha­be die bis­her im Zuständig­keits­be­reich des Be­klag­ten lie­gen­den Großkun­den Deut­sche U. und W. be­trof­fen. Die­se sei­en bis zur zwi­schen­zeit­lich er­folg­ten Rück­ver­la­ge­rung dem Ma­na­ger E. zu­ge­ord­net wor­den, der in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­ner eng­li­schen Kon­zern­ge­sell­schaft ge­stan­den ha­be. Zum an­de­ren sei die bis­her in der Po­si­ti­on des Be­klag­ten zu­sam­men­ge­fass­te Führungs­funk­ti­on für Deutsch­land und "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" auf­ge­teilt wor­den. Die Führungs­funk­ti­on für "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" ha­be zunächst ein Mit­ar­bei­ter über­nom­men, der in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit ei­ner nie­derländi­schen Kon­zern­ge­sell­schaft ge­stan­den ha­be, und so­dann nach­ein­an­der zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit ei­ner däni­schen Kon­zern­ge­sell­schaft ge­stan­den hätten. Da die in dem ehe­mals vom Be­klag­ten ver­ant­wor­te­ten Be­reich "Ger­ma­ny & GWE" übrig ge­blie­be­nen Auf­ga­ben nicht ent­fal­len sei­en, könne der Be­klag­te zwar mit sämt­li­chen in dem Beschäfti­gungs­ti­tel spie­gel­stri­ch­ar­tig auf­ge­lis­te­ten Tätig­kei­ten be­treut wer­den, dies aber eben nur noch in dem übrig ge­blie­be­nen Teil. Aus die­sem Grun­de sei die Po­si­ti­on "D. Ger­ma­ny Ac­count E. Lead" ge­bil­det wor­den, die die ge­sam­te Ver­ant­wor­tung für das ent­spre­chen­de Geschäft mit Aus­nah­me der Großkun­den Deut­sche U. und W. und "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" um­fas­se. Dies sei die Stel­le, wel­che sie dem Be­klag­ten mit ih­rer Ände­rungskündi­gung vom 19.04.2010 an­ge­bo­ten ha­be. Die Be­richts­li­nie in­ner­halb von "EMEA" sei un­verändert ge­blie­ben. We­gen re­du­zier­ter Per­so­nal- und Bud­get-Ver­ant­wor­tung sei die Po­si­ti­on al­ler­dings nicht der Ma­nage­ment­ebe­ne 3, son­dern der Ma­nage­ment­ebe­ne 2 zu­ge­ord­net. Auf die Vergütung des Be­klag­ten ha­be das kei­nen Ein­fluss. Da sie so­wohl auf die je­weils zuständi­gen na­tio­na­len Kon­zern­ge­sell­schaf­ten als auch auf das zuständi­ge eu­ropäische Ma­nage­ment kei­nen ent­spre­chen­den Ein­fluss ausüben könne, sei die Kläge­rin we­der tatsächlich noch recht­lich in der La­ge, dem Be­klag­ten die Po­si­ti­on ei­nes Ma­na­gers für den Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" zu­zu­wei­sen.
22 Die Kläge­rin hat be­an­tragt,
23 die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 02.02.2010 - 7 Ca 6977/09 - für un­zulässig zu erklären.
24 Der Be­klag­te hat be­an­tragt,
25 die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
26 Er hat das Vor­brin­gen der Kläge­rin zu den von ihr be­haup­te­ten Or­ga­ni­sa­ti­onsände­run­gen be­strit­ten und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Kläge­rin sei sei­ne Beschäfti­gung zu den im an­ge­grif­fe­nen Ur­teil fest­ge­leg­ten Be­din­gun­gen we­der ganz noch teil­wei­se unmöglich ge­wor­den. Dies er­ge­be sich schon aus dem Um­stand, dass der Ma­na­ger I. der­zeit den vor­mals von ihm ver­ant­wor­te­ten Be­reich "D. E. Deutsch­land" ein­sch­ließlich der Großkun­den Deut­sche U. und W. be­treue. Die von Kläger­sei­te be­haup­te­te Ver­la­ge­rung der Zuständig­keit für die Großkun­den Deut­sche U. und W. auf den Ma­na­ger E. sei nicht nur zwi­schen­zeit­lich wie­der rückgängig ge­macht, son­dern von vor­her­ein nie voll­zo­gen wor­den.
27 Mit Ur­teil vom 23.04.2015, auf des­sen Ent­schei­dungs­gründe we­gen der im Ein­zel­nen zu­grun­de­lie­gen­den Erwägun­gen ver­wie­sen wird, hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen und dies da­mit be­gründet, dass die Kläge­rin nicht hin­rei­chend dar­ge­legt ha­be, dass ihr die Beschäfti­gung des Be­klag­ten in dem ti­tu­lier­ten Um­fang ganz oder teil­wei­se nach § 275 Abs. 1 BGB unmöglich ge­wor­den sei. Zunächst sei der Kläge­rin die Beschäfti­gung des Be­klag­ten zu den ti­tu­lier­ten Be­din­gun­gen nicht vollständig unmöglich ge­wor­den. Selbst nach ih­rem ei­ge­nen Vor­brin­gen sei­en die vom Be­klag­ten wahr­ge­nom­me­nen Auf­ga­ben nicht gänz­lich in­fol­ge der nach Be­haup­tung der Kläge­rin im März 2010 ge­trof­fe­ne un­ter­neh­me­ri­schen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dung ent­fal­len. Denn da­nach wer­de le­dig­lich der Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" von ei­nem Ma­na­ger ei­ner an­de­ren eu­ropäischen Kon­zern­ge­sell­schaft ver­ant­wor­tet, während der Be­reich "D. E. Deutsch­land" und die da­mit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben wei­ter­hin bei der Be­klag­ten an­ge­sie­delt sei­en - und zwar ein­sch­ließlich der zwi­schen­zeit­lich wie­der ein­ge­glie­der­ten Be­treu­ung der Großkun­den Deut­sche U. und W.. Fer­ner führe der mögli­che Um­stand, dass die Kläge­rin we­der tatsächlich noch recht­lich in der La­ge ist, dem Be­klag­ten die Po­si­ti­on ei­nes Ma­na­gers für den Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" zu­zu­wei­sen, für sich al­lein ge­nom­men nicht zur Unmöglich­keit der ti­tu­lier­ten Beschäfti­gung. Denn al­lein die feh­len­de tatsächli­che oder recht­li­che Möglich­keit in­di­zie­re nicht die Unmöglich­keit in die­sem Sin­ne. Viel­mehr müsse der Schuld­ner darüber hin­aus­ge­hend nach­wei­sen, dass er die­se Möglich­keit auch nicht wie­der­er­lan­gen oder von ei­nem Drit­ten ein­geräumt be­kom­men könne. Sch­ließlich würde selbst ein sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­ge­ner Weg­fall der Auf­ga­ben des Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" kei­ne vollständi­ge Un­zulässig­keits­erklärung der Zwangs­voll­stre­ckung aus dem an­ge­grif­fe­nen Ur­teil recht­fer­ti­gen. In die­sem Fall wäre der Kläge­rin die Beschäfti­gung des Be­klag­ten in dem ti­tu­lier­ten Um­fang nur teil­wei­se i.S.d. § 275 Abs. 1 BGB unmöglich, wes­halb die Zwangs­voll­stre­ckung auch nur teil­wei­se, in ei­nem von der Kläge­rin näher da­zu­le­gen­den Um­fang für un­zulässig erklärt wer­den könn­te. Der Um­stand, dass der Te­nor des an­ge­grif­fe­nen Ur­teils aus­drück­lich ei­ne Beschäfti­gung des Be­klag­ten als "Di­rec­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" vor­se­he, ände­re dar­an nichts. Maßgeb­lich sei nicht, ob bei der Kläge­rin nach der bloßen Be­zeich­nung ei­ne ent­spre­chen­de Po­si­ti­on oder ein ent­spre­chen­der Ar­beits­platz vor­han­den sei, son­dern, ob bei ihr noch die­je­ni­gen Ar­beits­auf­ga­ben an­fie­len, die mit die­ser Po­si­ti­on bzw. die­sem Ar­beits­platz ver­bun­den ge­we­sen sei­en.
28 Mit ih­rer form- und frist­gemäß ein­ge­leg­ten Be­ru­fung, we­gen de­ren teils wie­der­ho­len­den, teils ver­tie­fen­den De­tails auf die Be­ru­fungs­be­gründung ver­wie­sen wird, wen­det sich die Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts.
29 Ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­rich­tes Düssel­dorf sei ihr die Erfüllung des Ti­tels auf un­veränder­te Beschäfti­gung des Be­klag­ten durch die Or­ga­ni­sa­ti­onsände­rung unmöglich ge­wor­den. Die Ver­ant­wor­tung des kom­plet­ten Be­reichs "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" lie­ge nicht mehr bei ei­nem Ma­na­ger, der in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zur Kläge­rin ste­he. Die zu­grund­lie­gen­den Or­ga­ni­sa­ti­onsände­run­gen des Jah­res 2010 ha­be sie erst­in­stanz­lich sub­stan­ti­iert dar­ge­legt. Da­nach sei ne­ben der in­zwi­schen rückgängig ge­mach­ten Zu­ord­nung der Großkun­den Deut­sche U. und W. ab 01.05.2010 der Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" ab­ge­trennt. Das ab 01.05.2010 gülti­ge Or­ga­ni­gramm der "D. E." wei­se die Sub­re­gi­on "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe", un­ter dem da­ma­li­gen Ma­na­ger K. de L., die deut­schen Cor­po­ra­te Ac­counts un­ter dem Ma­na­ger N. E. und die deut­schen Ac­counts un­ter dem Be­klag­ten aus.
30 Darüber hin­aus ha­be sich die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der "D. E." in April/Mai 2015 er­neut geändert. Zum ei­nen sei der Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich "D." im Mai 2015 aus dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) her­aus­gelöst und dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Group" (EG) zu­ge­ord­net wor­den. Zum an­de­ren sei ei­ne Auf­tei­lung in sog. Clus­ter er­folgt. Da­bei sei ein so ge­nann­tes "D. Cen­tral Clus­ter" (CC) ge­bil­det wor­den. Die­ses sei in sog. Sub­clus­ters un­ter­teilt wor­den, nämlich "Südo­st­eu­ro­pa und Öster­reich" (SEE + AU), "Com­mon­wealth of In­de­pen­dent Sta­tes" (CIS) [= Tei­le der frühe­ren So­wjet­re­pu­bli­ken wie Ge­or­gi­en, Ka­sachs­tan, Aser­bai­dschan], "Russ­land", "Po­len, Tsche­chi­en, die Slo­wa­kei "(PL + CZ + SK), "DT CEE" [ = die Länder­ge­sell­schaf­ten der Deut­schen U. in Cen­tral Eas­tern Eu­ro­pe], "Deutsch­land in­cl. U. re­gio­nal" (GER + Deut­sche U. (DT)) und schließlich die "Schweiz". Die dem "D. Cen­tral Clus­ter" (CC) zu­ge­ord­ne­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten, dar­un­ter auch Deutsch­land, be­rich­te­ten nicht an die deut­sche Geschäftsführung, son­dern di­rekt an das Ma­nage­ment der "D. EMEA" und die­ses wie­der­um an das Ma­nage­ment von "D." welt­weit. Die in­ner­halb von "D." für den Be­reich "EMEA" ver­ant­wort­li­che Ma­na­ge­rin Frau Ro­xa­na Cle­ment ("Cen­tral Clus­ter Busi­ness Lea­der") sei Ar­beit­neh­me­rin der rumäni­schen Ge­sell­schaft. An die­ser Ge­sell­schaft hal­te die Kläge­rin we­der Geschäfts­an­tei­le noch sei sie über ge­sell­schafts­recht­li­che Verträge mit die­ser in dem Sin­ne ver­bun­den, dass sie Ein­fluss, z. B. durch Wei­sungs­rech­te ausüben könn­te. Dem­ent­spre­chend sei sie recht­lich und tatsächlich nicht in der La­ge, den Ver­ant­wor­tungs­be­reich für "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" auf den Be­klag­ten zurück zu über­tra­gen. Sie ha­be auch kei­ne Ein­flussmöglich­keit auf die zuständi­ge, der däni­schen Kon­zern­ge­sell­schaft zu­ge­ord­ne­te Ma­na­ge­rin des Be­reichs "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe".
31 Der Ein­wand des Be­klag­ten, dass da­mit der Geschäftsführer der Kläge­rin, Herr F., un­mit­tel­ba­ren Ein­fluss neh­men könne, sei falsch. Rich­tig sei, dass Herr F. für das "Cen­tral Clus­ter" des Geschäfts­be­reichs "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) zuständig sei, zu dem oh­ne­hin nicht die skan­di­na­vi­schen Länder, die Be­ne­luxländer, Finn­land und die bal­ti­schen Länder gehörten (wel­che dem "Clus­ter North" zu­ge­ord­net sei­en). In die­ser Po­si­ti­on könne Herr F. aber kei­ne Ent­schei­dun­gen im Hin­blick auf die welt- oder eu­ro­pa­wei­te Or­ga­ni­sa­ti­on des Geschäfts­be­reichs "En­t­er­pri­se Group" (EG), al­so dem Geschäfts­be­reich tref­fen, dem "D." nun zu­ge­ord­net sei. Für die­sen Geschäfts­be­reich sei zwar der Vor­sit­zen­de der Geschäftsführung der Kläge­rin, Herr I. N., zuständig. Dies al­ler­dings nur für Deutsch­land.
32 Die An­sicht des Ar­beits­ge­rich­tes, der vor­ge­tra­ge­ne Weg­fall der Auf­ga­ben des Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" führe nicht zu ei­ner vollständi­gen Un­zulässig­keits­erklärung der Zwangs­voll­stre­ckung, da der Kläge­rin die Beschäfti­gung des Be­klag­ten in dem ti­tu­lier­ten Um­fang in die­sem Fall nur teil­wei­se i.S.d § 275 Abs. 1 BGB unmöglich wäre, sei un­zu­tref­fend. Der vom Be­klag­ten er­wirk­te Voll­stre­ckungs­ti­tel könne nicht auf­ge­teilt wer­den in ei­nen Teil be­tref­fend die Tätig­keit als "Di­rec­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land" und ei­nen an­de­ren Teil be­tref­fend "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe".
33 Die Kläge­rin be­an­tragt,
34 1. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Düssel­dorf vom 23.04.2015, AZ: 7 Ca 1184/15 wird ab­geändert.
35 2. Die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Düssel­dorf vom 02.02.2010, AZ: 7 Ca 6977/09, wird für un­zulässig erklärt.
36 Hilfs­wei­se:
37 3. Die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Düssel­dorf vom 02.02.2010, AZ: 7 Ca 6977/09, wird für teil­wei­se un­zulässig erklärt, so­weit sie die Wei­ter­beschäfti­gung des Be­klag­ten zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Di­rec­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on und Me­dia So­lu­ti­ons "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" be­trifft.
38 Der Be­klag­te be­an­tragt:
39 Die Be­ru­fung wird zurück­ge­wie­sen.
40 Mit sei­ner Be­ru­fungs­be­ant­wor­tung, auf die we­gen der Ein­zel­hei­ten des zweit­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens ver­wie­sen wird, ver­tei­digt er das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­trags.
41 Die Kläge­rin ha­be nicht dar­ge­legt, was sie in der Zeit bis Mai 2014 dar­an ge­hin­dert ha­be, den Kläger ent­spre­chend des aus­ge­ur­teil­ten Ti­tels zu beschäftig­ten. Dass sie recht­lich oder tatsächlich nicht in der La­ge ge­we­sen sei, den Be­klag­ten im Um­fang des aus­ge­ur­teil­ten Te­nors zu beschäfti­gen, blei­be be­strit­ten. Sämt­li­che von der Kläge­rin vor­ge­tra­ge­ne Verände­run­gen in der Zu­ord­nung hätten zu kei­nem Zeit­punkt ei­ne Verände­rung in der streit­ge­genständ­li­chen Auf­ga­be des Be­klag­ten zur Fol­ge ge­habt. Die Or­ga­ni­sa­ti­on des Be­reichs "D." sei un­verändert ge­blie­ben. Die Po­si­ti­on ei­nes Ma­na­gers, der für die Lie­fe­rung der Pro­jek­te an die je­wei­li­gen Kun­den in ei­ner Grup­pe von Ländern ver­ant­wort­lich ist, ha­be zu je­dem Zeit­punkt un­zwei­fel­haft be­stan­den, da sich das Geschäfts­mo­dell der Kläge­rin, Soft­ware und In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen als Pro­jekt an Kun­den zu ver­kau­fen, in der gan­zen Zeit nicht geändert ha­be. Verändert ha­be sich le­dig­lich die Länder­zu­ord­nung. Die Kläge­rin ha­be auch nicht dar­ge­legt, dass sie ab Mai 2014 bis zum April 2015 recht­lich oder tatsächlich nicht in der La­ge ge­we­sen sei, den Be­klag­ten ent­spre­chend des aus­ge­ur­teil­ten Ti­tels zu beschäftig­ten. Auch wenn zu der Länder­grup­pe nicht mehr kom­plett al­le Länder der ehe­ma­li­gen Sub­re­gi­on "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" gehörten, so gehörte zum Be­reich "Cen­tral Clus­ter" ei­ne gleich­wer­ti­ge Länder­grup­pe, so dass die Kläge­rin im Ver­ant­wor­tungs­be­reich von Herrn F. dem Be­klag­ten je­den­falls ei­ne ab­so­lut gleich­wer­ti­ge Ver­ant­wort­lich­keit hätte zu­wei­sen können. Es könne für die Zwangs­voll­stre­ckung nicht dar­auf an­kom­men, ob die Kläge­rin ei­ne Po­si­ti­on mit un­veränder­lich glei­chen Ver­ant­wort­lich­kei­ten für ein­zel­ne Länder vor­hal­te, son­dern ob ihr ei­ne gleich­wer­ti­ge Beschäfti­gung möglich sei.
42 Dass Herr F. anläss­lich der Her­auslösung des Be­reichs "D." aus dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) oder Herr N. anläss­lich der Zu­ord­nung zum Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Group" (EG) Ein­fluss ge­nom­men hätten, um ei­ne ver­trags- bzw. ent­schei­dungs­gemäße Beschäfti­gung des Be­klag­ten zu er­rei­chen oder et­wai­ge Bemühun­gen von in­ter­na­tio­na­len Gre­mi­en, Ma­na­gern oder sons­ti­gen Per­so­nen zurück­ge­wie­sen wor­den sei­en, ha­be die Kläge­rin we­der be­haup­tet, ge­schwei­ge denn dar­ge­legt.
43 Während der ers­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Be­ru­fungs­ge­richt hat der Be­klag­te die Fra­ge, ob er sich die Beschäfti­gung mit den im an­ge­grif­fe­nen Te­nor im Ein­zel­nen aus­ge­wie­se­nen Tätig­kei­ten auf Ma­na­ge­r­e­be­ne 3 aber mit ei­nem al­lein auf Deutsch­land be­zo­ge­nen Zuständig­keits­be­reich vor­stel­len könne, da­hin­ge­hend be­ant­wor­tet, dass es ei­nen grund­le­gen­den Un­ter­schied dar­stel­le, ob ein Ma­na­ger "nur Lan­desfürst" sei oder ei­ne länderüberg­rei­fen­de, in­ter­na­tio­na­le Zuständig­keit be­sit­ze. Während der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Be­ru­fungs­ge­richt wur­den die bei der Kläge­rin und im Kon­zern be­ste­hen­den Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren noch ein­mal erörtert. Da­bei wies der Be­klag­te dar­auf hin, dass der Be­reich "D." zwar der­zeit in den Clus­tern or­ga­ni­siert sei, dies aber aus der Ver­or­tung im Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) re­sul­tie­re. Im Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Group" (EG), in dem der Be­reich "D." nun un­ter­ge­bracht sei, herr­sche kei­ne Auf­tei­lung in Clus­ter, son­dern das ursprüng­li­che Sys­tem, wo­nach die Zuständig­keit nach be­stimm­ten Re­gio­nen ge­ord­net sei. Da­mit wer­de er­kenn­bar, dass sich "D." nun mit ei­ner Struk­tu­rie­rung in Clus­tern in­ner­halb ei­nes Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­rei­ches be­fin­de, dem die­se Struk­tu­ren ei­gent­lich fremd sei­en. Rich­tig sei, dass die­se Struk­tu­ren von "D." der­zeit noch bestünden. Es blei­be aber ab­zu­war­ten, ob auf­grund der Ein­ord­nung in den Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Group" (EG) er­neu­te Um­struk­tu­rie­run­gen statt­fin­den würden.
44 Im Übri­gen wird we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des zu­grun­de­lie­gen­den Sach­ver­halts so­wie des wi­der­strei­ten­den Sach­vor­trags und der un­ter­schied­li­chen Rechts­auf­fas­sun­gen der Par­tei­en gemäß § 69 Abs. 3 Satz 2 ArbGG ergänzend auf den Tat­be­stand des an­ge­foch­te­nen Ur­teils so­wie den Ak­ten­in­halt, ins­be­son­de­re die wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen aus bei­den In­stan­zen Be­zug ge­nom­men.
45 E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E :
Die Be­ru­fung ist zulässig, denn sie genügt den An­for­de­run­gen der §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 1, 2, 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 519, 520 ZPO.
49 Die Be­ru­fung ist auch be­gründet. Ent­ge­gen der Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts war die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Düssel­dorf vom 02.02.2010 - 7 Ca 6977/09 - für un­zulässig zu erklären. Die hier­auf ge­rich­te­te Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge ist im Haupt­an­trag aus § 767 Abs. 1 und 2 ZPO zulässig und be­gründet. Das erst­in­stanz­li­che Ur­teil war ent­spre­chend ab­zuändern.
50 1. Die Kla­ge ist zulässig.
51 Ein­wen­dun­gen des Schuld­ners ge­gen den im Ur­teil fest­ge­stell­ten An­spruch sind nach § 767 Abs. 1 ZPO mit der Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge gel­tend zu ma­chen. Da­bei ist es gleichgültig, ob die­se Ein­wen­dun­gen rechts­ver­nich­tend (Ein­wen­dung im Sin­ne des ma­te­ri­el­len Rechts) oder nur rechts­hem­mend (Ein­re­de im Sin­ne des ma­te­ri­el­len Rechts) wir­ken (vgl. Her­get in: Zöller, Zi­vil­pro­zess­ord­nung, 31. Aufl. 2016, § 767 ZPO, Rn. 1). Zulässig sind sol­che Ein­wen­dun­gen gemäß § 767 Abs. 2 ZPO al­ler­dings nur in­so­weit, als die Gründe, auf de­nen sie be­ru­hen, erst nach dem Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung ent­stan­den sind, auf die das Ur­teil verkündet wur­de. Das ist hier der Fall. Die Be­haup­tung der Kläge­rin, ihr sei die mit dem an­ge­grif­fe­nen Ur­teil ti­tu­lier­te Beschäfti­gung des Be­klag­ten unmöglich ge­wor­den, weil es die dem Ti­tel zu­grun­de­lie­gen­de Stel­le ei­nes "Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" auf­grund von Um­struk­tu­rie­run­gen, die kon­zern­weit im Mai 2010 und er­neut in April/Mai 2015 statt­ge­fun­den hätten, nicht mehr ge­be, zielt er­sicht­lich auf Gründe ab, die erst nach Verkündung des am 02.02.2010 verkünde­ten Ur­teils ent­stan­den sind.
52 2. Die Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge ist auch be­gründet.
53 Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts lie­gen Gründe i.S.d. § 767 Abs. 1 und 2 ZPO vor, die die Zwangs­voll­stre­ckung des ti­tu­lier­ten Beschäfti­gungs­an­spruchs un­zulässig ma­chen.
54 a) Für die Ent­schei­dung des Rechts­streits ist da­von aus­zu­ge­hen, dass der Kläge­rin die mit dem an­ge­grif­fe­nen Ur­teil ti­tu­lier­te Beschäfti­gung des Be­klag­ten unmöglich, je­den­falls aber un­zu­mut­bar i.S.d. § 275 BGB ge­wor­den ist, weil es die dem Ti­tel zu­grun­de­lie­gen­de Stel­le ei­nes "Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" nicht mehr gibt.
55 aa) Nach § 275 Abs. 1 ZPO ist der An­spruch auf Leis­tung aus­ge­schlos­sen, so­weit die­se für den Schuld­ner oder für je­der­mann unmöglich ist. Unmöglich ist ei­ne Leis­tung ins­be­son­de­re dann, wenn sie aus tatsächli­chen oder recht­li­chen Gründen nicht mehr er­bracht wer­den kann (Stau­din­ger/Ge­org Cas­pers (2014) BGB § 275, Rn. 12 ff. und Rn. 38 ff.). Ist die Leis­tung für je­der­mann oder auch nur für den Schuld­ner unmöglich, ist der An­spruch des Gläubi­gers auf die Leis­tung au­to­ma­tisch aus­ge­schlos­sen. Die Leis­tung kann nicht mehr in Na­tur durch­ge­setzt wer­den, ei­ne auf sie ge­rich­te­te Kla­ge ist ab­zu­wei­sen. Dass der Schuld­ner die Leis­tung ei­gens ver­wei­gert, ist nicht er­for­der­lich (Stau­din­ger/Ge­org Cas­pers (2014) BGB § 275, Rn. 79). Ne­ben der Unmöglich­keit i.S.d. § 275 Abs. 1 BGB hat der Ge­setz­ge­ber im Zu­ge der Schuld­rechts­re­form mit § 275 Abs. 2 und 3 BGB aus­drück­li­che Re­ge­lun­gen über die Un­zu­mut­bar­keit der Leis­tung ge­schaf­fen. Da­nach steht die Leis­tungs­pflicht gemäß § 275 Abs. 2 BGB un­ter dem all­ge­mei­nen Vor­be­halt ei­nes gro­ben Miss­verhält­nis­ses zwi­schen dem für die Erfüllung not­wen­di­gen Auf­wand und dem Leis­tungs­in­ter­es­se des Gläubi­gers, während § 275 Abs. 3 BGB für persönlich zu er­brin­gen­de Leis­tun­gen be­stimmt, dass je­des der Leis­tung ent­ge­gen­ste­hen­de Hin­der­nis die Un­zu­mut­bar­keit der Leis­tung be­gründen und die­se sich da­bei aus ei­ner bloßen Abwägung mit dem Leis­tungs­in­ter­es­se des Gläubi­gers er­ge­ben kann, oh­ne dass ein gro­bes Miss­verhält­nis vor­lie­gen müss­te (vgl. Stau­din­ger/Ge­org Cas­pers (2014) BGB § 275, Rn. 85). An­ders als die Unmöglich­keit i.S.d. § 275 Abs. 1 BGB schließt die Un­zu­mut­bar­keit i.S. der Abs. 2 und 3 den An­spruch des Gläubi­gers auf Erfüllung nicht au­to­ma­tisch aus, son­dern be­gründet für den Schuld­ner nur ein Leis­tungs­ver­wei­ge­rungs­recht (Stau­din­ger/Ge­org Cas­pers (2014) BGB § 275, Rn. 88, 114 ff). Den Be­weis für das Vor­lie­gen von Unmöglich­keit oder Un­zu­mut­bar­keit muss der­je­ni­ge führen, der aus ihr güns­ti­ge Rechts­fol­gen ab­lei­ten will. Dies ist im Fall des Aus­schlus­ses des An­spruchs nach § 275 Abs. 1 BGB oder des Leis­tungs­ver­wei­ge­rungs­rechts nach § 275 Abs. 2 und Abs. 3 BGB der Schuld­ner (Stau­din­ger/Ge­org Cas­pers (2014) BGB § 275, Rn. 126). Be­ruft sich mit­hin - wie hier - ein Ar­beit­ge­ber auf die Unmöglich­keit oder Un­zu­mut­bar­keit der Beschäfti­gung ei­nes Ar­beit­neh­mers, hat er die zu­grun­de­lie­gen­den Umstände da­her nach­voll­zieh­bar und sub­stan­ti­iert dar­zu­le­gen.
56 bb) Aus­ge­hend von die­sen Grundsätzen liegt nach dem zum Schluss der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Be­ru­fungs­ge­richt ge­ge­be­nen un­strit­ti­gen Sach­ver­halt Unmöglich­keit i.S. von § 275 Abs. 1 BGB vor.
57 (1) Nach der - vor der Schuld­rechts­re­form er­gan­ge­nen - Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 13. Ju­ni 1990 wird dem Ar­beit­ge­ber mit dem Weg­fall des Ar­beits­plat­zes die Leis­tung unmöglich. Da­bei hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt aus­drück­lich dar­auf er­kannt, dass der Ar­beits­platz nicht da­durch fort­be­ste­he, dass die Tätig­keits­ge­bie­te in der dort bis­her vom Kläger ge­lei­te­ten Ab­tei­lung auf an­de­re Be­rei­che ver­teilt wor­den sind (BAG, Ur­teil vom 13. Ju­ni 1990 - 5 AZR 350/89 -, Rn. 18 f., ju­ris; eben­so LAG München, Ur­teil vom 18. Au­gust 2011 - 2 Sa 62/10 -, Rn. 45, ju­ris; LAG Hamm, Ur­teil vom 2. März 2012 - 10 Sa 1086/11 -, Rn. 95, ju­ris; LAG Hes­sen, Ur­teil vom 24. Ju­ni 2014 - 8 Sa 1216/13 -, Rn. 52, ju­ris).
58 (2) Nach dem je­den­falls zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Be­ru­fungs­ge­richt un­strei­ti­gen Sach­ver­halt ist der Ar­beits­platz des Klägers in der dem Ti­tel zu­grun­de­lie­gen­den Form nicht mehr vor­han­den.
59 Das Be­ru­fungs­ge­richt über­sieht nicht, dass der Be­klag­te die von Kläger­sei­te vor­ge­tra­ge­ne Um­struk­tu­rie­rung aus Mai 2010 - ins­be­son­de­re mit Blick auf die nach sei­ner Auf­fas­sung nie voll­zo­ge­ne Aus­la­ge­rung der Zuständig­keit für das Großkun­den­geschäft mit der Deut­schen U. und W. auf Herrn E. - auch zweit­in­stanz­lich be­strei­tet. An­ders verhält es sich je­doch hin­sicht­lich der von Kläger­sei­te zweit­in­stanz­lich vor­ge­tra­ge­nen Um­struk­tu­rie­rung aus April/Mai 2015. Dies­bezüglich ist es un­ter den Par­tei­en un­strei­tig, dass zum ei­nen der Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich "D." im Mai 2015 aus dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Ser­vices" (ES) her­aus­gelöst und dem Geschäfts­be­reich "En­t­er­pri­se Group" (EG) zu­ge­ord­net und zum an­de­ren in sog. Clus­ter auf­ge­teilt wur­de. Der Be­klag­te be­strei­tet auch nicht, dass da­bei ein sog. "D. Cen­tral Clus­ter" (CC) mit meh­re­ren sog. "Sub­clus­tern" ge­bil­det wur­de, von de­nen kei­nes den im Beschäfti­gungs­ti­tel zu­grun­de ge­leg­ten Zu­schnitt (Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe) auf­weist. Ins­be­son­de­re be­inhal­tet das auf Deutsch­land be­zo­ge­ne Sub­clus­ter "Deutsch­land in­cl. U. re­gio­nal" (GER + Deut­sche U. (DT)) kei­ne Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sub­re­gi­on "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe". Das ist un­strei­tig und zu­gleich von maßgeb­li­cher Be­deu­tung. Denn da­mit erhält die Po­si­ti­on des für den Sub­clus­ter "Deutsch­land in­cl. U. re­gio­nal" (GER + Deut­sche U. (DT) zuständi­gen Ma­na­gers ei­nen Zu­schnitt, die sie nicht nur mar­gi­nal, son­dern prägend von der dem Beschäfti­gungs­ti­tel zu­grun­de­lie­gen­den Po­si­ti­on ei­nes "Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" un­ter­schei­det. Eben dies hat der Be­klag­te selbst be­tont, als er während der ers­ten münd­li­chen Ver­hand­lung auf die Fra­ge des Be­ru­fungs­ge­richts, ob er sich die Beschäfti­gung mit den im an­ge­grif­fe­nen Te­nor im Ein­zel­nen aus­ge­wie­se­nen Tätig­kei­ten auf Ma­na­ge­r­e­be­ne 3 aber mit ei­nem al­lein auf Deutsch­land be­zo­ge­nen Zuständig­keits­be­reich vor­stel­len könne, da­hin­ge­hend be­ant­wor­te, dass es ei­nen grund­le­gen­den Un­ter­schied dar­stel­le, ob ein Ma­na­ger "nur Lan­desfürst" sei oder ei­ne länderüberg­rei­fen­de, in­ter­na­tio­na­le Zuständig­keit be­sit­ze.
60 (3) Der da­mit ge­ge­be­nen Unmöglich­keit, den Kläger dem Te­nor des an­ge­grif­fe­nen Ur­teils ent­spre­chend zu beschäfti­gen, lässt sich nicht ent­ge­gen hal­ten, dass die Kläge­rin die an­ge­spro­che­nen Verände­run­gen rückgängig ma­chen könn­te - was ihr auf­grund ih­rer Ein­bin­dung in die Kon­zern­struk­tu­ren aus ei­ge­ner Macht oh­ne­hin kaum möglich sein dürf­te - oder dass sie je­den­falls nicht hin­rei­chend da­zu vor­ge­tra­gen ha­be, dass und war­um ih­ren Ver­su­chen, auf Kon­zern­ebe­ne auf ei­ne Rückgängig­ma­chung hin­zu­wir­ken, kein Er­folg be­schie­den war.
61 (a) Der Ar­beit­ge­ber ist nicht ver­pflich­tet, wei­ter­hin vor­han­de­ne Auf­ga­ben wie­der zurück zu ver­la­gern, um sei­ner Beschäfti­gungs­pflicht nach­zu­kom­men. Das Be­ru­fungs­ge­richt folgt in­so­weit der von der 8. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hes­sen in sei­nem Ur­teil vom 24. Ju­ni 2014 und den dort zi­tier­ten Fund­stel­len ver­tre­te­nen Auf­fas­sung (LAG Hes­sen, Ur­teil vom 24. Ju­ni 2014 - 8 Sa 1216/13 -, Rn. 52, ju­ris; LAG München, Ur­teil vom 18.8.2011 - 2 Sa 62/10 - Rn. 45 ff., ju­ris; LAG Hamm, Ur­teil vom 2. März 2012 - 10 Sa 1086/11 -, Rn. 99, ju­ris; wohl auch BAG, Ur­teil vom 13. Ju­ni 1990 - 5 AZR 350/89 -, Rn. 18 f.). Da­nach wird der Ar­beit­ge­ber in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on von der Leis­tungs­pflicht frei (§ 275 Abs. 1 BGB) und ist al­len­falls aus Gründen des Scha­dens­er­sat­zes ver­pflich­tet, ei­nen gleich­wer­ti­gen aber an­de­ren Ar­beits­platz zur Verfügung zu stel­len. Ein sol­cher aus Scha­dens­er­satz­ge­sichts­punk­ten ab­ge­lei­te­ter An­spruch auf Ein­rich­tung ei­nes an­de­ren gleich­wer­ti­gen Ar­beits­plat­zes ist je­doch ein ali­ut ggü. dem ti­tu­lier­ten An­spruch auf Beschäfti­gung auf dem ursprüng­lich ein­mal be­ste­hen­den aber fort­ge­fal­le­nen Ar­beits­platz (vgl. für den Fall des Ver­set­zungs­streits: LAG München, Ur­teil vom 18. Au­gust 2011 - 2 Sa 62/10 -, Rn. 47, ju­ris).
62 (b) Al­ler­dings wird auch die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass der Weg­fall des Ar­beits­plat­zes nicht zur Unmöglich­keit der Beschäfti­gung führt, wenn die Tätig­kei­ten noch im Be­trieb er­bracht würden. Dann sei es dem Ar­beit­ge­ber möglich, den Ar­beits­platz wie­der ein­zu­rich­ten und den Ar­beit­neh­mer zu beschäftig­ten (vgl. LAG Hes­sen, Be­schluss vom 18.8.2009 - 12 Ta 235/09 - Rn. 21, ju­ris; LAG Hes­sen, Ur­teil vom 5.12.2011 - 16 Sa 1056/11 - Rn. 19, ju­ris; LAG Hes­sen, Ur­teil vom 3.7.2012 - 15 Sa­Ga 243/12 - Rn. 45, ju­ris; ArbG Düssel­dorf, Ur­teil vom 19.4.2013 - 11 Ca 5757/12 - Rn. 84, ju­ris; Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf in der hier an­ge­grif­fe­nen Ent­schei­dung).
63 (c) Wie in der zi­tier­ten Ent­schei­dung der 8. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hes­sen vom 24. Ju­ni 2014 (- 8 Sa 1216/13 -, Rn. 52, ju­ris) kann die­se Fra­ge auch hier da­hin­ste­hen. Selbst wenn man nicht von Unmöglich­keit aus­gin­ge, ist hier wie dort je­den­falls von Un­zu­mut­bar­keit der Beschäfti­gung i.S.v. § 275 Abs. 2 oder 3 BGB aus­zu­ge­hen, da der Weg­fall der Stel­le auf der un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung der Kläge­rin be­ruht. Un­ter­neh­mer­ent­schei­dun­gen sind von den Ar­beits­ge­rich­ten nicht auf ih­re Zweckmäßig­keit zu über­prüfen. Sie sind - mit Aus­nah­me of­fen­bar sach­wid­ri­ger, miss­bräuch­li­cher oder willkürli­cher Maßnah­men - hin­zu­neh­men. Die Ar­beits­ge­rich­te können vom Ar­beit­ge­ber nicht ver­lan­gen, von ihm nicht ge­woll­te Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Eben­so we­nig können sie von ihm ver­lan­gen, ein­mal ge­trof­fe­ne Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dun­gen rückgängig zu ma­chen.
64 Ge­mes­sen an die­sem Grund­satz wäre es der Kläge­rin je­den­falls un­zu­mut­bar, den Ar­beits­platz ei­nes "Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" wie­der ein­zu­rich­ten, um dem ti­tu­lier­ten Beschäfti­gungs­an­spruch des Be­klag­ten Genüge zu tun. Die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung der Kläge­rin und des Kon­zerns zur Um­struk­tu­rie­rung des Be­reichs "D. E." ist nicht auf ih­re Zweckmäßig­keit hin zu über­prüfen. Sie ist auch nicht of­fen­bar sach­wid­rig oder miss­bräuch­lich. Es ist nicht da­von aus­zu­ge­hen, dass die Kläge­rin oder gar der Kon­zern die dar­ge­leg­ten weit­rei­chen­den Um­struk­tu­rie­run­gen in der eu­ro­pa­wei­ten Kon­zern­or­ga­ni­sa­ti­on und der da­mit ein­her­ge­hen­den Zuständig­kei­ten von Funk­ti­ons­trägern er­grif­fen hat, um den Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch des Be­klag­ten zu un­ter­lau­fen. Die Um­struk­tu­rie­run­gen be­tra­fen bei wei­tem nicht nur die Stel­le des Be­klag­ten. Dem­ge­genüber hätte die vom Be­klag­ten be­gehr­te Beschäfti­gung auf ei­ner wie­der ein­zu­rich­ten­den Stel­le mit dem ti­tu­lier­ten Zu­schnitt zur Fol­ge, dass die ge­sam­te Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur des Be­reichs "D. E." auf der Ebe­ne "EMEA" wie­der geändert wer­den müss­te. Un­ge­ach­tet der Fra­ge des recht­li­chen oder tatsächli­chen Könnens der Kläge­rin steht ein sol­ches Ver­lan­gen in ei­nem gro­ben Miss­verhält­nis zum In­ter­es­se des Be­klag­ten, so wie ti­tu­liert und nicht an­ders beschäftigt zu wer­den, zu­mal der Sach­ver­halt und der Sach­vor­trag der Par­tei­en nicht er­ken­nen lässt, dass ei­ne an­ders­ar­ti­ge Beschäfti­gung, wie sie dem Be­klag­ten an­ge­bo­ten wur­de, - von Fra­gen des So­zi­al­pres­ti­ges in Un­ter­neh­men und Kon­zern ab­ge­se­hen - ent­gelt­li­che oder sons­ti­ge wirt­schaft­li­che Nach­tei­le mit sich bräch­te.
65 b) Steht da­mit fest, dass es die dem ti­tu­lier­ten Beschäfti­gungs­an­spruch zu­grun­de­lie­gen­de Stel­le des "Di­rek­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" je­den­falls zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Be­ru­fungs­ge­richt nicht mehr gibt, liegt ein Grund vor, der die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Ur­teil i.S.d. § 767 Abs. 1 und 2. ZPO un­zulässig macht.
66 c) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten und des Ar­beits­ge­richts war die Zwangs­voll­stre­ckung vollständig und nicht et­wa nur teil­wei­se für un­zulässig zu erklären.
67 Dem Ar­beits­ge­richt ist dar­in zu­zu­stim­men, dass es nicht maßgeb­lich auf die Be­zeich­nung ei­ner Po­si­ti­on oder ei­nes Ar­beits­platz an­kommt, son­dern dar­auf, ob die­je­ni­gen Ar­beits­auf­ga­ben noch an­fal­len, die mit die­ser Po­si­ti­on bzw. die­sem Ar­beits­platz zum Zeit­punkt der Ti­tu­lie­rung des Beschäfti­gungs­an­spruchs ver­bun­den wa­ren. Das ist hier aber nicht der Fall. Zwar räumt auch die Kläge­rin ein, dass der Be­klag­te im­mer noch mit sämt­li­chen in dem Beschäfti­gungs­ti­tel spie­gel­stri­ch­ar­tig auf­ge­lis­te­ten Tätig­kei­ten be­treut wer­den kann. Ent­schei­dend ist aber, dass die­se Tätig­kei­ten nur noch in dem nach Ab­spal­tung der Zuständig­keit für den Be­reich "Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" (GWE) ver­blie­be­nen Zuständig­keits­ge­biet, d.h. in dem Sub­clus­ter "Deutsch­land in­cl. U. re­gio­nal" (GER + Deut­sche U. (DT)) an­fal­len. Die Möglich­keit der Zu­wei­sung ei­nes Ar­beits­plat­zes mit ei­ner solch ein­ge­schränk­ten Zuständig­keit stellt nicht ei­ne teil­wei­se Erfüll­bar­keit der ti­tu­lier­ten Beschäfti­gungs­ver­pflich­tung, son­dern ein ali­ut dar. Das hat der Be­klag­te selbst in au­genfälli­ger Wei­se mit der be­reits zi­tier­ten Erklärung zum Aus­druck ge­bracht, dass es ei­nen grund­le­gen­den Un­ter­schied dar­stel­le, ob ein Ma­na­ger "nur Lan­desfürst" sei oder ei­ne länderüberg­rei­fen­de, in­ter­na­tio­na­le Zuständig­keit be­sit­ze. Dar­in dürf­te auch der Be­weg­grund lie­gen, wes­halb er be­reits zu­vor das An­ge­bot der Kläge­rin ab­ge­lehnt hat, in der Po­si­ti­on ei­nes "D. Ger­ma­ny Ac­count E. Lead" beschäftigt zu wer­den.
68 Mit dem er­strit­te­nen Beschäfti­gungs­ti­tel strebt und streb­te der Be­klag­te nicht ei­ne vom geo­gra­phi­schen Zuständig­keits­ge­biet zu ab­stra­hie­ren­de Beschäfti­gung mit den im Te­nor des an­ge­grif­fe­nen Ur­teils spie­gel­stri­ch­ar­tig auf­ge­lis­te­ten Tätig­keits­in­hal­ten an. Ge­wiss geht und ging es ihm auch nicht dar­um, dass die Kläge­rin sich - un­ge­ach­tet der tatsächli­chen und recht­li­chen Unmöglich­keit ei­nes sol­chen Un­ter­fan­gens - in ei­ner Art "ge­sell­schafts­recht­li­cher Re­vo­lu­ti­on" vom Kon­zern und den durch den Kon­zern vor­ge­ge­be­nen Struk­tu­ren "los­sagt", um ihm gleich­sam ei­nem Ti­tu­lar­pro­ku­ris­ten den re­al nicht exis­ten­ten Pos­ten ei­nes "Di­rec­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" ver­lei­hen zu können. Das ge­sam­te Stre­ben des Be­klag­ten war und ist viel­mehr dar­auf aus­ge­rich­tet, auf ei­ner Art und Wei­se beschäftigt zu wer­den, die ihm in­ner­halb des welt­weit täti­gen Kon­zerns und des da­durch ge­ge­be­nen Be­zie­hungs­ge­flechts die hier­ar­chi­sche, geo­gra­phi­sche und da­mit letzt­lich geschäft­li­che Be­deu­tung (wie­der) ver­schafft, die zu dem Zeit­punkt, als er den Beschäfti­gungs­ti­tel erstritt, mit der Po­si­ti­on ei­nes "Di­rec­tor E. Com­mu­ni­ca­ti­on & Me­dia So­lu­ti­ons Deutsch­land und Ge­ne­ral X. Eu­ro­pe" ver­bun­den war. Eben die­sem Be­geh­ren wird die Möglich­keit ei­ner den ti­tu­lier­ten An­spruch le­dig­lich teil­wei­se erfüllen­den Beschäfti­gung na­ment­lich in ei­ner geo­gra­phisch auf Deutsch­land be­schränk­ten Po­si­ti­on nicht ge­recht.
69 III.
70 Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 91 Abs. 1 ZPO.
71 IV.
72 Die Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt war we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der sich mit Blick auf § 275 Abs. 1 bis 3 BGB in der Fas­sung vom 2.1.2002 in Zu­sam­men­hang mit der vollständi­gen oder teil­wei­sen Unmöglich­keit der Erfüllung von Beschäfti­gungs­ansprüchen er­ge­ben­den Fra­gen gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG zu­zu­las­sen.
73 RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG:
74 Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei
75 R E V I S I O N
76 ein­ge­legt wer­den.
77 Für die kla­gen­de Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.
78 Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim
79 Bun­des­ar­beits­ge­richt
80 Hu­go-Preuß-Platz 1
81 99084 Er­furt
82 Fax: 0361-2636 2000
83 ein­ge­legt wer­den.
84 Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.
85 Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:
86 1.Rechts­anwälte,
87 2.Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
88 3.Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
89 In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.
90 Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.
91 Bezüglich der Möglich­keit elek­tro­ni­scher Ein­le­gung der Re­vi­si­on wird auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09.03.2006 (BGBl. I Sei­te 519) ver­wie­sen.
92 * ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.
93 Mailänder­NaßBer­ger
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