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Timestamp: 2016-09-25 02:00:41
Document Index: 29856089

Matched Legal Cases: ['§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 13']

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Vollmachtsmissbrauch durch den Finanzvermittler – und die Prüfungspflicht der Bank	6. September 2016 | Kapitalanlage- und BankrechtGeschätzte Lesezeit: 6 Minuten	Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat grundsätzlich der Vertretene das Risiko eines hier unterstellten Missbrauchs der Vertretungsmacht zu tragen1.
Den Vertragspartner trifft keine Prüfungspflicht, ob und inwieweit der Vertreter im Innenverhältnis gebunden ist, von seiner nach außen unbeschränkten Vertretungsmacht nur begrenzten Gebrauch zu machen2.
zum einen nur in dem – hier nicht gegebenen – Fall, dass der Vertreter kollusiv mit dem Vertragsgegner zum Nachteil des Vertretenen ein Geschäft abschließt. Ein solches Geschäft verstößt gegen die guten Sitten und ist nichtig (§ 138 BGB)3.
Zum anderen ist der Vertretene gegen einen erkennbaren Missbrauch der Vertretungsmacht im Verhältnis zum Vertragspartner dann geschützt, wenn der Vertreter von seiner Vertretungsmacht in ersichtlich verdächtiger Weise Gebrauch gemacht hat, so dass beim Vertragspartner begründete Zweifel bestehen mussten, ob nicht ein Treueverstoß des Vertreters gegenüber dem Vertretenen vorliege. Notwendig ist dabei eine massive Verdachtsmomente voraussetzende objektive Evidenz des Missbrauchs4. Die objektive Evidenz ist insbesondere dann gegeben, wenn sich nach den gegebenen Umständen die Notwendigkeit einer Rückfrage des Geschäftsgegners bei dem Vertretenen geradezu aufdrängt5.
Die Annahme des Oberlandesgerichts Stuttgart6, der Bank habe sich aufdrängen müssen, dass die im Prospekt genannte Finanzierungsvermittlerin ihr gegenüber keine vergütungspflichtige Tätigkeit entfaltet habe, entbehrt einer ausreichenden Grundlage. Entgegen der Auffassung des Oberlandesgerichts Stuttgart richten sich Art und Umfang der Tätigkeiten der Finanzierungsvermittlerin nicht nach dem Fondsprospekt7, sondern nach dem Finanzierungsvermittlungsvertrag, mit dem sich das Oberlandesgericht Stuttgart nicht befasst hat. Insoweit fehlt es auch an einem substantiierten Vortrag der Darlehensnehmer.
Ein Vollmachtsmissbrauch kann in diesem Zusammenhang nur dann vorliegen, wenn die Vereinbarung und Finanzierung einer solchen Provision von dem Geschäftsbesorgungsvertrag und dem mit diesem Vertrag umzusetzenden Investitionskonzept zum Nachteil des Kapitalanlegers hier der Darlehensnehmer abweicht8. Den Abschluss des Finanzierungsvermittlungsvertrags und die Finanzierung des Gesamtaufwands haben die Darlehensnehmer aber ausdrücklich gewünscht und damit die Abwicklungsbeauftragte bevollmächtigt.
Die Vermittlungstätigkeit erfordert, dass der Makler auf den potenziellen Vertragspartner mit dem Ziel einwirkt, die Abschlussbereitschaft für den beabsichtigten Hauptvertrag herbeizuführen9. Dabei kann der die Vergütungspflicht auslösende Maklervertrag auch noch zeitlich nach bereits erfolgter Maklerleistung abgeschlossen werden10. Um die Provision zu verdienen reicht es aus, wenn die Maklerleistung neben anderen Bedingungen für den Abschluss des Hauptvertrags zumindest mitursächlich geworden ist. Sie braucht nicht die einzige und nicht die hauptsächliche Ursache zu sein. Beim Vermittlungsmakler genügt es, dass seine Tätigkeit die Abschlussbereitschaft des Dritten irgendwie gefördert hat, der Makler also beim Vertragsgegner ein Motiv gesetzt hat, das nicht völlig unbedeutend war11.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Juni 2016 – XI ZR 189/14
vgl. BGH, Urteile vom 29.06.1999 – XI ZR 277/98, WM 1999, 1617, 1618; vom 01.06.2010 – XI ZR 389/09, WM 2010, 1218 Rn. 29; und vom 09.05.2014 – V ZR 305/12, WM 2014, 1964 Rn. 18↩
BGH, Urteile vom 29.06.1999 – XI ZR 277/98, WM 1999, 1617, 1618; und vom 01.06.2010 – XI ZR 389/09, WM 2010, 1218 Rn. 29↩
vgl. nur BGH, Urteile vom 17.05.1988 – VI ZR 233/87, WM 1988, 1380, 1381; vom 14.06.2000 – VIII ZR 218/99, WM 2000, 2313, 2314; und vom 28.01.2014 – II ZR 371/12, WM 2014, 628 Rn. 10↩
vgl. BGH, Urteile vom 25.10.1994 – XI ZR 239/93, BGHZ 127, 239, 241; vom 29.06.1999 – XI ZR 277/98, WM 1999, 1617, 1618; vom 01.02.2012 – VIII ZR 307/10, WM 2012, 2020 Rn. 21; und vom 09.05.2014 – V ZR 305/12, WM 2014, 1964 Rn. 18, jeweils mwN↩
BGH, Urteil vom 29.06.1999 – XI ZR 277/98, aaO↩
OLG Stuttgart, Urteil vom 26.03.2014 – 9 U 111/13↩
vgl. BGH, Urteil vom 08.02.2011 – II ZR 263/09, BGHZ 188, 233 Rn. 41; BGH, Beschluss vom 19.06.2007 – XI ZR 375/06↩
vgl. dazu BGH, Urteil vom 27.06.2008 – V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 13↩
BGH, Urteil vom 02.06.1976 – IV ZR 101/75, WM 1976, 1118, 1119, Beschluss vom 17.04.1997 – III ZR 182/96, NJW-RR 1997, 884 und Urteil vom 04.06.2009 – III ZR 82/08, WM 2009, 1801 Rn. 8↩
vgl. BGH, Urteile vom 18.09.1985 IVa ZR 139/83, WM 1985, 1422, 1423; vom 10.10.1990 – IV ZR 280/89, WM 1991, 78; vom 06.02.1991 – IV ZR 265/89, WM 1991, 818, 819; vom 06.03.1991 – IV ZR 53/90, WM 1991, 1129, 1131; und vom 03.07.2014 – III ZR 530/13, WM 2014, 1920 Rn. 14↩
BGH, Urteile vom 21.05.1971 – IV ZR 52/70, WM 1971, 1098, 1100; und vom 21.09.1973 – IV ZR 89/72, WM 1974, 257, 258↩
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