Source: https://www.ihk-muenchen.de/de/%C3%9Cber-uns/Jahresabschl%C3%BCsse-der-IHK/Gesch%C3%A4ftsbericht-2016/Jahresabschluss-2016/Lagebericht/
Timestamp: 2017-08-20 21:07:01
Document Index: 346216364

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 7', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 3', 'Art. 2', 'Art. 9']

Lagebericht für das Geschäfts­jahr 2016
Wirtschaftsentwicklung in Oberbayern
Die oberbayerische Wirtschaft ist im Jahr 2016 weiter solide gewachsen. Quer über alle Branchen ist die Stimmung sehr gut. Gemessen am IHK-Konjunkturindex war die Stimmung mit rund 130 Punkten über das gesamte Jahr hinweg auf einem sehr hohen Niveau. Sowohl im In- als ‎auch im Ausland waren die hierzulande hergestellten Güter und Dienstleistungen ‎wettbewerbsfähig und erfreuten sich reger Nachfrage. ‎Im Zuge dieser guten Entwicklung haben die Unternehmen weiter Personal eingestellt und die Beschäftigung hat einen neuen Rekord erreicht. Die zusätzlich steigenden Einkommen verschafften den privaten Haushalten mehr finanzielle Mittel, die sie zum Konsum sowie zu ‎größeren Anschaffungen, wie z. B. zum Kauf von Immobilien, nutzten. Begünstigt wurde dies durch niedrige Zinsen, die einerseits günstige Finanzierungsbedingungen für ‎Staat, Haushalte und Unternehmen ermöglichen. Andererseits machen sie Sparen mit klassischen ‎Anlageprodukten unattraktiv. Hierdurch strömte zusätzliches Geld in den Immobilienmarkt. Auch die – trotz Preissteigerungen zu Jahresende – weiterhin vergleichsweise günstigen Rohstoffpreise verschafften Unternehmen und Haushalten zusätzlichen Ausgabenspielraum. Trotz dieser insgesamt überaus erfreulichen Ergebnisse gab es drei Themen, die einer noch besseren Entwicklung entgegenstehen: 1. Der Fachkräftemangel verhinderte ein ‎stärkeres Wachstum. Trotz Zuwanderung blieben Stellen offen, auch Ausbildungsplätze konnten ‎die Unternehmen nicht besetzen. ‎‎2. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen war angesichts der äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen und der guten Konjunktur zu niedrig. Investitionen sind jedoch notwendig, um die langfristigen Wachstumspotenziale zu sichern. 3. Die politischen Unwägbarkeiten nahmen im Jahresverlauf zu: Das Votum der Briten zum Brexit hat im Juni zu Turbulenzen geführt, da mit Großbritannien ein wichtiger (Handels-)Partner Deutschlands in absehbarer Zeit den europäischen Binnenmarkt verlässt. Auch der US-Wahlkampf, in dem Protektionismus und ein neuer Kurs in der US-Politik angekündigt und mit der Wahl des neuen Präsidenten auch realisiert wurde, hat zur Verunsicherung beigetragen.
Strategische Ausrichtung der IHK-Arbeit
Auch im Geschäftsjahr 2016 orientierte sich die fachliche Schwerpunktsetzung der ‎IHK-Arbeit an einem Katalog bereichsübergreifender „strategischer Kernziele“, die in der Sitzung vom 10. November 2015 ‎durch das IHK-Präsidium angenommen wurden. ‎
Gemeinsames Kennzeichen der strategischen IHK-Kernziele ist deren nachhaltige ‎Ausrichtung und Verfolgung im Interesse der regionalen Wirtschaft und der IHK-‎Weiterentwicklung. Die strategischen Kernziele 2016 basieren wie im letzten Jahr auf ‎einer Matrix, die eine Zuordnung der thematischen und organisatorischen Kernziele ‎für 2016 zu den vier IHK-Kernaufgaben ermöglicht, wie sie im Leitbild entwickelt ‎wurden. ‎
Die vier Kernaufgaben der IHK für München und Oberbayern lauten:‎
Die thematischen Kernziele sind: ‎
Wirtschaftsregionen stärken
Ergänzt werden diese Schwerpunktthemen der IHK-Arbeit um interne Kernziele zur ‎organisatorischen IHK-Weiterentwicklung:‎
Für die Gesamtausrichtung der IHK wurden zusätzlich zwei übergeordnete Leitziele entwickelt: IHK digital und IHK partizipativ. Alle nach außen und nach innen gerichteten Ziele, Maßnahmen und Projekte leisten einen Beitrag zu diesen beiden übergeordneten Leitzielen. Darüber ‎bildet das Wertesystem des „Ehrbaren Kaufmanns“ die Klammer, die im neuen ‎Markenkern der IHK-Organisation „Gemeinsam unternehmen wir Verantwortung“ verankert wurde. ‎
Im Wesentlichen konzentrierte sich die IHK-Arbeit in 2016 auf folgende sieben inhaltliche ‎Themenfelder vor dem Hintergrund der Gesamtzielsetzung:‎
IHK Wahl 2016 umsetzen
Die umfassenden Arbeitspakete konzentrierten sich auf die rechtssichere Gestaltung der IHK-Wahl, auf die Steigerung der Aufmerksamkeit für die IHK-Wahl sowie auf die Unterstützung der Eigenwerbung der Kandidaten.
Die Vereinbarungen aus dem mit der Bayerischen Staatsregierung im Oktober 2015 geschlossenen „Integrationspakt Bayern“ sind umzusetzen: Aufbau einer berufsbezogenen, ausbildungsbegleitenden Sprachförderung sowie eines Integrationsberater-Teams für Unternehmen und Auszubildende, die Entwicklung eines Kompetenz- und Profiltest für Flüchtlinge, die Konzipierung und Bereitstellung eines Angebots für die interkulturelle Weiterbildung von Ausbildungs- und Personalverantwortlichen sowie der Einsatz von modularen, arbeitsmarktverwertbaren IHK-Teilqualifikationen.
Berufliche Bildung‎ stärken
Die Berufliche Bildung ist eine zentrale Säule der ‎Fachkräftesicherung für die oberbayerische Wirtschaft. Die ‎Berufsbildung muss im Stellenwert gestärkt und alle ‎Potenziale ausgeschöpft werden. Die Arbeit konzentriert sich auf die Umsetzung der Imagekampagne „Elternstolz“ gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium und dem bayerischen Handwerk sowie auf das Projekt „IHK-Ausbildungsscouts“, einer Informations- und Beratungsoffensive über Chancen und Karrieremöglichkeiten einer Berufsausbildung. Der Bereich Berufliche Bildung wird schlagkräftig neu strukturiert.
Kommunikation kunden- und dialogorientiert ausrichten
Die Kommunikation fokussiert sich auf nutzerorientierte und ‎kampagnenfähige Markenthemen. Der Webrelaunch der IHK-Homepage mit eindeutig kunden- und dialogorientierten Angeboten ist umgesetzt. Die Sichtbarkeit der IHK ‎wird so erhöht und die Marke IHK gestärkt.‎ Mitglieder und weitere Stakeholder werden über eine IHK-Open Innovation Plattform stärker an Meinungsbildung und Produktentwicklung beteiligt.
Digitalisierung der Wirtschaft vorantreiben
Die Digitalisierung ist für die Unternehmen eine der zentralen ‎Herausforderungen der nächsten Jahre. Die IHK ist ‎gefordert, ihre Mitgliedsunternehmen auf dem Weg ins ‎digitale Zeitalter zu begleiten.‎
Auch über die Konsequenzen der Digitalisierung in der Arbeitswelt wurden die Mitgliedsunternehmen über unterschiedliche Dialogformate sensibilisiert.
Infrastruktur ‎weiterentwickeln
Hier gilt es im Rahmen der Gesamtinteressenvertretung, die Positionen in der regionalen gewerblichen Wirtschaft zum Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur einzuholen, abzuwägen, über Mehrheitsbeschlüsse zu bündeln und an die Politik heranzutragen.
Die Hauptgeschäftsführung informierte das Präsidium am 8. Februar 2017 im Rahmen ‎eines Rechenschaftsberichts über den Erreichungsgrad der strategischen Kernziele.
II. Geschäftsverlauf und Lage der IHK im abgelaufenen Geschäftsjahr
Ausgehend vom Nachtragswirtschaftsplan 2016 kann die IHK für München und Oberbayern auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurückblicken. Das geplante Ergebnis für das Jahr 2016 konnte übertroffen werden.
Die wesentlichen Finanzdaten für das Geschäftsjahr 2016 stellen sich wie folgt dar:
Hochrechnungs-Plan in T€
ink. Nachtrag
Betriebserträge 82.985 76.700 75.995 -705
davon Beitragserträge 59.035 50.700 47.941 -2.759
Betriebsaufwand 87.010 96.600 93.889 -2.711
Betriebsergebnis -4.025 -19.900 -17.894 2.006
Finanzergebnis -503 -800 -648 152
Steuern 115 100 116 16
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag -4.643 -20.800 -18.658 2.142
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr 13.223 28.834 28.834 0
Entnahmen aus den Rücklagen 20.254 6.855 6.201 -654
Einstellungen in Rücklagen 0 1.581 1.581 0
Bilanzgewinn / Bilanzverlust 28.834 13.308 14.796 1.488
Die Betriebserträge betragen T€ 75.995 (Plan T€ 76.700). Der größte Anteil entfällt mit T€ 47.941 (Plan T€ 50.700) auf die IHK-Beiträge. Aus den hoheitlichen Aufgaben der IHK ergeben sich Erträge aus Gebühren von T€ 12.622 (Plan T€ 12.000). Diese stammen hauptsächlich aus den Bereichen der Weiterbildungs-und Fortbildungsprüfungen. Die Entgelte aus Verkaufserlösen, Seminaren und Veranstaltungen belaufen sich auf T€ 5.569 (Plan T€ 5.000).
Sonstige betriebliche Erträge werden in Höhe von T€ 9.864 (Plan T€ 9.000) erzielt. Darin sind hauptsächlich enthalten: Nebenerlöse (T€ 2.667) unter anderem aus der Vermietung von Seminar- und Veranstaltungsräumen, Öffentliche Zuwendungen von T€ 1.165 aus der Bezuschussung einer Reihe von Projekten, z.B. für Maßnahmen zur Ausbildungsförderung, Verbesserung der Migration von Flüchtlingen, Weiterbildungsinitiativen für Existenzgründer, Förderung der Beziehungen zur Außenhandelskammer Georgien sowie zentrale Innovationsprogramme für den Mittelstand in Bayern, Erstattungen (T€ 3.046), im Wesentlichen durch Rückvergütungen aus der Pensionsversicherung sowie Erstattungen aus der Personal- und Sachmittelgestellung, zum Beispiel für das Enterprise Europe Network in Bayern, den Bayerischen ‎Industrie- und Handelskammertag und die IHK-Gesellschaft für Berufs- und Weiterbildung mbH, München.‎
Der Betriebsaufwand beträgt T€ 93.889 (Plan T€ 96.600). In den Bereichen Material sind Aufwendungen in Höhe von T€ 16.806 (Plan T€ 16.000), Personal T€ 39.053 (Plan T€ 40.300) sowie Abschreibungen T€ 1.508 (Plan T€ 2.800) und Sonstiger betrieblicher Aufwand T€ 36.523 (Plan T€ 37.500) zu verzeichnen.
Das Finanzergebnis beläuft sich auf T€ - 648 (Plan T€ - 800). Es ist hauptsächlich durch geringere Zinserträge verursacht.
Der Jahresfehlbetrag 2016 beträgt T€ - 18.659 (Plan T€ - 20.800). Er wird über den Ergebnisvortrag in Höhe von T€ 28.834 und Nettoentnahmen aus zweckgebundenen Rücklagen von T€ 4.620 gedeckt. Der Bilanzgewinn in Höhe von T€ 14.795 wird zum Ausgleich des geplanten Jahresfehlbetrags 2017 auf neue Rechnung vorgetragen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2016
T€ - 13.915 (Plan T€ - 16.368). In immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen wurden in 2016 insgesamt Investitionen in Höhe von T€ 8.608 (Plan T€ 8.153) getätigt. Davon entfielen auf die Generalsanierung des IHK-Stammhauses in der Max-Joseph-Straße T€ 7.395. Die Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung und IT-Infrastruktur betrugen T€ 999, in Lizenzen und Software wurden T€ 195 investiert.
Der Finanzmittelbestand ermäßigte sich aufgrund des negativen Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionen um T€ - 22.570 (Plan
T€ - 24.521). und beträgt somit zum Bilanzstichtag‎ T€ 61.218.
Von besonderer Bedeutung im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 09.12.2015 in punkto Rücklagen, nämlich bei der Bemessung der Rücklagen das Gebot der Haushaltswahrheit einzuhalten. Dies beinhaltet u.a. die Pflicht zur Schätzgenauigkeit und fordert für die Ausgleichsrücklage eine Unterlegung durch sachgerechte und vertretebar Risikoprognose. Die Berechnungsbasis ist verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Hierzu hat eine Expertenkommission der IHK-Organisation einen Muster-Risikokatalog entwickelt und ein von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zertifiziertes Standardmodell für die Zusammenfassung der bewerteten Risiken zur Verfügung gestellt. Unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen und der bestehenden Risiken wird für 2016 eine Schadenssumme für die Ausgleichsrücklage in Höhe von T€ 43.894 berechnet, die in 95 Prozent aller Stichproben (100.000 Durchläufe) nicht überschritten wird‎. Die IHK München verzichtet bewusst auf eine vollständige Abdeckung der Risiken auf die berechnete Größe. Unter Berücksichtigung des Standes zum 31.12.2016 von T€ 32.582 ergibt sich ein Abdeckungsgrad von 74,2 Prozent. Als Konsequenz der aktuellen Rechtsprechung zur Rücklagenbildung bei IHKs werden die anderen Rücklagen, nämlich Finanzierungs- und Instandhaltungsrücklagen, ab 2016 nur noch in dem Umfang gebildet, in dem Maßnahmen durch Kostenschätzungen externer Sachverständiger bzw. Architekten unterlegt sind. Die Instandhaltungsrücklagen für die Standorte Orleansstraße und Westerham werden deshalb zum Bilanzstichtag 2016 für die Orleansstraße mit T€ 2.487 und für Westerham mit T€ 0 zu Buche stehen.
III. Weiterentwicklung im Qualitätsmanagement
Das nach ISO 9001 zertifizierte QM-System der IHK München wurde im Januar des Jahres ‎‎2016 einer zweiten Überwachung unterzogen. Das Audit konnte erfolgreich abgeschlossen ‎werden.
Am 28.11.2016 erfolgte das zweite Überwachungsaudit des Bayerischen Wirtschaftsarchivs. ‎Das deutschlandweit erste zertifizierte Archiv konnte erneut mit erfolgreicher Arbeit auf der Basis ‎eines durchstrukturierten Qualitätsmanagementsystems überzeugen.‎
Im Verlauf des Jahres wurden im Rahmen des Qualitätsmanagements eine Reihe Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse (KVP) durchgeführt. Mitarbeiter/innen aus den Bereichen Qualitätsmanagement, Pro‎zessmanagement, Risikomanagement und dem DMS-Projekt arbeiteten in einer KVP-Gruppe zusammen, um Arbeiten abzustimmen und nachzuhalten.‎
Mit der Erweiterung der Organisationshandbuchs (QM-Dokumentation) wurde in 2016 fortgefahren. Das E-Regelbuch (Zusammenfassung aller in der IHK gefassten Beschlüsse und Regeln) und das Wiki Risikomanagement sind inzwischen Arbeitsgrundlage für alle Mitarbeiter/innen.‎
Weitere Schwerpunkte im Rahmen des Qualitätsmanagements waren die beiden halbjährlichen ‎Zusammenfassungen der Ergebnisse des Beschwerdemanagements, die Mitarbeit im Arbeitskreis Innovationsmanagement, im Projekt Effizienzwerkstatt und die Durchführung einer ‎Mystery Man-Umfrage, die von etwa der Hälfte der deutschen IHKs mitgetragen wird. Die Ergebnisse wurden im April geliefert und analysiert. Sie sind Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen.
Im Februar 2016 beschloss die Geschäftsführung, die ISO-Zertifizierung vorerst auszusetzen und ‎stattdessen den Fokus verstärkt auf das Prozessmanagement, auf die Entwicklung eines Kenngrößensystems sowie auf Serviceexzellenz zu richten. Gleichwohl soll das QM-System auf ‎der Basis der ISO 9001:2015 fortentwickelt werden.‎
IV. Vermögens-, Finanz- und Ertragsentwicklung
Zum 31.12.2016 beträgt der Mitgliederbestand 402.569 Unternehmen (Vorjahr: 383.455) 40,5 Prozent der Mitglieder sind wegen eines Gewerbeertrags oder Gewinns aus Gewerbebetrieb von weniger als € 5.200 im Geschäftsjahr von Beitragszahlungen an die IHK befreit.
Den Betriebserträgen der IHK von insgesamt T€ 75.995 (VJ T€ 82.985) stehen Betriebsaufwendungen von T€ 93.889 (VJ T€ 87.011) gegenüber. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses von T€ - 648 (VJ T€ - 503) und Steuern von T€ 116 (VJ T€ 115) ergibt sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ - 18.659 (VJ T€ - 4.644). Wesentliche Ursache für den planerisch beabsichtigten Jahresfehlbetrag war die Senkung des Umlagesatzes im Geschäftsjahr 2015 von 0,150 auf 0,050 Prozent des Gewerbeertrags oder Gewinns aus Gewerbebetrieb.
Die Entwicklung der einzelnen Ertragsarten stellt sich unterschiedlich dar: Während sich die Beiträge, bedingt durch die Senkung des Umlagesatzes im Geschäftsjahr 2015 von 0,150 auf 0,050 Prozent des Gewerbeertrags oder Gewinns aus Gewerbebetrieb, auf T€ 47.941 (VJ T€ 59.035), verringern, erhöhen sich die Erträge aus Gebühren und Entgelten auf T€ 12.621 (VJ T€ 10.910) bzw. T€ 5.569
(VJ T€ 5.249). Die Veränderung der Sonstigen betrieblichen Erträge auf T€ 9.864 (VJ T€ 7.791) ist auf gestiegene Mieterlöse für Veranstaltungs- und Seminarräume, öffentliche Zuwendungen für Berufs- und Weiterbildungsprojekte sowie auf Versicherungsentschädigungen und Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen.
Der Betriebsaufwand erhöht sich im Vorjahresvergleich um T€ 6.878 auf T€ 93.889 (VJ T€ 87.011).
Der Materialaufwand steigt auf T€ 16.806 (VJ T€ 14.695), was wesentlich durch das erweiterte Angebot an Sach- und Fachkundeprüfungen verursacht wurde.
Der Personalaufwand erhöht sich auf T€ 39.053 (VJ T€ 37.290)bedingt durch höhere Gehälter und die Änderung der Bewertungsansätze durch die Verwendung modifizierter Sterbetafeln.
Die Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter und Sachanlagen vermindern sich auf T€ 1.508 (VJ T€ 3.111).
Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf T€ 36.523 (VJ T€ 31.915). Sie sind maßgeblich durch vermehrte Mietaufwendungen, IT-Leistungen, Support und Wartung sowie Rechts- und Beratungskosten geprägt.
Die Entnahmen aus Rücklagen betragen T€ 6.201 (VJ T€ 20.255). Den zweckgebundenen Rücklagen für Instandhaltung der Standorte Orleansstraße und Westerham werden T€ 2.546 bzw. T€ 3.655, insgesamt T€ 6.201 entnommen. Als Konsequenz der aktuellen Rechtsprechung zur Rücklagenbildung der IHKs ‎werden Instandhaltungsrücklagen ab 2016 nur noch in dem Umfang gebildet, in ‎dem Maßnahmen durch Kostenschätzungen externer Sachverständiger bzw. ‎Architekten unterlegt sind. Für den Standort Orleansstraße sind für 2017 ‎verschiedene Maßnahmen geplant, die eine Zuführung zur ‎Instandhaltungsrücklage in Höhe von T€ 1.581 erforderlich machen.
Das negative Finanzergebnis erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um T€ 145.
Die Bilanzsumme verringert sich von T€ 242.221 auf T€ 228.973. Auf der Aktivseite erhöht sich das Anlagevermögen um T€ 7.175 auf T€ 148.875. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau steigen um T€ 7.062 auf T€ 24.510. Das Umlaufvermögen sinkt um T€ 20.342 auf T€ 78.709. Dabei fällt insbesondere das auf T€ 61.218 gesunkene Guthaben bei Kreditinstituten ins Gewicht.
Auf der Passivseite nimmt das Eigenkapital um den Jahresfehlbetrag von T€ 18.659 auf T€ 176.296 ab. Die Anderen Rücklagen, insbesondere der Instandhaltungsrücklagen, haben um T€ 4.620 auf T€ 88.919 abgenommen. Die Sonderposten für Investitionszuschüsse ermäßigen sich um T€ 437 auf T€ 1.933. Die Rückstellungen nehmen um T€ 3.622 auf T€ 37.651 zu. Die Verbindlichkeiten erhöhen sich um T€ 2.218 auf T€ 13.021. Die Liquidität war im Geschäftsjahr 2016 jederzeit sichergestellt. Der Finanzmittelbestand ging um T€ 22.570 zurück.
Die Bilanz trägt allen heute erkennbaren Risiken aus schwankenden Beitragseinnahmen, die aufgrund von starken Konjunkturausschlägen im IHK-Bezirk oder aus dem Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, sowie sonstigen Verpflichtungen Rechnung. Den pflichtmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen auf der Passivseite stand im Geschäftsjahr 2016 eine finanzielle Deckung durch das Sach- und Finanzanlagevermögen sowie Kassenbestände auf der Aktivseite gegenüber.
Im Jahr 2016 betragen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände T€ 8.608 (Vorjahr T€ 6.511).
Bei den Finanzanlagen, die zum Bilanzstichtag Wertpapiere des Anlagenvermögens und sonstige Ausleihungen sowie Festgeld- und Spareinlagen in der Gesamthöhe von T€ 60.873 umfassen, hat eine sichere und liquiditätsorientierte Anlagepolitik Vorrang vor risikobehafteten Renditepapieren. Das Anlageverhalten wird durch die sicherheitsorientierte Vorgabe des Finanzstatuts und der IHK-internen Anlagerichtlinie bestimmt. Die IHK für München und Oberbayern erwirbt in der Regel festverzinsliche Wertpapiere. Über die Staffelung von Festgeldern wird die Liquidität sichergestellt.
V. Personalbericht
(Stichtag 31.12.2016; ohne Auszubildende, geringfügig Beschäftigte, Praktikanten und Mitarbeiter in Elternzeit)
Anteil in % 2016
Anteil in % 2015
Vollzeitäquivaltente 469 479 460
Gesamtbeschäftigte 523 100 540 100 511 100
Vollzeit (40 Stunden) 372 71 373 69 367 72
Teilzeit 151 29 167 31 144 28
Befristet 92 18 110 20 93 18
Unbefristet 431 82 430 80 418 82
Bewerbungen 2.200 2.700 2.850
ausgeschriebene Stellen 108 88 82
besetzte Stellen 82 79 63
(Verhältnis aller Austritte inkl. AN- und AG-Kündigungen sowie altersbedingten Austritten zur durchschnittlichen MA-Zahl ohne Auszubildende, gerigfügig Beschäftigte, Praktikanten und MA in Elternzeit)
8,9 6,9 7,0
(Zahl der Beschäftigten, die ihre Elternzeit im betreffenden Jahr angetreten haben)
Inanspruchnahme Elternzeit 16 9 25 17 24
Inanspruchnahme Elternteilzeit 3 1 4 6 3
(Stichtag 31.12.; alternierende Telearbeit und Arbeiten von unterwegs, max. Umfang 1/4 der Arbeitszeit)
Anzahl der Mitarbeiter 35 31 29
Stichtag 31.12.; offizielle Quote nach der Berechnungsmethode der Bundesagentur für Arbeit (Monatsdurchschnitt)
Anzahl beschäftigter Mitarbeiter mit Einschränkung 28 4,37 26 4,64 27 5,08
inkl. Auszubildende, ohne geringfügig Beschäftigte, Praktikanten und Mitarbeiter in Elternzeit; Krankenstunden inkl. Kur- und Rehamaßnahmen gemessen an den zu leistenden Sollstunden
Gesamt in &
4,9 5,2 4,2
Durchschnitliche Weiterbildungsstunden
Anzahl der durschschnittlichen Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter (ohne Auszubildende) 9,98 9,63 9,02
(inkl. Dualer Studenten) 8 6 9
Veranstaltungskafm./-kffr. 6 3 2
Fachinformatiker/in Systemintegration 1 1 2
Koch / Köchin 0 2 4
Restaurantfachmann / -frau 0 0 0
Hotelfachmann /-frau 4 3 4
Gesamt 19 15 21
Stichtag 31.12; Führungsebenen: Hauptgeschäftsführung, Bereichsleitung, Abteilungsleitung und Referatsleitung
Gesamt 59 100 59 100 63 100
Frauen 18 31 19 32 21 33
Männer 41 69 40 68 42 67
Die Beitragsentwicklung und das betriebswirtschaftliche Risiko der IHK sind wesentlich von der konjunkturellen Lage in Oberbayern und davon abgeleitet von der Ertragslage der IHK-Mitgliedsunternehmen geprägt.
Die Aussichten für 2017 bleiben grundsätzlich günstig. Zwei Drittel der oberbayerischen Betriebe rechnen zu Jahresbeginn mit einer gleichbleibend guten Entwicklung. Rund jedes Vierte erwartet sogar eine weitere Verbesserung. Erhebliche Verunsicherung geht allerdings von den aktuellen politischen Entwicklungen aus: 53 Prozent der Unternehmen sehen hierin ein Risiko für die Geschäftsentwicklung. Dies sind so viele wie noch nie, seit die Risikofrage 2011 zum ersten Mal gestellt wurde. Debatten um eine Abkehr von der Idee des europäischen Binnenmarktes oder des freien Handels sowie von Protektionismus treffen in das Mark der oberbayerischen Wirtschaft. Die oberbayerischen Unternehmen sind besonders exportstark und die internationale Arbeitsteilung bringt ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile. Getrübt wird der Ausblick auch durch den Fachkräftemangel. Rund jedes zweite Unternehmen sieht hierin eine Geschäftsgefahr. Im Jahresverlauf will jedes fünfte Unternehmen zusätzliches Personal einstellen und rund jedes Zehnte Stellen streichen. Die Einstellungsbereitschaft der oberbayerischen Wirtschaft ist ungebrochen hoch. Ob die Unternehmen ihre offenen Stellen besetzen können, ist damit mehr als fraglich. Ihre Investitionspläne haben die Unternehmen geringfügig erhöht: 31 Prozent der Betriebe wollen ihre Budgets erhöhen, und nur jedes Zehnte will weniger investieren. Ebenso viele verzichten ganz auf Investitionen. Damit erreichen die Investitionspläne zwar den höchsten Stand seit knapp vier Jahren. Angesichts der äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen sowie der robusten Konjunktur würde man jedoch eine stärkere Investitionsdynamik erwarten. Neben der hohen internationalen Unsicherheit dürften auch hausgemachte Probleme, wie beispielsweise steigende Energiepreise, die Investitionslaune bremsen.
Der am 07.12.2016 von der Vollversammlung beschlossene Wirtschaftsplan für das Jahr 2017 schließt mit einem Jahresfehlbetrag von T€ 17.628. Der Ausgleich des Jahresfehlbetrags erfolgt durch die vollständige Verwendung des geplanten Gewinnvortrags aus 2016 (T€ 13.308) sowie Rücklagenentnahmen (T€ 4.320).
Hochrechnungs-Plan-Vergleich in T€
IST (nachrichtlich)
Plan inkl. Nachtrag
Erträge aus IHK-Beiträgen 59.035 50.700 55.582 +4.882
Erträge aus Gebühren 10.910 12.000 12.000 0
Erträge aus Entgelten 5.249 5.000 5.400 +400
Sonstige betriebliche Erträge 7.791 9.000 8.000 -1.000
Betriebserträge 82.985 76.700 80.982 +4.282
Materialaufwand 14.695 16.000 17.000 -1.000
Personalaufwand 37.290 40.300 40.200 +100
Abschreibungen 3.111 2.800 3.000 -200
Sonstige betriebliche Aufwendungen 31.915 37.500 37.300 +200
Betriebsaufwand 87.011 96.600 97.500 -900
Betriebsergebnis -4.025 -19.900 -16.518 3.282
Finanzergebnis -503 -800 -996 -196
Ergebnis des gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -4.529 -20.700 -17.514 3.186
Außerordentliches Ergebnis 0 0 0 0
Steuern 115 100 114 -14
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag -4.644 -20.800 -17.628 3.172
Gewinn- / Verlustvortrag aus dem Vorjahr 13.223 28.834 13.308 -15.526
Entnahmen aus den Rücklagen 20.255 6.855 4.320 -2.535
Einstellungen in Rücklagen 0 1.581 0 +1.581
Rücklagenveränderungen 20.255 5.274 4.320 -954
Bilanzgewinn / Bilanzverlust 28.834 13.308 0 -13.308
Die Ertragsseite ist wesentlich durch ansteigende Umsätze bei Beiträgen bestimmt. Während die Grundbeiträge unverändert bleiben, wird eine Steigerung der Umlageerträge erwartet, die auf der Prognose des Arbeitskreises Steuerschätzungen (Beirat des Bundesfinanzministeriums) vom ‎November 2016 basiert. Diese geht für 2017 von einer Steigerung der Erträge aus Gewerbesteuereinnahmen für die westdeutschen Bundesländer von 9,9 Prozent aus. Schließlich berücksichtigt die Ertragsprognose die Anhebung des Umlagesatzes von 0,050 Prozent auf 0,060 Prozent. Die Gebühren bewegen sich weiterhin auf dem hohen Niveau des Jahres 2016. Die Situation am Ausbildungsmarkt und im Weiterbildungssektor im IHK-Bezirk wird für 2017 positiv bewertet. Bei Sonstigen Gebühren werden Rückgänge prognostiziert. Die Entgelte aus Verkaufserlösen, Seminaren und Veranstaltungen werden voraussichtlich insgesamt leicht über dem Niveau des Nachtrags 2016 liegen. Die Sonstigen betrieblichen Erträge gehen gegenüber dem Nachtrag 2016 vor allem infolge entfallender Sondereffekte durch Versicherungsentschädigungen (Brandschaden in der Orleansstraße) wieder auf das Niveau von 2015 zurück.
Die Aufwandsseite wird durch Mehraufwendungen bei Materialaufwand und Abschreibungen bei nahezu unverändertem Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwand bestimmt. Beim Personalaufwand werden die Zuwächse bei den direktem Gehaltskosten durch geringere Aufwendungen für Altersversorgung ausgeglichen. Die verminderten Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf Minderaufwendungen bei Instandhaltungen zurückzuführen.
Das negative Finanzergebnis wird sich wegen der geplanten Verringerung der Finanzmittel infolge Investitionstätigkeit und der anhaltend niedrigen Renditen weiter erhöht. Die Finanzanlagen bestehen aus Festgeldern und festverzinslichen Wertpapieren. Risikoreiche Anlagen wie Aktien oder Genussscheine befinden sich nicht im Portfolio. Diese sind nach den Bestimmungen von § 23 Finanzstatut und der Anlagerichtlinie der IHK nicht zulässig. Darüber hinaus belastet der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen das Finanzergebnis.
Der erwartete Jahresfehlbetrag 2017 beträgt T€ 17.628. Er wird zum wesentlichen Teil über den Ergebnisvortrag in Höhe von T€ 13.308 gedeckt. Der verbleibende Betrag von T€ 4.320 wird über die Entnahmen aus der Ausgleichsrücklage (T€ 2.488) ‎und den zweckgebundenen Rücklagen (T€ 1.832) ausgeglichen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird im Betrachtungszeitraum wesentlich durch die Ausgaben für die Sanierung des Stammhauses in der Max-Joseph-Straße beeinflusst.
In 2017 würde der Finanzmittelbestand rechnerisch infolge der Investitionstätigkeit in der Max-Joseph-Straße trotz Erhöhung des Umlagesatzes auf 0,060 Prozent und Entnahmen aus der Ausgleichsrücklage in Höhe von T€ 2.488 soweit absinken, dass eine Liquiditätsreserve von 1,5 Monatsausgaben (ca. T€ 12.500) unterschritten würde. Deshalb werden ab 2017 bis 2019 Fremdmittel zur Finanzierung der Investitionen und des laufenden Betriebs in Anspruch genommen werden. Für das Planungsjahr 2017 ist ein Investitionskredit in Höhe von T€ 3.000 geplant. Im Rahmen der Wirtschaftssatzung ist aktuell die Inanspruchnahme von Investitions- und Kassenkrediten bis maximal T€ 10.000 bzw. T€ 40.000 möglich. Eine Vermeidung zur Aufnahme von Fremdmitteln würde eine Erhöhung der Beiträge erfordern. Letzteres würde bei fehlender Sachgrundlage für eine Rücklagenbildung die Planung von Bilanzgewinnen voraussetzen, was gemäß § 7 Abs. 1 Finanzstatut („Die Plan GuV ist auszugleichen.“) jedoch nicht zulässig ist.
VII. Chancen- und Risikobericht sowie Risikomanagement
Die in 2012 gestartete Entwicklung eines Risikomanagementsystems wurde in 2016 planmäßig fortgesetzt. Mit dem Abschluss der Risikoinventur einschließlich eines entsprechenden Berichtswesens und der Adressierung der damit verbundenen Handlungsfelder an die Hauptgeschäftsführung wurde in 2016 die Einführungsphase abgeschlossen und der Regelbetrieb aufgenommen. Damit verfügt die IHK für München und Oberbayern über ein bedarfsgerechtes Risikomanagementsystem, in dem die für die IHK relevanten Entwicklungen erfasst werden. Gegensteuerungs- und Ausgleichsmaßnahmen können jederzeit eingeleitet werden. Die Risikolage wird jährlich neu analysiert und bewertet.
Mit der Erbringung von IHK-Leistungen geht grundsätzlich auch ein Fehlerrisiko einher, etwa durch Verfahrensfehler bei Prüfungen oder unvollständige oder fehlerhafte Abgabe von Auskünften oder Stellungnahmen. Hierdurch könnten finanzielle Belastungen und Imageschäden für die IHK entstehen. Durch systematische fachliche Einarbeitung, permanente Mitarbeiterschulung, die Entwicklung von Qualitätsstandards für wichtige Produkte, den Betrieb eines Risikomanagementsystems sowie durch die ständige Weiterentwicklung des IHK-Managementsystems wird diesen Risiken begegnet.
Die Risikoprognose für den Ansatz der Ausgleichsrücklage ist ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems der IHK. In einem speziellen Risikokatalog wird systematisch eine ‎Vielzahl von Einzelrisiken erfasst, die in Risikogruppen (z.B. Umlagen und Beiträge, Gebühren, Entgelte, Steuern, Haftungs- und Rechtsfragen) zusammengefasst werden. Zu ‎jedem Einzelrisiko werden Risikobereich, Risikofeld, Risikobeschreibung, ‎Berechnungsgrundlagen sowie wertmäßige Schadensbewertung und ‎Eintrittswahrscheinlichkeit definiert. Zur Bestimmung des Risikoausmaßes wird ‎neben der Addition der absoluten Schadenssummen eine gewichtete ‎Schadenssumme unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit ermittelt. ‎Abschließend wird über ein statistisches Rechenverfahren (Konfidenzintervall auf ‎einem Niveau von 95 Prozent bei unendlicher Wiederholung eines ‎Zufallsexperiments) ein Simulationsergebnis ermittelt, das die wahrscheinlichste ‎maximale Schadenshöhe zur Bestimmung der Ausgleichsrücklage repräsentiert.‎ Im Ergebnis wird für das Geschäftsjahr 2016 eine wertmäßige Risikoprognose für die ‎Ausgleichrücklage in Höhe von T€ 43.895 ermittelt. Gegenüber dem ‎Ist-Stand der Ausgleichsrücklage zum 31.12.2016 von T€ 32.582 ergibt sich ein Abdeckungsgrad von 74,2 ‎Prozent. ‎Im Wirtschaftsplan 2017 sind zu erwartende Risiken mit einer Schadenssumme von T€ 43.441 nachgewiesen. Der Abdeckungsgrad beträgt somit 69 Prozent.
Baumaßnahmen implizieren Kosten-, Qualitäts- und Terminrisiken sowie zusätzlich Verfahrensrisiken etwa im Rahmen der freiwilligen öffentlichen Auftraggeberschaft der IHK. Zur Risikominderung greift die IHK bei allen wesentlichen Maßnahmen auf die Fachexpertise externer Planer und Baucontroller zurück. Regelmäßige Besprechungs-, Berichts- und Entscheidungsstrukturen mit Fokus auf die Erfüllung der Kosten-, Qualitäts- und Terminziele sind implementiert. Über sämtliche Baumaßnahmen, die über übliche Instandhaltungsmaßnahmen hinausgehen, werden Haushaltsbeirat, Präsidium sowie Vollversammlung der IHK regelmäßig unterrichtet.
Folgende wesentliche Baumaßnahmen an den IHK-Standorten sind im Gange:
München, Max-Joseph-Straße: Generalsanierung Stammhaus
München, Orleansstraße: Erneuerung der passiven Netzwerkverkabelung sowie Fortführung Flachdachsanierung
Westerham, Von-Andrian-Str.: Erneuerung der passiven Netzwerkverkabelung
Die Finanzierung der Maßnahmen über zweckgebundene Rücklagen ist auf S. 20 ff des Jahresabschlusses erläutert.
Chancen können sich grundsätzlich durch eine Erweiterung des Aufgabenspektrums, zur Hauptsache die Übernahme von neuen hoheitlichen Aufgaben, ergeben. Im Regelfall erhält die IHK für die Erbringung von hoheitlichen Leistungen Gebühren, die kostendeckend zu kalkulieren sind. Eine Verbesserung der Ertragssituation geht damit nicht einher.
Gewerblich tätige Immobilienmakler, Darlehensvermittler (mit Ausnahme von Verträgen im Sinne von § 34i Absatz 1 GewO) sowie Bauträger und Baubetreuer unterliegen bereits jetzt einer Erlaubnispflicht nach § 34c Absatz 1 GewO. Die Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit für diese Gewerbetreibenden liegt in Bayern derzeit bei der jeweils örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde. Das Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum (BT-Drs. 18/10190), das sich aktuell im Gesetzgebungsverfahren befindet, sieht neben einer Verschärfung der Berufszulassungsregelung für die bereits jetzt erlaubnispflichtigen Immobilienmakler die Einführung einer Erlaubnispflicht nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 GewO-E für Wohnungseigentumsverwalter vor. Bislang war für Wohnungseigentumsverwalter lediglich eine Gewerbeanzeige bei Aufnahme ihrer Tätigkeit erforderlich. Ob die Erlaubnispflicht auf die vom Gesetzentwurf derzeit nicht erfassten Verwalter von Mietwohnungen oder von Gewerbeimmobilien erstreckt wird und wann die gesetzlichen Neureglungen genau in Kraft treten, wird sich erst im weiteren Gesetzgebungsverfahren zeigen.
Die bayerischen IHKs haben dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit Schreiben vom 19.12.2016 vorgeschlagen, die Erlaubnis- und Aufsichtszuständigkeit für Gewerbetreibende, die bereits jetzt und künftig unter die Erlaubnispflicht nach § 34c GewO fallen, auf die IHKs zu übertragen. Sollte es entgegen dem derzeitigen Gesetzentwurf zur Einführung eines Vermittlerregisters für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter kommen, haben die bayerischen IHKs zudem die Bereitschaft zur Übernahme der Aufgabe als Registerbehörde signalisiert.
Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie unterstützt die Vorschläge der bayerischen IHKs und befindet sich derzeit im Ressortaustausch mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr.
Mit Urteil vom 06.10.2015 hat das Bayerische Verwaltungsgericht München die Klage gegen einen IHK-Beitragsbescheid betreffend die Jahre 2011, 2013 und 2015 abgewiesen. Die Klägerin hat daraufhin einen Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt. Durch Beschluss vom 02.03.2017 hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) die Berufung gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts vom 06.10.2015 zugelassen. Die besondere rechtliche Schwierigkeit sieht der BayVGH in den Fragen, ob die Voraussetzungen gegeben waren, um die Haushaltspläne und die hierauf fußenden, wegen unzulässiger Vermögensbildung rechtswidrigen Wirtschaftssatzungen der IHK, rückwirkend mit heilender Wirkung ändern bzw. erlassen zu können und ob die Rücklagenbildung der IHK in der Fassung der Beschlüsse vom 13.04.2015 den gesetzlichen Anforderungen (insb. § 3 Abs. 2 IHKG) genügt.
In seiner Jahresvorschau für 2017 hat das Bundesverfassungsgericht die anhängigen Verfassungsbeschwerden aufgeführt, welche danach fragen, ob die Bestimmungen des IHKG über die gesetzliche Mitgliedschaft in den Industrie- und Handelskammern und die IHK-Beitragspflicht mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 GG vereinbar sind.
Die Finanzierungsrücklagen „Grundstückserwerb neues Bildungszentrum München“ und „Grundstückserwerb und Bau von Geschäftsstellen Rosenheim/Ingolstadt“ wurden ursprünglich zum Zwecke des Kaufs eines Grundstücks in München mit dem Ziel der dortigen Errichtung eines neuen Bildungszentrums bzw. dem Grundstückserwerb und Bau von neuen Geschäftsstellen an den IHK-Standorten Ingolstadt und Rosenheim gebildet. Die Vollversammlung hatte die Auflösung der Finanzierungsrücklagen ursprünglich an zwei Bedingungen, nämlich den Abschluss eines Mietvertrags und das Erreichen des Gebäudezustands „Gebäude dicht“ geknüpft. Der von der IHK beabsichtigte Grundstückserwerb in München (Rosenheimer Straße 110-112) wurde zugunsten einer Mietlösung an diesem Standort aufgegeben. Der zwischen der IHK und dem Grundstückseigentümer abgeschlossene Mietvertrag beinhaltet ein beiderseitiges Rücktrittsrecht der Mietvertragsparteien bis zum 30. Juli 2017, das durch das Vorliegen einer wirksamen Baugenehmigung auflösend bedingt ist. Da zum Bilanzstichtag eine solche Baugenehmigung noch nicht vorlag, wirkt der von der IHK definierte Rücklagenzweck zunächst unverändert fort. Mit Erteilung der Baugenehmigung für das Grundstück am 02.03 2017 und Erlöschen des Rücktrittsrechtes verfügt die IHK nunmehr jedoch über eine rechtsgesicherte Mieterposition. In Abkehr von den ursprünglich definierten Auflösungsvoraussetzungen wird die Rücklage somit spätestens im Jahresabschluss 2017 aufgelöst.
Im Hinblick auf die Geschäftsstelle in Rosenheim wird gemäß Beschluss der Vollversammlung vom 18.03.2015 sowohl ein Grundstückskauf und Neubau als auch eine alternative Mietlösung eruiert. Die IHK präferiert auch hier eine Mietlösung. Sollte sich diese realisieren lassen bzw. die Eigenkaufoption entfallen, nimmt die IHK von den o.g. Auflösungsbedingungen Abstand. Die Rücklage wird dann zeitnah aufgelöst.
München, den 05.05.2017‎