Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=30.03.2004&Aktenzeichen=XI%20ZR%20488%2F02
Timestamp: 2018-02-23 12:50:45
Document Index: 94516921

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.03.2004 - XI ZR 488/02 - dejure.org
Schadensersatz für Verluste aus Devisentermingeschäften; Haftung wegen positiver Vertragsverletzung; Verletzung der Pflicht zur Aufklärung über Risiken von Optionsgeschäften; Anforderungen an Aufklärungsbroschüre
Aufklärungspflicht eines vertraglichen Betreuers des Kapitalanlegers entsprechend der eines gewerblichen Vermittlers von Terminoptionen
Geltung der vom Bundesgerichtshof entwickelten Grundsätze zur Aufklärungspflicht gewerblicher Vermittler von Terminoptionen grundsätzlich auch für Personen, die sich zur Betreuung eines Kapitalanlegers verpflichten
Anlagerecht - Aufklärungspflicht bei Terminoptionen
Bei Betreuung über Terminoptionen aufklären
Geltung von strengen Aufklärungspflichten für Anbieter des sog. "Betreuungsvertrages"
NJW-RR 2004, 1420
ZIP 2004, 1138
MDR 2004, 1128
WM 2004, 1132
BB 2004, 1298
DB 2004, 1551
JR 2005, 24
So muss darauf hingewiesen werden, dass die Prämie den Rahmen eines vom Markt noch als vertretbar angesehenen Risikobereichs kennzeichnet und ihre Höhe den noch als realistisch angesehenen, wenn auch weitgehend spekulativen Kurserwartungen des Börsenfachhandels entspricht (…BGH, Urt. v. 20.06.2006, XI ZR 305/05, Rn. 11;… Urt. v. 22.11.2005, XI ZR 76/05; Urt. v. 30.03.2004, XI ZR 488/02;… Urt. v. 21.10.2003, XI ZR 453/02;… Urt. v. 12.03.2002, XI ZR 258/01;… Urt. v. 11.07.1988, II ZR 355/87, BGHZ 105, 108).
aa) Die zwölfseitige Informationsbroschüre enthält, wie der Senat (Urteil vom 30. März 2004 - XI ZR 488/02, WM 2004, 1132, 1134) für eine Broschüre mit ähnlichem Inhalt bereits entschieden hat, die erforderliche Aufklärung nicht.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs besteht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass ein Anleger bei gehöriger Aufklärung die verlustreichen Geschäfte nicht abgeschlossen hätte (Senat BGHZ 124, 151, 159 f. und Urteil vom 30. März 2004 - XI ZR 488/02, WM 2004, 1132, 1134, jeweils m.w.Nachw.).
Die von Klägerseite mit Schriftsatz vom 27. Mai 2004 zitierte Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 30. März 2004 (XI ZR 488/02) betrifft die - hier nicht einschlägige - Haftung eines Anlageberaters.
a) Grundsätzlich spricht bereits die Lebenserfahrung dafür, dass eine in wesentlichen Punkten unterbliebene Aufklärung für den Beitritt ursächlich geworden ist (BGH WM 2004, 928; BGH WM 2004, 1132; BGH NJW 1992, 3296).
Richtig ist, dass nach der Rechtsprechung des BGH auch darauf hinzuweisen ist, dass höhere Aufschläge vor allem Anleger, die mehrere verschiedene Terminoptionen erwerben, aller Wahrscheinlichkeit nach im Ergebnis praktisch chancenlos machen (BGH, Urteil vom 30. März 2004, XI ZR 488/02, WM 2004, 1132 ff.; Urteil vom 21. Oktober 2003, XI ZR 453/02, NJW-RR 2004, 203 ff.; Urteil vom 28. Mai 2002, XI ZR 150/01, WM 2002, 1445 ff.).
a) Grundsätzlich ist bei einem auf der Grundlage des Prospekts geworbenen Anleger nach der Lebenserfahrung davon auszugehen, dass eine in wesentlichen Punkten unterbliebene Aufklärung für den Beitritt ursächlich geworden ist (BGH WM 2004, 928; BGH WM 2004, 1132; BGH NJW 1992, 3296).