Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F18-12-2014-9C_244-2014
Timestamp: 2016-10-27 12:52:46
Document Index: 57933346

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'Art. 52', 'Art. 56', 'Art. 52', 'Art. 56', 'Art. 52', 'Art. 56', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 49', 'Art. 51', 'Art. 51', 'Art. 49', 'Art. 52', 'Art. 56', 'Art. 43', 'Art. 44', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64']

9C_244/2014 (18.12.2014)
9C_244/2014 � � Urteil vom 18. Dezember 2014
A.a.�Die am 1. Mai 2003 errichtete Stiftung N.________ (ab 21. Oktober 2005: BVG-Sammelstiftung der N.________; nachfolgend: Stiftung) wurde am ... 2003 im Handelsregister des Kantons Zug eingetragen und bezweckte die Durchf�hrung jeglicher Form der beruflichen Vorsorge. A.________ war ab ihrer Errichtung Mitglied des Stiftungsrates und befugt, kollektiv zu zweien zu zeichnen.
A.b.�Am 14. Juli bzw. 2. August 2006 verf�gte das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (nachfolgend: BSV) als Aufsichtsbeh�rde die Suspendierung aller acht amtierenden Stiftungsr�te und bestimmte O.________ und P.________ als interimistische Stiftungsr�te. P.________ erstattete am 17. August 2006 beim Untersuchungsrichteramt Zug Strafanzeige gegen B.________ (seit der Gr�ndung Stiftungsratspr�sident) und D.________ (Stiftungsrat seit 15. April 2004) sowie allenfalls weitere Personen wegen ungetreuer Gesch�ftsbesorgung und Veruntreuung von Verm�genswerten. Mit Verf�gung vom 1. September 2006 ordnete das BSV die Aufhebung der Stiftung sowie die Amtsenthebung der suspendierten Stiftungsr�te an und setzte die interimistischen Stiftungsr�te als Liquidatoren ein.
B.a.�Am 17. Dezember 2010 erhob der Sicherheitsfonds beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug Klage gegen folgende 13 Personen: B.________ (Stiftungsratspr�sident, Beklagter 1), A.________ (Stiftungsrat, Beklagter 2), C.________ (Stiftungsr�tin, Beklagte 3), D.________ (Stiftungsrat, Beklagter 4), E.________ (Stiftungsrat, Beklagter 5), F.________ (Stiftungsrat, Beklagter 6), G.________ (Stiftungsrat, Beklagter 7), H.________ (Stiftungsrat, Beklagter 8), I.________ AG (Kontrollstelle, Beklagte 9), J.________ (BVG-Experte, Beklagter 10), K.________ GmbH (Buchhaltung, Beklagte 11), L.________ AG (Finanzdienstleisterin, Beklagte 12) und M.________ (alleiniger Verwaltungsrat der L.________ AG, Beklagter 13); mit folgenden Antr�gen:
Hiegegen reicht A.________ Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ein und beantragt, der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 21. Januar 2014 sei aufzuheben und die Klage vom 17. Dezember 2010 gegen ihn abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung und zur allf�lligen Erg�nzung des Beweisverfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur�ckzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangt A.________, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
�Mit Eingabe vom 2. Juni 2014 stellt A.________ Antrag auf Unentgeltlichkeit der Rechtspflege und des Rechtsbeistands.
2.1.�Der Beizug der Zuger Strafakten (vgl. Sachverhalt lit. A.b) war - und ist auch vor Bundesgericht - nicht angezeigt. Zum einen haben das vorliegende Verfahren und das Strafverfahren, das sich gegen die Beklagten 1, 4 und 13 richtet (E. 6.2 S. 377 Abs. 2 des angefochtenen Entscheids), unterschiedliche Ansatzpunkte. W�hrend es hier prim�r um die Frage nach einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Sorgfaltspflichtverletzung im Aufgabenbereich durch Unterlassung geht (vgl. E. 6.2 hinten), steht im Strafverfahren das Erf�llen von strafrechtlich relevanten Tatbest�nden mit pers�nlicher Bereicherungsabsicht im Zentrum. Zum andern hat die Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt (vgl. E. 1.1 vorne), dass der Beschwerdef�hrer nicht durch strafrechtlich relevante Handlungen anderer (z.B. Betrug oder Urkundendelikte) daran gehindert wurde, seinen zentralen Pflichten (vgl. E. 6.2.3 hinten) nachzukommen (vorinstanzlicher Entscheid E. 4.6.1.3 S. 129 f. und 6.2 S. 377). Soweit der Beschwerdef�hrer behauptet, entgegen der Darlegung der Vorinstanz habe er immer wieder (substanziiert) geltend gemacht, er sei durch arglistige T�uschungsman�ver davon abgehalten worden, seine Pflichten wahrzunehmen, so bleibt dieses Vorbringen unbelegt. Des Beizugs der Strafakten bedarf es auch nicht zur Bestimmung der Schadensh�he (vgl. E. 5 hinten). Ein Ber�hrungspunkt zwischen den beiden Verfahren, d.h. dem vorliegenden und dem Strafverfahren, findet sich einzig bez�glich der Frage, ob das strafrechtliche Fehlverhalten der Beklagten 1, 4 und 13 geeignet ist, den - hier - haftungsrelevanten Kausalzusammenhang (vgl. E. 8.1 hinten) zu unterbrechen. Nachdem ein solcher Unterbruch zu verneinen ist (vgl. E. 8.3 hinten), kann auch aus diesem Grund auf eine Edition verzichtet werden.
�Anzumerken bleibt, dass verschiedenste Unterlagen aus dem Strafverfahren vorliegend aktenkundig sind.
2.2.�Soweit der Beschwerdef�hrer sich im Zusammenhang mit nicht abgenommenen Beweisen - Befragung der Parteien und des Zeugen Y.________ - auf die Verletzung des rechtlichen Geh�rs beruft, ist darauf hinzuweisen, dass Grundrechtsverletzungen der qualifizierten R�gepflicht unterliegen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Appellatorische Kritik, wie sie der Beschwerdef�hrer diesbez�glich vorbringt, gen�gt diesen Anforderungen nicht.
Die Vorinstanz hat f�r das Bundesgericht verbindlich und richtig festgestellt (vgl. E. 1 vorne), dass die Stiftung alle ihre Anspr�che, die sie gegen die Beklagten 1-13 zu haben glaubt, somit auch den aus Art. 52 BVG fliessenden Verantwortlichkeitsanspruch, formell korrekt an den Beschwerdegegner abgetreten hat (E. 4.2.1 S. 46 des angefochtenen Entscheids). Mit Erkl�rung vom 13. Dezember 2010 trat dieser zudem gest�tzt auf Art. 56a Abs. 1 BVG in die Verantwortlichkeitsanspr�che der Stiftung gegen�ber den Beklagten 1-13 ein. In Anbetracht der materiellen Organstellung des Beschwerdef�hrers als Stiftungsrat steht hier Art. 52 Abs. 1 BVG als Anspruchsgrundlage im Vordergrund (vgl. E. 3.1.2 vorne). Der Beschwerdef�hrer wird aber auch gest�tzt auf Art. 56a BVG ins Recht gefasst (E. 5.4 S. 305 des vorinstanzlichen Entscheids). Nachdem es dabei um ein und denselben Schaden geht (vgl. E. 3.3 vorne), sind mit der Erf�llung der Haftungsvoraussetzungen von Art. 52 Abs. 1 BVG (Schaden, Sorgfaltspflichtverletzung, Verschulden, ad�quater Kausalzusammenhang) selbstredend auch diejenigen von Art. 56a Abs. 1 BVG erf�llt (vgl. E. 3.2.1 Abs. 2 vorne).
5.1.�Was den Schaden betrifft, so hat das kantonale Gericht erwogen, die Abfl�sse der Stiftung bis zur H�he von Fr. 30'553'230.39 seien ausreichend substanziiert und w�rden vom Beschwerdef�hrer nicht substanziell bestritten (angefochtener Entscheid E. 4.3.4.6 i.f. S. 65). Er habe insbesondere nicht geltend gemacht, dass die Abfl�sse rechtm�ssig gewesen seien (a.a.O. E. 4.3.5 S. 65). Der Beschwerdef�hrer widerspricht diesen Feststellungen, die f�r das Bundesgericht verbindlich sind (vgl. E. 1.1 vorne) nicht, sondern h�lt daran fest, dass die H�he des Schadens noch in keiner Weise fest steht. Die Vorinstanz hat sich diesem Einwand nicht verschlossen und ausdr�cklich darauf hingewiesen, dass die Verm�gensdifferenz per 1. September 2006 nur insoweit Schaden bildet, als sich die unrechtm�ssig abgeflossenen Gelder im Zuge der Liquidation nicht mehr in die Stiftung zur�ckf�hren lassen (a.a.O. E. 4.3.4 S. 59 Abs. 1 i.f.). Von einer Verkennung des Schadensbegriffs kann - entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers - nicht gesprochen werden (vgl. BGE 139 V 176 E. 11 S. 192). Seine Vorbringen verm�gen, soweit darauf �berhaupt einzutreten ist (vgl. E. 5.2 nachfolgend), die fundiert begr�ndete Beweisw�rdigung der Vorinstanz, dass die Stiftung in Liquidation alles daran gesetzt hat, die unrechtm�ssig abgeflossenen Mittel wieder zur�ckzuholen (E. 4.3.6.3 S. 84 ff. des kantonalen Entscheids), nicht als offensichtlich unrichtig resp. willk�rlich erscheinen zu lassen (vgl. E. 1.1 vorne). Willk�r liegt nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen w�re, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist (BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.). Davon kann hier nicht die Rede sein.
5.2.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet die Feststellung des kantonalen Gerichts nicht, dass er (vorinstanzlich) nicht dargelegt hat, welche Forderungen die Stiftung in Liquidation h�tte durchsetzen m�ssen (angefochtener Entscheid E. 4.3.6.3 S. 86 Abs. 2). Soweit er dies in der Beschwerdeschrift nachzuholen versucht, stellt er neue tats�chliche Behauptungen auf (vgl. Urteil 4A_229/2010 vom 7. Oktober 2010 E. 5.1.3, nicht publ. in BGE 136 III 518), die unzul�ssig sind (Art. 99 Abs. 1 BGG). So oder anders besteht kein Korrekturbedarf: Der Beschwerdef�hrer bem�ngelt (neu) vor allem unzureichende Anstrengungen, um an das Verm�gen des verstorbenen Z.________, an welchen ein betr�chtlicher Teil der Mittel abgeflossen ist, heranzukommen. Dabei beruft er sich auf das erstinstanzliche Strafurteil gegen die Beklagten 1, 4 und 13, das vom 15. Oktober 2013 datiert. Danach soll Z.________ Liegenschaften im Wert von 60 Mio. EUR besessen haben. Das mit der Beschwerdeschrift eingereichte Strafurteil stellt insoweit kein neues Beweismittel im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG dar, als es Angriffs- bzw. Verteidigungsmittel rechtlicher Natur bildet (Urteile 4A_86/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.2.3, nicht publ. in: BGE 139 III 345; 4A_190/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 5.1). Dessen ungeachtet l�sst sich ihm unmissverst�ndlich entnehmen, dass keinerlei Dokumente vorliegen, welche die m�ndliche Angabe von Z.________ unterst�tzen, ein sehr wohlhabender Mann (gewesen) zu sein (S. 66 Ziff. 7.3 des Strafurteils). Weitere Anhaltspunkte, inwiefern es auf Grund des Strafurteils wahrscheinlich ist, dass mit gr�sseren R�ckfl�ssen zu rechnen ist, nennt der Beschwerdef�hrer keine. Sein Einwand, er habe sich (vor Vorinstanz) gar nicht n�her �ussern k�nnen, weil ihm im Strafverfahren keine Akteneinsicht gew�hrt worden sei, erweist sich demnach als unbehelflich.
�Dazu kommt: Abgesehen davon, dass fraglich ist, ob die R�ckerstattungsklage im Rahmen der (berufsvorsorgerechtlichen) Verantwortlichkeitsklage �berhaupt eine Schadenminderungsobliegenheit umfasst (vgl. Urteil 4A_138/2014 vom 16. Oktober 2014 E. 3.2.3, zur Publ. bestimmt), sind dieser Grenzen gesetzt. Der Gl�ubiger hat nur - aber immerhin - alle nach Treu und Glauben zumutbaren Massnahmen zu ergreifen (vgl. Art. 2 ZGB). Wie von der Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt (vgl. E. 1.1 vorne), wurden rund um die Geldfl�sse nicht einfache Vertragsgebilde angelegt. Zus�tzlich wurden die abgeflossenen Stiftungsmittel von den Empf�ngern rasch an Dritte und Vierte weitergeleitet und stark aufgef�chert; fast ein Drittel der abgeflossenen Mittel ist zudem ins Ausland gelangt (E. 4.3.6.3 S. 85 des angefochtenen Entscheids). Entsprechende R�ckf�hrungsbem�hungen sind von vornherein mit einem hohen (Such-) Aufwand sowie einem betr�chtlichen Kostenrisiko verbunden. Auf der anderen Seite zieht der Beschwerdef�hrer die vorinstanzliche Feststellung, dass sich der per 31. August 2006 bilanzierte Schadensbetrag wahrscheinlich noch erh�hen werde - der Fehlbetrag hatte sich per Ende 2011 bereits um 2,6 Mio. Fr. erh�ht (a.a.O. E. 4.3.6.3 S. 85 f. unten und S. 88 Abs. 2) -, nicht in Zweifel. In Anbetracht dieser Umst�nde, woran die Strafakten nichts zu �ndern verm�gen, erscheint die R�ckf�hrung von Stiftungsgeldern auf (je-) dem gerichtlichen Weg nicht nur als prozesstechnisch unzumutbar und wenig aussichtsreich, sondern letztlich auch als (finanziell) wirkungslos. Der Beschwerdef�hrer schweigt sich denn auch �ber den allf�lligen Aufwand und Ertrag aus.
5.3.�Die (strafrechtlich) beschlagnahmten Werte bleiben regelm�ssig ausserhalb der "Reichweite" von allf�llig Besserberechtigten, bis das Strafverfahren rechtskr�ftig zum Abschluss gebracht ist. Es ist daher nicht ersichtlich, was die Stiftung diesbez�glich h�tte erwirken k�nnen.
�Dass sich der eingeklagte Schaden infolge Freigabe der beschlagnahmten Gelder noch reduzieren k�nnte, ist unwahrscheinlich. Zum einen wird hier lediglich �ber einen Teilschaden befunden (vgl. Sachverhalt lit. B.a i.f.). Der Fehlbetrag im Zeitpunkt der Aufhebung der Stiftung lag �ber 33 Mio. Fr. (vgl. Sachverhalt lit. A.b Abs. 2). Zum andern hat er sich, wie soeben erw�hnt, seit dem Liquidationsbeschluss um mindestens weitere 2,6 Mio. Fr. erh�ht (vgl. E. 5.2 vorne). Grunds�tzlich ebenfalls als Schaden zu ber�cksichtigen w�re zudem der (ebenfalls eingeklagte) entgangene Gewinn bzw. die entgangene Rendite.
5.4.�Im �brigen kann der Sicherheitsfonds, wenn das Ausmass des Schadens im Zeitpunkt der Klageanhebung weder exakt noch ann�hernd bestimmbar ist, weil die H�he des Erl�ses aus der Liquidation der Vorsorgeeinrichtung noch nicht feststeht, gleichwohl den gesamten Schaden geltend machen, sofern der Liquidationserl�s an den Schadensverursacher abgetreten wird (BGE 139 V 176 E. 9.2 S. 191 f.).
6.1.�Hinsichtlich der stiftungsr�tlichen Sorgfaltspflicht hat die Vorinstanz vorab deren Facetten dargelegt (allgemeine Sorgfaltspflichten, Sorgfaltspflichten bei der Delegation, Sorgfalt in der F�hrung, Informationsrechte und -pflichten, Pflichten bei der Verm�gensverwendung, allgemeine Sorgfaltspflichten in der Verm�gensanlage, besondere �berwachungspflichten in der Verm�gensanlage, Meldepflichten, Treuepflicht; E. 4.4.2 S. 95 ff. des angefochtenen Entscheids). Auf diese allgemeinen Ausf�hrungen kann vollumf�nglich verwiesen werden.
6.2.2.�Der Beschwerdef�hrer war nicht nur Stiftungsrat der Stiftung, sondern auch der Q.________ AG und der R.________ AG. Er wirkte sowohl bei der Erteilung des Leistungsauftrags 1.0 (von der Stiftung) an die Q.________ AG als auch bei derjenigen des Leistungsauftrags 1.1 (von der Q.________ AG) an die R.________ AG mit (E. 3.4 S. 33 des vorinstanzlichen Entscheids). Auch der Verm�gensverwaltungsauftrag an die U.________ AG wie auch die beiden Verwaltungsvollmachten zu Gunsten der Beklagten 12 waren von ihm mitunterzeichnet (a.a.O. E. 3.4.3 S. 35 und 3.4.4 S. 36). Ausserdem hatte der Beschwerdef�hrer an s�mtlichen Stiftungsratssitzungen teilgenommen. An denjenigen im Jahr 2004 war auch die Zusammenarbeit mit dem "Trust" Thema, mangels diesbez�glicher R�ckfragen davon ausgegangen werden kann, dass den Anwesenden, mithin auch dem Beschwerdef�hrer, klar war, dass damit der S.________ Ltd. gemeint war (a.a.O. E. 3.5 S. 37 f. unten). Intern war dem Beschwerdef�hrer die Erarbeitung der Versicherungsreglemente und -formulare sowie die Akquisition von Kunden und deren Betreuung zugewiesen worden (a.a.O. E. 3.7.1 S. 39). Auch namens der R.________ AG k�mmerte er sich um die Kundenakquisition und -betreuung, eine Aufgabe, die ihm von seiner T�tigkeit als jahrelanger Versicherungsagent vertraut war (a.a.O. E. 4.6.1.1 S. 123 oben).
6.2.3.�Bei dieser - von der Vorinstanz festgestellten und f�r das Bundesgericht verbindlichen (vgl. E. 1.1 vorne) - Sachlage (vgl. E. 6.2.1 und 6.2.2 vorne) h�tten insbesondere die Interessenkonflikte, welche die Stiftung mit dem rund um sie aufgebauten Firmenkonglomerat hervorgerufen hat und das vom Beschwerdef�hrer auf Grund seiner eigenen Verbandelung zumindest teilweise �berblickbar war, diesen umso aufmerksamer machen sollen. Aber auch als durchschnittlich sorgf�ltig agierender Stiftungsrat h�tte er sich vordringlich um die - konkrete - Anlagestrategie und das Risikoprofil der Stiftung k�mmern sowie das Verh�ltnis zwischen der S.________ Ltd. und der U.________ AG kl�ren m�ssen. Das bei den Akten liegende Anlagereglement, Version vom 7. April 2003, weist kein Genehmigungsdatum auf. Den Stiftungsratsprotokollen l�sst sich nichts Gegenteiliges entnehmen.
�Der Beschwerdef�hrer kann sich nicht mit dem Vorbringen begn�gen, die Beklagten 1 und 4 seien f�r die Anlage der Vorsorgegelder zust�ndig gewesen und es habe nicht der geringste Anlass bestanden, an der Performancemeldung (an der Stiftungsratssitzung vom 2. Dezember 2004) und den Saldobest�tigungen (vom 22. August 2005) zu zweifeln. Es trifft wohl zu, dass dem Beschwerdef�hrer ein positiver Eindruck, vor allem positive Zahlen, vermittelt wurden (z.B. provisorischer Jahresabschluss 2003/2004 mit einem Gewinn, Deckungsgrad per Ende 2004 von 101,1 % bzw. per Ende 2005 von 105,5 %). Der Stiftungsrat kann sich jedoch nicht allein an blossen Ergebnissen, wozu auch die Performancemeldung und Saldobest�tigungen zu rechnen sind, orientieren; insbesondere reicht der Deckungsgrad als Momentaufnahme nicht aus, um die finanzielle Lage einer Vorsorgeeinrichtung zu beurteilen. Er tr�gt die Verantwortung f�r ein gesetzlich und reglementarisch korrektes Handeln (Stiftungsstatut vom 1. Mai 2003 S. 3 oben Ziff. 6), weshalb er sich (auch) um die Gegebenheiten hinter den Zahlen k�mmern muss. Dazu geh�rt die - dem Stiftungsrat als Ganzes (Stiftungsstatut vom 1. Mai 2003 S. 2 f. Punkt 6) zugewiesene - Anlagestrategie, die auf Grund ihrer strategischen Bedeutung nicht an einen Dritten �bertragbar ist; andernfalls w�rden der Grundsatz der Parit�t und die damit gew�hrten Mitentscheidungsrechte der Arbeitnehmenden illusorisch gemacht (Art. 51 Abs. 1 BVG, in Kraft seit 1. April 2004; Art. 49a Abs. 1 BVV 2 in der bis Ende 2008 g�ltigen Fassung; G�chter/Geckeler Hunziker, in: Handkommentar zum BVG und FZG, Schneider/Geiser/G�chter [Hrsg.], 2010, N. 55 f. zu Art. 51 BVG; seit 1. Januar 2012: Art. 51a Abs. 2 lit. m BVG). Entscheid und Verantwortung bez�glich der Anlagestrategie verharren - und verharrten auch in concreto (Stiftungsstatut vom 1. Mai 2003 S. 2-5 Punkte 5-7) - ungeteilt beim Stiftungsrat. Gem�ss verbindlicher Feststellung der Vorinstanz (vgl. E. 1.1 vorne) wurde indessen zu keinem Zeitpunkt - auch nicht gegen�ber der U.________ AG - eine Anlagestrategie vorgegeben (E. 4.6.1.4 S. 131 Abs. 1 des vorinstanzlichen Entscheids). Dass der Beschwerdef�hrer diesem Manko aktiv und bestimmt entgegen getreten ist, wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht aktenkundig. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass er je erfragt hat, welche Verm�gensverwalterin denn nun f�r die Verm�gensverwaltung der Stiftung verantwortlich war. Davon abgesehen hat die Vorinstanz - ebenfalls verbindlich (vgl. E. 1.1 vorne) - festgestellt, dass sich der Beschwerdef�hrer auch hinsichtlich der �berwachung der U.________ AG v�llig passiv verhalten hat (a.a.O. E. 4.6.1.7 S. 133 f. unten). Blosse Best�tigungen der Kontrollstelle und des Pensionskassenexperten, wonach der "kapitalgesch�tzte V.________-Fonds" bestehe, reichen klarerweise nicht aus, um die �berwachung der externen Verm�gensverwaltung zu belegen. "Objekt" der diesbez�glichen Pflicht ist die konkrete Anlaget�tigkeit. Soweit die Durchf�hrung des Anlageprozesses in den Aufgabenbereich anderer Stiftungsr�te fiel, so entbindet dieser Umstand nicht davon, sicherzustellen, dass�
diese�die Verm�gensverwaltungsgesellschaft regelm�ssig auf die Anlageziele und -grunds�tze kontrollieren ( DOMENICO GULLO, Die Verantwortlichkeit des Stiftungsrats in der Vorsorgeeinrichtung und die Delegation von Aufgaben, in: SZS 2001 S. 48 f. unten). Wird die Umsetzung der Anlagestrategie an andere Stiftungsr�te �bertragen, so handelt es sich nicht um eine Delegation von Aufgaben und Verantwortung im herk�mmlichen Sinne, sondern lediglich um eine Massnahme, die organisatorischer Natur ist und einer effizienten Stiftungsratst�tigkeit dient ( ERICH PETER, Leitfaden f�r Stiftungsr�te, F�hrungsaufgaben und -prozesse in Vorsorgeeinrichtungen, 2014, S. 32 und 35). Dabei sind keine Anhaltspunkte erkenntlich, dass der Beschwerdef�hrer je f�r eine Berichterstattung der anderen Stiftungsr�te betreffend deren Kontrollt�tigkeit zur �bereinstimmung von Ist und Soll sorgte. Die Berichterstattung erfolgt in der Regel quartalsweise und soll insbesondere Aufschluss �ber die get�tigten Anlagen, den Anlageerfolg (je Anlagekategorie in Relation zum eingegangenen Risiko und im Vergleich mit dem Benchmark) sowie �ber die Einhaltung von Anlagestrategie und Anlagevorschriften geben ( GULLO, a.a.O., S. 49).
�Damit liegt eine Verletzung elementarer Sorgfaltspflichten vor, die im ureigenen Verantwortlichkeitsbereich des Beschwerdef�hrers anzusiedeln sind. Ob und inwieweit sich die �brigen Beklagten arglistig verhalten haben, indem sie dem Beschwerdef�hrer falsche Belege resp. Resultate vorgelegt haben, spielt diesbez�glich keine Rolle (vgl. auch E. 2.1 vorne). Die Wahrnehmung der besagten und un�bertragbaren Pflichten - weshalb nicht davon gesprochen werden kann, vom Beschwerdef�hrer werde zu viel verlangt -, war seit Amtsantritt aktuell und erlaubte kein Zuwarten. Ein promptes Handeln dr�ngte sich umso mehr auf, als sich die Aufgabenverteilung im Stiftungsrat auf keine reglementarische Grundlage resp. ordentliche Beschlussfassung mit klar umschriebenen Kompetenzen abst�tzen liess, sondern Folge gelebter Verh�ltnisse war, die nicht weiter definiert waren, wie die Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt hat (vgl. E. 1.1 vorne; E. 3.7.3 S. 42 des angefochtenen Entscheids). Damit war von vornherein ein grosses Fragezeichen hinter die Rechtm�ssigkeit der - internen - Aufgabenverteilung zu setzen (vgl. Stiftungsstatut vom 1. Mai 2003 S. 3 Ziff. 5 und 6).
Vor dem Hintergrund des in E. 6 Gesagten stellt die Passivit�t des Beschwerdef�hrers ein grobfahrl�ssiges und schuldhaftes Verhalten dar. Allein sein Vers�umnis in der Anleitung und �berwachung der Anlaget�tigkeit (vgl. E. 6.2.3) ist als besonders gravierend anzusehen. Vor allem die Unterlassung auf der Kontrollebene - der Beschwerdef�hrer hat weder Dokumente angefordert, aus denen hervorgegangen w�re, dass die T�tigkeit der Verm�gensverwaltungsgesellschaften in regelm�ssigen Abst�nden auf die Anlageziele und -grunds�tze kontrolliert wird, noch hat er selber eine entsprechende Kontrolle an die Hand genommen - hat Raum f�r ein freies Agieren und einen ungehemmten Abfluss der Stiftungsmittel geschaffen. Weiterungen bez�glich allf�llig anderer Pflichtverletzungen bedarf es nicht.
8.2.�Es kann offen bleiben, ob und inwieweit sich die Vorinstanz zur Begr�ndung des (hypothetischen und gleichzeitig ad�quaten) Kausalzusammenhangs auf die allgemeine Lebenserfahrung gest�tzt hat (E. 4.6.3.1 S. 146 f. des angefochtenen Entscheids). So oder anders resultiert - auch bei einer freien Pr�fung - keine andere Schlussfolgerung.
�Der Beschwerdef�hrer wurde nicht durch strafrechtlich relevante Handlungen anderer daran gehindert, seiner Kontrollpflicht nachzukommen (vgl. E. 2.1 vorne). Die Wahrnehmung der in E. 6.2.3 vorne aufgezeigten Sorgfaltspflicht - Vergewisserung, dass die Anlageziele und -grunds�tze bei der Umsetzung eingehalten werden - setzt belegte Kenntnisse �ber den Soll-Zustand (als Massstab und Ausgang der Kontrolle) voraus. Die �berwachung der Verm�gensanlage resp. Verm�gensbewirtschaftung hat seit jeher "nachvollziehbar" zu erfolgen (vgl. Art. 49a Abs. 1 BVV 2 in den seit 1. Juli 1996 g�ltigen Fassungen), was schriftliche und verst�ndliche Informationen bedingt. W�re der Beschwerdef�hrer seiner Aufgabe nachgekommen, h�tte er den daf�r erforderlichen Grundlagen substanziiert nachgehen m�ssen. Dabei w�re er unweigerlich auf Diskrepanzen (bez�glich der Risikof�higkeit), auf Ungereimtheiten ("parallele" Verm�gensverwaltung [S.________ Ltd. und U.________ AG plus L.________ AG]) sowie auf L�cken (fehlende Vorgaben [in der Anlage] und fehlende Reglemente resp. Beschl�sse [v.a. hinsichtlich der Organisation]) gestossen. Da diese Missst�nde das (finanzielle) Fundament der Stiftung betreffen, ist nach den Erfahrungen des Lebens und dem gew�hnlichen Lauf der Dinge �berwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdef�hrer schon wegen der besagten L�cken (fehlende Vorgaben [in der Anlage] und fehlende Reglemente resp. Beschl�sse [v.a. hinsichtlich der Organisation]), die leicht und rasch auszumachen gewesen w�ren, umgehend eingegriffen h�tte, und damit der Abfluss weiterer Stiftungsmittel verhindert worden w�re. Von Anfang an demonstrierte Aufmerksamkeit und beharrliches Pochen auf Reglements- und Gesetzesm�ssigkeit h�tten den bestehenden Freiraum (vgl. E. 7 vorne) von Anfang an und prompt geschlossen. Im �ussersten Fall h�tte der Beschwerdef�hrer die Stiftung bei der Aufsichtsbeh�rde verzeigt, die unverz�glich eingeschritten w�re (vgl. SZS 2012 S. 374, 9C_823/2011 E. 2.2). Denn es standen offensichtlich, anders als in anderer (fallbezogener) Angelegenheit, in der die Aufsichtsbeh�rde scheinbar eine abwartende Haltung eingenommen hatte, die vitalen Interessen der Stiftung auf dem Spiel.
�Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, die Mittelabfl�sse seien durch kriminelle Handlungen bzw. krass unsorgf�ltiges Handeln weiterer Beteiligter erfolgt, �bersieht er einerseits, dass hinsichtlich des hier fraglichen Aufgabenbereichs (vgl. E. 6.2.3 vorne) eine Irref�hrung durch deliktisches Handeln ausgeschlossen werden kann (vgl. E. 2.1 und 8.2 vorne). Anderseits erweist sich die Sorgfaltspflichtverletzung, die der Beschwerdef�hrer begangen hat und die ausschliesslich in seinem Verantwortungsbereich liegt, als derart grundlegend (vgl. E. 6.2.3 und E. 8.2 vorne), dass sie selbst bei - ebenfalls (vgl. E. 7 vorne) - grobem pflichtwidrigem Verhalten weiterer Protagonisten nicht komplett in den Hintergrund gedr�ngt resp. zur absoluten Bedeutungslosigkeit degradiert wird.
Zusammenfassend sind s�mtliche Haftungsvoraussetzungen von Art. 52 Abs. 1 bzw. Art. 56a BVG erf�llt. Es ist sowohl ein Schaden (E. 5) als auch eine Sorgfaltspflichtverletzung (E. 6) sowie ein Verschulden (E. 7) und ein ad�quater Kausalzusammenhang (E. 8) gegeben.
�Das kantonale Gericht hat einl�sslich dargelegt, dass kein Herabsetzungsgrund nach Art. 43 Abs. 1 OR und dem hier in Frage kommenden Art. 44 Abs. 2 OR besteht (E. 4.6.4 S. 149 f. des vorinstanzlichen Entscheids). Ihm kommt dabei ein weites Ermessen zu (BGE 131 III 12 E. 4.2 S. 15 mit Hinweis), bei dessen �berpr�fung das Bundesgericht Zur�ckhaltung �bt. Es schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 135 III 121 E. 2 S. 123 f.; 131 III 12 E. 4.2 S. 15). Davon kann hier - insbesondere in Anbetracht von E. 7 vorne - nicht die Rede sein.
�Nachdem der Beschwerdef�hrer dem Stiftungsrat von der Stiftungsgr�ndung bis zur Suspendierung resp. Amtsenthebung angeh�rte und entsprechend in der Verantwortung steht, hat er - in �bereinstimmung mit der Vorinstanz - f�r den gesamten Schaden, der eingeklagt ist (Fr. 30 Mio.), einzustehen.
Da die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht r�ckwirkend erfolgt (BGE 122 I 203; THOMAS GEISER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 24 zu Art. 64 BGG), entf�llt die �bername der Anwaltskosten f�r die Beschwerdeschrift von vornherein; wesentlich weitergehende Aufwendungen sind nicht angefallen. Das Gesuch um Erlass der Gerichtskosten ist mangels rechtsgen�glicher Darlegung der Bed�rftigkeit abzuweisen. Die Behauptung, vom Bruder mit namhaften Betr�gen unterst�tzt zu werden, ist weder n�her substanziiert noch spezifiziert. Diejenige, �ber kein Bank- oder Postkonto zu verf�gen, ist in Anbetracht des gleichzeitig aufgelegten Lohnausweises f�r das Jahr 2013 unglaubw�rdig. Die beigelegte Steuererkl�rung 2013 stellt eine reine Selbstdeklaration dar. Dabei fehlt das jeweils - bei den Steuerbeh�rden - zwingend miteinzureichende Wertschriftenverzeichnis. Eine (definitive) Steuerveranlagung wurde nicht aufgelegt. Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, eine solche habe bis anhin nicht durchgef�hrt werden k�nnen.
Die Gerichtskosten von Fr. 9'000.- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.