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Timestamp: 2018-07-18 00:57:16
Document Index: 86991054

Matched Legal Cases: ['Art. 16', '§ 3', '§ 60', '§ 4', '§ 60', 'Art. 16', '§ 3', '§ 60', '§ 4']

BMI: 396.947 Asy­lan­trä­ge im ers­ten Halb­jahr 2016
8. Juli 2016 by Klaus Kohnen
In der Zeit von Januar bis Juni 2016 haben insgesamt 396.947 Personen in Deutschland Asyl beantragt, davon 387.675 als Erstanträge und 9.272 als Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (179.037 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 121,7 Prozent.
Die Hauptherkunftsländer in der Zeit von Januar bis Juni 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren:
Hauptherkunftsländer von Januar-Juni 2016 (im Vgl. zu 2015):
1. Syrien 34.428 171.488
2. Afghanistan 8.179 60.611
3. Irak 9.286 56.540
4. Ungeklärt 2.552 12.025
5. Iran 1.985 12.002
6. Albanien 22.209 8.010
7. Eritrea 3.636 7.220
8. Pakistan 2.841 7.188
9. Russische Föderation 2.847 5.277
10. Serbien 15.822 4.696
Die Erst- und Folgeanträge verteilten sich bei den Hauptherkunftsländern von Januar bis Juni 2016 wie folgt:
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern von Januar-Juni 2016:
Gesamt 396.947 387.675 9.272
Syrien 171.488 170.581 907
Afghanistan 60.611 60.398 213
Irak 56.540 56.110 430
Ungeklärt 12.025 11.902 123
Iran 12.002 11.843 159
Albanien 8.010 7.055 955
Eritrea 7.220 7.122 98
Pakistan 7.188 7.057 131
Russische Föderation 5.277 4.752 525
Serbien 4.696 2.884 1.812
Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2016 (387.675) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (159.927) um 142,4 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.
Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2016 (9.272) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (19.110) um -51,5 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Albanien und Mazedonien.
In den ersten sechs Monaten 2016 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 283.236 Entscheidungen getroffen. Dies ist ein Anstieg um 148,3 Prozent gegenüber dem Zeitraum Januar bis Juni 2015 (114.060) Entscheidungen).
Insgesamt 148.815 Personen (52,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Februar 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 909 Personen (0,3 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 147.906 Personen (52,2 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.
Weitere 23.302 Personen (8,2 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt in den ersten sechs Monaten 2016 bei 2.120 Personen (0,8°Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.
Abgelehnt wurden die Anträge von 70.437 Personen (24,9 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 38.562 Personen (13,6 Prozent).
Insgesamt 3.707 (Vormonat: 2.915) Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt; das sind 5,0 Prozent aller in Deutschland gestellten Asylanträge.
Hauptherkunftsländer im Juni 2016 (auch im Vergleich zu den zwei vorangegangenen Monaten):
Hauptherkunftsländer im Juni 2016 im Vergleich zu Vormonaten:
1. Syrien 25.891 21.651 24.605
2. Afghanistan 8.483 9.124 15.109
3. Irak 9.569 8.349 10.060
4. Iran 2.001 2.089 3.068
5. Eritrea 1.165 1.066 1.876
6. Pakistan 1.061 1.095 1.840
7. Russ. Föderation 908 1.151 1.835
8. Nigeria 814 947 1.776
9. Albanien 1.328 1.095 1.534
10. Ungeklärt 1.319 1.091 1.217
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Juni 2016:
Gesamt 74.637 73.033 1.604
Syrien 24.605 24.492 113
Afghanistan 15.109 15.055 54
Irak 10.060 9.999 61
Iran 3.068 3.031 37
Eritrea 1.876 1.845 31
Pakistan 1.840 1.816 24
Russ. Föderation 1.835 1.686 149
Nigeria 1.776 1.761 15
Albanien 1.534 1.249 285
Ungeklärt 1.217 1.211 6
Im Juni 2016 hat das Bundesamt über die Anträge von 51.757 Personen (Vorjahresmonat: 20.512, Vormonat: 36.465) entschieden. 18.906 Personen (36,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkom-men über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Februar 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 184 Personen (0,3 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes aner-kannt wurden, sowie 18.722 Personen (36,2 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.
Im Juni 2016 erhielten 12.090 Personen (23,4 Prozent) nach § 4 des Asylgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU.
Abgelehnt wurden die Anträge von 12.207 Personen (23,6 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 7.845 Personen (15,1 Prozent).
Ende Juni 2016 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 495.792, davon 478.830 als Erstanträge und 16.962 als Folgeanträge (Vormonat 459.667 anhängige Verfahren; zum 30. Juni 2015: 237.877 anhängige Verfahren).
Der Anstieg in der Zahl der anhängigen Verfahren ist u.a. darin begründet, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgrund ausgebauter Kapazitäten in der Antragsannahme vermehrt neue Verfahren angelegt und damit die Zahl derjenigen reduziert hat, die bereits im Jahr 2015 eingereist waren und bislang noch keinen förmlichen Asylantrag stellten konnten. Das Bundesamt strebt an, innerhalb des dritten Quartals 2016 allen, die bisher noch keinen Asylantrag stellen konnten, dies zu ermöglichen. Bis Ende des Jahres sollen dann auch alle offenen Verfahren aus dem Jahr 2015 und aus den Vorjahren sowie der Großteil der Verfahren aus dem Jahr 2016 abgeschlossen sein.
Juni 2016 Insgesamt 16.335
1. Syrien 2.615
2. Afghanistan 2.355
3. Irak 1.227
4. Russ. Föderation 1.201
5. Eritrea 1.157
Januar bis Juni 2016 Insgesamt 222.264
1. Syrien 74.511
2. Afghanistan 38.994
3. Irak 37.979
4. Iran 9.190
5. Russ. Föderation 5.372
BMI, Pressemitteilung v. 08.07.2016