Source: https://www.lebensperspektiven-ev.de/kinder/wohnangebote-kinder/intensivtherapeutisches-wohnen-1/draussenwohnen-1
Timestamp: 2019-05-24 07:32:54
Document Index: 218418915

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 53', '§ 35', '§ 34', '§ 53', '§ 14', '§1']

Individualpädagogische Intensivmaßnahme
§§ 14, 34, 35, 35a SGB VIII, § 53 SGB XII, JGG
Individualpädagogik ist für uns ein Angebot in den Hilfen zur Erziehung zur Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit besonders "originellen" Lebens- und Überlebensentwürfen.
"Individualpädagogik" wird heute zu oft als "finales Rettungskonzept" oder "Notnagel" verstanden und eingesetzt. Wenn andere Formen erzieherischer Hilfen versagt haben und Ratlosigkeit ob es weiteren Vorgehens herrscht. Damit aber werden Chancen erlebnispädagogischen Arbeitens ausgeblendet und vertan.
Unser Verständnis von Individualmaßnahmen ist eine präventive Maßnahme, die sowohl eine kurzfristige Auszeit bedeuten kann, als auch ein langfristiges Angebot, das die Kinder/ Jugendlichen auf intensive Weise dazu einlädt, in Beziehung zu gehen. Durch den langfristigen Abstand zu der Herkunftssituation und das Erlernen alternativer Handlungsmuster wird dem Jugendlichen eine Möglichkeit zur Reintegration oder zur Entwicklung alternativer Lebensperspektiven geboten.
Individualpädagogische Intensivmaßnahmen werden neben den §§ 35 und 35a SGB VIII über § 34, Maßnahmen im Rahmen der Heimerziehung und § 53 SGB XII Eingliederungshilfe, ermöglicht. In Ausnahmefällen auch über § 14 SGB VIII als präventive Maßnahme zum Schutz der Kinder/ Jugendlichen vor drohender Gefährdung.
Außerdem sind individualpädagogische Maßnahmen auf Grundlage des Jugendgerichtsgesetztes (JGG) möglich.
Kinder/ Jugendliche mit zeitweiligen Krisen, z.B. bei schweren Verlusten
Kinder/ Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen
Kinder/ Jugendliche mit emotionalen Störungen mit Beginn der Kindheit und/ oder nicht näher bezeichneten psychischen Störungen
Kinder/ Jugendliche mit Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
Kinder/ Jugendliche mit Intelligenzstörungen
Kinder/ Jugendliche mit Bindungs- und Entwicklungsstörungen
Zur Festigung und Vertiefung von erlernten veränderten Verhaltensmustern
Indikatoren für eine Aufnahme
Kinder/ Jugendliche sind auf längerfristige sozial- und heilpädagogische Betreuung angewiesen
Kinder/ Jugendliche sind wegen erheblicher Beziehungsstörungen (noch) nicht gruppenfähig
Regeln und Grenzen bedeuten eine hohe Herausforderung
Es ist wenig Impulssteuerung gegeben
Gewalterfahrung/ Gewaltanwendung
Hohe Problembelastung im Herkunftsmilieu und/ oder die Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen sind vielfältig und gravierend
Bewältigungsstrategien durch Suchbewegungen im Suchtmittelgebrauch (Alkohol, Nikotin, Glücksspiel)
Gewinnen von Abstand, z.B. von einer gefährdenden Szene oder einem negativ behafteten Lebensumfeld
Das Ziel der individualpädagogischen Maßnahmen Arbeit in der Stiftung Heilpädagogisches Kinderhaus gGmbH ist die Einlösung des Rechts des jungen Menschen auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit (gem. §1(1) SGB VIII). Wir begleiten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene professionell auf ihrem Weg zur Selbständigkeit und erfassen ihre Ressourcen, um in der individuellen Förderung eine Nachhaltigkeit der Integration/ Inklusion zu erreichen.
Bewältigung Alltagspraktischer Tätigkeiten
Aushalten lernen von Leistungs- und Beziehungsanforderungen zur Reifung von Bindungsmustern und Befähigung von sozialen und emotionalen Kompetenzen
Ausbau der Selbststeuerung
Kennenlernen von Normen und Werten, vornehmlich durch Lernen am Modell; dabei eigene Werte entwickeln
Wenig institutionell geprägte Lebensbedingungen
Die eigene Biografie mit den daraus resultierenden Grenzen und Möglichkeiten erkennen lernen, Entdecken von persönlichen Ressourcen
Aufbau der Lern- und Entwicklungschancen
Perspektiven in der Lebensplanung entdecken und weiter entwickeln