Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212146
Timestamp: 2018-12-13 03:26:20
Document Index: 68083582

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 29', '§ 5']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Tanneberger Sumpf-Gröbitzer Busch“
(GVBl.II/03, [Nr. 07], S.135)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Elbe-Elster wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Tanneberger Sumpf-Gröbitzer Busch“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 47 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren und Flurstücken:
Gemeinde: Massen (Niederlausitz)
Gröbitz 1 9/1 (anteilig), 14 (anteilig), 15 (anteilig), 127/2 (anteilig), 183 bis 185, 186 (anteilig), 187 (anteilig), 188 (anteilig), 189 (anteilig), 190 (anteilig), 191/2 (anteilig), 192/2 (anteilig);
Gröbitz 3 1 bis 4, 5 (anteilig), 6 (anteilig);
Tanneberg 1 188 (anteilig), 200, 201, 202 (anteilig), 204 (anteilig), 205 bis 215, 216 (anteilig), 217 bis 223, 236 (anteilig), 242 (anteilig), 243 (anteilig), 244 (anteilig), 245 (anteilig).
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes ist eine Zone 1 von rund 18 Hektar mit ergänzenden Beschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung festgesetzt. Die Grenze der Zone 1 ist in die topografische Karte und in die Flurkarten eingezeichnet. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
Die Zone 1 umfasst Flächen in folgenden Fluren und Flurstücken:
Gröbitz 1 183 bis 185, 186 bis 188 (anteilig), 191/2 (anteilig), 192/2 (anteilig);
3 1 bis 4.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das durch eine vielfältig strukturierte Niedermoorlandschaft mit einem kleinräumigen Wechsel von Grünland, Brachen und Feuchtwaldbereichen charakterisiert wird, ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Grünlandgesellschaften, Erlen-Eschen- und Erlenbruchwald sowie von temporären Kleingewässern, Fließgewässern und Hochstaudenfluren beziehungsweise Laubgebüschen nasser Standorte;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, wie Greifvögel, Schreitvögel, Wiesen- und Gebüschbrüter sowie Amphibien, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, beispielsweise Bekassine (Gallinago gallinago), Schafstelze (Motacilla flava), Kiebitz (Vanellus vanellus) und Moorfrosch (Ranaarvalis);
die Entwicklung feuchtgebietstypischer Lebensgemeinschaften im Rahmen eines regionalen Biotopverbundes entlang des Flusses „Kleine Elster“.
von Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe und montanen bis alpinen Stufe, mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis) als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Auenwäldern mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche) (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) und Weichholzauenwäldern als prioritäre Lebensraumtypen nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Fischotter (Lutra lutra) als Tierart nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich seiner für Fortpflanzung, Ernährung, Überwinterung wichtigen Lebensräume und Wanderkorridore.
Schmutzwasser, Gülle, Dünger oder Klärschlamm auszubringen, einzuleiten, zu lagern oder abzulagern; die §§ 4, 5 der Klärschlammverordnung bleiben unberührt;
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschrei-tet, die dem Äquivalent an Dünger von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel einzusetzen. Im Übrigen gilt § 4 Abs. 2 Nr. 15,
die Nutzung des Grünlandes in der Zone 1 nicht vor dem 1. Juli eines jeden Jahres und auf den übrigen Flächen nicht vor dem 16. Juni eines jeden Jahres erfolgt,
Feldgehölze und Uferböschungen bei Beweidung auszuzäunen sind,
§ 4 Abs. 2 Nr. 20 und 21 gilt, wobei eine umbruchlose Nachsaat mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig ist;
die an der potenziellen natürlichen Vegetation orientierte Baumartenzusammensetzung zu erhalten ist,
eine Nutzung nur einzelstammweise zulässig ist,
keine Horst- oder Höhlenbäume entfernt werden,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten, wenn es dem Schutzzweck entgegensteht. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen. Im Übrigen ist die Anlage von Ansaatwiesen, Wildäckern oder Kirrungen verboten;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen und Verdachtsflächen sowie Maßnahmen der Altlastensanierung und der Sanierung schädlicher Bodenveränderungen gemäß Bundes- Bodenschutzgesetz sowie Maßnahmen der Munitionsräumung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen, soweit sie auf den Schutzzweck des Gebietes hinweisen oder als hoheitliche Kennzeichnungen, Orts- oder Verkehrshinweise, Wegemarkierungen oder Warntafeln dienen;
Maßnahmen, die der Abwendung einer unmittelbar drohenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dienen. Die untere Naturschutzbehörde ist über die getroffenen Maßnahmen unverzüglich zu unterrichten. Sie kann nachträglich ergänzende Anordnungen zur Vereinbarkeit mit dem Schutzzweck treffen.
Folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden als Zielvorgaben benannt:
die Stauhöhe und Staudauer der Gräben soll auf der Grundlage einer noch zu erstellenden Konzeption auf den Schutzzweck abgestimmt werden;
die Beweidung des Grünlandes soll als Portionsweide erfolgen;
Tot- und Altholz soll im Gebiet verbleiben;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gräben soll abschnittsweise und jeweils auf einer Uferseite zulässig sein.
(1) Die Aufstellung einer Behandlungsrichtlinie zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzwecks und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, b und d, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.
Potsdam, den 21. Januar 2003