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Timestamp: 2016-10-22 23:43:58
Document Index: 243967603

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 5', 'Art. 96', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 96', 'Art. 13', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 121', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'EGMR', 'EGMR', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 96', 'Art. 96', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 3', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 66', 'Art. 64']

2C_418/2015 (21.12.2015)
2C_418/2015 � � Urteil vom 21. Dezember 2015
Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht vom 28. Januar 2015.
A.a.�Der kosovarische Staatsangeh�rige A.________ (geb. 1990) reiste am 24. November 2004 im Rahmen des Familiennachzugs zu seinen Eltern in die Schweiz ein.
A.b.�Mit Urteil vom 16. April 2009 verurteilte das Jugendstrafgericht Basel-Stadt A.________ wegen versuchter vors�tzlicher T�tung, versuchter schwerer K�rperverletzung und einfacher K�rperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Der Vollzug der Strafe wurde zugunsten einer Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung aufgeschoben. Am 21. September 2009 verwarnte das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt A.________ wegen des ausgesprochenen Freiheitsentzugs; die Niederlassungsbewilligung wurde nicht widerrufen, indes drohte das Migrationsamt A.________ den Widerruf f�r den Fall an, dass er erneut straff�llig werden sollte.
A.c.�Mit Urteil vom 31. Januar 2013 verurteilte das Strafgericht Basel-Stadt A.________ wegen mehrfacher Drohung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von f�nf Monaten. Mit Verf�gung vom 11. M�rz 2013 verweigerte das Amt f�r Justizvollzug die bedingte Entlassung von A.________ aus dem Strafvollzug mit der Begr�ndung, dass nicht angenommen werden k�nne, dass dieser keine weiteren Verbrechen und Vergehen ver�ben werde. Am 19. Mai 2013 wurde A.________ - nach Verb�ssung der gesamten Freiheitsstrafe - aus dem Strafvollzug entlassen.
Nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs verf�gte das Migrationsamt am 11. Juni 2013 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn aus der Schweiz weg.
Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben in materieller Hinsicht ohne Erfolg (Entscheid des Justiz- und Polizeidepartementes des Kantons Basel-Stadt vom 29. November 2013, Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht vom 28. Januar 2015). Im Kostenpunkt gew�hrte das Appellationsgericht die unentgeltliche Rechtspflege f�r das vorinstanzliche Verfahren wie auch f�r das Verfahren vor dem Departement.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2015 erhebt A.________ Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Er beantragt, das Urteil des Appellationsgerichts vom 28. Januar 2015 und die Verf�gung des Migrationsamtes vom 11. Juni 2013 seien aufzuheben. Weiter sei dem Beschwerdef�hrer die unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu bewilligen.
Das Appellationsgericht und das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt sowie das Staatssekretariat f�r Migration schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdef�hrer repliziert.
1.2.�Unzul�ssig ist das Rechtsmittel, soweit es sich gegen die Verf�gung des Migrationsamtes vom 11. Juni 2013 richtet, da diese durch das Urteil des Appellationsgerichts ersetzt worden ist und als mitangefochten gilt (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144; 129 II 438 E. 1 S. 441).
2.1.�Vorab r�gt der Beschwerdef�hrer eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r bzw. des Beweisf�hrungsrechts. Konkret macht er geltend, die Vorinstanz habe das rechtliche Geh�r verletzt, indem sie auf die Einholung eines weiteren, in der Rekursschrift beantragten, psychiatrischen Gutachtens zur Beurteilung des R�ckfallrisikos (einzuholen bei Dr. C.________) stillschweigend verzichtet und die vorliegenden Berichte einseitig gew�rdigt habe. Die Diagnosen im Gutachten von Dr. B.________ vom 26. November 2012 seien mit den Ausf�hrungen im gutachterlichen Bericht von Dr. D.________ vom 24. September 2013 "nicht vereinbar"; zentrale Feststellungen im Gutachten B.________ seien "falsch bzw. �berholt". Auf jeden Fall h�tte das Verwaltungsgericht begr�nden m�ssen, weshalb dem Beweisantrag nicht stattgegeben worden sei.
2.2.�Diese R�gen verm�gen nicht durchzudringen: Zwar umfasst der Anspruch auf rechtliches Geh�r u.a. auch das Recht der Betroffenen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden. Jedoch ist dieser Anspruch nicht verletzt, wenn ein Gericht deshalb auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener (antizipierter) Beweisw�rdigung annehmen kann, dass seine �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.; 134 I 140 E. 5.3 S. 148).
2.3.�Diese Voraussetzungen waren hier erf�llt: Die Vorinstanz hat dazu ausgef�hrt, dass im vorliegenden Verfahren auf das nachvollziehbare und vertieft begr�ndete Gutachten von Dr. B.________ abzustellen sei. Es handle sich bei Dr. B.________ um einen erfahrenen und forensisch geschulten Psychiater. Das Gutachten sei umfassend und sorgf�ltig ausgearbeitet. Daran verm�ge auch der Bericht von Dr. D.________, der als behandelnder Arzt des Beschwerdef�hrers nicht neutral sei, und dessen Angaben �ber die Legalprognose nur teilweise mit den Ausf�hrungen von Dr. B.________ �bereinstimmten, nichts zu �ndern (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2.1). Damit hat die Vorinstanz implizit zum Ausdruck gebracht, dass ein weiteres psychiatrisches Gutachten aus ihrer Sicht entbehrlich ist. Zudem hat der Beschwerdef�hrer an der Hauptverhandlung vom 28. Januar 2015, an welcher der Vater des Beschwerdef�hrers sowie Dr. D.________ als Auskunftspersonen befragt wurden, den Antrag auf ein weiteres Gutachten nicht mehr gestellt. Schliesslich ist die genaue Diagnose f�r die hier zu beurteilenden Rechtsfragen nicht ausschlaggebend. Auf die Einholung eines weiteren Gutachtens durfte die Vorinstanz aufgrund der umfangreichen Akten, welche eine abschliessende Beurteilung des Beschwerdef�hrers ohne Weiteres zulassen, damit verzichten.
Sodann ist auf die R�ge, die vorliegenden Berichte und Gutachten seien falsch gew�rdigt worden, auch noch im Rahmen der materiellen Beurteilung der Beschwerde einzugehen (vgl. E. 4 hiernach).
2.4.�Soweit der Beschwerdef�hrer schliesslich auch noch r�gt, der im Urteil erw�hnte Consulting-Bericht des Bundesamtes f�r Migration vom 23. Oktober 2012 befinde sich nicht bei den Akten und ihm sei zu den darin vorgenommenen Feststellungen das rechtliche Geh�r nicht gew�hrt worden, ist Folgendes festzuhalten: Der erw�hnte Consulting-Bericht f�hrt - soweit hier von Interesse - aus, dass im Kosovo zur Behandlung von psychischen Grunderkrankungen ein ausreichendes medizinisches Angebot zur Verf�gung stehe. Zudem seien die meisten Antidepressiva und anderen Medikamente zur Behandlung psychischer Probleme im Kosovo verf�gbar (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.3.3). Diese zitierten Ausf�hrungen entsprechen einem allgemein bekannten Informationsstand, der auch aus diversen anderen, �ffentlich zug�nglichen Publikationen hervorgeht. Die Vorinstanz durfte damit diesen Consulting-Bericht in ihre Entscheidfindung einfliessen lassen, ohne dabei den Geh�rsanspruch des Beschwerdef�hrers zu verletzen.
3.1.�Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausl�nder zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterj�hrige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden d�rfen (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.; 139 I 31 E. 2.1 S. 32). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1).
3.2.�Mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten (Urteil des Jugendstrafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 16. April 2009) ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. b (i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a) AuG hier ohne Weiteres gegeben, was der Beschwerdef�hrer nicht (mehr) bestreitet.
3.3.�Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist zu pr�fen, ob die Massnahme verh�ltnism�ssig ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 96 Abs. 1 AuG). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration sowie die dem Betroffenen drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33; 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19; 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Die Notwendigkeit einer Interessenabw�gung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Danach ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gesch�tzte Familienleben statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale oder �ffentliche Sicherheit, f�r das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verh�tung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt insofern eine Abw�gung der sich gegen�berstehenden privaten Interessen an der Bewilligungserteilung und den �ffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne �berwiegen m�ssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 139 I 145 E. 2.2 S. 147 f.; 135 I 153 E. 2.2.1 S. 156; 135 I 143 E. 2.1 S. 147).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind umso strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Massnahme zu stellen, je l�nger eine ausl�ndische Person in der Schweiz anwesend war. Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit besonderer Zur�ckhaltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33, 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19; 135 II 377 E. 4.3 S. 381).
Der Beschwerdef�hrer macht im Wesentlichen geltend, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweise sich als unverh�ltnism�ssig und verletze Art. 96 AuG sowie seinen Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 13 BV und Art. 8 EMRK).
4.1.�Der angefochtene Entscheid gibt die bundesgerichtliche Praxis zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung zutreffend wieder und die Vorinstanz, auf deren Ausf�hrungen erg�nzend verwiesen werden kann, hat die auf dem Spiel stehenden Interessen in vertretbarer Weise gegeneinander abgewogen: Ausgangspunkt und Massstab sowohl f�r die Schwere des Verschuldens als auch f�r die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung ist hier die vom Strafrichter verh�ngte Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). In der H�he der (verfahrensausl�senden) Freiheitsstrafe von 15 Monaten spiegelt sich das strafrechtliche Verschulden. Das Jugendstrafgericht des Kantons Basel-Stadt hat den Beschwerdef�hrer wegen versuchter vors�tzlicher T�tung sowie mehrfacher versuchter und vollendeter einfacher K�rperverletzung verurteilt und dabei das Verschulden als sehr schwer und die R�ckfallgefahr als erheblich qualifiziert. Es hat als erstellt erachtet, dass der Beschwerdef�hrer in drei verschiedenen F�llen andere Personen mit dem Messer attackiert und diesen Schnittverletzungen zugef�gt hat. Das Jugendstrafgericht ist dabei von einer angemessenen Grundstrafe von 30 Monaten ausgegangen, welche aufgrund der verminderten Schuldf�higkeit um 50 % reduziert worden ist. Insofern ist der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie erw�gt, dass ein erhebliches �ffentliches Interesse an einer Wegweisung einer ausl�ndischen Person besteht, die Gewaltdelikte ver�bt hat. Ebenso zutreffend ist der Schluss, der Beschwerdef�hrer habe durch seine Delinquenz eine erhebliche R�cksichtslosigkeit und eine ausgepr�gte Gewaltbereitschaft offenbart.
Gegen den Beschwerdef�hrer spricht sodann, dass auch die am 21. September 2009 ausgesprochene Verwarnung ihn nicht von weiterer deliktischer T�tigkeit abzuhalten vermochte. Am 31. Januar 2013 verurteilte ihn das Strafgericht wegen mehrfacher Drohung gegen einen Mitarbeiter der Universit�ren Psychiatrische Kliniken Basel (UPK) zu f�nf Monaten Freiheitsstrafe. Der Beschwerdef�hrer hatte sich nach der R�ckkehr aus einem unbeaufsichtigten Arbeitsgang geweigert, sich auf verbotene Gegenst�nde durchsuchen zu lassen. Nach Ausl�sung des internen Alarms stiess er massive Todesdrohungen gegen�ber einem Pfleger aus. Zurecht hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass die Legalprognose beim Beschwerdef�hrer nicht als gut angesehen werden kann. Beide Freiheitsstrafen sind unbedingt ausgesprochen worden. Im Gutachten von Dr. B.________ vom 26. November 2012 kommt dieser zum Schluss, dass eine hoch belastete Legalprognose bez�glich eines erneuten Gewaltdelikts vorliege. Wenn der Beschwerdef�hrer in die jetzigen famili�ren und sozialen Verh�ltnisse entlassen werde, sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es erneut zu aggressivem Verhalten in Form von Drohungen und Beschimpfungen sowie Gewalt gegen Beh�rden und Beamte komme. Die belastete R�ckfallprognose h�nge mit der psychosozialen Situation des Beschwerdef�hrers bei gleichzeitig v�llig gescheiterter Integration in der Schweiz zusammen. Das Risiko sei bei einer Entlassung in die Heimat des Beschwerdef�hrers zwar immer noch hoch, aber in einem deutlich tieferen Bereich (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2).
4.2.�Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers trifft es nicht zu, dass die Ausf�hrungen von Dr. D.________ das Gutachten von Dr. B.________ grunds�tzlich in Frage stellt. Zwar unterscheiden sich die Einsch�tzungen teilweise, aber sie stehen keineswegs in einem diametralen Gegensatz. Sodann hat Dr. D.________ selber festgestellt, dass er als behandelnder Arzt nicht neutral sei (vgl. angefochtenes Urteil E. 5.2.1). Insgesamt ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass in Bezug auf die R�ckfallgefahr auf das Gutachten B.________ abzust�tzen sei. Dies gilt umso mehr, als diese Aussagen im Entscheid des Amtes f�r Justizvollzug vom 11. M�rz 2013 best�tigt werden, in welchem das Amt die bedingte Entlassung des Beschwerdef�hrers aus dem Strafvollzug verweigerte. Die Kritik des Beschwerdef�hrers am Gutachten ist rein appellatorisch. Damit durfte die Vorinstanz grunds�tzlich auf die Erkenntnisse von Dr. B.________ abstellen, wonach beim Beschwerdef�hrer eine leichte Intelligenzverminderung mit deutlicher Verhaltensst�rung (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4) und eine hoch belastete Legalprognose bez�glich eines neuen Gewaltdelikts (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2) vorliege.
4.3.�Unzutreffend ist die Ansicht des Beschwerdef�hrers, es sei widerspr�chlich, den Widerruf der Niederlassungsbewilligung 2013 mit den vom Jugendstrafgericht 2009 beurteilten Taten zu begr�nden, da das Migrationsamt am 21. September 2009 auf einen Widerruf verzichtet und ihn bloss verwarnt habe. Vielmehr ist die erneute Verurteilung im Zusammenhang mit der Verwarnung bzw. der 2009 beurteilten Straftaten zu betrachten, wie dies die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid korrekt dargelegt hat.
4.4.�Die Vorinstanz hat damit insgesamt das Verschulden des Beschwerdef�hrers aus fremdenpolizeirechtlicher Sicht zutreffend als schwer erachtet. Da weder die Strafverfahren noch die ausgesprochene Verwarnung den Beschwerdef�hrer von weiterer Delinquenz abhalten konnten, besteht in �bereinstimmung mit der Vorinstanz ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdef�hrers.
4.5.�Im �brigen stellen Gewaltdelikte eine der in Art. 121 Abs. 3 lit. a BV (Fassung vom 28. November 2010) genannten Anlasstaten dar, deren Begehung dazu f�hren soll, dass die ausl�ndische Person "unabh�ngig von ihrem ausl�nderrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsanspr�che auf Aufenthalt in der Schweiz" verliert. Dieser Absicht des Verfassungsgebers tr�gt das Bundesgericht bei der Auslegung des geltenden Ausl�ndergesetzes insoweit Rechnung, als dies zu keinem Widerspruch mit �bergeordnetem Recht f�hrt und mit gleichwertigen Verfassungsbestimmungen, namentlich dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip, im Einklang steht (sog. "praktische Konkordanz"; vgl. BGE 139 I 16 E. 4.2, 4.3 und 5.3, 31 E. 2.3.2 S. 34).
4.6.�Dem �ffentlichen Interesse an der Wegweisung ist das private Interesse des Beschwerdef�hrers am Verbleib in der Schweiz gegen�berzustellen.
4.6.1.�Dieses Interesse ist zun�chst daraus abzuleiten, dass der Beschwerdef�hrer im Alter von 14 Jahren in die Schweiz gekommen ist und somit �ber zehn Jahre seines Lebens hier verbracht hat. Die L�nge der Aufenthaltsdauer korreliert allerdings in keiner Weise mit seiner sozialen und wirtschaftlichen Integration. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, vermag der Umstand, dass die Integrationsschwierigkeiten teilweise auf die diagnostizierte leichte Intelligenzverminderung des Beschwerdef�hrers zur�ckzuf�hren sind, nichts am Misserfolg der Integration zu �ndern. Der Beschwerdef�hrer hat seine ersten 14 Lebensjahre im Kosovo verbracht. Gem�ss Gutachten von Dr. B.________ ist davon auszugehen, dass die Schwierigkeiten des Beschwerdef�hrers mit seiner gescheiterten Integration zusammenh�ngen.
4.6.2.�Der im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils 24-j�hrige Beschwerdef�hrer macht geltend, er lebe im Haushalt seines Vaters und habe zu ihm und seinem in der Schweiz lebenden Onkel ein sehr nahes Verh�ltnis, welches unter den Schutz von Art. 8 Ziff. 1 EMRK falle. Zwar ist grunds�tzlich die Beziehung erwachsener Kinder zu ihren Eltern vorbeh�ltlich besonderer Umst�nde von Art. 8 Ziff. 1 EMRK nicht erfasst (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146 mit Hinweisen). Der EGMR hat jedoch den Schutzbereich des Familienlebens bei ledigen und kinderlosen jungen Erwachsenen bejaht, wenn sie dem Elternhaus noch nicht entwachsen sind, sondern weiterhin gemeinsam mit den Eltern oder anderen Familienmitgliedern in einem gemeinsamen Haushalt wohnen (Urteil des EGMR�
Trabelsi gegen Deutschland�vom 13. Oktober 2011 [41548/06] � 47 mit Hinweisen). Zudem liegt ein Eingriff in den Schutzbereich des Familienlebens vor, wenn zwischen der erwachsenen ausl�ndischen Person und ihren Familienmitgliedern ein besonderes Abh�ngigkeitsverh�ltnis besteht, namentlich infolge von Betreuungs- oder Pflegebed�rfnissen bei k�rperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (vgl. BGE 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159; 129 II 11 E. 2 S. 14; 120 Ib 257 E. 1e S. 261 f.; Urteil 2C_197/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.3; Urteil des EGMR�
Shala gegen Schweiz�vom 15. November 2012 [52873/09] � 40; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat hier aufgrund der diagnostizierten leichten Intelligenzverminderung ein erh�htes Betreuungsbed�rfnis bejaht und die Beziehung des Beschwerdef�hrers zu seinen Eltern unter den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV subsumiert (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.5).
Selbst wenn in �bereinstimmung mit der Vorinstanz der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK tangiert sein sollte, ist hinsichtlich des Schutzes des Privat- und Familienlebens festzuhalten, dass der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK statuierte Anspruch nicht absolut gilt: Vielmehr darf nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK in das durch Ziff. 1 gesch�tzte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale Sicherheit, die �ffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt die Konvention in diesem Zusammenhang eine Abw�gung der sich gegen�berstehenden privaten Interessen an der Aufrechterhaltung der Bewilligung und den �ffentlichen Interessen an deren Widerruf, wobei die Entscheidungskriterien nahezu identisch sind. Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verh�ltnism�ssig erweist, grunds�tzlich auch vor Art. 8 EMRK standh�lt.
4.6.3.�Zwar trifft der Entzug der Niederlassungsbewilligung den Beschwerdef�hrer zweifellos schwer. Indes hat die Vorinstanz seine R�ckkehr in den Kosovo als zumutbar bezeichnet. Sie hat sich dabei auf das Gutachten von Dr. B.________ berufen, der ausgef�hrt hat, der Beschwerdef�hrer werde sein Leben lang auf strukturierende Unterst�tzung und Hilfe angewiesen sein. In seiner Heimat w�rde der Halt, aber auch der kontrolle- und strukturgebende Rahmen der Grossfamilie von Bedeutung sein wie auch die viel besser �berschaubaren gesellschaftlichen Strukturen und die nicht mehr stattfindende erlebte Ausgrenzung als Ausl�nder. Zwar k�nnten ihm theoretisch seine Eltern einen engen Rahmen setzen, dies sei ihnen aber schon in der Vergangenheit nicht gelungen. Die Vorinstanz hat weiter festgestellt, dass der Vater des Beschwerdef�hrers im Kosovo ein Haus gebaut habe und dort nahe Verwandte (Onkel und Grossmutter) lebten; weiter stehe im Kosovo zur Behandlung von psychischen Grunderkrankungen ein ausreichendes medizinisches Angebot zur Verf�gung. Zwar werde dem Beschwerdef�hrer die bisher ausgerichtete IV-Rente nicht in den Kosovo ausbezahlt, indes k�nnten die Eltern den Beschwerdef�hrer auch in der Heimat finanziell unterst�tzen.
4.6.4.�Diese Interessenabw�gung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Was die famili�ren Betreuungsverh�ltnisse im Kosovo betrifft, hat der Beschwerdef�hrer w�hrend des Verfahrens dazu widerspr�chliche Angaben gemacht. Es steht jedoch fest, dass in seiner Heimat seine Grosseltern, mehrere Onkel und mehrere Geschwister leben. Anl�sslich der Verhandlung vor dem Appellationsgericht hat der Beschwerdef�hrer nicht vorgebracht, seine Grossmutter w�rde ihn ablehnen; ebenso wenig hat der Vater des Beschwerdef�hrers an der Verhandlung dargelegt, das von ihm gebaute Haus sei unbewohnbar. Damit durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass der Beschwerdef�hrer in seiner Heimat nach wie vor �ber ein Netz von Familienangeh�rigen verf�gt.
Sodann hat der blosse Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat mit demjenigen in der Schweiz nicht vergleichbar ist und die hiesige medizinische Betreuung einem h�heren Standard entspricht, nicht die Unzumutbarkeit der R�ckreise zur Folge (BGE 128 II 200 E. 5.3 S. 209 f.; Urteil 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012 E. 3.3.2). Letztlich st�nde der Beschwerdef�hrer im Kosovo auch nicht anders da als die meisten seiner Landsleute, die an den gleichen Beschwerden leiden und dennoch kein Anwesenheitsrecht in der Schweiz verlangen k�nnen (Urteile 2C_396/2014 vom 27. M�rz 2015 E. 4.5; 2C_187/2008 vom 15. Mai 2008 E. 2.3). Medizinische Gr�nde k�nnen eine Abschiebung oder Wegweisung als unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK erscheinen lassen, wenn die ungen�gende M�glichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (Urteil 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des EGMR�
4.6.5.�Schliesslich trifft es zwar zu, dass gem�ss der Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte (EGMR) auch in gewissen F�llen massiver Straff�lligkeit von jungen Straft�tern die privaten Interessen die �ffentlichen Interessen an einer Fernhaltung zu �berwiegen verm�gen (vgl. die Urteile des EGMR in Sachen�
Emre gegen Schweiz�vom 22. Mai 2008 [Beschwerde Nr. 42034/04] bzw.�
Emre [N�2] gegen Schweiz�vom 11. Oktober 2011 [Beschwerde Nr. 5056/10];�
Maslov gegen �sterreich�vom 23. Juni 2008 [Beschwerde Nr. 1638/03];�
Khan gegen Vereinigtes K�nigreich�vom 12. Januar 2010 [Beschwerde Nr. 47486/06]). Aufgrund der vorliegenden Umst�nde kann der Beschwerdef�hrer jedoch aus dieser Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten: Im Unterschied zu den in den zitierten Entscheiden beurteilten Verh�ltnissen ist der Beschwerdef�hrer weder in der Schweiz geboren noch als Kleinkind in die Schweiz eingereist. Auch sind hier die famili�ren Beziehungen weniger eng; insbesondere hat der Beschwerdef�hrer keine Kinder, die in der Schweiz wohnen. Der Beschwerdef�hrer hat hier schwere Gewaltdelikte begangen und die Legalprognose ist hoch belastet, wenn der Beschwerdef�hrer in der Schweiz verbleiben w�rde.
4.7.�Zusammengefasst ergibt sich, dass die privaten Interessen des Beschwerdef�hrers am Verbleib in der Schweiz wegen seiner �ber 10-j�hrigen Anwesenheit und seines gesundheitlichen Zustandes insgesamt bedeutend sind. Aufgrund der wiederholten Delinquenz und einer erheblichen R�ckfallgefahr �berwiegen sie aber - auch wenn es sich hier um einen Grenzfall handelt - das sicherheitspolizeiliche Interesse nicht, seinen Aufenthalt zu beenden. Der angefochtene Entscheid verletzt damit kein Bundesrecht.
Daraus ergibt sich, dass die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann.
Damit wird die Beschwerdef�hrer an sich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Mit Blick auf die Tatsache, dass es sich im vorliegenden Fall um einen Grenzfall handelt, kann die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Da zudem die Bed�rftigkeit des Beschwerdef�hrers als erstellt gelten kann, was das Appellationsgericht auch f�r das vorinstanzliche Verfahren festgestellt hat, ist dem Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung des beigezogenen Rechtsanwalts zu entsprechen (Art. 64 BGG).
2.2.�Advokat Guido Ehrler, Basel, wird zum unentgeltlichen Rechtsbeistand bestellt und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 1'500.-- entsch�digt.