Source: http://krisen-intervention.de/infausbl.html
Timestamp: 2017-08-18 03:03:38
Document Index: 14350650

Matched Legal Cases: ['§3', '§3', '§5', '§2', '§4', '§7']

Die Ausbildungen von Psychotherapeuten
Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten mit Approbation (nach dem neuen PsychThG)
Ausbildungen zum Psychologischen Psychotherapeuten vor der gesetzlichen Regelung
Ausbildungen zum ärztlichen Psychotherapeuten (nach den Bestimmungen der Landesärztekammern)
(zusammengestellt von Dr. W. Dorrmann, Bamberg)
Mit dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG), welches ab 1.1.1999 in Kraft getreten ist, gibt es nun eine Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten bzw. zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Ein/e Psychotherapeut/in, der/die bisher Patientenbehandlungen in Gesprächstherapie (GT), Verhaltenstherapie (VT), Psychoanalyse (PA) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TFP) durchgeführt hat, konnte diese Approbation auf Grund von Übergangsbestimmungen erreichen.
Ab 1999 muß nun jeder Psychologe, der Psychotherapeut oder jeder (Sozial-)Pädagoge, der Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut werden will, eine Ausbildung an einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte absolviert haben. Hierfür wurden auch entsprechende Verordnungen erlassen, die diese Ausbildung klar regeln sollen (Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten, PsychTh-AprV und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, KJPsychTh-AprV). Diese Ausbildung umfaßt insgesamt 4.200 Stunden und kann in einem der oben genannten wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren (außer der GT) stattfinden. Bei einer zukünftigen Abrechnung über Krankenschein werden nämlich vorerst nur Psychotherapeuten/innen mit einer Ausbildung in Verhaltenstherapie (VT), Psychoanalyse (PA) oder tiefenpsychologisch fundierter Therapie (TFT) anerkannt.
Die verpflichtenden Teile der Ausbildung gliedern sich nach folgendem Ausbildungsplan:
Inhalte Psychologischer Psychotherapeut
(ab 1999) Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Voraussetzung Psychologiestudium mit dem Fach Klinische Psychologie (Diplom) Psychologiestudium mit dem Fach Klinische Psychologie, Lehramts-, Pädagogik- oder Sozialpädagogikstudium
(nach PsychTh-AprV)
derzeit anerkannte wissenschaftliche Verfahren:
VT, PA, TFP derzeit anerkannte wissenschaftliche Verfahren:
VT, PA, TFP
Theoriestunden (nach §3) Grundkenntnisse in wiss. anerkannten psychotherapeutischen Verfahren 200 Std 200 Std
Theoriestunden (nach §3) Vertiefte Ausbildung in einem einem der Verfahren 400 Std. 400 Std.
Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung (nach §5) 120 Std. 120 Std.
Praktische Tätigkeit (nach §2) = psychiatrische u. psychotherapeutische Praxis
(Diagnostik und Behandlung von mindestens 30 Patienten) 1200 Std in psychiatrischer Klinik und 600 Std in psychosomatischer Klinik oder psychotherapeutischer Praxis 600 Std in kinder- und jugendpsychiatrischer klinischen Einrichtung und 1200 Std in psychosomatischer Klinik oder psychotherapeutischer Praxis jeweils für Kinder und Jugendliche
Praktische Ausbildung (nach §4) = eigene Therapiedurchführung
(Patientenbehandlung unter Supervision) 600 Std. 600 Std.
Falldokumentationen 6 6
Fallsupervion einzeln 50 Std. 50 Std.
Fallsupervision in der Gruppe 100 Std. 100 Std.
Frei verfügbare Stunden (abhängig vom Ausbildungsinstitut) zur individuellen Vertiefung oder Schwerpunktsetzung 930 Std. 930 Std.
Gesamt 4200 Std. 4200 Std.
nach 3 J. (Vollzeit)
od. nach 5 J. (Teilzeit)
Staatliche Prüfung und Approbation (nach §§7-19)
mündliche Prüfung (30 Min. einzeln, 120 Min. in 4er-Gruppe)
Antrag auf Erteilung der Approbation an die zuständige Behörde
Da die Psychotherapie-Ausbildungen vor der gesetzlichen Regelung sehr verschieden waren, soll die folgende Übersicht eine Hilfestellung zur Orientierung bieten. Hier sind die Mindestanzahl der theoretischen und praktischen Ausbildungsstunden und die Zahl der Ausbildungsfälle aufgelistet, die für das Fach Psychotherapie jeweils verlangt wurden. Viele Psychotherapeuten haben neben diesen formalen Zulassungskriterien auch noch andere Therapieausbildungen absolviert. Deshalb ist es zusätzlich sinnvoll, sich in den ersten 5 Probesitzungen nach weiteren abgeschlossenen Ausbildungen oder den Schwerpunkten der psychotherapeutischen Tätigkeit des/r jeweiligen Therapeuten/Therapeutin zu erkundigen.
Psychologische Psychotherapeuten (vor der gesetzlichen Regelung)
Inhalte Klinische Psychologen / Psychotherapeuten (BDP) (ab 1996-1998) mit Zulassung als "psychologischer Verhaltenstherapeut" (ab 1988-1998) mit Zulassung als "psychologischer Psychoanalytiker" (ab 1988-1998)
Voraussetzung Psychologiestudium
(Diplom) Psychologiestudium
Psychotherapie-ausbildung: Theoriestunden 600 Std. 600 Std. 600 Std.
Einzel-Selbsterfahrung 100-250 Std., oder 100 Std., davon 250 Std.
Gruppen-Selbsterfahrung 100-250 Std. max. 50 Std. -
Eigene Therapiedurchführung 600 Std. 400 Std. 700 Std.
Fallberichte 10 20 6
Fallsupervision 150 Std. 100 Std. davon 120 Std.
Fallsupervision in der Gruppe keine Angaben
Gesamt 1450-1600 Std. 1200 Std. 1670 Std.
Psychotherapeutische Praxis 3 Jahre 3 Jahre ganz- oder 5 Jahre halbtags (davon 1. J. in psychiatr. Klinik) 3 Jahre ganz- oder 5 Jahre halbtags (davon 1. J. in psychiatr. Klinik)
Kürzer ist die Ausbildung der Ärztlichen Psychotherapeuten, wie die folgende Übersicht zeigt:
Ä r z t l i c h e P s y c h o t h e r a p e u t e n (ab 1992 bis auf weiteres)
mit Zusatzbezeichnung "Psychotherapie"
mit Zusatzbez. "Psychotherapie"
mit Zusatzbez. "Psychoanalyse"
Facharzt für Psycho-
therapeutische Medizin
Medizinstudium (Staatsexamen)
+ 8 DStd A.T.
+ 50 Std Zweitverf.
= insges: 206 Std
+ 8 DStd PMR
+8 DStd AT od PMR
+20 Std Kriseninterv.
+10 Std Konsilarbeit
Zweitverfahren:
50 DStd Fallseminar
od. 80 Std Cotherapie
= insges: 226-246 Std
VT: 70 DStd
bzw. TP: 150 Std
70 DStd
60 DStd
bzw TP: 70 DStd
eigene Therapie-
1200-1500 Std
VT: 5 bzw TP: 3
35 DStd (Balint)
35 DStd
VT: 35 DStd
bzw TP: 35 DStd (Balint)
VT: 50 DStd
bzw TP: 50 DStd (Balint)
506-516 Std
586 Std
1240 Std
586-616 Std
2120-2430 Std
peutische Praxis
2 Jahre klinische Tätigkeit
davon 1 J. bei einem in Psychiatrie und Psychotherapie befugten Arzt
2 J. klin. Tätigkeit
davon 1 J. bei einem
befugten Arzt
in Psychiatrie und Psychother. befugten Arzt
5 J.davon 1 J. Neurologie,
4 J. Psychiatrie und Psychotherapie (davon 3 J. im Stationsdienst)
5 J.davon 3 J. Psychothera-
peutische Medizin (davon 2 J. im Stationsdienst)
TFT = tiefenpsychologisch fundierte Therapie
PMR = Progressive-Muskel-Relaxation
AT = Autogenes Training
BDP = Berufsverband Deutscher Psychologen
Ärzte und Psychologen, die ihre Ausbildung schon früher erworben haben, haben nicht alle diese Nachweise erbringen müssen, weshalb deren Ausbildung in der Regel weniger umfangreich gewesen sein dürfte.
In dieser Aufstellung wurden ergänzende Zusatzausbildungen in Gruppentherapie oder auch Kindertherapie nicht berücksichtigt. Die Kindertherapeuten sollen jedoch hier zumindest genannt werden:
- Verhaltenstherapeutische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
- Analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (früher "Psychagogen")
- Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.
Bayerische Landesärztekammer (1996). Weiterbildungsordnung für die Ärzte Bayerns - Neufassung vom 1. Oktober 1993 (veröffentl. Bayer. Ärzteblatt 9/93), i.d. Fassung vom 13. Okt. 1996
Bayerische Landesärztekammer (1996). Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung in Gebieten, Fachkunden, Fakultativen Weiterbildungen, Schwerpunkten und Bereichen.
Bundesministerium der Justiz (1998). Psychotherapeutengesetz (PsychThG) vom 16. Juni 1998. Bundesgesetzblatt I S.1311
Bundesministerium der Justiz (1998). Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-AprV) vom 18.Dez. 1998. Bundesgesetzblatt I S. 3749
Bundesministerium der Justiz (1998). Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJPsychTh-AprV) vom 18.Dez. 1998. Bundesgesetzblatt I S. 3761
Flamm, K. (1997). Aus - und Weiterbildungsanforderungen sowie Übergangsbestimmungen für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten im Vergleich. Psychotherapeutenforum. 4(1), 5-13 (Weiterbildungsordnungen der verschiedenen Landesärztekammern)
Gröninger, S. & Fürstenau, P. (Hrsg) (1994). Weiterbildungsführer Psychotherapeutische Medizin. Psychoanalyse - Verhaltenstherapie - Pychosomatik - Stationäre Psychotherapie. München: Pfeiffer
Kassenärztliche Bundesvereinigung (1988). Sonderdruck aus Verträge der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Vereinbarung über die Anwendung von Psychotherapie in der kassenärztlichen Versorgung (gültig ab 1.7.1988)