Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/54662,0.html
Timestamp: 2019-08-25 10:11:12
Document Index: 83514742

Matched Legal Cases: ['§228', '§ 228', '§ 34', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 904', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

vorsatz bei körperverletzung
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Verfasst am: 10 Feb 2006 - 19:06:30 Titel: vorsatz bei körperverletzung
ich hab ein paar Fragen die sich wärend der Bearbeitung meiner Hausarbeit aufgetan haben
1.reicht "in kauf nehmen" bei versuchter körperverletzung durch unterlassen aus??
2.wie ist versuchter selbstmord aufzubauen??
3. und wie ist der aufbau vom Defensivnotstand §228?
Verfasst am: 10 Feb 2006 - 20:11:00 Titel: Re: vorsatz bei körperverletzung
Verfasst am: 10 Feb 2006 - 20:29:53 Titel:
Das ist nicht sooo fernliegend
Im England des 18. Jahrhunderts wurden, wenn ich micht recht erinnere, erfolglose Selbstmörder gehängt...a bisserl kontraproduktiv, ich weiß, aber ...nun ja...konsequent...
Ergänze zu "billigend in Kauf nehmen", dann hast Du die Kurzversion der hM.
Defensiver Notstand (§ 228 S. 1 BGB)
Spezielle Notstandsregelung für Sachbeschädigungen. Man nennt diesen Notstand defensiv, weil die zu rechtfertigende Sachbeschädigung sich gegen eine Sache richtet, die an der abzuwendenden Gefahr sozusagen Schuld ist und gegen die sich der Notstandstäter gewissermaßen verteidigt.
Drohender Schaden für ein Rechtsgut (wie bei § 34). Muss auch gegenwärtig sein (vgl. §§ 34 StGB, 904 BGB).
- Durch die Sache drohend
Vgl. das ähnliche Merkmal Angriff in § 32.
- Einwirkung zur Abwendung der Gefahr erforderlich
Die Einwirkung muss zur Gefahrenabwendung geeignet und von allen geeigneten Mitteln das mildeste Mittel sein. Diese Voraussetzung ist also genauso zu verstehen wie "nicht anders abwendbar" in § 34 StGB und das entsprechende Merkmal in § 904 BGB.
- Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr
Verhältnismäßigkeitsprüfung. Aber anderer Maßstab als bei §§ 34 StGB, 904 BGB!
Begründung für den Abwägungsmaßstab "nicht außer Verhältnis": Der Eigentümer der gefährlichen Sache ist verantwortlich für die Gefahr, eben weil sie von seiner Sache ausgeht. Deshalb ist es nur "gerecht", wenn die Gefahr auf Kosten der Sache und damit auf Kosten des Eigentümers beseitigt wird. Nur wenn der Schaden beim Eigentümer all zu groß wird, kann es nicht mehr rechtfertigen, wenn dadurch nur ein bisschen Gutes bewirkt wird. Beachte Unterschied zu §§ 34 StGB, 904 BGB.
- Tatbegehung, "um" die Gefahr abzuwenden
Subjektives Rechtfertigungselement. Wie in § 34 genügt Vorsatz hinsichtlich der rechtfertigenden Umstände.
Verfasst am: 11 Feb 2006 - 15:29:10 Titel:
Also makaber würde das Ganze dann aber endgültig da, wo der willige Selbstmörder beim Versuch, sich zu erhängen, von der Polizei überrascht würde. Hat man ihn dann gewaltsam "abgehängt", um ihm erst den Prozess machen zu können, bevor man ihn "zur Strafe" wieder hängt?