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Timestamp: 2018-06-24 10:45:07
Document Index: 298746704

Matched Legal Cases: ['§ 376', '§ 252', '§ 240', '§ 252', '§ 249', 'BGH']

ᐅ Security Einsatz/ Platzverweis - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen - JuraForum.de
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Security Einsatz/ Platzverweis
Dieses Thema "ᐅ Security Einsatz/ Platzverweis - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von Riese93, 10. Juni 2018.
Riese93 Neues Mitglied 10.06.2018, 19:22
Hallo, habe eine dringende Frage...
Person A stolpert über eine Mülltonne und wird darauf des Platzes verwiesen. Person A verlässt das Gelände auf dem direkten Weg nach Hause über das Gelände.
Security folgt Person A, da es diesen nicht schnell genug geht.
Person B folgt Person A und fragt Security was deren Grund ist für den Verweis.
Person B holt das Handy raus um Bescheid zu sagen, das beide nachhause gehen.
Security stellt Person B Bein, greift im Nacken und schubst sie zu Boden um an das Handy zu kommen. Person B wehrt sich nicht. Der Grund von Security wird geschildert das Person B angeblich ein Video gemacht hätte und gibt ihr das Handy nicht wieder. Beim Eintreffen der Polizei wird kein Video gefunden, alles dokumentiert und der Promillewert gemessen. Person A und B liegen beide unter 1Promille.
Person B blutet im Nacken.
Welches Recht haben Person A und B und was war von Security rechtswidrig.
fernetpunker V.I.P. 10.06.2018, 19:55
AW: Security Einsatz/ Platzverweis
Was ist das Ganze denn gewesen? Rock am Ring? Festival? Konzert? Schützenfest? Es wird vielleicht AGB geben. Aber nach DSGVO dürfte schon die Aufnahme von Personen einen Datenschutzverstoß darstellen, der möglicherweise auch zur Notwehr berechtigt. Von daher lässt sich die Rechtslage schwer beurteilen. Strafantrag wegen Körperverletzung kann man stellen. Aber erhoffen würde ich mir davon nichts, §§ 376, 374 StPO. Ob der Platzverweis berechtigt war, wird wohl vom Anlass für diesen abhängen. Dieser Anlass wird im Sachverhalt geflissentlich verschwiegen.
Riese93 Neues Mitglied 10.06.2018, 20:44
Das ganze war ein Stadtfest.
Es wurden keine Aufnahmen mit dem Handy gemacht, dies hat die Polizei selbst gesehen
fernetpunker V.I.P. 10.06.2018, 20:46
Dann könnte es Putativnotwehr gewesen sein.
wuschelator Star Mitglied 11.06.2018, 16:16
Vollendeter räuberischer Diebstahl § 252 StGB in Tateinheit mit Körperverletzung. Bei fehlender Zueignungsabsicht (Telefon) immer noch Nötigung § 240 StGB.
Das wäre es selbst dann, wenn Aufnahmen gemacht wurden.
Für Notwehr fehlt es - unter anderem - an der Gegenwärtigkeit des rechtswidrigen Angriffs, da das Video ja angeblich bereits angefertigt wurde.
Gabriel1989 Aktives Mitglied 11.06.2018, 16:57
Das Handy des B war ja noch in seiner Hand. Hätte B tatsächlich gefilmt, könnte man von einem gegenwärtigen Angriff durchaus auch ausgehen. Die Überlegung über eine mögliche Putativnotwehr ist keinesfalls abwegig. Ohne Kenntnis der genauen Aktenlage aber alles nur bloße Kaffeesatzleserei.
wuschelator Star Mitglied 11.06.2018, 17:07
Das Handy des B war ja noch in seiner Hand.
Ich verstehe den Eingangsbeitrag dahingehend, dass das Handy dem B weggenommen und die Wiederherausgabe verweigert wurde.
Gabriel1989 Aktives Mitglied 11.06.2018, 17:19
Das Handy wurde wohl aber aufgrund der Annahme abgenommen, dass damit eine rechtswidrige Handlung zulasten des Security-Mannes begangen wurde und die Wiederherausgabe wurde bei gleichzeitiger Herbeirufung der Polizei verweigert, weil die Identität der beteiligten Personen nicht feststand. Grundsätzlich ist das alles erstmal keine Straftat seitens der Security. Die genauen Umstände des Einzelfalls sind natürlich nicht berücksichtigt.
Marie Larsen V.I.P. 11.06.2018, 17:25
Vollendeter räuberischer Diebstahl § 252 StGB in Tateinheit mit Körperverletzung.
Das kann ja schon deshalb nicht stimmen, weil das Nötigungsmittel vor Wegnahme der Sache eingesetzt wurde und bei Weiteranwendung des Nötigungsmittels, um sich im Besitz zu erhalten aus § 249 StGB gestraft wird, BGH NJW 2002, 2043.
wuschelator Star Mitglied 11.06.2018, 17:28
Das Handy wurde wohl aber aufgrund der Annahme abgenommen, dass damit eine rechtswidrige Handlung zulasten des Security-Mannes begangen wurde
...was unter keinen Umständen mehr ein Notwehrtatbestand ist.
Auch sonst ist die Gewaltanwendung nicht durch das Jedermannsrecht gedeckt, denn hierzulande wird erst gefragt und dann geschossen! Mit anderen Worten, der Security-Mitarbeiter hätte den B zunächst über seine Absicht informieren müssen, dessen Personalien feststellen zu wollen.
wuschelator Star Mitglied 11.06.2018, 17:30
Der gewöhnliche Raub kam mir auch noch in den Sinn, aber Du warst schneller...
Gabriel1989 Aktives Mitglied 11.06.2018, 17:37
Man kann und darf unterschiedlicher Meinung innerhalb der Subsumtionsalternativen sein. In der Nichtherausgabe eines mutmaßlichen Tatwerkzeugs an einen mutmaßlichen Täter erkenne ich keine Problematik.
wuschelator Star Mitglied 11.06.2018, 17:41
In der Nichtherausgabe eines mutmaßlichen Tatwerkzeugs an einen mutmaßlichen Täter erkenne ich keine Problematik.
Ich schon, denn das darf nur die Polizei.
MM_Lucky Star Mitglied 11.06.2018, 17:43
Wo wird denn da dann die Grenze gezogen?
Als Extrembeispiel: Wird z.B. ein bewaffneter Personenschützer gefilmt, nehme ich an, dass er die filmende Person nicht einfach erschießen darf, oder?
Gabriel1989 Aktives Mitglied 11.06.2018, 17:44
Dann dürfte ich eine gegen mich gerichtete Schusswaffe nicht an mich nehmen, sondern müsste auf das Eintreffen der Polizei warten?!