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Timestamp: 2019-08-22 09:09:10
Document Index: 187922516

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 41', '§ 22', '§ 41', '§ 41', '§ 13', '§ 41', '§ 22', '§ 41', '§ 41', '§ 13', '§ 40', '§ 40', '§ 22', '§ 40', '§ 40', '§ 13', '§ 30', '§ 22', 'Art. 24', 'Art. 44']

Beschluss in der Sache Ralph Riedel (TV Erlangen) wegen Tätlichkeit
In der Rechtssache gegen Ralph Riedel, TV Erlangen, Lizenznummer 2002 wegen grob unsportlichem Verhalten ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I im Bayerischen Ringerverband, Andreas Tronsberg, folgender
I. Der Ringer wird für die Teilnahme an Mannschaftskämpfen in bayerischen Ligen für zwei Wettkampftage gesperrt. Der Ringer ist damit ab dem 20.10.10.2018 wieder startberechtigt.
II. Der Ringer erhält eine Geldstrafe i.H.v. 100 €
III. Der Ringer trägt die Kosten des Verfahrens i.H.v. 10 €.
Der Beklagte, Ralph Riedel startet unter der Lizenznummer 2002 für den TV Erlangen in der Bayernliga Nord. Bisher ist der Beklagte nicht durch Verstöße gegen die Strafordnung des BRV in Erscheinung getreten.
Die Beweiswürdigung hat folgende Feststellungen ergeben:
Im Mannschaftskampf in der Ringer Bayernliga Nord, am 29.09.2018 des TV Erlangen gegen den TV Unterdürrbach, trat der Beklagte in der Gewichtsklasse bis 75 kg A gegen den Ringer des TV Unterdürrbach Dominik Fleischmann an.
Bei einem Punktestand von 1:0 für den Beklagten nach Ende der ersten Runde, die von beiden Ringern hart und hitzig geführt wurde und Abpfiff des Kampfes durch den Kampfrichter Helmut Rösner hat der Beklagte seinem Gegen mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Sofort im Gegenzug hat der Gegner seinerseits dem Beklagten ins Gesicht geschlagen. Nach Aussage des TV Unterdürrbach war nicht ganz eindeutig ersichtlich, ob sich die Ringer bei den Schlägen überhaupt „richtig“ getroffen haben. Das zur Verfügung gestellte Video lässt hierüber auch keinen Schluss zu.
Der Kampfrichter zeigte dem Beklagten und dessen Gegner daraufhin wegen einer groben Unsportlichkeit die rote Karte und disqualifizierte folgerichtig beide Ringer.
Die Feststellungen des Rechtsausschusses beruhen auf den Angaben des Kampfrichters Helmut Rösner und den Angaben des Beklagten, welcher über den TV Erlangen eine kurze Stellungnahme per Email abgegeben hat. Der Gegner des Beklagten hat über den TV Unterdürrbach zu den Fall Stellung genommen.
Die Tat wird vom Beklagten nicht bestritten. Der Rechtsausschuss ist darüber hinaus aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme von der Schuld des Beklagten überzeugt.
Die vom Beklagten gemachten Angaben sind glaubhaft und stimmen im Wesentlichen mit den Angaben des Kampfrichters und dessen Gegners überein. Bedeutsam ist jedoch, dass die Anzeige wegen einer groben Unsportlichkeit erstattet wurde. Da es sich um einen Schlag handelte, stellt sich die Frage, ob hier nicht eine Tätlichkeit vorliegt. Es kann zwar nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob die Schläge den Gegner hart getroffen haben, nach Aussage des Kampfrichters handelte es ich jedoch um einen Schlag ins Gesicht, was vom Beklagten auch nicht bestritten wurde. Ein Schlag, gleich ob hart oder nicht, stellt eine Tätlichkeit dar, welche dazu von dem Beklagten, der als erster geschlagen hat, initiiert wurde.
Der Beklagte war daher wegen einer Tätlichkeit gem. § 41 Strafordnung gegen seinen Gegner zu verurteilen.
Er hat den Tatbestand gem. § 41 der Strafordnung des BRV verwirklicht in dem seinen Gegner mit der Hand geschlagen hat.
Der Kampfrichter hat am 30.09.2018 (Eingang am 1.10.2018 per Post) gem. § 22 RO i.V.m. § 41 SO Anzeige beim Landesrechtsausschuss I i. BRV gestellt.
Bei der Festlegung des Strafmaßes ist der Rechtsausschuss von folgenden Erwägungen getragen worden:
1. Erschwerende Umstände waren:
Der Beklagte hat als erster zugeschlagen. Eine Provokation durch dessen Gegner ist nicht ersichtlich.
2. Als mildernde Umstände sind zu berücksichtigen:
a) Der Beklagte ist erstmalig negativ in Erscheinung getreten
b) Der Schlag war als nicht sonderlich stark einzustufen.
Gem. § 41 der Strafordnung des BRV kann eine Tätlichkeit gegen Aktive mit einer Wettkampfsperre bis zu 24 Monaten und einer Geldstrafe bis zu 7.500 € geahndet werden.
Unter Zugrundelegung sämtlicher objektiver Tatsachen hat der Rechtsausschuss eine Strafe im unteren Teil des Strafrahmens gewählt. Es hat dabei aber auch berücksichtigt, dass dem Beklagten klar werden soll, dass Tätlichkeiten von der Sportgerichtsbarkeit nicht geduldet werden und ein Ringer, der an Wettkämpfen teilnimmt sich den Bestimmungen des Sportverbandes zu unterwerfen hat, wozu auch das „fair play“ gehört. Der Ringer mit Jahrgang 1992 sollte aufgrund seines Alters in der Lage sein, sich „im Griff“ zu haben. Daneben verursacht ein solches Verhalten eine schlechte Außenwirkung für den Ringkampfsport und dient als Negativbeispiel für anderer Ringer. Auch ist die Vorbildfunktion ggü. jüngeren Ringern nicht gegeben.
Das Strafmaß war daher nach Auffassung des Rechtsausschusses tat- und schuldangemessen.
Die Wettkampfsperre bleibt bei Nichtbezahlung der ausgesprochenen Geldstrafe auch über den 20.10.2018 hinaus bestehen und endet erst mit Bezahlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten (§ 13 Abs. 1 SO), jedoch nicht vor dem 20.10.2018.
LRA I
Beschluss in der Sache Dominik Fleischmann (TV Unterdürrbach) wegen Tätlichkeit
In der Rechtssache gegen Dominik Fleischmann, TV Unterdürrbach, Lizenznummer 3227 wegen Tätlichkeit ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I im Bayerischen Ringerverband, Andreas Tronsberg, folgender
II. Der Ringer erhält eine Geldstrafe i.H.v. 80 €
Der Beklagte, Dominik Fleischmann startet unter der Lizenznummer 3227 für den TV Unterdürrbach in der Bayernliga Nord. Bisher ist der Beklagte nicht durch Verstöße gegen die Strafordnung des BRV in Erscheinung getreten.
Im Mannschaftskampf in der Ringer Bayernliga Nord, am 29.09.2018 des TV Erlangen gegen den TV Unterdürrbach, trat der Beklagte in der Gewichtsklasse bis 75 kg A gegen den Ringer des TV Erlangen, Ralph Riedel an.
Bei einem Punktestand von 1:0 für Ralph Riedel nach Ende der ersten Runde, die von beiden Ringern hart und hitzig geführt wurde und Abpfiff des Kampfes durch den Kampfrichter Helmut Rösner, hat der Ringer Riedel dem Beklagten mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Sofort im Gegenzug hat der Beklagte seinerseits dem Ringer Riedel ins Gesicht zurückgeschlagen. Nach Aussage des TV Unterdürrbach war nicht ganz eindeutig ersichtlich, ob sich die Ringer bei den Schlägen überhaupt „richtig“ getroffen haben. Das zur Verfügung gestellte Video lässt hierüber auch keinen Schluss zu.
Die Feststellungen des Rechtsausschusses beruhen auf den Angaben des Kampfrichters Helmut Rösner und den Angaben des Beklagten, welcher über den TV Unterdürrbach eine Stellungnahme per Email abgegeben hat. Der Gegner des Beklagten hat über den TV Erlangen ebenfalls zu dem Fall Stellung genommen.
Die vom Beklagten gemachten Angaben sind glaubhaft und stimmen im Wesentlichen mit den Angaben des Kampfrichters und dessen Gegner überein. Bedeutsam ist jedoch, dass die Anzeige wegen einer groben Unsportlichkeit erstattet wurde. Da es sich um einen Schlag handelte, stellt sich die Frage, ob hier nicht eine Tätlichkeit vorliegt. Es kann zwar nicht eindeutig festgestellt werden, ob die Schläge den Gegner hart getroffen haben, nach Aussage des Kampfrichters handelte es ich jedoch um einen Schlag ins Gesicht. Ein Schlag, gleich ob hart oder nicht, stellt eine Tätlichkeit dar.
c) Der Schlag erfolgte offensichtlich im Affekt, da der Gegner als erster zuschlug.
Unter Zugrundelegung sämtlicher objektiver Tatsachen hat der Rechtsausschuss eine Strafe im unteren Teil des Strafrahmens gewählt. Es hat dabei aber auch berücksichtigt, dass dem Beklagten klar werden soll, dass Tätlichkeiten – auch wenn im Affekt erfolgt - von der Sportgerichtsbarkeit nicht geduldet werden und ein Ringer, der an Wettkämpfen teilnimmt sich den Bestimmungen des Sportverbandes zu unterwerfen hat, wozu auch das „fair play“ gehört. Daneben verursacht ein solches Verhalten eine schlechte Außenwirkung für den Ringkampfsport und dient als Negativbeispiel für anderer Ringer. Auch ist die Vorbildfunktion ggü. jüngeren Ringern nicht gegeben.
Beschluss in der Sache Esmael Gholivand (ESV München Ost) wegen Tätlichkeit
In der Rechtssache gegen Esmael Gholivand, ESV München Ost, Passnummer 7035 wegen Tätlichkeit ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I im Bayerischen Ringerverband, Andreas Tronsberg, folgender
I. Der Ringer wird für die Teilnahme an Mannschaftskämpfen in bayerischen Ligen bis zum 5.10.2018 gesperrt. Er ist ab dem 6.10.2018 wieder startberechtigt.
II. Der Ringer erhält eine Geldstrafe i.H.v. 250 €
Der Beklagte, Esmael Gholivand startet unter der Passnummer 7035 für den ESV München Ost in der
Ringer Bayernliga Süd. Bisher ist der Beklagte nicht durch Verstöße gegen die Strafordnung des BRV in
Erscheinung getreten.
Im Mannschaftskampf in der Ringer Bayernliga Süd am 08.09.2018 des TSC Mering gegen den ESV München Ost, trat der Beklagte in der Gewichtsklasse bis 80 kg gegen den Ringer des TSC Mering, Nico Winter im freien Stil an.
Bei einem Punktestand von 9:7 für den Beklagten und einer Kampfzeit von 2.59 Minuten wurde der Kampf vom Kampfrichter Dieter Winter (AC Penzberg) aufgrund eines verbotenen Griffansatzes durch den Ringer Gholivand unterbrochen. Der Kampf sollte in der Mattenmitte fortgeführt werden. Hierzu begab sich der Kampfrichter unter Abwendung von den Ringern zur Mattenmitte. Der Beklagte war mit der vom Kampfrichter getroffenen Entscheidung zu der aktuellen Kampfsituation wie auch schon mit
vorhergehenden Kampfsituationen nicht einverstanden und zeigte dabei ein hohes Aggressionspotential.
Der Beklagte schlug daraufhin mit der Hand von Hinten auf die Schulter des Kampfrichters und stieß den Kampfrichter weg, um offensichtlich seiner ablehnenden Haltung zu den getroffenen Kampfrichterentscheidungen Nachdruck zu verleihen. Der Schlag auf die Schulter war mittelstark.
Der Kampfrichter zeigte dem Beklagten daraufhin wegen einer Tätlichkeit gegen das Kampfgericht die rote Karte und erklärte den Gegner folgerichtig zum Disqualifikationssieger.
Der sehr aufgebrachte Beklagte musste daraufhin von seinem Betreuer unter Anwendung von körperlichem Einsatz von der Matte gedrängt werden.
Nach Beendigung des Mannschaftskampfes hat sich der Beklagte beim Kampfrichter für sein Verhalten entschuldigt.
Die Feststellungen des Rechtsausschusses beruhen auf den Angaben des Kampfrichters Dieter Winter und den Angaben der Zeugen Andreas Abel und Hans Beland, welche per Email bzw. telefonisch zu dem Vorfall Stellung genommen haben. Der Beklagte hat über den ESV München Ost zu dem Vorfall eine Stellungnahme abgeben lassen.
Die von den Zeugen gemachten Angaben sind glaubhaft und stimmen im Wesentlichen mit den Angaben des Kampfrichters und des Beklagten überein. Lediglich hinsichtlich der Stärke des Schlages wurden unterschiedliche Aussagen getroffen, wobei nach Auswertung der Aussagen der Rechtsausschuss zu dem Schluss gelangt, dass es sich nicht um einen leichten Schubser aber auch nicht um einen sehr starken Schlag handelte, sondern um einen mittelstarken Schlag / Stoß gegen die Schulter des Kampfrichters. Dies stimmt mit den Aussagen des Beklagten, des Kampfrichters und des Zeugen Beland überein.
Der Beklagte war daher wegen einer Tätlichkeit gegen ein Mitglied des Kampfgerichts zu verurteilen.
Er hat den Tatbestand gem. § 41 der Strafordnung des BRV verwirklicht in dem er dem Kampfrichter von hinten auf dessen Schulter einen mittelstarken Schlag versetzte.
Der Kampfrichter hat am 08.09.2018 (Eingang am 11.09.2018 per Post) gem. § 22 RO i.V.m. § 41 SO Anzeige beim Landesrechtsausschuss I i. BRV gestellt.
a) Der Tätlichkeit ging keine körperliche Gewalt durch den Kampfrichter gegen den Beklagten voraus;
b) zwischen der abgepfiffenen Kampfsituation und der Tatsausführung lag ein gewisser zeitlicher Abstand, so dass die Tat nicht als Reflex oder Affekthandlung gegen die Entscheidung des Kampfrichters zu werten ist;
c) Der Schlag wurden von hinten gegen den Kampfrichter ausgeführt;
d) Der Ringer zeigte bereits in vorhergehenden Situationen ein erhöhtes Aggressionspotential ggü. dem Kampfrichter.
a) Der Beklagte ist erstmalig negativ in Erscheinung getreten;
b) Der Beklagte ist Jugendlicher;
c) Nach dem Wettkampf hat sich der Beklagte beim Kampfrichter entschuldigt;
Gem. § 41 der Strafordnung des BRV kann eine Tätlichkeit gegen Kampfrichter mit einer Wettkampfsperre bis zu 24 Monaten und einer Geldstrafe bis zu 7.500 € geahndet werden.
Unter Zugrundelegung sämtlicher objektiver Tatsachen hat der Rechtsausschuss eine Strafe im unteren Teil des Strafrahmens gewählt. Es hat dabei aber auch berücksichtigt, dass dem Beklagten klar werden soll, dass Tätlichkeiten allgemein, aber v.a. gegen das neutrale Kampfgericht von der Sportgerichtsbarkeit nicht geduldet werden und ein Ringer, der an Wettkämpfen teilnimmt sich den Bestimmungen und Regeln des Sportverbandes zu unterwerfen hat, wozu auch das „fair play“ gehört. Ein solches Verhalten schadet dem Ringkampfsport allgemein und trägt in der Öffentlichkeit dazu bei, den eigenen Verein aber auch die Sportart selbst in Verruf zu bringen.
Die Wettkampfsperre bleibt bei Nichtbezahlung der ausgesprochenen Geldstrafe auch über den 13.10.2018 hinaus bestehen und endet erst mit Bezahlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten (§ 13 Abs. 1 SO), jedoch nicht vor dem 6.10.2018.
Beschluss in der Sache Matthias Geitner (SC Oberölsbach) wg. Verletzung der Hallenordnung
In der Rechtssache gegen Matthias Geitner, SC Oberölsbach wegen Verletzung der Hallenordnung und Verletzung von § 40 Strafordnung ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I im Bayerischen Ringerverband, Andreas Tronsberg, folgender
I. Der Funktionär Matthias Geitner wird für die Teilnahme an Mannschaftskämpfen in bayerischen Ligen als Funktionär, Betreuer, Aktiver etc. für zwei Wettkampftage gesperrt. Der Ringer ist damit ab dem 13.10.10.2018 wieder teilnahmeberechtigt.
III. Kosten des Verfahrens sind keine entstanden.
Der Beklagte, Matthias Geitner fungiert als Betreuer für den SC Oberölsbach, welcher in der bayerischen Oberliga an der Mannschaftsrunde teilnimmt. Der Beklagte ist bereits in der Vergangenheit durch einen Verstoß gegen die Strafordnung des BRV in Erscheinung getreten. Dabei handelte es sich um einen ähnlichen Fall; auch hier wurde unter Verstoß gegen die Hallenordnung Kampfrichterentscheidungen in Frage gestellt. Die damalige Geldstrafe wurde nach den dem LRA vorliegenden Informationen mit 50 €
Im Mannschaftskampf in der Ringer Oberliga am 22.09.2018 des SC Oberölsbach gegen den AC Lichtenfels Ost, war der Beklagte als Betreuer für den SC Oberölsbach im Einsatz.
Der Beklagte bemängelte vom ersten Kampf an immer wieder Entscheidungen des Kampfrichters Konrad Rankl (SV Mietraching). Beleidigungen haben nicht stattgefunden.
Als der Kampfrichter nach Beendigung eines Einzelkampfes zum Unterzeichnen des Punktezettels zum Kampfrichtertisch ging, betrat der Beklagte unerlaubter Weise die Matte und bedrängte den Kampfrichter und teilte diesem zum wiederholten Mal mit, dass er mit dessen Entscheidungen nicht einverstanden sei.
Der Kampfrichter zeigte dem Beklagten daraufhin wegen Bedrängung des Kampfgerichts und wegen Verstoß gegen die Hallenordnung die rote Karte und verwies den Beklagten aus der Halle. Der Beklagte kam dem Hallenverweis ohne Widerstand nach.
Im Rahmen der Beweisaufnahme hat sich der Beklagte über den LRA beim Kampfrichter für sein Verhalten entschuldigt.
Die Feststellungen des Rechtsausschusses beruhen auf den Angaben des Kampfrichters Konrad Rankl in der Anzeige und dessen telefonischer Stellungnahme sowie den Angaben des SC Oberölsbach, welcher per Email zu dem Vorfall Stellung genommen hat.
Die vom Kampfrichter gemachten Angaben sind glaubhaft.
Der Beklagte war daher wegen Bedrängung des Kampfgerichts und Verstoß gegen die Hallenordnung zu verurteilen.
Er hat den Tatbestand gem. § 40 Abs. 2 der Strafordnung des BRV verwirklicht in dem er unter Bedrängung des Kampfrichters am Kampfrichtertisch dessen Entscheidungen nachhaltig verbal bemängelte und dabei in unerlaubter Weise die Matte betrat.
Der Kampfrichter hat am 23.09.2018 (Eingang am 24.09.2018 per Fax) gem. § 22 RO i.V.m. § 40 SO Anzeige beim Landesrechtsausschuss I i. BRV gestellt.
a) Der Beklagte ist wg. einer vergleichbaren Handlung bereits nach der Strafordnung des BRV bestraft worden;
b) Das permanente Bemängeln von Kampfrichterentscheidungen und das Betreten der Matte und Bedrängen des Kampfrichters zeigt mangelnden Respekt vor dem – ehrenamtlich tätigen – Kampfgericht.
c) Das Verhalten trägt in der Öffentlichkeit dazu bei, dass auch Zuschauer und Ringer, v.a. Jugendringer aufgrund der Vorbildfunktion von Funktionären zur Nachahmung dieses Verhaltens aufgefordert werden könnten. Damit wird der Ringkampfsport in der Öffentlichkeit insgesamt in ein negatives Licht gerückt.
a) Der Beklagte hat sich über den LRA beim Kampfrichter entschuldigt;
b) Es lag eine reine verbale Bemängelung der Entscheidungen vor und der Kampfrichter wurde weder beleidigt noch tätlich angegangen.
Gem. § 40 der Strafordnung des BRV kann der dem Beklagten zur Last gelegte Verstoß mit einer Wettkampfsperre bis zu 12 Monaten und einer Geldstrafe bis zu 3.750,00 € geahndet werden.
Unter Zugrundelegung sämtlicher objektiver Tatsachen hat der Rechtsausschuss eine Strafe im unteren Teil des Strafrahmens gewählt. Es hat dabei aber auch berücksichtigt, dass dem Beklagten klar werden soll, dass dessen Verhalten allgemein, aber v.a. gegen das neutrale Kampfgericht von der Sportgerichtsbarkeit nicht geduldet wird und ein Funktionär immer eine Vorbildfunktion hat. Das Strafmaß war daher nach Auffassung des Rechtsausschusses tat- und schuldangemessen.
Die Wettkampfsperre bleibt bei Nichtbezahlung der ausgesprochenen Geldstrafe auch über den 13.10.2018 hinaus bestehen und endet erst mit Bezahlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten (§ 13 Abs. 1 SO), jedoch nicht vor dem 13.10.2018.
Beschluss in der Sache Ruslan Matiev (SC04 Nürnberg) wegen Tätlichkeit
Auf die Anzeige des Kampfrichters Mustafa Durak vom 5.5.2018, eingegangen beim Vorsitzenden des LRA I i. BRV am 5.5.2018 ergeht durch den Vorsitzenden des Landesrechtsausschusses I des Bayerischen Ringerverbandes im vereinfachten Verfahren nach § 30 Abs. 1 RO gegen Ruslan Matiev vom SC 04 Nürnberg folgender
I. Die rote Karte wird bestätigt.
II. Der Ringer war vom Turnier auszuschließen.
III. Die Kosten des Verfahren i.H.v. 25 € trägt der Ringer Ruslan Matiev
Der Vorfall ereignete sich während der BM der Männer in Burgebrach. Eine Affekthandlung des Ringers Matiev gegen seinen Gegner Florian Lederer wurde durch das Dreimann-Kampfgericht mit der Roten Karte sanktioniert (rote Karte durch Mattenleiter und Bestätigung durch MP). Daraus erfolgte regelkonform der Ausschluss aus dem laufenden Wettkampf; der Ringer wurde nicht platziert. Die Anzeige wurde unmittelbar durch den Mattenpräsidenten, Mustafa Durak an den vor Ort anwesenden LRA I Vorsitzenden bekannt gegeben. Gleichzeitig wurde der Gegner des Beschuldigten, Florian Lederer zu dem Vorfall befragt. Der Beschuldigte selbst lies mit Email vom 17.05.2018 durch den Vorstand des SC 04 Nürnberg eine Stellungnahme hierzu übermitteln.
Für den LRA ergibt sich danach folgendes Bild:
Der Kampf zwischen Matiev u. Lederer wurde von beiden Ringern äußerst hart geführt. Der Ringer Matiev war in Führung und hat, durch eine aus seiner Sicht vom Gegner ausgeführte Tätlichkeit, welche allerdings vom Kampfgericht nicht sanktioniert bzw. erkannt wurde, im Affekt einen mit voller Wucht ausgeführten, sehr starken Schubser gegen die Schulter des Gegners ausgeführt. Hierbei ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt in Führung lag und bei einem Sieg vermutlich den Bayerischen Meistertitel errungen hätte oder zumindest das Podium erreicht hätte.
Die Tätlichkeit wurden vom Gegner, Florian Lederer als nicht schwerwiegend eingestuft und eher dem harten Kampfstil beider Ringer zugerechnet. Unabhängig davon liegt eine Tätlichkeit gem. § 22 Abs. 3 RO vor, die zwingend zur Anzeige führt. Sie kann gem. Art. 24 der Strafordnung mit einer Geldstrafe von bis zu 7.500 € und einer Wettkampfsperre bis zu 24 Monaten bestraft werden.
Aus Sicht des LRA I war die Tätlichkeit der harten Ringweise beider Ringer geschuldet und war im Affekt erfolgt. Subjektiv war diese aus Sicht des Gegners Lederer nicht schwerwiegend.
Der Beschuldigte war mit dem Ausschluss aus dem Turnier und der Nichtplatzierung ausreichend sanktioniert. Der LRA I sieht daher keine Veranlassung, eine darüberhinausgehende Strafe zu verhängen.
Der Beschuldigte hat jedoch die Kosten des Verfahrens i.H.v. 25 € zu tragen. Im Falle der Nichtbezahlung der Kosten hat der Beschuldigte mit Anordnung einer Wettkampfsperre zu rechnen (Art. 44 RO).