Source: http://elternbrief.at/de/page.asp?id=590&SKey=2e14l5lBq4YdlkxPWzUy
Timestamp: 2020-02-27 22:59:25
Document Index: 311686332

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 1', '§ 13', '§ 8', '§ 3', '§ 45', '§ 6', '§ 43', '§ 44']

Steirischer Landesverband der Elternvereine an Schulen für Schulpflichtige - 2013_Sept.- ganztäg. Schulform
ganztägige Schulform - Tagesschule
gesetzliche Änderungen insbesondere betreffend Anwesenheitspflicht
auf unserer neuen Homepage (seit 2016)
Thema.ganztägige Schulform
Festlegung bis 14 Uhr
an allgemeinbildenden Pflichtschulen
Definition: § 8 lit.j Schulorganisationsgesetz
Ganztägige Schulformen sind Schulen, an denen neben dem Unterricht eine Tagesbetreuung angeboten wird, wobei zum Besuch der Tagesbetreuung eine Anmeldung erforderlich ist und die Tagesbetreuung (Betreuungsteil) aus folgenden Bereichen besteht:
aa) gegenstandsbezogene Lernzeit, die sich auf bestimmte Pflichtgegenstände bezieht, und/oder
bb) individuelle Lernzeit sowie
cc) jedenfalls Freizeit (einschließlich Verpflegung);
An jedem Tag mit Tagesbetreuung muss eine Lernzeit angeboten werden!
Ab wann ist eine ganztägige Schulform zu führen? § 1 a Abs. 3 Steiermärkisches Pflichtschulorganisations-Ausführungsgesetz
Wenn mindestens 15 Schülerinnen/Schüler für die ganztägige Schulform angemeldet sind, haben die Schulerhalter unter Bedachtnahme auf bereits bestehende, nicht schulische, regionale Betreuungsangebote in einer zumutbaren Entfernung und unter Berücksichtigung der räumlichen Voraussetzungen eine ganztägige Schulform zu führen, bei 10 bzw. in besonderen Fällen auch weniger Anmeldungen, darf mit einer Gruppe gestartet werden.
Wie wird eine allgemein bildende Pflichtschule eine ganztägige Schule? § 13 Abs. 1 Steiermärkisches Pflichtschulerhaltungsgesetz
	Anhörung der Eltern und LehrerInnen bzw. Beratung im Schulforum – keine Entscheidung!
	Antrag der Schulsitzgemeinde an die Abteilung 6 – Referat Pflichtschulen
	Erhebungsverfahren der Abteilung 6: Überprüfung der Voraussetzungen, Einholung der Stellungnahmen des Kollegiums des Bezirksschulrates und des Kollegiums des Landesschulrates
	Bewilligungsbescheid der Abteilung 6 an die Gemeinde: Der Bescheid gilt unbefristet.
Formen der ganztägigen Schulform: § 8 d Abs. 1 Schulorganisationsgesetz
Ganztägige Schulformen sind in Unterricht und Tagesbetreuung gegliedert, wobei diese in getrennter oder verschränkter Abfolge geführt werden können.
verschränkte Abfolge: Unterrichtsstunden und Stunden aus dem Bereich Tagesbetreuung wechseln ab, die beiden Bereiche sind also verschränkt.
Voraussetzung: Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse müssen an der Tagesbetreuung während der ganzen Woche angemeldet sein. Weiters müssen die Erziehungsberechtigten von mindestens zwei Dritteln der betroffenen Schülerinnen/Schüler und mindestens zwei Drittel der betroffenen Lehrerinnen und Lehrer zustimmen.
Dh: Nur wenn alle Eltern der Kinder einer Klasse an allen Tagen der Woche eine Tagesbetreuung wünschen, kann mit Zwei-Drittel- Mehrheit eine verschränkte Abfolge vorgesehen werden. Es kann somit nicht passieren, dass Eltern, die gar keine Tagesbetreuung wünschen oder ihr Kind nur für einzelne Tage angemeldet haben, durch andere Eltern überstimmt werden und so ihr Kind an allen Tagen der Woche die Tagesbetreuung in Anspruch nehmen muss.
getrennte Abfolge: Die Tagesbetreuung schließt an den Unterricht an.
Die SchülerInnen dürfen für die Tagesbetreuung in klassen-, schulstufen-, schulübergreifenden und schulartenübergreifenden Gruppen zusammengefasst werden. Die Tagesbetreuung darf von den SchülerInnen auch an einzelnen Nachmittagen der Woche in Anspruch genommen werden. Zusätzlich dürfen auch AHS-SchülerInnen die Tagesbetreuung an öffentlichen allgemein bildenden Pflichtschulen besuchen (jedoch nicht umgekehrt).
Öffnungszeiten: § 3 Abs. 4 Steiermärkisches Schulzeit-Ausführungsgesetz
Die Tagesbetreuung ist an allen Schultagen bis mindestens 16 Uhr und längstens 18 Uhr anzubieten. Eine Stunde der Tagesbetreuung umfasst 50 Minuten, wobei eine Teilung der Stunde zulässig ist. Eine Unterbrechung zwischen dem Vormittagsunterricht und der Tagesbetreuung am Nachmittag ist nicht möglich. Die Zeit der Mittagspause (des Mittagessens) zählt zur Freizeit und ist somit auch zu beaufsichtigen
Anwesenheitspflicht! § 45 Abs. 2, 3 und 7 Schulunterrichtsgesetz
Es handelt sich um „Schule“. Fernbleiben von der Tagesbetreuung ist nur zulässig bei:
einer gerechtfertigten Verhinderung (z.B. Krankheit, außerordentliche Ereignisse im Leben oder in der Familie der Schülerin/des Schülers) sowie
bei Erlaubnis zum Fernbleiben, erteilt von der Schulleiterin/vom Schulleiter oder Leiter/-in der Tagesbetreuung.
Für den Betreuungsteil ist nicht derselbe strenge Maßstab anzuwenden wie hinsichtlich des Fernbleibens vom Unterrichtsteil. So kann die Erlaubnis zB auch für den Besuch eines Instrumentalunterrichts oder eines Sporttrainings erteilt werden.
gegenstandsbezogene Lernzeit (GLZ):
Die gegenstandsbezogene Lernzeit ist –wie der Name ausdrückt- eine Lernzeit, die auf einen bestimmten Gegenstand bezogen ist.
„Die gegenstandsbezogene Lernzeit umfasst drei Wochenstunden (sofern schulautonom keine andere Festlegung erfolgt), wobei nicht mehrere Stunden an einem Tag vorgesehen werden sollten. Sie ist jeweils einem bestimmten Pflichtgegenstand, in der Regel einem, für den schriftliche Arbeiten vorgesehen sind, . In der gegenstandsbezogenen Lernzeit ist der Ertrag der Unterrichtsarbeit zu sichern und durch entsprechende Übungen zu festigen. Neue Lehrstoffe dürfen nicht erarbeitet werden. Bei schriftlichen Arbeiten ist der vollständigen sowie möglichst richtigen und eigenständigen Ausarbeitung Augenmerk zu schenken. Die Unterstützung durch die Lehrerin bzw. den Lehrer darf nur so weit gehen, dass die Erledigung der gestellten Aufgabe selbstständige Leistung der Schülerin bzw. des Schülers bleibt.“ (Lehrplan der NMS, Dritter Teil Punkt 8)
individuelle Lernzeit (ILZ):
Im Mittelpunkt der individuellen Lernzeit stehen zweckmäßige und zeitökonomische Verfahrensweisen des selbstständigen Lernens (z. B. Erledigung der Hausübungen, Aneignung eines Lernstoffes, Vorbereitung auf Leistungsfeststellungen). Die Schüler/-innen sind in der individuellen Lernzeit von den betreuenden PädagogInnen durch individuelle Lernunterstützung zu fördern und bei der Lernarbeit fachlich zu unterstützen.
Ausmaß der Lernzeiten
SchulleiterInnen müssen für die gegenstandsbezogene und individuelle Lernzeit Betreuungspläne festsetzen. (§ 6 Abs. 4a SchOG)
„Bei der Erstellung des Betreuungsplans ist die Abfolge von gegenstandsbezogener bzw. individueller Lernzeit so zu wählen, dass den Schülerinnen und Schülern täglich Freizeitphasen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.“
Für Eltern stellt der Betreuungsplan, ebenso wie der Stundenplan für den Unterrichtsteil, eine wichtige Informationsquelle dar.
Die Anzahl der Stunden für GLZ und ILZ sind im Lehrplan vorgegeben, und zwar:
3 Wochenstunden GLZ und 4 Wochenstunden ILZ
Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen kann das Ausmaß der gegenstandsbezogenen Lernzeit sowie der individuellen Lernzeit unter Bedachtnahme auf pädagogische, räumliche und ausstattungs-mäßige Gegebenheiten folgendermaßen festgesetzt werden:
Lernzeiten ACHTUNG: Änderung 1.September 2015!
Gegenstandsbezogene Lernzeit 1 2 3 4
Individuelle Lernzeit (halbwertig) 8 6 4 2
Es liegt in der pädagogischen Verantwortung der Schulleiterin/des Schulleiters die gegenstands-bezogene und individuelle Lernzeit so zu verteilen, dass die Lernzeitbelastung an den einzelnen Wochentagen nicht zu groß wird und die Gesamtzeit dem Lehrplan entspricht.
Unentgeltlichkeit des Unterrichtes: § 43 Steiermärkisches Pflichtschulerhaltungsgesetz
Der Besuch öffentlicher allgemein bildender Pflichtschulen ist unentgeltlich, ausgenommen
a) Lern und Arbeitsmittelbeiträge in der Tagesbetreuung und (1)
b) Beiträge für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung in öffentlichen Schülerheimen sowie in der Tagesbetreuung (ausgenommen gegenstandsbezogene und individuelle Lernzeit) öffentlicher ganztägiger Schulformen.
Lern- und Arbeitsmittelbeiträge für den Unterrichtsteil dürften nicht auf die Eltern abgewälzt werden!
Elternbeiträge: § 44 Abs. 1 und 2 Steiermärkisches Pflichtschulerhaltungsgesetz
Nur für den Freizeitbereich der Tagesbetreuung öffentlicher Pflichtschulen, die als ganztägige Schulform geführt werden, darf vom gesetzlichen Schulerhalter ein nach allgemeinen Sätzen bestimmter, höchstens kostendeckender Beitrag für Betreuung in der Freizeit und das Mittagessen eingehoben werden. Die Beiträge sind von jenen Personen zu leisten, die nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechtes für den Unterhalt des Schülers aufzukommen haben; sie können auf Ansuchen vom gesetzlichen Schulerhalter, bei ganztägigen Schulformen entsprechend der nachgewiesenen Bedürftigkeit des Unterhaltspflichtigen, ermäßigt werden.
Für die Lernzeiten darf kein Elternbeitrag eingehoben werden.
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