Source: http://bundestag.github.io/gesetze/e/edlstgrausbv/
Timestamp: 2018-06-24 01:31:12
Document Index: 350131527

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Verordnung über die Berufsausbildung zum Edelsteingraveur/zur Edelsteingraveurin (EdlStGrAusbV)
BGBl I: 1992, 191
Diese Verordnung gilt für die Berufsausbildung in dem Ausbildungsberuf Edelsteingraveur/Edelsteingraveurin nach der Handwerksordnung und für die Berufsausbildung in dem nach § 2 anerkannten Ausbildungsberuf.
Der Ausbildungsberuf Edelsteingraveur/Edelsteingraveurin wird staatlich anerkannt.
Anfertigen von Steinschnittentwürfen,
Vorbereiten von Steinen zum Gravieren,
Gravieren von Steinen,
Nachbereiten gravierter Steine.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr und die unter laufender Nummer 7 Buchstabe e, laufender Nummer 11 Buchstaben f bis h, laufender Nummer 12 Buchstaben a bis e, laufender Nummer 13 Buchstabe a und laufender Nummer 14 Buchstabe b für das zweite Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Der Prüfling soll in insgesamt höchstens sieben Stunden ein Prüfungsstück anfertigen und eine Arbeitsprobe durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Kopieren einer Kleinplastik, eines Reliefs oder Ornaments nach Vorlage;
a) Herrichten eines Werkzeugs,
b) Anfertigen eines Gipsabgusses, eines Modellabgusses oder eines Siegelabdruckes.
Geschichtliche Entwicklung und Techniken des Steinschneidens.
(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt höchstens zwölf Stunden zwei Prüfungsstücke anfertigen und in insgesamt höchstens sechs Stunden zwei Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
a) Anfertigen vertiefter Steinschnitte,
b) Anfertigen erhabener Steinschnitte,
c) Anfertigen vollplastischer Steinschnitte;
a) Beurteilen von Edelsteinen, synthetischen Steinen und künstlichen Produkten nach äußeren und inneren Merkmalen,
b) Anfertigen von Skizzen und Modellen.
Dabei sollen die Prüfungsstücke zusammen mit 80 vom Hundert und die Arbeitsproben zusammen mit 20 vom Hundert gewichtet werden.
cc) Arbeitstechniken und Nachbehandlungsverfahren,
c) Gestaltung, insbesondere
aa) Geschichte der Steinschneidekunst und Bezüge zur allgemeinen
kunstgeschichtlichen Entwicklung,
bb) Anatomie von Mensch und Tier,
cc) Heraldik,
dd) Schriftgestaltung,
ee) Gestaltungsprinzipien für vertiefte, erhabene und vollplastische
Steinschnitte;
a) Umsetzung von Vorlagen und Entwürfen in gravierfähige Zeichnungen und Modelle,
b) Planung von Arbeitsabläufen für vorgegebene Aufträge,
c) Auswahl von Werkzeugen und Hilfsstoffen unter Beachtung der arttypischen Edelsteineigenschaften,
d) Schleifertrags- und -verlustberechnung,
e) Schleif- und Poliergeschwindigkeit;
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsausbildungspläne und Prüfungsanforderungen für die Lehrberufe, Anlernberufe und vergleichbar geregelten Ausbildungsberufe, die in dieser Verordnung geregelt sind, insbesondere für die Ausbildungsberufe Edelsteingraveur/Edelsteingraveurin sowie Farbsteinschleifer, Achatschleifer und Schmucksteingraveur/Farbsteinschleiferin, Achatschleiferin und Schmucksteingraveurin, sind vorbehaltlich des § 11 nicht mehr anzuwenden.
Anlage (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Edelsteingraveur/zur Edelsteingraveurin
(Fundstelle: BGBl. I 1992, 194 - 198)
Steine mit bloßem Auge und mit Lupe nach den Merkmalen ihres Erscheinungsbildes einschätzen
Edelsteine im Hinblick auf Wertunterschiede und Wertminderungsgründe beurteilen
Steine aufgrund ihres Erscheinungsbildes und vorliegender wissenschaftlicher Prüfergebnisse unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Prüfkriterien beurteilen
Rohsteine und vorbereitete Steine unter Beachtung ihrer Eigenschaften sowie im Hinblick auf gestalterische Absicht und optimale Materialausnutzung auswählen
die gestalterische Umsetzung von Vorlagen in anzufertigende Steinschnitte unter Beachtung von Besonderheiten des Steines planen
Zwischen- und Endergebnisse nach vorgegebenen Kriterien beurteilen, insbesondere
mit Abtastern Außenmaße und Details von Steinschnitten messen
durch Sichtprüfen Maßstabgerechtigkeit, Realisierung der gestalterischen Absicht sowie Oberflächenqualität von Steinschnitten prüfen
durch Anfertigen von Gips- und Modellabgüssen sowie Siegelabdrücken prüfen
Reihenfolge der Arbeitsschritte festlegen, insbesondere unter Beachtung von Eigenschaften und Besonderheiten der Steine, Bearbeitungsmethoden, gestalterischer Absicht und Wirtschaftlichkeit
Kriterien für die Beurteilung von Zwischen- und Endergebnissen selbständig festlegen, insbesondere im Hinblick auf Maße, Proportionen und gestalterische Absicht
Anfertigen von Steinschnittentwürfen (§ 4 Nr. 12)
gravierfähige Entwurfszeichnungen in Originalansicht und spiegelverkehrter Darstellung nach Vorlagen anfertigen
Motive in Originalgröße sowie unter maßstabgerechter Verkleinerung und Vergrößerung mit Hilfsmitteln und nach Augenmaß von Vorlagen auf Entwürfe übertragen
flächige Motive auf Entwurfszeichnungen übertragen
plastische Motive auf plastische Entwurfszeichnungen und -modelle übertragen
Schriften und Ornamente gestalten und zeichnen, insbesondere unter Beachtung von Formen, Proportionen und Flächenaufteilung
gravierfähige Skizzen von Pflanzen und Tieren unter Beachtung von anatomischen Gesetzmäßigkeiten nach eigenen Naturstudien anfertigen
Bedeutung und Umsetzungsformen von Wappen erläutern und beachten
Entwürfe für Steinschnitte unter Beachtung der historischen und zeitgenössischen Formensprache anfertigen
gravierfähige Skizzen von Menschen unter Beachtung von anatomischen Gesetzmäßigkeiten nach eigenen Entwürfen anfertigen
Vorbereiten von Steinen zum Gravieren (§ 4 Nr. 13)
Steine unter Beachtung ihrer Eigenschaften und Besonderheiten sowie der gestellten Anforderungen vorbereiten, insbesondere für erhabene und vollplastische Steinschnitte
Steinträger zum Aufkitten von Steinen vorbereiten und Steine aufkitten
Entwürfe graviergerecht auf Edelsteine übertragen
Gravieren von Steinen (§ 4 Nr. 14)
Probegravierungen in Techniken des vertieften, erhabenen und vollplastischen Steinschneidens durchführen, insbesondere unter Beachtung von Steineigenschaften und -besonderheiten sowie technischen Möglichkeiten
vertiefte, erhabene und vollplastische Steinschnitte originalgetreu nach Vorlagen anfertigen
vertiefte, erhabene und vollplastische Steinschnitte gestaltend auf der Basis von Entwürfen anfertigen
Probegravierungen von Details anfertigen
an Originalsteinen Konturen anschneiden
an Originalsteinen Motive durcharbeiten
Nachbereiten gravierter Steine (§ 4 Nr. 15)
zum Erhitzen, Bestrahlen, Beizen und Färben geeignete Edelsteine auswählen, insbesondere unter Beachtung von Möglichkeiten der Behandlung und Farbveränderung
gravierte Steine unter Beachtung der gestalterischen Absicht glätten, polieren und sandstrahlen
Steine stabilisieren sowie Oberflächen versiegeln, insbesondere fetten und lackieren