Source: https://www.aew.ch/privatkunden/strom/strom-produzieren/ablauf-und-unterlagen
Timestamp: 2020-02-19 16:23:36
Document Index: 310941988

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 14', 'Art. 19', 'Art. 24', 'Art. 21']

Hier finden Sie wichtige Informationen zum Anschluss von EEA, die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen, Tipps zum Vorgehen und vieles mehr.
Gesetzlicher Rahmen für Stromproduzenten
Netzanschluss für Energieerzeugungsanlagen
Die AEW unterstützt die im Rahmen der Energiestrategie 2050 beschlossene Stossrichtung, die in diverse gesetzliche Vorgaben eingeflossen sind.
Die Schweizerische Energiepolitik bezweckt, die einheimischen erneuerbaren Energien produzierten Stroms zu stärken. Dazu gehören nebst der traditionelle Wasserkraft, die «neuen» erneuerbaren Energien wie Sonne, Holz, Biomasse, Wind und Geothermie.
Die Gesetzgebung erlaubt direkte und indirekte Fördermassnahmen. Die produzierte Energie kann
im Rahmen des Eigenverbrauchs selbst genutzt werden
im Rahmen des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch an Nachbarn weiter gegeben werden
gegen eine Vergütung ins Netz der AEW Energie AG eingespeist werden
mit der Teilnahme am Einspeisevergütungssystem vergütet werden
an Dritte verkauft werden, z.B. im Rahmen der Direktvermarktung
Regelung beim Eigenverbrauch
Die Bestimmungen sind im Energiegesetz Art. 16 festgelegt. Die Betreiber von Anlagen dürfen die selbst produzierte Energie am Ort der Produktion ganz oder teilweise selber verbrauchen. Sie dürfen die selbst produzierte Energie auch zum Verbrauch am Ort der Produktion ganz oder teilweise veräussern. Beides gilt als Eigenverbrauch. Da dadurch weniger Energie aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, können durch den Eigenverbrauch Kosten für die Netznutzung, Energiekomponente, Systemdienstleistungen, Netzzuschlag und Gebühren eingespart werden.
Die AEW unterstützt Sie darin, die selbst produzierte Energie am Ort der Produktion zu veräussern und bietet dazu das Produkt Lokalstrom an.
Die Bestimmungen zum ZEV sind im Energiegesetz Art. 17 und 18 sowie in der Energieverordnung Art. 14 bis 18 geregelt. Der Zusammenschluss kann dabei auch Liegenschaften in angrenzenden Parzellen umfassen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Produktionsleistung der Anlage oder der Anlagen bei mindestens 10 % der Anschlussleistung des Zusammenschlusses liegt. Zudem darf zwischen der Produktionsanlage und dem Verbrauch das Verteilnetz des Netzbetreibers nicht in Anspruch genommen werden. Aus Sicht des Netzbetreibers gilt ein ZEV als ein einziger Endverbraucher. Die Messung und Abrechnung der elektrischen Energie obliegt dem Grundeigentümer, der innererhalb der ZEV eine Mitverantwortung für die Versorgung der einzelnen Teilnehmer übernimmt. Zur Abwicklung der ZEV bietet die AEW Dienstleistungen an.
Einspeisung in das Netz der AEW
Die AEW nimmt die ihr angebotene Elektrizität ab und vergütet sie angemessen. Dies ist in Artikel. 15 des EnG geregelt. Die AEW vergütet sowohl die gesamte wie auch im Falle eine Eigenverbrauchs oder einer ZEV nicht selbstverbrauchte Überschussmenge an Elektrizität. Dabei richtet sich die Vergütung nach den vermiedenen Kosten für die Beschaffung der Elektrizität („Graustrom“). Für Anlagen mit einer Produktionsmenge von mehr als 100 MWh kann die AEW ein individuelles Angebot erstellen. Zusätzlich kann der Produzent für die höhere Qualität der eingespeisten Elektrizität einen Herkunftsnachweis erhalten, welcher er weitervermarkten kann.
Teilnahme am Einspeisevergütungssystem und Investitionsbeiträge
Das Einspeisevergütungssystem im Energiegesetz in Art. 19 bis 24 beschrieben. Allerdings können bei Neuanlagen nicht mehr alle Betreiber teilnehmen. Beispielsweise sind Betreiber von Photovoltaikanlagen mit weniger als 30 kW Leistung nur noch im Rahmen der Einmalvergütung berücksichtigt. Für bestehende Anlagen gibt es Ausnahmeregelungen.
Für Photovoltaik-, Wasserkraft- und Biomasseanlagen können Investitionsbeiträge verlangt werden. Dies ist in Art. 24 bis 29 des Energiegesetzes geschrieben. Die Einmalvergütung beträgt beispielsweise für Photovoltaikanlagen von weniger als 30 kW bis zu 30 Prozent der bei Inbetriebnahme massgeblichen Investitionskosten von Referenzanlagen.
Gesuche im Rahmen des Einspeisevergütungssystems werden durch den Betreiber der Produktionsanlagen direkt bei der Pronovo angemeldet. Ihr Installateur kann Sie dabei unterstützen.
Verkauf der Energie an Dritte
Betreiber von Produktionsanlagen können ihre Elektrizität selber am Markt verkaufen. Im Rahmen der Teilnahme am Einspeisevergütungssystem ist dies in Art. 21 des Energiegesetzes geregelt. Die AEW bietet auch für diese Direktvermarktung entsprechende Diensleistungen an.
Die AEW schliesst Ihre Energieerzeugungsanlage an ihr Netz in Niederspannung oder Mittelspannung an, wenn alle Voraussetzungen für eine Bewilligung der Anlage erfüllt sind.
Abhängig von der Art und Grösse der Anlage entscheidet die AEW zusammen mit dem Produzenten den Anschluss an das Niederspannungs- oder Mittelspannungsnetz. Um die Voraussetzungen für einen Anschluss an das Netz der AEW zu erfüllen, sind beim Bau und Anschluss der Energieerzeugungsanlage (EEA) die Vorschriften und Weisungen für Elektroinstallationen einzuhalten (Rund ums Bauen). Dazu gehören insbesondere die Bestimmungen über die Messeinrichtungen, die Schutzbestimmungen und im Niederspannungsnetz die Werkvorschriften der AEW. Der Anschlusspunkt (Übergabestelle für den Energieaustausch) wird durch die AEW festgelegt.
Vor dem Bau der Anlage ist der AEW schriftlich ein Anschlussgesuch einzureichen. Die AEW Energie AG beurteilt dann die technischen Möglichkeiten des Anschlusses und legt den Anschlusspunkt fest.
Die Festlegung der Messeinrichtung für eine Einspeisung in das AEW Verteilnetz erfolgt im Einvernehmen mit der AEW (Wahl der Messart). Bei einer rechtzeitigen Abklärung mit der AEW können nachträgliche Anpassungen verhindert werden. Für Produktionsanlagen über 30 kVA Leistung ist eine Produktionsmessung gesetzlich vorgeschrieben. Eine fernausgelesene Lastgangmessung ist dann sowohl für die Produktionsmessung wie auch für allfällige die Verbrauchsmessungen im Falle der Nutzung der Eigenverbrauchsregelung oder Rückspeisung ins Netz der AEW Energie AG vorzusehen.
Bei Nutzung des ZEV ist in jedem Fall für alle Teilnehmer des Zusammenschlusses eine konforme Messung vorzusehen. Diese Messungen sind zwar private Einrichtungen, müssen aber dennoch die Vorgaben der ElCom und Metas entsprechen. Dazu ist der Platz für die Messung durch den Grundeigentümer vorzusehen.
Für die Abnahme von Anlagen im Netz-Parallelbetrieb ab 30 kVA besteht eine Vorlagepflicht beim Eidgenössischen Starkstrom-Inspektorat (ESTI). Ansonsten gelten dieselben Zuständigkeiten wie bei Verbrauchsanlagen, beispielsweise ist der Installateur für den Sicherheitsnachweis (SiNa) verantwortlich. Werden Fördergelder, Herkunftsnachweise oder Investitionskostenbeiträge beantragt, müssen die Anlagen speziell beglaubigt werden. Bei Anlagen über 30 kVA ist dafür eine externe Stelle zu beauftragen. Bei kleineren Anlagen kann die Beglaubigung von AEW im Rahmen der Dienstleistungen angeboten werden.
Kosten für den Anschluss und die Zuleitung zum Anschlusspunkt
Kosten für die Abnahme und allfällige Beglaubigung
Downloads Produkte und Vergütungen
Werkvorschriften CH: Technische Anschlussbedingungen (TAB) für den Anschluss von Verbraucher-, Energieerzeugungs- und Speicheranlagen an das Niederspannungsnetz
Werkvorschriften Anhang C: Spezielle Bedingungen der AEW Energie AG
Inbetriebnahme Protokoll für DEEAs mit Anschluss an das AEW Versorgungsnetz
Mess- + Prüfprotokoll Photovoltaik
Eine Übersicht über die unterschiedlichen Messarten und ihre Eigenheiten in einfachen Fällen.
Grundsätzlich bietet die AEW zwei Möglichkeiten, die in ihr Netz eingespeiste Energie zu messen.
Bei der Messart Nettoproduktion wird die EEA als eigenständige Anlage betrachtet und abgerechnet. Die gesamte produzierte Energie abzüglich des Kraftwerkseigenbedarfs* der Anlage wird ins Netz der AEW Energie AG eingespeist. Da bei dieser Messart ein zweiter Netzanschlusspunkt besteht, wird die Energie für den Kraftwerkseigenbedarf der EEA separat verrechnet (Ausnahme: Teilnahme am Einspeisevergütungssystem).
*Kraftwerkseigenbedarf: Energie, die für den Betrieb der EEA benötigt wird (zum Beispiel für die Wechselrichter, Steuerungen usw.). Diese Energiemenge wird nur erfasst, wenn der Kraftwerkseigenbedarf die zeitgleiche Produktion übersteigt.
Bei der Messart Eigenverbrauchsmessung wird bei EEA ein Zähler eingesetzt, der beide Energierichtungen misst. Die Energieflüsse werden zeitgleich saldiert und als Bezug oder Einspeisung erfasst. Die Erzeugung und der Verbrauch werden unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Produkten abgerechnet. Der optionale private Zähler kann durch die AEW geliefert werden, wird aber nicht abgelesen. Wir empfehlen, den Zählerplatz vorzusehen.
Abbildung 2: Anordnung der Zähler bei Eigenverbrauch
Abbildung 3: mit Lastgangmessung und Fernauslesung (virt. Zähler)
Die ins Netz eingespeiste Energie wird über einen eigenen Zähler gemessen (Abbildung 2). Alternativ kann der Überschuss auch durch Berechnung mit einem zweiten Lastgangzähler ausgewiesen werden (Abbildung 3).
Abhängig vom gewählten Vergütungsmodelle für die Elektrizität Ihrer Produktionsanlage werden seitens der AEW Energie AG unterschiedliche Ansätze angeboten.
Eigenverbrauchsregelung und Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
Wird die elektrische Energie am Ort der Produktion selbst verbraucht, kann an sich keine Vergütung geltend gemacht werden. Jedoch wird diese Energie nicht mehr vom Netzbetreiber geliefert. Damit entfallen Kosten, die sonst beispielsweise im Rahmen des Produkts AEW classic geschuldet wären, wie Netznutzung, Kauf der Energie beim Netzbetreiber, Systemdiensleistungen, Netzzuschläge und Gebühren.
Möchten Sie ihre Produzierte Energie an meherere beteiligte am Ort der Produktion weitergeben, können Sie jeder einzelnen Partei, die teilnehmen möchte, ihre Produktion anteilsmässig verkaufen. Die AEW unterstützt dieses Modell mit dem Produkt Lokalstrom. Dabei wird seitens AEW bei jedem Teilnehmer sein Anteil an Eigenverbrauch aus der Produktionsanlage zugewiesen. AEW verrechnet dem Teilnehmer nur noch die aus dem Netz bezogene Menge und übernimmt für den Produzenten gegen ein geringes Entgelt das Inkasso für den Anteil der Energie aus der Produktionsanlage.
Als Alternative kann der Grundeigentümer einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) gründen. Hier gilt der gesamte ZEV gegenüber der AEW als ein einziger Endverbraucher. Der Grundeigentümer übernimmt dabei die Pflicht, seine Teilnehmer zu versorgen, zu messen und korrekt abzurechnen. Zwar ist dieses Modell für den Grundeigentümer mit einem höheren Aufwand verbunden, jedoch kann die AEW im Rahmen der Dienstleistungen einige Aufgaben übernehmen.
Beim Modell «Einspeisung in das Netz der AEW» entschädigt die AEW Energie AG die in ihr Netz physisch eingespeiste Energie bis zu einer Anschlussleistung von höchstens 3 MW und maximal 5000 MWh zu Preisen entsprechend der vermiedenen Kosten ihrer Beschaffung. Für Rückspeisungen bis 100 MWh pro Jahr wird ein jährlich festgelegter Vergütungspreis angewendet (Produktblatt AEW p.en). Für höhere Rückspeisung wird ein individueller Vergütungspreis abhängig von der Art der Anlage und dem Einspeiseprofil offeriert.
Bei diesem Modell kann der ökologische Mehrwert verkauft werden. Voraussetzung für den Verkauf ist die Beglaubigung der Energieerzeugungsanlage (EEA). Die Beglaubigung ermöglicht das Ausstellen von Herkunftsnachweisen, die weiterverkauft werden können. Eine kostenpflichtige Beglaubigung kann bei der AEW (bis 30 kVA Anschlussleistung) mit dem Bestellformular in Auftrag gegeben werden oder durch einen akkreditierten Auditor vorgenommen werden. Die Verantwortung für den Verkauf der Herkunftsnachweise liegt beim Produzenten. Die AEW bietet hierfür das Modell der Ökostrombörse an.
Produzenten, die von der Einmalvergütung profitieren, fallen ebenfalls in das Modell «freier Ökostrommarkt».
Energie aus Altanlagen, die vor dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen wurden, wird bis 2025 (beziehungsweise Wasserkraftwerke bis 2035) nach bestehenden Verträgen vergütet.
Liegt die Zusage für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) vor, wird die eingespeiste Elektrizität gemäss dem von Pronovo mitgeteilten Vergütungssatz, der sich an den Gestehungskosten im Erstellungsjahr orientiert, quartalsweise von der Bilanzgruppe «Erneuerbare Energien» (BG-EE) entschädigt. Die BG-EE wird durch die swenex betrieben.
Kraftwerkseigenbedarf
Der Kraftwerkseigenbedarf wird im Normalfall aus der Produktionsanlage gespeist. Sobald der Kraftwerkseigenbedarf grösser ist als die zeitgleiche Produktion ist, wird bei der Messart Nettoproduktion (Wahl der Messart) wird die Energie mit dem Produkt AEW eb abgerechnet. Als Kraftwerkseigenbedarf wird die Energie bezeichnet, die für den Betrieb der EEA benötigt wird. Diese Energiemenge wird nur erfasst, wenn der und die EEA über einen separaten Zähler abgerechnet wird. Für den Kraftwerkseigenbedarf wird keine Netznutzung verlangt, dies im Unterschied zum Verbrauch bei den Eigenverbrauchsmodell oder beim ZEV.
AEW p.e en 2019: AEW Vergütung für Produzenten, mit Einspeisung aus Anlagen bis 100 kVA in die Netze der AEW
AEW p.e en 2020: AEW Vergütung für Produzenten, mit Einspeisung aus Anlagen bis 100 kVA in die Netze der AEW
AEW eb 2019: AEW Strom für Produzenten (Eigenbedarf), für Produktionsanlagen mit Anschluss am Verteilnetz der AEW ohne KEV-Vergütung
AEW eb 2020: AEW Strom für Produzenten (Eigenbedarf), für Produktionsanlagen mit Anschluss am Verteilnetz der AEW ohne KEV-Vergütung
AEW Lokalstrom: Beliefern Sie Mieter und Wohneigentümer mit Strom vom eigenen Dach
Wenn Sie sich entschlossen haben, eine EEA zu installieren, reichen Sie das Anschlussgesuch beim für Sie zuständigen Regional-Center der AEW Energie AG ein.
Das Gesuch wird innert drei Wochen beantwortet. Je nach Produktionsanlage werden Anschlussverträge benötigt.
Bevor Sie mit der Installation der EEA beginnen, veranlassen Sie die Einreichung der Installationsanzeige beim Regional-Center durch einen konzessionierten Elektroinstallateur.
Die AEW kann die Beglaubigung der Anlage kostenpflichtig ausführen. Damit dies für Sie kostengünstig umgesetzt wird, reichen Sie die Bestellung der Beglaubigung zusammen mit der Installationsanzeige ein.
Sobald diese bewilligt ist, können Sie mit der Montage starten.
Montage und Inbetriebnahme der EEA.
Nach der Erstprüfung durch Ihren Installateur bestellt dieser die Apparate für die Messeinrichtung.
Die AEW Energie AG montiert die Apparate oder ersetzt die bestehenden. Mit diesem Zeitpunkt beginnt die Vergütung für die eingespeiste Energie.
Nachdem der Sicherheitsnachweis* von Ihrem Installateur eingereicht wurde und das Inbetriebnahme-Protokoll beim zuständigen Regional-Center eingetroffen ist, erfolgt die Werkkontrolle durch die AEW Energie AG.
* Der Sicherheitsnachweis kann auch bereits mit der Apparatebestellung eingereicht werden. Die Montage der Messeinrichtung und die Werkkontrolle können somit zusammen erfolgen.
Bestellung einer Beglaubigung für die Photovoltaikanlage ≤ 30 kVA
Technische Bedingungen für den Parallelbetrieb von Energieerzeugungsanlagen (EEA) mit dem AEW Verteilnetz