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Timestamp: 2016-10-26 07:35:02
Document Index: 2753433

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 500/00 (13.09.2001)
U 500/00 Ge
B.Z.________, Beschwerdef�hrerin,
A.- Der 1949 geborene A.Z.________ war seit 1965 bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall und Berufskrankheit versichert. Am 18. Januar 1992 rutschte er beim Ziehen eines Schlittens auf einer eisigen Stelle aus und st�rzte auf den R�cken. Im Arztzeugnis UVG des Spitals X.________, wo der Versicherte anschliessend behandelt wurde, vom 23. Januar 1992 wird eine traumatisierte BWS-Kyphose diagnostiziert. Der R�ntgenbefund habe keine frische oss�re L�sion ergeben. Dr. med. B.________, Innere Medizin FMH, der die Behandlung fortf�hrte, stellte am 24. Februar 1992 eine Kompressionsfraktur im oberen BWS-Bereich fest. Die Behandlung konnte Mitte M�rz 1992 abgeschlossen werden.
Am 5. Mai 1998 erstattete die Arbeitgeberin erneut eine Unfallmeldung, wobei sie mitteilte, der Versicherte leide seit 27. April 1998 an Verknorpelung eines alten, nicht behandelten Wirbelbruchs. Dr. med. B.________ erkl�rte im Arztzeugnis UVG vom 20. Mai 1998, es bestehe ein Zusammenhang zwischen den aktuellen Beschwerden und dem seinerzeitigen Unfall. Als Diagnose nannte er einen Status nach BWK-Kompressionsfraktur und einen paravertebralen Muskelhartspann bei ausgepr�gter Fehlhaltung (BWS-Hyperkyphose).
Am 6. Mai 1998 verstarb A.Z.________. Die Witwe B.Z.________ machte in der Folge mit einem am 1. Juli 1998 bei der SUVA eingetroffenen Schreiben einen Anspruch auf Hinterlassenenleistungen geltend. Die SUVA holte Berichte des Dr. med. B.________, Dermatologie und Venerologie FMH, vom 12. Juli 1998 und des Dr. med. N.________, Urologie FMH, vom 9. September 1998 (mit beigelegtem Austrittsbericht der Klinik f�r Urologie des Spitals Y.________ vom 24. Januar 1996) sowie eine Stellungnahme des Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 25. September 1998 ein. Anschliessend lehnte sie es mit Verf�gung vom 6. Oktober 1998 ab, im Zusammenhang mit dem Tod von A.Z.________ Hinterlassenenleistungen zu erbringen. Daran hielt die Anstalt mit Einspracheentscheid vom 11. M�rz 1999 fest.
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ab (Entscheid vom 27. Oktober 2000).
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt B.Z.________ sinngem�ss das Rechtsbegehren, es sei der kantonale Entscheid aufzuheben und die Sache zur Erg�nzung der Abkl�rungen an die SUVA zur�ckzuweisen.
1.- a) Im angefochtenen Entscheid werden die massgebenden Bestimmungen �ber die Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG) und den Anspruch des �berlebenden Ehegatten auf eine Hinterlassenenrente (Art. 28 UVG) sowie die Rechtsprechung zum nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
b) Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschr�nkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen).
c) F�hren die von Amtes wegen vorzunehmenden Abkl�rungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgem�sser Beweisw�rdigung zur �berzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als �berwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es k�nnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr �ndern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweisw�rdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; K�lz/H�ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., S. 39, Rz 111 und S. 117, Rz 320; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweis). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Geh�r gem�ss Art. 4 Abs. 1 BV (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis).
2.- Streitig und zu pr�fen ist der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 18. Januar 1992 und dem Ableben des Versicherten am 6. Mai 1998.
3.- a) Zum Ablauf des Ereignisses vom 18. Januar 1992 und zu dessen gesundheitlichen Auswirkungen liegen die folgenden Aussagen vor:
aa) In der Unfallmeldung vom 21. Januar 1992 wird angegeben, der Versicherte sei beim Schlittenziehen auf einer eisigen Stelle ausgerutscht und auf den R�cken gefallen. Dabei habe er sich an der Wirbels�ule sowie beiden Schulterbl�ttern Prellungen und eventuell einen Knochenriss zugezogen.
bb) Das Arztzeugnis des Spitals X.________ vom 23. Januar 1992 nennt als Befunde eine BWS-Kyphose, starke Schmerzen mit Punktum max. �ber BWK III + IV und einen paravertebralen Muskelhartspann. Der R�ntgenbefund habe eine BWS-Kyphose, jedoch keine frische oss�re L�sion ergeben. Dem beigelegten R�ntgenbefundbericht ist zu entnehmen, dass zwei R�ntgenaufnahmen der BWS (ap/seitlich) vorgenommen wurden, wobei keine oss�ren L�sionen festzustellen waren und sich unauff�llige kn�cherne Strukturen zeigten.
cc) Dr. med. B.________ f�hrt im Arztzeugnis vom 20. Mai 1998 aus, unmittelbar nach dem Sturz vom 18. Januar 1992 h�tten bewegungsabh�ngige Schmerzen �ber die obere BWS und beide Schultern eingesetzt. Anl�sslich der Konsultation vom 20. Januar 1992 habe er ein invalidisierendes Schmerzsyndrom ausgehend von der oberen BWS mit deutlicher Klopfdolenz im Bereich der oberen Brustwirbel, einen deutlich dolenten Musculus trapecius links mehr als rechts bis zur Scapula ausstrahlend mit Klopf-, Stauch- und Ersch�tterungsschmerz festgestellt. Wegen Persistenz der Beschwerden sei am 24. Februar 1992 eine Aufnahme der BWS lat. durchgef�hrt worden. Dabei habe sich im oberen BWS-Bereich eine eindeutige Kompressionsfraktur gefunden. Der Fall habe dann Mitte M�rz 1992 abgeschlossen werden k�nnen. Seither habe eine Kyphose mit immer wieder auftretenden Schulter- und BWS-Beschwerden bei vermehrtem k�rperlichem Einsatz bestanden.
b) �ber die Entwicklung kurz vor dem Tod des Versicherten f�hrt Dr. med. B.________ aus (Arztzeugnis vom 20. Mai 1998), der Patient habe sich am 4. Mai 1998 "wieder einmal" gemeldet, dies mit ausgesprochenen invalidisierenden Schmerzen beidseits von der oberen BWS ausgehend in beide Schultern. Die Schmerzen h�tten damals seit einer Woche bestanden. Es habe sich wieder eine Klopfdolenz im oberen BWS-Bereich gezeigt. Die R�ntgenaufnahmen h�tten die bekannte Kompressionsfraktur eines oberen BWK gezeigt. Es l�gen sicher Beschwerden vor, die auf den Unfall zur�ckgef�hrt werden m�ssten, da die Kompressionsfraktur hochthoracal mit zu einer Fehlhaltung und konsekutiver muskul�rer Dysbalance gef�hrt habe.
c) Am 6. Mai 1998 verstarb der Versicherte im Wartezimmer des Zahnarztes Dr. med. dent. S.________, wo er st�hnend und terminal aufgefunden wurde. Reanimationsmassnahmen durch den Zahnarzt und den sofort herbeigerufenen Dr. med. A.________ sowie sp�ter durch die Notfallequipe blieben erfolglos. Dr. med. A.________ erkl�rt mit Schreiben vom 12. Juli 1998, die genaue Todesursache sei ihm unbekannt; vermutlich habe es sich um einen Herzinfarkt gehandelt. Dieselbe Vermutung �usserte gem�ss den Angaben in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift vom 9. Juni 1999 auch Dr. med. T.________ von der Notfall-Ambulanz.
4.- a) Die SUVA st�tzte sich f�r die Beurteilung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs auf die Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 25. September 1998. Der Kreisarzt erkl�rt, es sei versicherungsmedizinisch "ganz klar und eindeutig", dass das Herzversagen vom 6. Mai 1998 nicht auf die R�ckenkontusion vom Januar 1992 zur�ckgef�hrt werden k�nne. Vielmehr m�ssten die zwei Tage vor dem Ableben des Versicherten aufgetretenen intensiven Schulter-, R�cken- und Brustkorbschmerzen auf das unfallfremde Kreislaufleiden zur�ckgef�hrt werden. Die Diagnose eines vertebralen Syndroms m�sse im Nachhinein berichtigt werden. Der Keilwirbel Th IV sei nicht auf das Unfallereignis von 1992 zur�ckzuf�hren, w�re aber auch niemals in der Lage gewesen, nach so langer Zeit zu einem st�rkeren vertebralen Syndrom oder gar zu einem Kreislaufversagen zu f�hren.
b) In der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, der Kreisarzt widerspreche sich, indem er einerseits erkl�re, die genaue Todesursache sei unbekannt, wahrscheinlich habe es sich jedoch um einen Herzinfarkt respektive um ein Kreislaufversagen gehandelt, und andererseits ausf�hre, das Herzversagen k�nne nicht auf die R�ckenkontusion von 1992 zur�ckgef�hrt werden. Zudem berichte Dr. med. B.________ �ber eine eindeutige Kompressionsfraktur im oberen BWS-Bereich, w�hrend Dr. med. C.________ f�lschlicherweise von einer R�ckenkontusion ausgehe. Die Folgen des Unfalls vom 18. Januar 1992 seien zu keinem Zeitpunkt hinreichend untersucht worden. Die Unvollst�ndigkeit der Abkl�rungen (Fehlen einer vollst�ndigen Anamnese �ber den Zeitraum seit dem Behandlungsabschluss im Jahr 1992) m�sse in dem Sinne zu einer Umkehr der Beweislast f�hren, dass die SUVA nachzuweisen habe, dass kein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 18. Januar 1992 und dem Ableben des Versicherten bestehe.
c) Das kantonale Gericht hat das Bestehen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 18. Januar 1992 und dem Tod des Versicherten am 6. Mai 1998 zu Recht verneint. Zun�chst kann gest�tzt auf die Akten mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden, dass ein Herz- oder Kreislaufversagen die unmittelbare Todesursache bildete. Sodann geht aus der Stellungnahme des SUVA-Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 25. September 1998 deutlich hervor, dass dieser Vorgang auch dann nicht eine Folge des Unfallereignisses vom 18. Januar 1992 darstellt, wenn dieses eine oss�re L�sion zur Folge gehabt haben sollte. Die Stellungnahme des Dr. med. C.________ basiert auf der Kenntnis s�mtlicher vorhandener Akten. Der Kreisarzt gelangte gest�tzt auf diese Unterlagen zu schl�ssigen, nachvollziehbaren und einleuchtenden Aussagen. Der Bericht wird daher, wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat, den von der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 Erw. 3a) formulierten Anforderungen an eine beweiskr�ftige �rztliche Stellungnahme gerecht, sodass darauf abzustellen ist. Dem kantonalen Gericht ist auch darin zuzustimmen, dass eine Aufl�sung des Widerspruchs zwischen den Aussagen des Dr. med. B.________ einerseits und der �rzte des Spitals X.________ andererseits �ber die anl�sslich des Unfalls vom 18. Januar 1992 erlittenen Verletzungen nicht erforderlich ist, da auch das Abstellen auf die Version des Dr. med. B.________ nicht zur Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs f�hren w�rde. F�r die von der Beschwerdef�hrerin (sinngem�ss gest�tzt auf den Grundsatz von Treu und Glauben) geforderte Umkehr der Beweislast sind keine Gr�nde ersichtlich; denn die daf�r erforderliche Voraussetzung, dass die betroffene Partei den Beweis aus Gr�nden nicht erbringen kann, die nicht von ihr, sondern von der Beh�rde (bzw. vorliegend der Versicherung) zu verantworten sind (vgl. BGE 92 I 257 Erw. 3; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, S. 284; Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 5. Auflage, Bd. I, Nr. 91 B II, S. 560), ist nicht erf�llt. Die SUVA hatte im Anschluss an das Unfallereignis vom 18. Januar 1992 keinen Anlass, aufw�ndige Abkl�rungen zu treffen, zumal der Fall von ihrer Seite bereits im M�rz 1992 abgeschlossen werden konnte. Angesichts des Fehlens jeglicher Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem seinerzeitigen Unfallereignis war die SUVA auch nicht gehalten, in Bezug auf die unmittelbare Todesursache, welche im �brigen, wie bereits dargelegt, hinreichend gekl�rt ist, weitere Untersuchungen vorzunehmen.