Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201960,%20766
Timestamp: 2020-02-17 10:01:26
Document Index: 230424977

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 97', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', '§ 1594', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1594', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 97', 'BGH', '§ 97', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.12.1959 - IV ZR 103/59 - dejure.org
BGH, 16.12.1959 - IV ZR 103/59
https://dejure.org/1959,253
BGH, 16.12.1959 - IV ZR 103/59 (https://dejure.org/1959,253)
BGH, Entscheidung vom 16.12.1959 - IV ZR 103/59 (https://dejure.org/1959,253)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 1959 - IV ZR 103/59 (https://dejure.org/1959,253)
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BGHZ 31, 342
NJW 1960, 766
MDR 1960, 384
Wenn eine Partei erst in der Rechtsmittelinstanz infolge eines in der Rechtsmittelinstanz eingetretenen Umstandes obsiegt, der nicht dem Bereich der Gegenpartei, sondern ihrem Bereich zuzurechnen ist, so sind hiernach die dadurch entstandenen Mehrkosten in entsprechender Anwendung des § 97 Abs. 2 ZPO von dem obsiegenden Teil zu tragen (BGH, Urteil vom 16. Dezember 1959 - IV ZR 103/59, BGHZ 31, 342, zitiert juris Rn. 34).
In dem Fall, der dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16. Dezember 1959 (BGHZ 31, 342) zugrunde lag, konnte der Umstand, der zum Obsiegen des Klägers in der Rechtsmittelinstanz führte (Beitritt des Staatsanwalts als Streitgenosse), nur eintreten, weil der Kläger zuvor die Frist zur Anfechtung der Ehelichkeit des Kindes seiner Frau versäumt hatte und nach der damaligen Rechtslage dadurch erst die Voraussetzung dafür entstanden war, dass der Staatsanwalt dem Verfahren beitreten und seinerseits das Anfechtungsrecht ausüben konnte.
§ 261 b Abs. 3 ZPO, der auf die Frist des § 1594 Abs. 1 BGB ebenso anzuwenden ist wie auf die des § 35 Abs. 1 EheG (BGHZ 31, 342, 346 [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59]; BGHZ 25, 66, 74) [BGH 29.06.1957 - IV ZR 88/57], hat den Zweck, bei mehr als nur unerheblichen Verzögerungen in der Zustellung die klagende Partei vor den schädlichen Auswirkungen derjenigen verzögernden Umstände zu schützen, auf die sie keinen Einfluß hat.
Daraus ergibt sich, daß § 261 b ZPO bei nennenswerten Verzögerungen in der Zustellung immer dann nicht zu Gunsten der klagenden Partei eingreift, wenn diese von ihr, sei es auch nur durch leichte Fahrlässigkeit, verschuldet sind (BGHZ 25, 66, 77 [BGH 29.06.1957 - IV ZR 88/57]; BGHZ 31, 342, 346 [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59];… BGH, Urt. v. 31. Januar 1963, III ZR 142/61, LM, § 261 b ZPO, Nr. 9).
Hat die klagende Partei einen Prozeßbevollmächtigten und ist die mehr als nur geringfügige Verzögerung von diesem schuldhaft im eben erwähnten Sinne herbeigeführt, so muß die Partei sich dies zurechnen lassen (BGH, Beschluß v. 8. Mai 1957, IV ZA 33/57; BGHZ 31, 342, 347 [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59];… BGH, Urt. v. 31. Januar 1963, III ZR 142/61, LM, § 261 b ZPO, Nr. 9;… BGH, Urt. v. 30. Juni 1966, III ZR 3/64).
Liesen Standpunkt vertritt der erkennende Senat in ständiger Rechtsprechung (BGHZ 25, 66, 77 [BGH 29.06.1957 - IV ZR 88/57]; BGHZ 31, 342, 348) [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59].
Es kann nämlich durchweg davon ausgehen, daß eine durch einen Rechtsanwalt vertretene Partei einem derart wesentlichen Erfordernis für die Ehelichkeitsanfechtung wie der Einhaltung der Frist des § 1594 Abs. 1 BGB die nötige Aufmerksamkeit schenken wird (BGHZ 31, 342, 349) [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59].
Einen solchen triftigen Anlaß hat der erkennende Senat namentlich dann bejaht, wenn die klagende Partei auf den bevorstehenden Fristablauf hingewiesen und beantragt hat, unter vorläufiger Bewilligung der Kostenfreiheit nach § 111 Abs. 4 GKG zuzustellen (BGHZ 25, 66, 77 [BGH 29.06.1957 - IV ZR 88/57]; BGHZ 31, 342, 348) [BGH 16.12.1959 - IV ZR 103/59].
Diese gesetzliche Regelung bringt einen allgemeinen Grundsatz zum Ausdruck und ist der entsprechenden Anwendung fähig: Wenn eine Partei erst in der Rechtsmittelinstanz infolge eines dort eingetretenen Umstandes obsiegt, der nicht dem Bereich der Gegenpartei, sondern ihrem eigenen Bereich zuzurechnen ist, dann sind die dadurch entstandenen Mehrkosten vom obsiegenden Teil zu tragen (vgl. BGH NJW 1960, 766-768 [768]).
Der spätestens seit dem 11. März 1994 anwaltlich vertretene Kläger muß sich ein etwaiges Verschulden seines Prozeßbevollmächtigten zurechnen lassen (BGHZ 17, 199, 203; 31, 342, 347; 81, 353, 356).
§ 97 Abs. 2 ZPO bringt einen allgemeinen Grundsatz zum Ausdruck und ist der entsprechenden Anwendung fähig (vgl. BGHZ 31, 342, 350).
Daß sie davon im Rahmen ihrer Prozeßförderungspflicht im erstinstanzlichen Verfahren keinen Gebrauch gemacht hat, kann nach dem Rechtsgedanken des § 97 Abs. 2 ZPO (vgl. BGHZ 31, 342, 350) kostenmäßig nicht - mindestens nicht in vollem Umfang - zu Lasten der Beklagten gehen.
Die Beschaffung einer Prozeßführungsbefugnis und deren Nachweis aber fallen eindeutig und ausschließlich in den Verantwortungsbereich (vgl. BGHZ 31, 342, 350) der Partei, die sich darauf berufen will.
In solchen Fällen ist § 261 b Satz 3 ZPO nicht anwendbar (BGHZ 25, 66, 77; 31, 342, 346).
BGH, 27.09.1973 - III ZR 197/71
Armenrecht - Arme Partei - Klagefrist - Fristenwesen - Fristwahrung
Denn solange der Vorschuß nicht gezahlt, das Armenrecht nicht bewilligt oder ein Begehren nach § 111 Abs. 4 GKG (auch in der Form eines entsprechenden Hinweises) nicht gestellt, in der Klageschrift vielmehr ausdrücklich auf die vorläufig nur beabsichtigte" Klageerhebung hingewiesen war, fehlte jegliche Grundlage zu der Annahme, die Klage könne bereits zugestellt sein (vgl. BGHZ 31, 342, 349; BGH NJW 1961, 1627 = Warn 1961 Nr. 134 - VersR 1961, 714).
Das Gericht hätte darüber eine Entscheidung treffen müssen (BGHZ 31, 342, 348; 25, 66, 77; BGH VersR 1964, 58, 59).
c) Dennoch schaden auch solche erheblichen Verzögerungen der klagenden Partei nicht, wenn ihr deswegen kein Schuldvorwurf zu machen ist (ständige Rechtsprechung: BGHZ 31, 342, 346; 25, 66, 77; LM § 261 b ZPO Nr. 11, 10 a, 10, 9, 8 und 4; BGH NJW 1961, 1627 = VersR 1961, 714).
OLG Köln, 03.02.2006 - 4 WF 18/06
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BGH, 17.11.1960 - VII ZR 164/59