Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-11-2014-8C_429-2013
Timestamp: 2016-10-21 21:59:14
Document Index: 309018391

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 66']

8C_429/2013 (06.11.2014)
8C_429/2013 � � Urteil vom 6. November 2014
vom 3. Mai 2013.
A.a.�Der 1933 geborene A.________ war von Januar 1963 bis Juli 1994 bei der B.________ AG angestellt und somit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. W�hrend seiner T�tigkeit kam er zun�chst in zwei verschiedenen Abteilungen des Misch- und Walzwerks und ab Fr�hjahr 1971 im Presswerk der Gummifabrik zum Einsatz. Im Jahre 1992 wurde beim Versicherten Blasenkrebs festgestellt. Die SUVA anerkannte dieses Leiden sowie Rezidive in den Jahren 2004 und 2006 als Berufskrankheit und erbrachte daf�r die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Im Juli 1994 wurde beim Versicherten zus�tzlich Magenkrebs diagnostiziert. Im Februar 2004 meldete der Versicherte dies der SUVA. Der Unfallversicherer holte zur Frage, ob das Magenkarzinom als Berufskrankheit zu betrachten sei, Stellungnahmen der Abteilung Arbeitsmedizin ein. Mit Verf�gung vom 23. August 2004 lehnte die SUVA Leistungen im Zusammenhang mit dem Magenkarzinom ab, da dieses nicht mit Wahrscheinlichkeit auf eine berufliche Exposition zur�ckzuf�hren sei. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 22. November 2004 fest.
Die von A.________ dagegen eingereichte Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 9. Januar 2006 ab. Auch diesen Entscheid hat der Versicherte angefochten. Im letztinstanzlichen Verfahren gab er das arbeitsmedizinische Gutachten des Prof. Dr. med. C.________/DE vom 10. April 2006 zu den Akten. Die SUVA veranlasste daraufhin die �rztliche Beurteilung des Dr. med. D.________ von der Abteilung Arbeitsmedizin vom 15. Februar 2007. Mit Urteil vom 7. Mai 2007 hob das Bundesgericht den kantonalen Gerichtsentscheid auf und wies die Sache in Gutheissung der Beschwerde an die SUVA zur�ck, damit diese nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen �ber die Versicherungsleistungen neu verf�ge (Urteil U 95/06).
A.b.�Die SUVA f�hrte am 7. November 2008 in den R�umlichkeiten der ehemaligen Arbeitgeberin eine Besprechung zwischen den Parteien, Vertretern der Firma und einem ehemaligen Mischwerkf�hrer (t�tig von 1969 bis 2000) durch zwecks Ermittlung der Exposition des Versicherten gegen�ber verschiedenen Stoffen und den damaligen Arbeitsabl�ufen und -bedingungen. Ebenfalls anwesend war Prof. Dipl. Ing. E.________ der im Auftrag des Versicherten am 24. Januar 2009 ein Parteigutachten erstellte. Die SUVA f�hrte eine arbeitshygienische Beurteilung der Schadstoffexposition des Versicherten am ehemaligen Arbeitsplatz durch Dr. med. F.________, Facharzt f�r Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin (Bericht vom 27. April 2011), durch und holte die Stellungnahme von G.________ (Bereich Chemie) vom 7. April 2011 ein. Mit Verf�gung vom 23. Mai 2011 lehnte sie die Ausrichtung von Versicherungsleistungen f�r das Magenkarzinom erneut ab, da keine Berufskrankheit vorliege, nachdem nicht mit Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei, dass der Versicherte den fraglichen Schadstoffen in hohem Masse ausgesetzt gewesen sei. Im anschliessenden Einspracheverfahren reichte der Versicherte die Stellungnahme des Prof. Dr. med. C.________ vom 9. Oktober 2011 ein. Mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2011 wies die SUVA die Einsprache ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 3. Mai 2013 ab, soweit es darauf eintrat.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ beantragen, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Sache im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege (unentgeltliche Prozessf�hrung und unentgeltliche Verbeist�ndung) ersucht. Mit der Beschwerdeschrift werden neue Stellungnahmen des Prof. Dr. med. C.________ vom 23. Mai, 2. und 4. Juni 2013 eingereicht.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit und das kantonale Gericht verzichten auf eine Stellungnahme. A.________ l�sst sich dazu am 19. September 2013 vernehmen.
Nachdem das Bundesgericht A.________ aufgefordert hatte, Unterlagen zum Nachweis seiner Bed�rftigkeit einzureichen, liess er sein Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung und unentgeltliche Verbeist�ndung mit Schreiben vom 13. Januar 2014 zur�ckziehen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Im �brigen wendet es das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft das Bundesgericht frei, ob der vorinstanzliche Entscheid von einem richtigen Verst�ndnis der Rechtsbegriffe ausgeht und auf der korrekten Subsumtion des Sachverhalts unter die einschl�gigen Normen beruht. Es pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind, und ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde allen sich stellenden Fragen nachzugehen, auch wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Das kantonale Gericht ist auf den beschwerdef�hrerischen Antrag, die SUVA sei zu verpflichten, die Kosten der privat eingeholten Gutachten zu �bernehmen, mangels Anfechtungsgegenstand nicht eingetreten. Dagegen werden letztinstanzlich keine Einw�nde vorgebracht, weshalb es dabei sein Bewenden hat.
Im Verfahren vor Bundesgericht d�rfen neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorbebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194). Der Versicherte reicht neu drei Stellungnahmen des Prof. Dr. med. C.________ (vom 23. Mai, 2. und 4. Juni 2013) als Urkunden V-VII ein, macht aber keine nach Art. 99 Abs. 1 BGG relevanten Gr�nde geltend. Diese nach dem vorinstanzlichen Entscheid erstellten Belege sind daher unbeachtlich.
Soweit der Beschwerdef�hrer die im vorinstanzlichen Verfahren gemachten Eingaben zum integrierenden Bestandteil seiner letztinstanzlichen Rechtsschrift erkl�rt, ist dies unzul�ssig (BGE 134 II 244).
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Versicherte f�r das bei ihm festgestellte Magenkarzinom unter dem Titel Berufskrankheit Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung beanspruchen kann.
5.1.�Gem�ss Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Berufsunf�llen, Nichtberufsunf�llen und Berufskrankheiten Versicherungsleistungen gew�hrt. Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen T�tigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch sch�digende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). Auf der Grundlage dieser Delegationsnorm und gest�tzt auf Art. 14 UVV hat der Bundesrat in Anhang I zur UVV eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen aufgestellt. Beweism�ssig muss dargetan sein, dass die versicherte Person an ihrer Arbeitsst�tte der Einwirkung eines auf der Liste angef�hrten Stoffes ausgesetzt war und dass diese Einwirkung ausschliesslich oder �berwiegend eine Krankheit verursacht bzw. verschlimmert hat (RKUV 1988 Nr. U 61 S. 447, U 98/87 E. 1b; Urteil 8C_420/2007 vom 29. Januar 2008 E. 3). Wie das Bundesgericht bereits im Urteil U 95/06 (E. 3.1) festgehalten hat, kam der Beschwerdef�hrer bei seiner beruflichen T�tigkeit mit Stoffen gem�ss Anhang I Ziff. 1 UVV in Kontakt.
5.2.�Gem�ss Rechtsprechung ist das Erfordernis eines Kausalzusammenhangs daher dann erf�llt, wenn die Krankheit zu mehr als 50 Prozent durch einen im Anhang I zur UVV erw�hnten sch�digenden Stoff verursacht worden ist (BGE 133 V 421 E. 4.1 S. 425 mit Hinweisen). F�r den Beweis im Einzelfall spielt es eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Medizin, je nach ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin, �ber die Genese einer Krankheit im Allgemeinen Auskunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag. Wenn aufgrund medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert daf�r besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Beweis auf qualifizierte Urs�chlichkeit im Einzelfall aus. Sind dagegen die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen Erfordernis einer qualifizierten Verursachung des Leidens durch eine berufliche T�tigkeit vereinbar, besteht Raum f�r n�here Abkl�rungen zwecks Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhangs im Einzelfall (BGE 126 V 183 E. 4c S. 189 f.).
5.2.1.�Im R�ckweisungsentscheid vom 7. Mai 2007 (U 95/06) kam das Bundesgericht gest�tzt auf die gepr�ften epidemiologischen Studien zum Schluss, dass der epidemiologische Nachweis einer vorwiegend berufsbedingten Krankheit gesamthaft nicht erbracht sei.
5.2.2.�Bez�glich des Nachweises einer Berufskrankheit im Einzelfall hat das Bundesgericht im ersten Urteil die von Prof. Dr. med. C.________ angef�hrten Argumente des Fehlens anderer Risikofaktoren und des Auftretens des Karzinoms beim Beschwerdef�hrer vor dem mittleren Erkrankungsalter als nicht �berzeugend betrachtet. Weiter hat es gest�tzt auf das Gutachten des Prof. Dr. med. C.________ und die von diesem zitierte Literatur erwogen, die Magenkrebsh�ufigkeit sei bei Gummiarbeitern von der H�he der Staubexposition abh�ngig. Die Anspruchsberechtigung des Versicherten k�nne allenfalls gegeben sein, wenn auf diese Expertise abgestellt w�rde und zus�tzlich nachgewiesen werden k�nne, dass der Beschwerdef�hrer den fraglichen Schadstoffen in hohem Masse ausgesetzt gewesen sei. Ob der Beschwerdef�hrer tats�chlich zu den am meisten exponierten Arbeitern geh�rte, konnte aufgrund der damaligen Aktenlage nicht beurteilt werden. Da nicht auszuschliessen war, dass trotz der langen Zeitdauer seit der Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses erg�nzende Abkl�rungen im Betrieb verwertbare Ergebnisse bez�glich der tats�chlichen Exposition ergeben w�rden und der Nachweis einer besonders hohen Exposition des Beschwerdef�hrers mit den fraglichen Schadstoffen damit allenfalls erbracht werden k�nnte, wies das Bundesgericht die Sache zur Durchf�hrung entsprechender Abkl�rungen an die SUVA zur�ck. Es liess sich dabei von der Annahme leiten, dass es m�glich sein sollte, ehemalige Mitarbeiter ausfindig zu machen und allenfalls auch Berichte des Fabrikinspektorats des Kantons Uri oder andere f�r Schadstoffexposition relevante Unterlagen beizuziehen, oder den Versicherten zu befragen. Falls der Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition nicht gelingt, wird es laut dem R�ckweisungsurteil vom 7. Mai 2007 damit sein Bewenden haben und wird der Beschwerdef�hrer keine Anspr�che geltend machen k�nnen. Gelingt der Nachweis, so das Bundesgericht weiter, habe die SUVA, sollte sie sich den Gutachten von Prof. Dr. med. C.________ nicht unterziehen k�nnen, eine Oberexpertise anzuordnen, bevor sie neu �ber die Leistungsanspr�che befinde.
Rechtsprechungsgem�ss werden die Erw�gungen eines letztinstanzlichen R�ckweisungsentscheids f�r die Beh�rde, an welche die Sache geht, und - im Hinblick auf ein zweites Urteil - auch f�r das Bundesgericht selber verbindlich. Weder das kantonale Gericht noch das Bundesgericht d�rfen sich deshalb in ihrem neuen Entscheid auf Erw�gungen st�tzen, welche das Bundesgericht im R�ckweisungsentscheid ausdr�cklich oder sinngem�ss verworfen hat. Wegen dieser Bindungswirkung der Gerichte ist es ihnen wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zul�ssigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu pr�fen, die im R�ckweisungsentscheid ausdr�cklich abgelehnt oder �berhaupt nicht in Erw�gung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.2 S. 335 f. mit Hinweisen).
7.1.�Die gest�tzt auf den bundesgerichtlichen R�ckweisungsentscheid von der SUVA get�tigten Abkl�rungen haben ergeben, dass f�r die Jahre 1963 bis 1994 keine sachdienlichen, echtzeitlichen Messdaten der Arbeitgeberfirma, der SUVA, des ehemaligen Fabrikationsinspektorats des Kantons Uri oder einer anderen Beh�rde vorliegen. Auch mittels Befragung von Mitarbeitern des Betriebes konnten keine konkreten Messwerte erstellt werden. Der Beschwerdef�hrer selber war bei den Erhebungen im Betrieb vom 7. November 2008 nicht anwesend. Der ehemalige Mischmeister bezeichnete die Expositionen im Misch- und Walzwerk als mittelhoch. Im Mischwerk habe es bereits vor 1963 Vorrichtungen gegeben, die St�ube und D�mpfe abgesogen h�tten. Dies sei auch im Walzwerk und beim Granulieren mit der H�ckselmaschine der Fall gewesen, nicht aber beim Verwiegeprozess. Im Nachgang zu den Erhebungen im Betrieb vom 7. November 2008 beurteilte G.________ am 11. Dezember 2008 die Expositionssituation wie folgt: Die durchschnittliche, langj�hrige Schadstoffkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz des Versicherten lasse sich aufgrund fehlender Messdaten nicht mehr eruieren. Der Experte konnte daher lediglich grobe, "halbquantitative Absch�tzungen" basierend auf der Befragung der ehemaligen Mitarbeiter vornehmen. Diese f�hrten zur Annahme einer mittleren bis h�heren Russstaubbelastung pro Schicht im Mischwerk und keiner oder einer nur leichtgradigen Exposition in den Bereichen Kalander und Pressen. Kohlenstaub wurde nicht verwendet. Bez�glich Kalkstaub wurde die Belastung bei den Kalandern und Pressen als unregelm�ssig, im Einzelfall jedoch als (zeitlich begrenzt) hoch eingesch�tzt. F�r Quarzstaub ergab sich keine relevante Exposition. F�r allgemeinen Gummistaub wurde die Belastung als sicherlich gering beurteilt. Bez�glich Nitrosamine war keine abschliessende Beurteilung m�glich, wobei die heutigen MAK-Werte wahrscheinlich �bertroffen wurden. Hinsichtlich der Exposition gegen�ber Arylaminen (aromatische Amine) konnten keine Angaben gemacht werden. Nicht ausgeschlossen werden konnte eine geringe Asbestexposition.
7.2.�Die Vorinstanz ging davon aus, die SUVA habe in Nachachtung der bundesgerichtlichen Vorgaben im Urteil U 95/06 keine dar�ber hinausgehenden Erhebungen vornehmen m�ssen. Dies ist nicht zu beanstanden und wird vom Beschwerdef�hrer grunds�tzlich auch nicht bestritten.
7.2.1.�Der Beschwerdef�hrer macht jedoch geltend, mangels echtzeitlicher Messdaten �ber die Schadstoffexposition im Betrieb werde der Nachweis der Hochexposition nachhaltig erschwert, wenn nicht gar verunm�glicht. Bei dieser Ausgangslage habe eine Umkehr der Beweislast zu erfolgen und die SUVA demnach zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung unter der kritischen Grenze lag. In jedem Fall habe aber eine Beweiserleichterung zu seinen Gunsten zu greifen. Mit diesem Einwand kann der Beschwerdef�hrer jedoch nicht geh�rt werden. Das Bundesgericht hat im R�ckweisungsentscheid vom 7. Mai 2007 festgehalten, der Versicherte k�nne keinerlei Anspr�che geltend machen, wenn der Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition nicht gelinge. Damit hat es f�r den vorliegenden Fall verbindlich entschieden (vgl. E. 6 hievor), dass der Leistungsansprecher den Beweis f�r die konkrete Schadstoffbelastung bei der Arbeitgeberin w�hrend des massgebenden Expositionszeitraums zu erbringen und die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (vgl. zur Beweislast BGE 138 V 218 E. 6 S. 221). Auf die R�ge ist daher nicht n�her einzugehen.
7.2.2.�Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, der bei ihm aufgetretene und als Berufskrankheit anerkannte Blasenkrebs verm�ge diese Qualifizierung auch mit Bezug auf den Magenkrebs zu begr�nden. Auch diesem Argument kann nicht gefolgt werden. Die Annahme eines kausalen Zusammenhangs zwischen Blasenkarzinom und Magenkarzinom wurde vom kantonalen Gericht bereits im Entscheid vom 9. Januar 2006 verneint. Der Beschwerdef�hrer kann sich bez�glich des postulierten Zusammenhangs zwischen den beiden Tumoren zudem nicht auf wissenschaftlich erh�rtete Daten abst�tzen. Das Bundesgericht hat diese Hypothese im Urteil U 95/06 gar nicht in Erw�gung gezogen und damit stillschweigend und f�r den vorliegenden Prozess verbindlich (E. 6 hievor) verworfen. Im �brigen hat es im vorangegangenen Urteil festgehalten, aus der Anerkennung des Blasenkrebses als Berufskrankheit k�nne nicht geschlossen werden, dass dies auch f�r das Magenkarzinom gelte, da die Anerkennung des Blasenkrebses als Berufskrankheit bei Gummiarbeitern nicht davon abh�nge, dass im Einzelfall eine besonders hohe Exposition nachgewiesen werde. Irrelevant sind auch die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers zum deutlich vorgezogenen Erkrankungsalter in Bezug auf das Magenkarzinom. Auch damit hat sich das Bundesgericht bereits im R�ckweisungsentscheid vom 7. Mai 2007 befasst.
7.2.3.�Der Beschwerdef�hrer kritisiert �berdies unter Hinweis auf die von ihm eingereichten Gutachten von Prof. Dipl. Ing. E.________ vom 24. Januar 2009 und Prof. Dr. med. C.________ vom 9. Oktober 2010 die vorinstanzliche Beweisw�rdigung.
7.2.3.1.�Prof. Dipl. Ing. E.________ kam in seiner Beurteilung zum Schluss, dass der Versicherte im Rahmen seiner T�tigkeit bei der B.________ AG einer H�chstbelastung ausgesetzt war. Das Privatgutachten st�tzt sich zur Hauptsache auf von der Bundesanstalt f�r Arbeitsschutz im Jahre 1991 publizierte Messdaten, welche in den 80er-Jahren in deutschen Betrieben der Gummiindustrie an verschiedenen Arbeitspl�tzen erhoben wurden. Die Tatsache, dass die B.________ AG �ber Absaugeanlagen verf�gte, liess er unber�cksichtigt. Da die Expertise auf keinen konkreten, bei der ehemaligen Arbeitgeberin erhobenen Messwerten basiert, bezeichnete die Vorinstanz deren Beweiswert als zweifelhaft. Dem Einwand des Beschwerdef�hrers, gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 133 V 421 E. 7.2.2 S. 430) k�nne auf in anderen Betrieben oder Arbeitsposten erhobene Messwerte zur�ckgegriffen werden, wenn f�r den angestammten Betrieb glaubw�rdige Messungen fehlten, hielt das kantonale Gericht entgegen, die Spannbreite der von Prof. Dipl. Ing. E.________ gewonnenen Daten sei erheblich. Dieser habe bei seiner Berechnung nicht Mittelwerte verwendet, sondern auf Maximalwerte abgestellt. Dies wurde auch von G.________ und Dr. med. F.________ in ihren Stellungnahmen vom 7. und 27. April 2011 eingehend kritisiert. G.________ wies darauf hin, dass die vom Gutachter verwendeten Staubkonzentrationen zwar bei einzelnen Messungen in deutschen Gummiproduktionsbetrieben in den 80er-Jahren gefunden worden seien. Insgesamt l�gen diese jedoch um Faktoren h�her als der von den Autoren der 1991 in der Schriftenreihe der Bundesanstalt f�r Arbeitsmedizin publizierten Brosch�re "Stoffbelastungen in der Gummiindustrie" ermittelte Medianwert.
7.2.3.2.�Die Ausf�hrungen des Prof. Dr. med. C.________ vom 9. Oktober 2011 basieren auf dem Gutachten des Prof. Dipl. Ing. E.________ und erg�nzen das dem Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai 2007 zugrunde gelegene Gutachten des Mediziners vom 10. April 2006. Auch Prof. Dr. med. C.________ st�tzt sich bei seinen �berlegungen auf Extremexpositionen, ohne sich auf Messungen oder andere konkrete Daten der B.________ AG berufen zu k�nnen. Gem�ss den Erw�gungen des Bundesgerichts im Urteil U 95/06 kann auf die im Gutachten vom 10. April 2006 vertretene Auffassung, wonach die Magenkrebsh�ufigkeit bei Gummiarbeitern mit der H�he der Staubexposition zusammenh�nge, indessen nur dann abgestellt werden, wenn konkrete, bei der Arbeitgeberfirma w�hrend des massgebenden Expositionszeitraums erhobene, quantitative Messdaten oder Zeugenaussagen ehemaliger Mitarbeiter entsprechende Daten best�tigen. Die von den Gutachtern herangezogenen Messwerte aus deutschen Betrieben der Gummiindustrie besagen nur, dass in gewissen Gummiwerken entsprechend hohe Expositionswerte gemessen wurden und Arbeiter generell solchen m�glicherweise ausgesetzt waren. Nicht belegt ist damit jedoch, dass der Beschwerdef�hrer �berwiegend wahrscheinlich zu den am meisten exponierten Arbeitern geh�rte. Dass die erhobenen Daten nicht ohne Weiteres mit der Arbeitsplatzsituation des Versicherten verglichen werden k�nnen, zeigt nicht nur die Kontroverse unter den beteiligten Experten bez�glich der heranzuziehenden Vergleichsdaten, sondern auch die Diskussion in den Akten dar�ber, ob an den jeweiligen Produktionsst�tten Absaugvorrichtungen vorhanden waren und wie effizient diese gegebenenfalls waren.
7.2.3.3.�Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Gutachten von Prof. Dipl. Ing. E.________ vom 24. Januar 2009 und dem sich darauf st�tzenden Bericht von Prof. Dr. med. C.________ keine beweism�ssige Relevanz zukommt, weil sie auf keinen bei der B.________ AG erhobenen Messwerten basiert. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, der Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition werde nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht, ist daher nicht zu beanstanden.
7.3.�Der vom Beschwerdef�hrer angebotene indirekte Beweis mittels Indizien, wie Fotos des Arbeitsplatzes, N�he zur Emissionsquelle und durch die Arbeit hervorgerufene k�rpernahe Emissionen vermag von vornherein den vom Bundesgericht verlangten konkreten Nachweis einer besonders hohen Schadstoffexposition nicht zu erbringen, weshalb nicht n�her darauf einzugehen ist.
7.4.�Insgesamt ergibt sich, dass der verlangte Beweis einer besonders hohen Schadstoffexposition nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht ist. Damit er�brigt sich auch die Einholung eines Obergutachtens (vgl. U 95/06 E. 4.5 in fine). Der Beschwerdef�hrer kann somit f�r das Magenkarzinom unter dem Titel Berufskrankheit gegen�ber der SUVA gem�ss bundesgerichtlicher Vorgabe keine Versicherungsleistungen beanspruchen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend tr�gt der Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung und unentgeltliche Verbeist�ndung ist infolge R�ckzugs als erledigt zu betrachten.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.