Source: http://relaunch.buergerratgeber.de/mietschulden/
Timestamp: 2020-02-17 16:43:20
Document Index: 376623359

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 195', '§ 199', '§ 765', '§ 22', '§ 22', '§ 36']

Mietschulden - "So vermeiden Sie den Rauswurf" | Bürgerratgeber
Start > Schulden > Mietschulden – “So vermeiden Sie den Rauswurf”
Mietschulden | fotolia.com
Trotz weitreichender Konsequenzen kommt es immer wieder vor, dass Mieter Ihre Miete nicht bezahlen. Egal wie schlecht es in Ihrem Portemonnaie aussieht, dies sollten Sie unbedingt vermeiden. Im schlimmsten Fall droht Ihnen der Wohnungsverlust und Sie landen sprichwörtlich auf der Straße. Falls Sie dennoch irgendwann einmal in Mietzahlungsschwierigkeiten geraten, so zeigen wir Ihnen, was Sie tun können um zumindest das Schlimmste zu verhindern.
Gütliche Einigung mit dem Vermieter
Tilgung der Mietschulden
Jeder kann einmal durch außergewöhnliche Umstände in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Lassen Sie das Kind nicht erst in den Brunnen fallen, bevor Sie etwas unternehmen. Kommt es einmal vor, dass Sie Ihre Miete nicht bezahlen können, sollten Sie aktiv auf Ihren Vermieter zugehen. Gehören Sie zu den Mietern, die Ihrer Zahlungsverpflichtung ansonsten nachkommen und mit denen Ihr Vermieter keinerlei Probleme hat, so wird er sich natürlich nicht darüber freuen aber er wird sich in aller Regel auch nicht einer vernünftigen Einigung verschließen. Bitten Sie Ihren Vermieter also einer Ratenzahlung zuzustimmen. Machen Sie Ihm ein vernünftiges Angebot. Verfahren Sie nach dem Motte Leben und Leben lassen. Gerne können Sie hierfür unser Musterschreiben zur Ratenzahlung nutzen.
Alternativ können Sie Freunde und Verwandte bitten, Ihre Mietschulden im Rahmen eines Darlehens zu übernehmen. Schließen Sie im Gegenzug eine Vereinbarung zur ratenweisen Tilgung des Darlehens. Seien Sie aber so fair und bitten Sie Ihre Freunde und Verwandte nur dann um ein Darlehen, wenn Sie auch wirklich beabsichtigen dies zurückzuzahlen. Dies kommt leider nicht immer vor.
Sofern das Kind aber schon in den Brunnen gefallen ist und der Vermieter hat Ihre Wohnung schon gekündigt oder gar eine Räumungsklage eingereicht so haben Sie nur noch zwei Möglichkeiten Ihre Wohnung zu behalten. Die Mietschuldenübernahme durch das Jobcenter oder durch das Sozialamt.
Praxistipp: Sollten Sie bereits Leistungen vom Jobcenter oder vom Sozialamt für Ihre laufenden Mietzahlungen erhalten und Probleme damit haben Ihre Mietzahlungsverpflichtungen einzuhalten, so bitten Sie die Behörde die Mietzahlung direkt an den Vermieter vorzunehmen. In aller Regel werden so keinerlei Mietschulden anfallen.
Natürlich wäre es am einfachsten, wenn man die Mietschulden einfach so tilgen könnte. Hilfreich wäre hier ein Darlehen. Doch wer gibt einem schon ein Dalehen, wenn man eine negative SCHUFA hat oder überschuldet ist. Wir haben uns mit der Problematik beschäftigt und einen seriösen Partner – durch den TÜV Saarland zertifiziert – gefunden, der sich auf die Kreditvergabe an Menschen mit einer negativen SCHUFA und schlechter Bonität spezialisiert hat. Natürlich können Sie den Kredit auch für andere Dinge, wie etwa Anschaffungen etc. verwenden.
Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link: Mietschuldenkredit
Schnell | Eingfach | Unkompliziert - Klicken Sie einfach auf den Link: Mietschuldenkredit. Machen Sie einfach mal einen Check, Sie gehen keinerlei Verpflichtung ein.
Nur für den Fall, dass Sie bereits Arbeitslosengeld II für den Bedarf für Unterkunft und Heizung erhalten, können auch Schulden übernommen werden, soweit dies zur Sicherung der Unterkunft oder zur Behebung einer vergleichbaren Notlage gerechtfertigt ist. Sie sollen übernommen werden, wenn dies gerechtfertigt und notwendig ist und sonst Wohnungslosigkeit einzutreten droht, § 22 Abs. 9 SGB II.
Beihilfe oder Darlehen: Geldleistungen können als Beihilfe oder als Darlehen erbracht werden. Die Beihilfe muss nicht zurückgezahlt werden. Grundsätzlich erfolgt die Leistung in Form eines Darlehens. Sollte die Rückzahlung nur dann möglich sein, wenn der Leistungsempfänger danach weiterhin Leistungen der Sozialhilfe erhält, so ist die Leistung als Beihilfe zu erbringen. Die Leistung kann auch in Form eines Teildarlehens und einer Teilbeihilfe erfolgen.
Sollte sich der Mieter weigern, seine Mietschulden zu begleichen, so bleibt dem Vermieter letztlich nur der Gang vor das Gericht um zu seinem guten Recht zu kommen. Hierfür hat er drei Jahre Zeit, § 195 BGB.
Sie beginnt in der Regel mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist bzw. der Vermieter von den, den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen, § 199 BGB.
Beispiel: Die Mietschulden entstehen in den Monaten Februar-April 2016. Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt mit dem Ende des Jahres 2016 und läuft bis zum Ende des Jahres 2019. Ab dem 01.01.2020 könnten Sie sich auf die Einrede der Verjährung berufen.
Alle weiteren Informationen zum Thema Verjährung erhalten Sie in unserer Rubrik: Verjährung
Wenn das Kind schon richtig in den Brunnen gefallen ist und der Gläubiger bereits ein Räumungsurteil gegen Sie erwirkt hat, so haben Sie unter besonderen Umständen noch die Möglichkeit die Zwangsräumung – zumindest vorübergehend – zu verhindern.
Dazu können Sie einen Räumungsschutzantrag, gem. § 765a ZPO, beim zuständigen Amtsgericht einreichen. Sofern der Räumungsantrag bewilligt wird, können sie als Mieter noch eine Weile, in aller Regel jedoch nicht auf unbestimmte Zeit, in der Wohnung verbleiben. Den Antrag dafür können Sie grundsätzlich selber stellen. Wie Sie dies tun können und was Sie hierzu alles wissen solllten (mit Muster), erfahren Sie hier: Räumungsschutzantrag – “Das letzte Mittel”.
Vermeiden Sie es tunlichst Mietschulden anzuhäufen. Versuchen Sie immer zunächst einmal eine vernünftige Lösung mit Ihrem Vermieter zu finden. Bevor Sie obdachlos werden, sollten Sie sich an das Sozialamt oder das Jobcenter wenden. Sie sind mit Sicherheit nicht der Erste, der einen solchen Schritt gehen muss.
Wichtige Vorschriften: § 22 Abs. 9 SGB II, § 22 Abs. 8 SGB II, § 36 Abs. 1 SGB XII,
Tags	#fristlose Kündigung	#Gütliche Einigung	#Jobcenter	#Mietschulden	#Mietschuldenübernahme	#Räumungsklage	#Sozialamt	#Vermieter