Source: https://www.burhoff.de/asp_weitere_beschluesse/inhalte/4912.htm
Timestamp: 2020-04-04 10:00:11
Document Index: 193024224

Matched Legal Cases: ['§ 244', '§ 349', '§ 79', '§ 244', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 78', '§ 33']

Entscheidungen: Andere Gerichte: Beweisantrag, , Feststellung, Verjährung / OLG Bamberg, Beschl. v. 07.01.2018 - 3 Ss OWi 1710/18 - Burhoff online
Beweisantrag, , Feststellung, Verjährung
Gericht / Entscheidungsdatum: OLG Bamberg, Beschl. v. 07.01.2018 - 3 Ss OWi 1710/18
Leitsatz: Bei dem Antrag auf Vernehmung eines Zeugen zur Feststellung des Vorliegens eines Verfahrenshindernisses (hier: Verfolgungsverjährung) handelt es sich, da nicht unmittelbar für den Schuld- oder Rechtsfolgenausspruch bedeutsam, nicht um einen Beweisantrag i.S.d. §§ 244 Abs. 3 StPO, 77 OWiG. Die insoweit unter Beweis gestellten Tatsachen sind vielmehr dem Freibeweisverfahren zugänglich und demgemäß von Amts wegen freibeweislich festzustellen.
Die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Rechtsbeschwerde hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Betr. ergeben (§ 349 II StPO i.V.m. § 79 III 1 OWiG).
1. Bei dem Antrag auf Vernehmung der Zeugin handelte es sich nicht um einen Be-weisantrag, der den Vorschriften der §§ 244 III StPO, 77 OWiG unterlag, weil er die Feststellung eines Verfahrenshindernisses und nicht unmittelbar den Schuld- oder Rechtsfolgenausspruch betraf. Da es um die Frage des Vorliegens des Verjährungsein-tritts und damit eines Verfahrenshindernisses ging, mussten die entsprechenden Tatsa-chen nicht im Strengbeweisverfahren geklärt werden, sondern konnten freibeweislich festgestellt werden (vgl. nur BGH, Beschl. v. 17.07.2018 – 5 StR 250/18 [bei juris]; 06.05.2010 – 4 StR 98/10 = StraFo 2010, 255 = NStZ 2010, 504). Die Klärung, ob die Verjährung unterbrochen wurde, konnte das AG durch Verlesung des Anhörungsproto-kolls vornehmen, so dass auch die erhobene Aufklärungsrüge nicht durchgreift, weil sich das Tatgericht im Hinblick auf den eindeutigen Inhalt dieser Urkunde nicht zu weite-rer Aufklärung gedrängt sehen musste.
2. Die durch den Senat von Amts wegen freibeweislich an Hand des Akteninhalts vor-zunehmende Prüfung der Verjährung (vgl. nur BGH, Beschl. v. 18.11.2015 – 4 StR 76/15 = NStZ-RR 2016, 42 = wistra 2016, 109 = BGHR StGB § 78a Satz 1 Betrug 4 = StV 2017, 85) führt zu keinem anderen Ergebnis. Unter Zugrundelegung des Anhö-rungsprotokolls besteht kein Zweifel daran, dass die Anhörung des Betr. am 10.09.2017 mit der Folge der Verjährungsunterbrechung nach § 33 I 1 Nr. 1 OWiG durchgeführt wurde.