Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20285/93
Timestamp: 2019-06-26 07:00:24
Document Index: 15350947

Matched Legal Cases: ['§ 1542', '§ 116', '§ 122', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

aa) Wie bei der früheren Vorschrift des § 1542 RVO, so erfolgt auch unter der Geltung der Nachfolgenorm des § 116 SGB X der Anspruchsübergang auf einen Sozialversicherungsträger in aller Regel im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses, und zwar auch dann, wenn zu dieser Zeit die haftungsausfüllenden Umstände noch nicht eingetreten sind und deshalb der Anspruch noch nicht durchsetzbar ist (…vgl. BT-Drucks. 9/95 vom 13. Januar 1981, S. 27 zu § 122; BGHZ 19, 177, 178; 48, 181, 188 ff; 127, 120, 124 f).
Derselbe Zeitpunkt gilt nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 127, 120, 125; Urteil vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 271/94 - Umdruck S. 7 ff, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) auch für den Übergang auf einen Sozialhilfeträger wie den Kläger, wenn - wie im Streitfall - mit dessen Leistungspflicht bereits zur Zeit des schädigenden Ereignisses ernsthaft zu rechnen ist.
Denn die für den Rechtsübergang auf einen Sozialversicherungsträger ausreichende "weit entfernte Möglichkeit des Eintritts von Leistungspflichten" (BGHZ 48, 181, 186; 127, 120, 125; siehe auch Senatsurteil vom 17. April 1990 - VI ZR 276/89 - VersR 1990, 1028, 1029 f) ist mit dem Feststellungsinteresse trotz mancher übereinstimmender Merkmale (BGHZ 48, 181, 186) nicht deckungsgleich.