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Timestamp: 2020-07-09 00:54:44
Document Index: 177695695

Matched Legal Cases: ['Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 48', 'Art. 61', 'Art. 74', 'Art. 81', 'Art. 22', 'Art. 21', 'Art. 125', 'Art. 16', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 132', 'Art. 132']

Lawbrary | FinfraG - Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
Bewilligungsvoraussetzungen und Pflichten für alle Finanzmarktinfrastrukturen (4 - 21)
Besondere Anforderungen für systemisch bedeutsame Finanzmarktinfrastrukturen (22 - 24)
Bewilligungsverfahren (25 - 25)
Handelsplätze, organisierte Handelssysteme und Strombörsen
Handelsplätze (26 - 41)
Organisierte Handelssysteme (42 - 46)
Strombörsen (47 - 47)
Allgemeine Bestimmungen (48 - 55)
Interoperabilitätsvereinbarungen (56 - 57)
Teilnehmer (58 - 59)
Anerkennung ausländischer zentraler Gegenparteien (60 - 60)
Allgemeine Bestimmungen (61 - 69)
Verbindungen von Zentralverwahrern (70 - 72)
Segregierung durch den Teilnehmer (73 - 73)
Allgemeine Bestimmungen (74 - 79)
Anerkennung ausländischer Transaktionsregister (80 - 80)
Zahlungssysteme (81 - 82)
Aufsicht und Überwachung (83 - 87)
Insolvenzrechtliche Bestimmungen (88 - 92)
Allgemeine Bestimmungen (93 - 96)
Abrechnung über eine zentrale Gegenpartei (97 - 103)
Meldung an ein Transaktionsregister (104 - 106)
Risikominderung (107 - 111)
Handel über Handelsplätze und organisierte Handelssysteme (112 - 115)
Prüfung (116 - 117)
Positionslimiten für Warenderivate (118 - 119)
Offenlegung von Beteiligungen (120 - 124)
Öffentliche Kaufangebote (125 - 141)
Insiderhandel und Marktmanipulation (142 - 143)
Instrumente der Marktaufsicht (144 - 146)
Strafbestimmungen (147 - 156)
Vollzug (157 - 157)
Änderung anderer Erlasse (158 - 158)
Übergangsbestimmungen (159 - 163)
Referendum und Inkrafttreten (164 - 164)
vom 19. Juni 2015 (Stand am 1. Januar 2019)
1Die­ses Ge­setz re­gelt die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb von Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren so­wie die Ver­hal­tenspflich­ten der Fi­nanz­markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer beim Ef­fek­ten- und De­ri­va­te­han­del.
2Es bezweckt die Ge­währ­leis­tung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit und der Trans­pa­renz der Ef­fek­ten- und De­ri­va­te­märk­te, der Sta­bi­li­tät des Fi­nanz­sys­tems, des Schut­zes der Fi­nanz­markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer so­wie der Gleich­be­hand­lung der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger.
Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur:
ei­ne Bör­se (Art. 26 Bst. b),
ein mul­ti­la­te­ra­les Han­dels­sys­tem (Art. 26 Bst. c),
ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei (Art. 48),
ein Zen­tral­ver­wah­rer (Art. 61),
ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter (Art. 74),
ein Zah­lungs­sys­tem (Art. 81);
Ef­fek­ten: ver­ein­heit­lich­te und zum mas­sen­wei­sen Han­del ge­eig­ne­te Wert­pa­pie­re, Wert­rech­te, De­ri­va­te und Bu­ch­ef­fek­ten;
De­ri­va­teoder De­ri­vat­ge­schäf­te: Fi­nanz­kon­trak­te, de­ren Wert von ei­nem oder meh­re­ren Ba­sis­wer­ten ab­hängt und die kein Kas­sa­ge­schäft dar­stel­len;
Teil­neh­mer: je­de Per­son, wel­che die Dienst­leis­tun­gen ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur di­rekt in An­spruch nimmt;
in­di­rek­te Teil­neh­mer: je­de Per­son, wel­che die Dienst­leis­tun­gen ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­stuk­tur in­di­rekt über einen Teil­neh­mer in An­spruch nimmt;
Ko­tie­rung: Zu­las­sung ei­ner Ef­fek­te zum Han­del an ei­ner Bör­se nach ei­nem stan­dar­di­sier­ten Ver­fah­ren, in dem von der Bör­se fest­ge­leg­te An­for­de­run­gen an den Emit­ten­ten und an die Ef­fek­te ge­prüft wer­den;
Ab­rech­nung (Clea­ring): Ver­ar­bei­tungs­schrit­te zwi­schen dem Ab­schluss und der Ab­wick­lung ei­nes Ge­schäfts, ins­be­son­de­re:
die Er­fas­sung, Ab­stim­mung und Be­stä­ti­gung der Trans­ak­ti­ons­da­ten,
die Über­nah­me der Ver­pflich­tun­gen durch ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei oder an­de­re Ri­si­komin­de­rungs­mass­nah­men,
die Ver­rech­nung (Net­ting) von Ge­schäf­ten,
die Ab­stim­mung und Be­stä­ti­gung der ab­zu­wi­ckeln­den Zah­lun­gen und Ef­fek­ten­über­trä­ge;
Ab­wick­lung (Sett­le­ment): Er­fül­lung der bei Ge­schäfts­ab­schluss ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tun­gen, na­ment­lich durch die Über­wei­sung von Geld oder die Über­tra­gung von Ef­fek­ten;
öffent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te: An­ge­bo­te zum Kauf oder zum Tausch von Ak­ti­en, Par­ti­zi­pa­ti­ons- oder Ge­nuss­schei­nen oder von an­de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren (Be­tei­li­gungs­pa­pie­re), die sich öf­fent­lich an In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von Ak­ti­en oder von an­de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren rich­ten;
In­si­de­r­in­for­ma­ti­on: ver­trau­li­che In­for­ma­ti­on, de­ren Be­kannt­wer­den ge­eig­net ist, den Kurs von Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, er­heb­lich zu be­ein­flus­sen.
1Den Ar­ti­keln 88-92 un­ter­ste­hen, so­weit sie nicht im Rah­men der Auf­sicht über das Ein­zel­in­sti­tut der Kon­kurs­zu­stän­dig­keit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) un­ter­ste­hen:
in der Schweiz do­mi­zi­lier­te Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaf­ten ei­ner Fi­nanz­grup­pe;
die­je­ni­gen Grup­pen­ge­sell­schaf­ten mit Sitz in der Schweiz, die für die be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Tä­tig­kei­ten we­sent­li­che Funk­tio­nen er­fül­len (we­sent­li­che Grup­pen­ge­sell­schaf­ten).
1Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren be­nö­ti­gen ei­ne Be­wil­li­gung der FIN­MA.
2Ein Zah­lungs­sys­tem be­nö­tigt nur dann ei­ne Be­wil­li­gung der FIN­MA, wenn die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Fi­nanz­markts oder der Schutz der Fi­nanz­markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer es er­for­dern und das Zah­lungs­sys­tem nicht durch ei­ne Bank be­trie­ben wird.
3Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren, die durch die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) oder in ih­rem Auf­trag be­trie­ben wer­den, sind im Um­fang die­ser Tä­tig­keit von der Be­wil­li­gung und der Auf­sicht durch die FIN­MA aus­ge­nom­men.
4Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur darf sich erst nach Er­tei­lung der Be­wil­li­gung durch die FIN­MA in das Han­dels­re­gis­ter ein­tra­gen las­sen.
An­spruch auf die Be­wil­li­gung hat, wer die Vor­aus­set­zun­gen die­ses Ab­schnitts und die für die ein­zel­nen Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren an­wend­ba­ren zu­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­füllt.
Sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren (Art. 22) ha­ben zu­sätz­lich zu den Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 5 die An­for­de­run­gen des 2. Ab­schnitts zu er­fül­len.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur mel­det der FIN­MA jeg­li­che Än­de­rung von Tat­sa­chen, die der Be­wil­li­gung oder der Ge­neh­mi­gung zu­grun­de lie­gen.
2Sind die Än­de­run­gen von we­sent­li­cher Be­deu­tung, so hat die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur für die Wei­ter­füh­rung der Tä­tig­keit vor­gän­gig die Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung der FIN­MA ein­zu­ho­len.
3Die­se Be­stim­mung fin­det auf an­er­kann­te aus­län­di­sche Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son nach schwei­ze­ri­schem Recht mit Sitz und Haupt­ver­wal­tung in der Schweiz sein.
2Sie muss an­ge­mes­se­ne Re­geln zur Un­ter­neh­mens­füh­rung fest­le­gen und so or­ga­ni­siert sein, dass sie die ge­setz­li­chen Pflich­ten er­fül­len kann. Sie muss na­ment­lich be­son­de­re Or­ga­ne für die Ge­schäfts­füh­rung ei­ner­seits und für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le an­der­seits be­stim­men und die Be­fug­nis­se zwi­schen die­sen Or­ga­nen so ab­gren­zen, dass ei­ne sach­ge­mäs­se und un­ab­hän­gi­ge Über­wa­chung der Ge­schäfts­füh­rung ge­währ­leis­tet ist. Sie legt die Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen in den Sta­tu­ten und im Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment fest.
3Sie iden­ti­fi­ziert, misst, steu­ert und über­wacht ih­re Ri­si­ken und sorgt für ein wirk­sa­mes in­ter­nes Kon­troll­sys­tem. Sie be­stellt ins­be­son­de­re ei­ne von der Ge­schäfts­füh­rung un­ab­hän­gi­ge in­ter­ne Re­vi­si­on und ei­ne von ope­ra­ti­ven Ge­schäfts­ein­hei­ten ge­trenn­te Com­plian­ce.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur und die mit der Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­trau­ten Per­so­nen müs­sen Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung bie­ten.
2Die mit der Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­trau­ten Per­so­nen müs­sen zu­dem einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und die für die Funk­ti­on er­for­der­li­chen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen.
3Die an ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten müs­sen eben­falls einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und ge­währ­leis­ten, dass sich ihr Ein­fluss nicht zum Scha­den ei­ner um­sich­ti­gen und so­li­den Ge­schäftstä­tig­keit aus­wirkt.
4Als an ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur qua­li­fi­ziert be­tei­ligt gilt, wer an ihr di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men be­tei­ligt ist oder ih­re Ge­schäftstä­tig­keit auf an­de­re Wei­se mass­ge­bend be­ein­flus­sen kann.
5Je­de Per­son hat der FIN­MA Mel­dung zu er­stat­ten, be­vor sie di­rekt oder in­di­rekt ei­ne qua­li­fi­zier­te Be­tei­li­gung nach Ab­satz 4 an ei­ner nach schwei­ze­ri­schem Recht or­ga­ni­sier­ten Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­wirbt oder ver­äus­sert. Die­se Mel­de­pflicht be­steht auch, wenn ei­ne qua­li­fi­zier­te Be­tei­li­gung so ver­grös­sert oder ver­klei­nert wird, dass die Schwel­len von 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men er­reicht, über- oder un­ter­schrit­ten wer­den.
6Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur mel­det der FIN­MA die Per­so­nen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 5 er­fül­len, so­bald sie da­von Kennt­nis hat. Sie hat der FIN­MA min­des­tens ein­mal jähr­lich ei­ne Auf­stel­lung der an ihr qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten ein­zu­rei­chen.
1Ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son darf nur ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­trei­ben. Da­von aus­ge­nom­men ist der Be­trieb ei­nes mul­ti­la­te­ra­len Han­dels­sys­tems durch ei­ne Bör­se.
2Für die Aus­übung ei­ner Ne­ben­dienst­leis­tung, für die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen nach Ar­ti­kel 1 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20071 (Fi­nanz­markt­ge­set­ze) ei­ne Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung ein­ge­holt wer­den muss, be­darf es ei­ner ent­spre­chen­den Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung der FIN­MA und der Ein­hal­tung der zu­sätz­li­chen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen.
3Er­höht die Aus­übung ei­ner Ne­ben­dienst­leis­tung, die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen kei­ner Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung be­darf, die Ri­si­ken ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, so kann die FIN­MA or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men oder die Be­reit­stel­lung zu­sätz­li­cher Ei­gen­mit­tel und aus­rei­chen­der Li­qui­di­tät ver­lan­gen.
1Will die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur we­sent­li­che Dienst­leis­tun­gen wie das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment aus­la­gern, so be­darf dies der vor­gän­gi­gen Ge­neh­mi­gung der FIN­MA. Han­delt es sich um ei­ne von der SNB als sys­te­misch be­deut­sam be­zeich­ne­te Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, so hat die FIN­MA vor­gän­gig die SNB an­zu­hö­ren.
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur re­gelt in ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung mit dem Dienst­leis­tungs­er­brin­ger die ge­gen­sei­ti­gen Rech­te und Pflich­ten.
3La­gert die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur Dienst­leis­tun­gen aus, so bleibt sie für die Er­fül­lung der Pflich­ten aus die­sem Ge­setz ver­ant­wort­lich.
1Das Min­dest­ka­pi­tal der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss voll ein­be­zahlt sein.
2Der Bun­des­rat legt die Hö­he des Min­dest­ka­pi­tals fest.
1Ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss über ei­ne an­ge­mes­se­ne Stra­te­gie ver­fü­gen, um den Ge­schäfts­be­trieb bei Ein­tre­ten von Scha­dener­eig­nis­sen auf­recht­er­hal­ten oder zeit­ge­recht wie­der­her­stel­len zu kön­nen.
2Hält ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur Ver­mö­gens­wer­te und Po­si­tio­nen von Teil­neh­mern, so hat sie durch an­ge­mes­se­ne Ver­fah­ren da­für zu sor­gen, dass die­se bei Ent­zug oder Rück­ga­be der Be­wil­li­gung um­ge­hend über­tra­gen oder ab­ge­wi­ckelt wer­den kön­nen.
1Ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­treibt in­for­ma­ti­ons­tech­ni­sche Sys­te­me, wel­che:
die Er­fül­lung der Pflich­ten aus die­sem Ge­setz si­cher­stel­len und ih­ren Tä­tig­kei­ten an­ge­mes­sen sind;
über wirk­sa­me Not­fall­vor­keh­run­gen ver­fü­gen; und
die Kon­ti­nui­tät ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit ge­währ­leis­ten.
2Sie sieht Vor­keh­run­gen zum Schutz der In­te­gri­tät und Ver­trau­lich­keit von In­for­ma­tio­nen ih­rer Teil­neh­mer und von de­ren Trans­ak­tio­nen vor.
1Ist ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur Teil ei­ner Fi­nanz­grup­pe, so kann die FIN­MA ih­re Be­wil­li­gung vom Be­ste­hen ei­ner an­ge­mes­se­nen kon­so­li­dier­ten Auf­sicht durch ei­ne Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de ab­hän­gig ma­chen.
2Als Fi­nanz­grup­pe im Sin­ne die­ses Ge­set­zes gel­ten zwei oder meh­re­re Un­ter­neh­men:
von de­nen min­des­tens ei­nes als Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur tä­tig ist;
die haupt­säch­lich im Fi­nanz­be­reich tä­tig sind; und
die ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den oder von de­nen auf­grund an­de­rer Um­stän­de an­zu­neh­men ist, dass ein oder meh­re­re der Ein­zelauf­sicht un­ter­ste­hen­de Un­ter­neh­men recht­lich ver­pflich­tet oder fak­tisch ge­zwun­gen sind, Grup­pen­ge­sell­schaf­ten bei­zu­ste­hen.
3Die Vor­schrif­ten des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341 über Fi­nanz­grup­pen gel­ten sinn­ge­mä­ss.
1Die Be­zeich­nung der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur darf nicht zu Ver­wechs­lung oder Täu­schung An­lass ge­ben.
2Die Be­zeich­nun­gen «Bör­se», «Mul­ti­la­te­ra­les Han­dels­sys­tem», «Mul­ti­la­te­ral Tra­ding Fa­ci­li­ty», «MTF», «Zen­tra­le Ge­gen­par­tei», «Cen­tral Coun­ter­par­ty», «CCP», «Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­tem», «Se­cu­ri­ties Sett­le­ment Sys­tem», «SSS», «Zen­tral­ver­wah­rer», «Cen­tral Se­cu­ri­ties De­po­si­to­ry», «CSD», «Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter», «Tra­de Re­po­si­to­ry» und «TR» dür­fen im Zu­sam­men­hang mit dem An­bie­ten von Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen nur für die ent­spre­chen­den, die­sem Ge­setz un­ter­stell­ten Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren ver­wen­det wer­den.
Ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­stat­tet der FIN­MA Mel­dung, be­vor sie:
im Aus­land ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft, ei­ne Zweignie­der­las­sung oder ei­ne Ver­tre­tung er­rich­tet, er­wirbt oder auf­gibt;
ei­ne qua­li­fi­zier­te Be­tei­li­gung an ei­ner aus­län­di­schen Ge­sell­schaft er­wirbt oder auf­gibt.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur ge­währt einen dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en und of­fe­nen Zu­gang zu ih­ren Dienst­leis­tun­gen.
2Sie kann den Zu­gang be­schrän­ken, so­fern:
da­durch die Si­cher­heit oder die Ef­fi­zi­enz ge­stei­gert wird und die­se Wir­kung durch an­de­re Mass­nah­men nicht er­reicht wer­den kann; oder
die Ei­gen­schaf­ten des mög­li­chen Teil­neh­mers den Ge­schäfts­be­trieb der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur oder ih­rer Teil­neh­mer ge­fähr­den könn­ten.
Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur zeich­net die er­brach­ten Dienst­leis­tun­gen, die an­ge­wen­de­ten Ver­fah­ren und Pro­zes­se so­wie die aus­ge­üb­ten Tä­tig­kei­ten auf und be­wahrt sämt­li­che Auf­zeich­nun­gen wäh­rend zehn Jah­ren auf.
Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur trifft wirk­sa­me or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men zur Fest­stel­lung, Ver­hin­de­rung, Bei­le­gung und Über­wa­chung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur ver­öf­fent­licht re­gel­mäs­sig al­le für die Teil­neh­mer, die Emit­ten­ten und die Öf­fent­lich­keit we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen, na­ment­lich:
In­for­ma­tio­nen über ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on;
die Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me;
die Rech­te und Pflich­ten der Teil­neh­mer und Emit­ten­ten.
2Sie ori­en­tiert sich da­bei an an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards.
1Zen­tra­le Ge­gen­par­tei­en, Zen­tral­ver­wah­rer und Zah­lungs­sys­te­me sind sys­te­misch be­deut­sam, wenn:
ih­re Nicht­ver­füg­bar­keit, na­ment­lich auf­grund tech­ni­scher oder ope­ra­tio­nel­ler Pro­ble­me oder fi­nan­zi­el­ler Schwie­rig­kei­ten, zu schwer­wie­gen­den Ver­lus­ten, Li­qui­di­täts­eng­päs­sen oder ope­ra­tio­nel­len Pro­ble­men bei Fi­nan­zin­ter­me­di­ären oder an­de­ren Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren füh­ren oder schwer­wie­gen­de Stö­run­gen an den Fi­nanz­märk­ten zur Fol­ge ha­ben kann; oder
Zah­lungs- oder Lie­fer­schwie­rig­kei­ten ein­zel­ner Teil­neh­mer über sie auf an­de­re Teil­neh­mer oder ver­bun­de­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren über­tra­gen wer­den kön­nen und bei die­sen zu schwer­wie­gen­den Ver­lus­ten, Li­qui­di­täts­eng­päs­sen oder ope­ra­tio­nel­len Pro­ble­men füh­ren oder schwer­wie­gen­de Stö­run­gen an den Fi­nanz­märk­ten zur Fol­ge ha­ben kön­nen.
2Ein Ge­schäftspro­zess ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur nach Ab­satz 1 ist sys­te­misch be­deut­sam, wenn:
sei­ne Nicht­ver­füg­bar­keit zu schwer­wie­gen­den Ver­lus­ten, Li­qui­di­täts­eng­päs­sen oder ope­ra­tio­nel­len Pro­ble­men bei Fi­nan­zin­ter­me­di­ären oder an­de­ren Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren füh­ren oder schwer­wie­gen­de Stö­run­gen an den Fi­nanz­märk­ten zur Fol­ge ha­ben kann; und
die Teil­neh­mer den Ge­schäftspro­zess kurz­fris­tig nicht sub­sti­tu­ie­ren kön­nen.
1Sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren müs­sen zur Ab­si­che­rung der von ih­nen aus­ge­hen­den Ri­si­ken für die Sta­bi­li­tät des Fi­nanz­sys­tems be­son­de­re An­for­de­run­gen er­fül­len.
2Die be­son­de­ren An­for­de­run­gen müs­sen an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards Rech­nung tra­gen. Sie kön­nen die ver­trag­li­chen Grund­la­gen, die ver­wen­de­ten Zah­lungs­mit­tel, das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment, die Ge­schäfts­kon­ti­nui­tät und die in­for­ma­ti­ons­tech­ni­schen Sys­te­me be­tref­fen.
3Die SNB re­gelt die Ein­zel­hei­ten in ei­ner Ver­ord­nung.
4Die SNB kann nach An­hö­rung der FIN­MA sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren mit Sitz im Aus­land, die nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 des Na­tio­nal­bank­ge­set­zes vom 3. Ok­to­ber 20031 (NBG) un­ter die Über­wa­chung der SNB fal­len, von der Ein­hal­tung der be­son­de­ren An­for­de­run­gen be­frei­en, wenn:
sie im Aus­land ei­ner gleich­wer­ti­gen Auf­sicht und Über­wa­chung un­ter­lie­gen; und
die für die Auf­sicht und Über­wa­chung zu­stän­di­gen Be­hör­den mit der SNB nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 2 NBG2 zu­sam­men­ar­bei­ten.
2 Heu­te: nach Art. 21 Bst. b NBG.
1Ei­ne sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­stellt einen Sta­bi­li­sie­rungs­plan. Dar­in legt sie dar, mit wel­chen Mass­nah­men sie sich im Fall ei­ner Kri­se nach­hal­tig so sta­bi­li­sie­ren will, dass sie ih­re sys­te­misch be­deut­sa­men Ge­schäftspro­zes­se fort­füh­ren kann.
2Die FIN­MA er­stellt einen Ab­wick­lungs­plan und legt dar­in dar, wie ei­ne von ihr an­ge­ord­ne­te Sa­nie­rung oder Li­qui­da­ti­on der sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur durch­ge­führt wer­den kann. Sie hört die SNB zum Ab­wick­lungs­plan an.
3Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur reicht der FIN­MA den Sta­bi­li­sie­rungs­plan so­wie die für die Er­stel­lung des Ab­wick­lungs­plans er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen ein.
4Sie setzt die im Ab­wick­lungs­plan vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men vor­be­rei­tend um, so­weit dies für die un­un­ter­bro­che­ne Wei­ter­füh­rung der sys­te­misch be­deut­sa­men Ge­schäftspro­zes­se not­wen­dig ist.
1Die FIN­MA in­for­miert die SNB über Be­wil­li­gungs­ge­su­che von zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en, Zen­tral­ver­wah­rern und Zah­lungs­sys­te­men.
2Die SNB be­zeich­net nach An­hö­rung der FIN­MA durch Ver­fü­gung die sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren und de­ren sys­te­misch be­deut­sa­me Ge­schäftspro­zes­se nach Ar­ti­kel 22. Sie legt zu­dem durch Ver­fü­gung fest, wel­che be­son­de­ren An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 23 die ein­zel­ne sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­fül­len muss, und be­ur­teilt, ob sie die­se er­füllt.
3Er­füllt die sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur die be­son­de­ren An­for­de­run­gen, so er­teilt die FIN­MA die Be­wil­li­gung, wenn auch die üb­ri­gen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.
4Die FIN­MA ge­neh­migt nach An­hö­rung der SNB den Sta­bi­li­sie­rungs­plan ei­ner sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur nach Ar­ti­kel 24.
5Ge­langt die SNB zum Schluss, dass ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur nicht sys­te­misch be­deut­sam ist, so teilt sie dies der FIN­MA mit. Sind die all­ge­mei­nen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt, so er­teilt die FIN­MA die Be­wil­li­gung.
6Bei Ge­su­chen um An­er­ken­nung aus­län­di­scher zen­tra­ler Ge­gen­par­tei­en fin­det das Ver­fah­ren sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.
Han­dels­platz: ei­ne Bör­se oder ein mul­ti­la­te­ra­les Han­dels­sys­tem;
Bör­se: ei­ne Ein­rich­tung zum mul­ti­la­te­ra­len Han­del von Ef­fek­ten, an der Ef­fek­ten ko­tiert wer­den und die den gleich­zei­ti­gen Aus­tausch von An­ge­bo­ten un­ter meh­re­ren Teil­neh­mern so­wie den Ver­trags­ab­schluss nach nicht­dis­kre­tio­nären Re­geln bezweckt;
mul­ti­la­te­ra­les Han­dels­sys­tem: ei­ne Ein­rich­tung zum mul­ti­la­te­ra­len Han­del von Ef­fek­ten, die den gleich­zei­ti­gen Aus­tausch von An­ge­bo­ten un­ter meh­re­ren Teil­neh­mern so­wie den Ver­trags­ab­schluss nach nicht­dis­kre­tio­nären Re­geln bezweckt, oh­ne Ef­fek­ten zu ko­tie­ren.
1Der Han­dels­platz ge­währ­leis­tet un­ter Auf­sicht der FIN­MA ei­ne ei­ge­ne, sei­ner Tä­tig­keit an­ge­mes­se­ne Re­gu­lie­rungs- und Über­wa­chungs­or­ga­ni­sa­ti­on.
2Die dem Han­dels­platz über­tra­ge­nen Re­gu­lie­rungs- und Über­wa­chungs­auf­ga­ben müs­sen durch un­ab­hän­gi­ge Stel­len wahr­ge­nom­men wer­den. Die lei­ten­den Per­so­nen die­ser Stel­len müs­sen:
Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten;
einen gu­ten Ruf ge­nies­sen; und
die für die Funk­ti­on er­for­der­li­chen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen.
3Die Wahl der Per­so­nen nach Ab­satz 2 be­darf der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.
4Der Han­dels­platz un­ter­brei­tet sei­ne Re­gle­men­te und de­ren Än­de­run­gen der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung.
1Der Han­dels­platz er­lässt ein Re­gle­ment zur Or­ga­ni­sa­ti­on ei­nes ge­ord­ne­ten und trans­pa­ren­ten Han­dels.
2Er führt chro­no­lo­gi­sche Auf­zeich­nun­gen über sämt­li­che bei ihm ge­tä­tig­ten Auf­trä­ge und Ge­schäf­te so­wie über die ihm ge­mel­de­ten Ge­schäf­te. Zu er­fas­sen sind na­ment­lich Zeit­punkt, be­tei­lig­te Teil­neh­mer, Ef­fek­ten, Stück­zahl oder No­mi­nal­wert und Preis der ge­han­del­ten Ef­fek­ten.
1Der Han­dels­platz ver­öf­fent­licht die ak­tu­el­len Geld- und Brief­kur­se für Ak­ti­en und an­de­re Ef­fek­ten so­wie die Tie­fe der Han­dels­po­si­tio­nen zu die­sen Kur­sen (Vor­han­del­strans­pa­renz).
2Er ver­öf­fent­licht zu­dem um­ge­hend In­for­ma­tio­nen zu den am Han­dels­platz ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­sen und zu den ihm ge­mel­de­ten aus­ser­halb des Han­dels­plat­zes ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­sen in sämt­li­chen zum Han­del zu­ge­las­se­nen Ef­fek­ten (Nach­han­del­strans­pa­renz). Zu ver­öf­fent­li­chen sind na­ment­lich der Preis, das Vo­lu­men und der Zeit­punkt der Ab­schlüs­se.
3Der Bun­des­rat re­gelt un­ter Be­rück­sich­ti­gung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung:
für wel­che an­de­ren Ef­fek­ten die Vor­han­del­strans­pa­renz gilt;
Aus­nah­men von der Vor- und Nach­han­del­strans­pa­renz, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Ef­fek­ten­ge­schäf­ten, die ein gros­ses Vo­lu­men auf­wei­sen, oder die von der SNB ge­tä­tigt wer­den.
1Der Han­dels­platz, der ei­ne tech­ni­sche Platt­form be­treibt, muss über ein Han­dels­sys­tem ver­fü­gen, das auch bei ho­her Han­del­stä­tig­keit einen ge­ord­ne­ten Han­del ge­währ­leis­tet.
2Er trifft wirk­sa­me Vor­keh­run­gen, um Stö­run­gen in sei­nem Han­dels­sys­tem zu ver­mei­den.
1Der Han­dels­platz über­wacht die Kurs­bil­dung und die am Han­dels­platz ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­se so, dass das Aus­nüt­zen von In­si­de­r­in­for­ma­tio­nen, Kurs- und Markt­ma­ni­pu­la­tio­nen so­wie an­de­re Ge­set­zes- und Re­gle­ments­ver­let­zun­gen auf­ge­deckt wer­den kön­nen. Zu die­sem Zweck un­ter­sucht er zu­dem die ihm ge­mel­de­ten oder an­der­wei­tig zur Kennt­nis ge­brach­ten, aus­ser­halb des Han­dels­plat­zes ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­se.
2Bei Ver­dacht auf Ge­set­zes­ver­let­zun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de be­nach­rich­tigt die für die Über­wa­chung des Han­dels zu­stän­di­ge Stel­le (Han­dels­über­wa­chungs­stel­le) die FIN­MA. Be­tref­fen die Ge­set­zes­ver­let­zun­gen Straf­tat­be­stän­de, so in­for­miert sie zu­sätz­lich un­ver­züg­lich die zu­stän­di­ge Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de.
3Die FIN­MA, die zu­stän­di­ge Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de, die Über­nah­me­kom­mis­si­on und die Han­dels­über­wa­chungs­stel­le tau­schen In­for­ma­tio­nen aus, die sie im Rah­men der Zu­sam­men­ar­beit und zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen. Sie ver­wen­den die er­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen Auf­ga­ben.
1In­län­di­sche Han­dels­über­wa­chungs­stel­len un­ter­schied­li­cher Han­del­splät­ze re­geln ver­trag­lich den kos­ten­lo­sen ge­gen­sei­ti­gen Aus­tausch von Han­dels­da­ten, so­fern an den be­tref­fen­den Han­del­splät­zen:
iden­ti­sche Ef­fek­ten zum Han­del zu­ge­las­sen sind; oder
Ef­fek­ten zum Han­del zu­ge­las­sen sind, die die Preis­fin­dung von Ef­fek­ten, die am an­de­ren Han­dels­platz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, be­ein­flus­sen.
2Sie ver­wen­den die er­hal­te­nen Da­ten aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen Auf­ga­ben.
3In­län­di­sche Han­dels­über­wa­chungs­stel­len kön­nen den ge­gen­sei­ti­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit aus­län­di­schen Han­dels­über­wa­chungs­stel­len ver­ein­ba­ren, so­fern:
die Vor­aus­set­zun­gen ge­mä­ss Ab­satz 1 er­füllt sind; und
die be­tref­fen­de aus­län­di­sche Han­dels­über­wa­chungs­stel­le ei­ner ge­setz­li­chen Ge­heim­hal­tungs­pflicht un­ter­liegt.
1Stellt ei­ne Bör­se den Han­del in ei­ner Ef­fek­te, die an ihr ko­tiert ist, auf In­itia­ti­ve des Emit­ten­ten oder auf­grund aus­ser­or­dent­li­cher Um­stän­de ein, so ver­öf­fent­licht sie die­sen Ent­scheid um­ge­hend.
2Wird der Han­del in ei­ner Ef­fek­te ein­ge­stellt, so stel­len auch al­le an­de­ren Han­del­splät­ze, an de­nen die be­trof­fe­ne Ef­fek­te zum Han­del zu­ge­las­sen ist, den Han­del ein.
1Der Han­dels­platz er­lässt ein Re­gle­ment über die Zu­las­sung, die Pflich­ten und den Aus­schluss von Teil­neh­mern und be­ach­tet da­bei ins­be­son­de­re den Grund­satz der Gleich­be­hand­lung.
2Als Teil­neh­mer ei­ner Bör­se oder ei­nes mul­ti­la­te­ra­len Han­dels­sys­tems kön­nen zu­ge­las­sen wer­den:
Ef­fek­ten­händ­ler nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be d des Bör­sen­ge­set­zes vom 24. März 19951;
wei­te­re von der FIN­MA nach Ar­ti­kel 3 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 (FIN­MAG) Be­auf­sich­tig­te, so­fern der Han­dels­platz si­cher­stellt, dass sie gleich­wer­ti­ge tech­ni­sche und ope­ra­ti­ve Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len wie Ef­fek­ten­händ­ler;
von der FIN­MA nach Ar­ti­kel 40 be­wil­lig­te aus­län­di­sche Teil­neh­mer;
1Die Bör­se er­lässt ein Re­gle­ment über die Zu­las­sung von Ef­fek­ten zum Han­del, ins­be­son­de­re über die Ko­tie­rung von Ef­fek­ten.
2Die­ses trägt an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards Rech­nung und ent­hält ins­be­son­de­re Vor­schrif­ten:
über die Han­del­bar­keit der Ef­fek­ten;
über die Of­fen­le­gung von In­for­ma­tio­nen, auf wel­che die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger für die Be­ur­tei­lung der Ei­gen­schaf­ten der Ef­fek­ten und die Qua­li­tät des Emit­ten­ten an­ge­wie­sen sind;
über die Pflich­ten des Emit­ten­ten, der von ihm Be­auf­trag­ten und von Drit­ten wäh­rend der Dau­er der Ko­tie­rung oder der Zu­las­sung der Ef­fek­ten zum Han­del;
nach de­nen zur Zu­las­sung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren und An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen die Ar­ti­kel 7 und 81 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 (RAG) ein­zu­hal­ten sind.
3Die Bör­se über­wacht die Ein­hal­tung des Re­gle­ments und er­greift bei Ver­stös­sen die ver­trag­lich vor­ge­se­he­nen Sank­tio­nen.
1 Ar­ti­kel 8 Abs. 1 Bst. c und d sind nie in Kraft ge­tre­ten.
1Das mul­ti­la­te­ra­le Han­dels­sys­tem er­lässt ein Re­gle­ment über die Zu­las­sung von Ef­fek­ten zum Han­del. Es legt dar­in ins­be­son­de­re fest, wel­che In­for­ma­tio­nen zu ver­öf­fent­li­chen sind, da­mit die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger die Ei­gen­schaf­ten der Ef­fek­ten und die Qua­li­tät des Emit­ten­ten be­ur­tei­len kön­nen.
2Es über­wacht die Ein­hal­tung des Re­gle­ments und er­greift bei Ver­stös­sen die ver­trag­lich vor­ge­se­he­nen Sank­tio­nen.
1Der Han­dels­platz be­stellt ei­ne un­ab­hän­gi­ge Be­schwer­de­in­stanz, die in fol­gen­den Fäl­len an­ge­ru­fen wer­den kann:
bei Ver­wei­ge­rung der Zu­las­sung ei­nes Teil­neh­mers;
bei Ver­wei­ge­rung der Zu­las­sung ei­ner Ef­fek­te;
bei Aus­schluss ei­nes Teil­neh­mers;
bei Wi­der­ruf der Ef­fek­ten­zu­las­sung.
2Er re­gelt de­ren Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren.
3Die Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur, die Ver­fah­rens­vor­schrif­ten und die Er­nen­nung der Mit­glie­der der Be­schwer­de­in­stanz be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA.
4Nach der Durch­füh­rung des Be­schwer­de­ver­fah­rens kann Kla­ge beim Zi­vil­ge­richt er­ho­ben wer­den.
Die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer zeich­nen die Auf­trä­ge und die von ih­nen ge­tä­tig­ten Ge­schäf­te mit al­len An­ga­ben auf, die für de­ren Nach­voll­zieh­bar­keit und für die Be­auf­sich­ti­gung ih­rer Tä­tig­keit er­for­der­lich sind.
1Die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer ha­ben die für die Trans­pa­renz des Ef­fek­ten­han­dels er­for­der­li­chen Mel­dun­gen zu er­stat­ten.
2Die FIN­MA legt fest, wel­che In­for­ma­tio­nen wem in wel­cher Form wei­ter­zu­lei­ten sind.
3Die SNB ist im Rah­men der Er­fül­lung ih­rer öf­fent­li­chen Auf­ga­ben von der Mel­de­pflicht aus­ge­nom­men.
1Die FIN­MA er­teilt ei­nem aus­län­di­schen Teil­neh­mer, wel­cher an ei­nem Schwei­zer Han­dels­platz teil­neh­men will, in der Schweiz aber kei­nen Sitz hat, ei­ne Be­wil­li­gung, wenn:
er ei­ner an­ge­mes­se­nen Re­gu­lie­rung und Auf­sicht un­ter­steht;
er der Schwei­zer Re­gu­lie­rung gleich­wer­ti­ge Ver­hal­tens-, Auf­zeich­nungs- und Mel­de­pflich­ten er­füllt;
er si­cher­stellt, dass sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten von den Ak­ti­vi­tä­ten von all­fäl­lig be­wil­lig­ten Schwei­zer Ein­hei­ten ge­trennt sind; und
die zu­stän­di­gen Auf­sichts­be­hör­den:
kei­ne Ein­wän­de ge­gen des­sen Tä­tig­keit in der Schweiz er­he­ben,
der FIN­MA Amts­hil­fe leis­ten.
2Sie kann die Be­wil­li­gung ver­wei­gern, wenn der Staat, in dem der aus­län­di­sche Teil­neh­mer sei­nen Sitz hat, den Schwei­zer Teil­neh­mern we­der tat­säch­li­chen Zu­gang zu sei­nen Märk­ten ge­währt noch die glei­chen Wett­be­werbs­mög­lich­kei­ten bie­tet wie in­län­di­schen Han­dels­teil­neh­mern. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de in­ter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen.
3Ein aus­län­di­scher Teil­neh­mer, der be­reits an ei­nem Schwei­zer Han­dels­platz teil­nimmt, teilt der FIN­MA mit, wenn er Teil­neh­mer ei­nes wei­te­ren Schwei­zer Han­dels­plat­zes wer­den möch­te. Dies­falls hat die aus­län­di­sche Auf­sichts­be­hör­de zu be­stä­ti­gen, dass sie kei­ne Ein­wän­de ge­gen die Aus­wei­tung der Tä­tig­keit des aus­län­di­schen Teil­neh­mers in der Schweiz er­hebt.
4Für die Teil­nah­me an geld­po­li­ti­schen Ope­ra­tio­nen mit der SNB be­darf es kei­ner Be­wil­li­gung der FIN­MA.
1Han­del­splät­ze mit Sitz im Aus­land ha­ben die An­er­ken­nung der FIN­MA ein­zu­ho­len, be­vor sie von der FIN­MA be­auf­sich­tig­ten Schwei­zer Teil­neh­mern di­rek­ten Zu­gang zu ih­ren Ein­rich­tun­gen ge­wäh­ren.
2Die FIN­MA er­teilt die An­er­ken­nung, wenn:
der aus­län­di­sche Han­dels­platz ei­ner an­ge­mes­se­nen Re­gu­lie­rung und Auf­sicht un­ter­steht; und
die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den:
kei­ne Ein­wän­de ge­gen die grenz­über­schrei­ten­de Tä­tig­keit des aus­län­di­schen Han­dels­plat­zes er­he­ben,
zu­si­chern, dass sie die FIN­MA be­nach­rich­ti­gen, wenn sie bei Schwei­zer Teil­neh­mern Ge­set­zes­ver­let­zun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de fest­stel­len, und
3Ein aus­län­di­scher Han­dels­platz gilt als an­er­kannt, wenn die FIN­MA fest­stellt, dass:
der Staat, in dem der Han­dels­platz sei­nen Sitz hat, sei­ne Han­del­splät­ze an­ge­mes­sen re­gu­liert und be­auf­sich­tigt; und
die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­be b er­füllt sind.
4Die FIN­MA kann die An­er­ken­nung ver­wei­gern, wenn der Staat, in dem der aus­län­di­sche Han­dels­platz sei­nen Sitz hat, den Schwei­zer Han­del­splät­zen we­der tat­säch­li­chen Zu­gang zu sei­nen Märk­ten ge­währt noch die glei­chen Wett­be­werbs­mög­lich­kei­ten bie­tet wie in­län­di­schen Han­del­splät­zen. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de in­ter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen.
Als or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem gilt ei­ne Ein­rich­tung zum:
mul­ti­la­te­ra­len Han­del von Ef­fek­ten oder an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten, die den Aus­tausch von An­ge­bo­ten so­wie den Ver­trags­ab­schluss nach dis­kre­tio­nären Re­geln bezweckt;
mul­ti­la­te­ra­len Han­del von Fi­nan­z­in­stru­men­ten, die kei­ne Ef­fek­ten sind, die den Aus­tausch von An­ge­bo­ten so­wie den Ver­trags­ab­schluss nach nicht­dis­kre­tio­nären Re­geln bezweckt;
bi­la­te­ra­len Han­del von Ef­fek­ten oder an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten, die den Aus­tausch von An­ge­bo­ten bezweckt.
1Wer ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem be­treibt, be­darf ei­ner Be­wil­li­gung als Bank oder Ef­fek­ten­händ­ler oder ei­ner Be­wil­li­gung oder An­er­ken­nung als Han­dels­platz.
2Kei­ner Be­wil­li­gung be­darf der Be­trieb ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems in­ner­halb ei­ner Fi­nanz­grup­pe, wenn er durch ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son er­folgt, die:
di­rekt von ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­herrscht wird; und
der kon­so­li­dier­ten Auf­sicht durch die FIN­MA un­ter­steht.
Wer ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem be­treibt, muss:
die­ses von den üb­ri­gen Ge­schäftstä­tig­kei­ten ge­trennt be­trei­ben;
wirk­sa­me or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men zur Fest­stel­lung, Ver­hin­de­rung, Bei­le­gung und Über­wa­chung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten tref­fen;
bei der Tä­ti­gung von Ei­gen­ge­schäf­ten über das von ihm be­trie­be­ne or­ga­ni­sier­te Han­dels­sys­tem si­cher­stel­len, dass die Kun­den­in­ter­es­sen um­fas­send ge­wahrt wer­den.
1Wer ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem be­treibt, muss si­cher­stel­len, dass die­ses auch bei ho­her Han­del­stä­tig­keit einen ge­ord­ne­ten Han­del ge­währ­leis­tet.
2Er trifft wirk­sa­me Vor­keh­run­gen, um Stö­run­gen im Han­dels­sys­tem zu ver­mei­den.
1Wer ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem be­treibt, ver­öf­fent­licht In­for­ma­tio­nen zu den am Han­dels­sys­tem ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­sen, na­ment­lich den Preis, das Vo­lu­men und den Zeit­punkt der Ab­schlüs­se.
2Der Bun­des­rat re­gelt un­ter Be­rück­sich­ti­gung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung Aus­nah­men von die­ser Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Ge­schäf­ten, die ein gros­ses Vo­lu­men auf­wei­sen, oder die von der SNB ge­tä­tigt wer­den.
3Er kann in Über­ein­stim­mung mit an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards die Aus­deh­nung der Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht auf die Vor­han­del­strans­pa­renz vor­se­hen.
1Der Bun­des­rat kann für Bör­sen, die dem Han­del mit Strom­de­ri­va­ten die­nen, und den Han­del an die­sen Bör­sen Vor­schrif­ten er­las­sen, die von die­sem Ge­setz ab­wei­chen, um den Be­son­der­hei­ten des Strom­markts Rech­nung zu tra­gen, ins­be­son­de­re um das öf­fent­li­che In­ter­es­se an ei­ner ge­si­cher­ten Strom­ver­sor­gung zu wah­ren.
2Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, im Ein­ver­neh­men mit der Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on in Be­lan­gen von be­schränk­ter Trag­wei­te, na­ment­lich in vor­wie­gend tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten, Be­stim­mun­gen zu er­las­sen.
Als zen­tra­le Ge­gen­par­tei gilt ei­ne Ein­rich­tung, die ge­stützt auf ein­heit­li­che Re­geln und Ver­fah­ren zwi­schen Ge­gen­par­tei­en ei­nes Ef­fek­ten­ge­schäfts oder ei­nes an­de­ren Kon­trakts über Fi­nan­z­in­stru­men­te tritt und so­mit als Käu­fer für je­den Ver­käu­fer und als Ver­käu­fer für je­den Käu­fer fun­giert.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei ver­langt von ih­ren Teil­neh­mern an­ge­mes­se­ne Si­cher­hei­ten, ins­be­son­de­re in Form von Er­stein­schuss­zah­lun­gen (In­iti­al Marg­ins), Nach­schuss­zah­lun­gen (Va­ria­ti­on Marg­ins) und Bei­trä­gen an den Aus­fall­fonds (Default Fund).
2Die­se Si­cher­hei­ten sind min­des­tens so zu be­mes­sen, dass:
die Nach­schuss­zah­lun­gen ei­nes Teil­neh­mers die lau­fen­den Kre­di­tri­si­ken auf­grund rea­li­sier­ter Markt­preis­ver­än­de­run­gen de­cken;
die Er­stein­schuss­zah­lun­gen ei­nes Teil­neh­mers die po­ten­zi­el­len Kre­di­tri­si­ken, die sich bei des­sen Aus­fall für ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei auf­grund der er­war­te­ten Markt­preis­ver­än­de­run­gen er­ge­ben, mit ho­her Wahr­schein­lich­keit de­cken;
die Er­stein­schuss­zah­lun­gen, Nach­schuss­zah­lun­gen und Aus­fall­fonds­bei­trä­ge aus­rei­chen, um den Ver­lust zu de­cken, der beim Aus­fall des Teil­neh­mers, ge­gen­über dem die zen­tra­le Ge­gen­par­tei die gröss­te Ri­si­ko­po­si­ti­on auf­weist, un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen ent­steht.
3Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei ak­zep­tiert aus­sch­liess­lich Si­cher­hei­ten, die li­qui­de sind und nur ge­rin­ge Kre­dit- und Mark­tri­si­ken auf­wei­sen. Sie be­wer­tet die Si­cher­hei­ten vor­sich­tig.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei und ih­re Teil­neh­mer er­fül­len ih­re ge­gen­sei­ti­gen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen durch die Über­tra­gung von bei ei­ner Zen­tral­bank ge­hal­te­nen Sicht­gut­ha­ben.
2Ist dies un­mög­lich oder nicht prak­ti­ka­bel, so ver­wen­den sie ein Zah­lungs­mit­tel mit ge­rin­gen Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken. Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei mi­ni­miert und über­wacht die­se Ri­si­ken lau­fend.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei muss ein­zeln und auf kon­so­li­dier­ter Ba­sis über an­ge­mes­se­ne Ei­gen­mit­tel ver­fü­gen und ih­re Ri­si­ken an­ge­mes­sen ver­tei­len.
2Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Ei­gen­mit­tel nach Mass­ga­be der Ge­schäftstä­tig­keit und der Ri­si­ken fest und be­stimmt die An­for­de­run­gen an die Ri­si­ko­ver­tei­lung.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei muss über Li­qui­di­tät ver­fü­gen, die aus­reicht, um:
ih­ren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen auch beim Aus­fall des Teil­neh­mers, ge­gen­über dem sie die gröss­te Ri­si­ko­po­si­ti­on auf­weist, un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen in al­len Wäh­run­gen nach­zu­kom­men; und
ih­re Dienst­leis­tun­gen und Tä­tig­kei­ten ord­nungs­ge­mä­ss aus­füh­ren zu kön­nen.
2Sie legt ih­re Fi­nanz­mit­tel aus­sch­liess­lich in bar oder in li­qui­den Fi­nan­z­in­stru­men­ten mit ge­rin­gem Markt- und Kre­di­tri­si­ko an.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei sieht Mass­nah­men zur Be­gren­zung der Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken vor, wel­che beim Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers ent­ste­hen.
2Sie ver­wen­det zur De­ckung all­fäl­li­ger Ver­lus­te beim Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers die Si­cher­hei­ten und Ei­gen­mit­tel in fol­gen­der Rei­hen­fol­ge:
Ein­schuss­zah­lun­gen des aus­ge­fal­le­nen Teil­neh­mers;
Aus­fall­fonds­bei­trä­ge des aus­ge­fal­le­nen Teil­neh­mers;
zu­ge­ord­ne­te Ei­gen­mit­tel der zen­tra­len Ge­gen­par­tei;
Aus­fall­fonds­bei­trä­ge der nicht aus­ge­fal­le­nen Teil­neh­mer.
3Sie sieht Re­geln vor, wie wei­ter­ge­hen­de Ver­lus­te ge­deckt wer­den. Sie darf nicht:
die von nicht aus­ge­fal­le­nen Teil­neh­mern ge­leis­te­ten Ein­schuss­zah­lun­gen ver­wen­den, um Ver­lus­te auf­grund des Aus­falls ei­nes an­de­ren Teil­neh­mers zu de­cken;
die Si­cher­hei­ten von in­di­rek­ten Teil­neh­mern ver­wen­den, um Ver­lus­te auf­grund des Aus­falls ei­nes Teil­neh­mers oder ei­nes an­de­ren in­di­rek­ten Teil­neh­mers zu de­cken; oder
den bei ihr hin­ter­leg­ten über die Ein­schuss­for­de­rung hin­aus­ge­hen­den Über­schuss ei­nes in­di­rek­ten Teil­neh­mers nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 3 ver­wen­den, um Ver­lus­te auf­grund des Aus­falls ei­nes Teil­neh­mers oder ei­nes an­de­ren in­di­rek­ten Teil­neh­mers zu de­cken.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei muss:
ih­re ei­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen von den Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen ih­rer Teil­neh­mer tren­nen; und
Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen ei­nes Teil­neh­mers von den­je­ni­gen an­de­rer Teil­neh­mer tren­nen.
2Sie bie­tet ih­ren Teil­neh­mern die Mög­lich­keit:
ei­ge­ne Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen von den­je­ni­gen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer zu tren­nen;
die Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer ge­mein­sam (Om­ni­bus-Kun­den-Kon­ten­tren­nung) oder ge­son­dert (Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung) zu hal­ten und auf­zu­zeich­nen.
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei stellt si­cher, dass bei Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen, die der Teil­neh­mer für Rech­nung ei­nes in­di­rek­ten Teil­neh­mers hält, auf einen vom in­di­rek­ten Teil­neh­mer be­nann­ten an­de­ren Teil­neh­mer über­tra­gen wer­den kön­nen.
2Ein Teil­neh­mer gilt als aus­ge­fal­len, wenn:
er in­ner­halb der von der zen­tra­len Ge­gen­par­tei fest­ge­setz­ten Frist die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen, wel­che die fi­nan­zi­el­le Leis­tungs­fä­hig­keit des Teil­neh­mers be­tref­fen, nicht er­füllt; oder
ein Zwangs­li­qui­da­ti­ons­ver­fah­ren zum Zwe­cke der Ge­ne­ra­le­xe­ku­ti­on über ihn er­öff­net wur­de.
1Zen­tra­le Ge­gen­par­tei­en kön­nen Ver­ein­ba­run­gen über die in­te­r­ope­ra­ble Ab­rech­nung von Fi­nanz­trans­ak­tio­nen (In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­run­gen) schlies­sen.
2Ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei hat das Ge­such ei­ner an­de­ren zen­tra­len Ge­gen­par­tei be­tref­fend den Ab­schluss ei­ner In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung an­zu­neh­men, es sei denn, der Ab­schluss die­ser Ver­ein­ba­rung ge­fähr­det die Si­cher­heit und die Ef­fi­zi­enz der Ab­rech­nung.
1Der Ab­schluss ei­ner In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung un­ter­liegt der Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA.
2Die In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung wird ge­neh­migt, wenn:
die je­wei­li­gen Rech­te und Pflich­ten der zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en ge­re­gelt sind;
die zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en über an­ge­mes­se­ne Ver­fah­ren und In­stru­men­te zur Be­wirt­schaf­tung der Ri­si­ken, die aus der In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung ent­ste­hen, ver­fü­gen;
die zen­tra­le Ge­gen­par­tei die aus der In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung ent­ste­hen­den Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken deckt, in­dem sie von der an­de­ren zen­tra­len Ge­gen­par­tei um­ge­hend an­ge­mes­se­ne Si­cher­hei­ten ver­langt;
die zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en von der FIN­MA be­wil­ligt oder an­er­kannt sind;
die Be­hör­den, die für die Auf­sicht und Über­wa­chung der aus­län­di­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei zu­stän­dig sind, mit den zu­stän­di­gen Schwei­zer Be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten.
3So­fern ei­ne der an der In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung be­tei­lig­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en sys­te­misch be­deut­sam ist, holt die FIN­MA vor der Ge­neh­mi­gung die Zu­stim­mung der SNB ein.
4Wei­tet ei­ne an ei­ner In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung be­tei­lig­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei ih­re Tä­tig­keit auf einen neu­en Han­dels­platz aus und wer­den da­mit kei­ne neu­en Ri­si­ken be­grün­det, so be­darf die In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung kei­ner neu­en Ge­neh­mi­gung.
Die Teil­neh­mer ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei, die in­di­rek­ten Teil­neh­mern den Zu­gang zu ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei er­mög­li­chen, ma­chen die Prei­se für die Dienst­leis­tun­gen, die sie im Zu­sam­men­hang mit der Ab­rech­nung er­brin­gen, öf­fent­lich be­kannt.
1Ein Teil­neh­mer ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei trennt bei der zen­tra­len Ge­gen­par­tei und in ei­ge­nen Kon­ten ge­führ­te ei­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen von den Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer.
2Er bie­tet den in­di­rek­ten Teil­neh­mern die Mög­lich­keit, die Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen ge­mein­sam mit den­je­ni­gen an­de­rer in­di­rek­ter Teil­neh­mer (Om­ni­bus-Kun­den-Kon­ten­tren­nung) oder ge­son­dert (Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung) zu hal­ten und auf­zu­zeich­nen.
3Wählt ein in­di­rek­ter Teil­neh­mer die Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung, so muss der Teil­neh­mer je­den über die Ein­schuss­for­de­rung an den in­di­rek­ten Teil­neh­mer hin­aus­ge­hen­den Über­schuss bei der zen­tra­len Ge­gen­par­tei hin­ter­le­gen und von den Ein­schuss­zah­lun­gen an­de­rer in­di­rek­ter Teil­neh­mer un­ter­schei­den.
4Ein Teil­neh­mer ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei macht die Kos­ten und die Ein­zel­hei­ten zum Um­fang des durch die Kon­ten­füh­rung nach Ab­satz 2 ge­währ­ten Schut­zes öf­fent­lich be­kannt.
1Ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei mit Sitz im Aus­land muss die An­er­ken­nung der FIN­MA ein­ho­len, be­vor sie:
be­auf­sich­tig­ten Schwei­zer Teil­neh­mern di­rek­ten Zu­gang zu ih­rer Ein­rich­tung ge­währt;
Dienst­leis­tun­gen für ei­ne Schwei­zer Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­bringt;
mit ei­ner schwei­ze­ri­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei ei­ne In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­ver­ein­ba­rung ein­geht.
die aus­län­di­sche zen­tra­le Ge­gen­par­tei ei­ner an­ge­mes­se­nen Re­gu­lie­rung und Auf­sicht un­ter­steht; und
kei­ne Ein­wän­de ge­gen die grenz­über­schrei­ten­de Tä­tig­keit der aus­län­di­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei er­he­ben,
3Sie kann die An­er­ken­nung ver­wei­gern, wenn der Staat, in dem die aus­län­di­sche zen­tra­le Ge­gen­par­tei ih­ren Sitz hat, den schwei­ze­ri­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en we­der tat­säch­li­chen Zu­gang zu ih­ren Märk­ten ge­währt noch die glei­chen Wett­be­werbs­mög­lich­kei­ten bie­tet wie in­län­di­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de in­ter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen.
4Sie kann ei­ne aus­län­di­sche zen­tra­le Ge­gen­par­tei von der Ein­ho­lung der An­er­ken­nung be­frei­en, so­fern da­durch der Schutz­zweck die­ses Ge­set­zes nicht be­ein­träch­tigt wird.
1Als Zen­tral­ver­wah­rer gilt der Be­trei­ber ei­ner zen­tra­len Ver­wah­rungs­stel­le oder ei­nes Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­tems.
2Als zen­tra­le Ver­wah­rungs­stel­le gilt ei­ne Ein­rich­tung, die ge­stützt auf ein­heit­li­che Re­geln und Ver­fah­ren Ef­fek­ten und an­de­re Fi­nan­z­in­stru­men­te zen­tral ver­wahrt.
3Als Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­tem gilt ei­ne Ein­rich­tung, die ge­stützt auf ein­heit­li­che Re­geln und Ver­fah­ren, Ge­schäf­te mit Ef­fek­ten und an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten ab­rech­net und ab­wi­ckelt.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer ge­währ­leis­tet ei­ne sach­ge­rech­te und rechts­kon­for­me Ver­wah­rung, Ver­bu­chung und Über­tra­gung von Ef­fek­ten.
2Er un­ter­sagt sei­nen Teil­neh­mern das Über­zie­hen von Ef­fek­ten­kon­ten für bei ihm zen­tral ver­wahr­te Ef­fek­ten.
3Er prüft täg­lich, ob die An­zahl der von ei­nem Emit­ten­ten bei ihm aus­ge­ge­be­nen Ef­fek­ten der An­zahl der Ef­fek­ten ent­spricht, die auf den Ef­fek­ten­kon­ten der Teil­neh­mer er­fasst sind.
4Er legt den Zeit­punkt fest, ab wel­chem:
ei­ne Wei­sung für einen Ef­fek­ten­über­trag nicht mehr ab­ge­än­dert oder wi­der­ru­fen wer­den kann;
ein Ef­fek­ten­über­trag ab­ge­wi­ckelt ist.
5Er über­trägt die Ef­fek­ten wenn mög­lich in Echt­zeit, spä­tes­tens aber am En­de des Va­lu­ta­ta­ges.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer legt die Fris­ten fest, in­nert wel­cher die Teil­neh­mer ih­re Ef­fek­ten­ge­schäf­te in sei­nem Sys­tem ab­zu­wi­ckeln ha­ben. Er ori­en­tiert sich da­bei ins­be­son­de­re an in­ter­na­tio­na­len Usan­zen und den Be­dürf­nis­sen sei­ner Teil­neh­mer.
2Er er­mög­licht sei­nen Teil­neh­mern die Ab­wick­lung von Ge­schäf­ten in­ner­halb der von ihm fest­ge­leg­ten Fris­ten.
3Er über­wacht, dass die Ge­schäf­te in­ner­halb der vor­ge­se­he­nen Fris­ten ab­ge­wi­ckelt wer­den. Bei ver­spä­te­ter Ab­wick­lung er­greift er die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Sank­tio­nen.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer deckt Ri­si­ken, die bei ei­ner Kre­dit­ge­wäh­rung ent­ste­hen, durch ge­eig­ne­te Mass­nah­men.
2Er ak­zep­tiert aus­sch­liess­lich Si­cher­hei­ten, die li­qui­de sind und nur ge­rin­ge Kre­dit- und Mark­tri­si­ken auf­wei­sen. Er be­wer­tet die Si­cher­hei­ten vor­sich­tig.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer er­mög­licht die Ab­wick­lung von Zah­lun­gen im Zu­sam­men­hang mit bei ihm ver­wahr­ten oder ver­buch­ten Ef­fek­ten durch Über­tra­gung von bei ei­ner Zen­tral­bank ge­hal­te­nen Sicht­gut­ha­ben.
2Ist dies un­mög­lich oder nicht prak­ti­ka­bel, so ver­wen­det er ein Zah­lungs­mit­tel, das kei­ne oder nur ge­rin­ge Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken auf­weist. Er mi­ni­miert und über­wacht die­se Ri­si­ken lau­fend.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer muss ein­zeln und auf kon­so­li­dier­ter Ba­sis über an­ge­mes­se­ne Ei­gen­mit­tel ver­fü­gen und sei­ne Ri­si­ken an­ge­mes­sen ver­tei­len.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer muss über Li­qui­di­tät ver­fü­gen, die aus­reicht, um:
sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen auch beim Aus­fall des Teil­neh­mers, ge­gen­über dem er die gröss­te Ri­si­ko­po­si­ti­on auf­weist, un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen in al­len Wäh­run­gen nach­zu­kom­men; und
2Er legt sei­ne Fi­nanz­mit­tel aus­sch­liess­lich in bar oder in li­qui­den Fi­nan­z­in­stru­men­ten mit ge­rin­gem Markt- und Kre­di­tri­si­ko an.
Der Zen­tral­ver­wah­rer sieht Mass­nah­men zur Be­gren­zung der Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken vor, die beim Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers ent­ste­hen.
1Der Zen­tral­ver­wah­rer muss:
sei­ne ei­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te von den Ef­fek­ten sei­ner Teil­neh­mer tren­nen; und
die Ef­fek­ten ei­nes Teil­neh­mers von den­je­ni­gen an­de­rer Teil­neh­mer tren­nen.
2Er bie­tet sei­nen Teil­neh­mern die Mög­lich­keit:
ei­ge­ne Ef­fek­ten von den­je­ni­gen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer zu tren­nen;
die Ef­fek­ten der in­di­rek­ten Teil­neh­mer ge­mein­sam (Om­ni­bus-Kun­den-Kon­ten­tren­nung) oder ge­son­dert (Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung) zu hal­ten und auf­zu­zeich­nen.
Als Ver­bin­dun­gen von Zen­tral­ver­wah­rern gel­ten Ver­ein­ba­run­gen:
zwi­schen Zen­tral­ver­wah­rern über die ge­gen­sei­ti­ge Aus­füh­rung von Zah­lungs- und Über­tra­gungs­auf­trä­gen (in­te­r­ope­ra­ble Ver­bin­dun­gen);
über die di­rek­te oder in­di­rek­te Teil­nah­me ei­nes Zen­tral­ver­wah­rers an ei­nem an­de­ren Zen­tral­ver­wah­rer (Zu­gangs­ver­bin­dun­gen).
1Die Er­rich­tung fol­gen­der Ver­bin­dun­gen von Zen­tral­ver­wah­rern be­darf der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA:
in­te­r­ope­ra­bler Ver­bin­dun­gen;
Zu­gangs­ver­bin­dun­gen, bei der ein Zen­tral­ver­wah­rer für den an­de­ren Dienst­leis­tun­gen er­bringt, die er für an­de­re Teil­neh­mer nicht er­bringt.
2Die­se wird er­teilt, wenn die Zen­tral­ver­wah­rer:
zu ih­rem ei­ge­nen Schutz und zum Schutz ih­rer Teil­neh­mer über Re­geln, Ver­fah­ren und Kon­trol­len ver­fü­gen, mit de­nen sie die Ri­si­ken aus ih­rer Ver­bin­dung er­fas­sen, be­gren­zen und über­wa­chen;
ih­re Auf­zeich­nun­gen auf ih­re Kor­rekt­heit hin über­prü­fen, in­dem sie sie ab­glei­chen; und
ih­re Rech­te und Pflich­ten so­wie ge­ge­be­nen­falls die Rech­te und Pflich­ten ih­rer Teil­neh­mer in ei­ner schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung re­geln.
3So­fern ein an der Ver­bin­dung von Zen­tral­ver­wah­rern be­tei­lig­ter Zen­tral­ver­wah­rer sys­te­misch be­deut­sam ist, muss die FIN­MA vor der Ge­neh­mi­gung die Zu­stim­mung der SNB ein­ho­len.
Die Er­rich­tung von Zu­gangs­ver­bin­dun­gen, bei de­nen ein Zen­tral­ver­wah­rer für den an­de­ren die­sel­ben Dienst­leis­tun­gen er­bringt wie für an­de­re Teil­neh­mer, muss der FIN­MA ge­mel­det wer­den.
1Ein Teil­neh­mer ei­nes Zen­tral­ver­wah­rers trennt beim Zen­tral­ver­wah­rer und in ei­ge­nen Kon­ten ge­führ­te ei­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen von den Ef­fek­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer.
2Er bie­tet den in­di­rek­ten Teil­neh­mern die Mög­lich­keit, die Ef­fek­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen ge­mein­sam mit den­je­ni­gen an­de­rer in­di­rek­ter Teil­neh­mer (Om­ni­bus-Kun­den-Kon­ten­tren­nung) oder ge­son­dert (Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung) zu hal­ten und auf­zu­zeich­nen.
3Wählt ein in­di­rek­ter Teil­neh­mer die Ein­zel­kun­den-Kon­ten­tren­nung, so muss der Teil­neh­mer je­den über die Ein­schuss­for­de­rung an den in­di­rek­ten Teil­neh­mer hin­aus­ge­hen­den Über­schuss beim Zen­tral­ver­wah­rer hin­ter­le­gen und von den Ein­schuss­zah­lun­gen an­de­rer in­di­rek­ter Teil­neh­mer un­ter­schei­den.
4Ein Teil­neh­mer ei­nes Zen­tral­ver­wah­rers macht die Kos­ten und die Ein­zel­hei­ten zum Um­fang des durch die Kon­ten­füh­rung nach Ab­satz 2 ge­währ­ten Schut­zes öf­fent­lich be­kannt.
Als Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter gilt ei­ne Ein­rich­tung, die Da­ten zu Trans­ak­tio­nen mit De­ri­va­ten, wel­che ihr nach Ar­ti­kel 104 ge­mel­det wer­den, zen­tral sam­melt, ver­wal­tet und auf­be­wahrt.
Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter zeich­net die ge­mel­de­ten Da­ten auf und be­wahrt sie wäh­rend min­des­tens zehn Jah­ren nach der Fäl­lig­keit des Kon­trakts auf.
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ver­öf­fent­licht ge­stützt auf die ge­mel­de­ten Da­ten re­gel­mäs­sig in ag­gre­gier­ter und an­ony­mi­sier­ter Form die of­fe­nen Po­si­tio­nen, Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men und Wer­te nach De­ri­vat­ka­te­go­ri­en.
2Es kann wei­te­re Da­ten ver­öf­fent­li­chen, so­fern die­se ag­gre­giert und an­ony­mi­siert wer­den.
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ge­währt fol­gen­den Be­hör­den kos­ten­los Zu­gang zu den Da­ten, die sie für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen:
der FIN­MA;
an­de­ren schwei­ze­ri­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den;
der Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on.
2Der Bun­des­rat re­gelt un­ter Be­rück­sich­ti­gung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards den Zu­gang zu Da­ten, die Trans­ak­tio­nen von Zen­tral­ban­ken be­tref­fen.
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ge­währt ei­ner aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de kos­ten­los Zu­gang zu den Da­ten, die die­se für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­tigt, wenn in ei­ner Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den zu­stän­di­gen schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­stä­tigt wor­den ist, dass fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Die aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de un­ter­liegt ei­ner ge­setz­li­chen Ge­heim­hal­tungs­pflicht.
Die Wei­ter­lei­tung der Da­ten durch die aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de an an­de­re aus­län­di­sche Be­hör­den ist nur dann zu­läs­sig, wenn bei ei­ner Über­mitt­lung an ei­ne Straf­be­hör­de die Rechts­hil­fe nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. März 19811 über in­ter­na­tio­na­le Rechts­hil­fe in Strafsa­chen mög­lich ist.
Die in­län­di­schen Be­hör­den ge­mä­ss Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 er­hal­ten un­mit­tel­ba­ren Zu­gang zu Trans­ak­ti­ons­re­gis­tern im Staat der aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de.
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter darf Pri­va­ten Da­ten in ag­gre­gier­ter und an­ony­mi­sier­ter Form über­mit­teln.
2Die Über­mitt­lung von Da­ten an Pri­va­te, die de­ren ei­ge­ne Trans­ak­tio­nen be­tref­fen, ist un­ein­ge­schränkt zu­läs­sig.
1Ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter mit Sitz im Aus­land muss die An­er­ken­nung der FIN­MA ein­ho­len, be­vor es Mel­dun­gen nach Ar­ti­kel 104 ent­ge­gen­nimmt.
das aus­län­di­sche Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ei­ner an­ge­mes­se­nen Re­gu­lie­rung und Auf­sicht un­ter­steht; und
kei­ne Ein­wän­de ge­gen die grenz­über­schrei­ten­de Tä­tig­keit des aus­län­di­schen Trans­ak­ti­ons­re­gis­ters er­he­ben,
zu­si­chern, dass sie die FIN­MA be­nach­rich­ti­gen, wenn sie bei Schwei­zer Teil­neh­mern Ge­set­zes­ver­let­zun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de fest­stel­len,
der zu­stän­di­gen Schwei­zer Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de be­stä­ti­gen, dass die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 78 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c er­füllt sind.
3Ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter gilt als an­er­kannt, wenn die FIN­MA fest­stellt, dass:
der Staat, in dem das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter sei­nen Sitz hat, sei­ne Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter an­ge­mes­sen re­gu­liert und be­auf­sich­tigt; und
4Die FIN­MA kann die Er­tei­lung der An­er­ken­nung ver­wei­gern, wenn der Staat, in dem das aus­län­di­sche Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter sei­nen Sitz hat, den schwei­ze­ri­schen Trans­ak­ti­ons­re­gis­tern we­der tat­säch­li­chen Zu­gang zu sei­nen Märk­ten ge­währt noch die glei­chen Wett­be­werbs­mög­lich­kei­ten bie­tet wie den Trans­ak­ti­ons­re­gis­tern des be­tref­fen­den Staa­tes. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de in­ter­na­tio­na­le Ver­pflich­tun­gen.
Als Zah­lungs­sys­tem gilt ei­ne Ein­rich­tung, die ge­stützt auf ein­heit­li­che Re­geln und Ver­fah­ren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen ab­rech­net und ab­wi­ckelt.
Der Bun­des­rat kann spe­zi­fi­sche Pflich­ten für Zah­lungs­sys­te­me fest­le­gen, na­ment­lich hin­sicht­lich Ei­gen­mit­tel, Ri­si­ko­ver­tei­lung und Li­qui­di­tät, falls dies zur Um­set­zung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards not­wen­dig ist. Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der SNB nach Ar­ti­kel 23 zur Fest­le­gung be­son­de­rer An­for­de­run­gen an sys­te­misch be­deut­sa­me Zah­lungs­sys­te­me.
1Auf­sichts­be­hör­de ist die FIN­MA. Sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren un­ter­lie­gen zu­dem der Über­wa­chung durch die SNB.
2Die FIN­MA be­auf­sich­tigt die Ein­hal­tung der Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen und Pflich­ten, so­weit de­ren Ein­hal­tung nicht durch die Über­wa­chung der be­son­de­ren An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 23 durch die SNB er­fasst wird.
3FIN­MA und SNB wir­ken bei ih­rer Auf­sichts- und Über­wa­chungs­tä­tig­keit über sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren zu­sam­men, in­for­mie­ren sich ge­gen­sei­tig re­gel­mäs­sig und ver­mei­den Über­schnei­dun­gen bei der Aus­übung ih­rer Auf­ga­ben. Bei der Zu­sam­men­ar­beit mit aus­län­di­schen Auf­sichts- und Über­wa­chungs­be­hör­den stim­men sie sich bei der Wahr­neh­mung ih­rer Pflich­ten so­wie bei der Kom­mu­ni­ka­ti­on ab.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren und Fi­nanz­grup­pen ha­ben ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 RAG1 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft mit ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 24 FIN­MAG2 zu be­auf­tra­gen.
2Sie müs­sen ih­re Jah­res­rech­nung und ge­ge­be­nen­falls ih­re Kon­zern­rech­nung von ei­nem staat­lich be­auf­sich­tig­ten Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men nach den Grund­sät­zen der or­dent­li­chen Re­vi­si­on des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)3 prü­fen las­sen.
3Die FIN­MA kann di­rek­te Prü­fun­gen bei den Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren durch­füh­ren.
Zur Durch­set­zung von Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 3 und 5 kann die FIN­MA das Stimm­recht sus­pen­die­ren, das an Ak­ti­en oder An­tei­le ge­bun­den ist, die von qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten ge­hal­ten wer­den.
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, die ei­ne Be­wil­li­gung zu­rück­ge­ben will, hat der FIN­MA einen Auf­lö­sungs­plan zur Ge­neh­mi­gung vor­zu­le­gen.
2Der Auf­lö­sungs­plan muss An­ga­ben ent­hal­ten über:
die Ab­wick­lung der fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen;
die da­für be­reit­ge­stell­ten Mit­tel;
die da­für ver­ant­wort­li­che Per­son.
3Ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur wird von der FIN­MA aus der Auf­sicht ent­las­sen, wenn sie den Pflich­ten aus dem Auf­lö­sungs­plan nach­ge­kom­men ist.
1In Er­gän­zung zu Ar­ti­kel 37 FIN­MAG1 kann die FIN­MA ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur die Be­wil­li­gung oder die An­er­ken­nung ent­zie­hen, wenn die­se:
nicht bin­nen zwölf Mo­na­ten von der Be­wil­li­gung Ge­brauch macht;
in den sechs vor­her­ge­hen­den Mo­na­ten kei­ne nur mit der Be­wil­li­gung zu­läs­si­ge Dienst­leis­tung aus­ge­übt hat;
den Auf­lö­sungs­plan nicht ein­hält.
2Der Ent­zug der Be­wil­li­gung be­wirkt die Auf­lö­sung der ju­ris­ti­schen Per­son. Die FIN­MA be­zeich­net die Li­qui­da­to­rin oder den Li­qui­da­tor und über­wacht sei­ne Tä­tig­keit. Vor­be­hal­ten blei­ben die in­sol­venz­recht­li­chen Be­stim­mun­gen nach dem 8. Ka­pi­tel.
1Für Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren gel­ten die Ar­ti­kel 24-37 und 37d-37g mit Aus­nah­me von Ar­ti­kel 37g Ab­satz 4bis des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341 sinn­ge­mä­ss, so­fern das vor­lie­gen­de Ge­setz kei­ne ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ent­hält.2
2Im Fal­le von sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren hört die FIN­MA die SNB an, be­vor sie In­sol­venz­mass­nah­men er­greift.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3263; BBl 2017 4125).
1Die FIN­MA in­for­miert die zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en, die Zen­tral­ver­wah­rer und die Zah­lungs­sys­te­me im In- und Aus­land, so­weit mög­lich und so­weit sie be­trof­fen sind, über In­sol­venz­mass­nah­men, die sie ge­gen einen Teil­neh­mer er­grei­fen will und die des­sen Ver­fü­gungs­macht be­schrän­ken, und über den ge­nau­en Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens.
2Die Wei­sung ei­nes Teil­neh­mers, ge­gen den ei­ne sol­che In­sol­venz­mass­nah­me an­ge­ord­net wur­de, an ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei, einen Zen­tral­ver­wah­rer oder ein Zah­lungs­sys­tem ist recht­lich ver­bind­lich und Drit­ten ge­gen­über wirk­sam, wenn sie:
vor An­ord­nung der Mass­nah­me ein­ge­bracht und nach den Re­geln der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur un­ab­än­der­lich wur­de; oder
an dem nach den Re­geln der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur de­fi­nier­ten Ge­schäfts­tag aus­ge­führt wur­de, in des­sen Ver­lauf die Mass­nah­me an­ge­ord­net wur­de, und die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur nach­weist, dass sie von der An­ord­nung der Mass­nah­me kei­ne Kennt­nis hat­te oder ha­ben muss­te.
3Ab­satz 2 fin­det An­wen­dung, wenn:
die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur in der Schweiz be­wil­ligt ist;
die aus­län­di­sche Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur in der Schweiz an­er­kannt oder über­wacht ist und sie Schwei­zer Teil­neh­mern di­rek­ten Zu­gang zu ih­rer Ein­rich­tung ge­währt; oder
der Teil­nah­me­ver­trag Schwei­zer Recht un­ter­steht.
4Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss für:
Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3;
Zah­lungs­sys­te­me, die durch Ban­ken be­trie­ben wer­den.
1Von In­sol­venz­mass­nah­men, die ge­gen einen Teil­neh­mer ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei an­ge­ord­net wer­den, un­be­rührt blei­ben im Vor­aus ge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen der zen­tra­len Ge­gen­par­tei und dem Teil­neh­mer über:
die Auf­rech­nung von For­de­run­gen, ein­sch­liess­lich der ver­ein­bar­ten Me­tho­de und der Wert­be­stim­mung;
die frei­hän­di­ge Ver­wer­tung von Si­cher­hei­ten in Form von Ef­fek­ten oder an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten, de­ren Wert ob­jek­tiv be­stimm­bar ist;
die Über­tra­gung von For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen so­wie von Si­cher­hei­ten in Form von Ef­fek­ten oder an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten, de­ren Wert ob­jek­tiv be­stimm­bar ist.
2Nach Auf­rech­nung oder Ver­wer­tung durch die zen­tra­le Ge­gen­par­tei nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b ver­blei­ben­de An­sprü­che des Teil­neh­mers wer­den zu Guns­ten sei­ner Kun­den und in­di­rek­ten Teil­neh­mer ab­ge­son­dert.
3Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de An­ord­nun­gen im Rah­men des Auf­schubs der Be­en­di­gung von Ver­trä­gen durch die FIN­MA.
1Von In­sol­venz­mass­nah­men, die ge­gen einen in­di­rek­ten Teil­neh­mer ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei an­ge­ord­net wer­den, un­be­rührt blei­ben im Vor­aus ge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 90 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-c zwi­schen dem Teil­neh­mer und dem in­di­rek­ten Teil­neh­mer.
2Nach Auf­rech­nung oder Ver­wer­tung durch den Teil­neh­mer im Sin­ne von Ar­ti­kel 90 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b ver­blei­ben­de An­sprü­che des in­di­rek­ten Teil­neh­mers wer­den zu Guns­ten sei­ner Kun­den und in­di­rek­ten Teil­neh­mer ab­ge­son­dert.
3Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten auch bei In­sol­venz­mass­nah­men ge­gen den in­di­rek­ten Teil­neh­mer ei­nes an­de­ren in­di­rek­ten Teil­neh­mers.
4Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de An­ord­nun­gen im Rah­men des Auf­schubs der Be­en­di­gung von Ver­trä­gen durch die FIN­MA.
Schiebt die FIN­MA die Be­en­di­gung von Ver­trä­gen und die Aus­übung von Rech­ten zu de­ren Be­en­di­gung auf, so be­rück­sich­tigt sie die Aus­wir­kun­gen auf die Fi­nanz­märk­te so­wie den si­che­ren und ge­ord­ne­ten Be­trieb der be­trof­fe­nen Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, von de­ren Teil­neh­mern und an­de­rer mit ihr ver­bun­de­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren.
1Die­ses Ka­pi­tel gilt un­ter Vor­be­halt der nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen für Fi­nan­zi­el­le und Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben.
2Als Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en gel­ten:
Ban­ken nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341;
Ef­fek­ten­händ­ler nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be d des Bör­sen­ge­set­zes vom 24. März 19952;
Ver­si­che­rungs- und Rück­ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20043;
Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaf­ten ei­ner Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe oder ei­nes Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­kon­glo­me­rats;
Fonds­lei­tun­gen und Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und f des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 20064;
kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen nach dem Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 2006;
Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und An­la­ge­stif­tun­gen nach Ar­ti­kel 48‒53k des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19825 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge.
3Als Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en gel­ten Un­ter­neh­men, die nicht Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en sind.
4Fol­gen­de Ein­rich­tun­gen un­ter­ste­hen nur der Mel­de­pflicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 104:
mul­ti­la­te­ra­le Ent­wick­lungs­ban­ken;
Or­ga­ni­sa­tio­nen ein­sch­liess­lich So­zi­al­ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die sich im Be­sitz von Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den be­fin­den oder für die ei­ne Haf­tung des Bun­des, des je­wei­li­gen Kan­tons oder der je­wei­li­gen Ge­mein­de be­steht und so­weit es sich nicht um ei­ne Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei han­delt.
5Der Bun­des­rat kann Schwei­zer Nie­der­las­sun­gen von aus­län­di­schen Fi­nanz­markt­teil­neh­mern den Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels un­ter­stel­len, wenn sie kei­ner gleich­wer­ti­gen Re­gu­lie­rung un­ter­ste­hen.
1Die­ses Ka­pi­tel gilt nicht für:
Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den;
die Bank für In­ter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich.
2Der Bun­des­rat kann aus Grün­den der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit und un­ter Be­rück­sich­ti­gung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards wei­te­re öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen oder Fi­nanz­markt­teil­neh­mer vom Gel­tungs­be­reich die­ses Ka­pi­tels ganz oder teil­wei­se aus­neh­men.
3Nicht als De­ri­va­te im Sin­ne die­ses Ka­pi­tels gel­ten:
struk­tu­rier­te Pro­duk­te wie ka­pi­tal­ge­schütz­te Pro­duk­te, Pro­duk­te mit Ma­xi­mal­ren­di­te und Zer­ti­fi­ka­te;
die Ef­fek­ten­lei­he (se­cu­ri­ties len­ding and bor­ro­wing);
De­ri­vat­ge­schäf­te in Be­zug auf Wa­ren, die:
phy­sisch ge­lie­fert wer­den müs­sen,
nicht nach Wahl ei­ner Par­tei bar ab­ge­rech­net wer­den kön­nen, und
nicht auf ei­nem Han­dels­platz oder auf ei­nem or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tem ge­han­delt wer­den.
4Der Bun­des­rat kann De­ri­va­te von Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels aus­neh­men, wenn dies in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Stan­dards ent­spricht.
Die Pflich­ten die­ses Ka­pi­tels gel­ten auch dann als er­füllt, wenn:
sie un­ter aus­län­di­schem Recht er­füllt wer­den, das von der FIN­MA als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist; und
ei­ne zur Er­fül­lung des Ge­schäfts be­an­spruch­te aus­län­di­sche Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur von der FIN­MA an­er­kannt wor­den ist.
Ge­gen­par­tei­en dür­fen mit ih­ren Grup­pen­ge­sell­schaf­ten und Zweignie­der­las­sun­gen im Aus­land al­le Da­ten aus­tau­schen, die zur un­mit­tel­ba­ren Er­fül­lung der Pflich­ten aus die­sem Ka­pi­tel not­wen­dig sind.
1Ge­gen­par­tei­en ha­ben Ge­schäf­te mit De­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 101, die sie nicht über einen Han­dels­platz han­deln (OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te), über ei­ne durch die FIN­MA be­wil­lig­te oder an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­zu­rech­nen.
2Die­se Pflicht gilt nicht bei Ge­schäf­ten mit klei­nen Ge­gen­par­tei­en oder bei Ge­schäf­ten sol­cher Ge­gen­par­tei­en un­ter­ein­an­der.
3Ei­ne Ge­gen­par­tei darf da­von aus­ge­hen, dass die Er­klä­rung ih­rer Ge­gen­par­tei über de­ren Par­tei­ei­gen­schaft rich­tig ist, so­weit kei­ne wi­der­spre­chen­den Hin­wei­se be­ste­hen.
4Der Bun­des­rat kann in Er­gän­zung zur Pflicht nach Ar­ti­kel 112 an­ord­nen, dass al­le über einen Han­dels­platz oder ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem ge­han­del­ten De­ri­vat­ge­schäf­te über ei­ne durch die FIN­MA be­wil­lig­te oder an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den.
5Die FIN­MA kann im Ein­zel­fall die Ab­rech­nung über ei­ne nicht an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei er­lau­ben, so­fern da­durch der Schutz­zweck die­ses Ge­set­zes nicht be­ein­träch­tigt wird.
1Ei­ne Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei gilt als klein, wenn al­le ih­re über 30 Ar­beits­ta­ge be­rech­ne­ten glei­ten­den Durch­schnitts­brut­to­po­si­tio­nen in den mass­ge­ben­den aus­ste­hen­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­ten un­ter den Schwel­len­wer­ten lie­gen.
2Über­steigt ei­ne der nach Ab­satz 1 be­rech­ne­ten Durch­schnitts­brut­to­po­si­tio­nen ei­ner be­ste­hen­den klei­nen Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei den mass­ge­ben­den Schwel­len­wert, so gilt die­se Ge­gen­par­tei nach vier Mo­na­ten ab dem Zeit­punkt des Über­stei­gens nicht mehr als klein.
3Für die Be­rech­nung der Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on wer­den De­ri­vat­ge­schäf­te zur Re­du­zie­rung von Ri­si­ken nicht ein­be­rech­net, wenn sie un­mit­tel­bar mit der Ge­schäftstä­tig­keit oder der Li­qui­di­täts- oder Ver­mö­gens­be­wirt­schaf­tung der Ge­gen­par­tei oder der Grup­pe ver­bun­den sind.
1Ei­ne Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei gilt als klein, wenn ih­re über 30 Ar­beits­ta­ge be­rech­ne­te glei­ten­de Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on al­ler aus­ste­hen­der OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te un­ter dem Schwel­len­wert liegt.
2Über­steigt die Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on nach Ab­satz 1 ei­ner be­ste­hen­den klei­nen Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei den Schwel­len­wert, so gilt die­se Ge­gen­par­tei nach vier Mo­na­ten ab dem Zeit­punkt des Über­stei­gens nicht mehr als klein.
1Für die Durch­schnitts­brut­to­po­si­tio­nen aus­ste­hen­der OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te von Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en gel­ten Schwel­len­wer­te nach De­ri­vat­ka­te­go­rie.
2Für die Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on al­ler aus­ste­hen­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te von Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en gilt ein ein­zi­ger Schwel­len­wert.
3Ist die Ge­gen­par­tei Teil ei­ner voll­kon­so­li­dier­ten Grup­pe, so wer­den bei der Be­rech­nung der Durch­schnitts­brut­to­po­si­tio­nen auch al­le von ihr oder an­de­ren Ge­gen­par­tei­en ge­schlos­se­nen grup­pen­in­ter­nen OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te ein­be­rech­net.
4Der Bun­des­rat be­stimmt:
für Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, wie die Schwel­len­wer­te für die je­wei­li­ge De­ri­vat­ka­te­go­rie be­rech­net wer­den und de­ren Hö­he;
wel­che De­ri­vat­ge­schäf­te Nicht­fi­nan­zi­el­ler Ge­gen­par­tei­en bei der Be­rech­nung der Schwel­len­wer­te nicht zu be­rück­sich­ti­gen sind;
den Schwel­len­wert für Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en.
1Die FIN­MA re­gelt, wel­che De­ri­va­te über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den müs­sen. Sie be­rück­sich­tigt da­bei:
den Grad von de­ren recht­li­cher und ope­ra­tio­nel­ler Stan­dar­di­sie­rung;
de­ren Li­qui­di­tät;
de­ren Han­dels­vo­lu­men;
die Ver­füg­bar­keit von Preis­bil­dungs­in­for­ma­tio­nen in der je­wei­li­gen Ka­te­go­rie;
die mit ih­nen ver­bun­de­nen Ge­gen­par­tei­ri­si­ken.
2Sie trägt da­bei an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung Rech­nung. Sie kann die Ein­füh­rung der Ab­rech­nungs­pflicht nach De­ri­vat­ka­te­go­rie zeit­lich staf­feln.
3Kei­ne Ab­rech­nungs­pflicht kann auf­er­legt wer­den für:
De­ri­va­te, die von kei­ner be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den;
Wäh­rungs­swaps und -ter­min­ge­schäf­te, so­weit sie Zug um Zug (pay­ment ver­sus pay­ment) ab­ge­wi­ckelt wer­den.
Die Pflicht, über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­zu­rech­nen, be­steht auch dann, wenn die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei der ab­rech­nungs­pflich­ti­gen Schwei­zer Ge­gen­par­tei ab­rech­nungs­pflich­tig wä­re, wenn sie ih­ren Sitz in der Schweiz hät­te.
De­ri­vat­ge­schäf­te müs­sen nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, wenn:
bei­de Ge­gen­par­tei­en in die­sel­be Voll­kon­so­li­die­rung ein­be­zo­gen sind;
bei­de Ge­gen­par­tei­en ge­eig­ne­ten zen­tra­li­sier­ten Ri­si­ko­be­wer­tungs-, -mess- und -kon­troll­ver­fah­ren un­ter­lie­gen; und
die Ge­schäf­te nicht in Um­ge­hung der Ab­rech­nungs­pflicht er­fol­gen.
1De­ri­vat­ge­schäf­te müs­sen ei­nem von der FIN­MA be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ge­mel­det wer­den.
2Zur Mel­dung ver­pflich­tet sind:
bei Ge­schäf­ten zwi­schen ei­ner Fi­nan­zi­el­len und ei­ner Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei: die Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei;
bei Ge­schäf­ten zwi­schen zwei Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en:
die Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei, die nicht klein ist nach Ar­ti­kel 99,
die ver­kau­fen­de Ge­gen­par­tei bei ei­nem Ge­schäft zwi­schen zwei klei­nen oder zwei nicht klei­nen Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en;
die Ge­gen­par­tei mit Sitz in der Schweiz, wenn die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei nicht mel­det.
3Han­delt es sich um ein Ge­schäft zwi­schen Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en, gilt Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c sinn­ge­mä­ss. Ein Ge­schäft zwi­schen klei­nen Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en muss nicht ge­mel­det wer­den.
4Wird das Ge­schäft zen­tral ab­ge­rech­net, so er­folgt die Mel­dung durch die zen­tra­le Ge­gen­par­tei. So­fern ei­ne an­er­kann­te aus­län­di­sche zen­tra­le Ge­gen­par­tei die Mel­dun­gen nicht er­stat­tet, ver­bleibt die Mel­de­pflicht bei den Ge­gen­par­tei­en.
6Be­steht kein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter, so be­stimmt der Bun­des­rat die Stel­le, der die Mel­dung zu er­stat­ten ist.
1Die Mel­dung ist spä­tes­tens am auf den Ab­schluss, die Än­de­rung oder die Be­en­di­gung des De­ri­vat­ge­schäfts fol­gen­den Ar­beits­tag zu er­stat­ten.
2Für je­des Ge­schäft sind min­des­tens zu mel­den:
die Iden­ti­tät der Ge­gen­par­tei­en, ins­be­son­de­re de­ren Fir­ma und Sitz;
die Fäl­lig­keit;
der No­mi­nal­wert;
das Ab­wick­lungs­da­tum;
die Wäh­rung.
3Der Bun­des­rat kann die Mel­dung wei­te­rer An­ga­ben vor­se­hen und re­gelt das For­mat der Mel­dung.
4Die Mel­dung an ein an­er­kann­tes aus­län­di­sches Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter kann wei­ter­ge­hen­de An­ga­ben ent­hal­ten. Han­delt es sich da­bei um Per­so­nen­da­ten, so ist da­für die Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son ein­zu­ho­len.
Ge­gen­par­tei­en müs­sen die Be­le­ge über ih­re De­ri­vat­ge­schäf­te nach den Vor­schrif­ten von Ar­ti­kel 958f OR1 auf­be­wah­ren.
1Für OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te, die nicht über ei­ne durch die FIN­MA be­wil­lig­te oder an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den müs­sen, sind die Pflich­ten die­ses Ab­schnitts ein­zu­hal­ten.
2Die­se Pflich­ten gel­ten nicht bei:
De­ri­vat­ge­schäf­ten mit Ge­gen­par­tei­en nach den Ar­ti­keln 93 Ab­satz 4 und 94 Ab­satz 1;
Wäh­rungs­swaps und -ter­min­ge­schäf­ten;
frei­wil­lig über ei­ne durch die FIN­MA be­wil­lig­te oder an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­ne­ten De­ri­vat­ge­schäf­ten.
3Der Bun­des­rat kann aus Grün­den der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit und un­ter Be­rück­sich­ti­gung an­er­kann­ter in­ter­na­tio­na­ler Stan­dards wei­te­re voll­um­fäng­li­che oder teil­wei­se Aus­nah­men vor­se­hen.
Ge­gen­par­tei­en er­fas­sen, be­ob­ach­ten und min­dern ope­ra­tio­nel­le Ri­si­ken und Ge­gen­par­tei­ri­si­ken aus De­ri­vat­ge­schäf­ten nach Ar­ti­kel 107 Ab­satz 1. Sie ha­ben ins­be­son­de­re:
die Ver­trags­be­din­gun­gen der De­ri­vat­ge­schäf­te recht­zei­tig zu be­stä­ti­gen;
über Ver­fah­ren zu ver­fü­gen, um die Port­fo­li­os auf­ein­an­der ab­zu­stim­men und die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken zu be­herr­schen, aus­ser die Ge­gen­par­tei ist ei­ne klei­ne Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei;
über Ver­fah­ren zu ver­fü­gen, um Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Par­tei­en früh­zei­tig zu er­ken­nen und aus­zuräu­men;
re­gel­mäs­sig, aber min­des­tens zwei­mal jähr­lich ei­ne Port­fo­lio­kom­pres­si­on durch­zu­füh­ren, so­weit dies zur Ver­rin­ge­rung ih­res Ge­gen­par­tei­ri­si­kos an­ge­zeigt ist und so­weit sie 500 oder mehr nicht zen­tral ab­ge­rech­ne­te OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te of­fen­ste­hen ha­ben.
1Ge­gen­par­tei­en ha­ben De­ri­va­te auf der Ba­sis der ak­tu­el­len Kur­se täg­lich zu be­wer­ten.
2Die­se Pflicht gilt nicht bei Ge­schäf­ten mit klei­nen Ge­gen­par­tei­en.
3So­fern die Markt­be­din­gun­gen ei­ne Be­wer­tung zu Markt­prei­sen nicht zu­las­sen, ist ei­ne Be­wer­tung nach Be­wer­tungs­mo­del­len vor­zu­neh­men. Die Be­wer­tungs­mo­del­le müs­sen an­ge­mes­sen und in der Pra­xis an­er­kannt sein.
4Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en kön­nen für die Be­wer­tung Drit­te bei­zie­hen.
1Ge­gen­par­tei­en mit Aus­nah­me der klei­nen Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en ha­ben an­ge­mes­se­ne Si­cher­hei­ten aus­zut­au­schen.
2Sie müs­sen in der La­ge sein, die Si­cher­hei­ten von ei­ge­nen Ver­mö­gens­wer­ten an­ge­mes­sen zu tren­nen.
3Ab­re­den über die frei­hän­di­ge Ver­wer­tung von nach Ab­satz 1 aus­ge­tausch­ten Si­cher­hei­ten, de­ren Wert ob­jek­tiv be­stimm­bar ist, blei­ben auch in ei­nem Zwangs­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren und bei In­sol­venz­mass­nah­men ge­gen den Si­che­rungs­ge­ber be­ste­hen.
4Der Bun­des­rat re­gelt die An­for­de­run­gen an den Aus­tausch von Si­cher­hei­ten.
Es müs­sen kei­ne Si­cher­hei­ten aus­ge­tauscht wer­den, wenn:
bei­de Ge­gen­par­tei­en ge­eig­ne­ten zen­tra­li­sier­ten Ri­si­ko­be­wer­tungs-, -mess- und -kon­troll­ver­fah­ren un­ter­lie­gen;
kei­ne recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Hin­der­nis­se für die un­ver­züg­li­che Über­tra­gung von Ei­gen­mit­teln oder die Rück­zah­lung von Ver­bind­lich­kei­ten be­ste­hen; und
die Ge­schäf­te nicht in Um­ge­hung der Pflicht zum Aus­tausch von Si­cher­hei­ten er­fol­gen.
1Ge­gen­par­tei­en ha­ben al­le De­ri­va­te nach Ar­ti­kel 113 zu han­deln über einen von der FIN­MA:
be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten Han­dels­platz; oder
be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems.
1Die FIN­MA re­gelt, wel­che De­ri­va­te über einen Han­dels­platz oder ein Han­dels­sys­tem nach Ar­ti­kel 112 Ab­satz 1 ge­han­delt wer­den müs­sen. Sie be­rück­sich­tigt da­bei:
2Sie trägt da­bei an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung Rech­nung. Sie kann die Ein­füh­rung der Pflicht, über einen Han­dels­platz oder ein Han­dels­sys­tem zu han­deln, nach De­ri­va­te­ka­te­go­rie zeit­lich staf­feln.
3Kei­ne Pflicht, nach Ar­ti­kel 112 zu han­deln, kann auf­er­legt wer­den für:
De­ri­va­te, die von kei­nem ent­spre­chen­den Han­dels­platz oder Han­dels­sys­tem zum Han­del zu­ge­las­sen sind;
Die Pflicht, De­ri­vat­ge­schäf­te nach Ar­ti­kel 112 zu han­deln, be­steht auch dann, wenn die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei der pflich­ti­gen Schwei­zer Ge­gen­par­tei die­ser Pflicht un­ter­ste­hen wür­de, wenn sie ih­ren Sitz in der Schweiz hät­te.
Die Pflicht, nach Ar­ti­kel 112 zu han­deln, gilt nicht, wenn:
der Han­del nicht in Um­ge­hung die­ser Pflicht er­folgt.
1Die Re­vi­si­ons­stel­len nach den Ar­ti­keln 727 und 727a OR1 prü­fen im Rah­men ih­rer Re­vi­si­on, ob die Ge­gen­par­tei­en die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels ein­hal­ten.
2Bei den Be­auf­sich­tig­ten rich­tet sich die Prü­fung nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen.
3Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen zur Auf­sicht und Ober­auf­sicht der be­ruf­li­chen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge.
1Die Prüf­ge­sell­schaf­ten er­stat­ten der FIN­MA Be­richt.
2Für die Re­vi­si­ons­stel­len gel­ten bei Ver­stös­sen ge­gen Pflich­ten die­ses Ka­pi­tels die An­zei­ge­pflich­ten nach Ar­ti­kel 728c Ab­sät­ze 1 und 2 OR1.
3Trifft das Un­ter­neh­men trotz er­folg­ter An­zei­ge durch die Re­vi­si­ons­stel­le kei­ne an­ge­mes­se­nen Mass­nah­men, so mel­det die Re­vi­si­ons­stel­le die Ver­stös­se dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment.
1Der Bun­des­rat kann für die Grös­se der Net­to­po­si­tio­nen in Wa­ren­de­ri­va­ten, die ei­ne Per­son hal­ten darf, Li­mi­ten ein­füh­ren, so­weit dies für ei­ne ge­ord­ne­te Preis­bil­dung und Ab­wick­lung so­wie für die Her­stel­lung von Kon­ver­genz zwi­schen den Prei­sen am De­ri­vat­markt und den­je­ni­gen am Ba­sis­markt not­wen­dig ist. Er be­rück­sich­tigt da­bei an­er­kann­te in­ter­na­tio­na­le Stan­dards und die aus­län­di­sche Recht­s­ent­wick­lung.
2Er re­gelt für die Po­si­ti­ons­li­mi­ten:
die Be­mes­sung der Net­to­po­si­tio­nen;
die Aus­nah­men für Po­si­tio­nen, die für ei­ne Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei ge­hal­ten wer­den und da­zu die­nen, die Ri­si­ken zu re­du­zie­ren, die un­mit­tel­bar mit ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit oder ih­rer Li­qui­di­täts- oder Ver­mö­gens­be­wirt­schaf­tung ver­bun­den sind;
die für die Trans­pa­renz des Wa­ren­de­ri­vat­han­dels er­for­der­li­chen Mel­de­pflich­ten.
3Die FIN­MA be­stimmt die Po­si­ti­ons­li­mi­ten für die ein­zel­nen Wa­ren­de­ri­va­te.
1Der Han­dels­platz über­wacht zur Durch­set­zung von Po­si­ti­ons­li­mi­ten die of­fe­nen Po­si­tio­nen. Er kann von je­dem Teil­neh­mer ver­lan­gen, dass:
die­ser ihm Zu­gang ge­währt zu al­len für die Durch­set­zung der Po­si­ti­ons­li­mi­ten not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen;
die­ser Po­si­tio­nen auf­löst oder re­du­ziert, wenn die Po­si­ti­ons­li­mi­ten über­schrit­ten sind.
2Für Be­trei­ber von or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­te­men und de­ren Kun­den gilt Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss.
1Wer di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten Ak­ti­en oder Er­werbs- oder Ver­äus­se­rungs­rech­te be­züg­lich Ak­ti­en ei­ner Ge­sell­schaft mit Sitz in der Schweiz, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ganz oder teil­wei­se in der Schweiz ko­tiert sind, oder ei­ner Ge­sell­schaft mit Sitz im Aus­land, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ganz oder teil­wei­se in der Schweiz haupt­ko­tiert sind, er­wirbt oder ver­äus­sert und da­durch den Grenz­wert von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 33⅓, 50 oder 66⅔ Pro­zent der Stimm­rech­te, ob aus­üb­bar oder nicht, er­reicht, un­ter- oder über­schrei­tet, muss dies der Ge­sell­schaft und den Bör­sen, an de­nen die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ko­tiert sind, mel­den.
2Die­ser Mel­de­pflicht un­ter­ste­hen Fi­nan­zin­ter­me­di­äre nicht, die für Rech­nung Drit­ter Ak­ti­en oder Er­werbs- oder Ver­äus­se­rungs­rech­te er­wer­ben oder ver­äus­sern.
3Mel­de­pflich­tig ist zu­dem, wer die Stimm­rech­te an Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren nach Ab­satz 1 nach frei­em Er­mes­sen aus­üben kann.
4Dem Er­werb oder der Ver­äus­se­rung gleich­ge­stellt sind:
die erst­ma­li­ge Ko­tie­rung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren;
die Um­wand­lung von Par­ti­zi­pa­ti­ons- oder Ge­nuss­schei­nen in Ak­ti­en;
die Aus­übung von Wan­del- oder Er­werbs­rech­ten;
Ver­än­de­run­gen des Ge­sell­schafts­ka­pi­tals; und
die Aus­übung von Ver­äus­se­rungs­rech­ten.
5Als in­di­rek­ter Er­werb gel­ten na­ment­lich auch al­le Vor­gän­ge, die im Er­geb­nis das Stimm­recht über die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ver­mit­teln kön­nen. Aus­ge­nom­men ist die Er­tei­lung von Voll­mach­ten aus­sch­liess­lich zur Ver­tre­tung an ei­ner Ge­ne­ral­ver­samm­lung.
Ei­ne ver­trag­lich oder auf an­de­re Wei­se or­ga­ni­sier­te Grup­pe muss die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 120 als Grup­pe er­fül­len und Mel­dung er­stat­ten über:
die Ge­samt­be­tei­li­gung;
die Iden­ti­tät der ein­zel­nen Mit­glie­der;
die Art der Ab­spra­che;
die Ver­tre­tung.
Ha­ben die Ge­sell­schaft oder die Bör­sen Grund zur An­nah­me, dass ei­ne Ak­tio­nä­rin oder ein Ak­tio­när ih­rer oder sei­ner Mel­de­pflicht nicht nach­ge­kom­men ist, so tei­len sie dies der FIN­MA mit.
1Die FIN­MA er­lässt Be­stim­mun­gen über:
den Um­fang der Mel­de­pflicht;
die Be­hand­lung von Er­werbs- und Ver­äus­se­rungs­rech­ten;
die Be­rech­nung der Stimm­rech­te;
die Frist, in­ner­halb de­rer der Mel­de­pflicht nach­ge­kom­men wer­den muss;
die Frist, in­ner­halb de­rer ei­ne Ge­sell­schaft Ver­än­de­run­gen der Be­sitz­ver­hält­nis­se nach Ar­ti­kel 120 zu ver­öf­fent­li­chen hat.
2Die FIN­MA kann aus wich­ti­gen Grün­den Aus­nah­men oder Er­leich­te­run­gen von der Mel­de- oder Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht vor­se­hen, ins­be­son­de­re wenn die Ge­schäf­te:
von kurz­fris­ti­ger Na­tur sind;
mit kei­ner Ab­sicht ver­bun­den sind, das Stimm­recht aus­zuü­ben; oder
an Be­din­gun­gen ge­knüpft sind.
3Wer Ef­fek­ten er­wer­ben will, kann über Be­stand oder Nicht­be­stand ei­ner Of­fen­le­gungs­pflicht einen Ent­scheid der FIN­MA ein­ho­len.
Die Ge­sell­schaft muss die ihr mit­ge­teil­ten In­for­ma­tio­nen über die Ver­än­de­run­gen bei den Stimm­rech­ten ver­öf­fent­li­chen.
1Die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels so­wie Ar­ti­kel 163 gel­ten für öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te für Be­tei­li­gungs­pa­pie­re von Ge­sell­schaf­ten (Ziel­ge­sell­schaf­ten):
mit Sitz in der Schweiz, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re min­des­tens teil­wei­se an ei­ner Bör­se in der Schweiz ko­tiert sind;
mit Sitz im Aus­land, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re min­des­tens teil­wei­se an ei­ner Bör­se in der Schweiz haupt­ko­tiert sind.
2Ist im Zu­sam­men­hang mit ei­nem öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bot gleich­zei­tig schwei­ze­ri­sches und aus­län­di­sches Recht an­wend­bar, so kann auf die An­wen­dung der Vor­schrif­ten des schwei­ze­ri­schen Rechts ver­zich­tet wer­den, so­weit:
die An­wen­dung des schwei­ze­ri­schen Rechts zu ei­nem Kon­flikt mit dem aus­län­di­schen Recht füh­ren wür­de; und
das aus­län­di­sche Recht einen Schutz der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­währ­leis­tet, der demje­ni­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts gleich­wer­tig ist.
3Die Ge­sell­schaf­ten kön­nen vor der Ko­tie­rung ih­rer Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ge­mä­ss Ab­satz 1 in ih­ren Sta­tu­ten fest­le­gen, dass ein Über­neh­mer nicht zu ei­nem öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bot nach den Ar­ti­keln 135 und 163 ver­pflich­tet ist.
4Ei­ne Ge­sell­schaft kann je­der­zeit ei­ne Be­stim­mung ge­mä­ss Ab­satz 3 in ih­re Sta­tu­ten auf­neh­men, so­fern dies nicht ei­ne Be­nach­tei­li­gung der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre im Sin­ne von Ar­ti­kel 706 OR1 be­wirkt.
1Die FIN­MA be­stellt nach An­hö­rung der Bör­sen ei­ne Kom­mis­si­on für öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te (Über­nah­me­kom­mis­si­on). Die­se Kom­mis­si­on setzt sich aus sach­ver­stän­di­gen Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Ef­fek­ten­händ­ler, der ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten und der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu­sam­men. Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren der Über­nah­me­kom­mis­si­on sind der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
2Die Be­stim­mun­gen, die nach die­sem Ge­setz von der Über­nah­me­kom­mis­si­on er­las­sen wer­den, be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA.
3Die Über­nah­me­kom­mis­si­on über­prüft die Ein­hal­tung der Be­stim­mun­gen über öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te (Über­nah­me­sa­chen) im Ein­zel­fall.
4Sie be­rich­tet der FIN­MA ein­mal jähr­lich über ih­re Tä­tig­keit.
5Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann von den Par­tei­en in Ver­fah­ren in Über­nah­me­sa­chen Ge­büh­ren er­he­ben. Der Bun­des­rat re­gelt die Ge­büh­ren. Er be­rück­sich­tigt da­bei den Wert der Trans­ak­tio­nen und den Schwie­rig­keits­grad des Ver­fah­rens.
6Die Bör­sen tra­gen die Kos­ten, die nicht durch die Ge­büh­ren ge­deckt sind.
1Der An­bie­ter muss das An­ge­bot mit wah­ren und voll­stän­di­gen In­for­ma­tio­nen im Pro­spekt ver­öf­fent­li­chen.
2Er muss die Be­sit­ze­rin­nen und Be­sit­zer von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren der­sel­ben Art gleich be­han­deln.
3Die Pflich­ten des An­bie­ters gel­ten für al­le, die mit ihm in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che han­deln.
1Der An­bie­ter muss das An­ge­bot vor der Ver­öf­fent­li­chung ei­ner von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 RAG1 zu­ge­las­se­nen Prüf­ge­sell­schaft oder ei­nem Ef­fek­ten­händ­ler zur Prü­fung un­ter­brei­ten.
2Die Prüf­stel­le prüft, ob das An­ge­bot dem Ge­setz und den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen ent­spricht.
Die Ver­käu­fe­rin oder der Ver­käu­fer kann von Ver­trä­gen zu­rück­tre­ten oder be­reits ab­ge­wi­ckel­te Ver­käu­fe rück­gän­gig ma­chen, wenn die­se auf der Grund­la­ge ei­nes un­ter­sag­ten An­ge­bots ab­ge­schlos­sen oder ge­tä­tigt wor­den sind.
1Der An­bie­ter muss das Er­geb­nis des öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bots nach Ab­lauf der An­ge­bots­frist ver­öf­fent­li­chen.
2Wer­den die Be­din­gun­gen des An­ge­bots er­füllt, so muss der An­bie­ter die An­ge­bots­frist für die­je­ni­gen In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von Ak­ti­en und an­de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren ver­län­gern, die bis­her das An­ge­bot nicht an­ge­nom­men ha­ben.
Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­lässt zu­sätz­li­che Be­stim­mun­gen über:
die Vor­an­mel­dung ei­nes An­ge­bots vor sei­ner Ver­öf­fent­li­chung;
den In­halt und die Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­botspro­spekts so­wie über die Be­din­gun­gen, de­nen ein An­ge­bot un­ter­wor­fen wer­den kann;
die Re­geln der Lau­ter­keit für öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te;
die Prü­fung des An­ge­bots durch ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 RAG1 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft oder einen Ef­fek­ten­händ­ler;
die An­ge­bots­frist und de­ren Ver­län­ge­rung, die Be­din­gun­gen des Wi­der­rufs und der Än­de­run­gen des An­ge­bots so­wie die Rück­tritts­frist für den Ver­käu­fer;
das Han­deln in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten;
ihr Ver­fah­ren.
1Der Ver­wal­tungs­rat der Ziel­ge­sell­schaft (Art. 125 Abs. 1) legt den In­ha­be­rin­nen und In­ha­bern von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren einen Be­richt vor, in dem er zum An­ge­bot Stel­lung nimmt. Die im Be­richt ent­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen müs­sen wahr und voll­stän­dig sein. Der Ver­wal­tungs­rat der Ziel­ge­sell­schaft ver­öf­fent­licht den Be­richt.
2Er darf von der Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots bis zur Ver­öf­fent­li­chung des Er­geb­nis­ses kei­ne Rechts­ge­schäf­te be­schlies­sen, mit de­nen der Ak­tiv- oder Pas­siv­be­stand der Ge­sell­schaft in be­deu­ten­der Wei­se ver­än­dert wür­de. Be­schlüs­se der Ge­ne­ral­ver­samm­lung un­ter­lie­gen die­ser Be­schrän­kung nicht und dür­fen aus­ge­führt wer­den, un­ab­hän­gig da­von, ob sie vor oder nach der Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots ge­fasst wur­den.
3Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­lässt Be­stim­mun­gen über:
den Be­richt des Ver­wal­tungs­ra­tes der Ziel­ge­sell­schaft;
über die Mass­nah­men, die un­zu­läs­si­ger­wei­se dar­auf ab­zie­len, ei­nem An­ge­bot zu­vor­zu­kom­men oder des­sen Er­folg zu ver­hin­dern.
1Bei kon­kur­rie­ren­den An­ge­bo­ten müs­sen die In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren der Ziel­ge­sell­schaft das An­ge­bot frei wäh­len kön­nen.
2Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­lässt Be­stim­mun­gen über die kon­kur­rie­ren­den An­ge­bo­te und de­ren Aus­wir­kun­gen auf das ers­te An­ge­bot.
1Der An­bie­ter oder wer di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten über ei­ne Be­tei­li­gung von min­des­tens 3 Pro­zent der Stimm­rech­te, ob aus­üb­bar oder nicht, der Ziel­ge­sell­schaft oder ge­ge­be­nen­falls ei­ner an­dern Ge­sell­schaft, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zum Tausch an­ge­bo­ten wer­den, ver­fügt, muss von der Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots bis zum Ab­lauf der An­ge­bots­frist der Über­nah­me­kom­mis­si­on und den Bör­sen, an de­nen die Pa­pie­re ko­tiert sind, je­den Er­werb oder Ver­kauf von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren die­ser Ge­sell­schaft mel­den.
2Ei­ne ver­trag­lich oder auf an­de­re Wei­se or­ga­ni­sier­te Grup­pe un­ter­steht die­ser Mel­de­pflicht nur als Grup­pe.
3Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann die Per­son der­sel­ben Pflicht un­ter­stel­len, die von der Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots an bis zum Ab­lauf der An­ge­bots­frist di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten einen ge­wis­sen Pro­zent­satz von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren der Ziel­ge­sell­schaft oder ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zum Tausch an­ge­bo­ten wer­den, kauft oder ver­kauft.
4Ha­ben die Ge­sell­schaft oder die Bör­sen Grund zur An­nah­me, dass ei­ne In­ha­be­rin oder ein In­ha­ber von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren ih­rer oder sei­ner Mel­de­pflicht nicht nach­ge­kom­men ist, so tei­len sie dies der Über­nah­me­kom­mis­si­on mit.
5Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­lässt Be­stim­mun­gen über Um­fang, Form und Frist der Mel­dung und den für die An­wen­dung von Ab­satz 3 re­le­van­ten Pro­zent­satz.
1Wer di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten Be­tei­li­gungs­pa­pie­re er­wirbt und da­mit zu­sam­men mit den Pa­pie­ren, die er be­reits be­sitzt, den Grenz­wert von 33⅓ Pro­zent der Stimm­rech­te ei­ner Ziel­ge­sell­schaft, ob aus­üb­bar oder nicht, über­schrei­tet, muss ein An­ge­bot un­ter­brei­ten für al­le ko­tier­ten Be­tei­li­gungs­pa­pie­re der Ge­sell­schaft. Die Ziel­ge­sell­schaf­ten kön­nen in ih­ren Sta­tu­ten den Grenz­wert bis auf 49 Pro­zent der Stimm­rech­te an­he­ben.
2Der Preis des An­ge­bots muss min­des­tens gleich hoch sein wie der hö­he­re der fol­gen­den Be­trä­ge:
der Bör­sen­kurs;
der höchs­te Preis, den der An­bie­ter in den zwölf letz­ten Mo­na­ten für Be­tei­li­gungs­pa­pie­re der Ziel­ge­sell­schaft be­zahlt hat.
3Hat die Ge­sell­schaft meh­re­re Ar­ten von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren aus­ge­ge­ben, so müs­sen die Prei­se für die ver­schie­de­nen Ar­ten von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren in ei­nem an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis zu­ein­an­der ste­hen.
4Die FIN­MA er­lässt Be­stim­mun­gen über die An­ge­bots­pflicht. Die Über­nah­me­kom­mis­si­on hat ein An­trags­recht.
5Gibt es hin­rei­chen­de An­halts­punk­te da­für, dass ei­ne Per­son ih­rer An­ge­bots­pflicht nicht nach­kommt, so kann die Über­nah­me­kom­mis­si­on bis zur Klä­rung und ge­ge­be­nen­falls Er­fül­lung der An­ge­bots­pflicht:
das Stimm­recht und die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Rech­te die­ser Per­son sus­pen­die­ren; und
die­ser Per­son ver­bie­ten, di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten wei­te­re Ak­ti­en so­wie Er­werbs- oder Ver­äus­se­rungs­rech­te be­züg­lich Ak­ti­en der Ziel­ge­sell­schaft zu er­wer­ben.
1Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann in be­rech­tig­ten Fäl­len Aus­nah­men von der An­ge­bots­pflicht ge­wäh­ren, na­ment­lich wenn:
die Stimm­rech­te in­ner­halb ei­ner ver­trag­lich oder auf an­de­re Wei­se or­ga­ni­sier­ten Grup­pe über­tra­gen wer­den. Die Grup­pe un­ter­steht in die­sem Fall der An­ge­bots­pflicht nur als Grup­pe;
die Über­schrei­tung aus ei­ner Ver­rin­ge­rung der Ge­samt­zahl der Stimm­rech­te der Ge­sell­schaft re­sul­tiert;
der Grenz­wert nur vor­über­ge­hend über­schrit­ten wird;
die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re un­ent­gelt­lich oder, im Rah­men ei­ner Ka­pi­tal­er­hö­hung, vor­zugs­wei­se ge­zeich­net wer­den;
die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zu Sa­nie­rungs­zwe­cken er­wor­ben wer­den.
2Die An­ge­bots­pflicht ent­fällt, wenn die Stimm­rech­te durch Schen­kung, Erb­gang, Erb­tei­lung, ehe­li­ches Gü­ter­recht oder Zwangs­voll­stre­ckung er­wor­ben wer­den.
1Ver­fügt der An­bie­ter nach Ab­lauf der An­ge­bots­frist über mehr als 98 Pro­zent der Stimm­rech­te der Ziel­ge­sell­schaft, so kann er bin­nen ei­ner Frist von drei Mo­na­ten vom Ge­richt ver­lan­gen, die rest­li­chen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re für kraft­los zu er­klä­ren. Der An­bie­ter muss zu die­sem Zweck ge­gen die Ge­sell­schaft Kla­ge er­he­ben. Die rest­li­chen Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre kön­nen dem Ver­fah­ren bei­tre­ten.
2Die Ge­sell­schaft gibt die­se Be­tei­li­gungs­pa­pie­re er­neut aus und über­gibt sie dem An­bie­ter ge­gen Ent­rich­tung des An­ge­bots­prei­ses oder Er­fül­lung des Aus­tausch­an­ge­bots zu­guns­ten der Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer der für kraft­los er­klär­ten Be­tei­li­gungs­pa­pie­re.
1Die Über­nah­me­kom­mis­si­on trifft die zum Voll­zug der Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels und sei­ner Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen not­wen­di­gen Ver­fü­gun­gen und über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Vor­schrif­ten. Sie kann die Ver­fü­gun­gen ver­öf­fent­li­chen.
2Per­so­nen und Ge­sell­schaf­ten, die ei­ner Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 134 un­ter­ste­hen, so­wie Per­so­nen und Ge­sell­schaf­ten, die nach Ar­ti­kel 139 Ab­sät­ze 2 und 3 Par­tei­stel­lung ha­ben kön­nen, müs­sen der Über­nah­me­kom­mis­si­on al­le Aus­künf­te er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­ge­ben, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.
3Er­hält die Über­nah­me­kom­mis­si­on Kennt­nis von Ver­let­zun­gen der Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels oder von sons­ti­gen Miss­stän­den, so sorgt sie für die Wie­der­her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des und für die Be­sei­ti­gung der Miss­stän­de.
4Er­hält die Über­nah­me­kom­mis­si­on Kennt­nis von ge­mein­recht­li­chen Ver­bre­chen und Ver­ge­hen so­wie Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz, so be­nach­rich­tigt sie un­ver­züg­lich die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den.
1Für das Ver­fah­ren der Über­nah­me­kom­mis­si­on gel­ten un­ter Vor­be­halt der nach­fol­gen­den Aus­nah­men die Be­stim­mun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681.
2Im Ver­fah­ren in Über­nah­me­sa­chen ha­ben Par­tei­stel­lung:
der An­bie­ter;
die Per­so­nen, die mit dem An­bie­ter in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che han­deln; und
die Ziel­ge­sell­schaft.
3Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre mit min­des­tens drei Pro­zent der Stimm­rech­te an der Ziel­ge­sell­schaft, ob aus­üb­bar oder nicht, ha­ben eben­falls Par­tei­stel­lung, wenn sie die­se bei der Über­nah­me­kom­mis­si­on be­an­spru­chen.
4Auf Ver­fah­ren in Über­nah­me­sa­chen bei der Über­nah­me­kom­mis­si­on sind die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Still­stand der Fris­ten nicht an­wend­bar.
5Die Ein­rei­chung von Rechts­schrif­ten durch Te­le­fax oder auf elek­tro­ni­sche Wei­se ist im Schrift­ver­kehr mit der Über­nah­me­kom­mis­si­on zu­läs­sig und wird für die Ein­hal­tung von Fris­ten an­er­kannt.
1Ver­fü­gun­gen der Über­nah­me­kom­mis­si­on kön­nen in­nert ei­ner Frist von fünf Bör­sen­ta­gen bei der FIN­MA an­ge­foch­ten wer­den.
2Die An­fech­tung hat schrift­lich bei der FIN­MA zu er­fol­gen und ist zu be­grün­den. Die Über­nah­me­kom­mis­si­on lei­tet in die­sem Fall ih­re Ak­ten der FIN­MA wei­ter.
3Ar­ti­kel 139 Ab­sät­ze 1, 4 und 5 ist auf das Be­schwer­de­ver­fah­ren vor der FIN­MA an­wend­bar.
1Ge­gen Ent­schei­de der FIN­MA in Über­nah­me­sa­chen kann nach Mass­ga­be des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20051 beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.
2Die Be­schwer­de ist in­ner­halb von zehn Ta­gen nach Er­öff­nung des Ent­scheids ein­zu­rei­chen. Sie hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
3Auf Ver­fah­ren in Über­nah­me­sa­chen vor Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sind die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Still­stand der Fris­ten nicht an­wend­bar.
1Un­zu­läs­sig han­delt, wer ei­ne In­si­de­r­in­for­ma­ti­on, von der er weiss oder wis­sen muss, dass es ei­ne In­si­de­r­in­for­ma­ti­on ist, oder ei­ne Emp­feh­lung, von der er weiss oder wis­sen muss, dass sie auf ei­ner In­si­de­r­in­for­ma­ti­on be­ruht:
da­zu aus­nützt, Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, zu er­wer­ben, zu ver­äus­sern oder dar­aus ab­ge­lei­te­te De­ri­va­te ein­zu­set­zen;
ei­nem an­de­ren mit­teilt;
da­zu aus­nützt, ei­nem an­de­ren ei­ne Emp­feh­lung zum Er­werb oder zur Ver­äus­se­rung von Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, oder zum Ein­satz von dar­aus ab­ge­lei­te­ten De­ri­va­ten ab­zu­ge­ben.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die zu­läs­si­ge Ver­wen­dung von In­si­de­r­in­for­ma­tio­nen, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit:
Ef­fek­ten­ge­schäf­ten zur Vor­be­rei­tung ei­nes öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bots;
ei­ner be­son­de­ren Rechts­stel­lung des In­for­ma­ti­ons­emp­fän­gers.
1Un­zu­läs­sig han­delt, wer:
In­for­ma­tio­nen öf­fent­lich ver­brei­tet, von de­nen er weiss oder wis­sen muss, dass sie falsche oder ir­re­füh­ren­de Si­gna­le für das An­ge­bot, die Nach­fra­ge oder den Kurs von Ef­fek­ten ge­ben, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind;
Ge­schäf­te oder Kauf- oder Ver­kaufs­auf­trä­ge tä­tigt, von de­nen er weiss oder wis­sen muss, dass sie falsche oder ir­re­füh­ren­de Si­gna­le für das An­ge­bot, die Nach­fra­ge oder den Kurs von Ef­fek­ten ge­ben, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über zu­läs­si­ge Ver­hal­tens­wei­sen, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit:
Ef­fek­ten­ge­schäf­ten zum Zweck der Preis­sta­bi­li­sie­rung;
Rück­kauf­pro­gram­men für ei­ge­ne Ef­fek­ten.
Be­ste­hen hin­rei­chen­de An­halts­punk­te da­für, dass ei­ne Per­son ih­ren Mel­de­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 120 und 121 nicht nach­kommt, so kann die FIN­MA, bis zur Klä­rung und ge­ge­be­nen­falls bis zur Er­fül­lung der Mel­de­pflicht:
die­ser Per­son ver­bie­ten, di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten wei­te­re Ak­ti­en so­wie Er­werbs- oder Ver­äus­se­rungs­rech­te be­züg­lich Ak­ti­en der be­trof­fe­nen Ge­sell­schaft zu er­wer­ben.
Die Auf­sichts­in­stru­men­te nach den Ar­ti­keln 29 Ab­satz 1, 30, 32, 34 und 35 FIN­MAG1 sind auf sämt­li­che Per­so­nen an­wend­bar, wel­che die Ar­ti­kel 120, 121, 124, 142 oder 143 die­ses Ge­set­zes ver­let­zen.
Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 134 ei­ner Mel­de­pflicht un­ter­lie­gen oder nach Ar­ti­kel 139 Ab­sät­ze 2 und 3 Par­tei­stel­lung ha­ben kön­nen, ha­ben der FIN­MA al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­zu­ge­ben, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.
ein Ge­heim­nis of­fen­bart, das ihm oder ihr in sei­ner oder ih­rer Ei­gen­schaft als Or­gan, An­ge­stell­te oder An­ge­stell­ter, Be­auf­trag­te oder Be­auf­trag­ter oder Li­qui­da­to­rin oder Li­qui­da­tor ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur an­ver­traut wor­den ist oder das sie oder er in die­ser Ei­gen­schaft wahr­ge­nom­men hat;
zu ei­ner sol­chen Ver­let­zung des Be­rufs­ge­heim­nis­ses zu ver­lei­ten sucht;
ein ihr oder ihm un­ter Ver­let­zung von Buch­sta­be a of­fen­bar­tes Ge­heim­nis wei­te­ren Per­so­nen of­fen­bart oder für sich oder einen an­de­ren aus­nützt.
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer sich oder ei­nem an­de­ren durch ei­ne Hand­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder c einen Ver­mö­gens­vor­teil ver­schafft.
3Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft.
4Die Ver­let­zung des Be­rufs­ge­heim­nis­ses ist auch nach Be­en­di­gung des amt­li­chen oder dienst­li­chen Ver­hält­nis­ses oder der Be­rufs­aus­übung straf­bar.
5Vor­be­hal­ten blei­ben die eid­ge­nös­si­schen und kan­to­na­len Be­stim­mun­gen über die Zeug­nis­pflicht und über die Aus­kunfts­pflicht ge­gen­über ei­ner Be­hör­de.
Mit Bus­se bis zu 500 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
ge­gen die Be­stim­mung über den Schutz vor Ver­wechs­lung und Täu­schung (Art. 16) ver­stösst;
die nach den Ar­ti­keln 9 und 17 vor­ge­schrie­be­nen Mel­dun­gen an die Auf­sichts­be­hör­den nicht, falsch oder zu spät er­stat­tet.
die Auf­zeich­nungs­pflicht nach Ar­ti­kel 38 ver­letzt;
die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 39 ver­letzt.
Mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
die Ab­rech­nungs­pflicht nach Ar­ti­kel 97 ver­letzt;
die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 104 ver­letzt;
die Ri­si­komin­de­rungs­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 107-110 ver­letzt;
die Pflicht nach Ar­ti­kel 112 ver­letzt.
1Mit Bus­se bis zu 10 Mil­lio­nen Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 120 oder 121 ver­letzt;
als In­ha­be­rin oder In­ha­ber ei­ner qua­li­fi­zier­ten Be­tei­li­gung an ei­ner Ziel­ge­sell­schaft den Er­werb oder Ver­kauf von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren die­ser Ge­sell­schaft nicht mel­det (Art. 134).
2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.
Mit Bus­se bis zu 10 Mil­lio­nen Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich ei­ner rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten Pflicht zur Un­ter­brei­tung ei­nes An­ge­bots (Art. 135) kei­ne Fol­ge leis­tet.
den In­ha­be­rin­nen und In­ha­bern von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren die vor­ge­schrie­be­ne Stel­lung­nah­me zu ei­nem An­ge­bot nicht er­stat­tet oder die­se nicht ver­öf­fent­licht (Art. 132 Abs. 1);
in die­ser Stel­lung­nah­me un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht (Art. 132 Abs. 1).
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer als Or­gan oder Mit­glied ei­nes Lei­tungs- oder Auf­sichts­or­gans ei­nes Emit­ten­ten oder ei­ner den Emit­ten­ten be­herr­schen­den oder von ihm be­herrsch­ten Ge­sell­schaft oder als ei­ne Per­son, die auf­grund ih­rer Be­tei­li­gung oder auf­grund ih­rer Tä­tig­keit be­stim­mungs­ge­mä­ss Zu­gang zu In­si­de­r­in­for­ma­tio­nen hat, sich oder ei­nem an­de­ren einen Ver­mö­gens­vor­teil ver­schafft, in­dem er ei­ne In­si­de­r­in­for­ma­ti­on:
2Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer durch ei­ne Hand­lung nach Ab­satz 1 einen Ver­mö­gens­vor­teil von mehr als ei­ner Mil­li­on Fran­ken er­zielt.
3Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer sich oder ei­nem an­de­ren einen Ver­mö­gens­vor­teil ver­schafft, in­dem er ei­ne In­si­de­r­in­for­ma­ti­on oder ei­ne dar­auf be­ru­hen­de Emp­feh­lung, die ihm von ei­ner Per­son nach Ab­satz 1 mit­ge­teilt oder ab­ge­ge­ben wur­de oder die er sich durch ein Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen ver­schafft hat, da­zu aus­nützt, Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, zu er­wer­ben oder zu ver­äus­sern oder dar­aus ab­ge­lei­te­te De­ri­va­te ein­zu­set­zen.
4Mit Bus­se wird be­straft, wer nicht zu den Per­so­nen nach den Ab­sät­zen 1-3 ge­hört und sich oder ei­nem an­de­ren einen Ver­mö­gens­vor­teil ver­schafft, in­dem er ei­ne In­si­de­r­in­for­ma­ti­on oder ei­ne dar­auf be­ru­hen­de Emp­feh­lung da­zu aus­nützt, Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, zu er­wer­ben, zu ver­äus­sern oder dar­aus ab­ge­lei­te­te De­ri­va­te ein­zu­set­zen.
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer in der Ab­sicht, den Kurs von Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, er­heb­lich zu be­ein­flus­sen, um dar­aus für sich oder für einen an­de­ren einen Ver­mö­gens­vor­teil zu er­zie­len:
wi­der bes­se­ren Wis­sens falsche oder ir­re­füh­ren­de In­for­ma­tio­nen ver­brei­tet;
Käu­fe und Ver­käu­fe von sol­chen Ef­fek­ten tä­tigt, die beid­sei­tig di­rekt oder in­di­rekt auf Rech­nung der­sel­ben Per­son oder zu die­sem Zweck ver­bun­de­ner Per­so­nen er­fol­gen.
1Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung der Hand­lun­gen nach den Ar­ti­keln 154 und 155 un­ter­ste­hen der Bun­des­ge­richts­bar­keit. Ei­ne Über­tra­gung der Zu­stän­dig­keit zur Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung auf die kan­to­na­len Be­hör­den ist aus­ge­schlos­sen.
2Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung der Hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 147 ob­lie­gen den Kan­to­nen.