Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt+26,+70
Timestamp: 2018-11-17 22:27:06
Document Index: 99714725

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 239', '§ 239', 'BGH', '§ 239', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 239', 'BGH', 'BGH', '§ 239', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.11.1974 - 4 StR 502/74 - dejure.org
BGH, 21.11.1974 - 4 StR 502/74
Tatbestandsausschließende oder rechtfertigende Wirkung des Einverständnisses zwischen Täter und gesetzlichem Vertreter der noch willensunfähigen Geisel - Geiselnahme am eigenen Kind
BGHSt 26, 70
NJW 1975, 269
JR 1975, 423
Vorliegend hat sich der Angeklagte seines Opfers bemächtigt, indem er es unter anhaltender, vor Beginn der Raub- und Erpressungshandlungen einsetzender Bedrohung mit dem Messer in seiner physischen Gewalt hielt (vgl. BGHSt 26, 70, 72;… BGHR StGB § 239a Abs. 1 Konkurrenzen 1).
bb) Wendete man §§ 239a, 239b StGB auf Fälle an, in denen der Nötigungserfolg im unmittelbaren Gewaltzusammenhang des Sich-Bemächtigens eintritt, so führte dies dazu, daß jedenfalls der weit überwiegende Teil aller Vergewaltigungen gleichzeitig als Geiselnahme, ein großer Teil "typischer" räuberischer Erpressungen zugleich als erpresserischer Menschenraub zu beurteilen wäre; denn in der Regel "bemächtigt" sich der Täter des Opfers, indem er es durch körperliche Kraft oder durch Bedrohung mit einer Waffe in seine physische Gewalt bringt (vgl. BGHSt 26, 70, 72).
Daß das Verhalten des Angeklagten - für sich betrachtet - den Tatbestand des § 239 a StGB erfüllt, steht außer Frage; denn der Angeklagte hat sich seines Opfers bemächtigt, indem er Frau D. in dem umschlossenen Raum ihres PKW's mit der Pistole bedrohte und sie auf diese Weise in seine physische Gewalt brachte (vgl. BGHSt 26, 70, 72).
Das vom Landgericht herangezogene Urteil BGHSt 26, 70 besagt nichts Gegenteiliges.
Dadurch, daß der Angeklagte B. den Bankkunden mit der - scheinbar scharfen - Schußwaffe bedrohte und ihn auf diese Weise in Schach hielt, kann er sich seiner bemächtigt haben (vgl. BGH NStZ 1986, 166 m.w.Nachw.; vgl. auch BGHSt 26, 70, 72).
Erpresserischer Menschenraub (§ 239 a Abs. 1 StGB) setzt voraus, daß der Angeklagte Frau B. durch das Packen am Arm und das Bedrohen mit dem Spielzeugrevolver tatsächlich so in seine Gewalt brachte, daß er die Herrschaft über ihren Körper erlangte (vgl. BGHSt 26, 70, 72) und daß der Angeklagte in der Absicht handelte, die Sorge ihres Ehemannes um ihr Wohl zur Erpressung auszunutzen.
BGH, 22.08.1978 - 1 StR 334/78
Eintritt des strafrechtlichen relevanten Erfolges bei Körperverletzungsdelikten - …
Die Tatsituation unterschied sich von den Fallgestaltungen, die in der Rechtsprechung die Anwendung der §§ 239 a, 239 b StGB geboten haben (BGHSt 26, 70, 72; 26, 309, 310; BGH, Urteil vom 21. Juli 1976 - 2 StR 340/76): Dort hatte der Täter das Opfer an sich gerissen oder es mit einer Schußwaffe in Schach gehalten.