Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-11-2014-9C_141-2014
Timestamp: 2016-10-24 00:08:36
Document Index: 345905480

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 38', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 23', 'BGE']

9C_141/2014 (26.11.2014)
9C_141/2014 � � Urteil vom 26. November 2014
Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank, c/o NAB-2 Futura Vorsorge, Bahnhofplatz 9, 5201 Brugg AG, vertreten durch
Rechtsanw�ltin Dr. Elisabeth Gl�ttli, Beschwerdegegnerin.
A.a.�Am 8. April 2005 verstarb B.________ (geb. 1944). Er war zu diesem Zeitpunkt �ber seine Arbeitgeberin, die C._________ AG, bei der Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank (NAB-2) berufsvorsorgeversichert. Er hinterliess seine Ehefrau A.________ (geb. 1944).
A.b.�Mit an die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank gerichtetem Schreiben vom 21. April 2005 machte D.__________, ehemaliger Leiter des Patronato E.________ Z�rich, Hinterlassenenleistungen f�r A.________ - die Kapitalauszahlung des BVG-Guthabens - geltend. Seinem Schreiben beigelegt waren eine Vollmacht der A.________ vom 21. April 2005, lautend auf das Patronato E.________ und mit dem (Haupt-) Betreff "Hinterlassenenleistungen (Kapitalleistung) Vertrag 1/97759", sowie Kopien der Todesfallmitteilung der Gemeinde und Kopien des Familienb�chleins.
Die (damalige) Stiftung F.________ f�r berufliche Vorsorge informierte D.__________ mit Schreiben vom 28. Mai (recte: April) 2005 dar�ber, dass zwei Leistungsvarianten zur Auswahl st�nden: eine lebensl�ngliche Ehegattenrente von Fr. 13'915.- pro Jahr oder ein Kapitalbezug von Fr. 299'831.-. Ihr Schreiben enthielt den folgenden Hinweis: "Wichtig: Konto muss auf den Namen von Frau A.________ lauten!".
Mit Schreiben vom 10. Mai 2005 reichte D.__________ der Stiftung F._______ eine weitere Vollmacht der A.________ (ebenfalls vom 10. Mai 2005) ein, in welchem als Betreff der Kapitalbezug der Ehegattenrente mit �berweisung auf ein auf das Patronato E.________ lautendes Postkonto angegeben war. Gleichzeitig liess er ihr das Antwortformular, einen Einzahlungsschein f�r ein Postkonto, lautend auf E._________ Svizzera, sowie Kopien des Passes und der Niederlassungsbewilligung der A.________ zukommen.
Im Mai 2005 wurde das Kapital von Fr. 299'831.- auf das angegebene Postkonto �berwiesen. Die Stiftung F._______ setzte das Patronato E.________ dar�ber mit Schreiben vom 17. Mai 2005 in Kenntnis.
A.c.�D.__________ �berwies A.________ unter dem Titel "monatliche Witwenrente" von Juni 2005 bis Dezember 2006 monatlich Fr. 1'392.- und von Januar 2007 bis April 2009 monatlich Fr. 1'481.-.
A.d.�Mit Schreiben vom 4. Oktober 2012 verlangte A.________ von der Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank die Auszahlung des Kapitals der Ehegattenrente. Sie machte geltend, D.__________ habe die Unterschriften auf den Vollmachten und dem Antragsformular zum Bezug der Hinterlassenenleistung gef�lscht; sie habe diese Aktenst�cke nicht unterzeichnet. Die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank habe ohne entsprechende Anweisung und entgegen der Sicherheitsvorschrift, wonach Auszahlungen nur auf ein Konto der Berechtigten vorgenommen w�rden, an das Patronato E.________ geleistet. Durch die �berweisung an einen Unberechtigten sei sie nicht von ihrer Leistungspflicht befreit und zur nochmaligen Zahlung des Kapitals verpflichtet. Die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank bestritt, dass die Unterschriften gef�lscht worden seien, und verweigerte die nochmalige Bezahlung des Kapitals (Schreiben vom 4. Dezember 2012).
Am 13. Februar 2013 liess A.________ beim Versicherungsgericht des Kantons Aargau gegen die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank Klage einreichen mit dem Rechtsbegehren, diese sei zu verpflichten, ihr eine Kapitalabfindung f�r Ehegatten zuz�glich Verzugszins auszurichten. Es sei vom Gericht die H�he der Kapitalabfindung festzustellen. Unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen zulasten der Beklagten (inkl. 8 % Mehrwertsteuer).
Das angerufene Versicherungsgericht f�hrte einen doppelten Schriftenwechsel durch. Mit instruktionsrichterlicher Verf�gung vom 28. Oktober 2013 wurden bei der Staatsanwaltschaft G.________ die Akten des gegen D.__________ eingeleiteten Strafverfahrens eingeholt. Auf die Aufforderung, die Akten einzureichen, teilte die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank mit, dass A.________ bereits s�mtliche Akten eingereicht habe (Schreiben vom 7. November 2013). Mit Entscheid vom 7. Januar 2014 wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau die Klage ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. Die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank sei, unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen, zu verpflichten, ihr eine Kapitalabfindung f�r Ehegatten in der H�he von mindestens Fr. 185'514.85 plus Verzugszins ab 17. Mai 2005 auszurichten.
Die Sammelstiftung 2. S�ule der Neuen Aargauer Bank schliesst auf Abweisung der Beschwerde, eventualiter auf R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz, dies unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Die Behebung des Mangels muss f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Indes pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die vorgebrachten R�gen, sofern eine Rechtsverletzung nicht geradezu offensichtlich ist.
2.1.�F�r den Anspruch der A.________ auf Hinterlassenenleistungen bestand gest�tzt auf Art. 38 Ziff. 2 Abs. 1 des Vorsorgereglements f�r die obligatorische und weitergehende berufliche Vorsorge der Beschwerdegegnerin (g�ltig ab 1. Januar 2005) die M�glichkeit, anstelle der Rente eine Kapitalabfindung zu verlangen (Satz 1), wozu vor der ersten Rentenzahlung eine entsprechende schriftliche Erkl�rung abzugeben war (Satz 2).
Gest�tzt auf diese reglementarische Bestimmung reichte D.__________ der F._______ am 10. Mai 2005 eine Vollmacht der A.________ mit dem Betreff "Kapitalbezug Ehegattenrente Todesfall B.________V/1/97759 Ueberweisung Guthaben an Postkonto ..., lautend auf E.________ Z�rich" (nebst weiteren Unterlagen) ein. In der Folge wurde das Ehegattenrentenkapital in der H�he von Fr. 299'831.- auf das von D.__________ angegebene Konto �berwiesen (Schreiben der F._______ an das Patronato E.________ vom 17. Mai 2005).
2.2.�Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kapitalzahlung von Fr. 299'831.- im Mai 2005 mit befreiender Wirkung an das Patronato E.________ geleistet hat oder ob sie A.________ gegen�ber leistungspflichtig geblieben ist.
Auszugehen ist dabei davon, dass die Beschwerdegegnerin grunds�tzlich gehalten ist, der Beschwerdef�hrerin auf ihr Verlangen hin das bestehende Guthaben gem�ss Vertrags- bzw. Reglementsbedingungen auszuzahlen. Leistet sie an einen unberechtigten Dritten, hat sie grunds�tzlich nicht erf�llt, und zwar auch dann, wenn sie in gutem Glauben leistet. Dabei obliegt der Nachweis richtiger Erf�llung der Vorsorgeeinrichtung als Vertragsschuldnerin. Sie tr�gt in der Regel das Risiko einer Leistungserbringung an einen Unberechtigten (SVR 2012 BVG Nr. 40 S. 150, 9C_675/2011 E. 3.1 und 3.2; 2012 BVG Nr. 44 S. 164, 9C_137/2012 E. 4.3 und 4.4).
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das kantonale Gericht st�tze sich im Wesentlichen auf die "Einvernahme zur Sache" der Kantonspolizei H.________ vom 10. August 2008 (recte: 2009), habe ihr diese Akten aber nie zur Stellungnahme gegeben. Es sei aufgrund einer Aussage, welche sie bei der Polizei anl�sslich ihrer Anzeige gegen D.__________ gemacht habe, davon ausgegangen, dass sie eine Blankovollmacht unterschrieben habe, und habe die Klage abgewiesen. Da die den Strafakten entnommene Aussage entscheidrelevant sei, h�tte ihr die Gelegenheit gegeben werden m�ssen, sich dazu zu �ussern.
3.2.�Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Das rechtliche Geh�r dient einerseits der Sachaufkl�rung, andererseits stellt es ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu geh�rt insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu �ussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Geh�r umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzur�umen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 I 279 E. 2.3 S. 282; 135 II 286 E. 5.1 S. 293; 132 V 368 E. 3.1 S. 370 mit Hinweisen).
3.3.�Die Verf�gung vom 28. Oktober 2013, mit welcher der kantonale Instruktionsrichter bei der Staatsanwaltschaft G.________ die Akten des gegen D.__________ eingeleiteten Strafverfahrens einholte, wurde auch den Parteien zugestellt. Diese hatten mithin ab diesem Zeitpunkt Kenntnis vom Beizug der Strafakten und h�tten ein Einsichtsbegehren stellen k�nnen. Ein solches er�brigte sich f�r die Beschwerdef�hrerin, weil sie als Gesch�digte bereits im Strafverfahren umfassende Akteneinsicht hatte. Die Beschwerdef�hrerin hat denn auch selber mit der Klage verschiedene Aktenst�cke aus dem Strafprozess (Ausz�ge aus den Einvernahmeprotokollen vom 17. Dezember 2009 und 21. Januar 2010) eingereicht. Das Recht auf Geltendmachung der Geh�rsverletzung hat unter diesen Umst�nden als verwirkt zu gelten (vgl. auch BGE 119 II 386 E. 1a S. 388; Urteil 5A_489/2013 vom 15. Januar 2014 E. 4.3), soweit sich die Berufung darauf ohnehin nicht als missbr�uchlich erweist.
4.1.�Die Vorinstanz stellte gest�tzt auf die von ihr beigezogenen Strafakten - insbesondere die polizeiliche Befragung der Beschwerdef�hrerin vom 10. August 2009 - fest, dass die Beschwerdef�hrerin D.__________ nach dem Tod ihres Ehemannes um Beratung im Zusammenhang mit dem Pensionskassengeld gebeten und ihm ein blanko unterzeichnetes Vollmachtschreiben gegeben habe. Durch die blanko erteilte Vollmacht vom 10. Mai 2005 sei die Beschwerdef�hrerin rechtsg�ltig vertreten worden. Das Auszahlungsbegehren, welches D.__________ der Beschwerdegegnerin zusammen mit der Vollmacht vom 10. Mai 2005 habe zukommen lassen, sei somit g�ltig gewesen. Das mit der Ausstellung der Blankovollmacht verbundene Risiko habe die Beschwerdef�hrerin zu tragen. Die Beschwerdegegnerin, welche aufgrund der von D.__________ eingereichten Unterlagen das Ehegattenrentenkapital ausbezahlt habe, habe ihre Leistung damit befreiend erbracht und sei nicht zu einer erneuten Zahlung verpflichtet.
Nach Auffassung der Vorinstanz best�nde gegen�ber A.________ selbst dann keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mehr, wenn dieser eine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden k�nnte, weil die Beschwerdef�hrerin sich zumindest nachtr�glich mit der Auszahlung des Ehegattenrentenkapitals an das Patronato E.________ einverstanden erkl�rt habe. Mit der nachtr�glichen Genehmigung der Zahlung sei es zu einer Befreiung der Beschwerdegegnerin hinsichtlich ihrer Leistungspflicht gekommen. Die Beschwerdef�hrerin habe erst nach Ausbleiben der Rentenzahlungen mit Schreiben vom 4. Oktober 2010 (recte: 2012) die Auszahlung des Kapitals der Ehegattenrente verlangt; ihr Begehren um erneute Auszahlung des Rentenkapitals nach jahrelangem Rentenbezug sei damit als rechtsmissbr�uchlich zu qualifizieren.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet, die Vorinstanz habe die Beweise einseitig und willk�rlich gew�rdigt sowie ihrem Ersuchen um Nachweis der F�lschungen mittels grafologischem Gutachten kein Geh�r geschenkt:
4.2.1.�Sie macht geltend, sie sei in der "Einvernahme" (Polizeirapport vom 10. August 2009) zu Vorkommnissen befragt worden, die �ber vier Jahre zur�ckgelegen und eine f�r sie sehr schwierige Zeit betroffen h�tten, n�mlich die Tage nach dem Tod ihres Ehemannes. Zudem habe sie sich zum Zeitpunkt der "Einvernahme" in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, da sie gerade erfahren hatte, dass D.__________ sie "um sehr viel Geld betrogen hatte". Sie werde im Protokoll missverst�ndlich wiedergegeben: Sie habe im Zusammenhang mit den Hinterlassenenanspr�chen dem Patronato E.________ verschiedene Vollmachten erteilt, wie sich aus den Akten ergebe. Sollte es sich bei der "Blankounterschrift" tats�chlich um ihre Unterschrift handeln, m�sse sie vom 21. April 2005 stammen, an welchem Datum sie tats�chlich beim Patronato E.________ gewesen sei. Sie habe vornehmlich aussagen wollen, dass sie D.__________ bzw. dem Patronato E.________ nie Vollmachten ausgestellt habe, die auf �berweisung ihres Guthabens auf ein E._______-Konto gelautet h�tten, wie sie in den Akten l�gen, vor allem was die zweite Vollmacht betreffe. Sie habe auch keine Veranlassung gehabt, eine Blankovollmacht zu unterschreiben. Ohnehin aber k�nne offenbleiben, ob die Vollmacht vom 21. April 2005, wie sie heute (in Kopie) in den Akten liege, von ihr unterschrieben worden sei. Wenn sie eine Vollmacht unterschrieben habe, so sei es "aus logischen Gr�nden die erste vom 21. April 2005 und nicht diejenige vom 10. Mai 2005". Erstere aber sei f�r die rechtliche W�rdigung des Vorgefallenen gar nicht relevant. Die �berweisung sei n�mlich nicht durch diese Vollmacht, sondern durch die zweite (vom 10. Mai 2005), "zusammen mit den falschen Beglaubigungen und dem gef�lschten Zahlungsauftrag", ausgel�st worden.
Vorab ist der Beschwerdef�hrerin zu entgegnen, dass die Umst�nde der Anzeigeerstattung vom 10. August 2009 nicht auf einen psychischen Ausnahmezustand schliessen lassen, dies insbesondere mit Blick darauf, dass sie sich vorbereitet und unterst�tzt durch ihre T�chter zum Polizeiposten begab. Sie hatte die Anzeigeerstattung geplant und sich mit dem Sachverhalt anhand der verschiedenen, damals sichergestellten Dokumenten auseinandergesetzt (vgl. auch Beilagen zum Rapport vom 22. August 2009). Ihre T�chter, die �ber das Vorgefallene informiert waren, begleiteten sie und halfen ihr bei der Schilderung des Sachverhaltes. Es war denn auch eine Tochter, die zu Protokoll gab, dass die Beschwerdef�hrerin nach dem Tod ihres Ehemannes eine Blankovollmacht ausgestellt hatte, was die Beschwerdef�hrerin damals nicht bestritt. Das Pensionskassengeld sei dann von der Pensionskasse angeblich an sie �berwiesen worden. Dies treffe jedoch nicht zu. Vielmehr sei das Geld �ber die E._______ ausbezahlt worden. Inwiefern die �usserungen der Beschwerdef�hrerin missverst�ndlich wiedergegeben sein sollen, wie sie geltend macht, ist nicht ersichtlich. Dass die Beschwerdef�hrerin die Blankovollmacht heute in Abrede stellt unter Hinweis darauf, dass sie keine Veranlassung zu deren Ausstellung gehabt habe, vermag ihr nicht zu helfen. Ihre heutige Darstellung widerspricht den unbefangenen Aussagen der ersten Stunde, auf welche abzustellen ist, weil sie unbeeinflusst von versicherungsrechtlichen �berlegungen erfolgten, bevor die Beschwerdef�hrerin rechtlich verbeist�ndet war (vgl. BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Nicht nachvollzogen werden kann auch ihre "Logik ", wenn sie eine Vollmacht unterschrieben habe, so handle es sich um diejenige vom 21. April 2005.
4.2.2.�Was die beschwerdef�hrerischen Vorbringen betreffend zwei "Blanko-Beglaubigungen" anbelangt, ist darauf nicht weiter einzugehen, da eine Beglaubigung der Unterschrift weder nach den gesetzlichen (vgl. Art. 37 BVG) noch nach den reglementarischen Bestimmungen (Art. 38 Ziff. 2 Abs. 1 Reglement) erforderlich war.
4.2.3.�Nicht beigepflichtet werden kann der Beschwerdef�hrerin, soweit sie eine Vertuschungsabsicht der Beschwerdegegnerin daraus ableitet, dass die C._________ AG (als ehemalige Arbeitgeberin des B.________) mit Schreiben vom 17. Mai 2005 informiert worden sei, es werde in den n�chsten Tagen CHF 299'831.00 "zu Gunsten von A.________" �berwiesen, ohne dabei das Patronato E.________ zu erw�hnen, dies abweichend von dem an die Beschwerdef�hrerin gerichteten Schreiben bzw. dessen Entwurf vom selben Datum. Denn entgegen der Beschwerdef�hrerin trifft es nicht zu, dass die Angabe von Frau A.________ als Beg�nstigte "schlicht und einfach nicht korrekt" ist, weil auch die �berweisung an ein nicht auf ihren Namen lautendes Konto nichts daran �ndert, dass A.________ Anspruchsberechtigte und in diesem Sinne Beg�nstigte war. Zudem d�rfte der Grund, weshalb auf die Angabe eines Kontos im an die C._________ AG gerichteten Schreiben vom 17. Mai 2005 verzichtet wurde, darin liegen, dass diese Information f�r die C._________ AG irrelevant war.
4.2.4.�Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine einseitige, willk�rliche, gegen Art. 9 BV verstossende Beweisw�rdigung vorgeworfen werden kann. S�mtliche Vorbringen in der Beschwerde verm�gen eine offensichtliche (d.h. augenf�llige und eindeutige; BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44) Unrichtigkeit der vorinstanzlich festgestellten Blankobevollm�chtigung vom 10. Mai 2005 nicht darzutun. Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erscheint (vgl. statt vieler Urteil 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.1). Weiterungen zu dem von der Beschwerdegegnerin im Verlaufe des letztinstanzlichen Verfahrens eingereichten Auszug aus der Schlusseinvernahme des D.__________ vom 26. September 2014, soweit dieser novenrechtlich �berhaupt zul�ssig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 133 IV 342 E. 2.1 S. 344), er�brigen sich.
Bei dieser Sachlage ist - entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung - nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz davon abgesehen hat, ein grafologisches Gutachten zur Frage der Echtheit der Unterschrift anzuordnen. Da ein solches nicht erforderlich war, dringt der von der Beschwerdef�hrerin erhobene Vorwurf der Beweisvereitelung (durch die Vernichtung der Originalvollmacht nach Erstellung eines Scans) nicht durch und besteht f�r die von ihr propagierte Beweislastumkehr von vornherein kein Raum.
4.3.�Beizupflichten ist der Vorinstanz auch hinsichtlich der sich aus den festgestellten Tatsachen ergebenden Rechtsfolgen: Da die Person, die eine Blankourkunde freiwillig aus der Hand gibt, mit einem Missbrauch rechnen muss, hat sie dieses Risiko zu tragen und nicht etwa der dem Rechtsschein vertrauende gutgl�ubige Dritte (Claire Huguenin, Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, 2012, S. 138 Rz. 494; vgl. auch Z�ch/K�nzler, Berner Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 36 OR). Eine Berufung auf Erkl�rungsirrtum ist ausgeschlossen (vgl. BGE 88 II 422 E. 2d 428) und der Erkl�rende bleibt an die Bedingungen des abredewidrig ausgef�llten Blanketts gebunden (Bruno Schmidlin, Berner Kommentar, 2. Aufl. 2013, N. 58 zu Art. 23/24 OR; Ingeborg Schwenzer, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 6. Aufl. 2012, S. 283 Rz. 37.19; Erich R�egg, Leistung des Schuldners an einen Nicht-Gl�ubiger, Diss. Freiburg 1990, Rz. 323 ff. und 333; Urteil 4C.28/2003 vom 15. Dezember 2003 E. 3.2.1).
Im hier zu beurteilenden Fall setzte die Beschwerdef�hrerin, indem sie D.__________ bzw. dem Patronato E.________ eine Blankovollmacht ausstellte (und die entsprechenden Unterlagen �bergab), einen objektiv beachtlichen, ihr zurechenbaren Rechtsschein. Dieser f�hrte dazu, dass die Vorsorgeeinrichtung im Vertrauen darauf das Patronato E.________ bzw. D.__________ f�r berechtigt hielt, die Leistung entgegenzunehmen, und mithin gutgl�ubig leistete. Das Risiko der abredewidrigen Ausf�llung der Blankovollmacht durch D.__________ - durch die Erg�nzung "Kapitalbezug Ehegattenrente Todesfall A.________ V/1/97759 Ueberweisung Guthaben an Postkonto ... lautend auf E.________ Z�rich" - tr�gt die Beschwerdef�hrerin.
4.4.�Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdef�hrerin, soweit sie geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe mit der �berweisung auf das Konto des Patronato E.________ Sorgfaltspflichten verletzt:
4.4.1.�Nichts abzuleiten vermag die Beschwerdef�hrerin aus dem im Schreiben vom 28. April 2005 festgehaltenen Hinweis, dass das Konto f�r einen Kapitalbezug auf den Namen der berechtigten Person lauten muss. Denn es handelt sich dabei um eine rein interne Weisung der Vorsorgeeinrichtung, auf welche sich die Beschwerdef�hrerin nicht berufen kann. Das Reglement schliesst eine Drittperson als Zahlungsempf�nger jedenfalls nicht aus.
4.4.2.�Nichts zu Gunsten der Beschwerdef�hrerin ergibt sich auch aus dem Urteil 9C_153/2010 vom 1. September 2010 (publ. in: SVR 2011 BVG Nr. 11 S. 41), welches - wie BGE 130 V 103 - die (gef�lschte) schriftliche Zustimmung des Ehegatten zur Barauszahlung der Austrittsleistung und damit einen ganz anderen Sachverhalt betrifft.
4.4.3.�Zu n�tzen verm�chte der Beschwerdef�hrerin einzig eine Pflicht der Vorsorgeeinrichtung, hinsichtlich jeder ihr vorgelegten, rechtsg�ltig unterzeichneten Vollmacht nachzufragen, ob diese dem Willen des Vollmachtgebers, der diese allenfalls blanko unterzeichnet haben k�nnte, entspricht. Eine derart weit gehende Sorgfaltspflicht, die - abweichend vom Zivilrecht (vgl. dazu E. 4.3) - das mit dem Ausstellen einer Blankovollmacht verbundene Risiko vom Vollmachtgeber auf die Vorsorgeeinrichtung �berw�lzen w�rde, rechtfertigt sich nicht (vgl. auch Urteil 9C_107/2014 vom 22. Oktober 2014 E. 4.2 betreffend die Unterzeichnung eines ungelesenen oder nicht verstandenen Zahlungsauftrages). Zu keinem anderen Ergebnis f�hrt der von der Beschwerdef�hrerin in diesem Zusammenhang angerufene Grundsatz der Waffengleichheit, weil dieser ein Institut des Prozessrechts ist und nicht dazu dient, materielle Folgen auszugleichen.
4.5.�Nach dem angefochtenen Entscheid w�re einem Begehren der Beschwerdef�hrerin um (erneute) �berweisung des Rentenkapitals selbst bei gegebener Sorgfaltspflichtverletzung - Handeln entgegen eigener Weisung (vgl. E. 4.4.1) - kein Erfolg beschieden, weil dieses als rechtsmissbr�uchlich zu qualifizieren w�re, da die Beschwerdef�hrerin die Auszahlung an das Patronato E.________ durch den jahrelangen Rentenbezug nachtr�glich genehmigt habe. Da sich die Beschwerdef�hrerin zur entsprechenden vorinstanzlichen Erw�gung nicht �ussert, hat es dabei sein Bewenden (vgl. E. 1).
4.6.�Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdegegnerin mit der �berweisung des Betrages auf das angegebene Konto des Patronato E.________ bei der Aargauer Kantonalbank mit befreiender Wirkung erf�llt hat.