Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/vollstreckung/insolvenzrechtliche-rueckgewaehransprueche-zinsbeginn-3119790
Timestamp: 2020-05-31 00:30:52
Document Index: 230223596

Matched Legal Cases: ['§ 143', '§ 819', '§ 291', '§ 143', '§ 187', '§ 187', '§ 187', '§ 143', '§ 819', 'BGH', 'BGH', '§ 187', '§ 146', 'BGH', 'BGH']

Insolvenzrechtliche Rückgewähransprüche - und der Zinsbeginn | Rechtslupe
Insolvenzrechtliche Rückgewähransprüche - und der Zinsbeginn
Insol­venz­recht­li­che Rück­ge­währ­an­sprü­che – und der Zins­be­ginn
Der Anfech­tungs­geg­ner hat nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 gemäß § 143 Abs. 1 Satz 2 InsO, §§ 819 Abs. 1, 818 Abs. 4, 291, 288 Abs. 1 Satz 2 BGB bei anfecht­ba­rem Erwerb von Geld Pro­zess­zin­sen in gesetz­li­cher Höhe zu ent­rich­ten.
Die Zins­pflicht beginnt gemäß § 291 Abs. 1 Halb­satz 2 BGB mit der Fäl­lig­keit der in Rede ste­hen­den Geld­schuld. Der Rück­ge­währ­an­spruch aus § 143 Abs. 1 Satz 1 InsO wird mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens fäl­lig.
Ist für den Anfang einer Frist ein Ereig­nis oder ein in den Lauf eines Tages fal­len­der Zeit­punkt maß­ge­bend, so wird bei der Berech­nung der Frist der Tag nicht mit­ge­rech­net, in wel­chen das Ereig­nis oder der Zeit­punkt fällt, § 187 Abs. 1 BGB. Bei Rechts­hän­gig­keit (und Ver­zug) gilt § 187 Abs. 1 BGB für den Zins­be­ginn ent­spre­chend 2. Für die Ver­zin­sung des hier in Rede ste­hen­den Rück­ge­währ­an­spruchs, der wie ein rechts­hän­gi­ger Anspruch zu behan­deln ist, kann nichts Ande­res gel­ten. Dar­aus ergibt sich, dass die Ver­zin­sung mit dem auf die Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens fol­gen­den Tag beginnt 3.
Soweit in den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs und ver­schie­de­ner Ober­lan­des­ge­rich­te ohne eine Aus­ein­an­der­set­zung mit § 187 Abs. 1 BGB Zin­sen gemäß §§ 143 Abs. 1 Satz 2 InsO, §§ 819 Abs. 1, 818 Abs. 4, 291 BGB bereits ab dem Tag der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens zuge­spro­chen wor­den sind, ist dies als eine Unge­nau­ig­keit in einem zu ver­nach­läs­si­gen­den Neben­punkt und nicht als Aus­druck einer abwei­chen­den Rechts­auf­fas­sung anzu­se­hen.
Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 7. Okto­ber 2016 – 1 U 292/​15
BGH, Urteil vom 01.02.2007 – IX ZR 96/​04, NZI 2007, 230 f.[↩]
BGH, Urteil vom 24.01.1990, VIII ZR 296/​88, NJW-RR 1990, 518 f., hier zitiert nach juris, Rdn. 25; wei­te­re Nach­wei­se bei Palandt/​Ellenberger, BGB, 75. Aufl.2016, § 187 Rdn. 1[↩]
so auch BAG, Urteil vom 03.07.2014, 6 AZR 296/​13, ZIn­sO 2014, 2040 ff.[↩]
Insol­venz­an­fech­tung – und die Ver­zin­sung Der Rück­ge­währ­an­spruch ist ab Insol­venz­eröff­nung mit fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz zu ver­zin­sen. Nach der gel­ten­den Rechts­la­ge ent­steht das Anfech­tungs­recht mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens…
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