Source: http://ra-herunter.at/aktuelles/ogh-urteil-schmerzengeld-wegen-schock/
Timestamp: 2017-06-23 13:36:29
Document Index: 235681287

Matched Legal Cases: ['OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 502', 'OGH']

OGH- Urteil Schmerzengeld wegen Schock | Rechtsanwaltskanzlei Dr. Klaus Herunter
OGH- Urteil Schmerzengeld wegen Schock
OGH spricht Schmerzengeld wegen eines durch „schwerste“ Verletzung eines nahen Angehörigen ausgelösten Schocks zu
OGH 2 Ob 72/13x Der OGH rechtfertigte in der obengenannten Entscheidung den Zuspruch von Schmerzengeld für einen erlittenen Schockschaden. In der konkreten Entscheidung erlitt die Erstklägerin schwerste Beinverletzungen und befand sich in akuter Lebensgefahr. Aufgrund dieser schweren Verletzung war ein Aufenthalt auf der Intensivstation eines Krankenhauses, sowie auch 13 operative Eingriffe notwendig. Der Zweitkläger (Ehemann der Zweitklägerin) litt durch den Unfall seiner Frau an einer posttraumatischen Belastungsstörung und musste in der Folge Psychotherapie in Anspruch nehmen. Für die erlittenen seelischen Schmerzen begehrte der Zweitkläger Schmerzengeld und machte auch die Kosten der Psychotherapie als Schadenersatzanspruch geltend.
Der oberste Gerichtshof gelangte im ersten Rechtsgang zu der Ansicht, dass der Zuspruch von Schmerzengeld für den erlittenen Schockschaden von Krankheitswert nicht nur im Falle des Todes eines nahen Angehörigen gebührt, sondern auch dann gerechtfertigt ist, wenn das Unfallopfer schwerste Verletzungen erlitten hat. Diese Verletzungen müssen von einer Schwere sein, dass entweder eine akute Lebensgefahr oder die Gefahr einer dauernden Pflegebedürftigkeit vorliegt. Die nachträgliche Besserung des Gesundheitszustandes sei dabei für die Haftung des Schädigers irrelevant.
Im zweiten Rechtsgang wurde ergänzend festgestellt, dass im Benachrichtigungszeitpunkt des Zweitklägers eine akute Lebensgefahr bei der Erstklägerin vorgelegen hat und dadurch bei dem Zweitkläger ein akuter Schockzustand ausgelöst wurde. Das Erstgericht sprach dem Zweitkläger daher einen Schmerzengeldbetrag von 10.000 EUR, sowie die Kosten der in Anspruch genommenen Psychotherapie zu.
Der oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil und wies die Revision der beklagten Parteien mangels erheblicher Bedeutung der Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO zurück.
Durch das Einschreiten der Kanzlei Dr. Herunter konnte nachstehende Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes erwirkt werden:17.07.2014 OGH- Urteil Schmerzengeld wegen Schock23.10.2013 Impressum