Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20B%2079.09
Timestamp: 2020-02-20 22:03:44
Document Index: 24701882

Matched Legal Cases: ['§ 132', '§ 44', '§ 44', '§ 40', '§ 40', '§ 40']

BVerwG, 03.12.2009 - 9 B 79.09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,20079
BVerwG, 03.12.2009 - 9 B 79.09 (https://dejure.org/2009,20079)
BVerwG, Entscheidung vom 03.12.2009 - 9 B 79.09 (https://dejure.org/2009,20079)
BVerwG, Entscheidung vom 03. Dezember 2009 - 9 B 79.09 (https://dejure.org/2009,20079)
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Betrieb; betriebliche Störung; Ermessen; Ermessensrichtlinie; Flurbereinigung; Grundstück; Hof; Landabfindung; Nutzungsart; Wirtschaftshof
VwGO § 132 Abs. 2 Nr. 1; FlurbG § 44 Abs. 4
Auslegung des § 44 Abs. 4 Flurbereinigungsgesetz ( FlurbG ) als "Muss"-Vorschrift
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.03.2009 - 9a D 149/06
Die Gemeinden sind - wie bei Soll-Vorschriften in anderen Gesetzen grundsätzlich auch (vgl. BVerwG, B. v. 3.12.2009 - 9 B 79.09 - juris Rn. 2;… U. v. 17.12.2015 - 1 C 31.14 - NVwZ 2016, 458 Rn. 21 m. w. N.) - im Regelfall verpflichtet, so zu verfahren, wie es im Gesetz bestimmt ist.
Im Verständnis einer Sollvorschrift im verwaltungsrechtlichen Sinne (…vgl. BVerwG, Urt. v. 16.12.2010 - 4 C 8.10 -, juris;… Urt. v. 26.03.2009 - 2 C 46.08 -, juris;… Urt. v. 02.07.1992 - 5 C 39.90 -, BVerwGE 90, 275 - zitiert nach juris; Beschl. v. 03.12.2009 - 9 B 79.09 -, juris;… Urt. v. 22.11.2005 - 1 C 18.04 -, BVerwGE 124, 326 - zitiert nach juris;… Urt. v. 16.12.2010 - 4 C 8.10 -, juris) "muss" aber der Einrichtungsträger im Regelfall zur Refinanzierung Beiträge erheben.
Die Gemeinden sind - wie bei Soll-Vorschriften in anderen Gesetzen grundsätzlich auch (vgl. BVerwG, B.v. 3.12.2009 - 9 B 79.09 - juris Rn. 2;… U.v. 17.12.2015 - 1 C 31.14 - NVwZ 2016, 458 Rn. 21 m.w.N.) - im Regelfall verpflichtet, so zu verfahren, wie es im Gesetz bestimmt ist.
vgl. BVerwG, Urteile vom 29. Juni 1961 - VI C 148.59 -, BVerwGE 12, 284, 285, vom 17. August 1978 - V C 33.77 -, BVerwGE 56, 220 = juris Rn. 8, vom 14. Januar 1982 - 5 C 70.80 -, BVerwGE 64, 318 = juris Rn. 14, und vom 2. Juli 1992 - 5 C 39.90 -, BVerwGE 90, 275 = juris Rn. 15 f.; Beschluss vom 3. Dezember 2009 - 9 B 79.09 -, juris Rn. 2; Kopp/Ramsauer, VwVfG, 15. Auflage 2014, § 40 Rn. 64; Sachs, in: Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 8. Auflage 2014, § 40 Rn. 26; Schönenbroicher, in: Mann/Sennekamp/Uechtritz, VwVfG, 2014, § 40 Rn. 32.
Aus wichtigem Grund oder in atypischen Fällen kann die Behörde jedoch nach insoweit eröffnetem pflichtgemäßen Ermessen von der vom Gesetzgeber für den Normalfall vorgesehenen Rechtsfolge abweichen (BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 1989 - 7 C 35.87 - BVerwGE 84, 220; BVerwG, Beschluss vom 3. Dezember 2009 - 9 B 79/09 - juris).
Nur bei Vorliegen von Umständen, die den Fall als atypisch erscheinen lassen, darf die Behörde anders verfahren als im Gesetz vorgesehen und den atypischen Fall nach pflichtgemäßem Ermessen entscheiden (so ausdrücklich BVerwG, Beschluss vom 03.12.2009 - 9 B 79.09 -, juris).
Diese sich bereits aus allgemeinen Grundsätzen ergebende Auslegung, vgl. zur Bedeutung von Soll-Vorschriften BVerwG, Beschluss vom 3. Dezember 2009- 9 B 79/09 -, juris, entspricht auch dem Willen des Gesetzgebers, der mit der Umstellung der Regelung von einer Kann- zu einer Soll-Vorschrift der Praxis entgegentreten wollte, dass Abmarkungen auf Wunsch der Auftraggeber aus Kostengründen vorgenommen wurden, obwohl ihre Zerstörung absehbar war.
Dies bedeutet, dass die Behörde - wenn nicht ein atypischer Fall vorliegt - kein Ermessen ausüben muss, sondern ohne weiteres von der gesetzlichen Rechtsfolge Gebrauch machen kann (BVerwG, B.v. 03.12.2009 - 9 B 79/09 -, juris Rn. 2).
In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts hierzu ist geklärt, dass diese Vorschriften im Regelfall für die mit ihrer Durchführung betraute Behörde rechtlich zwingend sind und sie verpflichten, so zu verfahren, wie es im Gesetz bestimmt ist (vgl. BVerwG, B.v. 3.12.2009 - 9 B 79/09 - juris m.w.N.).