Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=31.03.1987&Aktenzeichen=1%20C%2026.86
Timestamp: 2019-10-17 21:55:55
Document Index: 70648158

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 10', '§ 13', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 85', '§ 9', '§ 38', '§ 87', '§ 9', '§ 38']

BVerwG, 31.03.1987 - 1 C 26.86 - dejure.org
BVerwG, 31.03.1987 - 1 C 26.86
https://dejure.org/1987,1533
BVerwG, 31.03.1987 - 1 C 26.86 (https://dejure.org/1987,1533)
BVerwG, Entscheidung vom 31.03.1987 - 1 C 26.86 (https://dejure.org/1987,1533)
BVerwG, Entscheidung vom 31. März 1987 - 1 C 26.86 (https://dejure.org/1987,1533)
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Doppelte Staatsbürgerschaft - Einbürgerungsbewerber - Einbürgerungsbehörde - Bisherige Nationalität - Vollzogene Einbürgerung - Anspruch auf Zusicherung - Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit
RuStAG § 9 Abs. 1 Nr. 1
NJW 1987, 2180
Zum Nachweis des angestrebten Erwerbs der deutschen Staatsangehörigkeit gegenüber den Behörden des bisherigen Heimatstaates kommt nach der Verwaltungspraxis (Nr. 5.3.7. der Einbürgerungsrichtlinien - GMBl. 1978, 16 -) und nach der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 31. März 1987 - BVerwG 1 C 26.86 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 7, S. 25 f.) eine Einbürgerungszusicherung in Betracht, wenn der Einbürgerungsbewerber die übrigen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllt.
Maßgeblich für die Bestimmung des Streitwertes ist nach § 13 Abs. 1 Satz 1 GKG der wirtschaftliche Wert des Klageziels, das der Kläger mit seinem Klageantrag unmittelbar erreichen will (vgl. Beschlüsse vom 26. April 1985 - BVerwG 1 C 28.81 - amtlicher Umdruck S. 3 , vom 31. März 1987 - BVerwG 1 C 26.86 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 13 S. 1 ).
Über das unmittelbar angestrebte Rechtsschutzziel hinausgehende Interessen des Klägers, die durch das Streitverfahren mittelbar verfolgt oder gefördert werden sollen, bleiben bei der Streitwertfestsetzung regelmäßig außer Betracht (vgl. Beschlüsse vom 31. März 1987, a.a.O. S. 2, vom 19. April 1988 - BVerwG 1 B 39.88 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 17 S. 4 f., vom 20. April 1988 - BVerwG 5 B 7.88 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 18 S. 5 f., vom 25. Mai 1988 - BVerwG 1 C 58.87 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 19 S. 6 , vom 17. April 1991 - BVerwG 5 B 114.89 - Buchholz 362 § 10 BRAGO Nr. 4 S. 2 f. und vom 17. Februar 1992 - BVerwG 9 C 152.90 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 54 S. 32 ).
Nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 RuStAG muß gesichert sein, daß durch die Einbürgerung Mehrstaatigkeit nicht entsteht (Urteil vom 31. März 1987 - BVerwG 1 C 26.86 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 7 ).
Mit seiner Ansicht, dass das Recht auf eine Zusicherung aus dem einschlägigen materiellen Recht einschließlich der dazu ergänzend heranzuziehenden allgemeinen Rechtsgrundsätze folgt, befindet sich das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. z.B. Urteil vom 31. März 1987 - BVerwG 1 C 26.86 - Buchholz 130 § 9 RuStAG Nr. 7).
Dieses Ermessen reduziert sich aber auf eine Pflicht zur Erteilung der Zusicherung, wenn die Durchsetzung eines Namensänderungsanspruchs dadurch ermöglicht oder doch wesentlich erleichtert wird (so zur parallelen Situation der Einbürgerungszusicherung für den Fall der Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit: BVerwG, Urt. v. 31.03.1987 - 1 C 26.86 - NJW 1987, 2180;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 06.07.1994 - 13 S 2147/93 - InfAuslR 1995, 116;… Urt. v. 12.03.2008 - 13 S 1487/06 - NVwZ-RR 2008, 839).
Diesem Umstand hat der Kläger im gerichtlichen Verfahren dadurch Rechnung getragen, daß er nicht die Verpflichtung der Beklagten zur Einbürgerung begehrt, sondern die Erteilung einer Einbürgerungszusicherung, auf deren Grundlage er die Entlassung aus der jordanische Staatsangehörigkeit beantragen kann (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 31.3.1987, EZAR 273, Nr. 1 = NJW 1987, 2180).
Darum ist auch für die §§ 85 und 86 AuslG bedeutsam, wenn das Bundesverwaltungsgericht in den Urteilen vom 31.3.1987 (BVerwGE 77, 164, 169 und EAZR 273 Nr. 1 = NJW 1987, 2180) ausgesprochen hat, daß die Belange der inneren und äußeren Sicherheit und der zwischenstaatlichen Beziehungen im konkreten Fall erheblich nachteilig betroffen sein müssen, um den grundsätzlichen Einbürgerungsanspruch des § 9 Abs. 1 RuStAG auszuschließen.
Bedarf ein zugesicherter Verwaltungsakt wie die Einbürgerung aufgrund einer Rechtsvorschrift der Mitwirkung einer anderen Behörde, so setzt gemäß § 38 Abs. 1 Satz 2 VwVfG die Zusicherung ebenfalls die Mitwirkung dieser Behörde voraus (vgl. auch Urteil vom 31. März 1987 - BVerwG 1 C 26.86 - NJW 1987, 2180).
Nachdem der Kläger nach wie vor zur Aufgabe seiner türkischen Staatsangehörigkeit bereit ist und ein Grund für die Hinnahme von Mehrstaatigkeit nach Maßgabe von § 87 AuslG nicht vorliegt (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 StAG), war der Beklagte antragsgemäß zur Erteilung einer Einbürgerungszusicherung zu verpflichten (vgl. BVerwG vom 31.3.1987, NJW 1987, 2180 f.).
Zum anderen stand die Zusicherung - der Regelung in § 38 Abs. 3 VwVfG Rechnung tragend - vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 31. März 1987 - 1 C 26.86 -, NJW 1987, 2180, 2181, unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß sich die für die Einbürgerung maßgebliche Sach- und Rechtslage nicht ändert.
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 27.09.1990 - 12 A 188/88
Einbürgerung; Staatsangehörigkeit; Einbürgerungsanspruch; Zweifache …