Source: https://www.steuerschroeder.de/steuerlexikon/154303/Kinder
Timestamp: 2018-09-21 17:48:13
Document Index: 35083591

Matched Legal Cases: ['§ 1591', '§ 1600', '§ 1592', '§ 32', '§ 32', '§ 52']

Steuerlexikon von A-Z Kinder
Das Kindschaftsrecht stellt nicht eheliche Kinder und eheliche Kinder weitgehend gleich. Danach ist die Mutter eines Kindes die Frau, die es geboren hat (§ 1591 BGB) und Vater, wer zur Zeit der Geburt mit der Mutter verheiratet war, die Vaterschaft anerkannt hat oder dessen Vaterschaft nach § 1600d BGB gerichtlich festgestellt ist (§ 1592 BGB ; s.a. BZSt, 16.07.2012 - St II 2 - S 2280-DA/12/00002 , DA-FamEStG 63.2.1, BStBl I 2012, 765).
Stiefkindschaftsverhältnisse und Enkelkindschaftsverhältnisse zählen nicht zu den begünstigten Kindschaftsverhältnissen. Ein unmittelbarer Anspruch auf einen Kinderfreibetrag haben Stiefeltern bzw. Großeltern somit nicht, wohl aber auf Kindergeld. Allerdings kann der Kinderfreibetrag von den Eltern auf einen Stiefelternteil oder Großeltern übertragen werden. (§ 32 Abs. 6 EStG, vgl. Stichwort Übertragung des Kinderfreibetrags). Wird die das Stiefkindschaftsverhältnis begründende Ehe durch Tod des leiblichen Elternteils oder durch Scheidung aufgelöst und verbleibt das Kind im Haushalt des Stiefelternteils, wird das Kind bezüglich des Kindergeldes bei diesem ohne weitere Prüfung als Pflegekind berücksichtigt (vgl. BZSt, 30.09.2009 - St II 2 - S 2280-170/09, DA-FamEStG 63.2.3, BStBl I 2012, 767). Wegen der Ehegattenbesteuerung werden Stiefkinder beim Lohnsteuerabzug des Stiefelternteils bescheinigt, wenn dieser die Steuerklasse III oder IV hat.
- Beachtung der Einkunftsgrenze (bis 2011)
Ab 2007 wurde die Anspruchsdauer auf Kindergeld und die Freibeträge für Kinder von 27 Jahre auf 25 Jahre abgesenkt. Unter Beachtung einer Übergangsregelung ergibt sich Folgendes: Für alle Geburtenjahrgänge vor 1982 gilt die Altersgrenze von 27 Jahren. Beim Geburtenjahrgang 1982 wird bei der Altersgrenze auf die Vollendung des 26. Lebensjahres abgestellt. Erst ab dem Geburtenjahrgang 1983 kommt die Neuregelung uneingeschränkt zur Anwendung, d.h. es gilt die 25-Jahre-Grenze, vgl. § 32 Abs. 4 Satz 1 EStG sowie § 52 Abs. 40 EStG i.d.F.d. Steueränderungsgesetzes 2007. Die niedrigere Altersgrenze erfüllt nach Auffassung des BFH gem. Urteil vom 17.06.2010 - III R 35/09 - das verfassungsrechtliche Gebot der steuerlichen Verschonung des Familienexistenzminimums. Gegen die Entscheidung ist Verfassungsbeschwerde eingelegt worden. Die Verfassungsbeschwerde wurde vom BVerfG aber nicht angenommen (Beschluss, 22.10.2012 - 2 BvR 2875/10).