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Timestamp: 2016-10-23 06:23:28
Document Index: 35990082

Matched Legal Cases: ['Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 55', 'BGE', 'BGE', 'Art. 336', 'Art. 324', 'Art. 336', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 356', 'Art. 356', 'Art. 356', 'Art. 324', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 20', 'Art. 5', 'Art. 336', 'Art. 20', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 5', 'Art. 20', 'Art. 55', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 356', 'Art. 63', 'Art. 356', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 5', 'Art. 324', 'BGE', 'Art. 336', 'BGE', 'Art. 343', 'Art. 156', 'Art. 159']

4C.216/2005 (12.07.2006)
4C.216/2005 /ruo
Urteil vom 12. Juli 2006
vertreten durch Rechtsanwalt Alexander Weber.
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 24. Mai 2005.
B.________ (Kl�ger) arbeitete ab 1. November 1980 bei der A.________ AG (Beklagte). Im Jahre 2000 verdiente er Fr. 109'955.-- brutto. Am 17. August 2001 k�ndigte die Beklagte das Arbeitsverh�ltnis per 30. November 2001. In der Folge wurde der Kl�ger arbeitsunf�hig. Zwischen den Parteien entstand darauf hin ein Streit dar�ber, bis zu welchem Zeitpunkt die Beklagte in Anwendung des f�r das Arbeitsverh�ltnis geltenden Gesamtarbeitsvertrags (GAV) zur Lohnfortzahlung verpflichtet sei.
Der Kl�ger gelangte am 9. Dezember 2002 an das Bezirksgericht B�lach. Er beantragte mit in der Replik erweitertem Rechtsbegehren unter anderem, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm total Fr. 127'575.95 bzw. (unter Ber�cksichtigung eines nach Klageeinleitung anerkannten Betrages von Fr. 56'132.05) Fr. 71'443.90 zu bezahlen. Er stellte sich auf den Standpunkt, die Beklagte schulde ihm nach dem GAV nicht bloss den von ihr nach Klageerhebung anerkannten Lohn f�r die Zeit bis 31. Mai 2002, sondern f�r die 12 Monate von Dezember 2001 bis November 2002 den vollen und f�r die weiteren 12 Monate bis November 2003 den halben Lohn. Das Bezirksgericht verpflichtete die Beklagte am 17. Dezember 2003 unter dem Titel Verzugszinsen zu einer Zahlung von Fr. 1'557.05. Im Mehrumfang wies es das kl�gerische Begehren ab.
Gegen diesen Entscheid erhob der Kl�ger Berufung an das Obergericht des Kantons Z�rich mit dem Antrag, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm Fr. 54'977.50 brutto, nebst Zins zu bezahlen, unter Vorbehalt des Nachklagerechts. Er verlangte damit den Lohn f�r die Zeit von Juni 2002 bis Ende November 2002. Das Obergericht verpflichtete die Beklagte mit Urteil vom 24. Mai 2005, dem Kl�ger (zus�tzlich zu dem vom Bezirksgericht zugesprochenen Betrag) Fr. 54'977.50 brutto, nebst Zins zu 5% seit 1. September 2002 zu bezahlen.
Gegen dieses Urteil gelangte die Beklagte mit Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Z�rich, welches auf das Rechtsmittel am 27. April 2006 nicht eintrat.
Die Beklagte f�hrt gegen das Urteil des Obergerichts vom 24. Mai 2005 zudem eidgen�ssische Berufung mit dem Antrag, dieses aufzuheben und das Urteil des Bezirksgerichts B�lach vom 17. Dezember 2003 zu best�tigen.
Der Kl�ger schliesst auf Abweisung der Berufung.
Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht grunds�tzlich an die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden. Ausnahmen von dieser Bindung kommen nur in Betracht, wenn die Vorinstanz bundesrechtliche Beweisvorschriften verletzt hat, wenn ihr ein offensichtliches Versehen unterlaufen ist (Art. 63 Abs. 2 OG) oder wenn der von ihr ermittelte Sachverhalt im Hinblick auf die Anwendung des Bundesrechts der Erg�nzung bedarf (Art. 64 OG). Die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, hat dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (Art. 55 Abs. 1 lit. d OG; BGE 130 III 102 E. 2.2; 127 III 248 E. 2c S. 252; 115 II 484 E. 2a S. 485 f., je mit Hinweisen). Blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts kann dagegen mit Berufung nicht vorgetragen werden (BGE 127 III 73 E. 6a; 126 III 10 E. 2b S. 12 f.; 119 II 84 E. 3; 118 II 365 E. 1).
Wie in den nachfolgenden Erw�gungen aufzuzeigen ist, h�lt sich die Beklagte in ihrer Berufungsschrift in verschiedenen Teilen nicht an diese Vorgaben. Insoweit haben ihre Ausf�hrungen unbeachtet zu bleiben.
Einziger Streitpunkt zwischen den Parteien bildet die Frage, ob die Beklagte nach dem auf das Arbeitsverh�ltnis anwendbaren, am 27. Juni 1997 zwischen der A.________ AG und der Vereinigung des X.________-Personals abgeschlossenen Gesamtarbeitsvertrag (im Folgenden: GAV) verpflichtet ist, dem Kl�ger den Lohn �ber den 31. Mai 2002 (Ende des Arbeitsverh�ltnisses) hinaus zu bezahlen.
Die Beklagte vertritt sinngem�ss den Standpunkt, der GAV gew�hre dem Kl�ger im vorliegenden Fall, in dem die K�ndigung des Arbeitsverh�ltnisses vor Eintritt der Arbeitsunf�higkeit erfolgt sei und keine Fortsetzung der Zusammenarbeit stattfinde, keinen �ber die Ordnung nach Art. 336c Abs. 1 lit. c und Abs. 2 in Verbindung mit Art. 324a Abs. 1 und 2 OR, erster Satzteil, hinausgehenden Anspruch. Die Vorinstanz habe zu Unrecht entschieden, dass die Beklagte l�nger zur Fortbezahlung des Lohnes verpflichtet sei als bis zum 31. Mai 2002, dem Zeitpunkt, in dem das Arbeitsverh�ltnis nach der Regelung von Art. 336c OR beendigt worden sei.
2.1 Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung sind die schuldrechtlichen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages, die die Rechte und Pflichten der Tarifpartner unter sich regeln, gem�ss den Grunds�tzen �ber die Auslegung von Vertr�gen zu interpretieren. Die Auslegung von normativen, d.h. auf die Vertragsbeziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern anwendbaren Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages, wie sie hier strittig sind, richtet sich dagegen nach den f�r Gesetze geltenden Grunds�tzen (BGE 127 III 318 E. 2a mit Hinweisen).
Gem�ss st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Gesetzesbestimmung in erster Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen. An einen klaren und unzweideutigen Gesetzeswortlaut ist die rechtsanwendende Beh�rde gebunden. Abweichungen von einem klaren Wortlaut sind indessen zul�ssig oder sogar geboten, wenn triftige Gr�nde zur Annahme bestehen, dass er nicht dem wahren Sinn der Bestimmung entspricht. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Norm, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben. Vom klaren Wortlaut kann ferner abgewichen werden, wenn die grammatikalische Auslegung zu einem Ergebnis f�hrt, das der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann. Im �brigen sind bei der Auslegung alle herk�mmlichen Auslegungselemente zu ber�cksichtigen, wobei das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus befolgt und es ablehnt, die einzelnen Auslegungselemente einer Priorit�tsordnung zu unterstellen (BGE 131 III 314 E. 2.2, 623 E. 2.4.4; 127 III 418 E. 2b, je mit Hinweisen).
Im Rahmen der Anwendung von normativen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages ist die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Auslegung nach den f�r Vertr�ge geltenden Grunds�tzen (vgl. dazu BGE 132 III 24 E. 4 S. 27 f.; 131 III 606 E. 4.1. S. 611; 130 III 66 E. 3.2, 417 E. 3.2; 129 III 118 E. 2.5; 702 E. 2.4, je mit Hinweisen) und nach denjenigen f�r Gesetze nicht zu �bersch�tzen. So haben die normativen Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrags zwar eine gesetzes�hnliche Funktion. Sie gr�nden aber dennoch in einem Vertrag, so dass der Wille der am Abschluss des Gesamtarbeitsvertrags beteiligten Parteien ein gewichtigeres Auslegungselement ist, als derjenige des Gesetzgebers bei der Gesetzesinterpretation (Sch�nenberger/ Vischer, Z�rcher Kommentar, N. 110 zu Art. 356 OR; Urteile des Bundesgerichts 4C.76/2003 vom 2. Juni 2003 E. 3 und 4C.46/1993 vom 6. Oktober 1993 E. 3). Doch ist bei der Auslegung der normativen Bestimmungen mit R�cksicht auf den Schutz des Vertrauens der an der Normsetzung nicht beteiligten Einzelvertragsparteien immer zu fragen, ob der nach den Grunds�tzen der Vertragsauslegung ermittelte Vertragswille auch einer objektiven Auslegung nach Wortlaut, Sinnzusammenhang und Ratio standh�lt (Sch�nenberger/Vischer, a.a.O., N. 110 zu Art. 356 OR; Rehbinder, Berner Kommentar, N. 136 zu Art. 356 OR S. 128).
2.2 Die Vorinstanz ging bei der Beurteilung der strittigen Frage von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus, nach der die Lohnfortzahlungspflicht (Art. 324a OR) mit der Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses grunds�tzlich erlischt, ausser es sei ausdr�cklich etwas anderes vereinbart worden (BGE 113 II 259 E. 3). Sodann ber�cksichtigte sie, dass das Bundesgericht diese Praxis insoweit relativiert hat, als der Arbeitnehmer, dem f�r den Fall unverschuldeter Arbeitsverhinderung f�r l�ngere Zeit vorbehaltlos Leistungen einer Lohnausfallversicherung zuerkannt worden sind, darauf vertrauen darf, dass er dem Versicherungsschutz auch noch untersteht, wenn das Arbeitsverh�ltnis vor Ablauf der Anspruchsperiode aufgel�st wird (BGE 124 III 126 E. 2b).
Im vorliegenden Fall statuiert Art. 5 des Zusatzprotokolls zum GAV, dass das Arbeitsverh�ltnis mit dem Angestellten w�hrend der Verhinderung an der Arbeitsleistung wegen Krankheit oder Unfall vor dem Ablauf von 24 Monaten nicht aufgel�st wird. Nach Art. 20 GAV hat der Angestellte sodann bei Verhinderung an der Arbeitsleistung wegen Krankheit oder Unfall Anspruch auf den vollen Lohn. Dauert die Verhinderung aus gleicher Ursache l�nger als 12 Monate, so wird der Lohn um die H�lfte gek�rzt. Der Lohnanspruch besteht bis Leistungen einer Lohnausfallversicherung entrichtet werden, maximal jedoch w�hrend 24 Monaten.
Nach Auffassung der Vorinstanz enthalten diese Bestimmungen, insbesondere auch Art. 5 des Zusatzprotokolls, f�r den hier strittigen Fall des Eintritts der Arbeitsunf�higkeit nach bereits ausgesprochener K�ndigung zun�chst keine ausdr�ckliche Regelung, die den Arbeitnehmer insoweit beg�nstigen w�rde, als das Arbeitsverh�ltnis mit ihm im Vergleich zur gesetzlichen Regelung (Art. 336c OR) verl�ngert w�rde, so dass er automatisch in den Genuss der in Art. 20 GAV vorgesehenen Lohnfortzahlung k�me. So deute die Formulierung in Art. 5 des Zusatzprotokolls, die A.________ AG "l�se" (...) das Arbeitsverh�ltnis vor dem Ablauf von 24 Monaten nicht auf, eher auf (den Verzicht auf den Ausspruch) eine(r) K�ndigung hin als auf einen Verzicht, das Arbeitsverh�ltnis (nach einer bereits erfolgten K�ndigung) zu beenden.
Die Vorinstanz kam indessen in Anlehnung an die vorstehend dargestellte, in BGE 124 III 126 E. 2b publizierte Rechtsprechung zum Schluss, bei richtiger Auslegung der strittigen GAV-Bestimmungen sei eine Lohnfortzahlungspflicht �ber den Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses hinaus ungeachtet des Fehlens einer ausdr�cklichen diesbez�glichen Vereinbarung zu bejahen:
Zwar lasse sich vom Sinn und Zweck der Regelung her die Besserstellung eines Arbeitnehmers, der sich bei Eintritt des Krankheitsfalles in ungek�ndigtem Arbeitsverh�ltnis befinde, gegen�ber einem solchen in einem bereits gek�ndigten Arbeitsverh�ltnis aus Sicht des Arbeitgebers sachlich rechtfertigen. Doch werde dem Arbeitnehmer durch Art. 20 GAV ein sehr langdauernder Schutz bei Arbeitsunf�higkeit versprochen, der, was H�he und Dauer der Lohnfortzahlung insgesamt gesehen betreffe, den Leistungen einer �blichen Taggeldversicherung in etwa entspreche. Folgte man der Auslegung der Beklagten, w�rde der Arbeitnehmer diesen weitgehenden Schutz mit der K�ndigung noch w�hrend der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses von einem Tag auf den andern weitgehend verlieren. Es frage sich, ob dies Sinn einer Bestimmung des GAV sein k�nne und ob der Arbeitnehmer bei einer solchen weitgehenden Zusicherung der Lohnfortzahlung nicht darauf vertrauen d�rfe, er sei entsprechend wie bei einer Taggeldversicherung abgesichert.
Diese Sicht der Dinge sah die Vorinstanz durch eine historische Auslegung des GAV best�tigt. Sie stellte aufgrund eines erst in zweiter Instanz durchgef�hrten Beweisverfahrens fest, die Gewerkschaft habe f�r die Arbeitnehmer eine Versicherungsl�sung gefordert und die A.________ AG darauf mit einer Version geantwortet, die im Wesentlichen dem Art. 20 GAV und dem Art. 5 der Zusatzvereinbarung entsprochen habe. Weiter sei erstellt, dass die Verhandlungsdelegation der A.________ AG die Zusicherung abgegeben habe, den Arbeitnehmern solle durch das Fehlen einer Krankentaggeldversicherung kein Nachteil erwachsen. Dies habe dem �bereinstimmenden gemeinsamen Verst�ndnis der Tarifpartner entsprochen bzw. die Parteien des GAV seien sich dar�ber im Grundsatz einig gewesen. Es geh�re typischerweise zur Versicherungsregelung, dass der Anspruch des Arbeitnehmers auf Lohnfortzahlung nicht mit dem Arbeitsverh�ltnis ende. Sei es die Meinung der Vertragspartner gewesen, Art. 20 GAV solle den Arbeitnehmer nicht schlechter stellen, als wenn eine "Versicherungsl�sung" getroffen worden w�re, k�nne diese Bestimmung, so die Schlussfolgerung der Vorinstanz, nur in der Weise ausgelegt werden, dass der Arbeitnehmer - wie bei der Versicherungsl�sung - Anspruch auf die volle Dauer der Leistung habe, ungeachtet eines allf�lligen fr�heren Auslaufens des Arbeitsvertrags.
2.3 Die Vorinstanz hat die streitbetroffenen Bestimmungen in den dargestellten Erw�gungen nach dem historischen Willen der am GAV-Abschluss beteiligten Parteien sowie nach Sinn und Zweck, welcher der getroffenen Regelung vern�nftigerweise beizumessen ist, ausgelegt. Diese Auslegung ist �berzeugend und bundesrechtlich namentlich insoweit nicht zu beanstanden, als die Vorinstanz dem festgestellten tats�chlichen Willen der am Abschluss des Vertragswerks beteiligten Parteien entscheidendes Gewicht beimass und diesem sowie dem ihm entsprechenden, der getroffenen Regelung vern�nftigerweise beizumessenden Sinn und Zweck gegen�ber einer rein grammatikalischen Auslegung den Vorrang einr�umte.
Die Beklagte r�gt denn auch zu Recht nicht, die Vorinstanz habe damit die vorstehend (Erw�gung 2.1) dargestellten bundesrechtlichen Grunds�tze �ber die Auslegung von Gesamtarbeitsvertr�gen verletzt. Sie macht zun�chst bloss geltend, die Vorinstanz h�tte ihre Lohnfortzahlungspflicht bei Auslegung der strittigen GAV-Bestimmungen nach deren Wortlaut und nach deren Sinn und Zweck, Arbeitnehmer in einem ungek�ndigten Arbeitsverh�ltnis gegen�ber solchen in einem gek�ndigten Arbeitsverh�ltnis bevorzugt zu behandeln, richtigerweise verneinen m�ssen. Insoweit stellte sie indessen lediglich ihre eigene Rechtsauffassung derjenigen der Vorinstanz gegen�ber, zeigt dagegen nicht auf, inwiefern die Vorinstanz bei ihrer Auslegung Bundesrecht verletzt haben soll (vgl. Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 121 III 397 E. 2a S. 400; 116 II 745 E. 3 S. 749). Auf die entsprechenden Vorbringen ist daher nicht einzugehen, zumal die Beklagte dabei in unzul�ssiger Weise auf ihre Ausf�hrungen im kantonalen Verfahren verweist (BGE 126 III 198 E. 1d; 115 II 83 E. 3 S. 85) und den seitens der Vorinstanz verbindlich festgestellten Sachverhalt in unzul�ssiger Weise erweitert, indem sie ohne eine Ausnahme von der Sachverhaltsbindung nach Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG zu beanspruchen, geltend macht, die Parteien h�tten Arbeitnehmer im ungek�ndigten Arbeitsverh�ltnis bewusst bevorzugt behandeln wollen (vgl. Erw�gung 1 oben).
Soweit die Vorinstanz aufgrund ihrer Beweisw�rdigung festhielt, es sei der gemeinsame (historische) Wille der GAV-Vertragspartner gewesen, den Arbeitnehmer nicht schlechter zu stellen, als wenn eine "Versicherungsl�sung" getroffen worden w�re, hat sie eine tats�chliche Feststellung getroffen, an die das Bundesgericht im Berufungsverfahren vorbeh�ltlich von Sachverhaltsr�gen nach Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG gebunden ist. Die Beklagte bringt in diesem Zusammenhang sinngem�ss vor, die Vorinstanz habe Art. 356 OR verletzt, indem sie ihre Feststellung auf eine W�rdigung der Zeugenaussagen von an den GAV-Verhandlungen beteiligten Personen abgest�tzt habe; eine Zeugenaussage bleibe indessen immer eine subjektive �usserung der betreffenden Person, sei nicht geeignet, den wahren Sinn einer normativen GAV-Bestimmung aufzuzeigen, und bilde daher ein unzul�ssiges Beweismittel; der wahre Sinn liesse sich mittels von den Tarifpartnern genehmigten Verhandlungsprotokollen erschliessen, die vorliegend aber nicht existierten. Darin liegt indessen keine Sachverhaltsr�ge, namentlich betreffend Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG (Erw�gung 1 vorne), die es dem Bundesgericht gegebenenfalls erlauben w�rde, den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt zu berichtigen oder zu erg�nzen. Art. 356 OR und die daraus abgeleiteten Grunds�tze �ber die Auslegung von Gesamtarbeitsvertr�gen enthalten keine Beweisvorschriften f�r die Ermittlung des historischen Willens der am GAV-Abschluss beteiligten Parteien. Insbesondere l�sst sich daraus kein Beweisverbot der von der Beklagten bef�rworteten Art ableiten, mit dem im Rahmen der Ermittlung dieses Willens der fundamentale Grundsatz der freien Beweisw�rdigung eingeschr�nkt w�rde (vgl. dazu Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Z�rich 1979, S. 323 f.; Habscheid, Schweizerisches Zivilprozess- und Gerichtsorganisationsrecht, 2. Aufl., Basel 1990, Rz. 662; vgl. auch BGE 130 III 328 E. 3.3; 108 IV 112 E. 1b S. 116). Die von der Beklagten erhobene R�ge stellt richtig besehen blosse Kritik an der Beweisw�rdigung der Vorinstanz dar, die im Berufungsverfahren nicht zul�ssig und daher nicht zu h�ren ist.
Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die von der Vorinstanz vorgenommene Auslegung der strittigen GAV-Bestimmungen nicht gegen Bundesrecht verst�sst. Die dagegen erhobenen R�gen erweisen sich als unbegr�ndet, soweit darauf eingetreten werden kann.
2.4 Es stellt sich im vorliegenden Fall allerdings weiter die Frage, ob die Vorinstanz die Lohnfortzahlungspflicht der Beklagten �ber die Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses hinaus zu Recht angenommen hat, obwohl eine diesbez�gliche ausdr�ckliche Vereinbarung zwischen den Parteien im Sinne von BGE 113 II 259 E. 3 fehlt und sich erst aus der Auslegung des GAV ergibt.
Dies ist zu bejahen. So wie die vorliegend strittige Regelung nach der zutreffenden Auslegung der Vorinstanz nach Sinn und Zweck zu verstehen ist, tritt diese an die Stelle einer �blichen Krankentaggeldversicherung mit einer den K�ndigungsschutz �berdauernden Leistungspflicht. Dies ergibt sich aus Art. 20 GAV und Art. 5 der Zusatzvereinbarung, wo die Lohnfortzahlung bei Verhinderung an der Arbeitsleistung wegen Krankheit w�hrend 12 Monaten im Umfang von 100 % und w�hrend weiteren 12 Monaten zu 50 % versprochen wird bzw. bis Leistungen einer Lohnausfallversicherung entrichtet werden, unter Ausschluss einer Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses w�hrend dieser Zeit durch die A.________ AG. Nach der Ausgestaltung dieser Regelung durfte der Kl�ger darauf vertrauen, er sei rundum so abgesichert, wie wenn eine Versicherung mit dem Zweck abgeschlossen worden w�re, den Schutz des Arbeitnehmers vor Lohnausfall zu verbessern, den ihm Art. 324a OR gew�hrt. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, garantieren solche Versicherungen bei Eintritt des Krankheitsfalles vor Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses regelm�ssig Leistungen f�r eine l�ngere Dauer, die weder vom Fortbestand des Arbeitsverh�ltnisses abh�ngig sind (vgl. dazu BGE 127 III 318 E. 4b) noch davon, dass das Arbeitsverh�ltnis bei Eintritt des Krankheitsfalles nicht bereits gek�ndigt ist (in Art. 336c Abs. 2 Satz 2 OR geregelte Konstellation). Der vorliegende Fall ist damit wertungsm�ssig gleich gelagert, wie der in BGE 124 III 126 E. 2b beurteilte, und die Vorinstanz hat zu Recht in Anlehnung an diese Rechtsprechung entschieden, der Kl�ger sei in seinem Vertrauen darauf zu sch�tzen, dass die Lohnfortzahlungspflicht �ber den Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses hinaus bestehe.
Die Berufung ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Da der Streitwert Fr. 30'000.-- �bersteigt, ist das Verfahren nicht kostenlos (Art. 343 OR). Dem Ausgang entsprechend ist die Gerichtsgeb�hr der Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat den Kl�ger �berdies f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'500.-- wird der Beklagten auferlegt.
Die Beklagte hat den Kl�ger f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
Lausanne, 12. Juli 2006