Source: https://www.rechtsprechung-niehus.de/2018/12/14/zur-ber%C3%BCcksichtigung-von-verletzungsfolgen-bei-einheitlichkeit-des-schmerzensgeldes/
Timestamp: 2020-08-09 12:02:03
Document Index: 19209785

Matched Legal Cases: ['§ 491', '§ 17', 'BGH', '§ 90', '§ 520', 'BGH', '§ 667']

Zur Berücksichtigung von Verletzungsfolgen bei Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes - rechtsprechung niehus
Verbrauchereigenschaft des Vermieters und Verbraucherdarlehen (§ 491 BGB)
Anspruch auf eigene Kosten einer Bauteilöffnung im Rahmen einer Beweisaufnahme ?
Berufung: Was muss (nicht) vorgetragen werden ?
Einstweilige Verfügung: Der Gegner muss grundsätzlich die Möglichkeit zur Äußerung vor einer Entscheidung haben
Haftungsabwägung bei Überholen einer Kolonne, § 17 Abs. 2 StVO
Haftungsquotelung bei Unfall in Engstelle mit Zeichen 208
AO: Haftungsbescheid gegen Geschäftsführer für nach Insolvenzreife anfallende Vergnügungssteuer NRW
Führt die Verjährung des Anspruchs auf Herstellung zur Fälligkeit des Werklohnes ohne Abnahme ?
Kriterien zur Bestimmung des zuständigen Gerichts im Zusammenhang mit Wohnungseigentum
Wird vom Geschädigten uneingeschränkt Schmerzensgeld verlangt, so werden vom Klageantrag nach dem Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes alle Schadensfolgen erfasst, die entweder bereits eingetreten und objektiv zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz erkennbar sind oder jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden können. Nicht erfasst werden nicht Verletzungsfolgen, die noch nicht eingetreten sind und auch objektiv nicht vorhersehbar sind; insoweit ist ein Feststellungsantrag erforderlich.
BGH, Urteil vom 10.07.2018 - VI ZR 259/15 -
tagPlaceholderTags: schadensersatz, schmerzensgeld
In einer Engstelle, die das gleichzeitige passieren von zwei Fahrzeugen unmöglich macht, hat eine Verständigung der beteiligten Fahrzeugführer stattzufinden, wer die Fahrt fortsetzt und wer zurücksetzt.
Der Regelungsgehalt des durch Zeichen 208 angeordneten Vorrangs des gegnerischen Verkehrs in einer Engstelle gilt nicht nur zum Zeitpunkt des Einfahrens in die Engstelle, sondern auch danach für den weiteren (beim Einfahren noch nicht übersehbaren) Streckenverlauf der Engstelle. Dem hat der nach Zeichen 208 Wartepflichtige durch Anpassung seiner Geschwindigkeit, bei der er vor einem entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer anhalten kann, Rechnung zu tragen und im Zweifel rückwärts bis zu einer Ausweichmöglichkeit zu fahren.
OLG Schleswig, Hinweisbeschluss vom 24.04.2020 - 7 U 225/19 -
Der Grundsatz der Rechtswegerschöpfung vor Erhebung einer Verfassungsbeschwerde (§ 90 Abs. 2 S. 1 BVerfGG) hindert nicht eine Verfassungsbeschwerde, mit der nach Erlass einer einstweiligen Verfügung und vor der Verhandlung über einen Widerspruch die Verletzung des Anspruchs auf das grundrechtsgleiche Recht der prozessualen Waffengleichheit infolge Nichtgewährung rechtlichen Gehörs vor Erlass der einstweiligen Verfügung infolge fehlender Einbeziehung (also die Missachtung von Verfahrensrechten) geltend gemacht wird.
Dauert die Rechtsbeeinträchtigung aus dem Titel (wie bei einem weiterhin vollstreckbaren Unterlassungstitel) fort, muss von dem Beschwerdeführer kein besonderes gewichtiges Feststellungsinteresse geltend gemacht werden.
Von der Gewährung rechtlichen Gehörs des Gegners im einstweiligen Verfügungsverfahren darf nur dann abgewichen werden, wenn der Antragsteller (der die Abmahnung und die Erwiderung des Antragsgegners vorzulegen hat) nicht in anderer Weise oder ergänzend im Rahmen des prozessualen Verfügungsantrages gegenüber der Abmahnung vorträgt.
BVerfG, Beschluss vom 17.06.2020 - 1 BvR 1380/20 -
Die Berufung ist zulässig, wenn sie rechtzeitig eingelegt und rechtzeitig nach Maßgabe des § 520 Abs. 3 ZPO begründet wird. Der gesamte Prozessvortrag der ersten Instanz wird in diesem Fall automatisch, ohne dass es einer Wiederholung dieses Vorbringens bedarf, Gegenstand des Prozessstoffes des Berufungsverfahrens.
Ein nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist wiederholtes Beweisangebot der ersten Instanz kann ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht mit der Begründung zurückgewiesen werden, die Nichtbeachtung des Beweisangebots in erster Instanz sei nicht innerhalb der Berufungsbegründungsfrist gerügt worden.
BGH, Beschluss vom 28.04.2020 - VI ZR 347/19 -
Die von einer Partei getragenen Kosten einer notwendigen Bauteilöffnung im Rahmen einer Beweisaufnahme (z.B. als Voraussetzung für eine Gutachtenerstellung) sind grundsätzlich keine Gerichtskosten. Dies gilt jedenfalls dann, wenn das Gericht der Partei auferlegte, die notwendige Bauteilöffnung auf eigene Kosten vorzunehmen.
Es bleibt offen, ob dies auch dann gilt, wenn das Gericht nicht einer Partei die Vornahme der Bauteilöffnung auf eigene Kosten auferlegte oder ob in diesem Fall diese außergerichtlichen Kosten der Partei entsprechend §§ 667, 683, 670 BGB als Gerichtskosten zu behandeln sind.
Das Problem kann evident werden, wenn die Kosten gegeneinander aufgehoben werden, da die eigenen Kosten für die Bauteilöffnung dann ggf. nicht der Kostenausgleichung unterfallen und bei der Partei verbleiben, die diese Kosten aufwandte.
OLG Nürnberg, Beschluss vom 22.05.2020 - 2 W 1128/20 -