Source: http://dgti.info/component/content/article.html?id=186
Timestamp: 2018-03-19 16:13:48
Document Index: 62960553

Matched Legal Cases: ['BVerG', '§7', 'BVerG', 'Art. 1', 'BVerG', '§7']

Köln, 08. Juli 2004
Am 14.5.2004, erreichte uns die Nachricht, daß David Reimer gestorben sei. David Reimer, der als der berühmte John/Joan Fall Wissenschaftsgeschichte machte, beging am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, Selbstmord.
Neue Artikel auf www.dgti.org
Was ist Geschlecht? 28.05.2004
Die Lebensrealität in Deutschland und sich daraus ergebende Forderungen.
Transgender und die Gesundheitsreform 30.01.2004
Zur Zeit sind zwei Klagen vor dem BVerG anhängig, welche sich mit der Vereinbarkeit des TSG mit dem Grundgesetz beschäftigen. Vordergründig geht es zwar in beiden "nur" um den §7 TSG, jedoch geht aus vor allem aus der Klage, die ein Oberlandesgerichts weiterreichte, eindeutig hervor, daß es um den gesamten Bereich von Geschlecht und Geschlechtsidentität geht und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht des Menschen; denn diese Klage bezieht sich auf die Entscheidung des BVerGs von 1996 (Aktenzeichen 2 BvR 1833/95), in der entschieden wurde, daß staatliche Organe sich aus der persönlichen Entscheidung über Namen und Geschlecht entsprechend Art. 1 und 2 des Grundgesetzes herauszuhalten haben. Entsprechend hat die dgti ihre angeforderte Stellungnahme an das BVerG formuliert (siehe Aufsatz "Was ist Geschlecht").
In dieser Stellungnahme wird (unter anderem) gefordert, daß als sofort einzuführende Übergangslösung die dogmatische Festlegung eines Geburtseinttrages von männlich oder weiblich in fünf verschieden Eintragungsmöglichkeiten geändert wird: Männlich - Weiblich - Männlich/IS - Weiblich/IS - IS/Zwittrig. Diese fünf Geschlechter sind die Mindestanforderung, um der biologischen Geschlechtsvielfalt und der Zusagen des Grundgesetzes Rechnung zu tragen.
Der Leser mag sich fragen, was eine Entscheidung nach §7 TSG mit der Würde des Menschen zu tun hat. Die Würde des Menschen ist laut dem GG unantastbar, und gilt auch dann, wenn ein Mensch nicht der "Norm" entspricht. Formale kulturelle Zuweisungen, auch wenn sie in den meisten Fällen stimmig sind, berühren insbesondere dann die Würde des Einzelnen, wenn er sich seelisch nicht diesen Zuweisungen entsprechend fühlt, unabhängig von den biologischen Vorgaben. Biologische Vorgaben können eindeutig oder vielfältig sein. Das bedeutet aber de facto auch, daß eine Frau zeugungsfähig sein kann, oder ein Mann gebärfähig. Es gibt keinerlei wissenschaftlich eindeutige Definitionen dafür (jedenfalls keine, zu der es nicht genügend Gegenbeispiele gäbe), was genau eine "Frau" oder einen "Mann" ausmacht. Es kann Gebärfähigkeit oder Zeugungsfähigkeit definiert werden; dies bedeutet aber nicht, das eine nicht gebärfähige Frau keine Frau ist, umgekehrt ein nicht zeugungsfähiger Mann kein Mann.
Genau in diesem Dilemma befinden wir uns derzeit, und verstoßten damit ungewollt, wenn auch kulturell bedingt, ständig gegen die Würde des Menschen, die nicht an Gebär- oder Zeugungsfähigkeit festgemacht werden kann. Die Ende der 1970er Jahre formulierte Einschränkung für die Anerkennung als "Transsexuelle" im TSG geht aber - genau entgegen der grade gemachten Aussage - von der falschen Voraussetzung aus, das Zeugungs- und Gebärwilligkeit sowie der Wunsch nach rechtlich abgesicherter Partnerschaft ein Indiz dafür wären, daß keine "richtige" Geschlechtsidentität (im Sinne des binären Geschlechtsverständnisses des TSG) vorlägen.
Aus diesem Gründen fordert die dgti, daß nicht das (nur) TSG geändert werden muß, sie fordert sogar seine Abschafftung. Weiterhin fordert die dgti, daß das Personenstandsgesetz entsprechend der Würde des Menschen, die im Grundgesetz garantiert wird, angepasst wird. Gleiches gilt selbstverständlich für das Namensgesetz und die entsprechenden Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch.
Trans* und gesund
Im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform und vielen in den letzten Monaten gestellten Fragen, auch durch das Verhalten von Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen ausgelöst in Antworten und "Vorschriften" für die Behandlung von Transfrauen und Transmännern, führte zu Irritation und zu der Notwendigkeit öffentlich und klar auf immer wieder gestellte Fragen einzugehen. Ich werde dies einmal in dem oben genannten Artikel tun, zum anderen aber auch in der Sammlung Fragen der Behandlung. Ich verweise aber auch ausdrücklich auf die bereits bestehenden Inhalte auf der Seite Medizinisches.
A) Probanden für eine Doktorarbeit gesucht:
Ein Assistenzarzt an einer renomierten deutschen Klinik, selbst betroffener Transmann, schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit. Es geht um alles, was mit der Penoidaufbauplastik zu tun hat. Mehr dazu hier.
B) Interessengemeinschaft OP geschädigter Transmänner mit Aufbauplastik:
Transmänner, die vor Dez. 2002 und nach Juni 2003 eine Penisaufbauplastik haben machen lassen und ebenfalls unter gesundheitlichen Folgeschäden leiden oder ungewöhnlich langen Krankenhausaufenthalt nach der OP hatten (3 Wochen und länger) sollten sich bitte bei der Geschäftsstelle der dgti in Köln melden. Näheres dazu hier.
a) Die einzelnen Beratungsstellen der dgti haben mehr oder weniger umfangreiche Kontakte und Listen über Therapeuten, Ärzte und Kliniken, die sich mit der Thematik von Trans* beschäftigen. Derartige Listen werden von uns aber, sowohl aus rechtlichen, als auch Gründen der individuellen Fürsorge, weder im Internet veröffentlicht noch auf Anfrage zugeschickt. Natürlich greifen wir in Beratungsgesprächen, persönlich oder telefonisch, auf diese Listen zu. Wir versuchen dabei bedarfsgerecht und individuell zu helfen. Die Vereinbarung von Beratungsterminen erfolgt ausschließlich telefonisch.
b) Gerade in den letzten Monaten kommt es immer wieder zu Anfragen von Studenten, Studiengruppen, ... zum Thema "Transsexualität", "Geschlechtsumwandlung" und ähnlichem "Unsinn" um Diplomarbeiten zum Thema zu machen oder studienbegleitende Präsentationen. Es ist sehr mühsam immer wieder Aufklärungsarbeit dort zu machen, wo die Anfragenden einfach nicht sorgfältig recherchieren. Bereits 2001 stellte die Deutsche Gesellschaft für Sexualwissenschaft fest, dass der Begriff "Transsexualität" von Anfang an falsch war. Wir haben darauf hingewiesen. Wenn zukünftige Akademiker ein kulturell verengtes Menschenbild weiter verbreiten wollen, dann können sie nicht mit der Unterstützung der dgti rechnen.
c) Viren und Würmer: Die dgti-Bundesgeschäftsstelle, erreichbar unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! führt für Mails kein Adressbuch. Dies erschwert zwar die Arbeit, gibt aber die Sicherheit, dass von hoer aus keine Verbreitung von Viren oder Würmern möglich ist. Sie erhalten von uns also nur Mails als Re: "Anfrage" (ihr Fragetext). In jedem anderen Fall empfehlen wir eine Mail von Katrin... ungelesen zu löschen um sich selbst vor "Angriffen" zu schützen.
d) Webseite: Die Verwaltung der Seiten der dgti ist von der Bundesgeschäftsstelle seit einigen Monaten getrennt. Bitte alle Hinweise auf Änderung von Gruppen oder sonstiges, was direkt mit der Seite zu tun hat, direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
(bisher über 450 Ausweise ausgegeben, Jan. 2004)
Im August 2003 wurde das erste Strafverfahren wegen Fälschung eines Ergänzungsausweises bei der Staatsanwaltschaft in Meinigen anhängig. "Verstoß gegen das Passrecht, Fälschung eines Dokumentes, Versuch der Erschleichung von Leistungen." Wir weisen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hin, dass der Ergänzungsausweis, durch Verwendung biomertischer Daten, absolut fälschungssicher ist.
Leider kommt es trotz dieses Hinweises immer wieder vor, dass
3. Die Kopie der Rückseite des Personalausweises fehlt.
4. die im Ausweis enthaltene Adresse nicht mit der Versandanschrift übereinstimmt. Entweder muss die Ummeldung erfolgen oder ich brauche eine Erklärung für die Differenz.
5. Leider kommt es auch vor, dass die Kopie des beigefügten Dokumentes entweder nicht lesbar ist oder die Gültigkeit des Dokumentes bereits abgelaufen ist oder kurz vor dem Ablauf steht.
Wir wünschen allen Besuchern der Seite viel Erfolg beim Stöbern.
Tel./Fax: 02236 - 839018 (außerhalb der Geschäftszeit nur AB und Fax; zusätzliches Fax während der Geschäftszeit, aber nicht nur, 02236 - 949 9392)
Geschäftszeiten: Di. 19:00-21:00 h, Fr. 13:00-17:00 h
Achtung: Handy ist im Moment zeitweise defekt. Bitte gegebenenfalls nochmals versuchen oder über Festnetz, dann aber bitte auch melden, wenn der Anrufbeantworter angeht.