Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Teilzeit_Elternzeit_Fuehrungskraefte_Fuehrungspositionen_BAG_9AZR72-09.html
Timestamp: 2017-05-27 04:21:16
Document Index: 218262237

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

Elternzeit und Anspruch auf Teilzeit in Elternzeit
Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen können gemäß § 15 Abs. 6 Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz (BEEG) un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 15 Abs. 7 BEEG während der Ge­samt­dau­er ih­rer El­tern­zeit zwei­mal ei­ne Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit ver­lan­gen. Die­ser An­spruch rich­tet sich dar­auf, dass der Ar­beit­ge­ber ei­ner vorüber­ge­hen­den Ände­rung des Ar­beits­ver­trags zu­stimmt. Die Ver­tragsände­rung müssen Ar­beit­neh­mer un­ter Be­ach­tung von § 15 Abs. 7 Satz 2 BEEG be­an­tra­gen. Der An­trag muss Be­ginn und Um­fang der ver­rin­ger­ten Ar­beits­zeit be­zeich­nen. Außer­dem soll die gewünsch­te Ver­tei­lung der ver­rin­ger­ten Ar­beits­zeit auf die Ar­beits­wo­che an­ge­ben wer­den. Liegt dem Ar­beit­ge­ber ein sol­cher An­trag vor, muss er ihm gemäß § 15 Abs. 7 Satz 1 Nr. 4 BEEG im All­ge­mei­nen zu­stim­men (Re­gel), falls kei­ne „drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründe“ ent­ge­gen­ste­hen (Aus­nah­me). Vor­aus­set­zung für die­sen An­spruch auf Teil­zeit während der El­tern­zeit ist ei­ne Min­dest­be­triebs­größe von mehr als 15 Ar­beit­neh­mern, § 15 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 BEEG.
Der Fall des Bundesarbeitsgericht: Arbeitgeber verweigert Arbeitnehmerin in Führungsposition Teilzeit in der Elternzeit
Ei­ne seit 1992 beschäftig­te Ar­beit­neh­me­rin be­klei­de­te 2002 in Voll­zeit die Po­si­ti­on der Lei­te­rin des Con­trol­lings. Sie war im Rah­men ei­ner Pro­ku­ra um­fas­send vom Ar­beit­ge­ber be­vollmäch­tigt. Im De­zem­ber 2006 ge­bar sie ein Kind und be­an­trag­te dar­auf­hin im Ja­nu­ar 2007 El­tern­zeit und ei­ne während der El­tern­zeit ver­rin­ger­te Ar­beits­zeit. Da im Be­trieb mehr als 15 Ar­beit­neh­mer beschäftigt wa­ren und der An­trag erst im Ja­nu­ar 2007 ge­stellt wor­den war, rich­te­te sich der An­spruch auf El­tern­teil­zeit nach § 15 BEEG (und nicht nach den Vor­schrif­ten des bis En­de 2006 gel­ten­den Bun­des­er­zie­hungs­geld­ge­set­zes - BErzGG).
Bundesarbeitsgericht: Keine dringenden betrieblichen Gründe, die gegen Teilzeit in Elternzeit für Führungskraft sprechen
Das BAG ent­schied zu­guns­ten der Ar­beit­neh­me­rin, da es das Vor­brin­gen des Ar­beit­ge­bers zur Fra­ge ei­ner mögli­chen Un­teil­bar­keit der Ar­beits­stel­le als un­zu­rei­chend an­sah. Dem­gemäß konn­te das BAG kei­ne drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründe er­ken­nen, die der von der Ar­beit­neh­me­rin gewünsch­ten Teil­zeit während der El­tern­teil­zeit ent­ge­gen­stan­den.