Source: http://docplayer.org/2573564-Spezielle-arbeitsverhaeltnisse-und-vertraege-cip-kurztitelaufnahme-der-deutschen-bibliothek.html
Timestamp: 2016-12-07 15:16:10
Document Index: 239648760

Matched Legal Cases: ['Art. 321', 'Art. 324', 'Art. 324', 'Art. 4', 'Art. 76', 'Art. 21', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 323', 'Art. 15']

⭐Spezielle Arbeitsverhältnisse und -verträge. CIP-Kurztitelaufnahme der deutschen Bibliothek
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1 CIP-Kurztitelaufnahme der deutschen Bibliothek Herausgeber: Thomas Wachter Projektleitung: Andrea Krugfahrt WEKA Business Media AG, Schweiz WEKA Business Media AG, Zürich, 2011 Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck auch auszugsweise nicht gestattet. Die Definitionen, Empfehlungen und rechtlichen Informationen sind von den Autoren und Verlag auf deren Korrektheit in jeder Beziehung sorgfältig recherchiert und geprüft worden. Trotz aller Sorgfalt kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren bzw. des Verlags ist daher ausgeschlossen. Der Einfachheit halber und zwecks besserer Lesbarkeit wurden meist die männlichen Formen verwendet. Die weiblichen Formen sind dabei selbstverständlich mitgemeint. WEKA Business Media AG Hermetschloostr. 77, CH-8048 Zürich Telefon , Telefax Zürich Kissing Paris Amsterdam Wien ISBN Auflage 2011 Druck: Kösel GmbH & Co. KG, Layout: Dimitri Gabriel, Satz: Peter Jäggi Ein Problem? Kein Problem!2 Inhaltsverzeichnis 1 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Arbeitsvertrag Kader Überstunden Überzeit Gerichtsurteil Überstundenentschädigung Muster Arbeitsvertrag «Kader» Arbeitsvertrag mit Stundenlohn Ferien Grundsatz Abgeltung von Ferien durch einen Lohnzuschlag Feiertage Lohnfortzahlung Sozialversicherungen AHV/IV/EO NBU Pensionskasse Gerichtsurteil Formvorschriften Ferienabgeltung Muster Arbeitsvertrag «Stundenlohn» Befristetes Arbeitsverhältnis Formerfordernis Besonderheiten Rechtliche Folgen der Befristung Befristeter Arbeitsvertrag mit Kündigungsmöglichkeit Fortsetzung nach Ablauf der Befristung Folgen der Fortsetzung Fristlose Beendigung Missbräuchliche Kündigung Sperrfristen Lohnfortzahlung Kettenarbeitsverträge Worum geht es? Kettenarbeitsverträge: Schlussfolgerungen Muster Arbeitsvertrag «Befristetes Arbeitsverhältnis ab 3 Monate» Arbeitsvertrag Kurzaushilfe Kettenarbeitsverträge sind verboten Ferienabgeltung Lohnfortzahlung Probezeit und Kündigungsfristen Sozialversicherungen Muster Arbeitsvertrag «Aushilfen bis 3 Monate im Stundenlohn»... 383 2 Inhaltsverzeichnis 6. Teilzeitarbeit Begriff Arbeitszeit Leistung für mehrere Arbeitgeber Probezeit und Kündigung Ferien Unverschuldete Verhinderung an der Arbeitsleistung Überstunden Zumutbarkeit Muster Arbeitsvertrag «Teilzeitangestellte im Monatslohn» Arbeit auf Abruf Besonderheiten Abruf im gegenseitigen Einverständnis Abrufvertrag Einsatzvertrag Einseitiger Abruf Entschädigung Gerichtsurteil Arbeit auf Abruf und Kündigungsfrist Muster Arbeitsvertrag «Aushilfe auf Abruf» Temporärarbeit Personalverleih Bedeutung der Branche Rechtsverhältnisse beim Personalverleih Der Verleihvertrag mit dem Einsatzbetrieb Verträge mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter Vorschriften Generelle Anstellungsbedingungen Bestimmungen aus einem Gesamtarbeitsvertrag Ausländische Arbeitnehmer Übernahme durch den Einsatzbetrieb Muster Rahmenvertrag «Temporäre Einsätze» Muster Einsatzvertrag «Verleihfirma/Angestellter» Job sharing Besonderheiten Vertragliche Situation Lohn Auflösung Arbeitsplatz Überstunden Kurzabsenzen Haftung Muster Arbeitsvertrag «Job sharing» Ein Problem? Kein Problem!4 Inhaltsverzeichnis Telearbeit Vorteile der Telearbeit Nachteile der Telearbeit Welche Mitarbeiter eignen sich für Telearbeit? Voraussetzungen für die Einführung von Telearbeit Spielregeln für Telearbeitsplätze (Betriebsvereinbarung) Rechtlicher Aspekt des Telearbeitsplatzes Muster Vereinbarung «Telearbeit» Heimarbeit Arbeitsbedingungen Lohn Lohnbemessung Lohnabrechnung Lohnzahlung Ferien Arbeitsgeräte und Transport Schutzbestimmungen Muster «Heimarbeitsvertrag» Handelsreisendenvertrag Begriff und Abgrenzung Abschluss des Handelsreisendenvertrages Probezeit Kündigung Pflichten Konkurrenzverbot Tätigkeitskreis Vollmachten Delkredere Lohn und Lohnabrechnung Fixum Provision Abrechnung Einsichtsrecht Auslagenersatz (Spesen) Lohnfortzahlung Muster Anstellungsvertrag «Handelsvertreter» Lehrvertrag Wer darf einen Lehrvertrag abschliessen? Form des Vertrages Inhalt des Lehrvertrages Auflösung des Lehrverhältnisses Was gilt für die übrigen Rechtsfragen? Adressen Checkliste Lehrvertrag5 4 Inhaltsverzeichnis 14. Praktikum Warum Praktika anbieten? Praktikumsvertrag Lohn, Ferien und Arbeitszeugnis Anstellung von ausländischen Praktikantinnen und Praktikanten Fragen und Antworten Muster «Befristeter Praktikumsvertrag» Werkvertrag und Auftrag Der Arbeitsvertrag Der Werkvertrag Der Auftrag Muster für einen Auftrag Muster Arbeitsvertrag «Freelancer» Arbeitsvertrag Informationspflicht Wann gilt die Informationspflicht? Welche Vertragsbestandteile sind mitzuteilen? Vertragsparteien Anstellungsbeginn Funktion Lohn Arbeitszeit Praxisfragen Muster «Informationspflicht» Herausgeber Ein Problem? Kein Problem!6 1. Einleitung 5 1. Einleitung Die Flexibilität bei den Arbeitsverhältnissen lässt es zu, dass eine ganze Reihe von Varianten von Arbeitsverhältnissen und möglichen Arbeitsverträgen besteht. Da geht der Überblick leicht verloren. Es werden hier die Regelungen für die besonderen Arbeitsverhältnisse ausgeführt, wobei mit dem Begriff «besondere» alle Formen gemeint sind, welche sich vom üblichen Arbeitsvertrag für ein Vollzeitpensum und Monatslohn unterscheiden. Grundsätzlich bestehen folgende Entscheidungsvarianten bei der Besetzung einer Vakanz: Arbeitsvertrag oder Auftrag resp. Personalverleih/temporär Soll eine Aufgabe durch das Unternehmen selbst erledigt werden oder ein Auftrag an eine externe Firma erteilt werden (Outsourcing, Auftrag, Werkvertrag)? Soll eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter direkt angestellt werden oder über eine Personalvermittlung (Personalverleih, oft als «Temporärstellen» bezeichnet)? Sind allfällig die Bedingungen für einen Auftrag an eine selbstständige Einzelperson erfüllt? Monatslohn oder Stundenlohn Soll die Person fest entlöhnt werden oder nur jeweils nach Aufwand im Stundenlohn? Zusätzlich besteht in der Art der Entlöhnung noch eine ganze Anzahl weiterer Möglichkeiten. Unbefristete oder befristete Anstellung Soll eine Person unbefristet oder mit einem befristeten Vertrag angestellt werden? Aushilfe Ähnlich wie oben. Unter Aushilfe wird jedoch meist eine Anstellung von weniger als drei Monaten verstanden, was vertragliche Vereinfachungen bringt. Vollzeit oder Teilzeit Soll die Person die firmenübliche Normalarbeitszeit arbeiten oder weniger? Feste Anstellung oder Arbeit auf Abruf Soll eine Person für eine Aufgabe fest angestellt werden oder lediglich eine Rahmenvereinbarung für jeweilige Einsätze auf Abruf getroffen werden?7 6 1. Einleitung Besondere Arbeitsverhältnisse wie Lehre, Praktikum, Heimarbeit, Handelsreisende/r Handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, für welches besondere Regelungen zu beachten sind? Kaderanstellung Sollen spezielle Bestimmungen für Kadermitarbeitende aufgenommen werden? Für die verschiedenen Varianten von Arbeitsverträgen finden Sie in der Folge die rechtlichen Grundlagen sowie Vertragsmuster. Ein Problem? Kein Problem!8 2. Arbeitsvertrag Kader 7 2. Arbeitsvertrag Kader 2.1 Überstunden Überzeit Gerichtsurteil Überstundenentschädigung Muster Arbeitsvertrag «Kader»... 119 8 2. Arbeitsvertrag Kader 2. Arbeitsvertrag Kader DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE Für leitende Angestellte gelten in vielen Betrieben besondere Regelungen. Von Ihrem Kader verlangen Sie einen vermehrten Arbeitseinsatz und eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen. Sie sind andererseits bereit, diese Mehrleistungen durch einen entsprechenden Lohn, durch Prämien oder einen höheren Ferienanspruch abzugelten. Fälschlicherweise wird oft davon ausgegangen, dass Kadermitarbeitende «automatisch» keine Überstundenentschädigungen erhalten. Dass dem nicht so ist, musste schon manche Firma vor Gericht erfahren, nachdem sie sich von einem ihrer Kadermitarbeitenden getrennt hatte. Allerdings lassen sich auch damit nicht alle Ansprüche des Kaders wegbedingen, weil das Arbeitsgesetz Vorschriften zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit macht. Wird die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschritten, so sprechen wir von Überzeit. Die im Arbeitsgesetz geregelte Entschädigung für Überzeit lässt sich durch vertragliche Regelungen nicht wegbedingen, weil arbeitsgesetzliche Bestimmungen absolut und nicht dispositiv wie das OR ausgelegt sind. Das Arbeitsgesetz ist jedoch für das oberste Kader nicht anwendbar, wohl aber für das mittlere und untere Kader. PRAXISTIPP Schützen Sie sich vor ähnlichen Überraschungen mit einer sauberen schriftlichen Regelung der Anstellungsbedingungen des Kaders. 2.1 Überstunden Viele Kadermitarbeitende kennen lange Arbeitszeiten. Gilt in einem Betrieb gleitende oder flexible Arbeitszeit, ist das Kader dabei in der Regel von der Zeiterfassung ausgenommen. Aber auch sonst wird vom Kader meist erwartet, dass Mehrarbeit geleistet wird. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Kadermitarbeitende grundsätzlich keinen Anspruch auf Überstundenentschädigung hätten. Diese Ansicht ist falsch. Die Entschädigung von Überstunden ist in OR Artikel 321c geregelt. Das OR gilt für alle Vertragsverhältnisse. Es ist selbst für höhere leitende Angestellte anzuwenden, welche vom Arbeitsgesetz ausgenommen sind. Diesen Grundsatz hat auch das Bundesgericht bestätigt und folgendes festgehalten: Ist bei höheren leitenden Angestellten eine bestimmte Arbeitszeit vertraglich vereinbart oder für diese Personengruppe betriebsüblich, sind die Arbeitsstunden, die über das festgelegte Pensum hinaus geleistet werden, als Überstunden anzusehen. Und: Überstunden sind, soweit diese notwendig, angeordnet oder geduldet worden sind, zu entschädigen. Die Entschädigung basiert auf dem Normallohn plus einem Zuschlag von 25%. Ein Problem? Kein Problem!10 2. Arbeitsvertrag Kader 9 Ist für höhere leitende Angestellte hingegen vertraglich keine bestimmte Arbeitszeit geregelt oder betriebsüblich, so ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Erfüllung der Aufgabe vereinbart wurde. Stillschweigend gilt somit eine Arbeitszeit, die zur ordnungsgemässen Erfüllung der Aufgabe erforderlich ist. Zur Arbeit gehört damit auch ein Mehreinsatz, der nicht zu entschädigen ist. Dabei wird die im Vergleich zum übrigen Personal im Betrieb längere Arbeitszeit durch den angemessenen höheren Lohn abgegolten. Oft kompensieren zudem weitere Vorteile wie Prämien, grösserer Ferienanspruch, Gestaltungsfreiheit bei der Arbeit, Spesenregelung, Kaderveranstaltungen etc. den Mehreinsatz. Falls Sie eine Arbeitszeit vereinbaren, haben Sie die Möglichkeit die Überstundenentschädigung wegzubedingen. Eine solche Vereinbarung muss schriftlich erfolgen. In der Regel wird diese also im Arbeitsvertrag festgehalten. Sie kann folgenden Inhalt haben: grundsätzlich keine Entschädigung und keine Kompensation keine Entschädigung, aber Kompensation, soweit betrieblich möglich nur die Grundentschädigung, kein Zuschlag wird bezahlt PRAXISTIPP Vereinbaren Sie mit den Kadermitarbeitenden im Arbeitsvertrag keine feste Arbeitszeit, sondern Aufgabenerfüllung. Vereinbaren Sie zudem, dass Überstunden nicht entschädigt werden und nur soweit kompensiert werden können, als dies von der Aufgabenerfüllung her möglich ist. Diese Vereinbarung muss schriftlich erfolgen. Allerdings sind auch Kadermitarbeitende nicht zu einer zeitlich unbeschränkten Arbeitsleistung verpflichtet. Nicht mehr zumutbar sind beispielsweise Situationen, in welchen während längerer Zeit die Verantwortung für zusätzliche Aufgaben übernommen wird und eine ausserordentliche Zusatzbelastung mit entsprechender Mehrarbeit anfällt. 2.2 Überzeit Führen wir zunächst eine Unterscheidung ein: Überstunden sind Arbeitszeit, welche über die vertragliche Arbeitszeit hinaus geleistet werden muss. Überstunden sind im OR geregelt und deren Entschädigung kann schriftlich wegbedungen werden. Überzeit ist Arbeitszeit, welche über die gesetzliche Höchstarbeitszeit hinaus geleistet werden muss. Überzeit ist im Arbeitsgesetz geregelt und deren Entschädigung kann nicht wegbedungen werden.11 10 2. Arbeitsvertrag Kader Das Arbeitsgesetz regelt Schutzbestimmungen für Arbeitnehmende. Dazu gehören die Höchstarbeitzeiten von 45 oder 50 Stunden pro Woche. Für gewerbliche Betriebe beträgt die Höchstarbeitszeit 50 Stunden, für industrielle Betriebe und Grossbetriebe des Verkaufs sowie Dienstleistungsbetriebe von 45 Stunden. Höhere leitende Angestellte sind vom Schutzbereich des Arbeitsgesetzes ausgenommen. Allerdings gilt dies nur für das oberste Kader, welches direkt in die Verantwortung der Geschäftsleitung eingebunden sind. Für Abteilungsleitungen auch wenn diese lohnmässig gut gestellt sind gilt diese Ausnahme nicht. Für das mittlere und untere Kader gilt das Arbeitsgesetz. Wird die gesetzliche Höchstarbeitszeit überschritten, so liegt Überzeit vor. Diese ist bei einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 50 Stunden samt einem Zuschlag von 25% zu entschädigen. Bei einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 45 Stunden ist diese ab der 61. Stunde pro Jahr ebenfalls mit Zuschlag zu entschädigen. Ein Wegbedingen ist nicht möglich, da das Arbeitsgesetz nicht dispositiv ist. 2.3 Gerichtsurteil Überstundenentschädigung Nach einvernehmlicher Beendigung seines Arbeitsverhältnisses machte ein als Verkehrsdirektor angestellter Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber eine Forderung von knapp CHF geltend. Er begründete dies einerseits mit geleisteten Überstunden und gab ausserdem an, es habe sich nicht um eine Auflösung im beidseitigen Einvernehmen, als vielmehr um eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung gehandelt. Das Bundesgericht hielt fest, dass der übliche zeitliche Umfang der Arbeit für leitende Angestellte nicht gelte, da hier das Gewicht der vom Arbeitnehmer zu erfüllenden Aufgaben für den Arbeitgeber weit bedeutungsvoller sei als die wöchentliche Arbeitszeit. Anders verhält es sich dann, wenn zusätzliche Aufgaben über die vertraglich vereinbarten Pflichten hinaus übertragen werden oder wenn die ganze Belegschaft während längerer Zeit in wesentlichem Umfang Überstunden leistet. Wenn jedoch, wie im vorliegenden Fall, der zeitliche Umfang der Arbeit vertraglich ausdrücklich verabredet ist, gilt Art. 321c OR auch für leitende Angestellte. Ob die Überstunden ausdrücklich angeordnet worden sind, oder ob sie auf eigene Initiative des Arbeitnehmers geleistet worden sind, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass sie für den Arbeitgeber objektiv notwendig waren. Geleistete Überstunden muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber innert nützlicher Frist anzeigen, damit der Arbeitgeber organisatorische Massnahmen zur Vermeidung künftiger Mehrarbeit vorkehren oder die Überstunden genehmigen kann. Da beide Parteien davon ausgingen, dass in der Saison Überstunden notwendig würden, die dann in der Zwischensaison durch entsprechende Freizeit kompensiert werden sollte, konnte der Arbeitgeber sich nicht darauf berufen, dass er während der viermonatigen Anstellungsdauer nicht über die Überstunden informiert Ein Problem? Kein Problem!12 2. Arbeitsvertrag Kader 11 worden war und erst ein halbes Jahr nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses davon Kenntnis erhielt. Er musste aufgrund seiner Erfahrung mit Überstunden während der Saison rechnen, so dass die Ansprüche des Arbeitnehmers nicht wegen verspäteter Anzeige verwirkt waren. 2.4 Muster Arbeitsvertrag «Kader» 1. Vertragspartner zwischen... (Firma) und... (Mitarbeiter/in) wird folgender Arbeitsvertrag vereinbart: 2. Tätigkeitsbereich Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin wird als... angestellt. Sein/Ihr Aufgabenbereich umfasst hauptsächlich folgende Funktionen:... Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin ist direkt dem... unterstellt. Er steht folgenden Bereichen vor: Beginn Beginn des Anstellungsverhältnisses: Probezeit Die Probezeit beträgt (max. 3) Monate. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen aufgelöst werden. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen. 5. Dauer und Beendigung des Anstellungsverhältnisses Nach Ablauf der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis auf Ende eines Kalendermonats aufgelöst werden unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von (3 bis 6) Monaten. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen. 6. Arbeitszeit a) Für die vereinbarte Funktion steht die Aufgabenerfüllung im Vordergrund. Die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von (42) Stunden gilt deshalb lediglich als Leitlinie. b) Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt (42) Stunden. c) Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Gleitzeitreglement, welches integrierter Bestandteil dieses Vertrages ist. 7. Lohn Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin erhält einen monatlichen Bruttolohn von CHF... Zusätzlich werden allfällige Familienzulagen gemäss Gesetz ausgerichtet.13 12 2. Arbeitsvertrag Kader Von den Lohnzahlungen kommen die Prämien der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO, ALV, BVG), die Krankentaggeldversicherungsprämie sowie allenfalls die Quellensteuer in Abzug. Die monatlichen Lohnzahlungen werden dem Mitarbeiter/der Mitarbeiterin bis jeweils spätestens am Ende des Monats bargeldlos überwiesen. 8. Jahresendzulage und Gratifikation Die Jahresendzulage (13. Monatslohn) beträgt 1 12 des jährlichen Lohnes ohne Zulagen und wird mit dem Dezemberlohn überwiesen. Zusätzlich kann eine Gratifikation ausgerichtet werden, die in der Höhe wie in deren Bestand freiwillig ist und die ohne Präjudiz für die Zukunft erfolgt. Ein Anspruch auf eine Gratifikation besteht auch dann nicht, wenn der Arbeitgeber mehrmals hintereinander eine solche ausgerichtet hat. Die Höhe der Gratifikation hängt insbesondere vom Geschäftsgang und von der individuellen Zielerreichung ab. 9. Spesen a) Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin erhält eine monatliche Spesenpauschale von (CHF 500. ). Darin sind sämtliche Spesen mit Ausnahme von Auslandreisen abgegolten. Die Spesenpauschale wird jährlich überprüft und allfällig angepasst. b) Die Spesen und die Benutzung des Firmenwagens richten sich nach dem Spesenreglement. Dieses gilt als integrierter Bestandteil dieses Arbeitsvertrages. 10. Überstunden a) Die Anstellungsbedingungen tragen der mit der Funktion verbundenen vermehrten Beanspruchung pauschal Rechnung. Mit den genannten Entschädigungen sind sämtliche Arbeitsleistungen der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters abgegolten. Für Überzeit wird mit Ausnahme von aussergewöhnlichen Fällen gemäss vorgängiger Absprache keine besondere Entschädigung ausgerichtet. b) Über die betriebsübliche Arbeitszeit hinaus geleistete Arbeit wird nicht zusätzlich entschädigt. Nach grosser Beanspruchung kann die/der zuständige Vorgesetzte einen angemessenen zeitlichen Ausgleich bewilligen. c) Von den Kadermitarbeitenden wird erwartet, dass die geschäftlich notwendige Mehrarbeit geleistet wird, soweit dies zumutbar ist. Der Zeitaufwand für Geschäftsreisen und Repräsentationen gilt nicht als Überstundenarbeit, eine Entschädigung oder Kompensation erfolgt nicht. Die Arbeitszeit muss im Rahmen des Gleitzeitreglements selber eingeteilt werden. Soweit betrieblich möglich, kann Mehrarbeit durch Freizeitbezug während der Gleitzeit kompensiert werden. Geleistete Mehrarbeit, die am Ende des Monats mehr als die auf den Folgemonat übertragbaren... Stunden beträgt, verfällt. Die Vergütung solcher verfallenen Stunden ist bereits im Salär inbegriffen. Ein Anspruch auf weitere Vergütungen oder Kompensation besteht daher nicht. Im Einzelfall kann von der Geschäftsleitung eine abweichende Vereinbarung getroffen werden. Ein Problem? Kein Problem!14 2. Arbeitsvertrag Kader Ferien Der Ferienanspruch pro Kalenderjahr, basierend auf der 5-Tage-Woche, beträgt: (20 23) Arbeitstage bis zur Vollendung des (40. bis 49.) Altersjahres (23 28) Arbeitstage bis zur Vollendung des (50. bis 59.) Altersjahres (28 30) Arbeitstage nach Vollendung des (51. bis 60.) Altersjahres 12. Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfall und Mutterschaft Für den Fall einer unverschuldeten Arbeitsverhinderung infolge Krankheit besteht eine Kollektiv- Krankentaggeldversicherung. Diese deckt im Rahmen der reglementarischen Bestimmungen den Lohnausfall während max. 720 innert 900 aufeinanderfolgenden Tagen zu (80%/100%). Die Prämien werden je zur Hälfte vom Mitarbeiter/von der Mitarbeiterin und der Firma bezahlt. Wird das Arbeitsverhältnis während einer fortdauernden Krankheit aufgelöst, kann der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin auf Antrag hin in die Einzelversicherung der Krankentaggeldversicherung übertreten. Verweigert die Versicherung die Leistung ganz oder teilweise (z.b. aufgrund eines Vorbehaltes wegen einer vorbestehenden Krankheit), so richtet sich die Lohnfortzahlung nach der Leistung der Versicherung, mindestens jedoch nach OR Art. 324a. Die Lohnfortzahlung bei Unfall richtet sich, sofern eine Unfallversicherung besteht, nach den Vorschriften des UVG und Art. 324b OR. Die Firma leistet bei einer Arbeitsverhinderung infolge eines unverschuldeten Unfalls die gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung von 80% des Lohnes ab dem Unfalltag. Die Lohnfortzahlung bei Mutterschaft richtet sich nach den Bestimmungen des EOG. Die Taggelder der Sozialversicherungen, insbesondere im Rahmen des UVG, können vom Arbeitgeber an die Salärzahlungen angerechnet werden. 13. Unfallversicherungen Die Mitarbeitenden sind bei der... gegen Berufsunfall und Nichtberufsunfall zu den obligatorischen Leistungen versichert, sofern die Arbeitszeit mehr als 8 Stunden pro Woche beträgt. Für das Kader besteht eine UVG-Zusatzversicherung, welche die gemäss UVG nicht versicherten Anteil der Lohnfortzahlung (Ergänzung auf 100% während max. 720 innert 900 aufeinanderfolgenden Tagen) sowie Auslagen ärztliche Behandlung, Arznei, Krankenhaus, Heilbäder usw. in unbeschränkter Höhe übernimmt. Die Prämien werden je zur Hälfte vom Mitarbeiter/von der Mitarbeiterin und der Firma bezahlt. Die Prämien für die Nichtbetriebsunfallversicherung gehen zu Lasten der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters. 14. Pensionskasse/Personalvorsorge Die Personalvorsorge richtet sich nach dem Reglement der...15 14 2. Arbeitsvertrag Kader 15. Nebenbeschäftigung Bezahlte oder zeitaufwändige Nebenbeschäftigungen und/oder nebenerwerbliche Tätigkeiten sind nur nach vorgängiger schriftlicher Bewilligung durch die Firma erlaubt. Veröffentlichungen und/oder Vorträge über Angelegenheiten, die die Interessen der Firma betreffen, begrüsst die Firma grundsätzlich. Die Mitarbeitenden haben aber die entsprechenden Unterlagen der Firma vorgängig zur Genehmigung zu unterbreiten. 16. Geschenke Den Mitarbeitenden ist es untersagt, sich ohne Kenntnis der Firma im Zusammenhang mit ihrer dienstlichen Tätigkeit Geschenke, Provisionen oder andere Vorteile irgendwelcher Art direkt oder indirekt versprechen zu lassen oder solche anzunehmen. 17. Geheimhaltung/Datenschutz Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin ist Träger/in von Firmengeheimnissen. Er/Sie hat darüber während der Dauer des Arbeitsverhältnisses und auch nach Beendigung desselben absolutes Stillschweigen zu bewahren. 18. Konkurrenzverbot Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin verpflichtet sich, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Firma während (3) Jahren in einem Umkreis von (100) km um seinen Hauptarbeitsplatz in keiner Weise zu konkurrenzieren. Unter das Konkurrenzverbot fallen insbesondere folgende Produkte/ Kunden: Er/Sie verpflichtet sich insbesondere, weder auf eigene noch auf fremde Rechnung ein Geschäft zu betreiben, das mit der Firma in Wettbewerb steht oder dessen Zweck demjenigen der Firma entspricht, in einem solchen tätig zu sein oder sich an einem solchen direkt oder indirekt zu beteiligen. Für jede Übertretung dieses Konkurrenzverbotes schuldet der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin der Firma eine Konventionalstrafe in der Höhe des (5)fachen Bruttomonatsgehaltes (inkl. der variablen Einkommen und allfälligen Sondervergütungen), wie dies bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses bestand. Die Zahlung der Konventionalstrafe befreit den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin nicht von der weiteren Einhaltung des Konkurrenzverbotes. Übersteigt der verursachte Schaden die Konventionalstrafe, bleibt die Geltendmachung des gesamten Schadens vorbehalten. Die Firma ist berechtigt, neben der Leistung der Konventionalstrafe und dem Ersatz des weiteren Schadens, die unmittelbare Beseitigung des vertragswidrigen Zustandes zu verlangen (Realexekution). 19. Unterschriftsberechtigung Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin hat als (Handlungsbevollmächtigte/r, Prokurist/in, Generalbevollmächtige/r) das Recht, Schriftstücke der Firma im Rechtsverkehr mit Dritten zu unterzeichnen. Für die Ausübung dieses Rechts gelten die Bestimmungen.... Ein Problem? Kein Problem!16 2. Arbeitsvertrag Kader Allgemeine Bestimmungen Soweit dieser Vertrag nichts Abweichendes festlegt, gelten die Bestimmungen der nachstehenden Reglemente, Wegleitungen und Beilagen, die einen integrierenden Bestandteil dieses Arbeitsvertrages bilden: Allgemeine Bestimmungen zum Arbeitsvertrag Spesenreglement Gleitzeitreglement Reglement der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung Reglement der Pensionskasse Im übrigen gelten die Bestimmungen des Einzelarbeitsvertrages des OR. 21. Unterschriften Der Arbeitnehmer erklärt durch seine Unterschrift, den Vertrag und die aufgeführten Reglemente erhalten und gelesen zu haben sowie mit deren Inhalt einverstanden zu sein. Ort und Datum: Ort und Datum: Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin: Für die Firma:...... Ähnliche Dokumente
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