Source: https://www.veda.net/blog/artikel/steuergesetz-bleiben-sie-auf-dem-laufenden-damit-die-payroll-korrekt-gelingt/
Timestamp: 2020-04-03 19:51:09
Document Index: 64180910

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 8', '§ 6', '§ 7', '§ 40', '§ 40', '§ 42', '§ 39']

Steuergesetz: Bleiben Sie auf dem Laufenden, damit die Payroll korrekt gelingt - VEDA Statistiken Marketing
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Steuergesetz: Bleiben Sie auf dem Laufenden, damit die Payroll korrekt gelingt
Wissen, was Sie beim Thema Einkommensteuer erwartet: Damit Ihre Entgeltabrechnung weiterhin auf solider Basis steht, haben wir die wichtigsten Neuerungen im Gesetz für Sie kompakt zusammengefasst.
Bildquelle: elektronik-zeit /Adobe Stock
Mit Beginn des neuen Jahres treten am 1. Januar 2020 einige Änderungen bei der Einkommensteuer in Kraft. Bereits im November hat das Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften den Bundestag passiert.
Die Änderungen betreffen unter anderem die Verpflegungsmehraufwendungen, für die nun höhere Pauschalen festgesetzt sind. Arbeitet Ihr Mitarbeiter außerhalb seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte, gelten nun andere Grundlagen zur Berechnung der Verpflegungsmehraufwendungen. Die Pauschale im Rahmen einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder doppelten Haushaltsführung (§ 9 Abs. 4a Satz 3 EStG) werden von 24 auf 28 Euro für Abwesenheiten von 24 Stunden angehoben; und von 12 auf 14 Euro für An- und Abreisetage sowie für Abwesenheitstage ohne Übernachtung und mehr als acht Stunden.
Verschärfte Definition für Geldleistung
Das Einkommensteuerrecht enthält zudem eine Verschärfung bei den Sachbezügen, die nun klar von Geldleistungen abgegrenzt werden. Beachten Sie, dass generell die Definition der Geldleistung ausgeweitet wurde. Mit der Verschärfung (§ 8 Abs. 2 und 3 EStG) müssen Sie zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate oder andere Vorteile mit einem konkretisierten Betrag grundsätzlich als Geldleistungen bewerten. Ausgeschlossen sind lediglich Gutscheine und Geldkarten für Waren oder Dienstleistungen. Achtung: Es wird vorausgesetzt, dass Sie diese nicht im Rahmen einer Gehaltsumwandlung, sondern zusätzlich zum Arbeitslohn gewähren.
Neu ist auch die Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung für private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs. Diese wurde für gewisse Fahrzeuge bis auf ein Viertel herabgesetzt (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 bis 5 EStG). Zudem können Sie für ab Januar 2020 angeschaffte Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder zur Absetzung für Abnutzung nun im Jahr der Anschaffung noch eine Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent nutzen (§ 7c EStG). Für Mitarbeiter, die sich entscheiden, ein Rad zu nutzen, haben Sie nun die neue Möglichkeit, eine Pauschalierung der Lohnsteuer zu verwenden (§ 40 Abs. 2 Satz 1). Dies greift dann, wenn dem Mitarbeiter ein betriebliches Fahrrad zusätzlich zum Arbeitslohn zur Verfügung gestellt wird.
Fahrtkostenerstattung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Eine Änderung gibt es auch bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Ab 1. Januar 2020 ergibt sich eine neue Möglichkeit der pauschalen Versteuerung der Kostenübernahme für Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte. Seit dem Jahresbeginn 2019 können diese Erstattungen komplett steuerfrei vorgenommen werden. Dies halt allerdings zur Folge, dass die erstatteten Kosten zur Minderung der persönlichen Entfernungspauschale führen. Als Alternative zur steuerfreien Erstattung kann ab dem 1. Januar 2020 die Erstattung pauschal mit 25 Prozent erfolgen (§ 40 Abs. 2 EStG). Dies führt dann wiederum nicht zur Reduzierung der persönlichen Entfernungspauschale, erhöht allerdings die Kosten auf Arbeitgeberseite.
Beschränkt Steuerpflichtige erhalten Steuer-ID
Im Umgang mit Arbeitnehmern, die lediglich der beschränkten Einkommensteuerpflicht unterliegen, gibt es zwei Neuerungen zu beachten. Zum einen müssen sie in den betrieblichen Lohnsteuerjahresausgleich eingebunden werden (§ 42b Abs. 1 Satz 1 EStG), dazuhin bekommen sie nun eine Steueridentifikationsnummer zugeteilt (§§ 39 Abs. 3, 42b Abs. 1 Satz 1 EStG). Diese Maßnahme muss Ihre Personalabteilung beim zuständigen Finanzamt vornehmen, nachdem der Mitarbeiter Sie zur Beantragung der Steuer-ID bevollmächtigt hat.
Fazit: Nutzen Sie alle Möglichkeiten
Nicht nur wegen dieser Neuerungen verlangt die Payroll höchste Aufmerksamkeit, Monat für Monat. Lesen Sie in unserem kostenlosen Whitepaper, wie Sie durch automatisierte Prozesse Kapazitäten freisetzen und Ihre Mitarbeiter bei der sensiblen Routineaufgabe entlasten.