Source: https://shopbetreiber-blog.de/2010/03/17/blitz-umfrage-reaktion-auf-bgh-urteil-preissuchmaschinen-preisangabe-aktualitat/
Timestamp: 2018-06-23 00:27:20
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Umfrage: Wie reagieren Sie auf das BGH-Urteil zu Preissuchmaschinen? - Shopbetreiber-Blog
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Seit Freitag, 12.03.2010 wird das neue Urteil des BGH zur Aktualität von Preisangaben in Preissuchmaschinen im Internet diskutiert. Die obersten Bundesrichter entschieden: Erhöhte Preise dürfen im Shop erst dann angezeigt werden, wenn diese auch in der Preissuchmaschine angezeigt werden.
Hier finden Sie unsere Umfrage: Wie reagieren Sie auf das Urteil?
Am Freitag, den 12.03.2010 berichteten wir von einem aktuellen BGH-Urteil, in welchem die Richter Unterschiede bei Preisangaben zwischen einer Preissuchmaschine und dem Online-Shop als wettbewerbswidrig einstuften.
Konkret heißt es in der Pressemitteilung:
„Den Händlern ist es – so der BGH – zuzumuten, die Preise für Produkte, für die sie in einer Preissuchmaschine werben, erst dann umzustellen, wenn die Änderung in der Suchmaschine angezeigt wird.“
Demnach reicht es also nicht mehr aus, die Preise im Shop anzuheben und darauf zu warten, dass eine Preissuchmaschine (PSM) diese Änderung feststellt. Vielmehr muss man der PSM diese geplante Änderung mitteilen, dann abwarten, bis der erhöhte Preis in der PSM erscheint und erst danach darf man den Preis im Shop anheben.
Die Kommentare zu dem Urteil reichen von „Abwarten“ bis „Kampagnen in PSM stoppen“. Noch weiß niemand genau, wann und wie die PSM reagieren.
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ralf.endres 17. März 2010
Bei einem Preis im zweistelligen Cent Bereich pro Click kann man m.E. nach von seinem Partner auch ein gewisses Entgegenkommen erwarten. Es kann nicht sein das die PSM Betreiber sich hier aus der Verantwortung ziehen und ihre Kunden alleine an einer Lösung arbeiten lassen.
Ich denke aber auch das diejenige PSM das Rennen um mehr Kunden gewinnt die nach aussen nicht nur mit schönen Worten glänzt, sondern auch Taten folgen lässt.
Dr. Carsten Föhlisch 17. März 2010
@ralf.endres Besser hätte ich es nicht sagen können, das ist exakt meine Position. Ich glaube, es muss darauf hinauslaufen, dass die PSM technisch nachrüsten, ähnlich wie in der Vergangenheit Google Base bei Versandkostenangaben oder (schon länger her) eBay bei den Fernabsatzinformationen. Im Wettbewerb werden auf Dauer nur die Dienstleister bestehen können, die nicht über rechtliche Rahmenbedingungen jammern oder diese komplett ignorieren, sondern alles dafür tun, diese umzusetzen. Das betrifft aktuell übigens auch den amazon Marketplace, von den M-Commerce-Darstellungen mal ganz zu schweigen.
Warning 17. März 2010
Zumal das Thema den gesamten M-Commerce doch erheblich betrifft. Baut doch der M-Commerce ganz erheblich darauf auf, dass die Verbraucher zukünftig mit ihren Smartphone den Barcode eines Artikels (in einem stationären Geschäft) abscannen und dann sich über PSM sich anzeigen lassen, wo es den Artikel im Internet billiger gibt. Wenn da im M-Commerce nicht mit aktuellen Preisen gearbeitet wird, dann knallt denen das um die Ohren.
PSM expert 18. März 2010
das sehe ich nur zum Teil so. Wenn eine PSM alle 15 Min prüft, ob sich im Shop die Preisdatei geändert hat, ist man technisch an der Grenze des Machbaren angelangt. Die Forderung des BGH, praktisch zeitgleich umzustellen, ist doch gar nicht erfüllbar.
BGH sollte vernüngtige Zeitfenster für den Abgleich fordern, sonst drohen hier Firmenpleiten in ungeahntem Ausmaß.
Westernshop 18. März 2010
Hallo, ja hier müssen die PSM nachziehen, technisch auch sicher kein Problem im heutigen Realtime Web. Aber was kommt als nächstes? Muss ich nun den Sumas (Suchmaschinen) sagen das Sie meine Preis nicht indizieren dürfen. Diese könnten ja je nach Cache extrem zu denen im Shop abweichen? Dann berufen sich die Herrn Verbraucherschützer darauf, das ja in den Serp’s (Suchergebnisseiten) dieser Preis stand und nur deshalb der Kunde den Shop betreten hat… verrückte Welt!
Felix 18. März 2010
Ich glaube, ich hätte zusätzlich noch den Punkt „darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“ hinzugefügt. Denn das habe ich bspw. nicht und es würde mich interessieren, wie viele andere noch? Überhaupt wäre es interessant zu sehen, wie Betreiber die ständigen Gesetzesänderungen und -Verrenkungen in der Praxis umsetzen oder wissentlich nicht umsetzen, weil „schluren“ lassen.
Michael 18. März 2010
Ich sehe das genauso. Solange ich für eine Dienstleistung zahle ist der Suchmaschinenbetreiber in der Pflicht. Aber was ist mit den ganzen kostenlosen Anbietern? Soll man z.B. auf hunderte von kostenlosen Base Besuchern verzichten? Ich kann Base zwar die Daten übergeben wann ich will aber wann diese geändert werden kann man nicht mal prüfen, da die Preise für alle eingereichten Artikel nicht auf einen Schlag angepasst werden. Und was ist wenn Google hier nichts ändern will. Goolge kann anscheinend auf einen Milliarden User Markt wie China verzichten. Was sind da ein paar tausend Shopbetreiber in Deutschland.
Ich finde hier kann man auch wieder ein bisschen über die Rechtsprechung „jammern“. Manche Urteile sind oft nur auf den ersten Blick im Sinne des Verbrauchers.
Das Problem sind doch nicht die Suchmaschinen. Der Fall ist von 2006, inzwischen aktualisieren alle größeren Anbieter in 30 Minuten Abständen. Klar geht das noch schneller aber das Problem ist doch, dass das BGH vom HÄNDLER verlangt, dass dieser ERST den Peis im Shop ändert wenn ein an ALLE Preissuchmaschinen Preis überall angezeigt wird. Dazu müssten alle Anbieter gleichschnell arbeiten. Das ist nicht umsetzbar. Ein Zeitfenster ist die einzige Lösung.
Wir arbeiten mit 9 Werbepartnern zusammen. Sollen wir dann eine Telefonkonferenz einrichten, damit wir alle gleichzeitig auf aktualisieren klicken? Denn das Problem ist doch, wenn ich als Händler mit dem Preis warte und die Preissuchmaschinen nach und nach den Preis ändern dann haben wir doch wieder unterschiedliche Preise und so die angeprangerte Wettbewerbsverzerrung.
Hans 18. März 2010
Zum Glück erhöhen wir nie die Preise – ältere Produkte werden reduziert und abverkauft, neue Produkte kommen mit neuer Artikelnummer in den Shop rein. Das Problem haben wir also nicht. Ich möchte aber nicht in der Haut der Betreiber stecken, die mit Tagespreisen arbeiten müssen.
Grundsätzlich kann ich das Urteil auch verstehen, da ich mich selbst als Käufer schon über diverse Shops geärgert habe, die in den Preisportalen mit günstigen Preisen geworben haben und dann im Shop höhere Preise oder horrende Versandkosten verlangen. Wenn das tagelang anhält und Methode hat, finde ich eine Abmahnung auch angemessen.
Bei der Diskussion geht es immer um Preissuchmaschinen, bei denen man Werbung treibt. Ich verstehe das so, dass man die Preise aktiv an die Suchmaschine gesendet haben muss. Es gibt aber auch andere Portale wie z.B. Twenga, die sich die Texte und Preise selbständig ohne die Erlaubnis und das Zutun des Shopbetreibers aus dem Shop auslesen und auf der eigenen Domäne anzeigen. Ich sehe hier auch keine Möglichkeit des Shopbetreibers, die Aktualisierung des Preises zu beschleunigen. Ist man womöglich auch noch gezwungen, auf Portale dieser Art zu warten oder ist das dann wenigstens unzumutbar?
Martin 19. März 2010
Bis dato war die PSM ja immer die Schwachstelle. Teilweise werden Preise bei einer stündlichen Aktualisierung des Feeds erst nach 24 Stunden übernommen.
Wir haben diverse Kunden, die einen Shop betreiben. In den meisten Fällen geht der Abgleich automatisch ERP -> WEBSHOP -> PSM.
Finde es sinniger, wenn die PSM neue Techniken einsetzen werden und nicht per Polling in Intervallen die Produkte abrufen, sondern z.B. per Webservice eine Möglichkeit bieten, dass der Shop via PUSH die PSM über eine Änderung benachrichtigt, dass natürlich nur für wirkliche Preisänderungen und diese dann zeitnah in die PSM einfließen….
Es gibt zwar Branchen wie Reifenhandel, da ist der Preis ein Tagespreis, aber bei den meisten Shops ändern sich an einem Tag 2-5 % der Preise…. und davon nur ein Bruchteil nach oben…..
Ich finde, da muß ein komplett neues Konzept seitens der PSM her….
Michael 19. März 2010
5% der Produkte sind in vielen Shops dann schnell 250 – 500 Produkte pro Tag. Gerade in der Elektronikbranche sind es nicht nur Tagespreise, da kann sich der Preis auch mehrmals am Tag ändern. Gerade bei Artikeln mit hoher Nachfrage wo dann natürlich bei hoher Nachfrage auch der Preis steigt. Sowas nennt sich dann freie Marktwirtschaft.
PUSH ist derzeit die einzige Lösung die sinnvoll wäre, doch auch hier ist nicht das gewährleistet was das BGH vom Händler fordert. Beim PUSH gebe ich ja auch nur den veränderten Preis eines bereits in der PSM eingegliederten Produktes weiter, kann aber nicht beeinflussen, dass dieser Preis auch direkt übernommen wird.
Von den PSM hätte ich aber schon erwartet, dass sie sich mal an ihre Kunden gerichtet hätten um mal eine Info zu dem Urteil zu geben wie man denn nun gedenkt zu handeln. Die Anzeige des Zeitstempels ist ja nur eine unabhängige Empfehlung gewesen und nichts offizielles.
Ich glaube schon, dass die PSM für Großkunden einen anderen Service bieten, denn schließlich sind das deren Haupteinnahme Quellen.
Die Erfahrungen die wir bis dato gemacht haben beziehen sich auf Shops mit 10.000 – 20.000 Artikel, da unsere Kunden eher Nischen ansprechen.
Natürlich sind bei Otto und Co 5% eine andere Hausnummer als bei einem Shop mit 500 Artikeln.
Leider klagen die PSM immer wieder, dass sie mit den Datenmengen nicht zurecht kommen und daraus die Verzögerungen resultieren.
Wenn die PSM denn hinbekommen würden nur Teilmengen zur aktualisieren, dann sind 5% der Artikel immer performanter als 100%
Ich finde die PSM sollten sich mal – auch in Bezug auf die Datenlieferung – wegen eines Standards zusammen setzen. Unser Shopsystem kann z.Zt. 25 PSM beliefern, jedoch m.E. will jede PSM ihre extra „Wurst“ haben…. Bin mal gespannt, wie das Thema sich entwickelt….
Elektro-Handel 22. März 2010
Vielleicht bin ich ja technisch etwas blöd, aber ich benutze xtCommerce. Dort passe ich die Preise an und generiere anschließend die Export-Dateien für die PSM. Wie sollte das anders herum gehen?
Selbst ein Sofortscan bei z.B. Preisroboter dauert einige Minuten.
Michael 22. März 2010
@Elektro-Handel: Ein Weg wäre:
Du stellst eine Artikelliste zum Export mit dem Index deiner internen Artikel-ID. Der Preisvergleicher importiert diese Daten und sortiert diese Artikel dann nach und nach ein. Aus dieser Datei zieht er nur Stammdaten und weniger relevante Daten. Dann bietet dir der Preisvergleicher dazu eine API, dass du in deinen Shop ein Modul installieren kannst, dass bei jeder Preisänderung diese direkt an den Vergleich sendet und ohne Moderation übernommen wird. Durch die eindeutige Shop und Artikel-ID kann es nicht zu Irrläufern kommen und der Preis wäre auf Klick aktuell.
Technisch relativ simpel… Problem ist nur wenn tausende Shops zehntausende Artikel täglich ändern. Um es nicht in einem Chaos enden zu lassen müssten sich die Anbieter auf eine API einigen.
Nur das grundsätzliche Problem des Caches bleibt. Denn die Seiten von den Anbietern sind keine Live Auswertungen. Die Seiten kommen aus dem Cache da die Systeme sonst unter Last sehr schnell zusammenbrechen würden oder eine solche Infrastruktur verlangen die dann ensprechend auch mehr kostet. Der BGH hat sich leider auf ganzer Linie als inkompetent erwiesen und eine riesige graue Masse in den Raum geworfen anstatt technsich korrekt rechtssicherheit zu schaffen.
Warning 22. März 2010
Wir können jetzt natürlich herrliche akademische Elfenbeinturm-Diskussionen führen, das natürlich wenn man die Pressemitteilung des BGH als Maß der Dinge nimmt, selbst die wenige Minuten dauernde Differenz zwischen der Preisänderung im Shop und der Aktualisierung der PSM ein Wettbewerbsverstoss ist.
Oder wir können das ganz pragmatisch sehen, und das Abmahnrisiko bei dieser nur wenige Minuten dauernden Preisdifferenz ins Verhältnis setzen zum Risiko vom Blitz getroffen zu werden. Das Risiko vom Blitz getroffen zu werden ist größer. Und im Zweifel ziehe ich es vor eine Abmahnung zu kassieren als vom Blitz getroffen zu werden. Aber gut es soll Leute geben, die sich aus Angst vor einem Blitzschlag nicht mehr vor die Tür trauen. Das ist dann aber schon eindeutig krankhaft und mit solchen Phobien sollte man zum Arzt gehen.
Und bei Preisroboter.de ist es z.Zt. so, dass in dem Moment wo man einen Sofortscan anfordert, die bisherigen Angebote nicht mehr erscheinen. Es wird somit das Abmahnrisiko noch weiter Minimiert und dürfte damit so ungefähr in dem Bereich liegen, wie das Risiko von einem Kometen erschlagen zu werden.
Rumen Petrov 22. März 2010
Mir ist noch kein Shop-System mit dem Mechanismus bekannt, Preisänderung bei Produkten durchzuführen und diese solange zurückzuhalten, bis eine definierte Aktion stattgefunden hat, die das auslöst.
Wohlgemerkt meine ich nicht Änderungen in einer WaWi, die gesammelt in den Shop sollen, sondern quasi am Shop vorbei und dann erst da rein.
Bin sehr auf die technische Machbarkeit gespannt, vor allem ohne die oben erwähnte Anbieter-übergreifende API.
Simon Bodzioch 22. März 2010
Was ist denn mit Elm@r – dem elektronischen Markt? Würden alle Anbieter diesen Standard als Schnittstelle anbieten sollte es doch keine Probleme mehr mit Zeitverzögerungen geben?
http://projekt.wifo.uni-mannheim.de/elmar/nav?dest=home.index&rid=3
Jeder der die Elm@r-Schnittstelle noch benutzt, dürfte mit dem Klammerbeutel gepudert sein…
Das gleiche gilt für Affiliate-Programme, denen ich meine Produktdaten per CSV o.ä. zur Verfügung stelle.
Simon Bodzioch 23. März 2010
Kannst Du das bitte genauer ausführen? Was ist negativ an ELMAR? Danke.
Warning 23. März 2010
Du stelst bei Elmar deine Daten irgendwelchen unbekannten PSM zur Verfügung. Diese holen sich dann einmal pro Monat, alle 2 Monate oder auch nur einmal diese Daten ab und basteln sich mit dem Content, den du ihnen lieferst ihre PSM.
Ich hatte vor 2 Monaten riesen große Probleme mit einer solchen Hobby-PSM, die sich vor Ewigkeiten (als ich selber noch die Daten per Elmar zur Verfügung gestellt hatte) meine Daten eingepflegt hatte. Diese Daten sind nachweislich über 2 Jahre nicht mehr aktualisiert worden – ist ja auch klar, da müßte die Hobby-PSM ja auch in Server investieren. Weder Preise, noch Versandkosten, noch Grundpreisangaben wurden in der Hobby-PSM ausgewiesen.
Negativ an Elmar ist, dass ich es als Shopbetreiber nicht in der Hand habe, wer sich aus der Schnittstelle bedient und schon gar nicht, wie er die Daten updatet.
Besten Dank, ist natürlich kritisch.
Preissuchmaschine 24. März 2010
Wir als Preissuchmaschine aktualisieren die Daten zweimal am Tag es ist uns technisch nicht möglich ein Liveupdate zu machen. Der technische Aufwand deckt sich hier für uns nicht im geringsten gegenüber den Einnahmen die wir von deutschen Händlern erzielen. Bis jetzt ist die Listung kostenlos und das fanden wir auch gut so. Das wird wohl für Deutschland nicht länger zu realisieren sein. Der deutsche Onlinemarkt ist gross aber nicht so gross als das wir als Preissuchmaschine nicht daruf verzichten könnten! Die anderen europäischen Händler werden sich freuen!