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Timestamp: 2018-10-18 15:45:49
Document Index: 327481233

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 40', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 10', '§ 3', '§ 10', '§ 4', '§ 39', '§ 113', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 1', '§ 4', '§ 10', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 37', '§ 4', '§ 53', '§ 4', '§ 10', '§ 9', '§ 102', '§ 121', '§ 121', '§ 10', '§ 1', '§ 4', '§ 1', '§ 1', '§ 120', '§ 9', '§ 121', '§ 2', '§ 121', '§ 2', '§ 2', '§ 121', '§ 121', '§ 2', '§ 121', '§ 121', '§ 120', '§ 9', '§ 120', '§ 1', '§ 2', '§ 121', '§ 121', '§ 121', 'Art. 2', 'Art. 3', '§ 121', '§ 121', '§ 121', '§ 1', '§ 4', '§ 10', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 3', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 9', '§ 3', '§ 3', '§ 63', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 103', '§ 97', '§ 3', '§ 97', '§ 103', '§ 103', '§ 104', '§ 3', '§ 97', '§ 63', '§ 97', '§ 3', '§ 9', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 154']

VG Düsseldorf, 22 K 11145/98: VG Düsseldorf: örtliche zuständigkeit, stationäre behandlung, psychiatrie, stadt, kreis, zahnärztliche behandlung, auflage, psychotherapie, gewöhnlicher aufenthalt, sozialhilfe
Urteil des VG Düsseldorf vom 17.07.2001, 22 K 11145/98
22 K 11145/98
VG Düsseldorf: örtliche zuständigkeit, stationäre behandlung, psychiatrie, stadt, kreis, zahnärztliche behandlung, auflage, psychotherapie, gewöhnlicher aufenthalt, sozialhilfe
örtliche zuständigkeit, Stationäre behandlung, Psychiatrie, Stadt, Kreis, Zahnärztliche behandlung, Auflage, Psychotherapie, Gewöhnlicher aufenthalt, Sozialhilfe
Verwaltungsgericht Düsseldorf, 22 K 11145/98
Aktenzeichen: 22 K 11145/98
Der Kläger, Träger des X Zentrums für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in E1, begehrt von der Beklagten die Übernahme der ungedeckten Aufwendungen für die stationäre Behandlung der ghanaischen Staatsangehörigen Z in der Zeit vom 1. Juni 1995 bis 6. Oktober 1995, vom 17. Oktober 1995 bis zum 1. Dezember 1995 sowie vom 3. Dezember 1995 bis zum 28. Dezember 1995. Geltend gemacht werden Behandlungskosten in Höhe von 70.826,00 DM sowie Baraufwendungen in Höhe von 499,60 DM und 389,24 DM, sodass sich ein Gesamtbetrag in Höhe von 71.714,84 DM ergibt.
3Die 1972 geborene Frau Z reiste Anfang 1993 in die Bundesrepublik Deutschland ein und wurde durch Bescheid des Regierungspräsidenten E2 vom 13. Mai 1993 dem Landkreis T, zugewiesen. Zuvor hatte sie unter Vorlage eines Reisepasses der Republik Kenia mit dem Namen C, geboren am 6. März 1972 in Nairobi, einen Asylantrag gestellt. Nach einer Ghana-Identity- Card lautete ihr Name Z, geboren am 9. September 1969 in Berekum. Der Asylantrag wurde vom Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge mit Bescheid vom 8. März 1994 abgelehnt. Die Abschiebungsandrohung war ausweislich der Ausländerakte des T-Kreises vollziehbar seit dem 19. Mai 1994, rechtskräftig seit dem 25. August 1994.
Mit Schreiben vom 3. Mai 1995 bat der Landrat des T-Kreises die Beklagte um Amtshilfe bei der Abschiebung der Frau Z. Er gab an, Frau Z habe ihre Unterkunft im Juni 1994 verlassen und sei seitdem unbekannten Aufenthaltes. Der Ehemann und das gemeinsame Kind seien bereits nach Ghana abgeschoben worden (April 1995). Dem lag zu Grunde, dass Frau Z am 2. Mai 1995 von der Polizei in E aufgegriffen worden war. Bei der polizeilichen Vernehmung und der Anhörung durch die Ausländerbehörde nach § 28 VwVfG am 2. Mai 1995 hatte sie sich als Grace C1, geboren am 22. Februar 2
1963, aus L ausgegeben. Bei der polizeilichen Beschuldigtenvernehmung gab sie an, als Prostituierte zu arbeiten und in zwei Monaten 20.000,00 DM Prostituiertenlohn zu erhalten. Eine Nachfrage bei der Polizei in der Wstraße 25 blieb ergebnislos. Nach ihren Angaben anlässlich der Anhörung durch die Ausländerbehörde hatte Frau Z in zwei Monaten 35.000,00 DM verdient und vor fünf bis sechs Monaten aufgehört zu arbeiten, weil ihr Freund dies nicht mehr gewollt habe. Sie gab ferner an, vor ca. vier Jahren in die Bundesrepublik Deutschland eingereist zu sein und in L gelebt zu haben. Ihr Freund und sie hätten dort einen Asylantrag gestellt. Sie habe in den letzten neun Monaten bei ihrem Freund gelebt. Frau Z, die in Abschiebehaft genommen worden war, befand sich in der Zeit vom 22. Mai 1995 bis 1. Juni 1995 im Justizvollzugsanstaltskrankenhaus G. Zum 1. Juni 1995 wurde sie in die X Klinik für Psychiatrie E1 verlegt und blieb dort mit kurzen Unterbrechungen bis zu ihrer Entlassung am 28. Dezember 1995. Frau Z, die sich nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus im Gebiet des T-Kreises aufgehalten und dort auch medizinisch behandelt worden ist, ist am 12. August 1997 freiwillig nach Ghana ausgereist.
5In der X Klinik für Psychiatrie in E1, hinsichtlich des Namens offensichtlich zwischenzeitlich geändert in X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, wurde von der dortigen Sozialarbeiterin ein Antrag auf Sozialhilfe für Frau Z mit der Angabe „ohne festen Wohnsitz" aufgenommen. Eine Datumsangabe ist auf dem Antrag nicht enthalten. Mit Schreiben vom 9. Juni 1995 übersandte die X Klinik für Psychiatrie E1 den Sozialhilfe-Grundantrag an den Landschaftsverband X in N mit der Bitte um Kostenübernahme ab Aufnahmedatum. Dieser Antrag wurde vom Landschaftsverband X an den Landschaftsverband S, von dort an das Sozialamt der Stadt E1 und von hier an die Beklagte (eingegangen am 12. Dezember 1995) weitergeleitet.
6Mit Schreiben vom 15. Dezember 1995 teilte die Beklagte dem Sozialamt der Stadt E1 mit, dass Frau Z zwar in E festgenommen worden sei, aber ihren gewöhnlichen Aufenthalt hier nicht begründet habe. Frau Z halte sich seit 19. Mai 1994 illegal in Deutschland auf und sei seit diesem Zeitpunkt vollziehbar zur Ausreise verpflichtet. Der Antrag auf Eingliederungshilfe der X Klinik für Psychiatrie wurde mit der Bitte, diesen in eigener Zuständigkeit zu bearbeiten, zurückgesandt.
7In der Folgezeit erklärten sich sowohl das Sozialamt der Stadt E1 als auch das Landratsamt des T-Kreises für örtlich nicht zuständig.
8Das X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik wandte sich mit Schreiben vom 18. Juni 1997 erneut an den Landschaftsverband S mit der Bitte um Kostenübernahme. Zugleich bat es im Falle des Bestreitens der Zuständigkeit um Prüfung, ob eine vorläufige Hilfegewährung möglich sei, da das Zuständigkeitsgerangel der Sozialhilfeträger nicht zu seinen Lasten gehen könne. Der Landschaftsverband S lehnte eine Kostenübernahme mit Schreiben vom 5. August 1997 ab. Daraufhin wandte sich das X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik E1 mit Schreiben vom 7. August 1997 an den Landschaftsverband X mit der Bitte um Erteilung einer Kostenzusage. Der Landschaftsverband X übersandte den Vorgang mit Schreiben vom 8. Januar 1998 an das Sozialamt der Stadt E1. Er stellte fest, dass eine Zuständigkeit des überörtlichen Trägers der Sozialhilfe nicht gegeben sei und bat das Sozialamt der Stadt E1 um Entscheidung im vorliegenden Fall. Die Stadt E1 lehnte mit Schreiben vom 2. Juni 1998 eine Kostenübernahme ab.
9Bereits zuvor hatte das X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik E1 unter dem 27. April 1998 auch bei dem Sozialamt der Beklagten Kostenübernahmeanträge für die Zeit vom 1. Juni 1995 bis 6./10. Oktober 1995 sowie vom 17. Oktober 1995 bis 28. Dezember 1995 gestellt. Die Anträge enthalten den Aufdruck Erinnerung.
10Mit Schreiben vom 18. Mai 1998 teilte die Beklagte dem Kläger mit, dass der Kostenübernameantrag auf Eingliederungshilfe zuständigkeitshalber an die Stadt E1 zur Bearbeitung mit Schreiben vom 15. Dezember 1995 weiter geleitet worden sei. Die Ermittlungen im Jahre 1995 hätten ergeben, dass Frau Z keinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bereich der Stadt E begründet habe.
11Mit Schreiben vom 19. Juni 1998 beantragte das X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bei der Beklagten erneut die Übernahme der stationären Behandlungskosten für Frau Z im Rahmen der Eingliederungshilfe gemäß § 40 Abs. 1 Nr. 1 BSHG. Zur Begründung verwies er auf die Angaben der Frau Z in ihrer vom T-Kreis niedergeschriebenen Erklärung vom 25. November 1996. Diese lautet:
12„Bevor I go in Hospital in E1 I live for half a year in E, S1straße 72, with my husband and later with a Boyfriend. He has give me money for eat an also. I dont wont to tell you about the Name und new Adress for the Boyfriend.
I don't have work for this time. After the time in Hospital I come to my room in I (T-Kreis)". 13
Zudem sei Frau Z auch am 3. Mai 1995 in E verhaftet worden. Die Tatsache, dass Frau Z sich in E nicht behördlich angemeldet habe, sei unbedeutend.
15Mit Bescheid vom 13. Juli 1998 lehnte die Beklagte den Antrag auf Kostenübernahme ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, dass Frau Z im Asylverfahren dem T-Kreis zugewiesen gewesen sei, sodass sie dort ihren gewöhnlichen Aufenthalt begründet habe. Der T-Kreis sei der zuständige Leistungsträger nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 a VwVfG NW. Hiergegen legte der Kläger mit Schreiben vom 23. Juli 1998 Widerspruch ein. Zur Begründung führte er mit Schreiben vom 10. November 1998 aus, die Tatsache, dass sich Frau Z illegal in Deutschland aufgehalten habe und sich in E polizeilich nicht angemeldet habe, sei bei der Beurteilung der Frage des gewöhnlichen Aufenthaltsortes unbedeutend. Nach der Empfehlung des Innenministers NW sei der gewöhnliche Aufenthaltsort nur in der Regel der Zuweisungsort. Frau Z habe jedoch ihren gewöhnlichen Aufenthalt nicht im Zuweisungsort (T-Kreis) gehabt, sondern ihren gewöhnlichen Aufenthalt ausweislich der Niederschrift des T-Kreises vom 25. November 1996 in E begründet. Diesen Widerspruch lehnte die Beklagte mit Widerspruchsbescheid vom 25. November 1998 ab. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, es sei nicht feststellbar, dass Frau Z ihren gewöhnlichen Aufenthalt in E genommen habe.
Der Kläger hat am 24. Dezember 1998 Klage erhoben. Er vertritt weiterhin die Auffassung, dass der gewöhnliche Aufenthalt von Frau Z in E begründet worden sei. Ergänzend führt er aus, aus den Aufzeichnungen zur Krankengeschichte ergebe sich, dass Frau Z nach ihrer Krankenhausentlassung nach E habe zurückkehren wollen. Selbst im Falle der Unmöglichkeit der Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes sei auf jeden Fall die örtliche Zuständigkeit der Beklagten gemäß § 3 Abs. 1 Ziffer 4 VwVfG zu bejahen. Nachdem der Kläger zunächst seine geltend gemachten Ansprüche auf § 4 14
Abs. 1 AsylbLG in Verbindung mit § 3 Abs. 1 Ziffer 3 a VwVfG gestützt hatte, stützt er seine Ansprüche mit Schreiben vom 9. April 2001 nunmehr auf Erstattungsansprüche nach § 10 b AsylbLG.
18die Beklagte unter Aufhebung ihres Bescheides vom 13. Juli 1998 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 25. November 1998 zu verpflichten, an den Kläger 71.714,84 DM nebst vier Prozent Zinsen seit Rechtshängigkeit zu zahlen.
21Zur Begründung bezieht sie sich auf die Ausführungen in dem Widerspruchsbescheid. Ergänzend führt sie aus, dass ein Rückgriff auf die Zuständigkeitsregelung des § 3 Abs. 1 Ziff. 4 VwVfG nicht möglich sei, wenn - wie im vorliegenden Fall - der gewöhnliche Aufenthalt nicht mit hinreichender Sicherheit bestimmbar sei. Eine Zuständigkeit nach dieser Vorschrift scheitere auch daran, dass der Bezirk der Amtshandlung nicht E gewesen sei. Er ist ferner der Auffassung, dass die Voraussetzungen eines Erstattungsanspruchs gemäß § 10 b AsylbLG nicht vorliegen.
22Der T-Kreis hat auf Anfrage des Gerichts mit Schreiben vom 21. Februar 2001 mitgeteilt, dass in der Zeit vom 14. Februar 1996 bis August 1997 Krankenhilfe nach den Bestimmungen des Asylbewerberleistungsgesetzes an Frau Z geleistet worden ist.
23Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Gerichtsakte sowie der beigezogenen Verwaltungsvorgänge der Beklagten und der Ausländerbehörde des Landrates des T-Kreises ergänzend Bezug genommen.
26Soweit mit der Klage originäre Ansprüche der Hilfeempfängerin wie § 4 AsylbLG oder §§ 39, 40 BSHG (so im Verwaltungsverfahren) geltend gemacht werden, erscheint es bereits fraglich, ob die Klage im Hinblick auf das Erfordernis der Klagebefugnis zulässig ist; denn Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und dem Bundessozialhilfegesetz können in der Regel nur von dem Hilfe Suchenden selbst geltend gemacht werden. Dies kann hier jedoch offen bleiben.
Die Klage ist jedenfalls unbegründet. 27
28Der Kläger hat gegen die Beklagte keinen Anspruch auf Übernahme der ihm für die stationäre Behandlung der Frau Z entstandenen hier in Streit stehenden Kosten. Der Bescheid der Beklagten vom 13. Juli 1998 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 25. November 1998 ist rechtmäßig und verletzt den Kläger nicht in seinen Rechten (§ 113 Abs. 5 Satz 1 Verwaltungsgerichtsordnung - VwGO -).
29Ein Anspruch auf Kostenübernahme kann zunächst nicht aus § 4 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 Satz 2 des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) vom 30. Juni 1993 (BGBl. I S.
1074) in der bis zum 31. Mai 1997 geltenden Fassung hergeleitet werden.
30Nach § 4 Abs. 1 Satz 1 AsylbLG sind zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände die erforderliche ärztliche und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen zu gewähren. Ein etwaiger Anspruch auf Gewährung von Leistungen nach § 4 Abs. 1 Satz 1 AsylbLG steht jedenfalls nicht dem Kläger, sondern nur dem Hilfe Suchenden selbst, hier Frau Z, zu. Dies ergibt sich aus § 1 Abs. 1 AsylbLG. Danach sind leistungsberechtigt nach diesem Gesetz Ausländer, die sich tatsächlich im Bundesgebiet aufhalten und eine der weiteren in den Nummern 1 bis 3 genannten Voraussetzungen erfüllen. Das trifft zwar auf die Patientin Z zu, die im streitbefangenen Zeitraum vollziehbar zur Ausreise verpflichtet war (Nr. 2), jedoch ersichtlich nicht auf den Kläger als Träger des Krankenhauses. Auch aus § 4 Abs. 3 Satz 2 AsylbLG ergibt sich kein Anspruch gegen den nach § 10 AsylbLG in Verbindung mit § 2 des Gesetzes zur Ausführung des Asylbewerberleistungsgesetzes (AG AsylbLG) vom 29. November 1994 (GV NW S. 1087) zuständigen Kostenträger. Nach § 4 Abs. 3 Satz 2 AsylbLG haben niedergelassene Ärzte oder Zahnärzte, soweit die Leistungen durch sie erfolgen, Anspruch auf Vergütung, welche die Ortskrankenkasse, in deren Bereich der Arzt oder Zahnarzt niedergelassen ist, für ihre Mitglieder zahlt. Abgesehen davon, dass der Kläger kein Arzt, sondern ein Krankenhausträger ist, begründet die genannte Vorschrift keinen Vergütungsanspruch des Arztes gegenüber dem Kostenträger nach dem AsylbLG; vielmehr besteht - und erschöpft sich - der Zweck dieser Vorschrift darin, die Leistungen der Ärzte bzw. Zahnärzte und die Höhe der ihnen hierfür zustehenden Vergütung zu regeln.
31So Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Beschluss vom 2. Februar 1998 - 5 B 99.97 -, Fürsorgerechtliche Entscheidungen der Verwaltungs- und Sozialgerichte (FEVS), Band 48, S. 246 (248), zu der mit § 4 Abs. 3 Satz 2 AsylbLG übereinstimmenden Regelung des § 37 Abs. 3 Satz 1 Bundessozialhilfegesetz.
32Eine Abtretung des Anspruches aus § 4 Abs. 1 AsylbLG ist ausgeschlossen, da diese Bestimmung einen Anspruch auf Sachleistungen gewährt und Ansprüche auf Sachleistungen nicht übertragen werden können (vgl. auch § 53 Abs. 1 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch). Im Übrigen ist weder vorgetragen worden noch ersichtlich, dass Frau Z einen etwaigen Anspruch aus § 4 Abs. 1 AsylbLG an den Kläger abgetreten hat.
33Der Kläger kann sein Begehren auch nicht auf die erstmals im Klageverfahren geltend gemachten Erstattungsansprüche stützen. Einer Anwendung des § 10 b AsylbLG in der Fassung von 1997 (BGBl. I S. 2023) steht entgegen, dass diese Vorschrift erst am 1. Juni 1997 in Kraft getreten ist und die Behandlung der Patientin Z im Jahre 1995 stattgefunden hat. Ein Erstattungsanspruch gegen die Beklagte zu Gunsten des Klägers ergibt sich auch nicht aus § 9 Abs. 3 AsylbLG in der bis zum 31. Mai 1997 geltenden Fassung, wonach Erstattungsansprüche nach Maßgabe der §§ 102 bis 114 des 10. Buches Sozialgesetzbuch im Anwendungsbereich des Asylbewerberleistungsgesetzes eingreifen. Denn diese Erstattungsansprüche sind solche behördlicher Leistungsträger untereinander.
34Vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein- Westfalen, (OVG NRW), Urteil vom 5. Dezember 2000 - 22 A 3164/99 -, S. 11.
35Hier tritt der Kläger als Träger des X Zentrums für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und nicht als Leistungsträger auf. Er hat keine Sozialleistungen oder Asylbewerberleistungen erbracht, deren Erstattung er von der Beklagten fordern könnte.
36Der mit der Klage geltend gemachte Anspruch kann auch nicht auf § 121 des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. März 1994 (BGBl. I S. 646) gestützt werden. Nach Satz 1 dieser Vorschrift sind jemandem, der in einem Eilfall einem anderen Hilfe gewährt hat, die der Träger der Sozialhilfe bei rechtzeitiger Kenntnis nach diesem Gesetz gewährt haben würde, auf Antrag die Aufwendungen in gebotenem Umfange zu erstatten, wenn er sie nicht auf Grund rechtlicher oder sittlicher Pflicht selbst zu tragen hat.
37Eine unmittelbare Anwendung des § 121 BSHG scheidet aus, weil diese Bestimmung voraussetzt, dass dem Empfänger der Hilfe bei rechtzeitiger Kenntnis des Sozialhilfeträgers Hilfe "nach diesem Gesetz", d.h. Sozialhilfe, gewährt worden wäre. Der Patientin Z hätten jedoch, wenn die nach § 10 AsylbLG F. 1993 i.V.m. § 1 AG AsylbLG zuständige Behörde rechtzeitig von der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung in Kenntnis gesetzt worden wäre, allenfalls Leistungen nach § 4 Abs. 1 AsylbLG F. 1993 gewährt werden müssen. Einen Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe hatte Frau Z im streitbefangenen Zeitraum nicht, da sie - wie oben dargelegt - leistungsberechtigt nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 AsylbLG F. 1993 war und Leistungsberechtigte nach § 1 AsylbLG F. 1993 keine Leistungen der Sozialhilfe erhalten (§ 120 Abs. 2 BSHG, § 9 Abs. 1 AsylbLG F. 1993).
38Eine entsprechende Anwendung des § 121 BSHG sieht das Asylbewerberleistungsgesetz im vorliegenden Fall nicht vor. Zwar wird durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 AsylbLG F. 1993, wonach das Bundessozialhilfegesetz auf bestimmte Leistungsberechtigte entsprechend anzuwenden ist, auch § 121 BSHG in Bezug genommen.
Vgl. OVG NRW, Urteil vom 5. Dezember 2000 - 22 A 3164/99 - , S. 10. 39
40Im vorliegenden Fall findet § 2 Abs. 1 Nr. 1 AsylbLG F. 1993 aber keine Anwendung, weil Frau Z vollziehbar zur Ausreise verpflichtet war.
41Abgesehen von § 2 Abs. 1 Nr. 1 AsylbLG F. 1993 hat der Gesetzgeber die Frage der (entsprechenden) Anwendung des § 121 BSHG im AsylbLG ungeregelt gelassen.
42Ob in diesem Fall § 121 BSHG analog anzuwenden ist, braucht hier nicht abschließend entschieden zu werden. Ein Anspruch gegen die Beklagte scheitert jedenfalls an ihrer fehlenden Zuständigkeit für die begehrte Erstattung der Behandlungskosten.
43Es stellt sich die Frage, ob über die vom Gesetzgeber in § 2 AsylbLG F. 1993 geregelten Fälle hinaus eine Anwendung des § 121 BSHG möglich ist. Das OVG NW hat in seinem bereits mehrfach zitierten Urteil vom 5. Dezember 2000 - 22 A 3164/99 - Tendenzen für eine analoge Anwendung des § 121 BSHG im Asylbewerberleistungsrecht erkennen lassen, die Frage aber nicht abschließend beantwortet. Es hat in diesem Zusammenhang ausgeführt, aus der Zielsetzung des Asylbewerberleistungsgesetzes, im Wege einer Neuordnung der Sozialhilfegewährung an Ausländer (vgl. § 120 BSHG) den Anreiz zu verringern, aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland zu kommen,
lasse sich nur der Grund für die leistungsrechtliche Schlechterstellung der Asylbewerber und ihnen gleichgestellter Ausländer (vgl. § 9 Abs. 1 AsylbLG F. 1993 bzw. § 120 Abs. 2 BSHG) gegenüber dem Personenkreis der Sozialhilfeempfänger ableiten, nicht aber das Bestehen oder Nichtbestehen von Ansprüchen Dritter, die in einer Notsituation an Stelle eines Leistungsträgers die erforderliche Hilfe erbringen. Es spreche viel dafür, dass hinsichtlich der Nothilfe Dritter an Leistungsberechtigte nach § 1 AsylbLG F. 1993, die nicht zum Kreis der in § 2 Abs. 1 Nr. 1 AsylbLG F. 1993 genannten Ausländer gehören, im Asylbewerberleistungsrecht eine offene, dem Plan des Gesetzes widersprechende Regelungslücke bestehe, die durch eine analoge Anwendung des § 121 BSHG zu schließen sei. Es hat ferner ausgeführt:
44„Zu Recht hat das Verwaltungsgericht insoweit ausgeführt, dass der durch das Asylbewerberleistungsgesetz nicht geregelte Sachverhalt des Aufwendungsersatzes eines Hilfe leistenden Dritten ebenso zu bewerten ist, wie der in § 121 BSHG für den Fall geregelte Sachverhalt, dass der Hilfeempfänger dem Grunde nach Anspruch auf Sozialhilfe hat. ...
45Der Gesetzeszweck des § 121 BSHG erfasst die genannten Sachverhalte in gleicher Weise. Diese Vorschrift gibt einem Dritten („jemand") als so genanntem Nothelfer einen strikten öffentlich-rechtlichen Aufwendungsersatzanspruch gegen den an sich für die Hilfegewährung zuständigen Leistungsträger, um durch die Gewährleistung eines zahlungsfähigen Schuldners die Hilfsbereitschaft Dritter im Notfall zu erhalten und zu stärken. Der dadurch bezweckte Schutz des Rechts auf Leben und Gesundheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) gilt allen in Not geratenen gleichermaßen, und zwar ohne Ansehung des Grundes ihrer jeweiligen Fürsorgeberechtigung (Art. 3 Abs. 1 GG).
46Durch die entsprechende Anwendung des § 121 BSHG im Geltungsbereich des Asylbewerberleistungsgesetzes bleiben die Interessen der Leistungsträger gewahrt. Art und Umfang der Erstattungspflicht sind nach Art und Umfang der Leistung zu bestimmen, die der jeweilige Träger bei rechtzeitiger Einschaltung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ohnehin „gewährt haben würde"."
47Unabhängig davon, ob § 121 BSHG vorliegend analog anwendbar ist, ist die Beklagte für die begehrte Erstattung der Behandlungskosten nicht zuständig.
48Für den Ersatz von Aufwendungen nach § 121 BSHG ist der Träger der sozialen Fürsorge zuständig, der bei rechtzeitiger Kenntnis die Hilfe an die in Not geratene Person „gewährt haben würde". Geht es um den Ersatz der Kosten, die einem Dritten für die Krankenbehandlung eines nach § 1 AsylbLG F. 1993 anspruchsberechtigten Patienten entstanden sind, so ist dafür der Fürsorgeträger sachlich und örtlich zuständig, dem die Gewährung der Leistungen bei Krankheit (§ 4 AsylbLG F. 1993) aufgegeben ist.
49§ 10 Satz 1 AsylbLG F. 1993 überließ den Landesregierungen oder den von ihnen beauftragten obersten Landesbehörden, die für die Durchführung dieses Gesetzes zuständigen Behörden und Kostenträger zu bestimmen, „soweit dies nicht durch Landesrecht geregelt" war. Für das Land Nordrhein-Westfalen war in Bezug auf die örtliche Zuständigkeit der Behörden eine Regelung in § 3 VwVfG NRW getroffen. Eine gegenüber § 3 VwVfG NRW vorrangige Regelung der örtlichen Zuständigkeit ist von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen nicht getroffen worden.
Vgl. hierzu OVG NRW, Beschluss vom 25. Januar 1995 - 8 B 3194/94 -, NWVBl. 1995, 50
229 (230); OVG NRW, Urteil vom 5. Dezember 2000 - 22 A 3164/99 -.
51Erst durch Einfügung des am 1. Juni 1997 in Kraft getretenen § 10 a AsylbLG F. 1997 wird für das Asylbewerberleistungsgesetz eine Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Gesetz selbst begründet.
52Die Anwendbarkeit des § 3 VwVfG NRW ist nicht durch § 2 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG NRW ausgeschlossen. Über die Gewährung von Krankenhilfe an einen Leistungsberechtigten nach § 1 AsylbLG F. 1993 ist nicht in einem Verwaltungsverfahren zu entscheiden, das sich nach dem Sozialgesetzbuch richtet. Das Asylbewerberleistungsgesetz gilt weder als besonderer Teil des Sozialgesetzbuches (Art. II § 1 Nr. 15 SGB I), noch erklärt es in § 9 Abs. 3 AsylbLG F. 1993 über einzelne Vorschriften hinaus das im Sozialgesetz - Zehntes Buch - geregelte Verwaltungsverfahren für anwendbar.
53Die Frage der örtlichen Zuständigkeit richtet sich mithin nach § 3 VwVfG NRW. Im vorliegenden Fall lässt sich eine Zuständigkeit der Beklagten hieraus jedoch nicht herleiten.
54Nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 a VwVfG NRW ist in Angelegenheiten, die - wie hier - eine natürliche Person betreffen, die Behörde in örtlicher Hinsicht zuständig, in deren Bezirk die natürliche Person ihren „gewöhnlichen Aufenthalt" hat oder zuletzt hatte.
55Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat in dem Urteil vom 5. Dezember 2000 - 22 A 3164/99 - hierzu Folgendes ausgeführt:
56Den gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne des Verwaltungsverfahrensgesetzes hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt.
57Vgl. BVerwG, Urteil vom 4. Juni 1997 - 1 C 25.96 -, Buchholz 402.240 § 63 AuslG 1990 Nr. 1, S. 3; OVG NRW, Beschluss vom 25. Januar 1995 - 8 B 3194/94 -, NWVBl. 1995, 229 (230); Kopp/Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz, 7. Auflage, § 3 Rn. 27; Bonk, in: Stelkens/Bonk, Verwaltungsverfahrensgesetz, 5. Auflage, § 3 Rdnr. 22; Klappstein, in: Knack, Verwaltungsverfahrensgesetz, 6. Auflage, § 3 Rdnr. 3.3.
58Asylbewerber können einen gewöhnlichen Aufenthalt begründen. Dem steht nicht entgegen, dass zum Zeitpunkt ihrer Einreise infolge des bevorstehenden Asylverfahrens noch nicht abzusehen ist, wie lange sie in Deutschland bleiben dürfen. Ebenso wenig schließt die Art ihrer Unterbringung in einer Aufnahmeeinrichtung oder einem Übergangswohnheim die Begründung eines gewöhnlichen Aufenthalts aus.
59Vgl. zum gewöhnlichen Aufenthalt (gA) von Asylbewerbern die Spruchpraxis der Zentralen Spruchstelle, Schiedsspruch vom 23. März 1995 - B 2/94 -, ZfF 1995, 132 (133); Mergler/Zink, Bundessozialhilfegesetz, Stand: Juli 1998 Rdnr. 37 zu § 103; Fichtner (Hrsg.), Bundessozialhilfegesetz 1999, § 97 Rn. 22; sowie zum möglichen gA in Übergangswohnheimen: BVerwG, Beschluss vom 24. Januar 2000 - 5 B 211.99 -, FEVS 51, 389 und Urteil vom 7. Oktober 1999 - 5 C 21.98 - FEVS 51, 385.
60Es genügt für die Annahme eines gewöhnlichen Aufenthalts, dass der Betreffende sich an dem Ort oder in dem Gebiet „bis auf weiteres" im Sinne eines zukunftsoffenen Verbleibs aufhält und dort den Mittelpunkt seiner Lebensbeziehung hat.
Vgl. Bonk, in: Stelkens/Bonk, Verwaltungsverfahrensgesetz, 5. Auflage, § 3 Rdnr. 22 sowie zum gA nach §§ 97, 103, 197 BSHG: BVerwG, Urteil vom 7. Oktober 1999 - 5 C 21.98 - a.a.O. S. 386; Mergler/Zink, Bundessozialhilfegesetz, Stand: Juli 1998 Rdnr. 35 zu § 103; Oestreicher/Schelter/Kunz/Decker, Bundessozialhilfegesetz, 5. Auflage 2000, Rdnrn. 9 und 18 zu § 103.
62Soweit es für die Begründung des gewöhnlichen Aufenthalts darauf ankommt, ist nicht der rechtsgeschäftliche (§§ 104 ff. BGB), sondern der tatsächliche Wille der Person maßgeblich.
63Vgl. Klappstein, in: Knack, Verwaltungsverfahrensgesetz, 6. Auflage, § 3 Rdnr. 3.3; Fichtner (Hrsg.), Bundessozialhilfegesetz 1999, Rdnr. 18 zu § 97; BVerwG, Urteil vom 4. Juni 1997 - 1 C 25.96 -, Buchholz 402.240 § 63 AuslG 1990 Nr. 1, S. 3.
64Kein gewöhnlicher Aufenthalt wird begründet, wenn die Anwesenheit an einem Ort lediglich vorübergehender Natur ist. Beispiele dafür sind Besuchs-, Urlaubs- oder Krankenhausaufenthalte, weil diese in der Regel einen nach Tagen oder Wochen zu bemessenden zeitlichen Rahmen nicht überschreiten.
65Vgl. Fichtner (Hrsg.), Bundessozialhilfegesetz 1999, Rdnr. 25 zu § 97; Bonk, in: Stelkens/Bonk, Verwaltungsverfahrensgesetz, 5. Auflage, § 3 Rdnr. 22 unter Hinweis auf § 9 AO 1977; Kopp/Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz, 7. Auflage, § 3 Rn. 28."
66Unter Zugrundelegung dieser Ausführungen, denen sich die Kammer anschließt, lässt sich hier nicht die Feststellung treffen, dass Frau Z vor ihrer Inhaftierung und ihres Aufenthaltes im Justizvollzugskrankenhauses G ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Zuständigkeitsbereich der Beklagten hatte.
67Konkrete nachvollziehbare, objektive Umstände, die für die Begründung eines gewöhnlichen Aufenthaltes durch Frau Z in E sprechen, liegen nicht vor. Auch eine melderechtliche Anmeldung von Frau Z war in E nicht erfolgt.
68Entgegen der Auffassung des Klägers reicht weder die Tatsache, dass Frau Z am 2. Mai 1995 im Zuständigkeitsbereich der Beklagten festgenommen worden ist noch der in den Verwaltungsvorgängen befindliche Arztbrief, wonach sie während der Behandlung geäußert habe, nach E zu Bekannten zurückkehren zu wollen, aus, die Annahme eines gewöhnlichen Aufenthaltes der Frau Z in E zu begründen. Dies gilt auch für die von dem Kläger vorgelegte Erklärung der Frau Z vom 25. November 1996.
69Auf die Angaben von Frau Z kann im Rahmen der Frage, wo sie willentlich ihren Aufenthalt für einen längeren, nicht nur vorübergehenden Zeitraum genommen hat, nicht abgestellt werden. Denn ihre Angaben sind völlig unglaubhaft; sie sind in fast allen Punkten unrichtig und widersprechen sich in erheblichem Umfang.
In der Erklärung vom 25. November 1996 gibt Frau Z an, sie habe vor ihrem Krankenhausaufenthalt in E1 ein halbes Jahr in E, S1straße 72, mit ihrem Ehemann und später mit ihrem Freund gelebt. Ihr Freund habe ihr Geld für das Essen gegeben. Sie habe in dieser Zeit nicht gearbeitet. Sowohl aus den Angaben bei der Krankenhausbehandlung ausweislich des in der Ausländerakte befindlichen Arztbriefes 61
als auch bei den Vernehmungen von Frau Z durch die Polizei und die Ausländerbehörde hat sie demgegenüber angegeben, als Prostituierte gearbeitet zu haben und viel Geld verdient zu haben. Selbst bei den an einem Tag stattgefundenen Vernehmungen durch die Polizei und die Ausländerbehörde am 2. Mai 1995 hat sie hinsichtlich der Dauer ihrer Arbeit und ihres Verdienstes unterschiedliche Angaben gemacht. Während sie bei der polizeilichen Vernehmung angegeben hatte, im Puff an der Wstraße 25 zu arbeiten und in zwei Monaten 20.000,00 DM verdient zu haben, gab sie bei der Vernehmung durch die Ausländerbehörde an, sie habe in der Wstraße in zwei Monaten 35.000,00 DM verdient und vor fünf bis sechs Monaten aufgehört zu arbeiten, weil ihr Freund dies nicht mehr gewollt habe. Hinsichtlich des Beginns ihres Aufenthaltes in E hat sie im Rahmen der Krankenhausbehandlung im Gegensatz zu ihrer Erklärung vom 25. November 1996 den Herbst 93 genannt; sie hat des Weiteren angegeben, zuvor mit ihrem Ehemann in L gelebt zu haben. In L hat die Klägerin sich nach der Ausländerakte jedoch nicht aufgehalten. Sie war vielmehr dem T-Kreis ausweislich des Zuweisungsentscheidung vom 13. Mai 1993 zugewiesen. Unrichtig sind auch die Angaben der Frau Z bei der Ausländerbehörde am 2. Mai 1995. Dort hatte sie angegeben, sie sei vor vier Jahren eingereist und habe mit ihrem Freund in L gelebt und dort einen Asylantrag gestellt. Nach diesen Angaben hätte die Klägerin im Sommer 1991 in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sein müssen. Ausweislich der Ausländerakte ist sie jedoch über den Flughafen Frankfurt am 22. Februar 1993 eingereist und hat dort einen Asylantrag gestellt. Bei der Stellung des Asylantrages im Februar 1993 hat eine Ghana-Identity-Card auf den Namen Z, geboren 0.0.1969 in Berekum/Ghana sowie ein Reisepass auf den Namen C, geboren 0. März 1972 in Nairobi/Kenia vorgelegen. Über diese beiden Namen hinaus hat sie sich bei der Vernehmung am 2. Mai 1995 durch die Polizei und die Ausländerbehörde eines weiteren Namens, nämlich C1, geboren 00.0.1963, bedient. Bei Durchsicht der Ausländerakte lässt sich darüber hinaus feststellen, dass Frau Z auch zu ihren Eltern differierende Angaben gemacht hat. Diese werden von ihr einmal mit Q und B benannt, ein anderes Mal, in dem Reisezertifikat Ghana mit B1.
71Auf Grund der aufgezeigten Unregelmäßigkeiten und Widersprüche in den Angaben der Frau Z zur Personenidentität, Berufstätigkeit, zum Familienstand, Namen der Eltern, Einreisedaten und zu den näheren Umständen ihres Aufenthaltes in der Bundesrepublik Deutschland kann ihren Angaben keinerlei Wahrheitsgehalt zugemessen werden. Auch in dem in der Ausländerakte befindlichen Arztbrief hinsichtlich der Behandlung in E1 ist die Angabe enthalten, dass wenig verwertbare Antworten von Frau Z zu erhalten gewesen seien.
72Eine weitere Aufklärung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes der Frau Z im fraglichen Zeitraum ist nicht möglich, da sie 1997 die Bundesrepublik Deutschland verlassen hat. Den Namen ihres angeblichen Freundes in E hat sie nicht angegeben, sodass auch insoweit eine weitere Aufklärung ausscheidet. Lässt sich der gewöhnliche Aufenthalt der Frau Z nach alledem nicht feststellen, so geht dies auf Grund der allgemeinen Beweislastregeln zu Lasten des Klägers.
73Die Zuständigkeit der Beklagten in örtlicher Hinsicht lässt sich ferner nicht aus § 3 Abs. 1 Nr. 4 VwVfG NRW herleiten. Danach ist die Behörde örtlich zuständig, in deren Bezirk der Anlass für die Amtshandlung hervortritt, es sei denn, vorrangige Zuständigkeitstatbestände der Nummern 1 bis 3 des § 3 Abs. 1 VwVfG NRW greifen ein. Diese Vorschrift greift schon weswegen hier nicht ein, weil die Amtshandlung nicht im Zuständigkeitsbereich der Beklagten eingetreten ist. Frau Z ist vielmehr aus dem
Justizvollzugskrankenhaus G in das X Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik eingewiesen worden.
74Aus den selben Gründen scheitert eine örtliche Zuständigkeit der Beklagten auf Grund des § 3 Abs. 4 VwVfG NRW, wonach bei Gefahr im Vollzuge für unaufschiebbare Maßnahmen die Behörde örtlich zuständig ist, in deren Bezirk der Anlass für die Amtshandlung hervortritt.
75Abschließend sei nur darauf hingewiesen, dass der Kläger sein Begehren, unabhängig von deren Anwendbarkeit auch nicht mit Erfolg auf allgemeine Erstattungsregeln stützen kann, weil auch insoweit Voraussetzung wäre, dass die Beklagte für die zu erstattende Leistung zuständig gewesen wäre. Dies trifft für die Beklagte - wie ausgeführt - aber nicht zu.
Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 154 Abs. 1, 188 Satz 2 VwGO. 76