Source: https://www.flugrechte.eu/10115/eurowings-umbuchung-haben-wir-anspruch-auf-entsch%C3%A4digung
Timestamp: 2020-05-27 14:38:50
Document Index: 79643286

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Eurowings Umbuchung - Haben wir Anspruch auf Entschädigung? - FLUGGASTRECHTE
Habe ich einen finanziellen Anspruch, wenn mein Rückflug von Mallorca von Frankfurt auf Düsseldorf verlegt wurde?
Alltours Flugzeitenänderung bei Pauschalreise einen Tag vor Abflug OHNE Information an den Reisenden
Eurowings Umbuchung - Haben wir Anspruch auf Entschädigung?
wir haben letzten Juni für letzten Oktober Direktflüge von Köln nach Boston und zurück gebucht.
Da ich die Mailadresse eines Freundes eingegeben habe und diese auch noch einen Schreibfehler beinhaltete, saßen wir am Abend vor unseres Abfluges vor unseren Smartphones und haben nach einer Bestätigungsmail von eurowings gesucht, die sich jedoch nicht finden ließ, wegen dem Schreibfehler.
Haben dann bei eurowings angerufen, die dann meinten wir wären umgebucht worden, sie würden sehen, dass die Mails ALLE nicht angekommen wären, wir würden morgen nicht von Köln um 13:25 fliegen sondern von Frankfurt mit Lufthansa um 17:55. Der Rückflug war dann auch anstatt um 17:30 um 22:15 und der ging auch wieder nach Frankfurt.
Das war wirklich ein Stress und großer Umweg.
Eine Freundin meinte jetzt wir könnten mal versuchen eine entschädigung zu verlangen, macht das aber Sinn?
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Gefragt 21, Aug 2017 in Umbuchung von anni90 (120 Punkte)
wieder getaggt 21, Aug 2017 von admin
ihr hattet Flüge von Köln nach Boston und wieder zurück gebucht. Leider hat sich bei der Buchung ein Tippfehler eingeschlichen, so dass die E-Mail-Adresse falsch angegeben war. Ein Tag vor Abflug habt ihr nochmal bei Eurowings angerufen und somit erfahren, dass die Informationsmails nichts angekommen sind, in deren eine Umbuchung auf einen Flug ab Frankfurt und ca. 4 h später mitgeteilt wurde. Auch der Rückflug war ebenfalls um ca. 5 h vorverschoben wurden.
Nun möchtet ihr eventuell eine Entschädigung verlangen.
In Betracht kommen da zunächst Ausgleichszahlungen. Dies ergibt sich aus Art. 5 i.V.m. Art. 7 der europäischen Fluggastrechteverordnung. Die Höhe der Zahlungen ist abhängig von der jeweiligen Flugstrecke:
Bei euch wären das also 600 Euro pro Person. Allerdings gibt es dahingehend auch Ausnahmen. Insbesondere wenn das Luftfahrtunternehmen über die Flugverlegung rechtzeitig im Voraus informiert, kann es sein, dass die Fluggesellschaft die Ausgleichsleistungen doch nicht zahlen muss.
Folgende Fallgruppen bilden die Ausnahmen von der Zahlungspflicht:
sie werden über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet, oder
sie werden über die Annullierung in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und erhalten ein Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als zwei Stunden vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen, oder
sie werden über die Annullierung weniger als sieben Tage vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und erhalten ein Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als eine Stunde vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen.
Zwar sind die E-Mails bei euch nie angekommen, allerdings habt ihr dabei wohl auch eigenes Verschulden, da die Mailadresse nicht richtig angegeben wurde.
Insofern glaube ich nicht, dass ihr dahingehend Ausgleichsleistungen verlangen könnt. Denn Die Airline hat euch ebenso Alternativflüge angeboten, die zeitlich im Rahmen lagen. Allerdings wurde auch der Abflughafen verändert. Dahingehend muss die Airline gem. Art. 8 III der Verordnung die Kosten für die Beförderung der Fluggäste von dem anderen Flughafen entweder zu dem in der ursprünglichen Buchung vorgesehenen Zielflughafen oder zu einem sonstigen nahe gelegenen, tragen.
Vgl. EuGH, Urteil vom 13.10.2011, Az C-83/10
(bei Google-Suche zu finden unter: „C-83/10 reise-recht-wiki“)
Beantwortet 15, Jan 2018 von NatalieS (15,270 Punkte)
Bearbeitet 14, Jan 2018 von NatalieS
Sie haben einen Flug von Köln nach Boston und zurück gebucht. Der Hinflug sollte ursprünglich um 13:25 Uhr , der Rückflug um 17:30 Uhr stattfinden. Nun wurden die Flugzeiten jedoch verändert, der Hinflug findet nun um 17:55 Uhr und der Rückflug um 22:15 statt.
In einem solchen Fall könnten Ihnen Ansprüche aus der Europäischen Fluggastrechte Verordnung zustehen, denn bei einer Verspätung von mehreren Stunden ist bereits von einer Annullierung des ursprünglich gebchten Fluges auszugehen. Siehe dafür auch folgendes Urteil:
EuGH, Urteil vom 19.11.2009, Az.: C-402/07 (ganz einfach zu finden,wenn Du bei Google eingibst: "EuGH C-402/07 reise-recht-wiki.de“)
Eine Verschiebung der Flugzeit um vier Stunden, kann eine solche Annullierung darstellen.
Sie könnten daher einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der Europäischen Fluggastrechte Verordnung haben. Dieser ergibt sich aus Artikel 7 VO Nr. 261/2004 und bemisst sich nach der Entfernung.
Die Strecke befindet sich außerhalb der EU. Auch haben Sie eine Verspätung von über 4 Stunden. Sie könnten also einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 600 EUR pro Fluggast haben.
Gemäß Artikel 5 Absatz 1 c) i) entfällt der Anspruch auf Ausgleichszahlungen jedoch, wenn Sie über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet werden. Dieses ist in Ihrem Fall jedoch sehr problematisch. Sie haben keine Benachrichtigung von der Fluggesellschaft erhalten. Die fehlende Benachrichtigung lässt sich jedoch nicht auf einen Fehler der Fluggesellschaft zurückführen, sondern darauf, dass Sie die falsche Email Adresse angeben haben. Ich gehe daher also eher von eigenem Verschulden aus, weshalb der Fluggesellschaft die fehlende Benachrichtigung nicht zuzurechnen ist. Maßgeblich ist daher meines Erachtens der Zeitpunkt, an dem die Fluggesellschaft Sie eigentlich benachrichtigt hat. Liegt dieser Zeitpunkt mehr als 2 Wochen vor dem Flugdatum, ist meines Erachtens leider davon auszugehen, dass Sie rechtzeitig informiert wurden. In einem solchen Fall entfällt leider der Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Bestehen bleibt dann jedoch jedenfalls Ihr Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung gemäß Artikel 8 VO Nr. 261/2004.
Es ist davon auszugehen, dass die Flugzeiten, sie Ihnen angeboten wurden, die zum frühestmöglichen Zeitpunkt waren. Sie hätten also nur die Möglichkeit, die Flüge kostenfrei zu stornieren und selbstständig neu zu buchen.
Beantwortet 16, Jan 2018 von Stephan (17,130 Punkte)