Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-08-2013-8C_14-2013
Timestamp: 2016-10-27 18:47:24
Document Index: 161888432

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 99', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 109', 'in casu', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 109', 'Art. 66', 'Art. 64', 'BGE']

8C_14/2013 � � Urteil vom 20. August 2013
H.________, geboren 1962, war als Verm�gensverwalter (Gestore patrimoniale) der X.________ AG t�tig und in dieser Eigenschaft bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (heute: AXA Versicherungen AG; nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Mit eigenh�ndig unterzeichneter Bagatellunfall-Meldung UVG vom 11. Januar 2005 informierte der Versicherte die AXA, dass er am 2. Januar 2005 in Indien auf einer Zugfahrt in einem Couchette-Schlafwagen aus dem Bett gefallen und heftig den R�cken und Kopf angeschlagen habe. Die AXA erbrachte ein Taggeld und �bernahm die Heilbehandlung. Im Herbst 2005 konnte die AXA ihre Leistungen formlos einstellen und den Fall abschliessen. 2008 liess der Versicherte erneut aufgeflammte lumbale R�ckenbeschwerden r�ckfallweise zum Unfall vom 2. Januar 2005 anmelden. Mit Verf�gung vom 1. Februar 2011, best�tigt durch Einspracheentscheid vom 25. Juli 2011, verneinte die AXA diesbez�glich einen Anspruch auf Leistungen nach UVG, weil der Status quo sine nach dem Unfall vom 2. Januar 2005 im Zeitpunkt des folgenlosen Fallabschlusses noch im gleichen Jahr des Unfalles erreicht worden sei und die ab 2008 geltend gemachten R�ckenbeschwerden nicht in einem anspruchsbegr�ndenden Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 2. Januar 2005 st�nden.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst H.________ beantragen, der angefochtene Gerichts- und der Einspracheentscheid seien aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die ab Juni 2008 geklagten Beschwerden "auf das Unfallereignis vom 2. Januar 2005 zur�ckzuf�hren sind, und es seien ab dem 29. September 2008 die entsprechenden Unfalltaggelder auszurichten." Eventuell sei "das Dossier zur Sachverhaltserg�nzung an die Vorinstanz" zur�ckzuweisen, gegebenenfalls seien "vom Bundesgericht selbst noch Beweise abzunehmen." Mit nachtr�glicher Eingabe vom 18. Januar 2013 ersucht H.________ um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung, eventualiter seien "dem Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten sowie der Gerichtskostenvorschuss zu erlassen."
W�hrend die AXA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 22. April 2013 nimmt H.________ zur Vernehmlassung der AXA Stellung und reicht zus�tzliche Unterlagen ein. Unaufgefordert l�sst H.________ sodann durch seine Rechtsvertreterin mit Schreiben vom 19. Juni 2013 eine "Klarstellung des Sachverhalts" hinsichtlich des Unfallherganges schildern.
1.3.�Soweit mit Eingabe vom 19. Juni 2013 neue, vom vorinstanzlich und von der AXA festgestellten Sachverhalt abweichende Tatsachenbehauptungen erhoben werden, handelt es sich um - auch in Verfahren betreffend die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung (BGE 135 V 194 E. 2 und 3 S. 196 ff.) - unzul�ssige Noven im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG, welche hier nicht zu ber�cksichtigen sind (vgl. Urteil 8C_418/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 1.3 mit Hinweisen), zumal der Beschwerdef�hrer keine Gr�nde anf�hrt, inwiefern erst der vorinstanzliche Entscheid den Anlass zu diesen Vorbringen gegeben habe.
2.1.�Das kantonale Gericht hat die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf die Ausf�hrungen zu den Bestimmungen und Rechtsgrunds�tzen betreffend R�ckf�lle und Sp�tfolgen (Art. 11 UVV; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296 mit Hinweisen) sowie zur Praxis, wonach der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des nat�rlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall und bei fr�heren R�ckf�llen behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf - bei Verschlimmerung oder Manifestation eines krankhaften Vorzustandes durch einen Unfall mit Erreichen des Status quo ante oder Status quo sine (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b [U 180/93], 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b [U 61/91], je mit Hinweisen) - wegfallen k�nnen. Korrekt sind im Weiteren die Hinweise zu dem im Sozialversicherungsrecht bei der Beantwortung von Tatfragen �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff., je mit Hinweisen ). Darauf wird verwiesen.
2.2.�Zu erg�nzen ist, dass es dem Leistungsansprecher obliegt, das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als R�ckfall oder Sp�tfolge postulierten Beschwerdebild und Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalit�t mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist (SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1, M 1/02 E. 1.2; RKUV 1997 Nr. U 275 S. 188, U 93/96 E. 1c am Ende; Urteil 8C_24/2013 vom 18. Juni 2013 E. 2.2 i.f. mit Hinweis).
Gem�ss Bericht der Praxis f�r klinische Neuropsychologie Y._______ vom 21. Januar 2005 litt der Beschwerdef�hrer laut eigenen anamnestischen Angaben, welche er anl�sslich der neuropsychologischen Untersuchung vom 21. Juni und 17./18. August 2004 - also rund ein halbes Jahr vor dem hier angeblich urs�chlichen Unfall vom 2. Januar 2005 - verlauten liess, bereits damals nach langem Sitzen an wiederholt auftretenden Schmerzen im unteren R�cken. Zudem steht fest, dass der Versicherte zwischen Ende 2005 und Juni 2008 keine aktenkundig belegte - insbesondere �rztliche - Behandlung der ab 2008 r�ckfallweise zum Unfall vom 2. Januar 2005 geklagten lumbalen R�ckenschmerzen beanspruchen musste. Angesichts dieser Ausgangslage sowie unter Ber�cksichtigung des formlosen Fallabschlusses im Jahre 2005 und mit Blick auf die einschl�gige Rechsprechung (vgl. E. 2.2 hievor) tr�gt der Beschwerdef�hrer die Beweislast in Bezug auf den Nachweis, dass die von ihm ab 2008 geklagten Beschwerden mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem nat�rlich kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 2. Januar 2005 stehen.
Das kantonale Gericht hat die Aktenlage pflichtgem�ss gew�rdigt. Mit einl�sslicher und �berzeugender Begr�ndung, worauf verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), hat es zutreffend erkannt, dass der Versicherte am 2. Januar 2005 keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallverletzungen (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 5 S. 17, 8C_310/2011 E. 4.5 Ingress mit Hinweisen) davon trug, sondern eine traumatische Aktivierung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der lumbalen Wirbels�ule erlitt, welche praxisgem�ss nach derzeitigem medizinischem Wissensstand - wie auch in casu (vgl. E. 3 hievor) - in der Regel nach sechs bis neun Monaten, sp�testens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist (Urteil 8C_794/212 E. 2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdef�hrer vermag aus dem Privatgutachten der Orthop�din Dr. med. G.________ vom 28. November 2011 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Weder aus dem Privatgutachten noch aus der �brigen Aktenlage ergeben sich Hinweise darauf, dass sich der Versicherte am 2. Januar 2005 mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit eine organisch objektiv ausgewiesene Verletzung der Wirbels�ule zugezogen hat, oder die hier zur Diskussion stehenden, im Jahre 2008 r�ckfallweise zum genannten Ereignis angemeldeten lumbalen R�ckenbeschwerden �berwiegend wahrscheinlich in einem nat�rlich kausalen Zusammenhang mit einem organisch objektivierbaren unfallbedingten Gesundheitsschaden stehen. Insbesondere verkennt Dr. med. G.________ offensichtlich, dass die Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.) im Sinne der nat�rlichen Vermutung, Beschwerden m�ssten unfallbedingt sein, wenn eine vorbestehende Erkrankung der Wirbels�ule bis zum Unfall schmerzfrei war, unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nicht zul�ssig ist, sofern der Unfall - wie hier - keine strukturellen L�sionen an der Wirbels�ule und namentlich keine Wirbelk�rperfrakturen verursacht hat (SVR 2009 UV Nr. 13 S. 52, 8C_590/2007 E. 7.2.4 mit Hinweis). Aus welchen Gr�nden die Rechtsprechung zu �ndern w�re, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar. Verwaltung und Vorinstanz verneinten zu Recht relevante Br�ckensymptome. Soweit der Versicherte unter Hinweis auf Beschwerden im Zusammenhang mit einer am 20. Juli 2001 erlittenen Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) Br�ckensymptome geltend zu machen versucht in Bezug auf die ab Sommer 2008 r�ckfallweise als Folge des Unfalles vom 2. November 2005 geklagten Schmerzen im Bereich der Lendenwirbels�ule, hat die AXA nach unbestrittenen Ausf�hrungen im Einspracheentscheid vom 25. Juli 2011 ihre Leistungen hinsichtlich der HWS-Beschwerden mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 22. Januar 2007 per 29. August 2006 eingestellt, so dass seither auch diesbez�glich nicht von unfallbedingten Beschwerden gesprochen werden kann. Unter den gegebenen Umst�nden hat die Vorinstanz in zul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236) ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) auf weitere Abkl�rungen verzichtet.
5.1.�Da die Beschwerde offensichtlich unbegr�ndet ist, wird sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt.
5.2.�Der unterliegende Versicherte tr�gt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die unentgeltliche Rechtspflege kann ihm wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht gew�hrt werden (Art. 64 BGG; BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 f.).