Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2159.htm
Timestamp: 2018-11-21 08:51:01
Document Index: 33832122

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 64', '§ 4', '§ 21', '§ 60', '§ 59']

2.159 Heiligkreuz und Schloßberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Heiligkreuz und Schloßberg" (Gemarkung Nagold, Landkreis Calw) vom 29. Dezember 1992.
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der großen Kreisstadt Nagold werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Heiligkreuz und Schloßberg".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 67 ha. Es umfaßt nach dem derzeit gültigen Kartenstand auf dem Gebiet der Stadt Nagold jene Grundstücke, die von folgender Grenzlinie grob umschlossen werden und in den Verordnungskarten parzellenscharf eingetragen sind: von Süden über Osten nach Norden entlang des Weges "Am Schloßberg", weiter entlang dem Vic. Weg Nr.3 (Rohrdorfer Steige), bis FW Nr. 4080/1, anschließend FW 2 (Flst. Nr.4390/2); von Norden nach Süden des Schutzgebietes ab FW 2 bis "Gürtelweg" (Flst. Nr. 4211/2), über "Hinterburgweg", Altensteiger Straße (B 28) bis zum Weg am Schloßberg.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in vier Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Calw und bei der Stadt Nagold auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung, Entwicklung und Pflege des bestockten Bereiches vom Schloßberg sowie der Offenlandbereiche des "Heiligkreuz und Schloßberges" mit den vielfältigen Trockengebietstypen als Lebensraum typischer, spezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Geschützt werden sollen insbesondere im Waldbereich die Hohltaube, der Schwarzspecht, die verschiedenen Orchideenarten sowie der Rotblaue Steinsame und in den Offenlandbereichen der Neuntöter, die Dorngrasmücke und die Klappergrasmücke. Weiterhin sollen standortheimische Gehölze möglichst lange erhalten werden. Insbesondere im Schonwald, dem vorderen Teil des Schloßbergwaldes, ist eine dauerhafte Erhaltung der naturnahen Laubholzbestockung bzw. deren Wiederherstellung mit einem geringen Nadelholzanteil (weniger als zehn vom Hundert) anzustreben. Dasselbe gilt für die Erhaltung und Förderung extensiver Offenlandbereiche im Umfeld des Waldes.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zur Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
3. Steine, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;
20. Weihnachtsbaumkulturen, Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen.
2. ordnungsgemäße Ausübung der Forstwirtschaft in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, im Schonwaldbereich nach Maßgabe der Schonwalderklärung der Forstdirektion Karlsruhe vom 24. Juli 1990, die unter einzelstammweiser Nutzung der Laubholzalthölzer, natürlicher Verjüngung des vorhandenen Baumartenspetrums und möglichst langfristigem Erhalt einzelner exponierter Laubholzbestockung bzw. deren Wiederherstellung mit einem geringen Nadelholzanteil festschreibt;
3. ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß in Trocken- und Feuchtbiotopen keine Fütterungs- und Kirrplätze sowie Wildäcker angelegt werden, Ansitzeinrichtungen im Wald oder am Waldrand außerhalb von Trocken- und Feuchtbiotopen landschaftsgerecht und in einfacher Holzbauweise errichtet werden und Hunde nur bei Treib- und Drückjagden und zur gezielten Nachsuche freigelassen werden dürfen;
4. denkmalpflegerischen Maßnahmen, die vom Regierungspräsidium Karlsruhe gestattet werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.
(2) Soweit sie dieser Verordnung widerspricht, tritt die Verordnung des Landratsamtes Calw über das Landschaftsschutzgebiet "Nagoldtal" vom 24. November 1971 außer Kraft.
Karlsruhe, den 29. Dezember 1992
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Änderung
der Verordnung über das Naturschutzgebiet
»Heiligkreuz und Schloßberg« Vom 26. September 2005
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG)in der
Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:
Die Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet
»Heiligkreuz und Schloßberg« vom 29.pezember 1992 (GBI. vom 16.Februar
1993, S. 11) wird wie folgt geändert:
1. Absatz 11autet wie folgt:
»Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 66,1 ha. Es umfasst auf dem
Gebiet der Stadt Nagold jene Grundstücke, die von folgender Grenzlinie grob
umschlossen werden und in den Verordnungskarten parzellenscharf eingetragen
sind: von Süden oberhalb (nördlich bis westlich) des Weges »Am Schloßberg«;
weiter im Osten entlang der Gemeindeverbindungsstraße (Rohrdorfer Steige,
Flst.-Nr.4198) bis Flst.- Nr. 4148; weiter in südlicher Richtung entlang des Feld-
Weges Flst.- 4148 und durch den östlichen Randbereich des Flst.-Nr.4142 bis
zum Feldweg Flst.- Nr. 4145, weiter zunächst in südwestlicher Richtung entlang
des Feldweges Flst.-Nr. 4145, dann in nördlicher Richtung entlang des Feldweges
Flst.- Nr. 4147 bis zum Feldweg Flst.- Nr. 4125/2 und diesen in westlicher Richtung
folgend; im Westen entlang des Feldweges Flst.-Nr. 4390/2 sowie des Flurstücke
4211/1 und 4350 (diese einschließend) bis zum Weg“ Am Schlossberg“. Nicht
Bestandteil des Naturschutzgebietes sind im Inneren die Burganlage Hohennagold,
im Norden die Flst.-Nrn. 4139, 4152 und die Flst.- Nr 4142 mit Ausnahme eines
schmalen Geländestreifens entlang der östlichen Flurstückgrenze (ehemals
Flst.- Nr 4143), im Nordosten das Flurstück Nr. 3971/2sowie die Flurstücke
am südlichen und südöstlichen Schlossbergfuß oberhalb (nördlich bis westlich)
des Weges „Am Schlossberg“, ausgenommen Flst.- Nr. 4250/1
2. Absatz 2 Satz 1 lautet wie folgt:
„ Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtkarte im Maßstab
1:10 000 mit rot punktierter Fläche und in zwei Detailkarten im Maßstab 1:2 500
mit durchgezogener roter Linie eingetragen.“
1. Diese Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, Karl-
Friedrich-Str. 17 in Karlsruhe, bei Landratsamt Calw, Außenstelle Wildberg,
Klosterhof 1 in Wildberg und bei der Stadt Nagold , Burgstr. 10 in Nagold auf die
Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach der Verkündung dieser Verord-
nung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der
2. Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Artikel
2 Nr. 1 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann währen
Karlsruhe, den 26. September 2005
Gemäß § 60a NatschG ist eine Verletzung der in § 59 NatschG genannten Verfahrens-
und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Erlass
Der Verordnung beim Regierungspräsidium Karlsruhe schriftlich geltend gemacht wird;