Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/steuerstrafrecht/strafzumessung-steuer-hehler-3114562
Timestamp: 2020-07-03 21:08:09
Document Index: 142028265

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 138', '§ 612']

Strafzumessung beim (Steuer-)Hehler | Rechtslupe
Straf­zu­mes­sung beim (Steuer-)Hehler
Die Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den er in der Haupt­ver­hand­lung von Tat und Täter­per­sön­lich­keit gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und gegen­ein­an­der abzu­wä­gen.
Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts ist in der Regel nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung löst, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein. Eine ins Ein­zel­ne gehen­de Rich­tig­keits­kon­trol­le ist aus­ge­schlos­sen [1].
Wenn meh­re­re Ange­klag­te in einem Ver­fah­ren abge­ur­teilt wer­den, muss für jeden von ihnen die Stra­fe ´aus der Sache´ selbst gefun­den wer­den, wobei der Gesichts­punkt, dass die ver­häng­ten Stra­fen auch in einem gerech­ten Ver­hält­nis zuein­an­der ste­hen soll­ten, nicht völ­lig außer Betracht blei­ben darf [2].
So in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Bestra­fung des Ange­klag­ten im Fal­le der Steu­er­heh­le­rei mit einer Ein­zel­stra­fe von zwei Jah­ren über­steigt die Bestra­fung des Vor­tä­ters A. erheb­lich, wel­cher inso­weit ledig- lich eine Ein­zel­stra­fe von 10 Mona­ten erhal­ten hat. Grün­de für eine sol­che Dif­fe­ren­zie­rung sind weder im Rah­men der Straf­zu­mes­sung dar­ge­legt, noch sonst aus der Gesamt­heit der Urteils­grün­de zu ent­neh­men. Viel­mehr hat die Straf­kam­mer im Übri­gen den Ange­klag­ten A. als den ´Spiel­ma­cher´ der Taten in nicht zu bean­stan­den­der Wei­se mit höhe­ren Ein­zel­stra­fen als die übri­gen Mit­an­ge­klag­ten belegt. Auf­grund die­ses Dar­le­gungs­man­gels kann die fest­ge­setz­te Ein­zel­stra­fe kei­nen Bestand haben.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juli 2016 – 1 StR 315/​15
BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 28.06.2011 – 1 StR 282/​11, NStZ 2011, 689; und vom 09.07.1987 – 1 StR 287/​87, StV 1981, 122, 123, BGHR StGB § 46 – II Zumes­sungs­feh­ler 1[↩]
Lohn­wu­cher vor Inkraft­tre­ten des Min­dest­lohn­ge­set­zes Ist eine Ver­gü­tungs­ab­re­de wegen Lohn­wu­cher nach § 138 Abs.2 BGB nich­tig, schul­det die Arbeit­ge­be­rin nach § 612 BGB, der über sei­nen Wort­laut hin­aus auch bei…
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