Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgvogelsangwildau_2015
Timestamp: 2019-03-24 13:57:21
Document Index: 229938022

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 4', '§ 5']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Vogelsang Wildau-Wentdorf“
(GVBl.II/03, [Nr. 30], S.666)
geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 19. August 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Teltow-Fläming wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Vogelsang Wildau-Wentdorf“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 6 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren und Flurstücken:
Dahmetal Wentdorf 1 18 bis 32;
Dahmetal Wentdorf 4 47 anteilig;
Dahmetal Wildau 1 44 bis 48 anteilig, 54 bis 55 und 61 anteilig.
die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der extensiv genutzten Orchideen- und Kohldistelwiesen ärmerer Ausprägung, der Hochstaudenfluren, Quellen und Bäche sowie der Feuchtwälder;
die Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, wie Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris) und Fieberklee (Menyanthes trifoliata);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Fledermäuse, Vögel, Amphibien, Weichtiere und Insekten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, wie Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) und Schwarzspecht (Dryocopus martius) sowie Gras- und Moorfrosch (Rana temporaria, Rana arvalis);
die Erhaltung und Wiederherstellung der Vielfalt, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit eines Landschaftsausschnittes des oberen Dahmetals, das durch grundwassernahe Grünland- und Waldstandorte geprägt ist;
die Erhaltung und Wiederherstellung des regionalen Biotopverbundes von Niedermoorstandorten zum mittleren Dahmetal.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Vogelsang Wildau-Wentdorf“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae), Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe und Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritärem natürlichem Lebensraumtyp im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Schmaler Windelschnecke (Vertigo angustior) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
Erstaufforstungen anzulegen.
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel und Sekundärrohstoffdünger wie Schmutzwasser, Klärschlamm und Bioabfälle einzusetzen,
auf Grünland § 4 Abs. 2 Nr. 20 und 21 gilt; bei Wildschäden ist mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde eine umbruchlose Nachsaat zulässig,
nur einheimische Arten der potenziell natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen. Gesellschaftstypische Nebenbaumarten dürfen dabei nicht als Hauptbaumart eingesetzt werden,
§ 4 Abs. 2 Nr. 20 und 22 gilt;
Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten, wenn es dem Schutzzweck entgegensteht. Die Entscheidung hierzu soll unverzüglich erfolgen.
Im Übrigen ist die Anlage von Futterstellen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern sowie die Ausbildung und Prüfung von Hunden verboten;
das nichtgewerbliche Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten;
die Orchideenwiese soll nach der Blüte gemäht werden, das Mähgut soll dabei von der Fläche beräumt werden;
es wird eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit naturnahem Bestandsaufbau und einem strukturreichen Waldsaum angestrebt; Bäume mit Höhlen sollen nicht gefällt werden und Totholz soll im Wald belassen werden.
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a und b, die am 1. Juli 2004 in Kraft treten.