Source: https://www.wirtschaftswissen.de/finanzen-und-steuern/steuerrecht/umsatzsteuer/5-faelle-in-denen-sie-als-leistungsempfaenger-umsatzsteuer-zahlen/
Timestamp: 2020-04-01 01:17:07
Document Index: 161776369

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 9']

Von Midia Nuri, 12.02.2019
Wann Sie als Leistungsempfänger verpflichtet sind Umsatzsteuer zu zahlen
Sie sind Bauunternehmer in Rosenheim und erhalten den Auftrag, ein Geschäftshaus zu errichten. Lieferung und Einbau der Fenster lassen Sie von einem österreichischen Subunternehmer ausführen. Der im Ausland ansässige Unternehmer erbringt gemäß § 13b Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG im Inland eine steuerpflichtige Werklieferung an Sie.
Fazit: Sie schulden deshalb die Umsatzsteuer für diese Werklieferung (§ 13b Abs. 2 UStG).
Sie sind Arzt und lassen in Ihrer Praxis die Fenster von einem österreichischen Unternehmer austauschen. Der in Österreich ansässige Unternehmer erbringt im Inland eine steuerpflichtige Werklieferung an Sie (§ 13b Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG).
Fazit: Sie schulden für diese Werklieferung die Umsatzsteuer gemäß § 13b Abs. 2 UStG. Die Tatsache, dass Sie ansonsten keine steuerpflichtigen Umsätze ausführen, spielt keine Rolle.
Sie sind selbstständiger Rechtsanwalt und wohnen in Görlitz. Sie lassen das Dach Ihres Einfamilienhauses von einem polnischen Dachdecker eindecken.
Fazit: Da Sie Unternehmer sind, werden Sie auch dann Schuldner der Umsatzsteuer, wenn die Leistung des Unternehmers für Ihren privaten Bereich erfolgt.
Sie besitzen ein Zweifamilienhaus, das Sie an Privatpersonen zu Wohnzwecken vermietet haben. Sie lassen die Fenster von einem polnischen Unternehmer austauschen.
Fazit: Durch die Vermietung werden Sie umsatzsteuerlicher Unternehmer, auch wenn Sie die Wohnungen umsatzsteuerfrei vermieten. Das reicht aus, um gemäß § 13b Abs. 2 UStG Schuldner der Umsatzsteuer zu werden.
Mit der Veräußerung des PKW liegen umsatzsteuerlich 2 Lieferungen vor, und zwar zwischen Ihnen und Ihrem Kunden und dem privaten Abnehmer.
Fazit: Für die Lieferung Ihres Kunden an Sie schulden Sie als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer gemäß § 13b Abs. 2 UStG.
Der Verkäufer übt seine Option zur Umsatzsteuer nur dann wirksam aus, wenn sie im notariellen Vertrag oder einer notariellen Vertragsergänzung oder -änderung ausdrücklich erklärt wird (§ 9 Abs. 3 Satz 2 UStG).
Tipp: Achten Sie also genau darauf, was in Ihrem notariellen Vertrag steht, damit Sie keine unliebsamen Überraschungen erleben.