Source: http://www.gladenbach.de/home/aktuelles/bebauungsplan-bahnhofsgelaende-weso-werksgelaende-st-gladenbach-und-erdhausen.html
Timestamp: 2018-03-19 10:30:33
Document Index: 263823221

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 78', '§ 50', '§ 4', '§ 4', '§ 2']

Bebauungsplan „Bahnhofsgelände/ WESO-Werksgelände“, ST Gladenbach und Erdhausen
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes erstreckt sich über das südliche Ende der Kernstadt von Gladenbach und den östlichen Rand des Stadtteiles Erdhausen (siehe Kartenausschnitt). Er umfasst das Betriebsgelände der WESO-Aurorahütte GmbH, landwirtschaftliche Flächen östlich des Betriebsgeländes, einen Teilabschnitt der ehemaligen Gleistrasse der Bahnstrecke Niederwalgern-Herborn (Aar-Salzböde-Bahn) sowie das ehemalige Bahnhofsgelände dieser Bahnstrecke östlich der Firma WESO. Ein Teil der südlichen Talaue der Salzböde mit umgebenden landwirtschaftlichen Flächen sowie zwei externe Flächen südöstlich des ehem. Bahnhofs im Uferbereich des Bornsbaches und rund um das Grundstück Aurorahütte Nr. 3 gehören als Ausgleichsflächen ebenfalls dazu.
​ Geltungsbereich (ohne Maßstab) (zum vergrößern der Karte bitte anklicken (.pdf, ca 4,5 MB))
Gegenstand der Planung ist die Festsetzung eines Industriegebietes im Bereich der Firma WESO sowie die Ausweisung von Gewerbegebieten im östlichen Anschluss an diesen Betrieb. Eine neue Zufahrt zu den Baugebieten von der Jakob-Heuser-Straße aus soll ebenfalls festgesetzt werden.
Der Entwurf des Bebauungsplanes liegt mit Begründung gemäß § 3 (2) BauGB in der Zeit vom 09.03.2018 bis 20.04.2018 bei der Stadtverwaltung der Stadt Gladenbach, Karl-Waldschmidt-Straße 3, Zimmer 111, Fachbereich IV (Fachdienst Bauen) öffentlich aus und kann während der Dienststunden
von jedermann eingesehen werden. Die Unterlagen sind in diesem Zeitraum auch unter folgender Internetadresse digital abrufbar: www.gladenbach.de/home/aktuelles
Es liegen folgende umweltbezogene Informationen vor, die während der Offenlage eingesehen werden können:
1)Fachplanung in Form einer Artenschutzrechtlichen Betrachtung zum Bebauungsplan „Bahnhofsgelände/ WESO-
Werksgelände“.
2)Fachplanung in Form des Umweltberichts mit Informationen und Aussagen zu den Schutzgütern Mensch, Boden und
Wasser, Klima und Luft, Kultur- und Sachgüter, Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt sowie Landschaftsbild und deren
Wechselwirkungen untereinander- gegliedert nach den Punkten Beschreibung und Bewertung:
a.Pflanzen
Beschreibung und Bewertung der Biotop- und Nutzungstypen mit der Feststellung, dass das Plangebiet eine geringe
bis mittlere bzw. für einzelne Arten hohe Bedeutung aufweist. Die im Gebiet vorhandenen und als wertvoller zu
betrachtenden Gehölzstrukturen bleiben in den Randbereichen weitgehend erhalten.
b.Tiere und biologische Vielfalt
Der Planungsraum übernimmt für die Tierwelt insgesamt eine geringe bis mittlere bzw. für einzelne Arten hohe
Bedeutung ein. Durch entsprechende Maßnahmen soll die Tötung von Individuen der verschiedenen Arten verhindert
und Lebensraumverluste kompensiert werden, so dass der Eingriff minimiert wird.
c.Boden und Wasser
Beschreibung der Geologie, natürlichen Funktion, Archivfunktion, Empfindlichkeiten und Vorbelastungen. Daraus
resultiert, dass die Bodenfunktion im Plangebiet eine geringe Bedeutung aufweist.
Dem Plangebiet kommt aufgrund der Nähe zum Salzböde und ihres Überschwemmungsraumes eine hohe Bedeutung
zu. Da die Eingriffe jedoch nicht an den Gewässern stattfinden, sind keine erheblichen Auswirkungen zu erwarten. Für
das Grundwasser übernimmt das Plangebiet derzeit keine besondere Bedeutung.
d.Klima und Luft
Beschreibung und Bewertung der klimatischen Funktionen des Plangebietes, mit dem Ergebnis, dass dem Plangebiet
durch die vorhandenen Gehölze Funktionen zur Frischluftentstehung für den Klimahaushalt zukommen, während die
übrigen Flächen eine Wirkung als Wärmeinsel aufweisen. Negative Auswirkungen können durch Neupflanzungen und
Beschränkungen der Bodenversiegelung begrenzt werden.
e.Landschaftsbild
Beschreibung und Bewertung des Schutzgutes mit dem Resultat, dass das Landschaftsbild durch das Firmengelände
der WESO und die in Sukzession befindliche Bahntrasse geprägt ist. Durch fehlende weitreichende Sichtbeziehungen
kommt dem Plangebiet jedoch nur eine mittlere Bedeutung für das Landschaftsbild zu.
f.Schutzgut Mensch'
Auf den Menschen haben sowohl wohnumfeldabhängige Faktoren wie die Wohn-, Erholungs- und Freizeitfunktionen
sowie Aspekte des Immissionsschutzes als auch wirtschaftliche Funktionen wie z.B. die Land- und Forstwirtschaft
Auswirkungen. Im Ergebnis weist das Plangebiet durch die Unzugänglichkeit des Betriebsgeländes keinerlei
Erholungs- und Freizeitfunktionen auf, so dass nur eine untergeordnete Bedeutung für das Schutzgut Mensch besteht.
g.Kultur- und Sachgüter
Beschreibung, dass Kultur- und Sachgüter im Plangebiet aufgrund der vorhandenen Kulturdenkmäler und des
Firmengeländes der WESO von mittlerer Bedeutung sind.
3)Naturschutzfachliche Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung
4)Umweltbezogene Stellungnahmen von Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange sowie von Privatpersonen
zu folgenden Themenkomplexen:
a.Anregung, dass eine Entwässerung im Trennsystem notwendig ist.
b.Hinweis, dass durch die geplante Gewässerrenaturierung kein Eingriff in das Schutzgut Boden stattfinden darf und eine
frühzeitige bodenkundliche Baubegleitung sowie eine nähere Behandlung des Themas im Umweltbericht empfohlen
c.Hinweis, dass das Trinkwasserschutzgebiet Wasserschutzzone II aufgehoben wurde.
d.Hinweis zur Zuständigkeit der Oberen Wasserbehörde für die Beurteilung des WESO-Werksgeländes, des
Altlastenstandortes sowie für die (wasserrechtlichen) Genehmigungen der Ausgleichsmaßnahmen am Gewässer und
der Anlage von Kleingewässern im Überschwemmungsgebiet.
e.Anregung, dass bauliche Anlagen im Abflussgebiet der Salzböde unzulässig sind und im Überschwemmungsgebiet
einer Ausnahmegenehmigung nach § 78 (3) WHG durch die Obere Wasserbehörde bedürfen.
f.Hinweis, dass ein Ausschnitt der geologischen Karte GK25 im Bodengutachten veraltet ist.
g.Hinweis, dass DIN-gestützte objektbezogene Baugrunduntersuchungen durch ein Ingenieurbüro empfohlen werden.
h.Hinweis, dass ein Fehler bei der Angabe der Immissionsrichtwerte für ein Allgemeines Wohngebiet vorliegt.
i.Anregung, dass aufgrund der Nähe des geplanten Industriegebietes zur Wohnbebauung eines Mischgebietes im
Nordwesten eine Gebietsstaffelung gemäß Trennungsgrundsatz des § 50 BImSchG erforderlich ist.
j.Bedenken und Anregungen zum Naturschutz, zu den Ausgleichsmaßnahmen sowie zum Artenschutz.
k.Hinweis auf das Vorkommen geschützter Tierarten und auf die Eignung des Plangebietes für diese Tiere.
l.Anregung, dass vertiefende Untersuchungen über das Vorkommen geschützter Arten, insbesondere der Fledermäuse,
m.Anregung, dass sämtliche Neophyten im Geltungsbereich zu entfernen und die Flächen bzgl. eines Neuauftritts zu
n.Anregung, dass die geschützten Arten Knöllchen-Steinbrech und Wasser-Schwertlilie zu schützen und zum Erhalt
o.Hinweise zum Umgang mit Mahdgut, Düngemitteln, Weideregime und Saatgut auf den Ausgleichsflächen.
p.Bedenken zu dem bilanzierten Ist-Zustand von der Fläche F1 sowie zu Erhaltungs- und Pflanzmaßnahmen.
q.Bedenken zu Umsetzbarkeit und Pflege bzw. Etablierung der geplanten Ausgleichsmaßnahmen.
r.Hinweis, dass die Biotopbewertung zu hoch angesetzt oder nicht nachvollzogen werden kann.
s.Anregung, dass eine Festsetzung zum Erhalt der Gehölze erforderlich ist.
t.Hinweis, dass sich der Geltungsbereich am Rande eines Bombenabwurfgebietes befindet und daher vom Vorhandensein
von Kampfmittel ausgegangen werden muss.
u.Hinweis, dass eine Nutzungsrecherche für einen nicht untersuchten Altstandort empfohlen wird.
5)Gutachten
a.Schalltechnische Untersuchung zur Emissionskontingentierung für den Bebauungsplan „Bahnhofsgelände/ WESO-
Werksgelände“ mit dem Ergebnis, dass die Bedingungen der TA Lärm an allen Immissionsorten eingehalten werden.
b.Grundwasseruntersuchungen Gladenbach ehemaliger Bahnhof
Des Weiteren existiert eine Umwelterklärung der WESO-Aurorahütte GmbH, die auf der Firmen-Internetseite unter http://www.weso.de/de/umwelt.html eingesehen werden kann.
Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen zu dem Entwurf von jedermann schriftlich oder zur Niederschrift bei der Stadtverwaltung abgegeben werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können gemäß § 4 a Abs. 6 BauGB bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben.
Die Stadt Gladenbach hat gemäß § 4b BauGB für die Vorbereitung und Durchführung von Verfahrensschritten nach den §§ 2a bis 4a BauGB das Planungsbüro Koch aus Aßlar beauftragt.“
Gladenbach, den 01.03.2018
01_B-Plan_Bahnhofsgelände - WESO-Werksgelände ( ca. 3,5 MB)
02_Begründung mit Umweltbericht ( )
03_Umweltbericht ( ca. 2 MB)
04_Umweltbericht_Ausgleichsflächen_Plan_Bestand und Planung ( ca. 2,4 MB)
05_Umweltbericht_Plan_Bestand ( ca. 3,5 MB)
06_Artenschutzrechtliche Betrachtung ( )
07_Grundwasseruntersuchungen ( ca. 4,7 MB)
08_Immissionsberechnung ( ca. 1,2 MB)
09_TÖB_Stellungnahmen ( ca. 2,5 MB)