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Timestamp: 2016-10-24 05:24:57
Document Index: 14333468

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 10', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 108', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

Der 1943 geborene M.________ arbeitete seit 1. Februar 1967 als Spengler-Installateur bei der Firma Z.________ AG, Heizung-Sanit�r-Spenglerei, und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert. Im April 1996 wurde bei ihm H�mochromatose festgestellt. Am 4. April 2000 diagnostizierte das Spital B.________ eine Kalziumpyrophosphat-Ablagerungserkrankung (CPPD) mit Sekund�rarthrosen im Bereich des Knies rechts mehr als links, OSG beidseits; ein chronisches lumbovertebrales Syndrom; statische Ver�nderungen: rechtsf�rmige Skoliose der BWS, linkskonvexe Skoliose der LWS; degenerative Ver�nderungen: Osteochondrose auf H�he L4/5 und L5/S1; eine diffuse idiopathische skelettale Hyperostose (DISH).
Am 14. August 2000 musste der Versicherte w�hrend der Arbeit mit einem Arbeitskollegen einen 50 kg schweren Schachtdeckel anheben. Auf einer H�he von ca. 20 cm fiel dieser auf der Seite des Arbeitskollegen zu Boden, wodurch M.________ einen Schlag ins rechte Handgelenk verbunden mit einem stichartig einschiessenden Schmerz erlitt. Wegen andauernder Schmerzen begab er sich am 15. August 2000 zu Dr. med. B.________ (damaliger Vertreter des Hausarztes), Allgemeine Medizin FMH. Dr. med. G.________, R�ntgeninstitut MR-Zentrum R.________, stellte am 25. August 2000 auf Grund einer Magnetresonanz-Untersuchung des rechten Handgelenks eine scapholun�re Dissoziation mit deutlich verdickter und signalgest�rter dorsaler Gelenkkapsel im Rahmen einer Bandruptur fest; es k�nne jedoch nicht sicher zwischen einer traumatischen oder degenerativen Genese unterschieden werden. Zur Abkl�rung der Verh�ltnisse holte die SUVA weitere Arztberichte sowie eine Stellungnahme des Chirurgen Dr. med. V.________, �rzteteam Unfallmedizin der SUVA, vom 4. Juli 2001 ein. Letzterer ging ebenfalls von einer scapholun�ren Dissoziation am rechten Handgelenk aus. Mit Verf�gung vom 12. Juli 2001 verneinte die SUVA ihre Leistungspflicht, da hinsichtlich der Handgelenksbeschwerden rechts weder Folgen eines Unfalls noch einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung vorl�gen. Auf Einsprache des Versicherten hin holte die SUVA nochmals eine Stellungnahme des Dr. med. V.________ vom 10. Juni 2002 ein. Mit Entscheid vom 13. Juni 2002 hiess sie die Einsprache im Sinne der Erw�gungen teilweise gut. An der Verf�gung k�nne insoweit nicht festgehalten werden, als jegliche Leistungspflicht verneint worden sei. Denn durch das Ereignis vom 14. August 2000 sei ein krankhafter Vorzustand symptomatisch geworden. Der status quo sine sei gem�ss der Einsch�tzung des Dr. med. V.________ erst drei Monate nach dem Unfall erreicht worden, weshalb f�r diese Zeitspanne eine Leistungspflicht bestehe.
Hiegegen erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde und reichte neu einen Bericht des Dr. med. B.________ vom 18. August 2000 ein. Das kantonale Gericht hiess die Beschwerde gut, hob den Einspracheentscheid und die Verf�gung auf und wies die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und anschliessendem Erlass einer neuen Verf�gung an die SUVA zur�ck (Entscheid vom 22. April 2003).
Der Versicherte schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung (ab dem 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit, BAG), auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG), auf Heilbehandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) und Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG) ebenso zutreffend dargelegt wie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 123 V 45 Erw. 2b, 121 V 329 Erw. 2a, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und zur vorausgesetzten Ad�quanz des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 127 V 102 Erw. 5b/aa mit Hinweisen). Richtig sind sodann die Ausf�hrungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn der Unfall einen krankhaften Vorzustand verschlimmert oder �berhaupt erst zum Vorschein bringt (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Gleiches gilt hinsichtlich des im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrades der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 Erw. 2.1 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Die blosse M�glichkeit nunmehr g�nzlich fehlender urs�chlicher Auswirkungen des Unfalles gen�gt nicht. Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr�ndender nat�rlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2, 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend f�r den Beweiswert ist grunds�tzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a; AHI 2001 S. 113 Erw. 3a).
Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist nicht anwendbar, da nach Erlass des streitigen Einspracheentscheides vom 13. Juni 2002 eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 129 V 4 Erw. 1.2).
2.1 Das kantonale Gericht hat in zutreffender W�rdigung der �rztlichen Unterlagen korrekt erwogen, dass bez�glich des rechten Handgelenks nicht abschliessend beurteilt werden k�nne, ob der status quo sine (Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 14. August 2000 fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte) sp�testens nach drei Monaten erreicht gewesen sei, so dass die danach geklagten Beschwerden als unfallfremd zu qualifizieren und mithin die Versicherungsleistungen einzustellen seien.
2.2 Die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde verm�gen hieran nichts zu �ndern.
Die SUVA beruft sich hinsichtlich der Frage nach dem Erreichen des status quo sine einzig auf die Berichte des Dr. med. V.________ vom 4. Juli 2001 und 10. Juni 2002. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass dieser den Versicherten nicht selber untersucht hat. Die �brigen �rzte haben sich zu dieser Frage nicht ge�ussert.
Dr. med. G.________ stellte am 25. August 2000 auf Grund einer Magnetresonanz-Untersuchung des rechten Handgelenks eine scapholun�re Dissoziation mit deutlich verdickter und signalgest�rter dorsaler Gelenkkapsel im Rahmen einer Bandruptur fest. Er legte dar, es k�nne nicht sicher zwischen einer traumatischen oder degenerativen Genese unterschieden werden. Diesbez�glich ist festzuhalten, dass der Versicherte auf Grund der Akten vor dem Unfall vom 14. August 2000 wegen Handgelenksbeschwerden rechts weder in �rztlicher Behandlung noch arbeitsunf�hig war. Die Vorinstanz hat unter diesen Umst�nden zu Recht ausgef�hrt, es stelle sich die Frage, ob der Versicherte die bisweilen anstrengende Arbeit als Spengler-Installateur �berhaupt noch h�tte verrichten k�nnen, wenn das Band am rechten Handgelenk schon vor dem Unfall vom 14. August 2000 gerissen gewesen w�re.
Der Hausarzt Dr. med. K.________, Arzt f�r Allgemeine Medizin FMH, ging im Bericht vom 13. Februar 2001 weiterhin von einer posttraumatischen scapholun�ren Dissoziation der rechten Handwurzel aus, an der die vorbestehende Arthrose vermutlich lediglich mitbeteiligt sei. Der Verlauf sei schwierig mit weiterhin erheblichen, vor allem belastungsabh�ngigen Schmerzen im rechten Handwurzelbereich. Die Behandlungsdauer sei noch offen.
Bei dieser Sachlage rechtfertigt sich in �bereinstimmung mit der Vorinstanz die Einholung eines zus�tzlichen Gutachtens.
3.1 Die SUVA macht geltend, die W�rdigung der Beweise sei elementare Aufgabe des Gerichts. Wenn es sich keine abschliessende Meinung �ber einen umfassend abgekl�rten Sachverhalt bilden k�nne, m�sse es selber eine Expertise anordnen, ansonsten eine Verletzung des gerichtlichen Rechtsschutzes vorliege.
3.2 Bei festgestellter Abkl�rungsbed�rftigkeit verletzt die R�ckweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens (Art. 108 Abs. 1 lit. a UVG). Anders verh�lt es sich nur dann, wenn die R�ckweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichk�me (beispielsweise dann, wenn auf Grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten oder andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet w�ren, zur Abkl�rung des Sachverhaltes beizutragen) oder wenn die R�ckweisung nach den Umst�nden als unverh�ltnism�ssig bezeichnet werden m�sste (BGE 122 V 163 Erw. 1d mit Hinweisen). Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat �berdies entschieden, dass eine R�ckweisung an die Verwaltung gerechtfertigt ist, wenn eine medizinische Expertise notwendig erscheint, weil der Grundsatz der Kostenlosigkeit des versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens (Art. 108 Abs. 1 lit. a UVG) nicht dazu missbraucht werden darf, dass die Unfallversicherer sich von den oftmals betr�chtlichen Kosten derartiger Gutachten zu Lasten der kantonalen Staatskasse befreien (RKUV 1999 Nr. U 342 S. 410 f.).
3.3 Vorliegend kommt die R�ckweisung an die SUVA weder einer Verweigerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleich noch erweist sie sich als unverh�ltnism�ssig, zumal diese keine Expertise durchf�hren liess. Die Vorinstanz hat die Sache demnach zu Recht an die SUVA zur�ckgewiesen, damit diese nach Einholung eines medizinischen Gutachtens bez�glich der Handgelenksbeschwerden rechts �ber den Leistungsanspruch des Versicherten neu befinde.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdegegner eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die SUVA hat dem Beschwerdegegner f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Entsch�digung von Fr. 2000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.