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Timestamp: 2019-07-17 21:39:07
Document Index: 127714683

Matched Legal Cases: ['§331', '§ 239', '§ 211', '§ 212', '§ 212', '§ 211']

1. Hausarbeit im Strafrecht, komme nicht weiter
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> 1. Hausarbeit im Strafrecht, komme nicht weiter
Verfasst am: 28 Feb 2005 - 10:20:28 Titel: 1. Hausarbeit im Strafrecht, komme nicht weiter
bin ein Erstsemester und muss mich jetzt mit meiner ersten Hausarbeit im Strafrecht herumschlagen.
Irgendwie hab ich mir schon so einiges zusammen gestellt, aber weiß nun nicht wie ich alles zusammen würfeln soll und was die richtigen Ansätze wären.
Außerdem habe ich gar keine Ahnung wie man sowas schreiben soll und wo und wie ich Infos in der Biblio suchen soll.
Was für Probleme sollen da alle rein und wie sollen die behandelt werden?
Ist zwar ziemlich blöd, aber ich kopier einfach mal den SV hier hinein.
A und B wollen den Steuerberater S aus dem Weg räumen, weil sie zutreffend annehmen, dass S ihre Bilanzfälschungen entdeckt hat (§331 HGB), und weil sie fürchten, er werde sie anzeigen oder sein Wissen als Druckmittel einsetzen. Sie haben vor, S in dessen Wohnung aufzusuchen, mit Chloroform zu betäuben und in eine abgelegene Anglerhütte an einem See zu bringen, zu der man etwa eine halbe Stunde fährt. Dort wollen sie aus ihm „herausprügeln“, was er im einzelnen weiß und wem er bereits davon berichtet hat. Dann wollen sie ihn erwürgen und in dem See versenken. Sie weihen auch F in den Plan ein, die Frau von S und A’s Geliebte. Sie ist schon seit längerem dafür, S zu beseitigen, und gibt A einen Schlüssel für die eheliche Wohnung, damit A und B dort lautlos eindringen können, während sie sich für diese Zeit mit einer Freundin verabredet, um ein Alibi zu haben. Indessen packen sie nach einem Tag Skrupel; sie kündigt ihre Unterstützung auf, verlangt und erhält den Schlüssel zurück und nimmt A und B das Versprechen ab, den Mordplan fallen zu lassen. A und B gehen darauf jedoch nur scheinbar ein. Tatsächlich halten sie an dem Plan fest und hat A von dem Schlüssel ein Duplikat anfertigen lassen.
Mit dem gelangen sie zur verabredeten Stunde in die Wohnung von S und F. F hat sich arglos mit ihrer Freundin getroffen und ist nicht zu Hause, S sitzt am Schreibtisch. Als er das Schließgeräusch hört, denkt er, F sei früher zurück, und arbeitet weiter, ohne sich umzudrehen. A und B schleichen sich an, pressen ein Tuch mit Chloroform vor Mund und Nase und halten ihn so lange fest, bis er bewusstlos wird. Dann tragen sie ihn auf die Rückbank ihres Autos und fahren zu dem See; A sitzt am Steuer, B neben S. Als sie gerade auf eine Schnellstraße gefahren sind, erwacht S überraschend und beginnt sofort zu schreien und auf B einzuschlagen. B droht in dem Gerangel zu unterliegen, A kann ihm nicht helfen. Da zieht B ein Messer und rammt es dem S in den Oberbauch; den Tod des S nimmt er billigend in Kauf. S hält benommen inne. Unterdessen hat A die Schnellstraße verlassen, ist in einen Waldweg abgebogen und hält. S fleht, ihn nicht zu töten. Angesichts seiner Leiden und des vielen Blutes verlässt A und B der Mut. Außerdem beteuert S – der ahnt, was das Motiv seiner Peiniger ist – glaubhaft, er sei der einzige, der von den Bilanzfälschungen wisse. A und B sagen zu S: „Wenn du irgendetwas von unseren Bilanzen verrätst oder von dem, was heute passiert ist, bringen wir dich um.“ S nickt. A und B sind sich sicher, ihn hinreichend eingeschüchtert zu haben. Dann fahren sie mit S zum nächsten Ort, wo sie ihn in der Nähe eines Krankenhauses absetzen. Bis ganz zum Eingang wollen sie nicht fahren, um sich keinen Zeugen oder Fragen des Klinikpersonals auszusetzen. Sie halten es für möglich, dass S ohne rechtzeitige Hilfe bleibt und stirbt, und für ebenso möglich, dass er überlebt; es ist ihnen gleichgültig. – S trottet Richtung Krankenhaus, bricht aber nach 50 Metern zusammen. Passanten bringen ihn in die Notaufnahme; er wird gerettet. Ohne schnelle ärztliche Hilfe wäre er verblutet. Nach seiner Genesung erstattet S umfassend Strafanzeige und stellt alle erforderlichen Strafanträge.
Wie haben sich A, B und F nach dem StGB strafbar gemacht? §§ 239 a, b sind nicht zu prüfen.
Verfasst am: 28 Feb 2005 - 11:54:32 Titel:
würde ganz spontan sagen Täterschaft und Teilnahme, Versuch und Rücktritt.
blue-queeny
Verfasst am: 28 Feb 2005 - 12:10:02 Titel:
Habe ich mir auch so in etwa gedacht.
Aber über was soll man da denn diskutieren?
Außer 212/211 und 223/224
Mittätersch. Exzess und Rücktritt und wie genau?
Verfasst am: 01 März 2005 - 00:30:28 Titel:
Hey, hab so einen ähnlichen Sachverhalt in meiner ersten Klausur gehabt. Schau mal auf www.jura.uni-marburg.de Strafrecht Prof. Radtke und dann WS 04/05 bei der Lösungsskizze zur ersten Klausur. Müßte dir eigentlich weiterhelfen! Viel Glück
Verfasst am: 01 März 2005 - 00:42:48 Titel:
danke der Tipp wird mir sicher weiter helfen, hab eben schon reingeschaut.
Verfasst am: 03 März 2005 - 18:04:45 Titel:
Hat vielleicht noch jemand Ideen, wie ich weiter komme?
Soll zuerst versuchter Mord und dann versuchter Totschlag für die Handlung im Auto geprüft werden?
Und was muss ich bei der Frau des Steuerberaters, also F prüfen und wie?
Verfasst am: 07 März 2005 - 02:06:06 Titel:
ganz hilfreich sind artikel aus den gängigen zeitschriften...
Verfasst am: 07 März 2005 - 10:09:48 Titel:
welche meinst du denn z.B.?
Gibt es die in der Bibliothek?
Verfasst am: 11 März 2005 - 16:45:54 Titel:
Verfasst am: 12 März 2005 - 15:00:22 Titel:
Auf passende Artikel in z.B. in der NJW, JuS, Jura (erhältlich in jeder Bibliothek mit juristischer Abteilung) etc. kommst Du meistens durch Fußnoten oder Literaturhinweise in Lehrbüchern und Kommentaren.
Oder übers Internet, einfach mal bei www.google.de Schlagwörter aus der HA eingeben.
Soweit ich weiß, ist es strittig, ob § 211 StGB eine Qualifikation des § 212 ist (dann mußt Du nur § 212prüfen) oder ein eigenständiger Straftatbestand (dann würde ich zuerst § 211 prüfen und beim Vorliegen von Mordmerkmalen aussteigen).
Hast Du an die Nötigung durch den Ausspruch „Wenn du irgendetwas von unseren Bilanzen verrätst oder von dem, was heute passiert ist, bringen wir dich um.“ gedacht?