Source: https://www.anwalt.de/rechtsanwalt/verbraucherrecht.php
Timestamp: 2017-08-17 13:51:15
Document Index: 309371107

Matched Legal Cases: ['Art. 94', 'Art. 153', '§ 13', '§ 14', '§ 355', '§ 355', '§ 476', '§ 476']

Rechtsanwalt Verbraucherrecht Rechtsanwälte | anwalt.de
Das Verbraucherrecht stellt keine einheitliche Rechtsmaterie dar. Dem Verbraucherrecht, auch Verbraucherschutz genannt, dienen sowohl Vorschriften des Zivilrechts wie auch des öffentlichen Rechts.
Der vorliegende Artikel behandelt lediglich das Verbraucherrecht aus zivilrechtlicher Sicht und dies aufgrund der Regelungsvielfalt nur auszugsweise.
Zivilrechtlich sind aus der Sicht des Verbraucherrechts die zwingenden Vorschriften für die Vertragsgestaltungen bei folgenden Verträgen bzw. Rechtsgebieten relevant:
Besondere Bedeutung für das Verbraucherrecht hat das Europarecht, da der Verbraucherschutz nach Art. 94, 95 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EGV) Gegenstand der Rechtsangleichung im Binnenmarkt ist. Ferner ist nach Art. 153 EGV von einem hohen Schutzniveau für das Verbraucherrecht auszugehen. Ins nationale Recht wurden das Verbraucherrecht aufgrund verschiedener EU-Richtlinien, z.B. zur Produkthaftung oder Haustürgeschäft, umgesetzt.
Der Verbrauchervertrag ist wohl eine der wichtigsten Vertragsformen des Verbraucherrechts. Der Verbrauchervertrag wird zwischen einem Unternehmer gem. § 13 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und einem Verbraucher gem. § 14 BGB geschlossen. Nach dem Verbraucherrecht werden unter dem Begriff Verbrauchervertrag eine Vielzahl von Verträgen zusammengefasst. Insbesondere gelten hierzu folgende wichtigste Sondervorschriften:
Der oftmals unterlegene Verbraucher soll im Rahmen des Verbraucherrechts bei Abschluss solcher Verträge durch entsprechende gesetzliche Sondervorschriften auf bestimmte Art und Weise privilegiert und geschützt werden.Der Schutz bezieht sich insbesondere darauf, dass der Verbraucher, oftmals infolge entsprechender, der Bedeutung und Reichweite unbewusster Vereinbarungen in seinen Rechten beschnitten oder gänzlich beraubt wird.
Dem Verbraucher wird daher weitgehend bei einer Vielzahl von Verbraucherverträgen (Fernabsatzgeschäft, Haustürgeschäft, Teilzahlungsgeschäft, Zahlungsaufschub) ein gesetzliches Widerrufsrecht und Rückgaberecht eingeräumt. Ein solcher Widerruf bedarf keiner Begründung und ist grundsätzlich innerhalb von 2 Wochen, gerechnet ab dem Zugang der wirksamen Widerrufserklärung, in Textform oder durch Rückendung der Sache zu erklären, vgl. §§ 355, 356 BGB. Ist der Verbraucher in diesen Vertragsfällen nicht ordnungsgemäß oder gar nicht über sein Widerrufsrecht belehrt worden, so verlängert sich die Frist, innerhalb derer ein Widerruf möglich ist, entsprechend, vgl. § 355 BGB.
Beispielsweise geschützt ist der Verbraucher beim sog. Haustürgeschäft. Typischerweise ist hier eine sog. Überrumpelungssituation gegeben, in der der Verbraucher dazu veranlasst wird, auf die Schnelle und demnach oft unüberlegt einen Vertrag abzuschließen. Aufgrund dieser zu seinem Nachteil bestehenden Gegebenheiten soll der Verbraucher an einen solchen Vertrag nicht bedingungslos gebunden sein, sondern auch noch im Nachhinein die Möglichkeit haben, frei und ohne Druck zu entscheiden, ob er am Bestehen des Vertrags festhalten oder sich vielmehr von diesem lösen möchte. Entscheidet er sich für letzteres, so soll es ihm möglich sein, innerhalb einer bestimmten Frist (meist 2 Wochen) den Vertrag ohne Angaben von Gründen zu widerrufen (siehe zuvor).
Im Rahmen des Verbrauchsgüterkaufs dürfte wohl der § 476 BGB die für die Praxis bedeutendste Vorschrift sein. Ein Verbrauchsgüterkauf liegt bei Kauf einer beweglichen Sache durch einen Verbraucher von einem Unternehmer vor. § 476 Bürgerliches Gesetzbuch regelt die Umkehrung der Beweislast. D.h. zeigt sich in den ersten 6 Monaten nach Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird im Hinblick auf das Verbraucherrecht vermutet, dass der Kaufgegenstand bereits bei Gefahrübergang, also von Anfang an, mangelhaft war. Der Käufer muss demnach nachweisen, dass die Sache mangelhaft ist, nicht beweisen, muss er hiernach aber, dass der Mangel bereits zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs vorlag. In Konsequenz hierzu muss der Verkäufer die Mangelfreihet der Sache bei Übergabe nachweisen.
Sie haben ein rechtliches Problem und suchen einen Anwalt in Ihrer Nähe, der Sie bei allen Fragen zum Thema Verbraucherrecht umfassend berät? Bei anwalt.de finden Sie ganz einfach die passenden Anwälte für Ihr Rechtsproblem. anwalt.de – eines der führenden Unternehmen in Deutschland für moderne Rechtsberatung und Legal Tech.
Wählen Sie nachfolgend den gewünschten Ort in Ihrer Nähe aus und erhalten Sie eine Auflistung von Kanzleien, die zum Thema Verbraucherrecht besondere Kenntnisse besitzen. Detaillierte Informationen zu Ihrem ausgewählten Anwalt oder Ihrer gewählten Anwältin finden Sie auf den einzelnen Kanzleiprofilen.
Rechtsanwälte Verbraucherrecht: Die größten Städte
Rechtsanwälte Verbraucherrecht : Alle Orte im Überblick
Rechtstipps von Anwälten zum Thema Verbraucherrecht
Mir wurde hier in der Kanzlei aktuell eine Abmahnung von Rechtsanwalt Gereon Sandhage für Herrn Noel Gutmann zur Prüfung vorgelegt. Wenn auch Sie eine solche Abmahnung erhalten haben, dann stehe ich gern auch Ihnen für eine Beratung in ...
Für den Großteil der Verbraucherdarlehen greift der Widerrufsjoker weiterhin! Das 2016 in Kraft getretene Gesetz zur Begrenzung des Widerrufsjokers betrifft nur Baufinanzierungen, die vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden. Hingegen ...
Wenn die Widerspruchbelehrung in Versicherungsverträgen nicht korrekt ist, können Sie Ihren Lebensversicherungsvertrag noch heute widerrufen und dabei finanziell deutlich besser fahren, als bei einer Kündigung. Die Skandia ...
Alle Rechtstipps zum Thema Verbraucherrecht
Thema Verbraucherrecht