Source: https://www.fmp-recht.de/rechtsanwalt_familienrecht_mainz/
Timestamp: 2017-09-21 12:06:33
Document Index: 81158323

Matched Legal Cases: ['§ 1564', '§ 1567', '§ 1566', '§ 1566', '§ 1565', '§ 1601', '§ 1361', '§ 1569', '§ 1360', '§ 1363', '§ 1373', '§ 1378', '§ 1408']

Rechtsanwalt/Anwalt Familienrecht Mainz | Fromm-FMP
Eine weitere besondere Kompetenz der Kanzlei FMP liegt im Auseinandersetzungs- und Familienrecht. Unsere Fachanwälte beraten und betreuen Sie kompetent in den grundlegenden familienrechtlichen Bereichen, beginnend bei ehevertraglichen Regelungen bis hin zu Scheidung, Sorge- sowie Umgangsrecht als auch Zugewinnausgleich.
Dank unserer Kanzleistruktur begleiten wir Sie nicht nur kompetent in den zentralen Familienrechtsgebieten, sondern stellen durch unsere Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer nebst Nachfolgespezialisten eine umfassende rechtliche Betreuung Ihres Mandats in allen mit einem Familienrechtsmandat regelmäßig einhergehenden Themenkomplexen sicher.
Aufgrund unserer wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Kanzlei begleitet Sie unser Team aus Familienrechtsfachanwälte und Gesellschaftsrechtsexperten kompetent und vertrauensvoll in Ihrem familienrechtlichen Mandate mit Unternehmensbezug.
Ob einvernehmlich, außergerichtlich oder streitig, wir beraten und betreuen Sie individuell vom ersten Kontakt an. Denn: Das Familienrecht betrifft Ihre Privatsphäre und bedarf daher in besonderem Maß individualisierten, tragfähigen sowie zukunftsorientierten und ganzheitlichen Lösungen. Daher sind für uns nicht nur juristische Kompetenz sondern auch Sensibilität, persönliche Begleitung sowie menschlicher Beistand Ihnen, unseren Mandanten, gegenüber, selbstverständlich.
Wir beraten, begleiten und vertreten Sie daher nicht nur in den Kernbereichen des Familienrechts:
Ehe und Eheverträge
Scheidung und vertragliche Scheidungsvereinbarungen
vermögensrechtliche Auseinandersetzung und Zugewinnausgleich
sondern darüber hinaus in familienrechtlichen Angelegenheiten mit:
Erbrechtsbezug und Nachfolge in der Querschnittsmaterie zu
Internationalem Bezug.
Allgemeines zur Ehescheidung
Unter Scheidung versteht man die formelle Auflösung einer Ehe. Die Voraussetzungen für eine Scheidung sind in den §§ 1564-1568 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Danach kann eine Ehe geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Dies ist dann der Fall, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und eine Wiederherstellung nicht mehr zu erwarten ist. Im Regelfall ist der Ablauf einer bestimmten Trennungszeit erforderlich.
Ein Getrenntleben zwischen Ehegatten liegt vor, wenn zwischen den Ehegatten keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht und mindestens ein Ehegatte die häusliche Gemeinschaft auch nicht wieder herstellen will (§ 1567 BGB). Meistens liegt ein Getrenntleben dann vor, wenn ein Ehegatte die eheliche Wohnung endgültig verlassen hat und in eine andere Wohnung gezogen ist. In Einzelfällen ist auch ein Getrenntleben innerhalb der ehelichen Wohnung möglich, es darf dann aber kein gemeinsamer Haushalt mehr geführt werden.
Nach der Dauer der Trennungszeit richten sich die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Ehescheidung. Leben die Ehegatten mindestens 1 Jahr getrennt voneinander und stimmen beide einer Ehescheidung zu, so wird nach § 1566 Abs. 1 BGB unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist.
Leben die Eheleute bereits seit 3 Jahren getrennt, wird nach § 1566 Abs. 2 BGB unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, auch wenn nicht beide Eheleute einer Scheidung zustimmen.
In wenigen Ausnahmefällen ist eine Ehescheidung auch ohne Ablauf des Trennungsjahres möglich, allerdings nach § 1565 Abs. 2 BGB nur dann, wenn das Abwarten des Trennungsjahres für den einen Ehegatten eine unzumutbare Härte darstellt.
Der Scheidungsantrag muss zwingend durch einen Anwalt gestellt werden. Für den Fall aber, dass eine einvernehmliche Scheidung vorliegt, d. h., dass sich die Eheleute über die Scheidungsvoraussetzungen einig und etwaige Scheidungsfolgen geregelt sind, reicht es aus, dass nur der Ehegatte, der den Scheidungsantrag stellt, auch anwaltlich vertreten wird. Die reine Zustimmung zur Ehescheidung kann nämlich auch ohne einen Anwalt gestellt werden.
Der Kindesunterhalt ist gesetzlich geregelt in den §§ 1601-1615 BGB. Es ist zu unterscheiden zwischen dem Unterhaltsanspruch eines minderjährigen Kindes, eines volljährigen Kindes sowie eines sich in Ausbildung befindlichen Kindes. Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und wird im Regelfall nach der sog. „Düsseldorfer Tabelle“ bestimmt, die regelmäßig vom Oberlandesgericht Düsseldorf aktualisiert wird und im gesamten Bundesgebiet Anwendung findet.
Leben Ehegatten getrennt voneinander entstehen möglicherweise Unterhaltsansprüche. Es ist zu unterscheiden zwischen dem Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB) und dem nachehelichen Unterhalt (§§ 1569-1584 BGB). Der Trennungsunterhalt bezieht sich auf den Zeitraum von Trennung bis rechtskräftiger Scheidung. Der nacheheliche Unterhalt bezieht sich auf den Zeitraum nach einer rechtskräftigen Scheidung.
Ob und in welchem Umfang Unterhalt geschuldet ist, richtet sich nach verschiedenen Kriterien, wie z. B. Einkommen der Ehegatten, Kinderbetreuung, Dauer der Ehe, Alter der Ehegatten, Rollenverteilung während der Ehe usw.
Insbesondere der nacheheliche Unterhalt hat zum 01.01.2008 in einer umfassenden Reform Änderungen erfahren, mit der Folge, dass die Dauer der Unterhaltszahlungen im Vergleich zu der davor geltenden Rechtslage in vielen Fällen erheblich verkürzt wurde.
Auch zwischen Ehegatten, die nicht voneinander getrennt leben, bestehen Unterhaltsansprüche. Diesen Unterhalt nennt man Familienunterhalt (§ 1360 BGB).
Sofern die Eheleute nicht durch einen Ehevertrag etwas anderes geregelt haben, leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft (§ 1363 BGB). Dies bedeutet, dass im Falle einer Scheidung ein Vermögensausgleich stattfindet, denn nach dem gesetzlichen Leitbild der Zugewinngemeinschaft sollen beide Ehegatten an Vermögen, das während der Ehezeit erworben wird, gleichermaßen partizipieren.
Als Zugewinn bezeichnet man den Betrag, um den ein Ehegatte sein Vermögen während der Ehe steigern konnte. Maßgeblich ist das sog. Anfangsvermögen, also das Vermögen, das der Ehegatte zu Beginn der Ehe hatte, sowie das Endvermögen, also das Vermögen, was zum Ende der Ehe vorhanden ist (§§ 1373-1375 BGB).
Wenn ein Ehegatte während der Ehe einen höheren Zugewinn als der andere Ehegatte erwirtschaftet hat, entsteht ein Zugewinnausgleichsanspruch. Der Ehegatte mit dem höheren Zugewinn ist dann verpflichtet, die Hälfte des den anderen Ehegatten übersteigenden Zugewinnes auszugleichen (§ 1378 BGB).
Allgemeines zum Ehevertrag
Nach § 1408 BGB bezeichnet man als Ehevertrag einen Vertrag, der die güterrechtlichen Verhältnisse zwischen den Ehegatten regelt.
Daneben ist es aber selbstverständlich möglich, dass die Ehegatten Regelungen zu jedem Bereich der Ehe treffen können und zwar jederzeit, nicht nur vor einer Heirat.
Auch zu einer Trennung oder Scheidung können die Eheleute Vereinbarungen treffen (Trennungsvereinbarung, bzw. Scheidungsfolgenvereinbarung).
Je nachdem, welche Bereiche die Eheleute regeln wollen, sind Vereinbarungen formbedürftig und bedürfen der notariellen Beurkundung bzw. gerichtlichen Protokollierung.
Wird ein Ehevertrag bereits zu Beginn der Ehe geschlossen, dient dieser Vertrag im Wesentlichen dazu, mögliche Differenzen im Falle einer Scheidung gering zu halten. Ein Ehevertrag ist unbedingt dann zu empfehlen, wenn bereits absehbar ist, dass im Falle einer Scheidung mit umfangreichen, zeit- und kostenintensiven Auseinandersetzungen zu rechnen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn einer der Ehegatten einer selbständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit nachgeht, ein Gewerbebetrieb oder sonstige Geschäftsanteile vorhanden sind. Auch wenn erhebliches Vermögen vorhanden ist, bietet sich der Abschluss eines Ehevertrages an.
Leben die Ehegatten getrennt voneinander, ist auf eine einvernehmliche Trennungs- bzw. Scheidungsfolgenvereinbarung hinzuarbeiten, da eine solche Vereinbarung kosten- und zeitintensive gerichtliche Auseinandersetzungen vermeidet.