Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202011,%202165
Timestamp: 2019-10-22 05:15:19
Document Index: 219405035

Matched Legal Cases: ['§ 50', '§ 50', 'Art 2', 'Art 3', 'Art 3', 'Art 6', 'Art 6', '§ 50', '§ 50', 'Art. 5', '§ 20', '§ 15', '§ 15', 'Art. 10']

BFH, 24.08.2011 - I R 46/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,754
BFH, 24.08.2011 - I R 46/10 (https://dejure.org/2011,754)
BFH, Entscheidung vom 24.08.2011 - I R 46/10 (https://dejure.org/2011,754)
BFH, Entscheidung vom 24. August 2011 - I R 46/10 (https://dejure.org/2011,754)
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Gewerblichkeit eines (englischen, gewerblich geprägten) Private Equity Fonds - Freistellung von der Besteuerung nach DBA-Großbritannien 1964/1970 für Betriebsstätteneinkünfte - (negativer) Qualifikationskonflikt als Voraussetzung für die Anwendung des § 50d Abs. 9 Satz 1 ...
Gewerblichkeit eines (englischen, gewerblich geprägten) Private Equity Fonds; Freistellung von der Besteuerung nach DBA-Großbritannien 1964/1970 für Betriebsstätteneinkünfte; (negativer) Qualifikationskonflikt als Voraussetzung für die Anwendung des § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. ...
Art 2 Abs 1 Buchst 1 UAbs 1 DBA GBR 1964, Art 3 Abs 1 S 2 DBA GBR 1964, Art 3 Abs 3 DBA GBR 1964, Art 6 Abs 4 DBA GBR 1964, Art 6 Abs 5 DBA GBR 1964
Gewerblichkeit eines englischen Private Equity Fonds
Gewerblichkeit eines (englischen, gewerblich geprägten) Private Equity Fonds – Freistellung von der Besteuerung nach DBA-Großbritannien 1964/1970 für Betriebsstätteneinkünfte – (negativer) Qualifikationskonflikt als Voraussetzung für die Anwendung des § 50d Abs. ...
Steuerfreiheit für Private Equity-Fonds in England
Zu der Gewerblichkeit eines (englischen, gewerblich geprägten) Private Equity Fonds, der Freistellung von der Besteuerung nach DBA-Großbritannien 1964/1970 für Betriebsstätteneinkünfte - dem negativen Qualifikationskonflikt als Voraussetzung für die Anwendung des § 50d Abs. ...
Steuerfreiheit für Private Equity-Engagement in England
Gewerblichkeit eines (englisch, gewerblich geprägten) Private Equity Fonds; Treaty override
Private Equity Fonds - Einkünfte aus Vermögensverwaltung oder gewerbliche Betriebstätten-Einkünfte?
10 Jahre BMF-Schreiben zu Private Equity Fonds - seltene Kontinuität im Steuerrecht
Betriebsstättenbegriff gem. Art. 5 OECD-MA
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 24.08.2011, Az.: I R 46/10 (Quellenstaat als gewerbliche Einkünfte zu behandeln sind)" von RA/StB/Vors. RiBFH a. D. Prof. Dr. Dr. h.c. Wassermeyer, original erschienen in: IStR 2011, 926 - 932.
Kurznachricht zu "Zur Anwendung des Betriebsstättenvorbehalts im Ansässigkeitsstaat - Der BFH rückt mit Urteil vom 24. 8. 2011 die Verhältnisse wieder gerade" von StB Dr. Xaver Ditz und StB Dr. Daniel Liebchen, original erschienen in: IStR 2012, 449 - 454.
Kurznachricht zu "Betriebsstätte bei Einschaltung einer Managementgesellschaft - Anmerkungen zum BFH-Urteil vom 24. 8. 2011, I R 46/10" von Prof. Dr. Wolfgang Blumers und Dr. Björn Weng, original erschienen in: DStR 2012, 551 - 553.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 24.08.2011, Az.: I R 46/10" von RA/FASteuerR Dr. Asmus Mihm, original erschienen in: BB 2011, 2977 - 2983.
Kurznachricht zu "Steuerfreiheit für englisches Private Equity-Engagement" von RA/StB/Dipl.-Vw. Prof. Dr. Adrian Cloer und Dipl.-Kffr. Katharina Martin, original erschienen in: IWB 2011, 933 - 938.
BFHE 234, 339
WM 2011, 2274
BB 2011, 2977
DB 2011, 2413
BStBl II 2014, 764
BFH/NV 2011, 2165
NZG 2011, 1337
Gerade darin liegen im Ergebnis die Vorteile dieser Methode: Die Vertragsstaaten sollen nicht auf die Regelungslage und Besteuerungspraxis des anderen Staates oder deren Kenntnis angewiesen sein (…vgl. z.B. Jankowiak, a.a.O., S. 74 ff.;… Lüdicke, a.a.O., S. 87 ff., 93 f.;… Wassermeyer/Schönfeld in Flick/Wassermeyer/Baumhoff/Schönfeld, a.a.O., § 20 AStG Rz 41 ff.; Lehner, IStR 2011, 733, 735 f., jeweils m.w.N.; s. auch Senatsurteil vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, unter II.3. der Entscheidungsgründe).
"Gewerbliche Gewinne" sind jedenfalls solche, die aus einer originär gewerblichen Tätigkeit der ausländischen Personengesellschaft i.S. des § 15 Abs. 2 EStG stammen (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764, Rz 15 ff.; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 26. September 2014 IV B 5-S 1300/09/10003, 2014/0599097, BStBl I 2014, 1258, Rz 2.2.1).
Infolge der Ertraglosigkeit des Anlageobjekts lassen sich die Fremdkapitalkosten allein durch den Verkauf und das Erzielen einer Gewinnmarge decken (vgl. BFH-Urteil in BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764, Rz 22).
Dieser Paradigmenwechsel aber hat im DBA-Schweiz 1971, das allein die Freistellungsmethode anwendet und damit vorbehaltlos auf eine virtuelle Doppelbesteuerung abhebt (ständige Spruchpraxis, deutlich z.B. Senatsurteil vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764), (noch) keinen Niederschlag gefunden.
Vielmehr reicht es aus, dass die Gesellschaft aufgrund des zur Verfügung gestellten "sachlichen und personellen Organismus" in der Lage ist, ihrer unternehmerischen Tätigkeit "operativ" nachzugehen; dies gilt sowohl für den abkommensrechtlichen Zusammenhang (Senatsurteil vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764) als auch für einen "reinen Inlandsfall".
Mit seinem Urteil vom 24. August 2011 ( I R 46/10, BFH/NV 2011, 2165) habe der BFH seine mittlerweile ständige Spruchpraxis (vgl. Urteile vom 28. April 2010 I R 81/09, BFHE 229, 252; vom 9. Dezember 2010 I 49/09, BFHE 232, 145, BStBl II 2011, 482; vom 25. Mai 2011 I R 95/10, BFHE 234, 63) fortgesetzt, wonach eine gewerbliche Prägung im Sinne von § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG auf die abkommensrechtliche Einkommensqualifikation nicht durchschlage.
Vielmehr reicht es hinsichtlich des handelnden Personals aus, dass die Gesellschaft aufgrund des zur Verfügung gestellten "sachlichen und personellen Apparats" in der Lage ist, ihrer unternehmerischen Tätigkeit "operativ" nachzugehen (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764).
Unerheblich ist, ob die Nutzung auf einem vertraglich eingeräumten Nutzungsrecht beruhte (…BFH-Urteile vom 23. Februar 2011 I R 52/10, BFH/NV 2011, 1354 Rz 35 f., und vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339 Rz 23).
ccc) Das gilt unter den Gegebenheiten des Streitfalls auch für die von der O SL ausgeschütteten Dividenden, weil diese nach Art. 10 Abs. 5 DBA-Spanien 1966 den --den im Inland ansässigen (und als natürliche Personen abkommensberechtigten) Obergesellschaftern der Klägerin vermittelten-- Betriebsstätten zuzurechnen sind (und als solche auch zugerechnet werden können, s. dazu Senatsurteil vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764).
aa) Nach der Rechtsprechung des I. Senats des BFH zählen Dividenden nur dann zu den Unternehmensgewinnen einer niederländischen C.V., wenn sie in einem funktionalen Zusammenhang mit der in der Betriebsstätte ausgeübten unmittelbaren unternehmerischen Tätigkeit stehen, so dass es sich nach der Verkehrsauffassung um Nebenerträge jener Tätigkeit handelt (BFH-Beschluss vom 19.12.2007 I R 66/06, BFHE 220, 173, BStBl II 2008, 510, unter II.2.c, cc der Gründe zum DBA Niederlande; bestätigt in BFH-Urteil vom 24.8.2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, unter II.2.c der Gründe).
(BFH-Urteil vom 24.8.2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, unter II.2.c der Gründe).
Eine solche Sichtweise ist nach dem o.g. BFH-Urteil vom 24.8.2011 I R 46/10 jedoch unzutreffend.
Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, ob die Personengesellschaft nach inländischem oder nach ausländischem Recht errichtet worden ist und ob sich ihre Geschäftsleitung im Inland oder im Ausland befindet (vgl. Senatsurteile vom 24. August 2011 I R 46/10, BFHE 234, 339, BStBl II 2014, 764;… vom 24. April 2007 I R 33/06, BFH/NV 2007, 2236).
FG Münster, 28.04.2017 - 10 K 106/13
FG Münster, 28.04.2017 - 10 K 3435/13
BFH, 08.10.2014 - I B 197/13