Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/cms/inspektorat/dokument.html?channel=CH3232&doc=CMS1538565263899
Timestamp: 2019-09-22 05:56:01
Document Index: 288792194

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 40', '§ 10', '§ 42', '§ 13', '§ 11', '§ 15', '§ 28', '§ 29', '§ 49', '§ 2', '§ 51', '§ 5', '§ 52', '§ 71', '§ 71', '§ 47', '§ 58', '§ 47']

Verzeichnis der ArbeitnehmerInnen
In Österreich gelten alle Stoffe als krebserzeugend, die
in Anhang III (Liste krebserzeugender Arbeitsstoffe) oder Anhang V (Liste von Hölzern, deren Stäube als eindeutig krebserzeugend gelten) der Grenzwerteverordnung genannt sind
nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) entsprechend der Gefahrenklasse 3.6 Karzinogenität
nach § 3 Chemikaliengesetz 1996
nach den Bestimmungen des Pflanzenschutzmittelgesetzes 2011
als krebserzeugend einzustufen oder zu kennzeichnen sind.
§ 40 ASchG
§ 10 GKV
Es werden eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe sowie Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial unterschieden.
Folder Grenzwerte und krebserzeugende Arbeitsstoffe
Checkliste zur Selbstüberprüfung durch Betriebe bei Vorhandensein von krebserzeugenden Arbeitsstoffen
Die Absicht, eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe zu verwenden, ist dem Arbeitsinspektorat vor der erstmaligen Verwendung zu melden.
Eindeutig krebserzeugende sowie erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe
Meldung der beabsichtigten Verwendung gemäß § 42 Abs 5 ASchG und § 13 GKV
Stehen gefährliche Arbeitsstoffe in Verwendung haben ArbeitgeberInnen Maßnahmen entsprechend der angeführten Rangfolge zu treffen:
Die Anzahl der ArbeitnehmerInnen, die der Einwirkung von gefährlichen Arbeitsstoffen ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein könnten, ist auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu beschränken.
Die Dauer und die Intensität der möglichen Einwirkung von gefährlichen Arbeitsstoffen auf ArbeitnehmerInnen sind auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu beschränken.
Die Arbeitsverfahren und Arbeitsvorgänge sind, soweit dies technisch möglich ist, so zu gestalten, dass die ArbeitnehmerInnen nicht mit den gefährlichen Arbeitsstoffen in Kontakt kommen können und gefährliche Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe nicht frei werden können.
Kann durch diese Maßnahmen nicht verhindert werden, daß gefährliche Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe frei werden, so sind diese an ihrer Austritts- oder Entstehungsstelle vollständig zu erfassen und anschließend ohne Gefahr für die ArbeitnehmerInnen zu beseitigen, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist.
§ 11 GKV
für Arbeitsstoffe mit einem TRK-Wert dafür zu sorgen ist, dass dieser möglichst weit unterschritten wird und
für Arbeitsstoffe ohne einen MAK- oder TRK-Wert die Konzentration stets so gering als möglich zu halten ist und
für Arbeitsstoffe mit einem MAK-Wert anzustreben ist, diesen möglichst weit zu unterschreiten.
Hinweis: Die GKV enthält auch eindeutig krebserzeugende Stoffe mit einem MAK-Wert: Formaldehyd [CAS 50-00-0] und 1,4-Dichlorbenzol [CAS 106-46-7].
Bei Einhaltung des Grenzwertes besteht kein Risiko einer krebserzeugenden Wirkung.
§ 15 GKV
§ 28 GKV
§ 29 GKV
§ 49 ASchG
§ 2 VGÜ
Arbeitsstoffe in einer Apparatur so verwendet werden, dass während des normalen Arbeitsvorganges kein Entweichen in den Arbeitsraum möglich ist,
durch eine Bewertung nach dem Stand der Technik unter Berücksichtigung von Vergleichsdaten (insbesondere Angaben von HerstellerInnen und InverkehrbringerInnen, Berechnungsverfahren sowie Messergebnissen vergleichbarer Arbeitsplätze) repräsentativ für den jeweiligen Arbeitsplatz nachgewiesen wird, dass das durchschnittliche tägliche Expositionsausmaß maximal 1/20 des TRK-Werts beträgt
wenn die Arbeitsstoffbelastung im Organismus der untersuchten ArbeitnehmerInnen in drei aufeinander folgenden Untersuchungen die Referenzwerte der jeweiligen Arbeitsstoffe für Erwachsene nicht überschreitet
das durchschnittliche tägliche Expositionsausmaß maximal 1/20 des TRK-Werts (als Tagesmittelwert) entspricht, wobei dies durch eine repräsentative Messung im Sinne des 5. Abschnittes der GKV 2018 zu belegen ist. Ausgenommen sind hautresorptive Arbeitsstoffe gemäß Anhang I (Stoffliste) der GKV 2018, die in Spalte 12 mit „H“ gekennzeichnet sind.
§ 51 ASchG
§ 5 VGÜ
Bei Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen, zu denen die krebserzeugenden Arbeitsstoffe zählen, ist das Essen, Trinken und Rauchen an den Arbeitsplätzen verboten. Insbesondere vor dem Essen, Trinken oder Rauchen und nach Arbeitsschluss sind die Hände gründlich zu reinigen.
§ 52 Abs. 5 AAV
Hautschutz zählt zur persönlichen Schutzausrüstung und ist vom Arbeitgeber/von der Arbeitgeberin wie jede andere persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.
Für eindeutig krebserzeugende Arbeitsstoffe gilt, dass ArbeitgeberInnen geeignete Schutzkleidung oder, falls es das nicht gibt, geeignete Arbeitskleidung zur Verfügung stellen müssen.
§ 71 ASchG
Wird diese Kleidung nicht separat gehandhabt (beispielsweise tägliches Waschen der Kleidung oder Schutzanzüge, die in Schwarzbereichen bereits ausgezogen werden) muss zumindest für die Privatkleidung ein Spind vorhanden sein – die Arbeitskleidung kann in der gleichen Umkleide an Haken aufgehängt werden. Außerdem hat der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin für die Reinigung der Arbeitskleidung zu sorgen.
§ 71 Abs. 2 ASchG
Die Mindestinhalte des Verzeichnisses für ArbeitnehmerInnen, die der Einwirkung von krebserzeugenden, erbgutverändernden, fortpflanzungsgefährdenden oder biologischen Arbeitsstoffen der Gruppe 3 und 4 ausgesetzt sind, sind:
Name, Geburtsdatum, Geschlecht
Bezeichnung des Arbeitsstoffes
(Optional CAS-Nummer)
biologischen Arbeitsstoffen der Gruppe 3 und 4
(optional die H-Sätze)
Datum und Ergebnis von Messungen im Arbeitsbereich, soweit vorhanden
Oral (Aufnahme durch Verschlucken)
Dermal (Aufnahme über die Haut)
Inhalativ (Aufnahme über die Atemwege)
Beginn und Ende der Exposition der Person
Unfälle und Zwischenfälle im Zusammenhang mit diesen Arbeitsstoffen
§ 47 ASchG
Beispiel für die Gestaltung des Verzeichnisses für ArbeitnehmerInnen
Natürlich können weitere Inhalte neben den bereits angegebenen optionalen Informationen im Verzeichnis enthalten sein. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht für die optionalen Informationen nicht.
Die einzige Vorgabe für die Gestaltung des Verzeichnisses ist somit der Mindestinhalt, die Form ob beispielsweise als Datenbank oder Liste ist frei wählbar. Die verpflichtenden Aufzeichnungen gemäß § 58 ASchG für jeden Arbeitnehmer/jede Arbeitnehmerin, für den/die Eignungs- und Folgeuntersuchungen erforderlich sind, entsprechen in ihren Mindestinhalten nicht vollständig den Anforderungen dieses Verzeichnisses. Eine Kombination beider ist unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für die Mindestinhalte entsprechend §§ 47 und 58 ASchG möglich.
Das Verzeichnis der ArbeitnehmerInnen ist bei Exposition sowohl für eindeutig krebserzeugende als auch für unter Verdacht auf krebserzeugendes Potential stehende Arbeitsstoffe zu führen (und für alle weiteren im Gesetz genannten Arbeitsstoffe). Es ist nicht an die Ausnahmen für die Untersuchungspflicht gebunden und immer zu führen, sobald ein Risiko für eine berufsbedingte Krebserkrankung besteht.
Beratungs- und Kontrollschwerpunkt der Arbeitsinspektion (2018/2019) zu kanzerogenen Arbeitsstoffen
Krebserzeugende Arbeitsstoffe - Roadmap
In einer gemeinsamen Anstrengung um die Exposition gegenüber krebserzeugenden Arbeitsstoffen zu reduzieren, haben die Ratspräsidentschaften 2016 (Niederlande) und 2018 (Österreich), die Europäische Kommission und die Europäischen Sozialpartner die Website roadmaponcarcinogens ins Leben gerufen.
Präventionsschwerpunkt der AUVA
Der AUVA-Präventionsschwerpunkt "Gib Acht, Krebsgefahr!" knüpft an die Kampagne "Gesunde Arbeitsplätze - Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben" der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) an.
Krebserzeugende Arbeitsstoffe: Beratungs- und Kontrollschwerpunkt der Arbeitsinspektion 2017 bis 2019