Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=6%20C%2066.65
Timestamp: 2019-07-17 15:51:59
Document Index: 103861478

Matched Legal Cases: ['§ 197', '§ 78', '§ 155', '§ 155', '§ 49', '§ 84', '§ 197', '§ 78', '§ 155', '§ 31', '§ 155', '§ 155', '§ 155', '§ 155', '§ 155']

BVerwG, 26.01.1971 - VI C 66.65 - dejure.org
BVerwG, 26.01.1971 - VI C 66.65
https://dejure.org/1971,1700
BVerwG, 26.01.1971 - VI C 66.65 (https://dejure.org/1971,1700)
BVerwG, Entscheidung vom 26.01.1971 - VI C 66.65 (https://dejure.org/1971,1700)
BVerwG, Entscheidung vom 26. Januar 1971 - VI C 66.65 (https://dejure.org/1971,1700)
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Zulässigkeit der Rechtsausübung bei Erhebung der Einrede der Verjährung gegenüber beamtenrechtlichen Versorgungsansprüchen - Versorgungsbezüge für Polizeibeamte - Versorgungslasten für die ehemaligen Polizeivollzugsbeamten der Gemeinden - Festsetzung der Hinterbliebenenversorgung als Dienstunfallversorgung - Anspruch einer Witwe auf Dienstunfallversorgung - Geltendmachung weitergehender als der in einem unanfechtbar gewordenen Festsetzungsbescheid bewilligten Ansprüche - Sachliche Nachprüfung der in einem unanfechtbar gewordenen Festsetzungsbescheid bewilligten Ansprüche
BVerwG, 07.07.1965 - VI C 66.65
BVerwG, 30.04.1970 - VI C 66.65
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts verjähren Ansprüche auf rückständige Dienst- und Versorgungsbezüge gemäß § 197 BGB in vier Jahren (BVerwGE 23, 166 [167]; Urteile vom 26. September 1962 - BVerwG 6 C 140.60 - [Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 11 und vom 26. Januar 1971] - BVerwG 6 C 66.65 - und - BVerwG 6 C 71.65 - [Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 4] sowie BVerwGE 42, 353 [356] und 57, 306 [307]).
Eine Festsetzung gemäß § 155 Abs. 1 BBG a.F. (= § 49 Abs. 1 BeamtVG) ist für die "Entstehung" eines Anspruchs im Sinne der Verjährungsvorschriften nicht erforderlich (BVerwGE 23, 166 [167 f.]; Urteile vom 26. Januar 1966 - BVerwG 6 C 107.63 - vom 26. Januar 1971 - BVerwG 6 C 66.65 - und - BVerwG 6 C 71.65 - [a.a.O.]).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 23, 166 [173]; vgl. Urteile vom 26. Januar 1971 - BVerwG 6 C 66.65 - und - BVerwG 6 C 71.65 - [a.a.O.]; Beschlüsse vom 31. Juli 1972 - BVerwG 6 B 15.72 - [Buchholz 232 § 84 BBG Nr. 1], vom 20. Januar 1976 - BVerwG 6 B 29.75 - und vom 14. Mai 1979 - BVerwG 6 B 42.77 -) genügt für den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung gegenüber der Einrede der Verjährung nicht jede Falschberechnung.
BVerwG, 26.01.1971 - VI C 71.65
Unzulässige Rechtsausübung bei Erhebung der Einrede der Verjährung gegenüber …
Dieser Bescheid ist Gegenstand des beim erkennenden Senat unter BVerwG VI C 66.65 anhängigen Verfahrens.
Der Beklagte hat im übrigen den Besonderheiten des Falles durch Rechnung getragen, daß er den Tod des ersten Ehemannes der Klägerin nachträglich als Dienstunfall anerkannt hat und, wie in dem Urteil in der das Witwengeld der Klägerin betreffenden Streitsache BVerwG VI C 66.65 dargelegt ist, ohne sich auf Unanfechtbarkeit früherer Bescheide zu berufen, rückwirkend für die Zeit ab 1. Januar 1957 Dienstunfallversorgung gewährt hat.
BVerwG, 20.01.1976 - 6 B 29.75
Nichtzulassung der Revision mangels grundsätzlicher Bedeutung - Beginn einer …
Von dieser Auffassung ist auch der beschließende Senat in Deiner Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil vom 26. Januar 1971 - BVerwG VI C 66.65 -) stets ausgegangen.
In Fortführung und Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung hat der beschließende Senat in dem Urteil vom 26. Januar 1971 - BVerwG VI C 66.65 - weiter ausgeführt, die Geltendmachung der Einrede der Verjährung könne nicht schon deshalb als unzulässige Rechtsausübung angesehen werden, weil der Dienstherr die Versorgungsbezüge (objektiv) rechtsfehlerhaft festgestellt habe, der Versorgungsberechtigte daher den Anspruch auf höhere Versorgung nicht gekannt habe und dadurch davon abgehalten worden sei, diesen Anspruch rechtzeitig geltend zu machen.
Aus der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ergibt sich, daß Ansprüche der Beamten auf rückständige Dienstbezüge der Verjährung gemäß dem entsprechend anwendbaren § 197 BGB unterliegen (BVerwGE 23, 166 [167], Urteile vom 26. September 1962 - BVerwG 6 C 140.60 - [Buchholz 232 § 78 BBG Nr. 1 = ZBR 1963, 88] und vom 26. Januar 1971 - BVerwG 6 C 66.65 - und - BVerwG 6 C 71.65 - [Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 4] sowie BVerwGE 57, 306 [307]), und zwar auch dann, wenn für die Höhe der Dienstbezüge § 31 b des Gesetzes zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes - BWGöD - bedeutsam ist (vgl. hierzu auch Urteil vom 9. Juli 1973 - BVerwG 8 C 4.73 - [RzW 1974, 60], das einen beamtenrechtlichen Versorgungsanspruch auf Grund einer Wiedergutmachungsentscheidung betrifft).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwGE 23, 166 [173]; Urteil vom 26. Januar 1971 - BVerwG 6 C 66.65 - [Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 4] sowie Beschluß vom 20. Januar 1976 - BVerwG 6 B 29.75 -) muß für den Einwand unzulässiger Rechtsausübung gegenüber der Einrede der Verjährung ein qualifiziertes Fehlverhalten des Dienstherrn vorliegen, das zwar nicht immer schuldhaft zu sein braucht, das aber unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Jeweiligen Einzelfalles die Einrede der Verjährung als gegen Treu und Glauben verstoßend und damit als unzulässig erscheinen läßt.
Auf die einredeweise geltend zu machende Verjährung (vgl. BVerwGE 23, 166 (174]; 42, 352 [357]; 48, 279 [288]; Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 -, Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 8) durfte die Beklagte sich in der mündlichen Verhandlung des Verwaltungsgerichts auch berufen, weil ihr die Ausübung dieses Gegenrechtes nur unter dem hier nicht einschlägigen Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung verwehrt ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 1966 - VI C 112.63 -, Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 2; Urteil vom 26. Januar 1971 - VI C 66.65 und VI C 71.65 -, Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 4; Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 -, Buchholz 232 § 155 BBG Nr. 8).