Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VerfGH%20Sachsen&Datum=11.07.2002&Aktenzeichen=91-VI-01
Timestamp: 2013-05-20 09:34:26
Document Index: 94650806

Matched Legal Cases: ['Art. 71', 'Art. 73', 'Art. 62', 'Art. 73', 'Art. 62', 'Art. 62']

�bersicht VerfGH Sachsen
Rechtsprechung VerfGH Sachsen, 11.07.2002 - Vf. 91-VI-01 Volltextver�ffentlichungen
Zul�ssigkeit des Volksantrages betreffend den "Entwurf eines Gesetzes zur �nderung des Schulgesetzes f�r den Freistaat Sachsen" vom 29. August 2001
Volksantrag "Zukunft braucht Schule" in Sachsen zul�sssig
neue-justiz.de , S. 35 (Entscheidungsbesprechung)
Art. 71, 73 S�chsVerf.; Art. 73 WRVVolksgesetzgebung - Volksantrag �Zukunft braucht Schule� - Schranken f�r Haushalts- und finanzwirksame Gesetze
NVwZ 2003, 472
Wird zitiert von ... (4) VerfGH Berlin, 22.11.2005 - VerfGH 35/04 Das Volksbegehren Schluss mit dem Berliner Bankenskandal ist unzul�ssigAndernfalls sei, worauf der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen in seinem Urteil vom 11. Juli 2002 (NVwZ 2003, 472 ff.) zu Recht hingewiesen habe, angesichts der finanziellen Folgewirkungen nahezu aller Gesetze Volksgesetzgebung ernsthaft nicht denkbar.In Anlehnung an diesen Wortlaut hat der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen mit Urteil vom 11. Juli 2002 (NVwZ 2003, 472 ff.) ausgef�hrt, Haushaltsgesetze seien nur solche Gesetze, die den Landeshaushalt zum Gegenstand h�tten.Eine solche Auslegung des Begriffs "Landeshaushalt" f�hrt auch nicht etwa dazu, dass die Nennung der weiteren vom Vorbehalt des Art. 62 Abs. 5 VvB erfassten Bereiche (Dienst- und Versorgungsbez�ge, Abgaben, Tarife der �ffentlichen Unternehmen und Personalentscheidungen) �berfl�ssig w�re (so jedoch zu Art. 73 Abs. 1 S�chsVerf S�chsVerfGH, NVwZ 2003, 472 ; vgl. ferner Sondervotum Jegutidse/Havemann zum Urteil des VerfGBbg vom 20. September 2001, LVerfGE, Suppl. Bbg. zu Bd. 12, 114 f.; Rux, DVBl. 2001, 549 und LKV 2002, 252 ; offengelassen vom VerfGBbg, LVerfGE 12, 119 ).2002, 31 , der allerdings das Budgetrecht des Parlaments nicht im Rahmen von Sinn und Zweck des Haushaltsvorbehalts, sondern erst im Zusammenhang mit dessen �nderungsm�glichkeiten als irreversible Grenze anf�hrt; zustimmend etwa Birk/Wernsmann, DVBl. 2000, 669 ; Isensee, DVBl. 2001, 1161 ; Krafczyk, a. a. O., S. 152 ff. m. w. N.; Rux, LKV 2002, 252 ; Wolnicki, NJ 2002, 87 ; Zschoch, NVwZ 2003, 438 ; ablehnend S�chsVerfGH, NVwZ 2003, 472 ; Jutzi, NJ 2001, 645 ; Siekmann, in: Neumann/v. Raumer, Die verfassungsrechtliche Ausgestaltung der Volksgesetzgebung.2002, 31 ; ferner BayVerfGHE 29, 244 ; BremStGH, LVerfGE 6, 123 ; S�chsVerfGH, NVwZ 2003, 472 ; diese Bedenken werden auch von zahlreichen Stimmen in der Literatur geteilt, vgl. etwa Birk/Wernsmann, DVBl. 2000, 669 ; v. Danwitz, D�V 1992, 601 ; Krafczyk, a. a. O., S. 120 ff.; Zschoch, NVwZ 2003, 438 ; Magen, in: Pfennig/Neumann, Verfassung von Berlin, 3. Aufl. 2000, Art. 62 Rn. 5, weist darauf hin, dass es sich bei den in Art. 62 Abs. 5 VvB genannten Bereichen um solche mit weit reichenden finanziellen Planungen handele, die durch einen erfolgreichen Volksentscheid durcheinander gebracht w�rden, so dass die Planungssicherheit insbesondere hinsichtlich des Landeshaushalts gef�hrdet w�re).
VerfG Hamburg, 22.04.2005 - HVerfG 5/04 Volksbegehren "VolXUni - Rettet die Bildung" teilweise unzul�ssigUnter Hinweis auf die Entscheidung des S�chsischen Verfassungsgerichtshofes vom 11. Juli 2002 (NVwZ 2003 S. 472 ff.) vertritt die Antragsgegnerin die Auffassung, dass das Budgetrecht des Parlamentes nicht gest�rt werde, solange der parlamentarische Gesetzgeber in der Lage sei, einen den verfassungsrechtlichen Anforderungen gen�genden Haushalt vorzulegen.Beide Verfassungs�berlieferungen haben die unterschiedlichen Terminologien der einzelnen Landesverfassungen der Bundesl�nder beeinflusst (S�chsVerfGH, Urt. v. 11.7.2002, NVwZ 2003 S. 472, 474, unter Hinweis auf Jung, aaO., S. 41, 44, 68).Die bis zu diesem Zeitpunkt �bereinstimmende Rechtsprechung der Landesverfassungsgerichte im Hinblick auf einen weiten Anwendungsbereich des jeweiligen Finanztabus besteht nach den Entscheidungen des Verfassungsgerichts des Landes Brandenburg vom 20. September 2001 - VfGBbg 57/00 - und des S�chsischen Verfassungsgerichtshofes vom 11. Juli 2002 (NVwZ 2003 S. 472 ff.) nicht mehr.
VerfGH Th�ringen, 05.12.2007 - VerfGH 47/06 Staats- und Verfassungsrecht; Volksbegehren; Volksbegehren; Familienf�rdergesetz; …VerfGH 47/06 20 dass die Verbote eines Volksbegehrens zu ,,Dienst- und Versorgungsbez�gen", ,,Abgaben" und ,,Personalentscheidungen" nur als Unterf�lle des Verbots von Volksbegehren zum ,,Landeshaushalt" anzusehen w�ren; sie also durch die Auslegung zu �berfl�ssigen Fallbeispielen herabgestuft w�rden (siehe S�chsVerfGH, U.v. 11.07.2002, S�chsVBl. 2002, 236 [239f.] bzw. NVwZ 2003, 472; VerfGBbg, U.v. 20.09.2001, LKV 2002, 77 [78] bzw. LVerfGE 12, 119 ff.).Unabh�ngig davon, inwieweit aus der - nicht einheitlichen (dazu im Einzelnen S�chsVerfGH Urteil vom 11. Juli 2002 - Vf. 91-VI-01 - NVwZ 2003, 472, 474) - Praxis unter der Geltung der Verfassung von Weimar und des seinerzeitigen Verst�ndnisses dieser Verfassung Aussagen �ber die Abgrenzung dieser Bestimmungen im Einzelnen entnommen werden k�nnen, erscheint sie jedoch f�r die Erschlie�ung des mit der Th�ringer Verfassungsregelung verfolgten grunds�tzlichen Zweckes aussagekr�ftig.
VerfG Hamburg, 15.12.2004 - HVerfG 6/04 Wirkung von VolksentscheidenDer S�chsische Verfassungsgerichtshof hat in einem Urteil vom 11. Juli 2002 (NVwZ 2003 S. 472) ebenso die Gleichrangigkeit von parlamentarischem Gesetzgeber und Volksgesetzgeber betont.