Source: http://www.niederlande.diplo.de/Vertretung/niederlande/de/02_20Service/Konsularischer__Service/Staatsangeh_C3_B6rigkeit__Namensrecht/Staatsangehoerigkeitsrecht.html
Timestamp: 2018-01-22 10:34:00
Document Index: 74769286

Matched Legal Cases: ['§ 26', 'Art 116', '§ 13', '§ 14', '§ 13', '§ 13', '§ 14']

Deutsche Botschaft Den Haag - Staatsangehörigkeitsrecht
Ein Kind erwirbt die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.
Wird ein Kind nichtehelich geboren und ist nur der Vater deutscher Staatsangehöriger, setzt der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit eine nach dem deutschen Recht wirksame Feststellung oder Anerkennung der Vaterschaft voraus. Eine in den Niederlanden erfolgte Anerkennung der Vaterschaft ist für den deutschen Rechtsbereich wirksam.
Vor dem 31.12.1974 hat ein in einer Ehe geborenes Kind die deutsche Staatsangehörigkeit zunächst grundsätzlich nur von einem deutschen Vater erworben. Die deutsche Mutter hatte die Möglichkeit nach der Gesetzesänderung eine Erklärung abzugeben, nach der auch ein Kind einer deutschen Mutter die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat. Sollte dies nicht erfolgt sein, gibt es eine privilegierte Möglichkeit der Einbürgerung (siehe auch unter „Einbürgerung“).
Für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ist keine besondere Anmeldung oder Registrierung der Geburt eines Kindes in den Niederlanden beim Generalkonsulat erforderlich.
Sie können mit einer internationalen Geburtsurkunde des niederländischen Standesamtes ein deutsches Ausweisdokument beantragen. Näheres siehe unter „Passangelegenheiten“.
Wenn das Kind durch Geburt automatisch auch eine weitere Staatsangehörigkeit erwirbt, hat dies keine Auswirkung auf die deutsche Staatsangehörigkeit. Da das niederländische Recht auch den Erwerb durch Abstammung kennt, haben Kinder von deutsch-niederländischen Eltern in der Regel beide Staatsangehörigkeiten.
Viele Ereignisse im Leben von Personen können für den Erwerb und den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit von Bedeutung sein. Dabei kann es sich um persönliche, familiäre Ereignisse (z. B. Geburt, Eheschließung oder Adoption, Leistung von freiwilligem Wehrdienst) und/oder politische, rechtliche Entwicklungen (z. B. Sammeleinbürgerungen während des II. Weltkrieges oder Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit) handeln.
Sollte nicht eindeutig feststellbar sein, ob eine Person die deutsche Staatsangehörigkeit erworben oder evtl. wieder verloren hat, kann zur Klärung ein Staatsangehörigkeitsausweis beantragt werden. Der Antrag wird beim Generalkonsulat eingereicht und zur Prüfung an das für alle Personen mit Wohnsitz im Ausland zuständige Bundesverwaltungsamt weitergeleitet.
Ein Merkblatt und Antragsformulare finden Sie hier:
Merkblatt Staatsangehörigkeit [pdf, 70.92k
Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweis [pdf, 47.33k]
Austellung eines Staatsangehörigkeitsausweises für Minderjährige [pdf, 35.93k]
Anlage V zum Antrag auf Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises [pdf, 71.11k]
Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt grundsätzlich automatisch durch den Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf eigenen Antrag ein.
Neu ab 28.08.2007
Seit dem 28.08.2007 verliert ein deutscher Staatsangehöriger, der auf seinen Antrag die Staatsangehörigkeit eines EU-Staates oder der Schweiz erwirbt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Für deutsche Staatsangehörige bedeutet dies, dass sie bei Erwerb der niederländischen Staatsangehörigkeit auf Antrag nicht automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren.
In manchen Fällen verlangen die niederländischen Behörden allerdings bei Einbürgerung in den Niederlanden, dass die eingebürgerte Person auf die andere Staatsangehörigkeit verzichtet.
Falls Sie beabsichtigen eine andere (nicht EU oder schweizer) Staatsangehörigkeit zu erwerben, erkundigen Sie sich bitte vor Beantragung der Staatsangehörigkeit beim Generalkonsulat nach den Folgen für die deutsche Staatsangehörigkeit und der Möglichkeit eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen.
Nach § 26 Staatsangehörigkeitsgesetz kann auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichtet werden.
Sofern der Verzicht durch die sorgeberechtigten Eltern für ein minderjähriges Kind erklärt wird, gelten besondere Bestimmungen. Hier ist die Zustimmung des Familiengerichts Berlin-Schöneberg erforderlich.
Der Verzichtserklärung sind grundsätzlich folgende Dokumente in beglaubigter Kopie, ausländische Urkunden in internationaler Form oder mit Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen:
- deutscher Reisepass/Personalausweis
- niederländischer (ausländischer) Reisepass/ID-Kaart
- Geburtsurkunde (ausländische Urkunde in internationaler Form)
- für Kinder ggf. Nachweis zum Sorgerecht
- Auszug aus dem Melderegister der Wohnortgemeinde mit Angabe der Staatsangehörigkeit/en
Der Antrag kann persönlich beim Generalkonsulat eingereicht werden und wird dann an das Bundesverwaltungsamt weitergeleitet, das nach Prüfung und Genehmigung des Verzichts eine Verzichtsurkunde ausstellt. Der Verzicht wird erst mit der Aushändigung der Verzichtsurkunde wirksam.
Sofern Sie den Antrag nicht persönlich beim Generalkonsulat einreichen, lassen Sie bitte die Unterschriften durch die Gemeinde beglaubigen.
Dort können Sie auch beglaubigte Kopien der beizufügenden Urkunden erhalten.
Verzicht [pdf, 52.46k]
Verzicht Minderjährige [pdf, 5.98k]
Antrag auf familiengerichtliche Genehmigung [pdf, 3.71k]
Formular Verzicht [pdf, 52.46k]
Antrag aug familiengerichtliche Genehmigung [pdf, 3.71k]
Wer in den Niederlanden lebt und sich in Deutschland einbürgern lassen möchte, sollte sich zur Beratung an das Generalkonsulat wenden.
Grundsätzlich kann eine Einbürgerung nur bei Wohnsitz in Deutschland erfolgen. Aus dem Ausland haben in der Regel nur Einbürgerungsanträge von ehemaligen Deutschen und/oder ihren minderjährigen Kindern sowie Anträge von Personen, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religösen Gründen entzogen worden ist und deren Abkömmlingen (Art 116, Abs. 2 GG) eine Aussicht auf Erfolg.
Vor 2007 haben zahlreiche Deutsche die deutsche Staatsangehörigkeit verloren, da sie versäumt haben, rechtzeitig vor dem Antragserwerb einer fremden Staatsangehörigkeit eine Beibehaltungsgenehmigung zu erhalten. In diesen Fällen ist eine Wiedereinbürgerung unter erleichterten Voraussetzungen gem § 13 StaG (Staatsangehörigkeitsgesetz) möglich.
Mit Erlass vom 28. März 2012 hat das Bundesministerium des Innern festgelegt, dass eine erleichterte Einbürgerung nach § 14 StaG auch für Personen möglich ist, die vor 1975 ehelich von einem ausländischen Vater und einer deutschen Mutter geboren wurden. In analoger Anwendung des Erlasses ist auch für vor dem 01.07.1993 geborene nichteheliche Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter eine erleichterte Einbürgerung möglich.
Merkblätter und Anträge finden Sie hier:
Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus dem Ausland gemäss § 13 StaG [pdf, 39.33k]
Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus einem Mitgliedstaat der EU oder der Schweiz gemäss § 13 StaG [pdf, 29.3k]
Einbürgerung ehelicher Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter [pdf, 46.92k]
Antrag Einbürgerung [pdf, 199.37k]
Merkblatt zur Einbürgerung nichtehelich geborener Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter, die vor dem 1. Juli 1993 geboren sind gem. § 14 StaG [pdf, 46.15k]
Weitere Informationen zu Fragen der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten Sie auch beim Bundesverwaltungsamt