Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=FG%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=30.08.2004&Aktenzeichen=1%20V%2049/03
Timestamp: 2019-07-19 07:23:42
Document Index: 344786457

Matched Legal Cases: ['§ 130', '§ 69', '§ 130', '§ 69', 'BGH', '§ 69']

FG Baden-Württemberg, 30.08.2004 - 1 V 49/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2914
FG Baden-Württemberg, 30.08.2004 - 1 V 49/03 (https://dejure.org/2004,2914)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 30.08.2004 - 1 V 49/03 (https://dejure.org/2004,2914)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 30. August 2004 - 1 V 49/03 (https://dejure.org/2004,2914)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,2914) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Keine Haftung bei Anfechtbarkeit durch den Insolvenzverwalter nach § 130 Abs. 1 Nr. 1 InsO
Aussetzung der Vollziehung (Haftung für Lohnsteuerschulden) - Keine Geschäftsführerhaftung nach § 69 AO 1977 bei Anfechtbarkeit einer pflichtgemäßen Lohnsteuerentrichtung gem. § 130 Abs. 1 Nr. 1 InsO
Haftung eines GmbH-Geschäftsführers für nicht abgeführte Lohnsteuer unter dem Aspekt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens; Anforderungen an die Kausalität einer Pflichtverletzung ; Umfang der Glaubhaftmachung im Aussetzungsverfahren bei Beweislast des Antragstellers; Voraussetzung für die Zahlungsunfähigkeit einer Gesellschaft nach Insolvenzrecht; Aspekt eines Aussonderungsrechts des Arbeitnehmers in der Insolvenz des Arbeitgebers
In diesem Fall führt das Verhalten des Geschäftsführers der GmbH nicht zu einer Haftung nach § 69 AO (Anschluss an FG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. August 2004, 1 V 49/03, EFG 2005, 2; und FG des Saarlandes, Beschluss vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04).
Dabei ist nach der neuen Insolvenzordnung lediglich auf die fälligen Zahlungsverpflichtungen abzustellen (vgl. FG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. August 2004 1 V 49/03, juris, mit weiteren Nachweisen; Beschluss des erkennenden Senats vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04).
Damit wirkt die Abführung von Lohnsteuer an die Finanzbehörde in der Insolvenz des Arbeitgebers regelmäßig gläubigerbenachteiligend (BGH, Urteil vom 22. Januar 2004 IX ZR 39/03, juris Nr. KORE307952004 ; FG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. August 2004 1 V 49/03, juris; Beschluss des erkennenden Senats vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04).
Insoweit schließt sich der erkennende Senat dem FG Baden-Württemberg (Beschluss vom 30. August 2004 1 V 49/03, juris) an (vgl. auch den Senatsbeschluss vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04).
Insoweit sei dem Beschluss des FG Baden-Württemberg vom 30. August 2004 1 V 49/03 (Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 2005, 2) und nicht der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH-- (…Beschluss vom 21. Dezember 1998 VII B 175/98, BFH/NV 1999, 745) zu folgen.
In diesem Fall führt das Verhalten des Geschäftsführers der GmbH nicht zu einer Haftung nach § 69 AO (Anschluss an FG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. August 2004, 1 V 49/03, EFG 2005, 2).
Dabei ist nach der neuen Insolvenzordnung lediglich auf die fälligen Zahlungsverpflichtungen abzustellen (vgl. FG Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. August 2004 1 V 49/03, juris, mit weiteren Nachweisen).
Insoweit schließt sich der erkennende Senat dem FG Baden-Württemberg (Beschluss vom 30. August 2004 1 V 49/03, juris) an.
Die Revision war zuzulassen, weil die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat und im Hinblick auf abweichende Entscheidung anderer Finanzgerichte (vgl. z.B. FG Baden-Württemberg vom 30. August 2004 1 V 49/03, EFG 2004, 1425, FG des Saarlandes vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04, EFG 2005, 680, und FG Rheinland-Pfalz vom 13. Oktober 2005 6 K 2803/04, EFG 2006, 83) eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich erscheint.
5.3 Die Überlegungen, mit denen der Kläger unter Berufung auf die Beschlüsse des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 30. August 2004 Az. 1 V 49/03 (EFG 2004, 1425) und des Finanzgerichts des Saarlandes vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04 (EFG 2005, 680) einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Pflichtverletzung durch Unterlassen und dem Steuerausfall verneint, greifen nicht durch.
Die Revision wurde zugelassen, weil die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat und im Hinblick auf die abweichenden Beschlüsse der Finanzgerichte Baden-Württemberg vom 30. August 2004 Az. 1 V 49/03 (EFG 2004, 1425) und des Saarlandes vom 20. Dezember 2004 2 V 385/04 (EFG 2005, 680) eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist.