Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20115/75
Timestamp: 2019-11-11 22:15:12
Document Index: 33485945

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 47', '§ 47', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 47', '§ 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 47', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.12.1976 - II ZR 115/75 - dejure.org
https://dejure.org/1976,2098
BGH, 20.12.1976 - II ZR 115/75 (https://dejure.org/1976,2098)
BGH, Entscheidung vom 20.12.1976 - II ZR 115/75 (https://dejure.org/1976,2098)
BGH, Entscheidung vom 20. Dezember 1976 - II ZR 115/75 (https://dejure.org/1976,2098)
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Voraussetzungen für eine Vererbung von Geschäftsanteilen - Umfang der Erforderlichkeit der Zustimmung von Gesellschafter bei der Übertragung von Geschäftsanteilen - Übertragung und Vererbung von Mitgliedschaftsrechten bei Handelsgesellschaften
MDR 1977, 473
DNotZ 1978, 166
WM 1977, 192
Das gilt sowohl für die Einziehung des Geschäftsanteils aus einem in der Person des Gesellschafters liegenden wichtigen Grund (…Bayer in Lutter/Hommelhoff, GmbHG 17. Aufl. § 47 Rn. 40;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG 10. Aufl. § 47 Rn. 138; ebenso für die Ausschließung BGHZ 9, 157, 178; offen gelassen von BGH, Urteil vom 20. Dezember 1976 - II ZR 115/75, WM 1977, 192) als auch für seine Abberufung als Geschäftsführer aus wichtigem Grund (BGHZ 86, 178 f.) und die außerordentliche Kündigung seines Geschäftsführer-Anstellungsvertrages (BGH, Urteil vom 27. Oktober 1986 - II ZR 74/85, NJW 1987, 1889).
a) Von dem Stimmverbot ausgeschlossen sind sog. körperschaftlichen Sozialakte, also Entscheidungen über Angelegenheiten des innergesellschaftlichen Lebens, bei denen jeder Gesellschafter aufgrund seines Mitgliedsrechts zur Mitwirkung berufen und bei dem er sein Mitgliedschaftsrecht ausübt (…BGH Urt. v. 09.07.1990 - II ZR 9/90, WM 1990, 1618; Urt. v. 20.12.1976 - II ZR 115/75, DB 1977, 342).
Der Bundesgerichtshof hat jedoch wie schon vor ihm das Reichsgericht (vgl. RG JW 1915, 195 f.; RGZ 138, 106, 111) die Vorschrift stets restriktiv ausgelegt und körperschaftliche Sozialakte, insbesondere Organbestellungsakte einschließlich der Beschlußfassung über die dazugehörigen finanziellen Regelungen (vgl. BGHZ 18, 205, 210; 51, 209, 215 f. [BGH 09.12.1968 - II ZR 57/67]), Genehmigungen von Anteilsübertragungen (BGHZ 48, 163, 167), Einziehungsbeschlüsse (BGH, Urt. v. 20. Dezember 1976 - II ZR 115/75, WM 1977, 192) sowie Entscheidungen über die Nachfolge eines ausscheidenden Gesellschafters (…BGH, Urt. v. 24. Januar 1974 - II ZR 65/72, WM 1974, 372, 374 f.) von ihrer Geltung ausgenommen.
§ 47 Abs. 4 Satz 2 GmbHG greift in einem solchen Fall nicht ein (Sen. Urt. v. 20.12.1976 - II ZR 115/75, WM 1977, 192).
Damit wird nur der gesetzlichen Regelung des § 34 Abs. 2 GmbHG Rechnung getragen (vgl. BGH GmbHR 1977, 81, 82 [BGH 20.12.1976 - II ZR 115/75] unter 3.b zu einer ähnlichen Formulierung).
Der BGH hat dies für die Ausschließung aus wichtigem Grund anerkannt (BGHZ 9, 157, 178) [BGH 01.04.1953 - II ZR 235/52]; der betroffene Gesellschafter dürfe nicht "Richter in eigener Sache" sein (…insoweit für die Zwangseinziehung ebenso Lutter/Hommelhoff, 14. Aufl. 1995, § 47 RdNr. 19; wohl auch BGH GmbHR 1977, 81, 82 [BGH 20.12.1976 - II ZR 115/75], ohne Ausdehnung auf jeden beliebigen Interessengegensatz; zurückhaltend beim bloßen Interessenkonflikt BGHZ 68, 107, 109 [BGH 10.02.1977 - II ZR 81/76] = NJW 1977, 850, 851 [BGH 10.02.1977 - II ZR 81/76]; NJW 1986, 2051, 2052) [BGH 20.01.1986 - II ZR 73/85].