Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/jugendliche-taeter-schwere-3129487
Timestamp: 2019-11-17 05:14:24
Document Index: 389416238

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Jugend­li­che Täter – und die Schwe­re der Schuld | Rechtslupe
Der Schuld­ge­halt der Tat ist bei der Delikts­be­ge­hung durch jugend­li­che und her­an­wach­sen­de Täter jugend­spe­zi­fisch zu bestim­men 1.
Die "Schwe­re der Schuld" im Sin­ne des § 17 Abs. 2 JGG wird daher nicht vor­ran­gig anhand des äuße­ren Unrechts­ge­halts der Tat und ihrer Ein­ord­nung nach dem all­ge­mei­nen Straf­recht bestimmt, son­dern es ist in ers­ter Linie auf die inne­re Tat­sei­te abzu­stel­len 2.
Der äuße­re Unrechts­ge­halt der Tat und das Tat­bild sind jedoch inso­fern von Belang, als hier­aus Schlüs­se auf die cha­rak­ter­li­che Hal­tung, die Per­sön­lich­keit und die Tat­mo­ti­va­ti­on des Jugend­li­chen oder Her­an­wach­sen­den gezo­gen wer­den kön­nen 3.
Ent­schei­dend ist, ob und in wel­chem Umfang sich die cha­rak­ter­li­che Hal­tung, die Per­sön­lich­keit sowie die Tat­mo­ti­va­ti­on des Täters vor­werf­bar in der Tat mani­fes­tiert haben 4.
Zudem kann selbst dann, wenn die Schuld als "schwer" i.S.d. § 17 Abs. 2 Alt. 2 JGG ein­zu­stu­fen wäre, die Ver­hän­gung von Jugend­stra­fe des­halb nicht in Betracht kom­men, weil dies aus erzie­he­ri­schen Grün­den nicht erfor­der­lich ist 5, etwa wenn die Jugend­kam­mer kei­ne "Per­sön­lich­keits- oder Erzie­hungs­män­gel" fest­stel­len konn­te.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Janu­ar 2018 – 1 StR 239/​17
Jugend­stra­fe – und die Schwe­re der Schuld Maß­geb­li­cher Anknüp­fungs­punkt für die nach jugend­spe­zi­fi­schen Kri­te­ri­en ((vgl. BGH, Urteil vom 20.04.2016 – 2 StR 320/​15 NJW 2016, 2050, 2051; Rad­tke in Münch­Komm, 2. Aufl.,…
BGH, Urteil vom 20.04.2016 – 2 StR 320/​15, BGHSt 61, 188, 191[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 17.12 2014 – 3 StR 521/​14, NStZ-RR 2015, 155, 156; vom 06.05.2013 – 1 StR 178/​13, NStZ 2013, 658, 659; vom 14.08.2012 – 5 StR 318/​12, NStZ 2013, 289, 290; und vom 19.11.2009 – 3 StR 400/​09, NStZ 2010, 281; Urteil vom 11.11.1960 – 4 StR 387/​60, BGHSt 15, 224, 226[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 11.11.1960 – 4 StR 387/​60, BGHSt 15, 224, 225 f.; vom 29.09.1961 – 4 StR 301/​61, BGHSt 16, 261, 263; und vom 09.08.2000 – 3 StR 176/​00, NStZ-RR 2001, 215, 216; Beschluss vom 20.01.1998 – 4 StR 656/​97, NStZ-RR 1998, 317, 318[↩]
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