Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=09.12.1969&Aktenzeichen=II%20B%2040/69
Timestamp: 2019-10-20 10:17:18
Document Index: 53074701

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 23', '§ 69', '§ 23', '§ 23', '§ 19', 'Art. 3', '§ 69', '§ 23', '§ 23', '§ 19', 'Art. 3', '§ 23', '§ 69', '§ 23', '§ 9', '§ 23', '§ 19', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 1', '§ 23', '§ 69', '§ 23', '§ 23']

BFH, 09.12.1969 - II B 40/69, II B 41/69, II B 40-41/69 - dejure.org
BFH, 09.12.1969 - II B 40/69, II B 41/69, II B 40-41/69
https://dejure.org/1969,851
BFH, 09.12.1969 - II B 40/69, II B 41/69, II B 40-41/69 (https://dejure.org/1969,851)
BFH, Entscheidung vom 09.12.1969 - II B 40/69, II B 41/69, II B 40-41/69 (https://dejure.org/1969,851)
BFH, Entscheidung vom 09. Dezember 1969 - II B 40/69, II B 41/69, II B 40-41/69 (https://dejure.org/1969,851)
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Gleichheit vor dem Gesetz - Empfänger einer baren Abfindung - Pflichtteil - Abfindungsvermächtnis - Nennwert - Ansatz von Einheitswerten
BFHE 97, 315
DB 1970, 475
BStBl II 1970, 121
Solche Zweifel hat der Senat, wenn auch für einen besonders gelagerten Fall, bereits in dem Beschluß II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121) anerkannt.
Das FG beruft sich auf das Urteil des III. Senats des BFH III 205/65 vom 1. Dezember 1967 (BFH 91, 261, BStBl II 1968, 302), das im wesentlichen auf dessen Urteil III 186/64 U vom 30. Juli 1965 (BFH 83, 200, BStBl III 1965, 574) Bezug nimmt, und den Beschluß des BVerfG vom 7. Mai 1968 -- 1 BvR 420/64 -- (BVerfGE 23, 242 [BVerfG 07.05.1968 - 1 BvR 420/64]), und vermerkt, daß der II. Senat des BFH sich im Beschluß II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121) mit diesen Entscheidungen nicht auseinandergesetzt habe.
Der vorliegende Fall unterscheidet sich -- wie das FG richtig erkannt hat -- von dem in dem Beschluß des BFH II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315, BStBl II 1970, 121) entschiedenen dadurch, daß nicht gleichzeitige Anfälle von demselben Erblasser zu vergleichen sind (Art. 3 Abs. 1 GG).
Der vorliegende Fall nötigt also dazu, die verfassungsrechtliche Problematik des § 23 ErbStG allgemeiner zu betrachten als in dem Beschluß II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121).
Doch ist auch diese Gleichstellung bereits zweifelhaft, wenn man den Erwägungen des BFH-Beschlusses II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121) folgt.
Demgegenüber hat der erkennende Senat in dem Beschluß II B 40-41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 (317ff.), BStBl II 1970, 121), wenn auch zu einem besonders gelagerten Fall, für ernstlich zweifelhaft (§ 69 Abs. 2 Satz 2 FGO ) erachtet, ob die offenbare Diskrepanz zwischen der Bewertung gemäß § 23 Abs. 1 ErbStG und der Bewertung gemäß § 23 Abs. 2 ErbStG nach Einheitswerten (§§ 19ff. BewG 1965) mit der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes - GG -) zu vereinbaren ist.
Entsprechendes könnte für die Pflichtteilslast des Erben einerseits und die Bewertung des Pflichtteils beim Berechtigten andererseits geboten sein (vgl. Beschluß II B 40-41/69 vom 9. Dezember 1969, BFH 97, 315, BStBl II 1970, 121).
Demgegenüber hat der erkennende Senat in dem Beschluß II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121), wenn auch zu einem besonders gelagerten Fall, für ernstlich zweifelhaft (§ 69 Abs. 2 Satz 2 FGO) erachtet, ob die offenbare Diskrepanz zwischen der Bewertung gemäß § 23 Abs. 1 ErbStG und der Bewertung gemäß § 23 Abs. 2 ErbStG nach Einheitswerten (§§ 19 ff. BewG 1965) mit der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz (Art. 3 Abs. 1 des GG) zu vereinbaren ist.
Entsprechendes könnte für die Pflichtteilslast des Erben einerseits und die Bewertung des Pflichtteils beim Berechtigten andererseits geboten sein (vgl. Beschluß II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969, BFH 97, 315, BStBl II 1970, 121).
Scheidung der Ehe - Gewährung nachehelichen Unterhalts - Rentenstammrecht - …
In diesem Falle wird das FG erwägen, ob die zur Bewertung (§ 23 Abs. 1 ErbStG) in dem Beschluß des BFH II B 48/70 vom 24. Februar 1971 (BFH 101, 402, BStBl II 1971, 394) unter Hinweis auf die BFH-Beschlüsse II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315. BStBl II 1970, 121) und II S 2--4/70 vom 27. Oktober 1970 (BFH 101, 289, BStBl II 1971, 269) erhobenen Bedenken auch den vorliegenden, zeitlich jedoch wesentlich früher liegenden Fall treffen und seiner Rechtsüberzeugung nach bereits für diesen Zeitpunkt durchgreifen könnten.
b) Da die Einheitswerte -- für sich allein betrachtet -- nur wertneutrale Rechengrößen darstellen (BFH-Beschluß vom 9. Dezember 1969 II B 40-41/69, BFHE 97, 315, BStBl II 1970, 121), die erst durch ihre Verwendung als Besteuerungsgrundlage die ihnen eigentümliche Wirkung entfalten, mag es Fälle geben, in denen sich erst im Rahmen der jeweiligen Steuerfestsetzung entscheiden läßt, ob ein Einheitswert zu Verfassungsverletzungen führt.
Zwar hat der Senat in dem Beschluß II B 40-41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121), wenn auch zu einem besonders gelagerten Fall (eine etwa weitergehende Bedeutung dieses Beschlusses kann hier dahingestellt bleiben), für ernstlich zweifelhaft (§ 69 Abs. 2 Satz 2 FGO) erachtet, ob in der Erbschaftsbesteuerung die offenbare Diskrepanz zwischen der Bewertung gemäß § 23 Abs. 1 ErbStG nach gemeinen Werten (§ 9 BewG 1965) und diesen nahekommenden Werten und der Bewertung gemäß § 23 Abs. 2 ErbStG nach Einheitswerten (§§ 19 ff. BewG) mit der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz (Art. 3 Abs. 1 GG) zu vereinbaren ist.
Die in dem Beschluß des BFH II B 48/70 vom 24. Februar 1971 (BFH 101, 402, BStBl II 1971, 394) unter Hinweis auf die Beschlüsse II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969 (BFH 97, 315 [317 ff.], BStBl II 1970, 121) und II S 2--4/70 vom 27. Oktober 1970 (BFH 101, 289 [293 ff.], BStBl II 1971, 269) dargelegten ernstlichen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit (Art. 3 Abs. 1 GG) und Anwendbarkeit (Art. 1 Abs. 3 GG) des § 23 Abs. 1 ErbStG werden durch die Gründe des Urteils des Niedersächsischen FG III 154/70 vom 15. Februar 1972 (EFG 1972, 289) als ernstliche Zweifel (§ 69 Abs. 3 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 FGO) nicht ausgeräumt; eine abschließende Stellungnahme muß der Prüfung der Hauptsache überlassen bleiben (Beschluß III B 9/66 vom 10. Februar 1967, BFH 87, 447 [450f.], BStBl III 1967, 182).
BFH, 22.09.1971 - II S 1/71
Berechnung der Erbschaftsteuer - Unterschiedliche Bewertung - Vereinbarkeit mit …
Der Senat hat schon in mehreren Entscheidungen zum Ausdruck gebracht, daß er es für problematisch hält, wenn bei der Berechnung der Erbschaftsteuer grundsätzlich der gemeine Wert (§ 23 Abs. 1 ErbStG), für Grundstücke dagegen deren Einheitswert (§ 23 Abs. 2--4 ErbStG) anzusetzen ist (vgl. Beschlüsse II B 40--41/69 vom 9. Dezember 1969, BFH 97, 315, BStBl II 1970, 121; II S 2--4/70 vom 27. Oktober 1970, BFH 101, 289, BStBl II 1971, 269, und II B 48/70 vom 24. Februar 1971, BFH 101, 402, BStBl II 1971, 394).
BFH, 09.12.1969 - II B 41/69
Hinweis: verbundenes Verfahren Volltext siehe unter BFH - 09.12.1969 - AZ: II B 40/69.