Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212145
Timestamp: 2019-09-15 16:53:14
Document Index: 365010266

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 4', '§ 11', '§ 1', '§ 4', '§ 5']

(GVBl.II/03, [Nr. 07], S.126)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Reptener Teiche“.
(1) Das Naturschutzgebiet liegt zum Teil im Landschaftsschutzgebiet „Reptener Mühlenfließ“ und hat eine Größe von rund 63 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Koßwig Koßwig 2;
Bolschwitz Bolschwitz 1;
Repten Repten 1.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das ein Relikt einer naturnahen Landschaft des Lausitzer Beckens umfasst, ist
die Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung
als Lebensraum seltener in ihrem Bestand bedrohter wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Röhricht- und Schwimmblattgesellschaften, der Feuchtwiesen und Erlenbruchgesellschaften sowie der uferbegleitenden Laubgehölze,
als Lebens-, Nahrungs-, Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet wild lebender Tierarten, insbesondere für bedrohte Säuger, Wasservogel- und Großvogelarten sowie für Amphibien;
die Erhaltung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielweise Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Weiße Seerose (Nuphar alba), Große Teichrose (Nuphar lutea) und Wasser- Schwertlilie (Iris pseudacorus);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, beispielsweise Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Wasserralle (Rallus aquaticus), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinacaeus), Beutelmeise (Remiz pendulinus) und Rohrweihe (Circus aeruginosus);
die Erhaltung aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung von Arten- und Lebensgemeinschaften der Teich- und Wiesengebiete;
die Erhaltung der besonderen Eigenart des Gebietes mit Teichen, Gehölzgruppen und Kleingewässern mit hoher Strukturvielfalt und Artendiversität in der bergbaulich geprägten Landschaft;
die Erhaltung und Entwicklung des Niedermoorkörpers als Nährstoffsenke und stabilisierendes Element im Landschaftswasserhaushalt;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen der Calauer Schweiz und dem Spreewald.
von natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions, Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunclion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe, mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) und alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Auen-Wäldern mit Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Esche (Fraxinus excelsior) [Alno Padion] als prioritärer Lebensraumtyp nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Fischotter (Lutra lutra), Rotbauchunke (Bombina bombina), Kammmolch (Triturus cristatuts) und Heldbock (Cerambyx cerdo) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Äquivalent an Dünger von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel einzusetzen. Darüber hinaus gilt § 4 Abs. 2 Nr. 17,
§ 4 Abs. 2 Nr. 23 und 24 gilt; bei Narbenschäden ist eine umbruchlose Nachsaat mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, sowie die Teichbewirtschaftung des Ober- und Unterteiches mit der Maßgabe, dass Fanggeräte und Fangmittel so einzusetzen oder auszustatten sind, dass ein Einschwimmen und eine Gefährdung des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist. Die Ausübung der Angelfischerei bleibt unzulässig;
bb) die Jagd auf Wasservögel erst ab dem 15. November eines jeden Jahres bis zum Ende der gesetzlichen Jagdzeit gestattet ist,
die Anlage ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen,
die Anlage von Kirrungen außerhalb gesetzlich geschützter Biotope. Im Übrigen bleibt die Anlage von Wildfütterungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern sowie die Ausbildung und Prüfung von Hunden unzulässig;
der teilweise Rückbau des „Neuen Vetschauer Mühlenfließes“ (Grubenwasserkanal) im Bereich des Ober- und Unterteiches;
die Instandhaltung der Gräben sowie die mechanische Krautung nicht vor dem 15. Juli eines jeden Jahres vorzunehmen ist,
die Unterhaltung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde erfolgt,
§ 4 Abs. 23 gilt;
die fischereiwirtschaftliche Bewirtschaftung des Ober- und Unterteiches soll nach ökologischen Kriterien erfolgen, wobei mindestens 30 Prozent der bespannbaren Teichfläche als Schilffläche zu erhalten sind;
an Staubauwerken soll die biologische Durchgängigkeit hergestellt werden;
der vorgesehene naturnahe Rückbau des für die Grubenwasserableitung ausgebauten Vetschauer Mühlenfließes soll nach Möglichkeit die Eigendynamik des Fließgewässers zur Formung der Gewässerbettstruktur zulassen;
Entwicklung einer Konzeption zur naturorientierten und naturverträglichen Erholungsnutzung.
Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, b und c, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Reptener Teiche“ vom 10. Dezember 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 63 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Koßwig 2 88, 89, 95 anteilig nördlich des Grabens, 108 anteilig (nördlich des Grabens), 109, 110, 111 anteilig (Weg), 151 (Graben), 152 (Graben);
Bolschwitz 1 226 anteilig (Graben), 229 (Weg), 230 (Graben), 232 bis 257, 276 anteilig (Weg);
Repten 1 71, 72, 73 anteilig (Graben), 74, 75 anteilig (Graben), 76 anteilig („Fasanerie“), 78 anteilig (Graben), 86, 87, 89, 90 Oberteich, 91 anteilig (Weg), 92, 98/2, 98/4, 99 Unterteich, 98/5, 100, 101/2, 101/3, 114/2, 121, 123 anteilig (Graben), 132 anteilig (Weg).