Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%209,%20193
Timestamp: 2020-02-20 19:08:35
Document Index: 386070286

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 22', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 22', '§ 264', 'BGH', 'BGH', '§ 64', '§ 65', 'BGH', '§ 22', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.05.1956 - 2 StR 96/56 - dejure.org
BGH, 25.05.1956 - 2 StR 96/56
https://dejure.org/1956,513
BGH, 25.05.1956 - 2 StR 96/56 (https://dejure.org/1956,513)
BGH, Entscheidung vom 25.05.1956 - 2 StR 96/56 (https://dejure.org/1956,513)
BGH, Entscheidung vom 25. Mai 1956 - 2 StR 96/56 (https://dejure.org/1956,513)
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BGHSt 9, 193
NJW 1956, 1246
Denn "Ziel der Bestimmungen ist, das Strafverfahren nicht nur gegen Voreingenommenheit zu schützen, sondern mit Rücksicht auf das Ansehen der Strafrechtspflege schon den Anschein eines Verdachts der Parteilichkeit zu vermeiden ..." D. h., auch dann, wenn der Richter zwar nicht früher "in der Sache" als Ermittlungsbeamter tätig war, aber etwa "aufgrund seiner früheren dienstlichen Tätigkeit ein Wissen um diese Vorgänge hat, das die anderen Gerichtspersonen nicht haben und haben können", ist ein gesetzlicher Ausschließungsgrund gegeben (vgl. dazu BVerwG NJW 1969, 764 sowie BGHSt 9, 193 (194)).
Der Verdacht der Parteilichkeit, den die in Rede stehende Bestimmung (§ 22 Nr. 4 StPO) vermeiden will, kann schließlich bei weiter Auslegung der Norm auch bei mehreren für eine einheitliche Behandlung in Betracht zu ziehenden Verfahren aufkommen, wenn zumindest ein enger und für die zu treffende Entscheidung bedeutsamer Zusammenhang besteht (vgl. BGHSt 9, 193; 28, 264, 267).
Der Verdacht der Parteilichkeit kann jedoch bei mehreren für eine einheitliche Behandlung in Betracht zu ziehenden Verfahren vernünftigerweise nur aufkommen, wenn zumindest ein enger und für die zu treffende Entscheidung bedeutsamer Sachzusammenhang besteht (vgl. BGHSt 9, 193; BGH, Urteil vom 4. Oktober 1977 - 1 StR 192/77).
Sachgleichheit setzt nicht Verfahrensidentität voraus (BGHSt 9, 193).
Sachgleichheit im Sinne des § 22 Nr. 4 StPO kann deshalb nicht ausnahmslos als Tatgleichheit nach § 264 StPO verstanden werden (RGSt 28, 53, 54; BGHSt 9, 193, 194;… BGH GA 1968, 280).
Was die Regelung in dem Schlußabsatz des Geschäftsverteilungsplanes betrifft, so ist der Revision zwar zuzugeben, daß sie dem § 64 Abs. 1 i.V.m. § 65 Abs. 1 Satz 1 GVG widerspricht (vgl. BGH 2 StR 96/56 vom 25. Mai 1956).
Sinn und Zweck des § 22 Nr. 4 StPO liegt darin, die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens dadurch zu wahren, daß der Anschein eines Verdachts der Parteilichkeit eines Richters vermieden wird (RGSt 59, 267, 268; BGHSt 9, 193, 195; BGH, Urteil vom 29. Januar 1968 - 2 StR 519/67).
Sachgleichheit ist nicht ausnahmslos Tatgleichheit (RGSt 57, 275, 276; BGHSt 9, 193).
BVerwG, 01.06.1976 - 2 WDB 9.76
OLG Hamm, 09.03.2000 - 1 Ws 58/00
Ausschluss eines Richters, dieselbe Sache, Beamter der Staatsanwaltschaft
BGH, 28.10.1957 - III ZR 49/57