Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2012/69
Timestamp: 2020-02-19 19:32:02
Document Index: 127694537

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.04.1970 - II ZR 12/69 - dejure.org
https://dejure.org/1970,622
BGH, 27.04.1970 - II ZR 12/69 (https://dejure.org/1970,622)
BGH, Entscheidung vom 27.04.1970 - II ZR 12/69 (https://dejure.org/1970,622)
BGH, Entscheidung vom 27. April 1970 - II ZR 12/69 (https://dejure.org/1970,622)
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Pflicht des Gerichts zur Beachtung der Klagbarkeit als Prozessvoraussetzung - Begriff der "Devisenverträge" im Sinne des Abkommens über den Internationalen Währungsfond - Sinn und Zweck des Abkommens über den Internationalen Währungsfond - Umfang der ...
hjil.de , S. 73 (Kurzinformation)
NJW 1970, 1507
MDR 1970, 913
WM 1970, 785
Der grenzüberschreitende Zahlungsvorgang beeinflußte den Devisenbestand Griechenlands und wirkte sich damit auf dessen Zahlungsbilanz aus (vgl. BGHZ 55, 334, 337 f; BGH, Urt. v. 27. April 1970 - II ZR 12/69, NJW 1970, 1507;… Urt. v. 8. März 1979 - VII ZR 48/78, NJW 1980, 520).
Der Bundesgerichtshof versteht diesen Begriff nach ständiger Rechtsprechung in dem Sinne, daß der Verstoß gegen die Devisenbestimmungen eines Mitgliedsstaates zu dem von Amts wegen zu beachtenden Mangel einer Sachurteilsvoraussetzung führt und daher die Abweisung der Klage als unzulässig zur Folge hat (BGHZ 55, 334, 337 f; BGH, Urt. v. 27. April 1970 - II ZR 12/69, NJW 1970, 1507; Beschl. v. 21. Dezember 1976 - III ZR 83/74 - WM 1977, 332, 333;… Urt. v. 8. März 1979 - VII ZR 48/78, NJW 1980, 520;… Urt. v. 31. Januar 1991 - III ZR 150/88, BGHR IWF-Abkommen Art. VIII Abschn. 2 (b) Amtsprüfung 1).
Es genügt, daß die Gerichte und Behörden der Mitgliedsstaaten den Parteien nicht zur Durchsetzung eines devisenrechtlich verbotenen Geschäftes verhelfen (BGHZ 55, 334, 338; Urt. v. 27. April 1970 aaO.; vgl. auch Ebke, Internationales Devisenrecht S. 295).
Völkerrechtlich ist allein die englische Fassung verbindlich, weil der Fonds bisher keine der Übersetzungen in fremde Sprachen anerkannt hat (BGHZ 116, 77, 83; Sen.Urt. v. 27. April 1970 - II ZR 12/69, WM 1970, 785 f.).
b) Der Bundesgerichtshof hat in seiner bisherigen Rechtsprechung den in der deutschen Übersetzung mit "kann nicht geklagt werden" wiedergegebenen Begriff "unenforceable" in dem Sinne verstanden, daß der Verstoß gegen die Devisenbestimmungen eines Mitgliedsstaates zu dem von Amts wegen zu beachtenden Mangel einer Sachurteilsvoraussetzung führt und daher die Abweisung der Klage als unzulässig zur Folge hat (BGHZ 55, 334, 337 f.; 116, 77, 84 m.w.N.; Sen.Urt. v. 27. April 1970 - II ZR 12/69, WM 1970, 785 f.;… Urt. v. 31. Januar 1991 - III ZR 150/88 = NJW 1991, 3095 = LM EG Übk. Nr. 31).
Maßgebliches Kriterium ist also, wie dies dem Wortlaut des Art. VIII Abschn. 2 (b) IWF-Ü entspricht, eine Berührung mit der Währung eines Mitgliedslandes (BGHZ 55, 334, 337; BGH, Beschl. v. 21. Dezember 1976 - III ZR 83/74, WM 1977, 332 f.), die sich in dessen Zahlungsbilanz niederschlägt (…BGH, Urt. v. 8. März 1979 - VII ZR 48/78, WM 1979, 486;… Beschl. v. 21. Dezember 1976 aaO; Sen.Urt. v. 27. April 1970 - II ZR 12/69, WM 1970, 785 f.).
Somit fehlt es der Klage aus einem derartigen Rechtsgeschäften der allgemeinen Prozeßvoraussetzung der Klagbarkeit (BGH NJW 1970, 1507, 1508; MünchKomm-Martiny, 2.Aufl., nach Art. 34 EGBGB Anh II RdNr. 32; Reithmann-Martiny, Internationales Vertragsrecht, 4.Aufl., RdNr. 369).
Die Haftung tritt mit der Begebung des Wechsels ein (…Baumbach/Hefermehl, Wechselgesetz und Scheckgesetz , 17. Aufl., RdNr. 2 zu § 9 WG ), weshalb es sich um eine durch den Begebungsvertrag, also durch einen "Kontrakt" begründete Haftung handelt (gleiches Ergebnis: BGH NJW 1970, 1507, 1508: Gegenstand der Entscheidung war dort zwar die Haftung des Annehmers eines Wechsels, in den Gründen ist aber allgemein die Eingehung von Wechselverbindlichkeiten als Devisenkontrakt im Sinn von Art. VIII Abschn. 2 (b) des Übereinkommens bezeichnet;… MünchKomm a.a.O. RdNr. 15).
Eine Beeinträchtigung der italienischen Zahlungsbilanz, auf die es insoweit ankommt (vgl. BGH, Urt. v. 25. April 1970 - II ZR 12/69, NJW 1970, 1507 = MDR 1970, 913); hat das Berufungsgericht zu Recht nicht für gegeben erachtet.
Französisches Devisen recht
Die Unklagbarkeit bedeutet, wie der Bundesgerichtshof in dem Urteil II ZR 12/69 vom 27. April 1970 (= LM Intern. Währungsfonds, Abkommen üb. Nr. 3 = NJW 1970, 1507 = MDR 1970, 913 = JZ 1970, 728 = WM 1970, 785; anderer Meinung: Mann JZ 1970, 714) ausgeführt hat, nicht, daß die Vereinbarung unter den Voraussetzungen des Artikel VIII Abschn, 2 (b) als nichtig zu behandeln ist, sondern lediglich, daß Ansprüche aus dieser Vereinbarung in allen Mitgliedsstaaten der Rechtsschutz zu versagen ist.
Die Unklagbarkeit solcher Ansprüche bedeutet den Mangel einer Prozeßvoraussetzung (BGH LM Intern. Währungsfonds Nr. 3 = WM 1970, 785).
OLG Oldenburg, 12.01.1990 - 11 U 52/87
Prozeßvoraussetzung, Ewg-zuständigkeitsabkommen, Gvü, Italien, Iwf-abkommen, …