Source: http://www.jugendschutz-niedersachsen.de/medien/faqs-gesetze-medien/
Timestamp: 2018-03-17 18:05:58
Document Index: 7925481

Matched Legal Cases: ['§110', '§ 11', '§ 14', '§ 6', '§ 13', '§131', '§ 18', '§22', '§110', '§106', '§ 29', '§ 28']

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FAQs für Kinder und Jugendliche
Darf ich (15 jahre alt) eine Kinopreview um 22.30 Uhr besuchen?
Der Film muss für dein Alter eine entsprechende Freigabe haben. Die Altersfreigaben werden von der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) vergeben.
Es gelten folgende Altersfreigaben:
Hinzu kommen zeitliche Beschränkungen für den Besuch des Kinos: Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr. In Begleitung deiner Eltern kannst du länger bleiben.
Da die Preview erst um 22.30 Uhr beginnt, darfst du sie alleine im Alter von 15 Jahren nicht besuchen.
Kinder ab 6 Jahren dürfen auch Kinofilme mit einer Freigabe ab 12 Jahren sehen, wenn sie in Begleitung ihrer Eltern sind. Man spricht in diesem Fall von der PG-Regelung (Parental Guidance / Elternbegleitung).
Darf ich (14 Jahre alt) an einer LAN-Party teilnehmen?
Das Jugendschutzgesetz hat keine Regelung für den Besuch einer LAN-Party. Allerdings müssen bei der Auswahl der Spiele die Altersfreigaben berücksichtigt werden. Die Altersfreigaben werden von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) vergeben.
Es gelten die gleichen Freigaben wie bei den Kinofilmen:
Die Sticker mit den Altersfreigaben findest du auf der CD-ROM/ DVD und auf der Hülle. Eine unterschiedlichen Farben erleichtern die Zuordnung. Diese Freigaben sind für alle verbindlich. Auch deine Eltern können dir keine Ausnahme verschaffen. Eine Erlaubnis deiner Eltern, dass du an Spielen teilnehmen darfst, die für dich normalerweise noch nicht zugänglich sind, hat daher keine Bedeutung. Darüber hinaus gelten auch auf LAN-Parties die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen zum Alkoholtrinken und Rauchen.
Mein Sohn, 14 Jahre alt, verbringt jeden Tag mindestens vier Stunden mit Computerspielen. Wenn ich ihn auffordere das Spiel zu beenden, geraten wir ständig in Streit. Woran erkenne ich, ob er eventuell „computerspielsüchtig“ ist?
Nicht alle Jugendlichen, die viel Zeit mit Computerspielen verbringen sind „süchtig“. Wissenschaftlich ist es bislang umstritten, inwiefern Kriterien einer Abhängigkeit auf das exzessive Computerspielen übertragbar sind. Experten sind sich jedoch darüber einig, dass die überwiegende Mehrheit der Computerspieler weder betroffen noch gefährdet ist. Die Faszination des Computerspielens kann gerade in der Anfangszeit sehr intensiv sein, stundenlanges Spielen ist dann durchaus üblich, diese ggf. auch monatelange Phase geht jedoch meist vorbei. Geschieht dies nicht, gilt es genauer hinzuschauen. Welche Ursachen könnte es für eine übermäßige Nutzung geben?
Folgende Merkmale können Eltern bei der Einschätzung, ob ihr Sohn oder ihre Tochter ein problematisches Spielverhalten aufweist, helfen:
Verlust der Impulskontrolle: Vereinbarte Spielzeiten werden überhaupt nicht mehr eingehalten;
Unfreiwilliges Spiel: Das Spiel wird nicht aus und zum Spaß, sondern zwanghaft unfreiwillig und damit unbefriedigend betrieben;
Umzug in die virtuelle Spielwelt: Soziale Kontakte finden überhaupt nicht mehr in der realen, sondern nur noch in der virtuellen Welt statt.
Um Machtkämpfe um Spielverbote zu umgehen, ist es wichtig, sich Zeit für den Beziehungsaufbau zu nehmen. Eltern sollten das Gespräch mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter suchen, dadurch erfahren Sie mehr über die Ursachen für die intensive Computerspielnutzung.
Mit meiner Tochter, 12 Jahre alt, habe ich WhatsApp aus dem Google Play Store auf ihr Handy geladen. Dort bin auf die Angabe „USK ab 0 Jahren“ gestoßen, der Anbieter wiederum lässt erst eine Nutzung ab 16 Jahren zu. Welches Alter gilt denn nun?
Seit Juli dieses Jahres werden alle Apps, die im Google Play Store herunter geladen werden können, mit einem Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) versehen. Der App-Entwickler bekommt anhand vorgegebener Fragen, die er beantworten muss, eine Alterskennzeichnung. Das dafür zugrunde liegende internationale System nennt sich IARC (International Age Rating Coalition). Da die Kategorien der Fragen nicht öffentlich sind, kann ich Ihnen dazu inhaltlich leider keine weitere Auskunft geben.
Zu der Altersfreigabe „USK ab 0 Jahren“ steht als Information dazu im Google Play Store „Bei Spielen und Apps ab 0 Jahren handelt es sich generell um Inhalte ohne Beeinträchtigungspotential. Dabei können sich diese sowohl direkt an Kinder und Jugendliche, als auch an erwachsene Nutzer richten. Beispielsweise Dienstprogramme, Kataloge oder Tools im Allgemeinen fallen üblicherweise unter diese Kategorie. Ebenso betrifft dies soziale Netzwerke, bei denen der Betreiber sicherstellt, dass nutzergenerierte Inhalte auch für Kinder geeignet sind. (https://support.google.com/googleplay/answer/6209544?p=appgame_ratings&rd=1).
Den Zugang zum Google Play Store können Eltern auf den Smartphones Ihrer Kinder mit Hilfe der Jugendschutzeinstellungen regeln. Dadurch können Downloads von Apps, die nicht das entsprechende Alterskennzeichen aufweisen oder App-Käufe blockiert werden. Weitere Informationen erhalten Sie dazu im Google Play Store. Dies läuft natürlich bei einer Freigabe ab 0 Jahren ins Leere.
Darüber hinaus können App-Entwickler selbst entscheiden, wie alt die Nutzer ihrer App sein sollen. Das wird im Allgemeinen in den AGB den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgeführt. Da Minderjährige aufgrund des Taschengeldparagraphen §110 BGB Bürgerliches Gesetzbuch noch keine Verträge also auch keinen Handyvertrag abschließen dürfen, nehmen dies Eltern stellvertretend wahr. Deshalb können auch Sie als Elternteil und Vertragspartner entscheiden, ob Sie ihrem Kind, obwohl es noch keine 16 Jahre alt ist, die Benutzung von WhatsApp ermöglich wollen. Die Entscheidung liegt in Ihrer Erziehungsverantwortung.
Darf meine Tochter Lena, 10 Jahre alt, mit ihrer Freundin und deren Mutter einen Film angucken, der ab 12 Jahren freigegeben worden ist?
Kinder ab sechs Jahren dürfen auch Filme sehen, die ab zwölf Jahren freigegeben worden sind, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden.
Diese Gesetzesänderung ist unter dem Begriff „PG-Regelung” gefasst. Diese Ausnahme bezieht sich nicht auf andere Erwachsene. Ihrer Tochter dürfen Sie den Kinobesuch also nicht erlauben.
Welche Freigaben gibt es bei Computerspielen?
Die Altersfreigaben bei den Computerspielen vergibt die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Es werden die gleichen Altersfreigaben wie bei den Kinofilmen vergeben:
Die Sticker mit den Altersfreigaben befinden sich sowohl auf der Hülle als auch auf der CD selbst.
Bei Computerspielezeitschriften gilt die Altersfreigabe des beiliegenden Datenträgers. Befindet sich auf der CD-ROM eine Demoversion eines Spiels, das ab 16 Jahren freigegeben worden ist, ist auch die Zeitschrift erst ab 16 Jahren frei verkäuflich. Der Sticker mit der jeweiligen Altersfreigabe befindet sich auf dem Datenträger und auf der Zeitschrift.
Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen (§ 11 JuSchG) Kennzeichnung von Filmen und Film- und Spielprogrammen (§ 14 JuSchG)
Filmveranstaltungen dürfen von Kindern und Jugendlichen nur bei Freigabe des Films und Vorspanns für ihr Alter besucht werden. Die Altersfreigaben bei Kinofilmen vergibt die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Es gelten folgende Altersfreigaben:
Ausnahme: Bei Filmen ab 12 Jahren (PG-Parental Guidance: Elternbegleitung) ist die Anwesenheit für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person [Eltern] gestattet.
Zudem muss die zeitliche Begrenzung beachtet werden, wenn Eltern ihre Kinder nicht ins Kino begleiten. Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr.
In Kaufhäusern findet man immer wieder Bereiche, in denen die Kinder Computerspiele ausprobieren können. Dürfen dort alle Spiele zum Testen zur Verfügung gestellt werden?
Nein, auf den Spielkonsolen oder Computern dürfen nur Spiele zum Testen installiert sein, die eine Kennzeichnung „Freigegeben ohne Alterbeschränkung“ oder eine „Freigabe ab 6 Jahren” von der USK bekommen haben.
Kann ich meinem 17-jährigen Sohn eine Einverständniserklärung unterschreiben, mit der er auf einer LAN-Party Spiele spielen darf, die eine Alterskennzeichnung „Freigegeben ab 18 Jahren” bekommen haben?
Spezielle gesetzliche Regelungen für LAN-Parties gibt es laut Jugendschutzgesetz nicht. Zu beachten ist, welche Spiele auf der LAN-Party gespielt werden. Das können Spiele sein, die mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichnet sind oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, d. h. als jugendgefährdend eingestuft wurden. Ist dies der Fall, dürfen Kinder und Jugendliche nicht an solchen LANParties teilnehmen. Auch mit einer Einverständniserklärung der Eltern darf ein Jugendlicher auf einer LAN-Party keine indizierten oder mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichneten Spiele spielen.
Falls der Veranstalter dies erlauben sollte, begeht er eine Ordnungswidrigkeit oder macht sich strafbar. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelungen sind die meisten LAN-Parties für Kinder und Jugendliche nicht zugänglich.
Darüber hinaus gelten auf LAN-Parties auch die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen Bier, Wein oder Sekt trinken. Branntweinhaltige Getränke (z.B. klare Schnäpse, Liköre, Whiskey oder Mixgetränke Cola-Rum) dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht trinken und sie dürfen auch nicht an sie abgegeben werden.
Wir haben zu Hause keinen Internetanschluss. Darf mein Sohn Ben, 13 Jahre alt, ins benachbarte Internetcafé gehen?
Grundsätzlich ist es Kindern und Jugendlichen gestattet, ein Internetcafé zu besuchen. Hier muss der Betreiber dafür sorgen, dass Ihr Kind keinen Zugang zu Inhalten erhält, die nicht für sein Alter freigegeben sind oder nur für Erwachsene erlaubt sind.
Ein gewerblich betriebenes Internetcafe, das laut § 6 des Jugendschutzgesetzes erkennbar das Betriebskonzept, die Betriebsumsätze und die Kundennutzung auf ein schwerpunktmäßiges Spielangebot ausgerichtet hat, muss als Spielhalle konzessioniert sein. Handelt es sich um eine Spielhalle, dürfen sich Kinder und Jugendliche dort nicht aufhalten.
Bildschirmspielgeräte (§ 13 JuSchG)
Das Spielen an elektronischen Bildschirmspielgeräten ohne Gewinnmöglichkeit, die öffentlich aufgestellt sind, ist Kindern und Jugendlichen nur gestattet, wenn die Programme für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind.
Eine Applikation, kurz App, ist ein Softwareprogramm, das auf ein Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden kann. Es gibt zum Beispiel Nachrichten-, Fahrplan- und Spiele-Apps. Bei den Jugendlichen sind vor allem die Apps beliebt, mit denen man sich austauschen und kommunizieren, aber auch spielen kann.
Weitere Informationen der LJS: Bestelllink Handy ABC (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch)
Spielt sich Mobbing online ab, zum Beispiel über soziale Netzwerke oder in Chatrooms, spricht man von Cybermobbing. Besonders problematisch an dieser Form des Drangsalierens ist, dass dem Opfer über die Online-Kanäle rund um die Uhr und ohne eine Möglichkeit des Rückzugs zugesetzt wird.
Weitere Informationen der LJS: http://cyber-mobbing.jugendschutz-niedersachsen.de/
Jeder Mensch hat nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein Grundrecht, selbst darüber zu entscheiden, wem er seine persönlichen Daten zugänglich machen will. Der Begriff Datenschutz umfasst den Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung, den Schutz des Rechts auf informelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre.
Flimmo ist eine Programmzeitschrift für Eltern, in der alle wichtigen Sendungen und Fernsehinhalte bewertet werden, mit denen Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 13 Jahren in Berührung kommen können. Die Bewertung beinhaltet fachliche Aspekte, wie Kinder bestimmte Fernsehinhalte wahrnehmen und welche Verarbeitungsprozesse je nach Alter zu erwarten sind. FLIMMO wird redaktionell vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis verantwortet. (www.flimmo.de)
Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vergibt Altersfreigaben für TV-Programme, die den gängigen Freigaben im Jugendschutz entsprechen (ab 0, 6, 12, 16, 18 Jahren). Die FSF fördert durch Veranstaltungen (Medien Impuls), Medienprojekte und ein Fachmagazin (TV Diskurs) die Auseinandersetzung mit medienpädagogischen Themen. (www.fsf.de)
Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) organisiert freiwillige Prüfungen von Filmen und Bildträgern, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung und Verbreitung vorgesehen sind. Mit den Alterskennzeichen „ab 0, 6, 12, 16 und 18 freigegeben“ existieren verbindliche Freigaben, die für den Kinobesuch oder die DVD-Ausleihe bindend sind. (www.fsk.de)
Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Fachleuten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Medien. Als größter medienpädagogischer Dach- und Fachverband für Institutionen und Einzelpersonen ist die GMK Plattform für Diskussionen, Kooperationen und neue Initiativen. (www.gmk-net.de)
Mit dem Begriff werden Handy-Videos und Bilder mit brutalen und gewalthaltigen Inhalten beschrieben.. Das gezielte Schlagen Schwächerer zum Zwecke des Filmens ist als „Happy Slapping“ bekannt. Neben der Körperverletzung ist auch das Filmen und Verbreiten von Gewalttaten verboten (§131 StGB).
Weitere Informationen der LJS: Bestelllink kostenfreie Broschüre „Handy lieb und teuer“ (Klassensatz)
In der Medienlandschaft treffen Mädchen und Jungen auf eine Vielzahl von Heldinnen und Helden. Sie verkörpern Mut, List, Stärke und tragen immer den Sieg davon. Kinder suchen und finden in ihren Heldenfiguren Handlungen und Verhaltensweisen, die ihr eigener Alltag nicht oder nur in Grenzen zulässt. Helden sind als Orientierungsfiguren wichtig für die Entwicklung für Kinder.
International Age Rating Coalition: Internationales System zur Ermittlung von Altersfreigaben. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergibt auch Alterskennzeichen für Online-Spiele und Apps. Dies geschieht innerhalb des internationalen IARC-Systems. Die Anbieter einzelner Spiele und Apps ermitteln durch die Beantwortung eines Fragebogens ein entsprechendes Alterskennzeichen (USK ab 0, 6, 12, 16, und 18 Jahren). Bislang sind die Alterskennzeichen im Google Play Store, Windows Store, Firefox Marketplace und im Nintendo eShop zu finden.
Mit dem Begriff Immersion wird der Grad des Eintauchens in eine virtuelle Realität bei Computerspielen bei gleichzeitiger Abnahme der Wahrnehmung der eigenen Person bezeichnet. Computerspieler erleben dieses Gefühl unterschiedlich intensiv. Dies hängt vom Spiel, von der Persönlichkeit des Spielers und von der Dauer des Spielens ab. Bei Ego-Shooter- Spielen wird beispielsweise grundsätzlich aus der Sicht der Spielfigur, also der Ich-Perspektive, gespielt. Diese Perspektive ermöglicht einen höheren Grad der Immersion, weil der Spieler die virtuelle Welt unmittelbar erleben kann.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist für das Indizierungsverfahren zuständig. Angeregt wird ein Verfahren, wenn ein bereits veröffentlichter Film oder ein Computerspiel geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden (§ 18 Abs.1 Jugendschutzgesetz). Medieninhalte, die indiziert worden sind, dürfen im Handel nicht öffentlich verbreitet und nur an Erwachsene auf Nachfrage nach dem entsprechenden Titel abgegeben werden. Darüber hinaus besteht ein Werbeverbot, der Vertrieb über den Versandhandel ist zudem untersagt. (www.bundespruefstelle.de)
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest befragt jährlich rund 1.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten. In Telefoninterviews geben die Mädchen und Jungen u.a. Auskunft über ihre Fernsehpräferenzen, Computer- und Internetnutzung, Lieblings-Apps oder darüber, welche Probleme mit der Mediennutzung aufgetaucht sind. (www.mpfs.de)
Rund 1.200 Mädchen und Jungen im Alter von 6 – 13 Jahren sowie deren Mütter werden vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest im Rahmen der KIM-Studie mündlich bzw. schriftlich befragt. In der alle zwei Jahre durchgeführten Studie geht es u.a. um die Themenfelder Medienausstattung, Medienfunktion, Computerspiele sowie um die Mediennutzung im familiären Kontext. (www.mpfs.de)
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten bundesweiten Fernsehen sowie im Internet. Ihre Aufgabe ist es, für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu sorgen und im Rahmen der regulierten Selbstregulierung die Selbstverantwortung der Anbieter zu fördern. (www.kjm-online.de)
Let´s Play-Videos
Let’s Plays heißen die Youtube-Clips, in denen Spieler ihr Spiel filmen und es kommentieren. Gronkh und Sarazar gehören mit zu den Stars der deutschen Youtuber-Szene. Ihre Let’s Plays werden von Kindern und Jugendlichen abends angesehen. Eigene Let’s Plays sind recht einfach zu erstellen.
LJS-Projektseite Hauptsache Action: http://jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/projektinfos.html
In sozialen Netzwerken werden Beiträge, Fotos oder Videos von anderen als Ausdruck des Gefallens „gelikt“. Bei facebook beispielsweise bedient man sich des gehobenen Daumens. In anderen Netzwerken zeigt die Anzahl der vergebenen Sterne, wie gut dem Nutzer ein Beitrag gefällt.
Als Mobbing bezeichnet man regelmäßiges bzw. sich wiederholendes Schikanieren und seelisches Quälen. Ziel dieser verbalen oder nonverbalen Angriffe ist die Ausgrenzung und das Herausdrängen der Mobbingopfer aus einem bestimmten Bereich, wie z.B. der Schule. Findet Mobbing (auch) online statt, spricht man auch von -> Cybermobbing.
Online-Spieleportale
Spielaffe.de ist ein typisches Spieleportal im Internet. Dort findet man eine große Anzahl von so genannten Flashspielen, die kostenlos spielbar sind. Man kann Spiele aus verschiedenen Genres wählen oder sich für Angebote entscheiden, die sich eher an Mädchen oder Jungen, Kinder oder Jugendliche richten. Eine Alterskennzeichnung ist dort nicht zu finden.
Selfies sind Selbstportraits, die per Handy mit einer Armeslänge Abstand aufgenommen werden. Selfies erfreuen sich großer Beliebtheit bei Mädchen und Jungen und werden in großem Ausmaß in den sozialen Netzwerken gepostet.
Die Kombination von „sex“ und „texting“ ergibt „Sexting“: Mädchen und Jungen posieren leicht bekleidet vor der Kamera, räkeln sich in Unterwäsche oder lassen ihre Muskeln spielen, um ein möglichst erotisches Bild von sich aufzunehmen. Dies wird dann als Liebesbeweis an den Partner oder die Partnerin verschickt oder zum Testen des eigenen „Marktwertes“ in den sozialen Netzwerken gepostet.
Das Smartphone ist ein Mobiltelefon, das mittlerweile über die Funktionalität eines Computers verfügt. Das Smartphone wird u.a. als Fotoapparat, Navigationsgerät, MP3-Player, Fernseher, Radio oder zum Spielen genutzt. Die verschiedenen Kommunikations-Apps auf dem Smartphone dienen der Verständigung unter Gleichaltrigen und in der Familie. Ein zentrales Merkmal des Smartphones ist der berührungsempfindliche Bildschirm.
Eine kontinuierliche Online-Datenübertragung von Video- und Audiodateien bezeichnet man mit „Stream“ oder „Streaming“ (engl. strömen, fließen). Anders als beim Downloaden wird beim „Streaming“ nicht die vollständige Datei auf dem heimischen Rechner heruntergeladen, sondern immer nur Teilstücke. Diese werden beim Anschauen direkt wieder gelöscht, während gleichzeitig weitere Teile geladen werden. Somit erzeugt man rein technisch betrachtet keine vollständige Kopie.
Das Recht am eigenen Bild oder Bildnisrecht ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Dieses Recht ist im Kunsturhebergesetz (§22 KUG) verankert. Eine wichtige Ausnahme: Wenn die fotografierte Person nurals Beiwerk, also nebensächlich auf einem Bild mit Häusern, Sehenswürdigkeiten oder Landschaftsaufnahmen zu sehen ist, muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.
Weitere Informationen der LJS:
Bestelllink Handy ABC (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch)
Bestelllink kostenfreie Broschüre „Handy lieb und teuer“ (Klassensatz)
Anglizismus von „To post“ = abschicken, verschicken, versenden. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter werden Fotos, Nachrichten oder Kommentare gepostet.
Im Bürgerlichen Gesetzbuch §110 ist die Geschäftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen geregelt. Kinder unter 7 Jahren sind nicht geschäftsfähig. Zwischen 7 und 17 Jahren sind sie beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern – müssen zustimmen, damit ein Kauf wirksam wird (§106 BGB).
Online-Kommunikationsplattform, über die Bilder und Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen verschickt werden können. Privatpersonen und Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter zur Verbreitung ihrer Nachrichten. Die Kommunikation auf Twitter erfolgt über sogenannte „Tweets“ (englisch to tweet = zwitschern), die nur angemeldete Nutzer erstellen können.
Das Urheberrecht bezeichnet das Recht auf Schutz geistigen Eigentums in ideeller und materieller Hinsicht. Das Urheberrecht ist in Deutschland, anders als im Ausland, nicht übertragbar und kann nur vererbt werden (§ 29, § 28 UrhG).
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft und zuständig für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland. Die USK ist als Selbstkontrolle staatlich anerkannt sowohl in Bezug auf das Jugendschutzgesetz als auch hinsichtlich des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages für den Online-Bereich. (www.usk.de)
Die beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit WhatsApp. Dieser Instant Messenger Dienst ermöglicht die Kommunikation der verschiedenen Betriebssysteme miteinander (iOS, Android, Microsoft und Blackberry). WhatsApp wurde seitens der USK „ab 0 Jahren“ gekennzeichnet. In den AGB schreibt der Anbieter vor, dass man für die Nutzung mindestens 16 Jahre alt sein muss. Es gibt jedoch keine Kontrolle beim Herunterladen der App.
Eine Kernaufgabe des Jugendmedienschutzes ist es, mediale Inhalte auf mögliche beeinträchtigende oder gefährdende Wirkungen hin zu überprüfen und daraus Altersfreigaben oder Sendezeitbegrenzungen abzuleiten. Ängstigung, Gewaltbefürwortung oder die Förderung von Gewalt sowie sozialethische Desorientierung sind gewöhnlich die Kategorien, die bei der Beurteilung von Film- und Fernsehinhalten oder Computerspielen herangezogen werden.
YouNow ist ein Live-Streamingdienst, bei dem man sich vor laufender Kamera filmt und sich im Internet präsentiert. Eingeloggte Nutzer können dies dann über ein Chatfenster kommentieren oder Fragen stellen.
Weitere Informationen der LJS : Bestelllink Sicher im Internet (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch, türkisch)
YouTube ist ein Videoportal, auf dem man Videos aller Arten finden kann: Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos, Trailer und vor allem selbstgedrehte Filme. Dazu zählen Skatervideos, Let’s Plays, Lifestyle-Blogs, Tutorials, Gewaltvideos oder politische und philosophische Kommentierungen.
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