Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WRP%201998,%20600
Timestamp: 2019-04-25 09:38:12
Document Index: 321552282

Matched Legal Cases: ['BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 28', 'BGH', '§ 28', '§ 28', '§ 55', 'BGH', '§ 27', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'BGH', '§ 28', 'BGH', 'BGH', '§ 28', 'BGH', '§ 28', '§ 28', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.01.1998 - I ZR 113/95 - dejure.org
Rechtserhaltende Benutzung einer Gemeinschaftsmarke; Bindung der zu übertragenden Marke an den zugehörigen Betrieb nach dem Warenzeichengesetz
"SAM"; Nachweis der materiellen Berechtigung des Markeninhabers; Übertragung einer IR-Marke
NJW-RR 1998, 1050
GRUR 1998, 699
DB 1998, 1560
WRP 1998, 600
Die (insoweit subsidiäre) Verpflichtung der Gerichte zur richtlinienkonformen Auslegung der innerstaatlichen Gesetze setzt grundsätzlich erst dann ein, wenn der Gesetzgeber bis zum Ablauf der Umsetzungsfrist nicht tätig geworden ist und der Inhalt der Richtlinie insgesamt oder im angewendeten Bereich eindeutig ist (…vgl. EuGH, Urt. v. 17.9.1997 - Rs. C-54/96, NJW 1997, 3365, 3367 Tz 43 - Dorsch Consult; BGH, Beschl. v. 3.6.1993 - I ZB 9/91, GRUR 1993, 825, 826 - Dos, m.w.N.; Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 113/95, Umdr. S. 14 - SAM).
Nach der Vermutungsregelung des § 28 Abs. 1 MarkenG gilt die Klägerin aufgrund ihrer Eintragung als Markeninhaberin im Register bis zum Nachweis des Gegenteils als alleinige materiell berechtigte Inhaberin (vgl. BGH, Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 113/95, GRUR 1998, 699, 701 = WRP 1998, 600 - SAM;… Fezer, Markenrecht, 2. Aufl., § 28 Rdn. 5;… Ingerl/Rohnke, Markengesetz, § 28 Rdn. 5).
Die Beklagte ist als eingetragene Markeninhaberin gemäß § 55 Abs. 1 MarkenG für die Löschungsklage passivlegitimiert, ohne daß es darauf ankommt, ob sie auch materiell Inhaberin der Marke ist (BGH, Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 113/95, GRUR 1998, 699, 700 = WRP 1998, 600 - SAM).
Für die Übertragung des deutschen Anteils der IR-Marken gilt gemäß §§ 27, 107 Abs. 1 MarkenG nichts anderes (vgl. BGHZ 18, 1, 12 - Hückel; BGH, Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 113/95, GRUR 1998, 699, 701 = WRP 1998, 600 - SAM;… Hacker in Ströbele/Hacker, MarkenG, 9. Aufl., § 27 Rdn. 60).
Hier kommt hinzu, dass die Umsetzungsfrist nach Artikel 19 der Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken bereits abgelaufen ist und deshalb eine richtlinienkonforme Auslegung (vgl. EUGH, NJW 2006, 2465 Tz. 115 - Adelener; BGH, WRP 1998, 600 - SAM; GRUR 1998, 824, 827 - Testpreis-Angebot) geboten ist (Köhler, WRP 2007, 1393, 1394).
Für ihn spricht insoweit die - von den Beklagten nicht widerlegte - Vermutung der Rechtsinhaberschaft, die durch seine Eintragung als Inhaber der Marke gemäß Verfügung vom 22. März 1996 begründet worden ist (§ 28 Abs. 1 MarkenG; vgl. BGH, Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 113/95, GRUR 1998, 699, 701 = WRP 1998, 600 - SAM).
So beurteilt sich der Übergang des Rechts an dem hier allein verfahrensgegenständlichen deutschen Anteil der widersprechenden IR-Marke -in schuldrechtlicher wie dinglicher Hinsicht -nach deutschem Recht (vgl. BGH GRUR 1998, 699, 701 "SAM"; GRUR 2002, 972, 973 "FROMMIA").
Nach § 28 Abs. 1 MarkenG entfaltet die formelle Legitimation des im Register eingetragenen Markeninhabers auch eine Vermutung für die materielle Rechtsinhaberschaft (BGH GRUR 1998, 699, 701 - SAM;… Ströbele/ Hacker/ Kirschneck, MarkenG, 9. Auflage 2009, § 28 Rn. 2).
Die Vermutung des § 28 Abs. 1 MarkenG ist zwar widerlegbar (vgl. u. a. BGH GRUR 1998, 699, 701 - SAM).
BPatG, 14.08.2002 - 26 W (pat) 137/00
Die Markeninhaberin hat jedoch weder diesbezügliche Beweismittel vorgelegt oder angekündigt noch überhaupt konkrete Umstände dargelegt, die die zu Gunsten der eingetragenen Markeninhaberin bestehende Vermutung widerlegen könnten, so dass auch unter Zugrundelegung der eher geringen Anforderungen, die der Bundesgerichtshof an die Darlegung einer unter der Geltung des Warenzeichengesetzes erfolgten Leerübertragung stellt (BGH GRUR 1998, 699, 701 - SAM), nicht von einem beachtlichen Vorbringen ausgegangen werden kann.
BPatG, 03.04.2000 - 30 W (pat) 293/99