Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201994,%20564
Timestamp: 2019-07-22 17:11:56
Document Index: 163956747

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 175', '§ 252', '§ 16', '§ 16', '§ 175', '§ 16', '§ 175', '§ 41', '§ 313', '§ 311', '§ 313', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

BFH, 10.02.1994 - IV R 37/92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,387
BFH, 10.02.1994 - IV R 37/92 (https://dejure.org/1994,387)
BFH, Entscheidung vom 10.02.1994 - IV R 37/92 (https://dejure.org/1994,387)
BFH, Entscheidung vom 10. Februar 1994 - IV R 37/92 (https://dejure.org/1994,387)
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EStG §§ 4, 5, 16, 24, 34; AO 1977 § 175 Abs. 1 Nr. 2; HGB n. F. § 252 Abs. 1 Nr. 4
Schadensersatz - Betriebsvermögen - Urteil - Vergleich
§§ 16, 24, 34 EStG
Einkommensteuer; Betriebsaufgabegewinn bei Streit über betriebliche Schadensersatzforderung
Nachträgliche Änderung von Veräußerungs- und Aufgabegewinnen gem. § 16 EStG
BFHE 174, 140
BB 1994, 1320
DB 1994, 1548
BStBl II 1994, 564
Das gilt auch für den hier vorliegenden Fall, daß die Betriebsgesellschaft in der Rechtsform einer Personengesellschaft geführt wird (mitunternehmerische Betriebsaufspaltung, ständige Rechtsprechung seit BFH-Urteilen vom 29. Juli 1976 IV R 145/72, BFHE 119, 462, BStBl II 1976, 750; vom 27. August 1992 IV R 13/91, BFHE 169, 231, BStBl II 1993, 134 unter II. 1. b der Gründe, m. w. N.; vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564) und sie das gesamte Anlagevermögen der Besitzgesellschaft gepachtet hat (…qualifizierte Betriebsverpachtung, vgl. dazu BFH-Urteil vom 22. Juni 1993 VIII R 57/92, BFH/NV 1994, 162, m. w. N.).
a) Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Forderung entnommen werden kann, ist streitig (BFH-Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564).
Für die Ermittlung eines Veräußerungs- bzw. Aufgabegewinns können auch Ereignisse von Bedeutung werden, die nach der Veräußerung oder Aufgabe eintreten, soweit sie Einfluß auf die Höhe des Veräußerungs- oder Aufgabegewinns nehmen; diese Ereignisse wirken gemäß § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 auf den Veräußerungs- bzw. Aufgabezeitpunkt zurück (BFH-Beschluß vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897; Senatsurteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564).
Solche rückwirkende Ereignisse hat die Rechtsprechung beispielsweise darin gesehen, daß eine anläßlich der Betriebsveräußerung ins Privatvermögen übernommene Forderung gegen die Gesellschaft später wegen Zahlungsunfähigkeit wertlos wird (BFH-Urteile in BFHE 175, 353, BStBl II 1995, 112, und vom 14. Dezember 1994 X R 128/92, BFHE 176, 515, BStBl II 1995, 465), daß die Gläubiger den Gesellschafter später aus einer für die aufgelöste Gesellschaft eingegangenen Bürgschaft in Anspruch nehmen (BFH-Urteil vom 1. August 1996 VIII R 36/95, nicht veröffentlicht, juris) oder daß nach der Betriebsauflösung eine ungewisse und daher nicht aktivierte Forderung beglichen wird (BFH-Entscheidungen in BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564, …und vom 23. Februar 1995 III B 134/94, BFH/NV 1995, 1060).
Wie bereits in seinem Urteil in BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564 erörtert, erscheint dem Senat die rückwirkende Erfassung des durch den (teilweisen) Erlaß verursachten Gewinns insbesondere deshalb geboten, um den Steuerpflichtigen in den Genuß des begünstigenden Steuersatzes gemäß §§ 16, 34 EStG gelangen zu lassen.
BFH, 13.12.2016 - X R 4/15
Dementsprechend hat der BFH etwa die Beilegung eines Streits nach Betriebsaufgabe über eine Schadenersatzforderung durch einen außergerichtlichen Vergleich als rückwirkendes Ereignis angesehen (BFH-Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564).
Ob in diesen Fällen eine Korrektur nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO möglich wäre, erscheint zumindest bei unbestrittenen Forderungen zweifelhaft (BFH-Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564, unter 4.d).
Der Senat hat hierbei --angesichts der Regelung des § 41 AO 1977-- weder der Frage nachzugehen, ob der --anschließend vollzogene-- Vertrag nach § 313 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB-- a.F. (jetzt § 311b BGB n.F.) der notariellen Beurkundung bedurft hätte (…vgl. hierzu sowie zur Heilung Palandt/Heinrichs, Bürgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 57. Aufl., § 313 Rdnr. 39 f.), noch ist die Rückwirkung dieser Abrede auf die Bestimmung des Betriebsaufgabegewinns davon abhängig, in welcher Höhe der (ursprüngliche) Kaufvertrag vom 14. Dezember 1988 im Wirtschaftsjahr der Betriebsaufgabe mit dem Anfall eines Gewinns verbunden war (s. hierzu bereits oben zu Abschn. II.2.b bb zu (2) sowie --betreffend die spätere Erfüllung im Betriebsaufgabezeitpunkt bestrittener und damit nicht aktivierbarer Schadensersatzforderungen-- BFH-Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564;… ebenso zu Verbindlichkeiten sowie zu Veräußerungskosten BFH- Urteil vom 1. August 1996 VIII R 36/95, BFH/NV 1997, 216;… BFH- Beschluss vom 11. September 1997 IV B 81/96, BFH/NV 1998, 317;… BFH-Urteil vom 8. Oktober 1997 XI R 20/97, BFH/NV 1998, 701).
Ebenso hat er die Herabsetzung des Kaufpreises für einen Betrieb aufgrund von Einwendungen des Käufers über die Berechnungsgrundlage des Kaufpreises durch einen außergerichtlichen Vergleich (BFH-Urteil vom 23. Juni 1988 IV R 84/86, BFHE 154, 85, BStBl II 1989, 41), sowie die Beilegung eines Streits nach Betriebsaufgabe über eine Schadensersatzforderung durch einen außergerichtlichen Vergleich (Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564) als rückwirkende Ereignisse angesehen.
Ähnliche Erwägungen haben die Rechtsprechung des BFH veranlasst, dass der Steuerpflichtige im Zuge einer Betriebsveräußerung oder Betriebsaufgabe zurückbehaltene ungewisse betriebliche Forderungen und Verbindlichkeiten, jedenfalls solange die Ungewissheit fortdauert, nicht in das Privatvermögen überführen kann (zu ungewissen Forderungen vgl. z.B. BFH-Urteil vom 10. Februar 1994 IV R 37/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564; zu ungewissen Verbindlichkeiten vgl. z.B. BFH-Urteil vom 28. Januar 1993 IV R 131/91, BFHE 170, 534, BStBl II 1993, 509;… vgl. auch Schmidt/Wacker, a.a.O., § 16 Rz. 126 und 129).
Soweit der BFH und die herrschende Lehre eine rückwirkende Korrektur des Betriebsveräußerungs- oder Betriebsaufgabegewinns auch dann annehmen, wenn noch im werbenden Betrieb begründete (ungewisse) Forderungen und Schulden, die im Rahmen der steuerbegünstigten Betriebsveräußerung oder Betriebsaufgabe weder veräußert noch in das Privatvermögen überführt wurden und deshalb als sog. zurückbehaltenes Altbetriebsvermögen den steuerbegünstigten Abwicklungsgewinn nicht berührt haben (betreffend Forderungen vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564;… BFH-Beschluss vom 23. Februar 1995 III B 134/94, BFH/NV 1995, 1060;… Schmidt/Wacker, a.a.O., § 16 Rz. 363, m.w.N.;… betreffend Schulden vgl. z.B. Schmidt/Wacker, a.a.O., § 16 Rz. 364 und 365, m.w.N.), mit einem höheren oder niedrigeren Betrag als dem in der letzten Bilanz des werbenden Betriebs angesetzten Wert getilgt werden, ist dies auf den spezifischen, Forderungen und Schulden eigenen Schwebezustand zurückzuführen.
BFH, 02.09.2008 - X R 25/07
BFH, 26.01.2005 - X B 150/04
Schlüssige Darlegung einer Divergenzrüge; Rüge unzutreffender Beweiswürdigung
BFH, 23.02.1995 - III B 134/94
BFH, 27.04.2016 - X R 16/15
Rückgängigmachung eines Investitionsabzugsbetrags infolge Betriebsaufgabe - …
BFH, 17.12.2003 - IV B 215/01
BFH, 08.10.1997 - XI R 20/97
BFH, 28.06.2001 - X B 129/00
Beschwerde - Divergenz - Gesamtwürdigung - Betriebsgrundstück - Einkommensteuer
FG München, 15.02.2005 - 2 K 5070/03
Wegfall der Pensionsverpflichtung aufgrund des Todes des Berechtigten als …
BFH, 29.09.1998 - VIII B 17/98
BFH, 31.07.1995 - X B 167/94
BFH, 28.06.2001 - X B 130/00
FG München, 13.05.1997 - 13 K 738/93
Anspruch auf Änderung eines Einkommensteuerbescheides im Hinblick auf Ansetzung …
FG München, 14.07.2000 - 8 K 3528/97
Zeitpunkt der Realisierung eines Entschädigungsanpruchs; Einkommensteuer 1991