Source: http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Zuzahlungen-Krankenversicherung-482.html
Timestamp: 2018-06-25 17:41:14
Document Index: 56600488

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 33', '§ 37', '§ 37', '§ 38', '§ 39', '§ 40', '§ 60', '§ 27', '§ 55', '§ 28', '§ 29', '§ 61']

Zuzahlungen Krankenversicherung - Soziales & Recht - betanet
2. Befreiungsfähige Zuzahlungen
2.1.1. Praxistipp zuzahlungsfreie Arzneimittel
2.2. Verbandmittel
2.4. Hilfsmittel
2.5. Häusliche Krankenpflege
2.6. Soziotherapie
2.7. Haushaltshilfe
2.8. Krankenhausbehandlung, Anschlussheilbehandlung
2.9. Ambulante und stationäre Leistungen zur Rehabilitation
2.10. Fahrtkosten
3. Nicht befreiungsfähige Zuzahlungen
3.1. Künstliche Befruchtung
3.2. Zahnersatz
3.3. Kieferorthopädische Behandlung
3.3.1. Bei Kindern
3.3.2. Bei Erwachsenen
4. Zuzahlungsbefreiung bei Erreichen der Belastungsgrenze
4.1. Sonderregelung für chronisch Kranke
Versicherte ab 18 Jahren müssen zu bestimmten Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung Zuzahlungen leisten, z.B. zu Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhausaufenthalten, Fahrtkosten und Zahnersatz. Dies gilt auch für Sozialhilfeempfänger.
(§ 31 SGB V)
Zuzahlung (umgangssprachlich "Rezeptgebühr" genannt): 10 % der Kosten, mindestens 5 €, maximal 10 €, in keinem Fall mehr als die Kosten des Arzneimittels.
Preis = Zuzahlung
10 % des Preises
Diese Tabelle gilt entsprechend auch für Verbandmittel, die meisten Hilfsmittel, Haushaltshilfe, Soziotherapie und Fahrtkosten.
Medikamente können aus verschiedenen Gründen ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreit sein. Näheres unter Arznei- und Verbandmittel > Zuzahlung und Befreiung.
Zuzahlung: 10 % der Kosten, mindestens 5 €, maximal 10 €, in keinem Fall mehr als die Kosten des Verbandmittels.
Zuzahlung: 10 % der Kosten zuzüglich 10 € je Verordnung. Heilmittel sind äußerliche Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik, Massagen, Fangopackungen, Ergotherapie oder Logopädie.
(§ 33 SGB V)
Zuzahlung: 10 % der Kosten, mindestens 5 €, maximal 10 €. Bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln beträgt die Zuzahlung 10 % je Packung, maximal jedoch 10 € monatlich. Hilfsmittel sind Gegenstände oder Geräte wie z.B. Hörgeräte, Prothesen, Brillen, Krücken oder Rollstühle.
(§ 37 SGB V)
Zuzahlung: 10 % der Kosten pro Tag, begrenzt auf 28 Tage im Kalenderjahr, zuzüglich 10 € je Verordnung. Häusliche Krankenpflege bedeutet, dass ein Patient zu Hause von Fachpersonal versorgt wird.
(§ 37a SGB V)
Zuzahlung: 10 % der Kosten pro Tag, mindestens 5 €, maximal 10 €. Soziotherapie ist die ambulante Betreuung schwer psychisch kranker Menschen.
(§ 38 SGB V)
Zuzahlung: 10 % der Kosten pro Tag, mindestens 5 €, maximal 10 €. Eine Haushaltshilfe ist eine fremde oder verwandte Person, die die tägliche Arbeit im Haushalt und die Kinderbetreuung übernimmt.
(§§ 39, 40 Abs. 6 SGB V)
Zuzahlung: 10 € pro Kalendertag, für längstens 28 Tage pro Kalenderjahr. Bereits im selben Jahr geleistete Zuzahlungen zu Krankenhaus- und Anschlussheilbehandlungen werden angerechnet.
(§ 40 Abs. 5, Abs. 7 SGB V)
Zuzahlung: 10 € pro Kalendertag an die Einrichtung, in der Regel ohne zeitliche Begrenzung.
(§ 60 SGB V)
Zuzahlung: 10 % der Fahrtkosten, bei medizinisch angeordneten Fahrten, mindestens 5 €, maximal 10 €, in keinem Fall mehr als die Kosten der Fahrt. Auch für Fahrten von Kindern.
Folgende Zuzahlungen werden bei der Berechnung der Zuzahlungsbefreiung nicht berücksichtigt:
(§ 27a SGB V)
Die Krankenkasse übernimmt 50 % der mit dem Behandlungsplan zur künstlichen Befruchtung genehmigten Kosten, den Rest zahlt der Versicherte zu.
(§ 55 SGB V)
Zuzahlung wird auch für Kinder fällig.
Die Krankenkasse übernimmt:
50 % der Regelversorgungskosten (= Festzuschuss)
60 % der Regelversorgungskosten bei 5 Jahren Vorsorge (Nachweis durch das Bonusheft)
65 % der Regelversorgungskosten bei 10 Jahren Vorsorge (Nachweis durch das Bonusheft)
Den Rest zahlt der Versicherte zu. Darüber hinaus gelten beim Zahnersatz besondere Härtefallregelungen.
(§§ 28, 29 SGB V)
20 % der Kosten.
Bei weiteren Kindern gleichzeitig: 10 %.
Die Zuzahlung wird am Ende der erfolgreichen Behandlung erstattet.
(§ 29 Abs. 2 u. 3 SGB V)
20 % der Kosten und nur wenn zusätzlich kieferchirurgische Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind, ansonsten zahlt der Versicherte voll. Nach erfolgreicher Behandlung wird die Zuzahlung erstattet.
Die Belastungsgrenze soll verhindern, dass insbesondere chronisch kranke und behinderte Menschen, Versicherte mit einem geringen Einkommen und Sozialhilfeempfänger durch die Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen unzumutbar belastet werden. Die Belastungsgrenze liegt bei 2 % des jährlichen Bruttoeinkommens.
Details Zuzahlungsbefreiung Krankenversicherung.
Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, gilt eine Belastungsgrenze von 1 % des jährlichen Bruttoeinkommens.
Details siehe Zuzahlungsbefreiung für chronisch Kranke.
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Gesetzesquellen: §§ 61 f. SGB V
Letzte Aktualisierung am 01.12.2017 Redakteur/in: Sabine Bayer