Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2077,%2074
Timestamp: 2019-07-20 06:24:33
Document Index: 251951410

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 89', '§ 831', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 831', '§ 823', '§ 831', 'BGH', '§ 831', '§ 831', '§ 823', '§ 31', 'BGH', '§ 89', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 831', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.04.1980 - VI ZR 121/78 - dejure.org
https://dejure.org/1980,362
BGH, 22.04.1980 - VI ZR 121/78 (https://dejure.org/1980,362)
BGH, Entscheidung vom 22.04.1980 - VI ZR 121/78 (https://dejure.org/1980,362)
BGH, Entscheidung vom 22. April 1980 - VI ZR 121/78 (https://dejure.org/1980,362)
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Schmerzensgeld - Ärztlicher Kunstfehler - Entfernung eines Tumors - Durchtrennung des Faciliasstammes
BGHZ 77, 74
NJW 1980, 1901
VersR 1980, 768
Vom Bundesgerichtshof ist die Einwilligung schon als Realakt eingeordnet worden (Einwilligung zu einem ärztlichen Heileingriff, vgl. BGH 22. April 1980 - VI ZR 121/78 - BGHZ 77, 74) .
Vom Bundesgerichtshof ist die Einwilligung als Realakt eingeordnet worden (Einwilligung zu einem ärztlichen Heileingriff, vgl. BGH 22. April 1980 - VI ZR 121/78 - BGHZ 77, 74) .
So hat etwa die Rechtsprechung die Haftung einer juristischen Person auf Sachbearbeiter erstreckt, denen wichtige Angelegenheit zur eigenverantwortlichen Erledigung übertragen worden sind (vgl. RG, Urteil vom 14.03.1939 - III 128/37 = RGZ 162, 129), sowie auf einen Chefarzt eines Krankenhauses und einer Krankenhausabteilung und dessen Vertreter, wenn sie im medizinischen Bereich weisungsfrei arbeiten (BGH, Urteil vom 22.04.1980 - VI ZR 121/78 = BGHZ 77, 74).
Zwar kann ein Geschäftsherr verpflichtet sein, einem Gehilfen, der für einen bestimmten Aufgabenkreis bestellt ist, eine Organstellung zu verschaffen, so daß er für dessen Pflichtwidrigkeiten ohne eine Entlastungsmöglichkeit einzustehen hat; kommt er dieser Pflicht nicht nach, dann hat er sich haftungsrechtlich so behandeln zu lassen, als habe er dem Gehilfen eine Organstellung eingeräumt (Senat BGHZ 24, 200, 212 f.; 77, 74, 79;… vgl. BGB - RGRK/Steffen, 12. Aufl. § 31 Rdn. 5 und 10).
Während Chefärzte, die eigenverantwortlich und weitgehend weisungsfrei die ihnen unterstellte Abteilung in einem Krankenhaus leiten, als verfassungsmäßig berufene Vertreter (Organe) des Krankenhausträgers anzusehen bzw. haftungsrechtlich als solche zu behandeln sind, so daß der Krankenhausträger für ihr Verschulden deliktsrechtlich gemäß §§ 89, 31 BGB - ohne Möglichkeit der Exkulpation gemäß § 831 BGB - einzustehen hat (s. etwa BGHZ 77, S. 74, 75 ff;… Bd. 95, S. 63, 67;… Bd. 101, S. 215, 218;… BGH NJW 1972, S. 334;… Senat, NJW-RR 2000, S. 24, 25 = MedR 2000, S. 85, 86 = OLG-NL 1999, S. 125, 128;… NJW-RR 2000, S. 398, 399 = VersR 2000, S. 1283, 1284;… Palandt/Heinrichs, aaO., § 89 Rdn. 6;… Münch.Komm.-Stein, BGB, Bd. 5, 3. Aufl. 1997, § 831 Rdn. 6;… Münch.Komm.-Mertens, aaO., § 823 Rdn. 463), haftet der Krankenhausträger für die übrigen angestellten Ärzte und das sonstige Pflegepersonal deliktsrechtlich nach § 831 BGB (…s. BGH NJW 1959, S. 2302, 2303;… NJW 1988, S. 2298, 2300;… Senat, aaO.;… Palandt/Thomas, aaO., § 831 Rdn. 7;… Münch.Komm.-Stein, aaO., § 831 Rdn. 33;… Münch.Komm.-Mertens, aaO., § 823 Rdn. 464).
Die vorstehend umschriebenen Voraussetzungen für die Anwendung der §§ 31, 89 BGB liegen bei leitenden Krankenhausärzten vor, soweit diese im medizinischen Bereich Weisungen nicht unterworfen sind, wie dies dem Regelfall entspricht (BGHZ 77, 74, 78).
Chefärzte, die eigenverantwortlich und weitgehend weisungsfrei die ihnen unterstellte Abteilung in einem Krankenhaus leiten - wie hier der den Eingriff vornehmende Chefarzt der neurochirurgischen Abteilung Prof. Dr. R. sind als verfassungsmäßig berufene Organe anzusehen mit der Folge, daß der Krankenhausträger deliktsrechtlich nach §§ 89, 31 BGB - ohne Möglichkeit der Exkulpation gemäß § 831 BGB - für ein Verschulden einzustehen hat (BGHZ 77, 74 ; 95, 63 [BGH 18.06.1985 - VI ZR 234/83]; 101, 215) [BGH 30.06.1987 - VI ZR 42/86].
T. war weder Organ des Krankenhauses ( §§ 823 ; 89, 31 BGB ) noch war er dessen im fachlichen Bereich aufsichtsbedürftiger Verrichtungsgehilfe ( § 831 BGB ; BGHZ 77, 74/77).
Eine Organstellung ( §§ 89, 31 BGB ) kommt in Frage, wenn ein Arzt für das Krankenhaus einen Aufgabenbereich wahrnimmt, der dem eines Vorstandes einer Gesellschaft oder eines Vereins im Hinblick auf Bedeutung, Selbständigkeit und Repräsentationswirkung nicht nachsteht (BGHZ 77, 74/77).
Ferner ist der Chefarzt einer chirurgischen Klinik, der keiner fachlichen Weisungsbefugnis etwa eines "ärztlichen Direktors" unterstellt ist, vielmehr im ärztlichen Bereich weisungsfrei für den Krankenhausträger völlig selbständig tätig wird, haftungsrechtlich als verfassungsmäßig berufener Vertreter zu behandeln (BGHZ 77, 74/78/79;… Daniels, a.a.O.).
OLG Köln, 13.01.2010 - 5 U 41/09
Haftung einer Privatklinik für Pflichtverletzungen ihres ärztlichen Direktors; …