Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DAR%201995,%20485
Timestamp: 2019-01-18 08:56:08
Document Index: 274204828

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 17', '§ 4', '§ 69', '§ 158', '§ 4', '§ 4', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH']

OLG Köln, 23.06.1995 - 19 U 48/95 - dejure.org
ANSCHEINSBEWEIS GEGEN DEN AUFFAHRENDEN
STVG §§ 7, 17; STVO § 4; VVG 69, 158 H
StVG § 7 § 17; StVO § 4; VVG § 69 § 158h
Kfz-Verkauf; Verfügungsgewalt; Übergabe; Kosten; Halter; Haftung des Versicherers; Abschluss einer neuen Versicherung; Auffahrunfall; Anscheinsbeweis; Nicht verkehrsbedingtes Bremsen; Grundlose Stärke
VersR 1996, 248
DAR 1995, 485
Verkehrsunfallhaftung: Alleinverschulden eines grundlos nach einem Ampelstart …
Dies setzt aber voraus, daß der atypische Umstand streitig ist (so etwa für den Fall des grundlosen Abbremsens in der Entscheidung OLG Köln r + s 1996, 17).
Das OLG Köln hat hierzu z. B. ausgeführt (Urteil vom 23.6.1995,Aktenzeichen 19 U 48/95): Der Anscheinsbeweis kann erschüttert werden, durch die bewiesene Möglichkeit eines atypischen Verlaufs, etwa wenn der Vorausfahrende entgegen § 4 Absatz 1 Satz 2 StVO ohne zwingenden Grund stark gebremst hat.
In solchen Fällen spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Auffahrende unaufmerksam gewesen ist oder den erforderlichen Abstand nach § 4 Abs. 1 StVO nicht eingehalten und damit den Unfall allein verursacht hat (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH, VersR 1982, 672; VersR 1987, 1241; NZV 1989, 105; NZV 2007, 354; NJW-RR 2007, 680; OLG Köln, Urt. v. 23.06.1995 - 19 U 48/95).
Zwar würde ein deutlich zu spätes und damit zu heftiges verkehrsbedingtes Abbremsen grundsätzlich ein grundloses Bremsen im Sinne des § 4 Abs. 1 S. 2 StVO darstellen können (vgl. OLG Köln, Urt. v. 23.06.1995, 19 U 48/95).
Eine bloße Möglichkeit, dass die Beklagte zu 1. zu spät gebremst haben könnte, genügt hingegen für die Erschütterung des Anscheinsbeweises nicht (vgl. OLG Köln, Urt. v. 23.06.1995, 19 U 48/95).
In solchen Fällen spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Auffahrende unaufmerksam gewesen ist, die angemessene Geschwindigkeit oder den erforderlichen Abstand nach § 4 Abs. 1 StVO nicht eingehalten und damit den Unfall allein verursacht hat (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH, VersR 1982, 672; VersR 1987, 1241; NZV 1989, 105; NZV 2007, 354; NJW-RR 2007, 680; OLG Köln, Urt. v. 23.06.1995 - 19 U 48/95).