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Timestamp: 2017-01-17 07:01:29
Document Index: 327987847

Matched Legal Cases: ['§224', '§227', '§212', '§ 224', '§227', '§212']

Zwei unabhängige Taten durch zwei Täter führen zum Tod - welche Straftaten? - Strafrecht / Strafprozeßrecht - JuraForum.de
Zwei unabhängige Taten durch zwei Täter führen zum Tod - welche Straftaten?
Dieses Thema "Zwei unabhängige Taten durch zwei Täter führen zum Tod - welche Straftaten? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von Angelito, 27. April 2012.
A und B geraten in einer Kneipe in Streit. A schlägt B dabei mit einem Billardqueue auf die Brust. Hierbei bricht, unbemerkt von A und B ein Stück Rippe bei B ab. Er hat zwar leichte Schmerzen, hält es aber für eine normale Prellung und geht nicht zum Arzt. Eine Woche später gerät B mit C in Streit und im Verlauf dieses Streits schießt C mit einem Beanbag Gewehr auf B. Durch den Aufprall des Beanbags wird das abgebrochene Stück Rippe in Bs Herz katapultiert und tötet ihn auf der Stelle.
Wie haben sich A und C strafbar gemacht? Jede Tat für sich wäre ja nicht tödlich gewesen, aber zusammen haben sie den Tod von B verursacht.
Ich bin tierisch gespannt auf Eure Antworten! Angelito
AW: Zwei unabhängige Taten durch zwei Täter führen zum Tod - welche Straftaten?
Bei A gefährliche Körperverletzung (§224 StGB), weil ein Queue eine gefährlicher Gegenstand ist.
C mindestens Körperverletzung mit Todesfolge (§227 StGB), wenn nicht sogar Totschlag (§212 StGB).
Ich glaube nicht, dass A wegen des Todes von B belangt werden kann, weil sein Verhalten zwar unter Umständen zum Tod beigetragen, aber den Tod in keiner Weise verursacht hat. Wer will denn nachweisen, dass die Rippe durch den Aufprall nicht abgebrochen wäre.
Strafrecht AT, Stichwort: kummulative Kausalität?
Hinsichtlich der Strafbarkeit würde ich ad hoc auf 224 und 223 tippen...
A hat sich wegen gefährlicher Körperverletzung gem. § 224 I Nr. 2, (ggf. Nr. 5).
Die Tötung kann diesem natürlich nicht zugerechnet werden, auch weil es sich um ein vorsätzliches Dazwischentreten des C handelt.
C mindestens Körperverletzung mit Todesfolge (§227 StGB), wenn nicht sogar Totschlag (§212 StGB)Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Die schwere Folge der Körperverletzung wäre wohl nicht zurechenbar, weil es wohl außerhalb jeder Lebenserfahrung liegt, dass B schon eine gebrochene Rippe hat, welche in Richtung des Herzens gerichtet ist. Folglich ist hier die objektive Zurechnung zu verneinen. Schließlich hat sich hier ja nicht das von C geschaffene Risiko, sondern vielmehr der Zufall realisiert.
Für einen Totschlag fehlt schon Vorsatz (Hemmschwellentheorie)
Die schwere Folge der Körperverletzung wäre wohl nicht zurechenbar, weil es wohl außerhalb jeder Lebenserfahrung liegt, dass B schon eine gebrochene Rippe hat, welche in Richtung des Herzens gerichtet ist. Folglich ist hier die objektive Zurechnung zu verneinen. Schließlich hat sich hier ja nicht das von C geschaffene Risiko, sondern vielmehr der Zufall realisiert.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Noch eine Laienmeinung: es ist innerhalb der Lebenserfahrung, dass eine Person, auf die mit einem Beanbag Gewehr geschossen wird, gesundheitliche Beeintächtigungen haben kann, die zu einer schwereren Folge führen: Bei einem solchen Gewehr besteht grundsätzlich das Risiko von inneren Blutungen, Rissen in Organen und Rippenbrüchen. Schüsse auf den Körper können lebensgefährlich sein. Das Risko hat C also geschaffen und dass sich dieses Risko aufgrund von Vorschäden verwirklicht ist nicht unvorhersehbar.
Zitat von poena:
Dem stimme ich zu. Auch im Ergebnis. Lediglich der Begriff der Hemmschwellentheorie hat mit dem Fall nichts zu tun.
Zitat von Paterculus:
Noch eine Laienmeinung: es ist innerhalb der Lebenserfahrung, dass eine Person, auf die mit einem Beanbag Gewehr geschossen wird, gesundheitliche Beeintächtigungen haben kann, die zu einer schwereren Folge führen: Bei einem solchen Gewehr besteht grundsätzlich das Risiko von inneren Blutungen, Rissen in Organen und Rippenbrüchen. Schüsse auf den Körper können lebensgefährlich sein. Das Risko hat C also geschaffen und dass sich dieses Risko aufgrund von Vorschäden verwirklicht ist nicht unvorhersehbar.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Generell lebensgefährlich mag diese Behandlung schon sein.
Es kommt jedoch auf die konkrete Gefahr in der konkreten Situation an. Und das ein Opfer eine solche abnormale Konstitution aufweist, ist wohl nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht vorauszusehen. Auch wird Dieses nicht wie beispielsweise im Deliktsrecht nach dem "egg-shell-skull-principle" dem Täter zugerechnet. Er muss das Opfer also nicht "so nehmen wie es ist".
Lediglich der Begriff der Hemmschwellentheorie hat mit dem Fall nichts zu tun.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Da hast du wohl Recht, das wäre nur der Fall, wenn er erkannt hätte, dass es sich um eine lebensgefährliche Behandlung handelt. Hier hingegen liegt eine Annahme eines Tötungsvorsatzes gänzlich fern.
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