Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2064/06
Timestamp: 2019-10-21 11:53:13
Document Index: 237195497

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.12.2006 - VIII ZR 64/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1953
BGH, 13.12.2006 - VIII ZR 64/06 (https://dejure.org/2006,1953)
BGH, Entscheidung vom 13.12.2006 - VIII ZR 64/06 (https://dejure.org/2006,1953)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06 (https://dejure.org/2006,1953)
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EGZPO § 15a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1; HessSchlG § 1 Abs. 1 Nr. 1 a. F.
Voraussetzungen der Reversibilität von im Bezirk mehrerer Oberlandesgerichte inhaltsgleich geltendem Recht; Anwendbarkeit neuer Prozessgesetze auf anhängige Rechtsstreitigkeiten; Pflicht zum Versuch des einvernehmlichen Beilegens einer vermögensrechtlichen Streitigkeit ...
Streitschlichtungsverfahren Hessen - Durchführung eines Güteversuchs
Verfahrensrecht - Klage ohne vorheriges Schlichtungsverfahren
Anwendung neuer Prozessgesetze auf schwebende Verfahren? (IMR 2007, 1047)
AG Frankfurt/Main, 14.09.2005 - 33 C 2265/05
LG Frankfurt/Main, 07.02.2006 - 11 S 309/05
NJW 2007, 519
NZM 2007, 139
Dass sich der Geltungsbereich des hessischen Schlichtungsgesetzes nicht über den Bezirk eines Oberlandesgerichts hinaus erstreckt, ist daher ohne Bedeutung (BGH, Urt. v. 13. Dezember 2006, VIII ZR 64/06, NJW 2007, 519 f.; BGHZ 161, 145, 147 zu dem saarländischen Schlichtungsgesetz).
Das gilt auch insoweit, als es durch die teilweise Aufhebung eines Landesschlichtungsgesetzes an einer Übereinstimmung fehlt (BGH, Urt. v. 13. Dezember 2006, VIII ZR 64/06, a.a.O.).
Das ist auch im vorliegenden Fall zu beachten, weil es sich bei § 15a EGZPO, § 1 HessSchlG um Normen des Verfahrensrechts handelt, die in der Fassung anzuwenden sind, die im Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung gelten (BGH, Urt. v. 13. Dezember 2006, VIII ZR 64/06, a.a.O.).
In solchen Fällen bewusster und gewollter Übereinstimmung sind nach gefestigter Rechtsprechung auch Vorschriften mit Rang unter dem Bundesrecht revisibel (vgl. BGH, Urteil vom 28. Januar 1988 - IX ZR 75/87 - WM 1988, 1211, 1212 f.; Urteil vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06 - Umdruck S. 5 Rn. 9, z.V.b.; für Musterberufsordnungen BGH, Urteil vom 13. Juni 1996 - I ZR 102/94 - NJW 1997, 799, 800 m.w.N.; Senatsurteil vom 20. März 2003 - III ZR 135/02 - NJW-RR 2003, 1175; s. auch BGHZ 161, 145, 147 und BGH, Urteil vom 14. Juli 1997 - II ZR 168/96 - VersR 1997, 1540).
Dies gilt allerdings dann nicht, wenn es um unter Geltung des alten Rechts abgeschlossene Verfahrenshandlungen und abschließend entstandene Verfahrenslagen geht (…Senatsbeschluss BGHZ 206, 86 = FamRZ 2015, 1479 Rn. 18) oder sich aus dem Sinn und Zweck der betreffenden Vorschrift etwas Abweichendes ergibt (BGH Urteil vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06 - NJW 2007, 519, 520 mwN).
Der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass eine Klage, die wegen Fehlens des vor Klageerhebung erforderlichen Schlichtungsverfahrens in erster Instanz als unzulässig abgewiesen worden ist, nach Wegfall des die außergerichtliche Streitschlichtung fordernden Gesetzes während der Berufungsinstanz als zulässig zu behandeln ist (vgl. dazu BGH Urteil vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06 - NJW 2007, 519, 520).
Dies gilt aber insbesondere dann nicht, wenn es um unter der Geltung des alten Rechts abgeschlossene Verfahrenshandlungen und abschließend entstandene Verfahrenslagen geht (…BGH Urteil vom 24. Oktober 2007 - IV ZR 12/07 - NJW-RR 2008, 221 Rn. 10 und vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06 - NJW 2007, 519 Rn. 14; BGHZ 114, 1, 3 = NJW 1991, 1686 mwN).
Diese sind daher mit dem Inkrafttreten des Änderungsgesetzes grundsätzlich nach neuem Recht zu beurteilen, soweit es nicht um unter der Geltung des alten Rechts abgeschlossene Prozesshandlungen und abschließend entstandene Prozesslagen geht oder sich aus dem Sinn und Zweck der betreffenden Vorschrift oder aus dem Zusammenhang mit anderen Grundsätzen des Prozessrechts etwas Abweichendes ergibt (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2006 - VIII ZR 64/06, NJW 2007, 519 f. m.w.N.).