Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=16.04.2008&Aktenzeichen=1%20BvR%202253/07
Timestamp: 2019-09-17 20:02:46
Document Index: 244322388

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 20', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 40']

BVerfG, 16.04.2008 - 1 BvR 2253/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2496
BVerfG, 16.04.2008 - 1 BvR 2253/07 (https://dejure.org/2008,2496)
BVerfG, Entscheidung vom 16.04.2008 - 1 BvR 2253/07 (https://dejure.org/2008,2496)
BVerfG, Entscheidung vom 16. April 2008 - 1 BvR 2253/07 (https://dejure.org/2008,2496)
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Verfassungsrechtliche Bedeutung der Prozesskostenhilfe; Ausprägung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit im Unterhaltsrecht bzw. im Kindesunterhaltsrecht
Grenzen der Anrechnung fiktiven Einkommens
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 16.04.2008, Az.: 1 BvR 2253/07 (Überspannte Anforderungen bei Zurechnung eines fiktiven Einkommens des Unterhaltsverpflichteten)" von RiAG Mallory Völker, original erschienen in: FamRB 2008, 360.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 14.04.2008, Az.: 1 BvR 2253/07 (Keine unzumutbaren Anforderungen bei gesteigerter Erwerbsobliegenheit)" von RiAG Dr. Wolfram Viefhues, original erschienen in: ZFE 2008, 307 - 308.
AG Landsberg/Lech, 14.06.2007 - 2 F 140/07
OLG München, 16.07.2007 - 4 WF 277/07
BVerfGK 13, 449
FamRZ 2008, 1403
Überschreitet der ausgeurteilte Unterhalt die Grenze des Zumutbaren, ist die Beschränkung der Dispositionsfreiheit des Verpflichteten im finanziellen Bereich als Folge der Unterhaltsansprüche des Bedürftigen nicht mehr Bestandteil der verfassungsmäßigen Ordnung und kann vor dem Grundrecht des Art. 2 Abs. 1 GG nicht bestehen (vgl. BVerfGE 57, 361 ; BVerfGK 6, 25 ; 7, 135 ; 9, 437 ; 10, 84 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 16. April 2008 - 1 BvR 2253/07 -, [...] Rn. 11; stRspr).
Das Bundesverfassungsgericht kann folglich nur eingreifen, wenn Verfassungsrecht verletzt ist, insbesondere wenn die angegriffene Entscheidung Fehler erkennen lässt, die auf einer grundsätzlich unrichtigen Anschauung von der Bedeutung der in Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG verbürgten Rechtsschutzgleichheit beruhen (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 16. April 2008 - 1 BvR 2253/07 -, FamRZ 2008, S. 1403).
Ein vollschichtig tätiger Arbeitnehmer mit tariflichem Einkommen ist auch bei gesteigerter Unterhaltsverpflichtung gegenüber minderjährigen Kindern nicht generell verpflichtet, eine zusätzliche Nebentätigkeit aufzunehmen (vgl. BGH, FamRZ 2009, 314 Tz, 25; BVerfG, FamRZ 2008, 1403 Tz. 12 f.;… Dose, a.a.O.).
Die Gerichte sind schon aus verfassungsrechtlichen Gründen zu einer besonders sorgfältigen Prüfung der Frage gehalten, ob die Voraussetzungen für die Zurechnung eines fiktiven Einkommens gegeben sind (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 5. März 2003, Az. 1 BvR 752/02, und vom 16. April 2008, Az. 1 BvR 2253/07 - für die Fälle unzureichenden Einkommens aus Vollzeittätigkeit; Beschlüsse vom 29. Dezember 2005, Az. 1 BvR 2076, und vom 14. Dezember 2006, Az. 1 BvR 2236/06 - zu den Grenzen der Verpflichtung zur Arbeitssuche im gesamten Bundesgebiet).
Die Zurechnung zumutbar erzielbarer fiktiver Einkünfte ist auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. z.B. BVerfG, FamRZ 2010, 793 ff.; FamRZ 2008, 1403 ff.).
Dabei ist die in Artikel 2 Abs. 1 GG geschützte Handlungsfreiheit zu berücksichtigen (vgl. BVerfG, FamRZ 2008, 1403, 1404; FamRZ 2008, 131, 133; FamRZ 2007, 273, 274; FamRZ 2003, 661, 662).
OLG Bremen, 18.12.2008 - 5 WF 100/08
Umfang der Anrechnung einer fiktiv angenommenen wöchentlichen Arbeitszeit bei …
Dabei hat es vor allem verkannt, dass Einkünfte, die neben einer vollen Beschäftigung erzielt werden, zu versteuern sind und hierfür auch Sozialabgaben zu entrichten sind (BVerfG, FamRZ 2008, 1403, 1404).
Dem Schuldner darf im Rahmen einer fiktiven Anrechnung von Einkommen nichts abverlangt werden, was ihm unter Berücksichtigung seiner persönlichen Voraussetzungen schlechterdings nicht möglich ist (vgl. BVerfG, FamRZ 2008, 1403 und 1145; BGH FamRZ 2009, 314).
Die Zurechnung zumutbar erzielbarer fiktiver Einkünfte ist auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. hierzu BVerfG, FamRZ 2008, 1403 ff; 2005, 1893 ff.).
Auch hier ist - entsprechend den üblichen Sätzen für Haushaltshilfen - zumindest ein Stundenlohn von 8, 50 EUR in der Stunde anzusetzen, von dem aufgrund der sozialversicherungsrechtlichen Regelungen und der Pauschalversteuerung keine Abzüge anfallen (wird neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung eine (einzige) geringfügige Nebenbeschäftigung im Sinne von § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV ausgeübt, so bleibt diese anrechnungsfrei, wenn die 400,--EUR-Grenze nicht überschritten ist;… s. z.B. Schmidt, EStG, 28. Aufl., § 40 a Rn. 2;… s.a. Stollfuß, Gesamtabzug 2009, Abschn. G Rn. 54, Abschn. C Rn. 163; anders möglicherweise BVerfG, Beschl. vom 16.4.2008 - Az. 1 BvR 2253/07).
AG Flensburg, 25.11.2008 - 92 F 11/08
OLG Oldenburg, 27.08.2009 - 14 UF 49/09
Abweisung der Klage auf Zahlung von Kindesunterhalt wegen fehlender …