Source: http://www.bagbbw.de/service/lexikon/eintraege/berufsbildungswerk-bbw/
Timestamp: 2017-09-24 04:52:57
Document Index: 195670809

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 117', '§ 35', '§ 117']

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke ~ Berufsbildungswerk (BBW)
> Berufsbildungswerk (BBW)
Die bundesweit agierenden über 50 Berufsbildungswerke (BBW) sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation i.S.d. § 35 SGB IX. Leistungen der beruflichen Rehabilitation zeichnen sich durch eine enge Zusammenarbeit von Ärztinnen, Psychologen, Pädagogen und vielen anderen Fachkräften mit spezialisierten Ausbildenden und sonderpädagogisch kompetenten Berufsschullehrenden aus. Der Gesamtpersonalschlüssel für jeden einzelnen jungen Menschen liegt bei mindestens eins zu fünf. Die verschiedenen Fachleute werden durch ein qualifiziertes Reha-Management personenzentriert für jeden einzelnen Jugendlichen vernetzt.
Das Leistungsspektrum der Berufsbildungswerke i.R.d. § 35 SGB IX umfasst
Die berufliche Ausbildung findet – soweit möglich – verzahnt mit Unternehmen der Wirtschaft und öffentlichen Dienststellen statt, sog. Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken (VAmB) nach § 35 Abs. 2 SGB IX. Bei VAmB werden mindestens sechs Monate der Ausbildung in Betriebe verlagert. Dabei werden die jungen Menschen eng je nach individuellem Bedarf von den Berufsbildungswerken unterstützt. Ein Übergang in eine betriebliche Ausbildung ist jederzeit möglich. Für junge Menschen, denen eine VAmB noch nicht gelingt, werden mindestens 26 Wochen Betriebspraktika sichergestellt.
Zielgruppe der Berufsbildungswerke
Zielgruppe sind junge Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung oder zur Sicherung des Erfolges, die Leistungen eines Berufsbildungswerkes benötigen. Die Leistungen werden überwiegend finanziert durch die Bundesagentur für Arbeit auf der Grundlage des § 117 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 a SGB III i.V.m. § 35 SGB IX. Darüber hinaus kommen auch Rentenversicherung und Unfallversicherung als Kostenträger in Betracht.
Mit der Ausbildung durch ein BBW wird ein Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) inklusive Hauptschulabschluss realisiert. Berufsbildungswerke arbeiten eng verzahnt mit zuständigen Stellen und unterstützen diese zur Realisierung von Nachteilsausgleichen insgesamt.
Zur Sicherstellung von weiteren erforderlichen Leistungen z.B. der Alltagspflege kooperieren Berufsbildungswerke eng mit Pflegeversicherungs-, Krankenversicherungs- und Eingliederungshilfeträgern.
Zur Realisierung einer inklusiven Gesellschaft wird nicht nur die Ausbildung mit dem Wirtschaftsraum, sondern die Leistung zur Förderung der sozialen Teilhabe mit dem Sozialraum vernetzt. Berufsbildungswerke verfolgen das Ziel: so inklusiv wie möglich, so speziell wie nötig.
Zur Gestaltung nahtloser Versorgungsketten werden die Leistungen der Berufsbildungswerke mit Leistungen der Akutversorgung, medizinischen Rehabilitation, der Suchthilfe, der Jugendhilfe, der Schulen und Hochschulen etc. vernetzt.
Mit dem Projekt Basiskonzept für die Bedarfsermittlung in der beruflichen Rehabilitation (b3) unterstützen Berufsbildungswerke maßgeblich die Entwicklung einheitlicher Kriterien der Bedarfsfeststellung auf der Grundlage der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) in Kooperation mit sieben weiteren Bundesarbeitsgemeinschaften der beruflichen Rehabilitation, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) und der Hochschule Magdeburg/ Stendal.
Mit dem Projekt TrialNet setzen sich Berufsbildungswerke für Qualifizierungsbausteine und eine Öffnung des Deutschen Qualifizierungsrahmens (DQR) nach unten ein.
Berufsbildungswerke und ihre Träger stellen mit diesen und vielen weiteren Modell- und Entwicklungsprojekten eine kontinuierliche ergebnisorientierte Leistungsverbesserung im Interesse junger Menschen mit Behinderung sicher.
SGB III § 117 Besondere Leistungen der Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben
Berufsbildungswerke, Broschüre des BMAS (pdf)