Source: https://www.bayernwerk-netz.de/de/energie-einspeisen/gesetze-verordnungen/49-5-hertz-nachruestung.html
Timestamp: 2020-07-02 10:06:16
Document Index: 117544368

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 21', '§ 19', '§ 13', '§ 13', '§ 18', '§ 13', '§ 13', '§ 100']

Informationen für Betreiber von Windenergie-, Biomasse, KWK- und Wasserkraftanlagen
Am 14.03.2015 ist die Verordnung zur Änderung der Systemstabilitätsverordnung verabschiedet worden. Mit der Verordnung reagiert die Bundesregierung auf das sogenannte „49,5-Hz-Problem“. Genau wie beim vorangegangenen „50,2-Hz-Problem“ geht es darum, durch neue Frequenzschutzeinstellungen das Stromnetz bei starken Abweichungen von der normalen Netzfrequenz (50 Hertz) stabil zu halten. Mit den geänderten Abschaltfrequenzen sollen sich die Anlagen zukünftig nicht mehr zeitgleich vom Netz trennen, sondern in einem gestuften Prozess. Deutschlandweit sind rund 21.000 Windenergie-, Biomasse, KWK- und Wasserkraftanlagen betroffen, die insgesamt eine Leistung von ca. 27 Gigawatt ausmachen. Inwieweit eine Anlage in die Nachrüstung einbezogen wird, hängt von der installierten Leistung, dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Spannungsebene, an der sie angeschlossen ist, ab. PV-Anlagen sind hingegen von dieser Verordnung nicht betroffen.
Warum ist die Umrüstung meiner Anlage notwendig? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Ein Stromnetz ist eine sensible Infrastruktur, in der die Nachfrage nach Energie und das Energieangebot jederzeit im Gleichgewicht stehen müssen. Ob sich ein Stromnetz im Gleichgewicht befindet, lässt sich an der Frequenz ablesen. In Europa beträgt die Frequenz im Normalzustand 50 Hertz (Hz).
Steigt beispielsweise die Frequenz an, deutet das darauf hin, dass mehr Leistung ins Stromnetz eingespeist, als zur gleichen Zeit verbraucht wird. Leichte Schwankungen nach oben und unten sind üblich und unkritisch. Kritisch wird es, wenn die Frequenz sehr stark unter bzw. über dem Zielwert von 50 Hz liegt.
Sinkt die Frequenz z. B. auf 49,5 Hz ab, schalten sich viele Erneuerbare-Energien- und KWK-Anlagen zeitgleich ab. Dadurch können abrupt mehrere Gigawatt Erzeugungskapazität ausfallen. Die Folge: Das Stromangebot ginge in wenigen Sekunden stark zurück.
Wie erfolgt die Umsetzung? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Welche Anlagen sind im Einzelnen betroffen? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Wer übernimmt die Kosten? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Die Anlagenbetreiber sind grundsätzlich verpflichtet die Nachrüstung selbst zu organisieren und die Kosten hierfür zu tragen. Diese sind bis zu einem Eigenanteil von 7,50 Euro je Kilowatt der installierten Leistung zu übernehmen (§ 21 SysStabV). Darüber hinaus entstehende Kosten, die dem Anlagenbetreiber zu 75 % durch den Übertragungsnetzbetreiber erstattet werden können. Die erstatteten Kosten werden von den Übertragungsnetzbetreibern auf die Netzentgelte umgelegt (§ 21 Abs. 1 Satz 1 SysStabV).
Wie erfolgt die Qualitätskontrolle? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Der Übertragungsnetzbetreiber ist verpflichtet, eine stichprobenweise Kontrolle der Nachrüstung durchzuführen oder durchführen zu lassen (§ 19 Abs. 1 Satz 1 SysStabV). Dabei sind die Verteilnetzbetreiber aufgefordert, bei der Durchführung der Kontrolle zu unterstützen, und insbesondere die Stichproben vorzunehmen.
Welche Pflichten habe ich als Anlagenbetreiber? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Gemäß § 13 SysStabV ist der Anlagenbetreiber nach Zugang der Nachrüstaufforderung dazu verpflichtet dem Netzbetreiber innerhalb einer Frist von 6 Wochen die Zugangsbestätigung zu übersenden (§ 13 Abs. 1). Der Anlagenbetreiber hat dafür zu sorgen, dass die Nachrüstung innerhalb von 12 Monaten nach Zugang der Nachrüstaufforderung (§ 18 Abs. 1 SysStabV) durch eine Fachkraft gem. DIN VDE 0105-100:2009-10 Abschnitt 3.2.3 durchgeführt wird. Soweit der Anlagenbetreiber die Voraussetzungen erfüllt, kann die Nachrüstung auch durch ihn selbst erfolgen. Ein Nachweis über die Fachkunde ist der Nachrüstbestätigung beizufügen (§ 13 Abs. 3). Die einzustellenden Frequenzschutzwerte müssen den Vorgaben des Verteilnetzbetreibers entsprechen. Die Nachrüstung ist vom Betreiber und der Fachkraft mittels der vollständig ausgefüllten und unterzeichneten Nachrüstbestätigung nachzuweisen (§ 13 Abs. 5).
Welche Informationen erhalte ich vom Netzbetreiber? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Die Betreiber der betroffenen Anlagen erhalten spätestens innerhalb 4 Monaten nach Inkrafttreten der Verordnung eine schriftliche Nachrüstaufforderung und die umzusetzenden Frequenzschutzeinstellungen werden bekannt gegeben. Das Schreiben enthält verschiedene Anlagen/Formulare:
Diese Anlagen sind innerhalb der genannten Fristen vollständig auszufüllen und zurück zu senden.
Welche Konsequenzen ergeben sich bei Weigerung oder Versäumnis der Umsetzung? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
Wird die Nachrüstung nicht frist- oder vorgabengerecht umgesetzt, so droht dem Anlagenbetreiber gemäß § 100 Abs. 5 EEG 2017 die Verringerung der EEG-Vergütung oder der Marktprämie auf Null. Die Sanktion gilt für jeden angefangenen Kalendermonat bis zur ordnungsgemäßen Umsetzung der Nachrüstung und kann nicht rückwirkend erstattet werden. Darüber hinaus droht die Einleitung eines Bußgeldverfahrens durch die Bundesnetzagentur.
Wo finde ich weitergehende Informationen zur SysStabV? A09D04A7-F9E0-4D74-87BD-EB902392D648
www.bdew.de/49-5hz
www.vku.de/energie/netzzugang-netzanschluss-elektrizitaet/49-5hz
09 41-2 01- 71 80 09 41-2 01- 71 80
09 41-2 01-95 97 14 6
Ausnahmebegehren Ausnahmebegehren / PDF (379 KB)
Fristverlängerung Fristverlängerung / PDF (237 KB)