Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%201989,%20195
Timestamp: 2020-04-10 07:03:07
Document Index: 78606744

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 1', '§ 118', '§ 6', '§ 6']

BFH, 25.05.1988 - I R 107/84 - dejure.org
BFH, 25.05.1988 - I R 107/84
https://dejure.org/1988,355
BFH, 25.05.1988 - I R 107/84 (https://dejure.org/1988,355)
BFH, Entscheidung vom 25.05.1988 - I R 107/84 (https://dejure.org/1988,355)
BFH, Entscheidung vom 25. Mai 1988 - I R 107/84 (https://dejure.org/1988,355)
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Klage - Körperschaftsteuerbescheid - Feststellungsbescheid - Eigenkapital - Gliederung - Zurückverweisung
BFHE 154, 12
BB 1988, 2236
DB 1988, 2340
BStBl II 1989, 43
BFH/NV 1989, 195
Der Senat hat zur Prüfung der Erdienbarkeit im wesentlichen auf das Alter im Zeitpunkt der Pensionszusage abgestellt und insbesondere im Hinblick auf das mit dem Alter steigende Risiko kurzfristiger Inanspruchnahme der Pension die Erdienbarkeit verneint, sobald der Geschäftsführer das 60. Lebensjahr überschritten hat (…vgl. BFH in BFH/NV 1993, 52; Urteile vom 23. Juli 1957 I 306/56, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Körperschaftsteuergesetz, § 6 Abs. 1 Satz 2, Rechts-spruch 35; vom 10. April 1962 I 70/61, StRK, Einkommensteuergesetz, § 6a, Rechtsspruch 12; vom 9. Oktober 1985 I R 149/82, BFHE 144, 561, BStBl II 1986, 51;… vom 13. April 1988 I R 284/82, BFH/NV 1989, 395; vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFH/NV 1989, 195;… in BFH/NV 1994, 827;… vom 5. Mai 1993 II R 60/90, BFH/NV 1994, 529).
Bei einem beherrschenden Gesellschafter, dem die Kapitalgesellschaft eine Pensionszusage macht, verbietet es sich allerdings, auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit (§ 1 Abs. 1 zweiter Gedankenstrich BetrAVG) abzustellen, da Leistungen einer Kapitalgesellschaft an ihren beherrschenden Gesellschafter dem sog. Nachzahlungsverbot unterliegen (…vgl. z. B. BFH in BFH/NV 1989, 395; BFH/NV 1989, 195).
Soweit das FA erstmals im Revisionsverfahren vorbringt, der Kläger habe das Grundstück im Jahr 1990 mit hohem Gewinn verkauft, kann dieser Vortrag unabhängig von der Frage, ob sich hieraus überhaupt sichere Schlüsse auf die Absichten des Klägers im Jahr 1982 ziehen ließen, schon deshalb nicht berücksichtigt werden, weil der Senat als Revisionsgericht nach § 118 Abs. 2 FGO neues tatsächliches Vorbringen in der Revisionsinstanz nicht berücksichtigen kann (vgl. BFH-Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFHE 154, 12, BStBl II 1989, 43).
Der Senat geht davon aus, daß ein Zeitraum von mehr als fünf Jahren ausreicht, um die Eignung, Befähigung und fachliche Leistung eines Geschäftsführers als Voraussetzung für die Erteilung einer Pensionszusage zu prüfen (vgl. BFH-Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFH/NV 1989, 195).
Zwar lassen sich solche Vorteile nicht von vornherein deshalb verneinen, weil die beiden Zusagen betragsmäßig nicht gleichwertig sind (vgl. auch Senatsurteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFH/NV 1989, 195).
Dieser Umstand wirkt sich um so nachhaltiger dadurch aus, daß die Vorteile in Gestalt der Versorgungszusagen --insoweit abweichend von dem Sachverhalt, über den im Urteil in BFH/NV 1989, 195 zu entscheiden war-- nicht dem Verhältnis der jeweiligen Beteiligungen entsprachen.
Die Unterlagen, die die Klägerin im Revisionsverfahren hierzu vorgelegt hat, kann der Senat nicht berücksichtigen (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFHE 154, 12, BStBl II 1989, 43).
Dabei komme es nicht darauf an, ob die beiden Zusagen betragsmäßig gleichwertig seien (BFH-Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFHE 154, 12, BFH/NV 1989, 195).
Dass die Zusagen betragsmäßig nicht gleichwertig waren, ist insoweit unerheblich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 154, 12, BFH/NV 1989, 195).
Denn bei einem beherrschenden Gesellschafter verbietet es sich, auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit, abzustellen, da Leistungen einer Kapitalgesellschaft an ihren beherrschenden Gesellschafter dem sog. Nachzahlungsverbot unterliegen (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH/NV 1989, 195; vom 24. Januar 1996 I R 41/95, BFHE 180, 272, BStBl II 1997, 440).
Die Klägerin ging mit der Zusage ein hohes Risiko kurzfristiger Inanspruchnahme aus der Pensionszusage ein, ein Risiko, das ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter im Interesse der Klägerin nicht übernommen hätte (vgl. BFH-Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFH/NV 1989, 195).
Fraglich ist, ob die bezeichneten Voraussetzungen für eine Anpassung der Pensionszusage überhaupt vorlagen, nachdem der BFH bereits in seiner Entscheidung in BFH/NV 1989, 195 einen Erdienenszeitraum von sechs Jahren für zu kurz erachtet hatte.
Ein solches Risiko hätte ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter im Interesse der GmbH nicht übernommen (vgl. BFH v. 25.5.1988, BFH/NV 1989, 195).
Dementsprechend hat der erkennende Senat Pensionszusagen steuerlich nicht anerkannt, die einem 63jährigen (Urteile vom 10. April 1962 I 70/61, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Einkommensteuergesetz, § 6a, Rechtsspruch 12; vom 9. Oktober 1985 I R 149/82, BFHE 144, 561, BStBl II 1986, 51;… Beschluß vom 3. Februar 1993 I B 50/92, BFH/NV 1993, 541), einem 64jährigen (Urteil vom 23. Juli 1957 I 306/57, StRK, Körperschaftsteuergesetz, § 6 Abs. 1 Satz 2, Rechtsspruch 35), einem 66jährigen (Urteil vom 25. Mai 1988 I R 107/84, BFH/NV 1989, 195) und einem 69jährigen (…Urteil vom 13. April 1988 I R 284/82, BFH/NV 1989, 395) zugesagt wurden.
Dieses Risiko hätte ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter im Interesse der Klägerin nicht übernommen (BFH-Urteil in BFH/NV 1989, 195).
Sonst würde die Klägerin Belastungen übernehmen, die sich aus der Tätigkeit des F für ihre Rechtsvorgängerin ergäben (BFH in BFH/NV 1989, 195).
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