Source: http://goforeurope.de/info-unternehmen.html
Timestamp: 2018-02-22 22:33:57
Document Index: 358004558

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 76', '§ 2', '§ 2', '§ 17', '§ 7']

Wettbewerbsvorteile für Betriebe
Auslandspraktika von Auszubildenden lohnen sich für Unternehmen, denn sie
fördern die interkulturellen Kompetenzen angehender Fachkräfte im eigenen Unternehmen
bringen neue Ideen und Arbeitsmethoden ins Unternehmen
bieten neue Netzwerke mit ausländischen Partnern
erhöhen die Attraktivität der dualen Ausbildung
leisten einen entscheidenden Beitrag zum Ausbildungsmarketing
Wir beraten Sie zu den Vorteilen von Auslandspraktika für Auszubildende und begleiten Sie bei der Konzipierung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.
Wir informieren Sie über rechtliche und versicherungstechnische Regelungen während eines Auslandsaufenthaltes.
Wir unterstützen Sie bei der Suche nach geeigneten Partnerorganisationen im Ausland und informieren zu Förderprogrammen.
Bitte setzen Sie sich für mehr Informationen mit uns in Verbindung.
Rechtlicher Hintergrund - Auslandsaufenthalte während der Ausbildung
Das novellierte Berufsbildungsgesetz (BBiG) stärkt die Bedeutung internationaler Mobilität in der Berufsausbildung erheblich, indem es Ausbildungsabschnitte im Ausland erstmals als gleichwertigen Teil einer Berufsausbildung im dualen System anerkennt. Entscheidend für diese Neuerung sind folgende Paragraphen im BBiG:
BBiG § 2 Abs 3:
„Teile der Berufsausbildung können im Ausland durchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Ihre Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten.“
BBiG § 76 Abs 3:
„Die Durchführung von Auslandsaufenthalten nach § 2 Abs. 3 überwacht und fördert die zuständige Stelle in geeigneter Weise. Beträgt die Dauer eines Ausbildungsabschnitts im Ausland mehr als vier Wochen, ist hierfür ein mit der zuständigen Stelle abgestimmter Plan erforderlich.“
Nach § 2 Abs.3 BBiG wird der Auslandsaufenthalt rechtlich als Teil der Berufsausbildung behandelt, sofern er dem Ausbildungsziel dient. Dies ist dann der Fall, wenn die im Ausland vermittelten Ausbildungsinhalte im Wesentlichen dem Gegenstand der inländischen Ausbildung entsprechen, Sprachkenntnisse vermittelt werden und/oder sonstige zusätzlich Kompetenzen auf persönlicher und fachlicher Ebene erworben werden.
Das Ausbildungsverhältnis wird nicht unterbrochen
Der Auslandsabschnitt hat rechtlich keinen Einfluss auf das inländische Ausbildungsverhältnis. Demnach findet durch den Auslandsaufenthalt keine Unterbrechung des Ausbildungsverhältnisses statt.
Ausbildungsvergütung wird weiterhin bezahlt
Der inländische Ausbildungsbetrieb hat die Verpflichtung, die Ausbildungsvergütung während des Auslandsaufenthaltes weiter zu bezahlen. (§§ 17 ff BBiG),
Die Ausbildungsabschnitte im Ausland dürfen maximal ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer betragen. Anrechnungen bzw. Ausbildungszeitverkürzungen nach den §§ 7 und 8 BBiG bleiben hierbei unberücksichtigt. Bei einer dreijährigen Ausbildungsdauer wird ein Auslandsaufenthalt bis zu maximal 9 Monaten möglich sein.
Absatz 3 Satz 1 des & 76 BBiG legt fest, dass bei einem Auslandsaufenthalt, der die Dauer von vier Wochen überschreitet, ein mit der zuständigen Stelle (die jeweils zuständige Kammer) abgestimmter Plan erforderlich ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Vertrag handeln, der mit den Auszubildenden im Rahmen eines durch das Programm Leonardo da Vinci geförderten Projektes, abgeschlossen werden muss.
Weitere Informationen zu Berufsbildungsgesetz /Auslandspraktika während der Ausbildung
Sozialversicherung während den Auslandsaufenthalten
Wird ein Auslandspraktikum innerhalb der Ausbildung absolviert, bleibt der Sozialversicherungsschutz bestehen, da
das inländische Ausbildungsverhältnis nicht unterbrochen wird,
die/der Auszubildende sich auf Anweisung eines Ausbildungsbetriebes ins Ausland begibt,
die/der Auszubildende in den inländischen Ausbildungsbetrieb integriert bleibt,
der Auslandsaufenthalt zeitlich befristet ist.
(bisherige Pflichtversicherung in Deutschland bleibt bestehen)
Auslandsentsendung: Beiträge werden unverändert weiterbezahlt. Private Zusatzversicherung für den Auslandsaufenthalt s.u. wird empfohlen.
(Bestehende Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung)
Auslandsentsendung: Pflichtversicherung in der Pflegeversicherung bleibt bestehen.
(Die deutschen Rechtsvorschriften gelten weiter)
Auslandsentsendung: Die gesetzliche Unfallversicherung bleibt unverändert bestehen.
Auslandsentsendung: Die Pflichtversicherung bleibt unverändert bestehen.
Auslandsentsendung: Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung bleibt bestehen.
Was ist vor einem Auslandsaufenthalt bezüglich Versicherung zu tun?
Sicherstellen, dass die Krankenversicherungskarte europaweit gültig ist (Inzwischen ist es bei fast allen Krankenversicherungen Standard, dass die Versicherungskarten europaweit benutzt werden können).
Ergänzend zur gesetzlichen Krankenversicherung empfiehlt es sich, eine zusätzliche Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung für den Auslandsaufenthalt abzuschließen. Diese greift während Auslandsaufenthalten innerhalb der Ausbildung insbesondere dann, wenn es zu einem Schaden außerhalb eines Betriebspraktikum, im Freizeitbereich kommt.
Wer ist zuständig für einen Arbeitsunfall während des Auslandspraktikums?
Für den Fall, dass es während des Auslandsaufenthaltes im Praktikumsbetrieb zu einem Unfall kommt, ist wie bei einem Arbeitsunfall im regulären Ausbildungsbetrieb die jeweilige Berufsgenossenschaft zuständig und umgehend darüber zu informieren. Es wird empfohlen, bevor ein Auslandspraktikum begonnen wird, die Berufsgenossenschaft darüber in Kenntnis zu setzen.
Fördermöglichkeiten beruflicher Praktika in Europa
Hier finden Sie eine nützliche Übersicht.