Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/41556.html
Timestamp: 2019-12-09 11:07:14
Document Index: 3990664

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 7', 'Art. 4', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 16', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 3', '§ 21', '§ 21']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Vogelfreistätte Jastorfer See" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Vogelfreistätte Jastorfer See"
Amtsblatt der Regierung in Lüneburg 1977, Seite 200
V e r o r d n u n g des Regierungspräsidenten in Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Vogelfreistätte Jastorfer See” in den Gemarkungen Jastorf und Heitbrack, Landkreis Uelzen, vom 19. Oktober 1977
Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 in der Fassung vom 20. Januar 1938 (Nds. GVBl. Sb. II, S. 908), zuletzt geändert und ergänzt durch das Zweite Anpassungsgesetz vom 2. Dezember 1974 (Nds. GVBl. S. 535) sowie der §§ 7 und 17 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 i. d. Fassung vom 16. September 1938 (Nds. GVBl. Sb. II S. 911) , geändert durch Art. 4 Nr. 2 der Verordnung vom 15. August 1975 (Nds GVBl. S. 289) wird verordnet:
Die Vogelfreistätte Jastorfer See in den Gemarkungen Jastorf und Heitbrack, Landkreis Uelzen, ist von mir in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 19. Oktober 1977 unter der Nr. Lü 36 in das Naturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutze des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 16,5 ha und umfasst nach dem Stand des Katasters vom 14. Oktober 1975 folgende Flurstücke:
(a) Gemarkung Jastorf:
in Flur 1 die Flurstücke 58, 59 teilweise, 55/1 teilweise, 66/1 teilweise,
in Flur 2 die Flurstücke 224 teilweise und 223 teilweise
(b) Gemarkung Heitbrack:
in Flur 1 die Flurstücke 2/1 teilweise, 5/1 teilweise, 7/1 teilweise,
in Flur 2 Flurstück 58/2 teilweise.
(2) Für die Begrenzung des Naturschutzgebietes ist die auf den Seiten 206/207 mitveröffentlichte Karte allein maßgeblich.
(1) Im Bereich des Naturschutzgebietes dürfen keine Maßnahmen vorgenommen werden, die geeignet sind, eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzen- und Tierwelt, der Oberflächengewässer, der Grundwasser- und Nährstoffverhältnisse und der Bodengestalt herbeizuführen.
d) Laub- und Mischwaldbestände und Gebüsche, insbesondere Erlen- und Birkenbruchwald sowie Hecken, Feldgehölze, Bäume und andere Gehölzbestände kahlzuschlagen, zu roden oder auf andere Weise zu beeinträchtigen,
f) die Pflanzendecke abzubrennen und Chemiekalien aller Art auszubringen,
g) Anpflanzungen und Aufforstungen vorzunehmen oder auf andere Weise Pflanzen einzubringen,
h) Tiere einzubringen oder in das Gebiet hineinzulassen,
m) Müll- und Schuttabladeplätze sowie Abraumhalden anzulegen,
p) das Gebiet außer auf den dafür zugelassenen Wegen zu betreten und Hunde frei laufen zu lassen,
s) Kraftfahrzeuge zu fahren, abzustellen oder zu waschen,
t) die Wasserflächen mit Booten zu befahren,
u) Müll, Schutt, Schrott, Abraum oder sonstige Abfälle wegzuwerfen oder abzulagern oder das Gebiet auf andere Weise zu verunreinigen.
3) Die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten haben ihnen bekannt werdende Schäden und Beeinträchtigungen des Naturschutzgebietes unverzüglich dem Regierungspräsidenten in Lüneburg oder dem Landkreis Uelzen zu melden. Sie haben die vom Regierungspräsidenten in Lüneburg angeordneten Schutz-, Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen sowie Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden oder Verunstaltungen zu dulden.
Unberührt bleibt die bisherige Nutzung in der bisher üblichen Art und Weise, insbesondere
a) die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd,
b) das Angeln in der Zeit vom 01.07. bis 28.02. an den dafür zugelassenen Stellen am Südufer,
c) das Betreten und Befahren der Wege und Nutzflächen des Gebietes durch die Besitzer und Nutzungsberechtigten sowie der land- und forstwirtschaftliche Durchgangsverkehr.
(1) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung durch den Regierungspräsidenten in Lüneburg als höherer Naturschutzbehörde genehmigt werden.
(2) Eine solche Ausnahmegenehmigung kann unter Bedingungen und Auflagen erteilt werden, die der Abwendung oder einem Ausgleich der in § 3 genannten Veränderungen oder Beeinträchtigungen dienen. Sie ersetzt nicht eine etwa nach sonstigen Vorschriften erforderliche Genehmigung.
Wer entgegen den Verboten nach § 3 Handlungen vornimmt, hat die hierdurch eingetretenen Veränderungen oder Beeinträchtigungen i. S. des § 3 Abs. 1 nach Anordnung des Regierungspräsidenten in Lüneburg durch Wiederherstellen des alten Zustandes oder auf andere Weise auf seine Kosten zu beseitigen oder auszugleichen.
(1) Wer vorsätzlich entgegen dem Verbot des § 16 Abs. 2 Reichsnaturschutzgesetz (RNG) ohne die erforderliche Genehmigung Veränderungen im Naturschutzgebiet vornimmt, wird gem. § 21 Nr. 1 RNG mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, soweit nicht eine schärfere Strafbestimmung anzuwenden ist. Die fahrlässige Zuwiderhandlung wird gem. § 21 a Abs. 1 Nr. 1 RNG als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Gemäß § 21 a Abs. 1 RNG handelt ferner ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig den in § 3 Abs. 2 Buchst. a) bis u) dieser Verordnung genannten Verboten zuwiderhandelt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000,00 DM geahndet werden.
(2) Sachen, die durch eine Straftat nach § 21 oder durch eine Ordnungswidrigkeit nach § 21 a RNG erlangt sind, können eingezogen werden.
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Ausgabe des Amtsblattes für den Regierungsbezirk Lüneburg, in dem sie veröffentlicht ist, in Kraft.
Lüneburg, den 19. Oktober 1977
– 109-22 221/5/Lü 36 -
Graf v. Hardenberg