Source: https://www.mietrechtmuenchen.com/tag/architekt/page/2/
Timestamp: 2020-02-16 21:53:26
Document Index: 28365969

Matched Legal Cases: ['§ 145', '§ 6', 'BGH', '§ 633', '§ 15', 'BGH', '§ 254', '§ 254']

Architekt Archives - Seite 2 von 3 - Mietrecht München
Zur Frage, ob der Architektenvertrag auch bei mangelnder Einigung über Honorar und Kündigung zustande gekommen ist. 0
Ein Architektenvertrag kommt, selbst wenn sich Auftraggeber und Architekt noch nicht über alle offenen Punkte einer Zusammenarbeit geeinigt haben, zustande, wenn beide Seiten im beiderseitigen Einvernehmen mit der Durchführung des unvollständigen Vertrags begonnen haben.
Soweit der Auftraggeber den Architektenvertrag grundlos widerruft, kann der Architekt auch sein Honorar für die noch nicht erbrachten Leistungen nach den Mindestsätzen der HOAI abrechnen. Allerdings muss er sich dasjenige anrechnen lassen, was er sich infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart hat (IBRRS 2018, 3623; BGB §§ 145, 154, 631, 649; HOAI 2009 §§ 6, 33; OLG Dresden, Urteil vom 20.11.2017 – 10 U 1012/16; vorhergehend: LG Leipzig, 07.06.2016 – 2 O 937/13; nachfolgend: BGH, Beschluss vom 04.07.2018 – VII ZR 293/17 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgenommen).
Architekt muss seine Vorarbeiten aus Leistungspahse 3 in Leistungsphase 5 ggf. kritisch hinterfragen 0
Ein früher Planungsmangel entbindet den Architekten nicht von der Verpflichtung, im Rahmen der Leistungsphase 5 (Ausführungsplanung) seine eigenen Vorarbeiten – insbesondere die Entwurfsplanung aus Leistungsphase 3 – nochmals kritisch zu hinterfragen und etwaige Mängel in der deutlich detailgenaueren Ausführungsplanung zu korrigieren.
Eine Verwirkung der Mängelansprüche des Auftraggebers kommt nicht in Betracht, wenn Auftraggeber und Architekt über Jahre hinweg im fortlaufenden Kontakt standen, um die Ursache des Mängelsymptoms herauszufinden (IBRRS 2018, 2110;
BGB §§ 633, 634, 637 Abs. 3; HOAI 1996 § 15; OLG München, Beschluss vom 09.02.2017 – 27 U 3088/16 Bau;
vorhergehend: OLG München, Gerichtlicher Hinweis vom 12.12.2016 – 27 U 3088/16 Ba; LG Kempten, 01.07.2016 – 23 O 1633/15; nachfolgend:
BGH, Beschluss vom 07.03.2018 – VII ZR 198/17 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen)
Bei fehlerhaft geplanter Dachabdichtung haftet der Architekt zu 70%, der Dachdecker zu 30% 0
Der Architekt ist nicht bereits kraft seiner Bestellung uneingeschränkt bevollmächtigt, den Auftraggeber beim Abschluss von Verträgen zu vertreten, oder rechtsgeschäftliche Erklärungen abzugeben, die dem Bauherrn erhebliche Verpflichtungen auferlegen.
Bei der Abgrenzung zwischen mehreren Schadensverursachern, wie beispielsweise dem planenden Architekten und dem bauausführenden Unternehmen ist zu berücksichtigen, dass Planungsfehler grundsätzlich in den Verantwortungsbereich des planenden Architekten, Ausführungsfehler dagegen in den Verantwortungsbereich des bauausführenden Unternehmers fallen.
Die Überwachungspflicht des bauleitenden Architekten dient regelmäßig dem Schutz des Auftraggebers und nicht dem Schutz des bauausführenden Unternehmens.
im Innenverhältnis gegenüber dem Bauherrn kann sich der planende Architekt nicht zu seiner Entlastung darauf berufen, dass der Bauunternehmer die fehlerhaft geplante Bauleistung nicht fachgerecht ausgeführt habe.
Der Bauherr muss sich den Planungsfehler seines Architekten im Verhältnis zum Auftragnehmer gem. §§ 254, 278 BGB zurechnen lassen (BGB §§ 254, 278, 633; OLG Celle, Urteil vom 18.05.2017 – 7 U 168/16; vorhergehend: LG Hildesheim, 02.11.2016 – 2 O 165/15 (IBRRS 2017, 1825).