Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZB%2020/99
Timestamp: 2019-10-15 17:51:48
Document Index: 34478765

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 85', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.02.2000 - XI ZB 20/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,3996
BGH, 08.02.2000 - XI ZB 20/99 (https://dejure.org/2000,3996)
BGH, Entscheidung vom 08.02.2000 - XI ZB 20/99 (https://dejure.org/2000,3996)
BGH, Entscheidung vom 08. Februar 2000 - XI ZB 20/99 (https://dejure.org/2000,3996)
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Berufungsbegründungsfrist - Berufung - Frist - Telefax - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - Glaubhaftmachung - Eidesstattliche Versicherung - Verschulden - Rechtsanwalt
ZPO § 85 Abs. 2, §§ 233, 516, 518 Abs. 2
Wird er dagegen unvorhergesehen krank, gereicht ihm eine unterbleibende Einschaltung eines Vertreters nicht zum Verschulden, wenn ihm diese weder möglich noch zumutbar war (vgl. BGH, Beschlüsse vom 8. Februar 2000 - XI ZB 20/99, juris Rn. 12;… vom 18. September 2008 - V ZB 32/08, aaO Rn. 9, 12;… vom 6. Juli 2009 - II ZB 1/09, aaO; jeweils mwN).
Ein Rechtsanwalt muss allerdings, wenn er - wie hier - unvorhergesehen erkrankt, nur das, aber auch alles zur Fristwahrung unternehmen, was ihm dann möglich und zumutbar ist (Senatsbeschluss vom 6. März 1990 - VI ZB 4/90, VersR 1990, 1026;… BGH, Beschlüsse vom 26. September 2013 - V ZB 94/13, NJW 2014, 228 Rn. 10; vom 11. März 1987 - VIII ZB 2/87, VersR 1987, 785, 786; vom 8. Februar 2000 - XI ZB 20/99, juris Rn. 12; vom 18. September 2003 - V ZB 23/03, FamRZ 2004, 182 …und vom 18. September 2008 - V ZB 32/08, NJW 2008, 3571 Rn. 9).
aa) Ein Rechtsanwalt muss zwar, wenn er - wie hier - unvorhergesehen erkrankt, nur das, aber auch alles zur Fristwahrung unternehmen, was ihm dann möglich und zumutbar ist (BGH, Beschlüsse vom 11. März 1987 - VIII ZB 2/87, VersR 1987, 785, 786, vom 6. März 1990 - VI ZB 4/90, VersR 1990, 1026 und vom 8. Februar 2000 - XI ZB 20/99, juris Rn. 12; Senat, Beschlüsse vom 18. September 2003 - V ZB 23/03, FamRZ 2004, 182 …und vom 18. September 2008 - V ZB 32/08, NJW 2008, 3571, 3572 Rn. 9).
Daß er die Entwicklung seiner Erkrankung günstiger einschätzt, entlastet ihn nicht (BGH, Beschl. v. 8. Februar 2000, XI ZB 20/99, veröffentlicht bislang nur bei juris; vgl. dazu auch BGH, Beschl. v. 3. Dezember 1998, X ZR 181/98, NJW-RR 1999, 938).
b) Ein Rechtsanwalt muss aber, auch wenn er - wie hier - unvorhergesehen erkrankt, das zur Fristwahrung unternehmen, was ihm dann möglich und zumutbar ist (BGH, Beschlüsse vom 11. März 1987 - VIII ZB 2/87, VersR 1987, 785, 786, vom 6. März 1990 - VI ZB 4/90, VersR 1990, 1026 und vom 8. Februar 2000 - XI ZB 20/99, juris Rn. 12; Senat, Beschlüsse vom 18. September 2003 - V ZB 23/03, FamRZ 2004, 182 …und vom 18. September 2008 - V ZB 32/08, NJW 2008, 3571, 3572 Rn. 9).
Denn die Erkrankung des Prozessbevollmächtigten befreit diesen nicht von der Pflicht, durch geeignete Anweisungen und gegebenenfalls die Hinzuziehung eines Vertreters für die Erledigung der Fristsachen zu sorgen (…BAG Urt. v. 27.8.2003 - 4 AZR 527/02 ausdrücklich zur Berufungsbegründungsfrist; BGH Beschl. v. 8.2.2000 - XI ZB 20/99).
Der Rechtsanwalt muss sogar für den Fall, dass sich seine Erkrankung verschlimmern könnte, Sorge durch Bestellung eines Vertreters treffen (BSG vom 14.07.2004, B 11 AL 91/04 B; vgl. auch BVerwG vom 19.07.1962 - VIII B 186.60 = MDR 1962, 931;… BFH vom 28.03.1990 - V B 25/90 = BFH/NV 1991, 247; BFH vom 23.10.2000 - VI B 45/99 = BFH/NV 2001, 468 sowie BGH vom 08.02.2000 - XI ZB 20/99 und vom 18.09.2003 - V ZB 23/03=FamRZ 2004, 182).