Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2078/13
Timestamp: 2019-06-24 16:27:30
Document Index: 217249791

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 823', '§ 839', '§ 278', '§ 823', '§ 839', 'Art 34', '§ 839', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 630', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.01.2014 - VI ZR 78/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,1330
BGH, 21.01.2014 - VI ZR 78/13 (https://dejure.org/2014,1330)
BGH, Entscheidung vom 21.01.2014 - VI ZR 78/13 (https://dejure.org/2014,1330)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13 (https://dejure.org/2014,1330)
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BGB § 278, § 823 Abs. 1, § 839 Abs. 1 Satz 2
§ 278 BGB, § 823 Abs 1 BGB, § 839 Abs 1 S 2 BGB, Art 34 GG
Arzt- und Krankenhaushaftung: Amtshaftungsanspruch gegen einen Arzt; Abgrenzung zwischen Befunderhebungsfehler und Diagnosefehler bei Schlaganfallpatienten; Haftung für Fehler eines Konsiliararztes
Haftung eines Krankenhausträgers für Arztfehler eines Konsiliararztes
BGB § 839 Abs. 1 S. 2; GG Art. 34 S. 1
Klinik haftet für Fehler ihres nicht hinreichend spezialisierten Konsiliararztes
Krankenhausträger haftet einem Patienten für Arztfehler eines Konsiliararztes
Notwendigkeit der Verlegung in ein besser ausgestattetes Krankenhaus
Arzthaftungsrecht: Befunderhebungsfehler bei nicht erfolgter notwendiger Verlegung in ein besser ausgestattetes Krankenhaus
Behandlungsfehler in Form eines Befunderhebungsfehlers bei Unterlassen der Verlegung in ein Krankenhaus mit neurologischer Abteilung
Haftung wegen unterlassender Befunderhebung eines Konsiliararztes
LG Lübeck, 28.06.2011 - 5 O 3/11
OLG Schleswig, 31.01.2013 - 4 U 97/11
NJW-RR 2014, 1051
MDR 2014, 655
NJ 2014, 297
VersR 2014, 374
Bei einem Befunderhebungsfehler tritt eine Beweislastumkehr hinsichtlich der haftungsbegründenden Kausalität ein, wenn bereits die Unterlassung einer aus medizinischer Sicht gebotenen Befunderhebung einen groben ärztlichen Fehler darstellt (vgl. Senat, Urteile vom 13. Januar 1998 - VI ZR 242/96, BGHZ 138, 1, 5 f.;… vom 29. September 2009 - VI ZR 251/08, VersR 2010, 115 Rn. 8;… vom 13. September 2011 - VI ZR 144/10, VersR 2011, 1400 Rn. 8;… vom 2. Juli 2013 - VI ZR 554/12, VersR 2013, 1174 Rn. 11; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 20;… vom 24. Februar 2015 - VI ZR 106/13, VersR 2015, 712 Rn. 15).
Zudem kann auch eine nicht grob fehlerhafte Unterlassung der Befunderhebung dann zu einer Umkehr der Beweislast hinsichtlich der Kausalität des Behandlungsfehlers für den eingetretenen Gesundheitsschaden führen, wenn sich bei der gebotenen Abklärung der Symptome mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein reaktionspflichtiges positives Ergebnis gezeigt hätte und sich die Verkennung dieses Befundes als fundamental oder die Nichtreaktion hierauf als grob fehlerhaft darstellen würden, und diese Fehler generell geeignet sind, den tatsächlich eingetretenen Gesundheitsschaden herbeizuführen (vgl. Senat, Urteile vom 13. Februar 1996 - VI ZR 402/94, BGHZ 132, 47, 52 ff.; vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03, BGHZ 159, 48, 56;… vom 13. September 2011 - VI ZR 144/10, VersR 2011, 1400 Rn. 8;… vom 2. Juli 2013 - VI ZR 554/12, VersR 2013, 1174 Rn. 11; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 20;… vom 24. Februar 2015 - VI ZR 106/13, VersR 2015, 712 Rn. 15).
Die ärztliche Heilbehandlung ist allerdings regelmäßig nicht Ausübung eines öffentlichen Amtes im Sinne von Art. 34 GG (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 15; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).
Im Unterschied dazu liegt ein Diagnoseirrtum vor, wenn der Arzt erhobene oder sonst vorliegende Befunde falsch interpretiert und deshalb nicht die aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachbereichs gebotenen - therapeutischen oder diagnostischen - Maßnahmen ergreift (…vgl. Senatsurteile vom 21. Dezember 2010 - VI ZR 284/09, BGHZ 188, 28, 35 Rn. 13; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 19; vom 10. November 1987 - VI ZR 39/87, VersR 1988, 293, 294; vom 23. März 1993 - VI ZR 26/92, VersR 1993, 836, 838; vom 4. Oktober 1994 - VI ZR 205/93, VersR 1995, 46; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, VersR 2003, 1256, 1257 …und vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 7).
Zudem kann auch eine nicht grob fehlerhafte Unterlassung der Befunderhebung dann zu einer Umkehr der Beweislast hinsichtlich der Kausalität des Behandlungsfehlers für den eingetretenen Gesundheitsschaden führen, wenn sich bei der gebotenen Abklärung der Symptome mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein so deutlicher und gravierender Befund ergeben hätte, dass sich dessen Verkennung als fundamental oder die Nichtreaktion hierauf als grob fehlerhaft darstellen würde und diese Fehler generell geeignet sind, den tatsächlich eingetretenen Gesundheitsschaden herbeizuführen (…vgl. Senatsurteile vom 5. November 2013 - VI ZR 527/12, VersR 2014, 247 Rn. 14; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 20; siehe nun auch § 630h Abs. 5 BGB).
OLG Hamm, 14.04.2015 - 26 U 125/13
Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 21.01.2014 - VI ZR 78/13 - darauf verwiesen, dass der Begriff "Konsiliararzt" nicht legal definiert sei.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ärztliche Heilbehandlung regelmäßig nicht in Ausübung eines öffentlichen Amts erfolgt (BGH VersR 2014, 374).
a) Ein Diagnosefehler liegt vor, wenn der Arzt erhobene oder sonst vorliegende Befunde falsch interpretiert und deshalb nicht die aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachbereichs gebotenen - therapeutischen oder diagnostischen - Maßnahmen ergreift (…vgl. BGH, Urteile vom 21. Dezember 2010 - VI ZR 284/09, BGHZ 188, 28, 35 Rn. 13; vom 21. Januar 2014 - VI ZR 78/13, VersR 2014, 374 Rn. 19; vom 10. November 1987 - VI ZR 39/87, VersR 1988, 293, 294; vom 23. März 1993 - VI ZR 26/92, VersR 1993, 836, 838; vom 4. Oktober 1994 - VI ZR 205/93, VersR 1995, 46; vom 8. Juli 2003 - VI ZR 304/02, VersR 2003, 1256, 1257 …und vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 7).
Er haftet dem Kläger als Konsiliararzt für sein fehlerhaftes ärztliches Handeln aus Delikt nach § 823 Abs. 1 BGB (BGH NJW-RR 2014, 1051, 1053).
Die Honorierung des Konsiliararztes erfolgte durch die Beklagte zu 4. (zum Ganzen BGH NJW-RR 2014, 1051).