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Timestamp: 2017-10-20 03:28:57
Document Index: 217584553

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_669/2013 17.01.2014
8C_669/2013
Die 1974 geborene E.________, geschieden und Mutter zweier 2001 und 2003 geborener Kinder, meldete sich am 15. März 2010 unter Hinweis auf seit längerer Zeit bestehende psychische Probleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen zog in der Folge Berichte der behandelnden Ärzte (der Frau Dr. med. H.________, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 23. September 2010 und des Dr. med. W.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 5. Dezember 2010 und 9. März 2011) bei, veranlasste ein Gutachten bei Dr. med. G.________, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, das am 14. Februar 2011 erstattet wurde, und holte Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) u.a. vom 23. Februar 2011 ein. Ferner liess sie die Leistungsansprecherin am 11. Juni 2010 einen Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt ausfüllen. Dem gestützt darauf erlassenen, auf einer Aufteilung der Bereiche Erwerbstätigkeit/Haushalt ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen von 60 %/40 %, einer Arbeitsfähigkeit von leidensangepasst 40 %, einer Erwerbsunfähigkeit von 33 % und einer Behinderung im Haushalt von 0 %, d.h. einer gewichteten Invalidität von 20 % ([0,6 x 33 %] + [0,4 x 0 %]), basierenden Vorbescheid widersetzte sich die Versicherte. Daraufhin liess die Verwaltung Erhebungen vor Ort durchführen (Abklärungsbericht Haushalt vom 5. September 2011), wozu sich der RAD am 26. September 2011 äusserte. Mit Verfügung vom 27. September 2011 wurde die vorbescheidweise angekündigte Rentenablehnung bekräftigt.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit der Feststellung gut, dass E.________ rückwirkend ab 1. September 2010 Anspruch auf eine ganze Rente habe, und wies die Sache zur Festsetzung des Rentenbetrags an die Verwaltung zurück (Entscheid vom 22. August 2013).
1.1. Im kantonalen Entscheid wurde erwogen, dass die Beschwerdegegnerin als Valide in einem 60%-Pensum erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt beschäftigt wäre. Im Weiteren ging die Vorinstanz davon aus, dass die Versicherte als Folge ihrer psychischen Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage sei, eine beruflich-erwerblich verwertbare Leistung zu erbringen, wohingegen sie die im Haushalt anfallenden Aufgaben noch im Umfang von knapp 60 % zu bewältigen vermöge. Anhand der gemischten Bemessungsmethode ermittelte das kantonale Gericht sodann eine Invalidität von gewichtet 76,64 % ([0,6 x 100 %] + [0,4 x 41,6 %]), woraus eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. September 2010 resultierte. Die Angelegenheit wurde zur Festsetzung des Rentenbetrags an die Beschwerdeführerin zurückgewiesen.
2.1. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin prüft es, unter Berücksichtigung der allgemeinen Begründungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
3.1. Streitig und unter sachverhaltsmässig eingeschränktem Blickwinkel zu prüfen ist, ob das kantonale Gericht der Beschwerdegegnerin zu Recht eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. September 2010 zugesprochen hat.
4.1. Uneinigkeit herrscht zum einen hinsichtlich des Ausmasses der Einschränkung im Erwerbsbereich. Die für die betreffende Beurteilung relevanten gesetzlichen Grundlagen sowie die entscheidwesentliche Rechtsprechung wurden in den vorinstanzlichen Erwägungen zutreffend dargelegt. Es betrifft dies insbesondere die Bestimmungen und Grundsätze zu der Bedeutung ärztlicher Auskünfte bei der Invaliditätsschätzung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261; vgl. ferner BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Darauf ist zu verweisen.
Nach dem Dargelegten ist von einer gewichteten 40%igen Erwerbsunfähigkeit (0,6 x 66,67 %; vgl. E. 4.4 hievor) und einem uneingeschränkten Leistungsvermögen im Haushalt auszugehen, woraus der Anspruch auf eine Viertelsrente resultiert. Keine höhere Rente ergäbe sich im Übrigen, wenn bei der Bemessung des Invalideneinkommens zugunsten der Beschwerdegegnerin zusätzlich ein sog. leidensbedingter Abzug in der maximal zulässigen Höhe von 25 % gewährt würde (dazu BGE 126 V 75 E. 5 S. 78 ff.). Diesfalls beliefe sich der Invaliditätsgrad bei einem Invalidenverdienst von Fr. 7'705.10 auf gewichtet 45 % (0,6 x 75 %). Da gegen den vorinstanzlich auf 1. September 2010 datierten Rentenbeginn keinerlei Einwände erhoben werden und diesbezügliche offensichtliche rechtliche Mängel nicht erkennbar sind, sind die Leistungen auf diesen Zeitpunkt zuzusprechen.
Die Gerichtskosten werden nach Massgabe des Obsiegens zu einem Viertel der Beschwerdeführerin und zu drei Vierteln der Beschwerdegegnerin überbunden (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 BGG). Der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin ist eine dem Ausgang des Verfahrens und dem Arbeitsaufwand im letztinstanzlichen Verfahren entsprechende Parteientschädigung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. August 2013 und die Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom 27. September 2011 werden mit der Feststellung aufgehoben, dass der Beschwerdegegnerin ab 1. September 2010 eine Viertelsrente zusteht. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.