Source: https://www.familienrecht.de/kanzleitipp/neu-familienrecht-2018/
Timestamp: 2018-02-23 04:38:56
Document Index: 22353350

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 115', '§ 115', '§ 115', '§ 18', 'BGH', 'BGH']

Neu im Familienrecht 2018 | Familienrecht
Im folgenden Beitrag sehen Sie wichtige Neuerungen, die 2018 im Familienrecht auf uns zukommen. Wegen der schwierigen Regierungsbildung ist noch vieles in der Schwebe. Dennoch sind einige Themen bzw. Änderungen im Familienrecht mehr oder weniger bereits gesetzt.
Neue Bremer Tabelle zur Berechnung des Altersvorsorgeunterhalts
Änderungen bei den PKH-Werten
Änderungen beim Abstammungsrecht
Vielleicht die prominenteste jährliche Änderung im Familienrecht ist die Düsseldorfer Tabelle. Diese ist für das Jahr 2018 bereits erschienen, alle Informationen dazu gibt es hier.
2. Neue Bremer Tabelle zur Berechnung des Altersvorsorgeunterhalts
Auch bei der Bremer Tabelle gibt es üblicherweise jährliche Anpassungen.
Die Prozesskostenhilfe-Beträge sind zum 1.1.2018 gestiegen. Folgende Regelung enthält die Prozesskostenhilfebekanntmachung 2018 (PKHB 2018) laut B. v. 15.12.2017 BGBl. I S. 4012 (Nr. 79):
Die ab dem 1. Januar 2018 maßgebenden Beträge, die nach § 115 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 Buchstabe b und Nummer 2 der Zivilprozessordnung vom Einkommen der Partei abzusetzen sind, betragen
1. für Parteien, die ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielen (§ 115 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 Buchstabe b der Zivilprozessordnung), 219 Euro,
2. für die Partei und ihren Ehegatten oder ihren Lebenspartner (§ 115 Absatz 1 Satz 3 Nummer 2 Buchstabe a der Zivilprozessordnung) 481 Euro,
3. für jede weitere Person, der die Partei auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht Unterhalt leistet, in Abhängigkeit von deren Alter (§ 115 Absatz 1 Satz 3 Nummer 2 Buchstabe b der Zivilprozessordnung):
Neue Beitragsbemessungsgrenzen 2018
Bei den Beitragsbemesseungsgrenzen hat es durch die „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2018“ Änderungen gegeben, die seit dem 1.1.2018 gelten (BGBl. 2017, Teil I, Nr. 74, S. 3778f.).
Hier die Werte für das kommende Jahr 2018 (jeweils pro Monat soweit nicht anders angegeben):
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung: 6.500 EUR (West) / 5.800 EUR (Ost)
Beitragsbemessungsgrenze für die knappschaftliche Rentenversicherung: 8.000 EUR (West) / 7.150 EUR (Ost)
Versicherungspflichtgrenze GKV/ PV: 4.950 EUR/ Monat – 59.400 EUR/ Jahr
Beitragsbemessungsgrenze GKV/ PV: 4.425 EUR/ Monat – 53.100 EUR/ Jahr
Bezugsgröße in der Sozialvers., § 18 SGB IV: 3.045 EUR (West) / 2.695 (Ost)
Dieses bereits für 2017 geplante Vorhaben ist steckengeblieben – ob es nach einer Regierungsbildung 2018 wieder aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Weitere Informationen zum Scheinvaterregress gibt es hier.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es im Abstammungsrecht Änderungen geben. Der Deutsche Juristentag sowie der vom Bundesjustizminister eingesetzte Arbeitskreis Abstammungsrecht haben sich in der jüngeren Vergangenheit dafür ausgesprochen, Erleichterungen für den biologischen Vater auf dem Weg zur juristisch abgesicherten Vaterschaft zu schaffen: Er soll z.B. ein Klagerecht für eine kurze Zeit nach der Geburt erhalten. Hier besteht für die neue Regierung also bereits ein konkreter Arbeitsauftrag. Vgl. zum Abstammungsrecht auch die aktuelle Entscheidungen des BGH XII ZB 525/16 sowie BGH XII ZB 389/16.
Auch beim Wechselmodell könnte es gesetzliche Regelungen geben, allerdings sind Prognosen wegen einer noch fehlenden Koalitionsvereinbarung im Moment nicht möglich. Über das Wechselmodell haben wir hier bereits ausführlich berichtet.
Sobald es Neuigkeiten zu familienrechtlichen Änderungen im Jahr 2018 gibt, informieren wir Sie hier auf Familienrecht.de !
17. Januar 2018	| Kanzleitipp	| Bremer Tabelle, Düsseldorfer Tabelle, Prozesskostenhilfe, Scheinvaterregress, Wechselmodell	| Markus Bongardt
2 Kommentare zu “Neu im Familienrecht 2018”
Völkel schreibt:
25. Januar 2018 um 18:46
Meine Enkelin ist 2,5 Jahre alt, mein Sohn hat die Scheidung, nach 1Jahr getrennt leben, eingereicht. Die Ex-Frau stimmt
einen Wechselmodell nicht zu.
Es gibt keinen Anlass dafür, unsere Vermutung, sie benötigt das Geld was sie monatlich erhält!
Christian aus MV schreibt:
25. Januar 2018 um 19:54
Wechselmodell. Gerade das wichtigste!!! Unsere armen Kinder!