Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=383
Timestamp: 2019-02-20 06:11:24
Document Index: 351246314

Matched Legal Cases: ['§ 430', '§ 376', '§ 358', '§ 430', '§ 430', '§ 376', '§ 433', '§ 358', '§ 432', '§ 430', '§ 376', '§ 433', '§ 358']

stian Sachs in der einleitung in die geschichte
der markgrafschaft Baaden, Iter th. 1764, 8v,
s. 48, s. 49, (h).
Der haubtfall wird zwar bei gelegenheit einerob das haubt-
recht eine ding-
liche last ist,
person haftet?
verstorbenen person geleistet; jedoch nicht von
der person, sondern von sachen, und der ver-
lassenschaft; wohlfolglich ist derselbe für eine
dingliche last zu achten; wofür man es auch
im concurse annimmt. Man muß dahir ei-
nen unterschid machen: zwischen dem ursprun-
ge der sache, und der sache selbst. Ursprüng-
lich kömmt er von der leibeigenschaft der person
her (§ 430); allein er gehet doch auf die sa-
che. Denn der eigenbehörige ist im eigentume
des herrn (§ 376); folglich auch, nach der
regel, alles, was der bauer hat; mithin seine
verlassenschaft selbst; gestalt das zugehörige der
haubtsache folget; woraus dann abzunemen ist;
daß der haubtfall für eine dingliche beschwe-
rung zu achten sey, und gehöret, ordentlicher
weise, dem gutsherrn, von Pufendorf vol. III,
obs. 29, s. 108 fg.
Die bauern werden in leibeigene, und freie ein-von den fronen
der freien bau-
geteilet (§ 358.). Dijenige, welche die frei-
heit für ire person erlanget haben; gleichwohl an
denselbigen orten verbliben sind, allwo sie die frei-
lassung überkommen haben, befinden sich in einer
ſtian Sachs in der einleitung in die geſchichte
der markgrafſchaft Baaden, Iter th. 1764, 8v,
ſ. 48, ſ. 49, (h).
liche laſt iſt,
perſon haftet?
verſtorbenen perſon geleiſtet; jedoch nicht von
der perſon, ſondern von ſachen, und der ver-
laſſenſchaft; wohlfolglich iſt derſelbe fuͤr eine
dingliche laſt zu achten; wofuͤr man es auch
im concurſe annimmt. Man muß dahir ei-
nen unterſchid machen: zwiſchen dem urſprun-
ge der ſache, und der ſache ſelbſt. Urſpruͤng-
lich koͤmmt er von der leibeigenſchaft der perſon
her (§ 430); allein er gehet doch auf die ſa-
che. Denn der eigenbehoͤrige iſt im eigentume
regel, alles, was der bauer hat; mithin ſeine
verlaſſenſchaft ſelbſt; geſtalt das zugehoͤrige der
haubtſache folget; woraus dann abzunemen iſt;
daß der haubtfall fuͤr eine dingliche beſchwe-
rung zu achten ſey, und gehoͤret, ordentlicher
weiſe, dem gutsherrn, von Pufendorf vol. III,
obſ. 29, ſ. 108 fg.
heit fuͤr ire perſon erlanget haben; gleichwohl an
denſelbigen orten verbliben ſind, allwo ſie die frei-
laſſung uͤberkommen haben, befinden ſich in einer
<p><pb facs="#f0383" n="359"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von dem be&#x017F;ten haubte, haubt-rechte.</hi></fw><lb/><hi rendition="#fr">&#x017F;tian Sachs</hi> in der einleitung in die ge&#x017F;chichte<lb/>
der markgraf&#x017F;chaft Baaden, <hi rendition="#aq">I</hi>ter th. 1764, 8v,<lb/>
&#x017F;. 48, &#x017F;. 49, (h).</p>
<p>Der haubtfall wird zwar bei gelegenheit einer<note place="right">ob das haubt-<lb/>
recht eine ding-<lb/>
liche la&#x017F;t i&#x017F;t,<lb/>
oder auf der<lb/>
per&#x017F;on haftet?</note><lb/>
ver&#x017F;torbenen per&#x017F;on gelei&#x017F;tet; jedoch nicht von<lb/>
der per&#x017F;on, &#x017F;ondern von &#x017F;achen, und der ver-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft; wohlfolglich i&#x017F;t der&#x017F;elbe fu&#x0364;r eine<lb/>
dingliche la&#x017F;t zu achten; wofu&#x0364;r man es auch<lb/>
im concur&#x017F;e annimmt. Man muß dahir ei-<lb/>
nen unter&#x017F;chid machen: zwi&#x017F;chen dem ur&#x017F;prun-<lb/>
ge der &#x017F;ache, und der &#x017F;ache &#x017F;elb&#x017F;t. Ur&#x017F;pru&#x0364;ng-<lb/>
lich ko&#x0364;mmt er von der leibeigen&#x017F;chaft der per&#x017F;on<lb/>
her (§ 430); allein er gehet doch auf die &#x017F;a-<lb/>
che. Denn der eigenbeho&#x0364;rige i&#x017F;t im eigentume<lb/>
des herrn (§ 376); folglich auch, nach der<lb/>
regel, alles, was der bauer hat; mithin &#x017F;eine<lb/>
verla&#x017F;&#x017F;en&#x017F;chaft &#x017F;elb&#x017F;t; ge&#x017F;talt das zugeho&#x0364;rige der<lb/>
haubt&#x017F;ache folget; woraus dann abzunemen i&#x017F;t;<lb/>
daß der haubtfall fu&#x0364;r eine dingliche be&#x017F;chwe-<lb/>
rung zu achten &#x017F;ey, und geho&#x0364;ret, ordentlicher<lb/>
wei&#x017F;e, dem gutsherrn, <hi rendition="#fr">von Pufendorf</hi> vol. <hi rendition="#aq">III,<lb/>
ob&#x017F;.</hi> 29, &#x017F;. 108 fg.</p>
<head><hi rendition="#b">Neun und funfzig&#x017F;tes haubt&#x017F;tu&#x0364;ck<lb/>
von den freien bauern.</hi><lb/>
§ 433</head><lb/>
<p><hi rendition="#in">D</hi>ie bauern werden in leibeigene, und freie ein-<note place="right">von den fronen<lb/>
der freien bau-<lb/>
ern.</note><lb/>
geteilet (§ 358.). Dijenige, welche die frei-<lb/>
heit fu&#x0364;r ire per&#x017F;on erlanget haben; gleichwohl an<lb/>
den&#x017F;elbigen orten verbliben &#x017F;ind, allwo &#x017F;ie die frei-<lb/>
la&#x017F;&#x017F;ung u&#x0364;berkommen haben, befinden &#x017F;ich in einer<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">Z 4</fw><fw place="bottom" type="catch">un-</fw><lb/></p>
[359/0383] von dem beſten haubte, haubt-rechte. ſtian Sachs in der einleitung in die geſchichte der markgrafſchaft Baaden, Iter th. 1764, 8v, ſ. 48, ſ. 49, (h). § 432 Der haubtfall wird zwar bei gelegenheit einer verſtorbenen perſon geleiſtet; jedoch nicht von der perſon, ſondern von ſachen, und der ver- laſſenſchaft; wohlfolglich iſt derſelbe fuͤr eine dingliche laſt zu achten; wofuͤr man es auch im concurſe annimmt. Man muß dahir ei- nen unterſchid machen: zwiſchen dem urſprun- ge der ſache, und der ſache ſelbſt. Urſpruͤng- lich koͤmmt er von der leibeigenſchaft der perſon her (§ 430); allein er gehet doch auf die ſa- che. Denn der eigenbehoͤrige iſt im eigentume des herrn (§ 376); folglich auch, nach der regel, alles, was der bauer hat; mithin ſeine verlaſſenſchaft ſelbſt; geſtalt das zugehoͤrige der haubtſache folget; woraus dann abzunemen iſt; daß der haubtfall fuͤr eine dingliche beſchwe- rung zu achten ſey, und gehoͤret, ordentlicher weiſe, dem gutsherrn, von Pufendorf vol. III, obſ. 29, ſ. 108 fg. ob das haubt- recht eine ding- liche laſt iſt, oder auf der perſon haftet? Neun und funfzigſtes haubtſtuͤck von den freien bauern. § 433 Die bauern werden in leibeigene, und freie ein- geteilet (§ 358.). Dijenige, welche die frei- heit fuͤr ire perſon erlanget haben; gleichwohl an denſelbigen orten verbliben ſind, allwo ſie die frei- laſſung uͤberkommen haben, befinden ſich in einer un- von den fronen der freien bau- ern. Z 4
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/383
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 359. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/383>, abgerufen am 20.02.2019.