Source: https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/einnahmen_idesk_PI11525_HI1633803.html
Timestamp: 2020-04-09 11:29:05
Document Index: 164668085

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 11', '§ 19', '§ 3', '§ 3', '§ 9', '§ 3', '§ 3', '§ 115']

Einnahmen | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Einnahmen sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Überschusseinkunftsart zufließen . Es handelt sich also um die Bruttobezüge vor Abzug der Werbungskosten, die dem Steuerpflichtigen z. B. als
Arbeitslohn (§ 19 EStG),
Kapitalertrag (§ 20 EStG),
Miet- oder Pachteinnahmen (§ 21 EStG) oder
wiederkehrende Bezüge (§ 22 EStG)
zufließen. Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob es sich um laufende oder einmalige Bezüge handelt, wie die Leistungen, die der Steuerpflichtige erhält, bezeichnet werden und ob er sie mit oder ohne Rechtsanspruch erhält. Maßgebend ist allein, dass ein konkreter wirtschaftlicher Zusammenhang mit der jeweiligen Einkunftsart besteht.
Gesetzlich geregelt ist der Einnahmenbegriff zum einen generell in der Einkünftedefinition für Überschusseinkünfte des § 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG, zum anderen in der Zuflussregelung des § 11 Abs. 1 EStG sowie in den Einzelvorschriften zu den Überschusseinkünften (§§ 19–22 EStG).
1 Steuerfreie Einnahmen
Einnahmen sind steuerfrei, wenn sie die Voraussetzungen des § 3 EStG erfüllen, d. h. unter die dortige abschließende Aufzählung fallen. Die aufgeführten Fälle betreffen überwiegend die Steuerfreistellung von Zuwendungen an Arbeitnehmer, wie z. B. Lohnersatzleistungen, Erstattung von Werbungskosten, Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer u. Ä.
Bei der Erstattung von Werbungskosten ist zu beachten, dass eine Steuerfreiheit nach den Regelungen in § 3 Nr. 13 und 16 EStG nur in Betracht kommt, soweit Kosten erstattet werden, die ihrer Natur nach Werbungskosten i. S. v. § 9 Abs. 1 EStG sind. Vergütungen zur Beschaffung klimabedingter Kleidung und zur Ausstattung bei Auslandsumzügen fallen daher nicht unter die Befreiungsvorschriften.
Im Bereich der sonstigen Einkünfte bleiben Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung steuerfrei. Dagegen sind Schadensersatzrenten zum Ausgleich vermehrter Bedürfnisse, die bei Verletzung höchstpersönlicher Güter im Bereich der privaten Vermögenssphäre geleistet werden (sog. Mehrbedarfsrenten), schon grundsätzlich nicht steuerbar. Entsprechendes gilt für die Zahlung von Schmerzensgeldrenten.
Zur Steuerfreiheit von Eingliederungszuschüssen hat der BFH mit Urteil vom 29.8.2017 Stellung genommen..
Einnahmen aus bestimmten nebenberuflichen Tätigkeiten (Übungsleiter, Erzieher, Ausbilder, Betreuer, künstlerische Tätigkeiten sowie Pflegetätigkeiten) bleiben bis zu einem Betrag von 2.400 EUR steuerfrei. Hier kommt ein Abzug von Betriebsausgaben oder Werbungskosten nur in Betracht, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die jeweiligen Ausgaben den Freibetrag von 2.400 EUR übersteigen.
Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich bleiben generell unter den weiteren Voraussetzungen des § 3 Nr. 26a EStG bis zur Höhe von 720 EUR steuerfrei, sofern sie nicht bereits unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG fallen.
Hauptberuflich selbstständige Tätigkeiten
Bei hauptberuflicher selbstständiger schriftstellerischer oder journalistischer Tätigkeit, aus wissenschaftlicher, künstlerischer und schriftstellerischer Nebentätigkeit sowie aus nebenamtlicher Lehr- und Prüfungstätigkeit können Betriebsausgaben bei hauptamtlicher Tätigkeit pauschal i. H. v. 30 % der Betriebseinnahmen, höchstens 2.455 EUR, sowie bei nebenamtlicher Tätigkeit pauschal mit 25 % der Betriebseinnahmen, höchstens 614 EUR, jährlich abgezogen werden.
2 Zufluss in Geld oder Geldeswert
Mit Überschusseinkünften im Zusammenhang stehende Einnahmen können dem Steuerpflichtigen in Geld oder Geldeswert zufließen. Geldwerte Güter sind Sachbezüge, die dem Steuerpflichtigen durch Zuwendung von Sachen, Rechten, Leistungen, Nutzungen sowie sonstigen Vorteilen jeder Art (auch durch Zuwendung von Dritten) zufließen. Voraussetzung für die steuerliche Erfassung als Einnahmen ist die wirtschaftliche Bereicherung des Bedachten.
Die Frage der Sachbezugsversteuerung und die damit einhergehende Abgrenzung von den (mangels Zufluss einer Vermögensmehrung) nicht steuerbaren Zuwendungen ist vor allem im Bereich der Lohneinkünfte von Bedeutung. So führen z. B. zu steuerpflichtigen Sachbezügen:
die kostenlose oder verbilligte Überlassung von qualitativ oder preislich hochwertigen Kleidungsstücken durch den Arbeitgeber, auch dann, wenn das Tragen der vom Arbeitgeber hergestellten Bekleidungsstücke sowohl Repräsentationszwecken als auch der Werbung dient. Dagegen kann die Gestellung einheitlicher, während der Arbeitszeit zu tragender bürgerlicher Kleidungsstücke eigenbetrieblich veranlasst sein, ohne zu einer steuerpflichtigen Bereicherung beim Arbeitnehmer zu führen;
die Zahlung von Zinsausgleichszahlungen des Arbeitgebers an den Darlehensgeber;
die Verzinsung von Genussrechten, die vom Arbeitgeber erworben wurden
eine Lohnnachzahlung, die der Arbeitgeber aufgrund des gesetzlichen Forderungsübergangs nach § 115 SGB X unm...