Source: https://de.scribd.com/document/50534609/Wirtschafltiche-Freiheit-in-den-deutschen-Bundeslandern-2010-C-Fuest-R-Bertenrath-P-Welter
Timestamp: 2020-07-15 09:39:25
Document Index: 249207922

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 1', '§ 12', '§ 3', '§ 12', '§ 3', '§\u200913', '§ 23']

Wirtschafltiche Freiheit in den deutschen Bundesländern 2010, C. Fuest, R. Bertenrath, P. Welter
Im Ranking um die „Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern 2010“ belegen erneut Bayern und Baden-Württemberg die ersten beiden Plätze. Berlin ist wie im Vorjahr Schlusslicht. Von den neuen Bundesländern schneiden Thüringen (Platz 10) und Brandenburg (12) am besten, von den alten Bremen (11) am schlechtesten ab.
speichernWirtschafltiche Freiheit in den deutschen Bundeslä... für später speichern
Die Moral bringt nichts ins Lot
Janusgesicht der Staatsschulden
Indirekte Verschuldung: Pensionslast und Nachhaltigkeitslücke
Staatsschulden werden nicht durch Rückzahlung getilgt
Nur wer konsumiert, nützt der Wirtschaft
Die Politik muss beruhigen und die Steuern für Reiche erhöhen_ Die Apokalypse fällt aus
Banken - Was Man Tun Soll
Die Schuldenluege
IRCr Brazil
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2013
jw-2011-01-08-99
Degussa Marktreport 23 November 2012
OB Ude: Verschuldung Geringer Als 1990!
Zypern-Rettung Zeigt Bankkonten Sind Nicht Sicher
Heiner Flaßbeck: Schulden und Zukunft
liberalReport
in den deutschen
Bundesländern 2010
in den deutschen Bundesländern
Clemens Fuest, Roman Bertenrath und Patrick Welter
Köln, Frankfurt, Oxford, 7. Dezember 2010
1.	In dieser Studie stellen wir zwei Indizes wirtschaftlicher Freiheit für die deutschen Bun-
desländer vor. Grundlage sind bis zu zehn Indikatoren verschiedener wirtschaftlicher
Kenngrößen, die den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft kennzeichnen. Der L-Index
wirtschaftlicher Freiheit bezieht sich auf die alten Bundesländer und deckt den Zeit-
raum 1970 bis 2008 ab. Er stützt sich auf acht der zehn Indikatoren. Der umfassendere
K-Index wirtschaftlicher Freiheit bezieht zudem die neuen Bundesländer ein; ihm liegen
alle zehn Indikatoren im Zeitraum von 1994 bis 2008 zugrunde.
2.	Bayern und Baden-Württemberg führen in beiden Indizes die Rangliste der wirtschaft-
lichen Freiheit der Bundesländer an. Die neuen Bundesländer ordnen sich im K-Index am
unteren Ende der Rangliste ein; angesichts der unterdurchschnittlichen Wirtschaftslei-
stung mischt sich der Staat dort vergleichsweise besonders stark in die Wirtschaft ein.
Berlin liegt in beiden Vergleichen am Ende der Skala.
3.	In den alten Bundesländern war gemäß des L-Index die wirtschaftliche Freiheit im Jahr
1970 am größten. Bis zur Mitte der siebziger Jahre verschlechterte sich die wirtschaft-
liche Freiheit drastisch. Bis heute haben sich davon die meisten der alten Bundesländer
nicht vollständig erholt.
4.	Nach unserer Analyse geht mehr wirtschaftliche Freiheit Hand in Hand mit einem
höheren Pro-Kopf-Einkommen, mit einem stärkeren Wirtschafts-wachstum und mit ei-
ner niedrigeren Arbeitslosigkeit.
2 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Zusammenfassung	2
1. Vorbemerkungen zur Aktualisierung der Studie	5
2. Wirtschaftliche Freiheit und der Index	6
3. Beschreibung des Index und der Komponenten	12
4. Überblick über die Ergebnisse	19
5. Wirtschaftliche Freiheit und Wohlstand	28
Literaturhinweise	38
Die Autoren	39
Anhang 1: Methodische Erläuterung	40
Anhang 2: Ländertabellen	41
Anhang 3: Beschreibung der Indikatoren und statistische Quellen	58
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 3
4 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
1.	Vorbemerkungen zur Aktualisierung
Die erfreuliche Rezeption, welche der Bericht über die wirtschaftliche Freiheit in den Bun-
desländern im letzten Jahr gefunden hat, veranlasste die Autoren dazu, eine Aktualisierung
der Studie auf Datenbasis des Jahres 2008 vorzunehmen. Dem Datenstand des Berichts lie-
gen die vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ ermittelten
Ergebnisse der Revision 2005 mit modifizierten Werten ab 1991 zugrunde. Die Ergebnisse
der Revision 2005 spiegeln hierbei neue Ansätze im Rahmen des europaweit rechtsver-
bindlichen Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) wider.
So wurde dort unter anderem die jährlich wechselnde Preisbasis (Vorjahrespreisbasis) für die
Deflationierung anstelle der bisherigen Festpreisbasis eingeführt, so dass die realen, jetzt
als preisbereinigt bezeichneten Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen in
Preisen des jeweiligen Vorjahres ausgedrückt werden. Dies hat den Vorteil, dass immer die
aktuellen Preis- und Güterrelationen berücksichtigt werden.1
Der Herbst des Jahres 2008 ist durch den Beginn der in seiner Dynamik stärksten Wirtschafts-
und Finanzkrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs gekennzeichnet. Die ersten Auswirkungen
dieser Krise schlugen sich bereits in den Indikatoren zur Messung wirtschaftlicher Freiheit
nieder: In den „Spitzenregionen“ – Bayern und vor allem Baden-Württemberg – ging sowohl
der L-Index als auch der K-Index gegenüber dem Vorjahr zurück.
1	Auf die übrigen konzeptionellen Neuerungen im Rahmen der Revision 2005 soll indes nicht weiter einge-
gangen werden. Vgl. dazu ausführlich Braakmann et al. (2005).
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 5
2.	Wirtschaftliche Freiheit und der Index
Der in dieser Studie berechnete Index der wirtschaftlichen Freiheit in den Bundesländern
zielt darauf ab, das Ausmaß, in dem Menschen wirtschaftlich frei handeln können, zwischen
den deutschen Ländern zu vergleichen. In der Studie werden dazu zwei Indizes berechnet.
Ein Index bezieht sich auf die alten Bundesländer in den Jahren 1970 bis 2008 (L-Index).
Der zweite Index berücksichtigt auch die neuen Bundesländer. Weil erst einige Jahre nach
der Vereinigung entsprechende Daten zur Verfügung standen, umfasst dieser K-Index nur
die Jahre 1994 bis 2008.
Wir untersuchen sowohl den Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Freiheit und
dem Wohlstand, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, als auch den Zusammenhang zwi-
schen wirtschaftlicher Freiheit und Wirtschaftswachstum sowie Arbeitslosigkeit. Unsere Er-
gebnisse deuten darauf hin, dass wirtschaftliche Freiheit, so wie sie von uns gemessen wird,
und höherer Wohlstand Hand in Hand gehen. Dieses Resultat deckt sich mit den Ergebnissen
zahlreicher Studien zur wirtschaftlichen Freiheit in der Welt oder in Nordamerika aus den
vergangenen Jahren, die immer wieder einen engen und positiven Zusammenhang zwischen
wirtschaftlicher Freiheit und dem Ausmaß der wirtschaftlichen Aktivität belegt haben.2
Bayern und Baden-Württemberg, die im Vergleich der alten Bundesländer (L-Index) im Zeit-
raum von 1970 bis 2008 nahezu immer die oberen Plätze belegen, befinden sich in der Spit-
zengruppe der Bundesländer, was das Pro-Kopf-Einkommen oder das Wirtschaftswachstum
betrifft. Die Arbeitslosenquote ist in den Ländern niedriger, für die wir eine höhere wirt-
schaftliche Freiheit messen. Der Vergleich aller Bundesländer (K-Index) deutet gleichfalls
darauf hin, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Wohlstandsniveau, gemessen am
Bruttoinlandsprodukt je Kopf, und der wirtschaftlichen Freiheit besteht, ebenso wie für das
Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosigkeit.
Im Jahr 2008, das aktuellste Jahr, das in der Studie berücksichtigt wurde, führte Bayern
hauchdünn sowohl den Vergleich der alten wie aller Länder an, vor Baden-Württemberg.
Die wirtschaftliche Freiheit in den ostdeutschen Ländern ist im Durchschnitt geringer als in
den alten Bundesländern, vor allem deshalb, weil die Staatstätigkeit in den neuen Ländern,
gemessen an der vergleichsweise niedrigen Wirtschaftsleistung, erheblich größer ist. Thü-
ringen und Brandenburg stehen unter den neuen Ländern noch am besten dar und liegen
nunmehr sogar knapp vor Bremen. Berlin liegt in beiden Vergleichen am Ende der Rangliste,
weil dort der Staatskonsum besonders hoch ist, besonders viele staatliche Subventionen
gezahlt werden und ein besonders großer Teil der Erwerbstätigen beim Staat beschäftigt
ist. Abbildung 1 und 2 zeigen die Ergebnisse beider Indizes für das Jahr 2008. Der Grad der
2	Siehe aktuell Gwartney et al. (2010) für den Index wirtschaftlicher Freiheit in der Welt und Karabegovic
et al. (2010) für den Index wirtschaftlicher Freiheit für die Bundesstaaten der Vereinigten Staaten und
die kanadischen Provinzen.
6 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
wirtschaftlichen Freiheit wird dabei anhand einer Skala von 0 bis 10 bewertet; 10 steht für
ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Freiheit.
Wirtschaftliche Freiheit 2008
L-Index: Alte Bundesländer
Bayern 7,24
Baden-Württemberg 7,23
Hessen 6,77
Rheinland-Pfalz 6,54
Hamburg 6,51
Schleswig-Holstein 6,38
Saarland 6,37
Niedersachsen 6,36
Nordrhein-Westfalen 6,27
Bremen 5,94
Berlin 4,61
0,00 2,00 4,00 6,00 8,00 10,00
K-Index: Alle Länder
Bayern 7,45
Baden-Württemberg 7,37
Schleswig-Holstein 7,10
Rheinland-Pfalz 7,02
Niedersachsen 6,87
Hessen 6,85
Saarland 6,76
Nordrhein-Westfalen 6,45
Hamburg 6,16
Thüringen 6,10
Brandenburg 5,90
Bremen 5,62
Mecklenburg-Vorpommern 5,53
Sachsen-Anhalt 5,40
Sachsen 5,28
Berlin 5,17
0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 7
Was ist wirtschaftliche Freiheit?
Wirtschaftliche Freiheit ist dann gegeben, wenn die Menschen unbeeinflusst durch Zwang
ihren Geschäften nachgehen, ihre Arbeitskraft und Güter nutzen und Güter produzieren
oder tauschen können. Kernelemente wirtschaftlicher Freiheit sind damit die individuelle
Souveränität, der freie Tausch an Märkten, das Recht, als Anbieter oder Nachfrager auf
Märkten in den Wettbewerb zu treten, und der Schutz von Personen und von Eigentum vor
Gewalt anderer. Gwartney et. al. definieren wirtschaftliche Freiheit wie folgt:
„Individuen sind wirtschaftlich frei, wenn
a) Eigentum, das sie ohne den Gebrauch von Gewalt, Betrug oder Diebstahl erwerben, vor
physischen Eingriffen anderer geschützt ist, und
b) wenn sie frei darin sind, ihr Eigentum zu nutzen, zu tauschen oder zu geben, solange
ihre Rechte nicht die gleichen Rechte anderer verletzen.“3
Ein Index Wirtschaftliche Freiheit sollte demnach das Ausmaß messen, in dem rechtmäßig
erworbenes Eigentum geschützt wird und Individuen in freiwilligen Transaktionen miteinan-
der handeln können. Die wirtschaftliche Freiheit kann durch Regierungen und Parlamente
vermindert werden, die durch Besteuerung sowie direkte oder indirekte Eingriffe in Märkte
die Tauschfreiheit beeinflussen oder behindern. Die wirtschaftliche Freiheit ist aber auch
dann nur eingeschränkt gegeben, wenn die Eigentumsrechte der Menschen vor Raub und
Diebstahl nicht hinreichend geschützt sind. Nach liberaler Auffassung ist wirtschaftliche
Freiheit nicht nur ein Wert an sich und der Wunsch nach Freiheit dem Menschen eigen,
sondern die wichtigste Bedingung für eine prosperierende Wirtschaft.
Dieses klassisch-liberale Verständnis von wirtschaftlicher Freiheit unterscheidet sich funda-
mental von einem anderen Verständnis ökonomischer Freiheit, das in der öffentlichen Dis-
kussion in Deutschland weit verbreitet ist. Nach diesem anderen Verständnis sind Menschen
ökonomisch frei, wenn sie genügend Geld oder Ressourcen haben, um sich ihre Wünsche
erfüllen zu können. Freiheit wird dabei als „positives Freiheitsrecht“ verstanden und sie ist
umso größer, je größer die materiellen Möglichkeiten des einzelnen sind. Dieses Verständnis
von ökonomischer Freiheit ist problematisch, weil die Bedürfnisse und Wünsche des Men-
schen üblicherweise immer größer sind als sein materielles Vermögen; Menschen wären
demnach nie ökonomisch frei. Im Gegensatz zu diesem Verständnis stellt der hier verwen-
dete Freiheitsbegriff in klassisch-liberaler Tradition nicht auf die materiellen Möglichkeiten
des einzelnen, sondern auf das Recht der Individuen ab, eigenständig und ohne Zwang über
die Verwendung ihres Eigentums zu entscheiden. Dieser Freiheitsbegriff wird häufig als „ne-
gative Freiheit“ bezeichnet, nicht, weil er etwas Negatives sei, sondern weil es darum geht,
wie sehr die Privatsphäre des einzelnen vor Eingriffen von außen geschützt ist.
3	Gwartney et al. (1996), S. 12.
8 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Ein Beispiel kann verdeutlichen, wie sehr die beiden Freiheitsbegriffe sich unterscheiden.
Sozialtransfers des Staates an Menschen mit geringem Einkommen erhöhen nach dem po-
sitiven Freiheitsbegriff die ökonomische Freiheit der Begünstigten, weil sie ihnen mehr ma-
terielle Möglichkeiten eröffnen. Damit der Staat einem geben kann, muss er indes durch
Steuerzwang einem anderen etwas nehmen. Nach dem klassisch-liberalen Konzept nega-
tiver Freiheitsrechte verringert die Umverteilung des Staates deshalb die wirtschaftliche
Freiheit, weil das Parlament und die Regierung den Begüterten das Recht beschneiden, über
die von ihnen erwirtschafteten Ressourcen frei zu verfügen. Ein Maß der wirtschaftlichen
Freiheit im hier verwendeten Sinne sucht deshalb nicht die Frage zu beantworten: „Wer
kann sich wie viel leisten?“, sondern dient der Analyse, in welchem Ausmaß die Menschen
noch Entscheidungsbefugnisse über ihr Eigentum besitzen.
Wirtschaftliche Freiheit im klassisch-liberalen Sinne setzt dabei nicht voraus, dass der Staat
gar nichts mehr zu tun hat und alles dem marktwirtschaftlichen Miteinander der Menschen
überlässt. Im Gegenteil sehen Liberale eine wichtige Aufgabe des Staats als Rechtsschutz-
staat („protective state“) darin, für die Sicherheit individueller Eigentumsrechte nach innen
wie nach außen zu sorgen. Auch ordnen sie ihm die Aufgabe zu, als produzierender Staat
(„productive state“) für die Bereitstellung bestimmter Güter zu sorgen, die am Markt ohne
staatlichen Eingriff nicht oder nicht in erwünschtem Ausmaß angeboten würden – wobei
sich Liberale darin unterscheiden, wie sehr sie den Staat hier in der Pflicht sehen.4
So darf man bezweifeln, dass etwa Eisenbahnen zwingend als Teil der sogenannten öffent-
lichen Infrastruktur vom Staat geplant und betrieben werden müssen. Die Geschichte, aber
auch der Blick in andere Länder zeigt, dass diese Transportdienstleistung und das Gleisnetz
vielfach von privaten Unternehmen erfolgreich angeboten wurden und werden. Ähnliches
gilt zum Beispiel für Autobahnen. Und auch das Telefonnetz, das über Jahrzehnte vielen
als originäre staatliche Aufgabe galt, entwickelte sich erst dann zu einer blühenden Tele-
kommunikationsindustrie mit neuen Produkten und Dienstleistungen bei zugleich erheblich
niedrigeren Preisen, nachdem die Privatwirtschaft die Freiheit erhielt, diesen Markt be-
dienen zu dürfen. Auch wenn gewisse Aufgaben nach klassisch-liberaler Sicht dem Staat
zufallen, setzt wirtschaftliche Freiheit deshalb voraus, dass die staatlichen Eingriffe in die
freiheitliche Marktwirtschaft sich auf ein Minimum beschränken. Wirtschaftliche Freiheit
ist dann gegeben, wenn die Menschen so weit wie möglich unbeeinflusst von staatlichem
oder anderem Zwang selbst darüber entscheiden können, was sie produzieren oder wie sie
ihre Arbeitskraft einsetzen, wo und wie sie wirtschaftlich tätig werden und wie sie das Er-
wirtschaftete verwenden.
4	Zur Unterscheidung von protective state und productive state siehe Buchanan (1975).
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 9
Wirtschaftliche Freiheit in föderalen Staaten
Die in dieser Studie ermittelten Freiheitsindizes stellen auf die deutschen Bundesländer ab,
deren Regierungen im deutschen Konsensföderalismus vergleichsweise wenig Spielraum in
der wirtschaftspolitischen Gestaltung haben. Die Steuerlast wird auf Ebene der Bundeslän-
der weitgehend im Kartell von Bund und Ländern bestimmt. Nur beim Gewerbesteuerhebe-
satz haben zumindest die Kommunen Freiheitsgrade. Unterschiede in der Besteuerung kön-
nen sich zudem dadurch ergeben, dass die Steuererhebung von den Ländern unterschiedlich
streng gehandhabt wird. In regulatorischer Hinsicht, aber auch hinsichtlich der Verwendung
der Steuereinnahmen und im Ausmaß der Staatsverschuldung bestehen auf Ebene der Län-
der und Kommunen indes erheblich größere Spielräume, eigenständig die wirtschaftliche
Freiheit der Menschen zu beschneiden. Dies rechtfertigt, einen Vergleich der Bundesländer
Wenn auch die Steuerlast weitgehend durch ein Kartell von Bund und Ländern und nicht ei-
genständig in einzelnen Bundesländern bestimmt wird, haben wir uns dazu entschieden, die
gesamte direkte Steuerlast als eine Komponente unserer Indizes zu nutzen. Diese Entschei-
dung gründet darin, dass ein Index der wirtschaftlichen Freiheit ohne Berücksichtigung der
hohen Steuerlast und der Verzerrungen, die durch die Besteuerung hervorgerufen werden,
in Deutschland ohne viel Wert wäre. Weil der Index damit auch Einflüsse berücksichtigt,
die fast zur Gänze außerhalb der politischen Entscheidungsgewalt im Lande liegen, stellt
er nur eingeschränkt ein Maß für die Wirtschaftspolitik der Bundesländer dar. Gezeigt wird
vielmehr sozusagen aus Sicht der Bürger, wie im gesamten föderalen Zusammenspiel die
wirtschaftliche Freiheit sich zwischen den Ländern unterscheidet.
Eine weitere Schwierigkeit, die sich bei der Analyse der wirtschaftlichen Freiheit in föde-
ralen Staaten stellt, ist speziell in Deutschland der ausgedehnte Finanzausgleich zwischen
den Ländern. Dieser mindert die Anreize für Landesregierungen, sich intensiv um das wirt-
schaftliche Wohlergehen im eigenen Land zu kümmern, weil ein unterdurchschnittliches
Wohlstandsniveau in einem Land den Anspruch auf Zahlungen der anderen begründet.
Diese Ausgleichszahlungen führen ihrerseits in den wohlhabenderen Ländern dazu, dass
der Anreiz, sich noch weiter zu verbessern, gemindert wird. Die Fehlanreize verringern den
Standortwettbewerb zwischen den Ländern und sind Teil der Erklärung, warum die Wachs-
tumsbedingungen in Deutschland vergleichsweise schlecht sind. Die Verzerrungen durch den
Länderfinanzausgleich werden im Index der wirtschaftlichen Freiheit gemäß der Fragestel-
lung indirekt berücksichtigt. In dem Maße, in dem der Finanzausgleich in reicheren Ländern
(Nettozahler) zu einer höheren Steuerlast beiträgt, verringert er dort die wirtschaftliche
Freiheit. In dem Maße, in dem Landesregierungen (Nettoempfänger) dank des Finanz-
ausgleichs mehr Geld ausgeben und damit in die marktwirtschaftliche Freiheit eingreifen
können, verschlechtert der Finanzausgleich in den jeweiligen Ländern die wirtschaftliche
Freiheit. Sieht man von möglichen Anpassungsreaktionen der Landesregierungen ab, führt
der Finanzausgleich unmittelbar dazu, dass die wirtschaftliche Freiheit der Tendenz nach
vermindert wird.
10 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Mit Inkrafttreten der Föderalismusreform5 zum 1. September 2006 wurden die politischen
Spielräume zwischen Bund und Ländern stärker abgegrenzt und zugleich die Eigenstän-
digkeit der Länder ausgeweitet. Gleichwohl blieb die zwingend notwendige Reform der Fi-
nanzverfassung in diesem ersten Teil der Föderalismusreform weitgehend ausgeklammert
Doch auch hier zeigen sich neue Möglichkeiten: So hat das hoch verschuldete Land Berlin,
nachdem seine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht auf Anerkennung des Haushalts-
notstandes und weitere Bundeshilfen im Oktober 2006 abgewiesen wurde, angekündigt, die
Grunderwerbsteuer heraufzusetzen. Damit macht Berlin als erstes Bundesland Gebrauch
von dem neu erworbenen Recht, den Satz der Grunderwerbsteuer eigenständig festzule-
gen. In dem Maße, in dem künftige Änderungen der föderalen institutionellen Struktur den
Ländern weitere Steuerhoheiten einräumen, können künftige Berechnungen der wirtschaft-
lichen Freiheitsgrade in den Bundesländern größere Unterschiede zeigen. Im Rahmen der
Ausarbeitung einer Föderalismusreform II hat sich die hierzu ins Leben gerufene Kommissi-
on zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung intensiv mit der Modernisierung der
Bund-Länder-Finanzbeziehungen und im Zusammenhang mit dem Konjunkturprogramm II
mit der Einrichtung einer Schuldenbremse beschäftigt: Während die Länder ab dem Jahr
2020 grundsätzlich keine neuen Schulden mehr machen dürfen, soll die Neuverschuldung
des Bundes ab 2016 auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes begrenzt werden.6 Aus-
nahmen hiervon sind nur bei Naturkatastrophen oder schweren Rezessionen gestattet. Eine
Übergangsregelung in Artikel 143d Abs. 1 Grundgesetz sieht die erstmalige Anwendung der
Neuregelungen in Artikel 109 und Artikel 115 Grundgesetz für das Haushaltsjahr 2011 vor.
5	Bundesgesetzblatt I 2006, Nr. 41 vom 31. August 2006, S. 2034-2038.
6	Ein Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes (Bundestag-Drucksache 16/12410) und ein Entwurf
eines Begleitgesetzes (Bundestag-Drucksache 16/12400) sind am 29. Mai 2009 von Bundestag und am
12. Juni 2009 vom Bundesrat (Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 91c, 91d, 104b, 109,
109a, 115, 143d) Bundesrat-Drucksache 510/09 sowie Begleitgesetz zur zweiten Föderalismusreform
Bundesrat-Drucksache 511/09) verabschiedet worden. Die Länder Berlin, Mecklenburg- Vorpommern und
Schleswig-Holstein stimmten der Regelung nicht zu. Nach der Verkündung im BGBl. 2009 I, S. 2248 ist
das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes am 1. August 2009 in Kraft getreten.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 11
3. Beschreibung des Index und der Komponenten
Zur Berechnung des Index der wirtschaftlichen Freiheit für die Bundesländer greifen wir
auf das Konzept des kanadischen Fraser-Instituts zurück, unter dessen Federführung seit
Mitte der neunziger Jahre regelmäßig Freiheitsvergleiche auf internationaler und auf sub-
nationaler Ebene ermittelt werden.7 So analysiert das Fraser-Institut auch die wirtschaft-
liche Freiheit in den kanadischen Provinzen und den Bundesstaaten der Vereinigten Staaten
(„Economic Freedom of North America“).8 Vor allem wegen der institutionellen Besonder-
heiten des deutschen Föderalismus sind bei der Übertragung des Konzepts auf Deutschland
indes umfangreiche Änderungen nötig.
Der hier ermittelte Index der wirtschaftlichen Freiheit für die deutschen Bundesländer beruht
auf weniger Komponenten als der Welt-Index des Fraser-Instituts. Viele der dort berück-
sichtigten insgesamt 38 Indikatoren sind für den innerdeutschen Vergleich nicht sinnvoll
verwendbar, weil sie keine oder keine großen Unterschiede zwischen den Ländern zeigen. So
wird die außenwirtschaftliche Freiheit letztlich durch europäisches Recht gesetzt, so dass
sich keine Unterschiede zwischen den Bundesländern ergeben. Ebenso wird die monetäre
Stabilität durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bestimmt. Unterschiede der
Inflationsraten zwischen den Bundesländern beruhen weitgehend auf regional unterschied-
lichen Nachfrage- und Angebotsentwicklungen, spiegeln aber nicht Unterschiede im mone-
tären Regime wider; ein Vergleich würde hier zu keinen sinnvollen Aussagen führen. Auch
die im Welt-Index berücksichtigten Indikatoren zur rechtlichen Struktur – wie die Unab-
hängigkeit der Richter – und zur Sicherheit von Eigentumsrechten sind in unserem Vergleich
nicht berücksichtigt. Angesichts der bundeseinheitlichen Regelungen dürften möglicher-
weise vorhandene Unterschiede zwischen den Bundesländern so klein sein, dass sie durch
Indikatoren kaum exakt zu messen wären.
In anderen Bereichen dagegen bestehen deutliche Unterschiede im Grad der wirtschaft-
lichen Freiheit zwischen den Bundesländern. Der hier ermittelte Index stellt auf Unter-
schiede in den Bereichen Umfang der Staatstätigkeit, Steuern sowie Sozialversicherungs-
pflicht und Sozialhilfe ab. Wie die Autoren der Studie „Economic Freedom of North America“
verwenden wir zehn Indikatoren. Die folgende Übersicht zeigt die verwendeten Indikatoren,
die nun näher erläutert werden.
7	Gwartney et al. (1996), Gwartney et al. (2010).
8	Karabegovic et al. (2010).
12 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Die Komponenten des Index
1. Umfang der Staatstätigkeit
1a) Konsumtive Staatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
1b) Anteil der Investitionen der Länder an den jeweiligen Gesamtinvestitionen
1c) Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst an den Erwerbstätigen
1d) Sozialleistungen in Prozent des BIP
1e) Finanzhilfen der Länder in Prozent des BIP
2a) Gewogene Durchschnittshebesätze der Gewerbesteuer
2b) Aufkommen aus der Einkommen- und der Körperschaftsteuer vor Finanz-
ausgleich in Prozent des BIP
3. Sozialversicherungspflicht und Sozialhilfe
3a) Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an den Erwerbstätigen
3b) Anteil der Sozialhilfebezieher an der Bevölkerung
3c) Sozialhilfeniveau
1.	Umfang der Staatstätigkeit
Wenn der Staat seine Tätigkeit ausdehnt, lässt er den Individuen weniger Spielraum und
schränkt ihre Entscheidungsmöglichkeiten ein. Die fünf Indikatoren in diesem Bereich ge-
ben deshalb einen Einblick, inwieweit die Regierungen und Parlamente in die wirtschaftliche
Freiheit am Markt eingreifen und durch ihre Ausgaben die Marktergebnisse verzerren.
1a)	Konsumtive Staatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts
Die konsumtiven Staatsausgaben sind ein Maß dafür, in welchem Ausmaß der Staat
durch seine Nachfrage nach Gütern Ressourcen beansprucht und private Nachfra-
ge verdrängt. Je höher der Staatskonsum, gemessen am BIP, desto stärker wird die
wirtschaftliche Freiheit eingeschränkt. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass
die wirtschaftliche Freiheit am größten ist, wenn der Staat überhaupt nicht konsu-
miert. Aufgaben wie die Sicherung der Eigentumsrechte, eine der Voraussetzungen
für wirtschaftliche Freiheit, erfordern, dass der Staat Ausgaben etwa für Polizei und
Justiz tätigt. Diese werden in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen als Teil
des Staatskonsums gebucht und insoweit in diesem Teilindikator mit erfasst. Wenn
wir einen Zuwachs des Staatskonsums als einen die wirtschaftliche Freiheit beschrän-
kenden Faktor werten, dann beruht dies auf der Annahme, dass der Staatskonsum
in den Bundesländern deutlich über das zum Schutz individueller Eigentumsrechte
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 13
erforderliche Maß hinausgeht. In diesem Fall reduziert ein wachsender Staatskonsum
die wirtschaftliche Freiheit und ein geringerer Staatskonsum verschafft mehr Frei-
heitsspielräume.
1b)	Investitionsausgaben der Länder in Prozent der Bruttoanlageinvesti­
Der Anteil der staatlichen Investitionen an den Gesamtinvestitionen zeigt, wie stark
Regierungen und Parlamente die Investitionsentscheidungen in einer Wirtschaft tref-
fen und nicht private Investoren. Zum Teil dienen öffentliche Investitionen auch be-
wusst dazu, private Investitionen nach politischen Vorgaben zu lenken, was einem
Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Individuen entspricht. Mehr staatliche Inve-
stitionen verringern insoweit die wirtschaftliche Freiheit. Ähnlich wie bei den kon-
sumtiven Staatsausgaben wird mancher einwenden, dass bestimmte öffentliche In-
vestitionen, beispielsweise der Bau von Straßen oder Autobahnen, in einem gewissen
Ausmaß gemäß der Theorie öffentlicher Güter zu den Kernaufgaben eines Staates
gehören, die auch klassisch Liberale als kompatibel mit der wirtschaftlichen Freiheit
des Einzelnen ansehen. Auch hier gilt jedoch, dass die existierenden öffentlichen In-
vestitionen in Deutschland meistens deutlich über das hinausgehen, was der Staat
notwendigerweise übernehmen muss. In vielen Fällen besteht auch die Möglichkeit,
Investitionsprojekte, bei denen nicht vollständig auf private Angebote gesetzt werden
kann, zumindest durch private Anbieter erstellen oder betreiben zu lassen.
1c)	Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst an den
Ein höherer Anteil öffentlicher Beschäftigung an der Gesamtbeschäftigung bedeutet
ein geringeres Maß an wirtschaftlicher Freiheit. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, die
Karabegovic et al. treffend beschrieben haben.9 Der Grad öffentlicher Beschäftigung
spiegelt wider, in welchem Ausmaß Regierungen durch Steuerzwang eingetriebenes
Geld nutzen, um sich einen Teil der Arbeit zu sichern. Damit wird die Freiheit von
Individuen und Organisationen beschnitten, am Arbeitsmarkt frei um Arbeitskräfte zu
wetteifern; Arbeitgeber müssen gegen ihre eigenen Steuergelder ankämpfen, wenn sie
sich um Arbeitskräfte bemühen. Zugleich deutet ein hohes Maß öffentlicher Beschäf-
tigte darauf hin, dass Regierungen Güter und Dienste bereitstellen, die grundsätzlich
auch private Anbieter hätten anbieten können und die von den Bürgern womöglich gar
nicht nachgefragt würden, müssten sie direkt dafür bezahlen. Analog ist der Indikator
ein Indiz dafür, wie sehr Regierungen sich regulierend in die private Wirtschaft einmi-
schen und dergestalt die wirtschaftliche Freiheit der Bürger beschneiden. Schließlich
kann ein hohes Maß öffentlicher Beschäftigung signalisieren, dass die Regierungen
Tätigkeiten ausüben, die auch privatwirtschaftlich im öffentlichen Auftrag ausgeübt
9	Dieser Abschnitt basiert auf Karabegovic et al. (2006), S. 16f.
14 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
werden könnten. Deutlich wird dies am Beispiel der Schulpolitik: So hat Milton Fried-
man vorgeschlagen, dass Regierungen Schulen nicht mehr selbst betreiben, sondern
nur noch an die Eltern Gutscheine für den Schulbesuch ihrer Kinder ausgeben.10 Die
Eltern könnten dann frei entscheiden, an welchen privaten Schulen sie die Gutscheine
einlösten und damit besser als heute auf die Qualität der Ausbildung einwirken. Da-
mit würde die wirtschaftliche Freiheit erhöht. Folgten Regierungen diesem Vorschlag,
würden die öffentlichen Ausgaben nicht sinken, wohl aber der Bestand an öffent-
lichem Personal verringert.
1d)	Sozialleistungen in Prozent des BIP
Hohe Sozialleistungen reduzieren die wirtschaftliche Freiheit, weil sie ein hohes
Maß an Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung implizieren. Die Existenz staat-
licher Transfers trägt dazu bei, Individuen in die Abhängigkeit ebendieser Transfers
zu zwingen. Die Menschen treffen ihre Angebots- und Nachfrageentscheidungen am
Arbeitsmarkt nicht mehr unbeeinflusst, sondern unter dem Einfluss der staatlichen
1e)	Finanzhilfen der Bundesländer in Prozent des BIP
Finanzhilfen der Bundesländer reduzieren die wirtschaftliche Freiheit, weil sie die
privatwirtschaftliche Aktivität von Unternehmen lenken und verzerren. Sie stärken
den staatlichen Einfluss in der Wirtschaft und führen dazu, dass Unternehmen und
ganze Branchen sich eher an den Zielen der Subventionsgeber orientieren als an den
Wünschen ihrer Kunden.
2.	Steuern
Auf den ersten Blick scheint es, als ob wir eine Doppelzählung vornehmen, wenn wir zusätz-
lich zu den unter dem Rubrum Umfang der Staatstätigkeit berücksichtigten Staatsausgaben
auch die Steuern als Indikator erfassen. Dies ist aber nicht so, weil die Ausgaben der Bun-
desländer sich nicht nur aus den Steuereinnahmen speisen, die im eigenen Land erhoben
werden. Sie speisen sich auch aus Zahlungen, die den Ländern im Zuge des Finanzausgleichs
zufließen, und sie speisen sich aus der Verschuldung der Länder. Das rechtfertigt es dem
Grundsatz nach, neben den ausgabenseitigen staatlichen Eingriffen in wirtschaftliche Frei-
heiten auch die Finanzierungsseite des Staates zu berücksichtigen. Dabei blicken wir indes
nur auf die Steuern, nicht aber auf die Schulden. Der Grund dafür liegt darin, dass die staat-
liche Verschuldung für sich genommen überwiegend erst dann die wirtschaftliche Freiheit
beeinträchtigt, wenn die Länderschuld durch erhobene Steuerzahlungen netto abgetragen
wird. Zwar muss man die Verschuldung der Länder als Eingriff in die Kapitalmärkte deuten.
10	Friedman (1962).
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 15
Solange aber die Länder sich am internationalen Kapitalmarkt verschulden können, ist ihr
verzerrender Einfluss auf den marktbestimmten Zins – trotz der ausgedehnten hiesigen
Staatsverschuldung – gering. Auch mindern Länderschulden, solange sie nicht zurückbe-
zahlt werden, insoweit die wirtschaftliche Freiheit in den einzelnen Bundesländern nicht,
soweit die Anleihen von Kapitalgebern außerhalb des Bundeslandes gezeichnet werden.
Deshalb erscheint es sinnvoll, auf der Einnahmenseite die Schulden der Länder nicht als
eigenständiges Kriterium aufzunehmen, wohl aber die Steuern. Mit dem Steuervolumen und
mit dem Niveau des Steuersatzes greifen Regierungen und Parlamente unmittelbar in die
wirtschaftliche Freiheit der Bürger eines Bundeslandes ein.
2a)	Gewichtete Durchschnittshebesätze der Gewerbesteuer
Hohe Steuern beeinträchtigen die wirtschaftliche Freiheit, weil sie Privaten die Ver-
fügungsgewalt über Ressourcen entziehen. Unterschiede in der Höhe der Steuersätze
bestehen zwischen den Bundesländern vor allem bei der Gewerbesteuer. Deren Höhe
wird über den Hebesatz im Kern auf kommunaler Ebene bestimmt und variiert in-
soweit auch innerhalb einzelner Bundesländer. Im hier vorgelegten Ländervergleich
kann sinnvoller Weise nur der durchschnittliche Hebesatz Verwendung finden. Un-
abhängig von der Höhe des Steueraufkommens, die indirekt durch den Steuersatz
bestimmt wird, ist der Steuersatz direkt relevant für die wirtschaftliche Freiheit: Je
höher der Steuersatz, desto stärker verzerrt der besteuernde Staat die Investitions-
entscheidungen der Unternehmen und lenkt – gewollt oder ungewollt – das in der
freiheitlichen Marktwirtschaft erzielte Ergebnis.
2b) Steueraufkommen aus Einkommen- und Körperschaftsteuer vor
Finanz­ausgleich in Prozent des BIP
Hinsichtlich der Einkommen- und Körperschaftssteuer haben die Bundesländer kei-
ne Entscheidungshoheit; die Steuersätze sind bundeseinheitlich bestimmt. Allenfalls
durch die Handhabung der Steuerverwaltung können die Bundesländer die reale Steu-
erlast für die ansässige Bevölkerung oder die Unternehmen verändern. In den Medien
finden sich diesbezüglich immer wieder Berichte, dass einzelne Länder den Steuer-
vollzug gerade bei Unternehmen großzügiger handhaben als andere, um Investitionen
anzulocken. Klare, eindeutige Indikatoren, die dieses Bild stützen könnten, sind indes
nicht verfügbar. Jedenfalls kommt in einem hohen Anteil des Steueraufkommens am
BIP zum Ausdruck, dass Regierungen und Parlamente den Bürgern einen entsprechend
hohen Teil der von ihnen erwirtschafteten Einkommen entziehen und damit ihre wirt-
schaftliche Freiheit beschneiden. Daran ändert nichts, dass Unterschiede zwischen den
Bundesländern bei einer progressiven Einkommensteuer und gleichförmig gesetzten
Staatsaufgaben lediglich unterschiedliche Wohlstandniveaus widerspiegeln können.
Problematisch an dem von uns verwendeten Indikator ist indes, dass Subventionen
wie etwa die Eigenheimzulage oder das Kindergeld das in der Statistik ausgewiesene
16 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Steueraufkommen mindern. Diese Unschärfe ist bei der Interpretation der Ergebnisse
3a) Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an den Erwerbs­
Durch die Zwangsmitgliedschaft in den Sozialversicherungen wird den sozialversi-
cherungspflichtig Beschäftigten die Freiheit genommen, selbst zu entscheiden, wel-
che Risiken der Krankheit, der Arbeitslosigkeit, der Pflege und Altersvorsorge sie in
welcher Form absichern möchten und mit welchen Versicherungen sie Verträge ab-
schließen wollen. Nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte unterliegen diesem
Zwang nicht und sind in ihrer wirtschaftlichen Freiheit insoweit nicht eingeschränkt.
3b)	Anteil der Sozialhilfebezieher an der Bevölkerung
Sozialhilfezahlungen erweitern den wirtschaftlichen Handlungsspielraum der Emp-
fänger und werden deshalb vielfach als Mittel bezeichnet, um die Freiheit der Emp-
fänger zu erhöhen. Dieses Bild widerspricht der Idee der wirtschaftlichen Freiheit, die
ja gerade darauf abstellt, dass Menschen unabhängig vom staatlichen Einfluss ihre
Entscheidungen treffen können. Ein hoher Anteil von Sozialhilfeempfängern an der
Bevölkerung steht insofern für ein großes Maß an Abhängigkeit vom Staat und für
ein geringes Maß an wirtschaftlicher Freiheit. Zugleich wirkt die Sozialhilfe wie ein
Mindestlohn, weil es sich für niemanden lohnt, zu einem geringeren Arbeitslohn eine
Beschäftigung aufzunehmen. Eine vergleichsweise hohe Zahl von Sozialhilfeempfän-
gern signalisiert damit, dass der Arbeitsmarkt im Niedriglohnbereich besonders stark
durch die Sozialhilfe beeinträchtigt wird.
Weil die Sozialhilfe im Niedriglohnsegment wie ein Mindestlohn wirkt, bedeutet ein
höheres Sozialhilfeniveau unter sonst gleichen Bedingungen eine stärkere Beein-
trächtigung des Arbeitsmarktes als eine niedrigere.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 17
Aggregation der Indikatoren zu Indizes
Wir verwendeten die genannten Indikatoren zur Konstruktion zweier Indizes. Der erste In-
dex beschränkt sich auf die alten Bundesländer und umfasst den Zeitraum 1970 bis 2008.
Wir bezeichnen diesen Index als L-Index. In diesen Index gehen nur acht der zehn oben ge-
nannten Indikatoren ein. Mangels langfristig verfügbarer Daten sind die Indikatoren 1e (Fi-
nanzhilfen der Länder) und 3c (Sozialhilfeniveau) ausgeschlossen. Der zweite Index schließt
auch die neuen Bundesländer ein und erstreckt sich daher auf den kürzeren Zeitraum 1994
bis 2008. Wir bezeichnen diesen Index als K-Index. In diesen Index gehen alle Indikatoren
Um subjektive Urteile bei der Indexbildung auszuschließen, werden die jeweiligen Indika-
torenwerte mittels einer einfachen Formel in einheitliche Zahlenwerte auf einer Skala von
null bis zehn umgewandelt. Die Reihung der Länder und die Verteilung der Indikatorenwerte
zwischen den Ländern bleibt durch die Umwandlung bestehen. Ein Wert von zehn steht
dabei für hohe wirtschaftliche Freiheit, ein Wert von null für geringe wirtschaftliche Frei-
heit. Wir folgen dabei der Methode des Fraser-Institutes mit der Formel . Dabei bezeichnen
und die absoluten Maxima beziehungsweise Minima der Indikatorwerte im gesamten Be-
trachtungszeitraum11; ist der jeweilige Wert des Bundeslandes im betrachteten Jahr.12 Die
Methode führt dazu, dass die Länder relativ geordnet werden; der Grad wirtschaftlicher
Freiheit wird durch den Vergleich mit Höchst- und Mindestwerten der Variablen bestimmt,
die sich im Analysezeitraum gezeigt haben, und nicht anhand eines von außen absolut vor-
gegebenen Maßstabs. Die Methode stellt zugleich sicher, dass die Analyse der Entwicklung
der wirtschaftlichen Freiheit über lange Zeiträume möglich ist. Der Index ökonomischer
Freiheit für ein Bundesland in einem beliebigen Jahr ergibt sich als das arithmetische Mittel
der Indizes für die einzelnen Indikatoren; alle Indikatoren werden somit gleich gewichtet.
11	Im Anhang 1 findet sich eine nähere Erläuterung zur Ermittlung der Minimal- und Maximalwerte.
12	Dazu ein Beispiel: Angenommen, die Konsumausgaben in Prozent des BIP lägen in einem Bundesland
im Jahr 2008 bei 15 Prozent; der höchste Wert im gesamten Betrachtungszeitraum sei 20 Prozent, der
niedrigste 10 Prozent. Hieraus ergibt sich ein Indexwert von 5, also ein mittlerer Wert an gemessener
Freiheit. Ein anderes Land habe im selben Jahr einen Ausgabenanteil von 11 Prozent. Für dieses Land
nimmt der Index den Wert 9 an und signalisiert eine deutlich höhere gemessene Freiheit.
18 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
4.	Überblick über die Ergebnisse
Der L-Index der wirtschaftlichen Freiheit für die alten Länder
Der L-Index der wirtschaftlichen Freiheit für die alten Länder basiert wegen fehlender Daten
zwar nur auf acht der insgesamt zehn Indikatoren. Er ermöglicht aber einen langen Blick
auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Freiheit von 1970 bis 2007, soweit diese durch
unseren Index erfasst wird. Tabelle 1 zeigt die L-Indexwerte für die alten Länder. Auffällig
ist, dass im Jahr 2007 fast alle alten Länder auf der Skala von null bis zehn niedriger ein-
gestuft wurden als im Jahr 1970. Nur Bayern gelang es im Jahr 2007 erstmals wieder, sei-
nen Wert von 1970 zu erreichen; das Saarland schaffte es sogar, seinen Ausgangswert von
1970 erstmals zu überschreiten. Ansonsten gilt jedoch für den gesamten Zeitraum, dass die
wirtschaftliche Freiheit in den übrigen Ländern jemals größer war als vor 39 Jahren. Dieser
Befund beschreibt nicht eine stete Abwärtsbewegung. Vielmehr hat sich die gemessene
wirtschaftliche Freiheit im Durchschnitt von 1970 auf 1975 rapide verschlechtert, um dann
im Trend langsam wieder zu steigen. Dies gilt im Grunde für alle alten Länder, wenn auch die
Aufwärtsbewegung nach 1975 sehr unterschiedlich stark ausgeprägt war (Abbildung 3).
L-Index wirtschaftlicher Freiheit in den alten Bundesländern
1970 1975 1980 1985 1990 1994 1998 2002 2005 2006 2007 2008
Baden-Württemberg 7,4 6,0 6,0 6,3 6,7 6,6 6,7 6,9 7,0 7,0 7,3 7,2
Bayern 7,5 5,8 6,6 6,3 6,9 6,8 6,9 7,0 7,2 7,3 7,5 7,2
Berlin 5,3 3,3 4,1 4,5 5,2 4,1 3,8 4,0 3,5 4,1 4,5 4,6
Bremen 6,1 4,4 4,7 4,8 5,0 5,1 4,7 4,8 5,2 5,5 5,9 5,9
Hamburg 6,9 4,9 4,9 4,6 5,3 5,3 5,7 6,2 6,4 6,3 6,5 6,4
Hessen 6,9 5,5 5,5 5,6 6,2 5,9 6,1 6,5 6,7 6,5 6,7 6,8
Niedersachsen 7,3 5,6 5,4 5,3 5,9 5,7 5,8 5,9 6,1 6,2 6,3 6,4
Nordrhein-Westfalen 7,1 5,6 5,6 5,5 5,7 5,7 5,7 5,9 5,7 5,9 6,2 6,3
Rheinland-Pfalz 7,6 5,9 6,0 6,1 6,3 6,0 6,1 6,3 6,2 6,2 6,6 6,5
Saarland 6,3 4,7 4,9 5,1 5,4 5,3 5,6 5,7 6,0 6,1 6,4 6,4
Schleswig-Holstein 7,1 5,8 5,8 5,8 6,2 6,0 6,2 6,2 6,3 6,2 6,5 6,5
Mittelwert 6,9 5,2 5,4 5,4 5,9 5,7 5,7 5,9 6,0 6,1 6,4 6,4
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 19
1970 bis 2008
in ausgewählten Ländern; L-Index
3,0 Bremen
2,0 Rheinland-Pfalz
1,0 Länderdurchschnitt
70 75 80 85 90 94 98 02 04 05 06 07 08
19 19 19 19 19 19 19 20 20 20 20 20 20
Der außergewöhnlich scharfe Einbruch der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit Anfang der
siebziger Jahre gründet nicht in einem speziellen Faktor. Alle einzelnen Indikatoren zeigen
im Länderdurchschnitt von 1970 auf 1975 einen sinkenden Freiheitsgrad an. Besonders aus-
geprägt ist der Verfall der wirtschaftlichen Freiheit jedoch im rapide steigenden Umfang der
Staatstätigkeit zu sehen, seien es die öffentlichen Konsumausgaben, der steigende Anteil
staatlicher Investitionen an allen Investitionen oder der steigende Anteil der Beschäftigten
im öffentlichen Dienst an den Erwerbstätigen. Ohne Frage spielte dabei die damalige Rez-
ession im Gefolge der ersten Ölkrise eine Rolle. Es scheint damit so, als ob unser Index, der ja
viele Variablen ins Verhältnis zum damals schrumpfenden BIP setzt, ein falsches Bild zeich-
net. Einiges spricht indes dagegen. Die frühen siebziger Jahre waren die Zeit, in der Sozial-
demokraten die Belastbarkeit der Wirtschaft testen wollten und die deutschen Regierungen
sich auf zweistellige Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst einließen. Auf die Rezession
antwortete die deutsche Politik zudem mit deutlich höheren Staatsausgaben. Die sehr zöger-
liche Erholung der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit in den Jahrzehnten nach 1975
legt den Schluss nahe, dass die damaligen politischen Übersteigerungen die wirtschaftliche
Freiheit nicht nur zeitweise, sondern dauerhaft belastet haben, weil Regierungen und Parla-
mente die damals erreichten Ausgabenniveaus beibehielten und ausbauten.
Die Entwicklung der wirtschaftlichen Freiheit in den Jahren nach 1975 wird vor allem
bestimmt durch einen Ausbau des Sozialstaats, der im Durchschnitt der alten Länder zu
schlechteren Einstufungen im Bereich Sozialleistungen (1d) und Sozialhilfebezieher (3b)
führte. Auch die steigenden Gewerbesteuerhebesätze verringerten für sich genommen die
wirtschaftliche Freiheit. Dagegen zeigten sich in drei Bereichen deutliche Verbesserungen.
Die Landesregierungen mischten sich im Laufe der Jahre vergleichsweise weniger mit öffen-
20 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
tlichen Investitionen in das marktwirtschaftliche Geschehen ein (1b). Gerade nach der Pri-
vatisierung der Bundespost Mitte der neunziger Jahre verringerte sich der Anteil des öffen-
tlichen Dienstes an den Erwerbstätigen (1c). Zudem verringerte sich im Zeitablauf der Anteil
der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten an den Erwerbstätigen (3a) deutlich. Dies
spiegelt wahrscheinlich den Verlust von Industriearbeitsplätzen wider, ist womöglich aber
auch Zeichen für eine Flucht aus der Sozialversicherungspflicht.
In der langfristigen Betrachtung sortieren die alten Bundesländer sich in drei Gruppen, die
sich nach dem Verfall der wirtschaftlichen Freiheit in den frühen siebziger Jahren bildeten.
Seit Mitte der siebziger Jahre sind Bayern und Baden-Württemberg immer an der Spitze zu
finden und setzen sich mit deutlich zunehmender wirtschaftlicher Freiheit immer mehr von
den anderen Ländern ab. In der Rangliste der alten Länder belegen die beiden Südstaaten
seit 1985 immer Platz 1 oder 2 (Tabelle 2). Hinter den beiden Spitzenreitern folgt eine breite
Gruppe von sieben Ländern, die in der Entwicklung Unterschiede zeigen, aber gemäß der
gemessenen wirtschaftlichen Freiheit eng zusammen liegen. Am Schluss der Länderrang-
liste befinden sich Bremen und Berlin. Bremen lag, gemessen am L-Indexwert, bis Mitte der
neunziger Jahre noch am unteren Rande des breiten Mittelfelds, fiel danach aber zurück.
In Berlin, das bis 1990 deutlich aufgeholt hatte, ist die gemessene wirtschaftliche Freiheit
nach der Vereinigung mit Ost-Berlin rasant gesunken (Abbildung 4).
Wirtschaftliche Freiheit 1970 bis 2008
in den alten Ländern; L-Index
6,0 Hessen
5,0 Hamburg
4,0 Saarland
197 1975 1980 198 1990 1994 1998 2002 2004 2005 2006 2007 2008
Die Unterschiede im Grad der wirtschaftlichen Freiheit zwischen den alten Bundesländern
haben sich seit 1970 ausgeweitet. Im Jahr 1970 reichte die Spanne von einem L-Indexwert
von 7,6 für Rheinland-Pfalz bis zu 5,3 für Berlin. Im Jahr 2008 waren es 7,2 für Bayern und
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 21
nur noch 4,6 für Berlin. Die zunehmende Varianz gründet indes allein darin, dass die Spitz-
engruppe von Bayern und Baden-Württemberg sich stetig verbesserte, während Bremen
und Berlin deutlich hinter den anderen Ländern zurückblieben oder abfielen; gleichwohl ist
seit der Jahrtausendwende vor allem in Bremen und in den letzten drei Jahren auch in Berlin
ein Aufwärtstrend zu erkennen. In der breiten Mittelgruppe von sieben Ländern näherten
sich die Bewertungen dagegen zunehmend an, mit einer leichten Tendenz zu größerer
wirtschaftlicher Freiheit.
In der Rangliste sind die Positionen der Länder recht stabil, wie Tabelle 2 zeigt. Hessen hat
sich gegenüber den anderen Ländern am meisten verbessert und rückte im Zeitraum 1970
bis 2008 von Platz 8 auf Platz 3 vor. Berlin und Bremen finden sich nahezu durchgängig auf
den untersten Rangplätzen.
L-Rangziffern der alten Bundesländer
Baden-Württemberg 3 1 3 2 2 2 2 2 2 2 2 2
Bayern 2 3 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
Berlin 11 11 11 11 10 11 11 11 11 11 11 11
Bremen 10 10 10 9 11 10 10 10 10 10 10 10
Hamburg 8 8 8 10 9 9 8 6 4 4 5 8
Hessen 7 7 6 5 5 5 5 3 3 3 3 3
Niedersachsen 4 6 7 7 6 6 6 8 7 6 8 6
Nordrhein-Westfalen 5 5 5 6 7 7 7 7 9 9 9 9
Rheinland-Pfalz 1 2 2 3 3 3 4 4 6 7 4 5
Saarland 9 9 9 8 8 8 9 9 8 8 7 7
Schleswig-Holstein 6 4 4 4 4 4 3 5 5 5 6 4
Die Vermutung liegt nahe, dass die durchgängig schlechte Einstufung Berlins und Bremens
mit ihrem Status als Stadtstaat zusammenhängen könnte. Freilich spricht a priori nichts
dagegen, dass auch in Stadtstaaten die Regierungen sich um wirtschaftliche Freiheit ihrer
Bürger bemühen können. Hamburg ist ein treffendes Gegenbeispiel zu Berlin und Bremen
und zeigt, dass Stadtstaaten durchaus entwicklungsfähig sind und mehr Freiheit bieten
können. In der Rangliste der Länder stand Hamburg 2006 bereits im oberen Mittelfeld
auf Platz 5, 1985 aber hatte es nur auf Rang 10 gelegen. Nach dem L-Index hat sich die
wirtschaftliche Freiheit in Hamburg insbesondere seit 1998, wo es noch auf Rang 8 lag,
22 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
geradezu rasant verbessert; der Indexwert lag 1985 bei 4,6 und 2008 bei 6,4.13 Wenn auch
Hamburg im Bereich Steuern und Sozialversicherungspflicht im Jahr 2008 im Vergleich der
alten Bundesländer unterdurchschnittlich abschneidet, hat es im Bereich des Umfangs der
Staatstätigkeit doch seit 1985 deutlich Boden gut gemacht. Entscheidend dafür waren vor
allem drastisch sinkende Anteile öffentlicher Investitionen und öffentlicher Beschäftigung,
die zwischen 1985 und 2008 jeweils um rund 60 Prozent gesunken sind – trotz beginnender
Wirtschaftskrise in 2008.
Ein Vergleich Bayerns mit dem Saarland und Berlin
Angesichts des deutlichen Unterschieds in der mit dem L-Index gemessenen wirtschaftli-
chen Freiheit zwischen dem Spitzenreiter Bayern und dem Schlusslicht Berlin lohnt ein
Blick auf die Indikatoren des Index. Was ist in Bayern anders als in Berlin? Zusätzlich zu
den beiden Ländern haben wir in den Vergleich noch das im Zeitraum von 1970 bis 2008
durchschnittlich schlechteste Flächenland, das Saarland, aufgenommen. Abbildung 5 zeigt
die Einstufung der drei alten Bundesländer nach dem L-Index und seiner Teilindikatoren im
Vergleich Bayern, Saarland und Berlin
L-Index der wirtschaftlichen Freiheit 2008
L-Index der wirtschaftlichen
1a) Staatskonsum
1b) Investitionen der
1c) öffentl. Beschäftigte
1d) Sozialleistungen Bayern
2a) Gewerbesteuer-
2b) Steueraufkommen
3a) Sozialversicherungs-
3b) Sozialhilfebezieher
0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0
13	Allerdings konnte Hamburg in den letzten beiden Jahren den starken Verbesserungstrend nicht mehr
fortsetzen, so dass Niedersachsen und das Saarland zu Hamburg aufschließen konnten; alle drei Länder
weisen einen L-Indexwert von 6,4 auf.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 23
Deutlich zeigt sich, dass Bayern in manchen Bereichen erheblich besser eingestuft ist,
während es in anderen Bereichen mit den beiden Vergleichsländern nahezu gleichauf liegt
oder sogar unterlegen ist. Vorteile in der wirtschaftlichen Freiheit erreicht Bayern vor allem
durch den vergleichsweise geringen Staatskonsum in Prozent des BIP (1a), den vergleichs-
weise die vergleichsweise geringen Sozialleistungen in Prozent des BIP (1d) sowie durch den
vergleichsweise geringen Gewerbesteuerhebesatz (2a). Auch ist der Anteil der Sozialhilfe-
bezieher an der Bevölkerung wesentlich geringer als in den Vergleichsländern (3b).
Tatsächlich gründet die langjährige freiheitliche Führungsrolle Bayerns vor allem in diesen
Bereichen. So hat die bayerische Staatsregierung seit den siebziger Jahren den Staatskon-
sum, gemessen am BIP, auf niedrigerem Niveau stärker zurückgeführt als der Durchschnitt
der anderen alten Bundesländer, in denen der Staatskonsum zum Teil auch nahezu unver-
ändert blieb oder stieg. So erreichte etwa 1975 der Staatskonsum in Bayern 19,1 Prozent
des BIP, 2007 und 2008 waren es nur noch 15,2 Prozent. In Berlin hingegen hat sich an
den beiden Endpunkten dieses Betrachtungszeitraums der Staatskonsum auf einem hohen
Niveau von 24,7 und 24,8 Prozent gehalten. Für das Saarland lauten die Vergleichswerte
22,6 und 18,5 Prozent. Während Bayern bei den gewogenen Durchschnittshebesätzen der
Gewerbesteuer und beim Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigten eher Durch-
schnitt ist, punktet der Freistaat vor allem durch vergleichsweise geringe Sozialleistungen
in Prozent des BIP und durch einen geringen Anteil der Sozialhilfebezieher (bzw. ab 2005
der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach SGB II) an der Bevölkerung. Die Sozialleistun-
gen betrugen im Jahr 2008 14,4 Prozent des BIP, im Saarland waren es 19,1 Prozent und
in Berlin 23,1 Prozent. In Bayern waren in 2008 lediglich 2,8 Prozent der Bevölkerung als
erwerbsfähige Hilfebedürftige nach SGB II einzustufen, im Saarland hingegen 5,9 Prozent
– immerhin noch ein Wert, der knapp 2 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt liegt
– und in Berlin stattliche 13 Prozent. Dieser Vergleich verdeutlicht, wie sehr der von uns
berechnete L-Index der wirtschaftlichen Freiheit durch die sozialstaatliche Bevormundung
Der K-Index der wirtschaftlichen Freiheit
Der K-Index der wirtschaftlichen Freiheit beruht auf zehn statt acht Indikatoren und konn-
te wegen nicht verfügbarer Daten nur für den Zeitraum 1994 bis 2008 berechnet werden.
Doch liegt er auch für die neuen Bundesländer vor und ist so der umfassendere der beiden
Indizes. Tabelle 3 gibt einen Überblick über die berechneten Indexwerte. Direkt ersichtlich
ist, dass die gemessene wirtschaftliche Freiheit in den neuen Bundesländern niedriger ist
als in den alten Ländern. Im Durchschnitt erreichten die alten Länder im Jahr 2008 einen
Indexwert von 6,7, die neuen Länder dagegen nur einen Wert von 5,6. Die neuen Länder
haben jedoch den Rückstand von 1994 bis 2008 erheblich verringern können und allesamt
Berlin bereits überflügelt; insbesondere haben Thüringen und Brandenburg fast zu der un-
teren Gruppe der alten Länder aufgeschlossen, die durch Bremen und Hamburg verkörpert
wird. Auffällig ist weiter, dass der Abstand zwischen dem Durchschnitt der alten und der
24 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
neuen Länder mit nunmehr 1,1 Indexpunkten immer kleiner geworden ist; zwischen dem
Spitzenreiter und dem Schlusslicht unter den Ländern, Bayern (7,4) und Berlin (5,2), ist der
Abstand hingegen doppelt so groß.
K-Index wirtschaftlicher Freiheit in allen Bundesländern
1994 1998 2002 2004 2006 2007 2008
Baden-Württemberg 7,2 6,9 7,0 7,0 7,1 7,4 7,4
Bayern 7,4 7,1 7,2 7,4 7,4 7,6 7,4
Berlin 5,0 4,5 4,6 4,7 4,7 5,1 5,2
Brandenburg 4,7 5,3 5,4 5,8 5,4 5,8 5,9
Bremen 5,7 5,1 5,2 5,3 5,6 6,1 6,1
Hamburg 5,7 5,8 6,2 6,3 6,1 6,3 6,2
Hessen 6,6 6,3 6,6 6,5 6,5 6,8 6,9
Mecklenburg-Vorpommern 4,7 4,7 5,0 5,5 5,1 5,5 5,5
Niedersachsen 6,7 6,3 6,3 6,5 6,7 6,8 6,9
Nordrhein-Westfalen 6,4 6,1 6,2 6,3 6,1 6,4 6,5
Rheinland-Pfalz 6,8 6,6 6,8 6,8 6,7 7,1 7,0
Saarland 6,2 6,1 6,3 6,4 6,4 6,8 6,8
Sachsen 4,7 4,6 4,7 5,1 4,7 5,3 5,3
Sachsen-Anhalt 4,4 4,4 4,6 5,0 4,9 5,4 5,4
Schleswig-Holstein 6,8 6,7 6,7 6,9 6,8 7,1 7,1
Thüringen 4,6 4,6 5,4 5,5 5,4 5,9 6,1
Mittelwert 5,8 5,7 5,9 6,1 6,0 6,3 6,3
Mittelwert alte Länder 6,4 6,1 6,3 6,4 6,4 6,7 6,7
Mittelwert neue Länder 4,6 4,7 5,0 5,4 5,1 5,6 5,6
Bei den alten Bundesländern unterscheiden sich die Werte des K-Index nur geringfügig
von denen des L-Index. Im Jahr 2008 lag der Unterschied höchstens bei 0,6 Indexpunkten.
Insgesamt rücken die alten Bundesländer nach dem weiter gefassten K-Index-Freiheitsmaß
etwas näher zusammen. In der Rangliste der Bundesländer fällt im betrachteten Zeitraum
von den alten Ländern insbesondere Nordrhein-Westfalen zurück (Tabelle 4).
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 25
K-Rangziffern aller Bundesländer
Baden-Württemberg 2 2 2 2 2 2 2
Bayern 1 1 1 1 1 1 1
Berlin 11 15 16 16 16 16 16
Brandenburg 12 10 11 10 12 12 12
Bremen 10 11 12 13 10 10 11
Hamburg 9 9 9 8 8 9 9
Hessen 6 6 5 6 6 7 6
Mecklenburg-Vorpommern 14 12 13 12 13 13 13
Niedersachsen 5 5 6 5 5 5 5
Nordrhein-Westfalen 7 8 8 9 9 8 8
Rheinland-Pfalz 3 4 3 4 4 3 4
Saarland 8 7 7 7 7 6 7
Sachsen 13 14 14 14 15 15 15
Sachsen-Anhalt 16 16 15 15 14 14 14
Schleswig-Holstein 4 3 4 3 3 4 3
Thüringen 15 13 10 11 11 11 10
Die neuen Bundesländer ordnen sich in der Rangliste am unteren Ende ein; Berlin aber
bleibt – wie schon in den vergangenen Jahren – auch im Jahr 2008 auf dem letzten Platz.
Das Saarland konnte sich etwas verbessern. Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein festi-
gen ihr Niveau auf den Plätzen 3 und 4. Ein Vergleich der Teilindikatoren, die in den K-Index
eingehen, verdeutlicht die Gründe für die schlechte Platzierung der neuen Länder (Abbil-
dung 6).
26 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Vergleich alte und neue Bundesländer
K-Index der wirtschaftlichen Freiheit 2008
K-Index der wirtschaftlichen Freiheit
1b) Investitionen der Länder
1d) Sozialleistungen
1e) Finanzhilfen
2a) Gewerbesteuer
3a) Sozialversicherungspflicht
Hinsichtlich der Indikatoren zum Umfang der Staatstätigkeit schneiden die neuen Länder
im Durchschnitt erheblich schlechter ab als die alten Länder. Angesichts der niedrigen Wirt-
schaftsleistung in den neuen Ländern mischen sich Regierungen und Parlamente vergleichs-
weise stärker in die Marktwirtschaft ein als in den alten Bundesländern. Bei den Steuer-
Indikatoren dagegen liegen die neuen Länder deutlich besser als die alten. Offensichtlich
drückt die Steuerlast im Westen vergleichsweise stärker als im Osten Deutschlands. Bei den
Indikatoren rund um die Sozialversicherungspflicht und die Sozialhilfe fällt der Vergleich
alte und neue Länder gemischt bzw. weniger prägnant aus.
Die Einstufung der neuen Länder am unteren Ende der Rangliste verdeutlicht unmittelbar,
dass offenbar ein positiver Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen Wohlstand der
Bundesländer und der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit besteht. Diesem Zusammen-
hang gehen wir im nächsten Kapitel nach.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 27
5. Wirtschaftliche Freiheit und
Die Rangliste der Bundesländer nach den von uns berechneten Freiheitsindizes deutet da-
rauf hin, dass es einen engen positiven Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit
und Wohlstand gibt. In diesem Kapitel nehmen wir diesen Zusammenhang näher unter
die Lupe. Höhere Einkommen und ein höherer Lebensstandard in einem Land gründen in
größerer Produktivität und in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, welche die
Menschen als wertvoll und begehrenswert schätzen.14 Denn werden Güter produziert, die
niemand nachfragt, stagniert das Einkommen in einem Land. Dieser Zusammenhang ist aus
theoretischer Sicht das wichtigste Indiz dafür, dass wirtschaftliche Freiheit den Wohlstand
positiv beeinflusst: Je freier sich Unternehmer darum bemühen können, die Wünsche der
Verbraucher herauszufinden und zu bedienen, und je freier die Verbraucher darin sind, sich
ihre Wünsche zu erfüllen und nicht durch Regulierungen und Verbote davon abgehalten
werden, desto eher werden ihre Einkommen und ihr Wohlstand steigen.
Höherer Wohlstand in einem Land setzt Wirtschaftswachstum voraus, das sich im Kern
aus mehreren Faktoren speisen kann: eine bessere Ausbildung und damit bessere Fähig-
keiten der Bewohner (Humankapital), mehr Investitionen und Kapitalbildung, technischer
Fortschritt und eine bessere institutionelle Organisation des Wirtschaftslebens. All diese
Faktoren werden durch die wirtschaftliche Freiheit mehr oder weniger beeinflusst. Anstren-
gungen um eine bessere Ausbildung lohnen sich für die Menschen umso mehr, je sicherer
sie sein können, dass sie die Erträge ihrer Investition behalten dürfen. Hohe Steuersätze auf
die Einkommen oder unsichere Eigentumsrechte dämpfen deshalb den Anreiz zur Aneig-
nung von Humankapital. Gleiches gilt für die Investitionen von Unternehmern und privaten
Haushalten in sonstiges Kapital. Forschungsanstrengungen lohnen nur dann, wenn die Un-
ternehmer das erworbene Wissen auch in Produkte umsetzen dürfen. Den entscheidenden
Einfluss auf das Wachstum aber dürfte die wirtschaftliche Freiheit auf die institutionelle
Organisation des Wirtschaftslebens spielen. Wirtschaftliche Freiheit erleichtert es den Men-
schen, miteinander zu kooperieren und Güter oder Dienstleistungen auszutauschen. Unsi-
chere Eigentumsrechte oder staatliche Eingriffe in die wirtschaftliche Handlungsfreiheit
verringern die Möglichkeiten, zum gegenseitigen Vorteil miteinander zu tauschen und zu
handeln, sei es am Güter- oder am Arbeitsmarkt. Staatliche Ausgaben für Konsum oder für
Investitionen schmälern, weil letztlich steuerfinanziert, den Spielraum für Unternehmer und
Konsumenten, ihre eigenen Angebote an den Markt zu bringen oder gemäß der eigenen
Vorlieben zu konsumieren. Zugleich verzerren staatliche Ausgaben die Preisverhältnisse am
Markt, weil Teile der Nachfrage und des Angebots nun von politischen Entscheidungen und
nicht mehr von den direkten Vorlieben der Bürger bestimmt werden. Auch ist zu vermuten
14	Vgl. Gwartney et. al. (1996), S. 89.
28 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
und es wird durch die Erfahrung belegt, dass staatliche Güterproduktion eine niedrigere
Produktivität aufweist als eine privatwirtschaftliche Produktion, die dem Wettbewerbsdruck
am Markt unterliegt. All dies weist darauf hin, dass wirtschaftliche Freiheit zu einem hö-
heren Lebensstandard der Menschen beiträgt, gemessen an ihren Präferenzen.
Diese theoretischen Überlegungen sollten sich in einem engen Zusammenhang zwischen
wirtschaftlicher Freiheit, wenn diese zutreffend gemessen wird, und dem Einkommensni-
veau je Einwohner widerspiegeln. Einige Warnungen sind aber geboten. So ist nicht zu er-
warten, dass eine Verbesserung der wirtschaftlichen Freiheit von einem Jahr auf das andere
sofort das Einkommensniveau steigen lässt und zu höherem Wirtschaftswachstum führt.
Es braucht seine Zeit, bis veränderte institutionelle Spielräume sich im wirtschaftlichen
Geschehen niederschlagen. Verbraucher und Unternehmer müssen sicher sein, dass die grö-
ßere wirtschaftliche Freiheit für längere Zeit gegeben ist, bevor sie ihr Verhalten umstellen
und etwa mehr investieren. Die Entscheidung, mehr in das eigene Humankapital zu inve-
stieren, wird zum Beispiel auch von den Aussichten bestimmt, mit welcher Steuerlast man
in den vielen Jahren nach der Ausbildung zu rechnen hat. Entscheidend ist damit, welches
Vertrauen die wirtschaftenden Menschen in die Dauerhaftigkeit der wirtschaftlichen Frei-
heit haben.
Die zeitliche Dimension des Zusammenhangs zwischen Freiheit und Wohlstand führt dazu,
dass ein Vergleich zwischen den Freiheitsindizes und zum Beispiel dem Einkommensniveau
in einem einzigen Jahr wenig Aussagekraft hat. Ein solcher Vergleich ließe außer Acht,
ob die wirtschaftliche Freiheit sich in den Ländern in den vergangenen Jahren verbessert
oder verschlechtert hat und wie Verbraucher und Unternehmer die künftige Entwicklung
einschätzen. Vermuten darf man allerdings, dass in einem Land, in dem über viele Jahre
ein hohes Maß an wirtschaftlicher Freiheit gegeben ist, das Einkommensniveau höher ist
als ein einem Land, das im selben Zeitraum ein niedriges Maß an wirtschaftlicher Freiheit
Bevor wir den Zusammenhang zwischen unseren Freiheitsindizes und dem Wohlstand in
den Bundesländern auf statistische Korrelationen untersuchen, werfen wir einen Blick auf
die simplen Fakten. Die Grafiken in Abbildung 7 verdeutlichen, dass zwischen der von uns
gemessenen wirtschaftlichen Freiheit in den Ländern und einigen Wohlstandsindikatoren
die erwarteten Zusammenhänge in einem gewissen Ausmaß bestehen. Die Länder sind da-
bei nach dem Ausmaß der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit jeweils in drei gleich große
Gruppen zusammengefasst15; diesen Gruppen werden das durchschnittliche Einkommensni-
veau, das durchschnittliche Wirtschaftswachstum und die durchschnittliche Arbeitslosen-
quote gegenübergestellt. Für den K-Index aller Länder bezieht sich der Vergleich auf die Jahre
15	Beim L-Index sind in der Gruppe der freiesten Länder drei Länder zusammengefasst, in der mittleren und
in der unteren Gruppe je vier Länder. Beim K-Index sind es jeweils fünf, sechs und fünf Länder.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 29
1998 bis 2008,16 für den L-Index der alten Länder auf die Jahre 1970 bis 2008. Der Vergleich
zeigt, dass größere wirtschaftliche Freiheit, gemessen anhand unserer Indizes, Hand in Hand
geht mit einer niedrigeren Arbeitslosenquote, einem höheren Bruttoinlandsprodukt (BIP) je
Einwohner17 und in der Regel einem höheren Wirtschaftswachstum. Der Zusammenhang ist
deutlich stärker, wenn mit dem K-Index alle Bundesländer einbezogen werden. Dies erklärt
sich mit der in den neuen Ländern erheblich niedrigeren Wirtschaftsleistung, aber auch
mit der vergleichsweise geringen Variation der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit in den
alten Bundesländern. Aufgrund der nunmehr vollständig in die Datenbasis eingearbeiteten
Ergebnisse der VGR-Revision 2005 kann im Rahmen einer dynamischen Betrachtung – ent-
gegen den Ergebnissen dieser Studie aus den Jahren 2006 und 2007 – nicht immer der
Rückschluss gezogen werden, dass höhere wirtschaftliche Freiheit zugleich auch mit einem
höheren Wirtschaftswachstum einhergeht. Im Jahr 2008 verzeichnete beispielsweise die
Ländergruppe mit einem mittleren K-Indexwert ein etwas höheres Wirtschaftswachstum
als die Ländergruppe mit dem höchsten durchschnittlichen K-Indexwert. Insgesamt liegen
die durchschnittlichen Wachstumsraten bei allen drei Ländergruppen jedoch vergleichs-
weise dicht beisammen. Im Rahmen des L-Index weisen hingegen die Ländergruppen mit
höherer wirtschaftlicher Freiheit auch ein höheres Wirtschaftswachstum auf. Bei der Inter-
pretation dieser Ergebnisse muss zum einen stets berücksichtigt werden, dass Länder mit
einem geringem L- oder K-Indexwert einen gewissen Nachholbedarf in ihrer wirtschaft-
lichen Entwicklung aufweisen, der sich insbesondere in Phasen konjunktureller Erholung in
vergleichsweise starken Wachstumsraten und einem stärkeren Rückgang der Staatstätigkeit
äußern kann. Dagegen können wirtschaftlich hoch entwickelte Regionen selbst in Zeiten des
wirtschaftlichen Aufschwungs oft nur noch weniger stark wachsen, da ihr Niveau bereits
sehr hoch ist. In wirtschaftlich hoch entwickelten Regionen mit guter Infrastruktur, hohem
Bildungsniveau und gut ausgebauten Netzwerken wird es immer schwieriger, zusätzliche
Wachstumspotenziale zu realisieren; zudem weisen diese attraktiven Regionen auch ten-
denziell steigende Einwohnerzahlen auf, was dort den Wert des BIP je Einwohner zusätzlich
verringert. Bei strukturschwachen Regionen hingegen können bereits geringe Infrastruktu-
relle Verbesserungen für ein erkleckliches Wachstum sorgen; trifft diese Entwicklung zudem
noch mit einer rückläufigen Bevölkerungszahl zusammen, äußert sich dies in einem hohen
BIP je Einwohner. Ein hohes BIP je Einwohner kann insoweit auch ein trügerischer Wert sein,
der verschleiert, dass Regionen sich großen Herausforderungen gegenüber sehen, was ihre
künftige Entwicklung angeht.
16	Das Jahr 1994 wurde ausgeklammert, weil die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern damals
noch sehr stark durch die Erholung nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch im Gefolge der deut-
schen Einheit bestimmt war.
17	Bei diesem Vergleich wurden – im Gegensatz zur Ausgangsstudie aus dem Jahr 2006 – nunmehr Bremen
und Hamburg mitberücksichtigt; gleichwohl ist dort wegen der starken Pendlerverflechtung mit dem
Umland die Ermittlung des BIP je Einwohner mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich weist diese
Kennziffer methodische Mängel auf, weil nach dem Inlands- bzw. Inländerkonzept ermittelte Daten auf-
einander bezogen werden.
30 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Wirtschaftliche Freiheit und Wirtschaftliche Freiheit und
BIP je Einwohner BIP je Einwohner
alte Länder, L-Index alle Bundesländer, K-Index
nominales BIP je Einwohner in Euro;
Durchschnitt 1998 bis 2008
Durchschnitt 1970 bis 2008
am weniger frei am meisten am weniger frei am meisten
wenigsten frei frei wenigsten frei frei
Wirtschaftswachstum Wirtschaftswachstum
alte Länder, L-Index alle Länder, K-Index
reales BIP, Veränderung zum Vorjahr in %;
5,40 2,5
Durchschnitt 1971 bis 2008
4,90 2,3
4,70 2,2
4,20 2,0
am weniger frei am meisten 1,9
wenigsten frei am wenigsten weniger frei am meisten
Arbeitslosenquote in % der abhängigen
Durchschnitt 1975 bis 2008
Erwerbspersonen;
wenigsten frei wenigsten frei
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 31
Zu beachten ist, dass dieser graphische Vergleich keine Kausalität anzeigt. Wir können da-
raus nicht den Schluss ziehen, dass größere wirtschaftliche Freiheit, so wie wir sie messen,
immer auch zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führt. Möglicherweise ist die Kausali-
tät auch umgekehrt, dass nämlich ein schlechtes wirtschaftliches Ergebnis unsere Freiheits-
maße entsprechend beeinflusst. Gleichwohl regt der Vergleich zu weiteren Untersuchungen
Im Folgenden untersuchen wir die Beziehungen zwischen gemessener wirtschaftlicher Frei-
heit und verschiedenen Wohlstandsmaßen auf ihre statistische Korrelation. Abbildung 8
illustriert die Korrelation zwischen dem L-Index und dem Bruttoinlandsprodukt je Einwoh-
ner der alten Bundesländer im Jahr 2008.18 Die moderat ansteigende Regressionsgerade
zeigt, dass lediglich ein schwacher Zusammenhang besteht. Der Korrelationskoeffizient
liegt lediglich bei 0,21. Das spiegelt den schwachen Zusammenhang wider, der sich auch im
graphischen Vergleich zeigte. Wie oben erläutert, ist der einfache Vergleich anhand eines
Jahres jedoch kein hinreichendes Indiz, um den theoretisch vermuteten Zusammenhang
zwischen wirtschaftlicher Freiheit und wirtschaftlichem Wohlstand pauschal abzulehnen.
Korrelation L-Index 2008 und BIP pro Einwohner 2008
BIP pro Einwohner und L-Index 2008
25000 30000 35000 40000 45000 50000
Werte Regressionsgerade
18	Bei diesem Korrelationstest sind Hamburg und Bremen ebenfalls trotz der in Fußnote 17 erläuterten
Datenprobleme hinsichtlich des BIP je Einwohner berücksichtigt.
32 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Mit Blick auf das Wirtschaftswachstum betrachten wir nunmehr den Zusammenhang zwi-
schen dem durchschnittlichen Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf im
Betrachtungszeitraum 1970 bis 2008 und den L-Indexwerten im Jahr 2008 (Abbildung 9).
Hier zeigt sich eine deutlich positive Korrelation; der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,68.
Zugleich erklärt dieses Modell immerhin bereits rund 46% der Varianz des BIP pro Einwoh-
ner durch den L-Index. Zu vermuten ist auch, dass Verbesserungen der wirtschaftlichen
Freiheit über einen langen Zeitraum das Pro-Kopf-Wachstum stärken sollten. Dabei ergibt
sich ein enger Zusammenhang zwischen der Veränderungsrate des L-Index wirtschaftlicher
Freiheit und dem Wachstum des nominalen BIP je Einwohner; der Korrelationskoeffizient
liegt bei 0,80 (Abbildung 10).
Korrelation L-Index 2008 und durchschnittliches Wachstum des BIP pro Einwohner
Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des BIP
pro Einwohner 1970-2008 und L-Index 2008
Wachstumsrate des BIP
4 3.54.5
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 33
Korrelation der Veränderungsrate des L-Index 1970 - 2008 und des BIP pro Einwohner
pro Einwohner und Veränderungsrate des L-Index
.85 .9 .95 1
Veränderungsrate des Index
Korrelation L-Index 2008 und Arbeitslosenquote 2008
Arbeitslosenquote und L-Index 2008
34 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Eine sehr hohe negative Korrelation ergibt sich zwischen gemessener wirtschaftlicher Frei-
heit und der Arbeitslosenquote im Jahr 2008 (Abbildung 11), wobei der Korrelationskoeffizi-
ent einen sehr hohen negativen Wert von -0,96 aufweist und das Modell 92 % der Variation
der Arbeitslosenquote durch den L-Index erklärt.
Der graphische Vergleich legte den Schluss nahe, dass der vermutete Zusammenhang zwi-
schen gemessener wirtschaftlicher Freiheit und Wohlstand deutlich ausgeprägter ist, wenn
mit dem K-Index alle Bundesländer und zehn statt acht Einzelindikatoren berücksichtigt
werden. Der wichtigste Unterschied zum L-Index besteht darin, dass mit den neuen Län-
dern eine Gruppe von Ländern hinzukommt, deren Pro-Kopf-Einkommen erheblich niedriger
und deren Arbeitslosenquote erheblich höher als in den westlichen Ländern ist – und in
denen der Staat eine deutlich größere wirtschaftliche Rolle spielt. Es zeigt sich nun für die
Gesamtheit der Länder ein positiver Zusammenhang zwischen den K-Indexwerten und dem
Bruttoinlandsprodukt je Kopf schon bei der Ein-Jahresbetrachtung (Abbildung 12). Der Kor-
relationskoeffizient beträgt 0,35, wenngleich das Modell lediglich knapp 13 % der Variation
Korrelation K-Index 2008 und BIP pro Einwohner 2008
BIP pro Einwohner und K-Index 2008
5000040000
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 35
Korrelation K-Index 2008 und Wachstum des BIP pro Einwohner 1994 – 2008
pro Einwohner 1994-2008 und K-Index 2008
Korrelation K-Index Veränderungsrate 1994 - 2007 und Wachstum des BIP pro Einwoh­
ner 1994 - 2007
pro Einwohner und Veränderungsrate des K-Index
36 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Bezüglich der jahresdurchschnittlichen Wachstumsraten des nominalen Bruttoinlandspro-
dukts je Einwohner zwischen 1994 und 2008 und dem Wert des K-Index im Jahr 2008 ergibt
sich indes ein negativer Zusammenhang (Abbildung 13); der Korrelationskoeffizient liegt
bei –0,39. Dagegen sind die Veränderungsraten der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit
und dem jahresdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum, gemessen mittels des nominalen
BIP pro Kopf, bei einem Korrelationskoeffizienten von 0,66 wiederum stark positiv korreliert
(Abbildung 14). Auch bei den Arbeitslosenquoten zeigt sich die erwartete stark negative
Korrelation mit einem Korrelationskoeffizienten von –0,96 (Abbildung 15) und einem hohen
Modellfit von fast 92 %.
Korrelation K-Index 2008 und Arbeitslosenquote 2008
Arbeitslosenquote und K-Index 2008
Die Korrelationsanalyse bestätigt insgesamt, dass zwischen den von uns ermittelten Indizes
der wirtschaftlichen Freiheit und den verschiedenen Wohlstandsmaßen zumeist ein recht
starker Zusammenhang besteht. Über Kausalitäten hingegen können freilich auch diese
Tests keine Auskunft geben.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 37
Braakmann, Albert, Räth, Norbert, Strohm, Wolfgang (2005): Revision der Volkswirtschaft-
lichen Gesamtrechnungen 2005 für den Zeitraum 1991 bis 2004. Statistisches Bundesamt,
Wirtschaft und Statistik 5/2005.
Buchanan, James M. (1975): The Limits of Liberty, The University of Chicago Press, Chica-
Friedman, Milton (1962): Capitalism and Freedom, The University of Chicago Press, Chica-
Gwartney, James; Hall, Joshua und Lawson, Robert and contributions from Coyne, Christo-
pher J., Dawson, John W., Feldmann, Horst, Levendis, John, Stobel, Russell L. and Stringham,
Edward Peter (2010): Economic Freedom of the World: 2010 Annual Report, The Fraser Insti-
tute, Vancouver.
Gwartney, James, Lawson, Robert und Block, Walter (1996): Economic Freedom of the World:
1975-1995, The Fraser Institute, Vancouver. (Dieser Bericht ist auch beim Liberalen Institut
der Friedrich-Naumann-Stiftung erschienen.)
Karabegovic, Amela, Fred McMahon und Ashby, Nathan (2010): Economic Freedom of North
America, The Fraser Institute, Vancouver.
38 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Dr. Roman Bertenrath, Dipl.-Kfm. und Rechtsanwalt, ist Leiter des Bereichs „Research und
Gutachten“ bei der IW Consult GmbH, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft
Dr. Clemens Fuest ist Professor of Business Taxation und Research Director am Centre for
Business Taxation der Universität Oxford sowie Direktor des Finanzwissenschaftlichen For-
schungsinstituts an der Universität zu Köln.
Patrick Welter, Diplom-Volkswirt, ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 39
Anhang 1: Methodische Erläuterung
Bei der Ermittlung der Minimal- und Maximalwerte für die einzelnen Variablen zeigten sich
einige Ausreißer, die erheblich von den üblichen Werten abwichen. Wir haben deshalb die
Minimal- und Maximalwerte mit Boxplots analysiert, um die Extremwerte zu eliminieren.
Dies führte zu einigen Korrekturen der Maximalwerte bei der Variablen 1b. Tabelle 5 zeigt
die gerundeten Werte, die den Berechnungen der Indizes zugrunde liegen.
L-Index K-Index
Variable Vmin Vmax Vmin Vmax
1a 11,76 26,45 12,48 34,35
1b 4,21 25,05 4,21 24,36
1c 7,31 25,76 7,31 22,5
1d 10,13 26,30 11,50 36,74
1e 1,05 10,13
2a 200 470 293 470
2b 3,99 16,16 2,35 13,61
3a 62,95 85,76 62,95 87,14
3b 0,68 13,39 1,21 13,39
3c 601,28 960
40 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Anhang 2: Ländertabellen
In diesem Anhang präsentieren wir die detaillierten Daten, die wir bei der Berechnung der
Freiheitsindizes berücksichtigt haben. Für jedes Bundesland sind für alle untersuchten Jahre
der L- und der K-Index und die entsprechende Platzierung in der Rangliste der Bundesländer
angegeben. Zudem zeigen wir die ermittelten Werte der zehn Teil-Indikatoren, die in den
Gesamtindex eingehen. Wie für die Indexwerte gilt, dass 10 den höchstmöglichen und null
den niedrigstmöglichen Wert darstellt. Je höher der Wert, desto größer ist die gemessene
wirtschaftliche Freiheit. Am Schluss jeder Seite zeigen wir für jedes Land die Variablen-
werte, auf denen unsere Einstufung beruht.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 41
L-Index der wirt. Freiheit 1970 1975 1980 1985 1990 1994 1998 2002 2006 2007 2008
L-Indexwert 7,4 5,9 6,0 6,3 6,7 6,6 6,7 6,9 7,0 7,3 7,2
(Rang) (3) (1) (3) (2) (2) (2) (2) (2) (2) (2) (2)
1a) Staatskonsum 8,6 5,8 5,7 6,1 7,0 6,7 6,8 6,8 7,2 7,4 7,4
1b) öffentl. Investitionen 7,5 6,2 7,1 8,2 8,8 9,0 8,6 9,4 9,7 10,0 10,0
1c) öffentl. Beschäftigte 7,9 6,6 6,5 6,2 6,8 6,6 8,1 8,6 8,8 8,9 9,0
1d) Sozialleistungen 10,0 7,0 7,6 8,0 8,6 7,0 6,5 6,2 6,5 7,0 7,1
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,1 4,9 5,3 5,0 4,8 4,4 4,1 4,3 4,2 4,2 4,1
2b) Steueraufkommen 5,4 3,9 2,9 3,0 4,2 4,9 4,1 4,6 4,7 5,2 5,0
3a) Sozialversicherungspflicht 3,8 3,6 3,2 4,2 4,3 4,8 6,3 6,5 7,4 7,4 7,1
3b) Sozialhilfebezieher 10,0 9,5 9,8 9,5 9,0 8,9 8,7 8,9 7,8 8,0 8,1
K-Index der wirt. Freiheit 1994 1998 2002 2006 2007 2008
K-Indexwert 7,2 6,9 7,0 7,1 7,4 7,4
(Rang) (2) (2) (2) (2) (2) (2)
1a) Staatskonsum 8,1 8,2 8,2 8,4 8,6 8,6 Baden-Württemberg
1b) öffentl. Investitionen 9,0 8,6 9,4 9,7 10,0 10,0 9 L-Index
8 K-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 5,9 7,7 8,3 8,6 8,7 8,8 7
1d) Sozialleistungen 8,6 8,3 8,1 8,3 8,6 8,7 5
1e) Finanzhilfen 9,7 8,3 8,2 8,6 8,9 8,9 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,7 6,2 6,5 6,3 6,3 6,2 2
2b) Steueraufkommen 3,1 2,1 2,7 2,8 3,4 3,1 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,1 6,5 6,7 7,6 7,5 7,3
3b) Sozialhilfebezieher 9,3 9,1 9,3 8,2 8,3 8,5
3c) Sozialhilfeniveau 6,5 3,7 3,0 2,8 3,7 3,6
Variablenwerte 1970 1975 1980 1985 1990 1994 1998 2002 2006 2007 2008
1a) Staatskonsum in % des BIP 13,8 17,9 18,0 17,5 16,1 16,7 16,4 16,5 16,0 15,6 15,6
1b) öffentl. Investitionen
9,4 12,1 10,3 8,0 6,7 6,2 7,1 5,4 4,7 4,2 4,2
in % der Gesamtinvestitionen
1c) Beschäftigte im öffentl. Dienst
11,1 13,5 13,7 14,1 13,1 13,4 10,7 9,7 9,3 9,1 9,0
1d) Sozialleistungen in % des BIP 10,1 14,9 13,9 13,4 12,3 15,0 15,8 16,3 15,8 15,0 14,8
1e) Finanzhilfen der Länder
1,3 2,6 2,7 2,3 2,1 2,0
2a) Gewogener Durchschnittshebe-
305,0 339,0 326,0 334,0 341,0 352,0 360,0 355,0 357,9 357,9 360,0
satz der Gewerbesteuer in %
2b) Aufkommen aus ESt. und KSt.
9,5 11,4 12,6 12,5 11,0 10,2 11,2 10,6 10,5 9,8 10,1
vor Finanzausgleich in % des BIP
3a) Sozialversicherungspflichtige
Beschäftigte in % der 77,0 77,5 78,5 76,3 76,0 74,8 71,3 71,0 68,9 68,9 69,5
in % der Bevölkerung 0,7 1,3 0,9 1,4 1,9 2,0 2,3 2,1 3,4 3,3 3,0
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 725,5 826,2 852,0 859,4 825,6 829,3
42 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
L-Indexwert 7,5 5,8 6,6 6,3 6,9 6,8 6,9 7,0 7,3 7,5 7,2
(Rang) (2) (3) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1) (1)
1a) Staatskonsum 7,6 5,0 5,5 6,0 6,9 7,1 7,2 7,2 7,5 7,7 7,7
1b) öffentl. Investitionen 7,2 4,4 6,3 7,1 8,0 8,3 8,7 8,8 9,8 9,8 8,1
1c) öffentl. Beschäftigte 7,6 6,3 6,3 6,2 6,7 6,7 7,7 8,2 8,7 9,1 9,2
1d) Sozialleistungen 8,7 5,5 6,6 7,1 7,9 7,1 6,6 6,5 6,7 7,3 7,4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,1 4,1 7,9 4,0 3,9 3,8 3,4 6,1 3,7 3,6 3,9
2b) Steueraufkommen 6,4 5,4 4,6 4,4 5,5 5,2 4,8 6,4 5,4 6,1 5,5
3a) Sozialversicherungspflicht 6,5 6,3 5,3 6,2 6,5 6,5 7,6 6,5 8,1 8,0 7,8
3b) Sozialhilfebezieher 9,9 9,6 9,9 9,7 9,4 9,4 9,0 9,9 8,0 8,1 8,3
K-Index der wirt. Freiheit (1) 7,2 2002 2006 2007 2008
K-Indexwert 7,4 7,1 7,2 7,3 7,6 7,4
(Rang) (1) (1) (1) (1) (1) (1)
1a) Staatskonsum 8,4 8,5 8,5 8,7 8,8 8,8 10
1b) öffentl. Investitionen 8,3 8,7 8,7 9,8 9,8 8,0 9
1c) öffentl. Beschäftigte 6,0 7,2 7,8 8,5 8,9 9,1 7
1d) Sozialleistungen 8,7 8,3 8,2 8,4 8,8 8,8 5
1e) Finanzhilfen 9,4 8,0 8,5 8,8 8,9 9,0 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 5,8 5,1 5,6 5,6 5,5 6,0 1
2b) Steueraufkommen 3,4 2,9 3,6 3,6 4,3 3,7 0
3a) Sozialversicherungspflicht 6,7 7,7 7,4 8,2 8,1 7,9
3b) Sozialhilfebezieher 9,8 9,4 9,5 8,3 8,5 8,7
3c) Sozialhilfeniveau 7,7 5,0 4,4 3,5 4,6 4,5
1a) Staatskonsum in % des BIP 15,2 19,1 18,3 17,6 16,3 16,1 15,9 15,9 15,3 15,2 15,2
10,0 15,9 11,9 10,2 8,4 7,7 6,9 6,8 4,7 4,6 8,2
11,7 14,0 14,0 14,3 13,2 13,3 11,4 10,4 9,5 8,8 8,6
1d) Sozialleistungen in % des BIP 12,3 17,3 15,7 14,8 13,5 14,8 15,6 15,8 15,4 14,5 14,4
1,6 2,8 2,6 2,1 2,0 2,0
306,0 359,0 256,0 362,0 364,0 368,0 379,0 370,0 370,1 372,0 364,0
2b) Aufkommen aus ESt. und KSt. vor
8,4 9,6 10,6 10,8 9,5 9,8 10,4 9,6 9,6 8,8 9,5
Finanzausgleich in % des BIP
Beschäftigte in % der Erwerbstä- 71,0 71,3 73,6 71,5 71,0 70,9 68,5 69,3 67,3 67,5 68,0
0,8 1,2 0,7 1,1 1,4 1,5 2,0 1,8 3,3 3,1 2,8
in % der Bevölkerung
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 683,1 780,2 802,0 833,0 794,8 798,1
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 43
L-Indexwert 5,3 3,3 4,1 4,5 5,2 4,1 3,8 4,0 4,0 4,5 4,6
(Rang) (11) (11) (11) (11) (10) (11) (11) (11) (11) (11) (1,1)
1a) Staatskonsum 5,5 1,2 1,4 2,3 3,2 1,0 0,7 0,1 0,4 1,1 1,1
1b) öffentl. Investitionen 1,4 0,0 0,0 0,0 0,3 2,9 4,7 4,5 6,1 6,6 7,4
1c) öffentl. Beschäftigte 3,5 1,1 0,6 0,0 1,3 1,7 4,8 7,1 8,1 8,3 8,5
1d) Sozialleistungen 3,6 0,2 1,8 4,3 5,5 4,8 2,1 0,7 0,6 1,6 2,0
2a) Gewerbesteuerhebesatz 7,4 6,3 10,0 10,0 10,0 6,3 3,0 2,2 2,2 2,2 2,2
2b) Steueraufkommen 9,7 9,0 9,0 8,4 10,0 4,5 5,1 6,0 5,7 6,9 6,7
3a) Sozialversicherungspflicht 3,3 1,0 2,0 3,3 4,3 3,6 5,6 6,3 9,0 9,0 8,7
3b) Sozialhilfebezieher 8,1 7,4 8,3 7,6 6,9 8,1 4,0 4,7 0,1 0,0 0,3
K-Indexwert 5,0 4,5 4,6 4,7 5,1 5,2
(Rang) (11) (15) (16) (16) (16) (16)
1a) Staatskonsum 4,3 4,1 3,7 3,9 4,4 4,4 10
1b) öffentl. Investitionen 2,6 4,5 4,3 5,9 6,5 7,3 9
1c) öffentl. Beschäftigte 0,0 3,7 6,5 7,7 8,0 8,2 7
1d) Sozialleistungen 7,2 5,5 4,5 4,5 5,2 5,4 5
1e) Finanzhilfen 4,1 4,6 4,8 5,8 6,3 6,4 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 9,6 4,5 3,4 3,4 3,4 3,4 1
2b) Steueraufkommen 2,6 3,3 4,2 3,9 5,2 5,0 0
3a) Sozialversicherungspflicht 4,0 5,9 6,5 9,0 9,0 8,7
3b) Sozialhilfebezieher 8,5 4,2 4,9 0,1 0,0 0,3
3c) Sozialhilfeniveau 7,0 5,0 3,0 2,1 2,7 2,6
1a) Staatskonsum in % des BIP 18,3 24,7 24,3 23,0 21,8 24,9 25,4 26,2 25,9 24,8 24,8
1b) öffentl. Investitionen in % der
22,1 29,0 32,5 30,2 24,4 19,0 15,2 15,7 12,4 11,3 9,6
19,2 23,7 24,7 25,8 23,3 22,5 16,9 12,5 10,6 10,2 9,8
1d) Sozialleistungen in % des BIP 20,5 25,9 23,4 19,3 17,4 18,6 22,9 25,2 25,3 23,6 23,1
6,4 5,9 5,8 4,9 4,4 4,3
270,0 300,0 200,0 200,0 200,0 300,0 390,0 410,0 410,0 410,0 410,0
4,3 5,2 5,2 5,9 4,0 10,7 9,9 8,9 9,2 7,7 8,0
Beschäftigte in % der Erwerbs- 78,2 83,4 81,2 78,3 75,9 77,6 72,9 71,4 65,3 65,3 66,0
3,1 4,0 2,9 3,7 4,6 3,1 8,3 7,4 13,2 13,4 13,0
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 709,2 781,8 852,0 885,6 864,3 867,9
44 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
K-Indexwert 4,7 5,3 5,4 5,4 5,8 5,9
(Rang) (12) (10) (11) (12) (12) (12)
1a) Staatskonsum 1,1 2,4 3,1 4,2 4,4 4,4
1b) öffentl. Investitionen 4,3 5,1 3,2 4,2 4,5 5,3 10
1c) öffentl. Beschäftigte 2,7 4,9 5,5 6,6 7,0 7,2 8
1d) Sozialleistungen 2,9 1,8 1,3 2,8 3,6 3,9 6
1e) Finanzhilfen 0,8 8,0 3,6 4,8 5,1 5,3 4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 8,5 10,0 8,3 8,3 8,5 8,4 2
2b) Steueraufkommen 7,2 7,6 8,4 8,0 9,4 8,7 0
3a) Sozialversicherungspflicht 0,0 3,2 5,4 7,3 7,1 7,0
3b) Sozialhilfebezieher 9,7 9,2 8,7 2,1 2,3 2,9
3c) Sozialhilfeniveau 10,0 7,3 6,0 5,3 5,9 5,9
Variablenwerte 1994 1998 2002 2006 2007 2008
1a) Staatskonsum in % des BIP 32,0 29,1 27,5 25,9 24,7 24,7
15,8 14,0 18,0 12,4 15,3 13,6
18,3 14,9 14,0 10,6 11,7 11,4
1d) Sozialleistungen in % des BIP 29,5 32,3 33,5 25,3 27,7 27,0
9,4 9,0 6,9 4,9 5,5 5,3
320,0 293,0 323,0 410,0 319,0 321,0
5,5 5,1 4,2 9,3 3,1 3,8
3a) Sozialversicherungspflichtige Be-
87,1 79,4 74,1 65,3 70,1 70,3
schäftigte in % der Erwerbstätigen
1,6 2,2 2,8 13,2 10,6 9,9
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 601,3 697,4 743,0 885,6 747,1 748,8
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 45
L-Indexwert 6,1 4,4 4,7 4,8 5,0 5,1 4,7 4,8 5,5 5,9 5,9
(Rang)) (10) (10) (10) (9) (11) (10) (10) (10) (10) (10) (10)
1a) Staatskonsum 8,5 5,3 5,3 4,9 6,1 6,2 6,1 6,9 8,6 8,8 8,8
1b) öffentl. Investitionen 2,7 0,0 0,0 3,9 3,0 4,7 3,3 2,0 3,7 5,4 5,7
1c) öffentl. Beschäftigte 5,7 4,6 3,8 3,5 4,5 4,8 7,8 7,4 9,3 9,6 9,7
1d) Sozialleistungen 9,3 7,1 6,9 6,0 6,3 5,6 5,0 5,3 6,1 6,7 6,9
2a) Gewerbesteuerhebesatz 8,5 6,3 3,1 1,9 2,0 2,0 2,0 2,0 1,3 1,3 1,3
2b) Steueraufkommen 5,4 3,7 3,5 3,8 5,2 3,9 5,6 5,8 6,7 7,3 6,8
3a) Sozialversicherungspflicht 0,0 0,8 6,6 7,5 7,1 7,6 5,5 5,4 6,5 6,1 5,8
3b) Sozialhilfebezieher 9,0 7,5 8,0 6,6 5,9 5,9 2,6 3,5 1,9 2,1 2,4
K-Indexwert 5,7 5,1 5,2 5,6 6,1 6,1
(Rang) (10) (11) (12) (10) (10) (10)
1a) Staatskonsum 1,1 7,7 8,2 9,4 9,6 9,6 10
1b) öffentl. Investitionen 4,5 3,1 1,7 3,5 5,2 5,6 9
1c) öffentl. Beschäftigte 3,8 7,3 6,8 9,2 9,5 9,7 7
1d) Sozialleistungen 7,7 7,3 7,5 8,0 8,4 8,6 5
1e) Finanzhilfen 8,2 7,4 7,9 8,4 8,7 8,8 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 3,1 3,1 3,1 1,9 2,0 2,0
2b) Steueraufkommen 1,9 3,8 4,0 5,0 5,6 5,1 0
3a) Sozialversicherungspflicht 7,8 5,7 5,7 6,7 6,4 6,0
3b) Sozialhilfebezieher 6,1 2,7 3,7 1,9 2,2 2,5
3c) Sozialhilfeniveau 5,9 2,9 2,9 2,4 3,1 2,9
1a) Staatskonsum in % des BIP 14,0 18,6 18,7 19,3 17,4 17,4 17,5 16,4 13,7 13,5 13,5
19,5 31,3 25,0 16,9 18,7 15,2 18,1 20,9 17,4 13,8 13,1
15,2 17,2 18,6 19,3 17,3 16,7 11,2 12,0 8,4 7,8 7,6
1d) Sozialleistungen in % des BIP 11,2 14,8 15,2 16,6 16,1 17,2 18,3 17,7 16,5 15,4 15,1
2,7 3,4 2,9 2,5 2,2 2,2
2a) Durchschnittshebesatz der
240,0 300,0 385,0 420,0 415,0 415,0 416,0 415,0 436,0 435,0 434,0
9,6 11,6 11,9 11,6 9,9 11,5 9,3 9,1 8,0 7,3 7,9
Beschäftigte in % der Erwerbs- 85,8 84,0 70,7 68,6 69,5 68,4 73,3 73,4 71,0 71,8 72,6
1,9 3,9 3,2 5,0 5,8 5,9 10,1 8,9 11,0 10,8 10,4
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 747,0 855,9 856,0 875,0 848,3 854,8
46 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
L-Indexwert 6,8 4,9 4,9 4,6 5,3 5,3 5,7 6,2 6,3 6,5 6,4
(Rang) (8) (8) (8) (10) (9) (9) (8) (6) (4) (5) (8)
1a) Staatskonsum 10,0 7,9 8,0 8,3 8,9 8,9 9,1 9,0 9,2 9,5 9,5
1b) öffentl. Investitionen 3,8 2,7 4,5 4,0 5,9 7,2 7,9 8,6 9,5 9,5 8,8
1c) öffentl. Beschäftigte 5,9 4,4 4,4 4,0 4,5 4,9 8,3 9,5 9,8 9,9 10,0
1d) Sozialleistungen 9,8 7,6 8,2 8,5 8,7 8,5 8,4 8,6 8,6 8,9 9,2
2a) Gewerbesteuerhebesatz 8,1 5,0 3,9 1,3 2,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
2b) Steueraufkommen 3,9 1,5 0,0 0,4 2,7 2,8 2,1 3,0 2,4 3,4 3,1
3a) Sozialversicherungspflicht 3,9 1,7 1,8 3,5 4,3 4,6 5,9 5,5 6,6 6,5 6,2
3b) Sozialhilfebezieher 9,5 8,6 8,7 6,7 5,5 4,8 4,1 5,0 3,8 3,9 4,1
K-Indexwert 5,7 5,8 6,2 6,1 6,3 6,2
(Rang) (9) (9) (9) (9) (9) (9)
1a) Staatskonsum 9,6 9,7 9,7 9,8 10,0 10,0 Hamburg
1b) öffentl. Investitionen 7,1 7,8 8,6 9,5 9,5 8,8 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 3,9 7,9 9,4 9,7 9,9 10,0 7
1d) Sozialleistungen 9,5 9,5 9,6 9,6 9,8 10,0 5
1e) Finanzhilfen 9,0 8,5 9,1 9,4 9,2 9,3 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 2
2b) Steueraufkommen 0,8 0,0 1,0 0,4 1,4 1,0 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,0 6,1 5,7 6,8 6,7 6,4
3b) Sozialhilfebezieher 5,0 4,2 5,3 4,0 4,1 4,3
3c) Sozialhilfeniveau 6,0 4,2 3,3 1,5 2,1 1,8
1a) Staatskonsum in % des BIP 11,8 14,8 14,7 14,2 13,4 13,4 13,1 13,2 13,0 12,5 12,5
17,2 19,4 15,6 16,8 12,7 10,1 8,6 7,0 5,1 5,3 6,6
14,8 17,5 17,5 18,3 17,4 16,6 10,3 8,1 7,5 7,3 7,1
1d) Sozialleistungen in % des BIP 10,5 13,9 13,0 12,6 12,3 12,6 12,8 12,4 12,4 11,8 11,4
2,0 2,4 1,9 1,6 1,8 1,7
250,0 335,0 365,0 435,0 415,0 450,0 470,0 470,0 470,0 470,0 470,0
11,5 14,3 16,2 15,7 12,8 12,7 13,6 12,5 13,2 12,0 12,4
Beschäftigte in % der Erwerbs- 76,9 82,0 81,6 77,8 75,9 75,2 72,4 73,3 70,8 71,0 71,6
1,3 2,4 2,4 4,9 6,4 7,3 8,2 7,0 8,5 8,5 8,2
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 744,4 810,9 841,0 905,4 886,3 895.4
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 47
L-Indexwert 6,8 5,5 5,5 5,6 6,2 5,9 6,1 6,5 6,5 6,6 6,8
(Rang) (7) (7) (6) (5) (5) (5) (5) (3) (3) (3) (3)
1a) Staatskonsum 7,3 4,3 4,9 5,4 6,8 6,8 6,9 7,4 7,6 7,6 7,6
1b) öffentl. Investitionen 7,2 6,0 6,6 7,4 8,1 8,6 9,6 9,7 9,6 9,8 10,0
1c) öffentl. Beschäftigte 6,7 5,3 5,3 5,1 5,8 6,1 7,7 8,9 9,0 9,0 9,3
1d) Sozialleistungen 9,0 6,3 7,0 7,5 8,4 7,0 6,2 6,0 6,5 7,0 7,2
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,1 4,8 4,5 3,1 3,0 2,9 2,1 3,1 2,5 3,0 3,0
2b) Steueraufkommen 4,6 3,8 3,3 2,7 4,2 3,3 2,4 3,5 2,7 2,9 2,9
3a) Sozialversicherungspflicht 4,2 4,0 3,4 4,8 4,8 5,0 6,3 6,2 7,4 7,4 7,4
3b) Sozialhilfebezieher 9,7 9,2 9,3 8,7 8,1 7,5 7,2 7,4 6,3 6,3 6,3
K-Indexwert 6,6 6,3 6,6 6,5 6,8 6,9
(Rang) (6) (6) (5) (6) (7) (6)
1a) Staatskonsum 8,2 8,3 8,6 8,8 8,8 8,8 10
1b) öffentl. Investitionen 8,6 9,6 9,7 9,6 9,8 10,0 9
1c) öffentl. Beschäftigte 5,3 7,2 8,6 8,7 8,8 9,2 7
1d) Sozialleistungen 8,6 8,1 7,9 8,3 8,6 8,7 5
1e) Finanzhilfen 10,0 8,5 8,6 8,8 8,9 9,0 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 4,4 3,2 4,7 3,9 4,6 4,7 1
2b) Steueraufkommen 1,3 0,4 1,5 0,7 0,9 1,4 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,3 6,5 6,4 7,5 7,5 7,3
3b) Sozialhilfebezieher 7,8 7,6 7,8 6,6 6,6 6,8
3c) Sozialhilfeniveau 6,2 3,4 2,5 2,2 3,0 2,8
1a) Staatskonsum in % des BIP 15,8 20,1 19,3 18,5 16,5 16,5 16,3 15,6 15,3 15,2 15,2
10,0 12,5 11,3 9,7 8,1 7,1 5,1 4,9 5,1 4,7 4,3
13,3 15,8 16,0 16,3 14,9 14,4 11,4 9,2 9,0 8,9 8,4
1d) Sozialleistungen in % des BIP 11,7 16,1 15,0 14,2 12,7 14,9 16,3 16,7 15,7 15,0 14,7
1,0 2,4 2,3 2,1 2,1 2,0
304,0 340,0 349,0 385,0 388,0 392,0 414,0 387,0 401,7 389,0 386,0
10,5 11,6 12,2 12,8 11,1 12,2 13,2 11,9 12,9 12,6 12,1
76,3 76,6 78,0 74,7 74,9 74,4 71,4 71,6 69,0 69,1 69,5
1,1 1,7 1,6 2,3 3,0 3,9 4,2 3,9 5,3 5,3 5,1
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 739,3 838,0 869,0 882,2 852,7 858,5
48 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
K-Indexwert 4,7 4,7 5,0 5,1 5,5 5,5
(Rang) (14) (12) (13) (13) (13) (13)
1a) Staatskonsum 1,2 2,2 2,5 3,6 4,1 4,1 Mecklenburg-
1b) öffentl. Investitionen 4,7 3,9 1,6 4,2 4,5 4,3 10
1c) öffentl. Beschäftigte 2,5 4,3 4,8 6,4 6,7 7,0 8
1d) Sozialleistungen 2,5 1,7 0,9 2,1 3,2 3,5 6
1e) Finanzhilfen 0,0 1,2 3,8 5,2 5,8 6,0 4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 8,4 8,2 8,8 8,5 8,2 7,1 2
2b) Steueraufkommen 7,2 7,7 8,8 8,4 10,0 9,3 0
3a) Sozialversicherungspflicht 0,6 2,7 4,8 6,9 6,9 6,6
3b) Sozialhilfebezieher 9,7 8,7 8,1 0,2 0,6 1,4
3c) Sozialhilfeniveau 9,8 6,7 5,5 5,2 5,9 5,9
1a) Staatskonsum in % des BIP 31,7 29,7 28,8 26,5 25,3 25,3
15,0 16,6 21,2 15,8 15,2 15,7
18,7 15,9 15,1 12,6 12,2 11,8
1d) Sozialleistungen in % des BIP 30,4 32,5 34,4 31,4 28,7 27,9
10,1 9,0 6,7 5,4 4,8 4,7
321,0 324,0 314,0 319,9 325,0 344,0
5,5 5,0 3,6 4,1 2,3 3,1
Beschäftigte in % der Erwerbs- 85,7 80,5 75,6 70,5 70,4 71,1
1,6 2,8 3,5 13,1 12,7 11,6
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 608,4 718,4 762,0 772,2 749,5 749,4
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 49
L-Indexwert 7,3 5,6 5,4 5,3 5,9 5,7 5,8 5,9 6,2 6,3 6,4
(Rang) (4) (6) (7) (7) (6) (6) (6) (8) (6) (8) (6)
1a) Staatskonsum 6,6 3,0 2,8 2,7 3,8 4,1 4,0 3,5 4,0 4,2 4,2
1b) öffentl. Investitionen 8,1 5,9 7,2 6,7 8,6 9,1 8,9 9,0 9,9 8,9 9,6
1c) öffentl. Beschäftigte 7,0 5,2 4,8 4,4 5,2 5,2 0,0 7,3 8,1 8,2 8,3
1d) Sozialleistungen 7,2 3,7 4,5 4,2 4,8 4,1 3,0 2,0 2,7 3,4 3,6
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,4 5,8 4,9 4,6 4,6 4,3 3,7 3,8 3,5 3,4 3,6
2b) Steueraufkommen 6,7 5,7 4,5 5,1 6,4 5,7 5,4 6,2 6,7 7,6 7,3
3a) Sozialversicherungspflicht 6,9 5,9 4,6 6,0 5,8 5,6 7,2 7,7 9,0 9,0 8,7
3b) Sozialhilfebezieher 9,7 9,2 9,5 8,6 8,4 7,6 7,2 7,4 5,6 5,7 5,9
K-Indexwert 6,7 6,3 6,3 6,7 6,8 6,9
(Rang) (5) (5) (6) (5) (5) (5)
1a) Staatskonsum 6,4 6,3 6,0 6,3 6,4 6,4 10
1b) öffentl. Investitionen 9,1 8,8 9,0 9,9 8,9 9,6 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 4,2 5,9 6,8 7,7 7,8 8,0 7
1d) Sozialleistungen 6,8 6,1 5,4 5,8 6,3 6,4 5
1e) Finanzhilfen 9,6 8,1 8,2 8,6 8,6 8,7 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,6 5,6 5,8 5,3 5,3 5,4 2
2b) Steueraufkommen 3,9 3,6 4,4 4,9 6,0 5,6 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,9 7,4 7,8 9,0 9,0 8,8
3b) Sozialhilfebezieher 7,9 7,5 7,8 5,9 5,9 6,1
3c) Sozialhilfeniveau 6,7 3,2 2,2 2,9 3,9 3,7
1a) Staatskonsum in % des BIP 16,8 22,0 22,3 22,5 20,9 20,5 20,6 21,4 20,5 20,3 20,3
8,1 12,6 9,9 11,1 7,2 6,1 6,6 6,3 4,3 6,4 5,1
12,7 16,1 16,8 17,6 16,1 16,1 13,4 12,1 10,7 10,5 10,3
1d) Sozialleistungen in % des BIP 14,6 20,3 19,1 19,5 18,5 19,6 21,4 23,1 21,9 20,8 20,5
1,5 2,8 2,7 2,3 2,3 2,2
297,0 313,0 339,0 345,0 345,0 353,0 370,0 368,0 376,5 377,0 374,0
8,0 9,3 10,6 9,9 8,4 9,2 9,6 8,6 8,0 6,9 7,3
Beschäftigte in % der Erwerbs- 70,0 72,3 75,2 72,0 72,5 72,9 69,4 68,2 65,4 65,3 66,0
1,1 1,7 1,3 2,5 2,7 3,8 4,3 3,9 6,2 6,2 5,9
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 720,9 846,2 880,0 854,4 821,7 827,7
50 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
L-Indexwert 7,1 5,6 5,6 5,5 5,7 5,7 5,7 5,9 5,9 6,3 6,3
(Rang) (5) (5) (5) (6) (7) (7) (7) (7) (9) (9) (9)
1a) Staatskonsum 8,5 5,3 4,8 4,8 5,6 5,4 5,4 4,9 5,6 5,9 5,9
1b) öffentl. Investitionen 7,1 5,0 5,3 7,2 7,9 8,4 9,0 9,4 9,3 9,5 9,5
1c) öffentl. Beschäftigte 7,7 6,4 6,3 6,0 6,7 6,8 8,0 8,6 8,8 9,3 9,4
1d) Sozialleistungen 8,5 5,3 5,6 5,4 5,7 4,9 4,2 3,4 3,7 4,6 4,9
2a) Gewerbesteuerhebesatz 7,9 7,3 5,9 3,6 2,9 2,4 1,7 1,6 1,3 1,3 1,3
2b) Steueraufkommen 5,9 4,4 3,7 4,0 4,3 4,4 3,3 4,2 4,5 5,6 5,3
3a) Sozialversicherungspflicht 2,2 2,0 3,5 4,7 4,7 5,0 6,5 7,1 8,7 8,6 8,4
3b) Sozialhilfebezieher 9,4 8,8 9,2 8,2 7,8 7,9 7,5 7,7 5,3 5,3 5,5
K-Indexwert 6,4 6,1 6,2 6,1 6,4 6,5
(Rang) (7) (8) (8) (9) (8) (8)
1a) Staatskonsum 7,3 7,3 6,9 7,4 7,6 7,6 10
1b) öffentl. Investitionen 8,3 8,9 9,3 9,3 9,5 9,5 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 6,1 7,6 8,4 8,5 9,1 9,2 7
1d) Sozialleistungen 7,3 6,8 6,3 6,5 7,1 7,3 5
1e) Finanzhilfen 9,4 8,3 8,6 8,7 8,9 9,0 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 3,7 2,7 2,5 2,0 2,0 2,0 2
2b) Steueraufkommen 2,5 1,3 2,3 2,6 3,8 3,5 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,3 6,7 7,3 8,8 8,7 8,4
3b) Sozialhilfebezieher 8,3 7,8 8,0 5,5 5,5 5,7
3c) Sozialhilfeniveau 6,0 3,2 2,6 1,6 2,3 2,2
1a) Staatskonsum in % des BIP 14,0 18,7 19,5 19,3 18,3 18,5 18,5 19,3 18,3 17,7 17,7
10,2 14,6 14,0 10,0 8,5 7,6 6,4 5,5 5,6 5,1 5,3
11,4 13,8 14,0 14,6 13,3 13,1 10,8 9,6 9,4 8,5 8,3
1d) Sozialleistungen in % des BIP 12,6 17,7 17,3 17,6 17,1 18,3 19,5 20,8 20,2 18,9 18,3
1,6 2,6 2,3 2,2 2,0 1,9
258,0 272,0 311,0 373,0 393,0 405,0 423,0 426,0 435,4 435,4 434,0
9,0 10,8 11,6 11,3 10,9 10,8 12,2 11,0 10,6 9,3 9,7
Beschäftigte in % der Erwerbs- 80,8 81,3 77,7 75,1 75,0 74,4 71,0 69,6 65,8 66,1 66,7
1,4 2,2 1,6 2,9 3,5 3,3 3,8 3,6 6,7 6,7 6,5
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 746,5 844,1 866,0 902,9 876,5 879,7
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 51
L-Indexwert 7,6 5,9 6,0 6,1 6,3 6,0 6,1 6,3 6,2 6,6 6,5
(Rang) (1) (2) (2) (3) (3) (3) (4) (4) (7) (4) (5)
1a) Staatskonsum 7,5 4,2 4,6 4,6 5,2 4,4 4,0 3,4 3,7 3,9 3,9
1b) öffentl. Investitionen 6,9 4,8 6,9 7,0 7,2 8,0 8,4 9,2 8,5 9,1 9,1
1c) öffentl. Beschäftigte 6,6 5,4 5,4 5,1 5,7 5,6 7,3 7,8 8,0 8,1 8,3
1d) Sozialleistungen 8,2 4,7 5,5 5,5 6,1 4,5 3,5 2,8 3,0 3,7 3,9
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,8 5,5 4,8 4,6 4,3 4,2 3,6 3,7 3,7 3,9 3,8
2b) Steueraufkommen 7,4 6,2 5,6 5,9 6,3 6,1 5,8 6,6 6,3 7,5 6,9
3a) Sozialversicherungspflicht 7,6 6,8 5,9 6,6 6,5 6,5 7,7 8,1 9,3 9,4 9,2
3b) Sozialhilfebezieher 9,8 9,3 9,6 9,0 8,7 8,5 8,3 8,5 6,9 7,0 7,2
K-Indexwert 6,8 6,6 6,8 6,7 7,1 7,0
(Rang) (3) (4) (3) (4) (3) (4)
1a) Staatskonsum 7,9 8,3 9,2 6,1 6,2 6,2 10
1b) öffentl. Investitionen 4,6 6,8 7,3 8,4 9,1 9,0 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 7,0 6,4 5,9 7,5 7,7 7,9 7
1d) Sozialleistungen 9,5 8,0 8,4 6,1 6,5 6,6 5
1e) Finanzhilfen 6,4 5,5 5,7 8,5 8,5 8,5 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 4,4 4,0 4,8 5,7 5,9 5,8 2
2b) Steueraufkommen 6,7 7,8 8,2 4,5 5,8 5,1 0
3a) Sozialversicherungspflicht 8,9 8,7 8,9 9,4 9,4 9,3
3b) Sozialhilfebezieher 6,4 4,6 3,4 7,2 7,3 7,5
3c) Sozialhilfeniveau 7,9 8,3 9,2 3,5 4,3 4,2
1a) Staatskonsum in % des BIP 15,5 20,3 19,7 19,6 18,8 20,0 20,6 21,4 21,1 20,8 20,8
10,6 15,0 10,6 10,4 10,0 8,4 7,6 5,8 7,4 6,0 6,1
13,4 15,8 15,7 16,2 15,1 15,4 12,1 11,2 10,9 10,6 10,3
1d) Sozialleistungen in % des BIP 13,1 18,8 17,4 17,4 16,5 19,0 20,6 21,8 21,4 20,3 20,1
1,5 2,8 2,5 2,4 2,4 2,4
286,0 321,0 341,0 345,0 355,0 356,0 372,0 369,0 368,8 366,0 367,0
7,2 8,6 9,3 9,0 8,4 8,7 9,1 8,2 8,5 7,1 7,8
Beschäftigte in % der Erwerbs- 68,4 70,4 72,3 70,8 71,0 71,0 68,3 67,2 64,5 64,4 64,8
0,9 1,5 1,2 2,0 2,3 2,6 2,9 2,5 4,6 4,5 4,3
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 730,1 796,1 838,0 834,5 805,6 809,1
52 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
L-Indexwert 6,3 4,7 4,9 5,1 5,4 5,3 5,6 5,7 6,1 6,4 6,4
(Rang) (9) (9) (9) (8) (8) (8) (9) (9) (8) (7) (7)
1a) Staatskonsum 5,3 2,6 2,8 3,5 4,7 4,3 4,1 4,0 5,1 5,4 5,4
1b) öffentl. Investitionen 8,4 5,5 7,1 6,5 7,2 8,5 8,8 8,2 8,5 8,9 8,9
1c) öffentl. Beschäftigte 6,2 5,0 5,1 4,8 5,4 6,1 8,1 8,5 8,6 8,8 8,7
1d) Sozialleistungen 4,7 2,2 3,0 3,5 4,2 2,8 2,1 1,7 3,4 4,1 4,4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,1 4,7 3,4 2,5 2,0 1,9 1,7 2,5 2,0 2,2 2,3
2b) Steueraufkommen 7,0 6,0 5,5 7,0 6,9 6,1 6,4 6,7 7,3 8,0 7,8
3a) Sozialversicherungspflicht 3,4 2,9 2,8 4,2 5,0 5,6 6,6 7,0 8,2 7,9 7,6
3b) Sozialhilfebezieher 9,3 8,9 9,3 8,3 7,9 7,3 6,8 7,2 5,7 5,7 5,9
K-Indexwert 6,2 6,1 6,3 6,4 6,8 6,8
(Rang) (8) (7) (7) (7) (6) (7)
1a) Staatskonsum 6,5 6,4 6,3 7,1 7,3 7,3 10
1b) öffentl. Investitionen 8,4 8,8 8,1 8,4 8,9 8,8 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 5,3 7,7 8,2 8,3 8,5 8,5 7
1d) Sozialleistungen 5,9 5,4 5,2 6,3 6,7 7,0 5
1e) Finanzhilfen 9,4 7,6 8,1 8,0 8,6 8,7 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 2,9 2,5 3,8 3,0 3,3 3,4 2
2b) Steueraufkommen 4,3 4,7 5,0 5,7 6,4 6,2 0
3a) Sozialversicherungspflicht 5,8 6,8 7,1 8,3 8,0 7,7
3b) Sozialhilfebezieher 7,6 7,1 7,5 5,9 6,0 6,2
3c) Sozialhilfeniveau 5,8 4,1 3,3 3,1 3,9 3,9
1a) Staatskonsum in % des BIP 18,7 22,6 22,3 21,3 19,5 20,1 20,4 20,5 19,0 18,5 18,5
7,6 13,7 10,3 11,4 10,0 7,4 6,7 8,0 7,4 6,5 6,6
1c) Beschäftigte im öffentl. Dienst in
14,1 16,4 16,2 16,8 15,7 14,3 10,6 9,9 9,7 9,4 9,5
% der Erwerbstätigen
1d) Sozialleistungen in % des BIP 18,7 22,7 21,5 20,6 19,5 21,8 23,0 23,6 20,8 19,7 19,1
1,6 3,2 2,7 2,8 2,3 2,2
304,0 344,0 378,0 403,0 417,0 418,0 425,0 403,0 416,1 411,0 409,0
7,7 8,9 9,4 7,6 7,7 8,7 8,3 8,0 7,2 6,4 6,7
Beschäftigte in % der Erwerbs- 78,0 79,1 79,5 76,3 74,3 73,0 70,6 69,9 67,2 67,9 68,5
1,6 2,0 1,6 2,8 3,3 4,2 4,8 4,2 6,2 6,1 5,9
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 751,6 814,5 842,0 848,5 819,2 821,5
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 53
K-Indexwert 4,7 4,6 4,7 4,7 5,3 5,3
(Rang) (13) (14) (14) (15) (15) (15)
1a) Staatskonsum 1,9 3,3 3,9 4,7 5,0 5,0 Sachsen
1b) öffentl. Investitionen 5,2 3,9 0,0 0,5 3,3 2,7 10
1c) öffentl. Beschäftigte 3,8 5,8 6,8 7,8 8,1 8,3 8
1d) Sozialleistungen 1,7 0,6 0,8 2,5 3,3 3,6 6
1e) Finanzhilfen 2,3 2,3 4,0 5,9 5,4 5,6 4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 5,1 3,8 3,5 3,1 3,5 3,3 2
2b) Steueraufkommen 7,0 7,7 8,8 8,1 9,4 8,8 0
3a) Sozialversicherungspflicht 0,1 3,1 5,4 7,0 6,8 6,4
3b) Sozialhilfebezieher 10,0 9,2 8,6 2,2 2,5 3,0
3c) Sozialhilfeniveau 9,7 6,0 5,3 5,3 6,1 6,1
1a) Staatskonsum in % des BIP 30,2 27,1 25,9 24,2 23,5 23,5
13,8 16,5 24,4 23,4 17,7 18,9
16,6 13,5 12,0 10,5 10,0 9,8
1d) Sozialleistungen in % des BIP 32,5 35,2 34,8 30,4 28,3 27,7
8,0 8,0 6,5 4,8 5,2 5,1
380,0 403,0 408,0 414,6 408,0 411,0
5,7 4,9 3,7 4,5 3,1 3,7
Beschäftigte in % der Erwerbs- 86,9 79,5 74,2 70,2 70,8 71,6
1,2 2,2 2,9 10,7 10,4 9,7
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 613,0 746,5 769,0 771,0 740,9 740,9
54 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
K-Indexwert 4,4 4,4 4,6 4,9 5,4 5,4
(Rang) (16) (16) (15) (14) (14) (14)
1a) Staatskonsum 0,0 1,5 2,1 4,4 4,9 4,9
1b) öffentl. Investitionen 5,3 4,1 1,9 2,3 3,4 4,0 10
1c) öffentl. Beschäftigte 2,4 4,3 4,8 6,3 6,6 7,0 8
1d) Sozialleistungen 1,3 0,0 0,2 2,0 3,0 3,5 6
1e) Finanzhilfen 0,9 1,4 3,9 4,8 5,3 5,6 4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 7,1 7,0 7,0 8,8 8,3 6,9 2
2b) Steueraufkommen 7,0 7,8 8,9 8,5 9,6 9,0 0
3a) Sozialversicherungspflicht 0,3 2,7 4,3 5,9 5,9 5,7
3b) Sozialhilfebezieher 9,5 8,5 8,0 0,7 0,9 1,5
3c) Sozialhilfeniveau 9,8 6,6 5,3 5,4 5,9 5,8
1a) Staatskonsum in % des BIP 34,4 31,1 29,8 24,8 23,6 23,6
13,6 16,2 20,6 19,6 17,5 16,3
18,8 15,9 15,1 12,9 12,3 11,8
1d) Sozialleistungen in % des BIP 33,5 36,7 36,3 31,7 29,2 27,9
9,3 8,8 6,6 5,8 5,3 5,0
344,0 346,0 346,0 314,4 323,0 348,0
5,8 4,9 3,6 4,1 2,8 3,5
Beschäftigte in % der Erwerbs- 86,5 80,7 76,7 72,8 72,8 73,3
1,8 3,0 3,6 12,6 12,3 11,6
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 608,4 723,0 769,0 767,8 747,6 751,7
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 55
L-Indexwert 7,1 5,8 5,8 5,8 6,2 6,0 6,2 6,2 6,2 6,5 6,5
(Rang) (6) (4) (4) (4) (4) (4) (3) (5) (5) (6) (4)
1a) Staatskonsum 6,6 4,4 3,8 3,3 4,7 5,0 5,0 4,4 4,8 4,6 4,6
1b) öffentl. Investitionen 6,9 4,6 7,0 6,2 7,4 8,3 9,5 9,0 9,4 9,3 9,5
1c) öffentl. Beschäftigte 5,6 4,2 4,5 4,1 4,8 4,3 6,1 7,1 7,6 8,0 8,3
1d) Sozialleistungen 6,5 4,1 3,6 3,7 4,3 4,1 3,0 1,6 1,7 2,2 2,4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 6,9 6,4 6,0 5,9 5,5 5,1 4,7 4,8 4,9 5,0 4,9
2b) Steueraufkommen 7,7 6,1 5,5 5,9 6,3 5,4 5,6 6,2 6,6 7,6 7,3
3a) Sozialversicherungspflicht 7,0 7,6 7,1 8,3 8,4 7,6 8,6 8,9 9,9 9,8 9,6
3b) Sozialhilfebezieher 9,6 8,9 9,2 8,5 8,0 7,8 7,0 7,2 5,4 5,5 5,8
K-Indexwert 6,8 6,7 6,7 6,8 7,1 7,1
(Rang) (4) (3) (4) (3) (4) (3)
1a) Staatskonsum 7,0 7,0 6,6 6,9 6,7 6,7 Schleswig-Holstein
1b) öffentl. Investitionen 8,2 9,5 9,0 9,4 9,2 9,5 9 L-Index
1c) öffentl. Beschäftigte 3,1 5,3 6,5 7,1 7,6 7,9 7
1d) Sozialleistungen 6,8 6,0 5,1 5,2 5,5 5,6 5
1e) Finanzhilfen 9,6 8,4 8,7 8,6 8,6 8,7 4
2a) Gewerbesteuerhebesatz 7,9 7,2 7,3 7,4 7,6 7,5 2
2b) Steueraufkommen 3,6 3,8 4,5 4,8 6,0 5,7 0
3a) Sozialversicherungspflicht 7,7 8,7 8,9 9,9 9,8 9,6
3b) Sozialhilfebezieher 8,2 7,3 7,5 5,6 5,8 6,0
3c) Sozialhilfeniveau 5,7 3,4 2,4 2,9 3,9 3,8
1a) Staatskonsum in % des BIP 16,8 20,0 20,9 21,6 19,5 19,2 19,1 19,9 19,4 19,7 19,7
10,6 15,5 10,5 12,1 9,6 7,8 5,2 6,2 5,5 5,7 5,3
15,4 17,9 17,4 18,1 16,8 17,7 14,4 12,4 11,5 10,8 10,3
1d) Sozialleistungen in % des BIP 15,7 19,7 20,5 20,3 19,3 19,6 21,4 23,7 23,6 22,8 22,5
1,4 2,5 2,2 2,3 2,3 2,3
284,0 298,0 308,0 310,0 322,0 331,0 343,0 341,0 338,7 336,0 337,0
6,8 8,7 9,5 8,9 8,5 9,6 9,3 8,6 8,2 6,9 7,2
Beschäftigte in % der Erwerbs- 69,9 68,5 69,6 66,8 66,7 68,4 66,1 65,6 63,3 63,5 63,9
1,2 2,1 1,7 2,6 3,2 3,4 4,5 4,3 6,5 6,4 6,1
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 756,7 836,5 874,0 855,3 821,6 823,8
56 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
K-Indexwert 4,6 4,6 5,4 5,4 5,9 6,1
(Rang) (15) (13) (10) (11) (11) (10)
1a) Staatskonsum 0,6 1,9 2,9 3,8 4,2 4,2
1b) öffentl. Investitionen 4,3 2,5 3,2 3,9 4,7 6,0 10
1c) öffentl. Beschäftigte 3,4 5,7 6,6 7,4 7,5 7,6 8
1d) Sozialleistungen 1,8 0,6 0,8 2,4 3,3 3,8
1e) Finanzhilfen 0,6 0,6 4,3 5,3 6,0 6,2 3
2a) Gewerbesteuerhebesatz 7,7 7,2 7,6 6,9 7,3 7,3 1
2b) Steueraufkommen 7,4 8,0 8,7 8,3 9,6 8,9
3a) Sozialversicherungspflicht 0,7 3,3 5,0 6,7 6,7 6,4
3b) Sozialhilfebezieher 10,0 9,3 9,2 3,3 3,5 4,2
3c) Sozialhilfeniveau 9,2 6,9 6,0 5,8 6,4 6,4
1a) Staatskonsum in % des BIP 33,0 30,1 28,1 26,0 25,2 25,2
15,7 19,4 18,0 16,5 14,9 12,2
17,2 13,7 12,3 11,1 10,9 10,8
1d) Sozialleistungen in % des BIP 32,2 35,2 34,8 30,7 28,3 27,2
9,6 9,6 6,2 5,3 4,6 4,5
334,0 343,0 335,0 347,7 341,0 341,0
5,2 4,6 3,8 4,3 2,8 3,6
85,5 79,3 75,0 70,9 71,0 71,6
1,2 2,0 2,2 9,4 9,1 8,3
3c) Sozialhilfeniveau in Euro 631,4 712,7 744,0 753,1 730,8 732,1
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 57
Anhang 3: Beschreibung der Indikatoren
und statistische Quellen
1a)	Anteil der Konsumsausgaben des Staates am BIP
Formel: Konsumausgaben des Staates in jeweiligen Preisen/BIP in jeweiligen Preisen
Weil relative Variablen gebildet werden, wurden die Daten in jeweiligen Preisen be-
nutzt. Konsumausgaben und BIP stammen aus den VGR der Länder. Es wurden nun-
mehr für beide Variablen die Daten nach der Revision 2005 verwendet. Die Konsum-
ausgaben für 2006 sind erst ab Februar 2009 verfügbar, deswegen wurden sie so
geschätzt: Konsumausgaben für 2005 (nach Revision) x Veränderung des BIP 2006
gegenüber 2005 (nach Revision).
1b)	Anteil der Investitionen der Länder an den
Formel: Investitionsausgaben der Länder/Bruttoanlageinvestitionen in jeweiligen Prei-
Die Investitionsausgaben der Länder stammen aus den Finanzberichten des Landes
Nordrhein-Westfalen 2007. Für 2006 sind die Daten teilweise vorläufig. Die Brut-
toanlageinvestitionen in jeweiligen Preisen stammen aus den VGR der Länder nach
Rückrechnungsergebnissen der Revision 2005.
1c) Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst an den
Formel: Voll- und Teilzeitbeschäftigte im unmittelbaren öffentlichen Dienst/Anzahl der
Aufgrund von Veränderungen der Abgrenzungen in der Statistik des Personals des
öffentlichen Dienstes wurden nur die Beschäftigten im unmittelbaren öffentlichen
Dienst in die Betrachtung einbezogen. Es wurden Beschäftigte aller Verwaltungse-
benen (Bund, Länder und Gemeinden) gezählt, die in einem Bundesland tätig waren,
weil bei einigen Jahren nur zusammengefasste Zahlen zur Verfügung standen.
1d) Anteil der Sozialleistungen am BIP
1970-1990: Formel: Soziale Leistungen des Staates/BIP in jeweiligen Preisen
1994-2006: Formel: Empfangene monetäre Sozialleistungen der privaten Haushalte/
BIP in jeweiligen Preisen
Die Daten bezüglich der Sozialleistungen stammen aus zwei unterschiedlichen Quel-
len, die sich nur begrenzt miteinander vergleichen lassen. Es war nicht anders zu
lösen, weil die Kategorie „Soziale Leistungen des Staates“ in der neuen Abgrenzung
der VGR-Statistik auf der Ebene der Bundesländer nicht mehr aufgeführt wird. Folg-
lich wurde auf die Kategorie „Empfangene monetäre Sozialleistungen der privaten
58 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Haushalte“ ab 1994 zurückgegriffen, obwohl sie auch Transfers von nicht-staatlichen
Stellen umfasst. Auf Bundesebene betrug der Anteil der staatlichen Leistungen an
den „Empfangenen monetären Sozialleistungen der privaten Haushalte“ indes in den
vergangenen Jahren immer über 90 Prozent, so dass diese Kategorie als Näherungs-
wert der staatlichen Sozialleistungen angesehen werden kann. Das BIP der Länder in
jeweiligen Preisen stammt wiederum aus den VGR der Länder nach Rückrechnungs-
ergebnissen der Revision 2005.
1e)	Anteil der Finanzhilfen der Länder am BIP
1994, 1998: Formel: Finanzhilfen der Bundesländer in erweiterter (bzw. in der weiten)
Abgrenzung/BIP in jeweiligen Preisen nach Rückrechnungsergebnissen der Revision
2002: Formel: Finanzhilfen der Bundesländer einschließlich Grenzfälle/BIP in jewei-
ligen Preisen nach Rückrechnungsergebnissen der Revision 2005.
Hier wurden die Zahlen verwendet, die Rosenschon in verschiedenen Papieren prä-
sentiert hat. Für Anfang 2011 wurde von Rosenschon eine Datenaktualisierung für die
Jahre 2008 bis 2010 anvisiert, die in dieser Studie nicht mehr berücksichtigt werden
konnte. Es wurde daher mit den Daten für das Jahr 2007 gearbeitet.
Während der Subventionserfassung durch die Bundesregierung eher institutionelle
Kriterien vorliegen, versucht Rosenschon, Subventionen nach dem ökonomischen Ver-
ständnis zu erfassen. Wenn öffentliche Güter finanziert werden, liegen keine Sub-
ventionen vor. Während die enge Abgrenzung nur Finanzhilfen an Unternehmen er-
fasst, umfasst die weite Abgrenzung auch Finanzhilfen an öffentlichen Stellen und
Organisationen ohne Erwerbscharakter. In der letzten Veröffentlichung wurde eine
Unter- und eine Obergrenze für die Finanzhilfen festgestellt, weil es Grenzfälle gibt,
die sich nicht eindeutig der Kategorie der Subventionen zurechnen lassen. Weil in den
früheren Veröffentlichungen nur die Obergrenze berechnet wurde, liegt es nahe, die
„Finanzhilfen der Bundesländer einschließlich Grenzfälle“ zu berücksichtigen. Aller-
dings muss beachtet werden, dass einige andere Änderungen in der Erfassung vor-
genommen wurden, die eine Vergleichbarkeit mit den Zahlen aus den vorigen Unter-
suchungen begrenzen. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den Ländern ist
auch eingeschränkt, weil nur der Bund gesetzlich verpflichtet ist, über seine Subventi-
onstätigkeit Bericht zu erstatten. Die meisten Länder tun es auch freiwillig, definieren
aber selbst, was sie unter einer Subvention verstehen.
2a)	Gewogene Durchschnittshebesätze der Gewerbesteuer
Es handelt sich um die mit ihrer Bemessungsgrundlage gewichtete Hebesätze der Ge-
werbesteuer (siehe hierzu auch die Angaben unter Quellen und Definitionen), die im
Realsteuervergleich des Statistischen Bundesamtes dokumentiert werden.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 59
2b)	Anteil des Aufkommens der Einkommen- und der
Körperschaftsteuer vor Steuerverteilung am BIP
1970-1990: Formel: Summe der kassenmäßigen Steuereinnahmen aus der Lohn-, ver-
anlagten Einkommen-, Kapitalertrag- und der Körperschaftsteuer vor Steuervertei-
lung/BIP in jeweiligen Preisen nach Rückrechnungsergebnissen der Revision 2005.
1994-2002: Formel: Summe der kassenmäßigen Steuereinnahmen (ab 1998 vor Abzug
von Erstattungen) aus der Lohn-, veranlagten Einkommensteuer, Kapitalertragsteu-
er/nicht veranlagte Steuern vom Ertrag, Zinsabschlag und der Körperschaftsteuer vor
Steuerverteilung/BIP in jeweiligen Preisen nach Rückrechnungsergebnissen der Revi-
sion 2005.
Die kassenmäßigen Steuereinnahmen eines Jahres sind nicht deckungsgleich mit dem
Steueraufkommen dieses Jahres, aber sie ermöglichen eine isolierte Betrachtung der
Einnahmen vor Steuerverteilung. Für einen Vergleich der Variablen über die Zeit muss
die Veränderung der Gesetzgebung berücksichtigt werden.
3a)	Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an den
Formel: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (am 30. Juni eines Jahres)/Anzahl
der Erwerbstätigen
Hierbei handelt es sich um eine Bestandsgröße. Die Statistik wird erst seit 1973 ge-
führt, deswegen lagen keine Daten für 1970 vor. Damit keine Lücken in dem Datensatz
entstehen, wurden für 1970 die Zahlen aus 1975 übernommen. Für 1994 standen
nur die Werte der alten Bundesländer zur Verfügung. Die Werte der neuen Bundes-
länder wurden mit Hilfe folgender Formel geschätzt: Daten der neuen Bundesländer
für 1995/Veränderungsrate der Variable für West-Deutschland zwischen 1994 und
Formel: Sozialhilfebezieher im engeren Sinne (am Jahresende)/Einwohnerzahl. Die Ab-
grenzung der „Sozialhilfebezieher im engeren Sinne“ wurde im Laufe der Jahre vielfach
geändert. Insbesondere 1994 wurden umfangreiche Änderungen in der Sozialhilfesta-
tistik vorgenommen, so dass Vorsicht bei der Betrachtung der Entwicklung der Daten
Im Zuge der Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe (Hilfe zum Le-
bensunterhalt) zum Arbeitslosengeld II ab dem 1. Januar 2005 wurde nunmehr nicht
mehr auf die Anzahl der Sozialhilfebezieher abgestellt, sondern auf die Zahl der er-
werbsfähigen Hilfebedürftigen, wie sie seitdem aus der Statistik über die Grundsiche-
rung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht.
3c)	Sozialhilfeniveau
Durchschnittlicher monatlicher Bruttobedarf von Empfängern laufender Hilfe zum Le-
bensunterhalt außerhalb von Einrichtungen.
60 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Diese Zahlen werden erst seit 1994 erfasst. Der Bruttobedarf setzt sich aus der Brut-
tokaltmiete und dem Regelbedarf (Regelsätze, ggfs. Mehrbedarfzuschlägen, laufenden
Heizkosten und sonstiges) zusammen. Die Zahlen für 1994 und 1998 wurden mit dem
offiziellen Umrechnungskurs 1 € = 1,95583 DM in Euro umgerechnet.
Auch hier war im Zuge der Hartz IV Gesetzgebung für das Jahr 2005 eine Umstellung
notwendig. Es wurde nunmehr mit dem „durchschnittlichen monatlichen Leistungs-
anspruch der Bedarfsgemeinschaften“ gearbeitet, wie er aus den Statistiken über die
Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit entnommen werden kann. Der Höhe
nach entspricht der durchschnittliche monatliche Leistungsanspruch der Bedarfsge-
meinschaften fast dem früheren monatlichen Bruttobedarf.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 61
Quellen und Definitionen
Konsumtive Ausgaben des Staates in jeweiligen Preisen
Quelle: VGR der Länder (http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/tbls/tab05.asp) Berech-
nungsstand: August 2008, nächstes Update Februar 2010.
Definition: Die Konsumausgaben des Staates entsprechen dem Wert der Güter, die vom
Staat selbst produziert werden (jedoch ohne selbst erstellte Anlagen und Verkäufe) sowie
den Ausgaben für Güter, die als soziale Sachtransfers den privaten Haushalten für ihren
Konsum zur Verfügung gestellt werden.
(http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/definitionen.asp#KnsmsgbndsStts )
Quellen: VGR der Länder, Rückrechnung 1970 bis 1990 – Arbeitstabellen – Ergebnisse der
Revision 2005, Tabelle 1.1, Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen; Berechnungsstand:
VGR der Länder, Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen 1991 bis 2008 (http://www.
vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/tbls/tab01.asp); Berechnungsstand: Februar 2009.
Definition: Das Bruttoinlandsprodukt umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschafts-
gebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen. Es
entspricht der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich der Gütersteuern
und abzüglich der Gütersubventionen. Die Bruttowertschöpfung, die zu Herstellungspreisen
bewertet wird, ergibt sich für jeden Wirtschaftsbereich aus dem Bruttoproduktionswert zu
Herstellungspreisen abzüglich der Vorleistungen zu Anschaffungspreisen.
(http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/definitionen.asp#Brttnlndsprdkt)
Investitionsausgaben der Länder
Quelle: Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Finanzbericht 2010, Stand: Juli
2009, Seite A-80; vgl. auch http://www.fm.nrw.de/haushalt_und_finanzplatz/haushalt/04_
finanzplanung/20_mfp_2009_2013_finanzbericht_internet.pdf.
Definition: Sachinvestitionen (Baumaßnahmen, Erwerb von unbeweglichen Sachen, Erwerb
von Fahrzeugen, Erwerb von Geräten, Ausstattungsgegenständen und sonstigen beweg-
lichen Sachen) und Investitionsförderung (eigene Fassung nach den Finanzberichten).
Bruttoanlageinvestitionen in jeweiligen Preisen
Revision 2005, Tabelle 15.1, Bruttoanlageinvestitionen – Neue Anlagen in jeweiligen Prei-
sen; Berechnungsstand: Dezember 2007.
VGR der Länder, Bruttoanlageinvestitionen in jeweiligen Preisen 1991 bis 2007 (http://www.
vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/tbls/tab07.asp), Berechnungsstand: August 2009.
Definition: Die Bruttoanlageinvestitionen umfassen den Erwerb von dauerhaften und repro-
duzierbaren Produktionsmitteln sowie selbst erstellte Anlagen und größere Wert steigernde
62 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Reparaturen. Es werden auch gewisse Werterhöhungen an nichtproduzierten Vermögens-
gütern berücksichtigt, insbesondere erhebliche Verbesserungen an Grund und Boden (z.B.
Trockenlegung von Marschland etc.). Militärische Anlagen werden berücksichtigt, soweit sie
zivil nutzbar sind. Als dauerhaft gelten diejenigen Produktionsmittel, deren Nutzungsdauer
mehr als ein Jahr beträgt. Die Bruttoanlageinvestitionen setzen sich aus dem Erwerb neuer
Anlagen und dem Saldo aus Käufen und Verkäufen von gebrauchten Anlagen zusammen.
Weil ein vollständiger Nachweis der Transaktionen mit gebrauchten Anlagen zwischen den
investierenden Wirtschaftsbereichen mangels statistischer Unterlagen nicht möglich ist,
können die Anlageinvestitionen nach Wirtschaftsbereichen nur auf Grundlage neuer Anla-
gen dargestellt werden.
(http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/definitionen.asp#Brttnlgnvsttnn)
Voll- und Teilzeitbeschäftigte des unmittelbaren öffentlichen Dienstes
Quellen: Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie L, Reihe 4, Personal des
öffentlichen Dienstes.
Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie 14, Reihe 6, Personal des öffent-
lichen Dienstes 2007, Tabelle 2.8, Berechnungsstand: Juli 2008.
Definition des unmittelbaren öffentlichen Diensts: Ämter, Behörden, Gerichte und rechtlich
unselbständige Einrichtungen des Bundes und der Länder, Gemeinden/Gemeindezweckver-
bände, Zweckverbände und Bundeseisenbahn-vermögen (Finanzen und Steuern, Fachserie
14, Reihe 6, Personal des öffentlichen Dienstes, 2005). Hinzu kommt – bis zu ihrer Privati-
sierung – die deutsche Post. Seit 1994 werden auch die Soldaten dazu gezählt.
Revision 2005, Tabelle 22.1, Erwerbstätige (Inland); Berechnungsstand: Dezember 2007.
VGR der Länder, Erwerbstätige – (Inland) – 1991 bis 2008 (http://www.statistik-bw.de/Ar-
beitskreis_VGR/tbls/tab16.asp), Berechnungsstand: Februar 2009.
Definition: Als Erwerbstätige (Inland) werden alle Personen angesehen, die innerhalb eines
Wirtschaftsgebietes einer Erwerbstätigkeit oder mehreren Erwerbstätigkeiten nachgehen,
unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden
wöchentlichen Arbeitszeit. Nach der Stellung im Beruf wird unterschieden zwischen Selbst-
ständigen und mithelfenden Familienangehörigen sowie Arbeitnehmern (Arbeiter und An-
gestellte, geringfügig Beschäftigte, Beamte). Bei den Erwerbstätigen (Inländer) wird die Er-
werbstätigkeit im Gegensatz zum Inlandskonzept nicht nach dem Arbeitsort, sondern nach
dem Wohnort festgestellt.
(http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/definitionen.asp#Erwrbsttg )
Soziale Leistungen des Staates
Quelle: VGR der Länder, Entstehung, Verteilung und Verwendung des Sozialprodukts in den
Ländern der BRD 1970 bis 1998).
Definition: Geldleistungen der Sozialversicherungsträger, öffentliche Pensionen, Leistungen
von Lebensversicherungsunternehmen, Pensionskassen und Versorgungswerken sowie Leis­
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 63
tungen aufgrund betrieblicher Ruhegeldverpflichtungen. Ferner werden sonstige soziale
Leistungen wie Arbeitslosen und Sozialhilfe, Kindergeld, Wohngeld und ähnliche Leistungen
einbezogen. (Heft 34 Entstehung, Verteilung und Verwendung des Sozialprodukts in den
Ländern der BRD 1970 bis 1998)
Empfangene monetäre Sozialleistungen der privaten Haushalte
Quelle: VGR der Länder, Entstehung, Verteilung und Verwendung des Bruttoinlandsprodukts
in den Ländern und den Ost-West-Großraumregionen Deutschlands 1991 bis 2008, Reihe 1
Länderergebnisse Band 5, Tabelle 5.2.1; Berechnungsstand: Februar 2009.
Definition: Die weitaus größte Position stellen hier die Geldleistungen der Rentenversiche-
rung (Arbeiter, Angestellte, Knappschaft) dar. Von erheblicher Bedeutung sind jedoch auch
die Geldleistungen der Arbeitslosenversicherung sowie der Arbeitslosen- und Sozialhilfe,
die öffentlichen Pensionen und auch das Kindergeld. Weiterhin zählen zu den empfangenen
Transfers auch die Leistungen von Schadensversicherungen zur Regulierung von Schadens-
fällen (Private Krankenversicherung sowie Kfz-Haftpflicht, Kfz-Unfall, Feuer, Einbruch, Lei-
tungswasser, Glas, Hausrat, Rechtschutz usw.) sowie Geldleistungen der gesetzlichen Kran-
ken-, Unfall- und Pflegeversicherung, Wohngeld, Erziehungsgeld, Ausbildungsbeihilfen,
Kriegsopferversorgung und ähnliche finanzielle Unterstützungsleistungen. (VGR der Länder,
Zusammenhänge, Bedeutung und Ergebnisse, 2006, S. 22)
Finanzhilfen der Bundesländer in der weiten Abgrenzung bzw. einschließlich Grenzfälle
Quellen: Rosenschon, A. (1997), Finanzhilfen der Bundesländer, Kieler Diskussionsbeiträge
Nr. 293, Institut für Weltwirtschaft, Kiel.
Rosenschon, A. (2002), Finanzhilfen der Bundesländer: Eine Aktualisierung, Kieler Arbeits-
papier Nr. 1127, Institut für Weltwirtschaft, Kiel.
Rosenschon, A. (2005), Finanzhilfen der Bundesländer in den Jahren 2000-2004, Kieler Dis-
kussionsbeiträge Nr. 422, Institut für Weltwirtschaft, Kiel.
Rosenschon, A. (2008), Finanzhilfen der Länder in den Jahren 2000-2007 – eine Aktualisie-
rung. Kiel Working Paper No. 1394; Institut für Weltwirtschaft, Kiel.
Definition: Subventionen werden in Steuervergünstigungen und Finanzhilfen unterteilt.
Finanzhilfen der Bundesländer in erweiterter (in der weiten) Abgrenzung:
Subventionen sind selektive Vergünstigungen, die staatliche Finanzgeber zugunsten
ausgewählter Produktionszweige gewähren. Während die engere Definition nur Ver-
günstigungen an Wirtschaftseinheiten innerhalb des Unternehmenssektors nach der
Abgrenzung der VGR berücksichtigt, bezieht die erweiterte Definition die Sektoren
Staat sowie Organisationen ohne Erwerbszweck insoweit mit ein, als dort private
Güter bzw. Dienste im Sinne der volkswirtschaftlichen Theorie erzeugt werden. Die
Grenzen der Definition liegen dort, wo karitative Aktivitäten gefördert werden oder
Produktionszweige, die nennenswerte externe Vorteile stiften. (Rosenschon (1997)).
Finanzhilfen der Bundesländer einschließlich Grenzfälle:
Bisher war der Subventionsausweis als Obergrenze zu verstehen. Nun wird so verfah-
ren, dass eine Ober- und eine Untergrenze für die Finanzhilfen ausgewiesen werden,
64 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
indem Positionen, die im Grenzbereich zwischen Subvention und Nichtsubvention lie-
gen, einmal erfasst und einmal nicht erfasst werden. Dieses pragmatische Vorgehen
ist erforderlich, weil oft die nötigen Informationen fehlen, um den Subventionsgehalt
einer Budgetposition exakt zu ermitteln (vgl. Rosenschon (2005)).
Gewogene Durchschnittshebesätze der Gewerbesteuer
Quellen: Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie L, Reihe 9, Realsteuern
1: Realsteuervergleich (ältere Jahrgänge).
Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie 14, Reihe 10.1, Realsteuerver-
gleich: Realsteuern, kommunale Einkommen- und Umsatzsteuerbeteiligungen; Berech-
nungsstand: September 2008 (Tab. 6.1).
Definition: Hebesatz:
Von der Gemeinde für das jeweilige Kalenderjahr festgesetzter Prozentsatz, der auf die Mess-
beträge der Realsteuern angewandt wird. Für die Bundesländer wird ein gewogener Durch-
schnittshebesatz nach der Formel Summe der Istaufkommen x 100/Summe der Grundbeträ-
ge gebildet. (Finanzen und Steuern, Fachserie 14, Reihe 10, Realsteuervergleich)
Kassenmäßige Steuereinnahmen
Quellen: Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie L, Reihe 4, Steuerhaus-
halt von Bund, Ländern und Gemeinden (ältere Jahrgänge).
Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern, Fachserie 14, Reihe 4, Steuerhaushalt, Be-
rechnungsstand Mai 2008 (Tabelle 1.4a und 1.4b).
Definition: Kassenmäßige Steuereinnahmen sind die innerhalb eines bestimmten Zeitraums
in die Kassen der Gebietskörperschaften fließenden Beträge, gleichgültig für welches Jahr
sie geleistet wurden oder wann die Steuerschuld entstanden ist. Ohne Rücksicht auf eine
periodengerechte Erfassung sind im Ist-Aufkommen eines bestimmten Berichtszeitraums
also auch Vorauszahlungen, Abschlusszahlungen, Nachzahlungen, Säumniszuschläge usw.
enthalten; ggf. ist das Aufkommen durch Erstattungen gemindert. (Finanzen und Steuern,
Fachserie 14, Reihe 4, Steuerhaushalt)
Quellen: Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt/Bundesagentur für Arbeit; Fachserie 1
Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Reihe 4.2 Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ar-
beitnehmer.
Statistisches Bundesamt, Fachserie 1, Reihe 4.2.1, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Struk-
tur der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Tabelle 7, Berechnungsstand: März
Definition: Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten umfassen alle Arbeitnehmer, die
krankenversicherungspflichtig, rentenversicherungspflichtig oder beitragspflichtig nach dem
SGB III sind oder für die Beitragsanteile zu den gesetzlichen Rentenversicherungen zu ent-
richten sind; dazu gehören auch Auszubildende, Altersteilzeit-Beschäftigte, Praktikanten,
Werkstudenten und Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungs-
verhältnis zur Ableistung des gesetzlichen Wehrdienstes oder zivilen Ersatzdienstes einbe-
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 65
rufen werden; das gleiche gilt für Zeitsoldaten mit einer Verpflichtung bis zu zwei Jahren.
Nicht einbezogen sind dagegen Selbständige, mithelfende Familienangehörige, Berufs- und
Zeitsoldaten (siehe oben genannte Ausnahme), Wehrpflichtige ohne vorangegangene Be-
schäftigung sowie Beamte. (Amtliche Nachrichten der Bundesagentur für Arbeit, 2004)
Empfänger von Sozialhilfe (im engeren Sinne)
Quellen: Statistisches Bundesamt, Sozialleistungen, Fachserie 13, Reihe 2.1, Statistik der
Sozialhilfe 2004, Tabelle A3, Berechnungsstand: Dezember 2005.
Statistisches Bundesamt, Empfänger(innen) laufender Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb
von Einrichtungen, Berechnungsstand: Dezember 2006.
Bundesagentur für Arbeit: Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) – Daten mit Warte-
zeit von 3 Monaten in: Statistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende; Bedarfsgemein-
schaften und deren Mitglieder; Tabelle 5: Erwerbsfähige Hilfebedürftige nach Altersgruppen
(Tabelle 5.3); Berechnungsstand: November 2009.
Definition: Die Erhebung erstreckt sich auf die Empfänger von laufender Hilfe zum Lebens-
unterhalt, denen i.d.R. Leistungen für mindestens einen Monat in Form von Regelsätzen
gewährt werden. Leistungsempfänger mit einer kürzeren Bezugsdauer werden nur dann
erfasst, wenn die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt zur kurzfristigen Überbrückung in
Anspruch genommen wird (z.B. als Vorleistung für Arbeitslosengeld oder -hilfe, Rente, etc.).
(Sozialleistungen, Fachserie 13, Reihe 2.1, Statistik der Sozialhilfe, 2006).
Infolge der Hartz IV Gesetzgebung ab dem 1. Januar 2005 gibt es einen Bruch in der Da-
tengrundlage. Das Statistische Bundesamt führt die alte Statistik der „Sozialhilfebezieher“/
“Empfänger von lfd. Hilfe zum Lebensunterhalt“ zwar weiter, jedoch tauchen in dieser ab
2005 nur noch solche Empfänger(innen) laufender Hilfe zum Lebensunterhalt „außerhalb
von Einrichtungen“ auf, die nicht mehr den Status der Erwerbsfähigkeit haben. Diese Grup-
pe macht heute nur nach ca. 1 –2 %der „früheren Sozialhilfebezieher“ im Jahr 2004 aus.
Mit einer solch kleinen Grundgesamtheit die ursprüngliche Variable „Anteil der Sozialhilfe-
bezieher“ abzubilden, erscheint nicht sachgerecht. Der überwiegende Teil der „früheren So-
zialhilfebezieher“ findet sich nunmehr in der Statistik „Grundsicherung für Arbeitsuchende
(SGB II) – Daten mit Wartezeit von 3 Monaten“ der Bundesagentur für Arbeit. Aus dieser
Gruppe wurde die Zahl der nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen eliminiert, da es sich bei
letzteren zu über 95 % um Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren handelte, deren Einbe-
ziehung in den zu bildenden Indikator „Anteil der Sozialhilfebezieher an der Bevölkerung“
freilich dem Sinn und Zweck des Indikators widerspricht, und anschließend nur noch mit der
Größe „erwerbsfähige Hilfebedürftige“ gearbeitet. Auf diese Gruppe ist der Indikator vom
Sinn und Zweck recht gut zugeschnitten, da diese Personen unabhängig vom staatlichen
Einfluss ihre Entscheidungen treffen können.
Revision 2005, Tabelle 24, Einwohner; Berechnungsstand: Dezember 2007.
VGR der Länder (http://www.statistik-bw.de/Arbeitskreis_VGR/tbls/tab20.asp)
66 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
Definition: Zu den Einwohnern Deutschlands gehören alle Personen (Deutsche und Auslän-
der), die im Bundesgebiet ihren ständigen Wohnsitz haben. Nicht zu den Einwohnern zählen
die Angehörigen ausländischer Missionen und Streitkräfte. Die Einwohner werden in der
VGR als Jahresdurchschnittszahl ausgewiesen.
(http://www.vgrdl.de/Arbeitskreis_VGR/definitionen.asp#Enwhnr).
Durchschnittlicher monatlicher Bruttobedarf von Empfängern laufender Hilfe zum Le­
bensunterhalt außerhalb von Einrichtungen
Quellen: Vom statistischen Bundesamt, Sozialhilfe-Abteilung, zur Verfügung gestellt.
zeit von 3 Monaten; in: Statistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende; Geldleistungen für
Bedarfsgemeinschaften; Tabelle 2.1: Leistungen nach SGB II – Durchschnittliche Höhe der
monatlichen Leistungen je Bedarfsgemeinschaft. Berechnungsstand: November 2009
Definition: Zum Bruttobedarf rechnen:
– Regelsätze (§§ 12, 22 BSHG, §§ 1, 2 RegelsatzVO)
– Kosten für Miete/Eigenheim (gem. § 12 BSHG, § 3 Abs. 1 RegelsatzVO) 1)
– laufende Kosten für Heizung (gem. § 12 BSHG, § 3 Abs. 2 RegelsatzVO)
– Beiträge zur Kranken-, Pflegeversicherung oder Alterssicherung (gem. §§ 13, 14 BSHG)
– Mehrbedarfszuschläge (gem. § 23 BSHG)
Der Bruttobedarf der Bedarfsgemeinschaft ist die Gesamtsumme der vorgenannten Beträge
aller zur Bedarfsgemeinschaft gehörenden Personen.
Bei Heimbewohnern, bei denen der Bruttobedarf nach den oben genannten Beträgen nicht
festgestellt werden kann, wird als Bruttobedarf der Pflegesatz einschließlich Taschengeld
und ggf. Zuschlägen für Einzelzimmer, Diätverpflegung etc. angegeben. (Sozialleistungen,
Fachserie 13, Reihe 2.1, Statistik der Sozialhilfe, 2005).
Infolge der Hartz IV Gesetzgebung wurde ab 2005 anstelle des monatlichen Bruttobedarfs,
wie er bislang in den Statistiken des Statistischen Bundesamtes Verwendung findet, mit
dem so genannten „durchschnittlichen monatlichen Leistungsanspruch der Bedarfsgemein-
schaft“ gearbeitet, welcher aus der Statistik über die Grundsicherung der Bundesagentur für
Arbeit herangezogen werden kann.
Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern | 67
Tel.:	03 31.70 19-210
Fax:	03 31.70 19-216
libinst@freiheit.org
68 | Wirtschaftliche Freiheit in den deutschen Bundesländern
In dieser Studie stellen wir zwei Indizes wirtschaftlicher Freiheit für die deut-
schen Bundesländer vor. Grundlage sind bis zu zehn Indikatoren verschiedener
wirtschaftlicher Kenngrößen, die den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft
kennzeichnen. Der L-Index wirtschaftlicher Freiheit bezieht sich auf die alten
Bundesländer und deckt den Zeitraum 1970 bis 2008 ab. Er stützt sich auf
acht der zehn Indikatoren. Der umfassendere K-Index wirtschaftlicher Freiheit
bezieht zudem die neuen Bundesländer ein; ihm liegen alle zehn Indikatoren im
Zeitraum von 1994 bis 2008 zugrunde.
Bayern und Baden-Württemberg führen in beiden Indizes die Rangliste der
wirtschaftlichen Freiheit der Bundesländer an. Die neuen Bundesländer ordnen
sich im K-Index am unteren Ende der Rangliste ein; angesichts der unterdurch-
schnittlichen Wirtschaftsleistung mischt sich der Staat dort vergleichsweise
besonders stark in die Wirtschaft ein. Berlin liegt in beiden Vergleichen am Ende
In den alten Bundesländern war gemäß des L-Index die wirtschaftliche Freiheit
im Jahr 1970 am größten. Bis zur Mitte der siebziger Jahre verschlechterte sich
die wirtschaftliche Freiheit drastisch. Bis heute haben sich davon die meisten
der alten Bundesländer nicht vollständig erholt.
Nach unserer Analyse geht mehr wirtschaftliche Freiheit Hand in Hand mit einem
höheren Pro-Kopf-Einkommen, mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum und
mit einer niedrigeren Arbeitslosigkeit.
Dokumente ähnlich wie Wirtschafltiche Freiheit in den deutschen Bundesländern 2010, C. Fuest, R. Bertenrath, P. Welter
api-3702002
Reinhard Sündermann
reinreh
Von der Schuldenbremse zur Sparregel. Ansätze zu einer regelgebundenen Haushaltskonsolidierung.
lux_argu_Staatsschulden_dt_09-2012_Web.pdf
treugreif
Bundesbank - Monatsbericht [Boletín mensual] 01.2014
Megablase-Goldpolitik
Dirk Schroeder - Musterhafter Staatsbankrott der Deutschland AG.pdf
Christian Roland Saal
F&W Krise VL 9
VSSTÖ_Cogito_wise_1516_#3_druck fertig
VonWyss Financial Repression
Die Herren Der (Geld-)Schöpfung - The masters of money
Mehr von janett_engel
Die Darstellung von Marktwirtschaft und Unternehmertum in Schulbüchern in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz
Direkte Demokratie – Geschichte, Entwicklungen und Perspektiven für die Bundesrepublik (von Gérard Boekenkamp)
Probleme des etablierten Notenbanksystems - Free Banking als Alternative?
Aspekte des Wohneigentums