Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20138/74
Timestamp: 2020-01-20 04:35:12
Document Index: 156793017

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.11.1975 - I ZR 138/74 - dejure.org
https://dejure.org/1975,1659
BGH, 28.11.1975 - I ZR 138/74 (https://dejure.org/1975,1659)
BGH, Entscheidung vom 28.11.1975 - I ZR 138/74 (https://dejure.org/1975,1659)
BGH, Entscheidung vom 28. November 1975 - I ZR 138/74 (https://dejure.org/1975,1659)
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Kündigung eines Handelsvertreterverhältnisses ohne begründeteten Anlass - Unzumutbarkeit eines Vermittlungsgeschäfts wegen nicht ausreichender Rendite - Einfluss von Billigkeitserwägungen beim Ausgleichsanspruch eines Handelsvertreters - Verhaltens des Unternehmers beim ...
NJW 1976, 671
MDR 1976, 467
VersR 1976, 364
DB 1976, 384
Der Begriff des Verhaltens des Unternehmers ist weit auszulegen (vgl. BGH…, Urteil vom 13. März 1969 - VII ZR 174/66, BGHZ 52, 5, 8, juris Rn. 14; Urteil vom 28. November 1975 - I ZR 138/74, NJW 1976, 671, juris Rn. 20; jeweils zu § 89b Abs. 3 Satz 1 HGB a.F., der Vorläufervorschrift von § 89b Abs. 3 Nr. 1 HGB).
Das schließt freilich nicht aus, im Rahmen der Billigkeitserwägungen nach § 89 b Abs. 1 S. 1 Nr. 3 HGB die Gründe für die Vertragsauflösung mitzuberücksichtigen (BGH Urt. v. 28.11.1975 - I ZR 138/74, NJW 1976, 671).
Auch wird sich das Berufungsgericht im Rahmen der Billigkeitserwägungen des § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB mit den Gründen der Vertragsauflösung noch zu befassen haben (BGH Urt. v. 28.11.1975 - I ZR 138/74 = NJW 1976, 671).
Der erkennende Senat hat es in einem Falle hohen Kapitaleinsatzes (Betriebsgrundstücke und -einrichtungen) durch einen Handelsvertreter als einen begründeten Anlaß zur Kündigung des Handelsvertretervertrages durch den Handelsvertreter im Sinne von § 89 b Abs. 3 Satz 1 HGB angesehen, daß dieser infolge Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmers keine angemessene Rendite mehr erzielte (LM Nr. 50 zu § 89 b HGB = NJW 1976, 671).
Danach genügt es, daß der Handelsvertreter durch das Verhalten des Unternehmers in eine für ihn nach Treu und Glauben nicht haltbare Lage kommt (…BGH, Urt. v. 29.05.1967 - VII ZR 297/64, NJW 67, 2153; Urt. v. 28.11.1975 - I ZR 138/74, NJW 76, 671).
Der Bundesgerichtshof hat wiederholt ausgesprochen, daß der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters in seiner Entstehung und in seinem Bestand weitgehend durch Gesichtspunkte der Billigkeit beeinflußt ist, Billigkeitserwägungen bei der Auslegung des § 89 b HGB maßgeblich heranzuziehen sind und daher auch der Begriff des "Verhaltens des Unternehmers" im Sinne des Abs. 3 Satz 1 dieser Vorschrift, will man zu billigen Ergebnissen kommen, weit auszulegen ist (vgl. BGHZ 52, 5, 7, 8; BGH NJW 1976, 671).