Source: https://kirchenrecht-rheinland.de/document/2830
Timestamp: 2018-05-23 14:52:20
Document Index: 185451286

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

468 Lieferung und Wartung von Glockenanlagen - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
468 Lieferung und Wartung von Glockenanlagen
I. Glockenstuhl
II. Armaturen
für Lieferung von Glockenstühlen und Armaturen Wartung von Glockenanlagen mit Armaturen und/oder elektrischen Läutemaschinen
Bekanntmachung des Landeskirchenamtes vom 5. Mai 1976
Der Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Glockengießereien und dem Läutemaschinenherstellern ein Leistungsverzeichnis für Lieferung von Glockenstühlen und Armaturen und einen Mustervertrag ausgearbeitet, der sowohl getrennt als auch zusammengenommen für die Wartung der Glockenanlage mit Armaturen und/oder elektrischen Läutemaschinenanlage verwendet werden kann.
für Lieferung von Glockenstühlen und Armaturen
Der Glockenstuhl ist eine eigenstatische, geschraubte Konstruktion, in der die Glocken läutbar eingebaut werden. Für Stahlkonstruktionen haftet der Hersteller fünf Jahre unter der Voraussetzung, dass eine regelmäßige Wartung vom Glockengießer durchgeführt wird. Die statische und dynamische Belastbarkeit des Bauwerkes liegt in der Verantwortung des vom Architekten zugezogenen Fachingenieurs. Falls eine prüffähige statische Berechnung für den Glockenstuhl gefordert wird, erfolgt deren Berechnung nach den LHO.
____________________ Glockenstuhl für ____________________ Glocken aus Formstahl nach DIN 1026 oder Stabstahl nach DIN 1028, Materialgüte St 37, DIN 17100, statisch einwandfrei nach DIN 1050 (Knickbelastung DIN 4114, Lastannahme DIN 1055)
mit einmaliger Rostschutzgrundierung nach DIN 55928 bei dreifachem, bauseitigem Endanstrich
____________________ Hartholz-Unterlagsbalken mit Ankerschrauben
Motorkonsolen haben Läutemotoren zu tragen. Sie werden in Absprache mit dem Läutemaschinenhersteller vorgesehen und sollten im Verband mit dem Glockenstuhl sein.
Metallgummi-Auflagerungen sind hauptsächlich für vertikale Belastungen konstruiert. Die bei Glocken auftretenden Wechselbelastungen verlangen daher eine entsprechende Dimensionierung. Die Dämpfungselemente werden zweckmäßigerweise unter den Glockenlagern und den Läutemaschinen eingebaut. Bei den Verschraubungen sind Schallbrücken zu vermeiden. Elastische Lagerungen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit bei der jährlichen Wartung. Metallgummi-Auflagerung für ____________________Paar Lager ____________________ ____________________
Armaturen sind die zum läutbaren Aufhängen der Glocken im Stuhl notwendigen Zubehörteile.
Armaturen werden im Allgemeinen in geschweißter Konstruktion ausgeführt. Geschraubte Armaturen können jederzeit ergänzt oder verändert werden.
____________________ kompl. Armatur ____________________, geschweißte Ausführung in Formstahl St 37, bestehend aus dem Joch (Doppel-U-Profil DIN 1026 mit nach DIN 4100 eingeschweißten, abgedrehten Lagerzapfen) sowie zwei Spezial-Pendelkugelstehlagern (Lager auf Lagerplatten mit Stehbolzen und Schubsicherung), einer Mittelschraube mit Gelenk und Gelenkbolzen, einem Klöppel mit Mehrfachbelederung, einem Kronenbett gegen Verschiebung gesichert, einem Satz Bänder und Laschen, statisch einwandfrei,
mit einmaliger Rostschutzgrundierung nach DIN 55928 bei dreifachem, bauseitigem Endanstrich ____________________
feuerverzinkte Ausführung nach DIN 2444 und 50976 (Klöppel gestrichen)____________________
Alternativ: ____________________ kompl. Armatur ____________________, geschraubte Ausführung, sonst wie unter 1, jedoch mit zwei Spezial-Pendelkugelstehlagern, in geteilten Gehäusen, mit regulierbaren Spannhülsen und Arretierung und mit austauschbaren Zapfen
einmalige Grundierung wie 1 a ____________________
(Klöppel gestrichen) wie 1 b ____________________
Armaturen in verkröpfter Ausführung mit Gegengewichtsklöppeln können zur Verringerung der Horizontalkräfte, in Ausnahmefällen aus Raumgründen, angewandt werden. Sie sind im Allgemeinen Schweißkonstruktionen. Bei der Kröpfung sind die gleichen Anschlagzahlen wie bei der geraden Armatur zugrunde zu legen. Daher kann das Bauwerk nur in statischer Hinsicht, nicht dynamisch entlastet werden.
____________________ kompl. Armatur ____________________, verkröpfte Ausführung mit Gegengewichtsklöppel mehrfach beledert, sonst wie unter 1
(Sonder-Kröpfungen, Drehungen, Holzjoche)
Sonderzubehör (Läutearm etc.) ____________________ ____________________
Baunebenarbeiten, wie Stemmen, Betonieren, Zimmern etc., die nach Angaben des Glockengießers oder dessen Monteurs im Einvernehmen mit der Bauleitung ausgeführt werden, bleiben in Bezug auf Ausführung in der Haftung des jeweiligen Unternehmers. Dem Geläuteeigentümer obliegt die Haftung für den Betrieb der Anlage nach Übergabe durch den Glockengießer. Um der Sorgfaltspflicht zu genügen, ist eine regelmäßige Wartung durch den Glockengießer unerlässlich.
Das vorstehende Leistungsverzeichnis bitten wir künftig bei allen Ausschreibungen und Angebotserhebungen zugrunde zu legen. Überdrucke des Leistungsverzeichnisses können bei allen Glockengießereien oder beim Orgel- und Glockenamt angefordert werden.
____________________ (Kirchengemeinde), vertreten durch das Presbyterium1#
in ____________________ als Auftraggeber und der Firma ____________________ als Unternehmer wird über die Wartung
der Glockenanlage mit Armaturen (siehe § 2)2#
der elektrischen Läutemaschinenanlage (siehe § 3)3#
der – des ____________________4# in ____________________ folgender Vertrag geschlossen:
die Glockenanlage mit Armaturen (siehe § 2)5#
die elektrische Läutemaschinenanlage (siehe § 3)6#
Bei der Prüfung und Wartung der Glockenanlage mit Armaturen werden folgende Arbeiten durchgeführt, wobei die spezifizierten Angaben der Hersteller für die Wartung ihrer Geräte zu beachten sind:
sämtlicher Glocken auf waagerechtes und achsiales Hängen und auf Abnützung an den Anschlagstellen, die ein Drehen oder Runderneuern (Aufschweißen) nötig machen können; Risse oder sonstige Beschädigungen des Glockenkörpers sind in jedem Falle sofort dem Pfarramt8# mündlich und schriftlich anzuzeigen;
sämtlicher Lager und Lagerplatten auf einwandfreien Zustand; Befestigung, Schubsicherung und Schmierung der Lager;
sämtlicher Klöppel und Klöppelgelenke auf einwandfreien Zustand, richtige Anschlaghöhe und gleichmäßigen Anschlag des Ballens; Schmieren der Klöppelgelenke, soweit erforderlich Festziehen und Sichern der Mittelschrauben oder Ring- und Feststellschrauben sowie der Scharniere;
sämtlicher Uhrschlaghämmer auf einwandfreien Zustand, richtige Anschlaghöhe am Schlagring und Abhebung von der Glocke;
Erstellung eines Revisionsberichts an das Pfarramt über Zustand der Anlage und über ausgeführte Arbeiten (siehe § 4 letzter Absatz). Hierbei sind Beobachtungen über besondere Auswirkungen des Läutens auf den Turm mitzuteilen.
der Läutemaschinenmotore mit Steuergeräten, Kontakten, Anschlüssen, automatischen Bremsen und aller beweglichen Teile auf einwandfreien Lauf;
Erstellung eines Revisionsberichts an das Pfarramt über Zustand der Anlage und über ausgeführte Arbeiten (siehe § 4 letzter Absatz). Hierbei sind Beobachtungen über besondere Auswirkungen des Läutens auf die Läuteanlage und den Turm mitzuteilen.
Als Vergütung für die Ausführung der Arbeiten gemäß §§ 2 und/oder 39# erhält die Firma folgende Gebühr (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer): ________________________________________ ____________________ ____________________
Es werden folgende zusätzliche Vereinbarungen getroffen: ________________________________________ ____________________ ____________________
Teile, die ausgewechselt werden müssen, werden gesondert berechnet. Vor dem Einbau ist die Zustimmung des Auftraggebers einzuholen, soweit es sich nicht um Teile von geringem Wert handelt.11#
Die Firma ist verpflichtet, die in §§ 2 und 312# genannten Leistungen so zu erbringen, dass sie nicht mit Fehlern behaftet sind, welche die Tauglichkeit zum Gebrauch aufheben oder mindern.
Sind die Leistungen nicht von dieser Beschaffenheit, so kann die Kirchengemeinde die Beseitigung der Mängel verlangen. Sie kann der Firma eine angemessene Frist zur Beseitigung der Mängel mit der Erklärung bestimmen, dass sie die Beseitigung des Mangels nach dem Ablauf der Frist ablehne.
Der Wartungsdienst nach dem vorstehenden Vertragsmuster ist im Leistungsverzeichnis als Voraussetzung der Garantieverpflichtungen verankert, aber auch gleichzeitig notwendig im Zusammenhang mit der Haftung der Kirchengemeinden für die Betriebssicherheit ihrer Anlagen und für die Funktionstüchtigkeit und den Wohlklang der Geläute.
Dieser Wartungsdienst sollte nur Fachfirmen, also den Glockengießereien oder den Läutemaschinenherstellern, übertragen werden, da branchenfremde Firmen keine Gewähr für die einwandfreie Wartung der Anlagen geben können. Als Fachfirmen sind Unternehmen anzusehen, die sich auf die Konstruktion, Fertigung und Installation von Anlagen, die Gegenstand des vorstehenden Wartungsvertrags sind, spezialisiert haben und dadurch über wirtschaftliche und technische Sachkunde verfügen, die Gewähr für eine sorgfältige Ausführung der Arbeit bietet.
Die in den §§ 2 und 3 aufgeführten Überprüfungsdienste sollten sich decken mit einer Checkliste, welche die Wartungsfirmen beim Montagebericht ihrer Monteure verwenden, wobei diese Checkliste noch durch spezifizierte Angaben der Hersteller für die Wartung ihrer Geräte ergänzt werden kann. Der Revisionsbericht ist gleichzeitig Rechnungs- und Garantie-Unterlage.
Wir empfehlen allen Kirchengemeinden, die noch keinen Wartungsvertrag für ihre Läuteanlage abgeschlossen haben, in ihrem eigenen Interesse den Abschluss eines solchen Vertrags nach vorstehendem Muster.
Überdrucke des Mustervertrags können beim Orgel- und Glockenamt angefordert werden.
1 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
2 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
3 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
4 ↑ Amtliche Anmerkung: Bezeichnung der Kirche, Kapelle usw.
5 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
6 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
7 ↑ Amtliche Anmerkung: Bezeichnung der Kirche, Kapelle usw.
8 ↑ In der Evangelischen Kirche im Rheinland vertritt nach Artikel 106 Abs. 1 Buchstabe r der Kirchenordnung (Nr. 1) das Presbyterium die Kirchengemeinde im Rechtsverkehr.
9 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
10 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.
11 ↑ Amtliche Anmerkung: Abweichungen hiervon sind gesondert zu vereinbaren.
12 ↑ Amtliche Anmerkung: Nichtzutreffendes streichen.