Source: https://www.juraforum.de/lexikon/kindeswohl
Timestamp: 2017-10-20 05:16:44
Document Index: 23207722

Matched Legal Cases: ['§ 1671', '§ 1666', 'BGH', '§ 1672', 'BGE', '§ 1600']

Kindeswohl: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Kindeswohl
Haltung des Kindes sowie dessen Eltern zur Gestaltung ihrer Beziehungen im Falle einer Trennung/Scheidung
Insbesondere ist das Wohl des Kindes bei der Trennung beziehungsweise Scheidung seiner Eltern von Bedeutung. Grundsätzlich behalten beide Elternteile auch nach einer Scheidung das gemeinsame Sorgerecht. Ein Elternteil hat gemäß 1671 Abs. 1 BGB allerdings das Recht, das alleinige Sorgerecht für das Kind zu beantragen. Diesem Antrag gemäß § 1671 Abs. 2 BGB stattgegeben, wenn der andere Elternteil dem zustimmt. Dabei ist zu beachten, dass Kinder ab 14 Jahren dem wiedersprechen dürfen. Sollte also ein Kind dieses Alters nicht mit der Übertragung des Sorgerechts auf einen Elternteil einverstanden sein, so hat das betreffende Familiengericht das Wohl des Kindes zu überprüfen.
Sollte hingegen der andere Elternteil der Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf den Antragsteller nicht zustimmen, so überprüft das Familiengericht ebenfalls, ob eine derartige Übertragung dem Kindeswohl am besten entspricht. Ist dies der Fall, wird dem Antrag stattgegeben. Die Prüfung erfolgt hinsichtlich der Klärung individueller Fragen, wie beispielsweise der, wo das Kind bisher gelebt hatte, welcher Elternteil in der Vergangenheit den Großteil der Erziehung übernommen hatte und bei welchem Elternteil das Kind leben möchte.
Doch auch in Fällen, in denen der leibliche Vater nicht mit der Mutter seines Kindes verheiratet gewesen ist, ist das Kindeswohl von Bedeutung. So hat der leibliche Vater nur einen Anspruch auf ein gemeinsames Sorgerecht, wenn dieses dem Kindeswohl dient. Ist dies nicht der Fall, so bleibt das Sorgerecht alleine bei der Mutter des Kindes [OLG Schleswig-Holstein, 22.12.2011, 10 UF 171/11].
Kinder haben laut der deutschen Rechtsprechung ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, und der Staat als „Wächter“ hat dafür zu sorgen, dass ihnen dieses Recht auch zugesprochen wird. Wird nun festgestellt, dass eine Gefährdung des Kindeswohls gegeben ist, muss der Staat eingreifen und das betreffende Kind schützen, wofür ihm gemäß § 1666 BGB diverse Möglichkeiten zur Verfügung stehen; als letzte Möglichkeit hierfür kommt eine Entfernung des Kindes aus dem Familienverband in Betracht. Ist das betreffende Kind bei einem Verbleib in seiner Familie seelisch oder körperlich nachhaltig gefährdet, so wird seinen Eltern das Recht auf Erziehung abgesprochen.
Nachrichten zu Kindeswohl
Entscheidungen zum Begriff Kindeswohl
OLG-HAMM, 11.01.2007, 10 UF 112/07
Die Einbenennung muss für das Kindeswohl unabdingbar notwendig sein. Diese Voraussetzung liegt vor, wenn sich aufgrund der Namensungleichheit eine Erkankung des Kindes (hier: Asthma) entscheidend verschlechtert hat.
OLG-MUENCHEN, 27.01.2006, 33 Wx 68/05
OLG-NAUMBURG, 03.08.2005, 8 UF 136/05
Eine Einbenennung scheidet aus, wenn zwischen dem Kind und dem leiblichen Vater eine tragfähige Beziehung besteht. Für die Ersetzung reicht aber auch nicht aus, dass die Namensangleichung zweckmässig und dem Kindeswohl dienlich erscheint, sondern die Einbenennung muss für das Kindeswohl unabdingbar sein (BGH NJW 2002, 300).
OLG-BRAUNSCHWEIG, 09.03.2012, 2 UF 174/11
Einem Antrag des nichtehelichen Vaters auf Begründung der gemeinschaftlichen elterlichen Sorge ist stattzugeben, wenn die Übertragung dem Wohl des Kindes dient (§ 1672 Abs. 1 BGB). Auch bei einem funktionierenden Umgangsrecht widerspricht die Begründung der Mitsorge dem Kindeswohl, wenn eine am Kindeswohl orientierte gleichberechtigte...
SAARLAENDISCHES-OLG, 16.07.2007, 9 UF 37/07
BRANDENBURGISCHES-OLG, 23.03.2011, 10 UF 2/11
Auf den Antrag eine Kindersvaters ist grundsätzlich die gemeinsame elterliche Sorge anzuordnen. Denn es entspricht grundsätzlich dem Kindeswohl, wenn das Kind in dem Bewusstsein lebt, dass beide Elternteile für es Verantwortung tragen.
OLG-FRANKFURT, 06.05.2009, 20 W 472/08
AG-NEUSTADT-A-RBGE, 09.10.2008, 34 F 94/08 KI
Im Vaterschaftsanfechtungsverfahren muss die klagende Mutter ihre ladungsfähige Anschrift angeben.Prozesskostenhilfe für eine Vaterschaftsanfechtung kann über den Anwendungsbereich des § 1600a Abs. 4 BGB hinaus nicht gewährt werden, wenn die beabsichtigte Klage voraussichtlich das Kindeswohl gefährden wird.
OLG-CELLE, 21.11.2001, 21 UF 96/01
Missbrauch - Folgen (05.01.2013, 09:29)
Guten Morgen! Erstmal möchte ich klarstellen dass dies WIRKLICH ein fiktiver Fall ist. Hier werden ja gerne reale Fälle ins "Fiktive" umgeschrieben - dieser Fall ist aber wirklich fiktiv. Und der Titel ließ sich irgendwie nicht treffender formulieren Nehmen wir mal ein Kind, 5 Jahre alt. Die Eltern sind seit ein paar Monaten...
WER zahlt den Anwalt??? (03.12.2012, 14:27)
Guten Tag liebe Forengemeinde, hier ein weiterer FIKTIVER Fall, um Beantwortung der anhängenden Frage/n wird gebeten. Mal angenommen... KM und KV sind seit 2003 geschieden. Aus der Ehe sind 2 Kinder hervorgegangen: S=23 Jahre und T=17 Jahre. Bei Scheidung wurde der Unterhalt für T tituliert mit 241,- EUR mtl.(niedriger als aktuell...
Folgender Fall:Das 2-jährige Kind einer allein erziehenden Mutter wird während sie arbeitet von den Großeltern betreut, die das Kind mind. 4 Stunden täglich fensehen und Computer spielen lassen, obwohl die Mutter die Großeltern immer wieder ausdrücklich darauf hin weist, dass das Kind nicht mehr als 1 1/2 Stunden pro Tag fernsehen und...
Gerichtliche Umgangszeiten (22.07.2012, 08:06)
Frau A hat bereits 2 Kinder, wohnt mit einer Großfamilie unter einem Dach, geht Arbeiten, keine Schulden, braucht keine Amtshilfe Herr B hat bereits 4 Kinder, hat noch nie Unterhalt gezahlt und holt die Kinder trotz Möglichkeit auch nicht ab, er hat einen Job bei dem er exakt 950 € verdient Frau A und Herr B bekommen ein gemeinsames...
Sicherheitsfrage 16 + Si e;ben =
kalinku (03.11.2015 16:40 Uhr):
Mein kleiner Bruder ist mit 14 Jahren weggelaufen, so wie ich und mein anderer Bruder. Sein und mein Wunsch ist es, dass er zu mir (33 J.) kommt, was auch seine Betreuer befürworten. Der Kindesvater hat der gegenwärtigen Jugendhilfeeinrichtung erlaubt, dass er dort bleiben darf, aber auf keinen Fall zu mir kommen darf. Wir haben einen Antrag auf Entzug des Sorgerechts gestellt. Dieser wird aber aufgrund der nicht mehr vorherrschenden Kindeswohlgefährdung abgelehnt. Wie erwähnt sind auch mein anderer Bruder und ich weggelaufen. Bei mir wurde das Sorgerecht entzogen. Meine Mutter leidet unter einer Psychose und mein Vater wahrscheinlich unter einer Antisozialen Persönlichkeit. Aufgrund der Krankheit würde er sich nie Hilfe holen. Zudem ist er nicht in der Lage Fehler einzusehen oder im Sinne des Kindeswohls zu handeln. Aufgrund seiner Krankheit steht im Mittelpunkt, dass er über alles Macht haben muss. Außerdem ist er nicht in der Lage Mitgefühl für andere Menschen zu haben. Kann man wirklich nichts machen? Muss mein Bruder wirklich im Heim bleiben, weil mein Vater das nicht erlaubt?????
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