Source: https://finanzierung.or.at/ratgeber/pyramidensystem-schneeballsystem/
Timestamp: 2017-11-23 18:51:11
Document Index: 188776780

Matched Legal Cases: ['OGH', '§ 879', '§ 168', '§ 1', 'OGH', '§ 168']

Pyramidensystem - Betrug mit Pyramiden- & Schneeballsystem
Pyramidensystem - Der Betrug mit den Pyramiden- & Schneeballsystemen
Worauf Sie bei Pyramidensystemen und dem Schneeballprinzip achten sollten! Tipps und Tricks, wie Sie sich vor dem Betrug durch Pyramidensystemen schützen.
Darauf sollten Sie bei Pyramidensystemen und dem Schneeballprinzip achten!
Der einzige Gewinner bei pyramidenartigen Systemspielen (Pyramidensystem oder Schneeballsystem) ist zumeist der Betreiber. Das Risiko und den Schaden haben hauptsächlich die Mitspieler zu tragen. Der Aufbau all dieser Spiele läßt von Anfang an keinen Zweifel offen, daß die Mehrzahl der Mitspieler zu den Verlierern zählen werden. Das bekannteste Beispiel der letzten Zeit ist der "European Kings Club."
Das Grundprinzip dieser Spiele:
Ein angeworbener Mitspieler zahlt an die erstgereihte Person einer Liste den Spielbeitrag ein und setzt sich selber ans Ende der Liste. Er muß nun selbst eine bestimmte Anzahl neuer Mitspieler werben, die durch ihre Einzahlungen seinen Gewinn finanzieren. Seine Gewinnchance bleibt nur intakt, wenn er die erforderliche Anzahl an Mitspielern tatsächlich findet.
Ein Pyramidenspiel, bei dem 2 Personen anzuwerben sind, müsste nach 10 Runden bereits 2.097 Mitspieler, nach 15 Runden 65.535 und nach 20 Runden 2,1 Millionen Mitspieler haben. Sind 5 Spieler anzuwerben, müßte das Spiel nach 5 Runden 3.906, nach 10 Runden 12 Millionen Mitspieler haben.
Auch wenn alles planmäßig verläuft, erreichen diese Spiele eine natürliche Grenze, ab der sie automatisch zum Stillstand kommen. Bei einem 2 Personensystem müßten in der 31. Runde
4,3 Milliarden Menschen mitspielen, also fast die gesamte Erdbevölkerung, vom Säugling bis zum Greis.
Die Tricks der Pyramiden- und Schneeballsysteme:
Gewiefte Geschäftemacher geben den Pyramidensystemen immer neue Gesichter und kassieren mit professionellen Methoden im großen Stil ab. Es sind große Spielorganisationen entstanden, die teilweise auch international tätig sind. Durch das neue Erscheinungsbild dieser Systemspiele wird der pyramidenartige Aufbau verdeckt. Verkauft werden Pyramidenspiele beispielsweise als computergestützte Lottosysteme oder als hochverzinste Geldanlageformen. Dabei werden phantasievolle Bezeichnungen verwendet, wie Euro-Light, Courage, Clou, LCI (Lotto Club International), European Kings Club, Future Business (CSM-Computerunterstütztes System Marketing), TITAN usw.
Werbetricks:
Die professionellen Spielbetreiber setzen moderne Marketingmethoden ein. Damit soll der Anschein der Seriosität vermittelt werden. Das geschieht unter anderem durch die Errichtung von Verwaltungszentralen, Einhebung von Verwaltungsgebühren, computerunterstützte Darstellung des Spielverlaufes, bankähnlich gestaltete Kontoauszüge, Hochglanzwerbebroschüren. Typische Kennzeichen sind zumeist auch komplexe Vertragswerke und ein schwer durchschaubarer Spielaufbau.
Immer häufiger ist auch eine starke Präsenz in der Öffentlichkeit. Beispiele dafür sind Sport-Sponsoring oder das Vorgaukeln von gesellschaftlichem Engagement (Umwelt, Sozial). Damit soll neben dem Werbeeffekt ein starkes Gemeinschaftsgefühl aufgebaut werden, das in einigen Fällen Züge eines sektenähnlichen Verhaltens trägt.
Pyramidensysteme sind verbotene Glücksspiele!
Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat in seiner Entscheidung vom 13.3.1996, 5 Ob 506/96, klargestellt, daß Pyramidenspiele verboten und nichtig iSd § 879 ABGB sind. Pyramidenspiele sind Glücksspiele, weil bei ihnen Gewinn und Verlust vorwiegend vom Zufall abhängen (§ 168 Abs 1 StGB, § 1 Abs 1 GlücksspielG).
Die Teilnehmer eines solchen Pyramidenspiels können daher laut OGH alles zurückfordern, was sie auf der Grundlage des unerlaubten und damit unwirksamen Glücksspiels gezahlt haben. Der Organisator des Spiels haftet dem Teilnehmer auch für die Rückzahlung der Einsätze.
Seit 1. März 1997 besteht gemäß § 168 Abs 1 StGB auch ein spezielles strafrechtliches Verbot: Jeder, der Ketten- oder Pyramidenspiele veranstaltet, bei der Verbreitung mithilft oder die Verbreitung gewerbsmäßig fördert, macht sich strafbar und hat mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten zu rechnen. Wer durch die Tat eine größere Zahl von Menschen (ca. zehn Personen) schwer schädigt ist sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.
Wenn Ihnen märchenhafte Gewinne versprochen werden, sollten Sie bereits mißtrauisch werden.
Lassen Sie sich von versprochenen Millionengewinnen nicht blenden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie auch nur den Einsatz wieder zurückbekommen.
Informieren Sie sich vorher beim Konsumentenschutz.
Viele Menschen fallen immer wieder auf die betrügerische Masche von Pyramiden- und Schneeballsystemen rein, weil sie vom Traum gelockt werden schnell Geld verdienen zu können. Hier ist höchste Vorsicht geboten!