Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202008,%201924
Timestamp: 2019-10-20 23:32:43
Document Index: 50007612

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 544', '§ 114', '§ 544', '§ 233', 'BGH', '§ 85', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.07.2008 - II ZA 4/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,5809
BGH, 21.07.2008 - II ZA 4/08 (https://dejure.org/2008,5809)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2008 - II ZA 4/08 (https://dejure.org/2008,5809)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2008 - II ZA 4/08 (https://dejure.org/2008,5809)
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Anforderungen an die Wahrung der Monatsfrist des § 544 Abs. 1 S. 2 Zivilprozessordnung (ZPO); Erfolgsaussichten eines Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumnis der Frist zur Einlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde
ZPO § 114 § 544 Abs. 1 S. 2 § 233
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung einer Rechtsmittelfrist wegen wirtschaftlichen Unvermögens einer Partei
LG München I, 27.07.2007 - 27 O 11060/02
OLG München, 01.04.2008 - 18 U 4098/07
FamRZ 2008, 1924
Nur dann, wenn ein Rechtsanwalt für einen bestimmten Fall genaue Anweisungen erteilt, die eine Fristwahrung gewährleisten, sind diese allein maßgeblich und kommt es auf allgemeine organisatorische Vorkehrungen nicht mehr an (…Senatsbeschluss vom 12. September 2013 - III ZB 7/13, NJW 2014, 225 Rn. 11; BGH, Beschlüsse vom 23. Oktober 2003 - V ZB 28/03, NJW 2004, 367, 369; vom 21. Juli 2008 - II ZA 4/08, BeckRS 2008, 17708 Rn. 3 …und vom 3. Dezember 2015 - V ZB 72/15, BeckRS 2016, 02708 Rn. 14).
§ 85 Abs. 2 ZPO gilt auch im Prozesskostenhilfeverfahren (BGH, Beschluss vom 12. Juni 2001 - XI ZR 161/01, BGHZ 148, 66, 70 ff.; Beschluss vom 21. Juli 2008 - II ZA 4/08, FamRZ 2008, 1924 Rn. 3).
Hierzu gehört, dass bei der erforderlichen Ausgangskontrolle in der Regel ein Sendebericht ausgedruckt und dieser auf die Richtigkeit der verwendeten Empfängernummer überprüft wird, um nicht nur Fehler bei der Eingabe, sondern auch bereits bei der Ermittlung der Faxnummer oder ihrer Übertragung in den Schriftsatz aufdecken zu können (…s. etwa Senatsbeschlüsse vom 4. April 2007 aaO;… vom 19. März 2008 - III ZB 80/07, NJW-RR 2008, 1379 Rn. 5;… vom 24. Juni 2010 aaO …und vom 27. Januar 2011 aaO;… BGH, Beschlüsse vom 6. Juni 2005 aaO;… vom 10. Mai 2006 - XII ZB 267/04, NJW 2006, 2412, 2413 Rn. 7, 12 f; vom 21. Juli 2008 - II ZA 4/08, BeckRS 2008, 17708 Rn. 3;… vom 11. November 2009 aaO;… vom 25. Februar 2010 aaO Rn. 10;… vom 12. Mai 2010 aaO S. 2812 Rn. 11;… vom 22. September 2010 - XII ZB 117/10, NJW-RR 2011, 138, 139 Rn. 11 …und vom 21. Oktober 2010 - IX ZB 73/10, NJW 2011, 458, 459 Rn. 7).
Zwar kann das Fehlen allgemeiner organisatorischer Regelungen dann unerheblich sein, wenn im Einzelfall konkrete Anweisungen vorliegen, deren Befolgung die Fristwahrung sichergestellt hätte (BGH, Beschl. vom 19.03.2008 - III ZB 80/07 - und vom 21.07.2008, FamRZ 2008, 1924, jeweils mit weiteren Nachweisen).
Die Einzelanweisung der Prozessbevollmächtigten der Kläger an die Auszubildende, den Berufungsschriftsatz vorab per Telefax an das Hanseatische Oberlandesgericht zu senden, ersetzt die ordnungsgemäße Ausgangskontrolle allein jedoch nicht, weil sie keine Überprüfung der korrekten Versendung im Einzelfall an die Stelle der unzureichenden Ausgangskontrolle setzt (BGH, Beschl. vom 19.03.2008 - III ZB 80/07 - und vom 21.07.2008, FamRZ 2008, 1924).
Auch Einzelanweisungen müssen aber über ihre Eignung, den gewünschten Erfolg herbeizuführen, hinaus hinreichende Gewähr bieten, dass eine Fristversäumung zuverlässig verhindert wird (BGH NJW-RR 2008, 1379 f. [BGH 19.03.2008 - III ZB 80/07] ; FamRZ 2008, 1924 ; JurBüro 2008, 280; FamRZ 2007, 720 f. ; NJW-RR 2007, 1430 f.; jew. m.w.N.).
So ersetzt etwa die Einzelweisung des Anwalts, einen Schriftsatz per Telefax an das Gericht zu senden, nicht die ordnungsgemäße Ausgangskontrolle (BGH FamRZ 2008, 1924).