Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%2076,%20702
Timestamp: 2019-12-15 18:43:02
Document Index: 211925096

Matched Legal Cases: ['§ 631', '§ 640', '§ 252', '§ 631', '§ 640', '§ 252', '§ 5']

BFH, 17.01.1963 - IV 335/59 S - dejure.org
https://dejure.org/1963,670
BFH, 17.01.1963 - IV 335/59 S (https://dejure.org/1963,670)
BFH, Entscheidung vom 17.01.1963 - IV 335/59 S (https://dejure.org/1963,670)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 1963 - IV 335/59 S (https://dejure.org/1963,670)
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BFHE 76, 702
DB 1963, 607
BStBl III 1963, 257
Bei Werkverträgen i.S. des § 631 BGB bedarf es außer der Übergabe der Abnahme des Werkes durch den Besteller (§ 640 BGB), um den Übergang der Preisgefahr und damit die handels- und steuerrechtliche Gewinnrealisierung herbeizuführen (BFH-Urteile vom 17. Januar 1963 IV 335/59 S, BFHE 76, 702, BStBl III 1963, 257, …und vom 13. November 1985 VIII R 391/83, BFH/NV 1986, 531; Krawitz, DStR 1997, 886, 888; Hillenbrand/Brosig, Betriebs-Berater --BB-- 1994, 1397, 1398; Adler/Düring/ Schmaltz, HGB § 252 Tz. 82).
Der Provisionsanspruch des Handelsvertreters ist grundsätzlich erst zu aktivieren, wenn der Unternehmer (Geschäftsherr) das vom Handelsvertreter vermittelte Geschäft ausgeführt hat (BFH-Urteile vom 15. Januar 1963 I 259/61 S, BFHE 76, 699, BStBl III 1963, 256; vom 17. Januar 1963 IV 335/59 S, BFHE 76, 702, BStBl III 1963, 257; vom 3. Mai 1967 I 111/64, BFHE 88, 498, BStBl III 1967, 464).
Bei Werkverträgen i.S. des § 631 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bedarf es außer der Übergabe der Abnahme des Werkes durch den Besteller (§ 640 BGB), um den Übergang der Preisgefahr und damit die handels- und steuerrechtliche Gewinnrealisierung herbeizuführen (BFH-Urteile vom 17. Januar 1963 IV 335/59 S, BFHE 76, 702, BStBl III 1963, 257, …und vom 13. November 1985 VIII R 391/83, BFH/NV 1986, 531; Krawitz, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 1997, 886, 888; Hillenbrand/ Brosig, Betriebs-Berater --BB-- 1994, 1397, 1398;… Adler/ Düring/Schmaltz, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl., HGB § 252 Rz 82).
Der Senat ist in Übereinstimmung mit dem Revisionsvorbringen des FA der Auffassung, daß für die Aktivierung von Provisionsforderungen eines Versicherungsvertreters zunächst von denselben Grundsätzen auszugehen ist, die von der Rechtsprechung des BFH für die Aktivierung von Provisionen beim Handelsvertreter entwickelt wurden (Urteile I 259/61 S vom 15. Januar 1963, BFH 76, 699, BStBl III 1963, 256; IV 335/59 S vom 17. Januar 1963, BFH 76, 702, BStBl III 1963, 257; I 386/60 vom 30. September 1964, HFR 1965, 456; für Versicherungsvertreter vgl. auch die genannte Entscheidung des FG Bremen, EFG 1963, 4; ferner Hedemann, Versicherungswirtschaft 1967 S. 85, und Oswald, Steuerwarte 1968 S. 75).
Für die Aktivierung von Provisionsforderungen beim Handelsvertreter wies der Senat im Urteil IV 335/59 S darauf hin, daß dieser Status an sich bereits mit dem Abschluß des durch den Vertreter vermittelten Geschäfts erreicht sei, daß aber unter dem Gesichtspunkt der kaufmännischen Vorsicht es vertretbar sei, die Aktivierungspflicht erst dann eingreifen zu lassen, wenn der Geschäftsherr seinerseits das vermittelte Geschäft ausgeführt habe.
Ob dann durch entsprechende Vereinbarung die Zahlung der Provision durch Koppelung an die Zahlung der Folgeprämien zeitlich hinausgeschoben ist, hat auf die Aktivierungspflicht keinen Einfluß, wie der Senat im Urteil IV 335/59 S ja auch beim Handelsvertreter für den Provisionsanspruch, der vereinbarungsgemäß erst nach Maßgabe der Kundenzahlung entstehen soll, entschieden hat.
Wenn auch der Zusammenhang zwischen der Aktivierung des Anspruchs beim Versicherungsvertreter und der Passivierung der Verpflichtung beim Versicherer nicht ohne jede Bedeutung ist (BFH-Urteile I 259/61 S und IV 335/59 S), so kann jedenfalls nicht entscheidend sein, in welchem passiven Bilanzposten die Belastung mit den späteren Provisionszahlungen Berücksichtigung gefunden hat.
Das Risiko, dass die noch nicht fälligen Provisionsteile nicht ausbezahlt werden, ist ...je nach den Umständen des Einzelfalls... entweder bei der Bewertung der Forderung oder durch die Passivierung einer entsprechenden Rückstellung zu berücksichtigen (BFH-Urteile in BStBl II 1970, 517; vom 15. Januar 1963 I 259/61 S, BStBl III 1963, 256; BFH-Urteil vom 17. Januar 1963 IV 335/59 S, BStBl III 1963, 257, Schulz in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, 21. Aufl. 2006, 276. Lieferung 09.2016, § 5 EStG RZ. 1529).
BFH, 27.11.1968 - I 104/65
Hausmakler - Gebührenanspruch - Vermittlung eines Grundstückskaufvertrags - …
Das ist bei einem erst in der Entstehung begriffenen Anspruch anzunehmen, wenn sich die Anwartschaft genügend konkretisiert hat und im Falle einer Betriebsveräußerung bei der Festsetzung des Kaufpreises Berücksichtigung finden würde (…vgl. Urteile des BFH I 259/61 S, a. a. O.; IV 335/59 S vom 17. Januar 1963, BFH 76, 702, BStBl III 1963, 257; IV 291/65 vom 28. September 1967, BFH 90, 69, BStBl III 1967, 763, und IV 187/64 vom 14. März 1968, BFH 92, 207, BStBl II 1968, 518).
Demgemäß hat ein Handelsvertreter seinen Provisionsanspruch auch dann schon zu aktivieren, sobald das vermittelte Geschäft durch den Geschäftsherrn ausgeführt worden ist, wenn nach besonderer Vereinbarung der Provisionsanspruch erst nach Maßgabe der Zahlung des Kunden entstehen oder fällig werden soll (vgl. Urteile des BFH I 259/61 S und IV 335/59 S, a. a. O.).
BFH, 13.09.1972 - I R 240/70
Forderungen aus Lieferungen - Feststellung der Nichtaktivierung - Bilanzstichtag …
BFH, 28.09.1967 - IV 291/65
Zeitpunkt für die Aktivierung eines Anspruchs auf Ausfuhrvergütung oder …