Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20121/05
Timestamp: 2019-12-06 17:36:46
Document Index: 376703901

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 411', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', '§ 402', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 411', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.11.2005 - VI ZR 121/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1928
BGH, 08.11.2005 - VI ZR 121/05 (https://dejure.org/2005,1928)
BGH, Entscheidung vom 08.11.2005 - VI ZR 121/05 (https://dejure.org/2005,1928)
BGH, Entscheidung vom 08. November 2005 - VI ZR 121/05 (https://dejure.org/2005,1928)
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Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision; Anforderungen an die Gewährung rechtlichen Gehörs; Anforderungen an einen ordnungsgemäßen Antrag einer Partei auf Ladung eines Sachverständigen
Verfahrensrecht - Sachverständigenladung nicht von Erläuterungsbedarf abhängig!
Prozesstaktik - Wann muss der Sachverständige geladen werden?
Recht auf mündliche Anhörung des gerichtlichen Sachverständigen besteht (fast) immer! (IBR 2006, 423)
Kurznachricht zu "Wann muss der Sachverständige geladen werden?" von der Redaktion der Prozessrecht aktiv, original erschienen in: PA 2006, 44 - 45.
LG Krefeld, 15.07.2004 - 3 O 255/01
OLG Düsseldorf, 23.05.2005 - 8 U 104/04
OLG Düsseldorf, 14.09.2006 - 8 U 104/04
NJW-RR 2006, 1503
NZBau 2006, 650
Dieses Antragsrecht besteht unabhängig von § 411 Abs. 3 ZPO (BGHZ 6, 398, 400 f.; 24, 9, 14; Beschl. v. 8. November 2005, VI ZR 121/05, NJW-RR 2006, 1503, 1504).
Zum einen kommt es weder für die Ladung noch für die Vernehmung des Sachverständigen darauf an, ob das Gericht selbst noch Erläuterungsbedarf sieht (BGH, Beschl. v. 8. November 2005, VI ZR 121/05, NJW-RR 2006, 1503, 1504).
Dies gilt grundsätzlich selbst dann, wenn der Sachverständige nicht nur ein Erstgutachten, sondern ein Ergänzungsgutachten erstattet hat, es sei denn, es liegen Anhaltspunkte für einen Rechtsmissbrauch oder eine Prozessverschleppung durch die Partei, die eine mündliche Anhörung erstrebt, vor (vgl. BGH NJW-RR 2006, 1503, 1504).
Auch wenn das Landgericht selbst keinen Erläuterungsbedarf mehr gesehen haben sollte, war es nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung gemäß Art. 103 Abs. 1 GG, §§ 402, 397 ZPO zur Ladung des Sachverständigen zwecks mündlicher Gutachtenerläuterung verpflichtet (…vgl. nur: BGH, BauR 2011, 550, juris Rdnr. 36;… BGH, BauR 2007, 1610, juris Rdnr. 3; BGH, NJW-RR 2006, 1503, juris Rdnr. 3).
Das Befragungsrecht der Partei besteht unabhängig von § 411 Abs. 3 ZPO (st. Rsp., vgl. nur BGH, Beschlüsse vom 22. Mai 2007 - VI ZR 233/06 - NJW-RR 2007, 1294 Tz. 3 und vom 8. November 2005 - VI ZR 121/05 - NJW-RR 2006, 1503 unter I 2 a).
dd) Einem Anhörungsantrag ist - abgesehen von den Fällen der Präklusion oder des Rechtsmissbrauchs - regelmäßig auch dann nachzugehen, wenn das Gericht keinen Aufklärungsbedarf sieht (vgl. BGH mit Urteil vom 8. November 2005 - VI ZR 121/05 - NJW-RR 2006, 1503 f.; Senat u.a. mit Urteilen 18. September 2006 - 20 U 91/05 - und vom 30. Oktober 2006 - 20 U 55/05).
Dies hat der Bundesgerichtshof nun nochmals ausdrücklich klargestellt (Urteil vom 8. November 2005 - VI ZR 121/05): Es kommt nicht darauf an, ob das Gericht noch Erläuterungsbedarf sieht oder ob ein solcher von der Partei nachvollziehbar dargetan worden ist (…vgl. nun auch Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 5. Aufl., E 18 f.).
Dafür reicht es nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts insbesondere nicht aus, dass das Gericht das Gutachten für überzeugend hält (BGH Beschl. v. 8.11.2005 - VI ZR 121/05, IBR 2006, 423; Beschl. v. 22.5.2007 - VI ZR 233/06, BauR 2007, 1610 = NZBau 2007, 641; BVerfG, Beschl. v. 14.1.2012 - 1 BvR 2728/10, IBR 2012, 489 = NJW 2012, 1346).