Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005411
Timestamp: 2020-08-10 06:21:48
Document Index: 88816863

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 11', '§ 27', '§ 9', '§ 12']

RIS - Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 10.08.2020
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin-Ausbildungsordnung, Fassung vom 10.08.2020
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin (Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin- Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 189/2007
§ 1. (1) Der Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin ist mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet.
(2) Die in dieser Verordnung gewählten Begriffe schließen jeweils die männliche und weibliche Form ein. Im Lehrvertrag, Lehrzeugnis, Lehrbrief und im Lehrabschlussprüfungszeugnis ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Technischer Zeichner bzw. Technische Zeichnerin) zu bezeichnen.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:
§ 3. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin wird folgendes Berufsbild festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
1. Kenntnis der – – –
2. Kenntnis des organisatorischen – –
Aufbaus und der Aufgaben und
Zuständigkeiten der einzelnen
3. Einführung in die Kenntnis der Marktposition und des
Aufgaben, die Kundenkreises des Lehrbetriebes
Branchenstellung und
4. Kenntnis über Arbeitsorganisation, Arbeitsplanung und
5. Kenntnis über die ergonomische Gestaltung des
6. Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden
Werkzeuge, Maschinen, Geräte und Arbeitsbehelfe
7. Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer
Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten und
8. Einsatz von informationstechnischen Hilfsmitteln, wie
Personalcomputer, PC-Netzwerke, Internet,
Datenbanken, etc.
9. Anwendung von Textverarbeitungs- und
Tabellenkalkulationsprogrammen zur Erstellung von
technischen Unterlagen wie zB Stücklisten und
10. Kenntnis der Papiergrößen, – –
Anwendung der Schriftfelder,
Linienarten, Linienbreiten,
Liniengruppen und Normschrift
11. Kenntnis der Normung und der – –
12. Kenntnis der darstellenden Geometrie an Hand –
technisch orientierter Beispiele
13. Anfertigen von Skizzen und Modellaufnahmen –
14. Bemaßen von Zeichnungen mit Maßlinien, Maßhilfslinien,
Maßzahlen sowie Anbringen von Fertigungszeichen und
Montagezeichen (graphische Symbole)
15. Normgerechte Darstellung von Ansichten, Abwicklungen,
Schnitten und Durchdringungen
16. Normgerechte Zeichnungserstellung in verschiedenen
Maßstäben von Einzelbauteilen, Baugruppen sowie
Erstellen von Gruppen- und
Zusammenstellungszeichnungen von Hand und mit
17. Facheinschlägige Berechnungen mit Formeln, Tabellen
und Rechengeräten
18. Kenntnis des Anwendung des rechnergestützten
rechnergestützten Zeichnens (CAD)
Zeichnens (CAD)
19. Kenntnis des Sichern und Archivieren von
Sicherns und Zeichnungen und den dazugehörigen
Archivierens von Dokumenten
20. Grundkenntnisse der – –
betrieblichen Kosten,
deren Beeinflussbarkeit
21. Kenntnis der Maßnahmen des Mitarbeit beim
Qualitätsmanagements Qualitätsmanagement
22. – Kenntnis des Mitarbeit beim Projektmanagement
23. Kenntnis der bei der Herstellung und Produktion
verwendeten Werkstoffe, ihrer Bearbeitung und der
angewandten Arbeitsvorgänge
24. Kenntnis der bei der Herstellung und Produktion
angewandten Fertigungsmöglichkeiten, des
betrieblichen Arbeitsablaufes und der betrieblichen
25. Führen von Gesprächen mit Kunden und Lieferanten
unter Beachtung der fachgerechten Ausdrucksweise
26. Kenntnis der einschlägigen englischen Fachausdrücke
27. Kenntnis und Anwendung der betrieblichen EDV (Hard-
und Software)
29. Kenntnis über Inhalt und Ziel der Ausbildung sowie über
30. Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und
Vorschriften zum Schutze der Umwelt:
Grundkenntnisse der betrieblichen Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz im berufsrelevanten Arbeitsbereich;
Grundkenntnisse der im berufsrelevanten
Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des
31. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften
und Normen sowie der einschlägigen Vorschriften zum
32. Kenntnis der Erstversorgung bei betriebsspezifischen
33. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen
§ 5. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist. Die theoretische Prüfung kann auch in rechnergestützter Form erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Schritte für die Prüfungskommission nachvollziehbar sein müssen.
§ 6. (1) Die Prüfung hat Aufgaben aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
physikalische Berechnungen,
Übersetzungen und Geschwindigkeiten.
§ 7. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung von Aufgaben aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Werkstoffe und Hilfsstoffe des Technischen Zeichners,
Werkstoffe in der Herstellung und Produktion,
Messverfahren in der Herstellung und Produktion,
Maschinen und Maschinenelemente,
Arbeitsverfahren des Technischen Zeichners,
Arbeitsablauf und Fertigungsverfahren in der Herstellung und Produktion.
§ 8. (1) Die Prüfung ist nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrages durchzuführen und hat folgende Arbeiten zu umfassen:
Anfertigen einer Skizze,
Erstellen einer normgerechten, rechnergestützten Zeichnung, unter Berücksichtigung der Ausbildung.
Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind händisch oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sieben Stunden ausgeführt werden kann. Hierbei ist der Arbeit gemäß Abs. 1 lit. a eine Dauer von zwei Stunden und der Arbeit gemäß Abs. 1 lit. b eine Dauer von fünf Stunden zu Grunde zu legen.
Anordnung und Darstellung der Ansichten und Schnitte,
Anordnung der Maß- und Hilfslinien,
Bearbeitungs- und Behandlungshinweise,
Maßangaben mit Toleranzen,
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hierbei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen. Der Prüfling hat fachbezogene Probleme und deren Lösungen darzustellen, die für den Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung des Auftrags zu begründen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen und Problemen zu führen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis des Prüflings zu entsprechen. Hierbei sind Materialproben, Werkzeuge, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.
(2) Wenn bis zu zwei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „Nicht genügend“ bewerteten Gegenstände zu beschränken.
(3) Wenn mehr als zwei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen.
§ 11. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Bautechnischer Zeichner/Bautechnische Zeichnerin kann gemäß § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eine eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Fachgespräch. Für diese Zusatzprüfung gelten die §§ 9 und 10 sinngemäß.
§ 12. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Juli 2007 in Kraft.
(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Technischer Zeichner, BGBl. Nr. 469/1988, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 177/2005, treten unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 30. Juni 2007 außer Kraft.
(3) Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Technischer Zeichner, BGBl. Nr. 470/1988, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 268/2005, tritt unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 30. Juni 2007 außer Kraft.
(4) Lehrlinge, die am 30. Juni 2007 im Lehrberuf Technischer Zeichner ausgebildet werden, können gemäß den in Abs. 2 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit weiter ausgebildet werden und können innerhalb eines Jahres nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 3 angeführten Prüfungsordnung antreten.
(5) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Technischer Zeichner zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin gemäß dieser Verordnung voll anzurechnen.
(6) Eine erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Technischer Zeichner gemäß Abs. 2 und 3 ersetzt die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Technischer Zeichner/Technische Zeichnerin gemäß dieser Verordnung.