Source: https://cms.law/de/jurisdiction/global-reach/europe/oesterreich/expertise/tmc-technologie-medien-telekommunikation/datenschutzrecht?cB=AUT&feaen=
Timestamp: 2020-08-12 22:08:03
Document Index: 95163640

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 13', 'Art. 5', 'Art. 32', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 13', 'Art. 9', 'Art. 13', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH']

Anwaltskanzlei für Datenschutzrecht
In einer zunehmend vernetzten Welt, in der Cloud Lösungen, internationaler Datenaustausch, Künstliche Intelligenz, Profiling etc. eine immer größere Rolle spielen, ist das Thema Datenschutzrecht von immenser Wichtigkeit. Der Geschäftsalltag ohne die genannten Datenanwendungen ist heute schlichtweg nicht mehr vorstellbar und die Regelungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellen Unternehmen dabei vor große Herausforderungen und Pflichten. Passieren Fehler, drohen hohe Strafen, die bei entsprechender Beratung vermeidbar sind.
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Das CO­VID-19-Vi­rus führt zwangs­läu­fig da­zu, dass ins­be­son­de­re Un­ter­neh­men und Be­hör­den häu­fi­ger per­so­nen­be­zo­ge­ne Ge­sund­heits­da­ten im Sin­ne von Art. 9 DS­GVO ver­ar­bei­ten, wel­che nach der DS­GVO ei­nen er­höh­ten Schutz ge­nie­ßen und nur un­ter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen ver­ar­bei­tet wer­den dür­fen.Ob­wohl die Ver­ar­bei­tung von Ge­sund­heits­da­ten nach der DS­GVO nur ein­ge­schränkt zu­läs­sig ist, kön­nen zum Schutz der ei­ge­nen Mit­ar­bei­te­rIn­nen selbst­ver­ständ­lich auch Ge­sund­heits­da­ten recht­mä­ßig ver­ar­bei­tet wer­den:Un­ter­neh­men, die Mit­ar­bei­ter­da­ten im Zu­sam­men­hang mit der CO­VID-19-Pan­de­mie ver­ar­bei­ten, kön­nen sol­che Da­ten­ver­ar­bei­tun­gen je nach Zweck auf Ba­sis von Art. 9 Abs. 2 lit. h DS­GVO (Ver­ar­bei­tung zum Zwe­cke der Ge­sund­heits­vor­sor­ge) oder Art. 9 Abs. 2 lit. i DS­GVO (Ver­ar­bei­tung zum Zwe­cke der Er­fül­lung ar­beits- und so­zi­al­recht­li­cher Pflich­ten) durch­füh­ren. So­fern auf­grund ei­ner In­fek­ti­on oder ei­nes Ver­dachts­fal­les ei­ne Über­mitt­lung der Ge­sund­heits­da­ten an Ge­sund­heits­be­hör­den not­wen­dig ist, so kann die Über­mitt­lung im Re­gel­fall auf Ba­sis von Art. 9 Abs. 2 lit. i DS­GVO (Ver­ar­bei­tung aus Grün­den des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses im Be­reich der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit) ge­recht­fer­tigt wer­den. Zum Zwe­cke der Ri­si­ko­mi­ni­mie­rung dür­fen wäh­rend der CO­VID-19-Pan­de­mie ge­stützt auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DS­GVO auch die pri­va­ten Han­dy­num­mern der Mit­ar­bei­te­rIn­nen er­ho­ben und vor­über­ge­hend ge­spei­chert wer­den. Dies soll da­zu die­nen, die ei­ge­nen Mit­ar­bei­te­rIn­nen über In­fek­tio­nen so­wie Ver­dachts­fäl­le im Be­trieb recht­zei­tig in­for­mie­ren zu kön­nen und um ei­ne wei­te­re Aus­brei­tung des Vi­rus ein­zu­däm­men. Ei­ne Pflicht zur Be­reit­stel­lung der pri­va­ten Han­dy­num­mern be­steht sei­tens der Mit­ar­bei­te­rIn­nen je­doch nicht. Bit­te be­ach­ten Sie je­doch, dass den Mit­ar­bei­te­rIn­nen bei Er­he­bung der Da­ten sämt­li­che In­for­ma­tio­nen nach Art. 13 DS­GVO be­reit­zu­stel­len sind. Be­ste­hen­de Da­ten­schutz­er­klä­run­gen sind da­her ge­ge­be­nen­falls zu er­gän­zen. Auch in Zei­ten der CO­VID-19-Pan­de­mie ist ei­ne Da­ten­ver­ar­bei­tung nur bei Ein­hal­tung der all­ge­mei­nen Grund­sät­ze nach Art. 5 DS­GVO so­wie Wah­rung der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit recht­mä­ßig. Im Zu­sam­men­hang mit der CO­VID-19-Pan­de­mie er­ho­be­ne Da­ten sind so­hin zu lö­schen, so­bald die­se für den ur­sprüng­lich ver­folg­ten Zweck nicht mehr not­wen­dig sind.Vie­le Un­ter­neh­men sind ge­zwun­gen, die Mit­ar­bei­te­rIn­nen von zu­hau­se aus (Ho­me-Of­fice) ar­bei­ten zu las­sen. Hier ist es ins­be­son­de­re von be­deut­sa­mer Wich­tig­keit, dass auch au­ßer­halb der Bü­ro­räum­lich­kei­ten die er­for­der­li­chen tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Si­cher­heits­maß­nah­men im Sin­ne von Art. 32 DS­GVO si­cher­ge­stellt wer­den. Vor die­sem Hin­ter­grund emp­feh­len wir, die Mit­ar­bei­te­rIn­nen ge­son­dert dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sämt­li­che Ar­beitsu­ten­si­li­en (Fir­men­lap­top, Fir­men­han­dy, Ak­ten etc.) vor un­be­fug­tem Zu­griff ge­schützt wer­den müs­sen. Wenn mög­lich soll­ten die Mit­ar­bei­te­rIn­nen nicht mit ih­rem ei­ge­nen Lap­top ar­bei­ten und falls doch, soll­te der Zu­gang ins Fir­men­netz­werk aus­schließ­lich ge­si­chert über VPN oder Re­mo­te Desk­top er­fol­gen. Es ist zu­dem rat­sam, ver­mehrt auf Phis­hing-At­ta­cken udgl. hin­zu­wei­sen, wel­che vor al­lem un­ter dem Deck­man­tel „In­for­ma­tio­nen über CO­VID-19“ nun­mehr häu­fi­ger vor­kom­men.CO­VID-19 CHECK­LIS­TEKann der Ar­beit­ge­ber In­for­ma­tio­nen be­tref­fend CO­VID-19-Sym­pto­me bzw. CO­VID-19-In­fek­tio­nen von den Mit­ar­bei­te­rIn­nen recht­mä­ßig er­fra­gen bzw. er­he­ben?Ja, so­fern der Ver­dacht be­steht, dass Mit­ar­bei­te­rIn­nen mit CO­VID-19 in­fi­ziert sind, darf der Ar­beit­ge­ber In­for­ma­tio­nen im Zu­sam­men­hang mit CO­VID-19 auf Ba­sis von Art. 9 Abs. 2 lit. h DS­GVO (Ver­ar­bei­tung zum Zwe­cke der Ge­sund­heits­vor­sor­ge) oder Art. 9 Abs. 2 lit. i DS­GVO (Ver­ar­bei­tung zum Zwe­cke der Er­fül­lung ar­beits- und so­zi­al­recht­li­cher Pflich­ten) ver­ar­bei­ten.Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen sind bei Er­he­bung die­ser In­for­ma­tio­nen je­doch ge­mäß Art. 13 DS­GVO zu in­for­mie­ren.Darf der Ar­beit­ge­ber In­for­ma­tio­nen der Mit­ar­bei­te­rIn­nen be­tref­fend CO­VID-19 an Ge­sund­heits­be­hör­den über­mit­teln?Ja, so­fern auf­grund der In­for­ma­tio­nen der Ver­dacht auf ei­ne In­fek­ti­on be­steht, so kann die Über­mitt­lung an die zu­stän­di­ge Ge­sund­heits­be­hör­de im Re­gel­fall auf Ba­sis von Art. 9 Abs. 2 lit. i DS­GVO (Ver­ar­bei­tung aus Grün­den des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses im Be­reich der öf­fent­li­chen Ge­sund­heit) recht­mä­ßig er­fol­gen. Wel­che In­for­ma­tio­nen sind den Mit­ar­bei­te­rIn­nen bei Er­he­bung von Da­ten be­tref­fend CO­VID-19 zu er­tei­len?So­fern die In­for­ma­tio­nen zur je­wei­li­gen Da­ten­ver­ar­bei­tung nicht be­reits in be­ste­hen­den Da­ten­schutz­er­klä­run­gen ent­hal­ten sind, sind die in Art. 13 DS­GVO ent­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen den Mit­ar­bei­te­rIn­nen bei Er­he­bung der Da­ten zu er­tei­len. Darf der Ar­beit­ge­ber die üb­ri­gen Mit­ar­bei­te­rIn­nen über ei­nen CO­VID-19-Ver­dachts­fall bzw. ei­ne CO­VID-19-In­fek­ti­on ei­ner/ei­nes Mit­ar­bei­te­rin/Mit­ar­bei­ters in­for­mie­ren?Ja, so­fern dies für die Ein­däm­mung bzw. sons­ti­ge prä­ven­ti­ve Maß­nah­men un­be­dingt not­wen­dig ist und nicht be­kannt ge­ge­ben wird, um wel­che Mit­ar­bei­te­rIn­nen es sich kon­kret han­delt. Ei­ne In­for­ma­ti­on an die üb­ri­gen Mit­ar­bei­te­rIn­nen, wel­che Per­son kon­kret in­fi­ziert ist bzw. ei­nen Ver­dachts­fall dar­stellt, soll­te nur dann er­teilt wer­den, wenn es tat­säch­lich not­wen­dig ist, weil bspw. die (mög­li­cher­wei­se) in­fi­zier­te Per­son en­gen Kon­takt zu an­de­ren Mit­ar­bei­te­rIn­nen hat­te.Darf der Ar­beit­ge­ber pri­va­te Han­dy­num­mern der Mit­ar­bei­te­rIn­nen er­he­ben, um die­sen ggf. In­for­ma­tio­nen über CO­VID-19 zu­kom­men zu las­sen?Ja, die ös­ter­rei­chi­sche Da­ten­schutz­be­hör­de hat be­stä­tigt, dass Ar­beit­ge­ber die pri­va­ten Han­dy­num­mern der Mit­ar­bei­te­rIn­nen er­he­ben darf, um die­se im Not­fall kon­tak­tie­ren zu kön­nen. Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen sind je­doch nicht ver­pflich­tet, die pri­va­ten Han­dy­num­mern be­reit­zu­stel­len.Wel­che Vor­keh­run­gen sind im Zu­sam­men­hang mit Ho­me-Of­fice vor­zu­se­hen?1. Hin­weis an Mit­ar­bei­te­rin­nen, Ar­beitsu­ten­si­li­en (Fir­men­lap­top, Fir­men­han­dy, Ak­ten etc.) sorg­fäl­tig auf­zu­be­wah­ren und vor un­be­fug­tem Zu­griff zu schüt­zen. 2. Hin­weis, dass nur si­che­re WLAN-Ver­bin­dun­gen ge­nutzt wer­den und für die Nut­zung des WLANs ein si­che­res Pass­wort ge­wählt wird. 3. Hin­weis auf er­höh­te Auf­merk­sam­keit und Vor­sicht im Hin­blick auf mög­li­che „Phis­hing-At­ta­cken“.me­di­um
Die Fra­ge, ob Ver­stö­ße ge­gen die DS­GVO von Mit­be­wer­bern oder Ver­bän­den un­ter Be­ru­fung auf Wett­be­werbs­recht ab­ge­mahnt wer­den kön­nen, be­schäf­tigt mitt­ler­wei­le die Ge­rich­te zahl­rei­cher Län­der. In Ös­ter­reich hat sich der Obers­te Ge­richts­hof jüngst erst­mals mit die­ser Fra­ge aus­ein­an­der­ge­setzt und sie mit äu­ßerst knap­per Be­grün­dung ver­neint (OGH 26.11. 2019, 4 Ob 84/19k).Da­ten­schutz als Aus­schließ­lich­keits­recht?Aus un­se­rer Sicht ist die Ent­schei­dungs­be­grün­dung nicht nach­voll­zieh­bar und wirft mehr Fra­gen auf als sie be­ant­wor­tet. Be­mer­kens­wert ist, dass sich der OGH über­haupt nicht mit der vor al­lem in Deutsch­land re­ge ge­führ­ten Dis­kus­si­on zu die­sem The­ma, ob die DS­GVO ein ab­schlie­ßen­den Sank­ti­ons­re­gime vor­sieht und da­her ei­ne Sperr­wir­kung ge­gen­über dem UWG ent­fal­tet, aus­ein­an­der­setzt. Viel­mehr ver­weist er la­pi­dar auf sei­ne Recht­spre­chung, wo­nach ein Ein­griff in Aus­schließ­lich­keits­rech­te Drit­ter, der kei­ne amts­we­gi­ge Ahn­dung nach sich zie­he und kei­ne schüt­zens­wer­ten Be­lan­ge der All­ge­mein­heit be­tref­fe, grund­sätz­lich nicht als un­lau­te­re Ge­schäfts­prak­tik in der Fall­grup­pe Rechts­bruch gel­tend ge­macht wer­den kön­ne. Das Recht auf Da­ten­schutz sei nach An­sicht des OGH ein sol­ches Aus­schließ­lich­keits­recht; Ver­let­zun­gen könn­ten da­her nur vom Be­trof­fe­nen selbst gel­tend ge­macht wer­den.Die vom OGH zu sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung ge­zo­ge­nen Par­al­le­len über­zeu­gen nicht. Er ver­gleicht Ein­grif­fe in das Recht auf Da­ten­schutz mit sol­chen in Aus­schließ­lich­keits­rech­te, wie das Ur­he­ber-, Mar­ken-, Pa­tent- oder Ei­gen­tums­recht. Ein­grif­fe in sol­che Rech­te kön­nen nach der Recht­spre­chung des OGH nicht von Wett­be­wer­bern gel­tend ge­macht wer­den, weil es sich nicht um all­ge­mein ver­bind­li­che Ver­hal­tens­nor­men für je­der­mann han­delt. Mit ei­nem Ein­griff wür­den nur in­di­vi­du­el­len In­ter­es­sen des un­mit­tel­bar Be­trof­fe­nen ver­letzt. Schüt­zens­wer­te Be­lan­ge der All­ge­mein­heit, wel­che ei­ne amts­we­gi­ge Ahn­dung nach sich zie­hen, sei­en da­ge­gen nicht be­trof­fen.War­um das Ur­teil des Obers­ten Ge­richts­hofs nicht über­zeugtDie DS­GVO ent­hält für je­der­mann ver­bind­li­che Nor­men, de­ren Nicht­be­ach­tung nicht nur die In­ter­es­sen der Be­trof­fe­nen ver­letzt, son­dern Un­ter­neh­men ei­nen er­heb­li­chen Vor­sprung im Wett­be­werb ver­schaf­fen kann, z.B. durch Er­schlie­ßung ei­nes grö­ße­ren Kun­den­krei­ses, Mo­ne­ta­ri­sie­rung von Da­ten oder Er­spar­nis von Auf­wen­dun­gen. Ver­stö­ße ge­gen die DS­GVO sind mit ho­hen Stra­fen sank­tio­niert und kön­nen ne­ben dem ge­richt­li­chen Rechts­schutz für den Be­trof­fe­nen auch von den Da­ten­schutz­be­hör­den amts­we­gig ver­folgt wer­den. Das Recht auf Da­ten­schutz ist auch kein Aus­schließ­lich­keits­recht, weil es der Be­trof­fe­ne als Rech­te­inha­ber bspw. im Un­ter­schied zum Mar­ken­recht ge­ra­de nicht zwin­gend in der Hand hat, die Ver­ar­bei­tung sei­ner Da­ten zu ver­bie­ten. Für die Ver­ar­bei­tung ste­hen näm­lich ne­ben der Ein­wil­li­gung des Be­trof­fe­nen auch an­de­re Ein­griffs­grund­la­gen in das Recht auf Da­ten­schutz, ins­be­son­de­re die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ver­ant­wort­li­chen, zur Ver­fü­gung. Die Ar­gu­men­ta­ti­on des OGH ist aber auch ver­fehlt, da das Da­ten­schutz­recht ge­ra­de den Schutz der Be­lan­ge der All­ge­mein­heit zum Ge­gen­stand hat, weil sämt­li­che per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten je­der na­tür­li­chen Per­son nach der DS­GVO ge­schützt sind. Zu­dem be­le­gen die zahl­rei­chen von der Da­ten­schutz­be­hör­de von Amts we­gen ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren, dass Ver­stö­ße ge­gen das Da­ten­schutz­recht auch amts­we­gig ver­folgt wer­den. Wi­der­spruch zu bis­he­ri­ger Ju­di­ka­turDas re­zen­te Ju­di­kat des OGH birgt aber auch ei­nen sys­te­ma­ti­schen Wi­der­spruch zur bis­he­ri­gen Ju­di­ka­tur des OGH, die ei­nen ab­mahn­fä­hi­gen Wett­be­werbs­ver­stoß bei „Cold Cal­ling“ oder „Spamming“ be­jaht. Nun im­ple­men­tie­ren aber die Be­stim­mun­gen des TKG 2003 zum Schutz vor un­er­wünsch­ten werb­li­chen An­ru­fen und Nach­rich­ten die ePri­va­cy-RL, wel­che wie­der­um ei­ne lex spe­cia­lis zur DS­GVO ist. Es liegt so­mit ein kaum auf­lös­ba­rer sys­tem­im­ma­nen­ter Wi­der­spruch vor, wenn die DS­GVO ein nur vom Be­trof­fe­nen gel­tend zu ma­chen­des Aus­schließ­lich­keits­recht sein soll, Ver­stö­ße ge­gen die Spe­zi­al­be­stim­mun­gen des TKG 2003 aber nach stän­di­ger Rsp des OGH von Mit­be­wer­bern auf­ge­grif­fen wer­den kön­nen. In­ter­es­sant ist auch, dass der OGH noch im Jahr 2014 ei­nen Ver­stoß ge­gen die Mel­de­pflicht nach dem DSG 2000 als ei­ner Ab­mah­nung durch ei­nen Mit­be­wer­ber zu­gäng­lich sah. Al­ler­dings ver­nein­te er im kon­kre­ten Fall ei­nen Wett­be­werbs­ver­stoß man­gels spür­ba­rer Aus­wir­kun­gen auf den Wett­be­werb. Nach un­se­rer An­sicht soll­te auch bei Ver­stö­ßen ge­gen die DS­GVO die Spür­bar­keit das maß­geb­li­che Ab­gren­zungs­kri­te­ri­um sein, d.h. es soll­ten all je­ne Ver­stö­ße wett­be­werbs­recht­lich nach der Fall­grup­pe Rechts­bruch ab­ge­mahnt wer­den kön­nen, die dem Ver­let­zer ei­nen Vor­teil im Wett­be­werb ge­gen­über ge­setz­te­streu­en Un­ter­neh­men ver­schaf­fen.Da­ten­schutz vs. Wett­be­werbs­recht: Wei­te­re Ent­schei­dun­gen ste­hen anEs ist da­von aus­zu­ge­hen, dass in die­ser An­ge­le­gen­heit noch nicht das letz­te Wort ge­spro­chen ist. So be­jah­ten zahl­rei­che deut­sche zweit­in­stanz­li­che Ge­rich­te be­reits grund­sätz­lich die Ab­mahn­bar­keit von Ver­stö­ßen ge­gen die DS­GVO nach Wett­be­werbs­recht. Der deut­sche Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hat kürz­lich im Ver­fah­ren zu I ZR 186/17 we­gen Da­ten­schutz­ver­stö­ßen durch Face­books „App-Zen­trum“ al­ler­dings Zwei­fel im Hin­blick auf die Ab­mahn­bar­keit von Ver­stö­ßen ge­gen das Da­ten­schutz­recht an­ge­mel­det. In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des BGH heißt es: „Mög­li­cher­wei­se lässt die Da­ten­schutz-Richt­li­nie ei­ne Ver­fol­gung von Ver­stö­ßen al­lein durch die Da­ten­schutz­be­hör­den und die Be­trof­fe­nen und nicht durch Ver­bän­de zu.“ Der BGH hat das Ver­fah­ren bis zur Ent­schei­dung des EuGH zu „Fa­shion ID“ un­ter­bro­chen. Die­se liegt mitt­ler­wei­le vor, be­ant­wor­tet aber die Fra­ge, ob Mit­be­wer­ber Da­ten­schutz­ver­stö­ße nach dem UWG gel­tend ma­chen kön­nen, eben­falls nicht. Es bleibt ab­zu­war­ten, ob und wie sich der BGH zu die­ser Fra­ge äu­ßern wird. Zwar be­trifft das Ver­fah­ren noch die Rechts­la­ge zur Da­ten­schutz-Richt­li­nie, die Rechts­grund­la­gen und Da­ten­schutz­prin­zi­pi­en sind aber der DS­GVO sehr ähn­lich, wes­we­gen ei­ne Aus­sa­ge zu die­ser Fra­ge auch für die gel­ten­de Rechts­la­ge re­le­vant wä­re. Die Ur­teils­ver­kün­dung des BGH wird für den 11.4.2020 er­war­tet.
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Bis spä­tes­tens 17.12.2021 müs­sen die Min­dest­stan­dards der Whist­leb­lo­wer-Richt­li­nie auch in Ös­ter­reich um­ge­setzt wer­den. Le­sen Sie hier al­les Wis­sens­wer­te!
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