Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=L%208%20AS%2037/05%20ER
Timestamp: 2019-06-27 11:33:36
Document Index: 94978756

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 71', '§ 1', '§ 6', '§ 71', '§ 1', '§ 6', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9']

LSG Niedersachsen-Bremen, 29.11.2005 - L 8 AS 37/05 ER - dejure.org
LSG Niedersachsen-Bremen, 29.11.2005 - L 8 AS 37/05 ER
https://dejure.org/2005,17101
LSG Niedersachsen-Bremen, 29.11.2005 - L 8 AS 37/05 ER (https://dejure.org/2005,17101)
LSG Niedersachsen-Bremen, Entscheidung vom 29.11.2005 - L 8 AS 37/05 ER (https://dejure.org/2005,17101)
LSG Niedersachsen-Bremen, Entscheidung vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER (https://dejure.org/2005,17101)
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Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bedarfsgemeinschaft -Berücksichtigung des Einkommens des Stiefelternteils bei hilfebedürftigen Stiefkindern
Bundesagentur für Arbeit als ausreichend legitimierter und befugter Prozessbevollmächtigter zur Einlegung der Beschwerde; Bevollmächtigung von Mitarbeitern der Bundesagentur durch die Arbeitsgemeinschaft unter Berücksichtigung des Rechtsberatungsgesetzes; Berücksichtigungsfähigkeit des Einkommens des Stiefvaters bei der Berechnung des Bedarfs für die Kinder der Frau; Kindereigenschaft bereits bei verwandtschaftlicher Beziehung nur zu einem Mitglied der Bedarfsgemeinschaft; Definition der Bedarfsgemeinschaft lediglich zur Bestimmung des Kreises der Leistungsberechtigten; Unterhaltsverpflichtung des Stiefvaters bei Erlangen von wirtschaftlichen Vorteilen durch das Vorhandensein der Stiefkinder; Heranziehung des Einkommens des nicht leiblichen Elternteils
SG Aurich, 08.02.2005 - S 25 AS 2/05
§ 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II aF kann nicht über den Wortlaut hinaus dahin ausgelegt werden, dass Einkommen des Partners eines Elternteils wie Einkommen des Elternteils zur Bedarfsdeckung des mit ihm nicht verwandten oder verschwägerten Kindes heranzuziehen ist (so die ganz überwiegende Auffassung der Landessozialgerichte; vgl Thüringer LSG Beschluss vom 8. März 2005 - L 7 AS 112/05 ER - NZS 2005, 662 = Breith 2006, 71; LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 14. Juli 2005 - L 14 B 48/05 AS ER - ZFSH/SGB 2006, 94 = FEVS 57, 298; LSG Hamburg Beschluss vom 2. August 2005 - L 5 B 186/05 ER AS - NZS 2006, 383 = ZFSH/SGB 2006, 156 = FEVS 57, 62; Hessisches LSG Beschluss vom 20. September 2005 - L 9 AS 38/05 ER - FEVS 57, 456; LSG Niedersachsen-Bremen Beschluss vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER - SozSich 2006, 139;… ebenso Mecke in Eicher/Spellbrink, SGB II, 1. Aufl 2005 § 9 RdNr 26;… Brühl in LPK-SGB II, 1. Aufl 2005, § 9 RdNr 27; anders SG Berlin Beschluss vom 11. Mai 2005 - S 37 AS 1607/05 ER - ASR 2005, 62; Hänlein in Gagel SGB III/SGB II, Stand Mai 2005, § 9 SGB II RdNr 31; abweichend auch LSG Niedersachsen-Bremen Urteil vom 19. Juni 2008 - L 7 AS 323/07, Revision anhängig unter B 4 AS 5/09 R).
Denn als besonders Beauftragte (§ 71 Abs. 3 SGG ) mit einer den eigenen Beschäftigten vergleichbaren Sachnähe besorgen sie keine fremden Rechtsangelegenheiten iS des § 1 Abs. 1 Satz 1, § 6 RBerG (näher BSG, Urteil vom 7. November 2006 - B 7b AS 14/06 R; aA Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER).
Denn als besonders Beauftragte (§ 71 Abs. 3 SGG) mit einer den eigenen Beschäftigten vergleichbaren Sachnähe besorgen sie keine fremden Rechtsangelegenheiten iS des § 1 Abs. 1 Satz 1, § 6 RBerG (näher BSG, Urteil vom 7. November 2006 - B 7b AS 14/06 R; aA Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER).
Soweit in dieser Regelung die Bevollmächtigung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Berlin-Brandenburg zur Vertretung in Rechtsmittelverfahren betreffend Leistungen, für die die Bundesagentur für Arbeit Träger ist, vorgesehen ist, hat die Beklagte wegen der vom LSG Niedersachsen-Bremen im Beschluss vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER - (veröffentlicht in der Datenbank www.sozialgerichtsbarkeit.de) im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit dem Rechtsberatungsgesetz geäußerten Bedenken auf eine Beauftragung der Regionaldirektion verzichtet (siehe Schreiben der Beklagten vom 04. Mai 2006).
Bis zum Inkrafttreten der Neuregelung konnte das Einkommen des Stiefvaters nicht für die Berechnung des Leistungsanspruchs der Stiefkinder herangezogen werden (vgl. LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 29. November 2005, L 8 AS 37/05 ER; anderer Auffassung die Literatur vgl. etwa Adolph in Linhart/Adolph, Sozialgesetzbuch II Sozialgesetzbuch XII Asylbewerberleistungsgesetz, Rn 15 zu § 9 SGB II;… Mecke in Eicher/Spellbrink, SGB II, § 9 Rn 50 differenzierend Brühl in LPK SGB II 1. Aufl. § 9 Rn 47).
Soweit in dieser Regelung die Bevollmächtigung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion B zur Vertretung in Rechtsmittelverfahren betreffend Leistungen, für die die Bundesagentur für Arbeit Träger ist, vorgesehen ist, hat die Beklagte wegen der vom LSG Niedersachsen-Bremen im Beschluss vom 29. November 2005 - L 8 AS 37/05 ER - (veröffentlicht in der Datenbank: www.sozialgerichtsbarkeit.de) im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit dem Rechtsberatungsgesetz geäußerten Bedenken auf eine Beauftragung der Regionaldirektion verzichtet (siehe auch die vom Geschäftsführer der Beklagten den Mitgliedern der Widerspruchsstelle der Arbeitsgemeinschaft erteilten Generalprozessvollmachten vom 05. Mai 2006).
Hiergegen spricht nach Auffassung des Gerichts nicht, dass die Kläger mit dem Stiefvater in Bedarfsgemeinschaft leben und nicht, wie vom Wortlaut des § 9 Abs. 5 SGB II angenommen, in Haushaltsgemeinschaft (so Beschluss des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 29.01.2005, L 8 AS 37/05 ER).