Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20125,%20239
Timestamp: 2020-03-29 16:23:25
Document Index: 164360167

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 186', '§ 203', 'BGH', '§ 8', 'BGH', '§ 186', 'BGH', '§ 119', '§ 182', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 76', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 76', '§ 186', '§ 286', '§ 186', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 93', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.03.1994 - II ZR 52/93 - dejure.org
BGH, 07.03.1994 - II ZR 52/93
https://dejure.org/1994,623
BGH, 07.03.1994 - II ZR 52/93 (https://dejure.org/1994,623)
BGH, Entscheidung vom 07.03.1994 - II ZR 52/93 (https://dejure.org/1994,623)
BGH, Entscheidung vom 07. März 1994 - II ZR 52/93 (https://dejure.org/1994,623)
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Aktiengesellschaft - Börsenhandel - Zulassung an ausländischen Börsen - Ausschluß des Bezugsrechts - Kapitalerhöhung - Aktiennennbetrag
Zulässigkeit des Bezugsrechtsausschlusses zur Erweiterung der Präsenz an bestimmten ausländischen Börsen ("Deutsche Bank")
Zum Ausschluß des Bezugsrechts für Aktionäre
AktG (1965) § 186 Abs. 1, 3, § 203 Abs. 1
Interesse der Aktiengesellschaft an der Zulassung der Aktie zum Handel an einer ausländischen Börse; Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre
Aktienrecht, Aktionär, Ausschluss, Bezugsrecht, genehmigtes Kapital, Gesellschaftsrecht, Kapitalerhöhung
BGHZ 125, 239
NJW 1994, 1410
ZIP 1994, 529
MDR 1994, 564
DNotZ 1994, 631
WM 1994, 635
BB 1994, 955
DB 1994, 825
Sie hat unter Berücksichtigung des Gesellschaftszwecks auf die gesellschaftsbezogenen Belange der Mehrheit der Gesellschafter angemessen Rücksicht zu nehmen, wobei diese Rücksichtnahme unter dem Vorbehalt der Verhältnismäßigkeit und Erforderlichkeit steht (vgl. Zöllner, S. 350f.; Wiedemann, GesellschaftsR I, § 8 II 3b (S. 435); zu diesen Merkmalen beim Bezugsrechtsausschluß vgl. BGHZ 125, 239 = NJW 1994, 1410 = LM H. 9/1994 § 186 AktG 1965 Nr. 6 = ZIP 1994, 529 (530) m.w.Nachw. aus dem Schrifttum).
Entgegen der Ansicht der Revision bedarf der Hauptversammlungsbeschluß keiner sachlichen Rechtfertigung, wie sie vom Senat für den Ausschluß des Bezugsrechtes gefordert worden ist (vgl. BGHZ 71, 40; 83, 319; 125, 239;… ablehnend auch Hüffer aaO, § 119 Rdn. 24; Hellwig, ZGR 1999, 781, 800; Zetzsche, NZG 2000, 1065, 1067; a.A. u.a. Lutter, FS Zöllner 1998, Bd. I S. 363/381).
Schließt die Hauptversammlung - wie im vorliegenden Falle - in dem Beschluß, mit dem sie ein genehmigtes Kapital schafft, das Recht der Aktionäre auf den Bezug von Aktien aus, sind nach der bisherigen Senatsrechtsprechung, gegen die nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 19. November 1996 keine Bedenken bestehen, an den Bezugsrechtsausschluß die gleichen materiellen Anforderungen zu stellen wie bei der Kapitalerhöhung gegen Einlagen im Sinne der §§ 182 ff. AktG (BGHZ 125, 239, 241; BGH, Beschl. v. 30 Januar 1995 - II ZR 132/93, ZIP 1995, 372, 373).
Die Prüfung dieser sachlichen Wirksamkeitsvoraussetzung schließt eine Abwägung der Gesellschafts- und Aktionärsinteressen und der Verhältnismäßigkeit von Mittel und Zweck ein (BGHZ 71, 40, 44 ff.; BGHZ 83, 319, 321; BGHZ 125, 239, 241; vgl. auch BGHZ 120, 141, 145 f. (Genußrecht)).
Wie ein Unternehmen am besten zum Erfolg geführt werden soll, soll nicht ein Gericht auf Antrag überstimmter Aktionäre entscheiden, sondern nach dem aktienrechtlichen Mehrheitsprinzip die von der Aktionärsmehrheit ins Amt gebrachte Unternehmensleitung (§ 76 Abs. 1 AktG) unter Kontrolle des - ebenfalls von der Mehrheit dominierten - Aufsichtsrats (§ 111 Abs. 1 AktG) nach eigenem unternehmerischen Ermessen, das die sachgemäße Planung und Durchführung von Maßnahmen unter angemessener Berücksichtigung der Gegebenheiten und Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt ermöglichen muss (BGHZ 125, 239, 246).
Die Prüfung dieser sachlichen Wirksamkeitsvoraussetzung schließt eine Abwägung der Gesellschafts- und Aktionärsinteressen und der Verhältnismäßigkeit von Mittel und Zweck ein (BGHZ 71, 40, 44 ff.; vgl. auch BGH, Urt. v. 7. März 1994 - II ZR 52/93, ZIP 1994, 529, 530 ff. - zur Veröffentlichung in BGHZ 125, 239 [BGH 07.03.1994 - II ZR 52/93] vorgesehen).
Soweit daraus zu entnehmen wäre, daß eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen an keinerlei Voraussetzungen gebunden ist, die den Schutz der Aktionäre vor einer Entwertung ihrer Beteiligung gewährleisten sollen (vgl. zu diesem Schutz im einzelnen BGHZ 71, 40, 44 ff.; BGH, Urt. v. 7. März 1994 - II ZR 52/93, ZIP 1994, 529, 530 ff.; BGHZ 120, 141, 146 ff. (Genußrechte)), sondern lediglich einer Mißbrauchskontrolle unterliegt (vgl. im einzelnen Kindler, ZHR 1994, 339, 361 f.), stünde die Handhabung des Aktionärsschutzes nach deutschem Recht in einem nicht zu vereinbarenden Widerspruch zu dem Inhalt der Kapitalrichtlinie.
Die Erweiterung ihrer Präsenz an den internationalen Kapitalmärkten liegt grundsätzlich im sachlichen Interesse einer größeren Aktiengesellschaft (BGHZ 125, 239, 242).
Ihm steht grundsätzlich ein weites Ermessen bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu (BGHZ 125, 239, 246;… Hüffer, a.a.O., § 76 Rn. 12; Riegger/Mutter, DB 1997, 1603, 1604; Dreher, ZHR 1991, 349, 355).
OLG München, 01.06.2006 - 23 U 5917/05
Ein Bezugsrechtsausschluss ist auch bei Wandelschuldverschreibungen zulässig
§ 186 Abs. 3 Satz4 AktG enthält demnach eine typisierte gesetzliche Interessenabwägung zwischen den Belangen der Gesellschaft und ihrer Altaktionäre (vgl. Lutter , in: Kölner Komm. z. AktG, 2.Aufl., Nachtrag zu § 286 Rz.4; Wiedemann , in: Großkomm. z. AktG, 4.Aufl., § 186 Rz.149f.): Bei Einhaltung der genannten Formalvoraussetzungen, die der Interessenwahrung der Altaktionäre dienen sollen, können deren Bezugsrechte ohne Weiteres - insbesondere ohne die für einen Bezugsrechtsausschluss grundsätzlich erforderliche Interessenabwägung im Einzelfall (vgl. BGHZ 71, 41, 43ff.; BGHZ 83, 319, 320ff. = ZIP 1982, 689ff. ; BGHZ 120, 141, 145ff. = ZIP 1992, 1728, 1729ff. (m. Bespr. Martens, S.1677), dazu EWiR 1993, 323 (Martens) ; BGHZ 125, 239, 241ff. = ZIP 1994, 529ff. (m. Bespr. Martens, S.669), dazu EWiR 1994, 425 (H. Wiedemann) ) - ausgeschlossen werden.
24 Soweit das Verhalten des Beklagten unter die gesetzliche Norm des § 93 AktG zu subsumieren ist, muss letztlich auch noch gesehen werden, dass es das Recht des Vorstandes ist, Entscheidungen nach eigenem Ermessen zu treffen (vgl. hierzu auch das instruktive Urteil des BGH vom 07.03.1994 zu Aktenzeichen II ZR 52/93, zitiert nach JURIS).
Dieser berechtigte Zweck rechtfertigt den Bezugsrechtsauschluss (vgl. BGHZ 136, 133, 139 f. = NJW 1997, 2815, 2816; BGH NJW 1994, 1410, 1411; BGHZ 144, 290, 294 f. = NJW 2000, 2356 f.).
LG Frankfurt/Main, 10.02.1997 - 1 O 119/96
OLG Celle, 29.06.2001 - 9 U 89/01
Grundkapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft: Unzulässigkeit eines …