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Timestamp: 2018-10-22 13:45:05
Document Index: 352175711

Matched Legal Cases: ['§9', '§9', '§9', '§ 1', '§ 13', '§ 19', 'Art. 6', '§ 1']

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Begründung (§9 Abs. 8 BauGB) zur Bebauungsplanänderung „Frabertsham - Nord“
A) Ziele und Zwecke der Änderung des Bebauungsplanes
1. Änderungsgründe und Änderungsverfahren
Im Bereich der Fl.-Nr. 666/2 soll aufgrund des Wohnraumbedarfes des Eigentümers ein Anbau ermöglicht werden, so dass eine 2. Wohneinheit entsteht.
Durch das Vorhaben wird die bisherige Baugrenze überschritten und es entsteht ein zum bestehenden Gebäude versetzter neuer Baukörper. Aufgrund der Grundstücksgröße ist eine Nachverdichtung hier städtebaulich vertretbar und die Schaffung einer zusätzlichen Wohneinheit im bebauten Bereich steht im Einklang mit dem Ziel eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden. Der Bebauungsplan soll daher entsprechend geändert werden.
Im Rahmen der Änderung soll auch das teilweise in das Baugrundstück ragende Sichtdreieck (Einmündung der Kellerstraße in die Schnaitseer Straße - St 2360) entsprechend der Vorgaben der RaSt 06 neu festgesetzt werden.
Die Änderung ermöglicht eine Nachverdichtung bzw. eine Maßnahme der Innenentwicklung. Für den geplanten Anbau besteht keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Nahbereich befinden sich ferner weder ein FFH- Gebiet noch ein SPA-Gebiet. Es gibt daher keinerlei Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe b BauGB genannten Schutzgüter auf Grund der Änderung. Somit sind alle Voraussetzungen eingehalten, sodass die Änderung im beschleunigten Verfahren gemäß § 13 a durchgeführt werden kann.
2. Lage, Größe und Beschaffenheit des Baugebietes
Der Änderungsbereich umfasst die Fl.-Nr. 666/2 sowie Teilflächen der Fl.-Nrn. 666 und 782 der Gemarkung Albertaich im Ausmaß von ca. 2430 m2, wovon rund 1226 m² auf das Nettobauland entfallen. Das Baugrundstück ist derzeit mit einem zweigeschossigen Wohnhaus bebaut, bei dem aufgrund der Hanglage im östlichsten Teil ein weiteres Geschoss in Erscheinung tritt. Dieses nur im Osten sichtbare Unterge schoss ist für Garagen genutzt. Im Norden, Osten und Süden des Baugrundstückes sind private Grünflächen mit zu erhaltendem Gehölzbestand festgesetzt. Auf den Bauparzellen westlich und nördlich befinden sich ebenfalls Wohngebäude. Südwestlich sind weitere private Grünflächen vorhanden.
3. Entwicklung aus dem Flächennutzungsplan
Der vorliegende Änderungsbereich ist im rechtskräftigen Flächennutzungsplan als Allgemeines Wohngebiet dargestellt.
4. Geplante bauliche Nutzung
Im Westen soll an das zweigeschossige Wohnhaus ein versetzter Anbau errichtet werden, so dass künftig im Erd- und Obergeschoss jeweils eine Wohneinheit entsteht. Die Baugrenzen werden daher im Westen entsprechend erweitert und im Südwesten an den bereits vorhandenen Baubestand angepasst. Da der bisherige Bebauungsplan den bereits vorhandenen Baubestand im Zusammenhang mit der Hanglage nicht ausreichend berücksichtigt hat, sind auch hinsichtlich Wandhöhe und Höhenlage des Erdgeschossfußbodens neue Festsetzungen erforderlich. Aufgrund des nach Osten abfallenden Geländes treten im östlichen Teil die im Untergeschoss vorhandenen Garagen in Erscheinung, so dass der Erdgeschossfußboden hier ca. 2,70 m über dem Gelände liegt, während im westlichen Teil das Gelände weitgehend eben an das zweigeschossige Wohngebäude angrenzt. Die seitliche Wandhöhe wird daher nun bezogen auf den fertigen Erdgeschossfußboden mit 6 m und die zulässige Höhenlage des Erdgeschossfußbodens in weitgehender Abstimmung auf das bestehende Gebäude mit maximal 612,20 m über Normalnull festgesetzt.
Die bisher festgelegte Grünfläche wird in Übereinstimmung mit der bestehenden (und auch im bisherigen Plan festgesetzten) Zufahrt im Süden etwas verkleinert. Die im Norden und Osten festgesetzte Grünfläche wird weiterhin beibehalten und der vorhandene Gehölzbestand ist wie bisher zu erhalten. Durch die maßvolle Verringerung der Grünfläche ergibt sich eine etwas größere Nettobaulandfläche, so dass auch nach Realisierung des Anbaus die bisher zulässige GRZ von 0,25 hinsichtlich der Hauptnutzung eingehalten wird. Aufgrund der langen Zufahrt, der Stellplätze und der vorhandenen Nebenanlagen wird eine Überschreitung der GRZ für Anlagen im Sinne von § 19 Abs. 4 Satz 1 BauNVO um bis zu 100 % zugelassen. Dies wird im Zusammenhang mit der relativ niedrigen GRZ und der zusätzlich vorhandenen privaten Grünfläche städtebaulich als vertretbar angesehen. Ferner sind gemäß bestehendem Bebauungsplan Stellplätze grundsätzlich aus wasserdurchlässigem Material vorzusehen, so dass der Versiegelungsgrad beschränkt wird. Zur Gliederung des Baukörpers darf der geplante Anbau auch versetzt zum bestehenden Gebäude angeordnet werden. In diesem Zusammenhang ist auch ein außermittiger First zulässig. Im Rahmen der Änderung wird auch das Sichtdreieck entsprechend der RASt 06 mit einer Größe von 70 m x 5 m neu festgesetzt. Die Abstandsflächen gemäß Art. 6 Abs. 5 Satz 1 BayBO sind einzuhalten. Im Übrigen gelten die bisherigen Festsetzungen des Bebauungsplanes „Frabertsham - Nord“.
Die Verkehrserschließung erfolgt unverändert über die bestehende Zufahrt von der Kellerstraße.
Im bestehenden Bebauungsplan sind bereits im Zusammenhang mit der Verkehrslärmbelastung durch die vorbeiführenden St 2360 Festsetzungen getroffen. Da der geplante Anbau im Westen an der schallabgewandten Seite des bestehenden Gebäudes vorgesehen ist, kann auf weitergehende Maßnahmen verzichtet werden.
7. Erschließung
Die Wasserversorgung ist sichergestellt durch den bestehenden Anschluss an die Ortswasserleitung.
Die Abwasserbeseitigung erfolgt durch die bestehende Kanalisation.
Die Stromversorgung ist sichergestellt durch den Anschluss an das bestehende Versorgungsnetz.
Die Müllentsorgung erfolgt durch den Landkreis.
8. Größe des Geltungsbereiches
Der Änderungsbereich umfasst ca. 2430 m², wovon ca. 1226 m² auf Nettobauland, 837 m² auf private Grünfläche und 367 m² auf öffentliche Verkehrsfläche (Sichtdreieck) entfallen.
B) Wesentliche Auswirkungen der Änderung des Bebauungsplanes
1. Der Änderungsbereich bleibt wie bisher als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Eine Beeinträchtigung des benachbarten Baubestandes durch die geplante Wohnraumerweiterung ist nicht zu erwarten.
2. Durch den geplanten Anbau erfolgt eine bessere Ausnützung der Grundfläche, so dass ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden gewährleistet ist.
3. Durch die maßvolle Erweiterung der Baugrenzen ist weder eine Beeinträchtigung des Ortsbildes noch Nachteile hinsichtlich der Belichtung und Belüftung der Nachbargebäude zu befürchten. Das geplante Vorhaben fügt sich in die Umgebungsbebauung ein.
C) Umweltschützende Belange
Durch die Änderung des Bebauungsplanes wird eine Nachverdichtung im Innenbe- reich ermöglicht. Biotope oder wertvolle Landschaftsbestandteile werden durch die Änderung des Bebauungsplanes nicht berührt. Eingriffe im Sinne des § 1a Abs. 3 Satz 5 gelten als vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig. Es be- steht daher kein Ausgleichsbedarf.