Source: https://www.tierimrecht.org/de/recht/hunderecht/bern/
Timestamp: 2020-03-29 00:32:01
Document Index: 355749301

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 11', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 32', 'Art. 13', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 12']

Hundegesetz des Kantons Bern vom 27. März 2012 (916.31)
Kantonale Verordnung über den Tierschutz und die Hunde (THV) vom 21. Januar 2009 (916.812)
Das neue kantonale Hundegesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2013, bezweckt den sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit Hunden (Art. 1 Abs. 1 Hundegesetz/BE).
Hunde dürfen im öffentlichen Raum nicht unbeaufsichtigt laufen gelassen werden und sind jederzeit wirksam unter Kontrolle zu halten (Art. 5 Abs. 1 und 2 Hundegesetz/BE). Eine Ausnahme gilt für Herdenschutzhunde (Art. 5 Abs. 3 Hundegesetz/BE).
Hundehaltende müssen über eine Privathaftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von drei Millionen Franken verfügen (Art. 11 Abs. 1 Hundegesetz/BE).
Wer einen Hund ausführt, hat dessen Kot zu beseitigen (Art. 10 Hundegesetz/BE).
Pro Person dürfen nicht mehr als drei Hunde, die älter als vier Monate sind, gleichzeitig ausgeführt werden (Art. 9 Abs. 1 Hundegesetz/BE). Von diesem Verbot ausgenommen sind anerkannte Ausbildnerinnen und Ausbildner von Hundehaltenden, Spezialistinnen und Spezialisten zur Abklärung von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden, Absolventinnen und Absolventen einer fachspezifischen berufsunabhängigen Ausbildung betreffend die gewerbliche Zucht und Haltung von Hunden, Jägerinnen und Jäger, die auf Gehorsam geprüfte Hunde ausführen sowie Inhaber eines mit dem entsprechenden Gespann absolvierten Sachkundenachweises für Schlittenhundehaltende (Art. 32b THV).
Das Hundegesetz überlässt es den Gemeinden, ob und in welcher Höhe eine Hundetaxe erhoben wird (Art. 13 Hundegesetz/BE).
Eine generelle Leinenpflicht gilt auf Schulanlagen, öffentlichen Spiel- und Sportplätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und Haltestellen, beim Betreten von Weiden, auf denen sich Nutztiere aufhalten, sowie beim Fehlen anderer wirksamer Kontrollmöglichkeiten oder auf Anordnung im Einzelfall (Art. 7 Abs. 1 Hundegesetz/BE). Die Gemeinden können weitere Orte bezeichnen, an denen Hunde angeleint sein müssen.
Der Kanton Bern hat in seine Hundegesetzgebung keine Rasseliste oder Bestimmungen über "gefährliche Hunde" aufgenommen.
Einen Maulkorb tragen müssen bissige Hunde oder wenn es im Einzelfall angeordnet worden ist (Art. 7 Abs. 5 Hundegesetz/BE).
Art. 12 Abs. 1 des Hundegesetzes sieht vor, dass Massnahmen angeordnet werden können, wenn ein Hund einen Menschen oder Tiere verletzt hat (lit. a), übermässiges Aggressionsverhalten oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt (lit. b) oder die Halterin bzw. der Halter nicht genügende Gewähr für eine sichere und verantwortungsbewusste Hundehaltung bietet (lit. c).
Als mögliche Massnahmen werden in Absatz 2 aufgezählt: die Anordnung einer Verhaltensüberprüfung (lit. a); Verpflichtung des Halters zum Besuch von Ausbildungskursen (lit. b); Verpflichtung des Halters zum Besuch einer Verhaltenstherapie mit dem Hund (lit. c); Verbot einen Hund zum Schutzhundedienst auszubilden oder dafür einzusetzen (lit. d); Maulkorb- oder Leinenpflicht (lit. e); namentliche Bezeichnung derjenigen Personen, die den Hund ausführen dürfen (lit. f); Verpflichtung zu baulichen Vorkehrungen (lit. g); vorübergehende Umplatzierung (lit. h); Beschlagnahme (lit. i); befristetes oder unbefristetes Halteverbot (lit. k); Zuchtverbot oder Auflagen für die Zucht (lit. l); Sterilisation oder Kastration des Hundes (lit. m); Euthanasie (lit. n).
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