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Timestamp: 2018-08-15 09:40:05
Document Index: 9391579

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48']

Blockfristen Krankengeld - www.forum-sozialhilfe.de
Blockfristen Krankengeld
karlmunk
Registriert: 25.09.2017, 11:38
Ungelesener Beitragvon karlmunk » 25.09.2017, 12:06
ich habe eine Frage zu den Blockfristen beim Krankengeld. Meine Krankenkasse will wegen Höchstanspruchsdauer die Zahlung von Krankengeld am 16.12.2017 einstellen. Ich war wegen der selben Krankheit bereits vom 18.02.2014 bis 25.01.2015 krank und habe in der Zeit Krankengeld bezogen. Jetzt bin ich wieder seit 25.05.2017 krank und beziehe Krankengeld das laut Krankenkasse am 16.12.2017 enden soll.
Ich bin jedoch der Meinung das mein neuer Krankengeldbezug wieder volle 78 Wochen betragen müsste. Die drei Jahres Frist meiner ersten Krankschreibung sollte doch am 18.02.2017 beendet sein und mir ab 19.02.2017 wieder volle 78 Wochen zu stehen?
Re: Blockfristen Krankengeld
Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 28.09.2017, 09:36
Hallo "karlmunk"...
§ 48 Abs. 1 SGB V
78 Wochenzeitraum (= 546 Tage) gemäß § 48 Abs. 1 S. 1 SGB V
Der Anspruch auf Krankengeld ist auf die Dauer von 78 Wochen (= 546 Tage) gemäß § 48 Abs. 1 S. 1 2. Halbsatz und S. 2 SGB V begrenzt, sofern es sich um “dieselbe Krankheit” handelt.
“Dieselbe Krankheit” im Sinne von § 48 Abs. 1 S. 1 SGB V
“Dieselbe Krankheit” liegt vor, sofern es sich um ein einheitliches Krankheitsgeschehen handelt. Es muss dann dieselbe Krankheitsursache oder zumindest ein innerer Zusammenhang mit der ursprünglichen Krankheit bestehen.
Nicht ausreichend ist das mehrfache Auftreten der gleichen oder gleichartigen Krankheit mit zwischenzeitlicher vollständiger Genesung. Anderseits kann sich das Grundleiden in unterschiedlichen Erscheinungsformen z. B bei Wirbelsäulenerkrankungen äußern (vgl. dazu z. B. Urteil des BSG vom 7. Dezember 2004, B 1 KR 10/03 selbst bei Wirbelsäulenleiden in verschiedenen Abschnitten).
Hinzutreten einer weiteren Krankheit gemäß § 48 Abs. 1 S. 2 SGB V
Die Leistungsdauer wird durch eine weitere Krankheit nicht verlängert, § 48 Abs. 1 S. 2 SGB V. Aber: Von dem Zeitpunkt an, von dem die hinzugetretene Krankheit alleine Arbeitsunfähigkeit verursacht, ist eine entsprechende Anrechnung vorzunehmen.
Dreijahreszeitraum gemäß § 48 Abs. 1 S. 1 SGB V
Die erstmalige Arbeitsunfähigkeit löst den Dreijahreszeitraum aus.
Bei Dir ist dieser Dreijahreszeitraum noch nicht verstrichen. Daher auch keinen Anspruch auf erneute 78 Wochen.
Ungelesener Beitragvon karlmunk » 28.09.2017, 16:19
Danke für Deine Antwort. Hat die Dreijahresfrist nicht am 18.02.2014 begonnen? Dann wäre diese doch am 17.02.2017 beendet? Ab wann würde mir denn eine neue Dreijahresfrist zustehen?
Ungelesener Beitragvon Uwe Kruppa » 28.09.2017, 17:41
Ein erneuter Anspruch auf Krankengeld nach 78-wöchigem Bezug kommt nur in Betracht, wenn der Versicherte eine Versicherung mit Krankengeld hatte (§ 48 Abs. 2 1. Halbsatz SGB V) und zwischen der erneuten Arbeitsunfähigkeit und dem Ende der vorherigen Arbeitsunfähigkeit ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten liegt (§ 48 Abs. 2 Nr. 1 SGB V) und darüber hinaus eine sechsmonatige Erwerbstätigkeit vorlag bzw. der Versicherte der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand (§ 48 Abs. 2 Nr. 2 SGB V).
Wenn die o. g. Voraussetzungen vorliegen, hast Du tatsächlich einen erneuten Anspruch auf die vollen 78 Wochen.
Ungelesener Beitragvon karlmunk » 28.09.2017, 22:06
vielen Dank für Deine Antwort und Hilfe. Ich sollte jedenfalls Widerspruch einlegen. Das mit der 6 monatigen Frist ist mir nicht ganz klar. In der Zeit zwischen den Arbeitsunfähigkeiten war ich eine zeitlang Arbeitslos und habe Arbeitslosengeld bezogen oder in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden.
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.09.2017, 05:43
Hallo karlmunk,
ich verstehe es so, daß die 3-Jahresfrist am 18.02.2017 endete und danach die von Uwe Kruppa genannten 6 Monate beginnen, in denen Du entweder erwerbstätig gewesen oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden haben mußt, so daß die 3-Jahresfrist danach erneut beginnen kann.
Lt. Deinem Erstbeitrag bist Du jedoch seit 25.05.2017 erneut krankgeschrieben, und das ist vor Ablauf der 6 Monate.
Ungelesener Beitragvon karlmunk » 29.09.2017, 12:22
Danke für Deine Nachricht. So könnte es auch sein. Ich versteh das alles nicht. Das wäre dann eine 3,5 Jahresfrist?
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.09.2017, 14:44
kann man vielleicht im weiteren Sinne so nennen. Eigentlich aber auch nicht, da man eben nach Ablauf der 3 Jahre wieder mindestens 6 Monate gearbeitet haben bzw. dem Arbeitsmarkt zur Vermittlung zur Verfügung gestanden haben muß.
In Deinem Fall trifft das aber nicht zu, da Du eben innerhalb dieser 6 Monate erneut erkrankt bist und deshalb eioe neue 3-Jahres-Frist wohl nicht greift.