Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/die-stumme-bundesversammlung-377728
Timestamp: 2019-12-14 18:05:44
Document Index: 17354854

Matched Legal Cases: ['Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 2', '§ 9', 'Art. 93', '§ 63', 'Art. 93', 'Art.19', 'Art. 93', '§ 64', 'Art. 93', 'Art. 54', '§ 7', '§ 9', 'Art. 54', '§ 8', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 11', '§ 67', 'Art. 93', '§ 64', 'Art. 38', '§ 64', '§ 64', 'Art. 38', '§ 5', 'Art. 54', '§ 4', '§ 64', 'Art. 54', 'Art. 41', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5', 'Art. 38', 'Art. 41', 'Art. 38', 'Art. 41', '§ 2', '§ 48', '§ 5', 'Art. 101', 'Art. 31', '§ 37', '§ 1', '§ 5', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 64', 'Art. 38', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 38', 'Art. 54', 'Art. 59', 'Art. 60', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 82', 'Art. 63', 'Art. 68', 'Art. 81', 'Art. 42', 'Art. 40', 'Art. 39', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 46', '§ 7', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 7', 'Art. 54', '§ 5', 'Art. 54', '§ 8', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 5', '§ 5', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 9', '§ 8', 'Art. 54', '§ 8', '§ 29', '§ 8', 'Art. 54', '§ 8', 'Art. 54', 'Art. 93', 'Art. 54', '§ 63', '§ 28', '§ 7', 'Art. 93', 'Art. 41', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 30', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 25', 'Art. 54', 'Art. 54', 'Art. 54', '§ 63', '§ 31', 'Art. 76', '§ 31', '§ 97', 'Art. 76', 'Art. 76', 'Art. 76', 'Art. 40']

Die stum­me Bun­des­ver­samm­lung | Rechtslupe
Der Bun­des­prä­si­dent wird ohne Aus­spra­che von der Bun­des­ver­samm­lung gewählt. So kurz und klar for­mu­liert dies Art. 54 Abs. 1 S. 1 GG.
Aber die­se kla­re Aus­sa­ge hin­der­te eine klei­ne, extre­mis­ti­sche Par­tei, die über die Land­ta­ge von Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Sach­sen Mit­glie­der in die Bun­des­ver­samm­lung hat­te ent­sen­den kön­nen, nicht dar­an, die vor­letz­ten Bun­des­prä­si­den­ten­wah­len – die Wie­der­wahl von Horst Köh­ler durch die 13. Bun­des­ver­samm­lung am 23.05.2009 und die Wahl von Chris­ti­an Wulff durch die 14. Bun­des­ver­samm­lung am 30.06.2010 – vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt anzu­fech­ten, weil ihren Kan­di­da­ten kei­ne Pro­pa­gan­da­platt­form in Form einer aus­führ­li­chen Kan­di­da­ten­vor­stel­lung gebo­ten wur­de.
Und das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt? Das mach­te nun das, was auch gedul­di­ge Leh­rer mit begriffs­stut­zi­gen Schul­kin­dern machen: Es erklärt es noch­mals aus­führ­lich – hier in Form eines kla­ge­ab­wei­sen­den Urteils:
Die Bun­des­ver­samm­lung hat nach Art. 54 Abs. 1 GG aus­schließ­lich die Auf­ga­be, den Bun­des­prä­si­den­ten zu wäh­len; sie soll in ihren Abläu­fen die beson­de­re Wür­de des Amtes unter­strei­chen.
Den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung sind durch Art. 54 GG außer dem Recht zur Teil­nah­me an der Wahl nur begrenz­te Rech­te zuge­wie­sen. Ihre Rechts­stel­lung ent­spricht nicht der der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges.
Die gesetz­li­che Grund­la­gen
Die 13. Bun­des­ver­samm­lung (Wie­der­wahl von Horst Köh­ler)
Die 14. Bun­des­ver­samm­lung (Wahl von Chris­ti­an Wulff)
Die Par­tei­fä­hig­keit der Bun­des­ver­samm­lung
Die Par­tei­fä­hig­keit eines Mit­glieds der Bun­des­ver­samm­lung
Die Par­tei­fä­hig­keit des Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­tags als Ver­samm­lungs­lei­ter
Zuläs­sig­keit eines Organ­streit­ver­fah­rens
Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten – die Rüge der feh­ler­haf­ten Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung
Rechts­schutz­be­dürf­nis trotz Been­di­gung der Bun­des­ver­samm­lung
Kei­ne Ver­let­zung eines Rede- oder Antrags­rechts
Aus­schluss von Mit­glie­der wegen feh­ler­haf­ter Wahl durch die Land­ta­ge
Ver­let­zung des Rede­rechts durch Geschäfts­ordnungs­beschlüsse
Kein Rede­recht zur Antrags­be­grün­dung
Kein Benen­nungs­recht für "Wahl­be­ob­ach­ter"
Die gesetz­li­che Grund­la­gen[↑]
Die Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten ist in Art. 54 GG gere­gelt:
Der Bun­des­prä­si­dent wird ohne Aus­spra­che von der Bun­des­ver­samm­lung gewählt. Wähl­bar ist jeder Deut­sche, der das Wahl­recht zum Bun­des­ta­ge besitzt und das vier­zigs­te Lebens­jahr voll­endet hat.
Das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten dau­ert fünf Jah­re. Anschlie­ßen­de Wie­der­wahl ist nur ein­mal zuläs­sig.
Die Bun­des­ver­samm­lung besteht aus den Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges und einer glei­chen Anzahl von Mit­glie­dern, die von den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der nach den Grund­sät­zen der Ver­hält­nis­wahl gewählt wer­den.
Die Bun­des­ver­samm­lung tritt spä­tes­tens drei­ßig Tage vor Ablauf der Amts­zeit des Bun­des­prä­si­den­ten, bei vor­zei­ti­ger Been­di­gung spä­tes­tens drei­ßig Tage nach die­sem Zeit­punkt zusam­men. Sie wird von dem Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges ein­be­ru­fen.
Nach Ablauf der Wahl­pe­ri­ode beginnt die Frist des Absat­zes 4 Satz 1 mit dem ers­ten Zusam­men­tritt des Bun­des­ta­ges.
Gewählt ist, wer die Stim­men der Mehr­heit der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung erhält. Wird die­se Mehr­heit in zwei Wahl­gän­gen von kei­nem Bewer­ber erreicht, so ist gewählt, wer in einem wei­te­ren Wahl­gang die meis­ten Stim­men auf sich ver­ei­nigt.
Das Nähe­re regelt ein Bun­des­ge­setz.
In Aus­füh­rung des Art. 54 Abs. 7 GG ist im Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­ge­setz (BPräs­WahlG), dem "Gesetz über die Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten durch die Bun­des­ver­samm­lung" vom 25.04.1959 1 unter ande­rem bestimmt:
Gesetz über die Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten durch die Bun­des­ver­samm­lung
Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges bestimmt Ort und Zeit des Zusam­men­trit­tes der Bun­des­ver­samm­lung.
Die Bun­des­re­gie­rung stellt recht­zei­tig fest, wie­viel Mit­glie­der die ein­zel­nen Land­ta­ge zur Bun­des­ver­samm­lung zu wäh­len haben. Dabei sind die gesetz­li­che Mit­glie­der­zahl des Bun­des­ta­ges im Zeit­punkt der Beschluss­fas­sung der Bun­des­re­gie­rung und das Ver­hält­nis der letz­ten amt­li­chen Bevöl­ke­rungs­zah­len der Län­der zugrun­de zu legen. Bei Ermitt­lung der Bevöl­ke­rungs­zah­len blei­ben Aus­län­der (§ 2 Abs. 1 des Auf­ent­halts­ge­set­zes) unbe­rück­sich­tigt. Die Bun­des­re­gie­rung macht die Zahl der von den ein­zel­nen Land­ta­gen zu wäh­len­den Mit­glie­der im Bun­des­ge­setz­blatt bekannt.
Die Land­ta­ge haben die Wahl unver­züg­lich vor­zu­neh­men. Besteht am Tage der Bekannt­ma­chung nach Absatz 1 Satz 3 kein Land­tag oder hat ein Land­tag vor Ablauf sei­ner Wahl­pe­ri­ode die Wahl nicht mehr vor­ge­nom­men, so wählt der neue Land­tag die Mit­glie­der. Kann der neue Land­tag die Wahl nicht mehr recht­zei­tig vor­neh­men, so tritt an sei­ne Stel­le der Aus­schuß, der ver­fas­sungs­ge­mäß die Rech­te des Land­ta­ges gegen­über der Regie­rung bis zum Zusam­men­tritt des neu­en Land­ta­ges wahr­nimmt, oder ein vom Land­ta­ge für die Wahl der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung gebil­de­ter Aus­schuß. Kommt eine recht­zei­ti­ge Wahl nicht zustan­de, so blei­ben die auf das Land ent­fal­len­den Sit­ze unbe­setzt.
Der Land­tag wählt die auf das Land ent­fal­len­den Mit­glie­der nach Vor­schlags­lis­ten. Bei der Wahl sind die Bestim­mun­gen der Geschäfts­ord­nung des Land­ta­ges ent­spre­chend anzu­wen­den.
Jeder Abge­ord­ne­te hat eine Stim­me.
Die Sit­ze wer­den, wenn meh­re­re Vor­schlags­lis­ten vor­lie­gen, den Lis­ten nach der Zahl der ihnen zuge­fal­le­nen Stim­men im Höchst­zahl­ver­fah­ren d’Hondt zuge­teilt. Über die Zutei­lung des letz­ten Sit­zes ent­schei­det bei glei­chen Höchst­zah­len das vom Prä­si­den­ten des Land­ta­ges zu zie­hen­de Los. Die Sit­ze wer­den den Bewer­bern in der Rei­hen­fol­ge ihrer Namen auf den Vor­schlags­lis­ten zuge­wie­sen. Ent­fal­len auf eine Lis­te mehr Sit­ze, als Bewer­ber benannt sind, so gehen die Sit­ze in der Rei­hen­fol­ge der nächs­ten Höchst­zah­len auf die ande­ren Lis­ten über.
Der Prä­si­dent des Land­ta­ges for­dert die Gewähl­ten auf, bin­nen zwei Tagen schrift­lich zu erklä­ren, ob sie die Wahl anneh­men. Die Gewähl­ten erwer­ben die Mit­glied­schaft in der Bun­des­ver­samm­lung mit dem Ein­gang der schrift­li­chen Annah­me­er­klä­rung bei dem Prä­si­den­ten des Land­ta­ges. Gibt der Gewähl­te bis zum Ablauf der gesetz­ten Frist kei­ne Erklä­rung ab, so gilt die Wahl als zu die­sem Zeit­punkt ange­nom­men.
Nimmt ein Gewähl­ter die Wahl nicht an oder schei­det ein Mit­glied aus, so tritt der nächs­te nicht gewähl­te Bewer­ber der glei­chen Vor­schlags­lis­te ein. Ist die Vor­schlags­lis­te erschöpft, so geht der Sitz auf die Lis­te über, auf die die nächs­te Höchst­zahl ent­fällt. Die Fest­stel­lung, wer als Lis­ten­nach­fol­ger ein­tritt, trifft der Prä­si­dent des Land­ta­ges. Absatz 4 gilt ent­spre­chend.
Der Prä­si­dent des Land­ta­ges über­mit­telt das Ergeb­nis der Wahl dem Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges.
Jedes Mit­glied des Land­ta­ges und jeder in eine Vor­schlags­lis­te auf­ge­nom­me­ne Bewer­ber kann bin­nen zwei Tagen nach Ver­kün­dung des Wahl­er­geb­nis­ses beim Prä­si­den­ten des Land­ta­ges Ein­spruch gegen die Gül­tig­keit der Wahl erhe­ben. Über den Ein­spruch ent­schei­det der Land­tag unver­züg­lich, spä­tes­tens jedoch eine Woche vor dem Zusam­men­tritt der Bun­des­ver­samm­lung. Ergeht bis dahin kei­ne Ent­schei­dung, so ent­schei­det die Bun­des­ver­samm­lung. Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges berei­tet die Ent­schei­dung der Bun­des­ver­samm­lung vor.
Arti­kel 46, 47, 48 Abs. 2 des Grund­ge­set­zes fin­den auf die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung ent­spre­chen­de Anwen­dung. Für Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten ist der Bun­des­tag zustän­dig; die vom Bun­des­tag oder sei­nem zustän­di­gen Aus­schuss erlas­se­nen Rege­lun­gen in Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten gel­ten ent­spre­chend. Die Mit­glie­der sind an Auf­trä­ge und Wei­sun­gen nicht gebun­den.
Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges lei­tet die Sit­zun­gen und Geschäf­te der Bun­des­ver­samm­lung. Auf ihren Geschäfts­gang fin­det die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges sinn­ge­mä­ße Anwen­dung, sofern sich nicht die Bun­des­ver­samm­lung eine eige­ne Geschäfts­ord­nung gibt.
Wahl­vor­schlä­ge für die Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten kann jedes Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung beim Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges schrift­lich ein­rei­chen. Für den zwei­ten und drit­ten Wahl­gang kön­nen neue Wahl­vor­schlä­ge ein­ge­bracht wer­den. Die Wahl­vor­schlä­ge dür­fen nur die zur Bezeich­nung des Vor­ge­schla­ge­nen erfor­der­li­chen Anga­ben ent­hal­ten; die schrift­li­che Zustim­mungs­er­klä­rung des Vor­ge­schla­ge­nen ist bei­zu­fü­gen.
Der Sit­zungs­vor­stand prüft, ob die Wahl­vor­schlä­ge den gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ent­spre­chen. Über die Zurück­wei­sung eines Wahl­vor­schla­ges ent­schei­det die Bun­des­ver­samm­lung.
Gewählt wird mit ver­deck­ten amt­li­chen Stimm­zet­teln, Stimm­zet­tel, die auf ande­re als in den zuge­las­se­nen Wahl­vor­schlä­gen benann­te Per­so­nen lau­ten, sind ungül­tig.
Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges teilt dem Gewähl­ten die Wahl mit und for­dert ihn auf, ihm bin­nen zwei Tagen zu erklä­ren, ob er die Wahl annimmt. Gibt der Gewähl­te inner­halb die­ser Frist kei­ne Erklä­rung ab, so gilt die Wahl als abge­lehnt.
Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges erklärt die Bun­des­ver­samm­lung für been­det, nach­dem der Gewähl­te die Wahl ange­nom­men hat.
Die 13. Bun­des­ver­samm­lung (Wie­der­wahl von Horst Köh­ler)[↑]
Die 13. Bun­des­ver­samm­lung trat am 23.05.2009 zusam­men. Sie hat­te ins­ge­samt 1.224 Mit­glie­der, und zwar die 612 Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges und 612 Mit­glie­der, die von den Län­der­par­la­men­ten gewählt wor­den waren. In den Volks­ver­tre­tun­gen von 10 Län­dern stand für die Wahl der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung jeweils nur eine ein­zi­ge, von allen Frak­tio­nen gemein­sam auf­ge­stell­te Lis­te zur Wahl. In die­ser Lis­te waren, für jede Frak­ti­on sepa­rat, auch Ersatz­kan­di­da­ten aus­ge­wie­sen.
Am Tag vor der Bun­des­ver­samm­lung reich­te der Antrag­stel­ler gemein­sam mit den Bei­getre­te­nen und einem wei­te­ren Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung schrift­lich die Anträ­ge ein, eine eige­ne Geschäfts­ord­nung zu beschlie­ßen und einen Tages­ord­nungs­punkt "Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten" auf­zu­neh­men. Zeit­lich danach wur­de für die Mehr­heit der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung ein Antrag für eine Geschäfts­ord­nung ein­ge­reicht, nach dem die Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges sinn­ge­mäß mit der Maß­ga­be Anwen­dung fin­den soll­te, dass Geschäfts­ord­nungs­an­trä­ge und ande­re Anträ­ge nur schrift­lich gestellt wer­den kön­nen sowie eine münd­li­che Begrün­dung und eine Aus­spra­che nicht statt­fin­det.
In der Bun­des­ver­samm­lung stell­te der Bun­des­tags­prä­si­dent – als Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung – zunächst die Beschluss­fä­hig­keit fest und erklär­te sodann, dass es man­gels einer Geschäfts­ord­nung an der Grund­la­ge für Wort­mel­dun­gen oder Aus­spra­chen feh­le. Im Anschluss dar­an stell­te er den von der Mehr­heit getra­ge­nen Antrag zur Abstim­mung, der von der Bun­des­ver­samm­lung ange­nom­men wur­de. Den Antrag, eine Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten bis zu 30 Minu­ten zu ermög­li­chen, ließ der Bun­des­tags­prä­si­dent nicht zu.
Die 14. Bun­des­ver­samm­lung (Wahl von Chris­ti­an Wulff)[↑]
Die 14. Bun­des­ver­samm­lung, die am 30.06.2010 zusam­men­trat, bestand aus ins­ge­samt 1.244 Mit­glie­dern, und zwar den 622 Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges und 622 Mit­glie­dern, die von den Län­der­par­la­men­ten gewählt wor­den waren. In den Volks­ver­tre­tun­gen von 10 Län­dern stand wie­der­um eine ein­heit­li­che Lis­te mit nach Frak­tio­nen getrenn­ten Ersatz­kan­di­da­ten zur Abstim­mung.
Der Antrag­stel­ler und die Bei­getre­te­nen reich­ten schrift­lich drei Anträ­ge ein mit der Ankün­di­gung, eine Begrün­dung erfol­ge münd­lich. Für die Mehr­heit der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung wur­de schrift­lich ein gemein­sa­mer Antrag für eine Geschäfts­ord­nung ein­ge­reicht, die der von der 13. Bun­des­ver­samm­lung beschlos­se­nen ent­sprach.
Den ers­ten Antrag des Antrag­stel­lers, mit dem die­ser die Rechts­gül­tig­keit der Wahl der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung in 10 Län­dern bean­stan­de­te, ließ der Bun­des­tags­prä­si­dent nicht zu, eben­so wenig eine münd­li­che Begrün­dung des Antrags. Im Anschluss dar­an stell­te der Bun­des­tags­prä­si­dent den von der Mehr­heit getra­ge­nen Antrag zur Abstim­mung, den die Bun­des­ver­samm­lung annahm. Den zwei­ten Antrag des Antrag­stel­lers, nach dem in der Geschäfts­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung vor­ge­se­hen wer­den soll­te, dass jeder Kan­di­dat Gele­gen­heit erhal­ten soll­te, sich bis zu 30 Minu­ten vor­zu­stel­len, ließ der Bun­des­tags­prä­si­dent eben­falls nicht zu. Den drit­ten Antrag des Antrag­stel­lers, die Benen­nung von "Wahl­be­ob­ach­tern" zu gestat­ten, stell­te der Bun­des­tags­prä­si­dent zur Abstim­mung, ohne zuvor Gele­gen­heit zur münd­li­chen Begrün­dung zu geben. Die Bun­des­ver­samm­lung lehn­te den Antrag ab.
Die Par­tei­fä­hig­keit der Bun­des­ver­samm­lung[↑]
Die Bun­des­ver­samm­lung ist im Organ­streit par­tei­fä­hig; dabei bleibt auf die Par­tei­fä­hig­keit der jewei­li­gen Bun­des­ver­samm­lung ohne Ein­fluss, dass der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges die 13. und die 14. Bun­des­ver­samm­lung gemäß § 9 Abs. 5 BPräs­WahlG für been­det erklärt hat.
Die Bun­des­ver­samm­lung ist obers­tes Bun­des­or­gan im Sin­ne des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG 2. Dass die Bun­des­ver­samm­lung in der Auf­zäh­lung des § 63 BVerfGG nicht ent­hal­ten ist, ist uner­heb­lich, weil die Vor­schrift die ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­ga­be des Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG nicht abschlie­ßend umsetzt 3.
Die Been­di­gung der 13. und der 14. Bun­des­ver­samm­lung lässt die Par­tei­fä­hig­keit nicht ent­fal­len. Rich­te­te sich die Par­tei­fä­hig­keit im Organ­streit­ver­fah­ren aus­schließ­lich nach dem Sta­tus zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung 4, wäre auf­grund der Beson­der­hei­ten der Arbeits­wei­se der Bun­des­ver­samm­lung Rechts­schutz gegen Maß­nah­men in der Bun­des­ver­samm­lung prak­tisch nicht zu erlan­gen. Zwar kann sich der Antrag­stel­ler inso­weit nicht auf Art.19 Abs. 4 GG beru­fen, weil sich die­ser nicht zum Rechts­schutz im staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Bereich ver­hält 5. Es kön­nen sich jedoch im Hin­blick auf eine Bun­des­ver­samm­lung ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­gen stel­len, für deren Klä­rung im Organ­streit­ver­fah­ren eine Not­wen­dig­keit besteht. So sind Ver­let­zun­gen organ­schaft­li­cher Rech­te, wie etwa Ein­grif­fe in das Wahl­recht der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung durch eine Mani­pu­la­ti­on des Wahl­er­geb­nis­ses denk­bar, bei denen es der Kon­zep­ti­on ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Rechts­schut­zes in Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG wider­sprä­che, die­sen in Bezug auf die Bun­des­ver­samm­lung aus­zu­schlie­ßen. Mit Blick dar­auf ist es gebo­ten; vom Fort­be­stand der Bun­des­ver­samm­lung für das Organ­streit­ver­fah­ren aus­zu­ge­hen 6. Dass hier­durch zeit­lich unbe­grenzt Rechts­un­si­cher­heit bestün­de, ist im Hin­blick auf die Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG nicht zu besor­gen.
Die Par­tei­fä­hig­keit eines Mit­glieds der Bun­des­ver­samm­lung[↑]
Der Antrag­stel­ler ist als Mit­glied bei­der Bun­des­ver­samm­lun­gen eben­falls gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG par­tei­fä­hig. Er ist durch Art. 54 Abs. 3 und 6 GG jeden­falls mit dem Recht aus­ge­stat­tet, an der Bun­des­ver­samm­lung teil­zu­neh­men und an der von die­ser durch­zu­füh­ren­den Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten mit­zu­wir­ken. Wei­te­re Rech­te wer­den den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung sowohl durch das Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­ge­setz, das die Geschäfts­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung in wei­ten Tei­len regelt (z. B. in § 7 Satz 1, § 9 Abs. 1 Satz 1 BPräs­WahlG), als auch durch die von den Bun­des­ver­samm­lun­gen beschlos­se­nen Geschäfts­ord­nun­gen ein­ge­räumt.
Die Par­tei­fä­hig­keit des Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­tags als Ver­samm­lungs­lei­ter[↑]
Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges ist sowohl durch das Grund­ge­setz (Art. 54 Abs. 4 Satz 2 GG) als auch im Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­ge­setz mit eige­nen Rech­ten aus­ge­stat­tet. Er lei­tet die Bun­des­ver­samm­lung (§ 8 Satz 1 BPräs­WahlG), nimmt die Wahl­vor­schlä­ge ent­ge­gen (§ 9 Abs. 1 Satz 1 BPräs­WahlG), teilt dem in der Bun­des­ver­samm­lung Gewähl­ten die Wahl mit und for­dert ihn auf, ihm zu erklä­ren, ob er die Wahl annimmt (§ 9 Abs. 4 Satz 1 BPräs­WahlG). Er erklärt die Bun­des­ver­samm­lung für been­det, nach­dem der Gewähl­te die Wahl ange­nom­men hat (§ 9 Abs. 5 BPräs­WahlG), und ver­an­lasst die Eides­leis­tung des Bun­des­prä­si­den­ten (§ 11 BPräs­WahlG). Wei­te­re Rech­te und Pflich­ten erge­ben sich aus den von der jewei­li­gen Bun­des­ver­samm­lung beschlos­se­nen Geschäfts­ord­nun­gen, die weit­ge­hend mit der Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges über­ein­stim­men 7.
Zuläs­sig­keit eines Organ­streit­ver­fah­rens[↑]
Gemäß § 67 Satz 1 BVerfGG stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Ver­fah­ren nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG ledig­lich fest, ob die bean­stan­de­te Maß­nah­me oder Unter­las­sung gegen eine Bestim­mung des Grund­ge­set­zes ver­stößt. Eine Ent­schei­dung im Organ­streit­ver­fah­ren kann daher kei­ne rechts­ge­stal­ten­de Wir­kung haben 8, so dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Organ­streit­ver­fah­ren nicht eine bestimm­te Maß­nah­me auf­he­ben, für nich­tig erklä­ren 9 oder den Antrags­geg­ner zu einem bestimm­ten Ver­hal­ten ver­pflich­ten kann 10.
Nach die­sen Grund­sät­zen sind Anträ­ge auf Ungül­tig­erklä­rung der Wahl nicht statt­haft:
Soweit mit dem Antrag die Wahl von Chris­ti­an Wulff zum Bun­des­prä­si­den­ten durch die 14. Bun­des­ver­samm­lung für ungül­tig erklärt und eine Wie­der­ho­lungs­wahl ange­ord­net wer­den soll, ist er damit unmit­tel­bar auf eine unzu­läs­si­ge Rechts­ge­stal­tung und den Aus­spruch einer Ver­pflich­tung gerich­tet. Der Antrag kann auch nicht so aus­ge­legt wer­den, dass der Antrag­stel­ler damit ein zuläs­si­ges Rechts­schutz­ziel ver­folgt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist zwar nicht an den Wort­laut des Antrags gebun­den; viel­mehr kann sich sein Inhalt im Sin­ne des § 64 Abs. 2 BVerfGG auch aus der Antrags­be­grün­dung erge­ben 11. Eine Aus­le­gung bestä­tigt hier jedoch, dass der Antrag­stel­ler mit sei­nem Antrag gera­de auf einen rechts­ge­stal­ten­den Aus­spruch abzielt, weil er mit einem wei­te­ren Antrag, den er auf den­sel­ben Sach­ver­halt stützt, aus­drück­lich die Fest­stel­lung einer Ver­let­zung sei­ner Rech­te aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG begehrt.
Auch ein Antrag auf Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit der Wahl ist auf eine Fest­stel­lung mit gestal­ten­der Wir­kung und damit nicht auf ein zuläs­si­ges Rechts­schutz­ziel gerich­tet. Im Organ­streit­ver­fah­ren kann aber nur fest­ge­stellt wer­den, dass der Antrag­stel­ler in sei­nen organ­schaft­li­chen Rech­ten ver­letzt ist. Für eine dem Rech­nung tra­gen­de Aus­le­gung der Anträ­ge ist auch hier kein Raum, weil der Antrag­stel­ler mit sei­nen wei­te­ren Anträ­gen wie­der­um aus­drück­lich eine Ver­let­zung der­ar­ti­ger Rech­te gel­tend macht. Eine auf eine rein objek­ti­ve Rechts­prü­fung gerich­te­te Aus­le­gung der Anträ­ge ver­bie­tet sich, weil eine sol­che Prü­fung im Organ­streit­ver­fah­ren nach § 64 BVerfGG nicht statt­fin­det 12.
Schließ­lich ist die Fest­stel­lung, dass eine Wie­der­ho­lungs­wahl durch­zu­füh­ren gewe­sen wäre, die der Antrag­stel­ler zusätz­lich begehrt, im Organ­streit­ver­fah­ren nicht statt­haft. Die­ser Antrag, der einem Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­an­trag ent­spricht, ist auf die Fest­stel­lung von Rechts­fol­gen gerich­tet, die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach den dar­ge­leg­ten Grund­sät­zen nicht aus­spre­chen kann.
Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten – die Rüge der feh­ler­haf­ten Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung[↑]
Der Antrag­stel­ler muss als Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung gemäß § 64 Abs. 1 BVerfGG gel­tend machen, durch eine Maß­nah­me des Antrags­geg­ners – hier der Bun­des­ver­samm­lung oder des Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­tags als Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung – in sei­nen ihm durch das Grund­ge­setz über­tra­ge­nen Rech­ten ver­letzt zu sein. Hier­an fehlt es, soweit die feh­ler­haf­te Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung gerügt wird.
Das durch das Ver­hal­ten des Antrags­geg­ners betrof­fe­ne Recht muss sich unmit­tel­bar aus dem Grund­ge­setz erge­ben und in einem Ver­fas­sungs­rechts­ver­hält­nis grün­den 13. Der Antrag­stel­ler muss gel­tend machen, in einem eige­nen, ihm von Ver­fas­sungs wegen zuste­hen­den Recht ver­letzt oder unmit­tel­bar gefähr­det zu sein 14. Schlüs­sig ist die Behaup­tung, wenn die Rechts­ver­let­zung nach dem vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt mög­lich erscheint 15.
Soweit der Antrag­stel­ler die feh­ler­haf­te Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung rügt, begrün­det er sei­ne Antrags­be­fug­nis mit einer Ver­fäl­schung des Erfolgs­werts sei­ner Stim­me und einer Ver­let­zung in sei­nem organ­schaft­li­chen Wahl- und Abstim­mungs­recht, das ihm in ent­spre­chen­der Anwen­dung von Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG zuste­he. Damit hat er jedoch nicht dar­ge­tan, dass ihm von Ver­fas­sungs wegen ein organ­schaft­li­ches Recht zuste­hen könn­te, die Wahl der von ande­ren Län­dern in die Bun­des­ver­samm­lung ent­sand­ten Dele­gier­ten zu rügen und mit die­ser Begrün­dung die ord­nungs­ge­mä­ße Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung auf den Prüf­stand zu stel­len. Dabei kann es dahin­ste­hen, ob dies bereits des­halb gilt, weil er nicht dar­ge­legt hat, dass "Nach­rü­cker" an der Bun­des­ver­samm­lung teil­ge­nom­men haben und sich daher die von ihm bean­stan­de­te Rege­lung des Nach­rück­ver­fah­rens im Ergeb­nis aus­ge­wirkt hat.
Rechts­schutz in Bezug auf Feh­ler bei der Wahl der Dele­gier­ten in den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der wird allein gemäß § 5 BPräs­WahlG gewährt, des­sen Vor­aus­set­zun­gen hier nicht erfüllt sind. Wei­ter­ge­hen­de organ­schaft­li­che Rech­te, auf die sich der Antrag­stel­ler beru­fen könn­te, bestehen nicht. Sein Antrag zielt der Sache nach dar­auf ab, die Beach­tung des Art. 54 Abs. 3 GG und des § 4 Abs. 3 Satz 3 BPräs­WahlG in der von ihm vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung durch­zu­set­zen und damit (ledig­lich) das objek­ti­ve Recht zu wah­ren. Dies ist im Organ­streit­ver­fah­ren nach § 64 BVerfGG nicht zuläs­sig.
Die Bun­des­ver­samm­lung besteht gemäß Art. 54 Abs. 3 GG aus den Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges und einer glei­chen Anzahl von Mit­glie­dern, die von den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der gewählt wer­den.
Die Wahl­prü­fung hin­sicht­lich der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges ist in Art. 41 GG und dem Wahl­prü­fungs­ge­setz abschlie­ßend gere­gelt. Ein­spruchs­be­rech­tigt sind nach § 2 Abs. 2 Wahl­PrG jeder Wahl­be­rech­tig­te, jede Grup­pe von Wahl­be­rech­tig­ten und in amt­li­cher Eigen­schaft jeder Lan­des­wahl­lei­ter, der Bun­des­wahl­lei­ter und der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges. Eine geson­der­te Prü­fung, die die Stel­lung von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten gera­de in ihrer Eigen­schaft als Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung beträ­fe, sieht das Grund­ge­setz dane­ben nicht vor.
Die Über­prü­fung der Wahl der von den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der gewähl­ten Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung regelt § 5 BPräs­WahlG. Nach des­sen Satz 1 ist jedes Mit­glied des jewei­li­gen Land­ta­ges und jeder in eine Vor­schlags­lis­te auf­ge­nom­me­ne Bewer­ber zu einem Ein­spruch berech­tigt. Damit ist sicher­ge­stellt, dass zuguns­ten der­je­ni­gen, die durch die Wahl in dem jewei­li­gen Län­der­par­la­ment unmit­tel­bar betrof­fen sein kön­nen, Rechts­schutz besteht. Zu die­sem Per­so­nen­kreis zählt der Antrag­stel­ler nicht, der sich nicht gegen die Wahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, son­dern gegen den Wahl­mo­dus in ande­ren Län­dern wen­det. Die Bun­des­ver­samm­lung wäre zu einer Ent­schei­dung über einen Ein­spruch über­dies nur befugt, falls der Land­tag über die­sen nicht mehr recht­zei­tig ent­schei­den konn­te (§ 5 Satz 3 BPräs­WahlG). Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht erfüllt, denn kei­ner der nach § 5 Satz 1 BPräs­WahlG Berech­tig­ten hat einen Ein­spruch gegen eine Wahl in den Län­der­par­la­men­ten ein­ge­legt.
Im Sys­tem die­ser Prü­fun­gen sind organ­schaft­li­che Rech­te der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung nicht ange­legt.
Soweit sich der Antrag­stel­ler zur Begrün­dung einer Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten auf eine ana­lo­ge Anwen­dung von Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG beruft, legt er schon nicht dar, dass die­se Bestim­mung in ihrem unmit­tel­ba­ren Anwen­dungs­be­reich ein Recht des ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten umfasst, die Recht­mä­ßig­keit der Zusam­men­set­zung des Deut­schen Bun­des­ta­ges fest­stel­len zu las­sen. Die Wahl­prü­fung nach Art. 41 GG dient der Gewähr­leis­tung des – gemes­sen am Wahl­recht – ord­nungs­ge­mä­ßen per­so­nel­len Aus­drucks des Volks­wil­lens am Beginn der Legi­ti­ma­ti­ons­ket­te vom Bun­des­tag zu den wei­te­ren Staats­or­ga­nen 16. Sie ist nicht ein den Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges kraft ihres durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG gewähr­leis­te­ten Sta­tus zuste­hen­des organ­schaft­li­ches Recht. Im Wahl­prü­fungs­ver­fah­ren gemäß Art. 41 GG ist der ein­zel­ne Abge­ord­ne­te nicht ein­spruchs­be­rech­tigt (vgl. § 2 Abs. 2 Wahl­PrG) und vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur inso­weit antrags­be­fugt, als sei­ne eige­ne Mit­glied­schaft bestrit­ten ist (§ 48 Abs. 1 BVerfGG). Für die vom Antrag­stel­ler gefor­der­te Ana­lo­gie zuguns­ten der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung fehlt des­halb die Grund­la­ge.
Eine Ver­let­zung organ­schaft­li­cher Rech­te des Antrag­stel­lers kommt fer­ner bereits des­halb nicht in Betracht, weil der Bun­des­ver­samm­lung weder die Pflicht noch auch nur die Befug­nis zukommt, in ande­ren als den in § 5 Satz 3 BPräs­WahlG vor­ge­se­he­nen Fäl­len über die Gül­tig­keit der Wahl ihrer Mit­glie­der zu befin­den. Der Antrag­stel­ler geht davon aus, dass Ver­fas­sungs­or­ga­nen ein der­ar­ti­ges Selbst­prü­fungs­recht selbst­ver­ständ­lich zuste­he. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Bun­des­rat hat etwa kei­ne Befug­nis, die for­mel­le Ord­nungs­ge­mäß­heit der Ent­sen­dung der Ver­tre­ter der Län­der zu über­prü­fen. Auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Befug­nis zur Über­prü­fung sei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Beset­zung nicht aus sei­ner Eigen­schaft als Ver­fas­sungs­or­gan abge­lei­tet, son­dern sich hier­zu aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ver­pflich­tet gese­hen 17. Den Par­la­men­ten ist eine Wahl­prü­fung nicht aus­nahms­los vor­be­hal­ten. So bestehen in den Län­dern Bre­men und Hes­sen – der Rechts­la­ge unter der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung ent­spre­chend (vgl. Art. 31 WRV) – geson­der­te Wahl­prü­fungs­ge­rich­te (vgl. § 37 Abs. 1 Satz 2 Brem­WahlG sowie § 1 Hess Wahl­PrG).
Lässt sich danach kein all­ge­mei­nes Selbst­prü­fungs­recht von Ver­fas­sungs­or­ga­nen fest­stel­len, bedürf­te es deut­li­cher Hin­wei­se auf eine Befug­nis der Bun­des­ver­samm­lung zur Über­prü­fung der ord­nungs­ge­mä­ßen Ent­sen­dung ihrer Mit­glie­der. Der­ar­ti­ge Hin­wei­se gibt es nicht. Viel­mehr spricht die Beschrän­kung der Wahl­prü­fung für die aus den Län­dern ent­sand­ten Mit­glie­der auf die "Not­fall­re­ge­lung" 18 des § 5 Satz 3 BPräs­WahlG gegen ein wei­ter gehen­des Selbst­prü­fungs­recht. Da eine Über­prü­fung der Mit­glied­schaft im Deut­schen Bun­des­tag, wie dar­ge­legt, ohne­hin aus­schei­det, lie­fe ein gene­rel­les Selbst­prü­fungs­recht in Bezug auf die von den Land­ta­gen Gewähl­ten dar­über hin­aus dem Grund­satz der Gleich­heit der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung zuwi­der.
Auch kann dem Antrag­stel­ler ein Recht auf Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten durch die Bun­des­ver­samm­lung in einer gerin­ge­ren Beset­zung als von Art. 54 Abs. 3 GG vor­ge­se­hen, nicht des­halb zuste­hen, weil, wie er gel­tend macht, andern­falls der Erfolgs­wert sei­ner Stim­me ver­fälscht wür­de. Selbst wenn der von ihm ange­nom­me­ne Wahl­feh­ler auf Lan­des­ebe­ne vor­lä­ge, ergä­be sich dar­aus kein Recht gera­de des Antrag­stel­lers auf eine Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten durch die Bun­des­ver­samm­lung in einer gerin­ge­ren Beset­zung als von Art. 54 Abs. 3 GG vor­ge­se­hen. Die dort fest­ge­leg­te Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung dient dazu, bei der Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten die Ein­heit des Staats­volks auch in sei­ner föde­ra­len Glie­de­rung zu reprä­sen­tie­ren 19. Die Län­der sind zu die­sem Zweck in der Bun­des­ver­samm­lung genau­so stark ver­tre­ten wie der Bund. Ein Aus­schluss sämt­li­cher von der Volks­ver­tre­tung eines Lan­des gewähl­ter Mit­glie­der wäre damit nicht zu ver­ein­ba­ren 20.
Soweit sich der Antrag­stel­ler in die­sem Zusam­men­hang auf die Befug­nis der Bun­des­ver­samm­lung beruft, ihre Beschluss­fä­hig­keit fest­zu­stel­len, ist die­se hier nicht betrof­fen, denn die Fra­ge der Beschluss­fä­hig­keit ist nach der Zahl der anwe­sen­den Mit­glie­der zu beant­wor­ten und umfasst nicht die Fra­ge, ob die­se Mit­glie­der rechts­feh­ler­frei gewählt sind und also zu Recht der Bun­des­ver­samm­lung ange­hö­ren.
Für die wei­te­ren Anträ­ge erscheint es nach dem vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt jeden­falls mög­lich, dass der jewei­li­ge Antrags­geg­ner durch die ange­grif­fe­nen Maß­nah­men dem Antrag­stel­ler als Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung zuste­hen­de ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Rech­te ver­letzt hat; sie sind mit­hin zuläs­sig.
Der Antrag­stel­ler hat die Rech­te, die er ver­letzt sieht, in einer § 64 Abs. 2 BVerfGG genü­gen­den Wei­se bezeich­net. Er hat zwar kei­ne unmit­tel­bar auf ihn anwend­ba­re Bestim­mung des Grund­ge­set­zes ange­führt. Er hat aber deut­lich gemacht, dass er eine Ver­let­zung der ihm auf­grund sei­ner Stel­lung als Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung zuste­hen­den Rech­te rügt. Ob und inwie­weit die­se aus einer ent­spre­chen­den Anwen­dung des für Abge­ord­ne­te des Bun­des­ta­ges gel­ten­den Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG, wie der Antrag­stel­ler vor­trägt, oder unmit­tel­bar aus Art. 54 GG abzu­lei­ten sind, ist für die Dar­le­gung der Antrags­be­fug­nis nicht ent­schei­dend.
Rechts­schutz­be­dürf­nis trotz Been­di­gung der Bun­des­ver­samm­lung[↑]
Der Antrag­stel­ler hat ein hin­rei­chen­des Recht­schutz­be­dürf­nis. Die­ses ist ins­be­son­de­re durch die Been­di­gung der jewei­li­gen Bun­des­ver­samm­lung und die nach­fol­gen­de neue Wahl eines Bun­des­prä­si­den­ten nicht ent­fal­len, da sich ver­gleich­ba­re Maß­nah­men – wie die nach­fol­gen­den Bun­des­ver­samm­lun­gen gezeigt haben – jeder­zeit, auch gera­de gegen­über dem Antrag­stel­ler, wie­der­ho­len kön­nen.
Kei­ne Ver­let­zung eines Rede- oder Antrags­rechts[↑]
Die Anträ­ge, mit denen der Antrag­stel­ler ein Rede- und Antrags­recht in der Bun­des­ver­samm­lung gel­tend macht, sind unbe­grün­det. Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges war von Ver­fas­sungs wegen nicht ver­pflich­tet, dem Antrag­stel­ler in den Bun­des­ver­samm­lun­gen das Wort zur Begrün­dung der von ihm unter­stütz­ten Anträ­ge zu ertei­len, den Tages­ord­nungs­punkt "Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten" in die Tages­ord­nung der 13. Bun­des­ver­samm­lung auf­zu­neh­men und den Ent­wurf für eine Geschäfts­ord­nung der 14. Bun­des­ver­samm­lung sowie den Antrag, Dele­gier­te wegen feh­ler­haf­ter Wahl in den jewei­li­gen Land­ta­gen von den Bera­tun­gen und Beschluss­fas­sun­gen der 14. Bun­des­ver­samm­lung aus­zu­schlie­ßen, zur Abstim­mung zu stel­len. Auch steht den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung kein gene­rel­les Rede­recht zu, das durch die von der jewei­li­gen Bun­des­ver­samm­lung beschlos­se­ne Geschäfts­ord­nung hät­te ver­letzt wer­den kön­nen.
Die Bun­des­ver­samm­lung hat nach Art. 54 Abs. 1 GG aus­schließ­lich die Auf­ga­be, den Bun­des­prä­si­den­ten zu wäh­len. Sie ist ein rei­nes Krea­ti­ons­or­gan. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Sta­tus der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung kann des­halb nicht los­ge­löst von der dem Bun­des­prä­si­den­ten nach dem Grund­ge­setz ein­ge­räum­ten Stel­lung beur­teilt wer­den. Die für Abge­ord­ne­te des Bun­des­ta­ges gel­ten­de Rege­lung des Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ist wegen der anders­ar­ti­gen Auf­ga­be der Bun­des­ver­samm­lung auf deren Mit­glie­der nicht über­trag­bar. Den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung ste­hen viel­mehr über das ihnen von Art. 54 GG unmit­tel­bar zuer­kann­te Wahl­recht hin­aus allen­falls begrenz­te Rech­te zu. Damit kor­re­spon­die­ren weit­ge­hen­de Befug­nis­se des Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges als Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung.
Der Ver­fas­sungs­ge­ber hat im Grund­ge­setz das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten auf­grund der Erfah­run­gen mit der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung kon­zi­piert. Der Bun­des­prä­si­dent soll danach eine inte­grie­ren­de, die Ein­heit des Staa­tes und des Vol­kes reprä­sen­tie­ren­de Auto­ri­tät sein. Das hat Aus­wir­kun­gen auf das Ver­ständ­nis der Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten durch die Bun­des­ver­samm­lung.
Nach der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung soll­te der Reichs­prä­si­dent als unmit­tel­bar vom Volk gewähl­tes Staats­ober­haupt ein Gegen­ge­wicht zum Par­la­ment dar­stel­len 21 und damit einer damals weit ver­brei­te­ten Skep­sis gegen­über dem par­la­men­ta­ri­schen Sys­tem Rech­nung getra­gen wer­den 22. Um "Mit­wir­ker …., viel­leicht aber auch … staat­lich-dyna­mi­scher Gegen­spie­ler" 23 wer­den zu kön­nen, muss­te das Staats­ober­haupt mit gewich­ti­gen Kom­pe­ten­zen aus­ge­stat­tet wer­den.
Aus der Sicht des Ver­fas­sungs­ge­bers der Jah­re 1948/​49 hat­te die­ses Prä­si­di­al­sys­tem mit sei­nen weit­rei­chen­den Macht­be­fug­nis­sen jedoch ent­schei­dend dazu bei­getra­gen, der Dik­ta­tur den Weg zu berei­ten 24. Bei der Schaf­fung des Grund­ge­set­zes bestand des­halb weit­ge­hend Einig­keit, dass der Bun­des­prä­si­dent nicht unmit­tel­bar vom Volk gewählt 25 und nicht mit einer dem Reichs­prä­si­den­ten ver­gleich­ba­ren Macht­fül­le aus­ge­stat­tet 26, auf die­ses Amt aber auch nicht ver­zich­tet wer­den soll­te. Mit dem Bun­des­prä­si­den­ten soll­te wei­ter­hin ein "Reprä­sen­tant der Volks­ein­heit" 27 an der Spit­ze des Staa­tes ste­hen.
Dem­ge­mäß soll­te der Bun­des­prä­si­dent gegen­über ande­ren Orga­nen mög­lichst unab­hän­gig, ins­be­son­de­re nicht ver­ant­wort­lich im par­la­men­ta­ri­schen Sin­ne sein 28 und eine aus­glei­chen­de Stel­lung haben 29. Der Bun­des­prä­si­dent lässt sich nach der Aus­ge­stal­tung sei­nes Amtes nicht einer der drei klas­si­schen Gewal­ten zuord­nen 30. Er ver­kör­pert die Ein­heit des Staa­tes. In die­sem Sin­ne ist er das Staats­ober­haupt 31. Ihm kom­men über die ihm von der Ver­fas­sung aus­drück­lich zuge­wie­se­nen Befug­nis­se hin­aus (vgl. ins­be­son­de­re Art. 59 Abs. 1 GG – völ­ker­recht­li­che Ver­tre­tungs­macht; Art. 60 Abs. 1 GG – Ernen­nung der Bun­des­be­am­ten und Sol­da­ten; Art. 63 Abs. 1, Art. 64 GG – Vor­schlag zur Wahl und Ernen­nung des Bun­des­kanz­lers, Ernen­nung und Ent­las­sung der Bun­des­mi­nis­ter; Art. 82 Abs. 1 Satz 1 GG – Aus­fer­ti­gung von Geset­zen) vor allem all­ge­mei­ne Reprä­sen­ta­ti­ons- und Inte­gra­ti­ons­auf­ga­ben zu. Im Kri­sen­fall ist er zu poli­ti­schen Leit­ent­schei­dun­gen beru­fen (vgl. Art. 63 Abs. 4, Art. 68 GG – Bun­des­tags­auf­lö­sung; Art. 81 GG – Erklä­rung des Gesetz­ge­bungs­not­stands, BVerfGE 114, 121, 151, 159). Auto­ri­tät und Wür­de sei­nes Amtes kom­men indes gera­de auch dar­in zum Aus­druck, dass es auf vor allem geis­tig-mora­li­sche Wir­kung ange­legt ist.
Vor die­sem Hin­ter­grund ent­spricht es den ver­fas­sungs­recht­li­chen Erwar­tun­gen an das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten und der gefes­tig­ten Ver­fas­sungs­tra­di­ti­on seit Bestehen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, dass der Bun­des­prä­si­dent eine gewis­se Distanz zu Zie­len und Akti­vi­tä­ten von poli­ti­schen Par­tei­en und gesell­schaft­li­chen Grup­pen wahrt 32.
Mit die­ser Stel­lung des Bun­des­prä­si­den­ten kor­re­spon­diert das Ver­fah­ren sei­ner Wahl 33.
Um einer­seits den Bun­des­prä­si­den­ten von den Orga­nen der Legis­la­ti­ve abzu­he­ben 34 und ande­rer­seits "die Wur­zeln sei­ner Wahl … so tief wie mög­lich in das Volk hin­ein­rei­chen zu las­sen" 35 und die Wahl auf eine mög­lichst brei­te Basis zu stel­len 36, wur­de mit der Bun­des­ver­samm­lung ein beson­de­res, gro­ßes und "mit Absicht nicht … homo­gen" zusam­men­ge­setz­tes 37 Wahl­gre­mi­um geschaf­fen.
Beson­de­re Bedeu­tung wur­de der Aus­ge­stal­tung des Wahl­ak­tes bei­gemes­sen 38. Die Bun­des­ver­samm­lung hat nicht nur zur Auf­ga­be, den Bun­des­prä­si­den­ten zu wäh­len, son­dern sie soll zugleich in ihren Abläu­fen die beson­de­re Wür­de des Amtes unter­strei­chen.
Vor die­sem Hin­ter­grund kann zur Bestim­mung der Rech­te der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung nicht auf die Rech­te der Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges zurück­ge­grif­fen wer­den. Sie "ist ein Ver­fas­sungs­or­gan ande­rer Art als Bun­des­tag und Bun­des­rat, mit einer im Wesent­li­chen ande­ren Auf­ga­be, als sie den gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaf­ten im all­ge­mei­nen gestellt ist" 39. Die ihr ange­hö­ren­den Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges han­deln nicht in die­ser Funk­ti­on, son­dern als "Wahl­män­ner" 40.
Der Bun­des­tag ist die Ver­tre­tung des Vol­kes, in der die Fra­gen der Staats­füh­rung, ins­be­son­de­re der Gesetz­ge­bung, in Rede und Gegen­re­de der ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten zu erör­tern sind. Der Aus­druck "ver­han­deln", der in Art. 42 GG ver­wen­det ist, um die Tätig­keit des Bun­des­ta­ges zu bezeich­nen, hat die­sen Sinn 41. Dabei ist das Rede­recht eng mit der Öffent­lich­keits­funk­ti­on des Par­la­ments 42 ver­bun­den. Öffent­li­ches Ver­han­deln von Argu­ment und Gegen­ar­gu­ment, öffent­li­che Debat­te und öffent­li­che Dis­kus­si­on sind wesent­li­che Ele­men­te der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie. Das im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren gewähr­leis­te­te Maß an Öffent­lich­keit der Aus­ein­an­der­set­zung und Ent­schei­dungs­su­che eröff­net Mög­lich­kei­ten eines Aus­gleichs wider­strei­ten­der Inter­es­sen 43 und ver­bin­det das rechts­tech­ni­sche Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren mit einer sub­stan­ti­el­len, auf die Kraft des Argu­ments gegrün­de­ten Wil­lens­bil­dung, die es den Abge­ord­ne­ten ermög­licht, die Ver­ant­wor­tung für ihre Ent­schei­dung zu über­neh­men 44. Die Rede­frei­heit des Abge­ord­ne­ten des Bun­des­ta­ges ist daher eine unver­zicht­ba­re Vor­aus­set­zung für die Wahr­neh­mung der par­la­men­ta­ri­schen Auf­ga­ben, die den Sta­tus als Abge­ord­ne­ter wesent­lich mit­be­stimmt 45.
Die Auf­stel­lung einer eige­nen Geschäfts­ord­nung ist für den Bun­des­tag Aus­druck sei­ner in Art. 40 Abs. 1 Satz 2 GG ver­bürg­ten Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie 46. Die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on des Bun­des­ta­ges ist zudem aus Grün­den der orga­ni­sa­to­ri­schen Effek­ti­vi­tät not­wen­dig, um der Kom­ple­xi­tät der zu bewäl­ti­gen­den Auf­ga­ben gerecht wer­den zu kön­nen 47. Die Geschäfts­ord­nung bestimmt die Bedin­gun­gen für die Wahr­neh­mung der Rech­te der Abge­ord­ne­ten, die ein­an­der zuge­ord­net und auf­ein­an­der abge­stimmt wer­den müs­sen, so dass dem Par­la­ment eine sach­ge­rech­te Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben – auch im Hin­blick auf Reprä­sen­ta­ti­ons­fä­hig­keit und Funk­ti­ons­tüch­tig­keit – ermög­licht wird 48.
Auf die Bun­des­ver­samm­lung lässt sich all dies nicht über­tra­gen. Der Gang ihrer Geschäf­te ist weit­ge­hend vor­be­stimmt und inso­weit der Rege­lung durch die Bun­des­ver­samm­lung ent­zo­gen. Damit fügt es sich, dass das Grund­ge­setz kei­ne Rege­lung zu einer Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie der Bun­des­ver­samm­lung ent­hält. Die Bun­des­ver­samm­lung hat auch kein Selbst­ver­samm­lungs­recht wie der Bun­des­tag (Art. 39 Abs. 3 Satz 1 GG), son­dern wird vom Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges ein­be­ru­fen (Art. 54 Abs. 4 Satz 2 GG), dem durch das Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­ge­setz wei­te­re Orga­ni­sa­ti­ons­auf­ga­ben zuge­wie­sen sind.
Die Öffent­lich­keit hat für die Bun­des­ver­samm­lung eine ande­re Funk­ti­on als für den Bun­des­tag. Bei der Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten kommt es allein auf die Sicht­bar­keit des Wahl­ak­tes in sei­nen rea­len und sym­bo­li­schen Dimen­sio­nen an; eine öffent­li­che Debat­te ist gera­de nicht vor­ge­se­hen (Art. 54 Abs. 1 Satz 1 GG).
Aus der Stel­lung der Bun­des­ver­samm­lung als Ver­fas­sungs­or­gan las­sen sich, anders als der Antrag­stel­ler meint, kei­ne wei­ter­ge­hen­den Rech­te ihrer Mit­glie­der her­lei­ten. Glei­ches gilt mit Blick auf die Behaup­tung des Antrag­stel­lers, aus Ver­fas­sungs­ge­wohn­heits­recht ergä­ben sich Rede- und Antrags­rech­te der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung. Es lässt sich nicht ein­mal eine Staats­pra­xis fest­stel­len, die für eine Aus­le­gung des Art. 54 GG im Sin­ne des Antrag­stel­lers her­an­ge­zo­gen wer­den könn­te.
Das den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung durch Art. 54 Abs. 1 Satz 1 GG (allein) zuer­kann­te Recht, den Bun­des­prä­si­den­ten zu wäh­len, umfasst die Befug­nis, durch Stimm­ab­ga­be am Wahl­akt teil­zu­neh­men, und den Anspruch dar­auf, dass ihre Stim­me gemäß Art. 54 Abs. 6 GG gewer­tet wird. Ein Recht auf Aus­spra­che ist damit nicht ver­bun­den. Im Übri­gen kom­men über das eigent­li­che Wahl­recht hin­aus­ge­hen­de Mit­wir­kungs­rech­te allen­falls in gerin­gem Umfang in Betracht, soweit sie zur Wahr­neh­mung des Wahl­rechts erfor­der­lich sind.
Das Recht, an der Wahl teil­zu­neh­men, setzt vor­aus, dass die Mit­glie­der am Erschei­nen in der Bun­des­ver­samm­lung nicht durch Straf­ver­fol­gungs­maß­nah­men oder auf ande­re Wei­se gehin­dert sind. So hat der Bun­des­ge­richts­hof die vor­läu­fi­ge Ent­las­sung zwei­er sich in Unter­su­chungs­haft befin­den­der Mit­glie­der der 2. Bun­des­ver­samm­lung ange­ord­net, um die­sen die Teil­nah­me an der Wahl zu ermög­li­chen 49. Auch die den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung zuste­hen­de Immu­ni­tät und Indem­ni­tät dient die­sem Schutz des Rechts auf eine unge­hin­der­te Teil­nah­me an der Wahl. Die ent­spre­chen­de Anwen­dung der Art. 46, 47 und 48 Abs. 2 GG (§ 7 Satz 1 BPräs­WahlG) ist zur Durch­set­zung des Teil­nah­me­rechts aus Art. 54 GG daher schon von Ver­fas­sungs wegen gebo­ten 50.
Dem Wahl­recht der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung ist es zudem imma­nent, dass die­se einen Anspruch auf ein Wahl­ver­fah­ren haben, das die­sen Namen ver­dient, mit­hin inhalt­lich-qua­li­ta­tiv eine ech­te Wahl ermög­licht 51. Ins­be­son­de­re haben sie einen ver­fas­sungs­mä­ßig ver­bürg­ten Anspruch auf die Frei­heit und die Gleich­heit der Wahl. Art. 54 Abs. 3 GG geht davon aus, dass die vom Bun­des­tag und die von den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der ent­sand­ten Mit­glie­der in der Bun­des­ver­samm­lung die glei­che Stel­lung haben. Durch die Zusam­men­set­zung der Bun­des­ver­samm­lung sol­len Bund und Län­der in glei­cher Wei­se an der Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten mit­wir­ken. Den Län­der­ver­tre­tern in der Bun­des­ver­samm­lung muss daher die­sel­be Stel­lung ein­ge­räumt sein wie den Mit­glie­dern aus dem Bun­des­tag. Dem ent­spricht nament­lich § 7 Satz 3 BPräs­WahlG, wonach die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung an Auf­trä­ge und Wei­sun­gen nicht gebun­den sind.
Nach Art. 54 Abs. 1 GG fin­det die Wahl aller­dings "ohne Aus­spra­che" statt. Zu einer Per­so­nal- oder Sach­de­bat­te über oder mit den Kan­di­da­ten sind die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung danach nicht berech­tigt.
Das Aus­spra­che­ver­bot dient dem Schutz der Wür­de des Wahl­akts, der dem par­tei­po­li­ti­schen Streit ent­ho­ben sein soll. Es rich­tet sich des­halb nicht nur an die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung, son­dern auch an die Kan­di­da­ten – unab­hän­gig davon, ob sie der Bun­des­ver­samm­lung ange­hö­ren; es schließt daher auch eine Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten durch die­se selbst aus 52. Andern­falls bestün­de die Gefahr, dass die Bun­des­ver­samm­lung ent­ge­gen der Inten­ti­on des Aus­spra­che­ver­bots zum Forum für eine poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung unter den Kan­di­da­ten oder jeden­falls für eine poli­ti­sche (Selbst-)Darstellung wür­de. Damit die Bun­des­ver­samm­lung ihre Auf­ga­ben funk­ti­ons­ge­recht erfül­len kann, obliegt es den Mit­glie­dern, sich die für ihre Wahl­ent­schei­dung erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen außer­halb der Bun­des­ver­samm­lung zu beschaf­fen?
Auch im Übri­gen kom­men über das eigent­li­che Wahl­recht hin­aus­ge­hen­de Mit­wir­kungs­rech­te allen­falls in gerin­gem Umfang in Betracht, soweit sie zur Wahr­neh­mung des Wahl­rechts erfor­der­lich sind.
Die Beschluss­fä­hig­keit der Bun­des­ver­samm­lung ist ledig­lich fest­zu­stel­len; dies obliegt ihrem Lei­ter. Hier­zu ist zu ermit­teln, ob eine hin­rei­chen­de Anzahl der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung zur Wahl erschie­nen ist. Dies umfasst nicht die Prü­fung, ob die Wahl ihrer Mit­glie­der frei von Rechts­feh­lern durch­ge­führt wor­den ist. Einer beson­de­ren Mit­wir­kung der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung bedarf es vor­be­halt­lich des § 5 Satz 3 BPräs­WahlG nicht.
Auf den Ablauf der Bun­des­ver­samm­lung kön­nen ihre Mit­glie­der dadurch Ein­fluss neh­men, dass sie der Bun­des­ver­samm­lung eine Geschäfts­ord­nung geben und einen Wahl­vor­stand wäh­len. Die­se Befug­nis­se fol­gen jedoch nicht aus einem der Bun­des­ver­samm­lung und ihren Mit­glie­dern durch die Ver­fas­sung über­tra­ge­nen Recht, son­dern erge­ben sich ledig­lich aus dem auf der Grund­la­ge von Art. 54 Abs. 7 GG erlas­se­nen § 8 Satz 2 BPräs­WahlG. Den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung steht inso­fern ledig­lich ein aus ihrer Stel­lung als Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung abge­lei­te­tes ver­fas­sungs­mä­ßi­ges Recht auf Gleich­be­hand­lung zu.
Die Abga­be der Stim­men und ihre Aus­zäh­lung bedür­fen eines Rede- und Antrags­rechts grund­sätz­lich nicht. Etwas ande­res könn­te aller­dings für den Fall in Betracht kom­men, dass in der Bun­des­ver­samm­lung begrün­de­te Zwei­fel an der ord­nungs­ge­mä­ßen Durch­füh­rung der Wahl auf­ge­wor­fen wer­den. Dies bedarf hier jedoch kei­ner wei­te­ren Erör­te­rung, weil der Antrag­stel­ler der­ar­ti­ge Feh­ler und ein dies­be­züg­li­ches Äuße­rungs­recht nicht gel­tend gemacht hat.
Im Übri­gen ist eine Aus­spra­che von Ver­fas­sungs wegen zwar nicht unter­sagt, aber auch nicht gefor­dert. Viel­mehr bestimmt Art. 54 Abs. 7 GG, dass die wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Wahl­ver­fah­rens durch ein­fa­ches Gesetz gere­gelt wer­den.
Der Prä­si­dent des Bun­des­ta­ges hat als Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung die Auf­ga­be, für eine ord­nungs­ge­mä­ße Durch­füh­rung der Wahl Sor­ge zu tra­gen. Da die Bun­des­ver­samm­lung – wie dar­ge­legt – nicht wie der Bun­des­tag Ort der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung ist, son­dern den Bun­des­prä­si­den­ten in einer Wei­se in sein Amt set­zen soll, die der die­sem Amt zukom­men­den Wür­de ent­spricht, ste­hen dem Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung wei­ter­ge­hen­de Kom­pe­ten­zen zu als dem Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges bei der Lei­tung von Sit­zun­gen des Bun­des­ta­ges; die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung haben jedoch ein Recht auf Gleich­be­hand­lung.
Der Bun­des­tag hat eine weit­rei­chen­de Befas­sungs­kom­pe­tenz und das Recht zur Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on. Er kann sei­ne Funk­tio­nen nur erfül­len, wenn sich die Abge­ord­ne­ten in Aus­übung ihres frei­en Man­dats durch Anträ­ge an der Ent­schei­dungs­fin­dung betei­li­gen kön­nen. Das par­la­men­ta­ri­sche Ver­fah­ren muss zu die­sem Zweck auto­nom und frei durch sei­ne Mit­glie­der gestal­tet wer­den kön­nen, wobei der Antrag der "Uni­ver­sal­schlüs­sel" für die­ses Ver­fah­ren und wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Mit­wir­kung der Abge­ord­ne­ten am par­la­men­ta­ri­schen Gesche­hen ist 53. Damit lässt sich ein weit­rei­chen­des Prü­fungs­recht des Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges nicht ver­ein­ba­ren 54.
Dage­gen ist der Gegen­stand, mit dem sich die Bun­des­ver­samm­lung aus­schließ­lich zu befas­sen hat, durch das Grund­ge­setz fest­ge­legt. Ihre Auf­ga­be besteht allein in der "Kür" 28 des Bun­des­prä­si­den­ten. Dem ent­spricht es, dass der Lei­ter der Ver­samm­lung jeden­falls sol­che Anträ­ge, die nicht die Durch­füh­rung der Wahl an sich betref­fen oder offen­sicht­lich nicht im Ein­klang mit der Ver­fas­sung ste­hen, nicht zur Abstim­mung stellt und damit die zere­mo­ni­el­le, sym­bo­li­sche Bedeu­tung des Wahl­akts bewahrt. Bei der Schaf­fung des Bun­des­prä­si­den­ten­wahl­ge­set­zes wur­de dem­ge­mäß von einer zu detail­lier­ten Rege­lung bewusst abge­se­hen, "damit ins­be­son­de­re dem Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges die Hand­lungs­frei­heit bleibt, die die jewei­li­ge Lage erfor­dert" 55. Der Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung ist daher befugt, die Prü­fung der Zuläs­sig­keit der Anträ­ge nach die­sen Maß­stä­ben vor­zu­neh­men, ohne dem jewei­li­gen Antrag­stel­ler zuvor das Wort zu ertei­len.
Der Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung muss aller­dings die grund­sätz­lich glei­che Stel­lung der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung beach­ten. Die­sen steht ein Recht nicht nur auf glei­che Wer­tung ihrer Stim­men, son­dern auch auf glei­che Teil­ha­be an der Aus­ge­stal­tung des Wahl­ver­fah­rens zu. Für die Lei­tungs­be­fug­nis­se des Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges bedeu­tet dies ins­be­son­de­re, dass er über die Behand­lung von Anträ­gen eine will­kürfreie – das heißt nicht von sach­frem­den Erwä­gun­gen gelei­te­te – Ent­schei­dung tref­fen muss 56.
Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges war im Rah­men sei­ner Lei­tungs­be­fug­nis­se berech­tigt, die Zuläs­sig­keit des Antrags auf Erwei­te­rung der Tages­ord­nung der 13. Bun­des­ver­samm­lung um einen Punkt "Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten" zu prü­fen. Eine sol­che Vor­stel­lung hät­te eine Ver­let­zung des Aus­spra­che­ver­bots des Art. 54 Abs. 1 Satz 1 GG bedeu­tet. Es war daher zum Schutz der funk­ti­ons­ge­rech­ten Auf­ga­ben­er­fül­lung durch die Bun­des­ver­samm­lung gebo­ten, die­sen Antrag nicht zur Abstim­mung zu stel­len.
Aus ent­spre­chen­den Erwä­gun­gen ist der wei­te­re Antrag hin­sicht­lich der 14. Bun­des­ver­samm­lung unbe­grün­det: Die bean­trag­te Aus­ge­stal­tung der Geschäfts­ord­nung, nach der den Kan­di­da­ten für das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten Gele­gen­heit gege­ben wer­den soll­te, sich bis zu 30 Minu­ten in frei­er Rede vor­zu­stel­len, wäre in glei­cher Wei­se wie die Erwei­te­rung der Tages­ord­nung um eine "Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten" nicht mit dem Aus­spra­che­ver­bot des Art. 54 Abs. 1 Satz 1 GG ver­ein­bar gewe­sen.
Aus­schluss von Mit­glie­der wegen feh­ler­haf­ter Wahl durch die Land­ta­ge[↑]
Der Bun­des­tags­prä­si­dent hat schließ­lich kei­ne Rech­te des Antrag­stel­lers ver­letzt, indem er den Antrag auf Aus­schlie­ßung von Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung wegen einer Feh­ler­haf­tig­keit ihrer Wahl in den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der nicht zur Abstim­mung gestellt hat.
Dem Antrag­stel­ler stand kein Anspruch auf den Aus­schluss ein­zel­ner Mit­glie­der von der Mit­wir­kung in der Bun­des­ver­samm­lung zu. Wie aus­ge­führt kann eine Prü­fung der Wah­len in den Volks­ver­tre­tun­gen der Län­der aus­schließ­lich nach Maß­ga­be des § 5 BPräs­WahlG erfol­gen. Die Vor­aus­set­zun­gen für die (sub­si­diä­re) Befas­sung der Bun­des­ver­samm­lung mit der Wahl­prü­fung gemäß § 5 Satz 3 BPräs­WahlG waren jedoch ersicht­lich nicht erfüllt. Die Bun­des­ver­samm­lung hät­te sich daher durch die Befas­sung mit die­sem Antrag eine Kom­pe­tenz ange­maßt, die ihr nach dem Grund­ge­setz nicht zukommt. Dar­über hin­aus wäre eine Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten unter Aus­schluss der in dem Antrag genann­ten Mit­glie­der mit Art. 54 Abs. 3 GG nicht zu ver­ein­ba­ren gewe­sen . Ein dem Antrag ent­spre­chen­des Ver­fah­ren hät­te daher zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten geführt.
Ver­let­zung des Rede­rechts durch Geschäfts­ordnungs­beschlüsse[↑]
Die Anträ­ge, mit denen der Antrag­stel­ler gel­tend macht, durch die Geschäfts­ord­nungs­be­schlüs­se der jewei­li­gen Bun­des­ver­samm­lung in sei­nem Rede­recht ver­letzt zu sein, sind unbe­grün­det.
Das Grund­ge­setz weist den Mit­glie­dern der Bun­des­ver­samm­lung ein Rede­recht grund­sätz­lich nicht zu. Der Gesetz­ge­ber hat im Rah­men des ihm durch Art. 54 Abs. 7 GG ein­ge­räum­ten Gestal­tungs­spiel­raums die durch Art. 54 Abs. 1 Satz 1 GG bereits vor­ge­zeich­ne­te Ver­fah­rens­struk­tur der Bun­des­ver­samm­lung dahin kon­kre­ti­siert, dass gemäß § 9 Abs. 1 Satz 1 BPräs­WahlG Wahl­vor­schlä­ge schrift­lich unter­brei­tet wer­den müs­sen. Er hat damit dar­auf reagiert, dass die Mög­lich­keit eines münd­li­chen Kan­di­da­ten­vor­schlags in der 2. Bun­des­ver­samm­lung von einem Mit­glied dazu miss­braucht wor­den war, den amtie­ren­den, erneut kan­di­die­ren­den Bun­des­prä­si­den­ten anzu­grei­fen. Die wei­te­re Aus­ge­stal­tung des Geschäfts­gangs hat der Gesetz­ge­ber in § 8 Satz 2 BPräs­WahlG der Bun­des­ver­samm­lung über­las­sen und nur eine sub­si­diä­re Gel­tung der Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges vor­ge­se­hen, soll­te sich die Bun­des­ver­samm­lung kei­ne eige­ne Geschäfts­ord­nung geben.
Der Antrag­stel­ler macht – ins­be­son­de­re für die 13. Bun­des­ver­samm­lung – ohne Erfolg gel­tend, die Bun­des­ver­samm­lung habe ihre Gestal­tungs­macht miss­braucht, denn der ein­zi­ge Zweck der von ihr beschlos­se­nen Geschäfts­ord­nung sei es gewe­sen, ihn und die Ange­hö­ri­gen sei­ner Par­tei nicht zu Wort kom­men zu las­sen. Er hat dazu vor­ge­tra­gen, er habe auf die Vor­gän­ge im Vor­feld der Wahl zu spre­chen kom­men wol­len. Damit hat er deut­lich gemacht, dass er die Mög­lich­keit zur frei­en Rede genutzt hät­te, um Umstän­de zu erör­tern, die nicht in die Befas­sungs­kom­pe­tenz der Bun­des­ver­samm­lung fal­len. Die­se übt ins­be­son­de­re kei­ne Kon­trol­le über den Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges aus. Im Übri­gen bestehen kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass die Bun­des­ver­samm­lung mit der von ihr beschlos­se­nen Geschäfts­ord­nung den vom Antrag­stel­ler unter­stell­ten Zweck ver­folgt haben könn­te.
Kein Rede­recht zur Antrags­be­grün­dung[↑]
Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges hat kei­ne Rech­te des Antrag­stel­lers dadurch ver­letzt, dass er die­sem nicht das Wort zur Begrün­dung sei­ner Anträ­ge erteilt hat.
Die 14. Bun­des­ver­samm­lung war nicht befugt, über die Aus­schlie­ßung von Mit­glie­dern zu beschlie­ßen; der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges war daher berech­tigt, den Antrag nicht zur Abstim­mung zu stel­len. Da sich die Bun­des­ver­samm­lung mit dem Antrag von vorn­her­ein nicht befas­sen durf­te, war der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­tags auch nicht ver­pflich­tet, dem Antrag­stel­ler zur Begrün­dung die­ses Antrags das Wort zu ertei­len.
Der Bun­des­tags­prä­si­dent war auch nicht gehal­ten, vor der Beschluss­fas­sung über eine Geschäfts­ord­nung Rede­bei­trä­ge zuzu­las­sen.
Der auf der Grund­la­ge von Art. 54 Abs. 7 GG erlas­se­ne § 8 Satz 2 BPräs­WahlG sieht die Gel­tung der Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges – mit dar­in gemäß § 29 ent­hal­te­nen Rede­rech­ten – nur vor, "sofern" sich nicht die Bun­des­ver­samm­lung eine eige­ne Geschäfts­ord­nung gibt. Ist bereits erkenn­bar, dass die Bun­des­ver­samm­lung von ihrem Recht, die Ord­nung ihrer Geschäf­te selbst zu regeln, Gebrauch machen möch­te, kommt die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges nicht zum Tra­gen. Denn § 8 Satz 2 BPräs­WahlG ist gera­de nicht dahin for­mu­liert, dass die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges "solan­ge" zur Anwen­dung kommt, bis sich die Bun­des­ver­samm­lung eine eige­ne Geschäfts­ord­nung gibt.
Dahin­ge­stellt blei­ben kann, wel­che grund­le­gen­den Geschäfts­ord­nungs­re­geln der Lei­ter der Bun­des­ver­samm­lung in jedem Fall zu beach­ten hat. Jeden­falls ist das kon­kre­te Vor­ge­hen des Bun­des­tags­prä­si­den­ten nicht zu bean­stan­den, weil der von der Mehr­heit der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung getra­ge­ne Antrag zur Geschäfts­ord­nung erkenn­bar zum Ziel hat­te, in der Bun­des­ver­samm­lung gene­rell kei­ne Rede­bei­trä­ge zuzu­las­sen. Die­se Ziel­rich­tung hät­te der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­tags unter­lau­fen, wenn er vor der Abstim­mung über die­sen Antrag dem Antrag­stel­ler das Wort erteilt hät­te. Der Bun­des­tags­prä­si­dent han­del­te nicht rechts­feh­ler­haft, indem er über den von der Mehr­heit der Bun­des­ver­samm­lung getra­ge­nen Antrag vor­ran­gig, jeden­falls vor Ertei­lung des Worts an ein Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung, hat abstim­men las­sen.
Eben­so war der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges nicht ver­pflich­tet, dem Antrag­stel­ler das Wort zur Begrün­dung des Antrags zu ertei­len, den Wahl­vor­schlags­trä­gern die Benen­nung von "Wahl­be­ob­ach­tern" zu gestat­ten. Inso­weit han­del­te der Bun­des­tags­prä­si­dent in Aus­füh­rung der zuvor beschlos­se­nen Geschäfts­ord­nung, deren Schrift­lich­keits­prin­zip ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den ist und dem Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges inso­weit kei­nen Ent­schei­dungs­spiel­raum beließ.
Kein Benen­nungs­recht für "Wahl­be­ob­ach­ter"[↑]
Der Antrag, mit dem der Antrag­stel­ler die Ableh­nung sei­nes Antrags, jedem Wahl­vor­schlags­trä­ger in der 14. Bun­des­ver­samm­lung die Benen­nung eines bei der Stim­men­aus­zäh­lung anwe­sen­den "Wahl­be­ob­ach­ters" zu gestat­ten, durch die Bun­des­ver­samm­lung bean­stan­det, ist unbe­grün­det.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in einem die 15. Bun­des­ver­samm­lung betref­fen­den Eil­ver­fah­ren im Jahr 2012 ent­schie­den, dass ein sol­ches Recht einem Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung offen­sicht­lich nicht zusteht, weil das Grund­ge­setz die­sem kein Recht über­tra­gen hat, als "Wahl­be­ob­ach­ter" nach jedem Wahl­gang zur Wahl des Bun­des­prä­si­den­ten an der Aus­zäh­lung der Stim­men und der Ermitt­lung des Wahl­er­geb­nis­ses teil­zu­neh­men, und der Grund­satz der Öffent­lich­keit der Wahl die Zulas­sung von "Wahl­be­ob­ach­tern", die durch Wahl­vor­schlags­trä­ger benannt wer­den, bei der Aus­zäh­lung der Stim­men und der Ermitt­lung des Wahl­er­geb­nis­ses der ein­zel­nen Wahl­gän­ge in der Bun­des­ver­samm­lung nicht gebie­tet 57. Ein Recht, als "Wahl­be­ob­ach­ter" an der Aus­zäh­lung der Stim­men und der Ermitt­lung des Wahl­er­geb­nis­ses teil­zu­neh­men, kann auch nicht aus Art. 54 Abs. 7 GG in Ver­bin­dung mit § 8 Satz 2 BPräs­WahlG abge­lei­tet wer­den, weil die Geschäfts­ord­nung des Bun­des­ta­ges ein ent­spre­chen­des Recht des ein­zel­nen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten nicht kennt 58. Aus dem Grund­satz der Öffent­lich­keit der Wahl lässt sich ein Anspruch auf Teil­nah­me oder Benen­nung eines bei der Stim­men­aus­zäh­lung anwe­sen­den "Wahl­be­ob­ach­ters" eben­falls nicht ablei­ten, wobei es in die­sem Zusam­men­hang dahin­ste­hen kann, in wel­cher Aus­prä­gung die­ser Grund­satz auf die Wahl in der Bun­des­ver­samm­lung anzu­wen­den ist. Denn die in der Bun­des­ver­samm­lung geüb­te Pra­xis, zur Aus­zäh­lung der Stim­men und Ermitt­lung des Ergeb­nis­ses der ein­zel­nen Wahl­gän­ge Schrift­füh­rer aus der Mit­te der Bun­des­ver­samm­lung aus ver­schie­de­nen Frak­tio­nen zu wäh­len, die sich bei der Aus­zäh­lung gegen­sei­tig kon­trol­lie­ren, ent­spricht den vom Grund­satz der Öffent­lich­keit gefor­der­ten Kri­te­ri­en der Nach­voll­zieh­bar­keit und Über­prüf­bar­keit des Wahl­vor­gangs 59. Grün­de, die eine ande­re Beur­tei­lung recht­fer­tig­ten, sind nicht ersicht­lich.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 10 Juni 2014 – 2 BvE 2/​09 2 BvE 2/​10
Die stum­me Bun­des­ver­samm­lung Der Bun­des­prä­si­dent wird ohne Aus­spra­che von der Bun­des­ver­samm­lung gewählt. So kurz und klar for­mu­liert dies Art. 54 Abs. 1 S. 1 GG. Aber die­se kla­re…
BGBl I S. 230, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 12.07.2007, BGBl I S. 1326[↩]
vgl. Wie­land, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 93 Rn. 51; Waldhoff/​Grefrath, in: Ber­li­ner Kom­men­tar zum GG, Art. 54 Rn. 76, Juli 2009; Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­Be­th­ge, BVerfGG, § 63 Rn. 39 f., Febru­ar 2012; E. Klein, in: Benda/​Klein, Ver­fas­sungs­pro­zess­recht, 3. Aufl.2012, § 28 Rn. 1002; Schlaich/​Korioth, Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, 9. Aufl.2012, 4. Teil Rn. 87[↩]
vgl. BVerfGE 4, 144, 152; 102, 224, 231; 108, 251, 270 f.[↩]
vgl. BVerfGE 129, 108, 118; vgl. auch BVerfGE 21, 362, 369 f.; 45, 63, 78; 61, 82, 101 ff.[↩]
vgl. zu einer sol­chen Mög­lich­keit bereits BVerfGE 4, 250, 267 f. sowie Pes­ta­loz­za, Ver­fas­sungs­pro­zess­recht, 3. Aufl.1991, § 7 Rn. 40[↩]
vgl. zu den sich hier­aus erge­ben­den Rech­ten und Pflich­ten des Prä­si­den­ten des Bun­des­ta­ges BVerfGE 60, 374, 379[↩]
vgl. Stern, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 12, Art. 93 Rn. 183, März 1982[↩]
vgl. BVerfGE 20, 119, 129[↩]
vgl. BVerfGE 1, 351, 371; 20, 119, 129; 124, 161, 188; zu einer Son­der­kon­stel­la­ti­on BVerfGE 112, 118, 147 f.[↩]
vgl. BVerfGE 4, 115, 123; 68, 1, 64; 129, 356, 364[↩]
vgl. BVerfGE 20, 134, 140; 68, 1, 72 f.; 80, 188, 212; 100, 266, 268; 118, 244, 271; 118, 277, 318 f.; 123, 267, 339; 126, 55, 67 f.[↩]
vgl. BVerfGE 4, 144, 148; 10, 4, 10 f.; 70, 324, 350; 90, 286, 342; 112, 363, 365; 114, 121, 146 f.; 117, 359, 367[↩]
vgl. BVerfGE 93, 195, 203 f.; 102, 224, 231 f.; 129, 356, 365[↩]
vgl. Mor­lok, in: Drei­er, GG, 2. Aufl.2006, Art. 41 Rn. 7[↩]
vgl. BVerfGE 65, 152, 154; 131, 230, 233[↩]
vgl. BT-Drs. 3/​358, S. 4[↩]
vgl. Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 28, Janu­ar 2009[↩]
vgl. zum Fort­be­stand einer Volks­ver­tre­tung trotz man­dats­er­heb­li­cher Wahl­feh­ler BVerfGE 129, 300, 344 m.w.N.[↩]
vgl. H. Preuß, in: Ver­fas­sungs­aus­schuss, Pro­to­kol­le, Bd. 1, 25. Sit­zung, S. 25; Ablaß, ebd., S. 27, sowie 22. Sit­zung, S. 16[↩]
vgl. etwa Eschen­burg, Die impro­vi­sier­te Demo­kra­tie der Wei­ma­rer Repu­blik, 1954, S. 17 ff., 27 ff.[↩]
Th. Heuss, in: M. Weber, Gesam­mel­te poli­ti­sche Schrif­ten, 2. Aufl.1958, Vor­wort S. XXVI[↩]
vgl. Süs­ter­henn, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, 2. Sit­zung, Sten. Bericht, S. 25[↩]
vgl. Bericht über den Ver­fas­sungs­kon­vent auf Her­ren­chiem­see, S. 41; Süs­ter­henn, in:Parlamentarischer Rat, 2. Sit­zung, Sten. Bericht, S. 25; Wal­ter, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 103[↩]
vgl. statt vie­ler Fritz, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 8, Art. 54 Rn. 14, Febru­ar 2001[↩]
vgl. Süs­ter­henn, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, 2. Sit­zung, Sten. Bericht, S. 25; fer­ner Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 28, Janu­ar 2009; Fink, in: von Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 54 Rn. 2[↩]
vgl. Car­lo Schmid, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 116[↩][↩]
vgl. Bericht über den Ver­fas­sungs­kon­vent auf Her­ren­chiem­see, S. 41 f[↩]
vgl. Kim­mi­nich, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 8, Vor­bem. z. Art. 54 Rn. 6, Mai 1968; Fritz, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 8, Art. 54 Rn. 31 ff., Febru­ar 2001[↩]
vgl. bereits: Bericht über den Ver­fas­sungs­kon­vent auf Her­ren­chiem­see, S. 41 f.; Wal­ter, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 103; See­bohm, ebd., S. 120; s. auch Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 3 ff. und 13 f., Janu­ar 2009; Stern, Staats­recht, Bd. 2, 1980, § 30 I 2., S.190 f.[↩]
vgl. BVerfGE 89, 359, 362 f.; vgl. auch BVerfGE 114, 121, 159; Fritz, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 8, Art. 54 Rn. 45, Febru­ar 2001; Per­ni­ce, in: Drei­er, GG, Bd. 2, 2. Aufl.2006, Art. 54 Rn. 24; Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 91, Janu­ar 2009; Waldhoff/​Grefrath, in: Ber­li­ner Kom­men­tar zum GG, Art. 54 Rn. 55, Juli 2009; Hes­se, Grund­zü­ge des Ver­fas­sungs­rechts der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, 20. Aufl.1995, Rn. 535; Heun, AöR 109, 1984, S. 13, 18; Jäger, in: Fest­schrift für Tho­mas Wür­ten­ber­ger, 2013, S. 213, 214 f.; vgl. auch zur Vor­stel­lung des Bun­des­prä­si­den­ten als "pou­voir neut­re": Süs­ter­henn, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, 2.Sitzung, Sten. Bericht, S. 25; ders., in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 120; Bericht über den Ver­fas­sungs­kon­vent auf Her­ren­chiem­see, S. 41[↩]
vgl. BVerfGE 89, 359, 363; Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 10 ff., Janu­ar 2009[↩]
vgl. Heuss, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 114; Her­zog, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 54 Rn. 28, Janu­ar 2009[↩]
vgl. von Bren­ta­no, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 117[↩]
vgl. Wal­ter, ebd., S. 114; Katz, ebd., S. 113; Heuss, ebd., S. 117; Deh­ler, ebd., S. 103[↩]
vgl. von Bren­ta­no, ebd., S. 116[↩]
vgl. Gre­ve, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 115; Becker, in: Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat 1948 – 1949, Akten und Pro­to­kol­le, Bd. 13/​2, 2002, S. 812; zum Cha­rak­ter der Wahl als "Kür" vgl. Car­lo Schmid, in: Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Haupt­aus­schuss, Pro­to­koll, S. 116[↩]
Gers­ten­mai­er, in: Deut­scher Bun­des­tag, Die Bun­des­ver­samm­lun­gen 1949 bis 2010, S. 160 f.[↩]
vgl. Mücke, in: Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat 1948 bis 1949, Akten und Pro­to­kol­le, Bd. 13/​2, 2002, S. 815[↩]
BVerfGE 10, 4, 12[↩]
vgl. BVerfGE 70, 324, 355[↩]
vgl. BVerfGE 112, 363, 366[↩]
vgl. BVerfGE 60, 374, 380; vgl. auch BVerfGE 2, 143, 171; 10, 4, 12; 80, 188, 218; 96, 264, 284[↩]
vgl. BVerfGE 102, 224, 234 f.; 104, 310, 332; 130, 318, 348[↩]
vgl. Stei­ger, in: Schneider/​Zeh, Par­la­ments­recht und Par­la­mentspra­xis, 1989, § 25 Rn. 5[↩]
vgl. BVerfGE 80, 188, 219[↩]
vgl. Win­kel­mann, ZParl 2008, S. 61, 63 f.[↩]
vgl. Fink, in: von Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 54 Rn. 48; von Arnauld, in: von Münch/​Kunig, GG, Bd. 1, 6. Aufl.2012, Art. 54 Rn. 28[↩]
vgl. BVerfGE 41, 1, 11[↩]
vgl. But­zer, in: Schmidt-Bleib­treu/Hof­man­n/Hopf­auf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 54 Rn. 81; Net­tes­heim, in: Isensee/​Kirchof, HStR III, 3. Aufl.2005, § 63 Rn. 12[↩]
vgl. Kabel, in: Schneider/​Zeh, Par­la­ments­recht und Par­la­mentspra­xis, 1989, § 31 Rn. 1[↩]
vgl. Schmidt-Jort­zi­g/­Schür­mann, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 11, Art. 76 Rn. 107, Novem­ber 1996; Kabel, in: Schneider/​Zeh, Par­la­ments­recht und Par­la­mentspra­xis, 1989, § 31 Rn. 16; Troß­mann, Par­la­ments­recht des Deut­schen Bun­des­ta­ges, 1977, § 97 GO-BT Rn. 9; ein mate­ri­el­les Prü­fungs­recht voll­stän­dig ver­nei­nend Kers­ten, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 76 Rn. 56, Janu­ar 2011; Diet­lein, in: Beck­OK GG, Edi­ti­on 19, Art. 76 Rn. 9, Nov.2013; Masing, in: von Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 76 Rn. 54; Kret­sch­mer, in: Schmidt-Bleib­treu/Hof­man­n/Hopf­auf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 40 Rn. 45[↩]
BT-Drs. 3/​358, S. 5[↩]
vgl. BVerfGE 104, 310, 331; 108, 251, 276[↩]
BVerfGE 130, 367, 369 f.[↩]
vgl. BVerfGE 130, 367, 370[↩]
vgl. BVerfGE 130, 367, 371[↩]
BundespräsidentBundesversammlungRechtsextremismus