Source: http://www.gesmat.bundesgerichtshof.de/gesetzesmaterialien/16_wp/vaterschaftsklaerung/vaterschkl-index.htm
Timestamp: 2020-01-28 06:19:00
Document Index: 29019528

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 1598', '§ 1600', '§ 621', '§ 49', '§ 56', '§ 94', 'Art. 229', '§ 1600', '§ 1600', '§ 621', '§ 94', 'Art. 229', 'Art. 76', 'Art. 77']

Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren
Bibliothek des Bundesgerichtshofs - Gesetzesmaterialien - Übersichtsseite (Letzte Bearb.: 06.08.2008)
- Gesetz vom 26.03.2008 - BGBl I, S. 441 -
Inkrafttreten: 01.04.2008
Private genetische Abstammungsuntersuchungen bieten die Möglichkeit, schnell und zuverlässig die Abstammung eines Kindes zu klären. Diese Möglichkeit wird zunehmend vor allem von Vätern genutzt, die Zweifel an ihrer Vaterschaft haben (nach Schätzungen rund 20000 Tests jährlich). Da es leicht ist, die notwendigen genetischen Proben zu beschaffen, werden Abstammungsuntersuchungen von privaten Laboren auch ohne Kenntnis und Einwilligung der Betroffenen durchgeführt. Mit Urteilen vom 12. Januar 2005 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass solche heimlich eingeholten DNA-Gutachten das Recht des Betroffenen (i.d.R. des Kindes) auf informationelle Selbstbestimmung verletzen (BGHZ 162, 1 ff. = FamRZ 2005, 340 ff., und FamRZ 2005, 340 ff.). Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 13. Februar 2007 diese Rechtsprechung bestätigt, gleichzeitig aber dem Gesetzgeber aufgegeben, ein von der Vaterschaftsanfechtung unabhängiges Verfahren zur Klärung der Abstammung zu schaffen (FamRZ 2007, 441 ff.). Nach derzeitiger Rechtslage kann ein Vater, der die Frage der Abstammung klären will, wenn dessen Kind bzw. die Kindesmutter als gesetzliche Vertreterin des Kindes dem Abstammungstest nicht zustimmt, seine Vaterschaft nur unter Darlegung objektiver Zweifel anfechten. Da DNA-Gutachten, die wegen Zweifeln an der Vaterschaft durchgeführt werden, jedoch zu rund 80% die Vaterschaft bestätigen, trägt das belastende Anfechtungsverfahren in vielen Fällen den Interessen der Beteiligten nicht ausreichend Rechnung.
Referentenentwurf (26.04.2007)
Pressemitteilung des BMJ vom 11.07.2007: Kabinett beschließt Gesetz zur Vaterschaftsfeststellung
Titel: Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren
Bezug: Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12. Januar 2005 zu heimlichen Vaterschaftstests (BGHZ 162, 1 ff.), Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Februar 2007 betr. die Gerichtsverwertbarkeit heimlicher Vaterschaftstest (1 BvR 421/05)
Siehe auch Gesetz über genetische Untersuchungen zur Klärung der Abstammung in der Familie (abgelehnt) und BR Drs. 280/05 (Antrag aus 15. Wp), sowie Antrag betr. sog. rechtsfolgenlose Vaterschaftsfeststellung (BT Drs. 15/4727)
Inhalt: Anspruch von rechtlichem Vater, Mutter, Kind gegen die beiden anderen zur Einwilligung in eine genetische Abstammungsuntersuchung und Entnahme der erforderlichen Probe zur Klärung der Abstammung ohne Erfordernis einer positiven Anfechtung und damit Aufgabe der rechtlichen Vaterschaft, Ausgleich zwischen den Grundrechten Kenntnis auf Abstammung und Recht auf informelle Selbstbestimmung; Möglichkeit familiengerichtlicher Erzwingung, Einschränkungen betr. Klärungsverfahren und Anfechtungsverfahren bei erheblicher Beeinträchtigung des Wohls des minderjährigen Kindes; Einfügung § 1598a sowie Änderung §§ 1600, 1600b und 1629 BGB, Änderung §§ 621a, 621e, 640, 640d und 641i ZPO, Änderung § 49a und Einfügung § 56 Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie Änderung § 94 Kostenordnung und Art. 229 Einführungsgesetz zum BGB
Im Vollzug können geringe Kosten für Gerichtsverfahren bzw. Kostenerstattungen entstehen.
Beschlussempfehlung des BT-Ausschusses: Aufhebung der Kinderschutzklausel im Anfechtungsverfahren unter Beibehaltung der Schutzklausel im Klärungsverfahren sowie Aufhebung des Neubeginns der Anfechtungsfrist nach einem Klärungsverfahren; zahlreiche verfahrensrechtliche und kostenrechtliche Änderungen; Verzicht auf Änderung § 1600, Teile der Änderung § 1600b BGB und Änderung 640d ZPO, weitere Änderung §§ 621a, 621e, 640 ZPO, § 94 Kostenordnung sowie Art. 229 Einführungsgesetz zum BGB
10.08.2007 - BR-Drucksache 549/07
Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Frauen und Jugend, Ausschuss für Familie und Senioren, Ausschuss für Innere Angelegenheiten
11.09.2007 - BR-Drucksache 549/1/07
RechtsA, AfFrJug, AfFamSen: Änderungsvorschläge - InnenA: keine Einwendungen
21.09.2007 - BR-Plenarprotokoll 836, S. 294A - 294B
Alfred Hartenbach, Parl. Staatssekr., Bundesministerium der Justiz, Rede (zu Protokoll gegeben), S. 294B
Stellungnahme: Änderungsvorschläge (549/07), gemäß Art. 76 Abs. 2 GG
21.09.2007 - BR-Drucksache 549/07(B)
04.10.2007 - BT-Drucksache 16/6561
Anl. Stellungnahme des Nationalen Normenkontrollrates; Stellungnahme des BR
10.10.2007 - BT-Drucksache 16/6649
Anl. Gegenäußerung der BRg
S. 12228A - Überweisung (16/6561, 16/6649)
Rechtsausschuss (federführend), Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ausschuss für Gesundheit, Innenausschuss
20.02.2008 - BT-Drucksache 16/8219
Dr. Jürgen Gehb, MdB, CDU/CSU, Berichterstattung
Irmingard Schewe-Gerigk, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Berichterstattung
21.02.2008 - BT-Plenarprotokoll 16/145, S. 15325A - 15331D
Brigitte Zypries, Bundesmin., Bundesministerium der Justiz, Rede, S. 15325B
Sibylle Laurischk, MdB, FDP, Rede, S. 15326A
Dr. Jürgen Gehb, MdB, CDU/CSU, Rede, S. 15327A
Jörn Wunderlich, MdB, Die Linke, Rede, S. 15328C
Irmingard Schewe-Gerigk, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Rede, S. 15329C
Christine Lambrecht, MdB, SPD, Rede, S. 15330C
S. 15331C - Annahme in Ausschussfassung (16/6561, 16/8219)
21.02.2008 - BT-Plenarprotokoll 16/145, S. 15331D - 15331D
S. 15331D - Annahme in Ausschussfassung (16/6561, 16/8219)
22.02.2008 - BR-Drucksache 130/08
14.03.2008 - BR-Plenarprotokoll 842, S. 65B - 65C
kein Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses (130/08), gemäß Art. 77 Abs. 2 GG
14.03.2008 - BR-Drucksache 130/08(B)
Anhörung vor dem Rechtsausschuss am 12.12.2007