Source: https://sevdesk.de/lexikon/gewinn-verlustrechnung/
Timestamp: 2019-08-22 10:01:39
Document Index: 119517012

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 141', '§ 275', '§ 275', '§ 275', '§ 275']

Gewinn- und Verlustrechnung- Was du wissen solltest - sevDesk
Bei der Gewinn- und Verlustrechnung – kurz GuV – handelt es sich um die buchhalterische Übersicht über alle Aufwände und Erträge eines Unternehmens in einer bestimmten Periode. Die Gewinn- und Verlustrechnung bildet den Hauptbestandteil von einem Jahresabschluss. Damit ist sie in etwa der „große Bruder“ der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR).
Damit die GuV dem System der doppelten Buchführung entspricht, werden auf der linken Seite im Soll alle Aufwände verbucht und auf der rechten im Haben alle Erträge. Das Ergebnis des Saldos, also der Unterschied zwischen den beiden Werten ist der Jahresüberschuss oder der Jahresfehlbetrag und gibt somit Auskunft über den Erfolg des Unternehmens . Um die GuV aufzustellen, kann das Unternehmen in der Regel zwischen dem Gesamtkostenverfahren und den Umsatzkostenverfahren wählen. Beide Verfahren sind im § 275 HGB beschrieben, wobei auch in den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) Regeln zur Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zu finden sind.
Was ist der Unterschied zwischen der GuV und der EÜR?
Der Betriebsvermögensausgleich ist die periodengerechte Gewinnermittlung, die auf der Basis der doppelten Buchführung erstellt wird. Dazu gehören die Bilanz, die GuV, das Kassenbuch und die Inventur. Die Erlöse und Aufwendungen werden grundsätzlich dem Jahr zugerechnet, in dem sie angefallen sind.
Häufig wird als Vorteil der Einnahmenüberschussrechnung angeführt, dass es einfacher ist beim Betriebsvermögensausgleich, die Zahlungen in andere Wirtschaftsjahre zu verlagern, damit so eine vorteilhafte Gewinnverschiebung vorgenommen werden kann.
Was ist das Gesamtkostenverfahren?
Beim Gesamtkostenverfahren werden alle Umsatzerlöse als Erträge sowie Bestandserhöhungen als Ertrag gebucht. Der Gesamtertrag setzt deshalb aus den Umsatzerlösen und Bestandserhöhungen zusammen. Insgesamt gibt es sieben Erträge, zwischen denen unterschieden werden muss:
Erhöhung bzw. Verminderung des Bestands an unfertigen oder fertigen Erzeugnissen
andere aktivierte Leistungen
Die Aufwendungen gliedern sich in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren beispielsweise in Materialaufwendungen, Personenaufwendungen, Abschreibungen, etc. Das Ergebnis hier ist nun das sogenannte „Ergebnis nach Steuern“.
Wer muss eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen?
Kaufleute und Personengesellschaften sind dazu verpflichtet einen Betriebsvermögensvergleich durchzuführen, denn sie sind nach dem HGB dazu verpflichtet Bücher zu führen und Abschlüsse durchzuführen. Zudem sind auch Kapitalgesellschaften und Genossenschaften Buchführungspflichtig sowie zur Bilanzierung, ebenso wie alle gewerblich tätigen natürlichen und sonstigen juristischen Personen, die unter den Kaufmannsbegriff des HGB fallen.
Aber es kann auch sein, dass ein gewerblicher Unternehmer und Land- und Forstwirte einer Buchführungspflicht nach dem § 141 AO beispielsweise unterliegen. Hier ergibt sich die Buchführungspflicht dann, wenn bestimmte Gewinn- oder Umsatzgrenzen überschritten werden.
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Wer darf den Gewinn oder Verlust durch die EÜR ermitteln?
Den Gewinn durch die Einnahmenüberschussrechnung dürfen alle Freiberufler ermitteln und das völlig unabhängig von der Höhe der Besteuerungsgrundlagen. Aber auch kleinere BGB-Gesellschaften und Kleingewerbetreibende dürfen den Gewinn mit der EÜR ermitteln. Hier ist jedoch die Voraussetzung, dass sie keine Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen eines Betriebsvermögensausgleiches vornehmen müssen.
Die verschiedenen Möglichkeiten der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Erfolgsbeträge des Unternehmens werden in der GuV gesammelt und es werden Aufwendungen und Erträge einander gegenübergestellt. Die Aufgabe der GuV ist es, die Quellen des Periodenerfolgs darzustellen, nachdem dieser errechnet wurde. Hier wird zwischen verschiedenen Möglichkeiten von Gewinn- und Verlustrechnung in Abhängigkeit der folgenden Kriterien unterschieden:
Nach grafischer Aufbereitung
Nach der Möglichkeit der Saldierung
Nach dem Umgang mit der Bewertung von Lagerbestandserhöhungen
Die Kontoform
Die Aufwendungen und Erträge werden bei der Kontoform einander gegenübergestellt, wenn die Aufwandseite ertragsmäßig größer ist als die Ertragsseite – so wird ein Jahresfehlbetrag ermittelt. Im umgekehrten Fall ergibt sich ein Jahresüberschuss.
Die Staffelform
Hier werden alle Aufwendungen und Erträge skontiert vorgeschrieben und das bedeutet, dass alle Erträge und Aufwendungen untereinander weggeschrieben werden. Diese skontierte Form wird in den § 275 II HGB und § 275 III HBG zwingend dargestellt.
Die Saldierung
Bei der Saldierung wird die GuV nach Brutto- und Nettorechnung unterschieden. Bei der Bruttoerfolgsrechnung werden die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich unsaldiert ausgegeben. Beide Arten der Darstellung der GuV in § 275 II HGB und § 275 III HGB gehen nach dem Bruttoprinzip vor und verbieten damit weitgehendst die Saldierung von Aufwendungen mit Erträgen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach der Art des Umgangs mit Bestandserhöhungen wie folgt unterschieden:
Das HGB schreibt in den Paragrafen 265 und 275 genau vor, wie eine Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert sein muss. Selbst für die Buchhaltung von kleinen Betrieben ist es heute keine Herausforderung mehr, dieser Gliederung vorzunehmen, denn jedes Buchhaltungsprogramm – selbst Freeware – genau diesen Vorgaben nachkommt und den Kontenrahmen automatisch vorgibt. Die Gewinn- und Verlustrechnung verfügt im Kontenrahmen über ein eigenes Konto und im Rahmen des Jahresabschlusses erfolgt eine Umbuchung der Salden der einzelnen Aufwands- und Ertragskonten auf das GuV-Konto. Wurden alle Umbuchungen durchgeführt, dann erfolgt der Jahresabschluss durch die Umbuchung des Saldos auf das Bilanzkonto Eigenkapital. War das Geschäftsjahr erfolgreich, dann hat sich das Eigenkapital erhöht, doch wurde dieses mit einem Verlust abgeschlossen, dann hat das eine Verminderung des Eigenkapitals zur Folge.