Source: https://www.werk-vertrag.ch/besteller-pflichten/werklohn-zahlung/sia-verguetungsordnung-art-38-83-sia-norm-118/verguetung-von-regiearbeiten-art-48-ff-sia-norm-118
Timestamp: 2018-12-14 11:08:46
Document Index: 271209009

Matched Legal Cases: ['Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 50', 'Art. 38', 'Art. 48', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 49', 'Art. 39', 'Art. 50', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 62', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 42', 'Art. 49', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 64', 'Art. 169', 'Art. 47', 'Art. 38', 'Art. 48']

Vergütung von Regiearbeiten (Art. 48 ff. SIA-Norm 118) › Werkvertrag
Zur Vergütung von Regiearbeiten ist folgendes zu bemerken:
Vergütung von Regiearbeiten = Anspruch auf Vergütung dieser Leistungsart nach Aufwand, gemäss Art. 49 – 55 SIA-Norm 118
Vertragliche Übernahme der SIA-Norm 118 und insbesondere von Art. 48 ff.
48 ff. SIA-Norm 118
Hinzurechnung (trotz Nichterwähnung in Art. 48 SIA-Norm 118 bzw. OR 374) von
Allgemeinen Geschäftskosten
Risiko / Verdienst
Gesetzlichen Umsatzabgaben (MWST)
auch Art. 50 Abs. 1 SIA-Norm 118
Die Kommentierung von GAUCH PETER / PRADER DURI / EGLI ANTON / SCHUMACHER RAINER, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 38 – 156, Zürich 1992, N 2 lit. a) zu Art. 48 SIA-Norm 118 (separate Geltendmachungsmöglichkeit) und N 11 zu Art. 50 SIA-Norm 118 (Inkludierung der Allgemeinen Geschäftskosten, Risiko / Verdienst und gesetzliche Umsatzabgaben)
Anspruch des Unternehmers nur auf eine Vergütung des Aufwandes, der bei sorgfältigem Vorgehen genügt hätte (vgl. BGE 96 II 61)
Bemessung nach Regieansätzen (nach Massgabe von Art. 49 – 55)
Regieansätze (Regiepreise)
= Preise für Mengeneinheiten einer bestimmten Aufwand-Kategorie
Unterschied zu Einheitspreisen (Art. 39)
Einheitspreise sind für Leistungseinheiten, nicht – wie die Regieansätze – für Mengeneinheiten des Aufwandes geschuldet
Wesentlichen Regie-Einheiten (Art. 50 – 52)
nach Arbeitskategorien
des verbrauchten Materials
Maschinen-Benützung
nach Anzahl Einsatzstunden
nach Anzahl Benützungsstunden
in den Regieansätzen inkludierte Elemente
Entgelt für allgemeine Geschäftskosten
Anmerkung: SIA-Norm 118 / 2013: „MWST exklusive“ (Medieninformation der SIA vom 13.03.2013)
Ansätze im Allgemeinen (Art. 49)
Regieansätze nach Werkvertrag (Art. 49 Abs. 1, 1. + 2. Satz)
Diese Ansätze sind für die Abrechnung massgebend
Die vereinbarten Ansätze bleiben während der Bauzeit unverändert
Fehlende Regieansätze (Art. 49 Abs. 1, 3. Satz)
Sinngemässe Ergänzung
Rückwirkende „Inkraftsetzung“ auf den für die ursprüngliche Kostengrundlage massgebenden Stichtag (vgl. Art. 62 Abs. 1)
Keine Regieansätze-Abrede (Art. 49 Abs. 2)
Anwendung der Regietarife der Berufsverbände
im Zeitpunkt und am Ort der Arbeitsausführung
Absenz von Berufsverband-Regietarifen
Anwendung der in diesem Zeitpunkt am Ausführungsort sonst üblichen Ansätze
siehe Art. 49 Abs. 3 und siehe unten
Ansätze für Arbeitsstunden und Material (Art. 50)
In Regieansätzen für Arbeitsstunden und Material gelten als inkludiert (Art. 50 Abs. 1)
Lohn- und Lohnnebenkosten der Arbeitnehmer
Kosten für persönliches Handwerkzeug, Magazin- und Bauplatzdienst
Materialkosten unter Einschluss von Verlusten bei Transporten, Ablad, Umlad und Magazinierung
Allgemeine Geschäftskosten sowie Risiko, Verdienst und Umsatzabgaben (zB MWST); siehe aber Anmerkung unter „Kautelen-Aufwandvergütung“ / vgl. bezüglich Umsatzabgaben auch SIA-Norm 118 / 2013, wonach neu das Prinzip „exklusive MWST“ gelten solle
Poliere und Vorarbeiter (Art. 50 Abs. 2)
Poliere und Vorarbeiter sind mit den für sie massgebenden Regieansätzen besonders zu vergüten
Bei einem teilweisen Einsatz gibt es natürlich nur eine anteilsmässige Vergütung, die mit der Bauleitung zu vereinbarten ist
Zuschläge zu Ansätzen für Arbeitsstunden (Art. 51)
Erhöhung der Regieansätze um um allfällige Zuschläge gemäss den gesetzlichen Bestimmungen oder den Gesamtarbeitsverträgen
Versetzungsentschädigung
Schlechtwetterentschädigung für Arbeiten im Schlamm und Wasser
Andere Leistungen an die Arbeitnehmer
Voraussetzung für eine Geltendmachung gegenüber dem Bauherrn ist natürlich die effektive Ausrichtung an die Arbeitnehmer
Ansätze für die Benützung der Baustelleneinrichtungen (Art. 52)
Vergütung der für Regiearbeiten benützten Baustelleneinrichtungen
Baustelleneinrichtung ist in beso Pos. von Global-, Pauschal- oder Einheitspreisen enthalten (Abs. 1)
Ansätze für den Regiebetrieb haben einzig abzudecken
durch Regiearbeit verursachte Betriebskosten
Kosten laufender, regiearbeits-bedingter Reparaturen
Baustelleneinrichtung ist nicht in beso Pos. Enthalten, aber in den Einheitspreisen der übrigen Arbeiten einkalkuliert (Abs.2)
Ansätze für den Regiebetrieb haben abzudecken und zwar unabhängig davon, ob die Regiearbeiten die vorgesehene Benützungsdauer verlängern oder nicht
Kosten für das Vorhalten (einschliesslich Amortisation)
Kosten für die laufenden Reparaturen
Baustelleneinrichtung ist weder in beso Pos., noch in den Einheitspreisen der übrigen Arbeiten einkalkuliert (Abs. 3)
Ansätze für den Regiebetrieb haben abzudecken
Gesondert als Regiearbeiten zu vergüten:
Erd-, Fels-, Mauer- und Nebenarbeiten
An- und Abtransport, Montage und Demontage
Baustelleneinrichtungen sind im Rahmen eines Gesamtpreisvertrages (Art. 42 Abs. 2) ausgeführt, der begriffsnotwendig keine Einheitspreise enthält (Abs. 4)
Sinngemässe Anwendung der Abs. 1 bis 3 hievor
Höhe der Ansätze (Abs. 5)
Siehe Art. 49 Abs. 1 und 2 bzw. Vergütung von Regiearbeiten (Art. 48 ff. SIA-Norm 118
Missverhältnis von Vergütung und Ersatzwert Bauinstallation
Vergütung ist angemessen herabzusetzen
Teuerungsausgleich bei Regiearbeiten (Art. 49 Abs. 3)
97 Abs. 2 (Unternehmerverschulden bei Fristüberschreitungen)
Vertraglicher Teuerungsausschluss
Die Vertragsparteien haben in einer ranglich vorgehenden Abrede die Teuerungsüberwälzung ausgeschlossen
Inbegriffener Teuerungsausgleich
Teuerungsausgleich ist bereits durch die massgebenden Regieansätze abgedeckt
Cost plus fee-Prinzip
Vergütung eines Teils des Unternehmeraufwandes nach den effektiven Selbstkosten des Unternehmers (cost plus fee-Variante)
Vergütung nach dem ungefähren Kostenansatz (Richtpreis)
Keine Teuerungsüberwälzung ohne ausdrückliche Abrede
vgl. ferner: Teuerungsausgleich (Art. 64 ff. SIA-Norm 118)
Das Vorhandensein von Werkmängel hat keinen Einfluss auf die Berechnung der Vergütung selbst, sondern nur auf die dem Unternehmer geschuldete Gesamtvergütung, die unter dem Vorbehalt des Minderungsrechtes des Bauherrn von Art. 169 Abs. 1 Ziffer 2 steht
Der Unternehmer hat zu beweisen, dass er den in Rechnung gestellten Aufwand hatte
Der Unternehmer hat nachzuweisen, dass der nachgewiesene Aufwand erforderlich war
Als Nachweismittel dienen in der Regel die beidseitig unterzeichneten Regierapporte (vgl. auch Art. 47 Abs. 2 SIA-Norm 118)
GAUCH PETER / PRADER DURI / EGLI ANTON / SCHUMACHER RAINER, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 38 – 156, je N 1 ff. zu Art. 48 ff.