Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=30.11.2006&Aktenzeichen=III%20ZB%2023/06
Timestamp: 2020-02-26 09:56:36
Document Index: 13009923

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 198', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 13', 'BGH', '§ 13', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 167', 'BGH', '§ 198', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 198']

BGH, 30.11.2006 - III ZB 23/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2160
BGH, 30.11.2006 - III ZB 23/06 (https://dejure.org/2006,2160)
BGH, Entscheidung vom 30.11.2006 - III ZB 23/06 (https://dejure.org/2006,2160)
BGH, Entscheidung vom 30. November 2006 - III ZB 23/06 (https://dejure.org/2006,2160)
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Folgen des Fristversäumnisses bei einem Prozesskostenhilfeantrag wegen einer beabsichtigten Klage auf Entschädigung für eine Strafverfolgungsmaßnahme; Anforderungen an die Darlegung der persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Antrags auf ...
Wahrung der Frist zur Stellung eines Antrags auf Entschädigung für eine Strafverfolgungsmaßnahme durch Einreichung eines Prozesskostenhilfeantrags
Verfahrensrecht - PKH: Verspätete Darlegung wirtschaftlicher Verhältnisse
LG Hamburg, 21.11.2005 - 303 O 436/05
OLG Hamburg, 08.02.2006 - 1 W 104/05
NJW 2007, 441
MDR 2007, 461
VersR 2007, 711
Dies gilt auch für die Ausschlussfrist des § 13 Abs. 1 Satz 2 StrEG (Senatsbeschluss vom 30. November 2006 - III ZB 23/06, NJW 2007, 441 Rn. 12 mwN).
Aus diesem Grund sei die Rechtsprechung zu diesen Vorbildern übertragbar, die eine unverzügliche Klageerhebung nach Zustellung der PKH-Entscheidung verlange (Hinweis auf BGH Beschluss vom 30.11.2006 - III ZB 23/06) .
Diese Wertung hat der BGH auf öffentlich-rechtliche Entschädigungsansprüche übertragen (BGH Beschluss vom 30.11.2006 - III ZB 23/06 - NJW 2007, S 441, 442) , zu denen der Anspruch aus § 198 GVG zählt.
Danach bedarf es zur Begründung des genannten, verfassungsrechtlich vorgezeichneten Ergebnisses keiner analogen oder auch verfassungskonformen Anwendung der Vorschriften über die Verjährungshemmung mehr (vgl BGH Beschluss vom 30.11.2006 - III ZB 23/06 - NJW 2007, S 441, 442 ; s auch oben II.3.b; anders früher BGH Urteil vom 19.1.1978 - II ZR 124/76 - BGHZ 70, 235) .
Insbesondere hatte die Klägerin ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bereits am 6. Juli 2005 unter Beifügung des Vordrucks, eines Beiblatts und weiterer Belege über ihr Einkommen und ihre laufenden Belastungen ordnungsgemäß dargestellt, was ebenfalls in der Frist des § 13 Abs. 1 Satz 2 StrEG zu geschehen hat (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 30. November 2006 - III ZB 23/06 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Dies gilt auch für die in § 13 I 2 StrEG bestimmte Frist (BGH NJW 2007, 441, juris Rdn. 5;… MDR 1983, 1002, juris Rdn. 9;… a.A. Meyer, Strafrechtsentschädigung, 6. Aufl., § 13 Rdn. 8).
Die Einreichung der Klageschrift kann jedenfalls dann rückwirkend die Frist des § 13 I 2 StrEG wahren, wenn der Antragsteller, der sich für bedürftig halten darf, innerhalb der Frist einen vollständigen Prozesskostenhilfeantrag einreicht und die Klage unverzüglich nach der vom Kläger nicht verzögerten Entscheidung über den Prozesskostenhilfeantrag zugestellt wird (…vgl. BGH NJW 2007, 439, juris Rdn. 7; NJW 2007, 441, juris Rdn. 6 m.w.N.).
Insoweit beruft es sich auf die gleichlautende Rechtsprechung des BGH, nach der ein fristgerecht gestellter PKH-Antrag sowohl materiell-rechtliche Ausschlussfristen im Privatrecht (z.B. BGH-Urteil vom 1. Oktober 1986 IVa ZR 108/85, BGHZ 98, 295, unter 3.c bis e, m.w.N.) als auch solche bei öffentlich-rechtlichen Entschädigungsansprüchen (BGH-Beschluss vom 30. November 2006 III ZB 23/06, NJW 2007, 441, unter II.2.a und b, m.w.N.) wahren kann.
Maßgeblich sind die einschlägigen Entscheidungen des BGH (BGH III ZB 22/06 und BGH III ZB 23/06; Anschluss: OLG Naumburg 4 W 18/07), die vorab kurz in den entscheidenden Passagen (zum Teil ohne Weiterverweise) zitiert werden (Hervorhebungen durch den Senat):.
BGH III ZB 23/06.
Auch wenn dies den zeitlichen Ablauf des konkreten Prozesskostenhilfeverfahrens, in dem die Parteien über die Erfolgsaussicht der Klage mehrere Schriftsätze gewechselt haben, nicht hinausgezögert haben mag, gehört es zu den Pflichten einer unbemittelten Partei, in den Fällen, in denen eine fristgebundene Prozesshandlung vorzunehmen ist, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe innerhalb der Frist ordnungsgemäß darzulegen (vgl. BGH, Beschluss vom 30.11.2006, Az.: III ZB 23/06 zu § 13 StrEG m. w. N.).
Die Klagefrist ist hierdurch gewahrt worden, da die Entschädigungsklage am 02.04.2013 und mithin unverzüglich nach der gerichtlichen Bewilligung der Prozesskostenhilfe am 25.03.2013 zugestellt worden ist (§ 167 ZPO, s. auch BGH, Beschluss v. 30.11.2006, III ZB 23/06 Rn. 5 ff.;… Steinbeiß-Winkelmann/Ott, aaO. § 198 GVG Rn. 258; Heine, MDR 2012, 327, 328).
Wie der BGH in jahrzehnterlanger Rechtsprechung für materielle Ausschlussfristen gefolgert hat (vgl. BGHZ 43, 235; 70, 235; 98, 295; Beschluss vom 30. November 2006 - III ZB 23/06 - NJW 2007, 441, 442), genügt es zur Wahrung solcher Fristen, wenn die finanziell unbemittelte Partei noch innerhalb dieser Fristen PKH beantragt.
Diese Wertung hat der BGH auf öffentlich-rechtliche Entschädigungsansprüche übertragen (vgl. Beschluss des BGH vom 30. November 2006, aaO), zu denen der Anspruch aus § 198 GVG zählt.
c) Die Entscheidung steht nicht in Widerspruch zu dem vom Landgericht zitierten Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 30.11.2006 (III ZB 23/06, NJW 2007, 441).