Source: http://www.pflegewiki.de/wiki/Pflegenoten
Timestamp: 2016-07-30 14:51:05
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Matched Legal Cases: ['§ 114', '§ 115', '§ 114', '§ 115', '§ 115', '§ 115']

Pflegenoten – PflegeWiki
1.1 ===========================================================================================================================================================================================================
1.2 Kriterien für die Benotungen
1.2.1 Stationäre Pflegeinrichtungen
1.2.2 Ambulante Pflegeeinrichtungen
1.3 Verfahren der Veröffentlichung
Vorabinformation[Bearbeiten]
"Seit Jahren wird allseits über die Pflegenoten geklagt. Mit großem bürokratischem Aufwand wird sehr wenig erreicht, um Menschen die Entscheidung über eine Pflegeeinrichtung zu erleichtern. Eine gründliche Reform wird auf irgendwann nach 2017 geschoben. Eine Minderung des Aufwands wird es voraussichtlich auch nicht geben. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts." Quelle: http://www.pflegestufe.info/rss/2015-ii/2015-06-26.html
Es erscheint daher nicht sinnvoll, an diesem Artikel weiter zu arbeiten.--Kurt (Diskussion) 15:08, 27. Jun. 2015 (CEST)
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Mit Pflegenoten, auch Heimnoten oder Pflege-TüV genannt, bewerten die Pflegekassen die Qualität einer Pflegeeinrichtung. Ihre Darstellung in den so genannten Transparenzberichten sollen die Leistungen von Einrichtungen der ambulanten, teil- und vollstationären Pflege und die Qualität dieser Leistungen für pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und vergleichbar machen. Die Noten geben das Ergebnis der Qualitätsprüfungen durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen nach §§ 114 ff SGB XI wieder. Alle Pflegeheime und Pflegedienste in Deutschland werden regelmäßig im Abstand von höchstens einem Jahr unangemeldet geprüft werden[1]. Das Bundessozialgericht hat die Veröffentlichung der Pflegenoten im Internet nicht für verfassungsrechtlich bedenklich erachtet.[2]
Kriterien für die Benotungen[Bearbeiten]
Die Pflegekassen, die Träger der Pflegeeinrichtungen und die sonstigen Kosten- und Einrichtungsträger[3] haben miteinander vereinbart, für welche Bewertungskriterien Noten vergeben werden, wie diese Noten zu Gesamtnoten zusammengefasst werden und wie diese dann einheitlich dargestellt werden sollen[4]. Es gibt fünf Noten, und zwar von sehr gut bis mangelhaft.
Zunächst werden für 82 Bewertungskriterien bei den stationären bzw. für 49 Bewertungskriterien bei den ambulanten Pflegeinrichtungen Einzelnoten vergeben.
Die einzelnen Bewertungskriterien werden fünf bzw. vier unterschiedlichen Qualitätsbereichen zugeordnet, wobei sich jeweils ein Qualitätsbereich auf die Kundenzufriedenheit bezieht, die durch Befragung der Bewohner bzw. der Kunden ermittelt wird.
Sodann erhält jeder Qualitätsbereich eine Note, die aus den Einzelnoten der zu diesem Qualitätsbereich gehörenden Bewertungskriterien gebildet wird.
Schließlich werden die Noten für die einzelnen Qualitätsbereiche mit Ausnahme des Qualitätsbereichs Kundenzufriedenheit zu einer Gesamtnote zusammengefasst.
Dieser Gesamtnote wird die Durchschnittsnote im jeweiligen Bundesland als Vergleichswert gegenübergestellt.
Die Note für die Kundenzufriedenheit wird gesondert ausgewiesen und geht nicht in die Gesamtnote ein.
Stationäre Pflegeinrichtungen[Bearbeiten]
Für den stationären Bereich wird für fünf Qualitätsbereiche[5] jeweils eine Note vergeben, die aus den Einzelnoten der Bewertungskriterien gebildet werden. Aus den Noten der Bereiche 1. bis 4. wird die Gesamtnote gebildet. Die Note für die Kundenzufriedenheit wird gesondert ausgewiesen.
Qualitätsbereich 1: Pflege und medizinische Versorgung (35 Kriterien)
Sind Kompressionsstrümpfe / -verbände sachgerecht angelegt?
Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde / des Dekubitus nachvollziehbar?
Werden individuelle Ernährungsressourcen und Risiken erfasst?	Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Nahrungsversorgung durchgeführt?
Wird die erforderliche Mund- und Zahnpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?
Qualitätsbereich 2: Umgang mit demenzkranken Bewohnern (10 Kriterien)
Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt?
Gibt es identifikationserleichternde Milieugestaltung in Zimmern und Aufenthaltsräumen?
Qualitätsbereich 3: Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung (10 Kriterien)
Gibt es Aktivitäten zur Kontaktaufnahme / Kontaktpflege mit dem örtlichen Gemeinwesen?
Gibt es Hilfestellungen zur Eingewöhnung in die Pflegeeinrichtung (z. B. ezugspersonen,Unterstützung bei der Orientierung, Integrationsgespräch nach 6 Wochen)?
Qualitätsbereich 4: Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene (9 Kriterien)
Gegenständen und Erinnerungsstücken sowie die Entscheidung über ihre Platzierung möglich?
Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert (z. B. wird die Nahrung nur bei tatsächlicher Notwendigkeit klein geschnitten oder als passierte Kost serviert)?
Werden Speisen und Getränke in für die Bewohner angenehmen Räumlichkeiten und entspannter Atmosphäre angeboten?
Wird mit Ihnen der Zeitpunkt von Pflege- und Betreuungsmaßnahmen abgestimmt?
Fragen die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung Sie, welche Kleidung Sie anziehen möchten?
Schmeckt Ihnen das Essen i. d. R.?
Ambulante Pflegeeinrichtungen[Bearbeiten]
Im ambulanten Bereich wird für vier Qualitätsbereiche[6] jeweils eine Note vergeben, die aus den Einzelnoten der Bewertungskriterien gebildet werden. Für die Gesamtnote sind die Bereiche 1. bis 3. maßgeblich. Die Note Kundenzufriedenheit wird gesondert ausgewiesen.
Qualitätsbereich 1: Pflegerische Leistungen (17 Kriterien) Werden die individuellen Wünsche zur Körperpflege im Rahmen der vereinbarten Leistungserbringung berücksichtigt?
Wurde die vereinbarte Leistung zur Unterstützung bei Ausscheidungen / Inkontinenzversorgung nachvollziehbar durchgeführt?
Qualitätsbereich 2: Ärztliche verordnete pflegerische Leistungen (10 Kriterien) Basieren die pflegerischen Maßnahmen zur Behandlung der chronischen Wunden oder des Dekubitus auf dem aktuellen Stand des Wissens?
Wird die Blutdruckmessung entsprechend der ärztlichen Verordnung durchgeführt, ausgewertet und werden hieraus die erforderlichen Konsequenzen gezogen?	Werden bei beatmungspflichtigen Menschen Vorbeugemaßnahmen gegen Pilzinfektionen in der Mundschleimhaut, Entzündungen der Ohrspeicheldrüse und Lungenentzündung sachgerecht durchgeführt?
Wird mit Kompressionsstrümpfen / -verbänden sachgerecht umgegangen?
Wird die Katheterisierung der Harnblase entsprechend der ärztlichen Verordnung nachvollziehbar durchgeführt, dokumentiert und bei Komplikationen der Arzt informiert?	Wird die Stomabehandlung entsprechend der ärztlichen Verordnung nachvollziehbar durchgeführt, dokumentiert und bei Komplikationen der Arzt informiert?
Qualitätsbereich 3: Dienstleistung und Organisation (10 Kriterien)
Ist der Verantwortungsbereich / sind die Aufgaben für die leitende Pflegefachkraft geregelt?
Ist der Verantwortungsbereich / sind die Aufgaben für die Mitarbeiter in der Hauswirtschaft geregelt?
Befragung der Kunden (12 Kriterien)
Werden Sie von den Mitarbeitern des Pflegedienstes unterstützt / motiviert, sich teilweise oder ganz selber zu waschen?
Verfahren der Veröffentlichung[Bearbeiten]
Die geprüften Pflegeeinrichtungen erhalten die für die Veröffentlichung vorgesehenen Noten vorab. Sie können dann zum einen den Datensatz innerhalb von 28 Tagen um einrichtungsinterne Informationen - wie z. B. besondere Leistungsangebote oder vorliegende gleichwertige Prüfungsergebnisse- ergänzen. Zum andern haben sie die Möglichkeit, abweichende Auffassungen zu der Benotung zu äußern und versuchen, auf eine Änderungen der Noten hinzuwirken. [7].
Nach Ablauf der Frist werden die Pflegenoten sowohl im Internet (www.pflegenoten.de) als auch in anderer geeigneter Form kostenfrei veröffentlicht. Rechtsgrundlage für die Veröffentlichungen ist § 115 Abs. 1a SGB XI. Zudem muss jede Pflegeinrichtung das Datum der letzten Prüfung, eine Einordnung des Prüfergebnisses nach einer Bewertungssystematik sowie eine Zusammenfassung der Prüfergebnisse an gut sichtbarer Stelle in der Einrichtung aushängen[8].
Die Pflegenoten stehen in der Kritik, weil noch keine pflegewissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über Indikatoren der Ergebnis- und Lebensqualität vorliegen.
Viele Experten stellen den Nutzen der Benotung in Frage. Sie kritisieren, dass die Heimträger Einfluss auf die Aufstellung der Bewertungskriterien hatten. Der Münchenstift-Chef Gerd Peter erwartet von dieser „großen Transparenz-Offensive“ kein höheres Maß an Transparenz; die Benotungen dienten nur der Beruhigung. Die meisten Träger wollten einfach keine richtige Transparenz.[9]. Der Münchner Pflegekritiker Claus Fussek macht darauf aufmerksam, dass sich in der Pflegebranche bereits zahlreiche Berater tummelten, die Heimbetreiber zeigten, wie sie für schlechte Häuser gute Noten bekämen[10].
Der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Rheinland-Pfalz, Gundo Zieres, kritisiert die Systematik, nach der ein nicht sachgerechter Umgang mit Medikamenten wieder durch regelmäßige Mitarbeiterschulungen in erster Hilfe und Notfallmaßnahmen ausgeglichen und für die Gesamtnote neutralisiert werden könne. Oder der nicht angemessene Ernährungszustand von Bewohnern werde durch ordentliche schriftliche Verfahrensanweisungen in einem Aktenordner schön gerechnet.
Pflegequalität, Qualität - Qualitätsmanagement - Pflegequalitätssicherungsgesetz
Pflegefehler, Fehlerberichtssystem
Berufs- oder Klienten-Zufriedenheit, Kundenzufriedenheit
Diskussion:Pflegenoten
↑ § 114 Abs. 2 Satz 1 SGB X. Diese Qualitätsprüfungen erfolgen nach bestimmten Kriterien, die in den Qualitätsprüfungs-Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes vom 11. Juni 2009 festgelegt sind
↑ Bundessozialgericht, Urteil vom 16. Mai 2013 Az: B 3 P 5/12 R
↑ Vertragspartner der Vereinbarungen sind im einzelnen: der GKV-Spitzenverband als Spitzenverband der Pflegkassen, die Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene, die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände
↑ Vereinbarung nach § 115 Abs. 1a Satz 6 SGB XI über die Kriterien der Veröffentlichung sowie die Bewertungssystematik der Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung sowie gleichwertiger Prüfergebnisse in der stationären Pflege- Pflege-Transparenzvereinbarung stationär (PTVS)- vom 17. Dezember 2008 und Vereinbarung nach § 115 Abs. 1a Satz 6 SGB XI über die Kriterien der Veröffentlichung sowie die Bewertungssystematik der Qualitätsprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung sowie gleichwertiger Prüfergebnisse von ambulanten Pflegediensten- -Pflege-Transparenzvereinbarung ambulant(PTVA)- vom 29. Januar 2009
↑ siehe Anlage 1 der Pflege-Transparenzvereinbarung stationär (PTVS)
↑ siehe Anlage 1 der Pflege-Transparenzvereinbarung ambulant (PTVA)
↑ In den Vereinbarungen (jeweils Anlage 4) heißt es wörtlich: Innerhalb dieser Frist können Hinweise zu der Veröffentlichung gegeben werden und sollen auch strittige Fragen ... geklärt werden.
↑ § 115 Abs. 1a Satz 4 SGB X
↑ Wie seriös sind die neuen Pflegeheim-Zeugnisse?, tz, 14. Jan. 2009
↑ Tagesspiegel vom 9. Oktober 2009 (Internetausgabe)
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