Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Naumburg&Datum=05.04.2004&Aktenzeichen=1%20U%20105/03
Timestamp: 2019-11-21 18:21:42
Document Index: 308727775

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 847', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Naumburg, 05.04.2004 - 1 U 105/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,6495
OLG Naumburg, 05.04.2004 - 1 U 105/03 (https://dejure.org/2004,6495)
OLG Naumburg, Entscheidung vom 05.04.2004 - 1 U 105/03 (https://dejure.org/2004,6495)
OLG Naumburg, Entscheidung vom 05. April 2004 - 1 U 105/03 (https://dejure.org/2004,6495)
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Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld wegen Verletzung seines Selbstbestimmungsrechts; "Gerade So" Einhalten der Ante'schen Regel; Handwerkliche Fehler bei der Herstellung, Einsetzung und Bearbeitung von (Zahn) Brücken; Aufklärungsunterlassen durch Zahnarzt; ...
Aufklärung über Alternativen
BGB § 823 Abs. 1; BGB § 847
Verpflichtung des Zahnarztes zur Äuflklärung über verschieden in Betracht kommende Alternativen der Versorgung einer Zahnlücke
Arztrecht - Aufklärung über Behandlungsalternativen bei prothetischer Versorgung
LG Halle, 07.11.2003 - 7 O 320/02
VersR 2004, 1460
Stehen aber mehrere Wege zur Verfügung, die sich in ihren Belastungen, Risiken und Erfolgschancen wesentlich unterscheiden, muss der dem Patient davon Mitteilung machen, damit dieser selbst prüfen kann, was in seiner persönlichen Situation sinnvoll ist und worauf er sich einlassen will (…BGH aaO.; BGH VersR 1988, 190, 191; OLG-R Hamburg 2000, 250; OLG Köln VersR 1999, 1498 f.; OLG Naumburg VersR 2004, 1460 ).
Da die nötige Aufklärung unterblieb, fehlt die Legitimation für die Behandlung, so dass der Klägerin deshalb ein Schmerzensgeld und die grundsätzliche Berechtigung auf materiellen Schadensersatz zuzubilligen sind (OLG Naumburg VersR 2004, 1460, 1461).
Der vorliegende Fall ist vergleichbar mit der Entscheidung des OLG Naumburg (VersR 2004, 1460), das bei einem Verstoß gegen die Aufklärungspflicht eines Zahnarztes bei der Versorgung einer Zahnlücke durch eine nicht erfolgte Aufklärung über Behandlungsalternativen ein Schmerzensgeld von 2.000,00 EUR zuerkannt hat, wobei die Behandlung insgesamt über einen Zeitraum von 3 Monaten andauerte und der dortige Kläger über einen Zeitraum von 6 Wochen eine die Mundsituation funktional und physisch verschlechternde Brückenkonstruktion tragen musste.
Anders ist es lediglich dann, wenn mehrere Wege zur Verfügung stehen, die sich in ihren Belastungen, Risiken und Erfolgschancen wesentlich unterscheiden; dann ist der Patient davon in Kenntnis zu setzen, damit er selbst prüfen kann, was in seiner persönlichen Situation sinnvoll ist und worauf er sich einlassen will (BGH VersR 1988, 190; BGH GesR 2015, 160; OLGR Hamburg 2000, 250; OLG Naumburg VersR 2004, 1460).
Die Beklagten durften der Klägerin daher nicht nur zur Versorgung mit einem fest sitzenden Zahnersatz nach Le Fort-I-Osteotomie raten, sondern sie hatten ihr auch andere Versorgungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die sich davon in der Belastung, den Risiken und Chancen wesentlich unterschieden (Senat, Urteil vom 5. April 2004, 1 U 105/03 - zitiert in juris; OLG Koblenz…, Urteil vom 4. April 2000, 1 U 1285/98 - zitiert in juris Rdn. 42; Urteil vom 20. Juli 2006, 5 U 180/06 - zitiert in juris;… Martis/Winkhart, Arzthaftungsrecht, 3. Aufl., Rdn. A 1449).
Da sich eine Laparotomie jedoch als konkrete Alternative mit verschiedenen Belastungen und Erfolgschancen anbot, musste er die Patientin darüber unterrichten, damit diese selbst prüfen konnte, was in ihrer persönlichen Situation sinnvoll war und worauf sie sich einlassen wollte (…BGH aaO.; BGH VersR 1988, 190, 191; OLG-R Hamburg 2000, 250; OLG Köln VersR 1999, 1498; OLG Naumburg VersR 2004, 1460 ).
Allerdings ist er gehalten, auf adäquate zielführende Alternativen aufmerksam zu machen, die sich in ihren Belastungen, Risiken und Erfolgschancen wesentlich unterscheiden (BGH VersR 1988, 190 ; OLG Naumburg VersR 2004, 1460 ).