Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20C%2036.07
Timestamp: 2019-03-24 14:09:59
Document Index: 83121784

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 24', '§ 40', '§ 47', '§ 4', '§ 45', '§ 45', 'Art. 46', '§ 4']

Rechtsprechung: 7 C 36.07 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 06.03.2007
BImSchG § 17 Abs. 1 Satz 2, § 24 Satz 1, §§ 40, 45 Abs. 1, § 47 Abs. 1 und 2; 22. BImSchV § 4 Abs. 1; StVO § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3, Abs. 1b Nr. 5, Abs. 9
Anspruch auf Verkehrsbeschränkung; Anspruch auf Minderung anlagenbezogener Schadstoffemissionen; Feinstaubpartikel; Luftreinhaltung; Aktionsplan; Immissionsgrenzwert; Gesundheitsschutz; Gefahrenabwehr; Vorsorge; Aufgabennorm; Straßenverkehrsbeschränkung.
Bestehen eines Abwehrrechts gegen gesundheitliche Beeinträchtigungen durch planunabhängige Maßnahmen; Überschreitungen des Immissionsgrenzwerts für Feinstaubpartikel PM10; Geeignetheit einer Maßnahme zur Verminderung von Feinstaubimmissionen; Anspruch auf straßenverkehrsrechtliche Anordnungen zur Reduzierung von Feinstaubimmissionen; Verbot des Lkw-Durchgangsverkehrs im innerstädtischen Bereich
Anspruch auf Verminderung von Feinstaubbelastungen
Immissionsschutzrecht - Anspruch auf Verkehrsbeschränkung; Anspruch auf Minderung anlagenbezogener Schadstoffemissionen; Feinstaubpartikel; Luftreinhaltung; Aktionsplan; Immissionsgrenzwert; Gesundheitsschutz; Gefahrenabwehr; Vorsorge; Aufgabennorm; Straßenverkehrsbeschränkung
München und der Feinstaub Bundesverwaltungsgericht: Die Stadt darf nicht warten, bis der Freistaat etwas unternimmt
München hat die Verkehrsbeschränkung zur Verringerung gesundheitsschädlicher Feinstaub-Immissionen zu unrecht abgelehnt
Feinstaub-Betroffener kann Einschreiten der Behörde verlangen
Feinstaub-Urteil: BVerwG definiert Rechtsanspruch auf saubere Luft - VGH München muss Verkehrsbeschränkungen zur Abwehr von Feinstaubimmissionen müssen erneut prüfen
Feinstaub-Streit // Münchner verlangt Beschränkungen für Dieselfahrzeuge
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 27.09.2007, Az.: 7 C 36.07 (Straßenverkehrsrecht und Immissionsschutzrecht; Anspruch auf planunabhängige verkehrsbeschränkende Maßnahmen...)" von Adolf Rebler, original erschienen in: SVR 2008, 316 - 317.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 27.09.2007, Az.: 7 C 36.07 (Dritter hat ein Recht auf Abwehr seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen)" von Prof. Dr. Michael Kotulla, M.A., und WissMit. Michael Rolfsen, original erschienen in: JZ 2009, 209 - 211.
Kurznachricht zu "Der Feinstaubschleier lichtet sich - rechtlich II" von Ass. Holger Wöckel, original erschienen in: NuR 2008, 32 - 34.
BVerwGE 129, 296
NJW 2007, 3591
NVwZ 2007, 1425
DVBl 2007, 1497
DÖV 2008, 156
Unverhältnismäßige oder aus anderen Gründen rechtswidrige Maßnahmen muss und darf die zuständige Behörde nicht ergreifen (BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07 - BVerwGE 129, 296 Rn. 26).
- Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296 - ergibt sich nichts anderes.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 22, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 23.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 30, 38 und 40.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 38.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 27, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9.06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 30 f.
vgl. BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 30, sowie Beschluss vom 29. März 2007 - 7 C 9/06 -, BVerwGE 128, 278, juris Rn. 31.
vgl. Bayerischer VGH, Urteil vom 18. Mai 2006 - 22 BV 05.2461 -, NVwZ 2007, 230, juris Rn. 28, sowie nachfolgend BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07-, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 32.
vgl. Bayerischer VGH, Urteil vom 18. Mai 2006 22 BV 05.2461 -, NVwZ 2007, 230, juris Rn. 33, sowie nachfolgend BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07-, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 42.
vgl. Bayerischer VGH, Urteil vom 18. Mai 2006 - 22 BV 05.2461 -, NVwZ 2007, 230, juris Rn. 34, sowie nachfolgend BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07-, BVerwGE 129, 296, juris Rn. 42.
Ein Verbot des Lkw-Durchgangsverkehrs scheidet nicht deshalb aus, weil eine weiträumige Umleitung nicht an allen Straßen zeitgleich verwirklicht werden kann (Anschluß an BVerwGE 129, 296 - 307 Rn 35).
Ist hierfür nur ein Autobahnring geeignet, muss ein großräumiges Verbot ausgesprochen werden (BVerwGE 129, 296-307, Rn. 34).
Denn sie haben ein eigenes Interesse daran, dass der Lkw-Durchgangsverkehr nicht in ihre Gemeinden verlagert wird (vgl. BVerwGE 129, 296-307, Rn. 35).
Auch könnte der Beklagte die Aufsichtsbehörde beteiligen (vgl. BVerwGE 129, 296-307, Rn. 35).
Schließlich kann von einem Verbot des Lkw-Durchgangsverkehrs nicht abgesehen werden, falls dieses (zunächst) nicht an allen Straßen verwirklicht werden kann (BVerwGE 129, 296-307, Rn. 35).
Insoweit hat der Senat entschieden, dass Grenzwerte auch dann einzuhalten sind, wenn ein Aktionsplan nicht aufgestellt worden ist (BVerwG, Urteil vom 27. September 2007 - 7 C 36.07 - BVerwGE 129, 296 Rn. 25).
Aufgrund dieser verschiedenartigen Regelungsansätze trifft das Unionsrecht keine unmittelbare Aussage dazu, welche Zusatzimmissionen an Luftschadstoffen durch ein bestimmtes Genehmigungsvorhaben im Rahmen der Zulassung einer einzelnen Anlage noch als irrelevant toleriert werden können (…vgl. zum Ganzen: BVerwG, Urt. v. 26.05.2004 - 9 A 6.03 - BVerwGE 121, 57, 61;… vgl. BVerwG, Urt. v. 18.11.2004 - 4 CN 11.03 -, BVerwGE 122, 207, juris Rn. 37; BVerwG, Urt. v. 27.09.2007 - 7 C 36.07 - BVerwGE 129, 296, juris; jeweils zum Planungsrecht;… Hess.VGH, Urt. v. 24.09.2008 a.a.O. juris Rn. 95 f.;… OVG NRW, Urt. v. 09.12.2009 - 8 D 12/08.AK - juris Rn 181 ff.;… Bruckmann/Strecker in Landmann/Rohmer a.a.O. Band IV Vorbem. zur 39 Rn. 63 ff.; Hansmann, NVwZ 2003, 266, 267; Jarass, NVwZ 2003, 257, 259).
Die durch das Gemeinschaftsrecht gewährte Freiheit der Wahl zwischen den zur Einhaltung der Grenzwerte geeigneten Mitteln, die auch durch die Regelungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und der 22. BImSchV nicht beschränkt wird, gilt jedoch auch insoweit und schließt eine Verpflichtung der Behörde, die Einhaltung der Grenzwerte vorhabenbezogen zu garantieren, aus (BVerwG, Urteile vom 26.05.2004 - 9 A 6.03 -, BVerwGE 121, 57 [61] und vom 27.09.2007 - 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296).
Mit am 28. März 2008 beim Verwaltungsgerichtshof eingegangenem Schriftsatz, auf den im Übrigen Bezug genommen wird, verwies der Antragstellerbevollmächtigte auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. September 2007 (Az. 7 C 36.07) und stützte den geltend gemachten Anspruch wegen der Lärm- und Abgasbelastung in der Straße "A. d. S." auf § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StVO und Art. 46 Nr. 2 BayStrWG.
Hieran hält der Senat im vorliegenden Fall auch unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. September 2007 (a.a.O.) fest.
Es kann dahinstehen, ob diese vor der Entscheidung des BVerwG vom 27. September 2007 (a.a.O.) formulierte Rechtsauffassung weiter Gültigkeit haben kann, denn das genannte Urteil des BVerwG bezog sich auf die Luftreinhaltung und insoweit sind vorliegend, wie bereits dargelegt, die einschlägigen Grenzwerte der 22. BImSchV eingehalten.
Zwar dient der in § 4 Abs. 4 der Verordnung über Immissionswerte über Schadstoffe in der Luft - 22. BImSchV - bestimmte Immissionsgrenzwerte für Feinstaubpartikel PM 10 dem Schutz der menschlichen Gesundheit und damit auch dem Schutz eines individualisierbaren Personenkreises in von unzulässigen Grenzwertüberschreitungen betroffenen Gebieten (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.09.2007 - 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296 = NVwZ 2007, 1425).
Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, beim Überschreiten der Grenzwerte Hoheitsträger auch zur Vornahme planunabhängiger Maßnahmen zur Minderung von Schadstoffimmissionen durch Feinstaubpartikel in Anspruch zu nehmen (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.09.2007 - 7 C 36.07 -, BVerwGE 129, 296 = NVwZ 2007, 1425).
Da zu den Schutzgütern der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auch der hier geltende gemachte Schutz der Individualrechtsgüter Leben und Gesundheit gehört, wäre die Klagebefugnis der Kläger nur dann eindeutig zu verneinen, wenn feststünde, dass keine geeigneten und verhältnismäßigen Verkehrsanordnungen in Betracht kämen (vgl. BVerwG, Urteil vom 27.09.2007 - 7 C 36.07 - Rdn. 33).
VG Gelsenkirchen, 11.02.2009 - 14 K 884/08
BVerwG, 06.03.2007 - 7 B 54.06 (7 C 36.07)
Überschreitung des Immissionsgrenzwertes der 22. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) für Partikel PM10