Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.10.2004&Aktenzeichen=XI%20ZR%20255%2F03
Timestamp: 2017-12-12 00:54:31
Document Index: 384921151

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 3', '§ 164', '§ 171', '§ 172', '§ 171', '§ 172', '§ 9', '§ 3', '§ 164', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 171', '§ 3', '§ 164', '§ 171', '§ 172', '§ 3', '§ 164', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 19', '§ 29', '§ 39', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 172', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 171', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.10.2004 - XI ZR 255/03 - dejure.org
VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2; BGB § 164, § 171, § 172
Vorliegen eines Realkreditvertrages bei einem finanzierten Grundstücksgeschäft; Behandlung eines Treuhänders als echten Vertreter auf Grund eines persönlichen Vertrauensverhältnisses; Einschränkungen der Anwendung von § 171 und § 172 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zugunsten einer kreditgebenden Bank durch Anwendung von § 9 des Verbraucherkreditgesetzes (VerbrKrG) bei Vorliegen einer nichtigen Vollmacht; Aufklärungs- und Hinweispflicht eines Treuhänders auf Risiken eines Darlehensvertrages bei Vorliegen eines "verbundenen Geschäfts"; Abschluss eines Darlehensvertrages zwecks Erwerbs einer Eigentumswohnung als verbundenes Geschäft; Beratungspflichten eines Treuhänders nach dem Rechtsberatungsgesetz (RBerG); Vorlage einer notariellen Vollmachtsurkunde eines Treuhänders bei Abschluss eines Darlehensvertrages
Anwendbarkeit der Grundsätze über die Duldungs- und Anscheinsvollmacht zu Gunsten der Bank bei Nichtigkeit der Treuhändervollmacht zum kreditfinanzierten Erwerb eines Immobilienfondsanteils (XI. gegen II. Zivilsenat)
VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2; BGB §§ 164, 171, 172, 358, 492 Abs. 1a BGB n.F.; RBerG § 1
Realkreditvertrag auch bei Grundschuldübernahme zur Kaufpreisfinanzierung
Vorliegen eines Realkreditvertrags i.S.d. § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrKrG auch dann, wenn der Erwerber ein bestehendes Grundpfandrecht übernimmt; zur Frage der Anwendung der 171, 172 BGB zugunsten der kreditgebenden Bank in den Fällen nichtiger Vollmacht des gegen das Rechtsberatungsgesetz verstoßenden Treuhänders
Finanziertes Grundstücksgeschäft als Realkreditvertrag i.S.v. § 3 II Nr. 2 VerbrKrG; Rechtsscheinvollmacht nach §§ 171, 172 BGB im Immobilienstrukturvertrieb ("Schrottimmobilien"): kein Ausschluß bei Vorliegen eines "verbundenen" Geschäfts
VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2; BGB § 164 § 171 § 172
Begriff des Realkreditvertrages bei einem finanzierten Grundstücksgeschäft; Wirksamkeit von einem Treuhänder abgegebener Willenserklärungen
Realkredit bei finanziertem Grundstücksgeschäft
Anwendbarkeit der Grundsätze über die Duldungs- und Anscheinsvollmacht zugunsten der Bank bei Nichtigkeit der Treuhändervollmacht zum kreditfinanzierten Erwerb eines Immobilienfondsanteils (XI. gegen II. Zivilsenat)
VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2; BGB §§ 164, 171, 172; RBerG Art. 1 § 1
Anwendbarkeit der Grundsätze über die Duldungs- und Anscheinsvollmacht zu Gunsten der Bank bei Nichtigkeit der Treuhändervollmacht zum kreditfinanzierten Immobilienerwerb (XI. gegen II. Zivilsenat)
Bauherrenmodelle; Rechtsschein einer nichtigen notariellen Vollmachtsurkunde; grundpfandrechtlich gesicherte Verbraucherdarlehen
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 26.10.2004, XI ZR 255/03" von Notar Michael Volmer, original erschienen in: ZfIR 2005, 145 - 152.
Zusammenfassung von "Freier Kapitalanlagenmarkt: Bewusste und eigenverantwortliche Entscheidung von Anlegern" von RA Notar Dr. Klaus Wagner, FAStR, original erschienen in: DStR 2005, 1449 - 1454.
BGHZ 161, 15
NJW 2005, 664
ZIP 2005, 69
MDR 2005, 464
DNotZ 2005, 208
NZM 2005, 274
WM 2005, 127
DB 2005, 605 (Ls.)
Wie der Senat für Kreditverträge zur Finanzierung des Erwerbs von Immobilien bereits entschieden und im einzelnen begründet hat (BGHZ 161, 15, 26 f. sowie Urteile vom 9. November 2004 - XI ZR 315/03, WM 2005, 72, 74 und vom 18. Januar 2005 - XI ZR 201/03, WM 2005, 375, 376), kommt es nach dem klaren Wortlaut des § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrKrG lediglich darauf an, ob das Darlehen nach dem Kreditvertrag von der Sicherung durch ein Grundpfandrecht abhängig gemacht wurde.
Auch die Eintragungsbewilligung nach § 19 GBO erfordert keine Beurkundung, sondern lediglich eine notarielle Beglaubigung der Unterschrift des Grundstückseigentümers (§ 29 Abs. 1 Satz 1 GBO), bei der eine Belehrung durch den Notar nicht vorgesehen ist (§ 39 BeurkG) und in der Regel auch nicht stattfindet (Senatsurteil BGHZ 161, 15, 27).
Für eine andere Betrachtungsweise besteht in Fällen wie dem vorliegenden auch aus Billigkeitsgründen kein Bedürfnis, weil der einzelne Anleger nach den Regeln über den Vollmachtsmissbrauch vor schädigenden Handlungen des Vertreters hinreichend geschützt wird (vgl. BGH, WM 2005, 72, 74; WM 2005, 127, 131; WM 2005, 1520, 1523).
An dieser Rechtsprechung hat er - wie er mit Urteilen vom 26. Oktober 2004 (XI ZR 255/03, WM 2005, 127, 130 f.) und vom 9. November 2004 (XI ZR 315/03, WM 2005, 72, 73 ff.) im Einzelnen ausgeführt hat - auch unter Berücksichtigung der Entscheidungen des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 14. Juni 2004 (II ZR 393/02, WM 2004, 1529, 1531 und II ZR 407/02, WM 2004, 1536, 1538), und zwar auch unter Berücksichtigung der dort erörterten Frage der Schutzwürdigkeit der finanzierenden Banken (WM 2004, 1529, 1531 und WM 2004, 1536, 1538), ausdrücklich festgehalten (vgl. a. BGH - XI. ZS -, WM 2005, 327; WM 2005, 828, 831; WM 2005, 1520; BKR 2005, 501, 502).
Ob der Kläger die Grundschuld selbst bestellt hat, ist nach dem eindeutigen Wortlaut des § 3 Abs. 2 Nr. 2 VerbrKrG ohne Belang (vgl. BGH, WM 2005, 72, 74; WM 2005, 127, 130 f.; WM 2005, 1520, 1523).
Sowohl die vor Erlass des angefochtenen Urteils des Landgerichts ergangenen Urteile des Bundesgerichtshofs vom 18. September 2001 (XI ZR 321/00, WM 2001, 2113, 2115), vom 18. März 2003 (XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 920), vom 2. Dezember 2003 (XI ZR 53/02, WM 2004, 417, 421 f.), vom 22. Oktober 2003 (IV ZR 33/03, WM 2003, 2375, 2379) und vom 10. März 2004 (IV ZR 143/03, WM 2004, 922, 924), als auch die nach Erlass der angefochtenen Entscheidung veröffentlichten Urteile des Bundesgerichtshofs vom 8. Oktober 2004 (V ZR 18/04, WM 2004, 2349, 2352 f.), vom 26. Oktober 2004 (XI ZR 255/03, WM 2005, 127, 132) und vom 9. November 2004 (XI ZR 315/03, WM 2005, 72, 75), vom 11. Januar 2005 (XI ZR 272/03, WM 2005, 327, 329) und vom 17. Juni 2005 (V ZR 78/04, WM 2005, 1764, 1765) betreffen umfassende Vollmachten für Steuerberatungsgesellschaften.
Der danach im Streitfall anwendbare § 172 Abs. 1 BGB setzt voraus, dass der Beklagten spätestens bei Abschluss der Darlehensverträge eine Ausfertigung der die Geschäftsbesorgerin als Vertreterin des Klägers ausweisenden notariellen Vollmachtsurkunde vorlag (st. Rspr., vgl. z. B. BGHZ 102, 60, 63; BGH, WM 2005, 72, 75; WM 2005, 127, 131, WM 2005, 327; WM 2005, 786, 787 ; WM 2005, 828, 832; WM 2005, 1520, 1523; BKR 2005, 501, 503).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der erkennende Senat folgt, genügt deshalb die Vorlage der in dem notariell beurkundeten Geschäftsbesorgungsvertrag enthaltenen Vollmacht; der Vorlage einer Ausfertigung der notariell beurkundeten Annahme des Vertragsantrags der Erwerber durch die Geschäftsbesorgerin bedarf es nicht (vgl. BGH, WM 2004, 1127, 1128; WM 2005, 127, 131; WM 2005, 72, 75; vgl. a. OLG Düsseldorf -6. ZS -, WM 2005, 881, 883).
Das gilt unabhängig davon, ob die Vollmacht von Anfang an wirksam ist oder ob sie - wie hier - nur nach §§ 171 ff BGB als gültig zu behandeln ist (vgl. BGH, WM 2005, 127, 132).
Einem wirksamen Widerruf des Darlehensvertrages steht entgegen, dass es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Falle des Vertragsschlusses durch einen Stellvertreter darauf ankommt, ob der Vertreter (hier also der Geschäftsbesorger) zum Abschluss des Darlehensvertrages in einer Haustürsituation bestimmt worden ist (vgl. BGHZ 144, 223, 226 ff. = WM 2000, 1250; BGH, WM 2000, 1247, 1248 f.; WM 2003, 918, 921; WM 2003, 1064, 1065; WM 2003, 2328, 2331; WM 2004, 417, 420; WM 2005, 127, 132; WM 2005, 1520, 1522).
Die Zulassung der Revision kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Senat BGHZ 161, 15, 18 und Urteil vom 26. September 2006 - XI ZR 156/05, WM 2006, 2351 m.w.Nachw.) auf einen tatsächlichen oder rechtlich selbständigen Teil des Gesamtstreitstoffs beschränkt werden, der Gegenstand eines Teilurteils sein kann.
Hierfür reicht es nicht aus, dass die kreditgebende Bank zugleich Kreditgeberin des Bauträgers oder Verkäufers einer Immobilie ist oder ihm eine globale Finanzierungszusage erteilt hat (BGHZ 161, 15, 21; BGH, Senatsurteil vom 27. Januar 2004 - XI ZR 37/03, WM 2004, 620, 624).
Sofern in dieser Formulierung eine inhaltliche Beschränkung der Zulassung der Revision zu sehen sein sollte, die über eine Beschränkung der Revisionszulassung auf die Beklagte hinausgeht, wäre diese Beschränkung unwirksam mit der Folge, dass die Revision - für die Beklagte - unbeschränkt zulässig ist (st.Rspr., z.B. BGH, Urteil vom 26. Oktober 2004 - XI ZR 255/03, NJW 2005, 664 unter A m.w.Nachw.).
BGH, 02.02.2016 - XI ZR 81/15
Beschränkung der Revisionszulassung; Ausgleichsanspruch unter Mitbürgen in Fällen …
Beschränkung des Gesamtstreitstoffs auf einen tatsächlich und rechtlich …
OLG Naumburg, 25.11.2005 - 2 W 37/05
Wirksamkeit eines Rücktrittsvorbehaltes im Rahmen eines Vergleichsvertrages