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Timestamp: 2019-12-10 02:34:21
Document Index: 228533186

Matched Legal Cases: ['§212', '§24', '§223', '§212', '§223', '§211', '§24']

klein StR Konstanz WiSe 08/09
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Verfasst am: 22 März 2009 - 00:24:31 Titel: klein StR Konstanz WiSe 08/09
Ich habe bei meiner Hausarbeit einige Probleme, die ich auch durch lange Diskussion mit meinen Kommilitonen nicht genau klären konnte. Zum Sachverhalt:
X stiftet aus Habgier den Y an, den Onkel des X, W, zu töten, weil er ein Erbe erwartet. Er verspricht dem Y einen Anteil daran, Y lässt sich aber nur deswegen überreden, weil er dem X noch einen Gefallen schuldet.
Y kennt selber den W und weiss, dass er immer einen bestimmten Weg langgeht. Er legt sich dort in einem Busch auf die Lauer, verwechselt aber im Dunklen den W mit einem ähnlich aussehenden Passanten P und schiesst ihn nieder. Als er dies bemerkt, ruft er anonym den Notarzt. P überlebt seine lebensgefährliche Verletzung wegen der Verarztung.
Am nächsten Tag will Y, immernoch entschlossen den W zu töten, den W von hinten mit einem Stockschlag auf den Kopf umbringen. X kommt dann aber zufällig vorbei und schreitet ein, weil er seinen ursprünglichen Entschluss, dass W sterben sollte, aufgegeben hat: Er lenkt den Schlag des Y so um, dass nicht der Kopf sondern nur der Arm getroffen wird.
X hätte den Schlag aber auch ganz ablenken können, aber er wollte dem W zumindest einen Denkzettel erteilen.
Unstreitig ist denke ich mal der Y im ersten Tatkomplex, §§212,211, 22, 23 StGB und dann nach §24 I S.1 Var. 2 StGB (beendeter) zurückgetreten.
Als Mordmerkmal liegen Heimtücke und niedrige Bwg. vor.
Error in Persona war unbeachtlich. §§223,224 Nr. 2,3,5 StGB komplett bejaht.
Dann der X : Ich habe ihn nach §§212,211,26 StGB geprüft weil eigentlich keine Hinweise auf mögliche mitt. Täterschaft gegeben sind.
Inwiefern muss ich trotzdem auf die Abgrenzungskriterien eingehen?
Wie wichtig ist der Streit um das "bestimmen" des Anstifters? Ich habe ihn glaubich zu ausfürlich gemacht.
Wie wichtig ist der Streit um die besondere Verwerflichkeit bei Heimtücke?
Auf was muss ich beim Anstifter abstellen, dass er selbst in seiner Person das MM Habgier verwirklicht oder dass er dazu anstiftet?
Dann der error in persona beim Anstifter: Ist ja bis heute noch sehr umstritten, wenn ich das richtig sehe. Rose-Rosahl-Fall und Hoferben-Fall hab ich bereits zur Rate gezogen.
Ich würde mich gern über die Individualisierungstheorie für eine aberratio-ictus-Lösung entscheiden, weil der Anstifter ja das Opfer hinreichend individualisiert. Kann man das so lösen?
Wenn ja, wie prüfe ich die versuchte Anstiftung nach 30 I richtig? Denn er hat ja nicht versucht ihn zu bestimmen, sondern hats ja im Endeffekt ja schon geschafft.
Und würde ich jetzt hier nur 229 StGB prüfen oder auch 222 StGB?
Zum zweiten Tatkomplex eigentlich nur eine Frage:
Ich würde A nach §§223,224 Nr.2,3,5 StGB prüfen und dann an der Zurechenbarkeit zwecks Risikoverringerung ausscheiden lassen und weiterhin §§211,212,26 StGB wieder prüfen, aber hier nach §24 II StGB zurücktreten lassen (dann Denkzettel-Problematik).
Könnte ich auch das Ablenken des Stocks auch als Unterlassen prüfen? Denn dann könnt ichs bejahen (denke ich).
In den Lehrbüchern stand, dass ein Abbruch eigener Rettungsmaßnahmen als aktives Tun beurteilt wird. Aber unter den Beispielen war nichts dabei, wo bereits eine "halbe" Rettungsmaßnahme dabei war.
Das wärs fürs erste, könnt ihr mir bei meinen Fragen helfen bzw. Anmerkungen, was ihr von der bisherigen Prüfung haltet?
Verfasst am: 23 März 2009 - 17:43:02 Titel: