Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.03.2012&Aktenzeichen=IX%20ZR%2035%2F11
Timestamp: 2017-09-25 20:46:44
Document Index: 318738431

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 289', '§ 717', '§ 226', '§ 242', '§ 289', '§ 293', '§ 301', '§ 242', '§ 294', '§ 717', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', 'BGH', '§ 226', 'BGH', '§ 288', 'BGH', 'BGH', '§ 226', 'BGH']

BGH, 15.03.2012 - IX ZR 35/11 - dejure.org
BGB §§ 289, 293, 301, 226, 242; ZPO § 717 Abs. 3
§ 226 BGB, § 242 BGB, § 289 BGB, § 293 BGB, § 301 BGB
Anspruch eines Gläubigers auf Verzugszinsen nach Erwirkung eines rechtskräftigen Berufungsurteils bei Zurückweisung der ihm zur Abwendung der Zwangsvollstreckung angebotenen Zahlung des Schuldners
Anspruch des Gläubigers, der ein nicht rechtskräftiges Berufungsurteil erwirkt hat, auf fortlaufende Verzugszinsen, wenn er weder vollstreckt noch die zur Abwendung der Zwangsvollstreckung angebotene Zahlung annimmt
BGB § 242; BGB § 294; ZPO § 717 Abs. 3
Urteil wird nicht vollstreckt: Anspruch auf Verzugszinsen?
Anspruch eines Gläubigers mit nicht rechtskräftigem Titel auf Verzugszinsen trotz Ablehnung einer Zahlung zur Abwendung der Zwangsvollstreckung
Gläubiger mit nicht rechtskräftigem Titel kann Vorbehaltszahlung ablehnen und weiterhin volle Zinszahlung verlangen
Kein Annahmeverzug bei Leistung unter Vorbehalt der Rückforderung! (IBR 2012, 1105)
LG Karlsruhe, 15.12.2009 - 2 O 183/09
NJW 2012, 1717
ZIP 2012, 2131 (Ls.)
AnwBl 2012, 665
BauR 2012, 1151
Dasselbe gilt für Leistungen, die zur Abwendung der Zwangsvollstreckung aus einem vorläufig vollstreckbaren Titel erbracht werden (BGH, Urteile vom 8. Mai 1985 - IVa ZR 138/83, BGHZ 94, 268, 274;… vom 9. Februar 2011 - VIII ZR 155/10, NJW 2011, 1135 Rn. 11; vom 15. März 2012 - IX ZR 35/11, NJW 2012, 1717 Rn. 7;… vom 14. März 2014 - V ZR 115/13, aaO; jeweils mwN; BGH, Beschlüsse vom 25. Mai 1976 - III ZB 4/76, WM 1976, 1069 unter [3] b; vom 21. September 2005 - XII ZR 256/03, NJW-RR 2006, 16 unter II 2; ebenso bereits RGZ 29, 379, 382).
Eine Rechtsausübung ist unabhängig vom Vorliegen der Voraussetzungen des § 226 BGB missbräuchlich, wenn sie beachtliche Interessen eines anderen verletzt, ihr aber kein schutzwürdiges Eigeninteresse zugrunde liegt (st. Rspr. des BGH, siehe nur Urteil vom 15. März 2012 - IX ZR 35/11 - Rdnr. 10 m.w.N.).
Eine Rechtsausübung ist unabhängig vom Vorliegen der Voraussetzungen des § 226 BGB missbräuchlich, wenn sie beachtliche Interessen eines anderen verletzt, ihr aber kein schutzwürdiges Eigeninteresse zugrunde liegt (vgl. die st. Rspr. des BGH, etwa Urteil vom 15.03.2012, Az. IX ZR 35/11, Rn. 10 m.w.N.).
Es entspricht indessen der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, dass eine freiwillige Zahlung zur Abwendung der Zwangsvollstreckung aus einem vorläufig vollstreckbaren Titel in Höhe der erbrachten Leistung den Verzug mit der Geldschuld beendet und insoweit die Verpflichtung zur Zahlung von Verzugs- oder Prozesszinsen (§§ 288, 291 BGB) entfallen lässt (grundlegend BGH Urteil vom 24. Juni 1981 - IVa ZR 104/80 - NJW 1981, 2244 f.; BGH Urteile vom 7. Oktober 1982 - VII ZR 163/81 - WM 1983, 21, 22 und vom 15. März 2012 - IX ZR 35/11 - NJW 2012, 1717 Rn. 11 mwN;… vgl. auch BAG NZA 2008, 757 Rn. 16).
Eine Rechtsausübung ist unabhängig vom Vorliegen der Voraussetzungen des § 226 BGB missbräuchlich, wenn sie beachtliche Interessen eines anderen verletzt, ihr aber kein schutzwürdiges Eigeninteresse zu Grunde liegt (st. Rspr. des BGH, siehe nur Urteil vom 15. März 2012 - IX ZR 35/11 - Rdnr. 10 m.w.N.).
Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung des Gebots der Rechtsschutzgleichheit …