Source: http://www.gaensewacht.de/index.php?view=article&id=115
Timestamp: 2019-03-21 02:50:23
Document Index: 213927267

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 7', '§ 8', '§ 7', '§ 6', '§ 4']

Centro-Jagd: Jagdrechtlich relevante Gesetzestexte
Dass das betreffende Gelände des "Centro" regulärer Jagdbezirk sein soll, wie gegenüber der Presse behauptet (siehe auch:http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/jaeger-im-centro-sorge-um-verschwundene-gans-johny-id8290548.html) erscheint angesichts der Gesetzeslage abwegig.
Vom Grundsatz her richtet sich die Zuordnung nach §§ 4-8 Bundesjagdgesetz. Das sagt in § 4, dass Jagdbezirke, in denen die Jagd ausgeübt werden darf, entweder Eigenjagdbezirke (§ 7) oder gemeinschaftliche Jagdbezirke (§ 8) sind. Eigenjagdbezirke sind nach § 7 „Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 Hektar an, …“. Gemeinschaftliche Jagdbezirke beziehen sich auf die Arrondierung kleinerer Flächen. Nach allgemeinem Verständnis sind Jagdbezirke aber Flächen, die land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich genutzt werden. Hierzu gibt es vermutlich deutliche Aussagen in den Jagdrechtskommentaren.
Wichtig ist, dass § 6 Bundesjagdgesetz ausführt „Auf Grundflächen, die zu keinem Jagdbezirk gehören, und in befriedeten Bezirken ruht die Jagd. Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden. Tiergärten fallen nicht unter die Vorschriften dieses Gesetzes.
Die Definition, was ein „befriedeter Bezirk“ ist, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. In NRW steht dies in § 4 des Landesjagdgesetzes :
Einkaufszentren oder Vergnügungsparks sind hier nicht erwähnt.
Somit ist anzunehmen , dass das Centro definitiv kein Jagdbezirk ist, möglicherweise sogar ein befriedeter Bezirk. Dann kann die untere Jagdbehörde nach Absatz 3 eine beschränkte Ausübung der Jagd allgemein oder im Einzelfall gestatten. Die Umstände, die zur Erteilung dieser Ausnahmegenehmigung führten, werden also kritisch zu hinterfragen sein.