Source: https://www.elo-forum.org/alg-ii/79652-rente-alg-ii.html?s=ffa250764d02868056ce6bc082757bfd
Timestamp: 2017-11-23 23:14:37
Document Index: 179547656

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 37', '§ 36', '§ 23', '§ 37', '§ 27', '§ 44']

Rente +ALG II, wie? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Start > Information > ALG II -> Rente +ALG II, wie?
Post #935417 (1)
Post #988107 (1)
19.09.2011, 20:57 #1
Rente +ALG II, wie?
mein Mann ist rückwirkend zum 1. 6. 2011 aufgrund von Schwerbeschädigung nun Rentner. Mir ist nicht ganz klar, wie es jetzt weiter geht. Unsere BG besteht aus 3 Personen, Mann, Frau u. Kind 2.
Kind 1 ist nicht in der BG nur in der Hausgemeinschaft. Die Rente ist mit 900 Euro zu niedrig. Also muss ergänzend ALG II beantragt werden.
Muss mein Mann den Antrag stellen oder ich. Wie wird die Rente verrechnet. Gibt es Vorteile, da mein Mann zu 100% schwerbehindert ist mit den Merkzeichen G,B,H. Ich habe eine Pflegestufe beantragt und würde die Pflege übernehmen, wird dieses Geld auf das ALG II als Einkommen angerechnet. Für eure Antworten möchte oich mich schon jetzt bedanken.
20.09.2011, 09:02 #2
AW: Rente +ALG II, wie?
20.09.2011, 16:05 #3
Bekommt Ihr denn im Moment kein ALGII?
Wenn nein, dann stell den Antrag, denn Du bist ja wohl die Person, die erwerbsfähig ist. Die Rente dürfte voll angerechnet werden, abzüglich des Versicherungsfreibetrages. Und Dein Mann hat noch, meiner Meinung nach, Anspruch auf 17% des Regelsatzes wegen Merkzeichen G. Das müssen die in der Berechnung berücksichtigen.
Zum Thema Pflegegeld weiß ich jetzt nichts genaues.
20.09.2011, 16:22 #4
Hallo zum Thema Pflegegeld lies bitte hier nach!
Pflegegeld musst du zwar angegeben, aber es wird nicht angerechnet.
Pflege (Randzifffer 11.111):
• nicht steuerpflichtige Einnahmen einer Pflegeperson für Leistungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung:
• Pflegegeld aus privater Pflegeversicherung (§§ 23 Abs. 1, 110 Abs. 1 Nr. 1 SGB XI),
• Pauschalbeihilfe nach den Beihilfevorschriften bei häuslicher Pflege, jedoch nicht Geldleistungen nach § 37 Abs.4 SGB V.
Angehörige, sittliche Verpflichtung (Randziffer 11.112):
Privilegiert werden diese Leistungen bei Pflege von Angehörigen. Angehörige sind der Ehegatte oder der Verlobte, Geschwister, Verwandte und Verschwägerte sowie Geschwister des Ehegatten und Ehegatten und Kinder von Geschwistern, auch Pflegeeltern und Pflegekinder. Eine sittliche Verpflichtung kann auch infolge innerer Bindungen z. B. als Stiefkind, Partner in eheähnlicher Gemeinschaft oder langjährige Haushaltshilfe angenommen werden, insbes. bei Vorliegen einer Haushaltsgemeinschaft. Im Übrigen kommt es vornehmlich auf langjährige Beziehungen oder soziale Bindungen an, z. B. bei Nachbarn.
nicht steuerpflichtige Einnahmen einer Pflegeperson für Leistungen der Grundpflege und
der hauswirtschaftlichen Versorgung, wenn Angehörige gepflegt werden, hierzu zählen
• Pflegegeld anstatt Pflegesachleistungen zur häuslichen Pflegehilfe (§ 36 Abs. 1
SGB XI), wenn damit die häusliche Pflege sichergestellt wird,
• Pflegegeld aus privater Pflegeversicherung (§§ 23 Abs. 1, 110 Abs. 1 Nr. 1
SGB XI) und die
• Pauschalbeihilfe nach den Beihilfevorschriften bei häuslicher Pflege, jedoch nicht
Geldleistungen nach § 37 Abs.4 SGB V.
20.09.2011, 18:43 #5
Und Dein Mann hat noch, meiner Meinung nach, Anspruch auf 17% des Regelsatzes wegen Merkzeichen G. Das müssen die in der Berechnung berücksichtigen.
Wir beziehen ALG II, dann müßten nach dieser Rechnung dann mehr ausgezahlt werden als bisher?
Bisheriger Regelsatz für BG: 761Euro + 184 Euro Kindergeld+Mietkosten.
Irgendwie ist es im Moment schwierig für mich. Mein Mann bekommt rückwirkend zum 1.6. volle Altersrente wegen Schwerbehinderung. Ist er dann noch Teil der BG oder nur Teil der Hausgemeinschaft? Diese 17 % beziehen sich auf den Regelsatz, aber durch die Rente fällt doch sein Regelsatz , meiner und der von Sohn 2 weg, weil durch Einkommen(Rente) abgedeckt. Nach meiner Rechnung wären dann noch Unterkunftskosten ungedeckt.
21.09.2011, 03:49 #6
Wenn dein Mann einen höheren Bedarf zugerechnet bekommt, dann benötigt er von seiner Rente mehr für sich selber. Dadurch wird von seiner Rente weniger an euch übertragen. Und die Familie muss mehr ALG 2 bekommen.
Von der Rente kann auch eine KfZ-Haftpflicht-Versicherung abgezogen werden.
Welches Einkommen hat denn Kind 1? Evtuell könnt ihr für Kind 1 Wohngeld beantragen.
21.09.2011, 22:14 #7
Kind 1 bezieht Bafög und ist deshalb nicht mehr in der Bedarfsgemeinschaft, nur noch Hausgemeinschaft oder wie sich das nennt. Habe gestern gelesen, das es bei Einkommen einen Grundfreibetrag gibt, der sich prozentual nach der Höhe des Einkommens richtet. Gilt dies auch für die Rente?
22.11.2011, 19:35 #8
heute ist der neue Bewilligungsbescheid gekommen, ich denke es wurde richtig gerechnet, möchte aber zur Sicherheit noch einmal nachfragen.
Meinem Mann werden 328 Euro +17% Mehrbedarf wegen Behinderung +30 Euro Vers.Pauschale= 604 Euro als Bedarf zugestanden. Bei einer Rente von ca.900 Euro werden diese 604 Euro abgezogen und 296 Euro der Bedarfsgemeinschaft als Einkommen angerechnet und vom Bedarf der restlichen Familie abgezogen.
Ist das so korrekt vom Amt?
22.11.2011, 20:22 #9
Solltet ihr einen Wagen besitzen, wären u.U. auch diese Kosten angemessen da Dein Mann B, G und H hat.
Interessant wäre die Rechnung, wenn ihr Wohngeld bekommen würdet und das Kind als eigene BG ALG II beziehen würde.
Im SGB XII ist der tatsächliche Bedarf zu ermitteln. Das ist zwar nicht einfach, aber durch die Absetzung von Versicherungen und Beiträgen zu Vereinen wie VDK, Weißer Ring, SoVD usw. könnte unterm Strich mehr drin sein.
Bereitet euch gut auf die Begutachtung vor und fordert das Gutachten an. Erstaunlich was da so alles nicht berücksichtigt wird. Bei einem Widerspruch sollte ein Zweitgutachten erstellt werden.
22.11.2011, 22:45 #10
Vielen Dank für die Antwort. Ich könnte also die Kosten für ein Auto zum Bedarf meines Mannes hinzurechnen? Wären das dann die Versicherung ?
Welche Begutachtung, dass verstehe ich jetzt nicht? Gibt es ein Gutachten zur Berechnung?
22.11.2011, 23:41 #11
Zitat von Preckwinkel
Das Pflegegutachten meinte ich.
Bei den Kosten für einen Wagen geht das nur, wenn ein Wagen bereits vorhanden ist und Dein Mann diesen benötigt.
Da Dein Mann keine Arbeit aufnimmt, wird auch keine KFZ Hilfe möglich sein - vermute ich einmal. Evt. ist auch dies über die Teilhabe möglich. Da müsstet ihr euch durchfragen.
Diese Leistungen können einzeln beantragt werden. Sinniger finde ich inzwischen einen Antrag auf Teilhabe über das trägerübergreifende persönliche Budget. Wichtig ist dabei eine gute Beratung bei Leuten die Ahnung haben davon. Eigentlich sollte jeder Träger geschulte Mitarbeiter haben, aber die sind wohl rar.
Wichtig! Der erstangegangene Träger bleibt für den gesamten Bewilligungszeitraum Ansprechpartner. Träger kann Krankenkasse, Sozialamt, AfA, JC, Pflegekasse sein (hoffe ich habe keinen vergessen).
lasst euch bitte einmal durchrechnen, wie ihr mit Wohngeld da steht. Bei 100 GdB und G, B und H gibt es eine Pauschale. Wenn ich das richtig erinnere sind das um die 100€ im Monat.
Ich vermute einmal, das es weniger ist - aber es kann ja eine Überraschung sein. Besonders wenn das Kind eine eigene BG ist.
Zurzeit ist es ja so, dass ihr jeder 328€ bekommt. Dazu anteilig Miete 2/3 der Gesamtkosten (Kind trägt 1/3). Dann kommt noch der Aufschlag 17% für Deinen Mann, also 711,76€ plus Miete.
Ich vermute über Nacht werden auf meine Laienrechnung noch die Profis was schreiben. Ist halt ein Rechenspiel, wo ihr unterm Strich am Besten bei weg kommt. Du bleibst ja weiterhin in ALG II und stehst damit auch der Vermittlung zur Verfügung.
24.11.2011, 23:25 #12
Pflegestufe ist bewilligt und momentan nicht das Problem.
Wir sind 4 Personen. Kind 1 Student(ist aus Bedarfsgmeinschaft raus wegen Bafög) Kind 2 Schüler, mein Mann Rentner und ich erwerbsfähig aber Pflegerin meines Mannes.
Miete wird durch 4 geteilt, aber nur für Kind 2 und mich gezahlt, also nur halbe Miete.
Regelbedarf für Kind 2 und mich= 619 Euro+ halbe Miete.
Als Einkommen werden angerechnet Kindergeld von Kind 2 und Überhang der Rente nach Abzug des Bedarfs meines Mannes.
Dieser Bedarf sind rund 604 Euro.
383,76 erhöhter Regelsatz
+30,00 Versicherungspauschale
190,00 1/4 Mietanteil
=604,73
Diese 604 Euro werden von der Rente meines Mannes abgezogen als sein Bedarf. Die verbleibenden rund 300 Euro werden mir und Kind 2 Als Einkommen angerechnet und zusätzlich noch das Kindergeld für Kind 2.
Als Gesamtbedarf wurden rund 1000 Euro für mich und Kind 2 ermittelt und nach Abzug des Einkommens(einmal Kindergeld und Rente) sind es noch ca. 500 Euro, die nun ausgezahlt werden. Ist jetzt ziemlich lang geworden und ich hoffe es ist verständlich. Ich wollte halt nur wissen, ob das formal so richtig ist.
25.11.2011, 09:15 #13
ich versuche mal jemanden hierher zu schleusen. Meine Kenntnisse sind eindeutig viel zu mager.
25.11.2011, 09:43 #14
Ich wollte halt nur wissen, ob das formal so richtig ist.
Nach Deinen Angaben zu urteilen: Ja.
Und um 120 % sicher zu gehen ;) wäre es nicht schlecht, wenn Du den Bewilligungsbescheid bzw. den zugehörigen Berechnungsbogen hier anonymisiert einstellen könntest.
Der fiktive Bedarf des vom ALG II ausgeschlossenen Bafög-Empfängers ist gedeckt? Bedarfsdeckender Bafög-Satz minus 20 % ausbildungsbedingter Absetzbetrag (wenn Fahrtkosten und Ausbildungsmaterial höher als diese 20 %, dann den höheren Betrag absetzen) plus Kindergeld minus 30 € Vers.pauschale minus ggf. Kfz-Haftpflicht als anrechenbares Einkommen ansetzen. sihe auch ab Randziffer 11.93 hier: *klick*. Falls der Bedarf nicht gedeckt sein sollte, könnte er/sie einen Antrag auf KdU-Zuschuss für Azubis stellen (§ 27 Abs. 3 SGB II) bzw. wäre auch Wohngeld möglich, wenn Bedarf besteht.
25.11.2011, 14:59 #15
Vielen, lieben Dank für die schnelle Hilfe, ich dachte mir schon dass diesmal richtig gerechnet wurde, trotzdem bin ich mißtrauisch und frage lieber einmal mehr nach.
Jetzt habe ich noch einen Widerspruch gegen die letzte Berechnung, die die Verrechnung der Rente betrifft, laufen.
Rente wurde ab 1.6. bewilligt und wird erstmalig für November an meinen Mann ausgezahlt. Für Dezember wurde wie oben beschrieben bewilligt. Für den Zeitraum 1.6. - 30.11 wurde keine Veränderung der laufenden Zahlung vorgenommen.
Die Rentenversicherung rechnet direkt mit dem Jobcenter ab, so dass mein Mann die Rente die bis zum Oktober aufgelaufen ist nicht ausgezahlt bekommt. Meinem Mann steht aber seit 1.6. die 17 % Mehrbedarf und 30 Euro Versicherungspauschale zu, da er mit Eintritt der Rente die Schwerbehinderung schon hatte. Habe Widerspruch eingelegt nach § 44 SGB X, da ich der Meinung bin, das sein Bedarf seit 1.6. höher berechnet werden muss und aus diesem Grund bei Anrechnung der Rente auf die bisherigen Leistungen wir deshalb eine Nachzahlung vom Jobcenter bekommen müßten, oder liege ich da falsch?
26.11.2011, 17:42 #16
ist da keiner, der mir sagen kann ob meine Forderung einer Nachzahlung berechtigt ist?
27.11.2011, 09:25 #17
mM nach müsste der Mehrbedarf berücksichtig werden seit Bewiligungsdatum des Merkzeichen und gleichzeitigen Bezug von Sozialleistungen.
Im Forum gab es da schon etwas zu.
Suche einmal unter Merkzeichen und Mehrbedarf im Forum.
Rente ab 69 ???? xNasevollx Ü 50 1 29.07.2009 23:34