Source: https://geschaeftsbericht.swd-ag.de/zahlen-bitte/lagebericht-2018.html
Timestamp: 2019-07-18 04:58:42
Document Index: 304218499

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 110', '§ 6', '§ 268', '§ 8', '§ 107', 'BGH', '§ 285', '§ 254', '§ 312']

Lagebericht 2019 | Geschäftsbericht 2018 der Stadtwerke Düsseldorf AG
Lagebericht 2018 der Stadtwerke Düsseldorf AG.
der Stadtwerke Düsseldorf AG.
Grundlagen der Stadtwerke Düsseldorf AG
Mehrheitsaktionär mit einem Anteil von 54,95 % ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW AG), Karlsruhe. 25,05 % der Anteile gehören der Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf GmbH, Düsseldorf. Alleinige Gesellschafterin ist die Landeshauptstadt Düsseldorf. Die übrigen 20 % der Namensaktien befinden sich im Eigentum der GEW Köln AG, Köln.
Die wesentlichen Beteiligungen der Stadtwerke Düsseldorf AG (SWD AG) umfassen die Tochtergesellschaften Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH (GHKW Fortuna), Netzgesellschaft Düsseldorf mbH (NGD), AWISTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH (AWISTA) sowie die Grünwerke GmbH (Grünwerke). Des Weiteren halten die SWD AG Beteiligungen an den Gesellschaften Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG (NDH KG), REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG (RRW KG), RheinWerke GmbH (RheinWerke) sowie Stadtwerke Hilden GmbH (SW Hilden). Darüber hinaus haben die SWD AG gemeinsam mit der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) ein gemeinsames Immobilienunternehmen errichtet. Zu diesem Zweck haben SWD AG und DVV mit jeweils 50%-iger Kapitalbeteiligung am 13.12.2018 Anteile an der Blitz D18-265 GmbH sowie an der Blitz 17-780 GmbH & Co. KG erworben. Die Gesellschaften wurden am selben Tag in ID Quadrat Verwaltungsgesellschaft mbH und in Innovative Immobilien Duisburg Düsseldorf ID Quadrat GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG umfirmiert. Ihr operatives Geschäft werden die Gesellschaften Mitte 2019 aufnehmen. Über die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung hinaus sind die Stadtwerke Düsseldorf in den Geschäftsfeldern Entsorgung, Energiehandel, Contracting, Erdgasfahrzeuge, Elektromobilität, Energiedienstleistungen sowie in der öffentlichen Beleuchtung tätig.
Bei der Energie- und Trinkwasserversorgung bilden die SWD AG und ihre Tochtergesellschaften die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung in eigenen Anlagen bis zur Verteilung an die Kunden ab. Während die GHKW Fortuna den Vermögensgegenstand Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) hält, akquirieren und betreiben die Grünwerke Erzeugungsanlagen bzw. Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die NGD im Wesentlichen mit dem Betrieb und dem Ausbau der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze.
Seit jeher verfügen die SWD AG über eine eigene Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung erfolgt im Kraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und durch Nutzung des Dampfes der Müllverbrennungsanlage (MVA) im Heizkraftwerk Flingern. Daneben verfügen die SWD AG noch über Heizkessel, ein Gasturbinenspitzenlastkraftwerk und zahlreiche dezentrale Contracting-Anlagen mittlerer und kleiner Leistung.
Die Strategie der SWD AG verfolgt im Kern die konsequente Positionierung als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im Raum Düsseldorf. Dazu gehört die Fortführung und Stärkung der bestehenden Geschäftsmodelle ebenso wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die Strategie besteht aus den drei Säulen:
– Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur
– Systemkritische Infrastruktur
– Intelligente Infrastruktur für den Kunden.
Die Strategie wurde im Berichtsjahr 2018 mit dem Ziel eines strategischen Zielbildes für das Jahr 2030 weiterentwickelt. Hierzu wurde beginnend in 2017 ein unternehmensweiter Prozess etabliert, der seit 2018 unter der Bezeichnung Management-Dialog in fünf bereichsübergreifenden interdisziplinären Arbeitsgruppen die einzelnen strategischen Felder fortentwickelt und konkretisiert. Dabei geht es nicht nur um die Weiterentwicklung von Technik, Prozessen und Strukturen, sondern vor allem auch um einen Wandel der Unternehmenskultur, der geprägt wird von der Arbeit an neuen Produkten und Dienstleistungen und der eine flexible, bereichsübergreifende Form der Zusammenarbeit erfordert. Die Arbeit im Management-Dialog wird die Unternehmensentwicklung über Jahre begleiten und formen.
Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur
Diesem strategischen Feld sind insbesondere die Themen Vermarktung des GuD-Heizkraftwerkes Block F, der damit verbundene Fernwärmeausbau sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien – hier vornehmlich Wind onshore – zugeordnet. Auch der Entsorgungsbereich und damit die noch ausstehende Entscheidung für den Neubau einer Müllverbrennungsanlage werden unter dieser Kategorie geführt.
Systemkritische Infrastruktur
Die vielfältigen Infrastrukturmaßnahmen der SWD AG sind Teil der Gestaltung eines tiefgreifenden Strukturwandels der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie stellen die Weichen für die Zukunft der SWD AG, seien es Maßnahmen zur Modernisierung der Strom- und Wassernetze, der städtischen Beleuchtung oder Maßnahmen zur Digitalisierung der Netze durch die Einführung der Funktechnik CDMA 450.
Das 2015 gestartete Projekt „Südstadt“ zielt auf eine umfassende Modernisierung der Stromnetzstruktur im Süden Düsseldorfs im Hinblick auf die durch einen Strukturwandel veränderte Versorgungsaufgabe. Neben der Verlegung von 110 kV-Kabel in einer Trasse von 10 km Länge und dem Bau und der Inbetriebnahme von zwei neuen Umspannwerken wurden Kabel im Mittelspannungsbereich optimiert und Versorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme erneuert. Die Neubau- und Verlegearbeiten sowie die Inbetriebnahmen wurden im Berichtsjahr 2018 planmäßig abgeschlossen.
Im Projekt „Rheinschiene“ werden die Leitwartentechniken der Netzleitstellen in Düsseldorf, Duisburg und Köln vereinheitlicht. Damit wird der Grundstein für eine zukünftige, redundante Netzsteuerung von mehreren Orten ausgehend gelegt. Die Inbetriebnahme soll planmäßig im Frühjahr 2019 erfolgen.
Intelligente Infrastruktur für den Kunden
In diesem strategischen Feld wird nach „Neugeschäft“ und „Kundenentwicklungsgeschäft“ unterschieden, wobei sich die SWD AG in der Kategorie Neugeschäft auf die vier Geschäftsfelder „Mobilität“, „Immobilien und Quartiere“, „Vernetzende Plattformen“ und „Energiedienstleistungen“ fokussieren. Der Bedeutung dieser vier Geschäftsfelder entsprechend befassen sich vier Teilprojekte des Management-Dialogs mit ihrer weiteren Ausgestaltung und Entwicklung. Unter „Mobilität“ fallen sämtliche Aktivitäten zum Aufbau einer E-Mobilitäts-Ladesäuleninfrastruktur (auch im spezifischen Bereich Landstromversorgung bei den RheinWerken), Mobilitätsstationen bis hin zum Bike- und Carsharing (z.B. „eddy“) und Themen der Fuhrparkmobilität. Im Bereich „Immobilien und Quartiere“ werden sich die SWD AG auf Basis eigener Projekte als Partner für Immobiliengesellschaften, Handwerker und Endkunden darstellen und hierbei die Vernetzung von Wohnen bzw. Arbeiten mit energiewirtschaftlichen und Mobilitätsthemen anschaulich umsetzen. Der Bereich „Vernetzende Plattformen“ dient dem Ziel, durch Datenvernetzung Mehrwert für den Kunden und damit Geschäft zu kreieren. Der Fokus wird dabei auf die Bereiche Mobilität, Immobilien und Quartiere und „neue Energiewelten“ gelegt. Beispiele sind die Gründung der AppCo (Stadtwerke-App „Das Stadtwerkzeug“), der Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH (Thermobox) und die Beteiligung an der smartlab Innovationsgesellschaft mbH. Im Bereich „Energiedienstleistungen“ werden für das Neukunden- wie für das Bestandskundengeschäft, entlang deren Bedürfnisse, bestehende Produkte weiterentwickelt und neue Ansätze, wie sie sich beispielsweise aus Mobilitätsthemen oder aus Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung ergeben, bis zur Produktreife entwickelt.
Unter „Kundenentwicklungsgeschäft“ werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die mit der Modernisierung und Digitalisierung des bisherigen Kundengeschäfts zusammenhängen. Im Mittelpunkt des Handelns steht dabei das Bedürfnis der Kunden. Die Maßnahmen reichen vom Interessenmanagement zur Gewinnung von Neukunden über das Kundenbindungsmanagement für die Bestandskunden bis zum Kundenrückgewinnungsmanagement für verlorene Kunden im Privat- und Geschäftskundensegment. Parallel dazu wird die starke Marke Stadtwerke Düsseldorf durch weitere Marketingmaßnahmen regional und auch bundesweit weiter ausgeplant und der weitere Ausbau von Vertriebskanälen – insbesondere im digitalen Sektor und im social media-Bereich – forciert.
Die Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugungskapazität erfolgt planmäßig durch die Grünwerke. Auch im Jahr 2018 wurde bundesweit die Realisierung weiterer Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen vorgenommen.
Unverändert sieht sich der Vertrieb einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Sicherung der Marktposition erfordert auf Dauer eine Fokussierung auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des umfassenden Innovationsmanagements sowie Optimierungen der dazu gehörigen Prozesse.
Neben den Investitionen besitzen die Kooperationen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Industrie, dem Handwerk und dem Handel sowie mit der Kölner RheinEnergie AG und den Stadtwerken Duisburg eine stetig wachsende strategische Bedeutung.
Das gemeinsame Internetportal von den Stadtwerken Düsseldorf, einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben, das 2016 an den Start gegangen ist, wurde planmäßig weiterentwickelt. Die dafür gegründete „Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH“ hat das Portal bundesweit platziert und für Endkunden (B2C) geöffnet.
Das strategische Ziel der Kooperation mit der RheinEnergie AG im Rahmen der gemeinsamen Tochtergesellschaft RheinWerke ist 2018 erfolgreich weiterverfolgt worden. Dienstleistungen zur Realisierung von Landstromversorgungseinrichtungen werden seit Anfang 2017 bundesweit aktiv vertrieben. Im Frühjahr 2019 werden in Düsseldorf die ersten drei Steiger für Hotel- und Ausflugsschiffe mit Landstromeinrichtungen ausgestattet sein und in Betrieb genommen. Der weitere Ausbau ist in Planung; weitere Realisierungen sind für das kommende Jahr vorgesehen. Große strategische Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Fernwärme-Verbindungsleitung vom Kraftwerksstandort Lausward zum Fernwärmenetz Garath und ihrer perspektivischen Fortsetzung in Richtung Leverkusen und Köln beizumessen. Die Planungen des Trassenverlaufs werden in einer Studie erarbeitet. Die Umsetzung wird in mehreren Schritten erfolgen.
Im Berichtsjahr 2018 hat das Themenfeld Wasserstoff für die Energiewirtschaft insgesamt und für die SWD AG im Besonderen Fahrt aufgenommen. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Stadt Wuppertal, dem Rhein-Kreis Neuss, den Wuppertaler Stadtwerken und einer Reihe weiterer Akteure aus Industrie und Gewerbe haben die SWD eine Grobskizze für eine Modellregion Wasserstoffmobilität erarbeitet. Die Weiterentwicklung dieser Skizze im Laufe des Jahres 2019 zu einem Feinkonzept wird vom Landeswirtschaftsministerium gefördert. Parallel dazu ist eine Beteiligung an bundesweiten Förderwettbewerben vorgesehen. Grundidee der Aktivitäten ist der Einstieg in die Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf Basis von Strom aus den Müllverbrennungseinrichtungen in Wuppertal und Düsseldorf sowie der Einstieg in weitere Elemente der Wertschöpfungskette bis hin zu den endverbrauchenden Geräten und Fahrzeugen.
Für den Mehrheitsaktionär ist quartalsmäßig ein konsolidiertes Reporting-Package der Stadtwerke Düsseldorf-Unternehmensgruppe, die die wesentlichen Beteiligungen umfasst, nach IFRS zu erstellen. Dabei wird auf Ebene der Steuerungsbereiche Stromerzeugung und Handel, Strom- und Gasvertrieb, Strom- und Gasverteilung, Wasser, Fernwärme, Entsorgung sowie Shared Services berichtet. Das HGB-Ergebnis der SWD AG wird über den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern abgebildet. Die Berichterstattung einschließlich Kommentierung der Plan-Ist-Abweichungen an den Vorstand sowie an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise.
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf
Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Jahre 2018 gegenüber 2017 verlangsamt, aber der Aufschwung geht weiter. Vor allem in den USA legte das Wachstum deutlich zu. In China ist eine deutliche Wachstumsverlangsamung bisher entgegen mancher Befürchtungen nicht eingetreten. Die künftige Entwicklung ist dabei bedeutenden Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise einer weiteren Eskalation der Handelskonflikte oder einigen Entwicklungen in Schwellenländern, insbesondere Argentinien und Türkei, die Anlass zur Sorge geben.
Der Euro-Raum konnte das hohe Wachstumstempo des Vorjahres hingegen nicht halten und fällt hinter das Wachstum der Vereinigten Staaten zurück. Dabei verläuft das Wachstum im Euro-Raum recht heterogen. Unklarheit besteht in Europa weiterhin bezüglich des Brexit. Im Euro-Raum bergen nicht zuletzt die hohe Verschuldung und die politische Unsicherheit in Italien Risiken für die Stabilität der Währungsunion. Für den Euro-Raum sagt der Sachverständigenrat für 2018 ein Wachstum des BIP von 2,0 %, für 2019 von 1,7 % voraus. Es bestehen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung durch eine Eskalation der Handelskonflikte, einen ungeordneten Brexit oder ein Wiederaufflammen der Euro-Krise. Die Entwicklung für Deutschland wird 2018 mit 1,6 % prognostiziert, für 2019 mit 1,5 %, also etwas ungünstiger als für den Euro-Raum.
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist 2018 nach den vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. (AG Energiebilanzen) deutlich zurückgegangen; der Verbrauch sank gegenüber dem Vorjahr um 5 % und liegt damit in Deutschland auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1970er Jahre. Die SWD AG nennen als Gründe vor allem die gestiegenen Preise, die milde Witterung sowie Verbesserungen bei der Energieeffizienz. Demgegenüber traten die verbrauchssteigernden Wirkungen von Konjunktur und Bevölkerungswachstum in den Hintergrund. Ohne den verbrauchssenkenden Einfluss der milden Witterung hätte der Verbrauch knapp 4 % unter dem Wert des Vorjahres gelegen.
Da die Verbrauchsrückgänge alle fossilen Energieträger betreffen, Zuwächse hingegen nur bei den Erneuerbaren Energien zu verzeichnen sind, gehen die SWD AG von einem Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von reichlich 6 % aus.
Der Mineralölverbrauch lag um 5,6 % unter dem Vorjahresniveau. Witterungsbedingt lag der stärkste Rückgang beim Heizöl, während der Absatz von Otto- und Dieselkraftstoff nur leicht zurückging. Beim Flugbenzin kam es hingegen wie in den Vorjahren zu einer Absatzsteigerung.
Ebenfalls rückläufig war der Erdgasverbrauch, der 2018 um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr sank. Hier spielten neben der witterungsbedingten Verbrauchsabnahme im Raumwärmemarkt auch die Preisentwicklung und der weitere Anstieg der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien eine Rolle, der eine Verringerung des Einsatzes von Erdgas in den öffentlichen und industriellen Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung bewirkte.
Der Steinkohleverbrauch sank um 11,2 %, wobei die Verdrängung des Kohleeinsatzes in Kraftwerken durch die Zunahme des Anteils von Strom aus Erneuerbaren Energien besonders starken Einfluss hatte. Auch die Zunahme der Brennstoffkosten, insbesondere der CO2-Preise, trug zum Rückgang in 2018 bei. In der Eisen- und Stahlindustrie lag der Verbrauch von Kohle und Koks unter dem Vorjahreswert.
Der Braunkohleeinsatz verringerte sich 2018 zum sechsten Mal in Folge; der Rückgang lag bei 1,9 %, da auch die Stromerzeugung aus Braunkohle zurückging. Durch die Überführung von Kraftwerksblöcken in die Sicherheitsbereitschaft wird sich der Einsatz von Braunkohle zur Stromerzeugung bis 2020 um insgesamt 13 % gegenüber 2015 vermindern.
Der Kernenergiebeitrag zur Stromerzeugung sank leicht um 0,3 % gegenüber 2017.
Bei den Erneuerbaren Energien ergab sich in der Summe ein Zuwachs von 2,1 %. Dabei sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicherkraftwerke) um 16 %, während der Anteil der Biomasse auf Vorjahresniveau lag. Die Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen stieg um 7 %; die Solarenergie (Solarthermie und Photovoltaik) legte um 16 % zu.
Die Anteile der einzelnen Energieträger am nationalen Energiemix haben sich auch 2018 weiter verschoben. Die fossilen Energien verzeichneten in Summe einen Rückgang, so dass die deutsche Energieversorgung ihre Kohlenstoffintensität weiter verringern konnte. Kennzeichnend für die Gesamtbetrachtung bleibt ein breiter Energiemix. Knapp 58 % des inländischen Energieverbrauchs entfallen auf Öl und Gas, Stein- und Braunkohle deckten zusammen etwas mehr als ein Fünftel des Verbrauchs. Die Erneuerbaren steigerten ihren Beitrag auf 14 %.
Unverändert ist zu betonen, dass sich die Problematik des volatilen Anfalls von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und damit der Notwendigkeit, witterungsunabhängige Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtsystem vorhalten zu müssen, weiter fortgesetzt hat. Die Speicherung von Strom in großen Mengen bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderungen.
Netze in Zeiten großer Herausforderungen
Die weiter zunehmende dezentrale Erzeugung von Strom stellt die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber vor große Herausforderungen. Die erforderlichen Ausbauten der Übertragungsnetze stoßen in der Regel auf starke Widerstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten, was zu Verzögerungen in der Realisierung der Planungen führt. Die dezentralen Anlagen müssen an das Verteilnetz angeschlossen und technisch integriert werden. Dies erfordert hohen Personalaufwand, Kosten und Zeit. Die Probleme werden in der Politik wahrgenommen und diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren regulierenden Eingriffen des Staates und damit zu einer weiteren Zunahme an Komplexität des Gesamtsystems kommen wird. Innerhalb der Branche wird es unweigerlich zu weiteren Kooperationen zur Hebung von Synergieeffekten und zu Konsolidierungsprozessen kommen.
Energiemarkt: Preisentwicklungen und Rahmenbedingungen 2018
Der Preis für Grundlaststrom 2019 für das deutsche Marktgebiet lag zu Jahresbeginn bei 36,84 Euro/MWh. Trotz guter Konjunktur und steigender EUA-Preise (European Emission Allowances) fielen die Preise bis Mitte März. Der Hauptauslöser für die Kursschwäche war der unerwartet starke Rückgang der Kohlepreise. Infolge steigender EUA- und Kohlepreise ging es dann auch für den Strom aufwärts, in der Spitze am 11.09.2018 auf 56,65 Euro/MWh für Base. Bedingt durch fallende Preise auf dem Emissionsmarkt kam es zu einer scharfen, kurzfristigen Korrektur. Um den 13.09.2018 ereigneten sich panikartige Verkäufe am EUA-Markt. Dies zog im Strommarkt Tagesbewegungen nach sich, die an die Preisbewegungen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima erinnerten. Zusätzlich ist auch die Lage im europäischen Ausland anzuführen. Preisstützend wirkte die geringe Verfügbarkeit der Kernkraftwerke in Frankreich und Belgien. In Frankreich lag die Verfügbarkeit zeitweise bei nur noch 66 %, in Belgien bleibt voraussichtlich einer von insgesamt sieben Reaktoren bis Anfang März 2019 abgeschaltet, im November 2018 waren phasenweise sogar alle sieben Reaktoren nicht am Netz. Eine weitere Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung zeichnet sich auch durch die politische Diskussion über den deutschen Ausstieg aus der Kohleverstromung ab. Zum Stichtag lag der Preis mit 54,44 Euro/MWh 48 % über dem Startkurs.
Der Preis für NetConnect Germany (NCG) mit Lieferjahr 2019 startete mit 18,11 Euro/MWh in das Handelsjahr 2018. Steigende Temperaturen führten zu einem Tiefstwert Mitte Februar von 16,74 Euro/MWh. Eine Mixtur aus steigendem Ölpreis, niedrigen EU-Speicherständen, hohen Liquified Natural Gas-Preisen (LNG) in Asien sowie geringen Erdgasausfuhren aus Großbritannien zog den Preis bis Mitte Mai hoch. Im Zuge eines zusätzlichen, unerwarteten Temperatureinbruches kam es am 01.03.2018 zu einem Rekordhoch bei den Spotmarktpreisen von 59,49 Euro/MWh in Gaspool und 58,06 Euro/MWh in NCG. Unterstützung fand der Preis zudem durch ungeplante Wartungsarbeiten in Norwegen. Darauf folgte eine Korrektur, die sich nur mit sinkenden Ölpreisen erklären lässt. Von Mitte August an ließ sich ein deutlicher Anstieg des Gaspreises beobachten. Ende September war der Jahreshöchstkurs von 26,61 Euro/MWh am Terminmarkt erreicht. Obwohl die Gründe für den vorherigen Anstieg weiterhin Bestand hatten, ging der Preis dann langsam aber stetig zurück. Dies war vor allem erstaunlich, da die Füllstände der deutschen Gasspeicher weiterhin unter den durchschnittlichen Vorjahresniveaus notierten. Zum Jahresende lag der Preis bei 22,23 Euro/MWh, 23 % über dem Startwert.
Der Preis für EUA-Zertifikate mit Lieferung im Dezember 2019 setzte seinen Aufwärtstrend aus dem letzten Jahr fort. Ausgehend vom Startwert von 7,86 Euro/t, stieg der Preis bis Mitte August kontinuierlich. Ab da verschärfte sich der Preisanstieg, und an den ersten Handelstagen des Septembers explodierte der Preis geradezu auf den bisherigen Jahreshöchstwert von 25,56 Euro/t am 10.09.2018. Entsprechend scharf war die Korrektur. Innerhalb von vier Handelstagen ging es zurück auf das Niveau von Mitte August. Als Gründe werden das grundsätzlich überhitzte Marktumfeld und das Ablaufen der September-Optionen genannt. Alle energierelevanten Märkte wurden vom Konkurs eines bekannten norwegischen Stromhändlers überrascht, welcher mit einer Zwangsversteigerung seiner Positionen und der Notwendigkeit einer Rekapitalisierung des Ausfallfonds der Nasdaq Commodities in Oslo zu Lasten der übrigen Marktteilnehmer verbunden war. Der Preisverfall hielt bis Anfang November an, dann zog der Preis wieder an auf einen Schlusskurs von 24,98 Euro/t.
Veränderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat am 22. März 2018 entschieden, dass die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) festgelegten Eigenkapitalzinssätze für Gas- und Stromnetzbetreiber in Höhe von 6,91 % für Neuanlagen und 5,12 % für Altanlagen rechtsfehlerhaft zu niedrig bemessen wurden. Die von der BNetzA in der dritten Regulierungsperiode vorgenommenen Absenkungen seien zu hoch bemessen, da der Investor für die Erhaltung und den Ausbau der Netze auf eine angemessene und risikoadäquate Verzinsung unter Einbeziehung von unternehmerischen Risikofaktoren vertrauen dürfe. Der BNetzA wurde aufgegeben, die Eigenkapitalzinssätze unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu festzulegen. Die BNetzA hat gegen die Entscheidung des OLG Düsseldorf Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Bis zur letztinstanzlichen Entscheidung ist die BNetzA nicht verpflichtet, die Eigenkapitalzinssätze neu festzulegen.
Mit Urteil vom 6. Juni 2018 (VIII ZR 247/17) hat der BGH die Anforderungen an die Mitteilung über Preisänderungen bei grundversorgten Stromkunden geklärt. Danach müssen aus Gründen der Transparenz die alten und die neuen Preise gegenübergestellt werden. Diese Anforderung betrifft nicht nur den Gesamtpreis, sondern auch die einzelnen Preisbestandteile. Die Vorgaben sind aufgrund der wortgleichen Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) auf die Mitteilungsschreiben über Gaspreisänderungen bei grundversorgten Kunden übertragbar.
Am 29. Juli 2018 ist die Verordnung zur schrittweisen Einführung bundeseinheitlicher Übertragungsnetzentgelte in Kraft getreten. Nach Maßgabe der Verordnung wurden die Übertragungsnetzentgelte beginnend ab dem 1. Januar 2019 in fünf Schritten zum 1. Januar 2023 vollständig vereinheitlicht. Zu diesem Zwecke wurde die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) geändert.
Auf Grundlage des am 01.11.2018 in Kraft getretenen Gesetzes zur Einführung einer zivilprozessualen Musterklage wurde die gerichtliche Verfolgung von Ansprüchen durch eine Vielzahl betroffener Verbraucher im Wege von Musterfeststellungsklagen ausgestaltet. Das Gesetz ermöglicht eine zügige und kostengünstige gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen durch bestimmte Verbraucherverbände. Gibt das Gericht einer Musterfeststellungsklage statt, stellt es das Bestehen von Rechtsverhältnissen oder Anspruchsvoraussetzungen fest. Die Verbraucher müssen ihre Ansprüche dann in einem zweiten Schritt gegen das Unternehmen einklagen, wobei das dann entscheidende Gericht an die Feststellungen des Musterverfahrens gebunden ist.
Am 21. Dezember 2018 ist das sogenannte „Energiesammelgesetz“ in Kraft getreten. Das umfangreiche Artikelgesetz führt zu einer Reihe von Änderungen, die unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Kraft-Wärme-Kopplungs-gesetz (KWKG) und das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) betreffen. Das KWKG wurde vom 31.12.2022 auf den 31.12.2025 verlängert. Die Sonderausschreibung für Windenergie an Land und Photovoltaik in Höhe von jeweils 4 GW wurde umgesetzt. Die Vergütung für große Photovoltaikdachanlagen wurde ab dem 1. Februar 2019 gestaffelt abgesenkt. Ferner enthält das Gesetz Änderungen bei der EEG Umlagepflicht rückwirkend zum 1. Januar 2018. Hierzu gehören insbesondere Regelungen zur Messung und Schätzung von Letztverbraucher-Strommengen sowie geänderte EEG-Umlagepflichten bei effizienten KWK-Anlagen.
Im Geschäftsjahr 2018 wurde die Umsetzung der strategischen Ziele in einer Vielzahl von Projekten vorangetrieben:
Wärmenetz und Zukunftsviertel
Der gemeinsam von den SWD AG und der Landeshauptstadt Düsseldorf erarbeitete Wärmeentwicklungsplan ist wesentliche Grundlage für die zwischen Stadt und den SWD AG stattfindenden Abstimmungen zum weiteren Ausbau der Wärmeinfrastruktur in Düsseldorf. Auf der Grundlage der gebäudescharf differenzierten Daten zum Wärmebedarf und seiner Deckung im Stadtgebiet Düsseldorfs werden die Investitionen in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme, die Einbindung dezentral erzeugter Energie und Erneuerbarer Energien sowie die Einbindung industrieller Abwärmepotenziale geplant. Die im Jahr 2016 gemeinsam von Landeshauptstadt Düsseldorf und SWD AG begonnenen Arbeiten zum Modellquartier Bilk wurden 2018 planmäßig und erfolgreich fortgesetzt. Insgesamt verläuft der Fernwärmeausbau aktuell schneller als in der Mittelfristbetrachtung jahresdurchschnittlich erwartet.
Mit der Landeshauptstadt Düsseldorf sind Gespräche über ein „Zukunftsviertel“ aufgenommen worden, in dem weit über den Ausbau der Fernwärmeversorgung hinaus innovative Ansätze zur Entwicklung urbaner Infrastrukturen umgesetzt werden sollen. Im Jahre 2019 wird es hier zu ersten öffentlichkeitswirksamen Realisierungen von Projekten kommen.
Fernwärmeprojekt Anschluss des Flughafens Düsseldorf
Ein infrastrukturelles Großprojekt ist die 2018 auf den Weg gebrachte Anbindung des Flughafens Düsseldorf an die Fernwärmeversorgung. Das Projekt wird 2020 abgeschlossen werden. Der Flughafen Düsseldorf und die SWD AG leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftreinheit. Nach Abschluss des Projektes wird untersucht werden, ob sich weitere Anschlussmöglichkeiten im Umfeld der Trasse realisieren lassen.
Anschluss des Hauptbahnhofs Düsseldorf ans Fernwärmenetz
Mit dem Anschluss des Hauptbahnhofs Düsseldorf konnte ein weiterer Meilenstein zur Entwicklung der Fernwärmeversorgung umgesetzt werden.
Fernwärmeverbund Rheinland
Von langfristig strategischer Bedeutung ist dieses Projekt, das als Idee einer Brückenbildung zwischen bestehenden Kraft-Wärme-Kopplungszentren in der Metropolregion Rheinland verstanden werden kann. In einem ersten Schritt geht es dabei um eine Verlängerung des Fernwärme-Hauptnetzes bis nach Garath zum Anschluss des dortigen Inselnetzes an das Innenstadtnetz. Die konzeptionellen und planerischen Vorarbeiten für die Realisierung wurden 2018 weiter vorangetrieben; die Umsetzung des Vorhabens wird in mehreren Schritten erfolgen. Aktuell wird in einer mit EFRE-Mitteln (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) geförderten Machbarkeitsstudie untersucht, wie vom Süden Düsseldorfs aus die Verbindung nach Köln gestaltet werden könnte. Dabei werden alternativ eine links- und eine rechtsrheinische Trassenführung untersucht. Parallel zu den Untersuchungen findet eine systematische Ansprache von entlang der potenziellen Trasse liegenden Kommunen, Energieversorgungsunternehmen (EVU) und industriellen Partnern statt. Die Studie soll bis Jahresende 2019 abgeschlossen sein.
Netzprojekt Rheinschiene
Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die SWD AG, die NGD, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze.
Gemeinsam werden in vertrauensvoller Zusammenarbeit mögliche Synergiepotenziale untersucht und bewertet. Hierzu gehören insbesondere die Harmonisierung des Netzbetriebes durch eine zukunftsorientierte Konzeption für die Netzleitstellen, die Gestaltung optimierter einheitlicher Prozesse und Strukturen im Hinblick auf Arbeitsabläufe, Materialeinsatz und Netzbau sowie die regionale Einsetzbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wichtige Potenziale werden darüber hinaus in der Einkaufsoptimierung gesehen. Darüber hinaus werden die jeweiligen strategischen Ausrichtungen auf Grundlage der spezifischen städtebaulichen Herausforderungen über die Netzstrategie (Asset Management) optimiert.
Im Berichtsjahr wurden die gemeinsamen Arbeiten zur Prüfung einer hypothetischen gemeinsamen rheinischen Netzgesellschaft unter den Rahmenbedingungen zukünftiger Regulierung weiter vorangetrieben; seit Anfang 2018 unter Hinzuziehung eines externen Fachberaters unter dem Projekttitel „Rheingold“. Hierbei wurde zuerst ein indikatives regulatorisches Szenario ab der 4. Regulierungsperiode entwickelt. Im Anschluss wurden die regulatorischen Implikationen für eine Netzgesellschaft der Zukunft analysiert, um in einem dritten Schritt die jeweiligen Ist-Situationen den Anforderungen aus dem regulatorischen Zielmodell gegenüberzustellen. Aus dieser Gegenüberstellung wird die zukünftige Ausrichtung einer bestmöglich aufgestellten Netzgesellschaft abgeleitet. Ziel ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Muttergesellschaften zu leisten. Es ist vorgesehen, im Verlaufe des Jahres 2019 zu einem Abschluss der Untersuchungen zu kommen.
Die Neubau- und Verlegearbeiten sowie die Inbetriebnahmen wurden im Berichtsjahr 2018 planmäßig abgeschlossen. Somit wurde das Ziel, alle 110-kV Kupplungen zum vorgelagerten Netz in der Südstadt bis Ende 2018 außer Betrieb zu nehmen, wie vorgesehen, erreicht. Die seitens der NGD noch vorzunehmenden Rückbautätigkeiten auf den Grundstücken werden eng mit dem vorgelagerten Netzbetreiber abgestimmt. Eine Terminierung gibt es derzeit noch nicht.
Projekt Code Division Multiple Access (CDMA)
Die im Zuge der Energiewende immer komplexer werdende Netzstruktur und dem folgend die Netzsteuerung erfordert perspektivisch den Umstieg der Betriebskommunikation auf Funktechnik. Die im Projekt CDMA 2016 errichteten Funksendemasten auf Basis der 450 MHz-Technik sind die Basis für den Umstieg auf die neue Technik, mit der eine grundlegende Voraussetzung für eine auch künftig sichere Steuerung kritischer Infrastrukturen und für intelligente Netze geschaffen wird. Im Berichtsjahr wurden die Arbeiten planmäßig fortgesetzt.
Projekt Zähleraustausch nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)
In diesem mehrjährigen Projekt geht es um den vom Gesetzgeber geforderten Umstieg auf intelligente Messsysteme bei den Kunden. Beginnend mit dem Berichtsjahr 2018 werden künftig jährlich 30.000 Zähler ausgetauscht. Die volle Nutzbarkeit dieser intelligenten Systeme ist auf die vorstehend genannte CDMA-Funktechnik angewiesen.
Projekt „Marktraumumstellung“
Im Berichtsjahr 2018 wurde seitens der NGD das Projekt Marktraumumstellung von Low calorific gas (L-Gas) auf High calorific gas (H-Gas) gestartet. Es wird planmäßig bis 2028 laufen. Im Kern geht es in diesem Projekt darum, abschnittsweise das gesamte Gasversorgungsgebiet auf die Nutzung des höherkalorigen Gases umzustellen. Die SWD AG begleiten mit einem Arbeitskreis die kommunikative Arbeit. Für das Frühjahr wird eine Pressekonferenz vorbereitet; anschließend beginnt die kundenindividuelle briefliche Information zum Ablauf der Umstellungsmaßnahmen.
Projekt XChange – „Moderne Arbeitswelten“
Im Projekt XChange – „Moderne Arbeitswelten“ – werden die Anwender und Anwenderinnen der SWD AG mit zukunftsweisenden Lösungen der Digitalisierung und Mobilität versorgt. In 2018 erfolgte die komplette Modernisierung der Hardware, die Umstellung auf das Betriebssystem Windows 10 sowie die Einführung der neuen Office 2016-Version. Ab dem 1. Quartal 2019 ist die Ablösung des Bürokommunikationssystems Lotus Notes durch Microsoft Exchange geplant.
Projekt „sCORE 25“
Im Berichtsjahr wurde für die bis 2025 erforderliche Ablösung des derzeitigen SAP ERP-Systems durch ein neues ERP-System im Hause EnBW in einer Reihe von Workshops eine Entscheidungsvorlage erarbeitet, wie in diesem mehrjährigen Programm weiter vorgegangen werden soll. Da dieser Vorgang auch für SWD AG grundlegende Bedeutung besitzt, wurde die Chance zur aktiven Mitarbeit in „sCORE 25“ genutzt.
Projekt Handwerkerportal
Das gemeinsame Internetportal von den SWD AG, einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben, das 2016 an den Start gegangen war, wurde planmäßig weiterentwickelt. Die Resonanz aus dem Handwerk und aus EVU in ganz Deutschland ist positiv. Die dafür gegründete „Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH“ hat das Portal für Endkunden geöffnet (B2C). Ziel ist es, Impulse für die Digitalisierung des dezentralen Wärmemarkts zu setzen und die daraus entstehenden Ertragsopportunitäten für die SWD AG zu nutzen.
App „Stadtwerkzeug“ setzt erfolgreiche Entwicklung fort
Die gemeinsam mit einem Partnerunternehmen entwickelte App „Stadtwerkzeug“ konnte erfolgreich als White-Label-Produkt weiter vermarktet werden. Die App bietet dem Nutzer beispielsweise schnelle Hilfe bei Störungen im Energiebereich und hilfreiche Energiespartipps. Darüber hinaus finden sich unter anderem Hinweise auf freie Stromtankstellen, Parkmöglichkeiten, den Apothekennotdienst und den Abfallkalender sowie News rund um Düsseldorf und Veranstaltungshinweise. Die App ergänzt die bestehenden Produkte und Dienstleistungen und stellt damit einen wesentlichen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der SWD AG dar. Im Sinne der Nutzer des White-Label-Produktes werden stetig weitere Applikationen entwickelt. Das von dem Partnerunternehmen vermarktete White-Label-Produkt (Smart-Living App) nutzen derzeit 37 EVU. In dem Segment für mobile Lokal-Apps mit nützlichen Alltagsinformationen und Services rund um das Thema Energie ist das Partnerunternehmen somit weiterhin Marktführer bei EVU.
Entwicklung neuer ServiceApp als Ergänzung zum SelfService
Die Digitalisierung und die zunehmende Online-Affinität der Kunden hat die SWD AG dazu bewogen, den Kunden – parallel zum SelfService – eine neue ServiceApp zur Verfügung zu stellen. Mit dieser ServiceApp wird der Zugriff auf das Stadtwerke Düsseldorf Serviceangebot vom Smartphone aus erheblich erleichtert. Es werden zahlreiche Funktionen wie z. B. Zählerstanderfassung, Abschlagsänderung, Verbrauchsübersicht und Historie, Vertragsdetails, Postfach und Kontakt zur Verfügung gestellt. Damit wird eine einfache, schnelle und unkomplizierte Kommunikation zwischen dem Kunden und den SWD AG gewährleistet. Ein weiterer Nutzungsvorteil für den Kunden ist, dass er jederzeit Zugriff auf seinen aktuellen Energieverbrauch hat.
Wie bereits im Vorjahr berichtet, bearbeiten die SWD AG das Thema Mobilität gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und allen relevanten externen Akteuren in einer Reihe von Projekten und Arbeitsgruppen. Ziel ist es, den Problemen der wachsenden Pendlerströme, der Staus, der zunehmenden Luftverschmutzung und der drohenden Dieselfahrverbote wirksam entgegenzutreten. Dazu ist es erforderlich, Mobilitätsangebote als ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren. Zunächst geht es um die Inbetriebnahme von zwei Mobilitätsstationen und den Aufbau einer digitalen Plattform. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Tätigkeitsfeld Daten und Systeme zu. Einen herausragenden Rahmen für die Zusammenarbeit der Akteure bildet die im November 2017 unterzeichnete Mobilitätspartnerschaft von Landeshauptstadt Düsseldorf, Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft. Im Rahmen freiwilliger Selbstverpflichtungen werden große und kleine Unternehmen jährlich Maßnahmen zur Verringerung der anstehenden Verkehrsprobleme umsetzen und evaluieren lassen.
Die SWD AG haben in diesem Zusammenhang unter anderem ihr im vorherigen Berichtsjahr gemeinsam mit einem Partner in Düsseldorf auf den Markt gebrachtes E-Roller-Sharing Angebot „eddy“ weiter ausgeweitet. Eine weitere Ausweitung ist für das Kalenderjahr 2019 vorgesehen.
Zukunftsprojekt Smart City Düsseldorf
In diesem Projekt der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde die Stabsstelle Smart City von einem leitenden Mitarbeiter der SWD AG betreut. Im Projekt wurden in enger Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Stadtwerken und relevanten externen Partnern Konzepte für Mobilität und Verwaltung entwickelt. Da die Entwicklung und Umsetzung von smarten Technologien zu einem wesentlichen Teil mit der Energiewende und dem Ausbau energienaher Infrastrukturen zusammenhängt, sind die Stadtwerke natürlicher Partner dieses Projektes. Neben dem von besonderem Handlungsbedarf gekennzeichneten Bereich Verkehr wird im Projekt vor allem am Bereich Smart City Services, d. h. an Bürgeranwendungen (Apps) und Digitalisierung der Stadtverwaltung gearbeitet. Später ist eine Erweiterung auf die Bereiche Smart Living, Smart Economa und Smart Environment vorgesehen. Die herausragende Bedeutung dieses Projektes findet Ausdruck auch in der Vielzahl von Förderprogrammen des Landes und des Bundes, die systematisch auf die Möglichkeit ihrer Einbeziehung in die weitere Arbeit geprüft werden. Im Berichtsjahr 2018 wurden die Arbeiten plangemäß weitergeführt.
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Stadt Wuppertal, dem Rhein-Kreis Neuss, den Wuppertaler Stadtwerken und einer Vielzahl weiterer Akteure aus Industrie und Gewerbe haben die SWD AG eine Grobskizze für eine Modellregion Wasserstoff-Mobilität erarbeitet und im Rahmen des Förderwettbewerbes des Wirtschaftsministeriums NRW eingereicht. Grundidee ist der Einstieg in Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf der Basis von Strom aus den MVA in Wuppertal und Düsseldorf sowie der Einstieg in Brennstoffzellen-Elektromobilität bei den beteiligten Partnern und in der Region.
Wohnungswirtschaft und Immobilienentwicklung
In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es viel Potenzial für die Entwicklung von Immobilien. Die SWD AG verfügen als Unternehmen für die Daseinsfürsorge über zahlreiche Liegenschaften mit unterschiedlichen Nutzungen. In Stadtlagen, die nicht mehr für die Versorgung benötigt werden, sollen zukunftsweisende Projekte für moderne Wohn- und Arbeitswelten entwickelt werden. Hierbei werden energienahe Produkte und Serviceleistungen in einem neuen Zusammenhang zur Anwendung kommen. In 2018 wurde hierzu ein Joint Venture mit der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH gegründet, das unter dem Namen ID Quadrat (Innovative Immobilien Duisburg Düsseldorf ID Quadrat GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG) agiert. Die ersten Anträge und Anfragen zu drei Immobilienprojekten wurden durch ID Quadrat gestellt. Im Laufe des Jahres 2019 ist mit den Genehmigungen zu rechnen. Für 2020 ist der Beginn der Bauaktivitäten vorgesehen.
PE-Fabrik (Personalentwicklung)
Die Digitalisierung umfasst immer weitere Bereiche des Arbeitslebens. Die SWD AG stellen sich den Herausforderungen und haben als ein wesentliches internes Element des digitalen Kulturwandels die Personalentwicklung digitalisiert. Unter der Bezeichnung PE-Fabrik werden seit dem Frühjahr 2017 persönliche und fachliche Weiterbildungsangebote, PE-Instrumente, eine WissensBox, neue E-Learning-Angebote und vieles mehr angeboten. Die digitalen Angebote besitzen hohe Akzeptanz bei den Beschäftigten der SWD AG. Die Erweiterung des Angebotsspektrums wird kontinuierlich betrieben.
Markt- und Wettbewerbsbedingungen
Im Segment der Privat- und Gewerbekunden gelang es im Jahr 2018, ein gutes Ergebnis zu erreichen. Es konnte ein Zuwachs in der Anzahl der belieferten Anlagen und der entsprechenden Mengen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Deutlich positiv ist in diesem Zusammenhang das Geschäft außerhalb des Düsseldorfer Versorgungsgebietes zu bewerten. Sowohl in der Sparte Strom als auch in der Sparte Gas wurden durch die regionale Pricing-Strategie wichtige Beiträge zum Erfolg geleistet.
Trotz eines schwierigen Marktumfeldes im Geschäfts- und Industriekunden-Sektor konnte ein gutes Ergebnis verzeichnet werden. Sowohl die abgesetzten Mengen als auch die erwirtschafteten Erlöse lagen über den Erwartungen für das Geschäftsjahr. Als Grund hierfür können im Wesentlichen die hohe Kundenorientierung und die Servicequalität genannt werden, die im starken Wettbewerb das Fundament für den positiven Geschäftsverlauf bildeten.
Für das Segment Fernwärme gibt es positive Nachrichten für das Geschäftsjahr 2018 zu berichten. Die Sparte trug auch in diesem Jahr maßgeblich zum guten Ergebnis der SWD AG bei und generierte weiterhin guten Kundenzuwachs. In Summe wurden im vergangenen Jahr deutlich über 15 MW Leistung zusätzlich akquiriert, womit ein weiterer wichtiger Beitrag auf dem Weg zur klimaneutralen Landeshauptstadt geleistet wurde.
Abschluss und Beendigung von Kooperationsvereinbarungen und anderen Verträgen sowie wesentliche Rechtsstreitigkeiten
Am 27.11.2018 hat die Landeshauptstadt Düsseldorf den SWD AG den Zuschlag für eine Belieferung aller ihrer Abnahmestellen mit Erdgas für die Jahre 2019-2022 erteilt. Der Vertrag sieht eine tranchierte Beschaffung durch die SWD AG vor. Der Auftrag ist, so wie in der städtischen Ausschreibung vorgesehen war, mit der Entwicklung von Energieeinsparkonzepten verbunden. Diese sollen während der Vertragslaufzeit von SWD AG entwickelt und vorgelegt werden.
Am 13.12.2018 wurde von den Gesellschaftern Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und SWD AG die Innovative Immobilien Duisburg Düsseldorf ID Quadrat GmbH & Co. Betriebsgesellschaft KG sowie die Kommandit-GmbH durch Erwerb von Vorratsgesellschaften begründet. Gegenstand der Gesellschaft ist die Entwicklung, Implementierung und Vermarktung energiewirtschaftlicher Leistungen und innovativer Produkte für Immobilien der Gesellschaft und deren Gesellschafter sowie für die Immobilienwirtschaft, ferner die Entwicklung und Vermarktung von Wohnraumimmobilien der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter zum vorgenannten Zweck. Die neu gegründete Gesellschaft beabsichtigt, beginnend ab dem nächsten Kalenderjahr, Grundstücke der Gesellschafter auf Grundlage von Erbbaurechtsverträgen zu entwickeln und auf diesen Flächen neue energiewirtschaftliche Produkte zur weiteren Vermarktung zu erproben.
Die SWD AG haben die Amprion GmbH am 06.07.2016 auf Rückzahlung von ca. 1,3 Mio. Euro wegen der EEG-Umlage auf Netzverluste des Flughafen Düsseldorfs verklagt. Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass der Flughafen Düsseldorf rückwirkend für die Jahre 2011-2014 die EEG-Umlage wegen behaupteter Netzverluste und der Begründung, dass in diesem Falle im geschlossenen Verteilnetz des Flughafens gem. § 110 EnWG keine EEG-Umlage anfalle, gekürzt hat. Um eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH als Kunden der SWD AG zu vermeiden, haben die SWD AG die Amprion GmbH verklagt und der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH den Streit verkündet. Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 12.10.2017 die Klage der SWD AG abgewiesen. Die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH hat gegen das Urteil des Landgerichtes Berufung beim OLG Hamm eingelegt. Die Berufung der Nebenintervenientin wurde mit Urteil vom 16.07.2018 zurückgewiesen, die Revision nicht zugelassen. Hiergegen hat die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt.
Zwischen der Stadt Düsseldorf und den SWD AG ist eine Klage beim Verwaltungsgericht wegen Bauüberwachungsgebühren für die Errichtung der GuD F-Anlage anhängig. Sachlicher Kern der Auseinandersetzung ist die Frage, ob es sich bei der GuD F-Anlage um eine bauliche Anlage, mit der Konsequenz, dass die Herstellungskosten des Kraftwerks heranzuziehen sind (so die Auffassung der Stadt) oder um ein Gebäude, mit der Konsequenz, dass lediglich die Rohbaukosten heranzuziehen sind (so die Auffassung der SWD AG) handelt. Da während des gesamten Vorhabens vier Bauaufsichts- bzw. Bauzustandsbesichtigungen stattgefunden haben (von denen allerdings nur die erste Bauüberwachungsgebühr bei Gericht anhängig war), waren insgesamt ca. 2,3 Mio. Euro streitig. Nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf in einer mündlichen Verhandlung am 10.11.2017 in einem sachlich gleich gelagerten Verfahren der SWD AG gegen das Land NRW in der mündlichen Verhandlung der Rechtsauffassung der SWD AG gefolgt war und das Land NRW den Bescheid seinerzeit hinsichtlich des streitigen Betrages zurückgenommen hat, hat nun auch die Stadt Düsseldorf die Gebühren für die Bauaufsichts- bzw. Bauzustandsbesichtigungen unter Zugrundelegung der Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf und der SWD AG neu beschieden
Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen der HGB-Rechnungslegung der SWD AG sind neben dem Umsatz das Ergebnis vor Steuern.
Das Gesamtertragsvolumen liegt mit 2.018,2 Mio. Euro um 36,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 2.054,8 Mio. Euro. In den Gesamterträgen der SWD AG sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge sowie Erträge aus Beteiligungen, aus Ausleihungen, aus sonstigen Zinsen und aus Gewinnabführungsverträgen enthalten.
Das Gesamtaufwandsvolumen liegt mit 1.941,3 Mio. Euro um 23,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 1.964,9 Mio. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalten den Materialaufwand, den Personalaufwand, die Abschreibungen, die Konzessionsabgabe, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern.
Die Umsatzerlöse (nach Abzug der Strom- und Energiesteuer auf Erdgas) betragen 1.967,8 Mio. Euro nach 1.994,2 Mio. Euro im Vorjahr und stellen sich wie folgt dar:
Umsatzerlöse 2018 2018 2017 2017
Menge Mio. Euro Menge Mio. Euro
Stromverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 3.687,9 603,3 3.657,3 602,0
Stromverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 6.739,2 197,8 8.471,4 249,0
Stromverkauf an Weiterverteiler (Menge in Mio. kWh) 3.251,1 95,1 4.021,5 117,6
Stromverkauf Kraftwerksvermarktung (Menge in Mio. kWh) 7.165,5 255,5 7.175,7 234,7
Stromverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 619,7 24,7 807,1 29,7
Stromverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 21.463,4 1.176,4 24.133,0 1.233,0
Gasverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 4.409,0 163,9 4.451,1 169,1
Gasverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 103,1 3,5 359,2 6,5
Gasverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 4.698,7 105,5 4.451,4 74,7
Gasverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 9.210,8 272,9 9.261,7 250,3
Wasserverkauf an Endkunden (Menge in mio. m³) 48,5 88,4 47,5 86,3
Wasserverkauf übrige (Menge in mio. m³) 10,6 4,3 10,2 4,1
Wasserverkauf (Menge in Mio. m³) 59,1 92,7 57,7 90,4
Fernwärmeverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 965,9 63,0 955,6 62,5
Fernwärmeverkauf übrige (Menge in Mio. kWh) 104,4 2,2 104,7 2,2
Fernwärmeverkauf (Menge in Mio. kWh) 1.070,3 65,2 1.060,3 64,7
Verkauf aus Contracting (Menge in Mio. kWh) 219,8 12,4 222,1 12,4
Müllverbrennung (Menge in Tsd. T) 425,1 58,2 433,9 58,9
Sonstige Umsatzerlöse 290,0 284,5
1.967,8 1.994,2
Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Endkunden liegen auf Vorjahresniveau. Die Umsatzerlöse aus dem Stromeigenhandel sind um 51,2 Mio. Euro auf 197,8 Mio. Euro zurückgegangen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Weiterverteiler liegen mit 95,1 Mio. Euro um 22,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Stromverkauf aus der Kraftwerksvermarktung ist von 234,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 255,5 Mio. Euro in 2018 um 20,8 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf an Endkunden sind um 5,2 Mio. Euro auf 163,9 Mio. Euro zurückgegangen. Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten Zuschläge für den erzeugten Strom gemäß Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in Höhe von 36,2 Mio. Euro (Vorjahr 31,6 Mio. Euro) zur Förderung des Kraftwerks am Standort Lausward.
Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 27,7 Mio. Euro um 9,3 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 37,0 Mio. Euro. Im Berichtsjahr waren gegenüber dem Vorjahr geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen auszuweisen (17,0 Mio. Euro in 2018, 20,9 Mio. Euro in 2017). Zudem konnte in 2017 eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 4,8 Mio. Euro vereinnahmt werden.
Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 26,1 Mio. Euro auf 1.629,7 Mio. Euro (-1,6 %) gesunken. Die Aufwendungen für Strombezug liegen mit 814,6 Mio. Euro um 63,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 878,2 Mio. Euro. Die Gasbezugskosten sind dagegen insgesamt von 267,5 Mio. Euro in 2017 auf 288,8 Mio. Euro in 2018 gestiegen (+21,3 Mio. Euro).Die Aufwendungen für Netzentgelte belaufen sich im Berichtsjahr auf 370,1 Mio. Euro (Vorjahr 366,1 Mio. Euro).
Der Personalaufwand liegt mit 99,8 Mio. Euro in 2018 um 1,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 101,6 Mio. Euro. Zum 01.04.2017 wurde ein Großteil der Mitarbeiter aus den Bereichen
Erzeugung und Entsorgung in die NGD überführt. Zum 01.03.2018 trat eine Tariferhöhung in Höhe von 3,19 % in Kraft.
Die Abschreibungen sind von 39,9 Mio. Euro in 2017 um 1,8 Mio. Euro auf 41,7 Mio. Euro in 2018 gestiegen.
Das Konzessionsabgabevolumen entwickelte sich in Abhängigkeit der durchgeleiteten Mengen von 51,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 52,1 Mio. Euro in 2018 (+ 0,6 Mio. Euro).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 64,9 Mio. Euro in 2017 auf 69,0 Mio. Euro in 2018 um 4,1 Mio. Euro angestiegen.
Das Finanzergebnis in 2018 beträgt -3,6 Mio. Euro nach +8,1 Mio. Euro in 2017 und stellt sich wie folgt dar:
2018 Mio. Euro 2017 Mio. Euro
Erträge aus Beteiligungen 18,8 18,6
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1,0 1,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1,2 0,2
Abschreibungen auf Finanzanlagen -1,1 -2,3
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -12,7 -12,3
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 0,6 3,3
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -11,4 -0,5
-3,6 8,1
Die Erträge aus Beteiligungen und aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens liegen auf Vorjahresniveau. Der Anstieg der sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge von 0,2 Mio. Euro auf 1,2 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus der Verzinsung von Steuererstattungen für Vorjahre. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in 2018 betreffen Abwertungen der Beteiligungen an der Stadtwerke Hilden GmbH (-0,7 Mio. Euro; Vorjahr -1,9 Mio. Euro) und an der Sirius EcoTechFonds GmbH & Co. KG (-0,4 Mio. Euro; Vorjahr -0,3 Mio. Euro). Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen liegen mit 12,7 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert in Höhe von 12,3 Mio. Euro. Bei den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen ist im Berichtsjahr die Gewinnabführung der Grünwerke und im Vorjahr die Gewinnabführung der NGD ausgewiesen. Bei den Aufwendungen aus Verlustübernahmen ist in 2018 die Verlustübernahme der NGD und in 2017 die Verlustübernahme der Grünwerke dargestellt.
Das Ergebnis vor Steuern in 2018 liegt mit 100,6 Mio. Euro um 25,4 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 126,0 Mio. Euro.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist sowohl ergebnisbedingt als auch aufgrund periodenfremder Steuererstattungen von 32,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 20,3 Mio. Euro deutlich gesunken (-12,4 Mio. Euro).
Damit liegt der Jahresüberschuss für das Jahr 2018 mit 76,8 Mio. Euro um 13,0 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 89,8 Mio. Euro. Nachdem nunmehr sechs Jahre lang der hälftige Jahresüberschuss in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde, schlägt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2018 eine Vollausschüttung des Jahresüberschusses an die Gesellschafter vor. Somit beträgt die ausschüttungsfähige Dividende 76,8 Mio. Euro gegenüber 44,9 Mio. Euro im Vorjahr (+ 31,9 Mio. Euro).
Zum Jahresende weisen die SWD AG einen Finanzmittelbestand von 149,1 Mio. Euro (Vorjahr 159,1 Mio. Euro) aus.
Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Gesellschaftern in Höhe von 436,3 Mio. Euro (Vorjahr 472,9 Mio. Euro). Alle Darlehen lauten auf Euro und weisen zum 31.12.2018 eine durchschnittliche Verzinsung von 1,9 % p. a. für festverzinsliche und 0,7 % p. a. für variabel verzinsliche Darlehen auf.
Insgesamt verfügt das Unternehmen über freie kurz- bis mittelfristige Kreditlinien in Höhe von 124,0 Mio. Euro. Der zur Verfügung stehende Avalrahmen von 15,0 Mio. Euro wurde zum 31.12.2018 zu 52,0 % (7,8 Mio. Euro) planmäßig in Anspruch genommen.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden insgesamt 60,4 Mio. Euro Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen getätigt. Die Investitionen spiegeln dabei das Selbstverständnis der SWD AG als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im urbanen Raum wider.
Das größte Investitionsvolumen der SWD AG betrifft die Versorgungsinfrastruktur. Hier wurden wie bereits in den Vorjahren erhebliche Investitionen sowohl im Bereich der regulierten Netze Strom und Gas als auch in die Fernwärme- und Wasserversorgungsnetze getätigt. Nachdem im vergangenen Jahr das Projekt Südstadt zur Versorgung aller Netzkunden über das von der NGD betriebene 110 kV-Verteilnetz abgeschlossen wurde, sind im Zusammenhang damit neben dem Stromnetz auch die Gas- und Wassernetze im Düsseldorfer Süden in 2018 weiter optimiert worden. Für die Erschließung des Neubaugebiets „Glasmacherviertel“ im östlichen Stadtgebiet wurden in 2018 erste Abschnitte der Versorgungsnetze fertiggestellt. Gemäß der Fernwärmeausbaustrategie der SWD AG wurden Investitionen in die Netzerweiterung weiter vorangetrieben. Es erfolgte die weitere Anbindung im Modellquartier Bilk, in dem partnerschaftlich mit der Landeshauptstadt Düsseldorf geeignete Unterstützungsmaßnahmen für den Fernwärmeausbau identifiziert und entwickelt werden. Zudem wurde der Düsseldorfer Hauptbahnhof an die Fernwärmeversorgung der SWD AG angeschlossen. Investiert wurde auch in die weitere Erschließung des südlichen Stadtgebiets, in dem zukünftig ausgehend vom Heizwerk Garath ebenfalls Teile von Benrath mit umweltfreundlicher Energie aus Fernwärme versorgt werden.
Die Umsetzung des im Jahr 2016 in Kraft getretenen Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende wurde insbesondere durch Investitionen in moderne Messeinrichtungen weiter vorangetrieben. Um die Digitalisierung der Energiewirtschaft konsequent in moderne Arbeitswelten zu übertragen, wurde in 2018 in einem umfangreichen IT-Projekt eine übergreifende und umfassende Modernisierung der Hard- und Software der SWD AG vorgenommen. Konzernweit stehen damit zukunftsweisende Lösungen im Rahmen einer modernen digitalen Infrastruktur bereit.
Wie in den Vorjahren wurde auch in weitere Anlagen für attraktive Contractingmodelle für Privat- und Geschäftskunden investiert.
Im Rahmen des aktiven Managements des unternehmenseigenen Grundstückportfolios erfolgte zudem der Zukauf eines Grundstücks im westlichen Stadtgebiet.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 92,6 Mio. Euro. Bedeutende Einflussgrößen sind der Rohertrag (338,1 Mio. Euro), der Personalaufwand (-99,8 Mio. Euro) und der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (-95,9 Mio. Euro). Weitere Einflussgrößen sind gesunkene Rückstellungen (-21,1 Mio. Euro) sowie Ertragsteuerzahlungen (-36,1 Mio. Euro). Die Veränderung in Höhe von -37,1 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert (129,7 Mio. Euro) ist insbesondere zurückzuführen auf ein gesunkenes EBITDA (-11,9 Mio. Euro), eine geringere Abnahme der sonstigen Rückstellungen (+21,9 Mio. Euro), ein geringeres Working Capital (-40,3 Mio. Euro) sowie auf höhere Ertragsteuerzahlungen (-13,9 Mio. Euro).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -13,9 Mio. Euro und wird im Wesentlichen bestimmt durch Investitionen in Sachanlagen (-58,8 Mio. Euro), insbesondere im Bereich der Erneuerung und Erweiterung der Netze. Hinzu kommen Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (-6,9 Mio. Euro). Zahlungszuflüsse stammen im Wesentlichen aus dem Abgang von Finanzanlagen (+40,9 Mio. Euro). Diese entfallen mit 32,3 Mio. Euro überwiegend auf Kapitalrückführungen der GHKW Fortuna GmbH. Der Saldo aus Zinseinzahlungen und Ein-und Auszahlungen des Beteiligungsgeschäftes beeinflusst den Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Umfang von +10,3 Mio. Euro. Damit liegt der Cashflow aus Investitionstätigkeit annähernd auf Vorjahresniveau (-14,8 Mio. Euro).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -88,8 Mio. Euro resultiert hauptsächlich aus der Ausschüttung an die Gesellschafter (-44,9 Mio. Euro) sowie aus Zins- (-8,4 Mio. Euro) und Tilgungszahlungen (-38,5 Mio. Euro). Der höhere Zahlungsmittelabfluss (-22,6 Mio. Euro) gegenüber dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Vorjahres (-66,2 Mio. Euro) ist im Wesentlichen auf die höhere Ausschüttung an die Gesellschafter (-12,7 Mio. Euro) und höhere Tilgungen (-11,8 Mio. Euro) zurückzuführen.
Die Liquidität war im Berichtsjahr gesichert.
Ergebnisse aus der Kapitalflussrechnung
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 92,6 129,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit -13,9 -14,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -88,8 -66,2
Veränderung der Liquidität -10,1 48,7
Liquidität zum Jahresanfang 159,1 110,4
Liquidität zum Jahresende 149,1 159,1
Anlagevermögen 972,9 989,9
Umlaufvermögen, übrige Aktiva 370,3 377,7
Bilanzsumme 1.343,2 1.367,6
Eigenkapital 563,4 531,5
Langfristige Schulden 425,8 434,1
Kurzfristige Schulden 354,0 402,0
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 1,8 % verringert.
Die Anlagenquote beträgt gegenüber dem Vorjahr unverändert 72,4 %. Im Wesentlichen führten Investitionen in die Verteilungsnetze zu einem Anstieg bei den Sachanlagen in Höhe von 4,3 %. Gegenläufig wirkten sich Kapitalrückzahlungen, Abschreibungen bei den Finanzanlagen sowie planmäßige Tilgungen von langfristig gewährten Darlehen aus. Insgesamt ist das Anlagevermögen gegenüber dem Vorjahr um 1,7 % gesunken.
Der Bestand des Umlaufvermögens hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % verringert. Innerhalb dieser Position gab es unterschiedliche Entwicklungen. So stieg das Vorratsvermögen deutlich um 25,7 % an. Grund ist der Anstieg der unfertigen Leistungen resultierend aus noch nicht abgerechneten Instandhaltungsleistungen für das Kraftwerk. Für diese Leistungen wurden von der Kraftwerksgesellschaft bereits Anzahlungen in gleicher Höhe vereinnahmt. Diese wurden auf der Passivseite der Bilanz unter den „erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen“ ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Wesentlichen aufgrund höherer Vorauszahlungen aus Teilbeträgen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 % gesunken. Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind stichtagsbedingt insgesamt um 33,4 % gesunken. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im Wesentlichen aufgrund des höheren Ausweises aus zum Stichtag geleisteten Vorauszahlungen und leicht höheren Steuervorauszahlungen um 6,8 Mio. Euro angestiegen.
Bank- und Kassenbestände verzeichneten stichtagsbedingt gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 6,3 %. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten blieben auf Vorjahresniveau.
Der ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zugesagten Pensionsverpflichtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Mio. Euro.
Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung hat sich aufgrund der satzungsgemäßen Vollausschüttung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Der Bilanzgewinn ist daher um 71,1 % auf 76,8 Mio. Euro angestiegen. Die Eigenkapitalquote ist bei leicht gesunkener Bilanzsumme von 38,9 % (2017) auf 41,9 % (2018) gestiegen.
Die empfangenen Baukostenzuschüsse haben sich aufgrund von planmäßigen Auflösungen um 7,0 % verringert.
Bei den Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 14,1 % zu verzeichnen. Diese Verringerung ist in gesunkenen Rückstellungen für drohende Verluste nach IDW RS ÖFA 3 (Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen, - 11,2 Mio. Euro) und geringeren Rückstellungen für Energiebezüge bei gleichzeitig gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in verjährungsbedingten Auflösungen bei den sonstigen Rückstellungen und deutlich gesunkenen Steuerrückstellungen begründet.
Die Verbindlichkeiten weisen insgesamt einen Rückgang von 4,1 % gegenüber dem Vorjahr aus. In den einzelnen Posten gab es unterschiedliche Entwicklungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind aufgrund planmäßiger Tilgungen um 7,4 % zurückgegangen. Die erhaltenen Anzahlungen stiegen aufgrund der geleisteten Zahlungen der Kraftwerksgesellschaft (siehe oben) um 5,2 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Anstieg in Höhe von 4,6 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Minderung der entsprechenden Rückstellungsposition zu verzeichnen. Das Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,6 Mio. Euro wurde im Geschäftsjahr vollständig getilgt. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen blieb die Höhe auf Vorjahresniveau. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Wesentlichen aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus Steuern um 3,4 Mio. Euro.
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten haben sich gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. Euro erhöht.
Die SWD AG verfügen über eine stabile Vermögens- und Kapitalstruktur sowie eine solide Ertragslage.
Ausführungen zu Tätigkeitsbereichen der Stadtwerke Düsseldorf AG gem. § 6b Abs. 7 S. 4 EnWG
Tätigkeitsabschlüsse werden für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung erstellt und betreffen die wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Elektrizitäts- und Versorgungsnetzen, wobei die SWD AG die Verpächterin dieser Netze sind. Es wird auf die Erläuterungen im Anhang zu diesen Tätigkeitsabschlüssen, die sich aus der Anwendbarkeit des § 268 HGB ergeben sowie auf die Hinweise zu den Abschreibungsmethoden verwiesen. Darüber hinaus wird auch auf die Angabe der Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den Tätigkeitskonten zugeordnet worden sind, hingewiesen.
Integriertes Managementsystem der Stadtwerke Düsseldorf AG (Umwelt- und Energiemanagementsystem)
Zur Umsetzung und Sicherstellung der Unternehmensziele haben die SWD AG in ein bestehendes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 ein Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 eingeführt. Das integrierte Managementsystem (Umwelt- und Energiemanagementsystem – IMS) ist ein Werkzeug, um Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.
Im März 2018 wurde ein Überwachungsaudit gemäß DIN EN ISO 14001 für die SWD AG und die Grünwerke als 100 % Tochter der SWD AG sowie des unternehmensweiten Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 erfolgreich durchgeführt. Das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 ist u. a. Voraussetzung, um weiterhin den Spitzensteuerausgleich
beantragen zu können. Mit diesem System sind die SWD AG auch auf die rechtlichen Anforderungen aus der Energieeffizienz-Richtlinie der EU vorbereitet bzw. erfüllen die Anforderungen aus dem Energiedienstleistungsgesetz zur Durchführung von Energieaudits.
Ebenfalls konnte das Zertifikat Entsorgungsfachbetrieb für die Müllverbrennungsanlage verlängert werden. Dieses ermöglicht eine privilegierte Nachweisführung als Entsorgungsanlage. Mit der Einführung sowie der kontinuierlichen Verbesserung des Energiemanagementsystems lässt sich außerdem der Energiebedarf im Unternehmen senken, die Energiebilanz optimieren, der CO2-Ausstoß verringern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.
Durch ein Energieaudit (nach § 8 EDL-Gesetz sowie nach Artikel 8 Absatz 4 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU (EED)) lassen sich die wesentlichen Energieflüsse eines Unternehmens offenlegen und Energieeffizienzpotenziale identifizieren. Grundlage hierfür ist die systematische Erfassung und Analyse der Energiedaten von Anlagen und Gebäuden. Im Ergebnis wird ein Abschlussbericht erstellt, der vorhandene Energieeinsparpotenziale ausweist und auf der Basis von Wirtschaftlichkeitsberechnungen sinnvolle Energieeffizienzmaßnahmen empfiehlt.
Die SWD AG und ihre Beteiligungsgesellschaften haben die Anforderung an ein Energieaudit nach DIN 16247-1 geprüft und erforderliche Energieaudits im Jahr 2018 termingerecht und erfolgreich durchgeführt.
Die SWD AG führen Energieaudits mit BAFA-gelisteten Auditoren durch und sind somit Unterstützer der Kunden beim Zukunftsthema Energieeffizienz und Energietransparenz.
Kundenstamm und Kundenzufriedenheit
Auch in diesem Jahr sind die Kunden insgesamt sehr zufrieden und die Bereitschaft, weiterhin Strom und Gas von den SWD AG zu beziehen, bleibt hoch. Dies bestätigen die regelmäßig durchgeführten Kundenbefragungen. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem der als sehr gut beurteilte Kundenservice, das hohe Vertrauen sowie das gute Image der Marke Stadtwerke Düsseldorf.
Das Image ist geprägt von Zuverlässigkeit und Professionalität. Die Kunden heben die gute Erreichbarkeit sowie das Engagement für die Region hervor.
Vor dem Hintergrund des sehr dynamischen Wettbewerbsumfelds sind diese Ergebnisse als sehr positiv zu bewerten. Neben den Vergleichsportalen Verivox und Check24, die mit großem Mediendruck auf den Wechsel des Strom- und Gasanbieters hinwirken, wirbt eine Vielzahl an Marken mit zum Teil sehr hohen Boni um Kunden, wie z. B. die großen Energieversorger, aber auch neue Anbieter wie Aldi- und Lidl-Strom.
Die zielgerichteten Marketingaktionen, die vielfältigen Sponsoringmaßnahmen und die bei Düsseldorfer Kunden und Nichtkunden sehr gut bewertete I-love-Kampagne tragen zu den positiven Ergebnissen bei und stärken sowohl die Marke als auch die Kundenbindung.
Die SWD AG sind ein wachsendes Unternehmen, das sich zu einem modernen und innovativen Infrastrukturdienstleister entwickelt. Der derzeit unternehmensweit stattfindende Management-Dialog hat wesentlichen Einfluss auf diese Unternehmensentwicklung. Maßgebliche Treiber für die entsprechende Personalarbeit sind neben dem Management-Dialog seit zwei Jahren die Themen Demografie, Digitalisierung und Diversity. Damit einher geht ein sozialer und kultureller Entwicklungsprozess, der die Beschäftigten ins Zentrum rückt.
Strategische Personalplanung – „Fakten statt Bauchgefühl”
Angesichts dieser Unternehmensentwicklung wurde im Jahr 2018 das Projekt zur Implementierung einer strategischen Personalplanung inkl. HR Analytics gestartet, um Aktivitäten zur Rekrutierung, Ausbildung sowie Personalentwicklung mit der Unternehmensstrategie verzahnen zu können. Die strategische Personalplanung liefert insbesondere dem Management Analysen und Handlungsempfehlungen, um Bestand, künftigen Personalbedarf und das vorhandene Angebot quantitativ und qualitativ zu bestimmen und daraus evidenzbasiert Maßnahmen für die Ausrichtung des Personals zu entwickeln.
Das Personalmanagement hat bereits die gezielte Rekrutierung von Personal mit neuen Schlüsselqualifikationen begonnen. Einen Akquiseschwerpunkt bildeten digitale, analytische und projekt- sowie prozessbezogene Kompetenzen. Weiterhin erfolgte ein temporärer Personalaufbau bei Schlüsselqualifikationen in technischen Bereichen, um der demografischen Entwicklung zu begegnen.
Die Arbeitgebermarke als Bestandteil einer neuen Rekrutierungsstrategie
Um den vor allem durch Demografie bedingten Rekrutierungsaufwand der nächsten Jahre effizient bearbeiten zu können, wurde das Projekt „Bildung einer Arbeitgebermarke (Employer Brand)“ im Jahr 2018 durchgeführt. Die Marke soll das Unternehmen dabei unterstützen, sich als attraktiver Arbeitgeber im Markt zu positionieren. Zudem führt sie perspektivisch zu einer höheren Passung von Bewerberinnen und Bewerbern mit der Unternehmenskultur. Ebenso kann sie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stärken. Das Projekt wurde mit Workshop- und Interviewreihen partizipativ durchgeführt. Die Ergebnisse werden zunächst intern kommuniziert, vor allem um Multiplikatoren zu entwickeln und Markenbotschafter zu gewinnen.
Bei den SWD AG werden jährlich rund 30 Ausbildungsverhältnisse begründet. Der demografischen Entwicklung in der Beschäftigtenstruktur und dem Düsseldorfer Bewerbermarkt folgend, wird bedarfsorientiert und mit technischem Schwerpunkt ausgebildet. Mit dem Elektroniker für Betriebstechnik und dem Anlagenmechaniker sind zwei aktualisierte und teilnovellierte Ausbildungsberufe im Ausbildungsportfolio. Im Jahr 2018 hat das Unternehmen 20 Ausgebildete nach erfolgreicher Ausbildung übernommen. Neben der siebten aufeinander folgenden IHK-Anerkennung als herausragender Ausbildungsbetrieb konnten die SWD AG dieses Jahr auch drei kammerbeste Prüflinge und einen Landesbesten aus ihren Reihen stellen.
Führungskräfte führen, fordern und leiten ihre Mitarbeiter. Für die Bewältigung dieser Aufgabe stehen den Führungskräften verschiedene Führungsinstrumente unterstützend zur Verfügung.
Der Fokus liegt auf zielorientierter Entwicklung, Planung und Realisierung von Maßnahmen individueller, team- und organisationsbezogener Förderung. Die bewährte individuelle Unterstützung von neuen Führungskräften in Form von Coachings, Seminaren und weiteren Maßnahmen wurde erfolgreich fortgesetzt und wird auch zukünftig fester Bestandteil der Führungskräfteentwicklung bei den SWD AG sein.
Der Erhalt der Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft aller Beschäftigten ist die Zielsetzung der Durchführung von Maßnahmen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Beschäftigtenstruktur bei den SWD AG besteht verstärkt Handlungsbedarf. Alle im Jahr 2018 durchgeführten Maßnahmen verfolgten einen primär- bzw. sekundärpräventiven Ansatz und hatten u. a. das Ziel, die physische, psychische und soziale Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken. Sie richteten sich sowohl an definierte Zielgruppen, z. B. Organisationseinheiten, Führungskräfte, Teams und Auszubildende, als auch an die Gesamtbelegschaft.
Den wesentlichen Schwerpunkt bildete das Programm „Gesundheitsorientierte Führung“ für die Team- und Gruppenleiter. Die Ziele dieses Programms liegen darin, die eigene Gesundheitskompetenz zu stärken, Stressresilienz zu entwickeln und die eigene Leistungsfähigkeit zu fördern. Ein weiteres Ziel war es, mehr Sicherheit und Handlungskompetenz im Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitern zu erwerben. Das Programm wird im ersten Quartal 2019 fortgesetzt.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema „Ernährung“. Der gewählte Ansatz, Wissen über Ernährung und die Wahrnehmung des individuellen Ernährungsverhaltens in zahlreichen Workshops zu kombinieren, war der Hebel für eine hohe Bereitschaft zur Teilnahme. Auch dieses Programm wird 2019 fortgesetzt. Die Anzahl der Teilnahmen an allen durchgeführten Maßnahmen konnte gegenüber dem Jahr 2017 verdoppelt werden, was u. a. darauf zurückzuführen ist, dass die Beschäftigten bei der Auswahl und auch der Ausgestaltung eingebunden wurden. Die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Diversity fanden gegenüber den Vorjahren mehr Berücksichtigung bei der Konzeptionierung und Durchführung von Maßnahmen. Ab 2019 werden diese Aspekte in jede Maßnahme einfließen.
In der 2. Phase der Ausbaustufe des Employee Self Service wurden für die Dienstreisen die Workflowprozesse Dienstreiseantrag und -abrechnung aktiviert. Die Freischaltung der Auszubildenden für die Teilnahme am Self Service erfolgte im Juni 2018. Zum 31.12.2018 nutzten insgesamt ca. 1.100 Mitarbeiter den Self Service.
In der Personalentwicklung lag ein wesentlicher Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der PE-Fabrik. Dazu wurden nicht nur neue Module zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung entwickelt, sondern auch der Blended Learning Ansatz vertieft. Die positiven Ergebnisse aus einer Mitarbeiterbefragung zu Inhalten, Design und Nutzerfreundlichkeit wurden zur erfolgreichen Weiterentwicklung der digitalen Lernplattform genutzt. Darüber hinaus konnten wesentliche Teile des Onboardingprozesses digitalisiert und in die PE-Fabrik integriert werden.
Die Mitarbeiter – Zahlen, Daten, Fakten
Zum 31.12.2018 beschäftigten die SWD AG 1.114 Mitarbeiter (Vorjahr 1.127), 45 Mitarbeiter in der Freistellung für vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer Betriebsvereinbarung und 28 Mitarbeiter in ruhenden Arbeitsverhältnissen eingeschlossen. Im Laufe des Jahres 2018 sind 75 Beschäftigte ins Unternehmen eingetreten, während 88 Beschäftigte das Unternehmen verlassen haben. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft beträgt 33,5 % (Vorjahr 32,7 %). Der Frauenanteil in den Führungspositionen beträgt 17,9 % (Vorjahr 16,9 %). In Teilzeit waren 235 Mitarbeiter (Vorjahr 248) inklusive 70 Mitarbeitern in Teilzeit flex beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit beträgt 67,2 % (Vorjahr 62,9 %). An Mobiler Arbeit haben im Jahr 2018 88 Beschäftige (Vorjahr 79) teilgenommen.
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 21,2 Jahre (Vorjahr 21,9 Jahre). Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liegt bei 49,2 Jahren (Vorjahr 49,4 Jahre). Die Schwerbehindertenquote liegt bei 7,3 %. Die Ausländerquote liegt bei 2,9 %.
Erklärung zur Frauenquote
Gemäß dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ hat der Vorstand für die SWD AG festgelegt, den Frauenanteil in den zwei Führungsebenen unter dem Vorstand bis zum 31.12.2020 jeweils auf 20 % zu steigern. Die gleiche Zielgröße wurde auch für die 3. Ebene unter dem Vorstand eingeführt.
Ende September 2018 lag die Quote für die erste Führungsebene bei 21,4 %. Der Wert für die zweite Führungsebene konnte auf 18 % (2017 13,2 %) und für die dritte Führungsebene auf 18,2 % (2017 16,7 %) gesteigert werden.
Die SWD AG entwickeln neue Geschäftsmodelle bzw. Produkte und müssen sich als Organisation gleichzeitig effizient ausrichten, um im Markt anpassungs- und wettbewerbsfähig agieren zu können. Die Folgen der demografischen Beschäftigtenstruktur bieten aktuell die Chance, Personal in erforderlicher Quantität und Qualität zu planen, zu entwickeln und zu rekrutieren. Maßnahmen wie die Einführung der strategischen Personalplanung, von HR Analytics und eines modernen Bewerbermanagementsystems bilden weiterhin die wesentliche Grundlage dafür. Die neue Arbeitgebermarke bzw. Employer Brand der Stadtwerke Düsseldorf soll in einer internen und externen Kampagne die gezielte und individuelle Ansprache der jeweiligen Zielgruppen über alle modernen Kommunikationskanäle, wie ein eigenes Arbeitgeberportal und Social Media, gewährleisten.
Im Rahmen des unternehmensweit stattfindenden Management-Dialogs wird erarbeitet, welche Position/Entwicklung die Stadtwerke AG in den strategischen Handlungsfeldern Zusammenarbeit und Führung sowie Prozesse und Strukturen bei den Stadtwerken Düsseldorf haben/nehmen werden. Diese Positionen sind perspektivisch in entsprechende Entwicklungs- und Fortbildungsinstrumente zu überführen.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem Jahresgutachten 2018/2019 davon aus, dass die Weltwirtschaft auch 2019 weiterhin moderat wachsen wird. Er weist jedoch darauf hin, dass dieses Wachstum wie auch in der Vergangenheit zahlreichen Risiken ausgesetzt ist, wie beispielsweise eine weitere Eskalation der Handelskonflikte oder einige Entwicklungen in Schwellenländern, insbesondere Argentinien und Türkei, die Anlass zur Sorge geben. Für den Euro-Raum wird dabei für 2019 ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 % nach 2,0 % in 2018 erwartet. Unklarheit besteht in Europa weiterhin bezüglich des Brexit. Im Euro-Raum bergen nicht zuletzt die hohe Verschuldung und die politische Unsicherheit in Italien Risiken für die Stabilität der Währungsunion.
Vor diesem Hintergrund wird sich auch die konjunkturelle Lage Deutschlands 2019 entwickeln. Das Wachstum des BIP für Deutschland wird für 2019 mit 1,5 % prognostiziert, für 2018 mit 1,6 %, also etwas ungünstiger als für den Euro-Raum.
Der Sachverständigenrat sieht die deutsche Volkswirtschaft vor großen Herausforderungen. Auf internationaler Ebene ist dies vor allem die ungewisse Zukunft der multilateralen globalen Wirtschaftsordnung, auf nationaler Ebene der demografische Wandel. Beide betreffen Deutschland in besonderem Maße. Eine Stärkung der EU wäre Teil der Antwort auf die internationalen Herausforderungen. Den Strukturwandel durch die Digitalisierung zuzulassen würde dabei helfen, die nationalen Herausforderungen zu meistern. Dies erfordert die richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen. Die Bundesregierung sollte lt. Sachverständigenrat die notwendigen Reformen beherzt angehen und die sich bietenden Chancen nutzen. Um den Wohlstand langfristig zu sichern, sollte die Wirtschaftspolitik die Rahmenbedingungen der deutschen Volkswirtschaft verbessern und Handlungsspielräume zur Bewältigung neuer Herausforderungen schaffen. Von einer „lenkenden Industriepolitik“ sollte sie Abstand nehmen.
Der Sachverständigenrat befürwortet statt nationaler Energiewenden globale Ansätze zum Klimaschutz, die alle Sektoren, Technologien und Regionen umfassen wie z. B. einen einheitlichen CO2-Preis. Im ersten Schritt könnte die EU einen solchen Preis etablieren. Bei den Belastungen innerhalb der deutschen Städte mit Feinstaub und NOx wäre aus Sicht des Sachverständigenrates statt Fahrverboten ein Städte-Maut besser, die Verursacher der Emissionen an deren Kosten beteiligt und mit der lokalen Belastung und dem Emissionsausstoß der Fahrzeuge variiert.
Die für 2018 ursprünglich erwartete positive konjunkturelle Entwicklung ist etwas schwächer verlaufen als prognostiziert. Die Erwartung eines damit verbundenen leichten Anstiegs des Energieverbrauchs hat sich nicht bestätigt, da insbesondere durch Witterungseinflüsse eine Abnahme des Energievebrauchs zu beobachten war. Für 2019 ist für Deutschland weiterhin Wirtschaftswachstum prognostiziert, das mit einem leichten Energieverbrauchsanstieg verbunden sein könnte, wenn nicht eine weitere Verstärkung der verbrauchsdämpfenden Witterungseinflüsse eintreten sollte.
Im Hinblick auf die konjunkturellen Unsicherheiten durch den Brexit und den Handelskonflikt mit den USA sowie eines möglichen Wiederaufflackerns der Euro-Krise ist in Verbindung mit den Unwägbarkeiten des Witterungseinflusses auf den Wärmebedarf eine valide Prognose für den Jahresenergieverbrauch nicht möglich.
Gemäß Veröffentlichung der vier Übertragungsnetzbetreiber wird die EEG-Umlage 2019 bei 6,405 Cent/kWh liegen. Verglichen mit dem Jahr 2018, in dem die Umlage bei 6,792 Cent/kWh lag, sinkt sie um 5,7 %. Der Umlagebetrag liegt dann insgesamt bei 22,59 Mrd. Euro (Vorjahr 23,78 Mrd. Euro).
Die Strom- und Gaspreisentwicklungen auf den europäischen Großhandelsmärkten dürften 2019 von den Unsicherheiten bezüglich der politischen Entwicklungen und den deutsch-europäischen Diskussionen um erhöhte Anstrengungen im Klimaschutz geprägt sein. Die aktuelle Infrastruktur der Erzeugung und Netze als auch die Speichertechnologie sind noch nicht im Stande, die Schwankungen der regenerativen Energieeinspeisungen marktschonend zu kompensieren.
Kohle befindet sich zurzeit in einem Seitwärtstrend. Eine Prognose für 2019 ist schwierig, da die Preisentwicklung stark von der Nachfragesituation in Asien abhängt. Der geplante Kohleausstieg in Deutschland wird eine eher untergeordnete Rolle spielen, da die deutsche Kohlenachfrage im internationalen Vergleich marginal ist. Die Konjunkturprognosen für 2019 lassen keine Entspannung der preislichen Situation erwarten.
Für Mineralöl wird nach dem starken Preisanstieg im Berichtsjahr und im Jahr 2017 eine leichte Preissenkung, allenfalls eine Seitwärtsbewegung erwartet. Gegen Preissenkungen spricht die Förderdisziplin der OPEC-Länder, gegen starke Preissteigerungen das Förderpotenzial der amerikanischen Frackingindustrie.
Die Wettbewerbssituation – und damit der Preisdruck auf alle Marktteilnehmer – wird sich auch 2019 nicht entspannen, sondern tendenziell weiter verschärfen.
Situation der Stadtwerke Düsseldorf AG
Die globale, nationale und Branchensituation setzen den Rahmen, innerhalb dessen sich die SWD AG auch 2019 bewegen. Im Hinblick auf den ungewöhnlichen Witterungsverlauf 2018 kann für 2019 eher von einem gemäßigten Verlauf ausgegangen werden als von einem ähnlich dominanten Einfluss der Witterung. Die nicht selbst beeinflussbaren und damit nur mit Unsicherheiten prognostizierbaren Entwicklungen des Umfeldes erfordern situative Aktionen/Reaktionen des Unternehmens wie sie seit langem beherrscht werden.
Umso größer ist die Bedeutung der Entwicklungen, die selber in die Hand genommen oder beeinflusst werden können. Die Weiterentwicklung der Strategie und die oben erläuterten Projekte tragen dem Rechnung. Für die Zukunft der SWD AG ist es entscheidend, den mit den strategischen Projekten begonnenen Veränderungsprozess konsequent und fokussiert fortzusetzen, die zukunftsgerichteten Ideen auszutesten und zu validieren und – wo technisch-wirtschaftlich sinnvoll – dauerhaft umzusetzen.
Das Planergebnis für das Jahr 2019 basiert auf den energiewirtschaftlichen Prämissen der Konzernmutter EnBW. Für das kommende Jahr werden Umsatzerlöse in Höhe von rund 2,0 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 75 Mio. Euro erwartet. Die Umsatzerlöse liegen in 2018 mit 2,0 Mrd. Euro über der Prognose in Höhe von 1,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern liegt in 2018 ca. 27 Mio. Euro über dem prognostizierten Jahresergebnis. Dies begründet sich insbesondere durch die Ausweitung der Stromproduktion bei positiver Börsenpreisentwicklung und einer mengenbedingt höheren KWK-Vergütung. Weiter wirken sich vor allem geringere sonstige Aufwendungen in verschiedenen Wertschöpfungsstufen sowie Rückstellungsauflösungen positiv auf das Ergebnis aus.
Die Investitionsplanung der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen des kommenden Jahres in Höhe von 110,8 Mio. Euro wird hauptsächlich durch Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze bestimmt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich des Fernwärmeausbaus: Hier werden ab 2019 verstärkt Investitionen zur Erschließung des Düsseldorfer Südens getätigt sowie der Anschluss des Düsseldorfer Flughafens an das Fernwärmenetz im Norden umgesetzt. Insbesondere unter Berücksichtigung des Fernwärmenetzausbaus wird flankierend in zusätzliche Fernwärmeerzeugungsanlagen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit investiert. Zudem wird weiterhin der Rollout der Funktechnik CDMA 450 für die Digitalisierung der Versorgungsinfrastruktur vorangetrieben. Für die notwendige regionale Umstellung von niederkalorischem L-Erdgas auf hochkalorisches H-Erdgas werden außerdem ab 2019 sukzessive Investitionen zum Umbau der Infrastruktur im Düsseldorfer Versorgungsbiet getätigt.
Neben Investitionen in die Netze und Anlagen für eine nachhaltige Erzeugungs- und Versorgungsinfrastruktur wird das Angebot an intelligenten Produkten und Strukturen für die Kunden weiter ausgebaut. Beginnend im kommenden Jahr sollen dafür in Immobilienprojekten energienahe Produkte und Serviceleistungen für moderne Wohn- und Arbeitswelten entwickelt werden. Mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren, wird auch weiterhin in elektromobile Produkte und Ladeinfrastruktur für die Region investiert.
Herausforderungen für 2019 sind die Entwicklung und Einführung neuer Geschäftsfelder und Innovationen sowie die damit verbundenen Aspekte Kundenzentrierung und Digitalisierung. Der steigende Effizienzdruck und die Wettbewerbsintensität im Kerngeschäft werden die SWD AG weiterhin beschäftigen. Hieraus resultieren erhöhte Anforderungen an das Personalmanagement. Sowohl die Steigerung der Flexibilität und Veränderungsbereitschaft der Belegschaft als auch die Beschaffung neuer Qualifikationen stehen im Jahr 2019 weiterhin im Fokus. Dafür ist die Optimierung der Planungs- und Analysefähigkeit in HR erforderlich. Parallel werden die HR-Prozesse verstärkt digitalisiert. Die Arbeitgebermarke der Stadtwerke Düsseldorf soll die Rekrutierungsarbeit effizienter und passgenauer ausrichten. Es sind nach wie vor Investitionen in den gezielten temporären Personalaufbau bei Schlüsselqualifikationen erforderlich, ohne weiterhin die konsequente Ausrichtung an der Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen durch Optimierung von Geschäftsprozessen zu vernachlässigen.
Gleichzeitig sind dauerhaft vermehrte Anstrengungen erforderlich, durch die Entwicklung neuer margenträchtiger Produkte und Dienstleistungen die Ertragskraft der SWD AG nachhaltig zu steigern. Die Kundenzufriedenheit und der Kundenstamm sollen auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Dieses Ziel konnte 2018 erreicht werden.
Die Organisation und Arbeitsweise des Risikomanagements dient dem Ziel, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern, indem Risiken und Chancen laufend identifiziert und überwacht, die Risiken begrenzende Maßnahmen initiiert werden und die Berichterstattung an die Entscheider innerhalb des Unternehmens gewährleistet wird.
Risiken und Chancen sind definiert als negative bzw. positive Abweichungen von genehmigten Planwerten. Die Berichterstattung erstreckt sich auf den Zeitraum der Mittelfristplanung, kann bei übergeordneten bzw. längerfristigen Risiken aber auch darüber hinausreichen. Für die Risiken und Chancen werden – sofern möglich – Schadenshöhen und Eintrittswahrscheinlichkeiten festgelegt. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten klassifizieren sich dabei nach „niedrig“ (0 % bis ausschließlich 34 %), „mittel“ (34 % bis ausschließlich 67 %) und „hoch“ (67 % bis 100 %).
Durch die Verzahnung von Risikomanagement und internem Kontrollsystem (Teilbereich Unternehmenssteuerung) zum integrierten Risikomanagement (iRM) sind die Prozesse und Methoden nach EnBW-Konzernvorgaben für die SWD AG vereinheitlicht. Durch das iRM werden die Risiken der SWD AG wirksam überwacht.
Die Aufgaben des iRM werden von der zentralen Organisationseinheit Risikomanagement, den Risikoverantwortlichen sowie den dezentralen iRM-Beauftragten wahrgenommen. Die Maßstäbe ihrer Tätigkeit sind in einem verbindlichen Regelwerk in Form einer unternehmensweit gültigen Richtlinie konkretisiert.
Die Organisationseinheit Risikomanagement ist die zentrale Stelle, deren Aufgabe es ist, erkannte Risiken zu erfassen, deren Auswirkungen umfassend zu beurteilen und Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen sowie die Risikoberichte an die Unternehmensleitung zu erstellen.
Eine effektive Durchführung des Risikomanagementprozesses kann nur mit genauer und umfassender Kenntnis sämtlicher operativer Prozesse des Unternehmens erfolgen. Voraussetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist daher die Zusammenarbeit des zentralen Risikomanagements mit den Fachabteilungen.
Diese Zusammenarbeit ist organisatorisch durch die Zuordnung sämtlicher Risiken zu den Risikoverantwortlichen sichergestellt. Risikoverantwortlich sind diejenigen Träger von Leitungsfunktionen, in deren Fachbereich ein Risiko sich realisieren könnte und gesteuert werden kann.
Bei dieser Aufgabe werden sie von den dezentralen iRM-Beauftragten unterstützt, die sie aus ihren Fachabteilungen benennen. Die dezentralen iRM-Beauftragten leisten die ständige Beobachtung ihres Fachbereiches im Hinblick auf neu entstehende und sich ändernde Risikolagen und arbeiten dabei mit dem Risikomanagement zusammen.
Aufgrund der personellen und organisatorischen Integration des Risikomanagementprozesses in das operative Geschäft sind sowohl seine Effektivität als auch seine ständige Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens gewährleistet.
Das Risikomanagement berichtet regelmäßig an den Vorstand der SWD AG über die Risikolage in Form von Quartalsberichten. Zusätzlich erfolgt bei zwischenzeitlich auftretenden Ereignissen und Überschreitung festgelegter Schwellenwerte eine interne ad-hoc Berichterstattung. Der Risikoausschuss tagt sechsmal im Jahr. Dieser erhält einen Bericht vom Risikomanagement über die aus finanzieller Sicht fünf größten Risiken der SWD AG. Gemäß Handbuch zum Risikomanagement sind zudem Risiken bei Überschreitung definierter Grenzwerte als Top-Risiken zu klassifizieren. Der Vorstand der SWD AG informiert regelmäßig den Finanzausschuss des Aufsichtsrates über die jeweils aktuelle Situation der Top-Risiken. Dabei wird erläutert, welche Steuerungsinstrumente ergriffen werden, um Risiken zu überwachen und zu steuern. Ebenso wird Auskunft über die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit von Risikoüberwachung und Risikomanagementsystem erteilt. Damit ist sichergestellt, dass der Aufsichtsrat der SWD AG im Sinne des § 107 AktG die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überwacht.
Die Wirtschaft in Deutschland setzt ihren Aufschwung fort. Das Expansionstempo wird jedoch gedämpft. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Herbstprojektion 2018 einen (preisbereinigten) Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 1,8 % in den Jahren 2018 und 2019, womit die Bundesregierung ihre Einschätzung für das laufende und das kommende Jahr nach unten revidiert. Im Vorjahr wurde noch ein Wachstum von 1,9 % für 2018 prognostiziert. Ein wesentlicher Grund dafür liegt im schwächeren außenwirtschaftlichen Umfeld. Schließlich ist durch die Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Ausgangsbasis für das laufende Jahr etwas ungünstiger. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet in seinem Jahresgutachten vom November 2018 für Deutschland mit Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 % im Jahr 2018 und 1,5 % im Jahr 2019. Für den Euro-Raum prognostiziert der Sachverständigenrat ein Wachstum des BIP von 2,0 % im Jahr 2018 und 1,7 % im Jahr 2019. Es bestehen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung durch eine Eskalation des Handelskonflikts, einen ungeordneten Brexit oder ein Wiederaufflammen der Euro-Krise.
Bedingt durch die Energiewende ergeben sich weiterhin Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Versorgungsbranche. Das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur (NEMoG) mit einer Neugestaltung der vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) führt im bundesweiten Durchschnitt zu sinkenden Netzentgelten. Für die Netzentgelte 2018 bereits wirksam ist ein Einfrieren der vNNE auf dem Niveau von 2016 und ein erstes Absinken der vNNE für volatil einspeisende Neuanlagen. Im November 2018 hat das Bundeskabinett energiepolitische Reformen unter anderem in Bezug auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) beschlossen, demnach soll das Gesetz die ermäßigte EEG-Umlage für Anlagen in der Eigenversorgung ermöglichen und die Kapazitätsreserve zum Oktober 2020 starten.
Für die Vermarktung der Stromproduktion am Großhandelsmarkt bestehen insbesondere aufgrund stark schwankender Rohstoff- und Strompreise Auslastungs- und Margenrisiken. Soweit in Verbindung mit den Risiken der Erzeugung auch Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, werden Rückstellungen für diese Verluste gebildet.
Durch stark steigende Einflüsse einer politisch geförderten Energiewende (als Beispiel seien die Energieeinsparverordnung und Sanierungsquoten genannt) sinkt der Gas- und Fernwärmeabsatz. Im Wesentlichen werden diese Einsparungen durch Gebäudesanierungsmaßnahmen realisiert, die in Teilen durch die Bundesregierung forciert werden. Sollten zukünftig weitere Fördermittel zur Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt bzw. die Richtlinien zur Energieeinsparung für Bestandsgebäude weiter verschärft werden, besteht das mittlere Risiko, dass der Gas- und Fernwärmeabsatz über das bereits in der Planung verarbeitete Maß hinaus sinkt.
Die Digitalisierung der Wirtschaft und damit die Durchdringung aller Branchen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht es auch branchenfremden Unternehmen, den angestammten Markt des Energiesektors zu durchdringen und damit die derzeitigen und künftigen Geschäftsfelder der Energiebranche zu besetzen. Dabei besteht das hohe Risiko, dass einige der neuen Wettbewerber aufgrund von günstigeren Kostenstrukturen und schnelleren Entscheidungswegen sowie einer effizienteren Innovationsrate im Vorteil sind. Durch die Verabschiedung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie sowie der Entwicklung von Modellen zur Optimierung von Anwendungen, neuen Produkten und Services sehen sich die SWD AG für diese Entwicklung gut aufgestellt.
Des Weiteren sind insbesondere die technologischen Auswirkungen insbesondere bei Vertriebskanälen (Internet, Apps), die demografische Entwicklung auf der Kundenseite sowie der vermehrte Einsatz von Energieberatern zu erwähnen. Durch den Einsatz neuer Vertriebswege und Zahlungsmöglichkeiten kann es zu dem mittleren Risiko einer gesteigerten Wechselbereitschaft bzw. zu einem für die SWD AG negativ verändertem Kundenverhalten kommen. Dieser Trend wird zudem durch steigende gesetzliche Kostenbestandteile wie zum Beispiel EEG und Netzentgelte beeinflusst, welche nicht mehr durch eine günstige Beschaffung aufgefangen werden können und damit jährliche Preisanpassungen mit einer erhöhten Kundenabwanderung zur Folge hat. Die SWD AG begegnen diesen Risiken mit verschiedenen Kundenbindungs- und Kündigerrückgewinnungsmaßnahmen und einer weiteren Optimierung des Marketingmix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation). Zudem erfolgt die Entwicklung neuer insbesondere auf gefährdete Kundengruppen zugeschnittener Produkte zur Teilhabe an Trends und der Ausbau digitaler Vertriebsaktivitäten bei den SWD AG in den Bereichen Social Media, Internet, Apps sowie künstliche Intelligenz.
Die sich zukünftig für die SWD AG ergebenden Risiken sind abhängig von weiteren politischen Entscheidungen. Die SWD AG begegnen den Entwicklungen mit einem konsequenten Risikomanagement und einer kontinuierlichen Analyse des politischen Umfeldes.
Der BGH hat einem Unternehmen durch Urteil untersagt, die Bezeichnung „Stadtwerke“ in seiner Firma zu führen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Entscheidung war, dass das Unternehmen nicht mehrheitlich in kommunaler Hand ist. Die Entscheidung bezieht eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte ein und lässt eine abschließende Aussage über die Beurteilung anderer Fälle nicht zu. Es ist möglich, dass Wettbewerber die Rechtsprechung aufgreifen, um die Firmen ihrer Konkurrenten anzugreifen. Somit könnten auch die SWD AG betroffen werden. Das Risiko wird allerdings als niedrig eingeschätzt. Der Bund der Energieverbraucher hat die Berechtigung der SWD AG zur Verwendung der Firmenbezeichnung in Frage gestellt. In den Veröffentlichungen des Verbandes wird auf die Problematik hingewiesen.
Die SWD AG haben auch 2018 ihre strategischen Vorhaben weiter umgesetzt. Diese Vorhaben sind mit Investitionen verbunden. Naturgemäß wohnt allen Investitionstätigkeiten das Risiko von unerwarteten Ergebniseinbußen, Kostensteigerungen und notwendigen Wertberichtigungen inne. Nach dem grundsätzlichen Investitionsbeschluss der SWD AG zur Entwicklung und Umsetzung von mehreren Immobilienprojekten an den Standorten HKW Garath, Rethelstraße und Hans-Böckler-Straße besteht das mittlere Risiko, dass diese Projekte in Bezug auf Kosten, Termine und Qualität von der Planung abweichen. Gründe hierfür können unter anderem Lieferantenausfälle, gewollte oder ungewollte Bauverzögerungen bzw. Mehrkosten aufgrund von Qualitätsmängeln sein.
Prinzipiell besteht das niedrige Risiko von Ausfällen einzelner Kraftwerke der SWD AG. Für den Block GuD-F besteht seit dem 01.05.2018 eine neue Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung). Die BU-Versicherung dient zur Deckung von Vermögensschäden, die aus einer Betriebsunterbrechung aufgrund versicherter Sachschäden resultieren. Hierbei wird der Versicherte so gestellt, wie er stehen würde, wenn das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre. Die neue BU-Versicherung führt gegenüber der bisherigen BU-Versicherung, welche ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen bei einem Selbstbehalt von 60 Tagen abgedeckt hat, zu einer erheblichen Verbesserung des Versicherungsschutzes.
Aufgrund der Hitzewelle im Sommer 2018 und der vergleichsweise hohen Wassertemperaturen im Rhein konnte der Block GuD-F vorübergehend energiewirtschaftlich nicht optimal betrieben werden. Die Einschränkung konnte nach Rückgang der Wassertemperaturen wieder aufgehoben werden.
Das Geschäft mit privaten Strom- und Gaskunden steht bereits im Blickfeld verschiedener Wettbewerber. Durch verstärkte Vertriebsaktivitäten anderer Anbieter als auch aufgrund hoher Preissensibilität der Kunden besteht das mittlere Risiko von Mengen- und Margenverlusten.
Die zur Regelung von Preisanpassungen erforderlichen Klauseln führen in der gesamten Branche immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden. Derartige Fälle sind grundsätzlich unvermeidlich, da auch Klauseln, die zunächst der anerkannten Rechtslage entsprechen, durch die Entwicklung der Rechtsprechung immer wieder überholt und in Frage gestellt werden.
Die Europäische Union treibt die Regulierung der Finanz- und Energiemärkte voran, um Regeln für Finanzderivate neu zu definieren, die Markttransparenz zu erhöhen und Marktmanipulationen vorzubeugen. Die SWD AG sind davon u. a. durch den Handel von Energie, durch die Energiebeschaffung und durch den Energievertrieb betroffen. Zur klaren Regelung der Finanzderivate im Energiesektor wurden EMIR (European Market Infrastructure Regulation) und MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) aufgesetzt bzw. überarbeitet. Zur Verbesserung der Markttransparenz wurden wesentliche Regelungen zur Datenmeldung rund um die Energieversorgung und den Handel mit Strom- und Gasprodukten sowie Emissionszertifikaten über REMIT (Regulation on wholesale Energy Market Integrity und Transparency) und MAR (Market Abuse Regulation) erstellt. Diese umfassen das Verbot von Insiderhandel und Marktmanipulationen sowie die Erhöhung der Transparenz durch zusätzliche Melde- und Veröffentlichungspflichten. Bei Nichterfüllung der regulatorischen Vorgaben ist mit der Verhängung von Strafen und ggfs. mit Reputationsschäden zu rechnen. Das Risiko wird jedoch als niedrig eingeschätzt. Die zeitlichen und rechtlichen Vorgaben werden fristgerecht umgesetzt, vollständig automatisierte Meldeprozesse bezüglich MiFID II bestehen seit Januar 2018. Im Anschluss an die vollständige Umsetzung von EMIR, REMIT, MAR und MiFID II wird das Risiko voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 historisiert.
Die SWD AG sind sowohl als Energieerzeuger als auch als Energielieferant am Energiemarkt auf Anbieter- und auf Käuferseite präsent. Das Risikomanagementsystem des Energiehandels erfasst die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken anhand der aktuellen Marktpreise, misst die Handelsergebnisse und überwacht die Einhaltung der Limits.
Die eingeräumten Limits basieren auf dem jährlich vom Vorstand genehmigten Risikokapital. Für die notwendige Risikotransparenz sorgen eine differenzierte Bücherstruktur und ein detailliertes Berichtswesen, das die Information an die Entscheidungs- und Risikoverantwortlichen gewährleistet. Zentrales Organ der Risikosteuerung ist der regelmäßig tagende Risikoausschuss, in den verschiedene Fachbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vorstandsmitglieder eingebunden sind. Im Rahmen der durch den Risikoausschuss definierten Kompetenzen setzt das Handelskomitee als operativ wirkendes Organ die verabschiedete Handelsstrategie unter Beachtung aktueller Markt- und Portfolienentwicklungen um.
Die Kraftwerksvermarktung erfolgt im Rahmen einer konzeptionellen Absicherung ihrer Rohmarge. Risikopositionen an den Großhandelsmärkten für Strom, Erdgas und Emissionsberechtigungen werden durch entsprechende Hedgegeschäfte gegen nicht beeinflussbare Preisschwankungen gesichert. Zur Absicherung der Positionen der Kraftwerksvermarktung werden Forward-Kontrakte und Swaps eingesetzt. Das niedrig eingeschätzte integrierte Spotpreisrisiko der Kraftwerksvermarktung deckt die Spotpreisrisiken zum Gasbezugsvertrag des Blocks GuD-F, zur Kraftwerksoptimierung und dem Restlastgang (Strom und Gas) der Kraftwerksvermarktung ab. Zwischen diesen drei Risiken bestehen Wechselwirkungen, wodurch eine isolierte Betrachtung einer der drei Risiken zu einer Überschätzung des Risikowertes führen würde.
Hinsichtlich der weitergehenden Erläuterung zu Sicherungsgeschäften gem. § 285 Nr. 19 und Nr. 23 HGB wird auf die Ausführungen im Anhang unter 5 Ergänzende Angaben Textziffer 6 verwiesen.
Zur Entwicklung des Unternehmens und Erwirtschaftung der Ergebnisse bedienen sich die SWD AG ihrer Mitarbeiter. Das Risiko besteht darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen zu erfüllen. Die SWD AG stehen auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, wobei sich der Arbeitsmarkt verstärkt zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Ein Mangel an Hochschulabsolventen wird prognostiziert. Bedingt durch den schnellen Wandel sind auch Qualifikationsrisiken in allen Bereichen zu beachten. Die demografische Entwicklung grundsätzlich, aber auch speziell die Altersstruktur der Belegschaft der SWD AG verschärfen die Situation, weswegen das Risiko als hoch eingeschätzt wird. Die SWD AG begegnen dieser Situation durch ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und durch Projekte zur Sicherstellung des Wissenstransfers von ausscheidenden Mitarbeitern auf die neuen Aufgabenträger. Die Einführung eines neuen Analysetools dient dabei der besseren Verknüpfung von internen und externen Personaldaten.
Um die Produktions- und Geschäftsprozesse effizient und kostengünstig durchzuführen, wird modernste Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt. Die komplexen Prozesse der Kraftwerke und Müllverbrennungsanlage, Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wassernetze werden mit hochmoderner Leittechnik gesteuert. Die hohe Verfügbarkeit des IT-Netzwerks und der IT-Applikationen sowie die Integrität und Vertraulichkeit der Daten haben deshalb im Unternehmen einen hohen Stellenwert.
IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards und umfassende Testverfahren vor einer Produktivsetzung minimiert. Ein fester Bestandteil dieser Standards sind die für alle Mitarbeiter der SWD AG verbindlichen Schulungen und Grundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie in Form von Unternehmensregelwerken. Trotzdem besteht prinzipiell das Risiko von externen Bedrohungen der IT durch vorsätzliche Handlungen (Hackerangriffe). Das Risiko zeichnet sich durch eine hohe Diversität der Bedrohungsarten und eine hohe Anzahl von potenziellen Zielen aus. Aufgrund einer Vielzahl von Steuerungsinstrumenten wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als niedrig eingeschätzt.
Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz), welches im Juni 2015 in Kraft getreten ist, definiert ein hohes Mindestmaß an IT-Sicherheit als „angemessenen Schutz“ für den Betrieb von kritischen Infrastrukturen. Das Projekt zur Einführung eines integrierten, konzernweiten, zentralen und zertifizierungsfähigen Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nach den Vorgaben der ISO/IEC 27001 wurde mit der Erteilung der entsprechenden Zertifikate und der fristgerechten Vorlage bei der BNetzA erfolgreich abgeschlossen.
Die Finanzierungsrisiken der SWD AG umfassen im wesentlichen Liquiditäts-, Anlage- und Zinsrisiken. Hauptaufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der Liquiditätsbedarf sowie alle Zahlungsmittelflüsse fortlaufend ermittelt. Die Tochtergesellschaften NGD, Grünwerke und GHKW Fortuna GmbH sind über ein Cash-Pooling-Verfahren an die SWD AG angeschlossen, um einen optimalen Liquiditätseinsatz in der Gruppe sicherzustellen. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Aufgrund der vorhandenen Liquidität, den freien kurz- bis mittelfristigen Kreditlinien mit einem Volumen von gegenwärtig 124,0 Mio. Euro sowie des weiterhin hohen operativen Cashflows sehen sich die SWD AG keinen unmittelbaren Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Aus diesem Grund wird das Risiko als gering eingeschätzt.
Die Anlagerisiken werden durch eine konservative Anlagestrategie minimiert. Bei der Anlage stehen gute Bonität und hohe Marktgängigkeit im Fokus.
Zinsrisiken bestehen auf der Aktivseite aus Bankguthaben sowie auf der Passivseite aus variabel verzinslichen Bankverbindlichkeiten. Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus variablen Darlehensbestandteilen werden gegenwärtig Zinsswaps eingesetzt. Insgesamt sind 125,0 Mio. Euro des variablen Finanzierungsvolumens gegen steigende Zinsen geschützt. Bestehende Zinsswaps werden gegenwärtig nicht in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB einbezogen.
Die unternehmerische Tätigkeit bringt eine Vielzahl rechtlicher Risiken mit sich, die aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus den rechtspolitischen Entwicklungen wie z. B. der Entwicklung des europäischen und nationalen Energierechts, der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamtes unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die sich aus diesen Rahmenbedingungen ergebenden konkreten Risiken für die SWD AG wurden im Rahmen der Risikovorsorge weitgehend berücksichtigt.
Seit dem 25.05.2018 kann auf Grundlage der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bei schwerwiegenden Verstößen gegen den Datenschutz ein maximales Bußgeld von 20 Mio. Euro bzw. 4 % des weltweiten Vorjahresumsatzes erhoben werden. Den damit einhergehenden Risiken, dass die Datenschutzorganisation nicht funktionsfähig ist bzw. keine datenschutzkonforme Umsetzung in den Fachbereichen erfolgt, wird mit einer Vielzahl von internen Steuerungsinstrumenten begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird aus diesem Grund als niedrig eingestuft.
Anfang 2018 erfolgte die Einführung eines Tax-Compliance-Management-Systems. Es besteht ein geringes, latentes Risiko, dass dieses nicht voll funktionsfähig ist und sich daraus Verstöße gegen die steuerrechtlichen und regulatorischen Vorschriften ergeben. Der Tax Compliance Officer berichtet jährlich an den Vorstand. Es liegt eine Ablauforganisation vor, um die Funktionsfähigkeit des Systems zu gewährleisten. Zudem wurde in 2018 die Angemessenheit und Implementierung des Tax-Compliance-Management-Systems extern überprüft. Es hat in der Prüfung keine Feststellungen gegeben und es wurde bescheinigt, dass das implementierte Tax-Compliance-Management-System angemessen und geeignet ist, mit hinreichender Sicherheit sowohl Risiken für wesentliche Verstöße gegen die steuerlichen Vorschriften der erfassten Steuerbereiche rechtzeitig zu erkennen, als auch solche Regelverstöße zu verhindern.
Keine den Bestand gefährdenden Risiken
Bestandsgefährdende Einzelrisiken waren 2018 für die SWD AG nicht erkennbar.
Auch eine Gesamtbetrachtung der Risikosituation der SWD AG unter Einbeziehung des Risikoportfolios insgesamt führt nicht zu der Annahme einer Gefährdung des Bestandes des Unternehmens.
Chancenberichterstattung
Das Chancenberichtswesen ist in das unternehmensweite Risikomanagement integriert, indem das Netzwerk der dezentralen iRM-Beauftragten in allen Fachbereichen und Beteiligungen auch für das Chancenmanagement genutzt wird. Die Eintrittswahrscheinlichkeit aller Chancen wird grundsätzlich als niedrig eingeschätzt.
Fortschritt und technologischer Wandel müssen im Konsens mit der Politik, der ansässigen Wirtschaft und nicht zuletzt mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen, um die langfristige Perspektive der SWD AG zu erhalten. Als lokaler Marktführer sehen SWD AG daher eine Chance in der Partizipation am Bevölkerungswachstum in Düsseldorf.
Weiterhin wird in bestehenden und in der Entwicklung befindlichen Kooperationen mit anderen, in der Region ansässigen, lokalen Versorgungsunternehmen die Chance zum Heben von Synergiepotenzialen gesehen.
Als weitere Chance wird die Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle aufgrund der auch in der Energiewirtschaft voranschreitenden Digitalisierung gesehen. Durch Zentralisierung in der Informations- und Kommunikationstechnologie besteht die Chance, weitere Kostenvorteile zu realisieren.
Die SWD AG wollen von den sich ändernden Marktbedingungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung profitieren. Die Erweiterung des Fernwärmeausbaus und Mehrabsätze durch eine im Gegensatz zum unterstellten Plan kältere Heizperiode stellen Chancen dar. Durch eine mögliche Wasserversorgung von angrenzenden Gebieten sowie einem höheren als in der Planung unterstellten Wasserverbrauch ergeben sich weitere Chancen.
Es besteht zudem die Chance, dass SWD AG im Rahmen der für 2024 erwarteten Neuordnung der Düsseldorfer Entsorgungsaufgaben die Verbrennungsverträge für die städtischen Mengen (verbunden mit einer Investition in eine neue Verbrennungslinie) langfristig wiedererlangt und hierdurch die Müllverbrennung wertschöpfend über 2023 hinaus fortgeführt werden kann.
Internes Kontrollsystem (IKS) bezogen auf den Rechnungslegungsprozess
Die SWD AG haben die im EnBW-Konzern angewandte Methodik adaptiert und für den Bereich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse ein standardisiertes IKS mit definierten Verantwortlichkeiten errichtet.
Insgesamt ist das IKS der SWD AG wirksam. Es finden turnusmäßige Abstimmungen mit dem Risikomanagement zur Lage des IKS statt.
Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz
Der Vorstand der SWD AG berichtet für das Geschäftsjahr 2018 über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Er erklärt in diesem Bericht abschließend:
„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
Dieser Lagebericht enthält an verschiedenen Stellen Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens bzw. wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen, die wiederum Einfluss auf die Unternehmensentwicklung erwarten lassen. Alle in die Zukunft gerichteten Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf der Basis der zum Zeitpunkt der Berichterstellung verfügbaren Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den derzeit erwarteten abweichen, sodass eine Gewähr für solche Angaben nicht übernommen werden kann.
Düsseldorf, den 20. Februar 2019