Source: https://www.blaek.de/kammerrecht/verordnung-berufsausbildung-mfa
Timestamp: 2020-07-13 18:41:03
Document Index: 331422073

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 8', '§ 4', '§ 5', '§ 5']

Verordnung Berufsausbildung MFA | Bayerische Landesärztekammer
Verordnung Berufsausbildung MFA
Inkraftgetreten am 01.08.2006 • Veröffentlicht in
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Auf Grund des § 4 Abs. 1 in Verbin­dung mit § 5 des Berufs­bil­dungs­ge­set­zes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) und in Verbin­dung mit § 1 des Zustän­dig­keits­an­pas­sungs­ge­set­zes vom 16. August 2002 (BGBl. I S. 3165) und dem Orga­ni­sa­ti­ons­er­lass vom 22. Novem­ber 2005 (BGBl. I S. 3197) verord­net das Bundes­mi­nis­te­rium für Gesund­heit im Einver­neh­men mit dem Bundes­mi­nis­te­rium für Bildung und Forschung:
Der Ausbil­dungs­be­ruf Medi­zi­ni­scher Fachan­ge­stell­ter/Medi­zi­ni­sche Fachan­ge­stellte wird staat­lich aner­kannt.
Die Ausbil­dung dauert drei Jahre.
Die in dieser Verord­nung genann­ten Fertig­kei­ten, Kennt­nisse und Fähig­kei­ten sollen bezo­gen auf Arbeits- und Geschäftspro­zesse so vermit­telt werden, dass die Auszu­bil­den­den zur Ausübung einer quali­fi­zier­ten beruf­li­chen Tätig­keit im Sinne des § 1 Abs. 3 des Berufs­bil­dungs­ge­set­zes befä­higt werden, die insbe­son­dere selb­stän­di­ges Planen, Durch­füh­ren und Kontrol­lie­ren sowie das Handeln im betrieb­li­chen Gesamt­zu­sam­men­hang einschließt. Diese Befä­hi­gung ist auch in den Prüfun­gen nach den §§ 8 und 9 nach­zu­wei­sen.
Gegen­stand der Berufs­aus­bil­dung sind mindes­tens die folgen­den Fertig­kei­ten, Kennt­nisse und Fähig­kei­ten:
Der Ausbil­dungs­be­trieb:
Berufs­bil­dung, Arbeits- und Tarifrecht,
Stel­lung des Ausbil­dungs­be­trie­bes im Gesund­heits­we­sen; Anfor­de­run­gen an den Beruf,
Orga­ni­sa­tion und Rechts­form des Ausbil­dungs­be­trie­bes,
Gesetz­li­che und vertrag­li­che Bestim­mun­gen der medi­zi­ni­schen Versor­gung,
Umwelt­schutz;
Gesund­heits­schutz und Hygiene:
Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit,
Maßnah­men der Arbeits- und Praxis­hy­giene,
Schutz vor Infek­ti­ons­krank­hei­ten;
Kommu­ni­ka­tion:
Kommu­ni­ka­ti­ons­for­men und -metho­den,
Verhal­ten in Konflikt­si­tua­tio­nen;
Pati­en­ten­be­treu­ung und -bera­tung:
Betreuen von Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen,
Bera­ten von Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen;
Betriebs­or­ga­ni­sa­tion und Quali­täts­ma­na­ge­ment:
Betriebs- und Arbeits­ab­läufe,
Quali­täts­ma­na­ge­ment,
Zeit­ma­na­ge­ment,
Arbei­ten im Team,
Marke­ting;
Verwal­tung und Abrech­nung:
Verwal­tungs­ar­bei­ten,
Mate­ri­al­be­schaf­fung und -verwal­tung,
Abrech­nungs­we­sen;
Infor­ma­tion und Doku­men­ta­tion:
Infor­ma­ti­ons- und Kommu­ni­ka­ti­ons­sys­teme,
Doku­men­ta­tion,
Daten­schutz und Daten­si­cher­heit;
Durch­füh­ren von Maßnah­men bei Diagno­s­tik und Thera­pie unter Anlei­tung und Aufsicht des Arztes oder der Ärztin:
Assis­tenz bei ärzt­li­cher Diagno­s­tik,
Assis­tenz bei ärzt­li­cher Thera­pie,
Umgang mit Arznei­mit­teln, Sera und Impf­stof­fen sowie Heil- und Hilfs­mit­teln;
Grund­la­gen der Präven­tion und Reha­bi­li­ta­tion;
Handeln bei Not- und Zwischen­fäl­len.
Die in § 4 genann­ten Fertig­kei­ten, Kennt­nisse und Fähig­kei­ten (Ausbil­dungs­be­rufs­bild) sollen nach den in den Anla­gen 1 und 2 enthal­te­nen Anlei­tun­gen zur sach­li­chen und zeit­li­chen Glie­de­rung der Berufs­aus­bil­dung vermit­telt werden. Eine von dem Ausbil­dungs­rah­men­plan abwei­chende sach­li­che und zeit­li­che Glie­de­rung des Ausbil­dungs­in­hal­tes ist insbe­son­dere zuläs­sig, soweit betrieb­sprak­ti­sche Beson­der­hei­ten die Abwei­chung erfor­dern.
Die Ausbil­den­den haben unter Zugrun­de­le­gung des Ausbil­dungs­rah­men­plans für die Auszu­bil­den­den einen Ausbil­dungs­plan zu erstel­len.
Die Auszu­bil­den­den haben einen schrift­li­chen Ausbil­dungs­nach­weis zu führen. Ihnen ist Gele­gen­heit zu geben, den schrift­li­chen Ausbil­dungs­nach­weis während der Ausbil­dungs­zeit zu führen. Die Ausbil­den­den haben den schrift­li­chen Ausbil­dungs­nach­weis regel­mä­ßig durch­zu­se­hen.
Zur Ermitt­lung des Ausbil­dungs­stan­des ist eine Zwischen­prü­fung durch­zu­füh­ren. Sie soll vor dem Ende des zwei­ten Ausbil­dungs­jah­res statt­fin­den.
Die Zwischen­prü­fung erstreckt sich auf die in den Anla­gen 1 und 2 für die ersten 18 Monate aufge­führ­ten Fertig­kei­ten, Kennt­nisse und Fähig­kei­ten sowie auf den im Berufs­schul­un­ter­richt zu vermit­teln­den Lehr­stoff, soweit er für die Berufs­aus­bil­dung wesent­lich ist.
Die Zwischen­prü­fung ist schrift­lich anhand praxis­be­zo­ge­ner Aufga­ben in höchs­tens 120 Minu­ten in folgen­den Prüfungs­be­rei­chen durch­zu­füh­ren:
Die Abschluss­prü­fung erstreckt sich auf die in der Anlage 1 aufge­führ­ten Fertig­kei­ten, Kennt­nisse und Fähig­kei­ten sowie auf den im Berufs­schul­un­ter­richt zu vermit­teln­den Lehr­stoff, soweit er für die Berufs­aus­bil­dung wesent­lich ist.
Im prak­ti­schen Teil der Prüfung soll der Prüf­ling in höchs­tens 75 Minu­ten eine komplexe Prüfungs­auf­gabe bear­bei­ten sowie während dieser Zeit in höchs­tens 15 Minu­ten hier­über ein Fach­ge­spräch führen. Dem Prüf­ling ist eine ange­mes­sene Vorbe­rei­tungs­zeit einzuräu­men. Bei der Prüfungs­auf­gabe soll er praxis­be­zo­gene Arbeits­ab­läufe entspre­chend der folgen­den Nummer 1 oder 2 simu­lie­ren, demons­trie­ren, doku­men­tie­ren und präsen­tie­ren:
Durch die Durch­füh­rung der Prüfungs­auf­gabe und das Fach­ge­spräch soll der Prüf­ling zeigen, dass er mit den Pati­en­ten situa­ti­ons­ge­recht und perso­ne­n­ori­en­tiert kommu­ni­zie­ren, sie sach­ge­recht infor­mie­ren und zur Koope­ra­tion moti­vie­ren kann. Er soll nach­wei­sen, dass er Arbeits­ab­läufe planen, Betrieb­sab­läufe orga­ni­sie­ren, Verwal­tungs­ar­bei­ten durch­füh­ren, Mittel der tech­ni­schen Kommu­ni­ka­tion nutzen, Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit und Belange des Umwelt­schut­zes berück­sich­ti­gen sowie die für die Prüfungs­auf­gabe rele­van­ten fach­li­chen Hinter­gründe aufzei­gen und die Vorge­hens­weise bei Durch­füh­rung der Prüfungs­auf­gabe begrün­den kann. Darüber hinaus soll er nach­wei­sen, dass er Erste-Hilfe Maßnah­men am Pati­en­ten oder an der Pati­en­tin durch­füh­ren kann.
im Prüfungs­be­reich Behand­lungs­as­sis­tenz: Der Prüf­ling soll praxis­be­zo­gene Aufga­ben bear­bei­ten. Er soll in der Prüfung zeigen, dass er im Bereich der Diagno­s­tik und Thera­pie Arbeits­ab­läufe planen und die Durch­füh­rung der Behand­lungs­as­sis­tenz beschrei­ben kann. Dabei soll er gesetz­li­che und vertrag­li­che Bestim­mun­gen der medi­zi­ni­schen Versor­gung, Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit, Umwelt­schutz sowie Maßnah­men der Arbeits- und Praxis­hy­giene berück­sich­ti­gen. Der Prüf­ling soll nach­wei­sen, dass er fach­li­che Zusam­men­hänge verste­hen, Sach­ver­halte analy­sie­ren sowie Lösungs­mög­lich­kei­ten entwi­ckeln und darstel­len kann. Dem Prüfungs­be­reich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:
im Prüfungs­be­reich Betriebs­or­ga­ni­sa­tion und -verwal­tung: Der Prüf­ling soll praxis­be­zo­gene Aufga­ben bear­bei­ten. Er soll in der Prüfung zeigen, dass er Betrieb­sab­läufe beschrei­ben, Arbeits­ab­läufe syste­ma­tisch planen sowie interne und externe Koor­di­nie­rungs­auf­ga­ben darstel­len kann. Dabei soll er Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit, Umwelt­schutz, Maßnah­men der Quali­täts­si­che­rung sowie Infor­ma­ti­ons- und Kommu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten berück­sich­ti­gen. Dem Prüfungs­be­reich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:
im Prüfungs­be­reich Wirt­schafts- und Sozi­al­kunde: Der Prüf­ling soll praxis­be­zo­gene Aufga­ben aus der Berufs- und Arbeits­welt bear­bei­ten und dabei zeigen, dass er allge­meine wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Zusam­men­hänge darstel­len kann.
im Prüfungsbereich Behandlungsassistenz 120 Minuten,
im Prüfungsbereich Betriebsorganisation und -verwaltung 120 Minuten,
Sind im schrift­li­chen Teil der Prüfung die Prüfungs­leis­tun­gen in bis zu zwei Prüfungs­be­rei­chen mit mangel­haft und im weite­ren Prüfungs­be­reich mit mindes­tens ausrei­chend bewer­tet worden, so ist auf Antrag des Prüf­lings oder nach Ermes­sen des Prüfungs­aus­schus­ses in einem der mit mangel­haft bewer­te­ten Prüfungs­be­rei­che die schrift­li­che Prüfung durch eine münd­li­che Prüfung von höchs­tens 15 Minu­ten zu ergän­zen, wenn diese für das Beste­hen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungs­be­reich ist vom Prüf­ling zu bestim­men. Bei der Ermitt­lung des Ergeb­nis­ses für diesen Prüfungs­be­reich sind das bishe­rige Ergeb­nis und das Ergeb­nis der münd­li­chen Ergän­zungs­prü­fung im Verhält­nis 2 : 1 zu gewich­ten.
Die Prüfung ist bestan­den, wenn jeweils im prak­ti­schen und im schrift­li­chen Teil der Prüfung sowie inner­halb des schrift­li­chen Teils der Prüfung in mindes­tens zwei Prüfungs­be­rei­chen mindes­tens ausrei­chende Prüfungs­leis­tun­gen erbracht sind. Werden die Prüfungs­leis­tun­gen in einem Prüfungs­be­reich mit unge­nü­gend bewer­tet, ist die Prüfung nicht bestan­den.
Berufs­aus­bil­dungs­ver­hält­nisse, die bei Inkraft­tre­ten dieser Verord­nung beste­hen, können unter Anrech­nung der bisher zurück­ge­leg­ten Ausbil­dungs­zeit nach den Vorschrif­ten dieser Verord­nung fort­ge­setzt werden, wenn die Vertrags­par­teien dies verein­ba­ren.
Diese Verord­nung tritt am 1. August 2006 in Kraft.
Anlage 1 (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten - Sachliche Gliederung - (Fundstelle: BGBl. I 2006, 1100 - 1105)
medfangausbv_anlage_1.html.pdf
Anlage 2 (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten - Zeitliche Gliederung - (Fundstelle: BGBl. I 2006, 1106 - 1108)
medfangausbv_anlage_2.html.pdf