Source: https://fasp.de/geschaeftsfuehrerrisiken/haftungsfalle/
Timestamp: 2020-07-11 10:14:38
Document Index: 57302461

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 64', '§ 823', '§ 15', '§ 266', '§ 283', '§ 283', '§ 34', '§ 69', '§ 71', '§ 13']

Haftungsfalle - fasp.de Haftungsfalle
Der Geschäftsführer haftet nach dem Gesetz bereits bei einfacher Fahrlässigkeit persönlich in unbeschränkter Höhe. Diese Haftungsrisiken – und zusätzlich auch Strafbarkeitsrisiken – des Geschäftsführers bestehen unabhängig davon, ob:
der Geschäftsführer eine Vergütung erhält oder unentgeltlich tätig ist,
ein Dienstvertrag abgeschlossen wurde oder nicht!
Vergleiche KG Berlin, Urteil vom 24.02.2011 – Az. 10 U 83-10
Der Geschäftsführer ist üblicherweise auch kein Arbeitnehmer. Die für solche geltenden Haftungsbeschränkungen gelten daher nicht für ihn.
Fünf typische Haftungsrisiken sind
So haftet der Geschäftsführer
nach § 43 Abs. 1 GmbHG für die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes
nach § 64 GmbHG für Zahlungen nach Eintritt eines Insolvenzgrundes
nach § 823 BGB bei vorsätzlicher Rechtsverletzung eines anderen
nach § 15a Insolvenzordnung (InsO) bei Verletzung der Insolvenzantragspflicht
nach § 266a Strafgesetzbuch bei Vorenthaltung von Arbeitsentgelt bzw. Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen
nach § 283 Strafgesetzbuch bei Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit Vermögen beiseiteschafft
nach § 283c Strafgesetzbuch bei Gläubigerbegünstigung
nach § 34, § 69 Abgabenordnung bei Verletzung steuerlicher Pflichten
nach § 71 Abgabenordnung bei Steuerhinterziehung oder Steuerhehlerei
Davon bleiben die Inhaber/Gesellschafter weitestgehend verschont (§ 13 GmbHG), wenn sie nicht zugleich als Geschäftsführer bestellt sind. Das gilt übrigens auch für Geschäftsführer einer GmbH in Gründung!
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