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Timestamp: 2016-10-24 20:22:10
Document Index: 295016899

Matched Legal Cases: ['Art. 11', 'Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 132', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 49', 'BGE', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 29', 'Art. 16', 'Art. 66', 'Art. 68']

Der 1971 geborene M.________ meldete sich am 22. Januar 2008 zum Bezug von Erg�nzungsleistungen (EL) an. Die Ausgleichskasse Zug sprach ihm mit zwei Verf�gungen vom 23. Mai 2008 f�r die Monate Januar und Februar 2008 Erg�nzungsleistungen von Fr. 2'245.- und ab M�rz 2008 von Fr. 965.- zu. In beiden Berechnungen wurde ein Verzichtsverm�gen von Fr. 129'000.- ber�cksichtigt. Der angerechnete Betrag ergibt sich aus einer Freiz�gigkeitsleistung von Fr. 139'230.-, welche dem Versicherten am 31. August 2006 �berwiesen worden und im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug nicht mehr vorhanden war, abz�glich Fr. 10'000.- f�r den j�hrlich zu ber�cksichtigenden Verm�gensverzehr. Die von M.________ gegen die Verf�gungen erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 22. Dezember 2008 ab und hielt an der Anrechnung des Verzichtsverm�gens fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher die Ber�cksichtigung der effektiv erzielten Eink�nfte und des tats�chlich vorhandenen Verm�gens beantragt wurde, hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 24. September 2009 gut und stellte fest, "dass das Verm�gen in der H�he von Fr. 139'000.- nicht als Einnahmen im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG angerechnet wird".
Die Ausgleichskasse Zug f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt, unter Aufhebung des kantonalen Entscheides sei ihr Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2008 zu best�tigen.
M.________ schliesst auf Nichteintreten, eventualiter Abweisung der Beschwerde, das Verwaltungsgericht des Kantons Zug auf Abweisung. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 18. Dezember 2009 teilt die Beschwerdef�hrerin mit, M.________ habe sich per 11. Dezember 2009 aus der Schweiz nach dem Ausland abgemeldet, weshalb die Beistandschaft aufgehoben und die Auszahlung der Invalidenrente ins Ausland verlangt worden sei.
Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten. Ein Mangel ist nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdegegner, soweit er Nichteintreten beantragen l�sst, nicht gefolgt werden kann, abgesehen davon, dass er seinen Antrag nicht rechtsgen�glich begr�ndet.
2.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Dabei legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder wenn sie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. auch Art. 97 Abs. 1 BGG). Wie die Sachverhaltsfeststellung ist auch die vorinstanzliche Ermessensbet�tigung im Verfahren vor Bundesgericht nur beschr�nkt �berpr�fbar. Eine Angemessenheitskontrolle (vgl. BGE 126 V 75 E. 6 S. 81 [zu Art. 132 lit. a OG]) ist dem Gericht verwehrt; es hat nur zu pr�fen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausge�bt, mithin �berschritten, unterschritten oder missbraucht hat (in SVR 2010 IV Nr. 6 S. 13, 8C_644/2008, publizierte E. 6.1 des Urteils BGE 135 V 353).
2.2 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen; 133 III 545 E. 2.2 S. 550; 130 III 136 E. 1.4 S. 140).
Die Erg�nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung haben durch das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 �ber die Schaffung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (AS 2007 5779) eine umfassende Neuregelung erfahren. Die Vorinstanz hat diese ab 1. Januar 2008 geltenden Bestimmungen (ELG; SR 831.30; AS 2007 6055) und Grunds�tze �ber Berechnung und H�he der j�hrlichen Erg�nzungsleistungen (Art. 9 Abs. 1 ELG), insbesondere die Regeln betreffend anerkannte Ausgaben (Art. 9 Abs. 2 Satz 1 und Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG) und anrechenbare Einnahmen (Art. 11 Abs. 1 ELG) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt betreffend Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG, wonach Eink�nfte und Verm�genswerte, auf die verzichtet worden ist, als Einnahmen angerechnet werden (vgl. den gleich lautenden, bis Ende 2007 g�ltig gewesenen Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG). Richtig wiedergegeben hat das kantonale Gericht auch die Rechtsprechung, wonach eine Verzichtshandlung vorliegt, wenn der Anspruchsberechtigte ohne rechtliche Verpflichtung oder ohne ad�quate Gegenleistung auf Eink�nfte oder Verm�gen verzichtet hat. Ist ein einmal bestehendes Verm�gen nicht mehr vorhanden, so tr�gt der Leistungsansprecher die Beweislast daf�r, dass es in Erf�llung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen ad�quate Gegenleistung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 131 V 329; 121 V 204; nicht publ. E. 3e des Urteils BGE 128 V 39; SVR 2009 EL Nr. 3 S. 8 E. 7.1 mit Hinweis, P 68/06, 2007 EL Nr. 6 S. 12 E. 3.1, P 55/05; AHI 1995 S. 164 E. 2b f., P 49/94; Urteile P 38/06 vom 11. Oktober 2007, E. 3.3.1, und P 30/06 vom 5. Februar 2007, E. 3.2, letzteres zitiert in SZS 2007 S. 474). Darauf wird verwiesen.
Es steht fest und ist unbestritten, dass der Versicherte zwischen dem 31. August 2006 und Sommer 2007 die ihm ausbezahlte Freiz�gigkeitsleistung von rund Fr. 139'000.- verbraucht hat. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, wurden gem�ss einer vom 2. August 2007 datierenden Aufstellung, welche der Beschwerdegegner im Rahmen seines Scheidungsverfahrens zur Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege erstellt hatte, Fr. 21'000.- f�r Geschenke, Fr. 40'000.- f�r die Bezahlung von Rechnungen, Fr. 60'000.- f�r Spielschulden, Privatschulden, Gl�cksspiele und Parties sowie Fr. 18'000.- f�r den Lebensunterhalt und Ferien ausgegeben. Belege f�r diese Ausgaben konnten gem�ss Schreiben der Beist�ndin vom 27. November 2008 nicht vorgelegt werden.
Streitig und zu pr�fen ist, ob bei der Berechnung der Erg�nzungsleistungen der Verm�gensverlust auf Grund dieser Ausgaben als Verzichtsverm�gen anzurechnen ist. Die Vorinstanz qualifizierte jedenfalls den durch die Geschenke und beim Gl�cksspiel erlittenen Verm�gensverlust als Verm�gensverzicht, liess letztlich aber offen, ob beim gesamten Betrag von Fr. 139'000.- von einem Verm�gensverzicht auszugehen sei oder nur von einem Teil davon, weil die Kapitalleistung von Fr. 139'000.- nicht als Einnahme im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG anzurechnen sei, nachdem der Beschwerdegegner im massgebenden Zeitraum urteilsunf�hig gewesen sei. Demgegen�ber verneint die Beschwerdef�hrerin eine Urteilsunf�higkeit im Zeitpunkt der Verm�gensdispositionen und r�gt eine Verletzung der Begr�ndungspflicht durch die Vorinstanz.
4.1 Die Festsetzung der anrechenbaren Einnahmen, wozu auch die Festsetzung des Verzichtsverm�gens geh�rt, stellt - soweit sie auf der W�rdigung konkreter Umst�nde beruht - eine Tatfrage dar, welche lediglich unter eingeschr�nktem Blickwinkel �berpr�fbar ist (vgl. E. 2.1 hievor). Ebenfalls Sachverhaltsfragen sind Feststellungen �ber innere oder psychische Tatsachen - wie beispielsweise was jemand wollte, wusste, beabsichtigte, in Kauf nahm, womit er rechnete, in welcher Absicht und aus welchen Beweggr�nden er handelte oder hypothetisch gehandelt h�tte oder ob er volle Einsicht in sein Handeln hatte (BGE 130 IV 58 E. 8.5 S. 62; nicht publ. E. 3.1 f. des Urteils BGE 133 V 640; Urteil 8C_55/2008 vom 5. M�rz 2008, E. 3 mit Hinweis; Ulrich Meyer, in: Niggli/Uebersax/Wipr�chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008 Art. 105 N. 34b). Rechtsfrage ist hingegen der Schluss aus einem bestimmten Geisteszustand (Tatfrage) auf das Vorhandensein oder Fehlen der Urteilsf�higkeit, soweit dies vom Begriff der Urteilsf�higkeit selbst abh�ngt bzw. von der allgemeinen Lebenserfahrung oder vom hohen Grad der Wahrscheinlichkeit, der f�r den Ausschluss dieser F�higkeit erforderlich ist (BGE 124 III 5 E. 4 Ingress S. 13, 111 V 58 E. 3c S. 62; Urteile 5P.39/2004 vom 6. Oktober 2004, E. 4.3, und K 125/98 vom 3. Mai 1999, E. 3c; Ulrich Meyer, a.a.O., Art. 105 N. 35d).
4.2 Nach der Rechtsprechung ist der Tatbestand des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG erf�llt, wenn der Anspruchsberechtigte ohne rechtliche Verpflichtung und ohne ad�quate Gegenleistung auf Eink�nfte oder Verm�gen verzichtet hat (BGE 131 V 329 E. 4.2 S. 332 mit weiteren Hinweisen zum inhaltlich gleich lautenden, bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG). Die beiden Voraussetzungen sind nicht kumulativ, sondern alternativ zu verstehen (BGE 131 V 329 E. 4.3 f. S. 333 f.).
4.2.1 Die Feststellung des kantonalen Gerichts, der Beschwerdegegner habe auf Verm�gen verzichtet, ist schon deshalb nicht zu beanstanden, weil sich bereits aus der Art der erbrachten Geldleistungen - Schenkungen, Bezahlung von Spielschulden sowie Gl�cksspiele - ergibt, dass mindestens eine, wenn nicht beide der vorgenannten Voraussetzungen zur Annahme einer Verzichtshandlung gegeben sind.
4.2.2 Hinsichtlich der vom Beschwerdegegner nach seinen Angaben im Weitern get�tigten Ausgaben f�r Reisen, Ausgang und Bezahlung von Rechnungen stellt sich die Frage, ob ein f�r die Berechnung der Erg�nzungsleistungen massgeblicher Verm�gensverzicht gegeben ist oder ob die Verm�gensverminderung Folge eines gehobenen Lebensstandards ist, welcher nicht Anlass zu einer Anrechnung eines hypothetischen Verm�gens geben darf (BGE 121 V 204 E. 4b S. 206; 115 V 352 E. 5d S. 355 mit weiteren Hinweisen); diese Frage stellt sich vor allem in F�llen, wenn - wie vorliegend - der Ansprecher von Erg�nzungsleistungen unvermittelt zu einem gr�sseren Geldbetrag gekommen ist. Von der Art der vorgenannten Leistungen her k�nnten diese allenfalls mit einem gehobenen Lebensstandard in Zusammenhang gebracht werden. Weil der Beschwerdegegner diese Aufwendungen aber nicht zu belegen vermag, l�sst sich nicht pr�fen, ob ihm daf�r ad�quate Gegenleistungen zuflossen. Im Bereich der Erg�nzungsleistungen gilt die Besonderheit, dass das Fehlen von anrechenbarem Einkommen oder Verm�gen den Anspruch auf Leistungen zu begr�nden vermag. Dieses ist somit eine anspruchsbegr�ndende Tatsache, weshalb die Beweislast beim Leistungsansprecher liegt (vgl. vorne E. 3). Da der Beschwerdegegner diesen Beweis nicht zu erbringen vermag, kann er sich grunds�tzlich nicht auf den gegebenen Verm�gensstand berufen, vielmehr muss er sich das verschwundene Verm�gen und den darauf entfallenden Ertrag anrechnen lassen (BGE 121 V 206 E. 4b). Voraussetzung f�r eine solche Anrechnung ist allerdings, dass sich der Verm�gensverzicht als rechtlich massgeblich erweist, was nachfolgend zu pr�fen ist.
5.1 F�r die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an Erg�nzungsleistungen tats�chlich eine Rolle gespielt hat (BGE 131 V 329 E. 4.4 S. 335). Es ist also nicht wesentlich, dass sich der Versicherte �ber die sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen seines Tuns im Klaren war. Eine Verzichtshandlung setzt aber schon begrifflich - Verzicht - voraus, dass die Verm�gensverminderung mit Wissen und Wollen des Versicherten geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass der Versicherte hinsichtlich der Verm�gensverminderung an sich urteilsf�hig war, nicht aber, dass er von der m�glichen erg�nzungsleistungsrechtlichen Qualifikation als Verzichtshandlung wusste und eine solche in Kauf nahm.
5.2 Der vorliegende Fall liegt insofern besonders, als die Verm�genshingabe nicht in Form eines einzigen oder einiger weniger Rechtsgesch�fte erfolgt ist, bei welchen jeweils gepr�ft werden k�nnte, ob sich der Beschwerdegegner bei deren Abschluss im Zustand der Urteilsf�higkeit befand. Die Verm�genshingabe erfolgte vielmehr durch eine Vielzahl von Akten, welche im Einzelnen nicht mehr nachvollziehbar sind. Nach den Feststellungen des kantonalen Gerichts liess sich der Beschwerdegegner zwischen August 2006 und Ende 2007 fast t�glich von seinem Konto bei der Bank Y.________ Barbetr�ge zwischen Fr. 50.- und Fr. 5'000.- auszahlen. Auch der Auszug �ber das Sparkonto zeigt zum Beispiel im Monat Januar 2007 fast t�gliche, manchmal sogar mehrfach t�gliche Bancomatbez�ge mit Betr�gen von Fr. 500.- bis Fr. 3'000.-, h�ufig Fr. 2'000.-. Bei diesen Geldbez�gen und den offenbar unmittelbar anschliessend erfolgten Geldhingaben ist nicht anzunehmen, dass der Beschwerdegegner sich jeweils neu Gedanken �ber sein verschwenderisches Tun machte. Die Verm�genshingabe erfolgte also nicht in einzelnen Akten, hinter denen jeweils ein neuer Willensentschluss stand. Vielmehr ist ein einheitlicher Willensentschluss anzunehmen, der die gesamte, relativ kurze Phase der regel-, aber �berm�ssigen Verm�genshingabe umfasste. In Anlehnung an die im Strafrecht bekannte Rechtsfigur der nat�rlichen Handlungseinheit sind die verschiedenen Akte der Geld- und Verm�genshingabe als Handlungseinheit zu verstehen und zu behandeln. Strafrechtlich wird eine solche Handlungseinheit angenommen, wenn das gesamte, auf einem einheitlichen Willensakt beruhende T�tigwerden des T�ters kraft eines engen r�umlichen und zeitlichen Zusammenhanges der Einzelakte bei nat�rlicher Betrachtungsweise objektiv noch als ein einheitliches, zusammenh�ngendes Geschehen erscheint, indem in diesen F�llen durch mehrere Einzelhandlungen ein einheitlicher Deliktserfolg herbeigef�hrt wird (J�rg-Beat Ackermann, in: Niggli/Wipr�chtiger [Hrsg,], Basler Kommentar, Strafrecht I, Basel 2007, Art. 49 N. 17 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 6S.531/2000 vom 27. Dezember 2000, E. 2; BGE 118 V 91 E. 4A S. 93). Ist aber in diesem Sinn von einer Handlungseinheit auszugehen, ist auch die Frage der Urteilsf�higkeit einheitlich zu beantworten.
5.3 Urteilsf�hig im Sinne des Gesetzes ist ein jeder, dem nicht wegen seines Kindesalters oder infolge von Geisteskrankheit, Geistesschw�che, Trunkenheit oder �hnlichen Zust�nden die F�higkeit mangelt, vernunftgem�ss zu handeln (Art. 16 ZGB). Der Begriff der Urteilsf�higkeit enth�lt zwei Elemente: einerseits eine intellektuelle Komponente, n�mlich die F�higkeit, Sinn, Zweckm�ssigkeit und Wirkungen einer bestimmten Handlung zu erkennen, andrerseits ein Willens- bzw. Charakterelement, n�mlich die F�higkeit, gem�ss der vern�nftigen Erkenntnis nach seinem freien Willen zu handeln und allf�lliger fremder Willensbeeinflussung in normaler Weise Widerstand zu leisten. Die Urteilsf�higkeit ist aber auch relativ zu verstehen; sie ist nicht abstrakt festzustellen, sondern in Bezug auf eine bestimmte Handlung je nach deren Schwierigkeit und Tragweite zu beurteilen. Es ist daher denkbar, dass eine Person trotz allgemeiner Beeintr�chtigung der Urteilsf�higkeit zwar gewisse Alltagsgesch�fte noch zu besorgen vermag und diesbez�glich urteilsf�hig ist, w�hrend ihr f�r anspruchsvollere Gesch�fte die Urteilsf�higkeit abzusprechen ist (BGE 124 III 5 E. 1a S. 7 f.; vgl. auch BGE 122 I 6 E. 7b/aa S. 19 f., Urteil 9C_166/2009). Die Urteilsf�higkeit ist die Regel und wird nach der Lebenserfahrung vermutet, solange keine Anzeichen daf�r bestehen, dass die betroffene Person auf Grund ihrer allgemeinen Verfassung - etwa bei bestimmten Geisteskrankheiten oder Altersschw�che - im Normalfall und mit grosser Wahrscheinlichkeit als urteilsunf�hig gelten muss (BGE 129 I 173 E. 3.1 S. 178; 127 V 237 E. 2c S. 240, 124 III 5 E. 1b S. 8).
5.4 Das kantonale Gericht verneinte gest�tzt auf den Bericht der ambulanten psychiatrischen Dienste Z.________ vom 18. November 2008 die Urteilsf�higkeit des Versicherten hinsichtlich der im Zeitraum zwischen August 2006 und August 2007 get�tigten Verm�genshingabe. Die Beschwerdef�hrerin stellt sich demgegen�ber auf den Standpunkt, der vorgenannte Bericht sei nicht geeignet, die Vermutung der Urteilsf�higkeit umzustossen, weil er zu wenig eindeutig sei und insbesondere offenlasse, ob durchgehend eine Beeintr�chtigung der Urteilsf�higkeit bestanden habe. Zudem gebe es Indizien, die gegen eine Urteilsunf�higkeit im fraglichen Zeitraum sprechen w�rden. So habe der Versicherte eine Scheidungskonvention unterschrieben, einen Mietvertrag unterzeichnet und sei im Jahre 2009 ins Ausland gereist. Bei der Verm�gensverminderung falle auf, dass er nur vorhandenes Verm�gen ausgegeben und sich nie in bedeutendem Ausmass verschuldet habe. Schliesslich habe die Vormundschaftsbeh�rde von einer Entm�ndigung abgesehen und lediglich eine Beistandschaft angeordnet.
5.5 Im Zusammenhang mit der Frage der Urteilsunf�higkeit r�gt die Beschwerdef�hrerin vorab eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, indem sie geltend macht, der Entscheid des kantonalen Gerichts sei ungen�gend begr�ndet. Die ung�nstige Wirkung der angenommenen psychischen Erkrankung auf die Urteilsf�higkeit sei nicht spezifiziert und das Fazit, weshalb der Betrag von Fr. 139'000.- nicht als "Einnahme im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG" anzurechnen sei, sei deshalb nicht nachvollziehbar und nicht begr�ndet. Der Beschwerdef�hrerin ist insofern zuzustimmen, als die Begr�ndung des vorinstanzlichen Entscheides in diesem Punkt tats�chlich verk�rzt und teilweise ungenau erscheint, weil die einzelnen Subsumptionsschritte nicht ausgef�hrt werden. Die Begr�ndung ist aber aus dem Zusammenhang heraus verst�ndlich und wurde von der Beschwerdef�hrerin denn auch richtig verstanden: Das kantonale Gericht ging von einer fehlenden Urteilsf�higkeit hinsichtlich der Vielzahl von Geldbez�gen und -hingaben im fraglichen Zeitraum aus. Weil es zu Recht (vgl. oben E. 5.1) - aber ohne ausdr�ckliche Begr�ndung - das Vorliegen der Urteilsf�higkeit f�r eine Verzichtshandlung voraussetzte, verneinte es letztlich die Anwendbarkeit von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Dieses Ergebnis brachte die Vorinstanz mit der vorerw�hnten, verk�rzten Formulierung zum Ausdruck. Da die Begr�ndung indes aus dem Gesamtzusammenhang heraus verst�ndlich ist, liegt keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV vor.
5.6 Die sinngem�sse Feststellung des kantonalen Gerichts, der Beschwerdegegner habe keine Einsicht in sein Handeln gehabt und h�tte ohne die diagnostizierte schizoaffektive St�rung kein derartiges verschwenderisches Verhalten an den Tag gelegt, ist tats�chlicher Natur und deshalb f�r das Bundesgericht bindend. Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, diese Feststellungen seien offensichtlich unrichtig, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdegegner am ... 2007 eine Scheidungskonvention unterzeichnete und die Scheidung im gleichen Jahr ausgesprochen werden konnte, l�sst allenfalls R�ckschl�sse auf das Vorhandensein seiner intellektuellen F�higkeiten zu, sagt aber wenig �ber die hier vor allem interessierende F�higkeit aus, entsprechend vern�nftiger Erkenntnis nach freiem Willen zu handeln (vgl. auch unten E. 5.7.2). �hnlich ist die Feststellung zu w�rdigen, dass der Beschwerdegegner zwar innert k�rzester Frist sein doch betr�chtliches Verm�gen verbrauchte, sich danach aber offensichtlich nicht mehr weiter verschuldete. Zum Bild seiner psychischen Erkrankung geh�ren unter anderem sorglose Heiterkeit, Gr�ssenideen und massloser Optimismus. Zu solchen Zust�nden mag es passen, vorhandenes Geld verschwenderisch auszugeben. Das Ausgeben von nicht vorhandenem Geld gestaltet sich dagegen wesentlich schwieriger und kann unangenehme Folgen zeitigen, was die Freude an solchem Tun beeintr�chtigen kann. Dies d�rfte dem Beschwerdegegner angesichts seiner wohl vorhandenen intellektuellen F�higkeiten bewusst gewesen sein. Der Hinweis auf die Errichtung einer Beistandschaft anstelle einer Vormundschaft vermag ebenfalls nicht zu �berzeugen. Wie das kantonale Gericht in seiner Vernehmlassung darlegte, entspricht es der Praxis der zust�ndigen Vormundschaftsbeh�rde, wie �brigens auch derjenigen anderer Vormundschaftbeh�rden, in F�llen, in denen kein Verm�gen mehr vorhanden ist, anstelle der Vormundschaft die mildere Massnahme der Beistandschaft anzuordnen, weitgehend unabh�ngig vom Vorhandensein der Urteilsf�higkeit. Schliesslich stellen auch die Reise und die zwischenzeitlich erfolgte Abmeldung nach dem Ausland keine stichhaltigen Indizien f�r die Bejahung der Urteilsf�higkeit hinsichtlich der ganz anders gelagerten Problematik des Umgangs mit eigenem Verm�gen dar. Auch unter Ber�cksichtigung der von der Beschwerdef�hrerin dargelegten Umst�nde erweist sich somit die Annahme des kantonalen Gerichts, der Beschwerdegegner sei urteilsunf�hig gewesen, nicht als offensichtlich unrichtig.
5.7.1 Rechtsfrage und vom Bundesgericht frei �berpr�fbar ist, ob das kantonale Gericht von einem richtigen Begriff der Urteilsf�higkeit ausgegangen ist. Die Vermutung der Urteilsf�higkeit kann durch den Beweis, dass eine Geisteskrankheit mit Auswirkungen auf die Urteilsf�higkeit vorliegt, aufgehoben werden. Im Bericht der ambulanten psychiatrischen Dienste Z.________ wird eine schizoaffektive Erkrankung (ICD-10; F25) diagnostiziert, welche im Zeitraum zwischen August 2006 und August 2007 zur zweimaligen Hospitalisation in der Psychiatrischen Klinik Q.________ f�hrte. Es wird die Vermutung ge�ussert, dass das verschwenderische Verhalten des Beschwerdegegners durch seine Erkrankung "getriggert" wurde, "er nicht so gehandelt h�tte, wenn er nicht an einer schizoaffektiven St�rung leiden w�rde". Indem das kantonale Gericht auf Grund dieser �rztlichen Befunde und Einsch�tzungen das Vorliegen einer massgeblichen Urteilsunf�higkeit bejahte, hat es den Begriff der Urteilsf�higkeit richtig angewandt; es ist insbesondere auch zul�ssig, gest�tzt auf die genannten �rztlichen Aussagen, welche zwar eher zur�ckhaltend formuliert sind, das Vorliegen der Urteilsf�higkeit mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen.
5.7.2 Das kantonale Gericht hat zudem richtig erkannt, dass der Begriff der Urteilsf�higkeit insofern zu relativieren ist, als diese f�r einen konkreten Rechtsakt zu beurteilen ist. Die Anforderungen an Vernunft, Bewusstsein und Entschlossenheit sind unterschiedlich je nach Schwierigkeit und Tragweite der Handlung (Margrith Bigler-Eggenberger, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB, 3. Aufl., 2006, Art. 16 ZGB N. 35). Der Verzehr der gesamten Freiz�gigkeitsleistung und der damit einhergehende weitgehende Verlust der Absicherung gegen die finanziellen Folgen von Invalidit�t und Alter sind von grosser Tragweite. Unter diesen Umst�nden rechtfertigt es sich, bei der Beurteilung von derartigen Verzichtshandlungen einen strengen Massstab an das Vorliegen der Urteilsf�higkeit anzulegen. Es ist deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Rechtskontrolle nicht zu beanstanden, dass die Urteilsf�higkeit vom kantonalen Gericht hinsichtlich der Verzichtshandlung verneint wurde, obwohl der Beschwerdegegner in der gleiche Zeitperiode anscheinend g�ltige Rechtsgesch�fte abgeschlossen hat.
5.7.3 Rechtsfrage ist im Weitern, ob das kantonale Gericht das Vorliegen der Urteilsunf�higkeit ohne Untersuchung der einzelnen Akte der Geldhingabe bejahen durfte. Die Beschwerdef�hrerin r�gt in diesem Zusammenhang, es h�tte insbesondere gepr�ft werden m�ssen, ob der Beschwerdegegner in einzelnen F�llen w�hrend eines sogenannten "lucidum intervallum" gehandelt habe, also zu einer Zeit und in einem Zustand, in dem die Urteilsf�higkeit nicht akut eingeschr�nkt gewesen sei. Wenn das kantonale Gericht in diesem Zusammenhang auf Beweisschwierigkeiten verweist und deshalb die Urteilsf�higkeit pauschal verneinen will, ist der Beschwerdef�hrerin mit ihrem dagegen gerichteten Verweis auf die Beweislast (vgl. auch oben E. 3.1) entgegenzuhalten, dass die Urteilsf�higkeit gesamtheitlich zu betrachten ist. Dem kantonalen Gericht ist also insofern beizupflichten, als es die Frage der Urteilsf�higkeit mit Blick auf die gesamte Verm�genshingabe einheitlich beantwortete und verneinte.
5.8 Das abschliessende Argument der Beschwerdef�hrerin, mit welchem die Nichtigkeit und daraus abgeleitet die M�glichkeit der R�ckabwicklung aller vom Beschwerdegegner abgeschlossenen Gesch�fte postuliert wird, ist offensichtlich unrealistisch. Die R�ckforderung von Geldleistungen, die f�r eine Vielzahl von l�ngstens verbrauchten Konsumg�tern oder genossenen Dienstleistungen erbracht worden sind, ist nicht durchsetzbar, zumal der Beschwerdegegner eben auch nicht �ber entsprechende Belege verf�gt. Noch weniger sind bezahlte Spielschulden, deren H�he regelm�ssig nicht belegbar ist, r�ckforderbar. Die von der Beschwerdef�hrerin verlangte Anrechnung dieser theoretischen, offensichtlich nicht durchsetzbaren R�ckforderungen w�rde den Schutzzweck der Regelung �ber die Handlungs- und Urteilsf�higkeit vereiteln. Einer solchen Betrachtungsweise kann deshalb nicht gefolgt werden. Der vorinstanzliche Entscheid ist somit nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und dem Beschwerdegegner eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 2 BGG).