Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZfBR%201998,%20317
Timestamp: 2020-01-23 23:04:08
Document Index: 309935819

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 14', '§ 1']

BVerwG, 27.07.1998 - 4 BN 31.98 - dejure.org
https://dejure.org/1998,171
BVerwG, 27.07.1998 - 4 BN 31.98 (https://dejure.org/1998,171)
BVerwG, Entscheidung vom 27.07.1998 - 4 BN 31.98 (https://dejure.org/1998,171)
BVerwG, Entscheidung vom 27. Juli 1998 - 4 BN 31.98 (https://dejure.org/1998,171)
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Bebauungsplan; Festsetzungen über Einzelhandelsbetriebe; Branchendifferenzierung; Typenlehre.
Bebauungsplan - Festsetzungen über Einzelhandelsbetriebe - Branchendifferenzierung - Typenlehre
Baurecht; Festsetzung von Einzelhandelsbetrieben im Bebauungsplan
Bebauungsplan für Gewerbegebiet: Kann Einzelhandel ausgeschlossen werden? (IBR 1998, 496)
DÖV 1999, 169 (Ls.)
Nach der Rechtsprechung des Senats dürfen einzelne Einzelhandelsbranchen aus dem Kreis der in einem Gewerbegebiet nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO allgemein zulässigen Gewerbebetriebe ausgeschlossen werden, wenn, was vorliegend nicht streitig ist, die Differenzierung marktüblichen Gegebenheiten entspricht (Beschluss vom 27. Juli 1998 - BVerwG 4 BN 31.98 - BRS 60 Nr. 29; Beschluss vom 30. Januar 2006 - BVerwG 4 BN 55.05 - BRS 70 Nr. 12) und die einschränkende Voraussetzung der Rechtfertigung durch besondere städtebauliche Gründe erfüllt ist.
Nur insoweit muss die Gemeinde darlegen, warum das von ihr gewählte Abgrenzungskriterium marktüblichen Gegebenheiten entspricht ( Beschluss vom 27. Juli 1998 - BVerwG 4 BN 31.98 - BRS 60 Nr. 29; Beschluss vom 30. Januar 2006 - BVerwG 4 BN 55.05 - BRS 70 Nr. 12) und die Feindifferenzierung durch besondere städtebauliche Gründe gerechtfertigt ist.
Vielmehr muss die Gemeinde darlegen, warum Betriebe unter bzw. über den von ihr festgesetzten Größen generell oder doch jedenfalls unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse einem bestimmten Anlagentyp entsprechen (…vgl. BVerwG, Urteile vom 22. Mai 1987 - BVerwG 4 C 77.84 - a.a.O. und - BVerwG 4 C 19.85 - a.a.O.; Beschlüsse vom 27. Juli 1998 - BVerwG 4 BN 31.98 - a.a.O. …und vom 17. Juli 2001 - BVerwG 4 B 55.01 - a.a.O.).
Danach dürfen einzelne Einzelhandelsbranchen aus dem Kreis der in einem Gewerbegebiet nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO allgemein zulässigen Gewerbebetriebe ausgeschlossen werden, wenn die Differenzierung marktüblichen Gegebenheiten entspricht (…vgl. BVerwG, Urt. v. 29.01.2009, a.a.O.; Beschl. v. 27.07.1998 - 4 BN 31.98 -, BRS 60 Nr. 29; Beschl. v. 30.01.2006 - 4 BN 55.05 -, BRS 70 Nr. 12) und die einschränkende Voraussetzung der Rechtfertigung durch besondere städtebauliche Gründe erfüllt ist.
Der Gemeinde ist es gestattet, "zentrumsbildende" Nutzungsarten, die in den Zentren bisher nicht oder nur in geringem Umfang vertreten sind, in anderen Gemeindegebieten mit dem Ziel auszuschließen, eventuelle Neuansiedlungen den Zentren zuzuführen, um deren Attraktivität zu steigern oder zu erhalten (vgl. BVerwG, 26.03.2009 - 4 C 21.07 - 10.11.2004 - 4 BN 33/04 - 04.10.2001 - 4 BN 45/01 - 27.07.1998 - 4 BN 31.98 - 29.01.2009 - 4 C 16.07 - sämtlich juris).
Insoweit kann auf die bereits zitierte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum Ausschluss innenstadtrelevanter Sortimente (vgl. BVerwG, 26.03.2009 - 4 C 21.07 - 10.11.2004 - 4 BN 33/04 - 04.10.2001 - 4 BN 45/01 - 27.07.1998 - 4 BN 31.98 - 29.01.2009 - 4 C 16.07 - sämtlich juris) sowie die bereits oben gemachten Ausführungen zur städtebaulichen Rechtfertigung der Sortimentsausschlüsse verwiesen werden.
Diesen Anforderungen dient die vom Bundesverwaltungsgericht zugrunde gelegte sog. Typenlehre." (vgl. BVerwG, Beschluss vom 27.07.1998 - 4 BN 31/98 - in juris).
Damit ermöglicht die Vorschrift den Ausschluss von Einzelhandelsbetrieben bestimmter Branchen, wenn die Differenzierung marktüblichen Gegebenheiten entspricht (BVerwG, Beschluss vom 27.07.1998 - BVerwG 4 BN 31.98 - BRS 60 Nr. 29; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 04.05.2007 - 5 S 2484/05 - BRS 71 Nr. 23).
Wenn sie für innerstädtische Randlagen Sortimentsbeschränkungen beschließt, um die innerstädtische Kernzone, das Zentrum, zu stärken, ist dies ein zulässiges städtebauliches Ziel (BVerwG, Beschluss vom 27.07.1998, a. a. O.).
Vielmehr muss die Gemeinde darlegen, warum Betriebe unter bzw. über den von ihr festgesetzten Größen generell oder doch jedenfalls unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse einem bestimmten Anlagentyp entsprechen (BVerwG, Beschluss vom 08.11.2004 - BVerwG 4 BN 39/04 - BRS 67 Nr. 34; BVerwG, Beschluss vom 17.07.2001 - BVerwG 4 B 55/01 - BRS 64 Nr. 29; BVerwG, Beschluss vom 27.07.1998 - BVerwG 4 BN 31/98 - BRS 60 Nr. 29; BVerwG, Urteil vom 22.05.1987 - BVerwG 4 C 77/84 - BRS 47 Nr. 58).
Die Planungsfreiheit der Gemeinden ist lediglich dadurch begrenzt, dass sich die Differenzierungen auf bestimmte Anlagentypen beziehen müssen, die es in der sozialen und ökonomischen Realität bereits gibt (vgl. z.B. Beschluss vom 27. Juli 1998 - BVerwG 4 BN 31.98 - Buchholz 406.12 § 1 BauNVO Nr. 25 = juris Rn. 7).
- 4 BN 31.98 -, BRS 60 Nr. 29 und vom 4. Oktober 2001 - 4 BN 45.01 -, BRS 64 Nr. 28 - "marktüblichen Gegebenheiten" entsprechen und sich auf Nutzungsarten beziehen, die es in der sozialen und ökonomischen Realität bereits gibt.
Eine derartige "Feingliederung" bei der Anwendung des § 1 Abs. 5 BauNVO ist - auch nachträglich -nach § 1 Abs. 9 BauNVO zulässig, wenn sich der Ausschluss auf Anlagentypen i.S. des § 1 Abs. 9 BauNVO bezieht, wenn er nach § 1 Abs. 3 BauGB erforderlich und zugleich durch "besondere" städtebauliche Gründe i. S. des § 1 Abs. 9 BauNVO gerechtfertigt ist und wenn die allgemeine Zweckbestimmung des Baugebiets gewahrt bleibt (vgl. BVerwG, Beschl. v. 18.12.1989 - 4 NB 26.89 - NVwZ-RR 1990, 229; Beschl. v. 27.07.1998 - 4 BN 31.98 - NVwZ-RR 1999, 9;… Beschl. v. 11.05.1999, a.a.O.).
Die planerischen Festsetzungen müssen vielmehr, um vor den Anforderungen des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG Bestand zu haben, entsprechend der sog. Typenlehre des Bundesverwaltungsgerichts hinreichend abstrakt getroffen werden (vgl. BVerwG, Beschl. v. 27.07.1998, a.a.O.).
Geht es - wie hier - um den Ausschluss von Einzelhandelsbetrieben, ist ein auf bestimmte Branchen bezogenes Hauptsortiment indes grundsätzlich geeignet, eine Nutzungsunterart darzustellen, wenn die Differenzierung marktüblichen Gegebenheiten entspricht (BVerwG, Beschl. v. 27.07.1998, a.a.O.).
Damit ermöglicht § 1 Abs. 9 BauNVO beispielsweise den Ausschluss von Einzelhandelsbetrieben bestimmter Branchen, wenn die Differenzierung marktüblichen Gegebenheiten entspricht (vgl. BVerwG, Beschluss vom 27.7.1998 - 4 BN 31.98 -, ZfBR 1998, 317).
Abgrenzung von "Randsortiment" und "Kernsortiment" eines Handelsbetriebes …
OVG Rheinland-Pfalz, 08.01.1999 - 8 B 12650/98
Baugenehmigung für den Neubau eines Fabrik-Verkaufs-Zentrums für Markenartikel …
VG Magdeburg, 02.11.2004 - 4 A 341/03