Source: https://www.ebnerstolz.de/de/Kindergeld-Konsekutives-Masterstudium-ist-als-Teil-der-Erstausbildung-87166.html
Timestamp: 2019-11-14 09:24:41
Document Index: 36217724

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 32', '§ 62', '§ 63', '§ 32', '§ 32']

Kindergeld: Konsekutives Masterstudium ist als Teil der Erstausbildung - Ebner Stolz
Kindergeld: Konsekutives Masterstudium ist als Teil der Erstausbildung
Der Sohn der Klä­ge­rin hatte im April 2013 den Stu­di­en­gang Wirt­schafts­ma­the­ma­tik an einer Uni­ver­si­tät mit dem Bache­lor-Abschluss been­det. Für das Win­ter­se­mes­ter 2012/2013 schrieb er sich dort für den Mas­ter­stu­di­en­gang eben­falls im Bereich Wirt­schafts­ma­the­ma­tik ein und führte den Stu­di­en­gang nach Erlan­gung des Bache­lor-Abschlus­ses fort. Dane­ben war er 21,5 Stun­den wöchent­lich als stu­den­ti­sche Hilfs­kraft und als Nach­hil­fe­leh­rer tätig.
Die Fami­li­en­kasse hob die zuguns­ten der Klä­ge­rin erfolgte Kin­der­geld­fest­set­zung ab dem Errei­chen des Bache­lor-Abschlus­ses auf. Sie war der Ansicht, dass die Ers­t­aus­bil­dung des Soh­nes mit dem Bache­lor-Abschluss been­det war. Eine grund­sätz­lich mög­li­che Wei­ter­ge­wäh­rung bis zum Abschluss des Mas­ter­stu­di­ums sei zudem nicht mög­lich, da das Kind wäh­rend des Stu­di­ums mehr als 20 Stun­den pro Woche gear­bei­tet habe.
Der Sohn der Klä­ge­rin hatte im Streit­zei­traum eine erst­ma­lige Berufs­aus­bil­dung noch nicht abge­sch­los­sen. Damit kam es auf die Frage der Erwerb­s­tä­tig­keit nicht an. Für Kin­der­geld­zwe­cke war der Sohn als Kind nach § 63 Abs. 1 S. 2 i.V.m. § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2a EStG zu berück­sich­ti­gen. Dem­nach hat die Klä­ge­rin gem. § 62 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 63 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 i.V.m. § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2a EStG im Streit­zei­traum einen Anspruch auf Kin­der­geld für ihren Sohn.
Zwar ist nach der ab 2012 gel­ten­den Fas­sung des § 32 Abs. 4 S. 2 EStG Kin­der­geld auch wei­ter­hin für ein in Aus­bil­dung befind­li­ches Kind zu gewäh­ren, solange das Kind nicht das 25. Lebens­jahr vol­l­en­det hat. Es kommt dabei grund­sätz­lich nicht dar­auf an, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drit­t­aus­bil­dung han­delt. Aller­dings ent­fällt der Kin­der­geld­an­spruch, wenn das Kind nach sei­ner Ers­t­aus­bil­dung neben einer wei­te­ren Aus­bil­dung regel­mä­ßig mehr als 20 Stun­den pro Woche arbei­tet.
Das Mas­ter­stu­dium war noch als Teil einer ein­heit­li­chen Ers­t­aus­bil­dung zu wer­ten. Bache­lor- und Mas­ter­stu­dium ste­hen in einem engen sach­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang (sog. kon­se­ku­ti­ves Mas­ter­stu­dium) und sind daher als inte­g­ra­tive Teile einer ein­heit­li­chen Ers­t­aus­bil­dung zu betrach­ten. Da die Ers­t­aus­bil­dung im vor­lie­gen­den Fall mit der Erlan­gung des Bache­lor-Abschlus­ses noch nicht been­det war, kam es nicht dar­auf an, dass der Sohn der Klä­ge­rin bis zur Erlan­gung des Mas­ter­ab­schlus­ses mehr als 20 Stun­den pro Woche gear­bei­tet hatte.