Source: https://www.peterlang.com/view/9783631786277/html/ch10.xhtml
Timestamp: 2019-08-20 12:45:01
Document Index: 209952968

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 488', '§ 488', '§ 793', '§ 1']

Kapitel 1 Die Idee der CoCo-Bonds sowie der Bezug zur Krise 2007/2008 und zum Aufsichtsrecht : CoCo-Bonds
Kapitel 1 Die Idee der...
CoCo-Bonds sind Finanzinstrumente, die als Schuldverschreibung ausgegeben und unter bestimmten Umständen automatisch in Aktien „umgewandelt“ werden. Für den Emittenten sind sie Finanzierungsinstrument, für den Investor hingegen ein Vermögenswert. Im Sinne des WpHG sind sie als Inhaberschuldverschreibung Wertpapier (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 a WpHG) und mithin auch Finanzinstrument (§ 2 Abs. 2b WpHG).
Schuldverschreibungen zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass der Emittent Geld von Investoren einsammelt und ihnen im Gegenzug dafür einen Rückzahlungsanspruch nach einer im Voraus bestimmten oder unbestimmten Zeit sowie einen Zinsanspruch (Coupon) gewährt. Der Geldleistung steht also grundsätzlich ein Rückzahlungsanspruch gegenüber, sodass der eingenommene Betrag nicht zur zeitlich unbegrenzten Verfügung des Emittenten steht. Der zugrundeliegende Vertrag ähnelt damit stark einem Darlehensvertrag im Sinne des BGB. Laut § 488 Abs. 1 S. 1 BGB wird durch den Darlehensvertrag der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Nach § 488 Abs. 1 S. 2 BGB ist der Darlehensnehmer verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei Fälligkeit das zur Verfügung gestellte Darlehen zurückzuzahlen.
Aus Praktikabilitätsgründen ist es jedoch in der Realität bei hohem Kapitalbedarf großer Kapitalgesellschaften unüblich, den Bedarf an Kapital durch viele einzelne Darlehensverträge mit vielen Geldgebern zu stillen. Stattdessen bedienen sich große Gesellschaften der Möglichkeit, Anleihen zu begeben. Diese Anleihen werden vom Gesetz als Schuldverschreibungen bezeichnet (vgl. § 793 Abs. 1 S. 1 BGB; § 1...