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Timestamp: 2016-10-28 08:35:42
Document Index: 58405866

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 64']

8C_709/2013 (11.03.2014)
8C_709/2013 � � Urteil vom 11. M�rz 2014
Invalidenversicherung (Arbeitsunf�higkeit, Massnahme beruflicher Art, Invalidenrente),
B.________ meldete sich am 27. Februar 2012 wegen beim Gehen und Sitzen sowie Heben von Lasten auftretenden Schmerzen im Bereich des Beckens, des linken Beines und der Leistengegend zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Schwyz t�tigte medizinische und erwerbliche Abkl�rungen und verneinte - nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren - einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente (Verf�gung vom 5. M�rz 2013).
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz ab (Entscheid vom 7. August 2013).
Mit Beschwerde l�sst B.________ beantragen, ihm sei eine Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die Sache zu erg�nzenden Abkl�rungen an die Verwaltung zur�ckzuweisen, subeventualiter seien ihm Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen. Ferner wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht.
2.1.�Streitig und zu pr�fen ist in erster Linie, ob die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, der medizinische Sachverhalt sei hinreichend abgekl�rt (vgl. Art. 3 Abs. 1 ATSG) und gest�tzt darauf k�nne der Umfang der Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit (vgl. Art. 3 in Verbindung mit Art. 6 f. ATSG) als wesentliche Voraussetzungen f�r die Annahme einer Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 IVG) zuverl�ssig bestimmt werden.
2.2.1.�Der umfassenden Darstellung der �rztlichen Unterlagen im angefochtenen Entscheid ist u.a. zu entnehmen, dass der Versicherte an einer PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) im Bereich der Beine litt, die mehrere Interventionen und eine Bypass-Operation links erforderlich machte; die kardiovaskul�re Morbidit�t und damit das Risiko eines zerebrovaskul�ren oder kardialen Ereignisses war deutlich erh�ht (vgl. Verlaufsbericht des Dr. med. C.________, Konsiliararzt Angiologie, Spital X.________, vom 22. Mai 2012). Aufgrund dieser Erkrankung war der Versicherte indessen laut weiteren Ausf�hrungen des Dr. med. C.________ im erlernten Beruf als Drucker nicht eingeschr�nkt. Diese Feststellung, auf die der Regionale �rztliche Dienst (RAD) mit Stellungnahme vom 26./27. Juli 2012 hinwies, wurde weder von den Parteien noch vom kantonalen Gericht er�rtert, weshalb das Bundesgericht sie von Amtes wegen und mit freier Kognition �berpr�fen kann (vgl. E. 1 hievor).
2.2.2.�Die Vorinstanz hat erkannt, dass in antizipierender Beweisw�rdigung die von Dr. med. C.________ angeregte Abkl�rung zwecks Ausschlusses einer muskuloskelettalen Komponente keine neuen Erkenntnisse bringen w�rde, zumal der fr�here (Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH; vgl. Bericht vom 4. Juli 2012) als auch der sp�tere Hausarzt (Dr. med. D.________, Facharzt FMH f�r Allgemeinmedizin; vgl. Bericht vom 1. Mai 2013) eine solche nicht f�r indiziert hielten und im �brigen eine radiologische Untersuchung vom 29. April 2013 keine die angegebenen Beschwerden erkl�renden Befunde ergab. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdef�hrers hielt Dr. med. D.________ nicht fest, der Gesundheitszustand sei mangelhaft untersucht worden, er vermochte allein anhand der ihm zur Verf�gung stehenden Unterlagen keine eindeutige Diagnose anzugeben. Ferner ergab sich laut vorinstanzlichen Erw�gungen auch aus dem zweiten Bericht des RAD vom 21. November 2012 kein zus�tzlicher Untersuchungsbedarf, regte dieser doch einzig eine Arbeitsplatzabkl�rung an der aktuellen Teilzeitstelle an, die aus medizinischer Sicht ung�nstig und damit den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen wenig angepasst war (vor allem l�ngeres Sitzen beim F�hren des Fahrzeugs). Wenig nachvollziehbar ist schliesslich, dass der Beschwerdef�hrer einen psychiatrisch relevanten Gesundheitsschaden geltend macht, ohne auch nur einen Anhaltspunkt hief�r in den medizinischen Akten zu nennen oder einen Hinweis f�r eine entsprechende Behandlung zu liefern. Insgesamt ist der Vorinstanz keine Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 lit. a BGG (vgl. E. 1 hievor) vorzuwerfen, wenn sie von weiteren Abkl�rungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit absah (vgl. zur Zul�ssigkeit der antizipierten Beweisw�rdigung: BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 124 V 90 E. 4b S. 94; 122 V 157 E. 1d S. 162).
2.2.3.�Zusammengefasst ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass der Versicherte in Ber�cksichtigung der geltend gemachten Schmerzen im Leisten-/Becken- und Beinbereich f�r wechselbelastende T�tigkeiten, die vorwiegend stehend und gehend, ohne Exposition in K�lte und N�sse und ohne h�ufiges Steigen auf Treppen, Ger�sten oder Leitern ausge�bt werden k�nnen, grunds�tzlich - bis auf einen allf�lligen zus�tzlichen Pausenbedarf - als uneingeschr�nkt arbeitsf�hig zu betrachten war.
2.3.1.1.�Der Beschwerdef�hrer absolvierte eine Lehre als Drucker (heute: Drucktechnologe) und war in diesem Beruf bis Ende 2003 arbeitst�tig (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto), zuletzt ... bei der R.________ AG, (vgl. Arbeitszeugnis). Anhaltspunkte daf�r, dass er die Anstellung wegen eines Burn-outs oder anderer gesundheitlicher Probleme k�ndigte, liegen nicht vor. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er sich eine "Auszeit" nahm, wie er sich in der Beschwerde ausdr�ckt. Er bewarb sich denn auch, als er sich erholt hatte, seinen weiteren Angaben gem�ss erneut im erlernten Beruf, konnte jedoch keine Anstellung finden. W�hrend der Jahre 2005 bis 2010 hielt er sich in ... auf. Nach seiner R�ckkehr in die Schweiz arbeitete er ab November 2011 bei der Y.________ in einem Teilzeitpensum (vgl. Arbeitgeberbericht vom 22. April 2012). Diese Arbeitst�tigkeit war wegen der gesundheitlichen Beeintr�chtigungen ung�nstig (vgl. E. 2.2.2 hievor).
2.3.1.2.�Der Beschwerdef�hrer legt dar, dass er, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, weiterhin als Drucktechnologe und nicht als Hilfsarbeiter erwerbst�tig sein w�rde, w�re er gesund geblieben. Deren Feststellung, dass in der Druckereibranche in den vergangen 10 Jahren eine enorme technologische Entwicklung stattgefunden habe und er daher nicht mehr f�hig sei, in den erlernten Beruf zur�ckzukehren, sei offensichtlich unrichtig. Das grafische Gewerbe habe sich zwar stark ver�ndert (durch den Fotosatz und den automatischen Kopierapparat); auch das Drucken werde durch die Elektronik und Automatisierung verschiedener Vorg�nge erleichtert; der Druckerberuf als solcher sei aber seit Jahrzehnten gleich geblieben und k�nne nicht vollst�ndig durch Maschinen ersetzt werden. Die Arbeit bestehe weiterhin darin, die Maschine einzurichten, den An- und Fortdruck sowie alle paar Minuten das Druckgut auf Register, Pass- und Farbdifferenzen zu kontrollieren. Zwar werde alles elektronisch gesteuert, dies ersetze aber die T�tigkeit des Druckers nicht. An einer Maschine arbeiteten zwei Drucker, welche die Aufgaben (Passer, Farbe, Register) unter sich aufteilen w�rden. Eine Rollenoffsetmaschine laufe w�hrend ca. 15 bis 20 Jahren; w�re er gesund geblieben, k�nnte er auch nach zehn Jahren Absenz eine Druckmaschine innert K�rze bedienen. F�r das Erlernen der Farbf�hrung br�uchte er maximal 4 Stunden, f�r das Erlernen Passer, Falz und Register 2 Tage sowie f�r die totale Maschinenf�hrung 2 Monate; das Anlernen w�rde w�hrend der Produktion erfolgen, womit es zu keinem Produktionsausfall k�me. Unter diesen Umst�nden sei anzunehmen, dass er auch fortan als Drucktechnologe arbeiten w�rde. Daher habe die Vorinstanz, die bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zur�ckgegriffen habe, den Grundsatz verletzt, wonach am zuletzt als Gesunder erzielten Verdienst anzukn�pfen sei (vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f. mit Hinweis).
2.3.2.�Aus der detaillierten Beschreibung der Aufgaben und T�tigkeiten eines Drucktechnologen, die mit dem Funktionsbeschrieb im erw�hnten Arbeitszeugnis der R.________ AG �bereinstimmt, ist ohne Weiteres zu schliessen, dass der Beschwerdef�hrer den angestammten Beruf in Ber�cksichtigung der vorinstanzlich festgestellten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen auch forthin auszu�ben vermochte. Es handelt sich um eine Erwerbst�tigkeit, in welcher der Arbeitnehmende weder K�lte noch N�sse ausgesetzt ist, die weder Arbeiten auf Treppen, Leitern oder Ger�sten erfordert, die auch nicht mit dem Tragen schwerer Lasten verbunden ist und die abwechselnd stehend und gehend verrichtet werden kann, wobei zu einem grossen Teil Bedienungs- und Kontrollaufgaben an Maschinen und Apparaten wahrzunehmen sind. Unter diesen Umst�nden ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdef�hrer an einer leistungsspezifischen Invalidit�t (vgl. Art. 4 Abs. 2 IVG) sowohl in Bezug auf den geltend gemachten Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch in Bezug auf eine Invalidenrente litt. Damit ist der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu best�tigen.
Dem Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ist stattzugeben, da die Bed�rftigkeit ausgewiesen ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden kann und die anwaltliche Vertretung geboten war (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG; vgl. BGE 125 V 201 E. 4a S. 202 und 371 E. 5b S. 372). Der Beschwerdef�hrer wird darauf hingewiesen, dass er der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn er sp�ter dazu in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG).
Dem Beschwerdef�hrer wird die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt und Rechtsanwalt Willi F�chslin wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.