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Timestamp: 2020-07-09 01:20:12
Document Index: 142169919

Matched Legal Cases: ['Art. 11', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 40', 'Art. 101', 'Art. 159', 'Art. 90', 'Art. 94', 'Art. 101', 'Art. 102', 'Art. 107', 'Art. 141', 'Art. 12', 'Art. 115', 'Art. 121', 'Art. 122', 'Art. 126', 'Art. 127', 'Art. 128', 'Art. 65', 'Art. 143', 'Art. 146', 'Art. 147', 'Art. 153', 'Art. 154']

Lawbrary | ParlG - Bundesgesetz über die Bundesversammlung
Allgemeine Bestimmungen (1 - 5)
Rechte und Pflichten (6 - 13)
Unvereinbarkeitsregelungen (14 - 15)
Immunität und Sessionsteilnahmegarantie (16 - 21)
Haftung für Schäden (21 - 21)
Aufgaben der Bundesversammlung (22 - 30)
Allgemeines (31 - 33)
Nationalrat und Ständerat (34 - 38)
Vereinigte Bundesversammlung (39 - 41)
Allgemeine Bestimmungen (42 - 49)
Finanzkommissionen (50 - 51)
Geschäftsprüfungskommissionen (52 - 53)
Berichterstattung im Rat (54 - 55)
Redaktionskommission (56 - 59)
Delegationen in internationalen Versammlungen und für die Pflege von zwischenstaatlichen Beziehungen (60 - 60)
Fraktionen (61 - 62)
Parlamentarische Gruppen (63 - 63)
Parlamentsverwaltung (64 - 70)
Verfahren in der Bundesversammlung
Allgemeine Verfahrensbestimmungen (71 - 82)
Verfahren zwischen den Räten
Zusammenwirken der Räte (83 - 88)
Differenzen zwischen den Räten (89 - 95)
Volksinitiative auf Totalrevision der Bundesverfassung (96 - 96)
a. Gemeinsame Bestimmungen (97 - 99)
b. Volksinitiative in der Form des ausgearbeiteten Entwurfs (100 - 102)
c. Volksinitiative in der Form der allgemeinen Anregung (103 - 104)
d. Fristverlängerung und Fristablauf (105 - 106)
Verfahren bei parlamentarischen Initiativen (107 - 114)
Verfahren bei Standesinitiativen (115 - 117)
Verfahren bei Vorstössen
Allgemeines (118 - 119)
Motion (120 - 122)
Postulat (123 - 124)
Interpellation und Anfrage (125 - 125)
Verfahren bei Petitionen und Eingaben
Petitionen (126 - 128)
Eingaben (129 - 129)
Verfahren bei Einsprachen gegen Verträge der Kantone unter sich oder mit dem Ausland (129 - 129)
Wahlen, Bestätigung von Wahlen und Feststellung der Amtsunfähigkeit
Allgemeine Bestimmungen für Wahlen (130 - 131)
Wahlen in den Bundesrat (132 - 134)
Wahlen in die eidgenössischen Gerichte (135 - 138)
Weitere Wahlen (139 - 139)
Bestätigung von Wahlen (140 - 140)
Feststellung der Amtsunfähigkeit von Mitgliedern des Bundesrates sowie der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers (140 - 140)
Verkehr zwischen der Bundesversammlung und dem Bundesrat
Vorlagen des Bundesrates (141 - 149)
Verkehr der Kommissionen mit dem Bundesrat (150 - 158)
Vertretung des Bundesrates in der Bundesversammlung (159 - 161)
Verkehr zwischen der Bundesversammlung und den eidgenössischen Gerichten sowie der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (162 - 162)
Parlamentarische Untersuchungskommission (163 - 171)
Schlussbestimmungen (172 - 174)
Übergangsbestimmung der Änderung vom 5. Oktober 2007
Übergangsbestimmung zu den Artikeln 109 Absätze 2 und 3 und 116 Absatz 3 gemäss der Änderung vom 21. Juni 2013
die Rech­te und Pflich­ten der Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung;
Auf­ga­ben und Or­ga­ni­sa­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung;
das Ver­fah­ren in der Bun­des­ver­samm­lung;
die Be­zie­hun­gen zwi­schen der Bun­des­ver­samm­lung und dem Bun­des­rat;
die Be­zie­hun­gen zwi­schen der Bun­des­ver­samm­lung und den eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­ten.
1Der Na­tio­nal­rat und der Stän­de­rat ver­sam­meln sich re­gel­mäs­sig zu or­dent­li­chen Ses­sio­nen.
2Je­der Rat kann für sich Son­der­ses­sio­nen be­schlies­sen, wenn die or­dent­li­chen Ses­sio­nen zum Ab­bau der Ge­schäfts­last nicht aus­rei­chen.
3Ein Vier­tel der Mit­glie­der ei­nes Ra­tes oder der Bun­des­rat kön­nen die Ein­be­ru­fung der Rä­te oder der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ses­si­on zur Be­hand­lung fol­gen­der Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de ver­lan­gen:
Ent­wür­fe des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung;
in bei­den Rä­ten ein­ge­reich­te gleich lau­ten­de Mo­tio­nen;
Er­klä­run­gen des Bun­des­ra­tes oder in bei­den Rä­ten ein­ge­reich­te gleich lau­ten­de Ent­wür­fe für Er­klä­run­gen des Na­tio­nal­ra­tes und des Stän­de­ra­tes.1
4Ei­ne or­dent­li­che oder ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ses­si­on fin­det in bei­den Rä­ten in der Re­gel in den­sel­ben Ka­len­der­wo­chen statt.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Je­des Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung legt vor sei­nem Amts­an­tritt den Eid oder das Ge­lüb­de ab.
2Die von der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung ge­wähl­ten Per­so­nen leis­ten ih­ren Eid oder ihr Ge­lüb­de vor der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung im An­schluss an ih­re Wahl, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt.
3Wer sich wei­gert, den Eid oder das Ge­lüb­de zu leis­ten, ver­zich­tet auf sein Amt.
4Der Eid lau­tet:
«Ich schwö­re vor Gott dem All­mäch­ti­gen, die Ver­fas­sung und die Ge­set­ze zu be­ach­ten und die Pflich­ten mei­nes Am­tes ge­wis­sen­haft zu er­fül­len.»
5Das Ge­lüb­de lau­tet:
«Ich ge­lo­be, die Ver­fas­sung und die Ge­set­ze zu be­ach­ten und die Pflich­ten mei­nes Am­tes ge­wis­sen­haft zu er­fül­len.»
1Die Sit­zun­gen der Rä­te und der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung sind öf­fent­lich. Die Ver­hand­lun­gen wer­den der Öf­fent­lich­keit im Amt­li­chen Bulle­tin der Bun­des­ver­samm­lung voll­stän­dig zu­gäng­lich ge­macht. Die Ein­zel­hei­ten der Ver­öf­fent­li­chung re­gelt ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung.
2Zum Schut­ze wich­ti­ger Si­cher­heits­in­ter­es­sen oder aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes kann die ge­hei­me Be­ra­tung be­an­tragt wer­den. An­trags­be­rech­tigt sind:
ein Sechs­tel der Mit­glie­der ei­nes Ra­tes be­zie­hungs­wei­se der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung;
die Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on;
3Die Be­ra­tung über den An­trag auf ge­hei­me Be­ra­tung ist selbst ge­heim.
4Je­de Per­son, die an ge­hei­men Be­ra­tun­gen teil­nimmt, hat über de­ren In­halt Still­schwei­gen zu be­wah­ren.
1Die Rä­te und ih­re Or­ga­ne in­for­mie­ren recht­zei­tig und um­fas­send über ih­re Tä­tig­keit, so­weit nicht über­wie­gen­de öf­fent­li­che oder pri­va­te In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.
2Die Ver­wen­dung von Ton- und Bild­über­tra­gun­gen aus den Rats­sä­len so­wie die Ak­kre­di­tie­rung von Me­dien­schaf­fen­den wer­den durch Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung oder durch die Rats­re­gle­men­te ge­re­gelt.
1Die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung (Rats­mit­glie­der) ha­ben das Recht, par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se und Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen.
2Sie kön­nen zu hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stän­den und zum Ver­fah­ren An­trä­ge stel­len.
3Das Recht auf Wort­mel­dung und die Re­de­zeit kön­nen durch die Rats­re­gle­men­te ein­ge­schränkt wer­den.
4Wird ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve, ei­ne Mo­ti­on oder ein Pos­tu­lat be­strit­ten, so darf ei­ne Ab­stim­mung nur durch­ge­führt wer­den, wenn die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber Ge­le­gen­heit zu ei­ner münd­li­chen Be­grün­dung er­hal­ten hat. Zu­dem er­hält zu­min­dest das Wort, wer zu­erst die Ab­leh­nung be­an­tragt hat.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Die Rats­mit­glie­der ha­ben das Recht, vom Bun­des­rat und von der Bun­des­ver­wal­tung über je­de An­ge­le­gen­heit des Bun­des Aus­kunft zu er­hal­ten und Un­ter­la­gen ein­zu­se­hen, so­weit dies für die Aus­übung des par­la­men­ta­ri­schen Man­da­tes er­for­der­lich ist.
2Das ein­zel­ne Rats­mit­glied hat kei­nen An­spruch auf In­for­ma­tio­nen:
aus den Mit­be­richts­ver­fah­ren und den Ver­hand­lun­gen der Bun­des­rats­sit­zun­gen;
die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ver­trau­lich oder ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen Scha­den zu­fü­gen kann;
die aus Grün­den des Per­sön­lich­keits­schut­zes ver­trau­lich ge­hal­ten wer­den.1
3Be­steht zwi­schen ei­nem Rats­mit­glied und dem Bun­des­rat Un­ei­nig­keit über den Um­fang der In­for­ma­ti­ons­rech­te, so kann das Rats­mit­glied das Prä­si­di­um des­je­ni­gen Ra­tes an­ru­fen, dem es an­ge­hört. Das Prä­si­di­um ver­mit­telt zwi­schen Rats­mit­glied und Bun­des­rat.
4Das Rats­prä­si­di­um ent­schei­det end­gül­tig, wenn zwi­schen Rats­mit­glied und Bun­des­rat strit­tig ist, ob die In­for­ma­tio­nen zur Aus­übung des par­la­men­ta­ri­schen Man­dats er­for­der­lich sind.
5Der Bun­des­rat kann an Stel­le der Ein­sicht in die Un­ter­la­gen dem Rats­mit­glied einen Be­richt vor­le­gen, wenn zwi­schen ihm und dem Rats­mit­glied strit­tig ist, ob das Rats­mit­glied nach Ab­satz 2 An­spruch auf die In­for­ma­tio­nen hat, und wenn die Ver­mitt­lung des Rats­prä­si­di­ums er­folg­los bleibt.
6Das Rats­prä­si­di­um kann zur Vor­be­rei­tung der Ver­mitt­lung oh­ne Ein­schrän­kun­gen Ein­sicht in die Un­ter­la­gen des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung neh­men.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Die Rats­mit­glie­der sind an das Amts­ge­heim­nis ge­bun­den, so­fern sie auf Grund ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit von Tat­sa­chen Kennt­nis ha­ben, die zur Wah­rung über­wie­gen­der öf­fent­li­cher oder pri­va­ter In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re zum Schut­ze der Per­sön­lich­keit oder aus Rück­sicht auf ein hän­gi­ges Ver­fah­ren, ge­heim zu hal­ten oder ver­trau­lich sind.
Die Rats­mit­glie­der er­hal­ten für ih­re par­la­men­ta­ri­sche Tä­tig­keit vom Bund ein Ein­kom­men so­wie einen Bei­trag zur De­ckung der Kos­ten, die ih­nen bei der par­la­men­ta­ri­schen Tä­tig­keit ent­ste­hen. Die Ein­zel­hei­ten wer­den durch das Par­la­mentsres­sour­cen­ge­setz vom 18. März 19881 ge­re­gelt.
Die Rats­mit­glie­der sind ver­pflich­tet, an den Sit­zun­gen der Rä­te und Kom­mis­sio­nen teil­zu­neh­men.
1Beim Amts­an­tritt und je­weils auf Jah­res­be­ginn un­ter­rich­tet je­des Rats­mit­glied das Bü­ro schrift­lich über sei­ne:
be­ruf­li­chen Tä­tig­kei­ten;
Tä­tig­kei­ten in Füh­rungs- und Auf­sichts­gre­mi­en so­wie Bei­rä­ten und ähn­li­chen Gre­mi­en von schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen Kör­per­schaf­ten, An­stal­ten und Stif­tun­gen des pri­va­ten und des öf­fent­li­chen Rechts;
Be­ra­tungs- oder Ex­per­ten­tä­tig­kei­ten für Bun­des­stel­len;
dau­ern­den Lei­tungs- oder Be­ra­tungs­tä­tig­kei­ten für schwei­ze­ri­sche und aus­län­di­sche In­ter­es­sen­grup­pen;
Mit­wir­kung in Kom­mis­sio­nen und an­de­ren Or­ga­nen des Bun­des.
2Die Par­la­ments­diens­te er­stel­len ein öf­fent­li­ches Re­gis­ter über die An­ga­ben der Rats­mit­glie­der.
3Rats­mit­glie­der, die durch einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand in ih­ren per­sön­li­chen In­ter­es­sen un­mit­tel­bar be­trof­fen sind, wei­sen auf die­se In­ter­es­sen­bin­dung hin, wenn sie sich im Rat oder in ei­ner Kom­mis­si­on äus­sern.
4Das Be­rufs­ge­heim­nis im Sin­ne des Straf­ge­setz­bu­ches1 bleibt vor­be­hal­ten.
Art. 11a Ausstand
1Bei der Aus­übung der Ober­auf­sicht nach Ar­ti­kel 26 tre­ten die Mit­glie­der von Kom­mis­sio­nen und De­le­ga­tio­nen in den Aus­stand, wenn sie an ei­nem Be­ra­tungs­ge­gen­stand ein un­mit­tel­ba­res per­sön­li­ches In­ter­es­se ha­ben oder aus an­de­ren Grün­den be­fan­gen sein könn­ten. Kein Aus­stands­grund sind po­li­ti­sche In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen, ins­be­son­de­re von Ge­mein­we­sen, Par­tei­en oder Ver­bän­den.
2In strei­ti­gen Fäl­len ent­schei­det die be­trof­fe­ne Kom­mis­si­on oder De­le­ga­ti­on nach An­hö­rung des be­trof­fe­nen Mit­glieds end­gül­tig über den Aus­stand.
1 Ein­ge­fügt ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Rats­mit­glie­dern ist die Aus­übung ei­ner amt­li­chen Funk­ti­on für einen aus­län­di­schen Staat so­wie die An­nah­me von Ti­teln und Or­den aus­län­di­scher Be­hör­den ver­bo­ten.
1Ver­stösst ein Rats­mit­glied ge­gen die Ord­nungs- und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten der Rä­te, so kann die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent nach er­folg­ter Mah­nung und im Wie­der­ho­lungs­fall:
dem Rats­mit­glied das Wort ent­zie­hen; oder
das Rats­mit­glied höchs­tens für die rest­li­che Dau­er ei­ner Sit­zung aus­sch­lies­sen.
2Ver­stösst ein Rats­mit­glied in schwer wie­gen­der Wei­se ge­gen die Ord­nungs- und Ver­fah­rens­vor­schrif­ten oder ver­letzt es das Amts­ge­heim­nis, so kann das zu­stän­di­ge Rats­bü­ro:
ge­gen das Rats­mit­glied einen Ver­weis aus­spre­chen; oder
das Rats­mit­glied bis zu sechs Mo­na­te aus sei­nen Kom­mis­sio­nen aus­sch­lies­sen.
3Über Ein­spra­chen des be­trof­fe­nen Rats­mit­glieds ent­schei­det der Rat.
Der Bun­des­ver­samm­lung dür­fen nicht an­ge­hö­ren:
die von ihr ge­wähl­ten oder be­stä­tig­ten Per­so­nen;
die nicht von ihr ge­wähl­ten Rich­te­rin­nen und Rich­ter der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
das Per­so­nal der zen­tra­len und de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung, der Par­la­ments­diens­te, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, des Se­kre­ta­ri­ats der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, der Bun­des­an­walt­schaft so­wie die Mit­glie­der der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen mit Ent­scheid­kom­pe­ten­zen, so­fern die spe­zi­al­ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen nichts an­de­res vor­se­hen;
die Mit­glie­der der Ar­mee­lei­tung;
Mit­glie­der der ge­schäfts­lei­ten­den Or­ga­ne von Or­ga­ni­sa­tio­nen oder von Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts, die nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hö­ren und die mit Ver­wal­tungs­auf­ga­ben be­traut sind, so­fern dem Bund ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung zu­kommt;
Per­so­nen, die den Bund in Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts ver­tre­ten, die nicht der Bun­des­ver­wal­tung an­ge­hö­ren und die mit Ver­wal­tungs­auf­ga­ben be­traut sind, so­fern dem Bund ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung zu­kommt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1Tritt ei­ne Un­ver­ein­bar­keit nach Ar­ti­kel 14 Buch­sta­be a ein, so er­klärt die be­trof­fe­ne Per­son, für wel­ches der bei­den Äm­ter sie sich ent­schei­det.
2Tritt ei­ne Un­ver­ein­bar­keit nach Ar­ti­kel 14 Buch­sta­ben b-f ein, so schei­det die be­trof­fe­ne Per­son sechs Mo­na­te nach Fest­stel­len der Un­ver­ein­bar­keit aus der Bun­des­ver­samm­lung aus, so­fern sie die an­de­re Funk­ti­on bis da­hin nicht auf­ge­ge­ben hat.
Die Rats­mit­glie­der kön­nen für ih­re Äus­se­run­gen in den Rä­ten und in de­ren Or­ga­nen recht­lich nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den.
Art. 17 Relative Immunität: Begriff und Zuständigkeiten
1Ge­gen ein Rats­mit­glied kann ein Straf­ver­fah­ren we­gen ei­ner straf­ba­ren Hand­lung, die in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit sei­ner amt­li­chen Stel­lung oder Tä­tig­keit steht, nur mit der Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te ein­ge­lei­tet wer­den. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.
2Er­scheint es nach den Um­stän­den des Falls ge­recht­fer­tigt, so kön­nen die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen die Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung, die der kan­to­na­len Ge­richts­bar­keit un­ter­steht, den Straf­be­hör­den des Bun­des über­tra­gen.
3Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung kann ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Bun­des­an­wäl­tin oder einen aus­ser­or­dent­li­chen Bun­des­an­walt wäh­len.
3bisDie Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen kön­nen im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men un­ge­nü­gend be­grün­de­te Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät zur Nach­bes­se­rung an die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de zu­rück­sen­den.2
4Ist ein Ge­such of­fen­sicht­lich un­halt­bar, so kön­nen die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men das Ge­such di­rekt er­le­di­gen. Sie set­zen die Kom­mis­sio­nen vor­gän­gig dar­über in Kennt­nis. Ver­langt die Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on ei­ne Be­ra­tung des Ge­su­ches, so wird das Ge­such im nor­ma­len Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 17a be­han­delt.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
Art. 17a Relative Immunität: Verfahren
1Das Ge­such um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät wird von der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des­je­ni­gen Ra­tes zu­erst be­han­delt, dem das be­schul­dig­te Rats­mit­glied an­ge­hört.
2Stim­men die Be­schlüs­se der bei­den Kom­mis­sio­nen über das Ein­tre­ten auf das Ge­such oder über die Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät nicht über­ein, so fin­det ei­ne Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung zwi­schen den Kom­mis­sio­nen statt. Die zwei­te Ab­leh­nung durch ei­ne Kom­mis­si­on ist end­gül­tig.
3Die Kom­mis­sio­nen sind be­schluss­fä­hig, wenn die Mehr­heit ih­rer Mit­glie­der an­we­send ist. Die Be­schluss­fä­hig­keit ist aus­drück­lich fest­zu­stel­len.
4Die Kom­mis­sio­nen hö­ren das be­schul­dig­te Rats­mit­glied an. Die­ses kann sich we­der ver­tre­ten noch be­glei­ten las­sen.
5Der Ent­scheid der Kom­mis­sio­nen ist end­gül­tig.
6Hat ei­ne Kom­mis­si­on ih­ren Ent­scheid dem be­trof­fe­nen Rats­mit­glied er­öff­net, so in­for­miert sie un­ver­züg­lich die Öf­fent­lich­keit. Gleich­zei­tig ori­en­tiert sie die Mit­glie­der bei­der Rä­te mit ei­ner schrift­li­chen Mit­tei­lung.
7Ist das be­schul­dig­te Rats­mit­glied Mit­glied ei­ner der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen, so tritt es in den Aus­stand.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Für die Auf­he­bung des Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses im Sin­ne von Ar­ti­kel 321ter des Straf­ge­setz­bu­ches1 ist ei­ne Er­mäch­ti­gung der Rats­prä­si­di­en er­for­der­lich, wenn:
straf­ba­re Hand­lun­gen ei­nes Rats­mit­glie­des ver­folgt wer­den sol­len;
Mass­nah­men ge­gen­über ei­nem Rats­mit­glied an­ge­ord­net wer­den sol­len, die der Über­wa­chung ei­nes Drit­ten die­nen, mit dem das Rats­mit­glied auf Grund sei­nes Am­tes in Be­zie­hung steht.
2Ab­satz 1 fin­det auch auf die­je­ni­gen Fäl­le sinn­ge­mä­ss An­wen­dung, in de­nen für ei­ne ers­te Ab­klä­rung des Sach­ver­halts oder zur Be­weis­si­che­rung an­de­re Mass­nah­men der Er­mitt­lung oder Stra­fun­ter­su­chung ge­gen ein Rats­mit­glied not­wen­dig sind.
3So­bald die von den Rats­prä­si­di­en be­wil­lig­ten Mass­nah­men durch­ge­führt sind, ist nach Ar­ti­kel 17 die Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te zur Straf­ver­fol­gung ein­zu­ho­len, es sei denn, das Ver­fah­ren wer­de ein­ge­stellt.2
4Ei­ne Ver­haf­tung oh­ne die­se Er­mäch­ti­gung ist un­zu­läs­sig.3
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Die Rats­prä­si­di­en ent­schei­den in ge­mein­sa­mer und ge­hei­mer Be­ra­tung. Die Er­tei­lung der Er­mäch­ti­gung nach Ar­ti­kel 18 be­darf der Zu­stim­mung von min­des­tens fünf Mit­glie­dern.
2Die Er­mäch­ti­gung zur Auf­he­bung des Post- und Fern­mel­de­ge­heim­nis­ses kann erst er­teilt wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de die An­ord­nung zur Über­wa­chung ge­mä­ss Ar­ti­kel 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 be­tref­fend Über­wa­chung des Post- und Fern­mel­de­ver­kehrs ge­neh­migt.
1Ein Straf­ver­fah­ren ge­gen ein Rats­mit­glied we­gen Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen, wel­che nicht in un­mit­tel­ba­rem Zu­sam­men­hang mit sei­ner amt­li­chen Stel­lung oder Tä­tig­keit ste­hen, kann wäh­rend der Ses­si­on nur ein­ge­lei­tet wer­den mit sei­ner schrift­li­chen Zu­stim­mung oder mit Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on sei­nes Ra­tes. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.1
2Vor­be­hal­ten bleibt die vor­sorg­li­che Ver­haf­tung we­gen Flucht­ge­fahr oder im Fall des Er­grei­fens auf fri­scher Tat bei der Ver­übung ei­nes Ver­bre­chens. Für ei­ne sol­che Ver­haf­tung muss von der an­ord­nen­den Be­hör­de in­nert vier­und­zwan­zig Stun­den di­rekt bei der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des Ra­tes, dem das ver­haf­te­te Rats­mit­glied an­ge­hört, um Zu­stim­mung nach­ge­sucht wer­den, so­fern das Rats­mit­glied nicht sein schrift­li­ches Ein­ver­ständ­nis zur Haft ge­ge­ben hat.2
3Ist ein Straf­ver­fah­ren we­gen der in den Ab­sät­zen 1 und 2 ge­nann­ten Straf­ta­ten ge­gen ein Rats­mit­glied bei Be­ginn der Ses­si­on be­reits ein­ge­lei­tet, so hat das Rats­mit­glied das Recht, ge­gen die Fort­set­zung der be­reits an­ge­ord­ne­ten Haft so­wie ge­gen Vor­la­dun­gen zu Ver­hand­lun­gen den Ent­scheid der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on sei­nes Ra­tes zu ver­lan­gen. Die Ein­ga­be hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.3
4Ge­gen ei­ne durch rechts­kräf­ti­ges Ur­teil ver­häng­te Frei­heits­s­tra­fe, de­ren Voll­zug vor Be­ginn der Ses­si­on an­ge­ord­net wur­de, kann das Recht auf Ses­si­ons­teil­nah­me nicht an­ge­ru­fen wer­den.
Ist strei­tig, ob ei­ne Er­mäch­ti­gung nach den Ar­ti­keln 17-20 er­for­der­lich sei, so ent­schei­det das Or­gan, das für die Er­mäch­ti­gung zu­stän­dig ist.
4. Kapitel: Haftung für Schäden
1Die ver­mö­gens­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit des Rats­mit­glieds für sei­ne amt­li­che Tä­tig­keit rich­tet sich nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19581.
2Über die Haf­tung des Rats­mit­glie­des nach den Ar­ti­keln 7 und 8 des Ver­ant­wort­lich­keits­ge­set­zes vom 14. März 1958 ent­schei­det die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on.
3Das Rats­mit­glied kann den Ent­scheid der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on mit Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt an­fech­ten.
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt al­le wich­ti­gen recht­set­zen­den Be­stim­mun­gen in der Form des Bun­des­ge­set­zes.
2Sie kann wei­te­re recht­set­zen­de Be­stim­mun­gen in der Form des Bun­des­ge­set­zes oder, so­weit sie durch Bun­des­ver­fas­sung oder Ge­setz da­zu er­mäch­tigt ist, in der Form der Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung er­las­sen.
3Die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Bun­des­ver­samm­lung wer­den auf Ver­lan­gen vor dem Er­lass von recht­set­zen­den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ra­tes kon­sul­tiert, so­fern die Dring­lich­keit der Ver­ord­nung es zu­lässt.
4Als recht­set­zend gel­ten Be­stim­mun­gen, die in un­mit­tel­bar ver­bind­li­cher und ge­ne­rell-ab­strak­ter Wei­se Pflich­ten auf­er­le­gen, Rech­te ver­lei­hen oder Zu­stän­dig­kei­ten fest­le­gen.
Die Bun­des­ver­samm­lung un­ter­brei­tet Än­de­run­gen der Bun­des­ver­fas­sung Volk und Stän­den in der Form des Bun­des­be­schlus­ses zur Ab­stim­mung.
1Die Bun­des­ver­samm­lung ver­folgt die in­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lung und wirkt bei der Wil­lens­bil­dung über wich­ti­ge aus­sen­po­li­ti­sche Grund­satz­fra­gen und Ent­schei­de mit.
2Sie ge­neh­migt die völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­ge, so­weit nicht der Bun­des­rat durch Bun­des­ge­setz oder von der Bun­des­ver­samm­lung ge­neh­mig­ten völ­ker­recht­li­chen Ver­trag zum selbst­stän­di­gen Ver­trags­ab­schluss er­mäch­tigt ist.
3Sie ge­neh­migt völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge, die dem Re­fe­ren­dum un­ter­lie­gen, in der Form ei­nes Bun­des­be­schlus­ses. An­de­re völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge ge­neh­migt sie in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
4Sie wirkt in in­ter­na­tio­na­len par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lun­gen mit und pflegt die Be­zie­hun­gen zu aus­län­di­schen Par­la­men­ten.
1Die Bun­des­ver­samm­lung setzt die Auf­wän­de und die In­ves­ti­ti­ons­aus­ga­ben mit dem Vor­an­schlag und sei­nen Nach­trä­gen fest.1 Sie be­schliesst über neue oder nicht be­an­spruch­te lau­fen­de Ver­pflich­tungs­kre­di­te und Zah­lungs­rah­men mit dem Vor­an­schlag und sei­nen Nach­trä­gen oder mit be­son­de­ren Be­schlüs­sen. Sie nimmt die Staats­rech­nung ab.
2Sie wählt da­für die Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
3Sie legt in Kre­dit­be­schlüs­sen den Zweck und die Hö­he der Kre­di­te fest. Aus­ser­dem kann sie dar­in die Rah­men­be­din­gun­gen der Kre­dit­ver­wen­dung, den zeit­li­chen Ab­lauf der Pro­jekt­ver­wirk­li­chung und die Be­richt­er­stat­tung durch den Bun­des­rat nä­her re­geln.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
2 Ein­ge­fügt durch Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
1Die Bun­des­ver­samm­lung übt die Ober­auf­sicht aus über die Ge­schäfts­füh­rung des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, der Bun­des­an­walt­schaft und an­de­rer Trä­ger von Auf­ga­ben des Bun­des.1
2Sie übt die Ober­auf­sicht aus über den Fi­nanz­haus­halt im Be­reich von Ar­ti­kel 8 des Fi­nanz­kon­troll­ge­set­zes vom 28. Ju­ni 19672.
3Die Bun­des­ver­samm­lung übt die Ober­auf­sicht nach den fol­gen­den Kri­te­ri­en aus:
Recht­mäs­sig­keit;
Ord­nungs­mäs­sig­keit;
Zweck­mäs­sig­keit;
Wirk­sam­keit;
4Die Ober­auf­sicht um­fasst nicht die Be­fug­nis, Ent­schei­de auf­zu­he­ben oder zu än­dern. Die in­halt­li­che Kon­trol­le rich­ter­li­cher Ent­schei­de und von Ent­schei­den der Bun­des­an­walt­schaft ist aus­ge­schlos­sen.3
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
Die durch das Ge­setz be­zeich­ne­ten Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung sor­gen da­für, dass die Mass­nah­men des Bun­des auf ih­re Wirk­sam­keit über­prüft wer­den. Sie kön­nen hier­zu:
ver­lan­gen, dass der Bun­des­rat Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen durch­füh­ren lässt;
die im Auf­trag des Bun­des­ra­tes durch­ge­führ­ten Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen prü­fen;
selbst Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen in Auf­trag ge­ben.
1Die Bun­des­ver­samm­lung wirkt mit:
bei den wich­ti­gen Pla­nun­gen der Staats­tä­tig­keit;
bei der Fest­le­gung der stra­te­gi­schen Zie­le für ver­selbst­stän­dig­te Ein­hei­ten nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19971.2
1bisSie wirkt mit, in­dem sie:
sich mit Be­rich­ten des Bun­des­ra­tes über sei­ne Tä­tig­kei­ten ge­mä­ss Ab­satz 1 in­for­mie­ren lässt oder sol­che Be­rich­te zur Kennt­nis nimmt;
dem Bun­des­rat Auf­trä­ge er­teilt:
ei­ne Pla­nung vor­zu­neh­men oder die Schwer­punk­te ei­ner Pla­nung zu än­dern, oder
für die ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten stra­te­gi­sche Zie­le fest­zu­le­gen oder die­se Zie­le zu än­dern;
Grund­satz- oder Pla­nungs­be­schlüs­se fasst.3
2Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se sind Vor­ent­schei­dun­gen, die fest­le­gen, dass be­stimm­te Zie­le an­zu­stre­ben, Grund­sät­ze und Kri­te­ri­en zu be­ach­ten oder Mass­nah­men zu pla­nen sind.
3Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se wer­den in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses er­las­sen. Für Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se von gros­ser Trag­wei­te kann die Form des Bun­des­be­schlus­ses ge­wählt wer­den.
4Weicht der Bun­des­rat von Auf­trä­gen oder Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­sen ab, so hat er dies zu be­grün­den.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt Ein­zelak­te, die dem Re­fe­ren­dum nicht un­ter­ste­hen, in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
2Ein­zelak­te der Bun­des­ver­samm­lung, für wel­che die not­wen­di­ge ge­setz­li­che Grund­la­ge we­der in der Bun­des­ver­fas­sung noch in ei­nem Bun­des­ge­setz be­steht, wer­den in der Form des Bun­des­be­schlus­ses dem Re­fe­ren­dum un­ter­stellt.
Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt die wei­te­ren Auf­ga­ben wahr, die ihr die Bun­des­ver­fas­sung und die Bun­des­ge­setz­ge­bung zu­wei­sen.
Die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung sind:
der Na­tio­nal­rat;
der Stän­de­rat;
die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung;
die Prä­si­di­en;
die Bü­ros;
die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz und die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on;
die Kom­mis­sio­nen und ih­re Sub­kom­mis­sio­nen so­wie De­le­ga­tio­nen;
die Frak­tio­nen.
1Die Bun­des­ver­samm­lung ver­sam­melt sich in Bern.
2Sie kann mit ein­fa­chem Bun­des­be­schluss be­schlies­sen, aus­nahms­wei­se an ei­nem an­de­ren Ort zu ta­gen.
1Der Na­tio­nal­rat und der Stän­de­rat wer­den von ih­ren Bü­ros ein­be­ru­fen.
2Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung wird von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ein­be­ru­fen.
3Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Na­tio­nal­ra­tes oder, im Ver­hin­de­rungs­fall, die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Stän­de­ra­tes ist ver­pflich­tet, die Rä­te ein­zu­be­ru­fen, wenn die Si­cher­heit der Bun­des­be­hör­den ge­fähr­det ist oder der Bun­des­rat nicht in der La­ge ist zu han­deln.
Das Prä­si­di­um je­des Ra­tes wird ge­bil­det aus der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten so­wie der ers­ten Vi­ze­prä­si­den­tin oder dem ers­ten Vi­ze­prä­si­den­ten und der zwei­ten Vi­ze­prä­si­den­tin oder dem zwei­ten Vi­ze­prä­si­den­ten.
1Je­der Rat be­stellt für sei­ne Lei­tung und für wei­te­re rats­ei­ge­ne An­ge­le­gen­hei­ten ein Bü­ro.
2Das Bü­ro je­des Ra­tes setzt sich zu­sam­men aus dem Prä­si­di­um je­des Ra­tes und wei­te­ren durch die Ge­schäfts­re­gle­men­te be­stimm­ten Mit­glie­dern.
3Rech­te und Pflich­ten, wel­che die­ses Ge­setz den Kom­mis­sio­nen zu­weist, gel­ten auch für die Bü­ros.
Je­der Rat er­lässt ein Ge­schäfts­re­gle­ment mit den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über sei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on und sein Ver­fah­ren.
1Das Bü­ro des Na­tio­nal­ra­tes und das Bü­ro des Stän­de­ra­tes bil­den die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz.
2Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie legt fest, in wel­chen Ka­len­der­wo­chen die or­dent­li­chen und die aus­ser­or­dent­li­chen Ses­sio­nen statt­fin­den.
Sie sorgt für den Ge­schäfts­ver­kehr zwi­schen den bei­den Rä­ten und zwi­schen die­sen und dem Bun­des­rat.
Sie kann Wei­sun­gen er­las­sen über die Zu­tei­lung der per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Mit­tel an die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung.
Sie wählt die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung. Die Wahl be­darf der Be­stä­ti­gung durch die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung.
Sie ge­neh­migt nach den in Ar­ti­kel 61 ge­nann­ten Kri­te­ri­en die Bil­dung neu­er Frak­tio­nen.
3Der Bun­des­rat kann mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen teil­neh­men.
4Die Be­schlüs­se der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz be­dür­fen der Zu­stim­mung der Bü­ros des Na­tio­nal­ra­tes und des Stän­de­ra­tes. Die Wahl nach Ab­satz 2 Buch­sta­be d er­folgt mit der ab­so­lu­ten Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, mit Wir­kung seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­steht aus je drei von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ge­wähl­ten Mit­glie­dern der Bü­ros bei­der Rä­te. Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­zeich­net ei­nes ih­rer Mit­glie­der als De­le­gier­te oder als De­le­gier­ten. Sie kon­sti­tu­iert sich selbst.
2Der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on ob­liegt die obers­te Lei­tung der Par­la­ments­ver­wal­tung.
3Die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on be­schliesst mit der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der.
1Das Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung be­steht aus den Prä­si­di­en der bei­den Rä­te.
2Den Vor­sitz führt die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Na­tio­nal­ra­tes oder, im Ver­hin­de­rungs­fall, die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent des Stän­de­ra­tes.
3Das Bü­ro be­rei­tet die Sit­zun­gen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung vor.
4Es kann Kom­mis­sio­nen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung ein­set­zen. Sie be­ste­hen aus zwölf Mit­glie­dern des Na­tio­nal­ra­tes und aus fünf Mit­glie­dern des Stän­de­ra­tes.
1Die Kom­mis­si­on für Be­gna­di­gun­gen und Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te berät Be­gna­di­gungs­ge­su­che und Ent­schei­de über Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te zwi­schen den obers­ten Bun­des­be­hör­den vor.
2Sie wählt zu ih­rer Prä­si­den­tin oder ih­rem Prä­si­den­ten ab­wechs­lungs­wei­se ein Mit­glied des Na­tio­nal­ra­tes oder des Stän­de­ra­tes.
3Sie über­weist Be­gna­di­gungs­ge­su­che dem Bun­des­rat zum Be­richt und zur An­trag­stel­lung.
4Sie kann Ein­sicht neh­men in das Ge­such so­wie in die Un­ter­su­chungs-, Ge­richts- und Voll­zugs­ak­ten.
Art. 40a Gerichtskommission
1Die Ge­richts­kom­mis­si­on ist zu­stän­dig für die Vor­be­rei­tung der Wahl und Amts­ent­he­bung:
von Rich­te­rin­nen und Rich­tern der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
von Mit­glie­dern der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts und der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen oder Bun­des­an­wäl­te.2
2Sie schreibt of­fe­ne Richter­stel­len und die Stel­len der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts so­wie der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te öf­fent­lich aus. So­weit das Ge­setz Teil­pen­sen zu­lässt, ist in der Aus­schrei­bung der Be­schäf­ti­gungs­grad an­zu­ge­ben.3
3Die Ge­richts­kom­mis­si­on un­ter­brei­tet ih­re Wahl­vor­schlä­ge und An­trä­ge auf Amts­ent­he­bung der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung.
4Sie legt die Ein­zel­hei­ten des Ar­beits­ver­hält­nis­ses der Rich­te­rin­nen und Rich­ter so­wie der Bun­des­an­wäl­tin oder des Bun­des­an­walts und der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te fest.4
5Je­de Frak­ti­on hat An­spruch auf min­des­tens einen Sitz in der Kom­mis­si­on.
6Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen und die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on brin­gen Fest­stel­lun­gen, wel­che die fach­li­che oder per­sön­li­che Eig­nung von Rich­te­rin­nen und Rich­tern, der Bun­des­an­wäl­tin, des Bun­des­an­walts oder der Stell­ver­tre­ten­den Bun­des­an­wäl­tin­nen und Bun­des­an­wäl­te ernst­haft in Fra­ge stel­len, der Ge­richts­kom­mis­si­on zur Kennt­nis.5
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Aug. 2003 (AS 2003 2119; BBl 2001 4202, 2002 1181).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1So­weit in die­sem Ge­setz nichts an­de­res ge­re­gelt ist, gel­ten für das Ver­fah­ren in der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung die Be­stim­mun­gen des Ge­schäfts­re­gle­ments des Na­tio­nal­rats sinn­ge­mä­ss.
2Die Stim­men­zäh­len­den und die Er­satz­stim­men­zäh­len­den der bei­den Rä­te er­mit­teln die Wahl- und Ab­stim­mungs­re­sul­ta­te.
3Ist das Ge­schäfts­re­gle­ment des Na­tio­nal­ra­tes nicht an­wend­bar, so kann sich die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung ein ei­ge­nes Re­gle­ment ge­ben.
1Je­der Rat setzt aus sei­ner Mit­te die vom Ge­setz und den Ge­schäfts­re­gle­men­ten vor­ge­se­he­nen stän­di­gen Kom­mis­sio­nen ein.
2In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen die Rä­te Spe­zi­al­kom­mis­sio­nen be­stel­len.
1Die Mit­glie­der der Kom­mis­sio­nen so­wie de­ren Prä­si­di­en (Prä­si­den­tin oder Prä­si­dent und Vi­ze­prä­si­den­tin oder Vi­ze­prä­si­dent) wer­den vom je­wei­li­gen Bü­ro ge­wählt.
2Die Prä­si­di­en von ge­mein­sa­men Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te und von Kom­mis­sio­nen der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung wer­den von der Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz ge­wählt, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent dür­fen nicht dem glei­chen Rat an­ge­hö­ren.
2bisDie Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz sorgt da­für, dass die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te nicht der­sel­ben Frak­ti­on an­ge­hö­ren.1
3Die Zu­sam­men­set­zung der Kom­mis­sio­nen und die Zu­tei­lung der Kom­mis­si­ons­prä­si­di­en rich­ten sich nach der Stär­ke der Frak­tio­nen im je­wei­li­gen Rat. So­weit mög­lich wer­den die Amtss­pra­chen und Lan­des­ge­gen­den an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt.
4Die Amts­dau­er der Mit­glie­der der stän­di­gen Kom­mis­sio­nen wird von den Ge­schäfts­re­gle­men­ten be­stimmt.
1Im Rah­men der ih­nen durch das Ge­setz oder durch die Ge­schäfts­re­gle­men­te zu­ge­wie­se­nen Zu­stän­dig­kei­ten ha­ben die Kom­mis­sio­nen fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie be­ra­ten die ih­nen zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te zu­han­den ih­res Ra­tes vor.
Sie be­ra­ten und ent­schei­den über die ih­nen vom Ge­setz zur ab­sch­lies­sen­den Be­ra­tung zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te.
Sie ver­fol­gen die ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen.
Sie ar­bei­ten Vor­schlä­ge in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen aus.
Sie sor­gen für die Wirk­sam­keits­über­prü­fung in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­rei­chen. Sie un­ter­brei­ten den zu­stän­di­gen Or­ga­nen der Bun­des­ver­samm­lung ent­spre­chen­de An­trä­ge oder er­tei­len dem Bun­des­rat ent­spre­chen­de Auf­trä­ge.
Sie be­rück­sich­ti­gen die Re­sul­ta­te von Wirk­sam­keits­über­prü­fun­gen.
2Die Kom­mis­sio­nen be­rich­ten ih­rem Rat über die ih­nen zu­ge­wie­se­nen Ge­schäf­te und stel­len An­trag.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Kom­mis­sio­nen kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben:
par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se und An­trä­ge ein­rei­chen so­wie Be­rich­te er­stat­ten;
aus­sen­ste­hen­de Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen;
Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Kan­to­ne und in­ter­es­sier­ter Krei­se an­hö­ren;
Be­sich­ti­gun­gen vor­neh­men.
2Die Kom­mis­sio­nen kön­nen aus ih­rer Mit­te Sub­kom­mis­sio­nen ein­set­zen. Die­se er­stat­ten der Kom­mis­si­on Be­richt und stel­len An­trag. Meh­re­re Kom­mis­sio­nen kön­nen ge­mein­sa­me Sub­kom­mis­sio­nen ein­set­zen.
1In den Kom­mis­sio­nen gel­ten die Ver­fah­rens­re­geln ih­res Ra­tes, so­fern das Ge­setz oder das Ge­schäfts­re­gle­ment nichts an­de­res vor­sieht.
2Be­schlüs­se von ge­mein­sa­men Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te be­dür­fen der Zu­stim­mung der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der aus je­dem Rat, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
3Per­so­nen im Diens­te des Bun­des müs­sen schrift­li­che Un­ter­la­gen und vi­su­el­le Prä­sen­ta­tio­nen zu­han­den der Kom­mis­sio­nen in der Re­gel in zwei Amtss­pra­chen vor­le­gen. Aus­sen­ste­hen­de Sach­ver­stän­di­ge so­wie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Kan­to­ne und in­ter­es­sier­ter Krei­se wer­den mit der Ein­la­dung zu ei­ner Kom­mis­si­ons­sit­zung dar­auf auf­merk­sam ge­macht, dass sie der Mehr­spra­chig­keit der Kom­mis­si­on nach Mög­lich­keit Rech­nung tra­gen soll­ten.1
1Die Be­ra­tun­gen der Kom­mis­sio­nen sind ver­trau­lich; ins­be­son­de­re wird nicht be­kannt ge­ge­ben, wie die ein­zel­nen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer Stel­lung ge­nom­men oder ab­ge­stimmt ha­ben.
2Die Kom­mis­sio­nen kön­nen be­schlies­sen, An­hö­run­gen öf­fent­lich durch­zu­füh­ren.
Die Kom­mis­sio­nen in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit über die Er­geb­nis­se ih­rer Be­ra­tun­gen.
1Die Kom­mis­sio­nen je­des Ra­tes ko­or­di­nie­ren ih­re Tä­tig­keit un­ter­ein­an­der so­wie mit den Kom­mis­sio­nen des an­de­ren Ra­tes, die die­sel­ben oder ähn­li­che Fra­gen be­ar­bei­ten.
2Die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung oder die Ab­klä­rung ei­ner Fra­ge kann in ge­mein­sa­men Sit­zun­gen er­fol­gen oder ei­ner Kom­mis­si­on über­tra­gen wer­den.
3Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen und die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen kön­nen den Ge­schäfts­be­richt und die Rech­nung ge­mein­sam vor­be­ra­ten.
4Bei sach­über­grei­fen­den Ge­schäf­ten kön­nen an­de­re Kom­mis­sio­nen Be­rich­te an die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen rich­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen (FK) be­fas­sen sich mit der Haus­halt­füh­rung des Bun­des; sie be­ra­ten die fi­nan­zi­el­le Pla­nung, den Vor­an­schlag und des­sen Nach­trä­ge und die Staats­rech­nung vor. Sie üben die Ober­auf­sicht über den ge­sam­ten Fi­nanz­haus­halt nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 2 aus, so­fern das Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
2Sie kön­nen zu Er­las­sent­wür­fen von fi­nanz­po­li­ti­scher Be­deu­tung Be­rich­te an die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen rich­ten. Sol­che Er­las­sent­wür­fe kön­nen ih­nen zum Mit­be­richt oder zur Vor­be­ra­tung zu­ge­wie­sen wer­den.1
3Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen sind zum Mit­be­richt zu den Ent­wür­fen für Ver­pflich­tungs­kre­di­te und Zah­lungs­rah­men ein­zu­la­den, die ih­nen nicht zur Vor­be­ra­tung zu­ge­wie­sen wer­den. Für sie gel­ten für die Ver­tre­tung ih­rer An­trä­ge in den Rä­ten die­sel­ben Rech­te wie für die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen.2
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
1Die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen wäh­len aus ih­rer Mit­te je drei Mit­glie­der und für je­des Mit­glied ei­ne stän­di­ge Stell­ver­tre­te­rin oder einen stän­di­gen Stell­ver­tre­ter in die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on (Fin­Del). Die De­le­ga­ti­on kon­sti­tu­iert sich selbst.1
2Der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on ob­liegt die nä­he­re Prü­fung und Über­wa­chung des ge­sam­ten Fi­nanz­haus­hal­tes.
3Der Ver­kehr der Fi­nanz­de­le­ga­ti­on mit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 14, 15 und 18 des Fi­nanz­kon­troll­ge­set­zes vom 28. Ju­ni 19672.
4Die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on er­stat­tet den Fi­nanz­kom­mis­sio­nen Be­richt und stellt An­trag.
5Sie kann sich mit wei­te­ren Be­ra­tungs­ge­gen­stän­den be­fas­sen und ih­re Fest­stel­lun­gen den Fi­nanz­kom­mis­sio­nen oder an­de­ren Kom­mis­sio­nen zur Kennt­nis brin­gen.
6Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
1Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen (GPK) üben die Ober­auf­sicht über die Ge­schäfts­füh­rung nach Ar­ti­kel 26 Ab­sät­ze 1, 3 und 4 aus.
2Sie le­gen den Schwer­punkt ih­rer Prüftä­tig­keit auf die Kri­te­ri­en der Recht­mäs­sig­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirk­sam­keit.
1Die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen wäh­len aus ih­rer Mit­te je drei Mit­glie­der in die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on (GPDel). Die De­le­ga­ti­on kon­sti­tu­iert sich selbst.
2Die De­le­ga­ti­on über­wacht die Tä­tig­keit im Be­reich des Staats­schut­zes und der Nach­rich­ten­diens­te und über­prüft das staat­li­che Han­deln in Be­rei­chen, die ge­heim ge­hal­ten wer­den, weil de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.1
3Sie über­nimmt wei­te­re be­son­de­re Auf­trä­ge, wel­che ihr ei­ne Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­si­on über­trägt.
3bisDer Bun­des­rat in­for­miert die De­le­ga­ti­on spä­tes­tens 24 Stun­den nach sei­nem Be­schluss über Ver­fü­gun­gen zur Wah­rung der In­ter­es­sen des Lan­des oder zur Wah­rung der in­ne­ren oder äus­se­ren Si­cher­heit.2
4Die De­le­ga­ti­on er­stat­tet den Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen Be­richt und stellt An­trag.3
5Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Wah­rung von De­mo­kra­tie, Rechts­staat und Hand­lungs­fä­hig­keit in aus­ser­or­dent­li­chen La­gen, in Kraft seit 1. Mai 2011 (AS 2011 1381; BBl 2010 1563 2803).
4. Abschnitt: Berichterstattung im Rat
Die Fi­nanz- und die Ge­schäfts­prü­fungs­kom­mis­sio­nen be­rich­ten ih­rem Rat ein­mal jähr­lich über die Haupt­er­geb­nis­se ih­rer Ar­beit.
1Die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on (RedK) ist ei­ne ge­mein­sa­me Kom­mis­si­on bei­der Rä­te.
2Sie be­steht aus drei Sub­kom­mis­sio­nen ent­spre­chend den Amtss­pra­chen des Bun­des.
3Die Kom­mis­si­on kon­sti­tu­iert sich selbst.
4Sie ent­schei­det mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der.
1Die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on über­prüft den Wort­laut der Er­las­se und legt de­ren end­gül­ti­ge Fas­sung für die Schluss­ab­stim­mung fest.
1bisSie ist zu­dem zu­stän­dig für re­dak­tio­nel­le Be­rich­ti­gun­gen in Er­las­sen, wel­che nicht der Schluss­ab­stim­mung un­ter­ste­hen.1
2Sie sorgt da­für, dass die Tex­te ver­ständ­lich und knapp for­mu­liert sind. Sie prüft, ob sie den Wil­len der Bun­des­ver­samm­lung wie­der­ge­ben, und ach­tet dar­auf, dass die Fas­sun­gen in den drei Amtss­pra­chen über­ein­stim­men.
3Der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on ste­hen kei­ne ma­te­ri­el­len Än­de­run­gen zu. Stösst sie auf ma­te­ri­el­le Lücken, Un­klar­hei­ten oder Wi­der­sprü­che, so be­nach­rich­tigt sie die Rats­prä­si­den­tin­nen oder Rats­prä­si­den­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Wer­den in ei­nem Er­lass nach der Schluss­ab­stim­mung for­ma­le Feh­ler oder For­mu­lie­run­gen, die nicht das Er­geb­nis der par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tun­gen wie­der­ge­ben, fest­ge­stellt, so ord­net die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on bis zur Ver­öf­fent­li­chung in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts die ge­bo­te­nen Be­rich­ti­gun­gen an. Die­se sind kennt­lich zu ma­chen.
2Nach der Ver­öf­fent­li­chung ei­nes Er­las­ses in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts kann die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on die Be­rich­ti­gung of­fen­sicht­li­cher Feh­ler und Än­de­run­gen ge­set­zes­tech­ni­scher Art an­ord­nen. Die­se sind kennt­lich zu ma­chen.
3Über we­sent­li­che Be­rich­ti­gun­gen er­folgt ei­ne Mit­tei­lung an die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung.
Ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung re­gelt im Ein­zel­nen die Zu­sam­men­set­zung und die Auf­ga­ben der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on so­wie das Ver­fah­ren zur Über­prü­fung der Er­las­sent­wür­fe vor der Schluss­ab­stim­mung und zur An­ord­nung von Be­rich­ti­gun­gen nach der Schluss­ab­stim­mung und nach der Ver­öf­fent­li­chung.
Or­ga­ni­sa­ti­on, Auf­ga­ben und Ver­fah­ren von De­le­ga­tio­nen, wel­che die Bun­des­ver­samm­lung in in­ter­na­tio­na­len par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lun­gen oder im bi­la­te­ra­len Ver­kehr mit Par­la­men­ten von Dritt­staa­ten ver­tre­ten, wer­den in ei­ner Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung ge­re­gelt.
1Die Frak­tio­nen set­zen sich zu­sam­men aus den Rats­mit­glie­dern glei­cher Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit.
2Par­tei­lo­se und An­ge­hö­ri­ge un­ter­schied­li­cher Par­tei­en kön­nen, so­fern sie ei­ne ähn­li­che po­li­ti­sche Aus­rich­tung ha­ben, ei­ne Frak­ti­on bil­den.
3Ei­ne Frak­ti­on kann ge­bil­det wer­den, wenn ihr aus ei­nem der bei­den Rä­te min­des­tens fünf Mit­glie­der bei­tre­ten.
4Die Frak­tio­nen mel­den der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder dem Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung ih­re Kon­sti­tu­ie­rung, die Mit­glie­der, den Vor­stand und ih­re Se­kre­tä­rin oder ih­ren Se­kre­tär.
1Die Frak­tio­nen be­ra­ten die Rats­ge­schäf­te vor.
2Sie ha­ben das Recht, par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven, Vor­stös­se, An­trä­ge und Wahl­vor­schlä­ge ein­zu­rei­chen.
3Die Ge­schäfts­re­gle­men­te kön­nen wei­te­re Rech­te für Frak­tio­nen vor­se­hen.
4Die Frak­tio­nen kön­nen Se­kre­ta­ria­te ein­rich­ten. Die­se er­hal­ten die­sel­ben Un­ter­la­gen wie die Rats­mit­glie­der und un­ter­ste­hen dem Amts­ge­heim­nis ge­mä­ss Ar­ti­kel 8.
5Die Frak­tio­nen er­hal­ten einen Bei­trag zur De­ckung der Kos­ten ih­rer Se­kre­ta­ria­te. Nä­he­res re­gelt das Par­la­mentsres­sour­cen­ge­setz vom 18. März 19881.
1Die Rats­mit­glie­der, wel­che sich für einen be­stimm­ten Sach­be­reich in­ter­es­sie­ren, kön­nen sich zu par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen zu­sam­mensch­lies­sen. Die Grup­pen müs­sen al­len Rats­mit­glie­dern of­fen ste­hen.
2Die Grup­pen mel­den ih­re Kon­sti­tu­ie­rung und ih­re Mit­glie­der den Par­la­ments­diens­ten. Die­se füh­ren ein öf­fent­li­ches Re­gis­ter der par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen.
3Die par­la­men­ta­ri­schen Grup­pen er­hal­ten, so­weit mög­lich, ad­mi­nis­tra­ti­ve Ar­beits­er­leich­te­run­gen und Sit­zungs­zim­mer.
4Sie kön­nen nicht im Na­men der Bun­des­ver­samm­lung auf­tre­ten.
1Die Par­la­ments­diens­te un­ter­stüt­zen die Bun­des­ver­samm­lung bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben.
2Sie er­fül­len fol­gen­de Auf­ga­ben:
Sie pla­nen und or­ga­ni­sie­ren die Ses­sio­nen und die Sit­zun­gen der Kom­mis­sio­nen.
Sie be­sor­gen die Se­kre­ta­ri­ats­ge­schäf­te, die Über­set­zungs­ar­bei­ten und die Pro­to­kol­lie­rung der Be­schlüs­se und Ver­hand­lun­gen der Rä­te, der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung und der Kom­mis­sio­nen.
Sie füh­ren ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on und bie­ten Dienst­leis­tun­gen im Be­reich der Do­ku­men­ta­ti­on und der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­en an.
Sie be­trei­ben In­for­ma­ti­ons­sys­te­me zum Aus­wer­ten von Da­ten für die Auf­ga­ben­er­fül­lung der Bun­des­ver­samm­lung, ih­rer Or­ga­ne und der Rats­mit­glie­der; die­se Da­ten­be­ar­bei­tung kann auch be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten um­fas­sen; ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung legt die da­für ver­wen­de­ten Quel­len fest und re­gelt die Zu­griffs­be­rech­ti­gun­gen und die Be­kannt­ga­be die­ser Da­ten.
Sie be­ra­ten die Rats­mit­glie­der, ins­be­son­de­re die Prä­si­di­en der Rä­te und der Kom­mis­sio­nen in Sach- und Ver­fah­rens­fra­gen.
Sie in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit über die Bun­des­ver­samm­lung und ih­re Tä­tig­kei­ten.
Sie un­ter­stüt­zen die Bun­des­ver­samm­lung bei der Pfle­ge ih­rer in­ter­na­tio­na­len Be­zie­hun­gen.
Un­ter Vor­be­halt der Zu­stän­dig­kei­ten von Rats­or­ga­nen be­sor­gen sie al­le üb­ri­gen Auf­ga­ben der Par­la­ments­ver­wal­tung.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2018 (Zeit­ge­mäs­se In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­an­ge­bo­te des Par­la­men­tes), in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3547; BBl 2017 6877 6889).
1Die Par­la­ments­diens­te un­ter­ste­hen der Auf­sicht der Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on.
2Die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung führt die Par­la­ments­diens­te.
3Sind Dienst­stel­len der Par­la­ments­diens­te für Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung tä­tig, so ar­bei­ten sie nach de­ren Wei­sun­gen.
Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung so­wie die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung wer­den durch Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung er­mäch­tigt, das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te an­zu­stel­len.
Die Dienst­stel­len der Par­la­ments­diens­te ver­fü­gen über die­sel­ben In­for­ma­ti­ons­rech­te wie die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung, in de­ren Auf­trag sie tä­tig sind.
1Die Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung und in de­ren Auf­trag die Par­la­ments­diens­te kön­nen zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben Dienst­stel­len der Bun­des­ver­wal­tung bei­zie­hen.
2Der Bei­zug er­folgt im Ein­ver­neh­men mit dem zu­stän­di­gen De­par­te­ment oder der Bun­des­kanz­lei.
3Bei Dif­fe­ren­zen ent­schei­det die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on nach An­hö­rung des Bun­des­ra­tes.
1Das Haus­recht in den Rats­sä­len wird durch die Rats­prä­si­den­tin­nen und Rats­prä­si­den­ten, das Haus­recht in den üb­ri­gen Räum­lich­kei­ten der Bun­des­ver­samm­lung und der Par­la­ments­diens­te durch die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on aus­ge­übt.
2Je­des Rats­mit­glied kann für je zwei Per­so­nen, die für ei­ne be­stimm­te Dau­er Zu­tritt zu den nicht­öf­fent­li­chen Tei­len des Par­la­ments­ge­bäu­des wün­schen, ei­ne Zu­tritts­kar­te aus­stel­len las­sen. Die­se Per­so­nen und ih­re Funk­tio­nen sind in ein öf­fent­lich ein­seh­ba­res Re­gis­ter ein­zu­tra­gen.
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­lässt die recht­set­zen­den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über die Par­la­ments­ver­wal­tung in der Form von Ver­ord­nun­gen der Bun­des­ver­samm­lung.
2Recht­set­zen­de Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Bun­des­ra­tes oder ihm nach­ge­ord­ne­ter Dienst­stel­len, die für die Bun­des­ver­wal­tung gel­ten, wer­den im Be­reich der Par­la­ments­ver­wal­tung an­ge­wen­det, so­fern nicht ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung et­was an­de­res be­stimmt.
3Zu­stän­dig­kei­ten, die durch sol­che Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen dem Bun­des­rat oder ihm nach­ge­ord­ne­ten Dienst­stel­len zu­ge­wie­sen sind, wer­den durch die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on oder die Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Bun­des­ver­samm­lung wahr­ge­nom­men.
Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de der Bun­des­ver­samm­lung sind na­ment­lich:
Ent­wür­fe ih­rer Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes zu Er­las­sen der Bun­des­ver­samm­lung;
par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven und Vor­stös­se ih­rer Mit­glie­der, Frak­tio­nen und Kom­mis­sio­nen so­wie Stan­des­i­ni­tia­ti­ven;
Be­rich­te ih­rer Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes;
Vor­schlä­ge für Wahlen und für die Be­stä­ti­gung von Wahlen;
An­trä­ge ih­rer Mit­glie­der, Frak­tio­nen, Kom­mis­sio­nen oder des Bun­des­ra­tes zum Ver­fah­ren;
Er­klä­run­gen der Rä­te oder des Bun­des­ra­tes;
Pe­ti­tio­nen und Ein­ga­ben;
Be­schwer­den, Ge­su­che und Ein­spra­chen.
1Von Mit­glie­dern oder Or­ga­nen der Rä­te ein­ge­brach­te Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den mit ih­rer Ein­rei­chung beim Rats­se­kre­ta­ri­at im Rat an­hän­gig ge­macht.
2Volks­i­ni­tia­ti­ven so­wie Be­geh­ren der Kan­to­ne um Ge­währ­leis­tung ih­rer Ver­fas­sung wer­den mit ih­rer Ein­rei­chung bei der Bun­des­kanz­lei in den Rä­ten an­hän­gig ge­macht.
3Die üb­ri­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den mit Ein­rei­chung bei der Bun­des­ver­samm­lung in bei­den Rä­ten an­hän­gig ge­macht.
1Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de kön­nen von ih­ren Ur­he­be­rin­nen und Ur­he­bern zu­rück­ge­zo­gen wer­den, bis ein Rat erst­mals dar­über Be­schluss ge­fasst hat.
2Ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve oder ei­ne Stan­des­i­ni­tia­ti­ve kann nicht mehr zu­rück­ge­zo­gen wer­den, so­bald ei­ne vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ihr Fol­ge ge­ge­ben hat.
3Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de, die vom Bun­des­rat ein­ge­bracht wur­den, kön­nen von ihm nicht zu­rück­ge­zo­gen wer­den.
1Je­der Rat berät und be­schliesst zu­nächst, ob er auf einen Er­las­s­ent­wurf ein­tre­ten will (Ein­tre­tens­de­bat­te).
2Hat er Ein­tre­ten be­schlos­sen, so berät er an­sch­lies­send den Er­las­s­ent­wurf ar­ti­kel­wei­se (De­tail­be­ra­tung).
3Ein­tre­ten ist ob­li­ga­to­risch bei Volks­i­ni­tia­ti­ven, Vor­an­schlä­gen, Ge­schäfts­be­rich­ten, Rech­nun­gen, Ein­spra­chen ge­gen Ver­trä­ge der Kan­to­ne un­ter sich oder mit dem Aus­land, bei der Ge­währ­leis­tung kan­to­na­ler Ver­fas­sun­gen, bei der Le­gis­la­tur­pla­nung so­wie beim Fi­nanz­plan.1
4Nach Schluss der ers­ten De­tail­be­ra­tung fin­det im Rat ei­ne Ge­samtab­stim­mung statt. Ist Ein­tre­ten ob­li­ga­to­risch, so wird aus­ser bei Vor­an­schlä­gen und Rech­nun­gen kei­ne Ge­samtab­stim­mung durch­ge­führt.
5Ver­wirft der Rat einen Er­las­s­ent­wurf in der Ge­samtab­stim­mung, so kommt dies ei­nem Nicht­ein­tre­ten gleich. Ver­wirft der Rat Vor­an­schlä­ge oder Rech­nun­gen in der Ge­samtab­stim­mung, so be­schliesst er Rück­wei­sung an den Bun­des­rat.
6Ist Ein­tre­ten auf einen Er­las­s­ent­wurf be­schlos­sen, so kann die­ser auf An­trag der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on oder des Bun­des­ra­tes ab­ge­schrie­ben wer­den, wenn er ge­gen­stands­los ge­wor­den ist.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
1Ein Rat kann einen Er­las­s­ent­wurf, auf den er ein­ge­tre­ten ist, oder einen an­de­ren Be­ra­tungs­ge­gen­stand an den Bun­des­rat oder an die vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on zur Über­prü­fung oder Än­de­rung zu­rück­wei­sen.
2Ein­zel­ne Ab­schnit­te oder Be­stim­mun­gen kann er auch bei der spä­te­ren Be­ra­tung zu­rück­wei­sen.
3An­trä­ge auf Rück­wei­sung ge­ben an, was über­prüft, ge­än­dert oder er­gänzt wer­den soll.
1Je­des Rats­mit­glied kann zu ei­nem hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stand An­trä­ge im Rat und in der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on ein­rei­chen. Es kann bei der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on die Ein­rei­chung ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve oder ei­nes Vor­stos­ses der Kom­mis­si­on be­an­tra­gen.
1bisEin Er­las­s­ent­wurf kann mit ei­nem An­trag nur dann ein­ge­reicht wer­den, wenn da­mit:
ein hän­gi­ger Er­las­s­ent­wurf auf­ge­teilt wer­den soll;
ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve ein Ge­gen­ent­wurf zur glei­chen Ver­fas­sungs­ma­te­rie ge­gen­über­ge­stellt wer­den soll (Art. 101).1
2An­trä­ge, die das Ver­fah­ren be­tref­fen (Ord­nungs­an­trä­ge), müs­sen in der Re­gel so­fort be­han­delt wer­den.
3Mit ei­nem Ord­nungs­an­trag kann Rück­kom­men auf einen Be­schluss ver­langt wer­den, bis ein Rat sei­ne Be­ra­tung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des ab­ge­schlos­sen hat.2
3bisEin Ord­nungs­an­trag, mit dem Rück­kom­men auf den Ein­tre­tens­be­schluss ver­langt wird, ist nicht zu­läs­sig.3
3terEin Ord­nungs­an­trag auf Wie­der­ho­lung ei­ner Ab­stim­mung, mit wel­cher der Rat sei­ne Be­ra­tung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des ab­sch­liesst, kann nur im un­mit­tel­ba­ren An­schluss an die Ab­stim­mung ge­stellt wer­den.4
4An­trä­ge, die von der Kom­mis­si­ons­mehr­heit ab­ge­lehnt wor­den sind, kön­nen als Min­der­heits­an­trä­ge ein­ge­reicht wer­den.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Bei ei­nem Ent­wurf zu ei­nem Bun­des­ge­setz, das dring­lich er­klärt wer­den soll, wird die Dring­lich­keits­klau­sel von der Ge­samtab­stim­mung aus­ge­nom­men.
2Über die Dring­lich­keits­klau­sel wird erst nach er­folg­ter Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung be­schlos­sen.
3Wird die Dring­lich­keits­klau­sel ver­wor­fen, so be­rei­nigt die Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on nach Kon­sul­ta­ti­on der Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen den Wort­laut der Be­stim­mun­gen über das Re­fe­ren­dum und das In­kraft­tre­ten.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
1Über teil­ba­re Ab­stim­mungs­fra­gen ist auf Ver­lan­gen ge­trennt ab­zu­stim­men.
2Lie­gen zu ei­nem Ab­stim­mungs­ge­gen­stand zwei An­trä­ge vor, die sich ent­we­der auf den­sel­ben Text­teil be­zie­hen oder sich ge­gen­sei­tig aus­sch­lies­sen, so sind sie ge­gen­ein­an­der aus­zu­meh­ren.
3Ist ei­ne Ge­gen­über­stel­lung nicht mög­lich, so sind die An­trä­ge ein­zeln zur Ab­stim­mung zu brin­gen.
4Über un­be­strit­te­ne An­trä­ge wird nicht ab­ge­stimmt.
5Die Stim­men­zah­len sind im­mer zu er­mit­teln bei:
Ge­samtab­stim­mun­gen;
Ab­stim­mun­gen über einen Ei­ni­gungs­an­trag;
Ab­stim­mun­gen über Be­stim­mun­gen, die der Zu­stim­mung der Mehr­heit der Mit­glie­der je­des der bei­den Rä­te be­dür­fen (Art. 159 Abs. 3 BV);
Schluss­ab­stim­mun­gen.1
1Lie­gen zum sel­ben Ab­stim­mungs­ge­gen­stand mehr als zwei An­trä­ge vor, so sind die­se mit­tels Even­tual­ab­stim­mung aus­zu­meh­ren, bis zwei An­trä­ge ein­an­der ge­gen­über­ge­stellt wer­den kön­nen.
2Die Ab­stim­mungs­rei­hen­fol­ge der An­trä­ge ist da­bei so aus­zu­ge­stal­ten, dass von den An­trä­gen mit der kleins­ten in­halt­li­chen Dif­fe­renz schritt­wei­se bis zu den­je­ni­gen mit der gröss­ten Dif­fe­renz auf­ge­stie­gen wer­den kann.
3Kann nach den Kri­te­ri­en nach Ab­satz 2 kei­ne kla­re Rei­hen­fol­ge be­stimmt wer­den, so wer­den mit­tels Even­tual­ab­stim­mung nach­ein­an­der die An­trä­ge der Rats­mit­glie­der, dann die An­trä­ge der Kom­mis­si­ons­min­der­hei­ten und schliess­lich der An­trag des Bun­des­ra­tes ge­gen­ein­an­der aus­ge­mehrt. Das Re­sul­tat aus der letz­ten Ab­stim­mung wird dem An­trag der Kom­mis­si­ons­mehr­heit ge­gen­über­ge­stellt.
4Die Ab­stim­mungs­rei­hen­fol­ge kann mit ei­nem Even­tualan­trag nicht ge­än­dert wer­den.1
1Die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent stimmt nicht mit. Bei Stim­men­gleich­heit hat sie oder er den Sti­chent­scheid.
2Ist die Zu­stim­mung der Mehr­heit der Mit­glie­der je­des Ra­tes er­for­der­lich, so stimmt die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent mit.
1Ei­ne Schluss­ab­stim­mung wird durch­ge­führt über:
ein Bun­des­ge­setz;
ei­ne Ver­ord­nung der Bun­des­ver­samm­lung;
einen Bun­des­be­schluss, der dem ob­li­ga­to­ri­schen oder dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­steht.1
1bisDie Schluss­ab­stim­mung wird durch­ge­führt, so­bald die Rä­te über den Er­las­s­ent­wurf über­ein­stim­men­de Be­schlüs­se ge­fasst und den von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on be­rei­nig­ten Wort­laut gut­ge­heis­sen ha­ben. Die bei­den Rä­te füh­ren die Schluss­ab­stim­mung am sel­ben Tag durch.2
2Stim­men bei­de Rä­te dem Er­las­s­ent­wurf zu, so ist der Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung gül­tig zu Stan­de ge­kom­men.
3Ver­wirft ein Rat oder ver­wer­fen bei­de Rä­te den Er­las­s­ent­wurf, so ist der Er­lass nicht zu Stan­de ge­kom­men.
Die Rats­re­gle­men­te re­geln, in wel­chen Fäl­len das Ab­stim­mungs­er­geb­nis in Form ei­ner Na­mens­lis­te ver­öf­fent­licht wird.
1Für Be­schlüs­se der Bun­des­ver­samm­lung ist die Über­ein­stim­mung bei­der Rä­te er­for­der­lich.
2Kein über­ein­stim­men­der Be­schluss ist er­for­der­lich zu Pe­ti­tio­nen und zu Be­rich­ten, wel­che zur Kennt­nis­nah­me un­ter­brei­tet wer­den.
1Die von bei­den Rä­ten ge­trennt zu be­han­deln­den Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de wer­den ei­nem der Rä­te zur Erst­be­ra­tung zu­ge­wie­sen (Er­strat).
2Die Rats­prä­si­den­tin­nen oder die Rats­prä­si­den­ten ver­stän­di­gen sich über die Zu­tei­lung. Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu Stan­de, so ent­schei­det das Los.
1Ent­wür­fe zu Ver­fas­sungs­än­de­run­gen und nicht dring­li­chen Bun­des­ge­set­zen wer­den in der Re­gel nicht in der glei­chen Ses­si­on von bei­den Rä­ten erst­mals be­ra­ten.
2Die Ko­or­di­na­ti­ons­kon­fe­renz kann auf An­trag des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on be­schlies­sen, dass ein Be­ra­tungs­ge­gen­stand nach Ab­satz 1 aus­nahms­wei­se in bei­den Rä­ten in der glei­chen Ses­si­on erst­mals be­ra­ten wird.
1Be­ra­tungs­ge­gen­stän­de, die von bei­den Rä­ten zu be­ra­ten sind und über die ein Rat Be­schluss ge­fasst hat, ge­hen zur Be­ra­tung an den an­dern Rat.
2Der ei­ne Rat darf die Be­ra­tung erst wie­der auf­neh­men, wenn der an­de­re Rat Be­schluss ge­fasst hat.
3Wer­den der Bun­des­ver­samm­lung mit ei­ner Bot­schaft oder ei­nem Be­richt Ent­wür­fe zu meh­re­ren Er­las­sen un­ter­brei­tet, so kön­nen die­se ein­zeln nach der je­wei­li­gen Ge­samtab­stim­mung dem an­dern Rat zu­ge­lei­tet wer­den.
4Ein Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf zu ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve muss dem an­de­ren Rat zu­sam­men mit dem Bun­des­be­schluss über die ent­spre­chen­de Volks­i­ni­tia­ti­ve zu­ge­lei­tet wer­den.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Weist ein Rat einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand ge­samt­haft an den Bun­des­rat zu­rück, so geht der Rück­wei­sungs­be­schluss an den an­de­ren Rat.
2Stimmt der an­de­re Rat dem Rück­wei­sungs­be­schluss nicht zu, so wird die Rück­wei­sung wirk­sam, wenn der ers­te Rat dar­an fest­hält.
3Das glei­che Ver­fah­ren gilt auch für den Be­schluss ei­nes Ra­tes, die Be­hand­lung ei­nes Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des für vor­aus­sicht­lich mehr als ein Jahr aus­zu­set­zen (Sis­tie­rung).
1Aus­nahms­wei­se kann ein um­fang­rei­cher Er­las­s­ent­wurf durch über­ein­stim­men­den Be­schluss bei­der Rä­te ge­teilt und dem an­dern Rat schon vor der Ge­samtab­stim­mung in Tei­len zu­ge­lei­tet wer­den.
2Die Rats­mit­glie­der kön­nen bis zur Ge­samtab­stim­mung Rück­kom­mens­an­trä­ge zu Be­stim­mun­gen aus dem gan­zen Er­las­s­ent­wurf stel­len.
3Wei­chen die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te in Be­zug auf die Tei­lung des Er­las­s­ent­wur­fes von­ein­an­der ab und be­stä­tigt der Rat, der die Tei­lung ab­ge­lehnt hat, sei­nen Be­schluss, so wird die Vor­la­ge erst nach er­folg­ter Ge­samtab­stim­mung dem an­dern Rat zu­ge­lei­tet.
1Be­ste­hen nach Be­ra­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs Dif­fe­ren­zen zwi­schen den Rä­ten, so ge­hen die ab­wei­chen­den Be­schlüs­se des einen Ra­tes zur Be­ra­tung an den an­de­ren Rat zu­rück, bis ei­ne Ei­ni­gung er­reicht ist.
2Nach der ers­ten Be­ra­tung in je­dem Rat be­schränkt sich die wei­te­re Be­ra­tung aus­sch­liess­lich auf die Fra­gen, über wel­che kei­ne Ei­ni­gung zu Stan­de ge­kom­men ist.
3Ein Rat kann nur dann auf an­de­re Fra­gen zu­rück­kom­men, wenn dies als Fol­ge von neu­en Be­schlüs­sen nö­tig wird oder wenn die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te einen ge­mein­sa­men Rück­kom­mens­an­trag stel­len.
Art. 90 Abschreibung eines Erlassentwurfs
Die Rä­te kön­nen auf gleich lau­ten­den An­trag ih­rer vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen einen Er­las­s­ent­wurf wäh­rend der Dif­fe­renz­be­rei­ni­gung oder nach de­ren Ab­schluss ab­schrei­ben.
1Be­ste­hen nach drei De­tail­be­ra­tun­gen in je­dem Rat Dif­fe­ren­zen, so wird ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ein­ge­setzt. Die­se hat ei­ne Ver­stän­di­gungs­lö­sung zu su­chen.
2Die vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen ent­sen­den je 13 Mit­glie­der in die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz. Zählt die vor­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ei­nes Ra­tes we­ni­ger als 13 Mit­glie­der, so ist sie auf die­se Zahl zu er­gän­zen. Die Zu­sam­men­set­zung der De­le­ga­tio­nen je­der Kom­mis­si­on rich­tet sich nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 3.
3Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent des Er­stra­tes führt den Vor­sitz. Die Stell­ver­tre­tung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten und der Mit­glie­der der Ei­ni­gungs­kon­fe­renz rich­tet sich nach den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen in den Ge­schäfts­re­gle­men­ten.1
1 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ist be­schluss­fä­hig, wenn die Mehr­heit der Mit­glie­der je­der der bei­den De­le­ga­tio­nen an­we­send ist. Die Be­schluss­fä­hig­keit ist aus­drück­lich fest­zu­stel­len.
2Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz be­schliesst mit der Mehr­heit ih­rer stim­men­den Mit­glie­der. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent nimmt an der Ab­stim­mung teil. Bei Stim­men­gleich­heit gibt sie oder er den Sti­chent­scheid.
3Die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz stellt einen Ei­ni­gungs­an­trag, der al­le ver­blie­be­nen Dif­fe­ren­zen ge­samt­haft be­rei­nigt.
1Der Ei­ni­gungs­an­trag geht zu­nächst an den Er­strat und, so­fern die­ser dem Ei­ni­gungs­an­trag ge­samt­haft zu­stimmt, an den an­dern Rat.
2Wird der Ei­ni­gungs­an­trag in ei­nem Rat ver­wor­fen, so wird der Er­las­s­ent­wurf ab­ge­schrie­ben.
Wird ein Ei­ni­gungs­an­trag zum Bun­des­be­schluss über den Vor­an­schlag des Bun­des oder über einen Nach­trag ver­wor­fen, so gilt der Be­schluss der drit­ten Be­ra­tung, der den tiefe­ren Be­trag vor­sieht, als an­ge­nom­men.
Art. 94a Differenzregelung bei der Legislaturplanung und beim Finanzplan
1Beim Bun­des­be­schluss über die Le­gis­la­tur­pla­nung wird die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ein­ge­setzt, wenn nach der ers­ten Be­ra­tung in je­dem Rat Dif­fe­ren­zen be­ste­hen.
2Bei den Bun­des­be­schlüs­sen über die Le­gis­la­tur­pla­nung und über den Fi­nanz­plan stellt die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz zu je­der Dif­fe­renz einen Ei­ni­gungs­an­trag. Über je­den An­trag wird ge­son­dert ab­ge­stimmt.3
3Wird ein An­trag ab­ge­lehnt, so wird die be­tref­fen­de Be­stim­mung ge­stri­chen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (Le­gis­la­tur­pla­nung), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5231; BBl 2006 1837 1857).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 26. Sept. 2014 (Neu­es Füh­rungs­mo­dell für die Bun­des­ver­wal­tung), in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1583; BBl 2014 767).
Wenn sich die ab­wei­chen­den Be­schlüs­se der bei­den Rä­te auf einen Be­ra­tungs­ge­gen­stand als Gan­zes be­zie­hen, so ist die zwei­te Ab­leh­nung durch einen Rat end­gül­tig. Dies gilt ins­be­son­de­re für:
das Ein­tre­ten auf einen Er­las­s­ent­wurf;
die An­nah­me ei­nes Er­las­s­ent­wurfs in der Ge­samtab­stim­mung;
die Ge­neh­mi­gung ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­tra­ges;
die Ge­währ­leis­tung ei­ner kan­to­na­len Ver­fas­sung;
die Stel­lung­nah­me zu ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in Form der all­ge­mei­nen An­re­gung;
die Dring­lich­keits­klau­sel;
den Ent­scheid, ob ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben wer­den soll;
die Ge­neh­mi­gung von Ver­ord­nun­gen des Bun­des­ra­tes;
die Auf­recht­er­hal­tung ei­nes zur Ab­schrei­bung be­an­trag­ten Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), mit Wir­kung seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
Ver­langt ei­ne als zu Stan­de ge­kom­men er­klär­te Volks­i­ni­tia­ti­ve die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung, so un­ter­brei­tet die Bun­des­ver­samm­lung die In­itia­ti­ve dem Volk zur Ab­stim­mung.
1Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung:
spä­tes­tens ein Jahr nach Ein­rei­chen ei­ner zu Stan­de ge­kom­me­nen Volks-in­itia­ti­ve ei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses für ei­ne Stel­lung­nah­me der Bun­des­ver­samm­lung;
spä­tes­tens ein Jahr nach Zu­stim­mung des Vol­kes oder der Bun­des­ver­samm­lung zu ei­ner In­itia­ti­ve in Form der all­ge­mei­nen An­re­gung ei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses für ei­ne Teil­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung.
2Be­schliesst der Bun­des­rat, den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses über einen Ge­gen­ent­wurf oder den Ent­wurf zu ei­nem mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve eng zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf aus­zu­ar­bei­ten, so ver­län­gert sich die­se Frist auf 18 Mo­na­te.1
3Un­ter­brei­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung sei­ne Bot­schaft und den Ent­wurf ei­nes Bun­des­be­schlus­ses nicht frist­ge­recht, so kann ei­ne zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on den nö­ti­gen Er­las­s­ent­wurf aus­ar­bei­ten.2
1Die Bun­des­ver­samm­lung er­klärt ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve für ganz oder teil­wei­se un­gül­tig, wenn sie fest­stellt, dass die Er­for­der­nis­se von Ar­ti­kel 139 Ab­satz 3 der Bun­des­ver­fas­sung nicht er­füllt sind.
2Wei­chen die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te in Be­zug auf die Gül­tig­keit der Volks­i­ni­tia­ti­ve oder von Tei­len der­sel­ben von­ein­an­der ab und be­stä­tigt der Rat, der die Gül­tig­keit be­jaht hat, sei­nen Be­schluss, so ist die Volks­i­ni­tia­ti­ve be­zie­hungs­wei­se ihr strit­ti­ger Teil gül­tig.
3Wird der Ei­ni­gungs­an­trag zur Ab­stim­mungs­emp­feh­lung ab­ge­lehnt, so wird in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 93 Ab­satz 2 nur die be­tref­fen­de Be­stim­mung ge­stri­chen.1
1Ei­ne Volks­i­ni­tia­ti­ve ist in al­len gül­ti­gen Tei­len, so wie sie lau­tet, der Volks­ab­stim­mung zu un­ter­brei­ten.
2Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on, of­fen­sicht­li­che Über­set­zungs­feh­ler zu be­rich­ti­gen und die nö­ti­gen for­mel­len An­pas­sun­gen vor­zu­neh­men, um die vor­ge­schla­ge­ne Ver­fas­sungs­än­de­rung in die Ver­fas­sung ein­zu­ord­nen. Die Kom­mis­si­on gibt dem In­itia­tiv­ko­mi­tee Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.1
Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst in­nert 30 Mo­na­ten nach Ein­rei­chung ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in der Form des aus­ge­ar­bei­te­ten Ent­wurfs dar­über, ob sie die In­itia­ti­ve Volk und Stän­den zur An­nah­me oder Ab­leh­nung emp­fiehlt.
Art. 101 Gegenentwurf
1Die Bun­des­ver­samm­lung kann Volk und Stän­den gleich­zei­tig mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve einen Ge­gen­ent­wurf zur glei­chen Ver­fas­sungs­ma­te­rie zur Ab­stim­mung un­ter­brei­ten.
2Der Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung wird in je­dem Rat be­ra­ten, be­vor der Rat über die Ab­stim­mungs­emp­feh­lung im Bun­des­be­schluss über die Volks­i­ni­tia­ti­ve Be­schluss fasst.
3Die Schluss­ab­stim­mung über den Bun­des­be­schluss über den Ge­gen­ent­wurf fin­det spä­tes­tens acht Ta­ge vor dem Ab­schluss der Ses­si­on vor Ab­lauf der Be­hand­lungs­frist der Volks­i­ni­tia­ti­ve statt. Wird der Bun­des­be­schluss in der Schluss­ab­stim­mung von ei­nem Rat ver­wor­fen, so stellt die Ei­ni­gungs­kon­fe­renz An­trag zur Ab­stim­mungs­emp­feh­lung im Bun­des­be­schluss über die Volks­i­ni­tia­ti­ve. Ein An­trag auf einen Ge­gen­ent­wurf ist nicht mehr zu­läs­sig.
Art. 102 Beschlussfassung über Abstimmungsempfehlung und Gegenentwurf
1Un­ter­brei­tet die Bun­des­ver­samm­lung Volk und Stän­den ne­ben der Volks­i­ni­tia­ti­ve einen Ge­gen­ent­wurf zur Ab­stim­mung, so kann sie:
die Volks­i­ni­tia­ti­ve zur Ab­leh­nung und den Ge­gen­ent­wurf zur An­nah­me emp­feh­len; oder
bei­de Vor­la­gen zur An­nah­me emp­feh­len.
2Emp­fiehlt sie bei­de Vor­la­gen zur An­nah­me, so emp­fiehlt sie den Stimm­be­rech­tig­ten, bei der Stich­fra­ge den Ge­gen­ent­wurf an­zu­neh­men.
1Die Bun­des­ver­samm­lung fasst in­nert zwei Jah­ren nach Ein­rei­chung ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve in der Form der all­ge­mei­nen An­re­gung dar­über Be­schluss, ob sie der In­itia­ti­ve zu­stimmt.
2Lehnt die Bun­des­ver­samm­lung die Volks­i­ni­tia­ti­ve ab, so un­ter­brei­tet sie die In­itia­ti­ve dem Volk zur Ab­stim­mung.
1Ist die Bun­des­ver­samm­lung mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve ein­ver­stan­den oder stimmt das Volk der In­itia­ti­ve zu, so ar­bei­tet die Bun­des­ver­samm­lung in­nert zwei Jah­ren ei­ne Teil­re­vi­si­on der Bun­des­ver­fas­sung aus.
2Die Bun­des­ver­samm­lung hält sich bei der Aus­ar­bei­tung an den In­halt und die Zie­le der Volks­i­ni­tia­ti­ve.
3Kön­nen sich die Rä­te bei der Aus­ar­bei­tung der Teil­re­vi­si­on über den Ent­wurf nicht ei­ni­gen oder wird der Ent­wurf von ei­nem oder bei­den Rä­ten ver­wor­fen, so sind die Be­schlüs­se der Rä­te aus der letz­ten Be­ra­tung Volk und Stän­den als Va­ri­an­ten zur Ab­stim­mung vor­zu­le­gen.
1Fasst ein Rat über einen Ge­gen­ent­wurf oder über einen mit der Volks­i­ni­tia­ti­ve eng zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf Be­schluss, so kann die Bun­des­ver­samm­lung die Be­hand­lungs­frist um ein Jahr ver­län­gern.
2 Stim­men die Be­schlüs­se der Rä­te be­tref­fend Frist­ver­län­ge­rung nicht über­ein, so ist die Ver­län­ge­rung nicht zu Stan­de ge­kom­men.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 25. Sept. 2009 (Be­ding­ter Rück­zug ei­ner Volks­i­ni­tia­ti­ve) (AS 2010 271; BBl 2009 3591 3609). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), mit Wir­kung seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
Kommt in­nert der ge­setz­li­chen Frist kein über­ein­stim­men­der Be­schluss der Rä­te zu Stan­de, so ord­net der Bun­des­rat die Volks­ab­stim­mung an.
Art. 107 Gegenstand und Form
1Mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve kann vor­ge­schla­gen wer­den, dass ei­ne Kom­mis­si­on einen Ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung aus­ar­bei­tet.
2Die par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve muss be­grün­det wer­den. Die Be­grün­dung muss ins­be­son­de­re die Ziel­set­zun­gen des Er­las­ses ent­hal­ten.
3Ei­ne Kom­mis­si­on kann mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve ih­rem Rat einen Er­las­s­ent­wurf un­ter­brei­ten.
Die par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on ist un­zu­läs­sig, wenn ihr An­lie­gen als An­trag zu ei­nem bei der Bun­des­ver­samm­lung hän­gi­gen Er­las­s­ent­wurf ein­ge­bracht wer­den kann. Über Aus­nah­men ent­schei­det das Bü­ro des Ra­tes.
1Par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ven ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on so­wie in ei­ner Kom­mis­si­on ein­ge­reich­te An­trä­ge für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve der Kom­mis­si­on un­ter­lie­gen ei­ner Vor­prü­fung.
2Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Ra­tes, in dem die In­itia­ti­ve ein­ge­reicht wur­de, be­schliesst spä­tes­tens ein Jahr nach der Zu­wei­sung der In­itia­ti­ve, ob sie der In­itia­ti­ve Fol­ge gibt oder ob sie ih­rem Rat be­an­tragt, der In­itia­ti­ve sei kei­ne Fol­ge zu ge­ben. Folgt der Rat dem An­trag der Kom­mis­si­on, so ist die In­itia­ti­ve er­le­digt.1
3Der Be­schluss, ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge zu ge­ben oder ei­ne In­itia­ti­ve der Kom­mis­si­on aus­zu­ar­bei­ten, be­darf der Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes. Die­se Kom­mis­si­on lädt die erst­be­ra­ten­de Kom­mis­si­on ein, ih­ren Be­schluss durch ei­ne Ab­ord­nung zu ver­tre­ten. Stimmt sie nicht zu, so wird der In­itia­ti­ve nur Fol­ge ge­ge­ben, wenn bei­de Rä­te zu­stim­men. Stimmt der Zweit­rat nicht zu, so ist die In­itia­ti­ve end­gül­tig ab­ge­lehnt.2
3bisDie Kom­mis­si­on des an­de­ren Ra­tes so­wie im Fal­le ei­ner Nicht­über­ein­stim­mung die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der Rä­te fäl­len ih­ren Be­schluss nach Ab­satz 3 oder stel­len ih­ren An­trag an ih­ren Rat je­weils spä­tes­tens ein Jahr nach dem vor­an­ge­hen­den Kom­mis­si­ons- oder Rats­be­schluss über die In­itia­ti­ve.3
4Wer ei­ne In­itia­ti­ve oder den An­trag für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve ein­ge­reicht hat, kann, wenn sie oder er nicht Kom­mis­si­ons­mit­glied ist, wäh­rend der Vor­prü­fung mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on des ei­ge­nen Ra­tes teil­neh­men.4
5Schei­det die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber ei­ner In­itia­ti­ve aus dem Rat aus und nimmt kein an­de­res Rats­mit­glied die In­itia­ti­ve wäh­rend der ers­ten Wo­che der fol­gen­den Ses­si­on auf, so wird die In­itia­ti­ve oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, aus­ser wenn die Kom­mis­si­on der In­itia­ti­ve be­reits Fol­ge ge­ge­ben hat.5
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
2 Vier­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Ei­ner In­itia­ti­ve wird Fol­ge ge­ge­ben, oder ei­nem An­trag auf Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve wird zu­ge­stimmt, wenn der Re­ge­lungs­be­darf im Grund­satz be­jaht und das wei­te­re Vor­ge­hen auf dem We­ge der par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve als zweck­mäs­sig be­ur­teilt wird.
2Als zweck­mäs­sig ist der Weg der par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve ins­be­son­de­re dann zu be­ur­tei­len, wenn:
die In­itia­ti­ve einen Er­las­s­ent­wurf im Be­reich des Par­la­ments­rechts vor­schlägt;
die von über­wie­se­nen Mo­tio­nen ver­lang­te Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs nicht recht­zei­tig er­folgt ist; oder
die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs auf die­sem We­ge vor­aus­sicht­lich zeit­ge­rech­ter er­reicht wer­den kann als auf dem Weg über die Mo­ti­on.
3Die Kom­mis­si­on prüft, wie die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs durch ei­ne Kom­mis­si­on mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln zeit- und sach­ge­recht aus­ge­führt wer­den kann.
1 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 17. Fe­br. 2016, ver­öf­fent­licht am 1. März 2016, be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2016 657).
1Wird ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben, so ar­bei­tet die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Ra­tes, in dem die In­itia­ti­ve ein­ge­reicht wur­de, in­nert zwei Jah­ren ei­ne Vor­la­ge aus.
2Wer ei­ne In­itia­ti­ve oder den An­trag für die Aus­ar­bei­tung ei­ner In­itia­ti­ve ein­ge­reicht hat, kann, wenn sie oder er nicht Kom­mis­si­ons­mit­glied ist, wäh­rend der Aus­ar­bei­tung des Ent­wurfs mit be­ra­ten­der Stim­me an den Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on des ei­ge­nen Ra­tes teil­neh­men.1
3Der Be­richt, der den Kom­mis­si­ons­ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung er­läu­tert, ent­spricht den An­for­de­run­gen an ei­ne Bot­schaft des Bun­des­ra­tes (Art. 141).
1Die Kom­mis­si­on kann das zu­stän­di­ge De­par­te­ment bei­zie­hen, um al­le für die Aus­ar­bei­tung ei­nes Er­las­s­ent­wurfs not­wen­di­gen Rechts- und Sach­aus­künf­te zu er­hal­ten.
2Sie gibt den Vor­ent­wurf samt er­läu­tern­dem Be­richt nach den Be­stim­mun­gen des Ver­nehm­las­sungs­ge­set­zes vom 18. März 20051 in die Ver­nehm­las­sung.2
3Sie über­weist ih­ren dem Rat un­ter­brei­te­ten Be­richt und Er­las­s­ent­wurf gleich­zei­tig dem Bun­des­rat zur Stel­lung­nah­me und setzt ihm ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist; aus­ge­nom­men sind Be­stim­mun­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on oder das Ver­fah­ren der Bun­des­ver­samm­lung, die nicht im Ge­setz fest­ge­legt sind und die den Bun­des­rat nicht un­mit­tel­bar be­tref­fen.3
4Be­an­tragt der Bun­des­rat ei­ne Än­de­rung, so berät die Kom­mis­si­on die Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes vor der Be­ra­tung des Er­las­s­ent­wur­fes im Er­strat.
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 12 Ziff. 1 des Ver­nehm­las­sungs­ge­set­zes vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Sept. 2005 (AS 2005 4099; BBl 2004 533).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829).
1Un­ter­brei­tet die Kom­mis­si­on ih­ren Er­las­s­ent­wurf nicht in­nert zwei Jah­ren, so ent­schei­det der Rat auf An­trag der Kom­mis­si­on oder des Bü­ros, ob die Frist ver­län­gert oder die In­itia­ti­ve ab­ge­schrie­ben wird.
2Die Kom­mis­si­on kann dem Rat die Ab­schrei­bung der In­itia­ti­ve be­an­tra­gen, wenn:
sie durch einen an­de­ren Er­las­s­ent­wurf er­füllt ist; oder
der Auf­trag an die Kom­mis­si­on nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll.
1Nimmt der Rat den Er­las­s­ent­wurf sei­ner Kom­mis­si­on in der Ge­samtab­stim­mung an, so geht die In­itia­ti­ve an den an­de­ren Rat und wird nach dem or­dent­li­chen Ver­fah­ren für Er­las­sent­wür­fe wei­ter­be­han­delt.1
1bisTritt der Rat auf den Er­las­s­ent­wurf sei­ner Kom­mis­si­on nicht ein oder lehnt er ihn in der Ge­samtab­stim­mung ab, so ist die In­itia­ti­ve er­le­digt.2
2In der Kom­mis­si­on des Zweit­ra­tes wird der Ent­wurf des Er­stra­tes durch ein Mit­glied der Kom­mis­si­on ver­tre­ten, wel­che ihn aus­ge­ar­bei­tet hat.
Art. 115 Gegenstand und Form
1Je­der Kan­ton kann mit ei­ner Stan­des­i­ni­tia­ti­ve vor­schla­gen, dass ei­ne Kom­mis­si­on einen Ent­wurf für einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung aus­ar­bei­tet.
2Die Stan­des­i­ni­tia­ti­ve muss be­grün­det wer­den. Die Be­grün­dung muss ins­be­son­de­re die Ziel­set­zun­gen des Er­las­ses ent­hal­ten.
1Stan­des­i­ni­tia­ti­ven un­ter­lie­gen ei­ner Vor­prü­fung.
2Für die Vor­prü­fung gilt Ar­ti­kel 110 sinn­ge­mä­ss.
3Der Be­schluss, ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge zu ge­ben, be­darf der Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te. Stimmt ei­ne Kom­mis­si­on nicht zu, so ent­schei­det der Rat. Stimmt der Rat nicht zu, so geht die In­itia­ti­ve an den an­de­ren Rat. Die zwei­te Ab­leh­nung durch einen Rat ist end­gül­tig.
3bisFür die Kom­mis­sio­nen gel­ten die Fris­ten nach Ar­ti­kel 109 Ab­sät­ze 2 und 3bis.1
4Die Kom­mis­si­on des Er­stra­tes hört bei der Vor­prü­fung ei­ne Ver­tre­tung des Kan­tons an.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013 (Ver­bes­se­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ver­fah­ren des Par­la­men­tes), in Kraft seit 25. Nov. 2013 (AS 2013 3687; BBl 2011 6793 6829). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
1Wird ei­ner In­itia­ti­ve Fol­ge ge­ge­ben, so wird die­se ge­mä­ss Ar­ti­kel 84 ei­nem der Rä­te zur Erst­be­hand­lung er­neut zu­ge­wie­sen.
2Für das wei­te­re Ver­fah­ren gel­ten die Ar­ti­kel 111-114 sinn­ge­mä­ss. Die Ab­schrei­bung ei­ner In­itia­ti­ve be­darf der Zu­stim­mung des an­de­ren Ra­tes. Be­schliesst der Er­strat, auf den Ent­wurf der Kom­mis­si­on nicht ein­zu­tre­ten, oder lehnt er die­sen in der Ge­samtab­stim­mung ab, so kommt dies ei­ner Ab­schrei­bung gleich.
1Par­la­men­ta­ri­sche Vor­stös­se sind:
Mo­ti­on;
Pos­tu­lat;
In­ter­pel­la­ti­on;
An­fra­ge.
2Sie rich­ten sich in der Re­gel an den Bun­des­rat.
3Sie rich­ten sich an das Bü­ro des Ra­tes, in dem sie ein­ge­reicht wur­den, wenn sie sich auf den Be­reich des Par­la­ments­rechts be­zie­hen.
4Sie rich­ten sich an die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, wenn sie sich auf de­ren Ge­schäfts­füh­rung oder de­ren Fi­nanz­haus­halt be­zie­hen; Mo­tio­nen sind aus­ge­schlos­sen.
4bisSie rich­ten sich an die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft, wenn sie sich auf die Ge­schäfts­füh­rung oder den Fi­nanz­haus­halt der Bun­des­an­walt­schaft oder ih­rer Auf­sichts­be­hör­de be­zie­hen; Mo­tio­nen sind aus­ge­schlos­sen.1
5Bei Vor­stös­sen an die Rats­bü­ros und an die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te gel­ten die Ar­ti­kel 120-125 sinn­ge­mä­ss.2
2 Die Be­rich­ti­gung der RedK der BVers vom 15. Fe­br. 2018, ver­öf­fent­licht am 27. Fe­br. 2018, be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2018 935).
1Vor­stös­se kön­nen von der Mehr­heit ei­ner Kom­mis­si­on so­wie wäh­rend ei­ner Ses­si­on von ei­ner Frak­ti­on oder ei­nem Rats­mit­glied ein­ge­reicht wer­den.
2Ist ein Vor­sto­ss in­halt­lich teil­bar, kann über die ein­zel­nen Punk­te ge­trennt be­ra­ten und ab­ge­stimmt wer­den.
3Der Wort­laut ei­nes Vor­stos­ses kann nach der Ein­rei­chung nicht ge­än­dert wer­den; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 121 Ab­satz 3 Buch­sta­be b.1
5Ein Vor­sto­ss ei­nes Rats­mit­glieds oder ei­ner Frak­ti­on wird oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, wenn:
der Rat den Vor­sto­ss nicht in­nert zwei Jah­ren nach sei­ner Ein­rei­chung ab­sch­lies­send be­han­delt hat; oder
die Ur­he­be­rin oder der Ur­he­ber aus dem Rat aus­schei­det und nicht ein an­de­res Rats­mit­glied wäh­rend der ers­ten Wo­che der fol­gen­den Ses­si­on den Vor­sto­ss auf­nimmt.3
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
1Die Mo­ti­on be­auf­tragt den Bun­des­rat, einen Ent­wurf zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen oder ei­ne Mass­nah­me zu tref­fen.
2Ist der Bun­des­rat für die Mass­nah­me zu­stän­dig, so trifft er die­se oder un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung den Ent­wurf ei­nes Er­las­ses, mit dem die Mo­ti­on um­ge­setzt wer­den kann.
3Un­zu­läs­sig ist ei­ne Mo­ti­on, die auf ei­ne in ge­setz­lich ge­ord­ne­tem Ver­fah­ren zu tref­fen­de Ver­wal­tungs­ver­fü­gung oder einen Be­schwer­de­ent­scheid ein­wir­ken will.
Art. 121 Behandlung in den Räten
1Der Bun­des­rat stellt in der Re­gel bis zum Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on nach der Ein­rei­chung ei­ner Mo­ti­on An­trag auf de­ren An­nah­me oder Ab­leh­nung. Zu ei­ner Kom­mis­si­ons­mo­ti­on, wel­che we­ni­ger als einen Mo­nat vor Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on ein­ge­reicht wird, stellt er sei­nen An­trag spä­tes­tens bis zum Be­ginn der über­nächs­ten Ses­si­on.
2Lehnt ein Rat ei­ne Mo­ti­on ab, so ist die­se er­le­digt. Nimmt der Rat, in dem die Mo­ti­on ein­ge­reicht wor­den ist, die­se an, so geht sie an den an­de­ren Rat.
3Ei­ne im Er­strat an­ge­nom­me­ne Mo­ti­on kann im Zweit­rat:
de­fi­ni­tiv an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt wer­den;
auf An­trag der Mehr­heit der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on oder auf An­trag des Bun­des­ra­tes ab­ge­än­dert wer­den.
4Nimmt der Zweit­rat ei­ne Än­de­rung vor, so kann der Er­strat in der zwei­ten Be­ra­tung der Än­de­rung zu­stim­men oder die Mo­ti­on de­fi­ni­tiv ab­leh­nen.
5Ei­ne vom Er­strat an­ge­nom­me­ne Mo­ti­on ist oh­ne Zu­stim­mung des Zweit­ra­tes de­fi­ni­tiv an­ge­nom­men, wenn:
sie sich auf Fra­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und des Ver­fah­rens des Ra­tes be­zieht, in dem sie ein­ge­reicht wur­de; oder
es sich um ei­ne Kom­mis­si­ons­mo­ti­on han­delt und ei­ne gleich lau­ten­de Kom­mis­si­ons­mo­ti­on im an­de­ren Rat an­ge­nom­men wird.
Art. 122 Behandlung angenommener Motionen
1Ist ei­ne Mo­ti­on nach zwei Jah­ren noch nicht er­füllt, so be­rich­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich dar­über, was er zur Er­fül­lung des Auf­tra­ges bis­her un­ter­nom­men hat und wie er den Auf­trag zu er­fül­len be­ab­sich­tigt. Die­ser Be­richt geht an die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen.
2Ei­ne Kom­mis­si­on oder der Bun­des­rat be­an­tragt die Ab­schrei­bung ei­ner Mo­ti­on, wenn der Auf­trag der Mo­ti­on er­füllt ist. Der An­trag rich­tet sich an bei­de Rä­te, aus­ser wenn sich die Mo­ti­on auf Fra­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on und des Ver­fah­rens ei­nes ein­zel­nen Ra­tes be­zieht.
3Die Ab­schrei­bung kann auch be­an­tragt wer­den, wenn der Auf­trag zwar nicht er­füllt ist, aber nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll. Der An­trag wird be­grün­det:
mit ei­nem be­son­de­ren Be­richt zu der ab­zu­schrei­ben­den Mo­ti­on; oder
mit ei­ner Bot­schaft zu ei­nem sach­lich mit der Mo­ti­on zu­sam­men­hän­gen­den Er­las­s­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung.
4Stim­men die Be­schlüs­se der bei­den Rä­te über den Ab­schrei­bungs­an­trag nicht über­ein, so fin­det die Dif­fe­renz­re­ge­lung nach Ar­ti­kel 95 An­wen­dung.
5Wird ein An­trag auf Ab­schrei­bung von bei­den Rä­ten ab­ge­lehnt, so muss der Bun­des­rat den Auf­trag der Mo­ti­on in­nert ei­nem Jahr oder in­nert der von den Rä­ten zu­sam­men mit der Ab­leh­nung des An­tra­ges ge­setz­ten Frist er­fül­len.
6Hält der Bun­des­rat die Frist nicht ein, so wird in der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on in bei­den Rä­ten auf An­trag der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen über ei­ne er­neu­te Frist­ver­län­ge­rung oder die Ab­schrei­bung ent­schie­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007 (Ver­bind­li­che Wir­kung der Mo­ti­on), in Kraft seit 26. Mai 2008 (AS 2008 2113; BBl 2007 1457 2149). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss die­ses Tex­tes.
Ein Pos­tu­lat be­auf­tragt den Bun­des­rat zu prü­fen und Be­richt zu er­stat­ten, ob ein Ent­wurf zu ei­nem Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen oder ei­ne Mass­nah­me zu tref­fen sei. Es kann auch ein Be­richt über einen an­de­ren Ge­gen­stand ver­langt wer­den.
1Der Bun­des­rat stellt in der Re­gel bis zum Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on nach der Ein­rei­chung ei­nes Pos­tu­la­tes An­trag auf des­sen An­nah­me oder Ab­leh­nung. Zu ei­nem Kom­mis­si­ons­pos­tu­lat, wel­ches we­ni­ger als einen Mo­nat vor Be­ginn der nächs­ten or­dent­li­chen Ses­si­on ein­ge­reicht wird, stellt er sei­nen An­trag spä­tes­tens bis zum Be­ginn der über­nächs­ten Ses­si­on.1
2Das Pos­tu­lat ist an­ge­nom­men, wenn ihm ein Rat zu­stimmt.
3Der Bun­des­rat er­füllt ein Pos­tu­lat, in­dem er in ei­nem se­pa­ra­ten Be­richt, im Ge­schäfts­be­richt oder in ei­ner Bot­schaft zu ei­nem Er­las­s­ent­wurf der Bun­des­ver­samm­lung Be­richt er­stat­tet.
4Ist ein Pos­tu­lat nach zwei Jah­ren noch nicht er­füllt, so be­rich­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich dar­über, was er zur Er­fül­lung des Auf­tra­ges bis­her un­ter­nom­men hat und wie er den Auf­trag zu er­fül­len be­ab­sich­tigt. Die­ser Be­richt geht an die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen.
5Ein Pos­tu­lat wird auf be­grün­de­ten An­trag des Bun­des­ra­tes oder ei­ner Kom­mis­si­on ab­ge­schrie­ben, wenn es er­füllt ist oder wenn es nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den soll. Die Ab­schrei­bung ei­nes Pos­tu­la­tes be­darf der Zu­stim­mung des Ra­tes, der es an­ge­nom­men hat.
1Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on oder ei­ner An­fra­ge wird der Bun­des­rat auf­ge­for­dert, über An­ge­le­gen­hei­ten des Bun­des Aus­kunft zu ge­ben.
2Der Bun­des­rat ant­wor­tet in der Re­gel bis zur nächs­ten Ses­si­on.
3Ei­ne In­ter­pel­la­ti­on oder An­fra­ge kann dring­lich er­klärt wer­den.
4Ei­ne In­ter­pel­la­ti­on ist er­le­digt, wenn im Rat die von der In­ter­pel­lan­tin oder vom In­ter­pel­lan­ten ver­lang­te Dis­kus­si­on statt­ge­fun­den oder wenn der Rat die Dis­kus­si­on ab­ge­lehnt hat.
5Ei­ne An­fra­ge wird im Rat nicht be­han­delt; sie ist mit der Ant­wort des Bun­des­ra­tes er­le­digt.
1. Abschnitt: Petitionen
Art. 126 Allgemeine Bestimmungen
1Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on je­des Ra­tes be­schliesst, ob sie ei­ner Pe­ti­ti­on Fol­ge gibt oder ob sie ih­rem Rat be­an­tragt, der Pe­ti­ti­on kei­ne Fol­ge zu ge­ben.
2Kann das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on als An­trag zu ei­nem hän­gi­gen Be­ra­tungs­ge­gen­stand ein­ge­bracht wer­den, so be­rich­tet die Kom­mis­si­on dem Rat bei der Be­hand­lung die­ses Be­ra­tungs­ge­gen­stan­des über die Pe­ti­ti­on. Die Kom­mis­si­on stellt einen An­trag zu die­sem Be­ra­tungs­ge­gen­stand oder sie ver­zich­tet auf einen An­trag. Die Pe­ti­ti­on wird oh­ne Rats­be­schluss ab­ge­schrie­ben, so­bald der Be­ra­tungs­ge­gen­stand er­le­digt ist.
3Nach Ab­schluss der Be­hand­lung ei­ner Pe­ti­ti­on in­for­mie­ren die Par­la­ments­diens­te die Pe­ten­tin­nen und Pe­tenten dar­über, wie ih­rem An­lie­gen Rech­nung ge­tra­gen wur­de.
4Die Prä­si­den­tin­nen oder Prä­si­den­ten der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te kön­nen ei­ne Pe­ti­ti­on di­rekt be­ant­wor­ten, wenn:
de­ren Ziel mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve, mit ei­nem Vor­sto­ss oder mit ei­nem An­trag nicht er­reicht wer­den kann;
de­ren In­halt of­fen­sicht­lich ab­we­gig, que­ru­la­to­risch oder be­lei­di­gend ist.
Art. 127 Beschluss der Kommission, einer Petition Folge zu geben
Gibt die Kom­mis­si­on ei­ner Pe­ti­ti­on Fol­ge, so nimmt sie das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on auf, in­dem sie ei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve oder einen Vor­sto­ss aus­ar­bei­tet.
Art. 128 Antrag der Kommission, einer Petition keine Folge zu geben
1Die Kom­mis­si­on be­an­tragt ih­rem Rat, der Pe­ti­ti­on sei kei­ne Fol­ge zu ge­ben, wenn sie:
das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on ab­lehnt;
fest­stellt, dass das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on be­reits durch ei­ne an­de­re zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter­stützt wird;
das An­lie­gen der Pe­ti­ti­on als er­füllt be­trach­tet.
2Gibt der Rat ent­ge­gen dem An­trag der Kom­mis­si­on der Pe­ti­ti­on Fol­ge, so weist er die Pe­ti­ti­on mit dem Auf­trag an die Kom­mis­si­on zu­rück, ihr An­lie­gen mit ei­ner par­la­men­ta­ri­schen In­itia­ti­ve oder ei­nem Vor­sto­ss auf­zu­neh­men.
2. Abschnitt: Eingaben
Ei­ne Ein­ga­be zur Ge­schäfts­füh­rung und zum Fi­nanz­ge­ba­ren des Bun­des­ra­tes, der Bun­des­ver­wal­tung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und an­de­rer Trä­ger von Auf­ga­ben des Bun­des wird den Ge­schäfts­prü­fungs- oder Fi­nanz­kom­mis­sio­nen zur di­rek­ten Be­ant­wor­tung zu­ge­wie­sen.
8. Kapitel: Verfahren bei Einsprachen gegen Verträge der Kantone unter sich oder mit dem Ausland
1Er­hebt der Bun­des­rat Ein­spra­che ge­gen einen Ver­trag der Kan­to­ne un­ter sich oder mit dem Aus­land, so un­ter­brei­tet er der Bun­des­ver­samm­lung den Ent­wurf ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses über die Ge­neh­mi­gung.
2Er­hebt ein Kan­ton Ein­spra­che, so un­ter­brei­tet die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on des Er­stra­tes ih­rem Rat den Ent­wurf ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses über die Ge­neh­mi­gung.
6. Titel: Wahlen, Bestätigung von Wahlen und Feststellung der Amtsunfähigkeit
1Die Stimm­ab­ga­be bei Wahlen in der Bun­des­ver­samm­lung ist ge­heim.
2Ge­wählt sind die­je­ni­gen Per­so­nen, de­ren Na­me auf mehr als der Hälf­te der gül­ti­gen Wahl­zet­tel steht.
3Für die Be­stim­mung des ab­so­lu­ten Mehrs nicht ge­zählt wer­den die lee­ren und die un­gül­ti­gen Wahl­zet­tel.
4Er­rei­chen mehr Kan­di­die­ren­de das ab­so­lu­te Mehr, als Sit­ze frei sind, so schei­den die­je­ni­gen mit den klei­ne­ren Stim­men­zah­len als Über­zäh­li­ge aus.
1Wahl­zet­tel, die ehr­ver­let­zen­de Äus­se­run­gen oder of­fen­sicht­li­che Kenn­zeich­nun­gen ent­hal­ten, sind un­gül­tig.
2Stim­men für nicht wähl­ba­re, be­reits ge­wähl­te oder aus der Wahl aus­ge­schie­de­ne Per­so­nen so­wie für nicht ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­ba­re Per­so­nen wer­den ge­stri­chen.
3Steht der Na­me ei­ner Kan­di­da­tin oder ei­nes Kan­di­da­ten mehr als ein­mal auf ei­nem Wahl­zet­tel, so wer­den die Wie­der­ho­lun­gen ge­stri­chen.
4Ent­hält der Wahl­zet­tel mehr Na­men, als Man­da­te zu ver­ge­ben sind, so wer­den die über­zäh­li­gen Na­men vom En­de der Lis­te her ge­stri­chen.
5Über­steigt die Zahl der ein­ge­gan­ge­nen je­ne der aus­ge­teil­ten Wahl­zet­tel, so ist der Wahl­gang un­gül­tig und wird wie­der­holt.
1Die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes wer­den von der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung in der Ses­si­on nach der Ge­sam­ter­neue­rung des Na­tio­nal­ra­tes ge­wählt.
2Die Sit­ze wer­den ein­zeln und nach­ein­an­der be­setzt, in der Rei­hen­fol­ge des Amts­al­ters der bis­he­ri­gen Amts­in­ha­be­rin­nen oder Amts­in­ha­ber. Sit­ze, für die bis­he­ri­ge Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes kan­di­die­ren, wer­den zu­erst be­setzt.
3In den bei­den ers­ten Wahl­gän­gen kön­nen al­le wähl­ba­ren Per­so­nen ge­wählt wer­den. Ab dem drit­ten Wahl­gang sind kei­ne wei­te­ren Kan­di­da­tu­ren zu­läs­sig.
4Aus der Wahl schei­det aus:
ab dem zwei­ten Wahl­gang: wer we­ni­ger als zehn Stim­men er­hält; und
ab dem drit­ten Wahl­gang: wer die ge­rings­te Stim­men­zahl er­hält, es sei denn, mehr als ei­ne Per­son ver­ei­ni­ge die­se Stim­men­zahl auf sich.
1Die Be­set­zung von Va­kan­zen er­folgt in der Re­gel in der Ses­si­on nach dem Er­halt des Rück­tritts­schrei­bens, dem un­vor­her­ge­se­he­nen Aus­schei­den oder der Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit.1
2Das neu­ge­wähl­te Mit­glied tritt sein Amt spä­tes­tens zwei Mo­na­te nach sei­ner Wahl an.
3Sind meh­re­re Va­kan­zen zu be­set­zen, so ist für die Rei­hen­fol­ge das Amts­al­ter der bis­he­ri­gen Amts­in­ha­be­rin­nen oder Amts­in­ha­ber mass­ge­bend.
Die Bun­des­prä­si­den­tin oder der Bun­des­prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent des Bun­des­ra­tes wer­den aus des­sen Mit­glie­dern ein­zeln und nach­ein­an­der für ein Jahr ge­wählt.
1Wahlen in die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te fin­den vor Be­ginn der neu­en Amts­dau­er ge­trennt für die ver­schie­de­nen Ge­rich­te und ge­trennt für die Rich­te­rin­nen und Rich­ter so­wie die ne­ben­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter statt.
2Die Er­neue­rung ge­schieht ent­we­der durch die Wie­der­wahl der sich wie­der zur Ver­fü­gung stel­len­den Mit­glie­der oder, im Fal­le von Va­kan­zen oder der Ab­wahl ei­nes Mit­glieds, durch ei­ne Er­gän­zungs­wahl.
1Als Wahl­zet­tel dient ei­ne Na­mens­lis­te der sich wie­der zur Ver­fü­gung stel­len­den Mit­glie­der, in der Rei­hen­fol­ge ih­res Amts­al­ters.
2Die Wäh­len­den kön­nen ein­zel­ne Kan­di­die­ren­de strei­chen. Zu­sätz­li­che Na­men blei­ben un­be­rück­sich­tigt. Wahl­zet­tel, auf de­nen al­le Na­men ge­stri­chen sind, blei­ben gül­tig und zäh­len für die Be­rech­nung des ab­so­lu­ten Mehrs.
3Es fin­det nur ein Wahl­gang statt. Kan­di­die­ren­de, wel­che das ab­so­lu­te Mehr nicht er­rei­chen, kön­nen in der Er­gän­zungs­wahl an­tre­ten.
1Er­gän­zungs­wah­len fin­den statt, wenn ei­ne Va­kanz ent­stan­den oder ein Mit­glied nicht wie­der ge­wählt wor­den ist.
2Wer­den dem Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung bis am Vor­tag der Wahl nicht mehr Kan­di­die­ren­de ge­mel­det, als Sit­ze of­fen sind, und wer­den bei der Wie­der­wahl der bis­he­ri­gen Mit­glie­der kei­ne Sit­ze frei, so dient als Wahl­zet­tel ei­ne Na­mens­lis­te mit den Kan­di­die­ren­den in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge, an­dern­falls ei­ne un­be­schrie­be­ne Lis­te mit der An­zahl Li­ni­en der zu be­set­zen­den Sit­ze.
ab dem drit­ten Wahl­gang, so­fern mehr Kan­di­da­tu­ren als freie Sit­ze vor­han­den sind: wer die ge­rings­te Stim­men­zahl er­hält, es sei denn, mehr als ei­ne Per­son ver­ei­ni­ge die­se Stim­men­zahl auf sich.
Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder der Vi­ze­prä­si­dent ei­nes Ge­richts wer­den für zwei Jah­re ge­wählt. Sie wer­den gleich­zei­tig auf zwei be­son­de­ren Wahl­zet­teln ge­wählt.
Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt wei­te­re durch Ver­fas­sung oder Ge­setz vor­ge­se­he­ne Wahlen ge­mä­ss den Re­geln für die Wahlen in den Bun­des­rat vor.
1Die Bun­des­ver­samm­lung nimmt die ihr durch das Ge­setz über­tra­ge­nen Be­stä­ti­gun­gen von Wahlen vor.
2Ei­ne Kom­mis­si­on der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung be­gut­ach­tet die Wahl, mit Aus­nah­me der Wahl der Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin oder des Ge­ne­ral­se­kre­tärs der Bun­des­ver­samm­lung. Die Kom­mis­si­on kann zu die­sem Zweck die zu be­stä­ti­gen­de Per­son und ei­ne Ver­tre­tung des Wahl­or­gans an­hö­ren. Die Kom­mis­si­on be­an­tragt der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung Be­stä­ti­gung oder Nicht­be­stä­ti­gung der Wahl.
3Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung ent­schei­det in ge­hei­mer Ab­stim­mung mit der Mehr­heit der stim­men­den Mit­glie­der über Be­stä­ti­gung oder Nicht­be­stä­ti­gung der Wahl. Lehnt sie ab, so muss das Wahl­or­gan ei­ne neue Wahl vor­neh­men.
6. Kapitel: Feststellung der Amtsunfähigkeit von Mitgliedern des Bundesrates sowie der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers
1Die Bun­des­ver­samm­lung be­schliesst über An­trä­ge auf Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit von Mit­glie­dern des Bun­des­ra­tes so­wie der Bun­des­kanz­le­rin oder des Bun­des­kanz­lers.
2An­trags­be­rech­tigt sind das Bü­ro der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung und der Bun­des­rat.
3Ei­ne Amts­un­fä­hig­keit ist an­zu­neh­men, wenn die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Die be­tref­fen­de Per­son ist we­gen schwer­wie­gen­der ge­sund­heit­li­cher Pro­ble­me oder Ein­wir­kun­gen, die sie dar­an hin­dern, an ih­ren Ar­beits­platz zu­rück­zu­keh­ren, of­fen­kun­dig nicht mehr in der La­ge, ihr Amt aus­zuü­ben.
Die­ser Zu­stand wird vor­aus­sicht­lich lan­ge Zeit an­dau­ern.
Die be­tref­fen­de Per­son hat in­nert an­ge­mes­se­ner Frist kei­ne rechts­gül­ti­ge Rück­tritts­er­klä­rung ab­ge­ge­ben.
4Die Ver­ei­nig­te Bun­des­ver­samm­lung fällt ih­ren Be­schluss spä­tes­tens in der auf die Ein­rei­chung des An­trags fol­gen­den Ses­si­on.
5Mit der Fest­stel­lung der Amts­un­fä­hig­keit ent­steht ei­ne Va­kanz.
1Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung sei­ne Er­las­sent­wür­fe zu­sam­men mit ei­ner Bot­schaft.
2In der Bot­schaft be­grün­det er den Er­las­s­ent­wurf und kom­men­tiert so­weit nö­tig die ein­zel­nen Be­stim­mun­gen. Dar­über hin­aus er­läu­tert er ins­be­son­de­re fol­gen­de Punk­te, so­weit sub­stan­zi­el­le An­ga­ben da­zu mög­lich sind:
die Rechts­grund­la­ge, die Aus­wir­kun­gen auf die Grund­rech­te, die Ver­ein­bar­keit mit über­ge­ord­ne­tem Recht und das Ver­hält­nis zum eu­ro­päi­schen Recht;
die Nut­zung des Hand­lungs­spiel­rau­mes der Schweiz bei der Über­nah­me von in­ter­na­tio­na­lem Recht;
die Be­ach­tung des Grund­satzes der Sub­si­dia­ri­tät bei der Zu­wei­sung und Er­fül­lung staat­li­cher Auf­ga­ben und die Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs auf Ge­mein­den, Städ­te, städ­ti­sche Ag­glo­me­ra­tio­nen und Berg­ge­bie­te;
aqua­ter.3 die Prü­fung ei­ner Be­fris­tung des Er­las­s­ent­wurfs;
die in ei­nem Ge­set­ze­s­ent­wurf vor­ge­se­he­nen Kom­pe­tenz­de­le­ga­tio­nen;
im vor­par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren dis­ku­tier­te Stand­punk­te und Al­ter­na­ti­ven und die dies­be­züg­li­che Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes;
die ge­plan­te Um­set­zung des Er­las­ses, die ge­plan­te Aus­wer­tung die­ser Um­set­zung und die Prü­fung der Voll­zug­staug­lich­keit im vor­par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren;
das Ab­stim­men von Auf­ga­ben und Fi­nan­zen;
die per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs und sei­nes Voll­zugs auf Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den so­wie die Art und Wei­se der Kos­ten­de­ckung und das Ver­hält­nis von Kos­ten und Nut­zen;
die Aus­wir­kun­gen auf Wirt­schaft, Ge­sell­schaft, Um­welt und künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen;
die Wah­rung der Selbst­ver­ant­wor­tung und des Hand­lungs­spiel­raums der von ei­ner Re­ge­lung be­trof­fe­nen Pri­va­ten;
die Aus­wir­kun­gen auf den Be­darf an In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en und die da­mit ver­bun­de­nen Auf­wen­dun­gen;
das Ver­hält­nis des Er­las­s­ent­wurfs zur Le­gis­la­tur­pla­nung und zum Fi­nanz­plan;
die Aus­wir­kun­gen auf die Gleich­stel­lung von Frau und Mann;
die Aus­wir­kun­gen des Er­las­s­ent­wurfs auf die Aus­land­schwei­ze­rin­nen und -schwei­zer.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 2. März 2009 (AS 2009 725; BBl 2008 1869 3177).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 26. Nov. 2018 (AS 2018 3461; BBl 2017 6797 6865).
den Ent­wurf für den Vor­an­schlag des Bun­des;
die Ent­wür­fe für die or­dent­li­chen Nach­trä­ge und Zu­satz­kre­di­te: zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den sol­len;
die Staats­rech­nung: jähr­lich zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den soll.
2Er nimmt die Ent­wür­fe für den Vor­an­schlag so­wie die Rech­nun­gen der Bun­des­ver­samm­lung, der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te, der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le, der Bun­des­an­walt­schaft und der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft un­ver­än­dert in sei­nen Ent­wurf für den Vor­an­schlag und in die Rech­nung des Bun­des auf.2
3Das Bun­des­ge­richt ver­tritt die Ent­wür­fe für die Vor­an­schlä­ge und die Rech­nun­gen der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te vor der Bun­des­ver­samm­lung. Für die Bun­des­ver­samm­lung über­nimmt die­se Auf­ga­be die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung, für die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on, für die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft und die Bun­des­an­walt­schaft die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft.3
4Der Bun­des­rat lässt je­weils per 30. Ju­ni und 30. Sep­tem­ber Hoch­rech­nun­gen über das vor­aus­sicht­li­che Jah­res­er­geb­nis er­stel­len. Er setzt die Fi­nanz­kom­mis­sio­nen da­von in Kennt­nis.4
4 Ein­ge­fügt durch Art. 65 Ziff. 1 des Fi­nanz­haus­halts­ge­set­zes vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 2006 1275; BBl 2005 5).
Art. 143 Finanzplan
1Der Fi­nanz­plan um­fasst die drei dem Vor­an­schlags­jahr fol­gen­den Jah­re.
2Glie­de­rung und In­halt des Fi­nanz­plans ver­bin­den die Auf­ga­ben- mit der Fi­nanz­pla­nung (in­te­grier­ter Auf­ga­ben- und Fi­nanz­plan).
3Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung den Fi­nanz­plan zu­sam­men mit dem Ent­wurf für den Vor­an­schlag zur Kennt­nis­nah­me in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
4Die Bun­des­ver­samm­lung kann den ein­fa­chen Bun­des­be­schluss er­gän­zen mit Auf­trä­gen für ei­ne Än­de­rung des Fi­nanz­plans.
5Der Bun­des­rat er­füllt die­se Auf­trä­ge in der Re­gel mit dem Ent­wurf des Vor­an­schlags für das über­nächs­te Jahr.
1Bis zum Be­ginn der letz­ten or­dent­li­chen Ses­si­on des Jah­res gibt der Bun­des­rat sei­ne Jah­res­zie­le für das nächs­te Jahr be­kannt. Die­se sind auf die Le­gis­la­tur­pla­nung ab­ge­stimmt.
2Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung die Be­rich­te über sei­ne Ge­schäfts­füh­rung im vor­her­ge­hen­den Jahr zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ses­si­on, in der sie be­han­delt wer­den sol­len.
3Der Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes ori­en­tiert über die Schwer­punk­te sei­ner Tä­tig­keit im Ge­schäfts­jahr. Er in­for­miert über die Er­rei­chung der für das Ge­schäfts­jahr mass­ge­bli­chen Jah­res­zie­le, über die Um­set­zung der Le­gis­la­tur­pla­nung und des Ge­setz­ge­bungs­pro­gramms so­wie über den Stand der für die ge­ne­rel­le La­ge­be­ur­tei­lung und die Über­prü­fung der Ziel­er­rei­chung re­le­van­ten In­di­ka­to­ren. Ab­wei­chun­gen so­wie un­ge­plan­te Vor­ha­ben sind zu be­grün­den.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (Le­gis­la­tur­pla­nung), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5231; BBl 2006 1837 1857).
1Die Bun­des­prä­si­den­tin oder der Bun­des­prä­si­dent ver­tritt den Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes in den Rä­ten, so­fern die Rats­re­gle­men­te nichts an­de­res vor­se­hen.1
2Die Bun­des­ver­samm­lung ge­neh­migt die­sen Be­richt in der Form ei­nes ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2008 (Ge­schäfts­be­richt des Bun­des­ra­tes), in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 697; BBl 2008 1095 1105).
Art. 146 Legislaturplanung
1Zu Be­ginn der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode un­ter­brei­tet der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Bot­schaft über die Le­gis­la­tur­pla­nung und den Ent­wurf zu ei­nem ein­fa­chen Bun­des­be­schluss über die Le­gis­la­tur­pla­nung.
2Der ein­fa­che Bun­des­be­schluss de­fi­niert die po­li­ti­schen Leit­li­ni­en und die Zie­le der Le­gis­la­tur­pla­nung und ord­net die­sen die ge­plan­ten Er­las­se der Bun­des­ver­samm­lung so­wie wei­te­re Mass­nah­men zu, wel­che zur Ziel­er­rei­chung er­for­der­lich sind.
3In der Bot­schaft über die Le­gis­la­tur­pla­nung wer­den den Zie­len In­di­ka­to­ren zu­ge­ord­net, mit de­nen die Ziel­er­rei­chung über­prüft wer­den kann. Die Bot­schaft ent­hält auch ei­ne La­geana­ly­se, die sich auf In­di­ka­to­ren ab­stützt. Zu­dem gibt sie einen Über­blick über al­le Er­las­sent­wür­fe, die der Bun­des­rat wäh­rend der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode der Bun­des­ver­samm­lung vor­zu­le­gen plant (Ge­setz­ge­bungs­pro­gramm).
4In der Bot­schaft wird der Le­gis­la­tur­fi­nanz­plan dar­ge­legt. Die­ser setzt den Fi­nanz­be­darf für die Le­gis­la­tur­pe­ri­ode fest und zeigt auf, wie die­ser ge­deckt wer­den soll. Die Zie­le und Mass­nah­men der Le­gis­la­tur­pla­nung und der Le­gis­la­tur­fi­nanz­plan wer­den sach­lich und zeit­lich mit­ein­an­der ver­knüpft.
Art. 147 Behandlung der Legislaturplanung
1Die bei­den Rä­te be­ra­ten die Le­gis­la­tur­pla­nung in zwei auf­ein­an­der fol­gen­den Ses­sio­nen.
2Die Rats­re­gle­men­te kön­nen vor­se­hen, dass:
der Rat bei der Be­hand­lung der Le­gis­la­tur­pla­nung nur über die An­trä­ge und Min­der­heits­an­trä­ge der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on be­schliesst; und
an­de­re An­trags­be­rech­tig­te ih­re An­trä­ge die­ser Kom­mis­si­on vor Be­ginn von de­ren De­tail­be­ra­tung des Bun­des­be­schlus­ses un­ter­brei­ten müs­sen.
1Ne­ben den vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen Pla­nun­gen und Be­rich­ten kann der Bun­des­rat der Bun­des­ver­samm­lung wei­te­re Pla­nun­gen und Be­rich­te zur In­for­ma­ti­on oder zur Kennt­nis­nah­me un­ter­brei­ten.
2Er kann der Bun­des­ver­samm­lung die Zie­le oder Schluss­fol­ge­run­gen wich­ti­ger Pla­nun­gen oder Be­rich­te in der Form des Ent­wurfs zu ei­nem ein­fa­chen Bun­des­be­schluss oder zu ei­nem Bun­des­be­schluss vor­le­gen.
3Der Bun­des­rat un­ter­brei­tet der Bun­des­ver­samm­lung pe­ri­odisch einen Be­richt zur Aus­sen­po­li­tik der Schweiz.
3bisEr be­rich­tet der Bun­des­ver­samm­lung pe­ri­odisch über die Er­rei­chung der stra­te­gi­schen Zie­le, die für die ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19971 fest­ge­legt wor­den sind.2
4Die Bun­des­ver­samm­lung kann zu wei­te­ren wich­ti­gen Pla­nun­gen und Be­rich­ten Grund­satz- und Pla­nungs­be­schlüs­se in der Form des ein­fa­chen Bun­des­be­schlus­ses oder des Bun­des­be­schlus­ses fas­sen.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Dez. 2010 über die Mit­wir­kung der Bun­des­ver­samm­lung bei der Steue­rung der ver­selbst­stän­dig­ten Ein­hei­ten, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5859; BBl 2010 3377 3413).
1Der Bun­des­rat stellt Bot­schaf­ten und Be­rich­te den Par­la­ments­diens­ten spä­tes­tens vier­zehn Ta­ge vor der Sit­zung der vor­be­ra­ten­den Kom­mis­si­on zu.
2Die Par­la­ments­diens­te lei­ten die vom Bun­des­rat und von der Bun­des­ver­wal­tung an die Bun­des­ver­samm­lung oder ih­re Kom­mis­sio­nen ge­rich­te­ten Un­ter­la­gen den Rats­mit­glie­dern zu.
1Die Kom­mis­sio­nen und die von ih­nen ein­ge­setz­ten Sub­kom­mis­sio­nen sind zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­rech­tigt:
den Bun­des­rat zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten an Sit­zun­gen ein­zu­la­den und von ihm Be­rich­te zu ver­lan­gen;
vom Bun­des­rat Un­ter­la­gen zur Ein­sicht zu er­hal­ten;
im Ein­ver­ständ­nis mit dem Bun­des­rat Per­so­nen im Diens­te des Bun­des zu be­fra­gen.
2Sie ha­ben kei­nen An­spruch auf In­for­ma­tio­nen:
die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.1
3Sie tref­fen ge­eig­ne­te Vor­keh­ren für den Ge­heim­nis­schutz. Sie kön­nen ins­be­son­de­re vor­se­hen, dass In­for­ma­tio­nen, die dem Amts­ge­heim­nis ge­mä­ss Ar­ti­kel 8 un­ter­ste­hen, nur ei­ner Sub­kom­mis­si­on zu­kom­men.
4Be­steht zwi­schen ei­ner Kom­mis­si­on und dem Bun­des­rat Un­ei­nig­keit über den Um­fang der In­for­ma­ti­ons­rech­te, so kann die Kom­mis­si­on das Prä­si­di­um des­je­ni­gen Ra­tes an­ru­fen, dem sie an­ge­hört. Das Prä­si­di­um ver­mit­telt zwi­schen Kom­mis­si­on und Bun­des­rat.
5Das Prä­si­di­um ent­schei­det end­gül­tig, wenn zwi­schen der Kom­mis­si­on und dem Bun­des­rat strit­tig ist, ob die In­for­ma­tio­nen der Auf­ga­ben­er­fül­lung der Kom­mis­sio­nen nach Ab­satz 1 die­nen.
6Der Bun­des­rat kann der Kom­mis­si­on, an­statt Ein­sicht in die Un­ter­la­gen zu ge­wäh­ren, einen Be­richt vor­le­gen, wenn zwi­schen ihm und der Kom­mis­si­on strit­tig ist, ob die Kom­mis­si­on nach Ab­satz 2 An­spruch auf die In­for­ma­tio­nen hat, und wenn die Ver­mitt­lung des Rats­prä­si­di­ums er­folg­los bleibt.
7Das Rats­prä­si­di­um kann zur Vor­be­rei­tung der Ver­mitt­lung oh­ne Ein­schrän­kun­gen Ein­sicht in die Un­ter­la­gen des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­ver­wal­tung neh­men.
1Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on kann ver­lan­gen, dass ihr der Ent­wurf zu ei­ner wich­ti­gen Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes zur Kon­sul­ta­ti­on un­ter­brei­tet wird.
2Ist ei­ne Ver­ord­nung un­mit­tel­bar im An­schluss an einen Er­lass der Bun­des­ver­samm­lung zu än­dern oder zu er­las­sen, so be­schliesst die Kom­mis­si­on bei der Ge­samtab­stim­mung über den Er­las­s­ent­wurf, ob sie kon­sul­tiert wer­den will.
3Der Bun­des­rat setzt die Bun­des­ver­samm­lung von der Vor­be­rei­tung von Ver­ord­nun­gen in Kennt­nis.
1Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen und der Bun­des­rat pfle­gen den ge­gen­sei­ti­gen Kon­takt und Mei­nungs­aus­tausch.
2Der Bun­des­rat in­for­miert die Rats­prä­si­di­en und die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen re­gel­mäs­sig, früh­zei­tig und um­fas­send über wich­ti­ge aus­sen­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen. Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen lei­ten die­se In­for­ma­tio­nen an an­de­re zu­stän­di­ge Kom­mis­sio­nen wei­ter.
3Der Bun­des­rat kon­sul­tiert die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen zu we­sent­li­chen Vor­ha­ben, zu ge­plan­ten Än­de­run­gen im Be­stand der di­plo­ma­ti­schen und kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen der Schweiz im Aus­land so­wie zu den Richt- und Leit­li­ni­en zum Man­dat für be­deu­ten­de in­ter­na­tio­na­le Ver­hand­lun­gen, be­vor er die­ses fest­legt oder ab­än­dert. Er in­for­miert die­se Kom­mis­sio­nen über den Stand der Rea­li­sie­rung die­ser Vor­ha­ben und über den Fort­gang der Ver­hand­lun­gen.1
3bisDer Bun­des­rat kon­sul­tiert die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen, be­vor er einen völ­ker­recht­li­chen Ver­trag, für des­sen Ge­neh­mi­gung die Bun­des­ver­samm­lung zu­stän­dig ist, vor­läu­fig an­wen­det. Spre­chen sich die zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen bei­der Rä­te da­ge­gen aus, so ver­zich­tet er auf die vor­läu­fi­ge An­wen­dung.2
4Der Bun­des­rat kon­sul­tiert in dring­li­chen Fäl­len die Prä­si­den­tin­nen oder die Prä­si­den­ten der für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen. Die­se in­for­mie­ren um­ge­hend ih­re Kom­mis­sio­nen.
5Die für die Aus­sen­po­li­tik zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen oder an­de­re zu­stän­di­ge Kom­mis­sio­nen kön­nen vom Bun­des­rat ver­lan­gen, dass er sie in­for­miert oder kon­sul­tiert.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. III 1 des Aus­land­schwei­zer­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Nov. 2015 (AS 2015 3857; BBl 2014 1915 2617).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 2004 über die vor­läu­fi­ge An­wen­dung von völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen (AS 2005 1245; BBl 2004 761 1017). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 26. Sept. 2014 über die Kom­pe­tenz zum Ab­schluss völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te und vor­läu­fi­ge An­wen­dung völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge, in Kraft seit 1. Mai 2015 (AS 2015 969; BBl 2012 7465).
Art. 153 Informationsrechte der Aufsichtskommissionen
1Die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ha­ben ne­ben den In­for­ma­ti­ons­rech­ten nach Ar­ti­kel 150 das Recht, mit al­len Be­hör­den, Amts­stel­len und üb­ri­gen Trä­gern von Auf­ga­ben des Bun­des di­rekt zu ver­keh­ren und von ih­nen in An­wen­dung von Ar­ti­kel 156 zweck­dien­li­che Aus­künf­te und Un­ter­la­gen zu er­hal­ten. Sie kön­nen ein­zel­ne Sach­ver­halts­ab­klä­run­gen ih­rem Se­kre­ta­ri­at über­tra­gen.
2Sie kön­nen von Per­so­nen und Amts­stel­len aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung Aus­künf­te ein­ho­len und Un­ter­la­gen er­hal­ten, so­fern es für die Wahr­neh­mung der Ober­auf­sicht not­wen­dig ist. So­weit Per­so­nen aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung frü­her im Diens­te des Bun­des ge­stan­den sind, bleibt Ar­ti­kel 156 für sie an­wend­bar. Das Recht zur Zeug­nis­ver­wei­ge­rung nach Ar­ti­kel 42 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19472 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Sie kön­nen aus­kunfts­pflich­ti­ge Per­so­nen durch Ver­fü­gung der Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin oder des Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung der Ar­ti­kel 49, 50 und 201-209 der Straf­pro­zess­ord­nung3 vor­la­den und im Fall ei­nes un­be­grün­de­ten Fern­blei­bens durch Po­li­zei­or­ga­ne des Bun­des und der Kan­to­ne vor­füh­ren las­sen.
4Ge­gen die Ver­fü­gun­gen über Vor­la­dun­gen und Vor­füh­run­gen kann in­nert zehn Ta­gen bei der Prä­si­den­tin oder beim Prä­si­den­ten des­je­ni­gen Ra­tes Ein­spra­che er­ho­ben wer­den, dem die ver­fü­gen­de Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin be­zie­hungs­wei­se der ver­fü­gen­de Kom­mis­si­ons­prä­si­dent an­ge­hört. Die Ein­spra­che hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung. Stellt die Rats­prä­si­den­tin oder der Rats­prä­si­dent fest, dass die Ver­fü­gung rechts­wid­rig oder un­ver­hält­nis­mäs­sig ist, kann sie oder er der Ein­spre­che­rin oder dem Ein­spre­cher ei­ne Ge­nug­tu­ung zu­spre­chen. Der Ein­spra­cheent­scheid ist end­gül­tig.
5Be­vor die Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ein Mit­glied des Bun­des­ra­tes be­fra­gen, in­for­mie­ren sie es über den Ge­gen­stand der Be­fra­gung. Be­vor sie Per­so­nen be­fra­gen, die dem Bun­des­rat un­ter­stellt sind oder un­ter­stellt wa­ren, ori­en­tie­ren sie den Bun­des­rat. Auf des­sen Ver­lan­gen hö­ren sie den Bun­des­rat vor der Aus­kunft­s­er­tei­lung von Per­so­nen oder der Her­aus­ga­be von Un­ter­la­gen an.
6Sie ent­schei­den end­gül­tig über die Aus­übung ih­rer In­for­ma­ti­ons­rech­te. Sie ha­ben kei­nen An­spruch auf Ein­sicht­nah­me in:
Pro­to­kol­le der Bun­des­rats­sit­zun­gen;
Un­ter­la­gen, die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann.
7Sie tref­fen ge­eig­ne­te Vor­keh­run­gen für den Ge­heim­nis­schutz nach Ar­ti­kel 150 Ab­satz 3. Zu die­sem Zweck so­wie für den Fall, dass ih­re In­for­ma­ti­ons­rech­te zur Wahr­neh­mung der Ober­auf­sicht nicht aus­rei­chen, kön­nen sie ih­re De­le­ga­tio­nen mit der Ab­klä­rung ei­ner kon­kre­ten Fra­ge be­auf­tra­gen. Sie er­las­sen für ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich Wei­sun­gen zum Ge­heim­nis­schutz. Dar­in be­schrän­ken sie ins­be­son­de­re den Zu­gang zu Mit­be­rich­ten.
1Den De­le­ga­tio­nen der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen dür­fen kei­ne In­for­ma­tio­nen vor­ent­hal­ten wer­den.
2Die De­le­ga­tio­nen der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen ha­ben zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ne­ben den In­for­ma­ti­ons­rech­ten nach den Ar­ti­keln 150 und 153 das Recht:
auf Her­aus­ga­be von:
Pro­to­kol­len der Bun­des­rats­sit­zun­gen,
Un­ter­la­gen, die im In­ter­es­se des Staats­schut­zes oder der Nach­rich­ten­diens­te als ge­heim klas­si­fi­ziert sind oder de­ren Kennt­nis­nah­me durch Un­be­rech­tig­te den Lan­des­in­ter­es­sen einen schwe­ren Scha­den zu­fü­gen kann;
Per­so­nen als Zeu­gin­nen oder Zeu­gen ein­zu­ver­neh­men; für die Vor­la­dung und die Vor­füh­rung gilt Ar­ti­kel 153 Ab­sät­ze 3 und 4 sinn­ge­mä­ss.1
3Die Fi­nanz­de­le­ga­ti­on und die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on er­hal­ten lau­fend sämt­li­che Be­schlüs­se des Bun­des­ra­tes ein­sch­liess­lich der An­trä­ge und der Mit­be­rich­te. Sie le­gen ge­mein­sam die Ein­zel­hei­ten der Zu­stel­lung, der Ein­sicht­nah­me und der Auf­be­wah­rung fest.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Prä­zi­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­rech­te der Auf­sichts­kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 4537; BBl 2011 1817 1839).
Art. 154a Wirkungen von Untersuchungen der Geschäftsprüfungsdelegation auf andere Verfahren und Abklärungen
1Dis­zi­pli­nar­un­ter­su­chun­gen oder Ad­mi­nis­tra­ti­vun­ter­su­chun­gen des Bun­des, die Sach­ver­hal­te oder Per­so­nen be­tref­fen, wel­che Ge­gen­stand ei­ner Un­ter­su­chung durch die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on sind, dür­fen nur mit Er­mäch­ti­gung der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on an­ge­ho­ben oder wei­ter­ge­führt wer­den.
2Die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on ent­schei­det über die Er­mäch­ti­gung nach An­hö­rung des Bun­des­ra­tes.
3Ist strei­tig, ob die Er­mäch­ti­gung er­for­der­lich ist, so be­darf es der Zu­stim­mung von zwei Drit­teln al­ler Mit­glie­der der Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on.
4Ei­ne Un­ter­su­chung durch die Ge­schäfts­prü­fungs­de­le­ga­ti­on hin­dert die Durch­füh­rung von zi­vil- und ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren so­wie von Vor­un­ter­su­chun­gen und Ge­richts­ver­fah­ren in Strafsa­chen nicht.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Mai 2005 (AS 2005 4793; BBl 2004 1469 1477).
1Vor je­der Be­fra­gung ist fest­zu­stel­len, ob sich ei­ne Per­son als Aus­kunfts­per­son oder als Zeu­gin oder Zeu­ge zu äus­sern hat.
2Die förm­li­che Zeu­gen­ein­ver­nah­me wird erst an­ge­ord­net, wenn sich ein Sach­ver­halt auf an­de­re Wei­se nicht hin­rei­chend ab­klä­ren lässt. Je­de Per­son ist zur Ab­le­gung des Zeug­nis­ses ver­pflich­tet.
3Ei­ne Per­son, ge­gen die sich ei­ne Un­ter­su­chung ganz oder vor­wie­gend rich­tet, darf nur als Aus­kunfts­per­son be­fragt wer­den.
4Zeu­gin­nen und Zeu­gen sind auf ih­re Aus­sa­ge- und Wahr­heits­pflicht, Aus­kunfts­per­so­nen auf ihr Recht, die Aus­sa­ge zu ver­wei­gern, auf­merk­sam zu ma­chen. Vor­be­hal­ten bleibt das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess.
5Für die Pro­to­kol­lie­rung wird die Be­fra­gung von Per­so­nen auf ei­nem Ton­trä­ger auf­ge­nom­men. Die Pro­to­kol­le wer­den den be­frag­ten Per­so­nen zur Un­ter­zeich­nung vor­ge­legt.
6Für das Ver­fah­ren und die Rech­te der Be­trof­fe­nen sind die Ar­ti­kel 166-171 an­wend­bar.
1Per­so­nen im Dienst des Bun­des sind ver­pflich­tet, voll­stän­dig und wahr­heits­ge­mä­ss Aus­kunft zu er­tei­len so­wie al­le zweck­dien­li­chen Un­ter­la­gen zu nen­nen.
2Das Recht zur Zeug­nis­ver­wei­ge­rung nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Per­so­nen im Dienst des Bun­des darf auf Grund ih­rer wahr­heits­ge­mäs­sen Äus­se­run­gen ge­gen­über ei­ner Kom­mis­si­on kei­ner­lei Nach­teil er­wach­sen. In­fol­ge von Aus­sa­gen ge­gen­über ei­ner Kom­mis­si­on darf ge­gen sie nur nach An­hö­rung der be­tref­fen­den Kom­mis­si­on ein Ver­fah­ren er­öff­net wer­den.
4Per­so­nen im Diens­te des Bun­des nach die­sem Ge­setz sind das Bun­des­per­so­nal so­wie Per­so­nen, die un­mit­tel­bar mit öf­fent­lich-recht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­traut sind. Die Art der Be­zie­hung zum Bund ist nicht mass­ge­bend.
Die be­trof­fe­ne Be­hör­de er­hält Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me, be­vor ei­ne Auf­sichts­kom­mis­si­on oder ih­re De­le­ga­ti­on über Män­gel in der Ge­schäfts­füh­rung oder in der Füh­rung des Fi­nanz­haus­hal­tes Be­richt er­stat­tet.
1Ei­ne Auf­sichts­kom­mis­si­on oder -de­le­ga­ti­on kann im Be­reich der Ober­auf­sicht Emp­feh­lun­gen an die ver­ant­wort­li­che Be­hör­de rich­ten.
2Die­se Be­hör­de in­for­miert die Auf­sichts­kom­mis­si­on oder -de­le­ga­ti­on über die Um­set­zung der Emp­feh­lung.
3Die Emp­feh­lung und die Stel­lung­nah­me der ver­ant­wort­li­chen Be­hör­de wer­den ver­öf­fent­licht, so­fern kei­ne schüt­zens­wer­ten In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.