Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Gepaeckdiebstahl-nach-check-in-am-Flughafen-was-nun---f229460.html
Timestamp: 2020-07-07 18:47:35
Document Index: 71927454

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 17', '§ 22', 'BGH', 'BGH', 'Art. 25']

www.frag-einen-anwalt.deReiserechtGepäckdiebstahl nach check-in am Flughafen - w...
26.06.2013 13:06 |
Zusammenfassung: Zunächst einmal besteht ein Haftungsanspruch der Airline gem. § 17 Abs. 2 des Montrealer Übereinkommens. Danach hat der Luftfachtführer (Airline) den Schaden zu ersetzen, der durch Verlust von aufgegebenen Reisegepäck entsteht, wenn das Reisegepäck an Bord oder in seiner Obhut (einchecken) befand.
Ich bin mit der Lufthansa von Philadelphia nach Frankfurt geflogen. Beim Einchecken verlangte der Mitarbeiter am Schalter, dass ich einen Rollerbag, den ich in die Kabine mitnehmen wollte, zum Wiegen aufs Band stellen sollte. Der Rollerbag mit einem Gewicht von mehr als 8kg musste dann wegen Übergewicht aufgegeben werden. Es wurde keine Gebühr dafür fällig. Dem Mitarbeiter hatte ich ausdrücklich mitgeteilt, dass sich in dem Rollerbag eine teure Fotoausrüstung (Wert ca. 5000,-- EUR) befand. Er verlangte trotzdem, dass ich den Rollerbag einchecke ohne mir einen Hinweis zu geben, dass die Lufthansa für solche Gegenstände keine Haftung übernimmt. Der Rollerbag kam in Frankfurt an, die Fototasche war im Rollerbag, aber die Fotoutensilien zum größten Teil entwendet. Der Diebstahl wurde bei der Polizei und der Lufthansa gemeldet. Die Lufthansa lehnt jegliche Verantwortung dafür ab. Welche Chancen bestehen, die Gegenstände ersetzt zu bekommen.
Zunächst einmal besteht ein Haftungsanspruch der Airline gem. § 17 Abs. 2 des Montrealer Übereinkommens. Danach hat der Luftfachtführer (Airline) den Schaden zu ersetzen, der durch Verlust von aufgegebenen Reisegepäck entsteht, wenn das Reisegepäck an Bord oder in seiner Obhut (einchecken) befand.
Zerstörte, beschädigte, abhanden gekommene oder verspätet abgelieferte Gepäckstücke sind bis zu einem Betrag von ca. 1000 Sonderziehungsrechten (etwas 1200 Euro) zu ersetzen, es sei denn es wurde ein Zuschlag für die Beförderung entrichtet, vgl. § 22 Abs.2 Montrealer Übereinkommen.
Können Sie nachweisen, dass der Schaden durch eine Handlung des Luftfrachtführers oder seiner Mitarbeiter verursacht worden ist, so gilt die Haftungshöchstsummenbeschränkung nicht und der Schaden ist vollständig auszugleichen. Dabei liegt die Darlegungs- und Beweislast für ein vorsätzliches oder zumindest leichtfertiges Verhalten bei Ihnen. Allerdings erfüllen Sie die Darlegungslast für eine Schädigungsabsicht oder ein grob fahrlässiges (leichtfertiges) Verhalten bereits dann, wenn Sie vortragen, dass nach den Umständen des Falles ein zumindest grob fahrlässiges Verhalten des Luftfrachtführers oder seiner Leute mit gewisser Wahrscheinlichkeit nahe legt (BGH TransportR 2003, 468 [469], BGH TransportR 2001,29 [32] = VersR 2001, 526 [529]; Koller, Transportrecht, 5.Aufl., Art. 25 WA, Rdn. 9).
Fazit: Nach dem Montrealer Übereinkommen, dem die Lufthansa unterliegt, haftet diese für den Diebstahl zumindest innerhalb der Haftungssummenbegrenzung.. Sie sollten sich daher nicht dadurch abwimmeln lassen, dass die Airline ersteinmal jegliche Verantwortung ablehnt.
keine Erstattung der Stornokosten, da hinter dem Check-In zusammengebrochen