Source: https://www.rechtsstandpunkt.at/ihr-rechtsstandpunkt/unternehmen/probleme-mit-kunden/
Timestamp: 2017-09-21 19:38:26
Document Index: 51749934

Matched Legal Cases: ['§ 1333', '§ 932', '§ 933', '§ 933', '§ 1298', '§ 933']

Das wahre Gesicht Ihrer Kunden ... - Rechtsantwalt Mag. Bernd Trappmaier
Das wahre Gesicht Ihrer Kunden ...
... zeigt sich beim ersten Problem.
Ware beschädigt, Lieferung verzögert, Service kritisierbar...jetzt zeigt sich: ist Ihr Kunde kooperativ und lösungsorientiert, nutzt er Lücken in Ihrem Geschäftsprozess aus und sucht rücksichtslos einen Vorteil für sich?
Aus Freunden werden rasch Gegner und man sieht sich vor Gericht.
Sichern Sie sich zeitig ab, wahren Sie Ihr Recht und Ihr Gesicht.
So bleiben gute Kunden auch bei Meinungsverschiedenheiten gute Kunden.
eine offene Forderung gegen einen Kunden geltend machen?
einen unberechtigt gegen Sie geltend gemachten Gewährleistungs- oder Schadenersatzanspruch abwehren?
Forderungsmanagement: Mahnung durch den Rechtsanwalt, (Mahn-) Klage
außergerichtliche bzw. gerichtliche Vertretung in einem Gewährleistungs- bzw. Schadenersatzprozess
Was Sie vielleicht noch wissen sollten
Ist Ihr Kunde ein Unternehmer? Dann beträgt der gesetzliche Zinssatz für die Verzugszinsen 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
Wenn Ihr Kunde Verbraucher ist, hat er die im ABGB geregelten gesetzlichen Verzugszinsen von 4% p.a. zu bezahlen.
Der Gläubiger kann außer den gesetzlichen Zinsen auch den Ersatz anderer, vom Schuldner verschuldeter und ihm erwachsener Schäden geltend machen, insbesondere die notwendigen Kosten zweckentsprechender außergerichtlicher Betreibungs- oder Einbringungsmaßnahmen, soweit diese in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen.
§ 1333 Abs. 2 ABGB
Kundenforderungen aus einem Kaufvertrag oder aus einem Werkvertrag verjähren in 3 Jahren.
Ob die Sache dem Vertrag entspricht, ist auch danach zu beurteilen, was der Übernehmer auf Grund der über sie gemachten öffentlichen Äußerungen des Übergebers oder des Herstellers, vor allem in der Werbung und in den der Sache beigefügten Angaben, erwarten kann; das gilt auch für öffentliche Äußerungen einer Person, die die Sache in den Europäischen Wirtschaftsraum eingeführt hat oder die sich durch die Anbringung ihres Namens, ihrer Marke oder eines anderen Kennzeichens an der Sache als Hersteller bezeichnet. Solche öffentlichen Äußerungen binden den Übergeber jedoch nicht, wenn er sie weder kannte noch kennen konnte, wenn sie beim Abschluss des Vertrags berichtigt waren oder wenn sie den Vertragsabschluss nicht beeinflusst haben konnten.
Jede Gewährleistung setzt voraus, dass die verkaufte Sache (schon) bei der Übergabe einen Mangel aufweist (= nicht die vereinbarten oder die gewöhnlich vorausgesetzten Eigenschaften hat). Liegt ein Mangel vor, dann kann der Käufer gem. § 932 ABGB
Verbesserung ,
den Austausch der Sache,
eine angemessene Preisminderung oder
die Aufhebung des Vertrags (Wandlung) fordern.
Die Gewährleistungsfrist beträgt 2 Jahre ab Übergabe der mangelhaften Sache. Bei Mängeln an unbeweglichen Sachen 3 Jahre.
Unterlässt der Käufer die Anzeige, so kann er Ansprüche auf Gewährleistung, auf Schadenersatz wegen des Mangels sowie aus einem Irrtum über die Mangelfreiheit der Sache nicht mehr geltend machen.
377 UGB
Hat der Übergeber den Mangel verschuldet, so kann der Übernehmer auch Schadenersatz fordern.
§ 933a ABGB
§ 933a ABGB normiert daher als Alternative zur Gewährleistung einen Schadenersatzanspruch. Während die Gewährleistung verschuldensunabhängig ist, setzt der Schadenersatzanspruch Verschulden des Verkäufers am Mangel voraus (das Verschulden wird aber gem. § 1298 ABGB vermutet). Der Schadenersatzanspruch verjährt in 3 Jahren ab Kenntnis von Schaden und Schädiger. Praktisch relevant ist der Schadenersatzanspruch nach § 933a ABGB daher besonders dann, wenn die Gewährleistung schon verjährt ist.
Prozesse kosten Geld. Beide Parteien müssen sich ab einem Streitwert von 5.000 Euro durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Den sie bezahlen müssen.
Der Kläger muss überdies die Gerichtsgebühren für die erste Instanz vorfinanzieren. Wer in der ersten Instanz verliert, kann gegen das Urteil Berufung erheben. Mit der Berufung muss die Gerichtsgebühr für die zweite Instanz bezahlt werden. Das Gleiche gilt bei einer Revision an den Obersten Gerichtshof (die allerdings nicht immer zulässig ist).
Insgesamt kann da schon ganz schön was an Prozesskosten zusammen kommen.
Grundsätzlich gilt: Der Verlierer zahlt die ganzen Prozesskosten. Das bedeutet also: der Gewinner hat gegen den Verlierer Anspruch auf Ersatz seiner Prozesskosten (Rechtsanwalts- und Gerichtskosten).
Das bedeutet: Jede Streitpartei ist gut beraten, sich frühzeitig zu überlegen (und durch den Rechtsanwalt beraten zu lassen!), wie gut die Prozesschancen sind. Und ob der Gegner auch so finanzkräftig ist, dass er den Prozesskostenersatz auch zahlen kann. Denn sonst können Sie mit dem Ihnen stattgebenden Urteil bestenfalls das "stille Örtchen" tapezieren...