Source: http://www.unfallrechtler-stuttgart.de/versicherungsrecht-a-z/kaskoversicherung/
Timestamp: 2019-06-16 06:35:48
Document Index: 91775527

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Vollkaskoversicherung im Versicherungsrechtrecht: Fachanwalt für Verkehrsrecht Stuttgart Tilo Neuner-Jehle
Kaskoversicherung im Versicherungsrecht von Anwalt, Rechtsanwalt, Fachanwalt Verkehrsrecht Stuttgart - Tilo C.L. Neuner-Jehle
Kaskoversicherung im Versicherungsrecht
fiktive Abrechnung im Kaskofall
Fiktive Abrechnung bei Kasko
Wenn gemäß der Reparaturkostenklausel des Kaskovertrages „die für die Reparatur erforderlichen Kosten“ erstattet werden, stehen dem Versicherungsnehmer die Kosten der örtlichen Werkstatt der Marke zu, wenn entweder die Reparatur nur dort einwandfrei durchgeführt werden kann, oder wenn das Fahrzeug jünger als drei Jahre ist oder aber, wenn es schon älter ist, aber bisher stets in der Markenwerkstatt repariert und gewartet wurde
BGH, Urteil vom 11.11.2015 - IV ZR 426/14
In der Kaskovers. können auch fiktive Aufwendungen für die Reparatur in einer markengebundenen Werkstatt als "erforderliche" Kosten im Sinne von A.2.7.1 b) AKB 2008 anzusehen sein.
Wenn gem. der Reparaturkostenklausel des Kaskovertrages "die für die Reparatur erforderlichen Kosten" erstattet werden, stehen dem Versicherungsnehmer die Kosten der örtlichen Werkstatt der Marke zu, wenn entweder die Reparatur nur dort einwandtfrei durchgeführt werden kann, oder wenn das Fahrzeug jünger als 3 Jahre ist oder aber, wenn es schon älter ist, aber bisher stets in der Markenwerkstatt repariert und gewartet wurde.
Dies ist zum einen dann zu bejahen, wenn die fachgerechte Wiederherstellung des Fahrzeugs nur in einer markengebundenen Werkstatt erfolgen kann, zum anderen aber regelmäßig auch dann, wenn es sich um ein neueres Fahrzeug oder um ein solches handelt, das der VN bisher stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen. (amtl. Leits)
BGH, Urt. v. 11. 11. 2015 – IV ZR 426/­14 (LG Berlin)
(r+s 2016, 27, beck-online)
Bei Kasko gibt es keine Reparaturgrenze. Es gibt nur eine Grenze, wieweit der Versicherer die Kosten tragen muss.
Wird umfassend in Fachwerkstatt repariert, ist die Obergrenze WBW minus SB ohne Berücksichtigung des RW
A.2.5.1 in Verbindung mit A.2.5.2.1. der GDV Musterbedingungen 2015 (siehe auch A.2.5.1.6)
Zum Nachweis der vollständigen und fachgerechten Reparatur genügt (so ja der Wortlaut der Klausel) die Vorlage der Rechnung
LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 16.9.2013 – 8 O 6658/12, IWW Abruf-Nr. 133470
BGH, Urteil vom 29.04.03, VI ZR 393/02
„Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch den Unfall verursachten Fahrzeugschadens die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren lässt und weiter nutzt. Die Qualität der Reparatur spielt jedenfalls so lange keine Rolle, als die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen“
BGH, Urteil vom 23.5.2006, VI ZR 192/05:
„Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch den Unfall verursachten Fahrzeug-schadens, der den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigt, die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug –gegebenenfalls unrepariert – mindestens sechs Monate weiter nutzt.“
BGH, Urteil vom 23.5.2006, VI ZR 192/05, aus den Gründen:
dass im Regelfall ein Zeitraum von sechs Monaten erforderlich, aber auch ausreichend ist. Bei einer so langen Weiternutzung wird nämlich im allgemeinen ein ernsthaftes Interesse an der Weiternutzung, das einem Abzug des Restwertes … … entgegensteht, nicht verneint werden können.“
Achtung: Wenn der Geschädigte den über dem Wiederbeschaffungsaufwand, aber unter dem Wiederbeschaffungswert liegenden Schaden vollständig reparieren lässt, gibt es anschließend keine Haltefrist. Er darf ggf. unmittelbar nach der Reparatur verkaufen
So BGH VI ZR 77/06 vom 5.12.2006
Fälligkeit sofort und nicht erst nach sechs Monaten bejaht
AG Remscheid Urt. v. 11.8.15 - 8 C 88/15
Sorgfältig begründet unter Bezugnahme auf die Erwägungen,
die der BGH bei der Parallelsituation 130 % vorgenommen hat
Restwertangebot des Kaskoversicherers
LG Bielefeld, Urt. v. 24.7. 3 - 22 S 65/13
Auch in der Vollkaskoversicherung entfaltet ein Restwertangebot nur Wirkung, wenn es ausreichend konkret ist. Es muss mindestens die Anschrift des von der Versicherung benannten Käufers erkenne lassen und auch einen Hinweis, ob Abholkosten entstehen.
Beweislast bei Kaskoversicherungsfällen
LG Dortmund Urt.v. 02.03.17 -2 O 155/15- BeckRS 2017, 103728 = NJW-Spezial 2017, 266
Beruft sich der Versicherer auf die vorsätzliche Herbeiführung eines Versicherungsfalls kommen ihm keine Beweiserleichterungen zugute, wenn dem Versicherungsnehmer beim Nachweis des Eintritts des Versicherungsfalls keine Beweiserleichterungen zugestanden werden. Ist der Versicherungsfall voll bewiesen oder unstreitig, dann muss der Versicherer den Vollbeweis für die vorsätzliche Herbeiführung des Versicherungsfalls erbringen.
Platzen eines Reifens als Unfallschaden = Kakoentschädigung
LG Karlsruhe Urt.v. 20.08.2013 -9 O 95/12- zfs 2013, 577
Schäden durch Platzen eines Reifens nach Einfahren in einen größeren Fremdkörper sind keine Betriebs-, sondern entschädigungspflichtige Unfallschäden. Der Anspruch gegenüber der Vollkaskoversicherung auf Entschädigung besteht.