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Timestamp: 2016-10-26 00:38:00
Document Index: 11556708

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 66']

8C_424/2014 � � � � Urteil vom 25. November 2014
Mit Verf�gung vom 30. November 2012 sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) A.________ f�r die aus dem Attentat auf das Kantonsparlament Zug vom 27. September 2001 verbliebenen Restfolgen eine Integrit�tsentsch�digung auf der Basis einer Integrit�tseinbusse von 20 % zu. Daran hielt sie mit Einsprache-Entscheid vom 22. Februar 2013 fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 27. M�rz 2014 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ beim Bundesgericht beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und Ab�nderung des Einsprache-Entscheids sei ihm eine Integrit�tsentsch�digung auf der Grundlage eines Integrit�tsschadens von 50 % zuzusprechen.
2.1.�Das kantonale Gericht hat die hinsichtlich des Anspruchs auf Integrit�tsentsch�digung massgeblichen Rechtsgrundlagen (Art. 24 UVG), namentlich zu deren Abstufung nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 UVV sowie Anhang 3 zur UVV) und zur Bedeutung der von der medizinischen Abteilung der SUVA erarbeiteten weiteren Bemessungskriterien in tabellarischer Form (sog. Feinraster; BGE 124 V 29 E. 1c S. 32 mit Hinweis; vgl. ferner Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] U 134/03 vom 12. Januar 2004 E. 5.1, in: RKUV 2004 Nr. U 514 S. 415) richtig dargelegt. Ebenso zutreffend sind die vorinstanzlichen Ausf�hrungen, wonach die Integrit�tsentsch�digung bei Einwirkung unfallfremder Faktoren auf den zu entsch�digenden Gesundheitszustand selbst dann gem�ss Art. 36 Abs. 2 UVG angemessen zu k�rzen ist, wenn die Gesundheitssch�digung vor dem Unfall zu keiner Verminderung der Erwerbsf�higkeit gef�hrt hat (BGE 113 V 54 E. 2 S. 59; Urteil U 376/07 vom 29. Juni 2007 E. 2; publiziert in SVR 2008 Nr. UV 6 S. 19). Darauf wird verwiesen.
2.2.�Die Tabelle 19 der SUVA zur Integrit�tsentsch�digung gem�ss UVG "Integrit�tsschade n bei psychischen Folgen von Unf�llen" empfiehlt bei leichten bis mittelschweren psychischen Unfallfolgen die Annahme eines Integrit�tsschaden zwischen 20 und 35 %, bei mittelschweren von 50 %. Gem�ss den dazugeh�rigen Erl�uterungen ist von einer leichten bis mittelschweren St�rung auszugehen, wenn die Symptomatik deutlich das �bliche Mass an Auff�lligkeiten �berschreitet, wie sie beim Durchschnitt der Bev�lkerung vorliegen; sie �berschreitet auch erwartbare Symptome im Rahmen einer vorbestehenden akzentuierten Pers�nlichkeit oder einer neurotischen St�rung oder sonstiger Symptome nach einschneidenden Lebensereignissen; die �ngstliche, depressive Verhaltensst�rung oder sonstige Symptomatik �berschreiten das �bliche Mass einer Begleitsymptomatik bei k�rperlichen St�rungen, chronischen Schmerzen oder sonstigen k�rperlichen Restfolgen des Unfallereignisses; unter starken Belastungen wird die Symptomatik im Alltag und im Beruf manifest. Von einer mittelschweren psychischen St�rung ist definitionsgem�ss auszugehen, wenn ausser der beschreibbaren psychischen Symptomatik und deren Folgen eindeutige Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen wie Aufmerksamkeit, Ged�chtnis, Konzentration und komplexere exekutive Funktionen fassbar sind; diese treten nicht nur in stark belastenden Situationen, sondern bereits bei Anforderungen auf, die das allt�gliche Mass �berschreiten; sie beeintr�chtigen das allt�gliche Leben; die Arbeitsf�higkeit ist reduziert.
Der Beschwerdef�hrer leidet an einer durch das Schreckereignis vom 27. September 2001 (mit-) verursachten dissoziativen St�rung der Bewegungs- und Sinnesempfindungen nach ICD-10 F-44.4 bis 44.7.
Streitig und zu pr�fen ist die H�he des daraus ableitbaren Anspruchs auf eine Integrit�tsentsch�digung.
3.1.�W�hrend der Versicherte unter Berufung auf den behandelnden Psychologen Dr. phil. C.________, Psychoanalytiker und -therapeut VPZ, von gem�ss der SUVA-Tabelle mit 50 % zu bewertenden mittelschweren Folgen ausgeht, folgen Vorinstanz und Verwaltung der Integrit�tsschadeneinsch�tzung von Dr. med. B.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, versicherungspsychiatrischer Dienst der SUVA, vom 21. November 2012, welche in einem ersten Schritt den psychischen Gesamtschaden auf 40 % beziffert, um alsdann den rein unfallbedingten Ursachenanteil auf 50 % davon festzulegen, was zu einer zur Entsch�digung berechtigenden Integrit�tseinbusse von 20 % f�hrt.
3.2.�Die vom kantonalen Gericht dazu gemachten Erw�gungen �berzeugen auf der ganze Linie. Darauf kann verwiesen werden. Hervorzuheben ist, dass Dr. med. B.________ den Integrit�tsschaden in Abhandlung der in der Erl�uterung zur SUVA-Tabelle 19 aufgef�hrten einzelnen Zuordnungskriterien festgelegt hat; sie hat dabei in �berzeugender Weise dargelegt, weshalb die St�rung zwar von der Symptomatik her gesamthaft der leichten bis mittelschweren St�rung zuzuordnen w�re, es sich aber wegen deren Auswirkungen auf das allt�gliche Leben und die Arbeitsf�higkeit rechtfertige, den Schaden leicht �ber die 35 % auf 40 % zu bemessen. Wenn demgegen�ber der behandelnde Psychologe Dr. phil. C.________ seit Mitte 2009 unver�ndert von einer leicht h�heren Beeintr�chtigung ausgeht, n�mlich der einer "die sonst m�gliche Leistung halbierenden", �berzeugt dies nach zutreffendem Hinweis der Vorinstanz auf die seither dank der auf Anregung von Dr. med. B.________ neben der Psychotherapie zus�tzlich durchgef�hrten Feldenkrais-Therapie nachweislich erzielten Zustandsverbesserungen nicht. Es kommt hinzu, dass die Einsch�tzung von Dr. phil. C.________, soweit erkennbar, nicht auf einer Auseinandersetzung mit den in den Erl�uterungen zur Tabelle 19 empfohlenen, von Dr. med. B.________ angewandten Bewertungsmustern beruht. Auch sonst sind keine Gr�nde ersichtlich, die �berzeugende Einsch�tzung von Dr. med. B.________ in Frage zu stellen. Insbesondere kann aus den Ausf�hrungen von Dr. med. B.________ nicht auf eine genau zwischen "leicht bis mittelschwer" und "mittelschwer" liegende, damit rein rechnerisch auf 42,5 % zu stehen kommende Einschr�nkung geschlossen werden.
Was die von der Vorinstanz best�tigte Reduktion der Integrit�tseinbusse von 40 % um die H�lfte wegen vorbestandenem, miturs�chlichen Kindheitstrauma aus der Kriegszeit anbelangt, hat das kantonale Gericht ebenfalls einl�sslich dargetan, weshalb die diesbez�gliche Einsch�tzung von Dr. med. B.________ �berzeugt. So hat die �rztin den Versicherten etwa am 24. Juni 2009 eingehend untersucht, wobei insbesondere auch das vom Beschwerdef�hrer w�hrend der Kriegszeit Durchlebte, ihn fortan Pr�gende, n�her zur Diskussion stand. Auf Insistieren des Versicherten hin verzichtete sie indessen auf detaillierte Ausf�hrungen dazu im Bericht, hielt dazu aber immerhin fest, die vom Attent�ter beim Ereignis gebr�llten Worte "Wo ist der Sauhund!" h�tten in ihm Erinnerungen an eine "wahrhaft traumatisierende Geschichte aus der Kriegszeit" ausgel�st und ihn deswegen auch in einen Schockzustand versetzt, wie er ohne diesen Bezug nicht vorhanden gewesen w�re. Auch im weiteren Heilungsverlauf sah Dr. med. B.________, wie im �brigen auch der behandelnde Dr. phil. C.________, die "sehr belastende Biographie" jeweils als miturs�chlich f�r die Symptomatik. Dass die Vorbelastung offenbar vor dem Attentat im Zuger Parlament keine direkten Auswirkungen auf die Erwerbsbiographie des Versicherten hatte, ist erfreulich. Indessen ist daraus zur vorliegend entscheidenden Frage nichts gewonnen, ob die vom Beschwerdef�hrer durch das Schreckereignis vom 27. September 2001 in Erinnerung gerufenen Kindheitserlebnisse einen massgeblichen Anteil am Fortbestand der vorliegend zur Beurteilung anstehenden Symptomatik hat. Dies wurde mit �berzeugender Begr�ndung insbesondere von Dr. med. B.________ bejaht. Selbstverst�ndlich l�sst sich letztlich der genaue Anteil am gesamten Beschwerdebild nie mathematisch exakt bestimmen. Nichts anderes l�sst sich der vom Beschwerdef�hrer aufgegriffenen Aussage von Dr. med. B.________, die Gewichtung der beiden Anteile sei "nur sehr schwer m�glich", entnehmen. Indessen f�hrt dies nicht dazu, deren Einsch�tzung deshalb als falsch zu werten. Vielmehr spiegelt dies die Schwierigkeiten wider, in der sich der den Ursachenanteil bestimmende Arzt befindet. Solange indessen seine Einsch�tzung nachvollziehbar erscheint, gibt es keinen Grund f�r das Gericht, davon abzuweichen. Vorliegend hat sich die die Kindheitserlebnisse n�her kennende Dr. med. B.________, die den Versicherten zudem �ber einen l�ngeren Zeitraum begleitet hat, auf einen h�lftigen Ursachenanteil festgelegt, was insbesondere mit Blick auf die wiederholt getroffene Feststellung, dass der biographische Hintergrund eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome spielt, nachvollziehbar erscheint. Damit durfte die Vorinstanz darauf abstellen. Weitere Abkl�rungen dazu waren und sind nicht angezeigt.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdef�hrer als unterlegene Partei aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).