Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=16.07.1987&Aktenzeichen=V%20R%2080/82
Timestamp: 2019-09-16 07:31:47
Document Index: 208999412

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 18', '§ 3', '§ 17', '§ 57', '§ 61', '§ 65', '§ 41', '§ 65', '§ 65', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 6', '§ 34', '§ 2', '§ 2', '§ 65', '§ 41', '§ 6', '§ 34', '§ 17', '§ 61', '§ 91']

BFH, 16.07.1987 - V R 80/82 - dejure.org
https://dejure.org/1987,474
BFH, 16.07.1987 - V R 80/82 (https://dejure.org/1987,474)
BFH, Entscheidung vom 16.07.1987 - V R 80/82 (https://dejure.org/1987,474)
BFH, Entscheidung vom 16. Juli 1987 - V R 80/82 (https://dejure.org/1987,474)
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UStG 1973 § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Satz 1, § 18 Abs. 1, 2; KO § 3 Abs. 1, § 17 Abs. 1, §§ 57, 59 Abs. 1 Nr. 1, § 61 Abs. 1 Nr. 2, §§ 65, 67
Konkursforderung - Konkurs - Gemeinschuldner - Vorsteuerbetrag - Rückforderung von abgezogenen Vorsteuerbeträgen - Voranmeldungszeitraum
Kein Konkursvorrecht für Vorsteuerrückforderungsanspruch wegen Uneinbringlichkeit infolge Konkurseröffnung
Der Anspruch auf Rückforderung von vor Konkurseröffnung abgezogenen Vorsteuerbeträgen ist eine nicht bevorrechtigte Konkursforderung. Voranmeldungszeitraum endet nicht mit Konkurseröffnung
§ 41 InsO erfasst jedenfalls nur betagte Forderungen und ist auf befristete nicht analog anzuwenden (BFHE 134, 57, 58 f; 150, 211, 215; 184, 208, 210 f;… BFH BFH/NV 1995, 448; PrOVG JW 1933, 2855 zu § 65 KO;… Kuhn/Uhlenbruck, KO 11. Aufl. § 65 Rn. 7; Jaeger/Henckel, InsO § 41 Rn.5;… Nerlich/Römermann/Andres, aaO § 41 Rn. 5;… a. A. MünchKomm-InsO/Lwowski/Bitter, § 41 Rn. 9 ff;… Breutigam in Breutigam/Blersch/Goetsch, aaO § 41 Rn. 6;… Uhlenbruck, aaO § 41 Rn. 4;… Kübler/Prütting/Holzer, aaO § 41 Rn. 6).
Außerdem würde eine Gleichstellung mit den betagten Forderungen zu einer Vorverlegung des Entstehungszeitpunkts der befristeten Forderung führen, die mit dem Regelungszweck von § 41 InsO nicht zu vereinbaren wäre (BFHE 150, 211, 215).
Weder hatte die Konkurseröffnung auf die Unternehmereigenschaft der Gemeinschuldnerin Einfluß (BFH-Urteile vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691; vom 20. Februar 1986 V R 16/81, BFHE 146, 287, BStBl II 1986, 579, und vom 2. Februar 1978 V R 128/76, BFHE 125, 314, BStBl II 1978, 483) noch betrieb der Zwangsverwalter ein anderes Unternehmen als die Verkäuferin selbst (BFH-Urteil vom 10. April 1997 V R 26/96, BFHE 182, 432, BStBl II 1997, 552).
Der Vorsteuerrückforderungsanspruch nach § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG, bei dem es sich um eine unselbstständige Besteuerungsgrundlage des Voranmeldungszeitraums handelt (…Klenk in Sölch/Ringleb, UStG § 17 Rn. 110), entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums (§ 18 Abs. 2 UStG), in dem sich die Bemessungsgrundlage geändert hat (vgl. BFHE 116, 201, 204; 150, 211, 212).
Gemäß § 6 Abs. 2 KO wird lediglich --beschränkt auf das konkursbefangene Vermögen-- das Verwaltungs- und Verfügungsrecht durch den Konkursverwalter anstelle des Gemeinschuldners ausgeübt (§ 34 Abs. 3 AO 1977; vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Mai 1998 V R 74/97, BFHE 185, 552, BStBl II 1998, 634; vom 15. Juni 1999 VII R 3/97, BFHE 189, 14, BStBl II 2000, 46, und vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691).
Die der Umsatzsteuerpflicht des leistenden Unternehmers und dem Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers zugrunde liegenden Forderungen aus Lieferungen und sonstigen Leistungen an den späteren Gemeinschuldner werden im Augenblick der Konkurseröffnung unbeschadet einer möglichen Konkursquote in voller Höhe uneinbringlich (BFH-Urteil in BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691).
Durch die Konkurseröffnung wird der Voranmeldungszeitraum nicht unterbrochen (BFH in BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691).
Die Konkurseröffnung hat auf die Unternehmereigenschaft des Gemeinschuldners (§ 2 Abs. 1 Satz 1 UStG) keinen Einfluss; sie ändert auch nichts daran, dass das Unternehmen gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2 UStG die gesamte gewerbliche und berufliche Tätigkeit des Unternehmers erfasst (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Mai 1998 V R 74/97, BFHE 185, 552, BStBl II 1998, 634; vom 15. Juni 1999 VII R 3/97, BFHE 189, 14, BStBl II 2000, 46, und vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691).
BFH, 08.10.1997 - XI R 25/97
Es bestehen keine Anhaltspunkte für die Auffassung, daß der Gesetzgeber der GesO bewußt auf die Einbeziehung betagter Forderungen verzichten wollte (zum Begriff der betagten Forderung vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691 unter 2. b;… Frotscher, Steuer im Konkurs, 4. Aufl., 1997, S. 61;… Kuhn/Uhlenbruck, Konkursordnung, 11. Aufl., 1994, § 65 Rz. 6; vgl. auch § 41 der Insolvenzordnung - InsO -, der anstelle des Begriffs der betagten Forderung den der "nicht fällige(n) Forderung" verwendet).
Mit dem Ablauf des Voranmeldungszeitraums Oktober 1992 ist ein selbständiger Anspruch auf Rückzahlung der Vorsteuer entstanden (BFH-Urteil vom 12. Juni 1975 V R 42/74, BFHE 116, 201, BStBl II 1975, 755; vgl. auch BFH in BFHE 150, 211 , BStBl II 1987, 691 , für einen Fall, in dem der Anspruch auf Vorsteuerrückforderung erst nach Konkurseröffnung entstanden ist).
BFH, 14.05.1998 - V R 74/97
Gemäß § 6 Abs. 2 der Konkursordnung (KO) wird in Ansehung der Masse lediglich das Verwaltungs- und Verfügungsrecht durch den Konkursverwalter anstelle des Gemeinschuldners ausgeübt (§ 34 Abs. 3 AO 1977; Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691, m.w.N.).
Wie der BFH mittlerweile entschieden hat (Urteil vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691), ist der Anspruch des FA auf Rückforderung von vor Konkurseröffnung abgezogenen Vorsteuerbeträgen nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i. V. m. Abs. 2 Satz 1 UStG 1980, der auf der Uneinbringlichkeit der Entgelte infolge der Konkurseröffnung beruht, eine Konkursforderung, der das Vorrecht nach § 61 Abs. 1 Nr. 2 KO nicht zukommt.
Insofern betreffen die im Schrifttum erwähnten Bedenken der Finanzverwaltung gegen das BFH-Urteil in BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691 den Streitfall so, wie er sich nach den revisionsrechtlich bindenden Feststellungen des FG für den BFH darstellt, nicht (vgl. zu diesen Bedenken Wilke, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 1990, 264/330).
BFH, 11.10.1990 - V R 75/85
Führt der Testamentsvollstrecker ein Handelsgeschäft als Treuhänder der Erben im …
In allen Fällen ist nicht der Amtsinhaber der Unternehmer, sondern der Inhaber der Vermögensmasse, für die er tätig wird (vgl. z.B. Bundesfinanzhof - BFH -, Urteil vom 18. Mai 1988 X R 27/80, BFHE 159, 299, BStBl II 1988, 716, für den Sachwalter nach §§ 91, 92 VerglO; BFH-Urteil vom 23. Juni 1988 V R 203/83, BFHE 154, 181, BStBl II 1988, 920 für den Zwangsverwalter, und BFH-Urteil vom 16. Juli 1987 V R 80/82, BFHE 150, 211, BStBl II 1987, 691 für den Konkursverwalter).
BFH, 23.06.1988 - V R 203/83
- Zur Geltendmachung von Umsatzsteueransprüchen aus der Zwangsverwaltung - Angabe …
BFH, 03.04.1992 - V B 3/92
BFH, 26.11.1987 - V R 133/81
Hinreichende Bezeichnung - Umsatzsteuerforderung - Verfahren
FG Baden-Württemberg, 10.11.1999 - 12 K 151/97
Voraussetzungen für die Festsetzung einer negativen Umsatzsteuer(USt)-Schuld ; …
FG Brandenburg, 31.05.1999 - 1 K 2005/98
BFH, 20.08.1992 - V R 98/90
Entstehungszeitpunkt der Umsatzsteuerforderungen bei Geltendmachung zu hoher …
BFH, 16.12.1993 - V R 102/91
Berichtigung des in Anspruch genommenen Vorsteuerabzugs durch einen Unternehmer, …
FG Rheinland-Pfalz, 11.12.2001 - 2 K 1347/01
Rechtsschutzbedürfnis bei Klage des Konkursverwalters gegen die Finanzbehörde auf …