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Timestamp: 2018-01-19 15:35:44
Document Index: 148782492

Matched Legal Cases: ['§ 1901', '§ 1901', '§ 1901', '§ 1901', '§ 134', '§ 1901', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 223', 'Art. 2', '§ 211', 'BGH', '§ 323', '§ 212', 'BGH', '§ 1896', '§ 1896', '§ 164', '§1904', '§ 1904', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1901', 'BGH', 'BGH']

Ethische und ökonomische Aspekte der Patientenverfügung | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
2 Arten der Vorausverfügung
2.1 Die Patientenverfügung
2.1.2 Juristische Grundlagen
2.1.3 Die Patientenverfügung in Abgrenzung zur Sterbehilfe
2.1.3.1 Die aktive Sterbehilfe
2.1.3.2 Die passive Sterbehilfe
2.2 Die Vorsorgevollmacht
2.3 Die Betreuungsverfügung
3.1.1 Zielsetzung der Untersuchung
3.1.2 Auswahl der Forschungsmethode und Herangehensweise
3.2 Akzeptanz und Verbreitung von Patientenverfügungen
3.2.1 Soziodemographische Auswertung
3.2.2 Die Verbreitung der Patientenverfügung
3.2.3 Beweggründe für bzw. gegen das Erstellen von Patientenverfügungen
3.3 Ethische Aspekte der Patientenverfügung
3.3.1 Autonomie versus Fürsorge
3.3.2 Die Problematik der mangelnden Vorhersehbarkeit und der sich wandelnden Werte
3.3.3 Die Patientenverfügung als Türöffner zur aktiven Sterbehilfe
3.3.4 Sozialer Druck und die Gefahr des Missbrauchs von Patientenverfügungen
3.4 Ökonomische Aspekte der Patientenverfügung
3.4.1 Die Ausgabensituation im deutschen Gesundheitswesen
3.4.2 Kalkulation der Kosten für eine PEG-Sondenernährung als Beispiel für eine lebenserhaltende Maßnahme
3.4.3 Formen des Therapieverzichts
3.4.3.1 Der sozialethische Therapieverzicht
3.4.3.2 Der individualethische Therapieverzicht
3.5 Die Beratung im Hinblick auf die Patientenverfügung
3.5.1 Die Bedeutung der Beratung
3.5.2 Finanzielle Aspekte der Beratung
Der medizinisch-technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass der Sterbeprozess immer mehr hinausgezögert werden kann, da die moderne Medizin heutzutage selbst kurz vor dem Tod noch Handlungsoptionen ermöglicht. Zwar kann auf diese Weise das Leben vieler Menschen auf deren Wunsch hin verlängert werden, gleichzeitig schürt diese Entwicklung jedoch die Angst der Bevölkerung vor einer Übertherapie und einer damit verbundenen Leidensverlängerung am Lebensende. Das Streben nach Autonomie sowie der Wunsch, auf die eigene medizinische Behandlung selbst in Zeiten schwerster Erkrankung Einfluss nehmen zu können, führten letztendlich zur Entstehung von Patientenverfügungen.
Die Stärkung der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen durch das 3. Betreuungs- rechtsänderungsgesetz (BtÄndG), das am 01.09.2009 in Kraft getreten ist, sowie medienwirksame Fälle wie der der amerikanischen Wachkomapatientin Terri Schiavo haben in der jüngsten Vergangenheit dazu geführt, dass das Thema Patientenverfü- gung sowohl von Medizinern als auch von Juristen, Ethikern und Ökonomen ausgie- big diskutiert worden ist. Die in diesem Kontext oft geführte Debatte um die Legalisie- rung der aktiven Sterbehilfe hat ebenfalls für Kontroversen gesorgt und eine starke Außenwirkung entfaltet.
Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit bereits einige Studien zur Erforschung der Verbreitung von Patientenverfügungen durchgeführt. Die vorliegende Arbeit knüpft an diese Studien an und untersucht neben der Akzeptanz und Verbreitung von Patientenverfügungen auch den Informationsstand der befragten Teilnehmer nach der neuen Gesetzgebung.
Neben der Betrachtung von ethischen Aspekten der Patientenverfügung werden in der vorliegenden Arbeit auch ökonomische Aspekte einschließlich der aktuellen Beratungssituation in Deutschland betrachtet. Die vorliegende Arbeit widmet sich unter anderem der Frage, ob eine Patientenverfügung in Anbetracht der aktuellen Ausgabensituation im deutschen Gesundheitswesen zukünftig ein Mittel zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen sein könnte.
Gemäß § 1901a Abs. 1 BGB handelt es sich bei einer Patientenverfügung um eine schriftliche Festlegung einer volljährigen, einwilligungsfähigen Person, ob sie in be- stimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Unter- suchungen, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder diese untersagt.
Das dritte Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts (3. BtÄndG), welches am 01.09.2009 in Kraft getreten ist, legt die Schriftform für Patientenverfügungen ausdrücklich fest. Laut § 1901a Abs. 1 BGB kann der Widerruf einer Patientenverfügung jedoch jederzeit formlos erfolgen.
Gemäß § 1901a Abs. 3 BGB entfaltet eine Patientenverfügung unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung ihre Wirkung.
Der Absatz 4 des § 1901a BGB legt fest, dass niemand zum Abfassen einer Patien- tenverfügung gezwungen werden darf, noch darf das Vorhandensein oder das Ver- fassen einer Patientenverfügung zu einer Bedingung eines Vertragsschlusses ge- macht werden.
Eine Patientenverfügung konkretisiert neben Art und Umfang medizinischer Behand- lungen auch Situationen, bei denen sie Anwendung finden soll. In einer Patientenver- fügung sind insbesondere Aussagen zur Einleitung, zum Umfang und zur Beendi- gung von medizinischen Interventionen wie z. B. Beatmung, Reanimation, künstliche Ernährung, Dialyse etc. zu treffen. Als Situationen, in denen eine Patientenverfügung zur Anwendung kommt, werden neben der Sterbephase auch dauernde Verluste der Kommunikationsfähigkeit, progressiv fortschreitende Leiden oder irreversible Be- wusstlosigkeit genannt.1
Als Adressat der Patientenverfügung gilt neben dem behandelnden Arzt das gesamte an der Behandlung des Patienten beteiligte Team.2 Schnell weitet diesen Kreis weiter aus und bezeichnet als Adressat der Patientenverfügung „all jene Menschen, die verantwortlich an der Begleitung eines an seinem Lebensende angelangten und aktuell einwilligungsunfähigen Menschen mitwirken.“3
Gemäß dem 3. BtÄndG ist eine Patientenverfügung verbindlich, sofern die getroffe- nen Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Da- von unberührt bleiben sämtliche Anordnungen, die gemäß § 134 BGB gegen ein ge- setzliches Verbot verstoßen, wie bspw. das Verlangen nach aktiver Sterbehilfe. Da- rüber hinaus fordert § 1901b Abs.1 S. 1 BGB, dass auch im Geltungsbereich der Pa- tientenverfügung eine medizinische Indikation gegeben sein muss. Es gilt der Grund- satz, dass eine medizinische Maßnahme unterlassen werden muss, sofern sie nicht indiziert ist.4
In der Literatur wird die Patientenverfügung gelegentlich auch als Patiententestament bezeichnet. Diese Bezeichnung ist missverständlich, da ein Testament seine Anwen- dung nach dem Tod findet. Die Hauptaufgabe einer Patientenverfügung ist es je- doch, die persönlichen Belange des Verfassers bereits zu Lebzeiten zu regeln.5
Eine Kombination der Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung wird u. a. vom Bundesministerium für Justiz empfohlen.
Die Patientenverfügung dient als Instrument zur Sicherung der Selbstbestimmung in Situationen, in denen die eigene Entscheidungsfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Das Recht auf Selbstbestimmung ist im Grundgesetz (GG) verankert, nämlich durch die Menschenwürdegarantie in Art. 1 Abs. 1 S. 1 GG sowie im allgemeinen Persön- lichkeitsrecht nach Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 S. 1 GG und im Recht auf körperliche Unversehrtheit in Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG.6 Das Selbstbestim- mungsrecht gilt nicht nur für Gesunde, auch der kranke, körperlich oder psychisch beeinträchtigte Mensch verfügt über dieses Recht bezüglich seiner leiblich- seelischen Integrität.7
Jede gegen den Willen des Patienten durchgeführte Maßnahme ist gemäß § 223 ff. StGB strafbar. Dies gilt auch dann, wenn die durchzuführende Maßnahme bzw. Behandlung als lebenserhaltend oder zur Herstellung der Gesundheit geeignet wäre und aus objektiv unvernünftigen Gründen vom Patienten abgelehnt wird.8 Eine Reichweitenbeschränkung der Patientenverfügung würde im Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung stehen, da das Grundgesetz gemäß Art. 2 Abs. 2 S. 1 zwar ein Recht auf Leben, aber keine Pflicht zu leben begründet.9
Grundlage jeglicher Behandlung ist folglich die Zustimmung des Patienten. Dies setzt voraus, dass der Patient vorab über die Vor- und Nachteile der eigentlichen Maß- nahme sowie über die daraus resultierenden Konsequenzen aufgeklärt wird. Man spricht hier vom sog. „informed consent“, dem Einverständnis nach vollständiger In- formation.10
In der Literatur werden meist fünf Formen der Sterbehilfe unterschieden. Die drei Formen der aktiven Sterbehilfe werden von den zwei Formen der passiven Sterbehil- fe abgegrenzt, wobei die Begrifflichkeit nichts über die Rechtmäßigkeit aussagt.11
Bei der aktiven Sterbehilfe handelt es sich stets um ein aktives Eingreifen in den Sterbe- bzw. Krankheitsverlauf durch die Verabreichung lebensverkürzender Substanzen.12 Die aktive Sterbehilfe wird unterteilt in die direkte aktive Sterbehilfe, die indirekte aktive Sterbehilfe und in die Beihilfe zum Suizid.13
Unter der direkten aktiven Sterbehilfe wird eine gezielte Lebensverkürzung durch aktives Handeln von außen verstanden, z. B. durch Verabreichung einer tödlichen Substanz. Die direkte aktive Sterbehilfe stellt stets eine verbotene Tötungshandlung dar, unabhängig davon, ob eine ausdrückliche Aufforderung von Seiten des Patienten vorliegt oder der Tötende von sich aus handelt. Die aktive direkte Sterbehilfe ist in Deutschland gemäß §§ 211 ff. StGB strafbar.14
Unter der indirekten aktiven Sterbehilfe, oft auch nur indirekte Sterbehilfe genannt, versteht man die Gabe schmerzlindernder Medikamente mit ggf. lebensverkürzenden Wirkungen.15 Die lebensverkürzende Wirkung der verabreichten Substanzen wird als unerwünschte Nebenwirkung in Kauf genommen, da das Ziel der Schmerzbekämp- fung bzw. eine terminale Sedierung im Vordergrund steht. Die indirekte aktive Ster- behilfe ist in Deutschland nicht nur straffrei, sie ist gemäß den Grundsätzen zur ärzt- lichen Sterbebegleitung sogar ethisch geboten: „Bei Sterbenden kann die Linderung des Leidens so im Vordergrund stehen, dass eine möglicherweise dadurch bedingte unvermeidbare Lebensverkürzung hingenommen werden darf.“16 Die Straffreiheit dieser Form der Sterbehilfe resultiert folglich aus dem Vorsatz der Schmerzbekämpfung im Gegensatz zum Vorsatz der Tötung.
Die indirekte aktive Sterbehilfe kann im Gegensatz zur direkten aktiven Sterbehilfe Gegenstand einer Patientenverfügung sein, sofern eine schmerzlindernde Medikati- on trotz ggf. lebensverkürzender Wirkungen vom Verfügenden ausdrücklich ge- wünscht wird.17
Zur dritten Form der aktiven Sterbehilfe wird die Beihilfe zur Selbsttötung gezählt. Ein assistierter Suizid liegt vor, wenn einem Suizident ein Mittel zum Selbstmord zur Ver- fügung gestellt wird und der Suizident die Selbsttötung eigenständig ausführt. Da die Selbsttötung in Deutschland straffrei ist, ist die Beihilfe zur Selbsttötung ebenfalls straffrei, sofern der Suizident den Suizid selbst will, einwilligungsfähig ist und selbst handelt, d. h. den lebensvernichtenden Akt selbst ausführt.18 Der Helfer bzw. andere Personen können sich jedoch durch unterlassene Hilfeleistung strafbar machen, da die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) den Suizid als Unglücksfall an- sieht, bei dem jeder, aber vor allem Ärzte, durch die sog. Garantenstellung verpflich- tet sind, Hilfe zu leisten (s. § 323 c StGB „unterlassene Hilfeleistung“; bzw. §§ 212, 213 StGB „Tötung durch Unterlassung“).19
Die Mitwirkung eines Arztes an der Selbsttötung, der sog. ärztlich assistierte Suizid, gilt gemäß den Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung der Bundesärztekam- mer als unärztlich und verstößt somit gegen den Berufsethos bzw. das Standesrecht der Ärzte.20
Unter passiver Sterbehilfe versteht man die Einstellung oder Nichtaufnahme lebens- erhaltender oder -verlängernder Maßnahmen und somit das Sterbenlassen schwerstkranker, leidender oder irreversibel komatöser Menschen.21 Als lebensver- längernde Maßnahmen gelten bspw. die parenterale Ernährung sowie die Ernährung über eine Sonde, die künstliche Beatmung, die Gabe von Herz und Kreislauf aktivie- renden Medikamenten sowie die Behandlung hinzutretender Erkrankungen.22
Eine in der Literatur häufig vorgenommene Differenzierung der zwei Formen der passiven Sterbehilfe ist die Unterscheidung zwischen Hilfe zum Sterben und Hilfe beim Sterben23, wobei diese Unterscheidung auf eine Entscheidung des BGHs aus dem Jahr 1994 zurückgeht.24 Von Hilfe beim Sterben wird gesprochen, wenn lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben dürfen, weil das Grundleiden des Patienten irreversibel ist und der Sterbeprozess bereits eingesetzt hat.25
Mit Hilfe zum Sterben werden die Fälle bezeichnet, in denen der Patient eine „NichtWeiterbehandlung“ ausdrücklich wünscht, der eigentliche Sterbeprozess jedoch noch nicht begonnen hat.26
Für die Einordnung in die Kategorie der passiven Sterbehilfe ist es unerheblich, ob das „Sterben-Lassen“ durch die Nichtaufnahme oder erst durch den Abbruch einer Behandlung erfolgt. Da ein Patient jederzeit das Recht hat, die Aufnahme einer be- stimmten Behandlung zu verweigern, muss er ebenfalls auch ein Anrecht haben, den Abbruch der selbigen zu erwirken.27 Daraus ergibt sich, dass die passive Sterbehilfe in Deutschland zulässig ist, da sich die Rechtmäßigkeit aus dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten ergibt (vgl. Kapitel 2.1.2).28
Unabhängig von der Nichtaufnahme oder dem Abbruch einer Behandlung ist die durch den Arzt zu gewährleistende Basisbetreuung des Patienten. Dazu gehören neben einer menschenwürdigen Unterbringung und Zuwendung die Körperpflege, das Lindern von Schmerzen, Atemnot und Übelkeit sowie das Stillen von Hunger und Durst. Letzteres impliziert nicht zwangsläufig eine Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, vielmehr steht das Stillen des subjektiven Empfindens im Vordergrund.29
Die nachfolgende Tabelle liefert einen Überblick über die einzelnen Formen der Sterbehilfe sowie über deren Rechtmäßigkeit und die mögliche Eingliederung in eine Patientenverfügung.
Tab. 2-1 Formen der Sterbehilfe und deren Rechtmäßigkeit Quelle: Eigene Darstellung
Für den Fall, dass eine Person ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann oder will, kann sie diese durch einen Vertreter besorgen lassen. Hierfür bestehen zwei Möglichkeiten der Vertretung - zum einen die Vertretung durch einen gesetzli- chen bzw. rechtlichen Betreuer (s. Kapitel 2.3), zum anderen durch einen Vorsorge- bevollmächtigten.30
Sofern eine volljährige Person aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht mehr in der Lage ist, ihre Angelegenheiten ganz oder auch nur teilweise zu besorgen, sieht § 1896 Abs. 1 BGB zwingend vor, dass ein Betreuer für diese Person zu bestellen ist. Auf eine Betreuung kann jedoch gemäß § 1896 Abs. 2 BGB verzichtet werden, sofern die Angelegenheiten durch einen Bevollmächtigten ebenso gut besorgt werden können wie durch einen Betreuer. Der Absatz 2 begründet somit den Vorrang der Vorsorgevollmacht vor der gesetzlichen Betreuung.
Dementsprechend lassen sich zwei Konsequenzen ableiten: Entweder der Betroffene bevollmächtigt gemäß § 164 ff. BGB selbst eine Person seines Vertrauens, die für ihn seine Angelegenheiten regelt, falls er selbst nicht mehr in der Lage dazu ist, oder es wird aufgrund einer Anordnung des Betreuungsgerichts (vormals Vormundschaftsgericht) ein Betreuer bestellt.31
Die Vollmacht kann sich auf sämtliche Bereiche des täglichen Lebens erstrecken, z. B. auf Behörden-, Wohnungs-, Gesundheits- oder finanzielle Angelegenheiten. Grundsätzlich unterliegt der Bevollmächtigte im Gegensatz zum Betreuer keiner Kon- trolle durch das Betreuungsgericht. Allerdings kann insbesondere bei Fragen zu Gesundheitsangelegenheiten eine Genehmigung des Betreuungsgerichts erforder- lich werden. Sowohl die Einwilligung als auch die Nichteinwilligung in eine medizini- sche Maßnahme, aufgrund derer der Patient versterben oder einen andauernden gesundheitlichen Schaden davon tragen kann, bedarf einer evtl. Genehmigung durch das Betreuungsgericht.32 Für den Fall, dass zwischen dem Bevollmächtigten und dem behandelnden Arzt Uneinigkeit darüber herrscht, ob die Einwilligung bzw. die Nichteinwilligung in eine Maßnahme dem Willen des Patienten entspricht, muss ge- mäß §1904 BGB eine Genehmigung durch das Betreuungsgericht eingeholt wer- den.33
Eine Vorsorgevollmacht kann grundsätzlich formfrei erteilt werden, jedoch sollte sie aus Beweisgründen mindestens schriftlich abgefasst sein. Für die Vorsorge in Gesundheitsangelegenheiten schreibt der Gesetzgeber die Schriftform vor (vgl. § 1904 Abs. 5 BGB). Eine notarielle Beurkundung der Vorsorgevollmacht ist erforder- lich, sofern sie zum Erwerb oder zum Verkauf von Grundstücken bzw. zur Aufnahme von Darlehen berechtigt.34
Die Vorsorgevollmacht richtet sich sowohl an den Bevollmächtigten selbst als auch an die Personen, denen sie im Vertretungsfall vorgelegt wird (Kreditinstitut, Pflegeheim, Krankenhaus etc.).35
Da die Vorsorgevollmacht nur dann ihre Wirkung entfalten kann, wenn sie im Original vorgelegt wird, ist dafür Sorge zu tragen, dass der Bevollmächtigte im Bedarfsfall Zugang zur Vollmacht hat. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Vorsorgevollmacht beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu hinterlegen. Diese Möglichkeit wird u. a. vom bayerischen Staatministerium der Justiz und für Verbraucherschutz empfohlen, da das Gericht auf diesem Wege im Bedarfsfall automatisch von der Vollmacht Kenntnis erlangt.36
Die dritte Form der Vorausverfügung ist die Betreuungsverfügung. Mit Hilfe einer Be- treuungsverfügung werden Anordnungen getroffen für den Fall, dass ein Verfahren vom Betreuungsgericht eingeleitet und eine Betreuung erforderlich wird.37 Gemäß § 1897 Abs. 4 BGB können mit Hilfe einer Betreuungsverfügung eine oder mehrere Personen vorgeschlagen werden, die für den Fall, dass eine gesetzliche Betreuung erforderlich wird, die Betreuung übernehmen. Ebenfalls kann bestimmt werden, wer unter keinen Umständen als rechtlicher Betreuer bestellt werden soll. Sowohl das Betreuungsgericht als auch der Betreuer sind an die Bestimmungen der Betreuungs- verfügung gebunden. Gemäß § 1897 Abs. 4 BGB darf nur in Ausnahmefällen, wenn die Anordnungen dem Wohl des Volljährigen zuwiderlaufen, von der Betreuungsver- fügung abgewichen werden.38
Eine gesetzliche Betreuung ist stets dann erforderlich, wenn der Betroffene keine Vorsorgevollmacht erteilt hat und er aufgrund einer Krankheit oder Behinderung sei- ne Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Ferner ist eine gesetzliche Be- treuung erforderlich, wenn eine Vorsorgevollmacht zwar vorliegt, diese aber die ent- sprechenden Angelegenheiten nicht oder nicht ausreichend exakt regelt.39
Der per Gesetz bestellte Betreuer ist ebenso wie der Vorsorgebevollmächtigte ver- pflichtet, die Angelegenheiten des Betroffenen so zu regeln, wie es seinen Wün- schen und seinem Wohl entspricht.40 Mit Hilfe einer Betreuungsverfügung lassen sich neben persönlichen Angelegenheiten ebenfalls Gesundheitsangelegenheiten regeln.
Im Gegensatz zu einer gesetzlichen Betreuung ist die Vorsorgevollmacht sofort wirk- sam. Im Falle einer gesetzlichen Betreuung ist ein auf Betreuerbestellung gerichtetes Verfahren erforderlich, in dem neben einem medizinischen Gutachten ein Sozialbe- richt über die persönlichen, sozialen und familiären Verhältnisse der zu betreuenden Person eingeholt werden muss. Ein weiterer Unterschied zur Vorsorgevollmacht be- steht darin, dass der gesetzliche Betreuer der Kontrolle des Betreuungsgerichtes un- terliegt.41
Sowohl der Betreuer als auch der Bevollmächtigte haben die Aufgabe, den Willen des Betreuten umzusetzen. Von besonderer Bedeutung ist dieser Aspekt auch im Bereich der Gesundheitsangelegenheiten: Im Falle des Vorliegens einer Patienten- verfügung ist es die Aufgabe des Bevollmächtigten bzw. des Betreuers, zu prüfen, ob die Festlegungen aus der Patientenverfügung auf die aktuelle Lebens- und Behand- lungssituation zutreffen. Treffen die Festlegungen des Patienten auf die aktuelle Si- tuation zu, so hat der Betreuer bzw. der Bevollmächtigte gemäß § 1901 a Abs. 1 BGB dem Willen des Betreuten Ausdruck und Geltung zu verschaffen.42 Für den Fall, dass von einem nicht einwilligungsfähigen Patienten keine Patientenverfügung oder eine andere Form der Festlegung des Patientenwillens vorliegt oder die Festlegun- gen der Patientenverfügung von der aktuellen Situation abweicht, muss der Betreuer bzw. der Bevollmächtigte stellvertretend für den Patienten entscheiden. Eine Orien- tierung an seinen eigenen Wertevorstellungen oder Wünschen muss unterbleiben, stattdessen ist der mutmaßliche Patientenwille zu ermitteln.43
Im empirischen Teil der vorliegenden Arbeit soll die Einstellung der befragten Perso- nen in Bezug auf ethische und ökonomische Aspekte der Patientenverfügung unter- sucht werden. Darüber hinaus bildet die Untersuchung der Akzeptanz und Verbrei- tung von Patientenverfügungen in der Gesellschaft einen weiteren Schwerpunkt die- ser Arbeit.
Des Weiteren ist der Aspekt der Beratung für die vorliegende Untersuchung von be- sonderer Bedeutung. Neben der grundsätzlichen Bereitschaft, sich beraten zu las- sen, wird untersucht, von wem sich die befragten Personen grundsätzlich beraten lassen würden. Da neben den ethischen Aspekten der Patientenverfügung auch den ökonomischen Aspekten besondere Beachtung geschenkt werden soll, wird im Zuge der Untersuchung der allgemeinen Beratungsbereitschaft insbesondere die Thematik der Beratungskosten behandelt.
Um eine möglichst hohe Anzahl an Aussagen zum Thema Patientenverfügung in Deutschland zu erhalten, wurde neben einer schriftlichen Befragung eine internetgestützte Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt. Beide Befragungen erfolgten jeweils anonym.
Auf ein Interview wurde bewusst verzichtet, da sich eine persönliche Befragung auf- grund des Rollenverhältnisses zwischen Interviewer und Befragtem stets in einem sozialen Kontext abspielt. Insbesondere bei einem sensiblen Thema wie dem Thema Patientenverfügung ist mit einer Beeinflussung der Antworten bei einem mündlichen Interview zu rechnen (sog. Interviewer-Bias).44
Ein häufig auftretender Interviewer-Bias ist die systematische Verzerrung durch den Effekt „sozialer Erwünschtheit, dem sog. social desirability-effect“.45 Unter diesem Effekt versteht man die Tendenz der Befragten, insbesondere bei kritischen Fragen eine in der Gesellschaft als sozial erwünscht geltende Antwort zu geben.
Kaya ist der Auffassung, dass der Vorteil einer schriftlichen Befragung bzw. einer Online-Befragung darin liegt, dass beide Befragungsformen überwiegend unverzerrte Ergebnisse liefern.46 Aus diesem Grunde wurde in der vorliegenden Arbeit auf diese beiden Erhebungsinstrumente zurückgegriffen.
Ein weiterer Vorteil einer Onlinebefragung liegt darin, dass dieses Instrument eine schnelle, einfache und kostengünstige Möglichkeit bietet, die Befragten zu kontaktie- ren. Des Weiteren kann durch eine internetgestützte Befragung eine größere Reich- weite erzielt werden.47 Dies zeigte sich in der vorliegenden Befragung darin, dass der Link zur Onlinebefragung mehrfach von den kontaktierten Personen an Dritte weiter- geleitet wurde.
Der Nachteil einer internetbasierten Befragung liegt darin, dass Personen, die über keinen Internetanschluss verfügen, mit dieser Befragungsform nicht erreicht werden können. Neben älteren Menschen sind in diesem Kontext auch bildungsferne Personen zu nennen.48 Um auch diese Personengruppen zu erreichen, wurde neben einer Onlinebefragung auch eine schriftliche Befragung durchgeführt. Die schriftliche Befragung wurde im persönlichen Umfeld, in einer internistischen Hausarztpraxis in Bonn-Tannenbusch sowie in einem Seniorenheim in Bonn-Bad-Godesberg durchgeführt. Um eine möglichst hohe Anonymität zu gewährleisten, wurden die Fragebögen in jeweils nicht einsehbaren Antwortboxen gesammelt.
Trotz des Einsatzes dieser beiden Datenerhebungsinstrumente kann nicht von einer repräsentativen Stichprobe ausgegangen werden. Daraus folgt, dass die vorliegende Umfrage nur bedingt Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zulässt. Beispielsweise ist die Anzahl der befragten Personen im Alter von 60 - 79 Jahren im Vergleich zur Bevölkerungsstatistik des statistischen Bundesamtes Deutschland überrepräsen- tiert.49 Trotz dieser Einschränkung können die Ergebnisse der Stichprobe jedoch Tendenzen aufzeigen.
Im Vorfeld der Befragung wurde ein Pretest durchgeführt, um den Fragebogen auf seine Verständlichkeit sowie Vollständigkeit zu überprüfen und um die durchschnittli- che Bearbeitungszeit zu ermitteln. Der Pretest wurde mit insgesamt zehn Personen durchgeführt, die dazu ermutigt wurden, den Fragebogen kritisch zu kommentieren und auf Verständnisprobleme hinzuweisen. Dabei stellten sich zwei Fragen als weni- ger verständlich heraus, so dass eine Modifikation dieser Fragen erfolgte. Im An- schluss an diese Modifikation wurden die betroffenen Fragen den Pretestteilnehmern erneut zur Beurteilung der Verständlichkeit vorgelegt. Nach der Bearbeitung ergaben sich keinerlei Verständnisfragen mehr, so dass die Befragung durchgeführt werden konnte.
Da kein validiertes Instrument zur Erforschung der Einstellung bezüglich Patienten- verfügungen vorliegt, wurde für die vorliegende Diplomarbeit ein eigener Fragebogen entwickelt.
Der Fragebogen setzt sich aus insgesamt 15 Fragen sowie einem Begleit- bzw. Moti- vationsanschreiben zusammen. Inhaltlich lässt sich der Fragebogen in fünf verschie- dene Bereiche einteilen. Mit einer einfachen Einleitungsfrage soll das Interesse der befragten Person geweckt und sie zur motivierten Mitarbeit angeregt werden. Im ersten Teil des Fragebogens werden neben der Verbreitung auch die Akzeptanz sowie die Beweggründe für oder gegen eine Patientenverfügung abgefragt. Der Einsatz von Filterfragen in diesem Bereich des Fragebogens soll verhindern, dass Befragte, die ein bestimmtes Merkmal nicht aufweisen, häufig mit „nicht zutreffend“ o. ä. antworten müssen, da dies den Befragten langweilt bzw. die Abbruchquote erhöht. Darüber hinaus werden in diesem Fragebogenabschnitt juristische Kenntnisse bzw. der allgemeine Informationsstand der Probanden bezüglich der Thematik „Entscheidungen bei Einwilligungsunfähigkeit“ abgefragt.
Mit Hilfe einer Likert-Skala werden im anschließenden Teil verschiedene Einstellungen und Bewertungen der Probanden gemessen. Hierzu werden den Probanden insgesamt fünf Items (Statements) vorgelegt, zu denen sie mit Hilfe einer VierPunkte-Antwortskala den Grad ihrer Zustimmung bzw. Ablehnung zum Ausdruck bringen sollen. Die Skala umfasst vier Antwortvorgaben, nämlich: stimme voll und ganz zu, stimme eher zu, stimme eher nicht zu und stimme überhaupt nicht zu. Auf die Antwortvorgaben „teils / teils“ oder „weder noch“ wird bewusst verzichtet, da diese Antworten keine Aussagekraft haben und die Teilnehmer dazu angeregt werden sollen, auch bei heiklen Themen bewusst Position zu beziehen.
Im dritten Teil des Fragebogens geht es um die Erforschung der Beratungsbereitschaft. Neben der Frage nach der generellen Bereitschaft, sich beraten zu lassen, wird abgefragt, von wem sich die Probanden eine Beratung wünschen und wie viel ihnen die Beratung jeweils wert ist.
Im vorletzten Abschnitt des Fragbogens werden die allgemeinen demographischen Daten der Teilnehmer erhoben. Diese beinhalteten neben dem Alter auch das Geschlecht, den Familienstand, das Vorhandensein von Kindern sowie die Größe des Wohnortes der Probanden. Es soll untersucht werden, ob demographische Merkmale in einem Zusammenhang mit den gegebenen Antworten in Bezug auf die Verbreitung und Akzeptanz bestehen.
Zum Abschluss wird den Befragten die Möglichkeit angeboten, freie Anmerkungen und Kommentare zum Thema Patientenverfügung abzugeben. Ziel dieses Freitext- feldes ist es, neben den Antwortvorgaben einen zusätzlichen Informationsgewinn zu erhalten.
Neben einer Likert-Skala werden in dem Fragebogen überwiegend Hybridfragen verwendet. Eine Hybridfrage beinhaltet eine Kombination aus offenen und geschlossenen Antwortkategorien.50 Mit Hilfe von Hybridfragen können die Vorteile von geschlossenen Fragen wie z. B. Vergleichbarkeit der Antworten, einfachere Auswertung und kürzere Befragungsdauer mit einem zusätzlichen Informationsgewinn durch eine offene Antwortmöglichkeit kombiniert werden.
Darüber hinaus sind bei den Antworten in der Regel Mehrfachnennungen möglich, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, da beispielsweise die Beweggründe, die für oder gegen eine Patientenverfügung sprechen, vielfältig sind.
An der im Zeitraum vom 30.01. bis 31.03.2010 durchgeführten Befragung haben insgesamt 197 Personen teilgenommen.
Die Geschlechterverteilung der Teilnehmer setzt sich wie folgt zusammen: Von allen befragten Personen sind 88 Teilnehmer männlich, was einen prozentualen Anteil von 44,7% ergibt. Die restlichen 109 Befragungsteilnehmer (55,3%) sind dementspre- chend weiblich.
Tab. 3-2 Geschlechterverteilung der Umfrageteilnehmer Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an SPSS
Die Altersverteilung der Probanden zeigt sich in folgendem Schaubild.
Abb. 3-1 Altersverteilung der Umfrageteilnehmer Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an SPSS
Die Gruppe der unter 18-Jährigen ist mit einem Anteil von 0,5% sehr klein. Da der Fragebogen unter anderem in einer Hausarztpraxis ausgelegt wurde, war er prinzipiell auch Jugendlichen zugänglich. Es liegt daher nahe, dass das Interesse dieser Personengruppe an der Thematik eher gering ist. Da jedoch nur volljährige Personen eine gültige Patientenverfügung verfassen können, kann diese Personengruppe im Gesamtkontext vernachlässigt werden.
Die Gruppe der Personen der unter 30-Jährigen ist mit 8,1% ebenfalls relativ schwach vertreten. Die insgesamt drei Altersklassen der 30- bis 59-Jährigen weisen ähnliche prozentuale Anteile zwischen 18,3% und 19,3% auf. Die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen sowie der 70- bis 79-Jährigen ist, wie bereits erwähnt, überrepräsentiert. Der Anteil der 60- bis 80-Jährigen an der deutschen Gesamtbevölkerung beläuft sich auf insgesamt 20,4%51, während der Anteil dieser Altersgruppe in der vorliegenden Untersuchung bei 32,5% liegt. Dies lässt sich vermutlich mit der besonderen Interessenslage dieser Personengruppe in Bezug auf das Thema Patientenverfügung erklären. Der Anteil der befragten Personen über 80 Jahre und älter beträgt 2,5%. Diese Altersgruppe ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Deutschland unterrepräsentiert, da laut statistischem Bundesamt der Anteil dieser Gruppe in 2008 bei 5% lag.52 Die geringe Teilnehmerzahl der über 80-jährigen könnte damit zusammenhängen, dass es sich bei der vorliegenden Umfrage um einen Selbstausfüllerfragebogen handelt. Um den Anteil der Betagten in der Umfrage zu erhöhen, wäre eine interviewgestützte Erhebung gegebenfalls sinnvoll gewesen. Mit Hilfe eines Interviews hätten Lese- und Verständnisschwierigkeiten verhindert oder abgemildert werden können. Die Nachteile, wie die mangelnde Anonymität sowie die Gefahr der Verzerrung, haben jedoch überwogen, so dass auf diese Befragungstechnik auch in dieser Altersgruppe verzichtet wurde.
Neben dem Alter und dem Geschlecht wird ebenfalls nach der Wohnortgröße der Teilnehmer gefragt. Die Ergebnisse dieser Frage werden durch die nachfolgende Tabelle veranschaulicht:
Tab. 3-3 Wohnort nach Größe
Quelle: eigene Berechnung in Anlehnung an SPSS
Die Wohnorte werden bezüglich ihrer Größe differenziert. Gemäß den Begriffsbestimmungen der internationalen Statistikkonferenz aus dem Jahre 1887 sind Städte bis 5000 Einwohner sog. Landstädte. Städte bis 20.000 Einwohner werden als Kleinstadt definiert. Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern und weniger als 100.000 Einwohnern werden als Mittelstadt bezeichnet. Bei einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern handelt es sich um eine Großstadt.53
Der Großteil der befragten Personen, nämlich 51,8%, stammt aus einer Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern. 14,7% der Teilnehmer leben in einer sog. Mittels- tadt, während 33,6% der Befragten aus einer Land- oder Kleinstadt stammen. Diese Werte spiegeln wider, dass die Befragung in einem Ballungsgebiet durchgeführt wur- de.
Von besonderem Interesse ist der Familienstand der Befragten, um in einem späte- ren Schritt analysieren zu können, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Fami- lienstand und dem Vorhandensein bzw. der Ablehnung von Patientenverfügungen gibt.
Die folgende Kreuztabelle zeigt den Familienstand der Befragungsteilnehmer sowie das Vorhandensein von Kindern.
1 Vgl. Bundesärztekammer und zentrale Ethikkommission: Empfehlungen zum Umgang mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, 2009, S. 20 f.
2 Vgl . Borasio/He ß ler/Jox: Entscheidungen am Lebensende, 2008, S. 4.
3 Vgl. Schnell: Begleitung am Lebensende, 2009, S. 25.
4 Vgl. Marckmann/Vetter: Gesetzliche Regelung in der Patientenverfügung, 2009, S. 371.
5 Vgl. Stauter: „Der Arzt macht sowieso was er will“, 2009, S. 18.
6 Vgl. Nationaler Ethikrat: Patientenverfügung, 2005, S. 9.
7 Vgl. Kammeier: Patientenverfügung, 2009, S. 66.
8 Vgl . Deutscher Bundestag: Ethik und Recht der modernen Medizin, 2004, S. 17, http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/037/1503700.pdf .
9 Vgl. Stünker: Selbstbestimmung bis zum Lebensende, 2008, S. 120, www.humboldt-forum- recht.de/media/Druckansicht/pdf/2008-11.pdf.
10 Vgl. Ankermann: Sterben zulassen, 2004, S. 54.
11 Vgl. Putz/Steldinger: Patientenrechte am Ende des Lebens, 2004, S. 149.
12 Vgl. Schork: Ärztliche Sterbehilfe, 2008, S. 211.
13 Vgl. Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 53 ff.
14 Vgl. Ambrosy: Sterbehilfe aus juristischer Sicht, 2006, S. 31.
15 Vgl. Grimm/Hillebrand: Sterbehilfe, 2009, S. 34.
16 Vgl. Bundesärztekammer: Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung, 2009, S. 8.
17 Vgl. Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 53.
18 Vgl. Coeppicus: Sterbehilfe, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, 2006, S. 144 ff.
19 Vgl. Putz/Steldinger: Patientenrechte am Ende des Lebens, 2004, S. 155.
20 Vgl. Beleites: Grundsätze zur Sterbebegleitung, 2004, S. A 1297.
21 Vgl. Grimm/Hillebrand: Sterbehilfe, 2009, S. 47.
22 Vgl. Bioethik-Kommission Rheinland-Pfalz: Sterbehilfe und Sterbebegleitung, 2004, S. 64.
23 Vgl Schorck: Ärztliche Sterbehilfe, 2007, S. 46; ebenso: Schroth: Der Handlungsspielraum des Arztes am Ende des Lebens, 2006, S. 67; übereinstimmend: Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 49 f.
24 Vgl. BGH: Urteil vom 13.09.1994 AZ.: 1 StR 357/94, BGHSt 40, 257.
25 Vgl. Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 50.
26 Vgl . Schroth: Handlungsspielraum des Arztes am Ende des Lebens, 2006, S.63.
27 Vgl. Bioethik-Kommission Rheinland-Pfalz: Sterbehilfe und Sterbebegleitung, 2004, S. 65.
28 Vgl. Grimm/Hillebrand: Sterbehilfe, 2009, S. 47.
29 Vgl . Bundesärztekammer: Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung, 2009, S. 7.
30 Vgl. Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 83.
31 Vgl . Marckmann/Vetter: Gesetzliche Regelung der Patientenverfügung, 2009, S. 372.
32 Vgl. Bockenheimer-Lucius/Sauer: Ethische und rechtliche Aspekte der gesetzlichen Re- gelung der Patientenverfügung, 2009, S. 722.
33 Vgl . Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Vorsorge für Un- fall, Krankheit, Alter, 2009, S. 19.
34 Vgl. Vetter: Selbstbestimmung am Lebensende, 2005, S. 89.
35 Vgl. Ambrosy: Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht, 2006, S. 57.
36 Vgl . Bayerisches Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Vorsorge für Unfall, Krankheit, Alter, 2009, S. 7.
37 Vgl. Sahm: Sterbebegleitung und Patientenverfügung, 2006, S. 82.
38 Vgl. Coeppicus: Sterbehilfe, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, 2006, S. 130.
39 Vgl. Ambrosy: Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht, 2006, S. 57.
40 Vgl . Bayerisches Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter, 2009, S. 9.
41 Vgl. Coeppicus: Sterbehilfe, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, 2006, S. 132 f.
42 Vgl. Bockenheimer-Lucius/Sauer: Ethische und rechtliche Aspekte der gesetzlichen Patien- tenverfügung, 2009, S. 720.
43 Vgl. Marckmann/Vetter: Gesetzliche Regelung der Patientenverfügung, 2009, S. 373.
44 Vgl. Kaya: Verfahren der Datenerhebung, 2007, S. 52.
45 Diekmann: Empirische Sozialforschung, 2005, S. 383.
46 Vgl. Kaya: Verfahren der Datenerhebung, 2007, S. 52.
47 Vgl . Zerback et. al.: Sozialforschung mit dem Internet, 2009, S. 26 f.
48 Vgl. Bandilla: Die Internetgemeinde als Grundgesamtheit, 2003, S. 78.
49 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland: Bevölkerung nach Altersgruppen, 2008, www.destatis.de.
50 Vgl. Schnell/Hill/Esser: Methoden der empirischen Sozialforschung, 2005, S. 333.
51 Vgl. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung nach Altersgruppen in Deutschland, 2008,
www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/Lange Reihen/Bevoelkerung/Content100/lrbev01ga,templateId=renderPrint.psml.
52 Vgl . Statistisches Bundesamt: Bevölkerung nach Altersgruppen in Deutschland, 2008,
53 Vgl. Heineberg: Stadtgeographie, 2006, S. 28.
Rheinische Fachhochschule Köln (Medizin-Ökonomie I)
Susanne Volkert (Autor)
V196643
9783656227526
9783656228028
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Susanne Volkert (Autor), 2010, Ethische und ökonomische Aspekte der Patientenverfügung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196643
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