Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20106/94
Timestamp: 2020-03-29 02:51:23
Document Index: 95401506

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 43', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.04.1996 - I ZR 106/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,790
BGH, 25.04.1996 - I ZR 106/94 (https://dejure.org/1996,790)
BGH, Entscheidung vom 25.04.1996 - I ZR 106/94 (https://dejure.org/1996,790)
BGH, Entscheidung vom 25. April 1996 - I ZR 106/94 (https://dejure.org/1996,790)
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Internationale Sozietät - Bezeichnung auf Briefkopf - Irreführung - Ein Anwalt in ausländischer Sozietät
Keine "Internationale Sozietät" mit nur einem von sechs inländischen Anwälten ("Internationale Sozietät")
Verwendung der Bezeichnung »Internationale Sozietät von Rechtsanwälten und Attorneysat-Law«
§ 1 UWG 2004, § 3 UWG 2004
Firmierung internationaler Sozietäten
"Internationale Sozietät"; Irreführende Bezeichnung einer Rechtsanwaltssozietät
"Internationale Sozietät"
NJW 1996, 2308
ZIP 1996, 1314
GRUR 1996, 917
VersR 1996, 1261
WM 1996, 1416
BB 1996, 1908
BB 1996, 779
DB 1996, 2616
AnwBl 1996, 471
Ausschlaggebend für die genannte Rechtsprechung war einerseits die Annahme, mit einem gemeinsamen Außenauftritt der Rechtsanwälte verbinde ein Rechtsuchender die Erwartung, gleichzeitig alle Sozien zu beauftragen und deren Solidarhaftung herbeizuführen (…vgl. Senatsurteil vom 29. Oktober 1990 - AnwSt (R) 11/90, aaO), und andererseits die Annahme, der Rechtsverkehr erwarte in diesen Fällen eine kollegiale Zusammenarbeit aller gleichrangig aufgeführten Rechtsanwälte auf gleicher Ebene (vgl. BGH, Urteil vom 25. April 1996 - I ZR 106/94, NJW 1996, 2308, 2310).
Solche Vorteile sind vor allem Spezialisierung, gegenseitige Vertretung sowie interne Beratung und Abstimmung unter den verbundenen Rechtsanwälten (vgl. BGH, Urteile vom 25. April 1996 - I ZR 106/94, aaO;… vom 3. Mai 2007 - IX ZR 218/05, BGHZ 172, 169 Rn. 17; jeweils m.w.N.).
Eine Gesamtbetrachtung des von der Antragsgegnerin beanstandeten Briefbogens ergibt, daß eine Irreführung des rechtsuchenden Publikums in rechtlich relevanter Weise zu befürchten ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 25. April 1996 - I ZR 106/94 - NJW 1996, 2308).
Das Berufungsgericht ist zunächst zu Recht davon ausgegangen, daß die Gestaltung und Verwendung des in Rede stehenden Briefkopfes ein werbendes Verhalten darstellt (vgl. BGHSt 37, 220, 222 [BGH 29.10.1990 - AnwSt R 11/90] = NJW 1991, 49;… BGH, Urt. v. 25.06.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 835 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten;… Urt. v. 05.05.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät; Urt. v. 25.04.1996 - I ZR 106/94, GRUR 1996, 917, 918 = WRP 1996, 897 - Internationale Sozietät).
(1) In der Entscheidung "Internationale Sozietät" (BGH NJW 1996, 2308, 2310 = JZ 1997, 149 mit Anm. Ring S. 151 f) wurde ausgeführt:.
BGH, 18.04.2005 - AnwZ (B) 35/04
Zulässigkeit der Bezeichnung "Associate"
Zur Begründung hat er unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 25. April 1996 - I ZR 106/94 (NJW 1996, 2308) ausgeführt, daß die Kurzbezeichnung gegen das Verbot der irreführenden Werbung in § 43 b BRAO, § 6 Abs. 1 BORA verstoße.
Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Fall grundlegend von dem im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. April 1996 (NJW 1996, 2308) entschiedenen.
Die Gestaltung ihrer Geschäftsbriefe ist werbendes Verhalten, das darauf abzielt, die Aufmerksamkeit des Verkehrs für die Inanspruchnahme ihrer Leistungen zu gewinnen (vgl. BGH WRP 1996, 897 ff. - Internationale Sozietät).
Durch die Gestaltung des Briefkopfes bzw. der Kurzbezeichnung unter Verwendung des Zusatzes "Associates" i. V. m. der Nennung der Namen des Antragstellers sowie der Rechtsanwältin I2, des Steuerberaters und Dipl.-Finanzwirts T und des Rechtsanwalts H wird zunächst der Eindruck erweckt, dass auch die letztgenannten Rechtsanwälte bzw. der Steuerberater T Mitglieder einer internationalen Sozietät bzw. eines internationalen körperschaftlichen Zusammenschlusses auf anderer rechtlicher Grundlage als dem der Sozietät seien (vgl. BGH, NJW 1996, 2308, 2309).
Es entsteht der unzutreffende Eindruck, es seien mehrere deutsche Rechtsanwälte als Sozien innerhalb einer internationalen bzw. in den USA ansässigen Sozietät tätig, der beim Verkehr eine nicht unerhebliche Fehlvorstellung erzeugt, nämlich die Erwartung des Mandanten, im Falle der Mandatserteilung seien ihm zur Erledigung seiner Angelegenheiten mehrere zu einer Sozietät verbundene amerikanische und deutsche Rechtsanwälte verpflichtet, die gleichzeitig auch einer internationalen Kanzlei mit Sitz in O angehörten (vgl. BGH, NJW 1996, 2308, 2309).