Source: https://www.brj-berlin.de/veranstaltungen/fachgespraeche/
Timestamp: 2020-06-05 00:26:13
Document Index: 226640621

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 9', '§ 1', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 34']

Fachgespräche – BRJ – Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.
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Unsere Fachgespräche finden in unregelmäßigen Abständen statt und sind offen für alle Interessierten. Die Termine und Themen werden über unseren Newsletter bekannt gegeben. Eine Auswahl von Fachgesprächen der letzten Jahre:
22 Oktober 2019, Mitwirkung in der Jugendhilfe
Das Fachgespräch war sehr gut besucht, die Thematik betrifft viele.
Wir haben Checklisten vorgestellt, die in manchen Jugendämtern für Hilfeplangespräche verwendet werden. Gutes Material, um sich einen Überblick zu verschaffen, was ein junger Mensch unter Umständen zu leisten in der Lage ist. Leider wird es manchmal als Kontrollinstrument missbraucht, um „mangelnde Mitwirkung“ nachzuweisen.
Anhand von Fallbeispielen und in ihrem rechtlichen Input wies Wiebke Poschmann (RAin) deutlich daraufhin, dass es eine formale Mitwirkungspflicht (SGB I) gibt, aber keine pädagogisch begründete. Diese war im JWG noch normiert, ist aber bewusst vom Gesetzgeber nicht ins SGB VIII übernommen worden.
Anhand dieser Informationen haben wir darüber diskutiert, wie die nächsten Schritte aussehen könnten, um mit dem Mythos „Mitwirkung“ aufzuräumen und die rechtlichen Grundlagen in den Fokus zu rücken.
Wir werden das Thema im BRJ weiter bearbeiten Ihnen hier bald einen „Aktionsplan Mitwirkung“ präsentieren!
Zu Ihrer Information finden Sie im Anhang alle in der Veranstaltung vorgestellten Materialien (Checkliste Verselbständigung, Gesetzliche Grundlage Mitwirkung und Fallbeispiele).
Unterlagen zum Fachgespräch Mitwirkung_22102019
5. Februar 2019, 18 Uhr - Stolpersteine und Hürden auf dem Weg junger Menschen hin zu einer bedarfsgerechten Unterstützung durch die Jugendhilfe.
Auf der Basis der im Projekt „Zuständig Bleiben“ durchgeführten Beratungen haben wir sieben Stolpersteine benannt, die jungen Menschen, die um eine Hilfe durch das Jugendamt bitten, in den Weg gelegt werden.
Bezogen auf die Fallanalyse finden sich weiterführende rechtliche Antworten auf ombudschaftliche Fragen auf der Homepage, abrufbar unter https://www.brj-berlin.de/fachinformationen/ombudschaftliche-faqs/.
In diesem Projekt haben wir ausschließlich junge Menschen beraten, die um Hilfen nach §§ 41 und/oder 13 SGB VIII nachfragten. Erschreckend häufig mussten wir die Missachtung von Beteiligungsrechten feststellen, was sich leider auch mit der im Projekt Berliner Beratungs- und Ombudsstelle erstellten Auswertung der ersten drei Jahre deckt. Auch in diesem Projekt meldeten viele Personensorgeberechtigte zurück, dass sie sich nicht ernst genommen fühlen, bzw. der Eindruck entsteht, dass sie im Hilfeplanverfahren nicht gehört werden.
Das Fachgespräch findet im Bethaniendamm 25 in Kreuzberg statt.
6. Dezember 2018, 19 Uhr - Fachgespräch Wohnen
Input von Frieder Moritz (Jakus e.V.) und Benjamin Raabe (RA, Fachanwalt für Mietrecht)
Das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ spielt in der Beratungsarbeit des BRJ eine herausragende Rolle. Jugendliche finden in ihrer Verselbständigungsphase kaum noch Wohnungen, so dass eine steigende Anzahl junger Menschen nicht mehr in eigenen Wohnraum ziehen kann, sondern aus der Jugendhilfe auf die Straße entlassen wird. Viele werden zu „Sofa-Hoppern“, die von einer Bekannten zum nächsten Kumpel ziehen müssen, oft nur, um am Ende auch in der Obdachlosigkeit zu landen. Keinen geschützten Lebensraum für sich zu haben, macht diese jungen Menschen für Ausbeutung besonders empfänglich.
Ausländische Jugendliche erweisen sich im Rennen um die wenigen Wohnungen oft als chancenlos. Besonders Geflüchtete mit abgelehnten Asylanträgen landen nach Beendigung der Jugendhilfe oft in Sammelunterkünften.
Freien Jugendhilfeträgern werden die Mietverträge gekündigt. Wie die wohnungssuchenden jungen Menschen werden sie zunehmend an die Peripherie der Stadt gedrängt. Die freien Jugendhilfeträger finden kaum mehr Wohnraum, um stationäre Hilfen wie Betreutes Wohnen anbieten zu können. Die Aufnahme neuer „Fälle“ ist häufig blockiert, weil Careleaver keine Wohnung finden, so dass sie nicht rechtzeitig ausziehen können.
Die Jugendämter argumentieren, dass der Mangel an Wohnraum kein Grund ist, die Jugendhilfe zu verlängern wenn die Ziele der Hilfe erreicht sind.
Weil das Thema allen Beteiligten unter den Nägeln brennt, wollen wir Sie/Euch zum „Fachgespräch Wohnen“ einladen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, die Probleme konkreter zu benennen; wir wollen im gemeinsamen Austausch mögliche Lösungsstrategien erkennen, bereits erarbeitete gute Praxis benennen und Forderungen an die Politik zu formulieren.
Wir freuen uns auf eine rege Diskussion und viele Interessierte.
14. Juni 2017, 18 Uhr - SGB VIII Reform
Thema: Kurze Einführung in die Thematik durch Prof. Dr. Peter Schruth
Seit dem 12.04.2017 liegt der Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) vor, dieser soll Anfang Juli beschlossen werden.
Der jetzige Entwurf hat nicht mehr die Schärfe der vorangegangenen Fassungen, jedoch auch einige Fallstricke.
Beispielsweise sind zwar im neuen § 9a die Einrichtungen von Ombudsstellen verankert, allerdings fehlt die Klarstellung von deren Unabhängigkeit und Weisungsungebundenheit, wie sie noch in § 1 des Referentenentwurfs enthalten war.
Einschneidend ist auch die Veränderung des § 13.3, der nur noch jungen Menschen eine Unterstützung im Jugendwohnen zusichert, die auch eine Hilfe nach § 13.2 erhalten.
Bitte melden Sie sich unter info@brj-berlin.de an.
19. Januar 2015 - „Wieviel Jugendberufshilfe braucht das Land?“
Thema: „Wieviel Jugendberufshilfe braucht das Land?“ – Inputreferent Prof. Dr. Peter Schruth
Auf dem letzten Fachtag zur Jugendberufshilfe ist deutlich geworden, dass nach wie vor bei vielen jungen Menschen in Berlin ein Hilfebedarf nach § 13 SGB VIII besteht, die Bewilligungspraxis aber immer zäher wird. Wir möchten gerne mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen und gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es für die Betroffenen und ihre Familien zur Durchsetzung bei berechtigtem Jugendberufshilfebedarf gibt.
12. November 2012 - Niedrigschwellige Beratungskonzepte für Ombudsstellen
Thema: Niedrigschwellige Beratungskonzepte für Ombudsstellen der Jugendhilfe
Wir möchten Euch den Verlauf und die Ergebnisse des Projektes präsentieren und diese gemeinsam mit Euch diskutieren.
Ziel des Projektes war u.a. die Erhöhung des Anteils der Menschen, die ihr Anliegen gegenüber dem Jugendamt bis zu einer Entscheidung vertreten. Deutlich wurde, dass ein Teil der Betroffenen einem längeren Beratungsprozess nur mit weit größerer Unterstützung gewachsen ist, als es durch eine Ombudsstelle zu leisten ist.
2. Mai 2012 - Ombudschaft in der Jugendhilfe in Wien
Thema: Ombudschaft in der Jugendhilfe in Wien
Referent: Peter Sarto
Peter Sarto, erster Wiener Ombudsmann und zuständig für allle fremduntergebrachten Kinder in Wien, stellt seine Arbeit vor. Seit 1. März 2012 ist die Ombudstelle eingerichtet und bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien verankert. Ziel im Rahmen dieser Ombudstelle ist, sozialpädagogisch betreuten Kindern und Jugendlichen als externe und unabhängige Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.
Wir freuen uns über rege Teilnahme und Diskussionen.
26. Mai 2010 - Repressive Pädagogik
Thema: Repressive Pädagogik
René Grummt, Peter Schruth und Titus Simon haben hierzu aktuell ein Buch veröffentlicht: „Neue Fesseln der Jugendhilfe: Repressive Pädagogik“, erschienen im Schneider Verlag Hohengehren.
Wir freuen uns, dass wir René Grummt als Fachreferenten für diesen Abend gewinnen konnten. Er hat einige Zeit in den USA gelebt und sich besonders mit den dortigen „boot-camps“ und dem Projekt der „Glenn Mills-Schools“ auseinandergesetzt.
Auch in der Bundesrepublik werden immer öfter Rufe nach einer strengeren Form der Pädagogik laut und Camps wie z.B. das des Lothar Kannenberg stoßen auf großes Interesse.
Peter Schruth wird einleitend einen kurzen Überblick über die ethischen und rechtlichen Grenzen einer strafenden und nicht gewaltfreien Pädagoggik geben; dann gibt René Grummt einen Einblick in die Realität der boot-camps. Im zweiten Teil des Abends möchten wir die Zusammenhänge für unsere tägliche Abeit diskutieren.
14. April 2010 - Fallstatistik BRJ
Mittlerweile haben wir 597 Fälle beraten und 400 davon abgeschlossen und ausgewertet. Beim letzten Fachgespräch haben wir die aktuelle Fallstatistik vorgestellt und über den aktuellen Stand informiert. Thema war u.a. wer sich an uns gewandt hat, um welche Hilfen es ging und wie die Fälle endeten.
24. Februar 2010 - Einsparungen in der Jugendhilfe
Thema: Einsparungen in der Jugendhilfe und die Folgen für Betroffene und MitarbeiterInnen in den Jugendämtern
Referentin: Petra Mund, Lehrbeauftragte an der Alice-Salomon-Hochschule, hat zum Thema dissertiert und die Ergebnisse ihrer Dorktorarbeit vorgestellt. Link zur Dissertation: https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/2665
„Sozialpädagogisches Handeln unter kommunalen Haushaltsdruck – Ein Beitrag zur Frage der Steuerung der stationären Hilfen zur Erziehung“
Am Beispiel der stationären Hilfen zur Erziehung § 34 SGB VIII hat diese Arbeit die möglichen Effekte finanzpolitischer Einflussnahmen auf das Handeln der Fachkräfte in den Jugendämtern untersucht. Durch die immer knapper werdenden finanziellen Mittel der öffentlichen Haushalte stehen seit einigen Jahren alle sozialstaatlichen Sicherungssysteme unter einem erhöhten Druck der Kostenreduzierung und es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen finanzpolitische Einflussnahmen auf die Entscheidungen über die geeignete und notwendige Hilfen zur Erziehung haben.
Fokus der Untersuchung war die Situation im Bundesland Berlin in den Jahren 2002 bis 2006. Zunächst ist eine Sichtung und Systematisierung des Status Quo im Jahr 1996 und der im Untersuchungszeitraum vorgenommenen finanzpolitischen Einflussnahmen erfolgt. Daran haben sich leitfadengestützte problemzentrierte Interviews mit den Fachkräften der Jugendämter angeschlossen. Diese wurden mit einem Auswertungsverfahren analysiert, das sich an den Prinzipien der strukturierenden Inhaltsanalyse orientiert hat.
Insgesamt ist deutlich geworden, dass eine Isolierung der Effekte finanzpolitischer Einflussnahmen aufgrund des multikausalen Bedingungsgefüges der Inanspruchnahme stationärer Hilfen zur Erziehung schwer ist. Gleichwohl zeigen die Ergebnisse, dass die stationären Hilfen aufgrund der mit ihnen verbundenen sehr hohen Kosten in einem besonderen Maß gefährdet sind, zum Gegenstand von Einsparvorgaben zu werden. Ferner wurde deutlich, dass die Fachkräfte zur Bewältigung des Einspardrucks Regeln und Praktiken des Handelns entwickeln, im Zuge derer die stationären Hilfen zur Erziehung vermehrt erst in Situationen in denen eine Kindeswohlgefährdung droht bzw. nach bereits erfolgten ambulanten Hilfen zur Erziehung in Betracht gezogen werden.
27. Mai 2009 - KiWoMaG und das neue FamFG
Beim Fachgespräch am 27.Mai 2009 hat Frau Peifer vom Deutschen Verein zunächst einen Überblick gegeben, über die Änderungen im familienrechtlichen Verfahren, die durch das KiWoMaG eingetreten sind bzw. mit dem FamFG am 1. September 2009 eintreten werden. Dabei ging sie auf die Gesetzgebungsverfahren und das Verhältnis der beiden Gesetze zueinander ein und erläuterte wesentliche inhaltliche Änderungen. Zu Ihrer Information finden Sie im Anhang den Artikel von Frau Peifer, erschienen im NDV und weitere Informationen zur FGG-Reform.
NDV-10-08_Peifer
Familienverfahrensrecht im FamFG – DIJuF-Textauszug
FGG-Reform Änderungen in SGB VIII und BGB – DIJuF-Synopse
Jugend-Informationsrundschreiben Nr. 6-2008
Synopse Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen