Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201981,%20954
Timestamp: 2013-06-20 08:01:13
Document Index: 128904654

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Rechtsprechung: VersR 1981, 954
Rechtsprechung BGH, 16.06.1981 - VI ZR 38/80 Volltextver�ffentlichungen (2)
Haftungsausf�llende Kausalit�t bei Annahme eines groben Behandlungsfehlers
Nicht zu schnell aus dem Krankenhausbett
NJW 1981, 2513
VersR 1981, 954
Wird zitiert von ... (18) BGH, 27.04.2004 - VI ZR 34/03 Arzthaftung - Umkehr der Beweislast bei grobem Behandlungsfehlerb) Zwar hat der erkennende Senat verschiedentlich die Formulierung verwendet, da� ein grober Behandlungsfehler, der geeignet sei, einen Schaden der tats�chlich eingetretenen Art herbeizuf�hren, f�r den Patienten "zu Beweiserleichterungen bis hin zur Umkehr der Beweislast" f�hren k�nne (vgl. Senatsurteile BGHZ 72, 132, 133 f.; 85, 212, 215 f.; vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - VersR 1981, 954, 955; vom 7. Juni 1983 - VI ZR 284/81 - VersR 1983, 983, 984; vom 29. M�rz 1988 - VI ZR 185/87 - VersR 1988, 721, 722; vom 18. April 1989 - VI ZR 221/88 - VersR 1989, 701 f.; vom 1. Oktober 1996 - VI ZR 10/96 - VersR 1997, 362, 363).Gleiches gilt, wenn sich nicht das Risiko verwirklicht hat, dessen Nichtbeachtung den Fehler als grob erscheinen l��t (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - aaO) oder wenn der Patient durch sein Verhalten eine selbst�ndige Komponente f�r den Heilungserfolg vereitelt hat und dadurch in gleicher Weise wie der grobe Behandlungsfehler des Arztes dazu beigetragen hat, da� der Verlauf des Behandlungsgeschehens nicht mehr aufgekl�rt werden kann (vgl. KG, VersR 1991, 928 mit Nichtannahmebeschlu� des Senats vom 19. Februar 1991 - VI ZR 224/90; OLG Braunschweig, VersR 1998, 459 mit Nichtannahmebeschlu� des Senats vom 20. Januar 1998 - VI ZR 161/97).Das Vorliegen einer derartigen Ausnahmekonstellation hat allerdings der Arzt zu beweisen (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - aaO;… vom 28. Juni 1988 - VI ZR 217/87 - aaO;… Gro�, Festschrift f�r Gei�, S. 429, 431).
BGH, 30.09.2003 - VI ZR 438/02 Verfahrensrecht - Nichtzulassungsbeschwerde: Inhalt des BerufungsurteilsEntgegen der Ansicht der Revision hat der Patient auch dann, wenn ihm gegen�ber ein Arzt seine Pflicht zur therapeutischen Beratung verletzt, wie bei jedem anderen Behandlungsfehler, grunds�tzlich den Beweis der Urs�chlichkeit der unterlassenen Aufkl�rung f�r seinen Schaden zu f�hren, es sei denn, der in der unterlassenen Befunderhebung liegende Behandlungsfehler ist als "grob" zu qualifizieren (vgl. Senatsurteile vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - VersR 1981, 954, 956 und vom 24. Juni 1986 - VI ZR 21/85 - VersR 1986, 1121, 1122).
BGH, 16.11.2004 - VI ZR 328/03 Versch�rfte Haftung bei mangelhafter �rztlicher Aufkl�rungGleiches gilt, wenn sich nicht das Risiko verwirklicht hat, dessen Nichtbeachtung den Fehler als grob erscheinen l��t (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - VersR 1981, 954, 955), oder wenn der Patient durch sein Verhalten eine selbst�ndige Komponente f�r den Heilungserfolg vereitelt hat und dadurch in gleicher Weise wie der grobe Behandlungsfehler des Arztes dazu beigetragen hat, da� der Verlauf des Behandlungsgeschehens nicht mehr aufgekl�rt werden kann (vgl. Senatsurteile vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01 - VersR 2002, 1026, 1028;… vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03 - aaO; KG VersR 1991, 928 mit Nichtannahmebeschlu� des Senats vom 19. Februar 1991 - VI ZR 224/90; OLG Braunschweig VersR 1998, 459, 461 mit Nichtannahmebeschlu� des Senats vom 20. Januar 1998 - VI ZR 161/97).
BGH, 19.06.2012 - VI ZR 77/11 Schadensrecht - Grober �rztlicher BehandlungsfehlerWar ein grober Versto� gegen den �rztlichen Standard grunds�tzlich geeignet, mehrere Gesundheitssch�den bekannter oder (noch) unbekannter Art zu verursachen, kommt eine Ausnahme vom Grundsatz der Beweislastumkehr bei grobem Behandlungsfehler regelm��ig nicht deshalb in Betracht, weil der eingetretene Gesundheitsschaden als m�gliche Folge des groben Behandlungsfehlers zum ma�gebenden Zeitpunkt noch nicht bekannt war (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80, VersR 1981, 954).*).Eine Verlagerung der Beweislast auf die Behandlungsseite ist nach einem groben Behandlungsfehler ausgeschlossen, wenn jeglicher haftungsbegr�ndende Ursachenzusammenhang �u�erst unwahrscheinlich ist, sich nicht das Risiko verwirklicht hat, dessen Nichtbeachtung den Fehler als grob erscheinen l�sst, oder der Patient durch sein Verhalten eine selbst�ndige Komponente f�r den Handlungserfolg vereitelt hat und dadurch in gleicher Weise wie der grobe Behandlungsfehler des Arztes dazu beigetragen hat, dass der Verlauf des Behandlungsgeschehens nicht mehr aufgekl�rt werden kann (…vgl. Senatsurteile vom 8. Januar 2008 - VI ZR 118/06, VersR 2008, 490 Rn. 11;… vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03, BGHZ 159, 48 Rn. 16; vom 16. November 2004 - VI ZR 328/03, VersR 2005, 228, 229 und vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80, VersR 1981, 954).c) Die entscheidende Erw�gung des Berufungsgerichts, dem Kl�ger komme im Streitfall gleichwohl keine Beweislastumkehr zugute, weil sich mit der PVL nicht das Risiko verwirklicht habe, dessen Nichtbeachtung den Fehler als grob erscheinen lasse, beruht auf einem Missverst�ndnis der einschl�gigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80, VersR 1981, 954).F�r diese Billigkeitserw�gungen bleibt aber dann kein Raum, wenn feststeht, dass nicht die dem Arzt zum groben Fehler gereichende Verkennung eines Risikos schadensurs�chlich geworden ist, sondern allenfalls ein in derselben Behandlungsentscheidung zum Ausdruck gekommener, aber nicht schwerwiegender Versto� gegen weitere �rztliche Sorgfaltspflichten (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80, VersR 1981, 954 Rn. 12).
BGH, 24.06.1986 - VI ZR 21/85 Feststellung der haftungsbegr�ndenden Kausalit�t im Rahmen der Arzthaftung wegen …b) Zutreffend weist das Berufungsgericht ferner darauf hin, da� ein Patient allerdings auch dann, wenn ihm gegen�ber ein Arzt seine Pflicht zur therapeutischen Beratung verletzt, wie bei jedem anderen Behandlungsfehler grunds�tzlich den Beweis der Urs�chlichkeit der unterlassenen Aufkl�rung f�r seinen Schaden zu f�hren hat, es sei denn, der Behandlungsfehler ist als "grob" zu qualifizieren (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - VersR 1981, 954, 956 [unterlassener Hinweis auf Infektionsgefahr bei vorzeitigem Verlassen der Klinik nach Herzkatheteruntersuchung]; OLG Celle, VersR 1985, 346 [Unterlassen einer dringlichen Empfehlung zur Klinikeinweisung bei Herzinfarktverdacht]).
BGH, 07.07.1994 - III ZR 52/93 Amtspflichten im Rahmen einer staatlichen Schutzimpfung mit LebendvirenBei einem Klinikaufenthalt mu� der Krankenhausarzt den Patienten auf die von einem Mitpatienten ausgehende Ansteckungsgefahr hinweisen (BGH…, Urteil vom 22. Januar 1960 aaO.), er darf den Patienten mit R�cksicht auf m�gliche - auch seltene - Komplikationen nicht ohne ausreichende zus�tzliche Vorkehrungen vorzeitig entlassen (BGH, Urteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - NJW 1981, 2513 ), und er hat ihn erforderlichenfalls auf die Dringlichkeit weiterer Untersuchungen und Kontrollen, auch anderer durch die Behandlung etwa gef�hrdeter Organe, aufmerksam zu machen (BGHZ 107, 222, 226/227; BGH…, Urteil vom 12. Januar 1988 aaO.).
BGH, 26.11.1981 - III ZR 59/80 Amtshaftung bei Amtspflichtverletzung durch einen AnstaltsarztFalls sich nicht mehr kl�ren l��t, ob die Gesundheitssch�den des Kl�gers auf amtspflichtwidrigem Verhalten von �rzten, das dem beklagten Land zuzurechnen ist, beruht, kann der Gesichtspunkt der Umkehr der Beweislast wegen grober schuldhafter Behandlungsfehler des Vertragsarztes Dr. R. und des von diesem eingeschalteten Dr. Sch. (dazu unter 11, 2) Bedeutung erlangen (vgl. etwa Urteile des BGH vom 11. April 1967 - VI ZR 61/66 - NJW 1967, 1508; vom 12. M�rz 1968 - VI ZR 85/66 - NJW 1968, 1185; vom 11. Juni 1968 - VI ZR 116/67 - NJW 1968, 2291 und vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 VersR 1981, 954; vgl. auch OLG D�sseldorf, VersR 79, 723).Die Rechtfertigung f�r die Beweiserleichterung (dazu BGH Urt. vom 16. Juni 1981 a.a.O.)trifft auf einen Gefangenen noch in verst�rktem Ma�e zu.
BGH, 07.02.1984 - VI ZR 188/82 Wirksamkeit der Einwilligung in einen Diagnoseeingriffin anderem Zusammenhang Giesen JZ 1982, 448, 454 unter Hinweis auf das Senatsurteil vom 16. Juni 1981 - VI ZR 38/80 - VersR 1981, 954 = NJW 1981, 2513 ; Bedenken gegen die Verneinung des Rechtswidrigkeitszusammenhangs allgemein bei Mertens aaO.).
OLG Saarbr�cken, 21.07.1999 - 1 U 926/98 Voraussetzungen eines groben Diagnoseirrtums; 60.000 DM Schmerzensgeld wegen …Verkn�pfung von Arztfehler und Gesundheitsbesch�digung unter dem Gesichtspunkt des " groben Behandlungsfehlers" nach den von der Rechtsprechung hierzu entwickelten Grunds�tzen erleichtert ist (BGH in st. Rspr. z. B. VersR 92, 238; 81, 954).
OLG Frankfurt, 23.12.2003 - 8 U 140/99 Arzthaftung: Infektion mit AIDS und Hepatitis-C wegen mangelnder Hygiene bei …Der Hygienemangel bei Durchf�hrung der Ozontherapie mit mehrfacher Verwendung der Glasspritze war geeignet, die Infektion der Kl�gerin mit HCV und HIV herbei zu f�hren und es hat sich gerade dasjenige Risiko verwirklicht, dessen Nichtbeachtung den Fehler als grob erscheinen l�sst (vgl. BGH NJW 1981, 2513).
OLG Karlsruhe, 12.05.2004 - 7 U 204/98 Arzthaftung wegen Geburtsschaden eines Kindes: Ausschluss von …
OLG Brandenburg, 07.11.2006 - 12 U 130/06 Prozesskostenhilfe: Beweislastumkehr bei groben Behandlungsfehlern; Arzthaftung
BGH, 29.03.1990 - III ZR 325/89 OLG Schleswig, 24.02.1993 - 4 U 16/91 Arzthaftung wegen versp�tet eingeleiteter Geburt durch Kaiserschnitt
OLG Oldenburg, 16.01.1987 - 6 U 71/86 OLG Frankfurt, 11.01.2011 - 14 U 120/08 Arzthaftungsrecht: Keine Haftung mangels hinreichender Anhaltspunkte f�r …