Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.06.2001&Aktenzeichen=II%20ZR%2038/99
Timestamp: 2020-02-29 14:18:03
Document Index: 164376395

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 276', '§ 826', '§ 43', '§ 276', '§ 30', '§ 276', '§ 30', '§ 30', '§ 276', 'BGH', '§ 43', '§ 43', 'BGH', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 30', '§ 812', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.06.2001 - II ZR 38/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,502
BGH, 25.06.2001 - II ZR 38/99 (https://dejure.org/2001,502)
BGH, Entscheidung vom 25.06.2001 - II ZR 38/99 (https://dejure.org/2001,502)
BGH, Entscheidung vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99 (https://dejure.org/2001,502)
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GmbHG §§ 30, 43 Abs. 3; BGB § 276 (Hb), § 826 (Gi)
GmbHG §§ 43 Abs. 3, 30; BGB §§ 276, 826
Haftung des Prokuristen bei verbotener Rückzahlung aus
GmbH - Auszahlungsverbot - Schadensersatz - Prokuristenhaftung - Positive Vertragsverletzung - Deliktische Haftung - Geschäftsführerweisung
Rückzahlungspflicht für eigenkapitalersetzendes Darlehen nur zu Lasten des GmbH-Geschäftsführers
Zur Frage der Haftung eines Prokuristen oder sonstigen verfügungsbefugten Angestellten wegen Verstoßes gegen das Auszahlungsverbot des § 30 GmbHG
BGB §§ 276, 826; GmbHG §§ 30, 43 Abs. 3
Haftung des Pokuristen aus positiver Vertragsverletzung
GmbHG §§ 30, 43 Abs. 3; BGB §§ 276, 826
Haftung des Prokuristen bei verbotener Rückzahlung aus GmbH-Stammkapital
Anstellungsvertrag, Einlagenrückgewähr, Geschäftsführer, Gesellschafterbeschluss, Gesellschaftsrecht, Haftung, Kapitalerhaltung, Prokura, Schadensersatzklagen
Gesellschaftsrecht; Verstoß gegen das Auszahlungsverbot durch einen Prokuristen
Auszahlungsverbot richtet sich nur gegen Geschäftsführer; Haftung von Mitarbeitern bei verbotenen Zahlungen
BGHZ 148, 167
NJW 2001, 3123
ZIP 2001, 1458
NZI 2002, 38
WM 2001, 1566
BB 2001, 1753
DB 2001, 1770
NZG 2001, 893
Bei einer Gesellschafterweisung oder einem Handeln des Geschäftsführers im Einverständnis mit den Gesellschaftern bzw. - wie hier - den Mitgesellschaftern entfällt nach der Rechtsprechung des Senats - solange kein Fall des § 43 Abs. 3 GmbHG oder der Existenzvernichtung vorliegt - grundsätzlich die Ersatzpflicht des Geschäftsführers nach § 43 Abs. 2 GmbHG (st.Rspr. vgl. nur BGHZ 142, 92, 95;… Sen.Urt. v. 31. Januar 2000 - II ZR 189/99, ZIP 2000, 493; Sen.Urt. v. 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, ZIP 2001, 1458).
aa) Die Haftung des Geschäftsführers gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG gegenüber der GmbH knüpft unmittelbar an die Verletzung der Pflichten aus der organschaftlichen Sonderrechtsbeziehung an und ist nicht von der Existenz eines Anstellungsvertrags abhängig (BGH, Urteil vom 12. Juni 1989 - II ZR 334/87, ZIP 1989, 1390, 1392; Urteil vom 10. Februar 1992 - II ZR 23/91, WM 1992, 691, 692; Urteil vom 21. April 1994 - II ZR 65/93, NJW 1994, 2027; vgl. auch BGH, Urteil vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 169 f. zu § 43 Abs. 3 GmbHG; vgl. ferner Born, WM Sonderbeilage 2013/1, 34;… Zöllner/Noack in Baumbach/Hueck, GmbHG, 20. Aufl., § 43 Rn. 4;… Oetker in Henssler/Strohn, Gesellschaftsrecht, GmbHG § 43 Rn. 1, 3;… U.H. Schneider in Scholz, GmbHG, 10. Aufl., § 43 Rn. 14, 17;… Koppensteiner/Gruber in Rowedder/Schmidt-Leithoff, GmbHG, 5. Aufl., § 43 Rn. 1, 3).
Soweit der Kläger Zahlungen der Schuldnerin "ohne Rechtsgrund" behauptet, handelt es sich der Sache nach um Entnahmen aus dem Gesellschaftsvermögen, die bei - hier gegebener - Einigkeit der Gesellschafter nur unter den Voraussetzungen des § 30 GmbHG unzulässig, aber nicht rechtsgrundlos i.S. von § 812 BGB wären (vgl. BGHZ 148, 167, 171; 173, 1, 14 Tz. 30).
Bei dem Vergleich der rechtlichen Stellung des Anfechtungsgegners vor und nach dem 1. November 2008 sind schließlich auch die Rechtsprechungsregeln (analog §§ 30, 31 GmbHG aF) hinzuzuziehen, obwohl der Bundesgerichtshof die Rechtsprechungsregeln dem Gesellschaftsrecht zugeordnet haben mag (BGH, Urteil vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 168;… vom 21. Juli 2011, aaO Rn. 31).
Ein solcher hätte jedenfalls nicht die Nichtigkeit des dinglichen Rechtsgeschäfts gemäß § 134 BGB zur Folge (BGH, Urteile vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95, BGHZ 136, 125, 129 f., vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 171 …und vom 18. Juni 2007 - II ZR 86/06, BGHZ 173, 1 Rn. 30).
Der Bundesgerichtshof mag die Rechtsprechungsregeln dem Gesellschaftsrecht zugeordnet haben, wie die Revision annimmt (BGH, Urteil vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 168).
Vielmehr bestimmen sich hiernach unter anderem auch die Rechtsstellung als Gesellschafter sowie die aus dieser Stellung folgenden Rechte und ihre Ausgestaltung (…MüKoBGB/Kindler aaO Rn. 588;… Staudinger/Großfeld, IntGesR [1998], Rn. 340), wie etwa die Auskunfts- und Rechenschaftsansprüche (…Bamberger/Roth/Mäsch, EGBGB, 3. Aufl., Art. 12 Anh II Rn. 73) und Ausschüttungssperren (BGH, Urteile vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 168 …und vom 11. Januar 2011 aaO), mithin auch die Ausschüttungsansprüche.
Ausschüttungssperren unterliegen dem Gesellschaftsstatut (BGH, Urteil vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 168).
Jedenfalls führt ein Verstoß gegen das Rückgewährverbot, wie das Berufungsgericht zutreffend erkannt hat, nicht zur Nichtigkeit des Rechtsgeschäfts, sondern nach der spezialgesetzlichen Regelung in §§ 31, 43 GmbHG dazu, dass der Gesellschaft das entzogene Stammkapital wieder zuzuführen ist und dass die Gesellschafter und der Geschäftsführer nach § 31 Abs. 3, § 43 Abs. 3 GmbHG für den Ausfall haften (BGH, Urteile vom 23. Juni 1997 - II ZR 220/95, BGHZ 136, 125, 129 f. und vom 25. Juni 2001 - II ZR 38/99, BGHZ 148, 167, 171).
Normadressat sind allein die Geschäftsführer wie sich aus dem systematischen Regelungszusammenhang der §§ 30, 43 Abs. 3 GmbHG ergibt (BGH WM 2001, 1565, 1566 m.w.Nachw; zustimmend: Keil, EWIR 2001, 917, 918; Harnier GmbHR 2001, 774, 775).
Er haftet dagegen nicht, wenn er auf Weisung oder mit dem erklärten Einverständnis des Geschäftsführers handelt (BGH WM 2001, 1566).