Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Rheinland-Pfalz&Datum=26.03.2007&Aktenzeichen=7%20E%2010212/07
Timestamp: 2019-06-19 14:16:58
Document Index: 276690904

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 35', '§ 35', '§ 36', '§ 36', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 3', '§ 60', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 6', '§ 28']

OVG Rheinland-Pfalz, 26.03.2007 - 7 E 10212/07.OVG - dejure.org
OVG Rheinland-Pfalz, 26.03.2007 - 7 E 10212/07.OVG
https://dejure.org/2007,4173
OVG Rheinland-Pfalz, 26.03.2007 - 7 E 10212/07.OVG (https://dejure.org/2007,4173)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 26.03.2007 - 7 E 10212/07.OVG (https://dejure.org/2007,4173)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07.OVG (https://dejure.org/2007,4173)
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§ 27 Abs 2 S 2 SGB 8, § 35a Abs 1 Nr 1 SGB 8, § 35a Abs 1 Nr 2 SGB 8, § 36 Abs 1 S 1 SGB 8, § 36 Abs 1 S 2 SGB 8
Beeinträchtigung, Behinderung, Beurteilungsspielraum, Entscheidungsprozess, Eingliederungshilfe, Förderunterricht, geistig, geistige Behinderung, Hilfeplan, Jugendhilfe, Jugendhilferecht, Leben in der Gesellschaft, Kontrolle, kooperativ, Leistungsstörung, legasthen, Legasthenie, Legasthenietherapie, Lese-Rechtschreibschwäche, Lese-Rechtschreibstörung, pädagogisch, psychosomatische Reaktion, Rechtschreibschwäche, Rechtschreibstörung, Schulängste, Schule, Schulphobie, Schulprobleme, seelisch, seelische Behinderung, seelische Gesundheit, seelische Störung, sekundär, Sekundärfolge, sozialer Kontakt, Teilhabe, unbestimmter Rechtsbegriff, Vereinzelung, Versagensängste, Verweigerung
Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche; Lese-Rechtschreibstörung oder Legasthenie als Abweichung der seelischen Gesundheit eines Kindes oder Jugendlichen vom alterstypischen Zustand; Anforderungen an eine Beeinträchtigung eines seelisch behinderten Kindes; Beurteilungsspielraum des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe im Hilfeplanverfahren
Zur Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII bei Lese- und Rechtschreibstörungen
VG Trier, 08.01.2007 - 6 K 802/06
NJW 2007, 1993
Der Rechtsbegriff der seelischen Behinderung unterliegt voller gerichtlicher Überprüfung (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.03.2007 - 7 E 10212/07 -, JAmt 2007, 365 ff.); Vondung in Kunkel, LPK-SGB VIII, § 35a Rn. 7 a. E.).
Das Bundesverwaltungsgericht hat in diesem Zusammenhang festgestellt, dass nicht zu beanstanden ist, wenn bei bloßen Schulproblemen und Schulängsten, die andere Kinder teilen, eine seelische Behinderung verneint, bei einer auf Schulversagensängsten beruhenden Schulphobie, einer totalen Schul- und Lernverweigerung oder einem Rückzug aus jedem sozialen Kontakt und der Vereinzelung in der Schule eine seelische Behinderung aber bejaht wird (…BVerwG, Urt. v. 26.11.1998 - 5 C 38.97 -, FEVS 49, 187; OVG Rh.-Pf., Urt. v. 26.3. 2007 - 7 E 10212/07 - Senatsbeschl. v. 8.5. 2008 - 4 LA 128/07 -).
- 5 C 38.97 -, FEVS 49, 487, juris; OVG NRW, Beschlüsse vom 14. November 2007 - 12 A 457/06 -, vom 12. November 2008 - 12 A 2551/08 -, vom 29. Mai 2008 - 12 A 3841/06 -, juris, vom 19. Februar 2010 - 12 A 2745/09 - und vom 13. August 2010 - 12 1237/09 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07-, FEVS 58, 477.
Dies ist beispielsweise bei einer auf Versagensängsten beruhenden Schulphobie, bei einer totalen Schul- und Lernverweigerung, bei einem Rückzug aus jedem sozialen Kontakt oder bei einer Vereinzelung in der Schule anzunehmen, nicht aber bereits bei bloßen Schulproblemen und Schulängsten, wie sie auch andere Kinder teilen (vgl. BVerwG…, Urteil vom 26. November 1998 - BVerwG 5 C 38/97 -, juris, Rn. 15; OVG LSA…, Beschluss vom 22. Januar 2013 - 4 L 1/13 -, juris, Rn. 10; SächsOVG…, Beschluss vom 20. August 2009 - 1 B 432/09 -, juris, Rn. 6; OVG Rh.-Pf., Urteil vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, juris, Rn. 7; OVG NRW…, Urteil vom 22. August 2014 - 12 A 3019/11 -, juris, Rn. 48 ff.).
vgl. BVerwG, Urteile vom 11. August 2005 - 5 C 18.04 -, BVerwGE 124, 83, juris; vom 28. September 2000 - 5 C 29.99 -, BVerwGE 112, 98, juris; vom 26. November 1998 - 5 C 38.97 -, FEVS 49, 487, juris; OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, FEVS 58, 477, juris; HessVGH, Urteil vom 20. August 2009 - 10 A 1799/08 -, NVwZ-RR 2010, 59, juris; OVG NRW, Beschluss vom 15. Juli 2011 - 12 A 1168/11 -, juris, m. w. N.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. November 1998 - 5 C 38.97 -, FEVS 49, 487, juris; OVG NRW, Beschlüsse vom 14. November 2007 - 12 A 457/06 -, vom 12. November 2008 - 12 A 2551/08 -, vom 29. Mai 2008 - 12 A 3841/06 -, juris, vom 19. Februar 2010 - 12 A 2745/09 - und vom 13. August 2010 - 12 A 1237/09 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, FEVS 58, 477, juris.
Der alterstypische Normalzustand der psychischen Gesundheit, ist unter Berücksichtigung der besonderen Entwicklungsdynamik von jungen Menschen nur im Rahmen einer individuelle Umstände berücksichtigenden Bandbreite feststellbar.(…Stähr in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn 15.) Die Abweichung von dem Regelzustand seelischer Gesundheit ist bei dem Kind nach Breite, Tiefe und Dauer so intensiv, dass sie seine Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt und eine solche Beeinträchtigung ohne individuelle Hilfestellung auch weiter erwarten lässt.(Vgl. zum Maßstab die st. Rspr., z.B. OVG NRW, B. v. 15.7. 2011 - 12 A 1168/11 m. w. N. Juris; HessVGH, U. v. 20.8. 2009 - 10 A 1799/08 -, juris, 59; OVG Rh-Pf, B. v. 26.3. 2007 - 7 E 10212/07, Juris; BVerwG, U. v. 11.8. 2005 - 5 C 18.04, juris; v. 28.9. 2000 - 5 C 29.99, Juris; v. 26.11.1998 - 5 C 38.97, juris.) Mit der in Absatz 1a Satz 2 eingefügten Regelung nimmt § 35a SGB VIII die Internationale Klassifikation der Krankheiten in der vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information ( DMIDI ) herausgegebenen Fassung in Bezug.
Hinzukommen muss, dass es als Sekundärfolge der Rechenstörung zu einer seelischen Störung oder psychosomatischen Reaktion des Kindes oder Jugendlichen kommt, so dass deshalb seine seelische Gesundheit länger als sechs Monate von dem für sein Lebensalter typischen Zustand abweicht (sog. sekundäre Neurotisierung, vgl. OVG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 18. April 2012 - 3 L 716/09 -, n.v.; OVG Sachsen, Beschl. v. 29. Januar 2010 - 1 A 143/09 - VGH Hessen, Urt. v. 20. August 2009 - 10 A 1799/08 - OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, jeweils zit. nach JURIS;… Kunkel, SGB VIII, 4. A., § 35a Rdnr. 12, 19; vgl. auch OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 28. Oktober 2011 - 12 A 1174/11 - VGH Bayern, Beschl. v. 3. Februar 2011 - 12 ZB 09.1918 - zu Lese- und Rechtschreibschwäche, jeweils zit. nach JURIS).
Bei dieser Teilleistungsschwäche ist eine Abweichung von dem für das Lebensalter typischen Zustand der seelischen Gesundheit vielmehr nur zu bejahen, wenn es als Sekundärfolge zu einer seelischen Störung kommt, so dass deshalb die seelische Gesundheit des Kindes oder Jugendlichen länger als sechs Monate von dem für sein Lebensalter typischen Zustand abweicht (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, FEVS 58, 477, 478; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28. Februar 2007 - 12 A 1472/05 - Hess. VGH, Urteil vom 8. September 2005 - 10 UE 1647/04 -, JAmt 2006, 37;… Vondung, a.a.O., § 35a Rdnr. 7).
Allerdings unterliegt der unbestimmte Rechtsbegriff der seelischen Behinderung der vollen gerichtlichen Überprüfung (vgl. Sächsisches OVG, Beschluss vom 9. Juni 2009 - 1 B 288/09-; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26. März 2007 - 7 E 10212/07 -, FEVS 58, 477, 479;… Vondung, a.a.O., § 35a Rdnr. 7;… Fischer, a.a.O., § 35a Rdnr. 14).
Hierunter ist das Fehlen bzw. der Verlust oder die Beeinträchtigung von Funktionen oder Fähigkeiten zu verstehen, die mit einem normalerweise vorhandenen Zustand seelischer Gesundheit verbunden sind.(Ausführlich dazu VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid v. 03.04.2017, 3 K 2311/16 (nicht rechtskräftig).) Die Feststellung des abweichenden Gesundheitszustandes hat als Bezugsgröße einen alterstypischen Normalzustand der psychischen Gesundheit, der unter Berücksichtigung der besonderen Entwicklungsdynamik von jungen Menschen nur im Rahmen einer individuelle Umstände berücksichtigenden Bandbreite festzustellen ist.(…Stähr in: Hauck/Noftz, SGB, 05/15, § 35a SGB VIII, Rn. 15.) Dabei muss die Abweichung von dem Regelzustand seelischer Gesundheit nach Breite, Tiefe und Dauer so intensiv sein, dass sie als Folgezustand die Fähigkeit des Betroffenen zur Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt oder eine solche Beeinträchtigung erwarten lässt.(St. Rspr., z.B. OVG NRW, B. v. 15.7.2011 - 12 A 1168/11 m. w. N., juris; HessVGH, U. v. 20.8.2009 - 10 A 1799/08 -, NVwZ-RR 2010, 59; OVG Rh-Pf, B. v. 26.3.2007 - 7 E 10212/07, FEVS 58, 477, Juris; BVerwG, U. v. 11.8.2005 - 5 C 18.04, Juris; v. 28.9.2000 - 5 C 29.99, Juris = BVerwGE 112, 98; v. 26.11.1998 - 5 C 38.97 , FEVS 49, 487.) Die auf Erwachsene bezogenen, für die Dynamik der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nur begrenzt relevanten psychiatrischen Klassifizierungen in § 3 der Verordnung nach § 60 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (Eingliederungshilfe-Verordnung, hier im Folgenden EHVO) sind inzwischen von der Kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis überholt und insoweit nicht mehr anzuwenden.(VG des Saarlandes, Gerichtsbescheid v. 03.04.2017, 3 K 2311/16 (nicht rechtskräftig) m. w. N..) Mit der in Absatz 1a Satz 2 eingefügten Regelung nimmt § 35a SGB VIII die Internationale Klassifikation der Krankheiten in der vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information ( DMIDI ) herausgegebenen Fassung in Bezug.
OVG Sachsen, 09.06.2009 - 1 B 288/09
Dyskalkulie; seelische Gesundheit; Teilhabebeeinträchtigung; Einliederungshilfe
Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden." Ein Abweichen der seelischen Gesundheit i. S. v. § 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII der Antragstellerin von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand verlangt zusätzlich zu dieser geistigen Teilleistungsstörung die Feststellung hierin begründeter Sekundärfolgen im seelischen Bereich (so auch die überwiegende Meinung in Rechtsprechung und Literatur, vgl. z.B.: OVG NRW, Beschl. v. 28.02.2007 - 12 A 1472/05 - zitiert nach juris; OVG Rh.-Pf., Urt. V. 26.3.2007, NJW 2007, 1993;… Stähr in Hauck/Haines, SGBVIII, Kommentar, Stand April 2009, K § 35a Rn. 26; jeweils mit weiteren Nachweisen).
VG Hannover, 20.05.2008 - 3 A 3648/07
Eingliederungshilfe für selbst beschaffte Maßnahme bei Teilleistungsstörung mit …
VG Hannover, 20.05.2008 - 3 A 2768/07
Eingliederungshilfe bei Teilleistungsstörung
VG Hannover, 20.05.2008 - 3 A 2622/07
Eingliederungshilfe bei Teilleistungsstörung mit drohender …
VG Cottbus, 27.05.2016 - 1 K 1700/14
SG Rostock, 26.08.2015 - S 6 BK 6/15
Leistungen für Bildung und Teilhabe nach § 6b BKGG 1996 - Lernförderung gem § 28 …
VG Cottbus, 23.06.2016 - 1 K 1738/14
VG Cottbus, 03.12.2013 - 3 L 254/13
VG Cottbus, 27.06.2014 - 3 K 840/12
Kinder- und Jugendhilfe - sowie Jugendförderungsrecht
OVG Nordrhein-Westfalen, 14.10.2015 - 12 B 968/15
Darlegung des Vorliegens einer auf seelischen Störungen beruhenden (drohenden) …
OVG Sachsen, 20.08.2009 - 1 B 432/09
Dyskalkulie; seelische Störung; Teilhabebeeinträchtigung; schulische …
OVG Niedersachsen, 08.05.2008 - 4 LA 128/07
Übernahme der Kosten einer Legasthenietherapie aus Mitteln der Jugendhilfe
VG Cottbus, 27.06.2014 - 3 K 705/12