Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZBau%202002,%20611
Timestamp: 2020-02-29 05:16:42
Document Index: 342871417

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 633', 'BGH', '§ 633', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.07.2002 - X ZR 242/99 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1685
BGH, 09.07.2002 - X ZR 242/99 (https://dejure.org/2002,1685)
BGH, Entscheidung vom 09.07.2002 - X ZR 242/99 (https://dejure.org/2002,1685)
BGH, Entscheidung vom 09. Juli 2002 - X ZR 242/99 (https://dejure.org/2002,1685)
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Werklieferungsvertrag - Ersatz von Aufwendungen - Nachbesserungsarbeiten - Ersatzvornahme - Offener Einigungsmangel - Vertraglich geschuldete Leistung - Gewöhnlicher Gebrauch - Funktionsentsprechung - Mangelfreiheit - Toleranzwert
BGB (a.F.) § 633 Abs. 3
Einbau nach Musterfassade: Welche Toleranzen muss Bauherr bei Glasscheiben akzeptieren? (IBR 2002, 536)
LG Karlsruhe, 13.11.1997 - 8 O 135/97
OLG Karlsruhe, 11.12.2002 - 6 U 128/02
NJW-RR 2002, 1533
NZBau 2002, 611
ZfBR 2003, 22
Eine Beschaffenheitsvereinbarung kann ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten getroffen werden (vgl. BGH, Urteil vom 9. Juli 2002 - X ZR 242/99, NZBau 2002, 611, 612, juris Rn. 11, zu § 633 BGB a.F.).
Der BGH hat im von der Klägerin (66 GA) zitierten Urteil vom 09.07.2002 (X ZR 242/99, NJW-RR 2002, 1533, dort Rn 11) ausgeführt, dass eine Werkleistung auch dann fehlerhaft sein kann, wenn bei der Errichtung des Werks die für diese Zeit allgemein anerkannten Regeln der Technik beachtet wurden.
Die davon abweichende Leistung des Unternehmers ist auch dann mangelhaft, wenn ihn kein Verschulden trifft, etwa weil die Ausführung den für diese Zeit anerkannten Regeln der Technik entspricht (BGH, Urteil vom 9. Juli 2002 - X ZR 242/99, NZBau 2002, 611 = ZfBR 2003, 22) oder weil er nach allgemeinem Fachwissen auf Herstellerangaben und sonstige Informationen vertrauen konnte.
Den Vertragsparteien steht es indes frei, geringere (vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2002, X ZR 242/99, NJW-RR 2002, 1533; BGH, Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 115/97, NJW-RR 2000, 309) aber auch höhere Leistungsanforderungen (im Sinne einer Leistungsreserve) zu vereinbaren, als sie bei Anwendung allgemein anerkannter Regeln der Technik (hier insbesondere unter Berücksichtigung der Bodenart bzw. des Lastfalls bzw. der Angriffsart im Sinne der DIN 18195) notwendig sind.
Maßgebend ist aber letztlich nicht die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, sondern der dadurch mögliche Erfolg, nämlich die Gebrauchsfähigkeit der Bauleistung (BGH NJW-RR 2002, S. 1533;… Merl, a. a. O.).
Liegt keine Beschaffenheitsvereinbarung vor, kommt es auf die anerkannten Regeln der Technik an, die in der Regel einzuhalten sind, soweit sie die geschuldete Gebrauchstauglichkeit gewährleisten (…BGH Urt. v. 28.10.1999 - VII ZR 115/97 = BauR 2000, 261; Urt. v. 09.07.2002 - X ZR 242/99 = NZBau 2002, 611 = NJW-RR 2002, 1533).
Zwar hat der Bundesgerichtshof auch entschieden, dass ein Werk auch fehlerhaft sein könne, wenn die für die Zeit allgemein anerkannten Regeln der Technik beachtet wurden (…Urt. v. 06.05.1985 - VII ZR 304/83 = BauR 1985, 567 = ZfBR 1985, 276;… Urt. v. 20.04.1989 - VII ZR 80/88 = BauR 1989, 462 = NJW-RR 1989, 849; Urt. v. 09.07.2002 - X ZR 242/99 = NZBau 2002, 611 = NJW-RR 2002, 1533).
Es ist anerkannt, dass in dem wiederholten Bestreiten eines Mangels durch den Auftragnehmer eine ernsthafte und endgültige Erfüllungsverweigerung liegen kann, wodurch eine Nachfristsetzung überflüssig wird (BGH NJW-RR 1995, 939, 940; NZBau 2002, 611, 613 = NJW-RR 2002, 1533 = BGHReport 2003, 55).
LG Leipzig, 23.03.2004 - 16 S 2073/03
Geltendmachung eines Anspruchs auf Vorschusszahlung; Vorliegen eines Mangels …