Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202001,%202183
Timestamp: 2019-12-13 07:17:11
Document Index: 214797013

Matched Legal Cases: ['§ 60', 'Art. 43', 'EuG', 'Art. 3', '§ 60', 'Art. 43', 'Art. 48', '§ 60', 'Art. 43', '§ 17', '§ 17', '§ 22', '§ 22', '§ 17', '§ 22', 'Art. 4', 'BGH', 'Art. 12', 'Art. 12', 'EuG']

OLG Hamm, 01.02.2001 - 15 W 390/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1136
OLG Hamm, 01.02.2001 - 15 W 390/00 (https://dejure.org/2001,1136)
OLG Hamm, Entscheidung vom 01.02.2001 - 15 W 390/00 (https://dejure.org/2001,1136)
OLG Hamm, Entscheidung vom 01. Februar 2001 - 15 W 390/00 (https://dejure.org/2001,1136)
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Eintragung der Sitzverlegung nach England
§ 60 GmbHG, Art. 43, 48 EG, Sitzverlegung einer GmbH aus Deutschland führt - auch unter Berücksichtigung der Centros-Entscheidung des EuGH - nach deutschem Internationalen Privatrecht (Art. 3 ff EGBGB) zum Verlust der Rechtsfähigkeit ("Sitztheorie")
Sitzverlegung; GmbH; EU-Ausland; Centros-Entscheidung; England
Auflösung einer in Deutschland gegründeten GmbH nach Sitzverlegung nach England
Sitzverlegung einer GmbH in das EG-Ausland - Auflösung der Gesellschaft
GmbHG § 60; EGV Art. 43, Art. 48
Notare Bayern , S. 103 (Leitsatz)
GmbHG § 60, EGV Art. 43, 48
Sitzverlegung einer GmbH ins Ausland
zaoerv.de , S. 93 (Kurzinformation)
EG - Niederlassungsfreiheit
AG Recklinghausen - HRB 2536
LG Bochum, 26.09.2000 - 15 T 4/00
NJW 2001, 2183
ZIP 2001, 791
FGPrax 2001, 123
BB 2001, 461
BB 2001, 744
DB 2001, 1084
Rpfleger 2001, 430
NZG 2001, 562
NZG 2001, 613 (Ls.)
38 d) Mangels rechtlicher Grundlage hierfür ist damit eine identitätswahrende grenzüberschreitende Sitzverlegung einer ausländischen Gesellschaft nach Deutschland unter gleichzeitigem entsprechendem Statutenwechsel nicht möglich [vgl. zum umgekehrten Fall einer identitätswahrenden Auswanderung (Sitzverlegung ins Ausland) einer deutschen GmbH: OLG Hamm, Beschluss vom 01.02.2001 - 15 W 390/00, NJW 2001, 2183; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 26.03.2001 - 3 Wx 88/01, NJW 2001, 2184; BayObLG, Beschluss vom 11.02.2004 - 3Z BR 175/03, NJW-RR 2004, 836; OLG Brandenburg, Beschluss vom 30.11.2004 - 6 Wx 4/04, GmbHR 2005, 484; OLG München, Beschluss vom 04.10.2007 - 31 Wx 36/07, GmbHR 2007, 1273].
Richtig ist vielmehr, auch bei der BGB-(Außen-)Gesellschaft einen allgemeinen Gerichtsstand anzunehmen (§ 17 ZPO), der durch den Sitz der Gesellschaft bestimmt wird, sofern es einen solchen gibt, und diesen auch für Streitigkeiten der Gesellschaft gegen die Gesellschafter oder der Gesellschafter untereinander maßgeblich sein zu lassen (OLG Celle OLGR 2001, 198, 199; Zöller-Vollkommer § 17 Rn.5 und § 22 Rn.2;… Hausmann in Wieczorek-Schütze aaO, § 22 Rn. 3;… Thomas-Putzo, 24. Aufl. 2002, § 17 Rn. 1;… Hartmann in Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, 61. Aufl. 2003, § 22 Rn. 2).
Rück- oder Weiterverweisungen des aus deutscher Sicht berufenen ausländischen Rechts sind im Bereich der Sitztheorie nach herrschender Meinung, der der Senat folgt, gemäß Art. 4 Abs. 1 Satz 1 EGBGB zu beachten (vgl. BGH, NJW 2004, 3706, 3707; NVwZ-RR 2006, 28, 29; NZG 2010, 909, 911 ; OLG Frankfurt, NJW 1990, 2204, 2205 ; OLG Hamm , NJW 2001, 2183; OLG Hamburg, BeckRS 2007, 07023;… MünchKommBGB/Kindler, a.a.O., Rz. 507;… Palandt/Thorn, 74. Aufl., Anh. zu Art. 12 EGBGB Rz. 12;… Bamberger/Roth, a.a.O., Art. 12 Rz. 51).
Zwar wird im Schrifttum verschiedentlich bezweifelt, ob der EuGH bei einer Entscheidung über die Rechtsfolgen der Verlegung allein des tatsächlichen Verwaltungssitzes einer Gesellschaft ins Ausland, die nach der in Deutschland insoweit noch vorherrschenden Sitztheorie je nach dem Kollisionsrecht des aufnehmenden Staates zur Rückverweisung und damit zur Auflösung der Gesellschaft gemäß dem deutschen Sachrecht führen kann (vgl. OLG Hamm NJW 2001, 2183; eingehend Triebel/von Hase S.2411 f.), an den Rechtsgrundsätzen der "Daily-Mail"-Entscheidung unverändert festhalten würde (insoweit kritisch zur "Einmauerung durch den Gründungstaat im Fall der Verlegung des Verwaltungssitzes bis zum Entzug der Rechtsfähigkeit" Bayer BB 2004, 2357/2364; vgl. auch Wertenbruch NZG 2003, 618/620, wonach insoweit ein "krasser Widerspruch" zu den Kernaussagen der "Überseering"-Entscheidung bestehe und deren Aussagen zur Abgrenzung gegenüber dem "Daily-Mail"-Urteil den Entzug der Rechtsfähigkeit im Falle des Wegzugs nicht tragen würden; zweifelnd ebenfalls Triebel/von Hase S.2411; Eidenmüller JZ 2004, 24/29).