Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/gewerbesteuer/zuckermais-garten-312409
Timestamp: 2020-01-20 14:31:27
Document Index: 203228393

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 48', '§ 59', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 27']

Zucker­mais-Gar­ten | Rechtslupe
Im Rah­men der Fest­stel­lung des Ein­heits­wer­tes ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs der Anbau von soge­nann­tem Zucker­mais bewer­tungs­recht­lich als gärt­ne­ri­sche Nut­zung zu beur­tei­len. Der Anbau von Zucker­mais stellt danach auch dann einen Gemü­se­bau im Sin­ne von § 40 Abs. 2, § 48a Satz 1 Nr. 2 und § 59 Abs. 2 BewG und somit eine gärt­ne­ri­sche Nut­zung im Sin­ne des § 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. d BewG dar, wenn er im Rah­men einer land­wirt­schaft­li­chen Frucht­fol­ge vor­ge­nom­men wird.
Der Wirt­schafts­teil eines Betriebs der Land- und Forst­wirt­schaft (§ 34 Abs. 1 Nr. 1 BewG) umfasst gemäß § 34 Abs. 2 Nr. 1 BewG u.a. die land- und forst­wirt­schaft­li­chen Nut­zun­gen. Dazu zäh­len u.a. die land­wirt­schaft­li­che Nut­zung (§ 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a BewG) und die gärt­ne­ri­sche Nut­zung (§ 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. d BewG). Zur gärt­ne­ri­schen Nut­zung rech­nen nach § 40 Abs. 2 BewG der Gemüse‑, Blu­men- und Zier­pflan­zen­bau, der Obst­bau und die Baum­schu­len.
Unter Gemü­se­bau ist dabei der Anbau von Kul­tur­pflan­zen zu ver­ste­hen, die übli­cher­wei­se als gan­ze oder –so der Regel­fall– in bestimm­ten Tei­len in fri­schem oder kon­ser­vier­tem Zustand ohne wei­te­re Ver­ar­bei­tung etwa zu Mehl, Grieß, Flo­cken (z.B. Hafer­flo­cken), Zucker, Öl, Bier oder ande­ren alko­ho­li­schen Geträn­ken der mensch­li­chen Ernäh­rung die­nen, sofern es sich nicht um den Anbau von Obst, Grund­nah­rungs­mit­teln (Kar­tof­feln) oder Spar­gel (Son­der­kul­tur nach § 40 Abs. 2 BewG) han­delt.
Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, geht § 40 Abs. 2 BewG von einer gegen­über der land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung ohne Hop­fen erhöh­ten Ertrags­fä­hig­keit aus, und zwar auf der Grund­la­ge der Wert­ver­hält­nis­se im Haupt­fest­stel­lungs­zeit­punkt (§ 27 BewG). Die jeweils tat­säch­lich erziel­ten Erträ­ge spie­len danach eben­so wenig eine Rol­le wie die Anbau­me­tho­den und die bota­ni­sche Ein­ord­nung der ange­bau­ten Kul­tur­pflan­zen 1. Auf gemein­schafts­recht­li­che Zuord­nun­gen kommt es eben­falls nicht an, da sie ande­ren Zwe­cken als der Bewer­tung nach dem BewG die­nen.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Juni 2009 – II R 54/​06
ähn­lich Urtei­le des Nie­der­säch­si­schen FG vom 22. Novem­ber 1974 I 34/​72, EFG 1975, 238; vom 6. Juni 1989 I 383/​84, EFG 1989, 558, und vom 8. Juli 2003 1 K 341/​00, EFG 2003, 1760; Urteil des FG des Lan­des Bran­den­burg vom 31. Juli 1997 5 K 1617/​96 Gr, EFG 1998, 16[↩]
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