Source: https://www.dawur.de/2020/01/23/fachwirt-wirtschaftspruefung-wpk-die-pruefung/
Timestamp: 2020-02-29 06:46:39
Document Index: 73443276

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 4', '§ 8', '§ 9', '§ 23', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 23', '§ 10', '§ 11', '§ 23', '§ 23']

Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK) - Die Prüfung - DAWUR |
Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK) – Die Prüfung
Was die meisten potentiellen Kandidaten für den „Fachwirt Wirtschaftsprüfung“ interessieren wird, ist die Frage: Wie werde ich „Fachwirt bzw. Fachwirtin Wirtschaftsprüfung (WPK)“? Diesbezüglich sind vor allem zwei wesentliche Themenbereiche zu analysieren:
die Prüfung selbst und
die Prüfungsinhalte.
Wir werden uns hier in einem ersten Schritt auf die Prüfung konzentrieren. Demnächst thematisieren wir dann die möglichen Inhalte.
Gleichwohl sei schon an dieser Stelle vorangestellt, dass in den §§ 3 ff. der Prüfungsordnung (PO) vier sog. Handlungsbereiche, über die sich die Prüfung zum Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK) thematisch/inhaltlich erstreckt, genannt werden. Diese vier Handlungsbereiche sind:
gesetzliche und freiwillige Jahresabschlussprüfung sowie Prüfung des Lageberichts
sonstige betriebswirtschaftliche Prüfungen (§§ 2 und 129 WPO)
berufsrechtliche Anforderungen in der wirtschaftsprüfenden Praxis sowie
Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung.
Diesen (auch in der Abbildung dargestellten) Handlungsbereichen wird in den §§ 4 bis 7 der PO eine Hülle gegeben. Bevor wir Ihnen diese in den nächsten Tagen näher vorstellen, gehen wir nunmehr auf die Prüfung im Detail ein. Dabei legen wir Wert darauf, dass schon die Bedeutung der einzelnen Handlungsbereiche für das Bestehen deutlich wird.
Die Prüfung im Überblick
Die Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ erstreckt sich gem. § 8 PO insgesamt über
einen schriftlichen Prüfungsteil sowie
einen (anschließenden) mündlichen Prüfungsteil.
Zwei Bestandteile? Das hört sich auf den ersten Blick wenig an. Erinnert aber zugleich z. B. an das WP-Examen. Insofern erhellt ein Blick in die Details den Informationsbedarf über die geforderten Leistungen.
Der schriftliche Prüfungsteil
Der schriftliche Prüfungsteil besteht nach § 9 PO aus drei (jeweils selbständig zu bearbeitenden) Klausuren. Für jede Klausur stehen 180 Minuten (drei Zeitstunden) Bearbeitungszeit zur Verfügung. Insgesamt sind also 9 Stunden lang Klausuren zu schreiben bzw. können geschrieben werden. Wir gehen davon aus, dass die Klausuren auf mehrere Tage innerhalb einer Prüfungswoche verteilt werden. Konkrete Regelungen finden sich dazu in der PO nicht.
Als Prüfungsinhalte sind für die einzelnen Klausuren einschlägig:
der Handlungsbereich 1 für die Klausuren 1 und 2,
die Handlungsbereiche 2 und 3 für die Klausur 3.
Jede Klausur wird ein Mal im Jahr angeboten, wobei je Prüfungstermin dieselben Aufgaben zur selben Zeit wohl an verschiedenen Orten angeboten werden. Denkbar sind diesbezüglich je nach Nachfrage und Wohn-/Dienstsitz der Kandidaten z. B., dass zwei oder drei der sechs Standorte der Landesgeschäftsstellen der WPK (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart), an denen auch die Prüfungsausschüsse eingerichtet werden (sollen), gewählt werden.
Die WPK strebt an, in der 2. Hälfte des Jahres 2020 die Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ zu starten. Damit die Kandidaten gut vorbereitet in die Prüfungen gehen, könnte der schriftliche Prüfungsteil vielleicht erstmals Mitte des 4. Quartals 2020 angeboten werden. Hier gilt es allerdings, die Ankündigungen der WPK zu be(ob)achten.
Jede einzelne Klausur geht mit 25 % in die Gesamtnote ein. Die Bedeutung des (gesamten) schriftlichen Prüfungsteils (also der drei Klausuren) für das Bestehen der Prüfung bzw. für die Gesamtnote liegt entsprechend bei insgesamt 75 %.
Jede Klausur wird einzeln bewertet, wobei je Klausur max. 100 Punkte zu erreichen sind. Jede Prüfungsleistung ist mit ganzen Punkten zu bewerten. Dies gilt auch für die beiden Prüfungsteile (schriftlich und mündlich) sowie für die Gesamtnote. Damit dies möglich ist, können Rundungen erforderlich sein. Gemäß § 23 Abs. 2 PO sind hierbei Dezimalstellen bis 0,49 ab- und ab 0,5 aufzurunden.
Um die Zulassung zum mündlichen Prüfungsteil zu erwirken, ist der schriftliche Prüfungsteil zu bestehen. Hierfür müssen nach § 10 Abs. 1 PO zwei Kriterien kumulativ erfüllt sein:
Je Klausur müssen mindestens 30 Punkte (von 100 Punkten) erzielt worden sein (Untergrenze je Klausur).
Durchschnittlich müssen in den (drei) Klausuren mindestens 45 Punkte erzielt worden sein (Untergrenze über alle drei Klausuren); insgesamt in allen drei Klausuren also – unter Berücksichtigung der Rundungsregel – 134 Punkte (von 300 Punkten).
Ist der schriftliche Prüfungsteil nicht bestanden, gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden. Sollten also beide oder sollte eines der beiden Kriterien nicht erfüllt worden sein, muss ein Kandidat, sofern er sich in den Folgejahren der Prüfung unterzieht, immer alle Klausuren (neu) schreiben.
Peter erreicht im schriftlichen Prüfungsteil folgendes Ergebnis: Klausur 1 = 94 Punkte; Klausur 2 = 80 Punkte; Klausur 3 = 26 Punkte. Zwar hat Peter insgesamt 200 Punkte erreicht (Durchschnitt gerundet 67 Punkte), aber in Klausur 3 hat er keine 30 Punkte (Untergrenze je Klausur) erringen können. Die Prüfung gilt als nicht bestanden. Er wird nicht zum schriftlichen Prüfungsteil zugelassen und muss zudem, wenn er „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ werden will, in einem der Folgejahre wieder alle Prüfungsleistungen in Angriff nehmen, also auch die Klausuren 1 und 2 wiederholen.
Pauline erreicht im schriftlichen Prüfungsteil folgendes Ergebnis: Klausur 1 = 31 Punkte; Klausur 2 = 62 Punkte; Klausur 3 = 48 Punkte. Sie hat insgesamt 141 Punkte erreicht (Durchschnitt 47 Punkte) und in allen Klausuren über 30 Punkte erzielt. Der schriftliche Prüfungsteil gilt als bestanden. Sie wird zum mündlichen Prüfungsteil zugelassen.
Franka erreicht im schriftlichen Prüfungsteil folgendes Ergebnis: Klausur 1 = 38 Punkte; Klausur 2 = 54 Punkte; Klausur 3 = 34 Punkte. Sie hat zwar in allen Klausuren über 30 Punkte erzielt, insgesamt aber nur 126 Punkte erreicht, was einem Durchschnitt von 42 Punkten entspricht. Dieser liegt unter der Mindestanforderung von 45 Punkten. Wie Peter wird auch Franka nicht zum schriftlichen Prüfungsteil zugelassen und muss, wenn sie „Fachwirtin Wirtschaftsprüfung (WPK)“ werden will, in einem der Folgejahre wieder alle Klausuren schreiben.
Der mündliche Prüfungsteil
Der mündliche Prüfungsteil zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ besteht gem. § 10 PO aus
einer 10-minütigen Präsentation sowie
einem sich anschließenden 20-minütigen Fachgespräch.
Mit der Ladung zum mündlichen Prüfungsteil bekommt man nicht nur die Ergebnisse des schriftlichen Prüfungsteils mitgeteilt, sondern auch zwei Themen für die Präsentation, von denen ein Thema vorbereitet und schließlich eigenständig präsentiert werden muss. Im Unterschied beispielsweise zum mündlichen Prüfungsteil im WP-Examen liegen dem Kandidaten die Themenstellungen beim „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ bereits mit der Ladung vor und können entsprechende im Vorfeld eingehend vorbereitet werden (z. B. Literaturrecherche, Strukturierung, Einübung des Vortrags). Fristen zur Ladung sind in der PO nicht geregelt. Wir gehen aber davon aus, dass zwischen der Ladung und dem mündlichen Prüfungsteil 14 Tage liegen werden.
Die Formulierungen in der PO lassen es offen, ob der mündliche Prüfungsteil als Einzel- oder Gruppenprüfung abgehalten wird.
Sofern die Klausuren z. B. erstmals im November 2020 geschrieben werden, könnten die Termine für den mündlichen Prüfungsteil wohl im März/April 2021 liegen, denn zum einen müssten die Klausuren korrigiert und zum anderen die Kandidaten geladen werden. Zudem sind die Anforderungen der „Busy Season“ zu beachten. Auch hier liegen noch keine konkreten Informationen vor. Allerdings wird es im Hinblick auf den mündlichen Prüfungsteil ebenfalls nur einen Turnus im Jahr geben.
Als Prüfungsinhalte gelten gemäß § 10 Abs. 2 PO für den mündlichen Prüfungsteil alle vier Handlungsbereiche. Im Hinblick auf den mündlichen Prüfungsteil werden die Präsentation sowie das Fachgespräch gesondert bewertet. Hier sind jeweils maximal 100 Punkte zu erreichen. Die Gesamtpunktzahl für den mündlichen Prüfungsteil wird – wieder unter Berücksichtigung der erläuterten Rundungsregel nach § 23 Abs. 2 PO – wie folgt ermittelt:
Gesamtpunktzahl für den mündlichen Prüfungsteil
= (Punktzahl der Präsentation + 2 x Punktzahl des Fachgesprächs) / 3
Werden im mündlichen Prüfungsteil nicht mindestens 30 Punkte (von max. 100 Punkten) erreicht, gilt dieser nach § 10 Abs. 7 PO als nicht bestanden.
Beispiele: Pauline erreicht im mündlichen Prüfungsteil folgende Teilergebnisse: Präsentation = 80 Punkte; Fachgespräch = 63 Punkte. Sie hat in diesem Prüfungsteil somit insgesamt 69 Punkte [= (80 + 63 x 2) / 3 = 204 / 3 sowie anschließende Aufrundung] erreicht.
Maximilian erreicht im mündlichen Prüfungsteil folgende Teilergebnisse: Präsentation = 20 Punkte; Fachgespräch = 34 Punkte. Er hat in diesem Prüfungsteil somit insgesamt nur 29 Punkte [= (20 + 34 x 2) / 3 = 88 / 3 sowie anschließende Abrundung] erreicht. Der mündliche Prüfungsteil gilt als nicht bestanden.
Das Ergebnis des mündlichen Prüfungsteils geht schließlich mit 25 % in die Gesamtnote ein. Die Bedeutung der Präsentation im Hinblick auf die Gesamtnote beträgt somit ca. 8,3 %, die des Fachgesprächs entsprechend ca. 16,7 %.
Wann hat man nun die gesamte Prüfung bestanden? Dies regelt § 11 der PO. Für die (gesamte) Prüfung wird demnach eine Gesamtpunktzahl ermittelt, welche dem arithmetischen Mittel folgender vier Komponenten Klausur 1 bis 3 sowie mündlicher Prüfungsteil entspricht, wobei ggf. nach § 23 Abs. 2 PO zu runden ist. Also:
Gesamtpunktzahl der (gesamten) Prüfung
= (Punktzahl der Klausur 1 + Punktzahl der Klausur 2 + Punktzahl der Klausur 3
+ Punktzahl des mündlichen Prüfungsteils) / 4
Bestanden hat ein Kandidat, wenn die Gesamtpunktzahl mindestens 50 Punkte beträgt. Zudem werden im Zeugnis für die Prüfungsteile sowie das Gesamtergebnis – neben den jeweils erreichten Punkten – Noten angegeben, welche zwischen „sehr gut“ (Note 1, ab 92 Punkte) und „ungenügend“ (Note „6“; unter 30 Punkte) liegen können. Näheres regelt § 23 PO.
Diese Abbildung fasst die Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ zusammen.
Demnächst informieren wir Sie z. B. über die Prüfungsinhalte und deren Bedeutung für die Gesamtleistung, die Kosten sowie die mögliche Vorbereitung. Falls Sie bis hierhin konkrete Fragen haben, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf: info@dawur.de
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