Source: https://www.stmuv.bayern.de/global/script/kontrast.php?url=/service/freizeittipps/ratgeber/radeln_recht.htm
Timestamp: 2020-06-06 18:26:46
Document Index: 174231120

Matched Legal Cases: ['Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 30', 'Art. 28', 'Art. 30', '§ 22', 'Art. 12', 'Art. 31', 'Art. 21', 'Art. 28', 'Art. 30', '§ 8', 'Art. 26', '§ 49', '§ 1', '§ 49', '§ 41', 'Art. 57', '§ 69', 'Art. 57', 'Art. 56', '§ 103']

Ratgeber Freizeit und Natur: Rechtliche Hinweise zum Radeln und Mountainbiking in der freien Natur
Rechtliche Hinweise zum Radeln und Mountainbiking in der freien Natur
Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten (Art. 27 Abs. 1 und 2 BayNatSchG). Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen. Betätigungen, die primär wirtschaftlichen oder ausschließlich sportlichen Interessen wie etwa bei Wettkämpfen dienen, werden dagegen nicht vom Betretungsrecht umfasst; für diese ist stets die Zustimmung des Grundstücksberechtigten erforderlich. Das Radeln ist dem Betreten zu Fuß insoweit gleichgestellt, als dies auf geeigneten Wegen geschieht (Art. 28 Abs. 1, Art. 30 Abs. 2 BayNatSchG). Zum „Radeln“ gehört auch das Fahren mit langsamen Pedelecs. Dabei handelt es sich um Fahrräder mit Motorunterstützung bis maximal 25 km/h. Stärker motorisierte oder rein motorgetriebene Fahrzeuge wie z.B. E-Quads werden nicht vom Betretungsrecht erfasst.
Wo dürfen Sie in der Regel radeln?
Auf nach der StVO beschilderten öffentlichen Straßen und Wegen sowie Privatwegen in der freien Natur ohne Beschränkung für Radfahrer,
auf nicht nach der StVO beschilderten, aber öffentlich benutzten Privatwegen in der freien Natur, soweit sich die Wege dafür eignen (Art. 28 Abs. 1, Art. 30 Abs. 2 BayNatSchG).
Wo dürfen Sie nicht radeln?
Auf nach der StVO beschilderten öffentlichen Straßen und Wegen sowie Privatwegen in der freien Natur mit Verbot für Radfahrer (auch auf Sonderwegen für Fußgänger oder Reiter) oder Fahrzeugen aller Art,
auf Wegen in Schutzgebieten oder Bereichen mit behördlichen Beschränkungen für das Radeln (§§ 22ff. BNatSchG, Art. 12 ff., Art. 31 BayNatSchG, Art. 21 BayJG),
außerhalb von Straßen und Wegen auf nicht für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Flächen in der freien Natur - Querfeldein-Fahren - (Art. 28 Abs. 1, Art. 30 Abs. 2 BayNatSchG) ohne Zustimmung des Grundstücksberechtigten,
durch oder in Gewässern (§§ 8 Abs. 1 WHG).
Auch beim erlaubten Radeln auf Straßen und Wegen in der freien Natur hat jeder folgende Pflichten einzuhalten (Art. 26 Abs. 2 BayNatSchG):
Nicht erlaubt ist daher das Radeln, wenn diese Pflichten nicht eingehalten werden.
Bei organisierten Veranstaltungen - das sind Veranstaltungen, die auf einen gemeinsam gefassten oder von einem Veranstalter stammenden Entschluss zurückgehen und nicht auf den engeren Familien- oder Bekanntenkreis begrenzt sind - ist außerdem Folgendes zu beachten: Die einzelnen Teilnehmer haben nur dann ein Betretungsrecht an geeigneten Privatwegen in der freien Natur, wenn
Ohne Zustimmung des Grundstücksberechtigten nicht erlaubt ist daher das Radeln
Wer gegen die verkehrs-, naturschutz-, jagd- oder wasserrechtlichen Regelungen verstößt, insbesondere auf dafür ungeeigneten Privatwegen oder auf Flächen in der freien Natur, die nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind, unbefugt (ohne Zustimmung des Grundstücksberechtigten) oder durch oder in Gewässern radelt oder bei Ausübung des Betretungsrechts Grundstücke verunreinigt oder beschädigt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße belegt werden. Rechtsgrundlagen sind: § 49 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 1, § 49 Abs. 3 Nr. 4 in Verbindung mit § 41 StVO; Art. 57 Abs. 1 Nrn. 2 bis 5 BayNatSchG in Verbindung mit § 69 Abs. 3 Nr. 5 BNatSchG sowie Art. 57 Absatz 2 Nr.2 bis 4, Absatz 4 Nrn. 2 und 3 und Abs. 8 BayNatSchG, ; Art. 56 Abs. 1 Nrn. 1 und 15 BayJG, § 103 Abs. 1 Nr. 1 WHG.