Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Stuttgart&Datum=08.01.2009&Aktenzeichen=8%20AR%2032/08
Timestamp: 2020-01-20 18:02:17
Document Index: 234057608

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 241', '§ 5', '§ 3', 'BGH']

OLG Stuttgart, 08.01.2009 - 8 AR 32/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2997
OLG Stuttgart, 08.01.2009 - 8 AR 32/08 (https://dejure.org/2009,2997)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 08.01.2009 - 8 AR 32/08 (https://dejure.org/2009,2997)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 08. Januar 2009 - 8 AR 32/08 (https://dejure.org/2009,2997)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,2997) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zuständigkeitsbestimmung: Bindung an den Verweisungsbeschluss eines Insolvenzgerichts
Zuständigkeit des Insolvenzgerichts am Satzungssitz trotz Abwicklungstätigkeiten an anderem Ort im Rahmen gewerbsmäßiger Unternehmensbestattung
AG Stuttgart - 10 IN 827/08
AG Berlin-Charlottenburg, 15.12.2008 - 36a IN 5706/08
NJW-RR 2009, 482
ZIP 2009, 1928
NZI 2009, 181
DB 2009, 227
NZG 2009, 393
Dies ist nicht nur von Rechtsirrtum beeinflusst, sondern begründet objektiv Willkür (…BGH NJW 2006, 847 Rn. 13; BayObLG…, Beschluss vom 25. Juli 2003, 1Z AR 72/03, NJW-RR 2004, 986 [juris Rn. 14]; OLG Celle…, Beschluss vom 27. September 2011, 4 AR 51/11, ZIP 2012, 1263 [juris Rn. 3]; OLG Schleswig…, Beschluss vom 11. Februar 2010, 2 W 11/10, NZI 2010, 260 [juris Rn. 18] …sowie Beschluss vom 4. Februar 2004, 2 W 14/04, NZI 2004, 264 [juris Rn. 6]; OLG Stuttgart, Beschluss vom 8. Januar 2009, 8 AR 32/08, NJW-RR 2009, 482;… Ganter/Bruns in Münchener Kommentar zur InsO, § 3 Rn. 28a;… Pape in Uhlenbruck, InsO, § 3 Rn. 7).
Die überwiegende Meinung hat sich auf den Rechtsstandpunkt gestellt, dass nach Einstellung der aktiven Betriebstätigkeit bzw. Eintritt der Insolvenzreife eine wirksame Verlegung des Mittelpunkts der wirtschaftlichen Tätigkeit ausgeschlossen ist mit der Folge, dass allein zuständiges Insolvenzgericht das Gericht am Satzungssitz (§ 3 Abs. 1 S.1 InsO) ist (OLG Stuttgart ZinsO 2009, 350; BayObLG ZIP 1999, 1714 = NJW-RR 2000, 349; ZinsO 2001, 517; ZIP 2003, 676; OLG Düsseldorf NZI 2000, 601; OLG Köln ZIP 2000, 672; OLG Celle OLGRep 2000, 205; OLG Hamm ZinsO 1999, 533; NZI 2000, 220; OLG Braunschweig OLGRep 2000, 105; NZI 2000, 266; OLG Naumburg InVo 2000, 12; ZIP 2001, 753; OLG Zweibrücken, InVo 2002, 367).
Diese Grenzen werden nicht mehr gewahrt, wenn die GmbH sich im Stadium der Abwicklung befand und nicht mehr werbend am Markt tätig war und zugleich zahlungsunfähig war zum Zeitpunkt der Sitzverlegung; dann ist der Satzungsänderungsbeschluss gemäß § 4a GmbHG i.V.m. § 241 Nr. 3 Fall 3 AktG analog nichtig (KG Berlin ZIP 2011, 1566; vgl. OLG Stuttgart ZinsO 2009, 350 m.w.N.).
Als willkürlich betrachtet werden muss eine Verweisung im Insolvenzantragsverfahren, wenn das Amtsgericht die Verweisung vorgenommen hat, ohne zuvor entsprechend seiner Amtsermittlungspflicht nach § 5 Abs. 1 Satz 1 InsO die für die Prüfung der Zuständigkeit nach § 3 Abs. 1 InsO erforderlichen Umstände zu ermitteln, obgleich dafür Anlass bestand (BGH NJW 2006, 847; Senat OLGR Schleswig 2004, 241; OLG Stuttgart NJW-RR 2009, 482; OLG Oldenburg MDR 2008, 772).