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Timestamp: 2018-12-17 03:56:58
Document Index: 330569822

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 10', '§ 19', '§ 19', '§ 24', '§ 10', '§ 10']

Lexikon Steuer: Vorsorgepauschale
> Vorsorgepauschale
Durch das Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen (Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung) v. 16.07.2009 (BGBl 2009 I S. 1959) wird die Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen ab 01.01.2010 wesentlich geändert . Dies betrifft neben dem Abzug sonstiger Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung insbesondere auch die Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen im Lohnsteuerabzugsverfahren. Vorsorgeaufwendungen werden weiterhin bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer durch eine Vorsorgepauschale gem. § 39b EStG (nicht mehr gem. § 10c EStG a.F. ) im Rahmen bestimmter Höchstbeträge berücksichtigt. Die Vorsorgepauschale entspricht bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern grundsätzlich deren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen sowie dem abziehbaren Teil der Rentenversicherungsbeiträge. Es findet keine Günstigerprüfung im Lohnsteuerabzugsverfahren mehr mit dem 2004er Recht statt. Die Vorsorgepauschale (für die Rentenversicherungsbeiträge sowie auch für die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bei Pflichtversicherten) wird ab 2010 auch in den Steuerklassen V und VI berücksichtigt. Dies war bis 2009 so nicht möglich. Deshalb wird sich ab 2010 gerade in den Steuerklassen V und VI das Nettoeinkommen vielfach erhöhen. Einzelheiten zur ab 2010 geltenden Regelung sind im Stichwort Vorsorgepauschale 2010 erläutert.
Vorsorgepauschale bis 2004 : Sie beträgt bis 2004 grundsätzlich 20 % des Arbeitslohnes mit bestimmten Höchstbeträgen.
höchstens 3.068 EUR abzgl. 16 % des Arbeitslohns ( Vorwegabzug )
Die Vorsorgepauschale wird nur dem Steuerpflichtigen gewährt, der im Laufe eines Kalenderjahres steuerpflichtigen Arbeitslohn aus einem einkommensteuerlich anzuerkennenden Dienstverhältnis bezogen hat ( § 19 EStG ). Ob für diesen Arbeitslohn Sozialversicherungsbeiträge einbehalten worden sind, hat keine Bedeutung. Weiterhin ist unerheblich, für welchen Zeitraum der Arbeitslohn gezahlt wird. Bei zusammen veranlagten Ehegatten reicht es für die Gewährung der Vorsorgepauschale aus, dass mindestens einer von ihnen Arbeitslohn bezogen hat.
Arbeitslohn ist hier der um den Versorgungsfreibetrag ( § 19 Abs. 2 EStG ) und den Altersentlastungsbetrag ( § 24a EStG ) verminderte Arbeitslohn. Bei zusammen veranlagten Ehegatten gilt dies für den Arbeitslohn jedes Ehegatten gesondert.
Für Arbeitnehmer, die keine eigenen Beiträge zur Rentenversicherung leisten, wie z.B. Beamte, Richter, Soldaten oder Altersrentner (Personenkreis des § 10c Abs. 3 Nr. 1 bis 4 EStG a.F. ), beträgt die Vorsorgepauschale = 11 % des Arbeitslohns, jedoch höchstens 1.500 EUR (bei zusammen veranlagten Ehegatten 3.000 EUR).
Haben beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen, dann setzt sich die Vorsorgepauschale wie folgt zusammen ( § 10c Abs. 4 Satz 2 EStG a.F. ):