Source: http://www.china-zentrum.de/index.php?id=397&L=1E-Journal-RCTC.399.0.html%3F
Timestamp: 2020-08-06 18:29:52
Document Index: 282867190

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 19', '§ 30', '§17', '§ 23', '§ 25', '§ 14']

China Zentrum e.V. | 1. Januar - 31. März 2020
Chronik zu Religion und Kirche in China 1. Januar bis 31. März 2020
Politik, Recht, Menschenrechte
Autonomes Gebiet Tibet (AGT) verabschiedet Gesetzesnorm über ethnische Einheit
Die „Vorschriften des Autonomen Gebiets Tibet über die Schaffung einer Modellzone des Fortschritts der ethnischen Einheit“ 西藏自治区民族团结进步模范区创建条例 wurden vom Volkskongress des AGT verabschiedet. Die Norm, die am 1. Mai in Kraft tritt, „macht klar, dass Tibet seit alters her ein untrennbarer Teil Chinas ist“, kommentierte die parteinahe Global Times. Das Dokument bestimmt den September zum jährlichen Monat der Propagierung der ethnischen Einheit (§ 25). Religion wird mehrfach erwähnt: Religiöse Organisationen, Versammlungs- und Ausbildungsstätten sollen Sinisierung betreiben und andere Religionen sowie Nichtgläubige respektieren (§ 19). Die Religionsbehörden sollen religiöse Organisationen, Ausbildungs- und Versammlungsstätten dazu anleiten, die religiösen Amtsträger in fortschrittlichem Denken über die ethnische Einheit, Rechtsbewusstsein sowie Minderheitenund Religionspolitik zu erziehen und die Infiltration durch ausländische religiöse Kräfte bewusst zurückzuweisen (§ 30). Exiltibetische Gruppen äußerten die Befürchtung, das Gesetz werde die tibetische nationale und kulturelle Identität weiter unterminieren (Global Times 12.01.2020; Radio Free Asia 15.01.2020; Dokument unter http://tibet.news.cn/ywjj/2020-01/15/c_138705916.htm).
Falungong veröffentlicht Zahl der 2019 in China ums Leben gekommenen Anhänger
Nach Angaben des Falungong-Netzwerkes Minghui starben im Jahr 2019 in China 96 Falungong-Praktizierende aufgrund von Verfolgung durch die Behörden, 19 von ihnen in Gefängnissen, Haftzentren oder Polizeistationen. Die meisten Todesfälle seien in der Provinz Shandong registriert worden (16), gefolgt von Heilongjiang (11) und Liaoning (10). Insgesamt seien in den letzten 20 Jahren 4.363 Anhänger wegen ihres Glaubens ums Leben gekommen, so Minghui (minghui.org 8.01.2020). Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Qigongbasierte Meditationsbewegung Falungong ist seit 22. Juli 1999 in China verboten, sie wird von den Behörden als „häretischer Kult“ unterdrückt.
6./7. Februar 2020:
Tod von Li Wenliang, Arzt und „Whistleblower“ in Wuhan
Der Augenarzt Li Wenliang, der Ende Dezember 2019 als einer der ersten Ärzte in China auf den Ausbruch des neuartigen Virus SARS-CoV-2 aufmerksam gemacht hatte, starb im Zentralkrankenhaus von Wuhan, Hauptstadt der Provinz Hubei, selbst an den Folgen dieser Erkrankung. Sein Tod erregte landesweite Empörung und Trauer, weil Li von der lokalen Polizei zunächst für die „Verbreitung von Gerüchten“ verwarnt worden war.
Li Wenliang hatte am 30. Dezember über den populären Nachrichtendienst WeChat in einer Gruppe von acht Kollegen über Patienten mit einer SARS-ähnlichen Atemwegserkrankung berichtet. Am 3. Januar wurde er von den Sicherheitsbehörden festgehalten und gezwungen, ein Dokument zu unterschreiben, dass er „die öffentliche Ordnung schwerwiegend gestört“ habe. Er arbeitete danach weiter im Krankenhaus in der Behandlung der COVID-19-Patienten, bis er selbst im Laufe des Januars mit der Krankheit diagnostiziert wurde.
Die Nachricht von Lis Tod verbreitete sich am Abend des 6. Februar in den sozialen Medien und wurde auch von offiziellen Presseorganen wie Global Times und People’s Daily verkündet, kurz darauf aber wieder zurückgenommen. Stattdessen hieß es, Dr. Li befände sich in einem kritischen Zustand und werde intensivmedizinisch behandelt. Erst in den frühen Morgenstunden des 7. Februar wurde sein Tod endgültig bestätigt.
In vielen Reaktionen auf Li Wenliangs Tod wurde der Arzt zum Märtyrer und zum „Alltagshelden“ erklärt. In der Todesnacht beteiligten sich viele der bereits von der Ausgangssperre betroffenen Bewohner Wuhans an einem Aufruf zum Gedenken an den verstorbenen Arzt: Sie löschten die Lichter in ihren Wohnungen und stimmten in ein Pfeifkonzert ein. In einem offenen Brief im Internet plädierten einige chinesische Akademiker dafür, den Todestag von Li Wenliang zum „Tag der Meinungsfreiheit“ zu erklären, damit Li nicht umsonst gestorben wäre. Proteste dieser Art im Internet wurden umgehend von den Zensurbehörden gelöscht.
Nach einer offiziellen Untersuchung der aus Beijing entsandten Nationalen Aufsichtskommission wurde Li Wenliang im März posthum von dem Vorwurf der Verbreitung von Gerüchten wieder entlastet. Die Polizei in Wuhan entschuldigte sich bei seiner Familie für die schlechte Behandlung Lis. Kritische Stimmen, darunter der Rechtsanwalt Xu Baolu, bemängeln, dass nicht untersucht wurde, welche Gesetze das Handeln der Polizei überhaupt ermöglicht hätten. Laut Nicholas Bequelin, dem regionalen Direktor von Amnesty International, zeige der Vorfall auf tragische Weise, wie chinesische Behörden für das Gemeinwohl entscheidende Informationen unterdrückten.
Der 34-jährige Li, der aus der Provinz Liaoning in Nordostchina stammt, hinterlässt eine Frau und einen fünfjährigen Sohn. Im Juni erwartet seine Frau das zweite Kind.
Zu den bemerkenswerten Tributen an Li Wenliang zählt ein Volkslied des blinden Sängers Liu Hongquan in der Provinz Shaanxi, das den Tod des Arztes mit folgenden Versen betrauert: „… Erst versiegelten sie Deine Lippen, oh Bruder, dann riegelten sie die Stadt ab. […] Jetzt ist das ganze Land erwacht, oh Bruder, aber Du bist schon weit weg“ (AsiaNews 7.,8.02.2020; Merics China Update 2020, Nr. 3; Sixth Tone 1.02.; 19.03.2020; Stephen-Jones.blog 15.02.2020; UCAN 24.03.2020).
Verhaftung des Menschrechtsaktivisten Xu Zhiyong
In Guangzhou wurde bei einer Gesundheitsuntersuchung im Rahmen der Corona-Epidemie der regimekritische Anwalt Xu Zhiyong verhaftet. Xu hatte am 4. Februar im Internet eine Anklageschrift gegen Xi Jinping mit dem Titel „Vorsitzender Xi, es ist Zeit zu gehen“ veröffentlicht. Darin wirft er dem Staatsund Parteichef u.a. Missmanagement in der Corona-Krise, im Handelskrieg mit den USA und den pro-demokratischen Protesten in Hongkong vor. Er beschuldigt Xi generell der politischen Unfähigkeit und des Mangels an einer umfassenden Vision. Als Xu Zhiyong seinen offenen Brief publizierte, war er bereits untergetaucht. Seine jetzige Verhaftung ist nicht die erste; er wurde bereits im Sommer 2013 für seinen Einsatz für politische Reformen und Menschenrechte inhaftiert und im Januar 2014 zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Der 46-jährige Xu war früher als Dozent für Recht an der Peking University tätig und ist einer der Mitbegründer der „Neuen Bürgerbewegung“, die sich gegen Korruption und für Chinas friedlichen Übergang zu einem Verfassungsstaat einsetzt. Im Zusammenhang mit der Kritik an der restriktiven Informationspolitik der chinesischen Regierung in der Corona-Krise wird auch von weiteren Verhaftungen chinesischer Bürgerrechtler, Journalisten und Blogger berichtet (AsiaNews 18.02.2020; ChinaFile 26.02.2020; Merics China Update 2020, Nr. 4).
Verschiedene westliche Zeitungen veröffentlichen geleakte Liste aus Xinjiang mit detaillierten Angaben zu 311 in den „Fortbildungszentren für Berufsbildung“ umerzogenen Personen
Es handelt sich nach Angaben der beteiligten Zeitungen – darunter Financial Times, New York Times und Süddeutsche Zeitung – und des Forschers Adrian Zenz, der die Auswertung vornahm, um eine Liste mit der Überschrift „Zur Fortbildung geschickte Studierende, die Familienmitglieder haben, welche ins Ausland gingen und nicht zurückgekehrt sind“. 311 in Fortbildungszentren eingewiesene Personen sind dort aufgelistet, mit Angaben zur Person inkl. Personalausweis-ID, Angabe des Grunds für die Einweisung und Angaben zu seinen/ihren „drei Kreisen“ (Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn – wiederum mit persönlichen Daten und Kurzbewertung – sowie religiöse Situation). Eine weitere Spalte enthält Empfehlungen, ob der Aufenthalt im Fortbildungszentrum fortgesetzt werden soll oder nicht. Alle 311 Aufgeführten stammen aus dem Kreis Qaraqash (Karakax) (daher in den Medien die Bezeichnung „Qaraqash-Liste“), die Daten der Einweisung in die Umerziehung liegen zwischen 2017 und März 2019. Das Dokument ist eine PDF ohne Kopf einer Behörde oder andere Angaben zur Provenienz; zur Überprüfung der Echtheit wurde u.a. versucht, die angegebenen IDs mit anderen bekannten Daten zu vergleichen und im Ausland lebende Angehörige von in der Liste genannten Betroffenen zu befragen. Die Auswertung von Zenz ergab, dass der häufigste Grund zur Einweisung in die Umerziehung eine die zulässige Geburtenquote übersteigende Zahl von Kindern war, gefolgt von „Unzuverlässigkeit“ und von Zenz als religionsbezogen kategorisierten Gründen. Man findet in einem zugänglich gemachten Ausschnitt der Liste als Einweisungsgrund z.B. „1. Ehefrau hat früher Schleier getragen; 2. vier Kinder über die Quote“.
Die parteinahe Global Times bezeichnete die Liste als gefälscht und erklärte, die Mehrheit der in der Liste genannten Personen habe nie ein Fortbildungszentrum besucht (Global Times 23.02.2020; Merics China Update 2020, Nr. 4; New York Times 17.02.2020; UCAN 24.02.2020; www.jpolrisk.com/karakax [Zenz’ Bericht]).
Zu den im November 2019 geleakten sog. „China Cables“ über die Umerziehungszentren in Xinjiang vgl. China heute 2019, Nr. 4, Chronik, Politik, Menschenrechte, 24. November 2019.
Schließung aller religiösen Stätten in China aufgrund der COVID-19-Epidemie
Etwa seit Chinesisch Neujahr (25. Januar) – verschiedene Medien nennen den 23. Januar als Stichtag – sind die Kultstätten aller Religionen in ganz China zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem neuartigen Corona-Virus geschlossen. Kollektive religiöse Aktivitäten dürfen nicht stattfinden. Dies erfolgte auf Anordnung der Regierungsbehörden. Die offiziellen Gremien der fünf Religionen gaben entsprechende Bekanntmachungen heraus, beispielsweise die Chinesische katholische Patriotische Vereinigung und die Chinesische Bischofskonferenz am 24. Januar. Auch die religiösen Ausbildungsstätten, wie theologische Seminare oder buddhistische Akademien, sind geschlossen, der Studienbeginn wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese behördlich „Zweifache Einstellung und eine Verschiebung“ (双暂停一延迟) genannten Maßnahmen galten noch Ende April, es ist ungewiss, wann sie aufgehoben werden (chinacatholic.cn 24.01.2020; gov.cn 8.04.2020). Näheres dazu und darüber, wie die Religionsgemeinschaften mit der Situation umgehen, findet sich in den Informationen.
1 Februar 2020:
„Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Organisationen“ treten in Kraft
Bei den „Maßnahmen für die Verwaltung religiöser Organisationen“ (宗教团体管理办法) handelt sich um Detailbestimmungen zu einem Teilaspekt der seit Februar 2018 geltenden revidierten „Vorschriften für religiöse Angelegenheiten“. Zu den religiösen Organisationen“ (宗教团体 – gemeint sind die offiziellen Dachverbände der Religionen), deren Schlüsselrolle bei der staatlichen Aufsicht über die religiösen Angelegenheiten in den revidierten „Vorschriften“ ausgebaut wurde, gab es bisher keine separaten Bestimmungen. Teile der neuen Rechtsnorm entsprechen dem, was bereits in den übergreifenden „Vorschriften“ oder in den Statuten der verschiedenen Vereinigungen der fünf Religionen (etwa der Chinesischen katholischen patriotischen Vereinigung) festgelegt ist. Sie enthalten aber auch deutlich darüber hinaus gehende Verschärfungen. So verpflichten die neuen Maßnahmen die religiösen Organisationen, Kurs und Politik der Partei unter Klerus und Gläubigen zu verbreiten (§17), auch sollen sie „den Mechanismus zur Belohnung und Bestrafung der religiösen Amtsträger stärken“ (§ 23). Neu ist auch die umfangreiche Auflistung der Kompetenzen, die die Religionsbehörden der Volksregierungen gegenüber den religiösen Organisationen haben (§§ 25-27). Dazu gehört die Beaufsichtigung der religiösen Organisationen bei der Formulierung ihres eigenen Regelsystems – dieses wiederum, so steht es bereits in den „Vorschriften für religiöse Angelegenheiten“, muss von den religiösen Ausbildungsstätten, den Stätten für religiöse Aktivitäten und dem Klerus eingehalten werden. Genehmigung der Behörden muss eingeholt werden für „größere Treffen, Aktivitäten und Fortbildungen sowie für Austauschaktivitäten mit dem Ausland“. Beachtenswert erscheint auch die Bestimmung, dass „religiöse Organisationen keine regionalen Zweigstellen gründen dürfen“ (§ 14). Yang Fenggang vom Center for Religion and Chinese Society an der Purdue University sagte dazu gegenüber China Source, dass die Vereinigungen der Religionen auf den verschiedenen Verwaltungsebenen (Provinz, Kreis) nicht Zweige der landesweiten Vereinigungen seien, sondern getrennte Vereinigungen, die den lokalen Behörden verantwortlich sind.
Die neuen „Maßnahmen“ wurden vom Nationalen Büro für religiöse Angelegenheiten verabschiedet. Eine Übersetzung veröffentlichen wir in einer der nächsten Ausgaben von China heute (Text der Maßnahmen und inoffizielle englische Übersetzung unter www.chinalawtranslate.com/en/measures-for-the-administration-of-religious-groups; AsiaNews 31.12.2019; China Source Blog 2.02.2020; UCAN 3.01.2020; vgl. auch China heute 2019, Nr. 3, Chronik, Religionspolitik, 27. August 2019, zum Entwurf der „Maßnahmen“).
13. bis 17. Februar 2020:
Einheitsfrontabteilung der KP Chinas veröffentlicht Zahlen zu Corona-Spenden der religiösen Kreise
In fünf Berichten über die Beiträge der fünf großen Religionen zur Epidemiebekämpfung werden folgende Zahlen genannt: Bis etwa Mitte Februar spendeten die buddhistischen Kreise 207 Mio. Yuan, die Daoisten 50 Mio. Yuan, die Muslime 86,09 Mio. Yuan, die Katholiken 12,8 Mio. Yuan und die Protestanten 115,3 Mio Yuan. Dazu kamen von der protestantisch inspirierten Amity Foundation gesammelte Spenden in Höhe von 60 Mio. Yuan (inkl. zugesagter Spenden). Außerdem stellten religiöse Organisationen große Mengen von Sachspenden zur Verfügung - Millionen von Mundschutzmasken, Hunderte Beatmungsund Sauerstoffgeräte, dazu Schutzanzüge, Desinfektionsmittel usw. (Tongzhan xinyu 统战新语 [Einheitsfront] nach sara.gov.cn 13.,14.,15.,16.,17.02.2020).
Siehe auch weitere Angaben in den Rubriken Protestantismus und Katholische Kirche sowie die Beiträge in den Informationen.
International Campaign for Tibet (ICT) meldet Schließung eines buddhistischen Studiennetzwerks, das von Larung Gar aus gegründet wurde
Khenpo Sodargye kündigte laut ICT am 30. Dezember 2019 offenbar überraschend die Schließung des von ihm gegründeten Bodhi Institute (Puti xuehui 菩提学会, Bodhi Institute of Compassion and Wisdom) an, das Zweige in China und anderen Ländern hat. In einem chinesischsprachigen Post, der auf seiner Larung-Gar-Website erschien (ICT publizierte einen Screenshot), begründete Sodargye dies damit, dass in den letzten Jahren Personen im Namen des Bodhi Institute teilweise mutmaßlich illegale und kriminelle Aktivitäten durchgeführt hätten. Er erklärte, dass er das Bodhi Institute und all seine „Büros zur Verbreitung des Dharma“ auflöse und dass alle im Namen des Bodhi Institute gegründeten Zweiginstitute und Gruppen sich selbst auflösen und ihre Websites einstellen sollen. Er werde weiter „das Land und die Religion lieben“ und den Gläubigen dienen.
Eine Quelle bestätigte gegenüber ICT die Schließungen, sagte aber, Sodargyes Begründung sei offensichtlich unter Anleitung der Behörden geschrieben. Sodargye und ein weiterer Abt von Larung Gar seien im November 2019 von den Behörden verhört worden, die Schließung hänge damit zusammen. ICT, das Sodargye als eine der führenden Stimmen des tibetischen Buddhismus innerhalb der VR China bezeichnete, vermutete, dass mit der Schließung der Zentren sein wachsender Einfluss beschränkt werden solle.
Der 1962 geborene Sodargye (Sönam Dargyé, chin. Suodaji 索达吉) ist ein enger Schüler des Gründers der Akademie Larung Gar, Jigme Phuntsok, und seit dessen Tod im Jahr 2004 Mitglied des Äbteteams, das die Akademie weiterführt. Wie Ester Bianchi von der Universität Perugia, die in Larung Gar geforscht hat, in einem 2018 erschienenen Artikel schrieb, ist Sodargye dort für die Unterweisung chinesischer Mönche zuständig. 2006 gründete er die Puti xuehui, die die Verbreitung des tibetischen Buddhismus unter Han-Chinesen zum Ziel hat und sich zu einem Netzwerk buddhistischer Gruppen und Einzelpersonen in ganz China [und laut ICT auch international] entwickelte. Auf khenposodargye.org finden sich Berichte über Sodargyes Auslandsreisen, zuletzt aus dem Jahr 2018, in dem er nach Afrika, Europa und in die USA reiste. Es lassen sich viele Videos von Unterweisungen des Khenpo in gut gefüllten Hörsälen im Ausland abrufen, darunter solche, in denen er vor chinesischen Zuhörern auf Chinesisch doziert.
Larung Gar liegt im Kreis Sertar im Autonomen tibetischen Bezirk Kardze, Provinz Sichuan. In den Jahren 2016/2017 wurden aus der Akademie, an der vor 2016 rund 10.000 Anhänger des tibetischen Buddhismus (darunter viele Han-Chinesen) gelebt und studiert haben sollen, über 4.800 Personen ausgewiesen (savetibet. org 2.01.2020; vgl. Ester Bianchi, „Teaching Tibetan Buddhism in Chinese on Behalf of Mañjuśrī“, in F. Jagou [Hrsg.], The Hybridity of Buddhism. Contemporary Encounters between Tibetan and Chinese Traditions in Taiwan and the Mainland, Paris 2018, S. 109-131; China heute 2016, Nr. 3, Chronik, Sommer / Herbst 2016, und 2017, Chronik, Buddhismus, 20. August 2017).
Januar, März und April 2020:
Entfernung von Kreuzen in der Provinz Anhui
Vertreter der lokalen Behörden demontierten Kreuze christlicher Kirchen in der Provinz Anhui, u.a. in der Hauptstadt Hefei (9. Januar), in Woyang 涡阳 (13. März), Bangbu 蚌埠 (Ende März), Fuyang 阜阳 (1. April) und Feixi 肥西 (15. April). Begründet werden die Abrisse mit der Vorgabe der Sinisierung. Religionen sollen ausländische Einflüsse und der chinesischen Kultur fremde Zeichen ablegen. Auch in anderen Provinzen mehren sich Berichte von Übergriffen und Einschränkungen durch die lokalen Behörden. So wurde am 13. März in Yixing, Provinz Jiangsu, die Xiangbaishu-Kirche komplett abgerissen. Am Ostersonntag, dem 12. April, wurde in Zhengzhou, der Hauptstadt von Henan, die Antiochia-Kirche verboten (boxun.com 9.01.2020; chinaaid.net 15.03.2020; christiantimes.org.hk 27.03.2020; cmcn.org/archives/47997).
Deutschland: Workshop zu Sekte „Kirche des allmächtigen Gottes“ in sozialen Netzwerken
Unter dem Titel „Hilfe, mir folgt eine Sekte“ veranstaltete Jens Haverland, Ökumenepastor in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, am 21. Januar 2020 beim Hansebarcamp einen Workshop zu Kontaktanfragen in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder Instagram durch Angehörige der „Church of the Almighty God“ (CAG). Die Mitte der 1990er Jahre in China entstandene neureligiöse Bewegung, auch bekannt unter dem Namen „Östlicher Blitz“, tritt seit 2015 auch in Deutschland zunehmend in Erscheinung. Eine gewisse Häufung zeigt sich bisher in evangelischen Gemeinden und Flüchtlingsunterkünften um Stuttgart und Esslingen.
Wegen ihrer Gemeinsamkeiten zum Christentum richten sich missionarische Bemühungen der Sekte häufig auf Gemeinden und Geistliche. Aber, und darin unterscheidet sich die Lehre fundamental vom Christentum, die Anhänger von „Almighty God“ glauben, dass Jesus in Form einer jungen Frau wiedergekommen ist und die Endzeit kurz bevorsteht. Nicht die frohe Botschaft des befreienden Evangeliums steht im Mittelpunkt der Verkündigung, sondern die Unterordnung der eigenen Bedürfnisse angesichts des Kampfes zwischen „Almighty God“ und den Dämonen. In Schriften und besonders in Youtube-Filmen wird berichtet, wie sich Jesus neu offenbart hat und wie seine Anhänger von der chinesischen Polizei, dieals apokalyptischer roter Drache identifziert wird, verfolgt werden. Berichte von ehemaligen Mitgliedern schildern das Vorgehen der Gruppe und wie diese in die soziale Isolation geführt habe. In ihrem missionarischen Handeln geben sich die Mitglieder des „Östlichen Blitzes“ zunächst nicht als solche aus, sondern versuchen meist über Jahre gute Beziehungen aufzubauen und Informationen zu sammeln, ehe sie mit der Missionierung beginnen. Dabei geben sie sich als Christen der Hauskirchenbewegung aus, die wegen ihres Bekenntnisses politisch verfolgt werden. Auch im „Verein zur Verteidigung der Menschenrechte und Religionsfreiheit e.V“ (VVMR) organisiert sich die Sekte in Deutschland. In der Stuttgarter Innenstadt wirbt sie z.B. um Vertrauen, indem sie ihr Anliegen neben den Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang darstellt.
„Ich finde es bedenklich, wenn zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter der Nordkirche mit ihrem Twitter-Account wissentlich oder unwissentlich CAG-Profilen folgen“, sagte Haverland. „Ich habe mich anfangs schwer getan, jemanden aufgrund einer anderen Weltanschauung zu blockieren. Aber ich möchte auch nicht dafür missbraucht werden, Teil eines Netzwerkes zu sein, das offensichtlich vielmehr die Beziehungen zwischen Christentum und chinesischem Staat belastet, als die Menschenrechte zu fördern“ (www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/session-hilfemir-folgt-eine-sekte-am-beispiel-churchof-almighty-god/)
Ab 25. Januar 2020:
Corona-Hilfe von Amity Foundation
Am 20. Januar begann die Amity Foundation damit, Daten und Fakten über das neuartige Corona-Virus und seine Ausbreitung in der Provinz Hubei zu sammeln und erste Überlegungen zu Hilfsmaßnahmen im Team zu besprechen. Nur vier Tage später, noch vor Beginn des chinesischen Neujahrsfestes am 25. Januar, war der erste Hilfstransport mit Materialien unterwegs. Bis zum 12. März wurden an mehr als 300 Krankenhäuser, medizinische Zentren und Dorfgemeinden Produkte ausgeliefert, darunter sieben Ambulanz-Wagen mit Unterdruckkabinen zum sicheren Transport von Infizierten. Mehr als 130.000 Mahlzeiten wurden von Hilfsteams an medizinisches Personal im Einsatz an der Frontlinie ausgeteilt. Mithilfe von Online-Fundraising, Unterstützung von einheimischen Unternehmen, chinesischen Kirchen und ausländischen Partnern sammelte Amity bis zum 23. März umgerechnet knapp 10 Mio. Euro an Spenden ein. Inzwischen kommen vermehrt Hilfsanfragen aus dem Ausland (amity.org.cn; www.amityfoundation.org/eng/coronavirus-updates-amitys-work-march sowie Bericht von Martin Lachmann, Amity-Büro Hongkong, vom 18.03.2020).
Partei lobt Engagement protestantischer Christen
Die Einheitsfrontbehörde der KP Chinas veröffentlichte am 17. Februar auf ihrem Microblog eine positive Würdigung der Bemühungen protestantischer Kirchen und Organisationen in China, bei der Eindämmung des Virus zu helfen. Die schnelle und umfassende Hilfsbereitschaft evangelischer Christen im Einklang mit den Richtlinien des Staatspräsidenten Xi Jinping wird besonders hervorgehoben. Auch dass die Kirchen wissenschaftlich nüchterne Aufklärung im Umgang mit dem Virus betrieben hätten, Gerüchten entgegengetreten seien und Interpretationen des Virus als Zeichen für „Sünde“ oder gar den Anbruch der „Endzeit“ entkräfteten, wurde gelobt. Chinesischer Christenrat und Drei-Selbst Bewegung haben auf lokaler und nationaler Ebene zusammengerechnet bis zum 16. Februar Geld- und Warenspenden im Wert von umgerechnet fast 16 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Allein die Spenden der evangelischen Kirchen in der am stärksten betroffenen Provinz Hubei beliefen sich auf 2,25 Mio. Euro. Die Amity-Stiftung hatte zu diesem Zeitpunkt zusätzlich knapp 8 Mio. Euro an Geld- und Sachspenden eingeworben (Tongzhan xinyu 17.02.2020).
Protestantische Dachverbände warnen vor der neureligiösen Bewegung Shincheonji
Auf der Internetseite der protestantischen Dachverbände CCC/TSPM ist mit Datum des 17. März ein Aufruf zur Verteidigung der rechten christlichen Lehre und Widerstand gegen häretische Kulte veröffentlicht. Vor allem die aus Südkorea stammende „Kirche des Neuen Himmels und der Neuen Erde“ (Shincheonji Church of Jesus) habe die besonderen Umstände der Corona-Epidemie ausgenutzt, um unter chinesischen Gläubigen aktiv zu werden und neue Anhänger zu werben. Die Ausbreitung des neuen Virus in Südkorea im Zusammenhang mit einer Vertreterin dieser Sekte, die trotz bestätigter Infektion weiterhin Gottesdienste besucht hat, sei eine Beschädigung des Ansehens christlicher Gemeinschaften. Die Kriterien, nach denen die orthodoxe Lehre des Christentums von neureligiösen Bewegungen zu unterscheiden sind, werden erläutert (www.ccctspm.org/newsinfo/13229).
AsiaNews meldet vorübergehende Freilassung von Untergrundbischof Cui Tai
Der 69-jährige Koadjutorbischof Augustinus Cui Tai von Xuanhua (Provinz Hebei) wurde nach Angaben einiger Priester freigelassen, um Chinesisch Neujahr mit seiner Schwester zu verbringen; nach den Neujahrstagen werde die Polizei ihn wieder in Isolationsgewahrsam nehmen, so die Priester. Bischof Cui wurde seit 2007 von den Behörden immer wieder ohne Gerichtsverfahren in geheimen Haftzentren oder Hotels festgehalten oder unter Hausarrest gestellt. Zuletzt war er am 29. März 2019 „weggebracht“ worden (AsiaNews 20.01.2020; China heute 2019, Nr. 1, Chronik, Katholische Kirche, 29. März 2019).
Entwicklungen in der Diözese Mindong
In der Diözese, deren Klerus und Gläubige ursprünglich mehrheitlich dem Untergrund angehörten, wurden nach Angaben von AsiaNews im Januar mindestens fünf Pfarrkirchen von den Behörden geschlossen und ihnen Strom und Wasser abgestellt, angeblich aus Brandschutzgründen. Darunter seien zwei sehr große Pfarreien, Fu’an mit über 10.000 und Saiqi mit 3.000 Gläubigen, sowie die Pfarrei Shuangfeng. In Saiqi wurde auch ein katholisches Altenheim geschlossen. Die Pfarrer von Fu’an, Liu Guangpin, und von Saiqi, Huang Jintong, mussten ihre Pfarreien verlassen; AsiaNews zufolge wurde Pfarrer Huang am 3. April von Polizeikräften „mitgenommen“ und an einen unbekannten Ort gebracht – vermutlich um ihn zu bearbeiten, eine von der Regierung geforderte Erklärung zur Unabhängigkeit der Kirche zu unterzeichnen. Laut AsiaNews ist er einer der etwa 20 von ursprünglich 57 Untergrundpriestern der Diözese, die sich bisher geweigert haben, eine solche Erklärung zu unterzeichnen. Der ehemalige Ortsbischof im Untergrund, Guo Xijin, erhielt am 15. Januar ebenfalls einen Räumungsbefehl für sein Bischofshaus. Die Behörden hätten, um schlechte Presse zu vermeiden, aber schließlich darauf verzichtet, ihn aus der Residenz zu vertreiben, er lebt dort seither (Stand 6.04.) ohne fließend Wasser, Strom und Gas und segnet, wenn er zum Wasserholen das Haus verlässt, über die Überwachungskamera seine Bewacher (Video bei AsiaNews). Einige Priester sagten AsiaNews im Januar, die Behörden hätten Bischof Zhan Silu von Mindong über die Räumungsbefehle gegen Bischof Guos Residenz und die Pfarreien im Dunkeln gelassen.
Derweil finden sich auf dem Webportal von Patriotischer Vereinigung und Bischofskonferenz immer wieder Berichte über politische Sitzungen im offiziellen Teil der Diözese Mindong. Am 20. Januar wünschte der stellvertretende Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz der auf dem Gebiet der Diözese liegenden Stadt Ningde dem Bischof Zhan Silu für das neue Jahr „noch mehr Erfolg bei der Arbeit für die [kirchliche] Einheit“. Am 25. März fand in der Residenz des Bischofs eine religionspolitische Schulung statt, an der neben dem Bischof 50 Priester, Schwestern und Laien sowie Behördenvertreter teilnahmen. Die Sitzung leitete Generalvikar Zhu Ruci – der laut Guide to the Catholic Church in China 2014 ursprünglich zur Untergrundgemeinschaft der Diözese gehörte (AsiaNews 16.01.; 6.04.2020; chinacatholic.cn 20.01.; 27.03.2020).
Im Dezember 2018 hatte sich in Mindong der von der Regierung nicht anerkannte Ortsbischof Guo Xijin auf Bitten des Papstes dem vom Papst begnadigten, vormals illegitimen Bischof Zhan Silu unterstellt, war aber dennoch nicht von der Regierung als Weihbischof anerkannt worden; im Mai 2019 hatte er angesichts permanenten Drucks der Behörden auf seine Priester im Untergrund seinen Antrag auf staatliche Anerkennung zurückgezogen. Die Diözese galt als eine Art Pilotprojekt für die Umsetzung des sino-vatikanischen Abkommens über Bischofsernennungen vom 22. September 2018 (vgl. China heute 2019, Nr. 1, Chronik, Katholische Kirche, Ab 13. Dezember 2018, Chronik, Sino-vatikanische Beziehungen, 12. Dezember 2018, Dokumentation; Nr. 2, Chronik, Katholische Kirche, Ab April 2019; Nr. 3, Chronik, Katholische Kirche, 21.-27. Juli 2019; Nr. 4, Chronik, Katholische Kirche, 28. Oktober 2019).
Jinde Charities beginnt Spendenaktion für Corona-Hilfen im Inland
Sehr viele Pfarreien und Diözesen in China, aber auch katholische und nicht-katholische Einzelpersonen beteiligten sich an der Spendensammlung. Zwischen 25. Januar und 23. April gingen nach Angaben auf der Website von Jinde, dem größten katholischen Hilfswerk Festlandchinas, 15.285.944 Yuan, also fast 2 Mio. Euro, an Spenden für die Katastrophenhilfe innerhalb Chinas ein. Die Chinesische katholische patriotische Vereinigung und die Chinesische Bischofskonferenz riefen am 28. Januar alle Katholiken im Land auf, für die Epidemiebekämpfung zu spenden, und zwar entweder über die Rotkreuzgesellschaft Chinas, über Jinde oder direkt an die Kirche vor Ort (chinacatholic.cn 28.01.2020; www.jinde.org/Project/show/id/4200.htm [Projekt Wuhan]).
Ab 11. März 2020:
Jinde Charities startet Übersee-Hilfsprojekt für die Pandemiebekämpfung
Bis zum 23. April waren dafür laut Angaben auf Jindes Website rund 8,4 Mio. Yuan (1 Mio. Euro) an Spenden eingegangen und 12,3 Mio. Yuan (1,5 Mio. Euro) für Auslandshilfen ausgegeben worden. Die Hilfe ging nach Südkorea, Italien und in andere von der Epidemie betroffene Länder. Zwei am 16. und 26. März in China abgesendete Hilfslieferungen nach Italien erfolgten mit Unterstützung der zuständigen chinesischen und italienischen Behörden über die Vatikanische Apotheke (www.jinde.org/Project/show/id/4212.html; [Projekt Übersee]; jinde.org 16.,17.,18.,27.03.; 3.04.2020).
Zu Details und weiteren Spendenappellen siehe den Beitrag in den Informationen.
Bischof Ma Zhongmu, einziger mongolischstämmiger
Bischof der Welt, verstirbt mit 101 Jahren Bischof Ma Zhongmu 马仲牧 (mongolischer Name: Tegusbeleg) war von 1983 bis 2005 Bischof der Diözese Ningxia im Nordwesten Chinas; von der Regierung war er jedoch nur als Priester anerkannt. Er war der älteste noch lebende Bischof Chinas. Ma Zhongmu wurde am 1. November 1919 in der Großgemeinde Chengchuan (mongolisch: Porobalgason, Vorderes Otog-Banner, Ordos) in der Inneren Mongolei geboren. Er stammte aus einer traditionell katholischen mongolischen Familie mit 12 Kindern. Sein älterer Bruder Ma Yuanmu 马元牧 (1906–1979) war ebenfalls Priester, drei Schwestern Ordensfrauen. Ma Zhongmu studierte Philosophie und Theologie in den Seminaren von Suiyuan (Hohhot) und Datong. Am 31. Juli 1947 wurde er von Bischof Charles Joseph van Melckebeke CICM zum Priester geweiht. Ab 1948 studierte er zwei Jahre lang an der landwirtschaftlichen Fakultät der katholischen Fu-Jen-Universität in Peking. Danach arbeitete er als Pfarrer und später als Dozent im Seminar von Suiyuan. 1958 wurde er mit vielen anderen Priestern in Suiyuan zum Konterrevolutionär erklärt und ins Arbeitslager geschickt. Erst 1979 wurde er rehabilitiert. 1980 kehrte er ins Bistum zurück. 1983 wurde er insgeheim zum Bischof von Ningxia geweiht. Seit seinem Rücktritt 2005 lebte er, zuletzt schwer erkrankt, in seinem Heimatort Chengchuan.
In der Region verbleiben nach Bischof Mas Tod zwei Bischöfe: Bischof Li Jing von Ningxia und Bischof Du Jiang von Bameng (Bayannur-Banner, Innere Mongolei). Beide sind vom Papst und von der Regierung anerkannt. Die Diözese Bameng, in der auch Chengchuan liegt, gehörte früher zur Diözese Ningxia. Wie in vielen Gebieten Chinas stimmen vatikanische und offizielle chinesische Diözesangrenzen nicht überein. Die Verwaltungsbereiche der drei Bischöfe hätten sich überlappt und die Katholiken wären jeweils zu dem Bischof gegangen, dem sie sich zugehörig fühlten, sagte der Hongkonger Katholizismusexperte Anthony Lam zu UCAN. Es gab auch Anlässe, bei denen die drei Bischöfe gemeinsam auftraten, so bei der Weihe eines ethnisch mongolischen Priesters in Chengchuan im Jahr 2013. Bischof Ma hatte laut Lam ein gutes Verhältnis zu den örtlichen Behörden, die ihn respektiert hätten.
Wie UCAN berichtete, durften nur Bischof Meng Qinglu von Hohhot und zwei Priester sowie einige Laien der Beerdigung von Bischof Ma am 27. März beiwohnen. Die Religionsbehörde begründete diese Einschränkung mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus.
Bischof Ma Zhongmu war der bislang einzige Bischof mongolischer Volkszugehörigkeit in der Geschichte der Kirche in China. Auf Fotos sieht man ihn mit mongolischer Kleidung und einem mongolischen Hut mit Kreuz. Er übersetzte die Messtexte ins Mongolische und reichte sie beim Vatikan ein, wo sie – so verschiedene Nachrufe – mangels vatikanischer Experten für die mongolische Sprache bislang nicht hätten approbiert werden können.
Unter den Mongolen ist der tibetische Buddhismus die am meisten verbreitete Religion. Ein Großteil der mongolischen Katholiken der Inneren Mongolei lebt im Vorderen Otog-Banner, in dem auch Chengchuan liegt (AsiaNews 26.03.2020; Blog Jinan yongren 冀南庸人 27.03.2020; China heute 2008, Nr. 6, S. 197-198; 2013, Nr. 1, Chronik, 14 Februar 2013; Nr. 3, Chronik, 9 Juli 2013; facebook.com/UCANChina 26.03.2020; UCAN 27.03.2020).
8. Januar / 26. Februar / 1. März 2020:
Aufruf von Kardinal Zen an alle Kardinäle der Welt, die chinesische Kirche zu retten, führt zu öffentlicher Auseinandersetzung mit dem Vorsitzenden des Kardinalskollegiums
Kardinal Joseph Zen SDB, emeritierter Bischof der Diözese Hongkong, hatte bereits am 27. September 2019 einen zunächst unveröffentlichten Brief an seine Kardinalskollegen in aller Welt geschrieben. Darin drückt er seine Sorge aus, dass die vom Heiligen Stuhl am 28. Juni 2019 veröffentlichten „Pastoralen Richtlinien zur zivilen Registrierung des Klerus in China“ (vgl. China heute 2019, Nr. 2, Informationen, Dokumentation) den Klerus und die Laien in China ermutigten, Mitglieder einer schismatischen, vom Papst unabhängigen und der KP gehorsamen Kirche zu sein. Unter anderem kritisiert er die in den Pastoralen Richtlinien getroffene (von Zen Kardinal Parolin zugeschriebene) Aussage, dass „Unabhängigkeit“ der Kirche in China nach dem Abkommen, weil dieses die besondere Rolle des Papstes anerkenne, nicht mehr als absolut zu verstehen sei. Zens Appell an die Kardinäle endet mit den Worten: „Können wir schweigend Beihilfe leisten zur völligen Zerstörung der Kirche in China durch die Hände derer, deren heilige Pflicht es ist, sie zu schützen?“ Kardinal Zen fügte diesem Appell seine „Dubia“ (Zweifel) an den Pastoralen Richtlinien bei, die er nach eigenen Aussagen Papst Franziskus bereits am 1. Juli 2019 präsentiert hatte. Am 26. Februar antwortete Kardinal Giovanni Battista Re, der Vorsitzende des Kardinalskollegiums, mit einem Brief an die Kardinäle der Welt und schrieb, er fühle sich verpflichtet, einige Überlegungen zu äußern, die eine optimistische Bewertung der komplexen Fragen erlaube. Insbesondere verweist er auf einen „tiefen Gleichklang“ in der Haltung bezüglich der Kirche Chinas in den letzten drei Pontifikaten, die alle auf Dialog gesetzt hätten. Kardinal Re weist Zens Vermutung zurück, das 2018 unterzeichnete Abkommen sei dasselbe, das Papst Benedikt sich zu unterzeichnen geweigert habe; vielmehr, so Re, habe er sich im Archiv des Staatssekretariats davon überzeugen können, dass Papst Benedikt das Projekt eines Abkommens über Bischofsernennungen approbiert habe. Kardinal Zen reagierte am 1. März mit einem offenen Brief an Kardinal Re. Darin erklärt er u.a., dass Johannes Paul II. und Benedikt XVI. übereinstimmend eine Politik der Kompromisse gegenüber dem Kommunismus im Sinne der „Ostpolitik“ als falsch angesehen hätten. Wenn er falschliege mit seinen Vermutungen bezüglich des Abkommens, möge man ihm den Text zeigen. Zen schrieb auch, er habe Beweise dafür, dass Kardinal Parolin den Heiligen Vater „manipuliere“.
„Ein Dialog zwischen den beiden Kardinälen über das sino-vatikanische Abkommen ist dringend notwendig“, schrieb B. Cervellera, Chefredakteur von AsiaNews, am 3. März in einem Kommentar (https://oldyosef.hkdavc.com/?p=1264 ;https://oldyosef.hkdavc.com/?p=1400; www.asianews.it/news-en/Card.Reagainst-Card.-Zen:-There-is-a-profoundharmony-between-Benedict-XVI-and-Francis-on-China-49452.html; https://oldyosef.hkdavc.com/?p=1356).
Papst Franziskus betet für Corona-Opfer in China
„Ich möchte auch den Menschen nahe sein und für sie beten, die an dem Virus erkrankt sind, der sich in China ausgebreitet hat. Möge der Herr die Toten in seinen Frieden aufnehmen, ihre Familien trösten und das große Engagement der chinesischen Gemeinschaft unterstützen, das bereits zur Bekämpfung der Epidemie aufgebracht wird“, sagte der Papst nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz (w2.vatican.va/content/francesco/de/angelus/2020/documents/papa-francesco_angelus_20200126.html).
Meldungen: Vatikan schickt Hunderttausende Atemschutzmasken nach China
Auf Initiative des Päpstlichen Wohltätigkeitsdiensts und des Missionszentrums der chinesischen Kirche in Italien seien „Hunderttausende“ von Masken nach China geschickt worden, und zwar in die besonders betroffenen Provinzen Hubei, Zhejiang und Fujian, meldete das Presseamt der Heiligen Stuhls am 3. Februar. (Die genaue Zahl ist unklar; in anderen Meldungen war von 600.000 oder 700.000 Masken die Rede.) Laut AsiaNews hatten der Heilige Stuhl und die chinesischen Gemeinden in Italien die Masken bezahlt, die Vatikanische Apotheke Sammlung und Versand organisiert und China Southern Airlines kostenlos den Transport übernommen. Einer der Organisatoren war der aus der Diözese Mindong stammende Priester Vincenzo Han Duo, Vizerektor des päpstlichen Kollegs Pontificio Collegio Urbano. Er wurde von der parteinahen Global Times interviewt, die ebenfalls am 3. Februar ausführlich über die vatikanische Spende berichtete (AsiaNews 3.02.2020; globaltimes.cn 3.02.2020; UCAN 4.02.2020; Vaticannews.va 3.02.2020).
Die „Außenminister“ Chinas und des Heiligen Stuhls treffen sich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz
Kommentatoren bezeichneten dies als das höchstrangige Treffen zwischen Vertretern beider Seiten seit Gründung der VR China (laut B. Cervellera in AsiaNews seit Ausweisung des päpstlichen Nuntius Riberi 1951). Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten im Staatssekretariat des Vatikans, und der chinesische Außenminister Wang Yi waren beide nach München gereist, um an der Sicherheitskonferenz teilzunehmen.
Das Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlichte am gleichen Tag eine Meldung zu der Begegnung. Darin heißt es: „Während des Gesprächs, das in einer herzlichen Atmosphäre verlief, erinnerte man an die Kontakte zwischen den beiden Seiten, die sich über die Zeit positiv entwickelt haben. Insbesondere wurde die Bedeutung des am 22. September 2018 unterzeichneten Vorläufigen Abkommens über die Ernennung von Bischöfen hervorgehoben, wobei der Wunsch wiederholt wurde, den bilateralen institutionellen Dialog fortzusetzen, um das Leben der katholischen Kirche und das Wohl des chinesischen Volkes zu fördern. Wertschätzung für die Anstrengungen zur Ausrottung der Corona-Virus-Epidemie und Solidarität mit der betroffenen Bevölkerung wurden zum Ausdruck gebracht.“ Der Text fährt fort: „Schließlich wurde Hoffnung auf eine stärkere internationale Zusammenarbeit zur Förderung des zivilen Zusammenlebens und des Friedens in der Welt geäußert, und es wurden Überlegungen zum interkulturellen Dialog und zu den Menschenrechten ausgetauscht.“ Einen Tag später gab es auf chinesischer Seite eine chinesischsprachige Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die auch auf der Website des chinesischen Staatsrats erschien. Dort hieß es unter anderem, Gallagher habe im Namen des Papstes und des Staatssekretärs [d.h. Kardinal Pietro Parolin] der chinesischen Seite den Respekt und die Unterstützung der Kurie übermittelt und gesagt, man glaube, dass „China die Weisheit und den Mut hat, die Epidemie bald zu überwinden“. Wang Yi, so Xinhua, bedankte sich für die Anteilnahme der Kurie und sagte, er glaube, dass der Vatikan „eine konstruktive Rolle bei der Förderung der internationalen Gemeinschaft spielen wird, um Chinas Bemühungen zur Bekämpfung der Epidemie mit einer objektiven, rationalen und wissenschaftlichen Haltung zu unterstützen“. Weiter heißt es in Xinhua: „Wang Yi sagte, Papst Franziskus hat wiederholt öffentlich seine Liebe und Segenswünsche für China zum Ausdruck gebracht. Das heutige erste Treffen zwischen dem chinesischen und dem vatikanischen Außenminister eröffnet mehr Raum für künftigen Austausch zwischen beiden Seiten. Das von beiden Seiten unterzeichnete Vorläufige Abkommen über die Ernennung von Bischöfen war eine bahnbrechende Praxis mit positiven Ergebnissen.“ China sei bereit, das Verständnis mit dem Vatikan weiter zu verbessern. Das Treffen der Außenminister wurde damit seitens der chinesischen Amtspresse weit ausführlicher gewürdigt als beispielsweise der Abschluss des Vorläufigen Abkommens im Jahr 2018.
Die semioffizielle Global Times berichtete ebenfalls über das Treffen. Sie zitierte die Katholizismusexpertin Wang Meixiu (Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften) mit den Worten, die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor habe offensichtlich die Beziehungen zwischen beiden Seiten verbessert. Die freundschaftliche Kooperation werde auch für die Erneuerung des Abkommens hilfreich sein. Francesco Sisci von der Renmin University of China sagte der Zeitung, dass das Treffen der beiden Außenminister zu einem höherrangigen Treffen beider Seiten führen könnte (Meldung Vatikan: http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/02/14/0099/00218.html; Meldung Xinhua: www.gov.cn/guowuyuan/2020-02/15/content_5479216.htm; America Magazine 14.02.2020; AsiaNews 15.02.2020; Global Times 15.02.2020).
Statement von Kardinal Charles Bo, Erzbischof von Yangon (Myanmar), macht KP Chinas für Corona-Pandemie verantwortlich
Das Regime der KP Chinas sei in erster Linie verantwortlich für die Pandemie, schrieb der Kardinal in seinem scharf formulierten Statement. Er begründete dies mit der anfänglichen Unterdrückung von Nachrichten China heute XXXIX (2020), Nr. 1 (205) 21 Informationen 訊 息 über das Virus und das Vorgehen gegen diejenigen, die Alarm schlugen. Sein Land Myanmar sei gegenüber COVID-19 extrem verwundbar. „Durch sein inhumanes und unverantwortliches Handeln in Bezug auf das Corona-Virus hat die KP Chinas bewiesen, was viele vorher dachten: dass sie eine Bedrohung für die Welt ist“, schrieb Bo. Das chinesische Regime – nicht das Volk – „schuldet uns allen eine Entschuldigung und eine Kompensation für die Schäden, die es verursacht hat“, so der Kardinal; zumindest solle es anderen Ländern zur Deckung der durch das Virus verursachten Kosten die Schulden erlassen. Er prangerte in seinem Brief auch Verstöße gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit in China und die Inhaftierung von mindestens einer Million Uiguren in Lagern an.
Der 71-jährige Kardinal Charles Maung Bo, ein Salesianer, wurde 2015 von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt. Er ist amtierender Vorsitzender der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC). Das Statement erschien allerdings nicht auf deren Website oder in deren Namen, sondern auf der Website der Erzdiözese Yangon (www.catholicarchdioceseofyangon.com/newview.php?id=94; UCAN 15.,20.04.2020; Vatican News 3.04.2020).
Presseamt des Heiligen Stuhls dankt für medizinische Hilfsgüter aus China
Matteo Bruni, Direktor des Presseamts des Heiligen Stuhls, gab folgende Erklärung ab: „In den letzten Tagen sind aus China, insbesondere über die Red Cross Society of China und die Hebei Jinde Charities Foundation, medizinische Hilfsgüter an die Vatikanische Apotheke gespendet worden, als Ausdruck der Solidarität des chinesischen Volkes und der katholischen Gemeinschaften mit denjenigen, die an der Hilfe für die von COVID-19 Betroffenen und an der Prävention der aktuellen Corona-Epidemie beteiligt sind. Der Heilige Stuhl würdigt diese großzügige Geste und dankt den Bischöfen, den katholischen Gläubigen, den Institutionen und allen anderen chinesischen Bürgern für diese humanitäre Initiative und versichert sie der Wertschätzung und der Gebete des Heiligen Vaters“ (http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/09/0213/00478.html).
Maßnahmen der katholischen Diözese Hongkong bezüglich des Corona-Virus
Nachdem die Diözese am 23. Januar detaillierte Hygieneauflagen für Gemeindegottesdienste herausgegeben hatte, setzte sie ab 15. Februar alle öffentlichen Sonnund Werktagsmessen aus. Diese Regelung war Ende April noch in Kraft. Sonn- und Werktagsmessen, Rosenkranz, Angelus, Vesper u.a. Gebete werden über Youtube, Facebook oder Instagram übertragen. Die Kirchen sind für das private Gebet geöffnet, Hochzeiten und Beerdigungen können gehalten werden. Kardinal John Tong, der Apostolische Administrator der Diözese, wandte sich mehrfach an die Gläubigen. Im Fastenhirtenbrief vom 11. Februar schieb er: „Seit letztem Juni scheint die ganze Hongkonger Gesellschaft in einer Wildnis zu leben, ohne Zuversicht, traurig und hilflos. Zuerst kam der durch die Bewegung gegen das Auslieferungsgesetz ausgelöste Aufruhr, dann die durch die Verbreitung des epidemischen Virus ausgelöste Panik. Wenn Versuchungen uns zu überwältigen drohen, ist dies eine Gelegenheit, unseren Blick Christus zuzuwenden und das Vertrauen auf ihn zu erneuern“ (catholic.org.hk 23.01.2020; Sunday Examiner 6.,21.02.; 7.,10.04.2020; Videoansprachen Kard. Tong 31.01.; 13.02.2020).
16. Februar / 18. April 2020:
Xia Baolong wird zum Direktor des Hong Kong and Macau Affairs Office des Staatsrats ernannt – Verhaftung von 15 prodemokratischen Aktivisten
Xia gilt als eng mit Xi Jinping verbunden und als politischer Hardliner. Von 2003 bis 2017 war er in der Provinz Zhejiang tätig, zunächst als stellvertretender Parteisekretär unter dem damaligen Parteisekretär Xi Jinping, ab Ende 2012 als Parteisekretär. In Xias Amtszeit wurden in Zhejiang zwischen 2014 und 2016 rund 1.600 Kreuze zwangsweise von Kirchendächern abgerissen. Seine Ernennung zum Leiter des Hong Kong and Macau Affairs Office (HKMAO) wird als Anzeichen dafür
gesehen, dass die Zentralregierung die Verwaltung und Politik Hongkongs stärker in den Griff bekommen will, nachdem dort im Sommer 2019 Massenproteste gegen die Beijing-nahe Administration unter Carrie Lam ausgebrochen waren. Am 18. April 2020 verhaftete die Hongkonger Polizei 15 bekannte prodemokratische Aktivisten, darunter der Anwalt Martin Lee, der Abgeordnete Albert Ho und der Medienunternehmer Jimmy Lai, Herausgeber der prodemokratischen Apple Daily, wegen Organisation von und Teilnahme an nicht genehmigten Protestkundgebungen; sie wurden gegen Kaution freigelassen. Laut UCAN gibt es auch Befürchtungen, dass sich Xias Ernennung auf das christliche Leben in Hongkong auswirken könnte. Dies werde aber davon abhängen, in welchem Maß die Zentralregierung die Christen Hongkongs als Bedrohung wahrnehme, sagte Porson Chan von der Kommission Justitia et Pax der Diözese Hongkong zu UCAN (AsiaNews 4.03.; 19.04.2020; FAZ 20.04.2020; UCAN 14.,28.02.2020).
Das HKMAO ist eine Behörde in der Beijinger Zentralregierung, vor Ort in Hongkong und Macau unterhält die Zentralregierung Verbindungsbüros.
Spende von Atemschutzmasken und Thunfisch aus Taiwan an den Vatikan
Am 23. März übergab der Botschafter Taiwans beim Heiligen Stuhl, Matthew Lee, dem Päpstlichen Wohltätigkeitsdienst eine Spende von 600 Dosen Thunfisch für die Armen. Außerdem spendete Taiwan dem Heiligen Stuhl zunächst 280.000, später noch einmal 200.000 Gesichtsmasken. Bei einer Zeremonie zur zweiten Schenkung im taiwanischen Außenministerium bedankte sich der Geschäftsträger des Vatikans in Taiwan, Msgr. Arnaldo Catalan, am 22. April für diese Schenkung und überbrachte die besten Wünsche von Papst Franziskus für das taiwanische Volk.
Über 20.000 Menschen in Taiwan folgten einem Aufruf des Kamillianer-Missionars Giuseppe Didone vom 2. April und spendeten innerhalb von nur 5 Tagen 120 Mio. NTD, also etwa 3,7 Mio. Euro, für die italienischen Corona-Gebiete (focustaiwan.tw 22.04.2020; taiwantoday.tw 8.04.2020).
Zur Situation der Religionen und der katholischen Kirche Taiwans in der Pandemie siehe den Beitrag von W. Boehi in den Informationen.