Source: https://strafrechtberlinbrandenburg.wordpress.com/category/%C2%A7%C2%A7/
Timestamp: 2020-05-26 11:41:55
Document Index: 207369634

Matched Legal Cases: ['§\n13', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', '§ 211']

§§ | Strafrecht online
Kategorie / §§
13. Mai 2019 13. Mai 2019 by Stern
Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung wegen versuchten Mordes auf Hamburger S-Bahnhof
Explosion, S-Bahn
Der Angeklagte brachte am Abend des 17. Dezember 2017 in Plastiktüten befindliche Polenböller der höchsten pyrotechnischen Gefahrenkategorie zusammen mit 72 Schrauben in dem Moment zur Explosion, als eine S-Bahn einfuhr. Jene Personen, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten, wurden zwar weder getötet noch verletzt, jedoch habe nach den Feststellungen der Schwurgerichtskammer potentielle Lebensgefahr bestanden. Zudem erlitt ein Fahrgast der einfahrenden S-Bahn ein Knalltrauma. Der Angeklagte war nach einem Bericht von Tag 24 im Hinblick auf den objektiven Tatbestand geständig, bestritt aber einen Tötungsvorsatz.
Die Staatsanwaltschaft hatte 8 Jahre gefordert, die Verteidigung 2 Jahre für ausreichend gehalten, da aus ihrer Sicht ein Tötungsvorsatz nicht nachweisbar gewesen sei.
Das Landgericht ging über die Straferwartung der Staatsanwaltschaft hinaus und verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit dem versuchten Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge, dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, einer gefährlichen Körperverletzung sowie einer gemeinschaftlichen Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren.
Der 5. Senat des Bundesgerichtshof hat die gegen das Urteil gerichtete Revision des Angeklagten verworfen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.
Hamburg – Photo by mali maeder on Pexels.com
BGH: Beschluss vom 08. Mai 2019 – 5 StR 182/19
Vorinstanz: LG Hamburg – Urteil vom 29. Oktober 2019 – 602 Ks 4/18
(Unter Verwendung einer Pressemitteilung des Bundegerichtshofs vom 13. Mai 2019)
3. Mai 2019 2. Mai 2019 by Stern
Verurteilung im Berliner Kühltruhenfall rechtskräftig
Entscheidung, Mord
Mord Kühltruhe Berlin BGH
Nach den Feststellungen der Schwurgeric\nhtskammer erschoss der Angeklagte kurz vor Silvester 2006 seinen ehemaligen Nachbarn in dessen Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg, um sich neben Bargeld und anderen Vermögenswerten die Rente des 80 Jahre alten alleinstehenden Opfers von zuletzt rund 2.000 Euro monatlich zu verschaffen. Um die Tat zu verdecken und möglichst lange finanziell von ihr zu profitieren, zerteilte er den Leichnam und lagerte ihn in einer dafür angeschafften Tiefkühltruhe. Zudem verschickte er unter dem Namen des Getöteten Schreiben an das Finanzamt und die Hausverwaltung. Erst mehr als zehn Jahre später – im Januar 2017 – wurde die Tat entdeckt, entdeckt, nachdem sich Nachbarn gesorgt hatten.
Der 5. (Leipziger) Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat mit Beschluss vom 16. April 2019 – 5 StR 558/18 – die gegen dieses Urteil gerichtete Revision des Angeklagten verworfen. Das Urteil des Landgerichts Berlin ist damit rechtskräftig.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 2. Mai 2019.
15. September 2018 14. September 2018 by Stern
Mordlust im Sinne von § 211 Abs. 2 StGB
§§, Definitionen, Mord
Je nach Zählweise lassen sich bis zu 10 unterschiedliche Mordmerkmale unterscheiden, die eine vorsätzliche Tötung zum Mord machen. Dabei gibt es objektive Merkmale (die der zweiten Gruppe) und subjektive Merkmale (die der ersten und dritten Gruppe), die entsprechend im objektiven und subjektiven Tatbestand geprüft werden.
Das erste subjektive Merkmal ist Mordlust.
Aus Mordlust tötet, wem es darauf ankommt, einen anderen Menschen sterben zu sehen, sodass einziger Zweck seines Handelns die Tötung des Opfers selbst ist.
Wer aus Mordlust tötet, dessen Antrieb ist auf den Tötungsvorgang als solchen gerichtet (BGH, Urteil vom 15. April 1986, 1 StR 651/85). Weder hat der Täter ein besonderes Interesse am Tod genau dieses bestimmten Menschen (das Tatopfer ist also austauschbar), noch ist ein über das bloße Interesse am Töten hinausgehender Tatzweck erkennbar (Lackner/Kühl § 211 Rn. 4). In Betracht kommen beispielsweise, so fernliegend das auch im Einzelfall klingen mag:
Neugierde, einen Menschen sterben zu sehen
Vernichtungshass oder
Das Mordmerkmal hat kaum praktische Bedeutung erlangt. Aber das heißt ja in Klausuren bekanntlich nichts.