Source: https://www.peterlang.com/view/9783653965742/11_Chapter04.html
Timestamp: 2018-07-19 23:48:22
Document Index: 236671976

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 133', '§ 4', '§ 133', '§ 129', '§ 18']

§ 4 Gesamtfazit und Zusammenfassung der Ergebnisse : Die vorsätzliche Benachteiligung gemäß § 133 InsO gegenüber einem Kreditinstitut als Anfechtungsgegner
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Kreditinstitute haben als Geschäfts- bzw. Hausbank generell einen Wissensvorsprung über die wirtschaftliche Situation des Schuldners gegenüber anderen Gläubigern. Dieser resultiert zum einen aus den zwingenden Verpflichtungen des Kreditwesengesetzes und den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), welche das Kreditinstitut auffordern, sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners unterrichten zu lassen und die daraus resultierenden Informationen zu sondieren, um die mit dem Engagement des Kreditinstitutes einhergehenden Risiken zu filtern und absichern zu können. Insbesondere kennzeichnet sich ein solches Risikomanagement in der Regel durch die fortlaufende Offenlegung von wirtschaftlichen Verhältnissen des Schuldners gegenüber dem Kreditinstitut. Zum anderen führt und überwacht das Kreditinstitut als Zahlungsdienstleister den Zahlungsverkehr für den Schuldner. Im Zuge dessen nimmt das Kreditinstitut unter anderem z. B. durch die Rückgabe von Lastschriften sowie Maßnahmen der Zwangsvollstreckung Anzeichen einer finanziellen Krise wahr. All diese Umstände führen dazu, dass in der Geschäfts- bzw. Hausbank des Schuldners stets ein potentieller Anfechtungsgegner gesehen werden kann.
In der Stellung als Leistungsempfänger gilt es demnach für das Kreditinstitut, sich durch ein angemessenes und rechtzeitig aktualisiertes Sicherungsmanagement (Sicherung der Forderungen durch frühzeitigen Erwerb von anfechtungsfesten Absonderungsrechten) dem „Angriff“ des Insolvenzverwalters aus § 133 InsO zu entziehen und einen Ausfall aufgrund einer Insolvenzanfechtung bereits aus dem Fehlen einer objektiven Gläubigerbenachteiligung im Sinne des § 129 InsO auszuschließen. Denn gerade bei „größeren“ Engagements (vgl. § 18 KWG) wird es dem Kreditinstitut schwer fallen bzw. nicht gelingen, sich den fundamentalen Beweisanzeichen f...