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Timestamp: 2019-09-18 07:32:31
Document Index: 268785847

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 8', '§ 7', '§ 12', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 5']

Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein TewdtNatSchGV SH 2003 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Twedter Feld" vom 20. März 2003 | gültig ab: 25.04.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Twedter Feld"...
juris-Abkürzung: TewdtNatSchGV SH 2003
Ausfertigungsdatum: 20.03.2003
Fundstelle: GVOBl. 2003 180
Gliederungs-Nr: 791-4-206
"Twedter Feld"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Twedter Feld" vom 20. März 2003 25.04.2003
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 25.04.2003
§ 2 - Geltungsbereich 25.04.2003
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 25.04.2003
(1) Das Gebiet des ehemaligen Standortübungsplatzes Twedter Feld und Umgebung auf dem Gebiet der Stadt Flensburg wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Twedter Feld" unter Nummer 186 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42).
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 89 ha groß und umfasst im Norden den ehemaligen Standortübungsplatz Twedter Feld sowie im Süden landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Eine weitere Karte ist bei der Oberbürgermeisterin oder dem Oberbürgermeister
niedergelegt. Die Karte kann bei dieser Behörde während der Dienststunden eingesehen werden.
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz und der Erhaltung der naturnahen Wälder, artenreichen Sukzessionsgebüsche, offenen und halboffenen Gras- und Krautfluren mit Heide- und Trockenrasenelementen in einem weichseleiszeitlich geprägten Gebiet.
die natürliche Dynamik der naturnah verbliebenen Laubwaldbestände durch Sicherung oder Wiederherstellung der natürlichen Standortfaktoren, insbesondere des natürlichen Wasserhaushaltes des Bodens als sich selbst regulierende Ökosysteme,
die offenen Gras- und Krautfluren mit Heide- und Trockenrasenelementen,
die Grünlandflächen durch die Gewährleistung eines naturnahen Bodenwasserhaushaltes und
die Bachzuläufe,
die naturraumcharakteristischen, teilweise gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tiergesellschaften der Pionier- und Trockenlebensräume, naturnahen Wälder, Stillgewässer unterschiedlicher Entwicklungsstufen einschließlich der Rieder, Brüche und Sümpfe von gemeinschaftlicher Bedeutung,
die zahlreichen stehenden Kleingewässer, Flutmulden und Senken im Grünland und ihre natürliche Entwicklung sowie
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Acker oder Grünland genutzten Flächen in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang mit folgenden Einschränkungen:
nicht zulässig ist es, die Grünlandflächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen auszubringen;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Pflege des naturnahen Waldes auf den bei Inkrafttreten dieser Verordnung im Eigentum der Stadt Flensburg befindlichen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde; auf den Waldflächen sollen zur Erhaltung ungestörter Naturabläufe alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen unterlassen werden;
mehr als eine Treibjagd pro Jahr durchzuführen,
Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen;
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege und Plätze unter Beachtung des § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes mit folgender Einschränkung:
von Boden- und Grundwasseruntersuchungen zur Durchführung einer Gefährdungsabschätzung für altlastverdächtige Flächen, insbesondere im Bereich der ehemaligen Schießanlage im Norden des Naturschutzgebietes,
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde Ausnahmen von Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und den einschränkenden Regelungen § 5 Abs. 1 Nr. 3 im Einzelfall zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(3) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. c zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(2) Gleichzeitig treten die Landesverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes "Twedter Feld" vom 9. Dezember 1997 (GVOBl. Schl.-H. 1998 S. 19) und, soweit der Geltungsbereich dieser Verordnung betroffen ist, die Landesverordnung zur Verlängerung der Geltungsdauer der Landesverordnungen zur einstweiligen Sicherstellung des Feuchtgebietes "Ostermoor bei Seeth" und des geplanten Naturschutzgebietes "Twedter Feld" vom 6. Dezember 2000 (GVOBl. Schl.-H. S. 663) außer Kraft.
Kiel, 20. März 2003