Source: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/620047/
Timestamp: 2020-08-11 13:59:26
Document Index: 368707269

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 4', '§ 12', '§ 13', '§ 4', '§ 9']

Bayerisches Landesamt für Steuern v. 01.03.2016 - S 0183.2.1-4/3 St31 - NWB Datenbank
Bayerisches Landesamt für Steuern v. 01.03.2016 - S 0183.2.1-4/3 St31
1.2. Gewinnermittlung
2. Umsatzsteuer – USt
Bei einer Jubiläumsveranstaltung u. Ä. fallen regelmäßig Einnahmen und Ausgaben sowohl in den steuerbefreiten Bereichen, als auch im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Bereich des Vereins an. Die Einnahmen und Ausgaben sind den Bereichen zuzuordnen, durch die sie veranlasst wurden. Bei Ausgaben, die sowohl mit den steuerbefreiten Bereichen als auch mit dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb im Zusammenhang stehen (gemischt veranlasste Kosten), ist nach dem BFH-Urteil vom 27.03.1991 ( BStBl 1992 II, S. 103) der primäre Anlass ihrer Entstehung für die Zuordnung maßgeblich. Der primäre Anlass liegt im Zweifel meist im ideellen Bereich oder im Bereich des Zweckbetriebs, da hier die Satzungszwecke verwirklicht werden, während der steuerpflichtige wirtschaftliche Geschäftsbetrieb nur als untergeordnete Nebentätigkeit zulässig ist. Eine Aufteilung und anteilige Berücksichtigung von Kosten als Betriebsausgabe im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ist bei gemischt veranlassten Ausgaben nur zulässig, wenn ein objektiver Aufteilungsmaßstab besteht (s. hierzu BFH-Urteil vom 15.01.2015, I R 48/13 , BStBl 2015 II, S. 713).
Festdamen/Festkinder
Fahne Neukauf/Restaurierung
Festbesuche bei and. Vereinen/ Patenbitten
Festkleidung/Uniformen
Inseraten-/ Anzeigenwerbung
wenn Voraussetzung für Teilnahme an Veranstaltungen, die mit der satzungsmäßigen Tätigkeit des Veranstalters zusammenhängen (z. B. Festzug oder Festkommers)
wenn Voraussetzung für Teilnahme an Veranstaltungen, die nicht mit der satzungsmäßigen Tätigkeit des Veranstalters zusammenhängen (z. B. Eintritt ins Festzelt)
Verpachtung an Festwirt, ohne aktive Mitwirkung des Vereins z. B. Mithilfe bei Bedienung oder Ausschank
z. B. Wareneinkauf, Dekoration für Festzelt, Genehmigungsgebühren, Leihgebühr Festzelt, Lohn Bedienungen incl. Steuern und Sozialabgaben, Musikkapelle, Versicherungen, Wasser und Strom Festzelt
Zuordnung entsprechend der Festzelteinnahmen (s. o.)
wenn Festzeichenverkauf für Umzug dem ZwB zugeordnet wird (s. o.)
Für Schausteller und Imbissstände
Ein Kleinunternehmer braucht keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen (§ 19 Abs. 1 UStG). Der Verein ist jeweils für ein Jahr ein Kleinunternehmer, wenn
der Gesamtumsatz des Vorjahres 17.500 € nicht überschritten hat und
Der Verein erzielte im Jahr 01 Umsätze von unter 17.500 € und war als Kleinunternehmer zu behandeln. Im Jahr 02 erzielt er Umsätze über 17.500 €, allerdings unter 50.000 €.
Für das Jahr 02 ist der Verein weiterhin als Kleinunternehmer zu behandeln.
Für das Jahr 03 unterliegt er aufgrund der Überschreitung der Umsatzgrenze im Vorjahr der Regelbesteuerung und hat die anfallende Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.
Werden im Jahr 03 wieder Umsätze unter 17.500 € erzielt, ist der Verein in 04 wieder als Kleinunternehmer zu behandeln.
Der Verein erzielte im Jahr 01 Umsätze von unter 17.500 € und war als Kleinunternehmer zu behandeln. Im Jahr 02 erzielt er Umsätze über 17.500 € und überschreitet auch die Grenze von 50.000 €.
Der Verein erzielte im Jahr 01 – wie im Veranstaltungsjahr 02 – Umsätze von über 17.500 €.
Treten anlässlich einer Festveranstaltung ausländische Künstler (z.B. eine österreichische Show-Band) auf, sind aus umsatzsteuerlicher Sicht einige wichtige Punkte abzuklären. Denn es kann sein, dass der Verein für den Auftritt dieses Künstlers – unabhängig von einer eigenen Steuerpflicht – Umsatzsteuer abführen muss.
In der Regel wird der ausländische Künstler mit seinem Auftritt im Inland umsatzsteuerlich als Unternehmer tätig. Der Auftritt des Künstlers kann umsatzsteuerfrei (§ 4 Nr. 20a) UStG) oder auch umsatzsteuerpflichtig mit 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 7a) UStG) oder mit 19 % sein. Ist die Vergütung des Künstlers steuerpflichtig, geht die Steuerschuld hierfür nach § 13b UStG auf den Leistungsempfänger (= Verein als Veranstalter und Schuldner der Vergütung) über. Der Verein muss die auf die Vergütung des Künstlers entfallende Umsatzsteuer an sein Finanzamt abführen.
Bemessungsgrundlage für den Steuerabzug sind entweder die gesamten Einnahmen des Künstlers oder – auf Antrag – die Nettoeinnahmen. Letzteres könnte in Betracht kommen, wenn EU- bzw. EWR-Bürger mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Hoheitsbereich eines dieser Staaten bereits beim Steuerabzug einen Antrag auf Berücksichtigung von Betriebsausgaben oder Werbungskosten stellen, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Einnahmen stehen und die dem Vergütungsschuldner (in der Regel der veranstaltende Verein) in einer für das Bundeszentralamt für Steuern nachprüfbaren Form, z. B. Rechnungskopien, nachgewiesen werden oder die vom Vergütungsschuldner übernommen worden sind.
Vom Vergütungsschuldner ersetzte oder übernommene Reisekosten gehören seit dem 01.01.2009 nur insoweit zu den Einnahmen, als die Fahrt- und Übernachtungsauslagen die tatsächlichen Kosten und die Vergütungen für den Verpflegungsmehraufwand die Pauschbeträge nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 i. V. m. § 9 Abs. 4a EStG übersteigen (s. hierzu BMF-Schreiben vom 23.12.2014 – BStBl 2015 I, 26 zur Anwendung des neuen Reisekostenrechts bei der Gewinnermittlung).
Unterliegt der Auftritt der ausländischen Künstler der deutschen Umsatzsteuer (siehe II.4) und schuldet der Verein als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer, zählt diese nicht zur Bemessungsgrundlage für die Abzugsteuer.
Für allgemeine Auskünfte steht Ihnen selbstverständlich auch das Finanzamt zur Verfügung. Weitere Informationen zur Besteuerung von Vereinen enthält zudem die Broschüre „Steuertipps für Vereine” des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, die im net – http://www.bayfst.de – unter der Rubrik „Steuerinfos/Broschüren” abrufbar ist.
ZAAAF-71113
Vanheiden, Kostümparty eines gemeinnützigen Karnevalsvereins kein Zweckbetrieb, USt direkt digital 5/2017 S. 4
Track 02-03 | Vereine: Empfehlenswerter Ratgeber zur Durchführung von Festveranstaltungen, Steuern mobil 6/2016
Höhmann, Durchführung von Festveranstaltungen, KSR 5/2016 S. 11