Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-betriebsuebergang.html
Timestamp: 2019-07-17 13:11:26
Document Index: 314717847

Matched Legal Cases: ['§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 613', '§ 613', '§ 613']

Urteile und Kommentare: Betriebsübergang - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Be­triebs­über­gang
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Be­triebs­über­gang von 2007 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Be­triebs­über­gang.
29.01.2018. Ein Be­triebs­über­gang setzt vor­aus, dass die ar­beit­ge­ber­mä­ßi­ge Lei­tungs­macht auf ei­nen neu­en In­ha­ber über­geht. Das ist nicht der Fall, wenn sich der Be­triebs­in­ha­ber durch ei­ne Be­triebs­füh­rungs­ge­sell­schaft ver­tre­ten lässt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.01.2018, 8 AZR 338/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
02.09.2016. Ret­tungs­diens­te sind durch ih­re Be­triebs­mit­tel ge­prägt. Wer­den die­se von ei­nem In­ves­tor nicht über­nom­men, schließt das ei­nen Be­triebs­über­gang aber nicht not­wen­dig aus: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.08.2016, 8 AZR 53/15.
03.08.2016. Hat sich ei­ne Be­triebs­füh­rungs­ge­sell­schaft durch Be­triebs­füh­rungs­ver­trag ver­pflich­tet, ei­nen Be­trieb im Na­men und für Rech­nung der Trä­ger­ge­sell­schaft zu füh­ren, liegt kein Be­triebs­über­gang vor: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 11.05.2016, 15 Sa 108/16.
29.10.2014. Die be­herr­schen­de Stel­lung ei­ner Kon­zern­mut­ter­ge­sell­schaft als Be­triebs­ver­äu­ße­rer ge­gen­über der er­wer­ben­den Kon­zern­toch­ter steht ei­nem Be­triebs- oder Be­triebs­teil­über­gang nicht ent­ge­gen: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 06.03.2014, C-458/12 (Ama­to­ri gg. Tele­com Ita­lia).
17.10.2013. Jah­re­lang hat­te sich der Se­nat von Ber­lin ge­wei­gert, et­wa Ar­beit­neh­mer der Mit­te 2011 ge­schlos­se­nen Ci­ty BKK zu über­neh­men, ob­wohl die­se auf ei­ne Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge des Lan­des Ber­lin ver­wei­sen konn­ten. Auf­grund ei­ner vor­ges­tern er­gan­ge­nen Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) steht rechts­kräf­tig fest, dass et­wa 200 Mit­ar­bei­ter der ehe­ma­li­gen Ci­ty BKK, die bis 1998 beim Land Ber­lin be­schäf­tigt wa­ren, wie­der Ar­beit­neh­mer des Lan­des Ber­lin sind: BAG, Ur­teil vom 15.10.2013, 9 AZR 564/12.
16.11.2012. In ei­nem ges­tern er­gan­ge­nen Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass der Er­werb ei­nes Haus­grund­stücks nicht da­zu führt, dass die Ar­beits­ver­hält­nis­se der An­ge­stell­ten der Haus­ver­wal­tungs­fir­ma per Be­triebs­über­gang auf den Käu­fer des ver­wal­te­ten Grund­stücks über­ge­hen: BAG, Ur­teil vom 15.11.2012, 8 AZR 683/11 (BAG-Pres­se­mit­tei­lung Nr.80/12 vom 15.11.2012).
11.05.2012. En­de 2010 hat­te das Säch­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) zu­guns­ten ei­nes Ret­tungs­sa­ni­tä­ters ent­schie­den, dass sein Ar­beits­ver­hält­nis auf ei­nen kom­mu­na­len Trä­ger von Ret­tungs­dienstein­rich­tun­gen über­ge­gan­gen war (Ur­teil vom 24.09.2010, 3 Sa 79/10). Die­ser Trä­ger, ein Ret­tungs­zweck­ver­band, hat­te dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber des Sa­ni­tä­ters, ei­nem pri­va­ten Ret­tungs­dienst, frist­los den Auf­trag ent­zo­gen und an­de­re Ret­tungs­diens­te ver­pflich­tet, und zwar durch ho­heit­li­che An­ord­nung. Die­ses Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) vor­ges­tern auf­ge­ho­ben: BAG, Ur­teil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10.
18.11.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat am Frei­tag letz­ter Wo­che den Kla­ren­berg-Fall letzt­in­stanz­lich ent­schie­den. An­ders als das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf wies das BAG die Kla­ge Herrn Kla­ren­bergs ab, und zwar mit der Be­grün­dung, dass ein über­gangs­fä­hi­ger Be­triebs­teil hier im Streit­fall nicht vor­ge­le­ge­nen ha­be: BAG, Ur­teil vom 13.10.2011, 8 AZR 455/10.
05.09.2011. Bei ei­nem Be­triebs­über­gang ge­mäß § 613a Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) wird der neu­er Be­triebs­in­ha­ber kraft Ge­set­zes Ar­beit­ge­ber der Ar­beit­neh­mer des Be­trie­bes, wenn der Be­triebs­über­gang „durch Rechts­ge­schäft“ her­bei­ge­führt wird, al­so z.B. durch ei­nen Un­ter­neh­mens­kauf oder ei­nen Be­triebs­pacht­ver­trag. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat kürz­lich ent­schie­den, dass ein Be­triebs­über­gang „durch Rechts­ge­schäft“ auch vor­liegt, wenn der Zwangs­ver­wal­ter ei­nes Ho­tel­grund­stücks dem Ho­tel­be­trei­ber kün­digt und nach Zwangs­räu­mung des Grund­stücks den Ho­tel­be­trieb selbst wei­ter­führt: BAG, Ur­teil vom 18.08.2011, 8 AZR 230/10.
20.06.2011. Ver­langt ein Ar­beit­neh­mer nach ei­nem Be­triebs­über­gang von dem Be­triebs­er­wer­ber die Fort­set­zung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses, muss er die glei­chen Fris­ten ein­hal­ten, die für den Wi­der­spruch ge­gen den ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Über­gang sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses gel­ten. Grund­sätz­lich gilt da­her die Mo­nats­frist des § 613a Abs.5 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) nicht, wenn die Ar­beit­ge­ber­sei­te ih­re Un­ter­rich­tungs­pflicht miss­ach­tet, und ei­ne Ver­wir­kung des Fort­set­zungs­an­spruchs kommt nach fünf Mo­na­ten ab Be­triebs­über­gang meist noch nicht in Be­tracht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 27.01.2011, 8 AZR 326/09.
06.06.2011. Wird ein Be­trieb auf ei­nen neu­en In­ha­ber über­tra­gen, wird die­ser au­to­ma­tisch zum neu­en Ar­beit­ge­ber der in dem Be­trieb be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer. Sie kön­nen dem Über­gang ih­rer Ar­beits­ver­hält­nis­se je­doch wi­der­spre­chen. Ist der Staat als öf­fent­li­cher Ar­beit­ge­ber zu­gleich Ge­setz­ge­ber, kann er den Be­triebs­über­gang auf ei­nen pri­va­ten Ar­beit­ge­ber per Ge­setz re­geln. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) hat ent­schie­den, dass das Ver­schie­ben von Ar­beit­neh­mern vom öf­fent­li­chen auf ei­nen pri­va­ten Ar­beit­ge­ber oh­ne Wi­der­spruchs­recht der Ar­beit­neh­mer de­ren Be­rufs­frei­heit ver­letzt: BVerfG, Be­schluss vom 25.01.2011, 1 BvR 1741/09.
03.03.2011. Bei ei­nem Be­triebs­über­gang ge­hen die Ar­beits­ver­hält­nis­se des Be­trie­bes auf den Be­triebs­er­wer­ber über. Dies gilt al­ler­dings nur, wenn die Ar­beit­neh­mer dem nicht wirk­sam wi­der­spre­chen. In die­sem Fall wer­den die Ar­beits­ver­hält­nis­se recht­lich so be­han­delt, als wä­re der Ar­beit­ge­ber nie­mals "aus­ge­tauscht" wor­den. Frag­lich ist, ob ei­ne in der Zeit zwi­schen dem Über­gang und dem Wi­der­spruch er­klär­te Kün­di­gung des Ver­äu­ße­rers wirk­sam sein kann, ob­wohl er im Zeit­punkt der Kün­di­gung tat­säch­lich nicht Ar­beit­ge­ber war: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 22.10.2010, 6 Sa 1580/10.
26.01.2011. Bei ei­nem Be­triebs­über­gang müs­sen der al­te Ar­beit­ge­ber oder der neue Be­triebs­er­wer­ber die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer über des­sen we­sent­li­chen As­pek­te (Zeit­punkt, Grund, Fol­gen) un­ter­rich­ten. Wer­den die stren­gen ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen da­bei nicht er­füllt, ha­ben Ar­beit­neh­mer statt ei­ner Wi­der­spruchs­frist von ei­nem Mo­nat theo­re­tisch so­gar Jah­re spä­ter die Mög­lich­keit, dem Über­gang ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses zu wi­der­spre­chen. Spe­zi­ell bei der In­sol­venz des neu­en Ar­beit­ge­bers kann ei­ne Rück­kehr zum al­ten Ar­beit­ge­ber in­so­weit in­ter­es­sant sein. Auch wenn kei­ne star­re Frist läuft, ist der Wi­der­spruch nicht un­be­grenzt mög­lich. Die so ge­nann­te Ver­wir­kung bil­det hier je nach den Um­stän­den des Ein­zel­falls ei­ne zeit­li­che Gren­ze: Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Ur­teil vom 05.07.2010, 3 Sa141/10.
03.09.2010. Ar­beit­neh­mer, de­ren Be­trieb auf ei­nen an­de­ren Ar­beit­ge­ber über­geht, wer­den nach § 613a BGB zu­gleich au­to­ma­tisch Ar­beit­neh­mer die­ses Er­wer­bers. Sie kön­nen ge­gen die­sen Über­gang des Ar­beits­ver­hält­nis­ses je­doch wi­der­spre­chen. Wenn sie nicht ord­nungs­g­mäß über den Wech­sel be­lehrt wur­den, be­steht die­ses Recht so­gar zeit­lich weit­ge­hend un­be­schränkt. Un­ter wel­chen Um­stän­den das Wi­der­spruchs­recht je­doch gleich­wohl ver­lo­ren ge­hen kann, hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt Mit­te 2010 aus­führ­lich zu­sam­men­ge­fasst: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.04.2010, 8 AZR 805/07.
08.07.2010. § 613a BGB re­gelt für den Fall ei­nes Be­triebs­über­gan­ges den Über­gang der Ar­beits­plät­ze vom Ver­käu­fer auf den Er­wer­ber. Im We­sent­li­chen soll die Vor­schrift den im Ar­beits­ver­hält­nis er­wor­be­nen so­zia­len Schutz si­chern. Be­triebs­er­wer­bern, die die­ses Er­geb­nis ver­mei­den wol­len, ste­hen ei­ne Rei­he von recht­li­chen Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten of­fen. Der Un­ter­schied zwi­schen er­laub­ter Ge­stal­tung und ver­bo­te­ner Um­ge­hung ist je­doch flie­ßend. Im Grenz­be­reich an­ge­sie­delt ist ein ak­tu­el­ler Fall aus Nie­der­sach­sen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 18.02.2010, 7 Sa 779/09.
08.01.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil be­stä­tigt, dass ein Be­triebs­über­gang im Sin­ne von § 613a Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) nicht vor­liegt, wenn der Er­wer­ber das Be­triebs­kon­zept grund­le­gend än­dert: BAG, Ur­teil vom 17.12.2009, 8 AZR 1019/08.
09/148 Widerspruch bei Betriebsübergang löst keine Sperrzeit aus.
19.08.2009. Wi­der­spricht der Ar­beit­neh­mer im Fal­le ei­nes Be­triebs­über­gangs der au­to­ma­ti­schen Über­lei­tung sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf den Be­triebs­er­wer­ber und ver­bleibt das Ar­beits­ver­hält­nis dem­nach beim al­ten Ar­beit­ge­ber, hat die­ser in der Re­gel kei­ne Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­keit mehr, so dass es meis­tens zur Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses durch be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung oder Auf­he­bungs­ver­trag kommt. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) hat klar­ge­stellt, dass der blo­ße Wi­der­spruch des Ar­beit­neh­mers ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses kei­ne Sperr­zeit aus­löst: BSG, Ur­teil vom 08.07.2009, B 11 AL 17/08 R.
07.08.2009. Nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) liegt ein Be­triebs­über­gang durch Über­nah­me ei­nes nach Zahl und Sach­kun­de we­sent­li­chen Teils der Be­leg­schaft auch dann vor, wenn die über­nom­me­nen Ar­beit­neh­mer auf der Grund­la­ge ih­res Wis­sens und Kön­nens wei­ter ge­schult wer­den müs­sen, um die schwie­ri­ge­ren und kom­ple­xe­ren neu­en Auf­ga­ben bei dem Be­triebs­über­neh­mer er­brin­gen zu kön­nen: BAG, Ur­teil vom 25.06.2009, 8 AZR 258/08.
09/061 Kein Schadensersatzanspruch gegen den Betriebsveräußerer bei fehlerhafter Information über einen Betriebsübergang
15.04.2009. Bei ei­ner feh­ler­haf­ten In­for­ma­ti­on über ei­nen Be­triebs­über­gang hat der Ar­beit­neh­mer, der des­halb kei­nen Wi­der­spruch ge­gen den Be­triebs­über­gang ein­ge­legt hat, kei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch ge­gen den bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber, d.h. den Be­triebs­ver­äu­ße­rer. Die Fehl­in­for­ma­ti­on ist nicht ur­säch­lich für sei­nen Scha­den, da die Frist für den Wi­der­spruch we­gen der feh­ler­haf­ten In­for­ma­ti­on nicht zu lau­fen be­ginnt und dem Ar­beit­neh­mer des­halb der nach­träg­li­che Wi­der­spruch un­be­nom­men bleibt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Ur­teil vom 11.02.2009, 11 Sa 381/08.
05.03.2009. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat mit in ei­nem ak­tu­el­len Grund­satz­ur­teil ent­schie­den, dass ein Be­triebs­teil­über­gang im Sin­ne der Richt­li­nie 2001/23/EG auch vor­lie­gen kann, wenn ein über­nom­me­ner Be­triebs­teil beim Er­wer­ber sei­ne bis­he­ri­ge or­ga­ni­sa­to­ri­sche Selb­stän­dig­keit ver­liert. Mit die­ser Ent­schei­dung hat der EuGH den An­wen­dungs­be­reich des Ar­beit­neh­mer­schut­zes beim Er­werb von Be­triebs­tei­len er­wei­tert: EuGH, Ur­teil vom 12.02.2009 (Rs. C-466/07 - Kla­ren­berg ge­gen Fer­ro­tron).
17.12.2008: In ei­nem vom Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Düs­sel­dorf zu ent­schei­den­den Fall, der dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­liegt, hat der Ge­ne­ral­an­walt Pao­lo Men­goz­zi in sei­nen Schluss­an­trä­gen vom 06.11.2008 die An­sicht ver­tre­ten, dass ein Be­triebs­teil­über­gang im Sin­ne der Richt­li­nie 2001/23/EG auch dann vor­lie­gen kann, wenn die über­nom­me­nen Be­triebs­mit­tel und Ar­beits­kräf­te nach ih­rer Über­tra­gung ih­re bis­he­ri­ge or­ga­ni­sa­to­ri­sche Selb­stän­dig­keit ver­lie­ren. Soll­te der EuGH die­sem Ent­schei­dungs­vor­schlag sei­nes Ge­ne­ral­an­walts Men­goz­zi fol­gen, wä­ren künf­tig mehr Fäl­le als bis­her Be­triebs­teil­über­gän­ge im Sin­ne von § 613a Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB): Schluss­an­trä­ge des Ge­ne­ral­an­walts Pao­lo Men­goz­zi, vom 06.11.2008, C‑466/07 (Diet­mar Kla­ren­berg ge­gen Fer­ro­tron Tech­no­lo­gies GmbH).
01.10.2008. Wird der Ar­beit­neh­mer über ei­nen Be­triebs­über­gang nicht kor­rekt in­for­miert, kann er auch noch nach Ab­lauf der ge­setz­li­chen Ein­mo­nats­frist des § 613a Abs.6 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) dem Über­gang sei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf den Er­wer­ber wi­der­spre­chen. Ob­wohl das Wi­der­spruchs­recht dann un­be­grenzt be­steht, kann es ver­wir­ken, wenn der Ar­beit­neh­mer ein Jahr nach dem Be­triebs­über­gang mit dem Er­wer­ber ei­nen ar­beits­ge­richt­li­chen Ab­fin­dungs­ver­gleich ver­ein­bart und ein wei­te­res Jahr da­nach sei­nen Wi­der­spruch er­klärt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 08.05.2008, 1 Sa 318/07.
28.08.2008. Nach ei­nem Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Mün­chen wa­ren die In­for­ma­tio­nen, die die Sie­mens­mit­ar­bei­ter im Jah­re 2005 über den be­vor­ste­hen­den Be­triebs­über­gang auf den tai­wa­ne­si­schen Han­dy­her­stel­ler BenQ bzw. sei­ne deut­sche Toch­ter er­hal­ten hat­ten, un­zu­rei­chend. Da­her konn­ten sie noch lan­ge nach dem Be­triebs­über­gang der Über­lei­tung ih­rer Ar­beits­ver­hält­nis­se wi­der­spre­chen, was die meis­ten an­ge­sichts der In­sol­venz der deut­schen BenQ-Toch­ter im Sep­tem­ber 2006 auch ta­ten. Die wi­der­spre­chen­den Ar­beit­neh­mer sind da­her bei Sie­mens ge­blie­ben: LAG Mün­chen, Ur­teil vom 01.07.2008, 8 Sa 27/08.
31.03.2008. Manch­mal ist die Über­lei­tung von Ar­beits­ver­hält­nis­sen auf ei­nen neu­en Be­triebs­in­ha­ber mit dem recht­li­chen Er­lö­schen des al­ten Be­triebs­in­ha­bers ver­bun­den, so z.B. dann, wenn ei­ner von zwei Ge­sell­schaf­tern ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft aus der Ge­sell­schaft aus­schei­det. Dann be­steht kein Recht der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer, der Über­lei­tung ih­rer Ar­beits­ver­hält­nis­se auf den neu­en Be­triebs­in­ha­ber ge­mäß § 613a Abs.6 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) zu wi­der­spre­chen. Ein gleich­wohl er­klär­ter Wi­der­spruch hat kei­ne Rechts­wir­kun­gen, d.h. er geht ins Lee­re und lässt sich auch nicht in ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung um­deu­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.02.2008, 8 AZR 157/07
07/54 Abschied von der Gleichstellungsabrede - Teil II