Source: http://proefr.ru/kaution/65-kaution-zahlungsfrist.html
Timestamp: 2017-12-14 17:03:48
Document Index: 29310544

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 543', '§ 569', '§ 543', '§ 551', '§ 543', '§ 543', 'BGH', '§ 551']

Wann muss die Mietkaution gezahlt werden? - proefr.ru
Das Recht des Mieters auf Ratenzahlung ist unabdingbar. Es ist also nicht erforderlich, dass sich die Ratenzahlung aus dem Vertrag ergibt. Ebenso darf das Recht zur Ratenzahlung der Mietkaution im Mietvertrag nicht ausgeschlossen werden.
Im Mietvertrag steht, dass der Mietvertrag nur gültig ist, wenn die Mietkaution vorab gezahlt wird
Den Mietvertrag können sie ruhig unterschreiben. Sogenannte , etwa die Vereinbarung, dass das Mietverhältnis unter der aufschiebenden Bedingung der Kautionszahlung zustande kommen soll oder wonach die Übergabe der Schlüssel von der Zahlung der vollen Mietkaution abhängig ist, sind unwirksam. Die Wirksamkeit des Mietvertrages bleibt hiervon unberührt. Auch die Kautionsvereinbarung bleibt in der gesetzlich zulässigen Form erhalten (BGH, Urteil vom 25.06.2003, VIII ZR 344/02). Verhält sich der Vermieter entsprechend der unwirksamen Vereinbarung - übergibt er z.B. die Wohnungsschlüssel bei Beginn des Mietverhältnisses nicht - so kann der Mieter nach § 543 Abs. 2 Nr. 1 BGB fristlos kündigen und Ersatz des Kündigungsfolgeschadens geltend machen. Will er trotz aller Streitigkeiten über die Kautionszahlung einziehen, bleibt ihm nur die Klage wegen Leistungsverzug.
Ich finde nichts zur Mietkaution in meinem Mietvertrag
In ihrem Mietvertrag findet sich keine vertragliche Vereinbarung zur Mietkaution? Der Vermieter oder die Hausverwaltung fordert sie trotzdem zur Zahlung auf und droht sogar mit Kündigung des Mietvertrages, wenn sie nicht zahlen?
Lassen sie sich nicht einschüchtern. Ein Eigentümer hat nur dann Anspruch auf Zahlung der Mietsicherheit, wenn dies mietvertraglich zwischen Mieter und Vermieter vereinbart wurde. Wurde nichts vereinbart, muss auch nichts gezahlt werden. Auch nicht nachträglich! Schreiben sie also ihren Mieter oder die Hausverwaltung an und weisen sie darauf hin, dass sie ohne mietvertragliche Vereinbarung nicht verpflichtet sind, eine Mietkaution zu leisten.
Durch den Umzug bin ich knapp bei Kasse und will die Zahlung der Kautionsraten hinausschieben
Davor kann nur gewarnt werden. Zahlt der Mieter trotz vertraglicher Vereinbarung keine Kaution, kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen, wenn der Kautionsrückstand die Summe von zwei Kaltmieten erreicht. Eine vorherige Abmahnung ist dabei nicht erforderlich.
Durch Verweis auf § 569 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 wird dem Mieter jedoch wie auch beim Verzug mit der Mietzahlung die Möglichkeit eingeräumt, die Kündigung durch Nachzahlung der Kaution innerhalb von zwei Monaten nach Rechtshängigkeit des Räumungsanspruchs, also mit Zustellung der Räumungsklage, unwirksam werden zu lassen.
Ein wichtiger Grund im Sinne des § 543 Absatz 1 liegt ferner vor, wenn der Mieter mit einer Sicherheitsleistung nach § 551 in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der der zweifachen Monatsmiete entspricht. Die als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesenen Betriebskosten sind bei der Berechnung der Monatsmiete nach Satz 1 nicht zu berücksichtigen. Einer Abhilfefrist oder einer Abmahnung nach § 543 Absatz 3 Satz 1 bedarf es nicht. Absatz 3 Nummer 2 Satz 1 sowie § 543 Absatz 2 Satz 2 sind entsprechend anzuwenden.”
Ich möchte die Kaution durch eine Mietkautionsbürgschaft leisten, mein Vermieter sagt nein
Ein Vermieter ist nicht verpflichtet die Bürgschaft einer Kautionskasse zu akzeptieren. Er entscheidet, in welcher Form die Sicherheit geleistet werden muss und das ist in aller Regel die Zahlung in Bar. Sagt der Vermieter nein, hat der Mieter Pech gehabt. Sie sollten sich zudem überlegen, ob diese Form der Kautionszahlung für sie optimal ist. Meistens sind die Bürgschaften der Mietkautionskassen nur ein gutes Geschäft für die Anbieter.
Der Vermieter hat die Anforderung der Kaution vergessen
Der Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Miektaution kann auch noch später geltend gemacht werden (LG Karlsruhe, WuM 1992, 367). Nur im Ausnahmefall kann eine Verwirkung eintreten, wenn der Mieter aufgrund der Länge der verstrichenen Zeit davon ausgehen konnte, dass der Vermieter die Zahlung der Kaution nicht mehr verlangt (AG Celle, AG Regensburg für Zahlungsverlangen nach 7 Jahren).
Laut Mietvertrag sollte ich die Kaution in einer Summe zahlen, das habe ich auch getan. Eine Ratenzahlung wurde nicht erwähnt. Kann ich nun die gesamte Kaution zurückfordern, da diese Klausel ja unwirksam ist?
Nein, entschied der Bundesgerichtshof. Im Hinblick auf den Schutzzweck der Kautionszahlung wäre es verfehlt, eine Kautionsregelung insgesamt für unwirksam zu erklären, weil eine Teilregelung zur Fälligkeit gegen das Gesetz verstößt. Der Mieter kann die Kaution nicht zurückfordern (BGH, Urteil vom 25. Juni 2003 VIII ZR 344/02).
Ich habe gehört, dass die Mietkaution auf einem Treuhandkonto angelegt werden muss. Wie erfahre ich, ob mein Vermieter das auch getan hat?
Am besten erbitten sie von ihrem Vermieter den entsprechenden schriftlichen Nachweis. Ihr Vermieter ist verpflichtet, ihnen über die Anlage des Mietkaution Auskunft zu geben. Weigert er sich oder reagiert er nicht, können sie sogar bis zum Nachweis der ordnungsgemäßen Anlage die Mietzahlungen bis zur Höhe der gezahlten Mietkaution zurückbehalten.
Hier finden sie ein Musterschreiben zur Nachfrage über die Anlage der Mietkaution: Insolvenz des Vermieters, was ist mit der Mietkaution?
Ich habe meinem Vermieter bei Einzug die Kaution in Bar übergeben. Für die Eröffnung eines Sparbuches hat er seinerzeit eine Gebühr von 10 EUR gezahlt. Die will er mir jetzt von meiner Kaution abziehen. Geht das?
Die Anlage einer Barkaution gehört zu den Pflichten des Vermieters (§ 551 BGB). Entstehen hierdurch Kosten, zählen diese zu den Verwaltungskosten und sind vom Vermieter selbst zu tragen. Auch wenn ihr Vermieter zur Kostentragung eine besondere Mietvertragsklausel in dem Mietvertrag aufgenommen hat ist diese unwirksam, weil sie den Mieter unangemessen benachteiligt und gegen einen wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung verstößt (LG München I, Urteil vom 03. Juli 1997, Az. 7 O 18843/96). Möchte der Vermieter nicht auf seinen Kosten sitzenbleiben, bleibt ihm nur die Wahl einer anderen Bank oder eine Bankbürgschaft des Mieters. Denn im Falle einer Bankbürgschaft trägt der Mieter eventuell anfallende Kosten der Bürgschaftserteilung.
Mietminderung, rückwirkend vor 9 Sekunden