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Timestamp: 2016-06-27 02:21:02
Document Index: 306470208

Matched Legal Cases: ['§ 252', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 252', '§ 253', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 284', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 252', '§ 253', '§ 252', '§ 240']

1.Vorbemerkung und Abgrenzung des Themas
Diese Arbeit setzt sich im Wesentlichen mit den in § 252 Abs. 1 HGB verankerten allgemeinen Bewertungsgrundsätzen auseinander. Dabei ist zu beachten, dass die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung als bekannt vorausgesetzt werden. Auf die im Gesetz nicht ausdrücklich niedergelegten Grundsätze der Methodenbestimmtheit, der Wirtschaftlichkeit, der Wesentlichkeit (materiality) und der Willkürfreiheit der Bewertung wird nicht näher eingegangen. Der Grundsatz der Pagatorik bleibt ebenfalls unberücksichtigt. Klar abzugrenzen sind auch die Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden nach § 253 HGB. Das Anschaffungswertprinzip nach § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie die Planmäßigkeit der Abschreibung nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB werden in dieser Arbeit nicht in Betracht gezogen. Auf die Bedeutung der handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften für die Steuerbilanz wird nicht eingegangen und etwaige Parallelen bleiben unberücksichtigt.
Die allgemeinen Bewertungsgrundsätze sind in § 252 Abs. 1 HGB festgehalten. Man spricht von allgemeinen Bewertungsgrundsätzen, da diese für alle Unternehmensformen und Bilanzposten gelten.
Im folgenden (§§ 253-256 HGB) finden sich auch spezielle
Bewertungsvorschriften, wie z.B. konkrete Regelungen was die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden angeht, auf die hier jedoch nicht im Speziellen eingegangen wird.
Vgl. BAETGE (1996), S. 175.
Auf diese Bewertungsgrundsätze wird im folgenden näher eingegangen. Nach § 252 Abs. 2 HGB darf nur in begründeten Ausnahmefällen von diesen Bewertungsgrundsätzen abgewichen werden. Dass die Bewertung sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden nach dem Bilanzstichtagsprinzip erfolgt, welches sich aus § 252 Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit Nr. 4 HGB ergibt, wird als logische Konsequenz des handelsrechtlichen Jahresabschlusskonzepts vorausgesetzt.
Betrachtet werden soll zunächst der in § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB kodifizierte Grundsatz der Bilanzidentität (auch Kongruenzprinzip genannt). Dort heißt es sinngemäß, dass die Eröffnungsbilanz eines Geschäftsjahres mit der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres übereinstimmen muss. Das bedeutet, dass beide Bilanzen miteinander identisch sind. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der formellen Bilanzkontinuität. Dieser Grundsatz drückt eigentlich eine Selbstverständlichkeit aus, da eine Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen ohne Bilanzidentität gar nicht möglich wäre.
Diese Bilanzidentität bewirkt auch, dass die Buchhaltung dieser beiden Geschäftsjahre miteinander verknüpft wird. Das heißt einmal getroffene Entscheidungen wirken sich noch in späteren Jahren aus, wie z.B. hohe im Anschaffungsjahr in Anspruch genommene Sonderabschreibungen die
Vgl. BAETGE (1996), S. 182.
In § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB ist der Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit kodifiziert. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „going-concern-Prinzip“. Dieses Prinzip besagt, dass bei der Bewertung der einzelnen Bilanzposten von der Fortführung des
Unternehmens auszugehen ist, solange nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Der Grundsatz der Unternehmensfortführung wurde 1985 im HGB kodifiziert. Dazu anzumerken ist, dass interessanterweise der Berliner Rechtsanwalt H. V. SIMON bereits 1886 die Grundlagen dieses Grundsatzes entwickelte und in Verbindung mit dem Konzept der Fortführungsstatik in einer
Vgl. WÖHE (1976), S.181.
Vgl. GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON (1993), S. 1418.
Der Gesetzestext erwähnt jedoch auch tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten, die dem geforderten Bewertungsgrundsatz entgegenstehen können. Eine tatsächliche Gegebenheit, die diesem Grundsatz entgegensteht, ist z.B. eine Liquidation des Unternehmens. In einem solchen Fall sind die Vermögensgegenstände in der Bilanz gemäß ihren sogenannten Zerschlagungswerten bzw. Liquidationswerten anzusetzen. Unter dem Zerschlagungswert versteht man den Geldbetrag, der bei einer Einzelveräußerung des Vermögensgegenstandes zu erzielen ist. Das setzt natürlich die Kenntnis der „Versilberungswerte“ des Vermögens voraus.
Dieses Konzept der Bilanzierung wird als Zerschlagungsstatik bezeichnet und steht dem Konzept der Fortführungsstatik nach SIMON entgegen.
Bilanziert ein Unternehmen nicht nach dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, weil es das „going-concern-Prinzip“ nicht anwenden konnte, so müssen die Abweichungen gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB begründet und im Anhang angegeben werden.
Der Grundsatz der Einzelbewertung ist in § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB kodifiziert. Damit eine Einzelbewertung der Vermögensgegenstände und Schulden überhaupt erst möglich wird, müssen alle Bilanzgegenstände
Vgl. BAETGE (1996), S. 14-19, S. 177.
Vgl. BAETGE (1996), S. 15.
Vgl. EMMERICH/HEYMANN, HGB (1989) - Jung, § 252 Rn 5.
In § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB ist der Grundsatz der Vorsicht kodifiziert. Unter diesem Prinzip der Vorsicht werden folgende weitere Grundsätze subsumiert: Das Realisationsprinzip, das Imparitätsprinzip, das Wertaufhellungsprinzip, das Niederstwertprinzip und das Höchstwertprinzip. Interessanterweise wird der Grundsatz der Vorsicht selbst nicht näher konkretisiert. Infolgedessen ist das Prinzip der Vorsicht aus den Zwecken des Jahresabschlusses und den gesetzlichen Vorschriften herzuleiten.
Im Interesse der Eigentümer und Gläubiger sowie möglicher Investoren, sollte der Bilanzierende keinen zu optimistischen Eindruck von der Lage des Unternehmens vermitteln.
Es sollte statt dessen eine vorsichtige Bewertung stattfinden. Dieser Forderung wird durch die obengenannten Realisations- und Imparitätsprinzipien Rechnung getragen. In der Praxis wird der Grundsatz der Vorsicht im Rahmen bilanzpolitischer Maßnahmen jedoch häufig missbräuchlich angewandt, um stille Reserven zu schaffen.
Das Realisationsprinzip, welches in § 252 Abs. 1 Nr. 4 2. Halbsatz HGB kodifiziert ist, besagt, dass Gewinne nur dann zu berücksichtigen sind, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. Das bedeutet, dass Gewinne und Verluste erst dann in der Gewinn- und Verlustrechnung
Vgl. BAETGE (1996), S. 200.
Vgl. COENENBERG (1991), S. 37.
In § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB ist neben dem Realisationsprinzip auch das Imparitätsprinzip kodifiziert. Nach dem Imparitätsprinzip sind Gewinne und Verluste bei der Bewertung nicht paritätisch, sondern verschieden zu behandeln. Während Gewinne gemäß dem Realisationsprinzip nur zu berücksichtigen sind, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert worden sind, sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden, wenn auch nicht realisiert sind, zu berücksichtigen. Das heißt noch nicht realisierte Verluste der folgenden Geschäftsjahre werden bereits in eine frühere Periode vorgezogen, antizipiert und in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom Verlustantizipationsprinzip.
Dem Verlustantizipationsprinzip ähnlich ist der Grundsatz der Wertaufhellung, der ebenfalls in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB („... Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind...“) kodifiziert ist. Der Grundsatz der Wertaufhellung besagt, dass Tatsachen, die bereits vor
Vgl. HANTKE (1992), S. 63.
Ergänzt und konkretisiert wird das Imparitätsprinzip durch die Niederstwertvorschriften des § 253 Abs. 2 und Abs. 3 HGB, wobei Abs. 2 die Abschreibungsregeln für das Anlagevermögen und Abs. 3 die für das Umlaufvermögen enthält. Das Niederstwertprinzip fordert, dass von mehreren möglichen Werten, die für einzelne Vermögensgegenstände angesetzt werden können, z.B. den Marktpreis oder den Anschaffungskosten, der niedrigere Wert anzusetzen ist. Diese Vorgehen wird als strenges Niederstwertprinzip bezeichnet und kommt bei der Abschreibung des Umlaufvermögens zur Anwendung. Können beide Werte alternativ angesetzt werden, spricht man vom gemilderten Niederstwertprinzip, welches bei der Abschreibung des Anlagevermögens Anwendung findet. „Durch diese Konkretisierungen des Imparitätsprinzips wird erreicht, dass künftige Perioden von negativen Erfolgsbeiträgen freigehalten werden und die abzuschließende Periode mit entsprechendem Aufwand belastet wird.“
Im Gegensatz zum Niederstwertprinzip, welches bei der Bewertung des Anlage- und Umlaufvermögens anzuwenden ist, gilt bei der Bewertung von Verbindlichkeiten das Höchstwertprinzip. Dieses Prinzip lässt sich aus
Vgl. GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON (1993), S. 3153.
Vgl. BAETGE (1996), S. 198.
Der Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung ist in § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB kodifiziert. Nach diesem Grundsatz sind alle Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres, auf welches sich der Jahresabschluss bezieht, ohne Rücksicht auf die Zeitpunkte der Zahlungen pro rata temporis zu periodisieren.
Dieser Grundsatz der Periodenabgrenzung (auch Periodisierungsprinzip genannt), der Ansatz, nicht Bewertung, betrifft, steht in engem Zusammenhang mit dem Imparitäts- und Realisationsprinzip. Dieses Periodisierungsprinzip dient der Ermittlung eines periodengerechten Ergebnisses. Eine solche periodengerechte Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen ist jedoch nur dann möglich, wenn alle Geschäftsvorfälle zeitgerecht erfasst und verbucht werden.
Vgl. BAETGE (1996), S. 330.
Vgl. COENENBERG (1991), S. 35.
3.Abschlussbemerkung
, 2000, Bewertungsgrundsätze in der handelsrechtlichen Bilanzierung, München, GRIN Verlag, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/102535.html
Handelsrechtliche Bilanzierung im Rahmen der Verschmelzung
buchinventur....Eine Buchinventur ist nur bei einem Festwertansatz gemäß § 240 Abs. 3 HBG möglich, wobei auch hier einige Bedingungen erfüllt sein müssen...Was ist denn mit Forderungen und Verbindlichkeiten, sind diese nicht auch in der Buchinventur erfasst worden??
Re: Aus den Besprechungen der Vorauflagen.||Des Meisters Behilfsschüler schrieb:||Die umfassende, abgerundete und gleichwohl||verständliche Darstellung des Stoffes zeigt,||daß hier nicht nur ein Bilanzierungs- und||Finanzierungs-, sondern auch ein Didaktik-Fachmann||am Werke war.Sehr geehrter Herr Dr. Kruschinski,es freut mich, dass meine Arbeit eine Würdigung Ihrerseits erhalten hat.Meine Arbeit sollte dem Leser in einer umfassenden Synopse die grundlegenden Bewertungsgrundsätze in der handelsrechtlichen Bilanzierung und weiterführende Ansätze der Bilanzierungstheorie nahebringen, die für eine fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse deutscher Unternehmen von Bedeutung sind.
Aus den Besprechungen der Vorauflagen.Die umfassende, abgerundete und gleichwohl verständliche Darstellung des Stoffes zeigt, daß hier nicht nur ein Bilanzierungs- und Finanzierungs-, sondern auch ein Didaktik-Fachmann am Werke war.