Source: http://lexikon.jura-basic.de/aufruf.php?file=6&art=6&find=Krankheit_Lohnfortzahlung__Lohnfortzahlung
Timestamp: 2020-08-08 03:39:59
Document Index: 122668666

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 47', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 5', '§ 7', '§ 3', '§ 1', '§ 2']

jura-basic (Lexikon: Krankheit Lohnfortzahlung Lohnfortzahlung) - Grundwissen
Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer im Krankheitsfall den Lohn fortzuzahlen, bis zur Dauer von 6 Wochen (§ 3 EntgFG@). Danach erhält der Arbeitnehmer Krankengeld von der Krankenkasse (§ 47 Abs. 1 SGB V@).
Arbeitnehmer sind Arbeiter und Angestellte sowie die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten (§ 1 Abs. 2 EntgFG@). Dazu gehören auch Personen mit Minijobs oder Personen in der Probezeit (siehe Arbeitnehmer, Rz.2).
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall beträgt 100% des Arbeitsentgelts, d.h. der Arbeitgeber ist zur vollen Lohnfortzahlung verpflichtet (§ 4 Abs. 1 EntgFG@). Zum Arbeitsentgelt gehört nicht das für Überstunden gezahlte Entgelt (§ 4 Abs. 1a Satz 1 EntgFG@). Bei einem Leistungslohn ist der Lohnberechnung der regelmäßig erzielbare Durchschnittsverdienst zugrunde zu legen (§ 4 Abs. 1a Satz 1 EntgFG@).
Fällt ein Krankheitstag auf einen gesetzlichen Feiertag, regelt sich die Lohnfortzahlung nach § 2 EntgFG@ (§ 4 Abs. 2 EntgFG@).
Wird im Betrieb des Arbeitnehmers verkürzt gearbeitet, gilt dies auch für den arbeitsunfähigen Arbeitnehmer (§ 4 Abs. 3 EntgFG@). Das Arbeitsentgelt kürzt sich entsprechend.
Durch Tarifvertrag können abweichende Regelungen getroffen werden (§ 4 Abs. 4 EntgFG@).
Ein Entgeltfortzahlungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber entsteht erst nach 4 Wochen ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses (§ 3 Abs. 3 EntgFG@). Ein Arbeitsverhältnis ist auch ein Probearbeitsverhältnis oder Teilzeitarbeitsverhältnis.
Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Lohnfortzahlung zu verweigern, solange der Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (§ 5 Abs. 1 EntgFG@) nicht vorlegt (§ 7 Abs. 1 EntgFG@).
Für Kleinbetriebe (nicht mehr als 30 Beschäftigte) ist die Lohnfortzahlung gemäß § 3 EntgFG@ wirtschaftlich schwierig. Sie können daher 80 Prozent der bezahlten Vergütung über § 1 AAG@ (Aufwendungsausgleichsgesetz) erstatten erhalten. Die zu gewährenden Beträge werden den Arbeitgebern von der Krankenkasse ausbezahlt, bei welcher der Arbeitnehmer versichert ist (§ 2 AAG@).