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Timestamp: 2016-10-22 23:55:09
Document Index: 299004746

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 12', '§ 4']

Ordentliche Kündigung nach 7 Jahren - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
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Ordentliche Kündigung nach 7 Jahren
| 12.11.2007 14:22 | Preis: ***,00 € |
Am 31.10.2007 erhielt ich völlig überraschend meine Kündigung zum 30.04.08 bedingt durch die beiderseitige 6-Monats Kündigungsfrist.
Ein Kündigungsgrund wurde im Kündigungsschreiben nicht angegeben, was, wie ich inzwischen erfahren habe, auch nicht notwendig ist. Mündlich wurde mir allerdings mitgeteilt das Arbeitsplätze aufgrund Umsatzeinbußen abgebaut werden müssen.
Eine evtl. Abfindungsklausel ist in der Kündigung nicht vorhanden.
ist es lohnend in diesem Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es für eine Kündigungsschutzklage oder gar zwecks einer Abfindung? Sollte es sich in meinem Fall nicht lohnen, so könnte ich die Anwaltskosten gleich sparen. Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 1425 weitere Antworten zum Thema:
Die Grundsatzfrage ist bei Ihnen vorliegend, ob das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet.
Das Unternehmen muss für die Anwendbarkeit in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen, so § 23 KSchG. Bis 31. Dezember 2003 genügte für die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes eine Zahl von mehr als fünf (mindestens also 5,25) Arbeitnehmern. Da Sie nach dieser Altregelung am 31. Dezember 2003 Kündigungsschutz hatten, behalten Sie diesen Kündigungsschutz auch weiterhin, wenn mit Ihnen weiterhin mehr als fünf "Altarbeitnehmer" im Betrieb - noch zum Zeitpunkt der Kündigungserklärung - beschäftigt sind.
Sollte bei Ihnen das Kündigungsschutzgestetz Anwendung finden, müsste diese sich an den §§ 1 ff KSchG messen lassen. Der Arbeitgeber muss also nicht nur tatsächlich betriebliche Gründe für die Kündigung haben, sondern auch die Sozialauswahl gemäß § 1 Abs. 3 KSchG beachten. Von mehreren vergleichbaren Arbeitnehmern ist der Arbeitnehmer zu kündigen, der die besten Sozialdaten hat, das heißt der am wenigsten von der Kündigung getroffen wird. Als Kriterien der Sozialauswahl dürfen seit der Neufassung des Kündigungsschutzgesetzes ab 1. Januar 2004 ausschließlich die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, bestehende Unterhaltspflichten und möglicherweise vorliegende Schwerbehinderung herangezogen werden.
Die betrieblichen Erfordernissen selbst sind nur als dringend anzusehen, wenn es keine Alternative gibt, den Arbeitsplatz zu erhalten. Reine Umsatzeinbußen genügen hierfür pauschal nicht.
Es gibt demnach eine Vielzahl von Stolpersteinen für den Arbeitgeber, die Ihre Kündigung unwirksam machen könnten.
Grundsätzlich kennt das deutsche Arbeitsrecht nicht den Anspruch auf eine Abfindung. Eine Ausnahme bildet hier § 1 a KSchG, welcher allerdings nach Ihren Angaben nicht vorliegt. Hier hätte der Arbeitgeber in der Kündigung den Hinweis erteilen müsse, dass bei Nichterhebung einer Kündigungschutzklage eine Abfindung beansprucht werden kann. Allerdings ist eine Abfindung mit dem Arbeitgeber im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses zu verhandeln und kann - mit dem möglichen Hintergrund einer unwirksamen Kündigung - sehr beachtlich sein.
Als Berechnungsgrundlage wird in der Regel ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr herangezogen.
Insofern empfehle ich Ihnen dringend einen Kollegen vor Ort aufzusuchen. Gerne stehe ich Ihnen auch für Ihre Interessenvertretung zur Verfügung. Die mögliche Unwirksamkeit an sich kann im Rahmen dieser Online- Anfrage aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben nicht beantwortet werden.
Bedenkt man , dass eine anwaltliche Erstberatung für den Verbraucher eine Höchstgrenze von 190 € netto hat, erscheint dies - auch da die Erstberatung im Einzelfall deutlich darunter liegen kann - im Verhältnis zu einer möglichen Abfindung den Einsatz wert. Als Besonderheit des Arbeitsrechts ist noch anzumerken, dass jede Partei Ihre Rechtsanwaltskosten selbst zu tragen hat,; dies unabhängig von dem Obsiegen oder Unterliegen einer Partei, § 12a ArbGG. Sollte das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung finden, wäre die Möglichkeiten gegen die Kündigung vorzugehen deutlich vermindert. Hier dürfte zwar auch keine willkürliche Kündigung erfolgen, es würde allerdings keine Sozialauswahl in dem oben benannten Umfang zu treffen sein.
WICHTIG: Die Unwirksamkeit der Kündigung muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung geltend gemacht werden, ansonsten gilt diese als von Anfang an rechtswirksam, §§ 4, 7 KSchG.
Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Da Ihnen die Kündigung bereits am 31.10.2007 zugegangen ist, weise ich Sie nochmals auf die oben benannte 3- Wochen Frist hin.
"Vielen Dank für diese Ausführliche Antwort "
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