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Timestamp: 2016-10-26 11:34:16
Document Index: 350234946

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 18', 'Art. 7', 'Art. 24', 'Art. 36', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 109', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 29', 'Art. 9', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 109', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_252/2015 � � Urteil vom 29. Mai 2015
A.a.�Der 1957 geborene A.________ war seit 2. April 1980 als Bauarbeiter f�r die B.________ AG t�tig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 27. Januar 2005 fiel er beim Ausschalen einer Decke von der Bockleiter und zog sich dabei eine Commotio cerebri sowie eine Schulter- und Beckenkontusion rechts zu (Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 1. Februar 2005). Die SUVA kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. A.________ nahm seine Arbeit am 9. Juni 2005 zu 50 % und ab 1. Juli 2005 zu 100 % wieder auf. Mit Schreiben vom 15. Februar 2006 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen ein und schloss den Fall ab. Dagegen opponierte A.________ am 6. M�rz 2006 unter Hinweis auf persistierende Kopfschmerzen, Schwindelanf�lle und Probleme mit dem Geh�r.
Beim Versuch, einen Stahlquertr�ger einzuschweissen, verlor A.________ am 22. August 2006 das Gleichgewicht, st�rzte unbehelmt aus einer H�he von ungef�hr f�nf Metern in eine Baugrube und erlitt gem�ss Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 18. September 2006 eine Distraktionsverletzung Th8/9 mit Processus-articularis- und Lamina-Fraktur, einen Vorderkantenabriss Th9, eine Thoraxkontusion mit Rippenfraktur Costa 8 links und 9 rechts und Sternumfraktur sowie ein Sch�del-Hirntrauma mit Commotio cerebri und ausgedehnter Rissquetschwunde am Sch�del frontal. Er wurde mit der REGA ins Spital D.________ geflogen, wo am gleichen Tag eine R�ckenoperation durchgef�hrt wurde. Die SUVA erbrachte auch im Zusammenhang mit diesem Unfall Versicherungsleistungen. Mit Verf�gung vom 31. Juli 2008 stellte sie ihre Leistungen bez�glich der Ereignisse vom 27. Januar 2005 und 22. August 2006 mangels organisch nachweisbarer Unfallfolgen bei fehlender Unfallkausalit�t psychisch bedingter Beeintr�chtigungen auf den 15. August 2008 ein, was sie mit Einspracheentscheid vom 17. Juli 2009 best�tigte. Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies das dagegen gerichtete Rechtsmittel ab (Entscheid vom 14. Juli 2010). In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das Bundesgericht den Entscheid des kantonalen Gerichts und den Einspracheentscheid der SUVA auf und wies die Sache an den Unfallversicherer zur�ck, damit er, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Leistungsanspruch ab 16. August 2008 neu verf�ge (Urteil 8C_780/2010 vom 4. Juli 2011). In den Erw�gungen wies es unter anderem darauf hin, dass es im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren mit Urteil 8C_215/2011 gleichentags eine Beschwerde des A.________ gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 19. Januar 2011 abgewiesen habe, mit welcher die Durchf�hrung beruflicher Massnahmen und die Zusprechung einer unbefristeten ganzen Rente beantragt worden war, und dass in diesem Verfahren umfangreiche medizinische Stellungnahmen, darunter auch die polydisziplin�re Expertise des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ vom 15. September 2009, vorliegen w�rden (Urteil 8C_780/2010 vom 4. Juli 2011 E. 5.2).
A.b.�In Nachachtung des Urteils 8C_780/2010 vom 4. Juli 2011 zog die SUVA die Akten der Invalidenversicherung bei und holte den Bericht des Kreisarztes Dr. med. F.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, vom 5. Juli 2012 ein. Mit Verf�gung vom 1. Juli 2013 wies sie einen Anspruch auf Invalidenrente und Integrit�tsentsch�digung erneut ab. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 3. April 2014).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 4. Februar 2015).
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es seien ihm eine Invalidenrente, entsprechend einer vollst�ndigen Erwerbsunf�higkeit, und eine Integrit�tsentsch�digung, basierend auf einer Integrit�tseinbusse von mindestens 80 %, zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung und Neubeurteilung an das kantonale Gericht, subeventualiter an die SUVA zur�ckzuweisen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 II 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Im angefochtenen Entscheid werden die f�r die streitgegenst�ndliche Beurteilung einschl�gigen Rechtsgrundlagen zutreffend wiedergegeben. Hervorzuheben sind die Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG) und zu den einzelnen Leistungsarten im Speziellen (namentlich Art. 18 ff. UVG in Verbindung mit Art. 7 und 8 ATSG [Invalidenrente] und Art. 24 f. UVG in Verbindung mit Art. 36 UVV [Integrit�tsentsch�digung]) sowie zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst anderem vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Gesundheitsschaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.). Korrekt dargelegt hat das kantonale Gericht ferner die Rechtsprechung zu den Anforderungen an beweiskr�ftige medizinische Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.; ferner BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Darauf wird verwiesen.
3.1.�Das kantonale Gericht hat, nunmehr in umfassender W�rdigung der gesamten medizinischen Aktenlage, namentlich unter Einbezug des Gutachtens des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ vom 15. September 2009, und nach Einholung des Kreisarztberichtes vom 5. Juli 2012 mit einl�sslicher und in allen Teilen �berzeugender Begr�ndung - worauf verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG) - erkannt, dass seit dem Zeitpunkt des Fallabschlusses (16. August 2008) in Ber�cksichtigung der unfallkausalen R�ckenschmerzen eine 100%ige Arbeitsf�higkeit in leidensadaptierten T�tigkeiten gegeben sei. Selbst wenn hinsichtlich der psychischen Beschwerden erst ab dem Datum der Begutachtung des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ (17./18. August 2009) von einer 100%igen Arbeitsf�higkeit in leidensangepassten Besch�ftigungen ausgegangen werde, k�nne nichts anderes gelten, da die psychischen Einschr�nkungen - soweit sie auch im Zeitraum vom 16. August 2008 bis 17./18. August 2009 bestanden haben sollten - f�r die Beurteilung der Leistungspflicht mangels eines ad�quaten Kausalzusammenhangs zu den beiden Unf�llen vom 27. Januar 2005 und 22. August 2006 nicht weiter massgebend w�ren.
3.2.�Die letztinstanzlich dagegen vorgebrachten Einwendungen f�hren, zumal sie sich im Wesentlichen in einer Wiederholung der bereits im kantonalen Verfahren erhobenen und entkr�fteten R�gen ersch�pfen, zu keinem anderen Resultat. Entgegen der Interpretation des Beschwerdef�hrers kann keine Rede davon sein, dass das Bundesgericht im Urteil 8C_780/2010 vom 4. Juli 2011 von einer Unvollst�ndigkeit des Gutachtens des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ vom 15. September 2009 hinsichtlich der Belange der Unfallversicherung ausgegangen w�re und die Angelegenheit deshalb an die SUVA zur�ckgewiesen h�tte. Vielmehr �usserte es sich damals zur Aussagekraft der Expertise in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht �berhaupt nicht. Ob zus�tzliche medizinische Abkl�rungen notwendig sein w�rden, liess es offen, indem es die Angelegenheit an die Verwaltung zur�ckwies, damit diese "nach Beizug der Akten der Invalidenversicherung und gest�tzt auf das Ergebnis allenfalls notwendiger zus�tzlicher Abkl�rungen" �ber den Renten- und Integrit�tsentsch�digungsanspruch neu verf�ge (Urteil 8C_780/2010 vom 4. Juli 2011 E. 5.2). Mit Blick auf das auch f�r das unfallversicherungsrechtliche Verfahren aussagekr�ftige Gutachten des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ ist dem kantonalen Gericht beizupflichten, dass von weiteren medizinischen Abkl�rungen keine neuen entscheidrelevanten Ergebnisse mehr zu erwarten sind, weshalb darauf zu verzichten ist; dies verst�sst weder gegen den Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Geh�rsanspruch (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_468/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5.3.2). Der Unfallversicherer und die Vorinstanz haben mit ihrer Vorgehensweise die Verfahrensgarantien gem�ss Art. 6 EMRK und Art. 29 BV nicht verletzt. Von willk�rlicher Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Sodann bringt der Beschwerdef�hrer gegen die Ad�quanzbeurteilung des kantonalen Gerichts, welche lediglich f�r den Fall vorgenommen wurde, dass im Zeitraum vom 16. August 2008 bis 17./18. August 2009 �berhaupt psychisch bedingte Einschr�nkungen in einer leidensangepassten T�tigkeit bestanden haben sollten, keinerlei stichhaltigen Argumente vor.
4.1.�Die Vorinstanz legt dem auf den mutmasslichen Lohnentwicklungen bis 2008 basierenden Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr. 5'055.- monatlich bzw. Fr. 65'715.- j�hrlich (inklusive 13. Monatslohn) und ein Invalideneinkommen von Fr. 59'978.88 im Jahr zugrunde und errechnet einen rentenausschliessenden Erwerbsunf�higkeitsgrad von 9 %.
4.2.�Der Beschwerdef�hrer weist grunds�tzlich zutreffend darauf hin, dass gem�ss Vereinbarung zum Landesmantelvertrag f�r das Schweizerische Bauhauptgewerbe �ber die Anpassung der L�hne f�r das Jahr 2008 eine generelle Lohnerh�hung f�r Arbeitnehmende im Monatslohn von Fr. 100.- pro Monat vorgesehen wurde (Art. 2 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und Abs. 2 lit. a/aa der Vereinbarung). Er �bersieht jedoch bei seiner Forderung, der mutmasslich im Gesundheitsfall bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin erzielte Lohn von Fr. 5'020.- ab 1. Januar 2008 sei um Fr. 100.- auf Fr. 5'120.- zu erh�hen, dass gem�ss Art. 2 Abs. 1 lit. b der Vereinbarung von Arbeitgebern seit dem 1. Januar 2008 geleistete Lohnerh�hungen an diese Lohnanpassung angerechnet werden k�nnen. Nach Angaben der B.________ AG betr�gt der monatliche Validenlohn im Jahr 2007 Fr. 4'955.-, ab 1. Januar 2008 Fr. 5'020.- und ab 1. Mai 2008 Fr. 5'055.- (jeweils zuz�glich 13. Monatslohn). Das vom kantonalen Gericht angenommene Valideneinkommen von Fr. 5'055.- tr�gt somit der Erh�hung des Sockelbetrags um monatlich Fr. 100.- im Vergleich zum Verdienst im Jahr 2007 vollumf�nglich Rechnung.
In einer k�rperlich leichten T�tigkeit mit einem Traglimit von 10 kg in wechselnden Positionen, ohne Zwangshaltungen des Rumpfes und ohne regelm�ssige �berkopfbewegungen der Arme, ohne Arbeiten mit Absturzgefahr besteht gem�ss Gutachten des medizinischen Abkl�rungsinstituts E.________ eine zeitlich und leistungsm�ssig uneingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit. Es ist mit Blick auf dieses Anforderungsprofil an eine leidensangepasste Besch�ftigung zu erwarten, dass der Versicherte den von der Vorinstanz gest�tzt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2008 des Bundesamtes f�r Statistik, Tabelle TA 1, Zeile "Total", M�nner im Anforderungsniveau 4, errechneten Jahreslohn von Fr. 59'978.88 erzielen k�nnte; somit ist vom entsprechenden Tabellenlohn entgegen seinen Ausf�hrungen kein Abzug im Sinne von BGE 126 V 75 vorzunehmen.
In Anbetracht der geringen Unfallrestfolgen vermag der Beschwerdef�hrer schliesslich auch mit seinem Begehren um Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung nicht durchzudringen.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegr�ndet und wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG, ohne Durchf�hrung eines Schriftenwechsels, erledigt. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) vom Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).