Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20338/08
Timestamp: 2019-11-20 03:48:25
Document Index: 182787315

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 172', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: XI ZR 338/08 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 25.01.2010
https://dejure.org/2009,27
BGH, 27.10.2009 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2009,27)
BGH, Entscheidung vom 27.10.2009 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2009,27)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 2009 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2009,27)
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Anspruch eines Anlegers gegen seine Bank auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung; Pflicht eines Anlageberaters zur zutreffenden, vollständigen und verständlichen Mitteilung von Tatsachen sowie einer fachmännischen Bewertung dieser Tatsachen; Prospektfehler ...
Immobilienfonds - Zum Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung (hier
Zur Aufklärungspflicht über Zahlungen an die einen Anleger beratende Bank für die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung und die Platzierungsgarantie für einen geschlossenen Immobilienfonds bei korrekten Angaben hierüber im Prospekt
Kick backs, Rückvergütungen die keine sind
Aufklärungspflicht des Anlageberaters über "Kick-Backs" nur bei Umsatzabhängigkeit der Rückvergütung
BGB §§ 280, 242, 654, 675; WpHG § 31
bankrechtnetz.de (Entscheidungsbesprechung)
Innenprovisionen und Rückvergütungen nach der Entscheidung des BGH vom 27.10.2009 (Jens Koch; BKR 2010, 177)
Anwendung der Kick-Back-Rechtsprechung auch auf Innenprovisionen
Kurznachricht zu "BB-Kommentar zum Urteil des BGH vom 27.10.2009, Az.: XI ZR 338/08 (Immobilienfonds - Fehlerhafter Anlageberatung (hier: Totalverlustrisiko - KickBacks))" von RA Markus Langen, LL.M., original erschienen in: BB 2010, 15 - 18.
Kurznachricht zu "Praxishinweis zum Urteil des BGH vom 27.10.2009, AZ.: XI ZR 338/08 (Aufklärungspflicht des Anlageberaters über Kick-Backs nur bei Umsatzabhängigkeit der Rückvergütung)" von RA Arne Maier, original erschienen in: VuR 2010, 147 - 148.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.10.2009; AZ.: XI ZR 338/08 (Zur Aufklärungspflicht der beratenden Bank über Rückvergütungen)" von RAin Dr. Brigitta Varadinek und RA Lars Röh, original erschienen in: ZIP 2009, 2380 - 2385.
LG Frankfurt/Main, 23.12.2005 - 5 O 599/04
ZIP 2009, 2380
WM 2009, 2306
BB 2010, 15
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Prospekt dem Anleger so rechtzeitig vor der Anlageentscheidung übergeben wird, dass er sich mit seinem Inhalt vertraut machen konnte (Senatsurteile vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 Rn. 31 …und vom 25. September 2007 - XI ZR 320/06, BKR 2008, 199 Rn. 17; vgl. auch BGH…, Urteil vom 12. Juli 2007 - III ZR 145/06, WM 2007, 1608 Rn. 9 mwN).
Zu Unrecht leitet die Revision eine entsprechende Offenlegungspflicht aus der Rechtsprechung des Senats zur Aufklärungspflicht von beratenden Banken über erhaltene Rückvergütungen beim Vertrieb von Fondsbeteiligungen (…Urteile vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 Rn. 22 ff., vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, WM 2009, 1274 Rn. 18 und vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 Rn. 31;… Beschluss vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, WM 2009, 405 Rn. 12 f.) ab.
bb) Zu Recht hat das Berufungsgericht weiter angenommen, dass die Beklagte aus dem Beratungsvertrag verpflichtet war, den Zedenten über an sie fließende Rückvergütungen aus Vertriebsprovisionen aufzuklären (…vgl. Senatsurteile vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 Rn. 22 f.;… vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, WM 2009, 1274 Rn. 11 und vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 = ZIP 2009, 2380 Rn. 31;… Senatsbeschlüsse vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, WM 2009, 405 Rn. 13 …und vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, WM 2010, 1694 Rn. 5).
(2) Aufklärungspflichtige Rückvergütungen liegen dagegen, wie der Senat zuletzt formuliert hat, nur dann vor, wenn Teile der Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren, die der Kunde über die Bank an die Gesellschaft zahlt, hinter seinem Rücken an die beratende Bank umsatzabhängig zurückfließen, so dass diese ein für den Kunden nicht erkennbares besonderes Interesse hat, gerade diese Beteiligung zu empfehlen (Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306 Rn. 31).
Die Auffassung, hierin liege eine weitreichende Änderung der Rechtsprechung zur Aufklärungspflicht beratender Banken bei Innenprovisionen bzw. Vertriebsprovisionen, lässt sich nicht auf das Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 (XI ZR 338/08, ZIP 2009, 2380 ff.) stützen.
Der Senat hat an diesem Tag zwei Urteile zu im Wesentlichen gleich gelagerten Parallelfällen erlassen (Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 337/08, WM 2009, 2303 ff. vollständig abgedruckt; Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 XI ZR 338/08, aaO vollständig abgedruckt, in WM 2009, 2306 f. in Auszügen abgedruckt).
Dies hat der Senat mit der Formulierung "dem Inhalt und der Höhe nach korrekt ausgewiesen" zum Ausdruck gebracht (vgl. Senatsurteil in der Sache XI ZR 338/08 aaO Rn. 31).
In dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt, das dem Senatsurteil in der Sache XI ZR 338/08 voranging, heißt es ausdrücklich (OLG Frankfurt…, Urteil vom 15. Oktober 2008 - 23 U 17/06, juris Rn. 52): "Der Beklagten zu 1. kann auch nicht vorgeworfen werden, dass ihre Rechtsvorgängerin Rückvergütungen verschwiegen habe (vgl. BGHZ 170, 226ff. = BB 2007, 627ff.), da sie sich aus S. 36f. des Prospekts in Verbindung mit § 7 des Gesellschaftsvertrages, der als Anlage zum Prospekt genommen wurde, exakt ergeben." In dem Urteil, das dem Senatsurteil in der Sache XI ZR 337/08 voranging, heißt es wörtlich (OLG Frankfurt…, Urteil vom 15. Oktober 2008 - 23 U 348/05, juris Rn. 7): "Die C. werden bereits auf dem Titelblatt als die Bank genannt, die die Eigen- und Fremdkapitalvermittlung durchführt; Interessenten werden in dem Prospekt aufgefordert, sich an sie zu wenden.".
Ebenso geht der Hinweis auf das im Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 in der Sache XI ZR 338/08 (…aaO) zitierte Senatsurteil vom 25. September 2007 (…XI ZR 320/06, BKR 2008, 199 Rn. 15, 16) fehl.
Vielmehr entspricht er insoweit, als der Anleger danach darüber aufzuklären ist, dass und in welcher Höhe die beratende Bank die offen ausgewiesenen Provisionen bezieht, dem Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 (aaO Rn. 31).
Aufklärungspflichtige Rückvergütungen liegen dabei nur dann vor, wenn Teile der Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren, die der Kunde über die Bank an die Gesellschaft zahlt, hinter seinem Rücken an die beratende Bank umsatzabhängig zurückfließen, so dass diese ein für den Kunden nicht erkennbares besonderes Interesse hat, gerade diese Beteiligung zu empfehlen (vgl. BGH, Urteil vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08 - ZIP 2009, 2380, 2383 Rn. 31).
(1) Für den Bereich der Anlageberatung durch Banken hat es der Bundesgerichtshof für geboten erachtet, dass diese ihre Kunden über (aus Ausgabeaufschlägen und Verwaltungskosten entnommene) umsatzabhängige Rückvergütungen in Kenntnis setzen, die ihnen von Seiten des Kapitalsuchenden gewährt werden (BGH…, Urteil vom 19. Dezember 2006 - XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226, 234 f Rn. 22 ff;… Beschluss vom 20. Januar 2009 - XI ZR 510/07, NJW 2009, 1416, 1417 Rn. 10 ff; vgl. auch Urteil vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306, 2307 Rn. 31 …und Beschluss vom 29. Juni 2010 - XI ZR 308/09, NJW 2010, 2339, 2340 Rn. 5 ff).
Der Bankkunde soll davor geschützt werden, dass ohne sein Wissen (s. BGH, Urteil vom 27. Oktober 2009 aaO "hinter seinem Rücken" …und Beschluss vom 29. Juni 2010 aaO Rn. 5 "heimlich") Rückvergütungen versprochen werden, die auf Seiten der Bank einen Interessenkonflikt entstehen lassen, der seinerseits geeignet ist, den Vertragszweck zu gefährden, indem die Gefahr begründet wird, dass die Anlageempfehlung nicht allein im Kundeninteresse nach den Kriterien der anleger- und objektgerechten Beratung abgegeben wird, sondern zumindest auch im eigenen Interesse der Bank, möglichst hohe Rückvergütungen zu erhalten.
Eine weitergehende (abstrakte) Erläuterung der Haftung aus § 172 Abs. 4 HGB - die Vorschrift wird im Prospekt wiederholt erwähnt - war nicht geboten (vgl. BGH, Beschlüsse vom 9. November 2009 - II ZR 16/09, NZG 2009, 1396 m. Anm. Goette, DStR 2010, 123 und vom 17. Mai 2010 - II ZR 132/09, BeckRS 2010, 14407; s. auch BGH Urteile vom 27. Oktober 2009 - XI ZR 337/08, NJW-RR 2010, 115 Rn. 28 und XI ZR 338/08, BeckRS 2009, 86793 Rn. 30).
Das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 27.10.2009 - XI ZR 338/08 - führt zu keiner anderen Beurteilung.
Die von der Beklagten vertretene Auffassung, sie habe jedenfalls Vergütungen nicht "hinter dem Rücken" (vgl. BGH WM 2009, 2306 - juris Tz. 31) ihrer Kunden bezogen, weil in den Emissionsprospekten ausdrücklich darauf hingewiesen worden sei, dass Vertriebsprovisionen an "Dritte" gezahlt würden, und für den Anleger erkennbar gewesen sei, dass sie die "Dritte" gewesen sei, überzeugt nicht.
OLG Oldenburg, 25.02.2010 - 8 U 10/10
Anlageberatung: Umfang der Beratungspflicht
OLG Hamm, 09.03.2015 - 31 U 25/15
Voraussetzungen der Haftung einer Bank aus Verletzung eines …
OLG Frankfurt, 06.08.2010 - 19 U 127/10
OLG Hamm, 09.03.2015 - 31 U 25/25
LG Köln, 06.04.2010 - 3 O 515/08
Schadensersatz bei fehlerhafter Anlagenberatung bzgl. Beteiligung an einem …
OLG Köln, 19.04.2012 - 13 U 173/11
Pflichten der anlageberatenden Bank zur Aufklärung über das Risiko eines …
OLG Düsseldorf, 18.02.2011 - 17 U 64/10
Keine Aufklärungspflicht der Banken i.R.d. Verkaufs von …
OLG Düsseldorf, 01.07.2011 - 17 U 184/10
https://dejure.org/2010,5824
BGH, 25.01.2010 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2010,5824)
BGH, Entscheidung vom 25.01.2010 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2010,5824)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2010 - XI ZR 338/08 (https://dejure.org/2010,5824)
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Vorliegen einer das Recht auf rechtliches Gehör verletzenden Überraschungsentscheidung bei gravierender Enttäuschung des berechtigten prozessualen Vertrauens einer Partei