Source: https://www.ra-linhardt.de/tag/schadensersatzanspruche/
Timestamp: 2019-09-18 09:09:39
Document Index: 311049150

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Schadensersatzansprüche | Linhardt. Rechtsanwälte
Artikel Tags Schadensersatzansprüche
Anlegerinformation – ALBIS Capital AG & Co. KG i.L. 20.03.2015
Derzeit gehen einer Vielzahl von Anlegern der RvH AG & Co. KG i. L. (vorher: ALBIS Capital AG & Co. KG i. L.) Mahnschreiben zu, in denen sie unter Klageandrohung aufgefordert werden, rückständige Sprintraten sowie die gewinnunabhängig ausgezahlten oder verbuchten Ausschüttungen zurückzuzahlen.
Betroffene Anleger sollten dem Zahlungsdruck der gegnerischen Anwälte nicht ohne weiteres nachgeben. Die Rückzahlungsansprüche sind nach unserer derzeitigen Einschätzung häufig unberechtigt.
Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2013 können Ausschüttungen von der Gesellschaft selbst im eigenen Namen nur dann zurückverlangt werden, wenn dies im Gesellschaftsvertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Daran fehlt es vorliegend, vielmehr wurde diese Möglichkeit ausgeschlossen.
Je nachdem, welche der Anlageformen („Classic“, „Classic Plus“ oder „Sprint“) gewählt wurde, bestehen darüber hinaus weitere Abwehrmöglichkeiten, zu denen bereits obergerichtliche rechtskräftige Urteile existieren.
Nachdem sich die Gesellschaft offensichtlich in einer schweren finanziellen Notlage befindet, steht zu befürchten, dass die Einlagen vollständig verloren sind. Es sollte daher dringend überprüft werden, ob gegebenenfalls Schadensersatzansprüche bestehen.
Einerseits können Anlageberater oder -vermittler wegen Fehlern bei der Beratung im Zusammenhang mit dem Abschluss der Beteiligung haftbar sein, darüber hinaus können die Fondsverantwortlichen, insbesondere wegen Prospektfehlern, zum Schadensersatz verpflichtet sein. Für das Bestehen von Schadensersatzansprüchen existieren nach unseren bisherigen Erfahrungen regelmäßig zahlreiche stichhaltige Anhaltspunkte.
Betroffene Anleger sollten daher umgehend den Rat eines in Bank- und Kapitalmarktangelegenheiten versierten Rechtsanwalts einholen.
Es besteht dringender Handlungsbedarf, da in allen „Albis Capital” – Fällen der Eintritt der Verjährung droht. Neben der kenntnisabhängigen 3-jährigen Verjährung tritt die kenntnisunabhängige Verjährung auf den Tag genau 10 Jahre nach Unterzeichnung des Beitrittsantrags ein.
Stichworte: ALBIS Capital AG & Co. KG i.L., Anlageformen, Classic, Classic Plus, Falschberatung, gewinnunabhängige Ausschüttungen, Klageandrohung, Mahnschreiben, Prospektfehler, Rückzahlungsansprüche, RvH AG & Co. KG i. L., Schadensersatzansprüche, Sprint, Sprintraten, Verjährung
Schadenersatz bei Beteiligung an Albis Capital GmbH & Co. KG 19.01.2015
Stichworte: 17.11.2014, 18.12.2014, absoluten 10-jährigen Verjährung ab Zeichungstag, Albis Capital GmbH & Co. KG, Albis Capital Verwaltungs AG, Anlageberater, Dr. Conrad Treuhand GmbH, fehlerhafte Aufklärung, HFT Hanseatische Fonds Treuhand GmbH, Immobilienfinanzierung, Landgericht Hamburg, Landgericht München I, Rechtsnachfolgerin, Risiken, RvH Verwaltungs AG, Schadensersatz, Schadensersatzansprüche, Totalverlust, Totalverlust der Einlage, unternehmerische Beteiligung, Verjährung
BGH: Verjährungsbeginn bei fehlerhafter Rechtsanwendung 10.10.2014
Mit Urteil vom 24.04.2014, Az.: III ZR 156/13, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass ein Wirtschaftsprüfer unter bestimmten Voraussetzungen unmittelbar gegenüber dem Anleger haftet, wenn er einen zur Veröffentlichung in einem Wertpapierprospekt bestimmten Prüfbericht über die Gewinnprognosen des Herausgebers der Aktien fehlerhaft erstellt.
Besonders interessant sind die Einlassungen des BGH zur Frage der Verjährung der Ansprüche des Anlegers. Grundsätzlich kommt es im Rahmen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) für den Beginn der 3-jährigen Verjährung nur darauf an, dass der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger (hier der Anleger) die anspruchsbegründenden Umstände kennt. Er muss den Vorgang rechtlich nicht zutreffend beurteilen. Aus diesem Grund sind – gerade im Bereich des Bank- und Kapitalmarktrechts – Ansprüche häufig bereits verjährt bevor der Geschädigte von seinen Schadensersatzansprüchen Kenntnis erlangt.
Liegt der haftungsauslösende Fehler jedoch in einer falschen Rechtsanwendung, wie im vorgenannten Urteilsfall in der fehlerhaften Erstellung des Prüfberichts, muss es nach Ansicht des BGH für den Verjährungsbeginn auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Geschädigten von der Fehlerhaftigkeit der Rechtsanwendung ankommen. Es genügt insoweit nicht, dass der Anleger den Emissionsprospekt und den darin abgedruckten Prüfbericht kennt.
Die im Jahr 2011 eingereichte Klage auf Schadenersatz wegen der im Jahr 2007 erworbenen Aktienanteile hatte im vorgenannten Fall Erfolg, die Ansprüche waren nach Ansicht des BGH noch nicht verjährt.
Dieses Urteil zeigt erneut, dass die Frage der Verjährung sehr differenziert geprüft werden muss. Kapitalanlegern ist daher dringend zu empfehlen, eventuelle Schadensersatzansprüche auch unter dem Aspekt der Verjährung von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.
Stichworte: Az.: III ZR 156/13, BGH, Bundesgerichtshof, falschen Rechtsanwendung, fehlerhafter Rechtsanwendung, Fehlerhaftigkeit der Rechtsanwendung, grob fahrlässige Unkenntnis, haftet, haftungsauslösende Fehler, Kapitalanlegern, Kenntnis, Schadensersatzansprüche, unmittelbar, Urteil vom 24.04.2014, Verjährung der Ansprüche des Anlegers, Verjährungsbeginn