Source: https://www.ra-klose.com/html/versaumnisurteil.html
Timestamp: 2018-02-19 20:09:58
Document Index: 140909949

Matched Legal Cases: ['§ 330', '§ 335', '§ 339', '§ 59', '§ 340', '§ 340', '§ 78']

Rechtsanwalt Klose, Regensburg: Versäumnisurteil
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Ein Versäumnisurteil (§§ 330 ff. ZPO) ergeht – kurz gesagt – wenn es eine Partei versäumt hat, an einer anberaumten mündlichen Verhandlung teilzunehmen oder nicht rechtzeitig ihre „Verteidigungsbereitschaft“ angezeigt hat.
Die Gründe, warum „versäumt“ wurde, sind in der Praxis vielfältig und reichen von Nachlässigkeit über Gleichgültigkeit bis hin zu prozesstaktischen Überlegungen einer beteiligten Partei. Von wenigen Ausnahmen (§§ 335, 337 ZPO) abgesehen, haben die Gründe auch keine weitere Bedeutung für das Verfahren.
Versäumnisurteil – was nun?
Unabhängig davon gilt aber bei jedem Versäumnisurteil, dass Sie diesem nicht machtlos gegenüberstehen, sondern sich dagegen rechtlich wehren können:
Sie können innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung des Versäumnisurteils dagegen Einspruch einlegen (§ 339 ZPO). Beachten Sie dass im Arbeitsrecht die Frist nur eine Woche beträgt (§ 59 S. 1 ArbGG)
Der Einspruch muss schriftlich erfolgen und inhaltlich bestimmten Anforderungen genügen (§ 340 II, III ZPO)
Der Einspruch ist bei dem Gericht, das das Versäumnisurteil erlassen hat, einzulegen (§ 340 I ZPO). Das bedeutet auch, dass in bestimmten Fällen z.B. vor dem Landgericht (§ 78 I 1 ZPO), die Vertretung durch einen Rechtsanwalt erforderlich ist.