Source: https://www.guardi.at/blog/rechtundrichtig/baugenehmigung-gartenhaus-das-musst-du-wissen/
Timestamp: 2020-05-28 08:31:11
Document Index: 75981767

Matched Legal Cases: ['§17', '§7', '§17', '§3', '§2', '§21', '§28', '§18', '§19', '§62']

9. April 2020 18. Mai 2020 Allgemein, Recht & Richtig Martin
In dieser schwierigen Zeit der Coronakrise kann man sich mit seinen Lieben zu Hause Gedanken machen, wie denn der eigene Garten gestaltet werden soll. Ein Gartenhaus ist hierbei eine lohnenswerte und ansprechende Alternative. Bei der Planung kommt man jedoch schnell drauf, dass man immer auf verschiedenste Bauvorschriften in Österreich stößt, die einem das Leben nicht leichter machen. Wir haben uns für euch in das Dickicht der Paragrafen begeben und bringen ein wenig Licht ins Dunkel der Baugenehmigungen. Was ist in welchem Bundesland der Stand der Dinge, um euer Gartenhaus dort aufstellen zu dürfen? Wir fassen es für euch zusammen.
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Vorschriften zum Gartenhaus nach Bundesländern
Die Errichtung und Änderung von Gebäuden unter 200m² Wohn-/Nutzfläche ist schriftlich anzuzeigen. Hinzu kommt die Vorlage etwaiger Baupläne und die Zustimmung aller Grundstückseigentümer die sich weniger als 15m von den Baufronten entfernt befinden.
Vgl. Burgenländisches Baugesetz 1997, §17
In Kärnten sind „bauliche Anlagen, die der Gartengestaltung dienen“ bis zu einer Grundfläche von 40m² und 3,5m Höhe von frei von einer Bewilligung. Wir halten diese Auslegung für etwas wage und empfehlen euch die Konsultierung der entsprechenden behördlichen Stellen in eurer Gemeinde.
Vgl. Kärntner Bauordnung 1996 §7, 1, h) & p)
Die Niederösterreicher sind hier schon konkreter. Gerätehütten und Gewächshäuser mit weniger als 10m² Grundfläche und niedriger als 3m sind Bewilligungs-, Anzeige- und Meldefrei. Erlaubt ist dabei eine Hütte pro vier Wohnungen in einem Wohngebäude, bei Reihenhäusern eine Hütte pro Wohnung.
Vgl. NÖ Bauordnung 2014 §17, 8
Ihr wohnt in Oberösterreich? Hier ist die Bestimmung sehr bequem. Dient euer Bau nicht wohnlichen Zwecken lässt das Land Gebäude mit einer Grundfläche kleiner als 70m² zu.
ACHTUNG! Für alle Länder gilt, dass die Gemeinden das letzte Wort haben! In OÖ lassen die Gemeinden meist nur Hütten kleiner als 15m² zu, auch wenn die Bauordnung des Landes mehr Spielraum lässt.
Vgl. OÖ. Bauordnung 1994, §3, 2.5.
In seiner endlosen Weisheit hat das Land Salzburg vor wenigen Jahren eine Gesetzesnovelle erlassen, welche eingeschossige Nebenanlage mit weniger als 12m² Grundfläche, einer max. Seitenlänge von 4m und einer max. Höhe von 2,5m von einer Baubewilligung befreit. Davon ausgenommen sind z.B. Garagen.
Vgl. Baupolizeigesetz 1997, §2, 2.1.
Die grüne Steiermark – dort zählt euer Gartenhaus zu den „kleineren baulichen Anlagen“, wenn diese niedriger ist 3m und deren Gesamtfläche 40m² nicht überschreitet. Damit wäre diese bewilligungsfrei.
Vgl. Steiermärkisches Baugesetz, §21, 1.2. g) & h)
In Tirol darf euer Gartenhaus oder der Geräteschuppen eine Grundfläche von bis zu 10 m² haben, bei einer max. Höhe von 2,8m. Voraussetzung dafür ist, dass diese von min. drei Seiten aus zugänglich ist.
ACHTUNG! Bewilligungsfrei heißt nicht anzeigefrei. In den meisten Bundesländer müsst ihr eure Bauten trotz der Freistellung von der Bewilligung wenigstens bei der Gemeinde anzeigen!
Vgl. Bauordnung 2018, §28, 2, g)
Auch Vorarlberg schließt kleine Nebengebäude mit weniger als 25 m² Grundfläche und einer Höhe kleiner als 3,5m von der Bewilligungspflicht aus, nicht aber von der Anzeigepflicht.
Vgl. Baugesetz §18, 1. a) & §19, a) bis c)
In Wien ist weder eine Bewilligung noch eine Bauanzeige notwendig, wenn euer Gartenhäuschen kleiner als 12m² und nicht höher als 2,5m ist.
Vgl. Bauordnung für Wien §62a, 1.5.
Gartenhaus – Allgemeines zur Errichtung
Im Grunde fahrt ihr also immer gut, wenn euer Gartenhaus nicht größer als 10 m² ist, denn je schwammiger die Formulierungen in den Bauvorschriften der Länder sind, desto eher sind wir geneigt, noch einmal die entsprechenden Stellen unserer Gemeinde zu konsultieren. Sicher ist sicher. Dies solltet eben auch deshalb tun, weil die tatsächlich erlaubten Maße in den einzelnen Ortschaften doch teils stark von den Landesbauordnungen abweichen.
Außerdem müsst ihr euch fragen ob 10 m² wirklich notwendig sind. Auf knapp 5 m² lässt sich schon einiges an Geräten, Werk- und Spielzeug verstauen, gerade wenn man auch die Vertikale in dem Gartenhaus nutzen kann. Und vergesst niemals den Faktor Nachbar. 15 Meter Abstand zum Nachbargrundstück sind nicht 14,99 m. Und ein Betonfundament lässt sich nicht so einfach wieder versetzen. Doch wer die Regeln befolgt, hat am Ende nichts zu befürchten.
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