Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20000525_OGH0002_0010OB00318_99T0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-14 01:14:58
Document Index: 374764526

Matched Legal Cases: ['OGH', '§879', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 48', '§ 879', '§ 879', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§879', 'Art 2', 'OGH', '§ 879', '§ 24', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§1', '§4', '§4', '§8', '§33', '§599', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 33', 'OGH', 'OGH', '§ 8', '§ 7', 'OGH', '§ 41', '§ 8', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'Art 234', 'Art 48', 'OGH', 'OGH', 'Art 48', 'EuG', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob318/99t - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 6Ob147/60 6Ob183/67 6Ob...
RS0016451
6Ob147/60; 6Ob183/67; 6Ob18/68; 6Ob253/68; 7Ob10/73; 1Ob108/73; 1Ob20/75; 7Ob677/76; 1Ob537/77; 2Ob78/78; 1Ob687/82; 5Ob549/82; 14ObA17/87; 1Ob12/87; 7Ob618/89; 9ObA182/92; 1Ob318/99t; 8ObS273/00f; 6Ob287/01a; 8ObA69/11x
ABGB §879 AIb
Es würde den Grundsätzen unseres Zivilprozesses geradezu widersprechen, eine Partei zur Geltendmachung von Umständen, die die Sittenwidrigkeit einer Vereinbarung begründen könnten, aufzufordern. Es muss vielmehr der Partei selbst überlassen bleiben, ob sie solche Umstände geltend machen und ob sie die Vereinbarung deshalb überhaupt anfechten will.
6 Ob 147/60
Entscheidungstext OGH 23.11.1960 6 Ob 147/60
Veröff: EvBl 1961/95 S 151
6 Ob 183/67
Entscheidungstext OGH 12.07.1967 6 Ob 183/67
6 Ob 18/68
Entscheidungstext OGH 28.02.1968 6 Ob 18/68
6 Ob 253/68
Entscheidungstext OGH 09.10.1968 6 Ob 253/68
7 Ob 10/73
Entscheidungstext OGH 31.01.1973 7 Ob 10/73
Beisatz: Hier: Geltendmachung eines Verstoßes gg Treu und Glauben. (T1) Veröff: VersR 1973,877
Auch; Veröff: SZ 46/69
1 Ob 20/75
Entscheidungstext OGH 05.03.1975 1 Ob 20/75
7 Ob 677/76
Entscheidungstext OGH 28.04.1977 7 Ob 677/76
1 Ob 537/77
Entscheidungstext OGH 27.04.1977 1 Ob 537/77
2 Ob 78/78
Entscheidungstext OGH 08.06.1978 2 Ob 78/78
1 Ob 687/82
Entscheidungstext OGH 03.11.1982 1 Ob 687/82
Auch; nur: Es muss vielmehr der Partei selbst überlassen bleiben, ob sie solche Umstände geltend machen und ob sie die Vereinbarung deshalb überhaupt anfechten will. (T2)
Auch; Beisatz: Der erst mit der Berufung geltend gemachte Wuchereinwand ist unbeachtlich (SZ 10/148, zuletzt wieder 1 Ob 302/71); das gleiche gilt auch für die behauptete Sittenwidrigkeit. (T3)
14 ObA 17/87
Entscheidungstext OGH 17.02.1987 14 ObA 17/87
Auch; Beisatz: Die Sittenwidrigkeit einer Vereinbarung ist nur auf Einrede wahrzunehmen. (T4) Veröff: Arb 10624
1 Ob 12/87
Entscheidungstext OGH 27.04.1987 1 Ob 12/87
Auch; Beisatz: Nach st Rechtsprechung erfolgt die Prüfung einer Vereinbarung auf ihre Sittenwidrigkeit nur dann, wenn sich der andere Teil darauf beruft, eine ausdrückliche Berufung auf die Sittenwidrigkeit ist aber nicht erforderlich. (T5)
nur T2; Beis wie T5; Beisatz: Es müssen aber jene Tatumstände vorgebracht werden, die die Sittenwidrigkeit begründen können. (T6)
9 ObA 182/92
Entscheidungstext OGH 21.10.1992 9 ObA 182/92
Vgl auch; nur T2; Beisatz: § 48 ASGG (T7)
Auch; Beisatz: Die Sittenwidrigkeit eines Vertrags (oder einzelner seiner Bestimmungen) kann sowohl nach § 879 Abs 1 ABGB als auch nach § 879 Abs 3 ABGB nur dann vom Gericht beachtet und geprüft werden, wenn sie geltend gemacht wurde. Dem verletzten Vertragspartner steht es nämlich frei, ungeachtet des Vorliegens von Sittenwidrigkeit das Geschäft als gültig zu behandeln. (T8); Veröff: SZ 73/86
8 ObS 273/00f
Entscheidungstext OGH 11.06.2001 8 ObS 273/00f
Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 74/106
8 ObA 69/11x
Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 ObA 69/11x
ECLI:AT:OGH0002:1960:RS0016451
JJR_19601123_OGH0002_0060OB00147_6000000_001
Rechtssatz für 3Ob104/73 1Ob27/76 3Ob5...
RS0016435
3Ob104/73; 1Ob27/76; 3Ob541/78; 4Ob523/78; 3Ob588/78 (3Ob589/78); 5Ob748/79; 4Ob370/80; 1Ob578/81 (1Ob579/81); 3Ob658/81; 4Ob525/82; 7Ob732/81; 5Ob729/82; 3Ob583/83; 4Ob166/82; 7Ob21/85; 8Ob596/85; 2Ob594/86; 7Ob605/91; 4Ob112/91; 7Ob15/92; 8ObA320/94; 6Ob507/95; 1Ob2311/96a; 6Ob1/00s; 1Ob318/99t; 6Ob37/03i; 7Ob215/05a; 5Ob139/06m; 5Ob14/07f; 8Ob148/08k; 5Ob192/10m; 9Ob11/11z; 6Ob66/11s; 6Ob240/11d; 2Ob173/12y; 6Ob229/13i; 3Ob71/14h; 9ObA34/15p
ABGB §879 AIa
EWG-RL 93/13/EWG - missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen 31993L0013 Art6 Abs1
Beisatz: In der Entscheidung vom 22. 11. 2001, Rs C‑541/99 und C‑542/99, Cape Snc/Idealservice, Slg 2001 I‑9049, hat der Europäische Gerichtshof ausgesprochen, der Begriff „Verbraucher“, wie er in Art 2 lit b der RL 93/13 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen definiert werde, sei dahin auszulegen, dass er sich ausschließlich auf natürliche Personen beziehe. (T14)
JJR_19730605_OGH0002_0030OB00104_7300000_001
Rechtssatz für 1Ob177/75 8Ob505/78 3Ob...
RS0016447
1Ob177/75; 8Ob505/78; 3Ob588/78 (3Ob589/78); 4Ob370/80; 7Ob732/81; 7Ob69/83; 8Ob596/85; 2Ob594/86; 8Ob562/86; 8Ob617/86; 7Ob505/88; 8Ob595/89; 7Ob605/91; 9Ob98/99y; 5Ob104/99a; 1Ob318/99t; 6Ob55/02k; 6Ob304/02b; 4Ob220/13a; 3Ob216/15h
Die Anfechtung wegen Nichtigkeit (hier Sittenwidrigkeit) muss nicht durch formelle Berufung auf § 879 ABGB geschehen, es genügt, die Unterbreitung des erforderlichen sachlichen Substrats unter Hinweis auf den Rechtsmissbrauch (8 Ob 172/73).
Beisatz: § 24 WEG 1975 (T1) Veröff: SZ 52/146
7 Ob 69/83
Entscheidungstext OGH 12.01.1984 7 Ob 69/83
Beisatz: Notwendig ist aber immer das Erfordernis der Geltendmachung wenigstens auf schlüssige Weise durch ein entsprechendes Tatsachenvorbringen. (T2)
Beis wie T2; Veröff: ImmZ 1986,354 = MietSlg XXXVIII/22
8 Ob 617/86
Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 617/86
8 Ob 595/89
Entscheidungstext OGH 27.09.1990 8 Ob 595/89
9 Ob 98/99y
Entscheidungstext OGH 16.06.1999 9 Ob 98/99y
Vgl auch; Beisatz: Sittenwidrigkeit muß durch den durch die betreffende Norm Geschützten geltend gemacht werden, wobei ein entsprechendes Sachvorbringen erforderlich ist. (T3)
Auch; Beisatz: Eine ausdrückliche Berufung auf die Sittenwidrigkeit ist nicht erforderlich, sofern nur die dazu relevanten Tatsachen vorgetragen werden. (T4); Veröff: SZ 73/86
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0016447
JJR_19750917_OGH0002_0010OB00177_7500000_004
Rechtssatz für 6Ob727/78 6Ob647/85 6Ob...
RS0045138
6Ob727/78; 6Ob647/85; 6Ob577/86; 8Ob566/93; 10Ob199/97f; 7Ob197/97i; 1Ob318/99t; 7Ob110/00b; 1Ob273/00d; 6Ob40/02d; 1Ob224/03b; 2Ob51/05x; 7Ob54/05z; 7Ob42/06m; 10Ob50/06k; 8Ob78/06p; 7Ob139/07b; 6Ob174/07t; 8Ob138/08i; 7Ob89/11f; 7Ob172/11m; 5Ob251/15w; 6Ob62/17m; 7Ob51/17a; 5Ob94/18m
JN §1 CVa
VerG §4 Abs2 litg
VerG §4 Abs2 litj
VerG 2002 §8 Abs1
VerG 2002 §33
ZPO §599 Abs2
Erkenntnisse der Vereinsschiedsgerichte, die privatrechtliche Ansprüche der Vereinsmitglieder zum Gegenstand haben, können in demselben Umfang gerichtlich überprüft werden wie die Entscheidung anderer Vereinsorgane. Voraussetzung der Anrufung der ordentlichen Gerichte bei Verletzung von privatrechtlichen Ansprüchen durch Vereinsorgane ist allerdings die Ausschöpfung des in der Vereinssatzung vorgesehenen Instanzenzuges (hier: FPÖ Schiedsgericht erkennt auf Ausschluss).
6 Ob 727/78
Entscheidungstext OGH 09.11.1978 6 Ob 727/78
Veröff: SZ 51/154 = EvBl 1979/85 S 269 = JBl 1981,212 (zustimmend Bydlinski)
6 Ob 647/85
Entscheidungstext OGH 14.11.1985 6 Ob 647/85
Auch; Beisatz: Den Rechtsweg ausschließende Satzungsbestimmungen sind so zu verstehen, dass davon bloß die sachliche Zuständigkeit des Schiedsgerichtes betroffen ist und der Rechtszug an die ordentlichen Gerichte nach Erschöpfung des vereinsinternen Instanzenzuges dennoch zulässig bleibt. (T1) Veröff: SZ 58/178 = EvBl 1986/132 S 531
6 Ob 577/86
Entscheidungstext OGH 22.05.1986 6 Ob 577/86
Vgl auch; Beisatz: Dass vor Anrufung der ordentlichen Gerichte der statutarische Instanzenzug ausgeschöpft sein müsse, ist eine Einwendung aus den dem Privatrecht zuzurechnenden Rechtsbezeichnungen zwischen dem Verein und seinen Mitgliedern, die erst mit der Entscheidung über die Sache selbst zu erledigen ist. (T2)
8 Ob 566/93
Entscheidungstext OGH 30.03.1994 8 Ob 566/93
Vgl auch; Beisatz: Diese "temporäre" Beschränkung des Zugangs zu den ordentlichen Gerichten kann dadurch zu einer endgültigen werden, dass das Vereinsmitglied die in den Vereinsstatuten vorgesehene Berufungsinstanz nicht anruft. Dies ist unbedenklich. (T3)
10 Ob 199/97f
Entscheidungstext OGH 15.10.1997 10 Ob 199/97f
Auch; Veröff: SZ 70/206
7 Ob 197/97i
Entscheidungstext OGH 05.05.1998 7 Ob 197/97i
Auch; nur: Voraussetzung der Anrufung der ordentlichen Gerichte bei Verletzung von privatrechtlichen Ansprüchen durch Vereinsorgane ist allerdings die Ausschöpfung des in der Vereinssatzung vorgesehenen Instanzenzuges. (T4)
Beisatz: Hier: Beschlüsse von vereinsschiedsgerichtlichen Gremien (Kontrollausschuss, Protestkomitee des Burgenländischen Fußballverbands und Rechtsmittelsenat des ÖFB). (T5); Veröff: SZ 73/86
7 Ob 110/00b
Entscheidungstext OGH 14.12.2000 7 Ob 110/00b
Auch; Beis ähnlich wie T2; Veröff: SZ 73/199
Auch; Beisatz: Hier: Satzung des OÖ Fußballverbands; Streitigkeit wegen eines Spielertransfers vor den zunächst angerufenen Instanzen des ÖFB. (T6)
1 Ob 224/03b
Entscheidungstext OGH 18.11.2003 1 Ob 224/03b
2 Ob 51/05x
Entscheidungstext OGH 21.04.2005 2 Ob 51/05x
Beisatz: Daran hat sich durch die seit dem Inkrafttreten des Vereinsgesetzes 2002 (VerG) geltende Rechtslage nichts geändert. (T7); Veröff: SZ 2005/57
7 Ob 54/05z
Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 54/05z
7 Ob 42/06m
Entscheidungstext OGH 10.05.2006 7 Ob 42/06m
Beis wie T7; Beisatz: Diese verpflichtende Anrufung der Streitschlichtungseinrichtung kommt dann nicht zum Tragen, wenn nach den Statuten, die bis zum 30. 6. 2006 an die neue Rechtslage anzupassen sind (§ 33 Abs 3 VereinsG 2002), für eine bestimmte Rechtsstreitigkeit eine solche Schlichtungseinrichtung (noch) nicht besteht. (T8)
10 Ob 50/06k
Entscheidungstext OGH 12.09.2006 10 Ob 50/06k
Vgl auch; Beisatz: Solche Entscheidungen und Verfügungen unterliegen daher der Überprüfung durch die ordentlichen Gerichte darauf hin, ob sie in formeller und materieller Hinsicht den Statuten und den allgemeinen Vorschriften zwingenden Rechts entsprechen. (T9); Veröff: SZ 2006/129
nur T4; Beis wie T7; Veröff: SZ 2006/136
7 Ob 139/07b
Entscheidungstext OGH 04.07.2007 7 Ob 139/07b
Auch; nur T4; Beisatz: § 8 Abs 1 VerG ist grundsätzlich auch in den Fällen des § 7 VerG 2002 anwendbar. (T10)
6 Ob 174/07t
Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 174/07t
Vgl; Beisatz: Die Nichteinhaltung des vereinsinternen Instanzenzugs bei Streitigkeiten aus dem Vereinsverhältnis begründet nach nunmehr hRsp (vorläufig/befristet/temporär) Unzulässigkeit des Rechtswegs und kann daher vom Gericht auch ohne entsprechenden Einwand der Parteien von Amts wegen geprüft und aufgegriffen werden. Die Prüfung der Rechtswegzulässigkeit durch das Gericht erfolgt dabei - wie bei § 41 Abs 2 JN - vorweg aufgrund der Angaben des Klägers in der Klage. Der Kläger hat daher konkrete Tatsachen zu behaupten, aus denen sich ergibt, dass der „Rechtsweg" in dieser Streitsache bereits offen ist. Fehlen in einer unter § 8 VerG fallenden Streitigkeiten diese Angaben, so ist unklar, ob überhaupt der „Rechtsweg" zulässig ist. Dann ist dem Kläger die Möglichkeit zur Verbesserung zu bieten. Für das Vorliegen dieser Prozessvoraussetzung ist auf den Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Streitverhandlung abzustellen. (T11)
Auch; nur T4; Veröff: SZ 2011/120
7 Ob 172/11m
Entscheidungstext OGH 09.11.2011 7 Ob 172/11m
Vgl; Veröff: SZ 2011/134
Auch; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Hier: Dass die vom Kläger erhobene Berufung an das Bundesparteigericht von diesem als verspätet angesehen und nicht behandelt wurde, ändert nichts daran, dass der Kläger den parteiinternen Instanzenzug ausgeschöpft hat und ihm nunmehr jedenfalls keine weiteren parteiinternen Möglichkeiten mehr offenstehen. (T12)
7 Ob 51/17a
Entscheidungstext OGH 21.09.2017 7 Ob 51/17a
Vgl; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Entscheidung über eine statutenmäßig erstattete Anzeige der Klägerin, wobei ein Mitglied des Strafausschusses befangen ist. (T13)
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0045138
JJR_19781109_OGH0002_0060OB00727_7800000_001
Rechtssatz für 1Ob318/99t
RS0113834
Die Einholung einer Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (Art 234 EG idgF) zu der Frage, ob die Grundsätze des "Bosman"-Urteils (C-415/93) auch auf die Zahlung einer "Ausbildungsentschädigung" für einen Berufsfußballspieler im Verhältnis zwischen zwei Vereinen (und nicht zwischen dem Spieler und einem Verein) zu erstrecken sei, kommt aus zwei Gründen nicht in Betracht: Zum einen ist diese Frage in Wahrheit im erwähnten Urteil bereits mitgelöst worden, ist danach doch die Anwendung des Art 48 EG auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil die Transferregeln die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Vereinen und nicht die Arbeitsverhältnisse zwischen Vereinen und Spielern beträfen; der Umstand, dass die Vereine als Arbeitgeber verpflichtet sind, bei der Einstellung von Spielern von anderen Vereinen Entschädigungen zu zahlen, beeinflusse nämlich die Möglichkeit für die Spieler, eine Beschäftigung zu finden, wie auch die Bedingungen, zu denen diese Beschäftigung angeboten wird. Zum andern handelt es sich im vorliegenden Fall - im Gegensatz zum Fall Bosman - um einen Sachverhalt, der Österreich als Mitgliedstaat der EU rein intern betrifft; die Bestimmungen des EGV über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer können jedoch auf solche Sachverhalte nicht angewendet werden.
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113834
JJR_20000525_OGH0002_0010OB00318_99T0000_001
RS0113874
Zur zeitlichen Wirkung des "Bosman"-Urteils (C-415/93): Die unmittelbare Wirkung von Art 48 EWGV kann nicht zur Stützung von Ansprüchen im Zusammenhang mit einer Transfer-, Ausbildungs- oder Förderungsentschädigung herangezogen werden, die zum Zeitpunkt des Urteils (15. Dezember 1995) bereits gezahlt worden ist oder die zur Erfüllung einer vor diesem Zeitpunkt entstandenen Verpflichtung noch geschuldet wird. Eine Ausnahme ist jedoch zugunsten der Personen vorzusehen, die rechtzeitig Schritte zur Wahrung ihrer Rechte unternommen haben. Diese zeitlichen Wertungen des EuGH müssen zur Vermeidung der Diskriminierung von Inländern auch auf rein nationale Transfers von Berufsfußballspielern und die Verpflichtung zur Zahlung von "Ausbildungsentschädigungen" angewendet werden, die bei einem Sachverhalt, der "einen Mitgliedstaat rein intern" betrifft, vor dem 15. Dezember 1995 bereits geleistet wurden oder die zur Erfüllung einer vor diesem Zeitpunkt entstandenen Verpflichtung noch geschuldet werden.
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113874
JJR_20000525_OGH0002_0010OB00318_99T0000_002