Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F21-11-2011-2D_25-2011
Timestamp: 2016-10-26 06:04:41
Document Index: 204752069

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 10', 'Art. 16', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 83', 'Art. 113', 'BGE', 'Art. 116', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 42', 'Art. 29', 'Art. 29', 'in fine', 'Art. 16', 'Art. 20', 'Art. 9', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 68']

2D_25/2011 (21.11.2011)
2D_25/2011
Anwaltspr�fungskommission des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3001 Bern.
Nichtbestehen der Anwaltspr�fung
(Art. 8, 9, 29 und 35 BV,
Art. 10, 11, 26 und 27 KV/BE),
Im Kanton Bern gilt die Anwaltspr�fung als bestanden, wenn der Notendurchschnitt mindestens 4,0 betr�gt und nicht mehr als drei ungen�gende Noten vorliegen (Art. 16 Abs. 3 Satz 1 der Verordnung des Regierungsrats des Kantons Bern vom 25. Oktober 2006 �ber die Anwaltspr�fung [APV/BE; BSG 168.221.1]). Die Noten 4 (ausreichend) bis 6 (ausgezeichnet) gelten als gen�gende Pr�fungsleistungen. Als ungen�gend gelten die Noten 1 bis 3,5 (Art. 16 Abs. 1 und 2 APV/BE). Eine Note wird f�r jede einzelne Pr�fung - drei schriftliche Pr�fungen, vier m�ndliche Pr�fungen und ein Probevortrag - vergeben (vgl. Art. 10 APV/BE). F�r die Berechnung des Notendurchschnitts z�hlen die Noten der schriftlichen Pr�fungen doppelt (Art. 16 Abs. 3 Satz 2 APV/BE).
X.________ nahm im Kanton Bern an den Anwaltspr�fungen vom Sommer/Herbst 2009 teil, wobei sie ein ungen�gendes Gesamtergebnis erzielte (Notendurchschnitt von 3,82 Punkten). Sie trat in der anschliessenden Pr�fungssession vom Winter/Fr�hling 2010 erneut an. Ihre Leistungen wurden dabei im schriftlichen Teil mit den Noten 3 im Staats-, Verwaltungs- und Steuerrecht, 3 im Strafrecht sowie 3,5 im Zivil- bzw. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht bewertet. In den m�ndlichen Pr�fungen erhielt sie die Noten 4,5 im Bernischen Staats- und Verwaltungsrecht, 5 im Strafprozessrecht, 3,5 im Zivilprozess-, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, 3,5 im Steuerrecht und ebenfalls 3,5 f�r den Probevortrag. Die Anwaltspr�fungskommission gelangte damit zu einem Notendurchschnitt von 3,55. Aufgrund dieses Ergebnisses empfahl sie X.________ mit Verf�gung vom 2. M�rz 2010 nicht zur Patentierung als Anw�ltin. Die von Letzterer dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 8. April 2011 ab.
Mit als "Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (subsidi�re Verfassungsbeschwerde)" bezeichneter Eingabe vom 16. Mai 2011 beantragt X.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts aufzuheben. Dieses sei im Sinne der Erw�gungen anzuweisen, der Anwaltspr�fungskommission des Kantons Bern anzuordnen, ihr die Wiederholung der gesamten Pr�fung im Sinne eines Zweitversuchs zu erm�glichen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die "Vorinstanz" zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Die Anwaltspr�fungskommission hat auf einen Antrag verzichtet. Die Beschwerdef�hrerin hat sich am 29. August 2011 und damit innert einger�umter Frist erg�nzend ge�ussert. Sie h�lt an ihren Antr�gen fest.
Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid in einer Materie des �ffentlichen Rechts, der an sich mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a, 86 Abs. 1 lit. d und 90 BGG). Gem�ss Art. 83 lit. t BGG ist dieses Rechtsmittel jedoch unzul�ssig gegen Entscheide �ber das Ergebnis von Pr�fungen und anderen F�higkeitsbewertungen. Da es vorliegend um das Bestehen einer Pr�fung und letztlich um deren Beurteilung geht, ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 83 lit. t BGG ausgeschlossen und - entsprechend der Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz - bloss die subsidi�re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG zul�ssig (vgl. BGE 136 I 229 E. 1 S. 231; 136 II 61 E. 1.1.1 S. 63; Urteil 2D_10/2011 vom 15. Juni 2011 E. 1.1 mit Hinweisen). Insoweit kann auch nur die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten im Sinne von Art. 116 BGG geltend gemacht werden (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1 S. 473 zur Kognition des Bundesgerichts bei Beschwerden gegen Examensleistungen).
2.1 Neben Bestimmungen der Bundesverfassung beruft sich die Beschwerdef�hrerin immer auch auf entsprechende Regelungen aus der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV/BE; SR 131.212), ohne geltend zu machen oder darzulegen, ob sich aus Letzteren ein ausgedehnterer Schutzbereich ergibt. Entsprechendes ist auch nicht aus den Ausf�hrungen der Vorinstanz zu entnehmen. Daher kann sich das Bundesgericht auf eine Pr�fung im Lichte der Bundesverfassung beschr�nken (vgl. BGE 119 Ia 43 E. 2 S. 55; Urteil 1C_412/2007 vom 18. Juli 2008 E. 3, in: ZBl 111/2010 S. 507).
2.2 Im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG ist es unerl�sslich, dass Beschwerdef�hrer auf die Begr�ndung des Entscheids der Vorinstanz eingehen und wenn auch in gedr�ngter Form so doch detailliert aufzeigen, wodurch verfassungsm�ssige Rechte verletzt werden. Es gen�gt nicht, bloss appellatorische Kritik zu �ben, den im kantonalen Verfahren eingenommenen Standpunkt erneut zu bekr�ftigen, darauf zu verweisen oder es dem Bundesgericht zu �berlassen, den genauen Inhalt der R�gen durch Aktenstudium zu ermitteln. Vielmehr m�ssen Beschwerdef�hrer mit ihren R�gen an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erw�gungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 und 2.3 S. 246 f., 349 E. 3 S. 352; 133 II 396 E. 3.2 S. 400). Die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin gen�gen den Begr�ndungsanforderungen wiederholt nicht.
2.3 Das trifft unter anderem zu, soweit die Beschwerdef�hrerin ohne weitere Pr�zisierungen schlicht behauptet, das Verwaltungsgericht habe ohne konkrete Begr�ndung ihre Editionsantr�ge abgewiesen.
2.4 In Bezug auf die schriftliche Pr�fung im Steuerrecht macht die Beschwerdef�hrerin geltend, das Verwaltungsgericht lasse eine hinreichende Begr�ndung vermissen und sei in Rechtsverweigerung verfallen. Tats�chlich �ussert sich dieses in seinem Entscheid aber zu R�gen der Beschwerdef�hrerin und in diesem Zusammenhang insbesondere zu Bemerkungen einer Assistentin. Aus dem Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ist nicht ersichtlich, wozu die Assistentin noch h�tte angeh�rt werden sollen und mit welchen Argumenten sich das Verwaltungsgericht angeblich zu Unrecht nicht auseinandergesetzt haben soll. Auf die erw�hnte R�ge ist daher nicht weiter einzugehen. Fehl geht der blosse Einwand, das Verwaltungsgericht habe "lediglich die Argumentation" der Pr�fungskommission �bernommen. Eine Rechtsmittelbeh�rde darf sich eine vorinstanzliche Begr�ndung zu Eigen machen, wenn sie diese als zutreffend erachtet.
2.5 Hinsichtlich der schriftlichen Zivilrechtspr�fung macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die ihr vergebenen Punkte seien "falsch zusammengez�hlt" worden. Bereits das richtige Zusammenz�hlen h�tte mindestens eine gen�gende Note ergeben. Das habe das Verwaltungsgericht nicht in seine Erw�gungen aufgenommen. Insoweit sei das Willk�rverbot verletzt.
Das Verwaltungsgericht f�hrt aus, dass die beiden Experten die Pr�fungsleistung unterschiedlich bewertet und sich anl�sslich einer Bereinigungssitzung geeinigt h�tten, die Zivilrechtsklausur mit 18,5 Punkten zu bewerten, was der Note 3,5 entspreche (17-20 Punkte ergaben die Note 3,5; 21-24 Punkte die Note 4). Diverse, im Urteil n�her aufgez�hlte Leistungen der Beschwerdef�hrerin seien mangelhaft gewesen. Darauf geht die Beschwerdef�hrerin nicht ein. Es fehlen namentlich jegliche n�here Darlegungen mit Blick auf die Punktevergabe durch die Experten, die Notenskala und das Korrekturschema. Daher erweist sich ihre R�ge als unbehelflich, weil ungen�gend begr�ndet.
2.6 In Bezug auf die m�ndliche Steuerrechtspr�fung begn�gt sich die Beschwerdef�hrerin mit dem Einwand, es gehe nicht an, f�r eine richtige Antwort keine Punkte zu vergeben; das Verwaltungsgericht habe ihre Ausf�hrungen nicht im gleichen Ausmass beachtet wie diejenigen der Aufsichtskommission. Sie geht jedoch nicht auf die Bemerkung des Verwaltungsgerichts ein, es beschr�nke sich bei strittiger Bewertung von Pr�fungsleistungen darauf zu beurteilen, ob sich die Pr�fungskommission von sachlichen �berlegungen habe leiten lassen. Dabei hat das Bundesgericht eine entsprechende Beschr�nkung der Kognition durch das Verwaltungsgericht zugelassen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c S. 2 ff.; 136 I 229 E. 5.4.1 S. 237).
3.1 Im Zusammenhang mit der Bewertung des Examens r�gt die Beschwerdef�hrerin allgemein, die Pr�fungskommission w�rde bei "jeder einzelnen Pr�fung neue Massst�be" ansetzen, ohne den Kandidaten schon anl�sslich der Pr�fungsabnahme bzw. in der Pr�fungsaufgabe anzugeben, wie bewertet werde. Das habe sie durch einen Vergleich zwischen den Leistungsbewertungen der Pr�fungssession vom Herbst 2009 und der hier streitgegenst�ndlichen Pr�fungssession vom Fr�hjahr 2010 beweisen wollen. Es sei willk�rlich, dass das Verwaltungsgericht ihren Beweisantrag, die Unterlagen der Pr�fungssession vom Herbst 2009 beizuziehen, abgewiesen habe. Die Transparenz des Bewertungsvorgangs sei damit nicht sichergestellt. Dadurch w�rden Art. 9, 29 und 35 Abs. 2 BV verletzt.
Das Verwaltungsgericht f�hrt aus, es sei Teil der von den Kandidaten zu bew�ltigenden Aufgabenstellung, Wichtiges von Unwichtigem und weniger Wichtigem zu unterscheiden und die Pr�fungsl�sung entsprechend zu gestalten. Daher sei es nicht notwendig, bereits in der Aufgabenstellung anzuzeigen, welche Punktzahlen jeweils vergeben bzw. wie einzelne Teilbereiche gewichtet werden. Ziel der Anwaltspr�fung sei es gerade, m�glichst zuverl�ssig zu ermitteln, ob jemand den Nachweis daf�r erbringen kann, dass er sich f�r den angestrebten Beruf eignet. Die Transparenz des Bewertungsvorgangs werde durch nachtr�gliche Einsicht in die massgeblichen Pr�fungsunterlagen sichergestellt. Zudem seien Vergleiche zwischen einzelnen Examensaufgaben verschiedener Pr�fungssessionen heikel und w�rden zu einem grossen Teil auf subjektivem Empfinden beruhen. Diese Argumentation leuchtet ein und die Beschwerdef�hrerin legt nicht gem�ss Art. 42 Abs. 2 bzw. 106 Abs. 2 BGG substanziiert dar, inwiefern das Verwaltungsgericht dabei verfassungsm�ssige Rechte verletzt. M�sste die Pr�fungskommission bereits in der Aufgabenstellung detailliert angeben, wie sie die einzelnen Pr�fungsteile gewichtet, k�nnte der Kandidat leicht erkennen, wozu er sich ausf�hrlicher bzw. umfangreicher �ussern muss. Doch gerade mit Blick auf den angestrebten Anwaltsberuf ist es unter anderem wichtig herauszufinden, ob die Kandidaten auch f�hig sind, die wesentlichen von den weniger wichtigen Fragen zu unterscheiden und auch bei den Ausf�hrungen entsprechend zu gewichten. Dass, der Beschwerdef�hrerin zufolge, im Schulwesen heute anders verfahren werde, l�sst das Vorgehen der Pr�fungskommission daher nicht willk�rlich erscheinen. Nach dem Dargelegten ist auch der Verzicht auf die Beiziehung der Unterlagen zur Pr�fungssession vom Herbst 2009 nicht zu beanstanden.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, dass der m�ndlichen Zivilrechtspr�fung ein Bogen mit vorformulierten Fragen und L�sungsskizzen zugrunde liegen m�sse. Das sei hier nicht der Fall. Damit sei die Transparenz nicht gew�hrleistet und werde gegen das Willk�rverbot verstossen.
Auch wenn f�r die m�ndlichen Pr�fungen gelegentlich wie von der Beschwerdef�hrerin angeregt vorgegangen werden mag, ergibt sich aus dem Willk�rverbot bzw. aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r dennoch nicht, dass immer derart verfahren werden muss. Da der Verlauf des Pr�fungsgespr�chs je nach den Antworten des Kandidaten vielgestaltig ausfallen kann, gen�gt es auf jeden Fall, wenn - wie hier - im Pr�fungsprotokoll der Ablauf und Inhalt der Pr�fung nachvollziehbar festgehalten wird und dem Kandidaten auf Wunsch sp�ter mitgeteilt wird, welche Antworten von ihm erwartet wurden. Das Bundesgericht hat bisher im �brigen keine Protokollierungspflicht aus Art. 29 BV abgeleitet (Urteile des Bundesgerichts 2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.4 und 3.4; 2P.223/2001 vom 7. Februar 2002 E. 3; 2P.114/1988 vom 16. Dezember 1988 E. 4b, in: ZBl 90/1989 S. 312; vgl. zudem WERNER SCHNYDER, Rechtsfragen der beruflichen Weiterbildung, 1999, Rz. 198 f.; HERBERT PLOTKE, Schweizerisches Schulrecht, 2. Aufl. 2003, S. 458 Ziff. 15.742; krit.: DANIEL WIDRIG, Studieren geht �ber Prozessieren, Rz. 25, in: Jusletter 2. Mai 2011).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin macht ferner geltend, ihr Anspruch auf Akteneinsicht und damit auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV sei verletzt worden, weil ihr die Pr�fungskommission mit Ausnahme der schriftlichen Pr�fungen keine weiteren Kopien der Pr�fungsunterlagen herausgegeben habe. Es gen�ge nicht, ihr die entscheidwesentlichen Akten anl�sslich von erl�uternden Pr�fungsgespr�chen, die nach Bekanntgabe der Pr�fungsnoten angeboten werden, bloss vorzulegen. Auch komme eine Heilung nicht deswegen in Betracht, weil ihr die Unterlagen im anschliessenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren zug�nglich gemacht wurden.
4.2 Die Vorinstanz geht zwar von einer Verletzung des Geh�rsanspruchs durch die Pr�fungskommission aus, weil diese keine Kopien der Akten herausgab. Dieser Mangel sei jedoch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren geheilt worden, da der Beschwerdef�hrerin die fraglichen Unterlagen zug�nglich gemacht wurden, sie daraus Kopien anfertigen und sich im Rahmen des Replikrechts und der Schlussbemerkungen erg�nzend �ussern konnte. Diese Auffassung ist gem�ss bundesgerichtlicher Praxis nicht zu beanstanden (vgl. Urteile 2P.21/1993 vom 8. September 1993 E. 1b, in: SJ 1994 S. 161; 2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.2 und 2P.44/2006 vom 9. Juni 2006 E. 3.2 in fine). Im �brigen hat die Vorinstanz der Geh�rsverletzung bei der Kostenverlegung Rechnung getragen.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin beanstandet allerdings, die handschriftliche Korrektur der Strafrechtsklausur, welche die Pr�fungskommission ihr anl�sslich des erl�uternden Pr�fungsgespr�chs gezeigt hatte, sei ihr "bis dato" nicht zug�nglich gemacht worden. Insoweit setzt sie sich jedoch nicht mit den Ausf�hrungen der Vorinstanz - die zudem in den Gerichtsakten ihre Best�tigung finden - auseinander, wonach die Pr�fungskommission die Korrektur der schriftlichen Strafrechtspr�fung mit ihrer Duplik vom 22. September 2010 eingereicht habe, sich die Beschwerdef�hrerin hiezu im Rahmen der Schlussbemerkungen jedoch nicht mehr �usserte. Deshalb geht ihr Vorwurf in Bezug auf das betreffende Dokument fehl. Die Beschwerdef�hrerin f�hrt denn auch nicht aus, sie habe die Duplik, in welcher die Vorlage der interessierenden Korrektur erw�hnt wird, nicht erhalten. Sollte ihr diese nicht mit der Duplik weitergeleitet worden sein, h�tte sie beim Gericht nachfragen m�ssen. Das hatte sie nicht getan. Vielmehr hatte sie mit Eingabe vom 30. September 2010 lediglich erkl�rt, sie verzichte auf Schlussbemerkungen.
4.4 Soweit die Beschwerdef�hrerin darauf hinweist, dass bis heute die "Begr�ndung des Probevortrags" fehle, meint sie offenbar, dass ihr die Beurteilungsbl�tter zum Probevortrag bisher nicht pr�sentiert wurden bzw. die Bewertung dieses Teils der Pr�fung nicht erl�utert wurde. Diesbez�glich h�lt das Verwaltungsgericht fest, die Pr�fungskommission habe ihre Begr�ndungspflicht verletzt, indem sie weder die Beurteilungsbl�tter vorgelegt noch sich im Rahmen der Vernehmlassung oder Duplik zur Leistungsbewertung in Bezug auf den Probevortrag ge�ussert habe. Dem Verwaltungsgericht zufolge w�rde jedoch selbst eine Neubewertung des Probevortrags mit der Bestnote nichts am Scheitern der Anwaltspr�fung �ndern, weil sie noch immer in f�nf anderen Pr�fungsf�chern ungen�gende Noten h�tte.
Die Beschwerdef�hrerin meint jedoch, der von der Pr�fungskommission gebildete Notendurchschnitt sei unrichtig und willk�rlich, da - wie auch das Verwaltungsgericht einr�ume - bez�glich des Probevortrags die Begr�ndungspflicht verletzt und nicht geheilt worden sei. Sie geht jedoch f�lschlicherweise davon aus, dass allein der Notendurchschnitt �ber das Bestehen der Pr�fung entscheidet. Gem�ss Art. 16 Abs. 3 APV/BE gilt die Pr�fung auch dann als nicht bestanden, wenn mehr als drei ungen�gende Noten vorliegen. Das ist hier der Fall, da sie bez�glich mehr als drei weiteren Einzelpr�fungen ungen�gende Noten erzielt hat. Der Schluss des Verwaltungsgerichts ist daher nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.44/2007 vom 2. August 2007 E. 3.3). Das gilt auch, soweit dieses ausf�hrt, es verzichte aus prozess�konomischen Gr�nden darauf, die Begr�ndung der Bewertung des Probevortrags nachzufordern. Abgesehen davon, dass die Beschwerdef�hrerin keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, ist weder ersichtlich noch von ihr dargetan worden, welches aktuelle Rechtsschutzinteresse sie (noch) an der Begr�ndung der Bewertung des Probevortrags hat. Sie k�nnte aus den dadurch gewonnenen Erkenntnissen nichts mehr f�r eine neue Pr�fung ableiten, da eine solche ausgeschlossen ist. Denn gem�ss Art. 20 Abs. 1 APV/BE kann die Anwaltspr�fung insgesamt nur einmal wiederholt werden. Bei der interessierenden Pr�fung handelte es sich bereits um diese Wiederholung.
4.5 Unter Hinweis auf die soeben behandelten R�gen (E. 4.1-4.4) wirft die Beschwerdef�hrerin dem Verwaltungsgericht Voreingenommenheit und damit eine Verletzung von Art. 9 sowie 29 Abs. 1 BV vor. Dieses Vorbringen geht bereits deswegen fehl, weil dem Verwaltungsgericht selber kein Vorwurf zu machen ist. Das gilt ebenso f�r den von der Beschwerdef�hrerin ge�usserten Verdacht, dass Mitglieder der Pr�fungskommission, die dem Verwaltungsgericht angeh�ren, "inoffiziell" am Urteil mitgewirkt h�tten. Im �brigen nennt sie nicht einmal Namen von Mitgliedern des Verwaltungsgerichts, die bei ihr als Pr�fungsexperten aufgetreten w�ren. Dabei hatte sie Zugang zu den Namen sowohl der Pr�fungsexperten als auch der Mitglieder des Verwaltungsgerichts.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine "rechtswidrige Beg�nstigung" eines anderen Kandidaten der Anwaltspr�fung, namens A.________, und damit eine Verletzung von Art. 8 und 9 BV. Dieser habe in einem Fall, welcher als Vorlage f�r die schriftliche Strafrechtsklausur gedient habe, w�hrend seines Praktikums den Entwurf eines Aufhebungs- bzw. �berweisungsantrags ausgearbeitet. Damit habe er einen Wissensvorsprung gegen�ber den anderen Kandidaten gehabt.
Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) schliesst den Anspruch auf rechtsgleiche Bedingungen im Pr�fungsverfahren ein (Urteil des Bundesgerichts 1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b). Das Verwaltungsgericht r�umt ein, dass A.________ einen gewissen Vorsprung hatte, auch wenn die Vorbefassung mit dem als Pr�fungsfall dienenden Dossier rund 23/4 Jahre zur�ckgelegen habe. Allerdings sei nicht auf eine Bevorteilung zu schliessen, welche f�r alle �brigen Kandidaten einen zu korrigierenden Nachteil darstelle. Erst wenn die Bevorteilung eines Kandidaten das Pr�fungsergebnis der anderen Pr�fungsteilnehmer in kausaler Weise entscheidend beeinflusst h�tte, l�ge ein rechtserheblicher Nachteil vor. Jede einzelne Pr�fungsleistung werde aber nach einem absoluten Massstab ohne R�cksicht darauf bewertet, wie andere Kandidaten dieselbe schriftliche Aufgabe gel�st haben. Es gehe um die Beurteilung einer individuellen Leistung und nicht darum, wie erfolgreich jemand im Vergleich zu den anderen Kandidaten sei. Die Beschwerdef�hrerin habe denn auch zu Recht nicht geltend gemacht, die Pr�fungsexperten h�tten das Bewertungsschema im Lichte einer allf�lligen herausragenden Leistung des Mitpr�flings A.________ in einer Weise ausgestaltet, dass ihre Leistung an sich ausreichend gewesen, jedoch zu Unrecht mit einer ungen�genden Note bewertet worden sei. Es handle sich vielmehr um eine "einseitige (rechtswidrige) Beg�nstigung" des Kandidaten A.________.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, mit der Argumentation des Verwaltungsgerichts w�rde an einem Pr�fungsverfahren kein Anspruch auf Willk�rfreiheit und Einhaltung des Gleichbehandlungsgebots mehr bestehen. Sie �bersieht indes, dass das Verwaltungsgericht wegen der rechtswidrigen Beg�nstigung eines Kandidaten allenfalls die Ergreifung von Massnahmen diesem gegen�ber erwartet (wohl vor allem, falls das Bestehen der Anwaltspr�fung durch diesen Kandidaten einzig von der Benotung der insoweit betroffenen Strafrechtspr�fung abh�ngt). Dass die Pr�fungskommission nicht entsprechend vorgehen w�rde, behauptet die Beschwerdef�hrerin nicht und ist auch nicht ersichtlich. Mit Blick auf die von ihr nicht weiter beanstandeten Ausf�hrungen der Vorinstanz ist daher weder gest�tzt auf Art. 8 noch auf Art. 9 BV zu verlangen, dass die Strafrechtspr�fung oder gar das gesamte Examen der anderen Kandidaten oder der Beschwerdef�hrerin als bestanden gewertet oder ihnen die Wiederholung der Pr�fung angeboten wird. Wenn ein Kandidat durch betr�gerische Vorkehrungen bzw. unter Zuhilfenahme unlauterer Hilfsmittel an einem Examen teilnimmt, werden regelm�ssig auch nur Massnahmen gegen ihn ergriffen, w�hrend die Pr�fungsarbeiten der anderen Kandidaten davon unber�hrt bleiben (vgl. Schnyder, a.a.O., Rz. 190 ff.). Im �brigen h�tte die Beschwerdef�hrerin neben der schriftlichen Strafrechtspr�fung und dem Probevortrag noch immer vier weitere Einzelleistungen mit ungen�genden Noten, weshalb ihr Anwaltsexamen gem�ss Art. 16 Abs. 3 APV/BE weiterhin als nicht bestanden zu werten w�re (s. auch E. 4.4 hievor).
Die Beschwerdef�hrerin macht schliesslich Rechtsverz�gerung geltend. Auch wenn die einj�hrige Verfahrensdauer bei der Vorinstanz eher lang erscheint, ist deswegen noch keine vorwerfbare Rechtsverz�gerung gegeben, zumal w�hrend den ersten sechs Monaten der Schriftenwechsel stattfand, welcher mit Eingabe der Beschwerdef�hrerin vom 30. September 2010 sein Ende fand. Mit Blick auf den Umfang der Angelegenheit h�lt sich die Verfahrensdauer im Rahmen des Angemessenen (vgl. allg. BGE 135 I 265 E. 4.4 S. 277 mit Hinweisen).
Die als subsidi�re Verfassungsbeschwerde zu behandelnde Eingabe erweist sich nach dem Dargelegten als unbegr�ndet, soweit auf sie einzutreten ist. Diesem Ausgang entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65 f. BGG). Parteientsch�digungen werden nicht zugesprochen (vgl. Art. 68 BGG).
Die als subsidi�re Verfassungsbeschwerde zu behandelnde Eingabe wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.