Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/278097,70.html
Timestamp: 2019-10-14 14:12:40
Document Index: 251526931

Matched Legal Cases: ['§ 263', '§ 242', '§ 243', 'BGH', '§ 24', '§ 24']

Verfasst am: 01 Apr 2011 - 16:30:31 Titel:
Mich würde interessieren, ob ihr den Diebstahl an den Pralinen verneint und dann einen versuchten schweren Diebstahl am vorgestellten Inhalt geprüft habt oder doch einen schweren Diebstahl an den Pralinen (da dann das "schöne" Problem mit der Geringwertigkeit angeprüft)? Ich hab ja eigentlich das erstere gemacht, aber zweifele grad so sehr und schneide mir auch deswegen das Problem mit der Geringwertigkeit raus...Was sagt ihr? Wie habt ihr das gemacht?
Verfasst am: 03 Apr 2011 - 22:31:45 Titel:
Mich würde mal interessieren, ob ihr beim betrug einen besonderes schweren fall angenommen habt, § 263 Abs. 3 S.2 Nr.2???
Verfasst am: 05 Apr 2011 - 11:36:34 Titel:
Nachdem ich mich durch den Sachverhalt gekämpf habe, hab ich eine besonders blöde Frage
Kann der Obersatz bzgl. des Diebstahls am Koffer inkl. der Pralinen lauten:
D hat sich gem. §§ 242 I, 243 I 2 Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3 ..... lauten oder muss ich jede Variante des § 243 einzeln prüfen?
Verfasst am: 07 Apr 2011 - 13:24:29 Titel:
@simply: ja, ich habs mal bejaht. Nach Tröndle/Fischer reicht eine Differenz von 10 000 euro. Und ein Schwarzmarktwert kann auch einen Marktwert darstellen
@xoxo88: sorry, verstehe dir Frage nicht so richtig
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 13:38:22 Titel:
Noch eine hoffentlich letzte Frage. Wegen dem Rücktritt des S gab es unterschiedliche Meinungen. Habt ihr den bejaht oder verneint? Wenn ja, wie habt ihr das Problem, dass er sich damit abfindet, dass es knapp werden könnte und er das billigend in Kauf nimmt, behandelt?
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 13:54:48 Titel:
also ich hab den rücktritt bejaht, die ansicht des S hab ich so interpretiert, dass es sich um einen beendeten versuch handelt, da er sich aber freiwillig und ernsthaft bemüht hat, habe ich dennoch den rücktritt bejaht
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 15:54:05 Titel:
@spike: Danke für deine Antwort. Aber er hat immernoch Vorsatz und laut einer Entscheidung des BGH (2 StR 251/02) muss er Tatvorsatz komplett aufgeben, also Abstand nehmen....Deswegen bin ich ja so verwirrt. Ich überlge, ob ich zwar sage, dass er freiwillig die Tat aufgegeben hat (ernsthaft muss er sich nicht bemühen, da es sich zwar um einen beendeten Versuch, aber nicht um Satz 2 handelt), aber Tatvorsatz nicht aufgegeben hat und deswegen kein Rücktritt in Frage kommt. Ich hoffe, dass ich das alles richtig verstanden hab, was ich da las.
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 16:09:48 Titel:
ui stimmt, hätt ich fast übersehen, dass ich ja nur die vorraussetzungen für satz 1 brauche, hat sich also schonmal gelohnt, nochmal hier reinzuschauen bevor ich die arbeit morgen abgebe
ok, aber warum ist es denn so wichtig, ob er den vs aufgegeben hat oder nicht, das motiv des rücktritts ist belanglos, wichtig ist nur, dass er die verraussetzungne eines rücktritts verwirklicht, oder lieg ich da jetzt komplett falsch!?
die entscheidung ändert aus meiner sicht relativ wenig daran, man kann das ganze ja so begründen, dass S auch wenn er weiterhin vorsatz hat dennoch alles ihm mögliche versucht um die tat abzuwenden, was dem sinn und zweck des § 24 entspricht, da dieser ja geschaffen wurde, um das opfer zu schützen.
zugegeben klingt jetz nicht ganz so schön, aber da ich das problem bisher gar nicht gesehn hab (daher danke fürs ansprechen ) hab ich mich auch nicht richtig einarbeiten könne, aber ich denke so könnte man das argmumentativ lösen?!
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 16:32:38 Titel:
ok, hab recherchiert und gefunden
also ich werd es so lösen wie oben angeführt, also rücktritt +, aber ich werde es anders begründen, un zwar stell ich stur auf den gesetzeswortlaut ab, der vorraussetzt, das die weitere ausführung der tat aufgegeben wird, durch das gegenlenken wird die konnkrete tat so nicht vortegesetzt und dadurch verhindert. wird u.a. von blei vertreten, gegenasichten gibt es genügend, wie immer halt im strafrecht
Verfasst am: 10 Apr 2011 - 23:47:52 Titel:
GunnersGala hat folgendes geschrieben:
Bevor ich alle verwirre....Hab mir nochmal Gedanken gemacht. Vielleicht geht es auch einfach nur um das Problem des "Rücktrittshorizonts". Dass man eventuell das Problem des beendeten/unbeendeten Problems in diesem Satz wiederführen könnte, weil er im Augenblick der letzten Tathandlung, davon ausgeht, dass es knapp wird...
Melde mich auch mal zu Wort. An dem Satz habe ich auch längere Zeit genknabbert. Aber es läuft auf das hinaus, was du sagst. Abgrenzung unbeendeter/beendeter Versuch. Ist einfach nur schlecht ausgedrückt im SV.
Er geht im Augenblick der letzten Tathandlung davon aus, dass es knapp wird, d.h. er hält es für möglich, dass eine Verletzung des D eintritt. Da hab ich mich dann gefragt, ob das für einen beendeten Versuch ausreicht. Schließlich muss es glauben, alles für einen Erfolgseintritt Erforderliche getan zu haben. Vorliegend ist er sich ja nicht sicher.
Habe dann recherchiert und im Fischer § 24 Rn. 15 folgendes gefunden: Beendet ist der Versuch nicht nur, wenn der Täter von einem Erfolg sicher ausgeht, sondern auch wenn er diesen für möglich hält.
Ergo: Im Fall liegt ein beendeter Versuch vor.
Mit dem Verhinderungswillen hat das rein gar nichts zu tun.
Was ich aber mal los werden wollte. Die Art und Weise wie diese HA gestellt wurde, ist schon eine Frechheit. Die Hälfte der Sätze sind überflüssig. Die andere Hälfte des SV's ist zweideutig. Teilweise fehlen wichtige Informationen. Was soll bspw. sagen, dass S mit dröhnendem Motor anfährt. Da ne lässige Geschwindigkeitsangabe wäre aus Wertungs- und Subsumtionsgründen vorteilhaft gewesen.