Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-56105-4_13
Timestamp: 2019-08-25 19:59:50
Document Index: 156867709

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§ 130', '§ 55', '§ 10', '§ 17', '§ 21']

Vergabe öffentlicher Bauleistungen im Internet | Springer for Research & Development
Multimedia-Recht für die Praxis pp 261-284 | Cite as
Vergabe öffentlicher Bauleistungen im Internet
Die vorliegende Untersuchung hat ergeben, dass es neben dem herkömmlichen Vergabeverfahren (direkt oder mit Postversand) möglich ist, am Wettbewerb und der Auftragserteilung unter Nutzung des Internet teilzunehmen und die Aussichten auf den Zuschlag für einen interessanten und gewinnbringenden Bauauftrag wesentlich zu verbessern. Die Wirtschaft hat diese Vorteile längst erkannt, und das wird am ehesten durch die Tatsache bewiesen, dass die Vertreter der Spitzenorganisationen der Auftraggeber- und der Auftragnehmerseite bereits viele Monate vor der Bekanntmachung der neuen Vergabeverordnung der interessierten Öffentlichkeit eine neue VOB vorgelegt haben, die das Internet und seine geradezu „rasend“ schnelle Verbreitung (derzeit weltweit 300 Millionen sog. User) berücksichtigt, d. h. ein Technologiewachstum, das sich allenfalls mit der Verbreitungsgeschwindigkeit des „Handy“ genannten Mobiltelefons (Verdoppelung innerhalb nur eines Jahres) vergleichen lässt. Die beim Erkennen und Wahrnehmen vorteilhafter Entwicklungen stets hellhörige Wirtschaft ist daher nicht ohne Grund dem Gesetzgeber vorausgeeilt; denn bis 2003 soll bereits ein Viertel aller öffentlichen Aufträge über das Internet abgewickelt werden (40). In der Tat sind die Vorteile mit Händen zu greifen. Auch wenn heute noch nicht alles ausgereift ist, kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis E-Commerce und mit ihm die elektronische Vergabe von Bauaufträgen so selbstverständlich sind wie z. B. Telefon, Fernsehen und Hochgeschwindigkeitszüge. Zu den Vorteilen gehören in erster Linie die Geschwindigkeit, mit der ein Bauunternehmen einen sich europaweit immer mehr zusammenwachsenden Markt beobachten und auf günstige Ausschreibungen reagieren kann, und zwar vor allem durch die praktisch sofortige Einsichtnahme in Hunderte von Verdingungsunterlagen und die dazu gehörenden Leistungsbeschreibungen, die sich bei Interesse und Gefallen mit derselben Geschwindigkeit auf den Arbeitstisch holen lassen. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen sich leistungsfähige Unternehmen regionalen Beschränkungen unterworfen haben, weil sie sich mühevoll durch Tageszeitungen, örtliche Bekanntmachungsblätter usw. durcharbeiten mussten, um zunächst nur in groben Zügen von Ausschreibungen zu erfahren, die gerade für ihren Betrieb interessant sind und am ehesten in Frage kommen. Entsprechendes gilt für die Geschwindigkeit, mit der auf viele Ausschreibungen mit vielen Angeboten reagiert werden kann, was in Zeiten von Konjunkturschwächen, denen die Bauwirtschaft immer wieder ausgesetzt ist, nicht hoch genug bewertet werden kann. Wer sich daher auf das neue, elektronische Vergabeverfahren einlässt, kann mit der sich immer mehr verbessernden Technologie „mitwachsen“ und gegenüber der Konkurrenz erhebliche Vorsprünge gewinnen. Der Nachteil, dass am Anfang Investitionen notwendig werden (z. B. Herstellung eines Internetanschlusses, Erwerb der notwendigen Software, betriebliche Umorganisationen, Personalschulungen), nimmt sich im Verhältnis zu den Vorteilen bescheiden aus, insbesondere wenn mitberücksichtigt wird, dass sog. Markthelfer Dienste anbieten, die ein mittelständischer Betrieb aus eigener Kraft (Geld, Wissen und Personal) und ohne das kostenträchtige Spiel von Versuch und Irrtum nicht von Anfang an inhaltlich bewältigen und als eigene betriebliche Leistung darstellen kann. Mit dem Leasing war es genauso: Am Anfang gingen viele Unternehmen nur zögernd auf diese neuartige Form der zeitweisen Gebrauchsüberlassung von Wirtschaftsgütern ein. Heute, nach eingehender Beratung und nach Einweisung in das System der nur scheinbar verwickelten und mehrstufigen Vertragsverhältnisse, unterhalten z. B. größere Firmen ganze Fahrzeugflotten ausschließlich im Leasing. Dementsprechend wird sich die Inanspruchnahme von Portaldienstleistern von Anfang an bezahlt machen, die Nachteile aufwiegen und Wettbewerbsvorsprünge ermöglichen. Auch hier gilt: Je eher man den Zug der neuen Technologie besteigt, umso schneller kann man seine Ziele erreichen.
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So etwa das” München-Portal“ (http://www.muenchen.de/portal/); beachte ferner die Landesauftragsstelle Bayern eV -Beratungsstelle für das öffentliche Auftragswesen-, Joseph-Dollinger-Bogen 26, Ruf: 0893 23 16 73/74/75, Fax: 089-3 24 13 40, s. ferner „ZEGO“-Zentrum Elektronischer Geschäftsverkehr Oberbayern, Orleansstr. 12-12, 81669 München, Ruf: 089/5116-705, Fax: 089/5116-756, E-Mail: schlünd@zego.de, http://www. zego. de.Google Scholar
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DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-56105-4_13
Print ISBN 978-3-642-63123-8
Online ISBN 978-3-642-56105-4