Source: https://epub.uni-regensburg.de/10751/
Timestamp: 2019-09-15 22:37:30
Document Index: 356924358

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 311', '§ 280', '§ 521', '§ 437', '§ 634', '§ 437', '§ 280', '§ 634', '§ 280', '§ 282', '§ 437', '§ 634', '§ 437', '§ 634', '§ 280', '§ 536', '§ 307', '§ 3', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 8', '§ 7', '§ 8', '§ 307']

Die vertragliche Haftung von Anbietern im Internet - University of Regensburg Publication Server
Die vertragliche Haftung von Anbietern im Internet
URN to cite this document: urn:nbn:de:bvb:355-opus-9794
Said Ahmed, Asia Ahmed (2008) Die vertragliche Haftung von Anbietern im Internet. PhD, Universität Regensburg.
Date of publication of this fulltext: 24 Jun 2008 16:25
Anbieter im Internet schließen mit den Internetnutzern verschiedenste Vertragstypen über Erbringung von Leistungen via Internet ab. Bei der Leistungserbringung treten häufig Störungen ein, die die Anbieter nicht kontrollieren und völlig ausschließen können. Störungen bezüglich der Zugangsgewährung beziehen sich hauptsächlich auf die Erreichbarkeit des Netzwerkrechners des Access Providers sowie ...
Anbieter im Internet schließen mit den Internetnutzern verschiedenste Vertragstypen über Erbringung von Leistungen via Internet ab. Bei der Leistungserbringung treten häufig Störungen ein, die die Anbieter nicht kontrollieren und völlig ausschließen können. Störungen bezüglich der Zugangsgewährung beziehen sich hauptsächlich auf die Erreichbarkeit des Netzwerkrechners des Access Providers sowie auf die Datenübertragung innerhalb dessen Einflussbereiches.
Störungen hinsichtlich der Zurverfügungstellung des Speicherplatzes beim Host Providing sind etwa der Ausfall des Hostrechners, die Nichtabrufbarkeit der Website oder die Beeinträchtigung der Qualität der Datenübertragung.
Eine Vielzahl von den im Internet zum Abruf bereitgehaltenen oder infolge einer Nutzeranfrage zusammengestellten und übermittelten Informationen ist darauf ausgerichtet, die Nutzer zu bestimmten Verhaltenwiesen anzuleiten, ihnen Ratschläge und Empfehlungen zu geben, die im Falle ihrer Mangelhaftigkeit verheerende wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden bei den Nutzern herbeiführen können.
Hinsichtlich der vertragstypologischen Einordnung der Providerverträge bestehen in der Rechtsliteratur Meinungsverschiedenheiten. Diesbezüglich liegt keine eindeutige Entscheidung der Rechtsprechung vor.
Bei Einordnung des Access-Provider-Vertrags als Dienstvertrag kann der Nutzer bei schuldhaften, vorübergehenden oder dauerhaften Systemausfällen oder bei Unterbrechung der Datenübertragung innerhalb der Einflusssphäre des Access Providers Schadensersatz nach §§ 280 I, III, 283 BGB oder § 311a II BGB verlangen. Im Falle der schuldhaften Unterschreitung der vertraglich festgelegten Datenübertragungsgeschwindigkeit kann der Nutzer Schadensersatz gem. §§ 280 I, III, 281 BGB wegen Schlechterfüllung geltend machen.
Für Leistungsstörungen bei Überlassung unentgeltlicher Informationen haftet der Content Provider als Schenker nach den §§ 521, 523, 524 BGB.
Für Schadensersatzansprüche des Nutzers gegen den Content Provider wegen Überlassung oder Beschaffung entgeltlicher mangelhafter Informationen gilt grundsätzlich das Gleiche. Beim Verschulden schuldet der Content Provider Schadensersatzansprüche einerseits aus §§ 437 Nr. 3 Alt. 1, 280 I BGB und §§ 634 Nr. 4 Alt. 1, 280 I BGB, andererseits aus § 437 Nr. 3 Alt. 1 BGB i. V. m. §§ 280 I, III, 281 I, 283 oder 311a II BGB und aus § 634 Nr. 4 Alt. 1 BGB i. V. m. §§ 280 I, III, 281 I, 283 oder 311a II BGB. Dass § 282 BGB sowohl in § 437 Nr. 3 Alt. 1 als auch in § 634 Nr. 4 Alt. 1 BGB nicht genannt wird, steht seiner Anwendung bei Schutzpflichtverletzungen nicht entgegen. Durch den allgemeinen Verweis des § 437 Nr. 3 BGB und § 634 Nr. 4 BGB auf § 280 BGB können auch Verzögerungsschäden erfasst werden.
Bei Anwendung des Mietvertragsrechts auf den Webhosting-Vertrag sind die Leistungsstörungen, etwa der Ausfall des Hostrechners, die Nichtabrufbarkeit der Website oder die Beeinträchtigung der Qualität der Datenübertragung zu den Internetnutzern, nach den §§ 536, 536a BGB zu beurteilen.
Aufgrund der umfangreichen vertraglichen Haftungsrisiken haben die Internetprovider Interesse daran, ihre Haftung zu minimieren. Bei formularmäßigen Gewährleistungs- und Haftungsausschlüssen bzw. -begrenzungen muss die Inhaltskontrolle der §§ 307 ff. BGB berücksichtigt werden.
Anbieter von Telekommunikationsdiensten i. S. d. § 3 Nr. 24 TKG profitieren von der betragsmäßigen Haftungsbegrenzung durch § 44a Telekommunikationsgesetz (TKG). Access und Host Provider erbringen Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit, so dass für sie die Haftungsprivilegierung des § 44a TKG gilt. Dagegen kommt für den Content Provider die Haftungsprivilegierung des § 44a TKG grundsätzlich nicht in Betracht.
Das Telemediengesetz (TMG) sieht für Anbieter von Telemedien in den §§ 8 ff. TMG Haftungserleichterungen vor. Diese Haftungsprivilegierungen gelten für den Content Provider nicht, sofern er eigene Informationen zur Nutzung bereithält (§ 7 I TMG). Da deren Bedeutung im Schwerpunkt im Außenverhältnis liegt, finden die §§ 8 ff. TMG ausnahmsweise auf die vertragliche Haftung des Access Providers und des Host Providers Anwendung.
Schließlich hat der Internetprovider für eine Vermeidung der weitgehenden vertraglichen Haftungsrisiken zu sorgen. In seinen Leistungsbeschreibungen muss der Provider den Umfang der geschuldeten Leistungen, etwa den Grad der Verfügbarkeit seines Systems und beim Host Providing den Umfang der für den Content Provider zur Verfügung gestellten Speicherkapazität, festlegen. Auch bei der Gestaltung seiner AGB-Klauseln muss der Provider die Inhaltskontrolle der §§ 307 ff. BGB beachten. Durch eine präzise Formulierung der Leistungsbeschreibungen und sorgfältige Gestaltung der AGB-Klauseln bzw. Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Grenzen für die Gewährleistungs- und Haftungsausschlüsse bzw. -begrenzungen, werden die weitgehenden Haftungsrisiken verringert und spätere Streitigkeiten vermieden.
Abstract Internet providers conclude with the Internet users very different types of contracts about performance of achievements via Internet. Disturbances occur often throughout the performance achievement, which the Internet providers cannot control or exclude completely. Regarding the access providing disturbances refer primarily to the accessibility of the Access provider�s network as well ...
Internet providers conclude with the Internet users very different types of contracts about performance of achievements via Internet. Disturbances occur often throughout the performance achievement, which the Internet providers cannot control or exclude completely.
Regarding the access providing disturbances refer primarily to the accessibility of the Access provider�s network as well as to the data transfer within his sphere of influence.
Disturbances relating to the host providing are possibly caused by the failure of the host computer, non- accessibility of the website or the interference of the quality of the data transfer to the Internet users.
A great deal of the Information on Internet is aimed to train the users to certain behavioral norms or to give them advices and recommendations. Incorrect information can result in disastrous economic or health damages to the internet users.
In the legal literature exists disagreement over the classification of the Internet provider contracts in the system of the Civil Code. In this respect, there is no clear decision of the Jurisprudence.
The classification of the access provider contract as a service contract allows the user with culpable temporary or permanent system failures or by interruption of the data transfer within the sphere of influence of the Access provider to require compensation according to Sections 280 I, III, 283 Civil Code or Section 311a II Civil Code. If the data transmission speed falls culpably below the contractual speed, the user can demand compensation in accordance to Sections 280 I, III, 281 Civil Code because of bad fulfillment.
In case of culpable release or procurement of faulty information, the content Provider owes claims for damages on the one hand from Section 437 No. 3 Alternative 1, 280 I Civil Code and Sections 634 No. 4 Alternative 1, 280 I Civil Code, on the other hand, from Section 437 No. 3 Alternative 1 Civil Code in conjunction with Section 280 I, III, 281 I, 283 and 311a II and Section 634 No. 4 Alternative 1 Civil Code in conjunction with Section 280 I, III, 281 I, 283 and 311a II Civil Code.
Under the use of the rent law to the web-hosting contract, achievement disturbances are to be judged after Sections 536, 536a Civil Code.
Because of the extensive contractual liability risks, the Internet providers are interested in minimizing their liability. By limitations and exclusions of liability, the contents control of Sections 307 � 309 Civil Code must be taken into consideration.
Suppliers of telecommunication services for the public profit from the liability limitation according to Section 44a Telecommunications Act (TKG). Access and Host provider produce telecommunication services for the public, so that the privilege of Section 44a TKG is valid for them. The liability limitation of Section 44a TKG is basically not applicable for the Content provider.
The Telemedia Act (TMG) provides relief for suppliers of Telemedia in Sections 8 et seq TMG. According to Section 7 I TMG, the privileges of Sections 8 et seq TMG do not apply to the Content provider, who provides his own information for utilization. Because their meaning lies in the main focus outside contractual relationship, Sections 8 et seq TMG cover exceptionally the contractual liability of the access provider and the host provider.
Finally the Internet provider has to avoid the high degree of contractual liability risks. In his achievement descriptions, he must fix the extent of the owed achievements such as the degree of the availability of his system and the extent of the storage capacity provided for the Content provider on the host computer. Through a precise formulation of the achievement descriptions and careful creation of the terms and clauses and through considering the limits prescribed by law for the warranty and liability exclusions or limitations, the extensive liability risks could be reduced and later disputes avoided.
Provider , Vertrag , Haftung , Internet , Internetrecht , Online-Recht , Internetlaw , Online-Law , Cyberlaw
Metadata last modified: 04 Jun 2018 00:04