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Timestamp: 2017-12-11 04:20:56
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Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 1', '§ 10', '§ 1', '§ 1']

Welche Abfindungssumme steht mir zu? - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Arbeitsrecht Aufhebungsvertrag Welche Abfindungssumme steh...
30.09.2006 17:06 |
meine Firma hat mir ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung angeboten. Ich bin seit 14 Jahren bei dieser Firma beschäftigt, davon 5 Jahre Vollzeit (Brutto pro Monat ca. Euro 2.500), 3 Jahre Elternzeit 1. Kind, 2 Jahre Teilzeit (Brutto pro Monat ca. EURO 1.500,00), 3 Jahre Elternzeit 2. Kind + 1 Jahr Beurlaubung (Freistellung). Seit dem 01.09.06 bin ich wieder Teilzeit beschäftigt (Brutto pro Monat ca. EURO 660,00).
Mein Arbeitgeber hat mich nach meinen Vorstellungen bezüglich der Höhe der Abfindungssumme gefragt. Welche Abfindungssumme steht mir zur, bzw. ist gerechtfertigt?
Aufhebungsvertrag Abfindung Aufhebungsvertrag steht
einen Rechtsanspruch auf Zahlung einer angemessenen Abfindung haben Sie jedenfalls bei betriebsbedingter Kündigung unter den Voraussetzungen des § 1a Abs. 1 KSchG, ansonsten im Fall der gerichtlich festgestellten Unwirksamkeit einer Kündigung (§§ 9, 10 KSchG).
In dieser Konstellation, insbesondere wenn der Aufhebungsvertrag zur Vermeidung einer Kündigungsschutzklage geschlossen wurde, wird als angemessene Abfindung hierfür in der Praxis sowie gemäß § 1a Abs. 2 Satz 1 KSchG ein Betrag von einem halben Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr angesehen.
Zu beachten ist, dass z.B. im Rahmen von Sozialplänen oder auf freiwilliger Basis in großen Betrieben oft viel höhere Abfindungen gezahlt werden, bis zu drei Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Es ist also taktisch gesehen besser, zunächst ein Angebot des Arbeitgebers abzuwarten. Der Rest ist eine Sache des Verhandlungsgeschicks.
Als Monatsverdienst gilt, was dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit in dem Monat, in dem das Arbeitsverhältnis endet, an Geld und Sachbezügen zusteht (§ 10 Abs. 3 in Verbindung mit § 1a Abs. 2 Satz 2 KSchG).
Dementsprechend können Sie an sich nur das 7-fache Ihres derzeitigen niedrigeren Teilzeiteinkommens beanspruchen.
Nachdem hier aber anscheinend ein gewisses Entgegenkommen Ihres Arbeitgebers zu erwarten ist, können Sie auch versuchen, eine Abfindung auf der Basis eines Durchschnittsverdienstes des gesamten Beschäftigungszeitraumes von 14 Jahren als Verhandlungsbasis anzusetzen.
Selbstverständlich können Sie noch eine Rückfrage stellen, gerne stehe ich Ihnen auch darüber hinaus zur Verfügung, wenn Sie mich beauftragen möchten.
Nachfrage vom Fragesteller	01.10.2006 | 08:05
vielen Dank für ihre Antwort. Noch eine Nachfrage:
Wie sind die sechs Jahre Elternzeit und das eine Jahr Beurlaubung (Freistellung) zu berechnen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2006 | 19:27
Auch die Elternzeiten sowie das Jahr, in dem Sie freigestellt waren, sind in die nach § 1a KSchG maßgebliche Gesamtdauer des Arbeitsverhältnisses – hier also 14 Jahre – mit einzuberechnen.
Soweit Sie allerdings einen Durchschnittswert Ihrer Vergütung ermitteln wollen, wären diese Zeiten an sich auch ohne Arbeitsverdienst zu berechnen.
Es ergäbe sich somit ein monatlicher Durchschnittsverdienst von € 1.107,14 (€ 2.500 x 5 + € 1.500 x 2 : 14) gegenüber der gesetzlichen Vorgabe des aktuellen Verdienstes von € 660.
Sofern Sie die Lohnersatzleistungen mit einbeziehen, können Sie natürlich einen noch höheren Wert ansetzen. Da Sie hierauf keinen Anspruch haben, müssten Sie eben im Verhandlungswege z.B. mit Ihrer langen Betriebszugehörigkeit sowie gegebenenfalls der Verantwortung der Tätigkeit und auch mit den konkreten Aussichten, eine neue Stelle zu finden, argumentieren.
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