Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202000,%201580
Timestamp: 2019-10-14 22:17:10
Document Index: 336256497

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 1191', '§ 607', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.06.2000 - XI ZR 237/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,572
BGH, 20.06.2000 - XI ZR 237/99 (https://dejure.org/2000,572)
BGH, Entscheidung vom 20.06.2000 - XI ZR 237/99 (https://dejure.org/2000,572)
BGH, Entscheidung vom 20. Juni 2000 - XI ZR 237/99 (https://dejure.org/2000,572)
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Wucher bzw. Sittenwidrigkeit beim grundpfandrechtlich abgesicherten Darlehen
Grundpfandrechtlich abgesichertes Darlehen - Auffälliges Mißverhältnis - Effektiver Vertragszins - Marktüblicher Vergleichszins - Monatsberichte der Deutschen Bundesbank - Zinsangaben für Hypothekarkredite auf Wohngrundstücke - Kreditvaluta
Rückgriff auf Zinsangaben in Monatsberichten der Deutschen Bundesbank für Hypothekarkredite zur Bestimmung des Sittenwidrigkeitsmaßstabs nur bei Kreditvaluta von maximal 80% des sorgfältig ermittelten Verkehrswerts
Zur Auswertung der Berichte der Deutschen Bundesbank bei der Prüfung der Frage des auffälligen Mißverhältnisses zwischen effektivem Vertragszins und marktüblichem Vergleichszins bei einem grundpfandrechtlich gesicherten Darlehen
Rückgriff auf Zinsangaben in Monatsberichten der Deutschen Bundesbank für Hypothekarkredite zur Bestimmung des Sittenwidrigkeitsmaßstabs nur bei Kreditvaluta von maximal 80 % des sorgfältig ermittelten Verkehrswerts
Darlehensrecht; auffälliges Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung
BGB § 138 Abs. 1 und 2, § 1191 Abs. 1, § 607
Sittenwidrigkeit eines Darlehens; Verhältnis von § 138 Abs. 1 zu Abs. 2 BGB; Nichtigkeit einer Sicherheitenbestellung
BGH, 01.08.2000 - XI ZR 237/99
NJW-RR 2000, 1431
ZIP 1999, 2092
ZIP 2000, 1376
MDR 2000, 1259
WM 2000, 1580
BB 2000, 2275
DB 2000, 2471
c) Ist das Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besonders grob, so kann dies den Schluß auf die bewußte oder grob fahrlässige Ausnutzung eines den Vertragspartner in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigenden Umstandes rechtfertigen (Senatsurt. v. 18. Januar 1980, V ZR 34/78, WM 1980, 597; v. 30. Januar 1981, V ZR 7/80, WM 1981, 404, 405; v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900; v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, NJW 2000, 1487, 1488; v. 8. Dezember 2000, V ZR 270/99, Umdruck S. 5;… siehe auch BGH, Urt. v. 8. Februar 1994, XI ZR 77/93, WM 1994, 583, 584;… Urt. v. 9. Oktober 1996, VIII ZR 233/95, WM 1997, 230, 232; Urt. v. 20. Juni 2000, XI ZR 237/99, WM 2000, 1580, 1581).
Fremde, der Bank bekannte Vermittlerkosten sind zwar bei Konsumentenratenkrediten in der Regel dem Darlehensgeber als Teil der Kreditkosten zuzurechnen und deshalb von diesem im Kreditvertrag anzugeben, weil die Einschaltung eines Vermittlers im allgemeinen im überwiegenden Interesse der Teilzahlungsbank liegt und ihr organisatorische und finanzielle Aufwendungen für die Anwerbung von Kunden oder die Unterhaltung von Zweigstellen erspart (Senatsurteil vom 20. Juni 2000 - XI ZR 237/99, WM 2000, 1580, 1582).
Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn die Tätigkeit des Vermittlers nicht so sehr im Interesse der Bank, sondern des Kreditnehmers lag oder ihm besondere Vorteile gebracht hat (BGH, Urteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 163/85, WM 1986, 1519, 1520; Senatsurteile vom 20. Juni 2000 aaO und vom 3. Juni 2003 - XI ZR 289/02, WM 2003, 1710, 1711).
Eine Ausnahme von dieser Regel gilt aber dann, wenn die Tätigkeit des Vermittlers nicht so sehr im Interesse der Bank, sondern des Kreditnehmers lag oder ihm besondere Vorteile gebracht hat (BGH, Urteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 163/85, WM 1986, 1519, 1520; Senatsurteil vom 20. Juni 2000 aaO).
Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn die Tätigkeit des Vermittlers nicht so sehr im Interesse der Bank, sondern des Kreditnehmers lag oder ihm besondere Vorteile gebracht hat (BGH, Urteil vom 2. Oktober 1986 - III ZR 163/85, WM 1986, 1519, 1520; Senatsurteil vom 20. Juni 2000 aaO; OLG Karlsruhe WM 2001, 356, 358).
Dann aber würde die Sittenwidrigkeit des von der Beteiligten vorgelegten schuldrechtlichen Darlehensvertrages nicht ohne Weiteres auf die Grundschuldbestellung insgesamt durchschlagen (vgl. nur BGH, Beschluss vom 22. März 1984, III ZR 25/83, bei [...]; NJW-RR 2000, S. 1431 ff.).
Ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht nach der BGH-Rechtsprechung regelmäßig bereits dann, wenn ein absoluter Zinsunterschied von 12 % oder ein relativer Zinsunterschied von rund 100 % gegeben ist (BGHZ 104, 102, 105; Senatsurteil vom 11.12.1990 - XI ZR 69/90, WM 1991, 216, 217 sowie BGHZ 110, 136 sowie BGH, WM 2000, 1580 -1582 = NJW-RR 2000, 1431 -1433 = MDR 2000, 1260 ; Urteil vom 20.6.2000 - XI ZR 237/99).
Der Verwertung der Monatsberichte der Deutschen Bundesbank stehen keine Bedenken entgegen (vgl. hierzu BGH, WM 2000, 1580 f., s.o.).
Im Hinblick auf die Ausführungen des BGH in der zitierten Entscheidung (WM 2000, 1580 f.) bezüglich des Ansatzes des Durchschnittszinses für Kredite mit Gleitzinsen ergibt sich aus der oben genannten Mitteilung der Deutschen Bundesbank Folgendes:.
Es kommt hinzu, dass bei diesem Darlehen die Überhöhung weitaus deutlicher ist und angesichts der Prozentzahl von über 150 % von einem besonders groben Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung ausgegangen werden kann, so dass eine in verstärktem Maße tatsächliche Vermutung für das Vorliegen der subjektiven Tatbestandsmerkmale besteht (vgl. BGH, WM 2000, 1580 f. unter Hinweis auf BGH, WM 1994, 583, 584).
BGH, 28.11.2000 - XI ZR 159/00