Source: https://www.iww.de/asr/steuern-und-abgaben/lohnsteuer-warengutscheine-steuerpar-modell-erweitert-b48523
Timestamp: 2020-05-25 17:57:24
Document Index: 127463305

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 8', '§ 37']

Lohnsteuer | Warengutscheine: Steuerpar-Modell erweitert
16.12.2011 ·Fachbeitrag ·Lohnsteuer
| Die Oberfinanzdirektionen Rheinland und Münster haben das Incentive-Modell „Überlassung von Warengutscheinen an Mitarbeiter oder Kunden“ noch einen Tick attraktiver gemacht. Denn sie lassen neben dem 44-Euro-Sachbezug auch die Lohnsteuerpauschalierung nach § 37b EStG für Warengutscheine an Mitarbeiter und fremde Dritte zu. |
Gutschein wird auch nach § 37b EStG als Sachbezug eingestuft
So haben die beiden OFD gemeinsam klargestellt, dass die positiven BFH-Urteile zur Abgrenzung zwischen Barlohn und Sachbezug auch bei Zuwendungen an eigene Arbeitnehmer und Dritte im Zusammenhang mit der Pauschalierung nach § 37b EStG anzuwenden sind (Kurzinformation Lohnsteuer-Außendienst Nr. 02/2011 vom 6.7.2011). Das heißt im Klartext:
Sie können Gutscheine, die Sie an Kunden aushändigen, als Sachzuwendungen nach § 37b EStG versteuern. Das war bisher nicht möglich.
Sie können Ihren Mitarbeitern zwei Gutscheine zuwenden. Dabei können Sie den einen mit 30 Prozent pauschal nach § 37b EStG lohnversteuern und für den anderen die 44 Euro-Grenze für einen Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG anwenden.
Ihre Mitarbeiterin Manuela Maier erhält seit Juni 2011 monatlich einen Warengutschein im Wert von 40 Euro. Ab Februar 2012 gewähren Sie ihr für ihre hervorragende Arbeit zusätzlich monatlich einen Benzingutschein in Höhe von 40 Euro. Damit wäre die Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro monatlich überschritten, beide Gutscheine müssten voll versteuert werden. Führen Sie aber für den Benzingutschein die 30-prozentige Pauschalsteuer nach § 37b EStG ab, fällt dieser Sachbezug aus der Bemessungsgrundlage für die 44-Euro-Grenze wieder heraus.
Wermutstropfen: Kein Bewertungsabschlag
Einen kleinen Wermutstropfen hat die OFD Rheinland Arbeitgebern und -nehmern dann doch noch verabreicht. Den vierprozentigen Bewertungsabschlag nach R 8.1 Abs. 2 Satz 9 Lohnsteuer-Richtlinien will sie bei Warengutscheinen nicht gewähren (Erlass vom 17.5.2011, Az: S 2234-1026-St 212).
Warengutscheine sollten nie über Beträge von mehr als 44 Euro lauten. Der vierprozentige Abschlag darf auf keinen Fall einkalkuliert werden.
Beitrag „Waren- und Benzingutscheine“, ASR 3/2011, Seite 11
Beitrag „Steuerbegünstigte Gehaltsextras“ ASR 4/2011, Seite 12
Quelle: Ausgabe 01 / 2012 | Seite 13 | ID 29372060