Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/widerruf-der-vertragsarztzulassung-und-das-anschliessende-wohlverhalten-353105
Timestamp: 2020-08-08 20:24:53
Document Index: 43788628

Matched Legal Cases: ['§ 95', '§ 95', 'Art 12', '§ 25', '§ 95', '§ 95', '§ 25', 'Art 12', '§ 25', '§ 95', 'Art 12', 'Art 12', 'Art 19', '§ 95', 'Art 6', 'Art 12', 'Art 12', 'Art 12', '§ 32', '§ 12', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 368', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 95', '§ 31', '§ 103', '§ 100', '§ 101', '§ 95', '§ 97', '§ 21', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 95', '§ 21', '§ 95', '§ 95', 'BGH', '§ 95']

Widerruf der Vertragsarztzulassung und das anschließende Wohlverhalten | Rechtslupe
Wider­ruf der Ver­trags­arzt­zu­las­sung und das anschlie­ßen­de Wohl­ver­hal­ten
Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt gibt sei­ne Recht­spre­chung in den Fäl­len des Zulas­sungs­wi­der­rufs eines Ver­trags­arz­tes, wonach ein Wohl­ver­hal­ten nach Zulas­sungs­wi­der­ruf den Wider­rufs­grund ent­fal­len las­sen kann, auf. Auch beim Wider­ruf der Ver­trags­arzt­zu­las­sung ist damit zukünf­tig der Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung, „Wohl­ver­hal­ten“ nach die­sem Zeit­punkt ist zukünf­tig allein bei der Prü­fung der Wie­der­zu­las­sung als Ver­trags­arzt zu berück­sich­ti­gen.
Nach § 95 Abs 6 Satz 1 SGB V ist einem Ver­trags­arzt die Zulas­sung unter ande­rem dann zu ent­zie­hen, wenn er sei­ne ver­trags­ärzt­li­chen Pflich­ten gröb­lich ver­letzt. Eine Pflicht­ver­let­zung ist gröb­lich, wenn sie so schwer wiegt, dass ihret­we­gen die Ent­zie­hung zur Siche­rung der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung not­wen­dig ist [1]. Davon ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wie auch des Bun­des­so­zi­al­ge­richts aus­zu­ge­hen, wenn die gesetz­li­che Ord­nung der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung durch das Ver­hal­ten des Arz­tes in erheb­li­chem Maße ver­letzt wird und das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zu den ver­trags­ärzt­li­chen Insti­tu­tio­nen tief­grei­fend und nach­hal­tig gestört ist, sodass ihnen eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit dem Vertrags(zahn-)arzt nicht mehr zuge­mu­tet wer­den kann [2].
Wie­der­holt unkor­rek­te Abrech­nun­gen kön­nen die Zulas­sungs­ent­zie­hung recht­fer­ti­gen [3], ins­be­son­de­re des­we­gen, weil das Abrech­nungs- und Hono­rie­rungs­sys­tem der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung auf Ver­trau­en auf­baut und das Ver­trau­en auf die Rich­tig­keit der Anga­ben des Leis­tungs­er­brin­gers ein Fun­da­ment des Sys­tems der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung dar­stellt [4]. Für den Tat­be­stand einer gröb­li­chen Pflicht­ver­let­zung iS von § 95 Abs 6 SGB V ist nicht erfor­der­lich, dass den Ver­trags­arzt ein Ver­schul­den trifft; auch unver­schul­de­te Pflicht­ver­let­zun­gen kön­nen zur Zulas­sungs­ent­zie­hung füh­ren [5].
Im vor­lie­gen­den Fall hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt zutref­fend dar­ge­legt, dass der Klä­ger sei­ne ver­trags­ärzt­li­chen Pflich­ten durch die – auch straf­ge­richt­lich – fest­ge­stell­ten Abrech­nungs­ver­stö­ße in die­sem Sin­ne gröb­lich ver­letzt hat. Die Pflicht­ver­let­zun­gen als sol­che – den Ein­satz von Ärz­ten und Hilfs­per­so­nal in der Pra­xis in ein­deu­ti­gem Wider­spruch zu den für die ver­trags­ärzt­li­che Ver­sor­gung gel­ten­den Vor­schrif­ten – hat der Klä­ger nicht in Abre­de gestellt. Sie sind gra­vie­rend und tra­gen die Ent­zie­hung der Zulas­sung [6].
Zu Recht hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt ange­nom­men, dass die bei­ge­la­de­ne Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung (KÄV) durch die mit dem Klä­ger geschlos­se­ne Ver­ein­ba­rung vom 17.06.2002 über die Rück­zah­lung der für die feh­ler­haft abge­rech­ne­ten Leis­tun­gen erziel­ten Hono­ra­re nicht zum Aus­druck gebracht hat, dass sie kei­ne end­gül­ti­ge Stö­rung des Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses zum Klä­ger sieht. Die Ver­ein­ba­rung ist von dem Bestre­ben der bei­ge­la­de­nen KÄV geprägt, zu Guns­ten der baye­ri­schen Ver­trags­ärz­te mög­lichst schnell mög­lichst viel von den zu Unrecht gezahl­ten Hono­ra­ren zurück­zu­er­hal­ten. Trotz eini­ger viel­leicht miss­ver­ständ­li­cher For­mu­lie­run­gen in der Ver­ein­ba­rung konn­te der Klä­ger dar­aus nicht schlie­ßen, die KÄV betrach­te die Ange­le­gen­heit schon vor Abschluss des Straf­ver­fah­rens mit dem vol­len Scha­dens­aus­gleich als erle­digt, zumal die KÄV selbst die Zulas­sungs­ent­zie­hung bean­tragt hat­te.
Im Ein­klang mit der jahr­zehn­te­lan­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts hat es das Lan­des­so­zi­al­ge­richt nicht bei der Fest­stel­lung der Recht­mä­ßig­keit der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung belas­sen, son­dern geprüft, ob der Klä­ger im Lau­fe des – der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses nach­fol­gen­den – gericht­li­chen Ver­fah­rens sei­ne Eig­nung für die ver­trags­ärzt­li­che Tätig­keit durch soge­nann­tes „Wohl­ver­hal­ten“ zurück­ge­won­nen hat. Die­se Recht­spre­chung, der die ande­ren Bun­des­ge­rich­te nicht gefolgt sind, gibt das Bun­des­so­zi­al­ge­richt aus­drück­lich auf, wen­det sie jedoch aus Ver­trau­ens­schutz­grün­den auf das zur Ent­schei­dung anste­hen­de Ver­fah­ren wei­ter­hin an.
Nach bis­he­ri­ger Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ist – jeden­falls bei einer noch nicht voll­zo­ge­nen Zulas­sungs­ent­zie­hung – zu prü­fen, ob sich die Sach­la­ge wäh­rend des Pro­zes­ses durch ein Wohl­ver­hal­ten des Arz­tes in einer Wei­se zu sei­nen Guns­ten geän­dert hat, dass eine Grund­la­ge für eine erneu­te Ver­trau­ens­ba­sis zwi­schen dem Betrof­fe­nen und den ver­trags­arzt­recht­li­chen Insti­tu­tio­nen wie­der auf­ge­baut wor­den ist und damit eine Ent­zie­hung nicht mehr als ange­mes­sen erscheint [7].
In sei­ner älte­ren Recht­spre­chung hat­te das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bei der Fra­ge, bis zu wel­chem Zeit­punkt im Rah­men von Zulas­sungs­ent­zie­hungs­ver­fah­ren der Sach­ver­halt von den Tat­sa­chen­in­stan­zen auf­zu­klä­ren ist, zwi­schen voll­zo­ge­nen und nicht voll­zo­ge­nen Ent­zie­hungs­ent­schei­dun­gen dif­fe­ren­ziert und ange­nom­men, bei den Letz­te­ren sei im Rah­men der rei­nen Anfech­tungs­kla­ge für die Beur­tei­lung des Kla­ge­be­geh­rens – über den ansons­ten maß­geb­li­chen Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung hin­aus­ge­hend – die Sach­la­ge im Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Tat­sa­chen­ge­richt und die Rechts­la­ge im Zeit­punkt der Ent­schei­dung in der Revi­si­ons­in­stanz maß­ge­bend [8]. Die­se Recht­spre­chung hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt mit Urteil vom 20.10.2004 [9] dahin­ge­hend ver­ein­heit­licht, dass für die Prü­fung der Recht­mä­ßig­keit der Zulas­sungs­ent­zie­hung sowohl bei voll­zo­ge­nen als auch bei nicht voll­zo­ge­nen Ent­zie­hungs­ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich die Sach- und Rechts­la­ge im Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung maß­geb­lich ist. Bei nicht voll­zo­ge­nen Zulas­sungs­ent­zie­hun­gen im Ver­trags­arzt­recht sei­en die genann­ten Grund­sät­ze jedoch im Hin­blick auf die Bedeu­tung des Grund­rechts aus Art 12 Abs 1 GG dahin­ge­hend zu modi­fi­zie­ren, dass zu Guns­ten des betrof­fe­nen Ver­trags­arz­tes Ände­run­gen des Sach­ver­halts bis zur letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Tat­sa­chen­ge­richt zu beach­ten sind [10].
Zur Begrün­dung hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt [11] dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ein Ver­trags­arzt, dem die Zulas­sung ent­zo­gen wor­den sei, in der Regel sei­ne Pra­xis ver­lie­re und viel­fach kei­ne Chan­ce habe, eine sol­che neu auf­zu­bau­en, oft auch dann nicht, wenn nach einer Zeit der Bewäh­rung die erneu­te Zulas­sung für den bis­he­ri­gen Ort der Nie­der­las­sung erfol­ge. Der erneu­ten Zulas­sung am bis­he­ri­gen Ort der Pra­xis stün­den zudem oft­mals recht­li­che Hin­der­nis­se wie die Sper­rung des Pla­nungs­be­reichs wegen Über­ver­sor­gung und/​oder die Über­schrei­tung der Alters­gren­ze des § 25 Satz 1 Zulas­sungs­ver­ord­nung für Kas­sen­ärz­te (Ärz­te-ZV) ent­ge­gen.
Die Recht­spre­chung der ande­ren obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des – mit Aus­nah­me des Bun­des­fi­nanz­hofs [12] – hält dem­ge­gen­über auch in ver­gleich­ba­ren Kon­stel­la­tio­nen aus­nahms­los an dem Grund­satz fest, dass allein der Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung maß­geb­lich ist.
So geht das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auch bei Maß­nah­men, die – wie ins­be­son­de­re der Wider­ruf einer ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on wegen Berufs­un­wür­dig­keit – in ihren Aus­wir­kun­gen der Zulas­sungs­ent­zie­hung ver­gleich­bar sind, in stän­di­ger Recht­spre­chung davon aus, dass es für die Beur­tei­lung der Wider­rufs­vor­aus­set­zun­gen auf die Sach- und Rechts­la­ge im Zeit­punkt des Abschlus­ses des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ankommt [13]. Der für die Beur­tei­lung maß­geb­li­che Zeit­punkt sei durch das mate­ri­el­le Recht vor­ge­ge­ben [14]. Der Wider­ruf der Appro­ba­ti­on (bzw der Berufs­er­laub­nis) sei ein auf den Abschluss des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens bezo­ge­ner rechts­ge­stal­ten­der Ver­wal­tungs­akt; vor allem aber sehe das mate­ri­el­le Recht die Mög­lich­keit der Wie­derer­tei­lung der Appro­ba­ti­on vor, sodass der Wider­ruf des­halb eine Zäsur bil­de, durch die eine Berück­sich­ti­gung nach­träg­li­cher Umstän­de dem Wie­derer­tei­lungs­ver­fah­ren zuge­wie­sen wer­de [15]. Dar­auf, ob das mate­ri­el­le Recht aus­drück­lich ein eigen­stän­di­ges Wie­derer­tei­lungs­ver­fah­ren vor­se­he, kom­me es nicht an; es genü­ge der Umstand, dass bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen ein Anspruch auf erneu­te Zuer­ken­nung der Erlaub­nis o.Ä. bestehe [14]. Der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit gebie­te es daher nicht, auf den Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Tat­sa­chen­ge­richt abzu­stel­len; die Lebens­füh­rung und beruf­li­che Ent­wick­lung des Betrof­fe­nen nach Abschluss des behörd­li­chen Wider­rufs­ver­fah­rens sei­en in einem Ver­fah­ren auf Wie­derer­tei­lung der Appro­ba­ti­on zu berück­sich­ti­gen [16]. Hier­an hat das BVerwG in Aus­ein­an­der­set­zung mit der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts [9] aus­drück­lich fest­ge­hal­ten und dar­auf ver­wie­sen, dass es die Hin­der­nis­se, die einer Wie­der­zu­las­sung als Kas­sen­arzt ent­ge­gen­ste­hen mögen, bei der Appro­ba­ti­on als sol­cher nicht gebe [17].
Auch der Bun­des­ge­richts­hof hat sich für den Wider­ruf der Zulas­sung zur Anwalt­schaft in Ergeb­nis und Begrün­dung der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ange­schlos­sen, dass für die Beur­tei­lung der Recht­mä­ßig­keit des Zulas­sungs­wi­der­rufs allein auf den Zeit­punkt des Abschlus­ses des behörd­li­chen Wider­rufs­ver­fah­rens abzu­stel­len und die Beur­tei­lung danach ein­ge­tre­te­ner Ent­wick­lun­gen einem Wie­der­zu­las­sungs­ver­fah­ren vor­be­hal­ten ist [18]. Das anwalt­li­che Berufs­recht sehe in mate­ri­el­ler Hin­sicht kei­ne Beson­der­hei­ten vor, die eine Abwei­chung von der Recht­spre­chung des BVerwG gebie­ten wür­den. Sei­ne frü­he­re Recht­spre­chung, die zwar grund­sätz­lich der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung folg­te, aus pro­zess­öko­no­mi­schen Grün­den jedoch eine Berück­sich­ti­gung nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ner Umstän­de zuließ, hat der Bun­des­ge­richts­hof unter Hin­weis auf die zum 1. Sep­tem­ber 2009 erfolg­te Ände­rung des Ver­fah­rens­rechts (Wech­sel vom Recht der frei­en Gerichts­bar­keit zur Ver­wal­tungs­ge­richts­ord­nung) aus­drück­lich auf­ge­ge­ben [19].
Schließ­lich geht auch die – unge­ach­tet der Unter­schie­de zwi­schen frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit und abhän­gi­gen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen beacht­li­che – Recht­spre­chung des Bun­des­ar­bei­ets­ge­richts zu per­so­nen­be­ding­ten Kün­di­gun­gen [20], des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Ver­set­zung von Beam­ten in den Ruhe­stand wegen Dienst­un­fä­hig­keit [21] sowie des Bun­des­ge­richts­hofs (Dienst­ge­richt des Bun­des) zur Ent­las­sung von Rich­tern auf Pro­be [22] davon aus, dass nach der Kün­di­gung bzw Ent­las­sung lie­gen­de Ver­än­de­run­gen der Sach­la­ge unbe­acht­lich sind.
An der dar­ge­stell­ten Modi­fi­zie­rung des Grund­sat­zes der Maß­geb­lich­keit der Sach­la­ge bei Erlass der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses in Fäl­len nicht voll­zo­ge­ner Zulas­sungs­ent­zie­hun­gen, die auch im Schrift­tum auf Kri­tik gesto­ßen ist [23], hält das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nach erneu­ter Prü­fung nicht mehr fest. Hier­für sind fol­gen­de Grün­de maß­geb­lich:
Beson­de­res Gewicht hat in die­sem Zusam­men­hang, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bei der Kon­trol­le von Ent­schei­dun­gen über den Wider­ruf der ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on aus­nahms­los an dem Grund­satz fest­hält und kei­ne der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ent­spre­chen­den Aus­nah­men für den Fall der Wie­der­ge­win­nung der Berufs­wür­dig­keit zulässt. Bei dem Wider­ruf der ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on wegen Berufs­un­wür­dig­keit han­delt es sich um die wei­ter­ge­hen­de Rechts­fol­ge, die (auch) eine Zulas­sungs­ent­zie­hung nach sich zieht. Zum einen geht der Appro­ba­ti­ons­wi­der­ruf in sei­ner Wir­kung über die Ent­zie­hung der Zulas­sung zur Teil­nah­me an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung noch hin­aus, weil in sei­ner Fol­ge dem Arzt nicht allein ver­trags­ärzt­li­che Behand­lun­gen ver­schlos­sen sind, son­dern ihm jeg­li­che – auch pri­vat­ärzt­li­che – ärzt­li­che Tätig­kei­ten ver­wehrt sind. Zum ande­ren ist in den Blick zu neh­men, dass mit dem Wider­ruf der Appro­ba­ti­on zwangs­läu­fig auch die ver­trags­ärzt­li­che Zulas­sung zu ent­zie­hen ist, weil dann den Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen – kon­kret der Ein­tra­gung in das Arzt­re­gis­ter (vgl § 95 Abs 2 Satz 1 SGB V), die wie­der­um die Appro­ba­ti­on vor­aus­setzt (vgl § 95a Abs 1 Nr 1 SGB V) – der Boden ent­zo­gen ist. Es ist in der Kon­se­quenz kaum nach­voll­zieh­bar, dass bei dem letzt­lich schwer­wie­gen­de­ren Ein­griff des Appro­ba­ti­ons­wi­der­rufs der Umstand kei­ne Rol­le spielt, dass der betrof­fe­ne Arzt nach wie­der­erlang­ter Appro­ba­ti­on wegen der Zulas­sungs­be­schrän­kun­gen ggf nicht mehr an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung teil­neh­men kann, dies jedoch bei einer (nicht voll­zo­ge­nen) Zulas­sungs­ent­zie­hung Berück­sich­ti­gung zu fin­den hat. Eine Ungleich­hand­lung von Appro­ba­ti­ons­wi­der­ruf und Zulas­sungs­ent­zie­hung wäre nur gerecht­fer­tigt, wenn sich dafür zwin­gen­de Grün­de anfüh­ren lie­ßen; sol­che sieht das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht mehr.
Für die Berück­sich­ti­gung nach­träg­li­chen Wohl­ver­hal­tens bei der Zulas­sungs­ent­zie­hung hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bis­lang ange­führt, dass ein Ver­trags­arzt, dem die Zulas­sung ent­zo­gen wor­den sei, in der Regel sei­ne Pra­xis ver­lie­re, und die Chan­cen von Ärz­ten, nach Ablauf einer min­des­tens fünf­jäh­ri­gen Bewäh­rungs­frist nach Aus­schei­den aus der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung am bis­he­ri­gen Pra­xis­stand­ort neu zuge­las­sen zu wer­den, gering sein kön­nen. Der erneu­ten Zulas­sung am bis­he­ri­gen Ort der Pra­xis stün­den oft­mals recht­li­che Hin­der­nis­se wie die Sper­rung des Pla­nungs­be­reichs wegen Über­ver­sor­gung und/​oder die Über­schrei­tung der Alters­gren­ze des § 25 Satz 1 Ärz­te-ZV ent­ge­gen [11]. Eine ledig­lich theo­re­ti­sche Chan­ce zur Wie­der­auf­nah­me einer ärzt­li­chen Tätig­keit nach Ent­zie­hung der Zulas­sung könn­te mit dem Grund­recht aus Art 12 Abs 1 GG kol­li­die­ren.
Im ver­trags­zahn­ärzt­li­chen Bereich sind die für die Wohl­ver­hal­tens-Recht­spre­chung ange­führ­ten Gesichts­punk­te jedoch schon seit län­ge­rer Zeit ohne Bedeu­tung, weil der Gesetz­ge­ber dort mit dem Gesetz zur Stär­kung des Wett­be­werbs in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung auf eine Steue­rung durch zwin­gen­de Zulas­sungs­be­schrän­kun­gen ver­zich­tet hat [24], sodass ein Zahn­arzt nach Wie­der­ge­win­nung sei­ner Eig­nung im Anschluss an eine Zulas­sungs­ent­zie­hung sogar im bis­he­ri­gen Pla­nungs­be­reich neu zuge­las­sen wer­den kann. Hier ist somit eine Recht­fer­ti­gung für die Bei­be­hal­tung der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung ent­fal­len.
Aber auch im ver­trags­ärzt­li­chen Bereich haben sich in den letz­ten Jah­ren die beruf­li­chen Chan­cen von Ärz­ten inner­halb und außer­halb der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung so deut­lich ver­bes­sert, dass die Erwä­gung, eine Zulas­sungs­ent­zie­hung ste­he zumin­dest fak­tisch einer Been­di­gung der ärzt­li­chen Tätig­keit im Sin­ne einer wirt­schaft­lich trag­fä­hi­gen beruf­li­chen Betä­ti­gung gleich, nicht mehr gerecht­fer­tigt ist. Zu nen­nen ist zum einen der Weg­fall aller – einer (Wieder-)Zulassung ggf ent­ge­gen­ste­hen­den – Alters­gren­zen für die Teil­nah­me an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung. Die Alters­gren­ze nach § 25 Satz 1 Ärz­te-ZV aF – danach war eine (Erst- und Wieder-)Zulassung aus­ge­schlos­sen, wenn ein Arzt das 55. Lebens­jahr voll­endet hat­te – ist durch das Ver­trags­arzt­rechts­än­de­rungs­ge­setz vom 22.12.2006 [25] mit Wir­kung zum 1.01.2007 auf­ge­ho­ben wor­den; § 95 Abs 7 Satz 3 SGB V aF, der die Been­di­gung der Zulas­sung eines Ver­trags­arz­tes mit Voll­endung des 68. Lebens­jah­res vor­gab, ist durch das Gesetz zur Wei­ter­ent­wick­lung der Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung [26] zum 1.10.2008 auf­ge­ho­ben wor­den.
Zum ande­ren haben sich die Neu- oder Wie­der­zu­las­sungs­mög­lich­kei­ten in Deutsch­land erheb­lich gebes­sert. Für Haus­ärz­te bestehen zahl­rei­che Zulas­sungs­mög­lich­kei­ten und auch fach­ärzt­li­che Zulas­sungs­be­rei­che außer­halb der Bal­lungs­räu­me und beson­ders attrak­ti­ver Land­krei­se ste­hen offen. Der Gesetz­ge­ber hat durch die Mög­lich­keit von Arzt­an­stel­lun­gen in Pra­xen und Medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZ) und die Mög­lich­keit der Über­nah­me hälf­ti­ger Ver­sor­gungs­auf­trä­ge die Aus­sich­ten von Ärz­ten, auch in fort­ge­schrit­te­nem Lebens­al­ter (neu oder wie­der) ver­trags­ärzt­lich tätig zu wer­den, auch ohne eine eige­ne Pra­xis eröff­nen zu müs­sen, deut­lich erwei­tert.
Das ändert zwar nichts dar­an, dass eine (voll­zo­ge­ne) Zulas­sungs­ent­zie­hung wei­ter­hin im Regel­fall zu einem Ver­lust der bis­he­ri­gen Pra­xis führt. Jedoch stellt der Gesichts­punkt des Pra­xis­ver­lusts und der Not­wen­dig­keit des Auf­baus einer neu­en Pra­xis kei­ne Beson­der­heit des Ver­trags­arzt­rechts dar, son­dern gilt glei­cher­ma­ßen für alle frei­en Beru­fe, deren Tätig­keit von einer Appro­ba­ti­on, Zulas­sung oder einer ande­ren Form der Geneh­mi­gung abhän­gig ist. Auch rein pri­vat­ärzt­lich täti­ge Ärz­te und in ande­ren Gesund­heits­be­ru­fen Täti­ge (etwa Apo­the­ker, Logo­pä­den), aber auch Rechts­an­wäl­te und Nota­re müs­sen sich nach einem Ver­lust der bis­he­ri­gen Pra­xis unter mehr oder weni­ger gro­ßem finan­zi­el­len Auf­wand und unter Schaf­fung eines neu­en Kun­den­stamms eine neue Pra­xis auf­bau­en.
Ent­spre­chen­des gilt auch für den Gesichts­punkt, dass eine erneu­te ver­trags­ärzt­li­che Tätig­keit nicht am Ort der bis­he­ri­gen Tätig­keit, son­dern ggf nur an einem ande­ren Ort mög­lich ist. Denn es ist dem betrof­fe­nen Arzt auch unter Berück­sich­ti­gung des Art 12 Abs 1 GG zuzu­mu­ten, ein Wie­der­zu­las­sungs­ver­fah­ren an einem ande­ren Ort zu betrei­ben. Er hat kei­nen ver­fas­sungs­recht­lich begrün­de­ten Anspruch dar­auf, am bis­he­ri­gen Ort der Tätig­keit wie­der zuge­las­sen zu wer­den [27]. Durch Art 12 Abs 1 GG ist nicht die Tätig­keit als Ver­trags­arzt an einem bestimm­ten Ort geschützt, son­dern allein die ver­trags­ärzt­li­che Tätig­keit als sol­che. Im Übri­gen müs­sen sich auch Ärz­te – ande­ren Staats­bür­gern ver­gleich­bar, die infol­ge einer rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung ihren Arbeits­platz ver­lie­ren – nach Wie­derer­tei­lung der Appro­ba­ti­on bzw Wie­der­erlan­gung der Zulas­sung neu in ihrem Beruf ein­rich­ten, und zwar unter den dann herr­schen­den Bedin­gun­gen [28].
Der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung lag – zumin­dest in ihren Anfän­gen – unaus­ge­spro­chen die Erwä­gung zugrun­de, dass der Arzt von vorn­her­ein nur in Aus­nah­me­fäl­len die Chan­ce erhal­te, trotz Ent­zie­hung der Zulas­sung wei­ter ver­trags­ärzt­lich tätig zu sein und die Vor­aus­set­zung für „Wohl­ver­hal­ten“ zu schaf­fen. Im Regel­fall – ins­be­son­de­re bei Falsch­ab­rech­nun­gen und ande­ren Betrugs­hand­lun­gen – wur­de in der Ver­gan­gen­heit ohne Bean­stan­dung durch die Recht­spre­chung die sofor­ti­ge Voll­zie­hung der Zulas­sungs­ent­zie­hung ange­ord­net, sodass für Wohl­ver­hal­ten von vorn­her­ein kein Raum war. Für die­se Dif­fe­ren­zie­rung ist im Hin­blick auf die aktu­el­le Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Voll­zie­hung von Zulas­sungs­ent­zie­hun­gen kein Raum mehr. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt geht unter Hin­weis auf Art 19 Abs 4 GG davon aus, dass die Voll­zie­hung regel­mä­ßig nur in Betracht kommt, wenn die Wei­ter­füh­rung der Pra­xis wäh­rend des gericht­li­chen Ver­fah­rens das Wohl der Pati­en­ten gefähr­det [29]. Das ist eine sel­te­ne Aus­nah­me, weil in sol­chen Fäl­len regel­mä­ßig schon die Appro­ba­ti­on wider­ru­fen wird, sodass ein geson­der­tes Zulas­sungs­ent­zie­hungs­ver­fah­ren obso­let ist. Des­halb ist rein tat­säch­lich die nicht voll­zo­ge­ne Ent­zie­hung auch in gra­vie­ren­den Fäl­len von Abrech­nungs­be­trug die Regel und nicht mehr – wie ursprüng­lich vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ange­nom­men – die Aus­nah­me [30]. Infol­ge­des­sen und in Ver­bin­dung mit einer häu­fig lan­gen Dau­er der gericht­li­chen Ver­fah­ren wird das „Wohl­ver­hal­ten“, das nach der Recht­spre­chung ganz sel­te­nen, beson­ders gela­ger­ten Fäl­len vor­be­hal­ten blei­ben soll­te, fak­tisch zum regel­mä­ßi­gen Prü­fungs­ge­sichts­punkt bei Zulas­sungs­ent­zie­hun­gen. Das wider­spricht der in § 95 Abs 6 SGB V zum Aus­druck kom­men­den Vor­stel­lung des Gesetz­ge­bers und macht das gericht­li­che Ver­fah­ren über eine Ent­zie­hung rein tat­säch­lich in einer Viel­zahl von Fäl­len zu einem Ver­fah­ren, in denen es nur um das „Wohl­ver­hal­ten“ geht. Das ist eine Fehl­ent­wick­lung, die das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht beab­sich­tigt hat und nun­mehr kor­ri­giert.
Unaus­ge­spro­chen ist die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung auch von der Erwä­gung geprägt, die für den betrof­fe­nen Arzt oft schwer zumut­ba­ren Fol­gen einer unan­ge­mes­sen lan­gen Dau­er des gericht­li­chen Ver­fah­rens in gewis­sem Umfang zu kom­pen­sie­ren. Das wird schon an der Ver­zah­nung über die Frist von fünf Jah­ren deut­lich, die Vor­aus­set­zung für „Wohl­ver­hal­ten“ und zugleich – auf zwei Instan­zen bezo­gen – Indi­ka­tor für eine Ver­let­zung des Art 6 Abs 1 EMRK ist. Je län­ger wegen der vom Arzt (mut­maß­lich) nicht zu beein­flus­sen­den Ver­fah­rens­dau­er die Unge­wiss­heit über die beruf­li­che Zukunft des Arz­tes dau­er­te, des­to eher lag es nahe, den Arzt im Ver­fah­ren so zu behan­deln, als hät­te er sich zwi­schen­zeit­lich „bewährt“, und des­halb im Sys­tem zu belas­sen. Ein Aus­gleich für die Fol­gen unan­ge­mes­sen lan­ger gericht­li­cher Ver­fah­ren im Ver­fah­ren selbst ist jedoch spä­tes­tens nach Inkraft­tre­ten des „Geset­zes über den Rechts­schutz bei über­lan­gen Gerichts­ver­fah­ren und straf­recht­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren“ vom 24.11.2011 [31] aus­ge­schlos­sen. Der Gesetz­ge­ber hat klar­ge­stellt, dass den berech­tig­ten Belan­gen der Betei­lig­ten über eine Ent­schä­di­gung in Geld Rech­nung zu tra­gen ist. Kom­pen­sa­tio­nen mit Aus­wir­kun­gen auf das Ergeb­nis der Ent­schei­dung in der Sache sind des­halb – abge­se­hen vom Straf­ver­fah­ren – aus­ge­schlos­sen [32].
Es ist – auch dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt – in den letz­ten drei Jahr­zehn­ten nicht gelun­gen, hand­hab­ba­re Kri­te­ri­en für die rich­ti­ge Anwen­dung des Gedan­kens des „Wohl­ver­hal­tens“ zu ent­wi­ckeln. Betrof­fen davon sind Fäl­le wie der hier zu beur­tei­len­de, in denen fest­steht, dass der Arzt das Ver­hal­ten, das zur Ent­zie­hung der Zulas­sung geführt hat, nicht fort­setzt und den Scha­den aus­ge­gli­chen hat. Der Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat zwar einer­seits – zumin­dest in eini­gen Ent­schei­dun­gen [33] – betont, dass es für „Wohl­ver­hal­ten“ nicht aus­reicht, wenn sich der Arzt in der „Bewäh­rungs­zeit“ rein pas­siv ver­hal­te. Ande­rer­seits hat er aber kei­ne von der Pra­xis der Gerich­te umsetz­ba­ren Maß­stä­be dafür ent­wi­ckeln kön­nen, was für Umstän­de gege­ben sein müs­sen, die inso­weit aus­rei­chen. Klar ist immer nur, was – abge­se­hen von Abrech­nungs­ver­stö­ßen – der Annah­me eines „Wohl­ver­hal­tens“ ent­ge­gen­steht: dies sind etwa berech­tig­te Beschwer­den von Ver­si­cher­ten über Wei­ge­rung von Haus­be­su­chen, schlep­pen­de oder ver­zö­ger­te Beant­wor­tung von Anfra­gen der Kos­ten­trä­ger, unzu­rei­chen­de Erfül­lung der Fort­bil­dungs­ver­pflich­tun­gen oder Ver­wei­ge­rung der Koope­ra­ti­on bei Maß­nah­men der Qua­li­täts­si­che­rung [34]. Ent­spre­chen­des gilt, wenn einem Arzt erkenn­bar die Ein­sicht in den Unrechts­ge­halt sei­nes zur Zulas­sungs­ent­zie­hung füh­ren­den Ver­hal­tens fehlt und er wei­ter­hin in Abre­de stellt, sich feh­ler­haft ver­hal­ten zu haben [35]. Was aber gilt, wenn der Arzt inso­weit tut, wozu er ver­pflich­tet ist, und dazu auch nicht stän­dig gemahnt wer­den muss, ist offen­ge­blie­ben.
Kei­ne kla­ren Vor­ga­ben hat die Recht­spre­chung auch zur Aus­fül­lung des Grund­sat­zes machen kön­nen, dass dem „Wohl­ver­hal­ten“ eines Arz­tes wäh­rend des Streits über die Zulas­sungs­ent­zie­hung grund­sätz­lich gerin­ge­res Gewicht zukommt als schwer­wie­gen­den Pflicht­ver­let­zun­gen in der Ver­gan­gen­heit, die zur Zulas­sungs­ent­zie­hung geführt haben [36]. Wenn das immer gel­ten wür­de, gin­ge die Prü­fung von „Wohl­ver­hal­ten“ von vorn­her­ein ins Lee­re; wann die Aus­nah­me erfüllt ist, lässt sich nicht bestim­men. Kla­re Grenz­zie­hun­gen etwa hin­sicht­lich der Scha­dens­sum­me – wie etwa im Steu­er­straf­recht im Hin­blick auf die hin­ter­zo­ge­ne Sum­me – las­sen sich nicht tref­fen.
Soweit das Bun­des­so­zi­al­ge­richt über­haupt Kri­te­ri­en für ein „Wohl­ver­hal­ten“ benannt hat, haben auch die­se die Rechts­an­wen­dung nicht ver­läss­lich steu­ern kön­nen. So geht der Gesichts­punkt einer Mit­wir­kung des Arz­tes an der Auf­klä­rung der gegen ihn erho­be­nen Vor­wür­fe [37] dann (weit­ge­hend) ins Lee­re, wenn es sei­nes Zutuns über­haupt nicht mehr bedarf, son­dern er mit einem bereits voll­stän­dig auf­ge­klär­ten Sach­ver­halt kon­fron­tiert wird. Hin­zu kommt, dass eine etwai­ge Mit­wir­kung an der Auf­klä­rung in aller Regel – ja gera­de­zu zwin­gend – vor einer Ent­schei­dung des Beklag­ten lie­gen wird und daher im Rah­men einer Prü­fung nach­träg­li­chen Wohl­ver­hal­tens nicht berück­sich­tigt wer­den könn­te [38].
Gegen eine Berück­sich­ti­gung des Umstan­des, dass der betrof­fe­ne Arzt den von ihm ver­ur­sach­ten Scha­den aus­ge­gli­chen hat, lie­ße sich schon ein­wen­den, dass dies eine Selbst­ver­ständ­lich­keit dar­stellt. Abge­se­hen davon ist eine Berück­sich­ti­gung die­ses Aspek­tes des­we­gen hei­kel, weil hier­von gera­de die beson­ders ein­sich­ti­gen Ärz­te nicht pro­fi­tie­ren wür­den. Da nur „nach­träg­li­che“ – also nach der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses ein­ge­tre­te­ne – Umstän­de Berück­sich­ti­gung fin­den kön­nen, wirkt sich dies zu Las­ten des Arz­tes aus, der den Scha­den mög­lichst schnell regu­liert, dies also als­bald nach Bekannt­wer­den der Vor­wür­fe oder jeden­falls kurz nach der Ent­schei­dung des Zulas­sungs­aus­schus­ses tut.
Das Kri­te­ri­um der Ein­sicht des Betrof­fe­nen in den Unrechts­ge­halt sei­nes Ver­hal­tens [39] führt eben­falls zu zwei­fel­haf­ten Ergeb­nis­sen. Zwar kann von einem Arzt, dem jeg­li­che Unrechts­ein­sicht fehlt, in der Regel nicht sicher ange­nom­men wer­den, dass er in Zukunft die Regeln ein­hal­ten wird. Es gibt jedoch umge­kehrt kei­ne „har­ten“ Tat­sa­chen, die eine Unrechts­ein­sicht bele­gen kön­nen. So wäre etwa bei einem Schrei­ben des betrof­fe­nen Arz­tes, in dem er sein Bedau­ern aus­drückt, regel­mä­ßig zu hin­ter­fra­gen, ob die­ses Schrei­ben nicht auf nur tak­ti­schen Erwä­gun­gen beruht.
Der Umstand, dass die Berück­sich­ti­gung von „Wohl­ver­hal­ten“ nur in der Zeit zwi­schen der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses und der­je­ni­gen des LSG in Betracht kommt, führt zudem zu nicht gerecht­fer­tig­ten Zufalls­re­sul­ta­ten. Je län­ger der Beru­fungs­aus­schuss mit sei­ner Ent­schei­dung gewar­tet hat oder hat war­ten müs­sen, des­to eher fal­len wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen des betrof­fe­nen Arz­tes in die Zeit vor der Beschluss­fas­sung im Beru­fungs­aus­schuss. Ins­be­son­de­re gilt dies für ein Zuge­ste­hen der Vor­wür­fe und eine Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung, aber auch für Maß­nah­men wie eine Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Pra­xis. Das muss dann zwar der Beru­fungs­aus­schuss berück­sich­ti­gen, kann aber bei der Prü­fung nach­träg­li­chen „Wohl­ver­hal­tens“ kei­ne Rol­le spie­len. Daher hat ein Arzt, der zunächst nicht koope­riert und erst nach der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses ein­lenkt, mehr Chan­cen, sein neu gewon­ne­nes „Wohl­ver­hal­ten“ zu bele­gen.
Auch die umge­kehr­te Situa­ti­on lässt Wer­tungs­pro­ble­me erken­nen, wie der vor­lie­gen­de Fall zeigt: die Bei­ge­la­de­ne zu 1. hat dem Klä­ger im Janu­ar 2003 im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren eine Geld­bu­ße in Höhe von 8000 € wegen der Beschäf­ti­gung von drei Ver­tre­tern im Quar­tal II/​2002 ohne Geneh­mi­gung der KÄV auf­er­legt. Hät­te der Klä­ger die­sen wei­te­ren Pflich­ten­ver­stoß im Anschluss an die Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses im Lau­fe des gericht­li­chen Ver­fah­rens began­gen, wäre jede Beru­fung auf „Wohl­ver­hal­ten“ illu­so­risch gewe­sen, selbst wenn nach der neu­en Tat noch ein­mal fünf Jah­re vor der Erle­di­gung des Ver­fah­rens ver­gan­gen wären. Denn jede Pflicht­ver­let­zung ähn­li­cher Aus­rich­tung wie die­je­ni­gen, die Gegen­stand der Zulas­sungs­ent­zie­hung sind, schließt – jeden­falls grund­sätz­lich – ein „Wohl­ver­hal­ten“ auf Dau­er aus.
Schließ­lich kön­nen von einer in ihrer Anwen­dung durch die Instanz­ge­rich­te kaum vor­her­seh­ba­ren Recht­spre­chung Anrei­ze aus­ge­hen, allein im Hin­blick auf die Chan­ce, in den Genuss der „Wohl­ver­hal­tens­recht­spre­chung“ zu gelan­gen, Zulas­sungs­ent­zie­hun­gen auch dann anzu­grei­fen, wenn sie zum Zeit­punkt ihres Erge­hens ersicht­lich gerecht­fer­tigt sind. Auch das belegt der hier zu beur­tei­len­de Fall. Dass bei Pflicht­ver­let­zun­gen der vom Klä­ger began­ge­nen Art und Dau­er – bei einem Scha­den von knapp 2 Mio Euro und einer straf­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lung wegen Betru­ges – die Zulas­sung zu ent­zie­hen ist, kann nicht zwei­fel­haft sein und war es in der gericht­li­chen Pra­xis auch zu kei­nem Zeit­punkt. Die Auf­ga­be der Recht­spre­chung zum „Wohl­ver­hal­ten“ rückt die Din­ge wie­der zurecht: der Arzt, der meint, ihm sei die Zulas­sung zu Unrecht ent­zo­gen, kann und muss die­se – aber auch nur die­se – Fra­ge gericht­lich klä­ren las­sen. Will er zei­gen, dass er sich neu bewäh­ren kann, nimmt er die Ent­zie­hung hin und bean­tragt nach zumin­dest fünf­jäh­ri­ger War­te­zeit eine neue Zulas­sung.
Damit wird nicht ver­kannt, dass eine Zulas­sungs­ent­zie­hung die Berufs­frei­heit in einem Maße ein­schränkt, das in sei­ner Wir­kung der Beschrän­kung der Berufs­wahl iS des Art 12 Abs 1 GG nahe kommt [40]. Dabei kann dahin­ge­stellt blei­ben, ob es Art 12 Abs 1 GG über­haupt gebie­tet, dass ein Ver­trags­arzt nach einer gröb­li­chen, eine Zulas­sungs­ent­zie­hung auf Dau­er recht­fer­ti­gen­den Pflicht­ver­let­zung in jedem Fall die Mög­lich­keit haben muss, eine Zulas­sung als frei­be­ruf­lich täti­ger Arzt wie­der­zu­er­lan­gen, oder ob es aus­reicht, dass er die Mög­lich­keit hat, in ande­rer Form (etwa als ange­stell­ter Arzt in einem MVZ) an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung teil­zu­neh­men.
Denn abge­se­hen davon, dass bereits das Gesetz – gera­de im Hin­blick auf den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit – sehr hohe Anfor­de­run­gen an eine Ent­zie­hung der Zulas­sung stellt [41], macht die­se jeden­falls einen Wie­der­ein­stieg nach Absol­vie­ren einer Bewäh­rungs­zeit nicht (mehr) fak­tisch unmög­lich, sodass die Pri­vi­le­gie­rung durch die „Wohl­ver­hal­tens­recht­spre­chung“ nicht mehr durch Art 12 Abs 1 GG gebo­ten ist. Den schwer­wie­gen­den Fol­gen einer Zulas­sungs­ent­zie­hung ist bereits bei der Ent­schei­dung dar­über Rech­nung zu tra­gen, ob die Pflicht­ver­let­zun­gen eine Zulas­sungs­ent­zie­hung unab­ding­bar erfor­der­lich machen.
Auch der Umstand, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt­VerfG es in einer – die Amts­ent­he­bung eines Notars betref­fen­den – Kam­mer­ent­schei­dung als pro­ble­ma­tisch erach­tet hat, die gericht­li­che Ent­schei­dung allein auf die Sach- und Rechts­la­ge im Zeit­punkt der letz­ten Ver­wal­tungs­ent­schei­dung im Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren zu stüt­zen und nach­träg­li­che Ver­än­de­run­gen unbe­rück­sich­tigt zu las­sen [42], erfor­dert kein Fest­hal­ten an der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung. Soweit das BVerfG dort die Auf­fas­sung ver­tre­ten hat, die Nicht­be­rück­sich­ti­gung nach­träg­li­cher Ver­än­de­run­gen kön­ne im Hin­blick auf die Berufs­wahl­frei­heit des Notars, der nach dem Ver­lust sei­nes Amtes nur die Mög­lich­keit habe, bei Vor­lie­gen eines Bedürf­nis­ses, nach Aus­schrei­bung der Notar­stel­le und bei Bestehen der Kon­kur­renz mit ande­ren Bewer­bern erneut bestellt zu wer­den, ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken begeg­nen [43], kommt die­sen – ursprüng­lich auch vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt geteil­ten – Beden­ken aus den dar­ge­stell­ten Grün­den jeden­falls im Bereich des Ver­trags­arzt­rechts kei­ne der­art gra­vie­ren­de Bedeu­tung mehr zu, dass sie ein Abwei­chen vom Grund­satz erfor­der­ten. Im Übri­gen ist dar­auf zu ver­wei­sen, dass das BVerfG der­ar­ti­ge Beden­ken in Bezug auf den Wider­ruf der Appro­ba­ti­on bis­lang nicht gese­hen hat [44].
Einer Auf­ga­be der „Wohlverhaltens“-Rechtsprechung ste­hen auch kei­ne Umset­zungs­pro­ble­me ent­ge­gen. Die Recht­spre­chungs­än­de­rung bewirkt ledig­lich, dass die Prü­fung, ob das Ver­trau­ens­ver­hält­nis wie­der­her­ge­stellt ist, nun nicht mehr im Ver­fah­ren über die Zulas­sungs­ent­zie­hung, son­dern im Ver­fah­ren über die Wie­der­zu­las­sung des Arz­tes zu erfol­gen hat. Die Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts zu den an eine Wie­der­zu­las­sung zu stel­len­den Anfor­de­run­gen bleibt von der Auf­ga­be der „Wohlverhaltens“-Rechtsprechung unbe­rührt. Einem Antrag auf Wie­der­zu­las­sung (wie auch einer dies­be­züg­li­chen Ent­schei­dung) steht nicht ent­ge­gen, dass die Ent­zie­hung der bis­he­ri­gen Zulas­sung noch nicht bestands­kräf­tig gewor­den ist, da ein Anspruch auf eine bestands­si­che­re Zulas­sung besteht.
Die Not­wen­dig­keit, nun­mehr ein Ver­fah­ren auf Wie­der­zu­las­sung zu betrei­ben, hat aller­dings auch zur Kon­se­quenz, dass bei beson­ders lan­ger Dau­er des gericht­li­chen Ver­fah­rens über die Recht­mä­ßig­keit einer Zulas­sungs­ent­zie­hung die übli­che „Bewäh­rungs­zeit“ abge­lau­fen sein kann, bevor die Zulas­sungs­ent­zie­hung bestands­kräf­tig ist. Allein der Umstand, dass noch ein gericht­li­ches Ver­fah­ren über die Zulas­sungs­ent­zie­hung anhän­gig ist, hin­dert den betrof­fe­nen Arzt nicht, sich um eine erneu­te Zulas­sung zu bewer­ben. Kann er die zustän­di­gen Zulas­sungs­gre­mi­en – etwa in einem ande­ren KÄV-Bezirk – davon über­zeu­gen, dass er unge­ach­tet des noch nicht abge­schlos­se­nen gericht­li­chen Ver­fah­rens jeden­falls wie­der für die Aus­übung der ver­trags­ärzt­li­chen Tätig­keit geeig­net ist, kann er grund­sätz­lich erneut zuge­las­sen wer­den.
Von der neu­en ärzt­li­chen Zulas­sung darf der Ver­trags­arzt aber erst Gebrauch machen, wenn und soweit er zumin­dest auf die Rech­te aus der ent­zo­ge­nen Zulas­sung ver­zich­tet oder der Rechts­streit über die Ent­zie­hung erle­digt wird. Kein Arzt kann über zwei Zulas­sun­gen mit vol­lem Ver­sor­gungs­auf­trag ver­fü­gen. Aus­ge­hend von die­sem Grund­satz und unter Aus­nut­zung des Instru­ments der Bedin­gung als Neben­be­stim­mung im Sin­ne des § 32 Abs 2 Nr 2 SGB X müs­sen die Ver­wer­fun­gen gelöst wer­den, die sich zumin­dest theo­re­tisch aus dem Neben­ein­an­der von gericht­li­chem Ver­fah­ren über eine Zulas­sungs­ent­zie­hung und Neu­zu­las­sungs­ver­fah­ren erge­ben kön­nen. Dazu dürf­te es aber nur in den sel­te­nen Fäl­len kom­men, in denen auch nach Inkraft­tre­ten des „Geset­zes über den Rechts­schutz bei über­lan­gen Gerichts­ver­fah­ren und straf­recht­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­ren“ vom 24.11.2011 [31] ein die Recht­mä­ßig­keit einer Zulas­sungs­ent­zie­hung betref­fen­des gericht­li­ches Ver­fah­ren nicht abge­schlos­sen ist, bevor ein betrof­fe­ner Arzt Chan­cen auf eine Wie­der­zu­las­sung hat, und zugleich auf die neue Zulas­sung wie­der ver­zich­ten will, wenn der Ent­zie­hungs­be­scheid rechts­kräf­tig auf­ge­ho­ben wird. Wie die­se mut­maß­lich sehr sel­te­nen Kon­stel­la­tio­nen zu lösen sind, dürf­te sich einer gene­rel­len Fest­le­gung ent­zie­hen. Der Rege­lung des § 12 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz, die dem Arbeit­neh­mer, der vor rechts­kräf­ti­gem Abschluss des Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses ein neu­es Arbeits­ver­hält­nis ein­ge­gan­gen ist, ein befris­te­tes Wahl­recht ein­räumt, bei wel­chem Arbeit­ge­ber er nach rechts­kräf­ti­gem Obsie­gen im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess wei­ter arbei­ten will, kön­nen zumin­dest wich­ti­ge Wer­tungs­ge­sichts­punk­te für die Lösung ent­nom­men wer­den.
Der Bun­des­so­zi­al­ge­richt wen­det die Recht­spre­chung zur Berück­sich­ti­gung von Wohl­ver­hal­ten des­halb auf Ent­schei­dun­gen der Beru­fungs­aus­schüs­se, die nach Ver­öf­fent­li­chung die­ses Urteils erge­hen, nicht mehr an. Aus Grün­den pro­zes­sua­len Ver­trau­ens­schut­zes muss es in den ande­ren Fäl­len bei der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung ver­blei­ben, soweit Ärz­te bei lan­ge lau­fen­den Gerichts­ver­fah­ren davon abge­se­hen haben, sich nach (mut­maß­lich) ein­ge­tre­te­ner Bewäh­rung um eine neue Zulas­sung zu bewer­ben. Dies kommt aller­dings nur dann in Betracht, wenn – wie dem hier zu beur­tei­len­den Ver­fah­ren – die vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt für ein „Wohl­ver­hal­ten“ vor­aus­ge­setz­te „Bewäh­rungs­zeit“ von fünf Jah­ren [45] seit der Ent­schei­dung des Beru­fungs­aus­schus­ses bereits ver­stri­chen ist.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 17. Okto­ber 2012 – B 6 KA 49/​11 R
stRspr des BSG, vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 10 mwN; BSGE 103, 243 = SozR 4–2500 § 95b Nr 2, RdNr 37; zuletzt BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 13[↩]
stRspr des BSG, vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 10 mwN; BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 12 RdNr 13; BSGE 103, 243 = SozR 4–2500 § 95b Nr 2, RdNr 37; BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 13; zuletzt BSG Urteil vom 21.03.2012 – B 6 KA 22/​11 R, SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 23; vgl auch BVerfGE 69, 233, 244 = SozR 2200 § 368a Nr 12 S 30[↩]
vgl BSGE 73, 234, 242 = SozR 3–2500 § 95 Nr 4 S 18; BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 10[↩]
BSG Urteil vom 21.03.2012 – B 6 KA 22/​11 R, SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 35 mwN, auch zur Ver­öf­fent­li­chung in BSGE vor­ge­se­hen[↩]
BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 10 mwN; zuletzt BSG Urteil vom 21.03.2012 – B 6 KA 22/​11 R, SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 23, 50 ff[↩]
vgl zur Gröb­lich­keit BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 32 ff, 39 ff[↩]
vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 15; BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 12 RdNr 16 ff; BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 19; zuletzt BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 54, auch zur Ver­öf­fent­li­chung in BSGE vor­ge­se­hen[↩]
vgl zB BSGE 73, 234, 236 = SozR 3–2500 § 95 Nr 4 S 11 f, mwN[↩]
BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9[↩][↩]
BSG aaO RdNr 15 mwN; vgl zusam­men­fas­send BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 54, auch zur Ver­öf­fent­li­chung in BSGE vor­ge­se­hen[↩]
BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 15[↩][↩]
vgl BFHE 178, 504 = NJW 1996, 2598; BFH Beschluss vom 24.01.2006 – VII B 141/​05, BFH/​NV 2006, 983[↩]
BVerwG Buch­holz 418.00 Ärz­te Nr 100 = NJW 1999, 3425; BVerw­GE 105, 214, 220 mwN; BVerwG Beschluss vom 25.02.2008 – 3 B 85/​07; zuletzt BVerwG Beschluss vom 18.08.2011 – 3 B 6/​11, Buch­holz 418.00 Ärz­te Nr 111; vgl auch BVerw­GE 137, 1 RdNr 11 = Buch­holz 418.1 Heil­hilfs­be­ru­fe Nr 10 – Wider­ruf der Berufs­er­laub­nis von Logo­pä­den[↩]
BVerw­GE 137, 1 RdNr 11 = Buch­holz 418.1 Heil­hilfs­be­ru­fe Nr 10[↩][↩]
BVerw­GE 137, 1 RdNr 11 = Buch­holz 418.1 Heil­hilfs­be­ru­fe Nr 10; BVerwG Beschluss vom 27.10.2010 – 3 B 61/​10[↩]
BVerw­GE 137, 1 RdNr 11 = Buch­holz 418.1 Heil­hilfs­be­ru­fe Nr 10; BVerwG Beschluss vom 18.08.2011 – 3 B 6/​11, Buch­holz 418.00 Ärz­te Nr 111[↩]
BVerwG Beschluss vom 25.02.2008 – 3 B 85/​07[↩]
grund­le­gend BGHZ 190, 187 RdNr 9 ff = NJW 2011, 3234 ff[↩]
BGHZ 190, 187 RdNr 12 ff = NJW 2011, 3234 ff[↩]
vgl BAGE 91, 271, 277, 278 ff = NZA 1999, 978; BAGE 101, 39, 46 = NZA 2002, 1081; BAGE 123, 234, 239 = NZA 2008, 173[↩]
BVerw­GE 105, 267, 269 f = DVBl 1998, 201, 202[↩]
vgl BGH Urteil vom 10.07.1996 – RiZ ® 3/​95 – DRiZ 1996, 454[↩]
Hess in Kas­se­ler Komm, § 95 SGB V RdNr 104, Stand August 2012; vgl auch Wen­ner, Ver­trags­arzt­recht nach der Gesund­heits­re­form, 2008, § 31 RdNr 16[↩]
vgl hier­zu Flint in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand Sep­tem­ber 2012, § 103 RdNr 107 f, § 100 RdNr 50 ff, § 101 RdNr 99 f[↩]
BGBl I 3439[↩]
GKV-OrgWG vom 15.12.2008, BGBl I 2426[↩]
in die­sem Sin­ne zB BVerwG Beschluss vom 25.02.2008 – 3 B 85/​07[↩]
vgl BVerfG Beschluss vom 08.11.2010 – 1 BvR 722/​10, NZS 2011, 619 f; vgl auch BVerfG Beschluss vom 18.04.2012 – 1 BvR 791/​12, NZS 2012, 700 = GesR 2012, 486[↩]
s hier­zu Paw­li­ta in juris­PK-SGB V, 2. Aufl 2012, § 95 RdNr 641 und § 97 RdNr 84[↩]
BGBl I 2302[↩][↩]
in die­sem Sin­ne schon BSG Beschluss vom 15.08.2012 – B 6 KA 15/​12 B, RdNr 18[↩]
vgl BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 20 unter Hin­weis auf BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 22 sowie BSG Beschluss vom 28.04.1999 – B 6 KA 69/​98 B – Juris RdNr 5[↩]
vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 17[↩]
vgl BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 15; BVerfG SozR 4–2500 § 95 Nr 18 RdNr 4[↩]
vgl BSGE 73, 234, 243 = SozR 3–2500 § 95 Nr 4 S 19; BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 24[↩]
vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 22; BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 20[↩]
zum Beginn der Wohl­ver­hal­tens­frist vgl BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 15 am Ende; BSG Beschluss vom 15.08.2012 – B 6 KA 3/​12 B[↩]
BVerfG, Beschluss vom 22.12.2008 – 1 BvR 3457/​08, SozR 4–2500 § 95 Nr 18 RdNr 4; BSG Beschluss vom 05.11.2008 – B 6 KA 59/​08 B – Juris RdNr 11; BSG SozR 4–5520 § 21 Nr 1 RdNr 15; vgl auch BSGE 93, 269 = SozR 4–2500 § 95 Nr 9, RdNr 24 sowie BSG Beschluss vom 27.06.2001 – B 6 KA 7/​01 B[↩]
vgl zB BSGE 103, 243 = SozR 4–2500 § 95b Nr 2, RdNr 70 mwN[↩]
vgl BVerwG Buch­holz 418.00 Ärz­te Nr 100 = NJW 1999, 3425 zur Fest­stel­lung der Berufs­un­wür­dig­keit[↩]
BVerfG, Beschluss vom 31.08.2005 – 1 BvR 912/​04, BVerfGK 6, 156, 161 = NJW 2005, 3057, 3058; s hier­zu auch BGHZ 190, 187 RdNr 18 = NJW 2011, 3234 ff[↩]
vgl zB BVerfGK 12, 72 ff – zur Ver­sa­gung der Wie­derer­tei­lung einer Apo­the­ker-Appro­ba­ti­on[↩]
vgl BSG SozR 4–2500 § 95 Nr 24 RdNr 55 mwN; zuletzt BSG Beschluss vom 15.08.2012 – B 6 KA 3/​12 B[↩]
Wider­ruf der Ver­trags­arzt­zu­las­sung und das anschlie­ßen­de… Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt gibt sei­ne Recht­spre­chung in den Fäl­len des Zulas­sungs­wi­der­rufs eines Ver­trags­arz­tes, wonach ein Wohl­ver­hal­ten nach Zulas­sungs­wi­der­ruf den Wider­rufs­grund ent­fal­len las­sen kann, auf. Auch beim…
VertragsarztZulassungswiderruf