Source: https://www.queraufstieg-berlin.de/bildungswege/berufsbildung/anerkennung/regelungen/
Timestamp: 2019-10-23 21:19:56
Document Index: 254278022

Matched Legal Cases: ['§7', '§27', '§8', '§27', '§45', '§ 7', '§ 27', '§ 8', '§ 27', '§ 45', '§ 37', '§ 45', '§ 37', '§ 56', '§ 42']

Sie möchten wissen, ob Sie die Ausbildungszeit verkürzen können oder ob Studieninhalte auf Ihre Ausbildung angerechnet werden?
Eine berufliche Ausbildung dauert in der Regel 2 bis 3,5 Jahre, je nach Fachrichtung und Beruf. Unter bestimmten Voraussetzungen (gute Leistungen, Schulabschluss, Vorkenntnisse) ist es jedoch möglich, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Beide für die betriebliche Ausbildung maßgeblichen Gesetze, Berufsausbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HWO), beinhalten Regelungen, die eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich machen.
Grundsätzlich sollte die Mindestausbildungsdauer nicht unterschritten werden:
Insbesondere im Handwerk ist eine Mindestausbildungsdauer wichtig, um die notwendigen praktischen Fertigkeiten zu erlernen.
Eine Verkürzung der Ausbildungszeit muss bei der zuständigen Stelle (Kammer) vor oder während der Ausbildung beantragt werden und der Ausbildungsbetrieb muss zustimmen. Es gibt also kein generelles Recht auf Ausbildungsverkürzung. Diese Regelungen dienen vielmehr dazu, Einzelfalllösungen zu entwickeln. Diese hängen entscheidend von folgenden Faktoren ab: Voraussetzungen des Auszubildenden, Anforderungen der Berufsausbildung und der Bereitschaft des Betriebs.
Die wichtigsten Möglichkeiten zur Ausbildungsverkürzung:
(zeitliche/inhaltliche) Anrechnung beruflicher Vorbildung auf die Ausbildungszeit (§7 BBiG / §27a HwO)
Trifft zu, wenn Sie Absolvent einer Berufsfachschule oder einer anderen berufsbildenden Schule sind. Die Regelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.
Zeitliche Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit (§8 BBiG / §27b HwO)
Hier geht es um die Anrechnung von Berufserfahrung oder einschlägiger beruflicher Vorbildung.
vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung (§45, Abs. 1 BBiG / 37, Abs.1 HwO)
Überdurchschnittliche Leistungen während der Ausbildung eröffnen die Möglichkeit zur vorzeitigen Zulassung zur Abschlussprüfung. Als überdurchschnittliche Leistungen gelten:
Notendurchschnitt im Berufsschulzeugnis in den prüfungsrelevanten Fächern besser als 2,49
Ihre Leistungen im Betrieb werden vom Betrieb besser als Note 2,49 bewertet
Auch hier ist eine schriftliche Beantragung bei der zuständigen Stelle und die Zustimmung des Ausbildungsbetriebes Pflicht.
Anerkennung von Studieninhalten
Für die inhaltliche Anerkennung von Studieninhalten gibt es bislang noch keine einheitlichen Regelungen, die über die allgemeinen Regelungen in BBiG und HwO hinausgehen. Gleichwohl können Sie während Ihrer Ausbildung trotzdem von Ihren Studienerfahrungen profitieren. Als Studienaussteiger/in werden Sie von den Betrieben wertgeschätzt, da Sie sowohl Lebenserfahrung als auch theoretische Vorkenntnisse und Methoden mitbringen. In vielen Betrieben haben Sie deshalb die Möglichkeit an über die Ausbildungsinhalte hinausgehenden Projekten und Aufgaben mitzuwirken.
§ 7: Anrechnung beruflicher Vorbildung auf die Ausbildungszeit
§ 27a: Anrechnung beruflicher Vorbildung auf die Ausbildungszeit
§ 8: Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit
§ 27b: Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit
§ 45, Abs. 1: vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung
§ 37, Abs. 1: vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung
§ 45, Abs. 2: Externenprüfung
§ 37, Abs. 2: Externenprüfung
§ 56, Abs. 2: Befreiung von Teilen der Fortbildungsprüfung, wenn die anzurechnende Leistung nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt
§ 42c, Abs. 2: Befreiung von Teilen der Fortbildungsprüfung, wenn die anzurechnende Leistung nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt
Sollten Sie eine Ausbildungsverkürzung planen oder mehr über die Anrechnung von Studieninhalten erfahren wollen, finden Sie Unterstützung bei
Your Turn, einem Projekt der IHK Berlin
dem BMBF-Portal für Studienaussteiger/innen