Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20272/97
Timestamp: 2020-02-18 18:37:19
Document Index: 249383672

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 9', '§ 163', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.07.1998 - XI ZR 272/97 - dejure.org
BGH, 14.07.1998 - XI ZR 272/97
https://dejure.org/1998,1364
BGH, 14.07.1998 - XI ZR 272/97 (https://dejure.org/1998,1364)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1998 - XI ZR 272/97 (https://dejure.org/1998,1364)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97 (https://dejure.org/1998,1364)
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Allgemeine Darlehensbedingungen - Bausparkasse - Zahlung an Treuhänder - Begründung der Rückzahlungspflicht - Unwirksamkeit nach § 9 AGBG
Keine Abwälzung des Verlustrisikos auf Darlehensnehmer durch Treuhänderklausel ("BHW")
Formularmäßige Vereinbarung der Rechtsfolgen von Zahlungen an einen Treuhänder in den AGB einer Bausparkasse
Auskehrung der Darlehensvaluta an einen Treuhänder (Notar) der Bank; Beweislast für Leistung des Darlehens
"Empfang" eines Darlehens
NJW 1998, 3200
ZIP 1998, 1631
MDR 1998, 1301
WM 1998, 1869
BB 1998, 1916
DB 1998, 1960
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt eine unangemessene Benachteiligung im Sinne des § 9 Abs. 1 AGBG vor, wenn der Verwender der Klausel einseitig seine eigenen Interessen ohne Rücksicht auf die schutzwürdigen Belange seines Vertragspartners durchzusetzen versucht (siehe z.B. Senatsurteil vom 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97, WM 1998, 1869, 1870 m.w.Nachw.).
Ob bei vorrangigen, einseitigen Weisungen der Bank, die einem Rückforderungsvorbehalt gleichkommen, oder bei einem Endtermin (§ 163 BGB) der Käufer trotz der nichterfüllten Hinterlegungspflicht das Finanzierungsdarlehen der Bank überhaupt schon empfangen hat (vgl. dazu BGHZ 113, 151, 158; BGH, Urt. v. 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97, ZIP 1998, 1631), bedarf hier keiner Prüfung.
Daß es sich im Streitfall um ein Treuhandkonto handelte, ist unerheblich, weil die Treuhänderin allein vom Verband eingeschaltet und daher nur in dessen Interesse tätig war (vgl. BGH, Urt. v. 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97, ZIP 1998, 1631).
Dabei gilt die Abweichung von gesetzlichen Bestimmungen als ein Indiz, wenn diese ein allgemeines Gerechtigkeitsgebot ausdrücken (vgl. etwa BGH, Urteile vom 8. März 1984 - IX ZR 144/83 = BGHZ 90, 280, 284; vom 10. Februar 1993 - XII ZR 74/91 = NJW 1993, 1133, 1134; vom 3. April 1998 - V ZR 6/97 = MDR 1998, 825, 826; vom 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Wenn ein Notar es übernimmt, im Rahmen der Finanzierung eines Grundstückskaufpreises den ihm von der finanzierenden Bank überlassenen Darlehensbetrag nur bei Vorliegen bestimmter, dem Sicherungsinteresse der Bank dienenden Voraussetzungen weiterzuleiten, handelt es sich jedenfalls nicht nur zivilrechtlich, sondern auch i.S. der §§ 23, 24 BNotO um einen (einseitigen) Treuhandauftrag (vgl. BGH, Urteile vom 14. Juli 1998 - XI ZR 272/97 - WM 1998, 1869 unter II 2, vom 15. Mai 1997 - III ZR 204/96 - VersR 1997, 1144 unter I und vom 8. Februar 1990 - IX ZR 63/89 - NJW-RR 1990, 629 vor II m.w.N.;… Sandkühler, aaO Rdn. 28).
Denn der Notar durfte erst über die Darlehenssumme verfügen, nachdem die Grundschuldabsicherung gewährleistet worden war (BGH WM 1998, 1869).
Daraus hat der BGH in dem vom Kläger in Bezug genommenen Urteil vom 14.07.1998 - XI ZR 272/97 - abgeleitet, dass das Risiko des Verlustes der Valuta auf dem Weg zum Darlehensnehmer dem Darlehensgeber zugewiesen sei.
OLG Stuttgart, 30.09.1998 - 9 U 125/98