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Timestamp: 2016-10-26 09:33:55
Document Index: 300220224

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 195', 'Art. 138', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 90', 'Art. 84', 'Art. 269', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 152', 'Art. 153', 'Art. 277', 'Art. 269', 'Art. 273', 'Art. 277', 'Art. 195', 'Art. 138', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 195', 'BGE', 'Art. 195', 'BGE', 'BGE', 'Art. 138', 'Art. 138', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 16', 'Art. 138', 'BGE', 'Art. 278', 'Art. 152', 'Art. 278', 'Art. 245', 'Art. 153']

6P.162/2001 (22.03.2002)
6P.162/2001/pai
6S.619/2001
Bundesrichter Wipr�chtiger, Karlen und Gerichtsschreiber Luchsinger.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Alex Frei, Bahnhofstrasse 32a, Eschlikon
willk�rliche Beweisw�rdigung (Art. 9 BV),
F�rderung der Prostitution (Art. 195 Abs. 3 StGB),
Veruntreuung (Art. 138 StGB), (staatsrechtliche Beschwerde und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des
Kantons Thurgau vom 21. November 2000), hat sich ergeben:
A.- X.________ verf�gt �ber gute Kontakte nach Jugoslawien.
1995 und 1996 beherbergte er bei sich zu Hause insgesamt rund 30 Frauen, vorwiegend aus Jugoslawien und Osteuropa. Neun davon hatte er selber im Ausland abgeholt und im Kofferraum seines Auto �ber die Grenze gebracht. Die Frauen prostituierten sich in Saunas und Nachtclubs.
X.________ vermittelte Arbeitspl�tze, chauffierte und begleitete sie. Er nahm unter verschiedenen Arrangements je nach Arbeitsort den Erl�s ihrer Arbeit entgegen und zahlte ihnen einen Teil davon wieder aus. Mit mehreren der von ihm betreuten Frauen hatte er auch geschlechtlichen Umgang. Das Gesch�ft kam zum Erliegen, als X.________ am 2. Oktober 1996 mit zwei Frauen im Kofferraum an der �sterreichisch-ungarischen Grenze verhaftet wurde.
1992 leaste die A.________ AG (deren Einzelinhaber X.________ war) von der B.________ AG / Bank C.________ (Leasinggeberin) ein Auto. Der Vertrag wurde 1995 auf die Firma D.________ AG (Leasingnehmerin) �bertragen. X.________ benutzte das Fahrzeug weiter, obwohl er Ende 1994 aus der Firma ausgeschieden war. Am 12. M�rz 1996 liess er es auf seinen eigenen Namen umschreiben.
B.- Mit Urteil vom 23. M�rz 2000 sprach das Bezirksgericht Steckborn X.________ der mehrfachen F�rderung der Prostitution, der mehrfachen Widerhandlung gegen das ANAG sowie der Veruntreuung schuldig und verurteilte ihn zu 22 Monaten Zuchthaus, unter Anrechnung von 115 Tagen Untersuchungshaft, sowie zu einer Busse von Fr. 5'000.-.
Auf Berufung von X.________ hin reduzierte das Obergericht des Kantons Thurgau mit Urteil vom 21. November 2000 die Strafe auf 18 Monate Zuchthaus unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von vier Jahren.
Im �brigen best�tigte es das erstinstanzliche Urteil.
C.- X.________ f�hrt staatsrechtliche Beschwerde und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Er stellt ein Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung.
1.-a) Der Beschwerdef�hrer r�gt die Verletzung von Art. 8, 9, 29, 30 und 32 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK durch willk�rliche Feststellung der Tatsachen, willk�rliche Beweisw�rdigung, Verletzung der Unschuldsvermutung, der Begr�ndungspflicht und Missachtung seiner Verteidigungsrechte.
Er begr�ndet aber nicht weiter, inwiefern Art. 8 und 30 BV oder die Begr�ndungspflicht verletzt sein sollen, weshalb auf diese R�gen nicht einzutreten ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).
b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur zul�ssig, wenn die behauptete Rechtsverletzung nicht durch andere Rechtsmittel beim Bundesgericht ger�gt werden kann.
F�r die Verletzung von Bundesrecht steht die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde offen (Art. 84 Abs. 2 OG, Art. 269 Abs. 1 BStP).
Mehrere vom Beschwerdef�hrer vorgebrachte R�gen richten sich nicht gegen die Feststellung von Tatsachen, sondern gegen die rechtlichen Schl�sse, die das Obergericht daraus zieht. Darauf ist nicht einzutreten. Zum Beispiel stimmen Obergericht und Beschwerdef�hrer �berein, dass der Beschwerdef�hrer mit mehreren der von ihm beherbergten Prostituierten geschlechtlichen Umgang hatte, manchmal gegen Bezahlung, respektive Erm�ssigung der Kosten. Als weitere Beispiele sind als Tatsachen unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer gewissen Prostituierten Darlehen gew�hrt hat, welche diese zur�ckzuzahlen hatten, und dass er versucht hat, eine Kartei mit den K�rpermassen der Frauen und ein "Men�" f�r die anzubietenden sexuellen Dienste aufzubauen.
Nach Ansicht des Beschwerdef�hrers darf aus den genannten unbestrittenen Tatsachen aber nicht abgeleitet werden, dass er im Sinne von Art. 195 Abs. 3 StGB eine Machtposition innegehabt und die Frauen ausgebeutet habe. Dies stellt eine Rechtsfrage dar, die mit Nichtigkeitsbeschwerde geltend zu machen ist.
2.-a) Im Verfahren wegen F�rderung der Prostitution r�gt der Beschwerdef�hrer willk�rliche Beweisw�rdigung bei der Abrechnung mit "S.________" aus Ungarn. Das Obergericht habe zu Unrecht angenommen, diese habe zus�tzlich noch ein Zimmer zu Fr. 150.-/Woche bezahlen m�ssen, welches in Wahrheit der Beschwerdef�hrer bezahlt habe. Die R�ge ist offensichtlich unbegr�ndet. Das Obergericht stellt fest, dass das Zimmer aus dem Anteil der Frau bezahlt wurde. Der Beschwerdef�hrer sagt nichts anderes, hat er doch das Geld der Prostituierten in Empfang genommen und davon die Auslagen bestritten.
Ebenfalls unbegr�ndet ist die R�ge, das Obergericht habe willk�rlich angenommen, dem Beschwerdef�hrer seien keine massiven Verpflegungskosten f�r die beherbergten Prostituierten angefallen. Der Beschwerdef�hrer selber macht aber keinen Sonderaufwand geltend. Das Obergericht konnte somit ohne Willk�r aus den �brigen Umst�nden der Unterbringung und den Verpflegungsm�glichkeiten ausser Haus schliessen, dass dem Beschwerdef�hrer keine massiven Verpflegungskosten entstanden sind.
b) Das Obergericht geht davon aus, dass der Beschwerdef�hrer bei Fahrten mit mehreren Prostituierten die Fahrspesen mehrfach bezogen habe, wogegen der Beschwerdef�hrer behauptet, er habe diese aufgeteilt. Die Fahrspesen sind eines von mehreren Elementen, aus denen das Obergericht schliesst, der Beschwerdef�hrer habe mit Gewinnabsicht gehandelt.
Die Frage braucht hier nicht weiter gepr�ft zu werden. Das Bundesgericht hebt den angefochtenen Entscheid nur auf, wenn er sich im Resultat als verfassungswidrig erweist, und nicht schon dann, wenn nur die Begr�ndung unhaltbar ist (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). Das Obergericht st�tzt sich auf eine ganze Reihe von Indizien f�r die Gewinnabsicht des Beschwerdef�hrers (vgl. dazu E. 6c). Bei den Fahrspesen handelt es sich um einen Nebenpunkt, und die Folgerungen des Obergerichts erweisen sich auch ohne Ber�cksichtigung dieses Elementes als haltbar.
c) Der Beschwerdef�hrer hat beantragt, alle in der Kartei aufgef�hrten Frauen als Zeuginnen zu befragen oder rogatorisch befragen zu lassen. Das Obergericht lehnt dies ab mit der Begr�ndung, dass die Befragung zu aufwendig und die Zeuginnen im Ausland leicht zu beeinflussen seien. Der Beschwerdef�hrer r�gt dies als Verletzung seiner Verteidigungsrechte nach Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK. Sinngem�ss r�gt er eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r durch willk�rliche vorweggenommene Beweisw�rdigung (BGE 117 Ia 262 E. 4 S. 268f.).
Der Beschwerdef�hrer hat �ber dreissig Frauen "betreut", die sich fast alle wieder im Ausland befinden.
Oft ist nicht einmal ihr richtiger Name oder eine Adresse bekannt. Die Beziehungen zum Beschwerdef�hrer verliefen aber meist nach demselben Schema und k�nnen aufgrund seiner eigenen Aussagen rekonstruiert werden. Unter diesen Umst�nden h�tte es einen unverh�ltnism�ssigen Aufwand bedeutet, alle Frauen einzuvernehmen. Das Obergericht konnte ohne Willk�r davon ausgehen, dass die verlangten Einvernahmen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse bringen w�rden (BGE 124 I 208 E. 4a S. 211). Es weist richtig darauf hin, dass der Beschwerdef�hrer seine Aussagen nie bestritten habe.
Dies stellt entgegen seiner Darstellung keine unzul�ssige Verallgemeinerung dar. Der Beschwerdef�hrer hat nie behauptet, seine Aussagen seien unzutreffend, weshalb das Obergericht sich darauf abst�tzen konnte. Die R�ge ist unbegr�ndet.
3.- Im Verfahren wegen Veruntreuung r�gt der Beschwerdef�hrer die Verletzung seiner Parteirechte sowie willk�rliche Beweisw�rdigung. Das Obergericht habe ohne Begr�ndung den von ihm angegebenen Entlastungszeugen nicht einvernommen und in willk�rlicher Weise angenommen, er sei zum Halterwechsel nicht juristisch beraten worden. Ebenso gehe sie in willk�rlicher Weise von einem Leasing- statt einem Abzahlungsvertrag aus.
a) Wie in E. 1b dargelegt, sind Vorbringen zu den rechtlichen Folgerungen des Obergerichts mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde geltend zu machen. Auf die R�gen zur Rechtsnatur des Leasingvertrages und zu den Folgerungen, welche das Obergericht aus den festgestellten Tatsachen zieht, ist hier nicht einzutreten.
b) Das Obergericht schliesst aus dem Briefwechsel vom 20. Februar 1996 zwischen dem Beschwerdef�hrer und seinem Anwalt, dass dieser mit den Worten "sehr gut" lediglich zum Briefentwurf des Beschwerdef�hrers Stellung genommen hat, in dem dieser sich gegen die Bezahlung weiterer Leasingraten verwahrte. Der Beschwerdef�hrer selber bringt nicht vor, dass der Anwalt ihn dar�ber hinaus beraten habe. Er macht auch keine Angaben dar�ber, was der Anwalt ihm in der angeblichen Beratung empfohlen haben soll und welche relevanten Erkenntnisse von dessen Befragung zu erwarten waren. Unter diesen Umst�nden konnte das Obergericht ohne Willk�r davon ausgehen, dass keine weitergehende Beratung stattgefunden hat und von der Einvernahme des Zeugen keine wesentlichen zus�tzlichen Erkenntnisse zu erwarten waren (BGE 124 I 208 a.a.O.). Die R�ge ist unbegr�ndet.
4.- Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich demnach als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Da die Antr�ge des Beschwerdef�hrers aussichtslos waren, ist sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (Art. 152 Abs. 1 OG). Seiner wirtschaftlichen Lage kann mit einer herabgesetzten Geb�hr Rechnung getragen werden (Art. 153a Abs. 1 OG).
5.-a) Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen ist kassatorischer Natur (Art. 277ter Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdef�hrer mehr als die Aufhebung des angefochtenen Urteils verlangt, ist auf die Beschwerde daher nicht einzutreten.
b) Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begr�ndet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgen�ssisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen des Entscheides richten, das Vorbringen neuer Tatsachen, neue Einreden, Bestreitungen und Beweismittel sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde ist das Bundesgericht an die tats�chlichen Feststellungen der kantonalen Beh�rde gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP).
Der Beschwerdef�hrer wiederholt Teile seiner in der staatsrechtlichen Beschwerde vorgebrachten Kritik an der Beweisf�hrung. Darauf ist nicht einzutreten. Zu �berpr�fen ist ausschliesslich, ob er aufgrund des von der Vorinstanz festgehaltenen Sachverhaltes gegen Art. 195 Abs. 3 StGB und Art. 138 Abs. 1 StGB verstossen hat.
6.-a) Art. 195 Abs. 3 StGB bedroht mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Gef�ngnis, wer die Handlungsfreiheit einer Person, die Prostitution betreibt, dadurch beeintr�chtigt, dass er sie bei dieser T�tigkeit �berwacht oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umst�nde der Prostitution bestimmt. Gesch�tztes Rechtsgut ist die Entscheidungsfreiheit der Prostituierten, die nicht ausgebeutet werden darf (Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes, Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, gegen die Sittlichkeit und gegen die Familie, vom 26. Juni 1985, BBl. 1985 II S. 1009, 1082, 1084). Von der Bestimmung wird erfasst, wer sich der Prostituierten gegen�ber in einer Machtposition befindet, die es ihm erlaubt, deren Handlungsfreiheit einzuschr�nken und festzulegen, wie sie ihrer T�tigkeit im Einzelnen nachzugehen hat, oder in Einzelf�llen bestimmte Verhaltensweisen zu erzwingen. Die Strafbarkeit setzt voraus, dass auf die Prostituierte ein gewisser Druck ausge�bt wird, dem sie sich nicht ohne weiteres entziehen kann, so dass sie in ihrer Entscheidung, ob und wie sie dem Gewerbe nachgehen will, nicht mehr vollst�ndig frei ist, und dass die �berwachung oder die bestimmende Einflussnahme ihrem Willen oder ihren Bed�rfnissen zuwiderl�uft (BGE 126 IV 76 E. 2 S. 80f. mit Hinweisen).
Ob unzul�ssiger Druck ausge�bt wird, entscheidet sich nach den gesamten Umst�nden. Das Bundesgericht hielt die Strafbarkeit f�r gegeben im Falle von Animierdamen, deren Anwesenheit und T�tigkeit streng kontrolliert wurden und die aufgrund der ihnen auferlegten Rahmenbedingungen (obligatorische Zimmermiete, Forfaits) ihren Lebensunterhalt nur durch Prostitution verdienen konnten. Daran �nderte auch nichts, dass die Frauen den durch Prostitution erwirtschafteten Verdienst behalten konnten (nicht ver�ffentlichte Urteile 6S.446/2000 vom 29. M�rz 2001 E. 3 und 6S.570/1997 vom 9. Oktober 1997 E. 2, besprochen von Hans Wipr�chtiger, Aktuelle Praxis des Bundesgerichtes zum Sexualstrafrecht, ZStR 117 / 1999, S. 146f.). Ebenso verstiess ein Begleitservice gegen Art. 195 Abs. 3 StGB, der die angestellten Prostituierten zu praktisch permanenter Einsatzbereitschaft verpflichtete und sie permanent durch Chauffeure �berwachen liess, welche auch das Geld einzogen (BGE 125 IV 269 E. 2 S. 271f.). In allen diesen F�llen gen�gte auch die M�glichkeit, zu k�ndigen, nicht mehr, um die Machtposition der Arbeitgeber zu brechen.
Nicht gegen Art. 195 StGB verstiess hingegen ein Saunaclub, der sich damit begn�gte, von den Prostituierten Eintritt und einen Gewinnanteil von 40% zu verlangen. Zwar war eine verbindliche Preisliste erlassen worden, und die Prostituierten mussten ihre Einnahmen zun�chst der Gesch�ftsf�hrung aush�ndigen. Im �brigen war ihre Bewegungsfreiheit aber nicht eingeschr�nkt, und sie erhielten ihren Verdienst - abz�glich der Beteiligung - am Ende jedes Arbeitstages ausbezahlt (BGE 126 IV 76 E. 3 S. 81f.).
b) Die Dienstleistung des Beschwerdef�hrers bestand darin, dass er ausl�ndischen Prostituierten ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis Unterkunft sowie Chauffeurdienste - in einigen F�llen einschliesslich des illegalen Grenz�bertritts - zur Verf�gung stellte und Arbeitsm�glichkeiten vermittelte. Er verlangte daf�r Gewinnbeteiligungen oder Spesen, respektive Pauschalen.
Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass der Beschwerdef�hrer durch sein gesamtes Verhalten eine bestimmende Machtposition gegen�ber den von ihm betreuten Frauen innehatte, dass er seine Macht auch aus�bte und die Handlungsfreiheit der Prostituierten einschr�nkte. Entscheidend sei die �usserst schlechte wirtschaftliche Lage im Herkunftsland der Frauen und deren illegaler Aufenthalt in der Schweiz gewesen. Keine Prostituierte mit g�ltiger Aufenthaltserlaubnis h�tte sich die Behandlung des Beschwerdef�hrers bieten lassen.
Sie st�tzt sich insbesondere auf die Abrechnungen des Beschwerdef�hrers. Die von ihm verlangten Spesen seien hoch gewesen. Den Frauen sei oft nur ein magerer Saldo verblieben.
In einigen F�llen habe der Beschwerdef�hrer mehr f�r sich behalten, als nach Abzug der Gewinnbeteiligungen oder Eintrittsgeb�hren der Saunas f�r die Prostituierten selber �brig blieb. Zu gewissen Zeiten seien beim Beschwerdef�hrer bis zu acht oder elf Frauen untergebracht gewesen, teils in Zweierzimmern und auf M�beln aus dem Brockenhaus.
Von mehreren habe er zudem sexuelle Dienste in Anspruch genommen. Auch wenn er manchmal daf�r bezahlt habe, zeige dies, dass er nicht bloss aus humanit�ren, sondern vielmehr aus Geldinteressen gehandelt habe.
Der Beschwerdef�hrer f�hrt im Wesentlichen aus, es sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zul�ssig, sich am Gewinn von Prostituierten zu beteiligen; sein Anteil sei geringer gewesen als derjenige der Saunas. Er habe lediglich versucht, seine Unkosten zu decken und keine Machtposition �ber die Frauen gehabt. Er habe sie nicht �berwacht, sondern zur Arbeit und in der Freizeit chauffiert, da sie selber nicht fahren konnten. Sie seien in der Aus�bung der Prostitution frei gewesen, er habe ihnen diesbez�glich keine Vorschriften gemacht.
c) Es steht ausser Zweifel, dass dem Beschwerdef�hrer eine Machtposition zukam. Sie beruhte auf dem wirtschaftlichen und sozialen Druck, der auf den Frauen lastete, und auf ihrer schwachen Stellung als illegale Aufenthalterinnen.
Sie waren darauf angewiesen, ohne g�ltige Ausweise beherbergt zu werden und arbeiten zu k�nnen.
Die Abrechnungen zeigen, dass der Beschwerdef�hrer entgegen seinen eigenen Behauptungen gewinnorientiert vorging und auf Kontrolle bedacht war. Die Prostituierten mussten ihm ihre Einnahmen �bergeben, nachdem die Betreiber der Saunas ihre Anteile abgezogen hatten. Auch wenn er ihnen Teile davon auszahlte und gewisse Auslagen f�r sie beglich, beraubte dieses Arrangement die Frauen doch ihrer wirtschaftlichen Selbst�ndigkeit.
Unter diesen Umst�nden stellen auch die sexuellen Handlungen mit mehreren Bewohnerinnen geldwerte Dienstleistungen dar, mit denen die Frauen versuchten, mehr von ihrem Erl�s zu retten. Der Beschwerdef�hrer hat ausserdem versucht, ein "Men�" f�r die anzubietenden Dienste und Preise zu entwickeln und eine Kartei mit den K�rpermassen der Frauen aufzubauen. Auch wenn es ihm nicht gelungen ist, diese Massnahmen durchzusetzen, stellt dies einen deutlichen Hinweis auf seine gesch�ftlichen Absichten dar. Ob der Beschwerdef�hrer per Saldo Gewinne erzielt hat oder nicht, �ndert am Gesamtbild eines gewinnorientierten Unterfangens nichts mehr.
Der entscheidende Unterschied zwischen dem Gesch�ft des Beschwerdef�hrers und dem Saunaclub in BGE 126 IV 76 besteht darin, dass Letzterer sich damit begn�gt hatte, einen Ort zur Aus�bung der Prostitution zur Verf�gung zu stellen und den Prostituierten im �brigen ihre Freiheit beliess. Das Betriebsreglement konnte immerhin so ausgelegt werden, dass es auch im Interesse der Prostituierten lag. Den Saldo ihrer Tageseinnahmen erhielten sie t�glich ausbezahlt. Die �berwachungs- und Eingriffsm�glichkeiten des Beschwerdef�hrers gingen erheblich dar�ber hinaus. Durch Unterkunft und Chauffeurdienste in Beruf und Freizeit war es ihm ohne zus�tzlichen Aufwand m�glich, Kommen und Gehen der von ihm beherbergten Frauen fast rund um die Uhr zu kontrollieren.
Zudem behielt er die Kontrolle �ber ihre Finanzen, solange sie da waren. Unter diesen Umst�nden brauchte er ihnen gar keine konkreten Vorschriften zu machen, wie und in welchem Ausmass sie der Prostitution nachgehen sollten. Ihre wirtschaftliche Lage und die abzuliefernden Anteile sorgten bereits f�r einen erheblichen Druck, die Erwartungen des Beschwerdef�hrers zu erf�llen, auch wenn sie innerhalb der Saunas Freier und Angebote w�hlen konnten. Sie waren gezwungen, m�glichst viel Geld zu verdienen, wenn der Aufenthalt in der Schweiz �berhaupt rentabel sein sollte. Es stand ihnen zwar frei, die Schweiz wieder zu verlassen, doch bedeutete dies eine R�ckkehr in die Misere, solange sie keinen ausreichenden Gewinn erzielt hatten.
Der Beschwerdef�hrer hat diese Zwangslage nicht nur ausgen�tzt, sondern den Druck zus�tzlich verst�rkt. Ihm war entgegen seinen Behauptungen an strikter Kontrolle gelegen.
Dass es gewissen Frauen gelungen sein soll, Eink�nfte am Beschwerdef�hrer vorbeizuschmuggeln, beweist nicht deren Freiheit. Seine Schilderung, wie er bei der Abrechnung betrogen worden sei, zeigt deutlich, was er davon hielt.
Nebst den Ausk�nften der Sauna-Betreiber nutzte er auch den Gruppendruck und die gegenseitige Bespitzelung unter den Frauen aus, um solche Verluste zu verhindern. Er wachte dar�ber, dass ihm niemand seine Vermittlerrolle streitig machte. Vor dem Hintergrund des illegalen Aufenthalts bedeutet dies mehr als die Sicherung einer normalen Vermittlungsgeb�hr, wie der Beschwerdef�hrer meint. Er schr�nkte damit die Prostituierten noch weiter in ihrer Bewegungsfreiheit ein. Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers vergr�sserten auch die Darlehen, die er einigen Frauen gew�hrte, deren Abh�ngigkeit �ber das Mass eines normalen Schuldverh�ltnisses hinaus, mussten sie doch zus�tzlich zu den sonstigen Abgaben noch die vorgeschossenen Betr�ge abzahlen.
Die hier erw�hnten Feststellungen der Vorinstanz zeigen, dass der Beschwerdef�hrer die von ihm beherbergten Prostituierten �berwacht und unter Druck gesetzt hat. Er hat ihre wirtschaftliche Notlage und ihre schwache Stellung als illegale Aufenthalterinnen ausgenutzt, um sie auszubeuten.
Die Verurteilung wegen F�rderung der Prostitution verletzt kein Bundesrecht.
7.-a) Im Verfahren betreffend Veruntreuung bringt der Beschwerdef�hrer vor, beim Leasinggesch�ft, das die A.________ AG 1992 abgeschlossen und welches im August 1995 auf die D.________ AG als neue Leasingnehmerin �bergegangen sei, handle es sich nicht um eine Miete, sondern um einen Kauf. Die damalige Lieferantin habe das Fahrzeug der Leasinggeberin verkauft, diese habe es an die Leasingnehmerin ausgeliefert, welche mit der Leasinggeberin einen Darlehensvertrag abgeschlossen habe. Sp�testens mit dem Schreiben der Leasinggeberin vom 28. November 1995, in dem sie der Leasingnehmerin die Bedingungen zur �bernahme des Fahrzeugs genannt habe, sei klar geworden, dass die Parteien von Anfang an einen Kauf und nicht eine Miete beabsichtigt h�tten.
Damit habe die Leasingnehmerin das Auto rechtsg�ltig an den Beschwerdef�hrer abtreten k�nnen.
Dem kann nicht gefolgt werden. Nach Art. 138 StGB macht sich der Veruntreuung schuldig, wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtm�ssig zu bereichern. Ob eine Sache im Sinne von Art. 138 StGB fremd ist, beurteilt sich nach zivilrechtlichen Kriterien. Entscheidend f�r die Eigentumsverh�ltnisse ist der zwischen den Parteien abgeschlossene Vertrag (BGE 118 II 150 E. 6c S. 156f. , mit Hinweis auf das Urteil Str. 284/1987 vom 31. August 1987, in SJ 1988, S. 145, 149). Der Leasingvertrag h�lt in Art. 2.2 ausdr�cklich fest, dass der Wagen im ausschliesslichen Eigentum der Vermieterin (Leasinggeberin) bleibe. Nach Art. 16 ist das Auto nach Ablauf der Vertragsdauer unverz�glich zur�ckzubringen.
Der Leasingvertrag lief am 5. November 1995 aus, das Fahrzeug wurde nicht zur�ckgegeben. Vor diesem Hintergrund schrieb die Leasinggeberin am 28. November 1995 an die Leasingnehmerin und nannte dieser die Bedingungen, zu welchen sie das Fahrzeug �bernehmen k�nne. Es ist offensichtlich, dass die Leasinggeberin sich nach wie vor als Eigent�merin betrachtete, und die Leasingnehmerin konnte keinesfalls davon ausgehen, sie k�nne ohne weiteres �ber das Fahrzeug verf�gen. Die Leasinggeberin unterbreitete ein Angebot zur nachtr�glichen Ab�nderung des Vertrages, das sie sinngem�ss mit ihrem Schreiben vom 20. Februar 1996 an den Beschwerdef�hrer wiederholte. Darauf gingen aber weder die Leasingnehmerin noch der Beschwerdef�hrer ein, weshalb das Eigentum am Fahrzeug nicht �bertragen wurde. Der Beschwerdef�hrer konnte der Leasinggeberin nicht seine Abmachung mit der Leasingnehmerin entgegenhalten, da diese nicht berechtigt war, ihm das Fahrzeug abzutreten. Seine Weigerung, der Leasinggeberin das Auto zur�ckzugeben und dessen Weiterbenutzung erf�llen daher den Tatbestand von Art. 138 Abs. 1 StGB. Vorsatz und Bereicherungsabsicht sind, entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers, ebenfalls gegeben. Er wusste um die Eigentumsverh�ltnisse und erhoffte sich einen Verm�genszuwachs, indem er sich das Fahrzeug aneignete.
b) Der Beschwerdef�hrer macht einen Rechtsirrtum geltend, da ihn sein Anwalt darin best�tigt habe, er brauche das Fahrzeug nicht zur�ckzugeben. Dem kann nicht gefolgt werden. Ein Rechtsirrtum ist nach st�ndiger Rechtsprechung nur gegeben, wenn sich auch ein gewissenhafter Mensch von den Tatsachen h�tte in die Irre f�hren lassen (BGE 98 IV 293 E. 4a S. 303). Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hat sich die "Beratung" darauf beschr�nkt, dass der Anwalt den Briefentwurf des Beschwerdef�hrers mit "sehr gut" quittierte, in welchem dieser sich weigerte, f�r weitere Leasingraten aufzukommen, unter anderem mit der Begr�ndung, dass die Leasinggeberin eben keinen Halterwechsel vornehmen k�nne. Aus dieser Antwort des Anwalts konnte der Beschwerdef�hrer keinesfalls ableiten, er sei befugt, sich das Fahrzeug anzueignen.
Im �brigen h�tte auch eine weitergehende Beratung den Beschwerdef�hrer nicht entlasten k�nnen. Selbst wenn er nach anwaltlicher Beratung zum Schluss gekommen w�re, er k�nne �ber das Fahrzeug verf�gen, h�tte es einen gewissenhaften Menschen zur Vorsicht mahnen m�ssen, wenn eine in diesem Gebiet erfahrene Bank mit Nachdruck einen anderen Standpunkt vertritt. Auch eine Beratung h�tte den Beschwerdef�hrer nicht zu einseitigem Vorgehen berechtigt. Die Verurteilung wegen Veruntreuung verletzt kein Bundesrecht.
Es kann auf die zutreffenden Ausf�hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.
8.- Die Nichtigkeitsbeschwerde erweist sich demnach als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 278 Abs. 1 BStP). Da die Antr�ge des Beschwerdef�hrers aussichtslos waren, ist sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (Art. 152 Abs. 1 OG). Seiner wirtschaftlichen Lage kann mit einer herabgesetzten Geb�hr Rechnung getragen werden (Art. 278 Abs. 1, Art. 245 BStP i.V.m. Art. 153a Abs. 1 OG).
2.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
4.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'600.-- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
5.- Das Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Staatsanwaltschaft sowie dem Oberbericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. M�rz 2002