Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2021/03
Timestamp: 2019-06-17 23:48:12
Document Index: 135147683

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 9', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

BFH, 23.05.2006 - VI R 21/03 - dejure.org
https://dejure.org/2006,520
BFH, 23.05.2006 - VI R 21/03 (https://dejure.org/2006,520)
BFH, Entscheidung vom 23.05.2006 - VI R 21/03 (https://dejure.org/2006,520)
BFH, Entscheidung vom 23. Mai 2006 - VI R 21/03 (https://dejure.org/2006,520)
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Aufwendungen zur Herrichtung eines Arbeitszimmers - Telearbeitsplatz
EStG § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6 lit. b § 9 Abs. 5
Werbungskostenabzug für Telearbeitsplatz
Aktuelle BFH-Entscheidung - Werbungskostenabzug für Telearbeitsplatz
Einrichtekosten für Telearbeitsplätze
Berücksichtigung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einrichtung eines häuslichen Telearbeitsplatzes als Werbungskosten; Voraussetzungen für einen unbeschränkten Werbungskostenabzug; Betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers mehr als 50 v.H. der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit
Telearbeitsplatz zu Hause - Versicherungsmathematiker kann die Kosten unbeschränkt von der Steuer absetzen
Zur Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers in Vorbereitungsphase
Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit
FG München, 23.10.2002 - 10 K 2741/01
BFHE 214, 158
NJW 2006, 2655
NZM 2006, 670
MMR 2006, 670
BB 2006, 1484
DB 2006, 1408
BStBl II 2006, 600
aa) Zutreffend verweist das FG zwar hinsichtlich der Frage, ob die Abzugsbeschränkungen für das häusliche Arbeitszimmer ohne weiteres auf Aufwendungen eines Arbeitnehmers für einen häuslichen Telearbeitsplatz übertragen werden können, auf das Urteil des erkennenden Senats vom 23. Mai 2006 VI R 21/03 (BFHE 214, 158, BStBl II 2006, 600).
Das Prinzip der Abschnittsbesteuerung steht dem nicht entgegen (BFH-Urteil in BFHE 214, 158, BStBl II 2006, 600).
Nur wenn ein Steuerpflichtiger eine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausübe, die in qualitativer Hinsicht gleichwertig sowohl im häuslichen Arbeitszimmer als auch am außerhäuslichen Arbeitsort erbracht werde, liege der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung dann im häuslichen Arbeitszimmer, wenn der Steuerpflichtige mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer tätig werde (BFH-Urteil vom 23. Mai 2006 - VI R 21/03, BStBl lI 2006, 600; BMF-Schreiben vom 03. April 2007, BStBl I 2007, 442, Tz. 8-10).
Der Streitfall lasse sich daher mit dem vom BFH mit Urteil vom 23. Mai 2006 (Az. VI R 21/03) entschiedenen Fall vergleichen, bei dem der Arbeitgeber die Arbeitsfläche in den Firmenräumen verringert habe und dadurch der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit dort liege, wo die qualitativ höherwertigere Tätigkeit erbracht werde.
Dem zeitlichen (quantitativen) Umfang der Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers kommt im Rahmen dieser Würdigung lediglich eine indizielle Bedeutung zu (vgl. BFH-Urteile vom 23.05.2006, VI R 21/03, BStBl. II 2006, 600; vom 06.07.2005 IX R 87/03, BStBl. II 2006, 18;… Blümich/Wied, EStG, § 4 Rz. 854;… Schmidt/Heinicke, EStG, § 4 Rz. 594).
Die gesetzlichen Voraussetzungen für einen unbeschränkten Werbungskostenabzug sind zwar dann nicht erfüllt, wenn der qualitative Schwerpunkt einer Betätigung außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers liegt oder wenn der Aufgabenbereich des Steuerpflichtigen so vielfältig und gestreut ist, dass seine Betätigung keinem konkreten Mittelpunkt zugeordnet werden kann (vgl. BFH-Urteil a.a.O. in BStBl. II 2006, 600).
Der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung kann jedoch im häuslichen Arbeitszimmer liegen, wenn der Steuerpflichtige in qualitativer Hinsicht gleichwertige Arbeitsleistung am häuslichen Arbeitsplatz und außerhalb dieses häuslichen Arbeitsplatzes ableistet (vgl. BFH-Urteil a.a.O. in BStBl. II 2006, 600).
Im Übrigen könnte der Mittelpunkt der beruflichen Betätigung auch dann im häuslichen Arbeitszimmer liegen, wenn ein weiterer qualitativer Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit des Klägers im Außendienst läge und dann eine in qualitativer Hinsicht gleichwertige Arbeitsleistung teilweise am häuslichen Arbeitsplatz und teilweise im Außendienst erbracht wird (vgl. BFH-Urteil a.a.O. in BStBl. II 2006, 600).
Übt ein Telearbeiter im häuslichen Arbeitszimmer und im Büro des Arbeitgebers qualitativ gleichwertige Tätigkeiten aus, ist der Mittelpunkt der Tätigkeiten dort, wo der Telearbeiter zeitlich überwiegend tätig ist (vgl. BFH vom 23. Mai 2006 VI R 21/03, BStBl II 2006, 600).
FG Rheinland-Pfalz, 19.01.2012 - 4 K 1270/09
Vollumfänglicher Werbungskostenabzug von Aufwendungen für einen Telearbeitsplatz …
Der vorliegende Fall unterscheidet sich insofern von dem dem Urteil des BFH vom 23. Mai 2006 VI R 21/03 (BStBl II 2006, 600) zu Grunde liegenden Sachverhalt (dort: gleichwertige Arbeitsleistung zeitlich überwiegend am häuslichen Telearbeitsplatz).
Nach Würdigung der besonderen Umstände des Streitfalls, insbesondere der die Einrichtung des Telearbeitsplatzes betreffenden Regelungen der Dienstvereinbarung(en), ist nach Auffassung des Senats der vom Kläger genutzte Raum schon prinzipiell nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers gleichzustellen, der dem Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b EStG unterliegt (offen gelassen im BFH- Urteil vom 23. Mai 2006 VI R 21/03, a.a.O.).
Die zu erwartenden Umständen bestimmen für die hier angefallenen Vorbereitungsaufwendungen die Abziehbarkeit nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG (BFH-Urteil vom 23. Mai 2006 VI R 21/03, BFHE 214, 158, BStBl II 2006, 600 m.w.N.).
FG Bremen, 15.09.2016 - 1 K 18/16
Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten bei …
Abgrenzung Gewerbebetrieb - freiberufliche Tätigkeit bei einer Praxis für …