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Timestamp: 2016-10-25 01:35:10
Document Index: 238812906

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 109', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 5']

1B_80/2007 (04.06.2007)
Gegen X.________ wird vom Besonderen Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft (BUR) seit dem 5. September 2005 ein Verfahren u.a. wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz gef�hrt. Am 8. November 2005 wurde der Angeschuldigte deswegen in Untersuchungshaft genommen. Er wird verd�chtigt, seit ca. Mai 2004 bis November 2005 zusammen mit A.________ (mutmasslicher Organisator des Drogentransports) sowie B.________, C.________ und D.________ (mutmassliche Abnehmer des eingef�hrten Rauschgifts) Kokain in die Schweiz eingef�hrt und damit Handel betrieben zu haben. Der Angeschuldigte soll die Drogenkuriere in der Schweiz empfangen haben. Zudem sei er f�r den Aufenthalt der Kuriere in der Schweiz verantwortlich gewesen und soll diese bis zum Ausscheiden der Fingerlinge eingesperrt haben.
Die Untersuchungshaft wurde jeweils am 6. Dezember 2005, 30. Januar 2006, 28. M�rz 2006, 23. Mai 2006, 18. Juli 2006, 11. September 2006, 7. November 2006, 29. Dezember 2006 und am 27. Februar 2007 mit Beschluss der Pr�sidentin des kantonalen Verfahrensgerichts in Strafsachen verl�ngert. Begr�ndet wurden die Verl�ngerungen mit Kollusions- resp. (im Februar 2007) mit Fluchtgefahr.
Mit Schreiben vom 16. April 2007 beantragte das BUR erneut eine Verl�ngerung der Untersuchungshaft. Es machte geltend, das Untersuchungsverfahren sei "praktisch abgeschlossen". Ab dem 23. April 2007 st�nden die vollst�ndigen Akten zur Einsicht bereit. Darin nicht enthalten seien lediglich die Einvernahmen von B.________ seit dem 27. Februar 2007. Der Angeschuldigte m�sse zuerst mit diesen neuen Einvernahmen konfrontiert werden. Nach dieser Konfrontation und einer aktuellen Einvernahme zur Person w�rden - vorbeh�ltlich weiterer Beweisantr�ge - noch zwei Wochen f�r das Bereitstellen der Akten, das Ausfertigen der Anklageschrift und die �berweisung des Verfahrens ans Strafgericht ben�tigt.
Die Pr�sidentin des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft hiess den Haftverl�ngerungsantrag des BUR mit Verf�gung vom 24. April 2007 gut und verl�ngerte die Untersuchungshaft bis 19. Juni 2007. Sie bejahte sowohl den dringenden Tatverdacht hinsichtlich der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz als auch Flucht- und Kollusionsgefahr.
Mit Eingabe vom 11. Mai 2007 erhebt X.________ Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 24. April 2007 und seine Entlassung aus der Untersuchungshaft. Gleichzeitig ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Das Besondere Untersuchungsrichteramt des Kantons Basel-Landschaft verzichtet auf eine Stellungnahme. Die Pr�sidentin des Verfahrensgerichts in Strafsachen schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdef�hrer hat sich zur Vernehmlassung des Verfahrensgerichts in verfahrensrechtlicher Hinsicht ge�ussert und keine weiteren Antr�ge gestellt.
Die Verhaftung einer Person ist nach � 77 Abs. 1 des Gesetzes betreffend die Strafprozessordnung des Kantons Basel-Landschaft vom 3. Juni 1999 (StPO/BL; SGS 251) nur zul�ssig, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens dringend verd�chtigt wird, deshalb gegen sie ein Strafverfahren er�ffnet worden ist und aufgrund konkreter Indizien ernsthaft zu bef�rchten ist, sie werde die Freiheit ben�tzen zur Flucht (lit. a); zur Erschwerung oder Vereitelung der Untersuchung, namentlich durch Beeinflussung anderer Personen oder durch Beseitigung von Beweismitteln (lit. b); zur Fortsetzung der deliktischen T�tigkeit, sofern diese eine erhebliche Gefahr f�r Leib, Leben, Freiheit oder Eigentum anderer Personen darstellt. Nach Abs. 2 der zitierten Norm darf die Untersuchungshaft nur solange aufrecht erhalten bleiben, als einer der genannten Haftgr�nde besteht.
2.1 Der Beschwerdef�hrer bestreitet vorab den dringenden Tatverdacht mit Blick auf die Anzahl Drogentransporte, an welchen er mitgewirkt haben soll. Der zu Beginn der Haftzeit formulierte Verdacht laute auf die Organisation von 23 Kokaintransporten aus Venezuela und st�tze sich im Wesentlichen auf einen Rapport der Genfer Polizei vom 8. August 2005. Der von zwei Genfer Polizisten in Venezuela verfasste Bericht sei unter vollkommen ungekl�rten Umst�nden zustande gekommen und halte einem EMRK-konformen Untersuchungsverfahren nicht stand, weshalb er nicht verwertbar sei. Weiter stellt der Beschwerdef�hrer die Glaubw�rdigkeit verschiedener Mitangeschuldigter in Abrede. Der dringende Tatverdacht, wonach er am Transport von 23 kg Kokain beteiligt gewesen sein soll, habe sich im Laufe des Verfahrens nicht erh�rtet, sondern sei "auf h�chstens 1-4 kg zusammengeschrumpft".
2.2 Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der �berpr�fung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachtes keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist jedoch zu pr�fen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdef�hrers an dieser Tat vorliegen, die kantonalen Beh�rden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejahen durften. Im Haftpr�fungsverfahren gen�gt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erf�llen k�nnte (BGE 116 Ia 143 E. 3c S. 146). Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen l�sst dabei nur wenig Raum f�r ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuf�hren, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen (BGE 124 I 208 E. 3 S. 210 mit Hinweisen).
2.3 Dem Schlussbericht der kantonalen Polizei vom 29. Januar 2007 l�sst sich entnehmen, dass sich die Vorw�rfe gegen den Beschwerdef�hrer u.a. auf die Aussagen verschiedener Mitverd�chtiger sowie auf den erw�hnten Bericht der Genfer Polizei st�tzen. Der Beschwerdef�hrer selber hat teilweise zugestanden, innerhalb der fraglichen Drogenhandelsorganisation t�tig und f�r den Empfang der Drogenkuriere in der Schweiz sowie f�r deren Aufenthalt verantwortlich gewesen zu sein (Einvernahme vom 11. Mai 2006, S. 6 ff., act. 21.01.403). Diese Schilderungen werden best�tigt durch zahlreiche Aussagen weiterer Involvierter und Mitangeschuldigter (siehe die Zusammenfassungen im Schlussbericht der Kantonspolizei Basel-Landschaft vom 29. Januar 2007). Zudem hat eine mutmassliche Drogenkurierin den Beschwerdef�hrer anl�sslich der Konfrontationseinvernahme vom 26. Juli 2006 als diejenige Person identifiziert, die sie bei ihrer ersten Reise in die Schweiz im Dezember 2004 empfangen habe. Weiter lassen auch die Aussagen eines Drogenkonsumenten darauf schliessen, dass der Beschwerdef�hrer diesen �ber einen l�ngeren Zeitraum mit Kokain beliefert hat (Aussagen von D.________ vom 19. und 20. September 2006 sowie vom 10. Oktober 2006). Der vom Beschwerdef�hrer bem�ngelte Bericht der Genfer Police judiciaire (act. 04.01.053 ff.) wurde im Rahmen eines Rechtshilfeverfahrens erstellt. Weshalb er nicht verwertbar sein soll, wurde vom Beschwerdef�hrer nicht dargetan und ist im jetzigen Verfahrensstadium nicht ersichtlich. Es wird Aufgabe des Sachrichters sein, die einzelnen Beweise und deren Verwertbarkeit zu pr�fen. Dass im Moment nicht detailliert beziffert werden kann, f�r wieviele Drogentransporte der Angeschuldigte verantwortlich zu machen ist, hindert nicht an der Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft. Zur Bejahung des dringenden Tatverdachtes gen�gen die heute vorliegenden Verdachtsmomente. Dazu kann auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).
Nach Meinung des Beschwerdef�hrers bestehen weder Flucht- noch Kollusionsgefahr.
3.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es f�r die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich der Angeschuldigte, wenn er in Freiheit w�re, der Strafverfolgung und dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen w�rde. Die Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz f�r Fluchtgefahr gewertet werden. Sie gen�gt jedoch f�r sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Vielmehr m�ssen die konkreten Umst�nde des betreffenden Falles, insbesondere die gesamten Lebensverh�ltnisse des Angeschuldigten, in Betracht gezogen werden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62; 117 Ia 69 E. 4a S. 70, je mit Hinweisen).
3.2.1 In Bezug auf die Fluchtgefahr f�hrt das Verfahrensgericht erg�nzend zu seinen fr�heren Beschl�ssen sinngem�ss aus, der Beschwerdef�hrer habe in seiner Stellungnahme selber zugestanden, sich bereits mehrmals im Ausland aufgehalten zu haben. Mittlerweile sei auch seine kranke Mutter verstorben, welche ihn bisher emotional an die Schweiz gebunden habe. Auch wenn er �ber keine Reisedokumente verf�ge, so bestehe im Hinblick auf eine im Falle einer Verurteilung zu erwartende Strafe eine erhebliche Gefahr, dass er sich durch Flucht oder Untertauchen in der Schweiz der weiteren Strafverfolgung oder einem allf�lligen Strafvollzug entziehen k�nnte. Eine Schriftensperre sei bei einem Ausl�nder nur bedingt eine geeignete Ersatzmassnahme, da er sich jederzeit in seiner Heimatbotschaft neue Papiere beschaffen k�nne. Auch die regelm�ssige Meldepflicht stelle keine geeignete Ersatzmassnahme dar. Bez�glich des Electronic Monitorings k�nne auf die Ausf�hrungen im letzten Beschluss verwiesen werden. Als Erstes m�ssten zusammen mit der Bew�hrungshilfe die Voraussetzungen abgekl�rt werden, zumal die betroffene Person �ber eine Wohnung und eine geregelte Tagesstruktur verf�gen m�sse. Zus�tzlich m�sse das Umfeld des Betroffenen mit der Massnahme einverstanden sein. Trotz eines entsprechenden Hinweises des Verfahrensgerichts in seinem vorg�ngigen Beschluss gehe aus der Stellungnahme des Angeschuldigten nicht hervor, ob er Kontakt zur Bew�hrungshilfe aufgenommen habe und wie weit die entsprechenden Abkl�rungen gediehen seien. Im �brigen hege das Verfahrensgericht Zweifel, ob das Electronic Monitoring bei einer erheblichen Fluchtgefahr eine geeignete Ersatzmassnahme sei.
3.2.2 Im Beschluss vom 29. Dezember 2006 hatte das Verfahrensgericht zus�tzlich dargelegt, der Angeschuldigte sei serbischer Staatsangeh�riger, verf�ge �ber verwandtschaftliche Kontakte in Serbien und habe in der Schweiz weder Ehefrau noch Kinder. Die Tatsache allein, dass sich seine Eltern und Geschwister in der Schweiz aufhalten w�rden, d�rfte ihn nicht von der Flucht abhalten. Zudem habe er im Falle einer Verurteilung mit einer mehrj�hrigen Freiheitsstrafe zu rechnen, nachdem ihm vorgeworfen werde, mindestens 23 Bodypacker mit je 1 kg Kokain von hohem Reinheitsgehalt empfangen zu haben. Wenn er angebe, sein Lebensmittelpunkt sei in der Schweiz und er k�nne ohne Reisepass h�chstens in seine Heimat ausreisen, wo er jedoch wegen Milit�rdienstverweigerung gesucht werde, seien diese Behauptungen durch nichts belegt.
3.3 Diesen Ausf�hrungen h�lt der Beschwerdef�hrer keine neuen Argumente entgegen. Er macht sinngem�ss geltend, in der Region Basel aufgewachsen zu sein, wo auch Vater, Bruder und Schwestern leben w�rden. Sein Lebensmittelpunkt liege zweifelsohne dort. Zudem habe er vor seiner Inhaftierung gen�gend Zeit f�r eine Flucht gehabt und sei mehrfach von Auslandaufenthalten in die Schweiz zur�ckgekehrt. Seine Reisedokumente seien beschlagnahmt. Auf dem serbischen Konsulat k�nne er sich keine neuen Papiere beschaffen, da er den Milit�rdienst in Serbien nicht angetreten habe und sofort verhaftet w�rde. Die Angst vor Repressalien im Heimatstaat schliesst jedoch die Flucht in einen Drittstaat nicht aus (vgl. Urteil 1B_49/2007 des Bundesgerichts vom 11. April 2007, E. 2.5), insbesondere mit Blick auf die Schwere der Straftaten, welche dem Beschwerdef�hrer zur Last gelegt werden. Im Falle einer Verurteilung im Sinne der Vorw�rfe hat er eine empfindliche Freiheitsstrafe zu gew�rtigen. Dass er sich vor der Inhaftierung nicht ins Ausland abgesetzt hat, vermag nicht zu �berzeugen, zumal er im damaligen Zeitpunkt noch keinen dringlichen Grund zur Flucht hatte. Die Erw�gungen des Verfahrensgerichts sind verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Auf die Verh�ltnism�ssigkeit der Untersuchungshaft ist sogleich einzugehen (vgl. E. 5 hiernach).
4.1 Was die Kollusionsgefahr anbelangt, verweist das Verfahrensgericht auf die Ausf�hrungen im Beschluss vom 29. Dezember 2006. Mittlerweile habe ein potentieller Grosskunde angehalten werden k�nnen. Dessen Aussagen m�ssten dem Beschwerdef�hrer noch vorgehalten werden. Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt, allenfalls auch bis zur Durchf�hrung einer Konfrontationseinvernahme, bestehe Kollusionsgefahr. Im Beschluss vom 29. Dezember 2006 hatte das Verfahrensgericht in Erw�gung gezogen, der Beschwerdef�hrer sei nur teilweise gest�ndig und streite insbesondere ab, in gr�sserem Stil mit Drogen gehandelt zu haben. Es gab jedoch auch zu bedenken, dass seit der Haftverl�ngerung vom 28. Oktober 2006 kein weiterer Mitt�ter einvernommen worden sei. Der Umstand, dass der mutmassliche Aufenthaltsort der Bodypacker habe eruiert werden k�nnen, erh�rte zwar den Tatverdacht, beeinflusse jedoch die Kollusionsgefahr nicht. Indes mass es den Aussagen des erw�hnten Grosskunden grossen Stellenwert bei: Ein Informant des Besonderen Untersuchungsrichteramts soll 12 kg Kokain bezogen haben, davon ein Grossteil von einem H�ndler, welcher die Droge von dem zu befragenden Grosskunden gekauft habe. Dieser wiederum habe das Kokain direkt vom Beschwerdef�hrer erhalten, welcher es zuvor den Kurieren abgenommen habe. Das Verfahrensgericht erachtete darum die Fortsetzung der Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr bis zur Anhaltung des Kunden Ende Januar 2007 sowie dessen anschliessender umfassenden Befragung und allf�lliger Konfrontation mit dem Beschwerdef�hrer als zul�ssig.
4.2 Wenn der Beschwerdef�hrer behauptet, das Besondere Untersuchungsrichteramt mache keine Kollusionsgefahr mehr geltend, verkennt er, dass das BUR in seinem Antrag vom 16. April 2007 bez�glich der Haftgr�nde auf die Ausf�hrungen fr�herer Antr�ge verweist. Zudem wird ausgef�hrt, der Beschwerdef�hrer solle noch mit den Ergebnissen aus den Einvernahmen des Grosskunden konfrontiert werden, was vermutlich eine einmalige Befragung und allenfalls eine Konfrontationseinvernahme erforderlich mache. Nachdem nach wie vor streitig ist, in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer am Drogenhandel beteiligt war, ist dem Verfahrensgericht darin zuzustimmen, dass den Einvernahmen des Grosskunden massgebliches Gewicht zukommt und Kollusionsgefahr bis zu einer etwaigen Konfrontation bejaht werden kann. Es ist gerichtsnotorisch, dass in F�llen banden- und gewerbsm�ssiger Drogendelinquenz h�ufig versucht wird, Auskunftspersonen und Zeugen einzusch�chtern und zu beeinflussen. Die Einsch�tzung des Besonderen Untersuchungsrichteramts und des Verfahrensgerichts, es sei zu bef�rchten, der Beschwerdef�hrer k�nnte in Freiheit versuchen, dies zu tun, ist, jedenfalls bis zum vollst�ndigen Abschluss der Untersuchung, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. Urteil 1P.544/2006 vom 14. September 2006, E. 2.4). Weitere Erw�gungen zur Kollusionsgefahr er�brigen sich, da - wie in E. 3 hiervor gesehen - der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr vorliegt.
5.1 Gem�ss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessualer Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist richterlich abgeurteilt oder w�hrend des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine �berm�ssige Haftdauer stellt eine unverh�ltnism�ssige Beschr�nkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die Haftfrist die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion �bersteigt. Bei der Pr�fung der Verh�ltnism�ssigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der untersuchten Straftaten Rechnung zu tragen. Der Richter darf die Haft nur so lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche N�he der (im Falle einer rechtskr�ftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion r�ckt. Im Weiteren kann eine Haft die zul�ssige Dauer auch dann �berschreiten, wenn das Strafverfahren nicht gen�gend vorangetrieben wird, wobei sowohl das Verhalten der Justizbeh�rden als auch dasjenige des Inhaftierten in Betracht gezogen werden m�ssen. Nach der �bereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte ist die Frage, ob eine Haftdauer als �berm�ssig bezeichnet werden muss, aufgrund der konkreten Verh�ltnisse des einzelnen Falles zu beurteilen (BGE 132 I 21 E. 4.1 S. 27; 128 I 149 E. 2.2 S. 151; 126 I 172 E. 5a S. 176 f., je mit Hinweisen).
5.2 Im vorliegenden Fall hat der einschl�gig vorbestrafte Beschwerdef�hrer (er wurde gem�ss Auszug aus dem Strafregister [act. 01.01.001] u.a. am 21. August 2001 vom Strafgericht Basel-Stadt der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz und des mehrfachen Konsums von Bet�ubungsmitteln f�r schuldig erkl�rt und in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen) aufgrund der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte (qualifizierte Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, Gef�hrdung von Leben, mehrfache Freiheitsberaubung, etc.) mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Zwar ist er bereits seit 8. November 2005 in Untersuchungshaft. Dennoch d�rfte die bisher aufgelaufene Zeit in Haft die Dauer einer allenfalls auszusprechenden Freiheitsstrafe noch nicht erreicht haben. Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keine Anhaltspunkte daf�r, dass der Beschwerdef�hrer mit einer milden Sanktion respektive einer Mindeststrafe zu rechnen h�tte.
5.3 Bez�glich etwaiger Ersatzmassnahmen ist dem Verfahrensgericht darin zuzustimmen, dass eine Schriftensperre den Beschwerdef�hrer aufgrund der H�he der zu erwartenden Strafe nicht am Untertauchen in der Schweiz oder im Ausland hindern d�rfte. Zu den Erw�gungen hinsichtlich des Electronic Monitorings (vgl. E. 3.2.1 hiervor) �ussert sich der Beschwerdef�hrer nicht. Er legt insbesondere nicht dar, dass er irgendwelche Bem�hungen im Sinne der Empfehlungen des Verfahrensgerichts unternommen h�tte. Electronic Monitoring ist zwar im Kanton Basel-Landschaft als Vollzugsform vorgesehen (siehe Verordnung �ber den Vollzug von Freiheitsstrafen in der Form des Electronic Monitoring vom 3. August 1999 [SGS 261.42]); es ist dem Verfahrensgericht jedoch nicht vorzuwerfen, wenn es die Tauglichkeit dieser Methode zur Unterbindung der Fluchtgefahr in Zweifel gezogen hat. Genauso wenig kann der Fluchtgefahr mit einer schriftlichen Erkl�rung des Beschwerdef�hrers, am Prozess zugegen zu sein, begegnet werden.
Auch das Beschleunigungsgebot gem�ss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK erscheint vorliegend nicht verletzt. Nach der Rechtsprechung ist im Haftpr�fungsverfahren die R�ge, das Strafverfahren werde nicht mit der verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung gef�hrt, indessen nur soweit zu beurteilen, als die Verfahrensverz�gerung geeignet ist, die Rechtm�ssigkeit der Untersuchungshaft in Frage zu stellen und zu einer Haftentlassung zu f�hren. Dies ist nur der Fall, wenn sie besonders schwer wiegt und zudem die Strafverfolgungsbeh�rden, z.B. durch eine schleppende Ansetzung der Termine f�r die anstehenden Untersuchungshandlungen, erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Verfahren nunmehr mit der f�r Haftf�lle verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen.
Diese Voraussetzungen sind vorliegend aufgrund der Aktenlage nicht gegeben. Die Haft wurde in regelm�ssigen Abst�nden umfassend gepr�ft, und die Untersuchungen wurden stets vorangetrieben. Aus dem Antrag auf Haftverl�ngerung vom 16. April 2007 wird denn auch deutlich, dass das BUR bestrebt ist, die Untersuchungen zu einem raschen Ende zu f�hren. Darauf ist es zu behaften. Nachdem der polizeiliche Schlussbericht vom 29. Januar 2007 vorliegt und die massgeblichen Einvernahmen des Grosskunden ebenfalls stattgefunden haben, sind die Untersuchungen nun bald m�glichst abzuschliessen.
2.2 Advokat Niggi Dressler wird zum unentgeltlichen Rechtsbeistand ernannt und f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 1'500.-- entsch�digt.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Besonderes Untersuchungsrichteramt und dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.