Source: https://forum.e-recht24.de/13192-gmx-premium-account-meines.html?s=d4e6a541180271d35b0b2403e24d7acf
Timestamp: 2020-08-05 19:41:02
Document Index: 388338805

Matched Legal Cases: ['§109', '§106', '§111', '§ 823', '§ 832', '§ 832']

vor vier Wochen bekam ich Post von der GMX-Gmbh bezüglich eines Premium Accounts den mein 15 jähriger Sohn ohne mein Wissen abgeschlossen hatte. Ursprünglich wollte er dieses Angebot nur 14 Tage kostenlos testen, vergaß aber zu kündigen. Blöderweise meldete er sich als volljährig an.
Allerdings war ich nicht bereit die Kosten widerspruchslos zu übernehmen.
Nach telefonischer Rücksprache mit dem GMX Kundenservice sollte ich eine Kopie des Kinderausweises an GMX mailen, zusammen mit einer Erklärung die ich wie folgt formulierte:
bezugnehmend auf mein Gespräch mit Frau H. von ihrem Servicebereich, sende ich ihnen im Anhang die Mahnung für meinen Sohn , K., vom 7.12.2009. Frau H. teilte mir bereits mit, dass der Vertrag nicht rechtsgültig ist und somit gelöscht wird, da mein Sohn erst 15 Jahre alt ist.
Ich bitte um Bestätigung der Vertragslöschung.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie mit dem Abschluss des GMX ProMail Vertrages Ihres Kindes mit der GMX GmbH nicht einverstanden sind.
Damit wir den Vorgang überprüfen können, benötigen wir folgende Angaben:
- Eine Kopie des Kinderausweises
- Eine von Ihnen unterschriebene Erklärung
Senden Sie bitte die entsprechenden Unterlagen mit Angabe Ihrer Kundennummer an unsere Postanschrift, bzw. Faxnummer oder einfach per E-Mail Anhang als Pdf-Datei an [email]gmxservices@gmx-gmbh.de[/email]
Nach der Überprüfung der Daten werden wir Sie über die weitere Vorgehensweise informieren.
Auch all diesen Anweisungen leistete ich Folge und dachte die Sache geklärt zu haben.
Allerdings fand ich heute morgen ein Schreiben des bayrischen Inkasso Büros in meinem Briefkasten, das mir mit Pfändung meines Besitzes droht sollte ich die Zahlung von nun ingesamt 78,02 Euro (ursprünglich waren es 17,80 Euro) nicht bis zum 20. Januar erledigen.
Soweit ich das Verstehe bin ich nach BGB §109 nicht zur Zahlung verpflichtet.
Soll ich mich durch das Inkasso Büro verunsichern lassen oder nach wie vor auf Nichtzahlung bestehen?
PS: Ich hoffe das war nicht zu lang, aber ich wollte den Vorfall so genau wie möglich schildern damit er nachvolziehbar ist.
AW: GMX Premium-Account meines Sohnes nicht rechtsgültig?
Man muss dem Inkasso nachweislich (am Besten per Einschreiben) widersprechen. Sollte dann trotzdem irgendwas unternehmen (Pfändung, Kontosperrung u.ä.) dann kann man Schadensersatz fordern.
Soweit ich das verstehe ist die Rechtslage laut BGB §106 -§111 doch ziemlich eindeutig, oder?
Allerdings frage ich mich ob es Probleme geben könnte, da mein Sohn sich als 18-jährig ausgegeben hat.
Glaube ich nicht. Ich glaube mal gehört zu haben, dass die Betreiber ein entsprechendes Verifikationssystem zu verwenden haben, wenn sie diesem Risko aus dem Weg gehen wollen. Ein Häkchen "Ich bin 18" hat rechtlich kaum relevanz. Ebenso die Systeme mit PA u.ä.
Das heißt, der Betreiber geht das Risko ein, mit Minderjährigen Verträge zu schließen, wenn er nicht selbst etwas dagegen tut.
Wenn ich es dem beispiel aber richtig entnommen habe, steht das Problem nicht, ob ein Vertrag zustande gekommen ist (wenn die entsprechenden Unterlagen nachweislich eingereicht wurden), sondern eher, dass "aus Versheen" die Sache dem Inkasso übergeben wurde. Und wenn man dem Inkasso nachweislich(!) widerspricht, haben die normalerweise auch keine rechtliche Grundlage mehr, die Forderung einzutreiben.
h.jottes
Ich hatte wegen einer anderen Sache mit GMX zu tun. Meine Erfahrung:
1. Der Forderung des Inkasso-Büros auf jeden Fall widersprechen. Das ist wichtig.
2. Das Inkasso-Büro bittet dann GMX um Stellungnahme und GMX behauptet, die Forderung sei berechtigt. So kommt man also nicht weiter.
Man hat irgendwann keine Lust mehr und bezahlt. Bei mir zog sich das über 3 Monate.
Falls man das nicht will, kann ich nur raten, sich einen Anwalt zu nehmen.
Das Inkasso-Büro bittet dann GMX um Stellungnahme und GMX behauptet, die Forderung sei berechtigt. So kommt man also nicht weiter.
Damit ist das Inkassobüro aber außen vor, es sei denn, es beschreitet selbst den gerichtlichen Weg (Mahnbescheid). Und dann wird es noch einfacher zu widersprechen (ein Mahnbescheid wird ganz einfach dur4ch einen Widerspruch auf dem vorbereiteten Formular abgewiesen), und ich glaube nicht, dass sich auch solche großen Firmen auf einen echtsstreit einlassen, wenn es zweifelhaft (wie im Beispiel) ist. Denn auch die wägen Aufwand gegen Kosten ab.
Man hat irgendwann keine Lust mehr und bezahlt.
Und genau darauf legen die es: jemanden ohne rechtliche Grundlage (und durch zweifelhaftes Vorgehen) mürbe zu machen. Und solange es Leute gibt, die so handeln, solange wird die Masche auch weiter angewandt. Würde jeder vernünftig handeln, wäre dieses Vorgehen bald ausgestorben. Aber dazu verlangt es Intelligenz und Vernunft, und beides ....
Mit ein paar Grundkenntnissen im Recht kommt man da auch weiter - und sicherlich kann man sich auch einen Anwalt nehmen. Deswegen sollte eine Rechtschutzversicherung eigentlich genauso Standard werden wie eine Haftpflicht. denn dann kann man den Kosten (in der Regel - wenn man nicht auf die falsche Versicherung hereingefallen ist, auch da gibt es schwarze [oder grüne?] Schafe) gelassen entgegen sehen.
Möglich halte ich auch Schadensersatz nach § 823 (2). Ich weiß nicht genau ob "Betrug" als ein zum "Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz" in diesem Fall greift, aber da gibts sicherlich was. Natürlich käme es in diesem Fall auf jeden Fall auf die Einsicht / Reife des Minderjährigen an dieser Stelle an.
11.01.2010, 23:56
@Elradon
Meinst du Schadesnersatz weil er sich als Volljährig ausgegeben hat? Dann:
[url]http://forum.e-recht24.de/13192-gmx-premium-account-meines.html#post35079[/url]
Oh, das habe ich schon gelesen. Allerdings bin ich anderer Meinung.
Sicherlich kann man den Schutz von Minderjährigen vor Vertragsbindungen (von 106 ff BGB) nicht dadurch umgehen, dass man eine einfache Altersabfrage einbaut, die leicht zu fälschen ist. Allerdings sehe ich keinen Grund warum deswegen dann grundsätzlich auch Schadensersatzansprüche ausgeschlossen sein sollen, wenn der Minderjährige sich bewusst älter gemacht hat als er ist. Ansonsten halt "Eltern haften für ihre Kinder" nach § 832 BGB, aber eben dann ist ja genau der Einzelfall zu betrachten).
Aber ob das hier überhaupt relevant ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Für was da das Inkassobüro fordert, wissen wir ja nicht. Ich weiß auch nicht, ob man einen solchen Schadensersatz überhaupt an ein Inkassobüro übergeben kann.
Ich weiß auch nicht, ob man einen solchen Schadensersatz überhaupt an ein Inkassobüro übergeben kann.
Das ist doch nichts anderes als eine Abtretung ...
Zitat von h.jottes
Wieso nicht gleich bezahlen wenn man sowieso nicht weiterkommt?
Meine Situation ist anders, da GMX mir selbst schon zugesichert hat, dass der Vertrag nicht rechtsgültig ist.
Ansonsten halt "Eltern haften für ihre Kinder" nach § 832 BGB, aber eben dann ist ja genau der Einzelfall zu betrachten).
Laut BGB heißt es ja: "Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde."
Ich kann meinen Kind ja nicht Non-Stop über die Schulter schauen! Muss ich meines Wissens ja auch nicht solange meiner Aufsichtspflicht genüge getan habe.
Ich werde dem Inkasso Büro jetzt per Einschreiben widersprechen und abwarten
Soll ich eine Kopie des Ausweises meines Sohnes mitschicken?
Weil die dann genau das erreicht aben, was sie wollten
Das Widersprechen ist okay, das Mitschicken irgendwelcher Dokumente nicht Die müssen nicht die Rechtmäßigkeit ihrer Forderung überprüfen. Man sollte niemals persönliche Daten schicken,wenn es nicht gefordert ist.
Aber Beibringen, dass es nicht mit gefälschten Daten Bestellungen aufgeben darf.. Ich find das gut vertretbar.
Ich glaube das Problem endlich gelößt zu haben. Rief ich nocheinmal die GMX Servicehotline an und verlangt den Leiter der Abrrechnungsabteilung. Nachdem ich ihm die Situation kurz nocheinmal erklärt hatte, bat er mich auf Rückruf zu warten. Nach zwei Stunden ging dann das Telefon und eine Mitarbeiterin erklärte mir, dass meine Mail keine unterschriebene Erklärung beinhalte. Schließlich schaute sie noch einmal nach und fand den Anhang dann doch.
Ich habe auch schon eine E-Mail des Inkassobüros, dass mein Verfahren eingestellt sei. Ich bat auch noch um eine schriftliche Erklärung die mir postalisch zugestellt wird.
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