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Timestamp: 2019-10-15 03:47:56
Document Index: 59846970

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 44', '§ 44', '§ 4', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 45', '§ 40', '§ 45']

Besonders geschützte und streng geschützte Arten
Artenschutzrechtliche Verbote
Gesetzlichkeiten / Rechtsquellen
Aktuelle Gesetzesänderungen im Artenschutz
Artenschutzrechtliche Informationsschriften
Link: Wissenschaftliches Informations-System Internationaler Artenschutz
des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Rechtliche Grundlagen für die besonders geschützten und streng geschützten Arten
1. Rechtliche Grundlagen für die besonders geschützten und streng geschützten Arten
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) legt in § 7 Absatz 2 Ziffer 13 und 14 je nach dem Grad der Gefährdung einen besonderen und einen strengen Schutz von Tieren und Pflanzen fest. Diese besonders geschützten und die zusätzlich streng geschützten Arten unterliegen einschlägigen Verboten wie den Naturentnahme-, Besitz- und Vermarktungsverboten des § 44 BNatSchG sowie des Artikels 8 der EG-Verordnung Nr. 338/97 (s. Gesetzlichkeiten / Rechtsquellen.
Naturentnahmeverbot § 44 Absatz 1 Nr. 1, 3 und 4 BNatSchG
Verbot des Fallenfangs § 4 Absatz 1 BArtSchV
Störverbot § 44 Absatz 1 Nr. 2 BNatSchG
Besitzverbot § 44 Absatz 2 Nr. 1 BNatSchG
Vermarktungsverbot Artikel 8 Absätze 1 und 5 EG-VO Nr. 338/97 sowie
§ 44 Absatz 2 Nr. 2 BNatSchG
Verbot der Ein- und Ausfuhr ohne Genehmigung Artikel 4 und 5 EG-VO Nr. 338/97 sowie
§ 45 Absatz 1 BNatSchG
Aussetzungs- bzw. Ansiedlungsverbote § 40 Absatz 4 BNatschG
Wie die lebenden Tiere unterliegen auch die vollständig erhaltenen toten Tiere (z. B. Präparate, Felle, Skelette) der besonders und der streng geschützten Arten sowie ohne Weiteres erkennbare Teile von ihnen (z. B. Schädel, Federn, Eier) und Erzeugnisse (z. B. Mäntel und Taschen aus Fellen und Leder) den strengen Besitz- und Vermarktungs-verboten (s. Anforderungen bei der Verwendung toter geschützter Tiere).
Besonders und streng geschützte Tiere dürfen nur in Besitz genommen und gehandelt werden, wenn der Besitzer eine Ausnahme dafür nachweisen kann. Gemäß § 45 Bundesnaturschutzgesetz bestehen Ausnahmen davon insbesondere für legal gezüchtete oder mit Genehmigung eingeführte Tiere (s. Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigungen).
Zur Einhaltung der artenschutzrechtlichen Verbote haben Halter der besonders bzw. streng geschützten Tiere über die Nachweispflicht hinaus weitere strenge Anforderungen zu erfüllen (s. Anforderungen an Tierhalter).
Das Abweichen von den gesetzlichen Anforderungen an Halter geschützter Tiere kann durch Bußgeld geahndet werden. In schwerwiegenden Fällen, insbesondere streng geschützte Arten betreffend, können auch strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. Fehlen Nachweise für die legale Herkunft von geschützten Tieren droht die Beschlagnahme.
3. Schutzstatus
Der Schutzstatus geschützter Arten kann vorzugsweise mit dem wissenschaftlichen Namen im Internet unter www.wisia.de ermittelt werden, dem „Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz“ des Bundesamtes für Naturschutz.
Einen Überblick über die Schutzkategorien und Beispiele für besonders geschützte und die zusätzlich streng geschützten Arten gibt die folgende Tabelle.
Beispiele für besonders geschützte Arten
Beispiele für zusätzlich streng geschützte Arten
Wolf, Braunbär, Wildkatze, Großkatzen (Fell), Elefant (Elfenbein), europäische Greifvögel und Eulen, Kleiner Gelbhaubenkakadu, Hellroter Ara, europäische Landschildkröten, alle Meeresschildkröten (Schildpatt, Leder, Fleisch), Heller Tigerpython und Baltischer Stör
Anhang A der EG-Verordnung
Nr. 338/97
Soweit nicht bereits in Anhang A aufgeführt: alle Affen, Papageien, Landschildkröten, Krokodile (Leder, Fleisch), Riesenschlangen (Leder) und Störe (Kaviar) sowie Pekari (Leder), Chamäleons, Baumsteigerfrösche, Grüner Leguan, Riesenmuscheln (Souvenir) und Korallen (Schmuck, Souvenir)
Anhang B der EG-Verordnung
Alle Fledermäuse, Europäischer Biber (Fell), Feldhamster (Fell), Europäische Sumpfschildkröte, Mauereidechse, Leopardnatter, Europäische Hornotter und Rotbauchunke
Anhang IV der FFH-Richtlinie 92/43/EWG
Alle europäischen Vogelarten (Eier, Federn, Fleisch) einschließlich deren Unterarten wie Blauer Dompfaff oder Graukopfstieglitz sowie die gleichzeitig dem Jagdrecht unterliegenden europäischen Wildtauben, Wildenten und Wildgänse
(s. Anlage 1 BArtSchV)
Artikel 1 der Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG 1
Soweit nicht schon in den vorstehenden Anhängen aufgeführt, die meisten nicht jagdbaren heimischen Säugetiere wie Maulwurf (Fell) und alle europäischen Reptilien sowie Amphibien
94 europäische Vogelarten z. B. Eisvogel, Weißstorch, Haubenlerche und Kiebitz,
Westliche Smaragdeidechse und Aspisviper
Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung
(BArtSchV)
1 Ausgenommen Arten, die schon in den Anhängen A oder B der EG-Verordnung Nr. 338/97 aufgeführt sind.
Kontrollaufgaben des Artenschutzes/
Tel.: +49 39244 940-90 (Zentrale)
Fax: +49 39244 940-919
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