Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=31%20U%20118/14
Timestamp: 2019-05-24 14:27:41
Document Index: 273654801

Matched Legal Cases: ['§ 355', 'e contrario', '§ 495', '§ 355', '§ 355', '§ 355', '§ 355', '§ 355', '§ 355', '§ 355', 'e contrario', '§ 312', '§ 357', '§ 495', '§ 495']

OLG Hamm, 16.03.2015 - 31 U 118/14 - dejure.org
OLG Hamm, 16.03.2015 - 31 U 118/14
https://dejure.org/2015,8165
OLG Hamm, 16.03.2015 - 31 U 118/14 (https://dejure.org/2015,8165)
OLG Hamm, Entscheidung vom 16.03.2015 - 31 U 118/14 (https://dejure.org/2015,8165)
OLG Hamm, Entscheidung vom 16. März 2015 - 31 U 118/14 (https://dejure.org/2015,8165)
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Zur Rückabwicklung eines Darlehensvertrags nach Widerruf des Darlehensvertrags, insbesondere zu den Anforderungen an die Darstellung des Beginns der Widerrufsfrist und dem Erfordernis der Belehrung über die Rechtsfolgen eines Widerrufs
Inhaltliche Anforderungen einer Widerrufsbelehrung bei Verbraucherdarlehen
LG Bielefeld, 21.07.2014 - 6 O 459/13
WM 2015, 920
Der Senat (Urteil vom 16.3.2015, 31 U 118/14) hat diese Entscheidung bestätigt und ebenfalls die Widerrufsbelehrung als nicht fehlerhaft bewertet.
Bei der direkten Ansprache des Darlehensnehmers ("Sie") und der Formulierung aus Sicht des Darlehensnehmers ("ich") werden jeweils die Rechte des einzelnen Darlehensnehmers dargestellt, eine "Verklammerung" aller Darlehensnehmer zu einer Einheit könnte allenfalls bei der Formulierung "wir" angenommen werden, die hier aber gerade nicht gewählt wurde (vgl. LG Bielefeld, Urteil vom 21. Juli 2014 - 6 O 459/13 -, juris, bestätigt durch OLG Hamm, Urteil vom 16. März 2015 -31 U 118/14 -, juris).
Aus dem Umstand, dass § 355 Abs. 2 BGB a.F. eine solche Regelung nicht getroffen habe, sei e contrario zu folgern, dass eine ausdrückliche Belehrung zu den Widerrufsfolgen bei Verbrauchergeschäften, die nicht in einer Haustürsituation zustande gekommen seien, nicht erforderlich sei (OLG Hamm, Urt. v. 16.03.2015, 31 U 118/14, zitiert nach [...]; OLG Celle, Beschl. v. 14.07.2014, 3W 34/14, zitiert nach [...]).
Auch aus dem weiteren Gesamtkontext bzw. der dortigen Wortwahl der Widerrufsbelehrung ("Sie" bzw. "Ihnen") wird für einen durchschnittlichen Bankkunden bzw. Verbraucher ohne Zweifel deutlich, dass jeweils allein und ausschließlich eben er selbst gemeint sein kann (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 16.03.2015, 31 U 118/14, WM 2015, 920, Rn 26-30 mwN; OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.02.2015, I-17 U 125/14, www.juris.de; OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 01.08.2014, 23 U 288/13, www.juris.de, dort Rn 20; OLG Celle, Beschluss vom 14.07.2014, 3 W 34/14, WM 2014, 1421, dort Rn 12/13; vgl. auch Kropf, WM 2013, 2250).
Ein irreführender Eindruck, wonach die Beklagte hingegen die ihr möglicherweise bereits zum Teil zugeflossenen Zins- und Tilgungsleistungen des Verbrauchers behalten dürfte, entsteht hierdurch nicht (so auch OLG Celle WM 2014, 1421, 1422; OLG Hamm, WM 2015, 920, 921;… OLG Frankfurt am Main, BKR 2015, 413 Rn. 55;… aA Bülow/ Artz, Verbraucherkreditrecht, 7. Aufl. 2011, § 495 Rn. 112a;… PWW/Medicus, BGB, 3. Aufl., § 355 Rn. 11a;… Soergel/Pfeiffer, BGB, 13. Aufl., § 355 Rn. 47; Rehmke/Tiffe, VuR 2014, 135, 139;… Erman/Saenger, BGB, 12. Aufl., § 355 Rn. 10;… Soergel/Schreiber, BGB, 13. Aufl., §§ 355 - 360 nF Rn. 27).
Die mit der Nichtzulassungsbeschwerde angefochtene Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm, welche den Rechtsstandpunkt des erkennenden Senats teilt, ist hiernach rechtskräftig geworden (vgl. den Hinweis bei juris zu OLG Hamm WM 2015, 920 [OLG Hamm 16.03.2015 - 31 U 118/14] ).
Ein solches Missverständnis wird vorliegend aber durch den Gebrauch der Wendung "meine Vertragserklärung" ausgeschlossen (ebenso: OLG Frankfurt, 23 U 288/13, Beschlüsse vom 1. August und 17. September 2014, juris ; OLG Frankfurt, 23 U 178/14, Urteil vom 5. August 2015, juris ; OLG Celle WM 2014, 1421; OLG Hamm WM 2015, 920 und WM 2015, 1007; Homberger , EWiR 21/2014, 671).
Gemäß § 355 BGB a.F. bedurften die Widerrufsbelehrungen nicht der Darstellung der Widerrufsfolgen (…vgl. OLG Hamm, Urt. v. 21.10.2015 - 31 U 56/15 - BeckRS 2015, 20137, Rn. 53;… Urt. v. 30.09.2015 - 31 U 132/14 - BeckRS 2016, 02812, Rn. 37; Urt. v. 16.03.2015 - 31 U 118/14 - BeckRS 2015, 08164, Rn. 20;… Urt. v. 02.02.2015 - 31 U 126/14 - BeckRS 2015, 08481;… OLG Celle, Beschl. v. 14.07.2014 - 3 W 34/14 - zit. nach juris, Rn. 16;… OLG Frankfurt, Beschl. v. 07.07.2016 - 23 U 288/15 - BeckRS 2016, 15797, Rn. 29).
Aus dem Umstand, dass § 355 Abs. 2 BGB a.F. eine solche Regelung nicht trifft, ist im Umkehrschluss zu folgern, dass eine ausdrückliche Belehrung zu den Widerrufsfolgen bei Verbrauchergeschäften, die nicht in einer Haustürsituation zustande gekommen sind, nicht erforderlich ist (OLG Hamm, Urt. v. 16.03.2015, 31 U 118/14, zitiert nach juris; OLG Celle, Beschl. v. 14.07.2014, 3 W 34/14, zitiert nach juris).
Aus dem Umstand, dass § 355 Abs. 2 BGB a.F. eine solche Regelung nicht trifft, ist e contrario zu folgern, dass eine ausdrückliche Belehrung zu den Widerrufsfolgen bei Verbrauchergeschäften, die nicht in einer Haustürsituation zustande gekommen sind, nicht erforderlich ist (OLG Hamm, Urt. v. 16.03.2015, 31 U 118/14, zitiert nach juris; OLG Celle, Beschl. v. 14.07.2014, 3 W 34/14, zitiert nach juris).
Soweit die Widerrufsbelehrung der Beklagten unter der Überschrift "Widerruf bei bereits erhaltenen Leistungen" den Hinweis enthält, dass der Darlehensnehmer für den Fall, dass er vor Ablauf der Widerrufsfrist bereits eine Leistung von der Bank erhalten hat, sein Widerrufsrecht dennoch ausüben kann, aber bei Widerruf empfangene Leistungen an die Bank zurückgewähren muss und der Bank die von ihm aus der Leistung gezogenen Nutzungen herauszugeben habe, ist dieser Hinweis von Rechts wegen nicht zu beanstanden, da er dem Rückabwicklungsverhältnis nach einem Widerruf Rechnung trägt (OLG Hamm, Urt. v. 16.03.2015, 31 U 118/14, zitiert nach juris).
Während die Belehrung über das Widerrufsrecht nach § 312 Abs. 2 BGB a.F. auf die Rechtsfolgen des § 357 Abs. 1 und 3 BGB hinweisen muss, enthält § 495 BGB a.F. für den Verbraucherdarlehensvertrag keine entsprechende Regelung, so dass eine Pflicht, auf die Rechtsfolgen hinzuweisen, nicht besteht und das Fehlen eines solchen Hinweises die Belehrung folglich nicht fehlerhaft macht (OLG Stuttgart, Urteil vom 29.04.2015, 9 U 176/14; OLG Celle, Beschluss vom 14.07.2014, 3 W 34/14; OLG Hamm, Urteile vom 02.02.2015, 31 U 126/14 und vom 16.03.2015, 31 U 118/14; LG Bielefeld, Urteil vom 21.07.2014, 6 O 459/13;… Staudinger/Kessal-Wulf, BGB 2012, § 495 Rn. 30 und 35 (für Altverträge)).
Anderer Ansicht sind das OLG Stuttgart, Urteil vom 29.04.2015, 9 U 176/14, das OLG Celle, Beschluss vom 14.07.2014, 3 W 34/14, das OLG Hamm, Urteil vom 16.03.2015, 31 U 118/14 und das LG Bielefeld, Urteil vom 21.07.2014, 6 O 459/13.
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