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Timestamp: 2016-10-27 20:54:41
Document Index: 378783514

Matched Legal Cases: ['§ 1592', '§ 1594', '§ 1599', '§1626', '§ 619', '§ 1600']

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Geburtsurkundeneintrag
| 09.10.2007 09:10 | Preis: ***,00 € |
habe ein problem mit dem standesamt hamburg
meine freundin ist seit 2,5 jahren in scheidung lebend und noch nicht geschieden,nun ist sie schwanger von mir und das kind kommt im januar zur welt...das problem ist nun das wenn das kind zur welt kommt bin ich auf der geburtsurkunde nicht der vater sondern der noch ehemann meiner freundinn...und er hätte dann auch sorgerecht
und eine nette beamtin vom standesamt meinte es gäbe keine möglichkeit dieses zu ändern...
bräucht mal hilfe wie ich sowas ändern kann möchte nicht das irgendjemand das sorgerecht für mein kind bekommt den ich nicht kenne !
09.10.2007 | 10:28
das Standesamt hat leider recht, derzeit darf es sie nicht auf der Geburtsurkunde eintragen.
Nach § 1592 Abs. 1 BGB gilt als rechtlicher Vater eines Kindes automatisch der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Dieser hat damit dann auch zusammen mit der Mutter das Sorgerecht.
Nach § 1594 Abs. 2 BGB ist eine Anerkennung der Vaterschaft nicht wirksam, solange die (rechtliche) Vaterschaft eines anderen Mannes besteht. Ist der Ehemann nicht der biologische Vater des Kindes, muss die Vaterschaft daher i.d.R. erst gerichtlich angefochten werden, damit diese Vermutung nicht gilt. § 1599 Abs. 2 BGB gibt aber außerdem die einfachere Möglichkeit der sog. scheidungsabhängigen Vaterschaftsanerkennung, wenn zum Zeitpunkt der Geburt bereits ein Scheidungsantrag anhängig ist. Wenn ein anderer Mann spätestens bis zu einem Jahr nach Rechtskraft des Scheidungsurteils die Vaterschaft anerkennt und sowohl die Mutter des Kindes als auch der Noch-Ehemann zustimmen, dann ist derjenige, der die Vaterschaft wirksam anerkannt hat, der rechtliche Vater des Kindes. Sämtliche Erklärungen müssen öffentlich beurkundet werden. Diese Vaterschaftsanerkennung wird aber ausdrücklich frühestens mit der Rechtskraft des Scheidungsurteils wirksam.
Auch als mit der rechtskräftigen Scheidung dann auch rechtlicher Vater des Kindes hätten Sie damit noch nicht automatisch das Sorgerecht für das Kind. Sind die Eltern eines Kindes nicht miteinander verheiratet, steht ihnen das gemeinsame Sorgerecht zu, wenn sie öffentlich beurkundete Sorgerechtserklärungen abgeben oder wenn sie einander heiraten (§1626 a BGB). Ansonsten hat die Mutter das alleinige Sorgerecht.
Nachfrage vom Fragesteller	09.10.2007 | 12:03
danke für die schnelle antwort..war sehr hilfreich
ich muss sagen ist aber ein blödes gesetz denn wenn kurz nach der geburt meiner freundin was passiert (angenommen ein todesfall) dann kann irgendjemand über mein kind entscheiden.ohne das ich was tun kann.... Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
09.10.2007 | 13:10
stirbt einer der Ehegatten, bevor das Scheidungsurteil rechtskräftig ist, so ist das Scheidungsverfahren als in der Hauptsache erledigt anzusehen (§ 619 ZPO), da die Ehe in diesem Fall durch den Tod aufgelöst worden ist. Auch in einem solchen Fall soll die sog. scheidungsabhängige Vaterschaftsanerkennung wirksam werden. Falls Sie ansonsten Anhaltspunkte dafür haben, dass das Kindeswohl gefährdet ist, sollten Sie sich an das Jugendamt oder an einen Anwalt vor Ort wenden. Das Familiengericht kann die erforderlichen Maßnahmen treffen und ggf. auch das Sorgerecht entziehen.
09.10.2007 | 11:42
Eine gerichtliche Vaterschaftsanfechtung ist übrigens fristgebunden. Sie kann nur innerhalb von zwei Jahren erfolgen (§ 1600 b BGB). Bewertung des Fragestellers
"super danke hat mir geholfen "
super danke hat mir geholfen ANTWORT VON
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