Source: http://www.tki.at/19/steuern-und-abgaben/steuerliche-aenderungen-2017/
Timestamp: 2017-12-11 05:34:28
Document Index: 366320036

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 102', '§ 189', '§ 22', '§ 5', '§ 4']

TKI - Tiroler Kulturinitiativen: Steuerliche Änderungen 2017
Im Folgenden ein Auszug aus den beschlossenen Neuerungen & Änderungen für das Jahr 2017
Neuer Grenzbetrag für die Geringfügigkeit ab dem 01.01.2017:
Ein Beschäftigungsverhältnis gilt als geringfügig, wenn es für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist und im Kalendermonat kein höheres Entgelt als 425,70 € gebührt.
Die tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfällt ab 1.1.2017!
Einkommensteuer-/Lohnsteuertarif bzw. Steuererklärungspflicht für die Veranlagung für das Jahr 2016 und 2017 (§ 42 EStG). Die Grenze für die Bezahlung von Einkommensteuer beträgt
für unbeschränkt Steuerpflichtige ohne Lohneinkünfte 11.000 € und für unbeschränkt Steuerpflichtige mit Lohneinkünften insgesamt 12.000 €.
Eine Einkommensteuererklärung muss demnach dann abgegeben werden:
wenn im Einkommen keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthalten sind und das Einkommen (= der Gewinn) mehr als 11.000,00 € beträgt;
wenn im Einkommen neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften auch andere Einkünfte von insgesamt mehr als 730,00 € enthalten sind und das gesamte
Jahreseinkommen, in dem auch lohnsteuerpflichtige Einkünfte sind, mehr als 12.000,00 € beträgt;
wenn man beschränkt steuerpflichtig ist (keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat) und die inländischen Einkünfte, die gem. § 102 EStG zu veranlagen sind, mehr als 2.000,00 € betragen oder wenn man vom Finanzamt dazu aufgefordert worden ist.
Einkommensteuertarif neu für Einkünfte ab 2016
Für ein Einkommen bis 11.000 Euro pro sind sind keine Steuern zu bezahlen. Für Einkommen ab 11.000 Euro gibt es drei verschiedene Tarifstufen:
0 - 11.000 €/Jahr > steuerfrei
über 11.000 € - 25.000 €/Jahr > 36,5 %
über 25.000 € - 60.000 €/Jahr > 43,21 %
über 60.000 €/Jahr > 50 %
Für Einkommen bis 11.000 Euro pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen. Für Einkommen ab 11.000 Euro pro Jahr gibt es ab der Veranlagung für das Jahr 2016 sechs verschiedene Tarifstufen:
über 11.000 € - 18.000 €/Jahr > 25 %
über 18.000 € - 31.000 €/Jahr > 35 %
über 31.000 € - 60.000 €/Jahr > 42 %
über 60.000 € - 90.000 €/Jahr > 48 %
über 90.000 € - 1 Mio €/Jahr > 50 %
über 1 Mio €/Jahr > 55 % (befristet für die Jahre 2016 - 2020)
Umsatzsteuererklärungspflicht:
Grundsätzlich hat jede Unternehmerin/jeder Unternehmer für das abelaufende Kalenderjahr eine Stuererklärung abzugeben.
KleinunternehmerInnen sind von der Abgabe einer Umsatzsteuererklärung prinzipiell befreit, wenn ihr Umsatz nicht über 30.000 € liegt und sie vom Finanzamt auch nicht zur Abgabe einer Erklärung durch Zusendung eines Vordruckes aufgefordert worden sind.
Achtung: für KünstlerInnen, die Umsatzsteuer in Rechnung stellen: Der Steuersatz hat sich seit 1.1.2016 von 10 % auf 13 % erhöht.
Es sind auch weitere Leistungen von der Umsatzsteuererhöhung von 10 % auf 13 % betroffen, u.a.:
Lieferungen und Einfuhren von bestimmten Gegenständen. Davon betroffen sind u. a. Holz, Gemälde, Zeichnungen, Drucke, Briefmarken, Sammlungsstücke, Antiquitäten, usw.
(siehe dazu auch Atikel: Steuerreform 2015)
Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung).
Allgemein 30.04.
Über FinanzOnline 30.06.
Bei Veranlagung aufgrund mehrerer Dienstverhältnisse 30.09.
Selbständige KünstlerInnen und SchriftstellerInnen, die nicht buchführungspflichtig (*1) sind und auch freiwillig keine Bücher führen, können ihre Betriebsausgaben pauschaliert absetzen. Das Pauschale beträgt 12 % des Umsatzes, maximal € 8.725,00 jährlich und umfasst folgende Betriebsausgaben:
Bewirtungsspesen sowie üblicherweise nicht belegbare Betriebsausgaben.
Die übrigen Betriebsausgaben sind in tatsächlicher Höhe absetzbar. Ermittlung der Vorsteuern: 12 % des Betriebsausgabenpauschales, maximal 1.047,00 € jährlich (damit ist nur der Vorsteuerabzug aus den pauschalierungs-fähigen Betriebsausgaben abgegolten); Vorsteuern für andere Ausgaben können zusätzlich in tatsächlicher Höhe geltend gemacht werden.
(*1) Buchführungspflicht gemäß § 189 Abs. 1 Z 2 UGB (die Verpflichtung zur Führung einer doppelten Buchführung) entsteht grundsätzlich, wenn der Umsatz in zwei aufeinander folgenden Jahren € 700.000,00 überschreitet oder in einem Jahr 1 Mio. € (Grenze ab 2010). Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sind unabhängig von der Höhe des Umsatzes buchführungspflichtig.
Für freie Berufe iSd UGB (z.B. KünstlerInnen, SchriftstellerInnen) ist keine Buchführungspflicht vorgesehen. Selbstverständlich können FreiberuflerInnen
– wie alle anderen UnternehmerInnen, die nicht buchführungspflichtig sind – freiwillig Bücher führen. (Die Pflicht zur Führung einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung besteht aber sehr wohl.)
Für UnternehmerInnen, die zwar Einkünfte aus selbständiger Arbeit nach § 22 EStG erzielen, aber keine freien Berufe im Sinne des UGB ausüben (z.B. HausverwalterInnen), sind die Umsatz-Schwellenwerte des UGB hingegen anzuwenden; ihr Überschreiten führt aber nicht zur Gewinnermittlung nach § 5 EStG, sondern nach § 4 Abs. 1 EStG.
Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag (jährlich):
ohne Kind seit 2011 gestrichen
bei einem Kind 494 €
bei zwei Kindern 669 €
bei drei Kindern 889 €
für jedes weitere Kind zusätzlich 220 €
Zuverdienstgrenze jährlich 6.000 €
für das 1. Kind monatlich 29,20 €
für das zweite Kind monatlich 43,80 €
für jedes weitere Kind monatlich 58,40 €
Kinderabsetzbetrag (monatlich pro Kind) 58,40 €
Jede Person, die für Kinder Familienbeihilfe bezieht, erhält zusätzlich den Kinderabsetzbetrag ausbezahlt. Die Auszahlung erfolgt automatisch gemeinsam mit der Familienbeihilfe. In der Steuererklärung ist der Kinderabsetzbetrag daher nicht geltend zu machen.
Mehrkindzuschlag (monatlich):
Für das dritte und jedes weitere Kind ab 2011 monatlich 20,00 €. Abhängig vom Familienbeihilfenbezug. Einkommen des/r Anspruchsberechtigten und seines/ihres (Ehe)Partners im Vorjahr maximal 55.000 €. Die Absetzbeträge mindern direkt die Steuer. Wird keine Steuer gezahlt, wirken die Absetzbeträge dennoch als „Negativsteuer“, die bei der Veranlagung ausbezahlt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass mindestens ein Kind vorhanden ist, für das man den Kinderabsetzbetrag erhält.
wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 220 Euro jährlich,
wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 132 Euro jährlich pro Person.
wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 440 Euro jährlich,
wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 300 Euro pro Person.
Freiberuflich tätige KünstlerInnen sind seit 2001 grundsätzlich als so genannte „Neue Selbständige“ bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) kranken- und pensionsversichert sowie bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) unfallversichert.
Für „Neue Selbständige“ gelten für Gewinne bis einschließlich 2015 zwei Versicherungsgrenzen. Erst bei Überschreiten einer dieser beiden Grenzen besteht die Pflicht zur Bezahlung der Sozialversicherung. Bei Unterschreiten einer dieser beiden Grenzen kann man sich freiwillig versichern, um einen Versicherungsschutz beanspruchen zu können.
Für Gewinne ab dem Jahr 2016 gibt es für KünstlerInnen bzw. Neue Selbständige nur mehr eine Versicherungsgrenze, ab der eine Pflichtversicherung eintritt. Diese orientiert sich an der Geringfügigkeitsgrenze für unselbständig Beschäftigte und beträgt ab dem 01.01.2017 5.108,40 € jährlich.
Gerichtl. beeidete Sachverständige
Vogelweiderstr. 20c
Detailliertere Informationen zur Sozialversicherung für KünstlerInnen gibt es auf der Seite der IG Bildende Kunst