Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/256554,90.html?sid=b0fab9379132478c2a60096e774566ce
Timestamp: 2018-05-21 07:04:10
Document Index: 388880083

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 142', '§ 119', '§ 280', '§123', '§123', '§ 123', '§ 812', '§ 654', '§ 654']

Verfasst am: 06 Apr 2010 - 18:06:06 Titel:
Ich würde mich zu sehr auf den Punkt ,,Irrtum" festfahren. denn eine Prüfung sieht so aus:
I.Anspruch entastanden
2. § 138 könnte man hier ansprechen
II Anspruch untergegangen gemäß § 142 I
1. Zulässigkeit der Anfechtung
a) § 119 II
b) " 123 I 1. Alt
aa) Anwendbarkeit +
bb) Täuschung
Und hier ist die Täuschung über den Kaufpreis ausschlaggebned für die Willensbildung des S
Schutzzwecj der Norm:Willensbildung und -entschließung durch äußere Einwirkungen schützen
Hätte S davon gewusst, hätte er sich sicherlich anders entschieden.
Denn wer zahlt denn so viel mehr für eine Wohnung, die viel weniger wert ist.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 19:24:53 Titel:
@ huldibert
Meines Erachtens nach entsteht ein Anspruch M gegen L. Erstens denke ich, dass L von der Maklertätigkeit des M wusste --> siehe Sachverhalt und zweitens ist eine Doppeltätigkeit nicht per se nicht verwerflich. Nur dann, wenn der Makler wider die Interessen des Auftraggebers handelt. Das ist hier meines Erachtens nur bei S der Fall. L profitiert ja von der Doppeltätigkeit des M. Aber vllt habe ich auch was übersehen.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 19:30:22 Titel:
Ich sehe nichts ungewöhnliches darin, dass jemand mehr für eine Wohnung zahlt, als sie wert ist. Wenn jemand eine Wohnung unbedingt haben will, dann will er die Konkurrenz wohl auch mithilfe des Preises ausstechen. Typisches Beispiel: Auktion.
Außerdem herrscht immernoch Privatautonomie. Mal davon abgesehen, und das betrachte ich nur als netten Nebeneffekt, finde ich es taktisch sinnvoll den Hauptvertrag nicht auf Grund einer wirksamen Anfechtung scheitern zu lassen. Zumindest was die spätere Prüfung M gegen S anbelangt und S gegen M aus § 280.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 20:26:10 Titel:
Also ich habe bei dem §123 II geschrieben, dass M eine Aufklärungspflicht hinsichtlich der Abrede gehabt hatte. Und da M Dritter im Sinne des §123 II ist, kann diese Täuschung auch dem L zugerechnet werden. Und S hat sich darüber getäuscht, dass M als ehrlicher Makler tätig wird und vor allem, dass er nicht für L tätig ist. Denn er hat somit auch getäuscht, dass er von L auch Provision erhält, was sich ja auch auf den Kaufpreis auswirkt.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 20:55:43 Titel:
@claudia: Das mit der Aufklärungspflicht finde ich gut. habe auch darüber nachgedacht und folgendes gelesen: Leitlinie für die Annahme einer Aufklärungspflicht ist, ob die verschwiegenen Umstände_also der ,,wahre" Kaufpreis_ den Vertragszweck erheblich gefährden oder gar vereiteln können und deshalb für die Willensbildung des anderen teils von offensichtlich erheblich Bedeutung sind.
Kann mir einfach nicht vorstellen, dass § 123 nicht greift.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 20:58:54 Titel:
S geht davon aus, dass er einen fairen Preis bezahlt.
Also kann man doch von einem Irrtum ausgehen.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 21:07:23 Titel:
Ich habe bisher ebenfalls 123 bzgl. der Abrede bejaht. Dann prüfe ich 142 I und § 812. Habt ihr das auch so?
Ich frage mich allerdings nach wie vor, ob ihr alle dann die restlichen Ansprüche des S gegen M auf Schadensersatz und M gegen S auf Maklerlohn etc. hilfsgutachtlich prüft??
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 21:14:13 Titel:
Also ich sage ja nicht, dass Eure Argumente nicht was für sich haben, dennoch denke ich, dass hier die Privatautonomie und die Mündigkeit eines Bürgers nicht derart eingeschränkt werden sollten. Jeder sollte so dumme Geschäfte machen wie er für richtig hält. Im Übrigen finde ich es, naja grenzwertig, grundsätzlich von ehrlichen Maklern auszugehen. Die Rechtsgeschichte beweist das Gegenteil...und das seit der Antike. Man könnte somit auch die Auffassung vertreten, dass S ebenso seinem Makler hätte misstrauen müssen...*gut das letztere war jetzt übertrieben : )*
Desweiteren leuchtet mir nach eurer Lösung dann nicht ganz der Sinn und Zweck des § 654 ein. Eigentlich wäre dieser dann doch überflüssig, oder? Schließlich könnte jeder Vertrag dann wg 123 angefochten werden und man würde erst gar nicht zum § 654 kommen.
Zugegeben gibt es eine Ausnahme: Wenn der Auftraggeber NICHT anfechtet...
Im Ergebnis sind wahrscheinlich beide Lösungswege vertretbar.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 21:26:28 Titel:
ich habe bei iner bejahung des 123 auch Probleme mit der weiteren Prüfung. ich HASSE Hilfsgutachten. Vielleicht sollte ich doch taktischer vorgehen.
Verfasst am: 06 Apr 2010 - 21:33:49 Titel:
Also wie schon erwähnt, ich bin auf S. 16. Somit muss ich ja auf jeden Fall hilfsgutachtlich weiterprüfen. Finde das zwar blöd, aber ich sehe keine Alternative.
Ich denke, wenn man kein Hilfsgutachten prüft fehlt zu viel.