Source: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/10/22/die-woche-in-bildern
Timestamp: 2019-05-24 05:51:07
Document Index: 83925752

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

EuGH, EuGH und: EuGH!: Die Woche in Bildern
Stuttgart - 22.10.2016, 07:00 Uhr
Was sagt die FAZ? Wie findet die Süddeutsche Zeitung das Urteil? Und SPON? Bild? Nicht nur Apotheker und deren Presse beschäftigt der EuGh-Entscheid: Bundesweit ist das Echo enorm. Werden Medikamente jetzt billiger? Die DAZ.online-Presseschau schafft Ihnen einen Überblick der medialen Reaktionen. Auch bei Facebook und Twitter wird heftig gepostet und kommentiert.
Krude, selektiv, zynisch findet Dr. Christian Rotta, Geschäftsführer des Deutschen Apotheker Verlags und selbst Jurist, die Entscheidungskaskade der europäischen Justiz. „Geht`s noch?“, fragt er in seinem Kommentar, wenn – wie vom EuGH gedacht – „traditionelle Apotheken“ künftig versuchen könnten, im Preiswettbewerb mit den Versandapotheken durch verstärkte Herstellung von Rezepturen zu punkten. Bekanntermaßen sind ja gerade Rezepturen das Rückgrat und finanzielle Standbein jeder deutschen Apotheke. Auch Professor Hilko J. Meyer bezeichnet das Urteil als „skandalös“. In einem Gastbeitrag regt er an, die Preisregelungen für Medikamente aus dem Arzneimittelrecht in das Sozialrecht zu transplantieren. Damit würden sie weitgehend aus der Zuständigkeit der Union herausgenommen. Und was sagt die ABDA? Der Präsident Friedemann Schmidt bezeichnet den Entscheid wider des deutschen Rechts als „maximale Provokation“. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisiert er die Geringschätzung pharmazeutischer Leistungen, die aus dem Urteil spräche. „Das EuGH-Urteil degradiert uns zu Arzneimittelhändlern“. (Foto: Fessy)
Ist das das Ergebnis des Rx-Boni-Entscheids? Apotheken-Shopping auf Rezept? Ein Bonus von bis zu zehn Euro verspricht DocMorris seinen Kunden pro rezeptpflichtigem Arzneimittel. Diese würden mit der Zuzahlung verrechnet oder auf das Kundenkonto gutgeschrieben. Und zuzahlungsbefreite Patienten? Können sie künftig satte Gewinne von bis zu 30 Euro pro Rezept einstreichen – und für OTC-Arzneimittel nutzen? (Foto: Screenshot / DAZ)
Soll nun ein generelles Versandhandelsverbot für alle rezeptpflichtigen Arzneimittel folgen? Geht es nach der ABDA, dann ja: „Wir werden aus allen Rohren schießen“, sagt Schmidt. Der Verband der Versandapotheken reagiert auf diesen Plan der ABDA mit harscher Kritik. Ein generelles Rx-Versandverbot hält der BVDVA-Vorsitzende Buse für völlig unrealistisch – und fordert nun gegenüber DAZ.online eine Höchstpreisverordnung statt der AMPreisV, um die „nicht hinnehmbare Wettbewerbsverzerrung“ zu beenden. (Foto: BVDVA)
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – sagt Hermann Hesse. Und so ein klein wenig von Zauberei und Hexenküche hat das Pharmaziestudium durchaus. Ob es nun ein guter Zauber oder böser Zauber ist – darüber scheiden sich bei den Pharmaziestudenten die Geister. Es hält sich allerdings hartnäckig das Gerücht: Letzteres sei der Fall. Diese Woche hat an den Universitäten wieder das neue Semester begonnen – auch eine neue Charge Pharmaziestudenten saß am Montag zum ersten Mal im Hörsaal. Aufregender Anfang oder beängstigender Beginn? Von Analytik bis Zauberei – ABC für Erstsemester, was man als Pharmaziefrischling wissen sollte – DAZ.online hat sich Gedanken gemacht. (Foto: shaiith / Fotolia)
Vom Super-Gau in der deutschen Apotheken-Landschaft schwappen wir über zu Super-Bugs in indischen Abwässern. Beides leider nicht annähend so „super“, wie die Wörter verleiten lassen zu denken. Die Super-Bugs schwappen dann unter Umständen auch zu uns über. Der Tourismus macht es möglich und ist ein bekannter Vektor für die Verbreitung von Krankheitserregern. Die wohl tödlichen und selbst gegen Reserveantibiotika resistenten Keime wurden in der Nähe von Arzneimittelherstellbetrieben entdeckt. Der pharmazeutische Unternehmer Aurobindo gilt als Wiederholungstäter bei den Umweltsündern. (Foto: macrovector / Fotolia)
Diese Woche fand im Gesundheitsausschuss des Bundestages ein Expertengespräch zur Ausschreibung von Zytostatika statt. Das Bundesgesundheitsministerium hatte bereits vergangene Woche entschieden, die Selektivverträge abzuschaffen, ohne diese zuvor anberaumte Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss noch abzuwarten. Minister Hermann Gröhe (CDU) hat die entsprechenden Änderungen schon im vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf für das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) untergebracht. Im Expertengespräch kam unter anderem Martin Litsch vom AOK-Bundesverband zu Wort. Er sieht die ortsnahe Versorgung durch Ausschreibungen keineswegs gefährdet. Der Vorstandschef beim Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO), Stephan Schmitz, ist anderer Meinung: Eine bewährte Prozesskette bei der Versorgung von Krebspatienten sei durch die Ausschreibungen ausgeschaltet. (Foto: VZA)
Und gleich nochmals: Zytostatika. Der Kassendienstleister spectrumK hat für 53 Krankenkassen mit insgesamt rund neun Millionen Versicherten erstmals bundesweit Open-House-Verträge ausgeschrieben. Zu von der Kasse vorgegebenen Bedingungen kann jede Apotheke, die bereit ist, diese zu erfüllen, mitmachen. spectrumK sieht sein Modell sowohl den Exklusivverträgen anderer Kassen als auch den Rabattverträgen mit Herstellern überlegen. (Foto: psdesign1 / Fotolia)
Früher nannte man sie „Zappelphilipp“ oder „Klassenkasper“: Kinder, die an ADHS leiden. Durch die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung haben diese Kinder Schwierigkeiten, still zu sitzen und sich zu konzentrieren. Unser Beratungs-Quickie von dieser Woche schaut sich die Therapie eines Jungen mit ADHS genauer an. Aktiv gegen Hyperaktivität mit Medikinet. (Foto: Sergey Nivens / Fotolia)
Seit gestern gewährt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) einen offenen Zugang zu klinischen Studienberichten für neue Humanarzneimittel. Als erstes wurden in einem Schwung mehr als 100 Berichte mit rund 260.000 Seiten bekannt gemacht, zu lediglich zwei Arzneimitteln. (Foto: grufnar / Fotolia)
Tatsächlich – Dunkle Wolken am Apothekenhimmel. Mit diesem Foto fing DAZ.online-Redakteurin Julia Borsch am Mittwoch treffend die Situation und Stimmung deutscher Apotheker nach dem EuGH-Urteil ein: Die europäischen Richter kippen das Rx-Boni-Verbot. DocMorris bekommt Recht, deutsches Recht scheint mit Füßen getreten und die Apotheker-Welt steht Kopf. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“? Nicht immer: Befürworter und Gegner des Rx-Boni-Entscheids sind diese Woche zu Wort gekommen. DAZ.online ist es gelungen, ein buntes Meinungsbild der grauen Stimmung einzufangen. Was sonst noch passiert ist? Für die jüngsten in der Apothekerschaft – die Pharmaziestudenten – fiel der Startschuss zum neuen Semester. Immer noch ein Beruf mit grandiosen Chancen? In die Zukunft sehen können wir leider noch nicht. Aber die Woche Revue passieren lassen ... DAZ.online blickt zurück.
von Benny am 22.10.2016 um 10:55 Uhr
von Berny am 22.10.2016 um 13:10 Uhr
Test wunderbar!
Nur noch Rigor.
von Benjamin Müller am 22.10.2016 um 9:27 Uhr
Warum eigentlich nicht als erste Maßnahme den verringerten Mehrwertsteuersatz für (mindestens) RX-Arzneimittel einführen? Im Vergleich zu den anderen EU-Länderen wäre das sowieso überfällig... Und der Abstand zu niederländischen Versandbuden würde nur noch 1 % statt 13 % betragen...
Mittelfristig würde sonst / /wird die MwSt. für Arzneimittel sowieso ins Ausland abfließen.
AW: Mehrwertsteuersätze
von Katja Daub am 22.10.2016 um 23:22 Uhr
Dem kann ich mich nur anschließen!! Aber wahrscheinlich haben weder die Politik noch die Richter begriffen, dass Doc Moris, dass sich die Rabatte aus der Meherwertsteuer ergeben. Für Hotelübernachtungen wurde vor wenigen Jahren innerhalb kürzester Zeit die Mehrwertsteuer abesenkt. Warum nicht auch weningstens für verschreibungspflichtige Medikamente (besser für alle Medikamente)?! Und da kann dann auch kein EuGH etwas dagegen tun. Insbesonere ist die Aufklärung in der Bevölkerun (und Politik!) wichtig, weil wir durch die aktuellen Diskussionen zumindest in der Bevölkerung wieder den Eindruck erwecken, uns die Taschen vollzuwirtschaften, weil nicht verstanden wird, dass 19% des Medikamentenpreises in der Staatskasse und nicht bei uns landen. Ein jeder sei eingeladen sich bei Hochpreisern die absoluten Beträge der abzuführenden Mehrwertsteuersätze anzuschauen und die tatsächlichen Gewinne für uns als Apotheke daneben zu stellen. Die Krankenkassen würden gleichermaßen entlastet und kämen nicht mehr in die Versuchung Verträge mit ausländischen Versandapotheken zu schließen...
PS: Vielleicht sollte man beim EuGH mal klagen, ob überhaupt unterschiedliche Mehrwertsteuer auf gleiche Artikel zwischen verschiednen Ländern erlaubt sind... Oder ist dann auf einmal Länderrecht höher als Europarecht?!
Kritik und Entsetzen
von Frank ebert am 22.10.2016 um 7:56 Uhr
Wie oft habe ich Kritik für meine kritischen und provokanten Kommentare bekommen. Aber ich hatte gegen die blauäugigen und abwiegelnden Komentare recht. Es geht in der heutigen Zeit nicht mehr um Daseinsfürsorge, gewachsende Struckturen, Werte und ein klasse funktionierendes System. Es geht nur im Geld , Geld und nochmals Geld. Leitbild 2030 was für ein Quatsch. Jetzt gilt , Überlebensstrategie 2017. Ps: eine Plakataktion in U-Bahnen und tollen Plätzen macht auch noch den Letzten in der Bevölkerung auf die Versender aufmerksam. Warum nie vorher. Auf die Bevölkerung hoffen ist Quatsch wie die ganzen Foren im Internet zeigen. Traurig aber wahr, die EU hat uns kaputt gemacht.
AW: Kritik und Entsetzen
von Rainer G. Danke am 22.10.2016 um 9:18 Uhr
@Frank Ebert: vielleicht hat sich die Kritik ja eher auf die sexistischen und rassistischen (Unter-)Töne in ihren Postings bezogen?
von Bernd Jas am 22.10.2016 um 13:07 Uhr
...ständig was zu knöttern, dann die Sache mit den Klaarnamen (klappt doch) und jetzt schon wieder was neues; die Entscheidung des EuGh!
Aber DA muss ich Ihnen, wie schon gesagt Recht geben, man sollte in verantwortlichen Positionen immer mit allen möglichen Wahrscheinlichkeiten und vor allem, mit sämtlich möglichen Unwahrscheinlichkeiten rechnen. Und da waren Sie (geben Sie es zu! - jetzt!) als empörter Kritiker nicht allein auf weiter Flur, als es hieß: "Klage vor EuGh wegen RX-Boinverbot, ... ABDA braucht keinen Plan B weil es zu 80%´iger Wahrscheinlichkeit eh nicht gekippt wird".
Im Übrigen, die Zyto-Ausschreibungen treffen gerade die betroffenen Kollegen mit Rückgrat so hart, dagegen ist ein Uppercut von Klitschkow eine Streicheleinheit.
Also Sie hätten durch aus mal fragen können: "Ich geh´ kaputt, kommt Ihr mit?"