Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=L%2017%20U%20128/07
Timestamp: 2020-08-05 14:23:53
Document Index: 141619560

Matched Legal Cases: ['§ 162', 'Art. 3', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 2', '§ 725', '§ 162']

LSG Nordrhein-Westfalen, 19.12.2007 - L 17 U 128/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,15206
LSG Nordrhein-Westfalen, 19.12.2007 - L 17 U 128/07 (https://dejure.org/2007,15206)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 19.12.2007 - L 17 U 128/07 (https://dejure.org/2007,15206)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 19. Dezember 2007 - L 17 U 128/07 (https://dejure.org/2007,15206)
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Beitragsausgleichverfahren - Zulässigkeit des reinen Zuschlagsverfahrens - Pflichtmitgliedschaft in der deutschen gesetzlichen UV - kein Verstoß gegen europäisches Gemeinschaftsrecht
Rechtmäßigkeit der Erhebung von Zuschlägen zur gesetzlichen Unfallversicherung bei Überschreitung der Durchschnittsbelastung aller Beitragspflichtigen durch die Eigenbelastung eines einzelnen Beitragspflichtigen; Voraussetzungen und Auslegung des § 162 Abs. 1 Siebtes Buch ...
SG Aachen, 27.04.2007 - S 10 (14) U 138/05
Etwas anderes gilt ausnahmsweise dann, wenn eine Abgabe den Pflichtigen übermäßig belastet und seine Vermögensverhältnisse grundlegend beeinträchtigt, die Abgabe also "erdrosselnde Wirkung" hat (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 19.12.2007 - L 17 U 128/07, juris Rz. 26 m. w. N., insbesondere BVerfG, Beschluss vom 25.09.1990 - 1 BvR 907/87; BSG, Urteil vom 21.10.1999 - B 11/10 AL 8/98 R).
Denn es nicht erkennbar, dass der Satzungsgeber beabsichtigt, durch die Finanzierung seiner Aufwendungen unternehmerische Entscheidungen zu beeinflussen (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 19.12.2007 - L 17 U 128/07, juris Rz. 27 m. w. N., insbesondere BVerfG, Beschluss vom 29.11.1989 - 1 BvR 1402/87; BSG, Urteil vom 21.10.1999 - B 11/10 AL 8/98 R).
Aufgrund der in Bezug auf die gezahlten Jahresarbeitsentgelte verhältnismäßig geringen Zuschläge ist zudem nicht erkennbar, dass der Klägerin aufgrund der Umlage kein angemessener Spielraum mehr verbleibt, um sich als Unternehmerin wirtschaftlich frei zu entfalten (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 19.12.2007 - L 17 U 128/07, juris Rz. 28, m. w. N., insbesondere BVerfG, Beschluss vom 18.12.1974 - 1 BvR 430/65; siehe auch BSG…, Urteil vom 16.11.2005 - B 2 U 15/04 R, juris Rz. 25 m. w. N.).
Der Senat verweist insoweit ergänzend auf die Ausführungen des LSG Baden-Württemberg (…Urteil vom 15. Oktober 2009 - L 6 U 1859/08 -, juris Rn. 38 bis 41), mit denen Verstöße gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG), die Eigentumsgarantie (Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG), das Grundrecht auf Berufsfreiheit (Art. 12. Abs. 1 GG) sowie das Recht auf allgemeine Handlungsfreiheit (Art. 2 Abs. 1 GG) zutreffend verneint worden sind (ebenso LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 19. Dezember 2007 - L 17 U 128/07 -, juris Rn. 25 bis 28; vgl. auch BSG…, Urteil vom 18. Oktober 1984 - 2 RU 31/83 -, SozR 2200 § 725 Nr. 10 und juris Rn. 23, 24, 25).
Der Senat teilt im Rahmen des summarischen Verfahrens die Ansicht, dass die Ermächtigungsnorm grundsätzlich nicht verfassungswidrig ist (siehe hierzu auch: LSG Nordrhein-Westfalen, Urt. V. 19.12.2007, Az.: L 17 U 128/07;… KassKomm-Ricke, § 162 SGB VII, Rdnr. 2).