Source: https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2005/57
Timestamp: 2019-01-20 12:35:24
Document Index: 56000479

Matched Legal Cases: ['§1', '§ 29', '§ 25', '§2', '§3', '§ 10', '§4', '§5', '§ 3', '§ 6', '§ 8', '§8', '§ 7', '§ 9', '§9', '§6', '§ 7', '§7', '§ 1', '§ 5', '§ 6', '§ 17', '§ 10', '§ 13', '§ 1', '§ 15', '§ 11', '§ 12', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 21', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 10', '§ 19', '§ 21', '§ 42', '§ 44', '§ 5', '§ 14', '§ 15', '§ 3', '§ 52', '§ 282', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 3', '§ 28', '§ 150', '§ 150', '§ 212', '§ 150', '§ 150', '§ 147', '§ 62', '§ 1', '§ 3', '§ 14', '§ 405', '§ 404', '§ 17', '§ 20', '§ 5', '§ 90', '§ 90', '§ 91', '§ 92', '§ 8', '§ 8', '§ 18', '§ 18', '§ 36', '§ 36', '§ 43', '§ 43', '§ 44', '§ 44', '§ 72', '§ 72', '§ 90', '§ 91', '§ 92', '§ 93', '§ 93', '§ 94', '§ 94', '§ 96', '§ 2', '§ 44', '§ 43', '§ 6', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 90', '§ 3', '§ 14', '§ 18', '§ 18', '§ 1615', '§ 19', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 27', '§ 36', '§ 35', '§ 27', '§ 36', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 39', '§ 40', '§ 41', '§ 27', '§ 42', '§ 42', '§ 43', '§ 43', '§ 44', '§ 44', '§ 1744', '§ 45', '§ 46', '§ 47', '§ 50', '§ 52', '§ 59', '§ 61', '§ 62', '§ 42', '§ 52', '§ 8', '§ 63', '§ 64', '§ 65', '§ 50', '§ 8', '§ 8', '§ 64', '§ 67', '§ 68', '§ 69', '§ 5', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 171', '§ 225', '§ 30', '§ 76', '§ 78', '§ 27', '§ 42', '§ 42', '§ 78', '§ 72', '§ 84', '§ 87', '§ 43', '§ 87', '§ 44', '§ 43', '§ 89', '§ 43', '§ 89', '§ 86', '§ 86', '§ 89', '§ 90', '§ 90', '§ 22', '§ 22', '§ 91', '§ 91', '§ 91', '§ 13', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 33', '§ 34', '§ 35', '§ 27', '§ 35', '§ 42', '§ 41', '§ 20', '§ 32', '§ 27', '§ 35', '§ 41', '§ 92', '§ 93', '§ 91', '§ 91', '§ 19', '§ 91', '§ 19', '§ 91', '§ 91', '§ 91', '§ 93', '§ 93', '§ 19', '§ 90', '§ 95', '§ 94', '§ 93', '§ 19', '§ 74', '§ 96', '§ 97', '§ 93', '§ 92', '§ 39', '§ 31', '§ 97', '§ 97', '§ 97', '§ 97', '§ 64', '§ 98', '§ 31', '§ 27', '§ 42', '§ 42', '§ 24', '§ 99', '§ 27', '§ 35', '§ 41', '§ 43', '§ 44', '§ 24', '§ 101', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 102', '§ 69', '§ 69', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 28', '§ 41', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 104', '§ 43', '§ 47', '§ 2', '§ 23', '§ 128', '§ 23', '§ 18', '§ 1', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 1', '§ 1']

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BGBl. Teil 1: Nr. 57 (2005)
Veröffentlicht am 13.09.2005, PDF downloaden
Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (Informationsfreiheitsgesetz- IFG) (Seite 2)
Gesetz zur Änderung des Gemeindefinanzreformgesetzes und anderer Gesetze (Seite 5)
Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz - KICK) (Seite 9)
Erste Verordnung zur Änderung der Heimaturlaubsverordnung (Seite 21)
2722 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (Informationsfreiheitsgesetz – IFG) Vom 5. September 2005 Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen: §1 Grundsatz (1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Gesetzes gegen- über den Behörden des Bundes einen Anspruch auf Zu- gang zu amtlichen Informationen. Für sonstige Bundes- organe und -einrichtungen gilt dieses Gesetz, soweit sie öffentlich-rechtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Einer Behörde im Sinne dieser Vorschrift steht eine natür- liche Person oder juristische Person des Privatrechts gleich, soweit eine Behörde sich dieser Person zur Erfül- lung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben bedient. (2) Die Behörde kann Auskunft erteilen, Akteneinsicht gewähren oder Informationen in sonstiger Weise zur Ver- fügung stellen. Begehrt der Antragsteller eine bestimmte Art des Informationszugangs, so darf dieser nur aus wichtigem Grund auf andere Art gewährt werden. Als wichtiger Grund gilt insbesondere ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand. (3) Regelungen in anderen Rechtsvorschriften über den Zugang zu amtlichen Informationen gehen mit Aus- nahme des § 29 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und des § 25 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch vor. §2 Begriffsbestimmungen Im Sinne dieses Gesetzes ist 1. amtliche Information: jede amtlichen Zwecken die- nende Aufzeichnung, unabhängig von der Art ihrer Speicherung. Entwürfe und Notizen, die nicht Be- standteil eines Vorgangs werden sollen, gehören nicht dazu; 2. Dritter: jeder, über den personenbezogene Daten oder sonstige Informationen vorliegen. e) Angelegenheiten der externen Finanzkontrolle, f) Maßnahmen zum Schutz vor unerlaubtem Außen- wirtschaftsverkehr, g) die Durchführung eines laufenden Gerichtsverfah- rens, den Anspruch einer Person auf ein faires Ver- fahren oder die Durchführung strafrechtlicher, ord- nungswidrigkeitsrechtlicher oder disziplinarischer Ermittlungen, 2. wenn das Bekanntwerden der Information die öffent- liche Sicherheit gefährden kann, 3. wenn und solange a) die notwendige Vertraulichkeit internationaler Ver- handlungen oder b) die Beratungen von Behörden beeinträchtigt wer- den, 4. wenn die Information einer durch Rechtsvorschrift oder durch die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum materiellen und organisatorischen Schutz von Ver- schlusssachen geregelten Geheimhaltungs- oder Ver- traulichkeitspflicht oder einem Berufs- oder besonde- ren Amtsgeheimnis unterliegt, 5. hinsichtlich vorübergehend beigezogener Information einer anderen öffentlichen Stelle, die nicht Bestandteil der eigenen Vorgänge werden soll, 6. wenn das Bekanntwerden der Information geeignet wäre, fiskalische Interessen des Bundes im Wirt- schaftsverkehr oder wirtschaftliche Interessen der Sozialversicherungen zu beeinträchtigen, 7. bei vertraulich erhobener oder übermittelter Informa- tion, soweit das Interesse des Dritten an einer vertrau- lichen Behandlung im Zeitpunkt des Antrags auf Infor- mationszugang noch fortbesteht, §3 8. gegenüber den Nachrichtendiensten sowie den Be- hörden und sonstigen öffentlichen Stellen des Bun- des, soweit sie Aufgaben im Sinne des § 10 Nr. 3 des Sicherheitsüberprüfungsgesetzes wahrnehmen. Schutz von besonderen öffentlichen Belangen §4 Der Anspruch auf Informationszugang besteht nicht, Schutz des behördlichen Entscheidungsprozesses 1. wenn das Bekanntwerden der Information nachteilige Auswirkungen haben kann auf a) internationale Beziehungen, b) militärische und sonstige sicherheitsempfindliche Belange der Bundeswehr, c) Belange der inneren oder äußeren Sicherheit, d) Kontroll- oder Aufsichtsaufgaben der Finanz-, Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden, (1) Der Antrag auf Informationszugang soll abgelehnt werden für Entwürfe zu Entscheidungen sowie Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung, soweit und solange durch die vorzeitige Bekanntgabe der Informationen der Erfolg der Entscheidung oder bevor- stehender behördlicher Maßnahmen vereitelt würde. Nicht der unmittelbaren Entscheidungsvorbereitung nach Satz 1 dienen regelmäßig Ergebnisse der Beweiser- hebung und Gutachten oder Stellungnahmen Dritter.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 (2) Der Antragsteller soll über den Abschluss des je- weiligen Verfahrens informiert werden. §5 Schutz personenbezogener Daten (1) Zugang zu personenbezogenen Daten darf nur ge- währt werden, soweit das Informationsinteresse des Antragstellers das schutzwürdige Interesse des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs überwiegt oder der Dritte eingewilligt hat. Besondere Arten personenbe- zogener Daten im Sinne des § 3 Abs. 9 des Bundesdaten- schutzgesetzes dürfen nur übermittelt werden, wenn der Dritte ausdrücklich eingewilligt hat. (2) Das Informationsinteresse des Antragstellers über- wiegt nicht bei Informationen aus Unterlagen, soweit sie mit dem Dienst- oder Amtsverhältnis oder einem Mandat des Dritten in Zusammenhang stehen und bei Informatio- nen, die einem Berufs- oder Amtsgeheimnis unterliegen. (3) Das Informationsinteresse des Antragstellers über- wiegt das schutzwürdige Interesse des Dritten am Aus- schluss des Informationszugangs in der Regel dann, wenn sich die Angabe auf Name, Titel, akademischen Grad, Berufs- und Funktionsbezeichnung, Büroanschrift und -telekommunikationsnummer beschränkt und der Dritte als Gutachter, Sachverständiger oder in vergleich- barer Weise eine Stellungnahme in einem Verfahren abgegeben hat. (4) Name, Titel, akademischer Grad, Berufs- und Funktionsbezeichnung, Büroanschrift und -telekommu- nikationsnummer von Bearbeitern sind vom Informa- tionszugang nicht ausgeschlossen, soweit sie Ausdruck und Folge der amtlichen Tätigkeit sind und kein Ausnah- metatbestand erfüllt ist. 2723 des gilt, wenn sich der Antragsteller in den Fällen, in denen Belange Dritter berührt sind, mit einer Unkennt- lichmachung der diesbezüglichen Informationen einver- standen erklärt. (3) Auskünfte können mündlich, schriftlich oder elek- tronisch erteilt werden. Die Behörde ist nicht verpflichtet, die inhaltliche Richtigkeit der Information zu prüfen. (4) Im Fall der Einsichtnahme in amtliche Informatio- nen kann sich der Antragsteller Notizen machen oder Ablichtungen und Ausdrucke fertigen lassen. § 6 Satz 1 bleibt unberührt. (5) Die Information ist dem Antragsteller unter Berück- sichtigung seiner Belange unverzüglich zugänglich zu machen. Der Informationszugang soll innerhalb eines Monats erfolgen. § 8 bleibt unberührt. §8 Verfahren bei Beteiligung Dritter (1) Die Behörde gibt einem Dritten, dessen Belange durch den Antrag auf Informationszugang berührt sind, schriftlich Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb eines Monats, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass er ein schutzwürdiges Interesse am Ausschluss des Informationszugangs haben kann. (2) Die Entscheidung nach § 7 Abs. 1 Satz 1 ergeht schriftlich und ist auch dem Dritten bekannt zu geben. Der Informationszugang darf erst erfolgen, wenn die Ent- scheidung dem Dritten gegenüber bestandskräftig ist oder die sofortige Vollziehung angeordnet worden ist und seit der Bekanntgabe der Anordnung an den Dritten zwei Wochen verstrichen sind. § 9 Abs. 4 gilt entsprechend. §9 §6 Ablehnung des Antrags; Rechtsweg Schutz des geistigen Eigentums und von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen (1) Die Bekanntgabe einer Entscheidung, mit der der Antrag ganz oder teilweise abgelehnt wird, hat innerhalb der Frist nach § 7 Abs. 5 Satz 2 zu erfolgen. Der Anspruch auf Informationszugang besteht nicht, soweit der Schutz geistigen Eigentums entgegensteht. Zugang zu Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen darf nur gewährt werden, soweit der Betroffene eingewilligt hat. §7 Antrag und Verfahren (1) Über den Antrag auf Informationszugang entschei- det die Behörde, die zur Verfügung über die begehrten Informationen berechtigt ist. Im Fall des § 1 Abs. 1 Satz 3 ist der Antrag an die Behörde zu richten, die sich der natürlichen oder juristischen Person des Privatrechts zur Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben bedient. Betrifft der Antrag Daten Dritter im Sinne von § 5 Abs. 1 und 2 oder § 6, muss er begründet werden. Bei gleich- förmigen Anträgen von mehr als 50 Personen gelten die §§ 17 bis 19 des Verwaltungsverfahrensgesetzes ent- sprechend. (2) Besteht ein Anspruch auf Informationszugang zum Teil, ist dem Antrag in dem Umfang stattzugeben, in dem der Informationszugang ohne Preisgabe der geheimhal- tungsbedürftigen Informationen oder ohne unverhältnis- mäßigen Verwaltungsaufwand möglich ist. Entsprechen- (2) Soweit die Behörde den Antrag ganz oder teilweise ablehnt, hat sie mitzuteilen, ob und wann der Informati- onszugang ganz oder teilweise zu einem späteren Zeit- punkt voraussichtlich möglich ist. (3) Der Antrag kann abgelehnt werden, wenn der An- tragsteller bereits über die begehrten Informationen ver- fügt oder sich diese in zumutbarer Weise aus allgemein zugänglichen Quellen beschaffen kann. (4) Gegen die ablehnende Entscheidung sind Wider- spruch und Verpflichtungsklage zulässig. Ein Wider- spruchsverfahren nach den Vorschriften des 8. Ab- schnitts der Verwaltungsgerichtsordnung ist auch dann durchzuführen, wenn die Entscheidung von einer obers- ten Bundesbehörde getroffen wurde. § 10 Gebühren und Auslagen (1) Für Amtshandlungen nach diesem Gesetz werden Gebühren und Auslagen erhoben. Dies gilt nicht für die Erteilung einfacher Auskünfte. (2) Die Gebühren sind auch unter Berücksichtigung des Verwaltungsaufwandes so zu bemessen, dass der
2724 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 § 13 Informationszugang nach § 1 wirksam in Anspruch ge- nommen werden kann. (3) Das Bundesministerium des Innern wird ermäch- tigt, für Amtshandlungen nach diesem Gesetz die Ge- bührentatbestände und Gebührensätze durch Rechts- verordnung ohne Zustimmung des Bundesrates zu be- stimmen. § 15 Abs. 2 des Verwaltungskostengesetzes findet keine Anwendung. § 11 Veröffentlichungspflichten (1) Die Behörden sollen Verzeichnisse führen, aus denen sich die vorhandenen Informationssammlungen und -zwecke erkennen lassen. (2) Organisations- und Aktenpläne ohne Angabe per- sonenbezogener Daten sind nach Maßgabe dieses Ge- setzes allgemein zugänglich zu machen. (3) Die Behörden sollen die in den Absätzen 1 und 2 genannten Pläne und Verzeichnisse sowie weitere geeig- nete Informationen in elektronischer Form allgemein zu- gänglich machen. § 12 Bundesbeauftragter für die Informationsfreiheit (1) Jeder kann den Bundesbeauftragten für die Infor- mationsfreiheit anrufen, wenn er sein Recht auf Informati- onszugang nach diesem Gesetz als verletzt ansieht. (2) Die Aufgabe des Bundesbeauftragten für die Infor- mationsfreiheit wird von dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz wahrgenommen. (3) Die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgeset- zes über die Kontrollaufgaben des Bundesbeauftragten für den Datenschutz (§ 24 Abs. 1 und 3 bis 5), über Bean- standungen (§ 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 4, Satz 2 und Abs. 2 und 3) sowie über weitere Aufgaben gemäß § 26 Abs. 1 bis 3 gelten entsprechend. Änderung anderer Vorschriften (1) Das Bundesdatenschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. Januar 2003 (BGBl. I S. 66) wird wie folgt geändert: In den Angaben der Inhaltsübersicht zur Überschrift des Dritten Unterabschnitts im Zweiten Abschnitt und zu den §§ 21 bis 26 sowie in § 4c Abs. 2 Satz 2, § 4d Abs. 1, 6 Satz 3, § 6 Abs. 2 Satz 4, § 10 Abs. 3 Satz 1, § 19 Abs. 5 Satz 2, Abs. 6 Satz 1, in der Überschrift des Dritten Unter- abschnitts im Zweiten Abschnitt, in den §§ 21 bis 26, in § 42 Abs. 1 Satz 1 zweiter Halbsatz, Abs. 4 Satz 3 sowie § 44 Abs. 2 Satz 2 werden jeweils die Wörter „für den Datenschutz“ durch die Wörter „für den Datenschutz und die Informationsfreiheit“ ersetzt. (2) Dem § 5 Abs. 4 des Bundesarchivgesetzes vom 6. Januar 1988 (BGBl. I S. 62), das zuletzt durch das Gesetz vom 5. Juni 2002 (BGBl. I S. 1782) geändert wor- den ist, wird folgender Satz angefügt: „Gleiches gilt für Archivgut, soweit es vor der Übergabe an das Bundesarchiv oder die Archive der gesetzgeben- den Körperschaften bereits einem Informationszugang nach dem Informationsfreiheitsgesetz offen gestanden hat.“ § 14 Bericht und Evaluierung Die Bundesregierung unterrichtet den Deutschen Bun- destag zwei Jahre vor Außerkrafttreten über die Anwen- dung dieses Gesetzes. Der Deutsche Bundestag wird das Gesetz ein Jahr vor Außerkrafttreten auf wissen- schaftlicher Grundlage evaluieren. § 15 Inkrafttreten Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 2006 in Kraft. Die verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrates sind gewahrt. Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden. Berlin, den 5. September 2005 Der Bundespräsident Horst Köhler Der Bundeskanzler Gerhard Schröder Für den Bundesminister des Innern Die Bundesministerin der Justiz Brigitte Zypries
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 2725 Gesetz zur Änderung des Gemeindefinanzreformgesetzes und anderer Gesetze Vom 6. September 2005 Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 Änderung des Gemeindefinanzreformgesetzes Das Gemeindefinanzreformgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. April 2001 (BGBl. I S. 482), zuletzt geändert durch Artikel 8 Abs. 12 des Gesetzes vom 4. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3166), wird wie folgt geändert: tigen Entgelten enthalten,“ eingefügt, die Wör- ter „nach den Absätzen 1 bis 4“ durch die Wörter „nach Absatz 1“ und die Angabe „Absatz 5“ durch die Angabe „Absatz 1“ ersetzt. bb) In Satz 6 werden die Wörter „nach den Absät- zen 1 bis 4“ durch die Wörter „nach Absatz 1“ ersetzt. Artikel 2 Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch 1. In § 3 Abs. 1 Satz 4 und Abs. 2 werden jeweils die Wörter „in Verbindung mit § 52 Abs. 22d“ gestrichen und nach der Angabe „16. April 1997 (BGBl. I S. 821)“ jeweils die Wörter „ , zuletzt geändert durch das Gesetz vom 19. Dezember 2000 (BGBl. I S.1812)“ ein- gefügt. In § 282a des Dritten Buches Sozialgesetzbuch – Arbeitsförderung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594, 595), das zuletzt durch Artikel 3 des Gesetzes vom 8. Juni 2005 (BGBl. I S. 1530) geändert worden ist, wird nach Absatz 2a folgender Absatz 2b ein- gefügt: 2. § 5d wird wie folgt geändert: „(2b) Die Bundesagentur darf dem Statistischen Bun- desamt und den statistischen Ämtern der Länder nach Gemeinden zusammengefasste statistische Daten über die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die sozialversicherungspflichtigen Entgelte – jeweils ohne Beschäftigte von Gebietskörperschaften und So- zialversicherungen sowie deren Einrichtungen – über- mitteln, soweit diese für Vorschläge zur Festsetzung des Verteilungsschlüssels für den Gemeindeanteil am Auf- kommen der Umsatzsteuer nach § 5d des Gemeinde- finanzreformgesetzes erforderlich sind. Das Statistische Bundesamt und die statistischen Ämter der Länder dür- fen die in Satz 1 genannten Daten dem Bundesministe- rium der Finanzen sowie den zuständigen obersten Lan- desbehörden übermitteln, soweit die Daten für die Fest- setzung des Verteilungsschlüssels nach § 5d des Gemeindefinanzreformgesetzes erforderlich sind. Die Daten dürfen nur auf Ersuchen übermittelt und nur für die in den Sätzen 1 und 2 genannten Zwecke verwendet wer- den. Sie sind vier Jahre nach Festsetzung des Ver- teilungsschlüssels zu löschen. Werden innerhalb dieser Frist Einwendungen gegen die Berechnung des Ver- teilungsschlüssels erhoben, dürfen die Daten bis zur abschließenden Klärung der Einwendungen aufbewahrt werden, soweit sie für die Klärung erforderlich sind.“ a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: „(1) Die Verteilungsschlüssel nach den §§ 5a und 5b werden zum 1. Januar 2009 auf einen fort- schreibungsfähigen Verteilungsschlüssel umge- stellt. Das Statistische Bundesamt führt zur Vorbe- reitung der Umstellung Modellrechnungen insbe- sondere unter Einbeziehung der folgenden Merk- male durch: 1. das der Jahresrechnung nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe a des Finanz- und Personalstatis- tikgesetzes entnommene Gewerbesteuerauf- kommen (brutto); 2. die in der Beschäftigten- und Entgeltstatistik mit Stand 30. Juni des jeweiligen Jahres ermit- telte Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne Beschäftigte von Gebiets- körperschaften und Sozialversicherungen so- wie deren Einrichtungen; 3. die in der Beschäftigten- und Entgeltstatistik ermittelte Jahressumme der sozialversiche- rungspflichtigen Entgelte ohne Beschäftigte von Gebietskörperschaften und Sozialversiche- rungen sowie deren Einrichtungen.“ b) Die Absätze 2 bis 5 werden aufgehoben. c) Der bisherige Absatz 6 wird Absatz 2 und wie folgt geändert: aa) In Satz 1 werden nach dem Wort „Berechnun- gen“ die Wörter „ , auch soweit sie Daten zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten und zu den sozialversicherungspflich- Artikel 2a Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch § 28p Abs. 8 Satz 3 des Vierten Buches Sozialgesetz- buch – Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversiche- rung – (Artikel I des Gesetzes vom 23. Dezember 1976,
2726 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 BGBl. I S. 3845), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 3. August 2005 (BGBl. I S. 2269) geändert worden ist, wird wie folgt gefasst: „Sie darf die Daten der Stammsatzdatei nach § 150 Abs. 1 und 2 des Sechsten Buches sowie die Daten der Datei nach § 150 Abs. 3 des Sechsten Buches für die Prü- fung bei den Arbeitgebern verarbeiten und nutzen; die Daten der Stammsatzdatei darf sie auch für Prüfungen nach § 212a des Sechsten Buches verarbeiten und nut- zen.“ Artikel 2b Änderung des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch § 150 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Rentenversicherung – in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Februar 2002 (BGBl. I S. 754, 1404, 3384), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 3. August 2005 (BGBl. I S. 2269) geändert worden ist, wird wie folgt geändert: 1. Nach Absatz 2 wird folgender Absatz 3 eingefügt: „(3) Für die Prüfung, ob eine Beschäftigung den Voraussetzungen entspricht, unter denen gemäß Arti- kel 11, 11a der Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (ABl. EG Nr. L 74 S. 1), zuletzt geändert durch die Ver- ordnung (EG) Nr. 647/2005 des Europäischen Parla- ments und des Rates vom 13. April 2005 (ABl. EU Nr. L 117 S. 1), eine Bescheinigung über weiterhin anzuwendende Rechtsvorschriften (Bescheinigung E 101) ausgestellt werden kann, führt die Datenstelle der Träger der Rentenversicherung eine Datei. In ihr können gespeichert werden: 1. die in der Bescheinigung E 101 enthaltenen Daten, Betriebsnummer noch nicht vergeben, vergibt die Datenstelle im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit die Betriebsnummer. Sie erhebt, verarbeitet und nutzt die in Satz 2 genannten Daten, soweit dieses für die Prüfung, ob die Beschäftigung den Voraussetzungen entspricht, unter denen eine Bescheinigung E 101 ausgestellt werden kann, erforderlich ist. Die Daten sind spätestens fünf Jahre nach Erhebung zu löschen. Das Nähere regeln der Verband Deutscher Rentenver- sicherungsträger und die Spitzenverbände der gesetzlichen Unfallversicherung in gemeinsamen Grundsätzen. Die gemeinsamen Grundsätze werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung im Einvernehmen mit dem Bundesministe- rium der Finanzen genehmigt.“ 2. Die bisherigen Absätze 3 und 4 werden die Absätze 4 und 5. 3. In dem neuen Absatz 5 Satz 1 werden nach den Wör- tern „nach dem Einkommensteuergesetz durchführt,“ die Wörter „den Trägern der gesetzlichen Unfallversi- cherung, soweit sie prüfen, ob eine Beschäftigung den Voraussetzungen entspricht, unter denen eine Bescheinigung E 101 ausgestellt werden kann,“ ein- gefügt. Artikel 2c Weitere Änderung des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch In § 150 Abs. 3 Satz 12 des Sechsten Buches Sozialge- setzbuch – Gesetzliche Rentenversicherung – in der Fas- sung der Bekanntmachung vom 19. Februar 2002 (BGBl. I S. 754, 1404, 3384), das zuletzt durch Artikel 2b dieses Gesetzes geändert worden ist, werden die Wörter „der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger“ durch die Wörter „die Deutsche Rentenversicherung Bund“ ersetzt. 2. ein Identifikationsmerkmal des Arbeitnehmers, der Arbeitnehmerin oder des Selbständigen, Artikel 2d 3. ein Identifikationsmerkmal des ausländischen Arbeitgebers, Änderung des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte 4. ein Identifikationsmerkmal des inländischen Unter- nehmens, 5. die Mitteilung über eine Anfrage beim ausstellen- den Träger einer Bescheinigung E 101 und 6. das Ergebnis der Überprüfung einer Bescheini- gung E 101. Als Identifikationsmerkmal des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin wird die Versicherungsnummer verwendet. Ist eine Versicherungsnummer nicht ver- geben, vergibt die Datenstelle ein neues Identifikati- onsmerkmal. Entsprechendes gilt für das Identifikati- onsmerkmal des Selbständigen. Für die Zusammen- setzung dieses Identifikationsmerkmales gilt § 147 Abs. 2 entsprechend. Die Datenstelle vergibt ein Iden- tifikationsmerkmal des ausländischen Arbeitgebers. Als Identifikationsmerkmal des Unternehmens im Inland wird die Betriebsnummer verwendet. Ist eine In § 62 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte vom 29. Juli 1994 (BGBl. I S. 1890, 1891), das zuletzt durch Artikel 13 des Gesetzes vom 21. März 2005 (BGBl. I S. 818) geändert worden ist, werden nach den Wörtern „mit Ausnahme des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 6“ die Wörter „und des Absatzes 3“ eingefügt. Artikel 2e Änderung des Gesetzes zur Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung In Artikel 1 Nr. 20 Buchstabe c des Gesetzes zur Orga- nisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung vom 9. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3242) wird die Angabe „Absatz 4“ durch die Angabe „Absatz 5“ ersetzt.
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Artikel 3 Änderung des Gesetzes über Steuerstatistiken Das Gesetz über Steuerstatistiken vom 11. Oktober 1995 (BGBl. I S. 1250, 1409), zuletzt geändert durch Arti- kel 56 des Gesetzes vom 23. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2848), wird wie folgt geändert: 1. In § 1 Abs. 4 wird die Angabe „Abs. 5“ durch die Anga- be „Abs. 1“ ersetzt. 2. § 3 wird aufgehoben. Artikel 3a Änderung der Gewerbeordnung Nach § 14 Abs. 5 Nr. 6 der Gewerbeordnung in der Fas- sung der Bekanntmachung vom 22. Februar 1999 (BGBl. I S. 202), die zuletzt durch Artikel 2 Abs. 2 des Gesetzes vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1954) geändert worden ist, wird folgende Nummer 7 eingefügt: „7. die Behörden der Zollverwaltung zur Wahrnehmung der ihnen nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungs- gesetz, nach § 405 Abs. 1 in Verbindung mit § 404 Abs. 2 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch sowie nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz oblie- genden Aufgaben ohne die Feldnummer 33, bei der Abmeldung ohne die Feldnummern 10 – 16 und 18 – 33,“. Artikel 3b Änderung der Handwerksordnung Die Handwerksordnung in der Fassung der Bekannt- machung vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074), zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 9. Juni 2005 (BGBl. I S. 1534), wird wie folgt geändert: 1. § 17 Abs. 1 wird wie folgt geändert: a) Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Die in der Handwerksrolle eingetragenen oder in diese einzutragenden Gewerbetreibenden sind 2727 verpflichtet, der Handwerkskammer die für die Prüfung der Eintragungsvoraussetzungen erfor- derliche Auskunft über Art und Umfang ihres Betriebs, über die Betriebsstätte, über die Zahl der im Betrieb beschäftigten gelernten und ungelern- ten Personen und über handwerkliche Prüfungen des Betriebsinhabers und des Betriebsleiters sowie über die vertragliche und praktische Ausge- staltung des Betriebsleiterverhältnisses zu erteilen sowie auf Verlangen hierüber Nachweise vorzu- legen.“ b) In Satz 2 werden nach dem Wort „Auskünfte“ ein Komma und das Wort „Nachweise“ eingefügt. 2. Dem § 20 wird folgender Satz angefügt: „§ 5a Abs. 2 Satz 1 findet entsprechende Anwendung, soweit dies zur Feststellung erforderlich ist, ob die Voraussetzungen für die Eintragung in das Verzeichnis der Inhaber eines Betriebs eines zulassungsfreien oder eines handwerksähnlichen Gewerbes vorliegen.“ Artikel 4 Neufassung des Gemeindefinanzreformgesetzes und des Finanzverwaltungsgesetzes Das Bundesministerium der Finanzen kann den Wort- laut des Gemeindefinanzreformgesetzes und des Finanz- verwaltungsgesetzes in der jeweils am 1. Januar 2006 geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt machen. Artikel 5 Inkrafttreten (1) Dieses Gesetz tritt vorbehaltlich des Absatzes 2 am Tage nach der Verkündung in Kraft. (2) Artikel 1 Nr. 1 tritt am 1. Januar 2006 in Kraft. Arti- kel 2c tritt am 1. Oktober 2005 in Kraft.
2728 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden. Berlin, den 6. September 2005 Der Bundespräsident Horst Köhler Der Bundeskanzler Gerhard Schröder Der Bundesminister der Finanzen Hans Eichel Der Bundesminister des Innern Schily Der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wo l f g a n g C l e m e n t Die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung Ulla Schmidt
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 2729 Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz – KICK) Vom 8. September 2005 Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen: Inhaltsübersicht h) Die Angabe zum Ersten Abschnitt des Achten Kapitels wird wie folgt gefasst: „Erster Abschnitt. Pauschalierte Kostenbetei- ligung“. Artikel 1 Änderung des Achten Buches Sozialgesetzbuch i) Die Angabe zu § 90 wird wie folgt gefasst: Artikel 2 Änderung des Siebten Buches Sozialgesetzbuch „§ 90 Pauschalierte Kostenbeteiligung“. Artikel 3 Neufassung des Achten Buches Sozialgesetzbuch Artikel 4 Inkrafttreten Artikel 1 j) Die Angabe zum Zweiten Abschnitt des Achten Kapitels wird wie folgt gefasst: „Zweiter Abschnitt. Kostenbeiträge für stationäre und teilstationäre Leistungen und vorläufige Maß- nahmen“. Änderung des Achten Buches Sozialgesetzbuch k) Die Angabe zu § 91 wird wie folgt gefasst: Das Achte Buch Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe – in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Dezember 1998 (BGBl. I S. 3546), zuletzt geändert durch Artikel 2 Abs. 6 des Gesetzes vom 18. August 2005 (BGBl. I S. 2477), wird wie folgt geändert: l) Die Angabe zu § 92 wird wie folgt gefasst: 1. Die Inhaltsübersicht wird wie folgt geändert: a) Nach der Angabe zu § 8 wird folgende Angabe eingefügt: „§ 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“. b) Die Angabe zu § 18 wird wie folgt gefasst: „§ 18 Beratung und Unterstützung bei der Aus- übung der Personensorge und des Umgangsrechts“. c) Nach der Angabe zu § 36 wird folgende Angabe eingefügt: „§ 36a Steuerungsverantwortung, Selbstbeschaf- fung“. d) Die Angabe zu § 43 folgt nach der Überschrift zum Zweiten Abschnitt und wird wie folgt gefasst: „§ 43 Erlaubnis zur Kindertagespflege“. e) Die Angabe zu § 44 wird wie folgt gefasst: „§ 44 Erlaubnis zur Vollzeitpflege“. f) Nach der Angabe zu § 72 wird folgende Angabe eingefügt: „§ 72a Persönliche Eignung“. g) Die Angabe zum Achten Kapitel wird wie folgt gefasst: „Achtes Kapitel. Kostenbeteiligung (§§ 90 bis 97c)“. „§ 91 Anwendungsbereich“. „§ 92 Ausgestaltung der Heranziehung“. m) Die Angabe zu § 93 wird wie folgt gefasst: „§ 93 Berechnung des Einkommens“. n) Die Angabe zu § 94 wird wie folgt gefasst: „§ 94 Umfang der Heranziehung“. o) Die Angabe zu § 96 wird gestrichen. 2. § 2 Abs. 3 wird wie folgt geändert: a) Nummer 2 wird aufgehoben. b) In Nummer 3 wird die Angabe „(§ 44)“ durch die Angabe „(§§ 43, 44)“ ersetzt. 3. § 6 wird wie folgt geändert: a) Dem Absatz 1 wird folgender Satz angefügt: „Umgangsberechtigte haben unabhängig von ihrem tatsächlichen Aufenthalt Anspruch auf Be- ratung und Unterstützung bei der Ausübung des Umgangsrechts, wenn das Kind oder der Ju- gendliche seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat.“ b) Dem Absatz 2 wird folgender Satz angefügt: „Absatz 1 Satz 2 bleibt unberührt.“ 4. Nach § 8 wird folgender § 8a eingefügt: „§ 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhalts- punkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes
2730 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefähr- dungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräf- te abzuschätzen. Dabei sind die Personensorgebe- rechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche ein- zubeziehen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeig- net und notwendig, so hat es diese den Personen- sorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten anzubieten. (2) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrich- tungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag nach Absatz 1 in ent- sprechender Weise wahrnehmen und bei der Ab- schätzung des Gefährdungsrisikos eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen. Insbesondere ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte bei den Personensorgeberechtigten oder den Erzie- hungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die ange- nommenen Hilfen nicht ausreichend erscheinen, um die Gefährdung abzuwenden. (3) Hält das Jugendamt das Tätigwerden des Familiengerichts für erforderlich, so hat es das Ge- richt anzurufen; dies gilt auch, wenn die Personen- sorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschät- zung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken. Besteht eine dringende Gefahr und kann die Entscheidung des Gerichts nicht abgewartet werden, so ist das Jugendamt verpflichtet, das Kind oder den Jugendli- chen in Obhut zu nehmen. (4) Soweit zur Abwendung der Gefährdung das Tätigwerden anderer Leistungsträger, der Einrichtun- gen der Gesundheitshilfe oder der Polizei notwendig ist, hat das Jugendamt auf die Inanspruchnahme durch die Personensorgeberechtigten oder die Erzie- hungsberechtigten hinzuwirken. Ist ein sofortiges Tätigwerden erforderlich und wirken die Personen- sorgeberechtigten oder die Erziehungsberechtigten nicht mit, so schaltet das Jugendamt die anderen zur Abwendung der Gefährdung zuständigen Stellen selbst ein.“ 5. § 10 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: „(1) Verpflichtungen anderer, insbesondere der Träger anderer Sozialleistungen und der Schulen, werden durch dieses Buch nicht berührt. Auf Rechtsvorschriften beruhende Leistungen ande- rer dürfen nicht deshalb versagt werden, weil nach diesem Buch entsprechende Leistungen vorgesehen sind.“ b) Nach Absatz 1 wird folgender Absatz 2 eingefügt: „(2) Unterhaltspflichtige Personen werden nach Maßgabe der §§ 90 bis 97b an den Kosten für Leistungen und vorläufige Maßnahmen nach diesem Buch beteiligt. Soweit die Zahlung des Kostenbeitrags die Leistungsfähigkeit des Unter- haltspflichtigen mindert oder der Bedarf des jun- gen Menschen durch Leistungen und vorläufige Maßnahmen nach diesem Buch gedeckt ist, ist dies bei der Berechnung des Unterhalts zu berück- sichtigen.“ c) Der bisherige Absatz 2 wird Absatz 3 und wie folgt gefasst: „(3) Die Leistungen nach diesem Buch gehen Leistungen nach dem Zweiten Buch vor. Leistun- gen nach § 3 Abs. 2 und §§ 14 bis 16 des Zweiten Buches gehen den Leistungen nach diesem Buch vor.“ d) Nach Absatz 3 wird folgender Absatz 4 angefügt: „(4) Die Leistungen nach diesem Buch gehen Leistungen nach dem Zwölften Buch vor. Leistun- gen der Eingliederungshilfe nach dem Zwölften Buch für junge Menschen, die körperlich oder geistig behindert oder von einer solchen Behinde- rung bedroht sind, gehen Leistungen nach die- sem Buch vor. Landesrecht kann regeln, dass Leistungen der Frühförderung für Kinder unab- hängig von der Art der Behinderung vorrangig von anderen Leistungsträgern gewährt werden.“ 6. § 18 wird wie folgt geändert: a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst: „§ 18 Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts“. b) Absatz 1 wird wie folgt geändert: aa) Nach dem Wort „Unterstützung“ wird die An- gabe „1.“ eingefügt. bb) Der Punkt am Satzende wird durch ein Komma ersetzt, und folgende Nummer 2 an- gefügt: „2. bei der Geltendmachung ihrer Unter- haltsansprüche nach § 1615l des Bürger- lichen Gesetzbuchs.“ c) Absatz 2 wird wie folgt gefasst: „(2) Mütter und Väter, die mit dem anderen Elternteil nicht verheiratet sind, haben Anspruch auf Beratung über die Abgabe einer Sorgeerklä- rung.“ 7. In § 19 Abs. 1 Satz 1 werden nach dem Wort „haben“ die Wörter „oder tatsächlich sorgen“ eingefügt. 8. § 22a Abs. 2 wird wie folgt gefasst: „(2) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen sicherstellen, dass die Fachkräfte in ihren Einrichtun- gen zusammenarbeiten 1. mit den Erziehungsberechtigten und Tagespfle- gepersonen zum Wohl der Kinder und zur Siche- rung der Kontinuität des Erziehungsprozesses, 2. mit anderen kinder- und familienbezogenen Insti- tutionen und Initiativen im Gemeinwesen, insbe- sondere solchen der Familienbildung und -bera- tung,
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 3. mit den Schulen, um den Kindern einen guten Übergang in die Schule zu sichern und um die Arbeit mit Schulkindern in Horten und altersge- mischten Gruppen zu unterstützen. Die Erziehungsberechtigten sind an den Entschei- dungen in wesentlichen Angelegenheiten der Erzie- hung, Bildung und Betreuung zu beteiligen.“ 9. In § 23 Abs. 2 wird die Nummer 3 wie folgt gefasst: „3. die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung sowie die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwen- dungen zu einer angemessenen Alterssicherung der Tagespflegeperson.“ 10. § 24 wird wie folgt geändert: a) Nach Absatz 3 wird folgender Absatz 4 eingefügt: „(4) Die Jugendämter oder die von ihnen be- auftragten Stellen sind verpflichtet, Eltern oder Elternteile, die Leistungen nach Absatz 1 oder 2 in Anspruch nehmen wollen, über das Platzangebot im örtlichen Einzugsbereich und die pädago- gische Konzeption der Einrichtungen zu informie- ren und sie bei der Auswahl zu beraten. Landes- recht kann bestimmen, dass Eltern das Jugend- amt oder die beauftragte Stelle innerhalb einer bestimmten Frist vor der beabsichtigten In- anspruchnahme der Leistung in Kenntnis setzen.“ b) Der bisherige Absatz 4 wird Absatz 5 und wie folgt gefasst: „(5) Geeignete Tagespflegepersonen im Sinne von § 23 Abs. 3 können auch vermittelt werden, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 3 nicht vorliegen. In diesem Fall besteht die Pflicht zur Gewährung einer laufenden Geldleistung nach § 23 Abs. 1 nicht; Aufwendungen nach § 23 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 können erstattet werden.“ c) Der bisherige Absatz 5 wird Absatz 6. 11. In § 24a Abs. 1 wird jeweils die Angabe „§ 24 Abs. 2 bis 5“ durch die Angabe „§ 24 Abs. 2 bis 6“ ersetzt. 12. § 27 wird wie folgt geändert: a) Dem Absatz 2 wird folgender Satz angefügt: „Die Hilfe ist in der Regel im Inland zu erbringen; sie darf nur dann im Ausland erbracht werden, wenn dies nach Maßgabe der Hilfeplanung zur Erreichung des Hilfezieles im Einzelfall erforder- lich ist.“ b) Nach Absatz 2 wird folgender Absatz 2a einge- fügt: „(2a) Ist eine Erziehung des Kindes oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses erfor- derlich, so entfällt der Anspruch auf Hilfe zur Erziehung nicht dadurch, dass eine andere unter- haltspflichtige Person bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen; die Gewährung von Hilfe zur Erzie- hung setzt in diesem Fall voraus, dass diese Per- son bereit und geeignet ist, den Hilfebedarf in Zu- sammenarbeit mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach Maßgabe der §§ 36 und 37 zu decken.“ 2731 c) Nach Absatz 3 wird folgender Absatz 4 angefügt: „(4) Wird ein Kind oder eine Jugendliche wäh- rend ihres Aufenthaltes in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie selbst Mutter eines Kindes, so umfasst die Hilfe zur Erziehung auch die Unter- stützung bei der Pflege und Erziehung dieses Kin- des.“ 13. § 35a wird wie folgt geändert: a) Dem Absatz 1 wird folgender Satz angefügt: „Von einer seelischen Behinderung bedroht im Sinne dieses Buches sind Kinder oder Jugend- liche, bei denen eine Beeinträchtigung ihrer Teil- habe am Leben in der Gesellschaft nach fach- licher Erkenntnis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. § 27 Abs. 4 gilt entsprechend.“ b) Nach Absatz 1 wird folgender Absatz 1a einge- fügt: „(1a) Hinsichtlich der Abweichung der see- lischen Gesundheit nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Stel- lungnahme 1. eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychia- trie und -psychotherapie, 2. eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder 3. eines Arztes oder eines psychologischen Psy- chotherapeuten, der über besondere Erfah- rungen auf dem Gebiet seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen verfügt, einzuholen. Die Stellungnahme ist auf der Grund- lage der Internationalen Klassifikation der Krank- heiten in der vom Deutschen Institut für medizini- sche Dokumentation und Information herausge- gebenen deutschen Fassung zu erstellen. Dabei ist auch darzulegen, ob die Abweichung Krank- heitswert hat oder auf einer Krankheit beruht. Die Hilfe soll nicht von der Person oder dem Dienst oder der Einrichtung, der die Person angehört, die die Stellungnahme abgibt, erbracht werden.“ 14. § 36 Abs. 3 Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Erscheinen Hilfen nach § 35a erforderlich, so soll bei der Aufstellung und Änderung des Hilfeplans sowie bei der Durchführung der Hilfe die Person, die eine Stellungnahme nach § 35a Abs. 1a abgegeben hat, beteiligt werden; vor einer Entscheidung über die Gewährung einer Hilfe zur Erziehung, die ganz oder teilweise im Ausland erbracht werden soll, soll zum Ausschluss einer seelischen Störung mit Krankheits- wert die Stellungnahme einer in § 35a Abs. 1a Satz 1 genannten Person eingeholt werden.“ 15. Nach § 36 wird folgender § 36a eingefügt: „§ 36a Steuerungsverantwortung, Selbstbeschaffung (1) Der Träger der öffentlichen Jugendhilfe trägt die Kosten der Hilfe grundsätzlich nur dann, wenn sie auf der Grundlage seiner Entscheidung nach Maßga- be des Hilfeplans unter Beachtung des Wunsch- und
2732 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Wahlrechts erbracht wird; dies gilt auch in den Fällen, in denen Eltern durch das Familiengericht oder Jugendliche und junge Volljährige durch den Jugendrichter zur Inanspruchnahme von Hilfen ver- pflichtet werden. Die Vorschriften über die Heranzie- hung zu den Kosten der Hilfe bleiben unberührt. (2) Abweichend von Absatz 1 soll der Träger der öffentlichen Jugendhilfe die niedrigschwellige unmit- telbare Inanspruchnahme von ambulanten Hilfen, insbesondere der Erziehungsberatung, zulassen. Dazu schließt er mit den Leistungserbringern Verein- barungen, in denen die Voraussetzungen und die Ausgestaltung der Leistungserbringung sowie die Übernahme der Kosten geregelt werden. (3) Werden Hilfen abweichend von den Absätzen 1 und 2 vom Leistungsberechtigten selbst beschafft, so ist der Träger der öffentlichen Jugendhilfe zur Übernahme der erforderlichen Aufwendungen nur verpflichtet, wenn 1. der Leistungsberechtigte den Träger der öffentli- chen Jugendhilfe vor der Selbstbeschaffung über den Hilfebedarf in Kenntnis gesetzt hat, 2. die Voraussetzungen für die Gewährung der Hilfe vorlagen und 3. die Deckung des Bedarfs a) bis zu einer Entscheidung des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe über die Gewährung der Leistung oder b) bis zu einer Entscheidung über ein Rechtsmit- tel nach einer zu Unrecht abgelehnten Leis- tung keinen zeitlichen Aufschub geduldet hat. War es dem Leistungsberechtigten unmöglich, den Träger der öffentlichen Jugendhilfe rechtzeitig über den Hilfebedarf in Kenntnis zu setzen, so hat er dies unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes nachzuholen.“ 16. § 39 wird wie folgt geändert: a) Absatz 4 wird wie folgt geändert: aa) Nach Satz 1 wird folgender Satz eingefügt: „Die laufenden Leistungen umfassen auch die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung so- wie die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen Alters- sicherung.“ bb) Nach dem neuen Satz 3 wird folgender Satz eingefügt: „Ist die Pflegeperson unterhaltsverpflichtet, so kann der monatliche Pauschalbetrag an- gemessen gekürzt werden.“ b) Nach Absatz 6 wird folgender Absatz 7 angefügt: „(7) Wird ein Kind oder eine Jugendliche wäh- rend ihres Aufenthaltes in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie selbst Mutter eines Kindes, so ist auch der notwendige Unterhalt dieses Kindes sicherzustellen.“ 17. In § 40 werden nach Satz 1 folgende Sätze eingefügt: „Krankenhilfe muss den im Einzelfall notwendigen Bedarf in voller Höhe befriedigen. Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen sind zu übernehmen.“ 18. In § 41 Abs. 2 werden nach der Angabe „§ 27 Abs. 3“ die Wörter „und 4“ eingefügt. 19. § 42 wird wie folgt gefasst: „§ 42 Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen (1) Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn 1. das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet oder 2. eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfor- dert und a) die Personensorgeberechtigten nicht wider- sprechen oder b) eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann oder 3. ein ausländisches Kind oder ein ausländischer Jugendlicher unbegleitet nach Deutschland kommt und sich weder Personensorge- noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten. Die Inobhutnahme umfasst die Befugnis, ein Kind oder einen Jugendlichen bei einer geeigneten Per- son, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer sonstigen Wohnform vorläufig unterzubringen; im Fall von Satz 1 Nr. 2 auch ein Kind oder einen Ju- gendlichen von einer anderen Person wegzuneh- men. (2) Das Jugendamt hat während der Inobhutnah- me die Situation, die zur Inobhutnahme geführt hat, zusammen mit dem Kind oder dem Jugendlichen zu klären und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstüt- zung aufzuzeigen. Dem Kind oder dem Jugendlichen ist unverzüglich Gelegenheit zu geben, eine Person seines Vertrauens zu benachrichtigen. Das Jugend- amt hat während der Inobhutnahme für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen zu sorgen und dabei den notwendigen Unterhalt und die Krankenhilfe sicherzustellen. Das Jugendamt ist während der Inobhutnahme berechtigt, alle Rechtshandlungen vorzunehmen, die zum Wohl des Kindes oder Jugendlichen notwendig sind; der mutmaßliche Wille der Personensorge- oder der Erziehungsberechtig- ten ist dabei angemessen zu berücksichtigen. (3) Das Jugendamt hat im Fall des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 die Personensorge- oder Erzie- hungsberechtigten unverzüglich von der Inobhut- nahme zu unterrichten und mit ihnen das Gefähr- dungsrisiko abzuschätzen. Widersprechen die Per- sonensorge- oder Erziehungsberechtigten der Inob- hutnahme, so hat das Jugendamt unverzüglich 1. das Kind oder den Jugendlichen den Personen- sorge- oder Erziehungsberechtigten zu überge- ben, sofern nach der Einschätzung des Jugend-
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 amts eine Gefährdung des Kindeswohls nicht besteht oder die Personensorge- oder Erzie- hungsberechtigten bereit und in der Lage sind, die Gefährdung abzuwenden oder 2. eine Entscheidung des Familiengerichts über die erforderlichen Maßnahmen zum Wohl des Kindes oder des Jugendlichen herbeizuführen. Sind die Personensorge- oder Erziehungsberechtig- ten nicht erreichbar, so gilt Satz 2 Nr. 2 entsprechend. Im Fall des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 3 ist unverzüglich die Bestellung eines Vormunds oder Pflegers zu ver- anlassen. Widersprechen die Personensorgeberech- tigten der Inobhutnahme nicht, so ist unverzüglich ein Hilfeplanverfahren zur Gewährung einer Hilfe ein- zuleiten. (4) Die Inobhutnahme endet mit 1. der Übergabe des Kindes oder Jugendlichen an die Personensorge- oder Erziehungsberechtig- ten, 2. der Entscheidung über die Gewährung von Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch. (5) Freiheitsentziehende Maßnahmen im Rahmen der Inobhutnahme sind nur zulässig, wenn und so- weit sie erforderlich sind, um eine Gefahr für Leib oder Leben des Kindes oder des Jugendlichen oder eine Gefahr für Leib oder Leben Dritter abzuwenden. Die Freiheitsentziehung ist ohne gerichtliche Ent- scheidung spätestens mit Ablauf des Tages nach ihrem Beginn zu beenden. (6) Ist bei der Inobhutnahme die Anwendung unmittelbaren Zwangs erforderlich, so sind die dazu befugten Stellen hinzuzuziehen.“ 20. § 43 wird nach der Überschrift zum Zweiten Ab- schnitt des Dritten Kapitels eingestellt und wie folgt gefasst: „§ 43 Erlaubnis zur Kindertagespflege (1) Wer Kinder außerhalb ihrer Wohnung in ande- ren Räumen während des Tages mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen will (Tagespflegeperson), bedarf der Erlaub- nis. (2) Die Erlaubnis wird erteilt, wenn die Person für die Kindertagespflege geeignet ist. Geeignet im Sinne des Satzes 1 sind Personen, die 1. sich durch ihre Persönlichkeit, Sachkompetenz und Kooperationsbereitschaft mit Erziehungsbe- rechtigten und anderen Tagespflegepersonen auszeichnen und 2. über kindgerechte Räumlichkeiten verfügen. Sie sollen über vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege verfügen, die sie in qualifizierten Lehrgängen erworben oder in anderer Weise nachgewiesen haben. (3) Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von bis zu fünf fremden Kindern. Sie ist auf fünf Jahre befristet. Die Kindertagespflegeperson hat das Jugendamt über wichtige Ereignisse zu unterrichten, die für die Betreuung des oder der Kinder bedeutsam sind. 2733 (4) Das Nähere regelt das Landesrecht. Es kann die Zahl der zu betreuenden Kinder weiter einschrän- ken oder vorsehen, dass die Erlaubnis im Einzelfall für weniger als fünf Kinder erteilt werden kann.“ 21. § 44 wird wie folgt geändert: a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst: „§ 44 Erlaubnis zur Vollzeitpflege“. b) Absatz 1 wird wie folgt geändert: aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Wer ein Kind oder einen Jugendlichen über Tag und Nacht in seinem Haushalt aufneh- men will (Pflegeperson), bedarf der Erlaub- nis.“ bb) Satz 2 wird wie folgt geändert: aaa) Die Wörter „betreut oder ihm Unter- kunft gewährt“ werden gestrichen. bbb) Nach dem Wort „Jugendaustausches“ wird ein Komma eingefügt und folgen- de Nummer 6 angefügt: „6. in Adoptionspflege (§ 1744 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)“. ccc) Nach der Nummer 6 werden die Wör- ter„über Tag und Nacht aufnimmt.“ angefügt. cc) Satz 3 wird gestrichen. 22. § 45 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1 Satz 2 Nr. 3 werden die Angabe „a)“ vor dem Wort „außerhalb“ sowie die Angabe „b)“ und die Wörter „nicht überwiegend“ gestrichen. b) Absatz 2 wird wie folgt gefasst: „(2) Die Erlaubnis kann mit Nebenbestimmun- gen versehen werden. Sie ist zu versagen, wenn 1. die Betreuung der Kinder oder der Jugendli- chen durch geeignete Kräfte nicht gesichert ist oder 2. in sonstiger Weise das Wohl der Kinder oder der Jugendlichen in der Einrichtung nicht gewährleistet ist; dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen a) ihre gesellschaftliche und sprachliche Inte- gration oder b) die gesundheitliche Vorsorge und medizini- sche Betreuung erschwert wird. Der Träger der Einrichtung soll mit dem Antrag die Konzeption der Einrichtung vorlegen. Über die Voraussetzungen der Eignung sind Vereinbarun- gen mit den Trägern der Einrichtungen anzustre- ben. Die Erlaubnis ist zurückzunehmen oder zu widerrufen, wenn das Wohl der Kinder oder der Jugendlichen in der Einrichtung gefährdet und der Träger der Einrichtung nicht bereit oder in der Lage ist, die Gefährdung abzuwenden. Zur Siche- rung des Wohls der Kinder und der Jugendlichen
2734 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 können auch nachträgliche Auflagen erteilt wer- den. Widerspruch und Anfechtungsklage gegen die Rücknahme oder den Widerruf der Erlaubnis haben keine aufschiebende Wirkung.“ 23. Nach § 46 Abs. 1 Satz 1 wird folgender Satz einge- fügt: „Der Träger der Einrichtung soll bei der örtlichen Prü- fung mitwirken.“ 24. § 47 wird wie folgt geändert: a) Die Absatzbezeichnung „(1)“ wird gestrichen und nach dem Wort „Angaben“ werden die Wörter „sowie der Konzeption“ eingefügt. b) Die Absätze 2 und 3 werden aufgehoben. 25. § 50 Abs. 3 wird aufgehoben. 26. In § 52a Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 und in § 59 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 werden jeweils die Wörter „oder zur Leistung einer an Stelle des Unterhalts zu gewährenden Abfin- dung“ gestrichen. 27. § 61 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1 Satz 1 und in Absatz 2 werden jeweils die Wörter „ , Verarbeitung und Nutzung“ durch die Wörter „und Verwendung“ ersetzt. b) Absatz 3 wird aufgehoben. c) Der bisherige Absatz 4 wird Absatz 3 und wie folgt geändert: Die Wörter „von Sozialdaten bei ihrer Erhebung, Verarbeitung und Nutzung“ werden durch die Wörter „der personenbezogenen Daten bei der Erhebung und Verwendung“ ersetzt. 28. § 62 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 2 werden die Wörter „ , den Erhebungs- zweck und Zweck der Verarbeitung und Nutzung“ durch die Wörter „sowie die Zweckbestimmun- gen der Erhebung und Verwendung“ ersetzt. b) Absatz 3 wird wie folgt geändert: aa) In Nummer 2 Buchstabe c werden nach den Wörtern „nach den §§ 42 bis 48a“ die Wörter „und nach § 52“ eingefügt. bb) Nummer 2 Buchstabe d wird wie folgt ge- fasst: „d) die Erfüllung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung nach § 8a oder“. cc) In der Nummer 3 wird der Punkt durch das Wort „oder“ ersetzt und folgende Nummer 4 angefügt: „4. die Erhebung bei dem Betroffenen den Zugang zur Hilfe ernsthaft gefährden würde.“ 29. § 63 wird wie folgt geändert: In den Absätzen 1 und 2 Satz 1 werden jeweils die Wörter „in Akten und auf sonstigen Datenträgern“ gestrichen. 30. Nach § 64 Abs. 2 wird folgender Absatz 2a eingefügt: „(2a) Vor einer Übermittlung an eine Fachkraft, die der verantwortlichen Stelle nicht angehört, sind die Sozialdaten zu anonymisieren oder zu pseudony- misieren, soweit die Aufgabenerfüllung dies zulässt.“ 31. § 65 Abs. 1 Satz 1 wird wie folgt geändert: a) In der Nummer 2 wird die Angabe „§ 50 Abs. 3“ durch die Angabe „§ 8a Abs. 3“ ersetzt. b) Nach der Nummer 2 werden folgende Nummern 3 und 4 eingefügt: „3. dem Mitarbeiter, der auf Grund eines Wech- sels der Fallzuständigkeit im Jugendamt oder eines Wechsels der örtlichen Zuständigkeit für die Gewährung oder Erbringung der Leis- tung verantwortlich ist, wenn Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls gege- ben sind und die Daten für eine Abschätzung des Gefährdungsrisikos notwendig sind, oder 4. an die Fachkräfte, die zum Zwecke der Abschätzung des Gefährdungsrisikos nach § 8a hinzugezogen werden; § 64 Abs. 2a bleibt unberührt, oder“. c) Die bisherige Nummer 3 wird Nummer 5. 32. § 67 wird aufgehoben. 33. § 68 wird wie folgt geändert: a) In Absatz 1 Satz 1 werden die Wörter „ , verarbei- ten und nutzen“ durch die Wörter „und verwen- den“ ersetzt. b) Absatz 3 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 werden die Wörter „in Akten oder auf sonstigen Datenträgern“ gestrichen. bb) Folgender Satz wird angefügt: „Nach Beendigung einer Beistandschaft hat darüber hinaus der Elternteil, der die Bei- standschaft beantragt hat, einen Anspruch auf Kenntnis der gespeicherten Daten, so- lange der junge Mensch minderjährig ist und der Elternteil antragsberechtigt ist.“ c) In Absatz 4 werden die Wörter „verarbeiten und nutzen“ durch das Wort „verwenden“ ersetzt. 34. Dem § 69 Abs. 5 werden folgende Sätze angefügt: „Das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern nach § 5 bleibt unberührt. Für die Aufnahme gemeindefrem- der Kinder ist ein angemessener Kostenausgleich sicherzustellen.“ 35. Nach § 72 wird folgender § 72a eingefügt: „§ 72a Persönliche Eignung Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen hin- sichtlich der persönlichen Eignung im Sinne des § 72 Abs. 1 insbesondere sicherstellen, dass sie keine
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Personen beschäftigen oder vermitteln, die rechts- kräftig wegen einer Straftat nach den §§ 171, 174 bis 174c, 176 bis 181a, 182 bis 184e oder § 225 des Strafgesetzbuches verurteilt worden sind. Zu diesem Zweck sollen sie sich bei der Einstellung und in regel- mäßigen Abständen von den zu beschäftigenden Personen ein Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes vorlegen lassen. Durch Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten sollen die Träger der öffentlichen Jugend- hilfe auch sicherstellen, dass diese keine Personen nach Satz 1 beschäftigen.“ 36. In § 76 Abs. 1 werden die Angabe „43“ und das Komma gestrichen. 37. § 78a wird wie folgt geändert: a) Dem Absatz 1 Nr. 4 wird folgender Buchstabe d angefügt: „d) in sonstiger teilstationärer oder stationärer Form (§ 27),“. b) In Absatz 2 wird die Angabe „(§§ 42, 43)“ durch die Angabe „(§ 42)“ ersetzt. 38. Dem § 78b Abs. 2 wird folgender Satz angefügt: „Vereinbarungen über die Erbringung von Hilfe zur Erziehung im Ausland dürfen nur mit solchen Trägern abgeschlossen werden, die 1. anerkannte Träger der Jugendhilfe oder Träger einer erlaubnispflichtigen Einrichtung im Inland sind, in der Hilfe zur Erziehung erbracht wird, 2. mit der Erbringung solcher Hilfen nur Fachkräfte im Sinne des § 72 Abs. 1 betrauen und 3. die Gewähr dafür bieten, dass sie die Rechtsvor- schriften des Aufenthaltslandes einhalten und mit den Behörden des Aufenthaltslandes sowie den deutschen Vertretungen im Ausland zusammen- arbeiten.“ 39. In § 84 Abs. 2 Satz 1 werden die Wörter „bis zu“ durch das Wort „mindestens“ ersetzt. 40. In § 87 werden die Wörter „und die Herausnahme eines Kindes oder eines Jugendlichen ohne Zustim- mung des Personensorgeberechtigten“ sowie die Angabe „(§ 43)“ gestrichen. 41. In § 87a Abs. 1 Satz 1 wird die Angabe „(§ 44)“ durch die Angabe „(§§ 43, 44)“ ersetzt. 42. In § 89b Abs. 1 werden die Wörter „oder die Heraus- nahme des Kindes oder Jugendlichen ohne Zustim- mung des Personensorgeberechtigten“ und die An- gabe „(§ 43)“ gestrichen. 43. Dem § 89e Abs. 1 wird folgender Satz angefügt: „Eine nach Satz 1 begründete Erstattungspflicht bleibt bestehen, wenn und solange sich die örtliche Zuständigkeit nach § 86a Abs. 4 und § 86b Abs. 3 richtet.“ 44. § 89f Abs. 3 wird aufgehoben. 2735 45. Die Überschrift des Achten Kapitels wird wie folgt gefasst: „Achtes Kapitel Kostenbeteiligung“. 46. Die Überschrift des Ersten Abschnitts des Achten Kapitels wird wie folgt gefasst: „Erster Abschnitt Pauschalierte Kostenbeteiligung“. 47. § 90 wird wie folgt geändert: a) Die Überschrift wird wie folgt gefasst: „§ 90 Pauschalierte Kostenbeteiligung“. b) Absatz 1 wird wie folgt geändert: aa) In Satz 1 Nr. 3 werden nach dem Wort „Tages- einrichtungen“ die Wörter „und Kindertages- pflege“ eingefügt. bb) In Satz 1 Nr. 3 werden die Wörter „§§ 22, 24“ durch die Wörter „§§ 22 bis 24“ ersetzt. cc) In Satz 1 wird das Wort „Gebühren“ durch das Wort „Kostenbeiträge“ ersetzt. dd) In Satz 2 wird das Wort „Gebühren“ durch das Wort „Kostenbeiträge“ ersetzt. c) Dem Absatz 1 wird folgender Satz angefügt: „Werden die Teilnahmebeiträge oder Kostenbei- träge nach dem Einkommen berechnet, bleibt die Eigenheimzulage nach dem Eigenheimzulagen- gesetz außer Betracht.“ d) In Absatz 2 Satz 1 werden die Wörter „die Gebühr“ durch die Wörter „der Kostenbeitrag“ ersetzt. e) In Absatz 3 Satz 1 werden die Wörter „die Gebühr“ durch die Wörter „der Kostenbeitrag“ ersetzt. f) Dem Absatz 4 wird folgender Satz angefügt: „Bei der Einkommensberechnung bleibt die Eigen- heimzulage nach dem Eigenheimzulagengesetz außer Betracht.“ 48. Die Überschrift des Zweiten Abschnitts des Achten Kapitels wird wie folgt gefasst: „Zweiter Abschnitt Kostenbeiträge für stationäre und teilstationäre Leistungen sowie vorläufige Maßnahmen“. 49. Die §§ 91 bis 94 werden durch folgende §§ 91 bis 94 ersetzt: „§ 91 Anwendungsbereich (1) Zu folgenden vollstationären Leistungen und vorläufigen Maßnahmen werden Kostenbeiträge er- hoben:
2736 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 1. der Unterkunft junger Menschen in einer sozialpä- dagogisch begleiteten Wohnform (§ 13 Abs. 3), 2. der Betreuung von Müttern oder Vätern und Kin- dern in gemeinsamen Wohnformen (§ 19), 3. der Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen (§ 20), 4. der Unterstützung bei notwendiger Unterbrin- gung junger Menschen zur Erfüllung der Schul- pflicht und zum Abschluss der Schulausbildung (§ 21), 5. der Hilfe zur Erziehung a) in Vollzeitpflege (§ 33), b) in einem Heim oder einer sonstigen betreuten Wohnform (§ 34), c) in intensiver sozialpädagogischer Einzelbe- treuung (§ 35), sofern sie außerhalb des Eltern- hauses erfolgt, d) auf der Grundlage von § 27 in stationärer Form, 6. der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche durch geeignete Pflege- personen sowie in Einrichtungen über Tag und Nacht und in sonstigen Wohnformen (§ 35a Abs. 2 Nr. 3 und 4), 7. der Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen (§ 42), 8. der Hilfe für junge Volljährige, soweit sie den in den Nummern 5 und 6 genannten Leistungen ent- spricht (§ 41). (2) Zu folgenden teilstationären Leistungen wer- den Kostenbeiträge erhoben: 1. der Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen nach § 20, 2. Hilfe zur Erziehung in einer Tagesgruppe nach § 32 und anderen teilstationären Leistungen nach § 27, 3. Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche in Tageseinrichtungen und anderen teilstationären Einrichtungen nach § 35a Abs. 2 Nr. 2 und 4. Hilfe für junge Volljährige, soweit sie den in den Nummern 2 und 3 genannten Leistungen ent- spricht (§ 41). (3) Die Kosten umfassen auch die Aufwendungen für den notwendigen Unterhalt und die Krankenhilfe. (4) Verwaltungskosten bleiben außer Betracht. (5) Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe tragen die Kosten der in den Absätzen 1 und 2 genannten Leistungen unabhängig von der Erhebung eines Kostenbeitrags. § 92 Ausgestaltung der Heranziehung (1) Aus ihrem Einkommen nach Maßgabe der §§ 93 und 94 heranzuziehen sind: 1. Kinder und Jugendliche zu den Kosten der in § 91 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 und Abs. 2 Nr. 1 bis 3 genannten Leistungen und vorläufigen Maßnahmen, 2. junge Volljährige zu den Kosten der in § 91 Abs. 1 Nr. 1, 4 und 8 und Abs. 2 Nr. 4 genannten Leistun- gen, 3. Leistungsberechtigte nach § 19 zu den Kosten der in § 91 Abs. 1 Nr. 2 genannten Leistungen, 4. Ehegatten und Lebenspartner junger Menschen und Leistungsberechtigter nach § 19 zu den Kos- ten der in § 91 Abs. 1 und 2 genannten Leistungen und vorläufigen Maßnahmen, 5. Elternteile zu den Kosten der in § 91 Abs. 1 ge- nannten Leistungen und vorläufigen Maßnahmen; leben sie mit dem jungen Menschen zusammen, so werden sie auch zu den Kosten der in § 91 Abs. 2 genannten Leistungen herangezogen. (2) Die Heranziehung erfolgt durch Erhebung eines Kostenbeitrags, der durch Leistungsbescheid festgesetzt wird; Elternteile werden getrennt heran- gezogen. (3) Ein Kostenbeitrag kann bei Eltern, Ehegatten und Lebenspartnern ab dem Zeitpunkt erhoben wer- den, ab welchem dem Pflichtigen die Gewährung der Leistung mitgeteilt und er über die Folgen für seine Unterhaltspflicht gegenüber dem jungen Menschen aufgeklärt wurde. Ohne vorherige Mitteilung kann ein Kostenbeitrag für den Zeitraum erhoben werden, in welchem der Träger der öffentlichen Jugendhilfe aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen, die in den Verantwortungsbereich des Pflichtigen fallen, an der Geltendmachung gehindert war. Entfallen diese Gründe, ist der Pflichtige unverzüglich zu unterrich- ten. (4) Ein Kostenbeitrag kann nur erhoben werden, soweit Unterhaltsansprüche vorrangig Berechtigter nicht geschmälert werden. Von der Heranziehung der Eltern ist abzusehen, wenn das Kind, die Jugendliche oder die junge Volljährige schwanger ist oder ein leibliches Kind bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres betreut. (5) Von der Heranziehung soll im Einzelfall ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn sonst Ziel und Zweck der Leistung gefährdet würden oder sich aus der Heranziehung eine besondere Härte ergäbe. Von der Heranziehung kann abgesehen werden, wenn anzunehmen ist, dass der damit verbundene Verwaltungsaufwand in keinem angemessenen Ver- hältnis zu dem Kostenbeitrag stehen wird. § 93 Berechnung des Einkommens (1) Zum Einkommen gehören alle Einkünfte in Geld oder Geldeswert mit Ausnahme der Grundrente nach oder entsprechend dem Bundesversorgungs- gesetz sowie der Renten und Beihilfen, die nach dem Bundesentschädigungsgesetz für einen Schaden an Leben sowie an Körper und Gesundheit gewährt werden bis zur Höhe der vergleichbaren Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz. Geldleistun- gen, die dem gleichen Zweck wie die jeweilige Leis- tung der Jugendhilfe dienen, zählen nicht zum Ein- kommen und sind unabhängig von einem Kostenbei- trag einzusetzen. Leistungen, die auf Grund öffent-
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 lich-rechtlicher Vorschriften zu einem ausdrücklich genannten Zweck erbracht werden, sind nicht als Einkommen zu berücksichtigen. (2) Von dem Einkommen sind abzusetzen 1. auf das Einkommen gezahlte Steuern und 2. Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung einschließ- lich der Beiträge zur Arbeitsförderung sowie 3. nach Grund und Höhe angemessene Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen zur Absicherung der Risiken Alter, Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Arbeitslosigkeit. (3) Von dem nach den Absätzen 1 und 2 errechne- ten Betrag sind Belastungen der kostenbeitrags- pflichtigen Person abzuziehen. In Betracht kommen insbesondere 1. Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versiche- rungen oder ähnlichen Einrichtungen, 2737 beitragspflichtigen auf, so ist die tatsächliche Betreu- ungsleistung über Tag und Nacht auf den Kostenbei- trag anzurechnen. (5) Für die Festsetzung der Kostenbeiträge von Eltern, Ehegatten und Lebenspartnern junger Men- schen werden nach Einkommensgruppen gestaffelte Pauschalbeträge durch Rechtsverordnung des zuständigen Bundesministeriums mit Zustimmung des Bundesrates bestimmt. Die Beträge sind alle zwei Jahre, erstmals zum 1. Juli 2007, der Entwick- lung des durchschnittlich verfügbaren Arbeitsein- kommens anzupassen. (6) Junge Menschen haben ihr Einkommen nach den Abzügen des § 93 in vollem Umfang als Kosten- beitrag einzusetzen. Junge Volljährige und volljährige Leistungsberechtigte nach § 19 sind zusätzlich aus ihrem Vermögen nach den §§ 90 und 91 des Zwölften Buches heranzuziehen.“ 50. § 95 wird wie folgt geändert: 2. die mit der Erzielung des Einkommens verbunde- nen notwendigen Ausgaben, a) Das Wort „kein“ wird durch das Wort „weder“ er- setzt. 3. Schuldverpflichtungen. b) Nach den Wörtern „des Ersten Buches“ werden die Wörter „noch Kostenbeitragspflichtiger“ ein- gefügt. Der Abzug erfolgt durch eine Kürzung des nach den Absätzen 1 und 2 errechneten Betrages um pauschal 25 vom Hundert. Sind die Belastungen höher als der pauschale Abzug, so können sie abgezogen werden, soweit sie nach Grund und Höhe angemessen sind und die Grundsätze einer wirtschaftlichen Lebens- führung nicht verletzen. Die kostenbeitragspflichtige Person muss die Belastungen nachweisen. § 94 Umfang der Heranziehung (1) Die Kostenbeitragspflichtigen sind aus ihrem Einkommen in angemessenem Umfang zu den Kos- ten heranzuziehen. Die Kostenbeiträge dürfen die tatsächlichen Aufwendungen nicht überschreiten. Eltern sollen nachrangig zu den jungen Menschen herangezogen werden. Ehegatten und Lebenspart- ner sollen nachrangig zu den jungen Menschen, aber vorrangig vor deren Eltern herangezogen werden. (2) Für die Bestimmung des Umfangs sind bei jedem Elternteil, Ehegatten oder Lebenspartner die Höhe des nach § 93 ermittelten Einkommens und die Anzahl der Personen, die mindestens im gleichen Range wie der untergebrachte junge Mensch oder Leistungsberechtigte nach § 19 unterhaltsberechtigt sind, angemessen zu berücksichtigen. (3) Werden Leistungen über Tag und Nacht außer- halb des Elternhauses erbracht und bezieht einer der Elternteile Kindergeld für den jungen Menschen, so hat dieser einen Kostenbeitrag mindestens in Höhe des Kindergeldes zu zahlen. Zahlt der Elternteil den Kostenbeitrag nicht, so sind die Träger der öffentli- chen Jugendhilfe insoweit berechtigt, das auf dieses Kind entfallende Kindergeld durch Geltendmachung eines Erstattungsanspruchs nach § 74 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes in Anspruch zu nehmen. (4) Werden Leistungen über Tag und Nacht erbracht und hält sich der junge Mensch nicht nur im Rahmen von Umgangskontakten bei einem Kosten- 51. § 96 wird aufgehoben. 52. § 97a wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 Satz 1 wird wie folgt geändert: aa) Nach dem Wort „Teilnahmebeitrags“ werden die Wörter „oder Kostenbeitrags“ eingefügt. bb) Die Wörter „nach den §§ 93, 94 Abs. 1 und 2“ werden durch die Wörter „nach den §§ 92 bis 94“ ersetzt. cc) Nach dem Wort „Volljährige“ werden ein Komma und die Wörter „deren Ehegatten und Lebenspartner“ eingefügt. b) Absatz 2 wird wie folgt gefasst: „(2) Soweit dies für die Berechnung der laufen- den Leistung nach § 39 Abs. 6 erforderlich ist, sind Pflegepersonen verpflichtet, dem örtlichen Träger darüber Auskunft zu geben, ob der junge Mensch im Rahmen des Familienleistungsaus- gleichs nach § 31 des Einkommensteuergesetzes berücksichtigt wird oder berücksichtigt werden könnte und ob er ältestes Kind in der Pflegefamilie ist.“ c) In Absatz 3 Satz 2 werden die Wörter „des Teil- nahmebeitrags“ durch die Wörter „des Kosten- beitrags“ ersetzt. 53. Nach § 97a werden folgende §§ 97b und 97c einge- fügt: „§ 97b Übergangsregelung Für Leistungen und vorläufige Maßnahmen, die vor dem 1. Oktober 2005 gewährt worden sind und
2738 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 über diesen Tag hinaus gewährt werden, erfolgt die Heranziehung zu den Kosten bis zum 31. März 2006 nach den am Tag vor dem Inkrafttreten dieses Geset- zes geltenden Regelungen. § 97c Erhebung von Gebühren und Auslagen Landesrecht kann abweichend von § 64 des Zehn- ten Buches die Erhebung von Gebühren und Ausla- gen regeln.“ 54. § 98 Abs. 1 wird wie folgt geändert: a) Nummer 7 wird gestrichen. b) Geburtsmonat und Geburtsjahr, c) Lebenssituation bei Beginn der Hilfe, d) anschließender Aufenthalt, e) nachfolgende Hilfe; 3. bei sozialpädagogischer Familienhilfe nach § 31 und anderen familienorientierten Hilfen nach § 27 zusätzlich zu den unter den Nummern 1 und 2 genannten Merkmalen a) Geschlecht, Geburtsmonat und Geburts- jahr der in der Familie lebenden jungen Menschen sowie b) Zahl der außerhalb der Familie lebenden Kinder und Jugendlichen.“ b) Die Nummern 1 bis 6 werden Nummern 4 bis 9 und die Nummern 8 bis 10 werden Nummern 10 bis 12. b) In Absatz 2 wird die Angabe „nach den §§ 42 und 43“ durch die Angabe „nach § 42“ ersetzt. c) Vor der Nummer 4 werden folgende Nummern 1 bis 3 eingefügt: c) In Absatz 3 Nr. 1 Buchstabe a werden vor dem Wort „Geburtsjahr“ die Wörter „Geburtsmonat und“ eingefügt. „1. Kinder und tätige Personen in Tageseinrich- tungen, 2. 3. Kinder und tätige Personen in öffentlich geförderter Kindertagespflege, Plätze in Tageseinrichtungen und Kinderta- gespflege für Kinder unter drei Jahren für die Dauer des Übergangszeitraums nach § 24a,“. d) In der neuen Nummer 11 werden nach dem Wort „Einrichtungen“ die Wörter „mit Ausnahme der Tageseinrichtungen“ eingefügt. 55. § 99 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 wird wie folgt gefasst: „(1) Erhebungsmerkmale bei den Erhebungen über Hilfe zur Erziehung nach den §§ 27 bis 35, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach § 35a und Hilfe für junge Volljährige nach § 41 sind 1. im Hinblick auf die Hilfe a) Art des Trägers des Hilfe durchführenden Dienstes oder der Hilfe durchführenden Einrichtung, b) Art der Hilfe, c) Ort der Durchführung der Hilfe, d) Monat und Jahr des Beginns und Endes sowie Fortdauer der Hilfe, d) Absatz 5 wird wie folgt gefasst: „(5) Erhebungsmerkmal bei den Erhebungen über 1. die Pflegeerlaubnis nach § 43 ist die Zahl der Tagespflegepersonen, 2. die Pflegeerlaubnis nach § 44 ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, gegliedert nach Geschlecht und Art der Pflege.“ e) Absatz 7 wird wie folgt gefasst: „(7) Erhebungsmerkmale bei den Erhebungen über Kinder und tätige Personen in Tageseinrich- tungen sind 1. die Einrichtungen, gegliedert nach a) der Art des Trägers und der Rechtsform sowie besonderen Merkmalen, b) der Art und Zahl der verfügbaren Plätze sowie c) der Anzahl der Gruppen, 2. für jede dort haupt- und nebenberuflich tätige Person a) Geschlecht und Beschäftigungsumfang, b) für das pädagogisch und in der Verwaltung tätige Personal zusätzlich Geburtsmonat und Geburtsjahr, die Art des Berufsausbil- dungsabschlusses, Stellung im Beruf und Arbeitsbereich, 3. für die dort geförderten Kinder e) familien- und vormundschaftsrichterliche Entscheidungen zu Beginn der Hilfe, a) Geschlecht, Geburtsmonat und Geburts- jahr sowie Schulbesuch, f) Intensität der Hilfe, b) Migrationshintergrund, g) Hilfe anregende Institutionen oder Perso- nen, c) tägliche Betreuungszeit und Mittagsver- pflegung, h) Gründe für die Hilfegewährung, d) erhöhter Förderbedarf.“ i) Grund für die Beendigung der Hilfe sowie 2. im Hinblick auf junge Menschen a) Geschlecht, f) Nach Absatz 7 werden folgende Absätze 7a und 7b eingefügt: „(7a) Erhebungsmerkmale bei den Erhebungen über Kinder in mit öffentlichen Mitteln geförderter
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Kindertagespflege sowie die die Kindertagespflege durchführenden Personen sind: 1. für jede tätige Person a) Geschlecht, Geburtsmonat und Geburts- jahr, b) fachpädagogischer Berufsausbildungsab- schluss und abgeschlossener Qualifizie- rungskurs, Anzahl der betreuten Kinder (Betreuungsverhältnisse am Stichtag), Ort der Betreuung, 2. für die dort geförderten Kinder a) Geschlecht, Geburtsmonat und Geburts- jahr, b) Migrationshintergrund, c) tägliche Betreuungszeit, d) Umfang der öffentlichen Finanzierung, e) erhöhter Förderbedarf, f) Verwandtschaftsverhältnis zur Pflegeper- son, g) gleichzeitig bestehende andere Betreu- ungsarrangements. (7b) Erhebungsmerkmale bei den Erhebungen über die Plätze in Tageseinrichtungen und in Kin- dertagespflege sind 1. die Zahl der vorhandenen Plätze in Kinderta- gespflege, 2. die Zahl der Plätze in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege, die zur Erfüllung der Bedarfskriterien nach § 24 Abs. 3 erforderlich wären.“ g) Absatz 9 wird wie folgt geändert: 2739 56. § 101 wird wie folgt geändert: a) Absatz 1 Satz 1 wird wie folgt gefasst: „(1) Die Erhebungen nach § 99 Abs. 1 bis 7b und 10 sind jährlich durchzuführen, die Erhebun- gen nach Absatz 1, soweit sie die Eingliederungs- hilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugend- liche betreffen, beginnend 2007. Die übrigen Erhebungen nach § 99 sind alle vier Jahre durch- zuführen, die Erhebungen nach Absatz 8 begin- nend 1992, die Erhebungen nach Absatz 9 begin- nend 2006.“ b) Absatz 2 wird wie folgt geändert: aa) In Nummer 1 wird die Angabe „Nr. 1“ gestri- chen. bb) Die Nummern 2 bis 5 werden gestrichen. cc) In Nummer 8 wird die Angabe „Abs. 6 bis“ durch die Angabe „Abs. 6, 6a und“ ersetzt. dd) In Nummer 9 werden nach dem Wort „Dezember“ ein Komma und danach folgen- de Nummer 10 angefügt: „10. § 99 Abs. 7 bis 7b sind zum 15. März“. c) Absatz 3 wird aufgehoben. 57. § 102 wird wie folgt geändert: a) Absatz 2 wird wie folgt geändert: aa) In den Nummern 2 und 3 wird die Angabe „8 bis 10“ jeweils durch die Angabe „7 und 8 bis 10“ ersetzt. bb) In Nummer 5 wird die Angabe „§ 69 Abs. 5“ durch die Angabe „§ 69 Abs. 5 und 6“ und die Angabe „§ 99 Abs. 8 bis 10“ durch die Anga- be „§ 99 Abs. 7 bis 10“ ersetzt. aa) Nach den Wörtern „bei den Erhebungen über die Einrichtungen,“ werden die Wörter „soweit sie nicht in Absatz 7 erfasst werden, sowie die“ eingefügt. cc) In Nummer 6 wird die Angabe „8 und 9“ durch die Angabe „7, 8 und 9“ ersetzt. bb) In Nummer 1 werden nach dem Wort „Trä- gers“ ein Komma und die Wörter „der Rechtsform“ eingefügt. „6. die Träger der freien Jugendhilfe für Erhebungen nach § 99 Abs. 1, soweit sie eine Beratung nach § 28 oder § 41 betreffen, und nach § 99 Abs. 2, 3, 7, 8 und 9,“. cc) In Nummer 2 wird das Wort „und“ durch das Wort „sowie“ ersetzt und werden nach den Wörtern „nach Art des Trägers“ die Wörter „und der Rechtsform“ angefügt. dd) Nummer 3 wird wie folgt geändert: aaa) Die Buchstaben a und b werden gestri- chen. bbb) In Buchstabe c wird das Wort „Geburts- jahr“ durch das Wort „Beschäftigungs- umfang“ ersetzt. ccc) Buchstabe d wird wie folgt gefasst: „d) für das pädagogische und in der Verwaltung tätige Personal zusätz- lich Geburtsmonat und Geburts- jahr, Art des Berufsausbildungsab- schlusses, Stellung im Beruf und Arbeitsbereich.“ dd) Nummer 6 wird wie folgt gefasst: ee) In Nummer 7 wird die Angabe „§ 99 Abs. 9“ durch die Angabe „§ 99 Abs. 7 und 9“ ersetzt. b) In Absatz 3 wird die Angabe „§ 99 Abs. 1, 2, 3, 8 und 9“ durch die Angabe „§ 99 Abs. 1, 2, 3, 7, 8 und 9“ ersetzt. 58. § 104 Abs. 1 wird wie folgt geändert: a) In Nummer 1 werden nach dem Wort „nach“ die Wörter „§ 43 Abs. 1 oder“ eingefügt. b) Nummer 3 wird wie folgt gefasst: „3. entgegen § 47 eine Anzeige nicht, nicht rich- tig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet oder eine Meldung nicht, nicht rich- tig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig macht oder“.
2740 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Artikel 2 Artikel 3 Änderung des Siebten Buches Sozialgesetzbuch Neufassung des Achten Buches Sozialgesetzbuch Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. Au- gust 1996, BGBl. I S. 1254), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 14. August 2005 (BGBl. I S. 2410), wird wie folgt geändert: 1. Dem § 2 Abs. 1 Nr. 8a werden die Wörter „sowie wäh- rend der Betreuung durch geeignete Tagespflegeper- sonen im Sinne von § 23 des Achten Buches“ ange- fügt. 2. Dem § 128 Abs. 1 Nr. 2 werden die Wörter „sowie für Kinder, die durch geeignete Tagespflegepersonen im Sinne von § 23 des Achten Buches betreut werden“ angefügt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kann den Wortlaut des Achten Buches So- zialgesetzbuch in der vom Inkrafttreten dieses Gesetzes an geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt machen. Artikel 4 Inkrafttreten (1) Dieses Gesetz tritt am ersten Tag des Monats nach der Verkündung in Kraft, soweit in Absatz 2 nichts Abwei- chendes bestimmt ist. (2) Artikel 1 Nr. 55 Buchstabe a und c, Nr. 56 Buchsta- be b Doppelbuchstabe aa und bb sowie Buchstabe c und Nr. 57 Buchstabe a Doppelbuchstabe dd tritt am 1. Janu- ar 2007 in Kraft. Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt. Es ist im Bundesgesetzblatt zu verkünden. Berlin, den 8. September 2005 Der Bundespräsident Horst Köhler Der Bundeskanzler Gerhard Schröder Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Renate Schmidt
Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Erste Verordnung zur Änderung der Heimaturlaubsverordnung Vom 6. September 2005 Auf Grund des § 18 Abs. 2 des Gesetzes über den Auswärtigen Dienst vom 30. August 1990 (BGBl. I S. 1842) verordnet das Auswärtige Amt im Einverneh- men mit dem Bundesministerium des Innern und dem Bundesministerium der Finanzen: Artikel 1 Die Heimaturlaubsverordnung vom 3. Juni 2002 (BGBl. I S. 1784) wird wie folgt geändert: 1. In § 1 Abs. 1 Satz 1 wird die Angabe „sechs, zwölf oder 18“ durch die Angabe „drei, sechs, neun, zwölf, 15 oder 18“ ersetzt. 2. § 2 Abs. 1 wird wie folgt geändert: a) In Nummer 1 werden nach dem Wort „denen“ die Wörter „drei oder“ ein- gefügt. b) In Nummer 2 werden nach dem Wort „denen“ die Wörter „neun oder“ ein- gefügt. c) In Nummer 3 wird nach dem Wort „denen“ die Angabe „15 oder“ einge- fügt. 3. Dem § 4 wird folgender Absatz 5 angefügt: „(5) Im Fall der Versetzung der Beamtin oder des Beamten in das Inland oder des Eintritts in den Ruhestand wird der Fahrkostenzuschuss nur ge- währt, wenn 1. der Zeitraum zwischen Heimaturlaub und Versetzungstermin oder Eintritt in den Ruhestand mindestens drei Monate beträgt und 2. im letzten angefangenen Jahr des dienstlichen Auslandsaufenthalts die- ser mindestens sechs Monate dauert.“ 4. § 7 wird aufgehoben. 5. Die Anlagen 1 und 2 werden wie folgt gefasst: 2741
2742 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 „Anlage 1 (zu § 1 Abs. 1) Zusatzurlaub an außereuropäischen Dienstorten Dienstort Zusatz- urlaubs- tage Afrika Dienstort Zusatz- urlaubs- tage Amerika Abidjan 18 Asunción Abuja 18 Atlanta 3 Accra 15 Bogotá 18 Addis Abeba 12 Boston 3 Algier 12 Brasilia 9 Antananarivo 12 Buenos Aires 6 Asmara 12 Caracas 12 Bamako 18 Chicago 3 Conakry 18 Guatemala-Stadt 12 Cotonou 15 Havanna 12 9 Houston 3 Daressalam 15 Kingston 12 Freetown 18 La Paz 15 Gaborone 12 Lima 12 Harare 12 Los Angeles Jaunde 12 Managua 15 Kairo 12 Mexiko-Stadt 12 Kampala 15 Miami 3 Kapstadt 9 Montevideo 6 Khartum 18 Montreal 3 Kigali 18 New York 3 Kinshasa 18 Ottawa 3 Lagos 18 Panama 12 Libreville 15 Port-au-Prince 18 Lilongwe 12 Porto Alegre 9 Lomé 15 Port-of-Spain 9 Luanda 18 Quito 9 Lusaka 12 Recife 9 Maputo 15 Rio de Janeiro 9 Monrovia 18 San Francisco 3 Nairobi 12 San José 9 N'Djamena 18 San Salvador 12 Niamey 18 Santiago de Chile 12 Nouakchott 18 Santo Domingo Ouagadougou 15 Sao Paulo 12 12 Dakar 12 3 9 Pretoria 9 Tegucigalpa Rabat 6 Toronto 3 Tripolis 9 Vancouver 3 Tunis 6 Washington 3 Windhuk 9
2743 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Dienstort Zusatz- urlaubs- tage Zusatz- urlaubs- tage noch Asien Asien Abu Dhabi Dienstort 9 Mumbai 12 New Delhi 15 Almaty 12 Amman 9 Nowosibirsk 12 Ankara 9 Osaka-Kobe 6 Antalya 6 Peking 15 Aschgabat 15 Phnom Penh 18 Astana 12 Pjöngjang 15 Bagdad 18 Ramallah 12 Baku 12 Rangun 12 18 Riad 15 12 Sanaa 15 12 Seoul 12 Shanghai 15 Singapur 9 Banda Aceh Bandar Seri Begawan Bangkok Beirut Bischkek Chengdu 9 15 15 Chennai 15 Colombo 12 Damaskus 9 Dhaka 18 Djidda 15 Doha 9 Dubai 9 Duschanbe 18 Eriwan 12 Faisabad 18 Hanoi 18 Herat 18 Ho-Chi-Minh-Stadt 18 Hongkong 9 Islamabad 12 Izmir 6 Taipei 12 Taschkent 15 Teheran 15 Tel Aviv 9 Tiflis 12 Tokyo 6 Ulan Bator 15 Vientiane 15 Dienstort Zusatz- urlaubs- tage Australien Canberra 6 Melbourne 6 Jakarta 15 Sydney 6 Jekaterinburg 12 Wellington 6 Kabul 18 Kalkutta 18 Kanton 15 Karachi 18 Kathmandu 15 Kuala Lumpur 12 Kundus 18 Kuwait 12 Manama 9 Manila 15 Maskat 9
2744 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 57, ausgegeben zu Bonn am 13. September 2005 Herausgeber: Bundesministerium der Justiz – Verlag: Bundesanzeiger Verlags- ges.mbH. – Druck: M. DuMont Schauberg, Köln Bundesgesetzblatt Teil I enthält Gesetze sowie Verordnungen und sonstige Be- kanntmachungen von wesentlicher Bedeutung, soweit sie nicht im Bundesgesetz- blatt Teil II zu veröffentlichen sind. Bundesgesetzblatt Teil II enthält a) völkerrechtliche Übereinkünfte und die zu ihrer Inkraftsetzung oder Durch- setzung erlassenen Rechtsvorschriften sowie damit zusammenhängende Bekanntmachungen, b) Zolltarifvorschriften. Laufender Bezug nur im Verlagsabonnement. Postanschrift für Abonnements- bestellungen sowie Bestellungen bereits erschienener Ausgaben: Bundesanzeiger Verlagsges.mbH., Postfach 10 05 34, 50445 Köln Telefon: (02 21) 9 76 68-0, Telefax: (02 21) 9 76 68-3 36 E-Mail: bgbl@bundesanzeiger.de Internet: www.bundesgesetzblatt.de bzw. www.bgbl.de Bezugspreis für Teil I und Teil II halbjährlich je 45,00 €. Einzelstücke je an- gefangene 16 Seiten 1,40 € zuzüglich Versandkosten. Dieser Preis gilt auch für Bundesgesetzblätter, die vor dem 1. Januar 2002 ausgegeben worden sind. Lieferung gegen Voreinsendung des Betrages auf das Konto der Bundesanzeiger Verlagsges.mbH. (Kto.-Nr. 399-509) bei der Postbank Köln (BLZ 370 100 50) oder gegen Vorausrechnung. Preis dieser Ausgabe: 3,70 € (2,80 € zuzüglich 0,90 € Versandkosten), bei Lieferung gegen Vorausrechnung 4,30 €. Im Bezugspreis ist die Mehrwertsteuer enthalten; der angewandte Steuersatz beträgt 7 %. ISSN 0341-1095 Bundesanzeiger Verlagsges.mbH. · Postfach 10 05 34 · 50445 Köln Postvertriebsstück · Deutsche Post AG · G 5702 · Entgelt bezahlt Anlage 2 (zu § 1 Abs. 2) Zusatzurlaub an europäischen Dienstorten Dienstort Zusatz- urlaubs- tage Europa Banja Luka 6 Belgrad 6 Bukarest 3 Chisinau 9 Hermannstadt 3 Istanbul 6 Kaliningrad 9 Kiew 9 Minsk 12 Moskau 6 Podgorica 6 Pristina 15 Reykjavik 6 Sarajewo 6 Skopje 6 St. Petersburg 6 Temesvar 3 Tirana 9“. Artikel 2 Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Berlin, den 6. September 2005 Der Bundesminister des Auswärtigen J. Fischer