Source: https://www.tieraerztekammer.at/de/oeffentlicher-bereich/berufsinformation/praxis-infos/praxisgruendung/
Timestamp: 2019-11-16 01:51:11
Document Index: 44675594

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 4', '§ 11', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

Die Voraussetzungen und rechtlichen Vorgaben zur Eröffnung einer eigenen tierärztlichen Praxis in Österreich:
1. Berufsausübungsberechtigung
Um den tierärztlichen Beruf ausüben zu dürfen, bedarf es:
Erfüllung der allgemeinen Erfordernisse nach § 3 TÄG und
Eintragung in die Tierärzteliste nach § 5 TÄG
Zu den allgemeinen Erfordernissen zählen:
die österreichische Staatsbürgerschaft bzw. die Staatsbürgerschaft eines EWR-Staates,
ausreichende Kenntnisse der Amtssprache sowie für EWR-Bürger eine
Bestätigung der Berufsausübungsberechtigung ihres Heimatstaates.
Außerdem ist der Abschluss des veterinärmedizinischen Diplomstudiums an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) erforderlich; diesem gleichgestellt sind Studienabschlüsse, die im Anhang V Punkt 5.4.2. der Richtlinie 2005/36/EG (Berufsanerkennungsrichtlinie) abschließend aufgezählt sind bzw. ein an der VUW nostrifizierter ausländischer Studienabschluss.
2. Eintragung in die Tierärzteliste:
Neben den allgemeinen Erfordernissen ist für die Ausübung des veterinärmedizinischen Berufes Voraussetzung, dass der Bewerber die Eintragung in die Tierärzteliste für den in Aussicht genommenen Berufssitz beantragt. Diese Liste wird seitens der Österreichischen Tierärztekammer geführt und enthält alle zur Berufsausübung in Österreich befugten Tierärzte. Die Beantragung zur Eintragung für den in Aussicht genommenen Berufssitz bzw. Dienstort erfolgt gemäß § 6 TÄG durch Anmeldung bei der Kammer und unter Vorlage der erforderlichen Personal- und Ausbildungsnachweise. Erfüllt der Bewerber die Voraussetzungen, so hat ihn die Kammer in die Tierärzteliste einzutragen und gleichzeitig den Tierärzteausweis auszustellen. Erfüllt der Bewerber die gesetzlichen Voraussetzungen nicht, so hat die Kammer die Eintragung mit Bescheid zu versagen. Gegen den Bescheid kann Beschwerde bei jenem Landesverwaltungsgericht erhoben werden, das für den in Aussicht genommenen Berufssitz oder Dienstort oder - wenn im Zeitpunkt der Antragstellung weder ein Berufssitz noch ein Dienstort in Aussicht genommen ist - für den Wohnsitz des Bewerbers zuständig ist. Besteht auch kein inländischer Wohnsitz, so ist das Landesverwaltungsgericht von Wien zuständig.
In die Tierärzteliste werden gemäß § 5 Abs 2 TÄG folgende Daten vermerkt: Vor- und Zuname, akademischer Grad, Geburtsdatum und Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Nachweis der abgeschlossenen tierärztlichen Hochschulausbildung bzw. der Berufsqualifikation, Hauptwohnsitz, Zustelladresse, Berufssitz oder Dienstort; bei Tierärzten, die den Beruf gem. § 4a Abs 1 TÄK ausüben, der Hinweis auf die grenzüberschreitende Tätigkeit; Ordinationstelefonnummer; Beginn und Ende der tierärztlichen Tätigkeit; Amtstitel, verliehene Titel und ausländische Titel samt Nachweis der Berechtigung zu deren Führung; Absolvierung einer fachlichen Fort- oder Weiterbildung sowie Ablegung der Physikatsprüfung; Fachtierarzttitel; Einstellung, Unterbrechung, Entziehung, Untersagung und Wiederaufnahme der Berufsausübung; Eröffnung und Schließung von tierärztlichen Hausapotheken; Beteiligung an einer Tierärztegesellschaft gem. 15a TÄG; TGD-Mitgliedschaft(en); amtliche Beauftragungen.
Ein Antrag auf Eintrag in die Tierärzteliste ist seitens der Kammer längstens binnen drei Wochen zu erledigen.
Tierärzteausweis
Wird der Bewerber erfolgreich in die Tierärzteliste eingetragen, ist ihm gleichzeitig der Tierärzteausweis auszustellen. Nach Erhalt des Tierärzteausweises hat sich der Tierarzt binnen 2 Wochen bei der Bezirksverwaltungsbehörde, die für seinen Berufssitz zuständig ist, zu melden. Eine tierärztliche Tätigkeit darf erst nach Erhalt des Tierärzteausweises ausgeführt werden.
Gemäß § 11 TÄG ist der Tierärzteausweis wieder unverzüglich bei der Kammer abzugeben, wenn die Befugnis zur Ausübung des Berufes erlischt oder die Befugnis aufgrund eines Erkenntnisses der Disziplinarkommission ruht. Wird der Ausweis nicht abgeliefert, so hat die Bezirksverwaltungsbehörde, die für den letzten Berufssitz zuständig war, auf Antrag der Kammer den Tierärzteausweis zwangsweise einzuziehen und der Kammer zu übersenden.
Arten der Berufsausübung
Grundsätzlich kann die Art der Berufsausübung in freiberuflich und angestellt unterteilt werden, daneben gibt es noch die Vertretungstätigkeit.
Gemäß § 15 Abs 2 TÄG hat jeder Tierarzt, der seinen Beruf freiberuflich ausüben möchte, anlässlich der Antragstellung in die Eintragung der Tierärzteliste seinen Berufssitz anzugeben. Darunter versteht man den Ort, von dem aus der Tierarzt seine freiberufliche Tätigkeit ausübt. Wichtig ist dabei, dass jeder Tierarzt nur einen Berufssitz haben darf. Eine Wanderpraxis, also die Ausübung des tierärztlichen Berufes ohne einen bestimmten Berufssitz, ist verboten. Die Verlegung eines Berufssitzes ist der Kammer 14 Tage vorher anzuzeigen.
Jene Tierärzte, die ihren Beruf ausschließlich im Rahmen einer Anstellung ausüben wollen, haben anlässlich der Antragstellung auf Eintragung in die Tierärzteliste ihren Dienstort anzugeben. Auch hier ist jede Verlegung des Dienstortes 14 Tage zuvor der Kammer anzuzeigen (ausgenommen hiervon sind nur Militärtierärzte unter bestimmten Voraussetzungen) (§ 15 Abs 6 TÄG).
Zudem bestimmt § 15 Abs 7 TÄG eine Meldepflicht für all jene Tierärzte, die ausschließlich wiederkehrende tierärztliche Tätigkeiten in Form von Praxisvertretungen ausüben wollen und dabei weder eine Ordination oder ein privates Tierspital führen oder in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt sind.