Source: https://sites.google.com/site/anwaltfehlberg/lexikon-des-arbeitsrechts/arbeitslosengeld
Timestamp: 2017-11-20 12:41:10
Document Index: 217223379

Matched Legal Cases: ['§ 143', '§ 149', '§ 155', '§ 158', '§ 147', '§ 148']

Arbeitslosengeld - Anwalt-Fehlberg
Jeder Arbeitnehmer zahlt mit seinen Sozialversicherungsbeiträgen auch in die Arbeitslosenversicherung ein. Das Arbeitslosengeld - auch ALG I genannt - ist die Versicherungsleistung, welche bei Eintritt des Versicherungsfalls Arbeitslosigkeit eintritt.
Geregelt ist das Arbeitslosengeld im SGB III. Voraussetzung für den Erhalt von Arbeitslosengeld ist regelmäßig eine bestehende Arbeitslosigkeit, die rechtzeitige persönliche Meldung bei der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit sowie das mindestens 12 Monate bestehende sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis innerhalb der letzten 2 Jahre (Rahmenfrist = § 143 SGB III).
Die Höhe des Arbeitslosengeldes (§§ 149 ff. SGB III) ergibt sich aus der Multiplikation des Nettoentgeltes mit dem Leistungssatz. Der Bruttolohn abzüglich Sozialversicherungsbeiträge (pauschal 21 %), Lohnsteuer und Solidaritätsbeitrag ergibt das Nettoentgelt. Der Leistungssatz beträgt bei Arbeitslosen mit Kindern 67 % und sonst 60 %. Dies wird taggenau berechnet. Wer einen Orientierungswert - es wird keine Gewähr für eine richtige Berechnung gegeben - ermitteln möchte, kann dies auf den Seiten der Agentur für Arbeit tun.
Nebeneinkommen wird angerechnet nach § 155 SGB III.
Der Anspruch auf Arbeitslosengeld kann ruhen, wenn andere Sozialleistungen bezogen werden (z.B. Krankengeld), für den Zeitraum Arbeitsentgelt- bzw. Urlaubsabgeltungsansprüche des Arbeitnehmers bestehen, der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten hat (Sperrzeit) oder ein Arbeitskampf (Streik) besteht.
Eine Abfindung (Entlassungsentschädigung) wird nach § 158 SGB III nur dann angerechnet, wenn diese im Zusammenhang steht mit einer Verkürzung der ordentlichen Kündigungsfristen.
Arbeitslosengeld wird nur befristet gewährt bis zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit oder im Rahmen der Bezugsdauer Die Bezugsdauer richtet sich nach der Dauer der vorherigen versicherungspflichtigen Beschäftigungen (+teilweise auch Lebensalter) und liegt nach § 147 SGB III zwischen 6 und 24 Monaten. Unter den in § 148 SGB III benannten Voraussetzungen kann sich die Bezugsdauer vermindern.