Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20200/91
Timestamp: 2019-06-18 06:02:31
Document Index: 23914965

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 194', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.11.1992 - IX ZR 200/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,104
BGH, 05.11.1992 - IX ZR 200/91 (https://dejure.org/1992,104)
BGH, Entscheidung vom 05.11.1992 - IX ZR 200/91 (https://dejure.org/1992,104)
BGH, Entscheidung vom 05. November 1992 - IX ZR 200/91 (https://dejure.org/1992,104)
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Ersatzforderung wegen Schlechterfüllung eines Anwaltsvertrages - Verschlechterung der Vermögenslage - Verjährung eines Ersatzanspruchs - Teilkündigung aus wichtigem Grunde - Pflichtverletzung eines Anwalts - Adäquater Ursachenzusammenhang - pactum de non petendo
Es entspricht zudem ständiger Rechtsprechung, dass die Beendigung einer rechtlichen Auseinandersetzung durch Vergleich regelmäßig ein sachgemäßes Verhalten darstellt, das auf die Zurechnung des Schadens zum haftungsbegründenden Verhalten des Schuldners keinen Einfluss hat (BGH, Urteil vom 5. November 1992 - IX ZR 200/91, NJW 1993, 1320, 1322 f.; Urteil vom 2. April 1998 - IX ZR 107/97, NJW 1998, 2048, 2050).
Ob und gegebenenfalls wann dem Kläger der eingeklagte Schaden entstand, hing davon ab, wie die Pächterin gegenüber ihrem Vertragspartner auf den Mangel der Pachtsache reagierte; frühestens und nur dann, wenn sie deswegen Rechte gegen den Kläger geltend machte, konnte dieser eine Vermögenseinbuße erleiden (vgl. BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, NJW 1993, 1320, 1321 betreffend die unzulässige Teilkündigung eines Vertrages;… v. 16. November 1995 - IX ZR 148/94, aaO. wegen eines fehlerhaften Vertragsentwurfs).
Eine Stillhalteabrede, wonach der Schuldner vorübergehend die Zahlung verweigern darf, hat der Kläger, der insoweit die Darlegungs- und Beweislast trägt, nicht schlüssig behauptet (…vgl. BGH, Urt. v. 14. November 1991 - IX ZR 31/91, NJW 1992, 836, 837; v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, aaO. 1323;… Baumgärtel/Laumen, Handbuch der Beweislast im Privatrecht 2. Aufl. BGB § 194 Rdnr. 2).
Begeht der Mandant auf Anraten seines Anwalts eine Vertragsverletzung, erwächst ein Schaden nicht vor dem Zeitpunkt, zu dem der Vertragsgegner daraus Rechte herleitet (BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, WM 1993, 610, 612;… BGH, Urt. v. 24. Januar 2002 aaO).
Dazu hat der Anwalt seinem Mandanten den sichersten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche Risiken aufzuklären, damit der Mandant eine sachgerechte Entscheidung treffen kann; Zweifel und Bedenken, zu denen die Sachlage Anlaß gibt, muß der Anwalt darlegen und mit seinem Auftraggeber erörtern (u.a. BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, WM 1993, 610, 613 f; v. 20. Januar 1994 - IX ZR 46/93, NJW 1994, 1211, 1212).
Die Verjährungsfrist nach § 51b BRAO beginnt auch dann zu laufen, wenn der Mandant den Schaden und damit seinen Ersatzanspruch nicht kennt (Senatsurt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, NJW 1993, 1320, 1321).
Unter diesen Umständen ist nicht nur adäquate Kausalität, sondern auch der erforderliche Zurechnungszusammenhang zwischen der vertragswidrigen Handlung der Beklagten und den vom Kläger für die Rechtsverfolgung gegen den Gläubiger aufgewendeten Kosten gegeben (…vgl. BGH, Urt. v. 16. Januar 1992 - III ZR 197/91, WM 1992, 956, 958; v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, z.V.b.).
Ein Schaden ist entstanden, wenn sich die Vermögenslage des Betroffenen infolge des schädigenden Ereignisses objektiv verschlechtert hat (BGHZ 27, 181, 183 f [BGH 29.04.1958 - VI ZR 82/57]; 75, 366, 371; 99, 182, 196 [BGH 10.12.1986 - VIII ZR 349/85]; BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, WM 1993, 610, 612).
Ist dagegen noch offen, ob pflichtwidriges Verhalten zu einem Schaden führt, so ist die Verjährungsfrist noch nicht in Lauf gesetzt; eine lediglich risikobehaftete Lage ergibt in der Regel eine bloße Gefährdung, die sich noch nicht meßbar in der Bewertung des Gesamtvermögens niederschlägt und daher einem Schaden nicht gleichsteht (BGHZ 100, 228, 231 f; 119, 69, 71 [BGH 02.07.1992 - IX ZR 268/91];… BGH, Urt. v. 15. Oktober 1992 - IX ZR 43/92, WM 1993, 251, 255; v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91 aaO.; v. 28. Oktober 1993 - IX ZR 21/93, insoweit z.V.b. in BGHZ 124, 27 [BGH 28.10.1993 - IX ZR 21/93], ZIP 1993, 1886, 1889).
Er hat, wenn mehrere Maßnahmen in Betracht kommen, diejenige zu treffen, welche die sicherste und gefahrloseste ist, und, wenn mehrere Wege möglich sind, um den erstrebten Erfolg zu erreichen, den zu wählen, auf dem dieser am sichersten erreichbar ist (BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, NJW 1993, 1320, 1322; v. 13. März 1997 - IX ZR 81/96, WM 1997, 1392, 1393 f; v. 29. April 2003 - IX ZR 54/02, WM 2003, 1628, 1630; v. 23. September 2004 - IX ZR 137/03, NJW-RR 2005, 494, 495).
Im ersten Fall entsteht dem Mandanten ein Schaden erst, wenn der Vertragspartner tatsächlich anficht (…BGH, Urt. v. 16. November 1995 - IX ZR 148/94, WM 1996, 540, 541), und im zweiten Fall, wenn der Vertragspartner tatsächlich von seinen Rechten Gebrauch macht (BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 200/91, WM 1993, 610, 612).
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