Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20236/85
Timestamp: 2020-02-27 06:28:44
Document Index: 210056225

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', '§ 459', '§ 459', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', '§ 459', '§ 459', '§ 459', 'BGH', 'BGH', '§ 459', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.07.1987 - V ZR 236/85 - dejure.org
https://dejure.org/1987,545
BGH, 10.07.1987 - V ZR 236/85 (https://dejure.org/1987,545)
BGH, Entscheidung vom 10.07.1987 - V ZR 236/85 (https://dejure.org/1987,545)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 1987 - V ZR 236/85 (https://dejure.org/1987,545)
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NJW-RR 1988, 10
Nach ständiger Rechtsprechung war das bis zum 31. Dezember 2001 geltende Schuldrecht von einem grundsätzlichen Vorrang der Bestimmungen der §§ 459 ff. BGB a.F. geprägt, der nur bei Vorsatz entfiel (vgl. BGHZ 136, 102, 109 ; Senat, BGHZ 60, 319, 320 ff. ; 114, 263, 266 ; Urt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10, 11;… Urt. v. 3. Juli 1992, V ZR 97/91, NJW 1992, 2564, 2566;… Urt. v. 5. Oktober 2001, V ZR 275/00, NJW 2002, 208, 210).
(1) Nach dem bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Gewährleistungsrecht stellten Umweltbeziehungen, die die Brauchbarkeit oder den Wert der Kaufsache negativ beeinflussen, allerdings nur dann einen Fehler im Sinne des § 459 Abs. 1 BGB a.F. dar, wenn sie ihren Grund in der Beschaffenheit der Sache hatten und sich nicht erst durch Heranziehung von außerhalb des Kaufgegenstands liegenden Verhältnissen oder Umständen ergaben (…vgl. Senatsurteile vom 9. Juli 1976 - V ZR 256/75, aaO;… vom 18. November 1977 - V ZR 172/76, aaO; vom 10. Juli 1987 - V ZR 236/85, aaO …und vom 22. Februar 1991 - V ZR 299/89, aaO).
Der Senat hat vor diesem Hintergrund offen gelassen, ob über die Luft vermittelte, von einen benachbarten Klärwerk ausgehende Geruchsbelästigungen einen Fehler im Sinne des § 459 Abs. 1 BGB darstellen (Senatsurteil vom 10. Juli 1987 - V ZR 236/85, aaO).
Schaden ist danach der Betrag, um den die Kläger im Streitfall wegen der fehlenden Mitteilung über das weitere Optionsrecht der Mieterin das Grundstück zu teuer erworben haben (vgl. BGHZ 114, 87, 94; Senat, Urt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10, 11;… Urt. v. 8. Oktober 1993, aaO;… BGH, Urt. v. 1. April 1981, VIII ZR 51/80, NJW 1981, 2050, 2051;… Urt. v. 27. September 1988, XI ZR 4/88, NJW-RR 1989, 150, 151;… Urt. v. 14. Januar 1993, IX ZR 206/91, NJW 1993, 1323, 1325).
4. Damit festgestellt werden kann, ob und ggf. in welchem Umfang den Klägern ein Schaden dadurch entstanden ist, daß sie wegen der unzutreffenden Information über die Dauer des Mietverhältnisses das Grundstück zu teuer erworben haben, werden sie - bezogen auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses - vortragen und unter Beweis stellen müssen, welcher Minderwert des Grundstücks sich gegenüber einem Ende 1999 auslaufenden Mietverhältnis mit der H. H. KG durch die Verlängerungsoption bis Ende 2004 ergibt (vgl. Senat, Urt. v. 10. Juli 1987, aaO;… BGH, Urt. v. 27. September 1988 aaO).
Zusicherungsfähige Eigenschaften einer Kaufsache im Sinne von § 459 Abs. 2 BGB sind auch ihre wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zur Umwelt, sofern sie Brauchbarkeit oder Wert der Sache beeinflussen; jedoch müssen die rechtlichen Umweltbeziehungen in der Sache selbst ihren Grund haben, insbesondere dürfen sie nicht an Umstände in der Person des Erwerbers anknüpfen (Senatsurteile BGHZ 79, 183, 185 [BGH 19.12.1980 - V ZR 185/79]; v. 6. März 1987, V ZR 200/85, WM 1987, 1041; v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10 f.; v. 30. Oktober 1987, v ZR 144/86, WM 1988, 48, 50 f; ferner BGHZ 111, 75, 78 f).
Eine Haftung der Beklagten aus dem Gesichtspunkt eines Verschuldens bei Vertragsschluß wegen vorsätzlicher Verletzung ihrer Hinweispflichten ist, auch wenn sich diese - was das Berufungsgericht verneint hat - auf die Beschaffenheit der Kaufgegenstände beziehen sollten, durch die Vorschriften der §§ 459 ff BGB nicht ausgeschlossen (BGH Urteil vom 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10 unter II 2; BGH, Urteil vom 23. März 1990 - V ZR 16/89, WM 1990, 1210 unter II 2 a).
a) Die Verurteilung des Beklagten, Schadensersatz nach den Grundsätzen der culpa in contrahendo wegen unterbliebener Aufklärung über die ungesicherte Wasserversorgung zu leisten, kann schon deshalb keinen Bestand haben, weil solche Ansprüche bei lediglich fahrlässiger Verletzung einer Offenbarungspflicht in Bezug auf die Beschaffenheit des Kaufgegenstands - sowohl im Hinblick auf Fehler im Sinne des § 459 Abs. 1 BGB aF als auch auf zusicherungsfähige Eigenschaften im Sinne des § 459 Abs. 2 BGB aF - ausgeschlossen sind; die Vorschriften der §§ 459 ff. BGB aF bilden insoweit eine abschließende Sonderregelung (st. Rspr., vgl. Senat, Urteil vom 16. März 1973 - V ZR 118/71, BGHZ 60, 319, 321 f.; Urteil vom 19. März 1976 - V ZR 146/74, WM 1976, 791, 792; Urteil vom 10. Juli 1987 - V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10, 11).
Dies gilt unbeschadet des Umstandes, daß die Hellhörigkeit im vorliegenden Falle kein Fehler und deren Nichtvorliegen nicht zugesichert war (BGHZ 60, 319; Senatsurt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, aaO;… Soergel/Huber, BGB, 11. Aufl., vor § 459 Rdn. 202).
Daneben können sie, allerdings ebenfalls nur bei Vorsatz der Beklagten, Ersatz des Vertrauensschadens wegen Verschuldens bei Vertragsschluß verlangen (st. Rspr. des Senats: BGHZ 60, 319, 321 f; Urt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85 aaO, v. 23. März 1990, V ZR 16/89, WM 1990, 1210, 1212).
Schaden ist danach der Betrag, um den der Kläger im Streitfall wegen der fehlenden Unterrichtung über den wirtschaftlichen Totalschaden und den Umfang der durchgeführten vermeintlichen Vorrichtarbeiten an dem Fahrzeug zu teuer erworben hat (vgl. BGHZ 114, 87, 94; NJW-RR 1988, 10, 11; NJW 1981, 2050, 2051; NJW-RR 1989, 150, 151; NJW 1993, 1323, 1325; 2001, 2875, 2877).
Dieser Anspruch ist durch die kaufvertraglichen Gewährleistungsvorschriften nicht ausgeschlossen (BGHZ 60, 319; Senatsurt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10, 11).
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