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Timestamp: 2016-10-26 05:58:56
Document Index: 116794564

Matched Legal Cases: ['Art. 426', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 394', 'Art. 392', 'Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 72', 'Art. 76', 'Art. 100', 'Art. 394', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 390', 'Art. 390', 'Art. 390', 'Art. 392', 'BGE', 'BGE', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 393', 'Art. 394', 'Art. 393', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 392', 'Art. 66', 'Art. 64']

5A_451/2014 (22.07.2014)
5A_451/2014 � � Urteil vom 22. Juli 2014
vertreten durch Rechtsanwalt Chris Br�utigam,
des Kantons Aargau, Kammer f�r Kindes- und Erwachsenenschutz, vom 17. April 2014.
A.a.�X.________ (geb. 1986) war arbeitslos; sie lebt nach wie vor bei ihren Eltern. Nachdem die Betroffene mehrmals Anlass zu Polizeieins�tzen wegen Streitereien innerhalb der Familie gegeben hatte und sie am 19. Mai 2013 gegen ihre Mutter t�tlich geworden war, ordnete der Amtsarzt an diesem Tag ihre f�rsorgerische Unterbringung gest�tzt auf Art. 426 Abs. 1 ZGB an. Gem�ss Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste A.________ vom 27. Juni 2013, wo die Betroffene vom 19. Mai 2013 bis 26. Juni 2013 untergebracht war, leidet sie unter einer Anpassungsst�rung mit vorwiegender St�rung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.24).
A.b.�Mit Entscheid vom 25. Juli 2013 ordnete das Familiengericht Y.________ gest�tzt auf Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB �ber die Betroffene eine Vertretungsbeistandschaft mit Verm�gensverwaltung an und ernannte ihr eine Beist�ndin. Dieser wurde aufgetragen, stets f�r eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und die Betroffene in allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen umfassend zu vertreten, ferner stets f�r das gesundheitliche Wohl sowie die hinreichende medizinische Betreuung der Betroffenen besorgt zu sein und sie in allen daf�r notwendigen Vorkehren zu vertreten, die Betroffene bei der Erledigung der administrativen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere im Verkehr mit Beh�rden, �mtern, Banken, Post, Sozialversicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen, schliesslich die Betroffene bei der Erledigung der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere ihr gesamtes Einkommen und Verm�gen zu verwalten.
In teilweiser Gutheissung der Berufung der Betroffenen �nderte das Obergericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 17. April 2014 den erstinstanzlichen Entscheid teilweise ab. Es errichtete eine Vertretungsbeistandschaft im Sinn von Art. 394 Abs. 1 ZGB und nahm, soweit hier relevant, die Vertretung bei der Erledigung der finanziellen Angelegenheiten sowie die Einkommens- und Verm�gensverwaltung vom Aufgabenbereich der Beist�ndin aus. Ferner sprach es dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Betroffenen eine Entsch�digung von Fr. 1'728.-- aus der Obergerichtskasse zu.
Die Betroffene (Beschwerdef�hrerin) hat am 28. Mai 2014 (Postaufgabe) beim Bundesgericht gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau vom 17. April 2014 Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Sie beantragt, den angefochtenen Entscheid und die Vertretungsbeistandschaft vollumf�nglich aufzuheben. Eventuell sei auf eine Beistandschaft zu verzichten und einer Drittperson gem�ss Art. 392 Abs. 2 ZGB den Auftrag zu erteilen, die Betroffene bei der Wohnungssuche zu unterst�tzen. Subeventuell sei die Mutter der Beschwerdef�hrerin als Begleitbeist�ndin zu ernennen mit der Aufgabe, stets f�r eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft zu sorgen und die Beschwerdef�hrerin in allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu unterst�tzen, wobei unter einer geeigneten Unterkunft eine solche zu verstehen sei, in welcher die Beschwerdef�hrerin allein leben kann. Subsubeventuell sei der Entscheid aufzuheben, und die Angelegenheit zur Sachverhaltserg�nzung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner sei dem Parteivertreter der Beschwerdef�hrerin in Ab�nderung des vorinstanzlichen Entscheids eine Entsch�digung von Fr. 2'628.-- zuzusprechen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht die Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege.
1.1.�Angefochten ist der letztinstanzliche Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau als Rechtsmittelinstanz (Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 90 BGG). Er betrifft den Kindes- und Erwachsenenschutz (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG) und damit eine Zivilsache nicht verm�gensrechtlicher Natur. Die Beschwerdef�hrerin ist im Lichte von Art. 76 BGG legitimiert. Auf die fristgerecht (Art. 100 Abs. 1 BGG) erhobene Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten.
1.2.�Soweit die Beschwerdef�hrerin um eine Erh�hung des Honorars ihres amtlichen Rechtsbeistands ersucht, ist sie zur Beschwerde nicht legitimiert, zumal nicht geltend gemacht wird bzw. nicht ersichtlich ist, �ber welches sch�tzenswerte Interesse sie verf�gt (Urteil 5A_451/2011 vom 25. Juli 2011 E. 1.2 mit zahlreichen Hinweisen).
Strittig ist vorliegend, ob die von den kantonalen Instanzen angeordnete Vertretungsbeistandschaft im Sinn von Art. 394 Abs. 1 ZGB Bestand h�lt.
2.1.�Die Erwachsenenschutzbeh�rde ordnet eine Massnahme an, wenn die Unterst�tzung der hilfsbed�rftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder �ffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als ungen�gend erscheint (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), bei Urteilsunf�higkeit der hilfsbed�rftigen Person keine oder keine ausreichende eigene Vorsorge getroffen worden ist und die Massnahmen von Gesetzes wegen nicht gen�gen (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Jede beh�rdliche Massnahme muss erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB).
2.2.�Die Erwachsenenschutzbeh�rde errichtet eine Beistandschaft, wenn eine vollj�hrige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen St�rung oder eines �hnlichen in der Person liegenden Schw�chezustandes ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB).
Das Obergericht verweist auf die Erw�gungen des Familiengerichts, die namentlich auf den Ausf�hrungen des Austrittsberichts der Psychiatrischen Dienste A.________ vom 27. Juni 2013, aber auch auf einer pers�nlichen Befragung der Beschwerdef�hrerin gr�nden. Danach leidet die Beschwerdef�hrerin unter einer Anpassungsst�rung mit vorwiegender St�rung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.24). Sie lebt im Alter von 27 Jahren nicht freiwillig bei ihren Eltern im Keller, sondern ist aufgrund ihrer Krankheit und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit dazu gezwungen. Es ist - so die erste Instanz - ihr erkl�rter Wunsch, eine Arbeitsstelle zu finden und eine eigene Wohnung zu beziehen. Die sich h�ufenden Konfrontationen in der Familie, die teilweise in T�tlichkeiten und Polizeieins�tzen geendet haben, machen - so die erste Instanz weiter - deutlich, dass die Beschwerdef�hrerin und ihre Eltern nicht in der Lage sind, selbst etwas an dieser seit 2 1/2 Jahren dauernden Situation zu �ndern. Diese Umst�nde belasten und �berfordern die Eltern, die ihre Tochter nicht in der notwendigen Art unterst�tzen k�nnen, auch wenn sie dies gerne t�ten.
�Das Obergericht stimmte diesen Erw�gungen zu und erwog des weiteren, aufgrund der Akten sei erstellt, dass die Beschwerdef�hrerin an einer psychischen Erkrankung leide, die sie mit ihrer Situation �berfordere und eine relevante Hilfsbereitschaft verursache. Die Beschwerdef�hrerin bestreite dies nicht, finde indes, sie k�nne dieses Problem zusammen mit ihrer Mutter selbstst�ndig meistern. Die Mutter sei dazu nicht in der Lage. Der Umstand, dass die Beschwerdef�hrerin unter dem Druck des Erwachsenenschutzverfahrens eine Gespr�chstherapie aufgenommen habe, gen�ge nicht. Allein dies biete noch keine Gew�hr f�r eine Verbesserung der Situation, zumal naheliege, dass die Beschwerdef�hrerin ohne fachkundige Unterst�tzung und �berwachung die Therapie wieder abbreche und in alte Muster verfalle.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet zun�chst das Vorliegen einer psychischen St�rung im Sinn von Art. 390 Abs. 1 ZGB. Sie macht geltend, der Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste A.________ vom 27. Juni 2013 gehe zwar von einer Anpassungsst�rung mit vorwiegender St�rung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.24) aus. Dabei handle es sich um einen knappen Bericht, der keine Erl�uterung enthalte und nicht nachvollziehbar sei. So werde sie darin anl�sslich des Eintritts als Patientin mit einem guten Allgemein- und Ern�hrungszustand, als wache und allseits orientierte Person beschrieben, deren Aufmerksamkeit, Konzentration und Ged�chtnis beim Eintrittgespr�ch unauff�llig gewesen seien. Im formalen Denken sei sie logisch und koh�rent gewesen.
�Es trifft zu, dass die Beschwerdef�hrerin im erw�hnten Bericht bei ihrem Eintritt in die Psychiatrischen Dienste A.________ im beschriebenen Sinn qualifiziert worden ist. Das l�sst indes nicht darauf schliessen, die �rztliche Diagnose einer Anpassungsst�rung mit vorwiegender St�rung des Sozialverhaltens (ICD-10 F42.24) sei falsch bzw. der Bericht sei widerspr�chlich. Diesem l�sst sich entnehmen, dass die Beschwerdef�hrerin w�hrend rund eines Monats in station�rer Behandlung war und w�hrend dieser Zeit �rztlich begutachtet worden ist. Auch wenn der Bericht kurz ausgefallen sein mag, besteht kein Anlass, an der Diagnose der Fachperson zu zweifeln. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang ausserdem, dass die Beschwerdef�hrerin pers�nlich angeh�rt worden ist und die zust�ndigen Fachrichter des Familiengerichts die Akten bzw. die Vorgeschichte der Beschwerdef�hrerin kennen. Die Schlussfolgerung, es liege eine psychische St�rung und damit ein Schw�chezustand im Sinn von Art. 390 Abs. 1 ZGB vor, ist nicht zu beanstanden.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet sodann den Zusammenhang zwischen dem Schw�chezustand und der angeblichen Unm�glichkeit, ihre Angelegenheiten zu besorgen.
Das mit Fachrichtern besetzte Familiengericht kommt aufgrund des Berichts der Psychiatrischen Dienste A.________ vom 27. Juni 2013 und der Anh�rung der Beschwerdef�hrerin zum Schluss, sie k�nne ihre Angelegenheiten (beispielsweise Weiterbildung, Arbeit, Wohnen) aufgrund ihrer psychischen St�rung nicht oder nur teilweise erledigen. Die Beschwerdef�hrerin setzt dem nichts Substanzielles entgegen. Das Urteil 5C.55/2001 E. 3c, auf das sie verweist, ist in diesem Zusammenhang nicht einschl�gig, zumal es sich nicht ausdr�cklich zu der hier strittigen Frage �ussert.
Die Beschwerdef�hrerin beanstandet sodann die Ausf�hrungen des Obergerichts zu den verschiedenen Aufgabenbereichen der Beist�ndin als bundesrechtswidrig.
6.1.�Mit Bezug auf die Vertretung im Bereich Gesundheit macht sie geltend, sie werde derzeit fachkundig durch Dr. B.________ unterst�tzt und erhalte damit ausreichende Hilfe von privater Seite. Ihre psychische Verfassung habe sich gebessert und es habe seit dem 23. Mai 2013 keinen Polizeieinsatz mehr gegeben. Die Einsetzung einer Vertretungsbeist�ndin sei nicht geeignet und nicht notwendig. �berdies treffe die Feststellung des Obergerichts nicht zu, sie habe die Gespr�chstherapie nur unter dem Druck des Erwachsenenschutzverfahrens aufgenommen. Vielmehr ergebe sich aus dem Bericht des Psychiatrischen Dienstes A.________ vom 27. Juni 2013, dass sie f�r eine weiterf�hrende Gespr�chstherapie angemeldet worden sei. Die besagte Therapie habe sie aufgenommen.
�Es trifft zu, dass die Beschwerdef�hrerin eine Gespr�chstherapie angetreten hat. Ob sie dies allein unter dem Druck des anstehenden Verfahrens getan hat, l�sst sich wohl entgegen der Auffassung des Obergerichts nicht verbindlich feststellen. Nach Angaben des behandelnden Arztes der Psychiatrischen Dienste A.________ soll dies freiwillig geschehen sein. Tatsache ist indes, dass die Behandlung erst angelaufen ist und erst drei Sitzungen stattgefunden haben. Zudem ist ungewiss, ob diese Behandlung anspricht. Das Obergericht f�rchtet zudem, die Beschwerdef�hrerin werde ohne fachkundige ausw�rtige Hilfe eines Beistandes die Therapie abbrechen und wieder in alte Muster verfallen. Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, was diese Ausf�hrungen als bundesrechtswidrig erscheinen liesse. Im Lichte der tats�chlichen Gegebenheiten erscheint die Ber�cksichtigung des Aufgabenbereichs der Vertretung in gesundheitlichen Belangen gerechtfertigt.
6.2.�Mit Bezug auf die Betreuung bei der Wohnungssuche macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt. Die Beschreibung der Wohnung in ihrem Elternhaus als Keller sei unzutreffend. Gem�ss Vollzugsbericht der Kantonspolizei betreffend f�rsorgerische Unterbringung sei das Zimmer gross genug und biete Platz f�r alle n�tigen M�bel. Zudem verf�ge es �ber ein Fenster im Lichtschacht. Das Zimmer sei ausgebaut worden, und vor dem Zimmer befinde sich eine Dusche. Es sei daher willk�rlich von einem Keller zu sprechen. Sodann sei der Schw�chezustand nicht kausal daf�r, dass sie nicht in der Lage sei, ihre Angelegenheiten zu besorgen. Vom Obergericht werde nicht bestritten, dass sie nach einer Wohnung ausserhalb des Elternhauses gesucht habe. Doch habe es ihre Bem�hungen nicht gew�rdigt. Zudem k�nne ihrer Mutter gest�tzt auf Art. 392 Abs. 2 ZGB der Auftrag erteilt werden, sie bei der Wohnungssuche zu unterst�tzen.
�Die Beschwerdef�hrerin zeigt nicht auf, inwiefern die Korrektur der angeblich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung sich auf den angefochtenen Entscheid auswirken k�nnte (BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22). Darauf ist nicht einzutreten. Mit Bezug auf die Kausalit�t zwischen dem Schw�chzustand und der Hilfsbed�rftigkeit bei der Wohnungssuche kann auf bereits Gesagtes verwiesen werden (E. 4). Bez�glich der Hilfsbed�rftigkeit hat das Obergericht insbesondere ber�cksichtigt, dass die Beschwerdef�hrerin bei ihrer bisherigen Suche nach einer Wohnung nur Absagen erhalten hat. Unter diesen Umst�nden ist eine Vertretung f�r den Bereich der Wohnungssuche von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden, auch wenn die Beschwerdef�hrerin ihren Angaben zufolge sich ernsthaft um eine Wohnung bem�ht hat. Das Obergericht hat schliesslich ausf�hrlich begr�ndet, dass die Beschwerdef�hrerin bei ihrer Suche nicht auf die kompetente Hilfe ihrer Mutter z�hlen kann. Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, was diese Feststellung als willk�rlich bzw. sonst wie bundesrechtswidrig erscheinen liesse (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398). Mit einem Auftrag gem�ss Art. 392 Abs. 2 ZGB l�sst sich dem F�rsorgebedarf nicht sachgerecht begegnen (zu Art. 392 Abs. 2 ZGB siehe namentlich E. 8).
6.3.�Zum Bereich Arbeitssuche macht die Beschwerdef�hrerin geltend, das Obergericht habe trotz ordnungsgem�ssen Vorbringens im Schreiben vom 31. M�rz 2014 nicht ber�cksichtigt, dass sie per 11. April 2014 eine Stelle als Aushilfsverk�uferin bei C.________ mit einem Stundenlohn von Fr. 19.-- brutto angetreten habe.
�Das Obergericht hat in der Tat die besagte Anstellung nicht in seine Erw�gungen einbezogen, wobei die konkreten Umst�nde dieser Unterlassung nicht gekl�rt sind. Die Vorinstanz hat aber in Betracht gezogen, dass die Beschwerdef�hrerin ihre fr�here Anstellung bei der D.________ unfreiwillig beendet hat und ein Arbeitsverh�ltnis bei der E.________ wegen Mobbing k�ndigte. Die erste von der Psychiatrischen Dienste A.________ aus initiierte Anstellung verlief laut Obergericht auch nicht problemlos. Aufgrund der Erfahrungen durfte das Obergericht durchaus davon ausgehen, die Beschwerdef�hrerin sei vorerst im Bereich Arbeit durch eine Beist�ndin zu unterst�tzen. Auch wenn sie nunmehr eine Arbeitsstelle gefunden hat, gilt es daf�r zu sorgen, dass sich die schlechten Erfahrungen der Beschwerdef�hrerin nicht wiederholen. Insoweit erweist sich ein externer Ansprechpartner durchaus als sinnvoll. Eine Verletzung von Bundesrecht ist nicht ersichtlich.
6.4.�Die Beschwerdef�hrerin kritisiert auch die Ber�cksichtigung des Aufgabenbereichs "administrative Angelegenheiten": Sie macht geltend, wie dargelegt und belegt, verf�ge sie nunmehr �ber eine Anstellung und damit - entgegen der Auffassung des Obergerichts - �ber ein Einkommen. Fehl gehe das Argument, sie und ihre Eltern k�nnten die sozialversicherungsrechtlichen Anspr�che nicht �berblicken. Auch hier lege das Obergericht nicht dar, dass ein Schw�chezustand vorliege, der ihr die Erledigung der administrativen Belange verunm�gliche. Die Unm�glichkeit, die sozialversicherungsrechtlichen Anspr�che zu �berblicken, stelle daher keinen Grund f�r eine Vertretungsbeistandschaft dar, gen�ge doch hief�r ein Auftrag an eine Drittperson gest�tzt auf Art. 392 Abs. 2 ZGB. �berdies habe sie pers�nlich eine Stelle gesucht und sich um eine Wohnung bem�ht. Eine Vertretungsbeistandschaft sei nicht gerechtfertigt.
�Das Obergericht erachtet die Beistandschaft mit Bezug auf diesen Aufgabenbereich f�r gerechtfertigt, da die Anspr�che der Beschwerdef�hrerin auf sozialversicherungsrechtliche Leistungen zu kl�ren seien. Dies erfordere eine Person mit dem n�tigen Fachwissen und Durchsetzungsverm�gen, was auf eine Berufsbeist�ndin zutreffe. Mit Bezug auf die Ausf�hrungen zur Kausalit�t kann auf Erw�gung 4 verwiesen werden. Das Obergericht hat zudem festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin aufgrund ihres Schw�chezustandes der Hilfe in mehreren und verschiedensten Bereichen bedarf. Dass die Beschwerdef�hrerin zwischenzeitlich eine Stelle angetreten hat, schliesst Sozialversicherungsanspr�che nicht grunds�tzlich aus. Eine Bundesrechtsverletzung ist nicht ersichtlich (zur Frage des Auftrages gem�ss Art. 392 Abs. 2 ZGB: siehe E. 8).
Das Obergericht hat die Begleitbeistandschaft im Sinn von Art. 393 ZGB als ungen�gend erachtet und sich daher f�r eine Vertretungsbeistandschaft im Sinn von Art. 394 Abs. 1 ZGB entschieden. Die Beschwerdef�hrerin erachtet eine Begleitbeistandschaft (Art. 393 ZGB) durch die Mutter als ausreichend. Sie stelle ihr bereits jetzt eine Wohnung im Keller zur Verf�gung. Zudem habe die Beschwerdef�hrerin eine Gespr�chstherapie angefangen und eine Arbeitsstelle gefunden. Sodann sei kein Polizeieinsatz mehr notwendig gewesen. Die Mutter k�nne daher nicht als �berfordert angesehen werden.
Das Obergericht hat sachlich begr�ndet, dass die Mutter der Beschwerdef�hrerin die anstehenden Aufgaben nicht �bernehmen kann. Die Beschwerdef�hrerin setzt sich nicht rechtsgen�gend mit den �berzeugenden Erw�gungen des Obergerichts auseinander. Auf die insoweit ungen�gend begr�ndete Beschwerde ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG; zu den Anforderungen an die Begr�ndung der Beschwerde: BGE 140 III 86 E. 2 S. 89).
Soweit die Beschwerdef�hrerin schliesslich allgemein beanstandet, ein Auftrag im Sinn von Art. 392 Abs. 2 ZGB an eine Drittperson bzw. ihre Mutter h�tte gen�gt, kann ihr nicht beigepflichtet werden: Der Auftrag gem�ss Art. 392 Abs. 2 ZGB ist zu erteilen, wenn die Beistandschaft offensichtlich unverh�ltnism�ssig ist. Art. 392 Abs. 2 ZGB ist restriktiv anzuwenden. Er kann nicht dazu dienen, eine an sich erforderliche Beistandschaft zu umgehen (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], BBl 2006 7044/7045 zu Art. 392; siehe im Weiteren namentlich: MEIER/LUKIC, Introduction au nouveau droit de la protection de l'adulte, 2011, Rz. 430). Im vorliegenden Fall hat sich herausgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin in mehreren Bereichen auf externe Hilfe angewiesen ist. Bei dieser Ausgangslage aber ist eine Beistandschaft nicht offensichtlich unverh�ltnism�ssig und kann nicht auf den Auftrag im Sinn von Art. 392 Abs. 2 ZGB ausgewichen werden.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Wie die bisherigen Ausf�hrungen zeigen, hat sich die vorliegende Beschwerde als von Anfang an aussichtslos erwiesen. Fehlt es somit an einer der kumulativen Voraussetzungen (nicht aussichtslose Beschwerde), muss das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen werden (Art. 64 Abs. 1 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Bezirksgericht Y.________, Abteilung Familiengericht, und dem Obergericht des Kantons Aargau, Kammer f�r Kindes- und Erwachsenenschutz, schriftlich mitgeteilt.