Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.11.2005&Aktenzeichen=VI%20ZR%2064/05
Timestamp: 2020-07-14 11:13:04
Document Index: 991143

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 823', '§ 22', 'Art. 1', '§ 823', '§ 22', 'Art. 1', 'BGH', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.11.2005 - VI ZR 64/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1554
BGH, 08.11.2005 - VI ZR 64/05 (https://dejure.org/2005,1554)
BGH, Entscheidung vom 08.11.2005 - VI ZR 64/05 (https://dejure.org/2005,1554)
BGH, Entscheidung vom 08. November 2005 - VI ZR 64/05 (https://dejure.org/2005,1554)
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GG Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1; BGB §§ 823, 1004; KUG §§ 22, 23
Zur Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch manipulierte Fotos im Rahmen einer Satire
Persönlichkeitsverletzung bei Verwendung eines manipulierten Fotos
Anspruch auf Unterlassung der Verbreitung einer Bilddarstellung im Rahmen einer Fotomontage; Frage einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts; Berufung auf den Schutz der Meinungsfreiheit für die satirische Darstellung in einem Bild; Recht am eigenen Bild als ...
Art. 1, 2, 5 Abs. 1, Abs. 3 GG
Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch Verwendung eines technisch manipulierten Fotos
"satirische Bilddarstellung"
Allgemeines Persönlichkeitsrecht, technisch manipulierte Fotos, satirische Bilddarstellung, §§ 823, 1004 BGB, § 22 f KUG, Art. 1 I, 2 I GG
NJW 2006, 603
GRUR 2006, 255
VersR 2006, 374
K&R 2006, 129
ZUM 2006, 215
afp 2006, 54
Sofern derartige Fotomontagen dem Betrachter keinen Anhaltspunkt für die Manipulation geben, sondern Authentizität suggerieren und den Eindruck eines realen Geschehens vermitteln, das tatsächlich nicht wie abgebildet stattgefunden hat, kann es - wie auch bei unwahrer Wortberichterstattung - an einem legitimen Informationsinteresse fehlen (BVerfG GRUR 2005, 500; AfP 1999, 57; NJW 1992, 1439 - Bayer; BGH VersR 2006, 374;… Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 3. Aufl. 2009 § 23 KUG Rn 42).
Diese bewusst unvollständige bildliche Darstellung des Geschehens ist wie eine unwahre Tatsachenbehauptung zu behandeln, weil sie dem Zuschauer ein Geschehen vorführt, aus dem er - schon aufgrund der nur spärlichen Kommentare der begleitenden Wortberichterstattung - eigene Schlussfolgerungen ziehen soll, dabei jedoch wesentliche Tatsachen verschwiegen werden, die dem Vorgang ein anderes Gewicht geben und deren Kenntnis für die Bildung eines im Kern zutreffenden Urteils unerlässlich ist (…vgl. BGH, Urt. v. 22.11.2005 - VI ZR 204/04, NJW 2006, 601 m.w.N.; vgl. auch zu Manipulationen an fotografischen Abbildungen: BVerfG, Beschl. v. 14.2.2005 - 1 BvR 240/04, NJW 2005, 3271; BGH, Urt. v. 8.11.2005 - VI ZR 64/05, NJW 2006, 603).
Schließlich hat der Bundesgerichtshof das Urteil des erkennenden Gerichts vom 12.2.2002 aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Urteil vom 8.11.2005, Geschäftsnummer VI ZR 64/05).
Hingegen wird die isolierte Betrachtung eines umstrittenen Äußerungsteils den Anforderungen an eine zuverlässige Sinnermittlung regelmäßig nicht gerecht (BGH NJW 2006, 603 (604) [BGH 08.11.2005 - VI ZR 64/05] ).