Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201991,%201286
Timestamp: 2020-01-27 01:52:02
Document Index: 150229158

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 116', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 103', '§ 115', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', '§ 289', 'BGH', '§ 289', '§ 11', 'BGH', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 289', '§ 116', '§ 116', '§ 115', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 115', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 284', 'BGH', 'BGH', '§ 284', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.11.1990 - XI ZR 217/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,216
BGH, 13.11.1990 - XI ZR 217/89 (https://dejure.org/1990,216)
BGH, Entscheidung vom 13.11.1990 - XI ZR 217/89 (https://dejure.org/1990,216)
BGH, Entscheidung vom 13. November 1990 - XI ZR 217/89 (https://dejure.org/1990,216)
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Werbeaktion in Form der unzulässigen Wertreklame - Angebot einer geldwerten Vergünstigung - Überschreiten der Grenze reiner Aufmerksamkeitswerbung - Unsachliche Beeinflussung in wirtschaftlichen Entschließungen - Berücksichtigung des parteilichen Sachvortrags - ...
Keine wirksame Mahnung durch Klageerhebung für weit überhöhte Verzugszinsforderung
Haftungsumfang einer Grundschuld für Kontokorrentkredit
NJW 1991, 1286
NJW-RR 1991, 866 (Ls.)
ZIP 1991, 155
MDR 1991, 756
WM 1991, 60
BB 1991, 796
DB 1991, 274
Der Gläubiger kann aus einer Mahnung keine Rechte herleiten, wenn er eine weit übersetzte Forderung geltend macht (BGH, Urteil vom 13. November 1990 - XI ZR 217/89, NJW 1991, 1286 unter III m.w.N.; OLG Stuttgart VersR 2015, 561, 565;… Palandt/Grüneberg, BGB 74. Aufl. § 286 Rn. 20 m.w.N.; Reiff, r+s 2015, 105, 113).
Der Kontokorrentvertrag - und folglich auch das Abrufrecht des Schuldners - endet gemäß §§ 116 Satz 1, 115 Abs. 1 InsO mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens, sofern er bis dahin noch nicht gekündigt worden ist (vgl. BGHZ 70, 86, 93; BGH, Urt. v. 13. November 1990 - XI ZR 217/89, ZIP 1991, 155, 156; Beschl. v. 21. März 1995 - XI ZR 189/94, WM 1995, 745;… MünchKomm-InsO/Ott, § 116 Rn. 39;… Uhlenbruck/Berscheid, InsO 12. Aufl. § 103 Rn. 46, §§ 115, 116 Rn. 17 f).
Am Verschulden fehlt es auch dann, wenn der Schuldner die wirklich geschuldete Forderung nicht allein ausrechnen kann, weil sie von ihm unbekannten internen Daten des Gläubigers abhängt (BGH, Urt. v. 13.11.1990 - XI ZR 217/89, NJW 1991, 1286; v. 09.02.1993 - XI ZR 88/92, NJW 1993, 1260).
Im Urteil vom 13. November 1990 (XI ZR 217/89 - WM 1991, 60, 63) hat der erkennende Senat sie ausdrücklich offengelassen.
Mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist davon auszugehen, daß der Kreditgeber nach §§ 286 ff. BGB als Verzugsschaden eine Verzinsung nicht nur des im Zeitpunkt der Fälligstellung und Anmahnung offenen Kapitalrestes, sondern auch der Rückstände vertraglicher Zinsen, also des gesamten Schlußsaldos verlangen kann (BGHZ 104, 337, 344 ff.; 110, 336, 341 [BGH 13.03.1990 - XI ZR 252/89]; Senatsurteil vom 13. November 1990 aaO. S. 63).
Der Gläubiger, der Ansprüche aus § 289 Satz 2 BGB erhebt, muß das Vorliegen dieser Voraussetzungen darlegen und notfalls beweisen (Senatsurteil vom 13. November 1990 aaO. S. 63 f.; BGH, Urteil vom 16. November 1990 - V ZR 217/89 - WM 1991, 326, 328; ebenso Bülow, EWiR 1991, 151, 152;… Palandt/Heinrichs, 52. Aufl., § 289 Rdn. 2; für § 11 Abs. 2 VerbrKrG: Bülow, NJW 1992, 2049, 2051 [BGH 17.10.1991 - 4 StR 465/91];… ders., VerbrKrG § 11 Rdn. 37 a.E.;… MünchKomm/Habersack, 2. Aufl. Ergänzungsband 1992, § 11 VerbrKrG Rdn. 29;… Emmerich in Graf v. Westphalen/Emmerich/Kessler, VerbrKrG § 11 Rdn. 36, 38;… Seibert, Handbuch zum Verbraucherkreditgesetz, § 11 Rdn. 10;… a.A. Münstermann/Hannes, VerbrKrG Rdn. 615 a.E.).
Zum anderen würde ein solches Schadens-Kontokorrent dem Zinseszinsverbot des § 289 Satz 1 BGB zuwiderlaufen (Senatsurteil vom 13. November 1990 aaO. S. 63 m.w.Nachw.).
Davon abgesehen wäre dieses Schreiben als Mahnung auch deshalb unwirksam, weil die darin erwähnten Zinsansprüche weit übersetzt und für den Beklagten in keinem Punkt nachvollziehbar sind (vgl. Senatsurteil vom 13. November 1990 aaO. S. 63).
Eine Weiterführung des Kontos nach Insolvenzeröffnung ist nur im Rahmen eines neuen Girovertrags möglich; dieser kann auch konkludent geschlossen werden durch beiderseitige Fortführung der Geschäftsbeziehung (…FK-InsO/Wegener, 9. Aufl., § 116 Rn. 44;… Jaeger/Jacoby, InsO, § 116 Rn. 115;… Tintelnot in Kübler/Prütting/Bork, InsO, 2008, § 115 Rn. 20a; vgl. BGH, Urteil vom 13. November 1990 - XI ZR 217/89, ZIP 1991, 155, 156).
Bei einer unverhältnismäßig hohen Zuvielforderung kann das zu verneinen sein (BGH, Urteil vom 13. November 1990 - XI ZR 217/89 = NJW 1991, 1286, 1288).
Gemäß § 116 Satz 1, § 115 Abs. 1 InsO endet der Kontokorrentvertrag mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens, sofern er bis dahin noch nicht gekündigt worden ist (vgl. BGHZ 70, 86, 93; 157, 350, 356 f; BGH, Urt. v. 13. November 1990 - XI ZR 217/89, ZIP 1991, 155, 156; Beschl. v. 21. März 1995 - XI ZR 189/94, WM 1995, 745;… MünchKomm-InsO/Ott, § 116 Rn. 39).
Ob eine Mahnung nach § 284 BGB unter einer Zuvielforderung im Umfange des tatsächlich bestehenden Anspruchs wirksam ist, entscheidet sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls nach Treu und Glauben; eine unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung kann den zu Recht angemahnten Teil so in den Hintergrund treten lassen, daß dem Schuldner kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn er sich nicht als wirksam gemahnt ansieht (…BGH 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - BGHR BGB § 284 Abs. 1 Mahnung 1; 13. November 1990 - XI ZR 217/89 - NJW 1991, 1286).
Es läßt sich nicht sagen, die Wirksamkeit der Mahnung scheitere an einer unverhältnismäßig hohen Zuvielforderung (vgl. BGH, Urt. v. 13. November 1990, XI ZR 217/89, NJW 1991, 1286, 1288), zumal die Beklagten den ihrer Meinung nach verbleibenden Rest - anders als im entschiedenen Fall - ohne weiteres berechnen konnten.
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