Source: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/a/ausbildungsfreibetrag/
Timestamp: 2020-08-03 15:32:45
Document Index: 124654696

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 32', '§ 32', '§ 64', '§ 33', '§ 32']

Ausbildungsfreibetrag ⇒ Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Sie können unter bestimmten Voraussetzungen einen Ausbildungsfreibetrag für Ihre Kinder in Höhe von 924 € steuerlich geltend machen.
Ihr Kind muss das 18. Lebensjahr vollendet haben
Ein Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag muss bestehen,
Ihr Kind muss außerhalb Ihrer Wohnung oder Wohnung eines anderen Elternteils untergebracht sein
Ihr Kind muss sich in einer Ausbildung befinden
Zur Ausbildung zählen z.B. Schule, Fachhochschule, Hochschule, Internate, Berufsausbildungen, Referendariat, Meisterschule etc.
Eine auswärtige Unterbringung i.S.d. § 33a Abs. 2 Satz 1 EStG liegt vor, wenn ein Kind außerhalb des Haushalts der Eltern wohnt. Dies ist nur anzunehmen, wenn für das Kind außerhalb des Haushalts der Eltern eine Wohnung ständig bereitgehalten und das Kind auch außerhalb des elterlichen Haushalts verpflegt wird. Seine Unterbringung muss darauf angelegt sein, die räumliche Selbstständigkeit des Kindes während seiner ganzen Ausbildung, z.B. eines Studiums oder eines bestimmten Ausbildungsabschnitts, z.B. eines Studiensemesters oder -trimesters, zu gewährleisten. Voraussetzung ist, dass die auswärtige Unterbringung auf eine gewisse Dauer angelegt ist. z.B. nicht: Klassenfahrt (BFH Urteil vom 5.11.1982), dreiwöchiger Sprachkurs im Ausland (BFH Urteil vom 29.9.1989), kurzes, etwa sechswöchiges Praktikum außerhalb der Hochschule); besuchsweise Aufenthalte im elterlichen Haushalt stehen der auswärtigen Unterbringung nicht entgegen. Auf die Gründe für die auswärtige Unterbringung kommt es nicht an.
Der Sonderbedarfsfreibetrag kann insgesamt nur einmal abgezogen werden, wenn mehrere Steuerpflichtige für dasselbe Kind die Voraussetzungen für die Gewährung des Sonderbedarfsfreibetrags erfüllen (§ 33a Abs. 2 Satz 3 EStG: Prinzip der Einmalgewährung).
Liegt z.B. nur ein Anspruchsberechtigter vor, gilt Folgendes:
Nur für einen Steuerpflichtigen greifen die Voraussetzungen des § 33a Abs. 2 Satz 1 EStG. Dies ist etwa der Fall, falls nur ein Steuerpflichtiger die Voraussetzungen des § 33a Abs. 2 Satz 1 EStG erfüllt (z.B. wenn die beiden Freibeträge des § 32 Abs. 6 Satz 1 EStG nach § 32 Abs. 6 Satz 7 EStG auf einen Großeltern- oder Stiefelternteil übertragen wurden und dieser auch der einzige Kindergeldberechtigte i.S.d. § 64 Abs. 1 EStG ist). Die Eltern haben im Anschluss an die Übertragung keinen Anspruch auf die Freibeträge und das Kindergeld mehr und erfüllen damit nicht mehr die Voraussetzungen des § 33a Abs. 2 Satz 1 EStG; es erfolgt ebenfalls keine Aufteilung zwischen Pflegeeltern und leiblichen Eltern, da das Kind vorrangig als Pflegekind zu berücksichtigen ist (§ 32 Abs. 2 Satz 2 EStG).