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Timestamp: 2019-09-21 18:09:04
Document Index: 276844424

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 81', '§ 1', '§ 129', '§ 1', 'BGH', '§ 56']

Maschinenversicherung stationäre Maschinen - Binz Versicherungsmakler GmbH - http://www.binz-versicherungen.de
Stationäre Maschinen und maschinelle Anlagen sind nicht für den beweglichen Einsatz gebaut. Sie sind in erster Linie "Kraft- und Arbeitsmaschinen". Kraftmaschinen sind solche, mit deren Leistung eine Energieform in eine andere umgewandelt wird (z. B. Generatoren, Motoren, Turbinen), also wenn ein Elektromotor elektrische Energie in mechanische Energie umwandelt. Arbeitsmaschinen dagegen sind solche Maschinen, mit deren Hilfe Stoffe gewonnen, erzeugt, bearbeitet oder transportiert werden (z. B. Kräne, Zentrifugen, Drehbänke, Pumpen). Bei diesen Maschinen wird mechanische Energie durch Kraftmaschinen zugeführt.
Diese Klarstellung dient zur Abgrenzung zu den "fahrbaren Maschinen", die fahrbar sind und deren Hauptzweck das Arbeiten im Sinne einer Transporttätigkeit ist.
Der Einsatzort stationärer Maschinen sind Betriebe, die Waren aller Art produzieren und dabei stationäre Maschinen betreiben. Dabei ist zu beachten, daß der gesamte Maschinenpark zu versichern ist, mindestens jedoch die Maschinen einer geschlossenen Betriebsabteilung. Gültig sind im Zweifel die im Versicherungsvertrag bezeichneten Maschinen. z. B.
Im Rahmen der Maschinenversicherung nach AMB 91 sind die im Versicherungsvertrag bezeichneten Maschinen, maschinelle Einrichtungen und sonstige technische Einrichtungen, wie z. B. Strömungsmaschinen (Drehmaschinen) versichert:
Dampfturbinen (mit Generator)
Kreiselpumpen und
Kolbenmaschinen (Kolbenpumpen, Verdichter, Verbrennungsmotoren)
Holzbearbeitungsmaschinen (z. B. Hobelmaschinen)
Pressen (z. B. Stein- und Holzpressen)
Druckmaschinen (z. B. Tiegel, Rotations- und Offsetmaschinen)
Versichert sind diese Maschinen nur, solange sie betriebsfertig sind!
Datenträger, soweit nicht auswechselbar
Daten, soweit für die Grundfunktion der Sache erforderlich (z. B. Systemdaten aus dem Betriebssystem)
Röhren von versicherten Sachen
Öl- und Gasfüllungen von Transformatoren, Kondensatoren, Schaltern. Diese Klarstellung ist erforderlich, weil sie hier Maschinenelement sind, nämlich Isoliermittel, und nicht wie sonst Öl, das der Schmierung dient.
Versichert sind Transportbänder, Raupen, Ketten etc., soweit sie als Folge eines versicherten Schadens an anderen Teilen der versicherten Sache beschädigt wurden. D.h., nur gegen Schäden, die sie infolge eines dem Grunde nach versicherten Schadens an anderen Teilen der versicherten Sache erleiden.
Nach entsprechender Vereinbarung können darüber hinaus versichert werden:
andere Daten und Datenträger
Ölfüllungen von versicherten Turbinen. Im Gegensatz zu Ölfüllungen von Transformatoren, die nämlich Isoliermittel sind, sind Ölfüllungen für Turbinen lediglich Schmiermittel und grundsätzlich nicht mitversichert. Da es sich hierbei jedoch um einen wesentlichen Wert handelt, können gem. Ziffer 1.2.4 AMB diese Ölfüllungen gegen Mehrbeitrag mitversichert werden. Versichert sind jedoch dann nur solche Schäden, die an der Ölfüllung infolge eines ersatzpflichtigen Schaden an der Turbine entstehen. Hier wird der Schaden auf Zeitwertbasis entschädigt.
Zusatzgeräte, Reserveteile, Fundamente
Ausmauerungen, Auskleidungen, Beschichtungen
diverse Zusatzkosten
Nach den AMB 91 gehören zu den nicht versicherten Sachen:
Sonstige Teile, die während der Lebensdauer der versicherten Sachen erfahrungsgemäß mehrfach ausgewechselt werden müssen. Im Interesse einer klaren Abgrenzung sind diese Teile unter Ziffer 1.3 AMB genannt und grundsätzlich nicht versichert.
Filtertücher etc.
Ausmauerungen von Öfen, Feuerungsanlagen und Behältern (gegen Zusatzprämie einschließbar)
Die Aufzählung ist nicht erschöpfend, weil eine Abgrenzung zwischen nicht versicherten Werkzeugen und versicherten Maschinenteilen nicht immer möglich ist und vielmehr darüber der Sprachgebrauch entscheidet. Unter Umständen ist hier der Sachverständige gefragt, dessen Urteil in einem Sachverständigenverfahren die Klarheit herbeiführt.
Die oben genannten Ausschlußbestimmungen kann man teilweise nicht unter einen gemeinsamen Oberbegriff zusammenfassen. Als weiterreichende Aufzählung würde z. B. "Transportbänder, Musterwalzen, Seile, Gurte, Siebe, Bereifung, Ketten erfolgen können. Um die Aufzählung jedoch nicht zu umfangreich werden zu lassen, haben wir uns zu einer Zusammenfassung der wichtigsten Begriffe entschieden. Versicherer haben im Rahmen ihrer Tarifgestaltung und Prämienrichtlinien teilweise abweichend Regelungen getroffen. Hier sollten die zu versichernden Maschinen umfassend und ausführlich dargestellt und dem Versicherer zur Prüfung der Versicherungswürdigkeit vorgelegt werden. Im Zweifel sollten wichtige Positionen eigens im Versicherungsschein erwähnt werden.
In den Versicherungsbedingungen AMB 91 werden die häufigsten Schadenursachen beispielhaft dargestellt. Dabei stehen
Fahrlässigkeit oder
an erster Stelle. Menschliches Versagen stellt einen erheblichen Teil der Schadenursachen dar. Es sind Schäden durchaus häufiger durch Fahrlässigkeit entstanden - jedoch hat schon so mancher entlassener Mitarbeiter seine "Visitenkarte" in Form von Böswilligkeit hinterlassen. Jedoch verleitet der tägliche Umgang mit derselben Maschine zu Sorglosigkeit. Im Falle grober Fahrlässigkeit und Vorsatz des Betriebsinhabers, seines Repräsentanten oder des verantwortlichen Betriebsleiters entfällt der Versicherungsschutz.
Des weiteren sind
Materialfehler oder
Ursachen, die die Maschine oder maschinelle Anlage von Anfang an verbirgt. Insbesondere die Wahl ungeeigneten Materials oder das Vorhandensein von Fehlerstellen in Gußstücken. Häufig treten diese Fehler erst nach dem Probebetrieb bzw. der Garantiezeit auf und werden nach Jahren des Betriebs anläßlich eines Schaden festgestellt.
Große Schäden sind bei Wassermangel in Dampferzeugern wie Dampfkessel und Dampfgefäßen festzustellen und daher auch besonders zu erwähnen. Die Besonderheit dieser Schadenursache kann in Bedienungsfehler liegen, durch falsches Anzeigen der Meßinstrumente, durch Versagen der Kesselspeisung und viele mehr.
Daher sind Schäden durchVersagen von Meß-, Regel- oder Sicherheitseinrichtungen ebenfalls mitversichert. Gerade die Regeleinrichtungen, die die Drehzahl bei Maschinen regelt, können versagen. Dadurch können durch überhöhte Drehzahl bei Maschinen Teile.
Zerreißen infolge Fliehkraft. Diese Teile bersten explosionsartig bei Überschreitung einer Festigkeitsschwelle. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem "Ausdehnungsbestreben von Gasen und Dämpfen", wie der Explosionsbegriff in der Feuerversicherung zu verstehen ist. Des weiteren dient dieser Hinweis auch der Abgrenzung zu den versicherten
Schäden durch Überdruck und Schäden durch Unterdruck, die in der Feuerversicherung ebenfalls nicht mitversichert sind. In der Maschinenversicherung gelten sie dagegen als mitversichert. Bei einer Implosion richten sich, entgegen der Explosion, die Kräfte nicht von innen nach außen, sondern umgekehrt, von außen nach innen. Hier wirken Kräfte von außen auf einen Behälter, der einen geringeren Innendruck hat als der entsprechende Außendruck. Sofern dessen Wände diesem Druckunterschied nicht mehr gewachsen sind, bewirkt die Implosion das Zusammendrücken des Behälters. Hierbei kommt es in der Regel nicht zu einer Trennung der Wände, so daß kein Spannungsausgleich durch eine solche Trennung vor sich gehen kann. Dies fordert zumindest die Explosionsklausel für physikalische Explosionen. Der Ausgleich der unterschiedlichen Drucke (Spannungen) erfolgt regelmäßig durch plötzliches Zusammenpressen des Behälters - gelegentlich aber auch durch langsames Einströmen von Luft in den unter Unterdruck stehenden Behälters.
Abschließend sei erwähnt, daß Schäden durch Höhere Gewalt mitversichert sind, wie:
Aber Achtung: In der Praxis wird häufig auf den Sturmbegriff der Sturmbedingungen (AStB 87) oder die Wohngebäude Versicherungsbedingungen (VGB 88) gesehen.
Dies ist falsch! Es gilt nicht Windstärke 8, sondern die Ursächlichkeit für den Schadeneintritt, sofern er unvorhergesehen und plötzlich erfolgt. Daher können Schäden bei Windstärke 6 durchaus eine Ersatzleistung bewirken, wenn an diesem Ort nicht damit zu rechnen war, daß diese Windstärke dort auftreten kann (z. B. in windstillen Tälern, die in der Vergangenheit nie mehr als 4 Windstärken hatten). Demgegenüber kann an der Ostsee bei Windstärke 10 im Dezember eine Ersatzleistung nicht gegeben sein, wenn an der See in den vergangenen 10 Jahren häufiger als 2 Mal diese Windstärke gemessen wurde. Besonders gefährdet sind Schornsteine sowie Kühltürme von Kraftwerken, die im Freien stehen. Krananlagen und Verladeanlagen können bei Sturm abgetrieben und umgestürzt werden. Durch Frost können Schäden an Motoren entstehen, wenn das durch Eisbildung ausdehnende Wasser Zylinderköpfe bei wassergekühlten Verbrennungsmotoren platzen läßt. Jedoch können plötzlich eintretende Termperaturveränderungen Spannungsrisse an betriebswarmen Maschinen verursachen. Wehranlagen, Turbinen von Wasserkraftwerken und Kühlwassereinläufe von thermischen Kraftwerken können durch Eisgang beschädigt werden.
Wie bereits erwähnt sind unvorhergesehen eintretende Schäden an versicherten Sachen versichert. Diese Auflistung ist nicht abschließend, so daß auch Naturgewalten wie Erdbeben, Hochwasser und Überschwemmung ebenso mitversichert sind wie die Kosten für Transporte von Ersatzteilen oder Demontage von Maschinen oder maschinelle Anlagen.
Unter Ziff. 2.5 AMB werden die Ausschlüsse genannt, die keine Ersatzpflicht des Versicherers begründen. Daher sind alle Schadenursachen, die hier nicht ausdrücklich aufgezählt sind, entschädigungspflichtige Gefahren. Erwähnt sei der Hinweis darauf, daß "... ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen ..." zum Ausdruck bringen soll, daß immer dann, wenn mehrere Schadenursachen vorliegen bereits dann keine Ersatzpflicht gegeben ist, wenn auch nur eine der aufgezählten Ausschlußtatbestände auf die mögliche Schadenursache zutrifft.
In § 2 Ziff. 1. AMB steht: Der Versicherer leistet Entschädigung für unvorhergesehen eintretende Schäden an versicherten Sachen. Unvorhergesehen sind Schäden, die der VN weder rechtzeitig vorhergesehen haben noch mit dem für die im Betrieb ausgübte Tätigkeit erforderlichen Fachwissen hätten vorhersehen können, wobei nur grobe Fahrlässigkeit schadet.
Das bedeutet, keine Ersatzleistung bei
Als wichtigster Ausschlußtatbestand sei erwähnt, daß keine Entschädigung geleistet wird für Schäden durch Brand, Explosion, Blitzschlag, Anprall oder Absturz eines Flugkörpers, seiner Teile oder seiner Ladung, durch Löschen oder Niederreißen bei diesen Ereignissen.
Das Feuerrisiko ist im Rahmen der Sachversicherung über die Sachsparte abzudecken. Die verschiedenen Zweige der Sachversicherung sind so aufeinander abgestimmt , daß eine Sache nicht gleichzeitig von zwei oder mehreren Sparten gegen dieselbe Gefahr versichert wird.
Anmerkung: Häufig wird auch bei der Berechnung der Versicherungssumme in der Sachversicherung unberücksichtigt gelassen, daß die Versicherungssumme dort um den Betrag zu erhöhen ist, der im Rahmen der Maschinenversicherung nicht versichert ist. Daher muß die gesamte Versicherungssumme der Maschinenversicherung in "Feuer" der Inventar- oder ggf. Gebäudeversicherung zugeschlagen werden. Dasselbe gilt im übrigen auch für "Diebstahl".
Keine Entschädigung wird geleistet für Schäden:
durch Kurzschluß, Überstrom oder Überspannung an elektrischen Einrichtungen als Folge von Brand oder Explosion entstehen.
durch Kriegsereignisse jeder Art oder innere Unruhen
Innere Unruhen sind gegeben, wenn eine nicht unerhebliche Zahl von Personen die öffentliche Ordnung stört und Gewalttätigkeiten begeht (vgl. Prölss-Martin, VVG, Anhang II zu §§ 81 - 107 c, Anm. 4 zu § 1 AFB).
durch Kernenergie
Der Ersatz von Schäden richtet sich in Deutschland nach dem Atomgesetz. Die Betreiber von Kernanlagen sind zur Deckungsvorsorge verpflichtet und schließen hierfür Haftpflichtversicherungen ab.
die während der Dauer von Erdbeben, Überschwemmungen stehender oder fließender Gewässer sowie von Hochwasser als deren Folge entstehen ("Höhere Gewalt").
Dieser Begriff wird definiert als: "ein von außen auf den Betrieb einwirkendes Ereignis, das unvorhersehbar, auch bei Anwendung äußerster Sorgfalt ohne Gefährdung des Betriebes und des Wirtschaftlichen Erfolges des Unternehmers nicht abzuwenden und nicht wegen seiner Häufigkeit von den Betriebsunternehmen in Rechnung zu ziehen und mit in Kauf zu nehmen ist "(vgl. Prölss-Martin, VVG, Anhang II zu §§ 129 bis 148 Anm. 3 zu § 1 Flußkaskopolice).
Der Begriff "Höhere Gewalt" wird häufig mißverstanden. Wenn nämlich ein Felsbrocken auf die versicherten Maschinen stürzt, dann gab es diesen Brocken voraussichtlich bereits vor Gründung des Unternehmens. Somit hätte gelegentlich geprüft werden müssen, ob dieser Fels noch fest sitzt. Ebensowenig ist ein regelmäßig wiederkehrendes Hochwasser keine Höhere Gewalt, da man in solchen Fällen Maßnahmen ergreifen kann - notfalls muß der Betrieb umsiedeln. Anders sieht es aus, wenn ein Staudamm bricht und sich Wassermassen auf die versicherten Anlagen stürzen.
durch Mängel, die bei Abschluß der Versicherung bereits vorhanden waren und dem Versicherungsnehmer oder seinem Repräsentanten bekannt sein mußten.
Hier mangelt es an der "Unvorhersehbarkeit" als Grundvoraussetzung für die Ersatzleistung.
betriebsbedingte normale Abnutzung,
betriebsbedingte Angriffe oder Abzehrungen,
übermäßigen Ansatz von Kesselstein, Schlamm oder
sonstigen Ablagerungen.
Diese Schäden können deshalb nicht ersetzt werden, weil sie vorhersehbar sind. Mangelnde Kontrolle und Wartung der versicherten Anlagen führen irgendwann zwangsläufig zu einem Schaden und können nur dann verhindert werden, wenn der Betrieb seine grundlegenden Verpflichtungen nach Wartung und Pflege seiner Anlagen wahrnimmt.
durch Einsatz einer Sache, deren Reparaturbedürftigkeit dem VN bekannt sein mußte.
durch Diebstahl
Anmerkung: Häufig wird auch bei der Berechnung der Versicherungssumme in der Sachversicherung unberücksichtigt gelassen, daß die Versicherungssumme dort um den Betrag zu erhöhen ist, der im Rahmen der Maschinenversicherung nicht versichert ist. Daher muß die gesamte Versicherungssumme der Maschinenversicherung in "Diebstahl" der Inhalts- oder ggf. Gebäudeversicherung zugeschlagen werden. Dasselbe gilt im übrigen auch für "Feuer".
soweit für sie ein Dritter als Lieferant, Werkunternehmer oder aus Reparaturauftrag einzutreten hat.
Der Versicherer unterscheidet einen Teilschaden von einem Totalschaden.
I. Teilschaden
Ein Teilschaden liegt dann vor, wenn die Wiederherstellungskosten kleiner sind als der Zeitwert der beschädigten Sache. Es werden die tatsächlich entstandenen Wiederherstellungskosten ersetzt, jedoch abzüglich des Wertes des Altmaterials (der Erlös des Schrottwertes mindert den entstandenen Schaden) und der ggf. vereinbarten Selbstbeteiligung.
Die Wiederherstellungskosten sind die Kosten, die aufgewendet werden müssen, um den früheren betriebsfertigen Zustand wieder herzustellen.
Der Zeitwert ist der Wert, den die unbeschädigte Sache einschließlich der Fracht- und Montagekosten unmittelbar vor dem Eintritt des Versicherungsfalles hatte.
Kriterium ist allein die Wiederherstellung der Betriebsfertigkeit auch unter Berücksichtigung etwaiger neuer Werkstoffe oder neuer Reparaturmethoden. Der Versicherungsnehmer kann daher nicht fordern, daß auch der frühere Wert der Maschine wieder hergestellt werden muß. Eine Wertminderung ist nicht Gegenstand der Versicherung. Daher kann der VN keinen Betrag für eine etwaige Wertminderung fordern, wenn die Sache nach der Reparatur an Wert eingebüßt hat.
Der Nachweis über die Höhe der tatsächlich entstandenen Wiederherstellungskosten ist über die Vorlage einer Reparaturkostenrechnung zu führen. Auf diese Rechnungsbeträge darf der Versicherungsnehmer keinen Verwaltungskostenzuschlag aufschlagen (BGH II ZR 154/67, Versicherungspraxis 4/70, S. 53). Besondere Kosten, die im Zusammenhang mit der Reparatur entstanden sind, muß der Versicherungsnehmer nachweisen, um Kostenersatz zu erhalten.
Sofern der VN eine eigene Reparaturwerkstatt mit den entsprechenden Fachkräften unterhält, so kann er die Reparatur selbst ausführen. Als Entschädigung erhält er dann die ihm entstandenen Kosten, auf die er aber nicht die üblichen Gemeinkosten zuschlagen darf (VW, Heft 24/70, S. 1594).
Die Wiederherstellungskosten beinhalten:
die Kosten für die Ersatzteile und Reparaturstoffe,
die Lohnkosten,
die De- und Remontage und damit auch die notwendigen Mehrkosten für Überstunden, Sonntags-, Feiertags-, und Nachtarbeiten, sofern der Mehraufwand dafür nachweislich gerechtfertigt war,
Transportkosten, d. h. Frachtkosten für etwaige zu beschaffende Ersatzteile.
Darüber hinaus besteht auch Anspruch auf Ersatz der Kosten, sofern die beschädigte Maschine in eine fremde Reparaturwerkstatt gebracht werden muß - einschließlich der notwendigen Mehrkosten für Eil- und Expreßfrachten.
Nicht erstattungspflichtige Kosten
Es handelt sich hierbei um solche Kosten, die entstehen, wenn ungewiß ist, ob ein Schaden eingetreten ist. Sie sind nur dann vom Versicherer zu übernehmen, wenn feststeht, daß tatsächlich ein Schaden eingetreten ist.
Mehrkosten für Luftfracht
Diese Kosten gehören nicht zu den Wiederherstellungskosten, können aber durch Sondervereinbarung eingeschlossen werden.
Sie werden nur dann erstattet, wenn sie durch Sondervereinbarung mitversichert wurden und gehören zu den Erstrisiko-Positionen.
Überholungen, Änderungen oder Verbesserungen
die über die Wiederherstellung hinausgehen.
II. Totalschaden
Ein Totalschaden liegt vor, wenn die Wiederherstellungskosten den Zeitwert der versicherten Sache zuzüglich der Kosten für Fracht und Montage unmittelbar vor Schadeneintritt übersteigen.
Ersatzleistung wäre in diesem Fall der Zeitwert abzüglich des Wertes der Reste sowie des etwaig vereinbarten Selbstbehaltes.
Auch dann, wenn eine Maschine versicherungstechnisch zwar als Totalschaden abzurechnen wäre, steht dem VN die Möglichkeit offen, die Maschine reparieren zu lassen. Insbesondere bei Spezialmaschinen mit langer Lieferzeit kann dies durchaus sinnvoll sein.
Im wesentlichen besteht der Unterschied zwischen Teil- und Totalschaden darin, daß im Teilschaden die Reparaturkosten nebst Fracht und Montage zu zahlen sind, im Totalschaden dagegen ein Wert ersetzt wird, der dem Zeitwert der zerstörten Maschine entspricht.
Bei Totalschadenabrechnung sind auch steuerliche Aspekte zu beachten. Während voraussichtlich eine "alte" Maschine buchalterisch mit einem Erinnerungswert von 1,-- € gebucht ist, entsteht bei einer Ersatzleistung auf Basis des tatsächlichen (Zeit-) Wertes ein buchhalterischer Erlös, der den Gewinn erhöht bzw. den Verlust mindert. Sofern nicht die Ersatzleistung in Reparaturkosten oder Ersatzbeschaffung einer neuen Maschine reinvestiert wird, sind diese Erlöse steuerlich den Einnahmen zuzurechnen. Bei Ersatzbeschaffung einer neuen Maschine vermindern die Einnahmen aus der Entschädigungsleistung die zukünftige "AfA" (Abschreibung).
Abschließend sei noch erwähnt, daß im Falle einer Ersatzleistung aus Kostenpositionen (Luftfracht oder Bergungskosten), die auf "Erstes Risiko" genommen sind, die Prämie für diesen Anteil "verbraucht" ist und wieder durch Prämienzahlung bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode wieder "aufgefüllt" werden muß. Dieser Betrag wird in der Regel von der Ersatzleistung direkt in Abzug gebracht.
Grundlage für die Höhe der Versicherungssumme ist das Maschinenverzeichnis. Neben objektiven Daten zu der versicherten Sache (Hersteller, Typ, Baujahr, Sereinnummer etc.) ist auch der Anschaffungspreis einzutragen, der dem jeweils gültigen Listenpreis zuzüglich der jeweiligen Kosten für Fracht und Montage entsprechen muß (AMB Ziffer 4).
Da die volle Entschädigung im Versicherungsfall nur dann gewährt wird, wenn die Versicherungssumme ausreichend hoch bemessen ist, gilt hier besondere Obacht. Wenn von "jeweilig" gesprochen wird, so gilt nicht der Preis beim Vertragsabschluß, sondern zum Zeitpunkt des Schaden. Um eine Unterversicherung auszuschließen, ist eine ständige Anpassung an die sich ändernden Listenpreise erforderlich.
Wichtig ist allerdings, daß es sich bei den in späteren Preislisten genannten Maschinen auch tatsächlich um die versicherte Maschine handelt. Sie muß in allen Teilen mit der versicherten Maschine übereinstimmen, also keine veränderte Ausführung darstellen, nicht aus anderem Material hergestellt sein usw. Sofern diese Übereinstimmung nicht mehr gegeben ist, gilt als Versicherungswert der letzte in einer entsprechenden Preisliste ausgewiesene Preis; danach gilt das gleiche wie für Maschinen, die von vorneherein keinen Listenpreis hatten.
Weil der "Neuwert", wie er in der Maschinenversicherung zu verstehen ist, oft mit dem "Wiederbeschaffungswert" verwechselt wurde, ist der Begriff "Neuwert" in den AMB durch das Wort "Versicherungswert" ersetzt worden. Insbesondere bei Einholen von Erbauerauskünften, bei der Beschäftigung freier Sachverständiger und dergleichen mußte der Wiederbeschaffungswert erst erläutert werden. Denn häufig liegt der Versicherungswert über dem Wiederbeschaffungspreis, weil dem Listen-, Kauf- oder Lieferpreis noch die Kosten für Fracht und Montage zuzurechnen sind.
Um die richtige Höhe der Versicherung vereinbart zu haben, ist eine ständige Anpassung an die sich ändernden Listenpreise erforderlich.
Da die meisten Maschinen nicht "von der Stange" kommen, sondern nach individuellen Vorstellungen der späteren Nutzer gebaut werden, wird nur ein verhältnismäßig kleiner Teil aller Maschinen in Preislisten geführt. Für die übrigen tritt an Stelle des Listenpreises der Kauf- oder Lieferpreis. Er ist auch ohne Preisliste bei neuen Maschinen an Hand der Rechnungen oder einer Anfrage beim Erbauer feststellbar.
Keine Berücksichtigung finden dabei Rabatte oder Preiszugeständnisse, die der neue Nutzer / Eigentümer mit dem Hersteller / Lieferanten ausgehandelt hat. Dies dient dem Zweck, daß Versicherungsnehmer für gleichartige Maschinen mit gleichen Listenpreisen auch gleiche Prämien zahlen müssen. Aber auch die Höhe späterer Reparaturen sind Grund für diese Maßnahme. Diese muß der Versicherer später in voller Höhe zahlen und kann einstige Kaufpreiszugeständnisse nicht in Abzug bringen.
Sofern die Versicherungssummen einmal richtig gebildet und auf Basis März 1971 festgesetzt wurden, stellt die im Jahre 1972 eingeführte Prämiengleitklausel sicher, daß zukünftige Preisbewegungen automatisch berücksichtigt werden. Grundlage sind die vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Änderungen der Erzeugerpreise industrieller Produkte (siehe Klausel 007).
Fehlt ein Listen-, Kauf- oder Lieferpreis, weil die Maschine bereits älteren Baudatums ist, so ist für den Versicherungswert die Summe der Kosten maßgebend, die jeweils notwendig sind, um die Sache in der vorliegenden Konstruktion und Abmessung herzustellen. Wenn es keine Listen-, Kauf- oder Lieferpreise gibt, sind häufig auch keine Konstruktionsunterlagen wie Zeichnungen, Ersatzteile und auch keine Modelle für die Herstellung mehr vorhanden. Dann ist zu unterstellen, daß die Maschine als Einzelstück in Handarbeit neu hergestellt werden muß. Die sich dann ergebenen hohen Kosten für das Einzelstück müssen in dieser Summe auch versichert werden, wenn man weiter unterstellt, daß auch anläßlich einer zukünftigen Reparatur alle Ersatzteile in Handarbeit (mit den dann höheren Kosten) hergstellt werden müssen.
Wenn zur Zeit des Eintritts des Versicherungsfalls die Versicherungssumme niedriger ist als der Versicherungswert, so spricht man von Unterversicherung. Geregelt ist die Unterversicherung in § 56 VVG. Die Bemessung erfolgt nach der Formel:
Versicherungssumme x Schaden = Entschädigung
Als Höchstentschädigung steht die Versicherungssumme zur Verfügung. Jedoch wird bei den meist eintretenden Teilschäden auch nur ein Teil davon gezahlt.
Sofern die "Vollwertklausel" (Klausel 113 zu den AMB) vereinbart wurde, kann auf den Einwand der Unterversicherung verzichtet werden. Um diese Klausel zu vereinbaren, muß bei Beginn des Versicherungsschutzes Versicherungswert und Versicherungssumme übereinstimmen. Wenn sich im Schadenfall herausstellt, daß die Versicherungssumme zu niedrig ist, dann kann der Versicherer alle Versicherungssummen nachprüfen und für die zu niedrig bemessenen Summen die Prämiendifferenz vom Beginn des zur Zeit des Schadeneintritts laufenden Versicherungsjahres an nachfordern. Darüber hinaus kann der Versicherer aber jederzeit verlangen, daß alle zu niedrigen Versicherungssummen vom Beginn des nächsten Versicherungsjahres an neu gebildet werden.
Für Schäden, die bis zur Vereinbarung der neuen Versicherungssummen eintreten, gilt der Verzicht auf den Einwand der Unterversicherung als aufgehoben.
Regelmäßig wir die Prämienklausel (Klausel 007) vereinbart und ersetzt seit 1972 die oben erwähnte Vollwertklausel. Durch diese Klausel wird sichergestellt, daß die Versicherungssummen automatisch den Änderungen des preisgefüges angepaßt werden. In Punkt 4 der Klausel 007 wird dargestellt, daß Unterversicherung nur dann besteht, wenn nach dem Stand März 1971 Unterversicherung vorgelegen hätte.
Prämie und Prämiensatz
Bei gleichem Versicherungsschutz verschiedener Anbieter gibt man dem preiswertestem Versicherer den Zuschlag, unterstellt man beim Versicherer Fachkenntnis, gut ausgebildete Schadenregulierer und einen kundenfreundlichen Schadenregulierungsservice.
Gerade aber auf diesen Gebieten trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Viele Versicherer, die hervorragende Kenntnisse in der Lebens- oder Krankenversicherung vorweisen können, versuchen zusätzliche Einnahmequellen in Versicherungssparten zu erschließen, die sie bislang nicht bedient oder nur sporadisch angeboten haben. Um Marktanteile zu erzielen, gilt es, seriöse Anbieter um jeden Preis zu unterbieten - mit Folgen, die der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluß nicht übersehen kann.
Daher sollte die Prämie nur ein Teil der Überlegungen darstellen, die man anstellt, seine teuren Maschinen oder maschinelle Anlagen einem Versicherer zu verantworten. Dabei spielt eine große Rolle, welche Marktübersicht ein Vermittler hat. Versicherungsmakler haben in der Regel Zugriff zumindest zu den größeren Versicherungsgesellschaften die die oben erwähnten Voraussetzungen erfüllen.
Die Multiplikation der Versicherungssummen mit Prämiensätzen ergibt die zu zahlende Prämie. Diese Prämie wird zunächst "netto" ermittelt, d. h. ohne Versicherungssteuer und etwaige Gebühren für die Erstellung eines Versicherungsscheins, die die meisten Versicherer erheben.
Bei Teilzahlung erhöht sich die Prämie noch um den Teilzahlungszuschlag. Grundsätzlich ist eine Prämie im voraus jährlich zahlbar. Falls der Versicherer eine Stundung gewährt, damit der Kunde in bequemen Teilbeträgen seine Prämie zahlen kann, wird dieser um den Stundungszins erhöht.
Prämiensatz
Gleichartige Risiken, die gleichermaßen von Gefahren und Risiken bedroht sind, werden nach dem Versicherungsgedanken unter einen Oberbegriff zusammengefaßt. Mit Hilfe der Statistik ist es möglich, das Risikopotential einer Sache und somit den Prämiensatz zu ermitteln.
Dabei spielen natürlich sämtliche in der Vergangenheit bezahlte Schäden, berechnet auf den Zeitpunkt der Auswertung, die zentrale Rolle. Bezahlte Schäden setzen sich zusammen aus der Ersatzleistung u.a.für Löhne, Fahrtkosten, Ersatzteile und Material zuzüglich etwaiger Steuern zusammen.
Die Höhe für die Löhne und Ersatzteile einer bestimmten Maschine prägt auch den Prämiensatz. Je komplizierter eine maschinelle Anlage ist, desto qualifizierter ist auch der Techniker, der die Maschine repariert. Häufig sind auch die Ersatzteile entsprechend teuer. Daher gibt es eine Vielzahl verschiedener Prämiensätze für verschiedene Maschinen.
Da auch innerhalb einer Branche die typischen Maschinen verschiedenen Gefahren ausgesetzt sind, ist auch das Prämiengefüge in dieser Branche häufig unterschiedlich.
Im Falle der z. B. der Maschinenversicherung ist der Prämiensatz auf das Basisdatum "März 1971" abgestellt und wird mit der Versicherungssumme mit Basisdatum "März 1971" multipliziert. Diese "Prämie März 1971" wird mit dem "Versicherungssummenfaktor" multipliziert, der sich meist jährlich ändert.
Beispiel einer Prämien- und Versicherungssummen-Berechnung (Indizierung)
Bekannt ist in diesem Beispiel der Listenpreis aus dem jahre 1991 mit umgerechnet ca. 125.000,-- €). Der zutreffende Prämiensatz beträgt 6,00 o/oo.
Es ist wie folgt zu rechnen:
125.000 € (umgerechneter und gerundeter Listenpreis 1991):
VSu-Faktor (1991): 2,1394 = 58.427 € (Versicherungs-Summe 1971)
58.427 DM X 6 o/oo = 350,56 € (Prämie, Stand 1971)
350,56 € X Prämienfaktor (1994) 3,1277 = 1.096,45 €
(Prämie, Stand 1994)
Die angeglichene Versicherungssumme 1994 wird wie folgt berechnet:
58.427 € (Versicherungssumme, Stand 1971) X VSu-Faktor (1994) 2,3013 = 134.458 € (Versicherungssumme 1994)
Wenn der aktuelle Listenpreis, in unserem Beispiel für 1994 (umgerechnet auf €, bekannt ist, kann die zu zahlende Prämie relativ genau mit Hilfe des "Mischfaktors" aus dem aktuellen Jahr (hier 1994) schnell wie folgt berechnet werden:
Versicherungssumme in € (Stand 1994) 137.495 x 6 o/oo = 824,97 € x 1,3591 (Mischfaktor, Stand 1994) = 1.121,21 €.
Angleichung der Prämien und Versicherungssummen gemäß Klausel 007 (Indizierung)
Jahr VSu-Faktor Prämienfaktor Mischfaktor
2000 1,0000
1,2118
1,3013
1,4543
1,5047
1,6640
1,8430
1,8933
2,0734
2,3013
1,3171
1,4207
1,6619
1,7474
1,8708
1,9284
2,0542
2,2711
2,3115
2,4179
2,5263
2,6191
2,6895
2,8302
3,0085
3,1277
1,1589
1,1855
1,2632
1,2812
1,3224