Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Verjaehrung-Rueckabwicklung-Kaufvertrag--f277465.html
Timestamp: 2020-08-10 15:46:44
Document Index: 392249289

Matched Legal Cases: ['§ 346', '§ 311', '§ 311', '§ 281', '§ 438', '§ 218']

Verjährung Rückabwicklung Kaufvertrag - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deGenerelle ThemenVerjährung Rückabwicklung Kaufvertrag
| 11.08.2015 13:08 |
ich habe 2011 ein Kunstwerk eines verstorbenen deutschen Künstlers von Privat erworben. Diese habe ich dann später im September 2011 über EART.de weiter verkauft. Eart ist eine Kunstplattform wo Händler und Privatpersonen Kunst anbieten. In der Artikelbeschreibung habe ich auch angegeben das ich diese Arbeit als Privatperson verkaufe. Genauer Wortlaut: Privatverkauf aus eigener Sammlung. Jetzt, fast 4 Jahre später, bekam ich ein Schreiben des Rechtsanwaltes des Käufers. Betreff: Rückabwicklung Kaufvertrag.
In dem Schreiben heisst es, das auch ich mitbekommen habe, dass sich eine Vielzahl der Arbeiten dieses Künstlers, die die Sigantur tragen, als Kunstfälschungen herausgetellt haben. Auch das von mir verkaufte Bild ist - nach der Expertise eines Experten - eine Fälschung. Durch die Bezeichnung als "Original" hätte ich im Zuge der Verkaufsofferte eine Erklärung abgegeben, dass es sich bei der Arbeit defenitiv um ein Original handelt. Hierbei kommt es rechtlich nicht darauf an, ob ich subjeklive Kenntnis von der Unechtheit des Bildes hatte oder nicht. Als Verkäufer hätte ich gleichwohl für derlei Erklärungen -ins Blaue- hinein einzustehen.
Daher verlangt der Rechtsanwalt der Gegenseite den Rücktritt vom Kaufvertrag und fordert den Kaufpreis zurück gegen Rücksendung des Bildes nach §§ 346 Abs. 1, 440, 434 Abs. 1 BGB. Desweiteren fechtet die Gegenseite aus Rechtsgrund der arglistigen Täuschung nach $ 123 Abs. 1 BGB an. Schadensanspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises sowohl nach § 311 Abs. 1 BGB aus Verschulden bei Vertragsabschluss, sowie nach §§ 311a Abs. 1, 280 Abs. 1,3, § 281 Abs. 1 BGB, aus anfänglicher Unmöglickeit- geltend.
Wie sieht es eigentlich bei einem Privatverkauf mit der Verjährung aus?
Wenn Sie das Kunstwerk ausdrücklich als Original verkauft haben, es aber tatsächlich eine Fälschung ist, stehen dem Käufer grundsätzlich Nacherfüllungsansprüche zu, die auch zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigen können.
Allerdings verjährt der Anspruch auf Nacherfüllung innerhalb von 2 Jahren, § 438 Absatz 1 Nr.3 BGB. Dies hat zur Folge, dass auch der Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung unwirksam ist, wenn der Verkäufer sich auf die Verjährung beruft, § 218 BGB.
Etwas anderes würde nur gelten, wenn die Gegenseite Ihnen arglistige Täuschung über die Echtheit des Gemäldes nachweisen könnte, denn dann beginnt die Verjährung regelmäßig erst mit Kenntnis des Mangels. Dieser Nachweis dürfte aber sehr schwierig zu erbringen sein, zumal von Ihnen als Privatperson auch keine besonderen Fachkenntnisse oder Prüfungspflichten verlangt werden können.
Wichtig ist, dass Sie die Einrede der Verjährung tatsächlich gegenüber der Gegenseite geltend machen, am besten nachweisbar schriftlich. Denn nur dann wird der Rücktritt unwirksam.
Bewertung des Fragestellers 11.08.2015 | 14:16
"Ich habe diese Plattform das erste mal genutzt und kann sie jedem nur weiter empfehlen. Vielen Dank an RA Jan Wilking !!!"
FRAGESTELLER 11.08.2015 5/5,0