Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201988,%201511
Timestamp: 2019-07-16 21:46:54
Document Index: 132453579

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 823', '§ 831', '§ 282', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.03.1988 - VI ZR 201/87 - dejure.org
BGH, 08.03.1988 - VI ZR 201/87
https://dejure.org/1988,697
BGH, 08.03.1988 - VI ZR 201/87 (https://dejure.org/1988,697)
BGH, Entscheidung vom 08.03.1988 - VI ZR 201/87 (https://dejure.org/1988,697)
BGH, Entscheidung vom 08. März 1988 - VI ZR 201/87 (https://dejure.org/1988,697)
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Grober Behandlungsfehler des operierenden Arztes - Operative Versorgung des Oberschenkels nach schweren Frakturen und Gefäßzerreissungen verursacht durch einen Verkehrsunfall - Gesamtbetrachtung des Behandlungsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände - Operation in einem Kreiskrankenhaus - Beweislastumkehr für den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Behandlungsfehler und dem Verlust eines Beins
BGB § 276 Abs. 1 § 823 Abs. 1 § 831; ZPO § 282
Deliktsrecht: Voraussetzungen für die Annahme eines - zur Beweislastumkehr führenden - groben Behandlungsfehlers zu Lasten eines operierenden Krankenhausarztes
LG Rottweil, 03.11.1986 - 4 O 637/85
OLG Stuttgart, 25.06.1987 - 14 U 2/87
NJW 1988, 1511
NJW-RR 1988, 790 (Ls.)
MDR 1988, 663
VersR 1988, 495
(c) Zwar kann - worauf die Revisionserwiderung hinweist - auch eine Gesamtbetrachtung mehrerer "einfacher" Behandlungsfehler dazu führen, daß das ärztliche Vorgehen zusammen gesehen als grob fehlerhaft zu bewerten ist (vgl. hierzu BGHZ 85, 212, 220; Senatsurteile vom 8. März 1988 - VI ZR 201/87 - VersR 1988, 495 f. und vom 27. Januar 1998 - VI ZR 339/96 - VersR 1998, 585).
Richtig ist auch die Auffassung des Berufungsgerichts, daß die Annahme eines groben Behandlungsfehlers eine Gesamtbetrachtung des Behandlungsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände voraussetzt (Senatsurteil vom 8. März 1988 - VI ZR 201/87 - VersR 1988, 495).
Von besonderer Bedeutung ist dabei, ob der Fehler im Rahmen einer Gesamtbetrachtung des Behandlungsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände (vgl. BGH NJW 1988, 1511) aus objektiver ärztlicher Sicht bei Anlegung des für einen Arzt geltenden Ausbildungs- und Wissensmaßstabs nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint (vgl. BGH NJW 1983, 2080).
Es muß auf den Antrag des Beklagten hin entweder ein weiteres Gutachten zu der von der Klägerin behaupteten Toxizität des verwendeten Desinfektionsmittels einholen oder wenigstens den Widerspruch zwischen dem gerichtlichen Sachverständigen und dem Privatgutachter aufklären (vgl. Senatsurteile vom 7. Juli 19_7 - VI ZR 146/86 - VersR 1988, 82, 83 und vom 8. März 1988 - VI ZR 201/87 - VersR 1988, 495, 496 m.w.Nachw.).
a) Ob sich ein Behandlungsfehler in Gewicht und Bedeutung des ärztlichen Pflichtverstoßes als grob darstellt, erfordert eine rechtliche Bewertung, die das Gericht aufgrund der ihm unterbreiteten Fakten im Rahmen einer Gesamtbetrachtung des Behandlungsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu treffen hat (BGH v. 08.03.1988 - VI ZR 201/87 - VersR 1988, 495 = NJW 1988, 1511 ; BGH v. 10.11.1987 - VI ZR 39/87 - VersR 1988, 293, 294 = NJW 1988, 1723 = MedR 1988, 143 = AHRS Kza 29/22).
OLG Bamberg, 30.01.1991 - 8 U 21/90
Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld; Verdacht auf Encephalitis; …
Die Voraussetzungen für eine Beweiserleichterung oder gar eine Beweislastumkehr hinsichtlich des Ursachenverlaufs zu Lasten der Beklagten (vgl. hierzu z.B. BGH, NJW 88, 1511 und 1513 sowie das von der Klägerin eingereichte Urteil des BGH vom 25.4.1989 - VI ZR 175/88) liegen hier nicht vor.
Die Klägerin kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, daß der Beklagte seiner Dokumentationspflicht nicht genügt habe und daher eine Beweislastumkehr hinsichtlich des Ursachenverlaufs zu Lasten des Beklagten eingetreten sei (vgl. BGH NJW 88, 1511, 1512).
Diese Wertung ergibt sich zum einen aus der Häufung der Fehler (vgl. dazu BGH NJW 1988, 1511), vor allem aus dem wiederholten Legen von Kathetern, deren Verwendung seit Jahren unzulässig war.
Neben dem eindeutigen Verstoß gegen gesicherte medizinische Erkenntnisse und bewährte ärztliche Behandlungsregeln sind zwar auch die konkreten Behandlungsbedingungen zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 08.03.1988 - VI ZR 201/87, VersR 1988, 495).
Ob sich ein Behandlungsfehler in Gewicht und Bedeutung des ärztlichen Pflichtenverstoßes als grob darstellt, erfordert eine rechtliche Bewertung, die das Gericht aufgrund der ihm unterbreiteten Fakten im Rahmen einer Gesamtbetrachtung des Behandlungsgeschehens unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu treffen hat (BGH vom 08.03.1988 - VI ZR 201/87, VersR 1988, 495 = NJW 1988, 1511 ; BGH vom 10.11.1987 - VI ZR 39/87, VersR 1988, 293, 294 = NJW 1988, 1723 = MedR 1988, 143 = AHRS Kza 29/22).
OLG Stuttgart, 02.09.1993 - 14 U 7/93
Arzthaftung nach Diagnose- und Behandlungsirrtum bei der Behandlung einer …
OLG Köln, 21.03.1994 - 5 U 17/94
Diagnoseirrtum als schwerer Behandlungsfehler - Arzthaftung, Diagnoseirrtum, …