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Timestamp: 2020-01-17 22:19:11
Document Index: 61664137

Matched Legal Cases: ['§ 285', '§ 285', '§ 256', '§ 6', 'Art. 67', '§ 298', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 268', '§ 268', '§ 297', '§ 27', '§ 274', '§ 274']

Analyse der VermiSgens-,Finanz- und Ertra1sla1e der Beispieluntemehmen anhandvon Datendes Bundesanzelgers - Gewinnrealisierung im deutschen Schiffbau - Studlib - freie digitale bibliothek
3.3 Analyse der VermiSgens-,Finanz- und Ertra1sla1e der Beispieluntemehmen anhandvon Datendes Bundesanzelgers
In Vorbereitung auf die Analysetatigkeit wurden die Abschlusse beider Unterneh men auf der Sette des Bundesanzelgers Im Berelch Rechnungslegung/Flnanz berichte herunter geladen und anschlieBend in Excel aufgearbeitet.
Oabei wurden insbesondere bei den P+S Werften im Jahresabschluss 2010 im mense Abwelchungen festgestellt.[1] So ergab slch,dass nlcht nur die Bllanzsum-men rechnerisch nicht übereinstimmen, sondern dass sie auch von den Angaben im Bundesanzeiger abweichen. Auch der ermittelte Bilanzgewinn stimmt nicht mit dem im Bundesanzeiger angegebenen überein. Auch im Anlagenspiegel wurden Abweichungen festgestellt.[2]
Für die Jahresabschlüsse 2009 und 2010 stellten die P+S Werften auf freiwilliger Basis eine Kapitalflussrechnung für die jeweiligen Jahre auf. Ausgehend von den Bestimmungen des DRS 2[3] kann jedoch gesagt werden, dass die KFR in ihrem Umfang nur begrenzt aussagefähig ist, da die entsprechende Mindestgliederung, also der Ausweis der den jeweiligen Cashflow beeinflussenden Ursachen, nicht eingehalten wurde. So hätte z.B. im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit der P+S Werften die Aufnahme und Tilgung von Krediten in beiden Jahren geschehen müssen.
Bei den Nordic Yards ergaben sich in Vorbereitung auf die Analyse keine wesentlichen rechnerischen Abweichungen von den im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen. Lediglich in der KFR des KA 2010 wurde rechnerisch eine Differenz i.H.v. 2 tEUR festgestellt Diese kann jedoch auf Rundungsfehler zurückzuführen sein, da die KFR in tEUR aufgestellt ist, und so bei der Umrechnung von EUR auf tEUR durch das Aufoder Abrunden von Zahlen Abweichungen entstehen können.
In Bezug auf den Ausweis der Abschreibungen des Geschäftsjahres ergab sich bei beiden Unternehmen eine Differenz zum Anlagenspiegel.
Bei den P+S Werften wurden laut Ausweis in der GuV im GJ 2010 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
i.H.v. 21,1 mEUR vorgenommen. Rein rechnerisch dürften in dieser Position allerdings nur 9,6 mEUR stehen, wie die Abbildung 9 aufzeigt. Ähnliches gilt für die Abschreibungen auf Finanzanlagen, wobei im GJ 2010 Zuschreibungen i.H.v. 2,9 mEUR stattfanden, in der GuV allerdings ein Ausweis von 0,-EUR stattfindet.
Immaterielle VG
323.885,86
2.197.064,28
1 Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
2 Geschäftsoder Firmenwert
169.785,86
1.272.464,28
924.600,00
1.102.678,42
770.500,00
11.116.014,79
18.860.215,35
1 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf
4.492.685,11
6.859.484,94
2.366.799,83
4.401.445,72
8.504.896,62
4.103.450,90
3 Technische Anlagen und Maschinen
1.144.598,49
2.073.331,75
928.733,26
4 Andere Anlagen, Betriebs- und
1.077.285,47
1.422.502,04
345.216,57
5 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im
10.913.550,25
-2.939.465,64
9.617.378,98
1 Anteile an verbundenen Unternehmen
357.904,31
3 Sonstige Ausleihungen
10.555.645,94
-3.189.465,64
22.353.450,90
18.117.813,99
6.677.913,34
Abbildung 9: Veränderung Zuführung Abschreibungen der P+S Werften
Desweiteren stimmen auch die im Bundesanzeiger gemachten Angaben der kumulierten Abschreibungen für 2010 nicht mit den in Excel ermittelten kumulierten Abschreibungen überein.
Bei den Abschreibungen der Nordic Yards besteht der Fehler darin, dass der Ausweis der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der GuV exakt mit dem Ausweis der kumulierten Abschreibungen im Anlagenspiegel übereinstimmt. Dies widerspricht dem Prinzip der Einmaligkeit der Abschreibungen. Begründen ließe sich die Abweichung damit, dass möglicherweise die Funktionsweise von kumulierten Abschreibungen ignoriert und im Anlagenspiegel die Abschreibungen des Geschäftsjahres aufgeführt sind.
Desweiteren wurden in der Vorbereitung der Analyse wesentliche Veränderungen[4] der Positionen Konzessionen und Geschäftsoder Firmenwert festgestellt.
Abbildung 10: Ausweis der immateriellen Vermögensgegenstände der Nordic Yards
Hierbei stellt sich die Frage, aus welchen Gründen diese Veränderung zustande gekommen ist, da die beiden Positionen in ihren Charakteristika voneinander abweichen:
Geschäftsoder Firmenwert [5]
Konzession[6]
Ein Firmenwert ist der Betrag, den ein Käufer bei Übernahme einer Unternehmung als Ganzes unter Berücksichtigung künftiger Ertragserwartungen (Unternehmungswert, Ertragswert) über den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände nach Abzug der Schulden (Substanzwert) hinaus zu zahlen bereit ist (Unternehmungsmehrwert).
Verleihung eines besonderen Rechts an einer öffentlichen Sache, z.B. an einer Straße, einem Wasserlauf, am Betrieb einer Eisenbahn, Straßenbahn oder einer Fähre.
Tabelle 6: Begriffliche Unterscheidung Geschäfts-/Firmenwert und Konzession
Eine Möglichkeit bzgl. dieser Veränderung wäre eine zunächst falsche Buchung des Geschäftsoder Firmenwertes im Jahre 2009 und eine anschließende Korrektur im darauf folgenden Geschäftsjahr. Diesbezüglich hätten allerdings Angaben im Anhang gemacht werden müssen, da es sich um wesentliche Änderungen bzgl. der Vermögenslage handelt. Die Anhangangaben[7] bzgl. des Geschäftsoder Firmenwertes in 2010 haben die Nutzungsdauer dessen in Bezug auf § 285 Nr. 13 HGB auf 15 Jahre festgelegt.[8]
Für die P+S Werften kann auch von einer Nutzungsdauer des Geschäftsoder Firmenwertes von 15 Jahren ausgegangen werden, wobei dies nur im JA 2010 explizit erwähnt wird. Eine Erläuterung der Abschreibungen nach § 285 Satz 1 Nr. 13 HGB a.F. im JA 2009 fehlt vollständig.
Ein weiterer Punkt, der durch BilMoG geändert wurde, ist die Währungsumrechnung. Nach § 256a Satz 1 HGB besteht nun eine einheitliche Umrechnungsbasis in Form des explizit genannten Devisenkassamittelkurses.[9] Eine Veränderung ist diesbezüglich bei den P+S Werften insbesondere bei den Angaben über Bankguthaben und Verbindlichkeiten zu erkennen: Die Umrechnung erfolgte in 2009 noch zum Briefkurs.
Bei Nordic Yards bestanden 2009 keine Forderungen in Fremdwährung, weswegen dieser Punkt 2010 erstmalig aufgegriffen wird, genau wie die Bewertung von RHB, UFE oder latenten Steuern. Hierbei ist die Anpassung vom timing concept, also der Ermittlung latenter Steuern auf Basis der Differenz der Gewinnausweise in Handels- und Steuerbilanz, auf das temporary concept, der Ermittlung latenter Steuern auf Basis der Differenz von Bilanzpositionen in Handels- und Steuerbilanz, von besonderer Relevanz, da dadurch eine Angleichung an die Ermittlung latenter Steuern nach IFRS geschaffen wurde.[10]
Die meisten anderen Änderungen innerhalb der Anhangangaben bzgl. der Bilanzierungs- und Bewertungsmethode ergeben sich bei den Nordic Yards aufgrund der erstmaligen Relevanz von Posten wie z.B. RHB oder UFE.
Eine nur begriffliche Änderung hat sich bei den P+S Werften innerhalb der Verbindlichkeiten ergeben: Während diese 2009 noch zum "Rückzahlungsbetrag" auszuweisen waren, geschieht dies 2010 auf Basis des "Erfüllungsbetrags".
Ein Punkt, der v.a. bei den P+S Werften einen starken Einfluss hat, ist der Wegfall der "umgekehrten Maßgeblichkeit" nach BilMoG. Dies zeigt sich zum einen in den Angaben zu Rückstellungen, zum anderen beim Sonderposten mit Rücklageanteil.
Insbesondere bei Pensionsrückstellungen ist dabei eine Veränderung auszumachen, da diese 2009 aufgrund der umgekehrten Maßgeblichkeit noch auf Basis der steuerrechtlichen Vorschriften des § 6a EStG bewertet wurden. Für den Ausweis des Sonderpostens mit Rücklageanteil besteht aufgrund Art. 67 Abs. 3 EGHGB die Möglichkeit, diesen ab 2010 entweder beizubehalten oder ergebnisneutral durch Einstellung in die Gewinnrücklagen aufzulösen. Bei den P+S Werften findet sich der SoPo auch im JA 2010, was auf die Beibehaltung dessen schließen lässt.
Die Betrachtung des ersten für die Langfristfertigung relevanten Punktes soll sich auf die unfertigen und fertigen Erzeugnisse beziehen. Beide Unternehmen haben hier die Pflichtbestandteile der handelsrechtlichen Herstellungskosten angesetzt: Material- und Fertigungseinzelkosten sowie Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und anteilige Abschreibungen. Diesbezüglich ergibt sich keine Abweichung zu den in 2009 angesetzten Herstellungskosten bei den P+S Werften, die zu diesem Zeitpunkt bereits über die handelsrechtliche Untergrenze hinaus die steuerrechtliche Untergrenze angesetzt haben.[11]
Kostenarten HGB a.F. HGB IFRS
Materialgemeinkosten Wahlrecht Pflicht Pflicht
Fertigungsgemeinkosten Wahlrecht Pflicht Pflicht Werteverzehr des Anlagevermögens Wahlrecht Pflicht Pflicht Verwaltungskosten des Material- und Fertigungsbereic Wahlrecht Pflicht Pflicht
allgemeine Verwaltungskosten Wahlrecht Wahlrecht Verbot
Kosten für freiwillige soziale Leistungen Wahlrecht Wahlrecht anteilig Pflicht Kosten für betriebliche Alterssversorgung Wahlrecht Wahlrecht anteilig Pflicht Kosten für soziale Einrichtigungen des Betriebs Wahlrecht Wahlrecht anteilig Pflicht Fremdkapitalzinsen Wahlrecht * Wahlrecht * Gebot für
* unter bestimmten Voraussetzungen qualifying assets;
ansonsten Verbot
Tabelle 7: Ermittlung der Herstellungskosten nach HGB a.F., HGB und IFRS[12]
Tabelle 7 zeigt dabei auf, dass mit dem BilMoG eine entsprechende Anpassung der Pflichtbestandteile der Herstellungskosten nach HGB a.F. stattgefunden hat. Diese Anpassung hat dazu geführt, dass nunmehr zumindest der Mindestansatz der Herstellungskosten nach HGB und IFRS identisch ist.
Bei den Nordic Yards wurde 2010 ebenfalls die neue handelsrechtliche Untergrenze für den Ansatz der Herstellungskosten gewählt. Zusätzlich wurden nach § 298 Abs. 1 i.V.m. § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB auch Zinsen für Fremdkapital in die Herstellungskosten einbezogen.
Die Zunahme der UFE von 2009 zu 2010, wobei in 2009 kein Umlaufvermögen ausgewiesen war, ist auf die zunächst als Subunternehmervertrag in Form einer Schiffbaufortsetzungsvereinbarung geprägte Fertigung der Nordic Yards zurückzuführen. Dies begründet sich auf dem geschichtlichen Hintergrund der Werften.[13]
Abbildung 11: Ausweis des Umlaufvermögens der Nordic Yards
Die Betrachtung der UFE macht es nun möglich, auch den Einfluss der Langfristfertigung bzw. der bilanziellen Darstellung auf den Abschluss der beiden Unternehmen aufzuzeigen.
Die Nordic Yards haben die Langfristfertigung klassisch nach handelsrechtlichen Normen, wie in Abschnitt 2.2.2.3.2 ausführlich dargestellt, nach der CC in ihrer Bilanz abgebildet. Diesbezüglich wurden allerdings keine Angaben im Anhang gemacht. Da die CC jedoch Einfluss auf die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nordic Yards hat, hätten im Rahmen der Korrekturfunktion des Anhangs Informationen zu Sachverhalten gegeben werden müssen, die diesen Einfluss richtig gestellt hätten.[14] Darunter fallen kann z.B. die Erklärung des Sachverhalts der Langfristfertigung und der durch das HGB verbotene Erfolgsausweis, sowie eine teilweise Kompensierung durch die Bestandsveränderungen.
Im Gegensatz zur Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen nach CC steht die Bilanzierung nach PoC. Wie in Abschnitt 2.2.2.3.3 aufgezeigt, könnte unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit bestehen, auch im HGB anstelle der Completed Contract-Methode die Percentage of Completion-Methode zu verwenden. Dem sind die P+S Werften in ihrem JA 2010 gefolgt. Die Begründung durch die P+S Werften sieht wie folgt aus:
"Die Anwendung der Teilgewinnrealisierung ist aus folgenden Gründen zulässig:
- bei den betreffenden Aufträgen handelt es sich um eine langfristige Fertigung
- langfristige Fertigungen beinhalten einen wesentlichen Teil der Unternehmenstätigkeit
- die Abrechnung der Aufträge erst nach Abschluss der langfristigen Fertigung führt zu einer nicht unerheblichen Beeinträchtigung des Einblicks in die Ertragslage des Unternehmens
- der aus der langfristigen Fertigung erwartete Gewinn wurde sicher ermittelt
- der Fertigstellungsgrad wurde nach der Cost-to-Cost-Methode mit den zulässigen Kostenbestandteilen ermittelt
- der auf den Fertigstellungsgrad entfallende Gewinnanteil wurde zur Risikominimierung nur zu 80% realisiert
- es liegen keine Anzeichen dafür vor, dass der Abnehmer Einwendungen erheben kann, die sich negativ auf das Gesamtergebnis auswirken können." [15]
In diese Erklärung sind neben Begründungen auf Basis HGB auch Erläuterungen eingeflossen, die aus IAS 11 resultieren. Das HGB betreffen die Aussagen zum wesentlichen Teil der Unternehmenstätigkeit und der Beeinträchtigung des Einblicks in die Ertragslage des Unternehmens, die die Abweichung von § 255 Abs. 1 Nr. 4 HGB auf Grundlage von § 255 Abs. 2 HGB erklären. Auf IAS 11 können die Aussagen bzgl. der Definition der Aufträge, der sicheren Gewinnermittlung, des Fertigstellungsgrads sowie der Einwendungen durch den Abnehmer zurück geführt werden.
Interessant an diesen Erläuterungen ist zum einen, dass nicht die gesamten Umsatzerlöse aus dem Fertigungsauftrag realisiert werden, sondern nur 80 %. Dies zeigt zu einem gewissen Grad eine Risikoorientierung in Bezug auf Umsatzrealisierung nach PoC. Zum anderen wird aber der Aspekt des Gesamtfunktionsrisikos, wie im Abschnitt 2.2.2.3.3 erläutert, nicht betrachtet. Sofern dies in die Betrachtung einbezogen werden würde, wäre theoretisch die Anwendung der PoC im Falle des Schiffbaus in der HGB-Rechnungslegung der P+S Werften nicht möglich.
Die Umstellung von CC auf PoC hat insbesondere Auswirkung auf den Ausweis der Gesamtleistung der P+S Werften gehabt. So sind die UE von 2009 zu 2010 um 121,0 mEUR angestiegen. Dies kann zum einen auf die Ablieferung von fertiggestellten Schiffen zurück geführt werden. Zum anderen aber begründen sich 31,7 mEUR nur aus der Umstellung von CC auf PoC. Somit sind 7 % der Umsatzerlöse nur auf einem bilanzpolitischen Aspekt begründet und nicht auf der reinen Unternehmenstätigkeit.
406.545.717,56
285.510.812,26
121.034.905,30
2 Erhöhung oder Verminderung des Bestands
-110.078.615,78
-58.547.905,65
-51.530.710,13
Abbildung 12: Ausweis der Gesamtleistung der P+S Werften
Auch die Bestandsveränderungen fertiger und unfertiger Erzeugnisse bei den P+S Werften spiegeln diese Veränderung wider. 28,0 mEUR der Verminderung der UFE des GJ 2010 gehen hier auf die Optierung zu PoC zurück. Dementsprechend ergibt sich für die GuV insgesamt eine Ergebnisverbesserung i.H.v. 3,7 mEUR, die allein durch die Umstellung auf die zeitraumbezogene Gewinnrealisierung ermöglicht wurde.
Dies kann auch dazu beigetragen haben, dass die Umsatzrentabilität von fast
16 % auf rund 3 % gestiegen ist. Allerdings hat hier v.a. in 2009 ein außerordent-
liches Ergebnis von 56,4 mEUR einen Negativeffekt auf die Umsatzrentabilität gehabt.
Bei Nordic Yards hingegen ist die Veränderung der Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen darauf zurück zu führen, dass 2010 das erste volle Geschäftsjahr der Unternehmensgruppe war. 2009 war zunächst durch Vertriebsaktivitäten der Nordic Yards geprägt, bevor im Rahmen des Subunternehmervertrags mit dem Neubau von Schiffen begonnen und dieser in 2010 mit eigenen Aufträgen fortgesetzt werden konnte. Die Umsatzerlöse der Nordic Yards setzen sich aufgrund dessen auch aus schiffbaulichen Aktivitäten (Schiffsneubau) und Nutzungsentgelten (Bereitstellung der Anlagen der Nordic Yards für die Fertigstellung der RoPaxFähren im Rahmen der Schiffbaufortsetzungsvereinbarung) zusammen. Die Umsatzrentabilität der Nordic Yards ist zwar sowohl in 2009 als auch in 2010 noch stark negativ, konnte jedoch deutlich verbessert werden, was insbesondere auf eine Zunahme der UE zurückzuführen ist.
Die Veränderung der UFE aufgrund der Anwendung der PoC zeigt sich auch im Umlaufvermögen der P+S Werften.
Abbildung 13: Ausweis des Umlaufvermögens der P+S Werften
Aufgrund dieser Veränderung in der Bilanzierungsmethode wurde zudem der Posten "Forderungen aus Fertigungsaufträgen" im Umlaufvermögen der P+S Werften aufgenommen, wie in Abbildung 13 zu erkennen ist. Dabei wurden 31,7 mEUR als Forderungen aus Fertigungsaufträgen ermittelt, die mit erhaltenen Anzahlungen i.H.v. 22,0 mEUR verrechnet worden sind.
Die erhaltenen Anzahlungen spielen dabei im Rahmen der Langfristfertigung eine weitere wesentliche Rolle. Sie dienen hierbei der Finanzierung der Unternehmen. Zum einen ermöglichen die erhaltenen Anzahlungen dadurch den Kauf von Material und die Bezahlung des Personals. Zum anderen reduzieren sie auch die Notwendigkeit der Aufnahme von Krediten und somit die daraus folgenden Zinszahlungen.
Die Charakteristik der Fremdfinanzierung begründet auch den Ausweis der erhaltenen Anzahlungen nach § 268 Abs. 5 HGB: "Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind, […] unter den Verbindlichkeiten gesondert auszuweisen."
Die P+S Werften sind dieser Regelung eindeutig nachgekommen und haben die erhaltenen Anzahlungen unter den Verbindlichkeiten korrekt ausgewiesen.
Abbildung 14: Ausweis der erhaltenen Anzahlungen bei den P+S Werften
Im Gegensatz dazu steht der Ausweis der erhaltenen Anzahlungen bei den Nordic Yards.
Abbildung 15: Ausweis der erhaltenen Anzahlungen der Nordic Yards
Hier wurde die zweite Ausweismöglichkeit der erhaltenen Anzahlungen nach
§ 268 Abs. 5 S. 2 HGB wahrgenommen: "Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sind, soweit Anzahlungen auf Vorräte nicht von dem Posten "Vorräte" offen abgesetzt werden, unter den Verbindlichkeiten gesondert auszuweisen."
Interessanterweise werden allerdings auch unter den Verbindlichkeiten erhaltene Anzahlungen ausgewiesen, wie Abbildung 16 zeigt. Dies kann dadurch begründet sein, dass diese Anzahlungen zu noch nicht in der Fertigung befindlichen Aufträgen gezählt werden und deswegen aufgrund dieser Blockung unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Dem gegenüber steht aber die Formulierung des Gesetzestextes, der eine Entscheidung zwischen offener Absetzung unter den Vorräten und dem Ausweis in den Verbindlichkeiten fordert.
Abbildung 16: Ausweis der Verbindlichkeiten der Nordic Yards
Auf Basis von Bar(Liquidität 1. Grades) und kurzfristiger Liquidität (Liquidität 2. Grades) weisen die P+S Werften eine Unterdeckung des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel bzw. monetäres UV auf, wobei dies sich von 2009 zu 2010 verbessert hat. Bei den Nordic Yards ist die kurzfristige Liquidität insbesondere aufgrund dessen zurückgegangen, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten sich vom GJ 2009 zum GJ 2010 um ein Vielfaches erhöht haben.
Auf Basis der mittelfristigen Liquidität (Liquidität 3. Grades) können beide Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Allerdings wird im JA 2010 der P+S Werften eindeutig darauf hingewiesen, dass im Rahmen einer intensiveren Liquiditätsplanung aufgezeigt wurde, dass das Unternehmen insbesondere Ende 2011 in Liquiditätsengpässe geraten wird. Diese Vermutung lässt sich aufgrund der Insolvenzanmeldung der P+S Werften im August 2012 durchaus bestätigen.[16]
In der bisherigen Darstellung zeigt sich ein Einfluss der PoC innerhalb der GuV bei den UE und den BV, während er sich in der Bilanz auf die UFE und FE sowie den Ausweis von Forderungen aus Fertigungsaufträgen erstreckt. Der Ausweis des Bestands an liquiden Mitteln wird dabei nur durch die erhaltenen Anzahlungen beeinflusst.
Der Einfluss der Auswahl von CC oder PoC zeigt sich innerhalb der KFR im Jahresergebnis und der Zuoder Abnahme von Vorräten und Forderungen. Leider können diese Veränderungen anhand der KFR der P+S Werften nicht nachvollzogen werden, da sie nur operativen, Investitions- und Finanzierungs-Cashflow in Summe ausweist und nicht, wie nach DRS 2 vorgeschrieben, in einer Mindestgliederung.
Abbildung 17: Kapitalflussrechnung der P+S Werften
Die Veränderungen des operativen Cashflows von 2009 zu 2010 gehen zu einem Großteil auf den Vorratsabbau zurück (118,9 mEUR). Auch die Zunahme der Forderungen (1,6 mEUR) und der Rückgang von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (18,8 mEUR) spielen in die Veränderungen mit hinein. Weiteren Einfluss auf den operativen Cashflow haben die Veränderungen der Rückstellungen i.H.v. 65,4 mEUR von 2009 zu 2010 sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2010 i.H.v. 21,1 mEUR.
Die Veränderungen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit i.H.v. 40,8 mEUR begründen sich v.a. darauf, dass die P+S Werften im Jahr 2010 eine bereits im Jahr 2009 teilweise ausgeschöpfte Brückenfinanzierung des Landesförderinstituts Mecklenburg-Vorpommern nun vollständig in Anspruch genommen haben; die Verbindlichkeit nahm somit um 42,8 mEUR zu, was sich neben dem Verbindlichkeitenspiegel auch in der KFR niederschlägt. Die Tilgung dieses Kredites wurde bis 2012 ausgesetzt. Ein weiterer Kredit i.H.v. 3,0 mEUR konnte durch die P+S Werften im November 2010 getilgt werden.
Insgesamt wurden die Verbindlichkeiten von 2009 zu 2010 um insgesamt 75,3 mEUR reduziert. Dies ist jedoch größtenteils auf die Minimierung der Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen und somit auf die Fertigstellung von Aufträgen zurück zu führen.
Die Kapitalflussrechnung der Nordic Yards hingegen ist handelsrechtlicher Pflichtbestandteil des KA (§ 297 Abs. 1 HGB). Anders als bei den P+S Werften sind in der KFR der Nordic Yards die einzelnen Cashflows im notwendigen Umfang aufgegliedert.
Abbildung 18: Kapitalflussrechnung der Nordic Yards
Veränderungen der einzelnen Positionen der diversen Rechenwerke hängen bei den Nordic Yards sehr stark mit der Neugründung der Gesellschaft 2009 nach der Insolvenz der Wadan Yards zusammen und der darauf folgenden Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Dies zeigt sich insbesondere im Cashflow des Jahres 2009 und den daraus resultierenden Veränderungen im Verhältnis zu 2010.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in 2009 resultiert aus der Gewährung eines Gesellschafterdarlehens i.H.v. 16,0 mEUR sowie aus der Erhöhung von gezeichnetem Kapital und Kapitalrücklage (29,3 mEUR). Im Jahr 2010 dagegen wurden nur die Kapitalrücklagen um 10,0 mEUR erhöht, was letztendlich die Verringerung des Finanzierungscashflows um 35,3 mEUR erklärt.
Die Auswirkungen der Cashflow-Veranderungen zeigen sich auch im bilanziellen Ausweis der Verbindlichkeiten. So wird bereits in Abbildung 16 ersichtlich, dass bei den Nordic Yards ein Anstieg der Verbindlichkeiten im Wesentlichen durch eine ErhOhung der erhaltenen Anzahlungen begrundet ist. Desweiteren nahmen die Verbindlichkeiten gegenuber verbundenen Unternehmen zu. Bei diesen Verbind lichkeiten handelt es sich um Darlehen des Gesellschafters Vitalij Yusufow und Verbindlichkeiten aus der Finanzierung laufender Projekte. In keinem der KA der Nordic Yards waren Verbindlichkeiten gegenuber Kreditinstituten ausgewiesen.
Diese lnformationen zeigen auf, dass die Nordic Yards in den Jahren 2009 und 2010 unabhangig von Kreditinstituten ihre Finanzierung gestaltet haben. Dem ge geni.iber stehen die P+S Werften mit einer Bankverschuldung
[17] i.H.v. 1,54 % in 2009 und i.H.v. 15,28 % in 2010.
Die Betrachtung des Verschuldungsgrads beider Unternehmen zeigt auf, dass die P+S Werften zwar von 2009 auf 2010 ihre Verschuldung reduzieren konnten, diese jedoch noch immer deutlich Ober 200 % liegt und somit eine stark durch Fremdka pital gepragte Finanzierungsstruktur aufweist. Zwar reduzierten sich die erhalte nen Anzahlungen um 104,4 mEUR, dem gegeni.iber stehen jedoch Zugange bei den Verbindlichkeiten gegenuber Kreditinstituten, die langfristige Zinszahlungen und damit Fixkosten verursachen. Der starke Anstieg des Verschuldungsgrads der Nor dic Yards beruht v.a. auf der Erhohung der unter den Verbindlichkeiten ausgewie senen Anzahlungen. Auch wenn die Nordic Yards einen Verschuldungsgrad von 327,74 % in 2010 aufweisen,sind sie dabei nicht von Kreditinstituten abhangig.
Abbildun19: Versc: huldun151rad der Beispielunternehmen
Beim Abgleich von Bilanz und Verbindlichkeitenspiegel der P+S Werften fiel zudem auf, dass der Ausweis der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in der Bilanz um 2,0 mEUR hoher und der Ausweis der Verbindlichkeiten gegeni.iber ver bundenen Unternehmen in der Bilanz um 0,2 mEUR niedriger ausfallen (vgl. Abbil-
Abbildung 20: Vergleich Ausweis der Verbindlichkeiten der P+S Werften
In Verbindung mit den Verbindlichkeiten der Unternehmen und dem Jahresüberschuss bzw. dem Bilanzgewinn sollte auch das Eigenkapital einer näheren Betrachtung unterzogen werden.
Dort traten bei den P+S Werften Veränderungen i.H.v. 13,2 mEUR aufgrund des verschlechterten Bilanzgewinns auf. Wenn man dies jedoch in Bezug zur Umstellung von CC auf PoC betrachtet, kann gesagt werden, dass die Veränderung ohne diese bilanzpolitische Maßnahme um 3,7 mEUR höher gewesen wäre und somit eine Veränderung von 16,9 mEUR das Eigenkapital beeinflusst hätte. Somit führte diese Maßnahme auch zu einer geringeren Belastung des Eigenkapitals.
35.792.000,00
48.527.581,19
48.527.561,19
III Gewinnrücklagen
1 Sonderrücklage gem.
24.187.616,58
24.187.616,56
§ 27 Abs. 2 DMBilG
2 Andere Gewinnrücklagen
1.813.337,22
-5.380.466,71 104.940.068,28
7.837.994,63 118.158.509,60
-13.218.461,34 -13.218.441,32
Abbildung 21: Ausweis der Eigenkapitals der P+S Werften
Desweiteren konnte im Jahr 2009 nur aufgrund der Verschmelzung von PeeneWerft und Volkswerft i.H.v. 26,8 mEUR ein positiver Ergebniseffekt erzielt werden. Zu erklären ist der Effekt durch den Verschmelzungsgewinn i.H.v. 83,2 mEUR mit der Aufdeckung stiller Reserven (vgl. Abbildung 22). Dem gegenüber standen außerordentliche Aufwendungen aus dem Verkauf der Assets der Detlef Hegemann Rolandwerft i.H.v. 26,2 mEUR an die Lürssen-Gruppe sowie Personal- und sonstige Umstrukturierungsmaßnahmen i.H.v. 16,7 mEUR.
Abbildung 22: Ausweis Verschmelzungsgewinn und außerordentliche Aufwendungen der P+S Werften
Die Veränderungen des Eigenkapitals der Nordic Yards beruhen ebenfalls auf den Veränderungen des Konzernbilanzverlustes (vgl. Abbildung 23). Desweiteren wurden im GJ 2010 Einzahlungen in die Kapitalrücklage geleistet, die sich auch im EKSpiegel und im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wieder finden.
Abbildung 23: Ausweis des Eigenkapitals der Nordic Yards
Wesentliche Kennzahlen bzgl. der Analyse von Eigen- und Fremdkapital stellen die Eigen- und die Gesamtkapitalrentabilität dar. Dabei zeigt sich, dass sich die EKR bei beiden Unternehmen von 2009 zu 2010 deutlich verschlechtert hat. Im Gegensatz dazu konnten beide Unternehmen die GKR deutlich verbessern.
Da aufgrund der ermittelten GKR davon ausgegangen werden kann, dass der FKZinssatz über der GKR liegt, erzeugte die weitere Aufnahme von Fremdkapital bei beiden Unternehmen eine Verschlechterung der EKR (negativer Leverage-Effekt bzw. Leverage-Risiko). Dies zeigt sich insbesondere anhand der P+S Werften.
Abbildung 24: Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität beider Unternehmen
Für die Geschäftstätigkeit beider Unternehmen von besonderer Relevanz wurde, unabhängig von bilanzpolitischen Maßnahmen bzgl. der Gewinnrealisierung, das Sachanlagevermögen eingestuft.
Abbildung 25: Ausweis des Sachanlagevermögens der Nordic Yards
Bei den Nordic Yards ergeben sich die Veränderungen des Sachanlagevermögens vornehmlich aus Abschreibungen des Geschäftsjahres (vgl. Abbildung 25). Da das Anlagevermögen erst im Laufe des Rumpfgeschäftsjahres von den insolventen Wadan Yards übernommen wurde, fielen die Abschreibungen lt. GuV in 2009 geringer aus als in 2010.[18]
Abbildung 26: Abschreibungen auf das Anlagevermögen der Nordic Yards
Im Gegensatz dazu steht das Sachanlagevermögen der P+S Werften. Die Werte für 2009 ergaben sich als Folge der Verschmelzung der Volkswerft auf die PeeneWerft (+ 132,2 mEUR).
Abbildung 27: Ausweis des Sachanlagevermögens der P+S Werften
Ein besonderer Punkt im Sachanlagevermögen der P+S Werften ist der Ausweis von Werftanlagen. Werftanlagen stellen dabei "[…] technische Anlagen und Maschinen [dar], die speziell dem Schiffbau dienen."[19] Ein Beispiel für Werftanlagen zeigt Abbildung 28 anhand der ehemaligen Wadan Yards.
Abbildung 28: Werftanlagen der ehemaligen Wadan Yards, 2008[20]
Die Veränderungen des Sachanlagevermögens der P+S Werften beruhen insbesondere auf den Abschreibungen des Geschäftsjahres i.H.v. 21,1 mEUR lt. GuV. Zusätzlich fanden insbesondere im GJ 2010 Umbuchungen aus den geleisteten Anzahlungen in die Werftanlagen (+ 0,8 mEUR) statt.
Im Zusammenhang mit den Abschreibungen lohnt es sich auch, den Anlagenabnutzungsgrad zu betrachten. Dieser beträgt bei den P+S Werften sowohl in 2009 als auch 2010 ca. 5 %. Zurückzuführen ist dies v.a. auf Zuführungen aufgrund der Verschmelzung, die die AK/HK erhöht haben.
Bei den Nordic Yards ist der Anlagenabnutzungsgrad entsprechend den Abschreibungen gestiegen. Dabei sollte jedoch auch erwähnt werden, dass dieser mit 6,44 % (2009) und 13,27 % (2010) noch nicht besonders hoch ist, das Sachanlagevermögen allerdings nicht neu ist, sondern von den insolventen Wadan Yards übernommen wurde. Dementsprechend sollte beachtet werden, dass die Anlagen vor ihrem Erwerb bereits gebraucht und somit nicht mehr als neu angesehen werden können, was den Anlagenabnutzungsgrad verfälschen kann.
Im Sinne der Anlagendeckung wurde für beide Unternehmen ermittelt, dass ihr Anlagevermögen nur unzureichend langfristig finanziert ist. Dies zeigt sich am Deckungsgrad B, der für beide Unternehmen wie folgt ermittelt wurde:
Abbildung 29: Deckungsgrad B der P+S Werften und Nordic Yards
Die sich daraus ergebende Unterdeckung würde in Zukunft v.a. dann eine Herausforderung darstellen, sollten zu begleichende Verbindlichkeiten kurzfristig fällig werden bzw. zu tilgen sein. Somit weisen beide Unternehmen eine gewisse finanzielle Instabilität auf.
Zusammenfassend zeigt Tabelle 8 die wesentlichen Veränderungen aufgrund der bilanzpolitischen Umstellung von CC zu PoC im handelsrechtlichen Abschluss 2010 auf. Die Werte für einen möglichen bilanziellen Ausweis der Position von Bilanz und GuV [2010 (PoC) und 2010 (CC)] wurden auf Basis der Anhangangaben im JA 2010 ermittelt.
P+S Werften 2010 (PoC) 2010 (CC)*
Unterschied CC zu PoC
Forderungen aus Fertigungsaufträgen
Erhöhung oder Verminderung des Bestands an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Tabelle 8: Übersicht der Veränderungen aufgrund der Umstellung auf PoC der P+S Werften
Bei den Nordic Yards hat sich anhand der Analyse der einzelnen KA gezeigt, dass das Jahr 2009 noch stark vom am Anfang stehenden Geschäftsbetrieb geprägt war und sich daraufhin in Bezug auf die tatsächliche Geschäftstätigkeit des Unternehmens, nämlich dem Schiffbau, im Jahr 2010 starke Veränderungen ergaben. Dies zeigt sich insbesondere bei den UFE.
Anhand des bereits veröffentlichten KA 2011 der Nordic Yards kann zudem eine grobe Analyse von Veränderungen gegeben werden. Die in Tabelle 9 ersichtlichen Position aus Bilanz und GuV des Konzerns haben mit der Optierung auf die IFRSRechungslegung teilweise immense Veränderungen erfahren. Betrachtet man z.B. die Umsatzerlöse nach HGB und IFRS zeigt sich ein Unterschied von 48,7 mEUR, der wahrscheinlich auf die PoC zurückzuführen ist. Dementsprechend fällt auch der Ausweis der Bestandsveränderungen in IFRS geringer aus als nach HGB.
Aufgrund der bilanziellen Eigenheit des IFRS-Abschlusses und der darauf folgenden Buchungslogik (siehe Abschnitt 2.2.2.3.1) werden im IFRS-Abschluss keine UFE ausgewiesen.
2010 2010 (IFRS)
Tabelle 9: Übersicht der Veränderungen aufgrund der Umstellung auf IFRS der Nordic Yards [21]
[1] Für Abweichungen bzgl. des Geschäftsjahres 2009 vgl. Anhang 8: Fehleranalyse bezogen auf GJ 2009 der P+S Werften
[2] Vgl. Anhang 5: Auszüge aus den Jahresabschlüssen der P+S Werften
[3] DRS 2.3: "Unternehmen, die freiwillig eine Kapitalflussrechnung aufstellen, sollen diesen Standard beachten."
[4] Im Folgenden wird in den Abbildungen mit der Abkürzung "VÄ" für Veränderung gearbeitet.
[5] Dennerlein/Böcking/Oser/Pfitzer/Henselmann, o.J.
[6] Malina, o.J
[7] Eine Übersicht der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die P+S Werften findet sich im Anhang 5: Auszüge aus den Jahresabschlüssen der P+S Werften, für die Nordic Yards im Anhang 6: Auszüge aus den Konzernabschlüssen der Nordic Yards
[8] "Für den im Rahmen der Übernahme der Vermögensgegenstände der insolventen Wadan Yards Gruppe im Jahre 2009 identifizierten Geschäftsoder Firmenwert wird eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zugrunde gelegt, da dies im Wesentlichen der Dauer entspricht, in der die im über-nommenen Geschäftsbetrieb gebundene Fertigungskompetenz und das erworbene Know-How genutzt werden kann." (Nordic Yards, KA 2010)
[9] "Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umzurechnen."
[10] Vgl. § 274 Abs. 1 HGB a.F.: "[…] weil der nach den steuerrechtlichen Vorschriften zu versteuernde Gewinn […]" § 274 Abs. 1 HGB: "Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen […]" sowie: IAS 12
[11] Vgl. P+S Werften, JA 2009, sowie: P+S Werften, JA 2010
[12] Entnommen aus: Küting, 2009, S. 178
[13] Im Rahmen eines Asset Deals wurden die wesentlichen Vermögensgegenstände der Wadan Yards i.L. durch die Nordic Yards übernommen. Die Schiffbaufortsetzungsvereinbarung sah dabei die Fertigstellung von zwei RoPax-Fähren und einem Containerschiff der insolventen Wadan Yards vor. 2010 wurde mit der Fertigung selbständig akquirierter Aufträge begonnen. (vgl. Nordic Yards, KA 2009, sowie: Nordic Yards, KA2010)
[14] Vgl. Küting/Weber, 2009, S. 418: "Wenn Bilanz und Erfolgsrechnung aufgrund besonderer Umstände ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht vermitteln, erweitert sich die Relativierungsfunktion des Anhangs zu einer Korrekturfunktion."
[15] P+S Werften, JA 2010
[16] Vgl. dpa/dapd/Murphy, 2012
[17] Bankverschuldung
kurz - und mlttelfrlstlge Bankverblndllchkelten
Gesamtkapttal
[18] Zur Problematik des Ausweises der Abschreibungen in GuV und Anlagenspiegel wurde bereits zu Beginn dieses Abschnittes eingegangen
[19] P+S Werften, JA 2009
[20] eigene Aufnahme, Rostock/Warnemünde, 25.08.08
[21] Werte 2010 (IFRS) entnommen aus: Nordic Yards, KA 2011