Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202000,%20829
Timestamp: 2020-02-26 04:01:01
Document Index: 82425074

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 847', '§ 253', 'Art. 2', '§ 847', 'Art. 3', 'BGH', '§ 847', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 25', '§ 79', '§ 25']

Rechtsprechung: MDR 2000, 829 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Düsseldorf, 15.05.2000
https://dejure.org/2000,455
BVerfG, 08.03.2000 - 1 BvR 1127/96 (https://dejure.org/2000,455)
BVerfG, Entscheidung vom 08.03.2000 - 1 BvR 1127/96 (https://dejure.org/2000,455)
BVerfG, Entscheidung vom 08. März 2000 - 1 BvR 1127/96 (https://dejure.org/2000,455)
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"Prinzessinnenprivileg"
Art. 3 GG, verfassungsrechtlich unbedenkliche Bemessung von Schmerzensgeld (§ 847 BGB aF, nun § 253 BGB) wegen psychischer Schädigungen im Verhältnis
1. zu der Bemessung des Geldanspruches wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG) von Prominenten,
Unterschiedliche Behandlung psychischer Gesundheitsschäden gegenüber Persönlichkeitsrechtsverletzungen verfassungsrechtlich gerechtfertigt - Festsetzung des Schmerzensgeldes und Bemessung der Geldentschädigung aufgrund sachlich begründeter Unterschiede
Zulässigkeit - Frist - Verfassungsbeschwerde - Schmerzensgeld - Verkehrsunfall - Schadensersatz - Elterliche Sorge - Gleichheitsgebot - Ungleichbehandlung - Allgemeines Persönlichkeitsrecht
BGB § 847 Abs. 1; GG Art. 3 Abs. 1
Schmerzensgeld bei Schockschädigung
Schmerzensgeld bei psychischen Gesundheitsschäden, hier: Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde
Schmerzensgeld bei psychischen Gesundheitsschäden
Schadensersatzrecht; Schmerzensgeld bei psychischen Gesundheitsschäden
LG Regensburg, 30.12.1994 - 1 O 936/92
BGH, 16.04.1996 - VI ZR 308/95
NJW 2000, 2187
MDR 2000, 829
FamRZ 2000, 943
VersR 2000, 1114
VersR 2000, 897
ZUM 2000, 947
Das Bundesverfassungsgericht hat zu § 847 BGB aF bereits entschieden, dass die Vorschrift verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist (BVerfG, NJW 2000, 2187 f.) und gerade wegen der Verwendung des unbestimmten Rechtsbegriffs "billige Entschädigung' Differenzierungen zulässt, die eine dem Gleichheitssatz entsprechende Anwendung ermöglichen.
Insbesondere verletzen abweichende Auslegungen derselben Norm durch verschiedene Gerichte das Gleichbehandlungsgebot nicht (BVerfG, NJW 2000, 2187 mwN).
Auch liegt eine solche Grundrechtsverletzung nicht nur dann vor, wenn der Gesetzgeber mehrere Personengruppen ohne hinreichenden sachlichen Grund verschieden behandelt, sondern auch dann, wenn die Gerichte im Wege der Auslegung gesetzlicher Vorschriften zu einer derartigen, dem Gesetzgeber verwehrten Differenzierung gelangen (BVerfG, VersR 2000, 897 mwN).
Die Summe muss den von der Rechtsprechung geforderten echten Hemmungseffekt erzeugen (vgl. BGH, NJW 1995, 861, 865; ferner: BGH, Urteil vom 5.12.1995, NJW 1996, 984, 985; Caroline von Monaco II; BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, Beschluss vom 8.3.2000, NJW 2000, 2187, 2188).
Im Beschluss vom 8.3.2000 (1. Kammer des Ersten Senats, NJW 2000, 2187, 2188) heißt es dazu, dass die angestrebte Gewinnerzielung als Bemessungsfaktor in die Entscheidung über die Höhe der Geldentschädigung einzubeziehen sei.
Diese Konzeption ist vom Bundesverfassungsgericht später ausdrücklich gebilligt worden (BVerfG vom 08.03.2000 - 1 BvR 1127/96 - NJW 2000, 2187 Rn. 9).
Bei der Zubilligung einer Geldentschädigung im Fall einer schweren Persönlichkeitsrechtsverletzung steht nämlich regelmäßig der Gesichtspunkt der Genugtuung für das Opfer im Vordergrund (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15; 160, 298, 302;… vom 4. Juni 1974 - VI ZR 68/73 - aaO - Fiete Schulze; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - VersR 1996, 339, 340; BVerfG, VersR 2000, 897, 898; Körner, NJW 2000, 241, 244; Micheli GRUR 1969, 429).
Zwar trägt der erkennende Senat der Prävention als Bemessungsfaktor bei der Zubilligung von Geldentschädigungen Rechnung (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15 m.w.N.; 160, 298, 303;… vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO;… vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO; BVerfG, VersR 2000, 897, 898; vgl. K. W. Lange, VersR 1999, 274, 277;… Göbel, Geldentschädigung und Schmerzensgeld 2004, S. 35 f.; Soehring/Seelmann-Eggebert, NJW 2005, 571, 572; Steffen, NJW 1997, 10, 13), besonders in denjenigen Fällen, in denen es um den Schutz gegen unerwünschte Zwangskommerzialisierung einer Person geht (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15 f. …und vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO 340 f.).
Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Gesichtspunkt der "Zwangskommerzialisierung" nach höchstrichterlicher Rechtsprechung primär erst bei der Frage zum Tragen kommt, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe für eine vorliegende Persönlichkeitsrechtsverletzung aus Präventionsgesichtspunkten eine Geldentschädigung geboten ist (vgl. BVerfG, Beschl. v. 08.03.2000 - 1 BvR 1127/96, JNW 2000, 2187, 2188;… BGH, Urt. v. 17.12.2013 - VI ZR 211/12, GRUR 2014, 693, juris Tz. 49 - Sächsische Korruptionsaffäre).
Anders als beim Schmerzensgeldanspruch steht bei dem Anspruch auf eine Geldentschädigung wegen einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Gesichtspunkt der Genugtuung des Opfers im Vordergrund (BGH NJW 1995, 861; 2000, 2195; 2005, 215; BVerfG, NJW 2000, 2187).
Zu Entschädigungsansprüchen eines Strafgefangenen wegen menschenunwürdiger …
LG Oldenburg, 07.02.2013 - 5 S 595/12
Beleidigung eines Polizisten durch einen Betrunkenen - Schmerzensgeld?
BVerfG, 23.09.2009 - 1 BvR 1681/09
Keine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts bei Verweisung auf …
LAG Thüringen, 10.06.2004 - 1 Sa 148/01
Schadensersatzansprüche bei Mobbing
AG Friedberg (Hessen), 06.08.2014 - 2 C 1141/13
Bildveröffentlichung: kein Schadensersatz für rechtsradikalen Demonstranten
LG München I, 07.05.2008 - 9 O 22942/07
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: …
OLG Hamburg, 10.10.2000 - 7 U 138/99
Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Veröffentlichung von Lichtbildern sog. …
OLG Hamm, 06.03.2001 - 27 U 154/00
Ersatz eines materiellen und immateriellen Schadens wegen eines Verkehrsunfalls …
OLG Düsseldorf, 15.05.2000 - 2a Ss (OWi) 128/00 - (OWi) 39/00 III
https://dejure.org/2000,27605
OLG Düsseldorf, 15.05.2000 - 2a Ss (OWi) 128/00 - (OWi) 39/00 III (https://dejure.org/2000,27605)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 15.05.2000 - 2a Ss (OWi) 128/00 - (OWi) 39/00 III (https://dejure.org/2000,27605)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 15. Mai 2000 - 2a Ss (OWi) 128/00 - (OWi) 39/00 III (https://dejure.org/2000,27605)
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Mißachten des Rotlichts ; Lichtzeichenanlage ; Ampelverstoß; Qualifizierter Rotlichtverstoß; Fahrverbot; Warnungs- und Besinnungsfunktion
StVG § 25 Abs. 1 S. 1; OWiG § 79 Abs. 6
Verhängung eines Fahrverbots trotz langen Zeitablaufs
NZV 2001, 435
Für die Beurteilung ist dabei von Bedeutung, in wessen Einflussbereich die lange Verfahrensdauer fällt sowie ob es nach dem verfahrensgegenständlichen Verstoß zu einem weiteren Fehlverhalten des Betroffenen gekommen ist (vgl. Bayrisches Oberlandesgericht, NZV 2002, 280, NStZ-RR 2004, 210; OLG Naumburg, ZfS 2003, 96; OLG Düsseldorf, MDR 2000, 829; OLG Köln, NZV 2000, 217; OLG Dresden, Beschluss vom 06.05.2003 - Ss (OWi) 565/02; OLG Hamm, Beschluss vom 26.07.2005 - 3 Ss OWi 104/05 -).
Die Entscheidung darüber liegt im tatrichterlichen Ermessen, das auf der Grundlage der Umstände des Einzelfalles auszuüben ist (vgl. SenE v. 16.12.1999 - Ss 559/99 B - = NZV 2000, 217 [218]; SenE v. 16.06.2000 - Ss 241/00 B - = NZV 2000, 430 DAR 2000, 484 = VRS 99, 212 = NStZ-RR 2000, 342; SenE v. 05.04.2001 - Ss 95/01 B - OLG Düsseldorf DAR 2001, 133; OLG Düsseldorf DAR 2000, 415 = VRS 99, 214 = MDR 2000, 829; OLG Hamm DAR 2000, 580 [581]; OLG Schleswig DAR 2000, 584 m. w. Nachw.; OLG Schleswig DAR 2001, 40; OLG Zweibrücken DAR 2000, 586; vgl. a. Hentschel NJW 2001, 721).
Bei einem Zeitablauf von über zwei Jahren zwischen Tat und Urteil bedarf es nach Auffassung des Senats aber schon besonderer Umstände für die Annahme, dass ein Fahrverbot noch unbedingt notwendig ist (s.a. OLG Düsseldorf MDR 2000, 829;… BayObLG aaO;… zum Ganzen Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 37. Aufl., StVG, § 25, Rd. 24 m.w.N.).
Öffentlichkeit; Ausschluss, Terminsverlegung; Aushang; Urteilsverkündung; …
In der obergerichtlichen Rechtsprechung ist eine Tendenz erkennbar, den Sinn des Fahrverbots in Frage zu stellen, wenn die zu ahndende Tat mehr als zwei Jahre zurückliegt (OLG Hamm, Beschluss vom 05. August 2003 - 3 Ss OWi 441/03 - BayObLG, NZV 2004, 210; OLG Naumburg, ZfS 2003, 96;OLG Düsseldorf, MDR 2000, 829; OLG Köln, NZV 2000, 217, 218; OLG Dresden, Beschluss vom 06. Mai 2003 - Ss (OWi) 565/02 - ).
OLG Hamm, 25.06.2002 - 3 Ss OWi 341/02
Die Generalstaatsanwaltschaft hat hierzu in ihrer Antragsschrift selbst ausgeführt, dass ein erheblicher Zeitablauf seit der Tat dazu führen kann, dass es einer erzieherischen Einwirkung auf den Täter durch die Verhängung eines Fahrverbotes nicht mehr bedarf, wobei dies bei einem Zeitraum von mehr als 2 Jahren zwischen Tat und Ahndung sicher anzunehmen ist (OLG Hamm, Beschluss vom 18.05.2000 - 5 Ss OWi 1196/99; OLG Düsseldorf MDR 2000, 829; OLG Karlsruhe, DAR 1992, 437; OLG Köln NZV 2000, 217 f).
OLG Saarbrücken, 11.04.2002 - Ss (B) 13/02
Regelmäßig erforderliche Anordnung eines Fahrverbots wegen Fahrens unter der …
Es bedarf dann besonderer Umstände für die Annahme, dass es noch zu einer erzieherischen Einwirkung auf den Täter unbedingt notwendig ist (vgl. OLG Düsseldorf MDR 2000, 829; OLG Köln DAR 00, 484; OLG Rostock BA 02, 58).
BayObLG, 23.01.2002 - 1 ObOWi 671/01
Sinnverfehlung des Fahrverbots
In der neueren obergerichtlichen Rechtsprechung ist jedenfalls die Tendenz erkennbar, den Sinn eines Fahrverbots in Frage zu stellen, wenn die zu ahndende Tat "mehr als zwei Jahre" zurückliegt (Brandenburgisches OLG ZfS 1997, 314 [konkret: 3 Jahre]; OLG Düsseldorf NZV 2001, 435 [Leitsatz: mehr als 2 Jahre]; DAR 2001, 133 [Leitsatz.
OLG Dresden, 06.05.2003 - Ss OWi 565/02
Die Oberlandesgerichte gehen in ihren Entscheidungen von einem Mindestzeitraum von zwei Jahren aus (vgl. OLG Schleswig, DAR 2000, 584; OLG Köln, DAR 2000, 484; OLG Zweibrücken, DAR 2000, 586; OLG Düsseldorf, MDR 2000, 829; OLG Rostock, ZfSch 2001, 383; BayObLG, Beschluss vom 23. Januar 2000 - 1 OWi 671/01 - OLG Hamm, DAR 2000, 580, 581; OLG Dresden, Beschluss vom 17. Juni 2002 - Ss (OWi) 196/02 - Beschluss vom 27. Juni 2002 - Ss (OWi) 43/02).
In der neueren obergerichtlichen Rechtsprechung ist zwar die Tendenz erkennbar, den Sinn des Fahrverbots in Frage zu stellen, wenn die zu ahndende Tat mehr als zwei Jahre zurückliegt (BayObLG, NStZ-RR 2004, 57; OLG Naumburg, ZfS 2003, 96, OLG Düsseldorf MDR 2000, 829; OLG Köln NZV 2000, 217; OLG Dresden, Beschl. v. 6.5.2003 - Ss(OWi) 565/02 ; OLG Hamm Beschluss v. 5.8.2003 - 3SS OWi 441/03 -).
OLG Zweibrücken, 11.09.2000 - 1 Ss 223/00
Verhängung eines Fahrverbots bei großem Zeitraum zwischen Ordnungswidrigkeit und …
OLG Brandenburg, 23.06.2004 - 2 Ss OWi 180 B/03
Anordnung eines Fahrverbots bei langer Verfahrensdauer
OLG Hamm, 08.02.2007 - 2 Ss OWi 27/07
Urteilsformel; Fassung; Urteilstenor; Inhalt; Bestimmtheit; Rotlichtverstoß; …
OLG Saarbrücken, 11.04.2002 - Ss (B) 13/02 (18/02
Fahrverbot wegen Cannabiskonsum
OLG Jena, 02.06.2003 - 1 Ss 152/02
Fahrverbot und Verschlechterungsverbot im Rechtsbeschwerdeverfahren
OLG Düsseldorf, 15.05.2000 - 2a Ss OWi 128/00-(OWi) 39/00