Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=07.12.1992&Aktenzeichen=A%2013%20S%202687/92
Timestamp: 2019-07-19 08:56:45
Document Index: 389553572

Matched Legal Cases: ['§ 77', '§ 28', '§ 28', '§ 77', '§ 87', '§ 10', '§ 77', '§ 10', '§ 10', '§ 77', '§ 77', '§ 76', '§ 80', '§ 87', '§ 77', '§ 77', '§ 53', '§ 87', '§ 28', '§ 10', '§ 77', '§ 28', '§ 77', '§ 28', '§ 11', '§ 87', '§ 28', '§ 28', '§ 51', '§ 77', '§ 77', '§ 28', '§ 77', '§ 28', '§ 28', '§ 28']

VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,2352
VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 (https://dejure.org/1992,2352)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 (https://dejure.org/1992,2352)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 07. Dezember 1992 - A 13 S 2687/92 (https://dejure.org/1992,2352)
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(Keine Anwendung des AsylVfG 1992 § 77 Abs 1 auf noch nach AsylVfG § 28F: 1991-04-09) ergangene aufenthaltsbeendende Maßnahmen - Beurteilungszeitpunkt bei sog Altfällen
§ 28 AsylVfG vom 09.04.1991, § 77 Abs 1 AsylVfG 1992, § 87 Abs 1 Nr 1 AsylVfG 1992
VG Karlsruhe, 16.07.1992 - A 5 K 6862/91
BVerwG, 11.11.1993 - 9 C 21.93
ESVGH 43, 155 (Ls.)
VBlBW 1993, 191
In solchen "Altverfahren" hat die gerichtliche Überprüfung nach wie vor von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen (im Anschluß an den 13. Senat, Urteil vom 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 - und 16. Senat, Urteil vom 10.03.1993 - A 16 S 478/92 -).
Soweit es für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der gemäß §§ 10, 11 des bis zum 30.06.1992 in Kraft befindlichen Asylverfahrensgesetzes erlassenen Abschiebungsandrohungen darauf ankommt, ob der hierfür maßgebliche Zeitpunkt die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügungen (vgl. BVerwG…, Urteil vom 19.05.1992 a.a.O.) oder die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung bzw. Entscheidung des Gerichts ist (vgl. § 77 Abs. 1 AsylVfG n.F.), schließt sich der Senat auch für "Altverfahren" nach §§ 10, 11 AsylVfG a.F. der Rechtsprechung des 13. Senats des erkennenden Gerichtshofes an (ausführlich Urteil vom 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 - ebenso VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 10.03.1993 - A 16 S 473/92 -).
1 AsylVfG n.F. auch auf "Altverfahren", für die unter der Geltung des Asylverfahrensgesetzes a.F. der Zeitpunkt des Erlasses der behördlichen Entscheidung maßgeblich war (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.12.1992 a.a.O. m.N.; BVerwG…, Urteil vom 19.05.1992 a.a.O.), hätte hingegen wegen der unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen für den Erlaß der Abschiebungsandrohung nach altem und neuem Recht zur Folge, daß die Bestimmungen der §§ 10, 11, 28 Abs. 1 AsylVfG a.F. teilweise ihres materiell-rechtlichen Gehalts entkleidet wären.
Denn wenn man dies so verstehen wollte, daß § 77 AsylVfG nur für Streitigkeiten "nach diesem Gesetz", das heißt nach dem Asylverfahrensgesetz 1992 gelten soll nicht jedoch für Altverfahren (so BVerwG, 08.03.1993 - 9 C 41.92 -, EZAR 631 Nr. 23 oder 11.11.1993 - 9 C 21.93 -, InfAuslR 1994, 70; VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -, EZAR 631 Nr. 19;… auch Hess. VGH, 24.11.1993 - 13 TH 117/93 - Hailbronner, AuslR, Stand November 1994, Rdnr. 18 zu § 77 AsylVfG), so müßte dies dann genauso für sämtliche anderen Vorschriften gelten, die Regelungen für Streitigkeiten "nach diesem Gesetz" enthalten, beispielsweise § 76 Abs. 1 AsylVfG mit der Übertragung des Rechtsstreits auf den Einzelrichter oder § 80 AsylVfG mit dem Ausschluß der Beschwerde.
Im Lichte von § 87 Abs. 1 Nr. 1 AsylVfG ist § 77 Abs. 1 AsylVfG daher insoweit einschränkend auszulegen als es in dem Rahmen, in dem der Gesetzgeber die Anwendung bisherigen Rechts ausdrücklich vorgeschrieben hat, für die gerichtliche Überprüfung auch auf die Heranziehung dieses bisherigen und nicht des zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung geltenden Rechts ankommt (für eine allerdings weitergehende Einschränkung des § 77 AsylVfG auch VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -, EZAR 631 Nr. 19 und 10.03.1993 - A 16 S 473/92 -, EZAR 631 Nr. 24;… Hess. VGH, 24.11.1993 - 13 TH 117/93 - GK-AuslR, Stand: August 1994, Rdnr. 30 und 47 zu § 53 AuslG; im Ergebnis auch BVerwG, 11.11.1993 - 9 C 21.93 -, InfAuslR 1994, 70).
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, daß Abschiebungsandrohungen in Altfällen - erlassen vor Inkrafttreten des AsylVfG 1992 - oder in Übergangsfällen - nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 AsylVfG 1992 - zwar hinsichtlich der anzuwendenden asylverfahrensrechtlichen Regelungen auf der Grundlage alten Rechtes zu überprüfen sind, also insbesondere anhand des § 28 bzw. der §§ 10 und 11 AsylVfG a. F. (insoweit übereinstimmend mit BVerwG, 08.03.1993 - 9 C 41.92 -, EZAR 631 Nr. 23 oder 11.11.1993 - 9 C 21.93 -, InfAuslR 1994, 70; VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -, EZAR 631 Nr. 9; Hess. VGH, 24.11.1993 - 13 TH 117/93 -), daß jedoch ansonsten für ihre Überprüfung wegen § 77 Abs. 1 AsylVfG die Sachlage und außerhalb der asylverfahrensrechtlichen Vorschriften auch die Rechtslage im Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung heranzuziehen ist.
Denn bei der Beurteilung eines Asylbegehrens ist allein maßgeblicher Gesichtspunkt, ob eine "gegenwärtige Verfolgungsbetroffenheit" vorliegt (vgl. BVerfG, 02.07.1980 - 1 BvR 147/80 u. a. -, BVerfGE 54, 341 = EZAR 200 Nr. 1; BVerwG, 27.04.1982 - 9 C 308.81 -, BVerwGE 65, 250 = EZAR 200 Nr. 7, 03.12.1985 - 9 C 33.85 u. a. -, BVerwGE 72, 269 = EZAR 202 Nr. 5); ob dies auch für eine auf § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG 1982/1991 gestützte Ausreiseaufforderung und Abschiebungsandrohung gilt (verneinend: VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -, BVerwG, 08.03.1993 - 9 C 41.92 -), kann hier dahingestellt bleiben).
§ 77 Abs. 1 AsylVfG 1992 gilt nicht für nach § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG erlassene Ausreiseaufforderungen und Abschiebungsandrohungen (im Anschluß an das Urteil des 13. Senats vom 07.12.1992 - A 13 S 2687/92).
Die Anwendbarkeit dieser Vorschrift auf Fälle der vorliegenden Art, in denen die Ausländerbehörden Ausreiseaufforderungen und Abschiebungsandrohungen auf der Grundlage der §§ 11 Abs. 1 Satz 1 bzw. 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG a.F. erlassen haben, ist jedoch nach der Übergangsvorschrift des § 87 Abs. 1 Nr. 1 AsylVfG ausgeschlossen, so daß die gerichtliche Überprüfung nach wie vor von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen hat (vgl. Urteil des 13. Senats vom 7.12.1992 - A 13 S 2687/92 -).
Deren Rechtmäßigkeit bestimmt sich nach der im Zeitpunkt ihres Erlasses gegebenen Rechts- und Sachlage (…BVerwG, Urt. v. 8.3.1993, EZAR 632 Nr. 23 u. v. 11.11.1993, InfAuslR 1994, 70; ständige Rechtsprechung des Senats seit dem Urteil vom 7.12.1992, VBlBW 1993, 191).
Für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der von der Ausländerbehörde unter Anwendung von § 28 AsylVfG in der bis zum 30. Juni 1992 geltenden Fassung - AsylVfG a.F. - erlassenen Ausreiseaufforderung und Abschiebungsandrohung ist die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Ergehens der angefochtenen Entscheidung der Ausländerbehörde maßgeblich (Beschluß des Senats vom 24. November 1993 - 13 TH 117/93 - BVerwG…, Urteil vom 8. März 1993 - BVerwG 9 C 41.92 -, EZAR 631, Nr. 23 = Buchholz 402.25, § 28 AsylVfG Nr. 23 = ZAR 1993, S. 147 (LS); VGH Baden Württemberg, Urteil vom 7. Dezember 1992 - A 13 S 2687/92 -, EZAR 631 Nr. 19 = VBlBW 1993, S. 191 = ESVGH 43, S. 155 (LS)).
VGH Baden-Württemberg, 13.05.1993 - A 14 S 3126/92
Ablehnung des Asylbegehrens erst bei Vorliegen einer Entscheidung zu AuslG § 51 …
In solchen Übergangsfällen hat die gerichtliche Überprüfung nach wie vor von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen; § 77 Abs. 1 AsylVfG findet keine Anwendung (wie 13. Senat, Urteil vom 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -).
Der Senat schließt sich insoweit der Rechtsprechung des 13. Senats des erkennenden Gerichtshofs (vgl. ausführlich Urt. v. 7.12.1992 - A 13 S 2687/92 -) an, wonach § 77 Abs. 1 AsylVfG n.F. auf Maßnahmen der Ausländerbehörden auf der Grundlage des § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG a.F. keine Anwendung findet und in solchen "Altverfahren" die gerichtliche Überprüfung nach wie vor von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen hat.
In solchen "Altfällen" hat die gerichtliche Überprüfung nach wie vor von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen (Vergleiche VGH Mannheim, 1992-12-07, A 13 S 2687/92).
Nach seit dem Urteil vom 7.12.1992 -- A 13 S 2687/92 -- ständiger Rechtsprechung des Senats findet § 77 Abs. 1 AsylVfG n.F., wonach in Streitigkeiten nach diesem Gesetz das Gericht auf die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung bzw. der Entscheidungsfällung abstellt, auf Ausreiseaufforderungen und Abschiebungsandrohungen, die Ausländerbehörden auf der Grundlage des § 28 Abs. 1 S. 1 AsylVfG a.F. erlassen haben, keine Anwendung.
Denn bei der Beurteilung eines Asylbegehrens ist allein maßgeblicher Gesichtspunkt, ob eine "gegenwärtige Verfolgungsbetroffenheit" vorliegt (vgl. BVerfG, 02.07.1980 - 1 BvR 147/80 u. a. -, BVerfGE 54, 341 = EZAR 200 Nr. 1; BVerwG, 27.04.1982 - 9 C 308.81 -, BVerwGE 65, 250 = EZAR 200 Nr. 7, 03.12.1985 - 9 C 33.85 u. a. -, BVerwGE 72, 269 = EZAR 202 Nr. 5; ob dies auch für eine auf § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG 1982/1991 gestützte Ausreiseaufforderung und Abschiebungsandrohung gilt - verneinend: VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 - BVerwG, 08.03.1993 - 9 C 41.92 -, kann hier dahingestellt bleiben).
Denn bei der Beurteilung eines Asylbegehrens ist allein maßgeblicher Gesichtspunkt, ob eine "gegenwärtige Verfolgungsbetroffenheit" vorliegt (vgl. BVerfG, 02.07.1980 - 1 BvR 147/80 u. a. -, BVerfGE 54, 341 = EZAR 200 Nr. 1; BVerwG, 27.04.1982 - 9 C 308.81 -, BVerwGE 65, 250 = EZAR 200 Nr. 7, 03.12.1985 - 9 C 33.85 u. a. -, BVerwGE 72, 269 = EZAR 202 Nr. 5); ob dies auch für eine auf § 28 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG 1982/1991 gestützte Ausreiseaufforderung und Abschiebungsandrohung gilt (verneinend: VGH Baden-Württemberg, 07.12.1992 - A 13 S 2687/92 -, BVerwG, 08.03.1993 - 9 C 41.92 -, EZAR 631 Nr. 23 = AuAS 1993, 179), kann hier dahingestellt bleiben.
OVG Rheinland-Pfalz, 11.05.1995 - 10 E 11235/95