Source: https://agentur-sportplus.de/leistungen/rehasport-konzepte/glossar-rehasport/
Timestamp: 2018-04-23 23:11:23
Document Index: 175205972

Matched Legal Cases: ['§1', '§ 33', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

Glossar Rehasport und Prävention | Rehasport-Abrechnung und Verwaltung - SportPlus Mitgliederverwaltung
Der Deutsche Behindertensportverband e. V. (DBS) ist der Fachverband für den Rehabilitationssport in Deutschland. Zu den Aufgaben des DBS gehört es, die den Rehabilitationssport regelnden Vereinbarungen mit den jeweiligen Partnern zu verhandeln und abzustimmen (s. u.). Die Landesverbände des DBS in den verschiedenen Bundesländern sind für die Umsetzung des Rehabilitationssports zuständig. Diese erkennen die Rehabilitationssportgruppen in den Vereinen an. Dadurch wird die Grundlage für die Möglichkeit der Abrechnung mit den Kostenträgern geschaffen.
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist die Nachfolgerin der bisherigen Krankenversichertenkarte (KVK) und seit dem 1.1.2014 der allein gültige Versicherungsnachweis. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin ist die eGK mit einem Lichtbild versehen und von ihrer Gültigkeit her nicht befristet. Statt eines einfachen Speicherchips verfügt die elektronische Gesundheitskarte über einen Prozessorchip mit Verschlüsselungsfunktion, mit dem sie deutlich mehr Funktionen übernehmen kann. In der Grundausstattung speichert die neue Karte administrative Daten wie Name, Anschrift und Geburtsdatum des Versicherten sowie Krankenkasse, Versicherungs- und Zuzahlungsstatus. Auf freiwilliger Basis sollen in Zukunft auch medizinische Daten gespeichert werden können, die zum Beispiel für eine schnelle medizinische Versorgung im Notfall wichtig sind. Eine einheitliche Telematikinfrastruktur (TI) bildet hierbei die Grundlage für einen sicheren Austausch medizinischer Daten und Informationen. Die eGK ist dabei der Schlüssel zur TI, sie bindet den Versicherten in die elektronische Kommunikation ein. Die eGK wird von der jeweiligen Krankenkasse ausgestellt. Im Falle eines Kassenwechsels geben die Versicherten ihre eGK der Krankenkasse zurück und erhalten von ihrer „neuen“ Krankenkasse eine „neue“ eGK.
Für Generika ist auch der Begriff „Nachahmerprodukte“ gebräuchlich. Läuft ein Patent für einen Arzneistoff nach 20 Jahren aus, können andere Pharmahersteller wirkstoffgleiche Medikamente unter einem eigenen Markenzeichen auf den Markt bringen. Durch mehrere wirkstoffgleiche Produkte wird ein Wettbewerb in Gang gesetzt, der das Preisniveau senkt. Generika-Hersteller können diese Präparate preiswerter anbieten, da sie nur geringe Ausgaben für eigene klinische Forschungen aufwenden müssen.
Vielmehr können sie von der sogenannten „Bezug nehmenden Zulassung“ Gebrauch machen. Auch Generika werden vor ihrer Zulassung nach strengen Kriterien geprüft, die pharmazeutischen Hersteller müssen dabei die sogenannte „Bioäquivalenz“ zum Originalarzneimittel nachweisen.
Generika sind in ihrer Wirkstoffzusammensetzung und Wirkung vergleichbar mit dem Originalpräparat. Sie haben – auch wenn sie kostengünstiger angeboten werden – keine Nachteile gegenüber dem Originalpräparat. Der Einsatz von Generika hat sich in Deutschland bewährt, die Verordnungsquoten liegen bei über 85 Prozent.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mit der 1995 eingeführten gesetzlichen Pflegeversicherung befindet sich auch je eine Pflegekasse unter dem Dach jeder gesetzlichen Krankenkasse.
Hauptmerkmal der gesetzlichen Krankenkassen ist die solidarische Finanzierung von Risiken auf Basis einkommensabhängiger Beiträge, die von den versicherten Mitgliedern und Arbeitgebern gezahlt werden. Die Beiträge werden in der Regel direkt vom Arbeitgeber beziehungsweise der betreffenden Zahlstelle abgeführt. Mit diesem System unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen von der privaten Krankenversicherung (PKV), die die Risiken der Versicherten individuell berechnet und unabhängig vom Einkommen über individuelle Prämienzahlungen abdeckt.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und nach den Prinzipien der Solidarität, der Subsidiarität und der Selbstverwaltung organisiert. Ihre Organisation und Aufgaben werden in den Sozialgesetzbüchern (SGB) IV (Sozialversicherung) und V (Krankenversicherung) sowie im SGB XI (Pflegeversicherung) definiert. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind im SGB V als Rahmen vorgegeben und werden von den Organen der gemeinsamen Selbstverwaltung, vor allem im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), in Form von Richtlinien konkretisiert. Neben diesen Pflichtleistungen können gesetzliche Krankenkassen auch freiwillige Zusatzleistungen, sogenannte Satzungsleistungen, anbieten.
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist ein Zweig des deutschen Sozialversicherungssystems und hat die gesetzliche Aufgabe, „die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern“ (§1 SGB V). Das System der GKV wurde mit dem „Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter“ im Rahmen der Bismarckschen Sozialgesetzgebung im Jahr 1883 eingeführt. Es blickt damit auf eine rund 130-jährige Geschichte zurück. Die gesetzlichen Grundlagen des heutigen GKV-Systems sind im Sozialgesetzbuch geregelt (insbesondere im SGB V über die GKV).
Die GKV beruht auf den Prinzipien der Solidarität, der Subsidiarität und der Selbstverwaltung. Solidarität in der Krankenversicherung bedeutet, dass alle Versicherten unabhängig von ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit Anspruch auf umfassende und einheitliche Leistungen haben und dass die Beiträge einkommensabhängig sind. Selbstverwaltung im Gesundheitswesen bedeutet zum einen die Mitbestimmung der Versicherten und Arbeitgeber durch deren gewählte Vertreter, zum anderen die Gestaltung der medizinischen Versorgung über die gemeinsame Selbstverwaltung der Kassen und der Leistungserbringer (zum Beispiel Ärzte-Organisationen und Krankenhaus-Verbände).
Träger der GKV sind die gesetzlichen Krankenkassen, die über 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland versichern. Die Interessen der gesetzlichen Krankenkassen werden durch sechs kassenartenspezifische Organisationen vertreten. Neben diesen Einzelorganisationen wurde mit dem GKV- Spitzenverband am 1.4.2007 vom Gesetzgeber eine gemeinsame Interessenvertretung aller gesetzlichen Krankenkassen geschaffen.
Hilfsmittel sind medizinische Geräte oder technische Produkte wie Sehhilfen, Hörhilfen, Körperersatzstücke oder orthopädische und andere Hilfsmittel sowie notwendiges Zubehör. Die Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln ist in § 33 SGB V geregelt. Hilfsmittel werden in der Regel von Ärzten verordnet und von Krankenkassen übernommen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: Zum einen muss die Verordnung bestimmte therapeutische Kriterien erfüllen, zum anderen müssen die verordneten Hilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sein. Voraussetzung ist außerdem, dass die Hilfsmittelanbieter oder deren Organisationen entsprechende Verträge mit den Krankenkassen beziehungsweise deren Verbänden abgeschlossen und über ein Präqualifizierungsverfahren ihre Eignung nachgewiesen haben.
Als Mitglieder werden in der gesetzlichen Krankenversicherung Personen bezeichnet, die durch einen Vertragsabschluss Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse geworden sind. Davon abzugrenzen ist der Begriff der Versicherten: Da ein Mitglied über die Familienversicherung unter bestimmten Umständen Kinder und Ehepartner beitragsfrei mitversichert, ist bei einer gesetzlichen Krankenkasse die Zahl der Versicherten immer größer als die Zahl ihrer Mitglieder. Die Ersatzkassen zählten zum Beispiel Anfang 2014 etwas über 20 Millionen Mitglieder und mehr als 26 Millionen Versicherte.
Unter Primärprävention sind Maßnahmen zu verstehen, die den Eintritt einer Krankheit verhindern oder verzögern. Ziel der Primärprävention ist es, die Gesundheit zu erhalten. Unterscheiden lassen sich Maßnahmen, die direkt kausal der Verhütung einer bestimmten Krankheit zugeordnet werden können (zum Beispiel Schutzimpfungen, Fluorid- und Vitamin-D-Prophylaxe) und Maßnahmen, die auf eine Stärkung der Gesundheitskompetenz des Einzelnen abzielen, um auf diese Weise Krankheiten vorzubeugen.
Allein im Jahr 2013 hat die GKV für diese Aufgaben (§ 20 SGB V, § 20 a SGB, § 20 b SGB V) rund 230 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und damit die gesetzliche Vorgabe von 3,01 Euro (in 2013) pro Versicherten erneut überschritten.
Mit diesen Mitteln wird neben der Verbesserung des allgemeinen Gesundheits-zustandes durch die GKV auch die gesetzliche Aufgabe der Krankenkassen wahrgenommen, einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen zu erbringen.
Leistungen zur medizinischen Rehabilitation tragen dazu bei, dass chronisch Kranke oder aufgrund einer akuten Erkrankung oder eines Unfalls in der Lebensführung beeinträchtigte Menschen (wieder) selbstbestimmt und möglichst selbstständig leben können. Sie hilft, eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen oder ihre Verschlimmerung zu verhüten.
Die Krankenkassen sind immer dann für die Rehabilitation zuständig, wenn kein anderer Träger der Sozialversicherung, zum Beispiel die Rentenversicherung (bei den meisten erwerbsfähigen Personen) oder Unfallversicherung (bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten), diese Leistung vorrangig erbringen muss.
Medizinische Rehabilitation wird in Deutschland in stationären oder ambulanten (wohnortnahen) Rehabilitationseinrichtungen erbracht. Daneben entwickelt sich auch ein Angebot der mobilen Rehabilitation. Die mobile Rehabilitation ist vor allem für solche Patienten gedacht, die in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben müssen, weil sie zum Beispiel unter Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen leiden und deshalb auf die Mitwirkung und Unterstützung von Angehörigen oder die Bedingungen ihres bekannten Wohnungsumfeldes angewiesen sind. Dies ist besonders bei geriatrischen Patienten häufig der Fall. Darüber hinaus gibt es spezielle Formen medizinischer Rehabilitation zum Beispiel für Mütter und Väter (Mutter-/Vater-Kind-Kuren, Mütterkuren).
Welche Leistung beziehungsweise Leistungsform erforderlich ist, entscheidet die Krankenkasse. Die Dauer der Rehabilitation beträgt in der Regel bis zu drei Wochen (stationär) beziehungsweise 20 Behandlungstage (ambulant). Verlängerungen sind bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit möglich.
Zum Reha-Sport gehören auch Übungen, die speziell auf behinderte oder von Behinderung bedrohte Frauen und Mädchen ausgerichtet sind, um das Selbstbewusstsein zu stärken.
Zielgruppen des Reha-Sports:
Rehasport-Gruppe
Reha-Sport findet in speziell anerkannten Gruppen statt, die in der Regel jeweils auf eine bestimmte Erkrankung ausgerichtet sind, z. B. Osteoporosegruppen, Diabetesgruppen, Schlaganfallgruppen, Herzsportgruppen u. a..
Wenn die Kostenübernahme von den Kostenträgern (z. B. der Krankenkasse) bewilligt wurde, geht es darum, eine geeignete Reha-Sportgruppe zu finden. Meistens spricht die Ärztin oder der Arzt eine entsprechende Empfehlung aus. Leidet die Patientin oder der Patient an z. B. einer Herzerkrankung, so sollte sie bzw. er auch an einer Reha-Sportgruppe für Herzerkranke teilnehmen.
Reha-Sport wird z. B. in Vereinen für Gesundheitssport und Rehabilitation, Vereinen der Landes- und Behindertensportverbände, von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation, von Krankenkassen und zunehmend auch in Fitness-Studios angeboten. Die Übungen sind auf Art und Schwere der Einschränkung, Behinderung oder Erkrankung sowie auf den individuellen gesundheitlichen Allgemeinzustand abgestimmt. Im therapeutisch orientierten Sport wird im Sinne der Qualitätssicherung vermehrt nach professionellen Sporttherapeuten gefragt.
Wenn die Patientin bzw. der Patient eine geeignete Reha-Sportgruppe gefunden hat, sind den Übungsleitern der Sportgruppe die ärztliche Verordnung und der Nachweis über die Kostenübernahme vorzulegen. Diese Informationen dienen dazu, dass die Übungsleiterin bzw. der Übungsleiter und ggf. die betreuende Gruppenärztin bzw. der betreuende Gruppenarzt sich ein genaueres Bild von den gesundheitlichen Beschwerden und der sich daraus ergebenden Leistungsfähigkeit machen können. Auf den Gesundheitszustand abgestimmt werden individuelle Sportübungen ausgesucht. Qualifizierte Fachübungsleiterinnen und -übungsleiter leiten die Sportgruppen.
Von gesundheitsbezogener Selbsthilfe spricht man bei freiwilligen Zusammenschlüssen von Menschen, die eine chronische Erkrankung oder Behinderung haben oder als Angehörige betroffen sind. Ziel der Selbsthilfegruppen ist der Austausch der Betroffenen, die Stärkung der Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung und die Verbesserung der persönlichen Lebensqualität. Selbsthilfegruppen agieren eigenverantwortlich und eigeninitiativ und werden – in Abgrenzung zu professionellen Einrichtungen – nicht von externen Fachkräften geleitet.
Die Krankenkassen und deren Verbände haben nach § 20h SGB V die Aufgabe, gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen zu unterstützen. Die Förderung erfolgt kassenartenübergreifend und krankenkassenindividuell. Die zur Verfügung stehenden Fördermittel werden jährlich neu berechnet. Grundlage dafür ist der vom Gesetzgeber vorgegebene Ausgabenwert multipliziert mit der Anzahl der gesetzlich Versicherten.
Die Rahmenbedingungen für die Unterstützung von Selbsthilfeorganisationen, -gruppen und -kontaktstellen sind im „Leitfaden zur Selbsthilfeförderung“ des GKV-Spitzenverbandes detailliert beschrieben.
Maßnahmen der Tertiärprävention setzen nach dem Auftreten einer Krankheit ein und sollen Folge- und/oder Begleiterkrankungen verhüten sowie einer Verschlimmerung entgegenwirken und der größtmöglichen Wiederherstellung der Lebensqualität dienen. Tertiärprävention ist Teil der ärztlichen Behandlung und/oder der Rehabilitation. Leistungen zur Sekundär- und Tertiärprävention fallen nicht unter § 20 SGB V.
Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) krankenversichert sind, werden als Versicherte bezeichnet. Versicherte müssen jedoch nicht automatisch Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sein. So können durch Beitrag zahlende Mitglieder ihre Kinder und Ehepartner bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze und Erfüllung anderer Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert sein (Familienversicherung). Durch diesen Umstand ist die Zahl der Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse immer kleiner, als die Zahl ihrer Versicherten.