Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202000,%202139
Timestamp: 2019-09-17 11:33:24
Document Index: 11531701

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 1', '§ 3', '§ 7', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1']

OLG Köln, 20.06.2000 - 22 U 215/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1967
OLG Köln, 20.06.2000 - 22 U 215/99 (https://dejure.org/2000,1967)
OLG Köln, Entscheidung vom 20.06.2000 - 22 U 215/99 (https://dejure.org/2000,1967)
OLG Köln, Entscheidung vom 20. Juni 2000 - 22 U 215/99 (https://dejure.org/2000,1967)
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Erklärung der persönlichen Zwangsvollstreckungsunterwerfung des Käufers vor dem Notar; Aufklärungspflichten der kreditgebende Bank gegenüber dem Darlehensnehmer bzgl. des Darlehensverhältnisses; Abschluss einer Risikolebensversicherung als Voraussetzung für die Gewährung ...
Zur Haftung einer einen Immobilienerwerb finanzierenden Bank
BGB §§ 123, 172, 242, 607; HWiG §§ 1, 5; VerbrKrG § 3 Abs. 2 Nr. 2, §§ 7, 9 Abs. 3
LG Köln, 10.08.1999 - 5 O 265/98
WM 2000, 2139
WM 2001, 2139
Allerdings ist nicht jeder Kredit, der einen außerhalb - insbesondere auch oberhalb - der dort ausgewiesenen Streubreite liegenden effektiven Jahreszins vorsieht, schon deswegen von der Privilegierung ausgenommen (OLG Köln WM 2000, 2139, 2145; LG Stuttgart WM 2000, 1103, 1105).
Etwaige Erkenntnisse hinsichtlich Werthaltigkeit, Wertsteigerungspotenzial und Ertragsfähigkeit muss die Bank nicht offenbaren, da sie voraussetzen darf, dass der Darlehensnehmer wie jeder Anleger die dafür wesentlichen Umstände eigenverantwortlich bedacht und erforderlichenfalls mit Hilfe von Fachleuten überprüft hat (vgl. BGH, ZIP 2000, 1051, 1052; OLG Köln, WM 2001, 2139, 2142 ff.; Senat, OLG-Report Dresden 2002, 318, 319; 2002, 389, 390).
Selbst wenn dies zuträfe, würde eine Haftung der Bank wegen Überschreitens der Rolle als Kreditgeber nicht bestehen, weil die Bank nicht nach außen erkennbar Vertreiberfunktionen übernommen hat (vgl. BGH, WM 1992, 901, 905; OLG Köln, WM 2001, 2139, 2142; Senat, OLG-Report Dresden 2002, 389, 391).
Eine derart geringfügige Überschreitung der von der Bundesbank ermittelten M tzinsen, die ohnehin aufgrund der statistischen Erhebungsmethode keine absolute Geltung beanspruchen können, sondern nur einen Anhaltspunkt für die Prüfung der Üblichkeit der Bedingungen bieten, steht einer Feststellung der Kreditgewährung unter für Realkredite üblichen Bedingungen nicht entgegen (vgl. OLG Köln, WM 2000, 2139, 2145; OLG Stuttgart, OLG-Report Stuttgart 1999, 300, 303 f.; LG Stuttgart, WM 2000, 1103, 1105;… Kessal-Wulf, in: Staudinger, Neubearb. 2001, VerbrKrG, § 3 Rdn. 34).
Zudem bestände selbst bei Annahme eines entsprechenden Beratungsverschuldens allenfalls eine Verpflichtung der Klägerin, die Beklagten so zu stellen, als wenn kein Disagio vereinbart worden wäre (ebenso OLG Köln WM 2000, 2139, 2142).
Nach inzwischen gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGH, WM 1997, 662 = NJW 1997, 1361; OLG Köln, 22. ZS, WM 2000, 2139; Senatsurteil vom 21. März 2001 - 13 U 124/00 = WM 2002, 118;… Nobbe, Bankrecht, Aktuelle Höchst- und Obergerichtliche Rechtsprechung, Rn. 464 ff.; jeweils m. w. N.) treffen die kreditgebende Bank gegenüber dem Darlehensnehmer grundsätzlich keine Aufklärungspflichten in Bezug auf das zu finanzierende Geschäft.
Wie der Senat bereits in der zitierten Entscheidung vom 21. März 2001 - 13 U 124/00 - und ebenfalls der 22. Zivilsenat in der in WM 2000, 2139 veröffentlichen Entscheidung ausgeführt haben, betreffen die Werthaltigkeit der erworbenen Eigentumswohnung, deren Ertragskraft, die mit dem Projekt verbundenen steuerlichen Vergünstigungen und die sich hieraus ergebende Rentabilität der Anlage sowie die Rückführbarkeit des Darlehens allgemeine und nicht spezielle Risiken eines Objekterwerbs.
Ein Einwendungsdurchgriff gemäß § 242 BGB unter dem Gesichtspunkt einer wirtschaftlichen Einheit zwischen Kauf- und Darlehensvertrag (vgl. BGH, NJW, 2002, 3065; OLG Köln, WM 2000, 2139) kommt ebenfalls nicht in Betracht, da für die Klägerin nicht der Eindruck erweckt worden ist, als stünden Verkäuferin und Darlehensgeberin ihr gemeinsam als Vertragspartei gegenüber.
Ein solcher ist nicht schon allein deshalb zu bejahen, weil eine finanzierende Bank zugleich Kreditgeberin des Bauträgers oder Verkäufers und des Erwerbers ist (BGH, Urteil vom 18. März 2003, Az: XI ZR 188/02 = ZIP 2003, 984 -988 = NJW 2003, 2088-2091 = MDR 2003, 819 -820 unter Verweis auf BGH, Urteil vom 21. Januar 1988 - III ZR 179/86, WM 1988, 561, 562; OLG Stuttgart WM 2000, 292, 295; OLG Frankfurt a.M. WM 2000, 2135, 2137; OLG Köln WM 2000, 2139, 2142).
Damit hatte der Kläger hinreichend Gelegenheit, seine Entschließung zu überdenken (vgl. auch die Hinweise der Beklagten auf OLG Köln, WM 2000, 2139 - 1 Woche - und Münchner Kommentar - Ulmer, Band 3, 3. Auflage, § 1 HWiG , RN 17).
(3) Über die Nachteile des mit 10 % hohen Disagios musste die Beklagte die Kläger nicht aufklären (vgl. OLG Karlsruhe WM 2001, 245 ff. [unter I 1 c) der Entscheidungsgründe]; OLG Köln WM 2000, 2139, 2142 [unter II 2 a) der Entscheidungsgründe]).