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Timestamp: 2016-10-28 08:45:01
Document Index: 264036168

Matched Legal Cases: ['Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 394', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 100', 'Art. 76', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 403', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 391', 'Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 392', 'Art. 360', 'Art. 389', 'Art. 394', 'Art. 394', 'Art. 393', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 394', 'Art. 395']

5A_702/2013 (10.12.2013)
5A_702/2013 � � Urteil vom 10. Dezember 2013
vertreten durch Rechtsanwalt J�rg Roth,
Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde KESB Thun,
des Kantons Bern, Zivilabteilung, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, vom 22. August 2013.
A.a.�Im Februar 2003 wurde f�r X.________ eine Beistandschaft auf eigenes Begehren nach aArt. 394 ZGB errichtet. Die Beistandschaft wurde zuletzt von C.________ gef�hrt. Dieser erkl�rte im Januar 2013 gegen�ber der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde (KESB) Thun seine Demission und beantragte, die Beistandschaft an die Wohn- und Lebensgemeinschaft B.________ in D.________ zu �bertragen, wo X.________ seit l�ngerer Zeit lebt. Nach einer Besprechung bei der KESB Thun beantragten X.________ und A.________, der Leiter des B.________, die Beistandschaft aufzuheben.
A.b.�Mit Kammerentscheid vom 18. April 2013 hob die KESB Thun die bestehende Beistandschaft nach aArt. 394 ZGB auf (Ziffer 2) und ordnete neu eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Verm�gensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB an, die sie wie folgt umschrieb (Ziffer 3) :
"F�r X.________ wird eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Verm�gensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB angeordnet mit den Aufgabenbereichen
a) stets f�r eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und ihn bei allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen umfassend zu vertreten,
b) f�r sein gesundheitliches Wohl sowie f�r hinreichende medizinische Betreuung zu sorgen und ihn bei allen daf�r erforderlichen Vorkehren zu vertreten,
c) sein soziales Wohl zu f�rdern und ihn bei allen daf�r erforderlichen Vorkehren zu vertreten,
d) ihn beim Erledigen der administrativen Angelegenheiten soweit n�tig zu vertreten, insbesondere auch im Verkehr mit Beh�rden, �mtern, Banken, Post, (Sozial-) Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen,
e) ihn beim Erledigen der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere sein Einkommen und Verm�gen sorgf�ltig zu verwalten.
C.________ wurde aus dem Amt entlassen. Als neuen Beistand setzte die KESB den Berufsbeistand E.________ ein (Ziffer 4).
Hierauf wandten sich X.________ und A.________ mit Beschwerde an das Obergericht des Kantons Bern. Dieses hiess ihr Rechtsmittel mit Entscheid vom 22. August 2013 teilweise gut. Es hob Ziffer 3 Bst. a, b und c des Entscheides der KESB Thun (Bst. A.b) auf. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
C.a.�Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 20. September 2013 gelangt X.________ (Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht. Er verlangt, das Urteil des Obergerichts und den Kammerentscheid der KESB Thun aufzuheben und festzustellen, dass die Voraussetzungen f�r eine k�nftige Beistandschaft nicht gegeben sind. Eventualiter sei ihm C.________ als Vertretungsbeistand nach Art. 394 ZGB zu bestellen; subeventualiter beantragt er, die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen.
C.b.�Mit Verf�gung vom 4. Oktober 2013 hat das pr�sidierende Mitglied der II. zivilrechtlichen Abteilung der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
C.c.�Das Bundesgericht hat das Obergericht, die KESB Thun und A.________ zur Vernehmlassung eingeladen. Die KESB Thun und das Obergericht verzichteten auf eine solche, Letzteres unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid sowie die dem Bundesgericht zur Verf�gung gestellten Akten. A.________ brachte in seiner Stellungnahme seine Betroffenheit �ber das Vorgehen der Beh�rde zum Ausdruck und erkl�rte, dass der Beschwerdef�hrer seiner Meinung nach in der Lage sei, Entscheide �ber seine privaten Angelegenheiten zu treffen und vor allem selbst zu bestimmen, in welchen Belangen und von wem er bei Bedarf Hilfe in Anspruch nehmen m�chte. Die Eingaben wurden dem Beschwerdef�hrer sowie der Vorinstanz und der KESB zur Kenntnis gebracht.
Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 BGG) �ber die Anordnung einer Beistandschaft. Der Entscheid ist �ffentlich-rechtlich, steht aber in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zivilrecht (Art. 72 Abs. 2 Ziff. 6 lit. b BGG). Die Angelegenheit ist nicht verm�gensrechtlicher Natur (Urteil 5A_357/2011 vom 7. Oktober 2011 E. 2). Die Beschwerde ist rechtzeitig eingereicht worden (Art. 100 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen. Er ist durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung (Art. 76 BGG). Auf die Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten.
2.1.�Mit der Beschwerde in Zivilsachen k�nnen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG geltend gemacht werden. F�r Vorbringen betreffend die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte gilt das R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die rechtsuchende Partei muss pr�zise angeben, welches verfassungsm�ssige Recht durch den angefochtenen kantonalen Entscheid verletzt wurde, und im Einzelnen darlegen, worin die Verletzung besteht. Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen; auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer kann die Feststellung des Sachverhalts r�gen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist nicht einzutreten (vgl. BGE 133 III 350 E. 1.3 S. 351, 398 E. 7.1, 466 E. 2.4). Aus dem Gesagten folgt, dass das Bundesgericht das neu ins Recht gelegte �rztliche Zeugnis von Dr. med. F.________ nicht ber�cksichtigen kann. Die Urkunde datiert vom 5. September 2013, ist also nach dem angefochtenen Entscheid verfasst worden (Sachverhalt Bst. B). Sie stellt damit ein echtes Novum dar (Art. 99 Abs. 1 BGG).
Nach Art. 14 Abs. 1 SchlT ZGB gilt f�r den Erwachsenenschutz das neue Recht, sobald die �nderung vom 19. Dezember 2008 in Kraft getreten ist. Dies war am 1. Januar 2013 der Fall (AS 2011 767). Abgesehen von der Entm�ndigung (dazu Art. 14 Abs. 2 SchlT ZGB) fallen die bis zu diesem Zeitpunkt angeordneten Massnahmen sp�testens mit Ablauf von drei Jahren, das heisst sp�testens am 31. Dezember 2015 dahin, sofern die Erwachsenenschutzbeh�rde sie nicht in eine Massnahme des neuen Rechts �berf�hrt hat (Art. 14 Abs. 3 SchlT ZGB). Vorliegend hat die KESB die Demission des bisherigen Beistands zum Anlass genommen, die bisherige Verbeist�ndung auf eigenes Begehren (aArt. 394 ZGB) durch eine Vertretungsbeistandschaft gem�ss Art. 394 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit einer Verm�gensverwaltung gem�ss Art. 395 Abs. 1 ZGB zu ersetzen. Diese Form der Beistandschaft kann auch gegen den Willen des Betroffenen angeordnet werden. Sie schr�nkt die Handlungsf�higkeit des Verbeist�ndeten aber nicht ein, es sei denn, die Erwachsenenschutzbeh�rde treffe eine andere Anordnung (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Im vorliegenden Fall liegt keine solche Anordnung vor. Der Beschwerdef�hrer behielt also seine volle Handlungsf�higkeit. Die gleichen Regeln gelten f�r die Verm�gensverwaltung, die im Gesetz als besondere Form der Vertretungsbeistandschaft ausgestaltet ist (Art. 395 ZGB).
4.1.�Die Vorinstanz erw�gt, dass der Beschwerdef�hrer weiterhin der Unterst�tzung bedarf. Der geistige Schw�chezustand des inzwischen 77-j�hrigen Beschwerdef�hrers sei mit zunehmendem Alter "mit Bestimmtheit nicht geringer geworden". Zudem habe der bisherige Beistand in seinem Schlussbericht vom 28. Januar 2013 ausgef�hrt, dass der Beschwerdef�hrer an "leichtem Ged�chtnisschwund" leide. Ferner habe die Anh�rung vom 8. Juli 2013 ergeben, dass ihm die �bersicht �ber die finanziellen Verh�ltnisse "vollst�ndig" fehlte. Nach der Meinung des Obergerichts d�rfte der Beschwerdef�hrer auch nicht in der Lage sein, ausserhalb eines gesch�tzten Rahmens f�r seine t�glichen Bed�rfnisse zu sorgen. Die von einer Beistandschaft gebotene Unterst�tzung sei deshalb notwendig.
�Weiter h�lt das Obergericht fest, dass die Erwachsenenschutzbeh�rde Massnahmen nur dann anordnen d�rfe, wenn die Unterst�tzung der hilfsbed�rftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder �ffentliche Dienste nicht ausreiche oder von vornherein als ungen�gend erscheine. Wie der Kreis der nahestehenden Personen zu umschreiben sei, lasse sich dem Gesetz, der Rechtsprechung und der Lehre nicht entnehmen. Die Sorge k�nne jedoch bestimmt nicht einer Person �berlassen werden, die wegen Interessenkollisionen als Beistandsperson nicht in Frage komme. Dabei erfasse das Gesetz in Art. 403 ZGB nicht nur die konkrete, sondern auch die abstrakte bzw. theoretische Gefahr einer Interessenkollision. Ein effektiver Schutz der verbeist�ndeten Person sei nur dann gew�hrleistet, wenn die blosse M�glichkeit, dass die Interessen der verbeist�ndeten Person gef�hrdet sein k�nnten, die Vertretungsmacht des Beistandes im Umfang des Interessenkonflikts entfallen lasse. Die pers�nlichen Qualit�ten bzw. die Integrit�t und Vertrauensw�rdigkeit des Beistands w�rden keine Rolle spielen.
�Mit Bezug auf A.________ f�hrt das Obergericht aus, dieser sei zwar nicht mehr Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung B.________, aber nach wie vor Verwaltungsratspr�sident der G.________ AG und "Vater" der Wohn- und Lebensgemeinschaft B.________. Auch wenn sich diese um ein famili�res Zusammenleben bem�he, k�nne sie nicht einer Familie gleichgesetzt werden. Massgebend sei nicht das Selbstverst�ndnis, sondern die Aussensicht. Diese ergebe, dass Bewohner wie der Beschwerdef�hrer aufgrund eines entgeltlichen Vertrags im B.________ lebten. Mitarbeitende des Vertragspartners k�nnten nicht gleichzeitig die Interessen des Bewohners wahrnehmen. Im konkreten Fall komme hinzu, dass das B.________ auch als potenzieller Erbe des Beschwerdef�hrers einem Interessenkonflikt unterliegen k�nnte. Deshalb komme A.________ als Beistand nicht in Frage.
4.2.�Der Beschwerdef�hrer stellt nicht in Abrede, in finanziellen Belangen auf Unterst�tzung angewiesen zu sein. Er macht aber geltend, selbst beurteilen zu k�nnen, welche Gesch�fte er t�tigen will und welche nicht. Er k�nne auch einsch�tzen, wem er eine Vollmacht erteilen will, namentlich mit Blick auf die Erledigung seiner Zahlungen. Daher seien die Voraussetzungen zur Errichtung einer Beistandschaft nicht gegeben. Weiter bestreitet der Beschwerdef�hrer auch das Vorliegen eines Interessenkonfliktes. Die Beziehungen und der Umgang im B.________ seien famili�r. Das B.________ sei eine gemeinn�tzige Organisation, der jegliche Gewinnorientierung fehle. Er erhalte die Unterst�tzung durch die Familie A.________ t�glich und in allen Belangen. Die Familie A.________ habe ihn auch, wo n�tig, bei der Regelung seiner finanziellen Angelegenheiten bereits unterst�tzt. Es bestehe demnach kein Zweifel, dass die Familie A.________ f�r ihn auch in Zukunft weiterhin da sein werde. Seine Interessen w�rden sich im vorliegenden Fall darauf beschr�nken, dass allf�llige Rechnungen fristgerecht bezahlt und die administrativen Arbeiten korrekt ausgef�hrt werden. Er betreibe keine gr�sseren Rechtsgesch�fte mit seinem Verm�gen, sondern habe haupts�chlich die Rechnungen der Krankenkasse und f�r das B.________ zu zahlen. A.________ sei eine wichtige Verbindungsperson zum B.________ und daran interessiert, dass die Bewohner sich in der Wohngemeinschaft in ihren letzten Lebensjahren gut und wie in einer Familie f�hlten. Bei objektiver Betrachtung sei bez�glich dieser Hilfestellungen kein Interesse ersichtlich, das A.________ durch Ausn�tzung seiner Position verfolgen k�nnte. Auch dass das B.________ als potentieller Erbe des Beschwerdef�hrers in Frage k�me, d�rfe nicht als Interessenkonflikt gewertet werden, da ansonsten jeder Nachkomme, der seinen Eltern bei den finanziellen Angelegenheiten helfe, in einem Interessenkonflikt st�nde.
4.3.�Nach dem Gesagten ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer insbesondere in finanziellen Angelegenheiten auf Hilfe angewiesen ist. Zu pr�fen ist aber, ob von der nach dem neuen Recht angeordneten Massnahme (E. 3) abgesehen werden kann, weil der Beschwerdef�hrer selbst in der Lage ist, diese Hilfe zu organisieren, bzw. ob ihm nahestehende Personen gewillt und in der Lage sind, diese Hilfe zu leisten.
4.3.1.�In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle beh�rdlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarit�t und der Verh�ltnism�ssigkeit. Subsidiarit�t (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass beh�rdliche Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbed�rftigen Person auf andere Weise nicht angemessen sichergestellt ist (Botschaft zur �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7042). Ist die gebotene Unterst�tzung der hilfsbed�rftigen Person auf andere Art - durch die Familie, andere nahestehende Personen (vgl. dazu Urteil 5A_663/2013 vom 5. November 2013 E. 3) oder private oder �ffentliche Dienste - schon gew�hrleistet, so ordnet die Erwachsenenschutzbeh�rde keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Kommt die Erwachsenenschutzbeh�rde demgegen�ber zum Schluss, die vorhandene Unterst�tzung der hilfsbed�rftigen Person sei nicht ausreichend oder von vornherein ungen�gend, so muss ihre beh�rdliche Massnahme verh�ltnism�ssig, das heisst erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbeh�rde hat dabei nicht gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, das heisst solche, die den Bed�rfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatliche F�rsorge wie n�tig, so wenig staatlicher Eingriff wie m�glich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017). Dies gilt auch f�r die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB.
4.3.2.�Unter dem Gesichtspunkt der Eignung scheint auch das Obergericht davon auszugehen, dass A.________ f�r die Vertretung des Beschwerdef�hrers in finanziellen Angelegenheiten grunds�tzlich in Frage kommt. Einzig der behauptete Interessenkonflikt disqualifiziert ihn in den Augen der Vorinstanz f�r eine m�gliche Unterst�tzung. Ein solcher Interessenkonflikt besteht aber nur insofern, als A.________ Pr�sident des Verwaltungsrates der G.________ AG ist, der die Liegenschaft der Wohn- und Lebensgemeinschaft B.________ geh�rt. Die Voraussetzung der Erforderlichkeit jedes erwachsenenschutzrechtlichen Eingriffs verlangt jedoch, dass sich der verfolgte Zweck - die Unterst�tzung der hilfsbed�rftigen Person - nicht mit milderen beh�rdlichen Massnahmen erreichen l�sst. Allein unter diesem Aspekt ist nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdef�hrer die n�tige Unterst�tzung nur mittels einer Vertretungsbeistandschaft gem�ss Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB verschafft werden kann, welche die Erledigung s�mtlicher finanziellen Angelegenheiten erfasst (s. Sachverhalt Bst. A.a). Ein Grund f�r einen derart schwerwiegenden erwachsenenschutzrechtlichen Eingriff kann unter Umst�nden dann vorliegen, wenn die betroffene Person �ber ein betr�chtliches Verm�gen verf�gt und ohne fremde Unterst�tzung ernsthaft Gefahr liefe, ihre wirtschaftliche Situation in unhaltbarer Weise aufs Spiel zu setzen (vgl. Urteil 5A_836/2011 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.2). Dass solcherlei Umst�nde auch im Falle des Beschwerdef�hrers vorl�gen, l�sst sich dem angefochtenen Entscheid aber gerade nicht entnehmen. Unter den gegebenen Umst�nden ist dem Schutzbed�rfnis des Beschwerdef�hrers vollauf Gen�ge getan, wenn die KESB Thun die G.________ AG und das B.________ verpflichten w�rde, sie �ber bevorstehende Vertrags�nderungen zu informieren, die f�r den Beschwerdef�hrer mit Preiserh�hungen f�r Kost und Logis verbunden sind. Die gesetzliche Grundlage f�r eine solche mildere Massnahme liefert Art. 392 Ziff. 1 ZGB: Erscheint die Errichtung einer Beistandschaft wegen des Umfangs der Aufgaben als offensichtlich unverh�ltnism�ssig, so kann die Erwachsenenschutzbeh�rde von sich aus das Erforderliche vorkehren, namentlich die Zustimmung zu einem Rechtsgesch�ft erteilen. Schliesslich l�sst sich auf diese Weise auch dem beschriebenen Leitsatz Rechnung tragen, wonach die beh�rdlichen Anordnungen nach Mass zu treffen sind (s. E. 4.3.1).
4.3.3.�Das Gesagte wird bekr�ftigt durch das Institut des Vorsorgeauftrages, das der Gesetzgeber mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht geschaffen hat. Mit einem solchen Vorsorgeauftrag kann jede handlungsf�hige Person eine andere nat�rliche oder eine juristische Person beauftragen, im Fall ihrer Urteilsunf�higkeit die Personensorge oder die Verm�genssorge zu �bernehmen oder sie im Rechtsverkehr zu vertreten (Art. 360 Abs. 1 ZGB). Diese M�glichkeit wirkt sich auch auf das oben erw�hnte Subsidiarit�tsprinzip aus: Eine beh�rdliche Massnahme darf nur angeordnet werden, wenn bei Urteilsunf�higkeit der hilfsbed�rftigen Person keine oder keine ausreichende eigene Vorsorge getroffen worden ist und die Massnahmen von Gesetzes wegen nicht gen�gen (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). K�nnte der Beschwerdef�hrer, dessen Handlungsf�higkeit zum heutigen Zeitpunkt von keiner Seite bestritten wird, A.________ aber als Vorsorgebeauftragten einsetzen, so muss es ihm auch m�glich sein, dessen Hilfe als noch urteilsf�hige Person in Anspruch zu nehmen. Das Gleiche gilt f�r die Unterst�tzung seitens der Wohn- und Lebensgemeinschaft B.________. Anders zu entscheiden hiesse, dem Selbstbestimmungsrecht f�r den Fall der Urteilsunf�higkeit eine gr�ssere Bedeutung beizumessen als den Befugnissen einer (noch) urteilsf�higen Person. Das aber ist nicht der Sinn des Gesetzes.
4.4.�Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde festzuhalten, dass die gesetzlichen Voraussetzungen f�r eine Vertretungsbeistandschaft mit Verm�gensverwaltung (Art. 394 i.V.m. 395 ZGB), wie sie das Obergericht angeordnet hat, nicht gegeben sind. Angesichts dessen er�brigt es sich, zu den Eventualbegehren Stellung zu nehmen. Da keine Zustimmung des Beschwerdef�hrers vorliegt, scheidet auch die M�glichkeit aus, die in der Zwischenzeit rechtskr�ftig aufgehobene Beistandschaft auf eigenes Begehren nach altem Recht (aArt. 394 ZGB) durch eine Begleitbeistandschaft nach neuem Recht (Art. 393 ZGB) zu ersetzen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die KESB Thun. Ihr bzw. dem Kanton Bern sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen, denn sie haben ohne Verm�gensinteresse zu verfolgen in ihrem amtlichen Wirkungskreis gehandelt (Art. 66 Abs. 4 BGG). Sie haben den anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer f�r seinen Aufwand im Verfahren vor dem Bundesgericht aber voll zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 2 BGG). Nicht zu entsch�digen ist A.________. Eine R�ckweisung der Sache zur Regelung der Kosten des kantonalen Verfahrens kann unterbleiben. Mit der Aufhebung des Urteils des Obergerichts durch das Bundesgericht fallen auch die in diesem Urteil verf�gten Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- dahin. Im �brigen ist der Beschwerdef�hrer erst im Verfahren vor Bundesgericht anwaltlich vertreten; die KESB Thun hatte keine Verfahrenskosten erhoben.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Zivilabteilung, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, vom 22. August 2013 aufgehoben. F�r X.________ wird keine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Verm�gensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB angeordnet.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde KESB Thun, A.________ und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, schriftlich mitgeteilt.