Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2032/95
Timestamp: 2020-04-02 05:31:41
Document Index: 116149194

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 125', '§ 7', '§ 125', '§ 18', '§ 8', '§ 10', '§ 18', '§ 118', '§ 133', '§ 133', '§ 18', '§ 11', '§ 18', '§ 7', '§ 10', '§ 12', '§ 13', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 8', '§ 15', '§ 4']

BFH, 02.07.1997 - I R 32/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,424
BFH, 02.07.1997 - I R 32/95 (https://dejure.org/1997,424)
BFH, Entscheidung vom 02.07.1997 - I R 32/95 (https://dejure.org/1997,424)
BFH, Entscheidung vom 02. Juli 1997 - I R 32/95 (https://dejure.org/1997,424)
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AStG §§ 7, 10, 11, 18; AO 1977 §§ 125, 179 Abs. 3
Feststellung von Einkünften und abziehbaren Steuern
Hinzurechnungsbesteuerung: Abziehbare Steuern und verdeckte Gewinnausschüttungen
§§ 7, 10, 11, 18 AStG; §§ 125, 179 AO
Außensteuerrecht; inhaltliche Bestimmung des Feststellungsbescheids nach § 18 AStG und Berücksichtigung verdeckter Gewinnausschüttungen
AStG § 8, AStG § 10, AStG § 18
Außenprüfung; Außensteuerrecht; Feststellung; Nichtigkeit; Verdeckte Gewinnausschüttung
FG Nürnberg, 16.12.1994 - VII 19/89
BFHE 183, 496
BB 1997, 2570
BB 1997, 975
DB 1998, 808
BStBl II 1998, 176
Auch bei einem eindeutigen Gesetzeswortlaut kann eine Gesetzeslücke vorliegen (BFH-Urteile vom 2. Juli 1997 I R 32/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, unter II.2.b aa, und vom 21. Oktober 1997 IX R 29/95, BFHE 184, 466, BStBl II 1998, 142, unter 3.a).
Zur Lückenfüllung kommen insbesondere Analogie, teleologische Extension oder Reduktion in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, unter II.2.b cc).
aa) Ob eine als Verwaltungsakt i.S. von § 118 Satz 1 der Abgabenordnung (AO 1977) zu qualifizierende Regelung vorliegt (vgl. BFH-Urteil vom 2. Juli 1997 I R 32/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176) und welchen Regelungsinhalt ein Verwaltungsakt hat, ist über den bloßen Wortlaut hinaus im Wege der Auslegung zu ermitteln, wobei die §§ 133, 157 BGB auch für öffentlich-rechtliche Willensbekundungen geltende Auslegungsregeln enthalten.
Der Inhalt eines Bescheides ist gemäß § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs nach dem objektiven Erklärungswert zu bestimmen (BFH-Urteil vom 2. Juli 1997 I R 32/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176), wobei Unklarheiten in der Entscheidungsformel durch Auslegung beseitigt werden können.
Es gehört zu den anerkannten Regeln der Gesetzesanwendung auch im Steuerrecht, unbewusste und planwidrige Gesetzeslücken durch Gesetzes- oder Rechtsanalogie zu schließen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 14. Dezember 1995 IV R 106/94, BFHE 179, 368, BStBl II 1996, 226, unter III. 6. b;… vom 8. August 1995 III R 41/89, BFH/NV 1996, 360, unter III. 2. e bb; vom 19. Mai 1998 I R 86/97, BFHE 186, 515, BStBl II 1998, 715, unter II. 2. d; vom 2. Juli 1997 I R 32/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, unter II. 2. b;… vom 15. Dezember 1999 I R 114/98, BFH/NV 2000, 1243, unter II. B. 4. b cc).
Im Revisionsverfahren gegen die angefochtenen Feststellungsbescheide nach § 18 AStG für die Jahre 1976-1978 (BFH-Urteil vom 02.07.1997 I R 32/95, BStBl II 1998, 176) führte der BFH u.a. aus, eine Doppelbesteuerung von verdeckten Gewinnausschüttungen, die dem inländischen Beteiligten vor dem Feststellungsjahr zugeflossen sind, sei durch eine teleologische Extension des § 11 Abs. 1 AStG a.F. zu beseitigen.
c) Der Senat ist in Abweichung zu dem vom BFH im Urteil vom 02.07.1997, Az. I R 32/95, BStBl. II 1998, 176, angesetzten Kurs von 96, 45 der Auffassung, dass für die Umrechnung der ausländischen Währung der Kurs zum Übertragungszeitpunkt und nicht der zum Feststellungszeitpunkt 01.01.1977 maßgebend ist.
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH (vgl. BFH-Urteile vom 15.03.1995 I R 14/94, BStBl. II 1995, 502; in BStBl. II 1998, 176) sind im Feststellungsbescheid nach § 18 Abs. 1 AStG die nach § 7 Abs. 1 AStG steuerpflichtigen Einkünfte, die nach § 10 Abs. 1 Satz 1 AStG abziehbaren bzw. nach § 12 Abs. 1 AStG anrechenbaren Steuern, die nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a und b AStG vom Hinzurechnungsbetrag auszunehmenden Gewinnanteile und die nach § 11 Abs. 1 AStG den Hinzurechnungsbetrag kürzenden Gewinnanteile festzustellen.
Über die Hinzurechnungsbesteuerung hinaus besteht aus der Sicht des Außensteuerrechts kein Grund für eine Feststellung der ausgeschütteten Gewinnanteile i.S.d. § 11 Abs. 1 AStG a.F. Schließlich werden die im Jahr vor der Hinzurechnung den Gesellschaftern zugeflossenen verdeckten Gewinnausschüttungen von dieser Vorschrift nicht erfasst, denn nach § 11 Abs. 1 AStG a.F. ist der Hinzurechnungsbetrag nur um Gewinnanteile zu kürzen, die der Steuerpflichtige im Hinzurechnungsjahr von der ausländischen Gesellschaft bezieht (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 1998, 176).
Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erfüllt, weil die passive Tätigkeit i. S. des § 8 AStG nicht von den inländischen Anteilseignern gemeinschaftlich, sondern allein von der D als Zwischengesellschaft und Einkunftserzielungssubjekt ausgeübt wird (vgl. BFH-Urteil in BStBl. II 1998, 176).
Vielmehr ist --entsprechend den allgemeinen Auslegungsgrundsätzen-- die gesetzliche Regelungslücke im Wege der Rechtsfortbildung durch folgerichtiges "Zu-Ende-Denken" der Anordnungen des § 15a EStG, d.h. in Übereinstimmung mit den strukturellen (systematischen) Grundaussagen sowie den tragenden Grundwertungen der Vorschrift und deren Entstehungsgeschichte, zu schließen (…vgl. hierzu Larenz, Methodenlehre der Rechtswissenschaft, 6. Aufl., 1991, 370 ff.; Woerner, Grenzen der Rechtsfortbildung durch Rechtsprechung und Verwaltungsvorschriften im Steuerrecht, Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft --DStJG--, 1982, 23, 43 f.; Kruse/Drüen in Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Kommentar, § 4 AO 1977 Tz. 357; BFH-Urteil vom 2. Juli 1997 I R 32/95, BFHE 183, 496, BStBl II 1998, 176, 179).
Liegt eine planwidrige Regelungslücke im vorgenannten Sinne vor, setzt die analoge Gesetzesanwendung zum anderen voraus, dass eine vergleichbare Interessenlage zwischen dem geregelten und dem nicht geregelten Tatbestand besteht (vgl. BFH-Urteil vom 2.7.1997 I R 32/95, BStBl II 1998, 176).
BFH, 03.04.2007 - I B 33/05
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