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Timestamp: 2016-10-27 19:04:46
Document Index: 283174556

Matched Legal Cases: ['Art. 321', 'Art. 55', 'Art. 8', 'Art. 343', 'Art. 42', 'Art. 321', 'Art. 63', 'Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 42', 'Art. 8', 'Art. 42', 'Art. 343', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 8', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 8', 'Art. 343', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 15', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 115', 'BGE', 'Art. 115', 'BGE', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 159', 'Art. 343']

4C.146/2003 (28.08.2003)
Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch
Rechtsanwalt Manfred D�hler, Neugasse 48,
Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Robert Meier, Usterstrasse 57, Postfach 379, 8600 D�bendorf.
A.________ (Kl�ger) trat am 1. Juli 1997 bei B.________ (Beklagter) eine Stelle als Lastwagenchauffeur an. M�ndlich vereinbarten die Parteien einen Nettolohn von Fr. 4'500.-- pro Monat. Der Kl�ger k�ndigte das Arbeitsverh�ltnis auf den 29. Februar 2000.
Mit Weisung vom 26. September 2000 belangte der Kl�ger den Beklagten vor Bezirksgericht Steckborn auf Zahlung von Fr. 14'089.05 brutto sowie auf Zahlung einer nach Durchf�hrung gewisser Beweiserhebungen zu beziffernden �berstundenentsch�digung f�r die vom 1. Januar 1999 bis zum Ende des Arbeitsverh�ltnisses aufgelaufenen �berstunden nebst Zins. Das Bezirksgericht sch�tzte die Klage mit Urteil vom 8. November 2001/3. Mai 2002 im Betrag von Fr. 16'752.40 nebst Zins.
Auf kantonalrechtliche Berufung des Beklagten hin reduzierte das Obergericht des Kantons Thurgau den geschuldeten Betrag am 17. Oktober 2002 auf insgesamt Fr. 12'202.85. Es betrachtete den vom Bezirksgericht zugesprochenen Ferienlohn von Fr. 8'021.55 nur im Umfang von Fr. 3'472.-- als ausgewiesen. Dagegen best�tigte es das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf Anspr�che des Kl�gers unter den Titeln "�berzeit 1999" (Fr. 2'669.10), "Anteil 13. Monatslohn 2000" (Fr. 868.65), "Rest Februarlohn 2000" (Fr. 4'343.10) und "Busse" (Fr.850.--). Einen vom Beklagten verrechnungsweise geltend gemachten Anspruch auf Schadenersatz nach Art. 321e OR verneinte es.
Der Beklagte beantragt mit eidgen�ssischer Berufung, das Urteil vom 17. Oktober 2002 aufzuheben und die Sache zur weiteren Beweiserhebung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventuell sei die Klage abzuweisen. Der Kl�ger schliesst auf Abweisung der Berufung und hat seinerseits Anschlussberufung erhoben. Mit dieser verlangt er die Erh�hung des ihm zugesprochenen Betrages auf das erstinstanzlich festgesetzte Mass, eventuell die R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz zur Erg�nzung des Sachverhalts und neuer Entscheidung. Der Beklagte beantragt, die Anschlussberufung abzuweisen.
Die Berufungsschrift muss die Begr�ndung der Antr�ge enthalten. Sie soll kurz darlegen, welche Bundesrechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Der Beklagte beantragt die vollumf�ngliche Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils. Seiner Berufungsschrift l�sst sich indessen nicht entnehmen, inwiefern die Vorinstanz im Zusammenhang mit den Anspr�chen auf einen Anteil des 13. Monatslohnes f�r das Jahr 2000 und auf Verg�tung eines Bussenbetrages von Fr. 850.-- Bundesrecht verletzt haben soll. Insoweit kann auf die Berufung nicht eingetreten werden.
Hinsichtlich der Anspr�che auf �berzeitverg�tung und Ferienlohn r�gen die Parteien, die Vorinstanz habe den bundesrechtlichen Beweisf�hrungsanspruch, die Beweislastregel und das Regelbeweismass nach Art. 8 ZGB sowie den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 343 Abs. 4 OR verletzt. �berdies habe sie Art. 42 Abs. 2 OR zu Unrecht angewendet. Diese Begr�ndung beschl�gt auch die Bestreitung des Anspruchs auf den restlichen Lohn f�r Februar 2000 seitens des Beklagten, da er den Februarlohn mit dem Argument k�rzte, der Kl�ger habe zu viele Ferientage bezogen. Damit schadet es dem Beklagten nicht, dass die Berufungsschrift zum Februarlohn keine eigenst�ndigen Ausf�hrungen enth�lt. Im Zusammenhang mit seinem Anspruch auf Schadenersatz beruft sich der Beklagte auf eine unrichtige Anwendung von Art. 321e OR. Da die Parteien in diesen Punkten Verletzungen von Bundeszivilrecht r�gen und auch die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Berufung und die Anschlussberufung insoweit einzutreten.
Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht grunds�tzlich an die tats�chlichen Feststellungen des kantonalen Sachrichters gebunden. Ausnahmen von dieser Bindung kommen nur in Betracht, wenn die Vorinstanz bundesrechtliche Beweisvorschriften verletzt hat, wenn ihr ein offensichtliches Versehen unterlaufen ist (Art. 63 Abs. 2 OG) oder wenn der von ihr ermittelte Sachverhalt im Hinblick auf die Anwendung des Bundesrechts der Erg�nzung bedarf (Art. 64 OG). Die Partei, die den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, hat dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen (BGE 127 III 248 E. 2c; 115 II 484 E. 2a S. 485 f., mit Hinweis). Blosse Kritik an der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung ist unzul�ssig (BGE 126 III 189 E. 2a; 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 84 E. 3, je mit Hinweisen).
Streitig sind im vorliegenden Verfahren in erster Linie Entsch�digungen f�r �berstunden und Ferienlohn sowie, damit zusammenh�ngend, die vom Beklagten mit der Begr�ndung zu viel bezogener Ferien vorgenommene K�rzung des Februarlohnes 2000.
3.1 Es ist unbestritten, dass der Kl�ger von Mitte Dezember 1998 bis Mitte Februar 1999 mit Einverst�ndnis des Beklagten rund zwei Monate auf den Philippinen verbrachte. Die Parteien sind sich jedoch �ber die Bedeutung des Bezugs der entsprechenden Freitage uneinig. Nach kl�gerischer Darstellung handelt es sich dabei ausschliesslich um Kompensation von im Jahre 1998 aufgelaufenen �berstunden. Nach Auffassung des Beklagten hat der Kl�ger dabei ausschliesslich Ferien bezogen und sein gesamtes Ferienguthaben bis Ende 1999 aufgebraucht. Der Beklagte bestreitet, dass der Kl�ger w�hrend des Arbeitsverh�ltnisses �berstunden geleistet habe und macht geltend, der Kl�ger habe insgesamt zu viel Ferien bezogen. Beweism�ssig h�ngen damit die Fragen nach dem Anspruch auf �berstundenentsch�digung und nach dem Ferien- bzw. Ferienlohnguthaben untrennbar zusammen.
3.2 Die Vorinstanz schloss beweism�ssig, dass die Parteien nach dem Philippinenaufenthalt in Bezug auf Ferien und �berstunden bzw. �berzeit auseinander gesetzt waren. F�r die restliche Zeit bis zur Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses stellte sie verbindlich einen Ferienanspruch des Kl�gers von 23,5 Tagen fest, von dem der Kl�ger unbestrittenermassen 9 Tage bezogen habe (Art. 63 Abs. 2 OG; Erw�gung 2 vorne). Weitere Ferienbez�ge habe der Beklagte nicht bewiesen. Damit verbleibe ein entsch�digungspflichtiger Ferienanspruch von 14,5 Tagen. �berdies sch�tzte sie die Anzahl der im Jahr 1999 geleisteten, abgeltungspflichtigen �berzeitstunden in analoger Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR auf 82 ein.
3.3 Die Parteien r�gen, dieses Beweisergebnis sei unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften (Art. 8 ZGB und Art. 42 Abs. 2 OR) sowie des arbeitsrechtlichen Untersuchungsgrundsatzes (Art. 343 Abs. 4 OR) zustande gekommen. H�tte die Vorinstanz das Beweisverfahren bundesrechtskonform durchgef�hrt, so der Kl�ger, h�tte sie feststellen m�ssen, dass mit dem Philippinenaufenthalt ausschliesslich �berstunden kompensiert worden seien, so dass ihm nicht nur f�r die Zeit ab Anfang 1999, sondern auch f�r jene bis Ende 1998 noch eine Ferienentsch�digung zustehe. Der Beklagte h�lt demgegen�ber daran fest, dass der Kl�ger w�hrend des Arbeitsverh�ltnisses keine �berstunden geleistet und mit dem - unbestrittenen - Bezug von 75 Freitagen insgesamt mehr Ferien bezogen habe als ihm zust�nden, womit er dem Kl�ger nichts mehr schulde und auch die K�rzung des Februarlohnes 2000 gerechtfertigt sei.
Die Vorinstanz erwog zun�chst zutreffend, dass die Beweislast f�r die Anzahl geleisteter �berstunden nach Art. 8 ZGB grunds�tzlich den Kl�ger treffe, der daf�r eine Entsch�digung bzw. Kompensation beansprucht, w�hrend der Beklagte f�r die Anzahl bezogener Ferientage beweispflichtig sei (vgl. BGE 129 III 171 E. 2.4 S. 176; 128 III 271 E. 2a; 123 III 469 E. 3b S. 472).
4.1 Zum Beweis der geleisteten �berstunden beantragte der Kl�ger im kantonalen Verfahren die Auswertung der Fahrtenschreiberkarten (sog. Tachoscheiben) des von ihm gelenkten Lastwagens. Denselben Beweisantrag stellte zum Gegenbeweis auch der Beklagte. Der Kl�ger verlangte ausserdem, der Beklagte sei zur Herausgabe der Aufstellungen nach Art. 16 der Verordnung �ber die Arbeits- und Ruhezeit der berufsm�ssigen Motorfahrzeugf�hrer und -f�hrerinnen (Chauffeurverordnung, ARV1; SR 822.221) zu verpflichten. Nach dieser Bestimmung ist der Arbeitgeber eines berufsm�ssigen Motorfahrzeugf�hrers verpflichtet, zur Kontrolle, ob die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten eingehalten worden sind, eine Aufstellung zu f�hren, in der er namentlich die Tageslenkzeit, die gesamte t�gliche und w�chentliche Arbeitszeit sowie die in einer Woche und insgesamt im Laufe eines Kalenderjahres geleisteten und ausgeglichenen oder bezahlten �berstunden festh�lt.
Der Beklagte kam der gerichtlichen Aufforderung zur Einreichung entsprechender Aufstellungen nicht bzw. lediglich f�r zwei Monate des Arbeitsverh�ltnisses nach. Die Vorinstanz erwog, dass darin eine Beweisvereitelung zu sehen sei, die hinsichtlich der �berstunden grunds�tzlich eine Umkehr der Beweislast rechtfertigen k�nnte. Der Beklagte r�gt, sie habe damit die Beweislastregel von Art. 8 ZGB verletzt.
4.2 Diese R�ge ist unerheblich. So ist die Vorinstanz hinsichtlich der geleisteten �berstunden nicht von Beweislosigkeit ausgegangen, deren Folgen sie den Beklagten als - ihren Erw�gungen nach - beweisbelastete Partei h�tte tragen lassen. Vielmehr hat sie sich in der Lage gesehen, die Anzahl geleisteter und kompensierter �berstunden in analoger Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR zu sch�tzen und hat sie eine entsprechende Sch�tzung auch tats�chlich vorgenommen. Die Frage der Beweislastverteilung ist damit gegenstandslos geworden (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 277; 114 II 289 E. 2 S. 291, je mit Hinweisen).
Beide Parteien r�gen allerdings, im vorliegenden Fall seien die Voraussetzungen f�r eine Sch�tzung der �berstunden bzw. der bezogenen Ferientage nach Art. 42 Abs. 2 OR nicht erf�llt gewesen. Die Vorinstanz habe den Beweisf�hrungsanspruch und das vom Bundesrecht vorgeschriebene Regelbeweismass (Art. 8 ZGB) sowie den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 343 OR verletzt, indem sie sich mit einer Sch�tzung der mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit geleisteten �berstunden begn�gt habe, ohne das zum Beweis der Leistung bzw. Nichtleistung der �berstunden beantragte Beweismittel der Tachoscheibenauswertung zu ber�cksichtigen.
5.1 Das Bundesgericht leitet aus Art. 8 ZGB als Korrelat zur Beweislast insbesondere das Recht der beweisbelasteten Partei ab, zum ihr obliegenden Beweis rechtserheblicher Tatsachen zugelassen zu werden. Art. 8 ZGB schreibt dem Sachgericht indessen nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzukl�ren ist und wie die Beweise zu w�rdigen sind. Die Schl�sse, die das kantonale Gericht in tats�chlicher Hinsicht aus Beweisen und konkreten Umst�nden zieht, sind im Berufungsverfahren nicht �berpr�fbar. Art. 8 ZGB schliesst dabei auch die vorweggenommene W�rdigung von Beweisen nicht aus. Es bleibt daher dem Sachgericht namentlich unbenommen, von beantragten Beweiserhebungen deshalb abzusehen, weil es sie von vornherein nicht f�r geeignet h�lt, die behaupteten Tatsachen zu beweisen (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 114 II 289 E. 2 S. 290 f., je mit Hinweisen; vgl. auch Erw�gung 2 vorne).
Im vorliegenden Fall haben die kantonalen Instanzen eine Auswertung der Fahrtenschreiberkarten mit dem - vom Kl�ger auch im vorliegenden Verfahren unterst�tzten - Argument abgelehnt, aus diesen Aufzeichnungen seien, wenn �berhaupt, nur die Lenkzeiten, nicht aber die zur Arbeitszeit geh�renden Pausen und Standzeiten f�r das Auf- und Abladen, Wagenreinigung, Reparaturen usw. abzulesen. Die Vorinstanz hat damit eine antizipierte Beweisw�rdigung vorgenommen und ist dabei zum Schluss gekommen, dass die Tachoscheiben als Beweis f�r die Arbeitszeiten untauglich seien. Daran ist das Bundesgericht vorliegend gebunden. Die R�ge der Verletzung des Beweisf�hrungsanspruchs erweist sich damit als unbegr�ndet. Damit ist entgegen den Vorbringen des Beklagten auch nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den arbeitsrechtlichen Untersuchungsgrundsatz verletzt haben soll, wenn sie den Fahrtenschreiberkarten in freier antizipierter Beweisw�rdigung keine Beweiseignung zuerkannte und keine Auswertung derselben durch einen Experten veranlasste.
Auch soweit der Beklagte eine Verletzung des Beweisf�hrungsanspruchs bzw. des Untersuchungsgrundsatzes geltend macht, weil die Vorinstanz seine zum Beweis des behaupteten Ferienbezugs angerufenen Beweismittel (Ferienabrechnung, Zeugenbefragung) nicht ber�cksichtigt habe, ist die Berufung unbegr�ndet. Der Beklagte �bersieht, dass die Vorinstanz diese Beweismittel sehr wohl gew�rdigt hat. Sie kam dabei allerdings zum verbindlichen beweism�ssigen Schluss, mit diesen sei der behauptete Ferienbezug nicht bewiesen.
5.2 Nach Lehre und Rechtsprechung schreibt das Bundesprivatrecht f�r seinen Anwendungsbereich ein bestimmtes Regelbeweismass vor. Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn der Richter von der Richtigkeit einer Sachbehauptung �berzeugt ist. Nicht ausreichend ist dagegen, wenn bloss eine �berwiegende Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die behauptete Tatsache verwirklicht hat. Ausnahmen vom Regelbeweismass, in denen eine �berwiegende Wahrscheinlichkeit oder ein blosses Glaubhaftmachen als ausreichend betrachtet wird, ergeben sich einerseits aus dem Gesetz selbst und sind andererseits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet worden. Diesen Ausnahmen liegt die �berlegung zu Grunde, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an Beweisschwierigkeiten scheitern darf, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten auftreten (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Praxis erlaubt insbesondere Art. 42 Abs. 2 OR dem Richter in analoger Anwendung, den Umfang der vom Arbeitnehmer geleisteten �berstunden und bezogenen Ferientage zu sch�tzen, wenn ein strikter Beweis �ber ihre genaue Anzahl nicht m�glich oder nicht zumutbar ist. Die Herabsetzung des Beweismasses zielt dabei lediglich auf eine Beweiserleichterung ab und darf im Ergebnis nicht zu einer Umkehr der Beweislast f�hren. Die beweispflichtige Partei hat alle Umst�nde, die f�r die Verwirklichung des behaupteten Sachverhalts sprechen, soweit m�glich und zumutbar zu behaupten und zu beweisen (BGE 128 III 271 E. 2b/aa-bb S. 276 f.; 122 III 219 E. 3a, je mit Hinweisen).
5.2.1 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ist eine Auswertung der Fahrtenschreiberkarten als Beweis der vom Kl�ger behaupteten Arbeitszeiten nicht tauglich (vgl. vorstehende Erw�gung 5.1). Im �brigen kommt die Pflicht zur �berwachung der Arbeitszeiten bei Chauffeuren nach dem klaren Wortlaut von Art. 16 ARV1 dem Arbeitgeber zu. Der Beklagte kam indessen im vorliegenden Fall der gerichtlichen Auflage zur Edition der Aufstellungen im Sinne von Art. 16 ARV1 nicht nach. Es liegt damit in der Natur der Sache, dass dem Kl�ger vorliegend ein strikter Beweis der �berstunden nicht m�glich oder nicht zumutbar ist. So ist vom Arbeitnehmer angesichts der Pflicht des Arbeitgebers nach Art. 16 ARV1 nicht zu erwarten, dass er seinerseits irgend welche Aufzeichnungen �ber seine Arbeitszeiten macht. Insbesondere ist er nicht verpflichtet, ein Arbeitsbuch im Sinne von Art. 15 ARV1 zu f�hren, wenn im von ihm gelenkten Fahrzeug wie im vorliegenden Fall ein Fahrtenschreiber vorhanden ist. Es ist unter diesen Umst�nden nicht realistisch, vom Arbeitnehmer zu verlangen, dass er selber eine genaue Aufstellung seiner �berstunden beibringt. Demgegen�ber kann er sehr wohl absch�tzen und nach entsprechenden substantiierten Behauptungen mit Zeugen nachweisen, ob und gegebenenfalls in welchem ungef�hren Umfang in einem Betrieb �berstunden geleistet worden sind. �berdies ist es an ihm, die Edition entsprechender Aufstellungen des Arbeitgebers zu verlangen. Diesen Substantiierungs- und Beweisobliegenheiten ist der Kl�ger ohne jeden Zweifel nachgekommen. Er hat nach den verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen konkrete Umst�nde vorgebracht, die geeignet sind, seine Leistung von �berstunden hinreichend zu belegen und auch die Anzahl fassbar zu machen (vgl. BGE 122 III 219 E. 3a/b S. 222 f.). Die Vorinstanz ist daher hinsichtlich der geleisteten �berstunden zu Recht nicht von Beweislosigkeit ausgegangen, sondern hat eine Sch�tzung vorgenommen.
5.2.2 Diese Erw�gungen gelten auch f�r die Sch�tzung der �berstunden, die der Kl�ger vor dem Philippinenaufenthalt geleistet hat. Insoweit hat die Vorinstanz die �berstunden aufgrund der vorgebrachten Umst�nde auf die Anzahl gesch�tzt, die unter Anrechnung der dem Kl�ger bis dahin zustehenden Ferien notwendig waren, um seinen Philippinenaufenthalt zu kompensieren. Damit hat sie zugleich die bezogenen Ferientage gesch�tzt, f�r die der Beklagte nach der vorinstanzlichen W�rdigung den strikten Beweis nicht zu erbringen vermochte, indessen hinreichend konkrete, f�r den Ferienbezug sprechende Umst�nde dargetan hat, um eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR zu begr�nden.
In der Sch�tzung von �berstunden und Ferienbezug liegt eine Sachverhaltsfeststellung, die vom Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht �berpr�fbar ist (vgl. BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 277 mit Hinweisen). Die von den Parteien gegen die vorgenommene Sch�tzung an sich erhobenen Vorbringen sind nicht zu h�ren.
5.3 Zusammenfassend l�sst sich festhalten, dass die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Feststellung der arbeitszeitbezogenen Anspr�che der Parteien kein Bundesrecht verletzt hat.
6.1 Den Schadenersatzanspruch des Beklagten hat die Vorinstanz abgewiesen, weil dessen Vorbringen nicht ausreichten, um eine Haftung des Kl�gers zu begr�nden. Ferner hielt sie daf�r, der Schadenersatzanspruch sei infolge zu sp�ter Geltendmachung verwirkt. Der Beklagte bestreitet, dass er den Schadenersatzanspruch unzureichend substanziiert habe und dass der Anspruch verwirkt sei.
6.2 Das Gesetz enth�lt keinerlei Bestimmungen dar�ber, wann sp�testens ein Schadenersatzanspruch gegen�ber dem Arbeitnehmer geltend gemacht werden muss. Namentlich enth�lt das Bundesrecht keine besonderen Regeln �ber die Verj�hrung solcher Forderungen, so dass grunds�tzlich die allgemeine zehnj�hrige Frist f�r Vertragsverletzungen gilt (Art. 127 OR). Von einem vorzeitigen Untergang der Forderung ist nur auszugehen, wenn der Arbeitnehmer nach den allgemeinen Regeln des Obligationenrechts �ber den Vertragsabschluss aus dem Verhalten des Arbeitgebers auf einen vertraglichen Verzicht nach Art. 115 OR schliessen kann (BGE 110 II 344 E. 2b S. 345; 109 II 327 E. 2b; Gonzenbach, Basler Kommentar, N. 1 und 3 zu Art. 115 OR). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Arbeitnehmer von einem Verzicht ausgehen, wenn es der Arbeitgeber unterl�sst, Anspr�che, die ihm dem Umfang oder dem Grundsatz nach bekannt sind, vor Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses geltend zu machen, insbesondere unter vorbehaltloser Auszahlung des letzten Lohnes (BGE 110 II 344 E. 2 S. 345 f.; vgl. dazu auch Rehbinder, Basler Kommentar, N. 13 zu Art. 321e OR; weitergehend Staehelin, Z�rcher Kommentar, N. 34 zu Art. 321e OR). Weil die Forderung mit dem als Verzicht zu wertenden Verhalten untergeht, kann sie nachtr�glich auch nicht mehr verrechnungsweise geltend gemacht werden.
6.3 Nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz hat der Beklagte die Schadenersatzforderung zum ersten Mal nach Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses in der Klageantwort vom November 2000 geltend gemacht, obwohl die schadensbegr�ndenden Ereignisse bereits im April bzw. im Dezember 1999 vorgefallen waren. Das Obergericht hat somit zu Recht auf einen Forderungsverzicht geschlossen. Die Berufung erweist sich somit auch in diesem Punkt unbegr�ndet, ohne dass auf die Frage nach der hinreichenden Substantiierung des Schadenersatzanspruchs durch den Beklagten einzugehen ist.
Nach dem Dargelegten ist sowohl die Berufung als auch die Anschlussberufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Beide Parteien unterliegen mit ihren Rechtsmitteln. W�hrend der Beklagte die Abweisung der gesamten Forderung verlangte, begehrte der Kl�ger nur eine Erh�hung des Betrages um ungef�hr Fr. 4'000.--. Ausgehend von einem gesamten Streitwert von rund Fr. 16'000.-- unterliegt der Beklagte somit zu � und der Kl�ger zu �. Der Beklagte hat dem Kl�ger somit eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 1'250.-- zu entrichten (Art. 159 Abs. 1-3 OG). Eine Gerichtsgeb�hr ist mit Blick auf den Streitwert nicht zu erheben (Art. 343 Abs. 2 und 3 OR).
Der Beklagte hat dem Kl�ger f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 1'250.-- zu entrichten.