Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.09.1977&Aktenzeichen=1%20BJs%2080/77
Timestamp: 2019-05-24 22:35:10
Document Index: 261420857

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 148', 'BGH', 'BGH', '§ 34', '§ 228', '§ 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 53', 'BGH', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 148', 'BGH']

BGH, 23.09.1977 - 1 BJs 80/77 - StB 215/77 - dejure.org
BGH, 23.09.1977 - 1 BJs 80/77 - StB 215/77
https://dejure.org/1977,1005
BGH, 23.09.1977 - 1 BJs 80/77 - StB 215/77 (https://dejure.org/1977,1005)
BGH, Entscheidung vom 23.09.1977 - 1 BJs 80/77 - StB 215/77 (https://dejure.org/1977,1005)
BGH, Entscheidung vom 23. September 1977 - 1 BJs 80/77 - StB 215/77 (https://dejure.org/1977,1005)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1977,1005) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zulässigkeit der Versagung jeglichen mündlichen und schriftlichen Kontakts von Angeschuldigten mit ihren Verteidigern - Bestehen einer besonderen Gefahrenlage auf Grund terroristischer Aktivitäten - Zweck der uneingeschränkten Kontaktaufnahme zwischen Beschuldigtem und seinem Verteidiger - Anwendungsbereich des rechtfertigenden Notstandes
Der nicht erklärte Ausnahmezustand: Staatliches Handeln während des so genannten Deutschen Herbstes // Die Einführung des Kontaktsperregesetzes
BGHSt 27, 260
MDR 1978, 65
Zwar normiert § 148 Abs. 1 StPO den Grundsatz des ungehinderten schriftlichen und mündlichen Verkehrs zwischen Verteidiger und Beschuldigtem als unabdingbare Voraussetzung einer freien Verteidigung (vgl. BGHSt 27, 260, 262).
Der Senat hat zwar in der Entscheidung BGHSt 27, 260 aus § 34 StGB, §§ 228, 904 BGB den allgemeinen Rechtsgedanken entnommen, daß die Verletzung eines Rechts in Kauf genommen werden muß, wenn es nur so möglich erscheint, ein höheres Rechtsgut zu retten.
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geht zwar davon aus, dass § 34 StGB grundsätzlich in der Lage ist, auch hoheitliche Eingriffe in Individualrechtsgüter zu rechtfertigen (vgl. BGHSt 27, 260, 262; 31, 304, 307; 34, 39, 51 f).
OLG Karlsruhe, 25.04.1997 - 2 VAs 8/97
Beschränkung der Besuchsdauer für Verteidiger
Daß im vorliegenden Fall der nach der Zielsetzung des Gesetzes "von jeder Behinderung oder Erschwerung freigestellte" (BGH NJW 1973, 2035, 2036, BGHSt 27, 260, 262) Verteidigerverkehr nicht nur aus Sachgründen regelnd eingeschränkt, sondern letztlich durch die Besuchsorganisation in der JVA wesentlich erschwert worden wäre, ist hier nicht konkret feststellbar.
OLG Bremen, 19.05.2006 - Ws 81/06
Zulässigkeit des Öffnens von Verteidigerpost
Zielsetzung der Vorschrift ist die "völlig freie Verteidigung", eine Verteidigung, die von jeder Behinderung oder Erschwerung freigestellt und in deren Rahmen der Anwalt wegen seiner Integrität jeder Beschränkung enthoben ist (BGHSt 27, 260, 262).
OLG Düsseldorf, 13.04.1995 - 18 U 192/94
Beweislast für Verstoß gegen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz bei einem gegen ihn …
Deshalb kann hier der Meinungsstreit offen bleiben, ob die Handlung des Zeugen W. wegen der Geltung allgemeiner strafrechtlicher Rechtfertigungsgründe auch für Hoheitsträger durch Notwehr im Sinne von § 32 StGB gerechtfertigt ist (BGH LM § 53 StGB , Nr. 5; BGHSt 27, 260 ff;… Schönke-Schröder-Lenckner, 24. Aufl., StGB , Rdn. 42 a ff zu § 32 ;… LK-Spendel, StGB , 10. Aufl., Rdn. 275 zu § 32 ;… Lackner, StGB , 20. Aufl., Rdn. 17 zu § 32 ;… Dreher-Tröndle, StGB , 47. Aufl., Rdn. 6 zu § 32; Wessels, Strafrecht AT, 21. Auf 1., S. 85 f;… Otto, Grundkurs Strafrecht, 3. Aufl., S. 126 f;… Bockelmann in Festschrift für Dreher, S. 235 ff; Gössel, JuS 1979, 162; Schwabe, Die Notrechtsvorbehalte des Polizeirechts, S. 37 ff, 41 ff, 54 ff; derselbe in JZ 1974, 634 ff; derselbe in NJW 1977, 1902 ff; R. Lange, JZ 1976, 576 ff; derselbe in NJW 1978, 784 ff; Walder SchwZStR 96, 131), weil der Notrechtsvorbehalt des Polizeirechts gerade keine Verdrängung der allgemeinen strafrechtlichen Normen durch spezifische Vorschriften des öffentlichen Rechts vorsieht (sog. strafrechtliche Lösung), oder ob wegen des strikten Vorrangs des öffentlichen Rechts und damit hier der polizeirechtlichen Vorschriften die Handlung des Zeugen W. aufgrund der Vornahme des unmittelbaren Zwangs gerechtfertigt war (…sog. polizeirechtliche Lösung, Jakobs, Strafrecht AT, 2. Aufl., Rdn. 12/41 ff;… Haas, Notwehr und Nothilfe, 1978, S. 319 ff; 329 ff;… Lerche in Festschrift f.v. d. Heydte, 1977, S. 1045 f; Kunz, ZStW 95, 973 (972 f); Seelmann, ZStW 89 (1977), 36 (50 f); s. auch Klinkhardt, VerwArch 1964, 264 ff, 297 ff; 1965, 60 ff).
AGH Bayern, 15.02.2005 - BayAGH II - 7/04
Die Strafprozessordnung räumt dem Verteidiger in § 148 wegen der hohen Integrität der Angehörigen des Anwaltsstandes (BGHSt 27, 260, 265) weitreichende Vorrechte bei der Kommunikation mit inhaftierten Mandanten ein.