Source: http://www.gustavus.de/index.php/erbschaftsteuer/erbstg-firmenerben?jsn_setmobile=yes
Timestamp: 2017-12-11 03:52:04
Document Index: 10881109

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 18', '§ 15', '§ 18', '§ 13', '§ 23']

HomeErbschaftsteuerErbStG - Firmenerben
Was müssen Firmenerben bei der neuen Erbschaftsteuer beachten
Inhalt und Voraussetzungen für die Verschonung von Betriebsvermögen in 4 Schritten:
a) Dritten zur Nutzung überlassene Grundstücke, Grundstücksteile, grundstücksgleiche Rechte und Bauten. Eine Nutzungsüberlassung an Dritte ist nicht anzunehmen, wenn der Erblasser oder Schenker sowohl im überlassenden Betrieb als auch im nutzenden Betrieb einen einheitlichen geschäftlichen Betätigungswillen durchsetzen konnte oder als Gesellschafter einer Gesellschaft im Sinne des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 3 oder § 18 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes den Vermögensgegenstand der Gesellschaft zur Nutzung überlassen hatte,
und diese Rechtsstellung auf den Erwerber übergegangen ist, soweit keine Nutzungsüberlassung an einen weiteren Dritten erfolgt.
b) Anteile an Kapitalgesellschaften, wenn die unmittelbare Beteiligung am Nennkapital dieser Gesellschaften 25 % oder weniger beträgt. Ob diese Grenze unterschritten wird, ist nach der Summe der dem Betrieb unmittelbar zuzurechnenden Anteile und der Anteile weiterer Gesellschafter zu bestimmen, wenn die Gesellschafter einander verpflichtet sind, über die
Anteile nur einheitlich zu verfügen oder sie ausschließlich auf andere derselben Verpflichtung unterliegende Anteilseigner zu übertragen und das Stimmrecht gegenüber nichtgebundenen
Gesellschaftern nur einheitlich ausüben.
c) Beteiligungen an Gesellschaften im Sinne des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 3 oder § 18 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes und an entsprechenden Gesellschaften im Ausland
sowie Anteile an Kapitalgesellschaften, die nicht unter Buchstabe b fallen, soweit bei diesen Gesellschaften das Verwaltungsvermögen mehr als 50 Prozent beträgt,
e) Kunstgegenstände, Kunstsammlungen, wissenschaftliche Sammlungen, Bibliotheken und Archive, Münzen, Edelmetalle und Edelsteine, wenn der Handel mit diesen Gegenständen oder
deren Verarbeitung nicht der Hauptzweck des gewerblichen Betriebes ist.
Bewertungsansatz Betrieb (Ertragswert) 10 Mio. €
Bewertungsansatz vermietetes Betriebsgrundstück (wie Grundvermögen) 3 Mio. €
Bewertungsansatz börsennotierte Streubesitzanteile (Kurswert) 0,5 Mio. €
Bewertungsansatz nicht notierter GmbH-Anteil im Streubesitz (Ertragswert) 1,5 Mio. €
Bewertungsansatz Kunstgegenstände (gemeiner Wert) 0,8 Mio. €
Verwaltungsvermögen insgesamt 5,8 Mio. €
3. Schritt: Verschonungsparameter Lohnsumme
Die Lohnsumme des Unternehmens muss aus dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre vor dem Besteuerungszeitpunkt als Ausgangsgrundlage ermittelt werden. In den folgenden 7 Jahren (bei der Verschonungsoption 2 = 10 Jahren) nach der Übertragung müssen 650 % (bzw. 1.000%) dieser Ausgangslohnsumme erreicht werden, um die Begünstigung in vollem Umfang zu erhalten. Für jedes Jahr, in dem die Mindestlohnsumme nicht erreicht wird, verringert sich der Verschonungsabschlag um 1/7 bei der Regelverschonung. Die Ermittlung der Lohnsumme erfolgt nach § 13a Abs. 4 ErbStG n.F.. Es gibt hierzu einen gleichlautenden Ländererlass der obersten Finanzbehörden vom 5.12.2012 über die Ermittlung der Lohnsummen und der Anzahl der Beschäftigten bei Beteiligungsstrukturen.
Einzelunternehmen, die ausschließlich vom Unternehmer selbst, ohne Arbeitnehmer betrieben werden und Unternehmen sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, die unter § 23 Abs. 1
Satz 2 KSchG fallen (Betriebe mit höchstens 10 Arbeitnehmern), unterliegen nicht dem Verschonungsparameter Lohnsumme, sondern sind nur den allgemeinen Behaltensregelungen unterworfen.
Siehe auch unseren Beitrag: "ErbStG - Vermögensbewertung"