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Timestamp: 2018-03-20 10:09:06
Document Index: 38219296

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 1', 'Art. 12', '§ 8', '§ 8', 'Art. 2']

A) Gesetzliche Normierung der Subsidiarität der Lebendorganspende : Subsidiarität der Lebendorganspende
A) Gesetzliche Normier...
Subsidiarität der Lebendorganspende
Das Buch untersucht die Subsidiarität der Lebendorganspende, wie sie im deutschen Transplantationsgesetz normiert ist. Der Autor erörtert, welche juristischen Fragestellungen und Probleme in der medizinischen Praxis diese Regelung aufwirft. Er beleuchtet die relevanten medizinischen, ethischen und juristischen Aspekte und geht dabei auch auf den verfassungsrechtlichen Kontext sowie auf die Paternalismusdebatte ein. Die Argumente pro und contra die Subsidiaritätsregelung wägt das Buch gegeneinander ab. Der Autor vertritt als Ergebnis die These von der «faktischen Subsidiarität» und propagiert, die gesetzliche Regelung ersatzlos zu streichen.
9783631709276
http://dx.doi.org/10.3726/b10640
Frankfurt am Main, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2017. 214 S.
Gang der Darstellung
I. Begriff der Subsidiarität der Lebendorganspende
II. Entwicklung der gesetzlichen Normierung in Deutschland
III. Internationale Regelungen
I. Praxis der Lebendorganspende
II. Risiken für den Lebendspender
III. Vor- und Nachteile der Lebendorganspende im Vergleich zur postmortalen Organspende
IV. Reversibilität der Verhältnisse
I. Medizinethik: Neue Herausforderungen
1. Postulierung von Prinzipien
2. Der „principlism“
3. Kritik am principlism
1. Zulässigkeit von Organtransplantationen und das Totalitätsprinzip
2. Umgang mit menschlichen Organen
3. Verbesserung der Lebensqualität als Zielsetzung
4. Ökonomisch-ethische Perspektive
5. Dreierbeziehung zwischen Arzt, Empfänger und Spender
1. Verstoß gegen ärztliches Standesethos
2. Verstoß gegen das Prinzip des „primum nil nocere“
a) Prinzip der Nutzenmaximierung
b) Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht des Spenders
aa) Altruistische Motivation
bb) Freiwilligkeit der Spenderentscheidung
4. Einschränkungen der Zulässigkeit der Lebendorganspende
5. Bemerkungen zur ethischen Diskussion um die Lebendorganspende
I. Tatbestandsmerkmal der Geeignetheit
II. Pflicht zur Aufnahme in die Warteliste
III. Zulässigkeit des Verschiebens des Zeitpunkts der Lebendorganspende
IV. Tatbestandsmerkmal „im Zeitpunkt der Organentnahme nicht zur Verfügung steht“
V. Nichtgeltung der Subsidiarität bei psychischen Problemen oder moralischen Vorbehalten gegen die Totenspende
I. Missbrauchsmöglichkeiten
II. Relevanz angesichts langer Wartelisten
III. Rezeption in der Praxis
I. Strafrechtliche Sanktionierung
II. Ärztliches Berufsrecht
III. Zivilrechtliche Ersatzansprüche
1. Für den Arzt
2. Für Spender und Empfänger
1. Direkter und indirekter Paternalismus
2. Harter und weicher Paternalismus
III. Beurteilung
aa) Prüfung der Verhältnismäßigkeit
bb) Prüfungsdichte und Gestaltungsspielraum, Untermaßverbot
cc) Schutzpflicht aus Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG
dd) Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG als Eingriffsverbot
2. Art. 4 Abs. 1 und 2 GG
1. Selbstbestimmungsrecht
2. Art. 1 Abs. 1 GG
1. Art. 12 Abs. 1 GG
1. Beschränkung der Lebendorganspende als ultima ratio
2. Vernachlässigung des Bemühens um postmortale Organspenden?
3. Der „ethische Respekt“ vor dem Lebendspender
4. Hervorhebung der Rechte und Pflichten des Arztes als Dritter
1. Das medizinische Argument
2. Aufzwingen einer medizinisch schlechteren Therapie durch das Gesetz
3. Patienten mit Vorbehalten gegenüber Leichenorganen
4. Vorwurf der Überflüssigkeit
5. Organallokation
6. Das Kostenargument
7. Wertschätzung gegenüber dem Lebendspender
J) Fazit und These von der „faktischen Subsidiarität“
A) Gesetzliche Normierung der Subsidiarität der Lebendorganspende
Der Begriff der Subsidiarität geht auf das lateinische Wort „subsidium“1 zurück, das in der wörtlichen Übersetzung so viel wie Reserve, Rückhalt, Hilfe, Hilfsmittel bedeutet, nach heutigem Verständnis jedoch eher Beistand, Rückhalt, Unterstützung meint. Nach heutiger Verwendung im Deutschen bezeichnet Subsidiarität zurücktreten oder nachrangig sein.
In der Staatstheorie ist Subsidiarität ein Kompetenzverteilungsprinzip im Sinne einer Staatsidee, wonach Eigenleistung und Selbstbestimmung sowohl des Individuums – auch der Familien – als auch der Gemeinschaften – z.B. der Kommunen – gefördert und vorrangig vor staatlichem Handeln gestellt werden sollen.2 Dieses Subsidiaritätsprinzip als geistige Grundlage für Demokratie und Föderalismus ist jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
B) Die medizinische Ausgangslage
C) Ethische Betrachtungen
II. Prinzipien der Medizinethik
III. Ethische Überlegungen zur Transplantationsmedizin
IV. Ethische Einordnung der Lebendorganspende
3. Rechtfertigung des Verstoßes gegen das Schadensvermeidungsprinzip
c) Grenzen der Selbstbestimmung
D) Juristische Fragestellungen zur Auslegung des § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG
E) Praktische Bedeutung des § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 TPG
F) Rechtsfolgen eines Verstoßes und Rechtsschutz
IV. Rechtsschutzmöglichkeiten
G) Paternalismus
II. Arten von Paternalismus und Einordnung der Subsidiaritätsregelung
H) Verfassungsrechtliche Zulässigkeit
I. Interessen des Empfängers
1. Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG
b) Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
II. Interessen des Spenders
III. Interessen des Arztes
I) Argumente für und gegen die Subsidiaritätsregelung
I. Argumente pro
II. Argumente contra