Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20002777
Timestamp: 2020-07-09 12:52:04
Document Index: 334721933

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 9', '§ 10', '§ 12', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 14']

RIS - Orthopädietechnik-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 09.07.2020
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Orthopädietechnik-Ausbildungsordnung, Fassung vom 09.07.2020
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Orthopädietechnik (Orthopädietechnik-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 306/2003
Auf Grund der §§ 8 und 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 111/2002, wird verordnet:
Lehrberuf Orthopädietechnik
§ 1. (1) Der Lehrberuf Orthopädietechnik ist mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren und folgenden Schwerpunkten eingerichtet:
Orthesentechnik,
(2) Der Lehrbetrieb hat neben dem Allgemeinen Teil (Basismodul) zumindest zwei Schwerpunkte (Schwerpunktmodule) zu vermitteln.
(3) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Orthopädietechniker oder Orthopädietechnikerin) zu bezeichnen.
(4) Die Schwerpunktausbildung ist jedenfalls im Lehrvertrag durch einen entsprechenden Hinweis neben der Bezeichnung des Lehrberufs zu vermerken. Die Schwerpunktausbildung kann auch im Lehrzeugnis, im Lehrbrief und im Lehrabschlussprüfungszeugnis vermerkt werden.
(5) Sofern ein Wechsel der Schwerpunktausbildung innerhalb der ersten 18 Monate der festgesetzten Lehrzeit erfolgt, sind die im Lehrberuf Orthopädietechnik zurückgelegten Lehrzeiten voll anzurechnen.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling allgemeine Kenntnisse in allen Schwerpunkten der Orthopädietechnik erwerben und befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich auszuführen:
Orthopädietechnik - Schwerpunkt Prothesentechnik:
Einschlägige Ausrüstungen, Maschinen und Werkzeuge pflegen und warten und einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen;
Anwendung des Medizinproduktegesetzes;
Auf Basis einer ärztlichen Verordnung Patienten fachgerecht mit den orthopädischen Mitteln versorgen und über deren fachgerechte Anwendung beraten;
Technische und medizinische Unterlagen lesen, anfertigen und anwenden;
Beurteilen und Einsetzen von Werkstoffen;
Konstruieren, Aufbauen und Anpassen von Prothesen an den oberen und unteren Extremitäten;
Anatomie, Physiologie und Pathologie des Stütz- und Bewegungsapparates,
Messen, Abformen und Modellieren,
Reparieren und Instandhalten von Prothesen;
Orthopädische Schuhzurichtung als Ergänzung von Prothesen am Konfektionsschuh durchführen;
Elektronische Datenverarbeitung;
Tarifabrechnungen und Patientenrechnungen;
Orthopädietechnik - Schwerpunkt Orthesentechnik:
Konstruieren, Aufbauen und Anpassen von Orthesen an den oberen und unteren Extremitäten;
Anatomie, Physiologie und Pathologie des Stütz- und Bewegungsapparates;
Messen, Abformen und Modellieren;
Reparieren und Instandhalten von Orthesen und Epithesen;
Anpassen von Stoma- und Inkontinenzartikeln;
Konstruieren und Aufbauen von Kompressionsbandagen;
Orthopädische Schuhzurichtung als Ergänzung von Orthesen am Konfektionsschuh durchführen;
Tarifabrechnungen und Patientenabrechnungen;
Orthopädietechnik - Schwerpunkt Rehabilitationstechnik:
Konstruieren, Aufbauen und Anpassen von Sitz- und Liegehilfen;
Anpassen von Rollstühlen, Sitzschalen und rehabilitationstechnischen Geräten, sowie Lagerungssysteme als Sitz- und Liegehilfen;
Reparieren und Instandhalten von rehabilitationstechnischen Geräten;
§ 3. (1) Für die Ausbildung wird folgender Allgemeiner Teil (Basismodul) festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
1. Kenntnis und funktionsgerechte Anwendung der betrieblichen
Einrichtungen, der technischen Betriebsmittel und Hilfsmittel
2. Aufbau, Organisation und Aufgaben des ausbildenden Betriebes
3. Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften,
Verwendungsmöglichkeiten und Bearbeitungsmöglichkeiten
4. Gebräuchliche Fachtermini lesen und anwenden
5. Grundbegriffe der Normung
6. Stücklisten, Tabellen, Diagramme, Handbücher und
Bedienungsanleitungen lesen und anwenden
7. Kenntnis der Herstellerrichtlinien und Formblätter, sowie
dazugehörige technische Unterlagen
8. Arbeitsergebnisse kontrollieren und beurteilen
9. Skizzen und Stücklisten anfertigen
10. Teil-, Gruppen- und Gesamtzeichnungen lesen und anwenden
11. Grundausbildung in der
Bearbeitung von Metallen,
Kunststoffen und Holz
(Sägen, Formen,
Gewindeschneiden, Zuschnitte - -
von Hand, Löten,
Schmelzschweißen, Kleben,
Leimen, Feilen, Raspeln,
Schleifen, Polieren, Bohren,
Anreißen, Drehen, Fräsen)
12. Oberflächen metallischer
Werkstücke oder Bauteile
schleifen, polieren, - -
lackieren oder sintern
13. Bauteile aus Holz lackieren
und laminieren - -
14. Arbeitsschritte unter
konstruktiver,
fertigungstechnischer, - -
Gesichtspunkte festlegen
15. Arbeitsplatz in Werkstätten
und in Bereichen der - -
Patientenbetreuung einrichten
16. Werkstoffe wie Holz, Leder,
Stoffe, Metalle, und
Kunststoffe sowie Silicone
unter Berücksichtigung ihrer
fertigungstechnischen, - -
gerätetechnischen und
patientengerecht einsetzen
17. Störungen an Messgeräten,
Bearbeitungsmaschinen und
technischen Einrichtungen - -
feststellen und Maßnahmen
zur Mängelbeseitigung
18. Kenntnis und Anwendung von
Einrichtungen und - -
19. Einhaltung und Prüfung von
Toleranzen - -
20. Maschinenwerte von
handgeführten oder
ortsfesten Maschinen
bestimmen und einstellen; - -
Arbeitstemperatur beachten
sowie Kühl- und
Schmiermittel zuordnen und
21. Patientenberatung und -betreuung und deren Dokumentation
22. Bedrohliche Zustände bei Patienten erkennen und entsprechende
Sofortmaßnahmen veranlassen
23. Verfahren der Terminplanung und
- - Patientenbestellung anwenden
24. Kenntnis über Zusammenhänge,
Skelettes, des Muskel-, - -
Haut- und Nervensystems
25. Kenntnis über Lage der
einzelnen Organe und ihre
Körperoberfläche in Bezug - -
orthopädietechnischer
26. Kenntnis über statische und
dynamische Funktionen des
Bewegungsapparates beim
- - gesunden und kranken Menschen,
insbesondere im Stehen, beim
Gehen und im Sitzen
27. Kenntnis über die wichtigsten
- - orthopädischen Erkrankungen und
28. Negativ- und Positivmodelle von
- - Körperteilen herstellen und
29. Grundkenntnisse der Hygiene
beim Umgang mit Patienten - -
30. Grundkenntnisse der Hygiene
als Konstruktionsmerkmal
bei der Anfertigung - -
31. Kenntnis über
Konstruktionsmerkmale und
technische Standards von
Prothesen, Orthesen und - -
anderen Hilfsmitteln, wie
Rollstühlen, Lagerungs- und
Bettungshilfen
32. Kenntnis über
Arbeitsgestaltung und - -
33. Kenntnisse und Maßnahmen der Qualitätssicherung
34. Kenntnis der betrieblichen Produktplanung, Lagerwirtschaft
35. Automationsunterstützte
- - Datenverarbeitung
36. Formulare und Vordrucke
- - zuordnen und ausfüllen
37. Ärztliche Verordnungen
- - auswerten und umsetzen
38. Grundkenntnisse der
39. Bei der Rechnungslegung unter
Anwendung der geltenden
- - Abrechnungsrichtlinien
40. Vorschriften aus dem
- - Kaufvertragsrecht
41. Geschäfts- und
- - einschließlich Büromaterial
42. Die für den Beruf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum
Schutz der Umwelt: Grundkenntnisse über die betrieblichen
Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz; Kenntnis über die im
Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und über deren
Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des Abfalls
43. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
44. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften und
Vorschriften und Maßnahmen zum Schutze des Lebens und der
45. Kenntnis über Suchtgefahren durch Missbrauch bestimmter Werk-
46. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
(2) Für die Ausbildung in den Schwerpunkten wird folgendes ergänzendes Berufsbild (Schwerpunktmodul) festgelegt. Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.
1. Schwerpunkt Prothesentechnik
1. Die häufigsten Amputationsarten
- - im Zusammenhang mit der
2. Geeignete Passteile unter
- - Herstellerrichtlinien und des
Verwendungszweckes auswählen
3. Kenntnis über die Wirkungsweise
mechanischer, hydraulischer und
- - elektronisch gesteuerter
Gelenke und Passteile und deren
4. Orthopädietechnische Maßsysteme
- - anwenden
5. Deformitäten, Fehlbildungen und
- - Amputationsstümpfe abformen
6. Positivmodelle von
- - Deformitäten, Fehlbildungen und
Amputationsstümpfen formen
7. Prothesenbauteile nach
- - Positivmodellen formen
8. Innen- und Außenflächen an
- - Prothesenbauteilen bearbeiten
9. Dreidimensionalen statischen
- - Lotaufbau für Prothesen
durchführen und montieren
10. Gelenke, insbesondere
mechanische, hydraulische und
- - elektronisch gesteuerte
installieren und justieren
11. Schaftanproben für untere und
- - für obere Extremitäten
12. - - Dynamische Anproben durchführen
13. Elektronisch gesteuerte
- - Prothesen anpassen und die
Funktion optimieren
14. Prothesen nach Wartungsplan
- - warten und instandhalten
2. Schwerpunkt Orthesentechnik
1. Kenntnis über den Einsatz von
Bruchbändern, medizinischen
- - Hilfsmitteln zur
Leibbinden und Hilfsmitteln zur
Stoma- und
Inkontinenzversorgung sowie
medizinischer Fußstützen
2. Orthopädietechnische Maßsysteme
3. Kopf, Rumpf und Extremitäten
- - abformen
4. - - Orthesenteile formen
5. Innen- und Außenflächen an
- - Orthesen bearbeiten
6. Dreidimensionalen Lotaufbau
- - durchführen und Orthesenteile
7. Mechanische Gelenke
- - installieren und einrichten
8. Bauteile mit textilen Stoffen,
- - Leder und anderen Materialien
polstern, füttern und beziehen
9. Schuhzurichtungen als Ergänzung
zu Orthesen oder medizinischen
- - Fußstützen am Konfektionsschuh
10. Medizinische Fußstützen
- - herstellen und anpassen
11. Dynamische Anproben zur
- - Korrektur der Passform der
Orthese vornehmen
12. Medizinische Hilfsmittel zur
Kompressionstherapie, Bandagen
sowie Stoma- und
- - Inkontinenzartikel anpassen und
auf funktionsgerechten Sitz und
Passform kontrollieren
13. - - Epithesen anpassen
14. Warten und Instandhalten von
- - Orthesen und Epithesen nach
15. Bruchpforten und künstlich
- - angelegte Ausgänge erläutern
3. Schwerpunkt Rehabilitationstechnik
1. Orthopädietechnische
- - Maßsysteme anwenden
2. Kopf, Rumpf und Extremitäten
3. - - Sitz- und Liegeschalen formen
4. Innen- und Außenflächen an
- - Sitz- und Liegeschalen
5. Steh-, Mobilitäts-, Lagerungs-
oder Bettungshilfen sowie
- - weitere Hilfsgeräte zur
Rehabilitation herstellen
6. Lagerungs- und Bettungshilfen
- - für alle Körperregionen
7. Vorgefertigte und individuell
gefertigte Rehabilitations- und
- - Therapiesysteme
patientengerecht zurichten und
8. Sitz- und Liegeschalen sowie
rehabilitationstechnisches
- - Gerät nach Warteplan
9. Geh- und Stehhilfen,
Rollstühle, Lifter und Betten
- - Rehabilitationsmittel
patientengerecht anpassen,
10. Hydraulische, elektrische und
- - elektronische Bauteile warten
(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Grundlagen der Orthopädietechnik, Technologie und Angewandte Mathematik.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule oder den erfolgreichen Abschluss einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.
§ 5. (1) Die Prüfung besteht aus dem Ausmessen von Körperteilen unter Anwendung orthopädietechnischer Maßsysteme und Dokumentieren der Patientendaten, sowie den Bauteilen
Herstellen einer Prothese, wobei die Aufgabenstellung insbesondere das Installieren und Justieren mechanischer, hydraulischer und elektronisch gesteuerter Bauteile umfassen soll,
Herstellen sowie Anpassen von Orthesen und Bandagen unter Benutzung vorgegebener Modelle,
Herstellen bzw. Anpassen von rehabilitationstechnischen Geräten aus unterschiedlichen Materialien, wobei nach Wahl der Prüfungskommission eine Sitz- oder Liegeschale oder ein Rehabilitationsgerät in Sonderbau herzustellen, oder ein Rollstuhl anzupassen ist,
wobei der Prüfling zwei Bereiche zu wählen hat, aus denen die Prüfungskommission Aufgaben in der Form eines betrieblichen Arbeitsablaufes stellt.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und die Schwerpunktausbildung jedem Prüfling eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sechs Stunden ausgeführt werden kann.
(3) Die Prüfung ist nach sieben Stunden zu beenden.
(4) Der Prüfling kann eigene Materialien mit der Maßnahme verwenden, dass die Prüfungskommission im Einzelfall Materialien von der Verwendung ausschließen kann.
Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der technischen Umsetzung,
fachgerechtes Anwenden von Umweltschutzmaßnahmen und Arbeitsschutzmaßnahmen.
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen. Der Prüfling hat fachbezogene Probleme und deren Lösungen darzustellen, die für den Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung des Auftrags zu begründen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen und Problemen zu führen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und der Schwerpunktausbildung des Prüflings zu entsprechen. Hiebei sind Materialproben, Werkzeuge, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.
(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling zumindest 20 Minuten dauern. Es ist nach 30 Minuten zu beenden. Eine Verlängerung um höchstens zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.
Grundlagen der Orthopädietechnik
Wirkprinzipien von Prothesen, Orthesen und Bandagen sowie rehabilitationstechnischen Geräten,
Konstruktionsmerkmale und Aufbau von Prothesen, Orthesen und Bandagen sowie rehabilitationstechnischen Geräten,
biomechanische Grundlagen,
Anatomie, Physiologie, Pathologie des Stütz- und Bewegungsapparates,
technische und medizinische Indikationen; Bewertung der orthopädischen Situation des Patienten und Auswahl des orthopädischen Hilfsmittels.
(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich sechs Aufgaben zu stellen.
§ 9. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Verfahren und Technologien in der Oberflächentechnik,
§ 10. (1) Die Prüfung hat je eine Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Längenberechnung und Flächenberechnung,
Volumenberechnung und Masseberechnung,
oberflächentechnische Berechnungen.
(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Tabellen und Richtlinien ist zulässig.
(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit "Nicht genügend" bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit "Nicht genügend" bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzusetzen, wann innerhalb des Zeitraumes von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlussprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.
(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit "Nicht genügend" bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlussprüfung abgelegt werden.
§ 12. (1) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Orthopädieschuhmacher kann eine Zusatzprüfung im Lehrberuf Orthopädietechnik abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf die Gegenstände "Prüfarbeit" und "Fachgespräch". Für die Zusatzprüfung gelten §§ 5 und 6 sinngemäß.
(2) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Bandagist kann eine eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Orthopädietechnik abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Prüfarbeit im Umfang des § 5 Abs. 1 Z 1 und 3. Für die Zusatzprüfung gilt § 5 sinngemäß.
(3) Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Orthopädiemechaniker kann eine eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Orthopädietechnik abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Prüfarbeit im Umfang des § 5 Abs. 1 Z 2 und 3. Für die Zusatzprüfung gilt § 5 sinngemäß.
§ 14. (1) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Orthopädiemechaniker, BGBl. Nr. 533/1976 in der Fassung BGBl. Nr. 277/1980, treten unbeschadet Abs. 3 außer Kraft.
(2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Orthopädiemechaniker, BGBl. Nr. 264/1977, tritt unbeschadet Abs. 3 außer Kraft.
(3) Lehrlinge, die mit In-Kraft-Treten dieser Ausbildungsordnung im Lehrberuf Orthopädiemechaniker ausgebildet werden, können entsprechend den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften weiter ausgebildet werden und können bis zwei Jahre nach Ende der Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung auf Grund der in Abs. 2 angeführten Prüfungsordnung antreten.
(4) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Orthopädiemechaniker entsprechend den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften zurückgelegt werden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Orthopädietechniker voll anzurechnen.
(5) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Bandagist, BGBl. Nr. 533/1976 in der Fassung BGBl. Nr. 277/1980, treten unbeschadet Abs. 7 außer Kraft.
(6) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Bandagist, BGBl. Nr. 254/1977, tritt unbeschadet Abs. 7 außer Kraft.
(7) Lehrlinge, die mit In-Kraft-Treten dieser Ausbildungsordnung im Lehrberuf Bandagist ausgebildet werden, können entsprechend den in Abs. 5 angeführten Ausbildungsvorschriften weiter ausgebildet werden und können bis zwei Jahre nach Ende der Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung auf Grund der in Abs. 6 angeführten Prüfungsordnung antreten.
(8) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Bandagist entsprechend den in Abs. 5 angeführten Ausbildungsvorschriften zurückgelegt werden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Orthopädietechniker voll anzurechnen.