Source: https://www.verkehrslexikon.de/Texte/QuotenTabelleHH.php
Timestamp: 2017-11-23 01:51:08
Document Index: 355588424

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 8', '§ 9', '§ 1', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

I. Zusammenstöße auf Kreuzungen /an Einmündungen mit Kfz des Querverkehrs
Verkehrsregelung durch eine LZA:
ungeklärte Ampelstellung: 50: 50
Fälle des normalen Anfahrens oder Einfahrens in die Kreuzung bei grünem Ampellicht für einen Verkehrsteilnehmer:
in der allerletzten Gelbphase einfahrender Querverkehr: 0:100
kein Verschulden des bei "Grün" einfahrenden Verkehrsteilnehmers - Verschulden des räumenden Querverkehrs, der entweder berechtigt oder unberechtigt, aber vor der allerletzten Gelbphase auf die Kreuzung gefahren ist: 20: 80
leichtes Mitverschulden des bei "Grün" einfahrenden Verkehrsteilnehmers - Verschulden des Querverkehrs, der unberechtigt, aber vor der allerletzten Gelbphase eingefahren ist: 30: 70
Mitverschulden des bei " Grün" einfahrenden Verkehrsteilnehmers - Mitverschulden des berechtigt eingefahrenen Querverkehrs wegen mangelnder Vorsicht beim Räumen der Kreuzung - oder beiderseits kein Verschulden feststellbar: 50: 50
Mitverschulden des bei " Grün" einfahrenden Verkehrsteilnehmers - kein Mitverschulden des berechtigt eingefahrenen Querverkehrs (Kreuzungsräumers): 70: 30
Fälle des fliegenden Starts:
schuldhaft verkehrswidriger fliegender Start bei Sichtbehinderung - berechtigt eingefahrener Querverkehr, den beim Räumen auch kein Verschulden trifft: 80: 20
fliegender Start wie oben (1) - berechtigt eingefahrener Querverkehr -, aber Verschulden beim Räumen: 60: 40
fliegender Start wie oben (1) - unberechtigt, aber vor der allerletzten Gelbphase eingefahrener Querverkehr: 50: 50
fliegender Start wie oben (1) - bei "Rot" oder in der allerletzten Gelbphase unberechtigt eingefahrener Querverkehr: 20: 80
Kreuzungen ohne LZA:
Nichtbeachtung der Vorfahrt, keine Besonderheiten beim Vorfahrtberechtigten: 0: 100
Kreuzungen ohne LZA - Sonderfälle der Schadensverquotung bei Verletzungen des Vorfahrtrechts:
Ausnutzen von Lücken im bevorrechtigten Kolonnenverkehr - zu Lasten des Wartepflichtigen: 30 : 70
irreführende Fahrweise des Vorfahrtberechtigten (falsches Blinklicht) - regelmäßig: 30 : 70
überhöhte Geschwindigkeit des Vorfahrtberechtigten an Kreuzungen gleichrangiger Straßen - regelmäßig zu Lasten des Wartepflichtigen: 30 : 70
irreführende Fahrweise des Vorfahrtberechtigten mit gesetztem rechten Blinklicht, langsamer Fahrgeschwindigkeit, rechts eingeordnet mit dem Anschein, nach rechts einbiegen zu wollen, andererseits nur objektive Vorfahrtverletzung des bis dahin vor der Kreuzung Wartenden: 70 : 30
Ausnutzen der Lichtzeichen einer LZA durch den Wartepflichtigen:
bei Nichtbeachtung der Lichtzeichen durch den Vorfahrtberechtigten und beiderseitigem Verschulden - regelmäßig: 40 : 60
Linksabbieger und Gegenverkehr:
Regelfall: Verschulden des Abbiegers nach dem Beweis des ersten Anscheins - kein feststellbares Mitverschulden des Gegenverkehrs: 100 : 0
Verschulden des Linksabbiegers - Mitverschulden des Gegenverkehrs, der unberechtigt, aber vor der allerletzten Gelbphase in die Kreuzung eingefahren ist: 40 : 60
Mitverschulden des Linksabbiegers, der die Lichtzeichen für den Gegenverkehr nicht sehen konnte (§ 1 StVO) - Verschulden des Gegenverkehrs, der bei rotem Ampellicht oder in der allerletzten Gelbphase auf die Kreuzung gefahren ist: 20 : 80
kein Verschulden des Linksabbiegers, der die Lichtzeichen für den Gegenverkehr sehen und auf ihre Beachtung vertrauen konnte - Verschulden des Gegenverkehrs wie oben (c) - 0 : 100
Sonderfälle von Kollisionen zwischen Linksabbieger und Gegenverkehr:
Regelung des Linksabbiegerverkehrs durch die LZA: Verquotung wie bei Kollisionen mit dem Querverkehr auf einer Kreuzung mit LZA
Linksabbieger aus einer Straße mit zwei durch einen breiten Mittelstreifen getrennten Fahrbahnen in eine Vorfahrtsstraße:
bei voller Einordnung: Vorfahrtsrecht des Linksabbiegers gemäß § 8 StVO: 0 : 100
keine volle Einordnung: Wartepflicht des Linksabbiegers gemäß § 9 Abs. 3 StVO: 100 : 0
bei unaufklärbarem Sachverhalt: 50 : 50
Kollision von zwei einander entgegenkommenden Linksabbiegern: bei Unaufklärbarkeit: 50 : 50
Normaler Begegnungsverkehr:
Verschulden des auf die Gegenfahrbahn geratenen Kraftfahrers nach den Grundsätzen über den Beweis des ersten Anscheins - kein Mitverschulden des entgegenkommenden Kraftfahrers festgestellt, aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG regelmäßig: 100 : 0
Verschulden des auf die Gegenfahrbahn geratenen Kraftfahrers wie oben (a) - Mitverschulden des Entgegenkommenden, weil er etwa grundlos dicht an der Mittellinie oder an unübersichtlicher Stelle nicht scharf rechts oder zu schnell gefahren ist oder auf eine rechtzeitig erkennbare Gefahrenlage fehlerhaft oder zu spät reagiert hat: 70 : 30
beiderseits kein Verschulden feststellbar - z. B. dann, wenn zu Lasten des auf die Gegenfahrbahn geratenen Fahrers wegen einer besonderen Verkehrslage der Anscheinsbeweis nicht anwendbar ist - auf beiden Seiten aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG: 60 : 40
Fälle, in denen nicht aufklärbar ist, auf welcher Fahrbahnhälfte sich der Unfall abgespielt hat - beiderseits kein Verschulden feststellbar, aber auch beiderseits kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG: 50 : 50
Unfälle im Begegnungsverkehr beim Überholen:
Begegnungsverkehr an Hindernissen und Fahrbahnverengungen:
Hindernisse, die dem normalen Straßenverkehr zuzurechnen sind:
Verschulden des Wartepflichtigen, in dessen Fahrbahn sich das Hindernis (z. B. ein parkendes Kfz) befindet, bei Kollision auf der Gegenfahrbahn nach den Grundsätzen über den Beweis des ersten Anscheins - keine Mitschuld des Entgegenkommenden bewiesen, aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG: 100 : 0
Verschulden des Wartepflichtigen - wie oben (1) - Mitschuld des Entgegenkommenden, weil er etwa auf eine frühzeitig erkennbare Gefahrenlage nicht oder fehlerhaft reagiert hat: 70 : 30
beiderseits kein Verschulden feststellbar - etwa an unübersichtlichen, den Überblick über den Gegenverkehr behindernden Stellen: 60 : 40
Fahrbahnverengungen etc., die die Fahrbahneigenschaft der betroffenen Stelle aufheben:
Verschulden des nach dem Prioritätsgrundsatz Wartepflichtigen - kein Verschulden des Bevorrechtigten, aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG - in Ausnahmefällen, etwa bei kleinen Engstellen, volle Haftung des Wartepflichtigen, sonst regelmäßig: 70 : 30
Verschulden des Wartepflichtigen wie oben (1) - Mitverschulden des Bevorrechtigten wegen Verstoßes gegen die Sorgfaltspflichten an derartigen Engstellen (§ 1 StVO): 60 : 40
Fälle, in denen die Priorität nicht zu klären ist beiderseits kein Verschulden nachweisbar oder beiderseits ein Verschulden festgestellt: 50 : 50
Zusammenstöße zwischen Linksabbiegern und nachfolgenden Kfz:
grobes Verschulden des Linksabbiegers bei völlig fehlender Einordnung und Anzeige der beabsichtigten Richtungsänderung - regelmäßig: 100 : 0
grobes Verschulden des Linksabbiegers wegen mangelhafter Einordnung oder Anzeige und wegen versäumter Rückschau - kein Verschulden des Überholers, aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des StVG: 80 : 20
grobes Verschulden des Linksabbiegers wie oben (a) - Mitverschulden des Überholers bei für ihn unklarer Verkehrslage: 60 : 40
Unaufklärbarkeit im innerörtlichen Verkehr oder Unaufklärbarkeit im außerörtlichen Verkehr, aber mit Nachweis, daß für den Linksabbieger keine Pflicht zu nochmaligen Rückschau bestand: 50 : 50
Linksabbieger ordnungsgemäß eingeordnet und ordnungsgemäße Anzeige der Richtungsänderung, aber Mitverschulden wegen versäumter und nach Verkehrslage gebotener Rückschau - Verschulden des Überholers wegen Nichtbeachtung der deutlichen Einordnung und Anzeige der Richtungsänderung: 40 : 60
Linksabbieger ordnungsgemäß eingeordnet und ordnungsgemäße Anzeige - kein Mitverschulden mangels einer Rückschaupflicht - Verschulden des Überholers wie oben (e): 20 : 80
Verschulden des Linksabbiegers nur wegen versäumter Rückschau - kein feststellbares Mitverschulden des Überholers, aber auch kein Entlastungsbeweis im Sinne des § 7 Abs. 2 StVG: 70 : 30
Zusammenstöße zwischen Rechtsabbiegern und nachfolgenden Kfz:
Abbiegen aus dem falschen Fahrstreifen bei markierten Fahrstreifen oder dichtem mehrstreifigen Verkehr - regelmäßig: 100 : 0
wie oben (a) - aber Mitverschulden des Überholers, der das nachweislich rechtzeitig gesetzte rechte Blinklicht des Abbiegers hätte bemerken und beachten müssen (unklare Verkehrslage): 70 : 30
im lockeren Verkehr ohne Fahrstreifenmarkierung: erhebliches Verschulden des falsch eingeordneten Abbiegers wegen versäumter Rückschau - kein Verschulden des Überholers, wenn nicht feststellbar ist, ob das rechte Blinklicht vom Abbieger rechtzeitig betätigt wurde: 70 : 30
Verschulden des Abbiegers wie oben (c) - Mitschuld des Überholers wegen Nichtbeachtung des rechtzeitig erkennbaren rechten Blinklichts: 50 : 50
Unfälle beim Überholen auf Autobahnen:
Unfälle beim Überholen auf anderen Straßen:
Unfälle an Hindernissen und Fahrbahnverengungen:
zwischen Überholer und zum Vorbeifahren am Hindernis ansetzendem Vordermann im lockeren Verkehr ohne Fahrstreifenmarkierung: Verquotung wie bei Überholunfällen (oben (4).
im lockeren Verkehr bei markierten Fahrstreifen:
regelmäßig (Anschein für Verstoß des Vordermanns gegen § 7 Abs. 4 StVO, kein nachgewiesenes Mitverschulden des auf dem neuen Fahrstreifen aufgekommenen Hintermanns): 100 : 0
Verkehrslage wie oben (1) - Mitverschulden des aufkommenden Fahrers, der mit dem Wechseln hätte rechnen müssen; je nach den konkreten Umständen: 70 : 30 bis 60 : 40
Reißverschlußverfahren" im dichten mehrstreifigen Verkehr (Voraussetzungen für die Anwendung des Reißverschlußverfahrens sind vom Fahrstreifenwechsler zu beweisen):
Verschulden des Fahrstreifenwechslers, der im Reißverschluß nicht an der Reihe ist - kein Mitverschulden des auf dem freien Fahrstreifen fahrenden Nachbarn, aber auch kein Entlastungsbeweis nach § 7Abs. 2 StVG: 80 : 20
wie oben (1) - aber Mitverschulden des benachbarten Fahrers, der den sich vordrängenden Wechsler nicht in den neuen Fahrstreifen lassen will: 50 : 50
Verschulden des Fahrstreifenwechslers, der zwar im Reißverschluß an der Reihe ist, aber nicht darauf vertrauen darf - Mitverschulden des Nachbarn auf dem freien Fahrstreifen, der das Überwechseln nicht ermöglicht; je nach den konkreten Umständen: 40: 60 bis 30: 70