Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Aufenthaltstitel-Amerikanerin-Jobwechsel-anstehende-Hochzeit--f171861.html
Timestamp: 2020-01-18 11:51:02
Document Index: 343620382

Matched Legal Cases: ['§18', '§34', '§ 7', '§ 28', '§ 28', '§ 7', '§ 41']

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| 15.01.2012 18:28 |
meine Verlobte (sie US-Amerikanerin, ich dt. Staatsbürger) wohnt seit rd. 3 Jahren mit mir in Deutschland und verfügt aktuell über eine Aufenthalterlaubnis (§18 Abs. 4 Satz 1 AufenthG), gültig bis 23. März 2014.
In Verbindung hiermit hat Sie eine Arbeitserlaubnis (gem. §34 BeschV Beschäftigung als Innenarchitektin bei XXX in XXX).
Wir planen, im Juni diesen Jahres zu heiraten (Standesamtliche Prüfung etc. bereits angestoßen, keine Probleme).
Meine Verlobte denkt allerdings über eine Kündigung Ihres o.g. Anstellungsverhältnisses noch vor der Hochzeit nach (unser Verständnis ist, dass nach der Hochzeit eigentlich keine separate Genehmigung eines Jobs durch die Ausländerbehörde/die Agentur für Arbeit erfolgen muss).
Verliert die bis März 2014 gewährte Aufenthaltserlaubnis durch die Kündigung des Jobs ebenfalls Ihre Gültigkeit?
Wie können wir eine reibungslose Einreise gewährleisten, wenn sie nach Kündigung dann z.B. im April nochmal einige Wochen in den USA verbringt und dann im Vorfeld der Hochzeit wieder zurück nach Deutschland kommt, um sich dann nach der Hochzeit um eine neue Stelle zu bemühen?
Was müssen wir ggfs. der Ausländerbehörde mitteilen?
Besteht die Möglichkeit / Notwendigkeit für die Übergangsphase zwischen März und Juni einen anderen Titel erwirken?
Deutschland Deutschland Aufenthaltserlaubnis Einreise USA
Dies ist der Fall, wenn auf dem Aufenthaltstitel vermerkt ist, dass dieser mit der Beendigung der erlaubten Tätigkeit erlischt. Dies ist in der Regel der Fall. Ansonsten kann diese Aufenthaltstitel nach § 7 AufenthG nachträglich verkürzt werden.
Dies wäre für einen Staatsangehörigen der USA unproblematisch, da diese die notwendige Aufenthaltstitel im Inland einholen können, ohne dass es ein Visumverfahren im Ausland betreiben werden muss. Wenn der standesamtliche Termin feststeht, dann darf diese bis zur Eheschließung im Inland bleiben.
Zutreffend ist des Weiteren, dass eine Aufenthaltserlaubnis nach § 28 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 AufenthG zur uneingeschränkten Erwerbstätigkeit berechtigt (§ 28 Abs. 5 AufenthG).
Ich sehe keine Möglichkeit, eine Aufenthaltserlaubnis zu erwirken. Da sie aber ohne Visum einreisen darf, kann sie mit dem Visum im Inland bleiben und nach Eheschließung die Aufenthaltserlaubnis ohne ausreisen zu müssen, beantragen.
Nachfrage vom Fragesteller	15.01.2012 | 19:55
Zur Präzisierung hätte ich noch folgende Nachfragen:
1) In unserem Falle ist es tatsächlich so, dass auf dem Aufenthaltstitel und der Arbeitserlaubnis keine weiteren Angaben außer den von mir bereits geschilderten gemacht sind, d.h. eine Einschränkung wurde nicht schriftlich festgehalten.
Aber Sie haben ja bereits erläutert, dass der Aufenthalt dennoch gem. § 7 AufenthG nachträglich verkürzt werden könnte, korrekt?
2) Die standesamtliche Genehmigung läuft bereits, alle Unterlagen wurden diese Woche im Standesamt ausgefüllt, lt. Rathaus werden diese nun bei Gericht zur Genehmigung vorgelegt, uns wurde eine Genehmigungsfrist von 2 - 4 Wochen avisiert.
Gemäß Ihrer Aussage ist nach Erhalt dieser Genehmigung und der Fixierung des Standesamttermins im Juni der Aufenthalt bis zur Eheschließung in Dtld. gestattet, der obige Kündigungssachverhalt (und Verlust des Aufenthalts) wäre damit quasi nicht mehr von Relevanz, korrekt?
3) Wenn nun nach Bestätigung des Standesamttermins die Kündigung erfolgt und dann die genannte Reise in die USA (z.B. im April für 4 Wochen) angetreten wird, ist dann durch das Aufenthaltsrecht bis zum Termin der Eheschließung auch das Recht zur Wiedereinreise enthalten (so verstehen ich Ihre Erklärung) ? Falls dem so ist, wie ist dies dokumentiert, macht es z.B. Sinn, die Unterlagen vom Standesamt auf die Reise mitzunehmen, um bei der Passkontrolle bei Wiedereinreise nach Deutschland die anstehende und genehmigte Eheschließung beweisen zu können?
Herzlichen Dank für Ihre Klarstellungen, sehr gerne stelle ich nach Erhalt Ihrer finalen Ausführung auch eine entsprechend positive Bewertung ein.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.01.2012 | 21:20
Zu 1.) Ja, es kann m.E. noch verkürzt werden. Dies Vorschrift lautet:
"Ist eine für die Erteilung, die Verlängerung oder die Bestimmung der Geltungsdauer wesentliche Voraussetzung entfallen, so kann die Frist auch nachträglich verkürzt werden."
Ansonsten besteht fort, da kein Vorbehalt bzgl. der Tätigkeit aufgenommen worden ist.
zu 2.) Durch Kündigung sollte die Aufenthaltserlaubnis weiter bestehen (s.o.). Durch Fixierung des Termins ist kein Aufenthaltsrecht per se entstanden, die Freundin müsste im Falle der Verkürzung des AE nicht ausreisen, denn Sie würde bis zur Eheschließung geduldet.
zu 3.) Nein. Sie hat immer die Möglichkeit, ohne Visum einzureisen. Dies wäre auch der Fall, wenn Sie nicht die Absicht hätte, zu heiraten. Die Vorschrift (§ 41 Abs. 1 AufenthV) lautet:
"Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, von Neuseeland und der Vereinigten Staaten von Amerika können auch für einen Aufenthalt, der kein Kurzaufenthalt ist, visumfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich darin aufhalten. Ein erforderlicher Aufenthaltstitel kann im Bundesgebiet eingeholt werden."
Ich hoffe, die Nachfragen zur Zufriedenheit beantwortet zu haben
Bewertung des Fragestellers 16.01.2012 | 09:56
"Umgehende Beantwortung der Anfrage wie auch der anschließenden Rückfrage. Für Visumfragen wie in unserem Falle jederzeit weiterzuempfehlen!"
FRAGESTELLER 16.01.2012 4,6/5,0
Einreise USA trotz Btm eintrag