Source: https://www.vermieter-forum.com/threads/berechnung-15-grenze-anschaffungsnahe-herstellungskosten.25207/
Timestamp: 2020-04-04 01:43:26
Document Index: 265690973

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§6', '§7', '§6', '§6', '§7', '§6', '§7', '§23']

Diskutiere berechnung 15 grenze anschaffungsnahe herstellungskosten im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind Eigentümer des 5 Familien Haus. In Jahr 2019 Januar haben wir einer Renovierungsbedürftiger Haus...
#1 V. Alexander, 20.02.2020
V. Alexander Neuer Benutzer
wir sind Eigentümer des 5 Familien Haus.
In Jahr 2019 Januar haben wir einer Renovierungsbedürftiger Haus gekauft.
Bis heute haben wir mehrere Arbeiten durchgeführt
Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a S. 1 EStG
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: 15%-Grenze von Gebäudewert haben wir
Wird auch geplant Haus Komplet Fassadendämmung durchführen
(Der haus aus 1969 nicht gedämmt)
Mit diesen Maßnahmen wir Überstegen 15% Grenze.
Bei Überschreitung der 15% Grenze werden die Investitionen auf 50Jahre abgeschrieben.
Um diese 15% Grenze nicht überschreiten müssen wir noch zwei Jahre warten.
Zwei Jahre werden wir Energie in Luft blasen.
Mit anderen Gesetzen Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung Fassadendämmung wird gefordert. Und mit anderen Gesetzt wird gebremst.
Kan das jemand mir erklären? Oder ich versteh das falsch?
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#2 Andres, 20.02.2020
Zitat von V. Alexander: ↑
Oder ich versteh das falsch?
Nein, nicht umsonst wird die erwähnte Vorschrift manchmal auch "Sanierungsstau-Paragraf" genannt.
dots, Newbie15, Northman und einer weiteren Person gefällt das.
#3 Newbie15, 20.02.2020
Hast du leider nicht falsch verstanden. Wir würden ja ein Teil unseres Daches auch erneuern lassen und besser dämmen, aber dank 15%-Grenze muss leider erst mal 3 Jahre sinnfrei weitergeheizt werden und notdürftig repariert, wenn was ist. Alles andere macht aber finanziell keinen Sinn und solange es irgendwie geht, warten wir. Die Heizkosten zahlen ja nicht wir, so hart es klingt.
#4 Immofan, 21.02.2020
Ja, das macht doch jeder private Investor so, wenn es irgendwie halbwegs möglich ist...
Was zählt eigentlich als Stichtag? Der Eintrag im Grundbuch?
#5 Ferdl, 21.02.2020
Ist halt ein typisches Beispiel von "gut gemeint".
Kommt in der Gesetzgebung öfter vor.
#6 taxpert, 21.02.2020
Ihr habt nichts dagegen, wenn ich ein wenig Advokatus Diaboli spiele, oder? Von daher bitte nicht jedes der folgenden Wörter auf die Goldwaage legen!
Ich gehe davon aus, dass dir gar nicht bewusst ist, dass der §6 Abs.1 Nr.1a EStG eben nicht dem Hirnfurz eines Ministerialbeamten entsprungen ist um mehr Steuern zu generieren, sondern schlicht die 1:1 Umsetzung der Rechtsprechung, die der BFH bereits seit Ende der 70er Jahre vertritt, in Gesetzesform! Sowohl Prozentzahl als auch Zeitspanne sind auf dem Mist des BFH gewachsen!
Auch ist es der BFH, der genau diese Norm immer strenger auslegt, und nicht das FA!
Kuckst Du Gesetzestext i.V.m. R7.4 Abs.1 S. EStR i.V.m. H7.4 „Lieferung“ EStH!
Den Steuergesetzen wohnt kein „grüner“ Gedanke inne! Soll auch gar nicht, denn das erste was man sonst streichen müsste, wäre die Pendlerpauschale. Diese Subventionierung ist schlicht ökologischer Wahnsinn, zumindest soweit sie auch bei Nutzung eines PKWs gewährt wird!
Außerdem muss man bedenken, dass es kein unerschöpfliches Füllhorn gibt, sondern einen festen Bundeshaushalt! Eine entsprechende ökologische Förderung über die Steuer -ähnlich §§7h, 7i EStG- würde zu Lasten anderer ökologischer Förderungen gehen!
Dan werdet ihr euch sicherlich vorher gut informiert haben, so dass weder die Kosten selber, noch die steuerlichen Folgen eine Überraschung darstellen sollten!
Wenn sich ein solches Engagement nur dann lohnt oder gar trägt, wenn die Steuer „mitspielt“, dann ist von Beginn an etwas falsch gelaufen! Ein steuerlicher Vorteil sollte höchstens das „Sahnehäubchen“ sein, das man in Anspruch nehmen kann aber nicht muss!
Das schöne am Steuerrecht ist: Es verbietet nichts! Niemand zwingt dich, mit der Sanierung zu warten! Es ist einzig und allein deine Entscheidung!
Und damit kommen wir dann zu Goethes „Faust“! „Zwei Herzen, ach, in meiner Brust!“
Wenn natürlich das tief schwarze Kapitalistenherz das grüne ökologische Herz besiegt, dann ist das nicht die Schuld des Steuerrechts, sondern eine ganz persönliche Entscheidung!
#7 Immofan, 21.02.2020
Wenn Du Dich damit auf den Dämmwahn beziehst, weiß ich nicht ob man ein grünes Herz hat, wenn man sein Bestandsgebäude auf Teufel komm raus dämmt und in Plastik packt, so wie es derzeit sehr viele Menschen machen.
Und wegen dem Stichtag, hätte ich mir eine konkrete Antwort in für Laien verständlichem Deutsch und keinen Verweis auf Paragrafen erhofft.
Aber so ist das in Deutschland, mein Steuerberater freut sich über die nie Endende Arbeit für die der Staat sorgt...
#8 Duncan, 21.02.2020
Naja, taxpert antwortet dir halt wie ein Finanzbeamter! Und der guckt in seine Vorschrift und da steht sinngemäß: so dir kein besserer Termin genannt wird und der plausibel ist, z.B. weil er mit der notariellen Urkunde übereinstimmt oder sich aus dieser herleitet, dann denk dir halt im Rahmen von Vorschrift X gemäß Rundschreiben A 38 einen Termin aus...
#9 Duncan, 21.02.2020
also auf dem Bau bezieht man sich da eher auf: "Bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt!" (auch wenn das etwas Geschmäckle hat, wird es doch gegenüber Gretchen geäußert...)
#10 taxpert, 22.02.2020
Warum gleich so angefressen? Lies vielleicht nochmal das Intro zu meinem post!
Wenn Dir meine Antwort ehrlich gesagt nicht mal die 5 Minuten Zeit wert ist, die genau benannten Fundstellen zu googlen, dann bist Du mir ehrlich gesagt auch nicht die Zeit wert, Dir jetzt oder in Zukunft auf Fragen zu antworten! Dann wirst Du wirklich zum StB deines Vertrauens gehen müssen, der Dir das in mundgerechten Stücken servieren wird! Natürlich gegen Gebühr!
Vielleicht ähnlich, aber nicht ganz so!
Die Frist des §6 Abs.1 Nr. 1a EStG war noch nicht Thema der Rechtsprechung des BFH!
Der §6 Abs.1 Nr. 1a EStG spricht von drei Jahren nach Anschaffung (deshalb Gesetzestext!). Der Begriff „Anschaffung“ ist im EStG nicht definiert. Er ist also ein unbestimmter Rechtsbegriff, der der Auslegung bedarf.
Meine Auslegung ist nun im Hinblick auf die Verwaltungsmeinung hinsichtlich des Beginns der AfA gestützt. Daher der Hinweis auf die EStR zu §7 EStG und nicht zu §6 EStG! Hier wird Anschaffung als Lieferung definiert. In den entsprechenden EStH zu §7 EStG findest Du dann, wie der BFH wiederum die Lieferung definiert (Übergang Nutzen, Lasten und Gefahr).
Somit hättest Du EINEN möglichen Termin für den Beginn der Frist!
Du kannst aber natürlich auch argumentieren, dass auch der §23 EStG die Frist ab Anschaffung berechnet!
Hier wiederum hat der BFH als Beginn auf das obligatorische Rechtsgeschäft, also das Datum des Notarvertrages abgestellt, BFH IX R 1/01.
Damit hättest Du einen ZWEITEN möglichen Termin, der deutlich früher liegen kann!
Welcher der beiden Termine „richtig“ ist, entscheide nicht ich und auch nicht Du, sondern der BFH in ein paar Jahren. Wieder ein paar Jahre später, wenn sich die Zusammensetzung des Senats geändert hat, ändert der BFH seine Rechtsauffassung und es ist dann der andere Termin! So ist Steuerrecht!
SteuerRECHT ist nun mal ein Teilbereich der Jura! Deshalb kann Dir ein Steuerrechtler häufig auch nur genauso schwammig antworten, wie ein RA!
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