Source: http://www.bdp-team.de/rechtsberatung/bilanzrecht-erleichterungen-fuer-kleinstunternehmen
Timestamp: 2018-01-16 11:06:58
Document Index: 155288148

Matched Legal Cases: ['§\u2009267', '§\u2009268', '§\u2009266', '§\u2009251', '§\u2009268', '§\u2009285', '§\u2009160']

Bilanzrecht - Erleichterungen für Kleinstunternehmen
Bilanzrecht Erleichterungen für Kleinstunternehmen
Am 28.12.2012 ist das Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) in Kraft getreten. Somit können die ca. 500.000 Kleinstkapitalgesellschaften in Deutschland schon für den Jahresabschluss 2012 von den optionalen Aufstellungs- und Offenlegungserleichterungen profitieren.
Begriff der Kleinstkapitalgesellschaft
Als Kleinstkapitalgesellschaft gelten gemäß § 267a HGB kleine Kapitalgesellschaften, die mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen nicht überschreiten:
350.000 Euro Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (§ 268 Abs. 3 HGB)
Der Umfang des Jahresabschlusses der Kleinstkapitalgesellschaft kann sich auf Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung beschränken. Ein Anhang braucht nicht aufgestellt zu werden, wenn einige Angaben „unter der Bilanz” gemacht werden:
Bilanz: Die Mindestgliederungstiefe der Bilanz der Kleinstkapitalgesellschaft besteht grundsätzlich nur aus den mit Buchstaben bezeichneten Posten (§ 266 Abs. 1 Satz 4 HGB), wie sie in der Tabelle unten aufgeführt sind.
Angaben über die nicht in der Bilanz auszuweisenden Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB und § 268 Abs. 7 HGB
Angaben über gewährte Vorschüsse und Kredite unter Angabe der Zinssätze, wesentlichen Bedingungen usw. gegenüber Geschäftsführungsorgan und Aufsichtsrat u. Ä. nach § 285 Nr. 9 Buchst. c HGB
Angaben über den Bestand eigener Aktien im Falle von AG und KGaA nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG
Bei der Offenlegung des Jahresabschlusses der Kleinstkapitalgesellschaft reicht es aus, die Bilanz in elektronischer Form zur dauerhaften Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers einzureichen. Die hinterlegte Bilanz ist auf der Internetseite aber nicht zugänglich. Interessierten Dritten werden Bilanzen von Kleinstkapitalgesellschaften nur auf Antrag und gegen Gebühr übermittelt.
Die Aufstellungs- und Offenlegungserleichterungen können auch einzeln in Anspruch genommen werden; d. h., die Kleinstkapitalgesellschaft kann die Hinterlegungsoption auch dann wählen, wenn sie keine der Aufstellungserleichterungen in Anspruch genommen hat.
Im Ergebnis wird das MicroBilG nicht zu nennenswerten Arbeitserleichterungen und Kostenersparnissen bei den betroffenen Kleinstkapitalgesellschaften führen. Die Möglichkeit der Aufstellung einer stark aggregierten Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung legt scheinbar eine Verkleinerung des Kontenplans nahe. Das ist aber betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll und wegen der E-Bilanz, der das Format der großen Kapitalgesellschaft zugrunde liegt, auch nicht möglich. Außerdem kann es sein, dass Ihr Kreditinstitut weiterhin einen Jahresabschluss und Anhang wie bisher fordert. Folglich wird kontiert und gebucht wie bisher.
Auch der Wegfall des Anhangs wird den Aufstellungsaufwand kaum wesentlich verringern können. Es bleiben als wesentlicher Aspekt die Änderungen bei der Offenlegung in Form der dauerhaften Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers. Ob Aufstellungs- und Offenlegungserleichterungen in Anspruch genommen werden, sollte im Einzelfall geprüft und abgestimmt werden. Sprechen Sie uns hierzu gerne an.
ist Steuerfachwirt bei bdp Hamburg.