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Timestamp: 2016-10-26 00:30:30
Document Index: 53655092

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 33', 'Art. 87', 'Art. 71', 'Art. 70', 'Art. 67', 'Art. 64', 'Art. 33', 'Art. 87', 'Art. 33', 'Art. 87', 'Art. 87', 'BGE', 'Art. 33', 'Art. 87', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 87', 'Art. 2', 'Art. 98', 'Art. 97', 'Art. 71', 'Art. 70', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 64', 'Art. 73', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 87', 'Art. 333', 'Art. 333', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 71', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 64', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 64', 'Art. 73', 'Art. 79', 'Art. 97', 'Art. 70', 'Art. 21', 'Art. 73', 'Art. 71', 'Art. 70', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 70', 'Art. 64', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 69', 'Art. 71', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 64', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 71', 'Art. 64', 'Art. 73', 'Art. 79', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 64', 'Art. 97', 'Art. 67', 'Art. 70', 'Art. 71', 'Art. 71', 'Art. 64', 'Art. 73', 'Art. 79', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 70', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 70', 'Art. 97', 'Art. 70', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 70', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 97', 'Art. 410', 'Art. 410', 'Art. 410', 'e contrario', 'Art. 417', 'Art. 97', 'Art. 70', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 87', 'Art. 33', 'Art. 97', 'Art. 71', 'Art. 73', 'Art. 79', 'Art. 67', 'Art. 87', 'Art. 410', 'Art. 73', 'Art. 333', 'Art. 61', 'Art. 69', 'Art. 410', 'Art. 33']

139 IV 62
139 IV 629. Auszug aus dem Urteil der Strafrechtlichen Abteilung i.S. Swissmedic (Schweizerisches Heilmittelinstitut) gegen X. (Beschwerde in Strafsachen)
6B_771/2011 vom 11. Dezember 2012
La prescription de l'action p�nale ne court plus lorsqu'un jugement de premi�re instance a �t� rendu (art. 97 al. 3 CP). Le mandat de r�pression rendu en proc�dure p�nale administrative (art. 64 DPA) n'est pas un jugement de premi�re instance au sens de l'art. 97 al. 3 CP, au-del� duquel la prescription ne court plus (confirmation de la jurisprudence). Cela vaut �galement lorsque l'opposition form�e contre le mandat de r�pression est trait�e comme une demande de jugement par le tribunal et qu'aucun prononc� p�nal (art. 70 DPA) n'est d�s lors rendu (consid. 1.4). Sont des jugements de premi�re instance au sens de l'art. 97 al. 3 CP, audel� duquel la prescription ne court plus, non seulement les prononc�s de condamnation, mais �galement ceux d'acquittement (changement de jurisprudence; consid. 1.5). Faits � partir de page 63
BGE 139 IV 62 S. 63
A. X. war von 1996 bis 2006 Chefapothekerin in einem Spital. In dieser Funktion pr�sidierte sie auch die Medikamentenkommission, welche �ber die Aufnahme von Arzneimitteln in die Medikamentenliste (Bestellliste) des Spitals entschied. X. schloss im Namen der Spitalapotheke am 11. November 2002 und am 10. Dezember 2003 zwei Vertr�ge mit der A. SA und am 3./22. Dezember 2004 einen Vertrag mit der B. AG ab. Die A. SA leistete im Dezember 2002 und im Oktober 2004 Zahlungen von Fr. 19'000.- respektive Fr. 15'000.- auf ein von X. eingerichtetes Postkonto mit der Bezeichnung "R&D& Formation" (f�r "Research&Development&Formation"). Die B. AG �berwies im Dezember 2004 einen Betrag von Fr. 15'000.- auf dasselbe Konto.
B. B.a Die Swissmedic bestrafte X. mit Strafbescheiden vom 18. und 19. M�rz 2009 wegen Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz (Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b HMG) mit Bussen von Fr. 2'000.- respektive Fr. 800.-.
X. erhob Einsprache. Die Swissmedic behandelte diese auf Antrag der Einsprecherin gem�ss Art. 71 des Bundesgesetzes �ber das Verwaltungsstrafrecht (VStrR) als Begehren um Beurteilung durch das Strafgericht. Das Einspracheverfahren, also der Erlass einer Strafverf�gung (Art. 70 VStrR) auf Einsprache (Art. 67 VStrR) der Geb�ssten gegen den Strafbescheid (Art. 64 VStrR), wurde mithin �bersprungen.
B.b Das Bezirksstrafgericht der Saane sprach X. mit Urteil vom 20. November 2009 vom Vorwurf der �bertretung des Heilmittelgesetzes (Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b HMG) frei.
Gegen dieses Urteil erhob die Swissmedic Berufung mit den Antr�gen, X. sei der mehrfachen vors�tzlichen, eventuell der mehrfachen fahrl�ssigen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz (Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b [eventuell auch i.V.m. Art. 87 Abs. 3] HMG) schuldig zu sprechen.
Der Strafappellationshof des Kantonsgerichts Freiburg wies mit Urteil vom 16. September 2011 die Berufung der Swissmedic ab und BGE 139 IV 62 S. 64best�tigte den erstinstanzlichen Freispruch vom Vorwurf der �bertretung gegen das Heilmittelgesetz.
C. Die Swissmedic f�hrt mit Eingabe vom 23. November 2011 Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, X. sei der mehrfachen vors�tzlichen, eventuell der mehrfachen fahrl�ssigen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 2 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b (eventuell auch i.V.m. Art. 87 Abs. 3) HMG schuldig zu sprechen und zu Bussen von Fr. 2'000.- und Fr. 800.- zu verurteilen. Die Swissmedic stellt zudem Antr�ge betreffend die Verteilung der Verfahrenskosten in den verschiedenen Verfahrensstadien.
1. Es stellt sich zun�chst die Frage der Verj�hrung. Solange die Verfolgungsverj�hrung l�uft, ist in jedem Stadium des Verfahrens, auch im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren, von Amtes wegen zu pr�fen, ob sie eingetreten ist (BGE 129 IV 49 E. 5.4; BGE 116 IV 80 E. 2; BGE 97 IV 153 E. 2)
1.1 Das Bundesgesetz vom 15. Dezember 2000 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG; SR 812.21) enth�lt hinsichtlich der Verj�hrung lediglich eine Bestimmung betreffend die Dauer der Verj�hrungsfrist bei �bertretungen (Art. 87 Abs. 5 HMG). Es findet sich im Gesetz keine Regelung betreffend den Beginn und das Ende der Verfolgungsverj�hrung. Insoweit sind, da diesbez�gliche Vorschriften auch im Bundesgesetz �ber das Verwaltungsstrafrecht fehlen, gem�ss Art. 2 VStrR (SR 313.0) die Bestimmungen des Strafgesetzbuches anwendbar.
Gem�ss Art. 98 StGB beginnt die Verj�hrung (a.) mit dem Tag, an dem der T�ter die strafbare T�tigkeit ausf�hrt; (b.) wenn der T�ter die strafbare T�tigkeit zu verschiedenen Zeiten ausf�hrt, mit dem Tag, an dem er die letzte T�tigkeit ausf�hrt; (c.) wenn das strafbare Verhalten dauert, mit dem Tag, an dem dieses Verhalten aufh�rt. Ist vor Ablauf der Verj�hrungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so tritt die Verj�hrung nicht mehr ein (Art. 97 Abs. 3 StGB). Diese Bestimmungen entsprechen inhaltlich aArt. 71 und aArt. 70 Abs. 3 StGB in der Fassung gem�ss Bundesgesetz vom 5. Oktober 2001 (AS 2002 2993 und 3146), welche zur Zeit der vorliegend inkriminierten Handlungen in Kraft waren. Die Bestimmungen �ber den Beginn und das Ende der Verj�hrung gelten gem�ss Art. 104 StGB auch f�r BGE 139 IV 62 S. 65�bertretungen (siehe BGE 135 IV 196 E. 2 betreffend Art. 97 Abs. 3 StGB im Besonderen).
1.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist unter einem erstinstanzlichen Urteil, mit dessen Ausf�llung vor Ablauf der Verj�hrungsfrist gem�ss Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB in der Fassung gem�ss Bundesgesetz vom 5. Oktober 2001) die Verj�hrung nicht mehr eintreten kann, ein den Beschuldigten verurteilendes Erkenntnis zu verstehen und l�uft somit im Falle eines erstinstanzlichen Entscheids, durch welchen der Beschuldigte freigesprochen oder das Verfahren eingestellt wird, die Verfolgungsverj�hrung weiter (BGE 135 IV 196 E. 2.1; BGE 134 IV 328 E. 2.1). In Strafsachen, die zun�chst im Verwaltungsstrafverfahren gem�ss dem Bundesgesetz �ber das Verwaltungsstrafrecht durchgef�hrt werden, ist die Strafverf�gung der Verwaltung (Art. 70 VStrR) der massgebende Entscheid, mit welchem die Verj�hrung endet, und h�rt somit die Verj�hrung einerseits nicht bereits mit dem Strafbescheid der Verwaltung (Art. 64 VStrR) und andererseits nicht erst mit dem erstinstanzlichen Gerichtsurteil im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung (Art. 73 ff., 79 VStrR) zu laufen auf (BGE 135 IV 196 E. 2; BGE 133 IV 112 E. 9.4.4).
1.3 1.3.1 Soweit die inkriminierten Handlungen �berhaupt Straftaten darstellen sollten, begann die Verj�hrung mit den Tagen zu laufen, an denen die Beschwerdegegnerin die geldwerten Vorteile annahm, d.h. an den Tagen, an denen die A. SA im Dezember 2002 und im Oktober 2004 sowie die B. AG im Dezember 2004 Zahlungen auf das von der Beschwerdegegnerin eingerichtete Postkonto leisteten. Zwischen den Annahmen der beiden Zahlungen der A. SA besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin weder eine tatbest�ndliche noch eine nat�rliche Handlungseinheit, da deren Voraussetzungen (siehe dazu BGE 131 IV 83 E. 2.4.5) schon mangels des erforderlichen engen zeitlichen Zusammenhangs nicht erf�llt sind.
1.3.2 �bertretungen gem�ss Heilmittelgesetz verj�hren entgegen der sich aus Art. 87 Abs. 5 HMG i.V.m. Art. 333 Abs. 6 lit. b StGB (respektive aArt. 333 Abs. 5 lit. b StGB) ergebenden Regelung nicht in zehn Jahren, sondern in sieben Jahren, da die Verj�hrungsfrist f�r �bertretungen im Sinne eines Spezialgesetzes vern�nftigerweise nicht l�nger sein kann als die Verj�hrungsfrist f�r Vergehen im Sinne desselben Spezialgesetzes (Urteil 6B_374/2008 vom 27. November 2008 E. 5; siehe auch BGE 134 IV 328 E. 2.1). Soweit im Urteil 6B_5/2010BGE 139 IV 62 S. 66 vom 30. Juni 2010 (E. 4.2) in einer Randbemerkung unter Hinweis auf das Urteil 6B_115/2008 vom 4. September 2008 von einer Verj�hrungsfrist von 7 � Jahren ausgegangen wird, liegt ein Versehen vor, da die im Urteil 6B_115/2008 (E. 2.7) vertretene Auffassung, dass die Verj�hrungsfrist 7 � Jahre betrage, durch das Urteil 6B_374/2008 korrigiert worden ist. 1.3.3 Die Strafbescheide der Beschwerdef�hrerin vom 18. und 19. M�rz 2009, durch welche die Beschwerdegegnerin wegen �bertretung gegen das Heilmittelgesetz geb�sst wurde, sind keine Urteile im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB), nach deren Ausf�llung vor Ablauf der Verj�hrungsfrist die Verj�hrung nicht mehr eintreten kann (BGE 135 IV 196 E. 2.1; BGE 133 IV 112 E. 9.4.4). Eine Strafverf�gung im Sinne von Art. 70 VStrR hat die Beschwerdef�hrerin nicht erlassen, da sie die gegen die Strafbescheide erhobenen Einsprachen auf Antrag der Beschwerdegegnerin gem�ss Art. 71 VStrR als Begehren um gerichtliche Beurteilung behandelte. Durch das Urteil des Bezirksstrafgerichts der Saane vom 20. November 2009 wurde die Beschwerdegegnerin freigesprochen, weshalb die Verj�hrung auch nach der Ausf�llung dieses Urteils weiterlief (BGE 135 IV 196 E. 2; BGE 134 IV 328 E. 2.1). Auf der Grundlage der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind daher die der Beschwerdegegnerin zur Last gelegten Handlungen bei einer Verj�hrungsfrist von sieben Jahren im Dezember 2009 (Zahlung der A. SA von Fr. 19'000.- im Dezember 2002) respektive im Oktober 2011 (Zahlung der A. SA von Fr. 15'000.- im Oktober 2004) beziehungsweise im Dezember 2011 (Zahlung der B. AG von Fr. 15'000.- im Dezember 2004) verj�hrt.
1.4 Die Beschwerdef�hrerin fordert eine �nderung der Rechtsprechung, wonach im Anwendungsbereich des Bundesgesetzes �ber das Verwaltungsstrafrecht die Verj�hrung mit dem Erlass der Strafverf�gung der Verwaltung im Sinne von Art. 70 VStrR endet. Sie ist der Auffassung, die Strafverf�gung der Verwaltung sei verj�hrungsrechtlich unerheblich. Die Verj�hrung h�re bereits mit der Ausf�llung des Strafbescheids der Verwaltung (Art. 64 VStrR) zu laufen auf.
1.4.1 Nach Art. 97 Abs. 3 StGB respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB tritt die Verj�hrung nicht mehr ein, wenn vor Ablauf der Verj�hrungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist. Gem�ss den Ausf�hrungen in der Botschaft des Bundesrates vom 21. September 1998 zur Teilrevision des Strafgesetzbuches (Allgemeine Bestimmungen BGE 139 IV 62 S. 67etc.) sind unter Urteilen im Sinne dieser Bestimmung auch Urteile im Abwesenheitsverfahren sowie Strafmandate (Strafbefehle) zu verstehen, die nicht Gegenstand eines Rechtsmittel- oder Einspracheverfahrens waren (Botschaft, BBl 1999 1997 ff., 2134). Weitere Er�rterungen zum Begriff des Urteils im Sinne der zitierten Bestimmung enth�lt die Botschaft nicht. Die Tragweite der Vorschrift war auch nicht Gegenstand der parlamentarischen Beratungen.
1.4.2 In BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 erwog das Bundesgericht, dass jeder Strafverf�gung (Art. 70 VStrR) zwingend ein Strafbescheid (Art. 64 VStrR) voranzugehen habe, welcher wie ein Strafmandat (Strafbefehl) auf summarischer Grundlage getroffen werden k�nne. Die Strafverf�gung m�sse demgegen�ber auf einer umfassenden Grundlage beruhen und werde in einem kontradiktorischen Verfahren erlassen. W�hrend somit der Strafbescheid Parallelen zum Strafmandat (Strafbefehl) aufweise, sei die Strafverf�gung einem gerichtlichen Urteil gleichzustellen, mit dessen Ausf�llung die Verj�hrung zu laufen aufh�re. Diese Auffassung ist in einem Teil des Schrifttums auf Kritik gestossen. Danach ist erst das erstinstanzliche Erkenntnis im gerichtlichen Verfahren (Art. 73 ff., Art. 79 VStrR) als erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB) zu qualifizieren. Zur Begr�ndung wird ausgef�hrt, dass Entscheide der Verwaltung und somit auch Strafverf�gungen keine Urteile seien, da sie nicht von einem Gericht erlassen w�rden und nicht mit einem Rechtsmittel, sondern mit einer blossen Einsprache anzufechten seien. Zudem k�nne das Verwaltungsstrafverfahren g�nzlich entfallen, wenn das �bergeordnete Departement die Voraussetzungen einer Freiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Massnahme f�r gegeben halte (siehe Art. 21 Abs. 1 i.V.m. Art. 73 Abs. 1 VStrR). Ausserdem k�nne das Verwaltungsstrafverfahren zumindest teilweise �bersprungen werden, wenn die Verwaltung die Einsprache gegen den Strafbescheid auf Antrag oder mit Zustimmung des Einsprechers als Begehren um gerichtliche Beurteilung durch das Strafgericht behandle (Art. 71 VStrR) und somit keine Strafverf�gung (Art. 70 VStrR) erlassen werde (RIEDO/ZURBR�GG, Der Jetlag dauert an oder Neue Unw�gbarkeiten im Recht der strafrechtlichen Verj�hrung, AJP 2009 S. 372 ff., 377 f.).
1.4.3 Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, dass entgegen dieser Meinungs�usserung im Schrifttum nicht erst das erstinstanzliche BGE 139 IV 62 S. 68Urteil im gerichtlichen Verfahren und entgegen der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch nicht die Strafverf�gung der Verwaltung, sondern bereits der Strafbescheid der Verwaltung als erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB zu qualifizieren ist, nach dessen Ausf�llung die Verj�hrung nicht mehr eintreten kann. Zwar weise der Strafbescheid (Art. 64 VStrR) gewisse Parallelen zum Strafbefehl auf, doch unterscheide er sich davon wesentlich dadurch, dass ihm zwingend ein Schlussprotokoll (Art. 61 VStrR) vorauszugehen habe. Dieses enthalte in komplexen F�llen bereits eine ausf�hrliche rechtliche W�rdigung, zu welcher der Beschuldigte Stellung nehmen k�nne. Das in BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 als wesentlich erachtete Element des "kontradiktorischen Verfahrens" finde namentlich in komplexen F�llen bereits im Stadium zwischen der Erstellung des Schlussprotokolls und dem Erlass des Strafbescheids statt. Demgegen�ber sei es mit dem "kontradiktorischen Verfahren" im Stadium zwischen Strafbescheid und Strafverf�gung in Tat und Wahrheit nicht weit her. Die Verwaltung sei zwar verpflichtet, den Strafbescheid auf Einsprache hin zu �berpr�fen, doch sei sie nicht verpflichtet, sondern lediglich berechtigt, eine m�ndliche Verhandlung anzuordnen und die Untersuchung zu erg�nzen (Art. 69 Abs. 1 VStrR). Die Beschwerdef�hrerin weist sodann darauf hin, sie h�tte im vorliegenden Fall, anstatt dem Antrag der Beschwerdegegnerin auf �berspringen des Einspracheverfahrens (Art. 71 VStrR) stattzugeben, ohne weiteres zwei mit den Strafbescheiden weitgehend �bereinstimmende Strafverf�gungen erlassen k�nnen, womit nach der Rechtsprechung die Verfolgungsverj�hrung zu laufen aufgeh�rt h�tte. Im Falle der Aufrechterhaltung der in BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 begr�ndeten Praxis sei davon auszugehen, dass die Verwaltung einzig zum Zwecke der Vermeidung des Verj�hrungsrisikos Antr�gen auf �berspringen des Einspracheverfahrens nicht mehr stattgeben werde, zumal nicht voraussehbar sei, innert welcher Frist ein erstinstanzlicher Gerichtsentscheid im gerichtlichen Verfahren ausgef�llt werde, und somit ein erh�htes Verj�hrungsrisiko bestehe. Aus diesen Gr�nden sei die bundesgerichtliche Rechtsprechung in dem Sinne zu �ndern, dass nicht erst eine allf�llige Strafverf�gung (Art. 70 VStrR), sondern bereits der Strafbescheid der Verwaltung (Art. 64 VStrR) als erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB zu qualifizieren sei, nach dessen Ausf�llung die Verj�hrung nicht mehr eintreten k�nne. 1.4.4 Das Bundesgericht hatte sich in BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 nicht mit der Konstellation der hier vorliegenden Art zu befassen, in BGE 139 IV 62 S. 69 welcher die Einsprache gegen den Strafbescheid gem�ss Art. 71 VStrR als Begehren um gerichtliche Beurteilung behandelt und somit zufolge �berspringens des Einspracheverfahrens keine Strafverf�gung erlassen wird. Es pr�fte daher nicht, ob in dieser Situation bereits mit dem Strafbescheid (Art. 64 VStrR) oder erst mit dem (verurteilenden) Erkenntnis der ersten Gerichtsinstanz im gerichtlichen Verfahren (Art. 73 ff., Art. 79 VStrR) die Verj�hrung zu laufen aufh�rt. Die Frage muss im vorliegenden Verfahren entschieden werden. 1.4.5 Der Strafbescheid der Verwaltung ist aus den in BGE 133 IV 112 E. 9.4.4 genannten Gr�nden kein erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB. Daran verm�gen die von der Beschwerdef�hrerin vorgetragenen Argumente nichts zu �ndern. Dass in einzelnen, namentlich komplexen F�llen dem Erlass des Strafbescheids in der Praxis ein aufw�ndiges Verfahren vorausgehen kann, ist nicht entscheidend. Ist aber der Strafbescheid (Art. 64 VStrR) kein erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB, so gilt dies nicht nur, wenn ihm auf Einsprache (Art. 67 ff. VStrR) hin eine Strafverf�gung (Art. 70 VStrR) folgt, sondern auch, wenn die Einsprache gegen den Strafbescheid als Begehren um gerichtliche Beurteilung behandelt (Art. 71 VStrR) und somit zufolge �berspringens des Einspracheverfahrens keine Strafverf�gung erlassen wird. Denn das �berspringen des Einspracheverfahrens �ndert an der Rechtsnatur des Strafbescheids nichts, und bei dessen Erlass ist ungewiss, ob eine allf�llige Einsprache als Begehren um gerichtliche Beurteilung behandelt werden wird. In den F�llen, in welchen das Einspracheverfahren �bersprungen wird (Art. 71 VStrR), ist somit nicht der Strafbescheid (Art. 64 VStrR), sondern der erstinstanzliche Gerichtsentscheid im gerichtlichen Verfahren (Art. 73 ff., Art. 79 VStrR) als erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB zu qualifizieren, nach dessen Ausf�llung vor Ablauf der Verj�hrungsfrist die Verj�hrung nicht mehr eintritt.
1.4.6 Welche Konsequenzen sich daraus f�r die F�lle ergeben, in denen das Einspracheverfahren nicht �bersprungen, sondern nach dem Erlass des Strafbescheids eine Strafverf�gung ausgef�llt wird, ist hier nicht zu entscheiden. Es ist nicht zu pr�fen, ob folgerichtig auch in diesen F�llen die Verj�hrung erst mit der Ausf�llung des erstinstanzlichen Urteils im gerichtlichen Verfahren zu laufen aufh�rt und die Rechtsprechung in diesem Sinne zu �ndern w�re. BGE 139 IV 62 S. 70
1.5 Die Beschwerdef�hrerin fordert unter Hinweis auf Meinungs�usserungen in der Lehre eine �nderung der Rechtsprechung, wonach unter einem Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB), nach dessen Ausf�llung vor Ablauf der Verj�hrungsfrist die Verj�hrung nicht mehr eintreten kann, ausschliesslich verurteilende, nicht auch freisprechende Erkenntnisse zu verstehen sind. Sie macht geltend, dass auch ein freisprechender erstinstanzlicher Entscheid ein Urteil im Sinne der zitierten Bestimmung sei und daher die Verj�hrung auch mit der Ausf�llung eines freisprechenden erstinstanzlichen Urteils vor Ablauf der Verj�hrungsfrist zu laufen aufh�re. Demnach habe im vorliegenden Fall die Verj�hrung sp�testens mit der Ausf�llung des freisprechenden Urteils des Bezirksstrafgerichts der Saane vom 20. November 2009 geendet. In jenem Zeitpunkt seien noch nicht sieben Jahre seit den inkriminierten Handlungen verstrichen gewesen.
1.5.1 Gem�ss Art. 97 Abs. 3 StGB respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB tritt die Verj�hrung nicht mehr ein, wenn vor Ablauf der Verj�hrungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist (si un jugement de premi�re instance a �t� rendu; se � stata pronunciata una sentenza di prima istanza).
In BGE 134 IV 328 E. 2.1 erwog das Bundesgericht, es stelle sich die Frage, ob unter "Urteilen" im Sinne der zitierten Bestimmung nur Verurteilungen oder auch Freispr�che und Verfahrenseinstellungen zu verstehen sind. Der Wortlaut der Bestimmung lasse beides zu. Die Verj�hrung bezwecke aus verschiedenen prozessualen und materiell-strafrechtlichen Gr�nden, die Strafverfolgung nach Ablauf einer bestimmten Zeit einzustellen. Mit einem Freispruch werde festgestellt, dass der Angeklagte wegen der gegen ihn erhobenen Vorw�rfe nicht verurteilt werden kann. Es widerspr�che jeder Logik, an diese Feststellung die Rechtsfolge zu kn�pfen, dass der Freigesprochene wegen eben dieser Vorw�rfe zeitlich unbegrenzt weiter verfolgt werden k�nne, weil die beurteilte Straftat nicht mehr verj�hre. Unter "erstinstanzlichen Urteilen" im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB seien daher ausschliesslich verurteilende Erkenntnisse zu verstehen. Das Bundesgericht hat diese Auffassung in der Folge mehrfach best�tigt (BGE 135 IV 196 E. 2.1; Urteile 6B_983/2010 vom 19. April 2011 E. 4.2.1; 6B_819/2010 vom 3. Mai 2011 E. 4.3). Im Urteil 6B_242/2011 vom 15. M�rz 2012 (wiedergegeben in SJ 2012 I S. 313 ff.) erwog es, BGE 134 IV 328 E. 2.1 habe klar zum Ausdruck gebracht, dass BGE 139 IV 62 S. 71unter erstinstanzlichen Urteilen im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB) nur verurteilende und nicht auch freisprechende Erkenntnisse zu verstehen seien. Diese Rechtsprechung sei zwar von einem Teil der Lehre kritisiert worden. Die Voraussetzungen f�r eine �nderung der Praxis seien indessen nicht erf�llt. Nach einem freisprechenden erstinstanzlichen Urteil laufe die Verj�hrung weiter. Wenn die Rechtsmittelinstanz den erstinstanzlichen freisprechenden Entscheid aufhebe und die Sache zur Verurteilung an die erste Instanz zur�ckweise, h�re die Verj�hrung erst mit der Ausf�llung des neuen, verurteilenden erstinstanzlichen Entscheids zu laufen auf. Im Urteil 6B_983/2010 vom 19. April 2011 E. 4.2.3 hielt das Bundesgericht fest, die Verfolgungsverj�hrung h�re mit der Ausf�llung eines verurteilenden erstinstanzlichen Erkenntnisses zu laufen auf. Die Verj�hrung laufe ab diesem Zeitpunkt unabh�ngig von allf�lligen Rechtsmitteln nicht weiter, auch nicht, wenn die erstinstanzliche Verurteilung in Gutheissung eines Rechtsmittels aufgehoben werde. In der Lehre sind die Meinungen geteilt. Nach der einen Auffassung sind unter "Urteilen" im Sinne von Art. 97 Abs. 3 StGB beziehungsweise aArt. 70 Abs. 3 StGB nur verurteilende Erkenntnisse zu verstehen (ALAIN MACALUSO, forumpoenale 5/2009 S. 278 f.; GILBERT KOLLY, in: Commentaire romand, Code p�nal, Bd. I, 2009, N. 61 zu Art. 97 StGB). Nach der andern Ansicht fallen darunter auch freisprechende Urteile (RIEDO/ZURBR�GG, a.a.O., S. 377; CHRISTIAN DENYS, Prescription de l'action p�nale, les nouveaux art. 70, 71, 109 et 333 al. 5 CP, SJ 2003 II 49 ff., 54 f.; VINCENT MAENDLY, La prescription, in: La nouvelle partie g�n�rale du Code p�nal suisse, Kuhn/Moreillon/Viredaz/Bichovsky [Hrsg.], 2006, S. 375 ff., 378; BERNARD BERTOSSA, SJ 2012 I 316).
Gegen die in BGE 134 IV 328 E. 2.1 begr�ndete Rechtsprechung werden Einw�nde und Bedenken in verschiedener Hinsicht vorgebracht. Bei grammatikalischer Auslegung von Art. 97 Abs. 3 StGB (respektive aArt. 70 Abs. 3 StGB) sei selbstverst�ndlich auch ein freisprechendes Erkenntnis ein "Urteil" im Sinne dieser Bestimmung. Die Auffassung des Bundesgerichts, der Wortlaut der Bestimmung sei nicht eindeutig und lasse auch die Auslegung zu, dass nur verurteilende Erkenntnisse als "Urteile" zu qualifizieren seien, sei unhaltbar und schlechterdings falsch. Dies ergebe sich auch mit Blick auf den franz�sischen und den italienischen Gesetzeswortlaut, worin von BGE 139 IV 62 S. 72"jugement" respektive "sentenza" die Rede sei (RIEDO/ZURBR�GG, a.a.O., S. 377). Der Wortlaut der Bestimmung sei klar und bed�rfe keiner Auslegung (BERNARD BERTOSSA, a.a.O.). Wenn die Verj�hrung nach freisprechenden Erkenntnissen weiterlaufe, bestehe das Risiko, dass im Falle der Einreichung eines Rechtsmittels gegen das freisprechende erstinstanzliche Urteil durch die Staatsanwaltschaft oder die Privatkl�gerschaft die Verj�hrung w�hrend des Rechtsmittelverfahrens eintrete und somit ein allf�lliges Fehlurteil der ersten Instanz von der Rechtsmittelinstanz nicht mehr korrigiert werden k�nne. Genau dies wolle die neue Bestimmung verhindern (RIEDO/ZURBR�GG, a.a.O., S. 377). Es sei nicht gerechtfertigt, die von der ersten Instanz m�glicherweise zu Unrecht freigesprochene Person unter dem Gesichtspunkt der Verj�hrung g�nstiger zu behandeln als eine erstinstanzlich verurteilte Person (BERNARD BERTOSSA, a.a.O.).
1.5.2 Eine �nderung der Rechtsprechung l�sst sich regelm�ssig nur begr�nden, wenn die neue L�sung besserer Erkenntnis der ratio legis, ver�nderten �usseren Verh�ltnissen oder gewandelter Rechtsanschauung entspricht; andernfalls ist die bisherige Praxis beizubehalten. Eine Praxis�nderung muss sich auf ernsthafte sachliche Gr�nde st�tzen k�nnen, die - vor allem im Interesse der Rechtssicherheit - umso gewichtiger sein m�ssen, je l�nger die als falsch oder nicht mehr zeitgem�ss erachtete Rechtsanwendung gehandhabt wurde (BGE 137 III 352 E. 4.6; BGE 136 III 6 E. 3; BGE 135 I 79 E. 3, je mit Hinweisen). Die in BGE 134 IV 328 E. 2.1 begr�ndete Rechtsprechung zu der am 1. Oktober 2002 in Kraft getretenen Bestimmung, wonach die Verj�hrung nicht mehr eintritt, wenn vor Ablauf der Verj�hrungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist (aArt. 70 Abs. 3 StGB, Art. 97 Abs. 3 StGB), ist nach erneuter, eingehender Pr�fung aus nachstehenden Gr�nden dahingehend zu �ndern, dass unter erstinstanzlichen Urteilen im Sinne dieser Bestimmung nicht nur verurteilende, sondern auch freisprechende Erkenntnisse zu verstehen sind.
1.5.3 Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches �ber die Verj�hrung wurden durch Bundesgesetz vom 5. Oktober 2001, in Kraft seit 1. Oktober 2002, teilweise revidiert (AS 2002 2993, 3146). Die altrechtlichen Vorschriften betreffend das Ruhen und die Unterbrechung der Verj�hrung sowie die relative und die absolute Verj�hrung wurden aufgehoben. Die Verj�hrungsfristen wurden in dem Sinne verl�ngert, dass sie ungef�hr den altrechtlichen absoluten Fristen entsprechen. BGE 139 IV 62 S. 73
Das alte Recht enthielt keine Bestimmung betreffend das Ende der Verfolgungsverj�hrung vor Ablauf der Verj�hrungsfrist. Nach der st�ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichts h�rte die Verj�hrung mit der Ausf�llung eines in Rechtskraft erwachsenden Entscheids insoweit zu laufen auf, als der Beschuldigte dadurch verurteilt wurde. Soweit der Beschuldigte freigesprochen oder das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde, lief die Verj�hrung weiter. Ob die Verj�hrung bereits mit der Ausf�llung des erstinstanzlichen oder erst mit der Ausf�llung des oberinstanzlichen verurteilenden kantonalen Erkenntnises zu laufen aufh�rte, hing gem�ss der Praxis des Bundesgerichts zum alten Recht von der mitunter nicht einfach zu beantwortenden Frage ab, ob nach dem massgebenden kantonalen Prozessrecht das Rechtsmittel gegen den erstinstanzlichen Entscheid als ein den Eintritt der Rechtskraft hemmendes ordentliches (Berufung, Appellation) oder als ein den Eintritt der Rechtskraft nicht hemmendes ausserordentliches (Nichtigkeitsbeschwerde, Kassationsbeschwerde) Rechtsmittel ausgestaltet war. Im letztgenannten Fall endete die Verj�hrung bereits mit der Ausf�llung des erstinstanzlichen Entscheids, durch welchen der Beschuldigte verurteilt wurde. Im erstgenannten Fall hingegen lief die Verj�hrung w�hrend des Berufungs- beziehungsweise Appellationsverfahrens weiter, obschon der Beschuldigte durch den erstinstanzlichen Entscheid verurteilt worden war, und konnte somit w�hrend des Berufungs- respektive Appellationsverfahrens die Verj�hrung eintreten. Die Verj�hrung lief auch im Falle eines Freispruchs durch die Berufungs- beziehungsweise Appellationsinstanz weiter und konnte daher w�hrend eines bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens gegen das freisprechende letztinstanzliche kantonale Urteil eintreten, was zur Folge hatte, dass das Bundesgericht auf die Beschwerde (der Staatsanwaltschaft, des Opfers etc.) nicht eintrat. Wurde hingegen der Beschuldigte durch den Entscheid der Appellations- beziehungsweise Berufungsinstanz verurteilt, so h�rte die Verfolgungsverj�hrung mit dem Eintritt der Rechtskraft des Entscheids zu laufen auf. Wenn das verurteilende Erkenntnis vom Bundesgericht in Gutheissung einer Beschwerde aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wurde, nahm die Verfolgungsverj�hrung ihren Fortgang und lief der im Zeitpunkt der Ausf�llung des angefochtenen Entscheids noch verbliebene Rest der Verj�hrung ab Er�ffnung des bundesgerichtlichen Urteils weiter (zum Ganzen: BGE 129 IV 49 E. 5, BGE 129 IV 305 E. 6.2; BGE 121 IV 64 E. 2; BGE 116 IV 80 E. 2; BGE 111 IV 87 E. 3a und 3b; BGE 105 IV 307 E. 1b, je mit Hinweisen).BGE 139 IV 62 S. 74
1.5.4 Der Begriff des "Urteils" ("jugement"; "sentenza") ist jedenfalls insoweit klar, als er sowohl verurteilende als auch freisprechende Urteile erfasst. Auch ein freisprechendes Erkenntnis ist zweifelsfrei ein Urteil.
Die Gesetzesbestimmungen sind in erster Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen. An einen klaren Gesetzeswortlaut ist die rechtsanwendende Beh�rde gebunden. Abweichungen vom klaren Wortlaut sind indessen zul�ssig oder sogar geboten, wenn triftige Gr�nde zur Annahme bestehen, dass er nicht dem wahren Sinn der Bestimmung entspricht. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Norm, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben. Vom klaren Wortlaut kann ferner abgewichen werden, wenn die grammatikalische Auslegung zu einem Ergebnis f�hrt, das der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann. Im �brigen sind bei der Auslegung alle herk�mmlichen Auslegungselemente zu ber�cksichtigen, wobei das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus befolgt und es ablehnt, die einzelnen Auslegungselemente einer Priorit�tsordnung zu unterstellen (BGE 137 IV 180 E. 3.4; BGE 136 III 283 E. 2.3.1; BGE 135 II 78 E. 2.2; BGE 131 III 314 E. 2.2, je mit Hinweisen).
1.5.5 Die Botschaft des Bundesrates vom 21. September 1998 zur Teilrevision des Strafgesetzbuches (Allgemeine Bestimmungen etc.) h�lt unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung fest, dass nach dem damals geltenden Recht die Verfolgungsverj�hrung entweder mit dem Ablauf der Verj�hrungsfrist oder mit der Ausf�llung eines verurteilenden Erkenntnisses, welches in Rechtskraft erwuchs und nur mit einem ausserordentlichen Rechtsmittel angefochten werden konnte, zu laufen aufh�rte. Das Ende der Verj�hrung h�nge demnach von der Ausgestaltung des kantonalen Rechtsweges ab und variiere somit von Kanton zu Kanton. Ein Hauptproblem liege zudem darin, dass die Verj�hrung noch im Rechtsmittelverfahren eintreten k�nne. Der Entwurf sehe daher vor, dass die Verj�hrung definitiv ende, sobald ein erstinstanzliches Urteil ergangen sei. Gegen�ber der Gefahr, dass einem Rechtsmittelverfahren durch die Verj�hrungsbestimmungen keine zeitlichen Grenzen mehr gesetzt seien, bleibe dem Angeschuldigten der Schutz durch das Verz�gerungsverbot und das Beschleunigungsgebot. Wichtig sei, dass die Verurteilten, die auf ein Rechtsmittel gegen den erstinstanzlichen Entscheid verzichten, nicht benachteiligt sein sollen gegen�ber den Verurteilten, welche das BGE 139 IV 62 S. 75erstinstanzliche verurteilende Erkenntnis nur deshalb anfechten, um den Eintritt der Rechtskraft hinauszuschieben und die Verj�hrung eintreten zu lassen. Die Folgen einer Verurteilung sollten nicht je nach Urteilskanton unterschiedlich ausfallen (Botschaft, BBl 1999 1979 ff., 2134 f. Ziff. 216.11).
Die Botschaft des Bundesrates enth�lt somit Passagen, die ausdr�cklich auf die Lage der von der ersten Instanz verurteilten Person hinweisen. Die Probleme und Ungereimtheiten, die sich insoweit aus dem alten Recht und der diesbez�glichen Rechtsprechung ergaben, sollten durch die neue Bestimmung beseitigt werden. In der Botschaft finden sich jedoch auch Passagen, aus denen sich ergibt, dass der Gesetzgeber neben dem kantonalen Rechtsmittelverfahren betreffend erstinstanzliche verurteilende Erkenntnisse im Besonderen auch das kantonale Rechtsmittelverfahren im Allgemeinen im Auge hatte. Die Botschaft sieht ein Hauptproblem des damals geltenden Rechts "zudem" darin, "dass die absolute Verj�hrung noch im Rechtsmittelverfahren eintreten kann" (Botschaft, a.a.O., S. 2134 Ziff. 216.11). Dieses Risiko bestand nach dem alten Recht und der diesbez�glichen Rechtsprechung nicht nur in den F�llen, in denen die erstinstanzlich verurteilte Person das ihr zur Verf�gung stehende ordentliche Rechtsmittel gegen das erstinstanzliche verurteilende Erkenntnis ergriff. Es bestand ganz allgemein auch bei erstinstanzlichen Freispr�chen, da diesfalls nach der Rechtsprechung zum alten Recht die Verj�hrung - unabh�ngig von der Rechtsnatur des zur Verf�gung stehenden Rechtsmittels - weiterlief und daher im Rechtsmittelverfahren eintreten konnte. Zur Beseitigung dieser Risiken soll gem�ss den Ausf�hrungen in der Botschaft die Verj�hrung definitiv enden, sobald "ein erstinstanzliches Urteil" ergangen ist. Zwar f�llt auf, dass in der Botschaft weder explizit von freisprechenden Urteilen die Rede ist noch die langj�hrige, in der Lehre weitgehend unangefochtene Rechtsprechung zum alten Recht thematisiert wird, wonach bei freisprechenden Urteilen die Verj�hrung unabh�ngig von dem dagegen zur Verf�gung stehenden Rechtsmittel weiterl�uft. Dass diesbez�gliche Hinweise in der Botschaft fehlen, l�sst jedoch keine zwingenden Schl�sse auf den Willen des Gesetzgebers zu. Die Botschaft enth�lt keine Ausf�hrungen, aus denen sich zweifelsfrei ergibt, dass nach dem Willen des Gesetzgebers abweichend vom klaren Gesetzeswortlaut die Verj�hrung nur mit verurteilenden und nicht auch mit freisprechenden erstinstanzlichen Erkenntnissen zu laufen aufh�rt. H�tte der Gesetzgeber den Anwendungsbereich von aArt. 70 Abs. 3 StGB beziehungsweise BGE 139 IV 62 S. 76Art. 97 Abs. 3 StGB auf verurteilende erstinstanzliche Erkenntnisse beschr�nken wollen, h�tte er dies im Wortlaut der Bestimmung zum Ausdruck gebracht.
Die Botschaft des Bundesrates vom 7. November 2012 zur �nderung des Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes (Verl�ngerung der Verfolgungsverj�hrung) h�lt mehrfach unter Hinweis auf Art. 97 Abs. 3 StGB fest, dass die Verfolgungsverj�hrung seit der Revision des Verj�hrungsrechts im Jahr 2002 nicht mehr erst mit der Ausf�llung eines formell rechtskr�ftigen Entscheids, sondern bereits mit der Ausf�llung eines erstinstanzlichen Urteils zu laufen aufh�rt, womit sich das Problem relativ kurzer Verj�hrungsfristen entsch�rfe (BBl 2012 9253 ff., 9260 Ziff. 1.1.4, 9266 Ziff. 1.3.2). In der Botschaft ist nicht davon die Rede, dass dies nur f�r verurteilende erstinstanzliche Erkenntnisse gilt, und es wird auch nicht auf die diesbez�gliche Rechtsprechung des Bundesgerichts hingewiesen.
1.5.6 Art. 97 Abs. 3 StGB will nach seinem Sinn und Zweck nicht nur verhindern, dass sich die erstinstanzlich verurteilte Person durch Ergreifung eines ordentlichen Rechtsmittels in die Verj�hrung retten kann. Die Bestimmung will auch unterbinden, dass die erstinstanzlich m�glicherweise zu Unrecht freigesprochene Person in dem etwa von der Staatsanwaltschaft veranlassten Rechtsmittelverfahren vom Eintritt der Verj�hrung profitieren kann und im Hinblick darauf Antr�ge aller Art stellt. Es gibt keine sachlichen Gr�nde, die erstinstanzlich freigesprochene Person gegen�ber der verurteilten Person zu privilegieren.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 97 Abs. 3 StGB kann zu einer Ungleichbehandlung f�hren etwa in F�llen, in denen von zwei mitbeschuldigten Personen erstinstanzlich die eine verurteilt und die andere freigesprochen wird und in der Folge beide mitbeschuldigten Personen von der Rechtsmittelinstanz freigesprochen werden. Trotz �bereinstimmender Freispr�che durch die Rechtsmittelinstanz l�uft die Verfolgungsverj�hrung nur f�r die erstinstanzlich freigesprochene Person weiter, w�hrend sie f�r die andere Person zufolge der erstinstanzlichen Verurteilung nicht l�uft.
1.5.7 Dass die Verj�hrung auch mit erstinstanzlichen freisprechenden Entscheiden zu laufen aufh�rt, bedeutet entgegen einer Bemerkung in BGE 134 IV 328 E. 2.1 nicht, dass die beschuldigte Person wegen Vorw�rfen, von welchen sie freigesprochen wurde, zeitlich unbegrenzt weiterverfolgt werden kann. Wenn das freisprechende BGE 139 IV 62 S. 77 Urteil in Rechtskraft erw�chst, ist nach dem Grundsatz "ne bis in idem" eine weitere Verfolgung, unter Vorbehalt der Revision zu Ungunsten der beschuldigten Person, ausgeschlossen (siehe nunmehr Art. 11 StPO). 1.5.8 Die Auffassung, dass die Verj�hrung gem�ss Art. 97 Abs. 3 StGB auch mit erstinstanzlichen freisprechenden Urteilen zu laufen aufh�rt, hat nicht zur Folge, dass die Revision zu Ungunsten der freigesprochenen Person zeitlich unbegrenzt m�glich ist.
Nach der schweizerischen Strafprozessordnung, in Kraft seit 1. Januar 2011, ist die Revision wegen neuer Tatsachen oder neuer Beweismittel sowohl zugunsten als auch zu Ungunsten der beschuldigten Person zul�ssig (siehe Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO). Die Revision zugunsten der beschuldigten Person kann auch nach Eintritt der Verj�hrung verlangt werden (Art. 410 Abs. 3 StPO). Bis zu welchem Zeitpunkt die Revision zu Ungunsten der beschuldigten Person m�glich ist, ist in der Strafprozessordnung nicht ausdr�cklich geregelt. Aus Art. 410 Abs. 3 StPO ergibt sich e contrario, dass eine solche Revision nur verlangt werden kann, wenn die beschuldigte Person lebt und die Verfolgungsverj�hrung noch nicht eingetreten ist (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085 ff., 1320 zu Art. 417 Abs. 3). Die Revision zu Ungunsten der beschuldigten Person kann mit anderen Worten beantragt werden, solange f�r die Straftat, welche der beschuldigten Person im Revisionsbegehren vorgeworfen wird, die Verj�hrungsfrist noch nicht verstrichen ist. Insoweit ist es nicht von Bedeutung, ob nach der Ausf�llung des zu revidierenden Urteils die Verj�hrung weiterlief oder aber zu laufen aufh�rte und daher nicht mehr eintreten kann. Massgebend ist vielmehr, ob im Zeitpunkt des Revisionsbegehrens die Verj�hrungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Verj�hrung beginnt mit der inkriminierten Tat, und die Dauer der Verj�hrungsfrist bestimmt sich aufgrund der Strafe, die f�r die inkriminierte Tat angedroht wird.
1.5.9 Zusammenfassend ergibt sich Folgendes. Art. 97 Abs. 3 StGB (vormals aArt. 70 Abs. 3 StGB) erfasst nach dem Gesetzestext in den drei Amtssprachen erstinstanzliche Urteile und somit nicht nur verurteilende, sondern auch freisprechende erstinstanzliche Erkenntnisse. Es bestehen keine sachlichen Gr�nde, vom klaren Wortlaut abzuweichen. Im Gegenteil ergibt sich aus dem auch aus der Botschaft des Bundesrates erkennbaren Zweck der Bestimmung, wonach im Rechtsmittelverfahren die Verj�hrung nicht mehr eintreten soll, BGE 139 IV 62 S. 78sowie aus dem Gebot der Gleichbehandlung, dass Art. 97 Abs. 3 StGB auch freisprechende erstinstanzliche Urteile erfasst.
1.5.10 Die Verj�hrungsfrist f�r die der Beschwerdegegnerin zur Last gelegten �bertretungen des Heilmittelgesetzes im Sinne von Art. 87 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 33 Abs. 2 HMG betr�gt sieben Jahre (siehe E. 1.3.2 hievor). Im Zeitpunkt der Ausf�llung des die Beschwerdegegnerin freisprechenden Urteils des Bezirksstrafgerichts der Saane vom 20. November 2009 war diese Frist seit den inkriminierten Handlungen, die im Dezember 2002, im Oktober 2004 und im Dezember 2004 begangen worden sein sollen, noch nicht verstrichen. Mit der Ausf�llung des freisprechenden Urteils des Bezirksstrafgerichts h�rte gem�ss Art. 97 Abs. 3 StGB die Verj�hrung zu laufen auf. Die Strafverfolgung ist somit nicht verj�hrt.
135 IV 196,
129 IV 49 suite... ,
116 IV 80,
97 IV 153,
137 III 352,
111 IV 87,
105 IV 307,
art. 64 DPA,
art. 70 DPA,
Art. 71 VStrR suite... ,
Art. 73 ff., Art. 79 VStrR,
Art. 67 VStrR,
Art. 87 Abs. 5 HMG,
Art. 410 Abs. 3 StPO,
Art. 73 ff., 79 VStrR,
Art. 333 Abs. 6 lit. b StGB,
Art. 61 VStrR,
Art. 69 Abs. 1 VStrR,
Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO,
Art. 33 Abs. 2 HMG