Source: http://drkramp.de/de/rechtsgebiete/erbrecht/pflichtteil
Timestamp: 2017-07-21 12:34:21
Document Index: 219195914

Matched Legal Cases: ['§ 94', '§ 270', '§ 217', '§ 217', '§ 2332', '§ 2314']

Pflichtteil - Dr. Andreas M. Kramp - Rechtsanwalt in Heilbronn Neckar
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Man ist insoweit pflichtteilsberechtigt als man durch Verfügung von Todes wegen von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen ist.
Der Pflichtteilsberechtigte ist jedoch nicht an der Erbmasse direkt beteiligt, sondern hat lediglich Anspruch auf Zahlung in Geld.
Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Gemäß § 2332 BGB beginnt diese Frist mit dem Erbfall und nicht erst mit einer möglichen Ausschlagung einer Erbschaft.
Der Pflichtteilsberechtigte hat keinen direkten Auskunftsanspruch gegen Dritte (Banken, Steuerberater, Finanzämter o. ä.). Lediglich in Grundbücher kann er Einsicht nehmen. Er kann sich daher aus eigener Kraft in der Regel keinen Überblick über den Umfang der Erbmasse und damit über die Höhe seines Pflichtteilsanspruches verschaffen. Deshalb steht ihm gemäß § 2314 BGB gegenüber dem Erben ein umfassender Auskunftsanspruch zu. Der Erbe muss auf Verlangen Auskunft über den Bestand des Nachlasses erteilen. Auskunftsanspruch bedeutet nicht, dass der Erbe von sich aus ungefragt Auskunft geben muss. Auskunft muss nur auf Anfrage erteilt werden. Jedoch müssen die Fragen geschickt gestellt werden, da der Erbe letztendlich nur das angeben muss, nach dem er zumindest abstrakt gefragt wird. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass das von den Nachlassgerichten angeforderte Nachlassverzeichnis in der Regel nicht ausreichend ist. Die Erben müssen die Nachlassgegenstände einzeln bewerten. Im Streitfalle muss der Erbe ein entsprechendes Gutachten in Auftrag geben und bezahlen. Den Gutachter kann er sich jedoch aussuchen. Auch besteht keine Pflicht zur Beauftragung eines vereidigten Sachverständigen.
Auch Pflichtteilsansprüche unterfallen der Erbschaftsteuer. Wegen der zumindest unter nahen Verwandten erheblichen Freibeträge für Pflichtteilsberechtigte kommt die Erbschaftsteuer jedoch lediglich bei erheblichen Nachlässen zur Anwendung.
Pflichtteilsansprüche kommen grundsätzlich dann in Betracht, wenn der Erblasser einen seiner nahen Angehörigen entweder enterbt oder ihn mit seiner letztwilligen Verfügung erheblich in der Verfügungsmacht über das geerbte Vermögen einschränkt. Dies sorgt häufig für Streit unter nahen Angehörigen. Oft sind in solchen Erbschaftsangelegenheiten bereits langjährige familiäre Streitigkeiten vorausgegangen. Insofern wird im Rahmen eines Pflichtteilsstreites häufig die lange zurückliegende Familiengeschichte abgearbeitet, was die Betroffenen meist schwerer belastet. Dies kann in der Regel nur verhindert werden, indem erfahrene Erbrechtsberater oder Fachanwälte für Erbrecht um Hilfe gebeten werden. Diese können dann schnell und professionell die komplexe Sach- und Rechtsmaterie aufarbeiten und den Streit um das Erbe beenden helfen.
Heilbronn, den 24.4.2014