Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2045,%2097
Timestamp: 2019-01-17 16:16:31
Document Index: 86554895

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 258', '§ 3', '§ 258', '§ 17', '§ 9', '§ 1975', '§ 9', '§ 17', '§ 258', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 16', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', '§ 258', 'BGH', 'BGH', '§ 258', '§ 258', '§ 17', 'BGH', '§ 17', '§ 17', 'BGH', '§ 258', 'BGH', 'BGH', '§ 258', 'BGH', '§ 17', 'BGH', '§ 17', '§ 21', '§ 21']

BGH, 19.05.1999 - 2 StR 86/99 - dejure.org
Fluchthilfe Dr. Schneider
§ 258 Abs. 1 StGB, Strafvereitelung durch Ausländer im Ausland: Erfolg im Inland, §§ 3, 9 Abs. 1 StGB;
§ 258 Abs. 1 StGB; § 17 StGB; § 9 Abs. 1 StGB
Verbotsirrtums bei der Strafvereitelung; Täter handelt als Ausländer nur im Ausland
Verbotsirrtum beim Delikt der Strafvereitelung
StGB § 1975 § 9 Abs. 1, § 17, § 258 Abs. 1
Strafrecht AT, Verbotsirrtum eines im Ausland handelnden Ausländers
BGHSt 45, 97
NJW 1999, 2908
NStZ 2000, 31 (Ls.)
NStZ 2002, 361
StV 2000, 422
JR 2000, 377
29, 230.311 Schönke/Schröder/Eser Vor § 3 Rn 79.312 Siehe oben D II 5 b Seite 365; BGH v. 19.05.1999 - 2 StR 86/99, BGHSt 45, 97 (101); LK/Vogel § 16 Rn 135.
Dies ergibt sich schon aus dem Wortlaut des § 17 Satz 1 StGB ("Fehlt dem Täter ... die Einsicht, Unrecht zu tun"; vgl. BGHSt 45, 97, 100 f.).
Dagegen ist die Aussagekraft einer Auskunft beschränkt, wenn sie nur einzelne rechtliche Aspekte umfasst (…BGH, Urteile vom 3. April 2008 - 3 StR 394/07, BGHR StGB § 17 Vermeidbarkeit 8 Rn. 40; vom 19. Mai 1999 - 2 StR 86/99, BGHSt 45, 97, 102 f.).
Bei der Strafvereitelung nach § 258 Abs. 1 StGB ist dabei in Bezug auf die Tathandlung und den Vereitelungserfolg direkter Vorsatz ("absichtlich oder wissentlich') erforderlich, während für die Kenntnis der Vortat bedingter Vorsatz ausreicht (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 1999 - 2 StR 86/99, BGHSt 45, 97, 100;… Fischer, StGB, 62. Aufl., § 258 Rn. 33;… Walter in: LK-StGB, 12. Aufl., § 258 Rn. 112 f. mwN).
Die "Einsicht, Unrecht zu tun" (§ 17 S. 1 StGB), wird nach h. M. in Rechtsprechung und Literatur (etwa: BGHSt 45, 97, 111;… Momsen, in: Satzger/Schmitt/Widmaier, StGB, 2009, § 17 Rn. 2;… Schaefer, in: Leipold/Tsambikakis/Zöller, StGB 2. Aufl. 2014, § 17 Rn. 4) , der der Senat folgt, als das allgemeine "Bewusstsein der Widerrechtlichkeit" verstanden.
aa) Hinsichtlich Tathandlung und Vereitelungserfolg verlangt das Gesetz Absicht oder Wissentlichkeit, während für die Kenntnis der Vortat bedingter Vorsatz genügt (BGHR StGB § 258 Abs. 1 Vorsatz 1).
Ein Eingreifen der Staatsanwaltschaften hätte nämlich lediglich zur Beendigung des vom Angeklagten durch erhebliche Verzögerungen der Strafverfolgung bereits hervorgerufenen Vereitelungserfolges (vgl. BGHSt 45, 97, 100;… BGHR StGB § 258 Abs. 1 Vollendung 1) geführt.
Schon gar nicht kommt es auf die Kenntnis der Strafbarkeit nach deutschem Recht an (BGHR StGB § 17 Unrechtsbewusstsein 5).
Das Erkennen des Unrechts durch den Angeklagten belgen die Urteilsfeststellungen aber ausreichend; denn ausweislich dieser Feststellungen (BU S. 20) wusste der Angeklagte - wenn auch womöglich, was genügt (vgl. BGHR StGB § 17 Unrechtsbewusstsein 5), nur in laienhafter Vorstellungsweise -, dass sein Führen des Fahrzeugs zum Tatzeitpunkt (am 4.1.2006) schon im Hinblick auf das Ergebnis der vorangegangenen negativen Fahreignungsgutachten die Verkehrssicherheit als Rechtsgut des § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG (…vgl. Jagow in: Janiszewski/Jagow/Burmann Straßenverkehrsrecht 19. Aufl. § 21 StVG Rn. 1) beeinträchtigen konnte.