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Timestamp: 2016-10-22 19:55:41
Document Index: 205365334

Matched Legal Cases: ['Art. 117', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 277', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 14', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'in casu']

Art. 117 et 125 CP; devoir d'assurer la s�curit� incombant aux chemins de fer de montagne et aux entreprises de remont�e m�canique. Le devoir d'assurer la s�curit� qui incombe aux responsables n'est pas le m�me pour les pistes et la bordure de celles-ci d'une part et pour les espaces adjacents d'autre part (pr�cision de la jurisprudence). Sur les espaces adjacents, les skieurs doivent �tre pr�venus du danger par une signalisation d�nu�e de toute �quivoque garantissant qu'ils savent par o� passent les pistes officielles dont la s�curit� est assur�e (consid. 3). Exigences quant � cette signalisation lorsqu'il existe des "pistes sauvages" sur lesquelles il y a danger d'avalanche (consid. 3d et 5). Essai de d�clenchement effectu� d'une mani�re jug�e en l'esp�ce insuffisante contre le danger d'avalanche (consid. 4). Faits � partir de page 190
A.- X. war im Jahre 1985 bei den Sportbahnen Elm AG f�r die Pistensicherung verantwortlich. Sowohl bei der Tal- als auch bei der Bergstation der Pleusbahn warnten anfangs Februar 1985 Tafeln vor der "lokalen Schneebrettgefahr". Weitere Hinweisschilder mahnten bei der Bergstation, dass der Fahrer an den entsprechenden Stellen das markierte und kontrollierte Skigebiet verlasse.
Nach der Behebung eines technischen Defektes gab X. die Pleusbahn am 3. Februar 1985, um ca. 13.00 Uhr, f�r den Betrieb frei. Um 14.45 Uhr l�ste sich am S�dwesthang zwischen dem Schabellgipfel und dem Gelb Chopf auf einer L�nge von ca. 500 m eine Lawine, die die Pleus-Skipiste auf einer Breite von ca. 300 m versch�ttete. Mehrere Skifahrer, die sich teilweise auf der pr�parierten und markierten Piste, teilweise aber auch im Lawinenhang oberhalb der Piste befanden, wurden erfasst. Einer dieser Variantenfahrer war A., der sich vom Plateau bei der Bergstation in den Neuschnee begeben hatte und der am Abend nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden konnte. Zun�chst auf, dann aber ab dem Doppelmast 12/13 ebenfalls oberhalb der Piste war B. gefahren, der sich leichte K�rperverletzungen zuzog. Die �brigen Versch�tteten blieben unverletzt.
B.- Das Polizeigericht des Kantons Glarus b�sste X. am 7. April 1987 wegen fahrl�ssiger T�tung und fahrl�ssiger K�rperverletzung mit Fr. 400.--. In Gutheissung einer Appellation hob das Obergericht des Kantons Glarus den erstinstanzlichen Entscheid am 7. M�rz 1988 auf und sprach X. von Schuld und Strafe frei.
Dagegen richtet sich die vorliegende Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft mit dem Antrag, das obergerichtliche Urteil sei aufzuheben und die Sache zur Verurteilung des Angeklagten an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
1. Es ist unbestritten, dass der Beschwerdegegner bei der Pleusbahn f�r die Pistensicherung verantwortlich war. Die Vorinstanz ging jedoch davon aus, ihm k�nne keine Sorgfaltswidrigkeit vorgeworfen werden und es fehle �berdies am Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Tod bzw. der Verletzung der beiden Skifahrer.
2. Eine Verurteilung wegen fahrl�ssiger T�tung oder fahrl�ssiger K�rperverletzung setzt voraus, dass der Betroffene die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat; pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit dann, wenn der T�ter die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB). Ein fahrl�ssiges Erfolgsdelikt kann auch durch Unterlassung ver�bt werden; Voraussetzung ist in diesem Fall erstens eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) und zweitens die M�glichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Zwischen der Unterlassung und dem Erfolg besteht dann ein Kausalzusammenhang, wenn bei Vornahme der gebotenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten w�re; die blosse M�glichkeit des Nichteintrittes des Erfolges bei Vornahme der gebotenen Handlung reicht zur Bejahung dieses hypothetischen Zusammenhanges nicht aus (BGE 109 IV 139 E. 2, BGE 108 IV 7 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 113 IV 72 E. 5a; TRECHSEL, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, Z�rich 1989, N. 41 zu Art. 1).
3. a) Es ist allgemein anerkannt, dass Bergbahn- und Skiliftunternehmen eine Verkehrssicherungspflicht trifft. Wer Skipisten erstellt und diese f�r den Skilauf �ffnet, ist grunds�tzlich verpflichtet, zur Gefahrenabwehr die zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen vorzukehren (vgl. PADRUTT, Grenzen der Sicherungspflicht f�r Skipisten, ZStR 103/1986, S. 385 mit Hinweisen).BGE 115 IV 189 S. 192
Diese Sicherungspflicht erstreckt sich zun�chst auf die eigentliche Pistenfl�che und den Pistenrand (vgl. dazu BGE 113 II 247 E. 3, BGE 111 IV 16 E. 2, je mit Hinweisen). Soweit Gefahren drohen, haben die Verantwortlichen durch geeignete Sicherungs- bzw. Warnungsmassnahmen daf�r zu sorgen, dass Skifahrer im Pisten- und Pistenrandbereich nicht zu Schaden kommen (vgl. dazu PADRUTT, a.a.O. S. 391 ff. mit Hinweisen). Was insbesondere die Lawinengefahr betrifft, muss der Verantwortliche diese beheben oder allenfalls die Piste sperren; hat er alles in seiner M�glichkeit Stehende vorgekehrt und verwirklicht sich die Gefahr dennoch, obwohl dies nicht vorhergesehen werden konnte, kann er nicht zur Rechenschaft gezogen werden (PADRUTT, a.a.O. S. 395 unten mit Hinweisen).
b) Nebenfl�chen einer Skipiste fallen nicht in gleicher Weise unter die Verkehrssicherungspflicht wie die Piste und der Pistenrand selber (vgl. dazu PADRUTT, a.a.O. S. 400 ff.). In bezug auf Variantenfahrer trifft die f�r die Sicherung Verantwortlichen ebenfalls nicht dieselbe Pflicht zur Gefahrenabwehr wie hinsichtlich der Pistenben�tzer. Wer eine nicht gekennzeichnete Abfahrt bef�hrt, tut dies in aller Regel in eigener Verantwortung und auf eigenes Risiko (PADRUTT, a.a.O. S. 406 und S. 387 mit Hinweisen). Es muss jedoch durch eine unmissverst�ndliche Signalisation sichergestellt werden, dass die Skifahrer wissen, wo die offiziellen, gesicherten Pisten verlaufen. Sie m�ssen davor gesch�tzt werden, irrt�mlich Routen f�r die Talfahrt zu w�hlen, auf denen sie sich vor Gefahren sicher w�hnen. Dies kann z.B. durch eine Hinweistafel geschehen, die die Aufschrift tr�gt: "Achtung, hier verlassen Sie das markierte und kontrollierte Skigebiet" (vgl. dazu PADRUTT, a.a.O. S. 406 ff.; vgl. auch Ziff. 6 der Mindestsicherheitsvorschriften f�r Wintersportorte der FIS, zitiert in STIFFLER, Schweizerisches Skirecht, 1978, S. 443).
Zu der Signalisationspflicht geh�rt es, die Ben�tzer des Skilifts in hinreichender Weise vor besonderen oder aussergew�hnlichen Gefahren zu warnen. Wenn das Verlassen der Skipisten mit solchen speziellen Gefahren verbunden ist, m�ssen auch besonders hohe Anforderungen an die Signalisationspflicht gestellt werden. So bestimmt Ziff. 19 der Richtlinien der Schweizerischen Kommission f�r Unfallverh�tung auf Skiabfahrten (SKUS) f�r Anlage und Unterhalt von Skiabfahrten vom September 1976 beispielsweise, dass im Falle von Gletscherpisten der Skifahrer auf den Orientierungs- und Panoramatafeln "strikte" (d.h. besonders BGE 115 IV 189 S. 193eindringlich) davor zu warnen ist, die Pisten zu verlassen, "unter deutlichem Hinweis darauf, dass ausserhalb der Pisten die Gefahr von Absturz in Gletscherspalten besteht" (zitiert in STIFFLER, a.a.O. S. 446).
c) Ein besonderes Problem bilden in diesem Zusammenhang die sogenannten "wilden Pisten". Wenn diese auch nicht in gleicher Weise wie eine markierte Piste und deren Rand der Verkehrssicherungspflicht unterworfen werden k�nnen, so ist es doch insbesondere wegen der weniger erfahrenen und ortsunkundigen Skil�ufer geboten, im Bereich von abzweigenden wilden Abfahrten mit einer ausdr�cklichen Warntafel oder einer Wimpelschnur das Ausscheren in eine nicht gesicherte Strecke mit atypischen Gefahren zu verhindern (PADRUTT, a.a.O. S. 407). Die Grenze dieser Pflicht bildet die Zumutbarkeit, wobei ein Mindeststandard an Schutz und Markierungsmassnahmen immer gew�hrleistet sein muss (vgl. PADRUTT, a.a.O. S. 388 f. mit Hinweis). Wenn sich z.B. im Fall der obengenannten Gletscherpiste durch regelm�ssiges weisungswidriges Verhalten der Ben�tzer eine eigentliche "wilde Piste" bildet und dies den Verantwortlichen bekannt ist, so gen�gt es nicht, eine strikte Warnung auf den Orientierungs- und Panoramatafeln anzubringen, sondern muss verlangt werden, dass die Warnung (nach M�glichkeit verbunden mit einer Absperrung) an der Stelle wiederholt wird, wo die "wilde" Piste von der offiziellen abzweigt. Nach PADRUTT (a.a.O. S. 408) ist eine entsprechende Warnung oder Absperrung sogar immer geboten, wenn "eine wilde Piste entsteht" und diese nicht in eine offizielle umgewandelt wird.
Im in BGE 109 IV 99 ff. beurteilten Fall stiess ein Skifahrer 90 m ausserhalb der pr�parierten Piste, wo sich immer wieder Skil�ufer aufhielten, mit einem quer zum Hang gespannten Heuseil zusammen; das Bundesgericht ging bei dieser Unfallstelle von einer Nebenfl�che der Piste aus, f�r die wie f�r die Skipiste eine Verkehrssicherungspflicht der Bahnunternehmung bestehe. Die Begr�ndung dieses Entscheides stiess in der Literatur auf Kritik (SCHULTZ, ZBJV 121/1985 S. 38 ff.; PADRUTT, a.a.O. S. 400 f.; BODENMANN, Nicht mehr erf�llbare Anforderungen an die Sicherung von Skipisten und Abfahrten?, Referat anl�sslich der Generalversammlung der Walliser Vereinigung der Seilbahn- und Skilift-Unternehmungen vom 10. Juni 1985). Es ist einzur�umen, dass die damals vertretene Betrachtungsweise zu einer zu starken Ausweitung der Begriffe "Piste" und "Pistenrand" bzw. BGE 115 IV 189 S. 194"unmittelbare Nebenfl�che" f�hrt, die abzulehnen ist. Vielmehr ist im Sinne der obigen Ausf�hrungen von einer unterschiedlichen Verkehrssicherungspflicht des Bergbahnunternehmens f�r Piste und Pistenrand einerseits sowie f�r Nebenfl�chen andererseits auszugehen. Auch danach ist der zitierte Entscheid im Ergebnis aber zutreffend, wie in der Kritik anerkannt wird. Das Heuseil bildete ein atypisches k�nstliches Hindernis und eine heimt�ckische Gefahrenquelle, die sich f�r den ahnungslosen Fahrer als eigentliche Falle entpuppte (PADRUTT, a.a.O. S. 390); es befand sich zudem an einer Stelle, die h�ufig von Skil�ufern befahren wurde, also im Bereich einer "wilden Piste". Unter diesen Umst�nden w�ren die Verantwortlichen verpflichtet gewesen, durch eine seitliche Abschrankung das Verlassen der Piste zu unterbinden oder, wenn dies unm�glich gewesen w�re, das atypische und heimt�ckische Hindernis in hinreichender Weise zu kennzeichnen (SCHULTZ, a.a.O. S. 38). Dies w�re mit geringem Aufwand m�glich gewesen (BGE 109 IV 102).
d) F�r den Fall akuter Lawinengefahr hat grunds�tzlich folgendes zu gelten: Ist den Verantwortlichen einer Bergbahn oder eines Skiliftes bekannt, dass im Bereich der von ihnen betriebenen Skipisten befindliche und von Lawinen akut bedrohte H�nge regelm�ssig von den Skiliftben�tzern befahren werden, so haben sie diese H�nge durch am Pistenrand aufgestellte Tafeln zu sperren. Ein solches Schild kann z.B. analog dem Strassenverkehrssignal "Allgemeines Fahrverbot" mit dem Zusatz "Akute Lawinengefahr" ausgestaltet werden. Sofern zumutbar, sind �berdies Zugangssperren (z.B. durch gekreuzte Gefahrenstangen oder F�hnchen an einer Schnur) zu errichten. Es gen�gt nicht, nur durch generelle Hinweistafeln in der Talstation und am Ende des Skilifts vor der generellen Lawinengefahr im gesamten Skigebiet zu warnen (vgl. das Beispiel aus dem Kanton Wallis bei PADRUTT, a.a.O. S. 408).
4. a) Nach den Feststellungen der Vorinstanz ist zun�chst davon auszugehen, dass dem Beschwerdegegner das vom Eidg. Institut f�r Schnee- und Lawinenforschung Weissfluhjoch-Davos am 1. Februar 1985 herausgegebene Lawinenbulletin bekannt war. Danach bestand (insbesondere auch in der hier interessierenden Region) "eine grosse, �rtliche Schneebrettgefahr, und zwar im allgemeinen f�r H�nge oberhalb 1500 m, wobei alle Hangexpositionen als kritisch einzustufen waren". Die erhebliche Gefahr war den Verantwortlichen offenbar auch bewusst, da sie am 1. Februar BGE 115 IV 189 S. 1951985 "im Gegenhang des nachmaligen Lawinenhanges durch Rakrohrbeschiessung zwei Lawinen und im Schabell durch Abtreten eine Lawine" ausl�sten. Unerheblich ist, dass am 3. Februar 1985 keine Anhaltspunkte f�r eine "noch kritischere Beurteilung der Lawinensituation" vorlagen; entscheidend ist, dass die Situation ganz allgemein kritisch war.
b) Die Vorinstanz stellte fest, der Lawinenhang sei am Unfalltag "im hinteren Teil" vom erfahrenen und ortskundigen Pistenchef Y. nochmals durch "Abtretungsversuche" gepr�ft worden, die jedoch negativ verlaufen seien. Das "Abtreten" stelle eine geeignete und verbreitete Sicherungsmassnahme dar, weshalb Pistenchef Y. und der Beschwerdegegner "im Rahmen eines seit Jahren angewandten und bew�hrten Sicherungsdispositivs" gehandelt h�tten und kein Anlass bestanden habe, am Unfalltag davon abzuweichen.
Mit dieser Annahme stellte die Vorinstanz eine Behauptung auf, von deren Richtigkeit sie aufgrund der - von ihr angenommenen - allgemeinen Erfahrung �berzeugt war. Ein solcher Erfahrungssatz ist zwischen Tatsache und Rechtsnorm einzuordnen und kann im vorliegenden Verfahren grunds�tzlich �berpr�ft werden (vgl. RAPHAEL VON WERRA, Die tats�chliche Feststellung im Sinne von BStP Art. 277bis Abs. 1 Satz 2, ZStR 1984/101, S. 273 ff., insbes. S. 276 f.).
Zun�chst f�llt auf, dass Pistenchef Y. nur "im hinteren Teil" des Lawinenhanges Abtretungsversuche unternahm; im angefochtenen Entscheid wird nicht ausgef�hrt, warum dies nach der Auffassung der Vorinstanz gen�gte. Diese scheint zur Hauptsache darauf abstellen zu wollen, dass die von den Verantwortlichen gew�hlte Sicherungsmethode seit Jahren schon angewendet worden und deshalb bew�hrt sei; eine solche �berlegung w�re schon deshalb verfehlt, weil eine Methode auch dann fehlerhaft sein kann, wenn sie �blicherweise angewandt wird und es aus irgendwelchen Gr�nden w�hrend Jahren nie zu Unf�llen kam (BGE 88 II 421 mit Hinweis).
Indem sich die Vorinstanz einfach auf die angeblich bew�hrte �bung bezog, setzte sie sich kurzerhand �ber die bei den Akten befindlichen und in ihren Aussagen und Schlussfolgerungen deutlichen Expertisen des Eidg. Institutes f�r Schnee- und Lawinenforschung hinweg. Dieses Institut wies bereits anl�sslich der Begutachtung des Konzessionsgesuches am 26. Mai 1981 darauf hin, bei Lawinengefahr bestehe einerseits "zur Sicherung BGE 115 IV 189 S. 196des Gastes auf dem Skilift oder auf der Abfahrt die passive Methode der Betriebseinstellung bzw. der Pistensperrung" und als prophylaktische Massnahme nach Schneefall- oder Triebschneeperioden sowie im Fr�hling eventuell auch nach W�rme- und Strahlungseinfluss sei "in erster Linie das Mittel der k�nstlichen Ausl�sung gef�hrlicher Schneemassen" (d.h. "die Handsprengung und das Rak.Rohr") gegeben; f�r die hier interessierenden H�nge vom Schabellgipfel bis Punkt 2132 seien "Versuche zur k�nstlichen Ausl�sung sowohl mit Handsprengungen vom Grat als auch mit dem Rak.Rohr von der Bergstation aus m�glich", wobei die Erfahrung zeigen werde, "welcher Methode der Vorzug zu geben" sei. Das Gutachten schliesst mit der Feststellung, sofern die vorgeschlagenen Schutzmassnahmen ausgef�hrt und vor allem der operationelle Lawinenschutz (d.h. Handsprengung oder Einsatz des Rakrohrs) seri�s betrieben werde, "sollten sich im neu zu erschliessenden Skigebiet im Bereich von Bahn- und Skiabfahrten keine Lawinenungl�cke zutragen". Das Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement erteilte seine Konzession denn auch am 29. Oktober 1981 mit der Auflage, die Bahn sei gem�ss dem eben zitierten Gutachten zu sch�tzen (Art. 6 Ziff. 2), wof�r die Konzession�rin verantwortlich sei (Art. 14 Ziff. 2). Davon, dass das "Abtreten" eine geeignete Sicherungsmassnahme darstelle, ist nirgends die Rede.
Dies wird denn auch durch das nach dem Lawinenungl�ck erstellte Gutachten desselben Institutes vom 15. November 1985 best�tigt. Die Experten f�hrten aus, die in der obenerw�hnten Expertise vorgeschlagenen Handsprengungen h�tten bei der herrschenden grossen Lawinengefahr (s. oben E. 4a) "vom Grat aus an verschiedenen Stellen des nachtr�glichen Lawinenhanges" durchgef�hrt werden m�ssen; demgegen�ber sei "die Sicherungsmassnahme mit Abtreten durch Patrouilleure ungen�gend, - dies speziell f�r einen rund 600 m langen und gegliederten Hang".
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz von einem unrichtigen "Erfahrungssatz" ausging. Es gen�gte nicht, im hinteren Teil des Lawinenhanges "Abtretungsversuche" vorzunehmen, sondern der Beschwerdegegner h�tte veranlassen m�ssen, dass die nach der Erfahrung einzig richtige Methode der Handsprengung angewendet worden w�re. Indem er einerseits dies unterliess und andererseits den Betrieb der Pleusbahn auch nicht einstellte, verletzte er die ihm obliegende Sorgfaltspflicht gem�ss Art. 18 Abs. 3 StGB.
5. a) Im vorliegenden Fall steht nun aber fest, dass sich die beiden gesch�digten Skifahrer zum Unfallzeitpunkt weder auf der Piste noch in deren Randbereich, sondern ausserhalb derselben, d.h. oberhalb im eigentlichen Lawinenhang aufhielten. Es w�re nicht zweifelhaft, dass der Beschwerdegegner f�r verletzte oder get�tete Pistenben�tzer einzustehen h�tte. Zu pr�fen ist, welche sorgfaltswidrigen Unterlassungen dem Beschwerdef�hrer in bezug auf die Variantenfahrer angelastet werden k�nnen.
b) Wie in E. 3d dargelegt, trifft den Verantwortlichen f�r die Pistensicherung die Pflicht, die Ben�tzer einer Bergbahn durch eine deutliche und klare Signalisation vor der Lawinengefahr an einem nicht zur Piste geh�renden, aber regelm�ssig von Bahnben�tzern mit den Skiern befahrenen Hang zu sch�tzen. Die Vorinstanz �ussert sich nicht dar�ber, ob und gegebenenfalls von welchen Stellen aus der S�dwesthang zwischen dem Schabellgipfel und dem Gelb Chopf h�ufig von Variantenfahrern ben�tzt wurde. Dies wird sie noch nachzuholen haben (vgl. immerhin Urteil Polizeigericht S. 15: "Das Befahren der Schabellh�nge ist ... eine allt�gliche Situation, die von der Bahn seit eh und je toleriert wurde ...").
c) Nach den Feststellungen der Vorinstanz waren sowohl bei der Tal- als auch bei der Bergstation Warntafeln angebracht, die auf "lokale Schneebrettgefahr" hinwiesen. Dem entsprechenden Bild bei den Akten ist zu entnehmen, dass es sich dabei um recht kleine Schilder handelte, wobei dasjenige bei der Bergstation �berdies nur von den Sesseln der Pleusbahn aus ersichtlich war. Diese Warnung war ungen�gend. Zum einen waren die Tafeln zu unscheinbar, um einen gen�genden Eindruck zu machen, sofern sie �berhaupt zur Kenntnis genommen wurden. Zum anderen standen sie nicht an Stellen, an denen der Bahnben�tzer dringend auf die bestehende Gefahr aufmerksam gemacht werden musste, n�mlich dort, wo er sich beim Verlassen der offiziellen Skipiste der Lawinengefahr aussetzte.
Bei der Einfahrt in den Lawinenhang wurde durch eine weitere Warntafel darauf hingewiesen, dass der Fahrer hier das markierte und kontrollierte Skigebiet verlasse. Diese Tafel war zwar am richtigen Ort plaziert und gr�sser, auff�lliger und farbig ausgestaltet. Bei Beachtung der Tafel wurde dem Fahrer jedoch nur bewusst, dass er das dahinter befindliche Gel�nde im Hinblick auf die fehlende Pistenpr�parierung und -markierung auf eigene Gefahr befahre. Auf die akute Lawinengefahr wurde er demgegen�ber BGE 115 IV 189 S. 198nicht aufmerksam gemacht. Auch diese Hinweistafel muss als ungen�gend bezeichnet werden.
Wenn am fraglichen Hang zum Unfallzeitpunkt trotz der Abtretungsversuche mit akuter Lawinengefahr gerechnet werden musste (vgl. E. 4), w�re jedenfalls dann, wenn dem Beschwerdegegner das h�ufige Auftreten von Variantenfahrern bekannt war (s. E. 5b), eine eigentliche Sperrung des gef�hrdeten Gebietes im oben in E. 3d umschriebenen Sinn unerl�sslich gewesen. Aufgrund der in den Akten befindlichen Bilder ist anzunehmen, dass bei der Bergstation eine eigentliche Abschrankung z.B. durch f�hnchenbewehrte Seile oder gekreuzte Stangen durchaus m�glich und zumutbar gewesen w�re. Wie sich dies weiter unten (z.B. im Bereich des Doppelmastes 12/13) verhielt, ergibt sich weder aus dem angefochtenen Urteil noch aus den Akten.
d) Ein Schuldspruch verlangt schliesslich, dass Zwischen der Unterlassung und dem eingetretenen Erfolg ein Kausalzusammenhang besteht. Nach dem in E. 2 Gesagten ist dies zu bejahen, wenn A. und B. mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit nicht get�tet bzw. verletzt worden w�ren, sofern das gef�hrdete Gebiet in rechtsgen�gender Weise abgesperrt worden w�re. Nach der allgemeinen Erfahrung steht ausser Zweifel, dass bei der zu verlangenden Signalisation und Absperrung mit Sicherheit weit weniger Skifahrer einen lawinengef�hrdeten Hang befahren. Es darf deshalb auch mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, A. h�tte die verh�ngnisvolle Fahrt unterlassen, wenn er zu Beginn der wilden Piste bei der Bergstation unmissverst�ndlich auf die Gefahr aufmerksam gemacht worden w�re. Wie es sich damit bei B. verh�lt, der die Piste erst beim Doppelmast 12/13 verliess, steht nicht fest. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch er durch hinreichende Signalisations- und Sperrungsmassnahmen bei der Bergstation bereits hinreichend gewarnt gewesen w�re, so dass er auf seine Variantenfahrt verzichtet h�tte. Die Vorinstanz wird sich dazu noch aussprechen m�ssen. Sie wird im Lichte der obigen Ausf�hrungen auch zu pr�fen haben, ob sich f�r den Beschwerdegegner allenfalls sogar im Bereiche des Doppelmastes 12/13 eine Absperrung h�tte aufdr�ngen sollen.
Was die Vorinstanz in bezug auf den Kausalzusammenhang ausf�hrt, geht an der Sache vorbei. Ob die verh�ngnisvolle Lawine spontan oder durch Variantenfahrer ausgel�st wurde, ist nicht von Belang, da angesichts der erheblichen Lawinengefahr mit beidem in gleicher Weise gerechnet werden musste; dem Gutachten des BGE 115 IV 189 S. 199Eidg. Institutes f�r Schnee- und Lawinenforschung vom 15. November 1985 ist diesbez�glich zu entnehmen, die Wahrscheinlichkeit, dass es trotz einiger Handsprengungen entlang dem Hang zu einem Lawinenniedergang komme, liege bei negativer Sprengung h�chstens bei etwas mehr als einem Prozent und bei Lawinenausl�sung sei die Wahrscheinlichkeit noch wesentlich kleiner. Im �brigen stellen weder das Variantenfahren an sich noch die durch ein solches Verhalten verursachte Ausl�sung einer Lawine derart aussergew�hnliche Umst�nde dar, die den Kausalzusammenhang unterbrechen w�rden (vgl. 115 IV 102). Der Bereich der Eigenverantwortung eines Skifahrers beginnt schliesslich erst dann, wenn er sich �ber klare Signalisationen und Absperrungen (die in casu jedoch fehlten) hinwegsetzt.
Die Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus wird gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Glarus vom 29. Februar/7. M�rz 1988 aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.