Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201994,%20372
Timestamp: 2020-08-13 00:27:18
Document Index: 265716152

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', 'BGH', 'BGH', '§ 119', '§ 119', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 119', '§ 119', '§ 119', 'BGH', 'BGH', '§ 621', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 513', 'BGH', 'BGH', '§ 23', 'BGH', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 27', 'Art. 11', '§ 119', 'BGH', '§ 119', '§ 19', '§ 28', '§ 64', '§ 64', '§ 119']

Rechtsprechung: FamRZ 1994, 372 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 14.07.1993
https://dejure.org/1993,1368
BGH, 14.07.1993 - XII ARZ 16/93 (https://dejure.org/1993,1368)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1993 - XII ARZ 16/93 (https://dejure.org/1993,1368)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1993 - XII ARZ 16/93 (https://dejure.org/1993,1368)
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Familiengericht - Berufung - Verweisung - Zuständigkeit
NJW-RR 1993, 1282
MDR 1993, 1236
FamRZ 1994, 25
FamRZ 1994, 372 (Ls.)
Diese mit dem Unterhaltsänderungsgesetz vom 20. Februar 1986 (BGBl. I, 301) neu gefassten Vorschriften knüpfen die Rechtsmittelzuständigkeit damit formell an; maßgebend ist allein, welcher Spruchkörper in erster Instanz entschieden hat, ohne dass es auf die materiell-rechtliche Qualifikation einer Sache als Familien- oder Nichtfamiliensache ankommt (BGH NJW-RR 1993, 1282 [BGH 14.07.1993 - XII ARZ 16/93]; NJW 1993, 1399, 1400 [BGH 09.12.1992 - XII ZB 114/92]; FamRZ 1995, 665;… Kissel, GVG, 1994 § 119 Rn. 14;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 58. Aufl. 2000 § 119 GVG Rn. 5;… Wieczorek/Schütze-Schreiber, ZPO, 3. Aufl. 1995 § 119 GVG Rn. 3;… Johannsen/Henrich, Eherecht, 3. Aufl. 1998 § 119 GVG Rn. 4).
Zweck dieser formellen Anknüpfung ist es, für die Betroffenen mehr Rechtssicherheit zu erreichen und ihnen die Prüfung der Frage, zu welchem Rechtsmittelgericht sie ihr Rechtsmittel einlegen müssen, anhand rein formaler Kriterien zu erleichtern; es wird vermieden, dass eine Partei in Unsicherheit über die materiell-rechtliche Einordnung einer Sache ihr Rechtsmittel beim unzuständigen Gericht einlegt (BGH NJW-RR 1993, 1282 [BGH 14.07.1993 - XII ARZ 16/93]).
Das Gesetz spricht in § 119 Abs. 1 GVG nur von dem OLG als solchem, sagt aber über die interne Senatszuständigkeit nichts; die Zuständigkeit des Familiensenates hängt nach der in § 119 Abs. 2 GVG unverändert gebliebenen Verweisung auf § 23 b Abs. 1 GVG vielmehr davon ab, ob es sich tatsächlich um eine Familiensache handelt (BGH NJW-RR 1993, 1282[BGH 14.07.1993 - XII ARZ 16/93]).
Hat daher das Familiengericht fälschlich eine Nichtfamiliensache entschieden und wird dies in der Berufung in zulässiger Weise gerügt, ist der allgemeine Zivilsenat berufen (BGH NJW-RR 1993, 1282, 1283[BGH 14.07.1993 - XII ARZ 16/93];… Wieczorek/Schütze-Schreiber a.a.O. § 119 GVG Rn. 3;… Kissel a.a.O. § 119 Rn. 14;… Johannsen/Henrich a.a.O. § 119 GVG Rn. 7 am Ende).
Dem Sinn und Zweck der dargestellten Grundsätze, insbesondere desjenigen, dass zur Entscheidung der in der Sache tatsächlich berufene Zivilsenat des Oberlandesgerichtes befugt ist, entspricht es gerade, dass einerseits der materiell richtige Spruchkörper entscheidet und andererseits dadurch eine Zurückverweisung an das Gericht des ersten Rechtszuges vermieden werden kann (BGH NJW-RR 1993, 1282, 1283[BGH 14.07.1993 - XII ARZ 16/93] m.w.N.).
Innerhalb des Oberlandesgerichts hat funktionell der Familiensenat zu entscheiden, weil es sich bei den streitgegenständlichen Forderungen um Ansprüche im Rahmen der durch die Ehe begründeten gesetzlichen Unterhaltspflicht im Sinne des § 621 Abs. 1 Nr. 5 ZPO handelt (vgl. BGH, NJW-RR 1993, 1282 ).
Zwar hat der BGH in seiner Entscheidung NJW-RR 1993, 1282 ff. ausgeführt, dass das sog. Prinzip der formellen Anknüpfung, wonach es ausschließlich darauf ankommt, weiches Gericht (Prozessgericht/Familiengericht) in 1. Instanz entschieden hat, zwar die Rechtsmittelzuständigkeit begründet, sich die Bedeutung der formellen Anknüpfung jedoch darin auch erschöpfe.
... Damit sind BGH MDR 93, 1236 - NJW-RR 93, 1282; OLG Brandenburg OLGZ-NZ 2001, 71 und die Diskussionen hierzu ... überholt.
Der Familiensenat ist daher nur zuständig, wenn die angefochtene Entscheidung von dem Familiengericht ausgeht (... a. A., aber vor Einführung des neuen § 513 Abs. 2 ZPO BGH FamRZ 1994, 25 ff" (= BGH NJW-RR 93, 1282 ff.)".
OLG Dresden, 25.03.2003 - 10 Arf 2/03
Zuweisung einer Motorjacht im Hausratsteilungsverfahren
Dabei ist entscheidend, ob es sich vorliegend tatsächlich um eine familienrechtliche Streitigkeit i.Sd. § 23b Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 GVG oder um eine allgemeine bürgerliche Rechtsstreitigkeit handelt; denn die Verweisung an das Amtsgericht - Familiengericht - Stollberg durch das Landgericht bindet nur das Amtsgericht als solches, qualifiziert damit den Rechtsstreit aber noch nicht als Familiensache (…BGH, a.a.O.; MDR 1993, 1236 ; BayObLG NJW-RR 1993, 10 ).
Entscheidend für die entsprechende Anwendung der Regelung ist die Erwägung, dass es in solchen Fällen dem Präsidium des Gerichts, das als richterliches Selbstverwaltungsorgan gemäß § 21e GVG bei einer den Geschäftsverteilungsplan betreffenden Meinungsverschiedenheit mehrerer Spruchkörper grundsätzlich eingreifen kann, verwehrt ist, den Konflikt durch Anwendung einer gesetzlichen Zuständigkeitsnorm verbindlich zu entscheiden (BGH, Beschluss vom 3. Mai 1978 - IV ARZ 26/78, BGHZ 71, 264, 270; Beschluss vom 14. Juli 1993 - XII ARZ 16/93, NJW-RR 1993, 1282; BGH…, Beschluss vom 11. März 2014 - X ARZ 664/13 -, NJW-RR 2014, 573 Rn. 5).
Unabhängig davon, ob das Vormundschaftsgericht oder das Familiengericht in der Sache zur Entscheidung berufen war, ist das Bayerische Oberste Landesgericht nach §§ 27, 28, 199 FGG , Art. 11 Abs. 3 AGGVG zuständig zur Entscheidung über die weitere Beschwerde, da sich nach § 119 Abs. 1 Nr. 2 GVG i.d.F. des Unterhaltsrechtsänderungsgesetzes vom 20.2.1986 der Rechtsmittelzug - die Rechtsmittelzuständigkeit und das Rechtsmittelverfahren - im Sinne der formellen Anknüpfung bestimmt, also danach, welcher Spruchkörper tatsächlich tätig geworden ist (vgl. BGH NJW 1991, 231/232; NJW-RR 1993, 1282 ;… Zöller/Gummer ZPO 21. Aufl. § 119 GVG Rn. 5;… Keidel/Kahl § 19 Rn. 45, § 28 Rn. 34;… Keidel/Kuntze Vorb § 64 Rn. 22k).
Da auch dem formell zuständigen Beschwerdegericht - wie dem Gericht der weiteren Beschwerde - die Entscheidungskompetenz in der Sache fehlt, ist nur eine Zurückverweisung an das Gericht der ersten Instanz zur erneuten Behandlung und Entscheidung durch die zuständige Abteilung für Familiensachen möglich (PfälzOLG Zweibrücken Report 1999, 398; OLG Düsseldorf FamRZ 1986, 203/204;… Keidel/Kuntze Vorb § 64 Rn. 22k;… vgl. auch Zöller/Gummer § 119 GVG Rn. 8; Bergerfurth FamRZ 1994, 372 ; Jauernig FamRZ 1989, 1/2).
LG Darmstadt, 31.10.1995 - 5 T 1153/95
Bestimmung eines Gerichts als Nachlassgericht