Source: http://www.juralit.com/2019/07/15/urheberrecht-50-der-verlaessliche-kommentar-fuer-online-und-offline/
Timestamp: 2019-08-21 23:04:28
Document Index: 27788292

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 32', '§ 36', '§ 40', '§ 79', '§ 45', 'EuG', 'BGH']

Der Wandtke/Bullinger ist ein ausgewiesener Praktikerkommentar und erläutert so anwendungsbezogen wie kaum ein Werk sonst das UrhR. Das UrhG bildet sich längst nicht mehr nur im UrhG ab, sondern stellt einen Zusammenhang von Normengruppen dar. Die nunmehr fünfte Auflage des Kommentars geht eingehend auf die gesetzlichen Reformen des Urheberrechts aus den Jahren 2013 - 2018 ein. Das Gesetz zur verbesserten Durchsetzung des Anspruches der Urheber und ausübenden Künstler auf eine angemessene Vergütung hatte das Ziel die individualrechtliche Stellung der Urheber zu verbessern. Was davon erreicht wurde, ist Gegenstand einer kritischen Kommentierung in den §§ 32 - 36 c UrhG. Die Neuregelungen beinhalten einen Systemwechsel zugunsten der Urheber, der in der Erläuterungen klar herausgearbeitet wird.
Die Neuauflage enthält eine vollständige Kommentierung des am 01.03.2018 in Kraft getretenen Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) mit neuer Konzeption der kollektiven Rechtewahrnehmung, der Novelle zur verbesserten Durchsetzung der Ansprüche von Urhebern und ausübenden Künstlern auf angemessene Vergütung inklusive einer Regelung der Verlegerbeteiligung in den §§ 32 d - 32 e (Auskunftsanspruch), den neuen §§ 36 b - 36 c zu Verstößen gegen Vergütungsregelungen, zu § 40 a bezüglich der pauschalen Verwertung und dem neuen § 79 b zu später bekannten Nutzungsarten.
Der deutlichste Input in das Urheberrecht kommt aus dem Europarecht, dessen Einflüsse sich wie ein roter Faden durch die Kommentierung ziehen, da immer wieder auf den Text der einschlägigen Richtlinien zurück gegriffen werden muss. Daher wird jetzt die InSoc-RL über die Schutzrechte in der Informationsgesellschaft gesondert gekommentiert und auf bestehende Auslegungsprobleme untersucht. Einbezogen wird auch die Marrakesch-RL 2017/1564/EU, deren Umsetzung in den §§ 45 a - 45 d UrhG die Rechte des Zugangs zu urheberrechtlich geschützten Werken für blinde und sehbehinderte Menschen reguliert. Berücksichtigt wird selbstredend auch die Portabilitäts-VO v. 14.06.2017, die ab dem 20.03.2018 Anwendung findet und den unionsweiten Zugriff auf digitale Inhalte regelt.
Es liegt auf der Hand, dass auch bereits die neue Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt aus dem Jahr 2019 Eingang in die Erläuterungen gefunden hat, da hier erhebliche Anwendungsprobleme zu erwarten sind. Die Auslegungsprobleme werden geprägt durch Neuentwicklungen, besonders im Bereich Cloud-Computing, künstliche Intelligenz, 3D-Druckern und der Entwicklung eines Internets, dass mehr und mehr von einer begrenzten Anzahl von Global - Playern geprägt wird. Hier bestehen auch zahlreiche Verbindungslinien zum Datenschutzrecht, besonders bei Big-Data.
Da das UrhR in erheblichem Umfang von der Rspr. geprägt wird, wird diese Rspr. detailliert ausgewertet, wobei die Rspr. des EuGH inzwischen ein deutlicheres Gewicht hat, ausgelöst oftmals durch Vorlagebeschlüsse nationaler Gerichte. Diese Entscheidungen betreffen mehr und mehr den Kern des Urheberrechts, was auch Auswirkungen auf die Struktur des Kommentars hatte, der teilweise neu konzipiert wurde. Diese Rechtsprechung - auch des BGH - betrifft etwa aktuelle Aspekte des Linking und Framing, der Haftung für Filesharing oder die angemessene Vergütung im Bereich der Geräteindustrie sowie sehr stark die aktuellen Tendenzen des Lizenzrechts. Der Kommentar geht in allen Bereichen, soweit relevant, auf vertragsrechtliche Aspekte ein, die für die Praxis völlig zentral sind.
Es gibt praktisch kein aktuelles urheberrechtliches Problem, das in dieser bahnbrechenden Kommentierung nicht behandelt wird, von Print bis Multimedia. Die Kommentierungen enthalten viele - auch graphische - Beispiele und Praxishinweise.
Juli 15th, 2019 Posted by admin | Medienrecht, Wirtschaftsrecht, IT - Recht | no comments