Source: https://www.gleichstellungsmonitor.at/KapitelK/indikatorK2.php
Timestamp: 2019-09-15 17:03:10
Document Index: 294410192

Matched Legal Cases: ['§201', '§202', '§205', '§205', '§205', '§ 218']

K1Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben und gegen die Freiheit
K2Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung
K3Wegweisungen, Betretungsverbote und Streitschlichtungen
K4Gewalt durch (Ex-)PartnerInnen
K5	Aufnahme von Frauen und Kindern in Wiener Frauenhäusern
K6Zwangsverheiratung
K7Gewalt in Schulen
Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung
Senken von Gewalt gegen Mädchen und Frauen
2015 wurden in Wien 316 Vergewaltigungen (§201), 72 geschlechtliche Nötigugen (§202) und 31 Fälle von sexuellem Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch be-einträchtigten Person (§205) [Anm.1] angezeigt. Der Frauenanteil der Opfer von Vergewaltigungen liegt bei 96%, beim Delikt der geschlechtlichen Nötigung sogar bei 99%; zu 81% werden Frauen zu Opfern von sexuellem Missbrauch nach §205. Für alle drei Straftaten sind Frauen nur zu einem sehr geringen Anteil Täterinnen (1% bis 4%).
Frauenanteil unter Opfern und TäterInnen ausgewählter angezeigter Delikte gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung in Prozent (2015)
2015 stehen 41% der Vergewaltigungsopfer in einem Bekanntschaftsverhältnis zu den TäterInnen, gefolgt von Familienbeziehungen mit Hausgemeinschaft (23%). Beim Tatbestand geschlechtlicher Nötigung sieht dies ähnlich aus, Bekannte sind hier zu 51% TäterInnen. Beim Tatbestand sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person sind die wenigsten Taten von Familienmitgliedern verübt worden (jeweils 4% mit oder ohne Hausgemeinschaft), meist sind hier TäterInnen in Bekanntschaftsverhältnissen (37%), mit keinen Beziehungsverhältnissen (30%) oder Zufallsbekanntschaften (26%) die TäterInnen.
Beziehungsverhältnis zwischen TäterInnen und Opfern ausgewählter Delikte gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung in Prozent (2015)
Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich das Beziehungsverhältnis bei Vergewaltigungen und geschlechtlichen Nötigungen wenig verändert. Allein beim Tatbestand nach §205 hat sich die Tätergruppe in Bekanntschaftsverhältnissen von 58% auf 37% verringert, während die anderen Beziehungsverhältnisse relativ stabil geblieben sind.
Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich die Anzahl der ausgewählten strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung etwas verringert. Es gibt 2015 21 Anzeigen weniger wegen Vergewaltigungen verglichen mit 2012, 14 Anzeigen weniger wegen geschlechtlicher Nötigungen und elf Anzeigen weniger bezüglich sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person. Die Anzahl der geschlechtlichen Nötigungen von Frauen ist um 5%-Punkte gestiegen (hier sind es 2015 99% der Fälle). Der Anteil der weiblichen Opfer bei Fällen des sexuellen Missbrauchs einer psychisch beeinträchtigten oder wehrlosen Person ist von 88% auf 81% gesunken. Frauen sind gleich oft die Opfer von Vergewaltigungen geblieben (zu 96%).
Entwicklung des Frauenanteils von Opfern bei strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung in Prozent (2012–2015)
2016 wurde der Straftatbestand Sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen (§ 218) ausgeweitet, ab diesem Zeitpunkt wird eine stark gestiegene Anzahl der Anzeigen in diesem Bereich erwartet.