Source: https://www.wiwiweb.de/fachwirt-wirtschaftsbezogene-qualifikationen-recht-und-steuern/handelsrecht/unselbststaendige-hilfspersonen.html
Timestamp: 2017-01-18 07:56:16
Document Index: 348404659

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 54', '§ 49', '§ 53', '§ 48', '§ 50']

Unselbstständige Hilfspersonen - Recht und Steuern
Unselbstständige Hilfspersonen
Terminankündigung: Am 26.01.2017 (ab 19:30 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.Gratis-Webinar Überblick Körperschaftsteuer - In diesem 60-minütigen Gratis-Webinar gibt Daniel Lambert einen Überblick über die Körperschaftsteuer.[weitere Informationen] [Terminübersicht]	Unselbständige Hilfspersonen des Kaufmanns sind
Eine Handlungsgehilfe des Kaufmanns ist mit diesem durch Arbeitsvertrag verbunden und also abhängig beschäftigt.
Er ist mit kaufmännischen Aufgaben beschäftigt und hat die Vollmacht zur Vornahme aller im Laden gewöhnlich anfallenden Geschäfte (= Ladenvollmacht, § 56 HGB).
Beispiel Kassierer und Verkäufer sind Handlungsgehilfen.
Beispiel Kellner und Köche sind damit keine Handlungsgehilfe.
Ein Handelsreisender ist kaufmännischer Angestellter eines Betriebs. Er ist durch Arbeitsvertrag mit dem Kaufmann verbunden und also unselbständig.
Eine Handlungsvollmacht wird nicht ins Handelsregister eingetragen (§ 54 HGB), sie ist eine schwächere Form der Vollmacht als die Prokura.
Man unterscheidet je nach Umfang der Vollmacht
spezielle Handlungsvollmachten
Einzelhandlungsvollmacht (= Spezialhandlungsvollmacht)
allgemeine Handlungsvollmacht (= Generalhandlungsvollmacht).
Die Einzelhandlungsvollmacht wird, wie der Name bereits andeutet, für ein einzelnes (!) Rechtsgeschäft erteilt.
Beispiel Der Mitarbeiter Paul soll einen speziellen Drucker kaufen.
Eine Arthandlungsvollmacht berechtigt hingegen zur Vornahme von Geschäften, die in der gleichen Art im Betrieb ständig vorkommen.
Die Generalhandlungsvollmacht ist nicht beschränkt. Sie wird für den gesamten Betrieb des Handelsgewerbes erteilt.
Eine Handlungsvollmacht erlischt durch
Tod des Handlungsbevollmächtigten
Auflösung des Betriebs
Die Einzelhandlungsvollmacht speziell endet klarerweise bereits bei Beendigung des Auftrags.
Die Prokura ist die weitreichendste handelsrechtliche Vollmacht. Sie ermächtigt zu allen Arten gerichtlicher und außergerichtlicher Geschäfte und Rechtshandlungen, die der Betrieb eines Handelsgewerbes mit sich bringt (§ 49 I HGB). Die Erteilung und die Beendigung der Prokura sind ins Handelsregister einzutragen, wobei die Eintragung deklaratorisch, nicht konstitutiv, wirkt (§ 53 HGB).
Folgende Rechtsgeschäfte darf der Prokurist nicht (!) erledigen:
selbst eine Prokura erteilen
ein Insolvenzverfahren beantragen
Grundstücke belasten
ein Handelsgeschäft veräußern
Es gibt folgende Arten der Prokura
Bei der Einzelprokura ist der Prokurist berechtigt, den Geschäftsinhaber alleine zu vertreten.
Eine Gesamtprokura erfolgt an mehrere Personen gemeinschaftlich (§ 48 II HGB) und kann auch nur gemeinsam ausgeübt werden.
Eine Filialprokura wiederum ist beschränkt auf eine selbständige Zweigniederlassung (§ 50 III HGB).
Zur Unterscheidung zwischen Handlungsvollmacht und Prokura hier die folgende Tab. 1:
nur für gewöhnliche Geschäfte
für alle Rechtsgeschäfte
Welches der folgenden Rechtsgeschäfte darf ein Prokurist nicht erledigen?	ein Insolvenzverfahren beantragenSteuererklärungen unterschreibengerichtliche Geschäfte	0/0	Lösen
Dieses Dokument Unselbstständige Hilfspersonen ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Recht und Steuern.