Source: http://elibrary.verlagoesterreich.at/main/e-journals/zor-zeitschrift-fur-offentliches-recht/2012/heft-1/zoer-2012-1.html
Timestamp: 2017-03-24 01:59:05
Document Index: 69714550

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art 2', 'Art 8', 'Art 22', 'Art 42', 'Art 26', 'Art 27', 'Art 6', 'Art 33', 'Art 34', 'Art 46', 'Art 16', 'Art 126', 'Art 258', 'Art 259', 'Art 260', 'Art 263', 'Art 263', 'Art 277', 'Art 311', 'Art 314', 'Art 317', 'Art 318', 'Art 319', 'Art 1', 'Art 18', 'Art 20', 'Art 20', 'Art 52', 'Art 65', 'Art 87', 'Art 88', 'Art 90', 'Art 129', 'Art 130', 'Art 131', 'Art 130', 'Art 133', 'Art 139', 'Art 140', 'Art 146', 'Art 1', 'Art 2', 'Art 37', 'Art 38', 'Art 40', 'Art 35', 'Art 36', 'Art 37', 'Art 38', 'Art 39', 'Art 40', 'Art 28', 'Art 28', 'Art 8', 'Art 6', 'EuG', 'EuG']

ZÖR 2012/1 - Heft 1 - 2012 - ZÖR - Zeitschrift für öffentliches Recht - e-Journals
/ ZÖR 2012/1
Volltext Cover Download EditorialZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 1–2
ZÖR 2012, 1 Sehr geehrte Leserin,
Geschätzter Leser!Vor zwei Jahren (ZÖR 2010, 1) haben wir an dieser... Sehr geehrte Leserin,
Geschätzter Leser!Vor zwei Jahren (ZÖR 2010, 1) haben wir an dieser Stelle einen behutsamen inhaltlichen Ausbau und ein stärker internationales Profil der ZÖR angekündigt. Sie haben uns dabei begleitet, und uns ganz überwiegend ermuntert! Dafür wollen wir zu aller erst Dank sagen!Kritisch begleitet, ganz wie erhofft, hat uns auch unser stark veränderter Wissenschaftlicher Beirat. Aus der Diskussion mit seinen Mitgliedern im vergangenen Jahr ist der Gedanke entstanden, eine gute Tradition der Zeitschrift weiterzuentwickeln: analytische und weiterführende Berichte über Österreich besonders betreffende aktuelle Entwicklungen, sei es in der Rechtspraxis, sei es in der Judikatur. Zur Verbesserung der internationalen Sichtbarkeit und zur Erleichterung der internationalen Auseinandersetzung mit „österreichische Perspektiven“ sollen diese Berichte verstärkt auf Englisch erscheinen. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 3–4
Korinek, Karl Karl Spielbüchler zum Gedenken
ZÖR 2012, 3 In der Nacht von 8. auf 9. Jänner 2012 ist Karl Spielbüchler im 73. Lebensjahr überraschend... In der Nacht von 8. auf 9. Jänner 2012 ist Karl Spielbüchler im 73. Lebensjahr überraschend aus dem Leben gerissen worden.Nach rund 40 Jahren juristischer Arbeit als Rechtswissenschafter und Verfassungsrichter wollte er sich im letzten Abschnitt seines Lebens ganz seinen vielen kulturellen und historischen Interessen widmen, die innere Ruhe und Konzentration, die ihm sein geliebtes Gosauer Elternhaus bot und seine faszinierend reichhaltige Bibliothek nutzend. Er wollte lesen, denken, kulturhistorische Zusammenhänge erforschen und musizieren; juristische Fragen und politische Tagesaktualitäten hatten für ihn keine Bedeutung mehr. Es war ihm nur sehr kurze Zeit vergönnt, diesen Wünschen nachzugehen.Der Rechtswissenschafter Karl Spielbüchler hat in bedeutenden Arbeiten im Zivilrecht, etwa durch seine Habilitationsschrift „Der Dritte im Schuldverhältnis“ (mit dem bezeichnenden Untertitel „Über den Zusammenhang von Schuld- und Sachenrecht“), einige grundlegende wissenschaftliche Aufsätze und seine Kommentierungen im Klang-Kommentar und im „Rummel“ bleibendes geleistet. Und der Arbeitsrechtler Spielbüchler hat neben wichtigen Publikationen zu Einzelfragen in seinem Lehrbuch des Individualarbeitsrechts ein „in seiner Kombination von Prägnanz, Kürze und wissenschaftlicher Tiefe unerreichtes Standardwerk“ (Rudolf Müller) geschaffen. Das konnte ihm nicht zuletzt deshalb gelingen, weil er die arbeitsrechtlichen Fragen stets aus der Kenntnis ihrer Fundierung in der allgemeinen Zivilrechtsdogmatik behandelte. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 5–45
Balthasar, Alexander Was heißt „völlige Unabhängigkeit“ bei einer staatlichen Verwaltungsbehörde?
Zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Urteil des EuGH vom 09.03.2010, C-518/07 (Kommission/Deutschland) Staatliche Aufsicht, CNIL, Demokratieprinzip, DSK, EDSB, Gegenläufige Prinzipien, Verwaltungsgerichtliche Kontrolle, Datenschutz-Kontrollstelle, Finanzverwaltung, Ordentlicher Gesetzgeber, Grundprinzipien, Grundwerte, Haushaltsbehörde, Hüter der Grundrechte und Grundfreiheiten, Pariser Prinzipien, Rechtmäßigkeit, Regulierungsbehörden, Allgemeine Staatsverwaltung, Strafverfolgungsbehörden, Umkehrung der Kontrollrichtung, Völlige, relative Unabhängigkeit, Unfehlbarkeit, Verhältnismäßigkeit, Weisungsfreiheit, Zweckmäßigkeit, EUV: 2. ErwG; Art 2; 4 Abs 2, Abs 3; 6 Abs 3; 10 Abs 2; 13 Abs 1; 19; 47, EUGRCh: 2. ErwG; Art 8 Abs 3; 15–17; 47; 52, RL 95/46/EG: Art 22; 28, VO (EG) Nr 45/2001: Art 42–44, ZÖR 2012, 5, Art 26 WVK, Art 27 WVK, Art 6 Abs 1 EMRK, Art 33 EMRK, Art 34 EMRK, Art 46 EMRK, Art 16 AEUV, Art 126 AEUV, Art 258 AEUV, Art 259 AEUV, Art 260 AEUV, Art 263 Abs 3 AEUV, Art 263 Abs 4 AEUV, Art 277 AEUV, Art 311 Abs 1 AEUV, Art 314 AEUV, Art 317 AEUV, Art 318 AEUV, Art 319 AEUV, Art 1 B-VG, Art 18 Abs 1 B-VG, Art 20 Abs 1 B-VG, Art 20 Abs 2 B-VG, Art 52 Abs 1a B-VG, Art 65 Abs 2 lit a B-VG, Art 87 Abs 2 B-VG, Art 88 Abs 1 B-VG, Art 90 Abs 2 B-VG, Art 129 B-VG, Art 130 B-VG, Art 131 B-VG, Art 130 Abs 2 B-VG, Art 133 Z 4 B-VG, Art 139 Abs 5 B-VG, Art 140 Abs 5 B-VG, Art 146 Abs 2 B-VG, Art 1 Abs 1 dGG, Art 2 Abs 1 dGG, Art 37 DSG 2000, Art 38 Abs 1 DSG 2000, Art 40 Abs 2 DSG 2000, Art 35 DSG, Art 36 DSG, Art 37 DSG, Art 38 DSG, Art 39 DSG, Art 40 DSG ZusammenfassungNach Art 28 Abs 1 UAbs 2 der RL 95/46/EG nehmen die Datenschutz-Kontrollstellen... ZusammenfassungNach Art 28 Abs 1 UAbs 2 der RL 95/46/EG nehmen die Datenschutz-Kontrollstellen ihre Aufgaben in „völliger Unabhängigkeit“ wahr. In Auslegung dieses lediglich sekundärrechtlich statuierten Erfordernisses (in Art 8 Abs 3 der EU-Grundrechte-Charta – dieser kommt nach Art 6 Abs 1 EUV gleicher Rang wie den Verträgen zu – findet sich das Attribut „völlig“ nicht) hat der EuGH am 09.03.2010, in großer Kammer und in völliger Abweichung von den Schlussanträgen, die Organisation der deutschen, zur Kontrolle des privaten Sektors berufenen Datenschutzbehörden als ungenügend beurteilt.Die Problematik dieses Urteils liegt nicht so sehr im Ergebnis des konreten Falls, sondern in der gegebenen Begründung, die, beim Wort genommen, dazu führte, dass nahezu sämtliche Bereiche der Staatsverwaltung in „völliger Unabhängigkeit“ von der allgemeinen Staatsverwaltung zu vollziehen wären. Eine derartige Konsequenz führte freilich nicht nur den Begriff einer „allgemeinen Staatsverwaltung“ ad absurdum, sondern konfligierte auch sowohl mit Anforderungen des demokratischen Prinzips wie jedenfalls mit der haushaltsrechtlichen Gesamtverantwortung der Mitgliedsstaaten.Der nachfolgende Beitrag unterzieht daher die Voraussetzungen dieses Urteils einer kritischen Prüfung – mittels eines vergleichenden Blicks auf die organisationsrechtliche Ausstattung sowohl des Europäischen Datenschutzbeauftragten wie der französischen Datenschutzbehörde, einer Bedachtnahme auf die völkerrechtliche Verantwortlichkeit der Staaten ebenso wie auf das rechtsstaatliche Prinzip der Gewaltenteilung und auf das demokratische Prinzip – und gelangt zu einem moderateren Ergebnis. Dieses Ergebnis ist gerade jetzt nicht nur für Österreich – angesichts des gegenwärtig hinsichtlich der Organisation der Datenschutzkommission anhängigen Vertragsverletzungsverfahrens – relevant, sondern – angesichts des bereits öffentlich bekanntgewordenen Vorschlages einer (die RL 95/46/EG ablösen sollenden) allgemeinen Datenschutzverordnung – von EU-weitem Interesse.AbstractAccording to Article 28 (1) (2) of Directive 95/46/EC, the data protection supervisory authorities “shall act with complete independence in exercising the functions entrusted to them”. When interpreting this provision of EU secondary legislation (Article 8 (3) of the EU Fundamental Rights Charter–ranked on Treaty level by Article 6 (1) TEU–providing only for “control by an independent authority”), Court of Justice ruled on 09.03.2010, sitting in Grand Chamber and fully disregarding the Opinion of Advocate General Mazák, that the German data protection authorities in charge with the supervision of the private sector did not fulfil this requirement of “complete independence”.Problems arise not so much from the fact as such that the German organisational structure was found to be insufficient, but from the specific reasons given. Taken literally they would imply that, ultimately, almost all fields of administration had to be organised in “complete independence” of “general” public “administration”–a consequence not only rendering the notion “general administration” meaningless, but also entailing severe questions as to democratic legitimacy as well as to overall budget responsibility of a Member State.This contribution, therefore, aims to check the premises of this judgment–among others by a glance to the organisational structure of the European Data Protection Supervisor as well as to that of the French Data Protection Authority, by taking into consideration the international responsibility of States as well as the rule of law principle of “checks and balances” and the principle of democracy–and reaches a more moderate result. This result is not only of relevance for Austria, currently also being seized before the Court of Justice by the Commission with regard to the quality of independence of its own Data Protection Commission, but–with regard to the current proposal for a EU General Data Protection Regulation–of Unionwide interest. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 47–59
Fuchs, Claudia Europäische Verfahrensgrundsätze und mitgliedstaatliches Verwaltungshandeln
ZÖR 2012, 47 ZusammenfassungDie trotz aller Krisen fortschreitende europäische Integration führt dazu, dass... ZusammenfassungDie trotz aller Krisen fortschreitende europäische Integration führt dazu, dass europäisches Verwaltungsrecht ein aktuelles Thema bleibt. Dabei wird unter dem Begriff an dieser Stelle sowohl der Vollzug des Unionsrechts durch die Mitgliedstaaten als auch das sogenannte Eigenverwaltungsrecht der Union sowie das Kooperationsverwaltungsrecht verstanden. Auf Basis einer notwendig unscharf bleibenden Abgrenzung des Verwaltungsbegriffs will der Beitrag überblickshaft der Funktion europäischer Verfahrensgrundsätze nachgehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Einflüsse der EuGH-Rechtsprechung und des Unionsrechts auf das Verwaltungsverfahrensrecht der Mitgliedstaaten vielschichtig sind: „Die“ Europäisierung in einem singulären Verwirklichungsmodus gibt es nicht. Nicht zuletzt aufgrund der Komplexität der Materie wird für eine verstärkte grundlegende Reflexion der Verwaltungsrechtswissenschaft auf mitgliedstaatlicher Ebene über die Bedeutung und Funktion des allgemeinen Verwaltungsrechts plädiert.AbstractDespite all crises, the progress of European integration leads to an ever increasing interest in European administrative law. This comprises the execution of EU law by the member states as well as the administration by EU institutions and bodies themselves, and composite decision-making procedures. This contribution focuses on EU principles of administrative procedure. It is taken for granted that there are very different modes of European integration to influence the administrative procedural law of the member states. The paper argues for a deeper and fundamental reflection on European administrative (procedural) law on the member state level. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 61–79
Pabel, Katharina Verwaltungsgerichtsbarkeit – Wesen und Wandel
ZÖR 2012, 61 ZusammenfassungDie Verwaltungsgerichtsbarkeit bildet ein zentrales Element des Rechtsstaats. Zur... ZusammenfassungDie Verwaltungsgerichtsbarkeit bildet ein zentrales Element des Rechtsstaats. Zur Kennzeichnung des österreichischen Modells der Verwaltungsgerichtsbarkeit werden wesentliche Strukturelemente herausgearbeitet und die Verwaltungsgerichtsbarkeit funktionell, organisatorisch und verfahrensrechtlich betrachtet. Insbesondere veranlasst durch den Einfluss der EMRK und zunehmend auch des Unionsrechts vollzieht sich ein Wandel der österreichischen Verwaltungsgerichtsbarkeit, der vor allem in einer durch Grundrechte geprägten, stärker materiellrechtlichen Sichtweise auf die Erfordernisse des Rechtsschutzes deutlich wird.AbstractJurisdiction in administrative law is a crucial element of the rule of law. To characterise the Austrian scheme of jurisdiction in administrative law this contribution elaborates the main aspects of the function, the organisation and the procedure of the relevant jurisdiction. The Austrian scheme of jurisdiction in administrative law is actually changed by the influence of the European Convention of Human Rights and increasingly by the EU-law. This means a more and more substantive perspective on the requirements of remedies in administrative law what is mainly determined by way of the fundamental rights. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 81–113
Pfersmann, Otto Unconstitutional constitutional amendments: a normativist approach
ZÖR 2012, 81 AbstractCan elements of the “Constitution” be unconstitutional and what would be the legal... AbstractCan elements of the “Constitution” be unconstitutional and what would be the legal consequences? Several courts have considered such hypotheses but few of them have nullified provisions pertaining to the formal constitution. Scholarly debates remain highly controversial and convincing explanations for one or another solution seem to be wanting.This paper addresses the puzzle from both the point of view of legal theory and at the level of comparative constitutional law in the perspective of analytic normativism. It makes the claim that this approach allows to better analyse the underlying question as a problem of complex hierarchies, which can provide solutions to cases in legal orders as different as Austria, France, Germany or Israel.Traditionally, the constitution is seen as one bloc on top of the legal system. But what this means remains often mysterious or unclear. If there could be something above this highest element, it could be considered from a moral perspective or in line with legal realism, a mere question of case-law.According to the conception set forth here, whether different levels of legal norms exist and what normative relations apply between them, is a question of positive law. Hence there may be several layers above what is usually considered primary legislation, if there are several legal forms, differentiated by their mode of production. The truly difficult problem, then, is to find out whether these differences are related to organized derogatory superiority, such that lower deficient norms can be nullified. Such structures appear more and more frequently in contemporary law. To better grasp this, we use the concept of non-equivalent polymorphism.The problem of whether courts are competent to annul lower level constitutional provisions is presently not explicitly settled in formal constitutions. It can–and should–nonetheless be solved through means of constitutional interpretation.ZusammenfassungKönnen Elemente der Verfassung verfassungswidrig sein? Und was wären die rechtlichen Folgen? Einige Gerichtshöfe haben sich mit solchen Hypothesen befasst, aber nur wenige haben bisher Verfassungsbestimmungen wirklich aufgehoben. Die akademische Debatte hierzu bleibt hoch kontroversiell und überzeugende Erklärungen für die eine oder die andere Lösung werden weiterhin gesucht.Dieser Beitrag versucht eine Analyse sowohl vom Standpunkt der Rechtstheorie als auch des Verfassungsvergleichs aus der Perspektive des Analytischen Normativismus. Er behauptet, dass diese Perspektive eine bessere Analyse der zugrunde liegenden Fragen wie der nach komplexen Normenhierachien erlaubt, und Lösungsmöglichkeiten für verschieden gelagerte Fälle wie die von Österreich, Frankreich, Deutschland oder Israel biete.Üblicherweise wird die Verfassung als ein Block an der Spitze der Rechtsordnung wahrgenommen. Was dies konkret bedeutet, bleibt aber oft rätselhaft oder unklar. Wenn etwas über diesem höchsten Element existieren würde, könnte dies einerseits von einer moralischen Warte betrachtet werden, andererseits den Prinzipien eines rechtlichen Realismus folgend, also als reine Frage des case-law.Der hier vorgestellte Ansatz, zu fragen, ob es verschiedene Ebenen von Normen gibt und welche normativen Beziehungen zwischen ihnen existieren, ist im Prinzip ein Rechtspositivistischer: Es können mehrere Schichten oberhalb dessen liegen, was gemeinhin als Primärrecht verstanden wird, wenn Gesetze verschiedene Entstehungsbedingungen aufweisen. Das schwierigste Problem ist dann, zu erkennen, ob diese Unterschiede unterschiedliche derogatorische Kraft bewirken, die eine Annullierung fehlerhafter Gesetze auf niedrigerer Ebene erlaubt. Solche Strukturen finden sich im zeitgenössischen Recht immer häufiger, und um sie besser zu beschreiben, verwenden wir das Konzept des Nicht-äquivalenten Polymorphismus.Die Frage, ob und inwieweit Gerichte die Kompetenz haben, Verfassungsbestimmungen auf niedriger Ebene zu annullieren ist derzeit in Verfassungen nicht geregelt. Sie kann – und sollte – nichtsdestoweniger durch Methoden der Verfassungsinterpretation beantwortet werden. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 115–128
Bezemek, Christoph A Kelsenian model of constitutional adjudication
The Austrian Constitutional Court ZÖR 2012, 115 AbstractFor more than hundred years the “American system” of adjudication, mastered by one... AbstractFor more than hundred years the “American system” of adjudication, mastered by one Supreme Court vested with the power to review not only judicial, but also administrative as well as legislative acts enjoyed the virtual monopoly to serve as the role-model of Constitutional review. When the Austrian Constitution was enacted in 1920, however, it was supplemented by an “Austrian system” of adjudication essentially designed by Hans Kelsen; creating a specialized body to review the constitutionality of legislative acts; the first Constitutional Court. This article provides an introduction to the Court’s organization and proceedings.ZusammenfassungMehr als hundert Jahre lang war das „amerikanische System“, in dem ein Supreme Court befugt ist auch administrative und legislative Akte auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu überprüfen das alleinige Vorbild für die Organisation von Verfassungsgerichtsbarkeit. Mit der österreichischen Bundesverfassung von 1920 wurde es durch ein wesentlich von Hans Kelsen geprägtes „österreichisches System“ ergänzt, in dem eine spezialisierte Institution zur gerichtlichen Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit administrativer und legislativer Akte vorgesehen war – der Verfassungsgerichtshof. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die Struktur und die Verfahren des Verfassungsgerichtshofs bieten. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 129–156
Dale, Jessica E. | Schloenhardt, Andreas Twelve years on: revisiting the UN Protocol against the Smuggling of Migrants by Land, Sea and Air
ZÖR 2012, 129 AbstractThe United Nations Protocol Against the Smuggling of Migrants by Land, Sea and Air was... AbstractThe United Nations Protocol Against the Smuggling of Migrants by Land, Sea and Air was introduced in 2000 as an international treaty to specifically target the transnational crime of the migrant smuggling. This article explores the content, nature and quality of the provisions of the Protocol over the twelve years of its operation. It assesses the strengths and shortcomings of the international regime, as well as key principles which motivated its implementation. Further, the article draws upon the inadequacies in the Protocol to inform recommendations for consistent regional efforts and efficient criminal justice responses to address the dynamic challenges that this transnational crime continues to present to national legislators.ZusammenfassungMit dem Ziel, besser gegen den internationalen Migrant/inn/enschmuggel vorgehen zu können wurde im Jahr 2000 das Übereinkommen gegen das Einschleusen von Migranten auf dem Land-, Luft- und Seeweg im Rahmen der Vereinten Nationen verabschiedet. Dieser Beitrag analysiert Inhalt, Charakter und Qualtität des Übereinkommens in den elf Jahren seines Bestehens. Er arbeitet die Stärken und Schwächen des Protokolls sowie die zentralen Prinzipien seiner Umsetzung heraus. Schließlich werden die wesentlichen Unzulänglichkeiten aufgezeigt und konsistentere und fundierte regionale Maßnahmen und eine effiziente Vorgehensweise der Strafgerichtsbarkeit empfohlen, damit die nationalen Gesetzgeber zukünftig angemessen auf die Herausforderungen dieses dynamischen, transnationalen Verbrechens reagieren können. Volltext	AufsätzeZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 157–193
Bittner, Philip | Schusterschitz, Gregor | Tichy, Helmut Recent Austrian practice in the field of international law
Report for 2011 ZÖR 2012, 157 AbstractWe, members of the legal service of the Austrian Foreign Ministry (“Office of the... AbstractWe, members of the legal service of the Austrian Foreign Ministry (“Office of the Legal Adviser”, “Völkerrechtsbüro”), have been invited by the editors of this distinguished journal to submit a report on Austria’s recent practice in the field of international law. For various reasons, this is a very challenging task. There is, in particular, the wealth of material from which it is necessary to make only a small selection, and the fact that certain interesting legal issues may not or may not yet lend themselves to publication. However, the attempt to write such a report was made, in the hope that it would, in addition to the annual meetings of the international lawyers of Austria (“Österreichischer Völkerrechtstag”) and other publications, further contribute to the dialog between practitioners and academics dealing with public international law.This report is a collective “Christmas break exercise”. We wish to thank our colleagues who have also contributed to it, in particular Michael Baier, Ulrike Köhler and Gregor Csörsz. Volltext	BuchbesprechungZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 195–197
Stelzer, Manfred Buchbesprechung Tom Ginsburg/Rosalind Dixon (eds), Comparative Constitutional Law. Cheltenham, UK: Edward Elgar 2011, XII, 668 pages, £175.00, ISBN 978-1-84844-539
ZÖR 2012, 195 As the Chicago based editors accurately observe, interest in comparative constitutional law grew... As the Chicago based editors accurately observe, interest in comparative constitutional law grew over the last decade. The volume aims to present an overview of this field. It contains 37 articles contributing to five sections–‘Constitutional Design und Re-design’ (Part I), ‘Constitutional Identity’ (Part II), ‘Constitutional Structures’ (Part III), ‘Constitutional Rights and State Duties’ (Part IV) and ‘Courts and Constitutional Interpretation’ (Part V).Part I deals with selected questions concerning the drafting of and amendments to constitutions. It features contributions which raise the issue of gender equality, examine various forms of popular participation in the constitution-making process, compare different constitutional amendment rules, and inform on the life-span of various constitutions. The section contains a case study on external influences in drafting a constitution, as well as a study on the influence court rulings may have on the understanding and reading of the evolving constitution in periods of transition.Part II raises questions of constitutional identity, arguing that identity cannot be achieved by the text of a constitution alone but needs to be supported by common attitudes, beliefs or values. This part further analyzes the concept of citizenship and, using the examples of Canada, New Zealand and the USA, examines how constitutions dealt and deal with Indigenous peoples. The closing article of this section argues that International Law regulations, such as the Investment Rules Regime, might already be regarded as constitutional law in a broader sense, thus leading to a new global constitutional order. Volltext	BuchbesprechungZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 199–202
Meissel, Franz-Stefan Buchbesprechung Allgemeiner Entschädigungsfonds/Josef Aicher/Erich Kussbach/August Reinisch (Hg), Entscheidungen der Schiedsinstanz für Naturalrestitution. Band 3. Wien: facultas.wuv Universitätsverlag 2010, 568 Seiten, 55,- €, ISBN 978-3-7089-0591-4
ZÖR 2012, 199 Die aufgrund des EntschädigungsfondsG 2001 (EF-G, idgF abgedruckt im Anhang S 495 ff)... Die aufgrund des EntschädigungsfondsG 2001 (EF-G, idgF abgedruckt im Anhang S 495 ff) eingerichtete Schiedsinstanz für Naturalrestitution besteht seit zehn Jahren aus den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern Josef Aicher (Vorsitzender), Erich Kussbach und August Reinisch. Die Schiedsinstanz macht ihre Entscheidungen nicht nur laufend auf ihrer Homepage (www.entschaedigungsfonds.at) der Öffentlichkeit zugänglich, sondern publiziert ausgewählte Entscheidungen seit 2008 auch in einer umsichtig redigierten Reihe. Der hier zu besprechende dritte Band enthält zwölf Entscheidungen aus der ersten Hälfte des Jahres 2006, die jeweils auf deutsch und in einer hochwertigen englischen Übersetzung abgedruckt sind. In der von der Gesamtredakteurin Susanne Helene Betz zusammengestellten Einleitung werden die abgedruckten Entscheidungen kurz charakterisiert. Neben den Entscheidungen sind auch die jeweiligen Pressemitteilungen der Schiedsinstanz abgedruckt, die eine rasche Erstinformation erlauben. Eine Auswahlbibliographie zum Themenbereich der Naturalrestitution (S 527 ff) sowie ein zweisprachiges Glossar zu den Rechtsnormen und einschlägigen Fachausdrücken (S 532 ff) erleichtern die Orientierung und sind für alle sehr hilfreich, die sich mit der komplexen Materie des Restitutionsrecht befassen.Publiziert werden in dieser Reihe lediglich Entscheidungen über sog „materielle Anträge“; darunter versteht die Schiedsinstanz solche, die die wesentlichen Antragsvoraussetzungen des EF-G erfüllen und sich auf einen hinreichend dokumentierten Sachverhalt stützen. Die Zuständigkeit der Schiedsinstanz erstreckt sich auf die Naturalrestitution von Liegenschaften sowie beweglicher Sachen jüdischer Gemeinschaftsorganisationen, die zum Stichtag (17.01.2001) im Eigentum des Bundes oder jener Gebietskörperschaften standen, welche sich dem Verfahren nach dem EF-G unterworfen haben (sog Opt-In; diese Bundesländer und Gemeinden sind auf S 523 f samt der relevanten Fristen für die Antragstellung aufgelistet). Bis März 2011 langten bei der Schiedsinstanz 2.235 Anträge ein. Davon erfüllten 541 die im Gesetz festgelegten Anspruchsvoraussetzungen und wurden als „materielle Anträge“ eingestuft. Bislang ergingen zu 83 Anträgen eine Empfehlung auf Restitution oder Zuspruch eines Ersatzbetrages, 152 endeten hingegen mit Ablehnung. 138 Anträge wurden wegen Unzuständigkeit der Schiedsinstanz zurückgewiesen.Die in Band 3 publizierten, juristisch höchst anspruchsvollen Entscheidungen beziehen sich auf Liegenschaften in Wien und Oberösterreich sowie auf eine Vereinsbibliothek. In fünf Fällen waren die Liegenschaften bereits einmal Gegenstand eines Rückstellungsverfahrens, welches mit Vergleich geendet hatte. Die Schiedsinstanz verneinte bei drei dieser Fälle das Vorliegen einer „extremen Ungerechtigkeit“ des seinerzeitigen Vergleichs und lehnte eine Rückgabe ab (Entscheidungen Nr 46/2006 [mittlerweile revidiert durch Wiederaufnahmeentscheidung WA 2/2007], 142/2006 und 204/2006); in zwei Fällen hingegen bejahte sie die extreme Ungerechtigkeit, da die Republik bzw die Stadt Wien beim Vergleichsabschluss ihre übermächtige Positionen zum Nachteil der Rückstellungswerber ausgenutzt hatten (Entscheidungen Nr 88/2006 und 89/2006). Ein Fall betraf einen in der NS-Zeit entzogenen Liegenschaftsanteil, der noch nie Gegenstand eines Verfahrens gewesen war und dessen Rückgabe nun empfohlen wurde (Entscheidung Nr 206/2006). Abgelehnt wurde die Rückgabe einer Liegenschaft, die aufgrund der Deutschen Gemeindeordnung 1938 von einer Agrargemeinschaft an eine Gemeinde übertragen worden war, da kein Verfolgungstatbestand vorgelegen sei (Entscheidung Nr 33/2006). Der Antrag auf Restitution einer Vereinsbibliothek wurde zurückgewiesen, da es sich beim ursprünglichen Rechtsträger um keine jüdische Gemeinschaftsorganisation handelte (Entscheidung Nr 68/2006). Volltext	BuchbesprechungZÖR 2012/1, Jahrgang 2012, Heft 1, S. 203–205
Storr, Stefan Buchbesprechung Ekkehart Reimer/Christian Waldhoff, Verfassungsrechtliche Vorgaben für Sonderabgaben des Banken- und Versicherungssektors, Heidelberg: Springer Verlag 2011, XVI, 146 Seiten, 82,19 €, ISBN 978-3-642-16446-0
ZÖR 2012, 203 Die erstaunlich lang anhaltende Finanzkrise, die im Jahr 2008 mit dem Zusammenbruch von Lehman... Die erstaunlich lang anhaltende Finanzkrise, die im Jahr 2008 mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers begann und zu einer Wirtschaftskrise, dann zu einer Staatsschuldenkrise und inzwischen zu einer Krise der Europäischen Union ausgewachsen ist, hat derart große Vermögen vernichtet und staatliche Haushalte belastet, dass schon sehr bald Pläne über die Akquirierung neuer Mittel durch sog Bankenabgaben aufkamen. Durch diese Abgabe sollen Finanzdienstleistungsunternehmen an den Kosten der Krise beteiligt werden, wobei die Zielrichtung nicht regressiv ausgestaltet sein muss, sondern auch präventiv die Bildung von Rücklagen zur Bewältigung künftiger Krisen bezwecken kann.Die vorliegende Schrift ist aus einem Rechtsgutachten entstanden, das der Heidelberger Professor Ekkehart Reimer und sein Bonner Kollege Christian Waldhoff im Jahr 2010 für den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft erstattet haben. Sie analysieren die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Einführung einer solchen Bankenabgabe, deren geplante Einführung die Finanzinstitute freilich erheblich verunsichert hat. Die Studie ist „offen“ angelegt, begutachtet also nicht einen bestimmten Gesetzesvorschlag, insbesondere nicht das deutsche Restrukturierungsgesetz, das die Bankenabgabe eingeführt hat, sondern lotet die Möglichkeiten des Gesetzgebers überhaupt aus. Freilich wäre es nicht uninteressant gewesen, entsprechende Überlegungen über Bankenabgaben in den USA und europäischen Ländern einzubeziehen. Die Studie ist aber streng am deutschen Verfassungsrecht ausgerichtet, weil das dem Gutachtenauftrag entsprochen haben dürfte. Auch europarechtliche Ausführungen sind nicht Gegenstand der Untersuchung.Zunächst sondieren die Verfasser mögliche Gestaltungsvarianten. Abgabenschuldner der Bankenabgabe müssen nicht nur Banken sein, auch Versicherungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften, Pensionsfonds und Versorgungskammern können verpflichtet werden, sei es als Konzern oder als einzelnes Unternehmen. Für die Festlegung der Bemessungsgrundlage soll zunächst eine Entscheidung über die Höhe des Aufkommens getroffen werden, sodann über die maßgeblichen Kriterien, z.B. Unternehmensgröße (Bilanzsumme, Nettogewinn, cash flow, Umsatz, Lohnsumme etc), Schadensgröße und Schadensrisiko, die schließlich zueinander in ein arithmetisch plausibles Verhältnis zu setzen sind. Für die Frage, inwieweit die Kriterien geeignet sind, das avisierte Aufkommen auch zu erzielen, muss dem Gesetzgeber ein weiter Prognosespielraum zugestanden werden. Tatsächlich konnten – so das Bundesfinanzministerium – für das Jahr 2011, dem ersten Jahr der deutschen Bankenabgabe, nicht die erhofften € 1,3 Mrd. erzielt werden, sondern lediglich knapp die Hälfte. Volltext	Fachgebiete