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Timestamp: 2019-06-18 08:44:33
Document Index: 45456471

Matched Legal Cases: ['§ 1626', '§1671', '§ 1626', '§1671', '§1626', '§1626']

Alleiniges Sorgerecht und Knast, aber ich will mich einigen. - Seite 2 - ngb
Alleiniges Sorgerecht und Knast, aber ich will mich einigen.
Thema: Alleiniges Sorgerecht und Knast, aber ich will mich einigen.
03.01.19, 23:59 #26
Re: Alleiniges Sorgerecht und Knast, aber ich will mich einigen.
Nun es gibt neben dem geteilten Sorgerecht auch noch das Aufendhaltsbestimmungsrecht, welches nur eine der beiden Sorgerecht zugesprochenen Personen bekommt.
Das sie das alleineige Sorgerecht hat ist eigentlich egoistisch, bzw sie hat sich ebenfalls nicht ausreichend informiert. Also teilt euch das Sorgerecht und sie bekommt das Aufendhaltsbestimmungsrecht. Es macht für die Beteiligten, auch dem Sohn, die Sache bei Problemen zB Tode oder anderen Komplikationen deutlich einfacher.
04.01.19, 09:03 #27
@Jan_de_Marten: Kommt drauf an, wenn ein Partner hunderte Kilometer wegzieht, macht das Alleinige schon Sinn.
04.01.19, 15:48 #28
Noch ist da doch keine Entscheidung gefallen, da noch kein Gerichtstermin wahrgenommen wurde, wenn ich das richtig verstanden habe.
Nach deiner aktuellen Schilderung habt ihr ja noch nicht mal eine beurkundete Sorgeerklärung abgegeben (§ 1626a BGB), das Sorgerecht liegt also bei der Mutter (sofern ihr nicht verheiratet wart). Demnach würde nach §1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB ohnehin vorher geprüft ob ein gemeinsames Sorgerecht nicht eher dem Wohl des Kindes entspräche:
Nach deiner Schilderung ist davon auszugehen, dass eine gemeinsame Sorge durchaus in Frage käme, da die Mutter sich ja zu kümmern scheint und keine Kindeswohlgefährdung vorliegt (+ § 1626 Abs. 3 BGB). Die Frage wäre dann eben ob der Gefängnisaufenthalt hier als Nachteil für das Kindeswohl gelten würde. Das kann ich nicht beurteilen, ich vermute aber, dass das Gericht ohnehin die Bedingungen vom §1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB als nicht gegeben ansehen würde, denn eine gemeinsame Sorge käme ja in Betracht.
Kläre mit deiner Ex die Zustimmung und Beantragung einer Sorgeerklärung (§1626a Abs. 1 S.1 BGB), was am einfachsten wäre wenn sie dem einfach zustimmt. Kläre mit dem Jugendamt das Missverständnis der alleinigen Sorgebeantragung (auch wenn das Gericht ohnehin das letzte Wort hätte und diese wahrscheinlich ohnehin ablehnen würde, da du jenes wahrscheinlich nicht ausreichend begründen könntest im Hinblick auf die Gefährdung des Kindeswohls). Wenn sich deine Ex weiterhin weigert, müsstest du das gemeinsame Sorgerecht (oder wenigstens Teile davon) einklagen nach §1626a BGB. Dann müsste deine Ex nachweisen, dass das die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl widerspräche. Das Jugendamt scheint ja schonmal auf deiner Seite zu sein. Das würde ich dann aber tatsächlich mit einem Anwalt machen, wenn du diesen Weg gehen willst.
Außerdem kannst du auch mal schauen, ob du vielleicht eine Familien-/Sozialberatung in deiner Stadt gibt, die Beratungen zu dem Thema anbieten. Könnte aber schwierig werden da kurzfristig einen Termin zu bekommen.
Disclaimer: Keine Rechtsberatung, ich bin kein Jurist und kenne den konkreten Einzelfall nicht. Habe nur versucht das etwas aufzudröseln.
04.01.19, 21:04 #29
Muss die Mutter nicht zwangsläufig das Sorgerecht haben um überhaupt einen Mutter-Kind Knastplatz zu bekommen?
05.01.19, 02:50 #30
@der: Und wenn sie stillt?
05.01.19, 21:26 #31
Hmm, klar. Dann wird es abgepumptes Fläschchen geben. Wie wäre es denn außerhalb des Knastes? Vater bekommt alleiniges Sorgerecht nicht weil Mutter stillt? Mag ein Faktor sein. Jugendamt wird aber eher insgesamt das Kindswohl sehen.
Ob Stillen als Grund fūr einen Mutter-Kindplatz reicht müsste man recherchieren.
06.01.19, 17:16 #32
Kenne den Scheiß von meiner Ex. Verlassen worden, Kinder aufgehetzt bis zum geht nicht mehr. Wollte das alleinige Sorgerecht,weil sie Angst vor mir hatte, gab aber nie einen Zwischenfall.
Jugendamt hat mich vorgeladen, nach dem Gespräch war das Alleinge Geschichte. Dann kam das mit dem Aufenthalt, auch da hat sie A-karte gezogen.Es war zwar nichts mit Knast und die Kinder waren schon ein bisschen älter, aber wie das hier so schnell geregelt wurde entzieht sich meinem Verständnis.
06.01.19, 19:07 #33
Es war zwar nichts mit Knast und die Kinder waren schon ein bisschen älter, aber wie das hier so schnell geregelt wurde entzieht sich meinem Verständnis.
Wurde es ja nicht und wird es auch nicht. So einfach auf Antrag bekommt man das alleinige Sorgerecht zum Glück nicht. Der Richter hat das letzte Wort, ist aber auch ans Gesetz gebunden und da ist relativ deutlich das Kindeswohl im Vordergrund zu dem auch explizit der Kontakt mit beiden Elternteilen gehört. Ich habe ein paar Freunde die in der Familienhilfe arbeiten. Da muss schon einiges passieren ehe man einfach so das Sorgerecht komplett übertragen bekommt. Die 3 Monate Haft werden da zwar sicherlich mit abgewogen aber wenn die Mutter-Kind-Beziehung sonst intakt ist (noch dazu wenn das Kind eben auch so jung ist), sich beide Elternteile einigermaßen verstehen und keine weiteren Auffälligkeiten vorliegen wird da sehr wahrscheinlich kein Familiengericht mal eben so komplett dran rütteln.
Was mich an der Geschichte nur etwas wundert ist, dass das Jugendamt direkt zugestimmt haben soll für die Übertragung des alleinigen Sorgerechts. Das sind dann so kleine Ungereimtheiten, wo man nicht weiß, welche Faktoren hier noch mit reinspielen...
Vielleicht gibt der TS dann ja ein Update wie es weiterging, wenn er wieder Zeit und etwas mehr Klarheit hat.
01.06.19, 23:56 #34
Nach ein paar langen Monaten möchte ich euch den Ausgang der Sache dann doch nicht vorenthalten.
Nach dem, Im Eingangspost geschildertem, Vorfall gab es natürlich unglaublich viele Reibereien zwischen mir und meiner Exfreundin.
Meinem Wunsch nach einem gemeinsamen Sorgerecht wollte Sie weiterhin nicht nachkommen und bestand nach wie vor darauf das alleinige Sorgerecht zu behalten.
Die fronten waren dahingehend verhärtet und eine gemeinsame Einigung nicht möglich. Allerdings rechne ich ihr Hoch an, dass Sie sich weiter an unsere Umgangsregelung gehalten hat und unseren Streit nicht auf dem Rücken unseres Jungen ausgetragen hat.
Ich beschloss also nach einer gewissen Zeit bei einem Anwalt Rat zu holen, zum Jugendamt zu gehen und schlussendlich dann nochmal zu Gericht. Alles allein ohne Sie.
Bei Gericht erfuhr ich allerdings, dass es wohl noch offene Verfahren gab, von denen mir meine Exfreundin nichts erzählt hat. Ihre Haftstrafe hatte sich auf 6 Monate verlängert. Die ganze Sache wurde also noch komplizierter. Dort wurde mir auch mitgeteilt, dass mir in dem Schreiben das Sorgerecht noch nicht zugesprochen wurde, sondern meiner Exfreundin, natürlich, noch das Recht zum Widerspruch eingeräumt wurde, welches Sie auch wahr nahm. (In einem Brief den ich später erhielt wurde ich über ihre Stellungnahme und ihre Aussagen bei dieser in Kenntnis gesetzt. Sie hat nichts negatives über mich gesagt / sagen können.)
Dennoch entschied ich mich dazu meinen Antrag auf das gemeinsame Sorgerecht abzuändern, was Problemlos möglich war.
Auch teilte ich dem Gericht dort direkt mit, dass ich davon absehen möchte den kleinen Mann mitzugeben und das er für die Zeit bei mir bleiben soll.
Diesen ganzen Vorgang teilte ich etwas später dem Jugendamt mit, welche sehr positiv darauf reagierten, da auch diese der Meinung waren das das das beste für den kleinen ist.
Ein wenig später gab es dann natürlich eine Aussprache mit meiner Exfreundin. Über die verlängerte Haftstrafe und warum ich mich dazu entschied zu tun was ich eben tat.
Mittlerweile haben wir das gemeinsame Sorgerecht und das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht. Einen Gerichtstermin dazu gab es nicht.
Das Verhältnis zur Mutter hat sich wieder normalisiert. Der kleine ist in der letzten Zeit wesentlich häufiger bei mir und nächste Woche wird er bei mir einziehen.
Der Haftantritt der Mutter wird der 14.06. sein.
Ich freue mich darauf meinen kleinen bei mir zu haben, hasse allerdings den Gedanken das er für das nächste halbe Jahr keine Mama haben wird.
Es wird sich zeigen wie es in 6 Monaten weiter geht.
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