Source: http://docplayer.org/12328182-Meldung-fuer-privatgenutzte-unternehmensgueter-sowie-von-finanzierungen-und-kapitaleinlagen-durch-gesellschafter-oder-familienmitglieder.html
Timestamp: 2017-11-23 10:04:24
Document Index: 233080027

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 164', 'Art. 116', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 13', 'Art. 1', 'Art. 1']

1 Rundschreiben Nr. 14/2015 Steuern ausgearbeitet von: Dr. Lukas Aichner Bruneck, Meldung für privatgenutzte Unternehmensgüter sowie von Finanzierungen und Kapitaleinlagen durch Gesellschafter oder Familienmitglieder Wie bereits mit unseren vergangenen Rundschreiben der vergangenen Jahre mitgeteilt, wurde mit der Sommerverordnung die Pflicht zur Meldung privatgenutzter Unternehmensgüter eingeführt 2. Ursprünglich war die jährliche Meldepflicht bis zum 30. April des Folgejahres vorgesehen, welche dann mit einer Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur 3 aufgeschoben und damit die ständige Regelung vorgesehen wurde, dass diese Meldung binnen 30 Tage nach der Abgabefrist für die Steuererklärung (UNICO) einzureichen ist. Bis zum 30. Oktober 2015 (bei Übereinstimmung zwischen Kalender- und Geschäftsjahr) müssen demnach Gesellschaften und Einzelunternehmen Gegenstände, welche auf den Namen der Gesellschaft bzw. des Einzelunternehmens lauten und die den Gesellschaftern oder den Familienangehörigen auch nur teilweise zur privaten Nutzung überlassen werden, der Einnahmenagentur in elektronischer Form melden, sofern diese Gegenstände den Nutzern unter dem Marktwert oder unentgeltlich übergeben werden 4. Mit einer weiteren Verordnung wurde dann die Pflicht zur Meldung an die Einnahmenagentur auf alle Formen der Finanzierungen oder Kapitaleinlagen ausgeweitet, welche von den Gesellschaftern und Familienangehörigen zugunsten der Gesellschaft oder des Einzelunternehmens geleistet wurden Meldung für privatgenutzte Unternehmensgüter durch Gesellschafter/Familienmitglieder Meldepflichtig sind all jene Gegenstände, welche auf den Namen der Gesellschaft oder des Einzelunternehmens lauten und welche den Gesellschaftern oder den Familienangehörigen zur Verwendung oder Nutzung überlassen werden, sofern das für die Nutzung gezahlte Entgelt unter dem 1 Art. 2, Abs. 36-terdecies, 36-duodevicies GD Nr. 138 vom dieses Rundschreiben ersetzt unser Rundschreiben Nr. 17 vom Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Punkt 2.1 der Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Seite 1/5
2 Marktwert für die Nutzung liegt. Es ist dabei unerheblich, ob die Güter von der Gesellschaft bzw. dem Einzelunternehmen angekauft, gemietet oder geleast werden. Wenn das gezahlte Entgelt für die Nutzung unter dem Marktwert liegt, hat der Benutzer auch einen steuerpflichtigen sonstigen Ertrag zu versteuern und zwar für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Marktwert und des für die Nutzung gezahlten Entgeltes. Für die Gesellschaft bzw. das Einzelunternehmen sind die Ausgaben im Zusammenhang mit dem entsprechenden Gegenstand (Abschreibung und laufende Kosten) nur dann abzugsfähig, wenn das vom Nutzer gezahlte Entgelt zumindest dem Marktwert entspricht. Wird also ein Unternehmensgut einem Gesellschafter oder Familienmitglied unter dem Marktwert zur Verfügung gestellt, so muss dieser Differenzbetrag nicht nur vom Nutzer versteuert werden, sondern sind die entsprechenden Ausgaben für das Unternehmen auch steuerlich nicht abzugsfähig (es liegt also eine doppelte Belastung/Bestrafung vor). Für Unternehmensgüter mit beschränkter Abzugsfähigkeit, z. B. gemischt-genutzte (betrieblich und privat) Fahrzeuge 6, welche von Personengesellschaften oder Kapitalgesellschaften mit Transparenzbesteuerung 7 gehalten werden, gilt eine Sonderregel: demnach gelten die anteilig steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen, die den Gesellschaftern in Form eines höheren Steuergewinns zugewiesen werden, als bezahltes Entgelt => wenn also dieses sogenannte Entgelt höher ist als der Marktwert (bei Pkw s entspricht dieser dem Aci-Tarif), so besteht kein Handlungsbedarf Zur Meldung verpflichtete Subjekte Die Meldepflicht betrifft alle Personen- und Kapitalgesellschaften sowie Einzelunternehmen. Freiberufler und einfache Gesellschaften sind von dieser Meldepflicht befreit. Zur Meldung verpflichtet ist entweder die Gesellschaft bzw. das Einzelunternehmen oder der Nutzer (Gesellschafter bzw. Familienmitglieder). Beide Parteien haften gesamtschuldnerisch für die bei unterlassener Meldung verhängten Strafen Strafen bei unterlassener Meldung Die Strafen für die unterlassene Meldung betragen 30% des Differenzbetrages zwischen dem Entgelt für die Nutzung des Unternehmensgegenstandes und dem Marktwert für das Nutzungsrecht desselben Gegenstandes. Die Strafe reduziert sich auf Euro 206,58 bis Euro 2.065, sofern die Meldung unterlassen wird, jedoch die Differenz zwischen Marktwert für die Nutzung und das effektiv gezahlte Entgelt vom Nutzer versteuert wurde und das Unternehmen die damit zusammenhängenden Aufwände nicht in Abzug gebracht hat. 6 Art. 164 der VPR 917/ Art. 116 der VPR 917/ Punkt 4 des Rundschreibens der Einnahmenagentur Nr. 24/E vom Art. 2, Abs. 36-sexiesdecies GD Nr. 138 vom Seite 2/5
3 1.4 objektive Ausnahmen Ausdrücklich von der Meldepflicht ausgenommen sind 10 : Gegenstände, die den Verwaltern zur Verfügung gestellt werden (demnach sind alle Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft => OHG, die Komplementäre einer Kommanditgesellschaft => KG sowie die Gesellschafter von Kapitalgesellschaften, welche auch Verwalter sind, von der Meldepflicht befreit); Gegenstände, die dem lohnabhängigen Gesellschafter oder dem Gesellschafter als Freiberufler bereitgestellt werden, sofern diese als Sachbezug versteuert werden; Gegenstände, die der Einzelunternehmer auch privat verwendet; grundsätzlich alle sonstigen Gegenstände (Computer, Handy, Tablet) mit einem Wert von nicht mehr als Euro (ohne MwSt). 1.5 Inhalt der Meldung In der Meldung müssen die folgenden Daten angeführt werden 11 : natürliche Personen: Steuernummer, meldeamtliche Daten und evtl. ausländischer Wohnsitz; Gesellschaften: Steuernummer, Gesellschaftsbezeichnung und Gemeinde des Steuerdomizils oder ausländisches Domizil; Verwendungsart des Unternehmensgegenstandes; Art und Eckdaten des Vertrages sowie Datum des Vertragsabschlusses; Dauer der Bereitstellung (Datum des Beginns und der Beendigung); vereinbarte Vergütung (muss nicht unbedingt im selben Jahr gezahlt worden sein); Marktwert des entsprechenden Nutzungsrechtes. 2.1 Meldung von Finanzierungen und Kapitaleinlagen zugunsten des Unternehmens Alle Gesellschaften und Einzelunternehmen sind verpflichtet, sämtliche im Jahr 2014 erhaltenen Finanzierungen und Kapitaleinlagen (Zuzahlungen) von physischen Personen (Gesellschafter oder Familienangehörige) zu melden, sofern ein Gesamtbetrag pro Kategorie (Finanzierung oder Einlagen) von Euro oder mehr zur Verfügung gestellt wurde. Was das Limit von Euro anbelangt, so ist dieses aus der Sicht des einzelnen Gesellschafters oder Familienmitgliedes zu betrachten 12, d.h. die Meldung ist nur dann notwendig, wenn von der einzelnen Person der Betrag von Euro überschritten wurde. Eventuelle Rückzahlungen von Finanzierungen an den Gesellschafter oder den Familienangehörigen durch das Unternehmen sind in der Meldung nicht zu erfassen und auch nicht vom Betrag der Einzahlungen abzuziehen. 10 Punkt 3 der Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Punkt 2.3 der Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Punkt 10 der Anweisungen der Einnahmenagentur zum Ausfüllen der Meldung der Finanzierungen und der privatgenutzten Unternehmensgüter Seite 3/5
4 Beispiel: ein Gesellschafter oder ein Familienmitglied hat dem Unternehmen im Jahr 2014 folgende Finanzierungen zur Verfügung gestellt: Finanzierung 2.500, Finanzierung 3.500, Rückzahlung , Finanzierung 5.500, Rückzahlung ,00 Saldo 0,00 Obgleich die gesamte Finanzierung an den Gesellschafter im Jahr 2014 wieder zurückgezahlt wurde, muss dennoch der Gesamtbetrag der Finanzierungen ( ) gemeldet werden, als Datum des Beginns des Finanzierung ist das Datum der letzten Finanzierung des Jahres ( ) anzuführen. 2.2 Unternehmen mit vereinfachter Buchhaltung sind TEILWEISE betroffen Die Meldepflicht für Unternehmen mit vereinfachter Buchhaltung findet nur dann Anwendung, wenn ein eigenes, für die Unternehmenstätigkeit bestimmtes Bankkonto besteht. Sollte das Bankkonto hingegen betrieblich und privat genutzt werden, liegt ein Befreiungsgrund vor - diese Befreiung gilt ausschließlich nur bei vereinfachter Buchhaltung bei ordentlicher Buchhaltung ist die Meldung hingegen auf jeden Fall notwendig, also auch bei fehlendem eigenen Bankkonto 13. Wir werden uns mit Ihnen in Verbindung setzen, um eventuelle im Jahr 2014 getätigte Finanzierungen oder Kapitaleinzahlungen zu ermitteln (Analyse der Geldflüsse laut Bankauszüge), da wir diese Daten aus der Buchhaltung nicht ableiten können. 2.3 nicht meldepflichtige Finanzierungen und Kapitaleinlagen Von der Meldepflicht befreit sind: Finanzierungen und Einlagen, welche vor dem Jahr 2014 getätigt wurden; Finanzierungen und Einlagen, welche von anderen Gesellschaften bereitgestellt wurden (nur physische Personen müssen die Meldung machen); Finanzierungen und Einlagen, welche von Familienangehörigen der Gesellschafter zugunsten der Gesellschaft eingezahlt werden (gilt nicht für Finanzierung durch Familienangehörige zugunsten eines Einzelunternehmens); Finanzierungen und Einlagen, welche vom Einzelunternehmer selbst eingezahlt wurden; alle Finanzierungen und Einlagen bei vereinfachter Buchhaltung, sofern kein eigenes für die Unternehmenstätigkeit bestimmtes Bankkonto besteht; all jene Finanzierungen und Einlagen, welche bereits im Besitz der Finanzverwaltung sind 14 (z. B. weil diese bereits aus registrierten Urkunden hervorgehen => registriertes Darlehen, Kapitalerhöhungen oder Einzahlung des gezeichneten Gesellschaftskapitals). 13 Antworten (FAQ) der Einnahmenagentur vom Antwort auf Frage 1 14 Punkt 3.1 der Verordnung des Direktors der Einnahmenagentur Nr vom Seite 4/5
5 2.4 Welche Personen gelten für die Meldepflicht als Familienangehörige? Als Familienangehörige für die Meldepflicht der Finanzierungen, Einlagen oder Nutzung von Unternehmensgegenständen gelten laut Einkommenssteuergesetz der Ehepartner, Verwandte bis zum dritten Grad (z. B. Eltern/Kinder, Geschwister, Großeltern/Enkelkinder, Urgroßeltern/Urenkelkinder, Onkel/Tante, Neffe/Nichte) und verschwägerte Personen bis zum zweiten Grad (z. B. Ehepartner, Schwiegereltern/Schwiegerkinder, Schwager/Schwägerin) Strafen bei unterlassener Meldung der Finanzierungen/Einlagen Nachdem sich die Verordnung betreffend die Meldung der Finanzierungen und Einlagen aus den Bestimmungen des VPR 605/1973 ableitet, ist bei einer unterlassenen oder verspäteten Meldung eine Verwaltungsstrafe von Euro 206,58 bis Euro 5.164,57 anzuwenden 16. Die Strafe wird auf die Hälfte reduziert, wenn die Meldung unvollständig oder ungenau ist. SCHLUSSFOLGERUNG Die neuen Bestimmungen betreffend die Meldung der Nutzung von Unternehmensgütern sowie der Finanzierungen von Seiten der physischen Personen dienen als Maßnahmen zur besseren Erfassung der Informationen für den sogenannten Einkommensmaßstab ( redditometro ). Aufgrund dieser neuen strengeren gesetzlichen Bestimmungen und neuen Meldepflichten sollte man sich künftig genau überlegen, ob es Sinn macht, auch in Zukunft privat genutzte Güter auf den Namen der Gesellschaft oder Einzelfirma zu schreiben oder ob es nicht vernünftiger wäre, diese Güter als Privatperson zu erwerben. Für eventuelle Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Mit den besten Grüßen Büro Hartmann Aichner 15 Art. 5, Abs. 5 VPR 917/ Art. 13, Absatz 2 der VPR 605/1973 Seite 5/5
Ortstaxenverordnung der Gemeinde Fano. Art. 1 Gegenstand der Verordnung
Ortstaxenverordnung der Gemeinde Fano Art. 1 Gegenstand der Verordnung 1. Diese Verordnung wird im Rahmen der von Artikel 52 der ital. Gesetzesverordnung D. Lgs. Nr. 446 vom 15. Dezember 1997 sowie deren