Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=06.12.2007&Aktenzeichen=B%2014%2F7b%20AS%2050%2F06%20R
Timestamp: 2019-09-23 10:20:36
Document Index: 146693739

Matched Legal Cases: ['§ 59', '§ 22', '§ 39', '§ 39', '§ 59', 'Art. 3', '§ 59', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 59', '§ 2', '§ 59', '§ 309', '§ 59', '§ 59', '§ 22', '§ 16', '§ 81', '§ 3', '§ 16', '§ 45', '§ 5', '§ 59']

BSG, 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R - dejure.org
https://dejure.org/2007,1699
BSG, 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R (https://dejure.org/2007,1699)
BSG, Entscheidung vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R (https://dejure.org/2007,1699)
BSG, Entscheidung vom 06. Dezember 2007 - B 14/7b AS 50/06 R (https://dejure.org/2007,1699)
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Grundsicherung für Arbeitsuchende - Eingliederungsleistung - Reisekostenerstattung für die Wahrnehmung eines Beratungstermins bzw Beratungsangebotes - Ermessensleistung
Grundsicherung für Arbeitsuchende; Eingliederungsleistung; Reisekostenerstattung für die Wahrnehmung eines Melde- bzw Beratungstermins; Ermessensleistung
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Eingliederungsleistung -Reisekostenerstattung für die Wahrnehmung eines Melde- bzw Beratungstermins - Ermessensleistung
ALG II: Amt darf keine Bagatellgrenze für Fahrtkosten festlegen - Auch Minikosten sind grundsätzlich zu erstatten
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BSG vom 06.12.2007, Az.: B 14/7bAS 50/06 (Grundsicherung für Arbeitssuchende - Fahrkosten)" von Peter Hase, original erschienen in: SGb 2008, 743 - 744.
SG Augsburg, 22.03.2006 - S 1 AS 601/05
SG Augsburg, 22.05.2006 - S 1 AS 601/05
LSG Bayern, 18.08.2006 - L 7 AS 93/06
NZS 2008, 608 (Ls.)
Dabei handelt es sich um einen von den übrigen Leistungen des SGB II abtrennbaren, eigenständigen Streitgegenstand (vgl BSG, Urteil vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R - zitiert nach juris - Rn 12 = SozR 4-4200 § 59 Nr. 1; allgemein zur Beschränkung des Streitgegenstandes BSG…, Urteil vom 07.11.2006 - B 7b AS 8/06 R - zitiert nach juris - Rn 11 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 1).
Die Prüfung hat sich auf die Frage zu beschränken, ob die dargelegten Ermessenserwägungen den Rahmen der §§ 39 Abs. 1 Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I), 54 Abs. 2 Satz 2 SGG überschreiten (zur Heranziehung der Direktiven des § 39 SGB I zur vorliegenden Ermessensentscheidung vgl BSG, Urteil vom 06.12.2007, aaO, Rn 20).
Die Klägerin war bedürftig und bezog im Zeitpunkt der Terminswahrnehmung und der Antragstellung, die entstandenen Reisekosten zu übernehmen, Alg II. Angesichts ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse als Leistungsbezieherin nach dem SGB II und mangels anderer Anhaltspunkte, die eine Ablehnung der Kostenübernahme rechtfertigen könnten, ist keine andere rechtmäßige Handlungsalternative des Beklagten erkennbar, als die Reisekosten dem Grunde nach zu übernehmen (vgl dazu auch BSG, Urteil vom 06.12.2007, aaO, Rn 22; Winkler in: Gagel, SGB II/SGB III, Stand 2012, § 59 SGB II Rn 21).
Das BSG hat in seiner Entscheidung vom 06.12.2007 (aaO) die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Erstattung der Reisekosten geklärt.
Soweit dies für externe Leistungserbringer günstig ist und die Verwaltungspraxis der Beklagten dem folgt, bewirkt das einerseits über Art. 3 Abs. 1 GG eine Selbstbindung dahin, dass Externe Anspruch auf Zugang zur Schuldnerberatung nach den in der maßgeblichen Verwaltungsvorschrift aufgestellten Vorgaben haben (stRspr, vgl zuletzt BSG Urteil vom 6.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R - SozR 4-4200 § 59 Nr. 1 RdNr 19 mwN) .
Ein Ermessen im Hinblick auf die Leistungshöhe steht dem Leistungsträger mithin nur dann zu, wenn auch das SGB III ein solches vorsieht (…vgl Eicher in Eicher/Spellbrink, 2. Aufl 2008, § 16 RdNr 62;… Harks in jurisPK-SGB II, 2. Aufl 2007, § 16 RdNr 36;… Knickrehm in Kreikebohm/Spellbrink/Waltermann, 1. Aufl 2009, § 16 SGB II RdNr 8; Voelzke in Hauck/Noftz, SGB II, Stand VI/2009, RdNr 87; wohl auch Kothe in Gagel, Stand 7/2009, § 16 SGB II RdNr 15;… aA Löns in Löns/Herold-Tews, 2. Aufl 2009, § 16 RdNr 8 und Thie in LPK-SGB II, 3. Aufl 2009, § 16 RdNr 12; die Entscheidung des 14. Senats vom 6.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R, SozR 4-4200 § 59 Nr. 1 verhält sich zu dieser Frage nicht ) .
Als Einzelposition sind in der Abteilung 07 auch die Aufwendungen für Verkehr, die auch die Kosten von Personenbeförderung und Verkehrsdienstleistungen umfassen, mit einem Anteil von 26 vH berücksichtigt (§ 2 Abs. 2 RSV; vgl BSG SozR 4-4200 § 59 Nr. 1 RdNr 22: 19, 18 Euro), während die in Abteilung 10 ausgewiesenen Aufwendungen für Bildung als "insgesamt nicht regelsatzrelevant" (BR-Drucks 206/04 S 6) bei der Bildung des Regelsatzes vollständig ausgeklammert worden sind.
Ferner wird der erstinstanzliche Vortrag wiederholt und angeführt, es ergebe sich eine Parallele zum Urteil des BSG vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R.
Soweit die Prozessbevollmächtigte des Klägers geltend machen möchte, es liege beim Urteil des Sozialgerichts eine Abweichung zum Urteil des BSG vom 06.12.2007 (B 14/7b AS 50/06 R) vor, trifft dies nicht zu.
Die in dieser Vorschrift vorgesehene Kostenübernahme betrifft jedoch nur Fälle, in denen ein Arbeitsloser von der Agentur für Arbeit aufgefordert worden ist, sich persönlich zu melden oder zu einem Untersuchungstermin zu erscheinen (§ 309 Abs. 1 und Abs. 2 SGB III; vgl hierzu auch BSG SozR 4-4200 § 59 Nr. 1; LSG Baden-Württemberg Urteil vom 18.2.2005 - L 8 AL 4106/03) .
Bei den geltend gemachten Pendelkosten handelt es sich um einen von den übrigen Leistungen des SGB II abtrennbaren, eigenständigen Streitgegenstand (vgl. entsprechend für Reisekosten zu einem Beratungstermin Bundessozialgericht , Urteil vom 6. Dezember 2007 - B 14/7b AS 50/06 R - SozR 4-4200 § 59 Nr. 1;… zur Beschränkung des Streitgegenstandes s. auch BSG SozR 4-4200 § 22 Nr. 1).
Diesem vorrangigen Ziel des SGB II dienen auch die Eingliederungsleistungen nach § 16 SGB II. Dass die Kilometerpauschalen des § 81 Abs. 2 SGB III nicht nur höher sind als die nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 b) Alg II-V 2005, sondern auch als die nach § 16 Abs. 1 Satz 1 SGB II i.V.m. §§ 45 Satz 2 Nr. 2, 46 Abs. 2 SGB III i.V.m. § 5 Abs. 1 Bundesreisekostengesetz mit der Folge, dass z. B. Fahrten zu Weiterbildungen - wie hier - höher entschädigt werden als solche zu Melde- und Beratungsterminen (s. dazu auch BSG, Urteil vom 6. Dezember 2007 - B 14/7b AS 50/06 R - SozR 4-4200 § 59 Nr. 1), spricht nicht gegen dieses Ergebnis, sondern ist als gesetzgeberische Entscheidung hinzunehmen.
Derartige Vorschriften haben zwar nur verwaltungsinterne Bedeutung, sie bewirken aber eine Selbstbindung der Verwaltung und begründen einen Anspruch auf Gleichbehandlung (vgl. BSG Urteile vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R, Rn. 19 m.w.N. und 06.05.2008 - B 7/7a AL 16/07 R, Rn. 24).
Die Vorgaben der internen Weisung für die Erstattung von Bewerbungskosten genügen den Anforderungen an die ordnungsgemäße Ermessensausübung (zur gerichtlichen Nachprüfung von ermessenslenkenden Verwaltungsvorschriften BSG Urteil vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R, Rn. 19 m.w.N.).
Dies gilt unabhängig davon, welche Beispiele für fachkundige Stellen in den Geschäftsanweisungen der Bundesagentur für Arbeit genannt werden, da es sich hier zum einen nicht um abschließende Regelungen handelt und zum anderen die Anweisungen der BA für die Gerichte nicht verbindlich sind (vgl. hierzu BSG Urteil vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R juris Rn. 19).
Selbst wenn dieser Grundsatz außerhalb von Ermessensentscheidungen Anwendung fände (vgl. dazu u.a. BSG, Urteil vom 06.12.2007 - B 14/7b AS 50/06 R Rn. 19), erfolgte die Auszahlung des vom Kläger angesparten Wertguthabens jedenfalls nicht in einer Summe, sondern ratierlich.
LSG Bayern, 11.02.2009 - L 7 AS 315/08
Überprüfung einer Ermessensentscheidung im Rahmen der Nichtzulassungsbeschwerde
LSG Nordrhein-Westfalen, 15.11.2013 - L 19 AS 1401/13
LSG Bayern, 21.07.2014 - L 7 AS 587/13
Fahrtkosten zum Meldetermin
SG Berlin, 28.01.2010 - S 128 AS 32434/08
Arbeitslosengeld II - Durchführung eines Vorverfahrens - Fahrkostenerstattung für …
LSG Nordrhein-Westfalen, 17.09.2013 - L 19 AS 1430/13
LSG Bayern, 14.05.2018 - L 11 AS 336/18
Berufungszulassung hinsichtlich der Erstattung von Reisekosten zur Abgabe der …
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.11.2014 - L 11 KA 106/12
Kürzung des Honorars eines Vertragsarztes wegen eines fehlenden …
LSG Nordrhein-Westfalen, 06.02.2013 - L 19 AS 1414/12
LSG Sachsen-Anhalt, 06.07.2016 - L 5 AS 88/12
LSG Bayern, 16.02.2009 - L 7 AS 474/08
Arbeitslosengeld II - Personalausweiskosten als Bestandteil des Regelbedarfs
LSG Bayern, 11.03.2009 - L 11 AS 35/09
Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtgewährung von Prozesskostenhilfe trotz …
LSG Berlin-Brandenburg, 30.08.2017 - L 18 AS 1813/17
Aufforderung zur Rentenantragstellung - Anordnung der aufschiebenden Wirkung der …
SG Hamburg, 11.07.2018 - S 44 AL 91/15
BSG, 09.11.2010 - B 14 AS 38/10 BH
BSG, 09.09.2010 - B 14 AS 42/10 BH
SG Osnabrück, 15.05.2008 - S 22 AS 173/08