Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20BN%2011.97
Timestamp: 2019-10-21 11:30:49
Document Index: 121515678

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 11', '§ 2', '§ 5', '§ 11', '§ 47', '§ 47', '§ 9', 'Art. 14', '§ 47', 'Art. 14', '§ 11', '§ 2', '§ 1', '§ 11', '§ 1', '§ 11', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 11', '§ 2']

BVerwG, 07.07.1997 - 4 BN 11.97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,62
BVerwG, 07.07.1997 - 4 BN 11.97 (https://dejure.org/1997,62)
BVerwG, Entscheidung vom 07.07.1997 - 4 BN 11.97 (https://dejure.org/1997,62)
BVerwG, Entscheidung vom 07. Juli 1997 - 4 BN 11.97 (https://dejure.org/1997,62)
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Antragsbefugnis - Normenkontrollverfahren - Rechtsverletzung - Grundeigentum - Sondergebiet - Zweckbestimmung - Baugebietstyp
VGH Baden-Württemberg, 07.04.1997 - 8 S 311/97
VGH Baden-Württemberg, 07.04.1997 - 8 S. 311/97
NVwZ-RR 1998, 416
NJ 1998, 45
DÖV 1998, 76
BauR 1997, 442
BauR 1997, 972
ZfBR 1997, 314
Die allgemeine Zwecksetzung des Baugebietes ist das entscheidende Kriterium dafür, ob sich das festgesetzte Sondergebiet wesentlich von einem Baugebietstyp im Sinne der §§ 2 bis 10 BauNVO unterscheidet (BVerwG, Beschluss vom 7. Juli 1997 - 4 BN 11.97 - Buchholz 406.12 § 11 BauNVO Nr. 22 S. 4 …und Urteil vom 28. Mai 2009 - 4 CN 2.08 - BVerwGE 134, 117 Rn. 10).
Im Beschluss vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - (BRS 59 Nr. 36) hat der Senat diesen Maßstab dahin konkretisiert, dass die allgemeine Zwecksetzung des Baugebiets das entscheidende Kriterium dafür ist, ob sich das festgesetzte Sondergebiet wesentlich von einem Baugebietstyp im Sinne der §§ 2 bis 10 BauNVO unterscheidet.
Anders als in einem Dorfgebiet, das nach § 5 Abs. 1 Satz 1 BauNVO neben der Unterbringung der Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe auch dem Wohnen und der Unterbringung näher bezeichneter Gewerbe- und Handwerksbetriebe dient, sind nur landwirtschaftliche Betriebe zulässig (vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - Buchholz 406.12 § 11 BauNVO Nr. 22 ).
Die Antragsbefugnis gemäß § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO n.F. ist regelmäßig zu bejahen, wenn sich ein Eigentümer eines im Plangebiet gelegenen Grundstücks gegen eine bauplanerische Festsetzung wendet, die unmittelbar sein Grundstück betrifft (wie Senatsbeschluß vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - BauR 1997, 972).
Der erkennende Senat hat in seinem Beschluß vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - (BauR 1997; 972) bereits entschieden, daß die Antragsbefugnis gemäß § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO n.F. für einen Normenkontrollantrag, mit dem sich der Eigentümer eines im Plangebiet gelegenen Grundstücks gegen eine Festsetzung wendet, die unmittelbar sein Grundstück betrifft, regelmäßig gegeben ist, und dazu ausgeführt: Eine planerische Festsetzung nach § 9 Abs. 1 BauGB stelle eine Bestimmung des Inhalts des Grundeigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG dar (BVerfGE 70, 35 ; 79, 174 ).
Daran habe sich durch die Neufassung von § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO nichts geändert (vgl. Senatsbeschluß vom 7. Juli 1997 a.a.O.).
Eine Bestimmung von Inhalt und Schranken des Eigentums (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG) muß nur hingenommen werden, wenn sie auf einer rechtmäßigen Norm beruht (BVerwG, Beschluß vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - Buchholz 406.12 § 11 BauNVO Nr. 22 = DÖV 1998, 76).
Ein in diesem Sinn "wesentlicher Unterschied" liegt vor, wenn ein Festsetzungsgehalt gewollt ist, der sich keinem der in den §§ 2 bis 10 BauNVO geregelten Gebietstypen zuordnen und der sich deshalb sachgerecht auch mit einer auf sie gestützten Festsetzung nicht erreichen lässt (BVerwG vom 7.7.1997 BayVBl 1998, 57).
Nicht entscheidend ist, inwieweit die in diesen Baugebieten zulässigen Nutzungen durch differenzierende Festsetzungen nach § 1 Abs. 4 bis 10 BauNVO verändert werden können (BVerwG vom 7.7.1997 a.a.O.) und sich dadurch eine planungsrechtliche Situation wie die mit dem beabsichtigten Sondergebiet nahezu erreichen lässt (…Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, a.a.O., RdNr. 22 zu § 11 BauNVO).
Denn die Gliederungsmöglichkeiten des § 1 Abs. 5 ff BauNVO braucht die Gemeinde nicht auszuschöpfen, bevor sie sich für die Ausweisung eines Sondergebiets entschließt (BVerwG vom 7.7.1997 a.a.O.; VGH BW vom 24.7.1998 DVBl 1999, 801;… Jäde/Dirnberger/Weiss, a.a.O., RdNr. 2 zu § 11 BauNVO).
Die Antragsgegnerin ist dabei nicht an die Differenzierungen des § 1 Abs. 4 ff. BauNVO gebunden (BVerwG vom 7.7.1997 a.a.O.) Dies gilt auch für Größenbegrenzungen der Verkaufsfläche (…BVerwG vom 3.4.2008 a.a.O.).
Im übrigen dient es der Rechtsklarheit, wenn die Gemeinde sich für die Festsetzung eines Sondergebietes ausspricht, wenn damit eine "einfache" Lösung der städtebaulichen Zielsetzungen gefunden werden kann (BVerwG vom 7.7.1997 a.a.O.).
Der Normgeber lässt es nicht zu, durch den Ausschluss an sich zulässiger Nutzungsarten ein Baugebiet in seinem Erscheinungsbild so nachhaltig zu verändern, dass es keiner der in der Baunutzungsverordnung geregelten Baugebietstypen mehr entspricht (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 22. Dezember 1989 - BVerwG 4 NB 32.89 - Buchholz 406.12 § 1 BauNVO Nr. 8, vom 6. Mai 1996 - BVerwG 4 NB 16.96 - Buchholz 406.12 § 1 BauNVO Nr. 22 und vom 7. Juli 1997 - BVerwG 4 BN 11.97 - Buchholz 406.12 § 11 BauNVO Nr. 22).
Das entscheidende Kriterium dafür, ob sich das festgesetzte Sondergebiet wesentlich von einem Baugebietstyp im Sinne der §§ 2-10 BauNVO unterscheidet, ist die allgemeine Zwecksetzung des Baugebiets (vgl. BVerwG, Beschl. v. 7.7.1997 - 4 BN 11.97 -, juris, Rn. 12;… Urt. v. 28.5.2009 - 4 CN 2.08 -, juris, Rn. 10).
VGH Baden-Württemberg, 06.03.2000 - 3 S 1411/99