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Timestamp: 2019-02-18 03:52:09
Document Index: 141054760

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 7', '§ 40', '§ 13', '§ 176', '§ 42', '§ 38', '§ 82']

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Sie erhalten heute unseren Newsletter mit Neuigkeiten und wichtigen Änderungen in der Steuer- und Buchhaltungswelt. Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie nützlich sein werden und stehen Ihnen unter den unten genannten Nummern und Links gern zur Verfügung. Alle vorangegangenen Infoblätter finden Sie hier unter Mandantenbriefe
Ihr goldstein-Team
Steuertermine im Februar
Auch das noch: Scheiden tut weh, jetzt noch mehr!
Fahrrad-Überlassung: Was Firmenchefs wissen sollten
Bauleistungen: Längst fällige Antworten aus dem BMF!
Grundstücksnießbrauch mit Kindern hilft Steuern sparen
AUS DER PRAXIS Gestaltungsvarianten für den gemischt genutzten Pkw
Private Krankenversicherung: Tipps für die Vorauszahlung
glatte sechs Prozent Anlagezinsen pro Jahr - wo gibt’s das noch? Solche Ren­diten be­kom­men nur Anleger mit hoher Risikobereitschaft oder beim Fiskus. Meist­ens aber ist der Fis­kus bei der Ver­zins­ung von Steuerforderungen der lachende Dritte. So hat eine An­frage der Grünen beim Bundes­finanz­ministe­rium im April dieses Jahres ergeben, dass der Saldo aus Nach­zahlungs- und Er­stattungszinsen in den Jahren 2012 bis 2016 für den Fis­kus stets positiv war. Pro Jahr entstand in der Staatskasse dadurch ein Plus von 670 Millionen bis knapp 1,3 Milliarden €. Seit fast 30 Jahren liegt der Zinssatz für Steuer­nach­zahl­­ungen und Steuererstattungen bei 0,5 Prozent pro Monat – also sechs Prozent pro Jahr. Dagegen hatte ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen, das vom Bund der Steuer­zahler unterstützt wurde, geklagt. Das Finanzamt be­nötigte für die Bearbeitung der Steuer­­er­klärung 2011 mehr als zehn Monate und setzte dann neben den Steuern auch Zinsen in Höhe von sechs Prozent pro Jahr fest. Noch mehr Zinsen fielen für das Jahr 2010 an. Hier veranlagte das Amt die endgültige Steuer erst im Januar 2016. In seiner Klage führte das Ehepaar aus, der Zinssatz müsse seiner Meinung nach zwischen den Soll- und Habenzinsen liegen und dürfe sich „um die drei Prozent, keinesfalls aber über vier Prozent pro Jahr bewegen“. Das Finanzgericht Münster sah das anders und wies die Klage ab. Zugleich ließen die Richter aber die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zu. Beim höchsten deutschen Steuergericht in München sind schon Parallelverfahren an­hängig, diese beziehen sich aber auf Zeit­räume, in denen die Marktzinsen noch höher lagen. Gegen entsprechende Steuer­bescheide werden wir daher Einspruch einlegen und das Ruhen des Ver­fahrensbeantragen bis der BFH entschieden hat.
Sollten Sie zu einem der im anliegendem Mandantenbrief angesprochenen Themen Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne und jederzeit zur Verfügung.
Bitte reichen Sie für die folgenden Steuerarten frühzeitig Ihre Unterlagen bei uns ein!
Kirchenlohnsteuer ev./rk.
Ende der Zahlungsfrist: Scheck*/bar:
* Scheck muss spätestens 3 Tage vor Fälligkeit dem Finanzamt vorliegen!
Bis zum Jahre 2013 konnten wir Mandanten damit trösten, dass Beratungs- und Pro­zess­kosten anlässlich einer Ehescheidung grundsätzlich von der Steuer absetzbar sind. Meistens wurden diese Kostenpositionen dann auch von der Finanzverwaltung pro­blem­los akzeptiert. Ausgenommen waren lediglich Kosten für Unterhalts- und Zu­ge­winn­aus­gleichs­ver­fahren, auch wenn sie im Verbund mit der Scheidung zu­sam­men­ge­schlossen waren. Jetzt hat der BFH entschieden, allerdings zu Lasten von Schei­dungs­paaren. Danach sind Kosten einer Scheidung – anders als nach der bisherigen Rechtsprechung – wegen der seit 2013 geltenden Neuregelung nicht mehr als außer­gewöhnliche Belastung abziehbar. Kosten eines Scheidungsverfahrens fallen damit unter das neu eingeführte Abzugsverbot für „Prozesskosten“.
Seit dieser Rechtsänderung sind Aufwendungen für die Führung eines Rechtsstreits grundsätzlich vom Ab­zug als außer­ge­wöhnliche Be­­last­­­­ung ausgeschlossen.
Nach § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG greift das Abzugsverbot nur dann nicht ein, soweit der Steuer­pflichtige ohne die Auf­wendungen „Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu ver­­­lieren und seine lebens­not­wend­igen Bedürfnisse in dem üb­lichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können“. Eine derartige existenzielle Be­troffenheit läge bei Scheidungs­kosten nicht vor, sagen die Richter, selbst wenn das Fest­halten an der Ehe für den Steuerpflichtigen eine starke Beeinträchtigung seines Lebens darstelle. Eine Be­rücksichtigung als außergewöhnliche Belastung sei nach der Neuregel­ung danach nicht länger möglich. Denn dadurch habe der Gesetzgeber die Belastungs­erheblichkeit von Prozesskosten auf einen engen Rahmen zurückführen und Scheidungs­kosten vom Abzug als außergewöhnliche Belastung bewusst ausschließen wollen.
Damit hat die Finanzverwaltung als „Zuflüsterer“ des Gesetzgebers ihr Ziel erreicht, wonach bei einer Scheidung eine existenzielle Betroffenheit durch die Scheidungskosten nicht vor­liegt. In aller Regel können deshalb die meisten Geschiedenen keinerlei Scheidungs­kosten mehr absetzen. Nur in Extremsituationen ist dies noch möglich. Diese liegen vor, wenn die finanzielle Lebensgrundlage ohne Scheidung gefährdet ist. Dass dieser Beweis­antritt schwierig werden könnte, liegt auf der Hand.
Wir beraten Sie gerne dabei, wie die Chancen in Ihrem Fall stehen.
Während der Verkauf von Elektroautos trotz Förderprämien kaum vom Fleck kommt, boomt der Markt für E-Bikes. Das Interesse an dieser Form der Mobilität ist auch bei Ar­beit­nehmern groß. Hat der Arbeitgeber das Dienstrad finanziert, stellt sich dann in aller Regel die Frage, wie die private Nutzung solcher „Fahrzeuge“ steuerlich behandelt wird.
Wichtig: Zwar hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der auch international übliche Ausdruck E-Bike für alle Arten von Elektrorädern eingebürgert. Dennoch muss – auch hinsichtlich der Besteuerung – zwischen Pedelecs und S-­Pedelecs differenziert werden. Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Erfolgt die Pedalunterstützung bis 25 km/h, gelten sie als Fahrrad und sind nicht zulassungs­pflichtig.
S-Pedelecs dagegen fahren auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung, sind ab 6 km/h zulassungspflichtig und erfordern eine Fahrerlaubnis der Klasse M (Ausnahme: Personen, die vor dem 1.4.1965 geboren wurden).
Als geldwerter Vorteil ist bei E-Bikes 1 % der auf volle 100 € abgerundeten unver­bind­lichen Preisempfehlung des Herstellers zu versteuern. Bei einem E-Bike im Wert 2.499 € ergibt sich damit ein geldwerter Vorteil von 24 € je Monat (2.400 € x 1 %). Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind immerhin mit abgegolten. Die 44 €-Freigrenze für Sachbezüge ist nicht anwendbar. Vermietet der Arbeitgeber hingegen Fahrräder gewerbsmäßig an Dritte, gilt der Rabatt­freibetrag von 1.080 €. Der geldwerte Vorteil entspricht dann (falls er nicht pauschal besteuert wird) dem um 4 % geminderten Verleihpreis für das Rad.
Wichtig: S-Pedelecs unterliegen denselben Regelungen wie Pkws und damit auch dem monatlichen Zuschlag für den einzelnen Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,03 % des inländischen Bruttolistenpreises. Dafür ist das Auf­laden eines privaten E-Bikes, das als Kfz gilt, im Betrieb des Arbeit­gebers ab 1.1.2017 steuerfrei.
Bei E-Bikes, die Sie Ihren Arbeit­nehmern zur Nutzung über­lassen, wird von einer 100 %igen betrieb­lichen Nutzung ausge­gangen, so dass auch die Inanspruch­nahme eines In­vesti­tions­ab­zugs­be­trags (§ 7g EStG) möglich ist. An­schaff­ungs­­kosten von mehr als 410 € netto (ab 2018: 800 €) können Sie nur im Wege der Abschreib­ung berück­sichtigen, wobei der Fiskus von einer sieben­jährigen Nutzungs­dauer ausgeht. Die lauf­enden Kosten, z. B. Repara­turen oder Kauf von Zubehör, ge­hören natürlich ebenfalls zu den Betriebs­aus­gaben. Die sozial­ver­sicherungs­recht­liche Behandlung richtet sich grund­sätzlich nach der lohn­­steuer­lichen Be­­hand­lung. Soweit Steuerfreiheit für eine zusätzlich zum Lohn oder Ge­halt gewährte Zuwendung des Arbeit­gebers besteht, ist diese auch kein beitrags­pflich­tiges Arbeits­entgelt. Soweit eine Pauschal­besteuerung (§ 40 Abs. 2 EStG) in An­spruch genommen wird, ist der geldwerte Vorteil ebenfalls beitragsfrei in der Sozial­ver­sicherung.
Last but not least: Zwischen­zeitlich hat sich die Finanzverwaltung auch mit den Besonder­heiten beim Leasing von E-Bikes befasst. Im Normalfall ist demnach ein geleastes Fahr­rad dem Arbeitgeber zuzuordnen. Wird das Fahrrad nach Ablauf der Leasing­­laufzeit zu einem verbil­ligten Preis vom Arbeitnehmer gekauft, soll der Rabatt im Ver­­gleich zum tatsächlichen Wert des Fahrrads generell als Arbeitslohn von dritter Seite an­zusehen sein.
Gerne beraten wir zu allen steuerlichen Fragen rund um Dienst­-Bikes.
Was für ein Hickhack! Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem Urteil vom 22.8.2013. Damit wurde die Verwaltungsauffassung, die den Leistungs­empfänger zum Umsatzsteuerschuldner für eine ihm gegenüber ausgeführte Bauleistung machte, falls er im vorangegangenen Kalenderjahr mehr als 10 % seiner weltweit ausge­führten Leistungen als Bauleistungen ausgeführt hatte, in einigen Fällen korrigiert. Ins­besondere Bauträger waren so nicht mehr Steuerschuldner für ihnen gegenüber ausge­führte Bauleistungen.
Durch das „Kroatienanpassungsgesetz“ bekam die Finanzver­waltung wieder Ober­wasser. In der ab dem 1.10.2014 geltenden Neufassung des § 13b Abs. 5 Satz 2 UStG wird der Leistungsempfänger dann zum Steuerschuldner, wenn ihm gegen­über Bauleistungen aus­geführt werden und er selbst „nachhaltig solche Leistungen aus­führt“. Der Nachweis erfolgt durch die Bescheinigung USt 1 TG, in der dem Leist­ungs­empfänger die Eigenschaft als bauleistender Unternehmer bestätigt wird.
Doch der Ge­setz­geber hat einen Schnellschuss hingelegt: Waren die Beteiligten bei Leistungen bis zum 14.2.2014 davon ausgegangen, dass der Bauträger (Leistungs­empfänger) zum Steuer­­schuldner wird und stellte sich dies in Anwendung der Recht­sprech­ung des BFH als nicht zutreffend heraus, ergab sich die Frage der umsatzsteuerrechtlichen Kon­­se­quenzen. Der gesetzgeberische Kunstgriff, die Vertrauensschutzregelung in § 176 Ab­gaben­­­ordung auszuhebeln und die Steuer­festsetzung gegenüber dem leistenden ­– soweit nicht Festsetzungsverjährung eingetreten ist – zu ändern, wurde zum verfassungs­rechtlichen Zank­apfel in der Finanzrecht­sprechung, bis der BFH erneut ein Machtwort sprach.
Die Finanzverwaltung übernimmt jetzt im Schreiben vom 26.7.2017 weitgehend die Vorgaben der BFH-Rechtsprechung. Damit waren die von der Änderung der Steuer­festsetzung betroffenen Unternehmer, die die Abtretungsmöglichkeit in Anspruch ge­nom­men haben, gut beraten. Auch jetzt noch kann die Abtretungsmöglichkeit unter den ge­nan­nten Voraus­setz­ungen gewählt werden, wenn der Anspruch gegen den Leistungs­empfänger nicht erloschen oder erfüllt ist.
Doch Vorsicht: Die Verwaltung hat sich noch eine Nickligkeit ausgedacht. Obwohl der BFH festgestellt hatte, dass die Abtretung eines An­spruchs des leistenden Unternehmers gegen den Leistungsempfänger (Bauträger) auch ohne die Ausstellung einer Rechnung mit gesondert ausgewiesener USt vorgenom­men werden kann, will die Finanzverwaltung dies nur in den Fällen des Ausstellens einer Rech­nung mit gesondert ausgewiesener MwSt eintre­ten lassen. Der nächste Streit ist also vorprogrammiert.
Gerne beraten wir Sie zu allen umsatzsteuerlichen Fragen bei Bau­leist­ungen.
Auch Angehörige dürfen ihre Rechtsverhältnisse unter-einander steuerlich möglichst günstig gestalten. Das bestätigt das FG Baden­Württembergin einem neuen Urteil. Danach können Eltern frei entscheiden, ob sie ihrem unterhaltsberechtigten Kind Barmittel oder auch befristet Nießbraucheinkünfte zuwenden. Falls Sie sich für Letzteres entscheiden, heißt das nicht automatisch, dass diese Gestaltung als unangemessen anzusehen wäre.
Im Streitfall hatte die Mutter ihrer Tochter den Nießbrauch an einer vermieteten Immobilie eingeräumt. Dass diese Einkünfte unter Berücksichtigung der steuerlichen Progression niedriger oder – falls der Grundfreibetrag bei der Tochter nicht überschritten werden sollte – überhaupt nicht besteuert werden, spiele keine Rolle, sagen die Richter. Diese zivilrechtliche Gestaltung sei nicht im Sinne des § 42 Abgabenordnung missbräuchlich. Ziel sei es vielmehr, die Tochter während ihres Studiums mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten.
Hinweis: Übertragen Sie eigene Einkünfte auf ein bisher nicht verdienendes Kind, können Sie damit Einkommensteuer, Soli und ggfls. Kirchensteuer sparen. Wollen Sie bestimmte Teile Ihres Im­mobilien­vermögens, aus dem die Ein­künfte fließen, nicht auf Dauer aus der Hand geben, können Sie den Weg eines zeitlich begrenzten Nießbrauchs wählen. Seit die Einkommensgrenze auch bei Kindern über 18 Jahren entfallen ist, müssen Sie wegen der Verlagerung nicht mehr auf Kindergeld bzw. Kinderfreitrag verzichten. Die Verwaltung folgt dem BFH darin, dass auch eine zeitlich begrenzte Nießbrauchbestellung grundsätzlich anzuerkennen ist.
Wegen der unerwünschten Steuersparmöglichkeiten sehen die Verwaltungsanweisungen jedoch Einschränkungen vor, unter anderem für die Fälle der Vermietung an die Eltern und der zeitlichen Begrenzung auf die Dauer der Unterhaltsbedürftigkeit des Kindes. Solange der BFH den Richterspruch aus Baden-Württemberg nicht bestätigt, ist deshalb Vorsicht geboten. Nicht angreifbar ist dagegen immer die direkte Zuwendung der Immobilie bzw. eines Miteigentumsanteils.
Bevor Sie jedoch selbst gestalten, sollten Sie uns mit ins Boot holen, um keinen Schiff­bruch zu erleiden.
Gestaltungsvarianten für den gemischt genutzten Pkw
Was kostet mich die 1%-Regelung, und lohnt es sich, ein ordnungsgemäßes Fahr­ten­buch zu führen? Solche Fragen beschäftigen viele Unternehmer. Ob die Pau­scha­lierung vorteilhaft ist, hängt vor allem vom Umfang der Privatfahrten ab, zum Bei­spiel also davon, ob Sie im Urlaub lange Fahrten mit dem Firmen-Pkw unternehmen oder Sie ihn jedes Wochenende für ihr Hobby nutzen. Erreicht der 1%-Wert nicht die Kosten der vorgesehenen Privatfahrten, sieht es so aus, dass die Aufwendungen für jede wei­tere private Fahrt den betrieb­lichen Gewinn mindern und damit einen Anreiz für eine weitere private Nutz­ung des Pkw liefern, ggf. durch Kinder oder andere Angehörige. Darin liegt nur eine der vielen, vom Gesetzgeber nicht vorausgesehenen Aus­wirk­ungen der 1%-Regelung. Um unangemessene Vorteile des 1%-Werts zu ver­hin­dern, ver­langt das Gesetz eine betriebliche Nutzung von mehr als 50 %. In Grenzfällen kön­nen Sie die Vorteile der 1%-Regelung retten, indem Sie die Nutz­ungs­ver­hält­nisse entsprechend ge­­­stalten. Für den nötigen Nach­weis ist dabei ein Fahr­ten­buch zu em­pfehlen. Droht die be­triebliche Nutz­ung unter die 50 %-Grenze zu rutschen, müssen Sie entweder die Privat­nutzung entsprechend ein­schränken, etwa indem Sie den Pkw des Ehegatten ver­wenden, oder die be­trieb­liche Nutzung ausdehnen, etwa indem der Pkw einem Arbeit­nehmer für eine längere Dienstfahrt überlassen wird. Alternativ kann es sich auch an­bieten, den Pkw im Privatvermögen zu halten, um für die betrieblichen Fahrten die tatsächlichen Kosten geltend machen zu können (der Schätzwert der Ver­waltung von 0,30 € pro km ist in aller Regel bei Weitem zu niedrig). Hierzu muss die betriebliche Nutzung auf weniger als 50 % begrenzt werden oder der Pkw muss im Eigentum eines Angehörigen stehen. Die zweite Variante verlangt einen Mietvertrag über die Nutzung des Pkw, der nach Inhalt und Durch­führung einem Fremdvergleich standhält. Den nötigen Spielraum für das Ein­halten der 50%-Grenze können Sie dadurch gewinnen, dass Sie nicht nur einen Pkw betrieblich und privat nutzen, sondern daneben einen zweiten, im Zweifel den des Ehegatten, des Lebenspartners oder eines anderen Angehörigen. Auch den Dienstwagen eines Ihrer Angestellten können Sie für einzelne dienstliche Fahr­ten heranziehen.
Silvester ist ein wichtiger Stichtag. Falls Sie durch „Sonderausgaben“ Ihre Steuerlast für das laufende Jahr noch verringern wollen, müssen Sie Aufwendungen, die sich steuer­min­­­­dernd auswirken sollen, bis zu diesem Stichtag gezahlt haben. Ein interessanter An­satz dafür ist die Leistung einer Vorauszahlung zur Krankenversicherung. Diese Mög­lich­keit steht grundsätzlich all jenen offen, die privat oder freiwillig gesetzlich kranken­ver­sich­ert sind und ihre Versicherungsbeiträge selbst leisten.
Der Steuertrick hat folgen­den Hintergrund: Seit 2010 können Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Sonderausgaben gel­t­end gemacht werden. Diese Mög­lichkeit besteht auch für entsprechende Bei­trags­­­vorauszahlungen. Aller­dings gilt hier eine Ober­grenze. Der Abzug ist nur bis zum 2,5fachen der regulären Beiträge des Zahl­ungs­jahres er­laubt.
Damit sorgen Sie einer­seits dafür, dass in den Folgejahren der Höchst­betrag von 1.900 bzw. 2.800 € für andere Vorsorgeaufwendungen ge­nutzt werden kann, die sonst ohne steuerliche Auswirkung bleiben (z. B. Haftpflicht- oder Lebens­ver­sich­er­ung). Zudem lässt sich im Jahr der Zahlung der Steuersatz nach unten drücken, wenn außer der Reihe hohe Zuflüsse (z. B. eine Abfindung) erwartet werden. Beispiel: 2017 liegt der Beitragsanteil zur Basisabsicherung bei 4.000 €. Sie zahlen am 10.12.2017 für die Jahre 2018 bis 2019 jeweils 4.000 € und für 2020 (sechs Monate) 2.000 € im Voraus. Das zulässige Vorauszahlungsvolumen in 2017 beträgt 2,5 × 4.000 € = 10.000 €. Diese 10.000 € könnten Sie dann auf einen Schlag in der Steuerer­klär­ung für 2017 als Sonderausgaben geltend machen. Allerdings müssen Sie be­rück­sicht­igen, dass Sie tatsächlich nicht nur den Anteil zur Basisabsicherung vorauszahlen müs­sen, sondern den gesamten Beitrag Ihres Tarifs. Das Vorauszahlungsmodell setzt also eine gewisse Liquidität voraus.
Doch aufgepasst: Regelmäßig wiederkehrende Aus­gab­en, die kurz vor Beginn oder kurz nach Beendigung des Kalenderjahres abgeflossen und fällig geworden sind, sind dem Kalenderjahr zuzuordnen, zu dem sie wirtschaftlich ge­­­hören. Betroffen hiervon wären Überweisungen ab dem 22.12.
Wichtig: Gut­ver­dien­ende Arbeitnehmer, die privat krankenversichert sind und vom Arbeitgeber einen Zu­schuss bekommen, profitieren kaum vom Vorauszahlungsmodell, weil die Zuschüsse des A­rbeit­gebers mangels Steuerbefreiung dem Gesamtbetrag der Einkünfte hinzugerechnet werden. Zahlt ein leitender Angestellter z. B. einen Monats­beitrag von 500 € (wovon 400 € der Basisabsicherung dienen), und erhält er vom Arbeit­geber einen Zuschuss von 250 €, müsste er mangels Beitragszahlungen in 2018 und 2019 den Arbeitgeberzuschuss in Höhe von jeweils 3.000 € und 1.500 € in 2020 voll versteuern.
Unser Rat: Soweit das Modell für Sie in Frage kommt, sollten Sie sich bei Ihrer Ver­sich­er­ung erkundigen, ob sie Vorauszahlungen akzeptiert und ggf. sogar einen kleinen Rabatt ge­währt. Und natürlich sollten Sie auch nicht vergessen, uns zu Rate zu ziehen, ob sich eine Voraus­zahlung in Ihrem speziellen Fall rechnet.
Die Vergütung von Arbeitnehmern gilt grund­­­­­sätzlich im alten Jahr als zuge­­flossen, auch wenn sie erst im neuen Jahr zur Auszahlung kommt. Anders je­doch bei sonstigen Bezügen: Hier her­r­scht das strenge Zuflussprinzip (§ 38a Abs. 1 S. 3 EStG). Auf diese Besonder­heit sollten Arbeitgeber und Arbeitneh­mer achten, falls zum Jahresende son­stige Bezüge in nennenswertem Umfang aus­ge­zahlt werden sollen, zum Beispiel Ab­find­ung­en.
...auf den Punkt...
Aufwendungsersatz:
Fahrtkostenerstattungen an Arbeit­neh­mer sind nur dann steuerfrei, wenn der Ar­beit­geber (zeitnah) Unterlagen erstellt und aufbewahrt hat, anhand derer die Steu­er­freiheit nachgeprüft werden kann. Dies entschied das FG des Saarlandes in einem aktuellen Urteil (Az. 2 K 1082/ 14). Zwar gestatte es die Lohnsteuer-Dur­ch­­führungs­verordnung, steuerfreiaus­­­ge­zahlte Beträge im Lohnkonto in einer Summe auszuweisen. Dennoch müsse sich aus den neben dem Lohn­konto zu führenden Unterlagen zweifels­frei er­ge­ben, für welche konkrete Dienst­reise und in welcher Höhe dem Arbeit­nehmer je­weils Aufwendungen für Fahrt- und Über­nacht­ungskosten, Verpfleg­ungs­mehr­auf­wendungen oder sonstige Ne­ben­kosten er­stattet wurden.
...gebracht!
Aufwendungen für den behinderten­ge­rechten Umbau eines selbstgenutzten Hauses können nach einem neuen Urteil des BFH(Az. VI R 36/15) nicht im Billig­keits­wege auf bis zu fünf Jahre (ent­sprech­end § 82b EStDV) verteilt werden. Damit kann das zu versteuernde Ein­kom­men im Jahr der Zahlung auf max. Null € gedrückt werden. Ein Verlustvor- oder -rücktrag ist nicht möglich.
„Es gibt kein Land auf der Welt, in dem es offenbar schwerer ist, Steuern zu senken als zu erhöhen. Das gibt es nur in Deutschland.“
Guido Westerwelle, dt. Politiker † 2016
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