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Timestamp: 2018-05-26 23:41:44
Document Index: 7471619

Matched Legal Cases: ['§103', '§ 16', '§ 9', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 6', '§ 6', '§ 16', '§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 23', '§ 20', '§ 10', '§ 20']

Ideeller Wert, Aufgabegewinn (Steuerrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Steuerrecht Ideeller Wert, Aufgabegewinn
| 20.12.2008 18:34 |
kann ein ideeller Wert (z.B. Rechte an einem ideellen Wirtschaftsgut, Lizenzen etc.) im Todesfall beim Aufgabengewinn erklärt und somit ins Privatvermögen überführt werden?
Gibt es von Seiten des FA ein "Verbot" der Überführung ideeller Werte durch Aufgabegewinn ins Privatvermögen. Wenn ja nach welchen §?
Der Wert der Rechte kann nur geschätzt werden, da der Erwerb von einer beruflichen Qualifikation eines Erwerbers abhängig wäre und die Erben die Rechte zwar besitzen - mangels beruflicher Qualifikation - nicht ausüben/nutzen können.
Könnten so die Rechte am Wirtschaftsgut durch Aufgabegewinn ins Privatvermögen überführt werden und später, falls sich denn ein Interessent der befähigt wäre die Rechte zu nutzen, finden würde, diese Lizenz als steuerfreier Privatverkauf veräußert werden.
Was, wenn der Preis niedriger oder höher anfällt als beim Aufgabegewinn angegeben?
Kann die Differenz nachversteuert bzw. zurückverlangt werden?
Was, wenn die Sache bereits verjährt ist?
-- Einsatz geändert am 21.12.2008 10:03:43
21.12.2008 | 00:05
Ihre Frage kann aufgrund der zur Verfügung gestellten Informationen nicht beantwortet werden.
Insbesondere im Hinblick auf die angedachte Veräußerung scheint das betreffende Wirtschaftsgut offensichtlich einen Marktwert und nicht lediglich einen ideellen Wert zu haben.
Ich empfehle daher, das betreffende Wirtschaftsgut in Ihrer Frage anzugeben, so dass sich der beantwortende Anwalt ein näheres Bild machen kann.
Im Übrigen scheint mit Ihr Einsatz bei der Vielzahl der gestellten Fragen und dem Haftungsrisiko des bearbeitenden Anwalts nicht angemessen zu sein. Um eine fundierte Antwort zu erhalten, sollten Sie Ihren Einsatz auf wenigstens EUR 70.- erhöhen.
21.12.2008 | 10:02
Bei dem ideellen Wert handelt es sich um einen Kassenarztsitz in einem zulassungsbeschränkten Gebiet einer Praxis deren Inhaber in den letzen Jahren sehr krank war, somit hat sich der Patientenstamm und dieser ideelle Wert-Anteil der Patienten veflüchtigt.
Jedoch besteht ein Marktwert für die Kassenarztsitzlizenz/Kassenzulassung, da Sperrgebiet und die Erben über eine Nachbesetzung dieses Kassenarztsitzes mitbestimmen können (§103 SGB V, Zulassungsrecht)
Die Kasenpraxis in der alten Praxis ist eher uninteressant, abgewirtschaftet, auch inatttraktiver Ort. Wenn die Rechte am Kassenarztsitz des verstorbenen Arztes auf einen Nachfolger übergegangen sind, kann dieser den Kassenarztsitz innerhalb des Sperrgebietes auch in die attraktivere Kreisstadt verlegen und diesen z.B. in eine Gemeinschaftspraxis einbringen, die dadurch ihre Budgetobergrenze, die Patientenzahl und damit den Umsatz entsprechend erhöhen kann.
Der Wert der Rechte ist etwas schwierig zu bestimmen. Preise selbst für so abgewirtschaftete Praxen werden oft hoch angesetzt, es kann aber auch sein, dass kein Interessent gefunden wird und die Rechte unverkäuflich sind.
Gerne erhöhe ich den Preis für die umfangreiche Frage, muss nur noch schauen wie ich das im Programm anstelle...
Sie können den ideellen Wert mit dem Aufgabegewinn gegenüber dem Finanzamt erklären.
Der ideelle Wert wird damit ins Privatvermögen überführt (§ 16 III EStG). Es erfolgt (gegebenfalls) die Versteuerung von stillen Reserven.
Als ideeller Wert ist der `gemeine Wert` i.S.d. § 9 BewG anzusetzen = Marktwert (d.h. der geschätzte potentielle Kaufpreis ) anzusetzen, d.h. es kommt nicht darauf an, ob derjenige, der es im Privatvermögen führen wird, eine Berufsbefähigung besitzt.
Sobald die Wirtschaftsgüter im Privatvermögen sind, gilt bei einem späterem Verkaufe § 23 EStG.
D.h. eine Besteuerung ist nicht vorzunehmen, wenn zwischen dem Tage der Überführung ins Privatvermögen und dem Tage des Kaufvertrages mindestens ein Jahr liegt (§ 23 I Nr. 2 EStG). Vorsicht, falls zur Praxis auch eine Grundstück gehören sollte, gelten bzgl. des Grundstückes als Frist 10 Jahre (§ 23 I Nr. 1 EStG).
Bei Verständnisfragen betätigen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.
Zur Verdeutlichung die Fassung des § 23 EStG in der Fassung ab 01.01.2009:
§ 23 EStG:
2. Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Bei Wirtschaftsgütern im Sinne von Nummer 2 Satz 1, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre.
1. die Einlage eines Wirtschaftsguts in das Betriebsvermögen, wenn die Veräußerung aus dem Betriebsvermögen innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren seit Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt, und
2. die verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.
(3) Gewinn oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 ist der Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 1 tritt an die Stelle des Veräußerungspreises der für den Zeitpunkt der Einlage nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 angesetzte Wert, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 2 der gemeine Wert. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 oder § 16 Abs. 3 angesetzte Wert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindern sich um Absetzungen für Abnutzung, erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen, soweit sie bei der Ermittlung der Einkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 bis 6 abgezogen worden sind. Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 1 sind Gewinne oder Verluste für das Kalenderjahr, in dem der Preis für die Veräußerung aus dem Betriebsvermögen zugeflossen ist, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 2 für das Kalenderjahr der verdeckten Einlage anzusetzen. Verluste dürfen nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat, ausgeglichen werden; sie dürfen nicht nach § 10d abgezogen werden. Die Verluste mindern jedoch nach Maßgabe des § 10d die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus privaten Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 erzielt hat oder erzielt; § 10d Abs. 4 gilt entsprechend. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 in der bis zum 31. Dezember 2008 anzuwendenden Fassung können abweichend von Satz 7 auch mit Einkünften aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20 Abs. 2 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom 14. August 2007 (BGBl. I S. 1912) ausgeglichen werden. Sie mindern abweichend von Satz 8 nach Maßgabe des § 10d auch die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus § 20 Abs. 2 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom 14. August 2007 (BGBl. I S. 1912) erzielt.
Bewertung des Fragestellers 29.12.2008 | 16:06
"Sehr schnell, kompetent und ausführlich. Danke"
FRAGESTELLER 29.12.2008 5/5.0
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