Source: http://buchhaltung-einfach-sicher.de/einnahmen-uberschuss-rechnung.html
Timestamp: 2018-03-25 04:55:49
Document Index: 70293477

Matched Legal Cases: ['§238', '§ 4', '§4', '§257', '§147', '§257', '§4', '§4', '§4', '§4', '§12']

Einnahmen-Überschuss-Rechnung einfach sicher erklärt
Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, auch EÜR, ist eine Gewinnermittlungsmethode, die kleinen und mittelständischen Betrieben vorbehalten ist. Die folgenden Abschnitte erläutern ausführlich, was die EÜR genau ist, wie sie gegliedert ist, wie die Gewinnermittlung funktioniert und was man unter dem Zufluss- und Abflussprinzip versteht. Darüber hinaus erklärt der Beitrag Rechtsgrundlagen sowie Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten der Einnahmen-Überschuss-Rechnung und geht auf Besonderheiten wie Anlagevermögen, Kredite und Abschreibungen ein. Unterschiede zwischen Bilanz und EÜR und Betriebs- und Privatausgaben sind ebenso Bestandteil des Beitrages, wie die Berechnung und Abführung von Umsatz- und Vorsteuer.
Jeder Unternehmer ist nach §238 des Handelsgesetzbuches (HGB) dazu verpflichtet, seine geschäftlichen Aktivitäten nachvollziehbar aufzuzeichnen. Einige Unternehmer sind zur doppelten Buchführung verpflichtet, andere können für die Gewinnermittlung die Einnahmen-Überschuss-Rechnung verwenden. Dies richtet sich jeweils nach den erzielten Umsätzen bzw. Gewinnen aus der Selbstständigkeit oder dem Gewerbe.
Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz EÜR) ist eine einfache Form der Gewinnermittlung, die ausschließlich Freiberuflern und kleinen Gewerbetreibenden sowie landwirtschaftlichen Betrieben vorbehalten ist. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist damit eine Alternative zur doppelten Buchführung. Die Rechtsgrundlage der EÜR ist das Einkommenssteuergesetz § 4 Abs. 3. Sie wird deshalb auch gern als 4/3-Rechnung bezeichnet.
Freiberufler dürfen in jedem Fall eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen. Gewebetreibende und landwirtschaftliche Betriebe sind an bestimmte Gewinn- und Umsatzgrenzen gebunden. Werden diese überschritten, muss auch hier eine doppelte Buchführung angelegt werden.
Gewinn- und Umsatzgrenzen bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Folgende, gesetzlich festgelegte Umsatz- und Gewinngrenzen gelten als Voraussetzung für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung:
60.000 Euro / Jahr
Für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung gilt das sogenannte Zu- und Abflussprinzip. Das bedeutet, dass Einnahmen erst dann erfasst werden dürfen, wenn Sie bereits auf das Konto des Unternehmers zugeflossen sind. Ausgaben werden sofort nach Abgang vom Konto als Ausgabe beurteilt. Hier gilt also der Zeitpunkt des tatsächlichen Zahlungszuflusses und -abflusses.
Bei der EÜR vermerken Sie alle Zu- und Abgänge von Ihrem Konto in einem Journal. Das Bundesfinanzministerium führte 2005 ein Formular ein, das den Aufbau der EÜR bestimmt. Unternehmer können dieses Formular zur Auflistung ihrer Einnahmen und Ausgaben verwenden. Auch hier gibt es eine Ausnahme: Unternehmen, deren Einnahmen geringer als 17.500 Euro sind, dürfen eine formlose Gewinnrechnung aufstellen.
Nicht als direkte Ausgabe im Journal vermerkt werden abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, zum Beispiel PCs oder Maschinen. Diese Anlagen werden über mehrere Jahre abgeschrieben.
Was sind Einnahmen und was sind Ausgaben?
Ausgaben sind zum Beispiel:
Alle Einnahmen und Ausgaben werden auf der EÜR sowohl als Netto- als auch als Bruttowert ausgewiesen.
Die Einnahmenüberschussrechnung, auch kurz EÜR genannt, ist eine vereinfachte Methode zur Gewinnermittlung eines Unternehmens. Sie wird umgangssprachlich auch als 4/3-Rechnung bezeichnet, da diese Gewinnermittlungsmethode im §4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes festgelegt ist.
Beachten Sie als Unternehmer, dass nicht jede Unternehmensform dazu berechtigt ist, die vereinfachte Gewinnermittlung durchzuführen. Sie ist kleinen Gewerbebetrieben, Freiberuflern und landwirtschaftlichen Betrieben vorbehalten.
Wer darf eine Einnahmenüberschussrechnung erstellen?
Zu den Unternehmen, die eine Einnahmenüberschussrechnung erstellen können gehören:
Unternehmen, die nicht in das Handelsregister eingetragen sind
Gewerbetreibende bis zu einer bestimmten Umsatz-/ Gewinngrenze
Kleine Unternehmen können eine EÜR erstellen, solange der Umsatz nicht größer als 600.000 Euro ist und der Gewinn unterhalb der Gewinngrenze von 60.000 Euro liegt. Alle Unternehmen, deren Umsätze oder Gewinne größer sind, sind zur doppelten Buchführung verpflichtet.
Wer dazu berechtigt ist, kann bei der Steuererklärung eine Anlage EÜR abgeben. Die EÜR betrifft u.a. Freiberufler, Kleingewerbetreibende, Einzelunternehmen (max. 500.000 Euro Umsatz) und Personengesellschaften (max. 50.000 Euro Gewinn).Die Anlage umfasst drei Seiten und wird mit der Einkommensteuererklärung eingereicht. Zuvor müssen Sie zunächst mehrere Übersichten pflegen, darunter:
das Wareneingangs- und Warenausgangsbuch
ein Verzeichnis über die Anlagegüter
Im Journal sind alle Ein- und Ausgänge Ihres Kontos vermerkt. Davon ausgenommen sind Anlagen, also zum Beispiel der PC, Büromöbel oder andere Gegenstände, die dazu bestimmt sind dem Unternehmen über einen längeren Zeitraum zu dienen. Diese werden in einem gesonderten Verzeichnis aufgelistet. Die Zu- und Abgänge sollten im Journal sowohl als Nettobetrag als auch als
Bruttobetrag ausgewiesen werden.
Im Kassenbuch ist der Barbestand des Unternehmens vermerkt. Die Wareneingangs- und Warenausgangsbücher beinhalten alle Rohstoffe und Waren, die eingekauft oder verkauft werden.
Was sind Zufluss- und Abflussprinzip bei der EÜR?
Bei der Gewinnermittlung durch die EÜR werden alle Einnahmen erst dann erfasst, wenn sie tatsächlich auf das Konto des Unternehmens geflossen sind. Damit unterscheidet sich die Gewinnermittlung durch die EÜR von der Gewinnermittlung durch die Bilanzierung. Hier werden die Einnahmen nämlich bereits erfasst, auch wenn Debitorenrechnungen noch nicht beglichen wurden. Man bezeichnet die Verfahrensweise bei der EÜR auch als Zufluss- und Abflussprinzip.
Sowohl nach dem Handelsrecht als auch nach dem Steuerrecht müssen Aufzeichnungen über mehrere Jahre aufbewahrt werden. Erst nach Ablauf der jeweiligen Aufbewahrungspflichten dürfen die Unterlagen vernichtet werden. Man unterscheidet zwischen Aufbewahrungspflichten über 6 und 10 Jahre. Die meisten Dokumente und Unterlagen müssen über zehn Jahre aufbewahrt werden (§257 HGB), Geschäftsbriefe
beispielsweise nur sechs Jahre.
Aufbewahrungspflichten nach dem Steuerrecht
Die "Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen" sind in der Abgabenordnung (AO) §147 geregelt. Nach dieser Verordnung sind folgende Unterlagen geordnet aufzubewahren:
Arbeitsanweisungen / Organisationsunterlagen
Briefe (Geschäftsbriefe, Handelsbriefe) und ihre Wiedergaben
weitere steuerrelevante Unterlagen
Einige dieser Dokumente dürfen auch in elektronischer Form gespeichert werden, sofern die Dateien den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen. Die elektronischen Daten müssen jederzeit zugänglich sein und ausgedruckt werden können. Ausgenommen davon sind Jahresabschlüsse, Zollunterlagen und die Eröffnungsbilanz. Solche Dokumente müssen weiterhin in Papierform aufbewahrt werden.
Aufzeichnungspflichten nach dem Handelsgesetzbuch
Auch das Handelsgesetzbuch (HGB) beschäftigt sich in §257 mit der "Aufbewahrung von Unterlagen" und den Aufbewahrungsfristen. Die meisten Unterlagen müssen zehn Jahre aufbewahrt werden. Nur Handels- und Geschäftsbriefe und ihre Wiedergaben sowie sonstige steuerrelevante Unterlagen können bereits nach sechs Jahren vernichtet werden. Die Aufbewahrungsfristen beginnen mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Dokumente ausgestellt wurden.
Um die Steuererklärung am Ende des Jahres möglichst schnell und unkompliziert abzuwickeln, gliedert man die EÜR bereits im Vorfeld nach Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Sind die Einnahmen höher als die Ausgaben, spricht man von einem Gewinn. Bei höheren Ausgaben als Einnahmen von einem Verlust.
Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben in der EÜR
Folgende Tabelle macht beispielhaft deutlich, welche Geschäftsvorfälle zu den Einnahmen zählen und welche zu den Ausgaben gehören:
● Netto-Einnahmen umsatzsteuerpflichtiger Betriebseinnahmen
● Wareneinkäufe (Nettobetrag)
● Dienstleistungen (Nettobetrag)
● umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen
● abziehbare Vorsteuerbeträge
● Sachentnahmen
● Verkauf / Entnahme von Anlagevermögen
● private Nutzung von Geschäftseigentum (Fahrzeuge, Telefon etc.)
● Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
● Kosten für Strom, Gas und Wasser
● Versicherungskosten
● Telefon-, Fax- und Internetkosten
● Kosten für Büromaterial
● Reisekosten
● Kfz-Kosten
● Werbungskosten
● eingeschränkt abziehbare Betriebsausgaben (Bewirtungskosten, Geschenke, etc.)
● Reparatur- und Instandhaltungskosten
● an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer
Wie bei der Bilanzierung auch werden Anlagen, die dazu bestimmt sind dem Betrieb über einen längeren Zeitraum zu dienen, über mehrere Wirtschaftsjahre abgeschrieben. Anlagen sind zum Beispiel Grundstücke, Fahrzeuge oder Maschinen. Sie werden nicht sofort als Betriebsausgabe verbucht, sondern in einem Anlageverzeichnis erfasst und je nach Anlage über zwei, drei, vier oder mehr Jahre Stück für Stück abgeschrieben.
Die Einnahmenüberschussrechnung (Abkürzung: EÜR) basiert auf dem Einkommensteuergesetz. Der §4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes besagt, "Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen [...] können als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen." Diese Form der Gewinnermittlung ist stark vereinfacht und kann nur von Freiberuflern und kleinen Gewerbetreibenden sowie von landwirtschaftlichen Betrieben in Anspruch genommen werden. Da hier der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben als Gewinn verzeichnet wird, bezeichnet man diese Form der Gewinnermittlung als Einnahmenüberschussrechnung, oder auch verkürzt als EÜR. Eine andere Bezeichnung für die EÜR ist "4/3-Rechnung". Diese Bezeichnung wird aber nur umgangssprachlich verwendet und bezieht sich auf die Rechtsgrundlage (§4 Abs. 3 des EStG) der Einnahmenüberschussrechnung.
Obwohl die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) eine stark vereinfachte Form der Gewinnermittlung ist, müssen auch hier verschiedene Besonderheiten bei der Buchhaltung beachtet werden, zum Beispiel was die Verwaltung von Anlagevermögen und Abschreibungen, Kredite und Sacheinnahmen angeht.
Kleinere Gewerbetreibende, Freiberuflicher und landwirtschaftliche Betriebe dürfen eine Einnahmenüberschussrechnung machen und müssen keine aufwendige, doppelte Buchhaltung betreiben. Hinsichtlich der Verwaltung und Abschreibung von Anlagegütern unterliegen aber auch Freiberufler und Kleinbetriebe der Pflicht, ein Anlagenverzeichnis zu führen. Hier werden wichtige Informationen über die angeschafften Wirtschaftsgüter festgehalten, zum Beispiel
Zu den nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern zählen zum Beispiel Grundstücke oder Finanzanlagen. Abnutzbare Wirtschaftsgüter sind dagegen Fahrzeuge, Maschinen oder elektronische Geräte. Welche Anlagen wie lange abgeschrieben werden, kann man den sogenannten AfA (Absetzung für Abnutzung)-Tabellen entnehmen.
Behandlung der Kredite bei der EÜR
Kredite haben keine Auswirkungen auf den Gewinn, weder die Auszahlung des Darlehens noch die Tilgung desselben. Das gilt sowohl für Darlehen, die die Bank zur Verfügung stellt als auch für Privatkredite. Alle Kosten, die mit dem Darlehen verbunden sind, also beispielsweise Zinsen oder Provisionen, gehören jedoch zu den Betriebsausgaben und mindern den Gewinn des Unternehmens.
Wer ein Unternehmen gründet, der bringt vielleicht das ein oder andere Wirtschaftsgut mit in das Geschäft ein, zum Beispiel einen vorhandenen Drucker oder einen PC. Wenn diese privaten Güter zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt werden, dann werden sie komplett in das Unternehmen eingelegt und wie andere Wirtschaftsgüter behandelt und abgeschrieben. Der PC, Drucker oder ein anderes Wirtschaftsgut wird immer mit dem Wert eingelegt, den es zum Zeitpunkt der Einlage in das Geschäft hat. Ein ein Jahr alter Drucker ist also nicht mehr so viel wert wie am Tag des Einkaufs, selbst wenn er noch nicht genutzt wurde.
Geldeinlagen werden von den Sacheinlagen getrennt betrachtet. Monetäre Privateinlagen haben keine Auswirkungen auf die Gewinnermittlung. Sie werden genauso behandelt wie Kredite oder private Darlehen.
Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb entstehen. Die Ausgaben müssen nicht unbedingt notwendig sein, müssen aber mit dem Betrieb in Zusammenhang stehen und ihm dienen. Das ist im Einkommensteuergesetz §4 Abs. 4 geregelt. Betriebsausgaben mindern in der Regel den Gewinn des Unternehmens. Es gibt aber auch ein paar Aufwendungen, die durch den Betrieb entstehen, sich aber nicht gewinnmindernd auswirken. Dazu zählen zum Beispiel Geschenke über 35 Euro an Nicht-Arbeitnehmer, sehr hohe Bewirtungskosten, Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer und vieles mehr. Alle Betriebsausgaben, die nicht oder nicht vollständig gewinnmindern sind, sind im Einkommensteuergesetz §4 Abs. 5 festgeschrieben.
Kleine Unternehmen, Freiberufler und landwirtschaftliche Betriebe sind von der Buchführungspflicht befreit. Sie müssen lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung, auch kurz EÜR genannt, durchführen. Die EÜR ist eine wesentlich einfachere Form der Gewinnermittlung und unterscheidet sich in vielen verschiedenen Punkten von der Gewinnermittlung durch Bilanzierung. Zur Bilanz sind grundsätzlich OHGs,
KGs, GmbHs und UGs verpflichtet. Jedoch hat auch die freiwillige Bilanzierung einige Vorteile.
Bei der Einnahmenüberschussrechnung werden lediglich die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben gegenübergestellt. Die Differenz aus den Einnahmen und den Ausgaben ergibt den Gewinn des Unternehmens. Ein bisschen komplizierter macht es die Bilanzierung. Hier werden Aktiva (Anlagevermögen und Umlaufvermögen) und Passiva (Eigenkapital und Fremdkapital) gegenübergestellt. Anschließend kann eine Gewinn- und Verlustrechnung für einen bestimmten Zeitraum oder das ganze Geschäftsjahr erstellt werden.
Bei der Bilanzierung werden die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung sofort erfasst, auch wenn sie noch nicht beglichen wurden. Die EÜR erfasst die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben erst dann, wenn sie bezahlt wurden. Es gibt hier also keine Forderungen und Verbindlichkeiten wie bei der Bilanzierung.
Behandlung von Bestandsveränderungen
Bei der Bilanzierung muss einmal jährlich, nämlich am Ende eines jeden Geschäftsjahres, eine Inventur gemacht werden. Bei der Inventur wir das Betriebsvermögen gezählt, gewogen, gemessen oder mithilfe von Unterlagen ermittelt und dokumentiert. Die Inventur ist eine wichtige Grundlage für die Gewinn- und Verlustrechnung. Eine solche Inventur müssen nur buchhaltungspflichtige Unternehmen durchführen. All diejenigen, die zur Abgabe einer EÜR berechtigt sind, müssen keine Inventur zur Ermittlung des Betriebsvermögens durchführen.
Auch bei der Umsatzsteuer gibt es einen kleinen Unterschied in der Erfassung. Die Umsatzsteuer wird bei der Einnahmenüberschussrechnung zunächst als Einnahme verzeichnet. Sobald das Finanzamt die Vorsteuer vom Unternehmenskonto abgebucht hat, wir die Vorsteuer als Ausgabe verbucht. Bei der Bilanzierung ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten, also eine gewinnneutrale Buchungsposition.
Die EÜR ist zwar wesentlich einfacher und weniger zeitaufwendig als die Bilanzierung, sie birgt aber auch ein paar Nachteile für den Unternehmer. Die Bilanzierung erlaubt nämlich einen wesentlich umfassenderen wirtschaftlichen Blick auf das Unternehmen. So fallen wichtige, zukunftsorientierte Entscheidungen leichter. Auch die Banken schätzen eine ausführliche Darstellung der Vermögenslage, wenn es um die Vergabe von Krediten geht. Die Bilanzierung ist aber natürlich auch kostenintensiver für den Unternehmer, deshalb sollte man genau abwägen, welche Form der Gewinnermittlung für das eigene Unternehmen sinnvoll ist. Generell gilt: Je komplexer und größer ein Unternehmen, desto sinnvoller ist die Bilanzierung, selbst wenn das Unternehmen theoretisch zur Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung ermächtigt ist.
 Vorteile
höhere Liquidität, da bspw. Steuern erst anfallen, wenn Geld zugeflossen ist
(Zu- / Abflussprinzip)
 einfachere Gewinnermittlungsmethode mit geringerem Zeitaufwand
bevorzugte Aufstellung von Banken bei der Kreditvergabe
 umfassender wirtschaftlicher Blick auf das Unternehmen ermöglicht bessere Finanz- und Liquiditätsplanung
 Nachteile
keine Bildung von Rücklagen möglich
Wertverluste durch Teilwertabschreibungen werden nicht berücksichtigt
zum Erhalt von Krediten müssen meist weitere Vermögensaufstellungen vorgelegt werden
erfordert mehr Know-How
Die EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) ist eine vereinfachte Form der Gewinnermittlung, die wesentlich weniger aufwendig ist als die doppelte Buchführung. Aber auch wenn die EÜR relativ unkompliziert ist, dürfen zwei Posten auf keinen Fall außer Acht gelassen werden: Umsatzsteuer und Vorsteuer. Hierbei handelt es sich um Steuern, die auf verkaufte Produkte oder Dienstleistungen erhoben werden (§12, UStG).
Bezieht ein Unternehmen von einem anderen Unternehmen ein Produkt oder eine Leistung, so wird diese Umsatzsteuer als Vorsteuer auf der Eingangsrechnung erhoben.
Die Umsatzsteuer, die der Kunde auf die Waren des Unternehmens zahlt, wird zunächst als Betriebseinnahme verbucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Umsatzsteuer 19 Prozent, 7 Prozent oder einen abweichenden Prozentsatz beträgt. Wichtig ist nur, dass die Prozentsätze richtig ausgewiesen werden. Mit der Umsatzsteuervoranmeldung erhält das Finanzamt die Information über die eingenommene Umsatzsteuer. Diese muss nun an das Finanzamt überwiesen werden oder wird automatisch vom Unternehmenskonto abgebucht.
Ähnlich verhält es sich mit der gezahlten Vorsteuer auf Eingangsrechnungen, zum Beispiel auf Rohstoffe, die weiterverarbeitet wurden. Diese Vorsteuer kann man sich vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Umsatzsteuer und Vorsteuer werden gegengerechnet. Wer in einem Monat oder in einem Quartal (je nach Übermittlungsregelung) mehr Vorsteuer gezahlt als Umsatzsteuer eingenommen hat, bekommt eine entsprechende Erstattung vom Finanzamt.
Die einzigen Personen, die bei der Einnahmenüberschussrechnung von der Aufzeichnung von Umsatzsteuer und Vorsteuer ausgenommen sind, sind die Kleinunternehmer. Kleinunternehmer sind diejenigen, die weniger als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr verzeichnen. Wer der Kleinunternehmerregelung unterliegt, weist auf den eigenen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und muss demnach auch keine an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig dürfen sich Kleinunternehmer aber auch die gezahlte Umsatzsteuer nicht vom Finanzamt zurückerstatten lassen.
Kleine Unternehmen, Freiberufler und landwirtschaftliche Betriebe können eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) zur Gewinnermittlung durchführen. Sie sind von der doppelten Buchführung befreit. Doch wie genau funktioniert eine EÜR und welche Angaben beinhaltet sie? Wir bringen Licht ins Dunkel.
Eine EÜR besteht im Grunde genommen aus einer Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben ist der Jahresüberschuss bzw. Gewinn des Unternehmens. In der EÜR listet man zunächst alle Betriebseinnahmen und dann alle Betriebsausgaben übersichtlich auf. Die nachfolgende Tabelle liefert ein Beispiel für eine Einnahmenüberschussrechnung:
Private Nutzung der Geschäftsfahrzeuge
Private Nutzung des Geschäftstelefons
245.600 Euro
In Anspruch genommene Dienstleistungen (Netto)
Abziehbare Vorsteuerbeträge (19 Prozent)
- 17.100 Euro
Abziehbare Vorsteuerbeträge (7 Prozent)
Kosten für Strom, Gas, Wasser
Eingeschränkt abziehbare Betriebsausgaben (z.B. Geschenke)
- 202.550 Euro
Der Jahresüberschuss ist die Differenz der Summe der Einnahmen und der Summe der Ausgaben. Neben den hier aufgeführten Betriebsausgaben können je nach Unternehmenszweig weitere Aufwendungen hinzukommen. Die Tabelle wird dafür einfach um zusätzliche Spalten erweitert.
Unterschied zwischen EÜR und Bilanzierung
Umsatzsteuer und Vorsteuer nicht vergessen