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Timestamp: 2016-10-20 21:34:13
Document Index: 118855014

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 58', 'Art. 179', 'Art. 58', 'Art. 179', 'BGE', 'Art. 179', 'Art. 86', 'BGE', 'BGE', 'Art. 380', 'Art. 305', 'Art. 336', 'Art. 360', 'Art. 314', 'Art. 314', 'BGE', 'Art. 360', 'BGE', 'Art. 360', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 12', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 380', 'Art. 179', 'Art. 360', 'Art. 179', 'Art. 179', 'Art. 58', 'Art. 179', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 87', 'Art. 380']

119 Ia 42148. Urteil der I. Zivilabteilung vom 17. Dezember 1993 i.S. F. SA gegen H. B.V. (staatsrechtliche Beschwerde)
Arbitrage; recevabilit� du recours de droit public; �puisement des moyens de droit cantonal (art. 4 Cst., art. 86 OJ, art. 179 al. 2 et 3 LDIP). La LDIP n'interdit pas au droit cantonal d'instituer un recours � l'encontre des d�cisions du juge �tatique concernant la constitution d'un tribunal arbitral, au sens de l'art. 179 al. 2 et 3 LDIP. Consid�rants � partir de page 422
1. Mit Gesuch vom 23. M�rz 1993 verlangte die F. SA die gerichtliche Ernennung eines Einzelschiedsrichters in einer Streitigkeit gegen die H. B.V. Die Parteien h�tten am 14./23. November 1989 im Hinblick auf den zwischen ihnen bestehenden Streitfall aus Alleinvertriebsvertrag F�rsprecher K. als Einzelschiedsrichter ernannt. Am 28. Oktober 1992 habe dieser indessen sein Mandat niedergelegt.
Der Gerichtspr�sident III von Bern wies mit Entscheid vom 6. Juli 1993 das Gesuch ab. Die F. SA f�hrt dagegen staatsrechtliche Beschwerde mit den Antr�gen, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Streitsache zu neuer Entscheidung an das Richteramt III von Bern zur�ckzuweisen. Die Beschwerdegegnerin und sinngem�ss der Gerichtspr�sident III von Bern schliessen auf Nichteintreten, eventuell auf Abweisung der Beschwerde.
2. Die Beschwerdef�hrerin macht eine Verletzung von Art. 4 und Art. 58 BV sowie von Art. 179 Abs. 2 und 3 IPRG geltend.
a) Die R�ge einer Verletzung des Anspruchs auf den verfassungsm�ssigen Richter im Sinne von Art. 58 Abs. 1 BV pr�ft das Bundesgericht bei Ablehnung der Bestellung von Schiedsrichtern durch den staatlichen Richter (Art. 179 Abs. 2 und 3 IPRG) nur auf Willk�r (BGE 118 Ia 20 E. 3a; VISCHER, N 16 zu Art. 179 IPRG).
b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zul�ssig (Art. 86 OG). Das setzt voraus, dass die vor Bundesgericht erhobenen R�gen mit keinem ordentlichen oder ausserordentlichen kantonalen Rechtsmittel h�tten geltend gemacht werden k�nnen (BGE 118 Ia 110 E. 3 mit Hinweisen, BGE 109 Ia 88).
Nach Art. 380 Abs. 3 ZPO/BE ist f�r Entscheidungen und Aufgaben nach Artikel 179, 180, 183 bis 185 und 193 IPRG der f�r den Sitz des Schiedsgerichts zust�ndige Gerichtspr�sident kompetent. Die Vorschriften �ber das summarische Verfahren (Art. 305 ff.) sind sinngem�ss anwendbar. Gegen Verf�gungen und Entscheide im summarischen Verfahren k�nnen keine Rechtsmittel ergriffen werden mit Ausnahme der Appellation in den in Art. 336 ZPO/BE ausdr�cklich bezeichneten F�llen und der Nichtigkeitsklage gem�ss Art. 360 ZPO/BE (Art. 314 ZPO/BE; LEUCH, N 1 zu Art. 314 ZPO/BE; KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl. 1984, S. 266 f.). Mit Nichtigkeitsklage kann namentlich die Verletzung klaren Rechts BGE 119 Ia 421 S. 423und eine offenbar unrichtige Akten- oder Beweisw�rdigung ger�gt werden (Art. 360 Ziff. 2 ZPO/BE). Eine beschr�nkte materiell rechtliche Pr�fung ist dabei m�glich (BGE 118 Ia 110 E. 3; LEUCH, N 5 zu Art. 360 ZPO/BE; JOLIDON, Proc�dure civile bernoise, S. 182 N 34).
Einer solchen Regelung, die gegen einen nach Art. 179 Abs. 3 IPRG ergangenen Ablehnungsentscheid ein kantonales ordentliches oder ausserordentliches Rechtsmittel vorsieht, stehen auch nicht die Bestimmungen des Konkordats �ber die Schiedsgerichtsbarkeit (SR 279) entgegen, auf welches Art. 179 Abs. 2 IPRG sinngem�ss verweist (vgl. dazu VISCHER, N 13 zu Art. 179 IPRG; LALIVE/POUDRET/REYMOND, N 14 zu Art. 179 IPRG; BUCHER, Die neue internationale Schiedsgerichtsbarkeit in der Schweiz, S. 63 N 152; WENGER, Die internationale Schiedsgerichtsbarkeit, BJM 1989, S. 337 ff., 345). In der Lehre wird �berwiegend die Meinung vertreten, es obliege dem kantonalen Recht (Art. 179 Abs. 2 IPRG), allf�llige kantonalrechtliche Rechtsmittel gegen Ablehnungsentscheide vorzusehen (VISCHER, N 15 zu Art. 179 IPRG; BUCHER, a.a.O., S. 64 N 152; WENGER, a.a.O., S. 346; R�EDE/HADENFELDT, Schweizerisches Schiedsgerichtsrecht, 2. Aufl. 1993, S. 125; z�gernd POUDRET, ASA 1992, S. 38 f; a. M. LALIVE/POUDRET/REYMOND, N 3 zu Art. 12 Konkordat, N 14 zu Art. 179 IPRG). Dieser Auffassung ist beizupflichten.
c) Mit ihrem Gesuch verlangte die Beschwerdef�hrerin gest�tzt auf Art. 179 Abs. 2 und 3 IPRG die Ernennung eines Einzelschiedsrichters. Der angefochtene, gem�ss Art. 380 Abs. 3 ZPO/BE im Summarverfahren ergangene Entscheid gr�ndet auf Art. 179 IPRG und h�tte nach dem Gesagten mit Nichtigkeitsklage gem�ss Art. 360 ZPO/BE angefochten werden k�nnen. Mit ihr h�tte die Verletzung von Art. 179 IPRG ger�gt werden k�nnen. Soweit die Beschwerdef�hrerin ihre R�ge einer willk�rlichen Anwendung von Art. 179 Abs. 2 und 3 IPRG direkt beim Bundesgericht erhebt, statt den Entscheid des Gerichtspr�sidenten mit kantonaler Nichtigkeitsklage anzufechten, ist demnach darauf mangels Ersch�pfung des kantonalen Instanzenzuges nicht einzutreten. Dies gilt auch insoweit, als sie eine Verletzung von Art. 58 Abs. 1 BV r�gt. Zudem deckt sich diese R�ge mit jener einer Verletzung von Art. 179 Abs. 3 IPRG (BGE 118 Ia 20 E. 3a S. 25). Die Beschwerdef�hrerin kann hinsichtlich der Letztinstanzlichkeit auch nichts aus dem von ihr zitierten BGE 118 Ia 20 ableiten. Es trifft zwar zu, dass es sich beim angefochtenen Entscheid um einen kantonalen Endentscheid BGE 119 Ia 421 S. 424handelt, im Gegensatz zu BGE 118 Ia 20 ist dieser jedoch nicht letztinstanzlich im Sinn von Art. 87 OG. Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten.
118 IA 110,
art. 179 al. 2 et 3 LDIP,
Art. 380 Abs. 3 ZPO,