Source: https://de.slideshare.net/BernetMark/gesetzentwurf-vorratsdatenspeicherung
Timestamp: 2017-05-26 11:30:31
Document Index: 70241190

Matched Legal Cases: ['§ 96', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 202', '§ 113', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 23', '§ 113', '§ 113', '§ 115', '§ 113', '§ 113', '§ 202', '§ 101', '§ 100', '§ 96', '§ 113', '§ 80', '§ 94', '§ 96', '§ 97', '§ 97', '§ 99', '§ 100', '§ 125', '§ 129', '§ 129', '§ 129', '§ 176', '§ 179', '§ 184', '§ 184', '§ 234', '§ 239', '§ 232', '§ 233', '§ 244', '§ 250', '§ 251', '§ 255', '§ 253', '§ 253', '§ 260', '§ 261', '§ 261', '§ 306', '§ 308', '§ 309', '§ 310', '§ 313', '§ 315', '§ 316', '§ 29', '§ 29', '§ 113', '§ 53', '§ 53', '§ 160', '§ 100', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 113', '§ 101', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 113', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 100', '§ 100', '§ 97', '§ 97', '§ 100', '§ 304', '§ 101', '§ 101', '§ 477', '§ 100', '§ 101', '§ 3', '§ 68', '§ 97', '§ 102', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 96', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 110', '§ 110', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 109', '§ 109', '§ 109', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 109', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 121', '§ 113', '§ 115', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 150', '§ 113', '§ 113', '§ 12', '§ 96', '§ 150', '§ 100', '§ 101', '§ 100', '§ 6', '§ 4', '§ 23', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 53', '§ 202', '§ 202', '§ 113', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 113', '§ 100', '§ 96', '§ 100', 'EGMR', 'EuG', '§ 99', '§ 100', '§ 100', '§ 53', '§ 100', '§ 100', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 263', '§ 269', '§ 44', '§ 43', '§ 3', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 202', '§ 202', '§ 269', '§ 202', '§ 202', 'BGH', 'BGH', '§ 259', '§ 202', '§ 100', '§ 100', '§ 96', '§ 113', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 101', '§ 113', '§ 113', '§ 202', '§ 205', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 23', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 121']

Gregor Fellner, Millennial Media, L...
Referenten martin szugat_snip_clip ...
Gesetzentwurf des deutschen Bundestages, Juni 2015.
Der Bundestag stimmte am 16. Oktober 2015 dem Gesetz zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung zu. Es ist am 18.12.2015 in Kraft getreten und von den Anbietern bis spätestens Juni 2017 umzusetzen.
Siehe dazu auch: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/component/option,com_frontpage/Itemid,1/lang,de/ ...
Deutscher Bundestag Drucksache 18/5088
18. Wahlperiode 09.06.2015
Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und
einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten
Bei der Aufklärung schwerer Straftaten und bei der Gefahrenabwehr sind Ver-
kehrsdaten ein wichtiges Hilfsmittel für die staatlichen Behörden. Unter Ver-
kehrsdaten im Sinne des § 96 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) versteht
man die Daten, die bei einer Telekommunikation anfallen, also zum Beispiel die
Rufnummer der beteiligten Anschlüsse sowie Zeit und Ort eines Gesprächs. Es
geht nicht um die Inhalte der Telekommunikation, sondern um die Frage, ob und
wann Telekommunikation überhaupt stattgefunden hat. Gegenwärtig können die
Strafverfolgungsbehörden auf der Grundlage von § 100g der Strafprozessordnung
(StPO) Verkehrsdaten bei den Telekommunikationsunternehmen bei Vorliegen
eines Anfangsverdachts und entsprechender richterlicher Anordnung erheben.
Dies gilt jedoch nur für zukünftig anfallende Daten sowie für Daten, die zum Zeit-
punkt der Anfrage noch gespeichert sind, zum Beispiel, weil sie aus geschäftli-
chen Gründen noch benötigt werden. Die Speicherdauer ist bei den einzelnen Un-
ternehmen unterschiedlich und reicht von sehr wenigen Tagen bis zu vielen Mo-
naten. Es ist daher vom Zufall abhängig, ob Verkehrsdaten zum Zeitpunkt der
Anfrage noch vorhanden sind oder nicht. Dies führt zu Lücken bei der Strafver-
folgung und bei der Gefahrenabwehr und kann im Einzelfall dazu führen, dass
strafrechtliche Ermittlungen ohne Erfolg bleiben, weil weitere Ermittlungsansätze
Dieser Zustand ist mit der Bedeutung, die einer effektiven Strafverfolgung zu-
kommt, nur schwer zu vereinbaren. Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt
das verfassungsrechtliche Gebot einer effektiven Strafverfolgung hervorgehoben,
das Interesse an einer möglichst vollständigen Wahrheitsermittlung im Strafver-
fahren betont und die wirksame Aufklärung gerade schwerer Straftaten als einen
wesentlichen Auftrag eines rechtsstaatlichen Gemeinwesens bezeichnet
(BVerfGE 129, 208 <260> m. w. N.). Um diesen Zustand zu ändern, ist die Ein-
führung einer gesetzlichen Pflicht zur Speicherung von Verkehrsdaten durch die
Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste erforderlich. Al-
lerdings unterliegt eine entsprechende Regelung wegen der mit ihr verbundenen
Grundrechtseingriffe strengen Anforderungen hinsichtlich des Umfangs der ge-
speicherten Daten sowie der Datenverwendung. Sie ist auf das absolut Notwen-
dige zu beschränken. Hinsichtlich der Datensicherheit muss ein hoher Standard
normenklar und verbindlich vorgegeben werden.
Drucksache 18/5088 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Dies war bei den bisherigen Regelungen zur Einführung einer Speicherpflicht zur
Strafverfolgungsvorsorge und zur Gefahrenabwehr auf europäischer wie auf na-
tionaler Ebene nicht der Fall. Daher hat das Bundesverfassungsgericht mit Urteil
vom 2. März 2010 (BVerfGE 125, 260) die §§ 113a und 113b TKG und auch
§ 100g Absatz 1 Satz 1 StPO, soweit danach Verkehrsdaten nach § 113a TKG
erhoben werden durften, wegen Verstoßes gegen Artikel 10 Absatz 1 des Grund-
gesetzes (GG) für nichtig erklärt und damit im Ergebnis die maßgeblichen Rege-
lungen zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 15. März 2006 über die Vorratsspeicherung von Daten, die bei
der Bereitstellung öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste
oder öffentlicher Kommunikationsnetze erzeugt oder verarbeitet werden, und zur
Änderung der Richtlinie 2002/58/EG (ABl. L 105 vom 13.4.2006, S. 54) aufge-
hoben. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat am 8. April 2014 die Richt-
linie 2006/24/EG für ungültig erklärt (verbundene Rechtssachen C-293/12 und C-
594/12, EuZW 2014, 459), weil sie die Grundrechte aus den Artikeln 7 und 8 der
Grundrechtecharta der Europäischen Union in unverhältnismäßigem Umfang ein-
schränkte.
Es wird eine Regelung zur zeitlich befristeten Speicherung von Verkehrsdaten zur
Strafverfolgungsvorsorge und zur Gefahrenabwehr geschaffen. Diese soll die
Eingriffe in das Fernmeldegeheimnis aus Artikel 10 GG und die Grundrechte auf
Datenschutz nach Artikel 7 (Achtung der Privatsphäre) und Artikel 8 (Schutz per-
sonenbezogener Daten) der Grundrechtecharta der Europäischen Union aus Grün-
den der effektiven Strafverfolgung in zulässiger Weise gestalten. Dies geschieht
dadurch, dass zwar eine Pflicht der Telekommunikationsanbieter vorgesehen
wird, im Einzelnen bezeichnete Verkehrsdaten für eine beschränkte Zeit zu spei-
chern, die Erhebung der Daten durch staatliche Stellen aber nur unter sehr engen
Voraussetzungen ermöglicht wird. Die Eingriffsintensität wird durch ein deutlich
reduziertes Datenvolumen (keine verpflichtende Speicherung von Daten von
Diensten der elektronischen Post) und eine sehr kurze Speicherfrist (vier bzw.
zehn Wochen) im Vergleich zur vorhergehenden Ausgestaltung deutlich redu-
Für die Erhebung der Daten zum Zweck der Verfolgung von besonders schweren
Straftaten sieht der neu formulierte § 100g StPO-E nach Eingriffsintensität abge-
stufte Befugnisse vor, die zwischen den bei den Erbringern öffentlich zugängli-
cher Telekommunikationsdienste zu geschäftlichen Zwecken gespeicherten Ver-
kehrsdaten (§ 100g Absatz 1 StPO-E) und den nach Maßgabe der §§ 113a ff.
TKG-E verpflichtend gespeicherten Verkehrsdaten (§ 100g Absatz 2 StPO-E) dif-
ferenzieren. Den grundrechtlichen Vorgaben entsprechend wird eine Erhebung
der verpflichtend zu speichernden Verkehrsdaten nur unter sehr engen Vorausset-
zungen möglich sein, nämlich zur Verfolgung der in § 100g Absatz 2 StPO-E
bezeichneten besonders schweren Straftaten, die auch im Einzelfall schwer wie-
gen müssen. Die Erhebung von gespeicherten Standortdaten ist nur unter densel-
ben engen Voraussetzungen möglich. Außerdem werden die Anforderungen an
eine Funkzellenabfrage präzisiert, um zu gewährleisten, dass auch bei diesen Da-
tenerhebungen die Verhältnismäßigkeit gewahrt ist.
Dem Anliegen, in einer immer stärker von Informations- und Kommunikations-
technologie geprägten Gesellschaft effektive Strafverfolgung zu ermöglichen,
steht die Notwendigkeit gegenüber, den strafrechtlichen Schutz von Informations-
systemen und der in ihnen gespeicherten Daten vor Angriffen und Ausspähungen
ausreichend zu gewährleisten. Dieser Schutz muss sich auch gegen Tathandlun-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/5088
gen richten, mit denen ausgespähte, abgefangene oder in anderer Weise rechts-
widrig erlangte Daten gehandelt werden und damit die durch die Vortat erfolgte
Beeinträchtigung der formellen Verfügungsbefugnis des Berechtigten über seine
Daten fortgesetzt und vertieft wird. Die geltenden strafrechtlichen Regelungen
gegen den Handel mit illegal erlangten Daten sind unzureichend und weisen
Schutzlücken auf. Der Gesetzentwurf sieht daher die Einführung eines neuen
Straftatbestands der Datenhehlerei (§ 202d des Strafgesetzbuches – StGB) vor.
Danach soll sich strafbar machen, wer sich oder einem anderen nicht öffentlich
zugängliche Daten, die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, ver-
schafft, wer sie einem anderen überlässt, wer sie verbreitet oder in sonstiger Weise
zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen
Für die betroffenen Telekommunikationsunternehmen entsteht durch die Erfül-
lung der in § 113b TKG-E vorgesehenen Speicherpflicht und die damit verbun-
denen – wegen der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts unvermeidbaren –
Regelungen zur Verwendung der Daten, zur Gewährleistung der Datensicherheit
und Datenqualität, zur Protokollierung der Zugriffe auf die Daten sowie zur Auf-
nahme bestimmter Angaben in das zu erstellende Sicherheitskonzept ein zusätz-
licher Aufwand.
Zusätzlicher Aufwand entsteht auch durch die mit der in § 113b TKG-E vorgese-
henen Speicherpflicht im Zusammenhang stehenden Verpflichtungen zur Über-
mittlung von Verkehrsdaten nach § 100g Absatz 2 StPO-E und zur Auskunftser-
teilung über Bestandsdaten nach § 100j StPO-E.
Dieser Aufwand kann nur geschätzt werden: Die 2007 eingeführte Verpflichtung
zur Vorratsdatenspeicherung führte nach Angaben des Bundesverbandes Infor-
mationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) bei
den dort organisierten Telekommunikationsunternehmen zu erforderlichen Inves-
titionen in Höhe von ca. 75 Millionen Euro. Hinzu kamen jährliche Betriebskos-
ten in zweistelliger Millionenhöhe. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft
e. V. (eco) hat demgegenüber dargelegt, dass die Internetwirtschaft bei der Vor-
ratsdatenspeicherung in der ursprünglich von der Europäischen Union vorgege-
benen Form mehr als 300 Millionen Euro in die notwendige Technik investiert
habe. Durch die erhöhten Datensicherheitsanforderungen und Veränderungen
aufgrund der technischen Entwicklung dürften sich zusätzliche Kosten ergeben.
Andererseits sollten die Unternehmen zumindest teilweise auf die bereits getätig-
ten Investitionen zurückgreifen können. Bezogen auf konkrete Unternehmen wur-
Drucksache 18/5088 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
den seinerzeit jeweils Investitionen in Höhe von 3 bis 9 Millionen Euro erforder-
lich. Nachdem die Speicherpflicht unterschiedslos alle Telekommunikationsun-
ternehmen betrifft, sind ca. 1 000 Unternehmen betroffen. Bei den voraussichtli-
chen Kosten muss man den Investitionsaufwand für die erstmalige Einrichtung
sowie die laufenden Kosten für die stetige Aktualisierung der Sicherungsmaßnah-
men unterscheiden. Da sich die Lage bei den einzelnen Unternehmen sehr unter-
schiedlich gestalten dürfte, ist der Aufwand derzeit nicht bezifferbar.
Der Aufwand, der für die Übermittlung von Verkehrsdaten und die Auskunfts-
erteilung über Bestandsdaten entsteht, wird nach § 23 des Justizvergütungs- und
-entschädigungsgesetzes (JVEG) entschädigt. Darüber hinaus sieht der Gesetz-
entwurf für die zur Erfüllung der Speicherpflichten nach den §§ 113b ff. TKG-E
erforderlichen Investitionen und gegebenenfalls gesteigerten Betriebskosten eine
Entschädigungsregelung vor, wenn die Kosten für einzelne Unternehmen erdros-
selnde Wirkung haben könnten.
Der Gesetzentwurf führt vier neue Informationspflichten im Sinne des Gesetzes
zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrates für Unternehmen ein.
Durch die Änderung der Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes in Arti-
kel 2 entsteht bei der Bundesnetzagentur Vollzugsaufwand, der in Sachinvestiti-
onen und Personalkosten aufzugliedern ist. Dieser – wegen der Vorgaben des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil zur Vorratsdatenspeicherung unver-
meidbare – Mehraufwand entsteht unter anderem durch die Verpflichtung nach
§ 113f TKG-E, einen Anforderungskatalog zu erstellen, diesen fortlaufend zu
überprüfen und bei Bedarf unverzüglich anzupassen. Zudem resultiert aus der
Verpflichtung zur Verkehrsdatenspeicherung ein erhöhter Kontrollaufwand im
Rahmen der Aufsicht nach § 115 TKG sowie der Anwendung der neuen Bußgeld-
tatbestände. Diese neuen Aufgaben führen bei der Bundesnetzagentur zu einem
Bedarf von 25 Planstellen/Stellen mit jährlichen Personalkosten in Höhe von 2,9
Millionen Euro. Des Weiteren entstehen Kosten für Sachmittel in Höhe von ein-
malig 150 000 Euro im ersten Jahr. Mehraufwand entsteht auch bei der Bundes-
beauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit sowie beim Bun-
desamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Noch nicht abzuschätzen ist, wie sich die Entschädigungsregelung in § 113a Ab-
satz 2 TKG-E auswirken wird. Von den vorhandenen ca. 1 000 Erbringern öffent-
lich zugänglicher Telekommunikationsdienste sind 20 so groß, dass sie 98 Pro-
zent des Marktes abdecken, die übrigen sind kleine bis mittlere Unternehmen, die
sich voraussichtlich häufig auf eine unbillige Härte berufen werden. Dies kann
jedoch erst geschehen, wenn der entsprechende Anforderungskatalog (§ 113f
TKG-E) durch die Bundesnetzagentur erstellt wurde.
Über die Finanzierung der mit den Gesetzesvorhaben verbundenen Haushaltsbe-
lastungen wird im Rahmen künftiger Haushaltsverfahren entschieden.
Die Verkehrsdatenabfrage stellt kein neues Ermittlungsinstrument dar. Kosten für
die Judikative werden voraussichtlich nicht in nennenswertem Umfang entstehen,
da die Abfragen voraussichtlich in dem gleichen Umfang erfolgen wie bisher,
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/5088
aber zu besseren Ergebnissen führen. Die nach dem JVEG zu gewährenden Kos-
tenpauschalen werden die Haushalte der Länder belasten; es ist aber nicht zu er-
warten, dass dies in erheblich höherem Maße der Fall ist als bei den bestehenden
Durch die Einführung eines neuen Straftatbestands der Datenhehlerei (§ 202d
StGB-E) können den Landeshaushalten Verfahrens- und Vollzugskosten entste-
hen, deren genaue Höhe sich nicht näher beziffern lässt.
Für den Bund entstehen allenfalls in geringem Umfang Mehrausgaben. Etwaiger
Mehrbedarf an Sach- und Personalmitteln kann innerhalb der vorhandenen Kapa-
zitäten und der verfügbaren Mittel aufgefangen werden und soll finanziell und
stellenmäßig im Einzelplan 07 (Einzelplan des Bundesministeriums der Justiz und
für Verbraucherschutz) ausgeglichen werden.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/5088
einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten*)
Die Strafprozessordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. April 1987 (BGBl. I S. 1074, 1319),
die zuletzt durch … geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
„§ 101a Gerichtliche Entscheidung, Datenkennzeichnung und -auswertung, Benachrichtigungspflichten bei
der Erhebung von Verkehrsdaten
1. eine Straftat von auch im Einzelfall erheblicher Bedeutung, insbesondere eine in § 100a Absatz 2 be-
zeichnete Straftat, begangen hat, in Fällen, in denen der Versuch strafbar ist, zu begehen versucht hat
oder durch eine Straftat vorbereitet hat oder
so dürfen Verkehrsdaten (§ 96 Absatz 1 des Telekommunikationsgesetzes) erhoben werden, soweit dies für
die Erforschung des Sachverhalts erforderlich ist und die Erhebung der Daten in einem angemessenen Ver-
hältnis zur Bedeutung der Sache steht. Im Fall des Satzes 1 Nummer 2 ist die Maßnahme nur zulässig, wenn
die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise aussichtslos wäre. Die Erhebung von Standortdaten ist
nach diesem Absatz nur für künftig anfallende Verkehrsdaten oder in Echtzeit und nur im Fall des Satzes 1
Nummer 1 zulässig, soweit sie für die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes
des Beschuldigten erforderlich ist.
(2) Begründen bestimmte Tatsachen den Verdacht, dass jemand als Täter oder Teilnehmer eine der in
Satz 2 bezeichneten besonders schweren Straftaten begangen hat oder in Fällen, in denen der Versuch straf-
bar ist, eine solche Straftat zu begehen versucht hat, und wiegt die Tat auch im Einzelfall besonders schwer,
dürfen die nach § 113b des Telekommunikationsgesetzes gespeicherten Verkehrsdaten erhoben werden, so-
weit die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschuldigten auf andere
Weise wesentlich erschwert oder aussichtslos wäre und die Erhebung der Daten in einem angemessenen
Verhältnis zur Bedeutung der Sache steht. Besonders schwere Straftaten im Sinne des Satzes 1 sind:
a) Straftaten des Friedensverrats, des Hochverrats und der Gefährdung des demokratischen Rechts-
staates sowie des Landesverrats und der Gefährdung der äußeren Sicherheit nach den §§ 80, 81,
) Notifiziert gemäß der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf
dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 204 vom
21.07.1998, S. 37), zuletzt geändert durch Artikel 26 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 25. Oktober 2012 (ABl. L 316 vom 14.11.2012, S. 12).
Drucksache 18/5088 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
82, 89a, nach den §§ 94, 95 Absatz 3 und § 96 Absatz 1, jeweils auch in Verbindung mit § 97b,
sowie nach den §§ 97a, 98 Absatz 1 Satz 2, § 99 Absatz 2 und den §§ 100, 100a Absatz 4,
b) besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs nach § 125a, Bildung krimineller Vereinigungen
nach § 129 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 4 Halbsatz 2 und Bildung terroristischer Vereini-
gungen nach § 129a Absatz 1, 2, 4, 5 Satz 1 Alternative 1, jeweils auch in Verbindung mit § 129b
c) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in den Fällen der §§ 176a, 176b, 177 Absatz 2
Satz 2 Nummer 2 und des § 179 Absatz 5 Nummer 2,
d) Verbreitung, Erwerb und Besitz kinder- und jugendpornographischer Schriften in den Fällen des
§ 184b Absatz 2, § 184c Absatz 2,
f) Straftaten gegen die persönliche Freiheit in den Fällen der §§ 234, 234a Absatz 1, 2, §§ 239a, 239b
und Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und zum Zweck der Ausbeutung der
Arbeitskraft nach § 232 Absatz 3, 4 oder 5, § 233 Absatz 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen
g) schwerer Bandendiebstahl nach § 244a Absatz 1, schwerer Raub nach § 250 Absatz 1 oder Ab-
satz 2, Raub mit Todesfolge nach § 251, räuberische Erpressung nach § 255 und besonders schwe-
rer Fall einer Erpressung nach § 253 unter den in § 253 Absatz 4 Satz 2 genannten Voraussetzun-
gen, gewerbsmäßige Bandenhehlerei nach § 260a Absatz 1, besonders schwerer Fall der Geldwä-
sche und der Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte nach § 261 unter den in
§ 261 Absatz 4 Satz 2 genannten Voraussetzungen,
h) gemeingefährliche Straftaten in den Fällen der §§ 306 bis 306c, 307 Absatz 1 bis 3, des § 308
Absatz 1 bis 3, des § 309 Absatz 1 bis 4, des § 310 Absatz 1, der §§ 313, 314, 315 Absatz 3, des
§ 315b Absatz 3 sowie der §§ 316a und 316c,
3. aus dem Außenwirtschaftsgesetz:
a) besonders schwerer Fall einer Straftat nach § 29 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, 5, 6, 10, 11 oder 13,
Absatz 3 unter der in § 29 Absatz 3 Satz 2 Nummer 1 genannten Voraussetzung,
5. aus dem Grundstoffüberwachungsgesetz:
6. aus dem Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen:
7. aus dem Völkerstrafgesetzbuch:
8. aus dem Waffengesetz:
(3) Die Erhebung aller in einer Funkzelle angefallenen Verkehrsdaten (Funkzellenabfrage) ist nur zu-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/5088
1. wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 erfüllt sind,
2. soweit die Erhebung der Daten in einem angemessenen Verhältnis zur Bedeutung der Sache steht und
3. soweit die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschuldigten
auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre.
Auf nach § 113b des Telekommunikationsgesetzes gespeicherte Verkehrsdaten darf für eine Funkzellenab-
frage nur unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 zurückgegriffen werden.
(4) Die Erhebung von Verkehrsdaten nach Absatz 2, auch in Verbindung mit Absatz 3 Satz 2, die sich
gegen eine der in § 53 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 5 genannten Personen richtet und die voraussichtlich
Erkenntnisse erbringen würde, über die diese das Zeugnis verweigern dürfte, ist unzulässig. Dennoch er-
langte Erkenntnisse dürfen nicht verwendet werden. Aufzeichnungen hierüber sind unverzüglich zu löschen.
Die Tatsache ihrer Erlangung und der Löschung der Aufzeichnungen ist aktenkundig zu machen. Die Sätze
2 bis 4 gelten entsprechend, wenn durch eine Ermittlungsmaßnahme, die sich nicht gegen eine in § 53 Ab-
satz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 5 genannte Person richtet, von dieser Person Erkenntnisse erlangt werden, über
die sie das Zeugnis verweigern dürfte. § 160a Absatz 3 und 4 gilt entsprechend.
(5) Erfolgt die Erhebung von Verkehrsdaten nicht beim Erbringer öffentlich zugänglicher Telekom-
munikationsdienste, bestimmt sie sich nach Abschluss des Kommunikationsvorgangs nach den allgemeinen
Vorschriften.“
3. In § 100j Absatz 2 werden die Wörter „§ 113 Absatz 1 Satz 3“ durch die Wörter „§ 113 Absatz 1 Satz 3,
§ 113c Absatz 1 Nummer 3“ ersetzt.
bb) In Satz 4 werden die Wörter „Satz 1 Nr. 2, 3 und 6“ durch die Wörter „Satz 1 Nummer 2 und 3“
Gerichtliche Entscheidung; Datenkennzeichnung und -auswertung; Benachrichtigungspflichten bei der Er-
hebung von Verkehrsdaten
(1) Bei Erhebungen von Verkehrsdaten nach § 100g gelten § 100a Absatz 3 und § 100b Absatz 1 bis
4 entsprechend mit der Maßgabe, dass
1. in der Entscheidungsformel nach § 100b Absatz 2 Satz 2 auch die zu übermittelnden Daten und der
Zeitraum, für den sie übermittelt werden sollen, eindeutig anzugeben sind,
2. der nach § 100b Absatz 3 Satz 1 zur Auskunft Verpflichtete auch mitzuteilen hat, welche der von ihm
übermittelten Daten nach § 113b des Telekommunikationsgesetzes gespeichert wurden.
In den Fällen des § 100g Absatz 2, auch in Verbindung mit § 100g Absatz 3 Satz 2, findet abweichend von
Satz 1 § 100b Absatz 1 Satz 2 und 3 keine Anwendung. Bei Funkzellenabfragen nach § 100g Absatz 3 genügt
abweichend von § 100b Absatz 2 Satz 2 Nummer 2 eine räumlich und zeitlich eng begrenzte und hinreichend
bestimmte Bezeichnung der Telekommunikation.
(2) Wird eine Maßnahme nach § 100g angeordnet oder verlängert, sind in der Begründung einzelfall-
bezogen insbesondere die wesentlichen Erwägungen zur Erforderlichkeit und Angemessenheit der Maß-
nahme, auch hinsichtlich des Umfangs der zu erhebenden Daten und des Zeitraums, für den sie erhoben
werden sollen, darzulegen.
(3) Personenbezogene Daten, die durch Maßnahmen nach § 100g erhoben wurden, sind entsprechend
zu kennzeichnen und unverzüglich auszuwerten. Bei der Kennzeichnung ist erkennbar zu machen, ob es sich
Drucksache 18/5088 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
um Daten handelt, die nach § 113b des Telekommunikationsgesetzes gespeichert waren. Nach einer Über-
mittlung an eine andere Stelle ist die Kennzeichnung durch diese aufrechtzuerhalten. Für die Löschung per-
sonenbezogener Daten gilt § 101 Absatz 8 entsprechend.
(4) Verwertbare personenbezogene Daten, die durch Maßnahmen nach § 100g Absatz 2, auch in Ver-
bindung mit § 100g Absatz 3 Satz 2, erhoben wurden, dürfen ohne Einwilligung der Beteiligten der betroffe-
nen Telekommunikation nur für folgende andere Zwecke und nur nach folgenden Maßgaben verwendet wer-
1. in anderen Strafverfahren zur Aufklärung einer Straftat, auf Grund derer eine Maßnahme nach § 100g
Absatz 2, auch in Verbindung mit § 100g Absatz 3 Satz 2, angeordnet werden könnte, oder zur Ermitt-
lung des Aufenthalts der einer solchen Straftat beschuldigten Person,
2. Übermittlung zu Zwecken der Abwehr von konkreten Gefahren für Leib, Leben oder Freiheit einer
Person oder für den Bestand des Bundes oder eines Landes (§ 113c Absatz 1 Nummer 2 des Telekom-
munikationsgesetzes).
Die Stelle, die die Daten weiterleitet, macht die Weiterleitung und deren Zweck aktenkundig. Sind die Daten
nach Satz 1 Nummer 2 nicht mehr zur Abwehr der Gefahr oder nicht mehr für eine vorgerichtliche oder
gerichtliche Überprüfung der zur Gefahrenabwehr getroffenen Maßnahmen erforderlich, so sind Aufzeich-
nungen über diese Daten von der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stelle unverzüglich zu löschen. Die
Löschung ist aktenkundig zu machen. Soweit die Löschung lediglich für eine etwaige vorgerichtliche oder
gerichtliche Überprüfung zurückgestellt ist, dürfen die Daten nur für diesen Zweck verwendet werden; für
eine Verwendung zu anderen Zwecken sind sie zu sperren.
(5) Sind verwertbare personenbezogene Daten, die nach § 113b des Telekommunikationsgesetzes ge-
speichert waren, durch eine entsprechende polizeirechtliche Maßnahme erlangt worden, dürfen sie in einem
Strafverfahren ohne Einwilligung der Beteiligten der betroffenen Telekommunikation nur zur Aufklärung
einer Straftat, auf Grund derer eine Maßnahme nach § 100g Absatz 2, auch in Verbindung mit Absatz 3
Satz 2, angeordnet werden könnte, oder zur Ermittlung des Aufenthalts der einer solchen Straftat beschul-
digten Person verwendet werden.
(6) Die Beteiligten der betroffenen Telekommunikation sind von der Erhebung der Verkehrsdaten
nach § 100g zu benachrichtigen. § 101 Absatz 4 Satz 2 bis 5 und Absatz 5 bis 7 gilt entsprechend mit der
Maßgabe, dass
1. das Unterbleiben der Benachrichtigung nach § 101 Absatz 4 Satz 3 der Anordnung des zuständigen
Gerichts bedarf;
2. abweichend von § 101 Absatz 6 Satz 1 die Zurückstellung der Benachrichtigung nach § 101 Absatz 5
Satz 1 stets der Anordnung des zuständigen Gerichts bedarf und eine erstmalige Zurückstellung auf
höchstens zwölf Monate zu befristen ist.
Über Maßnahmen nach § 100g ist entsprechend § 100b Absatz 5 jährlich eine Übersicht zu erstellen, in
der anzugeben sind
2. unterschieden für die Bereiche Festnetz-, Mobilfunk- und Internetdienste und jeweils untergliedert nach
der Anzahl der zurückliegenden Wochen, für die die Erhebung von Verkehrsdaten angeordnet wurde,
jeweils bemessen ab dem Zeitpunkt der Anordnung
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/5088
d) die Anzahl der Anordnungen, die teilweise ergebnislos geblieben sind, weil die abgefragten Daten
teilweise nicht verfügbar waren;
b) In Absatz 5 wird die Angabe „§§ 97 und 100c Abs. 6“ durch die Wörter „§§ 97, 100c Absatz 6 und
§ 100g Absatz 4“ ersetzt.
7. In § 304 Absatz 4 Satz 2 Nummer 1 werden nach der Angabe „§ 101 Abs. 1“ die Wörter „oder § 101a
Absatz 1“ eingefügt.
8. In § 477 Absatz 2 Satz 4 werden nach der Angabe „§ 100i Abs. 2 Satz 2“ ein Komma und die Wörter „§ 101a
Absatz 4 und 5“ eingefügt.
9. In den §§ 3, 60 Nummer 2, § 68b Absatz 1 Satz 4 Nummer 1, § 97 Absatz 2 Satz 3, §§ 102 und 138a Absatz 1
Nummer 3 wird jeweils vor dem Wort „Begünstigung“ das Wort „Datenhehlerei,“ eingefügt.
Das Telekommunikationsgesetz vom 22. Juni 2004 (BGBl. I S. 1190), das zuletzt durch … geändert worden
1. In der Inhaltsübersicht werden die Angaben zu den §§ 113a und 113b durch die folgenden Angaben ersetzt:
(1) Die Verpflichtungen zur Speicherung von Verkehrsdaten, zur Verwendung der Daten und zur Da-
tensicherheit nach den §§ 113b bis 113g beziehen sich auf Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommuni-
kationsdienste. Wer öffentlich zugängliche Telekommunikationsdienste erbringt, aber nicht alle der nach
Maßgabe der §§ 113b bis 113g zu speichernden Daten selbst erzeugt oder verarbeitet, hat
1. sicherzustellen, dass die nicht von ihm selbst bei der Erbringung seines Dienstes erzeugten oder verar-
beiteten Daten gemäß § 113b Absatz 1 gespeichert werden, und
(2) Für notwendige Aufwendungen, die den Verpflichteten durch die Umsetzung der Vorgaben aus
den §§ 113b, 113d bis 113g entstehen, ist eine angemessene Entschädigung zu zahlen, soweit dies zur Ab-
wendung oder zum Ausgleich unbilliger Härten geboten erscheint. Für die Bemessung der Entschädigung
sind die tatsächlich entstandenen Kosten maßgebend. Über Anträge auf Entschädigung entscheidet die Bun-
desnetzagentur.
Drucksache 18/5088 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
1. die Rufnummer oder eine andere Kennung des anrufenden und des angerufenen Anschlusses sowie bei
Um- oder Weiterschaltungen jedes weiteren beteiligten Anschlusses,
2. Datum und Uhrzeit von Beginn und Ende der Verbindung unter Angabe der zugrunde liegenden Zeit-
3. Angaben zu dem genutzten Dienst, wenn im Rahmen des Telefondienstes unterschiedliche Dienste ge-
nutzt werden können,
a) die internationale Kennung mobiler Teilnehmer für den anrufenden und den angerufenen An-
c) Datum und Uhrzeit der ersten Aktivierung des Dienstes unter Angabe der zugrunde liegenden
Zeitzone, wenn Dienste im Voraus bezahlt wurden,
5. im Fall von Internet-Telefondiensten auch die Internetprotokoll-Adressen des anrufenden und des an-
gerufenen Anschlusses und zugewiesene Benutzerkennungen.
1. bei der Übermittlung einer Kurz-, Multimedia- oder ähnlichen Nachricht; hierbei treten an die Stelle
der Angaben nach Satz 1 Nummer 2 die Zeitpunkte der Versendung und des Empfangs der Nachricht;
2. für unbeantwortete oder wegen eines Eingriffs des Netzwerkmanagements erfolglose Anrufe, soweit
der Erbringer öffentlich zugänglicher Telefondienste die in Satz 1 genannten Verkehrsdaten für die in
§ 96 Absatz 1 Satz 2 genannten Zwecke speichert oder protokolliert.
2. eine eindeutige Kennung des Anschlusses, über den die Internetnutzung erfolgt, sowie eine zugewie-
sene Benutzerkennung,
3. Datum und Uhrzeit von Beginn und Ende der Internetnutzung unter der zugewiesenen Internetproto-
koll-Adresse unter Angabe der zugrunde liegenden Zeitzone.
(4) Im Fall der Nutzung mobiler Telefondienste sind die Bezeichnungen der Funkzellen zu speichern,
die durch den anrufenden und den angerufenen Anschluss bei Beginn der Verbindung genutzt wurden. Bei
öffentlich zugänglichen Internetzugangsdiensten ist im Fall der mobilen Nutzung die Bezeichnung der bei
Beginn der Internetverbindung genutzten Funkzelle zu speichern. Zusätzlich sind die Daten vorzuhalten, aus
denen sich die geografische Lage und die Hauptstrahlrichtungen der die jeweilige Funkzelle versorgenden
Funkantennen ergeben.
(5) Der Inhalt der Kommunikation, Daten über aufgerufene Internetseiten und Daten von Diensten der
elektronischen Post dürfen auf Grund dieser Vorschrift nicht gespeichert werden.
(6) Daten, die den in § 99 Absatz 2 genannten Verbindungen zugrunde liegen, dürfen auf Grund dieser
Vorschrift nicht gespeichert werden. Dies gilt entsprechend für Telefonverbindungen, die von den in § 99
Absatz 2 genannten Stellen ausgehen. § 99 Absatz 2 Satz 2 bis 7 gilt entsprechend.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/5088
(8) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat die auf Grund des Absatzes 1 gespeicherten Daten
unverzüglich, spätestens jedoch binnen einer Woche nach Ablauf der Speicherfristen nach Absatz 1, irrever-
sibel zu löschen oder die irreversible Löschung sicherzustellen.
1. an eine Strafverfolgungsbehörde übermittelt werden, soweit diese die Übermittlung unter Berufung auf
eine gesetzliche Bestimmung, die ihr eine Erhebung der in § 113b genannten Daten zur Verfolgung
besonders schwerer Straftaten erlaubt, verlangt;
2. an eine Gefahrenabwehrbehörde der Länder übermittelt werden, soweit diese die Übermittlung unter
Berufung auf eine gesetzliche Bestimmung, die ihr eine Erhebung der in § 113b genannten Daten zur
Abwehr einer konkreten Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person oder für den Bestand des
Bundes oder eines Landes erlaubt, verlangt;
3. durch den Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste für eine Auskunft nach § 113
Absatz 1 Satz 3 verwendet werden.
(2) Für andere Zwecke als die in Absatz 1 genannten dürfen die auf Grund des § 113b gespeicherten
Daten von den nach § 113a Absatz 1 Verpflichteten nicht verwendet werden.
(3) Die Übermittlung der Daten erfolgt nach Maßgabe der Rechtsverordnung nach § 110 Absatz 2 und
der Technischen Richtlinie nach § 110 Absatz 3. Die Daten sind so zu kennzeichnen, dass erkennbar ist, dass
es sich um Daten handelt, die nach § 113b gespeichert waren. Nach Übermittlung an eine andere Stelle ist
die Kennzeichnung durch diese aufrechtzuerhalten.
Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat sicherzustellen, dass die auf Grund der Speicherpflicht nach
§ 113b Absatz 1 gespeicherten Daten durch technische und organisatorische Maßnahmen nach dem Stand
der Technik gegen unbefugte Kenntnisnahme und Verwendung geschützt werden. Die Maßnahmen umfas-
sen insbesondere
2. die Speicherung in gesonderten, von den für die üblichen betrieblichen Aufgaben getrennten Speicher-
3. die Speicherung mit einem hohen Schutz vor dem Zugriff aus dem Internet auf vom Internet entkop-
pelten Datenverarbeitungssystemen,
4. die Beschränkung des Zutritts zu den Datenverarbeitungsanlagen auf Personen, die durch den Ver-
pflichteten besonders ermächtigt sind und
5. die notwendige Mitwirkung von mindestens zwei Personen beim Zugriff auf die Daten, die dazu durch
den Verpflichteten besonders ermächtigt worden sind.
(1) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat sicherzustellen, dass für Zwecke der Datenschutzkon-
trolle jeder Zugriff, insbesondere das Lesen, Kopieren, Ändern, Löschen und Sperren der auf Grund der
Speicherpflicht nach § 113b Absatz 1 gespeicherten Daten protokolliert wird. Zu protokollieren sind
2. die auf die Daten zugreifenden Personen,
Drucksache 18/5088 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
(2) Für andere Zwecke als die der Datenschutzkontrolle dürfen die Protokolldaten nicht verwendet
(3) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat sicherzustellen, dass die Protokolldaten nach einem
Jahr gelöscht werden.
(1) Bei der Umsetzung der Verpflichtungen gemäß den §§ 113b bis 113e ist ein besonders hoher Stan-
dard der Datensicherheit und Datenqualität zu gewährleisten. Die Einhaltung dieses Standards wird vermu-
tet, wenn alle Anforderungen des Katalogs der technischen Vorkehrungen und sonstigen Maßnahmen erfüllt
werden, den die Bundesnetzagentur im Benehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informations-
technik und der oder dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit erstellt.
(2) Die Bundesnetzagentur überprüft fortlaufend die im Katalog nach Absatz 1 Satz 2 enthaltenen
Anforderungen; hierbei berücksichtigt sie den Stand der Technik und der Fachdiskussion. Stellt die Bundes-
netzagentur Änderungsbedarf fest, ist der Katalog im Benehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik und der oder dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
unverzüglich anzupassen.
(3) § 109 Absatz 6 Satz 2 und 3 gilt entsprechend. § 109 Absatz 7 gilt mit der Maßgabe, dass an die
Stelle der Anforderungen nach § 109 Absatz 1 bis 3 die Anforderungen nach Absatz 1 Satz 1, § 113b Absatz 7
und 8, § 113d und nach § 113e Absatz 1 und 3 treten.
Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat in das Sicherheitskonzept nach § 109 Absatz 4 zusätzlich
1. welche Systeme zur Erfüllung der Verpflichtungen aus den §§ 113b bis 113e betrieben werden,
3. welche technischen Vorkehrungen oder sonstigen Maßnahmen getroffen oder geplant sind, um diesen
Gefährdungen entgegenzuwirken und die Verpflichtungen aus den §§ 113b bis 113e zu erfüllen.
Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat der Bundesnetzagentur das Sicherheitskonzept unverzüglich
nach dem Beginn der Speicherung nach § 113b und unverzüglich bei jeder Änderung des Konzepts vorzule-
gen. Bleibt das Sicherheitskonzept unverändert, hat der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete dies gegenüber
der Bundesnetzagentur im Abstand von jeweils zwei Jahren schriftlich zu erklären.“
3. Dem § 121 Absatz 1 wird folgender Satz angefügt:
1. in welchem Umfang und mit welchen Ergebnissen sie Sicherheitskonzepte nach § 113g und deren Ein-
haltung überprüft hat und
2. ob und welche Beanstandungen und weiteren Ergebnisse die oder der Bundesbeauftragte für den Da-
tenschutz und die Informationsfreiheit an die Bundesnetzagentur übermittelt hat (§ 115 Absatz 4
Satz 2).“
„36. entgegen § 113b Absatz 1, auch in Verbindung mit § 113b Absatz 7, Daten nicht, nicht richtig,
nicht vollständig, nicht in der vorgeschriebenen Weise, nicht für die vorgeschriebene Dauer
oder nicht rechtzeitig speichert,
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/5088
37. entgegen § 113b Absatz 1 in Verbindung mit § 113a Absatz 1 Satz 2 nicht sicherstellt, dass
die dort genannten Daten gespeichert werden, oder eine Mitteilung nicht, nicht richtig, nicht
38. entgegen § 113b Absatz 8 Daten nicht oder nicht rechtzeitig löscht oder nicht sicherstellt,
dass die Daten rechtzeitig gelöscht werden,
40. entgegen § 113d Satz 1 nicht sicherstellt, dass Daten gegen unbefugte Kenntnisnahme und
Verwendung geschützt werden,
41. entgegen § 113e Absatz 1 nicht sicherstellt, dass jeder Zugriff protokolliert wird,
43. entgegen § 113e Absatz 3 nicht sicherstellt, dass Protokolldaten rechtzeitig gelöscht werden,
44. entgegen § 113g Satz 2 das Sicherheitskonzept nicht oder nicht rechtzeitig vorlegt oder“.
1. in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 4 Buchstabe a, Nummer 6, 10, 22, 27, 31 und 36 bis 40 mit
einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro,
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 7a, 16 bis 17a, 18, 26, 29, 30a, 33 und 41 bis 43 mit einer
Geldbuße bis zu dreihunderttausend Euro,
3. in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 4 Buchstabe b, Nummer 7b bis 7d, 7g, 7h, 12 bis 13b, 13d
bis 13o, 15, 17c, 19 bis 21, 21b, 30 und 44 sowie des Absatzes 1a Nummer 1 bis 5 mit einer
Geldbuße bis zu hunderttausend Euro,
4. in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 7, 8, 9, 11, 17b, 21a, 21c, 23 und 24 mit einer Geldbuße bis
zu fünfzigtausend Euro und
5. in den übrigen Fällen des Absatzes 1 sowie im Fall des Absatzes 1a Nummer 6 mit einer Geldbuße
bis zu zehntausend Euro.“
5. Dem § 150 wird folgender Absatz 13 angefügt:
„(13) Die Speicherverpflichtung und die damit verbundenen Verpflichtungen nach den §§ 113b bis
113e und 113g sind spätestens ab dem … [einsetzen: Datum des ersten Tages des 19. auf die Verkündung
dieses Gesetzes folgenden Kalendermonats] zu erfüllen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den nach
§ 113f Absatz 1 Satz 2 zu erstellenden Anforderungskatalog spätestens am … [einsetzen: Datum des ersten
Tages des 13. auf die Verkündung dieses Gesetzes folgenden Kalendermonats].“
Dem Einführungsgesetz zur Strafprozessordnung in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer
312-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch … geändert worden ist, wird folgender § 12 ange-
Übergangsregelung zum Gesetz zur Einführung einer Speicherpflicht und
(1) Nach § 96 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Telekommunikationsgesetzes gespeicherte Standortdaten
dürfen erhoben werden bis zum … [einsetzen: Datum des Tages, der vier Wochen nach dem in § 150 Absatz 13
Drucksache 18/5088 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Satz 1 des Telekommunikationsgesetzes bezeichneten Tag liegt] auf der Grundlage des § 100g Absatz 1 der Straf-
prozessordnung in der bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchst-
speicherfrist für Verkehrsdaten vom … [einsetzen: Ausfertigungsdatum und Fundstelle] geltenden Fassung.
(2) Die Übersicht nach § 101b der Strafprozessordnung in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom …
[einsetzen: Ausfertigungsdatum und Fundstelle dieses Gesetzes] ist erstmalig für das Berichtsjahr … [einsetzen:
Jahreszahl des Jahres, das auf das Datum des ersten Tages des 19. auf die Verkündung dieses Gesetzes folgenden
Kalendermonats folgt] zu erstellen. Für die vorangehenden Berichtsjahre ist § 100g Absatz 4 der Strafprozessord-
nung in der bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist
für Verkehrsdaten geltenden Fassung anzuwenden.“
Das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718, 776), das zuletzt durch
... geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
2. In § 6 Absatz 1 werden die Wörter „§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes bestimmt“
durch die Wörter „der Verpflegungspauschale zur Abgeltung tatsächlich entstandener, beruflich veranlasster
Mehraufwendungen im Inland nach dem Einkommensteuergesetz bemisst“ ersetzt.
3. In § 23 Absatz 2 Satz 1 wird jeweils in dem Satzteil vor Nummer 1 und in Nummer 1 das Wort „Strafver-
folgungsbehörde“ durch die Wörter „Strafverfolgungs- oder Verfolgungsbehörde“ ersetzt.
4. Nach der Überschrift von Abschnitt 1 der Anlage 2 wird folgende Überschrift eingefügt:
a) In Absatz 2 der Allgemeinen Vorbemerkung werden die Wörter „300 bis 312, 400 und 401“ durch die
Wörter „300 bis 321 und 400 bis 402“ ersetzt.
„202 Es muss auf Verkehrsdaten nach § 113b Abs. 2 bis 4 TKG zurückgegriffen
Die Pauschale 201 beträgt ....................................................................... 40,00 €“.
für jede Kennung, die der Auskunftserteilung zugrunde liegt..................
Die Pauschale 300 beträgt........................................................................ 35,00 €
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/5088
302 Die Auskunft wird im Fall der Nummer 300 aufgrund eines einheitlichen
für die zweite und jede weitere in dem Ersuchen verlangte Teilauskunft.... 10,00 €
303 Auskunft über gespeicherte Verkehrsdaten zu Verbindungen, die zu einer
bestimmten Zieladresse hergestellt wurden, durch Suche in allen Datensät-
zen der abgehenden Verbindungen eines Betreibers (Zielwahlsuche):
je Zieladresse................................................................................................
Die Pauschale 303 beträgt............................................................................ 110,00 €
für die zweite und jede weitere in dem Ersuchen verlangte Teilauskunft.... 70,00 €
gungsbehörde benannte Funkzelle (Funkzellenabfrage).............................. 30,00 €
Die Pauschale 306 beträgt............................................................................ 35,00 €
308 Auskunft über gespeicherte Verkehrsdaten für mehr als eine von der Straf-
verfolgungsbehörde benannte Funkzelle:
Die Pauschale 306 erhöht sich für jede weitere Funkzelle um..................... 4,00 €
309 Auskunft über gespeicherte Verkehrsdaten für mehr als eine von der Straf-
verfolgungsbehörde benannte Funkzelle und für die Auskunft muss auf
Verkehrsdaten nach § 113b Abs. 2 bis 4 TKG zurückgegriffen werden:
Die Pauschale 306 erhöht sich für jede weitere Funkzelle um..................... 5,00 €
310 Auskunft über gespeicherte Verkehrsdaten in Fällen, in denen lediglich Ort
und Zeitraum bekannt sind:
Standort.................................................................................................... 60,00 €
Die Pauschale 310 beträgt............................................................................ 70,00 €
312 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
Die Pauschale 310 beträgt ..................................................................... 190,00 €
313 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
trägt mehr als 10, aber nicht mehr als 25 Kilometer:
Die Pauschale 310 beträgt ..................................................................... 490,00 €
Drucksache 18/5088 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
314 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
Die Pauschale 310 beträgt .....................................................................
Liegen die am weitesten voneinander entfernten Punkte mehr als 45 Kilo-
meter auseinander, ist für den darüber hinausgehenden Abstand die Entschä-
digung nach den Nummern 312 bis 314 gesondert zu berechnen.
315 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
Die Pauschale 310 beträgt ..................................................................... 230,00 €
316 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
Die Pauschale 310 beträgt ..................................................................... 590,00 €
317 Die Entfernung der am weitesten voneinander entfernten Punkte be-
digung nach den Nummern 315 bis 317 gesondert zu berechnen.
319 Die Auskunft erfolgt für eine bestimmte Wegstrecke und es muss auf Ver-
kehrsdaten nach § 113b Abs. 2 bis 4 TKG zurückgegriffen werden:
320 Umsetzung einer Anordnung zur Übermittlung künftig anfallender Ver-
kehrsdaten in Echtzeit:
je Anschluss .................................................................................................
Mit der Entschädigung ist auch der Aufwand für die Abschaltung der Übermitt-
lung und die Mitteilung der den Anschluss betreffenden Standortdaten entgolten.
321 Verlängerung der Maßnahme im Fall der Nummer 320 .............................. 35,00 €
322 – wenn die angeordnete Übermittlung nicht länger als eine Woche dauert 8,00 €
323 – wenn die angeordnete Übermittlung länger als eine Woche, aber nicht
länger als zwei Wochen dauert................................................................. 14,00 €
je angefangenen Monat ............................................................................ 25,00 €
325 Übermittlung der Verkehrsdaten auf einem Datenträger ............................. 10,00 €“.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/5088
Die Pauschale 400 beträgt........................................................................ 110,00 €“.
Das Strafgesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. November 1998 (BGBl. I S. 3322), das
zuletzt durch … geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In der Inhaltsübersicht wird nach der Angabe zu § 202c folgende Angabe eingefügt:
2. Nach § 202c wird folgender § 202d eingefügt:
(1) Wer Daten (§ 202a Absatz 2), die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine
rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder
sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, wird mit
(3) Absatz 1 gilt nicht für Handlungen, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder
beruflicher Pflichten dienen. Dazu gehören insbesondere
1. solche Handlungen von Amtsträgern oder deren Beauftragten, mit denen Daten ausschließlich der Ver-
wertung in einem Besteuerungsverfahren, einem Strafverfahren oder einem Ordnungswidrigkeitenver-
fahren zugeführt werden sollen, sowie
2. solche beruflichen Handlungen der in § 53 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 der Strafprozessordnung genann-
ten Personen, mit denen Daten entgegengenommen, ausgewertet oder veröffentlicht werden.“
a) In Absatz 1 Satz 2 wird die Angabe „und 202b“ durch ein Komma und die Angabe „202b und 202d“
b) In Absatz 2 Satz 1 wird die Angabe „§§ 202a und 202b“ durch die Angabe „§§ 202a, 202b und 202d“
Durch die Artikel 1 und 2 dieses Gesetzes wird das Fernmeldegeheimnis (Artikel 10 des Grundgesetzes)
Drucksache 18/5088 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Berlin, den 9. Juni 2015
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/5088
Die Richtlinie 2006/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über die Vorratsspei-
cherung von Daten, die bei der Bereitstellung öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste er-
zeugt oder verarbeitet werden, und zur Änderung der Richtlinie 2002/58/EG (ABl. L 105 vom 13.4.2006, S. 54;
im Folgenden: Richtlinie Vorratsdatenspeicherung) sah die Einführung einer Pflicht zur Speicherung solcher Da-
ten vor. Sie wurde mit dem Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeck-
ter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG vom 21. Dezember 2007 (BGBl. I
S. 3198) in das deutsche Recht umgesetzt. Es sah in den §§ 113a und b des Telekommunikationsgesetzes (TKG)
eine Verpflichtung für Diensteanbieter vor, Verkehrsdaten ihrer Teilnehmer für sechs Monate zu speichern und
diese Daten auf Anforderung den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen. Die Strafverfolgungsbe-
hörden waren nach der Neuregelung des § 100g StPO u.a. bei einem Verdacht des Vorliegens einer Straftat von
auch im Einzelfall erheblicher Bedeutung zum Abruf der Daten befugt.
Mit Urteil vom 2. März 2010 (1 BvR 256/08; BVerfGE 125, 260) hat das Bundesverfassungsgericht die §§ 113a
und 113b TKG und auch § 100g Absatz 1 Satz 1 der Strafprozessordnung (StPO), soweit danach Verkehrsdaten
nach § 113a TKG erhoben werden durften, wegen Verstoßes gegen Artikel 10 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
für nichtig erklärt. Mit Urteil vom 8. April 2014 hat der Gerichtshof der Europäischen Union die dem Umset-
zungsgesetz zugrundeliegende Richtlinie Vorratsdatenspeicherung wegen Verstoßes gegen Artikel 7 und 8 der
Grundrechtecharta für unwirksam erklärt. Eine europarechtliche Pflicht zur gesetzlichen Einführung einer Pflicht
der Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste, Verkehrsdaten für einen bestimmten Zeitraum
zu speichern, besteht damit nicht mehr.
Die jetzige Gesetzeslage führt jedoch zu Unzulänglichkeiten bei der Strafverfolgungsvorsorge und bei der Gefah-
renabwehr. Zwar können die Strafverfolgungsbehörden auf der Grundlage von § 100g Absatz 1 StPO bei Vorlie-
gen eines Anfangsverdachts und entsprechender richterlicher Anordnung auf Verkehrsdaten Zugriff nehmen, die
bei den Erbringern öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste aus geschäftlichen Gründen zum Zeit-
punkt der Anfrage noch gespeichert sind. Die Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste dür-
fen im Einzelnen im Telekommunikationsgesetz bezeichnete Verkehrsdaten nämlich auch nach Beendigung des
einzelnen Kommunikationsvorgangs speichern, wenn sie diese für – im Einzelnen im TKG festgelegte – eigene
Bedürfnisse benötigen (zum Beispiel Aufbau weiterer Verbindungen, Rechnungsstellung, Störungsbeseitigung
oder Schutz vor belästigenden Anrufen, § 96 TKG). Da die Speicherpraxis der Erbringer öffentlich zugänglicher
Telekommunikationsdienste sehr unterschiedlich ist, ist es jedoch derzeit vom Zufall abhängig, welche Daten bei
einer Abfrage nach § 100g StPO abgerufen werden können.
Eine Änderung dieses Zustandes ist auch im Hinblick auf die Bedeutung einer effektiven Strafverfolgung ange-
zeigt. Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt das verfassungsrechtliche Gebot einer effektiven Strafverfol-
gung hervorgehoben, das Interesse an einer möglichst vollständigen Wahrheitsermittlung im Strafverfahren be-
tont und die wirksame Aufklärung gerade schwerer Straftaten als einen wesentlichen Auftrag eines rechtsstaatli-
chen Gemeinwesens bezeichnet (BVerfGE 129, 208 <260> m. w. N.). Der Europäische Gerichtshof für Men-
schenrechte hat aus Artikel 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK) positive Pflichten für die Staaten abgeleitet, das materielle Strafrecht in der Praxis durch effektive Er-
mittlung und Verfolgung anzuwenden (EGMR, Nr. 2872/02, 2. Dezember 2008 – K.U. v. Finnland). Auch der
Gerichtshof der Europäischen Union hat die Bedeutung der Bekämpfung schwerer Kriminalität zur Gewährleis-
tung der öffentlichen Sicherheit betont (EuGH-Urteil Digital Rights, C-293/12 und C-564/12, EuZW 2014, 459
<462>, Rn. 42).
Der Gesetzentwurf behebt die beschriebenen Unzulänglichkeiten in der Strafverfolgungsvorsorge und der Gefah-
renabwehr. Durch die Speicherung der Verkehrsdaten für eine begrenzte Zeit werden zusätzliche Aufklärungs-
möglichkeiten geschaffen, die der zunehmenden Bedeutung der Telekommunikation für die Vorbereitung und
Drucksache 18/5088 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Begehung von Straftaten Rechnung tragen. Gleichzeitig wird der Gesetzentwurf Anforderungen des Artikels 10
Absatz 1 GG gerecht, wie sie das Bundesverfassungsgericht in dem oben genannten Urteil präzisiert hat. Eine
vorsorglich anlasslose Datenspeicherung unterliegt sowohl hinsichtlich ihrer Begründung als auch ihrer Ausge-
staltung, insbesondere auch in Bezug auf die vorgesehenen Verwendungszwecke, besonders strengen Anforde-
rungen (BVerfGE 125, 260 <316 f.>).
Diese betreffen zum einen die Datensicherheit. Das Bundesverfassungsgericht hat ausgeführt, dass die Sicherheit
der Daten sowohl bei der Aufbewahrung als auch bei der Übermittlung gewährleistet sein müsse; zudem bedürfe
es effektiver Sicherungen zur Gewährleistung der Löschung der Daten. Die Verfassung gebe nicht detailgenau
vor, welche Sicherheitsmaßgaben im Einzelnen geboten seien. Es müsse aber ein hoher Standard gewahrt werden,
der sich an dem Stand der Technik orientiere und neue Erkenntnisse und Einsichten fortlaufend aufnehme. Es
liege nahe, dass grundsätzlich eine getrennte Speicherung der Daten, eine anspruchsvolle Verschlüsselung, ein
gesichertes Zugriffsregime unter Nutzung etwa des Vier-Augen-Prinzips sowie eine revisionssichere Protokollie-
rung sichergestellt sein müssten. Die technische Konkretisierung des gesetzlich vorzugebenden Sicherheitsstan-
dards könne der Gesetzgeber einer Aufsichtsbehörde anvertrauen. Der Gesetzgeber habe sicherzustellen, dass die
Entscheidung über Art und Maß der zu treffenden Schutzvorkehrungen nicht letztlich unkontrolliert in den Hän-
den der Anbieter liege. Verfassungsrechtlich geboten sei eine für die Öffentlichkeit transparente Kontrolle unter
Einbeziehung des unabhängigen Datenschutzbeauftragten sowie ein ausgeglichenes Sanktionensystem, das auch
Verstößen gegen die Datensicherheit ein angemessenes Gewicht beimesse.
Auch die Verwendung der Daten müsse verhältnismäßig ausgestaltet sein. Für die Strafverfolgung dürfe ein Abruf
nur für den Fall eines durch bestimmte Tatsachen begründeten Verdachts einer schweren Straftat erfolgen, die
auch im Einzelfall schwer wiege. Die zum Abruf berechtigenden Straftaten müsse der Gesetzgeber abschließend
in Form eines Katalogs festlegen. Zudem sei gesetzlich zu gewährleisten, dass die Daten nach Übermittlung un-
verzüglich ausgewertet und, sofern sie für die Erhebungszwecke unerheblich seien, gelöscht würden. Eine Wei-
tergabe der Daten an andere Stellen dürfe nur erfolgen, soweit sie zur Wahrnehmung von Aufgaben erfolge, de-
rentwegen ein Zugriff auch unmittelbar zulässig wäre. Um dies zu gewährleisten müssten die vorsorglich anlass-
los gespeicherten Daten besonders gekennzeichnet werden. Hinsichtlich des Umfangs der abzurufenden Daten
habe der Gesetzgeber einen Gestaltungsspielraum. Verfassungsrechtlich sei es jedoch geboten, zumindest für ei-
nen engen Kreis von auf besondere Vertraulichkeit angewiesenen Telekommunikationsverbindungen ein grund-
sätzliches Übermittlungsverbot vorzusehen. Zu denken sei hier etwa an Verbindungen zu Anschlüssen von Per-
sonen, Behörden und Organisationen in sozialen oder kirchlichen Bereichen, die grundsätzlich anonym bleiben-
den Anrufern ganz oder überwiegend telefonische Beratung in seelischen oder sozialen Notlagen anbieten und
die selbst oder deren Mitarbeiter insoweit anderen Verschwiegenheitsverpflichtungen unterliegen (vgl. § 99 Ab-
satz 2 TKG).
Schließlich müsse der Gesetzgeber hinreichende Vorkehrungen zur Transparenz der Datenverwendung treffen.
Soweit dies möglich sei, müsse die Verwendung der Daten offen erfolgen. Ansonsten bedürfe es grundsätzlich
zumindest nachträglich einer Benachrichtigung der Betroffenen. Unterbleibe ausnahmsweise auch diese, bedürfe
die Nichtbenachrichtigung einer richterlichen Entscheidung. Ein effektiver Rechtsschutz setze voraus, dass der
Abruf der Daten unter einem Richtervorbehalt stehe und es ein Rechtsschutzverfahren zur nachträglichen Kon-
trolle der Verwendung der Daten gebe. Wirksame Sanktionen bei Rechtsverletzungen seien ein weiteres notwen-
diges Element einer verhältnismäßigen Regelung.
Neben den Vorgaben des Grundgesetzes sind aber auch die Vorgaben der Grundrechtecharta, wie sie der Ge-
richtshof der Europäischen Union in seinem Urteil vom 8. April 2014 zur Richtlinie 2006/24/EG präzisiert hat,
zu beachten. Nach Artikel 51 Absatz 1 der Grundrechtecharta sind die Mitgliedstaaten bei der Durchführung des
Rechts der Union an die Grundrechtecharta gebunden. Das ist der Fall, wenn eine nationale Regelung in den
Anwendungsbereich des Unionsrechts fällt. Die grundsätzliche Anwendbarkeit der Grundrechtecharta für natio-
nale Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung folgt aus der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre
in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation): Nachdem der
Gerichtshof der Europäischen Union die Richtlinie 2006/24/EG für ungültig erklärt hat, ist für nationale Regelun-
gen zur Speicherung von Telekommunikationsdaten der Anwendungsbereich des Artikels 15 Absatz 1 der Richt-
linie 2002/58/EG wieder eröffnet. Danach sind nationale Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung zur Verhü-
tung, Ermittlung, Feststellung und Verfolgung von Straftaten zulässig, wenn sie den Anforderungen des Artikels
6 Absatz 1 und 2 des Vertrags über die Europäische Union genügen. Aus Artikel 15 Absatz 1 folgt demnach die
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 23 – Drucksache 18/5088
Bindung etwaiger nationaler Regelungen an die Charta. Darüber hinaus bewirkt die Anwendbarkeit des Artikels
15, dass nationale Regelungen in den Geltungsbereich des Unionsrechts fallen.
Das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union zeigt auf, warum die Vorratsdatenspeicherung, wie sie in
der Richtlinie 2006/24/EG vorgesehen war, nicht mit der Grundrechtecharta vereinbar ist. Der Gerichtshof kriti-
siert, dass die Richtlinie in umfassender Weise alle Personen, elektronischen Kommunikationsmittel und Ver-
kehrsdaten betreffe, ohne irgendeine Differenzierung oder Einschränkung aufgrund des Ziels der Verfolgung
schwerer Straftaten vorzunehmen. Sie gelte etwa auch für Personen, deren Kommunikationsvorgänge nach den
nationalen Rechtsvorschriften dem Berufsgeheimnis unterliegen. Außerdem enthalte die Richtlinie kein objekti-
ves Kriterium, das es ermögliche, den Zugang nationaler Behörden zu den Daten und deren Nutzung auf solche
schwerwiegenden Fälle zu beschränken, die einen Eingriff rechtfertigen, sondern überlasse dies den Mitgliedstaa-
ten. Die Richtlinie sehe keinen Mechanismus für eine vorherige Kontrolle des Zugriffs nationaler Behörden auf
die gespeicherten Daten durch Gerichte oder unabhängige Verwaltungsstellen vor. Die Richtlinie sehe zudem eine
Speicherdauer von mindestens sechs Monaten vor, ohne dass eine Unterscheidung anhand der Datenkategorie
nach Maßgabe ihres etwaigen Nutzens für das verfolgte Ziel oder anhand der betroffenen Personen getroffen
werde. Es fehle an objektiven Kriterien, die gewährleisteten, dass die zwischen sechs und 24 Monaten liegende
Speicherfrist auf das Notwendigste beschränkt werde. Zudem biete die Richtlinie keine hinreichenden Garantien,
um die gespeicherten Daten hinreichend vor Missbrauchsrisiken zu schützen. Stattdessen gestatte sie es den Er-
bringern öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste, bei der Bestimmung des angewandten Sicherheits-
niveaus wirtschaftliche Kriterien zu berücksichtigen. Schließlich rügt der Gerichtshof, dass die Richtlinie keine
Speicherung der Daten im Unionsgebiet vorschreibe, so dass die Einhaltung der unionsrechtlichen Datenschut-
zerfordernisse nicht vollständig gewährleistet werden könne.
Soweit teilweise die Auffassung vertreten wird, der Gerichtshof der Europäischen Union halte eine anlasslose
Speicherung von Verkehrsdaten per se für mit der Grundrechtecharta unvereinbar, kann dem nicht gefolgt werden.
Die der Prüfung des Gerichtshofs der Europäischen Union zugrundliegende Richtlinie 2006/24/EG weist eine
Vielzahl von Kritikpunkten auf, die in ihrer Gesamtbetrachtung die Unverhältnismäßigkeit der Vorratsdatenspei-
cherung nach der Richtlinie 2006/24/EG begründet haben. Vor allem die Kombination der umfassenden Daten-
speicherung für einen Zeitraum zwischen sechs und 24 Monaten ohne Differenzierungsmöglichkeit für Datenarten
oder die Zwecke der Speicherung führen nach dem Urteil des Gerichtshofs zu einer unverhältnismäßigen Rege-
lung in der Richtlinie 2006/24/EG. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Richtlinie Vorratsdatenspeicherung
ausschließlich Regelungen zur Speicherung der Verkehrsdaten enthielt; die Regelung der Abrufvoraussetzungen
war mangels einer unionsrechtlichen Kompetenzgrundlage den Mitgliedstaaten vorbehalten (Artikel 4 der Richt-
linie). De facto sah die Richtlinie demnach eine Sammlung von personenbezogenen Daten auf Vorrat zu noch
nicht bestimmbaren Zwecken vor. Eine solche Datensammlung hält auch das Bundesverfassungsgericht für un-
zulässig (BVerfGE 125, 260 <320 f.>). Die Speicherung kann der Entscheidung zufolge aber verhältnismäßig und
damit zulässig sein, wenn sie zu bestimmten Zwecken erfolgt und in eine dem Eingriff adäquate gesetzliche Aus-
gestaltung eingebettet ist. Die verhältnismäßige Ausgestaltung der Regelungen zur Verwendung der Daten wirke
auf die Verfassungsmäßigkeit schon der Speicherung als solcher zurück. Vor diesem Hintergrund wird das Urteil
des Gerichtshofs der Europäischen Union so verstanden, dass bei einer Differenzierung der zu speichernden Daten
und zugleich einer Reduzierung des Datenkranzes, bei der konkreten und restriktiven Benennung der Speicher-
und Verwendungszwecke, der erheblichen Verkürzung des Speicherzeitraums sowie bei der Schaffung zusätzli-
cher, sachlicher und technischer Voraussetzungen eine Speicherung von Telekommunikationsdaten zur Strafver-
folgungsvorsorge und zur Gefahrenabwehr unionsgrundrechtskonform ausgestaltet werden kann.
Den genannten verfassungs- und europarechtlichen Vorgaben wird der Gesetzentwurf dadurch gerecht, dass er
eine möglichst begrenzte Speicherpflicht mit strengen Abrufregelungen kombiniert. Er sieht einerseits eine
zehnwöchige Speicherung von genau bezeichneten Verkehrsdaten, bei Standortdaten sogar nur eine vierwöchige
Speicherung, bei den Erbringern öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste zu Zwecken der Strafver-
folgungsvorsorge und zur Gefahrenabwehr und, ermöglicht den Abruf der Daten durch staatliche Stellen anderer-
seits nur unter sehr engen Voraussetzungen.
Schon die Verpflichtung zur Speicherung wird – entsprechend den Anforderungen des Gerichtshofs der Europä-
ischen Union, auf das absolut Notwendige beschränkt. Daten von Diensten der elektronischen Post sind vollstän-
dig von der Speicherpflicht ausgenommen. Zum Schutz des besonderen Vertrauensverhältnisses sind Verkehrs-
daten, die sich auf Personen, Behörden und Organisationen in sozialen oder kirchlichen Bereichen beziehen, die
grundsätzlich anonym bleibenden Anrufern ganz oder überwiegend telefonische Beratung in seelischen oder so-
Drucksache 18/5088 – 24 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
zialen Notlagen anbieten und die selbst oder deren Mitarbeiter insoweit besonderen Verschwiegenheitsverpflich-
tungen unterliegen, grundsätzlich von der Speicherpflicht ausgenommen. Detaillierte und normenklare Regeln
begrenzen die Verwendung der Daten und gewährleisten ihre Sicherheit.
Auch die Erhebung der verpflichtend gespeicherten Verkehrsdaten ist eng begrenzt. Ein Abruf dieser Daten ist
nur zur Verfolgung der in § 100g Absatz 2 StPO-E aufgeführten besonders schweren Straftaten zulässig, die auch
im Einzelfall besonders schwer wiegen müssen. Im Hinblick auf die hohe Grundrechtsrelevanz des Abrufs ver-
pflichtend gespeicherter Daten ist der Katalog des § 100g Absatz 2 StPO-E im Vergleich zu dem nach der vor-
hergehenden Regelung (Straftaten von erheblicher Bedeutung) deutlich reduziert. Damit wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass der Gerichtshof der Europäischen Union die Speicherung von Verkehrsdaten nur für
zulässig gehalten hat, soweit die Bekämpfung schwerer Kriminalität in Rede steht. Der Katalog enthält Straftaten,
die der Bekämpfung des Terrorismus oder dem Schutz höchstpersönlicher Rechtsgüter, insbesondere Leib, Leben,
Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung, dienen. Außerdem sind besonders schwere Straftaten umfasst, bei denen
die gespeicherten Verkehrsdaten nach kriminalistischer Erfahrung besonders wertvolle Dienste leisten können.
Darüber hinaus ist festgelegt, dass die Strafverfolgungsbehörden Verkehrsdaten in Bezug auf alle nach § 53 StPO
zeugnisverweigerungsberechtigten Personen nicht erheben dürfen. Zufallsfunde unterliegen einem Verwertungs-
verbot. Für den Abruf der Daten ist ein umfassender Richtervorbehalt vorgesehen; eine Eilkompetenz der Staats-
anwaltschaft besteht nicht. Zudem ist die Datenerhebung als offene Maßnahme ausgestaltet. Die betroffenen Per-
sonen sind grundsätzlich vor dem Abruf der Daten zu benachrichtigen. Die Benachrichtigung kann ausnahms-
weise zurückgestellt werden; dies erfordert jedoch eine richterliche Entscheidung.
Zum Zwecke der Gefahrenabwehr ist die Erhebung der Daten ebenfalls nur unter engen Voraussetzungen mög-
lich; der Abruf muss der Abwehr schwerster Gefahren, das heißt Gefahren für Leib, Leben oder Freiheit oder für
den Bestand des Bundes oder eines Landes dienen.
Die Erhebung der besonders sensiblen Standortdaten wird im Vergleich zum geltenden Recht stark eingeschränkt.
Auf zu geschäftlichen Zwecken gespeicherte Verkehrsdaten darf – anders als bislang – zur Ermittlung des Auf-
enthaltsortes nicht zurückgegriffen werden; eine Erhebung von Standortdaten ist nur unter den strengen Voraus-
setzungen des Absatzes 2 zulässig.
Mit dem Gesetzentwurf werden auch die bislang in § 100g Absatz 2 Satz 2 StPO geregelten Voraussetzungen zur
Funkzellenabfrage präzisiert. Durch Funkzellenabfragen werden regelmäßig unvermeidbar Verkehrsdaten Drit-
ter, namentlich solcher Personen erhoben, die – ohne Beschuldigte oder Nachrichtenmittler zu sein – in der abge-
fragten Funkzelle mit ihrem Mobiltelefon kommuniziert haben. Verkehrsdaten Unbeteiligter dürfen nicht über
das zur Strafverfolgung unerlässliche Maß hinaus erhoben werden. Zu diesem Zweck wird die Funkzellenabfrage
legal definiert und die strenge Subsidiaritätsklausel des § 100a Absatz 1 Nummer 3 StPO übernommen. Außerdem
muss die Funkzellenabfrage wie bisher die zu erfassende Telekommunikation räumlich und zeitlich eng begrenzt
und hinreichend bestimmt bezeichnen. Damit wird die Erstellung von Bewegungsprofilen unbescholtener Bürge-
rinnen und Bürger wirksam verhindert.
Gleichbedeutend neben dem Anliegen, in einer immer stärker von Informations- und Kommunikationstechnolo-
gie geprägten Gesellschaft effektive Strafverfolgung zu ermöglichen, steht der strafrechtliche Schutz von Infor-
mationssystemen und der in ihnen gespeicherten Daten vor Angriffen und Ausspähungen. Dieser Schutz muss
sich auch gegen Tathandlungen richten, mit denen ausgespähte, abgefangene oder in anderer Weise rechtswidrig
erlangte Daten gehandelt werden und damit die durch die Vortat erfolgte Beeinträchtigung der formellen Verfü-
gungsbefugnis des Berechtigten über seine Daten fortgesetzt und vertieft wird.
Das Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die Vorbereitung dieser Taten sind bereits heute nach den §§ 202a,
202b und 202c des Strafgesetzbuches (StGB) unter Strafe gestellt, die die entsprechenden Vorgaben des von der
Bundesrepublik Deutschland ratifizierten Übereinkommens des Europarates über Computerkriminalität vom 23.
November 2001, des Rahmenbeschlusses 2005/222/JI des Rates vom 24. Februar 2005 über Angriffe auf Infor-
mationssysteme (ABl. L 69 vom 16.3.2005, S. 67) sowie der Richtlinie 2013/40/EU des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 12. August 2013 über Angriffe auf Informationssysteme und zur Ersetzung des Rahmenbe-
schlusses 2005/222/JI des Rates (ABl. L 218 vom 14.8.2013, S. 8) umsetzen. Zur vollständigen Umsetzung der
Richtlinie über Angriffe auf Informationssysteme ist darüber hinaus eine Erhöhung des Strafrahmens von § 202c
StGB (Vorbereitung des Ausspähens und Abfangens von Daten) erforderlich, die durch das von der Bundesregie-
rung vorgelegte Gesetz zur Bekämpfung der Korruption (Bundestagsdrucksache 18/4350) erfolgen soll.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 25 – Drucksache 18/5088
Auch der Handel mit Daten, die durch Ausspähen und Abfangen bzw. durch andere rechtswidrige Taten erlangt
worden sind, kann schon heute bestimmten Straftatbeständen unterfallen. Die geltenden strafrechtlichen Regelun-
gen sind aber unzureichend und weisen Schutzlücken auf, die durch einen eigenständigen Straftatbestand der
Datenhehlerei geschlossen werden sollen.
Nach geltendem Recht kommt beim An- und Verkauf von gestohlenen Daten insbesondere eine Strafbarkeit nach
§ 202c Absatz 1 Nummer 1 StGB (Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten) in Betracht. Danach
macht sich strafbar, wer Passwörter oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten ermöglichen, sich
oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, wenn
er dadurch eine Straftat des Ausspähens oder Abfangens von Daten (§§ 202a, 202b StGB) vorbereitet. Die Straf-
barkeit erfasst damit auch den Handel mit bestimmten Daten, die aus strafbaren Handlungen erlangt worden sind.
Sie ist aber beschränkt auf Passwörter und sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten ermöglichen, und
erfasst damit beispielsweise den Handel mit Konto- und Kreditkartendaten jedenfalls dann nicht, wenn diese Da-
ten unmittelbar zur Zahlung eingesetzt werden sollen, ohne dass dem Täter dabei Zugang zu Daten, die nicht für
ihn bestimmt sind und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, verschafft wird (Golla/von zur
Mühlen, JZ 2014, 668, 672). Auch beim Vorliegen von Passwörtern und Sicherungscodes scheidet eine Strafbar-
keit nach der Vorschrift aus, wenn der Täter die Daten zum Weiterverkauf erwirbt und noch keinen hinreichend
konkreten Vorsatz hinsichtlich der Vorbereitung einer Tat nach §§ 202a, 202b StGB hat (vgl. Leipziger Kom-
mentar/Hilgendorf, 12. Auflage, § 202c Rz. 26ff.).
Auch eine Beteiligung des Täters der Datenhehlerei an den vorangegangenen Straftaten des Ausspähens oder
Abfangens von Daten nach den §§ 202a, 202b StGB scheidet aus, wenn diese Straftaten, was regelmäßig der Fall
sein wird, zum Zeitpunkt des Erwerbs der Daten bereits beendet sind. Ebenso wenig kommt eine Beteiligung an
einer möglicherwiese nachfolgenden strafbaren Nutzung der Daten, wie etwa einem Computerbetrug (§ 263a
StGB) und einer Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB), in Betracht, solange der Täter die Daten le-
diglich erwirbt und weiterveräußert, ohne dass es zu einem späteren strafbaren Gebrauch durch den Aufkäufer
gekommen ist bzw. dies festgestellt werden kann.
Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist es strafbar, unbefugt personenbezogene Daten, die nicht allge-
mein zugänglich sind, zu erheben, zu verarbeiten, abzurufen, sich oder einem anderen aus automatisierten Verar-
beitungen oder nicht automatisierten Dateien zu verschaffen, wenn die Tat gegen Entgelt oder in der Absicht, sich
oder einen anderen zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, begangen wird (§ 44 in Verbindung mit § 43
Absatz 2 Nummer 1 und 3 BDSG). Die Strafbarkeit besteht unabhängig davon, ob die Daten zuvor durch eine
rechtswidrige Tat erlangt worden sind. Sie kann daher auch nicht den besonderen Unrechtsgehalt des Handels mit
Daten erfassen, die von einem Vortäter ausgespäht oder abgefangen oder sonst durch eine rechtswidrige Tat er-
langt worden sind. Bei der Datenhehlerei macht sich der Täter die durch die Vortat erfolgte strafwürdige Rechts-
verletzung zunutze und handelt damit verwerflicher als bei einem lediglich unbefugten Umgang mit persönlichen
Daten wie er vom Bundesdatenschutzgesetz erfasst wird. Der anders geartete und dahinter zurückbleibende Un-
rechtsgehalt der Straftaten nach dem Bundesdatenschutzgesetz schlägt sich insbesondere in einer geringen Straf-
androhung (Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren) und in der Ausgestaltung der Norm als absolutes Antragsdelikt
nieder, wobei neben dem datenschutzrechtlich Betroffenen auch die verantwortliche Stelle sowie die Datenschutz-
aufsichtsbehörden antragsbefugt sind. Beides wird dem Unrechtsgehalt der Datenhehlerei nicht gerecht. Insbe-
sondere bei Fällen von massiven Angriffen auf Informationssysteme mit einer Vielzahl von Verletzten, die indi-
viduell aber jeweils nur geringfügig in ihren Rechtsgütern beeinträchtigt sind und daher möglicherweise von einer
nach dem Bundesdatenschutzgesetz erforderlichen Strafantragstellung absehen, kann der auf den Angriff folgende
massenhafte Handel mit den ausgespähten Daten strafrechtlich nicht adäquat verfolgt und geahndet werden. Die
Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes gelten zudem nur für personenbezogene Daten, also für Einzelanga-
ben über persönliche und sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (§ 3
Absatz 1 BDSG), und erfassen beispielsweise nicht den Handel mit Daten juristischer Personen. Beim Handel mit
nicht personenbezogenen Daten kommt zwar eine Strafbarkeit wegen des Verrats von Geschäfts- und Betriebs-
geheimnissen nach der Vorschrift des § 17 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Betracht.
Die Norm gilt – ihrem Schutzzweck entsprechend – jedoch ebenfalls nicht umfassend.
Nach § 17 Absatz 2 Nummer 2 UWG macht sich strafbar, wer ein Geschäfts- oder Betriebsgeheimnis, das er sich
unbefugt verschafft oder gesichert hat, unbefugt verwertet oder jemandem mitteilt. Geschäfts- und Betriebsge-
heimnisse liegen nur dann vor, wenn eine Beziehung des Geheimnisses zum Geschäftsbetrieb besteht, die betref-
fenden Daten nicht offenkundig sind und der Geschäftsinhaber einen Geheimhaltungswillen und ein Geheimhal-
Drucksache 18/5088 – 26 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
tungsinteresse an diesen Daten hat. Daran kann es beispielsweise bei Daten von Kreditkarten fehlen, die im Rah-
men des täglichen Geschäftsverkehrs verwendet werden. Der An- und Verkauf solcher Daten, die zuvor ausge-
späht oder durch eine andere rechtswidrige Tat erlangt worden sind, ist in diesen Fällen nicht nach § 17 UWG
Aufgrund der bestehenden Strafbarkeitslücken hat sich 2012 auch der 69. Deutsche Juristentag für die Einführung
eines Straftatbestands zur „Datenhehlerei“ ausgesprochen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde vom Bun-
desrat in den Deutschen Bundestag eingebracht (Bundestagsdrucksache 18/1288). Der vorliegende Regelungs-
vorschlag ist hieran angelehnt.
Als Hehlerware stehen Daten insbesondere aufgrund von Straftaten zur Verfügung, bei denen Täter in fremde
Computersysteme eindringen und sich Zugang zu Daten verschaffen (sogenanntes Hacking, § 202a StGB) oder
bei denen Daten bei ihrer Übermittlung abgefangen werden (§ 202b StGB). Die Vortäter umgehen dabei bei-
spielsweise mit Hilfe technischer Mittel den Passwortschutz oder nutzen Sicherheitslücken aus, um unerkannt
Schadsoftware aufzuspielen. Sie können durch solche Angriffe auf Informationssysteme etwa von Erbringern von
Telekommunikationsdienstleistungen, sozialen Netzwerken oder E-Mail-Diensten und von Banken enorme Men-
gen an dort gespeicherten Daten erbeuten, die von ihnen anschließend nicht unbedingt selbst zur Begehung wei-
terer Straftaten eingesetzt, sondern Dritten zum Verkauf angeboten werden. Daten können außerdem durch eine
nach § 269 StGB (Fälschung beweiserheblicher Taten) strafbare Täuschung des Berechtigten erlangt werden,
etwa durch das sogenannte Phishing, bei dem der Nutzer einen vermeintlich vertrauenswürdigen Kontakt, der –
in der Regel mittels E-Mail – eine gefälschte Identität vorgibt, vertrauliche Zugangsdaten wie Benutzername,
Passwörter, PIN- und TAN-Nummern übermittelt (Sieber, Gutachten C zum 69. Deutschen Juristentag, 2012,
S. 20). Der Handel mit den so erbeuteten Daten erfolgt auch durch internationale, arbeitsteilig strukturierte Grup-
pen, die dafür spezielle – meist nicht öffentlich zugängliche – Diskussionsforen und Chat-Dienste nutzen (Sieber,
Gutachten C zum 69. Deutschen Juristentag, 2012, S. 22).
Ausweislich der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes und der Strafverfolgungsstatistik des
Statistischen Bundesamtes ist nach einem vorausgegangen erheblichen Anstieg in den letzten Jahren von einer
nahezu gleichbleibend hohen Zahl der Straftaten gegen die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit informa-
tionstechnischer Systeme auszugehen (siehe auch Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Cybercrime 2013), durch
die der Schwarzmarkt für den Handeln mit gestohlenen Daten versorgt wird.
Mit dem Erwerb und der Weitergabe gestohlener Daten müssen die Täter nicht zwingend nur finanzielle Interes-
sen verfolgen. Tatmotiv kann auch eine Schädigung Dritter sein, etwa durch Angriffe auf Informationssysteme.
Der neue Straftatbestand der Datenhehlerei schützt das formelle Datengeheimnis, das durch die Vortat bereits
verletzt worden ist, vor einer Aufrechterhaltung und Vertiefung dieser Verletzung. Bereits mit der Erlangung der
Daten durch den Vortäter sind die formelle Verfügungsbefugnis desjenigen, der aufgrund seines Rechts an dem
gedanklichen Inhalt über eine Weitergabe und Übermittlung der Daten entscheidet (Münchener Kommentar/Graf,
2. Auflage, § 202a Rz. 2), und damit das Interesse an der Aufrechterhaltung des Herrschaftsverhältnisses über
eine Information (Leipziger Kommentar/Hilgendorf, 12. Auflage, § 202a Rz. 6) beeinträchtigt worden. Dem Be-
rechtigten wird mit der Vortat die ihm zustehende Entscheidung, wem seine Daten zugänglich sein sollen, aus der
Diese Rechtsgutsverletzung wird aufrechterhalten und vertieft, wenn sich im Anschluss daran ein Dritter die ge-
stohlenen Daten verschafft und damit die Daten weiterverbreitet werden. Mit dem Datenhehler erhält eine weitere
Person die Möglichkeit, über die Zugänglichmachung der Daten anstelle des Berechtigten zu entscheiden. Zu-
gleich kann es für den Berechtigten schwieriger werden, seine Daten nachzuverfolgen und die alleinige Verfü-
gungsbefugnis über sie zurückzugewinnen.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verletzt die Sachhehlerei nicht nur das durch die Vortat bereits
verletzte Eigentum oder Vermögen, indem sie den durch die Vortat herbeigeführten rechtswidrigen Vermögens-
zustand aufrechterhält und befestigt, sondern auch vor allem allgemeine Sicherheitsinteressen, die durch den von
der Hehlerei geschaffenen Anreiz zur Verübung von Vortaten beeinträchtigt werden (BGH, Beschluss vom 25.
Juli 1996 - 4 StR 202/96, BGH St 7, 142, Beschluss vom 20. Dezember 1954 - GSSt 1/5; vgl. Münchener Kom-
mentar, 2. Auflage, § 259 Rz. 3). Dies gilt entsprechend für die Datenhehlerei. Hieraus ergibt sich einerseits die
Beschränkung des Hehlereistraftatbestands auf rechtswidrige Vortaten unter Ausschluss von sonstigen (nicht
strafbaren) rechtswidrigen Handlungen des Vortäters. Zugleich erklärt sich daraus die Einbeziehung auch solcher
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 27 – Drucksache 18/5088
Vortaten, die sich im Einzelfall gegen die formelle Verfügungsbefugnis des Berechtigten richten, deren Strafbar-
keit (anders als beispielsweise bei den §§ 202a, 202b StGB) aber nicht auf einer Verletzung des Rechtsguts der
formellen Verfügungsbefugnis über Daten beruht, sondern die andere Rechtsgüter schützen.
Strafwürdig ist die Hehlerei mit gestohlenen Daten allerdings nur, wenn es sich um Daten handelt, die nicht all-
gemein zugänglich sind. Daten können beliebig häufig vervielfältigt werden und dem parallelen Zugriff beliebig
vieler Personen ausgesetzt sein (Golla/von zur Mühlen, JZ 2014, 668. 671). Die vom Vortäter erlangten Daten
werden dem Berechtigten in der Regel weder durch die Vortat noch durch die anschließende Hehlereihandlung
vollständig entzogen, sondern stehen ihm weiter zur Verfügung. Seine formelle Verfügungsbefugnis wird durch
einen An- und Verkauf der ihm gestohlenen Daten nicht in strafwürdiger Weise beeinträchtigt, wenn es sich um
Daten handelt, die aus allgemein zugänglichen Quellen entnommen werden können und bei denen die Entschei-
dung, wem die Daten zugänglich sein sollen, daher nicht mehr alleine in der Hand des Berechtigten liegt.
Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen Änderungen in der Strafprozessordnung (Artikel 1), des Telekommu-
nikationsgesetzes (Artikel 2) und des Strafgesetzbuches (Artikel 5) vor.
1. Neuregelung der Erhebung von Verkehrsdaten nach § 100g StPO-E
Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts sowie des Gerichtshofs der Europäischen Union in den Entschei-
dungen zur Vorratsdatenspeicherung machen eine grundlegende Neuregelung des § 100g StPO erforderlich. Bei
dieser Gelegenheit werden auch die Voraussetzungen der Funkzellenabfrage präzisiert.
Während in Absatz 1 die Erhebung von Verkehrsdaten geregelt wird, die aus geschäftlichen Gründen bei den
Erbringern öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste gespeichert werden, legt Absatz 2 fest, unter wel-
chen Voraussetzungen die nunmehr durch die neue Speicherpflicht gespeicherten Daten erhoben werden dürfen.
Diese Differenzierung hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich verlangt (BVerfGE 125, 260 <328>):
„Die Verwendung der durch eine anlasslos systematische Speicherung praktisch aller Telekommunikationsver-
kehrsdaten gewonnenen Datenbestände unterliegt dementsprechend besonders hohen Anforderungen. Insbeson-
dere ist diese nicht in gleichem Umfang verfassungsrechtlich zulässig wie die Verwendung von Telekommunika-
tionsverkehrsdaten, die die Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste in Abhängigkeit von
den jeweiligen betrieblichen und vertraglichen Umständen – von den Kunden teilweise beeinflussbar – nach § 96
TKG speichern dürfen. Angesichts der Unausweichlichkeit, Vollständigkeit und damit gesteigerten Aussagekraft
der über sechs Monate systematisch vorsorglich erhobenen Verkehrsdaten hat ihr Abruf ein ungleich größeres
Gewicht.“
Die Erhebung der nach § 113b TKG-E gespeicherten Verkehrsdaten soll nach Maßgabe des § 100g Absatz 2
StPO-E nur unter sehr engen Voraussetzungen möglich sein, nämlich zur Verfolgung besonders schwerer, in
§ 100g Absatz 2 Satz 2 StPO-E im Einzelnen benannter Straftaten, die auch im Einzelfall besonders schwer wie-
gen müssen. Der Katalog des § 100g Absatz 2 StPO-E ist dabei im Vergleich zu dem nach der vorhergehenden
Regelung deutlich reduziert.
Die Erhebung von gespeicherten Standortdaten ist besonders sensibel, weil aus ihnen Bewegungsprofile erstellt
werden können. Sie wird deshalb nur nach Absatz 2 unter den dort geregelten strengen Voraussetzungen zugelas-
sen. In Absatz 1 wird die Erhebung von aus geschäftlichen Gründen gespeicherten Standortdaten grundsätzlich
ausgeschlossen, indem die Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschuldigten nicht mehr zu den zulässigen Zwe-
cken einer Verkehrsdatenerhebung nach dieser Vorschrift gehört. Die Erhebung von künftig anfallenden Standort-
daten und Standortdaten in Echtzeit greift hingegen nicht auf gespeicherte Daten zurück und ist zur Erforschung
des Sachverhalts oder zur Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschuldigten unter den Voraussetzungen des Ab-
satzes 1 Satz 1 Nummer 1 wie bisher zulässig.
Bei der Erhebung von Verkehrsdaten sind in der Begründung ihrer Anordnung oder Verlängerung die wesentli-
chen Erwägungen zur Verhältnismäßigkeit gesondert darzulegen (§ 101a Absatz 2 StPO-E). Dies gilt auch für
Funkzellenabfragen, die im neuen Absatz 3 legal definiert werden.
Drucksache 18/5088 – 28 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
2. Änderungen im Telekommunikationsgesetz
§ 113a bestimmt den Kreis der zur Speicherung von Verkehrsdaten Verpflichteten und sieht aus Gründen der
Verhältnismäßigkeit eine Entschädigungsregelung vor, wenn die Speicherpflicht zu unbilligen Härten führen
In § 113b TKG-E wird die Speicherung von genau bezeichneten Verkehrsdaten angeordnet. Dabei wird hinsicht-
lich der Speicherdauer differenziert. Während die Verbindungsdaten für zehn Wochen zu speichern sind, ist die
Speicherung der besonders sensiblen Standortdaten auf vier Wochen beschränkt.
Im Übrigen dienen die Änderungen im Telekommunikationsgesetz im Wesentlichen der Umsetzung der Vorgaben
des Bundesverfassungsgerichts und des Gerichtshofs der Europäischen Union in ihren Urteilen zur Vorratsdaten-
speicherung und regeln dementsprechend die Einzelheiten zu den Speicherpflichten, zur Verwendung und Ge-
währleistung der Sicherheit der Daten sowie zur Protokollierung der Zugriffe auf die Daten. Zudem werden Ein-
zelheiten für den von der Bundesnetzagentur zu erstellenden Anforderungskatalog der technischen Vorkehrungen
und sonstigen Schutzmaßnahmen und für das von den verpflichteten Unternehmen zu erstellende Sicherheitskon-
zept geregelt.
3. Änderungen im Strafgesetzbuch
Der Gesetzentwurf sieht die Einführung eines neuen Straftatbestands der Datenhehlerei (§ 202d StGB-E) vor.
Danach soll sich strafbar machen, wer nicht öffentlich zugängliche Daten, die ein anderer durch eine rechtswidrige
Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich
macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen. Die Tat soll mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht werden, wobei die Strafe nicht schwerer sein darf als die für die
Vortat angedrohte Strafe.
Die Tat soll nur auf Antrag verfolgt werden, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen
öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält (§ 205 Absatz 1
Satz 2 StGB-E).
Als Folgeänderungen sollen die Regelungen der Strafprozessordnung, die sich auf Anschlussdelikte wie insbe-
sondere die Hehlerei beziehen, auf den neuen Straftatbestand der Datenhehlerei erstreckt werden.
Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes folgt aus Artikel 74 Absatz 1 Nummer 1 GG (gerichtliches Verfahren,
Strafrecht) sowie aus Artikel 73 Absatz 1 Nummer 7 GG (Telekommunikation). Bei der Einführung der §§ 113a
bis 113g im Telekommunikationsgesetz handelt es sich nicht um Vorschriften, die eine Zustimmungsbedürftigkeit
des Gesetzes nach Artikel 87f Absatz 1 GG auslösen würden. Sie betreffen nicht die „flächendeckend angemes-
sene und ausreichende Dienstleistung“ im Sinne des Artikels 87f Absatz 1 GG.
IV. Vereinbarkeit mit dem Recht der Europäischen Union und völkerrechtlichen Verträgen, die die
Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen hat
Der Gesetzentwurf ist mit europäischem Recht und völkerrechtlichen Verträgen, die die Bundesrepublik Deutsch-
land abgeschlossen hat, vereinbar.
Durch die gesetzliche Regelung einer Speicherpflicht für Verkehrsdaten ist davon auszugehen, dass die Erhebung
von Verkehrsdaten häufiger erfolgreich sein wird, als dass gegenwärtig der Fall ist; dies gilt auch für Bestands-
datenabfragen.
Der Gesetzentwurf steht im Einklang mit unserem Leitgedanken zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Na-
tionalen Nachhaltigkeitsstrategie. Die beabsichtigten Regelungen begrenzen die Einschränkung grundrechtlich
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 29 – Drucksache 18/5088
geschützter Interessen der Bürgerinnen und Bürger auf das zur Sicherung der Belange der Strafverfolgung unab-
dingbare Maß und tragen gleichzeitig den wesentlichen Bedürfnissen der Strafverfolgungsbehörden angemessen
Rechnung. Der Gesetzentwurf dient darüber hinaus der Verbesserung der Bekämpfung von Delikten im Zusam-
menhang mit dem Handel illegal erlangter Daten und damit der Bekämpfung von Kriminalität (Nachhaltigkeitsin-
dikator 15). Wegen der erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung der Datensicherheit ist dem rechts-
widrigen Handel mit illegal erlangten Daten auch mit den Mitteln des Strafrechts entgegenzutreten.
Für die jeweils betroffenen Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdienste entsteht ein zusätzli-
cher Aufwand durch die Erfüllung der in § 113b TKG-E vorgesehenen Speicherpflicht und die damit verbundenen
Regelungen zur Verwendung der Daten, zur Gewährleistung der Datensicherheit und Datenqualität, zur Protokol-
lierung der Zugriffe auf die Daten sowie zur Aufnahme bestimmter Angaben in das zu erstellende Sicherheits-
konzept. § 113a Absatz 2 TKG-E sieht daher aus Verhältnismäßigkeitsgründen eine Entschädigungsregelung vor,
die vor allem Kleinunternehmer vor unbilligen Härten schützen soll.
Der Aufwand dürfte in Abhängigkeit von der bisherigen – sehr unterschiedlichen und dem Wandel unterzogenen
– Handhabung bei der Speicherung der Daten und der Unternehmensgröße verschieden groß sein. Die erforderli-
che Umstellung wird zum Teil allerdings im Rahmen von ohnehin regelmäßig anstehenden technischen Anpas-
sungen erfolgen und damit den allein durch die Speicherpflicht ausgelösten Aufwand reduzieren können.
Der insgesamt für die Telekommunikationswirtschaft entstehende zusätzliche Aufwand kann zurzeit nicht ge-
schätzt werden. Während der Aufwand für die Verkehrsdatenerhebung und die Beauskunftung nach § 23 des
Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes in der Entwurfsfassung (JVEG-E) entschädigt wird, sieht der Ge-
setzentwurf für die zur Erfüllung der Speicherpflichten erforderlichen Investitionen und gegebenenfalls gestei-
gerten Betriebskosten nur dann eine Entschädigung vor, wenn es sonst zu unbilligen Härten kommen würde.
Weil es sich bei den meisten der ca. 1 000 betroffenen Unternehmen um kleine bis mittlere Erbringer öffentlich
zugänglicher Telekommunikationsdienste handelt, für welche die voraussichtlichen Kosten bei der Umstellung
eine erhebliche Härte darstellen, werden voraussichtlich viele von ihnen eine Entschädigung geltend machen. Es
ist davon auszugehen, dass die übrigen betroffenen Unternehmen diese Kosten bei ihrer Preisgestaltung einkal-
kulieren und an ihre Kunden weitergeben werden.
Der Gesetzentwurf führt folgende neue Informationspflichten im Sinne des Gesetzes zur Einsetzung eines Nor-
menkontrollrates für Unternehmen und die Verwaltung ein:
– § 113b Absatz 1 TKG-E verpflichtet Erbringer öffentlich zugänglicher Telekommunikationsdiensten, Daten
nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 für zehn Wochen zu speichern; bei Standortdaten nach Absatz 4 beträgt
die Speicherpflicht vier Wochen.
– § 113e Absatz 1 TKG-E bestimmt, dass der nach § 113a TKG-E Verpflichtete jeden Zugriff auf die gespei-
cherten Daten für Zwecke der Datenschutzkontrolle revisionssicher zu protokollieren hat.
– § 113g Satz 1 TKG-E bestimmt, dass der nach § 113a TKG-E Verpflichtete bestimmte Angaben in das zu
erstellende Sicherheitskonzept aufzunehmen hat.
– § 113g Satz 2 TKG-E bestimmt die Zeitpunkte, zu denen der nach § 113a TKG-E Verpflichtete der Bundes-
netzagentur das Sicherheitskonzept vorzulegen hat. § 121 Absatz 1 TKG-E erweitert die Mitteilungspflichten
der Bundesnetzagentur in dem zu erstellenden Tätigkeitsbericht.
Durch die in diesem Gesetzentwurf vorgenommene Änderung des Strafgesetzbuches entstehen für die Wirtschaft
bei normgerechtem Verhalten keine Kosten. Das Gesetz zielt auf eine effektive Bekämpfung des Umgangs mit
illegal erlangten Daten ab und kann daher dazu beitragen, dass Schäden und damit auch Kosten für die Wirtschaft