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Timestamp: 2013-12-09 15:36:18
Document Index: 110353146

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 93', '§ 21', '§ 69', '§ 32', '§ 22']

Raiffeisen-Bankengruppe Tirol - Offenlegung
Gemäß § 26 BWG haben Kreditinstitute zumindest einmal jährlich Informationen über ihre Organisationsstruktur, ihr Risikomanagement und ihre Risikokapitalsituation offenzulegen. Sich jährlich verändernde Daten werden im Anhang des Jahresabschlusses veröffentlicht.
Die Raiffeisen Bankengruppe Tirol
Die Raiffeisen Bankengruppe (RBG) Österreich ist die größte Bankengruppe Österreichs mit rund 560 lokal tätigen Raiffeisenbanken, acht regional tätigen Landeszentralen und der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG in Wien als Spitzeninstitut. Rund 1,7 Millionen Österreicher sind Mitglieder und damit Miteigentümer von Raiffeisenbanken.
Die Raiffeisenbanken sind als selbständige Kreditinstitute im genossenschaftlichen Verbund den Grundsätzen der Subsidiarität, der Solidarität und der Regionalität verpflichtet. Auf Landesebene werden Modelle, Systeme und Verfahren im Rahmen des Risikomanagements entwickelt und einheitlich angewandt.
Zur Sicherung der anvertrauten Kundengelder und der Fortbestandssicherung haben sich die Raiffeisenbanken der RBG Tirol in mehreren Einrichtungen zusammengeschlossen:
Die Raiffeisenbanken der RBG Tirol haben gemeinsam mit der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG einen Solidaritätsverein eingerichtet, der durch geeignete Maßnahmen sicherstellt, dass in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Vereinsmitglieder Hilfestellung erhalten.
Einlagensicherungseinrichtungen der RBG Österreich
Die Mitgliedsinstitute der RBG Tirol sind gemeinsam über die Raiffeisen-Einlagensicherung Tirol eGen Mitglied der österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung reg. Gen. mbH. Diese Einlagensicherungs­genossenschaft stellt die Haftungseinrichtung für die gesamte Raiffeisen Bankengruppe gemäß §§ 93, 93a und 93b BWG dar.
Zum Zwecke der Einlagensicherung ist in der RBG Österreich ein entsprechendes Früherkennungssystem implementiert, das basierend auf einem umfassenden Meldewesen über Ertrags- und Risikoentwicklung seitens aller Mitgliedsinstitute laufende Analysen und Beobachtungen durchführt. Risikomanagement der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG
Das aktive Management der Risiken ist für die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG von großer Bedeutung und sichert den langfristigen Erfolg. Den gesetzlichen Anforderungen entsprechend (BWG und Basel II) hat sich die RLB Tirol AG das Ziel gesetzt, durch den Einsatz von modernen Methoden und entsprechenden Systemen auf dem Gebiet des Risikomanagements und -controllings die Sicherheit und Rentabilität der Bank im Interesse der Kunden und Eigentümer zu garantieren.
Risikopolitische Grundsätze
Die risikopolitischen Grundsätze werden vom Vorstand festgele­gt, regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst:
Der Vorstand und alle Mitarbeiter fühlen sich den risikopoliti­schen Grundsätzen verpflichtet und treffen auch ihre Alltagsent­scheidungen unter Einhaltung dieser Leitlinien.
Bei intransparenter Risikolage oder methodischen Zweifelsfällen ist nach einem Vorsichtsprinzip vorzugehen.
Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht grundsätz­lich eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus (Produkteinführungsprozess).
Grundsätze für das Risikomanagement
Unser Risikomanagementansatz baut auf folgenden Grundsätzen auf:
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die Überwachung des Risikomanagements in der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG. Der Aufsichtsrat überprüft unsere Risikopolitik in regelmäßigen Zeitabständen.
Das Management von Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationellen Risiken erfolgt in einem koordinierten Prozess auf allen relevanten Ebenen der Bank.
Das Risikokomitee erarbeitet und empfiehlt die Risikostrategie, die Risikokapitalallokation sowie die entsprechende Limitierung des allozierten Risikokapitals für die Gesamtbank (Risikotragfähigkeit), die Risikoarten und die strategischen Geschäftsfelder.
Das Risikomanagement wird so organisiert, dass Interessenskonflikte so­wohl auf persönlicher als auch auf organisatorischer Ebene vermieden werden (Trennung Markt/Marktfolge). Die Aufgaben und die organisatorischen Abläufe für die Messung und Überwachung der Risiken, die Limitstruktur und die Vorgangsweise bei Limitüberschreitungen werden vom Finanzierungs- und Marktrisikomanagement wahrgenommen und sind in den entsprechenden Handbüchern der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG dargestellt.
Das Kreditrisiko wird bei Kontrahenten, Banken, Beteiligungen, Ländern und Konzentrationen ermittelt.
Die Kreditvergabe (= gezielte Übernahme von Risiken) zählt zu den wesentlichen Kerngeschäftsbereichen der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG. Daher unterstützt die Organisationseinheit Finanzierungsmanagement die Vertriebseinheiten bei der Kontrolle, Messung und Steuerung des Kreditrisikos sowie bei der Betreuung von Problemengagements. Im Berichtswesen des Finanzierungsmanagements stellen diverse Analysen über das bestehende Risikoprofil einen fixen Bestandteil dar. Im Rahmen der monatlichen Risikokomitee-Sitzung werden sowohl Stichtags- als auch Vorschauberichte erstellt.
Dem Prinzip der Proportionalität entsprechend wurden Risikobewertungs- und Risikosteuerungsmethoden entwickelt und implementiert. In den entsprechenden Kalkulationen wird dem unterschiedlichen Risikogehalt der Kreditaktivitäten differenziert Rechnung getragen. Basierend auf den aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Empfehlungen sowie dem betriebswirtschaftlichen Nutzen haben wir uns die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des Risikomanagementprozesses zum Ziel gesetzt.
Die Risikosituation eines Kreditnehmers wird durch ein bankinternes Rating-System zweidimensional betrachtet. Einerseits durch die laufende Beurteilung der wirtschaftlichen Situation und andererseits durch die Beurteilung und Prüfung von risikomindernden Sicherheiten. Ergänzt um Aggregation, Steuerung, Überwachung und Kontrolle wird somit ein durchgängig aktiver Risikomanagementprozess garantiert.
Die damit verbundenen Aufgaben und organisatorischen Abläufe sowie die vom Vorstand genehmigte Kreditrisikostrategie sind im Kredithandbuch der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG klar beschrieben, allen mit der Geschäftsdurchführung betrauten Mitarbeitern kommuniziert und stehen online zur Verfügung. Damit ist sichergestellt, dass in jedem Einzelfall nur Risiken eingegangen werden, welche im Einklang mit unserer Risikopolitik stehen. Darüber hinaus werden – dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip entsprechend – für bestehende Risiken ausreichende Vorsorgen gebildet.
Die Marktrisiken bestehen im Zinsänderungs-, Währungs- und im Kursrisiko aus Wertpapieren, Zins- und Devisenpositionen. Marktrisiken ergeben sich sowohl bei Handels- als auch bei Nichthandelsgeschäften.
Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG nutzt eine Kombination aus verschiedenen Risikomessgrößen, um Marktrisiken zu steuern und entsprechende Limits zu setzen.
Das Marktrisiko wird im Treasury gemanagt, in dem alle Positionen systematisch zusammengefasst und entsprechend ausgesteuert werden. Neben dem Kreditgeschäft zählt das Eigengeschäft zu den wesentlichen Kerngeschäftsbereichen der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG.
Die Organisationseinheit Marktrisikomanagement unterstützt das Treasury in der Vor- und Nachsteuerung der Marktrisiken. Die Identifikation, Messung, Aggregation und Überwachung der Marktrisiken (Limit) sowie die Berichterstattung sind die zentralen Aufgabenschwerpunkte des Marktrisikomanagements. Im Rahmen der monatlichen Risikokomitee-Sitzung werden die Marktrisiken dem Vorstand berichtet und entsprechende Steuerungsmaßnahmen vorgeschlagen.
Liquiditätsrisiko Die fristenkongruente Refinanzierung hat in der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG einen hohen Stellenwert. Diese Strategie wird operativ durch entsprechende Liquiditätsgaplimite ergänzt. Die Einhaltung der Limits wird vom Marktrisikomanagement geprüft. Die ausreichende Versorgung mit kurz- und mittelfristiger Liquidität in möglichen Engpasssituationen wird in einem eigenen Liquiditätsnotfallplan dargestellt und regelmäßig im Risikokomitee besprochen.
Die mit der Markt- und Liquiditätsrisikosteuerung verbundenen Managementprozesse sind im Treasury-Rulebook der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG beschrieben.
Unter operationellem Risiko verstehen wir das Risiko, das durch Verluste aufgrund von Fehlern in Systemen, Prozessen, durch Mitarbeiter oder externe Ereignisse entsteht. Gegenwärtig wird der notwendige Eigenmittelbedarf für das operationelle Risiko nach dem Basis-Indikator-Ansatz ermittelt.
Die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG hat in diesem Risikosegment organisatorische und EDV-technische Maßnahmen gesetzt.
Limitsysteme, Kompetenzregelungen, ein risikoadäquates internes Kontrollsystem sowie tourliche Prüfungen durch die Interne Revision gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard.
Sonstige Risiken Sonstige, nur schwer bzw. gar nicht quantifizierbare Risiken werden im Falle der Wesentlichkeit im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse berücksichtigt.
In der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG werden im Rahmen der Gesamtbankrisikosteuerung dem vorhandenen Risikodeckungspotenzial (Ertrag, Rücklagen, Eigenkapital und Stille Reserven) der Bank alle maßgeblichen Risken, die nach modernen Methoden und unter Einsatz entsprechender Systeme ermittelt werden, gegenübergestellt.
Die per anno geplante Risikotragfähigkeit stellt dabei die Begrenzung für das aggregierte Gesamtbankrisiko dar, wobei neben dem tatsächlich gemessenen Risiko auch die bestehenden Risikolimits Berücksichtigung finden.
Alle risikorelevanten Informationen fließen in die monatlich erstellte Risikotragfähigkeitsanalyse ein. Dabei wird das Gesamtbankrisiko der vorhandenen Risikodeckungsmasse gegenübergestellt, um sicherzustellen, dass auch im äußerst unwahrscheinlichen Extremfall ausreichend Kapital zur Verfügung steht.
Bei der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG stehen die Kreditrisiken und die Marktrisiken im Vordergrund des Risikomanagements, da der Schwerpunkt im Privat- und Kommerzkunden- sowie im Treasury-Geschäft liegt.
Neben den marktabhängigen Risiken werden im Rahmen der Gesamtbanksteuerung auch die operationellen Risiken erfasst und berechnet, um einerseits alle Risiken darzustellen und andererseits auch den Entwicklungen im Rahmen von Basel II Rechnung zu tragen.
Diese Risikotragfähigkeitsanalyse ist daher der Ausgangspunkt für die Limitierung der Risikoaktivitäten auf ein für die Bank angemessenes Niveau, mit dem Ziel, den problemlosen Fortbestand der Bank zu sichern und das Ertragspotenzial entsprechend auszuschöpfen.
Für Rechnungslegungszwecke wurden keine separaten Definitionen von überfällig und ausfallgefährdet formuliert. Es finden die Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches hinsichtlich der Bewertung von Umlaufvermögen Anwendung.
Im Bedarfsfall werden die Ratings aller gemäß § 21 b BWG von der FMA anerkannten Ratingagenturen für die Forderungsklassen Zentralstaaten, Institute und Unternehmen herangezogen. Es wird diesbezüglich auf die Liste der FMA gemäß § 69 b BWG verwiesen.
Das Verfahren zur Übertragung von Emittenten- und Emissionsratings auf Posten, die nicht Teil des Handelsbuchs sind, entspricht den Vorgaben des § 32 Solvabilitätsverordnung, BGBl. II Nr. 374/2006, und wird standardmäßig für derartige Posten durchgeführt.
Es wird für die Berechnung des operationellen Risikos der Basisindikatoransatz gemäß § 22 j BWG angewandt.
Die Messung des Zinsrisikos erfolgt monatlich entsprechend den Bestimmungen der Zinsrisikostatistik und wird durch zusätzliche Zinsszenarien (Zinskurvendrehung, Abflachung etc.) ergänzt.
Zinsrisiken aus der Rückzahlung von Krediten und Behebung von Einlagen vor Fälligkeit sind auf Grunde der geringen Volumen dieser Geschäfte unwesentlich. Außerdem können teilweise Vorfälligkeitsentschädigungen bei Krediten berechnet werden, die diese Risiken einpreisen. Die Spareinlagen fließen mit ihrer durchschnittlichen Verweildauer in die Berechnung ein.
Die Schwankungen der Zinsrisiken werden im Rahmen der Umsetzung der internen Kapitalrichtlinien regelmäßig analysiert. Ziel ist es, auch bei Auf- und Abwärtsschocks diese Risiken angemessen zu begrenzen und jederzeit Deckung dafür zu halten.
Folgende wichtige Arten von Sicherheiten werden von der RLB angenommen: dingliche Sicherheiten wie Hypotheken, Sicherungsgüter und Eigentumsvorbehalt; persönliche Sicherheiten wie Bürgschaften, Garantien und Zessionen; finanzielle Sicherheiten wie verpfändete Sparbücher, Wertpapierdepots und Interbankeinlagen.
Die Sicherheiten werden entsprechend der bestehenden gesetzlichen Vorgaben und internen Vorschriften bewertet und verwaltet.
Die RLB ziehen neben Garantien im Rahmen öffentlicher Förderstellen auch private Garantiegeber, deren Kreditwürdigkeit sorgfältig überprüft wird, heran.