Source: https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/S/Saisonbetriebe.html
Timestamp: 2017-02-22 04:19:42
Document Index: 12220276

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 37', '§ 37', '§ 37', '§ 222']

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Saisonbetriebe Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeines 2. Gewerbesteuer 3. Umsatzsteuer 4. Einkommensteuer 5. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »S« 1. Allgemeines
Sogenannte Saisonbetriebe sind Betriebe, in denen ganzjährig gearbeitet wird, die jedoch zu bestimmten Jahreszeiten, der sog. »Saison« über mehr Aufträge und einen größeren Bedarf an Arbeitskräften verfügen.
Zu den Kampagnebetrieben gehören primär:
Zuckerrübenverarbeitung,
Im Inland betriebene Saisonbetriebe sind grds. gewerbesteuerpflichtig gem. § 2 Abs. 1 GewStG. Die Gewerbesteuerpflicht erlischt jedoch mit der tatsächlichen Einstellung des Gewerbebetriebs. Die Einstellung liegt nicht erst dann vor, wenn der Betrieb für alle Zeiten, sondern schon dann, wenn er für eine gewisse Dauer aufgegeben wird. Die Einstellung darf aber nicht von vornherein nur als vorübergehend gedacht sein (R 2.6 Abs. 1 Satz 2 und 3 GewStR 2009). Bei den Saisonbetrieben bedeutet die Einstellung des Betriebs während der betriebslosen Zeit nicht die vollständige Einstellung des Betriebs, sondern nur eine vorübergehende, befristete Unterbrechung (Ruhen) des Gewerbebetriebs, durch die die Gewerbesteuerpflicht nicht berührt wird (§ 2 Abs. 4 GewStG, R 2.6 Abs. 1 Satz 3 und 4 GewStR 2009). Dies wird auch als »Betriebsunterbrechung« bezeichnet. Anders als bei einer Betriebsaufgabe, die ebenfalls das Ende der Gewerbesteuerpflicht impliziert, bleibt bei einer Betriebsunterbrechung der Betrieb als Steuersubjekt der Gewerbesteuer fortbestehen.
Auch im Umsatzsteuerrecht liegt keine Beendigung der unternehmerischen Betätigung vor, wenn der Unternehmer seine Tätigkeit nur vorübergehend ruhen lässt. Die vorübergehende Einstellung der Unternehmertätigkeit führt demnach nicht zwingend zur Beendigung des Unternehmens wie bei der Gewerbesteuer. Eine vorübergehende Einstellung der Unternehmertätigkeit ist dann anzunehmen, wenn aus den Begleitumständen die belegbare Absicht des Unternehmers erkennbar ist, die unternehmerische Betätigung, also das Bewirken von Umsätzen, wieder aufnehmen zu wollen. Damit bestehen Saisonbetriebe während des gesamten Kalenderjahrs fort, selbst wenn sie aufgrund der Art ihrer Umsätze nicht durchgehend das gesamte Kalenderjahr hindurch Umsätze am Markt erbringen (BFH Urteil vom 13.12.1963, V 77/61 U, BStBl III 1964, 90).
Der Gastronom Giovanni Gelati (G) betreibt ein Eiscafé. Regelmäßig schließt er es von November bis März.
G ist das gesamte Kalenderjahr hindurch als Unternehmer anzusehen. Somit sind sämtliche Vorsteuerbeträge – auch in der Zeit, in der er sein Eiscafé geschlossen hält – für G abzugsfähig, z.B. die vom Vermieter für diese Zeit in Rechnung gestellte Umsatzsteuer für die Miete der Räumlichkeiten.
Das Finanzamt kann den Unternehmer für die Monate, in denen keine Umsätze getätigt werden, von der Abgabe der Voranmeldung befreien (Ausnahme: Neugründungsfälle).
Auch für die Einkommensteuer, insbesondere im Bereich der Einkommensteuervorauszahlungen, spielt der Saisonbetrieb eine Rolle. In seinem Urteil vom 22.11.2011 (VIII E 11/09, BStBl II 2011, 607) hat der BFH festgestellt, dass Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer des Steuerpflichtigen grundsätzlich in vier gleich großen Teilbeträgen gemäß § 37 Abs. 1 Satz 1 EStG zu leisten sind. Eine Ausnahme hiervon komme insbesondere nicht in Betracht, soweit der Steuerpflichtige geltend mache, der Gewinn des laufenden Veranlagungszeitraums entstehe nicht gleichmäßig. Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuervorauszahlungshöhe ist gemäß § 37 Abs. 3 Satz 2 EStG die Einkommensteuer, die sich bei der letzten Veranlagung ergeben habe, wobei das Finanzamt die Vorauszahlungen an die sich im Veranlagungszeitraum ergebende Einkommensteuer gemäß § 37 Abs. 3 Satz 3 EStG anpassen könne. Die aus Vereinfachungsgründen nicht festzustellende unterjährige Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen ergibt die Zahlungsverpflichtung vier gleicher Teilbeträge.
Für den Steuerpflichtigen bedeutet dies vor dem Hintergrund einer fraglichen Stundung der Einkommensteuer-Vorauszahlung gemäß § 222 AO (FG Niedersachsen Urteil vom 1.3.1985, VII 503/81, EFG 1982, 571), dass er mittels Rücklagen oder Kreditaufnahme die Zahlung der Einkommensteuer-Vorauszahlung ermöglichen muss.
Autor(en): Prof. Dr. Michael Preißer Till Wind Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Gewerbesteuer Weitere Lexikonartikel mit »S« Sachbezüge Saisonbetriebe Sanierung Sanierungsgewinn Schadensersatz Scheidung Scheinbestandteile Schlichte Änderung Schuldzinsen Schulgeld Interessante Steuertipps Weitergabe von Belegen strafbar! Apartment als Arbeitszimmer anerkannt! Online-Verkäufe und Umsatzsteuer Spende und Ehrenamt Wann sind Zivilprozesskosten absetzbar? Richtig Einspruch einlegen smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©