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Timestamp: 2019-05-20 23:17:43
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Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen | kernd.eu | Informationen zu Kernenergie, Atomenergie, Kernkraft, Atomkraft
Schwach- und mittelradioaktive Abfälle machen rund 90 Prozent des Volumens radioaktiver Abfälle aus und stammen aus dem Betrieb und der Stilllegung von Kernkraftwerken, aus der Forschung und Industrie sowie aus der Medizin. Es handelt sich beispielsweise um kontaminierte Anlagenteile, Werkzeuge oder Laborgeräte, Schutzkleidung aus Kernkraftwerken, verbrauchte Filter, Strahlenquellen aus der Medizin und anderen technischen Anwendungen oder radioaktive Chemikalien.
Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in ausgewählten Ländern (Dezember 2014)
Eisenerzbergwerk Schacht Konrad
Für die Aufnahme schwach- und mittelradioaktiver Abfälle wird nach seiner Errichtung das bereits genehmigte Endlager Konrad bei Salzgitter zur Verfügung stehen. Das ehemalige Eisenerzbergwerk ist als Endlager für Abfälle dieser Art bis zu einem Abfallvolumen von 303.000 m³ genehmigt. Seit April 2007 liegt ein bestandskräftiger Planfeststellungsbeschluss vor. Am 8. März 2018 veröffentlichte die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbh (BGE) mit dem ersten Halbjahr 2027 einen konkreten Termin für die Fertigstellung des Endlagers.
Gegenwärtig wird Konrad zum Endlager ausgebaut. Neben Arbeiten zur Errichtung der übertägigen Infrastruktur, wie dem Bau von Straßen und Gleisanbindung sowie der Anlagen zum Umschlag und zur Prüfung der einzulagernden Abfallgebinde, werden die beiden Schächte saniert und umgerüstet. Unter Tage werden die Infrastruktur, Transportstrecken und ein spezielles Bewetterungssystem für den Einlagerungsbetrieb angelegt sowie Einlagerungskammern aufgefahren und ausgebaut sowie Schachtanlagen umgebaut. Die Zuständigkeit für diese Umbaumaßnahmen ist am 30. Juli 2016 von BfS und DBE auf die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbh (BGE) unter Aufsicht des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) übergegangen. Die Aufgaben wurden am 25. April 2017 an die BGE übertragen. Bis Ende 2015 wurden rund 2 Milliarden Euro für das Endlagerprojekt Konrad investiert.
Das Endlager Konrad wird voraussichtlich Mitte des kommenden Jahrzehnts in Betrieb genommen. Bis zur Inbetriebnahme von Konrad lagern die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung in Landessammelstellen der Bundesländer, in Forschungseinrichtungen, an den Standorten der Kernkraftwerke oder anderen kerntechnischen Standorten sowie in zentralen Zwischenlagern. Die Abfälle müssen dort ihrer Art und dem radioaktiven Inventar entsprechend konditioniert, also aufbereitet, in je geeignete Behälter verpackt und dokumentiert werden, damit sie die Annahmebedingungen des Endlagers Konrad erfüllen und entsprechend der Bestimmungen für Gefahrguttransporte sicher dort angeliefert werden können. Mit dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung geht ab dem 1. Januar 2020 die operative Verantwortung für die Zwischenlagerung der schwach- und mittelaktiven Abfälle an die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) über. Für die Konditionierung der Betriebs- und Rückbauabfälle gemäß der Annahmebedingungen des Endlagers Konrad und die Bereitstellung der Behälter bleiben weiter die Betreiber der Kernkraftwerke zuständig.
Für das Endlager Konrad ist eine Betriebszeit von rund 30 Jahren vorgesehen, in der die Abfälle von den verschiedenen Zwischen- und Abfalllagern sowie den Landessammelstellen abgerufen werden. Die Einlagerung wird unmittelbar nach Annahme der Gebinde erfolgen, da in der Genehmigung für das Endlager nur ein kleines Pufferlager zur Anlieferung und Kontrolle der Abfallgebinde vorgesehen ist.
Mitte 2020er Jahre
Fertigstellung und Einlagerung
Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) wurde von der DDR im ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk Bartensleben in Sachsen-Anhalt eingerichtet. 1990 ging das ERAM mit der deutschen Wiedervereinigung in Bundeseigentum über. Betreiber wurde seitdem das BfS, die DBE führte in dessen Auftrag den Betrieb. Seit dem 30. Juli 2016 ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiber verantwortlich. Die Aufgaben wurden am 25. April 2017 an die BGE übertragen.
Seit dem 1. Januar 2009 ist das BfS als Nachfolger des Helmholtz Zentrum München für den Betrieb und die Stilllegung der Anlage zuständig. Ein wesentlicher Grund für den Betreiberwechsel war die Gleichstellung der Anlage mit einem Endlager und seine Überführung ins Atomgesetz. Seit dem 30. Juli 2016 ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiber verantwortlich. Die Aufgaben wurden am 25. April 2017 an die BGE übertragen.