Source: https://www.rwz.de/duengeverordnung/
Timestamp: 2019-01-23 06:58:43
Document Index: 384610922

Matched Legal Cases: ['§4', '§6', '§12', '§6', '§5', '§6', '§5', '§6', '§9', '§4']

Düngeverordnung | Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG
23.01.2019 Rheinhessische Agrar- und Weinbautage in Nieder-Olm
25.01.2019 Frühjahrsveranstaltung Ackerbau in Sondershausen
30.01.2019 Frühjahrsveranstaltung Ackerbau in Winterbach-Niederhausen
30.01.2019 Frühjahrsveranstaltung Ackerbau in Medard
31.01.2019 Frühjahrsveranstaltung Ackerbau in Undenheim
05.02.2019 Frühjahrsveranstaltung Ackerbau in Worms
Bedarfsermittlung (N&P) | Beispiele
Vor einer Düngemaßnahme sind die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen zu ermitteln für (§4 Abs. 2,4):
Stickstoff (0-90 cm), jährlich (gilt nicht für Dauergrünland) durch Bodenuntersuchungen oder Übernahme von Nmin-Richtwerten
Phosphat, alle 6 Jahre anhand einer Bodenuntersuchung durch ein zugelassenes Labor für Flächen ab 1 ha
Ausbringmöglichkeiten im Herbst (§6 Abs. 8,9)*
Ausbringungsmenge von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff1 bis max. 60 kg/ha Gesamt-N oder 30 kg/ha Ammonium-N.
Kultur N-Düngung
(max. 60 kg gesamt, max. 30 kg Ammonium) N-Düngung bis Bedingung
Winterraps ja 01.10. Aussaat bis 15.09.
Feldfutter ja 01.10.
Zwischenfrüchte ja 01.10.
Wintergerste ja 01.10. Nur nach Getreide und Aussaat bis 01.10.
Gemüse, Erdbeeren,
Beerenobst ja 01.12. Kein N aus flüssigen Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft als Kopfdüngung.
Nur, wenn Zeitpunkt der Gemüseernte nach der Ausbringung 12 Wochen nicht unterschreitet.
Winterweizen, Roggen,
Triticale nein - -
* Länderspezifische Regelungen beachten
Keine N-Ausgleichsdüngung zu Stroh!
1Mehr als 1,5 % Gesamt-N in der TM.
Lagerkapazitäten von Wirtschaftsdüngern und Gärrückständen (§12):
6 Monate für Gülle, Jauche, Silagesickersäfte, Gärreste
9 Monate für Betriebe > 3 GV/ha und/oder ohne eigene Aufbringflächen ab 01.01.2020
2 Monate für Festmist, Kompost ab 01.01.2020
Sperrfristen zur Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff 1 (§6 Abs. 8,9)
Nutzungsart/Situation
Sperrfrist2
nach Ernte Hauptfrucht bis 31.01
Grünland u. Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau
01.11.-31.01. Aussaat muss bis zum 15.05. erfolgt sein.
Festmist/Kompost
1 Mehr als 1,5 % Gesamt-N
2 Die nach Landesrecht zuständige Stelle kann Beginn und Ende um bis zu 4 Wochen verschieben.
Abstand zu Gewässern (§5 Abs. 2,3)
Mindestabstand beim Ausbringen von N-/P-haltigen Stoffen an Gewässern:
1 m wenn Streubreite = Arbeitsbreite oder Grenzstreueinrichtung verwendet wird.
4 m zwischen Ausbringfläche und Böschungsoberkannte.
Weitere Bedingungen bei einer Hangneigung ab 10 % im Bereich 5 – 20 m:
Aufbringung nur bei:
Sofortiger Einarbeitung auf unbestellten Flächen
Entwickelter Untersaat, Reihenkultur mit Reihenabstand ≥ 45 cm, sofortiger Einarbeitung
hinreichender Bestandesentwicklung ohne Reihenkultur
Mulch- oder Direktsaatverfahren
Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Acker (§6 Abs. 1,2)
Organisch, organisch-mineralische Düngemittel (inkl. Wirtschaftsdünger) mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff1 müssen spätestens 4 Stunden nach Beginn des Ausbringens eingearbeitet sein.
1 Mehr als 1,5 % Gesamt-N in der TM.
Festmist (Huf- und Klauentiere); Kompost; org., org.-mineralische Düngemittel mit <2 % TM
Harnstoff ab 01.02.2020 nur noch mit Ureasehemmstoff oder Einarbeitung innerhalb von 4 Stunden.
Weitere Vorgaben zur Aufbringung (§5 Abs. 1)
Keine Aufbringung von N-/P-Düngung, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten, Pflanzenhilfsmitteln, wenn der Boden:
Überschwemmt ist
Wassergesättigt ist
Ausnahme Kalk
Kalkdünger (<2 % Phosphat) auf gefrorenen Boden, wenn keine Gefahr des Abschwemmens in oberirdische Gewässer oder Nachbarflächen gegeben ist.
Ausnahme gefrorene Böden
Max. 60 kg Gesamt-N/ha, wenn:
Boden durch Auftauen am Tag aufnahmefähig wird
Keine Gefahr des Abschwemmens in oberirdische Gewässer oder Nachbarflächen gegeben ist
Andernfalls die Gefahr von Verdichtung/Strukturschäden bestehen würde
Eine Pflanzendecke (Grünland, Winterung, Zwischenfrucht) vorhanden ist
Bei Kompost oder Festmist (Huf- und Klauentiere) >60 kg Gesamt-N/ha zulässig.
Stickstoffobergrenzen von organischen Düngemitteln (§6 Abs. 4)
Max. 170 kg Gesamtstickstoff pro Hektar und Jahr aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln, inkl. Wirtschaftsdüngern im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen des Betriebes.
Max. 510 kg Gesamtstickstoff pro Hektar innerhalb von drei Jahren.
Bedarfsermittlung (N&P)
Zulässige N- und P-Salden (§9 Abs. 2,3)
N-Saldo: max. 50 kg N/ha (3-Jahresmittel)
P-Saldo: max. 10 kg P2O5/ha (6-Jahresmittel)
Stickstoffbedarfsermittlung (§4 Abs. 1)
Für die Ermittlung des Stickstoffbedarfs sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:
Etragsniveau im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
Nmin (0-90 cm) aus eigenen Analysen oder Richtwerten
N-Nachlieferung aus org. Düngung des Vorjahres (mind. 10 % der Gesamt-N-Menge)
N-Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrüchten
Zuschlag bei Abdeckung mit Folie oder Vlies zur Ernteverfrühung
N-Bedarfswerte in Abhängigkeit vom Ertragsniveau
Zu- und Abschläge von abweichendem Ertragsniveau
Kultur Ertragsniveau
(dt/ha) N-Bedarf
(kg N/ha) Ertragsdifferenz (dt/ha)
höheren Erträgen (kg N/ha) Abschläge bei
40 200 5 10 15
Winterweizen A/B
80 230 10 10 15
Silomais 450 200 50 10 15
Zuckerrübe 650 170 100 10 15
Kartoffel 450 180 50 10 10
P-Gehalte im Erntegut
P2O5-Gehalte im Erntegut
Kultur kg/dt Haupternteprodukt kg/dt Haupternteprodukt mit anteiligem Stroh od. Blatt kg/dt Stroh oder Blatt
Getreide und Körnermais
0,8 1,04 0,3
0,8 1,01 0,3
0,8 1,07 0,3
Sommerfuttergerste 0,8 1,04 0,3
Braugerste 0,8 1,01 0,3
Hafer 0,8 1,13 0,3
Durum 0,8 1,04 0,3
Dinkel (ohne Spelzen) 0,8 1,1 0,3
Körnermais 0,8 1,0 0,2
Ackerbohnen 1,2 1,5 0,3
Körnererbsen 1,1 1,4 0,3
Raps 1,8 2,48 0,4
Senf 1,77 2,37 0,4
Kartoffeln 0,14 0,16 0,10
Zuckerrüben 0,10 0,18 0,11
Futterpflanzen/Biogassubstrate
Silomais 30% TM 0,17
CCM 0,50
Lieschkolben 0,32
GPS-Getreide 0,20
4 Nutzungen/Jahr
ca. 90 dt TM/ha 1,0
5 Nutzungen/Jahr
ca. 110 dt TM/ha 1,0
Wein 0,02
Most 0,04
Trauben 0,10
Quelle: Nährstoffgehalte in Düngemitteln und im Erntegut, Dienstleistungszentren Ländlicher Raum in Rheinland-Pfalz. Bei abweichendem Bundesland bitte entsprechend informieren.
Abschläge in Abhängigkeit vor Vor- und Zwischenfrüchten
Vorfrucht (Hauptfrucht des Vorjahres) Mindestabschlag (kg N/ha)
Raps, Körnerleguminosen, Kohlgemüse, Rotationsbrache ohne Leguminosen, Zuckerrüben ohne Blattbergung 10
Getreide (mit und ohne Stroh), Silo-/ Körnermais, Kartoffel, Gemüse ohne Kohlarten 0
Nichtleguminosen (abgefroren) 0
Nichtleguminosen (nicht abgefroren)
im Frühjahr eingearbeitet
im Herbst eingearbeitet
Leguminosen (abgefroren), Futterleguminosen mit Nutzung 10
Leguminosen (nicht abgefroren)
Mindestwirksamkeit im Jahr des Aufbringens [%] des Gesamtstickstoffgehaltes
Hühnertrockenkot 30
Geflügel- und Kaninchenmist
Pferdefestmist
Klärschlamm flüssig (<15% TM)
Klärschlamm fest (>15 % TM)
Sonstige Komposte
Biogasanlagengärrückstände flüssig 50
Biogasanlagengärrückstände fest
(Fundstelle: BGBl. l 2017, 1325)
N-Bedarfsermittlung (Beispiele)
Beispiel N-Bedarfsermittlung für A-/B-Winterweizen
Bedarfswert für A-/B-Weizen [kg N/ha] bei 80 dt/ha Ertrag
Ertrag (Mittel der letzten 3 Jahre) 90 dt/ha +10
Nmin (0-90 cm) Analyse oder Richtwert z.B. -55
Humusgehalt < 4,0 % -0
Org. Düngung Vorjahr (=Kalenderjahr) z.B. 80 kg Gesamt-N/ha über Gülle/ Gärrest davon sind 10% anzurechnen -8
Vorfrucht Winterraps -10
keine -0
Düngebedarf [kg N/ha]
Beispiel N-Bedarfsermittlung für Winterraps
Bedarfswert Winterraps [kg N/ha] bei 40 dt/ha Ertrag
Ertrag (Mittel der letzten 3 Jahre) 40 dt/ha ±0
Nmin (0-90 cm) Analyse oder Richtwert z.B. -65
Org. Düngung Vorjahr (=Kalenderjahr) keine -0
Vorfrucht Wintergerste -0
Beispiel N-Bedarfsermittlung für Zuckerrübe
Bedarfswert für Zuckerrübe [kg N/ha] bei 650 dt/ha Ertrag
Ertrag (Mittel der letzten 3 Jahre) 850 dt/ha +20
Nichtleguminosen, nicht abgefroren, im Frühjahr eingearbeitet -20
Beispiel N-Bedarfsermittlung für Silomais
Bedarfswert Silomais [kg N/ha] bei 450 dt/ha Ertrag
Ertrag (Mittel der letzten 3 Jahre) 500 dt/ha +10
Org. Düngung Vorjahr (=Kalenderjahr) z.B. 140 kg Gesamt-N/ha über Gülle/ Gärrest davon sind 10% anzurechnen -14
Vorfrucht Silomais -0
Nichtleguminosen, abgefroren -0
Das Inkrafttreten der novellierten Düngeverordnung stellt Landwirte, Winzer und den alltäglichen Betriebsablauf vor neue Herausforderungen.
Hierfür bieten wir Ihnen individuelle Hilfestellungen und Lösungen an. Wir beraten Sie gerne zu den relevanten Pflanzenbau-Themen hinsichtlich der neuen Düngeverordnung Dünger, Saatgut, Zwischenfrüchte und Weinbau.
Für Lösungen im Bereich Düngetechnik kontaktieren Sie bitte Ihren RWZ-Technik-Mitarbeiter vor Ort.
Trotz gewissenhafter Ausarbeitung können wir keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Ausführungen geben.“