Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=L%204%20R%201519/08
Timestamp: 2020-01-25 05:55:48
Document Index: 332315049

Matched Legal Cases: ['§ 131', '§ 159', '§ 54', '§ 103', '§ 131', '§ 131', '§ 159', '§ 131', '§ 103', '§ 131', '§ 113', '§ 159', '§ 131', '§ 159', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 109']

LSG Berlin-Brandenburg, 27.01.2009 - L 4 R 1519/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,10721
LSG Berlin-Brandenburg, 27.01.2009 - L 4 R 1519/08 (https://dejure.org/2009,10721)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 27.01.2009 - L 4 R 1519/08 (https://dejure.org/2009,10721)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 (https://dejure.org/2009,10721)
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§ 131 Abs 5 SGG vom 26.03.2008, § 159 Abs 1 Nr 1 SGG, § 54 Abs 4 SGG, § 103 SGG
Sozialgerichtliches Verfahren - Zurückverweisung gem § 131 Abs 5 SGG an die Behörde - gerichtliche Überprüfung - erforderliche weitere Ermittlung - Erheblichkeit der Ermittlungen - Sachdienlichkeit der Zurückverweisung - Einholung eines Gutachtens - Geltung des § 131 Abs 5 SGG ...
Anwendbarkeit des § 159 Abs. 1 Nr. 1 Sozialgerichtsgesetz (SGG) im Falle der Aufhebung eines Verwaltungsakts ohne Sachentscheidung durch das Sozialgericht; Anwendungsbereich und Auslegung des § 131 Abs. 5 SGG
Hat Behörde bereits sachgerechte Ermittlungen zur Erwerbsminderungsrente angestellt, muss Sozialgericht weitere Aufklärung selbst durchführen
SGG § 103; SGG § 131 Abs. 5
Die vom Beklagten ins Feld geführte Entscheidung des Landessozialgericht Berlin-Brandenburg im Verfahren L 4 R 1519/08 (Urteil vom 27. Januar 2009, veröffentlicht bei juris) lässt ausdrücklich offen, ob eine Entscheidung durch Gerichtsbescheid möglich ist und führt als Beleg für eine die Möglichkeit des Gerichtsbescheids verneinende Rechtsansicht (…vgl. juris Rn. 21) neben der zwischenzeitlich aufgegebenen Auffassung von Keller noch die zur Verwaltungsgerichtsordnung vertretene Auffassung von Gerhardt in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner (…Stand: März 2008, § 113 Rn. 51) an.
27 Dies zugrunde gelegt erweisen sich die erforderlichen Ermittlungen hier nicht als erheblich, wobei sich die Erheblichkeit der noch durchzuführenden Ermittlungen aus Zeitdauer, Umfang sowie den sachlichen und personellen Möglichkeiten und möglicherweise auch aus besonders hohen Kosten ergeben kann (…vgl. LSG Sachsen-Anhalt, a. a. O.; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 - ; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2010 - L 8 R 145/09 -, alle juris).
Die Regelung ist entsprechend anzuwenden, wenn das Sozialgericht einen Verwaltungsakt zu Unrecht aus formellen Gründen bzw. ohne Sachentscheidung aufgehoben hat, der Klage also - wie hier - teilweise stattgegeben wurde, ohne zu den eigentlichen Fragen Stellung zu nehmen (Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 - juris; Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2010 - L 8 R 145/09 - juris;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG - Kommentar, 9. Aufl. 2008, § 159 Rdnr. 2b m.w.N.).
Die Entscheidung nach § 131 Abs. 5 SGG bedeutet eine - grundsätzlich eng auszulegende - Ausnahme von dem Grundsatz, dass das Gericht selbst eine Sachentscheidung über eine zulässige Klage treffen muss (BSG, Urteil vom 17. April 2007 - B 5 RJ 30/05 R - juris; Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08; Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2010 - L 8 R 145/09 - juris).
Die Regelung ist entsprechend anzuwenden, wenn das Sozialgericht einen Verwaltungsakt zu Unrecht aus formellen Gründen bzw. ohne Sachentscheidung aufgehoben hat, der Klage also - wie hier - teilweise stattgegeben wurde, ohne zu den eigentlichen Fragen Stellung zu nehmen (Landessozialgericht B.-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 - juris; Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2010 - L 8 R 145/09 - juris;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG - Kommentar, 9. Aufl. 2008, § 159 Rdnr. 2b m.w.N.).
Die Entscheidung nach § 131 Abs. 5 SGG beinhaltet eine - grundsätzlich eng auszulegende - Ausnahme von dem Grundsatz, dass das Gericht selbst eine Sachentscheidung über eine zulässige Klage treffen muss (BSG, Urteil vom 17. April 2007 - B 5 RJ 30/05 R - juris; Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08; Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 17. März 2010 - L 8 R 145/09 - juris).
Die Erheblichkeit der noch durchzuführenden Ermittlungen kann sich aus Zeitdauer, Umfang und den personellen Möglichkeiten, aber auch aus besonders hohen Kosten ergeben (LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 - juris).
Die medizinischen Ermittlungen der Beklagten sind hier derart mangelhaft, dass gleichsam erstmals das Gericht die an sich der Beklagten obliegenden Ermittlungen vorzunehmen hätte (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27. Januar 2009 - L 4 R 1519/08 - juris).
Gleiches gilt erst recht für die Einholung von Befundberichten (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27.1.2009, Az.: L 4 R 1519/08, Rdnr. 23), die nötige Anfertigung von deutschen Übersetzungen oder die Ermittlungen zum Berufsschutz des Klägers.
Wenn vereinzelt zur vergleichbaren Regelung des § 131 Abs. 5 SGG die Ansicht vertreten wird, dass allein die Einholung eines Sachverständigengutachtens für das Gericht nicht mit einem erheblichem Aufwand im Sinne des § 131 Abs. 5 SGG verbunden sei (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27.01.2009, Az.: L 4 R 1519/08), kann sich der Senat dem - jedenfalls für den hier zu entscheidenden Fall, dass ein gemäß § 109 SGG beantragtes Gutachten trotz rechtzeitig gestelltem Antrag nicht eingeholt worden ist - nicht anschließen.