Source: http://lexetius.com/KSchG/1
Timestamp: 2017-12-14 00:28:13
Document Index: 384148947

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 95', '§ 111', '§ 17', '§ 26', '§ 114', 'Art. 7', '§ 1', '§ 1']

§ 1 KSchG. Sozial ungerechtfertigte Kündigungen
[Titelei] [Inhalt] [Quellen] § 1 KSchG [>]
Paragraf 1. Sozial ungerechtfertigte Kündigungen
1§ 1. Sozial ungerechtfertigte Kündigungen.
2(1) Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber einem Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder Unternehmen ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat, ist rechtsunwirksam, wenn sie sozial ungerechtfertigt ist.
3(2) [1] Sozial ungerechtfertigt ist die Kündigung, wenn sie nicht durch Gründe, die in der Person oder in dem Verhalten des Arbeitnehmers liegen, oder durch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers in diesem Betrieb entgegenstehen, bedingt ist. [2] Die Kündigung ist auch sozial ungerechtfertigt, wenn
[3] Satz 2 gilt entsprechend, wenn die Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers nach zumutbaren Umschulungs- oder Fortbildungsmaßnahmen oder eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers unter geänderten Arbeitsbedingungen möglich ist und der Arbeitnehmer sein Einverständnis hiermit erklärt hat. [4] Der Arbeitgeber hat die Tatsachen zu beweisen, die die Kündigung bedingen.
(3) 4[1] Ist einem Arbeitnehmer aus dringenden betrieblichen Erfordernissen im Sinne des Absatzes 2 gekündigt worden, so ist die Kündigung trotzdem sozial ungerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des Arbeitnehmers die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und die Schwerbehinderung des Arbeitnehmers nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt hat; auf Verlangen des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Gründe anzugeben, die zu der getroffenen sozialen Auswahl geführt haben. 5[2] In die soziale Auswahl nach Satz 1 sind Arbeitnehmer nicht einzubeziehen, deren Weiterbeschäftigung, insbesondere wegen ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Leistungen oder zur Sicherung einer ausgewogenen Personalstruktur des Betriebes, im berechtigten betrieblichen Interesse liegt. [3] Bei der Auswahl darf innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes die kürzere Dauer der Betriebszugehörigkeit eines Vertriebenen oder Heimkehrers zu dessen Nachteil nur insoweit berücksichtigt werden, als es sich um den Vergleich mit einem anderen, länger beschäftigten Vertriebenen oder Heimkehrer handelt.6 [4] Der Arbeitnehmer hat die Tatsachen zu beweisen, die die Kündigung als sozial ungerechtfertigt im Sinne der Sätze 1 und 3 dieses Absatzes erscheinen lassen.
7(4) Ist in einem Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung nach § 95 des Betriebsverfassungsgesetzes oder in einer entsprechenden Richtlinie nach den Personalvertretungsgesetzen festgelegt, wie die sozialen Gesichtspunkte nach Absatz 3 Satz 1 im Verhältnis zueinander zu bewerten sind, so kann die Bewertung nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüft werden.
8(5) [1] Sind bei einer Kündigung auf Grund einer Betriebsänderung nach § 111 des Betriebsverfassungsgesetzes die Arbeitnehmer, denen gekündigt werden soll, in einem Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat namentlich bezeichnet, so wird vermutet, dass die Kündigung durch dringende betriebliche Erfordernisse im Sinne des Absatzes 2 bedingt ist. [2] Die soziale Auswahl der Arbeitnehmer kann nur auf grobe Fehlerhaftigkeit überprüft werden. [3] Die Sätze 1 und 2 gelten nicht, soweit sich die Sachlage nach Zustandekommen des Interessenausgleichs wesentlich geändert hat. [4] Der Interessenausgleich nach Satz 1 ersetzt die Stellungnahme des Betriebsrates nach § 17 Abs. 3 Satz 2.
[1. Januar 1999–1. Januar 2004]
[6. Juli 1976/9. Juli 1976–1. Oktober 1996]
[1. April 1974–6. Juli 1976/9. Juli 1976]
[16. Januar 1972/19. Januar 1972–1. April 1974]
[1. September 1969–16. Januar 1972/19. Januar 1972]
[11. August 1951/14. August 1951–1. September 1969]
1. 11. August 1951/14. August 1951: § 26 Abs. 1 S. 1 des Gesetzes vom 10. August 1951.
2. 6. Juli 1976/9. Juli 1976: Artt. 1, 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1976.
3. 1. April 1974: §§ 114 Nr. I, 119 S. 1 des Gesetzes vom 15. März 1974.
4. 1. Januar 2004: Artt. 1 Nr. 1 Buchst. a Doppelbuchst. aa, 5 des Zweiten Gesetzes vom 24. Dezember 2003.
5. 1. Januar 2004: Artt. 1 Nr. 1 Buchst. a Doppelbuchst. bb, 5 des Zweiten Gesetzes vom 24. Dezember 2003.
6. Anmerkung des Herausgebers: Der Wortlaut weicht von der Bekanntmachung vom 25. August 1969, Bundesgesetzblatt Teil I 1969 Nummer 83 vom 27. August 1969 Seite 1317-1322, ab, weil an Art. 7 S. 1 Nr. 2, S. 2 des Gesetzes vom 14. August 1969 als Rechtsgrundlage für die dortige Redigierung Zweifel bestehen.
7. 1. Januar 2004: Artt. 1 Nr. 1 Buchst. b, 5 des Zweiten Gesetzes vom 24. Dezember 2003.
8. 1. Januar 2004: Artt. 1 Nr. 1 Buchst. c, 5 des Zweiten Gesetzes vom 24. Dezember 2003.
Umfeld von § 1 KSchG
§ 1a KSchG. Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung