Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/teilwertabschreibung.html
Timestamp: 2017-09-22 17:04:02
Document Index: 194207210

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 5', '§ 5', '§ 247', '§ 6']

Lexikon Steuer: Teilwertabschreibung
> Teilwertabschreibung
Für eine Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert besteht steuerrechtlich ein Wahlrecht. Dieses gibt es sowohl für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens ( § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG ) als auch für nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens ( § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG ) nur, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist (siehe Abschnitt 2).
Für Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, sowohl abnutzbare als auch nicht abnutzbare, besteht handelsrechtlich bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ein Gebot, diese auf den niedrigeren Wert abzuschreiben ( § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB ).
Für Finanzanlagen besteht handelsrechtlich auch bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung ein Wahlrecht, sie auf den niedrigeren Wert abzuschreiben ( § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB )
Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens müssen handelsrechtlich immer auf den niedrigeren Wert abgeschrieben werden ( § 253 Abs. 4 Sätze 1 und 2 HGB ).
Hieraus wird gefolgert, es bestehe für die Steuerbilanz ein von der handelsrechtlichen Regelung unabhängiges Wahlrecht für den Ansatz des Teilwerts (Theile, C., Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, 2. Auflage, Herne 2009, S. 25 und DStR, Beihefter zu Heft 18/2009, S. 27). Der Bundesrat gab in seiner Stellungnahme zum Regierungsentwurf des BilMoG zu bedenken, es ergebe sich nicht klar aus der Gesetzesfassung von § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG , ob das handelsrechtliche Abschreibungsgebot bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auch in der Steuerbilanz zu einer Teilwertabschreibung zwinge, BR-Drs. 344/08, Seite 12).
Diesen Bedenken hat sich die Bundesregierung nicht angeschlossen. Aus der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz ergebe sich vielmehr auch für die Steuerbilanz ein Abschreibungsgebot bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung (BR-Drs. 344/08, 04.07.2008, S. 12, zu Artikel 3 Nr. 1 Buchstabe a ( § 5 Abs. 1 EStG )).
Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens sind nicht wie die Anlagegegenstände ( § 247 Abs. 2 HGB ) dazu bestimmt, dem Betrieb auf Dauer zu dienen. Sie werden vielmehr für den Verkauf oder Verbrauch gehalten. Daher kommt dem Zeitpunkt der Veräußerung oder Verwendung für die Bestimmung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung eine besondere Bedeutung zu.
Zuschreibung auf den höheren Teilwert
Der höhere Wert wird angesetzt, es sei denn, der Unternehmer weist nach, dass ein niedrigerer Teilwert angesetzt werden kann ( § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4, Nr. 2 Satz 3 EStG ). Der Unternehmer hat daher für die Beibehaltung des niedrigeren Teilwerts die Darlegungs- und Beweislast. Macht er nicht geltend und weist er das auch nicht nach, dass die Gründe für die Teilwertabschreibung fortbestehen, dann ist ohne Weiteres von dem höheren Wert auszugehen. Das bedeutet: Wird weiterhin in der Steuerbilanz der niedrigere Teilwert fortgeführt, ist die Steuerbilanz unrichtig.