Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=24%20W%20(pat)%20121/05
Timestamp: 2019-04-22 09:08:23
Document Index: 149752873

Matched Legal Cases: ['§ 8', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH']

BPatG, 09.01.2007 - 24 W (pat) 121/05 - dejure.org
§ 8 MarkenG; Art. 3 GG
Anmeldung der Bezeichnung "Papaya" als Marke; Eintragung von Bezeichnungen von Lebensmitteln oder Speisezutaten für Dienstleistungen als Marke; Unverbindlichkeit früherer Markeneintragungen
Wortzeichen "Papaya" wegen Vorliegens absoluter Schutzhindernisse nicht als Marke eintragungsfähig
Kurznachricht zu "Anmerkung zu den Beschlüssen des BPatG vom 18.10.2006 (Az.: 29 W (pat) 13/06) u. 09.01.2006 (Az.: 24 W (pat) 121/05) (Selbstbindung des Eintragungsamtes)" von Dr. Emil Schwippert, original erschienen in: GRUR 2007, 329 - 338.
GRUR 2007, 333
Dies entspricht auch der ständigen Rechtsprechung des Bundespatentgerichts und des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH GRUR 2008, 1093, Tz. 18 - Marlene-Dietrich-Bildnis I; BPatG GRUR 2007, 333 - Papaya mit ausführlicher Begründung und mit zahlreichen Literatur- und Rechtsprechungsnachweisen).
(pat) 121/05, GRUR 2007, 333) einen hinreichend engen Bezug zwischen der Bezeichnung einer Frucht und den Dienstleistungen "Restaurantbetrieb; Einzelhandelsdienstleistungen im Bereich der Fertiggerichte; Catering für Veranstaltungen, mit und ohne Servicepersonal" und führt aus: "Dass das Wort "Papaya" insoweit die Art oder Beschaffenheit der im Rahmen der Dienstleistungen angebotenen Speisen näher spezifiziert und nicht Art und Wesen der Dienstleistungen selbst, steht der Annahme einer beschreibenden Angabe nicht entgegen.
Die höchstrichterliche Rechtsprechung sowohl des Bundesgerichtshofes als auch des Europäischen Gerichtshofes geht davon aus, dass die Schutzfähigkeit einer neu angemeldeten Marke bezogen auf den konkreten Einzelfall und ausschließlich anhand der gesetzlichen Bestimmungen zu prüfen ist, die insoweit keinen Ermessensspielraum vorsehen; einer vorgängigen Amtspraxis kommt damit keine entscheidende Bedeutung zu (BGH GRUR 2008, 1093, 1095 [Nr. 18] - Marlene-Dietrich-Bildnis; EuGH MarkenR 2009, 478, 484 [Nr. 57] - American Clothing/HABM, jeweils m. w. N.; zusammenfassend BPatG GRUR 2007, 333, 335 - Papaya).
(s. insbesondere Beschluss des BGH vom 24.4.2008, I ZB 21/06 -Marlene-Dietrich-Bildnis, Rn 18; BlPMZ 2009, 21; GRUR 2008, 1093; MarkenR 2008, 499; und Beschluss des BPatG vom 9.1.2007, 24 W (pat) 121/05 -Papaya; GRUR 2007, 333; MarkenR 2007, 88; Mitt.
Marlene-Dietrich-Bildnis; BPatG GRUR 2007, 333 -Papaya mit ausführlicher Begründung und zahlreichen Literaturund Rechtsprechungsnachweisen).
Dies zum einen durch die ständige Rechtsprechung der nationalen Gerichte, wonach grundsätzlich keine Bindung an Voreintragungen besteht und jedes Verfahren nach den Grundsätzen der Beurteilung als Einzelfall zu erfolgen hat BGH GRUR 1989, 420, 421 - KSÜD; GRUR 1995, 410, 411 - TURBO; GRUR 1997, 527, 529 - Autofelge; BPatG GRUR 2007, 333, 336 - Papaya).
Soweit sich die Anmelderin schließlich darauf beruft, dass sowohl das DPMA wie auch das HABM das Wort "Rapido" für unterschiedliche Waren und Dienstleistungen eingetragen hat (so u. a. die deutschen Wortmarken Nr. 398 15 112 für Waren/Dienstleistungen der Klassen 31 und 39; Nr. 304 00 556 für Waren der Klassen 5 und 31; Nr. 1 043 794 für Waren der Klasse 11; Nr. 301 56 443 für Waren der Klassen 6 und 20 sowie die Gemeinschaftsmarken (Wortmarken) Nr. 4 861 118 für Waren der Klasse 16 und Nr. 3 103 694 für Waren der Klassen 29 und 30), ist darauf hinzuweisen, dass Voreintragungen identischer oder vergleichbarer Marken in Deutschland und/oder in Mitgliedsstaaten der EU für die Beurteilung der Schutzfähigkeit nachträglich angemeldeter Marken durch das DPMA bzw. das Bundespatentgericht keinerlei verbindliche Bedeutung haben (vgl. BGH GRUR 1997, 527, 529 "Autofelge"; BlPMZ 1998, 248, 249 "Today"; BPatG GRUR 2007, 333, 335 ff. "Papaya"; BPatG BlPMZ 2007, 236, 237 ff. "CASHFLOW"; EuGH GRUR 2004, 428, 431 f. (Nr. 59-65) "Henkel"; GRUR 2006, 229, 231 (Nr. 47-49) "BioID"; GRUR 2006, 233, 235 f. (Nr. 48-49) "Standbeutel").
Aus dem Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 GG kann daher im markenrechtlichen Verfahren im Hinblick auf vorhergehende Eintragungen oder Zurückweisungen kein Anspruch auf Eintragung oder auf Löschung abgeleitet werden (st. Rspr., vgl. EuGH MarkenR 2009, 201, 203 Schwabenpost;… EuGH a. a. O. - BioID, S. 1015; EuGH MarkenR 2006, 19, 22 Standbeutel; BGH GRUR 2006, 333, 337 f. - Marlene Dietrich; BPatG GRUR 2007, 333, 335 - Papaya).