Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F13-11-2000-2A-381-2000
Timestamp: 2016-10-24 18:23:38
Document Index: 351096090

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 100', 'e contrario', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 16', 'Art. 11', 'Art. 16', 'Art. 104', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 36', 'Art. 156']

2A.381/2000 (13.11.2000)
2A.381/2000/bol
II. �ffentlichrechtlichen Abteilung, Hartmann, M�ller und
A.________, geb. ***** 1979, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Martin Ramisberger, Sternenplatz, Postfach 114, Nussbaumen,
Fremdenpolizei des Kantons Aargau, Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau,
Ausweisung, hat sich ergeben:
A.- Der 1979 geborene, aus dem Kosovo stammende A.________ reiste am 4. April 1994 im Alter von knapp 15 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein.
Seit April 1997 besitzt er die Niederlassungsbewilligung. Am 2. Dezember 1998 verurteilte das Jugendgericht Brugg A.________ wegen Vergewaltigung sowie mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zu sieben Monaten Einschliessung unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs.
Mit Verf�gung vom 26. August 1999 wies die Fremdenpolizei des Kantons Aargau A.________ f�r die Dauer von f�nf Jahren aus der Schweiz aus; am 3. Dezember 1999 wies sie die dagegen erhobene Einsprache ab und �nderte zudem die angefochtene Verf�gung insoweit ab, als sie A.________ f�r unbestimmte Zeit aus der Schweiz auswies. Diesen Einspracheentscheid focht A.________ erfolglos beim Rekursgericht f�r Ausl�nderrecht des Kantons Aargau (im Folgenden: Rekursgericht) an.
B.- Gegen den Entscheid des Rekursgerichts hat A.________ am 1. September 2000 beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und von einer Ausweisung abzusehen.
Die Fremdenpolizei des Kantons Aargau verzichtet auf eine Vernehmlassung und verweist auf die Erw�gungen des angefochtenen Entscheids. Das Rekursgericht sowie das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen beantragen, die Beschwerde abzuweisen.
1.- Gegen die sich auf Art. 10 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142. 20) st�tzende Ausweisungsverf�gung ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 OG e contrario; BGE 114 Ib E. 1a S. 2).
2.- Gem�ss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausl�nder aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung soll jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umst�nden angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausl�nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. M�rz 1949 zum Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder, ANAV; SR 142. 201). Die Frage, ob die Ausweisung im Sinne der Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV "angemessen", d.h. verh�ltnism�ssig sei, ist eine Rechtsfrage, die vom Bundesgericht im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde frei �berpr�ft wird (Art. 104 lit. a OG). Dem Bundesgericht ist es jedoch verwehrt, sein eigenes Ermessen - im Sinne einer �berpr�fung der Zweckm�ssigkeit (Opportunit�t; vgl. BGE 116 Ib 353 E. 2b) der Ausweisung - an die Stelle desjenigen der zust�ndigen kantonalen Beh�rde zu setzen (BGE 125 II 105 E. 2a S. 107, mit Hinweisen).
3.- a) Je l�nger ein Ausl�nder in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen sind grunds�tzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu ber�cksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausl�nder in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausl�nder, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausl�nder der "zweiten Generation"), ist eine Ausweisung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies f�r Ausl�nder, die - wie der Beschwerdef�hrer - erst als Kind oder Jugendlicher in die Schweiz gelangt sind (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523 f., mit Hinweisen). Die Ausweisung ist im �brigen eher zul�ssig, wenn der Ausl�nder, obwohl er seit l�ngerer Zeit in der Schweiz wohnt, sich nicht integriert hat, haupts�chlich mit Landsleuten zusammen ist und enge Beziehungen zu seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence r�cente du Tribunal f�d�ral en mati�re de police des �trangers, in RDAF 53/1997, S. 314, mit Hinweisen). Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren Bet�ubungsmitteldelikten, besteht ein wesentliches �ffentliches Interesse an einer Ausweisung (BGE 122 II 433 E. 2c S. 436).
b) Die vom Beschwerdef�hrer begangenen Straftaten wiegen schwer: mehrmals bel�stigte der Beschwerdef�hrer seine Cousine sexuell, indem er sie gegen ihren Willen ber�hrte; im Herbst 1996 vergewaltigte er das damals 14-j�hrige M�dchen. Dass er daf�r eine relativ milde Strafe erhalten hat, verdankt er unter anderem seinem jugendlichen Alter, was aber an der Schwere der Straftat nichts �ndert. Nach einer Verurteilung wegen Vergewaltigung ist das �ffentliche Interesse an einer Ausweisung derart gewichtig, dass sich ein Verbleib des Ausl�nders in der Schweiz nur in Ausnahmef�llen rechtfertigen l�sst. Ein solcher liegt hier nicht vor, auch wenn f�r den noch jungen Beschwerdef�hrer eine R�ckkehr in den Kosovo, insbesondere wegen der Trennung von seiner Familie und seiner Freundin, die er bald h�tte heiraten wollen, hart sein wird.
c) Der Beschwerdef�hrer k�nnte auch aus einem allf�lligen, aus Art. 8 EMRK fliessenden Anspruch auf Achtung des Familien- bzw. des Privatlebens nichts zu seinen Gunsten ableiten, da ein solcher Eingriff nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorliegend gerechtfertigt ist.
4.- Die Beschwerde ist nach dem Gesagten offensichtlich unbegr�ndet. Es kommt das vereinfachte Verfahren gem�ss Art. 36a OG zur Anwendung, was es erlaubt, erg�nzend auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG).
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Fremdenpolizei und dem Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau sowie dem Bundesamt f�r Ausl�nderfragen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 13. November 2000