Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=04.10.1990&Aktenzeichen=8%20C%201.89
Timestamp: 2019-10-17 12:00:52
Document Index: 278667779

Matched Legal Cases: ['§ 131', '§ 15', '§ 131', '§ 131', '§ 15', '§ 131', '§ 133', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 133', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 17', '§ 131', '§ 131']

BVerwG, 04.10.1990 - 8 C 1.89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,1212
BVerwG, 04.10.1990 - 8 C 1.89 (https://dejure.org/1990,1212)
BVerwG, Entscheidung vom 04.10.1990 - 8 C 1.89 (https://dejure.org/1990,1212)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Januar 1990 - 8 C 1.89 (https://dejure.org/1990,1212)
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BauGB § 131 Abs. 1; BauNVO § 15 Abs. 1 Satz 2
Bürgerlich-rechtlicher Grundstücksbegriff - Grundbuchrechtlicher Grundstücksbegriff - Abweichung vom grundbuchrechtlichen Grundstücksbegriff - Unbebaubarkeit eines Grundstücks aufgrund dessen Größe - Beitragspflichtigkeit von Grundstücken - Angehörigkeit eines ...
VG Oldenburg, 09.01.1987 - 1 A 229/85
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 19.09.1988 - 9 A 35/87
NVwZ 1991, 484
ZMR 1991, 35
BauR 1991, 77
Der in dieser Weise einem Grundstück vermittelte Erschließungsvorteil rechtfertigt den Ausgleich durch den Erschließungsbeitrag (…vgl. BVerwG, Urteile vom 27. Juni 1985 a.a.O. S. 365 und vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG/BauGB Nr. 83 S. 54).
Ein Grundstück wird durch eine Anbaustraße erschlossen, wenn ihm durch diese Straße eine Bebaubarkeit oder eine erschließungsbeitragsrechtlich gleichstehende Nutzbarkeit vermittelt wird, und es ist erschlossen nur, soweit diese Voraussetzung vorliegt (BVerwG, U.v. 4.10.1990 - 8 C 1.89 - KStZ 1991, 31/32).
Daß der Beitragsbescheid dem Grunde nach rechtmäßig ist und daß insbesondere bei der Berechnung des Beitrags zu Recht die gesamte Grundstücksfläche berücksichtigt wurde, hat das Berufungsgericht unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG/BauGB Nr. 83 S. 51 …und vom 22. April 1994 - BVerwG 8 C 18.92 - Buchholz a.a.O. Nr. 91 S. 1 ) zutreffend entschieden.
Ob derartige Belästigungen, wie sie hier in erster Linie in Betracht kommen, die Grenze der Unzumutbarkeit überschreiten, läßt sich ausschließlich nach Maßgabe der konkreten Lage des Einzelfalls beurteilen (Urteil vom 4. Oktober 1990, a.a.O. S. 54).
Darin liegt eine Verletzung des § 15 BauNVO und damit von materiellem Bundesrecht (vgl. Urteil vom 4. Oktober 1990 a.a.O.).
Bauplanungsrecht - Erschließungsbeitragsrecht, Begriff des Erschlossensein eines …
»Das Erschlossensein (§ 131 Abs. 1 Satz 1 BauGB) eines Grundstücks setzt u.a. voraus, daß dieses Grundstück im insoweit maßgeblichen Zeitpunkt des Entstehens der sachlichen Erschließungsbeitragspflichten (§ 133 Abs. 2 BauGB) grundsätzlich, d.h. von ausräumbaren Hindernissen abgesehen, bebaubar oder erschließungsbeitragsrechtlich vergleichbar nutzbar ist (im Anschluß u.a. an Urteil vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG Nr. 83 S. 51 [53 f.]).
Auszugehen ist davon, daß ein Grundstück durch eine Anbaustraße im Sinne des § 131 Abs. 1 Satz 1 BauGB erschlossen wird, wenn ihm durch diese Straße entweder eine Bebaubarkeit oder eine der Bebaubarkeit erschließungsbeitragsrechtlich gleichstehende Nutzbarkeit vermittelt wird (u.a. Urteil vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG Nr. 83 S. 51 [53 f.] m.w.N.).
Die Anführung von insgesamt sechs Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (Urteile vom 27. Juni 1985 - BVerwG 8 C 30.84 BVerwGE 71, 363, vom 3. Februar 1989 - BVerwG 8 C 78.88 Buchholz 406.11 § 131 BBauG Nr. 79 S. 27, vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz a.a.O. Nr. 83 S. 51, vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 56.89 - BVerwGE 88, 53, vom 25. Februar 1994 - BVerwG 8 C 14.92 - BVerwGE 95, 176 …und vom 1. März 1996 - BVerwG 8 C 26.94 - Buchholz a.a.O. Nr. 101 S. 66) und der daraus angeblich herzuleitenden ständigen Rechtsprechung genügt den Anforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO nicht.
Schließlich hat das Bundesverwaltungsgericht in dem Urteil vom 4. Oktober 1990 (a.a.O.) unter erneuter Betonung des dargelegten allgemeinen Grundsatzes ausgeführt, kennzeichnend für Ausnahmen von diesem Grundsatz sei in beplanten Gebieten, daß "ausschließlich planerische Bestimmungen ..., nicht aber auch aufgrund tatsächlicher Verhältnisse mehr oder weniger naheliegende Schlußfolgerungen die Zuordnung einer bestimmten Teilfläche eines Grundstücks zu einer bestimmten Anbaustraße und in der weiteren Folge die Annahme einer entsprechenden Begrenzung der Erschließungswirkung einer Anlage zu begründen vermögen".
Das trifft zu - erstens - bei besonders tiefen (namentlich landwirtschaftlich genutzten) Grundstücken in unbeplanten Gebieten (vgl. zur Zulässigkeit einer sog. Tiefenbegrenzung u. a. Urteil vom 4. Mai 1979 - BVerwG 4 C 54.76 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG Nr. 29 S. 53) oder beplanten Gebieten, die von einer bestimmten Tiefe an nicht mehr der abzurechnenden Anbaustraße wegen bebaubar (vgl. dazu Urteil vom 4. Oktober 1990 - BVerwG 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG/BauGB Nr. 83 S. 51 [54 f.]) oder erschließungsbeitragsrechtlich vergleichbar nutzbar sind, sowie - zweitens - auf Fälle, in denen sich bei einer durch Anbaustraßen bewirkten Mehrfacherschließung die Erschließungswirkung einer Anbaustraße erkennbar eindeutig auf eine Teilfläche beschränkt (…vgl. u.a. Urteil vom 27. Juni 1985 - BVerwG 8 C 30.84 - a.a.O. S. 366 f.).
vgl. BVerwG, Urteile vom 16. April 1971 - IV C 82.69 -, BVerwGE 38, 35, 36 vom 20. Juni 1973 - IV C 62.71 -, BVerwGE 42, 269 = juris Rn. 15, vom 27. Juni 1985 - 8 C 30.84 -, BVerwGE 71, 363 = juris Rn. 11, vom 4. Oktober 1990 - 8 C 1.89 -, Buchholz 406.11 § 131 BBauG/BauGB Nr. 83 = juris Rn. 22, und vom 26. November 2003 - 9 C 2.03 -, BRS 75 Nr. 21 = juris Rn. 26.
Dementsprechend ist eine Beschränkung der Erschließungswirkung auf einen Teilbereich eines Grundstücks denkbar bei besonders tiefen Grundstücken in unbeplanten Gebieten (vgl. u.a. BVerwG Urteile vom 4. Mai 1979 - 4 C 54.76 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG Nr. 29 S. 53 und vom 23. August 1996 8 C 34/94;… a.A. Driehaus, Erschließungs- und Ausbaubeiträge, 6. Auflage, § 17 Rdnrn. 27ff) oder bei solchen Grundstücken in beplanten Gebieten, die von einer bestimmten Tiefe an nicht mehr der abzurechnenden Anbaustraße wegen bebaubar (vgl. dazu BVerwG Urteil vom 4. Oktober 1990 - 8 C 1.89 - Buchholz 406.11 § 131 BBauG/BauGB Nr. 83 S. 51 ) oder erschließungsbeitragsrechtlich vergleichbar nutzbar sind.
Entsprechendes gilt, wenn ein übergroßes Grundstück zwei ihrem Charakter nach völlig unterschiedlichen Baugebieten angehört und der Bebauungsplan die Teilflächen an verschiedene Anbaustraßen anbindet (BVerwG, Urteil vom 4.10.1990 - 8 C 1.89 - KStZ 1991, 31).
VGH Bayern, 19.12.2008 - 6 B 06.2751
Erschließungsbeitragsrecht; planerische Festsetzungen; keine Erschließung; …
Ein Grundstück ist durch eine Anbaustraße im Sinne von § 131 Abs. 1 BauGB erschlossen, wenn ihm durch die Straße entweder eine Bebaubarkeit oder eine der Bebaubarkeit erschließungsbeitragsrechtlich gleichstehende Nutzung vermittelt wird (vgl. z.B. BVerwG vom 4.10.1990 Az. 8 C 1/89).
Drängen etwa (ausschließlich) planerische Bestimmungen den Eindruck auf, bei einem einzelnen Buchgrundstück handle es sich ungeachtet der formal fehlenden Trennung planerisch eindeutig um zwei voneinander vollauf unabhängige Grundstücke, ist dies auch bei der "Erschließungswirkung" zu berücksichtigen (vgl. BVerwG vom 4.10.1990 NVwZ 1991, 484 = BayGT 1991, 18 = KStZ 1991, 31).
VGH Bayern, 19.12.2008 - 6 B 06.2750
Erschließungsbeitrag; Vorausleistung; planerische Festsetzungen; keine …
OVG Nordrhein-Westfalen, 29.07.1994 - 3 B 935/93
Erschließungsbeitragsbescheid; Festsetzungsbetrag für Buchgrundstücke; …
Erschließungsbeitrag; Bebauungsplan; Parkanlage; Heranziehungsbescheid; …
VG Dessau, 25.02.2004 - 2 A 29/02