Source: https://ra-iven.de/ratgeber_befristungarbeitsvertrag.html
Timestamp: 2020-02-20 02:02:51
Document Index: 15495803

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 15', '§ 15']

Zum befristeten Arbeitsvertrag - Rechtsanwalt René Iven
Zum befristeten Arbeitsvertrag
Befristungen im Arbeitsrecht
Vom Gesetzgeber war er eigentlich nur als Anreiz zum Einstieg oder zur Rückkehr ins Berufsleben gedacht: Der befristete Arbeitsvertrag. Tatsächlich nutzen Arbeitgeber ihn hauptsächlich, um Arbeitsverhältnisse flexibler zu gestalten. Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen sollten.
Wann liegt ein Sachgrund vor?
Rechte des Arbeitsnehmers und Kündigung
Wegfall der Befristung
Ohne Sachgrund darf ein befristeter Arbeitsvertrag maximal auf 2 Jahre befristet sein. Innerhalb der 2 Jahre darf der Vertrag nur dreimal verlängert werden (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Ausnahmen von der Höchstfrist gelten u.a. für Startups und ältere Arbeitnehmer über 52 Jahre.
Weiterhin darf mit demselben Arbeitgeber nicht bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden haben. Ein Heimarbeitsverhältnis gilt nicht als Arbeitsverhältnis i.S. des § 14 Abs. 2 TzBfG (BAG, Urt. v. 24.08.2016; Az. 7 AZR 342/14).
Ein befristeter Arbeitsvertrag mit Sachgrund ist keiner zeitlichen Obergrenze unterworfen. Kettenbefristungen können allerdings im Einzelfall auch bei Vorliegen eines Sachgrundes rechtsmissbräuchlich sein. In jedem Fall muss die Befristung - ob mit oder ohne Sachgrund - schriftlich vereinbart werden(§ 14 Abs. 4 TzBfG).
Sachgründe sind z.B. nur vorübergehender Bedarf oder die notwendige Vertretung nach längerfristigem Ausfall eines Mitarbeiters(§ 14 Abs. 1 TzBfG).
Befristete Arbeitnehmer haben die gleichen Rechte wie die unbefristet beschäftigten Arbeitnehmer. Enthält der Arbeitsvertrag keine anderweitige Regelung, gibt es für die Parteien allerdings keine Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung(§ 15 Abs. 3 TzBfG). Zudem genießen z.B. Schwangere keinen besonderen Schutz, wenn der Arbeitsvertrag während der Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung ausläuft.
Ist der Arbeitnehmer der Ansicht, das eine Befristung unzulässig ist, muss er binnen 3 Wochen Klage vor dem Arbeitsgericht erheben. Unterliegt der Arbeitgeber, wandelt sich das Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis um. Wird die Arbeit nach Ablauf der Befristung widerspruchslos fortgesetzt, ohne dass der Arbeitsvertrag verlängert wurde, entsteht ebenfalls ein unbefristetes Arbeitsverhältnis (§ 15 Abs. 5 TzBfG).
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