Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2094/02
Timestamp: 2019-06-27 07:27:56
Document Index: 4449281

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 11', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 11', 'Art. 90', 'Art. 5', 'BGH', '§ 3', '§ 4', 'BGH', '§ 1', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 90', '§ 11', '§ 11', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'Art. 90', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: I ZR 94/02 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 20.11.2008 | BGH, 21.04.2005 | BGH, 21.07.2005
https://dejure.org/2005,1042
BGH, 21.07.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,1042)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,1042)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,1042)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,1042) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
HumanarzneimittelRL - Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel (ABl. EG N... r. L 311 v. 28. 11. 2001, S. 67 ff.); HeilmittelwerbeG § 11 Abs. 1 Nr. 11, 13
§ 11 HeilmittelwerbeG
Werbung mit einer "Auswertung Konsumentenbefragung" als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht; Werbeverbot auf dem Gebiet von Heilmitteln; Zulässigkeit von Verlosungen zu Werbezwecken im Bereich von Heilmitteln; Mindestanforderungen an die Werbung von Arzneimitteln
Werbung für ein als Arzneimittel registriertes Ginseng-Präparat; Antrag auf Unterlassung einer Werbeaussage auf der Internet-Homepage des Herstellers hinsichtlich unzulässiger Werbung mit den Anwendungsgebieten Krebs und Herzinfarkt; Verstoß gegen das Irreführungsverbot des § 3 S. 2 Nr. 1 Heilmittelwerbegesetz (HWG)
"Konsumentenbefragung"; Grenzen der Arzneimittelwerbung
"Ginseng-Präparate"
Verstoß einer Internetwerbung (Homepagewerbung) für ein als Arzneimittel registriertes Ginseng-Präparat gegen das Irreführungsverbot des § 3 Heilmittelwerbegesetzes (HWG). Verstoß gegen Vorschriften des Heilmittelwerbegesetzes Wettbewerbsbeeinträchtigung im Sinne des § 3 UWG. § 3 Satz 1 und 2 Nr. 1 HWG, § 3 UWG
Glaubenswerbung bei Arzneimitteln unzulässig
Unlautere Werbung für Ginseng-Präparat
Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens (Heilmittelwerbegesetz), § 11
NJW 2006, 800 (Ls.)
GRUR 2005, 1067
EuZW 2006, 224 (Ls.)
Soweit nach dem Teilurteil des Senats vom 21. Juli 2005 (I ZR 94/02, WRP 2005, 1519 - Ginseng-Präparat) im Revisionsverfahren noch von Bedeutung, hat er vor dem Landgericht beantragt,.
Mit Beschluss vom 21. Juli 2005 hat der Senat dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften folgende Fragen gestellt (GRUR 2005, 1067 = WRP 2005, 1515 - Konsumentenbefragung I):.
2. Für den Fall, dass die Vorschriften der Richtlinien 2001/83/EG und 92/28/EWG, die die Bezugnahme auf Äußerungen fachunkundiger Dritter betreffen, nicht nur einen Mindeststandard setzen, hat der Senat im Vorlagebeschluss vom 21. Juli 2005 die Frage gestellt, ob eine i.S. des Art. 90 lit. j der Richtlinie 2001/83/EG, Art. 5 lit. j der Richtlinie 92/28/EWG missbräuchliche oder irreführende Bezugnahme auf eine Gesundheitsbescheinigung allein schon deswegen vorliegen kann, weil die positive Gesamtbeurteilung nicht den einzelnen zuvor in der Werbung dargestellten Anwendungsgebieten zuzuordnen ist (BGH GRUR 2005, 1067, 1070 - Konsumentenbefragung I).
Bei § 3 HWG handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten i. S. des § 4 Nr. 11 UWG zu regeln (BGH, Urteil vom 21. Juli 2005 - I ZR 94/02 - Ginseng-Päparat, juris Rn. 24; Senat…, Urteil vom 4. Oktober 2012 - 13 U 36/12, juris Rn. 16).
Dementsprechend stellt der Verstoß der Beklagten gegen diese Bestimmung zugleich ein i.S. des § 1 UWG a.F. wettbewerbswidriges und gemäß §§ 3, 4 Nr. 11 UWG unlauteres und auch unzulässiges Marktverhalten dar (vgl. BGH, Urt. v. 21.7.2005 - I ZR 94/02, BGH-Rep 2006, 666 - Ginseng-Präparat [zu § 3 HWG]; BGHZ 167, 91 Tz. 37 - Arzneimittelwerbung im Internet [zu § 3a HWG];… MünchKomm.UWG/Schaffert, § 4 Nr. 11 Rdn. 209 m.w.N.).
In eben diesen Sinne hat auch der BGH zu Recht angenommen, eine Gemeinschafts-Richtlinie setze immer einen Höchststandard, sofern nicht ausdrücklich gesagt werde, dass nur ein Mindeststandard geregelt werde und dem nationalen Gesetzgeber vorbehalten bleibe, strengere Vorschriften gelten zu lassen (BGH GRUR 2005, 1067 - Konsumentenbefragung).
Allerdings erwartet der informierte und aufmerksame Durchschnittsverbraucher, auf dessen Verständnis es ankommt (vgl. BGH, Teilurteil vom 21.07.2005 - I ZR 94/02 = BGHReport 2006, 666, 667 - Ginseng-Präparat), bei einer derartigen Arzneimittelbezeichnung unter Berücksichtigung der Indikationsangaben auf der Umverpackung (Anlage A 2) "Bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen", dass es sich um ein Arzneimittel handelt, das bei Sodbrennen bzw. saurem Aufstoßen eine Besserung akuter Beschwerden in einem angemessenen Zeitraum bewirkt; eine Angabe zu einer sehr schnellen ("akuten") Wirkung in dem vom Antragsteller behaupteten Sinn wird der genannte Durchschnittsverbraucher dem Bezeichnungsbestandteil "akut" indes nicht entnehmen.
Ein Verstoß gegen die Vorschriften des HWG unterfällt § 4 Nr. 11 UWG (BGH LRE 52, 302 [juris Tz. 24] - Ginseng-Präparat ; je zu § 3 a HWG: BGH WRP 2008, 1335 [Tz. 34] - Amlodipin ; GRUR 2006, 513 [Tz. 37] - Arzneimittelwerbung im Internet ) und ist grundsätzlich geeignet, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber und der Verbraucher nicht nur unerheblich zu beeinträchtigen (§ 3 UWG;… BGH a.a.O. [juris Tz. 24] - Ginseng-Präparat ;… a.a.O. [Tz. 34] - Amlodipin ).
Tatsächlich entnimmt der informierte und aufmerksame Adressat (vgl. hierzu BGH Teil-U. v. 21.07.2005 - I ZR 94/02 - Ginseng-Präparat ;… Reinhart a.a.O. 380) diesen Aussagen die konkreten Wirkungsangaben hinsichtlich Zellwachstum und Leberzellenschutz vor Giftstoffen.
Ein Verstoß gegen die Vorschriften des Heilmittelwerbegesetzes, die auch dazu bestimmt sind, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln (§ 4 Nr. 11 UWG), ist grundsätzlich geeignet, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber und der Verbraucher nicht nur unerheblich zu beeinträchtigen (§ 3 UWG; BGH Teil-U. v. 21.07.2005 - I ZR 94/02 [II 2] - Ginseng-Präparat ).
LG Hamburg, 03.03.2006 - 312 O 640/05
Heilmittelwerbung: Zulässigkeit der Übersendung allgemeiner Produktlisten an …
LG Itzehoe, 17.02.2006 - 3 O 46/06
Wettbewerbswidrige Werbung für Arzneimittel: Preisausschreiben in Fachkreisen; …
https://dejure.org/2008,1831
BGH, 20.11.2008 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2008,1831)
BGH, Entscheidung vom 20.11.2008 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2008,1831)
BGH, Entscheidung vom 20. November 2008 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2008,1831)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,1831) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel Art. 90 lit. c und j; HeilmittelwerbeG § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 11
Voraussetzungen eines Verbots von Publikumswerbung für Arzneimittel mit Äußerungen Dritter oder mit Hinweisen auf solche Äußerungen; Vereinbarkeit des § 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 11 Heilmittelwerbegesetz (HWG) mit dem Gemeinschaftsrecht
"Konsumentenbefragung II"; Gemeinschaftsrechtskonforme Einschränkung des Verbots der Publikumswerbung für Arzneimittel
Publikumswerbung für Arzneimittel mit Äußerungen Dritter
Medikamente dürfen auch durch Konsumentenbefragungen beworben werden
Medikamenten-Werbung mit Konsumentenbefragung grundsätzlich erlaubt
Werbung für Arzneimittel mit Konsumentenbefragung ist zulässig
NJW-RR 2009, 473
GRUR 2009, 179
GRUR Int. 2009, 524
EuZW 2009, 306
Dementsprechend war schon § 11 Abs. 1 Nr. 11 HWG a. F. jedenfalls bei Arzneimitteln richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass eine Publikumswerbung für Arzneimittel mit Äußerungen Dritter oder mit Hinweisen auf solche Äußerungen nur dann unzulässig ist, wenn sie in missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt (BGH, GRUR 2009, 179 Rn. 12 - Konsumentenbefragung II).
Die vollständige Harmonisierung im Bereich der Arzneimittelwerbung (vgl. BGH, GRUR 2009, 179 [Tz. 12] - Kundenbefragung II; 2009, 1082 [Tz. 23] - DeguSmiles & more; EuGH, GRUR 2008, 267, 269 [Tz. 39] - Gintec) steht diesem Verständnis nicht entgegen.
In Bezug auf die Werbung von Arzneimittel bedeutet dies, dass wegen des sonst eintretenden Verstoßes gegen Gemeinschaftsrecht in der Öffentlichkeitswerbung für Arzneimittel ÄußeSn Dritter nur dann verboten werden dürfen, wenn diese sich in willkürlicher, abstoßender oder irreführender Weise auf Genesungsbescheinigungen beziehen (EUGH, GRUR 2008, 267, dem folgend BGH, GRUR 2009, 179).
Dies zeigt etwa die - bisher nicht in deutsches Recht umgesetzte - Vorschrift des Art. 90 lit. c) Gemeinschaftskodex, welche einen formal ausgestalteten abstrakten Gefährdungstatbestand enthält (vgl. BGH GRUR 2009, 179, 181).
Mit dem HansOLG Hamburg a.a.O [juris Tz. 83 bis 84] geht auch der Senat davon aus, dass die vollständige Harmonisierung im Bereich der Arzneimittelwerbung (vgl. BGH GRUR 2009, 179 [Tz. 12] - Kundenbefragung II ; 2009, 1082 [Tz. 23] - DeguSmiles & more ; EuGH GRUR 2008, 267, 269 [Tz. 39] - Gintec ) dem vorliegenden Verständnis über die Anwendbarkeit der AMPreisV nicht entgegensteht (…ebenso OLG München a.a.O. [III. 2. a) cc) (2)]).
Mit seiner Auffassung setzt sich das Berufungsgericht nicht in Widerspruch zur Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (Urteil vom 08.11.2007 - C-374/05 - zitiert nach juris; nachfolgend: BGH, Urteil vom 20.11.2008, I ZR 94/02 "Konsumentenbefragung", NJW-RR 2009, 473).
Bei dem Kläger handelt es sich um einen rechtsfähigen Verband zur Förderung gewerblicher Interessen im Sinne des § 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG, der insbesondere nach seiner personellen, sachlichen und finanziellen Ausstattung imstande ist, seine satzungsmäßigen Aufgaben der Verfolgung gewerblicher Interessen tatsächlich wahrzunehmen (so für den Kläger u. a. BGH, GRUR 2009, 179 "Konsumentenbefragung II"; BGH, GRUR 2004, 793 "Sportlernahrung II", 794; BGH, NJW 1996, 3276 "Preisrätselgewinnauslobung III").
Bei dem Kläger handelt es sich um einen rechtsfähigen Verband zur Förderung gewerblicher Interessen im Sinne des § 8 III Nr. 2 UWG, der insbesondere nach seiner personellen, sachlichen und finanziellen Ausstattung imstande ist, seine satzungsmäßigen Aufgaben der Verfolgung gewerblicher Interessen tatsächlich wahrzunehmen (so für den Kläger u. a.: BGH, GRUR 2009, 179 - Konsumentenbefragung II; BGH, GRUR 2004, 793/794 - Sportlernahrung II).
https://dejure.org/2005,25344
BGH, 21.04.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,25344)
BGH, Entscheidung vom 21.04.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,25344)
BGH, Entscheidung vom 21. April 2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,25344)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,25344) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
https://dejure.org/2005,38182
BGH, 21.07.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,38182)
BGH, Entscheidung vom 21.07.2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,38182)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 2005 - I ZR 94/02 (https://dejure.org/2005,38182)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,38182) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.