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Timestamp: 2016-10-28 08:45:56
Document Index: 224697889

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 53', 'Art. 53', 'Art. 14', 'Art. 24', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 64']

8C_446/2007 (28.12.2007)
8C_446/2007
vertreten durch F�rsprecher Herbert Schober, Ulrichstrasse 14, 8032 Z�rich,
vom 2. Mai 2007.
Der 1976 geborene Z.________ arbeitete als Farb-Qualit�tspr�fer bei der Q.________ AG und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 22. August 1999 erlitt er einen Verkehrsunfall, als er mit seinem Personenwagen bei einer Autobahnausfahrt anhalten musste und ein nachfolgendes Fahrzeug in das Heck seines Wagens stiess. Der am n�chsten Tag aufgesuchte Dr. med. M.________, Facharzt f�r Innere Medizin, diagnostizierte ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) mit zerebralen Verspannungen und Kopfschmerzen (Bericht vom 16. September 1999). Am 16. September 1999 erlitt Z.________ einen weiteren Unfall, als er im Personenwagen seines Schwagers an einer Postautohaltestelle wartete und ein alkoholisierter Fahrzeuglenker mit seinem Landwirtschaftstraktor in das Heck des stehenden Wagens prallte. Dr. med. M.________ diagnostizierte erneut ein Schleudertrauma der HWS ohne oss�re L�sionen (Bericht vom 19. Oktober 1999). Am 25. Oktober 1999 nahm der Versicherte die bisherige T�tigkeit mit gewissen Restbeschwerden wieder vollumf�nglich auf. Anfang Juni 2000 stellte Dr. med. M.________ die Behandlung mit der Feststellung ein, dass mit regelm�ssiger Physiotherapie eine zunehmende Mobilisation erreicht worden sei und weitere Abkl�rungen der vorhandenen Kopfschmerzen eine Retrobulb�rneuritis ergeben h�tten (Bericht vom 5. Juni 2000). Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 28. Juli 2000 lehnte die SUVA eine Leistungspflicht f�r das Augenleiden mangels Unfallkausalit�t ab.
Am 27. Februar 2005 meldete Frau Dr. med. D.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, der SUVA, der zurzeit arbeitslose Versicherte leide an Kopfschmerzen sowie weiteren Beschwerden wie Schlaflosigkeit, L�rmempfindlichkeit, depressive Verstimmung und Kraftlosigkeit im ganzen K�rper; es sei eine baldige fachgerechte Behandlung durchzuf�hren, um eine Dauerinvalidit�t zu verhindern. Dr. med. S.________, Facharzt f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, berichtete am 29. M�rz 2005, der Versicherte leide an einem chronischen zephalen und zervikovertebralen Syndrom sowie einer zunehmenden depressiven Verstimmung; eine neurologische Abkl�rung im Spital X.________ vom 20. Dezember 2004 sei in Bezug auf Unfallfolgen negativ verlaufen; die Behandlung sei abgeschlossen. Ab 5. bis 9. Januar 2004 war der Versicherte im Spital X.________ hospitalisiert gewesen, wo eine Amblyopie rechts bei Mikrostrabismus, eine leichte Visusminderung links bei asthenopischen Beschwerden und Hyperopie, ein chronischer Spannungskopfschmerz biparietal und temporal links, leichte bis mittelschwere kognitive St�rungen sowie eine leichtgradige Depression diagnostiziert wurden. Nach Einholung eines weiteren augen�rztlichen Berichts des Spitals X.________ vom 23. M�rz 2005 erliess die SUVA am 15. April 2005 eine Verf�gung, mit welcher sie eine Leistungspflicht f�r die gemeldeten Kopf-, Nacken- und Augenschmerzen mit der Begr�ndung verneinte, ein Zusammenhang mit den Unf�llen vom 22. August und 16. September 1999 sei nicht �berwiegend wahrscheinlich. Im Einspracheentscheid vom 16. September 2005 stellte sie pr�zisierend fest, das Augenleiden sei nicht unfallkausal; im �brigen l�gen organisch nicht fassbare Beschwerden vor, welche zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata der HWS geh�rten und als nat�rlich kausal zu den Unfallereignissen zu betrachten seien; es fehle indessen an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs, weshalb die Verf�gung zu best�tigen sei.
Z.________ liess gegen den Einspracheentscheid Beschwerde erheben und beantragen, die SUVA sei zu verpflichten, ihm - allenfalls nach weiteren Abkl�rungen - die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau f�hrte einen zweifachen Schriftenwechsel durch, in dessen Rahmen der Versicherte unter anderem Stellungnahmen von PD Dr. med. W.________, Augenarzt FMH, speziell Augenchirurgie, vom 13. April 2006 und Dr. med. U.________, Facharzt f�r Neurologie, vom 16. Juni 2006 sowie einen Bericht �ber eine Untersuchung mit funktioneller Magnetresonanztomographie (FMRT) durch Dr. med. N.________, Facharzt f�r Radiologie, vom 19. Oktober 2006 einreichte und geltend machte, es liege ein unfallbedingtes organisches Substrat vor, welches f�r die bestehenden Beschwerden urs�chlich sei. Dazu hat sich die SUVA mit Stellungnahmen ihrer �rzte Dr. med. B.________, Facharzt f�r Neurologie und Psychiatrie, vom 16. August 2006, Dr. med. F.________, Facharzt f�r Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, vom 12. September 2006, Dr. med. H.________, Abteilung Arbeitsmedizin, vom 24. Oktober 2006 und Frau Dr. med. C.________, Fach�rztin Neurologie und Psychiatrie, vom 11. Januar sowie 25. April 2007 ge�ussert.
Mit Entscheid vom 2. Mai 2007 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau die Beschwerde mit der Feststellung ab, eine Kausalit�t zwischen den als R�ckfall gemeldeten Beschwerden und den Unf�llen sei nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Z.________ l�sst beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Begehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei die SUVA zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilbehandlungskosten, eventuell eine Rente sowie eine Integrit�tsentsch�digung, auszurichten; eventuell sei die Sache zu erg�nzenden Abkl�rungen an das kantonale Gericht oder an die SUVA zur�ckzuweisen; ferner seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu gew�hren.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau �ussert sich zur erhobenen R�ge einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs, w�hrend die SUVA Abweisung der Beschwerde beantragt und das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, indem die Vorinstanz den angefochtenen Entscheid am 2. Mai 2007 gef�llt habe, ohne den Ablauf der f�r die Stellungnahme zur neurologischen Beurteilung der SUVA (Stellungnahme von Frau Dr. med. C.________ vom 25. April 2007) gesetzten Frist abzuwarten. In seiner Vernehmlassung weist das kantonale Gericht darauf hin, dass die Urteilsberatung urspr�nglich f�r den 2. Mai 2007 vorgesehen war, im Hinblick auf die nachtr�gliche Eingabe der SUVA und nach Eingang der Stellungnahme des Beschwerdef�hrers aber neu auf den 16. Mai 2007 festgesetzt worden sei; bei der Ausfertigung des Entscheids sei es versehentlich unterlassen worden, im Rubrum auch dieses neue Datum aufzuf�hren. Diese Angaben sind zutreffend. Wie sich aus dem letzten Absatz von Erw�gung 2 des angefochtenen Entscheids ergibt, wurde der Entscheid erst nach Eingang und unter Ber�cksichtigung der Stellungnahme des Beschwerdef�hrers vom 10. Mai 2007 gef�llt. Die R�ge einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist somit unbegr�ndet.
3.1 Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei Schleudertraumata und schleudertrauma�hnlichen Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff.; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67), zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Dasselbe gilt hinsichtlich der vorinstanzlichen Ausf�hrungen zu den Grunds�tzen der Beweisw�rdigung und zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, 122 V 157 E. 1c S. 160).
3.2 Zu erg�nzen ist, dass nicht die f�r den Wegfall des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den bestehenden Beschwerden (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), sondern die bei R�ckf�llen und Sp�tfolgen massgebenden Regeln zur Beweislast Anwendung finden. Auch wenn eine formelle Erledigung nur bez�glich des Augenleidens erfolgt war (Verf�gung vom 18. Juli 2000), ist das erst rund 4 � Jahre sp�ter gestellte neue Begehren unter dem Titel eines R�ckfalls oder von Sp�tfolgen zu pr�fen. Die Beweislast liegt daher grunds�tzlich beim Beschwerdef�hrer, welchen im Hinblick auf den Untersuchungsgrundsatz eine Beweislast allerdings nur insofern trifft, als bei Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 38 E. 2b S. 44). Hinsichtlich der Unfallkausalit�t des Augenleidens ist es Sache des Beschwerdef�hrers darzutun, dass Tatsachen vorliegen, welche ein Zur�ckkommen auf die rechtskr�ftige Verf�gung vom 28. Juli 2000 zu begr�nden verm�gen (Art. 53 ATSG).
Zu pr�fen ist zun�chst, ob die SUVA Leistungen in Zusammenhang mit dem Augenleiden zu erbringen hat.
4.1 Im Anschluss an die Unf�lle vom 22. August und 16. September 1999 hatte der Beschwerdef�hrer zun�chst �ber keine Sehst�rungen geklagt. Im Februar 2000 kam es zu einer pl�tzlichen Visusverminderung rechts und Bewegungsschmerzen der Augen. Im Spital X.________ wurde anl�sslich einer station�ren Untersuchung vom 15. bis 17. Februar 2000 eine Retrobulb�rneuritis (Bericht vom 18. Februar 2000) und bei einer sp�teren ambulanten Untersuchung ein Mikrostrabismus rechts festgestellt und die Verdachtsdiagnose einer vorbestehenden Amblyopie erhoben (Bericht vom 10. Mai 2000). Im Rahmen einer vom Spital X.________ veranlassten konsiliarischen augen�rztlichen Untersuchung im Januar 2004 wurde die Diagnose einer Amblyopie rechts bei Mikrostrabismus best�tigt und eine leichte Visusminderung links bei asthenopischen Beschwerden gefunden (Bericht vom 20. Januar 2004). Die gleichen Diagnosen wurden in einem Bericht der Augenklinik vom 23. M�rz 2005 gestellt. Es lagen demzufolge keine neuen Tatsachen vor, welche im Lichte von Art. 53 ATSG zu einer anderen Beurteilung Anlass gegeben h�tten, weshalb die SUVA den Leistungsanspruch in diesem Punkt zu Recht verneint hat (Art. 53 ATSG [Revision und Wiedererw�gung]).
4.2 An dieser Feststellung vermag der vom Beschwerdef�hrer bei PD Dr. med. W.________ in Auftrag gegebene augen�rztliche Bericht vom 13. April 2006 nichts zu �ndern. Zwar wird darin nebst einer vorbestehenden Amblyopie des rechten Auges und einer korrekturbed�rftigen Weitsichtigkeit (Hyperopie) links eine gest�rte Farbwahrnehmung erw�hnt, welche den Beschwerdef�hrer in der beruflichen T�tigkeit als Farb-Qualit�tspr�fer beeintr�chtigt hat und nach Auffassung des Augenarztes mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit eine Unfallfolge darstellt. Wie es sich hinsichtlich der von den �rzten der SUVA bestrittenen Unfallkausalit�t dieser St�rung verh�lt und ob allenfalls eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 14 UVV vorliegt, kann offen bleiben, weil es sich nach den Angaben von PD Dr. med. W.________ um eine leichte St�rung ("grenzwertig normal bis pathologisch") handelt, welche keiner Behandlung zug�nglich ist und sich lediglich in einem bez�glich der Farbwahrnehmung hoch anspruchsvollen Beruf auf die Arbeitsf�higkeit auswirkt. Sie vermag daher zu keinen Versicherungsleistungen Anlass zu geben. Mangels Erheblichkeit des Schadens besteht auch kein Anspruch auf eine Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 UVG; Art. 36 Abs. 1 Satz 2 UVV).
Streitig ist des Weiteren die Unfallkausalit�t der geklagten Kopfschmerzen und zervikothorakalen Beschwerden.
5.1 Der Beschwerdef�hrer macht zun�chst geltend, es l�gen organische Unfallfolgen in Form einer milden traumatischen Hirnverletzung (MTBI) vor. Er beruft sich dabei auf den beim Neurologen Dr. med. E.________ eingeholten Bericht vom 16. Juni 2006, worin ausgef�hrt wird, bei den Unf�llen vom 22. August und 16. September 1999 sei es zu einer HWS-Distorsion sowie einer milden traumatischen Hirnverletzung gekommen; als Folge dieser Verletzungsmechanismen bestehe auch heute noch ein linksbetontes, zumindest m�ssig ausgepr�gtes, insbesondere oberes Zervikalsyndrom mit zerviko-zephalen Beschwerden, "migraine cervicale" sowie leichten Schwindelbeschwerden; das Zervikalsyndrom sei anhand der klinischen Untersuchung eindeutig abgrenzbar und es bestehe eine deutliche Einschr�nkung der Rotation bei Inklination auf beide Seiten. Bez�glich der geklagten kognitiven St�rungen (Konzentrationsst�rungen, Vergesslichkeit) wird ausgef�hrt, diese d�rften gemischter Ursache sein; einerseits bestehe ein Zustand nach milder traumatischer Hirnverletzung, andererseits erg�ben sich aber auch eindeutig Elemente f�r Schmerz- und seelische Interferenzen.
5.2 Bez�glich des Zervikalsyndroms liessen sich weder L�sionen noch relevante neurologische Befunde nachweisen. Auch das am 22. Januar 2000 in der Klinik Y.________ durchgef�hrte kranio-zerebrale Kernspintomogramm ergab keine Hinweise auf posttraumatische Ver�nderungen; ebenso wenig das kranio-zerebrale und orbitale Tomogramm vom 10. November 2003 sowie das vertebro-spinale Tomogramm vom 6. Januar 2004, welches ausser leichten degenerativen Ver�nderungen normale Befunde zeigte (Bericht des Spitals X.________ vom 20. Januar 2004). Das von Dr. med. E.________ klinisch festgestellte Zervikalsyndrom und die Bewegungseinschr�nkung der HWS bilden f�r sich allein keine objektiv nachweisbaren Unfallfolgen (Urteil U 39/06 vom 3. November 2006, E. 3.1). Eine solche stellt auch die diagnostizierte MTBI nicht dar, zumal Dr. med. E.________ bei einer elektroenzephalographischen Untersuchung keine wesentlichen Befunde erheben konnte. Im �brigen ist fraglich, ob die Diagnose einer MTBI als gesichert gelten kann, setzt sie nach allgemein anerkannter Lehrmeinung doch entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Ged�chtnisverlust f�r Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall, zumindest aber eine Bewusstseinstr�bung (etwa ein Benommenheitsgef�hl, eine Desorientierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus (Adrian M. Siegel, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbels�ule, in: Die neurologische Begutachtung, Z�rich 2004, S. 166, Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen). Ob diese Voraussetzungen erf�llt sind, ist fraglich. Zwar hat der Beschwerdef�hrer bei der Befragung durch den Aussendienstmitarbeiter der SUVA am 28. Oktober 1999 angegeben, beim zweiten Unfall einen Moment benommen oder gar bewusstlos gewesen zu sein. Gegen�ber den �rzten des Spitals X.________ pr�zisierte er, es sei zu einer kurzen Orientierungslosigkeit von ein paar Sekunden, aber zu keiner Bewusstlosigkeit gekommen (Bericht vom 20. Januar 2004). Im Bericht des Dr. med. U.________ vom 16. Juni 2006 ist anamnestisch erstmals von einer Erinnerungsl�cke die Rede. Das Vorliegen einer Amnesie war von Dr. med. L.________ unmittelbar nach dem Unfall vom 16. September 1999 aber verneint worden. Nach Angaben des Beschwerdef�hrers wurde sein Kopf bei der Kollision gegen die Kopfst�tze geschlagen, ein Kopfanprall bei der anschliessenden Beschleunigung nach vorne hat nicht stattgefunden. Soweit bei dieser Sachlage �berhaupt davon ausgegangen werden kann, dass es beim Unfall vom 16. September 1999 zu einem Sch�del-Hirntrauma mit MTBI gekommen ist, hat dieses jedenfalls zu keinen objektiv (hinreichend) nachweisbaren organischen Unfallfolgen gef�hrt. Zu weiteren Abkl�rungen, einschliesslich der von Dr. med. U.________ vorgeschlagenen PET-Untersuchung, besteht kein Anlass.
Der Beschwerdef�hrer beruft sich des Weiteren auf einen Bericht des Facharztes f�r Radiologie Dr. med. N.________ vom 19. Oktober 2006 �ber die Ergebnisse einer Untersuchung mit funktioneller Magnetresonanztomographie (FMRT) und macht geltend, es liege ein organisch nachweisbarer Befund in Form einer L�sion der Kopfgelenksb�nder vor.
6.1 Bei der funktionellen Magnetresonanztomographie (FMRT, auch: fMRT, englisch: FMRI [functional Magnetic Resonance Imaging]) handelt es sich um eine neuere Form der Kernspintomographie, welche sich vom herk�mmlichen MRT dadurch unterscheidet, dass Aufnahmen in verschiedenen Funktionsstellungen (oder Aktivierungszust�nden) durchgef�hrt werden. Bei Beschleunigungsverletzungen der HWS werden neben Aufnahmen in der Normalstellung in der Regel solche in unterschiedlicher Rechts- und Linksrotation sowie in Flexions- und Extensionsstellung des Sch�dels vorgenommen. �ber die diagnostische Bedeutung der erhobenen Befunde und deren Eignung f�r die Beurteilung der Unfallkausalit�t von Beschwerden nach HWS-Distorsionen gehen die �rztlichen Meinungen auseinander. Dies gilt auch hinsichtlich der hier zur Diskussion stehenden L�sionen der Kopfgelenkb�nder, insbesondere der Ligamenta alaria (nachfolgend: Ligg. alaria). Eine Durchsicht der von den Parteien eingereichten Ausz�ge aus der medizinischen Literatur und ein Blick auf das weitere Schrifttum (vgl. hiezu die Literaturhinweise in: Hans Schmidt/J�rg Senn [Hrsg.], Schleudertrauma - neuester Stand, Z�rich 2004) zeigt ein uneinheitliches Bild. Teils wird der Aussagewert von FMRT-Befunden grunds�tzlich in Frage gestellt, weil Untersuchungen ergeben haben, dass auch bei Personen ohne HWS-Distorsionstrauma Breitenasymmetrien der Ligg. alaria ausgesprochen h�ufig sind und die B�nder oft unregelm�ssige Konturen aufweisen, weshalb entsprechende Befunde in der Regel keinen zuverl�ssigen Schluss auf durch Schleudertrauma bewirkte Bandl�sionen zulassen (C.W. Pfirrmann et al., Functional MR imaging of the craniocervical junction. Correlation with alar ligaments and occipito-atlantoaxial joint morphology: a study in 50 asymptomatic subjects, Schweiz. Medizinische Wochenschrift, 130/2000 S. 645-651). Verschiedene Autoren weisen auf die Schwierigkeiten bei der Interpretation der FMRT-Befunde hin, insbesondere wenn es um den Nachweis leichterer L�sionen und die Beurteilung des Schweregrades von Bandverletzungen geht (S. Roy et al., Pitfalls of magnetic resonance imaging of alar ligament, in: Neuroradiology, 46(5): 392-398; 2004; J.T. Wilmink/J. Patijn, MR imaging of alar ligament in whiplash-associated disorders: an observer study, in: Neuroradiology, 43(10) S. 859-63, 2001). Teils wird die Signifikanz des Befundes f�r eine durch Schleudertrauma verursachte L�sion generell oder unter bestimmten Voraussetzungen (hohe Signalintensit�t, Rotation des Kopfes, Schwere des Traumas) bejaht (so etwa: B.H. Johansson, Whiplash injuries can be visible by functional magnetic resonance imaging, in: Pain Res Manage, 11(3) S. 197-199, 2006; J. Krakenes/B.R. Kaale, Magnetic resonance imaging assessment of craniovertebral ligaments and membranes after whiplash trauma [deutsch: MRT-Darstellung der craniovertebralen Ligamente und Membranen nach einem Schleudertrauma], in: Spine, 31(24), S. 2820-2826, 2006).
6.2 Auf die medizinische Kontroverse und die diesbez�glichen Vorbringen der Parteien braucht an dieser Stelle nicht n�her eingegangen zu werden. Auch besteht kein Anlass zur Einholung eines Grundsatzgutachtens, da hievon kaum Erkenntnisse zu erwarten w�ren, welche sich auf den Ausgang des Verfahrens auswirken k�nnten (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162). Den diesbez�glich von Dr. med. N.________ erhobenen Befunden kann n�mlich keine Bedeutung beigemessen werden, welche sich auf den Ausgang des Verfahrens auswirken k�nnte. Aus dessen Beurteilung kann insbesondere nicht geschlossen werden, dass die geltend gemachten Kopfschmerzen und zervikothorakalen Beschwerden auf organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen zur�ckzuf�hren sind, nachdem der FMRT-Befund laut Bericht des Radiologen lediglich einem alten Teilriss rechts und einem fraglichen Teilriss links entspricht und die Befunde an den Ligg. alaria weder als eindeutig ("entweder hyperintens oder nicht abgrenzbar") noch als erheblich (links: "nicht inhomogen", rechts: "etwas d�nner") beschrieben werden. Zu einer andern Beurteilung gibt auch die von Dr. med. N.________ als sehr wahrscheinlich bezeichnete Instabilit�t der Kopfgelenke kein Anlass, zumal in den bisherigen Arztberichten, einschliesslich der Stellungnahme des Dr. med. U.________, eine eingeschr�nkte Beweglichkeit im HWS-Kopfgelenksbereich, aber keine Instabilit�t erw�hnt wurde.
7.1 Im Einspracheentscheid vom 16. September 2005 ist die SUVA zum Schluss gelangt, dass der Versicherte zwar nicht an organischen Unfallfolgen im Sinne struktureller Ver�nderungen, jedoch an klinisch fassbaren Beschwerden leide, welche zum typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata und schleudertrauma�hnlichen Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360) geh�ren. Sie hat den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und den versicherten Unfallereignissen bejaht, die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs indessen verneint, wobei sie von den f�r psychische Unfallfolgen geltenden Regeln ausgegangen ist (BGE 115 V 133 ff.). Demgegen�ber verneint die Vorinstanz den nat�rlichen Kausalzusammenhang auch bez�glich der Kopfschmerzen und der zervikothorakalen Beschwerden insbesondere im Hinblick darauf, dass f�r die Jahre 2000 bis 2004 keine Hinweise auf entsprechende Beschwerden vorhanden seien und neurologische Untersuchungen unauff�llige Befunde ergeben h�tten.
7.2 Auf Grund der Akten steht fest, dass die Unfallbehandlung nach g�nstigem Verlauf am 2. Juni 2000 abgeschlossen werden konnte, nachdem der Beschwerdef�hrer die Arbeit bereits am 26. Oktober 1999 wieder voll aufgenommen hatte (Berichte Dr. med. M.________ vom 1. Februar und 5. Juni 2000). F�r die folgende Zeit und bis zur R�ckfallmeldung Anfang 2005 liegen keine Arztberichte vor. Seinen Angaben gegen�ber dem Aussendienst der SUVA vom 9. M�rz 2005 zufolge versp�rte der Versicherte keine Nackenbeschwerden mehr, litt jedoch seit den Unf�llen an Kopfschmerzen und an Sehbeschwerden. Hinzu kamen psychische Probleme und Schlafst�rungen. Im Bericht vom 27. Februar 2005 f�hrt die Psychiaterin Dr. med. D.________ aus, der Versicherte habe aus gesundheitlichen Gr�nden die Stelle wechseln m�ssen und nehme zur Zeit an einem Besch�ftigungsprogramm der Arbeitslosenversicherung teil, welches er aus gesundheitlichen Gr�nden kaum zu absolvieren verm�ge; zu den Kopfschmerzen seien weitere Beschwerden dazugekommen, wie Schlaflosigkeit, L�rmempfindlichkeit, depressive Verstimmung und Kraftlosigkeit im ganzen K�rper. Gest�tzt auf diesen Bericht hat der �rztliche Dienst der SUVA Br�ckensymptome zu den versicherten Unfallereignissen und deren Folgen bejaht, was nicht zu beanstanden ist. Mit der SUVA ist daher davon auszugehen, dass der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und diesen Ereignissen zumindest im Sinne einer Teilkausalit�t zu bejahen ist. Weil nachweisbare organische Unfallfolgen fehlen, hat eine spezifische Ad�quanzbeurteilung zu erfolgen.
8.1 Im Hinblick darauf, dass einerseits die unmittelbaren Unfallfolgen rasch abgeheilt waren, die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen in der Folge h�chstens in geringem Masse vorhanden waren und auch sp�ter keine wesentlichen somatischen Befunde erhoben werden konnten und dass anderseits schon anl�sslich der R�ckfallmeldung Anfang 2005 vom behandelnden Arzt auf eine zunehmende depressive Entwicklung sowie eine Schmerzausweitung geschlossen wurde (Berichte Dr. med. S.________ vom 29. M�rz und 15. April 2005) und sich der Beschwerdef�hrer in der Folge einer psychotherapeutischen Behandlung unterzogen hat, ist davon auszugehen, dass f�r die Fortdauer des Beschwerdebildes psychische Faktoren ausschlaggebend waren. Auch wenn offenbar kein psychisches Leiden mit Krankheitswert vorliegt, ist auf Grund der vorhandenen medizinischen Akten anzunehmen, dass die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben waren, im Vergleich zur psychischen Problematik in der massgebenden Zeitspanne kurz nach dem Unfall bis zur R�ckfallmeldung Anfang 2005 und dem f�r die Beurteilung ausschlaggebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 16. September 2005 aber ganz in den Hintergrund getreten sind. Die Ad�quanzbeurteilung ist daher nicht nach den f�r Schleudertraumata oder schleudertrauma�hnlichen Verletzungen der HWS (BGE 117 V 359 ff.), sondern nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Regeln vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, je mit Hinweisen).
8.2 Nach der Rechtsprechung werden einfache Auffahrunf�lle bei der Ad�quanzbeurteilung in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall bestehen insofern besondere Verh�ltnisse, als der Beschwerdef�hrer kurz nacheinander zwei Auffahrunf�lle erlitten hat und der Heilungsprozess bei Eintritt des schwereren zweiten Unfalls noch nicht abgeschlossen war. Zudem ist der alkoholisierte Unfallverursacher - mit allerdings unbekannter Geschwindigkeit - offenbar praktisch ungebremst in den stehenden Personenwagen gestossen, welcher von der Bushaltestelle auf die Strasse geschleudert wurde. Der Sachschaden am angefahrenen Fahrzeug wurde polizeilich auf ca. Fr. 10'000.- gesch�tzt. Es rechtfertigt sich unter diesen Umst�nden, den Unfall als mittelschwer im engeren Sinn zu qualifizieren, wie auch die SUVA im Einspracheentscheid vom 16. September 2005 angenommen hat.
8.3 Auch wenn es sich jedenfalls beim zweiten Unfall um eine heftige Kollision gehandelt hat, haben sich die beiden Unf�lle nicht unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignet noch waren sie - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313) - von besonderer Eindr�cklichkeit. Sie hatten weiter keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertrauma�hnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung und insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, f�r sich allein nicht zu begr�nden. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umst�nde, welche das Beschwerdebild beeinflussen. Diese k�nnen beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3 mit Hinweisen). Solche Umst�nde sind hier indessen nicht gegeben. Es liegt auch keine besondere Schwere der f�r das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor. Nicht erf�llt ist sodann das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung. Die medizinischen Massnahmen beschr�nkten sich auf ambulante Physiotherapie, die Verordnung eines Halskragens und eine medikament�se Behandlung. Bereits am 2. Juni 2000 konnte die Behandlung abgeschlossen werden. Eine erneute �rztliche Behandlung erfolgte anscheinend erst Ende 2004/Anfang 2005. Dabei stand jedoch die psychische Problematik im Vordergrund, was bei der Ad�quanzbeurteilung unber�cksichtigt zu bleiben hat (Urteil U 79/05 vom 10. Februar 2006). Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebenso wenig gesprochen werden wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Es bedarf hiezu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteile U 79/05 vom 10. Februar 2006, U 343/02 vom 25. Oktober 2002 und U 313/01 vom 7. August 2002). Solche Gr�nde sind hier nicht gegeben. Vielmehr war es die psychische Symptomatik, welche zu einem protrahierten Heilungsverlauf gef�hrt hat. Zum Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit ist festzustellen, dass der Beschwerdef�hrer bereits am 25. Oktober 1999 die Arbeit wieder voll aufnehmen konnte. Die Aufgabe der seit 2003 bei der Firma I.________ verrichteten T�tigkeit erfolgte nach Angaben des Beschwerdef�hrers wegen der Sehbeschwerden. Diese sind nach dem Gesagten indessen nicht unfallbedingt. Dass er ab M�rz 2004 nicht mehr arbeitete, l�sst sich h�chstens teilweise mit Unfallfolgen begr�nden und war weitgehend psychisch bedingt, wof�r auch der Umstand spricht, dass die somatische Behandlung Anfang 2005 eingestellt und von einer psychiatrischen Therapie abgel�st wurde. Das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit kann unter diesen Umst�nden nicht als erf�llt gelten. Ob schliesslich das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen zu bejahen ist, kann offen bleiben, weil es jedenfalls nicht in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist. Da somit weder eines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist noch mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben sind, ist die Unfallad�quanz der geltend gemachten Beschwerden zu verneinen, was zur Abweisung der Beschwerde f�hrt.
Dem Begehren um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG) kann entsprochen werden, weil die Bed�rftigkeit auf Grund der eingereichten Unterlagen als ausgewiesen gelten kann, die Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanw�ltin als geboten erscheint und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden kann (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135, 128 I 225 E. 2.5.3 S. 235). Der Beschwerdef�hrer wird der Gerichtskasse jedoch Ersatz zu leisten haben, wenn er sp�ter dazu in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG).
F�rsprecher Herbert Schober, Z�rich, wird als unentgeltlicher Anwalt des Beschwerdef�hrers bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.