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Timestamp: 2016-10-21 23:46:10
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Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

U 80/06 (24.01.2007)
U 80/06
S.________, 1955, Frankreich, Beschwerdegegner, vertreten durch Advokat Dominik Zehntner, Spalenberg 20, 4051 Basel.
vom 19. Oktober 2005.
Der 1955 geborene S.________ arbeitete seit Oktober 1976 als Automechaniker in der Firma Garage X.________ und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 4. Juni 1997 war er in eine Auffahrkollision verwickelt und zog sich gem�ss Arztzeugnis des Dr. med. C.________, Chirurgische Klinik am Spital Y.________, vom 7. Juli 1997 eine Contusio der Hals- (HWS), der Brust- (BWS) und der Lendenwirbels�ule (LWS) inguinal beidseits sowie eine Distorsion der Unterarme beidseits zu.
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Gest�tzt auf ein durch Dr. med. H.________, Leiter Wirbels�ulenchirurgie der Klinik und Poliklinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals Z.________, am 2. Februar 1999 verfasstes Gutachten stellte die SUVA ihre Leistungen mit Verf�gung vom 1. M�rz 1999 auf 31. M�rz 1999 ein. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin fest (Entscheid vom 23. M�rz 2001).
Die von S.________ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft mit Entscheid vom 1. M�rz 2002 in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid aufhob und die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und zum Erlass einer neuen Verf�gung an die SUVA zur�ckwies. Gest�tzt auf die in Nachachtung des kantonalen Entscheides vorgenommenen Abkl�rungen, namentlich ein Gutachten des Zentrums f�r medizinische Begutachtung (ZMB) vom 6. Mai 2003, gelangte die SUVA zum Ergebnis, dass die geklagten Beschwerden seit Ende 1999 nicht mehr mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 4. Juni 1997 stehen, und stellte die Versicherungsleistungen auf 31. Dezember 1999 ein (Verf�gung vom 12. Juli 2004). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache lehnte sie ab (Entscheid vom 29. M�rz 2005).
S.________ liess Beschwerde einreichen und das Rechtsbegehren stellen, es sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die SUVA zu verpflichten, ab 1. Januar 2000 die ihm zustehenden Versicherungsleistungen auszurichten. Mit Entscheid vom 19. Oktober 2005 hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid aufhob und die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und zum Erlass einer neuen Verf�gung an die SUVA zur�ckwies.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die SUVA die Aufhebung des kantonalen Entscheides.
W�hrend S.________ auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) auf eine Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist die Frage, ob der von der Beschwerde f�hrenden SUVA im Nachgang zum ersten vorinstanzlichen R�ckweisungsentscheid vom 1. M�rz 2002 am 12. Juli 2004 schliesslich auf 31. Dezember 1999 verf�gte Fallabschluss unter Ablehnung weiterer Versicherungsleistungen (Invalidenrente, Integrit�tsentsch�digung) rechtens ist. Im angefochtenen Entscheid vom 19. Oktober 2005 bezeichnete das kantonale Gericht die f�r die Beurteilung dieser Frage erhebliche Tatsachen- und Aktenlage als nach wie vor nicht spruchreif, weshalb es die Sache erneut an die SUVA zur�ckwies. Hiergegen richtet sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, welcher der Beschwerdegegner vernehmlassungsweise opponiert.
Im angefochtenen Entscheid wird zutreffend davon ausgegangen, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anwendbar ist, soweit es um allf�llige Leistungen ab 1. Januar 2003 geht, und f�r den Zeitraum davor altes Recht gilt (BGE 130 V 445). Des Weitern hat die Vorinstanz die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 129 V 181 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, je mit Hinweisen) und zur vorausgesetzten Ad�quanz des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass bei der Beurteilung der Ad�quanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgesch�den wie folgt differenziert werden muss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb): Es ist zun�chst abzukl�ren, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule, eine dem Schleudertrauma �quivalente Verletzung oder ein Sch�del-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gem�ss BGE 115 V 138 ff. E. 6 zur Anwendung. Ergeben die Abkl�rungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erw�hnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung geh�renden Beeintr�chtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 338, 117 V 360 E. 4b, 377 E. 3c, 382 E. 4b; SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 E. 3.1.2 [Urteil E. vom 25. Februar 2003, U 78/02]) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 f. E. 3a und b [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01]). Trifft dies zu, sind f�r die Ad�quanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 138 ff. E. 6 (140 E. 6c/aa) f�r Unf�lle mit psychischen Folgesch�den aufgestellten Grunds�tze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Ad�quanz gem�ss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten Kriterien.
Der kantonale Gerichtsentscheid spricht sich nur zur Leistungsvoraussetzung des in Art. 6 Abs. 1 UVG angelegten nat�rlichen Kausalzusammenhanges aus und kommt zum Schluss, es k�nne nicht abschliessend beantwortet werden, ob diese erf�llt sei. Diese Frage kann offen bleiben. Denn das zus�tzliche Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhanges, welches die Rechtsprechung im Rahmen von Art. 6 Abs. 1 UVG verlangt, z�hlt zum eingangs erw�hnten Anfechtungs- und Streitgegenstand (Ablehnung weiterer Leistungen �ber den 31. Dezember 1999 hinaus) im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 V 413).
Wie schon im Einspracheentscheid und im kantonalen Verfahren �ussert sich die SUVA auch im letztinstanzlichen Prozess zur Frage der Ad�quanz des Kausalzusammenhanges. Der Beschwerdegegner spricht sich dazu ebenfalls aus. Es steht daher aus Gr�nden des rechtlichen Geh�rs (vgl. dazu RKUV 2005 Nr. U 558 S. 391 [Urteil A. vom 24. Mai 2005, U 53/05]) nichts entgegen, dass das Bundesgericht im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen (BGE 110 V 20 E. 1) die Sache unter dem Gesichtswinkel des ad�quaten Kausalzusammenhanges abschliessend beurteilt, vorausgesetzt, die Aktenlage lasse dies zu.
5.1 Es steht aufgrund der Akten fest, dass der Beschwerdegegner beim Auffahrunfall vom 4. Juni 1997 Verletzungen an der Wirbels�ule erlitten hat, die in den medizinischen Unterlagen als Distorsion, Prellung, Kontusion oder �hnlich bezeichnet werden, jedenfalls aber keine bleibenden strukturellen Sch�digungen zur�ckgelassen haben. Damit liegt eine zum Formenkreis der Beschleunigungsverletzung der Halswirbels�ule zu z�hlende oder damit vergleichbare Sch�digung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) vor. Hingegen hat sich aufgrund der initial eingeholten, dem Unfallgeschehen zeitlich am n�chsten liegenden Berichte (Arztzeugnis des Spitals Y.________ vom 7. Juli 1997; �rztlicher Zwischenbericht des Dr. med. R.________ vom 30. August 1997; Bericht �ber die kreis�rztliche Untersuchung vom 7. Oktober 1997) das von der Rechtsprechung ebenfalls verlangte so genannte "bunte Beschwerdebild" mit einer H�ufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, �belkeit, rascher Erm�dbarkeit, Visusst�rungen, Reizbarkeit, Affektlabilit�t, Depressionen, Wesensver�nderung usw. (vgl. SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 E. 3.1.2 [Urteil E. vom 25. Februar 2003, U 78/02]) nicht eingestellt, wie schon aus dem Arztzeugnis des Spitals Y.________ vom 7. Juli 1997 hervorgeht, wo der Beschwerdegegner am Unfalltag (4. Juni 1997) r�ntgenologisch abgekl�rt, analgetisch behandelt und gleichentags wieder entlassen wurde.
Entgegen den Vorbringen in der Vernehmlassung l�sst sich keinem der nachtr�glich zu den Akten genommenen Berichte entnehmen, dass sich das im Sinne der Rechtsprechung verlangte spezifische Beschwerdebild jemals eingestellt h�tte. Vielmehr war der Verlauf schon initial durch eine Unfallfehlverarbeitung gekennzeichnet, wie sich namentlich aus dem Gutachten des ZMB vom 6. Mai 2003 (wonach beim Versicherten eine lang anhaltende Anpassungsst�rung bei l�ngerer depressiver Reaktion mit Angst gemischt vorlag, die dann in eine hypochondrische und anhaltende somatoforme Schmerzst�rung umschlug) und dem Zwischenbericht des Dr. med. R.________ vom 18. November 1997 (in welchem von einem "probable syndrome subjectif de traumatisme du rachis" die Rede ist) ergibt. Dabei ist es in der Folgezeit geblieben.
5.2 Bei dieser Sachlage ist das Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhanges nicht nach der Rechtsprechung gem�ss BGE 117 V 359 zu pr�fen, sondern nach der mit BGE 115 V 133 eingeleiteten Rechtsprechung, gem�ss welcher bei der Pr�fung der Ad�quanzkriterien die psychischen Anteile ausser Acht zu bleiben haben.
5.3 Die Auffahrkollision vom 4. Juni 1997 ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der Verletzungen, die sich der Beschwerdef�hrer dabei zugezogen hat, im Rahmen der Einteilung, wie sie f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung Anwendung findet (BGE 115 V 138 ff. E. 6), als h�chstens mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zu qualifizieren (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 E. 5.1.2 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. M�rz 2005, U 380/04]).
5.3.1 Damit die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs bejaht werden k�nnte, m�sste ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein oder die zu ber�cksichtigenden Kriterien m�ssten in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 140 E. 6c/bb, 117 V 367 E. 6b, 384 E. 4c).
5.3.2 Der Unfall vom 4. Juni 1997, bei welchem ein Auto von hinten auf das Fahrzeug des Beschwerdegegners auffuhr, war weder besonders eindr�cklich noch ereignete er sich unter besonders dramatischen Begleitumst�nden. Ebenso wenig erf�llt die HWS-Distorsion oder die Distorsion der Unterarme, welche sich der Versicherte zuzog, das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen (vgl. auch RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit Hinweisen [Urteil C. vom 15. M�rz 2005, U 380/04]). Anhaltspunkte f�r eine �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, liegen nicht vor. Ebenso wenig kann von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Was schliesslich die geltend gemachten Dauerschmerzen, die lange Dauer der �rztlichen Behandlung sowie die anhaltende Arbeitsunf�higkeit anbelangt, sind diese - wie namentlich aus dem Gutachten des ZMB vom 6. Mai 2003 hervorgeht - auf psychische Ursachen zur�ckzuf�hren, welche im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung nach BGE 115 V 140 E. 6c/aa unber�cksichtigt zu bleiben haben. Da somit kein Kriterium in besonders ausgepr�gter Weise gegeben ist und die zu ber�cksichtigenden Kriterien nicht insgesamt in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind, ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen.
Bei dieser Sachlage er�brigen sich die im vorinstanzlichen R�ckweisungsentscheid angeordneten Abkl�rungen zur Frage des nat�rlichen Kausalzusammenhanges.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Anspruch auf eine Parteientsch�digung haben weder der Beschwerdegegner als unterliegende Person noch die SUVA als mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 19. Oktober 2005 aufgehoben.