Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4077.htm
Timestamp: 2018-11-19 01:42:41
Document Index: 43509835

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 58', '§ 22', '§ 2', '§ 64', '§ 4', '§ 5', '§ 33', '§ 5']

4.077 Hirschauer Berg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutz‑ und obere Jagdbehörde über das Naturschutzgebiet »Hirschauer Berg« vom 30. Juli 1980 (GBl. v. 02.09.1980, S. 554).
Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) und von § 22 Abs.2 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Tübingen, Gemarkung Hirschau, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hirschauer Berg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 22,2 ha. Es wird wie folgt begrenzt:
1. Im Norden durch die Gemarkungsgrenze Hirschau-Wurmlingen und dem außerhalb des Schutzgebietes liegenden Feldweg 7049;
2. Im Osten durch die Ostgrenze des Flurstücks 3731/5;
3. Im Süden durch die Südgrenzen der Flurstücke 3731/ 5, 4040, 4041, 4043, 4046 und 4047, ab dem westlichsten Grenzstein von Flurstück 4047 durch die ab hier in Richtung Westen außerhalb des Schutzgebietes liegenden Feldwege 7242 und 7243 bis zum Feldweg 7046, wobei die Flurstücke 4063, 4065, 4066, 4067, 4068, 4069, 4070, 4071, 4072, 4073, 4074, 4107, 4108, 4109, 4110, 4111, 4112, 4113, 4114, 4115, 4117 und 4118 außerhalb des Schutzgebiets liegen;
4. Im Westen durch die Westgrenze des Flurstücks 4163.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 15. Mai 1980 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen als höhere Naturschutzbehörde in Tübingen verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Tübingen als untere Naturschutzbehörde in Tübingen. Die Verordnung mit Karte kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.
Schutzzweck ist die Erhaltung der vielfältigen Flora wie Halbtrockenrasen (Mesobrometen), Gebüschstadien (z. B. Schlehen‑Weißdornbusch, Schlehen‑Ligusterbusch) und im oberen Hangbereich steppenheideähnlicher, lichter Kiefernwald, sowie die mit den Pflanzengesellschaften eng verbundene äußerst artenreiche Fauna.
6. Aufforstungen vorzunehmen oder sonstige Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
7. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtsstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
8. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;
9. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
10. das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder zu befahren;
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß nur einfache Aussitzleitern in der Deckung des Waldes Verwendung finden dürfen;
2. für die ordnungsgemäße gärtnerische, land‑ und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
3. für die bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Feldwege 7248 (Ammersteige) und 7242 in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
4. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle ‑ für die Waldteile im Benehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ veranlaßt werden;
5. für behördlich angeordnete oder zugelassen Beschilderungen.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 und 3 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 5 Nr. 1 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.
TÜBINGEN, den 30.Juli 1980