Source: https://proline-forum.de/Thema_Rechtliche_Situation_im_Airsoft?pid=17885
Timestamp: 2019-06-20 23:15:58
Document Index: 27163733

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 12', '§ 123', '§ 7', '§ 7', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 15', '§ 26']

Rechtliche Situation im Airsoft
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04.12.2015, 14:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.02.2016, 14:32 von Acobol.)
leider habe ich bisher nichts im Internet gefunden, wo alle meine Fragen geklärt wurden. Deswegen hab ich mich mal hingesetzt und alles zusammengeschrieben, was mir wichtig erschien. Würde mich freuen, wenn ihr die Zeit hättet, euch das mal durchzulesen! Was haltet ihr davon? Fehlt irgendetwas? Hab ich irgendwo Mist geschrieben?
Das Ganze kommt dann auf die Website meines Teams, wenn es ausgereift ist :)
Acobol schrieb: Airsoft ist vom deutschen Gesetzgeber sehr streng reglementiert. Hier musst Du einige Dinge beachten, wenn du den Sport ausüben willst. Einiges haben wir hier zusammengefasst:
Das Erwerben von Airsoftwaffen ist grundsätzlich laut Anl. 2 Absch. 2 Unterabsch. 2 Nr. 1. ff WaffG erlaubt, jedoch gibt es auch hier ein paar Bedingungen. Waffen mit einer Mündungsenergie zwischen 0,08J und 0,5J dürfen ab 14 Jahren erworben werden, diejenigen zwischen 0,5J und 7,5J ab 18 Jahren. Auf vielen Events sind allerdings Waffen ab 3,0J verboten und wir haben bisher auch keine Airsoftgun mit einer solchen Energie gesehen. Das gilt übrigens auch für das „ausleihen“ einer Waffe an einen Freund, wenn auch nur für ein Magazin!
Der Transport ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt, die im § 42 a Abs. 2 Nr. 2 WaffG geregelt sind. Um eine Anscheinwaffe (unter diese Bezeichnung fallen Airsoftwaffen) transportieren zu dürfen, muss sie sich ungeladen in einem abgeschlossenen Behältnis, d.h. nicht zugriffsbereit und getrennt zur Munition (den BBs) befinden. Dabei ist es egal, ob das Behältnis eine Tasche oder ein Koffer ist, nur verschlossen muss es sein. Zu empfehlen sind hier wirkliche Schlösser, die ein Öffnen ohne den Schlüssel, Zahlencode o.ä. verhindern, da ein bloßes Verschließen zwar juristisch gesehen genügen würden, jedoch definiert das Bundesministerium des Inneren (BMI) verschlossen als abgeschlossen, hier befindet man sich also in gewisser Weise in einer rechtlichen Grauzone. Deshalb: Abschließen, dann bist Du auf der sicheren Seite.
Jede Airsoftwaffe zwischen 0,5J und 7,5J muss über ein „F im Fünfeck“ verfügen. Damit wird gekennzeichnet, dass von ihr keine Gefahr im Vergleich zu einer echten Schusswaffe ausgeht. Sollte solch ein Zeichen nicht zu finden sein, ist die Airsoftgun illegal! Auch ist in diesem Bereich ein Vollauto-Modus verboten.
AS-Waffen darf man auf Schießstätten benutzen, gemäß § 12 Abs. 4 Nr. 1a WaffG jedoch auch innerhalb eines befriedeten Besitztums, solange die Erlaubnis des Grundstückbesitzers (am besten schriftlich) vorliegt.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass keine Kugel das Gelände verlassen darf. Das ist entweder durch eine sog. Safezone zu erreichen, d.h. eine Zone, die auf dem Grundstück liegt, die im Spiel niemand betreten darf und die so groß ist, dass ein BB, das im 45° Winkel aus der Airsoftgun abgeschossen wurde, diese Safezone nicht verlassen kann – oder durch eine hohe Mauer, Netze oder Ähnliches.
Die Definition von „befriedetem Besitztum“ jedoch ist angeblich oft nicht genau definiert. Allgemein halte ich mich hier an Folgendes: Es muss verhindert werden, dass Unbefugte das Gelände betreten, d.h. mit einem Zaun, einer Mauer o.ä. Diese Barriere darf nicht nur symbolisch (Absperrband) sein, sondern muss physisch überwunden werden. Sobald ein Unbefugter jedoch dieses Hindernis physisch überwindet, begeht er Hausfriedensbruch nach § 123 Abs. 1 StGB. Ihr als Berechtigte dürft diesen dann natürlich verweisen!
Vor allem mit letzterem grenzt sich die Auswahl von Spielgeländen leider sehr ein, da nicht viele Waldstücke eine Mauer oder einen Zaun haben.
Ein weiterer Punkt ist das kampfmäßige Schießen (Combatschießen). Um Dir das zu erklären, haben wir Dir hier einen Teil aus der Rechtsauffassung von http://www.airsoft-initiative.de/ kopiert, da das hier sehr ausführlich erklärt wird.
AID schrieb: „Unter kampfmäßigen Schießen versteht man gemäß § 7 Abs. 1 Allgemeine Waffenverordnung (AWaffV) u.a. das Schießen aus Deckungen heraus oder wenn das Schießen im deutlich erkennbaren Laufen erfolgt. Solches Verhalten ist gemäß § 7 Abs. 1 S. 2 AWaffV für Sportschützen verboten.
Um diesen Aspekt zu beleuchten, muss zunächst die Gesetzeserläuterung zu Schießständen gem. § 44 WaffG [dieser Paragraph stimmt nicht! Ich habe aber bisher nicht den passenden gefunden. Anm.d.Verf.] betrachtet werden:
In dieser aktuellen Gesetzeserläuterung zu § 44 WaffG [dieser Paragraph stimmt nicht! Ich habe aber bisher nicht den passenden gefunden. Anm.d.Verf.] werden die Merkmale einer Schießstätte, in Form der ortsfesten Anlagen, jedoch nicht näher definiert.
Da aber daneben die Genehmigungspflicht des § 44 WaffG [dieser Paragraph stimmt nicht! Ich habe aber bisher nicht den passenden gefunden. Anm.d.Verf.], für das Schießen in Schießstätten besteht, wird man darauf abstellen müssen, innerhalb welcher örtlicher Gegebenheiten das Schießen erfolgt, ob dieses auf einem festen Stand erfolgt oder nicht. Bei Schießen mit selbst aufgebauter Auflage und selbst aufgebautem Ziel, wird man nicht sogleich von einem Schießstand sprechen, sondern erst dann, wenn es sich um eine feste Schießstandanlage handelt. Dies erfordert eine stationäre, dauerhafte Einrichtung der Auflage und auch des Ziels.
Aus der Gesetzeserläuterung lässt sich ableiten, dass bei einem naturbelassenen Privatgelände (wie es ja für Airsoft üblich ist), selbst wenn dort kleine Bunker, Deckungen oder Ähnliches vorhanden sind, nie von einem Schießstand gesprochen werden kann! Es gibt bei Airsoft- und Paintballspielen keine festen Schießpunkte. Die Spieler, die nicht als Ziel im Sinne einer Schießstätte bezeichnet werden können, postieren sich auch nicht an einem bestimmten Punkt, um auf sie zielen zu können.
Dennoch gelten auch hier die Regelungen gem. § 15 a Abs1 1 WaffG für das sportliche Schießen. Danach ist das Schießen auf Scheiben, die Menschen symbolisieren verboten!“
(Quelle: Airsoft Initiative Deutschland)
Zusammengefasst in Stichpunkten heißt das also:
- Bei einer Airsoftgun zwischen 0,5J bis 7,5J muss ein „F im Fünfeck“ vorhanden sein und es darf kein Vollauto-Modus möglich sein!
- Beim Spielen darf keine Kugel das Gelände verlassen
-	Und es darf keiner das Gelände betreten können, ohne dabei ein physisches Hindernis überqueren zu müssen
Modifikationen von Funktionsteilen liegen grudsätzlich nach § 26 Abs. 1 WaffG unter Erlaubnisvorbehalt, außer ihr wartet oder repariert die Airsoftgun oder tauscht Teile (auch Leistungssteigernde, solange die jeweilige Begrenzung nicht überschritten wird) aus, die vom Hersteller dafür gedacht sind, dass ihr sie einbauen könnt, ohne an ihnen etwas ändern zu müssen. Das wiederum heißt, wenn ihr selbst Teile modifiziert oder baut, ist das nicht zulässig!
Airsoft Verbot in Deutschland... Schaut nicht weg tut etwas dagegen cmgilsa 15 6685 15.06.2009, 13:39
Rechtliche Einordnung von 0,5ern 22 7203 08.01.2009, 12:09