Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=19.03.1998&Aktenzeichen=2%20C%206.97
Timestamp: 2020-02-22 13:18:09
Document Index: 198155532

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 4', '§ 278', 'BGH', '§ 4', '§ 25', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 34', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH']

BVerwG, 19.03.1998 - 2 C 6.97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1594
BVerwG, 19.03.1998 - 2 C 6.97 (https://dejure.org/1998,1594)
BVerwG, Entscheidung vom 19.03.1998 - 2 C 6.97 (https://dejure.org/1998,1594)
BVerwG, Entscheidung vom 19. März 1998 - 2 C 6.97 (https://dejure.org/1998,1594)
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Verwaltungsrechtliches Schuldverhältnis zwischen Bund und privatem Träger einer anerkannten Beschäftigungsstelle für den Zivildienst.
Anerkennung einer privatrechtlich organisierten Beschäftigungsstelle für den Zivildienst - Beleihung einer privatrechtlich organisierten Beschäftigungsstelle für den Zivildienst - Haftung des Trägers - Verwaltungsrechtliches Schuldverhältnis zwischen Bund und privatem ...
Zivildienstrecht - Zivildienst, Anerkennung einer privatrechtlich organisierten Beschäftigungsstelle für den -; Beleihung einer privatrechtlich organisierten Beschäftigungsstelle für den Zivildienst, Haftung des Trägers; Verwaltungsrechtliches Schuldverhältnis zwischen ...
VG Bremen, 16.03.1995 - 2 A 462/92
OVG Bremen, 10.06.1996 - 1 BA 29/95
BVerwG, 02.04.1997 - 2 B 163.96
BVerwGE 106, 272
BVerwGE 106, 274
NVwZ 1999, 194
DVBl 1998, 645
Insoweit enthält die auf Antrag erteilte Anerkennung eine Beleihung mit hoheitlichen Befugnissen gegenüber dem Dienstleistenden (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O., S. 274 m.w.N.).
Denn der Bund ist infolge der Anerkennung der Beschäftigungsstelle nicht aus seiner Pflicht zur Dienstaufsicht über die Erfüllung der dem Dienstleistenden nach § 27 Abs. 1 Satz 1 ZDG obliegenden Pflichten entlassen (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O.).
Denn er hat sich mit seinem Anerkennungsantrag nach § 4 ZDG und der mit der Anerkennung erfolgten Beleihung mit hoheitlichen Befugnissen gegenüber den Dienstleistenden (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O.) in die gemeinschaftliche Verantwortung zur Durchführung des Zivildienstes als hoheitliche Aufgabe begeben.
a) Voraussetzung dafür, dass der Klägerin gegen die Beklagte ein Anspruch auf Schadensersatz wegen des Fehlverhaltens des Beigeladenen zu 1 aus dem Gesichtspunkt der Verletzung des zwischen der Beklagten und dem Beigeladenen zu 2 bestehenden verwaltungsrechtlichen Schuldverhältnisses in Verbindung mit § 278 BGB zusteht, ist, dass der Beigeladene zu 1 mit dem Willen der Beklagten bei der Erfüllung der ihr obliegenden Verbindlichkeit als ihre Hilfsperson, also in ihrem Pflichtenkreis, tätig geworden ist (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O., S. 276; BGHZ 152, 380 m.w.N.).
Denn er selbst weist die Dienstleistenden den Beschäftigungsstellen zu (§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 ZDG), kann auf die Gestaltung des Einführungsdienstes Einfluss nehmen (§ 25 a ZDG) und behält die Staatsaufsicht über die Durchführung des Zivildienstes (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O., S. 274, 279).
Die Beschäftigungsstelle wird durch die Anerkennung nach § 4 ZDG in die Erfüllung der dem Bund obliegenden Aufgabe einbezogen und dadurch gemeinsam mit dem Bund für die Durchführung des Zivildienstes verantwortlich (vgl. Urteil vom 19. März 1998 - BVerwG 2 C 6.97 - a.a.O., S. 274 f.; BGH…, Urteil vom 5. Juli 1990 - III ZR 166/89 - a.a.O.; BGHZ 135, 341 ).
BVerwG, Urteil vom 19.3.1998, a.a.O.; BVerwG, Urteil vom 24.8.1961 - II C 165.59 -, BVerwGE 13, 17; BGH, Urteil vom 27.3.1968 - VIII ZR 10/66 -, BGHZ 50, 32.
Als Gegenstand des Forderungsübergangs kommt hier allein der gegen die Beklagte gerichtete Anspruch der Dienststelle auf Geltendmachung des ihr entstandenen Schadens gegenüber dem Kläger gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 ZDG in Verbindung mit den Grundsätzen der Drittschadensliquidation in Betracht (…BVerwG, Urteile vom 29.04.2004, a.a.O., und vom 19.03.1998 - 2 C 6.97 -, BVerwGE 106, 272).
Davon erfasst wird auch die Befugnis zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen Dritte, die sich auf den Gegenstand der Auftragverwaltung beziehen (vgl dazu BGHZ 73, 1; BVerwGE 106, 272).
32 b) Eine Zurechnung fremder Verursachungsbeiträge entsprechend § 278 BGB kommt im öffentlichen Recht jedenfalls in Betracht, soweit schuldrechtsähnliche Pflichten begründet werden und die Eigenart des öffentlichen Rechts nicht entgegensteht, insbesondere bei öffentlich-rechtlichen Sonderverbindungen, sofern diese einem privatrechtlichen Schuldverhältnis vergleichbare Leistungsbeziehungen zum Gegenstand haben (vgl. BGH, Urteil vom 15.05.1997 - III ZR 250/95 - BGHZ 135, 341; Urteil vom 11.01.2007 - III ZR 294/05 - NJW-RR 2007, 457; BVerwG, Urteil vom 19.03.1998 - 2 C 6.97 - BVerwGE 106, 272).
vgl. zur Anerkennung der analogen Anwendbarkeit des § 278 BGB hinsichtlich verwaltungsrechtlicher Schuldverhältnisse: BVerwG, Urteil vom 29. April 2004 - 2 C 2.03 -, BVerwGE 120, 370 ff.; Urteil vom 19. März 1998 - 2 C 6.97 -, BVerwGE 106, 272 ff.
Denkbar scheint auch eine Haftung aus einem sonstigen verwaltungsrechtlichen Schuldverhältnis, d.h. aus einer öffentlich-rechtlichen Sonderverbindung (vgl. hierzu Allgemein BVerwG, Urteil vom 15. Juni 2011 - 9 C 4/10 -, BVerwGE 140, 34-41; BVerwG, Urteil vom 13. Februar 1976 - VII A 4.73 -, juris; BVerwG, Urteil vom 19. März 1998 - 2 C 6/97 -, BVerwGE 106, 272-280), anzunehmen, wobei dies hier wohl ausscheidet, da die beamtenrechtlichen Regelungen eine solche Sonderverbindung jedenfalls überlagern dürften.
Dieses Zusammenwirken bei der Gestaltung und Durchführung des Zivildienstes rechtfertigte die Annahme eines verwaltungsrechtlichen Schuldverhältnisses und die sinngemäße Anwendung der Grundsätze des vertraglichen Schuldrechts auf die Beziehung zueinander (so BVerwG, Urt. v. 19. März 1998 - 2 C 6/97 -, zit. nach JURIS;… vgl. dazu auch BGH, Urt. v. 13. Oktober 2011, a.a.O.).