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Timestamp: 2016-10-23 09:37:24
Document Index: 62310699

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 132', 'Art. 131', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

C.________, 1935, Beschwerdef�hrer, vertreten
durch Rechtsanwalt Guy Reich, M�nchhaldenstrasse 24, 8008 Z�rich,
Der 1935 geborene C.________ war seit November 1992 im Hotel Q.________ als Nacht-Portier angestellt und bei der Hotela, Kranken- und Unfallkasse des Schweizer Hotelier-Vereins, obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 7. Dezember 2002 erlitt der Versicherte einen Unfall: Als er sein Fahrzeug aufgrund eines �berholman�vers des ihm entgegenkommenden Personenwagens zur Verhinderung einer Frontalkollision abbremsen musste, kam es zu einem Auffahrunfall mit dem nachfolgenden Fahrzeug. Dabei erlitt der Versicherte eine Distorsion der Halswirbels�ule (vgl. Arztzeugnis der �rzte des Spitals X.________ vom 30. Dezember 2002). Bereits zwei Tage nach dem Unfall klagte der Versicherte anl�sslich einer Untersuchung beim Allgemeinpraktiker Dr. H.________ namentlich �ber Schwindelgef�hl, Nackenschmerzen beidseits mit Ausstrahlung gegen die linke Schulter und taubem Gef�hl in Finger V links und in der H�lfte des Fingers IV rechts. Gem�ss den Zwischenberichten der �rzte des Spitals Y.________, Rheumaklinik und Institut f�r Physikalische Medizin, vom 27. Februar und 8. Mai 2003 litt der Versicherte �berdies an Visusst�rungen des linken Auges, an Gangunsicherheit sowie an einem Tinnitus rechts und an gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen mit Verschlechterung vor allem bei Wetterwechsel sowie an ebenfalls zeitweise sich einstellenden Konzentrationsst�rungen. Die Hotela richtete Taggelder aus und �bernahm die Heilbehandlung. Mit Verf�gung vom 23. M�rz 2005, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2005, stellte sie ihre Leistungen (r�ckwirkend) per 10. M�rz 2003 ein, weil ein Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und den noch vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden verneint werden m�sse.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hiess die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde insoweit teilweise gut, als es feststellte, dass der Versicherte - unter Vorbehalt von �berentsch�digungsbestimmungen - die nach dem 10. M�rz 2003 erhaltenen und durch die Krankentaggeldversicherung nicht ersetzten Taggelder nicht zur�ckzuerstatten hat. Im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 29. Mai 2006).
C.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, es seien ihm �ber den 10. M�rz 2003 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; eventuell "sei die Sache zur�ckzuweisen".
W�hrend die Hotela auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Mit diesem Gesetz ist die bisherige organisatorische Selbstst�ndigkeit des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts aufgehoben und dieses mit dem Bundesgericht fusioniert worden (Seiler, in: Seiler/von Werdt/ G�ngerich, Kommentar zum BGG Art. 1 N 4 und Art. 132 N 15). Das vorliegende Urteil wird daher durch das Bundesgericht gef�llt. Weil der angefochtene Entscheid jedoch vor dem 1. Januar 2007 ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch nach dem bis zum 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) (Art. 131 Abs. 1 und 132 Abs. 1 BGG; BGE 132 V 395 Erw. 1.2).
Streitig und zu pr�fen ist, ob sp�testens ab dem 11. M�rz 2003 kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt, der in nat�rlich und ad�quat kausalem Zusammenhang zum Unfall vom 7. Dezember 2002 steht.
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid namentlich die von der Rechtsprechung f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers entwickelten Grunds�tze �ber den erforderlichen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertrauma der HWS oder �quivalenten Verletzungen (BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa, 117 V 359 und 369; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29) richtig wiedergegeben. Hierauf wird verwiesen.
In der Verwaltungsgerichtsbescherde wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass der Versicherte anl�sslich des Unfalls vom 7. Dezember 2002 benommen und verwirrt gewesen sei und folglich eine milde traumatische Hirnverletzung erlitten habe. Dabei st�tzt er sich insbesondere auf den Bericht von Dr. V.________, Facharzt ORL, vom 12. Dezember 2002 sowie auf das Gutachten der �rzte des Zentrums f�r Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 28. Oktober 2004. Dr. V.________ Arztbericht indessen ist wenig behelflich, h�lt er doch ohne n�here Begr�ndung lediglich fest, dass "aufgrund des Unfallereignisses eine Commotio cochleae nicht ganz ausgeschlossen" sei. Die �rzte des ZMB legen dar, "bei genauer Befragung sp�ter musste man aber doch davon ausgehen, dass Benommenheit aufgetreten war". Es ist anzunehmen (zumal andere Hinweise fehlen), dass die �rzte des ZMB bei der Diagnose der milden traumatischen Hirnverletzung auf die Angaben des Versicherten abstellten. Wie bereits von der Vorinstanz richtigerweise festgehalten, widersprechen diese Darstellungen aber seinen spontanen "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. hierzu RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 [U 236/03]). Denn weder der polizeiliche Unfallbericht vom 8. Dezember 2002, noch die fr�hen medizinischen Akten (vgl. etwa die Berichte des Spitals X.________ und des Spitals Y.________) enthalten Hinweise auf eine nach dem Unfall vorhanden gewesene Benommenheit oder Verwirrtheit. Lediglich gem�ss dem von Dr. H.________ zuhanden der Helsana Versicherungen AG ausgef�llten Fragebogen bei HWS-Verletzungen vom 19. Dezember 2002 - der aber singul�r bleibt -, gab der Versicherte an, nach dem Unfall anf�nglich benommen und verwirrt gewesen zu sein. Selbst die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung w�rde aber nicht schon bedeuten, dass objektiv nachweisbare Unfallfolgen bestehen. Hierzu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen L�sion oder eines messbaren Defektzustandes (neurologischer Ausfall) als Folge einer Sch�digung des zentralen Nervensystems (Adrian M. Siegel, Neurologisches Beschwerdebild nach Beschleunigungsverletzung der Halswirbels�ule, in: Die neurologische Begutachtung, Z�rich 2004, S. 166 Tabelle 9, mit bibliographischen Hinweisen). Beides kann mit Blick auf die Aktenlage nicht angenommen werden. Dementsprechend bringt der Versicherte solches auch nicht vor. Es muss deshalb mit der Feststellung sein Bewenden haben, dass eine objektivierbare traumatische Hirnverletzung nicht mit der erforderlichen �berwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist.
In �bereinstimmung mit der Vorinstanz kann davon ausgegangen werden, dass die �ber den 10. M�rz 2003 hinaus andauernden Beschwerden (namentlich zervikozephales Syndrom, Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, erh�hte Erm�dbarkeit und Konzentrationsschw�che) des Versicherten noch immer in nat�rlich kausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 7. Dezember 2002 stehen. So h�lt (im Einklang mit den anderen medizinischen Berichten) etwa das umfassende und grunds�tzlich �berzeugende Gutachten der �rzte des ZMB fest, dass die Beschwerden - abgesehen vom Restless-legs-Syndrom sowie von der hochbetonten Schallempfindungsschwerh�rigkeit - mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zur�ckzuf�hren sind. Zwar existieren vorbestehende degenerative Ver�nderungen der Halswirbels�ule, die jedoch - soweit dokumentiert - vor dem Unfall klinisch stumm waren und auch den Status quo sine nicht erreicht haben. Zu beurteilen bleibt demzufolge die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs.
Rechtsprechungsgem�ss ist die Ad�quanz erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Heilungsprozesses zu pr�fen, und nicht solange von einer Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch immer eine Besserung erwartet werden kann (BGE 130 V 384 Erw. 2.3.1 und Urteil S. vom 16. Juni 2004 [U 133/03] Erw. 2.3 mit Hinweisen). Die Hotela betrachtete den Heilungsprozess beim Versicherten mit dessen Wiederaufnahme einer 50%igen T�tigkeit vom 10. M�rz 2003 als abgeschlossen. Sie pr�fte und verneinte die ad�quate Kausalit�t ab diesem Zeitpunkt. Die Vorinstanz beanstandete dieses Vorgehen nicht. Aus den �rztlichen Berichten geht indessen hervor, dass seit Dezember 2003 neue Therapien (Osteopathie und Alexandertechnik) durchgef�hrt wurden und aufgrund dessen eine weitere Besserung des Gesundheitszustands erreicht werden konnte (vgl. Zwischenbericht des Chirurgen Dr. O.________, Spezialist f�r Wirbels�ulenleiden, vom 29. September 2004). Dr. O.________ schloss denn auch prognostisch auf eine Erh�hung der Arbeitsf�higkeit auf 70 %. Im Gutachten vom 28. Oktober 2004 betrachteten auch die �rzte des ZMB den Versicherten als 70 % arbeitsf�hig und hielten dar�ber hinaus fest, "eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes ist mit einer weiteren medizinischen Behandlung nicht zu erwarten". Vor diesem Hintergrund h�tte die Ad�quanzpr�fung richtigerweise erst in diesem Zeitpunkt vorgenommen werden d�rfen.
7.1 Die Vorinstanz hat die Ad�quanz zu Recht (und in �bereinstimmung mit dem Beschwerdef�hrer) nach Massgabe von BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b gepr�ft, bei welcher keine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Beschwerden erfolgt. Denn es liegt kein Grund vor, von diesem Prinzip abzuweichen: So treten beispielsweise weder die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen im Vergleich zur psychischen Problematik unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund, noch spielen physische Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle (vgl. zur unmassgeblichen Bedeutung der beim Versicherten diagnostizierten "sekund�ren Phobie" das Gutachten des ZMB vom 28. Oktober 2004).
7.2 Aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen ist die Auffahrkollision vom 7. Dezember 2002 dem Bereich der mittelschweren Unf�lle und innerhalb dieses Rahmens eher den leichteren F�llen zuzuordnen (vgl. RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2 am Anfang [Urteil A. vom 24. Juni 2003, U 193/01]). In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass unfallanalytische Erkenntnisse und biomechanische �berlegungen allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur mit Blick auf die Ad�quanzpr�fung relevanten Schwere des Unfallereignisses zu liefern verm�gen; sie bilden jedoch rechtsprechungsgem�ss f�r sich allein in keinem Fall eine hinreichende Grundlage f�r die Kausalit�tsbeurteilung (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 359 mit Hinweisen). Daher kann die Ad�quanz nur bejaht werden, sofern zumindest eines der einschl�gigen Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist oder mehrere Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise zutreffen (vgl. BGE 117 V 367 Erw. 6b, 384 Erw. 4c, 115 V 140 Erw. 6c/bb, 409 Erw. 5c/bb).
7.3 Der Unfall vom 7. Dezember 2002 hat sich bei objektiver Betrachtung weder unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignet, noch war er von besonderer Eindr�cklichkeit. Ebenso wenig waren die erlittenen Verletzungen schwer oder von besonderer Art. Sodann ist keine �rztliche Fehlbehandlung ersichtlich, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert h�tte. �berdies kann weder von einem schwierigen Heilungsverlauf noch von erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Weiter sind den Akten keine Hinweise auf Dauerbeschwerden zu entnehmen. Zwar litt der Versicherte an einem chronischen zervikozephalen Schmerzsyndrom, das aber therapeutisch angegangen wurde, wodurch eine deutliche Verbesserung erzielt werden konnte (vgl. etwa Zwischenbericht der �rzte des Spitals Y.________ vom 27. Februar 2003: "unter physiotherapeutischer Behandlung Abnahme der zervikozephalen und zervikospondylogenen Beschwerden"). Das Kriterium einer ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung kann h�chstens als teilweise erf�llt betrachtet werden. Denn die nach dem Unfall erfolgte Behandlung beschr�nkte sich im Wesentlichen auf die Durchf�hrung medizinischer Abkl�rungen und Verlaufskontrollen sowie - mit Unterbr�chen - verschiedener ambulanter Therapien (etwa Physiotherapie und Osteopathie). Schliesslich ist das Kriterium Grad und Dauer der Arbeitsf�higkeit zu pr�fen: Der Versicherte war nach dem Unfall zun�chst w�hrend rund drei Monaten zu 100 % arbeitsunf�hig (vom 7. Dezember 2002 bis 10. M�rz 2003). Danach wurde ihm bis Ende Oktober 2004 eine 50%ige und ab diesem Zeitpunkt bleibend eine 70%ige Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit attestiert. Damit ist auch dieses Ad�quanzkriterium als erf�llt zu betrachten.
7.4 Insgesamt sind somit zwei Kriterien erf�llt. Weder liegt aber eines dieser Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter Weise vor, noch sind sie in der erforderlichen H�ufung oder Auff�lligkeit gegeben. Daran verm�chten erg�nzende Abkl�rungen nichts zu �ndern. Es ist deshalb von den beantragten Weiterungen abzusehen.
Die - vorinstanzlich best�tigte - Leistungseinstellung seitens der Hotela erfolgte somit zu Recht, wenn auch verfr�ht. Der Versicherte hat Anspruch auf Heilbehandlung und Taggelder bis 28. Oktober 2004, weil solange von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch immer eine Besserung erwartet werden konnte.
Weiter stellte der vorinstanzliche Entscheid fest, dass weder ein Wiedererw�gungs- noch ein Revisionsgrund vorliegt und die Hotela somit (vorbeh�ltlich eines allf�lligen �berentsch�digungstatbestands) nicht berechtigt ist, die dem Versicherten nach dem 10. M�rz 2003 ausgerichteten Taggelder zur�ckzufordern bzw. zu verrechnen. Diese Auffassung ist im Ergebnis rechtens: Aus den Akten geht hervor, dass die Hotela bis zum 27. Mai 2004 Taggeldleistungen erbrachte. Die Leistungspflicht der Hotela dauert nach dem vorne Gesagten bis 28. Oktober 2004 (und nicht bloss bis 10. M�rz 2003) an, sodass ein R�ckforderungs- bzw. Verrechnungsrecht bereits deshalb entf�llt.
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 29. Mai 2006 und der Einspracheentscheid der Hotela vom 30. Juni 2005 insoweit abge�ndert, als der Anspruch auf Heilbehandlung und Taggelder bis zum 28. Oktober 2004 andauert. Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen.
Die Hotela hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 1500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wird �ber eine Neuverlegung der Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben.