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Timestamp: 2020-05-25 15:37:09
Document Index: 280288845

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 7', '§8', '§ 13', '§ 1', '§ 1']

1916 / 184 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger)
1916 / 184 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff
in Anlage A betgesügten Muster, im übrigen, einshließlich der Fälle des S 6, eine Liste nah dem in Anlage B beigefügten Muster *). Für die Anmeldung der unte1wegs befindlihen Waren ist ein Vordruck niht zu verwenten.
Für die Ausführung der Erhebung is der Jnhalt der Vordrucke
maßgebend. & 10
Die Herstellung und Densats der für die Erhebung erforder- lihen Drucksachen erfolgt dur die Landeszentralbehörden.
Die durch die Herstellung und Versendung der Druksachen ent- standenen Kosten werden den Landeszentralbehörden ersetzt.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Be- hörden haben nach den in den Anlagen C 1 bis 5 betgefügten Mustern L Zusammenstellungen über die ermittelten Vorräte, nah kleineren Verwaltungsbezirken getrennt, bis zum 25. September 1916 beim Kriegsernährungsamt einzureihen, und zwar je eine befondere Zusammenstellung
1. für Haushaltungen mit weniger als 30 zu verpflegenden Hausbaltungsmitgliedern,
. für Haushaltungen mit 30 oder mehr zu verpflegenden Haushaltungß3mitgliedern,
. für 6ffentlihe Körperschaften,
. für Anstalten,
5, für Gewerbe- und Handelsbetriebe.
Für die gemäß § 6 festzustellenden Vorräte und für die uvnter- wegs befindlihen Mengen (§ 7) find besondere Zusammenstellungen einzureichen,
Í 8 12
Die Landeszentralbehörden erlassen die zur Ausführung erforder- lihen Anordnungen. Sie bestimmen insbesondere, wer ais Gemeinde- behôrde und zuständige Behörde im Sinne dieser Verordnung an- zusehen ift,
Die zuständige Behörde oder die von thr beauftragten Personen find befugt, zur Ermittlung richtiger Angaben Vorrats- und Betriebs- ráume oder sonstige Aufbewahrungsorte, woo Vorräte der in die Er- hebung einbezogenen Art (§8 3, 4) zu vermuten sind, zu durhfuchen und die Geschäftsaufzeihnungen und -bücher des zur Anzeige Ver- pflihteten nahzuprüfen.
S 14 orf
Wer vorsäßliß die ihm nach 82 5, 7 obliegende Anzeige nit oder nit rechtzeitig erslattet oder wisseutlih unrichtige oder unvoll- ständîge Angaben macht, oder wer der Vorschrift des § 13 zuwider die Durchsuchung oder die Einsicht der Geschäftapapiere oder -bücher verweigert, wird mit Gefängnts bis zu einem Fahre und mit Geld- strafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Neben der Strafe können Vorräte, die verschwiegen worden {sivd, obne Unterschied, ob sie dem Anmeldepflichtigen gehören oder nicht, eingezogen werden.
Wer fahrlässig die thm nach 88 5, 7 obliegende Anzeige nit oder nit rechtzeitig erstattet oder unrihtige oder unvollständige An- gaben mat, wird mit Geldstrafe bis zu dreitaufend Ytark bestraft.
S 15 Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 3. August 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzlers Dr. Helfferich.
*) Die Muster find hier nicht mit abgedruckt.
BekanntmaMhunpgz
Der Firma Heinrih S@illing, Worms, Wässerturm- straße Nr. 5, Tel. 296, Inh. Hetnfih Älbert Schilling, Sohn des Weinhändlers Adam Schilling, Worms, Wasserturmstraße Nr. 5, wurde durch Beschluß des Kretsavsscchufses des Kreises Worms vom 3. August 1916 der Handel mtt Gegenständen des täglichen Bedarfs, insbesondere mit Nahrungs-und Futtermitteln aller Art, sowie rohen Naturerzeugntssen, Hetz- und Leucht- stoffen oder mit Gegenständen des Krieg8bedarfs auf Grund der Verordnung über die Fernbaltung unzuverlässger Personen vom Handel vom 23. September 1915 untersagt.
Worms, den 4. August 1916.
Großherzoglihes Kreisamt Worms.
Dem Kaufmann Gustav Weill, hier, Altkirherstraße 11 wird hlerdurch gemäß § 1 der Bundedsratsverordnung vom 28. Sep- tember 1915 und der hierzu ergangenen Ausführungsbesltmmungen des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß. Lothringen vom 11. Oktober 1915 3. 1 und 2, betreffend die Fernhaltung unzuverlä| iger Personen vom Handel, wegen übermäßiger Preissteigerung der Handel mit Backwaren und Lebensmitteln untersagt.
August 1916. Dall, Polizeipräsident.
ir F 6 E Mülhausen i. E., den 3.
er Kreisdirektor :
VeranntmaoGun g: Auf Grund der Verordnung, betreffend die zwangsweise Verwaltung französisher Unternehmungen, vom26.11. 1914 (NGBlI. S. 487) ift für die folgende Unternehmung die Zwangsverwaltung angeordnet worden ; 222. Lisie. Ländlicher Grundbesißt. Krets Diedenhofen-W est. — Gemeinde Nüssingen. 21 a Ländereien der Sociétó anonyme des aciéries in Mideville tn Billerupt; Verwalter Bürgermetster Dr. Kreuz in Deutschoth. Straßburg, den 2. August 1916. tinisterium für Elsaß-Lothringen. Abteilung des Innern. J. V. : Esser a) De j V be
Königreich Preußen. D
Ministerium der geistlichen un angelegenheiten.
Der bisherige Privatdozent Lic. Friedrich Büchsel in Halle a. S., zurzeit Garnisonpfarrer in Stettin, ist zum außer- ordentlichen Professor in der theologishen Fakultät der Uni- versität in Greifswald ernannt worden.
Der deutsh-italienische anbe Zoll- und
6G. Dezember 1891 i z Shhiffahrtsvertrag vom 5 S 1A (Reichs-Gesey- blatt von 1892 S. 97 und von 1905 S. 413) wird von der italienishen Regierung als nicht mehr wirksam angesehen. Demgemäß werden nunmehr anch deutscherseits auf die italienishen Boden- und Gemwerbserzeugnisse die Süäye des
Infolge des alls der vertrag8mäßigen besonderen Zoll- begünstigung für Marsalawein sowie der Zugeständnisse für Wein, Baumöl R) und für Sumachauszug (vergl. Schlußprotokoll zu Artikel 10 und 7 des Handelsvertrags) dürfen keine Untersuchungszeugnisse italienisher Untersuchungs3- anstalten und Fachchemiker über die Einfuhrfähigkeit von Wein, Traubenmost und Traubenmaishe sowie über die Reinheit von Baumöl (Olivenöl) und über die Reinheit von Gerb- stoffauszügen und ebensowenig Ursprungszeugnisse sizi- lianisher Handelskammern für Marsalawein in Flaschen mehr zugelassen werden. Dagegen sind die Begünstigungen des bis- herigen deutsch-italienishen Handel3vertraqs weiter auf Waren anzuwenden, die aus meistbegünstigten Ländern stammen oder sich auf deutsche Rechnung in deutschen Zollaus\s{lußgebieten, Freibezirken oder Zollagern befinden; die Bekanntmachung, be- treffend die Wirkung des Außerkrafttretens von Handelsver- Hoe vom 10. August 1914 (Reichs-Geseßblatt S. 367), ist an- wendbar. Diese Verfügung erscheint im „NReich8s- und Staatsanzeiger“ : vom Tage nach der Ausgabe des betreffenden Stücks des „Reichs- und Staatsanzeigers“ ab ist nach ihr zu verfahren. Berlin, den 5. August 1916.
J. A.: Wolffram.
An sämtliche Oberzolldirektionen (eins{chl. Erfurt).
Der bisherige Kassierer bei der Preußishen Zentral- genossenschaftsfkasse, Rechnungsrat Weßling is zum Vor-
jteher des Revisionsbureaus dieser Kasse ernannt worden.
Bekanntmachung. Der ledigen Anna Weigmann in Liegnitz, Gustav Adolf- straße 20, ift auf Grund des § 1 Abs. 1 der Bundesratsverordnung vom 25. September 1915 über die Fernbaltung unzuverlässiger Per fonen vom Handel der Handelsbetrieb untersagt worden. Liegnitz, den 29. Juli 1916. Die Polizeiverwaltung. Charbonnier.
Dem Kaufmann Karl Warn cke, geboren am 1. 5. 76 in Ham- burg, hier, Gartenstraße 109, und dem Kaufmann Frig Wedel, wohnhaft in Hamburg, Hafenbrücke 1, sowte dessen Firma „Süds- deutshe Dünger-Industrie Friy Wedel, Frankfurt a. M., Hanfahaus 62“, wird hierdurch der Handel mit Gegenständen des täglihen Bedarfs, insbesondere Dünger- und Futter- mitteln aller Art, ferner rohen Naturerzeugnissen, sowie jegliche mittelbare oder unmittelbare Beteiligung an etnem folhen Handel wegen Unzuverläffigkeit in bezug auf diejen Gewerbebetrieb
Frankfurt a. M., den 3. August 1916. Der Poltzeipräfident. F. V.: von Klendck.
Dur Bescheid vom 24. Junt 1916 habe ich dem Kaufmann Hermann Teuber, hier, Kopitadtsplay 23, die Herstellung und den Handel mit Seife, Seifenpulver, fetthalttigen Wasch mitteln sowie Nahrungs- und Genußmitteln und die Ver- mittlertättigketit hierfür untersagt.
Effen, den 26, Juni 1916.
- Städtische Polizeiverwaltung.
Der raermeiiter. J. B.: Rath.
T3 y 4 A L x Befkfanntmahung,
Durch Bescheid vom 21. Juni 1916 habe ih dem Kaufmann Nichard Peterett hter, Gutenbergitraße 62, die Herstellung und den Handel mit Seife, Seifenpulver, fetthaltigen Waschmitteln sowie Nahrungs- und Genußmitteln und die Bermittlertätigkeit hierfür untetsagt.
Essen, den 26. Juli 1916.
Die Städtishe Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. J. V.: Rath.
Prenßen. Berlin, 7. August 1916.
Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Voll- sißung; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen sowie der Auss{chuß für Handel und Verkehr Sißungen.
Der Königlich dänische Gesandte, Graf Moltke ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.
_ Der Präsident des Direktoriums der Reich8versicherungs- anstalt für Angestellte, Wirklihe Geheime Oberregierungsrat Koch ist mit Urlaub abgereist.
Es ist eine neue Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise und Beschlagnahme von Leder (Ch. T1 888/7. 16 K.R. A.), erschienen, die an die Stelle der bisherigen Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise von Leder Ch. II 888/1. 16 K. R. A,, tritt. Durch die neue Bekanntmachung sind die Höchstpreise für Leder entsprechend den fürzlih erlassenen neuen Höchstpreisen für Häute verändert und vielfach herabgeseßt worden. Auch die Bestimmungen über die Freigabe von beshlagnahmtem Leder und seine Verwendung haben Abänderungen erfahren.
Wie durch „W. T. B.“ mitgeteilt wird, find Anfragen von nichtamtlihen Stellen wegen der Bekanntmachung, sofern sie sich auf. die Preise beziehen, an die Geschäftsstelle der Gut- achterkommission für Lederhöchstpreise in Berlin W. 9 (Buda- pesterstraße 11/12) und sofern sie sih auf die Beschlagnahme- bestimmungen beziehen, an die Meldestelle der Kriegs-Rohstoff- Abteilung für Leder und Lederrohstoffe in Berlin, ebenda, zu richten. 9 Die Bekanntmächung tritt mit dem 1. September 1916 in Kraft. Jhr Wortlaut, der für die beteiligten Kreise von
‘Punmilslngen E E und besch
Absa Bekanntmachung dürfen aus den beschlag- nahmten Vorräten nur die Mengen entnommen werden, die durch die Kriegsrohstoff-Abteilung, Sektion Ÿ. I. Berlin SW. 48 (Verlängerte Hedemannstraße 10/11) für den jeweiligen Auftrag bewilligt sind. Die Meldungen der meldepflichtigen Mengen Gummilösung müssen an die Kriegs - Nohstoff - Abteilung, Sektion V. I. sowie auch an die Kautschuk-Meldestelle Berlin W. 9 (Potsdamerstraße 10/11) erfolgen.
Jn einer orgen im Reichsamt des Innern mit Ver- tretern der Leimhersteller, des Leimhandels und Verbraucher gepflogenen Besprechung wurde über Maßnahmen gegen die auf dem Leimmarkt herrschenden Preistreibereien beraten. Vorgeschlagen wurde, wie durch „W. T. B.“ mitgeteilt wird, eine einheitlihe Bewirtschaftung des Leims jeder Art, ins- besondere Leder-, Knochen- und Mischleims, unter Festseßung von Höchsipreisen. Um genaue Unterlagen für eine Ent- schließung in diesem Sinne zu erhalten, wurde zunächst be- schlossen, eine Vorrats- und Bedarfs3erhebung zu ver- anstalten. Bei der Vorratserhebung soll Anmeldung der Be- stände am 1. August 1916 und an einem noch zu bestimmenden Tage nah Erlaß einer entsprehenden Verordnung verlangt werden. —
Der heutigen Nummer des „Neichs- und Staatsanzeiger3“ liegen die Ausgaben 1085 und 1086 der Deutschen Ver lufst- listen bei. Sie enthalten die600. preußische und die 285. bayerische Verlustliste.
Seine Majestät der König hat vorgestern vormittag in Anwesenheit des Vorsitzenden des Ministerrats, Staats- ministers Grafen von Hertling und des Krieas3ministers General- obersten Freiherrn Kreß von Kreßenstein in gemeinsamer Audienz den Geheimen Rat Professor Dr. von Gruber, die Reichsräte Graf Preysing Lichtenegg - Moos und Franz Buhl, die Landtagsabgeordneten Einhauser, Löweneck und Hübsch, die Reichstagsabgeordneten Dr. Pfleger und Weilnböck, den Oberlandesgerichtsrat Rohrer, die Kommerziénräte Fromm und Seiß empfangen. Wie die „Korrespondenz Hoffmann“ meldet, verlas der Geheime Rat, Professor Dr. von Gruber eine Adresse, in der er namens der zur Audienz Erschienenen deren Auffassung über die politishe und militärische Lage dar- legte und ihre von patriotischer Sorge getragenen Wünsche vor- brachte. Seine Majestät der König mahnte in feiner Erwide- rung zum Vertrauen in die verantwortlihen und leitenden Stellen, da ein verständnisvolles und einiges Zusammenwirken aller Stände und aller Parteien in so ernster Zeit unerläßlich sei. Er-warnte davor, Spaltungen in das deutsche Volk zu tragen, um niht das Durchhalten bis zu einem ehrenvollen Frieden zu erschweren.
is Oesterreich-Ungarn.
Der Deutsche Kaiser hat während seiner Anwesenheit an der Ostfront, wie aus dem Kriegspressequartier gemeldet wird, dem Feldmarschall Erzherzog Friedrich im Standort des K. und K. Armeekommandos einen Besuch abgestattet.
Das Ministerium des Aeußern veröffentlicht einen ¡weiten Nachtrag zur Sammlung von Nachweisen über Verleßung des Völkerrechts durch die Staaten, die mit Oesterreich-Ungarn Krieg führen. Das in diesem Nachtrag enthaltene Material reiht bis 30. November 1915. Er um- faßt drei Teile, und zwar die Behandlung österreichisch- ungarischer diplomatischer und konsularischer Funktionäre durch die Behörden feindlicher Staaten, die Behandlung österreichisch- ungarischer Staatsangehöriger in feindlihen Staaten und Ver- leßzungen des Kriegsrechts.
Der gestern in Hermannstadt abgehaltene griechi|ch- orientalisch-rumänische Kirchenkongreß hat den Bischof Basilius Mangra mit großer Mehrheit zum Metropoliten
der griechisch-orientalish-rumänischen Kirchengemeinschaft in Ungarn gewählt.
Einer amtlichen Bekannimachung zufolge ist Lord Wi m- borne wieder zum Vizekönig von Jrland ernannt worden.
— Jn einem Rückblick auf die zwei Jahre des See- frieges sagte der Erste Lord der Admiralität Lord Balfour laut Meldung: des „Reutershen Bureaus“: ; |
Die Zeit, die längst autgehört hat, unseren Feinden zu helfen, ist seit der Shlaht bei Jütland stark auf unserec Seite. Jede Woche, seitdem die deutshe Flotte beschädigt in ihre Häfen zurück- getrieben worden ist, hat einen neuen Erfolg der Verbündeten auf dem einen oder dem anderen Teile des Schlachtfeldes gesehen. Es wäre jedoch ein Irrtum, anzunehmen, daß der Seefieg die Lage ver- ändert habe ; er hat fic nur bestätigt. Vor ber Swlächt bei Jütland ebenso gut wie nach thr war die deutsche Flotte eingekerkert. Die Scch{lacht bei Jütland war ein Versuh, die Sperre zu durh- brechen, er ist mißlungen, und mit setnem Mißlingen ist die deut)cke Flotte zur Ohnmacht herabgesunken. Das Ziel einer Seeslacht ist, die Herrschaft über die Meere zu gewinnen oder aufreht zu erhalten. (Fs Lei fest, daß Deutschland sie nicht erlangt und wir sie nit ver- loren haben. Wenn die Deutschen glaubten, fie wären auf dem Wege zur Gleicbstellung auf der See, würden sie dann mit fo viel Lungen- kraft die Tat eines Unterseebootes auêposaunen, das unter der Handel flagge 280 Tonnen deutscher Erzeugnisse, nicht zu erwähnen das Hand- \hreiben des Kaisers, von Bremen nah Baltimore gebraht hat? Die Tat selbst enthielt keinerlei feemännishe Schwtectakeit; die Handels- ergebnisse sind notwendigerweise unendlich winzig. Das ganze Interesse, mit dem deutsche Augen die Fahrt begleiteten, becußte auf der Hoffnung, sie könnten durch den Gebrauh von Unterfecbooten die von der brtitishen Flotte aufgerichtete Schranke umgehen, die die deutsche Flotte weder brehen noch s{chwächen kann, Äber die Sze- gewalt zeigt fich nit nur durch Verlegung der Wasserstraßen für den Feind, sondern auch durch deren Gebrauch für dite etgenen milt- tärishen Zwecke. Jn den lezten zwei Jahren hat si ein stetiger, stets wahsender Strom von Viännern und Vêunition über den Kanal ergossen, dessen Wirkung wohl entscheidend sein mag. Indessen ift er niemals vor dem Angriffe feindlicher Schlachtschiffe vder Kreuzer sicherer gewesen, als seit dem deutshen „Siege“ vom 31. Mai,
Der Wert, den die Deutschen in Wirklichkeit ihrex siegreichen Flotte beimessen, wtrd dur thre Politik der Unterseebootkriegführang dargetan. Der Vort-tl von Unterseebootangriffen auf den Handel besteht darin, daß sie nicht durch etne stärkere Flottenmadt in derselben Weise kontrolliert werden können wie Kreuzer; thr Nachteil besteht darin, daß sie in großem Maßstabe nicht in „Uebereinstimmung mit den Kriegsgesetzen oder den Forderungen der Menschlichkeit dur-
Wichtigkeit ist, ist bei den Polizeibehörden einzusehen.
autonomen Tarifs angewendet werden.
geführt werden können. Sie verlangen baher ein Doppeltes: Klug-
E E Ne fe ‘balten werden, während außerhalb die Unterseebootkrteg- un» eilig. wetterging,, ME -uglen, daß ein ct von S@lah!schiffen und Shlachikceuzern nicht gestellt werden ïoun. Sie glaubten daher, diesen neuen Haudelszeritörern müßten unsere Kauffahrteishiffe, ungeshüßt dur Kriegs\{iffe und nicht ims: sich selbst zu E leichte Beute werden. Sie haben fih in beiden Beziebungen gekrrt. Zweifellos ift es ihre Wut über das Geschick unb die Energie, mit denen britische H mdelskapitäne und Schiffsbemannungen die ihnen anvertrauten Vtensenleben und Cigentum verteidigt haben, die die deutsche Atmiralität zu threr leßten und dümmsten Tat berechnender Erausamkeit getrieben hat, dem Justizmord an Kapitän Fryati. Was müssen die Neutralen über alles dieses denken?! Von den Verteidigern Deutschlands wird ihnen beständig verfichert, daß die MittelmäHhte tür die Freibeit der Meere kämpfen. Das ift eine Phrafe, die eine vershiedene Bedeutung hat, je nach dem Ter, Wir baben aber jet genug Gelegenhett gehabt, um uns ein Ucteil darüber zu bilden, was cs tm Munde der Deutschen bedeutet. Es bedeutet, daß die deutsche Flotte fich auf der See ebenso aufführen soll, wie das deutsche Pes auf dem Lande. Es bedeutet, daß weder feindlie Zivilitien noch Neutrale irgendwelhe Rehte gegenüber dem streitbaren Deutshiand haben sollen; daß diejenigen, die ihm nit widerstehen, ertränkt, die ihm widerstehen, ers{ofsen werden. 244 neutrale Handels\ciffe find unter Mißachtung von Necht und Menschlichkeit versenkt worden, und ibre Zahl wächst mit jedem Tage. Die Mensheit hat si nach den Er- rer g hon el ed lanren thr E über as ane Kultur ] , u@ einiges enthält, aus dem man ein Urteil übe deutshe Fretheit bilden kann. at Nach einer Meldung des „W. T. B.“ verbreitet sich in der englischen Bevölkerung mehr und mehr die Erkenntnis, daß der deutsche Bericht über die Seeschlacht vor dem Skagerrak richtig, der Jellicoeshe Bericht dagegen zurehtgemacht war. Zu dieser Erkenntnis habe besonders die Anweisung an die englische Presse beigetragen, die Ant- wort der deutschen Admiralität auf den Bericht Jellicoes weder zu besprehen, nohch zu veröffentlichen, sowie das kürzlih er- lassene NRegierungsverbot einer vom englischen Volk beabsich- tigten Dankadresse an die Admirale Jellicoe und Beatty. — Anläßlich des zweiten Jahrestages der Kriegs- e rklärung wurde unter dem Vorsiß Lord Derbys eine große Versammlun g in Queenshall abgehalten. Der . Premier- minister Asquith brachte folgende Resolution zur Ab- stimmung : __ Am zweiten Jahrestage der Erklärung dieses gerechten Krieges gibt diese Versammlung der Londoner Bürger threr unwandelbaren Gntschlossenheit Ausdruck, den Kampf für die Ideale Freiheit und Gerechtigkeit, die die gemeinsame geheiligte Sache der Verbündeten bilden, bis zu einem siegreihen Ende fortzuseßen, … Hierauf hielt Asquith, wie das „Reutersche Bureau“ meldet, folgende Rede: L Vor zwei Jahren wurde Deutschland in der Woche, die dem Ausbruch des Krieges vorausging, das Opfer einer doppelten Täuschung. Deutschland war völlig sicher, daß wir, was wir au immer als Protest _tun oder fagen würden, niemals mit den Waffen in der Hand an die Seite Frankreihs und Nußlands treten würden. Ebenfo sicher war man in Deutschland, daß das schwache und — wie es Deutschland hien — {hutlofe Belgien mit Smeichelworten oder Gewalt dazu gebraht werden würde, Deutschland zu gewähren, was es am meisten brauchte, nämli das Net des Durhmarsches nah Frankretich. Das war ein Irrtum und — wte sich herausfiellte — ein sehr kost\spteliger Zctum, denn „während zweier Jahre - hat das britische Neich, die friedltebendste Familie von Gemeinwesen auf der Oberfläche der zibtiifierten Erde, 5 Millionen seiner Söhne ausgehoben, um sie ins Feld zu schiden, und damit Deutschlands Absichten zunichte gemacht. Ito niemals hat sich in das wirre und slümperbafte Gebilde der deutschen Diplomatie ein fo großer Irrtum einges{hlihen und etne Auffassung, die jür ihre Träger fo verbängntsvoll gewesen ift. Als vor iwei Jahren der Hand|huh hingeshleudert war, hatten wir sehr bakd eingesehen, daß wir bor einer jener epohemahenden Entscheidungen stünden, in denen der Kampf nicht zwischen einem Staat und etnem anderen gae- führt wird, sondern in dem es #\ch um elnen Kampf zwischen ver- schiedenen und unversöhnlihen JIdealen handelt, zwishen Mächten etnersetis, die für Freiheit, Mannichfaltigkett der Typen und Organt- fationen und für unrgehemmten Fortschritt der Véenschbeit einilehen, und Mächten, die notwendigecweise früher oder später alle Staaten zu E Umbildung und Erneuerung der Welt unfruthar gemacht hätten. : O0 möchte gern, fuhr der Premierminister fort, besonders auf die ungetrübte Einigkeit der verbündeten Länder Frankrei, Nußland, Italien und uns seibst aufmerksam machen. Nichts ist während des leßten Jahres bemerkensweiter gewesen, als der (Erfolg, mit dem die Verbündeten eine gemeinsame Politik und etnen elnheitlihen Plan suchten und befolgten. I bin froh, daß ich tn diesem Augen- bu sagen fann, baß zwischen uns in alien Kriegsfragen voll- tommene Uebereinstimmung besteht. Es gibt fein besseres, praftischeres Beispiel für diefe vnweifelhafte Tatsache, als die aleih- zeitige Offensive, die jeßt mit solher Kraft und solchem Erfolg an nit wentger als dret Fronten dur{geführt wird. Ura auf uns selbst zurüczutommen, fo halte ih es für das Glorreihste und Ec- mutigendste în der Aufstellung unserer neuen Armeen, daß eine so rufige Zahl von PVtännern in jeder Lebenslage freiwillig Heim, Familtenbande und Beruf aufgegeben hat, um im Dienste des Staates thr Leben aufs Spiel zu setzen. Diese neuen Armeen, die während des leßten Mona1s auf dem blutgetränkten Felde der Picardie sich unsterbliche Lorbeeren errungen haben, find das beste Denkmal, das Lord Kitchener si hätte wünschen können.
Ich habe von der Armee gesprochen; was aber soll ih von unserer und unserer Verbündeten Dankesschuld an die britische Flotte sagen, die fich natürlih ebenso wie die Armee nah Woffengängen mit dem Feind auf offener See sehnt! Der Feind geht dabei mit größter Borsicht zu Werke. Es werden \i{ch nur wentg Gelegenheiten dazu bieten. Sett dem glorreihen Steg vom 31. Mat, wte thn der Kaiser nennt, hat sch die deutshe Howseeflotte, oder was davon übrig ist, nicht getrant, aus dem Hafen beraus- zukommen. Hier ist die Originaldepeshe sehr urklar.) Die Deutschen sch{chrecken offenbar davor zurü, ibre glorreichen Erfahrungen zu wiederholen und nicht ohne Grund, denn noch einige solher Siege würden nichts oder nur sehr wenig von der deutschzn Flolte übrtg lassen. Wenn es aber unjeren Seeleuten au nur selten vergönnt ist, fich auf offener See im Kampf mit dem Feinde zu messen, fo dürfen wir doch nie vergeffen, daß es die Flotte it, die fn unaufdringlicher stiller Weise Wacht hielt und mit immer eherner Umfklammeruvg die Macht der Deuischen und thre Wider- ffandsfraft erschôpft und das Leben Deutschlands erdrofselt. In der ganzen Geschichte ist niemals ein so deutlicher Beweis von dex alles überragenden Wichtigkeit der Beherrschung der See erbracht worden.
Der Feind befindet sich überall in der Defenslve. Auf keinem Krfegsshauplay hat er tie Jnitiative in der Hand oder versu{t er, fie in der Hand zu behalten. Es sind Anzeichen von beträtlicher Schwäche oder Erschöpfung vorhanden, die kaum täuschen können. Die jüngsten Kampfmethoden des Feindes verraten meiner Meinung nach Ansäge einer verzwetfelten Stimmung. Ih meine da dte Verrohung und wohl überlegte Grausamkeit. Die belgische Zivilbevölkerung, die sich weigert, an der Erhaltung und der Verbesserung der militärtihen Stellungen der in das Land eingedrungenen Unterdrücker mitzuarbeiten, wird buch- stäblich als Sklaven behandelt. Die Schrecken der vor kurzer Zeit durchgeführten Deportierung eines großen Teils der Zivilbevö!kerung von Lille uud anderen Städten des nördliheu Frankreichs, pie mitter. nâchtigen Uebersälle auf Privatwohuungen und die massenhafte Ent«
Frauên und ‘beérein
die s{mußtzigen Aunalen der deutshen Armee noch ein uns selbït geridtete Insamie vergessen, nämlich die Kapitäns Fr: yatt, die die ganze zivilisierte Welt entrüfet und ihr Gewissen {ändli verlegt hat. Wir erwägen im Verein mit unseren Ver- bündeten die geeigneten Methoden, die gegenüber diesen Abscheulihkeiien und ihren Urbebern aagewendet werden follen und gegen dieNation, die fie ver¡eibt und mit Betfall begrüßt. Vergessen wir aber nicht die Vorausseßung zu jedem derartigen Schritt, wenn er Ens Erfolg baben foll, nämli die, daß wir den Krieg gewinnen. Das ist unser hôdstes Ziel, dem wir alles unterordnen. Ich sagte, den Krieg ge- winnen. Œs ift, glaube ich, die einstimmige Ueberzeugung des General- stabes der Verbündeten, daß unsere Aussichten auf einen Sieg nie- mals so glänzend gewesen sind, wie jeßt, oder so vielversprechend. Alles, was unsere Verbündeten brauchen, oder unsere Sache, ist die Zusammenfafsung unserer Energie und, was uns betrifft, die Fort- dauer desfelben überwältigenden felbstlosen weitblickenden Patriotièmus, der Hunderttausende, ja Millionen unser besten Arbeiter, Männer und Frauen, veranlaßt hat, auf ihre Fetertage zu verzichten.
Der Minister für Kolonien Bonar Law unterstützte die von Asquith der Versammlung unterbreitete Resolution, die durch Zuruf angenommen wurde, und fagte:
__ Der Sieg, auf den wir ausgehen und den zu erringen wir fest eutshlofsen find, wird überhaupt fein Sieg sein, wenn er nit be- deutet, daß es sowohl für unsere Zeit, wie für die Zeit, die na uns kommt, unmögliß gemacht wird, daß ein Mann odér eine Gruppe bon Männern die Welt in folches Elend stürzt, wie es uns heute umgidt. Wo immer die deutshen Truppen hinkamen, sind ihre Fuß- tapfen von Blut befleckt gewesen, und das Andenken, dos sie zurüd- ließen, {reit laut nach Sieg und Nahe. Durch ihre Methoden und den Druck, den sie ausübten, baben die Deutschen mebr dazu bei- getragen, das britische Reich zufammenzusdhweißen, als Generationen unseres eigenen Volfes es hätten tun können.
— Jn der Debatte über die Pariser Erklärungen im Unterhaus sagte der Abgeordnete Snowden (Arbeiterpartei), wie nachträglih von „W, T. B.“ berichtet wird:
Ich kann diese Vorschläge nur von dem Gesicht?punkte aus be- traten, daß die liberalen Mitglieder der Regierung wieder einmal ibre Grundsäße und Methoden zu Gunsten der Tory: Partet preisgegeben haben Der Minksterpräsident hat an diesem Tage dem Freihandel eine Leichenrede gehalten, aber ebenso wie er erklärte, daß er an dem Grundsaß des Freiwilligendienstes festhalte, als er ibn aufgab, erklärt er jeßt, daß er immer noch ein Freihändler set. Er ift ja avch eine Zeitlang ein eifriger Homeruler gewesen, aber jest scheint ‘Homerule aufgegeben zu sein; das einzige, was der Ministerpräfident noch nicht prelsgegeben hat, ist sein Amt, und im Interesse seines künftigen Rufes sollte er cs fobald wie mögli aufgeben und die Ausführung von Torygrundfäten denen überlassen, die fih dazu bekennen, Die Pariser Entschließungen be- ruhen auf dem Trugschluß, daß das gegenwärtige Bündnis der Mächte ein dauerndes sein wird; aber sobald die Furcht, die die Verbündeten zusammenhält, ihre Wirküng verloren hat, werden widersireitende Interessen emporkommen und das Bündnis wird [ich auflösen. Die Pariser Vorschläge machen allen Hoffnungen auf den Frieden unter den Nationen ein Ende. Europa wird dauernd in zwet feindliche Lager geteilt.
__ Die amtlichen Verlustlisten vom 3, und 4. August ver- zeichnen die Namen von 423 Offizieren,
Die Landesversammlung der soziglistishen Partei und der französischen Abteilung der Junternationalen Arbeiterorganisation ist gestern vormittag in Paris zusammen- getreten. Drei sozialistishe Minister nahmen an den Ver- handlungen teil. Wie „W. T. B.“ meldet, beschäftigte sich die Versammlung zunächst mit der Frage der Wieder- aufnahme der internationalen Bèziehungen und der Herstellung eines dauerhaften Friedens. Pressemane verlangte hierbei eine gemeinsame Konferenz der Sozialisten der verbündeten Länder, um die Regierungen zu zwingen, die Kriegsziele genau an- zugeben. Die Gegner einer sofortigen Wiederaufnahme der inter- nationalen Beziehungen machten die Notwendigkeit geltend, die Unabhängigkeit der Völker zu verteidigen. Cachin erinnerte daran, daz Asquith die Krieg8ziele ausreichend bezeichnet habe. Brizon brachte einen Antrag ein, der sih mit der Resolution von Kienthal einverstanden erklärt. j
Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ teilt mit, daß die Abteilung Vlaardingen der Vereine zur Förderung der niederländischen Fischerei täglih der britischen Gesandt- schaft im Haag telegraphiert, wieviel Tonnen Heringe zum Verkauf angeboten werden sollen, um auf diese Weise auch den britishen Käufern Gelegenheit zu geben, sih am Einkauf zu beteiligen und die falsche Vorstellung zu beseitigen, daß die holländischen Heringe auss\chließlich nach Deutschland gehen.
- Folgende holländishe Dampfer haben ihre Post in England zurücklassen müssen: Die „Oranje“, von Amsterdam nah Batavia unterwegs, die „Nieuwe Amsterdam“, die aus New York in Rotterdam angekommen ist, und die „Zelandia“,
die aus Südamerika in Amsterdam angekommen ist.
Türkei. j __ Der Sultan hat den muselmanischen Hindu-Offizieren, die in Kut-el-Amara gefangen genommen wurden, erlaubt, ihre Waffen zu behalten, da die Offiziere gezwungen wurden, am Kampfe gegen das Khalifat teilzunehmen.
Die Engländer melden, daß sie in Kut-el-Amara ins- gesamt 8970 Personen, darunter 600 Offiziere, verloren hätten. Entgegen dieser Behauptung ist die „Agentur Milli“ zu der Erklärung ermächtigt, daß die Anzah! der von den Türken in Kut-el-Amara gemachten Gefangenen 12597 beträgt, darunter 615 Offiziere.
Die serbishe Skupschtina, deren Einberufung der Kronprinz Alexander auf den 28. August a. St. festgesetzt hat, wird dem „Temps“ zufolge in Korfu zusammentreten. Das Parlament wird sich mit wirtschaftlichen Fragen und vor- läufigen Geseßen zur Regelung der Stellung Serbiens dem Ausland gegenüber. beschäftigen.
Einer Neulermeldung zufolge haben die amerikanischen Konsuln in Jtalien den Auftrag erhalten, si über die Umstände zu unterrichten, unter denen der Dampfer „Letimbro“ von einem Unterseeboot versenkt wurde.
Afrika. Laut Meldung des „Secolo“ besagen Nachrichten aus dem
Sudan, daß der englische Generalgouverneur Sir Wingat e- Pascha eine Verfügung erlassen habe, dur die Aly Dinar,
der Sultan von Darfur, entthront wird, da er si
ton Kindérn f t fg sie einmal vollständig L (rin, Jb fi: t Schan :
sein wird. Wir können hier in Gngland auch nit die leßte, gegen E:mordung des
geqen die ‘englishèn BeH5rden- empört habe. Das Sultanakt steht jeßt enolisni Verrwgltung und unmittelbaren Aufsicht der sudanesishen Regieruna. :
Nach einer anderen Meldumz desselben Blattes aus Kairo hat der Großscheriff von Mekka den Scheriff Sayef Omar zu seinem Vertreter in Aegypten ernánnt.
Kriegsnathrihten. Großes Hauptquartier, 6. August. (W. T. B.)
Wesstlicher Kriegsschauplaß.
Die Kämpfe bei Pozières dauern an. Abends schei- terten feindliche Teilangriffe am Foureaux-Walde und hart nördlich der Somme. ;
Im Maas gebiet, besonders rechts des Flusses, ent- wickelten die Artillerien starke Tätigkeit. Um das ehemalige Werk Thiaumont finden erbitterie Jnfanteriekämpfe statt. Die Gefangenenzahl im Fleury- Abschnitt ist auf 16 Offiziere 576 Mann gestiegen. Jm Chapitre-Wald machten wir gestern weitere Fortschritte, hier sind an un- verwundeten Gefangenen 3 Offiziere 227 Mann in unsere Hand gefallen.
Nordöstlih von Vermelles, in den Argonnen und auf der Combres- Höhe haben wir mit Erfolg gesprengt. Feindliche Patrouillen sind an mehreren Stellen abgewiesen, eigene Unternehmungen sind bei Craonelle und auf der Combres - Höhe geglückt. :
Durch Abwehrfeuer wurde ein feindliches Flugzeug nördlich von Fromelles, im Luftkampf eins nordwestlich von Bapaume abgeschossen.
Oestliher Kriegsschauplaß. Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Eine südlich von Zarecze (am Stochod) vom Gegner noch beseßte Sanddüne wurde gesäubert. Gegenangriffe wurden abgewiesen. 4 Offiziere 300 Mann sind gefangen genommen, 5 Maschinengewehre erbeutet. Bei und nordwestlih von Zalocze haben die Nussen das westliche Serethufer gewonnen. öront des Feldmarschalleutnants Erzherzog Carl. Bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer fanden Vorfeldkämpfe ohne besondere Bedeutung statt. j Die Erfolge der deutschen Truppen in den Kar- pathen wurden erweitert.
Balkan-Kriegsschauplagz.
Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.
Großes Hauptquartier, 7. August. (W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplaß.
Bei Pozières wurden den Engländern Grabenteile, die sie vorübergehend gewonnen hatten, im Gegenangriff wieder entrissen. Seit gestern abend find neue Kämpfe zwischen Thiepval und Bazentin-le-Petit im Gange. Nördlich des Gehöftes Monacu wurde Abends ein \{chwächerer, heute früh ein fehr starker französisher Angriff glatt abgewiesen.
Die Kämpfe auf dem Thiaumont-Rücken sind, ohne dem Feind Erfolge zu bringen, zum Stehen gekommen. Am Ostrande des Bergwaldes wiesen wir einen französischen Angriff ab.
Mehrfache Angriffe feindliher Flieger im rüd- wärtigen Gelände blieben ohne besondere Wirkung, wiederholter Bombenabwurf auf Me § verursachte einigen Schaden.
Destlicher Kriegs3schauplagz.
Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Auf dem nördlichen Teile keine besonderen Ereignisse. Gegen die vorgestern gesäuberte Sanddüne südlich von
Zarecze (am Stochod) vorbrechende feindlihe Abteilungen
wurden durch Gegenstoß zurückgeschlagen.
__ Nordwestlih und westlich von Zalocze blieben russische
Angriffe ergebnislos, südlich davon wird auf dem rechten
Serethufer gekämpft.
__ Unsere Fliegergeshwader haben mit beobachtetem Er- folge zahlreihe Bomben auf Truppenansammlungen an und nördlih der Bahn Kowel—Sarny abgeworfen. Front des Feldmarschalleutnants Erzherzogs Carl. Bei der Armee des Generals Grafen von Bothmer ist die Lage im allgemeinen unverändert. ; Jn den Karpathen gewannen unsere Truppen die Höhen Plaik und Dereskowata (am Czeremo3z). Balkan-Kriegsschauplas. Nichts Neues.
Wien, 5. August. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplas.
_ Die in den Karpathen kämpfenden Streitkräfte der Heeresfront des Erzherzogs Carl haben au gestern Raum gewonnen. Es wurden 325 Russen gefangen genommen, 2 Geschüße erbeutet. Die Kämpfe dehnten sich bis in die Gegend von Delatyn aus.
Nordwestlich von Zalosze — am Südflügel der Front des Generalfeldmarschalls von Hindenburg — is es dem Feinde an einigen Stellen gelungen, die Sereth-Niederung zu überschreiten. Er wurde geworfen. Nur an einem Vunkte ist der Gegenangriff unserer Truppen erst im Gange. Weiter nördli keine Ereignisse von Belang.
Jtalienischer Kriegs8schaupla#. __ Im südlichen Teile der Hohfläche bei Doberdo kam es gestern zu heftigen Kämpfen.
Das feindliche Artilleriefeuer, das schon in den leßten Tagen an Stärke zugenommen haite, seßte im Abschnitt Monte dei Sei Busi—Monfalcone-Rücken um 10 Uhr Vor- mitiags mit größter Heftigkeit ein. Nach ununterbro&en anhaltendem wvierstündigen Maßsenfcuer begannen um 2 Uhr Nachmittags die italienischen JInfanterieangriffe. Die ersten Versuche des Gegners, aus seinen Deckungen vors gugehen, scheiterten an der trefflihen Wirkung der braven