Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2098/88
Timestamp: 2020-02-26 17:32:05
Document Index: 312179237

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 15', '§ 7', '§ 15', '§ 15', '§ 4', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 1']

BFH, 17.07.1991 - I R 98/88 - dejure.org
https://dejure.org/1991,705
BFH, 17.07.1991 - I R 98/88 (https://dejure.org/1991,705)
BFH, Entscheidung vom 17.07.1991 - I R 98/88 (https://dejure.org/1991,705)
BFH, Entscheidung vom 17. Juli 1991 - I R 98/88 (https://dejure.org/1991,705)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,705) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG § 7 g, § 15
Einheitswert des gewerblichen Betriebsvermögens - Besitzunternehmen - Hizurechnung zum Betriebsunternehmen
EStG §§ 7 g, 15
Gewerbesteuer; Gewerbesteuerpflicht einer inländischen Betriebsstätte der ausländischen Besitzgesellschaft
BFHE 165, 369
BB 1991, 2514
BB 1992, 30
BStBl II 1992, 246
Wenn sich die Klägerin auf Rz 1 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 337 beruft, wonach im Fall einer Betriebsaufspaltung sowohl das Besitz- als auch das Betriebsunternehmen Ansparabschreibungen bilden können, so folgt diese Behandlung aus dem Umstand, dass es sich --worauf das FA zutreffend unter Bezug auf das BFH-Urteil vom 17. Juli 1991 I R 98/88 (BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246) hingewiesen hat-- bei einer Betriebsaufspaltung weiterhin um rechtlich selbständige Unternehmen handelt.
Die Möglichkeit, über die personelle und sachliche Verflechtung in einem für die Betriebsführung des Betriebsunternehmens wesentlichen Bereich beherrschenden Einfluss auf beide Unternehmen auszuüben, ist die Grundlage für eine in wertender Betrachtungsweise als gewerblich zu qualifizierende Tätigkeit des Besitzunternehmens (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 12. November 1985 VIII R 240/81, BFHE 145, 401, BStBl II 1986, 296, und vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246;… zum Streitstand vgl. Schmidt, Einkommensteuergesetz, 20. Aufl., § 15 Rz. 800, 806, 807, mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).
Dementsprechend können auch die jedem der beiden Unternehmen anhaftenden Merkmale und die von ihnen verwirklichten steuerrechtlichen Tatbestandsmerkmale nicht ohne weiteres dem anderen Unternehmen zugerechnet werden (vgl. auch --zur Einheitsbewertung-- BFH-Urteil in BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246, und --zur Gemeinnützigkeit einer Körperschaft-- Schick, Der Betrieb --DB-- 1999, 1187, 1190;… Schmidt, a.a.O., § 15 Rz. 856; Koordinierter Ländererlass der Finanzverwaltung, vgl. Rundverfügung der Oberfinanzdirektion --OFD-- Frankfurt am Main vom 22. Februar 1999, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 1999, 1111).
Zwar sind nach ständiger Rechtsprechung des BFH Besitz- und Betriebsunternehmen jeweils eigenständige Subjekte der Einkunftserzielung, die ihre Gewinne getrennt voneinander ermitteln (BFH-Beschluss vom 8. November 1971 GrS 2/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteile vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714; vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246; vom 19. März 2002 VIII R 57/99, BFHE 198, 137, BStBl II 2002, 662).
Sowohl das Objekt I als auch die GmbH-Beteiligung hätten sich danach bereits im Betriebsvermögen befunden, so dass vorliegend kein Raum mehr für das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung bestehe (zum Zweck der Betriebsaufspaltung BFH-Urteil vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246).
Demgemäß sieht der Senat im Rahmen des anhängigen Verfahrens weder Veranlassung, den Hinweis der Kläger, die Gewerblichkeit der Einkünfte des Besitzunternehmens beruhe auf "Richterrecht", einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen (vgl. zur Rechtssetzungsbefugnis durch Richterrecht Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 4 AO 1977 Tz. 43 ff., m.w.N.), noch bedarf es der erneuten Erörterung der Rechtsgrundlagen des Rechtsinstituts der Betriebsaufspaltung (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 12. November 1985 VIII R 240/81, BFHE 145, 401, BStBl II 1986, 296; vom 23. Januar 1991 X R 47/87, BFHE 163, 460, BStBl II 1991, 405; vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246;… Beisse, Festschrift L. Schmidt, 1993, 455).
Nach ständiger BFH-Rechtsprechung führt eine Betriebsaufspaltung dazu, dass eine ihrer Art nach vermögensverwaltende und damit nicht gewerbliche Betätigung - nämlich das Vermieten oder Verpachten von Wirtschaftsgütern - durch die personelle und sachliche Verflechtung zwischen dem Vermieter bzw. Verpächter (Besitzunternehmen) und einer gewerblichen Betriebsgesellschaft (Betriebsunternehmen) zum Gewerbebetrieb i.S.d. §§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 KStG; 2 Abs. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) wird (vgl. BFH-Urteil vom 17.07.1991 - I R 98/88, BStBl II 1992, 246; BFH-Beschluss vom 08.11.1971 - GrS 2/71, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteil vom 23.03.2011 - X R 45/09, BStBl II 2011, 778;… vom 02.08.2012 - IV R 41/11, BFH/NV 2012, 2053).
Rechtsgrundlage dafür ist ein in wertender Betrachtungsweise verstandener Begriff des Gewerbebetriebs i.S.v. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 17.07.1991 - I R 98/88, BStBl II 1992, 246).
aa) Besitzunternehmen und Betriebsgesellschaft sind rechtlich und wirtschaftlich selbständige Unternehmen (z.B. Senatsurteile vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246;… vom 7. September 2005 I R 119/04, BFH/NV 2006, 606, m.w.N.).
Der Senat stimmt der Auffassung des X. Senats aus der Erwägung zu, daß es sich bei Besitzunternehmen und Betriebsgesellschaft trotz sachlicher und personeller Verflechtung um zwei selbständige Unternehmen handelt (vgl. BFH-Urteil vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246;… Senatsbeschluß vom 27. September 1993 IV B 125/92, BFH/NV 1994, 617;… Schmidt, a.a.O., 17. Aufl., § 15 Rdnr. 870, m.w.N.; anders möglicherweise im Investitionszulagenrecht, vgl. BFH-Urteil vom 16. September 1994 III R 45/92, BFHE 176, 98, BStBl II 1995, 75).
Rechtsgrundlage dafür ist ein in wertender Betrachtungsweise verstandener Begriff des Gewerbebetriebs (Senatsurteil vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246).
Die beiden Unternehmen werden aber nicht als ein einheitliches Unternehmen behandelt (BFH-Beschluss in BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteile in BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246; vom 19. Oktober 2000 IV R 73/99, BFHE 193, 354, BStBl II 2001, 335).
Betriebsaufspaltung: Gestaltungsmissbrauch durch abweichendes Wirtschaftsjahr der …
Eine Zustimmung des FA war nicht erforderlich, weil die Klägerin ihr Wirtschaftsjahr nicht umgestellt, sondern es bereits bei der Gründung abweichend vom Kalenderjahr festgelegt hat (vgl. --für die Begründung einer Betriebsaufspaltung-- BFH-Urteile vom 27. September 1979 IV R 89/76, BFHE 129, 25, BStBl II 1980, 94, und vom 17. Juli 1991 I R 98/88, BFHE 165, 369, BStBl II 1992, 246).
FG Niedersachsen, 19.12.2012 - 2 K 189/12
Aufstockung eines Investitionsabzugsbetrages
FG Düsseldorf, 10.03.1999 - 16 K 6405/95
Investitionszulage; Fördergebiet; Anlagevermögen; Betriebsaufspaltung - …
FG Niedersachsen, 03.08.1995 - II 498/92
Abhängigkeit der Gewährung der Investitionszulage nach § 1 InvZulG …
FG Baden-Württemberg, 20.07.1992 - 6 V 3/92