Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2043/91
Timestamp: 2019-09-16 03:12:43
Document Index: 245230083

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 32', '§ 43', '§ 30', '§ 30', '§ 31', 'BGH', '§ 93', '§ 43', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.12.1991 - II ZR 43/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,588
BGH, 09.12.1991 - II ZR 43/91 (https://dejure.org/1991,588)
BGH, Entscheidung vom 09.12.1991 - II ZR 43/91 (https://dejure.org/1991,588)
BGH, Entscheidung vom 09. Dezember 1991 - II ZR 43/91 (https://dejure.org/1991,588)
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Darlehn - Kapitalersetzung - Sicherheit für einen Kredit - Freistellung der Gesellschaft von Verbindlichkeiten - Rückzahlungsverbindlichkeiten - Fälligkeit der Zahlung - Haftung des Geschäftsführers für die Rückgewähr - Verwertung von Sicherungsgut - Beweislastverteilung ...
Pflicht des für kapitalersetzendes Drittdarlehen Sicherheit leistenden Gesellschafters zur Freistellung von der Rückzahlungspflicht bei Fälligkeit
GmbHG § 30 Abs. 1, § 32 a Abs. 2, § 43 Abs. 3
Freistellungsanspruch, Geschäftsleiterpflichten, Haftung 43 GmbHG, Innenhaftung, Pflichtverletzung nach 43 Abs. 2 GmbHG
NJW 1992, 1166
ZIP 1992, 108
MDR 1992, 356
WM 1992, 223
BB 1992, 592
DB 1992, 365
d) Der eigenkapitalersetzende Charakter einer Gesellschafterbürgschaft für einen Kontokorrentkredit der Gesellschaft führt dazu, dass der Gesellschafter Zahlungseingänge, die zu einer Verringerung des Debet führen, gemäß §§ 30, 31 GmbHG analog zu erstatten hat (vgl. auch Sen.Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108 f.).
Dementsprechend hatte der Beklagte die Schuldnerin im hier maßgeblichen Zahlungszeitraum aus seinen eigenen Mitteln in vollem Umfang von Rückzahlungsforderungen der Bank unter Ausschluss einer Verrechnung mit Zahlungseingängen freizustellen und hat deshalb nunmehr die tatsächlich von der Bank verrechneten Zahlungseingänge entsprechend §§ 30, 31 Abs. 1 GmbHG zu erstatten (vgl. Sen.Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108 f.).
Der Schaden der Gesellschaft liegt hier schon in dem Liquiditätsabfluss - ohne Rücksicht auf die damit zugleich entstehenden Erstattungsansprüche gegen den Zahlungsempfänger gemäß § 31 Abs. 1 GmbHG (vgl. BGHZ 157, 72, 78; Sen.Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 1166 f.;… Hüffer aaO § 93 Rdn. 22 m.w.Nachw.;… Baumbach/Hueck/Zöllner/Noack aaO § 43 Rdn. 48 f.).
Diese Lage darf sich für ihn nicht verbessern, wenn die Gesellschaft von sich aus den Gläubiger befriedigt und dadurch den Gesellschafter von seiner Bürgschaftsverpflichtung befreit, vielmehr muss er der Gesellschaft dann den sozusagen für ihn verauslagten Betrag erstatten (…Sen. Urt. v. 2. April 1990 - II ZR 149/89, ZIP 1990, 642, 643; v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108 f.).
Er hat die Gesellschaft demgemäß von der Rückzahlungsforderung des Darlehensgebers freizustellen (BGH, Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, WM 1992, 223, 224).
Der Beklagte hätte daher die Gemeinschuldnerin in Höhe der von ihm stehengelassenen Sicherheiten aus eigenen Mitteln freistellen müssen, als die Bank Mitte 1986 die Kreditrückzahlung verlangte (vgl. Sen.Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108).
Wegen der eigenkapitalersetzenden Funktion der Bürgschaft hätte der Beklagte zu 1 die Schuldnerin in der Krise vor der Inanspruchnahme durch die darlehensgewährende Volksbank bewahren und selbst die Mittel zur Rückführung des Kredits bereitstellen müssen (vgl. Sen. Urt. v. 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108, 109; v. 14. März 2005 - II ZR 129/03, ZIP 2005, 659, 660).
Mit der Verwertung der Calling-Card-Plattform hat die Schuldnerin statt dessen, wirtschaftlich betrachtet, eine Zahlung aus ihrem Vermögen vorgenommen (…vgl. Sen. Urt. v. 14. Oktober 1985 - II ZR 280/84, ZIP 1986, 30, 31; v. 9. Dezember 1991 aaO ZIP 1992, 108, 109).
BGH, 19.04.1999 - II ZR 16/98