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Timestamp: 2017-12-11 09:16:32
Document Index: 291227751

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 305', '§ 634', 'BGH', '§ 765', 'Art. 2', '§ 4', '§ 814', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

DWW 04/2017 | die-online-bibliothek.de
Das Urteil des LVG LSA vom 24.01.2017 - Ein Beitrag zur Rechtsentwicklung im Kommunalabgabenrecht? - DWW 04/2017, Seite 82
Autor: Wolf-Rüdiger Beck
Die vom BVerfG2 wiederholt eingeforderten zeitlichen Obergrenzen für die Möglichkeit der Beitragserhebung haben vor allem in den neuen Bundesländern zur nachträglichen Anpassung der Kommunalabgabengesetze geführt.
Gemeinsam ist allen neuen Regelungen die erkennbare Zielsetzung, dass möglichst alle offen gebliebenen Beitragsforderungen - auch solche aus historischen Zeiten nach Einführung der Kommunalabgabengesetze - für einen Übergangszeitraum vorläufig weiter geltend gemacht werden können.
Mietminderung wegen Lärmbelästigung - DWW 04/2017, Seite 90
Autor: BGH, Beschluss vom 21.2.2017 - VIII ZR 1/16
Formularmäßig vereinbarte Schriftformklausel im Gewerbemietvertrag - DWW 04/2017, Seite 91
Eine in einem Mietvertrag über Gewerberäume enthaltene sog. doppelte Schriftformklausel kann im Falle ihrer formularmäßigen Vereinbarung wegen des Vorrangs der Individualvereinbarung nach § 305 b BGB eine mündliche oder auch konkludente Änderung der Vertragsabreden nicht ausschließen.
Eigenbedarfskündigung für kranke Tochter - DWW 04/2017, Seite 93
Autor: AG Lennestadt, Urteil vom 18.8.2016 - 3 O 460/15
Zu den Mängelrechten vor Abnahme - DWW 04/2017, Seite 96
b) Der Besteller kann berechtigt sein. Mängelrechte nach § 634 Nr. 2 bis 4 BGB ohne Abnahme geltend zu machen, wenn er nicht mehr die (Nach-)Erfüllung des Vertrags verlangen kann und das Vertragsverhältnis in ein Abrechnungsverhältnis übergegangen ist. Allein das Verlangen eines Vorschusses für die Beseitigung eines Mangels im Wege der Selbstvornahme genügt
dafür nicht. In diesem Fall entsteht ein Abrechnungsverhältnis dagegen, wenn der Besteller ausdrücklich oder konkludent zum Ausdruck bringt, unter keinen Umständen mehr mit dem Unternehmer, der ihm das Werk als fertiggestellt zur Abnahme angeboten hat, zusammenarbeiten zu wollen.
Zwangsversteigerung bei Erkrankung des Schuldners - DWW 04/2017, Seite 98
Autor: BGH, Beschlussvom 13.10.2016 - V ZB 138/15
Eine bei der Abwägung nach § 765 a ZPO zu berücksichtigende mit den guten Sitten unvereinbare Härte liegt auch vor, wenn der Schuldner an einer Erkrankung leidet und die Fortsetzung des Zwangsversteigerungsverfahrens eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands und als deren Folge eine Gefahr für sein Leben oder schwerwiegende gesundheitliche Risiken erwarten lässt. Dass eine solche Verschlechterung des Gesundheitszustands auch durch andere Umstände ausgelöst werden könnte, ändert daran nichts.
Festsetzungshöchstfrist für (Alt-)Anliegerverträge - DWW 04/2017, Seite 101
Autor: Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt, Urteil vom 24.1.2017 - LVG 1/16
1. Das Rechtsstaatsprinzip nach Art. 2 LVerf verbietet es dem Gesetzgeber nicht, bei der Herstellung von Belastungsklarheit und -vorhersehbarkeit für die Schuldner von Anschlussbeiträgen die abschließende Regelung von Altfällen auch noch längere Zeit nach Eintritt der Vorteilslage (hier: bis zu 24,5 Jahre) zu ermöglichen.
2. Die Gleichbehandlung von Altanschließern mit den Neuanschließern durch eine Regelung, die eine Inanspruchnahme übergangsweise innerhalb faktisch unterschiedlich langer Höchstfristen seit dem Entstehen der Vorteilslage erlaubt, verstößt nicht gegen den Gleichheitssatz.
3. Die Regelung einer Festsetzungshöchstfrist für Altfälle, in denen mangels einer wirksamen Beitragssatzung die Frist für die regelmäßige Festsetzungsverjährung noch nicht angelaufen ist, entfaltet keine unzulässige Rückwirkung.
Anlagebegriff im Straßenbaubeitragsrecht - DWW 04/2017, Seite 112
Autor: Hessischer VGH, Beschluss vom 8.2.2017 - 5 B 3030/16
Die Frage der anlagenmäßigen Selbstständigkeit einer Stichstraße gegenüber dem Hauptstraßenzug beantwortet sich aufgrund der natürlichen Betrachtungsweise.
Die unterschiedliche Verkehrsbedeutung von Stichstraße - zwangsläufig dem Anliegerverkehr dienend - und Hauptstraßenzug - überwiegend dem inner- oder überörtlichen Durchgangsverkehr dienend - ist eines unter verschiedenen Kriterien zur Beantwortung der Frage nach der Selbstständigkeit der Stichstraße (ständige Rechtsprechung des Senats).
Geltendmachung eines häuslichen Arbeitszimmers durch mehrere Steuerpflichtige - DWW 04/2017, Seite 113
Autor: BFH, Urteil vom 15.12.2016 - VI R 53/12
1. Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, kann jeder Nutzende die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer, die er getragen hat, einkünftemindernd geltend machen, sofern die Voraussetzungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 b
Satz 2 EStG in seiner Person vorliegen (Änderung der Rechtsprechung).
Nichtzugang der Mahnung - DWW 04/2017, Seite 117
Autor: LG Berlin, Beschluss vom 13.10.2016 - 67 S 285/16
Beruft sich der Mieter auf einen seinen Zahlungsverzug ausschließenden unvermeidbaren Tatsachenirrtum, weil er vor Zugang der Kündigung keine Kenntnis vom Ausbleiben der vom Jobcenter übernommenen Zahlungen gehabt habe, ist er für seine Unkenntnis darlegungs- und beweisbelastet. Behauptet der Vermieter, den Kündigungsrückstand vorher angemahnt zu haben, hat der Mieter den Nichtzugang der Mahnung zu beweisen.
Betriebskostennachforderung - DWW 04/2017, Seite 117
Autor: LG Berlin, Beschluss vom 24.5.2016 - 67 S 149/16
1. Gleicht der Mieter auf eine Betriebskostennachforderung des Vermieters den in der Abrechnung ausgewiesenen Nachforderungsbetrag aus, trägt der Mieter im Rückforderungsprozess die Darlegungs- und Beweislast für die materielle Unrichtigkeit der Abrechnung.
2. Ein vom Mieter bei der Zahlung erklärter Vorbehalt ändert an dieser Beweislastverteilung nichts, sofern sich aus der Erklärung nicht unmissverständlich ergibt, dass der Mieter nicht nur die Wirkung des § 814 BGB ausschließen, sondern dem Vermieter für einen späteren Rückforderungsstreit auch die Beweislast für die materielle Richtigkeit der Abrechnung aufbürden wollte.
Langjährigen Energielieferungsverträge - DWW 04/2017, Seite 117
Autor: BGH, Urteil vom 5.10.2016 - VIII ZR 241/15
a) Bei langjährigen Energielieferungsverträgen, bei denen der Kunde längere Zeit Preiserhöhungen unbeanstandet hingenommen hat und nun auch für länger zurückliegende Zeitabschnitte die Unwirksamkeit der Preiserhöhungen geltend macht, ist die durch die Unwirksamkeit oder die unwirksame Einbeziehung einer Preisanpassungsklausel entstandene Regelungslücke regelmäßig im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung dadurch zu schließen, dass der Kunde die Preiserhöhungen, die zu einem den vereinbarten Anfangspreis übersteigenden Preis führen, nicht geltend machen kann, wenn er sie nicht innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nach Zugang der jeweiligen Jahresabrechnungen, in der die Preiserhöhung erstmals berücksichtigt worden ist, beanstandet hat („Dreijahreslösung"; Bestätigung der st. Rspr.; vgl. zuletzt Senatsurteile vom 15. April 2015 - VIII ZR 59/14, BGHZ 205, 43 Rn. 25, 37; vom
28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, BGHZ 207,209 Rn. 86, und VIII ZR 13/12, juris Rn. 88; vom 6. April 2016 - VIII ZR 79/15, RdE 2016, 347 Rn. 21 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen; jeweils m. w. N.). Dies gilt sowohl im Fall der Rückforderung als auch im Fall der Restforderung von Entgelt für Energielieferungen (Bestätigung der st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 14. März 2012 - VIII ZR 93/11, ZNER 2012,265 Rn. 29; vom 25. März 2015 - VIII ZR 360/13, juris Rn. 33, und VIII ZR 109/14, juris Rn. 34; vom 15. April 2015 - VIII ZR 59/14, a. a. O. Rn. 27; vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, a. a. O. Rn. 87, und VIII ZR 13/12, a. a. O. Rn. 89; vom 6. April 2016 - VIII ZR 79/15, a.a.O.).
b) Der nach der „Dreijahreslösung" maßgebliche Preis tritt endgültig an die Stelle des Anfangspreises. Die Wirkung einer einmal erforderlich gewordenen ergänzenden Vertragsauslegung ist folglich nicht auf den Zeitraum beschränkt, in dem das Versorgungsunternehmen aufgrund der widerspruchslosen Zahlungen des Kunden keinen Anlass hatte, das Bezugsverhältnis zu kündigen (Bestätigung der Senatsurteile vom 15. April 2015 - VIII ZR 59/14, a. a. O. Rn. 26 f., 37 m. w. N.; vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, a. a. O., und VIII ZR 13/12, a. a. O.; vom 6. April 2016 -VIII ZR 79/15, a. a. O. Rn. 21).
Von einer GmbH teilweise Überlassung eines dem Geschäftsführer zu Wohnzwecken bebauten Grundstückes - DWW 04/2017, Seite 117
Autor: BFH, Urteil vom 18.2.2016 - V R 23/15