Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4242.htm
Timestamp: 2018-11-18 08:56:15
Document Index: 341762132

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4']

4.242 Kreuzäcker
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Kreuzäcker« vom 7.Juni 1994 (GBl. v. 22.07.1994, S. 364).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654, ber. 1976 S.96), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 12. Dezember 1991 (GBl. S. 848) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Pfullendorf, Gemarkung Denkingen, Landkreis Sigmaringen wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kreuzäcker«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 19,09 ha.
· Es umfaßt auf Gemarkung Denkingen die Flurstücke 77, 77/1, 78, 79/2, 79, 80, 81, 82, 83/1, 83/2, 84, 85, 86, 72, 73, 74, 75, 90/1, 90, 91, 91/2, 100, 104, 105, 115/1, 115 sowie den Weg Flst. Nr. 89 und den Weg Flst. Nr. 76 teilweise.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in der Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 17. Oktober 1991 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Sigmaringen in Sigmaringen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung der Kiesgrube als ökologische Vorrangfläche für Tier- und Pflanzenarten, die in der intensiv genutzten Kulturlandschaft keine Lebensmöglichkeiten mehr finden. Das vorhandene Mosaik von verschiedensten Biotoptypen, insbesondere Trockenbiotopen, soll vor anthropogenen Nutzungen gesichert und der Natur die Möglichkeit zur freien Entwicklung gegeben werden. Die Artenvielfalt soll somit erhalten und gefördert werden. Die temporären Gewässer sollen als Lebensraum für Amphibien, Libellen und für andere ans Wasser gebundene Tierarten erhalten werden. Die Grundstücke sollen zur Sicherung der Nutzung zu Naturschutzzwecken vom Land erworben werden.
3. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere Humus einzubringen und andere Auffüllungen vorzunehmen;
7. neu aufzuforsten, Christbaum- und Schmuckreisigkulturen anzulegen oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. das Schutzgebiet zu befahren (insbesondere mit Mountainbikes, Motorrädern und Geländefahrzeugen) und außerhalb der Wege zu betreten;
17. Luftfahrzeuge aller Art zu starten oder zu landen.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß keine jagdlichen Einrichtungen erstellt werden und kein Ankirren und kein Füttern erfolgt. Das Anlegen von Wildäckern ist nicht zulässig;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, mit der Maßgabe, daß in den vorhandenen Laubholzbestand kein Nadelholz eingebracht werden darf und dieser Bereich nur einzelstammweise oder femelartig genutzt wird;
3. für die ordnungsgemäße Grünlandbewirtschaftung auf den derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen. § 4 Abs. 2 Nr. 3, 4, 5 und 7 bleibt unberührt;
5. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle ‑im Wald mit Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ veranlaßt werden;
TÜBINGEN, den 7. Juni 1994