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Timestamp: 2016-10-21 13:21:06
Document Index: 103815165

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 131', 'Art. 132', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 159']

U 139/06 (18.04.2007)
U 139/06
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Recht,
Mythenquai 2, 8002 Z�rich, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, 8907 Wettswil,
S.________, 1944, Beschwerdegegnerin,
vertreten durch F�rsprecher Rolf P. Steinegger, Hirschengraben 2, 3011 Bern.
vom 14. Februar 2006.
Die 1944 geborene S.________ arbeitete seit dem 10. Juni 1991 im Restaurant Q._________ und war bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 25. Februar 1994 wurde sie auf dem Fussg�ngerstreifen von einem Auto angefahren. Dabei zog sie sich gem�ss Bericht der Klinik und Poliklinik f�r Orthop�dische Chirurgie, Spital X.________ vom 14. M�rz 1994 eine stark dislozierte Zweietagenfraktur des linken Unterschenkels, eine Ober- und Unterkieferfraktur links, eine Commotio cerebri, eine Riss-/Quetschwunde frontal links und ein Monokelh�matom links zu. Am 14. M�rz 1994 wurde sie mit reizlosen Wundverh�ltnissen und weitgehend beschwerdefrei in die H�henklinik Y.________ verlegt, wo sie bis 12. April 1994 blieb. Nachdem am 3. Mai 1994 eine Reosteosynthese durchgef�hrt worden war, zeichnete sich in orthop�discher Hinsicht ein komplikationsloser Verlauf ab. Am 5. September 1994 nahm die Versicherte ihre Arbeit im Umfang von 50 % eines Vollpensums wieder auf, musste jedoch zufolge depressiver Verstimmungszust�nde am 13. September 1994 notfallm�ssig in die Sozialpsychiatrische Klinik Z.________ eingewiesen werden. Seit dem 3. Oktober 1994 hielt sie sich wiederholt und jeweils f�r l�ngere Zeit in der Psychiatrischen Klinik Z.________ und in der Nervenklinik A.________ auf.
Zur Abkl�rung ihrer weiteren Leistungspflicht holte die Z�rich unter anderem die Expertise des PD Dr. med. R.________, Chefarzt-Stellvertreter, Psychiatrische Poliklinik, Spital X.________, vom 7. Mai 1996 und den Bericht der Frau Dr. med. H.________, Spezial�rztin f�r Neurologie FMH, vom 12. Oktober 1996 ein. Mit Verf�gung vom 24. Oktober 1996 stellte sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen r�ckwirkend auf den 1. Mai 1996 ein, verneinte den Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung und sprach der Versicherten eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 19'440.-, entsprechend einer Integrit�tseinbusse von 20 %, zu. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997).
S.________ liess dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde einreichen und beantragen, die Z�rich sei anzuweisen, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; eventuell sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Z�rich zur�ckzuweisen. Das kantonale Gericht hob den Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997 in Gutheissung der Beschwerde auf und wies die Sache an die Z�rich zur�ck, damit sie im Sinne der Erw�gungen vorgehe (Entscheid vom 21. M�rz 2001). In teilweiser Gutheissung der dagegen von der Z�rich eingereichten Verwaltungsgerichtsbeschwerde hob das damals zust�ndige Eidgen�ssische Versicherungsgericht den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. M�rz 2001 auf und wies die Sache an die Vorinstanz zur�ck, damit sie im Sinne der Erw�gungen verfahre und �ber den Leistungsanspruch der S.________ neu entscheide (Urteil vom 22. Februar 2002, U 167/01). Dieses Urteil wurde vom damals zust�ndigen Eidgen�ssischen Versicherungsgericht in Gutheissung des Revisionsgesuches der S.________ insoweit aufgehoben, als sich die R�ckweisung der Sache an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern im Sinne der Erw�gungen auf die Durchf�hrung der Ad�quanzpr�fung nach den in BGE 117 V 369 ff. festgelegten Grunds�tzen bezog, und durch folgende Bestimmung ersetzt: "In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. M�rz 2001 aufgehoben und es wird die Sache an die Vorinstanz zur�ckgewiesen, damit sie erg�nzende Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen vornehme und �ber den Leistungsanspruch der Beschwerdegegnerin neu entscheide." (Urteil vom 24. Dezember 2002, U 189/02). Nach zus�tzlichen Erhebungen, insbesondere nach Einholung eines Gutachtens des Prof. Dr. med. K.________, Chefarzt Neurologische Abteilung der Klinik C.________, Facharzt f�r Neurologie FMH sowie f�r Physikalische Medizin/Rehabilitation FMH, vom 14. Juni 2004 und eines Zusatzgutachtens zu den Erg�nzungsfragen der Parteien vom 14. September 2004 hob das kantonale Gericht den Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997 in Gutheissung der Beschwerde auf und wies die Akten zur Bestimmung und Auszahlung der Leistungen ab 1. Mai 1996 an die Z�rich zur�ck (Entscheid vom 14. Februar 2006).
Die Z�rich l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Gerichtsentscheid vom 14. Februar 2006 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997 sei im Ergebnis "(Leistungseinstellung per 1. Mai 1996)" zu best�tigen.
S.________ l�sst beantragen, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen und die Sache sei zur Bestimmung und Auszahlung der Leistungen ab 1. Mai 1996 an die Z�rich zur�ckzuweisen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Stellungnahme.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Da der angefochtene Entscheid vor dem 1. Januar 2007 ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch nach dem bis zum 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; Art. 131 Abs. 1 und Art. 132 Abs. 1 BGG; BGE 132 V 393 E. 1.2 S. 395).
Das kantonale Gericht hat die Grunds�tze �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschaden (BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286 E. 1b S. 289; vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 402 E. 4.3.1 S. 406) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig sind auch die vorinstanzlichen Erw�gungen zur �berdies erforderlichen Ad�quanz des Kausalzusammenhangs im Allgemeinen (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 402 E. 2.2 S. 405, 125 V 456 E. 5a S. 461) sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.) und Unf�llen mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule, Sch�del-Hirntrauma oder gleichgestellter Verletzung im Besonderen (BGE 117 V 359, 369; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2).
3.1 Die Vorinstanz und die Beschwerdef�hrerin gehen davon aus, dass die bei der Versicherten festgestellte Hirnl�sion nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zur�ckzuf�hren sei. Dabei st�tzt sich das kantonale Gericht auf das Gutachten des Prof. Dr. med. K.________ vom 14. Juni 2002 und das Zusatzgutachten desselben Experten vom 14. September 2004.
Demgegen�ber kommt die Beschwerdegegnerin zum Schluss, die nachgewiesene organische Hirnsch�digung sei �berwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 25. Februar 1994 zur�ckzuf�hren. Dies werde unter anderem durch die Stellungnahmen des Dr. med. T.________, Spezialarzt f�r Medizinische Radiologie und Neuroradiologie FMH, vom 10. April 2002 und 3. November 2004 sowie die Berichte des Dr. med. J.________, Spezialarzt f�r Neurologie FMH, vom 15. April 2002 und 18. November 2004 best�tigt.
3.2 Prof. Dr. med. K.________ bezeichnet die links-frontale L�sion mit einer posttraumatischen Ver�nderung "vereinbar" und einen Zusammenhang mit dem Unfall als "wahrscheinlich". Die schon vor dem Unfall diagnostizierte Pers�nlichkeitsst�rung gehe sicher nicht auf eine solche Sch�digung zur�ck (Expertise vom 14. Juni 2004, S. 16). Im Erg�nzungsgutachten vom 14. September 2004 gibt er an, eine geburtstraumatische oder fr�hkindliche Hirnl�sion sei ebenso wahrscheinlich (50 %) wie eine Sch�digung durch den Unfall vom 25. Februar 1994. Dr. med. J.________ f�hrt die L�sion fronto-basal "deutlich �berwiegend wahrscheinlich" auf das Unfallereignis zur�ck (Bericht vom 18. November 2004). Nach Dr. med. T.________ "d�rften wohl posttraumatische und auch perinatale Folgesch�den am Hirn vorliegen" (Stellungnahme vom 3. November 2004). Im Vergleich mit den Angaben von Herrn Prof. Dr. med. K.________ f�llt auf, dass sich Dres. med. T.________ und J.________ in ihren Berichten vom 10. und 15. April 2002 sowie vom 3. und 18. November 2004 mit der Frage nach der Ursache der Hirnl�sion vertiefter und sicherer auseinandersetzen. Das kantonale Gericht h�lt zwar daf�r, dass auf die Beurteilung des Dr. med. T.________ nicht abgestellt werden k�nne, einerseits, weil seine Berichte vom 10. April 2002 und vom 3. November 2004 nicht gleich ausgefallen seien, und andererseits, weil das Fehlen einer Contre-coup-L�sion gegen das Bestehen einer traumatischen L�sion spreche. Gleiches gelte f�r die Stellungnahme des Dr. med. J.________ vom 18. November 2004, weil er sich der Auffassung von Dr. med. T.________ angeschlossen habe. Dagegen ist einzuwenden, dass die beiden Berichte des Dr. med. T.________ sich nicht widersprechen. Der zweite Bericht vom 3. November 2004 ist lediglich spezifischer. Sowohl Dr. med. T.________ als auch Dr. med. J.________ weisen sodann darauf hin, dass aus dem Fehlen einer Contre-coup-L�sion nicht auf das Nichtvorhandensein einer traumatischen L�sion geschlossen werden darf. Selbst Prof. Dr. med. K.________ �ussert sich in diesem Zusammenhang vorsichtig. Er findet das Fehlen einer Contre-coup-L�sion "f�r eine traumatische Genese dieser L�sion etwas ungew�hnlich" und schw�cht seine Aussage, wonach eine Sch�digung durch den Unfall ebenso in Frage komme wie eine geburtstraumatische oder fr�hkindliche Sch�digung, noch dadurch ab, dass er diesen Schluss nur "vielleicht" gelten l�sst (Erg�nzungsgutachten vom 14. September 2004, S. 2). Keiner der involvierten �rzte vermag indessen die Auswirkungen der Hirnl�sion, soweit diese durch den Unfall bedingt w�re, auf den Gesundheitszustand und die damit verbundenen Einschr�nkungen anzugeben. Ob - und bejahendenfalls in welchem Umfang - die Hirnl�sion auf den Unfall zur�ckzuf�hren ist, kann unter diesen Umst�nden offen bleiben.
Mit Urteil vom 24. Dezember 2002, U 189/02, hat das damals zust�ndige Eidgen�ssische Versicherungsgericht festgehalten, dass die Ad�quanzpr�fung im vorliegenden Fall nach den in BGE 117 V 369 festgelegten Grunds�tzen vorzunehmen sei, falls sich organische Unfallfolgen nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen liessen (E. 3 mit Hinweis auf das Urteil vom 22. Februar 2002, U 167/01). Nichts anderes kann gelten, wenn, wie nunmehr festgestellt werden muss, keine Klarheit �ber die Auswirkungen der - allenfalls durch den Unfall verursachte - Hirnl�sion auf den Gesundheitszustand und die damit verbundenen Einschr�nkungen zu erzielen ist. Entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin ist daher nicht zu beanstanden, dass das kantonale Gericht bei der Pr�fung des ad�quaten Kausalzusammenhanges auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet hat. Auch gegen die Einordnung des Ereignisses vom 25. Februar 1994 als Unfall, welcher zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen ist, l�sst sich nichts einwenden. Schliesslich hat die Vorinstanz die Ad�quanzkriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung, und des Grades und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit zu Recht als erf�llt betrachtet. Demgem�ss ist der ad�quate Kausalzusammenhang zu bejahen, womit die Beschwerdegegnerin Anspruch auf Versicherungsleistungen hat. Die abweichende Betrachtungsweise der Beschwerdef�hrerin geht auf den Umstand zur�ck, dass sie die Ad�quanzpr�fung nach BGE 115 V 133 vornehmen und demzufolge nur die somatischen Komponenten ber�cksichtigen will, was unter den vorliegenden Umst�nden nicht angeht. Der vorinstanzliche Gerichtsentscheid vom 14. Februar 2006 ist daher zu best�tigen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Die Z�rich hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft hat S.________ f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 3264.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Luzern, 18. April 2007