Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F11-06-2002-4C-66-2002
Timestamp: 2016-10-21 18:30:42
Document Index: 347557480

Matched Legal Cases: ['Art. 60', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 55', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 418', 'Art. 404', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 418', 'Art. 418', 'BGE', 'Art. 418', 'BGE', 'Art. 418', 'Art. 18', 'Art. 418', 'Art. 63', 'Art. 6']

4C.66/2002 (11.06.2002)
4C.66/2002/rnd
Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Vincent Augustin, Postfach 731, 7002 Chur,
Kl�gerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bernardo Lardi, Belmontstrasse 1, Postfach 160, 7006 Chur.
Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Zivilkammer, vom 21. August 2001.
Der Verband X.________ ist ein auf dem Gebiet der Schweiz und Liechtensteins t�tiger Verein gem�ss Art. 60 ff. ZGB, zu dem sich die X.________ zusammengeschlossen haben. In den Aufgabenbereich des Verbands f�llt die Koordination des Vorgehens der X.________ bei wichtigen Angelegenheiten und die Regelung der gebietsm�ssigen Zust�ndigkeit der einzelnen Verbandskassen. Ferner f�hrt er die X.________ Schweiz als Verbandskasse mit eigener Rechtspers�nlichkeit, welcher alle Mitglieder des Verbandes angeh�ren. Das T�tigkeitsgebiet der X.________ Schweiz umfasst die Schweiz und das F�rstentum Liechtenstein mit Ausnahme der T�tigkeitsgebiete, welche den einzelnen Verbandskassen des Verbandes X.________ zugewiesen sind. Eine dieser Verbandskassen ist die fr�her als Stiftung organisierte X.________ Graub�nden , die in die X.________ Kranken- und Unfallversicherungen AG umgewandelt worden ist.
A.a Die Y.________ ist ein Verein mit Sitz in D.________, der die Wahrung der Interessen seiner Mitglieder im Zusammenhang mit der Unfall- und Krankenversicherung bezweckt. Pr�sident des Vereins ist A.________. Dessen Ehefrau B.________ ist ebenfalls f�r die Y.________ t�tig.
A.b Am 6. Mai 1994 schloss die Y.________ mit der X.________ Schweiz einen Vertrag �ber die F�hrung der Gesch�ftsstelle der X.________ im Kanton Tessin. Die Y.________ verpflichtete sich, die Kranken- und Unfallversicherung nach den gesetzlichen Vorschriften und den Statuten des Verband X.________, den Allgemeinen Versicherungsbedingungen und den Reglementen der X.________ Schweiz anzubieten, die daf�r notwendigen personellen und administrativen Mittel zur Verf�gung zu stellen und die Kranken- und Unfallversicherung ausschliesslich im Rahmen dieses Vertrages durchzuf�hren. Die angeworbenen Versicherungsnehmer wurden Mitglieder der X.________ Schweiz. F�r die Gesch�ftsf�hrung und die Portefeuillebetreuung sollte die Y.________ sieben Prozent der Pr�mien aller Versicherungszweige erhalten, w�hrend f�r Neuabschl�sse von Versicherungen aus dem Angebot der X.________ Schweiz eine nach Anzahl der Abschl�sse gestaffelte einmalige Provision vereinbart wurde. Der Vertrag konnte unter Einhaltung einer K�ndigungsfrist von zw�lf Monaten jederzeit gek�ndigt werden (Ziff. 8 Abs. 2). Sollte die X.________ Schweiz den Vertrag vor Ablauf von zehn Jahren ab Vertragsbeginn aus organisatorischen Gr�nden k�ndigen, hatte sie der Y.________ eine Abfindung in der H�he der f�nffachen Portefeuille-Entsch�digung des letzten Vertragsjahres zu zahlen (Ziff. 6 Abs. 2).
A.c An seiner Sitzung vom 28. Oktober 1994 beschloss der Vorstand des Verbandes X.________, den Kanton Tessin neu dem T�tigkeitsgebiet der X.________ Graub�nden (heute X.________ Kranken- und Unfallversicherungen AG) zuzuteilen. Mit Schreiben vom 25. April 1995 teilte die X.________ Schweiz der Y.________ mit, die administrative Betreuung der Mitglieder im Kanton Tessin werde auf den 1. Mai 1995 der Gesch�ftsstelle Mesocco �bertragen. Am 16. Oktober 1995 stellte die X.________ Schweiz die Ausarbeitung einer neuen vertraglichen Grundlage in Aussicht. Sie stellte der Y.________ am 14. Dezember 1995 einen Vertragsentwurf zu, der erheblich geringere Entsch�digungen f�r die Gesch�ftsf�hrung und Portefeuillebetreuung sowie niedrigere Provisionszahlungen f�r die Vermittlung von neuen Versicherungsnehmern vorsah. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Dennoch f�hrte die Y.________ ihre T�tigkeit zun�chst fort.
A.d Am 15. M�rz 1996 fand eine Besprechung in San Bernardino statt. Anwesend waren namentlich B.________ seitens der Y.________ und C.________ seitens der X.________. Es ging um die Zusammenarbeit mit Bezug auf den Kanton Tessin. Wie aus einer Besprechungsnotiz hervorgeht, legte B.________ eine Provisionsabrechnung �ber ca. 2,5 Mio Fr. vor und erkl�rte, dass die 1994 und 1995 ausbezahlten Provisionen den Aufwand nicht gedeckt h�tten. Ferner machte sie geltend, die Vertr�ge mit den Vermittlern liefen unver�ndert weiter und m�ssten gek�ndigt werden, bevor auf einen neuen Vertrag eingegangen werden k�nnte. Dem hielt C.________ entgegen, die Y.________ sei bereits im Juni und September �ber den Wechsel zur X.________ Graub�nden informiert worden, so dass gen�gend Zeit zur Verf�gung gestanden w�re, um die Vertr�ge anzupassen. Ausserdem habe die Y.________ unzul�ssigerweise Vermittlervertr�ge im Namen der X.________ abgeschlossen. Aus der Sicht der X.________ Graub�nden schlug er f�r die Zukunft drei Varianten vor:
- die �bernahme der Angestellten in D.________ und der Vermittlert�tigkeit durch die X.________ Graub�nden unter Abschluss eines Agenturvertrages mit der Y.________
B.________ antwortete, es k�nne �ber neue Formen diskutiert werden; r�ckwirkend m�sse jedoch der alte X.________-Vertrag eingehalten werden.
Mit Schreiben vom 30. April 1996 teilte die X.________ Graub�nden durch ihren Rechtsvertreter der Y.________ mit, es sei leider nicht gelungen, ein Vertragsverh�ltnis einzugehen. Der X.________ Graub�nden bleibe daher nichts anderes �brig, als das ihr zugeteilte T�tigkeitsgebiet in anderer Form zu bearbeiten. Ab sofort, also ab 1. Mai 1996, sei keine Zusammenarbeit mit der Y.________ mehr erw�nscht, und es k�nne jegliche T�tigkeit eingestellt werden. Versicherungsantr�ge mit potenziellen Mitgliedern, die per 1. Juli 1996 datiert worden seien, m�ssten nicht mehr �bermittelt werden.
A.e In einem hierauf von der Y.________ gegen die X.________ Graub�nden gef�hrten Rechtsstreit wurde die Beklagte rechtskr�ftig zur Zahlung von Fr. 2'685'272.80 nebst Zins aus dem Abschluss von Versicherungsvertr�gen, die vom Januar bis Juni 1996 wirksam geworden waren, verpflichtet. Das Bundesgericht kam zum Schluss, es habe eine g�ltige Vertrags�bernahme durch die X.________ Graub�nden stattgefunden (Urteil 4C.109/1999 vom 24. Juli 1999).
Mit einer weiteren Klage vom 12. November 1998 beantragte die Y.________ dem Bezirksgericht Unterlandquart, die X.________ Graub�nden und die X.________ Schweiz seien solidarisch zu verpflichten, der Kl�gerin Fr. 7'208'938.70 nebst Zins und Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen, und es seien in den gegen die Beklagten angehobenen Betreibungen die Rechtsvorschl�ge zu beseitigen. Nachdem die Kl�gerin ihre Klage gegen die X.________ Schweiz wegen fehlender Zust�ndigkeit zur�ckgezogen hatte, verpflichtete das Bezirksgericht die X.________ Kranken- und Unfallversicherungen AG mit Urteil vom 25. Oktober 2000 zur Zahlung von Fr. 5'050'856.50, nebst 5 % seit 28. Juni 1996. Das Kantonsgericht von Graub�nden wies mit Urteil vom 21. August 2001 die Berufung der Beklagten und die Anschlussberufung der Kl�gerin ab.
Die Beklagte hat das Urteil des Kantonsgerichts mit staatsrechtlicher Beschwerde und Berufung angefochten. Die Beschwerde ist mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen worden, soweit auf sie eingetreten wurde. Mit der vorliegenden Berufung beantragt die Beklagte, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und die Klage abzuweisen. Die Kl�gerin schliesst auf Abweisung der Berufung.
Im Berufungsverfahren ist das Bundesgericht an die tats�chlichen Feststellungen der letzten kantonalen Instanz gebunden, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustandegekommen (Art. 63 Abs. 2 OG) oder im Hinblick auf den Tatbestand einer anwendbaren Sachnorm erg�nzungsbed�rftig sind (Art. 64 OG). Werden solche Ausnahmen geltend gemacht, so hat die Partei, welche den Sachverhalt berichtigt oder erg�nzt wissen will, dar�ber genaue Angaben mit Aktenhinweisen zu machen. Eine Erg�nzung setzt zudem voraus, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform aufgestellt, von der Vorinstanz aber zu Unrecht f�r unerheblich gehalten oder �bersehen worden sind, was wiederum n�her anzugeben ist; andernfalls gelten die Vorbringen als neu und damit als unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c und d OG; BGE 127 III 248 E. 2c; 126 III 59 E. 2a S. 65, je mit Hinweisen). Blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des kantonalen Sachgerichts ist, soweit nicht Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, im Berufungsverfahren ausgeschlossen (BGE 120 II 97 E. 2b S. 99; 119 II 380 E. 3b S. 382 mit Hinweisen). Sodann ist in der Berufungsschrift darzulegen, welche Bundesrechtss�tze der angefochtene Entscheid verletzt und inwiefern er gegen sie verst�sst (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Diesen Anforderungen wird die Berufung der Beklagten auf weiten Strecken nicht gerecht. Insoweit ist darauf von vornherein nicht einzutreten.
Vor Vorinstanz hat die Beklagte erstmals den Rechtsstandpunkt eingenommen, der Vertrag vom 6. Mai 1994 sei nicht als Agenturvertrag im Sinne von Art. 418a ff. OR zu qualifizieren, sondern als Auftrag, weshalb ihr nach der zwingenden Bestimmung von Art. 404 Abs. 1 OR das Recht zugestanden habe, den Vertrag jederzeit zu k�ndigen.
2.1 Die R�ge ist unbegr�ndet. Im Gegensatz zum Auftrag handelt es sich beim Agenturvertrag wesensnotwendig um ein Dauerschuldverh�ltnis. Rechtlich ist der Agent zwar selbstst�ndig, wirtschaftlich jedoch vom Auftraggeber abh�ngig, namentlich wenn - wie vorliegend - Exklusivit�t vereinbart wird. Der Agenturvertrag hat namentlich im Versicherungsbereich besondere Bedeutung. Nach dem Bundesgesetz �ber den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (VVG; SR 221.229.1) gilt der Agent dem Versicherungsnehmer gegen�ber als erm�chtigt, f�r den Versicherer alle diejenigen Handlungen vorzunehmen, welche die Verrichtungen eines solchen Agenten gew�hnlich mit sich bringen, oder die der Agent mit stillschweigender Genehmigung des Versicherers vorzunehmen pflegt (Art. 34 Abs. 1 VVG). Er ist nicht befugt, von den Allgemeinen Versicherungsbedingungen zu Gunsten oder zu Ungunsten des Versicherungsnehmers abzuweichen (Art. 34 Abs. 2 VVG). Damit unterstellt das Gesetz, dass einem Agenten �ber die blosse Vermittlung und den Abschluss von Gesch�ften hinaus durchaus weitere Aufgaben obliegen k�nnen, ohne dass deswegen sein Vertrag mit dem Auftraggeber unter andere als die Bestimmungen des Agenturvertrages subsumiert werden muss. Ist das Vertragsverh�ltnis des selbstst�ndig t�tigen Vermittlers mit dem Auftraggeber auf Dauer angelegt, passt das Auftragsrecht mit seiner freien Widerruflichkeit nicht (Guhl/Schnyder, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. A., � 50 Rz 49; Hofstetter, Der Auftrag und die Gesch�ftsf�hrung ohne Auftrag, SPR, Bd. VII/2, S. 129). Die in Art. 418q OR enthaltenen Mindestfristen stellen einen angemessenen Ausgleich zwischen der Schutzbed�rftigkeit des Agenten auf der einen Seite und seiner Stellung als selbstst�ndiger Unternehmer mit entsprechend zu tragenden Risiken auf der anderen Seite dar. Die K�ndigungsfrist soll eine Neuorientierung erm�glichen (B�hler, Z�rcher Kommentar, N. 7 zu Art. 418q OR). Liegt ein gemischtes Vertragsverh�ltnis vor, ist eine den Umst�nden angepasste L�sung zu finden und der Vertrag entsprechend zu qualifizieren (BGE 109 II 462 E. 3d S. 466). Zusammengesetzte Agenturvertr�ge, d.h. Agentur in Verbindung mit andern Vertragstypen kommen in der Praxis h�ufig vor und sind in verschiedensten Varianten denkbar (Wettenschwiler, Basler Kommentar, N. 7 zu Art. 418 a OR). F�r jede sich stellende Rechtsfrage ist diesfalls gesondert zu pr�fen, nach welchen gesetzlichen Bestimmungen oder nach welchen Rechtsgrunds�tzen sie zu beurteilen ist (BGE 118 II 157 E. 2c).
2.1.1 Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der zwischen den Parteien am 6. Mai 1994 abgeschlossene Vertrag s�mtliche gesetzlichen Merkmale eines Agenturvertrages nach Art. 418a Abs. 1 OR aufweist. Die Vermittlungst�tigkeit war nach dem angefochtenen Urteil eine zentrale Aufgabe der Kl�gerin. Sie habe der Beklagten innert kurzer Zeit zwischen 6'000 und 7'000 neue Versicherte zugef�hrt. Ohne diese Akquisitionen h�tte es nichts zu verwalten gegeben und der ganze Vertrag w�re leerer Buchstabe geblieben. Demgegen�ber seien die �ber die Vermittlung neuer Vertr�ge hinausgehenden Aufgaben der Kl�gerin im Vertrag sehr allgemein umschrieben worden, indem betreffend die Durchf�hrung der Kranken- und Unfallversicherung auf die einschl�gigen Vorschriften verwiesen werde. In dem integrierenden Bestandteil des Vertrages bildenden Gesch�ftsreglement �ber die F�hrung der Gesch�ftsstelle w�rden der Y.________ jene Aufgaben zugeteilt, welche die Akquisition von Mitgliedern mit sich bringe, wie Werbung, Beratung potenzieller Kunden �ber die Leistungen des Versicherers, Erstellung von Versicherungsantr�gen und deren Weiterleitung an den Auftraggeber. F�r die Werbung sei eine Arbeitsteilung vorgesehen gewesen, was erkl�re, dass die X.________ teilweise Werbematerial abgegeben habe. Zwar habe sich die Kl�gerin auch zu T�tigkeiten verpflichtet, welche weit �ber das hinausgingen, was ein Agent �blicherweise zu leisten habe, so die Ausgabe von Kranken- und Apothekerscheinen, die Pr�fung von Rechnungen der Leistungserbringer und von Kurgesuchen. Das Schwergewicht habe aber auf der Vermittlung von neuen Versicherungsvertr�gen und den damit im Zusammenhang stehenden Aufgaben gelegen, was sich anhand der von der Kl�gerin bezogenen Entsch�digungen belegen lasse. Die Kl�gerin habe f�r Juli 1995 bis Juli 1996 Provisionen f�r Versicherungsabschl�sse von gut 3 Mio. Fr. zugesprochen erhalten. Die Portefeuille-Provision von 7 % auf den rund 9,5 Mio. Pr�mieneinnahmen, insgesamt Fr. 855'000.--, nehme sich demgegen�ber bescheiden aus. Die Vorinstanz hielt daher f�r gerechtfertigt, das ganze Vertragsverh�ltnis den Vorschriften �ber den Agenturvertrag zu unterstellen. Diese Auffassung habe die Beklagte selbst denn auch im fr�heren und im erstinstanzlichen Verfahren vertreten.
2.1.2 Soweit die Beklagte mit der Berufung r�gt, die rechtliche Qualifikation der Vorinstanz widerspreche dem wirklichen Parteiwillen und verletze daher Art. 18 OR, verkennt sie, dass dem angefochtenen Urteil keine Feststellungen �ber einen �bereinstimmenden Willen der Parteien zu entnehmen sind, wonach diese ihr Vertragsverh�ltnis insgesamt Auftragsrecht h�tten unterstellen wollen. Dass die Vorinstanz ihre Vorbringen zum wirklichen Willen in Verkennung der Rechtslage missachtet h�tte, macht die Beklagte nicht geltend. Ohne sich mit den Ausf�hrungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinander zu setzen, unterbreitet die Kl�gerin dem Bundesgericht ihren abweichenden Standpunkt, wobei sie den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt beliebig erweitert. Mit derartigen Vorbringen ist sie im Berufungsverfahren nicht zu h�ren.
Die Beklagte macht sodann geltend, entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei die Kl�gerin nicht weisungsungebunden gewesen. Sie f�hrt dazu an, die Kl�gerin habe gem�ss Ziff. 3 des Vertrages die Kranken- und Unfallversicherung im Rahmen der Statuten und insbesondere der AVB und der Reglemente der X.________ Schweiz zu f�hren gehabt. Letztere habe aber die AVB und Reglemente einseitig �ndern und anpassen k�nnen, was die Kl�gerin habe akzeptieren m�ssen.
Inwiefern die AVB und die Reglemente der X.________ Weisungen f�r die Gesch�ftsf�hrung- und Organisation der Kl�gerin enthalten h�tten, ist dem angefochtenen Urteil nicht zu entnehmen und legt die Beklagte nicht dar. Auch dass die Kl�gerin an das gegenseitig zu vereinbarende Verkaufs- und Finanzbudget gebunden gewesen w�re, wie die Beklagte weiter ausf�hrt, geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor. Es er�brigt sich daher zu pr�fen, ob sich daraus eine Weisung f�r die interne Organisation der Kl�gerin ergab. Die Beklagte vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, als sie feststellte, die Kl�gerin sei nicht an Weisungen gebunden gewesen. Weist aber der Vertrag s�mtliche Merkmale eines Agenturvertrages auf und werden darin dar�ber hinausreichende Vereinbarungen getroffen, steht dem Sachgericht bei der Gewichtung der einzelnen Elemente ein gewisser Ermessensspielraum zu. Wenn die Vorinstanz dabei mit Blick auf die Subsumtion ber�cksichtigte, wie das Vertragsverh�ltnis tats�chlich gelebt wurde und welche wirtschaftliche Bedeutung die verschiedenen Vertragstypen zuzuordnenden Pflichten erlangten, ist dies entgegen der Auffassung der Kl�gerin bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Steht aber fest, dass der Vertrag der Parteien jedenfalls die Essentialia des Agenturvertrages aufwies und die daraus entstandenen Rechte f�r die Kl�gerin w�hrend der Geltung des Vertrages einen erheblichen wirtschaftlichen Wert erlangten, erscheint mit Blick auf die Interessenlage der Parteien sachgerecht, das Recht zur Vertragsaufl�sung am Dauercharakter des Vertrages auszurichten und nach den Regeln �ber den Agenturvertrag zu beurteilen. Es mag deshalb dahingestellt bleiben, ob auf die �ber die Gesch�ftsvermittlung und die damit zusammenh�ngenden hinausreichenden Vertragspflichten der Kl�gerin Auftragsrecht Anwendung finden m�sste, wie die Beklagte vorbringt.
2.2 Die Beklagte stellt nicht in Abrede, dass eine sofortige Vertragsaufl�sung nur aus wichtigem Grunde zul�ssig ist (Art. 418r OR), falls von einem Agenturvertrag auszugehen ist. Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz hielt die Beklagte im Zeitpunkt der Vertragsaufl�sung die Fortsetzung des Vertragsverh�ltnisses mit der Kl�gerin nicht grunds�tzlich f�r unzumutbar. Sie wollte lediglich andere Bedingungen einf�hren. Diesen Sachverhalt missachtet die Beklagte mit ihren Ausf�hrungen in der Berufung, mit denen sie das Vorliegen eines wichtigen Grundes geltend macht. Darauf ist nicht einzutreten, da die Beklagte ihre Vorbringen nicht mit zul�ssigen Sachverhaltsr�gen gem�ss Art. 63 Abs. 2 OG verbindet.
3.1 Die Vorinstanz hat Art. 6 Abs. 2 des Vertrages vom 6. Mai 1994 ausgelegt und gefunden, entgegen der Auffassung der Beklagten l�gen keinerlei Anhaltspunkte daf�r vor, dass die Abfindung an die Kl�gerin zus�tzliche Gr�nde zum explizit genannten der K�ndigung aus organisatorischen Gr�nden seitens der X.________ Schweiz innert 10 Jahren ab Vertragsbeginn erfordere. Die Beklagte bringt mit der Berufung erneut vor, es sei die Meinung der Parteien gewesen, dass Ziff. 6 Abs. 2 die Verletzung der Vertragsexklusivit�t durch die X.________ regle. Die R�ge ist unbegr�ndet. Es kann auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Urteil (Ziff. 3a S. 17) verwiesen werden.
3.2 In einl�sslicher W�rdigung des unbestrittenen Geschehensablaufs und der Beweise stellte die Vorinstanz fest, es seien die nicht gel�sten organisatorischen Probleme gewesen, welche zur K�ndigung gef�hrt h�tten, nicht etwa Vertragsverletzungen seitens der Kl�gerin. An diese Feststellung ist das Bundesgericht gebunden, so dass die Beklagte nichts zu ihren Gunsten aus der anschliessend gew�hlten Formulierung der Vorinstanz ableiten kann, wonach sie den Vertrag "im Wesentlichen" aus organisatorischen Gr�nden gek�ndigt habe. Ungeachtet der Frage, ob das bereits zwischen den Parteien ergangene Urteil des Bundesgerichts in einem fr�heren Berufungsverfahren Bindungswirkung zeitigt, vermag die Beklagte auch daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, denn es enth�lt keinerlei Feststellungen zum Grund der K�ndigung. Es h�lt lediglich fest, dass unter den Parteien keine neue Einigung zustande gekommen ist. Die weiteren Vorbringen der Beklagten zur Frage, ob die Abfindung gem�ss Ziff. 6 des Vertrages geschuldet ist, beruhen auf einem anderen als dem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt. Darauf ist nicht einzutreten.
Die Vorinstanz hat die f�nffache Portefeuille-Entsch�digung auf der Basis des auf die K�ndigung folgenden Jahres berechnet. Sie hat dabei beachtet, dass die Parteien eine zw�lfmonatige K�ndigungsfrist vereinbart hatten und erwog, die Parteien h�tten bei Vertragsschluss mit Sicherheit nicht an eine fristlose Vertragsaufl�sung gedacht, sondern sie seien bei der Formulierung von Ziff. 6 Abs. 2 des Vertrages von der ordentlichen K�ndigungsfrist ausgegangen. Der Vertrag habe der X.________ erlaubt, das Agenturverh�ltnis vor der vorgesehenen 10-j�hrigen Dauer zu k�ndigen, allerdings unter Einhaltung der K�ndigungsfrist und Tragung der in Ziff. 6 Abs. 2 vereinbarten Konsequenzen. Als letztes Vertragsjahr im Sinne dieser Bestimmung sei daher der Zeitraum zu betrachten, der im Falle einer vertragsgem�ss vorgenommenen K�ndigung zu beachten gewesen w�re, vorliegend also die auf die fristlose K�ndigung folgenden 12 Monate (Mai 1996 - April 1997). Wollte man das der fristlosen K�ndigung vorangegangene Jahr als Berechnungsbasis heranziehen, h�tte es die Beklagte in der Hand, in einem ihr g�nstig erscheinenden Moment die fristlose K�ndigung auszusprechen und die Vertragspartnerin auf diese Weise um die Fr�chte ihrer Bem�hungen zu bringen. Dies k�nne nicht der Sinn der urspr�nglichen Abmachung gewesen sein.
Was die Kl�gerin in der Berufung dagegen vorbringt, geht an der Sache vorbei, soweit sie sich �berhaupt mit der Auslegung durch die Vorinstanz auseinander setzt. Entgegen ihrer Meinung hat die Vorinstanz ihr nicht rechtsmissbr�uchliches Verhalten vorgeworfen, sondern die Frage beantwortet, was die Parteien als loyale Gesch�ftspartner h�tten vereinbaren wollen. Die Auslegung der Vorinstanz h�lt in allen Teilen vor Bundesrecht stand. Die in der Berufung dagegen erhobenen R�gen der Beklagten sind weitestgehend unzul�ssig.
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Zivilkammer, vom 21. August 2001 wird best�tigt.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 20'000.-- wird der Beklagten auferlegt.
Die Beklagte hat die Kl�gerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 30'000.-- zu entsch�digen.