Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%206,%2012
Timestamp: 2019-04-18 23:33:42
Document Index: 347202917

Matched Legal Cases: ['Art. 103', '§ 74', 'Art. 103', '§ 100', 'Art. 103', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 100', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BVerfG, 25.10.1956 - 1 BvR 440/54 - dejure.org
GG Art. 103 Abs. 1; ZVG § 74a Abs. 5 S. 3
LG Siegen, 06.11.1954 - 1 T 280/54
BVerfGE 6, 12
NJW 1957, 17
NJW 1957, 947 (Ls.)
DVBl 1957, 21
DÖV 1957, 20
Rpfleger 1957, 11
Das rechtliche Gehör ist nicht nur das prozessuale Urrecht des Menschen, sondern ein objektivrechtliches Verfahrensprinzip, das für ein gerichtliches Verfahren im Sinne des Grundgesetzes konstitutiv und grundsätzlich unabdingbar ist (vgl. BVerfGE 6, 12 ; 9, 89 ).
Das hat zur Folge, dass der angegriffene Beschluss vom 15. Januar 2019 als strafprozessuale Zwischenentscheidung der unmittelbaren Anfechtung mit der Verfassungsbeschwerde entzogen ist (vgl. BVerfGE 1, 322 ; 6, 12 ; 6, 45 ; 8, 253 ; 12, 113 ; 14, 8 ; 16, 283 ; 20, 336 ; 58, 1 ).
Art. 103 Abs. 1 GG gewährleistet das Recht eines Bürgers, sich im gerichtlichen Verfahren vor Erlass einer Entscheidung in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht zum Streitstoff äußern zu können (vgl. BVerfGE 6, 12 ; 60, 305 ).
In diesem Sinne stellt sich die Regelung in § 100 Abs. 1 VwGO als eine Konkretisierung oder Konsequenz letztlich des Art. 103 Abs. 1 GG dar (…in diesem Sinne Klinger, VwGO 2. Auflage § 100 Anm. A, 3;… Koehler a.a.O. § 100 Anm. II, 1; Rasch-Patzig, Verwaltungsorganisation und Verwaltungsverfahren S. 24;… Redeker-v. Oertzen a.a.O. § 100 Rdnr. 2;… Schunck-de Clerck a.a.O. § 100 Anm. 1 a, Ule DVBl. 1966, Auch in diesen Punkt ist, isoliert betrachtet, die Rechtslage im Zivilprozeß derjenigen in Verwaltungsstreitverfahren vergleichbar. Der aus Art. 103 Abs. 1 GG folgende Grundsatz, daß einer gerichtlichen Entscheidung nur Tatsachen und Beweisergebnisse zugrunde gelegt werden dürfen, zu denen die Beteiligten Stellung nehmen konnten, gilt für alle Zweige der Gerichtsbarkeit (vgl. dazu etwa BVerfG, Beschluß vom 25. Oktober 1956 - 1 BvR 440/54 - in BVerfGE 6, 12 [14] und Urteil vom 24. Juli 1963 - 1 BvR 103/60 - in BVerfGE 17, 86 [95]).
d) Obwohl der Beschwerdeführer insofern nicht die Verletzung eines eigenen Rechtes rügen kann, konnte der Senat prüfen (BVerfGE 1, 264 [271]; 3, 58 [136]; 6, 12-; [131]), ob die gebundene Liste im Rahmen des Bundeswahlgesetzes in unzulässiger Weise die Chancen der einzelnen Wahlbewerber differenziert.
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