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Timestamp: 2019-07-20 04:21:55
Document Index: 121070619

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'Art. 3', '§ 611', '§ 242', 'Art. 3', 'Art. 101', '§ 2']

BVerfG, 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 - dejure.org
BVerfG, 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85
https://dejure.org/1988,131
BVerfG, 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 (https://dejure.org/1988,131)
BVerfG, Entscheidung vom 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 (https://dejure.org/1988,131)
BVerfG, Entscheidung vom 06. Dezember 1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 (https://dejure.org/1988,131)
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Wiederholung von Prüfungen - Geänderte Notenskala
Prüfungsrecht; Beruf; Stichtag
VG Köln, 24.01.1985 - 6 K 3388/84
VG Köln, 24.01.1985 - 6 K 921/84
BVerfGE 79, 212
NVwZ 1989, 645
DVBl 1989, 621
Das gilt auch für die Erste und Zweite Juristische Staatsprüfung (vgl. BVerfGE 37, 342 [352]; 79, 212 [218]).
Nach dem Grundsatz der Chancengleichheit, der das Prüfungsrecht beherrscht (BVerfGE 37, 342 [352 f.]; 79, 212 [218]), müssen für vergleichbare Prüflinge so weit wie möglich vergleichbare Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien gelten.
Stichtagsregelungen als "Typisierung in der Zeit" sind ungeachtet der damit verbundenen Härten zur Abgrenzung des begünstigten Personenkreises zulässig, sofern sich die Wahl des Zeitpunktes am zu regelnden Sachverhalt orientiert und die Interessenlage der Betroffenen angemessen erfasst (BVerfG 6. Dezember 1988 - 1 BvL 5, 6/85 - BVerfGE 79, 212, 219 f.; BAG 11. Dezember 2003 - 6 AZR 64/03 [demnächst] AP TzBfG § 4 Nr. 7;… ErfK/Dieterich 4. Aufl. GG Art. 3 Rn. 48).
Eine normative Regelung, die eine unterschiedliche Behandlung der Prüflinge im Hinblick auf den Zeitpunkt der geforderten Prüfungsleistungen vorsieht, verletzt den Grundsatz der Chancengleichheit, wenn sie dazu führt, dass die erbrachten Leistungen nicht mehr als vergleichbar betrachtet werden können (vgl. BVerfG, Beschluss vom 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 -, BVerfGE 79, 212, 218, sowie BVerwG, Beschluss vom 23.02.1990 - 7 B 24.90 -, juris).
Vorschriften, die für die Aufnahme eines Berufs eine bestimmte Vor- und Ausbildung sowie den Nachweis der erworbenen Fähigkeiten durch das Bestehen einer Prüfung verlangen, erfordern wegen des Konkurrenzverhältnisses der Prüflinge "eine besonders weitgehende Gleichbehandlung der Prüflinge" (BVerfG, Beschlüsse vom 25.06.1974 - 1 BvL 11/73 -, BVerfGE 37, 342, 354, und vom 06.12.1988 - 1 BvL 5/85, 1 BvL 6/85 -, BVerfGE 79, 212, 218).
Für den Grundsatz der Chancengleichheit ist nicht die Gleichzeitigkeit der Prüfungsleistung, sondern deren Vergleichbarkeit entscheidend (vgl. BVerfG, Beschluss vom 06.12.1988, a.a.O.).
Dies hat zur Folge, dass die umstrittene Norm nur im Zusammenhang mit den übrigen Prüfungsvoraussetzungen und Bewertungsmaßstäben gewürdigt werden kann (BVerfG, Beschluss vom 06.12.1988, a.a.O).
Die Annahme der Vergleichbarkeit setzt dabei auch voraus, dass die unterschiedliche Behandlung der Prüflinge durch sachgerechte Gründe gerechtfertigt ist (vgl. BVerfG, Beschluss vom 06.12.1988, a.a.O., sowie BVerwG, Beschluss vom 23.02.1990 - 7 B 24.90 -, juris).
Ein derartiger mit einer Zurücknahme der gerichtlichen Kontrolle einhergehender Spielraum ist dem Normgeber in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts bislang bereits im Hinblick auf prüfungsrechtliche Übergangsregelungen zuerkannt worden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 06.12.1988, a.a.O., sowie BVerwG, Beschluss vom 23.02.1990 - 7 B 24/90 -, juris).
Erforderlich ist jedoch, dass sich die Wahl des Zeitpunkts am zu regelnden Sachverhalt orientiert und die Interessenlage der Betroffenen angemessen erfasst (Senat 11. Dezember 2003 - 6 AZR 64/03 - BAGE 109, 110; BAG 28. Juli 2004 - 10 AZR 19/04 - AP BGB § 611 Gratifikation Nr. 257 = EzA BGB 2002 § 242 Betriebliche Übung Nr. 2; BVerfG 6. Dezember 1988 - 1 BvL 5, 6/85 - BVerfGE 79, 212, 219 f.).
Da bei einer Änderung von Prüfungsbedingungen dem Vertrauensschutz von Bewerbern, die nach bisherigem Prüfungsrecht ihre Ausbildung begonnen haben und sich nicht mehr in zumutbarer Weise auf das neue Prüfungsrecht haben einstellen können, in besonderem Maß Rechnung zu tragen ist (Lindner in Lindner/Möstl/Wolff, RdNrn. 46 und 47 zu Art. 3), hat der Verordnungsgeber in diesem Bereich regelmäßig Übergangsvorschriften in Betracht zu ziehen (vgl. etwa BVerfG vom 6.12.1988 = BVerfGE 79, 212; BayVGH vom 29.4.2004 = BayVBl 2005, 761).
Dem Gestaltungsraum des Normgebers sind wegen der Folgewirkungen für das Grundrecht des Art. 101 BV im beruflichen Bereich enge Grenzen gezogen (vgl. BVerfG vom 25.6.1974 = BVerfGE 37, 342/353 f.; BVerfGE 79, 212/218;… Niehues, a. a. O., RdNr. 83).
Vielmehr ist er gehalten, die Chancengleichheit der Bewerber so weit wie irgend möglich sicherzustellen und dann, wenn bei Übergangsregelungen eine unterschiedliche Behandlung unvermeidbar wird, jedenfalls übermäßige Benachteiligungen zu vermeiden (BVerfGE 37, 342/353 f.; 79, 212/218 f.).
Übergangsregelungen, die bewirken, dass Prüflinge desselben Prüfungstermins mit Hilfe einer Stichtagsregelung in verschiedene Gruppen eingeteilt und nach unterschiedlichem Prüfungsrecht beurteilt werden, sind als solche verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (BVerfGE 79, 212/219).
Dabei werden zwar gleichzeitig erbrachte Prüfungsleistungen nach unterschiedlichem Prüfungsrecht behandelt; für die Frage der Chancengleichheit ist jedoch nicht die Gleichzeitigkeit der Prüfungsleistung, sondern deren Vergleichbarkeit entscheidend (BVerfGE 79, 212/221; vgl. auch BayVGH vom 3.3.2009).
Stichtagsregelungen sind trotz der damit verbundenen Härten grundsätzlich zulässig (vgl. ua. BVerfG 8. April 1986 - 1 BvR 1186, 1574, 1704/83 und 271, 291, 334/84 - BVerfGE 71, 364, 397; 6. Dezember 1988 - 1 BvL 5, 6/85 - BVerfGE 79, 212, 219).
Prüfungsverfahren, die für die Aufnahme eines bestimmten Berufs den Nachweis bestimmter erworbener Fähigkeiten verlangen, greifen in die Freiheit der Berufswahl ein und müssen deshalb grundsätzlich den Anforderungen, die aus dem Grundrecht der Berufsfreiheit folgen, genügen (vgl. BVerfGE 37, 342 ; 79, 212 ; 84, 34 ).
Derartige mit scharfen Grenzziehungen einhergehende Härten sind - wie zB auch für Stichtagsregelungen anerkannt - hinzunehmen, solange sie nicht im Hinblick auf den gegebenen Sachverhalt und das System der Gesamtregelung willkürlich sind (vgl BVerfGE 80, 297, 311; siehe zB auch BVerfGE 79, 212, 219; 87, 1, 43).
BVerwG, 11.11.1998 - 6 C 8.97
Prüfungsrecht; Reichweite des Mitwirkungsverbots für befangene Prüfer; …
Zulassungsantrag außerhalb der Kapazität - Ausschlussfrist
OVG Berlin, 15.05.2003 - 4 S 23.03
Klausuren anderer Prüfungsämter im Internet
VGH Bayern, 02.04.2008 - 12 C 08.608
VGH Hessen, 09.06.2009 - 10 B 1681/09
Ausreichende Zeit bei Erlass einer neuen Prüfungsordnung; Ausreichende Zeit bei …
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.03.1992 - 22 A 370/91
Gebot der Sachlichkeit; Prüfung; Gerichtliche Kontrolle; Fachwissenschaftliche …
BVerwG, 30.03.1989 - 7 C 86.88
Übergangsregelungen für Wiederholungsprüfungen - Paritätische Besetzung von …
VGH Baden-Württemberg, 24.01.1994 - 4 S 2875/93
Rechtmäßigkeit der mündlichen Prüfung bei Fehlen der schriftlichen Note
VG Schleswig, 13.09.2016 - 7 A 191/15
Recht der Hochschul- und Staatsprüfungen
VG Saarlouis, 25.04.2014 - 1 K 734/12
Prüfungsrechts, Anhebung der Gesamtnote, Änderung der Prüfungsanordnung
VG Göttingen, 08.11.2005 - 8 C 1973/05
Versäumung der Ausschlussfrist für außerkapazitären Hochschulzulassungsantrag.
VG Göttingen, 15.11.2004 - 8 C 2133/04
Ausschlussfristen gemäß § 2 Abs. 2 Hochschul-VergabeVO
VG Ansbach, 19.05.2008 - AN 4 K 08.00189