Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201984,%20833
Timestamp: 2020-03-31 08:20:44
Document Index: 14214783

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 648', 'BGH', 'BGH', '§ 946', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 650', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 648', 'BGH', '§ 9', '§ 648', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 648', 'BGH', 'BGH', '§ 648', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 1984, 833 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 03.05.1984
https://dejure.org/1984,842
BGH, 03.05.1984 - VII ZR 80/82 (https://dejure.org/1984,842)
BGH, Entscheidung vom 03.05.1984 - VII ZR 80/82 (https://dejure.org/1984,842)
BGH, Entscheidung vom 03. Mai 1984 - VII ZR 80/82 (https://dejure.org/1984,842)
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Durchführung von Fensterarbeiten - Anspruch auf Restwerklohn sowie auf Einwilligung zur Eintragung einer Bauhandwerkersicherungshypothek auf einem Erbbaurecht - Anwendbarkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Ausschluß der Bauhandwerkersicherungshypothek
AGB - Werkvertrag - Verzicht auf Sicherungshypothek - Verstoß gegen Treu und Glauben
BGHZ 91, 139
NJW 1984, 2100
BB 1984, 1257
BauR 1984, 413
Das wäre in hohem Maße unbillig und würde dem mit § 648 BGB verfolgten Zweck zuwiderlaufen, dem Werkunternehmer den Zugriff auf das Baugrundstück zu gestatten, weil er mit seiner Werkleistung regelmäßig den Wert des Grundstücks erhöht und so auch dessen Nutzungsmöglichkeiten verbessert hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 68, 180, 183 [BGH 10.03.1977 - VII ZR 77/76] m. w. Nachw.; 91, 139, 146).
Dem Unternehmer, der durch den Einbau von beweglichen Sachen in das Grundstück gemäß § 946 BGB einen Eigentumsverlust erleide und sich durch einen Eigentumsvorbehalt oder ein Besitzpfandrecht nicht absichern könne, solle bereits vor Fälligkeit seiner Werklohnforderung ein Kreditsicherungsmittel in die Hand gegeben werden (Urteile vom 3. Mai 1984 - VII ZR 80/82, BGHZ 91, 139, 145 f m.w.N.; vom 10. März 1977 - VII ZR 77/76, BGHZ 68, 180, 183).
Überraschend ist eine Klausel nur, wenn der Vertragspartner mit der in ihr enthaltenen Regelung den Umständen nach vernünftigerweise nicht zu rechnen braucht (BGHZ 84, 109, 112 f [BGH 17.05.1982 - VII ZR 316/81]; 91, 139, 144) [BGH 03.05.1984 - VII ZR 80/82].
Ob der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 30. März 2000 (VII ZR 299/96, juris) so zu verstehen ist, dass er auf die in früheren Entscheidungen (vgl. BGH…, Urteil vom 10. März 1977 - VII ZR 77/76 -, Rn. 18 ff.; BGH, Urteil vom 03. Mai 1984 - VII ZR 80/82 -, Rn. 28, beide zitiert nach juris) verlangte Wertsteigerung des Grundstücks verzichten möchte (…so Schwenker/Rodemann, in: Erman, BGB, 16. Aufl. 2020, § 650 e BGB, Rn. 3; a.A. KG Berlin…, Urteil vom 24. Juli 2018 - 7 U 134/17 -, Rn. 12, juris), kann offen bleiben.
Eine solche Beschränkung der Vollmacht des Vertreters von Gesellschaftern ist zulässig (vgl. Senatsurteil vom 3. Mai 1984 - VII ZR 80/82 = WM 1984, 970, 971 = BauR 1984, 413, 414 = ZfBR 1984, 188, 189 m.N., insoweit nicht veröffentlicht in NJW 1984, 2100 [BGH 03.05.1984 - VII ZR 80/82]).
Auch der Bundesgerichtshof hält eine solche Haftungsbeschränkung von Gesellschaftern durch eine nach außen erkennbare Begrenzung der Vertretungsmacht der geschäftsführenden Gesellschafter für zulässig (vgl. BGHZ 61, 54, 67 [BGH 12.06.1973 - VI ZR 163/71] m.N.; BGH NJW 1971, 1698; 1979, 2304, 2306; offengelassen im Senatsurteil vom 3. Mai 1984 - VII ZR 80/82).
Ein formularmäßiger Verzicht auf den Anspruch auf Einräumung einer Sicherungshypothek aus § 648 BGB ist nach der Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs vom 3. Mai 1984 (VII ZR 80/82 - BGHZ 91, 139, 143) gemäß § 9 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 AGBG unwirksam, weil er mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung jedenfalls dann nicht zu vereinbaren ist, wenn dem Unternehmer auch keine anderweitige Sicherheit gewährt wird, und den Vertragspartner des Verwenders deshalb entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligt.
Dagegen hat der Bundesgerichtshof für den Fall des § 648 BGB eine Verurteilung zur Einräumung einer Sicherungshypothek Zug um Zug gegen Mängelbeseitigung ausdrücklich ausgeschlossen und entschieden (Urteil vom 10. März 1977- VII ZR 77/76= BGHZ 68, 180; Urteil vom 3. Mai 1984 - VII ZR 80/82 = BGHZ 91, 139, 142), dass der Unternehmer eines Bauwerks die Einräumung einer Sicherungshypothek nicht verlangen kann, soweit und solange sein Werk mangelhaft ist.
Diese im Schrifttum zunächst umstrittene Frage darf in diesem Sinne mit der Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs (NJW 1984, 2100 ff.) als entschieden angesehen werden (…zum Stand der Rechtsprechung und Literatur vgl. im Einzelnen BGH a.a.O.).
In Übereinstimmung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGH NJW 1984, 2100) begegnen im vorliegenden Zusammenhang grundsätzlich nur solche Klauseln Bedenken, mit denen der Anspruch nach § 648 BGB ersatzlos abbedungen wird.
Auf dieser Grundlage ist der Ausschluß des Anspruchs auf eine Sicherungshypothek, wie das Landgericht zutreffend annimmt, unwirksam, da der ursprünglichen Vertragspartnerin auch keine andere Sicherheit eingeräumt wurde (vgl. BGH, Urt. v. 03.05.1984, VII ZR 80/82, BGHZ 91, 139 ff.;… Palandt-Sprau, BGB, 65. Auflage § 648 Rn.1).
Denn die entsprechende Klausel ist nach § 9 AGBG unwirksam, weil der Antragstellerin keine anderen angemessenen Sicherheiten gestellt werden (BGHZ 91, 139, 144ff).
Bei einer derartigen Sachlage sei es in hohem Maße unbillig und mit Treu und Glauben unvereinbar, wenn der Eigentümer zugleich dem Werkunternehmer verwehrt, sich wegen des verdienten restlichen Werklohns aus dem Grundstück zu befriedigen (…BGHZ aaO.; vgl. auch BGHZ 68, 180, 183 m.w.N.; 91, 139, 146).
OLG Frankfurt, 06.09.2018 - 29 U 55/17