Source: https://www.diebewertung.de/finet-financial-services-network-aktiengesellschaft-miese-bilanz/
Timestamp: 2020-07-07 18:40:36
Document Index: 265307032

Matched Legal Cases: ['§ 288', '§ 6', '§ 251', '§ 275', '§ 286', '§ 327', '§ 171']

FiNet Financial Services Network Aktiengesellschaft - Miese Bilanz - Diebewertung
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FiNet Financial Services Network Aktiengesellschaft – Miese Bilanz
Ein siebenstelliges Minus in einer Bilanz sollte auch die handelnden Vorstände und Aufsichtsräte einer Aktiengesellschaft sicherlich „aufschrecken“. Ein solches Ergebnis sollte im Unternehmen sicherlich Konsequenzen haben.
der FiNet Financial Services Network AG, Marburg
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 97.151,00 124.081,50
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 332.118,20 399.060,80
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.782.437,00 1.782.437,00
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.505.621,76 4.297.295,39
– Forderungen gegen verbundene Unternehmen 597.136,05 663.856,65
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 653.168,95 919.194,87
C. Rechnungsabgrenzungsposten 69.564,51 106.629,41
6.440.061,42 7.628.698,97
I. Gezeichnetes Kapital 783.692,00 783.692,00
II. Kapitalrücklage 1.302.622,56 1.302.622,56
III. Gewinnrücklagen 471.400,49 471.400,49
IV. Bilanzverlust -1.275.326,97 -791.570,38
B. Rückstellungen 1.205.156,00 2.051.664,80
C. Verbindlichkeiten 3.952.517,34 3.805.306,50
– Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 369.999,98 491.666,66
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 5.583,00
1. Rohergebnis 4.021.620,67 4.418.648,45
a) Löhne und Gehälter 2.131.733,90 2.150.857,79
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 415.999,69 415.438,46
2.547.733,59 2.566.296,25
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 118.472,85 132.932,56
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.837.628,21 1.667.528,94
-482.213,98 51.890,70
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.807,63 17.228,72
6. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 0,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15.836,62 29.539,39
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -8.759,99 25.679,57
-269,00 -37.990,24
9. Ergebnis nach Steuern -482.482,98 13.900,46
10. Sonstige Steuern 1.273,61 1.551,49
11. Jahresfehlbetrag (i. V. Jahresüberschuss) -483.756,59 12.348,97
12. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -791.570,38 -803.919,35
13. Bilanzverlust -1.275.326,97 -791.570,38
Anhang für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2017
Der Jahresabschluss der FiNet Financial Services Network AG zum 31. Dezember 2017 wurde auf der Grundlage der aktuellen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt.
Bei der Aufstellung des Anhangs wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch genommen.
Firmenname laut Registergericht: FiNet Financial Services Network AG
Firmensitz laut Registergericht: Marburg
Register-Nr.: HRB 22 59
Die Anschaffungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 150,00 EUR wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Dies entspricht auch handelsrechtlich deren planmäßiger Nutzungsdauer.
Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von mehr als 150,00 EUR aber nicht mehr als 1.000,00 EUR wurde ein Sammelposten gebildet und linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Vorschrift des § 6 Abs. 2a EStG ist zwar eine reine steuerliche Vorschrift, jedoch steht der Bildung eines Sammelpostens für die Handelsbilanz und der damit verbundenen Durchbrechung des Einzelbewertungsgrundsatzes nach Auffassung des HFA des IDW unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit grundsätzlich nichts entgegen, soweit der Sammelposten einzelfallbezogen von untergeordneter Bedeutung ist, was hier der Fall ist.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken und unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.
Der Bestand an liquiden Mitteln ist zum Nominalwert bewertet.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet anteilig auf die Geschäftsjahre 2018 ff. entfallende Aufwendungen, die bereits vor dem 31.12.2017 gezahlt wurden.
Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Rückstellungen wurden mit dem nach der vernünftigen kaufmännischen Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet.
Art der Forderung zum 31.12.2017 Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
kleiner 1 Jahr größer 1 Jahr
aus Lieferungen und Leistungen 2.815.002,63 EUR 2.502.482,02 EUR 312.520,61 EUR
gegenüber verbundenen Unternehmen 597.136,05 EUR 107.283,11 EUR 489.852,94 EUR
sonstige Vermögensgegenstände 93.483,08 EUR 83.733,08 EUR 9.750,00 EUR
Summe 3.505.621,76 EUR 2.693.498,21 EUR 812.123,55 EUR
Art der Forderung zum 31.12.2016 Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
aus Lieferungen und Leistungen 3.587.620,82 EUR 3.303.184,16 EUR 284.436,66 EUR
gegenüber verbundenen Unternehmen 663.856,65 EUR 663.856,65 EUR 0,00 EUR
sonstige Vermögensgegenstände 45.817,92 EUR 32.795,44 EUR 13.022,48 EUR
Summe 4.297.295,39 EUR 3.999.836,25 EUR 297.459,14 EUR
Ein Teilbetrag der flüssigen Mittel in Höhe von 83.730,23 EUR (i. Vj.: 92.733,03 EUR) dient als Stornoreserve zur Absicherung von Forderungen der Geschäftspartner aus Provisions- und Courtagestorni und ist insoweit nicht frei verfügbar.
Das Grundkapital beträgt 784.692,00 EUR und ist in 784.692,00 Aktien zum Nennwert von je 1,00 EUR eingeteilt. Die Aktien lauten auf den Namen der Aktionäre.
Angaben über den Bestand, den Erwerb und die Veräußerung eigener Aktien
Die Gesellschaft hält zum Abschlussstichtag eigene Anteile im Nennwert von 1.000,00 EUR (entspricht 1.000 Aktien im Nennbetrag von je 1,00 EUR).
Angaben über das genehmigte Kapital
Durch die Hauptversammlung vom 27.08.2014 wurde unter entsprechender Änderung der Satzung die Einrichtung eines genehmigten Kapitals i.H.v. 390.000,00 EUR mit dem Ausübungszeitraum bis zum 31.12.2018 beschlossen (Genehmigtes Kapital 2014/I).
Der Vorstand ist ermächtigt bis zur Höhe der nachfolgend genannten Beträge mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:
bis zu insgesamt 50.000,00 EUR, sofern die neuen Aktien an Arbeitnehmer der FiNet AG ausgegeben werden,
bis zu insgesamt 50.000,00 EUR, sofern die neuen Aktien ausgegeben werden, um neue Vermittler als Partner an FiNet AG zu beteiligen,
bis zu insgesamt 390.000,00 EUR, sofern die neuen Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Beteiligungen ausgegeben werden.
Bis zum 31.12.2017 wurde das genehmigte Kapital (Genehmigtes Kapital 2014/I) noch nicht für Kapitalerhöhungsmaßnahmen beansprucht und beträgt unverändert 390.000,00 EUR.
Die Kapitalrücklage hat sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt entwickelt:
Stand 01.01.2017 1.302.622,56 EUR
Zugänge 0,00 EUR
Abgänge 0,00 EUR
Stand 31.12.2017 1.302.622,56 EUR
Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 22.08.2017 wurde der Bilanzverlust des Vorjahres, der 791.570,38 EUR betrug, auf neue Rechnung vorgetragen.
Die anderen Gewinnrücklagen haben sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt entwickelt:
Stand 01.01.2017 438.124,44 EUR
Stand 31.12.2017 438.124,44 EUR
Bei Aufstellung der Bilanz unter Berücksichtigung der teilweisen Ergebnisverwendung wurde im Bilanzverlust ein Verlustvortrag von 791.570,38 EUR einbezogen.
Rückstellung für noch nicht abgerechnete Courtagen 999.200,00 EUR
Rückstellung für Provisionsrückbelastungen (Vertragsstorni) 91.300,00 EUR
Rückstellung für Prüfungs- und Beratungskosten 36.300,00 EUR
Rückstellung für noch nicht genommene Urlaubstage/Überstunden 37.000,00 EUR
Rückstellung für Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen 10.560,00 EUR
Rückstellung für Beiträge an Berufsgenossenschaft 9.920,00 EUR
Rückstellung für sonstige Verpflichtungen 20.876,00 EUR
Gesamt: 1.205.156,00 EUR
Art der Verbindlichkeit zum 31.12.2017 Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
kleiner 1 J. größer 1 Jahr
gegenüber Kreditinstituten 369.999,98 EUR 66.666,68 EUR 303.333,30 EUR
erhaltene Anzahlungen 285.715,76 EUR 285.715,76 EUR 0,00 EUR
aus Lieferungen und Leistungen 3.257.831,35 EUR 1.867.744,91 EUR 1.390.086,44 EUR
sonstige Verbindlichkeiten 38.970,25 EUR 38.970,25 EUR 0,00 EUR
Summe 3.952.517,34 EUR 2.259.097,60 EUR 1.693.419,74 EUR
Art der Verbindlichkeit zum 31.12.2016 Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
gegenüber Kreditinstituten 491.666,66 EUR 121.668,68 EUR 369.997,98 EUR
erhaltene Anzahlungen 234.427,89 EUR 234.427,89 EUR 0,00 EUR
aus Lieferungen und Leistungen 3.026.064,59 EUR 3.026.064,59 EUR 0,00 EUR
sonstige Verbindlichkeiten 53.147,36 EUR 53.147,36 EUR 0,00 EUR
Summe 3.805.306,50 EUR 3.435.308,52 EUR 369.997,98 EUR
Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 36.214,08 EUR (Vj: 51.501,95 EUR) aus Steuern.
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren beträgt 0,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute sind in Höhe von 149.999,98 EUR durch Abtretung von Forderungen (stille Zession) gesichert.
Zum 31. Dezember 2017 sind keine Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB zu vermerken.
An sonstige finanziellen Verpflichtung von Bedeutung sind zu nennen:
Verpflichtung aus Leasing-, Pacht- und Mietverträgen
im Jahr 2018 240.252,13 EUR
in den Jahren 2019 – 2022 1.033.991,00 EUR
Des Weiteren ist zu erwähnen, dass die Gesellschaft gegenüber Ihrer Tochtergesellschaft FiNet Finanz GmbH eine umfassende Patronatserklärung abgegeben hat, wonach die Gesellschaft bei Bedarf für Zahlungsverpflichtungen der Tochtergesellschaft einstehen wird.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Bei den Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung handelt es sich im Einzelnen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 232.500,00 EUR
Bei den Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung handelt es sich im Einzelnen um Einzelwertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 310.000,00 EUR.
Die Zinserträge beinhalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 2.727,04 EUR (i. V. 2.782,02 EUR).
Gesellschaft Sitz Anteil Eigenkapital letztes Jahresergebnis
FiNet Academy GmbH Marburg 50,00% 4.753,38 EUR -4.145,01 EUR
FiNet Service GmbH Marburg 100,00% 362.220,37 EUR -22.104,40 EUR
FiNet Finanz GmbH Marburg 100,00% -59.409,25 EUR -1.510,22 EUR
FiNet Asset Management AG Marburg 86,67% 320.493,43 EUR 42.301,02 EUR
Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von 1.275.326,97 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Jahresabschluss wurde nach Ergebnisverwendung aufgestellt.
Gesamtbezüge für die Mitglieder des Geschäftsführungsorgans und des Aufsichtsrates
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr 17.755,25 EUR.
Hinsichtlich der Angabeverpflichtung betreffend die Gesamtbezüge des Vorstandes wird im Geschäftsjahr 2017 von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
Marburg, den 20.04.2018
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 602.735,14 2.808,40 0,00 605.543,54
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.632.727,37 21.791,35 0,00 1.654.518,72
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.528.435,00 0,00 0,00 2.528.435,00
4.763.897,51 24.599,75 0,00 4.788.497,26
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 478.653,64 29.738,90 0,00 508.392,54
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.233.666,57 88.733,95 0,00 1.322.400,52
Anteile an verbundenen Unternehmen 745.998,00 0,00 0,00 745.998,00
2.458.318,21 118.472,85 0,00 2.576.791,06
2.211.706,20 2.305.579,30
1. Rahmenbedingungen und Geschäftsentwicklung
Die Entwicklung der Weltwirtschaft verlief 2017 trotz der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten bemerkenswert gut. Der Aufschwung im Euro-Raum setzte sich fort und auch in Deutschland zeigte sich die Konjunktur in unverändert guter Verfassung.
Beim Abschluss von Versicherungsverträgen waren die privaten Verbraucher in Deutschland trotz dieser positiven konjunkturellen Entwicklung dennoch weiter zurückhaltend. Nach wie vor bestehende Unsicherheiten, die weiterhin historisch immer noch niedrige Sparneigung und das anhaltend niedrige Zinsniveau erschwerten im Berichtsjahr insbesondere das Neugeschäft der Kranken- und Lebensversicherer. Immerhin konnten die deutschen Schaden- und Unfallversicherer 2017 erneut ein leichtes Beitragswachstum verzeichnen.
Die FiNet AG konnte sich 2017 in diesem schwierigen Marktumfeld behaupten: Insgesamt wurde im Berichtsjahr aus der Vermittlung von Versicherungen, Darlehen und Bausparverträgen ein Umsatz von 18,7 Mio. € erwirtschaftet, der Gesamtumsatz erreichte den Wert von 19,5 Mio. C. Die im Vorjahr eingeleiteten Rationalisierungsmaßnahmen konnten die Rückgänge beim Umsatz aus der Vermittlungstätigkeit gleichwohl nicht kompensieren und führten zu einem negativen Geschäftsergebnis.
1.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Das Wachstum der Weltwirtschaft nahm 2017 weiter zu. Es erreichte nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Wert von 3,8 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent), was dem stärksten Anstieg seit 2011 entspricht. Auch im Euroraum konnte die Wirtschaft 2017 ihren aufwärtsgerichteten Kurs fortsetzen: Die Wachstumsrate stieg nach ersten Schätzungen der Konjunkturforschungsinstitute gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent.
Die deutsche Konjunktur entwickelte sich 2017 ausgesprochen positiv. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts stieg das reale Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent. Das Wachstum hat sich verbreitert und stützte sich auf anziehende Exporte, zunehmende Investitionen und steigende Konsumausgaben der privaten Haushalte. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent), den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Inflationsrate, gemessen am Verbraucherpreisindex, lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Dezember 2017 bei 1,7 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent).
Die gute konjunkturelle Entwicklung führte 2017 erneut zu steigenden Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland. Die deutsche Sparquote profitierte davon jedoch nur marginal. Sie verbesserte sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf einen Wert von 9,9 Prozent (Vorjahr: 9,8 Prozent), ein im historischen Kontext nach wie vor sehr niedriger Wert.
1.2. Entwicklung der Kapitalmärkte
Das Kapitalanlageumfeld gestaltete sich 2017 erneut herausfordernd und war zahlreichen verunsichernden Einflussfaktoren ausgesetzt. Nach den überraschenden Ausgängen des Brexit-Votums und der US-Wahlen im Vorjahr fürchteten viele Marktteilnehmer auch für 2017 weitere Unruhequellen wie etwa die Ausstiege Frankreichs oder der Niederlande aus der EU oder der Eurozone. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich im Jahresverlauf allerdings nicht und selbst reale Faktoren wie die Neuordnung internationaler Handelsabkommen oder die schleppende Regierungsbildung in Deutschland hatten wenig Einfluss auf die Finanzmärkte, die sich erstaunlich robust zeigten.
Die weltweiten Aktienmärkte zeigten sich 2017 erneut überwiegend robust gegenüber Krisenmeldungen und verzeichneten im Verlauf des Jahres erneut teils historische Höchststände. Vor allem die Schwellenländer und der US-Markt konnten über das Jahr hinweg deutliche Kursgewinne verbuchen. Auch die meisten europäischen Indizes beendeten das Jahr 2017 teils deutlich höher als das Vorjahr. Die Aktienkursentwicklungen waren vor allem geprägt durch die weiterhin expansive Geldpolitik der EZB und durch die Suche der Investoren nach renditeträchtigen Anlagen.
Die Geldpolitik der Zentralbanken war 2017 in den wichtigsten Währungsräumen uneinheitlich: Während die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins für den Euroraum auf historisch niedrigen 0,00 Prozent beließ, erhöhte die Bank of England den Leitzins für das Britische Pfund erstmals seit 2007 auf nun 0,5 Prozent leicht und kündigte weitere Erhöhungen für die kommenden Jahre an. Deutlich weiter auf dem Weg zu einer Normalisierung der Notenbankpolitik ging die amerikanische Notenbank Fed, die den Leitzins für den US-Dollar (USD) in drei Schritten auf nunmehr 1,25 % bis 1,5 % anhob und somit das Zinsgefälle zwischen dem USD- und dem Euro-Raum weiter erhöhte.
Bei den Renditen deutscher Staatsanleihen waren vor dem Hintergrund der europäischen Geldpolitik 2017 nur leichte Steigerungen zu verzeichnen, bis weit in den mittleren Laufzeitenbereich hinein wiesen die Bundesanleihen weiterhin negative Renditen auf. Bei US-Staatsanleihen hingegen war eine Drehung der Zinskurve mit für kurzen Laufzeiten zum Teil deutlichen Zinsanstiege zu beobachten, während es bei längere Laufzeiten zu Rückgängen kam.
Der Euro konnte im Jahresverlauf die Verluste des Vorjahres gegenüber dem US-Dollar mehr als wettmachen und stieg von 1,05 USD deutlich auf 1,20 USD. Auch das Britische Pfund (GBP) verlor von 0,86 GBP auf 0,89 GBP gegenüber dem Euro, nach in 2016 bereits starken Verlusten infolge des Brexit-Votums.
1.3. Entwicklung der Versicherungswirtschaft
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst naturgemäß die Situation der Versicherungswirtschaft in besonderem Maße, vor allem die Prämienentwicklung bei der Kompositversicherungen. In der Lebens- und Krankenversicherung spielen zudem die Entwicklungen der Kapitalmärkte, aber auch Veränderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen sowie die Sparquote, eine wichtige Rolle.
Von den in Deutschland insgesamt sehr positiven gesamtwirtschaftlichen Indikatoren, insbesondere der guten wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte und der historisch hohen Beschäftigungsquote, konnten nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Beitragseinnahmen der deutschen Versicherungswirtschaft im Berichtsjahr nur leicht profitieren: Sie legten nach vorläufigen Berechnungen über alle Versicherungssparten hinweg in 2017 um 1,7 Prozent auf 197,7 Mrd. € zu. Während die deutschen Lebensversicherer erneut ein Beitragsminus von 0,1 Prozent auf 90,7 Mrd. € verbuchten, stiegen die Einnahmen der Schaden- und Unfallversicherer um 2,9 Prozent auf 68,2 Mrd. C. Die privaten Krankenversicherer nahmen mit 38,8 Mrd. € annähernd 4,3 Prozent mehr Beiträge als im Vorjahr ein.
Die Umsätze der FiNet AG aus der Vermittlung von Versicherungen, Bausparverträgen und Finanzierungen entwickelten sich im Berichtsjahr schlechter als der deutsche Versicherungsmarkt. Sie gingen um 8,8 Prozent auf den Wert von 18,7 Mio. € (Vorjahr: 20,5 Mio. €) zurück. Im Unterschied zum Gesamtmarkt spielen jedoch bei FiNet AG bzw. beim Geschäft der der FiNet AG angebundenen Vermittler Einmalbeiträge in der Lebensversicherung, die marktweit auch 2017 die rückläufigen Umsätze im Geschäft gegen laufenden Beitrag stabilisierten, eine nur sehr geringe Rolle.
Entwicklung des Marktsegments Lebensversicherung
2017 stand die Altersvorsorgebranche erneut vor großen Herausforderungen. Wie schon in den Vorjahren belasteten das andauernde Niedrigzinsumfeld und die Zurückhaltung vieler Verbraucher beim Abschluss langlaufender Verträge das Geschäftsklima für das Produkt Lebensversicherung. Hinzu kam 2017 die Absenkung des Höchstrechnungszinses zum 1. Januar 2017 von 1,25 Prozent auf 0,90 Prozent, die das Produkt Lebensversicherungen nicht attraktiver machte. Denn diese Absenkung führte zu geringeren Garantierenditen bei den Altersvorsorgeprodukten sowie zu Beitragserhöhungen bei Risikolebens-, Sterbegeld-, Pflegerenten- und vor allem auch bei Berufsunfähig keitsversicherungen (BU) und erschwerte dadurch das Neugeschäft zusätzlich.
Die Lebensversicherer gehen vor diesem Hintergrund verstärkt dazu über, ihre Altersvorsorgeprodukte mit einer flexiblen oder ganz ohne Garantieverzinsung anzubieten. Klassische Lebens- und Rentenversicherungen werden hingegen immer mehr zum Nischenprodukt. Offenbar wird diese Umsteuerung im Produktportfolio der Lebensversicherer aber von den potenziellen Kunden und auch im Vertrieb nach wie vor nur schleppend angenommen: Zwar entfielen 2017 erstmals mehr als die Hälfte aller Neuabschlüsse auf solche abgewandelten Garantieprodukte, insgesamt ging jedoch trotz (oder wegen) dieser Produktinnovationen die Zahl der Neuabschlüsse wie auch die Anzahl der Versicherungen im Bestand der Lebens- und Rentenversicherer weiter zurück.
Bei den steuerlich nicht-geförderten Lebens- und Rentenversicherungen, den Produkten der sog. 3. Schicht, sank die Zahl der Neuverträge nach Angaben des GDV um 5,2 Prozent und damit stärker als im Vorjahr. Auch steuerliche Förderungsanreize für bestimmte Produkte der Lebensversicherungen wirken sich 2017 nur in geringem Maß absatzfördernd aus: Nach Angaben des GDV wurden 2017 lediglich 81.000 neue, steuerlich besonders privilegierte Basis-Rentenversicherungsverträge abgeschlossen, 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den steuerlich und durch Zuschüsse geförderten „Riester“-Rentenversicherungen setzte sich 2017 der branchenweite Trend sinkender Absatzzahlen ebenfalls fort. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sank deren Gesamtbestand 2017 auf 16,53 Mio. Verträge, 7.000 Verträge weniger als im Vorjahr. Insgesamt sanken nach Angaben des GDV die gebuchten Beiträge der Lebensversicherer 2017 um 0,1 Prozent auf 90,7 Mrd. €, ihr Bestand schrumpfte um 1,3 Prozent auf 88,1 Mio. Verträge.
Aufgrund von Sondereffekten im Zusammenhang mit der Anpassung der Courtage- und Besicherungsvereinbarungen durch FiNet AG in 2017 ging der Umsatz der FiNet AG in der Sparte Lebensversicherung um 14,1 Prozent auf 7,3 Mio. € zurück. Der Rückgang resultierte fast ausschließlich aus einem faktischen Neugeschäftsstop bei der Zusammenarbeit mit einer kleinen Gruppe von Vermittlern, die eine von FiNet AG zum 01.01.2017 eingeführte Besicherung des auf sie entfallenden Stornorisikos für diskontiert auszuzahlende Abschlusscourtagen nicht leisteten. Der Umsatz aus der Vermittlung von Lebens- und Rentenversicherungen der übrigen Vermittler, die alle das Stornorisiko aus dem für sie abgewickelten Neugeschäft im Berichtsjahr angemessen besicherten, entwickelte sich annähernd auf Vorjahresniveau und damit durchschnittlich sogar besser als im Marktdurchschnitt.
Entwicklung des Marktsegments Krankenversicherung
Die Krankenversicherung befand sich auch im Geschäftsjahr 2017 unverändert in einem schwierigen Marktumfeld – insbesondere bei der privaten Vollversicherung. Diskussionen über hohe Beitragsanpassungen, Rechnungszinsabsenkungen und das generelle Fortbestehen der privaten Krankenversicherung (PKV) prägten wie schon in den Vorjahren das vertriebliche Umfeld dieses Marktsegments.
Insgesamt konnte das Geschäft der privaten Krankenversicherer 2017 nach Angaben des GDV mit einem Zuwachs von 4,3 Prozent bei den Bruttobeiträgen zwar gesteigert werden. Nach Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherung war jedoch die Zahl der Vollversicherten das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Getrieben wurde der Zuwachs der Bruttobeiträge also nicht durch Wachstum im Neugeschäft der Krankheitskostenvollversicherung, sondern allein durch Beitragsanpassungen im Bestand und durch Neuabschlüsse von Krankenzusatzversicherungen.
Die Gründe für den Rückgang des PKV-Neugeschäfts sind vielschichtig: Belastend wirkt nach wie vor der allgemeine Vertrauensverlust in die PKV, der vor allem durch eine kritische Berichterstattung in den Medien zum Thema Beitragsentwicklung und zur Bezahlbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge im Alter ausgelöst wurde. In 2017 kamen politische Unwägbarkeiten im Zuge der Bundestagswahl und in deren Nachgang aufgeflammte Diskussionen zur möglichen Einführung einer Bürgerversicherung und Abschaffung der PKV als für das Geschäftsklima negative Faktoren hinzu.
Das anhaltend herausfordernde Umfeld für das PKV-Neugeschäft spiegelt sich im Berichtsjahr in der Entwicklung dieser Sparte auch bei der FiNet AG wider: Der mit der Vermittlung von Krankenversicherungen erzielte Umsatz ging um 2,5 Prozent auf 2,3 Mio. € zurück. Immerhin entwickelte sich das PKV-Neugeschäft bei der FiNet AG damit auch in 2017 besser als im Markt, der einen stärkeren Rückgang zu verzeichnen hatte.
Entwicklung des Marktsegments Kompositversicherungen
Vor dem Hintergrund der angespannten und unsicheren Rahmenbedingungen in der Lebens- und Krankenversicherung spielt die Entwicklung der Kompositversicherungen für die Branche eine besondere Rolle.
2017 verzeichneten die Schaden- und Unfallversicherer nach Angaben des GDV mit einem Beitragsanstieg von voraussichtlich 2,9 Prozent ein Wachstum leicht über Vorjahresniveau (Vorjahr: 2,5 Prozent). Das Beitragswachstum wurde demnach im Wesentlichen über Beitragsanpassungen, insbesondere in der Wohngebäude- und in der Rechtsschutzversicherung, generiert.
Die FiNet AG konnte im Berichtsjahr mit Umsatzerlösen der Sparte Kompositversicherungen in Höhe von 5,4 Mio. € die gute Leistung des Vorjahres erneut bestätigen. Abriebeffekte bei Bestands- und Neugeschäftsprämien vor allem im preissensitiven Privatkundengeschäft und Bestandseffekte aufgrund der Beendigung der Zusammenarbeit mit einem Rechtsschutzversicherer, der im Zuge von konzerninternen Umstrukturierungen sein Maklergeschäft 2017 zur Disposition gestellt hatte, konnten durch Bestandsübertragungen von Kompositversicherungen, die ursprünglich nicht über die FiNet AG abgeschlossen worden waren, in den FiNet-Bestand sowie durch den erfolgreichen Ausbau des gewerblichen Sachversicherungsgeschäfts kompensiert werden.
Das Gesamtvermögen hat sich im Berichtsjahr 2017 um 1.189 T€ auf 6,4 Mio. € verringert. Die langfristigen Vermögenswerte betragen zum Bilanzstichtag 2.212 T€. Die kurzfristigen Vermögenswerte liegen mit 4.228 T€ um 1.095 T€ unter den Werten des Vorjahres. Bei den langfristigen Vermögenswerten wurden die Investitionen durch die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte um 104 T€ vermindert. Der Beteiligungswert blieb unverändert. Bei den kurzfristigen Vermögenswerten resultiert der Rückgang im Wesentlichen aus der Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2.815 T€; Vorjahr: 3.588 T€), sowie der Bankbestände (653 T€; Vorjahr: 919 T€). Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 773 T€ lässt sich aus den geringeren Umsatzerlösen ableiten.
Auf der Passivseite tragen die Eigenkapitalentwicklung (-484 T€) sowie die Verminderung der Rückstellungen um den Betrag von 847 T€ wesentlich zum Rückgang der Bilanzsumme bei. Gegenläufig ist der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 232 T€ aufgrund von im Berichtsjahr vereinnahmten Sicherheitseinbehalte für an Vermittler diskontiert ausgezahlte Courtagen. Geringere Umsätze im Jahresendgeschäft, sowie notwendige Korrekturen von das Vorjahr betreffenden kalkulatorischen Umsatz- und Bonifikationserwartungen und die damit einhergehenden geringeren Courtageverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sind für die Entwicklung des Eigenkapitals und der Verbindlichkeiten ursächlich.
Das Geschäftsjahr 2017 schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 484 T€. Das Eigenkapital der FiNet AG verringert sich um den Wert des Jahresfehlbetrages und liegt zum Bilanzstichtag bei 1,28 Mio. C. Die Eigenkapitalquote beträgt 19,9 Prozent (Vorjahr 23,1 Prozent). Die Bankverbindlichkeiten in Höhe von 370 T€ entsprechen 5,75 Prozent der Bilanzsumme (Vorjahr 6,42 Prozent).
2.2. Ertragslage
Nach einem zunächst zufriedenstellenden Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen schloss das Geschäftsjahr 2017 mit einem im Vorjahresvergleich deutlich schwächeren Jahresendgeschäft. Die Umsatzerlöse gingen insgesamt um 2.063 T€ auf nunmehr 19,5 Mio. € zurück. Die Courtageerlöse verringerten sich um 1.856 T€.
Durch die rückläufigen Umsatzerlöse blieben die Roherlöse mit 3,7 Mio. € um 549 T€ hinter den Vorjahreswerten (4,3 Mio. €) zurück. Das Geschäftsjahr wurde mit einem Jahresfehlbetrag von 484 T€ abgeschlossen (Vorjahr: -12 T€).
2.3. Entwicklung der Personalaufwendungen
Die Personalaufwendungen sanken im Berichtsjahr leicht um 19 T€ (0,7 Prozent) auf nunmehr 2,55 Mio. C. Die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stieg leicht von 48,0 auf 48,25. Die Rahmenbedingungen der Mitarbeitergewinnung an den Standorten Marburg, Altenberge und Göttingen entsprechen den Bedingungen des bundesdeutschen Arbeitsmarktes.
Die Einschätzung der voraussichtlichen Entwicklung der FiNet AG mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen unter Berücksichtigung der heute zur Verfügung stehenden Erkenntnisse über Branchenaussichten, Trends und Rahmenbedingungen sowie ihrer wesentlichen Einflussfaktoren. Diese Aussichten, Trends und Rahmenbedingungen können sich naturgemäß im Zeitablauf verändern, ohne dass dies bereits jetzt vorhersehbar ist. Insgesamt können daher die tatsächliche Entwicklung der FiNet AG und deren Ergebnisse von den Prognosen abweichen.
Unsere qualitativen Prognosen bilden die Basis für eine quantitative Geschäftsplanung mit einem rollierenden Prognosezeitraum von fünf Jahren. Wesentliche Planungsgrößen sind dabei die Umsatzerlöse und Margen in den einzelnen Sparten sowie detaillierte Kostenaufstellungen.
Als Ergebnis unserer Geschäftsplanung erwarten wir 2018 einen positiven Geschäftsverlauf.
3.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass der weltweit solide Aufschwung in 2018 zu einem Ende kommen könnte. Insgesamt prognostizieren die meisten Analysten daher für 2018 einen moderaten Anstieg des Zinsniveaus und der Aktienkurse.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2018 ein sich fortsetzendes oder sogar weiter ansteigendes Wirtschaftswachstum in Deutschland. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung prognostiziert für 2018 in seinem Herbst-Jahresgutachten eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 2,2 Prozent und im Euroraum von 2,1 Prozent. Begründet werden die guten Konjunkturprognosen mit der guten weltwirtschaftlichen Lage und den daraus resultierenden steigenden Exporten, den positiven Auswirkungen niedriger Zinsen auf die Kreditvergabe und mit der Entspannung der Haushaltskonsolidierung in vielen europäischen Ländern.
Der Arbeitsmarkt wird sich nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Deutschland auch 2018 weiter positiv entwickeln. Die durchschnittliche Anzahl der arbeitslosen Personen wird demnach weiter auf 2,4 Mio. zurückgehen. Insgesamt werden die Rahmenbedingungen für die privaten Haushalte damit voraussichtlich weiter günstig bleiben. Die Bundesregierung prognostiziert, dass die Bruttolöhne und -gehälter 2018 um 3,9 Prozent steigen werden. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte werden laut dieser Prognose 2018 preisbereinigt um 1,6 Prozent steigen. Die hohe Arbeitsplatzsicherheit, die zuletzt überdurchschnittlich starken Reallohnsteigerungen und nicht zuletzt die nach wie vor niedrigen Zinsen dürften dabei die Nachfrage begünstigen. Aus den gleichen Gründen dürfte die Sparneigung der Deutschen nicht zunehmen. Die Deutsche Bundesbank erwartet für 2018 eine Sparquote leicht unter Vorjahresniveau in Höhe von 9,6 Prozent.
Risiken für die Konjunkturentwicklung im Beurteilungszeitraum ergeben sich insbesondere aus der Finanzpolitik und dem außenwirtschaftlichen Umfeld. Abwärtsrisiken können vor allem aus politischen Ereignissen im Zuge einer stärker auf Abschottung setzenden amerikanischen Wirtschaftspolitik entstehen. Die internationalen Krisenherde sowie die Unsicherheiten ob eines möglichen Handelskriegs zwischen den USA einerseits und der Europäischen Union und China andererseits können die wirtschaftlichen Aussichten deutlich beeinträchtigen. Dies könnte die deutsche Wirtschaft deutlich treffen, da sie besonders von der Integration in die Weltwirtschaft profitiert.
3.2. Entwicklung der Kapitalmärkte
Wie schon in den letzten Jahren wird die Geldpolitik auch 2018 die Richtung an den Finanzmärkten vorgeben. Die EZB wird ihre expansive Geldpolitik nach allgemeiner Markteinschätzung zunächst weiter fortführen. Für das zweite Halbjahr wird von vielen Marktteilnehmern allerdings eine Änderung dieser Politik in Richtung eines beginnenden Ausstiegs erwartet. Die amerikanische Fed wird nach allgemeiner Einschätzung ihre Leitzinserhöhungen und die eingeleitete Bilanznormalisierung auch in 2018 beibehalten. Renditen und Euro-Wechselkurse sollten daher, in Reaktion auf die positive Wirtschaftsentwicklung mit nur leicht steigenden Inflationsraten, nur moderat steigen – wenn überhaupt. Die Aktienmärkte, vor allem in Europa und den USA, dürften weiterhin von sinkenden Risikoprämien und dem verbesserten konjunkturellen Ausblick profitieren. Allerdings können die fortgesetzten geopolitischen Spannungen, aber auch die politischen Unsicherheiten hinsichtlich einer möglichen handelspolitischen Abschottung der USA unter Präsident Trump, für höhere Volatilitäten an den Märkten sorgen.
3.3. Entwicklung der Versicherungswirtschaft
Angesichts der positiven Prognosen für das Wirtschaftswachstum wird die Nachfrage nach Versicherungen auch 2018 weiter leicht ansteigen und das Prämienwachstum unterstützen. Für die Versicherungsbranche im Jahr 2018 rechnet der GDV daher erneut mit einer leichten Beitragssteigerung.
Die erwartet weiterhin gute wirtschaftliche Lage der privaten Haushalte wirkt grundsätzlich günstig auf die Entwicklung der Sparte Lebensversicherung in 2018. Zudem werden die private und betriebliche Altersvorsorge künftig eine immer wichtigere Rolle in Deutschland spielen: Die Bundesregierung betont in ihrem Rentenversicherungsbericht 2017, dass der kontinuierliche Rückgang des Sicherungsniveaus in der gesetzlichen Rentenversicherung nur mit einer zusätzlichen Vorsorge ausgeglichen werden kann. Kurzfristig steht die Branche aber aufgrund des Niedrigzinsumfelds und der anhaltenden Zurückhaltung beim Abschluss langfristiger Vorsorgeverträge weiterhin vor großen Herausforderungen. Aufgrund der nach wie vor gering ausgeprägten Sparneigung der privaten Haushalte infolge des Niedrigzinsumfeldes und wegen des kaum veränderten medialen und politischen Klimas, ist laut GDV auch 2018 von Beitragsrückgängen in der Lebensversicherung auszugehen. Marktchancen ergeben sich in der Lebensversicherung vor allem bei neu entwickelten Produkten mit alternativen Garantiekonzepten. Marktweit werden vor allem bei biometrischen Produkten Steigerungen gegenüber dem Vorjahr erwartet. Das Einmalbeitragsgeschäft wird hingegen marktweit weiterhin rückläufig eingeschätzt.
Die erwartet gute Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der privaten Haushalte wird 2018 den Geschäftsverlauf in der Sparte Kompositversicherungen voraussichtlich günstig beeinflussen. Insgesamt erwartet der GDV im Bereich Schaden- und Unfallversicherung für das Jahr 2018 ein Wachstum auf dem Niveau des Jahres 2017.
In den Haftpflicht-, Unfall- und Sachsparten ergibt sich wegen der hohen Marktdurchdringung weiteres Wachstum insbesondere bei der Wohngebäudeversicherung, vor allem wegen der anhaltend starken Baukonjunktur und weiteren Steigerungen der Versicherungssummen. Das Beitragswachstum der Hausratversicherung dürfte sich auch 2018 marktweit infolge von Anpassungsmöglichkeiten und hohem Wettbewerbsdruck in etwa wie im Berichtsjahr entwickeln. Die Beiträge in der Haftpflichtversicherung werden marktweit 2018 voraussichtlich weniger stark als im Berichtsjahr steigen, da im Berichtsjahr wie schon im Vorjahr kein neuerlicher Beitragsanpassungsbedarf deutlich wurde. Das Beitragswachstum in der Kraftfahrtversicherung 2018 wird im Wesentlichen wohl der allgemeinen Konjunkturentwicklung folgen. In der Rechtsschutzversicherung ist 2018 hingegen infolge von Kostensteigerungen, aber auch aufgrund der fortschreitenden Anbieterkonzentration, mit weiteren Beitragsanpassungen zu rechnen.
Trotz der positiven wirtschaftlichen Lage der privaten Haushalte wird die aktuelle konjunkturelle Entwicklung nach unserer Einschätzung eher dämpfend auf die Entwicklung der Sparte Krankenversicherung in 2018 wirken: Weniger Selbstständige und mehr Angestellte werden zu einem negativen Saldo im Wechselgeschäft zwischen privater Krankenversicherung und gesetzlicher Krankenversicherung führen. Zudem sieht der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung die Absenkung des Mindestbeitrags für gesetzlich krankenversicherte Selbständige vor und macht damit für diese den Wechsel zur PKV finanziell weniger attraktiv. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind für die PKV keine Wachstumsimpulse erkennbar. Im Nachgang der Bundestagswahl dürften zudem gesundheitspolitische Reformdiskussionen und ein damit einhergehend für die PKV (noch) schwierigeres Medienklima den Absatz eher behindern. Die im Zuge der Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung erhöhte mediale Präsenz des Themas „Pflegeversicherung“ könnte das Thema Absicherung für den Pflegefall in 2018 begünstigen. Nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer könnte dies 2018 zu steigenden Absatzzahlen bei den Pflegezusatzversicherungen führen.
3.4. Entwicklung der sonstigen Rahmenbedingungen
Besondere neue Impulse oder Änderungen der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, die sich 2018 auf die Versicherungswirtschaft und insbesondere den Vertrieb von Versicherungen positiv auswirken würden, sind nicht erkennbar. Aufgrund von sich 2018 weiter verschärfenden Regulierungsvorschriften wird vielmehr der Druck vor allem auf kleinere Marktteilnehmer zunehmen und den laufenden Konsolidierungsprozess beschleunigen.
Es ist insbesondere davon auszugehen, dass 2018 die Vergütung für den Vertrieb erneut diskutiert und voraussichtlich auch neu reguliert werden wird. In 2018 wird dazu die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Rahmen der Überprüfung des 2015 in Kraft getretenen Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) an den Bundestag berichten. Erste Äußerungen der Aufsichtsbehörde lassen darauf schließen, dass ihr die bisherigen Abschlusskostensenkungen der Branche nicht ausreichend erscheinen und sie daher eine Deckelung der Abschlusskosten befürwortet. Sofern die BaFin diese Position beibehält, erwarten wir eine Nachregelung durch den Gesetzgeber, die dann ab 01.01.2019 in Kraft treten könnte. Naturgemäß würde sich eine Senkung der Vergütung für den Vertrieb in dieser Sparte nicht absatzfördernd auswirken. Insofern ist in diesem Fall marktweit mit einem weiteren Rückgang des Neugeschäfts zu rechnen.
Zum 1. Januar 2018 tritt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft, mit dem die Bundesregierung die betriebliche Altersvorsorge (bAV) in Deutschland stärker fördern will. Kernpunkt des neuen Gesetzes ist die Möglichkeit, eine bAV per Tarifvertrag in Unternehmen einzuführen. Das BRSG sieht zudem einen obligatorischen Arbeitgeberzuschuss zur bAV vor, der zunächst jedoch nur für neu abgeschlossene Entgeltumwandlungen gilt. Für bereits bestehende Vereinbarungen soll dieser Arbeitgeberzuschuss erst nach einer Übergangsfrist ab Beginn 2022 verpflichtend werden. Weitere Eckpunkte des BRSG beinhalten insbesondere einen von 4 Prozent auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze erhöhten steuerlichen Förderrahmen pro Jahr sowie einen staatlichen Förderzuschuss von bis zu 144 € jährlich für Geringverdiener. Wir gehen davon aus, dass aufgrund der mit dem BRSG gesetzten neuen Anreize das bAV-Neugeschäft mittelfristig insgesamt und auch im Verhältnis zum Neugeschäft der privaten Altersvorsorge ansteigen wird. Allerdings wird es sich voraussichtlich nur auf eine überschaubare Anbieterzahl verteilen und von den Vermittlern einen spezialisierten Vertriebs- und Beratungsansatz erfordern.
Ab dem 1. Januar 2018 gilt die neue PRIIP-Verordnung der Europäischen Union. Sie schreibt vor, dass Vermittler ihre Kunden vor dem Abschluss in einem Basisinformationsblatt (BIB) über Versicherungsanlageprodukte informieren müssen. Dadurch sollen Verbraucher besser über die Chancen und Risiken dieser Produkte aufgeklärt werden. Die einheitlichen Informationsblätter sollen außerdem den Vergleich unterschiedlicher Anlageprodukte vereinfachen. Die Umsetzung der PRIIP-Verordnung erfolgt im Wesentlichen anbieterseitig und wird sich im Vertrieb kaum bzw. insbesondere nicht auf den Vertriebserfolg auswirken.
Mit der Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie „Insurance Distribution Directive (IDD)“ steht ab 23. Februar 2018 zudem eine weitreichende regulatorische Neuordnung im Versicherungsvertrieb an. Kernpunkte der IDD sind Informations- und Verhaltensregeln sowie Vorschriften zur laufenden Qualifizierung von Beratern und zur Vergütung. Die IDD schreibt außerdem vor, dass sich Versicherungsvermittler mindestens 15 Stunden im Jahr weiterbilden müssen. Größere Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von FiNet sind aufgrund der IDD-Vorgaben derzeit nicht zu erwarten, die konkreten Durchführungsverordnungen liegen allerdings noch nicht vor. Zur Umsetzung sind jedoch umfangreiche prozessuale Anpassungen notwendig, auf die die FiNet AG jedoch gut vorbereitet ist.
Ab 1. August 2018 gilt das neue Gesetz zur Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter. Da viele der der FiNet AG angeschlossenen Finanzmakler neben der Zulassung Vermittler von Versicherungen, Bausparverträgen und Immobiliardarlehen regelmäßig auch über eine Gewerbeerlaubnis zur Vermittlung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten verfügten, betrifft sie in dieser Eigenschaft als Immobilienmakler auch die neu eingeführte Fortbildungspflicht für Immobilienmakler. Immobilienverwalter und -makler müssen künftig 20 Stunden Weiterbildungen innerhalb von drei Jahren nachweisen. Unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der FiNet AG sind durch das Gesetz zwar nicht zu erwarten. Allerdings wird sich dadurch der Bedarf an Weiterbildung für die angeschlossenen Vermittler nochmals erhöhen, so dass sich für die FiNet AG bzw. für ihre Tochtergesellschaft FiNet Academy GmbH weiteres Potenzial für eigene Weiterbildungsangebote ergibt.
Am 25. Mai 2018 wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union unmittelbar geltendes Recht. Ziel ist ein gleichwertiges Schutzniveau für die Rechte und Freiheiten von natürlichen Personen bei der Datenverarbeitung in allen Mitgliedstaaten. Auch für die Unternehmen der FiNet-Gruppe ergeben sich aus der EU-DSGVO vielfältige neue Anforderungen im Hinblick auf Meldungsprozesse, Rechenschaftsberichte und Informationspflichten sowie bei der Prozessdokumentation. Darauf sind ist die FiNet-Gruppe jedoch gut vorbereitet. Ungeachtet dessen verursacht die Umsetzung dieser regulatorischen Änderungen naturgemäß Umsetzungskosten.
Unabhängig von den dargestellten regulatorischen Änderungen in 2018 wird der Wettbewerbsdruck auf die gesamte Versicherungsbranche aber auch durch neue, digitale Marktteilnehmer („InsureTechs“) wachsen. Laut einer GfK-Befragung im Auftrag des GDV informieren sich bereits heute vier von fünf Deutschen online vor dem Versicherungsabschluss. Zwar erscheint uns das vertriebliche Potenzial der InsureTechs und damit die von ihnen für den stationären Vertrieb ausgehende Gefahr im derzeitigen Marktumfeld nach wie vor eher begrenzt. Den von vielen prognostizierten Bedarf der Endkunden nach einer digitalen Unterstützung halten wir hingegen bereits heute für real. Daher werden wir in 2018 den FiNet angeschlossenen Vermittler mit der App „FiNSurance“ eine eigene, auf mobilen Endgeräten lauffähige Software-Lösung dazu anbieten. Mit „FiNSurance“ können die der FiNet angebundenen Vermittler ihren Endkunden webbasiert oder in der App eine jederzeit verfügbare digitale Übersicht über deren Versicherungs- und Finanzverträge anbieten und ihnen auch alle Vertragsdokumente zur Verfügung stellen. Zudem wird „FiNSurance“ auch die verschlüsselte und damit EU-DSGV konforme elektronische Kommunikation zwischen Vermittler und Endkunden sicherstellen. Insgesamt beurteilen wir aufgrund der mit „FiNSurance“ möglichen Kombination von Online-Angeboten mit persönlicher Beratung die Geschäftsmodelle der der FiNet angeschlossenen Vermittler weiterhin als sehr wettbewerbsfähig – ob dies auch für jene der InsureTechs zutrifft, muss sich noch zeigen.
Zusammenfassend bewerten wir unsere aktuelle Wettbewerbssituation sowie die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die FiNet AG als unverändert gut – vor allem auch wegen der nachhaltigen Diversifizierung unseres Geschäftsmodells. Dessen ungeachtet sind die aktuellen regulatorischen Entwicklungen und die daraus abzuleitenden Prozessanpassungen insgesamt aber auch für uns herausfordernd.
3.5. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung
Hinsichtlich der Entwicklung unserer Umsätze in den Versicherungssparten gehen wir für das Geschäftsjahr 2018 insgesamt davon aus, dass die FiNet AG durch den Fokus auf eigene vertrieblichen Aktivitäten, zusätzliche Anreize für überdurchschnittlich erfolgreiche Vermittler sowie die Bereitstellung zusätzlicher Angebote für die angeschlossenen Vermittler wie etwa mit der App „FiNSurance“ Umsatzwachstum generieren wird.
Für die Sparte Lebensversicherung rechnen wir 2018 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Sofern der Aufwärtstrend an den Kapitalmärkten wie erwartet intakt bleibt, gehen wir von einer stärkeren Nachfrage vor allem bei den alternativen Garantiekonzepten aus. Wachstumsimpulse sind aufgrund des Inkrafttretens des BRSG in der betrieblichen Altersvorsorge zu erwarten.
In der Sparte Kompositversicherung in 2018 gehen wir davon aus, dass das Geschäftsvolumen der FiNet AG mit der Dynamik der Vorjahre wachsen wird. Besonderes Wachstumspotenzial sehen wir unverändert im gewerblichen Sachversicherungsgeschäft. Das Privatkundengeschäft der der FiNet angeschlossenen Vermittler und insbesondere die Antragswege dazu werden wir 2018 durch die Verschnittstellung von Vergleichsrechner-Angeboten mit unserer Kunden- und Vertragsverwaltungssoftware weiter vereinfachen.
Ausgehend von einer beobachteten Erholung der Umsatzentwicklung in den ersten Monaten des Berichtsjahrs erwarten wir in der Sparte Krankenversicherung für 2018 eine leichte Steigerung des Neugeschäfts. Wachstumspotenziale verspricht der Bereich Pflege- und Zusatzversicherungen. Positive Impulse für den PKV-Absatz ergeben sich aber auch aus den erwarteten Zusatzbeiträgen in der gesetzlichen Krankenversicherung, die die Wechselbereitschaft von gesetzlich Versicherten zur PKV wieder erhöhen könnten.
Für die Sparte Finanzierung und Bausparen, die Vermittlern neben dem Versicherungsgeschäft ebenfalls über die FiNet AG angeboten wird, rechnen wir für 2018 ausgehend von einem nach wie vor nur geringen Umsatzniveau mit steigenden Spa rtenerlösen.
3.6. Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage
Wir erwarten, dass das Rohergebnis in 2018 über dem des Vorjahres liegen wird. Wir gehen davon aus, dass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufgrund von bereits durchgeführten und weiteren geplanten Maßnahmen zur Sach- und Personalkosteneinsparung sowie aufgrund von über geplanten Kostensteigerungen liegenden Zuwächsen des Rohertrags erhöht werden kann. Insgesamt rechnen wir mit einem deutlich positiven Geschäftsergebnis. Der Start in das neue Geschäftsjahr hat unsere Planung bisher bestätigt. Die FiNet AG wird demnach auch im laufenden Geschäftsjahr 2018 in der Lage sein, ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.
Für den aufgestellten Geschäftsplan lassen sich nachfolgende Chancen und Risiken erkennen:
Das Partnerwachstum und die damit einhergehende Umsatzsteigerung können höher als geplant ausfallen aufgrund des inzwischen höheren Bekanntheitsgrades der FiNet, wegen des umfassenden Dienstleistungsangebotes sowie aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Partnergewinnung. Insbesondere können neue Angebote wie „FINSurance“, die im Vergleich zu Angeboten von Wettbewerbern deutliche Funktionsvorteile und damit Alleinstellungsmerkmale beinhalten, zusätzliche Aufmerksamkeit für die von Finet angebotenen Dienstleistungen mit sich bringen. Durch wirksame Maßnahmen zur Partnerbindung kann es zu einer stärkeren Erhöhung der Umsatzerlöse pro Berater kommen als erwartet. Erzielte Umsatzsteigerung können in stärker als erwartetem Maße zu Verbesserungen in den Einkaufskonditionen und zu größeren Margeneffekten als kalkuliert führen. Die Vermarktung von Angeboten für Mehrfachagenten und von Dienstleistungen ohne Vermittlungsbezug in unseren Gesellschaften FiNet Finanz GmbH und FiNet Service GmbH sowie die Tätigkeit der FiNet Academy GmbH als Trusted Partner und akkreditierter Bildungsdienstleister für die Weiterbildungsinitiative „gut beraten“ können zusätzlich zum Geschäftserfolg der FiNet AG beitragen.
Das Partner- und Umsatzwachstum kann hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Marge kann aufgrund von Preisdruck im Markt und der Notwendigkeit, höhere Courtagesätze an die Vermittler weiterzugeben, sinken. Infolge des Preisdrucks oder bei Absatzschwierigkeiten der Vermittler z.B. in der Sparte Lebensversicherung können die Umsatzerlöse pro Berater und infolge dessen die Roherlöse bei der FiNet AG sinken. Politische Diskussionen zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung, zur steuerlichen Förderung kapitalgedeckter Altersvorsorgeprodukte oder zur Zukunft der privaten Krankenversicherung könnten das Neugeschäft der Lebens- und Krankenversicherung zusätzlich negativ beeinflussen, wenn Kunden dadurch Vertrauen in diese Produkte oder die Versicherungsbranche insgesamt verlieren. Die Vertriebsvergütung in der Sparte Lebensversicherung könnte im Zuge der Revision des LVRG grundsätzlich auch mit Wirkung noch in 2018 zu unseren Lasten gesetzlich neu geregelt werden.
3.8. Spezieller Risikobericht
Ziel des Finanz- und Risikomanagements der FiNet AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt die FiNet AG eine konservative Risikopolitik. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird die Finanzlage während des Geschäftsjahres kontinuierlich beobachtet. Dazu werden eine Liquiditätsvorschau und -nachschau auf Monatsbasis, quartalsweise erstellte Kapitalherkunfts- und Kapitalverwendungsbilanzen sowie die regelmäßig ermittelten Kennziffern „Liquidität 2. Grades“ und „Liquidität 3. Grades“ als Basis für Geldmitteldisposition herangezogen. Die Liquiditätslage der FiNet AG ist angemessen, Engpässe werden keine erwartet. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfalls- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt die FiNet AG über ein Debitorenmanagement mit einem adäquaten Mahnwesen. Zu den bei der FiNet AG eingesetzten Finanzinstrumenten zählen im wesentlichen Wertpapiere, Forderungen, Verbindlichkeiten und Bankguthaben.
3.9. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr bewerten wir vor dem Hintergrund des beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und nachhaltig schwierigen branchenspezifischen Umfelds als befriedigend, aber nicht zufriedenstellend.
Den Umsatz konnten wir zwar nicht wie geplant steigern, weil sich insbesondere im letzten Quartal das Vertriebsklima negativ entwickelte und insbesondere im Bereich der Lebensversicherungen erwartete Abschlüsse ausblieben.
Immerhin konnten wir in 2017 erneut unter Beweis stellen, dass wir alle Faktoren im Geschäftsmodell der FiNet AG aktiv steuern, die sich in unserem Geschäft direkt beeinflussen lassen. Über das Berichtsjahr hinaus bestätigen die branchenweit auch weiterhin herausfordernden Entwicklungen in den für FiNet AG wichtigen Sparten Lebens- und Krankenversicherung, dass die strategische Weiterentwicklung der FiNet-Gruppe hin zu einem breiteren Umsatzmix der richtige Weg ist.
Durch vertriebliche Maßnahmen und das Erschließen neuer Marktsegmente erwarten wir für 2018 eine Steigerung der Gesamtleistung. Zudem legen wir 2018 ein besonderes Augenmerk auf die Kostenentwicklung und planen dazu eine umfangreiche Umstrukturierung unserer Backoffice-Prozesse. Beide Ansätze, die Maßnahmen zur Umsatzsteigerung wie jene zur Prozessoptimierung, unterstützen die angestrebte positive Entwicklung in dem unverändert schwierig zu prognostizierenden Marktumfeld. Insgesamt gehen wir daher davon aus, in 2018 die gute wirtschaftliche Basis der FiNet AG nachhaltig stärken zu können. Auch in einem möglicherweise von sinkenden Abschlusskosten geprägten Marktumfeld erwarten wird aufgrund der geplanten Maßnahmen zukünftig moderat steigende Jahresergebnisse.
4.1. Forschung und Entwicklung
Die FiNet AG führt im branchenüblichen Umfang Unterstützungsleistungen bei Softwareentwicklungen externer Anbieter aus, um im Unternehmen eingesetzte sowie Vermittlern zur Verfügung gestellte Standardsoftwareprodukte den spezifischen Kundenwünschen und Marktgegebenheiten unserer Branche anzupassen. Im übrigen betreiben wir als Dienstleistungsunternehmen keine eigene Forschung und Entwicklung.
4.2. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält Zweigniederlassungen in Göttingen und Altenberge bei Münster.
Für ihre Veränderungs- und Verantwortungsbereitschaft und für ihre Mitwirkung an der Weiterentwicklung und Gestaltung der Zukunftsfähigkeit der FiNet AG dankt der Vorstand allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Den Geschäftspartnern und Kunden danken wir für das uns entgegengebrachte Vertrauen.
Marburg, 20. April 2018
Zum Zwecke der Offenlegung wird der Jahresabschluss im Rahmen der Offenlegungserleichterungen nach §§ 327 ff. HGB gekürzt wiedergegeben. Der nachfolgende Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss und Lagebricht.
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der FiNet Financial Services Network AG, Marburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Dr. Martin Hartauer, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrates zum Geschäftsjahr 2017
1. Die Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrates
Im Berichtsjahr 2016 hat sich der Aufsichtsrat der FiNet AG intensiv mit der Entwicklung des Unternehmens befasst, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens kontinuierlich beraten und überwacht. Die durch Gesetz und Satzung auferlegten Verpflichtungen wurden in vollem Umfang wahrgenommen. Der Aufsichtsrat befasste sich in regelmäßigen Besprechungen mit den wichtigsten Geschäftsereignissen, der Geschäftsentwicklung und Strategie und beriet in gemeinsamen Sitzungen den Vorstand. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen eingebunden, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren.
Zudem konnte sich der Aufsichtsrat davon überzeugen, dass das Unternehmen insbesondere unter den Aspekten der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit ordnungsgemäß geführt wurde.
Das Jahr 2017 war geprägt von gesetzgeberischen und regulatorischen Änderungen, die den Vorstand beschäftigten und Gegenstand seiner Berichte waren. Der Aufsichtsrat beriet den Vorstand hinsichtlich dieser Inhalte und der zu erwartenden Auswirkungen.
Die Berichte des Vorstandes umfassten sowohl im Rahmen der jeweiligen Sitzungen als auch außerhalb von Sitzungen alle wesentlichen Informationen zur aktuellen Lage der FiNet AG. Insbesondere die Aspekte Unternehmensplanung, strategische Weiterentwicklung, Risikolage und Risikomanagement wurden berücksichtigt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat ferner über die wesentlichen Geschäftsvorfälle und die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Der Aufsichtsrat konnte auf dieser Grundlage die aktuelle Situation des Unternehmens in seinen regelmäßigen Sitzungen überprüfen. Die vom Vorstand erteilten Berichte und Informationen hat der Aufsichtsrat auf Plausibilität hin überprüft, hinterfragt und gewürdigt. Die Geschäftsvorfälle, deren Durchführung an die Zustimmung des Aufsichtsrates gebunden ist, wurden auch unter Einholung rechtsanwaltlicher Expertisen eingehend geprüft, mit dem Vorstand erörtert und sodann im Aufsichtsrat beschlossen.
In 8 Sitzungen, davon waren 5 Telefonkonferenzen, hat der Aufsichtsrat mündliche Berichte und schriftliche Beschlussvorlagen eingehend diskutiert (zum Teil mit dem Vorstand, zum Teil intern). An allen Sitzungen und Telefonkonferenzen haben jeweils alle drei Mitglieder des Aufsichtsrates teilgenommen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hat zwischen den Sitzungsterminen in einem kontinuierlichem Austausch mit dem Vorstand die Strategie der Gesellschaft und der verbundenen Unternehmen erörtert sowie sich fortwährend mündlich und schriftlich vom Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen unterrichten lassen; in den Telefonkonferenzen wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates vom Vorsitzenden entsprechend informiert.
Aufsichtsrat und Vorstand berieten vor allem über die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Hinblick auf die sich weiter erschwerenden Rahmenbedingungen wie z. B. MiFiD II, IDD, DSGVO und LVRG II, um die FiNet AG für die angebundenen Partner, aber auch die Mitarbeiter, zukunftsfähig aufzustellen.
2. Aufsichtsratssitzungen und wesentliche Beschlussfassungen
In der Aufsichtsratssitzung vom 07. April 2017 wurde beraten und beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, Herrn Stephan Löhr Prokura für die Tochtergesellschaften der FiNet AG zu erteilen. Dies betraf die FiNet Academy GmbH, die FiNet Service GmbH und ie FiNet Finanz GmbH.
In der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 5. Mai 2017 war im Wesentlichen die Erörterung der Ergebnisse und der Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2017 Gegenstand der Tagesordnung. Die ordentlichen Sitzungen vom 11. Mai bzw. 23. Mai 2017 beinhalteten u. a. die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016.
Nachdem in der Hauptversammlung der FiNet AG vom 22. August 2017 die Herren Daniel Zinser, Alexander Kirschweng und Bertram Valentin erneut zu Mitgliedern des Aufsichtsrates gewählt wurden, fand direkt im Anschluss die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrates statt. In dieser wurde Herr Daniel Zinser zum Vorsitzenden und Herr Alexander Kirschweng zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Im Mittelpunkt der Strategiesitzung vom 16. Oktober 2017 standen die Geschäftsergebnisse des dritten Quartals bzw. der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahrs und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen für die kommenden Jahre.
3. Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses 2017
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2017 aufgrund seiner Mitgliederzahl von drei Personen keine Ausschüsse gebildet (Bericht gem. § 171 Abs. 2 AktG). Den vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und den Lagebericht 2017 der FiNet AG hat der Abschlussprüfer – Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Frankfurt am Main – mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dieser wurde am 15. Juni 2018 erteilt.
In den erweiterten Prüfungsbereich fiel zudem die Buchführung, insbesondere hier das Thema Liquidität der Gesellschaft.
Nach eigener intensiver Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes, in zwei Sitzungen (am 2. Und am 22. Mai 2018) unterstützt durch den Wirtschaftsprüfer, hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Dem Aufsichtsrat wurden die angeführten Abschlussunterlagen, der Entwurf des Prüfberichtes sowie des aufgestellten Jahresabschlusses rechtzeitig vorgelegt. Der Abschlussprüfer hat in den Sitzungen alle offenen Fragen des Aufsichtsrates vollumfänglich beantwortet.
Dabei konnte sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit der Prüfungen und der Prüfungsberichte überzeugen und stimmte mit dem Ergebnis der Abschlussprüfung ohne Einwendungen zu. Aus diesem Grund war eine darüberhinausgehende Untersuchung nicht geboten.
Der Aufsichtsratsvorsitzende erörterte abschließend in einem Telefonat am 15. Juni 2018 mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte und führte eine Schlussbesprechung durch.
Der Aufsichtsrat hat sodann in der Sitzung vom 29. Juni 2018 den Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.
Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutrgen.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für deren sehr engagierte Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017.
Marburg, den 30. Juni 2018
Daniel Zinser, Vorsitzender
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