Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.09.2011&Aktenzeichen=IX%20ZR%201/11
Timestamp: 2019-08-18 16:26:22
Document Index: 239621248

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 779', '§ 781', '§ 781', '§ 22', '§ 55', '§ 134', '§ 779', '§ 781', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 779', 'BGH', '§ 134', 'BGH', '§ 67']

BGH, 22.09.2011 - IX ZR 1/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,506
BGH, 22.09.2011 - IX ZR 1/11 (https://dejure.org/2011,506)
BGH, Entscheidung vom 22.09.2011 - IX ZR 1/11 (https://dejure.org/2011,506)
BGH, Entscheidung vom 22. September 2011 - IX ZR 1/11 (https://dejure.org/2011,506)
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§ 134 BGB, § 779 BGB, § 781 BGB
BGB §§ 781, 779, 134; BauGB § 22; VwVfG § 55
Deklaratorischen Anerkenntnis bei Unklarheiten hinsichtlich gesetzlichen Verbotes
Wirkung des deklaratorischen Anerkenntnisses aus einem Rechtsverhältnis, welches sich im Grenzbereich eines gesetzlichen Verbotes bewegt, nach den gleichen Grundsätzen wie bei einem Vergleichsvertrag
BGB § 134; BGB § 779; BGB § 781
Anerkenntnis eines Anspruchs aus zweifelhaftem Rechtsverhältnis
Rechtsfolgen eines Verstoßes gegen ein landesrechtliches kommunales Vertretungsverbot; Interessenkollision; Tätigkeitsverbot; Verbotsgesetz; deklaratorisches Schuldanerkenntnis
Deklaratorisches Schuldanerkenntnis mit Vergleichscharakter kann auch Nichtigkeit gemäß § 134 BGB überwinden
AG Frankfurt/Main, 25.06.2009 - 32 C 854/09
LG Frankfurt/Main, 19.11.2010 - 1 S 232/09
NJW 2012, 61
MDR 2011, 1341
NJ 2012, 72
VersR 2012, 60
WM 2011, 2108
Grundsätzlich ist ein Vergleich, durch den die Ungewissheit darüber, was der Gesetzeslage entspricht, durch gegenseitiges Nachgeben beseitigt wird, trotz eines Widerspruchs zu zwingendem Recht wirksam, wenn der Vergleichsinhalt den Bereich nicht verlässt, der bei objektiver Beurteilung ernstlich zweifelhaft ist (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 2011 - IX ZR 1/11, WM 2011, 2108 Rn. 12;… Urteil vom 9. November 2006 - IX ZR 285/03, NJW-RR 2007, 263 Rn. 17; Urteil vom 22. Mai 1975 - KZR 9/74, BGHZ 65, 147, 151 f.).
Der zwischen dem Kläger und seinem früheren Arbeitgeber abgeschlossene Vergleich gründet letztlich auch in der Ungewissheit darüber, was der Gesetzeslage entspricht, und führte zu dem grundsätzlich jedem Vergleich immanenten gegenseitigen Nachgeben (§ 779 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22. September 2011 IX ZR 1/11, Neue Juristische Wochenschrift 2012, 61, m.w.N.).
Zwischen den Parteien herrschte auch nicht gerade über eine etwaige Sittenwidrigkeit des Ausgangsverhältnisses ernsthaft Streit oder Zweifel, die durch das Anerkenntnis behoben werden sollten (vgl. BGH, Urt. v. 22.09.2011 - IX ZR 1/11, NJW 2012, 61).
Das gesetzliche Vertretungsverbot beschränkt die Anwaltschaft auch unabhängig von einem möglichen Ausschluss durch ein Gericht umso mehr, als in Rechtsprechung und Literatur die Auffassung vertreten wird, dass unter Verstoß gegen kommunalrechtliche Vertretungsverbote zustande gekommene Verträge über Rechtsdienstleistungen nach § 134 Bürgerliches Gesetzbuch nichtig sind (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 2011 - IX ZR 1/11 -, NJW 2012, 61 m. w. N.; Hess. VGH, Beschluss vom 26. Juni 1980 - IV TG 41/80 -, NJW 1981, 140;… Czybulka, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl. 2010, § 67 Rn. 111).