Source: http://www.jurablogs.com/2008/10/22/ueberwiegend-wahrscheinlich
Timestamp: 2017-09-26 02:21:18
Document Index: 335664353

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 19', '§ 64', '§ 84', '§ 823', '§ 19']

Im Zuge des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes wurde auch die Insolvenzordnung in einem entscheidenden Punkt geändert.
Insolvenzgründe sind die Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), die drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) und - für Kapitalgesellschaften relevant - die bilanzielle Überschuldung (§ 19 InsO). Diese wurde bisher in § 19 Abs. 2 InsO wie folgt definiert:
Also: Anlagevermögen und Umlaufvermögen der Kapitalgesellschaft müssen größer oder mindestens gleich hoch wie die Verbindlichkeiten, wobei bei der Bewertung des Vermögens die Fortführungswerte und nicht die Liquidationswerte zugrunde zu legen sind. So weit, so klar, so einfach. Ergibt die aktuell zu führende Bilanz eine Überschuldung, hat der Geschäftsführer 3 Wochen Zeit, Insolvenz anzumelden, § 64 Abs. 1 GmbHG. Tut er das nicht, begeht er eine Straftat, § 84 GmbHG und haftet persönlich für den Schaden der Gläubiger, § 823 Abs. 2 BGB.
Nun wird dieser wichtige und klare Begriff der Überschuldung durch ein höchst subjektives Element bereichert. Die seit dem 18.10.2008 geltende Fassung des § 19 Abs. 2 InsO lautet:
Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ...
Zahlungspflichten, deren Fälligkeit im Prognosezeitraum nicht sicher, aber wahrscheinli...
de.wikipedia.org: Finanzmarktstabilisierungsgesetz
Veröffentlicht October 22, 2008 4:24am im Blog Rechtsanwalt Hänsch, Dresden.