Source: https://www.ag.ch/de/dfr/steuern/natuerliche_personen/steuerthemen_natuerliche_personen/stpfl1/stpfl2_familie_1/stpfl2_familie1.jsp
Timestamp: 2018-04-24 16:25:10
Document Index: 160204954

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 33', '§ 42', '§ 21', '§ 1', '§ 27']

Familiensituation - Kanton Aargau
Familiensituation (ausgewählt)
Veränderungen in der Familiensituation lösen Veränderungen in der steuerlichen Beurteilung und in der Steuerberechnung aus und somit auch in der Steuerbelastung.
Bei einer Heirat während des Steuerjahrs erfolgt eine gemeinsame Besteuerung für das ganze Jahr. Beide Eheteile bilden je eigene Steuersubjekte, aber mit einem gemeinsamen Steuerobjekt.
Für die Einkommens- und Vermögenssteuern gilt der Grundsatz der Familienbesteuerung (Zusammenrechnung aller Einkommens- und Vermögensbestandteile, ohne Rücksicht auf den Güterstand).
Steuerberechnung (Tarif B)
Tarif B gilt für Eheteile, die nicht nur rechtlich, sondern auch tatsächlich in einer Ehe zusammen leben. Tarif B gilt ausserdem für verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern zusammenleben, für die ein Kinderabzug gewährt wird.
Für Tarif B wird der Steuersatz des halben steuerbaren Einkommens von Tarif A (für Alleinstehende) gemäss § 43 StG verwendet.
Bei Tarif A ist der Steuersatz 3,9857 beim steuerbaren Einkommen von 35'000 Franken festgelegt.
Bei Tarif B ist der Steuersatz: 3,9857 beim steuerbaren Einkommen von 70'000 Franken festgelegt.
(Stell-)Vertretung
Beide Eheteile unterzeichnen die gemeinsame Steuererklärung. Ist diese nur von einem Eheteil unterschrieben, so wird dem anderen Eheteil eine Nachfrist zur Unterzeichnung eingeräumt. Nach unbenutztem Ablauf der Frist wird Vertretung durch den unterzeichnenden Eheteil angenommen.
Bei Vertretung durch eine Drittperson ist eine Vertretungsvollmacht von beiden Eheteilen zu unterzeichnen.
Jeder Eheteil kann selbstständig handeln. Rechtsmittel, die ein Eheteil innerhalb der Rechsmittelfrist einreicht, gelten grundsätzlich für beide Eheteile.
Verheiratete (in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebend) haften solidarisch für die Gesamtsteuer. Bei nachgewiesener Zahlungsunfähigkeit (fruchtlose Pfändung/Konkurs) eines Eheteils haftet der andere Eheteil jedoch nur für seinen Anteil.
Bei einer Scheidung oder Trennung während des Steuerjahrs erfolgt eine getrennte Besteuerung für das ganze Jahr.
Beide Steuerpflichtigen reichen je eine eigene Steuererklärung ein. Die Steuerberechnungen erfolgen grundsätzlich auf Basis von Tarif A (Ausnahmen bei Kindern).
Der Kinderabzug steht derjenigen steuerpflichtigen Person zu, die zur Hauptsache (mehr als zur Hälfte) für den Kindsunterhalt aufkommt.
Der Kinderabzug kann auch für volljährige Kinder in Ausbildung geltend gemacht werden.
Die Höhe des Kinderabzugs ist gesetzlich in drei Stufen unterteilt:
Kinderabzug (Stufe 1)
Bis Steuerperiode 2013:
Für jedes Kind unter elterlicher Sorge bis zum vollendeten 14. Altersjahr: 6'400 Franken.
Seit Steuerperiode 2014:
Für jedes Kind unter elterlicher Sorge bis zum vollendeten 14. Altersjahr: 7'000 Franken.
Kinderabzug (Stufe 2)
Für jedes Kind unter elterlicher Sorge bis zum vollendeten 18. Altersjahr: 8'000 Franken
Für jedes Kind unter elterlicher Sorge bis zum vollendeten 18. Altersjahr: 9'000 Franken
Kinderabzug (Stufe 3)
Für jedes volljährige Kind in Ausbildung, für dessen Unterhalt die Steuerpflichtigen zur Hauptsache aufkommen: 9'500 Franken
Für jedes volljährige Kind in Ausbildung, für dessen Unterhalt die Steuerpflichtigen zur Hauptsache aufkommen: 11'000 Franken
Bei Scheidung, gerichtlicher oder tatsächlicher Trennung sind erhaltene Unterhaltsbeiträge von der empfangenden Person zu versteuern.
Ebenso sind Unterhaltsbeiträge bis zum Ende jenes Monats zu versteuern, an welchem die Kinder 18 Jahre alt werden. Steuerpflichtig ist diejenige Person, welche das elterliche Sorgerecht innehat.
Aufgrund einer schriftlichen (gerichtlich oder amtlich genehmigten) Vereinbarung geleistete Unterhaltsbeiträge können von der leistenden Person steuerlich in Abzug gebracht werden, wenn es sich um periodisch in Rentenform fliessende Zahlungen handelt. Einmalig oder in Raten ausbezahlte Kapitalabfindungen sowie güterrechtliche Abfindungen sind dagegen nicht steuerwirksam.
Was geschieht mit (Unterhalts-)Zahlungen an Kinder ab 18 Jahren?
Unterhaltsbeiträge für die unter elterlicher Sorge stehenden Kinder können bis zum Ende jenes Monats, an welchem 18 Jahre erreicht werden, steuerlich abgezogen werden. Die Kinder stehen später nicht mehr unter elterlicher Sorge.
Bei späteren Zahlungen handelt es sich um:
Familienrechtliche Unterhaltspflichten gemäss § 33 Abs. 1 lit. e StG
Finanzielle Unterstützungen, wobei die Voraussetzungen für den Unterstützungsabzug gemäss § 42 Abs. 1 lit. b StG zu beachten sind
Einkünfte aus Kinderbetreuung (PDF, 8 Seiten, 71 KB)
Zeitliche Bemessung bei ganzjähriger Steuerpflicht (PDF, 9 Seiten, 77 KB)
Tarif für die Einkommenssteuer (ab 2015) (PDF, 80 Seiten, 466 KB)
Tarif für die Einkommenssteuer (2014) (PDF, 80 Seiten, 2.6 MB)
Tarif für die Vermögenssteuer (ab 2014) (PDF, 48 Seiten, 1.6 MB)
Tarif für die Einkommenssteuer (ab 2009) (PDF, 77 Seiten, 2.2 MB)
Tarif für die Vermögenssteuer (ab 2009) (PDF, 44 Seiten, 1.2 MB)
Steuergesetz §§ 21 22, 32, 40, 42, 43 (SAR 651.100) (öffnet in einem neuen Fenster)
Steuergesetzverordnung §§ 1–3, §§ 27–28 (SAR 651.111) (öffnet in einem neuen Fenster)