Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gaspreisaenderung-bei-gewerbekunden-3-3108058
Timestamp: 2020-08-15 05:58:23
Document Index: 256341189

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 3', '§ 4', '§ 315', 'Art. 3', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 315', '§ 4', '§ 116', 'Art. 3', '§ 4', '§ 315', '§ 433', '§ 6', '§ 10', '§ 11', '§ 36', '§ 39', 'Art. 2', '§ 10', '§ 1', '§ 36', '§ 1', '§ 133', '§ 10', '§ 11', '§ 116', '§ 4', '§ 315', 'Art. 3', 'Art. 2', '§ 3', '§ 4', '§ 1', '§ 11', '§ 115', '§ 3', '§ 115', '§ 39', '§ 41', '§ 115', 'BGH', '§ 23', '§ 116', '§ 36', '§ 1', '§ 115', '§ 116', '§ 115', '§ 10', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 10', '§ 3', '§ 3', 'Art. 3', '§ 116', 'Art. 2', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 116', '§ 10', '§ 116', '§ 116', '§ 4', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 36', '§ 116', '§ 116', '§ 10', '§ 116', '§ 36', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 116', '§ 36', '§ 116', '§ 4', '§ 315', 'Art. 3', '§ 4', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', '§ 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', '§ 3', '§ 3', '§ 3', 'Art. 2', '§ 3', 'Art. 2', '§ 4', '§ 433', '§ 315', '§ 315', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', 'BGH', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 561', '§ 315', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 242', '§ 315', '§ 32', '§ 4', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 242', '§ 315', '§ 315', '§ 315', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 14', '§ 36', '§ 116', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', '§ 115', '§ 116', '§ 116', '§ 3', '§ 36', '§ 3', '§ 116', '§ 23', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Anders als bei Haus­halts­kun­den steht dem Gas­grund­ver­sor­ger gegen­über Nicht-Haus­halts­kun­den im Sin­ne des Art. 2 Nr. 26 der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG, die auch nicht gemäß § 3 Nr. 22 Alt. 2 EnWG 2005 als Haus­halts­kun­den anzu­se­hen sind, gemäß § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV auch nach dem Ablauf der bis zum 1.07.2004 rei­chen­den Umset­zungs­frist der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG das Recht zu, die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern [1].
Die­sem Preis­än­de­rungs­recht ste­hen die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 in Ver­bin­dung mit Anhang A der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG in der durch den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on im Urteil vom 23.10.2014 [2] vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung nicht ent­ge­gen, da die Gas-Richt­li­nie deren Anwen­dung für Nicht-Haus­halts­kun­den nicht zwin­gend vor­schreibt.
Eine unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen vom Gas­grund­ver­sor­ger ein­sei­tig gemäß § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV vor­ge­nom­me­ne Preis­er­hö­hung unter­liegt auch dann der Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB, wenn für den Kun­den die Mög­lich­keit besteht, das Erd­gas von einem ande­ren Anbie­ter zu bezie­hen.
Die Bil­lig­keits­kon­trol­le sol­cher Preis­er­hö­hun­gen (§ 315 BGB) kann nicht ent­schei­dend auf der Grund­la­ge eines Ver­gleichs mit den Gas­prei­sen ande­rer Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men wer­den; viel­mehr kommt es maß­geb­lich auf den kon­kre­ten Gas­lie­fe­rungs­ver­trag an und ist eine umfas­sen­de Wür­di­gung des Ver­trags­zwecks sowie der Inter­es­sen­la­ge bei­der Par­tei­en vor­zu­neh­men [3].
Als eine zur Been­di­gung der von § 116 Satz 1 EnWG 2005 ange­ord­ne­ten Fort­gel­tung des alten Rechts für Tarif­kun­den­ver­trä­ge mit Nicht-Haus­halts­kun­den füh­ren­de Ände­rung des Ver­tra­ges im Sin­ne des § 116 Satz 2 EnWG 2005 ist nicht schon eine vom Gas­grund­ver­sor­ger ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Ände­rung der all­ge­mei­nen Tari­fe und Bedin­gun­gen anzu­se­hen; es bedarf wegen der mit der Ver­trags­än­de­rung nach § 116 Satz 2 EnWG 2005 inso­weit ver­bun­de­nen Been­di­gung der Grund­ver­sor­gung viel­mehr eines über­ein­stim­men­den Ände­rungs­wil­lens der Par­tei­en.
In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war im Rah­men des Umzugs des Gas­kun­den der bis­he­ri­ge Gas­lie­fe­rungs­ver­trag der Par­tei­en been­det und kon­klu­dent durch Gas­ent­nah­me in den neu­en Geschäfts­räu­men des Gas­kun­den ab dem 1.07.2003 ein neu­er Gas­lie­fe­rungs­ver­trag in Gestalt eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges zwi­schen den Par­tei­en zustan­de gekom­men ist. Zutref­fend ist auch die Annah­me des Land­ge­richts Gie­ßen [4], dass es sich bei dem Gas­kun­den um einen Nicht-Haus­halts­kun­den han­delt und der Gas­ver­sor­ge­rin daher ein Recht zur Preis­än­de­rung nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) gemäß § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV auch für den Zeit­raum nach dem Inkraft­tre­ten des EnWG 2005 und der GasGVV zustand (§ 116 EnWG 2005). Die­sem Preis­än­de­rungs­recht ste­hen die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 in Ver­bin­dung mit Anhang A der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG (im Fol­gen­den: Gas-Richt­li­nie) nicht ent­ge­gen, da die Gas-Richt­li­nie die­se nur für Haus­halts­kun­den, nicht jedoch für – wie hier – Nicht-Haus­halts­kun­den zwin­gend vor­schreibt.
Da § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV mit­hin die Grund­la­ge der von der Gas­ver­sor­ge­rin hier vor­ge­nom­me­nen Preis­er­hö­hun­gen ist, kommt es, wie das Land­ge­richt Gie­ßen [4] im Aus­gangs­punkt zutref­fend ange­nom­men hat, auf deren Bil­lig­keit nach § 315 BGB an. Mit der vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] gege­be­nen Begrün­dung kann jedoch die Bil­lig­keit der von ihm geprüf­ten Preis­er­hö­hun­gen der Gas­ver­sor­ge­rin zum 1.10.2008 und zum 1.01.2010 nicht bejaht und dem­zu­fol­ge ein Anspruch der Gas­ver­sor­ge­rin auf Zah­lung rest­li­chen Ent­gelts (§ 433 Abs. 2 BGB) in Höhe von 1.521, 70 € nebst Zin­sen nicht zuer­kannt wer­den. Auch kann mit die­ser Begrün­dung die Bil­lig­keit der vor dem 1.10.2008 erfolg­ten Preis­än­de­run­gen der Gas­ver­sor­ge­rin, denen der Gas­kun­de eben­falls recht­zei­tig wider­spro­chen hat, nicht für uner­heb­lich erach­tet wer­den.
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat aller­dings ohne Rechts­feh­ler ange­nom­men, dass die Par­tei­en im Rah­men des Umzugs des Gas­kun­den das ursprüng­lich zwi­schen ihnen bestehen­de Ver­trags­ver­hält­nis zum 10.09.2003 been­det und durch die sei­tens des Gas­kun­den ab dem 1.07.2003 in des­sen neu­en Geschäfts­räu­men erfolg­te Gas­ent­nah­me kon­klu­dent einen ab die­sem Zeit­punkt gel­ten­den neu­en Gas­lie­fe­rungs­ver­trag in Gestalt eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges mit einem Nicht-Haus­halts­kun­den geschlos­sen haben.
Dabei kann dahin­ge­stellt blei­ben, ob es sich bei dem ursprüng­li­chen Gas­lie­fe­rungs­ver­trag der Par­tei­en aus dem Jah­re 1989 um einen Son­der­kun­den­ver­trag han­del­te, wor­aus die Kun­din her­lei­ten will, dass die Par­tei­en die­ses Ver­trags­ver­hält­nis durch den Gas­ver­brauch in den neu­en Geschäfts­räu­men fort­ge­setzt hät­ten. Denn nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] ist der ursprüng­li­che Gas­lie­fe­rungs­ver­trag von den Par­tei­en ein­ver­nehm­lich been­det wor­den.
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat im Rah­men der von ihm vor­ge­nom­me­nen Gesamt­wür­di­gung des Schrift­wech­sels und des sons­ti­gen Ver­hal­tens der Par­tei­en ent­schei­dend dar­auf abge­stellt, dass die Gas­ver­sor­ge­rin dem Gas­kun­den, nach­dem die­ser ihr den Umzug in die neu­en Geschäfts­räu­me ange­zeigt hat­te, eine Schluss­rech­nung hin­sicht­lich der bis­he­ri­gen Geschäfts­räu­me erstellt und ihm eine Ver­trags­be­stä­ti­gung mit ande­rer Kun­den­num­mer für die neu­en Geschäfts­räu­me über­sandt hat. Soweit das Land­ge­richt Gie­ßen [4] nament­lich auf­grund die­ser Umstän­de und unter zusätz­li­cher Berück­sich­ti­gung der ört­li­chen Gepflo­gen­hei­ten den ursprüng­li­chen Ver­trag als been­det ange­se­hen hat, lässt dies einen Rechts­feh­ler nicht erken­nen.
Eben­falls frei von Rechts­feh­lern ist die Annah­me des Land­ge­richts Gie­ßen [4], durch die Ent­nah­me von Gas in den neu­en Geschäfts­räu­men des Gas­kun­den sei zwi­schen den Par­tei­en kon­klu­dent ein neu­er Gas­lie­fe­rungs­ver­trag zustan­de gekom­men.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist in dem Leis­tungs­an­ge­bot eines Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens grund­sätz­lich ein Ver­trags­an­ge­bot zum Abschluss eines Ver­sor­gungs­ver­trags in Form einer soge­nann­ten Real­of­fer­te zu sehen. Die­se wird von dem­je­ni­gen kon­klu­dent ange­nom­men, der aus dem Lei­tungs­netz des Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens Elek­tri­zi­tät, Gas, Was­ser oder Fern­wär­me ent­nimmt [5].
Die­se vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] zutref­fend her­an­ge­zo­ge­nen Grund­sät­ze bezwei­felt auch die Gas­kun­din nicht. Sie meint jedoch, vom kon­klu­den­ten Abschluss eines neu­en Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges sei dann nicht aus­zu­ge­hen, wenn zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en bereits ein unge­kün­dig­tes Ver­trags­ver­hält­nis bestehe, auf des­sen Grund­la­ge die betref­fen­den Ver­sor­gungs­leis­tun­gen erbracht wür­den. Die­ser Ein­wand greift indes nicht durch.
Zwar hat der Bun­des­ge­richts­hof in sei­nem Urteil vom 28.03.2007 [6], dem die Fall­ge­stal­tung zugrun­de lag, dass der Ver­sor­ger nach einem Kun­den­wi­der­spruch den alten Tarif kün­di­gen und den Kun­den zu einem ande­ren Tarif ver­sor­gen woll­te, aus­ge­führt, die oben genann­ten Grund­sät­ze des kon­klu­den­ten Abschlus­ses eines Ver­sor­gungs­ver­tra­ges durch die Ent­nah­me von Ener­gie gäl­ten nicht, wenn zwi­schen den Par­tei­en bereits ein unge­kün­dig­tes Ver­trags­ver­hält­nis bestehe, auf des­sen Grund­la­ge die betref­fen­den Ver­sor­gungs­leis­tun­gen erbracht wür­den; in die­sem Fall kom­me der wei­te­ren Abnah­me von Ener­gie kei­ne Erklä­rungs­be­deu­tung zu.
Auch hat der Bun­des­ge­richts­hof in einem wei­te­ren Urteil vom 06.07.2011 [7], in dem es um den Strom­be­zug über einen ande­ren im sel­ben Haus befind­li­chen Strom­zäh­ler ging, aus­ge­führt, die oben genann­ten Grund­sät­ze gäl­ten nicht unein­ge­schränkt, wenn zwi­schen dem Abneh­mer oder zwi­schen dem Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men und einem Drit­ten schon eine Ener­gie­lie­fer­ver­ein­ba­rung bestehe.
Anders als im Streit­fall fand jedoch in den vor­be­zeich­ne­ten Fäl­len ein Wech­sel der zu ver­sor­gen­den Räum­lich­kei­ten nicht statt. Dabei kann dahin­ge­stellt blei­ben, ob ein Ener­gie­ver­sor­gungs­ver­trag typi­scher­wei­se für den Bezug von Ener­gie für eine bestimm­te Ver­brauchs­stel­le geschlos­sen wird [8]. Denn jeden­falls in der Gesamt­schau des im Streit­fall erfolg­ten Wech­sels der zu ver­sor­gen­den Räum­lich­kei­ten und der vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] dar­über hin­aus fest­ge­stell­ten, oben bereits erwähn­ten Ein­zel­fall­um­stän­de begeg­net die Annah­me des Abschlus­ses eines neu­en Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges hier kei­nen recht­li­chen Beden­ken.
Gegen die Fort­füh­rung des ursprüng­li­chen Ver­tra­ges in den neu­en Geschäfts­räu­men spricht schließ­lich auch der Umstand, dass der alte Ver­trag bezüg­lich des Gas­be­zugs in den frü­he­ren Geschäfts­räu­men zunächst noch fort­ge­setzt und nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] erst zum 10.09.2003 und damit mehr als zwei Mona­te nach Beginn des Gas­be­zugs in den neu­en Geschäfts­räu­men been­det wur­de. Gegen­stand eines sol­chen Ver­tra­ges wären daher jeden­falls zeit­wei­se zwei Ver­brauchs­stel­len gewe­sen. Anhalts­punk­te für einen dahin­ge­hen­den Wil­len der Par­tei­en las­sen sich den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] aber nicht ent­neh­men.
Auch ist die Annah­me des Land­ge­richts Gie­ßen [4], bei dem neu­en Gas­lie­fe­rungs­ver­trag der Par­tei­en han­de­le es sich um einen Tarif­kun­den­ver­trag, recht­lich nicht zu bean­stan­den.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt es für die Fra­ge, ob es sich bei öffent­lich bekannt gemach­ten Ver­trags­mus­tern und Prei­sen um Tarif- bezie­hungs­wei­se Grund­ver­sor­gungs­ver­trä­ge mit all­ge­mei­nen Tarif­prei­sen im Sin­ne von § 6 Abs. 1 des Ener­gie­wirt­schafts­ge­set­zes („EnWiG 1935“) [9], All­ge­mei­nen Tari­fen im Sin­ne von § 10 Abs. 1, § 11 Abs. 1 des Ener­gie­wirt­schafts­ge­set­zes vom 24.04.1998 [10] („EnWG 1998“) oder All­ge­mei­nen Prei­sen im Sin­ne von § 36 Abs. 1, § 39 Abs. 1 des Geset­zes über die Elek­tri­zi­täts- und Gas­ver­sor­gung (Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz – EnWG) vom 07.07.2005 [11] („EnWG 2005“) han­delt, dar­auf an, ob das betref­fen­de Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men die Ver­sor­gung zu den öffent­lich bekannt gemach­ten Bedin­gun­gen und Prei­sen – aus der Sicht eines durch­schnitt­li­chen Abneh­mers – im Rah­men einer Ver­sor­gungs­pflicht nach den genann­ten Vor­schrif­ten oder unab­hän­gig davon im Rah­men der all­ge­mei­nen Ver­trags­frei­heit anbie­tet [12]. Ers­te­res ist hier der Fall.
Wie das Land­ge­richt Gie­ßen [4] eben­falls zutref­fend erkannt hat, steht es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs einem Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men auch im Rah­men der Grund­ver­sor­gung frei, ver­schie­de­ne Tari­fe – wie hier der Fall – anzu­bie­ten [13].
Dass es sich bei dem Gas­kun­den vor­lie­gend um einen Nicht-Haus­halts­kun­den im Sin­ne des Art. 2 Nr. 26 der Gas-Richt­li­nie han­delt, da er das Erd­gas für ande­re Zwe­cke als den Eigen­ver­brauch im Haus­halt gekauft hat, steht der Annah­me eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges eben­falls nicht ent­ge­gen. Denn die zum Zeit­punkt des Abschlus­ses des neu­en Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges der Par­tei­en gel­ten­den Bestim­mun­gen in § 10 Abs. 1 Satz 1 EnWG 1998 und § 1 Abs. 1 Satz 1 der Ver­ord­nung über All­ge­mei­ne Bedin­gun­gen für die Gas­ver­sor­gung von Tarif­kun­den vom 21.06.1979 [14] sahen – anders als die Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen in § 36 Abs. 1 Satz 1 EnWG 2005 und § 1 Abs. 1 und 2 der Ver­ord­nung über All­ge­mei­ne Bedin­gun­gen für die Grund­ver­sor­gung von Haus­halts­kun­den und die Ersatz­ver­sor­gung mit Gas aus dem Nie­der­druck­netz (Gas­grund­ver­sor­gungs­ver­ord­nung – GasGVV) vom 26.10.2006 [15] – eine all­ge­mei­ne Anschluss- und Ver­sor­gungs­pflicht zu den öffent­lich bekannt­ge­ge­be­nen All­ge­mei­nen Tari­fen für „jeder­mann“, mit­hin auch für Nicht-Haus­halts­kun­den – wie den Gas­kun­den – vor [16].
Bei der Aus­le­gung eines Ver­tra­ges kann auch das nach­träg­li­che Ver­hal­ten der Ver­trags­par­tei­en Berück­sich­ti­gung fin­den (§§ 133, 157 BGB). Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann bei der Aus­le­gung von Ver­trä­gen auch das nach­träg­li­che Ver­hal­ten der Ver­trags­par­tei­en zu berück­sich­ti­gen sein. Die­ses kann zwar den objek­ti­ven Ver­trags­in­halt nicht mehr beein­flus­sen, aber Bedeu­tung für die Ermitt­lung des tat­säch­li­chen Wil­lens und das tat­säch­li­che Ver­ständ­nis der Ver­trags­par­tei­en haben [17].
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat dem­entspre­chend zu Recht das Schrei­ben der Gas­ver­sor­ge­rin vom 14.12 2004 in sei­ne Aus­le­gung des Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges der Par­tei­en ein­be­zo­gen. Die Rüge der Gas­kun­din, das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hät­te auf­grund des vor­be­zeich­ne­ten Inhalts die­ses Schrei­bens zu der Beur­tei­lung gelan­gen müs­sen, dass es sich bei dem Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en um einen (Norm-)Sonderkundenvertrag han­de­le, geht fehl.
Die Gas­kun­din ver­kennt bereits im Aus­gangs­punkt, dass es bei der hier vor­lie­gen­den Art des Ver­trags­ab­schlus­ses in Gestalt einer sei­tens des Kun­den durch die Ent­nah­me von Gas kon­klu­dent ange­nom­me­nen Real­of­fer­te des Gas­grund­ver­sor­gers – auch mit Blick auf den Mas­sen­ge­schäfts­cha­rak­ter der­ar­ti­ger Ver­trä­ge – ent­schei­dend auf den objek­ti­ven Inhalt die­ser bei­den kon­klu­den­ten Wil­lens­er­klä­run­gen, nicht hin­ge­gen auf etwai­ge ent­ge­gen­ste­hen­de Äuße­run­gen ankommt [18]. Dem­entspre­chend bestimmt sich auch der Inhalt eines sol­chen Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges, wie oben bereits erwähnt, nach dem Ver­ständ­nis des durch­schnitt­li­chen Abneh­mers auf der Grund­la­ge der ver­öf­fent­lich­ten All­ge­mei­nen Tari­fe des Gas­ver­sor­gers. Dies führt hier nach der rechts­feh­ler­frei­en Wür­di­gung des Land­ge­richts Gie­ßen [4] zu der Annah­me eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges.
Mit ihrer gegen­tei­li­gen Auf­fas­sung lässt die Gas­kun­din zudem außer Acht, dass unab­hän­gig von den vor­be­zeich­ne­ten Grund­sät­zen ein sich aus einem nach­träg­li­chen Ver­hal­ten der Par­tei­en erge­ben­des Indiz vor­aus­setz­te, dass die­ses Rück­schlüs­se auf den über­ein­stim­men­den Wil­len der Par­tei­en bei Ver­trags­schluss zulie­ße [19]. Die hier im Schrei­ben der Gas­ver­sor­ge­rin ent­hal­te­ne – ver­ein­zelt geblie­be­ne und nur ein­sei­tig erfolg­te – nach­träg­li­che Bezeich­nung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses der Par­tei­en als Son­der­ver­trag erfüllt die­se Vor­aus­set­zung schon des­halb nicht, weil sie nach den rechts­feh­ler­frei­en, auf der Grund­la­ge einer Gesamt­wür­di­gung des Ver­hal­tens der Par­tei­en getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] ledig­lich auf einem Irr­tum der Gas­ver­sor­ge­rin beruh­te.
Im Übri­gen ver­kennt die Gas­kun­din, dass selbst eine – hier nicht gege­be­ne – über­ein­stim­men­de Ver­trags­be­zeich­nung durch die Par­tei­en nicht aus­schlag­ge­bend für den recht­li­chen Inhalt des Ver­tra­ges wäre, wenn ande­re Umstän­de, wie hier ins­be­son­de­re die Been­di­gung des auf die frü­he­ren Geschäfts­räu­me des Gas­kun­den bezo­ge­nen Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges und die auf der Grund­la­ge der ver­öf­fent­lich­ten all­ge­mei­nen Tari­fe der Gas­ver­sor­ge­rin erfolg­te Gas­ent­nah­me durch den Gas­kun­den in des­sen neu­en Geschäfts­räu­men, für einen ande­ren Ver­trags­typ spre­chen. Maß­geb­lich kommt es, wie das Land­ge­richt Gie­ßen [4] zutref­fend ange­nom­men hat, dar­auf an, wel­chem gesetz­li­chen Ver­trags­typ – hier einem Tarif­kun­den­ver­trag gemäß den Vor­schrif­ten der § 10 Abs. 1, § 11 Abs. 1 EnWG 1998 und der AVB­GasV – ein Ver­trag sei­nem Inhalt nach zuzu­ord­nen ist [20].
Bereits aus den vor­ste­hend genann­ten Grün­den bleibt auch die Rüge der Gas­kun­din ohne Erfolg, für das Bestehen eines Son­der­kun­den­ver­tra­ges spre­che (auch) der Inhalt des im August 2008 ver­fass­ten – vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] nicht aus­drück­lich erwähn­ten – Schrei­bens der Gas­ver­sor­ge­rin, in wel­chem die­se im Rah­men der Ankün­di­gung einer Preis­er­hö­hung die Bezeich­nung „Son­der­preis­re­ge­lung Hei­zung“ ver­wen­de­te. Mit ihrer gegen­tei­li­gen Auf­fas­sung über­sieht die Gas­kun­din zudem, dass die­se Bezeich­nung ersicht­lich im Zusam­men­hang mit der nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] auch in den ver­öf­fent­lich­ten Preis­än­de­rungs­an­kün­di­gun­gen der Gas­ver­sor­ge­rin im Rah­men ihrer All­ge­mei­nen Tari­fe ent­hal­te­nen Unter­schei­dung zwi­schen All­ge­mei­nen Tarif­prei­sen für Erd­gas und Son­der­prei­sen für Heiz­gas steht, wel­che das Land­ge­richt Gie­ßen [4] in sei­ne Wür­di­gung des Ver­trags­typs ein­be­zo­gen und unter Berück­sich­ti­gung des Gesamt­in­halts der von der Gas­ver­sor­ge­rin ver­öf­fent­lich­ten Tari­fe sowie der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs rechts­feh­ler­frei als einen der Annah­me eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges nicht ent­ge­gen­ste­hen­den Umstand ange­se­hen hat.
Schließ­lich haben die Par­tei­en den Gas­lie­fe­rungs­ver­trag nach des­sen Abschluss auch nicht ein­ver­nehm­lich von einem Tarif­kun­den­ver­trag in einen (Norm-)Sonderkundenvertrag geän­dert [21].
Im Rah­men des somit hin­sicht­lich der neu­en Geschäfts­räu­me des Gas­kun­den ab dem 1.07.2003 bestehen­den Tarif­kun­den­ver­tra­ges, stand der Gas­ver­sor­ge­rin gemäß dem hier nach § 116 EnWG 2005 auch über den Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens des EnWG 2005 und der GasGVV hin­aus bis zum Ende die­ses Ver­trags­ver­hält­nis­ses der Par­tei­en anzu­wen­den­den § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV das Recht zu, die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern. Die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 Satz 4 bis 6 in Ver­bin­dung mit Anhang A der Gas-Richt­li­nie in der durch den Gerichts­hof im Urteil vom 23.10.2014 [22] vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung ste­hen die­sem Preis­än­de­rungs­recht der Gas­ver­sor­ge­rin nicht ent­ge­gen, da es sich bei dem Gas­kun­den, wie oben aus­ge­führt, anders als in den vom Bun­des­ge­richts­hof im Anschluss an das vor­ge­nann­te Urteil des Gerichts­hofs durch die Urtei­le vom 28.10.2015 [23] ent­schie­de­nen Fäl­len, die jeweils Haus­halts­kun­den betra­fen, um einen Nicht-Haus­halts­kun­den im Sin­ne des Art. 2 Nr. 26 der Gas-Richt­li­nie han­delt. Für die­sen Kun­den­kreis schreibt die Gas-Richt­li­nie eine Anwen­dung der genann­ten Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen nicht zwin­gend vor, und der natio­na­le Gesetz- und Ver­ord­nungs­ge­ber hat die­sen Kun­den­kreis ledig­lich bis zu einem – hier über­schrit­te­nen – Jah­res­ver­brauch von 10.000 Kilo­watt­stun­den als Haus­halts­kun­den ein­ge­stuft (§ 3 Nr. 22 EnWG 2005).
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat – wenn auch ohne Begrün­dung – im Ergeb­nis zutref­fend ange­nom­men, dass auf das am 1.07.2003 begon­ne­ne Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en durch­gän­gig bis zu des­sen Been­di­gung im Som­mer des Jah­res 2010 die Vor­schrif­ten des EnWG 1998 und der AVB­GasV – und damit auch die vor­ge­nann­te Bestim­mung des § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV – Anwen­dung fin­den.
Gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 der auf­grund der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge in § 11 Abs. 2 EnWG erlas­se­nen AVB­GasV sind deren Rege­lun­gen kraft die­ser Rechts­ver­ord­nung zwin­gend Bestand­teil des Ver­sor­gungs­ver­tra­ges [24]. Dies gilt – wie oben aus­ge­führt – im hier maß­geb­li­chen Zeit­raum auch für Tarif­kun­den­ver­trä­ge (Grund­ver­sor­gungs­ver­trä­ge) mit Nicht-Haus­halts­kun­den.
Die Über­gangs­re­ge­lung in § 115 Abs. 2 des am 13.07.2005 in Kraft getre­te­nen EnWG 2005 sieht in Bezug auf zu die­sem Zeit­punkt bestehen­de Ver­trä­ge über die Belie­fe­rung von Letzt­ver­brau­chern (§ 3 Nr. 25 EnWG) mit Ener­gie im Rah­men der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­pflicht – mit­hin für Tarif­kun­den­ver­trä­ge (Grund­ver­sor­gungs­ver­trä­ge) – grund­sätz­lich vor, dass Ver­trä­ge mit einer Lauf­zeit bis zum Ablauf von sechs Mona­ten nach Inkraft­tre­ten die­ses Geset­zes unbe­rührt blei­ben (§ 115 Abs. 2 Satz 1 EnWG 2005). Hin­ge­gen sind bestehen­de Ver­trä­ge mit einer län­ge­ren Lauf­zeit – mit­hin auch ein, wie hier, unbe­fris­te­ter Ver­trag – spä­tes­tens sechs Mona­te nach Inkraft­tre­ten einer zu die­sem Gesetz nach § 39 oder § 41 EnWG 2005 erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nung – hier der am 8.11.2006 in Kraft getre­te­nen GasGVV – an die jeweils ent­spre­chen­den Vor­schrif­ten die­ses Geset­zes und die jewei­li­ge Rechts­ver­ord­nung nach Maß­ga­be die­ser Rechts­ver­ord­nung anzu­pas­sen (§ 115 Abs. 2 Satz 3 EnWG 2005; vgl. auch BGH, Urteil vom 15.12 2015 – EnZR 65/​14 28). § 23 GasGVV sieht hier­zu eine ent­spre­chen­de Über­gangs­re­ge­lung vor.
§ 116 EnWG 2005 trifft indes­sen für Nicht-Haus­halts­kun­den, mit denen ein Tarif­kun­den­ver­trag besteht, eine gegen­über den vor­be­zeich­ne­ten Grund­sät­zen spe­zi­el­le­re Über­gangs­re­ge­lung [25]. Die­se ist erfor­der­lich, da § 36 Abs. 1 Satz 1 EnWG 2005 und § 1 Abs. 1 und 2 GasGVV eine Grund­ver­sor­gung – anders als nach der bis dahin gel­ten­den Rechts­la­ge des EnWG 1998 und der AVB­GasV – nur noch für Haus­halts­kun­den vor­se­hen und daher die in § 115 Abs. 2 Satz 3 EnWG 2005 für län­ger lau­fen­de Tarif­kun­den­ver­trä­ge grund­sätz­lich vor­ge­se­he­ne Über­lei­tung in Grund­ver­sor­gungs­ver­trä­ge nach neu­em Recht für Tarif­kun­den­ver­trä­ge mit Nicht-Haus­halts­kun­den nicht mög­lich ist [26].
Um die Fort­gel­tung sol­cher Ver­trä­ge über das Inkraft­tre­ten des EnWG 2005 hin­aus zu ermög­li­chen [27], bestimmt § 116 Satz 1 EnWG 2005, dass unbe­scha­det des § 115 EnWG 2005 die §§ 10 und 11 EnWG 1998 sowie die AVB­GasV auf bestehen­de Tarif­kun­den­ver­trä­ge, die nicht mit Haus­halts­kun­den im Sin­ne die­ses Geset­zes abge­schlos­sen wor­den sind, bis zur Been­di­gung der bestehen­den Ver­trä­ge wei­ter anzu­wen­den sind. Ledig­lich bei Ände­run­gen die­ser Ver­trä­ge und bei deren Neu­ab­schluss sol­len gemäß § 116 Satz 2 EnWG 2005 die Bestim­mun­gen des EnWG 2005 und der auf Grund die­ses Geset­zes erlas­se­nen GasGVV gel­ten.
Wie das Land­ge­richt Gie­ßen [4] im Ergeb­nis zutref­fend ange­nom­men hat, sind im Streit­fall die Vor­aus­set­zun­gen des § 116 Satz 1 EnWG 2005 erfüllt und daher, da nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] weder ein Neu­ab­schluss noch eine Ände­rung des Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges im Sin­ne des § 116 Satz 2 EnWG 2005 erfolgt ist, die §§ 10 und 11 EnWG 1998 sowie die Bestim­mun­gen der AVB­GasV auf das Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en bis zu des­sen Been­di­gung im Som­mer 2010 wei­ter anzu­wen­den.
Bei dem Gas­kun­den han­delt es sich nicht um einen Haus­halts­kun­den im Sin­ne des EnWG 2005.
Nach der Legal­de­fi­ni­ti­on in § 3 Nr. 22 EnWG 2005 sind Haus­halts­kun­den Letzt­ver­brau­cher (§ 3 Nr. 25 EnWG 2005), die Ener­gie über­wie­gend für den Eigen­ver­brauch im Haus­halt oder für den einen Jah­res­ver­brauch von 10.000 Kilo­watt­stun­den nicht über­stei­gen­den Eigen­ver­brauch für beruf­li­che, land­wirt­schaft­li­che oder gewerb­li­che Zwe­cke kau­fen. Der Gesetz­ge­ber hat damit von der ihm durch Art. 3 Abs. 3 Satz 1 der Strom-Richt­li­nie 2003/​55/​EG eröff­ne­ten Mög­lich­keit Gebrauch gemacht, den Begriff des Haus­halts­kun­den wei­ter als nach der in die­ser Richt­li­nie und in der Gas-Richt­li­nie ent­hal­te­nen Defi­ni­ti­on zu fas­sen und auf die­se Wei­se auch Klein­un­ter­neh­men in die Grund­ver­sor­gung ein­zu­be­zie­hen [28].
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat die Vor­aus­set­zun­gen des § 116 Satz 1 EnWG als erfüllt ange­se­hen und ist damit unaus­ge­spro­chen und im Ergeb­nis rechts­feh­ler­frei davon aus­ge­gan­gen, dass der Gas­kun­de, den es – wie oben erwähnt – in ande­rem Zusam­men­hang zutref­fend als Nicht-Haus­halts­kun­den im Sin­ne des Art. 2 Nr. 26 der Gas-Richt­li­nie ein­ge­stuft hat, auch kein Haus­halts­kun­de im Sin­ne des § 3 Nr. 22 EnWG 2005 ist. Der Gas­kun­de hat zwar das von der Gas­ver­sor­ge­rin bezo­ge­ne Erd­gas gemäß den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] für den Eigen­ver­brauch gekauft. Bei die­sem Eigen­ver­brauch han­del­te es sich indes weder um einen sol­chen im Haus­halt noch um einen für beruf­li­che, land­wirt­schaft­li­che oder gewerb­li­che Zwe­cke inner­halb der oben genann­ten Jah­res­ver­brauchs­gren­ze von bis zu 10.000 Kilo­watt­stun­den.
Eigen­ver­brauch im Haus­halt gemäß § 3 Nr. 22 EnWG ist der Ener­gie­ver­brauch für eige­ne pri­va­te Zwe­cke in einem Haus­halt. Dabei ist unter einem Haus­halt im Sin­ne der vor­be­zeich­ne­ten Bestim­mung die räum­li­che und wirt­schaft­li­che Ein­heit zu ver­ste­hen, die unab­hän­gig vom Lebens­stan­dard der Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen Grund­la­ge und Mit­tel­punkt des pri­va­ten täg­li­chen Lebens ist [29]. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind hier nicht erfüllt, da der Gas­kun­de das Erd­gas für sei­ne Geschäfts­räu­me bezog, in denen er sei­ner Tätig­keit als Mie­ter­ver­ein nach­geht.
Der Gas­kun­de hat damit das von der Gas­ver­sor­ge­rin bezo­ge­ne Erd­gas für beruf­li­che bezie­hungs­wei­se gewerb­li­che Zwe­cke gekauft. Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] fehlt es jedoch an der für die Annah­me einer Haus­halts­kun­den­ei­gen­schaft inso­weit erfor­der­li­chen wei­te­ren Vor­aus­set­zung eines Jah­res­ver­brauchs, der die in § 3 Nr. 22 EnWG 2005 genann­te Gren­ze von 10.000 Kilo­watt­stun­den nicht über­steigt. Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat zwar aus­drück­li­che Fest­stel­lun­gen zum Jah­res­ver­brauch des Gas­kun­den nicht getrof­fen. Jedoch ergibt sich aus dem Inhalt der im Beru­fungs­ur­teil genann­ten Jah­res­ab­rech­nun­gen der Gas­ver­sor­ge­rin, die das Land­ge­richt Gie­ßen [4] sei­nen Fest­stel­lun­gen zugrun­de gelegt hat, dass der Erd­gas-Jah­res­ver­brauch des Gas­kun­den bei Inkraft­tre­ten des EnWG 2005 und auch sonst bei über 30.000 Kilo­watt­stun­den jähr­lich und damit deut­lich über der vor­ge­nann­ten Gren­ze des § 3 Nr. 22 EnWG von 10.000 Kilo­watt­stun­den pro Jahr lag.
Der somit gemäß § 116 Satz 1 EnWG anzu­neh­men­den Fort­gel­tung der §§ 10 und 11 EnWG 1998 sowie der Bestim­mun­gen der AVB­GasV auf das Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en bis zu des­sen Been­di­gung steht die in § 116 Satz 2 EnWG ent­hal­te­ne Aus­nah­me­re­ge­lung nicht ent­ge­gen. Denn nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] ist weder ein Neu­ab­schluss des Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges der Par­tei­en erfolgt noch hat bis zu des­sen Been­di­gung im Som­mer 2010 eine Ände­rung im Sin­ne des § 116 Satz 2 EnWG statt­ge­fun­den.
Aller­dings stellt nach der in der Lite­ra­tur ganz über­wie­gend ver­tre­te­nen Auf­fas­sung bereits jede Preis­än­de­rung, mit­hin auch eine vom Gas­ver­sor­ger – wie hier von der Gas­ver­sor­ge­rin – ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Ände­rung der all­ge­mei­nen Tari­fe und Bedin­gun­gen gemäß dem im Ver­trags­ver­hält­nis mit Nicht-Haus­halts­kun­den fort­gel­ten­den § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV, eine Ände­rung des Ver­tra­ges im Sin­ne des § 116 Satz 2 EnWG 2005 dar [30]. Die­se Auf­fas­sung ver­mag indes nicht zu über­zeu­gen, soweit sie auch eine vom Gas­ver­sor­ger ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Preis­än­de­rung als Ver­trags­än­de­rung im Sin­ne des § 116 Satz 2 EnWG 2005 ansieht.
Zwar spricht der Wort­laut die­ser Bestim­mung nicht gegen die vor­be­zeich­ne­te Auf­fas­sung. Auch lässt sich den Geset­zes­ma­te­ria­li­en nicht ent­neh­men, ob der Gesetz­ge­ber bei der Schaf­fung des § 116 Satz 2 EnWG unter dem Begriff der Ände­rung des Ver­tra­ges auch eine ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne (wirk­sa­me) Preis­än­de­rung ver­stan­den hat. In der Ein­zel­be­grün­dung zu § 116 EnWG 2005 wird ledig­lich aus­ge­führt:
„Die Vor­schrift stellt klar, dass bis­he­ri­ge Tarif­kun­den­ver­trä­ge, die nicht mehr von der Grund­ver­sor­gungs­pflicht nach § 36 [EnWG 2005] erfasst wer­den, unbe­rührt blei­ben.“ [31]
Es ergibt sich jedoch aus der Geset­zes­sys­te­ma­tik sowie aus dem Sinn und Zweck des § 116 EnWG, dass nicht bereits jede vom Gas­ver­sor­ger ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Preis­än­de­rung zu einer Been­di­gung der von § 116 Satz 1 EnWG 2005 ange­ord­ne­ten Wei­ter­gel­tung des alten Rechts (§§ 10 und 11 EnWG 1998 und AVB­GasV) sowie der danach auch für Nicht-Haus­halts­kun­den vor­ge­se­he­nen Grund­ver­sor­gung führt.
Das Gesetz sieht in § 116 Satz 1 EnWG 2005 für bestehen­de Tarif­kun­den­ver­trä­ge mit Nicht-Haus­halts­kun­den im Grund­satz auch für – wie hier – unbe­fris­te­te Ver­trä­ge die Fort­gel­tung des alten Rechts bis zum Ver­trags­en­de vor. Wie sich aus den oben genann­ten Geset­zes­ma­te­ria­li­en ergibt, woll­te der Gesetz­ge­ber die bestehen­den Ver­trags­ver­hält­nis­se mit die­sen Kun­den, für die § 36 EnWG 2005 eine Grund­ver­sor­gungs­pflicht nicht mehr vor­sah, unbe­rührt las­sen [32] und damit das Fort­be­stehen die­ser Ver­trags­ver­hält­nis­se und der Grund­ver­sor­gungs­pflicht über den Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens des EnWG 2005 hin­aus ermög­li­chen [33]. Auf die­se Wei­se soll­te das Ver­trau­en der Nicht-Haus­halts­kun­den auf den Fort­be­stand der Ver­sor­gung als Tarif­kun­den geschützt wer­den [34].
Eine Aus­nah­me von die­sem Grund­satz der Fort­dau­er der Grund­ver­sor­gungs­pflicht bis zum Ende des Gas­lie­fe­rungs­ver­tra­ges ist ledig­lich für den Fall der Ände­rung oder des Neu­ab­schlus­ses des Ver­tra­ges vor­ge­se­hen (§ 116 Satz 2 EnWG 2005). Bei dem letzt­ge­nann­ten Tat­be­stands­merk­mal han­delt es sich inso­weit um eine beson­de­re Form der Been­di­gung des Tarif­kun­den­ver­tra­ges, als der Neu­ab­schluss des Ver­tra­ges in der Regel mit einer (vor­zei­ti­gen) Been­di­gung des alten Ver­tra­ges ein­her­geht und eben­so wie die­se auf einer Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en beruht. Mit dem Neu­ab­schluss des Ver­tra­ges bestä­tigt der frü­he­re Tarif­kun­de sei­nen Wil­len, aus der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­pflicht ent­las­sen zu wer­den [35].
Erfor­dern mit­hin sowohl die grund­sätz­li­che Rege­lung in § 116 Satz 1 EnWG als auch die vor­be­zeich­ne­te Vari­an­te des § 116 Satz 2 EnWG eine Wil­lens­über­ein­stim­mung der Par­tei­en, um die ein­schnei­den­de Fol­ge der Been­di­gung der Grund­ver­sor­gung ein­tre­ten zu las­sen, spricht dem­nach bereits die Geset­zes­sys­te­ma­tik dafür, die zwei­te Tat­be­stands­va­ri­an­te des § 116 Satz 2 EnWG – die Ände­rung des Ver­tra­ges – nicht an gerin­ge­re Vor­aus­set­zun­gen zu knüp­fen. Erst recht gilt dies ange­sichts des sich bereits aus dem oben dar­ge­stell­ten Wil­len des Gesetz­ge­bers erge­ben­den Rege­lungs­ziels des § 116 EnWG, die bis­he­ri­gen Tarif­kun­den­ver­trä­ge, die nicht mehr von der Grund­ver­sor­gungs­pflicht nach § 36 EnWG 2005 erfasst wer­den, unbe­rührt zu las­sen und damit das Ver­trau­en der Nicht-Haus­halts­kun­den auf den Fort­be­stand der Ver­sor­gung als Tarif­kun­den zu schüt­zen. Im Übri­gen lie­fen ande­ren­falls – was auch die Lite­ra­tur im Ansatz erkennt [36] – die Über­gangs­re­ge­lun­gen in § 116 Satz 1 und 2 Alt. 1 EnWG 2005 ange­sichts der in der Pra­xis zu ver­zeich­nen­den Häu­fig­keit ein­sei­ti­ger Preis­än­de­run­gen von Gas­ver­sor­gern fak­tisch leer.
Auf­grund des mit­hin auf das Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en bis zu des­sen Been­di­gung anzu­wen­den­den § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV stand der Gas­ver­sor­ge­rin grund­sätz­lich das Recht zu, die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern. Die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 Satz 4 bis 6 in Ver­bin­dung mit Anhang A der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG in der durch den Gerichts­hof im Urteil vom 23.10.2014 [22] vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung ste­hen dem nicht ent­ge­gen.
Aller­dings hat der Bun­des­ge­richts­hof in sei­nen Urtei­len vom 28.10.2015 [37] im Anschluss an das vor­be­zeich­ne­te Urteil des Gerichts­hofs ent­schie­den, dass § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV ein gesetz­li­ches Preis­an­pas­sungs­recht des Ener­gie­ver­sor­gers für die – im vor­lie­gen­den Fall maß­geb­li­che – Zeit ab dem 1.07.2004 – dem Ablauf der Umset­zungs­frist der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG – nicht (mehr) ent­nom­men wer­den kann, weil eine sol­che Aus­le­gung nicht mit den vor­be­zeich­ne­ten Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen ver­ein­bar wäre.
Die in den vor­ge­nann­ten Urtei­len des Bun­des­ge­richts­hofs ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze sind jedoch auf den Streit­fall nicht anzu­wen­den, da es hier – anders als in den vom Bun­des­ge­richts­hof bis­her ent­schie­de­nen Fäl­len – nicht um Preis­än­de­run­gen im Rah­men eines Tarif­kun­den­ver­tra­ges mit einem Haus­halts­kun­den gemäß Art. 2 Nr. 25 der Gas-Richt­li­nie geht, son­dern es sich bei dem Gas­kun­den um einen Nicht-Haus­halts­kun­den gemäß Art. 2 Nr. 26 der genann­ten Richt­li­nie han­delt. Für die­sen Kun­den­kreis schreibt die Gas-Richt­li­nie eine Anwen­dung der Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 Satz 4 bis 6 in Ver­bin­dung mit Anhang A nicht zwin­gend vor, und der natio­na­le Gesetz- und Ver­ord­nungs­ge­ber hat die­sen Kun­den­kreis ledig­lich bis zu einem – hier über­schrit­te­nen – Jah­res­ver­brauch von 10.000 Kilo­watt­stun­den als Haus­halts­kun­den ein­ge­stuft (§ 3 Nr. 22 EnWG 2005).
Gemäß Art. 3 Abs. 3 Satz 6 der Gas-Richt­li­nie schlie­ßen die in deren Art. 3 Abs. 3 Satz 1 bis 5 genann­ten Maß­nah­men zum Schutz des Kun­den die in Anhang A auf­ge­führ­ten Maß­nah­men – und damit auch die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen gemäß Buchst. b und c die­ses Anhangs – „zumin­dest im Fall der Haus­halts­kun­den“ ein.
Aus der Ver­wen­dung des Wor­tes „zumin­dest“ folgt – im Sin­ne eines acte clai­re [38] – ein­deu­tig, dass die Richt­li­nie eine Umset­zung der in Anhang A genann­ten Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen in natio­na­les Recht zwin­gend nur für Haus­halts­kun­den vor­schreibt, eine Umset­zung auch hin­sicht­lich der Nicht-Haus­halts­kun­den aber zulässt, sofern die Mit­glied­staa­ten die Schaf­fung eines ent­spre­chen­den Schut­zes die­ser Kun­den für ange­zeigt hal­ten. Die Richt­li­nie strebt mit­hin inso­weit nur eine auf die Haus­halts­kun­den bezo­ge­ne Min­dest­har­mo­ni­sie­rung an.
Dies wird ins­be­son­de­re durch den Erwä­gungs­grund 26 Abs. 2 Satz 2 der Gas-Richt­li­nie bestä­tigt, wonach die von den Mit­glied­staa­ten zum Schutz der End­kun­den ergrif­fe­nen Maß­nah­men für nicht­ge­werb­li­che Kun­den und klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men unter­schied­lich aus­fal­len kön­nen.
Nichts ande­res ergibt sich dar­aus, dass die Mit­glied­staa­ten gemäß Art. 3 Abs. 3 Satz 1 der Gas-Richt­li­nie geeig­ne­te Maß­nah­men zum Schutz der End­kun­den und zur Gewähr­leis­tung eines hohen Ver­brau­cher­schut­zes zu ergrei­fen und ins­be­son­de­re dafür Sor­ge zu tra­gen haben, dass für schutz­be­dürf­ti­ge Kun­den ein ange­mes­se­ner Schutz besteht. Die Gas­kun­din meint, hier­aus las­se sich ablei­ten, dass die Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 der Gas-Richt­li­nie ins­ge­samt, mit­hin auch die­je­ni­gen des Anhangs A der Gas-Richt­li­nie, nicht nur für Haus­halts­kun­den, son­dern für sämt­li­che End­kun­den im Sin­ne des Art. 2 Nr. 27 der Gas-Richt­li­nie, zu denen auch der Gas­kun­de gehö­re, zu gel­ten hät­ten.
Die­ser Ein­wand der Gas­kun­din greift nicht durch. Zwar trifft es zu, dass der Gas­kun­de End­kun­de im Sin­ne des Art. 2 Nr. 27 der Gas-Richt­li­nie ist, da er das Erd­gas für den Eigen­be­darf gekauft hat. Die Gas­kun­din lässt jedoch außer Acht, dass der Uni­ons­ge­setz­ge­ber die hier in Rede ste­hen­den Trans­pa­renz­an­for­de­run­gen des Anhangs A der Gas-Richt­li­nie, wie sich ein­deu­tig aus dem Inhalt des Art. 3 Abs. 3 Satz 6 die­ser Richt­li­nie und der Sys­te­ma­tik der Bestim­mun­gen des vor­ge­nann­ten Absat­zes 3 ergibt, spe­zi­ell für Haus­halts­kun­den – mit­hin für die­je­ni­ge Unter­grup­pe der End­kun­den, die das Erd­gas für den Eigen­ver­brauch im Haus­halt kauft (Art. 2 Nr. 25 der Gas-Richt­li­nie; vgl. auch Theo­bald in Danner/​Theobald, aaO, § 3 EnWG Rn.194 aE; Boe­sche in Säcker, aaO, § 3 EnWG Rn. 132; Sal­je, aaO, § 3 Rn.190 [jeweils zum Ver­hält­nis der Begrif­fe des Haus­halts­kun­den und des – dem End­kun­den gemäß Art. 2 Nr. 27 der Gas-Richt­li­nie ent­spre­chen­den – Letzt­ver­brau­chers im EnWG 2005]) , nicht hin­ge­gen für sämt­li­che End­kun­den zwin­gend beach­tet wis­sen woll­te.
Der natio­na­le Gesetz­ge­ber hat – wie oben bereits erwähnt – mit der Legal­de­fi­ni­ti­on in § 3 Nr. 22 EnWG 2005 von der ihm uni­ons­recht­lich ein­ge­räum­ten Mög­lich­keit Gebrauch gemacht, den Begriff des Haus­halts­kun­den wei­ter zu fas­sen als in Art. 2 Nr. 25 der Gas-Richt­li­nie 2003/​55/​EG vor­ge­se­hen, indem er als Haus­halts­kun­den auch sol­che Letzt­ver­brau­cher ansieht, die Ener­gie für den einen Jah­res­ver­brauch von 10.000 Kilo­watt­stun­den nicht über­stei­gen­den Eigen­ver­brauch für beruf­li­che, land­wirt­schaft­li­che oder gewerb­li­che Zwe­cke kau­fen. Unter die­sen erwei­ter­ten Haus­halts­kun­den­be­griff fällt der Gas­kun­de auf­grund sei­nes höhe­ren Jah­res­ver­brauchs jedoch nicht.
Auf der Grund­la­ge des vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] dem­ge­mäß im Ergeb­nis zu Recht ange­wen­de­ten § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV kann indes mit der vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] gege­be­nen Begrün­dung weder die Bil­lig­keit der von der Gas­ver­sor­ge­rin zum 1.10.2008 und zum 1.01.2010 vor­ge­nom­me­nen Preis­er­hö­hun­gen, auf die das Land­ge­richt Gie­ßen [4] abge­stellt hat, fest­ge­stellt noch ein Anspruch der Gas­ver­sor­ge­rin auf Zah­lung rest­li­chen Ent­gelts (§ 433 Abs. 2 BGB) in Höhe von 1.521, 70 € nebst Zin­sen bejaht wer­den. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Land­ge­richts Gie­ßen [4] ist die Bil­lig­keit der Preis­er­hö­hun­gen nicht schon des­halb zu beja­hen, weil letz­te­re nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] im unte­ren bezie­hungs­wei­se mitt­le­ren Preis­be­reich aller bun­des­weit täti­gen Gas­an­bie­ter lagen. Auch kann mit der Begrün­dung des Land­ge­richts Gie­ßen [4] die Bil­lig­keit der vor dem 1.10.2008 vor­ge­nom­men Preis­än­de­run­gen der Gas­ver­sor­ge­rin, denen der Gas­kun­de eben­falls recht­zei­tig wider­spro­chen hat, nicht für uner­heb­lich erach­tet wer­den.
Aller­dings kön­nen die tatrich­ter­li­chen Aus­füh­run­gen zur Anwen­dung von § 315 BGB im kon­kre­ten Fall vom Revi­si­ons­ge­richt nur dar­auf über­prüft wer­den, ob das Beru­fungs­ge­richt den Begriff der Bil­lig­keit ver­kannt, ob es die gesetz­li­chen Gren­zen sei­nes Ermes­sens über­schrit­ten oder von dem Ermes­sen in einer dem Zweck der Ermäch­ti­gung nicht ent­spre­chen­den Wei­se Gebrauch gemacht hat und ob es von einem recht­lich unzu­tref­fen­den Ansatz aus­ge­gan­gen ist, der ihm den Zugang zu einer feh­ler­frei­en Ermes­sens­ent­schei­dung ver­sperrt hat [39]. Der­ar­ti­ge Rechts­feh­ler sind dem Land­ge­richt Gie­ßen [4] hier unter­lau­fen.
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat zwar die Dar­le­gungs- und Beweis­last dafür, dass die streit­ge­gen­ständ­li­chen Preis­er­hö­hun­gen der Bil­lig­keit ent­spre­chen, zutref­fend der Gas­ver­sor­ge­rin als der­je­ni­gen auf­er­legt, die die Leis­tungs­be­stim­mung gemäß § 315 Abs. 1 BGB nach bil­li­gem Ermes­sen zu tref­fen hat [40]. Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] ist jedoch, indem es Fest­stel­lun­gen zu den von der Gas­ver­sor­ge­rin behaup­te­ten Stei­ge­run­gen ihrer Bezugs­kos­ten nicht getrof­fen, son­dern allein auf den Ver­gleich des von der Gas­ver­sor­ge­rin ver­lang­ten Arbeits­prei­ses mit dem Preis­ni­veau ande­rer Gas­an­bie­ter abge­stellt hat, von einem recht­lich unzu­tref­fen­den Ansatz aus­ge­gan­gen, der ihm den Zugang zu einer feh­ler­frei­en Ermes­sens­ent­schei­dung ver­sperrt hat.
Nach der auf den vor­lie­gen­den Fall noch anwend­ba­ren bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der Vor­schrift des § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV zu ent­neh­men, dass dem Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men das Recht zusteht, die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern [41]. Zugleich trifft das Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men auf­grund der gesetz­li­chen Bin­dung des all­ge­mei­nen Tarifs an den Maß­stab der Bil­lig­keit die Rechts­pflicht, bei einer Preis­än­de­rung Kos­ten­sen­kun­gen eben­so und nach glei­chen Maß­stä­ben zu berück­sich­ti­gen wie Kos­ten­er­hö­hun­gen [42]. Hier­von ist mit Recht auch das Land­ge­richt Gie­ßen [4] aus­ge­gan­gen.
Im Aus­gangs­punkt eben­falls zutref­fend hat das Land­ge­richt Gie­ßen [4] ange­nom­men, dass im Rah­men der Prü­fung der Wirk­sam­keit von Preis­er­hö­hun­gen des Gas­grund­ver­sor­gers nach § 315 BGB die Bil­lig­keit bei einer blo­ßen Wei­ter­ga­be gestie­ge­ner (Bezugs)Kos­ten grund­sätz­lich zu beja­hen ist, soweit die Kos­ten­stei­ge­rung nicht durch rück­läu­fi­ge Kos­ten in ande­ren Berei­chen aus­ge­gli­chen wird, [43]. Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat jedoch rechts­feh­ler­haft gemeint, zu den von der Gas­ver­sor­ge­rin behaup­te­ten Bezugs­kos­ten­stei­ge­run­gen kei­ne Fest­stel­lun­gen tref­fen zu müs­sen, weil eine im libe­ra­li­sier­ten Gas­markt vor­ge­nom­me­ne Preis­er­hö­hung auch dann der Bil­lig­keit ent­spre­che, wenn der neue Tarif – wie hier nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Gie­ßen [4] bei den Preis­er­hö­hun­gen der Gas­ver­sor­ge­rin vom 01.10.2008; und vom 01.01.2010 der Fall – mit den Tari­fen kon­kur­rie­ren­der Anbie­ter ver­gleich­bar sei. Die­se Auf­fas­sung trifft nicht zu.
In der Recht­spre­chung der Instanz­ge­rich­te und in der Lite­ra­tur wer­den zu der vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] auf­ge­wor­fe­nen und zum Anlass der Zulas­sung der Revi­si­on genom­me­nen Fra­ge, ob eine Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB auf der Grund­la­ge eines Ver­gleichs mit den Gas­prei­sen ande­rer Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men wer­den kann, unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten.
Nach der einen – vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] und von der Gas­ver­sor­ge­rin ver­tre­te­nen – Auf­fas­sung ist ein ein­sei­tig bestimm­ter Preis bil­lig im Sin­ne des § 315 BGB, wenn das ver­lang­te Ent­gelt im Rah­men des Markt­üb­li­chen liegt und dem ent­spricht, was regel­mä­ßig als Preis für eine ver­gleich­ba­re Leis­tung ver­langt wird [44]. Dem­entspre­chend wird der neue Tarif eines Gas­grund­ver­sor­gers im Sin­ne des § 315 BGB als bil­lig ange­se­hen, wenn er mit den Prei­sen kon­kur­rie­ren­der Anbie­ter ver­gleich­bar ist, was jeden­falls dann der Fall sein soll, wenn er im Mit­tel­feld des Preis­spek­trums liegt [45]. Noch wei­ter­ge­hend will ein Teil der Recht­spre­chung der Instanz­ge­rich­te bereits die Mög­lich­keit einer Bil­lig­keits­prü­fung nach § 315 Abs. 3 BGB aus­schlie­ßen, wenn der Kun­de die Mög­lich­keit hat­te, Gas von einem ande­ren Anbie­ter zu bezie­hen [46].
Nach ande­rer – auch von der Gas­kun­din ver­tre­te­ner – Auf­fas­sung ist hin­ge­gen bei der Prü­fung der Bil­lig­keit nach § 315 BGB auf den kon­kre­ten Ver­trag abzu­stel­len und der Ver­trags­zweck, die Inter­es­sen­la­ge der Par­tei­en sowie die Bedeu­tung der Leis­tung umfas­send zu wür­di­gen [47], wobei inso­weit auch das in ver­gleich­ba­ren Fäl­len Übli­che zu berück­sich­ti­gen sei [48].
Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Fra­ge, ob eine Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB auch auf der Grund­la­ge eines Ver­gleichs mit den Gas­prei­sen ande­rer Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men wer­den kann, bis­her nicht aus­drück­lich ent­schie­den.
Er hat die­se Fra­ge sowohl im BGH-Urteil vom 13.06.2007 [49] als auch in den BGH-Urtei­len vom 19.11.2008 [50] und vom 08.07.2009 [51] offen las­sen kön­nen.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat jedoch in sei­nem – aller­dings die Strom­lie­fe­rung außer­halb der Grund­ver­sor­gung von Tarif­kun­den betref­fen­den – Urteil vom 02.10.1991 [52] aus­ge­führt, die dor­ti­ge Gas­ver­sor­ge­rin habe ihrer Dar­le­gungs­last nicht dadurch genügt, dass sie zur Begrün­dung ihrer Preis­be­stim­mung auf die in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land herr­schen­de Band­brei­te der Strom­prei­se und auf die­je­ni­gen Ent­gel­te ver­wie­sen habe, die sie von ande­ren Strom­ab­neh­mern for­de­re. Aller­dings kön­ne eine ein­sei­ti­ge Preis­be­stim­mung unter Umstän­den als bil­lig im Sin­ne von § 315 BGB anzu­se­hen sein, wenn das ver­lang­te Ent­gelt im Rah­men des Markt­üb­li­chen lie­ge und dem ent­spre­che, was regel­mä­ßig als Preis für eine ver­gleich­ba­re Leis­tung ver­langt wer­de. Grund­sätz­lich sei indes­sen eine umfas­sen­de Wür­di­gung des Ver­trags­zwecks sowie der Inter­es­sen­la­ge bei­der Par­tei­en erfor­der­lich, in die wei­te­re Gesichts­punk­te ein­flie­ßen könn­ten. Für Ver­trä­ge, die die Lie­fe­rung von (elek­tri­scher) Ener­gie zum Gegen­stand hät­ten, müs­se der das gesam­te Ener­gie­wirt­schafts­recht beherr­schen­de Grund­satz berück­sich­tigt wer­den, dass die Ener­gie­ver­sor­gung – unter Beach­tung der Anfor­de­run­gen an die Sicher­heit der Ver­sor­gung – so preis­wür­dig wie mög­lich zu gestal­ten sei. Abwei­chend von ande­ren Wirt­schafts­zwei­gen kom­me hier dem Gesichts­punkt der Gewinn­ma­xi­mie­rung nur ein­ge­schränk­te Bedeu­tung zu.
Im Ein­klang mit die­ser Recht­spre­chung ent­schei­det der Bun­des­ge­richts­hof die vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] auf­ge­wor­fe­ne Rechts­fra­ge für die Gas­ver­sor­gung nun­mehr dahin­ge­hend, dass eine Bil­lig­keits­kon­trol­le von ein­sei­tig vor­ge­nom­me­nen Preis­er­hö­hun­gen eines Gas­grund­ver­sor­gers nach § 315 BGB nicht ent­schei­dend auf der Grund­la­ge eines Ver­gleichs mit den Gas­prei­sen ande­rer Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men wer­den kann, son­dern es gemäß dem vor­ge­nann­ten, durch spä­te­re Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs bestä­tig­ten Grund­satz [53] maß­geb­lich auf den kon­kre­ten Gas­lie­fe­rungs­ver­trag ankommt und eine umfas­sen­de Wür­di­gung des Ver­trags­zwecks sowie der Inter­es­sen­la­ge bei­der Par­tei­en vor­zu­neh­men ist [54]. Im Rah­men die­ser Wür­di­gung kann zwar auch der Ver­gleich mit den Prei­sen ande­rer Gas­an­bie­ter als ein Indiz von unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung Berück­sich­ti­gung fin­den. Regel­mä­ßig kommt jedoch gemäß der oben erwähn­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zu § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV und § 315 BGB dem Umstand zen­tra­le Bedeu­tung zu, ob die vom Gas­ver­sor­ger ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Preis­er­hö­hung auf einer – nicht durch Kos­ten­sen­kun­gen in ande­ren Berei­chen aus­ge­gli­chen – Stei­ge­rung sei­ner eige­nen (Bezugs)Kosten beruht und ob der Gas­ver­sor­ger sei­ner Ver­pflich­tung nach­ge­kom­men ist, bei einer Preis­än­de­rung Kos­ten­sen­kun­gen eben­so und nach glei­chen Maß­stä­ben zu berück­sich­ti­gen wie Kos­ten­er­hö­hun­gen.
Fehlt es an die­sen Vor­aus­set­zun­gen, ver­mag auch der – hier vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] fest­ge­stell­te – Umstand, dass der vom Gas­ver­sor­ger ver­lang­te erhöh­te Preis nied­ri­ger ist als der­je­ni­ge (der Mehr­heit) ande­rer Gas­ver­sor­ger, die Bil­lig­keit der Preis­er­hö­hung nach § 315 BGB nicht zu begrün­den. Ande­ren­falls bestün­de für den Gas­ver­sor­ger die Mög­lich­keit, unter ein­sei­ti­ger Ver­än­de­rung des zwi­schen ihm und dem Kun­den bei Ver­trags­schluss ver­ein­bar­ten Äqui­va­lenz­ver­hält­nis­ses allein wegen des höhe­ren Prei­ses ande­rer Anbie­ter den eige­nen Gewinn zu stei­gern, ohne dazu auf das Ein­ver­ständ­nis des Kun­den ange­wie­sen oder zu einer Fort­füh­rung des Ver­tra­ges mit einer künf­tig nicht mehr aus­kömm­li­chen Gewinn­mar­ge gezwun­gen zu sein. Hier­zu dient das Recht des Gas­ver­sor­gers, gemäß § 4 Abs. 1 und 2 AVB­GasV die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern, jedoch nicht [55].
Soweit das Land­ge­richt Gie­ßen [4] meint, Gegen­tei­li­ges aus den – jeweils soge­nann­te Tages­preis­klau­seln in Kraft­fahr­zeug­kauf­ver­trä­gen betref­fen­den – Urtei­len des Bun­des­ge­richts­hofs vom 01.02.1984 [56] her­lei­ten zu kön­nen, da dort der Markt­preis bezie­hungs­wei­se die Markt­preis­ent­wick­lung als das im Rah­men der Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB maß­geb­li­che Kri­te­ri­um aner­kannt wor­den sei, geht dies schon des­halb fehl, weil zum einen ein sol­cher Grund­satz – der im Übri­gen in die­ser All­ge­mein­heit auch nicht mit den oben genann­ten Maß­stä­ben einer umfas­sen­den Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB zu ver­ein­ba­ren wäre – sich den genann­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs nicht ent­neh­men lässt und zum ande­ren die bereits in dem vor­be­zeich­ne­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 02.10.1991 [57] ange­führ­ten Beson­der­hei­ten des Ener­gie­wirt­schafts­rechts gel­ten, wel­che dage­gen spre­chen, hier ent­schei­dend auf den Markt­preis bezie­hungs­wei­se die Markt­preis­ent­wick­lung abzu­stel­len.
Die Ent­schei­dung des Land­ge­richts Gie­ßen [4] erweist sich auch nicht aus ande­ren Grün­den als rich­tig (§ 561 ZPO). Ent­ge­gen der vom Amts­ge­richt Gie­ßen [58] ver­tre­te­nen Auf­fas­sung, zu der das Land­ge­richt Gie­ßen [4] wegen des von ihm gewähl­ten ande­ren Begrün­dungs­we­ges – von sei­nem Rechts­stand­punkt aus fol­ge­rich­tig – kei­ne Aus­füh­run­gen gemacht hat, schei­det eine Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB nicht etwa des­halb aus, weil für den Gas­kun­den nach den Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts ab dem Jah­re 2007 die Mög­lich­keit bestand, Erd­gas von einem ande­ren Anbie­ter zu bezie­hen.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits in sei­nem – nach Erlass der Urtei­le des Amts­ge­richts und des Land­ge­richts Gie­ßen [4] ergan­ge­nen – Urteil vom 09.12 2015 [59] aus­ge­führt, dass gegen die vor­ge­nann­te, von einem Teil der Instanz­ge­rich­te [60] ver­tre­te­ne Auf­fas­sung erheb­li­che Beden­ken bestehen. Dem­entspre­chend ent­schei­det der Bun­des­ge­richts­hof die­se Rechts­fra­ge nun­mehr dahin­ge­hend, dass in den Fäl­len, in denen der Gas­grund­ver­sor­ger – wie hier – gemäß § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV berech­tigt ist, die Prei­se nach bil­li­gem Ermes­sen (§ 315 BGB) zu ändern, eine von ihm ein­sei­tig vor­ge­nom­me­ne Preis­er­hö­hung auch dann der Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB unter­liegt, wenn für den Tarif­kun­den die Mög­lich­keit besteht, das Erd­gas von einem ande­ren Anbie­ter zu bezie­hen [61]. Es ver­stößt auch nicht etwa gegen Treu und Glau­ben (§ 242 BGB), wenn der Tarif­kun­de trotz der Mög­lich­keit eines Wech­sels zu einem ande­ren Gas­an­bie­ter das Grund­ver­sor­gungs­ver­hält­nis fort­setzt und in des­sen Rah­men eine Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB ver­langt.
Die gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung ver­kennt, dass der Tarif­kun­de bei – hier gege­be­nem – Vor­lie­gen der gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Recht auf Grund­ver­sor­gung hat und es sei­ner frei­en Ent­schei­dung obliegt, ob er den bestehen­den Gas­lie­fe­rungs­ver­trag kün­digt (§ 32 AVB­GasV) und – im Wege des Abschlus­ses eines (Norm-)Sonderkundenvertrages – zu einem ande­ren Gas­an­bie­ter wech­selt oder nicht. Ent­schei­det sich der Kun­de – wie hier der Gas­kun­de – für einen Ver­bleib in der Grund­ver­sor­gung und steht dem Gas­grund­ver­sor­ger in Fäl­len wie dem vor­lie­gen­den aus § 4 Abs. 1, 2 AVB­GasV ein Recht zur Preis­än­de­rung zu, unter­liegt das hier­in zu sehen­de ein­sei­ti­ge Leis­tungs­be­stim­mungs­recht des Gas­ver­sor­gers kraft Geset­zes der Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB [62]. Auch inso­weit ist, wie oben bereits aus­ge­führt, maß­geb­lich auf den kon­kre­ten Gas­lie­fe­rungs­ver­trag abzu­stel­len und folgt aus dem Vor­han­den­sein wei­te­rer Gas­an­bie­ter im Gebiet des Kun­den nicht, dass die die­sem gesetz­lich zuste­hen­de Bil­lig­keits­kon­trol­le (§ 315 BGB) ein­ge­schränkt oder gar aus­ge­schlos­sen wäre.
Dabei steht der im Streit­fall gemäß den oben genann­ten Grund­sät­zen vor­zu­neh­men­den Bil­lig­keits­kon­trol­le nach § 315 BGB auch nicht ent­ge­gen, dass die­se für den Gas­grund­ver­sor­ger mit einer unan­ge­mes­se­nen Belas­tung inso­weit ver­bun­den wäre, als die­ser zu einer Offen­le­gung von Geschäfts­ge­heim­nis­sen gezwun­gen sein könn­te, obwohl der Kun­de hier­an red­li­cher­wei­se (§ 242 BGB) wegen der bestehen­den Mög­lich­keit des Wech­sels zu einem ande­ren Gas­an­bie­ter kein schüt­zens­wer­tes Inter­es­se haben kön­ne [63].
Die Gas­ver­sor­ge­rin über­sieht hier­bei, dass der Bun­des­ge­richts­hof bereits in sei­nen Urtei­len vom 19.11.2008 [64] und vom 08.07.2009 [65] zum Aus­druck gebracht hat, dass grund­sätz­lich weder für die schlüs­si­ge Dar­le­gung noch für die Fest­stel­lung einer – hier in Rede ste­hen­den – blo­ßen Wei­ter­ga­be von Bezugs­kos­ten­stei­ge­run­gen eine Offen­le­gung der Kal­ku­la­ti­on des Gas­grund­ver­sor­gers erfor­der­lich ist. Die­se Auf­fas­sung hat der Bun­des­ge­richts­hof in den bereits erwähn­ten Grund­satz­ur­tei­len vom 28.10.2015 [66] fort­ent­wi­ckelt und ins­be­son­de­re die Maß­stä­be prä­zi­siert, die der Tatrich­ter bei sei­ner Über­zeu­gungs­bil­dung hin­sicht­lich der Wei­ter­ga­be von (Bezugs)Kostensteigerung anzu­le­gen hat. Die­se im Zusam­men­hang mit der ergän­zen­den Ver­trags­aus­le­gung des Tarif­kun­den­ver­tra­ges mit Haus­halts­kun­den erfolg­ten Aus­füh­run­gen des Bun­des­ge­richts­hofs gel­ten für die im Streit­fall vor­zu­neh­men­de Bil­lig­keits­kon­trol­le (§ 315 BGB) in glei­cher Wei­se [67]. Vor die­sem Hin­ter­grund betrach­tet erweist sich der Ein­wand der Gas­ver­sor­ge­rin als unbe­grün­det.
Mit der Begrün­dung des Land­ge­richts Gie­ßen [4] kann auch die Bil­lig­keit der vor dem 1.10.2008 vor­ge­nom­me­nen Preis­än­de­run­gen der Gas­ver­sor­ge­rin, denen der Gas­kun­de eben­falls recht­zei­tig wider­spro­chen hat, nicht für uner­heb­lich erach­tet wer­den.
Das Land­ge­richt Gie­ßen [4] hat bei sei­ner gegen­tei­li­gen Beur­tei­lung ver­kannt, dass nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine Preis­er­hö­hung auch des­halb der Bil­lig­keit wider­spre­chen kann, weil die bereits zuvor gel­ten­den Tari­fe des Gas­ver­sor­gers – soweit sie über den ursprüng­lich ver­ein­bar­ten Preis (Sockel­be­trag) hin­aus­ge­hen – unbil­lig über­höht waren und der Kun­de auch die­se Preis­er­hö­hun­gen in ange­mes­se­ner Zeit gemäß § 315 BGB bean­stan­det hat [68].
Wie dem Beru­fungs­ur­teil [4] zu ent­neh­men ist, hat der Gas­kun­de bereits der ers­ten vom Land­ge­richt Gie­ßen [4] fest­ge­stell­ten Preis­er­hö­hung der Gas­ver­sor­ge­rin zum 1.10.2004 durch Schrei­ben vom 18.11.2004 wider­spro­chen und sich auch gegen die spä­te­ren Preis­er­hö­hun­gen der Gas­ver­sor­ge­rin durch meh­re­re Wider­spruchs­schrei­ben gewandt. Die­sen Umstand wird das Land­ge­richt Gie­ßen [4] im Rah­men der neu vor­zu­neh­men­den Prü­fung der Bil­lig­keit nach § 315 BGB zu berück­sich­ti­gen haben.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Febru­ar 2016 – VIII ZR 216/​12
Fort­füh­rung von BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, ZIP 2015, 2226, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ bestimmt, und – VIII ZR 13/​12; vom 09.12 2015 – VIII ZR 208/​12 – VIII ZR 236/​12 und – VIII ZR 330/​12[↩]
Fort­füh­rung von BGH, Urtei­le vom 02.10.1991 – VIII ZR 240/​90, WM 1991, 2065 unter – III 1 und 2 a mwN; vom 18.10.2007 – III ZR 277/​06, BGHZ 174, 48 Rn.20; vom 18.10.2011 – KZR 18/​10, WM 2012, 622 Rn. 17[↩]
LG Gie­ßen, Urteil vom 06.05.2012 – 1 S 20/​12[↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩]
sie­he zuletzt BGH, Urtei­le vom 02.07.2014 – VIII ZR 316/​13, BGHZ 202, 17 Rn. 10; vom 22.07.2014 – VIII ZR 313/​13, BGHZ 202, 158 Rn. 12; jeweils mwN[↩]
BGH, Urteil vom 28.03.2007 – VIII ZR 144/​06, BGHZ 171, 374 Rn.20[↩]
BGH, Urteil vom 06.07.2011 – VIII ZR 217/​10, NJW 2011, 3509 Rn. 16[↩]
aA vgl. LG Bochum, RdE 1987, 246; AG Lud­wigs­ha­fen, RdE 1989, 82 [jeweils zum Strom­lie­fe­rungs­ver­trag][↩]
st. Rspr.; sie­he nur BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, ZIP 2015, 2226 Rn. 17, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ bestimmt, und – VIII ZR 13/​1220; jeweils mwN[↩]
BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn. 18, und – VIII ZR 13/​12, aaO Rn. 21; jeweils mwN[↩]
Säcker in Säcker, Ber­li­ner Kom­men­tar zum Ener­gie­recht, 3. Aufl., § 116 EnWG Rn. 2; de Wyl in Schneider/​Theobald, Recht der Ener­gie­wirt­schaft, 4. Aufl., § 14 Rn.19; Groß, NJW 2007, 1030, 1033; Dan­zei­sen, RdE 2007, 288, 289; Eder in Danner/​Theobald, Ener­gie­recht, Stand Juni 2015, § 36 EnWG Rn. 17; vgl. auch BT-Drs. 15/​3917, S. 66; Sal­je, Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz, 2006, § 116 Rn. 3[↩]
st. Rspr.; sie­he nur BGH, Urtei­le vom 24.06.1988 – V ZR 49/​87, NJW 1988, 2878 unter 2 b; vom 07.02.2002 – I ZR 304/​99, BGHZ 150, 32, 39; vom 22.06.2005 – VIII ZR 214/​04, NJW-RR 2005, 1323 unter – II 2 a; vom 06.07.2005 – VIII ZR 136/​04, NJW 2005, 3205 unter – II 2 a bb; vom 11.10.2012 – IX ZR 30/​10, WM 2012, 2144 Rn. 14; vom 27.03.2013 – I ZR 9/​12, WRP 2013, 1619 Rn. 46; jeweils mwN[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 02.07.2014 – VIII ZR 316/​13, aaO; vom 22.07.2014 – VIII ZR 313/​13, aaO; jeweils mwN[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2014 – VIII ZR 376/​13, BGHZ 202, 39 Rn. 38[↩]
vgl. hier­zu bereits RGZ 141, 99, 103, sowie BGH, Urteil vom 05.10.1951 – I ZR 92/​50, BGHZ 3, 200, 202, und OLG Mün­chen, Urteil vom 14.02.1972 – 21 U 2941/​71 48[↩]
vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn.19 mwN[↩]
EuGH, Urteil vom 23.10.2014 – C‑359/​11 und C‑400/​11, aaO – Schulz und Egbring­hoff[↩][↩]
BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO; und – VIII ZR 13/​12, aaO[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn. 68, und – VIII ZR 13/​12, aaO Rn. 70[↩]
vgl. Sal­je, aaO, § 115 Rn. 2 und § 116 Rn. 4[↩]
Säcker, aaO Rn. 2 f.; Sal­je, aaO, § 116 Rn. 3 f.; Dan­zei­sen, aaO[↩]
Säcker, aaO Rn. 3; Sal­je, aaO Rn. 8[↩]
Hel­ler­mann in Britz/​Hellermann/​Hermes, Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz, 3. Aufl., § 3 Rn. 41; Hem­pel in Hempel/​Franke, Recht der Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung, Stand Sep­tem­ber 2014, § 36 EnWG Rn. 68; Sal­je, aaO, § 3 Rn. 175[↩]
Hem­pel, aaO Rn. 72[↩]
Sal­je, aaO, § 116 Rn. 15; de Wyl in Schneider/​Theobald, aaO; de Wyl/​Eder/​Hartmann, Netz­an­schluss- und Grund­ver­sor­gungs­ver­ord­nun­gen, 2008, § 23 StromGVV/​GasGVV Rn. 6; Hart­mann in Danner/​Theobald, aaO, § 23 StromGVV Rn. 16; Groß, aaO S. 1034; Dan­zei­sen, aaO; Scholz in Bartsch/​Röhling/​Salje/​Scholz, Strom­wirt­schaft, 2. Aufl., Kapi­tel 60 Rn. 38[↩]
BT-Drs. 15/​3917, S. 76[↩]
vgl. Säcker, aaO Rn. 3[↩]
Sal­je, aaO Rn. 8 f.[↩]
Sal­je, aaO Rn. 16[↩]
vgl. Groß, aaO; Dan­zei­sen, aaO; Scholz, aaO[↩]
BGH, Urteil vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn. 33 ff., und – VIII ZR 13/​12, aaO Rn. 35 ff.; bestä­tigt durch BGH, Urtei­le vom 09.12 2015 – VIII ZR 208/​12; – VIII ZR 236/​12; und – VIII ZR 330/​12[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 09.09.2015 – C72/​14; BVerfG, GmbHR 2013, 598, 600; BGH, Urteil vom 16.09.2015 – VIII ZR 17/​15, WM 2015, 2058 Rn. 33; jeweils mwN[↩]
BGH, Urtei­le vom 18.10.2007 – III ZR 277/​06, BGHZ 174, 48 Rn. 21; vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, BGHZ 178, 362 Rn. 28; vom 08.07.2015 – VIII ZR 106/​14, NJW 2015, 3564 Rn. 26; jeweils mwN[↩]
BGH, Urteil vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO mwN[↩]
sie­he nur BGH, Urtei­le vom 13.06.2007 – VIII ZR 36/​06, BGHZ 172, 315 Rn. 14 ff.; vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO Rn. 26; vom 15.07.2009 – VIII ZR 56/​08, BGHZ 182, 41 Rn. 18 ff.; eben­so BGH, Urteil vom 29.04.2008 – KZR 2/​07, BGHZ 176, 244 Rn. 26[↩]
BGH, Urtei­le vom 15.07.2009 – VIII ZR 225/​07, BGHZ 182, 59 Rn. 28; vom 13.01.2010 – VIII ZR 81/​08, WM 2010, 481 Rn. 18; jeweils mwN; eben­so BGH, Urteil vom 29.04.2008 – KZR 2/​07, aaO[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO Rn. 30, 39; vom 08.07.2009 – VIII ZR 314/​07, NJW 2009, 2894 Rn.20, 33; vom 15.07.2009 – VIII ZR 225/​07, aaO Rn. 26; jeweils mwN[↩]
Münch­Komm-BGB/­Wür­din­ger, 7. Aufl., § 315 Rn. 29 mwN[↩]
LG Sten­dal, Urteil vom 10.03.2011 – 22 S 71/​10 30 mwN[↩]
LG Kiel, ZNER 2004, 401 Rn. 21; LG Mag­de­burg, RdE 2005, 22, 23; LG Mühl­hau­sen, RdE 2008, 215, 216; LG Köln, Urteil vom 04.02.2009 – 90 O 35/​08 8; LG Müns­ter, Urteil vom 13.07.2010, ZNER 2010, 609; vgl. auch LG Mün­chen II, RdE 2007, 323, 324; LG Fran­ken­thal RdE 2010, 73[↩]
vgl. OLG Frank­furt am Main, Urteil vom 08.09.2015 – 11 U 124/​12 70; wohl auch OLG Stutt­gart, ZNER 2011, 69, 72; vgl. auch OLG Karls­ru­he, RdE 2006, 356, 358[↩]
Palandt/​Grüneberg, BGB, 75. Aufl., § 315 Rn. 10; Erman/​Hager, BGB, 14. Aufl., § 315 Rn.19; Jauernig/​Stadler, BGB, 16. Aufl., § 315 Rn. 7; Hk-BGB/­Schul­ze, 8. Aufl., § 315 Rn. 6; Beck­OGK-BGB/­Net­zer, Stand Novem­ber 2015, § 315 Rn. 75 f.; vgl. Beck­OK-BGB/­Gehr­lein, Stand Novem­ber 2015, § 315 Rn. 5[↩]
BGH, Urteil vom 13.06.2007 – VIII ZR 36/​06, aaO Rn. 21[↩]
BGH, Urteil vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO Rn. 48[↩]
BGH, Urteil vom 08.07.2009 – VIII ZR 314/​07, aaO Rn. 24[↩]
BGH, Urteil vom 02.10.1991 – VIII ZR 240/​90, WM 1991, 2065 unter – III 1 und 2 a mwN[↩]
vgl. nur BGH, Urtei­le vom 18.10.2007 – III ZR 277/​06, aaO Rn.20; vom 18.10.2011 – KZR 18/​10, WM 2012, 622 Rn. 17; eben­so BAGE 112, 80, 83 f.; 147, 322, 334; vgl. auch BGH, Urteil vom 28.04.2009 – XI ZR 86/​08, WM 2009, 1180 Rn. 34; jeweils mwN[↩]
in die­sem Sin­ne bereits BGH, Beschluss vom 06.07.1955 – GSZ 1/​55, BGHZ 18, 149, 152; BGH, Urteil vom 02.04.1964 – KZR 10/​62, BGHZ 41, 271, 279 mwN[↩]
st. Rspr.: BGH, Urtei­le vom 13.06.2007 – VIII ZR 36/​06, aaO Rn. 22; vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO Rn. 25, 30[↩]
BGH, Urtei­le vom 01.02.1984 – VIII ZR 54/​83, BGHZ 90, 69, 78 f.; und – VIII ZR 106/​83 34[↩]
BGH, Urteil vom 02.10.1991 – VIII ZR 240/​90, aaO[↩]
AG Gie­ßen, Urteil vom 23.12.2011 – 45 C 192/​11[↩]
BGH, Urteil vom 09.12.2015 – VIII ZR 330/​12 38[↩]
vgl. hier­zu die oben genann­ten Ent­schei­dun­gen[↩]
eben­so OLG Frank­furt am Main, aaO Rn. 67[↩]
vgl. OLG Frank­furt am Main, aaO[↩]
vgl. hier­zu auch OLG Frank­furt am Main, aaO Rn. 72 f.[↩]
BGH, Urteil vom 19.11.2008 – VIII ZR 138/​07, aaO Rn. 45 ff.[↩]
BGH, Urteil vom 08.07.2009 – VIII ZR 314/​07, aaO Rn. 21, 30 f.[↩]
BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn. 89 ff.; und – VIII ZR 13/​12, aaO Rn. 91 ff.[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11, aaO Rn. 89, und – VIII ZR 13/​12, aaO Rn. 91[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2010 – VIII ZR 6/​08 17 mwN[↩]