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Timestamp: 2020-07-03 20:14:22
Document Index: 197847165

Matched Legal Cases: ['§ 79', '§ 105', '§ 226', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 253', '§ 287']

"Anwalt spielen" im Forum für Anwaltsrecht/Anwaltshaftung
"Anwalt spielen"
Beitrag von Milo » 15.01.10, 13:38
Meine Tochter (2J.) spielt gern mit Ihrem Kaufladen und verkauft dort zu horrenden Preisen kleine Waschmittelpäckchen und Milchfläschchen. Die wäre nie auf die Idee gekommen, auch Tomaten zu verkaufen, wenn ihr Papa nicht eine Kiste Plastikgemüse ins Regal gestellt hätte.
Vielleicht sollte man dem guten Mann fürs Anwaltspielen ein Paket Adhäsionsverfahren ins Regal stellen, bevor der geprügelte Kumpel nachher angesäuert ist, dass er statt Waschmittel lieber Tomaten gehabt hätte, weil er damit billiger und weiter gekommen wäre.
Aber wer weiß, ob es nicht auch noch eine Kiste Plastikobst im Spielwarenladen gibt und der liebe Geschädigte noch viel lieber einen Apfel statt Tomaten oder Waschmittel hätte haben wollen.
Beitrag von juggernaut » 15.01.10, 14:05
Milo hat geschrieben: ein Paket Adhäsionsverfahren
daran hatte ich auch gedacht, aber - das hemmt die verjährung nicht zuverlässig, da 404 II StPO in 204 nicht erwähnt ist und man sich dann auf den bestand einer 20 jahre alten entscheidung des olg karlsruhe verlassen muss (die nicht deshalb schlecht sein muss, aber in verjährungsfragen sollte man lieber auf nummer sicher gehen).
Beitrag von Metzing » 15.01.10, 15:35
So auch Jaeger ZGS 2003, 329ff. (v. a. unter Hinweis auf mögliche Spätfolgen empfiehlt er die Kombination aus Leistungs- und Feststellungsantrag), ähnlich, Keiser, FPR 2002, 1ff., die sich in diesem Zusammenhang für eine Reform des Adhäsionsverfahrens ausspricht.
Beitrag von juggernaut » 15.01.10, 15:58
... jo, deshalb fristet das adhäsionsverfahren ja auch so ein kümmerliches dasein, wahrscheinlich mit bedacht immer mal wieder mit unkrautvernichter behandelt vom verband der strafrichter ansonsten wär´ das nämlich ´ne feine sache, vor allem in den leidigen kapitalanlage-betrug sachen, einfach einklinken und feddich. aber so ...
Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.01.10, 22:17
Nebenklage und/oder Adhäsionsverfahren sind aber m.W. in einem Jugendstrafverfahren nicht möglich - oder?
Beitrag von FrederikR » 16.01.10, 01:50
jelly hat geschrieben: Ich weiss nicht, ob er Sie offiziell bevollmächtigen darf, ihn im Prozess zu vertreten ...
vergl. § 79 Abs. 2 Satz 2 ZPO
(hat sich geändert, wissen viele nicht, bis vor kurzem ich auch nicht).
Gut, also da steht ja nun wirklich, dass ich das nicht offiziell machen darf. Aber wenn ich ihm die Schreiben schreibe und da kein Geld für nehme, dann ist das schon ok...?
Nur nochmal um auf Nummer sicher zu gehen: Ich darfs nicht mal offiziell machen, selbst wenn ich KEIN Geld dafür nehme?!
Wie hoch sind denn bei sowas in etwa die Gerichtskosten?
Irgendwo war die Frage nach dem Alter des Täters: Nehmen wir einfach mal beispielhaft an, der Täter wäre so zwischen 18 und 19 Jahren alt.
Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 16.01.10, 03:23
FrederikR hat geschrieben: ...
..., dann wäre der § 105 JGG eine weitere Unbekannte in dem Spiel.
Beitrag von Caesar » 16.01.10, 06:45
Erwin44 hat geschrieben:
Beitragsschreiber hat geschrieben: Als Opfer einer "schweren Körperverletzung" (§ 226 StGB) keinen anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen, erscheint mir wirklich als ziemlich "verrückte Idee".
Naja, wenn man selbst nicht viel Geld hat und jemanden zivilrechtlich verklagen will, der noch weniger Geld hat und dessen Zukunftsprognose wegen
"schweren Körperverletzung"
auch nicht so toll ist, dann würde ich auch erst mal abwarten und nachdenken.
Die Kernfrage lautet: Ist bei dem Täter etwas zu holen, dann Anwalt
Oder es ist nichts zu erwarten, dann muß ich mir meinen Anwalt leisten können, weil ich dann vermutlich auf den Kosten sitzenbleibe.
Deswegen bin ich ja schon lange der Meinung das der Staat Deutschland der sich Rechtsstaat nennt, ein Unrechtsstaat ist.
Denn normalerweise gehört jemand, der eine Körperverletzung begeht und das Strafverfahren des Staates wegen ****** des Staates vorzeitig, ehe es überhaupt zu einem Prozess kommt, eingestellt wird und dann eine Zivilklage folgt und der Täter dann aber nicht zahlen kann, dieser mit Freiheitstrafe bestraft.
Denn wo ist denn da die Strafe oder Gerechtigkeit, wenn
A) der Staat kein Strafverfahren vollzieht
B) im Zivilprozess aus Geldgründen nicht zahlen muß und alle Kosten auf das Opfer abgewälzt werden?
Ich war selbst mal Opfer in so einem Fall und habe gelernt, das nächste mal werde ich gar nicht erst Anzeige erstatten sondern rechtskräftig Selbstjustiz vollziehen, denn rechtsmäßig wird es ja durch die Unrechtmäßigkeit des Staates, von Staufenberg haben wir das ja gelernt.
Mein Motto: Wenn der Staat dir nicht hilft, dann hilft dir selbst.
Denn eines muß man sich klar machen, die Obrigkeitshörigkeit durch eine Imaginäre Vorstellung wie die eines Staates ist nur anerzogen aber nicht Recht, in der Steinzeit, da gab es auch keinen Staat, der Mensch war frei und handelte dementsprechend, daher ist die Vorstellung, daß ein Staat Recht sprechen muß auch nur imagninär, zumindest solange, solange man davon nicht profitiert und das nachsehen hat.
Folgendes habe ich gelernt, in einem Staat gilt das Recht des Stärkeren, der Stärkere ist hier der Staat, aber es gilt nicht das Recht der Gerechtigkeit, daher ist es rechtskräftig das Recht des Stärkeren bei Bedarf zu ignorieren.
In 99,9 % mag das Recht des Stärkeren vielleicht nutzbar sein, aber in den wenigen Restfällen, da hilft man sich besser selbst.
Mir ist natürlich klar, daß den meisten es schwer fällt das zu verstehen, aber ich bin halt aufgeweckt, während all die anderen noch obrigkeitshörig sind, weil sie an die Gerechtigkeit des Stärkeren glauben.
Beitrag von Beitragsschreiber » 16.01.10, 13:46
Caesar hat geschrieben: Deswegen bin ich ja schon lange der Meinung das der Staat Deutschland der sich Rechtsstaat nennt, ein Unrechtsstaat ist.
weil das objektive Recht in bestimmten Fällen von dem abweicht, was Sie persönlich als gerecht empfinden?
Deshalb bezeichnen Sie Deutschland als "Unrechtsstaat"? Weil sich die subjektive Gerechtigkeit nicht immer mit obrigkeitlichen Mitteln durchsetzen lässt?
Was für ein schwerer terminologischer Fehlgriff!
Caesar hat geschrieben: Denn normalerweise gehört jemand, der eine Körperverletzung begeht und das Strafverfahren des Staates wegen ****** des Staates vorzeitig, ehe es überhaupt zu einem Prozess kommt, eingestellt wird und dann eine Zivilklage folgt und der Täter dann aber nicht zahlen kann, dieser mit Freiheitstrafe bestraft.
Ach, "normalerweise"! Was für ein Stammtischgelaber!
1. Es gibt verschiedene Gründe, ein Strafverfahren einzustellen. Diese pauschal in eine Schublade zu werfen, macht eine seriöse Diskussion schon unmöglich.
Der Staat kann aus verschiedenen Gründen auf die Durchsetzung SEINES Strafanspruchs verzichten. Der Strafanspruch ist kein Anspruch des Opfers einer Straftat.
2. Der Strafrahmen für eine Körperverletzung sieht auch die Möglichkeit einer Geldstrafe vor - und das ist auch gut so.
3. Wenn ein Täter kein Geld hat, kann das eigentlich kein Strafschärfungsgrund sein.
Dass das alles im Einzelfall für das Opfer einer Straftat unbefriedigend sein kann, kann nach gesundem Menschenverstand kein Grund zur Selbstjustiz sein. Im Einzelfall kann das der Preis des komfortablen Lebens in einem Rechtsstaat sein. In anderen Fällen müssen Veränderungen politisch erstrebt werden. In keinem Fall aber darf man das eine Unrecht durch das andere Unrecht rechtfertigen. Und Selbstjustiz ist nunmal Unrecht. Das können Sie nicht damit ändern, dass Sie unseren Staat auf eine Stufe mit dem NS-Unrechtsstaat stellen.
Caesar hat geschrieben: Ich war selbst mal Opfer in so einem Fall und habe gelernt, das nächste mal werde ich gar nicht erst Anzeige erstatten sondern rechtskräftig Selbstjustiz vollziehen, denn rechtsmäßig wird es ja durch die Unrechtmäßigkeit des Staates, von Staufenberg haben wir das ja gelernt.
Dass Sie unseren Staat in der Weise mit dem NS-Unrechtsstaat vergleichen, zeigt schon, dass es Ihnen an einem Mindestmaß an geschichtlichem, gesellschaftlichem und rechtlichem Verständnis fehlt. (Der Mann hieß übrigens "von Stauffenberg").
Caesar hat geschrieben: Denn eines muß man sich klar machen, die Obrigkeitshörigkeit durch eine Imaginäre Vorstellung wie die eines Staates ist nur anerzogen aber nicht Recht, in der Steinzeit, da gab es auch keinen Staat, der Mensch war frei und handelte dementsprechend, daher ist die Vorstellung, daß ein Staat Recht sprechen muß auch nur imagninär, zumindest solange, solange man davon nicht profitiert und das nachsehen hat.
Der Staat existiert nicht, sondern ist nur imaginär?
Wir sollten besser leben wie in der Steinzeit?
Starke Argumente! Lassen Sie uns leben wie in der Steinzeit und unsere Rechte selbst durchsetzen!
Welcher Stammtisch ist eigentlich so blöd, sich soetwas anzuhören?
Caesar hat geschrieben: Mir ist natürlich klar, daß den meisten es schwer fällt das zu verstehen, aber ich bin halt aufgeweckt, während all die anderen noch obrigkeitshörig sind, weil sie an die Gerechtigkeit des Stärkeren glauben.
Haben Sie mal an Ihrem persönlichen Lebenslauf geprüft, was es sein könnte, das Sie hat cleverer werden lassen als Ihre Mitbürger, die den Staat grundsätzlich für keine schlechte Erfindung halten?
Registriert: 21.12.04, 10:13
Beitrag von Tabischer » 18.01.10, 12:28
Um auf das Ursprungsthema zurück zu kommen habe ich eine Frage.
Gehen wir mal von folgendem aus.
Person X ist verheiratet und dessen Frau /Mann hat einen Onkel der vom Vermieter bezüglich einiger Differenzen angeschrieben wird.
Nun hat der Onkel Person X drum gebeten sich um die Angelegenheit zu kümmern und auch dem Vermieter dies entsprechend mitgeteilt, dass Dinge über Person X laufen sollen und entsprechend möchte Person X nun auch dem Vermieter was schreiben.
Nämlich die Rechtsauffassung von Person X.
Natürlich erfolgt dies unentgeltlich. Gem. § 6 RDG (1) darf dies wohl auch geschehn, allerdings macht mit dann § 6 RDG (2) stutzig da hier von familär gesprochen wird. Da aber beim Nachbar dies aber auch gemacht werden darf, gehe ich davon aus, dass Person X für Onkel W ein Schreiben fertigen und unterschreiben darf.
Person X möchte nur helfen aber nicht am Ende wegen illegaler Rechtsberatung dran kommen.
Wäre für einige Meinungen und Auffassungen dankbar.
Jegliche Äußerungen meinerseits sind rein spekulativ, sollen keine Rechtsberatung darstellen und sind nur aufgrund gelesenem oder selbst erlebten Nacherzählt. Bei Bedarf ist ein Anwalt der Meinung von Privatpersonen in Punkto Beratung vorzuziehen.
Beitrag von I-user » 19.01.10, 00:11
jelly hat geschrieben: ...
Und natürlich darf er Ihnen auch ein bischen von der eventuellen Entschädigung schenken. Oder er zahlt Ihnen ein echtes Honorar - dies müssten Sie dann aber auch versteuern.
Genau dies geht eben nicht (siehe § 6 RDG). Wenn Geld fließt, dann läge eine unerlaubte Rechtsdienstleistung vor.
Das gefällt mir teilweise nicht. Ok, Honorar geht wohl nicht. Aber was spricht gegen eine Schenkung? Ist es verboten, jemanden zu beschenken, der einem zuvor geholfen hat, weil die Hilfe dass als entgeltlich anzusehen wäre?
Beitrag von Tabischer » 19.01.10, 11:55
Die Zahlung darf nicht berechnet werden. Heißt ich darf für meine Dienste eben keine Rechnung stellen oder sie auch nur erwähnen. Ist der Vorgang abgeschlossen und die Person die sich hat vertreten lassen oder helfen lassen ist der Meinung Mensch der hat mir aber wirklich gutes getan dann kann er das aus freien Stücken machen.
Solange der Zusammenhang zwischen Leistung und gelderbringung nicht gezogen werden kann, ist das an sich kein Problem. Problematisch könnte es beispielhaft werden wenn dann auch noch die Kosten von der Steuer abgesetzt werden möchten
Außerdem sollte man dabei sicherlich die Schenkungssteuer beachten.
Wenn mir einer geholfen hat und ich bin so dankbar dass ich es eben mit einem Geschenk beachte dürfte dies sicherlich nicht das Problem werden. Hier werden keine Richter kommen sondern meist die Anwälte zeigen einen an wenn sie der Meinung sind man wildert in ihrem Revier.
Generell sollte man wenn möglich auf jeden Fall den Anwalt dem Laien vorziehen. Denn nur dieser hat zu Recht Recht studiert.
Beitrag von FrederikR » 21.01.10, 00:59
Milo hat geschrieben: Meine Tochter (2J.) spielt gern mit Ihrem Kaufladen und verkauft dort zu horrenden Preisen kleine Waschmittelpäckchen und Milchfläschchen. Die wäre nie auf die Idee gekommen, auch Tomaten zu verkaufen, wenn ihr Papa nicht eine Kiste Plastikgemüse ins Regal gestellt hätte.
Ich hatte diesen Beitrag wohl vorher übersehen. Auch wenn mir diese ganzen Metaphern nicht verständlich sind oder ich die Ironie dieses Beitrags nicht verstehe, würde mich das Adhäsionsverfahren näher interessieren.
Wie macht man das genau? Kann man das als Privatmann beantragen? Wie lange vor der Verhandlung? In welcher Form/mit welchem Inhalt?
Wie wird der Schmerzensgeldanspruch berechnet?
Für eine direktere Antwort ohne bildhafte Sprache wäre ich dankbar.
Beitrag von I-user » 21.01.10, 02:48
FrederikR hat geschrieben: Auch wenn mir diese ganzen Metaphern nicht verständlich sind oder ich die Ironie dieses Beitrags nicht verstehe, würde mich das Adhäsionsverfahren näher interessieren.
Satz 1 gilt im Wesentlichen auch für mich. Sätze 2-5 gehören m.W. zum Strafrecht und nicht zum Anwaltsrecht. Allgemein zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Adh%C3%A4sionsverfahren. Satz 6 gehört zum Zivilrecht. Der Schmerzensgeldanspruch wird vielleicht vom Gericht nach billigem Ermessen festgesetzt, unter Berücksichtigung des § 253 (2) BGB und des § 287 ZPO.
Beitrag von juggernaut » 21.01.10, 13:35
FrederikR hat geschrieben: ...würde mich das Adhäsionsverfahren näher interessieren.
vgl. 403 ff StPO
alles weitere -> strafrecht?