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Timestamp: 2016-10-22 01:47:50
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Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

4C.347/2002 vom 25. M�rz 2003
Acte illicite; endommagement d'arbres (art. 43 CO). D�termination de l'indemnit� pour la destruction ou l'endommagement d'arbres (consid. 2). Faits � partir de page 331
A.- B. und C. sind Eigent�mer der Liegenschaft X., die ein Einfamilienhaus mit Garten umfasst. Der mit B�umen und Str�uchern bewachsene Garten grenzt an einer Seite an den Garten der BGE 129 III 331 S. 332Liegenschaft Y., die ebenfalls mit einem Einfamilienhaus �berbaut ist. In diesem Haus wohnt A. mit ihrer Familie.
Auf dem Grundst�ck der Eheleute B. und C. stehen nahe an der Grenze zum Garten der Familie A. eine rund 25 Jahre alte Blutbuche und eine rund 30 Jahre alte Hainbuche. Am 24. und 25. Januar 1996 lichtete ein im Auftrag von A. handelnder G�rtner diese B�ume aus und schnitt deren �ste zur�ck. Zudem f�llte er eine im Grenzbereich stehende Fichte.
A. wurde wegen Sachbesch�digung und Hausfriedensbruchs mit einer Busse von Fr. 500.- bestraft. Im Strafurteil wurde zudem die von den Eheleuten B. und C. adh�sionsweise geltend gemachte Zivilklage dem Grundsatz nach gutgeheissen, wobei die Parteien zur Festsetzung der H�he des zuzusprechenden Betrages an die Zivilgerichte verwiesen wurden.
B.- B. und C. stellten mit Klage vom 15. Februar 1999 den Antrag, A. zur Zahlung von Fr. 44'885.50 nebst 5% Zins seit 25. Januar 1996 zu verpflichten. Mit Entscheid vom 27. Juni 2000 hiess die Gerichtspr�sidentin 2 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen die Klage gut. Auf Appellation der Beklagten hob der Appellationshof des Kantons Bern den erstinstanzlichen Entscheid auf und sprach den Kl�gern mit Urteil vom 25. Juni 2002 Fr. 21'605.- nebst 5% Zins seit 25. Januar 1996 zu.
C.- Mit Berufung beantragt die Beklagte dem Bundesgericht, das Urteil des Appellationshofs vom 25. Juni 2002 aufzuheben und die Klage abzuweisen, eventuell die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
2. 2.1 Schaden ist nach st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts die ungewollte Verminderung des Reinverm�gens. Er kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder in entgangenem Gewinn bestehen und entspricht der Differenz zwischen dem gegenw�rtigen Verm�gensstand und dem Stand, den das Verm�gen ohne das sch�digende Ereignis h�tte (BGE 128 III 22 E. 2e/aa; BGE 104 II 198 S. 199; BGE 90 II 417 E. 3 S. 424, je mit Hinweisen). In BGE 127 III 73 E. 4b ist ausgef�hrt worden, dass B�ume gem�ss dem sachenrechtlichen Akzessionsprinzip dem Eigent�mer des Grundst�cks geh�ren, auf dem sie wachsen. Ihre Besch�digung oder BGE 129 III 331 S. 333Zerst�rung beeinflusse daher den Wert des Grundst�cks, dessen Bestandteil sie bildeten. Der Verkehrswert dieses Grundst�cks k�nne durch die Besch�digung eines Baumes je nach Art und Nutzung der Liegenschaft unabh�ngig vom Wert des besch�digten Baumes selbst betroffen sein. Unter Umst�nden trete ein wirtschaftlicher Schaden gar nicht ein, etwa wenn durch die Zerst�rung eines Baumes die �berbaubarkeit eines Grundst�cks erst erm�glicht und damit dessen Wert erh�ht werde. Im ersten Satz der folgenden Erw�gung ist schliesslich festgehalten worden, falls die Werteinbusse des Grundst�cks mit vern�nftigem Aufwand nicht festgestellt werden k�nne, sei zur Berechnung des Schadens vom Baum selbst als der vom sch�digenden Ereignis direkt betroffenen Sache auszugehen.
2.2 In den zitierten Passagen von BGE 127 III 73 E. 4b ist hervorgehoben worden, dass die Besch�digung eines Baumes einen Einfluss auf den Verkehrswert des Grundst�ckes haben kann. Das mag in einzelnen F�llen, beim Vorliegen besonderer Umst�nde zutreffen, entspricht aber nicht dem Normalfall. Handelt es sich um einen, zwei oder drei B�ume, die im mit mehreren anderen B�umen bewachsenen Garten eines Wohnhauses stehen, hat deren Besch�digung in der Regel keine Auswirkungen auf den Verkehrswert des Grundst�ckes. Anders k�nnte es sich dagegen verhalten, wenn beispielsweise alle auf einem Wohngrundst�ck stehenden B�ume gef�llt oder massiv besch�digt worden w�ren. Das in der Literatur erw�hnte Beispiel des Grundst�cks, das an Wert gewinnt, weil die Zerst�rung des Baumes die �berbaubarkeit zur Folge hat, geh�rt ebenfalls in den Bereich der Extremf�lle. Diese seltenen Sachverhalte d�rfen nicht rechtlich verallgemeinert werden, indem die Regel aufgestellt wird, dass die Besch�digung oder Zerst�rung eines Baumes nur insoweit einen Verm�gensschaden bilden kann, als sie den Verkehrswert des Grundst�ckes mindert (gleicher Meinung HAUSHEER/JAUN, in: ZBJV 139/2003 S. 44). Massgebend ist vielmehr, welches Interesse der jeweilige Eigent�mer an der Wiederherstellung des fr�heren Zustandes hat. Darauf ist abzustellen, wenn dar�ber zu entscheiden ist, ob die Besch�digung oder Zerst�rung eines Baumes als Verm�gensschaden zu betrachten ist. Der vom Bundesgericht in st�ndiger Rechtsprechung verwendete Schadensbegriff ist nicht ausschliesslich objektiv zu verstehen, sondern enth�lt bereits aufgrund seiner historischen Wurzeln eine subjektive, das Erhaltungsinteresse des Gesch�digten ber�cksichtigende Komponente (HONSELL, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Z�rich 2000, S. 6 ff.; HONSELL/MAYER-MALY/SELB, R�misches BGE 129 III 331 S. 334Recht, 4. Aufl., S. 224 Fn. 4; ROBERTO, Schadensrecht, Basel 1997, S. 11 ff.; NIKLAUS L�CHINGER, Schadenersatz im Vertragsrecht: Grundlagen und Einzelfragen der Schadensberechnung und Schadenersatzbemessung, Diss. Freiburg 1999, S. 23 ff.). Diese subjektive Komponente erlaubt die Ber�cksichtigung der Interessenlage des jeweiligen Eigent�mers. Hat dieser ein sachliches Interesse an der Unversehrtheit der zerst�rten oder besch�digten B�ume, darf das Vorliegen eines Verm�gensschadens nicht mit der Begr�ndung verneint werden, die Zerst�rung oder Besch�digung der B�ume habe den Verkehrswert des Grundst�cks nicht vermindert.
Lehre und Rechtsprechung betrachten denn auch �bereinstimmend als sachgerecht, dass sich die Schadensbestimmung im Fall der Zerst�rung oder Besch�digung von B�umen grunds�tzlich an den Kosten der Neuanpflanzung orientieren soll (BGE 127 III 73 E. 4c; ROBERTO, a.a.O., S. 150; ALFRED KELLER, Haftpflicht im Privatrecht, Bd. II, 2. Aufl., Bern 1998, S. 104 f.). Bei solchen Sachverhalten steht der Anspruch des Gesch�digten auf Naturalrestitution bzw. deren Surrogat in Form des Ersatzes der Wiederherstellungskosten im Vordergrund. Wird Geldersatz verlangt, tritt dieser an die Stelle des Naturalersatzes. Der Geldersatz ist deshalb unabh�ngig von einer allf�lligen Verm�genseinbusse im Sinne des allgemeinen Schadensbegriffes (Differenzhypothese) zu leisten (L�CHINGER, a.a.O., S. 26 ff.). Die Naturalrestitution gew�hrleistet das Integrit�tsinteresse des Gesch�digten und ist am besten geeignet, den Ausgleichsgedanken zu verwirklichen (KOZIOL, �sterreichisches Haftpflichtrecht, Bd. I: Allgemeiner Teil, 3. Aufl., Wien 1997, S. 286).
Die Vorinstanz hat sich an die erw�hnten Grunds�tze gehalten. Die R�ge der Beklagten, der angefochtene Entscheid verletze in diesen Punkten Bundesrecht, erweist sich als unbegr�ndet.