Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2011.01014.html
Timestamp: 2020-07-11 02:21:26
Document Index: 346882469

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 69']

kantone/zh_sozverger/IV.2011.01014.html
IV.2011.01014
vertreten durch Rechtsanwältin Christine A. Bertschinger
Houlmann & Bertschinger, Rechtsanwältinnen
General Wille-Strasse 21, Postfach, 8027 Zürich
1.Dem 1952 geborenen, seit März 1980 bis März 2004 als Maler erwerbstätig gewesenen X.___ waren nach kreisärztlicher Untersuchung für die Folgen einer am 23. September 2003 erlittenen Kniedistorsion - nicht jedoch für die auf keinen Unfall zurückzuführende Rückenproblematik - die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen zugesprochen worden (Verfügung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt [SUVA] vom 21. Oktober 2004). Nach weiteren Abklärungen, darunter einer am 28. und 29. Juni 2006 in der Rehaklinik Y.___ durchgeführten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit, sprach ihm die SUVA mit Verfügung vom 11. Juli 2007 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % zu; am 24. September 2008 verfügte sie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 7,5 %. Mit Einspracheentscheid vom 28. November 2008 hielt die SUVA an ihren beiden Verfügungen vom 11. Juli 2007 (Invalidenrente) und 24. September 2008 (Integritätsentschädigung) fest. Eine vom Versicherten dagegen beim hiesigen Gericht – namentlich unter Hinweis auf Stellungnahmen des Dr. med. Z.___ vom Psychiatriezentrum A.___ (vom 5. Dezember 2005) und des Prof. Dr. med. B.___ von der C.___ Klinik (vom 11. Februar 2009) - erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 26. November 2010 (Prozess Nr. UV.2009.00021) abgewiesen (Urk. 8/41).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/46/3-4) den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Verfügung vom 18. Juli 2011, Urk. 2).
2.Gegen die Verfügung vom 18. Juli 2011 liess X.___ am 13. September 2011 - unter Beilage von Berichten des Psychiatriezentrums A.___ vom 6. Juni 2011 (Dr. med. Z.___), der C.___ Klinik, Schmerz-/Gutachtenzentrum, vom 11. Februar 2009 (Prof. Dr. med. B.___), der C.___ Klinik, Rheumatologie, vom 12. und 19. November 2010 (Dres. med. D.___ und E.___) sowie der C.___ Klinik, Untere Extremitäten, vom 6. Dezember 2010 (Dres. med. F.___ und G.___) - Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache zur medizinischen Begutachtung und zu neuem Entscheid; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 und 3). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2011 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 26. Oktober 2011 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Am 28. August 2013 liess der Beschwerdeführer einen Bericht des H.___ (Interdisziplinäre Schmerzbehandlung) vom 27. Februar 2013 nachreichen (Urk. 10 und 11), welcher der Beschwerdegegnerin mit Gerichtsverfügung vom 29. August 2013 zugestellt wurde (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. September 2013 auf Stellungnahme (Urk. 13).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.1Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenabweisende Verfügung vom 18. Juli 2011 damit, dass – entsprechend ihren eigenen Abklärungen und jenen der SUVA – dem Versicherten die angestammte Tätigkeit als Maler zwar nicht mehr möglich sei, ihm aber behinderungsangepasste Tätigkeiten wie beispielsweise Montage-, Kontroll- oder Verpackungsarbeiten voll zugemutet werden könnten. Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 27 %. In den im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nachgereichten Berichten der C.___ Klinik sowie des Psychiatriezentrums A.___ würden lediglich die bereits bekannten Diagnosen beziehungsweise Einschränkungen an Wirbelsäule, Knie und Schulter beschrieben. Mangels neuer medizinischer Aspekte bestehe kein Grund, von der im Vorbescheid in Aussicht gestellten Abweisung des Leistungsbegehrens abzuweichen (Urk. 2).
2.2Dem wurde beschwerdeweise (Urk. 1) entgegengehalten, die invalidenversicherungsrechtlich relevante Fragestellung sei mit jener anlässlich des Einspracheentscheids der SUVA vom 28. November 2008 beziehungsweise des Abweisungsentscheids des hiesigen Gerichts vom 26. November 2010 (Prozess Nr. UV.2009.00021; Verneinung der natürlichen Kausalität [allfälliger] psychischer Beschwerden) nicht identisch. Auch habe die IV-Stelle die Berichte der C.___ Klinik (Dr. B.___) und des Psychiatriezentrums A.___ (Dr. Z.___) nicht ernsthaft geprüft; namentlich nicht die Frage, ob dem Beschwerdeführer trotz der attestierten chronifizierten Schmerzen mit erheblicher psychischer Komorbidität eine Hilfsarbeit überhaupt zumutbar sei (S. 3 f.). Falls man den vorgenannten Ärzten nicht folgen wolle, sei - nebst einer rheumatologischen Beurteilung - durch einen unabhängigen Psychiater abzuklären, ob eine psychische Störung von Relevanz bestehe und ob ein solcher Zustand gegebenenfalls die Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiter einschränke (S. 4).
3.1.1Nach der Kniedistorsion vom 23. September 2003 hatte der auf Zuweisung des Hausarztes konsultierte Dr. med. I.___, Orthopädische Chirurgie FMH, über retropatelläre Beschwerden des Versicherten und eine Symptomausweitung in Richtung Lendenwirbelsäule berichtet (Schreiben vom 23. Dezember 2003; vgl. Urk. 8/41/5).
Im Zwischenbericht des J.___, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 1. März 2005 (Urk. 8/11/24) stellten Dr. med. K.___, Oberarzt, und Dr. med. L.___, Assistenzärztin, die Diagnosen einer Gonarthrose rechts (Status nach Kniedistorsion am 23. September 2003) und eines chronischen lumbovertebralen/lumbospondylogenen Syndroms rechts sowie eines cervicothorakalen Schmerzsyndroms rechts bei Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung und beginnenden degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule). Unter physikalischer Einzeltherapie und ausgebauter medikamentöser Therapie sowie einer einmalig durchgeführten Corticosteroidinfiltration des rechten Knies sei der Verlauf stationär, mit persistierenden Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und im rechten Knie. Im September 2004 sei zusätzlich ein cervicothorakales Schmerzsyndrom aufgetreten. Die Frage nach dem Bestehen unfallfremder Faktoren beantworteten die Ärzte mit dem Hinweis auf radiologisch nachgewiesene degenerative Veränderungen sowohl im rechten Knie wie auch an der Lendenwirbelsäule. Zur Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit nahmen sie - vor dem geplanten Arbeitsassessment und der Evaluation der körperlichen Leistungsfähigkeit – nicht Stellung (Urk. 8/11/25). Am 3. August 2005 berichtete Dr. K.___ über die Resultate des am 10. Februar 2005 durchgeführten Arbeitsassessments sowie der Basistests (vom 28. Februar und 1. März 2005; Urk. 8/14/10). Die zusammenfassende Beurteilung (Urk. 8/14/17) lautete dahin, dass die belastungsabhängigen Schmerzen im Rahmen einer beginnenden Pangonarthrose mit degenerativen Muskelveränderungen lateral rechts zu sehen seien. Daneben bestehe ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts, welches auf die Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung, auf degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule sowie auf eine allgemeine Dekonditionierung zurückzuführen sei. Zusätzlich müsse jedoch auch von einer Chronifizierung ausgegangen werden. Hinweise für eine radikuläre Ursache der Beschwerden hätten sich nicht finden lassen. Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten Belastungstoleranz des rechten Knies, des Kreuzes und des Nackens. Dabei sei eine mässige Leistungsbereitschaft des Versicherten bis hin zu einer teilweisen Selbstlimitierung erkennbar gewesen. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer mittelschweren Arbeit (Urk. 8/14/17) beziehungsweise einer leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit, wobei aufgrund der reduzierten Testauswahl und der fehlenden Belastungsdauer eine Beurteilung des zumutbaren zeitlichen Umfanges nicht möglich gewesen sei. Es werde deshalb eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit nach Isernhagen (EFL) empfohlen (Urk. 8/14/16).
3.1.2In der Folge veranlasste die SUVA eine Abklärung unter Einbezug einer EFL an der Rehaklinik Y.___ (Urk. 8/24/123). Dabei verwies sie ausdrücklich auf die Zusatzfragen der IV-Stelle vom 25. Januar 2006, namentlich betreffend Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung aller relevanten unfallbedingten und unfallfremden Leiden (Urk. 8/24/129). Im entsprechenden Bericht vom 30. Juni 2006 (Urk. 8/24/103) gelangten Dr. med. M.___, Leitender Arzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, und Frau N.___, Therapeutin Ergonomie, zum Schluss, es bestehe zwar eine schmerzhaft verminderte Belastbarkeit des rechten Kniegelenks, der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie der linken Schulter. Das Hauptproblem liege jedoch im Umgang des Probanden mit seinen Beschwerden (Urk. 8/24/104), insbesondere in den sehr ungünstigen Überzeugungen und Rehabilitationshindernissen (Urk. 8/24/103). Die Leistungsbereitschaft sei „nicht zuverlässig“, und die Beobachtungen bei den Tests hätten auf eine deutliche Selbstlimitierung hingewiesen; die Konsistenz sei schlecht (Urk. 8/24/106). Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen stehe nicht im Einklang mit den wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunden (Urk. 8/24/104). Wegen der reduzierten Belastbarkeit des Knies sei die bisherige Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar, jedoch bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten. Hinsichtlich der Rücken- und Nackenbeschwerden ergäben sich „keine weitergehende(n) Einschränkungen der Zumutbarkeit“. Aufgrund der Inkonsistenzen und der Selbstlimitierung in den Tests seien somatisch orientierte Therapien nicht indiziert (Urk. 8/24/105).
3.1.3In seiner Stellungnahme an den Hausarzt äusserte sich Dr. B.___ vom Schmerz-/Gutachtenzentrum der C.___ Klinik am 11. Februar 2009 dahingehend, dass - ohne die Situation genau zu überblicken - aufgrund der Angaben des Versicherten gesagt werden könne, es sei auch nach psychotherapeutisch-psychiatrischer Intervention keine Stabilisierung erreicht worden. Die Gesamtsituation des seit dem Unfall während mehr als 5 ½ Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesenen Versicherten sei so, dass an einer deutlich reduzierten, allenfalls vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit kaum zu zweifeln sei beziehungsweise kaum Alternativen zu einer Berentung bestünden. Es liege eine chronische Schmerzstörung mit erheblicher psychischer Komorbidität vor, welche bislang sämtlichen Therapien getrotzt zu haben scheine (Urk. 3/4).
3.1.4 Die Rheumatologen der C.___ Klinik, Dres. E.___ und D.___, stellten in ihrem Bericht vom 12. November 2010 die Hauptdiagnosen eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms, links ausgeprägter als rechts, einer symptomatischen lateral- und retropatellar-betonten Gonarthrose rechts sowie chronischer Schulterschmerzen links. Als Nebendiagnose nannten sie eine unklare allergische Reaktion auf Cortisonspritzen. Im Vergleich zur letzten Konsultation vor eineinhalb Jahren sei der Zustand weitgehend unverändert. Betreffend das Knie bestehe klinisch ein reizloses Bild bei radiologischem Nachweis einer lateralen Gelenkspaltverschmälerung femoropatellär. Bezüglich der cervico- und lumbovertebralen Schmerzen zeige sich eine Chronifizierung mit Schmerzvermeidungsverhalten. Es liessen sich keine Muskelatrophien bei vollständiger Entlastung des rechten Beines objektivieren. Zum sicheren Ausschluss einer Neurokompression oder Pathologie der lumbalen Wirbelsäule sei ein MRI angeordnet worden (Urk. 3/5). Im Rahmen der Besprechung der MRI-Befunde mit Nachweis von degenerativen Veränderungen in Form von Osteochondrosen L4/5 und L5/S1 sowie Facettengelenksarthrosen auf der entsprechenden Höhe sei der Versicherte darüber informiert worden, dass sich weder wesentliche Spinalkanalstenosen noch foraminale Engen gezeigt hätten. Eine als Möglichkeit angesprochene Facettengelenksinfiltration L4/L5 und L5/S1 beidseits mit LA/Steroiden werde vom Versicherten in Anbetracht der unklaren allergischen Reaktion auf Cortison verständlicherweise nicht gewünscht. Deshalb habe man die Durchführung einer Wassertherapie zweimal wöchentlich in der Höhenklinik O.___ zur allgemeinen Rekonditionierung und Kräftigung der Rumpfmuskulatur besprochen und dem Versicherten nochmals die Bedeutung einer regelmässigen täglichen körperlichen Betätigung deutlich gemacht. Eine allfällige Steigerung der schmerzmodulierenden Medikation sei von den betreuenden Psychologen zu prüfen (Bericht vom 19. November 2010, Urk. 3/6).
3.1.5Nach Anfertigung eines MRI des rechten Kniegelenks in der C.___ Klinik, Untere Extremitäten, fand am 6. Dezember 2010 eine Besprechung über das weitere Vorgehen statt (Urk. 3/7). Die Ärzte (Dres. F.___ und G.___) nannten als Hauptdiagnose eine beginnende Gonarthrose lateral und retropatellar betont am rechten Knie und als Nebendiagnosen ein chronisches panvetrebrales Schmerzsyndrom, links ausgeprägter als rechts (MRI der LWS vom 13. November 2010; kein Nachweis einer wesentlichen Spinalkanalstenose oder Neurokompression, Osteochondrosen L4/5 und L5/S1, myofasciale Komponente bei muskulärer Insuffizienz), chronische Schulterschmerzen links (subacromiales Impingement, myofasziales Schmerzsyndrom, kein Erguss Schultergelenke beidseits) sowie eine unklare allergische Reaktion auf Cortisonspritzen. Es wurden orthopädische Masseinlagen mit medialer Fussranderhöhung zur Achskorrektur und zusätzlich lokale Physiotherapie mit achsstabilisierendem und patellazentrierendem Muskelaufbau verordnet. Möglicherweise werde in Zukunft eine endoprothetische Versorgung nicht zu umgehen sein, ein solcher Eingriff müsse jedoch solange wie möglich hinausgeschoben werden.
3.1.6In seinem Bericht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers stellte der behandelnde Psychiater Dr. Z.___ am 6. Juni 2011 - nebst einem chronischen HWS-Syndrom, einem chronischen LWS-Syndrom sowie chronischen Arthrosebeschwerden an den Knien - die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Der seit Mitte Juli 2008 auf Zuweisung des Hausarztes am Psychiatriezentrum A.___ in Behandlung stehende Versicherte komme regelmässig zu den psychiatrischen Terminen. Er klage weiterhin über starke Schmerzen am ganzen Körper und berichte von Schlaflosigkeit, Nervosität und innerer Unruhe. Am 3. Mai 2011 habe er einen abschlägigen Vorbescheid der IV-Stelle erhalten. Aus ärztlicher Sicht sei eine Verbesserung des Zustandes derzeit nicht zu erwarten. Die Krankheit habe sich chronifiziert (Urk. 3/3).
3.2.1Nach Lage der Akten erlitt der Beschwerdeführer am 23. September 2003 ein leichtgradiges Trauma mit Kniedistorsion rechts. Seit diesem Ereignis bestehen anhaltende belastungsabhängige Schmerzen. In der Folge traten - auf eine Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung, auf degenerative Veränderungen sowie auf eine allgemeine Dekonditionierung zurückzuführende lumbale und zervikothorakale - Rückenschmerzen hinzu. Auch war von einer Chronifizierung des Beschwerdebildes die Rede. Im Rahmen der von der SUVA veranlassten EFL (Bericht vom 30. Juni 2006; E. 3.1.2 hievor) bestätigten die Untersucher eine schmerzhaft verminderte Belastbarkeit des rechten Kniegelenkes, der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie der linken Schulter, wiesen aber gleichzeitig auf sehr ungünstige Überzeugungen und auf eine deutliche Selbstlimitierung sowie auf Inkonsistenzen im Rahmen der Tests (detailliert Urk. 8/24/106 ff.) hin. Angesichts der Diskrepanz zwischen dem Ausmass der demonstrierten Einschränkungen und den wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunden hielten sie eine leichte Tätigkeit für voll zumutbar. Diese Einschätzung ist trotz der beschwerdeweise angesprochenen unterschiedlichen Fragestellungen in der kausal orientierten Unfallversicherung und der finalen Invalidenversicherung, die grundsätzlich nicht nach den Ursachen gesundheitlicher Störungen fragt (BGE 124 V 178 E. 3b), auch für die Belange der Invalidenversicherung relevant, nachdem sich die Untersucher auftragsgemäss (Urk. 8/24/129) - und aus verfahrensökonomischer wie finanzieller Sicht durchaus sinnvoll - zu sämtlichen unfallbedingten und unfallfremden Leiden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit äusserten.
3.2.2Was den weiteren Verlauf angeht, wurden in den Berichten der C.___ Klinik von November und Dezember 2010 (E. 3.1.4 und 3.1.5 hievor) aus somatischer Sicht die bereits bekannten (chronischen) Knie-, Schulter- und Rückenschmerzen (mit Nachweis degenerativer Veränderungen aber ohne Nachweis wesentlicher Spinalkanalstenosen oder foraminaler Engen) genannt, und es wurde auf die verordneten Therapien zur Rekonditionierung und Kräftigung der Rumpfmuskulatur beziehungsweise auf die Bedeutung regelmässiger täglicher körperlicher Betätigung hingewiesen. Dr. B.___ seinerseits (E. 3.1.3 hievor) erhob im Februar 2009 keine eigenen Befunde und stellte keine psychiatrischen Diagnosen. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit scheint hauptsächlich auf den (subjektiven) Angaben des Versicherten zu beruhen, und die Feststellung, es bestünden kaum Alternativen zu einer Berentung, entbehrt einer objektiven Grundlage beziehungsweise liegt ausserhalb seines Kompetenzbereichs.
3.2.3Hinsichtlich der Stellungnahme des behandelnden Psychiaters Dr. Z.___ vom 6. Juni 2011 (E. 3.1.6 hievor) ist festzuhalten, dass somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Leidenszustände – worunter auch die von Dr. Z.___ diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) fällt (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1; Bundesgerichtsurteil 8C_381/2012 vom 20. Juni 2012 E. 4.2.1) – in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermögen. Eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität (von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer), wie sie für die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess vorausgesetzt würde, stellte Dr. Z.___ nicht fest, und Hinweise auf andere qualifizierte Kriterien (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3; ferner das zur Publikation vorgesehene Bundesgerichtsurteil 8C_972/2012 vom 31. Oktober 2013 E. 9.1) liegen nicht vor. Vielmehr besteht der Eindruck, dass die bereits anlässlich der Untersuchung im J.___ sowie im Rahmen der EFL festgestellten ungünstigen Überzeugungen (vgl. E. 3.1.1 und 3.1.2 hievor) und das entsprechende Verhalten des Beschwerdeführers einer beruflichen Reintegration entgegenstehen.
3.2.4Der nachträglich aufgelegte Bericht des H.___ vom 27. Februar 2013 (Urk. 11) vermag zum rechtserheblichen Sachverhalt, wie er sich bis zu der die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 134 V 392 E. 6) Verfügung vom 18. Juli 2011 verwirklicht hat, nichts Massgebliches beizutragen. Aktuell wird dem Beschwerdeführer zwar eine insgesamt vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Maler als auch in jeglicher angepasster Arbeit attestiert (S. 7). In somatischer Hinsicht finden sich indes lediglich die bereits bekannten Diagnosen (lumbo- und thorakovertebrales Syndrom, Knieschmerzen rechts und Schulterschmerzen links; S. 1). Der Rheumatologe hält den Beschwerdeführer zwar „unter Berücksichtigung aller Facetten der Persönlichkeit aus schmerztherapeutischer Sicht“ für zu 100 % arbeitsunfähig, bescheinigt ihm aus der Sicht seines rheumatologischen Fachgebiets aber gleichzeitig eine vollständige Arbeitsfähigkeit (S. 6 unten). Unter dem Titel „Verschlechterung der Symptomatik seit 2005“ wird sodann einzig festgehalten, dass die Nackenschmerzen und die lumbalen Schmerzen „in den letzten Monaten“ zugenommen hätten, bezüglich der Schulter (bei subjektiv zunehmenden Schmerzen) keine Progredienz zu verzeichnen und hinsichtlich der Kniearthrose eine endoprothetische Versorgung später erforderlich (S. 6), heute aber noch nicht indiziert sei (S. 5). Von der nun diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode (S. 1) war in der Vergangenheit nie - namentlich nicht von Seiten des behandelnden Psychiaters Dr. Z.___ (E. 3.1.6 hievor) – die Rede. Abgesehen davon bestehen keine Hinweise dafür, dass die depressive Episode als eigenständige Krankheit und nicht in erster Linie als (reaktive) Begleiterkrankung zur ebenfalls diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu betrachten wäre. Im Übrigen stellt eine mittelgradige depressive Episode grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression dar, die es der betroffenen Person verunmöglichte, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden. Leichte bis mittelschwere psychische Störungen gelten grundsätzlich auch als therapeutisch angehbar (BGE 138 V 339 E. 4.3.2 mit diversen Hinweisen).
4.Durfte die Verwaltung nach dem Gesagten - jedenfalls bezogen auf den Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 2011 - von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausgehen und gibt der nicht beanstandete, zu einer rentenausschliessenden Invalidität führende Einkommensvergleich keinen Anlass für Weiterungen, erweist sich die Verneinung des Rentenanspruchs als rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
2.Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
Rechtsanwältin Christine A. Bertschinger, unter Beilage einer Kopie von Urk. 13