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Timestamp: 2020-05-29 20:48:13
Document Index: 36844840

Matched Legal Cases: ['§ 357', '§ 346', '§ 242', '§ 242', '§ 561', '§ 562', '§ 242', '§ 563', 'BGH', 'BGH']

Freigabe der Dahrlehenssicherheiten - und die Verwirkung des Widerrufsrechts | Rechtslupe
Freigabe der Dahrlehenssicherheiten - und die Verwirkung des Widerrufsrechts
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs steht einer Berück­sich­ti­gung der Frei­ga­be von Sicher­hei­ten bei der Prü­fung des Umstands­mo­ments der Ver­wir­kung nicht ent­ge­gen, dass der Dar­le­hens­ge­ber nach Been­di­gung des Dar­le­hens­ver­trags und nach voll­stän­di­ger Erfül­lung der aus dem unwi­der­ru­fe­nen Dar­le­hens­ver­trag resul­tie­ren­den Pflich­ten des Dar­le­hens­neh­mers die Sicher­hei­ten ohne­hin frei­zu­ge­ben hät­te.
Die Sicher­hei­ten sichern regel­mä­ßig auch Ansprü­che aus einem Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis nach § 357 Abs. 1 Satz 1 BGB in der bis zum 12.06.2014 gel­ten­den Fas­sung in Ver­bin­dung mit §§ 346 ff. BGB. Dem Rück­ge­währ­an­spruch des Dar­le­hens­neh­mers aus der Siche­rungs­ab­re­de haf­tet die für den Fall des Wider­rufs auf­lö­sen­de Rechts­be­din­gung einer Reva­lu­tie­rung an.
Been­det der Dar­le­hens­ge­ber trotz der Mög­lich­keit der Reva­lu­tie­rung durch Rück­ge­währ der Sicher­heit den Siche­rungs­ver­trag, kann dar­in die Aus­übung beacht­li­chen Ver­trau­ens im Sin­ne des § 242 BGB lie­gen 1.
Indem das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he im hier ent­schie­de­nen Rechts­streit in sei­nem Beru­fungs­ur­teil 2 den Dar­le­hens­ge­ber in Fäl­len des Wider­rufs der auf Abschluss eines zwi­schen­zeit­lich been­de­ten Dar­le­hens­ver­trags gerich­te­ten Wil­lens­er­klä­rung des Dar­le­hens­neh­mers grund­sätz­lich auf die Auf­rech­nung der aus dem Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis resul­tie­ren­den Ansprü­che ver­wie­sen hat, hat es den Aspekt der Sicher­hei­ten­frei­ga­be als für die Ver­wir­kung rele­vant für been­de­te Dar­le­hens­ver­trä­ge aus­ge­schlos­sen. Dabei hat es in Abkehr von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung den Rechts­satz auf­ge­stellt, in der Frei­ga­be der Sicher­hei­ten lie­ge kei­ne beacht­li­che Mani­fes­ta­ti­on des Ver­trau­ens des Dar­le­hens­ge­bers dar­auf, die Bezie­hun­gen der Par­tei­en fän­den für die Zukunft in jeder Hin­sicht ihr Ende. Ent­ge­gen der Rechts­mei­nung des Beru­fungs­ge­richts ist die Betä­ti­gung eines ent­spre­chen­den Ver­trau­ens bei der Wür­di­gung der nach § 242 BGB rele­van­ten Umstän­de mit zu berück­sich­ti­gen. Dar­auf, ob der Dar­le­hens­ge­ber nach Ent­ste­hung des Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis­ses auch noch auf ande­re Wei­se die Erfül­lung sei­ner For­de­rung erlan­gen könn­te, kommt es dage­gen nicht ent­schei­dend an 3.
Das Beru­fungs­ur­teil, das sich auch nicht aus ande­ren Grün­den als rich­tig dar­stellt (§ 561 ZPO), unter­liegt mit­hin der Auf­he­bung (§ 562 ZPO). Da der Bun­des­ge­richts­hof der tatrich­ter­li­chen Wür­di­gung der nach § 242 BGB maß­geb­li­chen Umstän­de anhand der höchst­rich­ter­lich gefes­tig­ten Grund­sät­ze nicht vor­grei­fen kann 4, ver­weist er die Sache zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he als Beru­fungs­ge­richt zurück (§ 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO).
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Janu­ar 2020 – XI ZR 465/​18
OLG Karls­ru­he, Urteil vom 24.07.2018 17 U 90/​17[↩]
BGH, Urteil vom 24.09.2019 – XI ZR 322/​18, WM 2020, 80 Rn. 24[↩]
st. Rspr., vgl. nur BGH, Urtei­le vom 10.10.2017 – XI ZR 393/​16, WM 2017, 2247 Rn. 11; vom 03.07.2018 – XI ZR 702/​16, WM 2018, 1601 Rn. 16; vom 24.07.2018 – XI ZR 305/​16, BKR 2019, 29 Rn.19; und vom 09.04.2019 – XI ZR 70/​18[↩]
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