Source: http://www.gesellschaftsrechtskanzlei.com/bgh-urteil-vom-9-april-2013-ii-zr-312/
Timestamp: 2018-11-21 09:05:40
Document Index: 112703949

Matched Legal Cases: ['§ 256', 'BGH', '§ 3', '§ 256', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

a) Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind Beschlüsse der Gesellschafter einer Personengesellschaft Rechtsverhältnisse im Sinne des § 256 Abs. 1 ZPO (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1991 II ZR 211/90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 7. Februar 2012 II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 24; ebenso etwa Wiedemann, Gesellschaftsrecht, Band I, § 3 III 3, S. 179). Wenn die streitigen Beschlüsse Wirkung für die Zukunft haben, handelt es sich auch um gegenwärtige Rechtsverhältnisse.
b) Der Gesellschafter einer Personengesellschaft hat grundsätzlich ein Interesse im Sinn von § 256 Abs. 1 ZPO an der Feststellung der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1991 II ZR 211/90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 25. November 2002 II ZR 69/01, ZIP 2003, 116, 118; Urteil vom 7. Februar 2012 II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 24). Das ergibt sich schon aus seiner Zugehörigkeit zu der Gesellschaft. Er muss es nicht hinnehmen, dass über die Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses Rechtsunsicherheit besteht (BGH, Urteil vom 21. Oktober 1991 II ZR 211/90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 7. Februar 2012 II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 24). Dies gilt grundsätzlich auch über das Bestehen der Gesellschaft oder die Zugehörigkeit des Gesellschafters zu der Gesellschaft hinaus (vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 2012 II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 1, 24). Daher hat auch der nach der Beschlussfassung ausgeschiedene Gesellschafter im Regelfall ein fortwirkendes Feststellungsinteresse.
c) Die Nichtigkeit von Beschlüssen der Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft wird grundsätzlich durch Feststellungsklage gegen die Mitgesellschafter geltend gemacht (BGH, Urteil vom 7. Juni 1999 II ZR 278/98, ZIP 1999, 1391, 1393; Urteil vom 27. April 2009 II ZR 167/07, ZIP 2009, 1158 Rn. 23 ff.; Urteil vom 1. März 2011 II ZR 83/09, ZIP 2011, 806 Rn. 19). Das gilt auch für die Klage eines mittlerweile ausgeschiedenen Gesellschafters (s. BGH, Urteil vom 7. Februar 2012 II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 1).
Schlagworte: Ausscheiden, Beschlussmängel, Mitgesellschafter, Nichtigkeitsfeststellungsklage/Nichtigkeitsklage, Nichtigkeitsgründe, Personengesellschaft