Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=04.07.2005&Aktenzeichen=34%20U%2081/05
Timestamp: 2013-05-20 22:23:14
Document Index: 286620616

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung OLG Hamm, 04.07.2005 - 34 U 81/05 Volltextver�ffentlichungen (7)
Haftung f�r K�rperverletzung beim sportlichen Kampfspiel: "Blutgr�tsche" beim Fu�ballspiel
BGB � 823 Abs. 1Zum Schadensersatzanspruch bei einer Verletzung durch Teilnahme an einem sportlichen Kampfspiel mit nicht unerheblichen Gefahrenpotential
Fu�baller muss f�r "Blutgr�tsche" Schadensersatz leisten
Verletzung beim Fu�ball durch "Blutgr�tsche"
Blutgr�tsche teuer f�r Hobbykicker
Schadenersatz bei Blut-Gr�tsche
Was kostet eine 'Blutgr�tsche' ?
Wird zitiert von ... (5) OLG Saarbr�cken, 02.08.2010 - 5 U 492/09 Deliktische Haftung f�r Verletzungen bei einem Fu�ballspielJedenfalls m�sse die Teilnahme eines Sportlers an einem solchen Kampfspiel, das - wie der Fu�ballwettkampf - nach bestimmten, f�r jeden Mitspieler verbindlichen Regeln gef�hrt wird, rechtlich dahin verstanden werden, dass er selbst sich auf diese Regeln einl�sst und bei regelkonformem Verhalten keine Schadensersatzanspr�che wegen dennoch eingetretener Verletzungen erheben wird (…vgl. BGH, Urt. v. 5.11.1974 - VI ZR 100/73 - VersR 1975, 137 = BGHZ 63, 140;… Urt. v. 5.11.1974 - VI ZR 125/73 - zitiert nach juris;… Urt. v. 10.2.1976 - VI ZR 32/74 - VersR 1976, 591;… Urt. v. 1.4.2003 - VI ZR 321/02 - VersR 2003, 775;… Urt. v. 27.10.2009 - VI ZR 296/08 - ZfSch 2010 133; ebenso OLG Hamm, NJW-RR 2005, 1477; OLG Celle, VersR 2009, 1236;… Staudinger/Schiemann, BGB, 2005, � 254, Rdn. 66, der dies als eine Frage des Mitverschuldens gem�� � 254 BGB ansieht).a) Wegen der Besonderheiten des Wettkampfsports f�hrt nach gefestigter Rechtsprechung nicht jede, nach objektiven Ma�st�ben als fahrl�ssig einzuordnende Verletzung eines Mitspielers zu einer Haftung des Sch�digers aus � 823 Abs. 1 BGB (…vgl. BGH, Urt. v. 1.2.1976 - VI ZR 32/74 - VersR 1976, 591; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 1043; OLG Hamm, NJW-RR 2005, 1477).Auf der Grundlage dieses �bereinstimmenden Willens der Spielteilnehmer kann eine stillschweigende Beschr�nkung der Haftung auf vors�tzliche und grob fahrl�ssige Regelverst��e angenommen werden (ebenso Seybold/Wendt in Anm. zu OLG Celle, VersR 2009, 1236;… im Ergebnis auch BGH, Urt. v. 1.2.1976 - VI ZR 32/74 - VersR 1976, 591; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 1043; OLG Hamm, NJW-RR 2005, 1477, M�nchKommBGB/Wagner, 5. Aufl., � 823, Rn. 549 f.; Fleischer, VersR 1999, 785; Deutsch, VersR 1974, 1045;… Weisemann/Spieker, Sport, Spiel und Recht, 2. Aufl., Rdn. 101, die eine Haftungsbeschr�nkung dogmatisch allerdings mit einer Differenzierung der Anforderungen begr�nden, die an die im Verkehr erforderliche Sorgfalt i.S.d. � 276 Abs. 2 BGB zu stellen sind).
OLG Karlsruhe, 27.09.2012 - 9 U 162/11 Privathaftpflichtversicherer eines Fu�ballspielers muss bei grobem Foul mit …Sein Verhalten, das - dieser Regel entsprechend - mit einem Feldverweis geahndet wurde, liegt auch nicht mehr im Grenzbereich zwischen der im Fu�ball noch gerechtfertigten H�rte und der auch bei sportlichen Kampfspielen unzul�ssigen Unfairness (vgl. OLG D�sseldorf, OLGR 1997, 268, 269; OLG Hamm, VersR 1999, 1115; NJW-RR 2005, 1477; OLG Frankfurt, RuS 1993, 15 f.; OLG M�nchen, NJOZ 2009, 2268 f.; OLG Stuttgart, NJW-RR 2000, 1043 f.; a.A. im Einzelfall OLG Hamburg, VersR 2002, 500).
OLG K�ln, 16.08.2010 - 11 U 96/10 Haftung f�r Verletzungen bei einem Fu�ballspielEine Haftung ist erst bei vors�tzlicher oder grob fahrl�ssiger Regelwidrigkeit und bei �berschreiten der Grenze zwischen noch gerechtfertigter H�rte und unfairem Regelversto� zu bejahen (BGHZ 63, 140 = NJW 1975, 109; NJW 1976, 957; BGHZ 154, 316 = NJW 2003, 2018; OLG D�sseldorf r+s 2005, 435; OLG Hamm NJW-RR 2005, 1477; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 1043; Senat Beschluss vom 19.6.2006 - 11 U 67/06;… Palandt/Sprau, BGB, 65. Auflage 2010, � 823 BGB Rdn. 217 m.w.N.).Eine zu einer Haftung f�hrende grobe Unfairness wurde bejaht in F�llen, in denen der Angriff von (schr�g) hinten gef�hrt worden war (OLG Hamm VersR 1999, 1115; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 1043) oder in denen nach den sonstigen Umst�nden eine "Blutgr�tsche" eindeutig feststellbar war (OLG Hamm NJW-RR 2005, 1477).
OLG Stuttgart, 14.02.2006 - 1 U 106/05 Unerlaubte Handlung: Fahrradunfall w�hrend einer organisierten Radtouristikfahrt; …So ist anerkannt, dass bei sportlichen Wettbewerben mit einem nicht unerheblichen immanenten Gefahrenpotential, bei denen auch bei Einhaltung der geltenden Wettbewerbsregeln oder bei nur geringf�giger Regelverletzung die Gefahr gegenseitiger Schadenszuf�gung besteht, die Inanspruchnahme anderer Teilnehmer f�r solche - nicht versicherten - Sch�den ausgeschlossen ist, die der andere ohne gewichtige Regelverletzung verursacht (BGHZ 63, 140 = NJW 1975, 109; NJW 1976, 957 = VersR 1976, 591 - jeweils Fu�ballspiel; NJW 2003, 2018 (Motorsportveranstaltung mit Wettbewerbscharakter); OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 1043 - Fu�ball; OLG Hamm NJW-RR 2005, 1477 - sog. "Blutgr�tsche").
OLG K�ln, 27.05.2010 - 19 U 32/10 Haftung eines Spielers wegen Verletzungen des Gegners bei einem Fu�ballspielSolange sich das Verhalten des Spielers noch im Grenzbereich zwischen kampfbetonter H�rte und unzul�ssiger Unfairness bewegt ist ein Verschulden trotz objektivem Regelversto� nicht gegeben (…BGH a.a.O.; OLG Hamm NJWE-VHR 1998, 213; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 1043; OLG Stuttgart MDR 2000, 1432; OLG Hamm NJW-RR 2005, 1477; OLG D�sseldorf r+s 2005, 435;… OLG M�nchen Urt. v. 25.02.2009 - 20 U 3523/08).Diese Haftungsfreistellung durch Inkaufnahme m�glicher K�rperverletzungen gilt auch dann, wenn der Sch�diger zwar geringf�gig gegen eine dem Schutz seines Gegenspielers dienende Regel versto�en hat, dies aber aus Spieleifer, Un�berlegtheit, technischem Versagen, �berm�dung oder aus �hnlichen Gr�nden geschehen ist (OLG K�ln NJW-RR 1994, 1372 (Judo); LAG K�ln NJW 1985, 991; OLG Oldenburg r+s 1995, 179; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 1043; OLG Hamburg NJOZ 2001, 232; OLG Hamm NJW-RR 2005, 1477; OLG D�sseldorf r+s 2005, 435).