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Timestamp: 2016-10-26 00:43:48
Document Index: 241657002

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 4', '§ 4', '§ 9', '§ 9']

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Neuvertrag und Rückstufung der Lohngruppe
14.10.2005 17:37 | Preis: ***,00 € |
Seit 1991 bin ich im Schichtbetrieb als Vorarbeiterin tätig. 2002 habe ich meine Tochter zur Welt gebracht und bin seitdem in Erziehungsurlaub, der am 30.11.2005 endet. Vor über drei Monaten habe ich mich um einen Termin mit der Personal abteilung bemüht, da es mir nicht möglich ist eine Vollzeittätigkeit im Schichtbetrieb zu verrichten, dieser Termin wurde fast vier Monate hiausgezögert. Als ich bei dem Gespräch mit der Personalabteilung meinen Wunsch auf einen Teilzeit- bzw. Halbtagsarbeitsplatz vorbrachte wurde mir lediglich eine Stelle von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr angeboten. Außerdem war der erste Einwand, daß meine Lohngruppe sofort zurückgestuft wird und ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben müsse.
1. Darf meine Lohngruppe zurückgestuft wreden, obwohl noch garnicht feststeht ob und wielange ich in Teilzeit arbeite?
2. Muss ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, und bin dann womöglich meinen Anspruch auf meine Vorarbeiterstelle los?
14.10.2005 | 18:06
zunächst einmal haben Sie gem. § 8 Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge einen Anspruch auf Teilzeitarbeit gegenüber Ihrem Arbeitgeber, wenn dieser mehr als 15 Personen in seinem Betrieb beschäftigt.
Machen Sie drei Monate vor Beginn der Teilzeitarbeit Ihren Anspruch schriftlich geltend. Geben Sie dabei unbedingt die von Ihnen gewünschte zeitliche Verteilung der Arbeitszeit an.(zB Montags von 10.00 bis .. Dienstags von...). Übersenden Sie dieses Schreiben der Personalabteilung per Einschreiben mit Rückschein und machen Sie sich eine Kopie des Schreibens für Ihre Unterlagen.
Nach § 8 Abs.4 des Gesetzes muss Ihre Arbeitgeber dann nämlich Ihren zeitlichen Wünschen zustimmen, ausser er kann geltend machen, dass dringende betriebliche Gründe entgegenstehen. Solche Gründe liegen vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Entscheidet sich Ihr Arbeitgeber nicht einen Monat vor Beginn der Teilzeitarbeit und teilt er Ihnen seine Entscheidung nicht mit, dann hat er Ihrem Antrag automatisch zugestimmt und muss auch die von Ihnen gewünschte Zeitverteilung hinnehmen.
Grds dürfen Sie wegen der Wahrnehmung der Teilzeitarbeit nicht diskrimniert werden , § 4 Abs.1 Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge.Das heisst konkret
nach § 4 Abs.1 S.2 des Gesetzes dürfen Sie in der Lohngruppe auch nicht zurückgestuft werden, da Sie weiterhin Anspruch auf das Entgelt haben, dass ein Vollzeit beschäftigter Arbeitnehmer mit einer vergelichbaren Tätigkeit erhält nur natürlich zeitanteilig herabgesetzt. Sie dürfen daher auch nicht gezwungen werden einen neuen Vertrag zu ungünstigeren Konditionen zu unterschreiben.
Wenn es allerdings weiterhin Probleme mit dem Arbeitgeber geben sollte, rate ich Ihnen trotzdem einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen, um Ihre Rechte durchzusetzen.
Nachfrage vom Fragesteller	20.10.2005 | 20:43
Vielen Dank erst mal für den hilfreichen Rat.
Mein Arbeitgeber möchte mich allerdings immernoch in der Lohngruppe zurückstufen, weil es für eine Teilzeittätigkeit keine Vorarbeiterinnenstelle gibt.
Auußerdem hat sich diese Woche ergeben, daß ich in der Siebten Woche Schwanger bin.
29.10.2005 | 17:03
zunächst bitte ich die verspätetet Beantwortung der Frage entschuldigen.
Gem. § 9 MuschG besteht zu Ihrem Gunsten ein Kündigungsverbot. In § 9 MuschG heißt es: "Die Kündigung gegenüber einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb zweier Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird".
Das bedeutet für Sie zunächst, dass Ihnen nicht gekündigt werden kann. Da Ihr Arbeitgeber Sie nach wie vor zurückstufen möchte und keine Teilzeitstelle anbietet, rate ich Ihnen dringend den Gang zum Anwalt. Dieser kann prüfen, ob Ihr Anspruch erfolgreich durchgesetzt werden kann.
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