Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%2010/12
Timestamp: 2019-10-14 12:20:07
Document Index: 33393345

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 164', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 15', '§ 5', '§ 5', '§ 126', '§ 5', '§ 7', '§ 119', '§ 7', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 16', '§ 34', '§ 16', '§ 16', '§ 34', '§ 16', '§ 16', '§ 143', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 16', '§ 34', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

BFH, 22.01.2015 - IV R 10/12 - dejure.org
https://dejure.org/2015,5190
BFH, 22.01.2015 - IV R 10/12 (https://dejure.org/2015,5190)
BFH, Entscheidung vom 22.01.2015 - IV R 10/12 (https://dejure.org/2015,5190)
BFH, Entscheidung vom 22. Januar 2015 - IV R 10/12 (https://dejure.org/2015,5190)
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Gewerbesteuerpflichtige Tätigkeit einer Einschiffsgesellschaft nach Aufgabe der Eigenbetriebsabsicht - Absicht zum langfristigen Betrieb von Handelsschiffen als Voraussetzung für die Anwendung der Gewinnermittlung nach der Tonnage - Vorliegen eines tarifbegünstigten ...
§ 5a des Einkommensteuergesetzes (E... StG), § 164 Abs. 1 der Abgabenordnung, § 5a EStG, § 4 Abs. 1, § 5 EStG, § 15a EStG, § 5a Abs. 1 EStG, § 5a Abs. 4a Satz 3 EStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 5a Abs. 3 EStG, § 7 Satz 3 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG), § 119 Nr. 6 FGO, § 7 Satz 3 GewStG, § 7 Sätze 1 und 2 GewStG, § 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG, § 2 Abs. 1 GewStG, § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG, § 15 Abs. 2, Abs. 3 EStG, § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG, § 15 Abs. 2 EStG, § 16 Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 Satz 5 EStG, § 34 EStG, § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG, § 16 Abs. 3 Satz 1 EStG, § 34 Abs. 1, Abs. 2 EStG, § 16 Abs. 3 EStG, §§ 16, 34 EStG, § 143 Abs. 2 FGO
§ 4 Abs 1 EStG 2002, § 5 EStG 2002, § 5a EStG 2002, § 16 EStG 2002, § 34 EStG 2002
Gewerbliche Tätigkeit nach Aufgabe der Eigenbetriebsabsicht einer Einschiffsgesellschaft; Vorliegen eines tarifbegünstigten Veräußerungsgewinns
Einschiffsgesellschaft - und die Gewerbesteuerpflicht nach Aufgabe der Eigenbetriebsabsicht
aa) Nach ständiger Rechtsprechung beginnt deshalb die sachliche Gewerbesteuerpflicht der unter § 2 Abs. 1 GewStG fallenden Gewerbebetriebe erst, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines (originären oder fiktiven) Gewerbebetriebs erfüllt sind (§ 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG i.V.m. § 15 Abs. 2 bzw. Abs. 3 EStG) und der Gewerbebetrieb in Gang gesetzt worden ist (vgl. BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, Rz 24; außerdem hierzu und zum Folgenden BFH-Urteil vom 30. August 2012 IV R 54/10, BFHE 238, 198, BStBl II 2012, 927, Rz 20, m.w.N.).
Ist Gegenstand des Unternehmens einer Ein-Schiffs-Kommanditgesellschaft jedoch vorrangig der Betrieb des Schiffs, so können betriebliche Leistungen von dieser Gesellschaft erst nach Ablieferung des Schiffs erbracht werden; gewerbesteuerlich relevante Unternehmenserträge dieser Gesellschaft können bis zu diesem Zeitpunkt nicht entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, Rz 31, m.w.N.).
Die sachliche Steuerpflicht endet mit der dauerhaften Einstellung der werbenden Tätigkeit (z.B. BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, Rz 26).
Allerdings handelt es sich insoweit lediglich um ein Indiz; letztlich maßgebend ist die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit (z.B. BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, Rz 28).
Dies gilt bei Personengesellschaften unabhängig von der Rechtsform ihrer Gesellschafter (z.B. BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, Rz 28 f., m.w.N.).
Ein entsprechender Grundsatz für Fälle der vorliegenden Art lässt sich auch nicht aus dem BFH-Urteil vom 22. Januar 2015 IV R 10/12 entnehmen.
Bei der Bestimmung des Merkmals der Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr ist nicht ausschließlich auf das Auftreten und das Erscheinungsbild nach außen hin abzustellen, sondern interne Vorgänge und Beziehungen zwischen den jeweiligen Vertragspartnern sind mit einzubeziehen (BFH-Urteil vom 22.1.2015 IV R 10/12; juris-Datenbank).
Die sachliche Gewerbesteuerpflicht der unter § 2 Abs. 1 GewStG fallenden Gewerbebetriebe beginnt, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines Gewerbebetriebs erfüllt sind (§ 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG in Verbindung mit § 15 Abs. 2 bzw. Abs. 3 EStG) und der Gewerbebetrieb in Gang gesetzt worden ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 22.01.2015 - IV R 10/12 - BFH/NV 2015, 317 und vom 30.08.2012 - IV R 54/10 - BStBl II 2012, 927).
Nach ständiger Rechtsprechung beginnt deshalb die sachliche Gewerbesteuerpflicht der unter § 2 Abs. 1 GewStG fallenden Gewerbebetriebe erst, wenn alle tatbestandlichen Voraussetzungen eines (originären oder fiktiven) Gewerbebetriebs erfüllt sind (§ 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG i.V.m. § 15 Abs. 2 bzw. Abs. 3 EStG) und der Gewerbebetrieb in Gang gesetzt worden ist (vgl. BFH-Urteil vom 22.01.2015 IV R 10/12, Rz 24; außerdem hierzu und zum Folgenden BFH-Urteil vom 30.08.2012 IV R 54/10, BStBl II 2012, 927, Rz 20, m.w.N.).
Erfolgt die Veräußerung innerhalb eines Jahres seit dem Zeitpunkt, in dem erstmals die Voraussetzungen des § 5a EStG vorlagen (Jahresfrist), spricht nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (Urteile vom 26. September 2013 IV R 46/10, BStBl II 2014, 253 sowie IV R 45/11, BStBl II 2015, 296; vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, BFH/NV 2015, 678) eine widerlegliche Vermutung dafür, dass die Einschiffsgesellschaft schon zu Beginn der Jahresfrist nicht die nach § 5a EStG erforderliche Absicht zum langfristigen Betrieb von Handelsschiffen hatte und der Einsatz des Schiffs daher nicht im Rahmen eines Betriebs von Handelsschiffen i.S. des § 5a EStG erfolgte, sondern um die Zeit bis zur von vornherein beabsichtigten Veräußerung des Schiffs wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen.
In diesem Fall obliegt es der Finanzbehörde, die Vermutung durch den Nachweis zu widerlegen, dass die Veräußerung des Schiffs schon bei Beginn der Jahresfrist beabsichtigt war (BFH-Urteile vom 26. September 2013 IV R 46/10, BStBl II 2014, 253 sowie IV R 45/11, BStBl II 2015, 296; vom 22. Januar 2015 IV R 10/12, BFH/NV 2015, 678).