Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.02.1991&Aktenzeichen=VI%20ZR%20165/90
Timestamp: 2019-12-06 02:57:17
Document Index: 157891204

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 237', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', '§ 852', 'BGH', 'BGH', '§ 852']

BGH, 19.02.1991 - VI ZR 165/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1305
BGH, 19.02.1991 - VI ZR 165/90 (https://dejure.org/1991,1305)
BGH, Entscheidung vom 19.02.1991 - VI ZR 165/90 (https://dejure.org/1991,1305)
BGH, Entscheidung vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90 (https://dejure.org/1991,1305)
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Zur Beendigung der Verjährungshemmung bei Verweigerung der Fortsetzung von Vergleichsverhandlungen - Einschlafen der Verhandlungen
Schwebende Verhandlungen - Hemmung der Verjährung - Abbruch der Verhandlungen - Abgrenzungskriterien
NJW-RR 1991, 796
VersR 1991, 475
WM 1991, 1344
Gemäß § 852 Abs. 2 BGB ist die Verjährung von Ansprüchen aus unerlaubter Handlung, wenn zwischen dem Ersatzberechtigten und dem Ersatzverpflichteten Verhandlungen über den zu leistenden Schadensersatz schweben, solange gehemmt, bis der eine oder andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert; es genügt insoweit jeder Meinungsaustausch über den Schadensfall, sofern nicht sofort eindeutig jeder Ersatz abgelehnt wird (vgl. Senatsurteile vom 26. Januar 1988 - VI ZR 120/87 - VersR 1988, 718, 719; vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90 - VersR 1991, 475 und vom 30. Juni 1998 - VI ZR 260/97 - VersR 1998, 1295).
Ein solcher Abbruch von Verhandlungen muß wegen seiner Bedeutung für die Durchsetzbarkeit der geltend gemachten Ansprüche durch klares und eindeutiges Verhalten zum Ausdruck gebracht werden (vgl. Senatsurteile vom 5. November 2002 - VI ZR 416/01 - VersR 2003, 99, 100; vom 30. Juni 1998 - VI ZR 260/97 - VersR 1998, 1295 und vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90 - VersR 1991, 475).
Verhandlung in diesem Sinne ist jeder Meinungsaustausch über den Schadensfall zwischen dem Berechtigten und dem Verpflichteten, wenn und solange nicht erkennbar jeglicher Schadensersatz abgelehnt wird (…BGH, Urt. v. 26. Januar 1988 - VI ZR 120/87, VersR 1988, 718, 719; v. 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90, DB 1991, 2183).
Zwar ist ein für den Beginn der Verjährungshemmung maßgebliches "Verhandeln" im Sinne des § 852 Abs. 2 BGB, das grundsätzlich weit zu verstehen ist (vgl. Senatsurteil vom 26. Januar 1988 - VI ZR 120/87 - VersR 1988, 718, 719), nicht anzunehmen, wenn der Verhandlungspartner jegliche Einstandspflicht verneint (vgl. Senatsurteil vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90 - VersR 1991, 475).
Nicht erforderlich ist, daß dabei eine Vergleichsbereitschaft oder eine Bereitschaft zum Entgegenkommen signalisiert wird (vgl. hierzu Senatsurteile vom 26. Januar 1988 - VI ZR 120/87 - VersR 1988, 718, 719; vom 19. Februar 1991 - VI ZR 165/90 - VersR 1991, 475; vom 13. Mai 1997 - VI ZR 181/96 - NJW 1997, 3447, 3448; vom 30. Juni 1998 - VI ZR 260/97 - VersR 1998, 1295 und vom 31. Oktober 2000 - VI ZR 198/99 - VersR 2001, 108, 110).
Er muss vielmehr zugleich klar und eindeutig zu erkennen geben, dass er die Verhandlungen abbricht (BGH NJW-RR 2005, 1044 (1047); BGH NJW 1998, 2819 (2820); BGH NJW-RR 1991, 796).
Entscheidend ist, dass ein Gespräch über die Forderung in Gang gekommen ist (BGH NJW-RR 1988, 730; 1991, 796 ; 2001, 1169; NJW 2001, 1723).
Danach ist unter einer Verhandlung i.S.v. § 237 § 2 Abs. 4 S. 2 EGBGB bereits jeder Meinungsaustausch zwischen dem Verfügungsberechtigten und dem früheren Eigentümer gerade über die Eigentumsverhältnisse an dem Grundstück zu verstehen, sofern nicht der Verfügungsberechtigte unverzüglich und unmissverständlich jegliche Gespräche hierüber ablehnt (z.B. BGHZ 93, 64, 67 [BGH 28.11.1984 - VIII ZR 240/83]; BGH DB 1991, 2183, jeweils zu § 852 Abs. 2 BGB a.F., m.w.N.).
Ein Abbruch der geführten Verhandlungen durch den Verfügungsberechtigten bedarf im Hinblick auf die Bedeutung für die weitere Durchsetzbarkeit der geltend gemachten Ansprüche eines klaren und eindeutigen Verhaltens gegenüber dem früheren Eigentümer (BGH DB 1991, 2183; BGH NJW 1998, 2819, 2820 [BGH 30.06.1998 - VI ZR 260/97]; zu § 852 Abs. 2 BGB a.F.).
Zwar genügt für Verhandlungen i.S.d. § 852 Abs. 2 BGB jeder Meinungsaustausch über den Schadensfall; dies gilt aber nur, wenn und solange nicht erkennbar die Verhandlungen über die Ersatzpflicht abgelehnt wurden (BGH, NJW-RR 1991, 796; BGHZ 93, 64, 67;… Palandt-Thomas, BGB, 54. Aufl., § 852 Rdnr. 18).
OLG Köln, 22.09.1993 - 27 U 25/93