Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202007,%202122
Timestamp: 2019-05-22 22:13:31
Document Index: 40563652

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 128', '§ 128', '§ 379', '§ 356', '§ 373', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 254']

BGH, 20.03.2007 - VI ZR 254/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,360
BGH, 20.03.2007 - VI ZR 254/05 (https://dejure.org/2007,360)
BGH, Entscheidung vom 20.03.2007 - VI ZR 254/05 (https://dejure.org/2007,360)
BGH, Entscheidung vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05 (https://dejure.org/2007,360)
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BGB § 249; ZPO §§ 128 Abs. 2 Satz 1, 373, 379, 356
Anspruch auf Ersatz der erforderlichen Mietwagenkosten als Herstellungsaufwand; Erforderlichkeit eines Unfallersatztarifs bei Kenntnis eines günstigeren Normaltarifs; Zustimmung bei Schweigen der Parteien auf die Anordnung des schriftlichen Verfahrens im vermuteten Einverständnis der Parteien; Beweisfälligkeit bei Nichtzahlung eines Auslagenvorschusses für einen Sachverständigenbeweis; Notwendigkeit der Klärung einer beweiserheblichen Frage mittels anderer verfügbarer Beweismittel; Möglichkeit der Vermittlung allgemeiner Erfahrungssätze oder besonderer Kenntnisse durch einen Zeugen
Zur Frage der Zugänglichkeit eines wesentlich günstigeren Mietwagentarifs
ZPO § 128 Abs. 2 S. 1 § 379 § 356 § 373; BGB § 249
Anforderungen an die Erklärung der Zustimmung zum schriftlichen Verfahren; Aufklärungspflicht bei Nichtzahlung eines Auslagenvorschusses
Verfahrensrecht - Anordnung d. schriftlichen Verfahrens: Schweigen = Zustimmung?
Haftpflichtprozess - Verfahrensfragen im Mietwagenkosten-Prozess
AG Herne-Wanne, 17.09.2004 - 14 C 6/04
LG Bochum, 28.10.2005 - 5 S 271/04
NJW 2007, 2122
MDR 2007, 969
NZV 2007, 349
VersR 2008, 235
Diese Beurteilung obliegt vielmehr einem Sachverständigen (siehe auch BGH, Urteile vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98, NJW 2000, 862, 863; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, NJW 2007, 2122 Rn. 21 …und vom 3. Juni 2008 - VI ZR 235/07, NJW-RR 2008, 1380 Rn. 11).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats kann sich die Erforderlichkeit eines Unfallersatztarifs zwar daraus ergeben, dass es dem Geschädigten aufgrund einer besonderen Eilbedürftigkeit in der konkreten Anmietsituation nicht zuzumuten war, sich vor Anmietung nach günstigeren Tarifen zu erkundigen (…vgl. Senatsurteile vom 19. April 2005 - VI ZR 37/04, aaO Rn. 25;… vom 4. April 2006 - VI ZR 338/04, aaO Rn. 17;… vom 9. Mai 2006 - VI ZR 117/05, VersR 2006, 986 Rn. 12;… vom 13. Juni 2006 - VI ZR 161/05, VersR 2006, 1273 Rn. 13;… vom 30. Januar 2007 - VI ZR 99/06, VersR 2007, 516 Rn. 14; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, Rn. 12;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 308/07, VersR 2008, 1706 Rn. 15;… vom 9. März 2010 - VI ZR 6/09, aaO Rn. 16;… vom 12. April 2011 - VI ZR 300/09, aaO Rn. 11).
Eine besondere Eilbedürftigkeit kann sogar bei einer Anmietung noch am Unfalltag fehlen (…vgl. Senatsurteile vom 30. Januar 2007 - VI ZR 99/06, aaO; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, aaO).
Denn es ist nicht Aufgabe eines Zeugen, aufgrund von Erfahrungssätzen oder besonderen Fachkenntnissen Schlussfolgerungen aus einem feststehenden Sachverhalt zu ziehen oder dem Gericht allgemeine Erfahrungssätze oder besondere Fachkenntnisse in dem jeweiligen Wissensgebiet zu vermitteln (BGH, Urteil vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, NJW 2007, 2122 Rn. 21 mwN).
Solche Umstände haben die Klägerin und die Streithelferin geltend gemacht, indem sie vorgetragen haben, die Klägerin sei nicht in der Lage gewesen, einen Mietpreis vorzufinanzieren, und eine Anmietung zum "Normaltarif" hätte neben der nicht möglichen Angabe der voraussichtlichen Mietdauer die Leistung einer Sicherheit und Vorauszahlung des Mietpreises mittels einer Kreditkarte erfordert, welche die Klägerin nicht besessen habe (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 163, 19, 26;… vom 14. Februar 2006 - VI ZR 32/05 - VersR 2006, 564 Rn. 9; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05 - VersR 2008, 235 Rn. 13, 17 f.;… vom 19. Februar 2008 - VI ZR 32/07 - VersR 2008, 554 Rn. 18).
Die Frage, ob ein Unfallersatztarif aufgrund unfallspezifischer Kostenfaktoren erforderlich im Sinne des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB ist, kann offen bleiben, wenn feststeht, dass dem Geschädigten ein günstigerer "Normaltarif" in der konkreten Situation ohne weiteres zugänglich war (wie die Beklagte vorgetragen hat), so dass ihm eine kostengünstigere Anmietung unter dem Blickwinkel der ihm gemäß § 254 BGB obliegenden Schadensminderungspflicht zugemutet werden konnte (vgl. Senat, Urteile vom 14. Februar 2006 - VI ZR 32/05 - VersR 2006, 564, 565; vom 4. Juli 2006 - VI ZR 237/05 - VersR 2006, 1425, 1426; vom 23. Januar 2007 - VI ZR 18/06 - VersR 2007, 515, 516; vom 6. März 2007 - VI ZR 36/06 - VersR 2007, 706, 707; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05 - aaO;… vom 12. Juni 2007 - VI ZR 161/06 - aaO m.w.N.).
Ebenso kann diese Frage offen bleiben, wenn zur Überzeugung des Tatrichters feststeht, dass dem Geschädigten die Anmietung zum "Normaltarif" nach den konkreten Umständen nicht zugänglich gewesen ist, denn der Geschädigte kann in einem solchen Fall einen den "Normaltarif" übersteigenden Betrag im Hinblick auf die subjektbezogene Schadensbetrachtung auch dann verlangen, wenn die Erhöhung nicht durch unfallspezifische Kostenfaktoren gerechtfertigt wäre (vgl. Senat, Urteile vom 13. Juni 2006 - VI ZR 161/05 - VersR 2006, 1273, 1274;… vom 4. Juli 2006 - VI ZR 237/05 - aaO; vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05 - aaO;… vom 12. Juni 2007 - VI ZR 161/06 - aaO).
LG Heidelberg, 07.11.2013 - 3 O 342/12
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OVG Sachsen, 24.01.2008 - 1 B 654/07
Verfahrensverstoß; Verzicht auf mündliche Verhandlung; Schriftformerfordernis
LG Leipzig, 21.06.2007 - 12 S 77/07
KG, 01.12.2010 - 12 U 55/10
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LG Frankfurt/Main, 31.08.2017 - 24 O 117/16