Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/113771,0.html
Timestamp: 2019-09-15 21:02:22
Document Index: 243767043

Matched Legal Cases: ['§ 246', '§ 266', '§ 246', '§ 266', '§ 24', '§ 246']

Verfasst am: 16 Feb 2007 - 19:20:53 Titel:
Ist bei dem Problem mit C, dass er "seine Bedenken beiseite wischt" eine Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und dolus eventualis nötig? Hierbei stellt sich nämlich die Frage, ob er es billigend in Kauf genommen hat, dass das Boot sinken könnte oder ob er ernsthaft darauf vertraut hat, dass dies nicht geschieht.
Verfasst am: 16 Feb 2007 - 19:53:11 Titel: ...
Ja denke da is auf jeden Fall ne Abgrenzung nötig!
Wenn man mal so nachließt, kommt man zu dem Ergebnis, dass bei Fahrlässigkeit erkennbare Gründe dafür vorliegen müssen, dass der Täter zwar um die Möglichkeit des Schadeneintritts weiss, warum er jedoch auf das Ausbleiben vertraut.
Von Eventualvorsatz ist in der Regel dann davon auszugehen, wenn der Täter um die Möglichkeit des Schadeneintritts weiss und über diese Erkenntnis einfach hinweggeht. Es wird dem "billigend in kauf nehmen" bzw. dem "sich mit der möglichkeit abfinden" zugerechnet...
Verfasst am: 17 Feb 2007 - 18:17:08 Titel:
Bin gerade am Grübeln, ob es bei Tatkomplex III bzgl. des C Totschlag oder nicht eher Totschlag durch Unterlassen ist.
Totschlag --> durch den Verkauf des Bootes wurde von C ein Kausalgeschehen in Gang gesetzt --> aktives Tun
Totschlag durch Unterlassen --> wer dagegen den Dingen ihren Lauf lässt und von der Möglichkeit des Eingreifens keinen Gebrauch macht, der lässt etwas geschehen --> C hätte den A über die Mängel aufklären können
Zurzeit tendiere ich eher zur Prüfung von Totschlag durch Unterlassen bzgl des C. Andere Ansichten?
Verfasst am: 26 März 2007 - 01:48:12 Titel:
Ich habe im TK II beim Betrug des C auch, dass der Betrag der 15.000 €, von denen der A das Boot bezahlen will, nach dem juristisch-ökonomischen Vermögensbegriff nicht dessen Vermögen zuzuordnen ist.
Du kannst ihm seinem Vermögen jedoch nach dem rein wirtschaftlichen Vermögensbegriff zuordnen.
Und das habe ich aus folgendem Grund getan:
Wenn der Betrag, von dem der A das Boot bezahlt, nicht seinem Vermögen zuzuordnen ist, dann ist er weiterhin Teil des Vermögens der B, die ihm diesen Betrag überwiesen hat.
Somit hätte der C durch die Verfügung des A (Kauf) das Vermögen der B geschädigt.
Es ergibt sich also eine weitere Betrugsprüfung vom C mittels des A an der B.
Das würde dann zu ausschweifend werden und ist vom Umfang her nicht mehr zu schaffen.
Deswegen habe ich gesagt, dass der Betrag nach dem rein wirtschafltichen Vermögensbegriff dem Vermögen des A zuzuordnen ist und den Betrug durchgeprüft.
Nach meinen Quellen sind Unterschlagung und Untreue nebeneinander möglich:
"Tateinheit ist möglich mit Unterschlagung, wenn der Zueignungsvorsatz erst später gefasst wird; sonst tritt § 246 gegenüber § 266 zurück."
(z.B. Tröndle/Fischer)
Erst nachdem der A durch die Vergabe des Auftrages an die Firma Z seine Befugnisse überschritten und sich der Untreue strafbar gemacht hat, hat er die anderen Angebotsschreiben mit genommen und so unterschlagen, sodass davon auszugehen ist, dass der diesbezügliche Zueignungsvorsatz erst später gefasst wurde.
Somit liegt Tateinheit zwischen § 246 und § 266 vor.
Im TK III Totschlag durch Unterlassen beim A anzuprüfen scheitert bei mir am Vorsatz.
Die Situation stellt sich für mich so dar, dass der A die Situation gar nicht Überblickt und die Möglichkeit des Schadeneintritts gar nicht erst in sein Bewusstsein aufgenommen hat.
Das zeigt sich für mich hierin, dass er in Panik gerät, als er die Schwimmvesten nicht finden kann - er ist in eine Situation geraten, mit der er vorher niemals gerechnet hätte.
Somit kann man ihm nur vorwerfen, fahrlässig gehandelt zu haben.
Verfasst am: 26 März 2007 - 13:52:07 Titel:
ich hab absolut kein Platz mehr....
Die Prüfung der Unterschlagung ist verständlich, man kann sagen, dass er die Zueignungsabsicht nach der Untreue und erst kurz vor der Unterschlagung gefasst hat, nur weiß ich nicht, ob ich die Prüfung noch irgendwie in die 25Seiten quetschen kann.
Einfach in den Konkurrenzen erwähnen, würde auch nicht gehen oder?
wenn du bei dem Totschlag des A durch Unterlassen beim Vorsatz rausfliegst, müsstest du doch auch bei der Aussetzung beim Vorsatz rausfliegen oder?
Dann würdest du garnicht erst zur Pflichtenkollision kommen?
Wie siehts denn bei dir mit dem Platz aus???
Verfasst am: 26 März 2007 - 15:52:02 Titel:
Zur Zueignungsabsicht bei der Unterschlagung:
Für die Zueignungsabsicht ist es ausreichend, wenn sich der Täter die Sache ZEITWEISE aneignen will. Hierfür müsste er die Sache oder den darin verkörperten Wert mit Ausschlusswirkung gegenüber dem Eigentümer seinem eigenen oder dem Vermögen eines Dritten in der Weise zugeführt haben, dass er selbst oder der Dritte zum Scheineigentümer wird.
Der A will die Angebotssschreiben ZEITWEISE für andere unzugänglich aufbewahren und schließt die Stadt S als Eigentümerin für diese Zeit aus, sodass er zum Scheineigentümer wird.
Nach h.M. verlangt die Vollendung der Unterschlagung weder eine dauernde Enteignung noch den tatsächlichen Eintritt einer Aneignung durch den Täter oder einen Dritten.
Nach der sog. „Manifestationstheorie“ist es für die Vollendung der Zueignung ausreichend , wenn der Zueignungswille des Täters durch eine nach außen erkennbare Handlung bestätigt wird.
Die nach außen erkennbare Handlung liegt hier in der Mitnahme der Angebotsschreiben, um sie dem Zugriff anderer zu entziehen.
Ein Zueignungswille ist demnach hier zumindest net ganz abwegig und es sollte möglich sein, darüber zu diskutieren!
Und selbst wenn man anderer Ansicht ist sollte man sich anderen Meinungen gegenüber nicht so abschätzig äußern!
Ich denke jeder, der sich hier beteiligt, versucht ernsthaft seine Hausarbeit bestmöglich zu schreiben und Problematiken mit anderen zu erörtern!
Wie kann man nur so scheisse Arrogant sein, sich hier hinzustellen und so zu tun, als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen?!
Kooomisch, dass solche Wunder-Studenten noch keine Professur angeboten bekommen haben...
Verfasst am: 26 März 2007 - 17:02:14 Titel:
Was meinste denn warum drinsteht das er die Unterlagen wieder zurückbringt? Hat sich etwa im zurückbringen der Unterlagen der Zueignungswille objektiviert?
Kannst ja dann eigentlich den Rücktritt § 24 anprüfen oder?
Ach ja und man müsste dann noch problematisieren wem die Angebotsschreiben denn eigentlich gehören. OH! Da kommt man dann wohl über 25 Seiten!
Tja diese monumentale Denkleistung reicht leider nicht aus um Prof. zu werden, aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof!
Tröndle/Fischer § 246 Rn. 6 sei jedem empfohlen
Immer wieder amüsant dieses Forum!
fuuuuuuuurtuum uuuuuuuuuuuussuusss!!!
Verfasst am: 26 März 2007 - 17:27:34 Titel:
schau mal, hab dir ne pn geschrieben
Verfasst am: 26 März 2007 - 20:08:31 Titel:
Will jetzt nach Sachenrecht noch Strafrecht angehen
Was mir jedenfalls aufgefallen ist, mit welcher Selbstverständlichkeit hier die Täuschung der Stadtverwaltung bejaht wird. Es handelt sich ja eindeutig um eine juristische Person und mit der hier vertretenen Argumentation lässt sich ja jede juristische in eine natürliche umwandeln. Ich glaube nicht, dass das Sinn der Sache ist zu sagen: Da arbeiten Menschen also Täuschung (+). S ist und bleibt eine Stadtverwaltung und um das einfach zu umgehen ist mir die Argumentation nicht gut genug, zumal ohne irgendwelche Fußnoten/Belege! Würde mich freuen wenn sich dazu nochmal jemand äußert!!! Vielleicht ist ja jemand bereits dort rausgeflogen????
Verfasst am: 26 März 2007 - 21:51:35 Titel:
Hey Leute, streitet euch bitte nicht