Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20134/63
Timestamp: 2019-01-22 15:48:21
Document Index: 336951872

Matched Legal Cases: ['§ 25', 'Art. 103', 'Art. 104', 'Art. 129', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 80', 'Art. 123', '§ 366', 'BGH']

BVerfG, 03.05.1967 - 2 BvR 134/63 - dejure.org
AZO § 25; GG Art. 103 Abs. 2, Art. 104 Abs. 1
Strafnorm des Arbeitsrechts - Arbeitszeitordnung - Förmliches Gesetz
OLG Stuttgart, 20.03.1963 - 3 Ss 160/63
BVerfGE 22, 1
NJW 1967, 1555
DB 1967, 1093
Dem Gesetzgeber ist es nicht untersagt, in einem Blankettstrafgesetz die Beschreibung des Straftatbestandes durch Verweisung auf eine Regelung im gleichen Gesetz oder in Normen eines anderen rechtssetzenden Organs zu ersetzen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 25. Juli 1962 - 2 BvL 4/62, BVerfGE 14, 245, 252; Beschluss vom 3. Mai 1967 - 2 BvR 134/63, BVerfGE 22, 1, 18).
Maßgeblich für diese Beurteilung sind die damals geltenden staatsrechtlichen Verhältnisse (vgl. BVerfGE 22, 1 [12]).
Daß die Ermächtigung gemäß Art. 129 Abs. 3 GG mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes erloschen ist, hat die Gültigkeit der Verordnung nicht berührt (BVerfGE 22, 1 [12] m.w.N.).
Der Grundrechtsschutz Aus Art. 12 Abs. 1 GG schließt die Abwehr übermäßig belastender und nicht zumutbarer gesetzlicher Auflagen ein (vgl. BVerfGE 22, 1 [20 f.]; 37, 271 [289]).
Die Landesgesetzgeber können allerdings verpflichtet sein, bei einem unvorhergesehenen erheblichen Auseinanderklaffen zwischen den angenommenen und später tatsächlich eintretenden Kostenbelastungen auf Arbeitgeberseite gesetzgeberische Korrekturen anzubringen (BVerfGE 50, 290 [335]; 65, 1 [55 f.] m. w. N.), denn der Grundrechtsschutz aus Art. 12 Abs. 1 GG schließt die Abwehr etwa übermäßig belastender und nicht zumutbarer gesetzlicher Auflagen mit ein (BVerfGE 22, 1 [20 f.]; 37, 271 [289]; st. Rspr.).
Gesetzesvertretende Verordnungen sind solche, die den förmlichen Vorrang des Gesetzes besitzen (BVerfG, Beschluss vom 3. Mai 1967 - 2 BvR 134/63 - BVerfGE 22, 1 ), also allen früher erlassenen Gesetzen vorgehen.
In seiner früheren Rechtsprechung ist das Bundesverwaltungsgericht von der weiterhin bestehenden Anwendbarkeit dieser Vorschrift ausgegangen (Beschluss vom 3. August 1960 - BVerwG 1 ER 200.60 - DVBl 1960, 774 = GewArch 1963, 19 …und Urteil vom 16. August 1977, a.a.O.; vgl. auch BVerfGE 9, 3 ; 22, 1 ).
Die Wirksamkeit der auf ihr beruhenden Verordnung blieb davon jedoch unberührt (vgl. hierzu BVerfGE 9, 3, 12; 22, 1, 12 ).
Auch eine vorkonstitutionelle gesetzesvertretende Verordnung ist eine hinreichende gesetzliche Regelung im Sinne des Art. 12 Abs. 1 GG (vgl. BVerfGE 22, 1 [BVerfG 03.05.1967 - 2 BvR 134/63], 12 ).
Nach allgemeinen rechtsstaatlichen Grundsätzen verlieren untergesetzliche Rechtsnormen (Rechtsverordnungen, Satzungen) durch nachträgliche Änderungen oder das Erlöschen der Ermächtigungsgrundlage nicht automatisch ihre Gültigkeit (…BVerfG v. 3.12.1958 - 1 BvR 488/52 Rdnr. 32;… BVerfG v. 16.5.1961 - 2 BvF 1/60 Rdnr. 27;… BVerfG v. 25.7.1962 - 2 BvL 4/62 Rdnr. 16; BVerfG v. 3.5.1967 - 2 BvR 134/63 Rdnr. 52;… BVerfG v. 18.3.1970 - 2 BvO 1/65 Rdnr. 88).
Es ist allgemein anerkannt, daß untergesetzliches Recht seinen Rechtsbestand nicht allein dadurch verliert, daß die im höherrangigen Recht enthaltene Ermächtigungsvorschrift fortfällt (vgl für die Gültigkeit von Rechtsverordnungen: BVerfGE 9, 3, 12; 12, 341, 346 f; 14, 245, 249 [BVerfG 25.07.1962 - 2 BvL 4/62]; 22, 1, 12; 28, 119, 143; 31, 357, 362 f; 78, 179, 198;… Maunz in: Maunz/Dürig/Herzog, GG, Art. 80 RdNr 24).
Art. 123 Abs. 1 GG regelt nur, daß vorkonstitutionelles Recht, soweit es dem Grundgesetz nicht widerspricht, weitergilt, sagt aber nicht, mit welchem Rang es weitergilt (BVerfG, Beschluß vom 3. Mai 1967 - 2 BvR 134/63 - BVerfGE 22, 1, 12) [BVerfG 03.05.1967 - 2 BvR 134/63].
BVerfG, 07.05.1968 - 2 BvR 702/65
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Auslegung der Blankettnorm des § 366 …
BGH, 10.11.1975 - AnwZ (B) 11/75
BFH, 18.12.1984 - II R 100/81