Source: https://www.bag-urteil.com/21-12-2016-5-azr-362-16/
Timestamp: 2019-01-20 07:33:33
Document Index: 32748804

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 16', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 17', '§ 611', '§ 2', '§ 3', '§ 6', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21']

﻿ ﻿ BAG – 5 AZR 362/16 | bag-urteil.com
Überstundenprozess – Darlegungs- und Beweislast
Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Sächsischen Landesarbeitsgerichts vom 7. Januar 2016 – 9 Sa 335/15 – aufgehoben.
5 AZR 362/16 > Rn 1
5 AZR 362/16 > Rn 2
5 AZR 362/16 > Rn 3
5 AZR 362/16 > Rn 4
5 AZR 362/16 > Rn 5
5 AZR 362/16 > Rn 6
5 AZR 362/16 > Rn 7
5 AZR 362/16 > Rn 8
5 AZR 362/16 > Rn 9
5 AZR 362/16 > Rn 10
5 AZR 362/16 > Rn 11
5 AZR 362/16 > Rn 12
5 AZR 362/16 > Rn 13
5 AZR 362/16 > Rn 14
5 AZR 362/16 > Rn 15
5 AZR 362/16 > Rn 16
5 AZR 362/16 > Rn 17
5 AZR 362/16 > Rn 18
5 AZR 362/16 > Rn 19
5 AZR 362/16 > Rn 20
5 AZR 362/16 > Rn 21
5 AZR 362/16 > Rn 22
5 AZR 362/16 > Rn 23
5 AZR 362/16 > Rn 24
5 AZR 362/16 > Rn 25
5 AZR 362/16 > Rn 26
5 AZR 362/16 > Rn 27
Weiterhin ist es Sache der Beklagten, allgemein oder im konkreten Einzelfall den Zeitaufwand für die Erledigung der zugewiesenen Arbeiten zu ermitteln. Dabei stehen ihr als Hilfsmittel die von ihr als Arbeitgeberin nach § 21a Abs. 7 Satz 1 ArbZG korrekt (vgl. § 22 Abs. 1 Nr. 9 ArbZG) zu erstellenden Aufzeichnungen zur Verfügung, die – weiter gehend als § 16 Abs. 2 ArbZG – alle Arbeitszeiten eines Kraftfahrers enthalten müssen (vgl. zum Inhalt der Aufzeichnungspflicht im Einzelnen: Buschmann/Ulber ArbZG 8. Aufl. § 21a Rn. 44 ff.; Schliemann ArbZG 3. Aufl. § 21a Rn. 39). Die mindestens zwei Jahre aufzubewahrenden (§ 21a Abs. 7 Satz 2 ArbZG) Aufzeichnungen, von denen dem Arbeitnehmer auf Verlangen eine Kopie auszuhändigen ist (§ 21a Abs. 7 Satz 3 ArbZG), dienen zwar primär der Kontrolle der Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Bestimmungen durch die Aufsichtsbehörden (vgl. § 17 Abs. 4 ArbZG). Zugleich sind sie aber – wie die Kontrollgeräte nach der VO (EWG) Nr. 3821/85 – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein geeignetes Hilfsinstrument bei der Rekonstruktion und Darlegung der Arbeitszeit, ohne ihnen den Nachweis der Unrichtigkeit der Aufzeichnungen abzuschneiden.
5 AZR 362/16 > Rn 28
5 AZR 362/16 > Rn 29
5 AZR 362/16 > Rn 30
5 AZR 362/16 > Rn 31
5 AZR 362/16 > Rn 32
5 AZR 362/16 > Rn 33
5 AZR 362/16 > Rn 34
a) Unzutreffend legt der Kläger bei der Ermittlung der Anzahl von Überstunden eine monatliche Betrachtungsweise zugrunde. Vereinbaren die Parteien ein Monatsentgelt, muss der Arbeitnehmer dafür grundsätzlich gemäß § 611 Abs. 1 BGB Arbeit im Umfang der in einem Monat geschuldeten Arbeitszeit erbringen. Doch haben die Parteien in § 2 Arbeitsvertrag eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden vereinbart mit der Verpflichtung des Klägers, im gesetzlichen Rahmen Mehrarbeit zu leisten. Die verwendeten Termini „regelmäßige Arbeitszeit“ und „Mehrarbeit“ knüpfen an die – im Arbeitszeitgesetz nicht mehr enthaltene – Begrifflichkeit der Arbeitszeitordnung an, die in § 3 eine regelmäßige Arbeitszeit von acht Stunden werktäglich und in den §§ 6 ff. darüber hinausgehende Mehrarbeit in bestimmten Fällen vorsah. Mit einer solchen Regelung verdeutlichen die Parteien, dass die vergütungsrelevante Arbeitszeit nicht starr 48 Wochenstunden betragen, sondern in dem arbeitszeitrechtlich erlaubten Umfang geschuldet sein soll. Vereinbart ist damit auch die in § 21a Abs. 4 ArbZG eröffnete Flexibilisierungsmöglichkeit, die konstitutiver Bestandteil der öffentlich-rechtlichen Arbeitszeitregelung ist. Zudem berücksichtigt ein solches Verständnis das Berufsbild eines Fernfahrers, dessen Arbeitszeit sich an den durchzuführenden Touren orientiert und der seine Arbeitsleistung nicht gleichbleibend an allen Tagen jeder Kalenderwoche erbringt (vgl. BAG 18. April 2012 – 5 AZR 195/11 – Rn. 18 ff.).
5 AZR 362/16 > Rn 35
5 AZR 362/16 > Rn 36
5 AZR 362/16 > Rn 37
BAGE 157, 347
NZA 2017, 584
NZA-RR 2017, 233
ArbZG § 21a Abs. 3
ArbZG § 21a Abs. 4
ArbZG § 21a Abs. 7
Das Urteil BAG – 5 AZR 362/16 wird zitiert in: