Source: http://www.kostenlose-urteile.de/LG-Muenchen-I_1-S-2680111_Mietminderung-und-Kuendigung-aufgrund-Schimmelbefalls-in-vermieteter-Eigentumswohnung-Wohnungseigentuemer-steht-gegenueber-Verwalter.news19062.htm
Timestamp: 2017-03-30 02:44:23
Document Index: 163254609

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 27', '§ 254', '§ 543', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urteil > 1 S 26801/11 | LG München I - Mietminderung und Kündigung aufgrund Schimmelbefalls in vermieteter Eigentumswohnung: Wohnungseigentümer steht gegenüber Verwalter Schadenersatzanspruch wegen unterlassener Feststellung zur Ursache des Schimmelbefalls zu < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung4.2/0/5(10) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Landgericht München I, Urteil vom 15.10.2012 - 1 S 26801/11 - Mietminderung und Kündigung aufgrund Schimmelbefalls in vermieteter Eigentumswohnung: Wohnungseigentümer steht gegenüber Verwalter Schaden­ersatz­anspruch wegen unterlassener Feststellung zur Ursache des Schimmelbefalls zuRecht zur Mietminderung von 20 % sowie zur außerordentlichen Kündigung bei Auftreten von SchimmelGeht der Verwalter einer Wohnungs­eigen­tums­anlage der Ursache eines Schimmelbefalls in einer vermieteten Eigentumswohnung nicht nach, woraufhin der Mieter der Wohnung seine Miete um 20 % mindert und den Mietvertrag fristlos kündigt, so steht dem Wohnungseigentümer ein Schaden­ersatz­anspruch gegenüber dem Verwalter zu. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts München I hervor.
Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: In einer vermieteten Eigentumswohnung trat ab Mai 2007 im Bereich des Dachflächenfensters Feuchtigkeit und Schimmel auf. Zudem zeigte sich ein Befall von Silberfischen. Der Verwalter der Wohnungseigentumsanlage besichtigte den Schaden und kam zu dem Schluss, dass der Schimmelbefall auf ein falsches Lüftungsverhalten des Mieters zurückzuführen sei. Der Verwalter unternahm daher keine weiteren Nachforschungen. Der Mieter minderte daraufhin ab Juli 2007 seine Nettomiete um 20 %. Nachdem sich der Schimmel zum Jahresende verschlimmerte, kündigte der Mieter im Januar 2008 das Mietverhältnis fristlos. Ein Sachverständiger stellte anschließend fest, dass der Schimmel tatsächlich wegen eines mangelhaften Fensters entstanden sei. Dieser Mangel habe von Anfang an bestanden und hätte daher schon im Mai 2007 festgestellt werden können. Die Wohnungseigentümerin klagte aufgrund dessen gegen den Verwalter auf Schadenersatz wegen der entgangenen Miete durch die Minderung und der Kündigung. Das Amtsgericht Augsburg gab der Klage statt. Dagegen richtete sich die Berufung des Verwalters.Schadenersatzanspruch wegen Pflichtverletzung des Verwalters bestandDas Landgericht München I entschied ebenfalls zu Gunsten der Wohnungseigentümerin. Ihr habe gegen den Verwalter ein Anspruch auf Schadenersatz nach § 280 Abs. 1 BGB zugestanden. Dieser sei nach § 27 Abs. 1 Nr. 2 WEG dazu verpflichtet gewesen, die für die ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Dies habe der Verwalter aber unterlassen. Zwar habe der Verwalter den Schaden besichtigt, er habe aber angesichts seines fehlenden Fachwissens einen Sachverständigen hinzuziehen müssen, um der Ursache des Schimmels auf den Grund zu gehen.Schadensersatz in Höhe der MietminderungDer Wohnungseigentümerin habe nach Auffassung des Landgerichts zunächst ein Schadenersatz in Höhe der erfolgten Mietminderung zugestanden. Dabei sei aber zu beachten gewesen, dass selbst dann, wenn der Verwalter seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen wäre, der Schaden nicht sofort behoben worden wäre. So hätte zunächst ein Eigentümerbeschluss erwirkt werden müssen, um ein kostenintensives Sachverständigengutachten zu Lasten aller Wohnungseigentümer und eine anschließende Reparatur in Auftrag zu geben. Darüber hinaus hätte die Beseitigung des Schimmels und dessen Ursache ebenso einige Zeit in Anspruch genommen. Daher sei die Mietminderung für die ersten drei Monate nicht auf die Pflichtverletzung des Verwalters zurückzuführen gewesen.Mietminderung von 20 % gerechtfertigtDas Landgericht hielt die Mietminderung von 20 % wegen des Schimmelbefalls und der Silberfische im Übrigen für angemessen.Schadenersatz in Höhe der entgangenen Miete durch die fristlose KündigungDa, nach Ansicht des Landgerichts, die fristlose Kündigung des Mietverhältnisses durch den Mieter auf die Pflichtverletzung des Verwalters zurückzuführen gewesen sei, habe der Wohnungseigentümerin ein Schadenersatz in Höhe der durch die Kündigung entgangenen Miete zugestanden. Die Wohnungseigentümerin habe sich kein Mitverschulden nach § 254 BGB anlasten müssen, weil sie gegen die Kündigung nicht vorgegangen sei. Denn die Kündigung sei nach § 543 Abs. 2 Nr. 1 BGB berechtigt gewesen. Die Wohnungseigentümerin sei daher nicht verpflichtet gewesen, einen aussichtslosen Prozess zu führen.WerbungViele weitere Urteile rund um das Thema Mietminderung finden Sie auf der DAWR-Mietminderungstabelle ».
Quelle: Landgericht München I, ra-online (zt/WuM 2013, 370/rb) Vorinstanz:Amtsgericht Augsburg, Urteil vom 10.11.2011[Aktenzeichen: 31 C 1438/09] Eine weitere Entscheidung zu diesem Thema:Schimmelbildung in Mietwohnung rechtfertigt keine fristlose Kündigung durch Mieter(Oberlandesgericht Düsseldorf, Beschluss vom 06.06.2013[Aktenzeichen: I-10 U 26/13])Aktuelle Urteile aus dem Mietrecht | Schadensersatzrecht | Wohneigentumsrecht Urteile zu den Schlagwörtern: Anspruch auf ... | Beauftragung | entgangener Gewinn | fehlende | fehlender | mangelnde | fehlendes | Feuchtigkeit | fristlose | außerordentliche Kündigung | Mietmangel | Mietmängel | Mietminderung | Miete mindern | Minderungsrecht | Recht zur Mietminderung | Pflichtverletzung | Sachverständiger | Gutachter | Schadensersatz | Schimmelflecken | Schimmelpilze | Pilzbefall | Schimmelbefall | Silberfische | Silberfischchen | Wohnungseigentümer | Wohnungseigentumsverwalter Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Wohnungswirtschaft und Mietrecht (WuM)Jahrgang: 2013, Seite: 370 WuM 2013, 370 Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern. Dokument-Nr. 19062Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil19062Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: 4.2 (max. 5) - 10 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (1) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Antefix schrieb am 05.11.2014Spitzfindig erscheint die Begründung des gerichtlichen "Nachlasses" von drei Mietemonaten für den Verwalter. Denn ordnungsgemäße Verwaltung schließt m.E. unmittelbares Handeln in allen Schadensfällen von Gemeinschaftseigentum, wie hier einer durchlässigen Dachhaut ein, bei i.d.F. fehlender Fachkenntnis eines insofern vielleicht auch preisgünstig bestellten Verwalters auch unmittelbar einen (preiswerten) Gutachter. Standardisiertes "Ermessen" wie mangelnde Lüftung führt jedenfalls fast immer zu vermeidbaren größeren / dauerhaften Folgeschäden. . . NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar Werbung
DruckenVerwenden Sie diese Kurz-URL für Ihre Verlinkungenhttp://www.kostenlose-urteile.de/Urteil24021Sie haben auch eine Meinung zu diesem Urteil? Dann schreiben Sie jetzt einen neuen Kommentar!1zuletzt wurde kommentiert...vor 7 Stunden von :Mozzarella, Nordseekrabbensalat und "Flensburger Fördetopf" im Handgepäck unzulässiggestern von :Unbewohnbarkeit einer Wohnung nach Brand: Keine Pflicht des Mieters zur Trennung einer Mikrowelle von Stromquelle bei Nichtgebrauchvorgestern von :BGH zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen bei bindender PatientenverfügungGern gelesen Schuldner müssen nicht in jedem Fall an Inkassounternehmen aus der Schweiz zahlen »Einsatz von Trocknungsgeräten rechtfertigt Mietminderung von 100 % »BGH zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen bei bindender Patientenverfügung »Beharrliche Pflichtverletzung: Widerholte Geschwindigkeits­überschreitungen können zum Fahrverbot führen »Kein Anspruch auf Rückzahlung von fast 5,5 Millionen Euro »Kosten für lasergestützte Augenoperation bei "Grauem Star" sind beihilfefähig »Kein Flüchtlingsstatus für Syrer »Beifahrer kann für gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr bestraft werden »neue Urteile Berliner Mieten­begrenzungs­verordnung nicht zu beanstanden »BGH formuliert Leitlinien zum Umgang mit Wohnraumkündigungen wegen Berufs- oder Geschäftsbedarfs »Ausladen von Gepäck aufgrund Nichterscheinens eines Passagiers zum Boarding ist kein außergewöhnlicher Umstand »Strafrechtliches Ermittlungs­verfahren steht Entziehung der Fahrerlaubnis durch Fahr­erlaubnis­behörde entgegen »Facebook-Nutzerin muss Verwaltungskosten für Absage einer als "öffentlich" eingestellten Veranstaltung tragen »Gerichtlich bestätigtes Entlassungs­verlangen des Betriebsrats begründet dringendes betriebliches Erfordernis für ordentliche Kündigung » Anwaltsgebühren Prozesskostenrechner Anwaltssuche Pfändungstabelle Pfändungsrechner IBAN-Rechner (D/A/CH) Hartz IV Regelsätze 2016 Hartz IV Regelsätze 2017 MietminderungstabelleDas könnte Sie auch interessieren ...Berliner Mieten­begrenzungs­verordnung nicht zu beanstandenVermieterin unterliegt auch in II. Instanz in Rechtsstreit um überhöhte Miete gemäß Mieten­begrenzungs­verordnung »BGH formuliert Leitlinien zum Umgang mit Wohnraumkündigungen wegen Berufs- oder GeschäftsbedarfsZur Zulässigkeit der Eigen­bedarfs­kündigung von Wohnraum zur künftigen Nutzung als Gewerbefläche »Wohnungs­einbruchs­diebstahl: Was zahlt die Versicherung bei Einbruch und Diebstahl?Viele Haus­eigentümer werden im Winter Opfer eines Einbruchs. Der psychische Schaden ist dabei oft schon schlimm genug, der finanzielle ... Diebstahl? ... »So können Sie beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung legal Grund­erwerb­steuer sparenDie Grund­erwerb­steuer ist beim Immobilien­kauf ein großer Posten bei den Nebenkosten. Sie berechnet sich anhand des Boden- und Gebäudew ... »Gerichtlich bestätigtes Entlassungs­verlangen des Betriebsrats begründet dringendes betriebliches Erfordernis für ordentliche ... ...BAG zum Kündigungsschutz nach einem Entlassungs­verlangen des Betriebsrats »Behördeng­änge: Muss man bei Behörden immer persönlich erscheinen?Müssen Behördeng­änge immer persönlich erledigt werden, oder kann man auch einen Vertreter schicken? »Reisemangel muss so früh wie möglich vor Ort gemeldet werdenWer nach einem mangelhaften Urlaub einen Teil seines Reise­preises zurückhaben möchte, muss dem Veranstalter das Problem vor Ort so früh wie möglich ... ... »Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:Sie suchen einen Anwalt?Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...Name, Schwerpunkt, Ort, Postleitzahl alle Urteile vom ...Donnerstag, der 30.03.2017 »Mittwoch, der 29.03.2017 »Dienstag, der 28.03.2017 »Montag, der 27.03.2017 »Freitag, der 24.03.2017 »Donnerstag, der 23.03.2017 »Mittwoch, der 22.03.2017 »Dienstag, der 21.03.2017 »Montag, der 20.03.2017 »Freitag, der 17.03.2017 »Donnerstag, der 16.03.2017 »Mittwoch, der 15.03.2017 »Dienstag, der 14.03.2017 »Montag, der 13.03.2017 »Freitag, der 10.03.2017 »Donnerstag, der 09.03.2017 »Mittwoch, der 08.03.2017 »Dienstag, der 07.03.2017 »Montag, der 06.03.2017 »Freitag, der 03.03.2017 »Donnerstag, der 02.03.2017 »Mittwoch, der 01.03.2017 »kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkungeinige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbHWerbung