Source: https://www.schuldnerberatung.de/insolvenzversteigerung/
Timestamp: 2019-07-19 00:39:12
Document Index: 221500992

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 165', '§ 170', '§ 36', '§ 811', '§ 811']

Die Insolvenzversteigerung - Schuldnerberatung 2019
Das Wichtigste zur Insolvenzversteigerung
Vermögenswerte, die Teil der Insolvenzmasse sind, können zwangsversteigert werden, um mit dem Erlös die Gläubiger zu befriedigen.
Auch während einer Firmeninsolvenz ist die Insolvenzversteigerung eine Option. Kfz, Produktionsmaschinen oder Büroinventar können dann verkauft werden.
Einige Gegenstände, vor allem persönlicher Natur, können nicht zwangsversteigert werden.
Auch das Eigenheim fällt unter die Insolvenzmasse, weshalb die Versteigerung grundsätzlich möglich ist. Durch eine Freigabe kann u. U. die Versteigerung verhindert werden.
Auch Autos können von der Insolvenzversteigerung betroffen sein.
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Ob Privatperson, Druckerei oder Dachdecker – Insolvenzversteigerung und Zwangsvollstreckung können Konten und Gegenstände betreffen.
Kommt es zur Insolvenz, sind Schuldner meist zahlungsunfähig oder zumindest überschuldet gewesen bzw. können die laufenden Zahlungsfälligkeiten in absehbarer Zukunft nicht länger leisten. In der Folge wird das Vermögen des Schuldners in der Insolvenzmasse zusammengefasst und dem Insolvenzverwalter unterstellt.
Die Insolvenzmasse ist nach § 35 der Insolvenzordnung (InsO) alles Vermögen, das der Insolvenzschuldner zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung besitzt und während des Verfahrens erlangt. Der Insolvenzverwalter fertigt eine Vermögensübersicht aller Gegenstände an.
In der Regel zählt zur Insolvenzmasse jedoch nicht nur das pfändbare finanzielle Vermögen des Schuldners, etwa auf Sparbüchern, sondern auch bewegliche und unbewegliche Gegenstände, die Eigentum des Schuldners sind. Das können wertvolle Kunstwerke ebenso wie Gebrauchsgegenstände (z. B. Autos) oder Grundstücke und Immobilien sein.
Um die Gläubiger zu befriedigen, ist es grundsätzlich auch möglich, dass Gegenstände der Insolvenzmasse im Zuge einer Insolvenzversteigerung verkauft werden (§§ 165/166 InsO). Der Erlös ist wiederum Teil der Insolvenzmasse und wird normalerweise nach Abzug der Kosten der Versteigerung an die Gläubiger ausgeschüttet (§ 170 InsO).
Nicht nur im Auktionshaus finden Insolvenzversteigerungen statt. Im digitalen Zeitalter ist die Zwangs- bzw. die Insolvenzversteigerung auch online möglich.
Insolvenz und Insolvenzversteigerung folgen meist auf Zahlungsunfähigkeiten.
Damit die Insolvenzversteigerung vonstattengehen kann, ist zuerst die Eröffnung der Insolvenz nötig. Im Vorfeld hat der Schuldner bereits versucht, sich anderweitig mit seinen Gläubigern zu einigen. Erst wenn dieser Versuch scheitert, ist die Privatinsolvenz möglich.
Weitere Voraussetzung ist in der Regel die Zahlungsunfähigkeit und das Vorhandensein einer gewissen Insolvenzmasse. Ansonsten ist die Zustimmung des Gerichts meist unwahrscheinlich. Eine Insolvenzversteigerung ist dann ausgeschlossen, nicht jedoch die Maßnahmen der Zwangsversteigerung durch Gläubiger.
Vorteil der Insolvenz ist, dass der Schuldner ab Verfahrenseröffnung davor geschützt ist, dass seine Gläubiger gegen ihn Maßnahmen der Zwangsvollstreckung betreiben. Stattdessen liegt die Verwertung der Insolvenzmasse allein in den Händen des Insolvenzverwalters.
Insolvenzversteigerer verwerten bspw. auch Firmeninventar.
Eine Insolvenzversteigerung ist nicht nur während der Verbraucherinsolvenz, sondern auch in der Regelinsolvenz möglich. Zu welcher Branche die Firma gehört, bspw. Dienstleistungssektor oder Industrie, ist für Insolvenzversteigerungen unerheblich.
Allerdings wird bei Unternehmen bestimmter Branchen der Erlös höher ausfallen als bei anderen. Findet die Insolvenzversteigerung etwa bei Bauunternehmen oder anderen Firmen mit wertvollen Gegenständen, bspw. großen Produktionsmaschinen, statt, können die Gläubiger mit weit mehr Erlös rechnen, als es bei einer Dienstleistungsfirma der Fall wäre, wo in der Insolvenzversteigerung hauptsächlich normale Büromöbel zum Verkauf stünden.
In der Regel werden bei einer Firmeninsolvenz nur solche Gegenstände versteigert, die für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs nicht nötig sind, sofern der Betrieb weitergeführt werden soll. Dann können während dem Konkursverkauf bzw. der Insolvenzversteigerungen etwa Fahrzeuge verkauft werden, die nicht gebraucht werden.
Für Interessenten ist eine solche Insolvenzversteigerung oft eine gute Möglichkeit, relativ günstig Gebrauchtmaschinen u. ä. zu erwerben. Vielfach finden auch Online-Auktionen für die Insolvenzversteigerung statt.
Einige Gegenstände gehören laut § 36 InsO nicht zur Insolvenzmasse, da sie nicht der Zwangsvollstreckung unterliegen. Eine Insolvenzversteigerung ist daher laut § 811 der Zivilprozessordnung (ZPO) u. a. bei folgenden Werten ausgeschlossen:
Sachen des persönlichen Gebrauchs und solche, die dem Haushalt dienen (Kleidung, Wäsche, Küchengeräte)
Für die Berufsausübung des Schuldners erforderliche Gegenstände
Hilfsmittel bei körperlichen Gebrechen (Brillen, Prothesen etc.)
Normalerweise ist das Eigenheim als Teil der Insolvenzmasse anzusehen und somit zur Gläubigerbefriedigung pfändbar. Darüber entscheidet in der Regel der Insolvenzverwalter. Schuldner können jedoch versuchen, eine Freigabe des Insolvenzverwalters zu erhalten, um ihr Eigenheim behalten zu können.
Sollen in der Insolvenzversteigerung Kfz oder Eigenheim veräußert werden, ist dies in der Regel zulässig.
Obwohl der Insolvenzverwalter in eigenem Ermessen entscheiden kann, ist dies üblicherweise nur möglich, wenn das Eigenheim verschuldet ist. Davon wird in der Regel gesprochen, wenn
auf dem Haus Schulden lasten
und der zu erwartende Erlös aus einer Insolvenzversteigerung geringer ausfällt als diese Schulden.
Je unsicherer also die Gläubigerbefriedigung, desto wahrscheinlicher ist es meist, die Freigabe zu erhalten.
Soll das eigene Auto der Insolvenzversteigerung zugeführt werden, ist dies prinzipiell möglich. Wird das Auto jedoch beispielsweise benötigt, um die Arbeitsstelle zu erreichen und es besteht keine Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, so ist die Versteigerung des Pkw § 811 der ZPO normalerweise unzulässig.
Allerdings können insbesondere Luxusmodelle nichtsdestotrotz unter den Hammer kommen – denn dann wäre es in der Regel dem Schuldner zumutbar, sich ein weniger teures Modell im Austausch anzuschaffen. Der restliche Erlös würde wie gehabt zur Befriedigung der Gläubiger herangezogen werden.
Seit einigen Jahren ist es auch dann möglich, das Auto trotz der Insolvenz zu behalten, wenn dieses für die Berufsausübung eines Familienmitglieds notwendig ist.
Ihr Haus, Auto oder ansonsten wichtiger Gegenstand soll versteigert werden? Wenden Sie sich am besten umgehend an Ihren Insolvenzanwalt. Dieser kann Sie beratend unterstützen und die Versteigerung evtl. noch verhindern, bspw. wenn Ihr Auto zur Berufsausübung nötig ist.