Source: https://www.brennecke.pro/217940/Einfuehrung-ins-Erbrecht--Uebersicht
Timestamp: 2017-01-19 21:24:43
Document Index: 120847439

Matched Legal Cases: ['§1932', '§1923', '§ 90', '§ 2038', '§ 2038', '§ 2058', '§ 2060', '§ 2361', '§ 2306', '§ 1953']

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Die gesetzliche Erbfolge tritt ein, wenn der Verstorbene kein Testament oder Erbvertrag hinterlassen hat, die Erbeinsetzung unwirksam ist oder der Erbe nicht zur Erbfolge gelangt. Die gesetzliche Erbfolge orientiert sich dabei an dem Verwandtschaftsgrad des Erblassers und der Erben. Sie nimmt dabei eine Einstufung in 5 Ordnungen vor.
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Dem gesetzlichen Erbrecht des Ehegatten kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Güterstand regelt dabei die Folgen im Erbfall. Unabhängig vom Güterstand erhält der Ehegatte als gesetzlicher Erbe gemeinschaftlich genutzte Haushaltsgegenstände und Hochzeitsgeschenke nach §1932 BGB als sogenannten „Voraus“ um seinen bisherigen häuslichen Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Ob das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten anzuwenden ist, hängt davon ab, ob eine Ehe bestand hat. Sie darf zum Zeitpunkt des Erbfalls weder geschieden, nichtig noch aufgehoben worden sein.
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Jede natürliche Person kann Erbe sein, wenn sie zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits lebte oder noch lebte (§1923 I BGB).Bei bereits gezeugten aber noch nicht geborenen Kindern macht das Gesetz eine Ausnahme. Sie gelten als vor dem Erbfall zur Welt gekommen, wenn sie lebend zur Welt kommen.Auch juristische Personen können als Erben eingesetzt werden, wenn sie im Zeitpunkt des Todes bereits bestanden hat. Tiere gelten nach § 90 a BGB vor dem Gesetz als Sachen und können deshalb nicht als Erben eingesetzt werden.
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Die Einsetzung eines Ersatzerben ist möglich. Sinnvoll ist dies, wenn zu erwarten ist, dass der eingesetzte Erbe aus einem bestimmten Grund wegfällt.Der Erblasser kann anordnen, dass eine bestimmte Person einzelne Nachlassgegenstände als Vermächtnis erhalten soll. Der Vermächtnisnehmer erhält mit dem Erbfall nicht das Eigentum an dem Gegenstand, sondern einen schuldrechtlichen Anspruch auf Herausgabe dieses Gegenstands.
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Falls Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament errichten haben, kann dies nicht einseitig aufgehoben werden. Um die Verfügung aufheben zu können, muss eine entsprechende notariell beurkundete Verfügung dem Ehegatten zugestellt werden. Mehr zum Themahttp://www.brennecke.pro/176066/Einfuehrung-ins-Erbrecht-Teil-3-Das-Testament-3-Widerruf-eines-Testaments
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Bestimmt der Erblasser mehrere Erben, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Diese Erbengemeinschaft kann nur gemeinschaftlich über den Nachlass verfügen (§ 2038 I BGB). Damit die Erbengemeinschaft handlungsfähig ist, kann der Erblasser eine Handlungsvollmacht zugunsten eines Erben anordnen. Dieser kann damit alleine handeln und bedarf keiner Zustimmung der anderen Erben.Des Weiteren kann jedes Mitglied einer Erbgemeinschaft notwendige Erhaltungsmaßnahmen alleine tätigen, sofern diese der Sicherung des Nachlasses dienen (§ 2038 I 2 BGB).Bei der Haftung der Erbengemeinschaft ist der Zeitpunkt entscheiden. Es ist dabei zwischen der Haftung vor der Nachlassteilung (§ 2058 BGB) und nach der Nachlassteilung (§ 2060 BGB) zu unterscheiden.
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Sollte der Erbschein zwar unrichtig sein, wurde dieser jedoch weder eingezogen noch für kraftlos erklärt, kann sich der Erbscheininhaber auf den öffentlichen Glauben des Erbscheines berufen.Gem. § 2361 I S. 1 BGB zieht das Nachlassgericht den Erbschein im Nachhinein wieder ein, wenn entweder zum Zeitpunkt der Erteilung die Voraussetzungen für den Erlass des Erbscheins nicht gegeben waren oder nun nicht mehr vorhanden sind.
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Grundsätzlich kann jeder Erbe das Erbe ausschlagen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, dass Pflichtteilsberechtigte ihr Erbe ausschlagen und trotzdem ihren Pflichtteil erhalten (§ 2306 I 2 BGB).Als Folge der Ausschlagung gilt das Erbe als nicht angetreten. Die Erbschaft fällt daraufhin demjenigen zu, der berufen wäre, wenn der Ausschlagende zum Zeitpunkt der Erbschaft nicht gelebt hätte (§ 1953 BGB).
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