Source: http://die-welt-ist-eine-scheibe.de/blog/2007/06/computersicherheit-verboten
Timestamp: 2017-08-20 07:56:43
Document Index: 357815468

Matched Legal Cases: ['§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 202', '§ 149']

Computersicherheit verboten? — Die Welt ist eine Scheibe
Computersicherheit verboten?
Wie bekannt sein dÃ¼rfte hat der Bundestag vor ein paar Tagen ein neues Gesetz zur BekÃ¤mpunf von ComputerkriminalitÃ¤t verabschiedet. Die Aufregung darÃ¼ber ist im Moment groÃŸ. Andy-MÃ¼ller Maguhn vom CCC:
"Das Verbot des Besitzes von Computersicherheitswerkzeugen Ã¶ffnet auch dem Einsatz des Bundestrojaners TÃ¼r und Tor. Industrie und BÃ¼rgern wird systematisch die MÃ¶glichkeit genommen, ihre Systeme adÃ¤quat auf Sicherheit zu Ã¼berprÃ¼fen. Dieses Verbot gefÃ¤hrdet die Sicherheit des IT-Standorts Deutschland."
Entsprechende Artikel finden sich auch bei www.golem.de, chip.de und bei cs-internet.
Auf den Seiten des CCC findet man:
"Der Bundestag hat heute das Verbot von Computersicherheitswerkzeugen unverÃ¤ndert durchgewunken (StrafrechtsÃ¤nderungsgesetz zur BekÃ¤mpfung der ComputerkriminalitÃ¤t, neuer Â§ 202 StGB). Bestraft werden soll insbesondere das Herstellen, Programmieren, Ãœberlassen, Verbreiten oder Verschaffen von Software, die fÃ¼r die tÃ¤gliche Arbeit von Netzwerkadministratoren und Sicherheitsexperten dringend notwendig ist."
Scheinbar haben viele der Beteiligten das Gesetz nicht gelesen (oder ich verstehe das Gesetz nicht, weil ich kein Anwalt bin). Deshalb hier nochmal der Text:
Â§ 202c StGB - Vorbereiten des AusspÃ¤hens und Abfangens von Daten (1) Wer eine Straftat nach Â§ 202a oder Â§ 202b vorbereitet, indem er 1. Passworte oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten (Â§ 202a Abs. 2) ermÃ¶glichen, oder 2. Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen Ã¼berlÃ¤sst, verbreitet oder sonst zugÃ¤nglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Â§ 149 Abs. 2 und 3 gilt entsprechend.
FÃ¼r mich steht da nicht, dass der Besitz der Programme verboten ist, sondern dass verboten ist, eine Straftat vorzubereiten, und sich dazu in den Besitz der Tools, usw., zu bringen. Das heisst, dass jeder weiterhin Sicherheitswerkzeuge haben darf, Security-Tests durchfÃ¼hren darf, etc. pp. Man darf nur keine Straftat damit vorbereiten. Ich verstehe also, ehrlich gesagt, die ganze Aufregung nicht.
Vielleicht seid ihr so freundlich und erklÃ¤rt mir das Problem?
Written by Oliver Hankeln On June 15, 2007 In Politik
← SterbehilfeAgent Provocateur in Heiligendamm →