Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/fliegendes-personal-bundespolizei-3131407
Timestamp: 2020-08-11 04:55:21
Document Index: 158421140

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 47', '§ 47', '§ 42', '§ 23', '§ 47', '§ 22', '§ 23', '§ 47', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 42', '§ 47', '§ 42', '§ 42', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 42', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 3', '§ 22', '§ 23', '§ 23', 'Art. 3', '§ 23', '§ 23', '§ 47', '§ 22', '§ 23', '§ 16', '§ 23', '§ 23', '§ 22', '§ 7', '§ 16', '§ 17', '§ 23', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 47', '§ 22', '§ 23', '§ 17', '§ 17', '§ 16', '§ 22', '§ 47', '§ 23', '§ 23', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 47', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 40', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 17']

Fliegendes Personal der Bundespolizei - und die Erschwerniszulage | Rechtslupe
Fliegendes Personal der Bundespolizei - und die Erschwerniszulage
Stel­len­zu­la­gen nach § 42 Abs. 1 BBesG und Erschwer­nis­zu­la­gen nach einer auf­grund von § 47 Abs. 1 BBesG erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nung haben unter­schied­li­che Ziel­rich­tun­gen. Dau­er­er­schwer­nis­se gleich­blei­ben­der Art sind kei­ne Erschwer­nis­se i.S.v. § 47 Abs. 1 BBesG; sie kön­nen durch eine Stel­len­zu­la­ge i.S.v. § 42 BBesG abge­gol­ten wer­den.
§ 23f EZu­lV ist auf den Bereich der Bun­des­po­li­zei nicht anwend­bar. Beson­de­re Erschwer­nis­se für flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei i.S.v. § 47 Abs. 1 BBesG wer­den abschlie­ßend durch Zula­gen nach § 22a EZu­lV abge­gol­ten.
Ein bei der Flie­ger­staf­fel der Bun­des­po­li­zei ver­wen­de­ter Poli­zei­be­am­ter hat kei­nen Anspruch auf Zah­lung der Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV, weil die­se Vor­schrift den Bereich der Bun­des­po­li­zei nicht erfasst.
Beson­de­re Erschwer­nis­se für flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei i.S.v. § 47 BBesG wer­den abschlie­ßend durch § 22a EZu­lV abge­gol­ten.
Im Zeit­raum bis zum Inkraft­tre­ten des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­neu­re­ge­lungs­ge­set­zes vom 11.06.2013 [1] am 1.08.2013 geht es um das Ver­hält­nis zwi­schen der Stel­len­zu­la­ge nach Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c der Vor­be­mer­kun­gen zu den Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B (Anla­ge I zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 [2] – im Fol­gen­den: Vor­be­mer­kun­gen – und der vom Poli­zei­be­am­ten gel­tend gemach­ten Erschwer­nis­zu­la­ge für flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­wehr und ande­rer Ein­rich­tun­gen des Bun­des. Denn die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 22a EZu­lV in der Fas­sung der Ver­ord­nung zur Umstel­lung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten auf Euro vom 08.08.2002 [3] (EZu­lV a.F.), die bis zum 1.08.2013 im Wesent­li­chen unver­än­dert geblie­ben ist, stand dem Poli­zei­be­am­ten infol­ge der Zah­lung der genann­ten Stel­len­zu­la­ge nicht zu. Die dem Poli­zei­be­am­ten im Anschluss an das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 28.10.2010 [4] gezahl­te Stel­len­zu­la­ge nach Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c der Vor­be­mer­kun­gen setzt vor­aus, dass der Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 5 bis A 16 stän­di­ger Luft­fahr­zeug­be­sat­zungs­an­ge­hö­ri­ger ist. Dem­ge­gen­über kommt die Zula­ge nach § 22a EZu­lV a.F. für die Grup­pe der Sys­tem­ope­ra­to­ren Wär­me­bild­ge­rät bei der Bun­des­po­li­zei nur dann in Betracht, wenn sie auf­grund von Dienst­vor­schrif­ten oder Dienst­an­wei­sun­gen als nicht­stän­di­ge Luft­fahr­zeug­be­sat­zungs­an­ge­hö­ri­ge zum Mit­flie­gen in Luft­fahr­zeu­gen der Bun­des­po­li­zei dienst­lich ver­pflich­tet sind (§ 22a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EZu­lV a.F.).
Für den Zeit­raum bis zum 1.08.2013 hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof die Abwei­sung der Kla­ge auf Zah­lung der Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV in ers­ter Linie auf die Über­le­gung gestützt, die Zah­lung die­ser Erschwer­nis­zu­la­ge kom­me nicht in Betracht, weil dem Poli­zei­be­am­ten in die­sem Zeit­raum die Stel­len­zu­la­ge nach Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c der Vor­be­mer­kun­gen zuge­stan­den habe. Sowohl die­se Stel­len­zu­la­ge als auch die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV die­ne dazu, die hohen Anfor­de­run­gen, die beson­de­ren phy­si­schen und psy­chi­schen Belas­tun­gen sowie die erhöh­ten Gefah­ren abzu­gel­ten, denen Sol­da­ten oder Beam­te als flie­gen­des Per­so­nal bei der Ver­rich­tung ihres Diens­tes in einem Luft­fahr­zeug aus­ge­setzt sei­en. Die­se im Zusam­men­hang mit der Dienst­aus­übung des Beam­ten ste­hen­den Erschwer­nis­se könn­ten jedoch nur ein­mal hono­riert wer­den.
Die­se Erwä­gun­gen ste­hen mit den maß­geb­li­chen Bestim­mun­gen des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes nicht in Ein­klang. Denn Stel­len­zu­la­gen nach § 42 Abs. 1 und 3 BBesG und Erschwer­nis­zu­la­gen nach einer auf­grund von § 47 Abs. 1 BBesG erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nung haben unter­schied­li­che Ziel­rich­tun­gen.
Bei einer Stel­len­zu­la­ge geht es nach § 42 Abs. 1 und 3 BBesG um die Hono­rie­rung der Wahr­neh­mung einer her­aus­ge­ho­be­nen Funk­ti­on. Her­aus­ge­ho­ben i.S.d. Vor­schrift sind die­se Funk­tio­nen wegen der für ihre Wahr­neh­mung zusätz­lich zu erfül­len­den Anfor­de­run­gen, die von der all­ge­mei­nen Ämterbe­wer­tung nicht erfasst wer­den [5]. Wel­che Funk­tio­nen i.S.d. § 42 Abs. 1 BBesG her­aus­ge­ho­ben sind, hat der Gesetz­ge­ber in den ein­zel­nen Zula­ge­vor­schrif­ten – hier Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c der Vor­be­mer­kun­gen – nor­ma­tiv ent­schie­den [6]. Nach § 47 Abs. 1 BBesG dient eine Erschwer­nis­zu­la­ge dage­gen der Abgel­tung beson­de­rer, bei der Bewer­tung des Amtes nicht berück­sich­tig­ter Erschwer­nis­se der Dienst­aus­übung. Eine Erschwer­nis i.S.v. § 47 BBesG kann sich aus phy­si­schen oder psy­chi­schen Belas­tun­gen sowie aus erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen der Lebens­qua­li­tät erge­ben. Sie kann auch mate­ri­el­ler Art sein, z.B. wenn die Dienst­leis­tung zusätz­li­che Auf­wen­dun­gen für Ernäh­rung oder Klei­dung erfor­dert [7].
Eine Zula­ge nach der Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung setzt ent­spre­chend der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung nach § 47 Abs. 1 BBesG vor­aus, dass beson­de­re, bei der Bewer­tung des Amtes oder bei der Rege­lung der Anwär­ter­be­zü­ge nicht berück­sich­tig­te Erschwer­nis­se abge­gol­ten wer­den. Eine der­ar­ti­ge Erschwer­nis liegt vor, wenn sie nicht schon durch die Ein­stu­fung des Amtes – ein­schließ­lich der Gewäh­rung einer Amts­zu­la­ge – bewer­tet oder durch die Gewäh­rung einer Stel­len­zu­la­ge hono­riert wird. Eine Ver­ord­nungs­re­ge­lung über eine Erschwer­nis­zu­la­ge ist ggf. geset­zes­kon­form – i.S.d. § 47 Abs. 1 BBesG – (tätig­keits­be­zo­gen) aus­zu­le­gen [8]. Es muss um Auf­ga­ben und Arbeits­be­din­gun­gen der Beam­ten (oder auch Rich­ter und Sol­da­ten) gehen, die in ihrer Tätig­keit stets wie­der­keh­rend, wenn auch nicht stän­dig beson­de­ren, durch die Besol­dung nicht abge­gol­te­nen Erschwer­nis­sen aus­ge­setzt sind. Dau­er­er­schwer­nis­se gleich­blei­ben­der Art stel­len dage­gen kei­ne Erschwer­nis­se i.S.d. § 47 BBesG dar; sie kön­nen ggf. durch eine Stel­len­zu­la­ge i.S.d. § 42 BBesG abge­gol­ten wer­den [9].
Der Ver­ord­nungs­ge­ber hat einen wei­ten Spiel­raum bei der Ein­schät­zung, wel­che beson­de­ren auf­ga­ben­be­zo­ge­nen Anfor­de­run­gen er als Erschwer­nis aner­kennt und wie hoch er die Zula­ge bemisst [10]. Sei­ne Ein­schät­zung ver­stößt nur dann gegen Art. 3 Abs. 1 GG, wenn die Aus­wahl der Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­le oder deren Gewich­tung sich als erkenn­bar sach­wid­rig erweist. Dif­fe­ren­zie­run­gen, die an den Schwer­punkt, d.h. den haupt­säch­li­chen Auf­ga­ben­be­reich dienst­li­cher Tätig­kei­ten anknüp­fen, sind regel­mä­ßig mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar, wenn die Anknüp­fung an die­ses Merk­mal vom Zweck der Zula­ge­re­ge­lung gedeckt ist und die Gewich­tung nicht erkenn­bar sach­wid­rig ist [11].
Dass Stel­len­zu­la­gen nach Ziff. II der Vor­be­mer­kun­gen zu den Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B und Erschwer­nis­zu­la­gen nach den §§ 3 ff. EZu­lV wegen der unter­schied­li­chen Funk­tio­nen ein­an­der nicht grund­le­gend aus­schlie­ßen, ent­spricht auch der – geset­zes­kon­for­men – Pra­xis der Bun­des­po­li­zei im Bereich der Bun­des­wehr und der Bun­des­po­li­zei. Im Revi­si­ons­ver­fah­ren hat die Beklag­te im Hin­blick auf die Über­le­gun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs zum Kon­kur­renz­ver­hält­nis klar­ge­stellt, dass Pilo­ten und Flug­tech­ni­ker der Bun­des­po­li­zei sowohl die Stel­len­zu­la­ge nach Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 Buchst. c der Vor­be­mer­kun­gen als auch die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 22a EZu­lV erhal­ten. Pilo­ten und stän­di­gen Luft­fahr­zeug­be­sat­zungs­an­ge­hö­ri­gen der Bun­des­wehr wird eben­falls die­se Stel­len­zu­la­ge und zugleich die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV gezahlt.
Aus die­sen Anga­ben des Bun­des­ver­wal­tungs­amts folgt zugleich, dass der Poli­zei­be­am­te als Ange­hö­ri­ger der Bun­des­po­li­zei den Anspruch auf Zah­lung der Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV nicht auf das aus Art. 3 Abs. 1 GG fol­gen­de Gleich­be­hand­lungs­ge­bot stüt­zen kann. Denn die Beklag­te zahlt auch Luft­fahr­zeug­füh­rern und Flug­tech­ni­kern der Bun­des­po­li­zei trotz die­ser Ver­wen­dung nicht die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV.
§ 23f EZu­lV ist auf den Bereich der Bun­des­po­li­zei nicht anwend­bar. Die im Bereich der Bun­des­po­li­zei für das flie­gen­de Per­so­nal auf­tre­ten­den Erschwer­nis­se i.S.v. § 47 BBesG wer­den abschlie­ßend durch § 22a EZu­lV gere­gelt. Dies folgt aus einer Aus­le­gung der in Rede ste­hen­den Vor­schrif­ten, die deren Wort­laut, Sys­te­ma­tik, Ent­ste­hungs­ge­schich­te sowie Sinn und Zweck berück­sich­tigt:
Für einen wei­ten Anwen­dungs­be­reich des § 23f EZu­lV spricht zunächst, dass die­se Bestim­mung der Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung im Gegen­satz zu ande­ren – §§ 16a, 22a, 23, 23c, 23e, 23i, 23j, 23k, 23l, 23m, 23n und 23o – nach ihrem Wort­laut gera­de nicht auf Beam­te und Sol­da­ten der Bun­des­wehr oder bestimm­te Berei­che der Bun­des­ver­wal­tung begrenzt ist. Viel­mehr deu­tet die amt­li­che Über­schrift der Bestim­mung „Zula­ge für flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­wehr und ande­rer Ein­rich­tun­gen des Bun­des“ auf ein wei­tes Ver­ständ­nis des Ver­ord­nungs­ge­bers hin. Zu den „ande­ren Ein­rich­tun­gen“ zählt nach dem übli­chen Ver­ständ­nis jede Dienst­stel­le des Bun­des, damit auch die Bun­des­po­li­zei, bei der der Poli­zei­be­am­te ver­wen­det wird. Ob die bis­he­ri­ge Pra­xis der Bun­des­po­li­zei, § 23f EZu­lV auf flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­wehr und flie­gen­de Bediens­te­te des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums (Luft­fahrt­bun­des­amt) zu begren­zen, flie­gen­des Per­so­nal im Bereich des Zolls, des Tech­ni­schen Hilfs­werks oder des Bun­des­amts für Kata­stro­phen­schutz dage­gen von die­ser Erschwer­nis­zu­la­ge aus­zu­schlie­ßen, mit der Rege­lung des § 23f EZu­lV in Ein­klang steht, kann hier wegen des abschlie­ßen­den Cha­rak­ters des § 22a EZu­lV dahin­ge­stellt blei­ben.
Auch fin­det sich im Gegen­satz zu ande­ren Bestim­mun­gen der Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung – § 7 Abs. 3, § 16a Abs. 3, § 17c Satz 1 Nr. 2 Buchst. c, § 23b Abs. 6 Nr. 2 oder § 23d Abs. 5 – weder in § 22a noch in § 23f EZu­lV eine Rege­lung, die den gleich­zei­ti­gen Bezug bei­der Erschwer­nis­zu­la­gen aus­drück­lich aus­schließt oder die wech­sel­sei­ti­ge Anrech­nung der Zah­lung vor­sieht.
Viel­mehr bestimmt § 23f Abs. 6 EZu­lV aus­drück­lich, dass § 22a EZu­lV „unbe­rührt bleibt“. Aus die­ser Rege­lung kann aber nicht auf die Vor­stel­lung des Norm­ge­bers geschlos­sen wer­den, dass flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei auch Anspruch auf die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV haben soll. Eine sol­che Aus­le­gung käme allen­falls in Betracht, wenn – umge­kehrt – in der nach dem Wort­laut vor­ran­gi­gen Anspruchs­grund­la­ge des § 22a EZu­lV aus­drück­lich gere­gelt wäre, dass „§ 23f EZu­lV unbe­rührt bleibt“. Ohne­hin hat die For­mu­lie­rung in einer Rechts­norm, wonach Vor­schrif­ten ande­rer Nor­men unbe­rührt blei­ben, ver­schie­de­ne Bedeu­tun­gen [12]. Ins­be­son­de­re kann sie, wie hier, zum Aus­druck brin­gen, dass eine ande­re Vor­schrift vor­ran­gig ist und sich die Gel­tungs­be­rei­che bei­der Rege­lun­gen nicht über­schnei­den.
§ 22a und auch § 23f EZu­lV sind gleich­zei­tig durch die Ver­ord­nung zur Ände­rung besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 17.06.1998 [13] in die Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung ein­ge­fügt wor­den. Die Begrün­dung des Ver­ord­nungs­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung äußert sich aber nicht zum Ver­hält­nis der bei­den Zula­gen­tat­be­stän­de § 22a und § 23f EZu­lV [14]. Aller­dings folgt aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der bei­den Zula­gen­tat­be­stän­de, dass die im Bereich der Bun­des­po­li­zei bei flie­gen­dem Per­so­nal auf­tre­ten­den beson­de­ren Erschwer­nis­se i.S.v. § 47 Abs. 1 BBesG nach dem Wil­len des Norm­ge­bers mit den in § 22a EZu­lV fest­ge­setz­ten – und von § 23f EZu­lV abwei­chen­den – Zah­lun­gen abschlie­ßend abge­gol­ten wer­den.
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te vor dem Jahr 1998 die lang­jäh­ri­ge und weit ver­brei­te­te Pra­xis des Bun­des bean­stan­det, Beam­ten auf der Grund­la­ge von § 17 BBesG Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen zu gewäh­ren, durch die die phy­si­schen und psy­chi­schen Belas­tun­gen und Erschwer­nis­se ihrer Dienst­leis­tung abge­gol­ten wer­den soll­ten [15]. Der Dienst­herr dür­fe nicht Leis­tun­gen ohne gesetz­li­che Grund­la­ge erbrin­gen, die der Sache nach Besol­dung dar­stell­ten. Dem­entspre­chend sei es aus­ge­schlos­sen, die durch Gesetz gere­gel­te Besol­dung ein­schließ­lich etwai­ger Stel­len- und Erschwer­nis­zu­la­gen im Ver­wal­tungs­we­ge durch wei­te­re Leis­tun­gen zur Bestrei­tung des all­ge­mei­nen Lebens­un­ter­halts zu ergän­zen. Bei der Anwen­dung von § 17 BBesG gehe es nicht um die Ali­men­ta­ti­on, son­dern um die Erstat­tung von dem Beam­ten aus sei­ner dienst­li­chen Tätig­keit ent­stan­de­nen Kos­ten, deren Über­nah­me ihm nicht zuzu­mu­ten sei.
Im Hin­blick auf die­se Kri­tik beschloss die Bun­des­re­gie­rung in ihrem Bericht vom 18.06.1997 über „Eck­punk­te zur wei­te­ren Umset­zung des Ver­sor­gungs­be­richts“, Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen auf ihren eigent­li­chen Zweck zurück­zu­füh­ren und die bis­he­ri­gen Ent­schä­di­gun­gen, die über­wie­gend Belas­tun­gen und Erschwer­nis­se abgel­ten soll­ten, in Erschwer­nis­zu­la­gen umzu­wan­deln [16]. Die­se Vor­ga­be setz­te der Ver­ord­nungs­ge­ber durch die Ver­ord­nung zur Ände­rung besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 17.06.1998 [13] durch die Ein­fü­gung der §§ 16a, 22a und 23b bis 23l in die Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung in der Wei­se um, dass er für die ein­zel­nen Berei­che der Bun­des­ver­wal­tung – anstel­le von steu­er­frei­en Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen – steu­er­pflich­ti­ge Erschwer­nis­zu­la­gen mit unter­schied­li­chen Zah­lungs­be­trä­gen vor­sah. Dem­entspre­chend hat § 22a EZu­lV die Funk­ti­on, die für das flie­gen­de Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei mit die­ser beson­de­ren Ver­wen­dung ver­bun­de­nen beson­de­ren Erschwer­nis­se und Belas­tun­gen i.S.v. § 47 BBesG, für die bis­her sys­tem­wid­rig Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen gezahlt wor­den waren, abschlie­ßend durch Erschwer­nis­zu­la­gen abzu­gel­ten. Unge­ach­tet der Fra­ge des genau­en Anwen­dungs­be­reichs des § 23f EZu­lV ist für das flie­gen­de Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei im Hin­blick auf die mit die­ser Dienst­leis­tung ver­bun­de­nen Erschwer­nis­se der Rück­griff auf § 23f EZu­lV wegen des abschlie­ßen­den Cha­rak­ters des § 22a EZu­lV aus­ge­schlos­sen.
Für den Zeit­raum ab dem Inkraft­tre­ten des Pro­fes­so­ren­be­sol­dungs­neu­re­ge­lungs­ge­set­zes vom 11.06.2013 [1] am 1.08.2013 folgt der abschlie­ßen­de Cha­rak­ter des § 22a EZu­lV für den Bereich der Bun­des­po­li­zei auch aus der vom Gesetz­ge­ber mit die­sem Gesetz erkenn­bar ver­folg­ten Inten­ti­on.
Einer­seits wur­de für die Grup­pe der bei der Bun­des­po­li­zei auf Luft­fahr­zeu­gen als Sys­tem­ope­ra­to­ren Wär­me­bild­ge­rät ver­wen­de­ten Beam­ten die Stel­len­zu­la­ge nach Ziff. II Nr. 6 Abs. 1 Satz 1 der Vor­be­mer­kun­gen abge­schafft [17]. Ande­rer­seits hat der Gesetz­ge­ber die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 22a EZu­lV wesent­lich erhöht [18]. Zugleich hat der Gesetz­ge­ber den abschlie­ßen­den Cha­rak­ter des § 22a EZu­lV für den Bereich der Bun­des­po­li­zei dadurch ver­deut­licht, dass er die Grup­pe der Sys­tem­ope­ra­to­ren Wär­me­bild­ge­rät in § 22a Abs. 2 Nr. 2 EZu­lV neben der Grup­pe von Poli­zei­voll­zugs­be­am­ten, die auf­grund von Dienst­vor­schrif­ten oder Dienst­an­wei­sun­gen als nicht­stän­di­ge Luft­fahr­zeug­be­sat­zungs­an­ge­hö­ri­ge zum Mit­flie­gen in Luft­fahr­zeu­gen ver­pflich­tet sind, aus­drück­lich auf­ge­führt hat.
Die­se Neu­re­ge­lung des § 22a EZu­lV hat aber nur dann Sinn, wenn sie abschlie­ßend ist und für flie­gen­des Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei nicht zugleich § 23f EZu­lV – mit höhe­ren Zah­lun­gen – gilt, der eben­so wie § 22a EZu­lV an die beson­de­ren, bei der Bewer­tung des Amtes nicht berück­sich­tig­ten Erschwer­nis­se der Dienst­leis­tung in einem Luft­fahr­zeug i.S.v. § 47 Abs. 1 BBesG anknüpft. Erfass­te § 23f EZu­lV auch das flie­gen­de Per­so­nal der Bun­des­po­li­zei, so hät­te dies zur Fol­ge, dass die­se Grup­pe von Beam­ten der Bun­des­po­li­zei durch den Bezug von zwei Erschwer­nis­zu­la­gen zur Abgel­tung der beson­de­ren Erschwer­nis­se des Diens­tes in einem Luft­fahr­zeug – § 22a und § 23f EZu­lV – bes­ser gestellt wäre als die Grup­pe des flie­gen­den Per­so­nals der Bun­des­wehr, der ledig­lich die Erschwer­nis­zu­la­ge nach § 23f EZu­lV zusteht.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 22. März 2018 – 2 C 43.17
BGBl. I S. 1514[↩][↩]
BGBl. I S. 3177[↩]
BVerwG, Urteil vom 28.10.2010 – 2 C 29.09, Buch­holz 240.1 BBe­sO Nr. 33[↩]
BVerwG, Urteil 27.11.2003 – 2 C 55.02, Buch­holz 240.1 BBe­sO Nr. 28 S. 18[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 26.03.2009 – 2 C 1.08, Buch­holz 240.1 BBe­sO Nr. 32 Rn. 11; und vom 28.10.2010 – 2 C 29.09, Buch­holz 240.1 BBe­sO Nr. 33 Rn. 15[↩]
BVerwG, Urteil vom 26.09.2012 – 2 C 45.10, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 14 Rn. 10[↩]
BVerwG, Urteil vom 26.09.2012 – 2 C 45.10, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 14 Rn. 12 ff.[↩]
stRspr, BVerwG, Urtei­le vom 27.10.2011 – 2 C 73.10, Buch­holz 240.1 BBe­sO Nr. 36 Rn.20; vom 26.09.2012 – 2 C 45.10, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 14 Rn. 10; und vom 29.11.2012 – 2 C 44.11, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 15 Rn. 15[↩]
stRspr, vgl. nur BVerfG, Beschlüs­se vom 04.04.2001 – 2 BvL 7/​98, BVerfGE 103, 310, 320; und vom 06.05.2004 – 2 BvL 16/​02, BVerfGE 110, 353, 364 f.; BVerwG, Urtei­le vom 01.09.2005 – 2 C 24.04, Buch­holz 240 § 40 BBesG Nr. 33 Rn. 22 m.w.N.; und vom 26.09.2012 – 2 C 45.10, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 14 Rn. 11; Beschluss vom 03.06.2011 – 2 B 13.11, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 12[↩]
vgl. BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 19.12 2008 – 2 BvR 380/​08, NVwZ 2009, 447, 448; BVerwG, Beschluss vom 03.06.2011 – 2 B 13.11, Buch­holz 240 § 47 BBesG Nr. 12 Rn. 7[↩]
Hand­buch der Rechts­förm­lich­keit vom 22.09.2008, S. 42 Rn. 87[↩]
BGBl. I S. 1378[↩][↩]
BR-Drs. 187/​98, S. 22[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 08.07.1994 – 2 C 3.93, BVerw­GE 96, 224, 225 f.; und vom 02.03.1995 – 2 C 17.94, Buch­holz 240 § 17 BBesG Nr. 7 S. 9[↩]
vgl. BR-Drs. 187/​98, S. 21[↩]
vgl. BVerwG, Beschluss vom 25.08.2017 – 2 B 40.17 – ZTR 2018, 55[↩]
BT-Drs. 17/​12455 S. 69 und 73[↩]
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