Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=01.03.2011&Aktenzeichen=B%207%20AL%202/10%20R
Timestamp: 2020-01-28 04:25:10
Document Index: 295308950

Matched Legal Cases: ['§ 304', '§ 305', '§ 39', '§ 42', '§ 41', '§ 39', '§ 39', '§ 41', '§ 712', '§ 45', '§ 41', '§ 712']

BSG, 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R - dejure.org
https://dejure.org/2011,11658
BSG, 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R (https://dejure.org/2011,11658)
BSG, Entscheidung vom 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R (https://dejure.org/2011,11658)
BSG, Entscheidung vom 01. März 2011 - B 7 AL 2/10 R (https://dejure.org/2011,11658)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,11658) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Unangekündigte Außenprüfung - Bekämpfung illegaler Ausländerbeschäftigung - Verfassungsmäßigkeit - fehlende Ermessensausübung
Bekämpfung illegaler Ausländerbeschäftigung; Rechtswidrigkeit einer unangekündigten Außenprüfung; fehlende Ermessensausübung
§ 304 Abs 1 Nr 2 SGB 3 vom 23.07.2002, § 305 Abs 1 S 1 SGB 3 vom 23.07.2002, § 39 Abs 1 SGB 1, § 42 SGB 10
Die unangekündigte Außenprüfung des Arbeitsamtes
Anders als bei einer fehlenden Begründung (§ 41 Abs. 1 Nr. 2 SGB X) kann nämlich der Mangel in der Ermessensbetätigung nach § 39 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Erstes Buch - Allgemeiner Teil - (SGB I) selbst im Klageverfahren nicht nachgeholt werden (vgl BSG, Urteil vom 1.3.2011 - B 7 AL 2/10 R - RdNr 14) .
Anders als bei einer nur fehlenden Begründung bei einer gebundenen Entscheidung kann der Mangel der Ermessensbetätigung nach § 39 Abs. 1 Sozialgesetzbuch Erstes Buch im Klageverfahren in einem solchen Fall nicht mehr nachgeholt werden ( Schütze in: von Wulffen/Schütze, SGB X, 8. Auflage 2014, § 41 Rn. 17, BSG Urteil vom 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R, juris, Rn. 14), es sei denn, es läge ein Fall einer Ermessensschrumpfung oder einer Ermessensreduzierung auf Null vor.
Die Ermessensentscheidung als solche kann aber nicht nachgeholt und unterlaufene Ermessensfehler können nicht geheilt werden (BSG v. 1. März 2011 - B 7 AL 2/10 R - juris Rn 14).
Die im Widerspruchsbescheid vom 11.03.2015 erfolgte Ermessensausübung ist fehlerhaft, (…vgl. zur Möglichkeit der Heilung von Ermessenfehlern BSG Urteile vom 22.08.2000 - B 2 U 33/99 R, SozR 3-2200 § 712 Nr. 1 und vom 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R, BSG Beschluss vom 14.02.1991 - 10 RKg 10/89, SozR 3-1300 § 45 Nr. 24; BSG Großer Senat Beschluss vom 06.10.1994 - GS 1/91, BSGE 75, 159).
Es kann dahinstehen, ob und bis zu welchem Zeitpunkt eine Nachholung von Ermessenserwägungen bei vollständigem Ermesssensausfall im Ausgangsbescheid überhaupt möglich ist (vgl. dazu BSG, Urteile vom 22.08.2000 - B 2 U 33/99 R und vom 01.03.2011 - B 7 AL 2/10 R; BSG; BSG Beschluss vom 14.02.1991 - 10 RKg 10/89; BSG Großer Senat, Beschluss vom 06.10.1994 - GS 1/91).
Schon bei einer Ermessensentscheidung gilt, dass sie im Klageverfahren als solche nicht nachgeholt werden kann und unterlaufene Ermessensfehler nicht geheilt werden können (BSG v. 1. März 2011 - B 7 AL 2/10 R - juris Rn 14).
Denn eine Ermessensausübung ist nur bis zum Ende des Vorverfahrens zulässig (BSG, Urteil vom 1. März 2011, B 7 AL 2/10 R (14)).
BSG, 16.01.2017 - B 4 AS 369/16 B
Insbesondere setzt er sich nicht mit § 41 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 SGB X und den zur Frage der Nachholung von Ermessens im Vorverfahren ergangenen Rechtsprechung (… BSG vom 22.8.2000 - B 2 U 33/99 R - SozR 3-2200 § 712 Nr. 1; BSG vom 1.3.2011 - B 7 AL 2/10 R - juris RdNr 14) auseinander.