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Timestamp: 2016-10-25 22:48:14
Document Index: 160803622

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 132', 'Art. 104', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 81', 'Art. 9', 'Art. 81', 'Art. 81', 'Art. 85', 'BGE', 'BGE', 'Art. 81', 'Art. 81', 'Art. 85', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 52', 'Art. 14', 'Art. 34', 'BGE', 'BGE', 'Art. 52', 'Art. 754', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 716', 'Art. 716', 'Art. 754', 'Art. 105', 'Art. 156', 'Art. 159']

H 215/02 (23.06.2003)
H 215/02
H 219/02
Pr�sident Borella, Bundesrichter Lustenberger und nebenamtlicher Richter B�hler; Gerichtsschreiber Hadorn
C.________, Beschwerdef�hrer,
S.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Patrik Gruber, P�rolles 26, 1700 Fribourg,
AHV-Ausgleichskasse FRSP-CIFA, Spitalgasse 15, 1701 Fribourg, Beschwerdegegnerin,
S.________ war Verwaltungsratspr�sident der am 6. Januar 1989 gegr�ndeten Firma D.________ AG, und zwar bis 16. Dezember 1993 mit Einzelzeichnungs- und danach bis zum 8. M�rz 1995 mit Kollektivunterschrift zu Zweien. Ab 8. M�rz 1995 war C.________ einziger Verwaltungsrat des erw�hnten Betriebs mit Einzelunterschrift. Die Firma war ab 1. Januar 1995 der Ausgleichskasse FRSP-CIFA als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen. Am 23. November 1995 wurde �ber sie der Konkurs er�ffnet. Nach Auflage des Kollokationsplans im Juni 1998 verlangte die Ausgleichskasse von C.________ und S.________ mit Verf�gungen vom 23. Juli und 18. August 1998 je Schadenersatz in der H�he von Fr. 27'685.05 f�r nicht mehr erh�ltliche Sozialversicherungsbeitr�ge zuz�glich Verwaltungskosten, Verzugszinsen und Mahngeb�hren.
Beide Belangten erhoben hiegegen Einspruch, worauf die Ausgleichskasse gegen sie Klage auf Zahlung von Schadenersatz im verf�gten Umfang erhob. Das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg vereinigte die zwei Verfahren und hiess mit Entscheid vom 13. Juni 2002 beide Klagen gut.
C.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; eventuell sei ein "neues und korrektes Gerichtsverfahren durchzuf�hren."
S.________ l�sst mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Schadenersatzklage abzuweisen.
C.________ �ussert sich nicht zur Rechtsvorkehr von S.________. Dieser hingegen l�sst sich zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde von C.________ vernehmen, ohne einen konkreten Antrag zu stellen. Die Ausgleichskasse schliesst auf Abweisung beider Verwaltungsgerichtsbeschwerden, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.1 Da den beiden Verwaltungsgerichtsbeschwerden derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt, sich die gleichen Rechtsfragen stellen und die Rechtsmittel den n�mlichen vorinstanzlichen Entscheid betreffen, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (BGE 128 V 126 Erw. 1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 194 Erw. 1).
1.2 Da es sich bei der angefochtenen Verf�gung nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen handelt, hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht nur zu pr�fen, ob das vorin-stanzliche Gericht Bundesrecht verletzt hat, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, oder ob der rechtser-hebliche Sachverhalt offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (Art. 132 in Verbindung mit Art. 104 lit. a und b sowie Art. 105 Abs. 2 OG).
1.3 Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist im vorliegenden Fall nicht anwendbar, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier: 2. September 1998) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderun-gen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 Der Beschwerdef�hrer C.________ beantragt eventualiter sinngem�ss, die Streitsache sei - unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides - an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese "ein neues und korrektes Gerichtsverfahren" durchf�hre, "bei dem die (zweite) Partei auch Stellung nehmen und Beweise antreten kann". Der so formulierte und mit der zitierten Kurzbegr�ndung verbundene Antrag kann objektiv dahin verstanden werden, dass der Beschwerdef�hrer geltend machen will, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt, indem sie ihm keine Gelegenheit gegeben habe, zur Klage Stellung zu nehmen und eigene Beweismittel in das Verfahren einzubringen. Beides l�uft auf eine Verletzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) hinaus.
2.2 C.________ hat auf die ihm am 8. September 1998 zugestellte Klage innert der ihm gesetzten Frist von 30 Tagen keine Antwort erstattet und im weiteren Verlauf des kantonalen Verfahrens auch nicht eingewendet, die uneingeschrieben aufgegebene Postsendung mit der Klage sei ihm gar nie zugegangen. Vielmehr hat er auf die weiteren vorinstanzlichen Mitteilungen vom 15. M�rz 2002 und 21. M�rz 2002, welch letzterer Kopien von aus einem Parallelverfahren beigezogenen Beweismitteln beilagen, nie reagiert, sondern sich bis zur Zustellung des angefochtenen Entscheides vollst�ndig passiv verhalten. Dadurch hat er seinen Anspruch, sich zur Sache zu �ussern und erhebliche Beweismittel beizubringen, verwirkt. Die sinngem�sse Behauptung, die Vorinstanz habe das rechtliche Geh�r verletzt, ist haltlos.
2.3 Der Beschwerdef�hrer S.________ r�gt die Verletzung der Ver-fahrensvorschriften der "AHV-Gesetzgebung (Art. 81 ff. AHVV)" und des Willk�rverbotes nach Art. 9 BV, weil die Ausgleichskasse im kantonalen Prozess von ihrer Substanziierungspflicht und ihrer Pflicht zur richtigen und umfassenden Sachverhaltsabkl�rung entbunden worden sei, indem die Vorinstanz die "�ussert rudiment�re Klageschrift der Ausgleichskasse zugelassen" und kein "eigentliches Beweisverfahren" durchgef�hrt habe.
2.3.1 Der Schadenersatzprozess gem�ss Art. 81 AHVV ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 81 Abs. 3 AHVV in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG), welcher besagt, dass der Richter von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen hat (BGE 108 V 197 Erw. 5). Der Untersuchungsgrundsatz gilt aber nicht uneingeschr�nkt, sondern wird durch die verschiedenen Mitwirkungspflichten der Parteien erg�nzt (BGE 122 V 158 Erw. 1a m.H.). Dazu geh�rt auch die Substanziierungspflicht, wonach die wesentlichen Tatsachenbehauptungen und -bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten sein m�ssen (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2.A., Bern 1983, S. 208).
F�r die Ausgleichskasse bedeutet dies, die Schadenersatzforderung so weit zu substanziieren, dass sie �berpr�ft werden kann. Dabei sind zwei Aspekte zu unterscheiden.
Einerseits hat die Kasse den eingeklagten Forderungsbetrag zeitlich und masslich zu spezifizieren, also gest�tzt auf eine Beitrags�bersicht zu behaupten, wie sich der eingeklagte Betrag zusammensetzt. Mit Blick auf das Verh�ltnis zwischen Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht gen�gt ein blosser Verweis in der Klage auf die Beitrags�bersicht nur bei Evidenz, wenn also der Gesamtbetrag ohne weiteres aus der beigelegten Beitrags�bersicht ersichtlich ist.
Anderseits geh�rt zur Substanziierungspflicht, den eingeklagten Forderungsbetrag oder Teile davon zu belegen, also durch Einreichung von Lohnabrechnungen, Nachzahlungs- oder Veranlagungsverf�gungen die in der Beitrags�bersicht enthaltenen Forderungs- und Tilgungsvorg�nge zu beweisen. Dies ist allerdings nur erforderlich, wenn die Forderung in der kantonalen Klageantwort masslich mit konkreten, nicht ohne weiteres widerlegbaren Einwendungen bestritten wird oder sich aufgrund der Akten greifbare Anhaltspunkte f�r Unrichtigkeiten ergeben (Urteile T. vom 20. August 2002, H 295+296/01, und B. vom 13. Februar 2002, H 301/00).
2.3.2 Im vorliegenden Fall hat die Ausgleichskasse sowohl ihrer Klage als auch schon ihrer Schadenersatzverf�gung eine so genannte "Aufteilungsliste" sowie eine nach den Monatsperioden Juni-Oktober 1995 gegliederte Beitrags�bersicht vom 16. Juli 1998 beigelegt. Aus diesen beiden Urkunden geht klar hervor, in welcher H�he f�r die einzelnen Beitragsmonate sowie gesamthaft entgangene AHV/IV/EO- und ALV-Beitr�ge, Verwaltungskosten, Verzugszinsen, Mahngeb�hren und Be-treibungskosten als Schaden geltend gemacht werden. Ebenfalls ohne weiteres nachvollziehbar ist der unter Verrechnung von bezahlten "AHV-Arbeitnehmerbeitr�gen" in der H�he von Fr. 428.‑‑ und von "bezahlten ALV-Arbeitnehmerbeitr�gen" im Betrage von Fr. 127.15 resultierende Saldo von Fr. 27'658.05. Bei den zwei verrechneten Forderungen d�rfte es sich um der Arbeitgeberfirma gutgeschriebene Erwerbsausfallentsch�digungen gehandelt haben. Dass dies durch die von der Ausgleichskasse vorgelegten Akten nicht eindeutig ausgewiesen ist, bleibt ohne Belang, weil eine diesbez�gliche Unrichtigkeit vom Beschwerdef�hrer weder behauptet noch nachgewiesen worden ist. In ihrer Klage hat die Kasse zum einzigen vom Beschwerdef�hrer in seiner Einspruch erhobenen Einwand Stellung genommen und dargelegt, weshalb die eingeklagte Schadenersatzforderung der Konkursforderung nicht entspricht.
Zusammenfassend hat die Ausgleichskasse ihre Schadenersatzfor-derung somit durch eine schl�ssige und ohne weiteres nachvollzieh-bare Beitrags�bersicht substanziiert, und der Beschwerdef�hrer hat dagegen in seiner Klageantwort keine konkreten Einwendungen erhoben. Die Kasse war daher nicht gehalten, ihre Schadenersatzforderung durch weitere Urkunden wie Monatsrechnungen, Mahnungen, Betreibungen, Zahlungsbelege etc. zus�tzlich zu belegen und zu beweisen.
2.3.3 Soweit S.________ beanstandet, es sei von der Vorinstanz kein "eigentliches" Beweisverfahren durchgef�hrt worden, ist festzuhalten, dass das Bundesrecht nicht vorschreibt, welche Beweismittel in wel-cher Weise abzunehmen und wie sie zu w�rdigen sind. Auch f�r das Klageverfahren gem�ss Art. 81 Abs. 3 AHVV gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 81 Abs. 3 Satz 2 AHVV in Verbindung mit Art. 85 Abs. 2 lit. c AHVG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r den Klageprozess gem�ss Art. 81 Abs. 3 AHVV bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabh�ngig davon von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Schadenersatzanspruches gestatten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen).
Die Vorinstanz durfte demgem�ss ohne Verletzung von Bundesrecht auf die Abnahme weiterer Beweise und auf die Durchf�hrung einer Beweisverhandlung mit Partei- und/oder Zeugenbefragung verzichten, soweit die von der Ausgleichskasse vorgelegten Beweisurkunden und die im kantonalen Prozess beigezogenen Konkursakten eine zuver-l�ssige und umfassende Beurteilung der streitigen Schadenersatzfor-derung gestatteten.
3.1 In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz die zu den einzelnen Haftungsvoraussetzungen nach Art. 52 AHVG (Schaden, Widerrechtlichkeit, Kausalit�t, qualifiziertes Verschulden, Verwirkung) ergangene Rechtsprechung, soweit f�r die Beurteilung der Sache im vorliegenden Fall von Belang, zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
3.2 Der Beschwerdef�hrer C.________ bestreitet sinngem�ss, dass ihm eine qualifiziert schuldhafte Missachtung der Vorschriften �ber die Beitragsbezahlung (Art. 14 Abs. 1 AHVG; Art. 34 AHVV) vorgeworfen werden k�nne, weil er f�r die Firma D.________ AG ein Sanierungsmandat �bernommen und zu diesem Zweck einziger Verwaltungsrat geworden sei. Von der �bernahme des Verwaltungsratsmandates (8. M�rz 1995) bis zur Deposition der Bilanz (15. November 1995) habe er "s�mtliche Soziallasten-Rechnungen" aus eigenen Mitteln bezahlen lassen.
3.2.1 Die Vorinstanz hat f�r das Eidgen�ssische Versicherungsgericht verbindlich festgestellt, dass mit den von C.________ pers�nlich bezahlten Beitr�gen von Fr. 28'885.50 die monatlichen Akontozahlungen f�r die Monate Januar-Mai 1995 beglichen wurden. Sodann steht fest, dass die konkursite Firma die gesetzliche Beitragspflicht verletzt und die monatlichen Beitr�ge ab Juni 1995 absichtlich nicht mehr bezahlt hat. Diese Ausst�nde fallen s�mtliche in die Zeitspanne, w�hrend welcher C.________ als einziger Verwaltungsrat die Verantwortung f�r die Erf�llung der gesetzlichen Beitragspflicht trug. Dieser bestreitet zu Recht nicht, dass ihm als subsidi�r haftendem Organ der in Konkurs gefallenen Firma deren fehlerhaftes Verhalten anzurechnen ist.
3.2.2 Es kann sich daher einzig fragen, ob Exkulpations- und Rechtfertigungsgr�nde vorliegen, welche ausnahmsweise das Fehlverhalten eines Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder das Verschulden der verantwortlichen Organe im Sinne von Absicht oder gro-ber Fahrl�ssigkeit ausschliessen w�rden. Das kantonale Gericht hat zutreffend dargelegt, dass nur besondere Umst�nde die Missachtung der gesetzlichen Beitragszahlungspflicht als erlaubt oder nicht schuld-haft erscheinen lassen k�nnen. So namentlich dann, wenn ein Arbeit-geber, der sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, zun�chst f�r das �berleben des Unternehmens wesentliche, andere Forderungen (insbesondere der Arbeitnehmer und Lieferanten) befriedigt, gleich-zeitig aber aufgrund der objektiven Umst�nde und einer seri�sen Be-urteilung der Lage annehmen darf, die geschuldeten Beitr�ge innert n�tzlicher Frist nachzahlen zu k�nnen (BGE 108 V 188; ZAK 1992 S. 248 Erw. 4b, 1985 S. 577 Erw. 3a).
C.________ hat weder im Einspruch noch im vorinstanzlichen Klageverfahren Sachumst�nde und Beweise vorgebracht bzw. offeriert, welche darauf schliessen lassen k�nnten, dass er sein Sanierungsmandat als einziger Verwaltungsrat in der dargelegten Weise ausge�bt und der Bezahlung von Drittforderungen gegen�ber den Beitragsforderungen der Ausgleichskasse deshalb den Vorrang einger�umt h�tte, weil objektiv begr�ndete Aussicht bestand, das Unternehmen damit zu retten. Das kantonale Gericht hat daher das Vorliegen von Rechtfertigungs- und Exkulpationsgr�nden zu Recht verneint sowie ein qualifiziertes Verschulden von C.________ f�r den entstandenen Beitragsausfall bejaht.
3.3 Die Vorinstanz hat S.________ f�r die Zeit nach seinem Aus-scheiden aus dem Verwaltungsrat der Firma D.________ AG (8. M�rz 1995) bis zur Konkurser�ffnung (23. November 1995) als faktisches Organ qualifiziert, weil er in dieser Zeitspanne nicht ausschliesslich f�r das "Ressort Produktion" zust�ndig gewesen sei, sondern effektiv die Funktion eines Gesch�ftsf�hrers ausge�bt habe. So habe er den Arbeitsvertrag vom 8. Mai 1995 mit T.________ sowie die Lohnsch�tzung vom 3. Februar 1995 f�r das Jahr 1995 zu Handen der Ausgleichskasse unterzeichnet.
S.________ bestreitet die rechtliche Qualifikation seiner Funktion im konkursiten Unternehmen nach seinem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat und r�gt, dass faktische Organstellung nicht auch dem "Gesch�ftsf�hrer Verkauf", J.________, zugeschrieben worden sei.
3.3.1 Was zun�chst die letztgenannte R�ge betrifft, ist festzuhalten, dass mehrere Organe f�r den der Ausgleichskasse entstandenen Schaden solidarisch haften. Dies bedeutet, dass es in Belieben der Kasse steht, ob sie gegen eine, einzelne oder alle pr�sumptiv haft-pflichtigen Organe vorgehen will. Dies stellt keine unzul�ssige, rechts-ungleiche Behandlung dar; denn auf Grund der solidarischen Haftung hat jedes einzelne Organ f�r den ganzen Schaden einzustehen, und die Ausgleichskasse braucht sich um die internen Beziehungen zwischen ihnen nicht zu k�mmern (BGE 119 V 87 Erw. 5a; AHI 1996 S. 293 Erw. 6). F�r die Haftung von S.________ ist daher ohne Belang, ob J.________ von der Kasse zu Recht nicht ebenfalls als faktisches Organ belangt worden ist oder nicht.
3.3.2 Der Begriff des Organs im Sinne von Art. 52 AHVG ist grunds�tzlich derselbe wie in Art. 754 Abs. 1 OR. Von der subsidi�ren Haftung der Organe gem�ss Art. 52 AHVG sind daher bei einer Aktiengesellschaft in erster Linie die gesetzlichen und statutarischen Organe erfasst, d.h. die Verwaltungsr�te, die mit der Gesch�ftsf�hrung oder Liquidation betrauten Personen sowie die Revisionsstelle. Als mit der Verwaltung oder Gesch�ftsf�hrung betraut gelten aber auch faktische Organe, d.h. Personen, die zwar nicht ausdr�cklich als Organe der Aktiengesellschaft ernannt worden sind, aber den Organen vorbehal-tene Entscheide treffen oder die eigentliche Gesch�ftsf�hrung besor-gen und so die Willensbildung der Gesellschaft massgebend mitbestimmen (BGE 117 II 571 Erw. 3, 441/442 Erw. 2b, 114 V 214 ff. Erw. 4, 79 f. Erw. 3; AHI 2000 S. 222 Erw. 4; Forstmoser, Die aktienrechtliche Verantwortlichkeit, 2. A., Z�rich 1987, Rz 657; B�ckli, Schweizer Aktienrecht, 2. A., Z�rich 1996, Rz 1969; Forstmoser/Mei-er-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, � 37 Rz 4).
Nach diesem materiellen Organbegriff setzt die Organstellung zwin-gend eine tats�chliche oder allenfalls auch nur gegen aussen kundgegebene organisatorische Eingliederung in die Willensbildung der Gesellschaft voraus. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn nicht eine blosse F�hrung der Gesch�fte, sondern deren Leitung auf Grund selbstst�ndiger Entschl�sse vorliegt. Dabei ist f�r sich allein nicht entscheidend, dass eine Person im Handelsregister mit Zeichnungsrecht eingetragen ist (BGE 114 V 218 Erw. 4c; Forstmoser, a.a.O., Rz 656). Massgebend ist, ob sich eine Person nach der internen oder nach aussen kundgegebenen Gesellschaftsorganisation in einem solchen Sonderverh�ltnis zur Gesellschaft befindet, dass sie die sich daraus ergebenden Pflichten in eigener Entscheidungsbefugnis zu erf�llen hat. Eine blosse Mithilfe bei der Beschlussfassung gen�gt nicht. Die Mitwirkung bei der Entscheidung durch Bereitstellen von technischen, kaufm�nnischen oder juristischen Grundlagen hat noch keine (mate-rielle) Organstellung zur Folge. Erforderlich ist, dass die Kompetenzen der Beteiligten wesentlich �ber die Vorbereitung und Grundlagenbeschaffung hinaus gehen und sich zu einer massgebenden Mitwirkung bei der Willensbildung verdichten. Die Verantwortlichkeit f�r die Gesch�ftsf�hrung erfasst daher grunds�tzlich nur die oberste Leitung einer Aktiengesellschaft, die oberste Schicht der Hierarchie (BGE 117 II 572 f. Erw. 3).
Wesentlich f�r die Haftung eines Organs im faktischen oder materiel-len Sinne ist sodann, dass es stets nur verantwortlich ist f�r sein Tun oder Unterlassen in denjenigen Gesch�ftsbereichen, in die es sich eingemischt hat (Forstmoser, a.a.O., Rz 687). Im Gegensatz zum formellen Organ besteht daher beim faktischen Organ keine Haftung f�r die Verletzung der �berwachungspflicht (cura in custodiendo) gegen�ber den mit der Gesch�ftsf�hrung betrauten formellen oder faktischen Organen (vgl. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 in Verbindung mit Art. 716b und Art. 754 Abs. 2 OR).
3.3.3 Das kantonale Gericht hat die faktische Organstellung von S.________ lediglich aus zwei Sachverhaltselementen abgeleitet: aus den Unterzeichnungen der Lohnsch�tzung vom 3. Februar 1995 und des Arbeitsvertrages T.________ vom 8. Mai 1995. Die Lohndeklaration vom 3. Februar 1995 fiel noch in die Zeit der formellen Organschaft als kollektivzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspr�sident, und die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages hat mit der Erf�llung der gesetzlichen Beitragspflicht grunds�tzlich nichts zu tun. Beide Handlungen sind nicht geeignet, die Stellung von S.________ als faktisches Organ der Firma D.________ AG in der hier relevanten Zeitspanne von Juni-Oktober 1995 und im Zusammenhang mit der Erf�llung der gesetzlichen Beitragspflicht zu belegen. Hingegen hat C.________ bereits in seiner Einsprache vom 14. August 1998 behauptet, bei seiner Bestellung zum einzigen Verwaltungsrat der Firma D.________ AG ab 8. M�rz 1995 sei es nur darum gegangen, zu verhindern, dass S.________ die Gesellschaft weiterhin "nach Aussen" zu verpflichten. Hingegen sei dieser intern "alleiniger Gesch�ftsf�hrer" geblieben und habe "mit seinen 17 Angestellten die eigentliche Gesch�ftsf�hrung" besorgt. Indem die Vorinstanz diese aktenkundigen und rechtserheblichen Sachverhaltsangaben, welche die von S.________ ab 8. M�rz 1995 effektiv ausge�bten, unternehmerischen Funktionen betreffen, nicht abgekl�rt hat, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz (Erw. 2.2.1. hievor) und damit eine wesentliche Verfahrensvorschrift im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG. Der angefochtene kantonale Entscheid ist daher mit Bezug auf S.________ aufzuheben und die Sache zur erg�nzenden diesbez�glichen Sachverhaltsabkl�rung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Soweit die dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht nicht �bermittelten Konkursakten keine sachdienlichen Angaben zur Frage enthalten, ob S.________ nach dem 8. M�rz 1995 die Oberleitung des Unternehmens namentlich im finanziellen, die Bezahlung der Sozialversicherungsbeitr�ge mit umfassenden Bereich beibehalten hat, sind dazu alle drei mit der Gesch�ftsf�hrung der Firma D.________ AG im letzten halben Jahr vor der Konkurser�ffnung tats�chlich befassten Personen, n�mlich C.________, S.________ und J.________, als Zeugen bzw. als Partei zu befragen.
Das Verfahren ist kostenpflichtig, da es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht. Der unterliegende Beschwerdef�hrer C.________ sowie die in Bezug auf den Beschwerdef�hrer S.________ unterliegende Ausgleichskasse haben die entsprechenden Gerichtskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Ausserdem hat der obsiegende S.________ Anspruch auf eine Entsch�digung (Art. 159 Abs. 1 OG).
Die Verfahren H 215/02 und H 219/02 werden vereinigt.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von C.________ wird abgewiesen.
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde von S.________ wird der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg vom 13. Juni 2002 aufgehoben, soweit S.________ betreffend, und die Sache wird an die Vorinstanz zur�ckgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber die Schadenersatzklage der Ausgleichskasse neu entscheide.
Die Gerichtskosten des Verfahrens betreffend C.________ von total Fr. 1900.- werden C.________ auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
Die Gerichtskosten des Verfahrens betreffend S.________ von total Fr. 1900.- werden der Ausgleichskasse FRSP-CIFA auferlegt.
Der Kostenvorschuss von Fr. 1900.- wird S.________ zur�ckerstattet.
Die Ausgleichskasse hat S.________ f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg, Sozialversicherungsgerichtshof und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.