Source: https://kanzlei-siegert-paar.de/alkohol-am-steuer/
Timestamp: 2020-05-27 14:40:50
Document Index: 251124428

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 24', '§ 8', '§ 8', '§ 2', '§ 24', '§ 11']

Alkohol am Steuer | KANZLEI SIEGERT-PAAR
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Besonderheiten zum „Alkohol am Steuer“
In Deutschland wird Alkohol am Steuer schon in sehr geringen Mengen sehr streng bestraft. Beachten Sie daher folgende Promille Werte:
Für Fahranfänger in der Probezeit gemäß § 2a StVG gilt die 0,0 Promillegrenze. Bei einem Alkoholgehalt im Blut bis 0,5 Promille und keinen Anzeichen von Fahrunsicherheit, § 24c I StVG, droht eine Geldbuße von 250,00 € und ein Punkt im Fahreignungsregister.
0,0 Promillegrenze für Busfahrer I Taxifahrer I Mietwagenverkehr
Nach den Vorgaben des § 8 III der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BoKraft) unterliegen Fahrer im Omnibusverkehr, sowie im Linienverkehr während des Dienstes und der Dienstbereitschaft der 0,0 Promillegrenze. Nach § 8 V BoKraft gilt die 0,00 Promillegrenze auch für Taxifahrer und Mietwagenfahrer entsprechend.
0,3 Promille bis unter 0,5 Promille
Für Verkehrsteilnehmer die keine Fahranfänger im Sinne des § 2a StVG sind, beginnt die Strafbarkeit ab 0,3 Promille wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit oder sogar ein Verkehrsunfall vorliegen. In diesem Fall drohen 3 Punkte im Fahreignungsregister und eine Geld-, bzw. Freiheitsstrafe. Darüber hinaus droht ein Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist von 6 Monaten bis 5 Jahre oder auf Dauer.
0,5 Promille bis unter 1,1 Promille
Für alle Verkehrsteilnehmer, auch für Fahranfänger, ist ab einem Promillewert von 0,5 zwischen der relativen und der absoluten Fahrunsicherheit zu unterscheiden, § 24 a I StVG.
Man spricht von relativer Fahrunsicherheit, wenn bei dem Verkehrsteilnehmer keine Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen, wie zum Beispiel das Fahren von „Schlangenlinien“ oder unangebrachter zu schneller oder zu langsamer Geschwindigkeit. In diesem Fall wird man bei dem ersten Verstoß mit 2 Punkten im Fahreignungsregister, einer Geldbuße von 500,00 € und einem eimonatigen Fahrverbot bestraft. Bei einem Zweitverstoß wird man mit 2 Punkten im Fahreignungsregister, 1.000,00 € Geldbuße und einem dreimonatigen Fahrverbot bestraft. Sollte man ein drittes Mal auffällig werden, werden erneut 2 Punkte in das Fahreignungsregister eingetragen, die Geldbuße auf 1.500,00 € erhöht und ein weiteres Fahrverbot von 3 Monaten verhängt.
Noch strenger sind die Strafen, wenn ein Fall der absoluten Fahrunsicherheit gegeben ist, wenn also zum Beispiel Anzeichen von Fahrunsicherheit oder sogar ein Verkehrsunfall gegeben ist.
In diesen Fällen drohen nicht nur 3 Punkte im Fahreignungsregister, eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren, sondern auch ein Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist zwischen 6 Monaten bis zu 5 Jahren oder sogar auf Dauer.
Ab einem Alkoholgehalt von 1,1 Promille geht die Rechtsprechung grundsätzlich von einer absoluten Fahrunsicherheit aus, was zu einer Strafbarkeit führen kann, wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt oder auch wenn gerade keine Anzeichen von Fahrunsicherheit gegeben sind.
In diesem Fall drohen 3 Punkte im Fahreignungsregister, eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und ein Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist zwischen 6 Monaten und 5 Jahren oder sogar auf Dauer.
Wenn Sie mit 1,6 Promille oder mehr im Straßenverkehr unterwegs sind, droht Ihnen nicht nur die Entziehung der Fahrerlaubnis, sondern für deren Neuerteilung auch die erfolgreiche Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), auch Idiotentest genannt, § 11 Fahrerlaubnisverordnung, FEV.
Alle hier gemachten Ausführungen sind allgemeiner Natur und ersetzten keine ausführliche Rechtsberatung im Einzelfall.