Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201968,%201927
Timestamp: 2019-10-14 14:47:07
Document Index: 100970617

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', '§ 370', '§ 134', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 134', 'BGH', '§ 134', '§ 134', '§ 134', '§ 139', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.07.1968 - VIII ZR 113/66 - dejure.org
https://dejure.org/1968,417
BGH, 03.07.1968 - VIII ZR 113/66 (https://dejure.org/1968,417)
BGH, Entscheidung vom 03.07.1968 - VIII ZR 113/66 (https://dejure.org/1968,417)
BGH, Entscheidung vom 03. Juli 1968 - VIII ZR 113/66 (https://dejure.org/1968,417)
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Kaufpreisanspruch aus einem Schwarzgeschäft bzw. "OR-Geschäft" - Steuerverkürzung als Hauptzweck des Vertrages
NJW 1968, 1927 (Ls.)
DB 1968, 1349
b) Denn in jedem Falle nichtig ist die Absprache der Beteiligten, die gerade auf die Steuerverkürzung zielt (…BGH, Urteile vom 24. April 1978 - II ZR 168/76, VersR 1978, 915 unter 2 b [juris Rn. 18]; vom 3. Juli 1968 - VIII ZR 113/66, WM 1968, 918 unter II [juris Rn. 5]).
Da diese Nebenabrede einen Teil des ganzen Geschäfts bildet, kann der Vertrag insgesamt gemäß § 139 BGB nur dann aufrecht erhalten bleiben, wenn festgestellt werden kann, dass er auch ohne die steuerverkürzende Abrede zu denselben Bedingungen, insbesondere mit derselben Gegenleistung abgeschlossen worden wäre (…BGH, Urteile vom 2. Juli 2003 - XII ZR 74/01, NJW 2003, 2742 unter b [juris Rn. 12]; vom 3. Juli 1968 aaO;… vgl. auch Urteil vom 24. April 2008 - VII ZR 42/07, BGHZ 176, 198 Rn. 10).
Die unter Strafe gestellte Verabredung einer Steuerhinterziehung (§ 370 AO) ist als solche gemäß § 134 BGB nichtig (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juli 1968 - VIII ZR 113/66 - MDR 1968, 834 f.).
Gemäß § 139 BGB könnte der Mietvertrag nur dann aufrecht erhalten bleiben, wenn feststünde, daß er auch ohne die - nichtigen - steuerlichen Absprachen zu denselben Bedingungen, insbesondere zu derselben Miete, abgeschlossen worden wäre (BGH, Urteil vom 3. Juli 1968 aaO).
Nach Auffassung des Senates ist eine Nichtigkeit des Gesamtvertrages darüber hinaus anzunehmen, falls die "ohne Rechnung"-Vereinbarung auch auf den Vertrag im Übrigen Einfluss gehabt hat, woran es nur dann fehlt, wenn feststeht, dass der Vertrag auch ohne die nichtige steuerliche Absprache zu denselben Bedingungen - insbesondere im Hinblick auf die Vergütung - abgeschlossen worden wäre (…so auch BGH (12. Zivilsenat), a. a. O.; BGH (8. Zivilsenat) MDR 1968, S. 834; OLG Naumburg, Urteil vom 30.03.1999, Az.: 13 U 83/98, zitiert nach juris;… Saarländisches OLG OLGR 2000, S. 303;… OLG Hamm NJW-RR 1997, S. 722;… OLG Oldenburg OLGR 1997, S. 2;… MüKo-Armbrüster, a. a. O.).
Der Bundesgerichtshof hat wiederholt entschieden, daß Verträge, die auf Täuschung eines Dritten gerichtet sind, wegen Sittenwidrigkeit nichtig sein können (vgl. BGH Urt. v. 3. Juli 1968, VIII ZR 113/66, MDR 1968, 834;… BGH Urt. v. 27. März 1969, VII ZR 2/67, VersR 1969, 733; vgl. auch BGHZ 60, 102, 103/104).
In der Rechtsprechung und der rechtswissenschaftlichen Literatur besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass Vereinbarungen, die eine Umsatzsteuerverkürzung im Sinne der §§ 1, 13 UStG, 370 AO ermöglichen und verheimlichen sollen, gemäß § 134 BGB nichtig sind (vgl. BGH NJW 1968, 1927 = MDR 1968, 834; OLG Hamm NJW-RR 1997, 722; OLG Koblenz DB 1979, 833;… Palandt-Heinrichs, BGB, 55. Aufl., Rn. 23 zu § 134 BGB;… Staudinger-Sack, BGB, 13. Aufl., Rn. 288 zu § 134 BGB;… Soergel-Hefermehl, BGB, 12. Aufl., Rn.65 zu § 134 BGB).
Da somit gerade nicht festgestellt werden kann, dass der Werkvertrag der Parteien ohne die "o.R."-Vereinbarung zum gleichen Preis abgeschlossen worden wäre, muss er nach der Regel des § 139 BGB als im Ganzen nichtig gewertet werden (vgl. BGH MDR 1968, 834; OLG Hamm NJW-RR 1997, 722;… Palandt-Heinrichs, a.a.O., Rn. 44 zu § 138 BGB).
OLG Naumburg, 11.09.2003 - 7 U 17/03
Sittenwidrigkeit einer Vereinbarung zwischen Versicherungsnehmer und …
Nach einhelliger Auffassung sind sittenwidrig auch solche Verträge, die auf die Täuschung eines Dritten gerichtet sind, wobei für den Vorwurf der Sittenwidrigkeit bereits das Verschweigen wesentlicher Umstände genügt (…vgl. Staudinger/Sack, a.a.O. Rn. 334, 347;… BGH, Urt. v. 12.07.1985, NJW 1985, 2953;… Urt. v. 25.01.1973, NJW 1973, 465;… Urt. v. 27.03.1969, VersR 1969, 733; Urt. v. 03.07.1968, NJW 1968, 1927).
Es entspricht gefestigter Rechtsprechung, daß Verträge, mit denen eine Steuerentziehung verbunden ist, nur dann nach §§ 134, 138 BGB nichtig sind, wenn der Hauptzweck des Vertrages gerade die Steuerhinterziehung ist (vgl. z.B. BGHZ 14, 30, 31; BGH NJW 1966, 589 und 1983, 1844 sowie MDR 1968, 834).