Source: http://bfh.simons-moll.de/bfh_2004/xx040686.html
Timestamp: 2019-03-26 05:59:24
Document Index: 253189655

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 38', '§ 255', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 20', '§ 20', '§ 1', '§ 20', '§ 22', '§ 20', '§ 22', '§ 2', '§ 20']

1. Der Übergang des Grundbesitzes, der im Eigentum der übertragenden GmbH & Co. KG stand, ist der Grunderwerbsteuer unterworfen worden (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 des Grunderwerbsteuergesetzes GrEStG i.V.m. § 38 der Abgabenordnung). Die Grunderwerbsteuer gehört beim Erwerber zu den objektbezogenen Anschaffungsnebenkosten (vgl. § 255 Abs. 1 des Handelsgesetzbuchs; Senatsurteil in BFHE 184, 435, BStBl II 1998, 168). Sie ist deshalb von ihm zu aktivieren (§ 6 Abs. 1 Nrn.1 und 2 des Einkommensteuergesetzes) und zwar bereits im Zeitpunkt des Erwerbsvorganges als jenem ihres Entstehens (vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 3 GrEStG), nicht jedoch (erst) im Zeitpunkt der Festsetzung oder der Zahlung (vgl. Glanegger in Schmidt, Einkommensteuergesetz, 22. Aufl., § 6 Rz. 84). Wie der Senat durch Urteil in BFHE 184, 435, BStBl II 1998, 168 entschieden hat (vgl. auch Senatsurteile vom 22. April 1998 I R 83/96, BFHE 186, 200, BStBl II 1998, 698; vom 5. Juni 2002 I R 6/01, BFH/NV 2003, 88; Urteil des Bundesfinanzhofs vom 19. Oktober 1998 VIII R 69/95, BFHE 187, 434, BStBl II 2000, 230), betrifft dies auch Verschmelzungen i.S. von § 20 des Gesetzes über steuerliche Maßnahmen bei Änderung der Unternehmensform (UmwStG 1977), da Verschmelzungen gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten als tauschähnliche Vorgänge und damit als rechtsgeschäftliche Veräußerungen zu beurteilen sind. Auf diese Rechtsprechung, der auch das FG und die Klägerin im Grundsatz beipflichten, wird, um Wiederholungen zu vermeiden, verwiesen.
2. Diese zum UmwStG 1977 getroffene Beurteilung gilt nach Maßgabe des UmwStG 1995 unverändert fort; die Neuregelungen geben keine Veranlassung, hiervon abzuweichen. Nach wie vor ist davon auszugehen, dass es sich bei der Verschmelzung einer Personen- auf eine Kapitalgesellschaft (nunmehr nach § 20 UmwStG 1995) um einen tauschähnlichen Vorgang handelt (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 1998, 268 Tz. 20.01; Widmann in Widmann/Mayer, Umwandlungsrecht, Vor § 1 UmwStG Rz. 44 ff., 46; Schmitt in Schmitt/ Hörtnagl/Stratz, Umwandlungsgesetz, Umwandlungssteuergesetz, 3. Aufl., § 20 UmwStG Rz. 241 ff., 316, 365; § 22 UmwStG Rz. 3; Patt in Dötsch/Eversberg/Jost/Witt, Die Körperschaftsteuer, Vor § 20 UmwStG n.F. Rz. 31, § 22 UmwStG n.F. Rz. 11; Hahn, Deutsche Steuer-Zeitung - DStZ - 1998, 561, jeweils m.w.N.; s. auch Thiel/Eversberg/van Lishaut/Neumann, GmbH-Rundschau - GmbHR - 1998, 397, 438; anders z.B. Orth, GmbHR 1998, 511; Fatouros, Deutsches Steuerrecht - DStR - 2003, 772). Dabei macht es keinen Unterschied, ob sich die Einbringung im Wege der Einzelrechtsnachfolge durch Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter oder aber der Gesamtrechtsnachfolge nach Maßgabe des Umwandlungsgesetzes wie im Streitfall nach § 2 Nr. 1, § 20 Abs. 1 Nr. 1 UmwG vollzieht. In dem einen wie in dem anderen Fall werden Rechte und Pflichten gegen Gewährung neuer Anteile übertragen.