Source: http://tempcare.ch/dynasite.cfm?dsmid=108572
Timestamp: 2018-11-20 23:38:59
Document Index: 17110817

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 28', 'Art.\n29', 'Art. 324', 'Art. 324', 'Art. 29', 'Art. 324', 'Art. 28', 'Art. 71', 'Art. 109']

tempcare : Reglement (Spielregeln), : Branchenlösung Krankentaggeld für Temporärarbeitende
Paritätischer Verein Personalverleih
Geschäftsstelle Sozialfonds
c/o febs AG
Tel. +41 52 266 02 22
Fax +41 52 266 02 02
Reglement (Spielregeln)
Der GAV Personalverleih schreibt den Abschluss einer Krankentaggeld-Versicherung vor. Die Modalitäten sind in Art. 28. Krankheit und 29. Krankentaggeld-Versicherung geregelt.
Die KTG Prämiensätze der an der Branchenlösung KTG beteiligten Versicherer werden mit 0,4 % der Lohnsumme aus dem Sozialfonds subventioniert. Die Prämiensätze der Versicherer verstehen sich netto, d.h. die Subventionierung ist bereits in Abzug gebracht.
Art. 28. Krankheit
1. Erkrankt ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin während eines Einsatzes, so hat er oder sie
Anspruch auf Lohnausfallentschädigung. Alle Arbeitnehmenden, die keine AHV Rente beziehen,
sind obligatorisch für ein Krankentaggeld bei einer anerkannten Krankenkasse oder einer
schweizerischen Versicherungsgesellschaft versichert. Die Bedingungen und Leistungen sind in Art.
29 dieses Vertrages geregelt. Die Leistungen dieser Versicherungen gelten als Lohnfortzahlung im
Sinne von Art. 324a OR. AHV-berechtigte Arbeitnehmer werden gemäss Art. 324a OR entschädigt.
2. Die Leistungen betragen mindestens 80% des durchschnittlichen Lohns, sofern die
Arbeitsverhinderung mindestens 25% beträgt
3. Nach Ablauf einer Wartefrist von höchstens 2 Kalendertagen entsteht folgender Anspruch:
für Arbeitnehmende, die in Einsatzbetrieben tätig sind, wo ein ave GAV gültig ist, Geldwertleistungen von 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen,
für Arbeitnehmende, die gemäss diesem GAV Personalverleih BVG-pflichtig sind, Geldwertleistungen von 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen,
für Arbeitnehmende, die weder in einem Einsatzbetrieb mit ave GAV tätig noch gemäss diesem GAV Personalverleih BVG-pflichtig sind, Geldwertleistungen von 60 Tagen innerhalb von 360 Tagen
4. Bei Vorbehalten bezüglich vorbestehender Krankheiten sind die allgemeinen Bedingungen der
Versicherungsgesellschaften massgebend. Der Arbeitnehmende ist über den Leistungsumfang, den
Leistungsträger und die Prämien mit dem Rahmenarbeitsvertrag oder dem Einsatzvertrag schriftlich
zu informieren. Bei Erkrankung muss der Arbeitnehmende sofort den Arbeitgeber, und nicht nur die
Einsatzfirma, benachrichtigen.
5. Für alle Leistungen, die durch die Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmenden im Verleihbetrieb
definiert sind, werden Einsätze, die innerhalb von 12 Monaten bei demselben Verleihbetrieb
geleistet werden, zusammengezählt.
Art. 29. Krankentaggeld-Versicherung
1. Lohnfortzahlung durch Kollektivversicherung: Der Betrieb ist verpflichtet, die dem GAV
Personalverleih unterstellten Arbeitnehmenden kollektiv für ein Taggeld von 80% des wegen
Krankheit ausfallenden, der normalen vertraglichen Arbeitszeit entsprechenden zuletzt bezahlten
Lohnes zu versichern.1 Mit den Taggeldleistungen des Kollektivversicherers und mit der hälftigen
Prämienbeteiligung des Arbeitgebers ist die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nach
Art. 324a und 324b OR vollumfänglich abgegolten.
Prämientragung: Der Prämienanteil für die Arbeitnehmenden beträgt maximal 50%, im Maximum 2,5%. Allfällige Prämienüberschüsse sind jährlich zur Verbilligung der Prämien zu verwenden.
Aufgeschobenes Krankentaggeld: Schliesst der Betrieb eine Kollektivtaggeldversicherung mit einem Leistungsaufschub und unter Einhaltung von zwei Karenztagen ab, so hat er während der Aufschubzeit 80% des wegen Krankheit ausfallenden Lohnes selbst zu entrichten. In diesem Fall darf dem Arbeitnehmenden maximal die Hälfte der nach der Rabattskala gemäss Rahmenvertrag der Branchenlösung Krankentaggeld Personalverleih hochgerechneten Prämie belastet werden, im Maximum 2,5%.
3. Minimale Versicherungsbedingungen: Die Versicherungsbedingungen haben mindestens vorzusehen:
Entschädigung analog zu den Kriterien der Suva nach höchstens zwei Karenztagen zulasten der Arbeitnehmenden. Während einer aufgeschobenen Leistungspflicht ist der Lohnausfall zu gleichen Bedingungen vom Arbeitgeber zu entrichten.
Die Bezugsberechtigung ist gemäss Art. 28 zu definieren.
Entrichtung des Taggeldes bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, sofern die Arbeitsunfähigkeit mindestens 25% beträgt.
Ausschluss der Bezugsberechtigung während eines Aufenthaltes ausserhalb der Schweiz von mehr als drei Monaten unter Vorbehalt von Arbeitseinsätzen im Ausland, anderslautenden gesetzlichen Bestimmungen oder Aufenthalt in einer Heilanstalt und wenn zudem die Rückreise in die Schweiz aus medizinischen Gründen nicht zu verantworten ist.
Prämienbefreiung während der Krankheitszeit.
Möglichkeit für die Arbeitnehmenden, nach Ausscheiden aus der Kollektivversicherung innert 90 Tagen gemäss Art. 71 Abs. 2 KVG und Art. 109 KVV in die Einzelversicherung überzutreten, wobei die Prämie der Einzelversicherung aufgrund des Alters bei Eintritt in die Kollektivversicherung berücksichtigt wird. Ist eine Kollektivversicherung mit aufgeschobenem Krankentaggeld abgeschlossen worden, sind die Versicherungsbedingungen so zu gestalten, dass die aus der Kollektivversicherung ausscheidenden Arbeitnehmenden nicht schlechter gestellt werden als im Fall einer Kollektivversicherung ohne Aufschub, das heisst, die Wartefrist kann auf Wunsch des ausscheidenden Arbeitnehmenden ohne Gesundheitsprüfung bis auf zwei Tage reduziert werden.
4. Den Personalverleihbetrieben wird eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung durch
die Sozialpartner angeboten.