Source: https://www.bafoeg-aktuell.de/forum/thread/12411-wohngeld-ausbildung-in-ausserbetrieblichen-einrichtung/?postID=41322
Timestamp: 2020-07-05 19:14:58
Document Index: 234695120

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 21', '§ 44', '§48', '§ 32', '§ 48']

Wohngeld - Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtung - Wohngeld - bafoeg-aktuell.de Forum
Wohngeld - Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtung
Tii-Dog
es geht um eine Freundin, die eine Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, kurz BaE (kooperativ) absolviert. Das ganze ist eine Reha-Ausbildung, gefördert vom Arbeitsamt. Sie bekommt von daher "nur" Übergangsgeld von 255€. Dazu würde dann das Kindergeld von 190€ kommen. Zuhause läuft es aber bei ihr alles andere als gut, sodass Sie unbedingt ausziehen will. Mit ihrem Einkommen ist das allerdings unmöglich. Beim Arbeitsamt hat man Ihr gesagt, sie solle BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) beantragen - dies hat sie auch gemacht, allerdings wurde es mit der Begründung abgelehnt, dass Sie bereits Übergangsgeld bekommt. Nach Wohngeld hat Sie sich auch erkundigt, war vor Ort und hat sich beraten lassen - laut denen würde ihr da auch nichts zustehen. Begründung: Sie muss mind. 600€ verdienen bzw. zur Verfügung haben, damit das Wohngeld genehmigt wird...und noch irgendwas mit einem 80%-Satz, wo sie wohl darunter liegt.
Ich hab mich da selbst mal etwas schlau gemacht, aber nichts über irgendwas mit Mindestverdienst von 600€ oder sonstigem was ihr erzählt wurde.
Das hab ich dazu herausgefunden:
"Der Regelsatz beläuft sich nach § 20 SGB II ab 01.01.2016 auf 404€ (bei Alleinstehenden).
Beim Wohngeldantrag reicht es aus, wenn der Antragsteller als Mindesteinkommen 80% der oben genannten Beiträge erreicht."
Das heißt doch, das Ihr aufgrund Ihres Einkommens und dem Kindergeld was sie bekommt Wohngeld zusteht, oder?
"Zur Erreichung des Mindesteinkommens können alle finanziellen Mittel herangezogen werden, die der Antragsteller monatlich zur Verfügung hat, unabhängig davon, ob es als Einkommen im Sinne des Wongeldgesetzes gewertet wird."
Zum letzten Satz - dies bedeutet doch dann auch das Kindergeld oder? Denn beim Wohngeldrechner steht dabei, dass das nicht mit angerechnet wird bzw. es für die Berechnung nicht "relevant" ist.
Natürlich weiß ich auch, das Sie dafür erst ne Wohnung haben muss, um das zu beanspruchen. Verständlicherweise kann Sie aber das Risiko nicht eingehen und jetzt ne Wohnung beziehen, ohne genau zu wissen, ob ihr überhaupt was zusteht und wieviel in etwa Sie bekommt.
Ich hoffe Ihr könnt mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen - was nun richtig ist, ob Ihr Wohngeld zusteht und und und...
Tii-Dog schrieb:
es geht um eine Freundin, die eine Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, kurz BaE (kooperativ) absolviert. Das ganze ist eine Reha-Ausbildung, gefördert vom Arbeitsamt. Sie bekommt von daher "nur" Übergangsgeld von 255€. ..... Beim Arbeitsamt hat man Ihr gesagt, sie solle BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) beantragen - dies hat sie auch gemacht, allerdings wurde es mit der Begründung abgelehnt, dass Sie bereits Übergangsgeld bekommt. .....
mir erscheint das Übergangsgeld (Übg) sehr niedrig. Weißt du evtl. wonach das Übg bemessen wurde?
ich bin zwar kein Wohngeldkenner, aber müsstest du nicht bei den 404,00 (reiner Lebensunterhalt)
noch die Miete mit berücksichtigen?
Mit den derzeitigen Einnahmen unter Abzug der Miete bleibt bedeutend weniger,
wenn nicht sogar gar nichts, als die geforderten 80% über.
Da ich selbst auch in einer solchen BaE-Maßnahme bin, weiß ich, dass das Geld von der letzten versicherungspflichtigen Arbeit berechnet wird - glaub das sind ca. 70 % des Nettogehalts. Sie befand sich vorher, so wie ich, in einer anderen Ausbildung, weswegen das Einkommen so niedrig ausfällt.
Darüber kann ich nicht wirklich was sagen....ich hab es so verstanden, dass die 404€ als Mindesteinkommen gelten und das es ausreicht, wenn man 80% der 404€ an Mindesteinkommen erzielt, das wäre mit dem Kindergeld ja der Fall. Das somit eben Wohngeldanspruch besteht
die Auskunft des Amtes als solches ist richtig, denn zu dem erforderlichen Mindesteinkommen gehört auch die Miete. Abgesehen davon werden die 20% auch nicht automatisch gewährt, es besteht also kein Rectsanspruch darauf. Nur bei Plausibiltät der Angaben zum Lebensunterhalt können diese 20% gewährt werden.
dies bedeutet doch dann auch das Kindergeld oder? Denn beim Wohngeldrechner steht dabei, dass das nicht mit angerechnet wird bzw. es für die Berechnung nicht "relevant" ist.
Das Kindergeld dürfte kein Kindergeld sein, sondern stinknormaler Unterhalt: Deine Freundin hat i.d.R. gar keinen Anspruch auf Kindergeld, sondern nur die Eltern. Also würde es auch nur bei den Eltern anrechnungsfrei bleiben.
Und warum unterschlägst Du den Satz, der direkt darüber steht?
Regelsatz zzgl. ggfls. Mehrbedarf (§ 21 SGB II) + Warmmiete (inkl. Heizkosten)
Also was heißt das nun genau? Kann Sie Wohngeld beanspruchen, bzw. was muss passieren, was muss eintreten, dass es ihr zusteht?
Meine das Kindergeld - Kindergeldberechtigte ist zwar die Mutter, schon klar...aber wenn Sie auszieht steht das Ihr doch dann zu, das wollte ich damit sagen.
Stimmt, den hab ich vergessen!
Bedeutet das also die Warmmiete + Regelsatz von 404 € oder wie ist das zu verstehen?
Hab davon wie du merkst keine Ahnung, bin von daher wirklich wahnsinnig dankbar über deine Antwort(en).
Also nochmal, was muss sie tun, wieviel braucht sie damit ihr was zusteht?
Also was heißt das nun genau?
Das sie mit dem derzeitigen Einkommen nicht mal den Hauch einer Chance auf Wohngeld hat.
Nein, das Kindergeld steht ihr nicht zu. Was ihr zusteht ist Unterhalt in mindestens der Höhe des Kindergeldes.
Bedeutet das also die Warmmiete + Regelsatz von 404 €
Okay, alles klar - nochmals vielen lieben Dank für deine Hilfe!
Ihr steht als mit ihren 255€ Übergangsgeld + 190 € Kindergeld bzw. Unterhalt definitiv kein Wohngeld zu.
Es tut mir leid, das nun zu fragen, aber du bist der einzige der ernsthaft und vor allem verständlich weiterhelfen kann:
Könntest du mir den genauen Grund darlegen? Oder ist hier diese Rechnung der Grund:
Regelsatz 404€ + 380€ Warmmiete (jetzt irgendeine Zahl genommen) = 784€
80% von 784€ = 627,20€ --> und das wäre das Geld, welches Sie monatlich mind. zur Verfügung haben muss, damit Wohngeld gezahlt wird!?
Bitte vielmals um Verzeihung, aber ich hab da echt überhaupt keine Ahnung von - ist mir fast schon unangenehm so blöde Sachen zu fragen
Deine Freundin hat Einnahmen von 445 €. Bezahlt sie die Miete von sagen wir mal beispielsweise nur 300 € warm, bleiben ihr gerade mal 145 € zum Lebensunterhalt. Wohngeld ist aber keine Hilfe zum Lebensunterhalt.
Bei einer 300-€-Miete benötigt sie zumindest 404 € + 300 € Miete = 704 € Einnahmen. Bei Glaubwürdigkeit der Angaben kann das Wohngeldamt dann nochmal 704 € - 20% = 563,00 € ansetzen.
Nun hab auch ich das verstanden - kann mich gar nicht genug bedanken, hast mir echt sowas von weitergeholfen.
DANKESCHÖN für alles!!!
da keine weiteren Informationen vorliegen, empfehle ich evtl. einen Antrag auf Überprüfung (§ 44 SGB X).
Aufgrund der Höhe des Übg vermute ich, dass es keine Vergleichsberechnung gegeben hat (§48 SGB IX).
dms hat - wie immer - durchaus Recht. Auch ich bin über die Summe gestolpert und würde das gleiche empfehlen.
dms , weswegen ein Antrag auf Überprüfung? Das Übergangsgeld wird von der letzten versicherungspflichtigen Arbeit (bei uns Ausbildung) berechnet, und zwar :
Die Berechnungsgrundlage für das Übergangsgeld beträgt bei allen Trägern 80 % des letzten Bruttoverdienstes, ist jedoch höchstens so hoch wie der Nettoverdienst.
Das Übergangsgeld beträgt:
1. 75 % dieser Berechnungsgrundlage bei Versicherten die ein Kind haben (§ 32 EStG)
die pflegebedürftig sind und durch ihren Ehegatten gepflegt werden,
der deshalb keine Erwerbstätigkeit ausüben kann
deren Ehegatte pflegebedürftig ist und keinen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat.
2. 68 % dieser Berechnungsgrundlage für die übrigen Versicherten.
Am Beispiel von mir waren das in meiner letzten Ausbildung 500€ Brutto --> davon 80% sind 400€ --> davon wiederum 68% sind es 272€.
Mehr steht einem da leider echt nicht zu!
wo in deiner unbekannten Quelle wird die Vergleichsberechnung nach § 48 SGB IX erwähnt?