Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201974,%201551
Timestamp: 2020-02-26 14:00:25
Document Index: 8019680

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 209', '§ 253', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', '§ 209', 'BGH', '§ 209', '§ 209', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 521', '§ 521', '§ 521', '§ 521', '§ 253', '§ 315', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1974, 1551 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 03.07.1974
https://dejure.org/1974,233
BGH, 13.05.1974 - III ZR 35/72 (https://dejure.org/1974,233)
BGH, Entscheidung vom 13.05.1974 - III ZR 35/72 (https://dejure.org/1974,233)
BGH, Entscheidung vom 13. Mai 1974 - III ZR 35/72 (https://dejure.org/1974,233)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1974,233) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Haftungsabwägung zwischen Betriebsgefahr und Verschulden und zur Verjährungsunterbrechung durch einen unbezifferten Schmerzensgeldantrag
Nicht bezifferter Klageantrag - Unterbrechung der Verjährung - Richterliches Ermessen - Schadensersatz nach den Grundsätzen der Amtshaftung - Anforderungen an die fahrlässige Verletzung einer Amtspflicht - Pflicht, als Beamter im Straßenverkehr niemanden zu schädigen
Verfahrensrecht -Verjährungsunterbrechung durch unbezifferte Schmerzensgeldklage
Die Betriebsgefahr des einen Fahrzeugs tritt bei hohem Verschulden des anderen Fahrzeugführers zurück
BGB § 209; ZPO § 253
MDR 1974, 1000
VersR 1974, 1018
DB 1974, 1569
Die Anschlussberufung soll zwar zu einer möglichst weitgehenden Gleichbehandlung der Parteien im Berufungsverfahren führen, indem sie dem Berufungsbeklagten, der in erster Instanz erfolgreich war, wie dem Berufungskläger die Möglichkeit eröffnet, den Streitgegenstand des Berufungsverfahrens zu ändern oder zu erweitern (BGH, Urt. v. 13. Mai 1974, III ZR 35/72, Bd. 89 [1976], 199, 201; Fenn, ZZP 89 [1978], 121, 123).
Dies gilt für den Berufungsbeklagten nicht, da dessen Anschlussberufung keine Beschwer voraussetzt (BGHZ 4, 229, 234; BGH, Urt. v. 13. Mai 1974, III ZR 35/72, ZZP 89 [1976], S. 199, 201).
Daher wird die Verjährung bezüglich des Gesamtanspruches ebenso unterbrochen wie bei einer Feststellungsklage (vgl. a. BGH NJW 1974, 1551 Nr. 1 zur unbezifferten Klage auf Schmerzensgeld).
(1) So rechtfertigt es - anders als etwa im Falle einer unbezifferten Schmerzensgeldklage (BGH, Urteil vom 13. Mai 1974 - III ZR 35/72 - NJW 1974, 1551, juris Rn. 59 ff.), einer Feststellungsklage, einer Vorschussklage (s.o.), einer Schadensersatzklage gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB auf eine zur Naturalrestitution erforderlichen Geldleistung (BGH…, Urteil vom 9. Januar 2008, a.a.O., juris Rn. 16; BGH…, Urteil vom 11. März 2009, a.a.O., juris Rn. 13) oder einer nachträglichen Erhöhung des Klageantrages zum Zwecke der Anpassung an eine Veränderung des Preisgefüges oder eine fortschreitende Schadensentwicklung ohne Veränderung des Streitgegenstandes (BGH…, Urteil vom 26. Juni 1984 - VI ZR 232/82 - MDR 1985, 132, juris Rn. 23) - allein die Ungewissheit oder Unsicherheit des Klägers im Zeitpunkt der Klageerhebung bzw. der Anspruchsbegründung, wie hoch sein Schaden letztlich sein wird, nicht, seine Verpflichtung zu lockern, den Streitgegenstand einer Leistungsklage gemäß § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO durch einen zu beziffernden Klageantrag zu bestimmen.
Die Gründe, weshalb die Anschließung im Zivilprozeß eine Beschwer nicht voraussetzt (BGHZ 4, 229, 234; BGH Urteil vom 13. Mai 1974 - III ZR 35/72 = VersR 1974, 1018, 1019), haben in echten Streitsachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit die gleiche Berechtigung.
Ein unbezifferter Klageantrag genügt daher grundsätzlich nicht, um die Unterbrechungswirkung des § 209 Abs. 1 BGB herbeizuführen (vgl. BGH NJW 1974, 1551; MünchKomm-von Feldmann, BGB, § 209 Rz 14;… RGRK-Johannsen, BGB, 12. Aufl., § 209 Rz 16).
Nur in besonderen Fällen, wie dem Anspruch auf Schmerzensgeld, hat die Rechtsprechung auch einen unbezifferten Klageantrag für eine wirksame Klageerhebung als ausreichend erachtet (vgl. BGH NJW 1974, 1551 m. w. N.).
BGH, 05.12.1979 - IV ZB 75/79
Voraussetzungen zur Erteilung eines Zeugnisses über die Rechtskraft einer …
Sie setzt auch keine Beschwer voraus (vgl. BGHZ 4, 229, 234; BGH VersR 1974, 1018, 1019; RGZ 156, 240, 242;… Rosenberg/Schwab, a.a.O. § 139 IV 2;… Zöller/Schneider, 12. Aufl. § 521 ZPO Anm. IX 1;… Thomas/Putzo, 10. Aufl. § 521 ZPO Anm. 3;… Baumbach/Lauterbach/Albers, 37. Aufl. § 521 ZPO Anm. 1 B b;… a. A.: Baur, Festschrift für Fragistas 1966, 359 A; Klamaris, Das Rechtsmittel der Anschlußberufung 1975, 235 ff.;… Stein/Jonas/Grunsky, 20. Aufl. § 521 Rdn. 6).
In diesem Fall ist allerdings weitere - zwingende - Voraussetzung, dass der Kläger in der Klagebegründung die Berechnungs- bzw. Schätzungsgrundlagen umfassend darlegt (NJW 74, 1551;… Zöller/Greger, a. a. O., § 253, Rz. 14).
Eine weitere Reduzierung des gerichtlich zu bestimmenden Entgelts nach § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB lag im Rahmen sowohl ihres ursprünglichen Klageantrags zu Ziffer 1 als auch des auf Herausgabe des Differenzbetrages nach gerichtlicher Entgeltfestsetzung gerichteten Klageantrags zu Ziffer 2 (BGH, Urteil vom 13. Mai 1974 - III ZR 35/72, zitiert nach juris Tz. 67 ff.).
BAG, 15.01.1991 - 3 AZR 186/90