Source: https://www.bghw.de/arbeitnehmer/unsere-leistungen/hinterbliebenenleistungen
Timestamp: 2018-02-22 20:30:28
Document Index: 370509049

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Hinterbliebenenleistungen — bghw.de BGHW-Website
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Das Sterbegeld wird an Denjenigen gezahlt, der die Kosten der Bestattung der versicherten Person getragen hat. Nahe Angehörige erhalten - unabhängig davon, wie hoch die tatsächlichen Kosten der Bestattung waren - ein einheitliches Sterbegeld von einem Siebtel der Bezugsgröße. Ist die versicherte Person beispielsweise im Jahr 2011 verstorben, beträgt das Sterbegeld in den alten Bundesländern 4.380,00 Euro und in den neuen Bundesländern 3.840,00 Euro.
Dritte Personen (z. B. Freunde, ein Nachbar, der Arbeitgeber), die die Bestattung bezahlt haben, erhalten ein Sterbegeld in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten, maximal bis zu einem Siebtel der Bezugsgröße.
Neben dem Sterbegeld kann die BGHW unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kosten für die Überführung an den Ort der Bestattung übernehmen, wenn die versicherte Person aufgrund des Versicherungsfalls nicht am Ort der ständigen Familienwohnung gestorben ist.
Durch die Renten an Hinterbliebene sollen Familienangehörige einen Ersatz für den durch den Tod der versicherten Person entfallenden Unterhalt erhalten. Alle Hinterbliebenenrenten zusammen dürfen höchstens 80 Prozent des von der versicherten Person erzielten Jahresarbeitsverdienstes betragen. Die BGHW kann an Witwen und Witwer sowie eingetragene Lebenspartnerinnen bzw. Lebenspartner eine Hinterbliebenenrente zahlen, wenn diese nicht wieder geheiratet haben. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten Kinder eine Waisenrente. Diese Rente kann unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gezahlt werden. Dies ist z. B. während einer Berufsausbildung der Fall. Auch frühere Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie Eltern der versicherten Person, die im Jahr vor deren Tod von dieser unterhalten wurden, können Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben. Sie müssen dazu einen formlosen Antrag bei der BGHW stellen.
Die BGHW zahlt Witwen, Witwern sowie eingetragenen Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern für zwei Jahre eine Hinterbliebenenrente. Voraussetzung ist, dass sie in dieser Zeit nicht wieder heiraten. Die Höhe der Rente beträgt 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes der aufgrund des Versicherungsfalls verstorbenen Person.
Für den Sterbemonat (ab dem Todestag) und die folgenden drei Kalendermonate zahlt die BGHW eine erhöhte Rente. Diese beträgt zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes und soll die Umstellung auf den weggefallenen Unterhalt erleichtern.
Beispiel: Am 25.08.2011 erleidet Herr Huber einen schweren Arbeitsunfall, an dessen Folgen er stirbt. Er war zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alt. In den zwölf Kalendermonaten vor dem Unfallereignis hat er ein Bruttoentgelt in Höhe von 36.000,00 Euro erzielt. Seine Ehefrau ist 35 Jahre alt. Sie hat kein eigenes Einkommen. Das Ehepaar Huber ist kinderlos.
Die BGHW zahlt Frau Huber vom 25.08.2011 bis 30.11.2011 eine Rente in Höhe von 2.000,00 Euro monatlich (36.000,00 Euro x 2/3 = 24.000,00 Euro, 24.000,00 Euro : 12 = 2.000,00 Euro).
In der Zeit vom 01.12.2011 bis zum 31.08.2013 erhält Frau Huber von der BGHW eine Hinterbliebenenrente von 900,00 Euro monatlich (36.000,00 Euro x 30 % = 10.800,00 Euro, 10.800,00 Euro : 12 = 900,00 Euro).
Der Gesetzgeber geht von einem erhöhten Unterhaltsbedarf aus, wenn bei den Hinterbliebenen bestimmte Lebensbedingungen vorliegen. Dann können Witwen, Witwer eingetragene Lebenspartnerinnen sowie Lebenspartner auf Dauer eine Rente in Höhe von 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes der verstorbenen Person erhalten. Dies ist dann der Fall, wenn
die berechtigte Person mindestens 47 Jahre alt ist
oder ein Kind erzieht
oder erwerbsgemindert ist.
Beispiel: Am 25.08.2011 erleidet Herr Huber einen schweren Arbeitsunfall, an dessen Folgen er stirbt. Er hat in den zwölf Kalendermonaten vor dem Unfallereignis ein Bruttoentgelt in Höhe von 36.000,00 Euro erzielt. Seine Ehefrau ist 35 Jahre alt und hat kein eigenes Einkommen. Das Ehepaar Huber hat eine zweijährige Tochter, die Frau Huber erzieht. Sie erhält daher die "Große Witwenrente".
Beginnend mit dem 01.12.2011 erhält Frau Huber von der BGHW monatlich eine Hinterbliebenenrente in Höhe von 1.200,00 Euro (36.000,00 Euro x 40 Prozent = 14.400,00 Euro, 14.400,00 Euro : 12 = 1.200,00 Euro). Die Rente wird bis an ihr Lebensende oder bis zu einer Wiederheirat gezahlt. Die Erziehung der Tochter endet mit deren Volljährigkeit. Dennoch erhält Frau Huber weiterhin die "Große Witwenrente" (sofern sie nicht erneut heiratet), weil sie zu diesem Zeitpunkt älter als 47 Jahre sein wird.
Alle von der BGHW aufgrund des Todes der gleichen versicherten Person gezahlten Hinterbliebenenrenten dürfen zusammen höchstens 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes betragen.
Auf Hinterbliebenenrenten wird das über einem bestimmten Freibetrag liegende Einkommen der Berechtigten teilweise angerechnet.
Die BGHW zahlt grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres der berechtigten Person eine Waisenrente.
Eine Waisenrente kann unter bestimmten Voraussetzungen aber auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gezahlt werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Waise
eine Schul- oder Berufsausbildung macht oder
ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder einen Dienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leistet oder
wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht in der Lage ist, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.
für eine Halbwaise 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes der verstorbenen Person
für eine Vollwaise 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes der verstorbenen Person.
Alle aufgrund des Todes der gleichen Person von der BGHW gezahlten Hinterbliebenenrente dürfen zusammen höchstens 80 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes betragen.
Beispiel: Frau Huber verstirbt an den Folgen eines schweren Arbeitsunfalls. Sie hinterlässt Herrn Huber (Witwer) und 3 minderjährige Waisen. Ihr Jahresarbeitsverdienst (Bruttoverdienst im Jahr vor dem Unfall) betrug 30.000,00 Euro.
Nach dem Sterbevierteljahr beträgt die Witwerrente 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes. Dies sind jährlich 12.000,00 Euro oder monatlich 1.000,00 Euro.
Die drei Waisenrenten betragen jeweils 20 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes. Dies sind jährlich jeweils 6.000,00 Euro oder monatlich jeweils 500,00 Euro.
Addiert man alle Renten, betragen sie 100 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes (12.000,00 Euro + 18.000,00 Euro = 30.000,00 Euro). Der Höchstbetrag von 80 Prozent wird somit überschritten. Die Renten müssen daher wie folgt gekürzt werden:
Witwer: 1.000,00 Euro (Einzelrente) x 2.000,00 Euro (Höchstbetrag) : 2.500,00 Euro (Summe aller Renten pro Monat) = 800,00 Euro.
Hinterbliebene haben keinen Anspruch auf Rente, wenn Versicherte, bei denen ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit vorgelegen hat, versterben, ohne dass der Tod Folge dieses Arbeitsunfalls oder der Berufskrankheit ist.
Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn die verstorbenen Versicherten bei ihrem Tode einen Anspruch auf Versichertenrenten nach einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 50 Prozent oder mehr hatten. In diesen Fällen zahlt die BGHW den Witwen bzw. Witwern oder eingetragenen Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern eine einmalige Beihilfe in Höhe von 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes.
Vollwaisen, die bei einem aufgrund eines Versicherungsfalls verursachten Tod der versicherten Person Anspruch auf eine Waisenrente gehabt hätten, haben bei vom Versicherungsfall unabhängigen Tod ebenfalls Anspruch auf eine einmalige Beihilfe in Höhe von 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes. Voraussetzung ist, dass sie zum Todeszeitpunkt mit der verstorbenen Person in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben und von ihr überwiegend unterhalten worden sind. Sind mehrere Waisen vorhanden, wird die Waisenbeihilfe gleichmäßig verteilt.
Haben die verstorbenen Versicherten länger als 10 Jahre eine Rente nach einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 80 Prozent oder mehr bezogen, so kann die BGHW unter bestimmten weiteren Voraussetzungen anstelle der einmaligen Beihilfe eine laufende Beihilfe zahlen.
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