Source: http://betreuungen.bplaced.net/testamentsvollstreckungen.html
Timestamp: 2019-01-22 17:43:53
Document Index: 222283085

Matched Legal Cases: ['§ 2203', '§ 2227', '§ 2209', '§ 2338', '§ 2209', '§ 2210', '§ 2210', '§ 1939']

Welchen Inhalt hat eine Abwicklungstestamentsvollstreckung?
Die gesetzliche Grundregel geht davon aus, dass die Testamentsvollstreckung zur Abwicklung des Nachlasses eingerichtet wird, §§ 2203, 2204 BGB. In diesen Fällen ist dem Testamentsvollstrecker die Aufgabe übertragen,
die Anordnungen des Erblassers in seinem Testament (z.B. Auflagen, Vermächtnisse zu erfüllen, den Nachlass auseinandersetzen, usw.) auszuführen,
im Rahmen einer Erbengemeinschaft den Nachlass vorrangig nach den Anweisungen des Erblassers und in zweiter Linie nach den gesetzlichen Regeln auseinanderzusetzen,
die Nachlassverbindlichkeiten zu erfüllen, also offene Rechnungen zu bezahlen.
die Erbschaftsteuer zu erledigen.
Die Nachlassauseinandersetzung muss der Testamentsvollstrecker alsbald nach dem Todesfall durchführen, andernfalls er auf Schadenersatz haftet oder sogar entlassen werden kann (§ 2227 BGB). Hat der Testamentsvollstrecker den Nachlass abgewickelt, endet die Testamentsvollstreckung von selbst.
Welchen Inhalt hat eine Verwaltungstestamentsvollstreckung?
Bei dieser Art der Testamentsvollstreckung hat der Testamentsvollstrecker nur die Aufgabe, den Nachlass zu verwalten, nicht jedoch abzuwickeln (§ 2209 S. 1, 1. Halbs. BGB). Die Verwaltungstestamentsvollstreckung wird in der Praxis angeordnet, bis Minderjährige ein bestimmtes Alter erreicht haben, zu welchem sie den Nachlass ausgehändigt erhalten (z.B. an deren 25. Geburtstag). Weiterhin ist bei der Pflichtteilsbeschränkung in guter Absicht gemäß § 2338 BGB eine Verwaltungsvollstreckung möglich: Bei überschuldeten oder verschwenderischen Kindern kann durch diese Art der „Zwangsfürsorge“ der Nachlass für den überschuldeten Abkömmling als Erben erhalten werden. Weil das Gesetz von der Abwicklungsvollstreckung als Grundlage ausgeht, muss der Erblasser, wenn er eine solche Verwaltungstestamentsvollstreckung wünscht, diese ausdrücklich anordnen.
Welchen Inhalt hat die Dauertestamentsvollstreckung?
Bei einer Dauertestamentsvollstreckung handelt es sich um eine Kombination der Abwicklungs- mit der Verwaltungsvollstreckung: Der Testamentsvollstrecker hat gemäß § 2209 S. 1, 2. Halbs. BGB bei der Dauertestamentsvollstreckung die Aufgabe, den Nachlass zunächst abzuwickeln und anschließend zu verwalten. Die Dauertestamentsvollstreckung endet gemäß § 2210 S. 1 BGB spätestens nach 30 Jahren seit Eintritt des Sterbefalls, außer der Erblasser hat diese Art von Vollstreckung in seinem Testament ausdrücklich zeitlich begrenzt oder das Ende an eine Bedingung geknüpft. Laut § 2210 S. 2 BGB kann der Erblasser die Dauertestamentsvollstreckung auch über den Zeitraum von 30 Jahren hinaus erstrecken, nämlich wenn er anordnet, dass die Verwaltung bis zum Tod des Erben oder bis zum Tod des Testamentsvollstreckers oder bis zum Eintritt eines anderen Ereignisses in der Person des Erben bzw. des Testamentsvollstreckers fortzudauern hat.
Welchen Inhalt, welchen Zweck hat die Vermächtnisvollstreckung?
Dem Erblasser steht es frei, in seinem Testament jemandem einen Vermögensvorteil (z.B. einen Geldbetrag, eine Immobilie, den Hausrat, ein Wohnungs- oder Nießbrauchrecht, usw.) zuzuwenden, ohne dass er den Empfänger als Erben einsetzt, § 1939 BGB.
Welchen Inhalt hat eine gegenständlich beschränkte Testamentsvollstreckung?
Der Erblasser kann eine Testamentsvollstreckung auf bestimmte Nachlassgegenstände beschränken. Nur diese unterstehen dann der Verwaltungsbefugnis des Testamentsvollstreckers. Diese Art der Testamentsvollstreckung bietet sich an, wenn einzelne Nachlassgegenstände schwierig auseinanderzusetzen sind.
Welchen Inhalt, welchen Zweck hat eine Erbteilsvollstreckung?
Sind mehrere als Miterben berufen, kann der Erblasser bestimmen, dass die Testamentsvollstreckung sich nur auf einen Erbteil eines der Miterben beschränkt. Innerhalb der Erbengemeinschaft übernimmt dann der Testamentsvollstrecker alle Rechte und Pflichten des beschwerten Miterben. Diese Art der Testamentsvollstreckung ist sinnvoll, wenn unerfahrene Miterben in einer Erbengemeinschaft verbunden sind.