Source: https://www.liegenschaftsgutachten.de/gb3.html
Timestamp: 2020-07-02 19:55:22
Document Index: 305483742

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 31', '§ 1', '§ 19']

Immobilienbewertung Dipl.-Ing. Boris Hechelhammer - Stuttgart - Grundbuch 3/3
16 | Grundbuch 3/3
Eintragungen in Abteilung II
In die zweite Abteilung können zahlreiche, auch äußerst komplizierte Belastungen eingetragen werden. Beispiele:
Grunddienstbarkeiten (§§ 1.018 bis 1.029 BGB),
Beschränkte persönliche Dienstbarkeiten (§§ 1.090 bis 1.093 BGB),
Vorkaufsrechte (§§ 1.094 bis 1.104 BGB),
Nießbrauch (§§ 1.030 bis 1.098 BGB),
Dauerwohn- und Dauernutzungsrechte (§§ 31 ff. WEG),
Reallasten (§§ 1.105 bis 1.112 BGB),
Erbbaurechte (nach ErbbauRG),
Vormerkungen und Widersprüche (§§ 19, 20 Grundbuchverfügung).
Solche Eintragungen können sich auf den endgültigen Verkehrswert auswirken. Zur genauen Einschätzung der Belastungen müssen jedenfalls die Grundakten eingesehen werden. Bei diesen handelt es sich um ein Register, das für jedes Grundbuchblatt extra geführt wird. Dort werden die notariell beurkundeten Verträge aufbewahrt, welche Grundlage von Eintragungen (sogenannte Eintragungsbewilligungen) in das Blatt sind.
Wie vorstehend erwähnt, geschehen die Eintragungen in das Grundbuch auf Basis der entsprechenden Bewilligungen. Löschungen werden entweder von Amts wegen oder auf Antrag der Eigentümer/Berechtigten vorgenommen. Für jede erledigte Eintragung exisitiert ein Löschungsvermerk, meist in der Spalte neben deren Text. Die Eintragung selbst wird "gerötet" (in roter Farbe unterstrichen). Rötungen dienen nur der Übersichtlichkeit, dh. für die Löschung ist ausschließlich der fragliche Vermerk maßgeblich.
Rangstelle von Eintragungen
Sind in einem Grundbuchblatt -beispielsweise in der zweiten Abteilung- mehrere Rechte eingetragen, richtet sich der jeweilige wirtschaftliche Wert nach dem sogenannten Rang des einzelnen Rechtes (also dem Verhältnis der Rechte untereinander).
Wenn nichts anderes bestimmt wird, richtet sich dieses Verhältnis bei Eintragungen in der selben Abteilung nach deren Reihenfolge (von links nach rechts und von oben nach unten, genannt Locus-Prinzip). Sind die Rechte über mehrere Abteilungen gestreut, gilt das Tempus-Prinzip -also die zeitliche Reihenfolge- welche am entsprechenden Eintragungsvermerk erkennbar ist.
Da es möglich ist, das Rangverhältnis auch nachträglich abzuändern (beispielsweise durch Zwischenrechte), kann die Einschätzung des Ranges mitunter problematisch sein. In solchen -jedoch seltenen- Fällen empfiehlt der Verfasser, den Rat eines Notars einzuholen.
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