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Timestamp: 2020-01-21 07:52:28
Document Index: 69962187

Matched Legal Cases: ['§ 97', '§ 290', '§ 290', '§ 290', '§ 296', '§ 290', 'BGH', '§ 290', '§ 290', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung wegen Nicht­ab­füh­rung des pfänd­ba­ren Arbeits­lohns | Rechtslupe
Versagung der Restschuldbefreiung wegen Nichtabführung des pfändbaren Arbeitslohns
Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung wegen Nicht­ab­füh­rung des pfänd­ba­ren Arbeits­lohns
Führt der Schuld­ner den an ihn aus­ge­kehr­ten pfänd­ba­ren Betrag sei­nes Arbeits­ein­kom­mens wäh­rend des Insol­venz­ver­fah­rens nicht an den Insol­venz­ver­wal­ter ab, kann der Ver­sa­gungs­grund der Ver­let­zung von Aus­kunfts- und Mit­wir­kungs­pflich­ten vor­lie­gen.
Nach § 97 InsO ist der Schuld­ner ver­pflich­tet, sei­ne aktu­el­len Ein­künf­te dem Insol­venz­ver­wal­ter unver­züg­lich mit­zu­tei­len. Ein Zuwi­der­han­deln hier­ge­gen kann den Ver­sa­gungs­grund des § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO begrün­den 1. Wäre der Schuld­ner die­ser Ver­pflich­tung ord­nungs­ge­mäß nach­ge­kom­men, hät­te der Ver­wal­ter, wovon das Insol­venz­ge­richt mit Recht aus­ge­gan­gen ist, auch für die recht­zei­ti­ge Abfüh­rung des hier in Rede ste­hen­den Betra­ges gegen­über dem Arbeit­ge­ber des Schuld­ners Sor­ge tra­gen kön­nen.
Der ange­führ­te Betrag aus dem Arbeits­ein­kom­men des Schuld­ners gehör­te, weil pfänd­bar, zur Mas­se 2. Der Schuld­ner hat sei­nen Neu­erwerb, soweit er pfänd­bar ist, an den Insol­venz­ver­wal­ter abzu­füh­ren 3. Auch die­ser Ver­pflich­tung ist der Schuld­ner nicht nach­ge­kom­men. Hier­bei han­delt es sich um eine Mit­wir­kungs­ver­pflich­tung im Sin­ne des § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO 4. In der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist aner­kannt, dass die Ver­let­zung einer Abfüh­rungs­pflicht des Schuld­ners im Insol­venz­ver­fah­ren eine Mit­wir­kungs­ver­let­zung nach § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO begrün­den kann 5. Eine ent­spre­chen­de Anwen­dung des anders­ar­ti­gen Ver­sa­gungs­ver­fah­rens nach § 296 InsO kommt bereits aus sys­te­ma­ti­schen Grün­den nicht in Betracht 6. Für die hier in Rede ste­hen­de Abfüh­rungs­pflicht kann daher nichts ande­res gel­ten.
Die Mit­wir­kungs­pflicht­ver­let­zung des Schuld­ners muss nicht zu einer kon­kre­ten Gläu­bi­ger­be­ein­träch­ti­gung geführt haben. Nach der gefes­tig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs genügt, dass die Ver­let­zung der Aus­kunfts- und Mit­wir­kungs­pflich­ten nach ihrer Art geeig­net ist, die Befrie­di­gung der Insol­venz­gläu­bi­ger zu gefähr­den 7. Bei auf die Mas­se bezo­ge­nen Abfüh­rungs­pflich­ten, wie sie hier in Rede ste­hen, ist dies offen­sicht­lich.
Der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­ne Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­satz 8 bedarf im Fal­le der Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung beson­de­rer Beach­tung. Wo die Wesent­lich­keits­gren­ze ver­läuft, ist kei­ne Fra­ge von rechts­grund­sätz­li­cher Bedeu­tung, son­dern vom jewei­li­gen Ein­zel­fall abhän­gig 9. Es kann nur anhand des Gesamt­bil­des, das sich aus dem Ver­hal­ten des jewei­li­gen Schuld­ners ergibt, beur­teilt wer­den, ob er trotz Vor­lie­gens eines der von § 290 Abs. 1 InsO erfass­ten Ver­stö­ße noch als red­lich ange­se­hen wer­den kann 10. Dabei ist zu Las­ten des Schuld­ners ins­be­son­de­re zu berück­sich­tig, dass er den mehr­fa­chen Auf­for­de­run­gen des Insol­venz­ver­wal­ters, den nicht abge­führ­ten Betrag an ihn aus­zu­keh­ren, nicht nach­ge­kom­men ist.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. Juli 2013 – IX ZA 37/​12
Der haupt­amt­li­che Gewerk­schafts­funk­tio­när als Auf­sichts­rat… Hat die Gewerk­schaft die Kan­di­da­tur eines ihrer Mit­glie­der zum Auf­sichts­rat einer Akti­en­ge­sell­schaft ein­ge­lei­tet und unter­stützt, kann sie durch ihre Sat­zung die Ver­pflich­tung regeln, die aus…
BGH, Beschluss vom 03.07.2008 – IX ZB 181/​07, ZIn­sO 2008, 975 Rn. 8; vom 19.04.2012 – IX ZB 192/​11, Rn. 3; vom 26.04.2012 – IX ZB 274/​11, Rn. 2, nv; FK-InsO/Ah­rens, 6. Aufl., § 290 Rn. 59; D. Fischer in Ahrens/​Gehrlein/​Ringstmeier, InsO, § 290 Rn. 72[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 15.11.2007 – IX ZB 99/​05, WM 2008, 256 Rn. 7[↩]
vgl. Pape/​Uhländer, InsO, § 287 Rn. 22[↩]
AG Bonn, ZIn­sO 2006, 49; FK-InsO/Ah­rens, aaO Rn. 59[↩]
BGH, Beschluss vom 13.06.2013 – IX ZB 38/​10, zVb, Rn.20 zu § 35 Abs. 2 Satz 2 InsO; fer­ner FK-InsO/Bor­n­e­mann, aaO, § 35 Rn. 24a; Hmb­Komm-InsO/­Lüdtke, 4. Aufl., § 35 Rn. 4; Uhlenbruck/​Hirte, InsO, 13. Aufl., § 35 Rn. 105; D. Fischer, aaO Rn. 62[↩]
BGH, Beschluss vom 13.06.2013, aaO; Ahrens, NJW-Spe­zi­al 2013, 85, 86; aA Gro­te, ZIn­sO 2011, 1489, 1493 f[↩]
BGH, Beschluss vom 08.01.2009 – IX ZB 73/​08, WM 2009, 515 Rn. 10; vom 16.12.2010 – IX ZB 63/​09, WM 2011, 176 Rn. 5; vom 19.05.2011 – IX ZB 142/​11, ZIn­sO 2011, 1223 Rn. 7[↩]
vgl. hier­zu BGH, Beschluss vom 08.01.2009, aaO Rn. 21; vom 02.07.2009 – IX ZB 63/​08, ZVI 2009, 510 Rn. 15; FK-InsO/Ah­rens, aaO Rn. 61; D. Fischer, aaO Rn. 89 ff[↩]
BGH, Beschluss vom 09.12.2004 – IX ZB 132/​04, NZI 2005, 233, 234; vom 07.10.2010 – IX ZA 29/​10, ZVI 2011, 105 Rn. 7[↩]
BGH, vom 07.10.2010, aaO[↩]
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