Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-28734-7_2
Timestamp: 2018-02-21 02:19:51
Document Index: 154976383

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 21', '§ 1', 'Art. 106', '§ 8']

Die Finanzgewalt | Springer for Research & Development
Finanzpolitik pp 12-47 | Cite as
Die Finanzgewalt
Über die Entstehung der öffentlichen Finanzwirtschaft verdanken wir W. Gerloff und der von ihm angewandten ethnographischen Methode grundlegende neue Erkenntnissec1. Danach sind die Abgaben, dieses Wort in einem ganz weiten und allgemeinen Sinne verstanden, ihrer Entstehung nach offenbar älter als Geschenk und Tausch2; sie sind so alt wie menschliches Zusammenleben überhaupt3, zumal das Gruppenbewußtsein älter ist als das Individualbewußtsein4. In der einfachsten Form der politischen Gruppe sind „Hergaben“ für den Häuptlings- und Stammeshaushalt ungeachtet ihrer unbedingten Notwendigkeit noch mehr oder weniger wirklich oder anscheinend freiwillige Gaben oder Geschenke5; jede höher entwickelte politische Gruppe beruht dagegen bereits auf herrschaftlicher Schichtung, zumal stets „nur jene weltliche und geistliche Gewalt respektiert wird, die Opfer fordert“6.
„Iniqua nunquam regna perpetuo manent.“
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So Ito-Hanya, der die „economy of compulsory acquisition“ als „basic idea of fiscal science” gewertet wissen will. (The Annals of the Hitotsubashi Academy, Bd. Iii, No. 2, S. 264, 1953.)Google Scholar
Vgl. SchmÖLders, G.: Das Verhältnis von Währungspolitik und Finanzpolitik in Geschichte und Gegenwart, Beitrag zu dem Sammelwerk „Deutsche Geldpolitik“ Berlin 1941. Schriften der Akademie für Deutsches Recht.Google Scholar
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Vgl. unten §§ 20, 39–41.Google Scholar
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Friedrich, C. J.: a. a. O., S. 130ff.Google Scholar
Beispielsweise war im Schweizer Kanton Appenzell die Verfassung lange Zeit die einzige Grundlage jeglicher Abgabenerhebung; auch heute noch sind in elf Kantonen die leitenden Grundsätze des Steuerwesens in der Verfassung niedergelegt, und Bestimmungen über die subjektive Steuerpflicht, die Steuerhöhe und die Progression finden sich auch in den Verfassungen der übrigen Kantone. Vgl. Wache, G.: Gesetzmäßigkeit und Gleichmäßigkeit. Steuer u. Wirtschaft (1947) Sp. 24.Google Scholar
Walke, Gerhard: Das Finanzwesen der Bundesrepublik, S. 14. Tübingen 1950. An anderer Stelle nennt W. den ganzen Abschnitt X des Bonner Grundgesetzes einen „Katalog von Verfassungsausnahmen“ gegenüber den vorangegangenen Bestimmungen der allgemeinen Bundesverfassung (S. 76).Google Scholar
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Vgl. die weitgehende Einzelregelung in der Eidgenössischen Finanzverfassung.Google Scholar
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Näheres bei Peucker, Herbert: Grundfragen neuzeitlicher Finanzkontrolle. Göttingen 1952.Google Scholar
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Der Aufbau der Finanzverwaltung ist im Finanzverwaltungsgesetz vom 6. 9. 1950, Bgbl. 50, S. 448, geregelt.Google Scholar
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„Es genügt nicht, daß die Weisungsfreiheit und Unabhängigkeit der Richter vom Gesetz lediglich vorgeschrieben wird. Von Organen einer unabhängigen richterlichen Gewalt… kann nur gesprochen werden, wenn die zur Rechtsprechung berufenen Behörden grundsätzlich mit Richtern besetzt werden, die… den Organen der Verwaltung (Regierung) und Gesetzgebung gegenüber auch persönlich unabhängig sind “ [Hartung, Orr, Dr. jur.: Die Stellung der Steuergerichte zur Finanzverwaltung. Der Betriebs-Berater (1954) H. 7, S. 203.]Google Scholar
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Gesetz über den Bundesfinanzhof vom 29.6. 1950 Bgb1. 50, Nr. 28, S. 257. 2 Vgl. hierzu auch § 13.Google Scholar
Hierzu vgl. unten § 13.Google Scholar
Vgl. hierzu auch § 13.Google Scholar
esetz über Errichtung und Aufgaben des Bundesrechnungshofes vom 27. 11. 1950, Bgbl. 1950, Nr. 49.Google Scholar
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Vgl. hierzu §§ 21–23.Google Scholar
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Soxaun, Karl : Die politische und staatsrechtliche Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Öffentl. Verwaltung (1949) S. 201, 206.Google Scholar
Hettlage, K. M.: Die Neuordnung der deutschen Finanzverfassung. Finanz-Archiv, N. F., Bd. 14, H. 3, S. 441f.Google Scholar
In den Vereinigten Staaten wird dieses Prinzip auf Abraham Lincoln zurückgeführt, der damit eine „natürliche“ Aufgabentrennung zwischen Bund und Län-dem zu begründen versuchte: „Let the nation take hold of the larger works, and the states the smaller ones.”Google Scholar
Das „Governors Conference Committee an Intergovernmental Relations“ hat festgestellt, daß im Jahre 1950 nicht weniger als 70 v. H. der Bundessteuereinnahmen aus solchen Steuern stammten, die gleichzeitig auch von den Einzelstaaten erhoben wurden. Dieses „Konkurrenzsystem” gilt vielfach als beste Lösung des Finanzausgleichsproblems, da es die Finanzverantwortung der nachgeordneten Gebietskörperschaften klarer hervortreten lasse als die Notlösung der Bundeszuschüsse. Vgl. Studenski, Paul: Alternatives to Grants-in-aid, Vortrag auf dem Jahreskongreß des Tax Institute in Princeton, 3. 12. 1953.Google Scholar
Nicht weniger als 48 v. H. ihrer Einnahmen bezogen die Einzelstaaten der Usa 1935 aus Zuweisungen der Bundesregierung; ist dieser Anteil auch inzwischen stark zurückgegangen, so muß doch auch heute noch der Bund jährlich rd. 3 Mrd. Dollar an Finanzzuweisungen aufwenden.Google Scholar
Begründung (Vorlage der Bundesregierung vom 12. 3. 1954) Ziffer 105.Google Scholar
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung und Ergänzung der Finanzverfassung (Finanzverfassungsgesetz) § 1 (Art. 106 c des Grundgesetzes).Google Scholar
Darüber, daß in aller Regel „der Gesamtstaat in erheblich größerem Umfang an der Zunahme der Staatsaufgaben teilhat, als die Gliedstaaten“ vgl. Gerlorr, W.: Die Finanzgewalt im Bundesstaat, a. a. O., S. 28; Begründung der Vorlage der Bundesregierung vom 12. 3. 1954, S. 44f.Google Scholar
„Man sollte nicht versuchen, den natürlichen und immerwährenden finanzpolitischen Interessenkampf zwischen Bund und Ländern um die Deckungsmittel bundesgesetzlich zu umhegen. Das führt nur zur rechtsbegrifflichen Bemäntelung politischer Interessen und zu einer weiteren politischen und sachlichen Belastung des Bundesverfassungsgerichts. Es würde das Bund-Länder-Verhältnis, das in erster Linie ein politisches ist, weiter verfassungsrechtlich verhärten und eher zu weiteren Rechtskonflikten als zu einem politisch ausgewogenen Bundesfrieden führen. Außerdem widerstrebt die Finanzpolitik ihrem Wesen nach einer handfesten rechtlichen Funktionsordnung.“ HettlAge, K. M., im Deutschen Verwaltungsblatt, 1953.Google Scholar
Hendrix, W.: Die Finanzwirtschaft der Ostzone, Finanzwissenschaftliches Forschungsinstitut, Köln, März 1954.Google Scholar
Scharowsky, Joachim: Der Finanzausgleich im Deutschen Reich 1871–1913 und in der Bundesrepublik Deutschland 1949–1952. Ein kritischer Vergleich. Erlangen 1953.Google Scholar
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Vorlage der Bundesregierung vom 12. 3. 1954, S. 9 (§ 8 des Gesetzentwurfs eines Lânderfinanzausgleichsgesetzes).Google Scholar
Begründung (ebendort) S. 97.Google Scholar
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Vgl. auch: Westeuropäische Finanzwirtschaft, Ansätze und Probleme einer überstaatlichen Finanzpolitik. Finanzwissenschaftliche Forschungsarbeiten. Köln 1953.Google Scholar
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Schmölders G. (1955) Die Finanzgewalt. In: Finanzpolitik. Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft (Abteilung Staatswissenschaft). Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-28734-7_2
Print ISBN 978-3-662-27248-0
Online ISBN 978-3-662-28734-7