Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201978,%20195
Timestamp: 2019-09-17 17:37:54
Document Index: 176098118

Matched Legal Cases: ['Art. 4', '§ 19', 'Art. 4', '§ 22', '§ 19', '§ 19', '§ 74', '§ 19', '§ 2', '§ 19', '§ 13']

BFH, 09.11.1977 - I R 254/75 - dejure.org
https://dejure.org/1977,776
BFH, 09.11.1977 - I R 254/75 (https://dejure.org/1977,776)
BFH, Entscheidung vom 09.11.1977 - I R 254/75 (https://dejure.org/1977,776)
BFH, Entscheidung vom 09. November 1977 - I R 254/75 (https://dejure.org/1977,776)
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Zahlungen des Arbeitgebers - Beendigung des Arbeitsverhältnisses - Karenzpflicht - Einkünfte aus aktiver persönlicher Arbeitsleistung - Besteuerungsland
DBA-Schweiz (1959) Art. 4 Abs. 1; EStG § 19
Zahlungen für Karenzpflicht eines Arbeitnehmers werden in dem Staat besteuert, in dem die frühere Tätigkeit ausgeübt wurde
BFHE 124, 35
DB 1978, 522
Wie sich aus der Verwendung des Wortes "herrühren" in Art. 4 Abs. 1 DBA-Schweiz 1959 ergibt, genügt ein ursächlicher Zusammenhang mit der früheren Tätigkeit (vgl. die Entscheidung I R 254/75).
bb) Dieser Auffassung schließt sich der erkennende Senat an, weil mangels einer aus dem Wortlaut oder Sinn des Abkommens sich ergebenden Begriffsbestimmung die Einkünfte der Klägerin nach dem Recht des jeweiligen Vertragstaates (hier: der Bundesrepublik Deutschland) zu qualifizieren sind, so dass die aus deutschem Recht sich ergebende Zuordnung der Altersrente zu den sonstigen Einkünften (im Sinne von Leibrenten: s. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Satz 1 EStG 2003) und nicht zu dem Ruhegehalt (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG 2003 und § 19 Abs. 2 Satz 2 EStG 2003) auf die Auslegung des Doppelbesteuerungsabkommens durchschlägt (BFH-Urteile vom 1. April 2003 I R 39/02, BStBl II 2003, 869, zu II. 1.; vom 9. November 1977 I R 254/75, BStBl II 1978, 195; in BStBl II 1972, 459).
Das entspreche den Grundsätzen der BFH-Entscheidung vom 9.11.1977, BStBl II 1978, 195.
Umgekehrt vermag der Senat aber auch nicht den Klägern zu folgen, wenn sie sich auf die Grundsätze des BFH-Urteils vom 9.11.1977 I R 254/75, BStBl II 1978, 195 berufen.
Die Pflicht zur Einhaltung des Wettbewerbsverbots, das ohnehin nur in eingeschränktem Rahmen zulässig ist (vgl. z.B. §§ 74 ff. HGB), und die hierfür gezahlte Entschädigung sind in einem solchen Fall - bei wirtschaftlicher Gewichtung - keine vertraglichen Hauptleistungen, sondern Ausfluß des an sich beendeten Arbeitsverhältnisses mit der Folge, daß die Entschädigung für das Wettbewerbsverbot unter die nachträglichen Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit i. S. des § 19 Abs. 1 Nr. 1 EStG als sog. "andere Bezüge" fällt (vgl. § 2 Abs. 3 Nr. 1 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung - LStDV - und BFH-Urteil vom 9. November 1977 I R 254/75, BFHE 124, 35, BStBl II 1978, 195;… siehe auch Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, 19. Aufl., § 19 EStG Anm. 400 Stichworte: Abfindung und Wettbewerbsverbot).
Betrachtet man das genannte Mehr-Entgelt als Karenzentschädigung, so wird das gefundene Ergebnis durch die Rechtsprechung des BFH gestützt, der derartige Zahlungen für die Einhaltung eines Wettbewerbsverbotes den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zuordnet (vgl. BFH-Urteil vom 9. November 1977 I R 254/75, BFHE 124, 35, BStBl II 1978, 195).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - (vom 18. Juli 1973, BStBl. II 1973, 757: vom 9. November 1977, BStBl. II 1978, 195.) komme es für die Besteuerungshoheit gemäß § 13 Doppelbesteusrungsabkommen - DBA - Frankreich darauf an, für welchen Zeitraum die streitigen Zahlungen getätigt worden seien.