Source: https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-138-IV-214
Timestamp: 2019-08-26 09:48:03
Document Index: 203115781

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 80', 'Art. 29', 'Art. 380', 'Art. 80', 'Art. 29', 'Art. 380', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 40', 'Art. 380', 'Art. 393', 'Art. 40', 'Art. 81', 'Art. 41', 'Art. 39', 'Art. 29', 'Art. 31', 'Art. 80', 'Art. 29', 'Art. 380']

BGE-138-IV-214 - 2012-07-10 - BGE - Strafrecht und Strafvollzug - Art. 80 BGG, Art. 29, 30, 39, 40 Abs. 1 und Art. 380 StPO; Zuständigkeit für die Untersuchung einer...
Art. 80 BGG, Art. 29 , 30 , 39 , 40 Abs. 1 und Art. 380 StPO; Zuständigkeit für die Untersuchung einer Straftat, insbesondere Tragweite des Grundsatzes der Verfahrenseinheit. Gegen den Entscheid der Ober- oder Generalstaatsanwaltschaft bzw. der zuständigen kantonalen Beschwerdeinstanz über einen Kompetenzkonflikt verschiedener Untersuchungsbehörden steht direkt die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht offen, auch wenn es sich nicht um den Entscheid einer gerichtlichen Behörde handelt (E. 1). Die Spezialisierung verschiedener Staatsanwaltschaften auf bestimmte Delikte darf nicht dazu führen, dass bei der Verfolgung mehrerer Straftaten der Grundsatz der Verfahrenseinheit die Ausnahme und die Verfahrenstrennung die Regel wird. Vielmehr ist zu gewährleisten, dass nur ein Strafverfahren mit einer einheitlichen Untersuchung durchgeführt wird, ausser es gebe sachliche Gründe für ein Abweichen von dieser Regel, wofür organisatorische Aspekte auf Seiten der Strafverfolgungsbehörden nicht genügen (E. 3).
Art. 80 LTF, art. 29, 30, 39, 40 al. 1 et art. 380 CPP; compétence pour enquêter sur une infraction, en particulier portée du principe de l'unité de la procédure. Le recours en matière pénale auprès du Tribunal fédéral est directement ouvert contre la décision du premier procureur, du procureur général ou de l'autorité cantonale de recours qui tranche un conflit de compétences entre autorités d'instruction, même si cette décision n'émane pas d'une autorité judiciaire (consid. 1). La spécialisation des ministères publics selon les délits ne doit pas conduire à ce que le principe de l'unité de la procédure devienne l'exception et la disjonction de causes la règle en cas de poursuite de plusieurs infractions. Il y a lieu au contraire de garantir l'ouverture d'une procédure pénale unique centralisée, sauf s'il existe des raisons objectives pour s'écarter de cette règle; des raisons d'organisation des autorités de poursuite pénale ne suffisent pas (consid. 3).
Art. 80 LTF, art. 29, 30, 39, 40 cpv. 1 e art. 380 CPP; competenza per indagare su un reato, in particolare portata del principio dell'unità della procedura. Il ricorso in materia penale al Tribunale federale è direttamente aperto contro una decisione del pubblico ministero superiore o generale, rispettivamente della giurisdizione cantonale di reclamo, che statuiscono su un conflitto di competenza tra diverse autorità di istruzione, anche quando la stessa non emana da un'autorità giudiziaria (consid. 1). La specializzazione di diversi pubblici ministeri secondo il tipo di reato, nel caso in cui siano perseguiti più reati, non deve condurre a fare diventare il principio dell'unità della procedura l'eccezione e la disgiunzione dei procedimenti la regola. Occorre piuttosto garantire lo svolgimento di un unico procedimento penale con un'istruzione unitaria, a meno che non esistano motivi oggettivi per scostarsi da questa regola: aspetti organizzativi da parte delle autorità di istruzione non sono al riguardo sufficienti (consid. 3).
A.b In der Folge wandte sich die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat am 19. April 2012 an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und ersuchte diese um Klärung der Zuständigkeit. Am 24. April 2012 traf der Leitende Oberstaatsanwalt die folgende Verfügung: "1. Das Verfahren betreffend Häusliche Gewalt ist durch die Staatsanwaltschaft IV zu führen. 2. Das Verfahren betreffend Betrug etc. ist durch die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zu führen. 3. Sollte es in beiden Verfahren gemäss Ziffer 1 und 2 zu einer Anklage kommen, ist, sofern keine unüberwindbaren Hindernisse entgegenstehen, eine
Beschwerde zuständigkeitshalber an das Bundesgericht weiter. X. stellt im Wesentlichen die folgenden Anträge: "Der angefochtene Entscheid vom 24. April 2012 sei aufzuheben. Es sei zu bestimmen, dass die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich sämtliche gegen den Beschwerdeführer gerichtete (Straf-)Verfahren zu führen hat. Eventualiter sei die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit der Führung sämtlicher Verfahren zu betrauen. Subenventualiter: Es sei eine einheitliche Verfahrensleitung zu bestimmen." (...)
D. X. hat sich am 3. Juni 2012 nochmals zur Sache geäussert. Das Bundesgericht heisst die Beschwerde gut.
1.2 Nach Art. 40 Abs. 1 StPO (SR 312.0) entscheidet die Ober- oder Generalstaatsanwaltschaft oder, wenn keine solche vorgesehen ist, die Beschwerdeinstanz eines Kantons endgültig, wenn der Gerichtsstand unter Strafbehörden des gleichen Kantons streitig ist. Gegen den angefochtenen Entscheid steht damit gemäss Art. 380 StPO kein Rechtsmittel nach der Strafprozessordnung, insbesondere nicht die Beschwerde nach Art. 393 ff . StPO, offen (ERICH KUHN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 2011, N. 9 zu Art. 40 StPO), weshalb er kantonal
1.5 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 81 Abs. 1 BGG zur Beschwerde legitimiert. Eine Möglichkeit zur Teilnahme am Verfahren vor der Oberstaatsanwaltschaft hatte er trotz entsprechender grundsätzlicher Möglichkeit der Anfechtung der Zuständigkeit (vgl. Art. 41 StPO) nicht, da der entsprechende Kompetenzkonflikt bis dahin einzig unter den beteiligten Staatsanwaltschaften ausgetragen wurde (lit. a). Als beschuldigte Person verfügt er sodann über ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids (lit. b). (...)
3.1 Nach Art. 39 StPO prüfen die Strafbehörden ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten einen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter. Die sachliche Zuständigkeit ist in Art. 29 f . StPO, die örtliche in Art. 31 ff . StPO geregelt. Im vorliegenden Fall stellt sich primär die Frage der sachlichen Zuständigkeit, da die örtliche an sich
Entscheid : 138 IV 214
Status : 138 IV 214
Regeste : Art. 80 BGG, Art. 29, 30, 39, 40 Abs. 1 und Art. 380 StPO; Zuständigkeit für die Untersuchung einer...
bundesgericht • schweizerische strafprozessordnung • häusliche gewalt • beschwerde in strafsachen • sachliche zuständigkeit • strafuntersuchung • beschuldigter • anklage • frage • kompetenzkonflikt • endentscheid • heer • vorinstanz • rechtsmittel • ermessen • betrug • zwischenentscheid • literatur • entscheid • richterliche behörde
138-IV-214 • 138-IV-29
1B_258/2012 • 1B_684/2011
BGG: 78, 80, 81, 92
StPO: 14, 29, 30, 31, 33, 34, 39, 40, 41, 380, 388, 393
2006/1307