Source: https://www.grin.com/document/150642
Timestamp: 2017-12-18 22:15:44
Document Index: 367171091

Matched Legal Cases: ['§ 254', '§ 254', '§ 254', '§ 254', '§ 254', '§ 254', '§ 254']

Die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach dem neugefassten § ... | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
2 Arten von Bewertungseinheiten
3 Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten
3.1 Grundgeschäfte
3.2 Sicherungsinstrumente
3.4 Wirksamkeit (Effektivität) der Sicherungsbeziehung
4 Bilanzielle Abbildung von Bewertungseinheiten
4.1 Rechtsfolgen der Bildung von Bewertungseinheiten
4.2 Sonderfall: antizipative Bewertungseinheiten
5 Anhang und Lagebericht
Tabelle 1: Beispiel: Die Hammer AG
Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), das seit dem 29. Mai 2009 in Kraft getreten ist, steht das deutsche Bilanzrecht vor der größten Reform der letzten Jahrzehnte. Das BilMoG beeinflusst mehrere Gebiete der handelsrechtlichen Rech­nungslegung. In Bezug darauf ist mit dem neugefassten § 254 HGB erstmalig eine ex­plizite Regelung zur Zulässigkeit von Sicherungsbeziehungen und zu deren Bilanzie­rung in das HGB aufgenommen worden[1]. Zwar ist es festzuhalten, dass bereits vor Ver­abschiedung des BilMoG die Abbildung einer Sicherungsbeziehung im Handelsrecht anerkannt war, hat der Gesetzgeber mit der Schaffung des § 254 HGB eine Regelungs­lücke beseitigt[2].
Sicherungsbeziehungen basieren auf der Grundidee, dass durch den Einsatz von Siche­rungsinstrumenten ein Grundgeschäft gegen bestimmte Risiken abgesichert wird. Wenn das Sicherungsinstrument die Realisation eines abgesicherten Risikos wirksam aus­schließt, dann wird dies künftig durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziert, sofern die Voraussetzungen des neuen § 254 HGB vorliegen[3]. Die bilanzielle Abbil­dung von Sicherungen im Rahmen der Bewertungseinheit kann für Unternehmen jeder Branche, Größe und Rechtsform bedeutsam sein. Deshalb ist die Untersuchung relevant, wie werden die Sicherungsbeziehungen nach dem neugefassten § 254 HGB tatsächlich bilanziert? Darüber hinaus steht die Klarstellung der Teilprobleme, beispielsweise die Arten von Bewertungseinheiten, die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungs­einheiten und die Berichterstattungspflichten, im Vordergrund. Der Beitrag stellt so­wohl die neuen gesetzlichen Vorgaben als auch die Vorgehensweise zur Umsetzung an­hand von Beispiel dar.
Die grundsätzlich zulässigen Bewertungseinheiten nach § 254 HGB sind das Micro­Hedging, Macro-Hedging und Portfolio-Hedging[4]. Dies stimmt mit dem Ziel des Bil- MoG überein, gegenüber der bisherigen Bilanzierungspraxis sollen mit der Vorschrift keine Änderungen bezüglich der zulässigen Arten und der Anforderungen an die Bil­dung von Bewertungseinheiten eingeführt werden[5]. Nach dem Gesetzentwurf der Bun­desregierung (Drucksache 344/08) wird das Micro-Hedging definiert, wenn „das aus einem einzelnen Grundgeschäft resultierende Risiko durch ein einzelnes Sicherungsin­strument unmittelbar abgesichert wird“. Ein Macro-Hedging liegt dann vor, wenn „die risikokompensierende Wirkung ganzer Gruppen von Grundgeschäften zusammenfas­send betrachtet wird“. Werden die „Risiken mehrerer gleichartiger Grundgeschäfte durch ein oder mehrere Sicherungsinstrumente abgedeckt“, existiert das Portfolio- Hedging[6].
Im Rahmen der Bilanzierung von Bewertungseinheiten kann des weiteren zwischen zwei Ausprägungen unterschieden werden. Zum einen die Absicherung von Grundge­schäften gegen Wertänderungsrisiken und zum anderen die Absicherung gegen Zah- lungsstromänderungsrisiken[7]. Ein Wertänderungsrisiko (fair value risk) existiert, wenn sich der Marktwert eines Grundgeschäfts über einen bestimmten Betrachtungszeitraum nachteilig ändert[8]. Es resultiert sowohl aus Bilanzposten (z.B. festverzinsliche Forde­rungen, Verbindlichkeiten oder Wertpapiere, ebensolche in Währung oder Aktien) als auch schwebende Geschäfte[9]. Die Absicherung dieser Grundgeschäfte wird als fair va­lue hedge bezeichnet. Ein Zahlungsstromänderungsrisiko (cash flow risk) besteht darin, dass die tatsächliche Höhe künftiger Zahlungen aus einem Grundgeschäft von der urs­prünglich erwarteten Höhe negativ abweicht[10]. Es ergibt sich aus Bilanzposten (z.B. va­riabel verzinsliche Forderungen oder Verbindlichkeiten), aus schwebenden Geschäften sowie aus mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen[11]. Die Absicherung dieser Grundgeschäfte wird als cash flow hedge bezeichnet.
[1] Vgl. ZIMMERMANN, R., Bewertungseinheiten nach BilMoG, S. 1041.
[2] Vgl. ZIMMERMANN, R., Bewertungseinheiten nach BilMoG, S. 1041.
[3] Vgl. PETERSEN, K./ ZWIRNER, C./ FROSCHHAMMER, M., Die Bilanzierung von Bewertungsein­heiten nach § 254 HGB, S. 449.
[4] Vgl. KÜTING, K./ STAMPA, D./ ELLMANN, D./ LAUER, P., Das neue deutsche Bilanzrecht, S. 721.
[5] Vgl. BR-Drucksache 344/08, S. 124.
[6] Vgl. BR-Drucksache 344/08, S. 126.
[7] Vgl. KÜTING, K./ STAMPA, D./ ELLMANN, D./ LAUER, P., Das neue deutsche Bilanzrecht, S. 721.
[8] Vgl. SCHARPF, P./ SCHABER, M., Bilanzierung von Bewertungseinheiten, S. 533.
[9] Vgl. SCHARPF, P./ SCHABER, M., Bilanzierung von Bewertungseinheiten, S. 533.
[10] Vgl. SCHARPF, P./ SCHABER, M., Bilanzierung von Bewertungseinheiten, S. 533.
[11] Vgl. KÜTING, K./ STAMPA, D./ ELLMANN, D./ LAUER, P., Das neue deutsche Bilanzrecht, S. 721.
Bergische Universität Wuppertal (Integrierter Studiengang Wirtschaftswissenschaft)
Diplom-Kaufmann (FH) Zhe Li (Autor)
V150642
9783640619245
9783640619313
Diplom-Kaufmann (FH) Zhe Li (Autor), 2010, Die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nach dem neugefassten § 254 HGB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150642