Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201998,%202148
Timestamp: 2019-05-25 18:17:53
Document Index: 300351824

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 535', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', '§ 4', 'BGH']

BGH, 15.07.1998 - VIII ZR 348/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1466
BGH, 15.07.1998 - VIII ZR 348/97 (https://dejure.org/1998,1466)
BGH, Entscheidung vom 15.07.1998 - VIII ZR 348/97 (https://dejure.org/1998,1466)
BGH, Entscheidung vom 15. Juli 1998 - VIII ZR 348/97 (https://dejure.org/1998,1466)
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Untergang der Leasingsache, 'kurzfristiges Kündigungsrecht' - Lösungswahlrecht
Abwälzung der Sach- und Preisgefahr - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Kraftfahrzeugleasingvertrag - Keine unangemessene Benachteiligung des Leasingnehmers - Einräumung eines Lösungsrechts - Kündigungsrecht
Wirksamkeit der Gefahrabwälzungsklausel eines Kfz-Leasingvertrages bei Lösungsrecht nach Verlust der Leasingsache (Abweichung von BGHZ 116, 278 = ZIP 1992, 179)
BGB § 535; AGBG § 9
Einschränkung der Gefahrabwälzung bei nicht fabrikneuen Leasingfahrzeugen
BB 1998, 2080
Für den Fall des Diebstahls oder Totalschadens eines geleasten Fahrzeugs kann das dem Kraftfahrzeugleasingnehmer zuzugestehende Recht, den Leasingvertrag kurzfristig zu kündigen, mit einer Verpflichtung zur Ausgleichszahlung verbunden werden (BGH, Urteile vom 22. Januar 1986 - VIII ZR 318/84, BGHZ 97, 65 unter II 1 a; vom 15. Oktober 1986 - VIII ZR 319/85, NJW 1987, 377 unter I 2 a bb; vom 15. Juli 1998 - VIII ZR 348/97, BB 1998, 2078 unter II 2 a).
Solche Klauseln sind jedenfalls dann zulässig, wenn dem Leasingnehmer zugleich ein Kündigungsrecht eingeräumt wird, was hier mit der Bestimmung unter Ziff. X. 6. der Leasingbedingungen erfolgt ist (vgl. BGH, Urt. v. 15.07.1998 - VIII ZR 348/97, NJW 1998, 3270).
Lediglich für den Bereich der Kraftfahrzeugleasingverträge soll nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Überwälzung der Sachgefahr auf den Leasingnehmer diesen unangemessen benachteiligen, wenn nicht für den Fall des Untergangs oder einer nicht unerheblichen Beschädigung des Leasingfahrzeugs ein kurzfristiges Kündigungsrecht des Leasingnehmers vorgesehen ist (Urteil vom 15. Juli 1998 - VIII ZR 348/97 - MDR 1998, 1284 = NJW 1998, 3270 ff. = ZIP 1998, 1535 ff., [...] Rn. 14; BGH, Urteil vom 15. Oktober 1986, ebd.).
Regelmäßig ist die Einbeziehung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Leasinggebers in Fällen wie dem vorliegenden vor allem deswegen von Bedeutung, weil § 323 BGB abbedungen und die Sach- und Gegenleistungsgefahr auf den Leasingnehmer abgewälzt werden soll (vgl. zuletzt BGH WM 1998, 2148).
Diese leasingtypische Gefahrabwälzungsklausel unter anderem für die Fälle "des Untergangs, Verlustes oder Diebstahls" ist wirksam, weil § 4 Abs. 2 ALB dem Leasingnehmer für den Fall, dass sich das Risiko - wie hier - verwirklicht, ein kurzfristiges Kündigungsrecht einräumt (vgl. zuletzt BGH WM 1998, 2148 unter II 1 m.w.N.).