Source: https://www.finanztip.de/lebensversicherung-erstattung/
Timestamp: 2018-03-24 19:51:25
Document Index: 142728569

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 169', '§15']

Musterbrief zur Erstattung der Lebensversicherung bei Kündigung - Finanztip
Für kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen aus den Jahren von 1994 bis 2007 hat der Bundesgerichtshof (BGH) verschiedene Klauseln zur Berechnung des Rückkaufswerts für unwirksam erklärt.
Der Wert für Policen, die gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurden, sind möglicherweise falsch berechnet worden.
Daher können Sie bei betroffenen Verträgen mit unseren Musterschreiben Geld nachfordern.
Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem die Versicherung aufgehoben wurde.
Wer seine Lebens- oder Rentenversicherung in den letzten Jahren gekündigt oder beitragsfrei gestellt hat, kann möglicherweise von seiner Versicherung noch Geld nachfordern.
Betroffen sind kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden. In diesen Verträgen finden sich teilweise Klauseln zur Berechnung des Rückkaufswerts und Abzüge bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags, die von Gerichten als unwirksam beurteilt wurden (BGH 12. Oktober 2005, Az.: IV ZR 162/03, IV ZR 177/03 und IV ZR 245/03, BGH 26.September 2007, Az.: IV ZR 321/05).
Falls Sie eine solche Police gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, hat die Versicherung den Rückkaufswert oder die beitragsfreie Versicherungssumme vermutlich falsch berechnet. Dann können Sie Geld nachfordern. Im Durchschnitt erstattet der Anbieter laut der Verbraucherzentrale Hamburg Beträge zwischen 600 und 700 Euro. Im Einzelfall kann die Summe wesentlich höher ausfallen.
Falls Sie Ihren Vertrag in den letzten Jahren gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, sollten Sie die Unterlagen, die Sie damals von der Versicherung bekommen haben, wieder aus dem Regal nehmen und durchschauen. Prüfen Sie, ob ein Stornoabzug vorgenommen wurde. Hat der Anbieter also eine Gebühr erhoben, weil Sie den Vertrag frühzeitig beendet hatten? Das wäre unrechtmäßig (9. Mai 2001 BGH Az. IV ZR 121/00 u. IV ZR 138/99, 17.Oktober.2012 Az. IV ZR 202/10 und 25. Juli 2012 Az. IV ZR 201/10).
Sofern die Versicherung Ihnen zu wenig Geld gezahlt hat, können Sie die Beträge nachfordern. Nutzen Sie dafür unsere Musterbriefe zur Nachforderung bei Kündigung oder bei Beitragsfreistellung.
Sind Sie nicht sicher, ob Sie Ansprüche haben, können Sie sich an die Verbraucherzentrale Hamburg wenden. Diese prüft gegen eine Gebühr von 85 Euro, ob die Versicherung korrekt gerechnet hat.
Verträge aus diesen Jahre, die ohne oder mit falscher Widerrufsbelehrung abgeschlossen wurden, können auch heute noch widerrufen werden. Die Versicherung muss den Vertrag rückabwickeln.
Die verbraucherfreundliche Rechtsprechung des BGH bezieht sich auf Verträge zur kapitalbildenden oder fondsgebundenen Versicherung, die zwischen den Jahren 1994 und Ende 2007 abgeschlossen und inzwischen wieder gekündigt wurden. Seit dem Jahr 2008 gilt das neue Versicherungsvertragsgesetz (§ 169 VVG), und die Versicherer haben ihre Klauseln in den Versicherungsbedingungen entsprechend angepasst.
Nur innerhalb dieser Frist können Sie Ihr Geld zurückfordern. Sobald Sie aber Ihre Ansprüche bei der Versicherung, vor einem Versicherungsombudsmann oder vor Gericht geltend machen, wird die Uhr angehalten (§15 Versicherungsvertragsgesetz). Die Verjährung wird, wie die Juristen sagen, gehemmt.
Ein Versicherter hat am 13. März 2013 die Abrechnung für den Rückkaufswert seiner Police inklusive Stornogebühr erhalten. Das ist dann der Ausgangspunkt der Berechnung: Die Verjährung beginnt am Ende des Kalenderjahres also am 31. Dezember 2013 – und läuft dann genau drei Jahre bis Ende 2016.
Hat der Versicherte seinen Anspruch am 2. April 2016 der Versicherung zugestellt, und die Versicherung reagiert am 2. Mai mit einer Ablehnung, so verlängert sich die Verjährungsfrist um 30 Tage. Sie endet also nicht am 31. Dezember 2016, sondern am 30. Januar 2017.