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Timestamp: 2017-11-23 02:00:13
Document Index: 388239065

Matched Legal Cases: ['Art. 45', '§ 2', 'EuG', '§ 4', '§ 8', '§ 10', '§ 25', '§ 81', '§ 616', '§ 39', '§ 52', '§ 63', '§ 113', '§ 132', '§ 152', '§ 154', '§ 29', '§ 29']

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - 29.10.2012, 11 S 24/12 - JuraForum.de
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Aktenzeichen: 11 S 24/12
Urteil vom 29.10.2012
Leitsatz: 1. Arbeitnehmer i.S.v. Art. 45 AEUV und damit auch i.S.v. § 2 Abs. 2 Nr. 1 FreizügigG/EU (juris: FreizügG/EU 2004) ist auch ein so genannter "geringfügig Beschäftigter" (hier: Reinigungskraft in Bistro mit einer Wochenarbeitszeit von zunächst 5, später 6 Stunden), wenn nicht seine Tätigkeit einen so geringen Umfang hat, dass sie sich als völlig untergeordnet und unwesentlich darstellt. Im Rahmen der danach erforderlichen Gesamtbewertung des betreffenden Arbeitsverhältnisses sind neben der Arbeitszeit und der Höhe der Vergütung auch zu berücksichtigen der Anspruch auf bezahlten Urlaub, die Geltung von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Anwendung des Tarifvertrags auf den Arbeitsvertrag sowie die Dauer des Arbeitsverhältnisses (wie EuGH, Urteil vom 04.02.2010 - Rs. C-14/09, Genc -; BVerwG, Urteil vom 19.04.2012 - 1 C 10.11 -).
2. Bei der vorzunehmenden wertenden Gesamtbetrachtung sind grundsätzlich auch gesetzliche oder tarifvertragliche Ansprüche - wie Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - zu berücksichtigen, selbst wenn sie vom Arbeitgeber tatsächlich nicht gewährt werden. Etwas anderes kann gelten, wenn aus der Nichterfüllung der betreffenden Ansprüche der Schluss auf ein "Scheinarbeitsverhältnis" zu ziehen ist (hier verneint).
Rechtsgebiete: AufenthG, BGB, GKG, VwGO
Vorschriften: § 4 AufenthG, § 8 AufenthG, § 10 AufenthG, § 25 AufenthG, § 81 AufenthG, § 616 BGB, § 39 GKG, § 52 GKG, § 63 GKG, § 113 VwGO, § 132 VwGO, § 152 VwGO, § 154 VwGO
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VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 9 S 1353/11 vom 29.10.2012
Die Bezeichnungen &quot;Puten-Filetstreifen, gebraten&quot; und &quot;Hähnchen-Filetstreifen, gebraten&quot; wecken die Assoziation, die Produkte seien wie im traditionellen Fleischerhandwerk aus dem natürlich gewachsenen Stück Geflügelfleisch geschnitten worden. Der Referenzverbraucher rechnet nicht damit, dass solche Produkte aus der erkalteten Masse gewonnen werden, die entsteht, nachdem Geflügelbrüste durch mechanische Behandlung (Tumbeln) eine weiche Struktur erhalten haben und teilweise zerrissen worden sind und dann mit einem erheblichen Anteil an brätartig fein zerkleinerter Fleischmasse in einen Kunstdarm gefüllt und gekocht worden sind (im Anschluss an OVG Lüneburg, Urteil vom 30.06.2010 - 13 LB 9/08 -, Juris; BVerwG, Beschluss vom 05.04.2011 - 3 B 79.10 -, Juris).
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 11 S 278/12 vom 26.10.2012
Bei der Prüfung der für die Ausweisung eines assoziationsberechtigten türkischen Staatsangehörigen erforderlichen gegenwärtigen, hinreichend schweren Gefahr für ein Grundinteresse der Gesellschaft ist nicht allein maßgeblich, ob - und gegebenenfalls in welchem Ausmaß - die Gefahr der Wiederholung von Straftaten besteht. Vielmehr ist eine umfassende Abwägung aller Umstände des Einzelfalls vorzunehmen, bei welcher nicht nur Tatsachen zu berücksichtigen sind, die von Relevanz für die kriminalprognostische Beurteilung sind, sondern unabhängig davon die persönlichen Umstände des Betreffenden, seine Bindungen zur Gesellschaft des Landes, in welchem er sich aufhält, die Dauer seines Aufenthalts in diesem, die familiären Verhältnisse, seine Berufstätigkeit u.a. Die Maßnahme muss für die Wahrung des Grundinteresses der Gesellschaft &quot;unerlässlich&quot; sein, das bedeutet, dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügen.(Fortsetzung Senatsrechtsprechung).
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 8 S 869/12 vom 25.10.2012
1. Eine Nutzungsänderung i. S. des § 29 Abs. 1 BauGB kann auch vorliegen, wenn die neue Nutzung ebenso wie die bisher genehmigte Nutzung als kerngebietstypische Vergnügungsstätte zu bewerten ist.
2. Die Umwandlung einer &quot;Spielhalle&quot; zu einer &quot;Spielhalle mit Billardcafé&quot; ist eine Nutzungsänderung i. S. des § 29 Abs. 1 BauGB.
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - 29.10.2012, 11 S 24/12 © JuraForum.de — 2003-2017