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Timestamp: 2016-10-27 05:01:08
Document Index: 281525597

Matched Legal Cases: ['Art. 102', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 14', 'Art. 6', 'Art. 43', 'Art. 61', 'Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 66']

8C_859/2014 (03.02.2015)
8C_859/2014 � � Urteil vom 3. Februar 2015
Die 1983 geborene A.________ war ab Oktober 2005 als diplomierte Pflegefachfrau bei der B.________ AG t�tig und damit bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 10. Dezember 2008 kollidierte sie als Lenkerin eines Personenwagens beim Linksabbiegen mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der am folgenden Tag konsultierte Hausarzt diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbels�ule. Am 27. Oktober 2010 meldete der behandelnde Arzt eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in Form starker myofascialer Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich mit Schlafst�rungen. Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht nach UVG. Mit Verf�gung vom 31. Oktober 2012, best�tigt durch Einspracheentscheid vom 18. Januar 2013, verneinte sie r�ckwirkend ab 21. Juli 2012 einen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang der geklagten Beschwerden zum Unfall vom 10. Dezember 2008, stellte auf diesen Zeitpunkt hin s�mtliche Leistungen ein und schloss den Fall ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 7. Oktober 2014 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten stellt A.________ die Rechtsbegehren, Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Rente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 100 Prozent und eine Integrit�tsentsch�digung auf der Grundlage einer Integrit�tseinbusse von 50 Prozent zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur Durchf�hrung weiterer Abkl�rungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Prozessual wird der Antrag auf Akteneinsicht und Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels gestellt.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuf�hren. Das Begehren um Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels ist gegenstandslos, da die Streitsache ohne Schriftenwechsel entschieden werden kann (Art. 102 Abs. 1 und 3 BGG; vgl. BGE 133 I 98). Sie beantragt dar�ber hinaus, es sei ihr Akteneinsicht zu gew�hren. Im vorinstanzlichen Verfahren wurden ihr die Akten des Verfahrens zur Einsichtnahme zugestellt. Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, welche Akten ihr nicht zur Verf�gung gestanden h�tten. Das Bundesgericht hat die vorinstanzlichen Akten beigezogen. Die verlangte Akteneinsicht er�brigt sich, da keine weiteren Akten eingeholt und keine weiteren Prozesshandlungen angeordnet wurden.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es in Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) neben den geltend gemachten Vorbringen allf�llige weitere rechtliche M�ngel nur, soweit diese geradezu offensichtlich sind (BGE 138 I 274 E. 1.6 S. 280 mit Hinweisen).
Streitig ist, ob aus dem Unfall vom 10. Dezember 2008 �ber den 21. Juli 2012 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besteht.
Das kantonale Gericht hat die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache zutreffend dargelegt. Das betrifft namentlich die Rechtsprechung �ber die im Rahmen der Beurteilung der Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG) zu beachtenden kausalrechtlichen Grunds�tze. Hervorzuheben ist, dass diese einen nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und eingetretenem Schaden voraussetzt (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, weil sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen). Anders verh�lt es sich bei nat�rlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es einer besonderen Ad�quanzbeurteilung. Dabei ist vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Gem�ss der f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) werden diese Ad�quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte gepr�ft, w�hrend nach der bei Schleudertraumen und �quivalenten Verletzungen der HWS sowie Sch�del-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen; SVR 2012 UV Nr. 5 S. 17, 8C_310/2011 E. 3). Korrekt sind auch die vorinstanzlichen Ausf�hrungen zu dem im Sozialversicherungsrecht bei der Beantwortung von Tatfragen �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweisen) und von Aktenberichten bzw. -gutachten (SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63; 8C_239/2008 E. 7.2).
Die Beschwerdef�hrerin erhebt grunds�tzliche Einw�nde gegen die Rechtsprechung, wonach in der obligatorischen Unfallversicherung die Ad�quanz bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden im Sinne der Schleudertrauma- und der Psycho-Praxis besonders zu pr�fen ist. Sie bringt vor, diese Praxis sei diskriminierend und verstosse gegen Art. 8 in Verbindung mit Art. 14 EMRK sowie gegen das Legalit�tsprinzip als Ausdruck des Rechtsstaatsprinzips gem�ss Pr�ambel der EMRK und Art. 6 EMRK. Das Bundesgericht hat sich bereits verschiedentlich mit diesbez�glichen Einw�nden auseinandergesetzt. Es hat erkannt, dass das Erfordernis einer besonderen Ad�quanzpr�fung eine gen�gende gesetzliche Grundlage aufweist und die besagten EMRK-Bestimmungen nicht verletzt (vgl. insbesondere die Urteile 8C_754/2011 vom 20. April 2012 E. 4; 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 6). Es besteht kein Anlass, von dieser Rechtsprechung abzuweichen.
5.1.�Die Vorinstanz hat in umfassender W�rdigung der gesamten medizinischen Aktenlage, insbesondere gest�tzt auf die Berichte des Spitals C.________ vom 28. Februar 2011, der �rzte der Klinik D.________ vom 14. Oktober, 1. und 3. November 2011, der Klinik E.________ vom 27. Februar 2012, der Klinik F.________ vom 30. Juli 2012 und die Aktenbeurteilungen von Dr. med. G.________, Facharzt f�r Neurologie, vom 19. Oktober 2012 und Dr. med. H.________, Facharzt f�r Chirurgie und beratender Arzt der AXA, vom 8. Januar 2013 mit einl�sslicher und nachvollziehbarer Begr�ndung erkannt, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 21. Juli 2012 keine anspruchsbegr�ndenden, organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorhanden waren. Unbestritten unfallfremd ist die am 24. Februar 2012 in der Klinik E.________ diagnostizierte Diskushernie L4/5 links mit L5-Symptomatik links.
5.2.�Die letztinstanzlich dagegen vorgebrachten Einwendungen f�hren, zumal sie sich im Wesentlichen in einer Wiederholung der bereits im kantonalen Verfahren erhobenen und entkr�fteten R�gen ersch�pfen, zu keinem anderen Resultat. Soweit die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 und Art. 61 lit. c ATSG) und des Beschleunigungsgebotes (Art. 6 EMRK) r�gt, weil die Vorinstanz davon abgesehen habe, ein gerichtliches Gutachten in Auftrag zu geben, obwohl das von ihr als wesentlich erachtete Aktengutachten des der AXA nahestehenden Dr. med. G.________ auf einander widersprechenden Arztberichten beruhe, kann ihr nicht gefolgt werden. Das kantonale Gericht hat sich eingehend mit dem MRI-Befund einer Irregularit�t des HWK6 des Radiologen des Spitals C.________ vom 28. Februar 2011 befasst und anhand der sich damit auseinandersetzenden medizinischen Unterlagen aufgezeigt, dass diese nicht �berwiegend wahrscheinlich mit dem Unfall vom 10. Dezember 2008 in Zusammenhang stehe. Es hat zudem festgehalten, dass die Gutachter der Klinik D.________ grunds�tzlich auch aus neurologischer Sicht von einer vollen Arbeitsf�higkeit ausgingen. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Weiter hat die Vorinstanz dem aktengest�tzten Bericht des Dr. med. G.________ zu Recht Beweistauglichkeit zuerkannt. Dieser w�rdigt die medizinischen Vorakten, insbesondere die Beurteilung der Neurologin der Klinik D.________, einl�sslich und legt nachvollziehbar dar, weshalb er die L�sion auf H�he C6 in der Deckplatte nicht als Unfallfolge, sondern - in �bereinstimmung mit dem rheumatologischen Teilgutachten der Klinik D.________ - als degenerativ bedingte Ver�nderung betrachtet. Die Vorinstanz hat zudem nicht nur auf den Bericht von Dr. med. G.________, sondern auch auf die interdisziplin�re Beurteilung der Klinik D.________ abgestellt, die auf pers�nlichen Untersuchungen der Versicherten beruht. Weil die medizinischen Unterlagen verl�sslich Aufschluss �ber die sich stellenden medizinischen Fragen geben und weitere Beweismassnahmen keinen entscheidrelevanten neuen Aufschluss erwarten lassen, konnte die Vorinstanz in antizipierter Beweisw�rdigung auf weitere Sachverhaltsabkl�rungen verzichten. Bei dieser Ausgangslage ist von der letztinstanzlich beantragten R�ckweisung der Sache zur Durchf�hrung weiterer Abkl�rungen abzusehen. Da sich die noch bestehenden Beschwerden nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge begr�nden lassen, geht der beschwerdef�hrerische Einwand fehl, die Vorinstanz habe trotz offensichtlichen k�rperlichen Befunden eine Ad�quanzpr�fung vorgenommen und damit Art. 4 ATSG und Art. 19 UVG verletzt.
5.3.�Das kantonale Gericht hat den ad�quaten Kausalzusammenhang des gem�ss Bericht der Klinik D.________ nat�rlich kausal auf den Unfall vom 10. Dezember 2008 zur�ckzuf�hrenden Beschleunigungstraumas der HWS nach der Schleudertrauma-Praxis gepr�ft und unter Hinweis auf die Beurteilung der AXA verneint. Diese Beurteilung ist unter Ber�cksichtigung der in der Beschwerdeschrift vorgebrachten Einw�nde nicht zu beanstanden. Mit Blick auf den augenf�lligen Geschehensablauf kann der Unfall vom 10. Dezember 2008 nicht als schwer qualifiziert werden (vgl. zu den schweren Unf�llen SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7, 8C_398/2012 E. 5.2.1). Unter Annahme eines mittelschweren Unfalls w�ren f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs mindestens drei nicht ausgepr�gt erf�llte Kriterien erforderlich (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009), sofern nicht (mindestens) eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter bzw. auffallender Weise gegeben ist (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.). Beides ist jedoch nicht der Fall. Der Unfall von 2008 zeichnet sich nicht durch besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit aus. Es bestehen keine Anhaltspunkte daf�r, dass eine fortgesetzt spezifische, belastende �rztliche Behandlung erforderlich war. Inwieweit sich der Heilungsverlauf wegen einer vorbestandenen Migr�ne schwieriger als bei Schleudertraumen der HWS �blich gestaltet haben soll oder erhebliche Komplikationen eingetreten sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. Nicht gegeben ist sodann auch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung. Eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit lag nur in den ersten Wochen nach dem Unfall vor. Die Beschwerdef�hrerin konnte auch wie geplant eine neue Stelle antreten und eine Weiterbildung absolvieren. Die ab anfangs 2012 erneut eingetretene Arbeitsunf�higkeit beruhte auf Beschwerdebildern (neu aufgetretener Bandscheibenvorfall, depressive Entwicklung), die in keinem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen. Auch das Kriterium der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann daher nicht bejaht werden. Da diese Kriterien nicht erf�llt sind und sie erst recht nicht in besonders ausgepr�gter Weise vorliegen, ist der ad�quate Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 10. Dezember 2008 zu verneinen. Ein weiterer Leistungsanspruch wurde daher zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
Die Gerichtskosten sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).