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Timestamp: 2020-01-22 19:53:46
Document Index: 310336171

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 530', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, Urteil vom 25. März 2014 – X ZR 94/12 « Löffler: Gesellschaftsrecht , Handelsrecht und Steuerrecht
BGH, Urteil vom 25. März 2014 – X ZR 94/12
Nach § 530 Abs. 1 BGB kann der Schenker die Schenkung widerrufen, wenn sich der Beschenkte durch eine schwere Verfehlung gegen den Schenker oder einen nahen Angehörigen des Schenkers groben Undanks schuldig macht. Dieses die grundsätzliche Unwiderruflichkeit eines Schenkungsversprechens durchbrechende Recht knüpft an die Verletzung der Verpflichtung zu einer von Dankbarkeit geprägten Rücksichtnahme auf die Belange des Schenkers an, die dieser vom Beschenkten erwarten kann (BGH, Urt. v. 24.3.1983 – IX ZR 62/82 , BGHZ 87, 145 [148] = MDR 1983, 663 = FamRZ 1983, 569). Entscheidend für die Annahme groben Undanks gegenüber dem Schenker ist mithin, ob der Beschenkte diesen Erwartungen in nicht mehr hinnehmbarer Weise nicht genügt hat (BGH, Urt. v. 19.1.1999 – X ZR 60/97 , MDR 1999, 1054 = FamRZ 1999, 705 [1421] = NJW 1999, 1623).
Das Berufungsgericht ist zwar rechtlich zutreffend … davon ausgegangen, dass der Widerruf einer Schenkung nicht nur objektiv eine Verfehlung des Beschenkten von gewisser Schwere voraussetzt, sondern es ferner erforderlich ist, dass die Verfehlung auch in subjektiver Hinsicht Ausdruck einer Gesinnung des Beschenkten ist, die in erheblichem Maße die Dankbarkeit vermissen lässt, die der Schenker erwarten kann (BGH, Urt. v. 11.7.2000 – X ZR 89/98 , BGHZ 145, 35 [38] = MDR 2000, 1423; Urt. v. 11.10.2005 – X ZR 270/02 , FamRZ 2006, 196). Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist aufgrund einer Gesamtwürdigung aller relevanten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen (BGH v. 24.3.1983, a.a.O.; Urt. v. 23.5.1984 – IVa ZR 229/82 , BGHZ 91, 273 [278] = MDR 1984, 824 = FamRZ 1984, 760 [1083]; Urt. v. 13.11.2012 – X ZR 80/11 – Rz. 11, MDR 2013, 138 = NJW-RR 2013, 618). Sie sind daraufhin zu untersuchen, ob und inwieweit erkennbar wird, dass der Beschenkte dem Schenker nicht die durch Rücksichtnahme geprägte Dankbarkeit entgegenbringt, die der Schenker erwarten darf. Anhaltspunkte dafür, was der Schenker an Dankbarkeit erwarten darf, können sich dabei nicht nur aus dem Gegenstand und der Bedeutung der Schenkung sowie dem Motiv hierfür ergeben, sondern auch aus der persönlichen Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem. Dies gilt vor allem dann, wenn diese von einer besonderen Verantwortlichkeit des Beschenkten gegenüber dem Schenker geprägt ist.
Schlagworte: Widerruf Schenkung