Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=30.11.1971&Aktenzeichen=VI%20ZR%20100/70
Timestamp: 2019-05-26 14:37:20
Document Index: 194508059

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 680', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 680', '§ 823', 'BGH', '§ 680', 'BGH', '§ 680', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 827', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 680', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 277', 'BGH']

BGH, 30.11.1971 - VI ZR 100/70 - dejure.org
https://dejure.org/1971,486
BGH, 30.11.1971 - VI ZR 100/70 (https://dejure.org/1971,486)
BGH, Entscheidung vom 30.11.1971 - VI ZR 100/70 (https://dejure.org/1971,486)
BGH, Entscheidung vom 30. November 1971 - VI ZR 100/70 (https://dejure.org/1971,486)
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Anspruch auf Schadensersatz wegen einer unerlaubten Handlung - Anwendbarkeit der Regeln des Anscheinsbeweises - Voraussetzungen für eine Geschäftsführung ohne Auftrag
NJW 1972, 475
NJW 1972, 818 (Ls.)
MDR 1972, 313
VersR 1972, 277
Diese Haftungsbeschränkung gilt, wenn die Voraussetzungen des § 680 BGB erfüllt sind, auch für einen Anspruch aus § 823 BGB (BGH, Urteil vom 30. November 1971 - VI ZR 100/70, NJW 1972, 475; OLG Hamburg, VersR 1984, 758).
Sie berücksichtigt, dass wegen der in Gefahrensituationen geforderten schnellen Entscheidung ein ruhiges und überlegtes Abwägen ausgeschlossen ist und es sehr leicht zu einem Sichvergreifen in den Mitteln der Hilfe kommen kann (…BGH, Urteile vom 17. Februar 1972 - II ZR 46/70, juris Rn. 11; vom 30. November 1971 aaO S. 476 und vom 16. März 1965 - VI ZR 210/64, BGHZ 43, 188, 194; vgl. bereits Mugdan II S. 479).
Allerdings ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass bei einer die Voraussetzungen einer Geschäftsführung ohne Auftrag erfüllenden Nothilfe die Haftungsbeschränkung des § 680 BGB auch für einen konkurrierenden Anspruch aus § 823 BGB gilt (vgl. nur BGH, Urteil vom 30. November 1971 - VI ZR 100/70, NJW 1972, 475; Senat…, Urteil vom 14. Juni 2018, aaO Rn. 48).
Die Haftungserleichterung des § 680 BGB gilt nur im Verhältnis des Geschäftsführers zum Geschäftsherrn, nicht gegenüber Dritten, denen der Geschäftsführer nur aus unerlaubter Handlung haftet (BGH NJW 1972, 475;… Steffen in RGRK (12.) Rdn. 9 zu § 680 BGB; vgl. auch BGHZ 41, 203 für einen Fall mit ähnlicher Interessenlage).
Sie ist vom Revisionsgericht nur beschränkt nachprüfbar (BGHZ 10, 14, 16/17; BGH NJW 1972, 475; Urteil vom 7. April 1970 - VI ZR 217/68 - = VersR 1970, 620, 622).
Wer sich in absolut fahruntüchtigem Zustand an das Steuer eines Kraftfahrzeuges setzt, handelt grundsätzlich grob fahrlässig (…BGB/RGRK Steffen, § 827 Rdn. 11; BGH Urteil vom 30. November 1971 - VI ZR 100/70 = NJW 1972, 475 [BGH 30.11.1971 - VI ZR 100/70];… Urteil vom 7. Mai 1974 aaO).
Denn nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift soll der Nothelfer, der aufgrund der Gefahrenlage nicht lange abwägen und Alternativen ausloten kann (vgl. BGH, Urteil vom 30. November 1971, VI ZR 100/70, NJW 1972, 475) eben gerade für aufgrund leichter Fahrlässigkeit entstehende Fehler entlastet werden.
OVG Saarland, 22.11.2000 - 3 V 26/00
Vorläufiger Rechtsschutz mit dem Ziel der einstweiligen Neubewertung einer …
Die Aufgabenstellung ist nahezu vollständig der Entscheidung des BGH vom 30.11.1971 (NJW 1972, 475), nachgebildet, wie außer Streit steht.
Die Voraussetzungen einer die Haftung gem. § 680 BGB (vgl. BGH NJW 1972, 475) privilegierenden Geschäftsführung ohne Auftrag lagen nicht vor.
OLG Jena, 15.04.2009 - 7 U 744/08
Sollte sich ergeben, daß der Beklagte nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten hat, wird es zu beachten haben, daß bei der Feststellung grober Fahrlässigkeit auch Umstände zu berücksichtigen sind, die die subjektive Seite der Verantwortlichkeit betreffen (BGHZ 10, 14, 17; BGH, NJW 1972, 475, 476; Urteil vom 11. Juli 1967 - VI ZR 14/66 = LM BGB § 277 Nr. 3).
BGH, 07.05.1974 - VI ZR 138/72
Beurteilung des Verschuldensgrades bei einer alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit …
Der erkennende Senat hat schon in seinem Urteil vom 30. November 1971 (VI ZR 100/70 - NJW 1972, 475, 476 = VersR 1972, 277) erklärt, daß, wer sich in durch Alkoholgenuß absolut fahruntüchtigem Zustand ans Steuer setzt, in der Regel grob fahrlässig handelt.