Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201992,%20759
Timestamp: 2019-07-22 22:05:18
Document Index: 361872450

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 631', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', 'BGH', '§ 9']

BGH, 09.04.1992 - VII ZR 129/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,633
BGH, 09.04.1992 - VII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,633)
BGH, Entscheidung vom 09.04.1992 - VII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,633)
BGH, Entscheidung vom 09. April 1992 - VII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,633)
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Vertragliche Leistungspflichten aus einer Anordnung - Vertragserklärung - Vertraglicher Leistungsumfang - Leistungsänderung
BGB §§ 631 ff.; VOB/B § 2 Nr. 5
VOB-Vertrag: Änderung der Vergütung
VOB und Leistungsänderung (IBR 1992, 349)
NJW 1992, 2823 (Ls.)
NJW-RR 1992, 1046
WM 1992, 1501
BauR 1992, 759
ZfBR 1992, 211
Der Auftraggeber muss eindeutig zum Ausdruck bringen, dass es sich dabei um eine verpflichtende Vertragserklärung handelt (vgl. BGH, Urteil vom 09.04.2002, VII ZR 129/91, BauR 1992, 759;… Vygen/Joussen, a.a.O., Rn 1906 ff. mwN;… Ingenstau/Korbion-Keldungs, a.a.O., § 2 Nr. 5 VOB/B, Rn 26 mwN).
Nicht ausreichend ist hierfür, wenn mit der Anordnung im Sinne von § 4 Nr. 1 Abs. 3 VOB/B lediglich eine bereits bestehende Leistungspflicht konkretisiert oder eine vertragsgemäße Ausführung gewährleistet werden soll; oder wenn die Leistungsänderung bereits vom vertraglichen Leistungsumfang umfasst ist, weil ein bestimmter vertraglicher Erfolg auf ein erkennbar nicht vollständiges Leistungsverzeichnis angeboten worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 09.04.1992, Az.: VII ZR 129/91, Rn. 7ff., zitiert nach juris).
Nicht ausreichend ist hierfür, wenn die Leistungsänderung bereits vom vertraglichen Leistungsumfang umfasst ist, weil beispielsweise ein bestimmter vertraglicher Erfolg auf ein erkennbar nicht vollständiges Leistungsverzeichnis angeboten worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 09.04.1992, Az.: VII ZR 129/91, Rn. 7ff., zitiert nach juris).
Der Auftraggeber muss eindeutig zum Ausdruck bringen, dass es sich dabei um eine verpflichtende Vertragserklärung handelt (BGH, Urteil vom 09.04.2002, VII ZR 129/91, BauR 1992, 759;… Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 5. Auflage 2013, Rn 1906 ff. mwN;… Ingenstau/Korbion-Keldungs, VOB, 18. Auflage 2013, § 2 Nr. 5 VOB/B, Rn 26 mwN).
Demgemäß hat der Senat es abgelehnt, selbst im Falle der Überwälzung eines ungewöhnlichen Risikos auf einen Bieter (im konkreten Fall pauschale Ausschreibung der Wasserhaltung in Küstennähe) vertragliche Haftungsansprüche unmittelbar aus der VOB/A herzuleiten (Senatsurteil vom 9. April 1992 - VII ZR 129/91 = BauR 1992, 759 [BGH 09.04.1992 - VII ZR 129/91] = ZfBR 1992, 211 = NJW-RR 1992, 1946 (Wasserhaltung)).
(2) Die Anspruchsvoraussetzungen des § 2 Nr. 5 VOB/B sind erfüllt, weil die von der Klägerin erbrachte Leistung nicht schon vom ursprünglich vereinbarten Leistungsinhalt umfasst (vgl. z. B. BGH, BauR 1992, 759), die Klägerin also nicht ohnehin schon zu ihrer Erbringung verpflichtet war, und die geänderte Ausführung auf einer Anordnung der Beklagten beruht.
Nach der Rechtsprechung des Senats kann es Schadensersatzansprüche aus Verschulden bei Vertragsschluß auslößen, wenn der Bieter deshalb Nachteile erleidet, weil er - im Ergebnis zu Unrecht - auf die Einhaltung der VOB/A vertraut hat (BGH, Urteil vom 9. April 1992 - VII ZR 129/91 = BauR 1992, 759 = NJW-RR 1992, 1046 = ZfBR 1992, 211 - Wasserhaltung I).
Zwar ist § 2 Nr. 5 VOB/B nicht anzuwenden, wenn eine Leistung bereits vom vertraglichen Leistungsumfang umfaßt ist (vgl. Senat, Urteil vom 9. April 1992 - VII ZR 129/91VII ZR 129/91 = ZfBR 1992, 21l, 212 = BauR 1992, 759 [BGH 09.04.1992 - VII ZR 129/91] = WM 1992, 1501, 1502).
Demgemäß hat der Bundesgerichtshof es abgelehnt, selbst im Falle der Überwälzung eines ungewöhnlichen Risikos auf einen Bieter (im konkreten Fall pauschale Ausschreibung der Wasserhaltung in Küstennähe) vertragliche Haftungsansprüche unmittelbar aus der VOB/A herzuleiten (BGH NJW-RR 1992, 1046; BGH NJW 1994, 850, 851 = BauR 1994, 236, 238).
Da sich aus einer Anordnung nach § 2 Nr. 5 VOB/B für den Auftragnehmer zusätzliche vertragliche Leistungspflichten ergeben, müssen solche Anordnungen für den Auftragnehmer eindeutig als Vertragserklärungen verpflichtend sein (BGH NJW-RR 1992, 1046).
§ 2 Nr. 5 VOB/B ist deshalb nicht anzuwenden, wenn eine Leistungsänderung bereits vom vertraglichen Leistungsumfang umfasst ist, etwa weil ein bestimmter vertraglicher Erfolg auf ein erkennbar nicht vollständiges Leistungsverzeichnis angeboten wird (BGH NJW-RR 1987, 1306 = BauR 1987, 683; BGH NJW-RR 1992, 1046).
Das führt allenfalls zu einer vorvertraglichen oder vertraglichen Vertrauenshaftung (BGH NJW-RR 1992, 1046).
Vielmehr ist für einen Anspruch aus Verschulden bei Vertragsschluss erst haftungsbegründend, dass der Bieter in seinem schutzwürdigen Vertrauen auf die Einhaltung der VOB/A enttäuscht worden ist (BGH NJW-RR 1987, 1306 = BauR 1987, 683; BGH NJW-RR 1992, 1046; BGH NJW 1994, 850, 851 = BauR 1994, 236, 238).
Der Auftraggeber muss eindeutig zum Ausdruck bringen, dass es sich dabei um eine verpflichtende Vertragserklärung handelt (BGH, Urteil vom 09.04.2002, VII ZR 129/91, BauR 1992, 759;… Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 4. Auflage 2008, Rn 1906 mwN;… Ingenstau/Korbion-Keldungs, VOB, 16. Auflage 2007, § 2 Nr. 5 VOB/B, Rn 26 mwN).
Die Klägerin kann nach § 2 Nr. 5 VOB/B eine Mehrvergütung für "Sonderfarben" verlangen, wenn die von ihr angebrachten Farben nicht schon nach den ursprünglichen Vereinbarungen vertraglich geschuldet waren (Senatsurteil vom 9. April 1992 - VII ZR 129/91 = BauR 1992, 759 [BGH 09.04.1992 - VII ZR 129/91]).
Zum Vorliegen eines ungewöhnlichen Wagnisses i.S.v. § 9 Nr. 2 VOB/A bei einem …
KG, 23.03.1999 - 4 U 1635/97
OLG Schleswig, 23.08.2005 - 3 U 76/03
OLG Celle, 10.01.2002 - 14 U 29/01
VOB-Vertrag: Rechtsfolgen der falschen Auslegung einer klaren …