Source: https://causasportnews.com/2017/09/23/im-stil-eines-hooligans-klubpraesident-greift-ehemaligen-nationaltrainer-taetlich-an/
Timestamp: 2018-11-19 16:33:24
Document Index: 285982680

Matched Legal Cases: ['Art. 173', 'Art. 174', 'Art. 126', 'Art. 123', 'Art. 22', 'Art. 106', 'Art. 24', 'BGH']

Im Stil eines Hooligans – Klubpräsident greift ehemaligen Nationaltrainer tätlich an | Causa Sport News
Juristisch wird der Vorfall zweifellos Konsequenzen haben.Zunächst einmal hat Christian Constantin, der auf Klagen gerne mit Gegenklagen reagiert und sich vom Täter zum Opfer macht, gemäss eigener Aussage Strafanzeige gegen Rolf Fringer wegen übler Nachrede und Verleumdung (Art. 173 und Art. 174 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, StGB) eingereicht und bereitet eine Zivilklage gegen ihn vor. Rolf Fringer hat seinerseits angekündigt, gegen Christian Constantin Strafanzeige einzureichen. Der Angriff Christian Constantins dürfte den Tatbestand der Tätlichkeit (Art. 126 StGB), allenfalls der versuchten einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 StGB) erfüllen. Auf Tätlichkeiten steht als Strafe Busse bis 10 000 Franken (Art. 106 Abs. 1 StGB).
Christian Constantin, der einschlägig vorbestraft ist – er hatte vor rund dreizehn Jahren einen Schiedsrichter tätlich angegriffen und verletzt –, droht jedoch auch von Seiten der Sportjustiz Ungemach. Als Präsident des FC Sion ist Christian Constantin den Regularien des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) und der Swiss Football League (SFL) unterstellt. Diese können deshalb Disziplinarmassnahmen gegen ihn verhängen. Das Spektrum an möglichen Sanktionen reicht von einer Busse über ein Platzverbot bis hin zu einem Verbot, für bestimmte oder unbestimmte Zeit in seiner Funktion tätig zu sein (Art. 24 der Rechtspflegeordnung SFV). Da das Verhalten Christian Constantins mutmasslich gegen die Verhaltensregeln des Verbands und der Liga verstossen hat, kündigte die SFL bereits an, den Vorfall zu untersuchen. Es ist also denkbar, dass das Spiel gegen den FC Lugano für eine Weile das letzte war, das Christian Constantin als Präsident des FC Sion im Stadion mitverfolgte.
Was schliesslich Rolf Fringer betrifft – er hatte Christian Constantin u.a. als „Narzisst“ bezeichnet, der „null Empathie und Gefühle für andere Leute“ habe und sich „lächerlich“ verhalte –, so dürfte dieser der von Christian Constantin gegen ihn eingereichten Strafanzeige wesentlich gelassener entgegenblicken dürfen: Dass seine Äusserungen als strafrechtlich relevante Ehrverletzung zu qualifizieren wären, ist – v.a. vor dem Hintergrund des relativ engen Ehrbegriffs im Strafrecht – eher zweifelhaft.
Eine erste Konsequenz hat Christian Constantin, der bislang keine Reue gezeigt hat und erst recht nicht gedenkt, sich zu entschuldigen, aus dem Vorfall indessen bereits gezogen: Er ist aus dem Bewerbungskomitee für die Olympischen Spiele Sion 2026 zurückgetreten. Ob dies aus eigenem Antrieb geschah oder ihm von anderer Seite nachdrücklich nahegelegt wurde, ist freilich nicht bekannt…
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