Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000057.htm
Timestamp: 2018-12-10 13:45:23
Document Index: 331185597

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 5', '§ 22', '§ 4', '§ 5']

2.15.057 Münzesheimer Berg
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Münzesheimer Berg" auf dem Gebiet der Stadt Bruchsal vom 14. April 1992 (Badische Neueste Nachrichten vom 23.04.1992).
Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 sowie 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), in der Fassung des Biotopschutzgesetzes vom 19.11.1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Bruchsal, Gemarkungen Bruchsal und Heidelsheim, wird zum Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung "Münzesheimer Berg" erklärt.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 107 Hektar. Es umfaßt folgende Gewanne ganz oder teilweise:
1. Gemarkung Bruchsal
Berg, Aue, Leiersteig, Münzesheimer Berg, Silbergrube, Rohrbach, Roß, Spiegelberg sowie den Gemeindewald Distrikt II Rohrbach, Gemeindewald Distrikt I Leiersteig und Mittelwiesen.
2. Gemarkung Heidelsheim
Gemeindewald Distrikt I Unteres Geckelter, Links der Geckelterhohl, Rechts der Geckelterhohl und Vordere Rist.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie einer Detailkarte im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe sowie der Stadt Bruchsal zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung eines vielfältigen Landschaftsraumes am Kraichgaurand mit
1. Streuobst und Wiesen sowie die Rückwandlung aus Ackerflächen im Rohrbachtal,
2. Hecken, vor allem bestehend aus Schlehenhecken,
3. Stufenrainen und Hohlwegen und deren Wiederbenutzung,
4. Wälder und der Förderung naturnaher standorttypischer Laubwälder vorwiegend des Buchenwaldes,
5. dem Rohrbach und der Entwicklung eines standortgerechten Schwarzerlen-Eschen-Gehölz­saumes,
6. den Steinbrüchen.
Diese Elemente stellen als Einheit einen ökologischen Ausgleichs- und Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tierarten dar und dienen auch der Bruchsaler Bevölkerung als Naherholungsgebiet.
5. Lagern von Gegenständen, soweit es nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich ist;
13. Neuaufforstungen, Anlegen von Baumschulen, Kleingärten, Schmuckreisig- und Christbaum­kulturen oder das wesentliche Ändern der Bodennutzung auf andere Weise, wobei das langfristige Aufforstungskonzept der Stadt Bruchsal 1985 zu berücksichtigen ist;
15. Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Streuobstbestände, Feldgehölze, Hecken, Ufergehölze und Uferstaudenfluren sowie Hohlwege.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Nrn. 13 und 14 beachtet werden;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß die naturnahen standorttypischen Laub-, vorwiegend Buchenwälder gefördert werden;
7. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
8. für den Bau der B-35-Nordumgehung sowie Querspange nach Kraichtal, soweit ein Planfeststellungsbeschluß hierzu vorliegt;
9. für die im Wege- und Gewässerplan mit Datum vom 14.03.1983 genehmigten Maßnahmen.
1. Abbau von Bodenbestandteilen und Aufschüttungen;
1. im Landschaftsschutzgebiet entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen;
2. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter de Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Karlsruhe, den 14. April 1992