Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=28.10.2004&Aktenzeichen=8%20AZR%20492/03
Timestamp: 2019-07-23 06:16:11
Document Index: 144264306

Matched Legal Cases: ['§ 66', '§ 9', '§ 66', '§ 9', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 233', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 9', '§ 611', '§ 611', '§ 209', '§ 209', '§ 9', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 233', '§ 9', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 66']

BAG, 28.10.2004 - 8 AZR 492/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,637
BAG, 28.10.2004 - 8 AZR 492/03 (https://dejure.org/2004,637)
BAG, Entscheidung vom 28.10.2004 - 8 AZR 492/03 (https://dejure.org/2004,637)
BAG, Entscheidung vom 28. Januar 2004 - 8 AZR 492/03 (https://dejure.org/2004,637)
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Zulässigkeit einer Berufung im Hinblick auf Versäumung der Berufungsfrist; Verhältnis zwischen § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG (Arbeitsgerichtsgesetz) und § 9 Abs. 5 ArbGG; Notwendigkeit der Zustellung der erstinstanzlichen Entscheidungsgründe für die ordnungsgemäße Begründung der Berufung
ArbGG § 66 Abs. 1 § 9 Abs. 5
Arbeitsrecht - Berufungsfrist bei noch nicht zugestelltem Urteil des Arbeitsgerichts
Prozessführung - Achten Sie bei nicht zugestelltem Urteil auf die Berufungs- und Berufungsbegründungsfrist
ArbG Nordhausen, 27.02.2002 - 2 Ca 381/01
LAG Thüringen, 05.06.2003 - 2 Sa 638/02
BAGE 112, 286
NJW 2005, 700
MDR 2005, 531
NZA 2005, 125
DB 2005, 564
Ist die erstinstanzliche Entscheidung nicht in vollständig abgefasster und unterschriebener Form innerhalb von fünf Monaten zugestellt worden, reichen für die Berufungsbegründung entweder die Auseinandersetzung mit den hypothetischen Entscheidungsgründen oder der Hinweis des Berufungsklägers aus, dass das arbeitsgerichtliche Urteil nicht mit Gründen versehen ist (vgl. BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - zu B IV 4 der Gründe mwN, BAGE 112, 286) .
Daran hat das Bundesarbeitsgericht nach der neuen Fassung des § 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG nicht mehr festgehalten und entschieden, dass nunmehr bei fehlender Zustellung eines vollständig abgesetzten Urteils des Arbeitsgerichts die Berufungs- und Berufungsbegründungsfrist spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach Verkündung beginnen (ua. BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - BAGE 112, 286, zu B IV der Gründe).
Hinweise des Senats: vgl. BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - zur Veröffentlichung vorgesehen.
In Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Achten Senats vom 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - zur Veröffentlichung vorgesehen und des Vierten Senats vom 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 - geht der Senat davon aus, dass der Lauf der Berufungsfrist und der Berufungsbegründungsfrist nach der Neufassung des § 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG bereits nach fünf und nicht entsprechend der bisherigen Rechtsprechung nach 17 Monaten seit Verkündung des erstinstanzlichen Urteils beginnen.
Auf die ausführliche Begründung des Achten Senats in seinem Urteil vom 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - zVv.
Hinweise des Senats: Bestätigung von BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - AP ArbGG 1979 § 66 Nr. 29 = EzA ArbGG 1979 § 66 Nr. 38, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen; Senat 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 - BAG 16. Dezember 2004 - 2 AZR 611/03 - EzA ZPO 2002 § 233 Nr. 3.
Sowohl der Vierte, der Achte als auch der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts haben bereits entschieden, dass der Lauf der Berufungsfrist und der Berufungsbegründungsfrist nach der Neufassung des § 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG bereits nach fünf und nicht entsprechend der früheren Rechtsprechung (vgl. 8. Juni 2000 - 2 AZR 584/99 - BAGE 95, 73, zu II 1 der Gründe mwN) nach 17 Monaten seit Verkündung des erstinstanzlichen Urteils beginnen (BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - AP ArbGG 1979 § 66 Nr. 29 = EzA ArbGG 1979 § 66 Nr. 38, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen [zVv.], zu B der Gründe; Senat 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 -, zu B der Gründe; BAG 16. Dezember 2004 - 2 AZR 611/03 -, zu II 1 der Gründe).
Nur diese Gesetzesauslegung, die auch nach dem Gesamtzusammenhang der gesetzlichen Neuregelung nahe liegt, dient der vom Gesetzgeber beabsichtigten Verfahrensbeschleunigung und ist geeignet, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass § 9 Abs. 5 ArbGG nur eine Rechtsmittelbelehrung über die Berufungsfrist, nicht über die Begründungsfrist vorschreibt (vgl. Senat 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 -, zu B IV der Gründe; BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - aaO, zu B IV 2 der Gründe; 5. Februar 2004 - 8 AZR 112/03 - AP BGB § 611a Nr. 23 = EzA BGB 2002 § 611a Nr. 3, auch zVv., zu II 1 c der Gründe; 4. Juni 2003 - 10 AZR 586/02 - AP InsO § 209 Nr. 2 = EzA InsO § 209 Nr. 1, zu I 2 der Gründe;… Prütting in Germelmann/Matthes/ Prütting/Müller-Glöge ArbGG 5. Aufl. § 9 Rn. 41 bis 43).
BAG, 23.06.2005 - 2 AZR 423/04
Berufungsfrist, Berufungsbegründungsfrist
In Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Achten Senats vom 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - (AP ArbGG 1979 § 66 Nr. 29 = EzA ArbGG 1979 § 66 Nr. 38, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen) und des Vierten Senats vom 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 - geht der Senat davon aus, dass der Lauf der Berufungsfrist und der Berufungsbegründungsfrist nach der Neufassung des § 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG bereits nach fünf und nicht entsprechend der bisherigen Rechtsprechung nach 17 Monaten seit Verkündung des erstinstanzlichen Urteils beginnen (16. Dezember 2004 - 2 AZR 611/03 -).
Auf die ausführliche Begründung des Achten Senats in seinem Urteil vom 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - (…aaO) wird insoweit Bezug genommen.
Die zum alten Recht ergangene Rechtsprechung (zB BAG 8. Juni 2000 - 2 AZR 584/99 - BAGE 95, 73) nach der die Frist erst 17 Monate seit Verkündung des erstinstanzlichen Urteils zu laufen begann (BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - BAGE 112, 286; 3. November 2004 - 4 AZR 531/03 - 16. Dezember 2004 - 2 AZR 611/03 - AP ArbGG 1979 § 66 Nr. 30 = EzA ZPO 2002 § 233 Nr. 3) ist überholt.
Hinweis des Senats: vgl. BAG - 8 AZR 492/03 - zur Veröffentlichung vorgesehen.
Der Achte Senat hat in seinem Urteil vom 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - die Revision gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts zurückgewiesen, mit dem die Berufung als unzulässig verworfen worden war in einem Fall, in dem gegen das am 27. Februar 2002 verkündete arbeitsgerichtliche Urteil erst am 12. November 2002 Berufung eingelegt, diese innerhalb der verlängerten Berufungsbegründungsfrist am 13. Januar 2003 begründet, das Urteil schließlich am 1. April 2003 in vollständiger Form nebst Rechtsmittelbelehrung zugestellt worden war.
Ist die Rechtsmittelbelehrung unterblieben oder unrichtig erteilt, so beginnt die Frist zur Einlegung der Beschwerde abweichend von § 9 Abs. 5 Satz 4 ArbGG aufgrund der Spezialvorschrift des § 66 Abs. 1 Satz 2 ArbGG spätestens mit Ablauf von fünf Monaten ab Zustellung des Beschlusses (BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03).
Der Kläger hat die Berufung fristgerecht innerhalb von sechs Monaten nach der Verkündung eingelegt (§ 66 Abs. 1 Satz 1 und 2 ArbGG idF des Gesetzes zur Reform des Zivilprozesses vom 27. Juli 2001, in Kraft seit dem 1. Januar 2002; BAG 28. Oktober 2004 - 8 AZR 492/03 - AP ArbGG 1979 § 66 Nr. 29 = EzA ArbGG 1979 § 66 Nr. 38, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
LAG Köln, 22.12.2005 - 6 Sa 1398/04
Arbeitsunfähigkeit; Anzeigepflicht; verhaltensbedingte Kündigung
Dem Kläger war antragsgemäß jedenfalls die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, wenn man nach Maßgabe der Grundsatzentscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 28.10.2004 (8 AZR 492/03) von einer Versäumung der Berufungsfrist wegen der Neufassung des § 66 Abs. 1 S. 2 ArbGG ausgeht.
BAG, 02.06.2005 - 2 AZR 177/04
Berufungsfrist; Wiedereinsetzung
LAG Köln, 22.12.2004 - 7 Sa 879/04
Berufung, Zulässigkeit, Elternzeit, vorzeitige Beendigung, …
LAG Thüringen, 20.01.2005 - 1 TaBV 1/04
Ersetzung des Wahlvorstandes
KGH der Evangelischen Kirche in Deutschland, 11.07.2005 - KGH.EKD I-0124/K49