Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%2023/91
Timestamp: 2020-02-17 23:01:45
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.03.1992 - XII ZR 23/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,178
BGH, 18.03.1992 - XII ZR 23/91 (https://dejure.org/1992,178)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1992 - XII ZR 23/91 (https://dejure.org/1992,178)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 (https://dejure.org/1992,178)
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Höhe des nachehelichen Unterhalts bei freiwilliger Einkommensminderung nach der Trennung
Nachehelicher Unterhalt - Trennung - Scheidung - Wirtschaftliche Dispositionen - Erwergsobliegenheit - Eheliche Lebensverhältnisse - Erzielbares Einkommen
OLG Stuttgart, 18.12.1990 - 18 UF 437/89
OLG Stuttgart, 18.12.1990 - 18 UF 522/89
BGH, 18.03.1992 - XII ZR 24/91
NJW 1992, 2477
MDR 1992, 1061
FamRZ 1992, 1045
FamRZ 1992, 2477
Dies kann bei Entwicklungen angenommen werden, die einen Anknüpfungspunkt in der Ehe finden, also gleichsam in ihr angelegt waren, oder die, wie bei einer unvorhersehbaren nachehelichen Einkommensverringerung auf Seiten des Unterhaltspflichtigen, soweit sie nicht vorwerfbar herbeigeführt wurde (vgl. BGH, Urteil vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 -, FamRZ 1992, S. 1045 ), bei Fortbestand der Ehe auch deren Verhältnisse geprägt hätten.
Dass die spätere Entwicklung dem Unterhaltspflichtigen nicht vorwerfbar sein darf (…vgl. BVerfG FamRZ 2011, 437 Rn. 70 und Maurer FamRZ 2011, 849, 854), ergibt sich schon daraus, dass eine dem Unterhaltspflichtigen vorwerfbare Einkommensverringerung zum Ansatz fiktiver Einkünfte führen würde und deswegen letztlich unberücksichtigt bliebe (Senatsurteil vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 - FamRZ 1992 - 1045, 1046 f.).
Allerdings können ausnahmsweise Berichtigungen der tatsächlichen, durch Steuerbescheid oder Lohnabrechnung nachgewiesenen Nettoeinkünfte in besonders gelagerten Fällen zugelassen werden, wenn etwa nicht prägende Einkünfte geflossen sind (vgl. BGH, Urteil vom 14.02.1990 - XII ZR 51/89 - FamRZ 1990, 981) oder steuerliche Vergünstigungen vorliegen, die dem Unterhaltsberechtigten nicht zu Gute kommen dürfen (vgl. BGH, Urteil vom 11.05.2005 - XII ZR 211/02 - FamRZ 2005, 1817), Steuervorteile obliegenheitswidrig nicht realisiert worden (vgl. BGH, Urteil vom 29.04.1998 - XII ZR 266/96 - FamRZ 1998, 953) oder wegen Verletzung der Erwerbsobliegenheit fiktive Einkünfte oder Mehreinkünfte zu berücksichtigen sind (vgl. BGH, Urteil vom 29.04.1998 - XII ZR 266/96 - FamRZ 1998, 953) oder steuermindernde Aufwendungen als unterhaltsrechtlich irrelevant dem Einkommen zugerechnet werden (vgl. BGH, Urteil vom 18.03.1992 - XII ZR 23/91 - FamRZ 1992, 1045).
Die Rechtskraft der Scheidung setzt gleichsam einen Endpunkt hinter eine gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung mit der Folge, daß die für den Unterhalt maßgebenden Lebensverhältnisse nur durch das bis dahin nachhaltig erreichte Einkommen der Ehegatten bestimmt werden (etwa Senatsurteil vom 18. März 1992 aaO 1046).
Er hat, wie gezeigt, allerdings klargestellt, daß eine Einkommensminderung beim unterhaltspflichtigen Ehegatten auf das Maß des Unterhalts nicht durchschlägt, wenn sie auf einer Verletzung der Erwerbsobliegenheit des Unterhaltsverpflichteten beruht (vgl. Senatsurteil vom 18. März 1992 aaO 1047) oder durch freiwillige berufliche oder wirtschaftliche Dispositionen des Unterhaltsverpflichteten veranlaßt ist und von diesem durch zumutbare Vorsorge aufgefangen werden konnte (…Senatsurteil vom 4. November 1987 aaO 147).
Das hat der Senat für den nachehelichen Unterhaltsanspruch bereits entschieden (Senatsurteil vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 - FamRZ 1992, 1045, 1047).
Aus diesem Grund werde in Fällen dieser Art auch ein fiktiv angesetztes Einkommen des Pflichtigen, obwohl an sich nicht vorhanden, bei der Bedarfsermittlung des Berechtigten berücksichtigt (vgl. BGH FamRZ 1992, 1045).
Unvorhersehbare nacheheliche Einkommensverringerungen können aber entsprechend der ständigen Rechtsprechung des Senats (vgl. Senatsurteil vom 18. März 1992 - XII ZR 23/91 - FamRZ 1992, 1045, 1046 f.) bereits im Rahmen der Bedarfsermittlung berücksichtigt werden, wenn sie nicht vorwerfbar herbeigeführt wurden.
BGH, 10.05.1995 - XII ZA 2/95
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