Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=08.11.2016&Aktenzeichen=10%20U%2036%2F15
Timestamp: 2019-04-22 07:38:39
Document Index: 342009483

Matched Legal Cases: ['§ 2346', '§ 2346', '§ 2346', '§ 128', '§ 2346', '§ 128', '§ 321', '§ 2346', '§ 2346']

OLG Hamm, 08.11.2016 - I-10 U 36/15 - dejure.org
OLG Hamm, 08.11.2016 - I-10 U 36/15
BGB §§ 2346, 128 Abs. 1
Erbverzicht, Sittenwidrigkeit
BGB §§ 2346 Abs. 1, 138 Abs. 1
BGB § 2346 Abs. 1; BGB § 128 Abs. 1
Erbverzicht; Sittenwidrigkeit
BGB § 2346 Abs. 1 ; BGB § 128 Abs. 1
Sittenwidrigkeit eines Erbverzichtes
Sittenwidrigkeit: Kein Sportwagen für Erbverzicht
Familienrecht - Nissan GTR X für Erbteil? - sittenwidriger Erbverzicht
Sittenwidriger Erbverzicht: Abfindung eines 18-Jährigen mit einem Sportwagen bei erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung
Erbverzicht für ein Auto! - Zahnarzt bewegt seinen 18-jährigen Sohn dazu, beim Notar für eine ungewisse Abfindung aufs gesamte Erbe zu verzichten
Toller Vater! Zahnarzt versucht Sohn ums Erbe zu bringen: Sportwagen für Total-Erbverzicht
Wann kann ein Erbverzicht sittenwidrig und damit unwirksam sein?
Sittenwidrigkeit eines Erbverzichts für das Versprechen eines Sportwagens
Erbverzicht kann sittenwidrig sein
Sittenwidrigkeit eines Erb- und Pflichtteilsverzichtsvertrages
Pflichtteilsverzichte - wann sind sie wirksam?
zeitschrift-jse.de , S. 54 (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Unwirksamkeit eines Erbverzichts
NJW 2017, 576
FamRZ 2017, 1167
Jedenfalls dann, wenn der Pflichtteilsverzicht - wie vorliegend - gegen eine Abfindung gewährt wird, ist davon auszugehen, dass beide Geschäfte durch ein entsprechendes Kausalgeschäft verknüpft sind; auch in diesen Fällen liegt aber kein gegenseitiger Vertrag i.S.d. §§ 321 ff. BGB vor (…vgl. zum Ganzen MüKoBGB/Wegerhoff, 7. Aufl. 2017, § 2346 Rn. 2 f.;… Staudinger/Schotten (2016) BGB § 2346 Rn. 115 ff., 151; Zimmer, NJW 2017, 513 (514); OLG Hamm, Urteil vom 8. November 2016, Az. I-10 U 36/15, NJW 2017, 576, Rn. 28).
Nach diesen Maßstäben erweist sich der 1970 erklärte Verzicht und das zugrunde liegende Kausalgeschäft auch bei der gebotenen Gesamtschau (OLG Hamm, Urteil vom 8. November 2016, Az. I-10 U 36/15, NJW 2017, 576, Rn. 26) nicht als sittenwidrig und nichtig.
(5) Das Gericht kann auch nicht von einer Situation ausgehen, dass die Klägerin über die wesentlichen Umstände des von ihr abgeschlossenen Vertrags nicht vorher zutreffend informiert war (vgl. die mit der festgestellte Situation in OLG Hamm, Urteil vom 8. November 2016, Az. I-10 U 36/15, NJW 2017, 576, Rn. 41 ff.; grundsätzlich kritisch dazu, aus einem intellektuellen Ungleichgewicht eine Sittenwidrigkeit herzuleiten, aber v. Proff, ZEV 2017, 301 (306)).