Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgrodewaldluch_2016
Timestamp: 2018-09-21 13:49:40
Document Index: 390480557

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 11', '§ 4', '§ 31', '§ 20', '§ 37']

(GVBl.II/97, [Nr. 15], S.370)
geändert durch Artikel 15 der Verordnung vom 10. Juni 2016
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in der Stadt Rathenow (Landkreis Havelland) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Rodewaldsches Luch".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 130 Hektar. Es umfaßt die folgenden Flächen in der Gemarkung
Rathenow Flur 30 Flurstücke 24, 20/3 anteilig, 35/3 anteilig, 47/1 anteilig, 51/1 anteilig.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Rodewaldsches Luch“ und in einer Flurkarte mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Übersichtskarte mit der Blattnummer 0806-223 im Maßstab 1 : 10 000, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 4. Juni 1997, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, ermöglicht die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Flurkarte der Gemarkung Rathenow, Flur 30 im Maßstab 1 : 5 000, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 4. Juni 1997, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung.
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter, wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Schwertlilien-Erlenbruchwäldern auf nassen Niedermoorstandorten;
als Standort von Verlandungsstadien ehemaliger Torfstiche mit wertvoller Moor- und Sumpfvegetation, Schilfröhrichten und Grauweidengebüschen, Großseggenrieden und Wasserpflanzengesellschaften;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere von Lurchen, Reptilien und als Brut- und Nahrungsgebiet für zahlreiche Vogelarten;
wegen seiner besonderen Eigenart als Standort ausgesprochen grundwassernaher, natürlicher Waldformationen.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Rodewaldsches Luch“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae), Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis), Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum), Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Kammmolch (Triturus cristatus) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich seiner für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
die Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 19, 20, 23 und 24 gelten,
die Beweidung von Grünland mit höchstens 1,5 Großvieheinheiten pro Hektar erfolgt,
das Grünland erst ab dem 16. Juni eines jeden Jahres zu mähen ist,
der Viehauftrieb auf Grünland erst ab dem 16. Juni eines jeden Jahres erfolgen darf,
die Phosphat-Kali-Erhaltungsdüngung erlaubt ist;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß das Verbot nach § 4 Abs. 2 Nr. 22 gilt;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
die Jagd auf Wasserwild ab dem 16. November bis zum Ende der gesetzlichen Jagdzeit zulässig ist;
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (nach den §§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten (nach den §§ 20 bis 26c des Bundesnaturschutzgesetzes und den §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt der Beschluß des Bezirkstages Potsdam vom 17. März 1986, Beschluß Nr. 0116 über das Naturschutzgebiet "Rodewaldsches Luch", außer Kraft.