Source: https://rechtsanwaeltin-lehmann-hamburg.de/index.php/arbeitsrecht/arbeitnehmerueberlassung-leiharbeit
Timestamp: 2020-08-13 02:58:40
Document Index: 198535035

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 14', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 99', '§ 1', '§ 1']

Die Beklagte zu 1. betreibt Krankenhäuser. Die Beklagte zu 2. hat eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung. Sie stellte 2008 den Kläger als IT-Sachbearbeiter ein. Dieser wurde als Leiharbeitnehmer ausschließlich in Einrichtungen der Beklagten zu 1. eingesetzt. Der Kläger hat die Feststellung begehrt, dass zwischen ihm und der Beklagten zu 1. ein Arbeitsverhältnis besteht. Er hat gemeint, er sei dieser nicht nur vorübergehend überlassen worden mit der Folge, dass zwischen der Beklagten zu 1. und ihm ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen sei.
Ein Arbeitsverhältnis ist nicht mit der Beklagten zu 1. entstanden. Die Klage wurde abgewiesen.
§ 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG fingiert das Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses ausschließlich bei fehlender Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis des Verleihers. Eine analoge Anwendung, wenn die Überlassung nicht nur vorübergehend erfolgt, scheidet aus, so dass Bundesarbeitsgericht. Der Gesetzgeber habe bei einer nicht nur vorübergehenden Arbeitnehmerüberlassung bewusst nicht die Rechtsfolge der Begründung eines Arbeitsverhältnisses mit dem Entleiher angeordnet.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10. Dezember 2013- 9 AZR 51/13, PM 73/13
Wenn Leiharbeitnehmer nicht nur vorübergehend im Betrieb eingesetzt werden sollen dann kann der Betriebsrat des Entleiherbetriebs seine Zustimmung zum Einsatz der Leiharbeitnehmern verweigern.
Nach § 14 Abs. 3 Satz 1 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) ist der Betriebsrat eines Entleiherbetriebs vor der Übernahme eines Leiharbeitnehmers nach § 99 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) zu beteiligen. Nach § 99 Abs. 2 Nr. 1 BetrVG kann er seine Zustimmung zur Einstellung des Leiharbeitnehmers u.a. dann verweigern, wenn diese gegen ein Gesetz verstößt. Verweigert ein Betriebsrat seine Zustimmung, kann der Arbeitgeber nach § 99 Abs. 4 BetrVG beim Arbeitsgericht die gerichtliche Ersetzung der Zustimmung beantragen. In diesem Verfahren wird geprüft, ob die Zustimmungsverweigerung berechtigt ist. Maßgeblich hierfür ist die zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung geltende Rechtslage. Ein Gesetz iSv. § 99 Abs. 2 Nr. 1 BetrVG ist auch § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG in der seit dem 1. Dezember 2011 geltenden Fassung. Danach erfolgt die Überlassung von Arbeitnehmern an Entleiher „vorübergehend“. Die Bestimmung enthält nicht lediglich einen unverbindlichen Programmsatz, sondern untersagt die nicht nur vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung. Sie dient zum einen dem Schutz der Leiharbeitnehmer. Zum andern soll sie auch die dauerhafte Aufspaltung der Belegschaft des Entleiherbetriebs in eine Stammbelegschaft und eine entliehene Belegschaft verhindern. Der Betriebsrat des Entleiherbetriebs kann daher seine Zustimmung zur Einstellung von Leiharbeitnehmern verweigern, wenn diese im Entleiherbetrieb nicht nur vorübergehend beschäftigt werden sollen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob und ggf. welche Rechtsfolgen sich aus einem Verstoß gegen § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG für das Rechtsverhältnis des einzelnen Leiharbeitnehmers zum Entleiher ergeben.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10. Juli 2013, Az.: 7 ABR 91/11, PM 46/13
Leiharbeitnehmer zählen zum Entleiherbetrieb
Bei der für die Größe des Betriebsrats maßgeblichen Anzahl der Arbeitnehmer eines Betriebs sind Leiharbeitnehmer grundsätzlich zu berücksichtigen.
Die Zahl der Mitglieder des Betriebsrats richtet sich nach der Anzahl der im Betrieb in der Regel beschäftigten Arbeitnehmer.
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