Source: https://www.krones-bkk.de/pflegeleistungen/
Timestamp: 2019-08-21 05:54:20
Document Index: 290605299

Matched Legal Cases: ['§45', '§36', '§ 36', '§ 38', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 43', '§ 166', '§ 26']

Pflegeleistungen - Krones BKK
Die Krones BKK führt auch die Geschäfte der Pflegekasse durch.
Krankenkasse und Pflegekasse arbeiten unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig bei allen Fragen des Versicherungs-, Beitrags- und Leistungsrechts. Die Versicherten der Krones BKK sind somit für den Fall einer Krankheit oder Pflegebedürftigkeit rundum versorgt.
Für alle Leistungen unserer Pflegekasse gilt:
Lassen Sie sich bitte in jedem Einzelfall vor Inanspruchnahme von uns beraten. Ihre Ansprechpartner/-innen können Sie unter der Telefonnummer 09401 70-5200 erreichen.
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff - Was ändert sich?
Zum 01.01.2017 wird der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Bisher wurde die Pflegebedürftigkeit vorrangig nach körperlichen Einschränkungen beurteilt.
Mit dem neuen System werden erstmalig alle für Pflegebedürftigkeit relevanten Aspekte berücksichtigt – unabhängig davon, ob diese auf körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen beruhen.
Für Personen, die bei Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs bereits eine Pflegestufe haben, wird sichergestellt, dass sie aufgrund der Umstellung keine finanziellen Nachteile erfahren.
Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. -> hierunter wurde bisher die „Grundpflege“ verstanden)
Modul 1 – Mobilität (10%)
Modul 2 oder 3 – Kognitiv / Verhalten (15%)
Modul 5 – Behandlung / Therapie (20%)
Modul 6 – Alltagsgestaltung (15%)
Versicherte bei denen das Vorliegen einer Pflegestufe in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung festgestellt worden ist, und bei denen spätestens am 31. Dezember 2016 alle Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine regelmäßig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung vorliegen, werden ohne erneute Antragstellung und ohne erneute Begutachtung mit Wirkung zum 1. Januar 2017 einem Pflegegrad zugeordnet.
Überleitung zum 01.01.2017
Pflegestufe 0 --- Pflegegrad 2
Pflegestufe III + Härtefall Pflegegrad 5 Pflegegrad 5
Leistungen in den Pflegegraden (2-5)
(max. monatlich) 266 € 266 € 266 € 266 €
(max. monatlich) 316 € 545 € 728 € 901 €
(jährlich) 1.612 € 1.612 € 1.612 € 1.612 €
(max. monatlich) 689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
(max. monatlich) 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €
Dem Pflegegrad 1 dürfte ein Großteil der Antragsteller zugeordnete werden, die bislang von der Pflegekasse eine vollständige Ablehnung erhalten hat.
Beratungseinsatz in der eigenen Häuslichkeit
Zudem gewährt die Pflegeversicherung den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € monatlich. Dieser kann nur beim Pflegegrad I auch für die Sachleistung durch den Pflegedienst (Grundpflege) eingesetzt werden.
Bei vollstationärer Pflege wird ein Zuschuss in Höhe von 125 € geleistet.
Entlastungsbetrag (§45b SGB XI)
(Ersetzt die bis 31.12.2016 gültigen Zusätzlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 104 € bzw. 208 € monatlich)
Pflegebedürftige (mindestens PG2) in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 € monatlich.
Der Entlastungsbetrag kann innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in Anspruch genommen werden; wird die Leistung in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag wie bisher in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden. Für die Jahre 2015 und 2016 wird die Übertragungsregelung einmalig ausgeweitet. Hier verfallen nicht in Anspruch genommene Leistungsbeträge zum 31.12.2018.
Angebote zur Unterstützung im Alltag, Umwandlung des ambulanten Sachleistungsbetrages (Umwandlungsanspruch)
Pflegebedürftige in häuslicher Pflege können eine Kostenerstattung zum Ersatz von Aufwendungen für Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag unter Anrechnung auf ihren Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen erhalten, soweit für den entsprechenden Sachleistungsbetrag (nach §36 SGB XI) in dem jeweiligen Kalendermonat keine ambulanten Pflegesachleistungen bezogen wurden.
Der hierfür verwendete Betrag darf je Kalendermonat 40 % des Sachleistungshöchstbetrages nicht überschreiten.
Die Anspruchsberechtigten erhalten die Kostenerstattung auf Antrag. Die Vergütungen für ambulante Pflegesachleistungen (nach § 36 SGB XI) sind vorrangig abzurechnen. Im Rahmen der Kombinationsleistung (nach § 38 SGB XI) gilt die Erstattung der Aufwendungen als Inanspruchnahme der Sachleistung.
Neu geregelt wurde, dass die Inanspruchnahme der Umwandlung unabhängig vom Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI erfolgt. Der Versicherte kann künftig also entscheiden, aus welchem „Topf“ er niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen finanzieren möchte. Bislang erfolgte die Finanzierung häufig zunächst aus den Mitteln nach § 45b Abs. 1 SGB XI (104,00 bzw. 208,00 € monatlich). Erst wenn dieser Betrag ausgeschöpft war, kam die Umwandlung des Sachleistungsanspruchs in Frage. Hier besteht künftig ein Wahlrecht bei der Inanspruchnahme
Hinsichtlich eines Anspruchs auf den erhöhten Betrag nach § 45b SGB XI (208 EUR) soll ein Bestandsschutz dann gelten, wenn die mit der Pflegereform verbundenen – höheren – Leistungen nicht ausreichen, um die bisher mit dem erhöhten Betrag nach § 45b SGB XI finanzierten Leistungen auszugleichen. Steigen die Leistungen demnach nicht um mindestens 83 EUR monatlich, so gilt ein Bestandschutz in dieser Höhe. Der Pflegebedürftige erhält dann – wie jeder andere auch – 125 EUR + seinen Bestandsschutz von 83 EUR (insgesamt also wieder 208 EUR). Die Pflegekasse hat hierüber eine entsprechende Information zu erteilen.
Bei Aufenthalt in einer vollstationären Pflegeeinrichtung soll es durch die Zuordnung in eine ggf. höhere Pflegeklasse nicht zu einem Anstieg des Eigenanteils des Versicherten bzw. der Angehörigen kommen. Vielmehr wird die Pflegekasse in diesen Fällen einen Zuschlag zu den neuen Pflegeleistungen (vgl. Anmerkungen zur § 43 SGB XI) zahlen müssen, um den ggf. ab 01.01.2017 bestehenden höheren Eigenanteil im Vergleich zum bisherigen Eigenanteil auszugleichen. Dieser Zuschlag ergibt sich aus der Differenz des bisherigen Eigenanteils zum ggf. höheren Eigenanteil und soll dauerhaft gezahlt werden.
Interessant ist auch, dass mit dem PSG II ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil eingeführt wird. Dies bewirkt, dass – unabhängig vom Pflegegrad – alle Pflegebedürftigen in der stationären Einrichtung einen einheitlichen Eigenanteil entrichten. Künftige Erhöhungen des Pflegegrades wirken sich dann nicht mehr auf die ggf. zu entrichtenden Eigenanteile aus, diese bleiben dann gleich.
Ist eine Pflegeperson an der Pflege gehindert, hat ein Pflegebedürftiger ab dem Pflegegrad 2 für die Dauer von bis zu sechs Wochen (42 Kalendertage) je Kalenderjahr Anspruch auf Verhinderungspflege.
An der Pflege gehinderte Pflegepersonen sind Angehörige, der Lebenspartner, Nachbarn, Bekannte oder sonstige Personen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in der Häuslichkeit pflegen .
Der Anspruch von 1.612 € kann um bis zu 806 € aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt 2.418 € im Kalenderjahr erhöht werden.
Insgesamt ist der Anspruch auf Verhinderungspflege in zweifacher Hinsicht – von der Dauer her und auf einen Höchstbetrag – begrenzt. Für die Leistungsgewährung der Verhinderungspflege hat der Pflegebedürftige die entstandenen Kosten nachzuweisen (z. B. über Quittung, Rechnung, Kontoauszug).
Wird die Verhinderungspflege durch Pflegepersonen durchgeführt, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, sind die Aufwendungen der Pflegekasse grundsätzlich auf die Höhe des 1,5-fachen in dem jeweiligen Pflegegrad festgelegten Pflegegeldbetrages nach für bis zu sechs Wochen (42 Tage) beschränkt. In besonders gelagerten Fällen, z. B. beim Nachweis eines Verdienstausfalles oder der Bescheinigung angefallener Fahrkosten, kann eine Kostenerstattung bis zu 1612€ bzw. 2418€ erfolgen.
Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung.
Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1 612 € im Kalenderjahr.
Der Anspruch kann um bis zu 1612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege auf insgesamt bis zu 3224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet
Wohngruppenzuschlag 214 € monatlich
Zuschüsse zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen 4.000 € je Maßnahme
Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen I.
Durch die Absenkung der erforderlichen wöchentlichen Mindestpflege von 14 Stunden auf künftig 10 Stunden, sowie durch die Einbeziehung der bisherigen Pflegebedürftigen der Pflegestufe 0 (künftig übergeleitet in den Pflegegrad 2) ist künftig von einer nicht unerheblichen Ausweitung der sozial abgesicherten Pflegepersonen auszugehen.
Leistungen zur Sozialen Sicherung der Pflegepersonen II.
Was ändert sich / was bleibt gleich
30-Stunden-Ausschluss bei Ausübung einer weiteren Erwerbstätigkeit Ja Ja
Addition mehrerer Pflegetätigkeiten Ja Ja
Ausschluss der Versicherungspflicht z.B. bei Altersrente etc. Ja Ja, ab dem Erreichen der Regelaltersgrenze
Erforderliche Pflegetätigkeit Mindestens 14 Std. wöchentlich Mindestens 10 Std. wöchentlich
Feststellung Durch den MDK auf Basis der festgestellten Minutenwerte + hauswirtschaftliche Versorgung Durch MDK i.d.R auf Basis der schlüssigen Angaben der Pflegepersonen
Pflegeinhalt / anzurechnende Zeiten Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung Die 6 Module der Begutachtung + hauswirtschaftliche Versorgung
Leistungen zur Sozialen Sicherung der Pflegepersonen III.
Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen ab 2017 / § 166 SGB XI
Bezug von Kombi-Leistung
Bezug von Sachleistung
2 27% 22,95% 18,9%
3 43% 36,55% 30,1%
4 70% 59,5% 49%
5 100% 85% 70%
% der monatlichen Bezugsgröße (2017: 2.975,00 €)
Bei Mehrfachpflege sind die beitragspflichtigen Einnahmen entsprechend dem festgestellten prozentualen Umfang der jeweiligen Pflegetätigkeit im Verhältnis zum Gesamtpflegeaufwand je pflegebedürftiger Person aufzuteilen.
Neu ist, dass Pflegepersonen ab 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Hierbei ist nach § 26 SGB III grundsätzlich erforderlich, dass unmittelbar vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder eine Leistung nach dem SGB III (z.B. Arbeitslosengeld) bezogen wurde. Diese Regelung greift nur, sofern nicht ohnehin schon eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung – z.B. aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung etc. – besteht.
Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden aus 50 % der monatlichen Bezugsgröße berechnet. Dies entspricht im Jahre 2016 1.452,50 € mtl. und damit einem monatlichen Beitrag von ca. 43,58 €.
Im Jahre 2017 steigt dieser monatliche Beitrag durch die Anpassung der monatlichen Bezugsgröße (50% = 1.487,50 €) auf ca. 44,63 €.
Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruchen
Portal zur Unterstützung pflegender Angehöriger
Wenn der Partner oder ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird stehen viele Fragen im Raum. Was ist zu tun? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden? Das kostenlose Portal „Mit Rat und Tat“ liefert viele wertvolle Informationen rund um das Thema Pflege.
Auf dem Informationsportal der Medizinischen Dienste zur Pflegebegutachtung finden Sie viele Informationen zum Thema Pflegebegutachtung sowie einen Film zur Pflegebegutachtung.
Weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz erhalten Sie vom Bundesministerium für Gesundheit unter http://www.pflegestaerkungsgesetz.de.
Sie pflegen einen Angehörigen? Damit haben Sie eine verantwortungsvolle Tätigkeit übernommen, bei der wir Sie unterstützen möchten. Wir bieten Ihnen deshalb die Online-Pflegekurse für zu Hause. Hier erfahren Sie mehr.