Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/keine-antwort-auf-den-fristverlaengerungsantrag-384840
Timestamp: 2019-08-23 02:16:58
Document Index: 87128255

Matched Legal Cases: ['§ 85', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Kei­ne Ant­wort auf den Frist­ver­län­ge­rungs­an­trag | Rechtslupe
Geht auf einen Frist­ver­län­ge­rungs­an­trag kei­ne gericht­li­che Mit­tei­lung ein, muss sich der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te recht­zei­tig über das wirk­li­che Ende der Frist – gege­be­nen­falls durch Rück­fra­ge bei Gericht – Gewiss­heit ver­schaf­fen1.
Für die Kon­trol­le von Fris­ten bei Frist­ver­län­ge­rungs­an­trä­gen ist es erfor­der­lich, dass das mut­maß­li­che Ende einer Beru­fungs­be­grün­dungs­frist bei oder als­bald nach Ein­rei­chung einer Beru­fungs­schrift im Fris­ten­ka­len­der ein­ge­tra­gen wird. Spä­tes­tens nach Ein­gang der gericht­li­chen Mit­tei­lung muss die­se Ein­tra­gung über­prüft wer­den, damit sicher­ge­stellt ist, dass kei­ne hypo­the­ti­sche, son­dern die wirk­li­che Frist ein­ge­tra­gen wird2. Wird die Hand­ak­te eines Rechts­an­walts allein elek­tro­nisch geführt, muss sie ihrem Inhalt nach der her­kömm­lich geführ­ten Hand­ak­te ent­spre­chen3.
Geht kei­ne gericht­li­che Mit­tei­lung ein, muss sich der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te, der eine Frist­ver­län­ge­rung bean­tragt hat, recht­zei­tig über das wirk­li­che Ende der Frist – gege­be­nen­falls durch Rück­fra­ge bei Gericht – Gewiss­heit ver­schaf­fen4. Auch die Nach­fra­ge bei Gericht ist orga­ni­sa­to­risch sicher­zu­stel­len.
Eine sol­che Orga­ni­sa­ti­on sei­nes Büros hat der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te der Beklag­ten in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall weder dar­ge­legt noch glaub­haft gemacht. Nach den Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts, gegen die die Rechts­be­schwer­de kei­ne durch­grei­fen­de Ver­fah­rens­rüge erho­ben hat, hat der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te der Beklag­ten kei­ne Vor­keh­run­gen getrof­fen, durch die sicher­ge­stellt wäre, dass der Ein­trag des hypo­the­ti­schen Endes der von ihm bean­trag­ten Frist­ver­län­ge­rung vor Fris­ten­de dar­auf­hin über­prüft wird, dass er mit der wirk­li­chen Frist über­ein­stimmt. Dass und wel­che Vor­keh­run­gen der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te der Beklag­ten getrof­fen hat, um eine Frist­ver­säum­nis zu ver­mei­den, hat die Beklag­te nicht dar­ge­legt. Es fehlt ins­be­son­de­re an einer orga­ni­sa­to­ri­schen Anwei­sung des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Beklag­ten dahin, dass vor Ablauf der bean­trag­ten Frist­ver­län­ge­rung durch ent­spre­chen­de Nach­fra­ge bei Gericht das wirk­li­che Fris­ten­de in Erfah­rung gebracht und in der Hand­ak­te ver­merkt wird. Infol­ge die­ses Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­dens hat der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te der Beklag­ten bei Vor­la­ge der Akten über­se­hen, dass es sich bei der ein­ge­tra­ge­nen Beru­fungs­be­grün­dungs­frist um eine vom Gericht nicht bestä­tig­te Frist­ver­län­ge­rung und damit eine hypo­the­ti­sche Frist gehan­delt hat. Da bei ent­spre­chen­den orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­run­gen die Frist­ver­säum­nis durch eine Nach­fra­ge bei Gericht ver­mie­den wor­den wäre, beruht die Frist­ver­säu­mung auf die­sem der Beklag­ten gemäß § 85 Abs. 2 ZPO zure­chen­ba­ren Ver­schul­den ihres Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Okto­ber 2014 – VII ZB 15/​14
Ein­bruch in die eige­ne Woh­nung Ist dem Mie­ter durch ver­bo­te­ne Eigen­macht der Woh­nungs­be­sitz ent­zo­gen wor­den, darf er sofort nach der Ent­zie­hung sich des Besit­zes wie­der bemäch­ti­gen. So hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den…
Alters­teil­zeit im Block­mo­dell – und die Siche­rung des… Nach § 8a Abs. 3 ATZG ist der Arbeit­ge­ber ver­pflich­tet, dem Arbeit­neh­mer die zur Siche­rung des im soge­nann­ten Block­mo­dell auf­ge­bau­ten Wert­gut­ha­bens ergrif­fe­nen Maß­nah­men nach­zu­wei­sen. Der Nach­weis der ergrif­fe­nen Siche­rungs­maß­nah­men umfasst…
Die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist und die ver­spä­tet gewähr­te… Wird gleich­zei­tig mit der Beru­fungs­ein­le­gung Akten­ein­sicht in die Gerichts­ak­te bean­tragt, so muss der Beru­fungs­klä­ger, falls die Akten­ein­sicht nicht recht­zei­tig gewährt wird, not­falls eine Ver­län­ge­rung der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist bean­tra­gen. Er kann sich…
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Die vom Anwalt falsch über­nom­me­ne Beru­fungs­be­grün­dungs­frist Ein Rechts­an­walt wird von der Ver­pflich­tung, die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist bei Vor­la­ge der Akten zwecks Erstel­lung der Beru­fungs­be­grün­dungs­schrift zu prü­fen, nicht dadurch befreit, dass er zuvor die von sei­ner Büro­an­ge­stell­ten (falsch) berech­ne­te…
Fris­ten­kon­trol­le beim Ver­län­ge­rungs­an­trag Die im Rah­men der Orga­ni­sa­ti­on einer wirk­sa­men Fris­ten­kon­trol­le dem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten oblie­gen­de Pflicht, das bean­trag­te Fris­ten­de nebst Vor­frist bei oder als­bald nach Ein­rei­chung eines Ver­län­ge­rungs­an­trags im Fris­ten­ka­len­der ein­zu­tra­gen, hängt nicht davon…
Alters­ab­hän­gi­ge Beam­ten­be­sol­dung Meh­re­re Kla­gen von Beam­ten wegen unzu­läs­si­ger alters­ab­hän­gi­ger Besol­dung waren letzt­in­stanz­lich vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur in gerin­gem Umfang erfolg­reich. Beam­te haben unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen einen Anspruch auf Ent­schä­di­gung, weil die Höhe…
im Anschluss an BGH, Beschluss vom 24.11.2009 – VI ZB 69/​08, MDR 2010, 401↩
BGH, Beschluss vom 28.05.2013 – VI ZB 6/​13, NJW 2013, 2821 Rn. 9; Beschluss vom 24.11.2009 – VI ZB 69/​08, MDR 2010, 401; Beschluss vom 20.06.2006 – VI ZB 14/​06 7; Beschluss vom 13.12 2001 – VII ZB 19/​01, BGH-Report 2002, 246, 247; Beschluss vom 14.07.1999 XII ZB 62/​99, NJW-RR 1999, 1663, jeweils m.w.N.↩
BGH, Beschluss vom 09.07.2014 XII ZB 709/​13, MDR 2014, 1042 Rn. 13↩
BGH, Beschluss vom 20.06.2006 – VI ZB 14/​06 8; Beschluss vom 24.11.2009 – VI ZB 69/​08, MDR 2010, 401↩
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