Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20170223_OGH0002_0020OB00022_17Z0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-12-06 23:57:22
Document Index: 229305975

Matched Legal Cases: ['OGH', '§851', '§1380', '§1385', '§ 1380', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 1385', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 25', '§ 25', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§272', '§3', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 8', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§431', '§43', 'OGH', 'OGH', '§ 52', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§1487', '§ 1487', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§870', '§871', '§871', '§1387', '§ 1385', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 871', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§523', '§503', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§236', '§259', '§411', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 16', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 411', 'OGH', '§ 155', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 6', '§ 78', '§ 78', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 37', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 106', '§ 155', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 52', '§ 1380', '§ 1487', '§ 933', '§ 52', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 2Ob22/17z - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob831/53 3Ob44/56 8Ob3...
RS0013881
2Ob831/53; 3Ob44/56; 8Ob31/67; 7Ob123/71; 3Ob150/74; 1Ob29/80; 1Ob193/98h; 1Ob24/05v; 9Ob30/08i; 6Ob256/10f; 6Ob273/11g; 7Ob62/13p; 7Ob27/13s; 1Ob202/13g; 2Ob22/17z; 9Ob77/17i; 1Ob12/19z
ABGB §851
ABGB §1380 A
ABGB §1385 A
In der Einigung, die Grenze gemäß dem Stande der Katastralmappe festzustellen und zu vermarken, liegt eine Vereinbarung über strittige Rechte an bestimmten Grundteilen, die als ein Vergleich iS des § 1380 ABGB anzusehen ist.
2 Ob 831/53
Entscheidungstext OGH 07.04.1954 2 Ob 831/53
3 Ob 44/56
Entscheidungstext OGH 22.02.1956 3 Ob 44/56
8 Ob 31/67
Entscheidungstext OGH 28.02.1967 8 Ob 31/67
Veröff: SZ 40/29
7 Ob 123/71
Entscheidungstext OGH 10.09.1971 7 Ob 123/71
3 Ob 150/74
Entscheidungstext OGH 17.09.1974 3 Ob 150/74
1 Ob 29/80
Entscheidungstext OGH 12.11.1980 1 Ob 29/80
1 Ob 193/98h
Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 193/98h
1 Ob 24/05v
Entscheidungstext OGH 24.05.2005 1 Ob 24/05v
Auch; Beisatz: Für die Irrtumsanfechtung eines vor einem Zivilgeometer geschlossenen außergerichtlichen Vergleichs über den Grenzverlauf gelten die Grundsätze der §§ 1385 ff ABGB. (T1)
9 Ob 30/08i
Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 Ob 30/08i
6 Ob 256/10f
Entscheidungstext OGH 28.01.2011 6 Ob 256/10f
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Eine vergleichsweise vorgenommene Festlegung der Grenze hat unmittelbar Bedeutung für die Eigentumsverhältnisse. Es ist lediglich zu prüfen, ob ein wirklicher Streit über die Grenze vorlag oder die Parteien nur eine Eigentumsübertragung verschleiern wollten. (T2)
6 Ob 273/11g
Entscheidungstext OGH 12.01.2012 6 Ob 273/11g
7 Ob 62/13p
Entscheidungstext OGH 17.04.2013 7 Ob 62/13p
Beis wie T2; Beisatz: Die Zustimmungsfiktion des § 25 Abs 2 und 5 VermG greift immer dann, wenn ein Grundeigentümer nicht fristgerecht das Gericht anruft. Ein solcher Fall hat genauso wie eine vergleichsweise Grenzfestlegung unmittelbare Bedeutung für die Eigentumsverhältnisse. Bereits nach Fristablauf stehen die Eigentumsverhältnisse an der fraglichen Grenze kraft unwiderlegbar fingierter Zustimmung und mit unmittelbarer sachenrechtlicher Wirkung auf das Eigentumsrecht fest, ohne dass es auf eine Ersichtlichmachung im Grenzkataster, eine Verbücherung oder den Bescheid einer Behörde ankäme. Einer dem Eintragungsgrundsatz entsprechenden Einverleibung bedarf es nicht. Durch die unwiderlegbare Zustimmungsfiktion des § 25 Abs 5 VermG wird der Grenzverlauf neu in konstitutiver Weise festgelegt. (T3)
Veröff: SZ 2013/39
7 Ob 27/13s
Entscheidungstext OGH 23.05.2013 7 Ob 27/13s
Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 2013/52
2 Ob 22/17z
Entscheidungstext OGH 23.02.2017 2 Ob 22/17z
Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Die Wirksamkeit des Vergleichs über den Verlauf der Grundstücksgrenze hängt nicht vom vorherigen Vermarken in der Natur ab. Nach dem Grundsatz der Privatautonomie steht es den Parteien frei, die strittige Grenze unter Hinweis auf die Katastralmappe festzulegen, ohne dass dies die Kenntnis voraussetzt, wie diese Grenze in der Natur tatsächlich verläuft. (T4)
Beisatz: Ein Vergleich über den Grenzverlauf führt bei nicht in den Grenzkataster aufgenommenen Grundstücken zu einer Berichtigung der Grenze, ohne dass es weiterer Schritte bedürfte. (T5)
9 Ob 77/17i
Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 Ob 77/17i
1 Ob 12/19z
Entscheidungstext OGH 23.01.2019 1 Ob 12/19z
ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0013881
JJR_19540407_OGH0002_0020OB00831_5300000_001
Rechtssatz für 3Ob394/61 7Ob305/62 5Ob...
RS0049559
3Ob394/61; 7Ob305/62; 5Ob333/64; 8Ob504/78; 1Ob29/80; 8Ob626/84; 6Ob656/87; 7Ob628/89; 1Ob38/92 (1Ob39/92); 1Ob512/96; 1Ob53/97v; 4Ob266/97i; 6Ob12/98b; 6Ob230/98m; 7Ob239/04d; 10Ob18/05b; 9Ob18/08z; 4Ob94/08i; 6Ob102/08f; 6Ob256/10f; 1Ob181/14w; 1Ob77/16d; 2Ob22/17z; 1Ob14/17s; 9Ob34/17s; 9Ob77/17i
ZPO §272 A
AllgGAG §3
Die Grundbuchmappe beurkundet nicht die Grenze; sie ist nur ein Beweismittel wie jedes anderes.
3 Ob 394/61
Entscheidungstext OGH 18.10.1961 3 Ob 394/61
7 Ob 305/62
Entscheidungstext OGH 24.10.1962 7 Ob 305/62
8 Ob 504/78
Entscheidungstext OGH 17.05.1978 8 Ob 504/78
nur: Die Grundbuchmappe beurkundet nicht die Grenze. (T1)
Veröff: SZ 51/64
8 Ob 626/84
Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 626/84
6 Ob 656/87
Entscheidungstext OGH 12.11.1987 6 Ob 656/87
Beisatz: Erst durch die Eintragung der Grundstücke im Grenzkataster wird die "Papiergrenze" verbindlich. (T2)
1 Ob 38/92
Entscheidungstext OGH 29.01.1993 1 Ob 38/92
Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptung eines bestimmten Grenzverlaufs kann weder durch Grundbuchsauszüge noch durch Mappenkopien bewiesen werden. (T3)
Veröff: SZ 66/11 = EvBl 1993/193 S 810
1 Ob 512/96
Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 512/96
Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 69/187
1 Ob 53/97v
Entscheidungstext OGH 24.06.1997 1 Ob 53/97v
4 Ob 266/97i
Entscheidungstext OGH 23.09.1997 4 Ob 266/97i
Vgl auch; Veröff: SZ 70/185
6 Ob 12/98b
Entscheidungstext OGH 29.01.1998 6 Ob 12/98b
6 Ob 230/98m
Entscheidungstext OGH 20.05.1999 6 Ob 230/98m
Vgl auch; Beisatz: Die Frage, wo die natürliche Grenze verläuft, ist eine Frage der Würdigung aller Beweise einschließlich der Katastermappe und Grundbuchsmappe sowie eine Frage der Feststellung von Tatsachen. Dazu gehört auch die Frage der Kulturgattungen. (T4)
7 Ob 239/04d
Entscheidungstext OGH 16.02.2005 7 Ob 239/04d
10 Ob 18/05b
Entscheidungstext OGH 27.09.2005 10 Ob 18/05b
9 Ob 18/08z
Entscheidungstext OGH 10.04.2008 9 Ob 18/08z
4 Ob 94/08i
Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 94/08i
6 Ob 102/08f
Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 102/08f
1 Ob 181/14w
Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 181/14w
Vgl auch; Beisatz: Nach § 8 Z 1 VermG erbringt der Grenzkataster den verbindlichen Nachweis für die darin enthaltenen Grundstücksgrenzen. (T5)
1 Ob 77/16d
Entscheidungstext OGH 24.05.2016 1 Ob 77/16d
1 Ob 14/17s
Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 14/17s
9 Ob 34/17s
Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 Ob 34/17s
Vgl auch; Beis wie T4 nur: Die Frage, wo die natürliche Grenze verläuft, ist eine Frage der Würdigung aller Beweise sowie eine Frage der Feststellung von Tatsachen. (T6)
ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0049559
JJR_19611018_OGH0002_0030OB00394_6100000_001
Rechtssatz für 8Ob147/63 1Ob501/78 1Ob...
RS0038593
8Ob147/63; 1Ob501/78; 1Ob193/98h; 6Ob256/10f; 1Ob100/13g; 2Ob22/17z; 1Ob14/17s; 9Ob77/17i; 5Ob57/18w
ABGB §431
GV §43
Da weder die Katastralmappe noch die Grundbuchsmappe einen Beweis über die Richtigkeit der eingezeichneten Grenzen machen, ist aus dem in den Mappen aufscheinenden Grenzverlauf nichts zu gewinnen, wenn feststeht, daß der Weg, der nach den Mappen die Grenze bildet, im Laufe der Jahre in den Grundbesitz eines Anrainers "hineingewandert" ist.
8 Ob 147/63
Entscheidungstext OGH 25.06.1963 8 Ob 147/63
1 Ob 501/78
Entscheidungstext OGH 11.01.1978 1 Ob 501/78
nur: Weder die Katastralmappe noch die Grundbuchsmappe machen einen Beweis über die Richtigkeit der eingezeichneten Grenzen. (T1)
nur T1; Beisatz: Die Katastralmappe des Grundsteuerkatasters ist für noch nicht in den Grenzkataster aufgenommene Grundstücke weiterzuführen (§ 52 VermG). (T2)
5 Ob 57/18w
Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 57/18w
ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0038593
JJR_19630625_OGH0002_0080OB00147_6300000_001
Rechtssatz für 7Ob202/73 6Ob668/79 6Ob...
RS0034350
7Ob202/73; 6Ob668/79; 6Ob674/84; 1Ob550/87; 1Ob507/89; 3Ob563/95; 9Ob142/02a; 6Ob60/10g; 4Ob62/11p; 9Ob29/13z; 2Ob22/17z
ABGB §1487
Die dreijährige Verjährungsfrist des § 1487 ABGB für die Vertragsanfechtung wegen eines Irrtums, wobei sich der andere vertragschließende Teil keiner List schuldig gemacht hat, beginnt schon mit dem Vertragsabschluss zu laufen (Klang in Klang 2.Auflage VI 630, SZ 39/56 ua).
7 Ob 202/73
Entscheidungstext OGH 05.12.1973 7 Ob 202/73
Veröff: NZ 1974,155
6 Ob 668/79
Entscheidungstext OGH 24.10.1979 6 Ob 668/79
6 Ob 674/84
Entscheidungstext OGH 22.02.1986 6 Ob 674/84
1 Ob 550/87
Entscheidungstext OGH 27.04.1987 1 Ob 550/87
1 Ob 507/89
Entscheidungstext OGH 15.03.1989 1 Ob 507/89
Veröff: RdW 1989,190
3 Ob 563/95
Entscheidungstext OGH 31.08.1995 3 Ob 563/95
9 Ob 142/02a
Entscheidungstext OGH 04.09.2002 9 Ob 142/02a
4 Ob 62/11p
Entscheidungstext OGH 05.07.2011 4 Ob 62/11p
Auch; Veröff: SZ 2011/84
9 Ob 29/13z
Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 29/13z
Beisatz: Ist die Verjährung eingetreten, so kann auch keine Einrede mehr erhoben werden. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0034350
JJR_19731205_OGH0002_0070OB00202_7300000_003
Rechtssatz für 2Ob179/74 1Ob662/76 1Ob...
RS0032543
2Ob179/74; 1Ob662/76; 1Ob628/77; 5Ob505/79; 2Ob48/79; 7Ob607/79; 2Ob542/79 (2Ob543/79); 8Ob154/79; 8Ob7/80; 3Ob548/81; 1Ob589/83 (1Ob590/83); 3Ob547/83; 8Ob84/87; 9ObA116/89; 9ObA250/89; 9ObA214/92; 4Ob510/93; 9ObA303/93 (9ObA304/93); 8Ob2361/96f; 4Ob275/97p; 7Ob387/97f; 1Ob193/98h; 9Ob105/00g; 9ObA137/00p; 8ObA88/01a; 8ObA58/01i; 3Ob280/02a; 10Ob62/03w; 1Ob24/05v; 7Ob206/05b; 9Ob30/08i; 8ObA36/10t; 9ObA111/10d; 7Ob29/11g; 3Ob163/13m; 2Ob22/17z; 1Ob17/17g; 8Ob91/17s
ABGB §870 A
ABGB §871 A
ABGB §871 BIV
ABGB §1387
Die Anfechtung eines Vergleiches nach § 1385 ABGB setzt die Geltendmachung eines Irrtums über Umstände voraus, die die Parteien beim Abschluss des Vergleiches als feststehend, unzweifelhaft und unstreitig angenommen haben.
2 Ob 179/74
Entscheidungstext OGH 26.09.1974 2 Ob 179/74
Veröff: SZ 47/102 = EvBl 1975/90 S 185 = ZVR 1975/147 S 209
1 Ob 662/76
Entscheidungstext OGH 14.06.1976 1 Ob 662/76
1 Ob 628/77
Entscheidungstext OGH 22.06.1977 1 Ob 628/77
Beisatz: Auch konstitutives Anerkenntnis. (T1)
5 Ob 505/79
Entscheidungstext OGH 13.02.1979 5 Ob 505/79
Veröff: EFSlg 33838
2 Ob 48/79
Entscheidungstext OGH 08.05.1979 2 Ob 48/79
7 Ob 607/79
Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 607/79
2 Ob 542/79
Entscheidungstext OGH 02.10.1979 2 Ob 542/79
8 Ob 154/79
Entscheidungstext OGH 18.10.1979 8 Ob 154/79
8 Ob 7/80
Entscheidungstext OGH 20.03.1980 8 Ob 7/80
1 Ob 589/83
Entscheidungstext OGH 13.04.1983 1 Ob 589/83
3 Ob 547/83
Entscheidungstext OGH 11.05.1983 3 Ob 547/83
Beisatz: Die sie daher nicht der Streitbereinigung unterwerfen wollten. (T2)
9 ObA 116/89
Entscheidungstext OGH 14.06.1989 9 ObA 116/89
Auch; Beisatz: Auch ein Rechtsirrtum einer Partei berechtigt daher nicht zur Anfechtung eines Vergleiches. Der Irrtum über einen von der Bereinigungswirkung erfassten Streitpunkt (Vergleichspunkt) berechtigt nur bei listiger Irreführung durch den Gegner zur Anfechtung. (T3)
Veröff: JBl 1990,333
9 ObA 250/89
Entscheidungstext OGH 18.10.1989 9 ObA 250/89
9 ObA 214/92
Entscheidungstext OGH 30.09.1992 9 ObA 214/92
Vgl auch; Beis wie T3 nur: Auch ein Rechtsirrtum einer Partei berechtigt daher nicht zur Anfechtung eines Vergleiches. (T4)
4 Ob 510/93
Entscheidungstext OGH 09.03.1993 4 Ob 510/93
Vgl auch; Veröff: SZ 67/31
8 Ob 2361/96f
Entscheidungstext OGH 12.12.1996 8 Ob 2361/96f
4 Ob 275/97p
Entscheidungstext OGH 07.10.1997 4 Ob 275/97p
Auch; Beisatz: Ob der Irrende den Irrtum vermeiden hätte können, spielt, wie ganz allgemein bei der Irrtumsanfechtung nach §§ 871ff ABGB, in der Regel keine Rolle. (T5)
7 Ob 387/97f
Entscheidungstext OGH 05.05.1998 7 Ob 387/97f
Beis wie T3; Beisatz: Hier: Anerkenntnis. (T6)
9 Ob 105/00g
Entscheidungstext OGH 31.05.2000 9 Ob 105/00g
9 ObA 137/00p
Entscheidungstext OGH 06.09.2000 9 ObA 137/00p
8 ObA 88/01a
Entscheidungstext OGH 26.04.2001 8 ObA 88/01a
8 ObA 58/01i
Entscheidungstext OGH 30.08.2001 8 ObA 58/01i
Beisatz: Für die Voraussetzungen der Irrtumsanfechtung trifft grundsätzlich die Behauptungslast und Beweislast den Anfechtenden. (T7)
Beisatz: Es können jedoch nur solche Umstände als unstrittige Vergleichsgrundlage angesehen werden, bei denen auch dem Vertragspartner ersichtlich ist, dass insoweit eine übereinstimmende Ansicht beider Vertragsparteien vorliegt. (T8)
3 Ob 280/02a
Entscheidungstext OGH 21.08.2003 3 Ob 280/02a
Vgl auch; Beisatz: Ein Irrtum über die Streitpunkte kann im Allgemeinen nicht zur Anfechtung des Vergleichs führen. (T9)
10 Ob 62/03w
Entscheidungstext OGH 16.03.2004 10 Ob 62/03w
Beis wie T8; Beisatz: Hier: Irrtum über Vergleichsgrundlage bejaht. (T10)
Beis wie T8; Beisatz: Hier: Beide Parteien legten zur Zeit des Vertragsabschlusses ihren Erklärungen zu Grunde, dass der vom Zivilgeometer herangezogene Straßenvermessungsplan richtig erstellt sei. (T11)
Beisatz: Der auf einer unrichtigen Grundlage beruhende Vergleich kann nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich von jedem der Streitteile angefochten werden. (T12)
7 Ob 206/05b
Entscheidungstext OGH 19.10.2005 7 Ob 206/05b
Beis wie T8; Beisatz: Hier: Anfechtung eines angenommenen Abfindungsanbotes. (T13)
Auch; Hier: einvernehmliche Festlegung einer Grundgrenze. (T14)
8 ObA 36/10t
Entscheidungstext OGH 22.03.2011 8 ObA 36/10t
9 ObA 111/10d
Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 ObA 111/10d
3 Ob 163/13m
Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 163/13m
1 Ob 17/17g
Entscheidungstext OGH 27.02.2017 1 Ob 17/17g
8 Ob 91/17s
Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Ob 91/17s
ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0032543
JJR_19740926_OGH0002_0020OB00179_7400000_002
Rechtssatz für 7Ob552/78 7Ob653/79 1Ob...
RS0012186
7Ob552/78; 7Ob653/79; 1Ob29/80; 3Ob606/80; 7Ob614/84; 1Ob515/90; 1Ob24/91; 1Ob516/96; 1Ob512/96; 1Ob2003/96g; 10Ob69/98i; 6Ob80/98b; 4Ob288/99b; 5Ob157/03d; 6Ob95/04w; 4Ob94/08i; 5Ob262/08b; 5Ob281/08x; 8Ob126/12f; 8Ob69/12y; 1Ob185/13g; 1Ob210/15m; 1Ob218/15p; 1Ob226/16s; 2Ob22/17z; 6Ob52/17s; 9Ob34/17s; 8Ob48/17t; 9Ob77/17i; 1Ob12/19z; 8Ob41/19s; 4Ob162/19f
ABGB §523 Cd
ZPO §503 Z4 E4c/17
Bei der Negatorienklage hat der Kläger sein Eigentum und den Eingriff des Beklagten, dieser hingegen die Berechtigung seines Eingriffs zu beweisen.
7 Ob 653/79
Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 653/79
3 Ob 606/80
Entscheidungstext OGH 08.04.1981 3 Ob 606/80
7 Ob 614/84
Entscheidungstext OGH 22.11.1984 7 Ob 614/84
Auch; nur: Dieser hingegen die Berechtigung seines Eingriffs zu beweisen. (T1)
Veröff: SZ 57/183
1 Ob 515/90
Entscheidungstext OGH 02.05.1990 1 Ob 515/90
Veröff: SZ 63/73 = JBl 1991, 446 (Hoyer/Pfersmann)
1 Ob 24/91
Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 24/91
1 Ob 516/96
Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 516/96
Veröff: SZ 69/135
Auch; Veröff: SZ 69/187
Auch; Beisatz: Wenn der ein Servitutsrecht behauptende Beklagte einen Titel nachzuweisen vermag, ist es Sache des Eigentumsfreiheitsklägers, eine dennoch vorliegende materielle Anspruchsvoraussetzung zur Begründung der Freiheit seines Eigentums nachzuweisen.. (T2)
4 Ob 288/99b
Entscheidungstext OGH 23.11.1999 4 Ob 288/99b
Auch; Veröff: SZ 72/186
5 Ob 157/03d
Entscheidungstext OGH 08.07.2003 5 Ob 157/03d
6 Ob 95/04w
Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 95/04w
Vgl auch; Beisatz: Den Servitutsberechtigten, der sich auf eine auf der ersteigerten Liegenschaft zu seinen Gunsten lastende offenkundige, nichtverbücherte Servitut stützt, trifft, unabhängig davon, ob er den Ersteher mit Servitutenklage belangt oder von diesem mit Servitutenfreiheitsklage belangt wird, die Behauptungs- und Beweislast für alle das Aufrechtbleiben dieser Dienstbarkeit begründenden Tatsachen, insbesondere dass nach den im Zeitpunkt des Zuschlags gegebenen tatsächlichen Rang- und Belastungsverhältnissen die offenkundige Dienstbarkeit zu übernehmen war; Hier: Betrifft Rechtslage vor der EO-Novelle 2000. (T3)
5 Ob 262/08b
Entscheidungstext OGH 25.11.2008 5 Ob 262/08b
5 Ob 281/08x
Entscheidungstext OGH 10.02.2009 5 Ob 281/08x
Vgl; Beisatz: Den Servitutsberechtigten, der sich auf eine auf der ersteigerten Liegenschaft zu seinen Gunsten lastende, nicht verbücherte Servitut stützt, weil dem Erwerber Schlechtgläubigkeit anzulasten ist, trifft die Behauptungs- und Beweislast für alle das Aufrechtbleiben dieser Dienstbarkeit begründenden Tatsachen. (T4)
Bem: Hier: Rechtslage nach der EO-Novelle 2000. (T5)
8 Ob 126/12f
Entscheidungstext OGH 27.11.2012 8 Ob 126/12f
Auch; Veröff: SZ 2012/129
8 Ob 69/12y
Entscheidungstext OGH 19.12.2012 8 Ob 69/12y
1 Ob 185/13g
Entscheidungstext OGH 21.11.2013 1 Ob 185/13g
1 Ob 210/15m
Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 210/15m
1 Ob 218/15p
Entscheidungstext OGH 24.05.2016 1 Ob 218/15p
1 Ob 226/16s
Entscheidungstext OGH 20.12.2016 1 Ob 226/16s
Beisatz: Gegenstand der Behauptungs- und Beweislast des Klägers ist auch die richtige Grenze, weil nur danach Eigentum und Eingriff geprüft werden können. Ist der Verlauf der richtigen Grenze strittig, ist darüber als Vorfrage im streitigen Verfahren zu entscheiden. (T6)
6 Ob 52/17s
Entscheidungstext OGH 19.04.2017 6 Ob 52/17s
Beis wie T6 nur: Gegenstand der Behauptungs- und Beweislast des Klägers ist auch die richtige Grenze, weil nur danach Eigentum und Eingriff geprüft werden können. (T7)
8 Ob 41/19s
Entscheidungstext OGH 29.04.2019 8 Ob 41/19s
4 Ob 162/19f
Entscheidungstext OGH 24.09.2019 4 Ob 162/19f
Vgl; Beisatz: Der Kläger muss auch beweisen, dass sich der Beklagte als Eigentümer des vom Klagebegehren erfassten vermeintlich herrschenden Grundstücks ein Gebrauchsrecht anmaßt, ein solches also behauptet hat. (T8)
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0012186
JJR_19780420_OGH0002_0070OB00552_7800000_001
Rechtssatz für 9Ob501/95 4Ob1660/95 8O...
RS0039843
9Ob501/95; 4Ob1660/95; 8ObA291/95; 5Ob502/96; 5Ob2152/96y; 7Ob334/97m; 5Ob12/99x; 6Ob59/99s; 7Ob184/99f; 5Ob123/00z; 5Ob85/01p; 6Ob130/01p; 5Ob128/01m; 5Ob205/01k; 5Ob274/01g; 1Ob201/02v; 1Ob35/02g; 7Ob304/04p; 6Ob61/05x; 6Ob18/06z; 3Ob66/06m; 6Ob176/06k; 7Ob56/06w; 2Ob161/06z; 5Ob236/06a; 8ObA68/07v; 2Ob19/08w; 2Ob71/07s; 1Ob83/08z; 6Ob43/08d; 2Ob27/09y; 5Ob75/09d; 1Ob5/10g; 8Ob13/10k; 7Ob254/10v; 2Ob167/10p; 9ObA23/11i; 4Ob16/11y; 8ObA19/11v; 7Ob116/11a; 2Ob160/11k; 5Ob19/12y; 9Ob33/12m; 2Ob180/12b; 2Ob66/13i; 5Ob50/13h; 9ObA55/14z; 1Ob37/14v; 5Ob141/14t; 8Ob40/14m; 2Ob14/15w; 4Ob221/14z; 7Ob31/15g; 10Ob34/15w; 7Ob112/15v; 1Ob28/15x; 8ObA1/16d; 2Ob22/17z; 9ObA56/16z; 3Ob62/17i; 1Ob47/17v; 8Ob26/17g; 9ObA117/17x; 8ObA6/18t; 9Ob39/18b; 2Ob137/18p; 3Ob181/18s; 5Ob102/19i
ZPO §236 F
ZPO §259 Abs2
ZPO §411 Aa
Bindungswirkung des Vorprozesses für den Folgeprozess.
9 Ob 501/95
Entscheidungstext OGH 11.01.1995 9 Ob 501/95
Veröff: SZ 68/2
4 Ob 1660/95
Entscheidungstext OGH 24.10.1995 4 Ob 1660/95
8 ObA 291/95
Entscheidungstext OGH 18.01.1996 8 ObA 291/95
Auch; Beisatz: Dies dann, wenn zwar keine Identität der Begehren vorliegt, aber gewisse Fälle der Präjudizialität gegeben sind. (T1)
Beisatz: Hier: War das Klagebegehren im Vorprozess auf Feststellung des aufrechten Bestehens des Dienstverhältnisses gerichtet, stellt die Annahme im Vorprozess, das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers sei aufgrund unberechtigten Austrittes gelöst worden, eine der Rechtskraft nicht fähige Vorfrage dar. (T2)
5 Ob 502/96
Entscheidungstext OGH 27.02.1996 5 Ob 502/96
Vgl; Beisatz: Für die Beurteilung des von der Rechtskraftwirkung erfassten Streitgegenstandes sind jedoch nur jene Tatsachenbehauptungen maßgeblich, die die Begründung des erhobenen Sachantrages (Urteilsbegehrens) erforderte. Die Präklusionswirkung der materiellen Rechtskraft einer Vorentscheidung für den Folgeprozess erstreckt sich demnach auf das Vorbringen von Tatsachen, die zur Vervollständigung oder Entkräftung jenes rechtserzeugenden Sachverhalts dienten, aus dem das erste Urteilsbegehren abgeleitet wurde; die rechtskräftige Verneinung eines Anspruchs ist auf den vom Gericht zur Abweisung herangezogenen Sachverhalt - den "maßgeblichen" Sachverhalt - beschränkt. (T3)
5 Ob 2152/96y
Entscheidungstext OGH 29.10.1996 5 Ob 2152/96y
Beisatz: Hier: Verfahrensgegenstand war im Vorverfahren die gesetzlich zulässige Mindestzinshöhe; ein durchaus zulässiger Zwischenantrag (oder auch Hauptantrag) betreffend die maßgebende Ausstattungskategorie war dort nicht gestellt gewesen, daher: Bindung an die im Wege der Vorfragenbeurteilung vorgenommene Einstufung der Wohnung der Antragstellerin in eine bestimmte Ausstattungskategorie ist zu verneinen. (T4)
7 Ob 334/97m
Entscheidungstext OGH 11.11.1997 7 Ob 334/97m
Auch; Beisatz: Ein zur Bindung führender Sonderfall der Präjudizialität liegt vor, wenn ein bestimmtes Rechtsverhältnis als Ganzes den Gegenstand der Vorentscheidung bildete. (T5)
5 Ob 12/99x
Entscheidungstext OGH 09.02.1999 5 Ob 12/99x
Vgl; Beisatz: Nur die Entscheidung über einen (zulässigen) Zwischenantrag oder Hauptantrag betreffend die maßgebende Ausstattungskategorie kann Bindungswirkung auf nachfolgende Verfahren entfalten. Ist eine solche Entscheidung nicht ergangen, so besteht (für einen neuerlichen Hauptmietzinsüberprüfungsantrag) keine Bindung an die Vorentscheidung, mit welcher ebenfalls nur über einen Zinsüberprüfungsantrag abgesprochen wurde. (T6)
6 Ob 59/99s
Entscheidungstext OGH 20.05.1999 6 Ob 59/99s
Auch; Beis wie T6 nur: Nur die Entscheidung über einen (zulässigen) Zwischenantrag oder Hauptantrag betreffend die maßgebende Ausstattungskategorie kann Bindungswirkung auf nachfolgende Verfahren entfalten. (T7)
7 Ob 184/99f
Entscheidungstext OGH 13.10.1999 7 Ob 184/99f
5 Ob 123/00z
Entscheidungstext OGH 26.09.2000 5 Ob 123/00z
5 Ob 85/01p
Entscheidungstext OGH 12.06.2001 5 Ob 85/01p
Auch; Beisatz: Entscheidungen über Sachanträge, die sich auf unterschiedliche Zinsperioden erstrecken, entfalten hinsichtlich Vorfragen keine bindende Wirkung für nachfolgende Verfahren über die selbe Vorfragen. (T8)
Beisatz: Hier: Mangels Bindungswirkung der im Vorverfahren ergangenen Entscheidung ist die Vorfrage der Unwirksamkeit der Mietzinsvereinbarung hier neu zu überprüfen und die zwischenzeitig eingetretene Präklusion nach § 16 Abs 8 MRG zu berücksichtigen. (T9)
6 Ob 130/01p
Entscheidungstext OGH 21.06.2001 6 Ob 130/01p
Beisatz: Die materielle Rechtskraft und Bindungswirkung des Urteils im Vorprozess schneidet die Geltendmachung von Rechtsgründen ab, die releviert und entschieden wurden oder deren Geltendmachung unterblieben ist. (T10)
5 Ob 128/01m
Entscheidungstext OGH 04.09.2001 5 Ob 128/01m
Beisatz: Die Präklusionswirkung der materiellen Rechtskraft einer Vorentscheidung für den Folgeprozess erstreckt sich auf das Vorbringen von Tatsachen, die zur Vervollständigung oder Entkräftung jenes rechtserzeugenden Sachverhalts dienten, aus dem das Ersturteilsbegehren abgeleitet wurde, sohin auf den "maßgeblichen" Sachverhalt. Von dieser Vorentscheidung kann nur dann und soweit abgegangen werden, als sich der zu Grunde liegende Sachverhalt geändert hat. (T11)
Veröff: SZ 74/142
5 Ob 205/01k
Entscheidungstext OGH 29.01.2002 5 Ob 205/01k
5 Ob 274/01g
Entscheidungstext OGH 12.02.2002 5 Ob 274/01g
Vgl; Beisatz: Hier: Rechtskräftiges Urteil, in welchem der Kläger schuldig erkannt wurde, Mietzinse für bestimmte Monate zu bezahlen. Für Zeiträume vor und nach jenen, die vom rechtskräftigen Urteil umfasst sind, stellt die Beurteilung der Zulässigkeit des begehrten Mietzinses nur eine Vorfrage dar, deren Beurteilung keine Bindungswirkung für andere Zeiträume umfasst. (T12)
1 Ob 201/02v
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 201/02v
Beis wie T3 nur: Die rechtskräftige Verneinung eines Anspruchs ist auf den vom Gericht zur Abweisung herangezogenen Sachverhalt - den "maßgeblichen" Sachverhalt - beschränkt. (T13)
Beisatz: Die (Einmaligkeitswirkung der) Rechtskraft schließt nur die neuerliche Entscheidung über das gleiche Begehren auf Grund derselben Sachlage und auch die Geltendmachung des gleichen Begehrens auf Grund von Tatsachen, die bereits vor Schluss der mündlichen Verhandlung des Vorprozesses vorhanden und der verfahrensmäßigen Erledigung zugänglich waren, aber infolge Verletzung einer prozessualen Diligenzpflicht der Parteien nicht zum Gegenstand des Verfahrens gemacht wurden, aus. (T14)
1 Ob 35/02g
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 35/02g
Beisatz: Eine Bindungswirkung kann nur dann eintreten, wenn die diesbezüglichen Feststellungen in dem im Vorprozess ergangenen Urteil entscheidungswesentlich waren, denn sonst hätten diese (aufgrund mangelnder Beschwer) im Vorprozess nicht bekämpft werden können. (T15)
7 Ob 304/04p
Entscheidungstext OGH 22.12.2004 7 Ob 304/04p
Vgl auch; Beisatz: Die Einmaligkeitswirkung der Rechtskraft des Vorprozesses schließt damit die neuerliche Entscheidung über das gleiche Begehren aufgrund derselben Sachlage samt Geltendmachung des gleichen Betrages aus. (T16)
6 Ob 61/05x
Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 61/05x
Vgl auch; Beisatz: Die Entscheidungsgründe sind für sich allein aber nicht der Rechtskraft fähig. Der Spruch über die Kosten eines Vorprozesses kann keine Bindungswirkung hinsichtlich des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtes oder Rechtsverhältnisses entfalten. Die Begründung der Kostenentscheidung dient nicht zur Abgrenzung des dem Vorverfahren zugrundeliegenden maßgebenden Sachverhalts. (T17)
6 Ob 18/06z
Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 18/06z
Auch; Beis wie T13; Veröff: SZ 2006/57
3 Ob 66/06m
Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 66/06m
Beisatz: Mangels Parteienidentität und infolge unterschiedlicher Entscheidungsgegenstände scheidet eine Bindung an eine in einem Vorprozess in der Entscheidungsbegründung getroffene Vorfragenlösung aus. (T18)
6 Ob 176/06k
Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 176/06k
Auch; Beisatz: Die ganz überwiegende jüngere oberstgerichtliche Rechtsprechung nimmt eine Bindungswirkung aber nur an die im Vorprozess entschiedene Hauptfrage, nicht aber eine dort beurteilte Vorfrage an. Die österreichische ZPO kennt mit dem Zwischenantrag auf Feststellung ein Institut, das - ausnahmsweise - die Möglichkeit einer rechtskräftigen Feststellung von Vorfragen eröffnet. Die Annahme, dass auch die Feststellungen über eine Vorfrage im Vorprozess selbständig rechtskräftig werden können, würde diesen Zwischenantrag auf Feststellung völlig entwerten und überdies dem Wortlaut des § 411 ZPO widersprechen, wonach präjudizielle Rechtsverhältnisse dann rechtskräftig entschieden werden, wenn sie zum Inhalt eines Zwischenfeststellungsantrags gemacht wurden. (T19)
7 Ob 56/06w
Entscheidungstext OGH 20.12.2006 7 Ob 56/06w
Auch; Beis wie T19; Beisatz: Eine prozessrechtliche Bindungswirkung im Sinn einer Bindung an den im Vorprozess festgestellten Verteilungsplan ist zu verneinen (hier: Nach den Bestimmungen der §§ 155, 156 VersVG aufgestellter Verteilungsplan). (T20)
2 Ob 161/06z
Entscheidungstext OGH 01.02.2007 2 Ob 161/06z
Auch; Beis wie T19 nur: Die ganz überwiegende jüngere oberstgerichtliche Rechtsprechung nimmt eine Bindungswirkung aber nur an die im Vorprozess entschiedene Hauptfrage, nicht aber eine dort beurteilte Vorfrage an. (T21)
Beisatz: Hier war Hauptfrage des früheren Verfahrens ausschließlich, ob der Beklagte einen Kündigungsgrund gesetzt hatte oder nicht. Zufolge der Verneinung von Kündigungsgründen und der daraus folgenden Aufhebung der Aufkündigung ist daher nur die Beurteilung bindend, dass die im Aufkündigungsverfahren geltend gemachten Kündigungsgründe nicht vorgelegen haben. Hingegen besteht keine bindende Vorgabe, dass (wegen Geschäftsfähigkeit) ein gültiger Mietvertrag besteht. (T22)
5 Ob 236/06a
Entscheidungstext OGH 20.03.2007 5 Ob 236/06a
8 ObA 68/07v
Entscheidungstext OGH 16.01.2008 8 ObA 68/07v
Beisatz: Bloße Vorfragenbeurteilungen entfalten keine Bindungswirkung. (T23)
Beisatz: Hier: Frage der Berechtigung der Entlassung war in den Vorverfahren lediglich Vorfrage für die Entscheidung des dort gestellten Zahlungsbegehrens. (T24)
2 Ob 19/08w
Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 19/08w
2 Ob 71/07s
Entscheidungstext OGH 27.03.2008 2 Ob 71/07s
Vgl; Beis wie T13; Beisatz: Nicht gehindert wird die Geltendmachung desselben Begehrens aus anderen rechtserzeugenden Tatsachen. (T25)
Beisatz: Bei der Prüfung der Rechtskraftwirkung einer Vorentscheidung kommt es nicht darauf an, ob diese richtig war. (T26)
1 Ob 83/08z
Entscheidungstext OGH 06.05.2008 1 Ob 83/08z
Auch; Beis wie T21; Beis wie T23
6 Ob 43/08d
Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 43/08d
Vgl; Beis wie T21; Beisatz: Hier: Abweisende Entscheidung des Strafgerichts im medienrechtlichen Entschädigungsverfahren nach den §§ 6, 7, 7a, 7b oder 7c MedienG und Unterlassungsanspruch wegen Verletzung des § 78 UrhG. (T27)
Beisatz: Der im medienrechtlichen Entschädigungsverfahren entschiedene Anspruch ist keine Vorfrage, also das bedingende Rechtsverhältnis für den Unterlassungsanspruch wegen Verletzung des § 78 UrhG. (T28)
2 Ob 27/09y
Entscheidungstext OGH 25.06.2009 2 Ob 27/09y
Vgl; Beisatz: Bei nicht identen Streitgegenständen keine Bindungswirkung der Entscheidung des Vorprozesses. (T29)
5 Ob 75/09d
Entscheidungstext OGH 15.09.2009 5 Ob 75/09d
Vgl; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T19; Beis wie T23; Beisatz: Ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl bindet nur hinsichtlich jener Fragen, die (im Bestreitungsfalle) als Hauptfragen zu beurteilen waren (gewesen wären), nicht aber hinsichtlich der im Verfahren über die Mahnklage allenfalls als Vorfrage zu beurteilenden Fragen. (T30)
1 Ob 5/10g
Entscheidungstext OGH 29.01.2010 1 Ob 5/10g
Beis ähnlich wie T10; Beis ähnlich wie T14; Beis wie T26
8 Ob 13/10k
Entscheidungstext OGH 21.12.2010 8 Ob 13/10k
7 Ob 254/10v
Entscheidungstext OGH 16.02.2011 7 Ob 254/10v
Vgl; Beis ähnlich wie T18
2 Ob 167/10p
Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 167/10p
Vgl; Vgl Beis wie T12; Beisatz: War Gegenstand der Vorprozesse das Begehren auf Verdienstentgang in bestimmten Zeiträumen, so ist der andere Zeiträume umfassende Streitgegenstand des Folgeprozesses mit jenem der Vorprozesse nicht ident. (T31)
9 ObA 23/11i
Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 ObA 23/11i
4 Ob 16/11y
Entscheidungstext OGH 15.02.2011 4 Ob 16/11y
8 ObA 19/11v
Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 ObA 19/11v
Auch; Beis ähnlich wie T10; Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Zur Individualisierung des von der Rechtskraftwirkung erfassten Streitgegenstands sind die rechtserzeugenden Tatsachen und der rechtliche Subsumtionsschluss heranzuziehen. (T32)
7 Ob 116/11a
Entscheidungstext OGH 06.07.2011 7 Ob 116/11a
Auch; Beis ähnlich wie T11; Beis ähnlich wie T14
5 Ob 19/12y
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 5 Ob 19/12y
Vgl aber; Beisatz: Keine Bindung besteht bei begründungsloser Abweisung eines Antrags im Protokoll. (T33)
Beisatz: Hier: Zwischenantrag auf Feststellung. (T34)
9 Ob 33/12m
Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 33/12m
2 Ob 180/12b
Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 180/12b
Beisatz: Ist der in einem Verfahren als Hauptfrage entschiedene Anspruch eine Vorfrage für ein weiteres Verfahren zwischen denselben Parteien, entfaltet die Vorentscheidung Bindungswirkung. (T35)
2 Ob 66/13i
Entscheidungstext OGH 25.04.2013 2 Ob 66/13i
Vgl; Beis wie T29; Bem: Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 27/09y. (T36)
5 Ob 50/13h
Entscheidungstext OGH 06.06.2013 5 Ob 50/13h
Vgl; Ähnlich Beis wie T19; Beisatz: Im Verfahren nach § 37 Abs 1 Z 8 MRG kann die Feststellung der Zulässigkeit bzw Unzulässigkeit konkreter Mietzinsvorschreibungen für bestimmte Zinsperioden begehrt werden. Andere, vom Antrag nicht umfasste Zinsperioden sind dann allerdings von der Bindungswirkung der Entscheidung nicht umfasst. (T37)
9 ObA 55/14z
Entscheidungstext OGH 27.05.2014 9 ObA 55/14z
Beis wie T11; Beis wie T35; Beis wie T21
Vgl auch; Beis wie T21; Veröff: SZ 2014/84
8 Ob 40/14m
Entscheidungstext OGH 30.10.2014 8 Ob 40/14m
Beis ähnlich wie T3; Beis wie T19; Beis wie T21; Beisatz: Hier: Servitutenklage im Vorprozess, gerichtet auf die Beseitigung von Beeinträchtigungen der Ausübung der behaupteten Dienstbarkeit. Die Entscheidung über den nunmehr zu beurteilenden Anspruch auf Verbücherung der auf den gleichen rechtserzeugenden Sachverhalt gegründeten Dienstbarkeit erfordert notwendig auch eine gleiche rechtliche Qualifikation. (T38)
2 Ob 14/15w
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 2 Ob 14/15w
Vgl; Beis wie T19; Beis wie T21; Beis wie T23; Beisatz: Hier: Zentrale Frage der Kausalität in dem aufgrund der Wiederaufnahmsklage beseitigten Urteil nur vorfrageweise beurteilt. (T39)
4 Ob 221/14z
Entscheidungstext OGH 22.04.2015 4 Ob 221/14z
Auch; Beis wie T5; Beis wie T10; Beis wie T21; Beis wie T35
10 Ob 34/15w
Entscheidungstext OGH 19.05.2015 10 Ob 34/15w
Vgl auch; Beis ähnlich T15
7 Ob 112/15v
Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 112/15v
1 Ob 28/15x
Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 28/15x
3 Ob 181/18s
Entscheidungstext OGH 21.11.2018 3 Ob 181/18s
8 ObA 1/16d
Entscheidungstext OGH 26.02.2016 8 ObA 1/16d
Auch; Beisatz: Die materielle Rechtskraft und Bindungswirkung des Urteils im Vorprozess unterbindet die Geltendmachung von Rechtsgründen, die releviert und entschieden wurden oder deren mögliche Geltendmachung unterblieben ist. (T40)
Vgl; Beis wie T21; Beis wie T23
9 ObA 56/16z
Entscheidungstext OGH 28.02.2017 9 ObA 56/16z
3 Ob 62/17i
Entscheidungstext OGH 10.05.2017 3 Ob 62/17i
1 Ob 47/17v
Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 47/17v
Beis wie T21; Beisatz: Hier war das Bestehen einer konkludent zustande gekommenen Dienstbarkeitsvereinbarung zwischen den Parteien für den Vorprozess nur Vorfrage. Die Rechtskraft des Urteils im Vorprozess umfasste nicht die Feststellung, dass die von den dortigen Beklagten und nunmehrigen Klägern behauptete Servitut tatsächlich bestehe und muss daher diese Frage im nunmehr zu beurteilenden Rechtsstreit über die Einverleibung der behaupteten Grunddienstbarkeit (Rechtsgrund, Art und Umfang des Rechts) neu geprüft werden. (T41)
8 Ob 26/17g
Entscheidungstext OGH 28.03.2017 8 Ob 26/17g
Beis wie T21; Beis wie T23
8 ObA 6/18t
Entscheidungstext OGH 23.02.2018 8 ObA 6/18t
Auch; Beis ähnlich wie T19; Beis wie T33; Beis wie T34
2 Ob 137/18p
Entscheidungstext OGH 30.07.2018 2 Ob 137/18p
Vgl; Beisatz: Materielle Nahebeziehungen oder Abhängigkeiten zwischen den Streitgegenständen, Sinnzusammenhänge der Entscheidungsgegenstände oder Rechtsverhältnisse, das Gebot der Entscheidungsharmonie oder das Bedürfnis nach Rechtssicherheit sind keine hinreichenden Gründe für eine Erweiterung der Bindungswirkung. (T42)
5 Ob 102/19i
Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 102/19i
Beis wie T10; Beis wie T21; Beis wie T26
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0039843
JJR_19950111_OGH0002_0090OB00501_9500000_001
Rechtssatz für 4Ob574/94 1Ob574/95 1Ob...
RS0042554
4Ob574/94; 1Ob574/95; 1Ob40/95; 4Ob581/95; 3Ob2438/96t; 4Ob187/97x; 8ObA87/99y; 3Ob96/01s; 5Ob205/01k; 10ObS176/02h; 9ObA104/04s; 6Ob61/05x; 3Ob66/06m; 7Ob56/06w; 4Ob151/07w; 1Ob83/08z; 7Ob198/08f; 4Ob173/08g; 5Ob214/10x; 9ObA23/11i; 7Ob214/10m; 5Ob212/10b; 8Ob40/14m; 2Ob14/15w; 7Ob60/15x; 1Ob28/15x; 2Ob22/17z; 8Ob26/17g; 9ObA37/17g; 2Ob164/17g; 4Ob99/18i; 2Ob137/18p; 7Ob132/18i; 3Ob181/18s
Nur dann, wenn eine bestimmte Tatsache im Vorprozess nicht den Hauptgegenstand des Verfahrens bildete, sondern lediglich als Vorfrage zu beurteilen war, kommt der Entscheidung dieser Vorfrage im Vorprozess keine bindende Wirkung im folgenden Prozess zu (JBl 1990,52 mit weiteren Nachweisen; NZ 1994,228), wobei diese Bindungswirkung jedenfalls bei teilbaren Ansprüchen dann ihr Ende findet, wenn in der ersten Klage nur ein verhältnismäßig kleiner Teil eines Anspruchs geltend gemacht wurde.
4 Ob 574/94
Entscheidungstext OGH 07.03.1995 4 Ob 574/94
nur: Nur dann, wenn eine bestimmte Tatsache im Vorprozess nicht den Hauptgegenstand des Verfahrens bildete, sondern lediglich als Vorfrage zu beurteilen war, kommt der Entscheidung dieser Vorfrage im Vorprozess keine bindende Wirkung im folgenden Prozess zu. (T1)
1 Ob 40/95
Entscheidungstext OGH 22.11.1995 1 Ob 40/95
3 Ob 2438/96t
Entscheidungstext OGH 29.01.1997 3 Ob 2438/96t
4 Ob 187/97x
Entscheidungstext OGH 26.06.1997 4 Ob 187/97x
8 ObA 87/99y
Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 ObA 87/99y
Beisatz: Für die Beurteilung der Qualität als Hauptfrage kommt es ausschlaggebend darauf an, ob ein bestimmtes Rechtsverhältnis als Ganzes Gegenstand der Entscheidung im ersten Prozess gewesen ist. (T2)
3 Ob 96/01s
Entscheidungstext OGH 19.09.2001 3 Ob 96/01s
10 ObS 176/02h
Entscheidungstext OGH 18.06.2002 10 ObS 176/02h
Auch; nur T1; Beisatz: Hauptfrage in einem Anfechtungsprozess gemäß § 106 Abs 2 ArbVG ist, ob das Arbeitsverhältnis durch die Entlassungserklärung aufgelöst wurde oder aber - wegen der Rückwirkung einer erfolgreichen Anfechtung - als fortbestehend anzusehen ist. Als (bloße) Vorfragen zu beurteilen sind hingegen, ob ein gesetzlicher Anfechtungsgrund (hier: Sozialwidrigkeit) vorliegt und ob der Arbeitnehmer keinen Entlassungsgrund gesetzt hat. (T3)
Auch; Beisatz: Die Entscheidungsgründe sind für sich allein aber nicht der Rechtskraft fähig. Der Spruch über die Kosten eines Vorprozesses kann keine Bindungswirkung hinsichtlich des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtes oder Rechtsverhältnisses entfalten. Die Begründung der Kostenentscheidung dient nicht zur Abgrenzung des dem Vorverfahren zugrundeliegenden maßgebenden Sachverhalts. (T4)
Auch; nur T1; Beisatz: Eine prozessrechtliche Bindungswirkung im Sinn einer Bindung an den im Vorprozess festgestellten Verteilungsplan ist zu verneinen (hier: Nach den Bestimmungen der §§ 155, 156 VersVG aufgestellten Verteilungsplanes). (T5)
7 Ob 198/08f
Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 198/08f
Vgl; Beisatz: Die Rechtskraft einer Entscheidung erstreckt sich nicht auf die Beurteilung von Vorfragen. (T6)
5 Ob 214/10x
Entscheidungstext OGH 02.12.2010 5 Ob 214/10x
5 Ob 212/10b
Entscheidungstext OGH 26.05.2011 5 Ob 212/10b
Vgl; Beisatz: Hier: Zentrale Frage der Kausalität in dem aufgrund der Wiederaufnahmsklage beseitigten Urteil nur vorfrageweise beurteilt. (T7)
Auch; Veröff: SZ 2015/68
Vgl auch; Beisatz: Verletzung der Schadensminderungspflicht ist nur Vorfrage. (T8)
4 Ob 99/18i
Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 99/18i
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0042554
JJR_19950307_OGH0002_0040OB00574_9400000_001
Entscheidungstext 2Ob22/17z
Zak 2017/229 S 133 - Zak 2017,133 = EvBl‑LS 2017/76 = Jus-Extra OGH-Z 6202
2Ob22/17z
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Danzl als Vorsitzenden und die Hofräte Dr. Veith und Dr. Musger, die Hofrätin Dr. E. Solé und den Hofrat Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. E***** S*****, 2. Helmut S*****, beide *****, beide vertreten durch Peissl & Partner Rechtsanwälte OG in Köflach, gegen die beklagte Partei H***** W*****, vertreten durch Mag. Werner Prettenthaler, Rechtsanwalt in Bärnbach, wegen Unterlassung (Streitwert 9.000 EUR), über die Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz als Berufungsgericht vom 27. September 2016, GZ 6 R 79/16f-36, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Bezirksgerichts Voitsberg vom 29. Februar 2016, GZ 3 C 31/14i-32, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
Das angefochtene Urteil wird aufgehoben, und die Rechtssache wird zur neuerlichen Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Die Kosten des Revisionsverfahrens sind weitere Kosten im Verfahren über die Berufung der beklagen Partei.
Die Kläger sind zur Hälfte Miteigentümer einer Liegenschaft mit dem Grundstück 599/2, der Beklagte ist zu zwei Fünfteln Miteigentümer einer Nachbarliegenschaft mit dem Grundstück 580/1. Die Grundstücke grenzen aneinander, sie sind noch nicht in den Grenzkataster übernommen.
Die Kläger beantragen, dem Beklagten aufzutragen, das Befahren des Grundstücks 599/2 sowie das Fällen von Bäumen und das Ablagern von forstlichen Abfällen auf diesem Grundstück zu unterlassen. Sie stützten sich auf ihr Eigentum. Die seinerzeit strittige Grenze sei im Mai 2001 durch einen Vergleich festgelegt worden. Darin hätten alle Miteigentümer der beiden Liegenschaften vereinbart, dass die Katastergrenze in die Natur zu übertragen sei. Damit habe auch der Beklagte diese Grenze anerkannt. Diese Vereinbarung habe sachenrechtliche Wirkung. Der Beklagte habe jenseits der so vereinbarten Grenze, also auf dem Grundstück der Kläger, die im Urteilsbegehren bezeichneten Nutzungshandlungen vorgenommen. Die auf den Vergleich vom Mai 2001 bezogene Irrtumseinrede des Beklagten sei verjährt, Dissens habe nicht vorgelegen.
Der Beklagte wendet ein, die Nutzungshandlungen auf seinem eigenen Grund gesetzt zu haben. Denn tatsächlich verlaufe die Grenze anders als von den Klägern behauptet. Maßgebend sei nicht die Katastergrenze, sondern die Naturgrenze. Im Mai 2001 habe es keine Einigung darüber gegeben, dass die Katastergrenze anerkannt würde. Der Vereinbarung sei vielmehr zugrunde gelegen, dass die Nutzungsgrenze bzw die durch Grenzsteine und -zeichen fixierte Naturgrenze Grundlage für eine noch durchzuführende Mappenberichtigung sein sollte. Ein Vergleich über den tatsächlichen Grenzverlauf sei nicht geschlossen worden, zumal auch der Beklagte nicht gewusst habe, wo die Katastergrenze in der Natur verlaufe. Aus diesem Grund liege bezüglich der Vereinbarung vom Mai 2001 Dissens vor. Der Beklagte und die betroffenen anderen Anrainer hätten sich in weiterer Folge gegen eine Grenzziehung durch den Vermesser nach dem Kataster ausgesprochen. Darüber hinaus werde die Vereinbarung vom Mai 2001 auch wegen eines von den Klägern veranlassten Irrtums angefochten.
Das Erstgericht gab dem Klagebehren statt. Aufgrund eines im Verfahren eingeholten Gutachtens nahm es als erwiesen an, dass die Nutzungshandlungen des Beklagten bei Maßgeblichkeit der Mappengrenze auf dem Grund der Kläger stattgefunden hatten. Weiters traf es folgende – in der Berufung des Beklagten teilweise mit Verfahrens- und Beweisrüge bekämpfte – Feststellungen:
Die Grenze zwischen den strittigen Grundstücken war schon zwischen den Rechtsvorgängern der Parteien strittig. Im Jahr 2001 kam es zu einem Gespräch zwischen dem Zweitkläger und dem Beklagten, bei dem keine Einigung über den genauen Grenzverlauf erzielt werden konnte. Der Zweitkläger verwies auf einen bestimmten Punkt (Zusammentreffen zweier Gräben), der Beklagte antwortete, dass die Grenze weiter östlich verlaufe, ohne auf Merkmale in der Natur Bezug zu nehmen. Wegen dieser Unklarheit kamen die beiden überein, dass der Grenzverlauf entsprechend der Mappengrenze vermessen und vermarkt werden sollte. Der Zweitkläger besorgte dazu bei einem Vermesser folgendes Formular:
„Die grundbücherlichen Eigentümer der Grundstücke [...] vereinbaren, die zwischen ihren Grundstücken unkenntlich gewordene Grundgrenze von der Vermessungskanzlei […] nach dem Stand der Katastralmappe ausstecken und vermarken zu lassen und auf jeden Fall diese Grenze anzuerkennen. Die eingemessene Grenze wird in Form eines Mappenberichtigungsplanes in die amtliche Katastralmappe übernommen. Die Kosten für die Grenzherstellung werden zwischen den oben genannten Grundeigentümern zu gleichen Teilen aufgeteilt (entsprechend der Grenzlänge).“
Der Zweitkläger füllte das Formular aus und begab sich zusammen mit der Erstklägerin zum Beklagten und zwei von drei weiteren Miteigentümern des Nachbargrundstücks. Dort erläuterte er, dass die Mappengrenze vor Jahrzehnten vermessen worden sei und sich danach die Größe der Grundstücke bestimme. Da die Grenze nun strittig sei, müsse sie neu nach der Mappe vermessen und anerkannt werden. Die Miteigentümer des Nachbargrundstücks stimmten abgesehen von der – daraufhin geänderten – Regelung der Kostentragung zu und unterschrieben das Formular; eine nicht anwesende Miteigentümerin unterschrieb nachträglich und erklärte dabei, keine Ahnung über den tatsächlichen Grenzverlauf zu haben. Die Beteiligten vereinbarten nicht, die Grenze nach der jahrzehntelangen Nutzung oder anhand von in der Natur noch vorhandenen Grenzsteinen vermarken zu lassen. Vielmehr war die Grenze gerade wegen des Fehlens von Grenzmarkierungen unkenntlich geworden, in der Natur gab es keine Hinweise auf eine unterschiedliche Nutzungsart. Die Kläger wussten bei Abschluss der Vereinbarung nicht, wo die Mappengrenze in der Natur verlaufe; die Miteigentümer des Grundstücks 580/1 hatten den Klägern nicht mitgeteilt, dass es in der Natur Hinweise auf den Grenzverlauf gebe.
Am 19. 5. 2001 versuchte der beauftragte Vermesser, die von ihm erhobene Mappengrenze in der Natur zu vermarken. Als der Beklagte und ein anderer Miteigentümer des Grundstücks 580/1 den Verlauf der Mappengrenze in der Natur sahen, sprachen sie sich gegen die Vermarkung aus, weshalb der Vermesser davon Abstand nahm.
Rechtlich folgerte das Erstgericht, die Beteiligten hätten einen Vergleich über den Grenzverlauf geschlossen. Die Irrtumsanfechtung sei verjährt, zudem habe ohnehin kein Irrtum über die Vergleichsgrundlagen vorgelegen. Anhaltspunkte für einen Dissens gebe es nicht. Die Kläger hätten damit ihr Eigentum an jener Grundfläche bewiesen, auf der der Beklagte die Nutzungshandlungen gesetzt habe. Da Wiederholungsgefahr bestehe, sei der Klage stattzugeben.
Das Berufungsgericht wies die Klage ab. Es sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 5.000 EUR, nicht aber 30.000 EUR übersteigt, und ließ die Revision zunächst nicht zu.
Die Beweislast für den Eingriff und damit im konkreten Fall für den Verlauf der Grenze treffe die Kläger. Die Katastralmappe sei als solche nicht geeignet, den Grenzverlauf zu beweisen. Ein Vergleich über den Grenzverlauf setze voraus, dass die betroffenen Grundeigentümer bei einer Grenzverhandlung der vom Vermesser in der Natur festgelegten Grenze zustimmten; dies habe dann unmittelbare Bedeutung für die Eigentumsverhältnisse an strittigen Grundstücksteilen. Hier sei die „entsprechende Grenzverhandlung“ aber abgebrochen worden, weil der Beklagte und ein anderer Miteigentümer des Grundstücks 580/1 widersprochen hätten. Die Vereinbarung, die Grenze nach dem Stand der Katastermappe vermarken zu lassen, könne nichts anderes bedeuten, als den „richtigen (tatsächlichen) Grenzverlauf in der Natur darzustellen“. Das sei aber nicht erfolgt, weswegen den Klägern der Beweis des Eingriffs auch nach dem festgestellten Sachverhalt nicht gelungen sei. Auf die Beweis- und die Verfahrensrüge komme es daher nicht an.
Gegen diese Entscheidung richtet sich die mit einem Zulassungsantrag verbundene Revision der Kläger, mit der sie die Wiederherstellung der erstgerichtlichen Entscheidung, hilfsweise eine Aufhebung in die zweite oder erste Instanz anstreben. Es treffe nicht zu, dass die Wirksamkeit eines Vergleichs über den Grenzverlauf von dessen vorheriger Vermarkung in einer Grenzverhandlung abhänge; dies ergebe sich insbesondere aus der Entscheidung 8 Ob 31/67 (RIS-Justiz RS0013881).
Das Berufungsgericht ließ die Revision nachträglich zu, weil im Hinblick auf RIS-Justiz RS0013881 eine „Klarstellung der Rechtslage“ erforderlich sei.
Der Beklagte beantragt in der freigestellten Revisionsbeantwortung, die Revision zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben. Die Erwägungen des Berufungsgerichts träfen zu; Verjährung der Irrtumsansfechtung sei nicht anzunehmen, weil es nicht dem Beklagten zur Last fallen könne, dass die Kläger nach seiner Weigerung, der Vermarkung zuzustimmen, auf eine Durchsetzung verzichtet hätten.
Die Revision ist zulässig und im Sinn des Aufhebungsantrags berechtigt.
1. Bei der Eigentumsfreiheitsklage hat der Kläger sein Eigentum und den Eingriff des Beklagten, dieser hingegen die Berechtigung seines Eingriffs zu beweisen (RIS-Justiz RS0012186). Gegenstand der Behauptungs- und Beweislast des Klägers ist auch die richtige Grenze, weil nur danach Eigentum und Eingriff geprüft werden können. Ist der Verlauf der richtigen Grenze strittig, ist darüber als Vorfrage im streitigen Verfahren zu entscheiden (4 Ob 94/08i mwN; zuletzt etwa 1 Ob 226/16s mwN). Da die Entscheidung über die Vorfrage nicht der Rechtskraft teilhaft wird (RIS-Justiz RS0042554, RS0039843 [T19, T21, T23]), schadet es nicht, wenn am Prozess nicht alle Miteigentümer der betroffenen Liegenschaften beteiligt sind (vgl 1 Ob 191/09h mwN: die vorfrageweise Beurteilung einer gegen die Eigentumsfreiheitsklage eingewendeten Dienstbarkeit begründet ebenfalls keine notwendige Streitgenossenschaft).
2. Die Auffassung des Berufungsgerichts, die vom Erstgericht angenommene Vereinbarung vom 3. Mai 2001 lege die Grenze nicht fest, trifft nicht zu.
2.1. Zwar ist richtig, dass die der Vereinbarung zugrunde liegende Katastralmappe des Grundsteuerkatasters, der für noch nicht in den Grenzkataster aufgenommene Grundstücke weiterzuführen ist (§ 52 VermG), ebenso wie die darauf beruhende Grundbuchsmappe den Grenzverlauf nicht beweist (RIS-Justiz RS0038593; RS0049559). Nach ständiger Rechtsprechung liegt aber in der Einigung, die Grenze nach dem Stande der Mappe festzustellen und zu vermarken, eine Vereinbarung über strittige Rechte an den betroffenen Grundteilen, die als Vergleich iSd § 1380 ABGB anzusehen ist (RIS-Justiz RS0013881). In 3 Ob 150/74 führte der Oberste Gerichtshof aus, dass die Parteien einer solchen Vereinbarung implizit darauf verzichteten, sich in Ansehung des Grenzbereichs auf „Ersitzung, Verjährung oder frühere Besitzgrenzen“ zu berufen, zumal es „wider alle Vernunft“ wäre, zunächst die Übertragung der Mappengrenzen in die Natur zu vereinbaren und anschließend trotzdem über die Abgrenzung der Liegenschaften in der Natur zu streiten.
2.2. Das Berufungsgericht vertritt im Ergebnis die Auffassung, dass die vergleichsweise Festlegung des Grenzverlaufs nur dann wirksam sei, wenn diese Grenze zuvor in der Natur festgelegt und den Parteien damit der festzulegende Grenzverlauf bei Abschluss der Vereinbarung bekannt gewesen sei. Dem ist nicht zu folgen:
(a) Den für diese Ansicht zitierten Entscheidungen kann eine solche Aussage nicht entnommen werden (4 Ob 229/12y; 1 Ob 193/98h; 1 Ob 24/05v; 9 Ob 30/08i; 6 Ob 256/10f; 6 Ob 273/11g; 7 Ob 62/13p und 7 Ob 27/13s sowie VwGH 91/06/0033). Zwar betrafen diese Entscheidungen Vereinbarungen, die während einer Grenzverhandlung oder anlässlich der Vermessung der Grenze durch einen Zivilingenieur abgeschlossen wurden, wodurch den Parteien der tatsächliche Verlauf der Grenze bekannt gewesen sein dürfte. Dass dies Bedingung für die Wirksamkeit der Vereinbarung gewesen wäre, folgt aus diesen Entscheidungen jedoch nicht.
(b) Jedenfalls gegen die Auffassung des Berufungsgerichts spricht die Entscheidung 8 Ob 31/67 (SZ 40/29): Dort hatten die Streitteile vereinbart, dass die Grenze zwischen den Grundstücken nach dem Stand der Katastralmappe vermessen und in der Natur vermarkt werden sollte, gleichzeitig hatten sie erklärt, die nach der Katastralmappe festgestellte Grenze anzuerkennen. Das Beiziehen eines bestimmten Vermessers wurde nicht vereinbart. Der Oberste Gerichtshof sah in der Vereinbarung keine bloße Schiedsvereinbarung, sondern einen wirksamen Vergleich, weil die Grenzen nach der Grundbuchsmappe feststünden und nur in die Natur zu übertragen seien. Im konkreten Fall war zwar nur der auf Duldung der Vermarkung gerichtete Anspruch zu beurteilen. Nichtsdestoweniger ging der Oberste Gerichtshof von einer wirksamen Vereinbarung über den Grenzverlauf und nicht bloß von einer Einigung über die nach den tatsächlichen Verhältnissen festzulegende Grenze aus.
(c) Diese Auslegung wird durch die Entscheidung 3 Ob 150/74 bestätigt. Danach bildete der von den Parteien geschlossene Vergleich über die Maßgeblichkeit der Mappengrenze einen Titel für den Eigentumserwerb an den betroffenen Grundstücksteilen. Auch hier nahm der Oberste Gerichtshof daher an, dass ein durch Verweis auf die Mappengrenze geschlossener Vergleich auch ohne deren vorherige Übertragung in die Natur wirksam sei.
(d) Auch im vorliegenden Fall ist nicht erkennbar, weshalb die Wirksamkeit des Vergleichs über den Verlauf der Grundstücksgrenze vom vorherigen Vermarken in der Natur abhängen sollte. Nach dem Grundsatz der Privatautonomie steht es den Parteien frei, die strittige Grenze unter Hinweis auf die Katastralmappe festzulegen, ohne dass dies die Kenntnis voraussetzt, wie diese Grenze in der Natur tatsächlich verläuft. Dass diese Grenze nicht objektiv bestimmbar gewesen wäre, hat der Beklagte nicht konkret behauptet; eine solche Behauptung wäre zudem durch die offenkundig mögliche Ermittlung des Grenzverlaufs im vorliegenden Verfahren widerlegt.
2.3. Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung führt ein Vergleich über den Grenzverlauf bei nicht in den Grenzkataster aufgenommenen Grundstücken zu einer Berichtigung der Grenze, ohne dass es weiterer Schritte bedürfte (6 Ob 256/10f; 7 Ob 62/13p, SZ 2013/39; 7 Ob 27/13s, SZ 2013/52). Gründe für ein Abgehen von dieser Rechtsprechung zeigt weder der Beklagte noch das Berufungsgericht auf.
2.4. Dem festgestellten Sachverhalt ist weder ein Irrtum über die Vergleichsgrundlagen (RIS-Justiz RS0032543) noch ein Dissens zu entnehmen. Vielmehr ergibt sich daraus, dass sich die Eigentümer der betroffenen Grundstücke wegen Vorliegens von Zweifeln über den tatsächlichen Grenzverlauf geeinigt hatten, die Grenze in bestimmter Weise neu festzulegen. Auf die vom Erstgericht angenommene Verjährung der Irrtumsanfechtung kommt es daher nicht an. Nur zur Klarstellung ist insofern aber festzuhalten, dass die dreijährige Verjährungsfrist nach § 1487 ABGB mit Vertragsschluss beginnt (RIS-Justiz RS0034350); das gilt auch für das Geltendmachen durch Einrede (9 Ob 29/13z mwN). Auf die Frage einer allfälligen Analogie zu § 933 Abs 3 ABGB ist beim gegenwärtigen Stand des Verfahrens nicht einzugehen.
3. Aufgrund des festgestellten Sachverhalts wäre der Revision daher Folge zu geben und die stattgebende Entscheidung des Erstgerichts wiederherzustellen. Das Berufungsgericht hat allerdings – aufgrund seiner Rechtsansicht folgerichtig – die in der Berufung der Beklagten erhobene Beweis- und Verfahrensrüge nicht erledigt. Mit der Beweisrüge wird insbesondere die Feststellung zum Inhalt des von den Beteiligten unterfertigten Formulars bekämpft (insofern wird eine Negativfeststellung angestrebt); weiters soll festgestellt werden, dass der Zweitkläger den Eigentümern des Grundstücks 890/1 mitgeteilt habe, dass lediglich die Vermessung der Grenze zwischen zwei bestimmten – nicht auf der Mappengrenze liegenden – Punkten beabsichtigt sei. Trifft das zu, wäre den Klägern der Beweis der von ihnen behaupteten Vereinbarung (Relevanz der Mappengrenze) nicht gelungen.
4. Diese Erwägungen führen zur Aufhebung in die zweite Instanz. Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 52 Abs 1 Satz 3 ZPO.
E117651
ECLI:AT:OGH0002:2017:0020OB00022.17Z.0223.000
JJT_20170223_OGH0002_0020OB00022_17Z0000_000