Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beschwerdefrist-in-verwaltungsgerichtlichen-prozesskostenhilfeangelegenheiten-319488
Timestamp: 2020-02-27 11:44:27
Document Index: 36116338

Matched Legal Cases: ['§ 147', '§ 127', '§ 166', '§ 127', '§ 569', '§ 166', '§ 569', '§ 166', '§ 569', '§ 146', '§ 147']

Beschwer­de­frist in ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­ge­le­gen­hei­ten | Rechtslupe
Beschwerdefrist in verwaltungsgerichtlichen Prozesskostenhilfeangelegenheiten
Beschwer­de­frist in ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­ge­le­gen­hei­ten
Für die Pro­zess­kos­ten­hil­fe­be­schwer­de im ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gilt die zwei­wö­chi­ge Frist des § 147 Abs. 1 Satz 1 VwGO. Die ein­mo­na­ti­ge Beschwer­de­frist des § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO fin­det kei­ne Anwen­dung.
Der Auf­fas­sung, auf die Pro­zess­kos­ten­hil­fe­be­schwer­de fin­de gem. § 166 VwGO die Vor­schrift des § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO Anwen­dung, die eine Not­frist von einem Monat für die Beschwer­de­ein­le­gung vor­sieht und an § 569 Abs. 1 Satz 1 ZPO als Frist­vor­schrift für die zivil­pro­zes­sua­le sofor­ti­ge Beschwer­de anknüpft, ist nicht zu fol­gen. § 166 VwGO ver­weist auf die Bestim­mun­gen der Zivil­pro­zess­ord­nung über die (Bewil­li­gung der) Pro­zess­kos­ten­hil­fe, erklärt von den Rechts­mit­tel­vor­schrif­ten der Zivil­pro­zess­ord­nung aber allein § 569 Abs. 3 Nr. 2 ZPO für anwend­bar. Die­ser – durch das Gesetz zur Berei­ni­gung des Rechts­mit­tel­rechts im Ver­wal­tungs­pro­zess 1 in die Ver­wal­tungs­ge­richts­ord­nung ein­ge­füg­ten – sin­gu­lä­ren Ver­wei­sung auf eine ein­zel­ne Vor­schrift der Zivil­pro­zess­ord­nung hät­te es nicht bedurft, wenn der Gesetz­ge­ber von einer Anwend­bar­keit der zivil­pro­zes­sua­len Rege­lun­gen für die sofor­ti­ge Beschwer­de auch auf die ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Pro­zess­kos­ten­hil­fe­be­schwer­de aus­ge­gan­gen wäre 2. § 166 VwGO kann daher nicht im Sin­ne einer Voll­ver­wei­sung auf die Vor­schrif­ten der Zivil­pro­zess­ord­nung über die sofor­ti­ge Beschwer­de inter­pre­tiert wer­den. Für das ver­wal­tungs­pro­zes­sua­le Rechts­mit­tel­recht ver­bleibt es im Übri­gen, d.h. jen­seits der Anwend­bar­keit des § 569 Abs. 3 Nr. 2 ZPO, daher bei den Bestim­mun­gen der §§ 146 ff. VwGO, ins­be­son­de­re auch bei der Frist des § 147 Abs. 1 Satz 1 VwGO. Die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis ent­spricht der ein­hel­li­gen Auf­fas­sung in der ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung 3.
Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Mai 2010 – 7 PA 36/​10
vom 20. Dezem­ber 2001, BGBl. I S. 3987[↩]
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 26.02.2004 – 12 E 1262/​02, NVwZ-RR 2004, 544[↩]
vgl. OVG LSA, Beschluss vom 21.8.2008 – 3 O 533/​08; Bay. VGH, Beschluss vom 03.04.2003 – 9 C 02.2916, BayVBl. 2003, 573; OVG NRW, a.a.O.; und Beschluss vom 04.10.1982 – 17 B 506/​82, OVGE MüLü 36, 164ff.[↩]
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