Source: http://strohbau-genossenschaft.de/genossenschaft-2.html
Timestamp: 2019-11-15 17:24:40
Document Index: 182545625

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 38']

Genossenschaft 2
Genossenschaft für Fortgeschrittene
Die Genossenschaft ist schon seit dem Mittelalter eine Unternehmensform, die der Mitgliederförderung durch Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung dient. Dabei können die Mitglieder z. B. als Bauleute und Bewohner oder als Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch gegensätzliche Interessen haben. Wenn sie aber alle ein gemeinsames Ziel haben, wie bei uns, gute ökologische Gebäude zu einem für alle auskömmlichen Preis zu bauen, dann ist die Genossenschaft für einen solchen Zusammenschluss die ideale Rechtsform.
Die besonderen Vorteile der Genossenschaft
► Mitglieder einer Genossenschaft sind in der Regel auch die Kunden und /oder Mitarbeiter des genossenschaftlichen Unternehmens.
► Die Genossenschaft ist eine demokratische Gesellschaftsform. Jedes Mitglied hat eine Stimme – unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung. Dies schützt vor der Dominanz Einzelner und sichert die Unabhängigkeit von externen Interessen.
► Die Genossenschaft bietet somit schon einen recht hohen Schutz gegen Spekulation.
► Die Genossenschaft ist eine flexible und dadurch stabile Rechtsform. Ein- und Austritt von Mitgliedern sind problemlos ohne notarielle Mitwirkung möglich.
► Mitglieder einer Genossenschaft haften nur mit ihrer Kapitaleinlage.
► Mitglieder einer Genossenschaft haben beim Ausscheiden einen Anspruch auf Rückzahlung ihres Geschäftsguthabens.
► Die Genossenschaft ist Mitglied in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband, der im Interesse der Mitglieder regelmäßig die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ordnungs-mäßigkeit der Geschäftsführung sowie bei größeren Genossenschaften den Jahresabschluss prüft.
► Die Genossenschaft ist aufgrund der internen Kontrolle durch ihre Mitglieder und die unabhängige Prüfung durch den Genossenschaftsverband die mit weitem Abstand insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland.
Aus der CD Neue Genossenschaften, Die_eingetragene_GS.pdf
Wie alles im Geschäftsleben ist auch bei der Genossenschaft vieles gesetzlich geregelt. Die Genossenschaft ist eine "juristische Person", sie kann also Verträge abschließen, Menschen beschäftigen und Häuser bauen....
Tätig werden kann eine Genossenschaft nur durch ihre Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Es müssen zwei Vorstandsmitglieder und drei Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden. Bei einer Genossenschaft mit weniger als 20 Mitgliedern, also bei uns am Anfang, kann der Vorstand auch aus nur einem Mitglied bestehen und auf einen Aufsichtsrat verzichtet werden. In diesem Fall nimmt die Generalversammlung die Funktionen des Aufsichtsrats wahr.
Um eine Genossenschaft zu gründen, braucht man mindestens drei Menschen und eine Idee, mit der man einen Nutzen für die Mitglieder erzeugen kann. Ein Mindeststartkapital ist nicht vorgeschrieben. Und damit alles mit rechten Dingen zugeht, braucht man einen Businessplan und muss Mitglied in einem genossenschaftlichen Prüfverband werden, der als erstes den Businessplan auf Herz und Nieren prüft.
Die Jahresprüfung
Der Prüfer des Prüfverbandes prüft danach in jedem Jahr neu alle geschäftlichen Vorgänge. Die Prüfer schauen sich dafür alle Belege an und passen auf, dass alles mit rechten Dingen zugeht, sie geben aus ihrer Erfahrung auch Hinweise und Tipps, die besonders für neue Genossenschaften sehr hilfreich sind.
So eine Prüfung kostet richtig Geld, aber dieses Geld ist sicherlich im Sinne der Mitglieder gut angelegt. In den ersten Jahren ist die Jahresprüfung günstiger, denn der Prüfverband lebt von diesem Geld und möchte, dass seine Mitglieder gute Geschäfte machen, und je umfangreicher die Prüfung, desto teurer wird sie. In den ersten Jahren werden die Prüfungskosten teilweise auch vom Land subventioniert.
Die Genossenschaft ist die sicherste Unternehmensform.
Diese Prüfungen und die starke Bindung der Mitglieder an ihre Genossenschaft schaffen ein hohes Maß an Kontrolle und Vertrauen und sichern der Genossenschaft auch die vielfältigen Kompetenzen der Mitglieder. So ist die Genossenschaft die sicherste Gesellschaftsform geworden, Genossenschaften sind nur sehr selten von Insolvenzen betroffen.
Wenn Du mehr über die Rechtsform der Genossenschaft erfahren möchtest, schau zuerst auf http://de.wikipedia.org/wiki/genossenschaft .
Ein netter Artikel über die Gründung einer Genossenschaft:http://www.mittelstandswiki.de/Genossenschaft_gründen und eine Sonderausgabe der WELT über Genossenschaften insbesondere im Energiedorf Jühnde.
Unter http://www.neuegenossenschaften.de kannst Du mehr über neue Genossenschaften und ihre Gründung erfahren und hier kannst Du auch eine interaktive CD über die Gründung einer Genossenschaft bestellen. Meist kann man die CD auch bei unseren Treffen erhalten.
Wer´s ganz genau wissen will: hier der Link zum Genossenschaftsgesetz.
So könnte unsere Satzung aussehen
Bei einer Genossenschaft mit weniger als 20 Mitgliedern ist einiges einfacher. Sie braucht nur einen Vorsitzenden und eine Generalversammlung.
Weil wir hoffen, dass wir bald mehr als 20 Mitglieder haben, haben wir hier nur die Muster-satzung von der CD "Neue Genossenschaften" ein wenig angepasst. Wenn wir mehr als 20 Mitglieder werden, müssen wir uns also noch einmal hinsetzen und dann eine richtig maßgeschneiderte Satzung machen.
Es gibt also Arbeit!
§ 1 Name, Sitz, Gegenstand, Geschäftsjahr
(1) Der Name der Genossenschaft lautet Strohbau-Genossenschaft eG.
(2) Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Karlsruhe
(3) Gegenstand des Unternehmens ist Förderung der Mitglieder durch Schaffung von Arbeitsplätzen und günstigen ökologischen Wohnungen.
(4) Die Genossenschaft kann sich an Unternehmen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten.
(6) Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr beginnt mit der Eintragung der Genossenschaft und endet mit Ablauf des Kalenderjahres.
§ 2 Geschäftsanteil, Zahlungen, Rücklagen, Nachschüsse, Rückvergütung, Verjährung
(1) Der Geschäftsanteil beträgt 250 Euro. Er ist sofort in voller Höhe einzuzahlen. Bis zur Hälfte des Geschäftsanteils kann der Vorstand Ratenzahlung binnen zwei Jahren zulassen.
(2) Ein Mitglied kann bis zu 1000 Geschäftsanteile übernehmen.
(3) Durch Beschluss der Generalversammlung kann ein Eintrittsgeld von 750 Euro festgelegt werden, das den Rücklagen zugeführt wird. Dieses Eintrittsgeld wird von den Mitgliedern erhoben, die der Genossenschaft nach Fertigstellung des Rohbaus des ersten Gebäudes beitreten. Es kann ebenfalls in Raten bezahlt werden.
(4) Der gesetzlichen Rücklage sind mindestens 50 % des Jahresüberschusses zuzuführen, bis mindestens 200 % der Summe der Geschäftsanteile erreicht sind.
(6) Die Mitglieder haben Anspruch auf die vom Vorstand beschlossene Rückvergütung.
(7) Ansprüche auf Auszahlung von Gewinnen, Rück­ver­gütun­gen und Auseinander-setzungsguthaben verjähren in zwei Jah­ren ab Fälligkeit. Die Beträge werden den Rücklagen zugeführt.
(1) Die Generalversammlung wird vom Vorstand oder dem Bevollmächtigten (§ 5) durch unmittelbare Benachrichtigung sämtlicher Mitglieder in Textform einberufen. Die Einladung muss mindestens zwei Wochen, Ergänzungen und Änderungen der Tagesordnung müssen mindestens eine Woche vor der Generalversammlung erfolgen. Die Mitteilungen gelten als zugegangen, wenn sie zwei Werktage vor Beginn der Frist abgesendet worden sind.
(2) Die Generalversammlung wird vom Bevollmächtigten geleitet. Bei dessen Verhinderung bestimmt die Generalversammlung die Versammlungsleitung.
(3) Die Generalversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens drei Mitglieder anwesend sind.
(5) Die Generalversammlung beschließt über die nach dem Gesetz und der Satzung vorgesehenen Gegenstände, insbesondere auch über alle Arten von Grundstücksgeschäften, Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen und Beteiligungen sowie über Investitionen von mehr als 5000 Euro oder Dauerschuldverhältnisse mit einer jährlichen Belastung von mehr als 1000 Euro. Vor dem Erwerb des Grundstückes für den ersten Bau betragen diese Grenzen 200 bzw. 50 Euro.
(7) Die Generalversammlung kann sich mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen eine Geschäftsordnung geben.
(1) Der Vorstand besteht aus einem Mitglied.
(2) Der Dienstvertrag mit dem Vorstand wird von dem Bevollmächtigten (§ 5) mit Zustimmung der Generalversammlung abgeschlossen.
(3) Der Vorstand führt die Genossenschaft in eigener Verantwortung. Er kann sich eine Geschäftsordnung geben, die der Zustimmung der Generalversammlung bedarf. In den nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehenen Fällen bedarf der Vorstand der Zustimmung der Generalversammlung. Die Zustimmung kann für gleichartige Geschäfte generell erteilt werden.
(4) Der Vorstand bedarf für die Aufnahme des 21. Mitglieds der Zustimmung der Generalversammlung. Bei der Einladung zu dieser Generalversammlung hat der Vorstand vorsorglich Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat sowie entsprechende Satzungsänderungen auf die Tagesordnung zu setzen.
§ 5 Bevollmächtigter, Revisionskommission
(1) Die Genossenschaft hat keinen Aufsichtsrat. Die gesetzlichen Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats nimmt die Generalversammlung wahr.
(2) Die Generalversammlung wählt aus ihrer Mitte für die Dauer von 2 Jahren einen Bevollmächtigten.
(3) Der Bevollmächtigte vertritt die Genossenschaft gegenüber den Vorstandsmitgliedern und nimmt die übrigen ihm nach dem Gesetz zugewiesenen Aufgaben wahr.
(4) Die Generalversammlung bestimmt eine Revisions­kommission, die aus dem Bevollmächtigten und mindestens einem weiteren Revisor besteht. Im Rahmen der Prüfung des Jahresabschlusses übernimmt die Revisionskommission die Aufgaben des Aufsichtsrats nach § 38 Abs. 1 Satz 3 GenG.
(1) Die Kündigungsfrist beträgt 12 Monate zum Schluss des Geschäftsjahres.
(4) Über den Ausschluss entscheidet der Vorstand. Gegen den Ausschließungsbeschluss kann binnen 4 Wochen nach Absendung bei der Generalversammlung Widerspruch eingelegt werden (Ausschlussfrist). Erst nach der Entscheidung der Generalversammlung kann der Ausschluss gerichtlich angefochten werden. Über den Ausschluss von Vorstandsmitgliedern oder des Bevollmächtigten entscheidet die Generalversammlung.
(5) Beim Auseinandersetzungsguthaben werden Verlust­vorträge anteilig abgezogen. Das Guthaben haftet der Genossenschaft als Pfand für etwaige Ansprüche gegenüber dem betreffenden Mitglied.
(6) Das Auseinandersetzungsguthaben wird 3 Jahre nach dem Wirksamwerden der Kündigung zurückgezahlt. In dieser Zeit werden die Gewinnanteile weitergezahlt. Seit der Kündigung anfallende Verlustanteile werden aber nicht mehr abgezogen.
Bekanntmachungen, deren Veröffentlichung vorgeschrieben ist, erfolgen unter der Firma der Genossenschaft im Internet unter www.Strohbau-Genossenschaft.de und in der BNN, Karlsruhe.