Source: https://www.unternehmerkompositionen.com/2018/06/14/%C3%BCbertragung-von-kapitalgesellschaftsanteilen-an-eine-stiftung-ein-zwischenstand-zum-schicksal-der-verlustvortr%C3%A4ge/
Timestamp: 2018-09-21 01:06:25
Document Index: 269934913

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Übertragung von Kapitalgesellschaftsanteilen an eine Stiftung – Ein Zwischenstand zum Schicksal der Verlustvorträge - UnternehmerKompositionen - sinnstiftende Konzepte und Stiftungsstrategien
Um diesen sogenannten Mantelkauf zu unterbinden, wurde die Vorschrift des § 8c des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) eingeführt. § 8c Absatz 1 Satz 1 KStG sieht in den Fällen, in denen innerhalb von fünf Jahren mehr als 25% der Anteile einer Kapitalgesellschaft an einen Erwerber übergehen, einen Untergang der noch ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge in Höhe der übertragenen Quote vor
(„schädlicher Beteiligungserwerb“). Mit Beschluss vom 29.03.2017 (Az. 2 BvL 6/11) entschied das Bundesverfassungsgericht, dass diese Fassung gegen den Gleichheitsgrundsatz (Artikel 3 GG) verstößt und setzte dem Gesetzgeber eine Frist für eine rückwirkend ab dem 01.01.2008 in Kraft tretende Neufassung bis zum 31.12.2018.
Anstelle eines quotalen Untergangs sieht § 8c Absatz 1 Satz 2 KStG in Fällen, in denen mehr als 50% der Anteile innerhalb von fünf Jahren auf einen neuen Erwerber übergehen, einen vollständigen Untergang der noch ungenutzten steuerlichen Verlustvorträge einer Kapitalgesellschaft vor. Per Vorlagebeschluss vom
29.08.2017 (Az. 2 K 245/17) legte das Finanzgericht Hamburg dem Bundesverfassungsgericht die Frage vor, ob nicht auch diese Regelung verfassungswidrig sei.
Zumindest ab dem 01.01.2016 besteht durch die Einführung des „fortführungsgebundenen Verlustvortrags“ in § 8d KStG für Erwerber, die den Betrieb der erworbenen Kapitalgesellschaft unverändert fortführen, die Möglichkeit eine Erhaltung der steuerlichen Verlustvorträge in voller Höhe zu beantragen. Um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden sollte dieser Antrag stets zusammen mit der Körperschaftsteuererklärung für das Jahr der Anteilsübertragung eingereicht werden und nicht erst im Laufe eines Einspruchsverfahrens.
Aufgrund der Verzögerung durch die langanhaltende Regierungsbildung steht der Gesetzgeber nunmehr unter Zeitdruck, die Frist für eine verfassungskonforme Neufassung der Verlustabzugsbeschränkung bis zum 31.12.2018 einzuhalten. Es bleibt abzuwarten, ob die Regelung des § 8d KStG nun rückwirkend zum 01.01.2008 in Kraft treten soll oder gar eine neue Konzeption des § 8c KStG vorgenommen wird.
Freiheit und Selbstverantwortung – Ermutigung durch eine Familienstiftung
Antrieb und Gestaltungskraft fördern
Eine sorgfältig gestaltete Familienstiftung kann als Instrument zur individuellen Förderung von Freiheit und Selbstverantwortung wirken. In der Stiftungssatzung wird festgelegt, welche Begünstigte zu welchen Zwecken mit welchen Mitteln unterstützt werden sollen. Auf diese Weise fördern Familienstiftungen Schaffenskraft und Tatendrang und geben einen stabilen Ordnungsrahmen für die selbstbestimmte Weiterentwicklung.
Spezialfonds für stiftungsverbundene Unternehmen
VON NORBERT SCHULZE BORNELFELD
Deutsche Familienunternehmen und insbesondere Unternehmen mit einem Stiftungshintergrund sind seit Jahren sehr erfolgreich in ihren Märkten und kapitalseitig gut gerüstet. Ihre Produkte sind Weltklasse und die Welt beneidet uns für unseren starken inhabergeführten Mittelstand, der das Rückgrat unseres Erfolges
darstellt. Der Begriff „Hidden Champions“ ist Synonym für diesen Erfolg. Entsprechend stark stellen sich die Bilanzen vieler dieser Unternehmen dar. Die Firmentresore sind oft gut gefüllt, die strategischen Liquiditätspositionen versetzen die Firmen damit in eine sehr gute Ausgangslage für eventuell notwendig werdende Anpassungen in der Zukunft.
Zukunftsorientierte Eigentümerstruktur und Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung – mit einer unternehmensverbundenen gemeinnützigen Stiftung (4/4)
VII. Steuerliche Rahmenbedingungen
Im Fall einer positiven Feststellungsentscheidung über den Status der Gemeinnützigkeit durch das zuständige Finanzamt werden einer gemeinnützigen Stiftung folgende steuerliche Begünstigungen eingeräumt:
Zuwendungen in Form einer Erbschaft oder Schenkung an die Stiftung sind – unabhängig von ihrem Wert – von der Erbschaftsteuer befreit.
Die Stiftung unterliegt nur mit einem sogenannten wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der laufenden Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.
Spenden zur Förderung des gemeinnützigen Zwecks und Vermögenszuwendungen in den Vermögensstock der Stiftung können steuermindernd als Sonderausgabe bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden.
Anders als eine privatnützige Familienstiftung unterliegt eine gemeinnützige Stiftung mit ihrem Vermögen keiner Erbersatzsteuer.