Source: https://www.timetac.com/de/zeiterfassungslexikon/urlaubsgesetz/
Timestamp: 2020-07-13 16:54:00
Document Index: 353902436

Matched Legal Cases: ['§1', '§2', '§2', '§4', '§4', '§5', '§6', '§10']

Urlaubsgesetz | Definition | Gesetzliche Regelungen & Bestimmungen
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Definition: Was besagt das Urlaubsgesetz?
Das Urlaubsgesetz (UrlaubsG) wurde mit 7. Juli 1976 erstmals erlassen und regelt jede Art von betrieblichem Urlaub (Erholungs-, Pflegeurlaub, …) in Österreich. Die letzte Änderung wurde im Jahr 2013 vollzogen. Das Gesetz besteht aus zwei Abschnitten zu insgesamt 19 Paragraphen, zzgl. gesonderter Artikel. Während das Urlaubsgesetz die Lage in Österreich bestimmt, gilt in Deutschland das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).
Für wen gilt das Urlaubsgesetz? (§1)
Auf wie viele Urlaubstage besteht Anspruch? (§2)
Wann wird Urlaubsanspruch geltend? (§2)
Wann kann Urlaub konsumiert werden? (§4)
Wann verfällt Urlaub? (§4)
Was passiert, wenn der Arbeitnehmer während des Urlaubs erkrankt? (§5)
Hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubsentgelt? (§6)
Was passiert mit den Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers, wenn eine Kündigung ausgesprochen wird? (§10)
Was passiert, wenn gegen das Urlaubsgesetz verstoßen wird?
Wie können Verletzungen des Urlaubsgesetzes vorgebeugt werden?
Der Geltungsbereich des österreichischen Urlaubsgesetzes bezieht sich grundsätzlich auf Arbeitnehmer aller Art, welche einen privatrechtlichen Arbeitsvertrag besitzen. Ausgenommen sind u.a. Heimarbeiter, land- und forstwirtschaftliche Arbeiter, Arbeitnehmer bei Gemeinden, Anstalten und öffentlichen Stiftungen.
In Österreich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf 25 Urlaubstage im Arbeitsjahr. Ist dieser seit über 25 Jahren im Unternehmen tätig, erhöht sich dieser Anspruch auf 30 Tage. Die Angaben beziehen sich hierbei auf eine fünf-Tage-Woche. Wird weniger als fünf Tage pro Woche gearbeitet, kann der Urlaubsanspruch aliquot berechnet werden. Bei beispielsweise einer zwei-Tage-Woche gebühren dem Arbeitnehmer zehn Urlaubstage.
Das Arbeitsjahr muss nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmen, sondern kann vom Arbeitgeber zeitverschoben definiert werden. Der individuelle Jahreszeitraum muss trotzdem die Dauer eines Jahres aufweisen.
Der volle Urlaubsanspruch wird im ersten Arbeitsjahr nach sechs Monaten geltend. Ab dem zweiten Jahr stehen dem Arbeitnehmer alle seine Urlaubstage zu Beginn des definierten Jahreszeitraums zur Verfügung. Vor Beendigung der Wartezeit von sechs Monaten wird ein aliquoter Anteil des Urlaubsanspruchs gewährt.
Der Zeitpunkt des Urlaubsantrittes muss individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Dabei muss Rücksicht auf die Wünsche des Arbeitnehmers genommen werden als auch auf Erfordernisse des Betriebs. Bei anderen Gründen der Abwesenheit durch Arbeitsverhinderung darf dieser Zeitraum nicht als Urlaubskonsum angesehen werden.
Grundsätzlich sollte der Urlaubsanspruch in dem Jahr, in welchem er angefallen ist, verwendet werden, da dieser zur Erholung des Mitarbeiters dient. Dennoch können nicht konsumierte Urlaubstage in die nächste Periode übertragen werden. Übrig gebliebenen Urlaub nennt man Resturlaub. Dieser verfällt in Österreich erst nach einer Verjährungsfrist von zwei Jahren.
In einem Krankheitsfall des Arbeitnehmers kann der zuvor genommene Urlaub “zurückerstattet” werden. Als Voraussetzung dafür gilt eine Krankheitsbescheinigung eines Arztes bzgl. Dauer, Beginn und Ursache der Arbeitsunfähigkeit zu erbringen. Zudem darf der Krankheitsfall nicht fahrlässig vom Arbeitnehmer herbeigeführt worden sein.
Ja, dem Arbeitnehmer gebührt dasselbe Entgelt, das er bekommen hätte, wenn er keinen Urlaub genommen hätte. Bei beispielsweise Akkordarbeit wird das Urlaubsentgelt nach dem Durchschnitt der letzten 13 voll gearbeitenden Wochen berechnet. Das Urlaubsentgelt ist vor dem Urlaubsantritt auszubezahlen.
Im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses gebührt dem Mitarbeiter eine Urlaubsersatzleistung, wenn dieser weniger Urlaub konsumiert hat, als ihm in dem Zeitraum vor der Kündigung zugestanden wäre. Diese Leistung kann jedoch nicht geltend gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer ohne wichtigen Grund vorzeitig austritt. Hat der Arbeitnehmer mehr Urlaub verbraucht als ihm zusteht, ist aliquot ein Erstattungsbetrag zu berechnen.
Bei Verletzungen des österreichischen Urlaubsgesetzes wird der Arbeitgeber mit einer Geldstrafe bestraft. In einzelnen Fällen gelten strengere Regelungen.
Mithilfe einer Software zur Personalzeiterfassung und Urlaubsverwaltung kann ein Überblick über die Urlaubsansprüche und konsumierte Urlaubstage aller Mitarbeiter gewonnen werden. Dabei werden Urlaubsansprüche automatisch berechnet, Urlaubsanträge des Arbeitnehmers direkt an den Vorgesetzten gesendet und im Kalender eingetragen. Dadurch erkennt das System, dass es sich nicht um Fehlstunden handelt. Resturlaub wird ebenso automatisch in die nächste Periode übertragen oder gelöscht, sollte dieser verjährt sein.
Neben den automatischen Funktionen einer solchen Software, behält der Arbeitgeber den Überblick über zukünftige Abwesenheitszeiten der Arbeitnehmer und kann so Projekte dementsprechend planen.
https://www.jusline.at/gesetz/urlaubsg/paragraf/1