Source: https://www.perspektive-darmstadt.de/angebotsbeschreibung/?type=98
Timestamp: 2020-02-26 18:27:10
Document Index: 209418244

Matched Legal Cases: ['§27', '§ 27', '§ 29', '§29', '§30', '§35', '§35', '§18', '§31']

Perspektive Darmstadt: Angebotsbeschreibung
Unsere Konzepte werden seit 1998 kontinuierlich weiterentwickelt, so dass Sie auf ein breites Spektrum an Hilfsangeboten zurückgreifen können. Gerne erarbeiten wir für Jugendämter individuelle pädagogische Konzepte und setzen diese in Kooperation mit Ihnen optimal um.
Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, rufen Sie uns bitte an. Wir werden Ihnen umgehend unser ausführliches Informationsmaterial zusenden.
Natürlich richten sich die hier dargestellten Informationen auch an Menschen, die Unterstützung suchen und sich zunächst auf diesem Wege informieren möchten. Die im Folgenden dargestellten Angebote zur Hilfen zur Erziehung nach §27 ff SGB VIII sind zunächst beim zuständigen Allgemeinen Sozialen Dienst bei dem für Sie zuständigem Jugendamt zu beantragen. Im Anschluss daran können sie als Familie mit entscheiden, bei welchem Träger sie die Hilfe in Anspruch nehmen möchten.
Familienmaßnahmen nach dem SGB VIII § 27 Hilfe zur Erziehung
§ 29 Gruppenangebot
Durch die Teilnahme an Gruppenangeboten nach §29 SGB VIII soll den Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen geholfen werden. Ziel des Gruppenangebotes ist es, dass die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch soziales Lernen gefördert wird. Durch das Aufzeigen von geltenden Normen und Regeln sollen die Gruppenteilnehmer lernen in Konfliktsituationen angemessen zu reagieren.
Bsp.: Ein Kind hat nur wenig soziale Kontakte und hat Schwierigkeiten seine Konflikte mit anderen angemessen zu lösen. Im Rahmen des Gruppenangebotes kann das Kind mit Hilfe der anderen Kindern und der pädagogischen Fachkräfte Strategien erlernen, die ihm beim Lösen von Konflikten helfen können.
§30 Erziehungsbeistandsschaft
Im Rahmen der Erziehungsbeistandsschaft wird das Kind beziehungsweise der Jugendliche bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen durch den Erziehungsbeistand unterstützt. Diese Unterstützung findet möglichst unter Einbeziehung des Lebensbezugs zur Familie statt. Langfristiges Ziel ist dabei die Förderung der Selbständigkeit des Kindes beziehungsweise des Jugendlichen. Ein besonderer Fokus liegt dabei gegebenenfalls bei der Unterstützung der schulischen Angelegenheiten oder auch bei der Unterstützung der Kindeseltern bei bürokratischen Anliegen.
Auf Grund von verschiedenen Ereignissen und Gegebenheiten können Kinder beziehungsweise Jugendliche in die Situation kommen, dass sie mit schwierigen Lebenslagen oder Konflikten konfrontiert werden, deren Bewältigung sie nicht alleine meistern können. Ein Beispiel hierfür kann die Trennung der Eltern und ein damit verbundener Verlust des sozialen Umfeldes sein.
Durch intensive Betreuung und Begleitung sollen Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen, sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützt werden und Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine Hilfe, die in der Regel auf längere Dauer angelegt ist. Im Hilfeplangespräch werden regelmäßig mit den zuständigen KollegInnen des Jugendamtes, der Auftragspädagogin und der Familie Ziele vereinbart. Mögliche Ziele können die Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung sein, die Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Wohnung, die Unterstützung in administrativen Angelegenheiten oder auch die Anbindung an therapeutische Maßnahmen.
In Anlehnung an die individuellen Bedürfnisse des Jugendlichen soll die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung den Jugendlichen bei der Entwicklung einer eigenverantwortlichen Lebensführung unterstützen und die Selbständigkeit fördern. Zusätzlich ist sie für Jugendliche ausgelegt, die eine intensive Unterstützung zur sozialen Integration bedürfen.
Bsp.: Die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll den Jugendlichen dabei unterstützen eine berufliche Perspektive zu entwickeln, ihn bei dem Umgang in administrativen Angelegenheiten (zum Beispiel beim Leben in einer eigenen Wohnung) unterstützen oder auch bei der Schaffung einer angemessenen Nähe-Distanz-Beziehung zu seiner Familie.
§35a Schulbegleitung / Teilhabeassistenz (THA)
Erziehungsberechtigte von Kindern und Jugendlichen können die Schulbegleitung nach §35a SGB VIII beantragen, wenn ihre Kinder aufgrund einer (drohenden) seelischen Störung (Autismusspektrumsstörung, ADHS, ..) an der Teilhabe beeinträchtigt sind oder eine Beeinträchtigung zu erwarten ist.
Die Feststellung einer solchen Beeinträchtigung erfolgt durch einen Arzt und ist die Voraussetzung für eine Schulbegleitung / Teilhabeassistenz.
Dies bedeutet konkret, dass die Schulbegleitung / Teilhabeassitenz dem Schüler dabei hilft seinen Schulalltag zu strukturieren und zu organisieren, sowie ihn in seinem Selbstvertrauen und seiner Selbstständigkeit fördert.
Bsp.: Hat ein Kind Probleme dem Unterricht zu folgen und fällt es wiederholt durch sein Verhalten auf, kann dem Kind durch die Schulbegleitung / Teilhabeassistenz geholfen werden. Dadurch kann das Kind lernen seinen Schulalltag besser zu organisieren, um so besser dem Unterricht folgen zu können. Im Rahmen von Inklusion kann somit auf eine alternative Schulform verzichtet werden.
Die Hilfen für junge Volljährige sind ein Hilfsangebot für junge Menschen, welches bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt werden kann. Ziel der Hilfe ist es durch die Betreuung und Begleitung in verschiedenen Alltagssituationen die jungen Erwachsenen im Prozess der Verselbstständigung zu unterstützen.
Bsp.: Ein junger Mensch hat noch Probleme bei der Bewältigung seines Alltags in einer eigenen Wohnung, beispielsweise bei der Vereinbarung von Haushaltsaufgaben und Schule oder Beruf. Durch die Hilfe für junge Volljährige sollen mit ihm Strategien entwickelt werden, die ihm dabei helfen seinen Alltag besser zu strukturieren und zu organisieren.
§18 Begleiteter Umgang
Ein begleiteter Umgang erscheint als geeignet, wenn aufgrund eines hohen Konfliktpotentiales zwischen den Eltern kein regelmässiger Kontakt zum Kind stattfinden kann.
Dank des begleiteten Umgangs können somit Kontakt- und Beziehungsabbrüche zwischen dem Kind und wichtigen Bezugspersonen vermieden werden. Die Belastung des Kindes sowie Konflikte zwischen den Beteiligten werden verringert und langandauernde familiengerichtliche Auseinandersetzungen sollten hierüber beendet werden.
Ziel des begleiteten Umgangs ist die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der emotionalen und sozialen Beziehung und Bindung zwischen den Umgangsberechtigten und dem Kind. Die Eltern sollen dazu befähigt werden, ihre Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf das Kind so zu gestalten, dass ein regelmässiger Kontakt ohne Steuerung von Aussen stattfinden kann.
Hierfür werden neben der direkten Begleitung der Umgangskontakte, moderierte Gespräche durch die Fachkraft angeboten.
AFT - Aufsuchende Familientherapie
Gründe für eine AFT können u.a. Erziehungsprobleme, Krisen aufgrund von Trennung und Scheidung, Verhaltensauffälligkeiten und Schulschwierigkeiten, sowie Paarkonflikte, die sich auf die Kinder auswirken, sein.
Ziel der Aufsuchenden Familientherapie ist es die Selbsthilfekräfte der Familie zu stärken und über neue Handlungsmuster Ressourcen freizulegen, wodurch die Familie die Möglichkeit erhalten soll, neue Strukturen und Prozesse zu etablieren.
MFT – Mehrfamilientherapie
Die Mehrfamilientherapie ist die gleichzeitige therapeutische Beratung von verschiedenen Familien mit ähnlich gelagerten Problemen in einer Gruppe.
Durch die Anleitung zweier ausgebildeter Familientherapeuten sowie die Unterstützung in der Gruppe besteht die Möglichkeit Symptome und problematische Verhaltensweisen einer Familie aus unterschiedlichen Perspektiven differenziert zu bearbeiten.
Ziel ist es, dass die Familien durch ihre gemeinsame Arbeit voneinander lernen, sich gegenseitig motivieren und inspirieren können, sowie ihre eigenen Ressourcen (wieder) entdecken und aus ihrer sozialen Isolation herausfinden. Es besteht außerdem die Möglichkeit, dass sich zwischen den Familien ein sich unterstützendes Netzwerk bildet.
Im Rahmen der Spieltherapie können Kinder und Jugendliche ihre Erfahrungen und Erlebnisse verarbeiten, um ihre eigenen Gefühle und Wünsche besser zu verstehen. Durch das Spielen als zentrale Ausdrucksmöglichkeit lernen Kinder und Jugendliche angemessen mit Situationen umzugehen.
Bsp.: Ein Kind, das sehr belastende Erfahrungen (z.B. Trennung der Eltern/ Gewalt) gemacht hat, kann in der Spieltherapie lernen mit dem Erlebten umzugehen und es zu verarbeiten.
Das Antiaggressionstraining hat die Zielsetzung, aggressive und gewaltbereiten Jugendlichen und Kindern mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, um so der Anwendung jeglicher Gewalt vorzubeugen und entgegenzuwirken. Sie sollen lernen auf Gewaltanwendungen zu verzichten. Dabei sollen neue Konfliktlösungsstrategien erarbeitet und eingeübt werden.
Beim Clearing wird innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (ca. 3 Monate) herausgefunden, was die passende Unterstützung für Sie und ihre Familie ist. Hierfür werden Gespräche mit allen Familienmitgliedern geführt und ggf. Gespräche mit Kita, Schule etc.. Darüber hinaus werden über Interaktionsbeobachtungen (beispielsweise auf dem Spielplatz) Rückschlüsse auf die passende Hilfe gezogen.
Zum Ende des Clearings geben wir eine Empfehlung für eine weiterführende Maßnahme ab. Das Jugendamt entscheidet im Anschluss die weitere Vorgehensweise.
im Bereich Frühe Hilfen:
Netzwerkpartner im Darmstädter Modell „Kinder schützen-Familien fördern“
Kinderkrankenschwestern in Verbindung mit §31
Unsere derzeitigen Arbeitsschwerpunkte und Zielgruppen im Rahmen von Familienmaßnahmen sind:
Missbrauch und Misshandlung von Jungen und Mädchen
Problematik homosexueller Jugendlicher und Erwachsener
Integration von Klienten mit Migrationshintergrund
besondere psychische Störungsbilder
extreme Formen der Vernachlässigung bei Familien, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in akuten oder latenten Lebenskrisen
Verhinderung von stationären Maßnahmen
Sicherstellung des Kinderschutzes im Rahmen unserer ambulanten Möglichkeiten (Einsatz von Kinderkrankenschwestern)