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Timestamp: 2016-10-22 07:04:45
Document Index: 3599895

Matched Legal Cases: ['Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 76', 'Art. 79', 'Art. 2', 'Art. 105', 'Art. 99', 'Art. 80', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 31', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 15', 'Art. 13', 'Art. 81', 'Art. 79', 'Art. 15', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 66']

2C_548/2011 (26.07.2011)
2C_548/2011
X.________, ehemals im Ausschaffungsgef�ngnis
in der Strafanstalt A.________,
Beschwerde gegen die Verf�gung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Haftrichterin,
X.________ (geb. 1987) stammt aus Nigeria. Er ersuchte im Jahr 2009 in der Schweiz erfolglos um Asyl (Nichteintretensentscheid des Bundesamts f�r Migration vom 22. Oktober 2009 best�tigt mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2009). Am 10. M�rz 2010 nahm das Amt f�r Migration des Kantons Zug X.________ in Ausschaffungshaft; ab dem 7. Juni 2010 ersetzte es diese durch eine Durchsetzungshaft, aus der X.________ am 16. Mai 2011 entlassen wurde. Am 27. Mai 2011 nahm das Amt f�r Migration des Kantons Zug X.________ erneut in Ausschaffungshaft, welche die Haftrichterin am Verwaltungsgericht des Kantons Zug am 30. Mai 2011 pr�fte und bis zum 26. August 2011 best�tigte.
X.________ beantragt vor Bundesgericht, die richterliche Haftgenehmigung aufzuheben und das Amt f�r Migration des Kantons Zug anzuweisen, ihn sofort aus der Haft zu entlassen. X.________ macht geltend, er sei in Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r im haftrichterlichen Verfahren nicht anwaltlich vertreten gewesen; zudem erscheine seine Hafterstehungsf�higkeit als fraglich. Die Haftrichterin am Verwaltungsgericht des Kantons Zug beantragt, die Beschwerde vollumf�nglich abzuweisen. Das Amt f�r Migration des Kantons Zug und das Bundesamt f�r Migration haben sich nicht vernehmen lassen.
Am 18. Juli 2011 liess X.________ mitteilen, dass er nach Nigeria ausgeschafft worden sei. Seine Beschwerde sei dennoch zu behandeln, da die grunds�tzliche Frage offenbleibe, "wie weit dem Ausschaffungsh�ftling das Recht auf anwaltschaftliche Vertretung beschnitten werden" d�rfe. Auf R�ckfrage des Gerichts hin best�tigte das Amt f�r Migration des Kantons Zug am 19. Juli 2011, dass X.________ bereits am 7. Juli 2011 mit einem Sonderflug nach Lagos/Nigeria ausgeschafft worden sei und sich seither nicht mehr in Ausschaffungshaft befinde.
1.1 Zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist legitimiert, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verf�gung besonders ber�hrt ist und �ber ein aktuelles schutzw�rdiges Interesse an deren Aufhebung oder �nderung verf�gt (Art. 89 Abs. 1 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.3 S. 252). F�llt das aktuelle Interesse im Verlauf des Verfahrens dahin, wird die Sache als erledigt erkl�rt und die Beschwerde gegenstandslos; fehlte es schon bei Beschwerdeeinreichung, ist auf die Eingabe nicht einzutreten (vgl. BGE 136 III 497 E. 2.1 [BGG]; 118 Ia 488 E. 1a [OG]).
1.2 Aufgrund der bisherigen bundesgerichtlichen Praxis hatte der Ausl�nder nach seiner Ausschaffung oder Freilassung kein praktisches Interesse mehr daran, dass der Haftentscheid nachtr�glich noch auf seine Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht hin gepr�ft wird. F�r das Gericht bestand in solchen F�llen auch regelm�ssig kein Anlass, ausnahmsweise auf dieses Erfordernis zu verzichten (vgl. die Urteile 2C_423/2007 vom 27. September 2007 E. 2; 2C_78/2007 vom 19. April 2007 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.3 In Anlehnung an BGE 136 I 274 ff. und unter Ber�cksichtigung der neusten Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte (Urteil i.S. Jusic gegen die Schweiz vom 2. Dezember 2010 [4691/06]) hat das Bundesgericht diese Praxis in einem neusten Urteil dahin gehend pr�zisiert, dass die Haftentlassung (auch) bei der ausl�nderrechtlichen Administrativhaft nicht mehr zur Gegenstandslosigkeit des Rechtsmittels f�hrt, wenn bez�glich der beendeten Festhaltung - rechtsgen�gend begr�ndet (vgl. Art. 42 BGG) und in vertretbarer Weise ("griefs 'd�fendables' fond�s sur la Convention") - eine Missachtung von Garantien der EMRK geltend gemacht wird, wobei diesbez�glich nicht �berspitzt formalistisch zu entscheiden und der Situation des Betroffenen als H�ftling angemessen Rechnung zu tragen ist (vgl. BGE 132 I 249 E. 5 S. 253; 135 I 6 E. 2.1 S. 9). Die entsprechenden R�gen sind jeweils zu pr�fen und f�hren gegebenenfalls zu einem richterlichen Feststellungsentscheid (vgl. BGE 2C_745/ 2010 vom 31. Mai 2011 E. 4.3.4). Der Beschwerdef�hrer macht im vorliegenden Verfahren inhaltlich in vertretbarer Weise geltend, unter Verletzung von Konventionsgarantien inhaftiert worden zu sein. An der Beurteilung der Konventionskonformit�t seiner Haft hat er nach dem Gesagten ein fortbestehendes Feststellungsinteresse, weshalb auf seine Eingabe einzutreten ist, auch wenn er inzwischen in seine Heimat ausgeschafft wurde.
2.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen im Sinne von Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht dabei von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (vgl. BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der Begr�ndungspflicht des Betroffenen (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), nur die vorgebrachten R�gen, es w�re denn weitere rechtliche M�ngel erschienen geradezu offensichtlich. Das Bundesgericht ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese in seinem Verfahren nicht mehr problematisiert werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1).
2.2 Der Beschwerdef�hrer stellt den angefochtenen Entscheid nur bez�glich seiner anwaltlichen Vertretung im richterlichen Haftpr�fungsverfahren und hinsichtlich seiner Hafterstehungsf�higkeit infrage; einzig diese R�gen sind zu pr�fen, da das Vorliegen der �brigen (materiellen) Haftvoraussetzungen (Haftgr�nde usw.) nicht bestritten ist und diesbez�glich auch keine ins Auge springenden M�ngel vorliegen: Der Beschwerdef�hrer wurde am 27. Mai 2011 gest�tzt auf den asylrechtlichen Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid vom 22. Oktober 2009 im Anschluss an seine Entlassung aus der Durchsetzungshaft erneut ausl�nderrechtlich inhaftiert (Art. 32 Abs. 2 lit. a AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 76 Abs. 1 lit. b Abs. 2 AuG [SR 142.20]), nachdem der Wegweisungsentscheid wegen der Einstellung der Sonderfl�ge nach Nigeria zuvor nicht zwangsweise hatte vollzogen werden k�nnen und mehrere Versuche, ihn zu einer freiwilligen R�ckkehr in seine Heimat zu bewegen, an seinem renitenten Verhalten gescheitert waren. Am 5. November 2010 vereinbarten die nigerianischen und schweizerischen Beh�rden die Wiederaufnahme der zwangsweisen R�ckf�hrungen, wobei f�r den 7. Juli 2011 ein erster Sonderflug geplant war (der in der Folge auch durchgef�hrt werden konnte). Hierin lag ein (neuer) Umstand, der den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdef�hrers wiederum in absehbare N�he r�ckte und eine erneute ausl�nderrechtliche Festhaltung im Rahmen der maximal zul�ssigen Haftdauer von 18 Monaten erm�glichte (vgl. Art. 79 AuG in seiner Fassung gem�ss Art. 2 Ziff. 1 des BB vom 18. Juni 2010 betreffend die �bernahme der EG-R�ckf�hrungsrichtlinie [Richtlinie 2008/115/EG]). Zwar war der Beschwerdef�hrer zuvor bereits w�hrend rund 14 Monaten ausl�nderrechtlich festgehalten worden, dennoch erschien wegen seines bisherigen renitenten Verhaltens eine erneute Inhaftierung nicht unverh�ltnism�ssig: Es durfte davon ausgegangen werden, dass seine zwangsweise Ausschaffung in der verbleibenden Zeit m�glich sein w�rde.
Der Beschwerdef�hrer macht unter Hinweis darauf, dass er vom 19. bis zum 26. Juni 2011 in die Psychiatrische Klinik B.________ habe verlegt werden m�ssen, geltend, dass seine Hafterstehungs- und "R�ckkehrf�higkeit" fraglich gewesen seien. Die von ihm bereits an der Haftpr�fungsverhandlung vorgebrachten gesundheitlichen St�rungen seien zu Unrecht nicht vertieft abgekl�rt worden. Seine Ausf�hrungen �berzeugen nicht: Wie sich aus dem Protokoll der Verhandlung vor der Haftrichterin ergibt, klagte er dort lediglich �ber diffuse Beschwerden ("multiple problems"), die er auf Nachfrage hin nicht n�her beschreiben wollte oder konnte. Aus den Akten der fr�heren Haftverfahren ergaben sich keinerlei Hinweise auf die behauptete fehlende Hafterstehungsf�higkeit. Im Zeitpunkt der Haftgenehmigung war eine Arztkonsultation wenige Stunden sp�ter geplant, weshalb die Haftrichterin ohne Verletzung von Bundesrecht feststellen durfte, dass der Beschwerdef�hrer hinreichend �rztlich betreut sei und er ohne anderslautende Bescheinigung - zumindest zurzeit - als hafterstehungsf�hig gelten k�nne. Die weiteren diesbez�glichen Entwicklungen sind nicht zu ber�cksichtigen. Die Bindung an den Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG) schliesst das Vorbringen von neuen tats�chlichen Behauptungen und Beweismitteln aus (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG). Entsprechende nachtr�gliche Ver�nderungen sind im Rahmen eines Haftentlassungsgesuchs (vgl. Art. 80 Abs. 5 AuG) oder im Haftverl�ngerungsverfahren geltend zu machen (Urteil 2C_756/2009 vom 15. Dezember 2009 E. 2.2 mit Hinweisen; BGE 125 II 127 E. 3a S. 221; THOMAS HUGI YAR, Zwangsmassnahmen im Ausl�nderrecht, in: Uebersax et al., Ausl�nderrecht, 2. Aufl. 2009, N. 10.187).
4.1 Der Beschwerdef�hrer kritisiert, dass er - trotz wiederholtem Ersuchen hierum - im haftrichterlichen Verfahren nicht anwaltlich vertreten gewesen sei. Die Haftrichterin entgegnet dem, dass der Betroffene im Haftrichterverfahren "selbst" um eine professionelle Vertretung besorgt sein m�sse und ihm nicht von Amtes wegen ein Rechtsanwalt zur Seite gestellt werde; eine Ausnahme sehe das kantonale Einf�hrungsgesetz zum Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (EG ANAG) vom 28. November 1996 (BGS 122.5) nur bei Haftentlassungsgesuchen vor (dort � 12).
4.2.1 Der Standpunkt der Haftrichterin �berzeugt nicht und verkennt die konventions- und verfassungsrechtlichen Gebote auf (unentgeltliche) Verbeist�ndung, wie sie das Bundesgericht zu den Zwangsmassnahmen entwickelt hat. Der Anspruch auf Verbeist�ndung kann sich direkt gest�tzt auf die Minimalgarantien von Art. 29 BV und Art. 5 Ziff. 4 EMRK ergeben, auch wenn das kantonale Recht einen solchen nicht ausdr�cklich vorsieht (vgl. BGE 134 I 92 E. 3.1); dies muss insbesondere in einem Fall wie dem vorliegenden gelten, wo das kantonale Einf�hrungsgesetz noch auf das ANAG Bezug nimmt und den seitherigen materiell- und verfahrensrechtlichen Entwicklungen im Zwangsmassnahmenrecht keine Rechnung tr�gt (Einf�hrung des AuG und Weiterentwicklung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu diesem; Umsetzung der Richtlinie 2008/115/EG des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 �ber gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur R�ckf�hrung illegal aufh�ltiger Drittstaatsangeh�riger [RL 2008/115/EG, ABl. 2008 L 348 vom 24. Dezember 2008 S. 98 ff.] im Rahmen des Schengen-Assoziierungsabkommens [SAA, SR 0.362.31] usw.).
4.2.2 Die bed�rftige Partei hat gest�tzt auf Art. 29 Abs. 3 Satz 2 BV einen Anspruch darauf, dass ihr auf Gesuch hin ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt wird, falls dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint; nach Art. 31 Abs. 2 Satz 2 BV muss jede Person, welcher die Freiheit entzogen wird, die M�glichkeit haben, ihre Rechte - in einer den Umst�nden angemessenen, wirksamen Weise - geltend zu machen. Das Erfordernis der fehlenden Aussichtslosigkeit ist bei einem Freiheitsentzug von einer gewissen Intensit�t bzw. Dauer im Hinblick hierauf jeweils sachgerecht zu relativieren und das Kriterium der Erfolgsaussichten differenziert zu handhaben (BGE 134 I 92 E. 3.2.3). Das Bundesgericht hat in diesem Rahmen festgestellt, dass dem Ausl�nder bei der Haftverl�ngerung nach drei Monaten eine schwere Freiheitsbeschr�nkung droht, die f�r ihn mit rechtlichen und tats�chlichen Schwierigkeiten verbunden ist, denen er - auf sich selber gestellt - mangels Kenntnis der Sprache und der hiesigen Verh�ltnisse nicht gewachsen erscheint. Es ist ihm in dieser Situation selbst in "einfachen" F�llen kaum m�glich, das administrative Haftverl�ngerungsverfahren ohne anwaltliche Hilfe zu verstehen. Die wirksame Geltendmachung seiner Rechte setzt deshalb sp�testens in diesem Verfahrensabschnitt voraus, dass einem Antrag auf unentgeltliche Verbeist�ndung entsprochen wird (BGE 134 I 92 E. 3.2.2 und 3.2.3).
4.2.3 Das Gleiche ergibt sich aus Art. 5 Ziff. 4 EMRK: Im Rahmen dieser Bestimmung sind dem Inhaftierten die der Haftart angepassten grundlegenden Rechte zu gew�hren; das richterliche Pr�fungsverfahren muss "fair" sein. Der Betroffene hat das Recht, sich selber zu vertreten, sich durch den Anwalt seiner Wahl vertreten zu lassen oder die Bestellung eines unentgeltlichen Vertreters zu verlangen, wenn er bed�rftig ist und seine Verbeist�ndung "im Interesse der Rechtspflege erforderlich" erscheint (so auch Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK f�r den Strafprozess; BGE 134 I 92 E. 3.2.4). Entsprechende Anforderungen ergeben sich heute indirekt auch aus der f�r die Schweiz ebenfalls massgebenden europ�ischen R�ckf�hrungsrichtlinie 2008/115/EG, die festh�lt, dass die von ihr betroffenen Drittstaatsangeh�rigen "rechtliche Beratung, rechtliche Vertretung und - wenn n�tig - Sprachbeistand in Anspruch nehmen k�nnen" bzw. ihnen auf Antrag die erforderliche Rechtsberatung und/oder -vertretung gem�ss dem einschl�gigen Prozesskostenhilferecht (Art. 15 Abs. 3 - 6 RL 2005/85/EG) bereitzustellen ist (Art. 13 Abs. 3 und 4 RL 2008/115/EG; vgl. zur Anwendung der RL 2008/115/EU in der Schweiz: THOMAS HUGI YAR, Das Urteil El Dridi, die EU-R�ckf�hrungsrichtlinie und der Schengen-Besitzstand, in: Jusletter 11. Juli 2011, Rz. 13 ff.). Nach Art. 81 Abs. 1 AuG hat der inhaftierte Ausl�nder ausdr�cklich Anspruch darauf, mit dem von ihm bezeichneten Rechtsvertreter m�ndlich und schriftlich zu verkehren. Ist er im Verfahren vor dem Haftrichter nicht vertreten, weil die Beh�rden nichts unternommen haben, um ihm diesen zu erm�glichen, bzw. weil sie seinen Anwalt nicht �ber die Festhaltung oder den Hafttermin informierten, verletzt dies den Anspruch des Betroffenen auf rechtliches Geh�r (Urteil 2C_131/2011 vom 25. Februar 2011 E. 2.4.1 mit weiteren Hinweisen auf Doktrin und Praxis).
4.3.1 Der Beschwerdef�hrer hatte sich bei seiner erneuten Anhaltung bereits seit rund 14 Monaten in ausl�nderrechtlich begr�ndeter Haft befunden. Soweit ersichtlich, war er in den vorherigen Verfahren nie anwaltlich vertreten gewesen. Nachdem zwangsweise R�ckf�hrungen nach Nigeria w�hrend Monaten nicht m�glich gewesen sind (vgl. etwa das Urteil 2C_538/2010 vom 19. Juli 2010), sich im Hinblick auf die Umsetzung der RL 2008/115/EU neue rechtliche Fragen stellen konnten (HUGI YAR, Das Urteil El Dridi, die EU-R�ckf�hrungsrichtlinie und der Schengen-Besituzstand, a.a.O., Rz. 15), die Zul�ssigkeit einer erneuten Inhaftierung nach einer Freilassung in Rechtsprechung und Doktrin zudem kontrovers behandelt wird (vgl. hierzu das Urteil 2A.211/2003 vom 5. Juni 2003 E. 3 mit Hinweisen) und der Beschwerdef�hrer schliesslich nur elf Tage nach seiner Entlassung aus der Durchsetzungshaft wieder in Ausschaffungshaft gesetzt wurde, w�re seinem Gesuch um Verbeist�ndung im Haftpr�fungsverfahren zu entsprechen gewesen. Darf dem Betroffenen bei der Haftverl�ngerung nach drei Monaten eine solche losgel�st von der Komplexit�t des Falles nicht (mehr) verweigert werden, muss dies umso mehr in einem Fall wie dem vorliegenden gelten, wo nach einer vierzehnmonatigen Festhaltung und einem Haftunterbruch von nur wenigen Tagen eine weitere Inhaftierung von drei Monaten bis praktisch zur maximal zul�ssigen Obergrenze verf�gt wird (vgl. Art. 79 AuG [Fassung vom 18. Juni 2010]; Art. 15 Abs. 5 und 6 RL 2008/115/EG).
4.3.2 Der Beschwerdef�hrer hat sowohl gegen�ber dem Migrationsamt als auch gegen�ber der Haftrichterin zum Ausdruck gebracht, dass er bei der Verhandlung durch einen Anwalt vertreten sein wollte. Es war der Entscheid des Migrationsamts, ihn am Freitag, 27. Mai 2011, zu inhaftieren, womit sp�testens am Montag die Haftrichterverhandlung stattfinden musste. In dieser kurzen Zeitspanne war es f�r den Beschwerdef�hrer in der Haft nicht m�glich, ohne Hilfe selber einen Anwalt zu finden. Es w�re unter diesen Umst�nden an den kantonalen Beh�rden gewesen, das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung zu behandeln und daf�r zu sorgen, dass der Beschwerdef�hrer im Haftpr�fungsverfahren diesbez�glich seine Verfahrensrechte im Rahmen von Art. 5 Ziff. 4 EMRK wirksam wahrnehmen konnte. Die Haftrichterin durfte sich in dieser Situation nicht damit begn�gen, einfach darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdef�hrer "zwar ohne Frage" Anspruch auf einen professionellen Rechtsvertreter habe, er "f�r die Suche und Mandatierung eines solchen [...] jedoch selbst besorgt" sein "m�sse", was er �ber ein Wochenende realistischerweise offensichtlich nicht konnte.
4.3.3 Zwar wurde seitens des Migrationsamts auf deren Dr�ngen hin am 27. Mai 2011 die Vertrauensperson des Beschwerdef�hrers �ber die erneute Inhaftierung informiert, doch war es auch dieser nicht m�glich, �ber das Wochenende die vom Beschwerdef�hrer gew�nschte Vertretung zu organisieren, nachdem es sich bei ihr um keine Anw�ltin handelt und sie zudem nicht im Kanton Zug lebt. Es ist im Verfahren der Haftpr�fung trotz Zeitdrucks Aufgabe des Haftrichters, sicherzustellen, dass die Verfahrensrechte des Inhaftierten wirksam und verfassungskonform wahrgenommen werden k�nnen (so ausdr�cklich das ebenfalls den Kanton Zug betreffende Urteil 2C_131/ 2011 vom 25. Februar 2011 E. 2.4.2). Das Haftgericht kann diese Aufgabe nicht faktisch an freiwillig t�tige, aussenstehende Dritte delegieren, wenn diese - wie hier - zum Ausdruck gebracht haben, dass es ihnen nicht m�glich ist, die entsprechende Aufgabe zu �bernehmen, und sowohl sie wie der Betroffene selber f�r das haftrichterliche Verfahren ausdr�cklich eine anwaltliche Vertretung beantragen. Die Durchf�hrung der haftrichterlichen Verhandlung erfolgte hier somit in Verletzung des Anspruchs des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r. Da er inzwischen nach Nigeria verbracht wurde, muss es bei dieser Feststellung sein Bewenden haben.
4.4 Damit ist nicht gesagt, dass der Beschwerdef�hrer auch aus der Haft zu entlassen gewesen w�re: Nicht jede Verletzung von Verfahrensvorschriften f�hrt zur Haftentlassung; es kommt vielmehr jeweils darauf an, welche Bedeutung den verletzten Vorschriften f�r die Wahrung der Rechte des Betroffenen einerseits und dem Interesse an einer reibungslosen Durchsetzung seiner Ausschaffung andererseits zukommt (vgl. BGE 121 II 105 E. 2c S. 109). Die m�ndliche richterliche Haftverhandlung wurde vorliegend tats�chlich durchgef�hrt; der Beschwerdef�hrer stellt vor Bundesgericht die inhaltliche Berechtigung seiner erneuten Anhaltung denn auch nicht infrage. Er hat sich w�hrend Monaten renitent gezeigt und musste schliesslich zwangsweise mit einem Sonderflug ausgeschafft werden. Wegen seines unkooperativen Verhaltens h�tte das �ffentliche Interesse daran, den Vollzug seiner Ausweisung sicherzustellen, sein privates, von Zwangsmassnahmen abzusehen, �berwogen, weshalb es sich nicht gerechtfertigt h�tte, ihn aus der Haft zu entlassen.
5.1 Die Beschwerde ist somit in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als festgestellt wird, dass das Haftgericht den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r verletzt hat, indem es dem Gesuch des Beschwerdef�hrers, ihn zu verbeist�nden, in Verletzung seiner Verfahrensrechte nicht entsprochen hat; im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist (vgl. E. 1.1).
5.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 3 BGG). Der Beschwerdef�hrer war vor Bundesgericht nicht durch einen Anwalt, sondern eine Vertrauensperson vertreten. Der Kanton Zug hat diese f�r ihre Kosten und Aufwendungen im Rahmen seines Unterliegens zu entsch�digen (vgl. Art. 68 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG; vgl. HUGI YAR, Ausl�nderrecht, a.a.O., Rz. 10.186). Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Prozessf�hrung vor Bundesgericht wird damit gegenstandslos.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als festgestellt wird, dass die Haftrichterin am Verwaltungsgericht des Kantons Zug den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r verletzt hat, indem sie seinem Ersuchen auf Verbeist�ndung nicht entsprach; im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.
2.2 Der Kanton Zug hat die Vertrauensperson des Beschwerdef�hrers, Z.________, f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 300.-- zu entsch�digen.
2.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos abgeschrieben.