Source: http://swissblawg.ch/2015/04/2c3002014-abweisung-diverser.html
Timestamp: 2017-07-22 18:39:08
Document Index: 145650956

Matched Legal Cases: ['BGer', 'BGer', 'BGer', 'BGer', 'Art. 6', 'Art. 14', 'Art. 13', 'Art. 15', 'BGE']

2C_300/2014: Abweisung diverser Feststellungsbegehren von Mieterinnen im Einkaufszentrum Panorama Center Thun (amtl. Publ.) - swissblawg
NextNeue Sonderbestimmungen für Anbieter von Postdiensten
Fabian Klaber	• 19. April 2015
Staats- u. Verwaltungsrecht	Im Urteil 2C_300/2014 beschäf­tig­te sich das BGer mit diver­sen Rechts­fra­gen im Zusam­men­hang mit einem Are­al­netz. Die Lie­gen­schaf­ten-Betrieb AG (LiB-AG) ist Eigen­tü­me­rin und Betrei­be­rin eines Ein­kaufs­zen­trums in der Gemein­de Thun und ver­mie­tet Laden­flä­chen an die Genos­sen­schaft Migros Aare, die Tal­ly Wei­jl Tra­ding AG, die Chi­co­rée Mode AG, die Foody’s AG, die Dosen­bach-Ochs­ner AG, die Inte­rio AG und die H&M Hen­nes & Mau­ritz SA. Das Ein­kaufs­zen­trum wird durch eine 16 kV-Mit­tel­span­nungs­lei­tung erschlos­sen, wel­che von der Ener­gie Thun AG erstellt wur­de. Die LiB-AG wie­der­um hat im Ein­kaufs­zen­trum ein Are­al­netz (Elek­tri­zi­täts­lei­tun­gen klei­ner räum­li­cher Aus­deh­nung zur Fein­ver­tei­lung) errich­tet. Mit Ein­ga­be vom 29. März 2011 stell­ten die LiB-AG und die Mie­te­rin­nen bei der Eid­ge­nös­si­schen Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on (ElCom) diver­se Fest­stel­lungs­be­geh­ren bezüg­lich des Are­al­net­zes. Die Ener­gie Thun AG mach­te Gegen­an­trä­ge gel­tend. Die Ver­fü­gung der ElCom foch­ten die LiB-AG und die Mie­te­rin­nen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und anschlie­ssend beim BGer an, wel­ches die Beschwer­de abweist.
Das BGer hat­te sich zu fol­gen­den Fest­stel­lungs-Fra­gen zu äussern:
(1) Kommt die Strom­ver­sor­gungs­ge­setz­ge­bung auf die Mie­te­rin­nen zur Anwen­dung oder nicht?
(2) Haben die Mie­te­rin­nen oder die LiB-AG der Ener­gie Thun AG das Netz­nut­zungs­ent­gelt für die dem Are­al­netz vor­ge­la­ger­ten Netz­ebe­nen zu bezah­len?
(3) Ist die LiB-AG berech­tigt, den Ener­gie­ver­brauch im Are­al zu bün­deln und auf dem frei­en Markt zu beschaf­fen? (4) Erfolgt die Grund­ver­sor­gung der Mie­te­rin­nen durch die Ener­gie Thun AG bis zur Ein­gangs­klem­me des Trans­for­ma­tors im Ein­kaufs­zen­trum oder bis zum Aus­spei­se­punkt der Mie­te­rin­nen? Ist die LiB-AG ver­pflich­tet, die­se Durch­lei­tung durch ihr Are­al­netz zu dul­den? Das BGer beant­wor­te­te die Fest­stel­lungs-Fra­gen wie folgt:
(1) Die Strom­ver­sor­gungs­ge­setz­ge­bung ist auf die Mie­te­rin­nen anwend­bar, denn sie machen sel­ber gel­tend, dass der Ver­teil­netz­be­trei­ber gestützt auf Art. 6 StromVG (Strom­ver­sor­gungs­ge­setz, SR 734.7) ver­pflich­tet sei, den von ihnen benö­tig­ten Strom zu lie­fern. (2) Die Ener­gie Thun AG hat Anspruch auf das Netz­nut­zungs­ent­gelt für die Ener­gie, die sie an das Are­al lie­fert (Art. 14 StromVG). Ob sie die­ses Ent­gelt von der LiB-AG für das gan­ze Are­al erhält oder direkt von den Mie­te­rin­nen, ist im Lich­te des StromVG uner­heb­lich, denn die Fra­ge kann ver­trag­lich gere­gelt wer­den.
(3) Man­gels eines recht­li­chen Lie­fer­mo­no­pols der Ener­gie Thun AG ist es nicht aus­ge­schlos­sen, dass die LiB-AG auf dem frei­en Markt Ener­gie kauft und die­se den Mie­te­rin­nen wei­ter­ver­kauft. End­ver­brau­cher, die an Are­al­net­ze ange­schlos­sen sind, haben Anspruch auf Netz­zu­gang, sofern “sie” einen ent­spre­chen­den Jah­res­ver­brauch von min­de­stens 100 MWh auf­wei­sen, wobei sich das “sie” nur auf die ein­zel­nen End­ver­brau­cher bezieht. Die Mie­te­rin­nen sind je ein­zeln als End­ver­brau­cher zu betrach­ten. Im Hin­blick auf den gesetz­li­chen Netz­zu­gang (Art. 13 StromVG) kann der Ver­brauch des­halb nicht gebün­delt wer­den.
(4) Einen Anspruch aus dem StromVG auf Grund­ver­sor­gungs­en­er­gie haben die Mie­te­rin­nen nur gegen­über der Ener­gie Thun AG. Die LiB-AG ver­fügt ihrer­seits über kei­nen gesetz­li­chen Anspruch, um von der Ener­gie Thun AG mit Strom belie­fert zu wer­den, damit sie die­sen an die Mie­te­rin­nen wei­ter ver­kau­fen kann. Dies bedeu­tet, dass die Ener­gie Thun AG berech­tigt ist, die Grund­ver­sor­gungs­en­er­gie bis zum Aus­spei­se­punkt der Mie­te­rin­nen zu lie­fern. Die Fra­ge, wie vor­zu­ge­hen wäre, wenn die Mie­te­rin­nen im Are­al­netz Grund­ver­sor­gungs­en­er­gie von der Ener­gie Thun AG bezie­hen möch­ten, ihnen die LiB-AG aber kein Durch­lei­tungs­recht gewäh­ren will, ist hypo­the­tisch und kann offen blei­ben.
StromVG tritt am 1. Dezember 2008 in KraftStromVV teilweise in Kraft per 1. April 20082C_1055/2013, 2C_1056/2013: Ursprüngliche Anschaffungskosten i.S.v. Art. 15 Abs. 3 StromVG meinen die mit der anfänglichen Errichtung der Anlage aufgewendeten Kosten (amtl. Publ.)2C_739/2010: Wechsel in die Grundversorgung trotz altrechtlichen individuellen Strombezugsverträgen
Zwangsvollstreckung NextNeue Sonderbestimmungen für Anbieter von Postdiensten18. April 2015
PreviousBGE 5A_22/2015: provisorische Nachlassstundung: Rechtsmittel gegen die Person des prov. Sachwalters und gegen Kostenvorschüsse (amtl. Publ., frz.)21. April 2015	Meta	Anmelden	© 2017 Paperback Theme by Array.