Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/PKW-Kauf-Privat-zu-Privat--f263564.html
Timestamp: 2019-10-15 14:33:27
Document Index: 268703197

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 437', '§ 437', '§ 437', '§ 437', '§ 437', '§ 123', '§ 263', '§ 123']

PKW Kauf Privat zu Privat (Kaufrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deKaufrechtRücktrittPKW Kauf Privat zu Privat
07.07.2014 03:49 |
Zusammenfassung: Die Ansprüche des Käufers beim Gebrauchtwagenkauf im Falle eines Mangels hängen im Wesentlichen davon ab, ob der Verkäufer die Gewährleistung ausgeschlossen hat. In Betracht kommt auch seine Kenntnis vom Mangel bei Vertragsschluss.
Ich habe am we einen pkw übers portal mobile.de erworben. am samstag bin ich mit einem mietwagen von wiesbaden nach bremerhaven gebrettert, Probefahrt gemacht und außer ein paar optischen mängel nichts aufgefallen.
auf der rückfahrt merkte ich das irgendwie das der drehzahlmesser ausgefallen ist öllampe und abs leuchtet, und die die elektronik schwach wird.. batterie anzeige ging rapide berg ab.
nach ca 200 km musste ich schliesslich aufm rasthof fahren.. adac abschleppen lassen und mit mietwagen nach hause.
schluß vom lied ... lichtmaschine und ABS steuergerät kaputt... schätzung ca 1500 euro kosten.
kaufpreis war 1900 Euro, vermerkt wurde mir nichts auf dem Mietvertrag.
habe den verkäufer gefragt ob er mir was entgegen kommen würde und ihm angeboten mir 450 euro zu überweisen.
da dies ja schon GRAVIERENDE Mängel sind und mir gesagt wurde und auch so angeboten wurde als fahrtauglich.
was habe ich für Rechte? preisnachlass sowie ich das jetzt schon gemacht habe, oder darf ich gar ganz vom mietvertrag zurücktreten?
PS. bezüglich der 450 Euro hat sich der verkäufer noch nicht gemeldet
Rücktritt Rücktritt Gewährleistung Mangel Verkäufer
Ihre Rechte hängen grundsätzlich davon ab, ob der Verkäufer die Gewährleistung ausgeschlossen hat. Da dies bei einem "Verkauf von Privat zu Privat" in der Regel der Fall ist, gehe ich davon aus, dass der Verkäufer auch hier die Gewährleistung ausgeschlossen hat.
In diesem Fall sind daher nur solche Mängel am Fahrzeug beachtlich, von denen der Verkäufer bereits bei Vertragsschluss Kenntnis hatte und diese verschwieg. Für diese Kenntnis stehen Sie allerdings in der Beweislast. Grundsätzlich würde ich sagen, dass eine solche Kenntnis des Verkäufers bei einem derart gravierenden Mangel vorgelegen haben muss. Andererseits hatten Sie eine Probefahrt gemacht, auf der Ihnen dieser Mangel möglicherweise hätte auffallen können. Insgesamt denke ich, dass Sie ein relativ hohes Prozessrisiko hätten, falls Sie Ansprüche einklagen wollten.
Sollte der Verkäufer Ihnen den Mange arglistig verschwiegen haben, so können Sie ihm gegenüber innerhalb eines Jahres die Anfechtung des Kaufvertrages erklären, §§ 123, 124 BGB.
Für den Fall, dass der Verkäufer die Gewährleistung nicht ausgeschlossen hat, haben Sie selbstverständlich entsprechende Ansprüche, §§ 437, 434 BGB. Zuerst müssten Sie dem Verkäufer eine Frist zur Nacherfüllung (Reparatur) setzen, §§ 437 Nr. 1, 439 BGB. Erst wenn er dies verweigern oder die zweite Nachbesserung erfolglos verlaufen sein sollte, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten, §§ 437 Nr. 2, 440, 323 BGB, und/oder Schadensersatz (z.B. Abschlepp- und Mietwagenkosten) verlangen, §§ 437 Nr. 3, 280 BGB. Alternativ zum Rücktritt könnten Sie auch den Kaufpreis mindern, §§ 437 Nr. 2, 441 BGB.
Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten bitte ich Sie, die kostenfreie Nachfragefunktion zu nutzen. Andernfalls wünsche ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche viel Erfolg, bedanke mich für das mir entgegengebrachte vertrauen und verbleibe
Nachfrage vom Fragesteller	07.07.2014 | 07:54
Kaufvertrag ist ein Standard mobile.de Vertrag.
da steht zu II.Gewährleistung dieser Standard Satz von mobile.de eingetragen.
Aber zu III. Zusicherung des Verkäufers
wurde aber Kästchen 5 nicht angekreuzt und nichts vermerkt.
Und Seite 2 vom Kaufvertrag wurde gar nichts ausgefüllt von ihm nur unterschrieben.
Und wenn er vorher die Batterie auflädt bemerkt man das nicht mit der Batterie..
Also was würden Sie empfehlen
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2014 | 10:32
ich habe mir dieses Vertragsmuster von mobile.de einmal angeschaut. Dass der Verkäufer unter "III. Zusicherung" nichts vermerkt und auch das fünfte Kästchen nicht angekreuzt hat, dürfte nach meinem Dafürhalten unerheblich sein. Damit gab er nicht etwa zu verstehen, dass das Kfz einen Mangel aufweist. Dass er auch auf der zweiten Seite nichts ausgefüllt beziehungsweise angekreuzt, sondern lediglich unterschrieben hat, ändert nichts an der rechtlichen Bewertung.
Nach wie vor verhält es sich so, dass Sie dem Verkäufer beweisen müssten, dass er bereits im Zeitpunkt des Kaufvertragsschlusses Kenntnis vom Mangel hatte. Soweit Sie ihm nachweisen können, dass er die Batterie vor der Probefahrt aufgeladen hat - um Sie auf diese Weise zu täuschen -, so dürfte dies allerdings eine arglistige Täuschung gem. § 123 BGB darstellen, die zur Anfechtung des Kaufvertrages berechtigt, und gegebenenfalls sogar strafrechtliche Konsequenzen im Rahmen eines Betruges gem. § 263 Abs. 1 StGB haben.
Ich empfehle Ihnen, dem Verkäufer gegenüber die Anfechtung des Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung gem. §§ 123, 124 BGB zu erklären.
Sollten weitere Fragen bestehen, biete ich Ihnen gerne an, mich per E-Mail zu kontaktieren.