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Timestamp: 2020-01-24 17:30:03
Document Index: 171783433

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.11.1999 - VI ZR 257/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,585
BGH, 16.11.1999 - VI ZR 257/98 (https://dejure.org/1999,585)
BGH, Entscheidung vom 16.11.1999 - VI ZR 257/98 (https://dejure.org/1999,585)
BGH, Entscheidung vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 (https://dejure.org/1999,585)
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BGB § 249 Ba; ZPO § 287
Schadensersatz - Gesundheitsbeschädigung - Körperbeschädigung - Psychisch - Psychoanalyse - Folgewirkungen
LG Hannover, 02.07.1997 - 6 O 410/96
OLG Celle, 17.06.1998 - 3 U 17/98
NJW 2000, 862
MDR 2000, 267
NZV 2000, 121
VersR 2000, 372
Diesen Grundsätzen, die in der Rechtsprechung seit langem geklärt sind (vgl. z.B. Senatsurteile BGHZ 137, 142 ff. und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - VersR 2000, 372 f.) und die im Streitfall - anders als das Berufungsgericht meint - keiner Weiterentwicklung bedürfen, wird das angefochtene Urteil entgegen der Auffassung der Revision gerecht.
Diese Beurteilung obliegt vielmehr einem Sachverständigen (siehe auch BGH, Urteile vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98, NJW 2000, 862, 863;… vom 20. März 2007 - VI ZR 254/05, NJW 2007, 2122 Rn. 21 …und vom 3. Juni 2008 - VI ZR 235/07, NJW-RR 2008, 1380 Rn. 11).
Damit sind Beeinträchtigungen gemeint, die sowohl von der Intensität als auch der Art der Primärverletzung her nur ganz geringfügig sind und üblicherweise den Verletzten nicht nachhaltig beeindrucken, weil er schon aufgrund des Zusammenlebens mit anderen Menschen daran gewöhnt ist, vergleichbaren Störungen seiner Befindlichkeit ausgesetzt zu sein (BGHZ 132, 341, 346; 137, 142, 146 f.; Senatsurteile vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - vom 11. November 1997 -VI ZR 146/96 - und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - jeweils aaO).
c) Auch eine - den haftungsrechtlichen Zurechnungszusammenhang ausschließende - Renten- oder Begehrensneurose, bei der der Geschädigte den Unfall im neurotischen Streben nach Versorgung und Sicherheit lediglich zum Anlaß nimmt, um den Schwierigkeiten und Belastungen des Erwerbslebens auszuweichen (vgl. BGHZ 132, 341, 346; 137, 142, 148 f.; Senatsurteile vom 12. November 1985 - VI ZR 103/84 - vom 25. Februar 1997 - VI ZR 101/96 - vom 11. November 1997 - VI ZR 146/96 - und vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 - jeweils aaO), kommt nach den Feststellungen des Berufungsgerichts nicht in Betracht.
Nichts anderes ergibt sich aus dem Senatsurteil vom 16. November 1999 (- VI ZR 257/98, VersR 2000, 372, 373 unter II. 2. b) bb)), in dem von einer "reinen" Begehrensneurose die Rede ist.
Die Feststellungen der erstbehandelnden Ärzte sind zwar eine wichtige Erkenntnisquelle, genügen aber nicht zur Beweisführung für die hier auch entscheidende Frage des Kausalzusammenhangs (vgl. BGH, Urteil vom 16. November 1999 - VI ZR 257/98 -, Rn. 7, juris; OLG München…, Urteil vom 29. Juni 2007 - 10 U 4379/01 -, Rn. 66, juris).
Aus diesem Grund ist einem Beweisantrag auf Einvernahme der Ärzte als sachverständige Zeugen i.d.R. nicht nachzukommen (BGH NZV 2000, 121 unter II 1 a.E.; VersR 2008, 1133; KG NZV 2005, 521 = VRS 109 [2005] 88; Senat NZV 2003, 474 [475] - Revision vom BGH durch Beschl. v. 01.04.2003 - VI ZR 156/02 nicht angenommen;… Urt. v. 28.07.2006 - 10 U 1684/06 [Juris]; a.A. Eggert VA 2004, 204).
aa) Ein sog. Bagatellschadensfall bei dem die psychische Reaktion des Geschädigten in einem groben Mißverhältnis steht, liegt schon deswegen nicht vor, weil HWS-Distorsionsverletzungen grds. keine solche Bagatellverletzungen darstellen (BGHZ 137, 142 [145] = NJW 1998, 810 = MDR 1998, 157 = VersR 1998, 201 = zfs 1998, 93 = SP 1998, 32 = r+s 1998, 20 = DAR 1998, 63 = NZV 1998, 65 = VRS 94 [1998] 243; NJW 2000, 862 ff. = VersR 2000, 372 f. = DAR 2000, 117 ff. = NZV 2000, 121 ff.; NJW 2004, 1945 [1946]).
Denn die Zurechnung eines psychischen Folgeschadens setzt voraus, dass eine Erstverletzung feststeht, die noch dazu mehr als eine Bagatellverletzung darstellen muss (zum Vorstehenden: BGH NJW 1996, 2425, 2426; 1998, 810, 811; 2000, 862, 863).
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