Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-neue-beweisantrag-nach-erfolgter-beweisaufnahme-369888
Timestamp: 2020-08-05 22:36:30
Document Index: 172405253

Matched Legal Cases: ['§ 531', '§ 296', '§ 296', '§ 283', '§ 296', '§ 296', 'BGH', '§ 285', '§ 285', 'BGH', '§ 139', '§ 296', 'BGH', 'BGH']

Der neue Beweisantrag nach erfolgter Beweisaufnahme | Rechtslupe
Der neue Beweis­an­trag nach erfolg­ter Beweis­auf­nah­me
In der Stel­lung­nah­me einer Par­tei zum Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me kann in Reak­ti­on auf die­se Beweis­auf­nah­me ein neu­er Beweis ange­tre­ten wer­den.
Die Zurück­wei­sung des Beweis­an­tritts kann auch in der Beru­fungs­in­stanz nicht auf § 531 Abs. 2 ZPO gestützt wer­den mit der Begrün­dung, es han­de­le sich um ein neu­es Angriffs­mit­tel. Denn dabei wird über­se­hen, dass das Recht, zu dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me Stel­lung zu neh­men, auch das Recht umfasst, neue Beweis­an­trä­ge zu stel­len [1].
Damit gilt nicht die Norm des § 296a Satz 1 ZPO, son­dern § 296a Satz 2 i.V.m. § 283 ZPO. Nach die­sen Vor­schrif­ten muss­te der Inhalt des nach­ge­las­se­nen Schrift­sat­zes berück­sich­tigt wer­den.
Der dar­in ent­hal­te­ne Beweis­an­tritt war auch nicht ver­spä­tet. Denn die Klä­ger haben die frag­li­che Behaup­tung erst rela­tiv kurz vor dem Ter­min der Beweis­auf­nah­me. Eine Ver­spä­tung gemäß § 296 Abs. 1 ZPO schei­det aus, weil sich der Beklag­te zu der Behaup­tung nicht frist­ge­bun­den äußern muss­te; die Vor­aus­set­zun­gen für eine auf § 296 Abs. 2 ZPO gestütz­te Zurück­wei­sung sind nicht ersicht­lich.
Ohne­hin hät­te eine Zurück­wei­sung als ver­spä­tet erst nach einem Hin­weis des Gerichts erfol­gen dür­fen, was eine Wie­der­eröff­nung der münd­li­chen Ver­hand­lung vor­aus­ge­setzt hät­te [2].
BGH, Beschluss vom 25.01.2012 – IV ZR 230/​11; Zöller/​Greger, ZPO, 29. Aufl., § 285 Rn. 1; Hk-ZPO/­Sa­en­ger, 5. Aufl., § 285 Rn. 3[↩]
BGH, Beschluss vom 25.01.2012 – IV ZR 230/​11; Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., § 139 Rn.19, § 296 Rn. 32, jeweils mwN[↩]
Die in der EU ansäs­si­ge Spen­den­emp­fän­ge­rin – und die… Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits in sei­nem Urteil in BFHE 248, 543, BStBl II 2015, 588, Rz 47 ff. ent­schie­den, aus uni­ons­recht­li­chen Grün­den kön­ne nicht ver­langt…
Unstrei­ti­ge Tat­sa­chen im Beru­fungs­vor­trag Unstrei­ti­ge Tat­sa­chen, die erst­mals im Beru­fungs­rechts­zug vor­ge­tra­gen wer­den, sind stets zu berück­sich­ti­gen ((BGH, Urteil vom 18.11.2004 – IX ZR 229/​03, BGHZ 161, 138, 141 ff.…
BerufungsverfahrenBeweisantragBeweisaufnahmeVerspätungZivilprozess