Source: https://www.bibukurse.de/konzernbilanzierung-nach-hgb/vereinheitlichung-der-bilanzen-der-konzernunternehmen/bilanzbewertung/herstellungskosten.html
Timestamp: 2020-06-01 06:13:04
Document Index: 249224348

Matched Legal Cases: ['§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255', '§ 255']

Herstellungskosten - Konzernbilanz nach Handelsrecht
Konzernbilanz nach Handelsrecht - Herstellungskosten
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Im vorigen Abschnitt hatten wir über den Wert von Vermögensgegenständen gesprochen, die angeschafft wurden. Diese werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Im jetzigen Abschnitt reden wir hingegen über Vermögensgegenstände, die selbst erstellt sind. Diese werden mit ihren Herstellungskosten bewertet.
Zu den Pflichtbestandteilen gehören die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung (§ 255 II, 2 HGB). Bei den Sondereinzelkosten der Fertigung handelt es sich um auftragsabhängige Größen nicht stückabhängige Größen.
Ein wichtiges Beispiel für Sondereinzelkosten der Fertigung sind Spezialwerkzeuge. Zwar ist in § 255 II, 3 HGB nicht von Einzelkosten die Rede (sondern nur von Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten der Fertigung), aus Satz 3 wird allerdings sehr deutlich, dass es sich um Einzelkosten handeln muss, denn § 255 II, 3 HGB spricht im Folgenden von Gemeinkosten für welche ein Wahlrecht besteht. Im Umkehrschluss muss es sich also bei den Pflichtbestandteilen um Einzelkosten handeln. Weiterhin existieren Wahlbestandteile die in die Herstellungskosten einbezogen werden dürfen, aber nicht müssen. Hierzu gehören:
Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst,
Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs,
Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung und
All jene Gegenstände dürfen einbezogen werden in die Herstellungskosten, müssen es aber nicht. Insofern handelt es sich hier um Bewertungswahlrechte (keine Ansatzwahlrechte!). Interessant ist die Formulierung in § 255 II 4 HGB. Hier spricht das Gesetz davon, dass Kosten der allgemeinen Verwaltung etc. nicht eingerechnet zu werden brauchen. Verständlich wird diese Formulierung also erst im Umkehrschluss: sie brauchen zwar nicht eingerechnet zu werden, dürfen es aber. Insofern besteht ein Bewertungswahlrecht auf jene Positionen.
Insbesondere nicht unmittelbar verständlich ist die Formulierung über die Fremdkapitalzinsen in § 255 III HGB. So spricht Satz 1 davon, dass Zinsen für Fremdkapital nicht zu den Herstellungskosten gehören. Im selben Atemzug, nämlich in Satz 2, wird diese Aussage aber relativiert, wenn nicht sogar zurückgenommen, da Zinsen für Fremdkapital, das zu Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes verwendet wird, angesetzt werden dürfen, wenn sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.
LAMBERT-KOCHREZEPT: HERSTELLUNGSKOSTEN:
Materialeinzelkosten:
Handelsrechtliche Untergrenze der Herstellungskosten:
Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend und soweit das Fremdkapital zur Finanzierung der Herstellung des Vermögensgegenstandes verwendet wird
Handelsrechtliche Obergrenze der Herstellungskosten:
Wahlbestandteile
Zu den Wahlbestandteilen der Herstellungskosten gehören zum Beispiel die Materialgemeinkosten, die Fertigungsgemeinkosten und die Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend.
Zu den Wahlbestandteilen der Herstellungskosten gehören zum Beispiel die Materialgemeinkosten, die Fertigungsgemeinkosten und die Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum nach der Herstellung entfallend.
Zu den Wahlbestandteilen der Herstellungskosten gehören zum Beispiel die Materialgemeinkosten, die Vertriebskosten und die Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend.
Nach § 255 II 2 HGB sind die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung Pflichtbestandteile der Herstellungskosten.
Nach § 255 III HGB sind die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung Pflichtbestandteile der Herstellungskosten.
Nach § 255 II 2 HGB sind die Materialgemeinkosten, die Fertigungsgemeinkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung Pflichtbestandteile der Herstellungskosten.