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Timestamp: 2017-09-22 09:49:05
Document Index: 145057874

Matched Legal Cases: ['Art 81', 'Art 10', 'EuG', '§ 17', 'Art. 101', 'Art. 101', 'Art. 81', 'Art. 10', '§ 100', 'Art. 101', 'Art. 10', 'Art. 81', '§ 86', '§ 87', 'Art 101', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 100', '§ 100', '§ 100', '§ 101', 'Art. 81', 'Art. 101', 'Art. 92', 'Art. 97', '§ 92', 'BGH']

BVerfG, 26.06.2006 - 2 BvR 609/06 - dejure.org
Zuständigkeit berufsständischer Gerichte ist mit Art 81, Art 10 EG vereinbar, wenn diese Gerichte unabhängig von den Kammerorganen entscheiden - Mangels Vorlagepflicht keine Verletzung der Garantie des gesetzlichen Richters durch Nichtvorlage an den EuGH
Gemeinschaftsrechtskonformität abdrängender Rechtswegzuweisungen an berufsständische Gerichtshöfe; Rechtswegzuweisung an die Anwaltsgerichtshöfe; Fallgruppen der Verletzung des Rechts auf den gesetzlichen Richter bei einer Vorlagepflichtverletzung; Rechtsbehelfe gegen die Nichtzulassung eines Rechtsanwalts
Zur Unabhängigkeit der Anwaltsgerichtsbarkeit
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GVG § 17a Abs. 2 S. 1; GG Art. 101 Abs. 1 S. 2
GG Art. 101 Abs. 1 Satz 2, Art. 81, Art. 10
BRAO §§ 100, 103 Abs. 2 Satz 1, 104, 223; GG Art. 101 Abs. 1 Satz 2; EGV Art. 10, Art. 81
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 26.06.2006, Az.: 2 BvR 609/06 (Zur Unabhängigkeit der Anwaltsgerichtsbarkeit)" von RA Dr. Wolfgang Eichele, original erschienen in: BRAK-Mitt 2006, 221 - 222.
VG Magdeburg, 10.01.2006 - 5 A 27/06
OVG Sachsen-Anhalt, 14.02.2006 - 1 O 34/06
BVerfGK 8, 280
NJW 2006, 3049
Die Unabhängigkeit der Senate für Patentanwaltssachen wird vielmehr dadurch gewährleistet, dass diese gemäß § 86 Abs. 2 PAO mit drei Berufsrichtern besetzt sind und als Mitglied eines Senats für Patentanwaltssachen nach § 87 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 und 2 PAO ein Patentanwalt nicht ernannt werden darf, der dem Vorstand der Patentanwaltskammer angehört oder bei der Patentanwaltskammer im Haupt- oder Nebenberuf tätig ist (vgl. BVerfG, NJW 2006, 3049, 3050 zur Besetzung von Anwaltsgerichtshöfen).
Die gegen diese Entscheidung eingelegte Verfassungsbeschwerde ist vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen worden (NJW 2006, 3049).
Entgegen der Ansicht des Antragstellers bieten die Regelungen über die Zusammensetzung des Senats für Anwaltssachen beim Bundesgerichtshof eine hinreichende Gewähr für die Unparteilichkeit der Richter (BVerfG NJW 2006, 3049, 3050; Senat, Beschl. v. 7. Oktober 2003 - AnwZ (B) 38/02 n.v.; vgl. auch BVerfGE 26, 186, 195 f.; BVerfGE 48, 300, 315 f. zu den früheren anwaltlichen Ehrengerichtshöfen).
Nichtannahmebeschluss: Zu den Voraussetzungen einer Verletzung von Art 101 Abs 1 …
So muss ein Beschwerdeführer in der Begründung einer Nichtzulassungsbeschwerde darauf hinweisen, dass sich aus seiner Sicht die Notwendigkeit einer Rechtsmittelzulassung aus der Pflicht des letztinstanzlichen Rechtsmittelgerichts ergibt, dem Europäischen Gerichtshof Fragen zur Auslegung des Unionsrechts vorzulegen (BVerfGK 13, 418 ; offenlassend noch BVerfGK 8, 280 ).
Zulassungswiderruf wegen Vermögensverfalls - und die selbst auferlegten …
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…vgl. nur Senatsbeschlüsse vom 7. Oktober 2003 - AnwZ (B) 38/02, juris Rn. 4, 10; vom 6. November 2006 - AnwZ (B) 87/05, juris Rn. 7; vom 11. Mai 2010 - AnwZ (B) 110/09, juris Rn. 4; jeweils mwN; vgl. bereits Senatsbeschlüsse vom 6. Februar 1961 - AnwZ (B) 9/60, BGHZ 34, 235, 238 ff.; vom 6. März 1961 - AnwZ (B) 11/60, juris Rn. 4, insoweit in BGHZ 34, 342 nicht abgedruckt; vom 20. März 1961 - AnwZ (B) 15/60, BGHZ 34, 382, 384 und 386 f.; vom 13. Juli 1964 - AnwSt (B) 3/64, NJW 1964, 1912; jeweils zu den früheren anwaltlichen Ehrengerichtshöfen) und des Bundesverfassungsgerichts (vgl. nur BVerfG, NJW 2006, 3049, 3050 mwN) handelt es sich bei den Anwaltsgerichtshöfen um grundgesetzmäßige unabhängige staatliche Gerichte.
Die Anwaltsgerichtshöfe sind staatliche Gerichte (…vgl. Feuerich/Weyland, 6. Aufl., § 100 Rn. 1; zu den früheren anwaltlichen Ehrengerichtshöfen BVerfGE 26, 186,195 ff.; 48, 300, 315 ff. sowie nunmehr BVerfG, Beschl. vom 26. Juni 2006 - 2 BvR 609/06), die auf § 100 Abs. 1 BRAO beruhen.
Schließlich verletzt die Rechtswegzuweisung an die Anwaltsgerichte entgegen der Auffassung des Antragstellers auch nicht europäisches Gemeinschaftsrecht (vgl. hierzu BVerfG, Beschl. vom 26. Juni 2006 - 2 BvR 609/06).
Rechtsweg für die Geltendmachung eines Anspruchs auf Zulassung zur …
Die Anwaltsgerichtshöfe unterliegen gemäß §§ 100 Abs. 1 Satz 2, 92 Abs. 3 BRAO der Aufsicht durch die Landesjustizverwaltungen, die nach §§ 101 Abs. 3, 102 Abs. 1, 103 Abs. 1 BRAO auch über die Besetzung entscheiden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 26.06.2006 - 2 BvR 609/06 - NJW 2006, S. 3049).
Auch nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts ist die Auffassung des Klägers, die Anwaltsgerichtshöfe seien nicht unabhängig von den Rechtsanwaltskammern und verfolgten eigene berufspolitische Interessen, "keine zwingende Annahme"; an der Auffassung des Klägers zur Auslegung der Art. 81 und 10 EGV bestünden hingegen "erhebliche Zweifel" (Beschluss vom 26.06.2006, a. a. O.).
Auch nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss vom 26.06.2006, a. a. O.) bestand verfassungsrechtlich keine Pflicht des Senats, die ähnlichen Auslegungsfragen zum Gemeinschaftsrecht im Verfahren 1 O 34/06 dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen.
3 a) Die Anwaltsgerichtshöfe sind staatliche Gerichte für das besondere Sachgebiet des anwaltlichen Berufsrechts, gegen deren Einrichtung und Besetzung, anders als der Antragsteller meint, weder unter dem Gesichtspunkt verbotener Ausnahmegerichte (vgl. Art. 101 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 GG) noch unter dem Gesichtspunkt der Sicherung der richterlichen Unabhängigkeit (vgl. Art. 92, Art. 97 GG) etwas einzuwenden ist (BVerfGE 26, 186, 195 ff.; 48, 300, 316 f.; BVerfGK 8, 280, 284 f. = NJW 2006, 3049; Senat, Beschl. v. 4. Mai 1998, AnwZ (B) 81/97, BRAK-Mitt. 1999, 39, 40; Beschl. v. 6. November 2006, AnwZ (B) 87/05, BRAK-Mitt. 2007, 77 [Ls.], Vollabdruck bei juris; BVerwG NJW 1984, 191 f.; Feuerich/Weyland, BRAO, 7. Aufl., Vor § 92 Rdn. 11 f.).
Unbedenklich ist auch das Verfahren für die zudem den Landesjustizverwaltungen obliegende Berufung der berufsrichterlichen und der anwaltlichen Mitglieder dieser Gerichtshöfe (BVerfGK 8, 280, 284 f.; Senat, Beschl. v. 6. November 2006, AnwZ (B) 87/05, BRAK-Mitt. 2007, 77 [Ls.], Vollabdruck bei juris).
Das System der Anwaltsgerichtsbarkeit in Deutschland ist verfassungskonform (vgl. nur BVerfGE 26, 186, 192 ff.; 48, 300, 315 ff.; BVerfGK 8, 280, 284 f.; Senat, Beschlüsse vom 4. Mai 1998 - AnwZ (B) 81/97, BRAK-Mitt. 1999, 39, 40; vom 6. November 2006 - AnwZ (B) 87/05, juris Rn. 7; vom 11. Mai 2010 - AnwZ (B) 110/09, juris Rn. 4 und vom 9. April 2014 - AnwZ (Brfg) 1/14, juris Rn. 8).
BGH, 20.04.2009 - AnwZ (B) 44/08
Verfassungsmäßigkeit der Ausgestaltung der Anwaltsgerichtsbarkeit; Versagung der …
AGH Bayern, 29.04.2010 - BayAGH I - 3/10