Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DAR%202006,%2032
Timestamp: 2019-06-18 16:16:37
Document Index: 303026019

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 311', '§ 356', '§ 33', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 465', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 464', '§ 33', 'BGH', '§ 465', 'BGH', 'BGH', '§ 201', '§ 131', 'BGH', 'BGH', '§ 465', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 304', '§ 304', 'Art 234', 'Art 8', 'Art 1', 'Art 7', 'Art 8', 'Art 9', 'Art 10', '§ 28', '§ 28', '§ 28', 'EuG', 'Art. 1', 'Art. 7', 'Art. 9', 'EuG', 'Art. 227', 'EuG', '§ 28', 'EuG', 'Art. 8', '§ 28', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 7', '§ 28', 'EuG', 'Art. 8', 'Art. 227', 'EuG', '§ 28', 'EuG', '§ 2', 'Art. 227', 'EuG', '§ 28', 'Art. 8', '§ 28']

Rechtsprechung: DAR 2006, 32 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: VGH Baden-Württemberg, 19.09.2005
OLG Köln, 10.10.2005 - 81 Ss-OWi 41/05-268
https://dejure.org/2005,1417
OLG Köln, 10.10.2005 - 81 Ss-OWi 41/05-268 (https://dejure.org/2005,1417)
OLG Köln, Entscheidung vom 10.10.2005 - 81 Ss-OWi 41/05-268 (https://dejure.org/2005,1417)
OLG Köln, Entscheidung vom 10. Januar 2005 - 81 Ss-OWi 41/05-268 (https://dejure.org/2005,1417)
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StPO § 33a § 311a § 356a
Kostenentscheidung bei Zurückweisung des Antrags auf Nachholung des rechtlichen Gehörs
Verwerfung einer Rechtsbeschwerde; Abänderung eines Senatsbeschlusses durch eine Gegenvorstellung; Verletzung des Rechts auf rechtliches Gehör; Antrag auf Nachholung des rechtlichen Gehörs
Anwaltverein Köln , S. 2 (Auszüge)
§ 33 a StPO
Kostenentscheidung im Nachverfahren
BGH, 23.11.2005 - 2 ARs 433/05
BGH, 19.01.2006 - 2 ARs 433/05
NStZ 2006, 181
DAR 2006, 32
Ablehnung eines Staatsanwalts wegen Besorgnis der Befangenheit
BGH, 06.11.2006 - 1 StR 50/06
Rechtliches Gehör (Anhörungsrüge)
Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschl. vom 8. März 2006 - 2 StR 387/91; OLG Köln NStZ 2006, 181).
BGH, 31.07.2006 - 1 StR 240/06
Anhörungsrüge; rechtliches Gehör (Grenzen der Begründungspflicht)
Beschwerde gegen einen Beschluss (des Oberlandesgerichts; des Bundesgerichtshofs)
BGH, 08.03.2006 - 2 StR 387/91
Gegenvorstellung; Anhörungsrüge (Kostenentscheidung)
Um eine entsprechende Kostenfestsetzung zu ermöglichen, ist in Beschlüssen, mit denen eine Anhörungsrüge zurückgewiesen wird, deshalb gemäß § 464 Abs. 1 StPO eine entsprechende Kostengrundentscheidung veranlasst (vgl. OLG Köln, NStZ 2006, 181, 182).
Daher ist eine Kostengrundentscheidung für Beschlüsse nach §§ 33a, 311a Abs. 1 S. 1, 356a StPO geboten (vgl. dazu auch OLG Köln NStZ 2006, 181 für entsprechende Problem im OWi-Verfahren), damit eine Kostenfestsetzung nach den Nummern 3900 und 4500 KV erfolgen kann.
BGH, 24.01.2007 - 2 StR 431/06
Anhörungsrüge (Zeitpunkt der Kenntniserlangung vom Gehörsverstoß; …
Die Entscheidung über die Kosten folgt aus einer analogen Anwendung von § 465 Abs. 1 StPO (vgl. Senat, Beschl. vom 8. März 2006 - 2 StR 387/91; OLG Köln NStZ 2006, 181).
BGH, 06.12.2006 - 1 StR 532/06
Rechtliches Gehör und Anhörungsrüge (verspätetes Eintreffen der angekündigten …
BGH, 15.05.2006 - AnwZ (B) 11/05
Zurückweisung einer Anhörungsrüge im anwaltsgerichtlichen Verfahren
Dem Antragsteller sind in entsprechender Anwendung des § 201 Abs. 1 BRAO die Kosten des Rügeverfahrens aufzuerlegen, weil dieses einen Gebührentatbestand (§ 131 d KostO) auslöst (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Februar 2006 - KRB 2/05; OLG Köln NStZ 2006, 181).
BGH, 31.10.2007 - 2 ARs 365/07
Unzulässige Beschwerde gegen Beschluss des Oberlandesgerichts; Anhörungsrüge
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus der entsprechenden Anwendung von § 465 StPO (vgl. hierzu OLG Köln NStZ 2006, 181).
KG, 15.03.2006 - 5 Ws 506/05
Vergütung des Zeugenbeistandes: Kein Anfall der Verfahrensgebühr
BGH, 22.03.2006 - 1 StR 2/06
Rechtliches Gehör; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; Anhörungsrüge
BGH, 20.06.2006 - 1 StR 171/06
Anhörungsrüge; Gewährung rechtlichen Gehörs
OLG Frankfurt, 25.08.2008 - 3 Ws 31/08
Strafvollzug: Rechtsbeschwerdeverfahren bei Verletzung des rechtlichen Gehörs …
KG, 20.12.2018 - 3 Ws (B) 265/18
Keine Übersendung der Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft im Verfahren …
OLG Köln, 05.12.2008 - 51 Zs 606/06
Zulässigkeit eines Antrags auf Nachholung des rechtlichen Gehörs
OLG Hamm, 16.10.2007 - 3 Ws 588/07
Haftbeschwerde; Anhörung; Nebenkläger
OLG Köln, 18.02.2014 - 1 RVs 272/13
Keine Begründungspflicht eines die Revision verwerfenden Beschlusses
OLG Hamm, 13.01.2009 - 4 Ss OWi 456/08
Verwerfung eines Antrags auf Aussetzung der Vollstreckung bei Verwerfung des …
OLG Hamburg, 21.04.2008 - 2-40/07
Verwerfung eines Wiedereinsetzungsantrags als Voraussetzung der befristeten …
BGH, 31.10.2007 - 2 AR 228/07
StPO § 33 a, § 304 Abs. 4 Satz 2, § 304 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz …
OLG Köln, 08.02.2013 - 1 RBs 308/12
Voraussetzungen für den Erfolg einer Anhörungsrüge
OLG Hamm, 07.07.2008 - 3 Ss 357/07
Maßgeblicher Zeitpunkt des Kenntniserlangens
OLG Jena, 04.10.2007 - 1 Ss 127/07
Zulässigkeit einer Anhörungsrüge bei einem Antrag auf gerichtliche Entscheidung …
OLG Hamm, 07.07.2008 - 3 Ss 357/08
Frist; Kenntniserlangung; Zeitpunkt
OLG Karlsruhe, 22.09.2017 - 1 RBs 7 Ss 486/17
Verwerfung eines Antrags auf Zulassung der Rechtsbeschwerde muss nicht begründet …
LG Neubrandenburg, 09.11.2012 - 8 Qs 66/12
Anspruch auf nachträgliche Anhörung eines Beschuldigten im Beschwerdeverfahren …
KG, 08.07.2008 - 3 Ws (B) 48/08
Anhörungsrüge: Zulässigkeitsvoraussetzungen eines Antrags auf Rücksetzung des …
OLG Dresden, 20.06.2018 - 1 Ws 55/18
OLG Dresden, 27.03.2018 - 1 Ws 55/18
OLG Jena, 01.08.2006 - 1 Ws 13/06
OLG Köln, 28.03.2006 - 85 Ss 1/06
OLG Jena, 13.09.2006 - 1 Ss 69/05
VGH Baden-Württemberg, 19.09.2005 - 10 S 1194/05
https://dejure.org/2005,883
VGH Baden-Württemberg, 19.09.2005 - 10 S 1194/05 (https://dejure.org/2005,883)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 19.09.2005 - 10 S 1194/05 (https://dejure.org/2005,883)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 19. September 2005 - 10 S 1194/05 (https://dejure.org/2005,883)
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Keine Pflicht zur Vorlage an den Europäischen Gerichtshof im vorläufigen Rechtschutzverfahren - Versagung der Anerkennung einer im EU-Ausland erteilten Fahrerlaubnis im Hinblick auf eine zuvor im Inland erfolgte Entziehung der Fahrerlaubnis
Art 234 Abs 3 EG, Art 8 Abs 4 EWGRL 439/91, Art 1 Abs 2 EWGRL 439/91, Art 7 Abs 1a EWGRL ... 439/91, Art 8 Abs 2 EWGRL 439/91, Art 9 EWGRL 439/91, Art 10 Abs 2 EWGRL 439/91, § 28 Abs 1 S 1 FeV, § 28 Abs 4 Nr 3 FeV, § 28 Abs 5 S 1 FeV
Fahrerlaubnis, Gültigkeit, EU-Ausland, Anerkennung, Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen, Neuerteilung der Fahrerlaubnis, ordentlicher Wohnsitz, Alkoholmissbrauch, Verkehrssicherheit, Vorlagepflicht
Fahrerlaubnis - Fahrerlaubnis, Gültigkeit, EU-Ausland, Anerkennung, Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen, Neuerteilung der Fahrerlaubnis, ordentlicher Wohnsitz, Alkoholmissbrauch, Verkehrssicherheit, Vorlagepflicht
Vorlagepflicht des Beschwerdegerichts im vorläufigen Rechtsschutzverfahren; Allgemeines Rechtsschutzbedürfnis für einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz; Berechtigung zum Führen eines KfZ im Bundesgebiet auf Grund einer EU-Fahrerlaubnis; Anerkennung der im Ausland erworbenen Fahrerlaubnis nach einer im Inland erfolgten Entziehung; Berücksichtigung eines Verstoßes gegen das Wohnsitzerfordernis; Zulässigkeit einer Überprüfung der Fahreignung nach Ausstellen des Führerscheins in einem anderen EU-Mitgliedstaat; Wiedererlangung der Fahreignung nach wiederholter Trunkenheit im Verkehr
Gebrauch einer EU-Fahrerlaubnis im Inland
VG Freiburg, 10.05.2005 - 2 K 589/05
NJW 2006, 1153
VBlBW 2006, 27
DVBl 2006, 188
LG Freiburg, 08.05.2006 - 7 Ns 540 Js 26426/05
Führerscheintourismus: Keine Fahrberechtigung in Deutschland mit nachträglich im …
Trotz ihres formalen Richtliniencharakters entfaltet die Richtlinie 91/439/EWG unmittelbare Wirkung mit der Folge, dass sich der Einzelne vor den nationalen Gerichten auf die Regelungen berufen kann (EuGH Urteil v. 29.10.1998, C-230/97, ZAR 1999, 41; VGH Mannheim DAR 2004, 606 sowie NJW 2006, 1153; VG München NJW 2005, 1818).
Daher sei die Regelung des Art. 1 Abs. 2 iVm Art. 7 Abs. 1 lit. b und Art. 9 S. 1 der Richtlinie 91/439/EWG dahingehend auszulegen, dass ein Mitgliedstaat dem von einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten Führerschein die Anerkennung nicht allein deshalb versagen dürfe, weil der Inhaber des Führerscheins im Zeitpunkt der Ausstellung seinen ordentlichen Wohnsitz nicht im Hoheitsgebiet des ausstellenden Mitgliedstaates gehabt habe (EuGH DAR 2004, 333 (337); VGH Mannheim DAR 2004, 606, NJOZ 2006, 487 (495) sowie NJW 2006, 1153; VG Karlsruhe NJW 2005, 460).
Dem Aufnahmemitgliedstaat stehe zur Wahrung seiner Interessen die Möglichkeit der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens nach Art. 227 EG gegen den ausstellenden Mitgliedstaat zur Verfügung, wenn dieser nicht die erforderlichen Maßnahmen gegen zu Unrecht erteilte Führerscheine ergreife (EuGH DAR 2004, 333 (337); VGH Mannheim DAR 2004, 606 sowie NJW 2006, 1153 (1154)).
Da § 28 Abs. 4 Nr. 2 FeV die Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ausnahmslos nicht mehr einschränken könne, verbleibe der Norm mithin kein Anwendungsbereich (VGH Mannheim NJW 2006, 1153f; VG München NJW 2005, 1818; Otte/Kühner NZV 2004, 321 (326)).
Nach dem Urteil des EuGH dürfe jedoch der Charakter des Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG als Ausnahmevorschrift von dem grundsätzlich geltenden Prinzip der gegenseitigen Anerkennung nicht verkannt werden, weil dieses die erleichterte Ausübung der primär-rechtlich garantierten Grundfreiheiten bezwecke (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1157); Otte/Kühner NZV 2004, 321 (322)).
Zudem spricht auch der Aspekt der Verkehrssicherheit, der sowohl die Richtlinie 91/439/ EWG als auch § 28 Abs. 4 Nr. 3 FeV zu dienen bestimmt sind, gegen eine automatische Anerkennung, denn mangels eines gemeinschaftsweiten Fahrerlaubnisregisters ist eine Kenntniserlangung der Behörden des Ausstellungsstaates von den Gründen der Fahrerlaubnisentziehung des anderen Mitgliedstaates noch nicht gesichert (BVerwG NJW 2006.1151; VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1154f) sowie NJOZ 2006, 487 (490); VGH Kassel NJOZ 2006, 1336 (1339); VG Aachen Beschluss vom 24.06.2005, Az. 3 L 270/05; AG Kassel NZV 2005, 601 (602); Geiger DAR 2004, 340).
Im Kontext zu Art. 7 Abs. 5 der Richtlinie 91/439/EWG, wonach eine Person nicht Inhaber zweier EU-Führerscheine verschiedener Mitgliedstaaten sein kann, ist Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG somit dahingehend auszulegen, dass der aufnehmende Mitgliedstaat die Anerkennung einer EU-Fahrerlaubnis hinsichtlich solcher Ereignisse ablehnen kann, die bereits vor ihrer Erteilung eingetreten sind (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1155)).
Insbesondere bei begründeten Zweifeln an der ausreichenden Überprüfung der Fahreignung des Betroffenen seitens der Behörden des ausstellenden Mitgliedstaates ist es (entgegen der Rechtsprechung des OVG Koblenz NJW 2005, 3228 (3229f)) wegen des hohen Rangs der bedrohten Rechtsgüter des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht zu rechtfertigen, dass Maßnahmen des aufnehmenden Mitgliedstaates trotz der Kenntnis vom Gefahrenpotential des Führerscheininhabers erst nach erneuten Verkehrsauffälligkeiten zulässig sein sollen (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1157) sowie NJOZ 2006, 487 (490, 493)).
Da nach Nr. 14.1 des Anhangs III der Richtlinie 91/439/EWG eine Alkoholabhängigkeit oder die Unfähigkeit der Trennung des Führens von Kraftfahrzeugen und des Alkoholkonsums der Fahrerlaubniserteilung ausdrücklich entgegensteht, ist eine Beschränkung der Prüfungskompetenz des Aufnahmestaates, dem die mangelnde Eignung bereits bekannt ist, unvereinbar mit dem Schutz der Verkehrssicherheit (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1156)).
Die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ist bei einer Alkoholabhängigkeit des Betroffenen wegen der von ihm im Straßenverkehr ausgehenden Gefahren für die Verkehrssicherheit nur möglich, wenn eine nachhaltige Änderung des Alkoholtrinkverhaltens mittels eines Sachverständigengutachtens nachgewiesen ist (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1156)).
Daher ist der aufnehmende Mitgliedstaat - im Gegensatz zur Einhaltung des Wohnsitzerfordernisses nach Art. 7 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 91/439/EWG - zur Ablehnung der Anerkennung einer EU- oder EWR-Fahrerlaubnis berechtigt, wenn eine Bemühung des Betroffenen um die Beseitigung der Mängel der Fahreignung nicht ersichtlich ist und begründete Zweifel an der ausreichenden Eignungsprüfung durch den ausstellenden Mitgliedstaat bestehen (VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1157)).
Im Verfahren C-476/01 hat die Kommission implizit ihre Zustimmung zu § 28 FeV 1999 erteilt (EuGH DAR 2004, 333 (339); VGH Mannheim NJW 2006, 1153 (1155); OVG Münster vom 04.11.2005, Az.: 16 B 736/05).
Gegen die Richtigkeit der oben dargestellten Auslegung der Richtlinie 91/439/EWG wird eingewandt, dies hätte zur Folge, dass erst ein erneutes Auffälligwerden des Fahrerlaubnisinhabers nach Erteilung einer ausländischen Fahrerlaubnis - wofür es im Fall des Antragstellers keine Hinweise gibt - zum Anlass dafür genommen werden dürfte, die nach innerstaatlichem Recht vorgesehenen Maßnahmen auf der Grundlage des Art. 8 Abs. 2 und 4 der Richtlinie 91/439/EWG anzuwenden (vgl. OVG NordrheinWestfalen, Beschluss vom 4. November 2005 - 16 B 736/05 -, zitiert nach Juris; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 19. September 2005 - 10 S 1194/05 -, zitiert nach Juris).
Die Aufklärung des entscheidungserheblichen Sachverhalts kann jedoch nicht im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzverfahrens erfolgen, sondern muss dem Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben; insoweit teilt der Senat die Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg in dessen Beschluss vom 19. September 2005 (-10 S 1194/05 -, zitiert nach Juris).
Weil es Konsumenten mit einem solchen Trinkverhalten nicht um Genuss-, sondern um Wirkungstrinken geht, wurde die psychologische Sperre ebenso überschritten wie die für den Alkoholkonsum geltende soziale Norm (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 19. September 2005 - 10 S 1194/05 -, zitiert nach Juris, m. w. N.).
VGH Bayern, 06.05.2008 - 11 CS 08.551
Berücksichtigungsfähigkeit lange zurückliegender Tatsachen bei der Überprüfung …
Werden BAK-Werte von über 1, 6 Promille nachgewiesen, so belegt das ein abnormes Trinkverhalten, bei dem sich der übermäßige Genuss von Alkohol über einen längeren Zeitraum hinweg erstreckt haben muss und bei dem die physiologische Barriere - kein Abbruch des Konsums infolge Übelkeit oder Erbrechens - überschritten wurde (VGH BW vom 19.9.2005 DAR 2006, 32/36).
VG Karlsruhe, 29.12.2005 - 5 K 2115/05
"Entziehung" einer EU-Fahrerlaubnis aus der Tschechischen Republik
Es besteht insoweit lediglich die Möglichkeit, dass die Bundesrepublik Deutschland als Mitgliedstaat in einem Verfahren nach Art. 227 EGV geltend macht, die Tschechische Republik habe dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus dem EG-Vertrag verstoßen, dass sie das innerstaatliche Recht hinsichtlich des Wohnsitzerfordernisses nicht an die Vorgaben der Richtlinie 91/439/EWG angepasst und dem Antragsteller danach zu Unrecht eine Fahrerlaubnis erteilt habe (…vgl. hierzu: EuGH, Urt. v. 29.04.2004 - C -476/01 - Kapper, EuZW 2004, 337; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 19.09.2005 - a.a.O - m. w. N.).
Die Kammer vermag entgegen der vom Antragsteller angeführten Rechtsprechung, insbesondere des OVG Rheinland-Pfalz (vgl. Beschl. v. 15.08.2005 - 7 B 11021/05.OVG) und der 11. Kammer des VG Karlsruhe (Beschl. v. 06.09.2005 - 11 K 1167/05 -) nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass § 28 Abs. 4 Nr. 3 und Abs. 5 FeV mit der Richtlinie 91/439/EWG in der Auslegung, die sie durch die Rechtsprechung des EuGH (…Urt. v. 29.04.2004 - a.a.O. -) erhalten hat, unvereinbar und deshalb nicht anzuwenden ist und schließt sich der Rechtsprechung des VGH Baden-Württemberg (Beschlüsse v. 07.11.2005 - 10 S 1057/05 - u. v. 19.09.2005 - 10 S 1194/05 - vgl. auch: OVG Münster, Beschl. v. 04.11.2005 - 16 B 736/05 - BeckRS 2005 Nr. 30527; VGH München, Beschl. v. 01.07.2005 11 C 05.940) an.
Für den Bereich des Gemeinschaftsrechts besteht das Problem, dass derzeit kein gemeinschaftsweites Fahrerlaubnisregister geführt wird und der ausstellende Mitgliedstaat nicht durch eine obligatorische Nachfrage bei diesem Register (vgl. die innerstaatliche Vorschrift des § 2 Abs. 7 Satz 2 StVG) über die Gründe einer in einem anderen Mitgliedstaat erfolgten Fahrerlaubnisentziehung in Kenntnis gesetzt wird (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 07.11.2005 - a.a.O.- u. v. 19.09.2005 - a.a.O.-).
Die zuständigen Behörden der Tschechischen Republik hatten - wie der vorliegende Fall und eine Vielzahl der zum Wohnsitzerfordernis ergangenen Rechtsprechung zeigt (vgl. Beschlüsse des VGH Bad.-Württ. v. 07.11.2005 - a.a.O. - u. v. 19.09.2005 - a.a.O. -, v. 14.10.2005 - 10 S 1866/05, BeckRS 2005 Nr. 30764; OVG Lüneburg, Beschl., v. 12.10.2005 - 12 ME 288/05 - BeckRS 2005 Nr. 30476; sowie die vom Antragsteller genannten Entscheidungen) - zunächst das - hier nicht zu prüfende - Wohnsitzerfordernis offenkundig missachtet.
Dass der Antragsteller hierauf nicht eingegangen ist, verstärkt zudem die Zweifel an der Annahme, der Antragsteller habe seinen die Verkehrssicherheit gefährdenden Alkoholkonsum so eingeschränkt, dass er für den Straßenverkehr keine Gefahr mehr darstellt (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 19.09.2005, a.a.O).
VGH Baden-Württemberg, 07.11.2005 - 10 S 1057/05
Abgabe eines ausländischen Führerscheins
Die Bundesrepublik Deutschland kann jedoch in einem Verfahren nach Art. 227 EGV geltend machen, die Tschechische Republik habe durch die Erteilung einer Fahrerlaubnis an den Antragsteller, obwohl dieser die Anforderungen der Richtlinie in Bezug auf den Wohnsitz nicht erfüllt habe, gegen ihre Verpflichtungen aus dem EG-Vertrag verstoßen (vgl. dazu Senatsbeschl. v. 19.09.2005 - 10 S 1194/05 -).
Damit wäre aber dieser Antrag unzulässig (vgl. dazu Senatsbeschl. v. 19.09.2005 - 10 S 1194/05 -).bb) Der Antragsteller macht demgegenüber unter Berufung auf das Urteil des EuGH vom 29.04.2004 (C-476/01 - Kapper, EuZW 2004, 337) geltend, insbesondere die Vorschrift des § 28 Abs. 4 Nr. 3 und Abs. 5 Satz 1 FeV sei wegen der Verpflichtung der Mitgliedstaaten, eine in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union erteilte Fahrerlaubnis nach Ablauf einer im Inland ausgesprochenen Sperrfrist auch dann anzuerkennen, wenn dem Betreffenden zuvor im aufnehmenden Mitgliedstaat die Fahrerlaubnis entzogen worden sei, ohne Weiteres unanwendbar.
Auch spricht das systematische Verhältnis von Art. 8 Abs. 2 und 4 der Richtlinie 91/439/EWG für die Ansicht, dass der aufnehmende Mitgliedstaat berechtigt ist, bei der Frage, ob eine in einem anderen Mitgliedstaat erteilte Fahrerlaubnis anerkannt wird, auch Ereignisse zu berücksichtigen, die vor der Erteilung der Fahrerlaubnis durch den anderen Mitgliedstaat eingetreten sind (vgl. Senatsbeschl. v. 19.09.2005 - 10 S 1194/05 -).
2006, 103; im Ergebnis ebenso VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 19.9.2005 - 10 S 1194/05 -, NJW 2006, 1153 = DVBl. 2006, 188 = DAR 2006, 32 = VRS 2005, 452; Nds. OVG, Beschluss vom 11.10.2005 - 12 ME 288/05 -, NJW 2006, 1158 = DVBl. 2006, 192 = DAR 2005, 704; Hess. VGH, Beschluss vom 16.12.2005 - 2 TG 2511/05 -, VRS 2006, 235 = DAR 2006, 345; anderer Ansicht OVG Rh.-Pf., Beschluss vom 15.8.2005 - 7 B 11021/05 -, NJW 2005, 3228 = DÖV 2005, 1009 = DAR 2005, 650 = NZV 2005, 605.
OVG Nordrhein-Westfalen, 04.11.2005 - 16 B 736/05
EU-Führerschein vorerst kein Ausweg bei Entzug der Fahrerlaubnis
Erweist sich mithin angesichts der europarechtlichen Bedenken die Ordnungsverfügung des Antragsgegners weder als offensichtlich rechtmäßig noch als offensichtlich rechtswidrig, so auch in jüngster Zeit der VGH Bad.-Württ., Beschlüsse vom 19.9.2005 - 10 S 1194/05 - und vom 27.9.2005 - 10 S 177 -, veröffentlicht unter http://www.fahrerlaubnisrecht.de, führt die vorzunehmende Interessenabwägung zu einem eindeutigen Überwiegen der vom Antragsgegner ins Feld geführten öffentlichen Belange, die dem überragenden Interesse der Allgemeinheit an der Sicherheit des Straßenverkehrs Rechnung tragen und somit dem Schutz höchstrangiger Rechtsgüter dienen.
Diese Ausarbeitung geht in Übereinstimmung mit der auch vom Verwaltungsgerichtshof wiederholt vertretenen Auffassung (vgl. z.B. BayVGH vom 28.8.2006 Az. 11 C 05.2849; BayVGH vom 2.1.2007 Az. 11 CS 06.2968/11 C 06.2969/11 C 06.3150) davon aus, dass Blutalkoholwerte von über 1, 3 % mit einem sozialadäquaten Trinkverhalten keinesfalls vereinbar sind, sie vielmehr eine durch den häufigen Genuss großer Alkoholmengen erworbene gesteigerte Alkoholverträglichkeit voraussetzen (so auch NdsOVG vom 11.10.2005 ZfS 2006, 54/55), und dass Personen, die Blutalkoholwerte von mehr als ca. 1,6 % erreichen, an einer dauerhaften, ausgeprägten Alkoholproblematik leiden, der ein abnormes Trinkverhalten zugrunde liegt, bei dem sich der übermäßige Genuss von Alkohol über einen längeren Zeitraum hinweg erstreckt haben muss und bei dem die physiologische Barriere - kein Abbruch des Konsums infolge Übelkeit oder Erbrechens - überschritten wurde ( VGH BW vom 19.9.2005 DAR 2006, 32/36).
VGH Hessen, 16.12.2005 - 2 TG 2511/05
EU-Führerschein; Anerkennung im Inland; Alkoholproblematik
Deswegen kann auch offen bleiben, ob es an der Zulässigkeit dieses Antrags mangels Rechtsschutzbedürfnisses fehlt, weil dem Antragsteller bei ausschließlicher Anwendung des innerstaatlichen Rechts, nämlich des § 28 Abs. 5 i.V.m. Abs. 4 Nr. 3 FeV, trotz der zwischenzeitlichen Erlangung einer tschechischen Fahrerlaubnis keine Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zustünde, so dass der angefochtene Bescheid möglicherweise ins Leere ginge und eine Aussetzung seiner Vollziehung die Rechtsstellung des Antragstellers nicht verbessern könnte (vgl. Beschlüsse des OVG Nordrhein-Westfalen vom 4. November 2005 - 16 B 736/05 - sowie des VGH Baden-Württemberg vom 19. September 2005 - 10 S 1194/05 -, JURIS).
OVG Saarland, 30.03.2006 - 1 W 2/06
Aberkennung einer EU-ausländischen Fahrerlaubnis
zu alledem statt vieler OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 4.11.2005, a.a.O.; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 11.10.2005 - 12 ME 288/05 -, zfs 2006, 54 ff.; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 19.9.2005 - 10 S 1194/05 -, Juris, Bay.VGH, Beschluss vom 23.11.2005 - 11 CS 05.1279 -, Juris, sowie Ludovisy, DAR 2006, 9 ff. m.w.N.
so auch in jüngster Zeit zu ähnlich gelagerten Fällen OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 4.11.2005, a.a.O., und VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 19.9.2005 - 10 S 1194/05 -, a.a.O.,.
VG Berlin, 15.11.2005 - 20 A 186.05
VG Stuttgart, 19.01.2006 - 10 K 3261/05
Berücksichtigung eines EU-Führerscheins im Verfahren des vorläufigen …
VG Leipzig, 14.12.2005 - 1 K 1101/05
EU-Fahrerlaubnis - Anordnung einer MPU
VG Stuttgart, 28.07.2006 - 10 K 1408/06
Missbräuchliche Ausnutzung einer ausländischen Fahrerlaubnis, dem diese in …
VGH Bayern, 07.10.2010 - 11 CS 10.1380
Zweimalige Straßenverkehrsteilnahme mit einer jeweils über 1,6 â€° liegenden …
VGH Bayern, 08.02.2006 - 11 CS 05.2229
VG Sigmaringen, 16.05.2006 - 6 K 489/06
Überwiegendes Suspensivinteresse bei Entziehung einer ausländischen Fahrerlaubnis …
VG Kassel, 06.02.2006 - 2 G 99/06
Anordnung der Beibringung eines Gutachtens im Rahmen der Entziehung einer …
VG Freiburg, 01.06.2006 - 1 K 752/06
Ausländische Fahrerlaubnis; Anerkennung; Entziehung; Rechtsmissbrauch; …
VGH Baden-Württemberg, 27.09.2005 - 10 S 1777/05
VG Sigmaringen, 25.07.2006 - 6 K 924/06
Aberkennung einer EU-Fahrerlaubnis für das Bundesgebiet
VG Ansbach, 15.11.2005 - AN 10 S 05.03245
OLG Hamm, 13.12.2006 - 3 Ss 473/06
Entziehung; Fahrerlaubnis; ausländische Fahrerlaubnis; Maßregel
VG Hamburg, 31.07.2006 - 5 E 864/06
VG Braunschweig, 30.01.2006 - 6 B 11/06
Ausländische Fahrerlaubnis und Eignungsüberprüfung wegen vorangegangener …
OVG Thüringen, 27.04.2007 - 2 EO 485/06
VGH Bayern, 17.10.2006 - 11 CE 06.974
VG Frankfurt/Oder, 26.01.2006 - 2 L 266/05
Straßenverkehrsrecht: Entziehung der Fahrerlaubnis nach BtM-Konsum, Recht auf …
VG Gelsenkirchen, 02.06.2006 - 7 L 621/06
Straßenverkehrsrecht: Entziehung einer EU-Fahrerlaubnis, Alkoholstraftat
VGH Hessen, 25.01.2006 - 2 TG 2768/05
VG Düsseldorf, 01.12.2005 - 6 L 2130/05
VG München, 16.02.2011 - M 1 S 11.317
Privater Alkoholmissbrauch; Anhaltspunkte für einmalige Trunkenheitsfahrt mit 0,9 …
VGH Bayern, 12.10.2010 - 11 ZB 09.2575
Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad (Blutalkoholkonzentration von 1,75 â€°)
VG Augsburg, 04.05.2006 - Au 3 S 06.489
Die Anordnung einer MPU ist kein selbständig anfechtbarer Verwaltungsakt
VG Darmstadt, 08.03.2006 - 6 G 278/06
Zur Anerkennung ausländischer EU-Fahrerlaubnisse bei fortbestehenden …
VG Gelsenkirchen, 30.06.2006 - 7 L 843/06