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Timestamp: 2016-10-26 23:10:16
Document Index: 274148886

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'BGE', 'Art. 103', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 40', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 41', 'Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 104', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 47', 'Art. 53', 'Art. 41', 'Art. 45', 'Art. 45', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 152', 'Art. 156', 'Art. 159']

1A.60/2001 (26.10.2001)
1A.60/2001/sch
F�raud, Ersatzrichter Bochsler und Gerichtsschreiber St�ri.
1. Josef R�llin, 2. Verena R�llin, wohnhaft Ausserblack, Finstersee, Beschwerdef�hrer, beide vertreten durch Josef R�llin, Ausserblack, Finstersee,
Gemeinderat Menzingen, Baudirektion des Kantons Z u g,Verwaltungsgericht des Kantons Z u g, Verwaltungsrechtliche Kammer,
Kompostieranlage, hat sich ergeben:
A.- Am 26. M�rz 1995 ersuchte Josef R�llin die Gemeinde Menzingen um die Baubewilligung f�r einen betonierten Kompostmietenplatz mit Naturkl�r- und L�schwasserteich. Das Bauamt Menzingen �bermittelte die Gesuchsunterlagen am 24. April 1995 der Baudirektion des Kantons Zug zur Pr�fung und erkl�rte, dass der Gemeinderat das Bauvorhaben bef�rworte.
Mit Verf�gung vom 8. September 1995 erkannte die Baudirektion, dass der Erteilung der gemeindlichen Baubewilligung aus ihrer Sicht unter Ber�cksichtigung verschiedener, die Kompostmieten und die Abwasserbehandlung betreffenden Auflagen und Bedingungen, nichts entgegenstehe. Am 4. Juli 1997 f�hrte das kantonale Amt f�r Umweltschutz eine Kontrolle des Teichs der Pflanzenkl�ranlage und des verwendeten Materials durch. Daraufhin teilte es am 10. Juli 1997 Josef R�llin mit, die in der Baubewilligung gemachten Auflagen Punkt 1.14 und 1.15 seien erf�llt. Eine zus�tzliche Abdichtung sei somit nicht n�tig. Nach einer Besichtigung der fertig erstellten Kompostieranlage best�tigte das Amt f�r Umweltschutz am 14. April 1998, dass diese den Vorgaben in der Baubewilligung entspreche und in Betrieb genommen werden k�nne. Die Anlage gelte damit als vom Amt abgenommen.
B.- Nach Inbetriebnahme der Kompostieranlage nahmen Franz-Xaver Nussbaum und seine Familie Phenolgeschmack aus ihren unterliegenden Quellen Nrn. 450 und 451 wahr. Daraufhin f�hrte das Amt f�r Umweltschutz am 3. Juli 1998 einen F�rbversuch durch. Dieser erbrachte den Nachweis, dass die Quellen durch kontaminiertes Wasser aus der Pflanzenkl�ranlage der Kompostieranlage verschmutzt wurden. Am 18. August 1998 gelangte Franz-Xaver Nussbaum an die Baudirektion des Kantons Zug und wies darauf hin, dass das Wasser nicht mehr geniessbar sei. Er ersuchte sie, die Betriebsbewilligung f�r den Kl�rteich zu entziehen bzw. die Sanierung des Teichs zu veranlassen. Daraufhin nahm Josef R�llin von sich aus um den
20. August 1998 Abdichtungsarbeiten am Kl�rteich vor. Nach den Ausf�hrungen des Amtes f�r Umweltschutz konnte er jedoch zu keiner Zeit den Nachweis erbringen, dass die Abdichtungsarbeiten technisch korrekt und vollst�ndig ausgef�hrt wurden.
Die Einwilligung zum Betreten des Hofes habe es erst am 25. August 1998 erhalten. Am 27. August 1998 einigte sich das Amt f�r Umweltschutz unter anderem mit der Schwester von Josef R�llin, Verena R�llin, welche die Kompostieranlage betreibt, �ber das weitere Vorgehen. Am 1. September 1998 k�ndigte das Amt Verena R�llin an, dass der obere Teich geleert und Profilaufnahmen mit dem Bohrstock gemacht w�rden. Dazu nehme es den Geologen Rudolf Bleiker mit. Nach R�cksprache mit ihrem Bruder teilte Verena R�llin am 2. September 1998 dem Amt telefonisch mit, dass dieses nicht mehr zum Teich gehen d�rfe. Ihr Bruder wolle nicht mehr, dass etwas gemacht werde. Franz-Xaver Nussbaum k�nne bei ihm vorbeikommen, wenn er etwas wolle.
Daraufhin erliess die Baudirektion noch gleichentags folgende Verf�gung:
"1. Die Massnahmen, welche das Amt f�r Umweltschutz
zur Abwendung der unmittelbaren Gefahren ergreift,
welche vom Pflanzenkl�rteich auf das
Grundwasser ausgehen, sind zu dulden.
2. Die Kosten, welche durch diese Massnahmen anfallen,
sind durch Sie zu tragen. Die Verrechnung
der Kosten wird in einer speziellen Verf�gung
3. Dieser Verf�gung wird die aufschiebende Wirkung
4. (Spruchgeb�hr)
5. (Rechtsmittelbelehrung).. "
Am 3. September 1998 wurde die Verf�gung Josef R�llin im Beisein zweier Polizeibeamter er�ffnet und mit den Sanierungsmassnahmen sogleich begonnen.
Am 10. September 1998 ordnete das Amt f�r Umweltschutz zus�tzliche Massnahmen an. Zugleich teilte es Josef R�llin mit, dass das weitere Vorgehen von der Baudirektion in einer Sanierungsverf�gung festgesetzt werde. Am 17. September 1998 stellte die Baudirektion Josef R�llin einen entsprechenden Verf�gungsentwurf zur Stellungnahme zu.
C.- Am 1. Oktober 1998 erhob Josef R�llin gegen die Verf�gung der Baudirektion vom 2. September 1998 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Begehren, diese sei nich- tig zu erkl�ren. Zudem beantragte er, die Baudirektion sei zur �bernahme verschiedener Kosten, die er teils nicht n�her bezifferte, zu verpflichten. Am 4. November 1998 erstreckte das Verwaltungsgericht auf Gesuch der Baudirektion die Frist zur Vernehmlassung, nachdem die Parteien inzwischen �ber eine allf�llige Sanierung der Anlage verhandelten. Am 3. November 1998 f�hrte das Amt f�r Umweltschutz einen (zweiten) F�rbversuch durch; die chemische Analyse der Wasserproben erfolgte im Labor von Dr. phil. nat. Heinz Otz, Hydrologe, in Bellwald. Auch bei diesem Markierversuch wurde die Fliessverbindung zwischen der Pflanzenkl�ranlage und den beiden Quellen nachgewiesen. Daraufhin unterbreitete die Baudirektion am 17. Dezember 1998 Josef R�llin einen Vergleichsvertrag, den dieser jedoch ausschlug, worauf das Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht fortgesetzt wurde.
Nach weiteren erfolglosen Verhandlungen mit Josef R�llin erliess die Baudirektion w�hrend des noch h�ngigen Beschwerdeverfahrens am 16. April 1999 eine weitere Verf�gung �ber die vorl�ufige Stilllegung der Kompostieranlage, die Festlegung der Kosten der Ersatzvornahme sowie die Anforderungen an die Sanierung der Pflanzenkl�ranlage. Auch gegen diese Verf�gung erhob Josef R�llin am 25. Mai 1999 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, diese sei nichtig zu erkl�ren. Zudem f�hrte er aus, an seinen Antr�gen in der Beschwerde vom 1. Oktober 1998, welche f�r die neuerliche Beschwerde als Grundlage dienen k�nnten, halte er weiterhin fest.
Nachdem das Verwaltungsgericht am 3. Mai 2000 einen Augenschein durchgef�hrt hatte, teilte ihm die Baudirektion am 16. August 2000 mit, das Amt f�r Umweltschutz habe in der Zwischenzeit unter notarieller Aufsicht und unter Anleitung des Labors der Ingenieurgeologie der ETH Z�rich ein Experiment mit Markierstoff-Blindproben zur Festlegung der Nachweisgrenzen durchf�hren lassen, welche durch die beiden Laboratorien Dr. Otz und Naturaqua gemessen werden k�nnten.
Aufgrund des Resultats des Experiments habe keine Einigung zwischen den Gutachtern in Bezug auf die Nachweisgrenze erzielt werden k�nnen. Die Experten seien sich unter anderem aber insofern einig, als der Nachweis der Fliessverbindung zwischen den Kl�rteichen Ausserblack und der Quelle von Franz-Xaver Nussbaum gegeben sei. Josef R�llin beantragte in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2001, die angefochtene Verf�gung sei aufzuheben, eventuell sei sie an die Vorinstanz zur erg�nzenden Abkl�rung und Entscheidung zur�ckzuweisen.
Mit Urteil vom 1. M�rz 2001 wies das Verwaltungsgericht die beiden Beschwerden vom 1. Oktober 1998 und
25. Mai 1999 ab, soweit es darauf eintrat.
D.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 2. April 2001 bittet Josef R�llin das Bundesgericht "um wohlwollende Bearbeitung dieser Streitsache und um Aufrechterhaltung meiner Antr�ge". Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
Der Gemeinderat Menzingen verzichtet auf Vernehmlassung.
Die Baudirektion des Kantons Zug beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen.
Das Verwaltungsgericht stellt denselben Antrag und weist unter Beilage eines Kaufvertrags vom 5. April 2001 darauf hin, dass der Beschwerdef�hrer seine Grundst�cke in Finstersee inzwischen seiner Schwester Verena R�llin verkauft habe. Das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) f�hrt ohne einen konkreten Antrag zu stellen aus, Streitgegenstand vor dem Bundesgericht sei lediglich die Stilllegung der Kompostieranlage. Unter Hinweis auf Art. 3 und 6 GSchG und gest�tzt auf die Verfahrensakten vertritt es die Auffassung, die Beh�rde habe mit der verf�gten Stilllegung ihr Ermessen nicht �berschritten. Im Hinblick auf eine allf�llige Wiederaufnahme des Betriebs nennt es verschiedene Abkl�rungen, die vorzunehmen w�ren.
Mit Eingabe vom 28. August 2001 beantragt Josef R�llin die Durchf�hrung eines gerichtlichen Augenscheins.
E.- Auf Aufforderung des Bundesgerichts vom 8. Mai 2001 hin teilt Josef R�llin mit, er habe seine Grundst�cke an seine Schwester Verena R�llin f�r Fr. 425'000.-- verkauft.
Dies entspreche in etwa dem Betrag, der beim Betreibungsamt Menzingen zu seinen Ungunsten aufgelaufen sei. Eine genaue Abrechnung habe er von diesem Amt bis heute noch nicht erhalten.
Zudem bekr�ftigt er, an der Beschwerde festzuhalten.
Seine Schwester erteilt ihm auf diesem Brief die Vertretungsbefugnis.
1.- Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel einzutreten ist (BGE 127 I 92 E. 1; II 198 E. 2).
a) Nach Art. 103 lit. a OG ist zur Erhebung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid ber�hrt ist und ein schutzw�rdiges Interesse an seiner Aufhebung oder �nderung hat. Dieses Interesse kann rechtlicher oder auch bloss tats�chlicher Natur sein und braucht mit dem Interesse, das durch die vom Beschwerdef�hrer als verletzt bezeichneten Normen gesch�tzt wird, nicht �bereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass ein Beschwerdef�hrer durch den angefochtenen Entscheid st�rker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht. Ein schutzw�rdiges Interesse liegt vor, wenn die tats�chliche oder rechtliche Situation des Beschwerdef�hrers durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (BGE 124 II 581 E. 1; 121 II 176 E. 2a S. 177 f.; 120 Ib 379 E. 4b S. 386, je mit Hinweisen).
Nachdem Josef R�llin am 2. April 2001 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht erhoben hatte, ver�usserte er am 5. April 2001 seine in Finstersee gelegenen Grundst�cke samt der hier strittigen Kompostieranlage an seine Schwester Verena R�llin. Die Ver�usserung der umstrittenen Kompostieranlage hat grunds�tzlich keinen Einfluss auf die Legitimation in der Sache, hat er doch je nach Verfahrensausgang allenfalls Gew�hrleistungsanspr�che der K�ufe- rin oder beh�rdliche Forderungen f�r Ersatzvornahmen zu gew�rtigen (Art. 21 BZP i.V.m. Art. 40 OG; BGE 116 Ia 221 E. 1b; 110 Ib 93). Fraglich kann nur sein, ob auch die Erwerberin beschwerdelegitimiert ist. Das ist zu bejahen, weil sie als neue Eigent�merin der Kompostieranlage offensichtlich ein eigenes, schutzw�rdiges Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verf�gung hat. So auch Isabelle H�ner (Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Z�rich 2000, Rz. 369 ff., insbesondere 374 f.), die in der Nicht-Zulassung des Rechtsnachfolgers, welcher ein eigenes schutzw�rdiges Anfechtungsinteresse hat, eine Rechtsverweigerung sieht.
b) Das BUWAL h�lt in seiner Stellungnahme fest, Streitgegenstand im Verfahren vor Bundesgericht sei lediglich die am 16. April 1999 verf�gte Stilllegung der Anlage.
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das Verwaltungsgericht hielt fest, dass der bedingt ausgesprochene R�ckzug der Beschwerde vom 1. Oktober 1998 mit der Beschwerde vom 22. Mai 1999 "gegenstandslos" geworden war. Es beurteilte daher sowohl die Beschwerde gegen die Verf�gung vom 2. September 1998 �ber die Duldung von Massnahmen als auch diejenige vom 16. April 1999 �ber die Stilllegung der Kompostieranlage.
Dementsprechend ist in seinem Urteilsdispositiv unter Ziffer 1 denn auch von Beschwerden die Rede.
Streitgegenstand vor dem Bundesgericht, bei dem das Urteil des Verwaltungsgerichts insgesamt angefochten wurde, bilden demnach beide Verf�gungen.
c) Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens ger�gt werden (Art. 104 lit. a OG).
Eine Kontrolle der Angemessenheit f�llt hingegen, abgesehen von hier nicht zutreffenden Ausnahmen, ausser Betracht (Art. 104 lit. c OG). Zu dem im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde �berpr�fbaren Bundesrecht geh�rt auch das Bundesverfassungsrecht, soweit die R�ge eine Angelegenheit betrifft, die in die Sachzust�ndigkeit der eidgen�ssischen Verwaltungsrechtspflegeinstanzen f�llt (BGE 124 II 517 E. 1 S. 519; 123 II 385 E. 3 S. 388).
d) Gem�ss Art. 53 GSchG richten sich die Zwangsmassnahmen zur Durchsetzung des Gew�sserschutzgesetzes nach Art. 41 VwVG, soweit das kantonale Recht keine oder keine strengeren Vorschriften enth�lt. Die Beschwerdef�hrer bestreiten, dass die Voraussetzungen f�r die von der Beh�rde verf�gte Ersatzvornahme und die vorl�ufige Schliessung des Betriebs gegeben waren, machen aber nicht geltend, dass kantonales Vollstreckungsrecht sei verfassungswidrig angewendet worden. Diese R�gen haben die Beschwerdef�hrer daher zu Recht in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben, zu- mal im �brigen auch die Konnexit�t zu bundesverwaltungsrechtlichen Fragen anzunehmen w�re. Da diese und die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.- Die Beschwerdef�hrer machen geltend, die Phenolgeschmacksimmissionen seien entgegen den Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts nie offiziell best�tigt worden. Dieses sei auch zu Unrecht von einer Fliessverbindung zwischen den Kl�rteichen und der Quelle Nr. 451 ausgegangen. Wenn das Amt f�r Umweltschutz die Experten �ber den genauen Ablauf des F�rbversuchs vom 3. November 1998 informiert h�tten, h�tten diese eine Fliessverbindung garantiert verneint. Unzutreffend sei auch die weitere Feststellung des Verwaltungsgerichts, dass Josef R�llin keine Abkl�rungen geduldet habe.
Dem Bundesgericht steht grunds�tzlich eine umfassende Sachverhaltskontrolle zu (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 OG). Hat jedoch, wie hier, ein Gericht als Vorinstanz entschieden, so ist die �berpr�fung eingeschr�nkt: Sie erfasst nur offensichtlich unrichtige, unvollst�ndige oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen getroffene Feststellungen (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 124 II 517 E. 1 S. 519; 123 II 385 E. 3 S. 388). Derart mangelhafte Feststellungen liegen hier nicht vor. Dem Entscheid des Verwaltungsgerichts ist zu entnehmen, dass es sich bei der Feststellung, nach Inbetriebnahme der Anlage sei die unterliegende Hauswasserquelle Nr. 451 durch Phenolgeschmacksimmissionen unbrauchbar geworden, nicht einzig auf die Aussagen des Quelleneigent�mers abst�tzte. Der am gerichtlichen Augenschein anwesende Biologe Peter Keller vom Amt f�r Umweltschutz, f�hrte aus, dass es sich beim sogenannten "Apothekergeruch" um phenolartige Verbindungen handle, welche beim Pflanzenabbau entst�nden und nicht aus Hausabw�ssern stammten.
Sodann wies er daraufhin, dass ein Vertreter des Kantonslabors den typischen Geruch sofort erkannt habe. Der festgestellte Phenolgeschmack basiert demnach keineswegs allein auf der Wahrnehmung des Quelleneigent�mers, sondern zudem auf den Feststellungen eines Fachmannes. Was den zweiten F�rbversuch vom 3. November 1998 betrifft, so machte Josef R�llin bereits gegen�ber dem Amt f�r Umweltschutz geltend, der eingef�rbte Teich sei wegen der starken Niederschl�ge auf eine benachbarte Wiese �bergelaufen und eine Fliessverbindung zu den Quellen sei nach der von ihm vorgenommenen Abdichtung der Kl�rteiche nur noch von der Wiese her m�glich. Mit Schreiben vom 30. Mai 2000 unterbreitete das Amt f�r Umweltschutz diese Behauptungen dem von Josef R�llin beigezogenen Experten Toni Dervey. Dabei schlug es einen weiteren Markierversuch in Zusammenarbeit mit ihm und dem vom Amt beigezogenen Experten Heinz Ott vor. Die beiden Experten waren demnach sowohl �ber den F�rbversuch vom 3. November 1998 als auch �ber die von Josef R�llin dagegen erhobenen Einw�nde im Bilde. Danach erfolgte im Juli 2000 ein sogenannter Blindversuch, worauf die beiden Experten am 4. August 2000 �bereinstimmend feststellten, dass mit den beiden durchgef�hrten Markierversuchen die Fliessverbindung zwischen den Kl�rteichen "Usserblack" und der Quelle Nr. 451 nachgewiesen sei. Nicht einig waren sich die Experten �ber die Fliessverbindung zur Quelle Nr. 450. Wie dem Urteil des Verwaltungsgerichts zu entnehmen ist, legte es seinen Erw�gungen diesen Sachverhalt zu Grunde. Von aktenwidrigen Feststellungen kann demnach keine Rede sein. Dasselbe trifft auch zu, soweit die Beschwerdef�hrer geltend machen, der gegen�ber Josef R�llin erhobene Vorwurf mangelnder Bereitschaft zur Abkl�rung und Sanierung der Anlage sei unbegr�ndet. Wohl geht aus dem von ihnen erw�hnten Schreiben von Fredy Ab�cherli hervor, dass sich dieser und Verena R�llin um eine Zusammenarbeit mit den Beh�rden bem�ht hatten. Zu- dem ist daraus aber auch zu entnehmen, dass Fredy Ab�cherli nicht mehr bereit war, seine Vermittlerrolle zwischen den Beh�rden und Josef R�llin weiterhin auszu�ben, weil dieser w�hrend der vergangenen Wochen mit den Beh�rden kaum gesprochen und auch keine Abmachungen getroffen hatte.
Damit wird die mangelnde Sanierungsbereitschaft von Josef R�llin, wie sie auch von den Beh�rden vorgebracht wurde, best�tigt. Sein dagegen erhobener Einwand ist demnach unbegr�ndet.
3.- a) Nach Art. 3 GSchG ist jedermann verpflichtet, alle nach den Umst�nden gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gew�sser zu vermeiden.
Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen k�nnen, mittelbar oder unmittelbar in ein Gew�sser einzubringen oder versickern zu lassen (Art. 6 Abs. 1 GSchG). Stellt die Beh�rde fest, dass ein Gew�sser die Anforderungen an die Wasserqualit�t nach Anhang 2 zur Gew�sserschutzverordnung (GSchV) nicht erf�llt oder dass die besondere Nutzung des Gew�ssers nicht gew�hrleistet ist, so hat sie insbesondere die Art, das Ausmass und die Ursachen der Verunreinigung zu ermitteln und daf�r zu sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen getroffen werden (Art. 47 Abs. 1 GSchV). Art. 53 GSchG verleiht ihr die Kompetenz, die Massnahmen zwangsweise durchsetzen, wobei Art. 41 VwVG Anwendung findet, falls der Kanton keine oder keine strengeren Vorschriften enth�lt.
Der Vollzug der Gew�sserschutzgesetzgebung obliegt, von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen, den Kantonen (Art. 45 GSchG; Art. 45 Abs. 1 GSchV).
b) Es ist unbestritten, dass nach damals geltendem, zugerischem Recht (� 126 GewG) die kantonale Baudirektion f�r den Vollzug der Gew�sserschutzgesetzgebung zust�ndig war. Mit Verf�gung vom 2. September 1998 verpflichtete sie Josef R�llin, die Massnahmen zu dulden, welche das Amt f�r Umweltschutz zur Abwendung der unmittelbaren Gefahren, die vom Pflanzenkl�rteich auf das Grundwasser ausgehen, ergreifen werde. Zugleich entzog sie der Verf�gung die aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdef�hrer ziehen die dazu vom Verwaltungsgericht angef�hrten gesetzlichen Grundlagen zu Recht nicht in Zweifel. Hingegen wenden sie sinngem�ss ein, es sei keine Gefahr im Verzug gelegen und demzufolge sei eine antizipierte Ersatzvornahme nicht zul�ssig gewesen.
aa) Die Beschwerdef�hrer machen nicht geltend, die Ersatzvornahme habe gegen kantonales Recht verstossen, und das ist auch nicht ersichtlich. Die Frage ist daher im Lichte von Art. 41 VwVG zu pr�fen (oben E. 1d und 3a). Nach Art. 41 Abs. 1 und 2 VwVG ist die Ersatzvornahme nur nach vorheriger Androhung unter Einr�umung einer angemessenen Frist zul�ssig. Der B�rger muss die M�glichkeit haben, seine Pflicht selbst zu erf�llen, bevor der Staat an seiner Stelle und auf seine Kosten handelt. Wird auf die Androhung verzichtet, liegt eine sogenannte antizipierte Ersatzvornahme vor. Sie ist nur zul�ssig, wenn Gefahr im Verzug ist (Art. 41 Abs. 3 VwVG). Diese Bestimmung entspricht der nach Lehre und Rechtsprechung f�r Ersatzvornahmen allgemein geltenden Regelung (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juni 1997 in:
ZBl 99/1998 S. 138 E. 1b und dortige Hinweise; Alfred K�lz/ Isabelle H�ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Z�rich 1998, Rz. 388 S. 139; Ulrich H�felin/Georg M�ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts,
3. Auflage, Z�rich 1998, Rz. 934 S. 239; Christine Ackermann Schwendener, Die klassische Ersatzvornahme als Vollstreckungsmittel des Verwaltungsrechts, Diss.
Z�rich 1999, S. 149).
bb) Das Amt f�r Umweltschutz �berbrachte im Beisein von zwei Polizeibeamten am 3. September 1998 die tags zuvor erlassene Verf�gung der Baudirektion und begann sogleich mit den Arbeiten zur unmittelbaren Schadenabwehr, indem es den Kl�rteich auspumpte. F�r die von der Baudirektion verf�gte Duldungspflicht und die gest�tzt darauf unmittelbar getroffenen Massnahmen des Amtes f�r Umweltschutz bestand hinreichender Grund. Der erste F�rbversuch vom 3. Juli 1998 und der festgestellte Phenolgeschmack aus den Trinkwasserquellen Nr. 450 und Nr. 451 von Franz-Xaver Nussbaum legten den Verdacht nahe, dass die Wasserverschmutzung von der Kompostieranlage der Beschwerdef�hrer herr�hren k�nnte. Daraufhin nahm Josef R�llin um den 20. August 1998 selbst und ohne Beizug der Fachstelle Abdichtungsarbeiten vor. Den Nachweis, dass diese Arbeiten technisch korrekt und vollst�ndig erfolgten, erbrachte er nicht. Zudem weigerte er sich, selbst oder in Zusammenarbeit mit den Beh�rden weitere Abkl�rungen und allf�llige Massnahmen zur Sanierung des Pflanzenkl�rteichs vorzunehmen.
Die Beh�rde war unter diesen Umst�nden verpflichtet, zum Schutz der Trinkwasserquellen die Ursachen der Gew�sserverunreinigung unverz�glich zu ermitteln und die erforderlichen Sofortmassnahmen umgehend einzuleiten. Die Voraussetzungen f�r eine antizipierte Ersatzvornahme waren demnach gegeben. Soweit sich die Beschwerde auf die vom Verwaltungsgericht gesch�tzte Verf�gung der Baudirektion vom 2. September 1998 bezieht, ist sie unbegr�ndet.
c) Die Beschwerdef�hrer kritisieren die im Rahmen der antizipierten Ersatzvornahme vom Amt f�r Umweltschutz getroffenen Abkl�rungen und Massnahmen. F�r sie ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Grund des Kl�rteichs untersucht wurde, nachdem dieser bereits mit Schreiben vom 10. Juli 1997 als gut und dicht befunden worden sei. Die beiden von Josef R�llin noch gefundenen undichten Stellen, die er vor der Ersatzvornahme nicht mehr habe reparieren k�nnen, l�gen am Rohrsystem beim Kompostierplatz und nicht beim Teich.
aa) Bei der �berpr�fung von Ermessensentscheiden ist das Bundesgericht an die Schranke von Art. 104 lit. a OG gebunden. Desgleichen hat es bei der W�rdigung technischer Fragen, deren Beurteilung durch die zust�ndige Instanz im Grenzbereich zwischen Rechtsanwendung und Ermessensbet�tigung liegt, Zur�ckhaltung walten zu lassen. In diesen F�llen hat das Bundesgericht prim�r zu pr�fen, ob die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beurteilt und die erforderlichen Abkl�rungen sorgf�ltig und umfassend vorgenommen wurden (BGE 126 II 43 E. 4c S. 47; 121 II 378 E. 1e/bb S. 384).
bb) Den Akten ist zu entnehmen, dass die Baudirektion und das Amt f�r Umweltschutz die unverz�glich zu treffenden Abkl�rungen und Massnahmen zur Abwendung der unmittelbaren Gefahr eingehend pr�ften und gest�tzt darauf die nach ihrer Beurteilung notwendigen Vorkehren trafen. Geht es wie vorliegend um die Beurteilung fachtechnischer Fragen, ist den hierf�r zust�ndigen Beh�rden ein gewisser Beurteilungsspielraum zu gew�hren. In diesem Rahmen ist keine Bundesverletzung im Sinne von Art. 104 lit. a OG zu erblicken.
Sodann liegen auch keine Anhaltspunkte vor, dass die vom Amt f�r Umweltschutz ausgef�hrten Arbeiten �ber das hinaus gingen, was f�r die unmittelbare Gefahrenabwehr und im Hinblick auf weitere Abkl�rungen notwendig war. Es ist daher auch keine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgebots ersichtlich.
Soweit sich die Beschwerdef�hrer auf das Best�tigungsschreiben des Amtes f�r Umweltschutz vom 10. Juli 1997 berufen, verkennen sie, dass sich dieses zum Pr�fungsergebnis vor Inbetriebnahme der Kompostieranlage �ussert. Die anstehenden Probleme traten jedoch erst nachher ein. Die von den Beschwerdef�hrern in diesem Zusammenhang erhobenen R�gen erweisen sich demnach als unbegr�ndet.
d) Die Beschwerdef�hrer bestreiten eine Fliessverbindung zwischen den Kl�rteichen und den Quellen Nrn. 450 und 451 von Franz-Xaver Nussbaum mit der Begr�ndung, das Leck sei nach dem ersten F�rbversuch vom 3. Juli 1998 von Josef R�llin sogleich saniert worden. Eine Sanierung stehe erst dann an, wenn ein Problem in oder an der Anlage best�tigt werde. Sie verlangen einen gerichtlichen Augenschein, um an Hand bestimmter Akten und Fakten (F�rbresultate, Niederschlagsmengen) zu beweisen, dass der fragliche Teich in Ordnung sei. Damit scheinen die Beschwerdef�hrer geltend machen zu wollen, dass die weitere, von der Baudirektion am 16. April 1999 erlassene Verf�gung �ber die vorl�ufige Stilllegung des Betriebs, bis der Pflanzenkl�rteich saniert und vom Amt f�r Umweltschutz abgenommen ist bzw. bis die gesetzeskonforme Abwasserentsorgung wieder nachgewiesen werden kann, rechtswidrig sei.
Die Behauptungen der Beschwerdef�hrer, die Fliessverbindung sei nicht nachgewiesen und Josef R�llin habe die Anlage ausreichend saniert, sind klar aktenwidrig. Dazu kann auf die vorstehenden Erw�gungen verwiesen werden (vgl.
Erw. 2). Die Beschwerdef�hrer machen nicht geltend, der Sachverhalt habe sich inzwischen aufgrund weiterer Sanierungsmassnahmen oder aus andern Gr�nden wesentlich ver�ndert.
Von einem Augenschein sind daher keine neuen, entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, so dass der diesbez�gliche Antrag abzuweisen ist. Ist die Fliessverbindung jedenfalls zwischen dem Kl�rteich und der Trinkwasserquelle Nr. 451 erstellt, l�sst sich die vorl�ufige Stilllegung der Anlage, bis eine fachgerechte Sanierung nachgewiesen ist, auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit beanstanden. Daran verm�gen auch die Behauptungen der Beschwerdef�hrer nichts zu �ndern, wonach die verwendete Silofolie f�r die Abdichtung geeignet sei und die Kapazit�t der Anlage ausreiche. Welche Massnahmen f�r eine fachgerechte Sanierung erforderlich und geeignet sind, ist hier nicht zu pr�fen. Dies haben die Beschwerdef�hrer der Bewilligungsbeh�rde in einem Sanierungskonzept aufzuzeigen und nachzuweisen, wozu ihnen jederzeit die M�glichkeit offen steht. Eine Verletzung von Bundesrecht liegt somit auch nicht vor, soweit die Beschwerde die vom Verwaltungsgericht gesch�tzte Verf�gung der Baudirektion vom 16. April 1999 zum Gegenstand hat.
4.- Die Beschwerde erweist sich damit in allen Punkten als unbegr�ndet und ist somit abzuweisen. Da sie zudem von Anfang an als aussichtslos erschien, kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (Art. 152 Abs. 1 OG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG).
Eine Parteientsch�digung an die Gemeinde Menzingen entf�llt gest�tzt auf Art. 159 Abs. 2 OG.
2.- Das Gesuch des Beschwerdef�hrers Josef R�llin um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'000.-- wird den Beschwerdef�hrern je zur H�lfte und unter solidarischer Haftbarkeit f�r den ganzen Betrag auferlegt.
4.- Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Gemeinderat Menzingen, der Baudirektion sowie dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, und dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.