Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20212,%2072
Timestamp: 2019-11-14 16:07:06
Document Index: 94041753

Matched Legal Cases: ['§ 155', '§ 157', '§ 4', '§ 26', '§ 26', '§ 179']

BFH, 17.11.2005 - III R 8/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,601
BFH, 17.11.2005 - III R 8/03 (https://dejure.org/2005,601)
BFH, Entscheidung vom 17.11.2005 - III R 8/03 (https://dejure.org/2005,601)
BFH, Entscheidung vom 17. November 2005 - III R 8/03 (https://dejure.org/2005,601)
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AO 1977 § 155 Abs. 3, § 157 Abs. 1; EStG § 4 Abs. 1 Satz 2, § 26, § 26b
Ein an die "X-Erbengemeinschaft" adressierter Steuerbescheid kann ausreichend bestimmt sein | Erbengemeinschaft, Steuerrecht. Steuerschulden
Adressierung eines an die Erben des verstorbenen Steuerschuldners gerichteten Steuerbescheides als "Erbengemeinschaft X"
Entnahme bei Kapitalerhöhung
Erlass eines zusammengefassten Bescheids an den überlebenden Ehegatten und dessen Erben ; Anforderungen an die Bestimmheit eines Steuerbescheids; Auslegung des Inhaltsadressaten anhand der den Betroffenen bekannten Umstände
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 17.11.2005, Az.: III R 8/03 (Adressierung eines Steuerbescheides an Erbengemeinschaft)" von RiFG Dr. Michael Nieland, original erschienen in: AO-StB 2006, 62 - 63.
BFHE 212, 72
NJW 2006, 1696 (Ls.)
NJW-RR 2006, 589
BB 2006, 365
DB 2006, 1252
BStBl II 2006, 287
NZG 2006, 277
Der Inhaltsadressat muss nicht zwingend für einen Dritten aus dem Bescheid selbst oder aus beigefügten Unterlagen erkennbar sein; entscheidend ist, ob der Inhaltsadressat durch Auslegung anhand der den Betroffenen bekannten Umstände hinreichend sicher bestimmt werden kann (BFH-Urteil vom 17. November 2005 - III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1.b der Gründe).
Dabei ist es ausreichend, wenn sich die Beteiligten zwar nicht aus dem Adressfeld, wohl aber aus dem weiteren Inhalt des Bescheids ergeben, z.B. aus einer Anlage (…vgl. Brandis in Tipke/ Kruse, a.a.O., § 179 AO Rz 8, m.w.N.), aus den Erläuterungen des Bescheids oder aus einem in Bezug genommenen Bericht über eine Außenprüfung (vgl. BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287).
Der Umstand, dass der Bescheid vom 1. September 2009 im Erläuterungsteil auf den Betriebsprüfungsbericht vom 26. Februar 2009 Bezug nimmt (s. dazu allgemein BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287), ändert hieran nichts.
Dabei reicht es jedoch aus, wenn der Inhaltsadressat durch Auslegung anhand der dem Betroffenen bekannten Umstände hinreichend sicher bestimmt werden kann (BFH-Urteile vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1.b, …und vom 15. April 2010 IV R 67/07, BFH/NV 2010, 1606, unter II.3.c aa).
Bei Personensteuern gehört die Angabe des Steuerpflichtigen (Inhaltsadressat) zu den Mindestanforderungen an die inhaltliche Bestimmtheit von Steuerbescheiden (vgl. BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1. vor a, m.w.N.).
Lässt ein Bescheid den Schuldner nicht erkennen oder bezeichnet er ihn so ungenau, dass Verwechslungen nicht ausgeschlossen sind, kann er wegen inhaltlicher Unbestimmtheit nicht befolgt werden und ist unwirksam (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287;… vom 23. Februar 1995 VII R 51/94, BFH/NV 1995, 862).
Aus der vom FG zur Begründung seiner Auffassung herangezogenen Entscheidung des BFH in BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287 folgt nichts anderes.
Der Inhaltsadressat muss nicht zwingend für einen Dritten aus dem Bescheid selbst oder aus beigefügten Unterlagen erkennbar sein; entscheidend ist, ob der Inhaltsadressat durch Auslegung anhand der den Betroffenen bekannten Umstände hinreichend sicher bestimmt werden kann (BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1.b der Gründe).
Der Inhaltsadressat muss nicht zwingend für einen Dritten aus dem Bescheid selbst oder aus beigefügten Unterlagen erkennbar sein; entscheidend ist, ob der Inhaltsadressat durch Auslegung anhand der den Betroffenen bekannten Umstände hinreichend sicher bestimmt werden kann (BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1.b der Entscheidungsgründe).
Heranzuziehen sind hierbei nicht nur die dem Bescheid beigefügten Erklärungen (…BFH-Entscheidungen vom 19. Februar 1992 II B 100/91, BFH/NV 1992, 784, …und vom 27. August 2003 II R 18/02, BFH/NV 2004, 203, unter II.), sondern darüber hinaus auch die dem Betroffenen bekannten Umstände (…BFH-Urteile in BFH/NV 2001, 409, unter II.1.a; in BFHE 224, 428, BStBl II 2009, 803, unter II.1.b;… vom 29. August 2012 XI R 40/10, BFH/NV 2013, 182, unter II.1.a; vom 17. November 2005 III R 8/03, BFHE 212, 72, BStBl II 2006, 287, unter II.1.b;… vom 15. April 2010 IV R 67/07, BFH/NV 2010, 1606, Rz 23, …und vom 23. August 2017 I R 52/15, BFH/NV 2018, 401, Rz 18) oder zeitlich vorhergehende Bescheide (z.B. BFH-Urteil vom 25. September 1990 IX R 84/88, BFHE 162, 4, BStBl II 1991, 120, unter B.III.1.a, m.w.N.).
Dabei kann auch ein Betriebsprüfungsbericht, auf den in dem auszulegenden Bescheid verwiesen wird, zur Auslegung herangezogen werden (vgl. BFH 17.07.1986 - V R 96/85, BStBl. II 1986, 834; BFH 07.04.2005 - I B 140/04, BStBl. II 2006, 530; BFH 17.11.2005 - III R 8/03, BStBl. II 2006, 287;… BFH 27.08.2009 - V B 76/08, BFH/NV 2010, 8).
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