Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/305303,0.html
Timestamp: 2018-10-18 10:06:03
Document Index: 224474082

Matched Legal Cases: ['§ 839', '§ 437', '§ 839', '§ 280', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH']

Kleine Hausarbeit Zivilrecht (Haftung des Gutachters)
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Verfasst am: 18 Feb 2014 - 14:11:29 Titel: Kleine Hausarbeit Zivilrecht (Haftung des Gutachters)
Der gekürzte SV:
Autohändler A beauftragt einen öffentlich bestellten Kfz Sachverständigen S um ein Gutachten für ein Fahrzeug zu erstellen, welches A gerne verkaufen möchte. Die Vorderachse des Wagens ist beschädigt und A kennt diesen Schaden, will aber nicht das dieser im Gutachten berücksichtigt wird. Als S den Wagen in Augenschein nimmt, hält A ihn, unter dem Vorwand die Schlüssel verlegt zu haben davon ab, den Wagen Probe zu fahren. S beschränkt die Prüfung auf einen kurzen Blick in den Innenraum und unter die Motorhaube und beziffert den Wert auf 25.000 €.
Einige Zeit später will K den Wagen kaufen. Er ist sich aufgrund des Gutachtens sicher, dass das Geschäft für ihn risikolos sei und kauft den Wagen für 25.000 €, obwohl er aufgrund des Schadens eigentlich nur 15.000 € wert ist. Nach einigen Wochen bemerkt er, dass etwas nicht stimmt und bringt den Wagen in die Werkstatt, wo der Achsenschaden festgestellt wird.
A ist mittlerweile insolvent, sodass K jetzt nach den Ansprüchen gegen den Sachverständigen S fragt. Immerhin habe sich K auf das unrichtige Gutachten verlassen, weswegen S doch allenfalls aus § 839 a BGB haften müsse. Welche Ansprüche hat K gegen S?
Anspruchsgrundlagen, die mir spontan eingefallen sind:
A: §§ 437 Nr. 3, 280 I, III, 281 I (-) mangels Vertrag
B: § 839 a (-) S ist kein gerichtlicher Sachverständiger, sondern wurde privat beauftragt. Hier bin ich mir allerdings unsicher, weil im SV explizit auf die Norm hingewiesen wird.
C: §§ 280 I, 328 analog (Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter)
Ich denke hier liegt der Schwerpunkt....hat vielleicht sonst noch jemand Ideen/Anregungen? Wäre um jede Hilfe dankbar!
Verfasst am: 20 Feb 2014 - 19:51:08 Titel:
S ist ein "öffentlich bestellter Sachverständiger". Habe nun nur kurz nachgelesen, aber zeichnen diese sich nicht durch einen Eid aus, damit deren Gutachten vor Gericht verwendet werden können? Wenn dies so ist, könnte es zumindest fraglich sein, wie dieser Fall einzuordnen wäre, denn er wurde ja privat beauftragt. Hast du schon in einem Kommentar zu 839a gelesen?
Ich kenne mich da noch nicht wirklich aus, deshalb bitte nur als Denkanstoß verstehen.
Verfasst am: 20 Feb 2014 - 22:28:00 Titel:
Zuletzt bearbeitet von vkbbkv am 07 Apr 2014 - 21:35:40, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 21 Feb 2014 - 14:13:40 Titel:
muttu hat folgendes geschrieben:
Also laut MüKo umfasst die Haftung von § 839a nur Sachverständige, die von einem Gericht in einem konkreten Verfahren bestellt worden sind. Und davon steht im SV nun überhaupt gar nichts. Der Gutachter wurde privat beauftragt. Dann wäre diese Norm eigentlich relativ unproblematisch abzuhandeln...
Verfasst am: 24 Feb 2014 - 11:47:54 Titel:
Verfasst am: 03 März 2014 - 13:38:09 Titel:
Ich muss unbedingt an den Besprechungsaufsatz von Canaris, Schutzwirkung zugunsten Dritter bei "Gegenläufigkeit" der Interessen, JZ 1995,441 kommen. Sowohl bei beck, als auch bei juris kann ich leider nur kurze Zusammenfassungen finden. Hat jemand eine Idee wo ich den Aufsatz her bekommen könnte?
Verfasst am: 03 März 2014 - 15:31:34 Titel:
In der Unibib oder in den Bibliotheken deiner Juristischen Fakultät. Es gibt nun mal nicht alles online
Verfasst am: 04 März 2014 - 01:01:54 Titel:
http://www.alpmann-schmidt.de/downloads/entscheidung_monat_201103.pdf
Habs nur kurz überflogen, aber klang iwie ähnlich
Verfasst am: 18 März 2014 - 13:23:01 Titel:
Ich habe noch ein paar Fragen, vllt kann mir ja jemand helfen:
- Man könnte den VSD theoretisch an der Gegenläufigkeit der Interessen scheitern lassen, wenn man einigen Literaturmeinungen folgt, der BGH bejaht aber eine Schutzwirkung. Wenn ich dem BGH folge habe ich allerdings quasi 2 Ansprüche, also einen aus VSD und einen aus § 311 III. Welcher Lösung ist der Vorzug zu geben?
- Macht es Sinn kurz ein paar Worte über die dogmatische Begründung für den VSD zu verlieren? Allerdings hat der BGH die Dogmatikfrage als gleichgültig bezeichnet