Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20B%2035/87
Timestamp: 2019-09-22 18:16:31
Document Index: 2146491

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 115', '§ 132', '§ 132', '§ 575', '§ 128', '§ 115', '§ 60', '§ 360', '§ 60', '§ 128', '§ 60', '§ 60']

BFH, 06.05.1988 - VI B 35/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,3266
BFH, 06.05.1988 - VI B 35/87 (https://dejure.org/1988,3266)
BFH, Entscheidung vom 06.05.1988 - VI B 35/87 (https://dejure.org/1988,3266)
BFH, Entscheidung vom 06. Mai 1988 - VI B 35/87 (https://dejure.org/1988,3266)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,3266) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Lehnt das FG eine Beiladung gemäß § 174 Abs. 4 und 5 AO 1977 im Endurteil ab, dann besteht bei einem Beteiligten des finanzgerichtlichen Verfahrens, der im Rahmen der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision die Ablehnung der Beiladung als Verfahrensmangel rügen kann (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), für eine gesonderte Beschwerde gegen die Ablehnung der Beiladung kein Rechtsschutzbedürfnis (Abweichung vom BFH-Beschluß vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113).
Es hält die Beschwerde unter Hinweis auf den Beschluß des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 6. Mai 1988 VI B 35/87 (BFH/NV 1989, 113) für zulässig.
Das Ziel der Beschwerde ist, die Entscheidung des FG, mit der die Beiladung der K AG abgelehnt wurde, aufzuheben und entweder die Beiladung durch das Beschwerdegericht nachzuholen (§ 132 FGO; BFH-Beschluß vom 18. April 1984 IV B 6/84, nicht veröffentlicht - n. v. -) oder die Sache zur Nachholung der Beiladung an das FG zurückzuverweisen (§§ 132, 155 FGO i. V. m. § 575 der Zivilprozeßordnung - ZPO - BFH-Beschlüsse vom 8. Juli 1980 VII B 18/80, BFHE 131, 12, BStBl II 1980, 657, und in BFH/NV 1989, 113).
Der VI. Senat ist in seinem Beschluß in BFH/NV 1989, 113 davon ausgegangen, daß die Beschwerde (§ 128 Abs. 1 FGO) des am finanzgerichtlichen Verfahren beteiligten FA gegen die Ablehnung der Beiladung neben der Nichtzulassungsbeschwerde (§ 115 Abs. 3 FGO), mit der ebenfalls die unterlassene Beiladung als Verfahrensmangel gerügt wird, zulässig sei.
Die Ablehnung der angeregten Beiladung erfordert keinen gesonderten Beschluss, sondern kann implizit im Urteil erfolgen (…Brandt, in: Brandt/Sachs, Handbuch Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, 2. Aufl. 2003, Kap. N Rn. 68; vgl. zur Beiladung nach § 60 FGO: BFH, Beschluss vom 6. Mai 1988 - VI B 35/87 -, zitiert nach juris; BFH, Beschluss vom 21. Juni 1994 - VIII B 5/93 -, NVwZ-RR 1995, 614).
Damit wird keine gesonderte Beschwerde gegen die im Urteil enthaltene Ablehnung eröffnet (vgl. BFH, Beschluss vom 21. Juni 1994 - VIII B 5/93 -, NVwZ-RR 1995, 614 [insb. 615]; a.A. noch BFH, Beschluss vom 6. Mai 1988 - VI B 35/87 -, zitiert nach juris).
Dieser soll durch die Beiladung die Möglichkeit erhalten, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen, um dadurch zu verhindern, dass die Entscheidung seine Rechtsstellung nachteilig berührt (z.B. BFH-Beschluss vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113).
Die Voraussetzungen für eine notwendige Hinzuziehung (§ 360 Abs. 3 AO 1977) bzw. Beiladung (§ 60 Abs. 3 FGO) liegen nicht vor (vgl. BFH-Beschluss vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113, m.w.N., zur Beiladung eines Arbeitnehmers im Verfahren gegen den Arbeitgeber wegen Lohnsteuerhaftung).
Die zulässige Beschwerde (§ 128 Abs. 1 FGO; Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113, …und vom 15. Mai 1997 VII B 5/97, BFH/NV 1997, 867) ist nicht begründet.
Außerdem sind sowohl das Interesse des Beizuladenden, etwaige seine Rechtsstellung nachteilig berührende Entscheidungen zu verhindern, als auch etwaige der Beiladung entgegenstehende Belange anderer Prozeßbeteiligter, insbesondere das Interesse des Klägers an der Wahrung seines Steuergeheimnisses, in Betracht zu ziehen (…Beschluß des erkennenden Senats in BFH/NV 1997, 867; BFH-Beschluß in BFH/NV 1989, 113).
Der Senat kann die für die einfache Beiladung notwendige Ermessensentscheidung selbst treffen, da er im Beschwerdeverfahren den Beiladungsbeschluß vollinhaltlich zu überprüfen hat (vgl. BFH-Beschlüsse vom 27. Januar 1982 VII B 141/81, BFHE 134, 537, BStBl II 1982, 239, und vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113).
Die Beiladung dient vielmehr nicht zuletzt den Interessen des Beigeladenen, der durch sie die Möglichkeit erhält, auf das Verfahren Einfluß zu nehmen, um dadurch zu verhindern, daß die Entscheidung seine Rechtsstellung nachteilig berührt (BFH-Beschluß in BFH/NV 1989, 113).
Soweit das FG seine ablehnende Entscheidung damit begründet hat, die (einfache) Beiladung stehe im Ermessen des Gerichts, reicht das für eine sachgerechte Ermessensausübung nicht aus (BFH-Beschluß vom 6. Mai 1988 VI B 35/87, BFH/NV 1989, 113;… Gräber/Koch, a.a.O., § 60 Rz. 30).
Der Senat könnte zwar als Beschwerdegericht die Ermessensentscheidung nach § 60 Abs. 1 FGO selbst treffen; er kann aber auch die Sache unter Aufhebung der Vorentscheidung zur erneuten Entscheidung über die Beiladung an das FG zurückverweisen (BFH-Beschluß in BFH/NV 1989, 113, m. w. N.).