Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20164/73
Timestamp: 2019-10-23 17:16:51
Document Index: 235219103

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', '§ 95', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.02.1976 - III ZR 164/73 - dejure.org
https://dejure.org/1976,1274
BGH, 26.02.1976 - III ZR 164/73 (https://dejure.org/1976,1274)
BGH, Entscheidung vom 26.02.1976 - III ZR 164/73 (https://dejure.org/1976,1274)
BGH, Entscheidung vom 26. Februar 1976 - III ZR 164/73 (https://dejure.org/1976,1274)
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Streit um die Höhe einer Enteignungsentschädigung - Enteignung wegen des Baus der Bundesautobahn - Zubilligung einer Bauerwartung
WM 1976, 669
DÖV 1976, 637
BauR 1976, 276
Auch in diesem Fall ist der Wert entsprechend der ständigen Rechtsprechung des Senats nach § 3 ZPO mit 20 % des Werts der betroffenen Grundstücksfläche zu bemessen (vgl. Senatsurteile vom 27. September 1973 - III ZR 131/71, BGHZ 61, 240, 251 f; vom 26. Februar 1976 - III ZR 164/73, WM 1976, 669, 672; vom 2. Februar 1978 - III ZR 29/76, WM 1978, 518; siehe auch Beschluss vom heutigen Tage in der Sache III ZR 92/14).
Wie der erkennende Senat wiederholt ausgesprochen hat, fehlt einem angemessenen Angebot im Sinne des § 95 Abs. 2 Nr. 2 BBauG, von dem der Enteignungsbegünstigte später wieder abgerückt ist, schlechthin die Eignung, den Stichtag für die Preisverhältnisse festzulegen (Senatsurteile in WM 1971, 946; BGHZ 61, 240, 243 ff; NJW 1976, 1255 = DÖV 1976, 637).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist für das Besitzeinweisungsverfahren nach § 3 ZPO der Streitwert grundsätzlich mit 20 % des Werts der betroffenen Grundstücksfläche zu bemessen (vgl. Senatsurteile vom 27. September 1973 - III ZR 131/71, BGHZ 61, 240, 251 f; vom 26. Februar 1976 - III ZR 164/73, WM 1976, 669, 672; vom 2. Februar 1978 - III ZR 29/76, WM 1978, 518; siehe auch Beschluss vom heutigen Tage in der Sache III ZR 93/14).
Das folgt aus dem Grundsatz rechtsstaatlicher Verwaltung und dem Gebot konsequenten Verhaltens; auf diese Gesichtspunkte hat der erkennende Senat auch bei der Frage abgestellt, ob ein angemessenes Angebot des Enteignungsbegünstigten, von dem dieser später wieder abgerückt ist, geeignet ist, den Stichtag für die Preisverhältnisse festzulegen (vgl. Senatsurteile in BGHZ 61, 240, 244 und das zur Veröffentlichung bestimmte Senatsurteil vom 26. Februar 1976 - III ZR 164/73 - unter II 2 b).
Für das Besitzeinweisungsverfahren ist als Streitwert grundsätzlich ein Bruchteil von 20 % des Grundstückswertes anzunehmen (BGHZ 61, 240, 252 und Senatsurteil WM 1976, 669, 672).
Nach dem Senatsurteil vom 27. September 1973 (III ZR 131/71 = BGHZ 61, 240 ff.) entfällt die preismäßige Sperrwirkung eines angemessenen Angebots, wenn der Enteignungsbegünstigte später von dem Angebot abrückt und im Verfahren vor der Enteignungsbehörde oder im anschließenden gerichtlichen Verfahren die Festsetzung eines unter dem Angebot liegenden Entschädigungsbetrages verfolgt (vgl. Senatsurteil vom 26. Februar 1976 - III ZR 164/73 = WM 1976, 669, 671 NJW 1976, 1255 ).
Zwar kann die Qualitätseinstufung von Grundflächen, wie in der Rechtsprechung des Senats anerkannt ist, von der Planung mitbeeinflußt werden (Senatsurteil in WM 1976, 669, 670).
Daher sind bei der Bemessung der Entschädigung auch die Preisveränderungen zu berücksichtigen, die in dem Zeitraum zwischen dem Zugang des Angebots und seiner Rücknahme oder Einschränkung eingetreten sind (BGH WM 1976, 669/671; vgl. auch BGHZ 61, 240, 243).