Source: https://www.springerprofessional.de/allgemeiner-ueberblick/17318690
Timestamp: 2020-07-13 02:41:42
Document Index: 261980610

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', 'Art. 1', 'Art. 34', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 20', 'BGH', 'BGH', 'EuG', '§ 8', 'EGMR']

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8. Allgemeiner Überblick
Das Verbot der rassischen Diskriminierung ist allgemeines Völkergewohnheitsrecht und besitzt den Status des zwingenden Völkerrechts. Auf Ebene der Vereinten Nationen sind besonders die UN-Charta und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als grundlegende Normvorschriften zu erwähnen. Des Weiteren sind der Zivil- und Sozialpakt kurz anzusprechen. Auch die ILO-Konvention Nr. 111 ist im Bereich der Diskriminierung als ein frühes Rechtsdokument von Bedeutung. Abschließend sind weitere relevante völkerrechtlichen Vorschriften kurz darzustellen.
De Schutter (2010): International Human Rights Law, 50 meint, dass inzwischen ein Konsensus darüber besteht, dass alle in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbürgten Menschenrechte den Status des Völkergewohnheitsrechts haben; vgl. auch Rudolf in Rudolf/Mahlmann, Gleichbehandlungsrecht, § 2, Rn. 3.
Rudolf in Rudolf/Mahlmann, Gleichbehandlungsrecht, § 2, Rn. 3.
Bestätigend Internationaler Gerichtshof im Fall Barcelona Traction, ICJ Reports (1970), 2, Rn. 33.
Eingehend Kadelbach (2006): Jus Cogens, Obligations Erga Omnes and other Rules – The Identification of Fundamental Norms.
Vgl. dazu ebd.
Die Definition von Folter nach Art. 1 der Antifolterkonvention umfasst auch Folter, „die auf irgendeiner Art von Diskriminierung“ beruht.
Statt vieler: De Schutter (2010): International Human Rights Law, 65.
In Kraft getreten am 24.10.1945, Beitritt der Bundesrepublik Deutschland am 6.6.1973, BGBl. 1973 II, 430.
Gemäß Art. 34 Abs. 1 des Statuts des Internationalen Gerichtshofes, BGBl. 1973 II, 505 sind nur die Vertragsstaaten berechtigt, als Parteien vor dem Internationalen Gerichtshofs aufzutreten, weshalb der individuelle Schutzgehalt der UN-Charta im Hinblick auf die Gerichtsbarkeit zu relativieren ist.
Resolution 217 A (III) v. 10.12.1948.
So Frowein in Frowein/Peukert, EMRK (3. Aufl.), Einführung, Rn. 1.
Siehe nur Erwägungsgrund Nr. 3 der RL 2000/43/EG.
De Schutter (2010): International Human Rights Law, 50.
Dieses Bekenntnis kommt auch in der frühen wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Ablehnung des biologischen Rassekonzepts zum Ausdruck; vgl. UNESCO (1950): The Race Question; abrufbar unter http://​unesdoc.​unesco.​org/​images/​0012/​001282/​128291eo.​pdf. Zugegriffen am 26.02.2019.
Zur konstitutiven Bedeutung des Holocausts für das Grundgesetz.
Vgl. Boyle/Baldaccini (2001): A Critical Evaluation of International Human Rights Approaches to Racism, 141.
Vgl. Abs. 3 der Präambel CERD: „Considering that the United Nations has condemned colonialism and all practices of segregation and discrimination associated therewith, in whatever form and wherever they exist, and that the Declaration on the Granting of Independence to Colonial Countries and Peoples of 14. December 1960 (General Assembly resolution 1514 (XV)) has affirmed and solemnly proclaimed the necessity of bringing them to a speedy and unconditional end”; Abs. 8 der Präambel CERD: „Alarmed by manifestations of racial discrimination still in evidence in some areas of the world and by governmental policies based on racial superiority or hatred, such as policies of apartheid, segregation or separation”.
Internationaler Pakt v. 16. Dezember 1966, BGBl. 1973 II, 1553.
Ebd., 1570.
Art. 26 ICCPR lautet: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Menschen gegen jede Diskriminierung, wie insbesondere wegen der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status, gleichen und wirksamen Schutz zu gewährleisten.”
Dazu statt vieler: Brinkmeier (2002): Der allgemeine völkerrechtliche Diskriminierungsschutz, insbesondere nach Art. 26 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte.
General Comment No. 18: Non-Discrimination v. 10.11.1989, Rn. 7 (UN Document HRI/GEN/1/Rev. 4 2000).
Statt vieler: Däubler, AGG, Einführung, 67, Rn. 165 m.w.N.
General Comment No. 18: Non-Discrimination v. 10.11.1989, Rn. 13 (UN Document HRI/GEN/1/Rev. 4 2000); zum Diskriminierungskonzept des Gerichtshofs der Europäischen Union, siehe Teil II Abschn. 9.​4.​3.​3; zum Diskriminierungskonzept in der Antirassismuskonvention, siehe Teil II Abschn. 10.​3.​2; zum Diskriminierungskonzept des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, siehe Teil II Abschn. 11.​4.​3.
General Comment No. 18: Non-Discrimination v. 10.11.1989, Rn. 10 (UN Document HRI/GEN/1/Rev. 4 2000).
Siehe auch General Comment No. 11: Prohibition of propaganda for war and inciting national, racial or religious hatred (Art. 20) v. 29.07.1983, Rn. 2 (UN Document CCPR/C/21/Rev. 1 1983).
Vom UN-Menschenrechtsausschuss zu unterscheiden ist der UN-Menschenrechtsrat (Human Rights Council), der ab 2006 die Menschenrechtskommission abgelöst hat; dazu De Schutter (2010): International Human Rights Law, 855.
BGBl. 1992 II, 1246.
A/RES/63/117, in Kraft getreten am 5.5.2013; noch nicht von der Bundesrepublik Deutschland unterschrieben; unter: https://​treaties.​un.​org (letzter Abruf 26.2.2019).
Zum Beispiel BGH, Urt. v. 06.10.1994, 4 StR 23/94 – Rechtsbeugung, BGHSt. 40, 272.
EuGH, Urt. v. 17.02.1998, C-249/96 – Grant, Rn. 44 = NZA (1998), 301.
BGBl. 1961 II, 97.
Diese Vorschrift kann in gewisser Hinsicht als der Vorläufer und das Pendant zu § 8 AGG betrachtet werden. Nach dieser Vorschrift liegt keine Ungleichbehandlung vor, wenn die auszuübende Tätigkeit oder die Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, insofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist.
A/Res/260 A (III) vom 09.12.1948, BGBl. 1954 II, 730.
Für eine Rechtsprechungsanalyse siehe Szpak, National, Ethnic, Racial, and Religious Groups Protected against Genocide in the Jurisprudence of the ad hoc International Criminal Tribunals (2012), 155.
Grundlegend dazu Quigley (2006): The Genocide Convention.
BGBl. 1968 II, 385.
Zu positiven Maßnahmen im Bildungsbereich, siehe Urt. v. EGMR, Urt. v. 29.01.2013, Nr. 11146/11 – Horváth und Kiss/Ungarn; dazu Teil II Abschn. 11.​4.​3.​6.
BGBl. 1973 II, 1570.
BGBl. 1985 II, 648.
BGBl. 1953 II, 560.
BGBl. 1976 II, 474.
BGBl. 1985 II, 647.
BGBl. 1992 II, 21.
BGBl. 2008 II, 35.
https://doi.org/10.1007/978-3-662-59746-0_8