Source: http://www.jurablogs.com/2016/03/08/ruecktritt-von-der-gebuchten-reise-und-die-anderweitige-verwertung-der-reise
Timestamp: 2017-02-25 20:27:23
Document Index: 7253247

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 307', '§ 308', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BlogsRechtslupeMärz 2016Rücktritt von der gebuchten Reise – und die anderweitige Verwertung der ReiseDer Reiseveranstalter kann eine Reiseleistung, die Gegenstand eines Reisevertrags sein sollte, von dem der Reisende zurückgetreten ist, nur dann durch die erneute Buchung der gleichen Reiseleistung durch einen anderen Reisenden anderweitig verwenden, wenn er die weitere Nachfrage nach der Reiseleistung ohne den Rücktritt mangels freier Kapazität nicht hätte befriedigen können.Den Anknüpfungspunkt für die Ermittlung der gewöhnlichen Möglichkeit anderweitiger Verwendung von Reiseleistungen, die Gegenstand stornierter Reiseverträge waren, bilden Erfahrungswerte, die hinreichend verlässlich Auskunft darüber geben, wie sich die typische Nachfrage nach einer diese Reiseleistungen umfassenden Reise darstellt. Wird die Reiseleistung im Rahmen unterschiedlicher Reisen angeboten, darf die Betrachtung weder auf willkürlich gewählte Reiseangebote beschränkt werden, noch ist stets ohne weiteres eine Durchschnittsbetrachtung zulässig. Die Erfahrungswerte müssen vielmehr repräsentativ für die Gesamtheit der Reisen sein, die der Reiseveranstalter in der jeweiligen Kategorie oder Preisklasse anbietet.In dem hier vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall verwendete die Reiseveranstalterin für ihre Kreuzfahrten Reisebedingungen, die unter Nr. 7.2 für den Fall des Rücktritts des Kunden eine von diesem zu leistende pauschale Entschädigung vorsehen, die nach den jeweiligen Tarifen und dem Tag des Rücktritts gestaffelt ist. Bei dieser Klausel handelt es sich um eine für eine Vielzahl von Fällen vorformulierte Vertragsbedingung, die die Reiseveranstalterin ihren Vertragspartnern bei Abschluss eines Vertrags stellt (§ 305 Abs. 1 Satz 1 BGB).Die Klausel unterliegt nach § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB der Inhaltskontrolle.Nach dieser Vorschrift sind Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen an §§ 308, 309 und § 307 Abs. 1 und 2 BGB zu messen. Dabei ist durch Auslegung zu ermitteln, ob durch die Bestimmung von Rechtsvorschriften, d.h ...Zum vollständigen Artikel35 LeserMüller Müller Rößner:BGH: Mehrkosten bei Eintritt eines Dritten in den Reisevertrag10 verwandte ArtikelBGH: Erhebliche Mehrkosten bei Eintritt eines Dritten in den Reisevertrag rechtmäßigBGH: Unzulässige Klauseln bei online gebuchten PauschalreisenOLG Düsseldorf: Unwirksame AGB-Klauseln eines Reiseveranstalters zu Anzahlung und RücktrittspauschalenBGH kippt pauschale Stornogebühren der ReiserveranstalterPauschalreisen – Reisepreisanzahlung und RücktrittspauschaleVorleistungspflicht und Stornopauschalen bei ReisenReise-AGB – wo soll’s denn hingehen?Höhe von Anzahlungen auf den Reisepreis und Bemessung von RücktrittspauschalenLG Hamburg: Stornopauschale von 40 % bei Stornierung von Pauschalreiseverträgen bis zum 30. Tag und 100 % bis zum 2. Tag vor Reisebeginn
ist unzulässigÜber den ArtikelVeröffentlicht March 8, 2016 5:17am im Blog Rechtslupe.KategorienZivilrechtThemenZivilrecht, Rücktritt, Reiseveranstalter, Pauschalreise, Reisevertrag, StornokostenTäglich juristische Top-MeldundenMehr Informationen zum NewsletterTop-MeldungenWeiteresKann man schon mal vergessen…von RA Schepers / ChSchep: Aus dem Alltag eines - nicht nur - AnwaltsNotfalleinsatz: Sind 1 Minute Verzögerung unbedeutend?von RechtsindexFormelles Prüfungsrecht, Formelle Verhältnismäßigkeitvon iurastudent.deGrundstücksschenkung der Eltern an Minderjährigenvon Zivilrecht-VerstehenSextingvon Jens Ferner / Internet-Strafrecht.comAls nächstes lesen - bislang 54 Leser:Nochmals Parkplatzunfall, oder: Anscheinsbeweis beim Rückwärtsfahren