Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=06.12.2005&Aktenzeichen=21%20U%2066/05
Timestamp: 2019-07-20 19:21:22
Document Index: 47526694

Matched Legal Cases: ['Art. 229', '§ 1', '§ 288', '§ 288', 'BGH', '§ 634']

OLG Hamm, 06.12.2005 - 21 U 66/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1997
OLG Hamm, 06.12.2005 - 21 U 66/05 (https://dejure.org/2005,1997)
OLG Hamm, Entscheidung vom 06.12.2005 - 21 U 66/05 (https://dejure.org/2005,1997)
OLG Hamm, Entscheidung vom 06. Dezember 2005 - 21 U 66/05 (https://dejure.org/2005,1997)
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Voraussetzungen des Ausschlusses der Verjährungseinrede bei unterlassenem Hinweis auf Gewährleistungsansprüche im Rahmen der Sekundärhaftung des Architekten; Anforderungen an die Schadensberechnung auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens nach bereits vollzogener Sanierung; Voraussetzungen an das Vorliegen von Mitteilungspflichten eines Architektes bezüglich des Umfangs der eigenen Haftung; Haftungsrisiko eines Architekten bezüglich Planungs- und Bauleitungsfehlern
Vertragsrecht - Urteil zur Sekundärhaftung des Architekten
Damoklesschwert: Sekundärhaftung wegen unterlassener Aufklärung über eigene Fehler.
Sekundärhaftung des Architekten auch ohne Beauftragung der Leistungsphase 9! (IBR 2006, 1437)
LG Essen, 17.02.2005 - 4 O 168/04
NZBau 2006, 324
BauR 2006, 704
ZfBR 2006, 242 (Ls.)
Da aber aufgrund der Überleitungsvorschrift des Art. 229 § 1 Satz 3 EGBGB der § 288 BGB in der ab dem 01.05.2000 geltenden Fassung nur auf Forderungen anzuwenden ist, die von diesem Zeitpunkt an fällig werden, ist auch für den Prozesszins bei Klageerhebung ab dem 01.05.2000 wegen vor diesem Zeitpunkt fällig gewordenen Forderungen die bis zum 30.04.2000 geltende Fassung des § 288 Abs. 1 BGB mit einem Zinssatz von 4 % anzuwenden (…ebenso BVerwG, Urt. v. 24.07.2008 - 7 A 2/07 -, juris Rn. 26;… Sächsisches OVG, Urt. v. 12.0.2007 - 5 B 191/05 -, KStZ 2008, 137 [juris Rn. 35]; im Ergebnis ebenso OLG Hamm, Urt. v. 06.12.2005 - 21 U 66/05 - BauR 2006, 704 [juris Rn. 21]).
Unter Rückgriff auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bei KFZ-Unfällen (BGH NJW 1989, 3009) ist das OLG Hamm der Auffassung, dass ein Geschädigter auch dann noch auf der Basis eines fachlich fundierten Schätzgutachtens abrechnen kann, wenn er die Reparatur anschließend zu einem geringeren Preis hat durchführen lassen; er sei deshalb auch nicht verpflichtet, den tatsächlich entstandenen Aufwand zu belegen (vgl. OLG Hamm BauR 2006, 704).
Trotz zwischenzeitlich vorgenommener Mängelbeseitigung kann der geltend gemachte Schadensersatzanspruch grundsätzlich abstrakt abgerechnet werden (OLG Hamm BauR 2006, 704 ff., Rdnr. 29, juris).
Das entspricht einer in Rechtsprechung und Schrifftum verbreiteteten Aufassung (OLG Hamm BauR 2006, 704 = NZBau 2006, 324;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 13. Aufl., Rdn. 2733 und 2873;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl., 12. Teil Rdn. 509;… Schmalzl/Lauer/Wurm, Haftung des Architekten und Bauunternehmers, 5. Aufl., Rdn. 582;… Palandt/Sprau, BGB, 70. Aufl., § 634 a Rdn. 9).
Wenn - wie vorliegend - die Leistungsphase 9 nicht beauftragt ist, bringt der Besteller jedoch mit Bezahlung der vereinbarten Vergütung zumindest stillschweigend Ausdruck, dass er die vom Architekten erbrachten Leistungen als im Wesentlichen vertragsgemäß billige (vgl. nur OLG München, Urteil vom 27. März 1987 - 14 U 481/86, NJW-RR 1988, 85, 86; OLG Hamm, Urteil vom 14. Februar 2008 - 23 U 4/05, BauR 2008, 1480 , Rn. 38 nach juris; OLG Hamm, Urteil vom 6. Dezember 2005 - 21 U 66/05, OLGR 2006, 383, Rn. 34 nach juris; s. a. Koeble in: Kniffka/ders., Kompendium BauR, 4. Auflage 2014, 12 .