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Timestamp: 2016-10-27 05:17:16
Document Index: 220743351

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 89', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 9', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 94', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

1C_287/2011 (25.11.2011)
Wiederherstellungs- und Bussverf�gung,
Beschwerde gegen das Urteil vom 8. Februar 2011 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 5. Kammer.
X.________ ist Eigent�mer der mit einem Wohnhaus �berbauten Parzelle Nr. 417 sowie der �stlich daran anschliessenden Parzelle Nr. 930 in der Gemeinde Y.________, Gebiet B.________. Auf der Parzelle Nr. 930 befand sich ein Stall, den X.________ in eine Werkstatt mit dar�berliegender Wohnung umbauen wollte. Ein entsprechendes Baugesuch vom 21. Januar 2007 wurde vom Gemeindevorstand der Gemeinde Y.________ am 21. bzw. 24. August 2007 abgewiesen. Eine von X.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden am 13. bzw. 17. Dezember 2007 ab.
Bereits am 1. Oktober 2007 reichte X.________ ein Projekt�nderungsgesuch ein, welches vom Gemeindevorstand am 30. Oktober 2007 unter Auflagen bewilligt wurde. Am 21. Mai 2008 teilte die Gemeinde X.________ mit, es sei festgestellt worden, dass er vom bewilligten Bauprojekt abweiche. Sie ordnete einen sofortigen Baustopp an und gab X.________ Gelegenheit zur Stellungnahme. X.________ bestritt, abweichend zur Bewilligung gebaut zu haben, und stellte eine ausf�hrliche Stellungnahme in Aussicht. Am 25. Juni 2009 wurde X.________ erneut zur Stellungnahme eingeladen, nachdem bis zu diesem Zeitpunkt weder eine Stellungnahme noch neue Pl�ne eingereicht worden waren.
Am 27. August 2009 teilte die Gemeinde X.________ mit, sie habe anl�sslich einer Baukontrolle festgestellt, dass der ausgef�hrte Bau nicht den genehmigten Pl�nen gem�ss Bewilligung vom 30. Oktober 2007 entspreche, sondern dem nicht genehmigten Baugesuch vom 21. Januar 2007. X.________ habe bei Z.________, dem Eigent�mer der benachbarten Parzelle Nr. 1055, ein N�herbaurecht einzuholen. Erhalte er kein N�herbaurecht, m�sse er bis zum 2. Oktober 2009 Pl�ne einreichen, aus denen ersichtlich sei, wie er den Bau in den rechtm�ssigen Zustand versetzen wolle. Die Einleitung eines Bussverfahrens wurde vorbehalten. Nachdem X.________ erkl�rte, er sei mit diesem Vorgehen nicht einverstanden, versuchte die Gemeinde die Angelegenheit unter Einbezug von Z.________ einvernehmlich zu l�sen, was letztlich nicht gelang.
Am 21. bzw. 22. September 2010 verf�gte der Gemeindevorstand, X.________ habe die Baute auf der Parzelle Nr. 930 auf das Mass gem�ss Baubewilligung vom 30. Oktober 2007 zur�ckzuf�hren. Hierzu werde ihm eine Frist bis zum 31. Dezember 2010 gew�hrt. Falls er diese Frist nicht einhalte, werde die Gemeinde auf seine Kosten einen Dritten beauftragen. X.________ wurden eine Busse von Fr. 1'000.-- sowie die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 8'027.40 auferlegt.
Eine von X.________ gegen die Verf�gung des Gemeindevorstands erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden am 8. Februar 2011 ab.
Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts gelangt X.________ mit Beschwerde vom 20. Juni 2011 ans Bundesgericht. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Mit Verf�gung vom 20. Juli 2011 hat das Bundesgericht der Beschwerde aufschiebende Wirkung beigelegt.
Das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid in einer �ffentlich-rechtlichen Angelegenheit (vgl. Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 sowie Art. 90 BGG). Der Beschwerdef�hrer ist als Adressat des angefochtenen Entscheids und als direkt Betroffener zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 89 Abs. 1 BGG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde vorbeh�ltlich rechtsgen�gender R�gen (vgl. Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG) einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt falsch bzw. nicht vollst�ndig und damit unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG festgestellt.
2.1 Nach Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Von der beschwerdef�hrenden Person kann die Feststellung des Sachverhalts wiederum nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich (Art. 9 BV) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (Art. 42 Abs. 2 BGG i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, er sei stark gehbehindert. Er m�sse sich im Rollstuhl bewegen und k�nne keine Abs�tze oder Treppen mehr besteigen, weshalb er auf ein rollstuhlg�ngiges Haus angewiesen sei. Zum Beweis verweist er auf zwei schon vor der Vorinstanz eingereichte Kostengutsprachen der IV-Stelle des Kantons Graub�nden. Der verlangte R�ckbau w�rde das ganze Vorhaben, das Haus rollstuhlg�ngig zu machen und insbesondere einen Lift einzubauen, in Frage stellen.
Der Beschwerdef�hrer hat bereits vor der Vorinstanz vorgebracht, mit der im ersten Baugesuch vom 21. Januar 2007 vorgesehenen Verringerung der Dachneigung sei ein Lifteinbau f�r eine rollstuhlg�ngige Wohnung m�glich geworden. Sinngem�ss hat er im vorinstanzlichen Verfahren auch geltend gemacht, er sei auf eine rollstuhlg�ngige Wohnung angewiesen. Inwiefern die Vorinstanz in dieser Hinsicht entscheidwesentliche Tatsachen offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG festgestellt h�tte, wird vom Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht allerdings nicht substanziiert vorgebracht und ist nicht ersichtlich. Aus dem vorinstanzlichen Entscheid wird vielmehr klar, dass der Einwand des Beschwerdef�hrers, er sei auf eine rollstuhlg�ngige Wohnung angewiesen, welche mit dem Umbau erm�glicht worden sei, nicht entscheidwesentlich war. Auf die Frage, ob die Vorinstanz auf Grund dieses Einwands h�tte anders entscheiden m�ssen, ist im Rahmen der Pr�fung der materiellen R�gen des Beschwerdef�hrers noch einzugehen (vgl. E. 3.5.3).
2.3 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid festgehalten, die Gemeinde habe versucht, die Angelegenheit unter Einbezug des Eigent�mers des benachbarten Grundst�cks einvernehmlich zu l�sen, was nicht gelungen sei. Die Einigungsgespr�che betreffend Einr�umung eines N�her- und Grenzbaurechts zugunsten der Parzelle des Beschwerdef�hrers seien offensichtlich gescheitert. Der Beschwerdef�hrer bezeichnet diese Feststellungen als aktenwidrig und willk�rlich. Er verweist auf eine bereits vor der Vorinstanz eingereichte Aktennotiz der Gemeinde Y.________ zu einer Besprechung vom 3. Dezember 2009. Daraus gehe hervor, dass ihm der Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks die Kosten eines R�ckbaus habe ersparen wollen. Dieser habe n�mlich selber vorgeschlagen, die Mehr- und Minderwerte der betroffenen Liegenschaften sch�tzen zu lassen. Es sei vereinbart worden, im Anschluss an die Sch�tzung eine neue Sitzung einzuberufen. Im Falle einer Einigung habe der Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks die Erteilung eines N�herbaurechts in Aussicht gestellt. Die Gemeinde sei mit diesem Vorgehen einverstanden gewesen. Nachdem die von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Sch�tzungen erstellt worden seien, sei aber nichts mehr geschehen. Die Gemeinde habe keine weiteren Anstrengungen unternommen, damit es zwischen ihm und dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks zu einer Einigung komme. Stattdessen sei am 21. bzw. 22. September 2010 verf�gt worden, dass das Geb�ude auf die bewilligten Masse gem�ss Baubewilligung vom 30. Oktober 2007 reduziert werden m�sse. Eine L�sung, wie sie anl�sslich der Besprechung vom 3. Dezember 2009 vorgezeichnet worden sei, sei noch realisierbar.
Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die Gemeinde den Beschwerdef�hrer und den Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks am 5. Februar 2010 �ber das Ergebnis der in Auftrag gegebenen Sch�tzungen informiert, beide aufgefordert, die Bewertung zu besprechen und die Gemeinde bis am 19. Februar 2010 zu informieren. Nachdem die Gemeinde innert dieser Frist nicht informiert worden war, richtete sie sich am 18. M�rz 2010 erneut an den Beschwerdef�hrer und setzte ihm eine letzte Frist zur Stellungnahme bis zum 2. April 2010, welche ebenfalls unbenutzt verstrich. Unter diesen Umst�nden ist nicht einzusehen, inwiefern die Feststellung der Vorinstanz, die Gemeinde habe versucht, die Angelegenheit unter Einbezug des Eigent�mers des benachbarten Grundst�cks einvernehmlich zu l�sen, was nicht gelungen sei, offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG sein sollte. Das Gleiche gilt f�r die Feststellung, die Einigungsgespr�che betreffend Einr�umung eines N�her- und Grenzbaurechts zugunsten des Grundst�cks des Beschwerdef�hrers und zulasten der benachbarten Parzelle seien offensichtlich gescheitert.
2.4 Soweit der Beschwerdef�hrer dar�ber hinaus den Verfahrenslauf aus eigener Sicht schildert und er dabei von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweicht oder diese erweitert, erhebt er keine hinreichend begr�ndete Sachverhaltsr�ge. Es besteht insofern kein Anlass, vom Sachverhalt abzuweichen, den die Vorinstanz festgestellt hat.
Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, den Umbau im Wesentlichen nach dem urspr�nglichen rechtskr�ftig verweigerten Baugesuch vom 21. Januar 2007 ausgef�hrt zu haben. Wie die Vorinstanz festgestellt hat, weist der errichtete Bau gegen�ber dem am 30. Oktober 2007 genehmigten Projekt insbesondere eine geringere Dachneigung auf. W�hrend f�r den unteren Teil der Baute in den urspr�nglichen Geb�udemassen wegen des kantonalrechtlichen Hofstattrechts die Unterschreitung des Grenzabstands gegen�ber der Nachbarparzelle nicht von Belang ist, w�re die mit der geringeren Dachneigung verbundene Dachaufstockung gem�ss kantonalem Recht nur zul�ssig, wenn der Nachbar der Grenzabstandsverletzung ausdr�cklich zugestimmt h�tte und eine entsprechende Anmerkung im Grundbuch eingetragen worden w�re. Dies wird vom Beschwerdef�hrer ebenfalls nicht bestritten. Er akzeptiert sodann ausdr�cklich die wegen der Verletzung der Bauvorschriften von der Gemeinde verf�gte und von der Vorinstanz best�tigte Busse. Der Beschwerdef�hrer bringt aber vor, die Anordnung, wonach er die Baute auf das Mass gem�ss Baubewilligung vom 30. Oktober 2007 zur�ckzuf�hren habe, andernfalls die Gemeinde auf seine Kosten einen Dritten damit beauftragen werde, sei willk�rlich sowie unverh�ltnism�ssig und stelle einen ungerechtfertigten Eingriff in seine Eigentumsrechte dar.
3.1 Eine Eigentumsbeschr�nkung ist nur zul�ssig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist (Art. 36 BV). Das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip besagt, dass die Grundrechtseinschr�nkung zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich sein muss und dem Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschr�nkung zumutbar ist. Das Vorliegen eines �ffentlichen Interesses und die Verh�ltnism�ssigkeit pr�ft das Bundesgericht bei der Beschr�nkung von Grundrechten frei (BGE 136 I 197 E. 4.4.1 S. 204 mit Hinweisen).
3.2 Im Falle einer nicht den Bauvorschriften bzw. der Baubewilligung entsprechenden Baute kann die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im �ffentlichen Interesse liegt, ebenso, wenn der Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, die von ihm ausge�bte Nutzung stehe mit der Baubewilligung im Einklang, und ihre Fortsetzung nicht schwerwiegenden �ffentlichen Interessen widerspricht (BGE 132 II 21 E. 6 S. 35; 111 Ib 213 E. 6 S. 221 mit Hinweisen). Auf die Verh�ltnism�ssigkeit berufen kann sich auch ein Bauherr, der nicht gutgl�ubig gehandelt hat. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Beh�rden aus grunds�tzlichen Erw�gungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzm�ssigen Zustands erh�htes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse ber�cksichtigen (BGE 132 II 21 E. 6.4 S. 39 f.; 111 Ib 213 E. 6b S. 224).
3.3 Gesetzliche Grundlage f�r die von der Vorinstanz best�tigte Anordnung, wonach der Beschwerdef�hrer die Baute auf das Mass gem�ss Baubewilligung vom 30. Oktober 2007 zur�ckzuf�hren habe, bildet Art. 94 Abs. 1 und 3 des Raumplanungsgesetzes f�r den Kanton Graub�nden vom 6. Dezember 2004, wonach materiell vorschriftswidrige Zust�nde auf Anordnung der zust�ndigen Beh�rde vom Eigent�mer bzw. von Personen, die den rechtswidrigen Zustand herbeigef�hrt haben, zu beseitigen sind. Die umstrittene Anordnung zur Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands soll die rechtsgleiche Anwendung und Durchsetzung der Bauvorschriften sicherstellen. Sie stellt eine im �ffentlichen Interesse liegende, hierf�r geeignete Massnahme dar.
3.4 Der Beschwerdef�hrer wendet ein, der gesetzesm�ssige Zustand lasse sich auch damit wieder herstellen, dass ein N�herbaurecht vereinbart werde. Eine solche L�sung sei von der Gemeinde selber aufgezeigt worden. Die Einr�umung eines N�herbaurechts stelle eine mildere Massnahme dar als der verf�gte R�ckbau, zumal die ihm anfallenden Kosten f�r die Einr�umung eines N�herbaurechts wesentlich geringer seien. Der Beschwerdef�hrer bringt nicht vor, dass die Gemeinde ein N�herbaurecht zugunsten seines Grundst�cks und zulasten der Parzelle des Nachbars hoheitlich h�tte anordnen m�ssen. Ein solches Vorgehen w�re denn mit den Rechten des Eigent�mers des benachbarten Grundst�cks auch nicht vereinbar. Der Beschwerdef�hrer ist aber der Ansicht, die Gemeinde h�tte mehr daf�r tun m�ssen, dass es hinsichtlich der Einr�umung eines N�herbaurechts zu einer Einigung zwischen dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks und ihm gekommen w�re.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers war die Gemeinde nicht verpflichtet, selber aktiv auf eine Einigung zwischen dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks und dem Beschwerdef�hrer hinzuwirken. Vielmehr hat sie dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip schon in ausreichender Weise Gen�ge getan, indem sie dem Beschwerdef�hrer - bevor sie die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands anordnete - Gelegenheit gab, sich mit dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks zu einigen und mit ihm ein N�herbaurecht zu vereinbaren. Dar�ber hinaus hat sie die Betroffenen gar zu einem Gespr�ch eingeladen, die Mehr- und Minderwerte der betroffenen Liegenschaften sch�tzen lassen, den Beschwerdef�hrer und den Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks �ber das Ergebnis der Berechnung informiert, beide aufgefordert, die Bewertung zu besprechen und die Gemeinde zu informieren und dem Beschwerdef�hrer schliesslich eine letzte Frist zur Stellungnahme gesetzt, welche unbenutzt verstrich. Die Gemeinde war, bevor sie die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands anordnete, nicht gehalten, noch mehr daf�r zu tun, dass es hinsichtlich der Einr�umung eines N�herbaurechts zu einer Einigung zwischen dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks und dem Beschwerdef�hrer kommt. Eine f�r den Beschwerdef�hrer mildere Massnahme, welche im Hinblick auf den angestrebten Erfolg ebenso geeignet w�re, ist somit nicht ersichtlich.
3.5 Zu pr�fen bleibt, ob die Einschr�nkung in die Eigentumsgarantie f�r den Beschwerdef�hrer in Anbetracht ihrer Schwere zumutbar ist.
3.5.1 Der Beschwerdef�hrer bringt zu Recht nicht vor, die Abweichung von der erteilten Bewilligung sei nur unbedeutend. Er bestreitet aber, den unrechtm�ssigen Zustand b�sgl�ubig herbeigef�hrt zu haben.
Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht festgehalten hat, war dem Beschwerdef�hrer bewusst, dass er sein urspr�ngliches Projekt gem�ss Baugesuch vom 21. Januar 2007 nicht verwirklichen darf, nachdem das Baugesuch mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 13. bzw. 17. Dezember 2007 rechtskr�ftig abgewiesen worden war. Daran �ndert auch der Umstand nichts, dass der Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks zun�chst erhobene privatrechtliche Baueinsprachen zur�ckgezogen und dem Beschwerdef�hrer f�r die Bauzeit die tempor�re Nutzung eines Landstreifens seiner Parzelle sowie ein Durchgangsrecht einger�umt hat. Indem der Beschwerdef�hrer in der Folge nicht nach dem bewilligten Projekt�nderungsgesuch vom 1. Oktober 2007, sondern im Wesentlichen nach dem abgewiesenen Baugesuch vom 21. Januar 2007 gebaut hat, hat er den unrechtm�ssigen Zustand b�sgl�ubig herbeigef�hrt. Soweit er geltend macht, er habe sich darauf verlassen, dass er sich mit dem Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks sp�ter auf ein N�herbaurecht w�rde einigen k�nnen, �ndert dies nichts daran, dass er nicht in gutem Glauben annehmen konnte, der Umbau stehe mit der Baubewilligung im Einklang. Dem �ffentlichen Interesse an der Wiederherstellung des gesetzm�ssigen Zustands ist demzufolge aus grunds�tzlichen Erw�gungen, namentlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, erh�htes Gewicht beizumessen.
3.5.2 Was den Interessengegensatz anbelangt, wirft der Beschwerdef�hrer der Vorinstanz vor, sie habe nicht ber�cksichtigt, dass der angeordnete R�ckbau sehr teuer zu stehen k�me. Die Kosten f�r den R�ckbau seien vom Eigent�mer des benachbarten Grundst�cks auf Fr. 300'000.-- gesch�tzt worden. Diese Aufwendungen mit allen pers�nlichen und gesundheitlichen Folgen k�nnten ihm nicht zugemutet werden.
Dass R�ckbauaufwendungen rein wirtschaftlich gesehen als sinnlos erscheinen m�gen, ist unter den gegebenen Umst�nden kein schl�ssiges Argument gegen die Anordnung der Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands. Die Verh�ltnism�ssigkeit einer Anordnung, widerrechtlich erstellte Objekte zur�ckzubauen, einseitig von wirtschaftlichen �berlegungen abh�ngig zu machen, liefe im Ergebnis auf eine starke Relativierung rechtskr�ftiger Baubewilligungen hinaus (vgl. Urteil 1C_262/2009 vom 14. April 2010 E. 5.4.3).
3.5.3 Was den Einwand des Beschwerdef�hrers angeht, er sei auf eine rollstuhlg�ngige Wohnung angewiesen, welche mit dem Umbau erm�glicht worden sei, ist darauf hinzuweisen, dass auch das am 30. Oktober 2007 bewilligte Projekt den Einbau eines Lifts vorsah. Wie aus den in den Akten liegenden Pl�nen und Fotografien weiter hervorgeht, war das Obergeschoss von der Projekt�nderung nur leicht betroffen, wobei immerhin der Balkon weggefallen w�re. Zwar h�tte sich schliesslich die im Estrichgeschoss entgegen den genehmigten Pl�nen errichtete Galerie nicht verwirklichen lassen. Wie den Pl�nen und Fotografien jedoch zu entnehmen ist, ist der nun errichtete Estrich bzw. die Galerie ohnehin nicht mit dem Lift, sondern nur �ber eine Treppe erreichbar. Es zeigt sich, dass das am 30. Oktober 2007 bewilligte Projekt einen rollstuhlg�ngigen Ausbau der Wohnung jedenfalls nicht verunm�glicht h�tte.
3.5.4 Angesichts der B�sgl�ubigkeit des Beschwerdef�hrers in Bezug auf die Herbeif�hrung des unrechtm�ssigen Zustands, der nicht unerheblichen Abweichung vom Erlaubten und des hoch zu gewichtenden �ffentlichen Interesses am Schutz der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung erweist sich die durch die Anordnung der Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands ergebende Einschr�nkung in die Eigentumsrechte der Beschwerdef�hrer als zumutbar.
3.6 Damit steht fest, dass die Gemeinde die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands anordnen durfte, ohne damit ungerechtfertigterweise in die Eigentumsrechte des Beschwerdef�hrers einzugreifen oder gegen den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit zu verstossen. Wie aus den vorstehenden Erw�gungen ersichtlich wird, ist der angefochtene Entscheid auch nicht offensichtlich unhaltbar, steht er nicht zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch, verletzt er nicht eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass und l�uft er nicht in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider. Eine Verletzung von Art. 9 BV ist deshalb ebenfalls zu verneinen (vgl. BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5).
Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Die Gemeinde Y.________ wird dem Beschwerdef�hrer eine neue Frist zur Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands anzusetzen haben. Bei diesem Ausgang tr�gt der Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten (vgl. Art. 66 Abs. 1 BGG). Die in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegende Gemeinde hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (vgl. Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Gemeinde Y.________, dem weiteren Beteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt.