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Timestamp: 2016-10-27 09:09:23
Document Index: 155449353

Matched Legal Cases: ['Art. 337', 'Art. 63', 'Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 43', 'Art. 53', 'BGE', 'Art. 53', 'Art. 55', 'Art. 321', 'Art. 717', 'Art. 319', 'Art. 319', 'Art. 319', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 707', 'BGE', 'Art. 321', 'Art. 717', 'Art. 663', 'Art. 340', 'Art. 159', 'BGE', 'Art. 717', 'Art. 717', 'Art. 717', 'BGE', 'Art. 754', 'Art. 337', 'Art 337', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 337', 'Art. 337', 'Art. 64', 'Art. 156', 'Art. 159']

4C.258/2003 (09.01.2004)
4C.258/2003 /lma
Bundesrichter Walter, Bundesrichterin Klett, Bundesrichter Nyffeler, Ersatzrichter Geiser,
Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rudolf Mosimann,
Kl�gerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Rudolf Wild.
Organhaftung/Arbeitsvertrag; fristlose Entlassung,
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche Abteilung, vom 15. Juli 2003.
Die B.________ (Kl�gerin) bezweckt den Handel mit sowie Import und Export von Holz und Holzprodukten jeglicher Provenienz. Sie geh�rt zur so genannten C.________-Gruppe und ist eine hundertprozentige Tochter der D.________ AG, Schweiz, welche die Konzernleitung inne hat. Die D.________ AG, Schweiz, h�lt �ber eine weitere Gesellschaft unter anderem auch die C.________ Ltd., Grossbritannien.
A.________ (Beklagter) trat am 1. September 1978 in die Dienste der Kl�gerin ein. Seit Juli 1992 hatte er die Stelle als Direktor und Bereichsleiter Handel inne. Im Jahre 1996 wurde er Gesch�ftsf�hrer mit Kollektivunterschrift.
Im Herbst 1994 gelangte die E.________ GmbH, Deutschland, an den Beklagten und offerierte Schnittholz. Der Beklagte vermittelte die C.________ Ltd., als K�uferin und die F.________ AG als Verk�uferin, da die E.________ GmbH gegen aussen nicht als Verk�uferin auftreten wollte. Die F.________ AG geh�rte G.________, der Ehefrau des Beklagten. Die F.________ AG erzielte durch dieses Gesch�ft (sog. "F.________-Gesch�ft") einen Gewinn von DM 10'730.85. Die C.________ Ltd. erlitt hingegen zufolge schlechter Marktentwicklung beim Weiterverkauf einen Verlust von FF 226'198.69. Am 7. Dezember 1995 veranlasste der Beklagte die Ausstellung einer Gutschrift zu Gunsten der C.________ Ltd. und zu Lasten der Kl�gerin.
Nachdem die Organe der Kl�gerin diese Belastung entdeckt hatten, entliessen sie den Beklagten am 16. Januar 1998 fristlos.
Die Kl�gerin belangte den Beklagten am 28. Januar 2000 beim Kantonsgericht Zug auf Bezahlung von Schadenersatz in der H�he von FF 226'198.69 und DM 10'730.85, je zuz�glich Verzugszins. Der Beklagte beantragte Abweisung der Klage und verlangte seinerseits widerklageweise Fr. 59'693.40 f�r entgangenen Lohn und eine Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR, weil seines Erachtens die fristlose K�ndigung nicht rechtens war.
Am 20. August 2001 hiess das Kantonsgericht die Klage gut. Die Kl�gerin verpflichtete es in teilweiser Gutheissung der Widerklage zur Bezahlung von Fr. 1'183.85.
Mit Urteil vom 15. Juli 2003 reduzierte das Obergericht des Kantons Zug den der Kl�gerin geschuldeten Betrag in teilweiser Gutheissung einer kantonalrechtlichen Berufung des Beklagten auf  34'483.77 nebst Zins. Es entschied abweichend vom Kantonsgericht, der Beklagte habe seine Treuepflicht gegen�ber der Kl�gerin nicht verletzt, indem er das Holzgesch�ft mit der C.________ Ltd. �ber die Firma seiner Ehefrau abgewickelt habe, und wies die Schadenersatzklage insoweit ab. Hingegen sei in der Gutschrift, die er zu Lasten der Kl�gerin und zu Gunsten einer anderen Konzerngesellschaft vorgenommen habe, eine Verletzung seiner vertraglichen Pflichten zu erblicken. Die Kl�gerin habe durch diese Gutschrift einen Schaden erlitten, den ihr der Beklagte zu erstatten habe. Die Vertragsverletzung wiege so schwer, dass die fristlose Entlassung gerechtfertigt gewesen sei.
Der Beklagte beantragt mit eidgen�ssischer Berufung, das obergerichtliche Urteil aufzuheben, soweit darin die Klage gutgeheissen und seine Widerklage abgewiesen wurde. Die Klage sei vollumf�nglich abzuweisen und die Sache zur Beurteilung der H�he der Widerklageforderung an das Obergericht zur�ckzuweisen. Die Kl�gerin schliesst auf Abweisung des Rechtsmittels und Best�tigung des angefochtenen Entscheids.
Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zugrunde zu legen, es sei denn, sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder bed�rften der Erg�nzung, weil das kantonale Gericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend kl�rte, obgleich ihm die entscheidwesentlichen Behauptungen und Beweisantr�ge rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form unterbreitet wurden (Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG; BGE 127 III 248 E. 2c; 125 III 193 E. 1e S. 205). Blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts kann dagegen mit Berufung nicht vorgetragen werden (BGE 127 III 73 E. 6a, 543 E. 2c S. 547; 126 III 10 E. 2b S. 12 f.; 119 II 84 E. 3; 118 II 365 E. 1).
1.1 Nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz wurde die Gutschrift an die C.________ Ltd. mindestens teilweise als Ausgleich f�r deren Verlust im Zusammenhang mit dem F.________-Gesch�ft erteilt. Die Kl�gerin habe durch die Gutschrift eine Verm�gensverminderung erlitten, ohne dass daf�r ein Rechtsgrund bestanden habe. Es sei nicht bewiesen, ob der Beklagte befugt gewesen sei, eine entsprechende Verm�gensverschiebung innerhalb des Konzerns an die C.________ Ltd. zu veranlassen.
1.2 Der Beklagte r�gt, der Vorinstanz seien bei der Feststellung dieses Sachverhalts in mehreren Punkten offensichtliche Versehen unterlaufen und das angefochtene Urteil sei in verschiedener Hinsicht unklar oder widerspr�chlich. Er verkennt dabei weitgehend den Begriff des offensichtlichen Versehens im Sinne von Art. 63 Abs. 2 OG:
Ein offensichtliches Versehen liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle �bersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 115 II 399 E. 2; 113 II 522 E. 4b; 104 II 68 E. 3b). Demgegen�ber kann nicht von einem offensichtlichen Versehen gesprochen werden, wenn die Vorinstanz im Zusammenhang mit seinen Sachverhaltsfeststellungen unklare oder widerspr�chliche Erw�gungen angestellt oder aus einzelnen oder mehreren, sich widersprechenden Aktenst�cken falsche Schl�sse gezogen hat. Soweit der Beklagte entsprechende Beanstandungen anbringt, macht er geltend, das kantonale Gericht habe Beweise willk�rlich gew�rdigt und seinen Entscheid nicht hinreichend begr�ndet. Entsprechende Verfassungsr�gen (Art. 9 und 29 Abs. 2 BV) w�ren mit staatsrechtlicher Beschwerde zu erheben. Im vorliegenden Verfahren k�nnen sie nicht geh�rt werden (Art. 43 Abs. 1 Satz 2 OG).
Der Beklagte r�gt insbesondere, die Feststellung des Kantonsgerichts, wonach die Gutschrift im Zusammenhang mit dem F.________-Gesch�ft erteilt worden sei, beruhe auf einem Versehen. Die Vorinstanz habe diese Feststellung aufgrund eines Strafurteils in gleicher Sache getroffen, aus dem sich das Gegenteil erg�be. Eine entsprechende gegenteilige Feststellung l�sst sich aber dem angerufenen Urteil nicht entnehmen. Zudem �bersieht der Beklagte, dass die Vorinstanz ihre Feststellung nicht - jedenfalls nicht allein - aufgrund des Strafurteils, sondern auch in W�rdigung weiterer Akten getroffen hat. Die dabei gezogenen Schl�sse sind als Ergebnis der Beweisw�rdigung f�r das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren verbindlich.
1.3 Soweit der Beklagte r�gt, die Vorinstanz habe sich im Zusammenhang mit der Frage nach einer Verletzung der ihm als Gesch�ftsf�hrer der Kl�gerin obliegenden Pflichten nicht an die Feststellungen des Strafgerichts gehalten, �bersieht er, dass das Bundesrecht keine entsprechende Bindung kennt. Wohl schreibt Art. 53 OR bez�glich der Tatsachenfeststellungen nicht die Ungebundenheit des Zivilgerichts vor. Der Bundesgesetzgeber hat diese Frage vielmehr dem kantonalen Prozessrecht �berlassen (BGE 125 III 401 E. 3 S. 411; Schnyder, Basler Kommentar, N. 4 zu Art. 53 OR). Ob dieses verletzt worden ist, kann aber wiederum nicht im Berufungsverfahren gepr�ft werden sondern nur auf staatsrechtliche Beschwerde hin (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Auch insoweit ist auf die Ausf�hrungen in der Berufungsschrift nicht einzugehen.
Es bleibt damit bei den in vorstehender Erw�gung 1.1 dargestellten Feststellungen der Vorinstanz.
Der Beklagte macht geltend, das Obergericht habe in falscher Anwendung der Bestimmungen von Art. 321a Abs. 1 OR und von Art. 717 Abs. 1 OR zu Unrecht angenommen, dass er mit der Gutschrift an die Konzernschwester seine Treuepflicht verletzt habe und der Kl�gerin daraus Schadenersatz schulde.
2.1 Der Beklagte stand zur Kl�gerin in einem Arbeitsverh�ltnis. Er war gleichzeitig ihr Organ. Es fragt sich damit zun�chst nach welchen Normen sich die Treuepflicht des Beklagten gegen�ber der Kl�gerin richtet.
Das schweizerische Arbeitsvertragsrecht unterscheidet nicht nach verschiedenen Arbeitnehmerkategorien (vgl. dazu Alexandre Berenstein/ Pascal Mahon, Labour Law in Switzerland, Bern 2001, Rz. 148 ff. und 153). Die Bestimmungen �ber den Arbeitsvertrag gelten grunds�tzlich f�r alle Hierachiestufen eines Unternehmens gleichermassen. Entscheidend ist immer nur die Frage, ob jemand Arbeitnehmer ist oder ob sein vertragliches Verh�ltnis in anderer Weise qualifiziert werden muss. In der Lehre ist umstritten, ob ein leitendes Organ einer Aktiengesellschaft zu dieser in einem Arbeitsverh�ltnis stehen kann. Wohl die Mehrheit der Lehre nimmt in der Regel f�r Mitglieder oder Delegierte des Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft einen mandats�hnlichen Vertrag an (Staehelin, Z�rcher Kommentar, N. 42 zu Art. 319 OR; Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, � 28 N. 10; von B�ren, Der Konzern, Schweizerisches Privatrecht, Bd. VIII/6, Basel 1997, S. 81). Soweit allerdings die T�tigkeit hauptberuflich ausge�bt wird, zieht die Lehre auch einen Arbeitsvertrag in Betracht (Staehelin, a.a.O., N. 42 zu Art. 319 OR; Rehbinder, Berner Kommentar, N. 52 zu Art. 319 OR). Diese unterschiedlichen Betrachtungen spiegeln sich in der bundesgerichtlichen Praxis wider (vgl. zum Ganzen BGE 128 III 129 E. 1a/aa, insbesondere mit Hinweisen auf BGE 90 II 483 E. 1, 75 II 149 E. 2a und 53 II 408 E. 3a [Auftrag oder Arbeitsvertrag] sowie auf BGE 125 III 78 E. 4 [mandats�hnliches Verh�ltnis sui generis]). Richtigerweise hat die Beurteilung des Rechtsverh�ltnisses aufgrund der Besonderheiten des konkreten Falls zu erfolgen (BGE 128 III 129 E. 1a/aa S. 132). Entscheidend ist dabei, ob die betroffene Person in dem Sinne in einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis steht, dass sie Weisungen empf�ngt. Ist dies zu bejahen, liegt ein arbeits- und gesellschaftsrechtliches Doppelverh�ltnis vor (BGE 128 III 129 E. 1a; 121 I 259 E. 3a S. 262; 107 II 430 E. 1 S. 432; 95 I 21 E. 5b S. 25; Urteil 4C.402/1998 vom 14. Dezember 1999, E. 2a, Pra 2000 Nr. 50 S. 285 ff.; Wernli, Basler Kommentar, N. 25 zu Art. 707 OR; M�ller/Lipp/Pl�ss, Der Verwaltungsrat, 2. Aufl., Z�rich 1999, S. 57). Zum einen handelt es sich um eine vom Gesellschaftsrecht beherrschte Organstellung, zum andern um eine vertragliche Bindung. Die beiden Rechtsverh�ltnisse sind in Bezug auf Entstehung, Wirkung und Aufl�sung klar auseinander zu halten, selbst wenn sie in einer engen Wechselbeziehung zueinander stehen (BGE 128 III 129 E. 1a/aa S. 132 f.; Geiser/Uhlig, Arbeitsverh�ltnisse im Konzern, ZBJV 2003 S. 757 ff., 763; vgl. dazu auch Wiegand, ZBJV 2003 S. 863; kritisch: von der Crone/Stutz, SZW 2001 S. 260 ff., 265).
Das schuld- und gesellschaftsrechtliche Doppelverh�ltnis hat zur Folge, dass das in einem Anstellungsverh�ltnis stehende Organ sich sowohl an die Treuepflicht des Arbeitnehmers (Art. 321a OR) wie auch an die organschaftliche Treuepflicht des Verwaltungsrats- oder Direktionsmitglieds nach Art. 717 OR halten muss (Geiser/Uhlig, a.a.O., S. 786). Steht eine Verletzung der Treuepflicht zur Diskussion, ist somit getrennt zu pr�fen, ob die eine oder die andere verletzt ist. Dabei erweist sich in der Regel, dass die gesellschaftsrechtliche Treuepflicht weiter geht als die arbeitsvertragsrechtliche.
2.2 Eine Besonderheit des vorliegenden Falles besteht darin, dass die dem Beklagten vorgeworfene Handlung zu Gunsten einer anderen Konzerngesellschaft erfolgt ist. Es fragt sich damit, ob im Konzern die Treuepflicht gegen�ber der einzelnen Konzerngesellschaft oder gegen�ber dem Konzern als ganzem besteht. Auch diesbez�glich ist zwischen dem Arbeitsverh�ltnis und der Organstellung zu differenzieren.
2.2.1 Ebenfalls im Konzern besteht in aller Regel das Arbeitsverh�ltnis nur mit einer Gesellschaft (vgl. Geiser/Uhlig, a.a.O., S. 764 f. und 767 ff.; Dall�ves, Probl�mes de droit priv� relatifs � la coop�ration et � la concentration des entreprises, ZSR 1973 II S. 559 ff., 616; Reto Schiltknecht, Arbeitnehmer als Verwaltungsr�te abh�ngiger Konzerngesellschaften, Diss. Bern 1997, S. 30). Die Besonderheit des Konzerns besteht aber gerade darin, dass mehrere juristisch selbst�ndige Gesellschaften unter einer einheitlichen Leitung zusammengefasst werden (Art. 663e Abs. 1 OR; von B�ren, a.a.O., S. 5). Von daher fragt es sich, ob die arbeitsvertragsrechtliche Treuepflicht bloss gegen�ber jener Gesellschaft besteht, die vertraglich als Arbeitgeberin auftritt, oder gegen�ber dem ganzen Konzern. Grunds�tzlich ist davon auszugehen, dass nur die Vertragspartnerin aus der Treuepflicht berechtigt ist (Thomas Geiser, Die Treuepflicht des Arbeitnehmers, Diss. Basel 1982, S. 77). Teilweise wird in der Lehre allerdings die Meinung vertreten, dass im Konzern gest�tzt auf die wirtschaftliche Verbundenheit eine erweiterte Treuepflicht zu Gunsten anderer Konzernunternehmen bestehen kann (Druey/Vogel, Das schweizerische Konzernrecht in der Praxis der Gerichte, Z�rich 1999, S. 274; Aleidus Gerard Bosman, Konzernverbundenheit und ihre Auswirkungen auf Vertr�ge mit Dritten, Diss. Z�rich 1984, S. 203 f.). In diese Richtung gehen ferner vereinzelte Entscheide kantonaler Gerichte (Urteil des Gewerbegerichts Z�rich vom 26. M�rz 1968, ZR 68 [1969] Nr. 86 E. A/4.). Wohl ist auch nach dieser Meinung nur der rechtliche Arbeitgeber aus der Treuepflicht berechtigt. Diese umfasse aber zus�tzlich die Wahrung der Interessen der mit der Arbeitgeberin verbundenen Konzerngesellschaften, weil diese wegen der wirtschaftlichen Verbundenheit stets zugleich solche der Arbeitgeberin seien (im Zusammenhang mit dem Konkurrenzverbot vgl. Rehbinder, a.a.O., N. 4 zu Art. 340a OR und im Zusammenhang mit Art. 159 StGB: BGE 109 IV 111). Dabei ist nach dieser Meinung im Einzelfall zu bestimmen, wie weit sich die Konzernverbundenheit tats�chlich auf das konkrete Arbeitsverh�ltnis und die daraus fliessende Treuepflicht auswirkt (Druey/Vogel, a.a.O., S. 276). Soweit die arbeitsvertragliche Treuepflicht den Arbeitnehmer zur Wahrung der Interessen des gesamten Konzerns (oder wenigstens weiterer Gesellschaften) verpflichtet, kann eine Verletzung der Treuepflicht konsequenterweise nicht in der blossen Sch�digung der eigenen Arbeitgeberin liegen, wenn die entsprechende Handlung im �bergeordneten Konzerninteresse erfolgt ist. Wird eine konzernweite Treuepflicht bejaht, hat dies zur Folge, dass dem Arbeitnehmer nur eine Vertragsverletzung vorgeworfen werden kann, wenn er mit seiner Handlung oder Unterlassung die �bergeordneten Interessen des Konzerns als wirtschaftliche Einheit verletzt hat.
Mit der vorliegend streitigen Handlung hat der Beklagte zwar zweifellos seine Arbeitgeberin gesch�digt. Er hat diese Handlung indessen zu Gunsten einer anderen Konzerngesellschaft vorgenommen. Von daher ist in keiner Weise ersichtlich, inwiefern er das �bergeordnete Konzerninteresse verletzt haben k�nnte. Werden die durch die Treuepflicht gesch�tzten Interessen konzernweit definiert, fehlt es somit an der f�r eine Haftung notwendigen Vertragsverletzung. Wie es sich damit verh�lt, kann indessen offen bleiben, weil der Beklagte jedenfalls als Organ der Gesellschaft haftet.
2.2.2 Nach Art. 717 Abs. 1 OR m�ssen die Mitglieder des Verwaltungsrats, sowie Dritte, die mit der Gesch�ftsf�hrung befasst sind, ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt erf�llen und die Interessen der Gesellschaft in guten Treuen wahren. Die gesetzlich normierte Treuepflicht verlangt, dass die Mitglieder des Verwaltungsrats ihr Verhalten am Gesch�ftsinteresse ausrichten und eigene Interessen gegebenenfalls zur�ckstellen. Besteht die Gefahr eines Interessenkonflikts, hat der betroffene Verwaltungsrat mittels geeigneter Massnahmen sicherzustellen, dass die Interessen der Gesellschaft geb�hrend ber�cksichtigt werden (Urteil 4C. 402/1998 vom 14. Dezember 1999, a.a.O., E. 2a; Watter, Basler Kommentar, N. 15 zu Art. 717 OR; Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, a.a.O., � 28 N. 26 f.; M�ller/Lipp/Pl�ss, a.a.O., S. 169; vgl. auch Homburger, Z�rcher Kommentar, N. 779 f. zu Art. 717 OR). Im Zusammenhang mit der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit von Verwaltungsr�ten hat das Bundesgericht festgehalten, dass strenge Massst�be anzulegen sind, wenn ein Verwaltungsrat nicht im Interesse der Gesellschaft, sondern in eigenem, in demjenigen von Aktion�ren oder von Drittpersonen handelt (BGE 113 II 52 E. 3a S. 57).
Vorliegend ist die Kl�gerin durch die zu Gunsten der Konzernschwester erfolgte Gutschrift gesch�digt worden. Ob sie einen R�ckverg�tungsanspruch gegen�ber der Beg�nstigten hat, ist zweifelhaft. Der Beklagte hat insoweit offensichtlich und f�r ihn erkennbar nicht im Interesse jener Gesellschaft gehandelt, deren Organ er ist. Er hat insoweit seine Treupflicht gegen�ber der Kl�gerin schuldhaft verletzt. Die Voraussetzungen seiner Haftung nach Art. 754 OR sind damit erf�llt.
Nach dem Ausgef�hrten w�re der Beklagte als Organ der Kl�gerin von Gesetzes wegen verpflichtet gewesen, allein deren Interessen und nicht diejenigen anderer Konzerngesellschaften zu wahren, und die vom Beklagten vorgenommene Handlung ist unter grunds�tzlicher Verletzung dieser Pflicht erfolgt.
2.3 Im Quantitativen ist der Schaden nicht bestritten. Soweit der Beklagte geltend macht, die Konzernverbundenheit habe zur Folge, dass gar kein Schaden entstanden sei, �bersieht er, dass - wie dargelegt - f�r die Organhaftung nur auf die Interessen der einzelnen Gesellschaft abgestellt werden darf und nicht auf jene des ganzen Konzerns. Entsprechend fragt sich auch nur, ob der einzelnen Gesellschaft ein Schaden entstanden ist oder nicht. Dass m�glicherweise die Kl�gerin auch eine Schadenersatz- oder Bereicherungsforderung gegen�ber ihrer Konzernschwester bzw. deren Gesch�ftsf�hrer hat, muss dabei unbeachtet bleiben. Der Beklagte h�tte es in der Hand gehabt, die Ausrichtung des Schadenersatzes von der Abtretung allf�lliger Anspr�che der Gesch�digten gegen�ber weiteren Personen abh�ngig zu machen. In diesem Sinne ist auch der Hinweis im angefochtenen Entscheid auf die unterlassene Streitverk�ndung zu verstehen.
Die Berufung erweist sich somit als unbegr�ndet, soweit der Beklagte sich gegen die Zusprechung von Schadenersatz wendet.
Der Beklagte r�gt weiter, die Vorinstanz habe die von der Kl�gerin ausgesprochene fristlose Entlassung zu Unrecht f�r zul�ssig gehalten und sein Widerklagebegehren auf Entsch�digung f�r entgangenen Lohn w�hrend der K�ndigungsfrist sowie auf Ausrichtung einer P�nalentsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR f�lschlicherweise abgewiesen.
3.1 Nach Art 337 OR kann der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer das Arbeitsverh�ltnis aus wichtigen Gr�nden jederzeit fristlos aufl�sen (Abs. 1). Als wichtiger Grund gilt jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem K�ndigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverh�ltnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Abs. 2). �ber das Vorhandensein solcher Umst�nde entscheidet das Gericht nach seinem Ermessen (Abs. 3). Ermessensentscheide �berpr�ft das Bundesgericht im Berufungsverfahren grunds�tzlich frei. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 129 III 380 E. 2 S. 381 f., 715 E. 4.4 S. 725, je mit Hinweisen).
Eine fristlose Entlassung ist nur bei besonders schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese m�ssen einerseits objektiv geeignet sein, die f�r das Arbeitsverh�ltnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerst�ren oder zumindest so tief greifend zu ersch�ttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zuzumuten ist. Anderseits wird vorausgesetzt, dass sie tats�chlich zu einer entsprechenden Zerst�rung oder Ersch�tterung des gegenseitigen Vertrauens gef�hrt haben. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, m�ssen sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen sein (BGE 129 III 380 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.2 Die Vorinstanz verneinte, dass in der Vermittlung des Abschlusses des Holzverkaufs an die C.________ Ltd. �ber die F.________ AG eine Pflichtverletzung liege. Das Urteil ist insoweit unangefochten geblieben, weshalb darauf nicht zur�ckzukommen ist. Vorstehend ist zudem offen gelassen worden, ob in der Veranlassung der Gutschrift zu Lasten der Kl�gerin und zu Gunsten der C.________ Ltd. eine Verletzung der arbeitsrechtlichen Treuepflicht liegt. Auch f�r die Beurteilung, ob die fristlose Entlassung zul�ssig war, braucht diese Frage nicht n�her gekl�rt zu werden. So kann dem Beklagten insoweit jedenfalls nur eine leichte Treuepflichtverletzung vorgeworfen werden, in der nur dann ein Grund f�r eine fristlose Entlassung liegen kann, wenn der Arbeitnehmer vorher abgemahnt worden ist, was hier nicht der Fall ist.
Dem angefochtenen Urteil ist nicht zu entnehmen, dass im vorliegenden Konzern Umbuchungen von einer Gesellschaft auf eine andere �blich waren. Aus dem Urteil geht aber auch nicht hervor, dass eine Weisung bestanden h�tte, solche Buchungen zu unterlassen, oder gar der Beklagte wegen entsprechender Vorkommnisse verwarnt worden w�re. Auch soweit die Kl�gerin geltend macht, der Beklagte sei f�r solche Buchungen �berhaupt nicht zust�ndig gewesen und habe diese dementsprechend vertuschen wollen oder dass er daraus einen pers�nlichen Vorteil gezogen habe, fehlt es an jeglichen entsprechenden Feststellungen der Vorinstanz. Die Beweislast f�r den wichtigen Grund tr�gt aber die ihn geltend machende Arbeitgeberin (BGE 128 III 271 E. 2a/aa).
3.3 Die Gutschrift als solche kann unter den vorinstanzlich festgestellten Umst�nden nicht als gen�gend schwerer Vorfall angesehen werden, um ohne vorg�ngige Abmahnung und ohne Wiederholung eine fristlose K�ndigung zu rechtfertigen. Dem Beklagten steht somit der Lohn w�hrend der K�ndigungsfrist (Art. 337c Abs. 1 und 2 OR) sowie eine Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR zu. Die Vorinstanz hat �ber die H�he dieses Anspruchs nicht befunden und dazu keine Sachverhaltsfeststellungen getroffen, weil sie die fristlose Entlassung als gerechtfertigt betrachtete. Nachdem sich dies als unzutreffend erwiesen hat, ist die Sache zur Sachverhaltserg�nzung und Entscheidung �ber den Anspruch an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 64 OR).
Der Beklagte obsiegt mit seiner Berufung teilweise. Sie erweist sich als begr�ndet, soweit sie sich gegen die Abweisung seiner Widerklage richtet. Soweit sich der Beklagte damit gegen die Gutheissung der Klage seitens der Vorinstanz wendet, ist sie dagegen unbegr�ndet. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 156 Abs. 1 und 3 sowie Art. 159 Abs. 2 und 3 OG).
Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 15. Juli 2003 aufgehoben, soweit damit die Widerklage abgewiesen worden ist.
Die Sache wird zur weiteren Sachverhaltsfeststellung und neuer Entscheidung �ber die Widerklage im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'000.-- wird der Kl�gerin und dem Beklagten je zur H�lfte auferlegt.