Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/abzugsverbot-auf-beteiligung-im-eu-ausland-1013
Timestamp: 2019-08-20 23:39:48
Document Index: 76243391

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', 'EuG', '§ 8', '§ 8', '§ 8', 'EuG']

Abzugsverbot auf Beteiligung im EU-Ausland | Außenwirtschaftslupe
Das Abzugs­ver­bot für Teil­wert­ab­schrei­bun­gen gemäß § 8 b Abs. 3 KStG auf Betei­li­gun­gen an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten mit Sitz in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ist nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Köln unab­hän­gig von der Höhe der Betei­li­gung gene­rell erst­mals im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2002 anwend­bar.
Das Finanz­ge­richt Köln hat­te über die Kla­ge einer inlän­di­schen GmbH zu ent­schei­den, die mit 50% an einer eng­li­schen Limi­ted betei­ligt war. Die Klä­ge­rin schrieb die Betei­li­gung in der Bilanz zum 31.12.2001 wegen dau­ern­der Wert­min­de­rung auf den nied­ri­ge­ren Teil­wert ab. Das Finanz­amt erkann­te die Teil­wert­ab­schrei­bung steu­er­lich nicht an, weil das Abzugs­ver­bot des § 8b Abs. 3 KStG in der Fas­sung des Steu­er­sen­kungs­ge­set­zes vom 23.10.2000 bei Aus­lands­be­tei­li­gun­gen bereits im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2001 anwend­bar sei. Der Senat gab der Kla­ge in einem Zwi­schen­ur­teil dem Grun­de nach statt. Er stütz­te sich dabei im Wesent­li­chen auf das STE­KO-Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten1. Dar­in hat­te der EuGH ent­schie­den, dass die Anwen­dungs­re­ge­lung zu § 8b Abs. 3 KStG, wonach das Abzugs­ver­bot für Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf Aus­lands­be­tei­li­gun­gen bereits ab 2001 gel­ten sol­le, auf Inlands­be­tei­li­gun­gen dage­gen erst ab 2002, gegen die euro­pa­recht­li­che Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit ver­sto­ße.
Da das Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs den kon­kre­ten Sach­ver­halt einer Aus­lands­be­tei­li­gung von unter 10% betraf (sog. Streu­be­sitz), beschränkt die Finanz­ver­wal­tung die Anwend­bar­keit die­ser Ent­schei­dung der­zeit auf die­se Fäl­le. Das Finanz­ge­richt Köln hat nun­mehr zuguns­ten der Steu­er­pflich­ti­gen klar­ge­stellt, dass die vom Euro­päi­schen Gerichts­hof gerüg­te Euro­pa­rechts­wid­rig­keit glei­cher­ma­ßen auch für Betei­li­gun­gen von mehr als 10 % gel­te, da auch das Abzugs­ver­bot des § 8b Abs. 3 KStG unab­hän­gig von der Betei­li­gungs­hö­he ein­grei­fe (vgl. auch FG Düs­sel­dorf, Urteil vom 27.10.2009 — 6 K 2724⁄06 F)).
Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 14. Febru­ar 2010 — 13 K 18⁄06
Kapi­tal­be­tei­li­gun­gen in Dritt­staa­ten Das Abzugs­ver­bot für Teil­wert­ab­schrei­bun­gen gemäß § 8b Abs. 3 KStG ist nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Köln auch auf Betei­li­gun­gen an aus­län­di­schen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten aus Dritt­staa­ten — also auch Staa­ten, die kei­ne Mit­glieds­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on…
Anrech­nung aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er — der Fall Meili­cke Für die Anrech­nung aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er ist es nicht aus­rei­chend, wenn eine Bank die anre­chen­ba­re aus­län­di­sche Steu­er ledig­lich aus dem Kör­per­schaft­steu­er­satz ablei­tet und beschei­nigt. Denn hier­aus ergibt sich nicht, dass die Steu­er von dem aus­län­di­schen Unter­neh­men…
EuGH, Urteil vom 22.1.2009 — C‑377/​07 [STEKO Indus­trie­mon­ta­gen GmbH]↩
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