Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4138.htm
Timestamp: 2018-11-20 16:31:24
Document Index: 317243680

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 1', '§ 2', '§ 64', '§ 4', '§ 33', '§ 5']

4.138 Lange Grube
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Lange Grube« vom 22.April 1987 (GBl. v. 0.06.1987, S. 209).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199) und von § 22 Abs. 2 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20.Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet.
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Unlingen, Landkreis Biberach, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Lange Grube«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 6,68 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Unlingen die Flurstücke 1251 bis 1261 ganz, die Flurstücke 1244, 1262 und den Feldweg 1145 teilweise. Die südliche Schutzgebietsgrenze verläuft entlang der südlichen Grenzen der genannten Flurstücke und der neu geschaffenen Feldwege.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 30.März 1987 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Biberach in Biberach auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der aufgelassenen Kiesgrube als Lebensraum für zahlreiche Tierarten (vor allem für seltene Vogelarten und eine Fülle von Amphibien und Schmetterlingen), ferner die Erhaltung der Rohböden als Standort für eine Pionier‑ und Ruderalvegetation.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß sie den Schutzzweck fördert. Unzulässig ist insbesondere
a) das Betreten des Kernbereichs vom 15. März bis 15. Juni,
b) das Durchführen von Gesellschaftsjagden zwischen dem 15. August und 15. Oktober,
c) das Erstellen von weiteren jagdlichen Einrichtungen;
2. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle ‑ im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ veranlaßt werden;
3. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen 4 und § 5 Nr. 1 die Jagd ausübt.
TÜBINGEN, den 22. April 1987