Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/kanalstto-2010
Timestamp: 2020-01-17 21:24:54
Document Index: 310186871

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 288', '§ 286', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1']

Auf Grund des § 14 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 3 Satz 1 des Seeaufgabengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juli 2002 (BGBl. I S. 2876), von denen § 14 Absatz 2 durch Artikel 319 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung nach Anhörung der Küstenländer:
(1) Für die Leistungen der Kanalsteurer auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind die in der Anlage aufgeführten Entgelte zu entrichten. Sie gelten jeweils für eine aus zwei Kanalsteurern bestehende Kanalsteurerrotte. Für Schiffe, die nur mit einem Kanalsteurer besetzt werden, werden die Entgelte nach den Nummern 1.1 und 1.2 der Anlage um 15 Prozent und die Entgelte nach den Nummern 2, 3 und 5 bis 10 der Anlage um 50 Prozent ermäßigt. Für Schiffe, die auf Grund ihrer Abmessungen auf den Fahrtstrecken zwischen Brunsbüttel und Rüsterbergen keiner Besetzung durch Kanalsteurer bedürfen, werden die Entgelte nach Nummer 1.1 der Anlage um 47 Prozent ermäßigt.
(2) Die Entgelte werden von demjenigen, der diese Leistung im eigenen oder fremden Namen veranlasst, erhoben. Entgeltschuldner ist auch der Eigentümer des Schiffes. Mehrere Schuldner haften als Gesamtschuldner.
(3) Zahlungen sind in Euro zu leisten. Bruchteile eines Euro werden unter 0,50 Euro nach unten abgerundet und ab 0,50 Euro nach oben aufgerundet. Die Entgelte werden mit Rechnungserteilung fällig. Sie sind ab dem 15. Tag nach Fälligkeit nach den Vorschriften der §§ 288 und 247 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu verzinsen. § 286 Absatz 4 des Bürgerlichen Gesetzbuchs findet entsprechend Anwendung.
(4) Der Anspruch auf Zahlung der Kanalsteurerentgelte verjährt nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Im Übrigen finden die Vorschriften über die Verjährung des Bürgerlichen Gesetzbuchs Anwendung.
(5) Für die Berechnung der Kanalsteurerentgelte ist für ein Seeschiff der Internationale Schiffsmessbrief (1969) und für Binnenschiffe der amtliche Eichschein vorzulegen. Können der Schiffsmessbrief oder der Eichschein nicht vorgelegt werden, wird
bei Seeschiffen und anderen nicht vermessenen Fahrzeugen die Bruttoraumzahl und
bei Binnenschiffen und anderen nicht geeichten Fahrzeugen
die Tragfähigkeit in Tonnen bei Güter transportierenden Fahrzeugen oder
die Wasserverdrängung in Tonnen bei anderen Fahrzeugen
von einem von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt bestimmten Sachverständigen oder der Schiffsvermessungsbehörde geschätzt. Die Kosten der Schätzung hat der zur Zahlung der Kanalsteurerentgelte Verpflichtete zu tragen.
(6) Bei der Bemessung der Kanalsteurerentgelte werden als Bruttoraumzahl zugrunde gelegt:
bei Seeschiffen die Bruttoraumzahl nach dem Internationalen Schiffsmessbrief (1969) nach der Anlage II des Internationalen Schiffsvermessungs-Übereinkommens von 1969 (BGBl. 1975 II S. 65); bei lukendeckellosen Containerschiffen, bei denen das reduzierte Vermessungsergebnis nach der MSC.234(82) - Resolution von der Schiffsvermessungsbehörde bescheinigt ist, die reduzierte Bruttoraumzahl; bei Ro-Ro-Schiffen, Passagier-Autofähren und Autotransportern die um 15 Prozent reduzierte Bruttoraumzahl nach dem Internationalen Schiffsmessbrief (1969);
bei Tankschiffen, bei denen das um den Raumgehalt der getrennten Wasserballasttanks verminderte Vermessungsergebnis von der Schiffsvermessungsbehörde nach den IMO-Resolutionen A.388(X), A.722(17) oder A.747(18) bescheinigt ist, die verminderte Bruttoraumzahl;
bei Marinefahrzeugen, für die keine Schiffsmessbriefe ausgestellt sind, die Wasserverdrängung in Tonnen;
bei anderen Fahrzeugen, die nicht vermessen und nicht geeicht sind, die nach Absatz 5 Satz 2 geschätzten Bruttoraumzahl oder Tonnen;
bei Schlepp- und Schubverbänden die Summe der nach den Nummern 1 bis 5 ermittelten Bruttoraumzahl oder Tonnen aller Fahrzeuge des Verbandes.
Diese Verordnung tritt am 1. November 2010 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Kanalsteurertarifordnung vom 29. März 1977 (BAnz. Nr. 63 vom 31. März 1977), die zuletzt durch die Verordnung vom 25. August 2004 (BAnz. S. 19493) geändert worden ist, außer Kraft.
Anlage (zu § 1 Absatz 1)Verzeichnis der Entgelte (zum 1. Januar 2017)
(Fundstelle: BAnz AT 27.12.2016 V1)
(1) Es sind zu entrichten für
(2) 1 das Steuern von Fahrzeugen,
(3) 1.1 auf der Fahrtstrecke von der Eingangsschleuse bis zur Endschleuse
0 – 500 761
501 – 600 765
601 – 700 768
701 – 800 770
801 – 900 774
901 – 1 000 780
1 001 – 1 100 783
1 101 – 1 200 791
1 201 – 1 300 797
1 301 – 1 400 802
1 401 – 1 500 809
1 501 – 1 600 817
1 601 – 1 700 820
1 701 – 1 800 825
1 801 – 1 900 835
1 901 – 2 000 836
2 001 – 2 100 837
2 101 – 2 200 839
2 201 – 2 300 841
2 301 – 2 400 843
2 401 – 2 500 847
2 501 – 2 600 853
2 601 – 2 700 855
2 701 – 2 800 857
2 801 – 2 900 865
2 901 – 3 000 875
3 001 – 3 250 884
3 251 – 3 500 897
3 501 – 3 750 899
3 751 – 4 000 910
4 001 – 4 250 913
4 251 – 4 500 921
4 501 – 4 750 938
4 751 – 5 000 950
5 001 – 5 250 954
5 251 – 5 500 966
5 501 – 5 750 976
5 751 – 6 000 986
6 001 – 6 250 993
6 251 – 6 500 997
6 501 – 6 750 1 012
6 751 – 7 000 1 026
7 001 – 7 250 1 037
7 251 – 7 500 1 053
7 501 – 7 750 1 066
7 751 – 8 000 1 070
8 001 – 8 250 1 074
8 251 – 8 500 1 079
8 501 – 8 750 1 083
8 751 – 9 000 1 096
9 001 – 9 250 1 105
9 251 – 9 500 1 119
9 501 – 9 750 1 131
9 751 – 10 000 1 137
10 001 – 10 250 1 141
10 251 – 10 500 1 148
10 501 – 10 750 1 160
10 751 – 11 000 1 174
11 001 – 11 250 1 190
11 251 – 11 500 1 203
11 501 – 11 750 1 217
11 751 – 12 000 1 231
12 001 – 12 500 1 235
12 501 – 13 000 1 239
13 001 – 13 500 1 248
13 501 – 14 000 1 261
14 001 – 14 500 1 283
14 501 – 15 000 1 302
15 001 – 15 500 1 305
15 501 – 16 000 1 329
16 001 – 16 500 1 351
16 501 – 17 000 1 374
17 001 – 17 500 1 392
17 501 – 18 000 1 419
18 001 – 18 500 1 438
18 501 – 19 000 1 462
19 001 – 19 500 1 486
19 501 – 20 000 1 506
20 001 – 20 500 1 512
20 501 – 21 000 1 535
21 001 – 21 500 1 553
21 501 – 22 000 1 577
22 001 – 22 500 1 598
22 501 – 23 000 1 616
23 001 – 23 500 1 625
23 501 – 24 000 1 655
24 001 – 24 500 1 683
24 501 – 25 000 1 712
25 001 – 25 500 1 724
25 501 – 26 000 1 739
26 001 – 26 500 1 751
26 501 – 27 000 1 769
27 001 – 27 500 1 783
27 501 – 28 000 1 803
28 001 – 28 500 1 821
28 501 – 29 000 1 838
29 001 – 29 500 1 868
29 501 – 30 000 1 889
angefangene 500
höchstens jedoch 2 600
1.2 auf Teilen der Fahrtstrecke für jede angefangene Fahrtstrecke von 10 Kilometern 12 vom Hundert,
höchstens 100 vom Hundert
des Betrags nach Nummer 1.1
2 die Wartezeit an Bord bis zur Abfahrt des Fahrzeugs, wenn die Abfahrt aus nicht revierbedingten Gründen verzögert wird, nach Ablauf einer Stunde
für jede weitere angefangene Stunde 43 Euro,
3 die Zeit der Fahrtunterbrechung, wenn das Fahrzeug aus nicht revierbedingten Gründen ankert oder festmacht,
für jede angefangene Stunde, 36 Euro,
4 die Tätigkeit bei den notwendigen Manövern in Fällen der Nummer 3 42 Euro,
5 die Wartezeit an Bord des Fahrzeugs, wenn die Abfahrt oder Fortsetzung der Fahrt aus revierbedingten Gründen verzögert wird, nach Ablauf von zwei Stunden
für jede weitere angefangene Stunde 34 Euro,
6 die Wartezeit nach beendeter Tätigkeit bis zum Verlassen des Fahrzeugs, wenn der oder die Steurer auf Wunsch der Schiffsführung an Bord bleiben,
für jede angefangene Stunde 36 Euro,
7 den Weg zwischen der Einsatzstation und dem Liegeplatz des Fahrzeugs außerhalb der Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals
7.1 im Bereich der Binnenhäfen von Brunsbüttel und Kiel-Holtenau sowie an der Anlegebrücke der Bunkerstation Projensdorf 21 Euro,
7.2 im übrigen Bereich des Nord-Ostsee-Kanals 32 Euro,
8 den vergeblichen Weg, wenn der oder die Kanalsteurer aus anderen als revierbedingten Gründen nicht an Bord genommen
oder vor Aufnahme ihrer Tätigkeit wieder entlassen werden 47 Euro,
9 die Zeit der Abwesenheit von der Einsatzstation in Fällen der Nummer 8, wenn das Fahrzeug außerhalb der Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals liegt,
10 das Fehlen einer angemessenen Bordunterkunft ein Ausgleich in Höhe von 75 Euro.
(5) Außerdem sind die Fahrtauslagen in Fällen der Nummern 7 und 8 zu erstatten.
Alle Gesetze § 1 Entgelte und Entgeltberechnung
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 16.12.2016 BAnz AT 27.12.2016 V1
2010, Nr 165, 3646: BAnz
2010, 3646: BAnz