Source: http://helmutlaser.de/info%2058.htm
Timestamp: 2017-07-23 04:35:08
Document Index: 25915292

Matched Legal Cases: ['§ 169', '§ 22', '§ 22', '§ 10', '§ 10', '§ 52']

Steuerhinweis für Rentner Nr. 58 10.2.2015
Die Einkommensteuererklärung 2014 1. Fristen für die Abgabe der ErklärungDie Einkommenstererklärung 2014 ist grundsätzlich bis zum 31. Mai 2015 ans Finanzamt einzureichen. Dieses gilt, wenn sich eine Steuerzahlung ergeben wird oder aus anderen Gründen eine Veranlagung durchzuführen ist (siehe hierzu Steuerhinweis für Rentner Nr. 28 Ziffer
Steuererklärung durch einen Steuerberater oder eine steuerberatende Einrichtung erstellt wird, gilt eine Abgabefrist bis zum 31.12.2015, es sei denn, einzelne Erklärungen werden vom Finanzamt vorher eingefordert.Wer nicht zur Abgabe
einer Erklärung verpflichtet ist, kann sogar bis zum 31.12.2018 eine
Veranlagung aus berechtigtem Interesse beantragen, weil die Festsetzungsfrist in diesen Fällen mit Ablauf des Jahres 2014 beginnt und 4 Jahre beträgt (§§ 169 und 170 AO; siehe auch Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2014).
3. Elektronische Übermittlung der EinkommensteuererklärungEnthält die Steuererklärung Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit, ist sie elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Für die authentifizierte Übermittlung wird ein Zertifikat benötigt, das im Anschluß an die Registrierung auf der Internetseite www.elster.de/eportal. zu erhalten ist, aber bis zu 2 Wochen dauern kann. Für alle nicht unter diese Verpflichtung fallenden Einkommensteuererklärungen ist ebenfalls eine elektronische Übermittlung möglich. Diese Erklärungen können aber auch weiterhin manuell erstellt und eingereicht werden.
Ab 2014 ist die vorausgefüllte Steuererklärung eingeführt worden (siehe hierzu Steuerhinweis für Rentner Nr. 57). Damit können die bei der Finanzverwaltung gespeicherten Besteuerungsdaten abgerufen werden wie z.B. die Daten der Arbeitgeberlohnbescheinigung und der Mitteilung über den Bezug von Renten.
4. SpendenabzugSpenden und Mitgliedsbeiträge an als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen sind bis zur Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte (vor Abzug von Sonderausgaben und a.o. Belastungen) abzugsfähig. Vom Abzug ausgeschlossen sind Mitgliedsbeiträge, wenn der Empfänger den Sport und kulturelle Betätigungen fördert, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen, oder die Heimatpflege und Heimatkunde fördert. Daher wird als Nachweis für die Abzugsberechtigung generell eine Spendenbescheinigung des Empfängers gefordert, aus dem sich die Anerkennung als gemeinnützige Einrichtung und die Abzugsberechtigung der Zuwendung ergibt. Für Beträge bis zu 200 € kann der Zahlungsnachweis auch durch einen Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug erbracht werden. Bei gemeinnützigen Vereinen fordert das Finanzamt aber einen zusätzlichen Beleg des Empfängers, aus dem sich die Abzugsberechtigung ergibt (Bescheinigung des Vereins über Freistellungsbescheid des Finanzamts). Siehe Vereinsbesteuerung Abschnitt 9 Ziffer 8 Spendenabwicklung.
Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen an politische Parteien und anerkannte unabhängige Wähler- gemeinschaften ermäßigt sich die Einkommensteuer um 50% der Spendenausgabe, max. 825 € bzw. 1.650 € bei Zusammenveranlagung. Übersteiegen die Spenden diese Beträge, sind die Mehrbeträge bis zu 1.650 € bzw. 3.300 € als Sonderausgaben abzugsfähig.
5. Änderungen durch Übergangsregelungen aufgrund des Alterseinkünftegesetzes Nach dem Alterseinkünftegesetz beträgt der Besteuerungsanteil für Rentenbezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung und den übrigen in § 22 Nr.1 aa) EStG genannten Einkünften, die 2014 zu laufen begonnen haben, 68 %. Der nicht zu besteuernde Anteil von 32 % der Bruttobezüge wird auch in den Folgejahren als Freibetrag berücksichtigt. Rentenerhöhungen sind dann allerdings voll steuerpflichtig. Für andere Renteneinkünfte, bei denen in den Bezügen Einkünfte aus Erträgen des Rentenrechts enthalten sind, und einigen anderen Renteneinkünften im Sinne des § 22 Nr.1 bb) EStG richtet sich der zu besteuernde Ertragsanteil nach dem Alter des Rentenberechtigten im Zeitpunkt des Rentenbeginns (z.B. bei Rentenbeginn im Alter von 63 Jahren beträgt der zu versteuernde Rentenanteil 20 %).
Für Betriebsrenten, die als nachträgliche Einkünfte aus der nichtselbständigen Arbeit anzusehen sind und 2014 begonnen haben, beträgt der Versorgungsfreibetrag 25,6 % (max. 2.496 €). Der Vorwegabzug für Vorsorgeaufwendungen beträgt bei der vom Finanzamt durchzuführenden Günstigerprüfung 2014 nun 1.800 € für jeden Ehegatten (siehe Beispiel unter 6.).Wegen der unterschiedlichen Behandlung der obigen Rentenarten ist es beim erstmaligen Rentenbeginn erforderlich, eine eindeutige Zuordnung (auch in der Steuererklärung) ggf. durch Rückfrage bei der Versicherungsgesellschaft vorzunehmen. Für die Ausfertigung der Anlage R enthält auch die Anleitung zum Vordruck weitere nützliche Hinweise.
Der Altersentlastungsbetrag beträgt für Personen, die 2013 das 64. Lebensjahr vollendet haben, in 2014 erstmalig und bleibend 25,6 % (max. 1.216 €) der Einnahmen, die keine Versorgungs- bezüge sind. 6. Sonderausgabenabzug unter Berücksichtigung der
"Günstigerprüfung" des FinanzamtsDer Sonderausgabenabzug für Aufwendungen, die keine Beiträge zur Altersvorsorge sind, hat sich seit der grundlegenden
und 15 der Anlage Vorsorgeaufwand einzutragen. Für Rentner sind die von der Sozialversicherungsrente einbehaltenen
Abzugshöchstbeträge (1.900 € bzw. 2.800 €).Hat der Steuerpflichtige zu der Krankenversicherung einen Anspruch auf
Arbeitgeberbeiträge (sozialversicherungspflichtige Arbeit- nehmer) oder Beihilfen
ohne diese Zuschüsse ein Abzug bis zu 2.800 € möglich ist. Ergibt sich aus den Krankenkassenbeiträgen ein Anspruch auf Krankengeld, sind diese Beiträge gem. § 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG um 4% zu vermindern. Da sich im Krankheitsfall aus den vom Arbeitgeber einbehaltenen Krankenversicherungsbeiträgen grundsätzlich ein Anspruch auf Krankengeld ergibt, wird die 4%ige Kürzung im Rahmen der Veranlagung automatisch durchgeführt. Enthalten die vom Arbeitgeber bescheinigten Krankenkassenbeiträge keine Ansprüche auf Krankengeld, ist dieser Betrag in Zeile 14 bzw. 26 des Vordrucks „Vorsorgeaufwand“ einzutragen, damit die automatische Kürzung unterbleibt. Das gilt zum Beispiel für Krankenkassenbeiträge, die in der passiven Altersteilzeit oder für die Betriebsrente vom Arbeitgeber erhoben und bescheinigt werden.Umgekehrt wird davon ausgegangen, dass die in Zeile 18 zu erklärenden freiwilligen Krankenkassenbeiträge (z. B. bei Rentnern) keine Ansprüche auf Krankengeld begründen, so dass eine automatische Kürzung nicht erfolgt. Sollte diese Annahme im Ausnahmefall nicht zutreffen, muss in Zeile 20 der Betrag eingegeben werden, der einen Anspruch begründet. Bei
zu ermitteln und dann zusammen zu rechnen. Ist dieser Betrag niedriger als die Summe der Basisbeiträge, sind nur die Basisbeiträge abzugsfähig und mit der Höchstbetragsberechnung nach altem Recht zu vergleichen.Beispiel einer Günstigerprüfung für das Jahr 2014
Kranken- und Pflegeversicherungsbasisbeitrag (AN-Anteil)
Unfall- bzw. Haftpflichtversicherungsbeiträge
Vorsorgeaufwendungen insgesamt
abzugsfähig (höchstbetrag 1.900 €)
Da die Basisbeiträge mit 7.200 € höher sind als 3.350 €, sind diese abzugsfähig. Der Abzug der Zusatzkrankenkassen- und Unfallbeiträge von insgesamt 1.400 € entfällt. Daraus ergibt sich nach geltendem Recht der Gesamtsonderausgabenabzug von 7.200 €.
Die Höchstbetragsberechnung nach dem bis 2004 geltenden Recht ergibt folgende Abzugsmöglichkeit:
Gesamtaufwand der Sonderausgaben beider Ehegatten
Vorwegabzug 2014
abzugsfähig (max. Grundhöchstbetrag von 2.668 €)
davon abzugsfähig 1/2 (max. 1.334 €)
Summe der beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben
lt. Günstigerprüfung
Der Betrag lt. Günstigerprüfung in Höhe von 7.434 € ist höher als der nach geltendem Recht (7.200 €) und daher abzuziehen.7. SonderausgabenpauschbetragNeben den Vorsorgeaufwendungen, die einer Abzugsbeschränkung unterliegen, gibt es auch unbeschränkt abzugsfähige Sonderausgaben. Sofern diese in § 10 c EStG genannten Sonderausgaben geringer sind als 36 € (bei Zusammenveranlagung 72 €), werden diese Beträge als Sonderausgaben-Pauschbetrag gewährt. Wer also keine oder nur geringe Kirchensteuer zahlt und nur in geringem Umfang Spenden getätigt hat, erhält auch ohne Geltendmachung dieser Beträge mindestens den Sonderausgaben-Pauschbetrag.
8. Außergewöhnliche BelastungenWerden ständig hilflose Personen in deren oder der Wohnung des Pflegenden persönlich gepflegt, ohne dass sie dafür Einnahmen erhalten, können die entstehenden Aufwendungen oder ohne Einzelnachweis ein Pauschbetrag von 924 € geltend gemacht werden. Wird das der gepflegten Person von einer Pflegeversicherung gezahlte Pflegegeld dafür verwendet, sind ggf. höhere Aufwendungen auch als außergewöhnliche Belastung im Rahmen der "zumutbaren Eigenbelastung" geltend zu machen.
9. Verlustverrechnung aus WertpapiergeschäftenBei Veräußerungsgeschäften mit Wertpapieren ist ab 2009 der
nur noch bis 2013 möglich (§ 52a Abs.11 Satz 11 EStG). Helmut Laser