Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=31.07.2003&Aktenzeichen=13%20U%20234/03
Timestamp: 2019-10-19 13:25:55
Document Index: 188179824

Matched Legal Cases: ['§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 133', '§ 133', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Dresden, 31.07.2003 - 13 U 234/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,8132
OLG Dresden, 31.07.2003 - 13 U 234/03 (https://dejure.org/2003,8132)
OLG Dresden, Entscheidung vom 31.07.2003 - 13 U 234/03 (https://dejure.org/2003,8132)
OLG Dresden, Entscheidung vom 31. Juli 2003 - 13 U 234/03 (https://dejure.org/2003,8132)
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Insolvenzrechtliche Anfechtung von Zahlungen auf Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung; Ausschluss der Zahlungsunfähigkeit bei Leistung von einzelnen, teilweise sogar beträchtlichen Zahlungen; Folgen des Nichtgelingens der Widerlegung der Vermutung des ...
Neben bedingtem Vorsatz zur Gläubigerbenachteiligung kein unredliches Handeln erforderlich
InsO § 133 Abs. 1 S. 2
LG Chemnitz, 10.01.2003 - 5 O 5561/01
ZIP 2003, 1716
Der bedingte Vorsatz des Schuldners zur Gläubigerbenachteiligung ist dann zu vermuten, wenn der Schuldner im Zeitpunkt der Rechtshandlungen zahlungsunfähig war (BGH ZIP 2003, 1799; BGH ZIP 2006, 290) oder - analog § 133 Abs. 1 Satz 2 InsO - zumindest wusste, dass eine Zahlungsunfähigkeit drohte und die Handlung die Gläubiger benachteiligen würde (OLG Dresden ZIP 2003, 1716; OLG Frankfurt ZInsO 2006, 943).
(4) Außerdem ist bei analoger Anwendung von § 133 Abs. 1 Satz 2 InsO auf den Benachteiligungsvorsatz auch erforderlich, dass der Schuldner von der drohenden Zahlungsunfähigkeit wusste (OLG Dresden ZIP 2003, 1716; OLG Frankfurt ZInsO 2006, 943).
Der bedingte Vorsatz des Schuldners zur Gläubigerbenachteiligung ist dann zu vermuten, wenn er im Zeitpunkt der Rechtshandlungen zahlungsunfähig war oder zumindest wusste, dass seine Zahlungsunfähigkeit drohte und die Handlung die Gläubiger benachteiligen würde (§ 133 Abs. 1 S. InsO analog - vgl. OLG Dresden, ZIP 2003, 1716 ff; BGH, ZIP 2006, 290 ff).
Darüber hinaus kann der bedingte Vorsatz des Schuldners zur Gläubigerbenachteiligung auch dann zu vermuten sein, wenn er wusste, dass seine Zahlungsunfähigkeit drohte und die Handlung die Gläubiger benachteiligte (§ 133 Abs. 1 S. InsO analog - vgl. OLG Dresden, ZIP 2003, 1716 ff).
Dies entspricht ständiger Rechtsprechung des 9. Zivilsenats des BGH (zuletzt Urteil vom 10.07.2003, ZIP 2003, 1666) und der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (zuletzt Urteil vom 31.07.2003 - Az: 13 U 234/03, ZIP 2003, 1716).
Für die Annahme eines Benachteiligungsvorsatzes genügt es indessen, dass der Schuldner seine Zahlungsunfähigkeit kennt, weil er daraus schließen kann und muss, dass gleichwohl erbrachte Leistungen an einen der Gläubiger die anderen benachteiligen (vgl. Senat, Urteil vom 31.07.2003 - Az.: 13 U 234/03, ZIP 2003, 1716 unter II.1.c); BGHZ 155, 75 = ZIP 2003, 1506 unter II.3.c; ZIP 2003, 1799 [BGH 17.07.2003 - IX ZR 272/02] unter II.1.c.bb; ZIP 2004, 1512 [BGH 13.05.2004 - IX ZR 190/03] unter II.3.b).