Source: https://www.km.bayern.de/lehrer/lehrerausbildung/angehende-lehrkraefte-mit-behinderung.html
Timestamp: 2018-12-14 17:27:53
Document Index: 87412518

Matched Legal Cases: ['Art. 91', 'Art. 92', '§ 54', '§ 33', '§ 54', 'Art. 21']

Ebenso wie bei der Vergabe der Studienplätze im Rahmen eines Auswahlverfahrens ist die Durchschnittsnote auch im Eignungsfeststellungsverfahren ein wesentliches Auswahlkriterium. Daher sollen Leistungsbeeinträchtigungen, die eine Bewerberin oder einen Bewerber gehindert haben, beim Erwerb der Studienberechtigung (z. B. Abitur) eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, ausgeglichen werden. Werden derartige Umstände und ihre Auswirkungen nachgewiesen, ist die Bewerberin oder der Bewerber mit der verbesserten Durchschnittsnote am Eignungsfeststellungsverfahren zu beteiligen.
Wesentliche Bedeutung für die wirtschaftliche Förderung und soziale Betreuung der Studierenden der Hochschulen haben die Studentenwerke. Sie erfüllen diese Aufgabe insbesondere durch die Errichtung und den Betrieb von Kinderbetreuungsstätten, den Bau und den Betrieb von Studentenwohnheimen und den Betrieb von Verpflegungseinrichtungen sowie die Bereitstellung von Einrichtungen im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Die Erfüllung dieser Aufgaben ist für Studierende mit Behinderung von besonderer Bedeutung. Das Bayerische Hochschulgesetz bestimmt deswegen in Art. 91 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5, dass der oder die Behindertenbeauftragte der Hochschule Mitglied in der Vertreterversammlung des Studentenwerks ist. Zugleich ist der oder die Behindertenbeauftragte der Hochschule Mitglied im Verwaltungsrat des Studentenwerks (Art. 92 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 BayHSchG).
Bei den Studentenwohnheimen, die von den bayerischen Studentenwerken betreut werden, stehen in der Regel behindertengerechte Wohnheimplätze zur Verfügung. Weitere behindertengerechte Wohnplätze werden von sonstigen Trägern angeboten.
Dem barrierefreien Zugang zu Informationen trägt die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) Rechnung. Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) wurde im Mai 2000 als Verbundeinrichtung der bayerischen Hochschulen gegründet, um die hochschulübergreifende Entwicklung und Verbreitung von multimedialen Lehr- und Lernangeboten zu fördern und zu koordinieren. Die vhb ergänzt und unterstützt mit bedarfsgerechten Online-Lehrangeboten die unverzichtbare Präsenzlehre. In der Fächergruppe „Lehramt“ bietet die vhb mehr als 30 Kurse an. Alle Online-Kurse der vhb werden betreut und bieten die Möglichkeit, einen Leistungsnachweis zu erwerben.
Im Rahmen der Ersten Staatsprüfung kann schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Studentinnen bzw. Studenten auf Antrag ein Nachteilsausgleich gewährt werden (§ 54 APO). Für schriftliche Prüfungen umfasst dieser in der Regel eine Arbeitszeitverlängerung bis zu einem Viertel der normalen Arbeitszeit, bei besonders schwerwiegender Prüfungsbehinderung gegebenenfalls auch bis zur Hälfte der normalen Arbeitszeit. Neben oder an Stelle einer Arbeitszeitverlängerung ist auch ein anderer Ausgleich der Prüfungsbehinderung möglich. So kann beispielsweise wie bei der Lehrkraft in unserem Interview (s.u.) ein Computer zur Verfügung gestellt werden.
Schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Bewerberinnen bzw. Bewerber haben Anspruch auf Hilfen zur beruflichen Ausbildung und Teilhabe am Arbeitsleben sowie auf behinderungsgerechte Einrichtung und Ausstattung des Arbeitsplatzes mit den erforderlichen technischen Arbeitshilfen (§§ 33, 81 SGB IX). Erst wenn alle Maßnahmen zum Ausgleich der Behinderung ergriffen wurden, kann festgestellt werden, ob schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Bewerberinnen bzw. Bewerber den Vorbereitungsdienst erfolgreich durchführen können. Der Zugang zum Vorbereitungsdienst wurde für schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen erleichtert. Wird als Ergebnis der amtsärztlichen Untersuchung das Mindestmaß an körperlicher Eignung für die vorgesehene Tätigkeit im Vorbereitungsdienst festgestellt, werden Schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Bewerber zum Vorbereitungsdienst zugelassen.
Im Rahmen des Vorbereitungsdienstes kann der Umfang des eigenverantwortlichen Unterrichts bzw. der Unterrichtsaushilfe gegebenenfalls begrenzt werden. Ein entsprechender Antrag sollte frühzeitig – je nach Lehramt - beim Prüfungsamt im Staatsministerium bzw. der zuständigen Regierung gestellt werden.
Schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Referendarinnen und Referendaren, Lehramtsanwärterinnen und –anwärtern kann ihm Rahmen der Zweiten Staatsprüfung auf Antrag ein Nachteilsausgleich gewährt werden (§ 54 APO). Dieser umfasst in der Regel eine Arbeitszeitverlängerung in geeignetem Umfang.
Im Rahmen der amtsärztlichen Einstellungsuntersuchung prüft ein Amtsarzt, ob beim Vorliegen einer Behinderung bzw. Erkrankung die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs gegeben ist oder ob mit dem Eintritt einer vorzeitigen dauernden Dienstunfähigkeit zu rechnen ist. Bei schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Bewerberinnen und Bewerbern prüft der Amtsarzt, ob eine Erkrankung vorliegt, die den Eintritt vorzeitiger dauernder Dienstunfähigkeit vor Ablauf von 5 Jahren wahrscheinlich macht. Von schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen darf bei der Einstellung nur das Mindestmaß körperlicher Eignung für die vorgesehene Tätigkeit verlangt werden (vgl. Art. 21 Abs. 1 LlbG). Des Weiteren haben schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen bei der Einstellung Vorrang vor gesetzlich nicht bevorrechtigten Personen bei im Wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung.
E-Paper: Lehrkräfte mit Behinderung
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