Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%201995,%201077
Timestamp: 2019-12-14 00:37:06
Document Index: 330525246

Matched Legal Cases: ['§ 360', '§ 60', '§ 48', '§ 60', 'BGH', '§ 352', '§ 48', '§ 48']

BFH, 22.05.1995 - VIII B 146/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,4921
BFH, 22.05.1995 - VIII B 146/94 (https://dejure.org/1995,4921)
BFH, Entscheidung vom 22.05.1995 - VIII B 146/94 (https://dejure.org/1995,4921)
BFH, Entscheidung vom 22. Mai 1995 - VIII B 146/94 (https://dejure.org/1995,4921)
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Verstoß gegen die Verfahrensvorschriften durch die unterlassene Beiladung von Verfahrensbeteiligten
BFH/NV 1995, 1077
Auch bei scheinbar eindeutiger Bezeichnung hängt die Auslegung der Beteiligtenbestimmung von allen den Empfängern der Revisionsschrift bekannten oder vernünftigerweise erkennbaren Umständen tatsächlicher und rechtlicher Art ab (BFH-Beschluss vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077, m.w.N.).
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Gesellschafter einspruchsbefugt war, denn eine notwendige Hinzuziehung nach § 360 Abs. 3 AO 1977 setzt ebenso wie eine notwendige Beiladung gemäß § 60 Abs. 3 FGO eine Rechtsbehelfsbefugnis des Rechtsbehelfsführers voraus (vgl. zur Klagebefugnis BFH-Urteil vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399; BFH-Beschluss vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077).
Die Beiladung darf nur unterbleiben, wenn die Klage offensichtlich unzulässig ist (vgl. zuletzt BFH-Beschluß vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077, m. w. N.) oder der Beteiligte unter keinem denkbaren Gesichtspunkt durch die Feststellung betroffen sein kann (Senatsurteil vom 25. Januar 1994 IX R 97, 98/90, BFHE 174, 386, BStBl II 1994, 738).
b) Die Beiladung darf nur unterbleiben, wenn die Klage offensichtlich unzulässig ist (vgl. BFH-Beschluß vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077, m.w.N.) oder der Feststellungsbeteiligte unter keinem denkbaren steuerrechtlichen Gesichtspunkt durch die angefochtene Feststellung betroffen sein kann (vgl. BFH-Urteil vom 25. Januar 1994 IX R 97-98/90, BFHE 174, 386, BStBl II 1994, 738).
Die Klagebefugnis geht vielmehr auf sämtliche betroffenen ehemaligen Gemeinschafter bzw. Gesellschafter über (vgl. auch § 48 Abs. 1 Nr. 2 und 3 FGO; BFH-Beschlüsse in BFHE 179, 239, BStBl II 1996, 426; in BFH/NV 1995, 1077, 1078;… vom 23. November 1994 VIII R 51/94, BFH/NV 1995, 663, 665).
Auch bei scheinbar eindeutiger Bezeichnung hängt die Auslegung der Parteibestimmung in der Klageschrift von allen den Empfängern der Klageschrift, also FA und FG, bekannten oder vernünftigerweise erkennbaren Umständen tatsächlicher und rechtlicher Art ab (BFH-Beschluss vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077, m.w.N.).
Der Antrag kann im Streitfall nicht dahingehend ausgelegt oder umgedeutet werden, daß er im Namen einzelner oder aller im Streitjahr an der K-KG beteiligten Gesellschafter oder --soweit diese verstorben oder durch Umwandlung erloschen sind-- ihrer Rechtsnachfolger gestellt worden ist (vgl. BFH-Beschluß vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077; Urteil des FG München vom 26. November 1993 10 K 10204/86, Entscheidungen der Finanzgerichte 1994, 760).
Denn das angegriffene Prozessurteil des FG kann auf einem solchen Mangel nicht beruhen, weil die Entscheidung des FG auch nach Beiladung der übrigen Gesellschafter nicht anders hätte ausfallen können (vgl. BFH-Beschlüsse vom 30. Juni 1967 VI B 49/66, BFHE 89, 328, BStBl III 1967, 612, und vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077, 1078;… Gräber/Koch, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., § 60 Rz. 32).
FG Sachsen-Anhalt, 22.01.2013 - 4 K 205/12
Bezeichnung des Klägers - Auslegung
Bei unrichtiger äußerer Bezeichnung ist grundsätzlich die Person als Partei anzusprechen, die erkennbar durch die Parteibezeichnung betroffen werden soll (BFH-Urteil vom 14.11.1986 III R 12/81, BFHE 148, 212, BStBl II 1987, 178; BFH-Urteil vom 26.4.2012 V R 2/11, BStBl II 2012, 634; unschädliche Verwendung der männlichen Form und der Anrede "Herr", wenn die Klägerin eine Frau ist: BGH-Beschluss vom 22.9.1977 VII ZB 5/77, HFR 1978, 122; unschädliche irrtümliche Bezeichnung des Prozessbevollmächtigten als Kläger in der Klageschrift: BFH-Urteil vom 22.9.1978 VI R 184/76, BB 1979, 362; unschädliche Bezeichnung der Partei als GmbH, wenn sich aus der Vollmacht ergibt, dass natürliche Person Klage erheben wollte: BFH-Urteil vom 22.05.1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077).
Die Auslegung der Parteibestimmung in der Klageschrift erfolgt anhand aller Umstände tatsächlicher und rechtlicher Art, die den Empfängern der Klageschrift bekannt sind oder vernünftigerweise erkennbar sind (BFH-Beschluss vom 22.5. 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077).
Für eine weitere Ausdehnung gibt es keine Rechtfertigung (…s. auch BFH-Beschluß vom 12. Januar 1995 VIII B 43/94, BFH/NV 1995, 759; zum Parallelproblem bei § 352 AO 1977 bzw. § 48 FGO, vgl. auch BFH-Entscheidungen in BFHE 159, 15, BStBl II 1990, 333;… in BFH/NV 1989, 499, 500, und vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1077, 1078;… Steinhauff in Hübschmann/Hepp/Spitaler, a.a.O., § 48 FGO Rz. 69 ff., 71, m. w. N.).
BFH, 15.05.1997 - IV R 85/96
Statthaftigkeit einer Revision ohne vorherige Zulassung durch das Finanzgericht …