Source: https://www.lecturio.de/jura/sittenwidriges-rechtsgeschaeft.vortrag
Timestamp: 2018-03-23 01:08:54
Document Index: 42225404

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 826', '§ 824', '§ 138', '§ 119', '§ 138']

§ 138 BGB: Sittenwidriges Rechtsgeschäft insb. Wucher
Sittenwidrige Rechtsgeschäfte (§ 138 BGB)
Sittenwidrige Rechtsgeschäfte (§ 138 BGB) von RA Mario Kraatz
Der Vortrag „Sittenwidrige Rechtsgeschäfte (§ 138 BGB)“ von RA Mario Kraatz ist Bestandteil des Kurses „Fehlerhafte Rechtsgeschäfte“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
Sittenwidrige Rechtsgeschäfte
Wucher § 138 II BGB
Fallbeispiel: Allerlei Laster
Ein Rechtsgeschäft ist sittenwidrig, wenn es...
gegen Anstands- und Rechtsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt.
dem Gesamtcharakter nach mit der grundlegenden Werte- und Rechtsordnung unvereinbar ist.
gegen Treu und Glauben verstößt.
gegen den gesunden Menschenverstand verstößt.
Was hat ein einseitiger objektiver Sittenverstoß zur Folge?
Wenn die Sittenwidrigkeit gerade in dem Verhalten gegenüber dem Vertragspartner besteht, ist der Vertrag nichtig.
Die redliche Partei kann sich entscheiden, ob sie das Rechtsgeschäft gelten lassen möchte oder nicht.
Ein objektiver, einseitiger Sittenverstoß hat immer die Nichtigkeit des Rechtsgeschäftes zur Folge.
Wenn die Sittenwidrigkeit gerade in dem Verhalten gegenüber dem Vertragspartner besteht, ist der Vertrag wirksam.
Eine subjektive Sittenwidrigkeit ist gegeben, wenn...
der objektiv sittenwidrig Handelnde die Umstände kennt, aus denen sich die Sittenwidrigkeit ergibt.
dem objektiv sittenwidrig Handelnden sein Verhalten persönlich vorwerfbar ist.
der objektiv sittenwidrig Handelnde die Umstände kennt, aus denen sich die Sittenwidrigkeit ergibt und sein Handeln selbst für sittenwidrig hält.
der objektiv sittenwidrig Handelnde mit einer verwerflichen Gesinnung handelt.
Welche Rechtsfolge hat eine Sittenwidrigkeit?
Das Verpflichtungsgeschäft ist nichtig.
Das Verfügungsgeschäft ist nur ausnahmsweise nichtig.
Es besteht ein Schadensersatzanspruch gem. § 826 BGB.
Das Verfügungsgeschäft ist nichtig.
Es besteht ein Schadensersatzanspruch gem. § 824 BGB.
Welche der folgenden Aussagen treffen auf den Wucher gem. § 138 II BGB nicht zu?
Die Sittenwidrigkeit stellt einen Sondertatbestand des Wuchers dar.
Der Wucher stellt einen Sondertatbestand der Sittenwidrigkeit dar.
Er setzt objektiv ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung voraus.
Subjektiv muss der Wucherer ein Defizit bzw. eine schlechte Situation des anderen bewusst ausnutzen.
Woraus kann sich eine schlechte Situation des anderen beim Wuchertatbestand ergeben?
Mangel an Urteilsvermögen
Erhebliche Willensschwäche
Welche Besonderheit gibt es beim Wucher?
Auch das Verfügungsgeschäft ist in jedem Falle nichtig.
Auch das Verpflichtungsgeschäft ist in jedem Falle nichtig.
Das Rechtsgeschäft ist nicht automatisch nichtig, aber gem. § 119 I BGB anfechtbar.
Beide Parteien müssen den Tatbestand des Wuchers erfüllen.
Dozent des Vortrages Sittenwidrige Rechtsgeschäfte (§ 138 BGB)