Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZB%2022/94
Timestamp: 2020-02-26 03:59:20
Document Index: 284736260

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 265', 'BGH', 'BGH', '§ 265', '§ 265', '§ 265', '§ 265', '§ 265', '§ 265', 'BGH', 'BGH', '§ 263', '§ 528', '§ 263', '§ 263', '§ 264', '§ 50', '§ 99', '§ 29', 'BGH', '§ 29', '§ 263']

BGH, 21.09.1994 - VIII ZB 22/94 - dejure.org
https://dejure.org/1994,675
BGH, 21.09.1994 - VIII ZB 22/94 (https://dejure.org/1994,675)
BGH, Entscheidung vom 21.09.1994 - VIII ZB 22/94 (https://dejure.org/1994,675)
BGH, Entscheidung vom 21. September 1994 - VIII ZB 22/94 (https://dejure.org/1994,675)
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Klägerwechsel in zweiter Instanz - Voraussetzung der zulässigen Berufung
NJW 1994, 3358
MDR 1995, 309
VersR 1995, 192
Ferner scheitere die Berufung der Kläger zu 2 und 3 an der vom Bundesgerichtshof (Beschluß vom 21. September 1994 - VIII ZB 22/94 - NJW 1994, 3358, 3359 m.N.) geforderten weiteren Zulässigkeitsvoraussetzung, daß der im ersten Rechtszug erhobene Klaganspruch zumindest teilweise weiterverfolgt werde, die Richtigkeit der erstinstanzlichen Klageabweisung mithin in Frage gestellt werde und nicht nur im Wege der Klageänderung ein neuer, bisher nicht geltend gemachter Anspruch zur Entscheidung gestellt werde.
Es bedarf keiner Entscheidung, ob die im ersten Rechtszug nicht beteiligten Kläger zu 2 und 3 allein rechtsmittelbefugt gewesen wären, die Berufung also von vornherein im eigenen Namen hätten einlegen können (vgl. Berger, Die subjektiven Grenzen der Rechtskraft bei der Prozeßstandschaft S. 211; zum markenrechtlichen Widerspruchsverfahren vgl. auch BPatG GRUR 2000, 815, 817 m.N.; offen gelassen von BGH, Beschluß vom 21. September 1994 aaO unter 2 b bb).
Es trifft zwar zu, daß ein Parteiwechsel in der Berufungsinstanz grundsätzlich eine zulässige Berufung voraussetzt (vgl. BGH, Urteil vom 24. März 1994 - VII ZR 159/92 - WM 1994, 1212, 1213 unter 2 c; BGH, Beschluß vom 21. September 1994 aaO S. 3359 unter 2 b aa).
Dem steht der Beschluß des Bundesgerichtshofs vom 21. September 1994 aaO 3359 nicht entgegen, wie der VIII. Zivilsenat auf Anfrage bestätigt hat.
Das Rechtsmittel ist unzulässig, wenn mit ihm lediglich im Wege der Klageänderung ein neuer, bislang nicht geltend gemachter Anspruch zur Entscheidung gestellt wird; vielmehr muß zumindest auch der in erster Instanz erhobene Klageanspruch wenigstens teilweise weiterverfolgt werden (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 11. Oktober 2000 - VIII ZR 321/99 - ZIP 2000, 2222 f. m.N., vom 21. September 1994 aaO 3359 unter 2 b bb aaa und vom 17. September 1992 - IX ZB 45/92 - ZIP 1993, 64; BGH, Urteil vom 13. Juni 1996 - III ZR 40/96 - NJW-RR 1996, 1276;… a.A. Pfeiffer aaO und Altmeppen ZIP 1992, 449, 450 f. und ZIP 1993, 65 ff.).
In den Fällen des § 265 Abs. 2 ZPO ist zudem die Zustimmung der beklagten Partei obligatorisch und kann auch nicht dadurch ersetzt werden, dass das Gericht den Klägerwechsel für sachdienlich erachtet (BGH Urteile vom 21. September 1994 - VIII ZB 22/94 - NJW 1994, 3358, 3359 und vom 27. Juni 1996 - IX ZR 324/95 - NJW 1996, 2799).
Nach - soweit ersichtlich - einhelliger Meinung in Rechtsprechung und Schrifttum kann die Zustimmung nicht dadurch ersetzt werden, daß das Prozeßgericht die Übernahme als sachdienlich ansieht (…BGH, Urt. v. 27. April 1988 - VIII ZR 178/87, NJW 1988, 3209; v. 15. Juni 1992 - II ZR 88/91, LM ZPO § 265 Nr. 27; Beschl. v. 21. September 1994 - VIII ZB 22/94, NJW 1994, 3358, 3359;… Stein/Jonas/Schumann, ZPO 20. Aufl. § 265 Rdnr. 56;… MünchKomm-ZPO/Lüke, § 265 Rdnr. 93;… Zöller/Greger, ZPO 19. Aufl. § 265 Rdnr. 7;… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, ZPO 54. Aufl. § 265 Rdnr. 23;… Thomas/Putzo, ZPO 19. Aufl. § 265 Rdnr. 17).
Sie erweist sich - entgegen der Ansicht der Revision - nicht deshalb als verfehlt, weil sich nach herrschender Meinung ein Parteiwechsel auf Klägerseite im allgemeinen nach den Regeln über die Klageänderung vollzieht, und zwar auch in zweiter Instanz (BGHZ 16, 317, 321; 65, 264, 268; 91, 132, 134; BGH, Beschl. v. 21. September 1994 - VIII ZB 22/94, NJW 1994, 3358;… MünchKomm-ZPO/Lüke, § 263 Rdnr. 72, 74;… Zöller/Greger, § 528 Rdnr. 11;… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, § 263 Rdnr. 5;… AK-ZPO/Wassermann, § 263 Rdnr. 8), wobei die fehlende Zustimmung des Beklagten nicht schadet, wenn das Gericht den Parteiwechsel als sachdienlich zuläßt (…insofern anderer Ansicht Stein/Jonas/Schumann, § 264 Rdnr. 117;… Thomas/Putzo, vor § 50 Rdnr. 15; Groß ZZP 76 (1963), 200, 206 ff).
Die restriktive Handhabung des § 99 SGG durch den 4. Senat (BSG, Urteil vom 31. Juli 2002 - B 4 RA 20/01 R = SozR 3-1500 § 29 Nr. 1 im Anschluss ua an BGH NJW 1994, 3358 für den Fall eines Beteiligtenwechsels), wonach die Klageänderung voraussetzt, dass die Beseitigung der erstinstanzlich hervorgerufenen Beschwer in der Berufungsinstanz (zumindest teilweise) weiterverfolgt wird, ist jedenfalls in Fallkonstellationen der vorliegenden Art bei fortwirkender Beschwer - Berufungsrücknahme nach vorheriger verbindlicher Erklärung der Beklagten zur Neuberechnung der ursprünglich streitigen Leistungen nach Abschluss des Verfahrens hinsichtlich der ersatzweise erhobenen Klage - nicht gerechtfertigt (…vgl auch Meyer-Ladewig, SGG, 8. Aufl, § 29).
BayObLG, 07.03.2002 - 2Z BR 6/02
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VerfGH Berlin, 31.10.2002 - VerfGH 62/02
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