Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20StR%20145/11
Timestamp: 2019-10-14 14:44:27
Document Index: 222086528

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 216', '§ 216', 'BGH', 'BGH', '§ 216', '§ 216', '§ 216', 'BGH', 'BGH', '§ 216', 'BGH']

BGH, 14.09.2011 - 2 StR 145/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,4490
BGH, 14.09.2011 - 2 StR 145/11 (https://dejure.org/2011,4490)
BGH, Entscheidung vom 14.09.2011 - 2 StR 145/11 (https://dejure.org/2011,4490)
BGH, Entscheidung vom 14. September 2011 - 2 StR 145/11 (https://dejure.org/2011,4490)
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Totschlag (minder schwerer Fall; Doppelselbstmord); Tötung auf Verlangen (Ernstlichkeit; Verlangen; Epilepsie)
§ 216 Abs 1 StGB
Tötung auf Verlangen: Ernstlichkeit des Tötungsverlangens bei Beeinträchtigung der Willensfähigkeit infolge Krankheit
Ernstliches Verlangen einer Tötung bei erstmaliger Äußerung des Todeswunsches zwischen mehreren epileptischen Anfällen
Zu den Voraussetzungen der Tötung auf Verlangen gemäß § 216 StGB
Opferschutz - Tötung auf Verlangen - LG-Bezirk Augsburg
LG Wiesbaden, 01.12.2010 - 2 Ks 4444 Js 11242/10
NStZ 2012, 85
StV 2012, 90
Voraussetzung ist vielmehr, dass das Verlangen darüber hinaus auf einer tieferen Reflexion des Tatopfers über seinen Todeswunsch beruht und von innerer Festigkeit und Zielstrebigkeit getragen wird (BGH, Urteil vom 7. Oktober 2010 - 3 StR 168/10, StV 2011, 284, 285; BGH, Urteil vom 14. September 2011 - 2 StR 145/11, NStZ 2012, 85, 86;… LK-Jähnke, a.a.O., § 216 Rn. 4;… Fischer, a.a.O., § 216 Rn. 9a;… MünchKomm-StGB/Schneider, a.a.O., § 216 Rn. 19; zur Gegenansicht vgl. unten (c)).
Dasselbe gilt, wenn er einer bloßen depressiven Augenblicksstimmung entspringt, mithin nicht von innerer Festigkeit und Zielstrebigkeit getragen ist (vgl. BGH, Urteile vom 7. Oktober 2010 - 3 StR 168/10, NStZ 2011, 340, 341, und vom 14. September 2011 - 2 StR 145/11, NStZ 2012, 85, 86;… MüKo-StGB/Schneider, aaO, Rn. 19).
Auf die vom Landgericht angesprochene Frage, ob dem Verlangen des Opfers eine fehlerfreie Willensbildung zugrunde lag (vgl. BGH, Urteil vom 7. Oktober 2010 - 3 StR 168/10, NStZ 2011, 340 f.; Urteil vom 14. September 2011 - 2 StR 145/11, NStZ 2012, 85, 86), kommt es danach für die Entscheidung über das Eingreifen des Privilegierungstatbestands nach § 216 StGB nicht an.
Danach ist ein Tötungsverlangen in depressiver Grundstimmung unbeachtlich, zumindest wenn es nicht von innerer Festigkeit und Zielstrebigkeit, also von einer tiefen Reflexion über den Todeswunsch, getragen wird (BGH, NStZ 2011, 340 und 2012, 85).