Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%204-1500%20%C2%A7%20151%20Nr.%201
Timestamp: 2019-07-17 09:34:21
Document Index: 92715138

Matched Legal Cases: ['§ 151', '§ 138', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 160', '§ 169', '§ 73', '§ 160', '§ 151', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 118', '§ 319', '§ 138', 'BGH', '§ 151', 'BGH', 'BGH', '§ 151', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 118', '§ 319', '§ 138', 'BGH', '§ 151', 'BGH', '§ 151', '§ 133']

BSG, 28.01.2004 - B 6 KA 95/03 B - dejure.org
https://dejure.org/2004,4594
BSG, 28.01.2004 - B 6 KA 95/03 B (https://dejure.org/2004,4594)
BSG, Entscheidung vom 28.01.2004 - B 6 KA 95/03 B (https://dejure.org/2004,4594)
BSG, Entscheidung vom 28. Januar 2004 - B 6 KA 95/03 B (https://dejure.org/2004,4594)
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Rücksendung fehlerhafter Urteilsausfertigungen an das Gericht zum zum Zwecke der Berichtigung - Beginn der Rechtsmittelfrist
Honoraransprüche einer Psychologischen Psychotherapeutin; Vorliegen wesentlicher Zustellungsmängel; Beginn des Laufs einer Rechtsmittelfrist; Berichtigung eines Urteils; Vorliegen offenbarer Unrichtigkeiten
SG Kiel, 31.10.2001 - S 14 KA 533/00
LSG Schleswig-Holstein, 08.04.2003 - L 6 KA 19/02
NZS 2005, 51
Da eine Rechtsmittelfrist zugleich auch eine Überlegungsfrist gewährt (BSG, Beschluss vom 28.1.2004, B 6 KA 95/03 B = SozR 4-1500 § 151 Nr. 1, unter Hinweis auf BVerwG, Beschluss vom 22.3.1991, 7 B 30.91 = DVBl 1992, 775, 776), muss ein Betroffener die Möglichkeit haben, sie ohne Erleiden irreparabler Nachteile auch auszuschöpfen (BVerfG , Beschluss vom 29.8.2005, 1 BvR 2138/03, NJW 2005, 3346 mwN).
Da die ihm zunächst zugestellte Urteilsausfertigung vom LSG kurz darauf - ohne nähere Angaben - zwecks Berichtigung zurückgefordert worden ist, konnte O. nicht erkennen, wie wesentlich die Berichtigung für seine Beschwer sein würde (vgl Beschluss des BSG vom 28. Januar 2004, - B 6 KA 95/03 B -, JURIS, zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen; vgl ansonsten zum Lauf von Rechtsmittelfristen bei Urteilsberichtigung: BSG, Beschluss vom 26. Februar 1960, - 7 RAr 121/59 -, JURIS;… BSG SozR Nr. 1 zu § 138 SGG;… Meyer-Ladewig, Sozialgerichtsgesetz, 7. Aufl, § 151 RdNr 8a).
Einen Antrag des Klägers auf Berichtigung des Tatbestands hat das LSG mit Beschluss vom 18.10.2016 abgelehnt, sodass der 15.7.2016 als Zustelldatum maßgebend bleibt (zu den Folgen einer Urteilsberichtigung nach erfolgter Aufforderung zur Rücksendung eines fehlerhaften Urteils vgl BSG SozR 4-1500 § 151 Nr. 1).
Die Entscheidung über Leistungszeiträume vor dem 1. Januar 2005 liegt für Klagen, die nach dem 1. Januar 2005 erhoben werden, bei den Sozialgerichten (vgl. hierzu Bundessozialgericht , Beschluss vom 13. Oktober 2005 - B 9b SF 4/05 R -, SozR 4-1500 § 151 Nr. 1).
Weder die Beschwerdebegründung noch die Aktenlage lassen bei der gebotenen summarischen Prüfung die erforderliche Erfolgsaussicht erkennen, unbeschadet der durch den Berichtigungsbeschluss vom 22.3.2016 aufgeworfenen Fragen des Fristenlaufs (vgl BSG Beschluss vom 28.1.2004 - B 6 KA 95/03 B - SozR 4-1500 § 151 Nr. 1).
Die Beschwerde ist ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter zu verwerfen (§ 160a Abs. 4 S 1 Halbs 2, § 169 SGG), weil sie auch unter Berücksichtigung des Berichtigungsbeschlusses vom 22.3.2016 und etwaig verlängerter Fristen (vgl BSG Beschluss vom 28.1.2004 - B 6 KA 95/03 B) nicht durch einen zugelassenen Prozessbevollmächtigten eingelegt worden ist (§ 73 Abs. 4 iVm § 160a Abs. 1 S 1 SGG).
Selbst wenn sie erfolgreich sind, ändert die anschließende Berichtigung regelmäßig nichts am Beginn der Rechtsmittelbegründungsfrist, die durch Zustellung der unberichtigten Fassung in Lauf gesetzt worden ist (BSG SozR 4-1500 § 151 Nr. 1 RdNr 7; BGH Urteil vom 9.12.1983 - V ZR 21/83 - BGHZ 89, 184, 186 und Beschluss vom 24.6.2003 - VI ZB 10/03 - NJW 2003, 2991, 2992;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 10. Aufl 2012, § 138 RdNr 4c;… Kopp/Schenke, VwGO, 17. Aufl 2011, § 118 RdNr 11;… Vollkommer in Zöller, ZPO, 29. Aufl 2012, § 319 RdNr 25; Wolff-Dellen in Breitkreuz/Fichte, SGG, 2009, § 138 RdNr 17).
Ausnahmsweise beginnt mit der Zustellung des Berichtigungsbeschlusses bzw der erneuten Zustellung der berichtigten Entscheidung eine neue Rechtsmittelfrist, wenn erst die berichtigte Urteilsfassung zweifelsfrei erkennen lässt, dass der Rechtsmittelberechtigte beschwert ist (BGH Beschluss vom 25.6.1998 - I ZB 30/98 - NJW 1998, 3280), gegen wen er das Rechtsmittel richten muss (BSG SozR 4-1500 § 151 Nr. 1 RdNr 7; BGH Beschluss vom 17.1.1991 - VII ZB 13/90 - BGHZ 113, 228, 231) oder die unberichtigte Urteilsfassung nicht klar genug war, um die Grundlage für seine Entschließungen und das weitere Handeln zu bilden (…Kummer, aaO, RdNr 167, 170;… Vollkommer, aaO, RdNr 25).
Die Berichtigung ändert regelmäßig nichts an dem Beginn der Rechtsmittelbegründungsfrist, die durch Zustellung der unberichtigten Fassung in Lauf gesetzt worden ist (BSG SozR 4-1500 § 151 Nr. 1 RdNr 7; BGHZ 89, 184, 186; BGH NJW 2003, 2991, 2992; einschränkend BGHZ 113, 228, 231;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl 2008, § 138 RdNr 4c;… Kopp/Schenke, VwGO, 17. Aufl 2011, § 118 RdNr 11;… Vollkommer in Zöller, ZPO, 29. Aufl 2012, § 319 RdNr 25; Wolff-Dellen in Breitkreuz/Fichte, SGG, 2009, § 138 RdNr 17).
Ausnahmsweise beginnt mit der Zustellung des Berichtigungsbeschlusses bzw der erneuten Zustellung der berichtigten Entscheidung eine neue Rechtsmittelfrist, wenn erstmals aus der berichtigten Fassung die Beschwer des Rechtsmittelberechtigten erkennbar wird (BGH NJW 1998, 3280), die unberichtigte Urteils- bzw Beschlussfassung nicht klar genug war, um die Grundlage für die Entschließungen und das weitere Handeln des Beteiligten zu bilden (…Vollkommer, aaO, RdNr 25), oder wenn erst die berichtigte Urteilsfassung zweifelsfrei erkennen lässt, gegen wen das Rechtsmittel zu richten ist (BSG SozR 4-1500 § 151 Nr. 1 RdNr 7; BGHZ 113, 228, 231).
Der Senat hat bereits entschieden, dass die Berichtigung eines Urteils wegen offenbarer Unrichtigkeit regelmäßig keinen Einfluss auf den Beginn und den Lauf von Rechtsmittelfristen hat (BSG Beschluss vom 28.1.2004 - B 6 KA 95/03 B - SozR 4-1500 § 151 Nr. 1 RdNr 7 mwN).
Zwar kann ein Rechtsmittel nicht als unzulässig, weil verspätet begründet, verworfen werden, wenn eine Urteilsausfertigung vom Gericht innerhalb der Rechtsmittelfrist zwecks Berichtigung zurückerbeten wird; in diesem Fall beginnt die Rechtsmittelfrist erst mit Zustellung der berichtigten Urteilsausfertigung zu laufen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 22.03.1991 - 7 B 30.01 -, NVwZ 1991, 681; Beschl. v. 04.09.1992 - 5 B 78.92 -, Buchholz 310 § 133 VwGO (n.F.) Nr. 5; BSG, Beschl. v. 28.01.2004 - B 6 KA 95/03 B -, NZS 2005, 51; OVG Hamburg, Beschl. v. 13.09.1995 - Bf III 10/95 -, Juris).
Die Berufungsfrist hat erst mit der Zustellung des Berichtigungsbeschlusses zu laufen begonnen, da die unberichtigte Fassung des angefochtenen Gerichtsbescheides aufgrund des fehlerhaften Tenors nicht klar genug war, um die Grundlage für die Entschließung zur Einlegung der Berufung zu bilden (vgl. BSG, Urteil vom 28.01.2004 - B 6 KA 95/03 B - Juris).
LSG Berlin-Brandenburg, 11.09.2018 - L 18 AS 1364/18
Tenor - Berichtigung - offenbare Unrichtigkeit
BSG, 22.09.2016 - B 3 KS 3/16 B
BSG, 08.11.2012 - B 14 AS 236/12 B