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Timestamp: 2016-10-24 16:13:06
Document Index: 302722538

Matched Legal Cases: ['Art. 712', 'BGE', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 172', 'BGE', 'Art. 172', 'BGE', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'BGE', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 712', 'Art. 172', 'Art. 172']

116 II 55
116 II 558. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 8. Februar 1990 i.S. B. gegen Stockwerkeigent�mergemeinschaft R. und Kons. (Berufung)
Art. 712e CC. D�termination et modification des parts. 1. Lors de l'action en rectification de l'art. 712e al. 2 CC, la qualit� pour agir ou pour d�fendre, la capacit� d'�tre partie et d'ester en justice de la communaut� des copropri�taires par �tages font d�faut lorsque celle-ci n'a aucun droit propre sur le bien-fonds. Demeure ind�cise la question de savoir si l'action dirig�e uniquement contre quelques-uns des copropri�taires serait recevable (consid. 4). 2. D�finition et signification des parts (consid. 5a). Leur d�termination ne doit pas uniquement se fonder sur des crit�res �conomiques (consid. 5b). A cet �gard, ne sont pas seulement d�terminants des crit�res objectifs, mais aussi, d'une mani�re g�n�rale, l'appr�ciation des int�ress�s (consid. 5c). 3. Quand y a-t-il erreur au sens de l'art. 712e al. 2 CC? (consid. 6). Faits � partir de page 55
BGE 116 II 55 S. 55
A.- Am 20. Juli 1976 wurde B. als Miteigent�mer der Liegenschaft Reutistrasse 10/12 in Kreuzlingen mit Sondernutzungsrecht an der 5 1/2-Zimmer-Attikawohnung im Grundbuch eingetragen. Sein Anteil am Wert der Liegenschaft wurde mit 120/1000 festgelegt.
BGE 116 II 55 S. 56
B.- Am 26. Oktober 1987 reichte B. Klage beim Bezirksgericht Kreuzlingen gegen die Stockwerkeigent�mergemeinschaft und die einzelnen Stockwerkeigent�mer ein. Mit seinem Rechtsbegehren verlangte er die Herabsetzung seines Anteils am Wert der Liegenschaft auf 84/1000, r�ckwirkend auf Januar 1985, verbunden mit einer entsprechenden Neubewertung der �brigen Einheiten und einer Anweisung an das Grundbuchamt, die neuen Wertquoten einzutragen.
Das Bezirksgericht Kreuzlingen wies die Klage mit Urteil vom 2. Dezember 1988/27. Januar 1989 ab. Dieses Urteil wurde vom Obergericht des Kantons Thurgau am 6. Juni 1989 best�tigt.
C.- Dagegen hat der Kl�ger Berufung an das Bundesgericht erhoben. Er verlangt die Aufhebung des angefochtenen Urteils sowie die R�ckweisung zur Abnahme weitere Beweise und Neubeurteilung an das Obergericht des Kantons Thurgau.
3. Die Begr�ndung von Stockwerkeigentum erfolgt durch Eintragung im Grundbuch aufgrund eines Vertrages der Miteigent�mer �ber die Ausgestaltung ihrer Anteile zu Stockwerkeigentum oder aufgrund einer entsprechenden Erkl�rung des Eigent�mers der Liegenschaft oder des Inhabers eines selbst�ndigen und dauernden Baurechts (Art. 712d Abs. 1 und 2 ZGB). Gem�ss Art. 712e Abs. 1 ZGB ist im Begr�ndungsakt ausser der r�umlichen Ausscheidung der Anteil eines jeden Stockwerkes in Hundertsteln oder Tausendsteln des Wertes der Liegenschaft oder des Baurechts anzugeben. Absatz 2 von Art. 712e ZGB gew�hrt sodann jedem Stockwerkeigent�mer einen Anspruch auf Berichtigung, wenn seine Quote aus Irrtum unrichtig festgesetzt wurde oder infolge von baulichen Ver�nderungen des Geb�udes oder seiner Umgebung unrichtig geworden ist.
a) Die Parteien streiten sich nach wie vor darum, ob dem Kl�ger ein Berichtigungsanspruch gem�ss Art. 712e Abs. 2 ZGB zuzugestehen ist und dabei insbesondere um die Frage, ob die Festsetzung der auf seinen Anteil entfallenden Wertquote auf einem Irrtum beruht.
b) Das Obergericht ist im angefochtenen Urteil den Erw�gungen des Bezirksgerichts gefolgt, wonach es dem Kl�ger nicht BGE 116 II 55 S. 57gelungen sei, die anl�sslich der Begr�ndung des Stockwerkeigentums bei der konkreten Quotenfestsetzung beachteten Kriterien und den Grund des dabei angeblich unterlaufenen Irrtums darzulegen. Damit hat es sich der Rechtsauffassung des Kl�gers widersetzt, der daf�r gehalten hat, dass mangels Kenntnis der tats�chlich ber�cksichtigten Kriterien bei der Quotenfestlegung die objektiv richtige Aufteilung im Beweisverfahren zu ermitteln sei. Ein solches Vorgehen - so ist vom Obergericht ausgef�hrt worden - k�me einer Ann�herung an die Offizialmaxime gleich, die sich mit dem kantonalen Prozessrecht nicht vereinbaren liesse. Diesem allein bleibe die Regelung der Frage vorbehalten, inwieweit die Substantiierung des geltend gemachten Anspruchs im Beweisverfahren nachgeholt werden k�nne. Das Obergericht hat sodann in tats�chlicher Hinsicht festgehalten, dass insbesondere der vom Kl�ger beigebrachte Expertenbericht "Rutishauser" keine R�ckschl�sse auf die konkreten Kriterien der urspr�nglichen Quotenermittlung zulasse, sondern ohne weiteres von der Annahme ausgehe, es sei - wie �blich - auf die anrechenbare Wohnfl�che abgestellt worden; dass indessen auch dieses Vorgehen eine Gewichtung der einzelnen Wohnfl�chen verlange, sei auch vom Kl�ger einger�umt worden, doch k�nne weder dem Begr�ndungsakt noch den Aufteilungspl�nen samt Baubeschrieb entnommen werden, wie diese Gewichtung vorliegend ausgefallen sei. Hingegen liege es nahe, dass die streitige Wertquote durch weitere Faktoren, wie etwa die h�here Wohnqualit�t der Attikawohnung, entscheidend beeinflusst worden sei. Namentlich die Dachterrasse erlaube dank ihrer Gr�sse (158 m2 gegen�ber 113 m2 Innenfl�che) mannigfaltige Nutzungsm�glichkeiten, weshalb es sehr wohl denkbar sei, dass der Wertquotenermittlung nebst der besonders gewichteten Wohnqualit�t nicht bloss 50% der Terrassenfl�che, sondern ein weit h�herer Anteil zugrunde gelegt wurden.
c) In der Berufung wird die Verletzung der Art. 8 und 712e Abs. 2 ZGB geltend gemacht.
Im einzelnen wird eingewendet, Art. 712e Abs. 2 ZGB verlange vom Ab�nderungskl�ger, dass er zwar die grunds�tzliche Tatsache eines bei der Festsetzung der Wertquote unterlaufenen Irrtums, nicht aber dessen genaue Beschaffenheit darzutun habe; letzteres k�nne selbstredend auch vom kantonalen Recht nicht gefordert werden. Entscheidend bleibe n�mlich - da die Annahme einer absichtlich falsch gestalteten Anteilsermittlung nicht gerechtfertigt sei -, dass jede objektiv unrichtige Quotenaufteilung auf einem BGE 116 II 55 S. 58nicht wahrgenommenen Irrtum beruhe. Ob also ein Irrtum vorliege, h�nge daher nur davon ab, ob sich eine angefochtene Quotenaufteilung objektiv halten lasse. Allerdings werde durchaus einger�umt, dass diese Aufteilung in gewissem Masse stets auch Ermessenssache sei und es nicht nur eine einzige objektiv richtige L�sung gebe. Dem sei dadurch Rechnung zu tragen, dass es zum Nachweis des Irrtums vorerst gen�gen m�sse, wenn sich die angefochtene Wertquote im Lichte von keiner der denkbaren Ermittlungsm�glichkeiten halten lasse. Erst in einem weiteren Schritt gelte es schliesslich, das Ausmass des Berichtigungsanspruchs zu kl�ren. Die entsprechenden Behauptungen seien im vorinstanzlichen Verfahren eingebracht und mit einem Beweisangebot untermauert worden; das Obergericht habe indessen die Absicht dieses Vorgehens insofern verkannt, als es dem Glauben erlegen sei, der Kl�ger suche damit die objektiv richtige Bewertungsmethode im Beweisverfahren zu ermitteln.
4. Die dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegende Klage ist gegen die Stockwerkeigent�mergemeinschaft sowie s�mtliche Stockwerkeigent�mer angehoben worden. Die kantonalen Instanzen haben indessen ausschliesslich die Stockwerkeigent�mergemeinschaft als Beklagte aufgef�hrt und ihr die einzelnen, namentlich aufgef�hrten Miteigent�mer nachgeordnet, ohne sich mit der vom Kl�ger gew�hlten, differenzierenden Parteibezeichnung zu befassen.
In der Berufungsantwort wird - wie bereits im kantonalen Verfahren - zu Recht darauf hingewiesen, dass die Stockwerkeigent�mergemeinschaft bei der klageweisen Durchsetzung des in Art. 712e Abs. 2 verankerten Berichtigungsanspruches nicht passivlegitimiert sei. Im Schrifttum wird ausgef�hrt, dass bloss diejenigen Stockwerkeigent�mer passivlegitimiert seien, deren Wertquoten aufgrund des geltend gemachten Berichtigungsanspruchs entsprechend ge�ndert werden m�ssen. Die Gemeinschaft als solche findet in diesem Zusammenhang keine Erw�hnung (MEIER-HAYOZ/REY, Berner Kommentar, 1988, N. 25 zu Art. 712e). Diese Auffassung hat ihren sachlichen Grund darin, dass die �nderung der einen Wertquote notgedrungen eine Verschiebung der Anteile einzelner oder aller anderen Stockwerke nach sich zieht und die Interessenlage der von der Quoten�nderung betroffenen Eigent�mer grunds�tzlich nicht gleichgerichtet verlaufen muss. Da der Stockwerkeigent�mergemeinschaft vorliegend keine eigenen Rechte an der Liegenschaft zustehen, ist nicht ersichtlich, BGE 116 II 55 S. 59inwieweit bei der Geltendmachung des Anspruchs im Sinne von Art. 712e Abs. 2 ZGB die eigene Rechtssph�re der Gemeinschaft ber�hrt werden sollte. Bei dieser Sachlage muss freilich erwogen werden, der Gemeinschaft im Prozess nach Art. 712e Abs. 2 ZGB nicht bloss die Sachlegitimation, sondern bereits die Partei- und Prozessf�higkeit abzusprechen. Namentlich die sich widersprechenden Interessen der beteiligten Eigent�mer machen deutlich, dass in diesem Verfahren nicht mehr Belange der gemeinschaftlichen Verwaltung in Frage stehen, in deren beschr�nkten Rahmen der Stockwerkeigent�mergemeinschaft gem�ss Art. 712l Abs. 2 ZGB die M�glichkeit einger�umt wird, als Partei im Prozess aufzutreten (dazu vgl. BGE 114 II 241 E. 3, mit zahlreichen Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass zufolge fehlender Partei- und Prozessf�higkeit auf die Berufung nicht eingetreten werden kann, soweit sie gegen die Gemeinschaft selbst gerichtet ist. Da der Kl�ger gegen s�mtliche Stockwerkeigent�mer Klage erhoben hat, er�brigen sich weitere Ausf�hrungen zu der Frage, ob die nur gegen die einzelnen betroffenen Eigent�mer gerichtete Klage im Sinne von Art. 712e Abs. 2 ZGB zul�ssig w�re, oder ob s�mtliche Eigent�mer im Sinne einer notwendigen Streitgenossenschaft ins Recht gefasst werden m�ssten (vgl. BGE 112 II 308 ff., demgegen�ber MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 25 zu Art. 712e).
5. a) Bei der Wertquote im Sinne von Art. 712e ZGB handelt es sich um eine abstrakte Verh�ltniszahl, die den Umfang der Berechtigung des einzelnen Stockwerkeigent�mers im Vergleich zu den anderen am gemeinsamen Rechtsobjekt Beteiligten arithmetisch zum Ausdruck bringt. Als rechnerischer Behelf soll sie das Ausmass der Beteiligung des Stockwerkeigent�mers am gesamten, sowohl Rechte als auch Pflichten umfassenden Rechtsinhalt des Miteigentums festhalten. Die praktische Bedeutung der Wertquoten liegt in ihrer Auswirkung auf die Bemessung der Stimmkraft des einzelnen Eigent�mers (Art. 712g Abs. 3 ZGB), auf die Feststellung der Beschlussf�higkeit der Stockwerkeigent�mergemeinschaft (Art. 712p Abs. 1 ZGB) sowie auf die Verteilung der gemeinschaftlichen Kosten und Lasten (Art. 712h Abs. 1 ZGB), einschliesslich der finanziellen Leistungen Dritter, unter die einzelnen Eigent�mer (vgl. statt vieler MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 4-6, 9-11 zu Art. 712e ZGB, mit zahlreichen Hinweisen). Heute besteht weitgehend Einigkeit dar�ber, dass die Wertquote mit dem Miteigentumsanteil nicht ohne weiteres gleichzusetzen ist (MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 6 zu Art. 712e ZGB; REY, Strukturen des BGE 116 II 55 S. 60Stockwerkeigentums, in ZSR 99/1980 I S. 256; ROLF H. WEBER, Die Stockwerkeigent�mergemeinschaft, Z�rcher Diss. 1979, S. 144; nun auch FRIEDRICH, ZBGR 54/1973, S. 142; anders noch in SJK Nr. 1302, S. 3, und ZBGR 47/1966, S. 338; vgl. auch BBl 1962 II S. 1498). Als Selbstverst�ndlichkeit wird jedenfalls erachtet, dass die Wertquote als Verh�ltniszahl dem Umfang des Miteigentumsanteils entspricht.
b) Das Gesetz enth�lt keinerlei Bestimmungen dar�ber, wie die Wertquoten im einzelnen festzulegen sind und welche Faktoren dabei beachtet werden sollen. Angesichts der Bedeutung, die dieser Quote auch vom Gesetzgeber beigemessen wird, und der h�ufigen Hinweise auf die besondere Sorgfalt, die bei ihrer Festsetzung zu beachten sei, mag dieses Schweigen des Gesetzes erstaunen. Die Gr�sse der Miteigentumsanteile in ihrem gegenseitigen Verh�ltnis, und damit auch der Wertquoten als deren rechnerischer Ausdruck, bietet einen Anhaltspunkt bei der Ermittlung des Wertes der einzelnen Stockwerkeigentumsanteile. Dennoch wird in der Lehre vermerkt, dass die Wertquote der wirtschaftlichen Wertrelation der einzelnen Stockwerkseinheiten nicht entsprechen m�sse. Dieselben Autoren halten freilich daf�r, dass ein erhebliches Abweichen von der wirtschaftlichen Wertrelation weder �blich noch zu empfehlen sei und im Hinblick auf die Bedeutung der Wertquote �berdacht werden m�sste (MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 7 und 19 zu Art. 712e; WEBER, a.a.O., S. 146 ff., sowie S. 252, Fn. 3). Andere gehen mehr oder weniger stillschweigend von einer Wertverh�ltnism�ssigkeit aus und damit von einer Quotenfestlegung nach Massgabe der Wertrelation der einzelnen Sonderrechtsanteile, ohne aber zu verhehlen, dass den Beteiligten in dieser Frage ein sehr weites Ermessen zukomme (vgl. Liver, Das Eigentum, SPR V/1, S. 93; FRIEDRICH, Das Stockwerkeigentum, Reglement f�r die Gemeinschaft der Stockwerkeigent�mer, 2. A. 1977, � 2, N. 20, S. 56, FRIEDRICH in SJK Nr. 1302, S. 4, sowie in ZBGR 54/1973, S. 143 f.). Es liegt auf der Hand, dass der Verkehrswert der einzelnen Stockwerkeigentumsanteile f�r die Bestimmung der Wertquoten im Sinne von Art. 712e ZGB nicht der entscheidende Faktor sein kann. Er richtet sich nach den Gesetzen des Marktes, ist von der aktuellen Nachfrage, mithin von den jeweiligen Bed�rfnissen und Geschmacksrichtungen abh�ngig und damit dem steten Wandel ausgesetzt. Die Wertquote nach Art. 172e ZGB wird hingegen auf Dauer festgelegt. Sie muss als Verh�ltniszahl aller Anteile in der BGE 116 II 55 S. 61Grundlegung der Stockwerkeigent�mergemeinschaft grunds�tzlich gleichbleiben. In der nachtr�glichen �nderung des Verkehrswertes einer Stockwerkseinheit kann daher kein Anlass zur Anpassung der Wertquoten erblickt werden, selbst wenn die urspr�ngliche Festsetzung zumindest teilweise auch durch den Marktwert beeinflusst worden ist (FRIEDRICH, ZBGR 54/1973, S. 144). Dennoch kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Wertproportionalit�t der einzelnen Anteile je zueinander sowie zum Wert der ganzen Liegenschaft auch vom Gesetz als w�nschbar erachtet wird; immerhin entspricht dies bereits dem Gesetzeswortlaut, wonach die Angabe des Anteils eines jeden Stockwerks in Bruchteilen des Wertes der Liegenschaft zu erfolgen hat (vgl. Art. 172e Abs. 1 ZGB). Dieser Wert ist indessen nicht ausschliesslich nach Massgabe wirtschaftlicher Kriterien zu ermitteln, sondern soll umfassender - den Bed�rfnissen der Beteiligten entsprechend - auch qualitative Gesichtspunkte miteinbeziehen, die sich nicht notgedrungen auf den Geldwert der Liegenschaft auswirken m�ssen. Dass dabei nebst der r�umlichen Aufteilung der Stockwerkseinheiten sowie deren Fl�chen- und Volumeninhalte weitere Faktoren ber�cksichtigt werden k�nnen, versteht sich von selbst, zumal sich beispielsweise der Nachteil geringerer Fl�che ohne weiteres durch eine bevorzugte Lage ausgleichen l�sst. Nichts anderes ist denn auch der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu entnehmen, wonach der Miteigentumsanteil keineswegs genau der r�umlichen Aufteilung der Sonderrechte entsprechen m�sse (BGE 103 II 111 E. 3a; vgl. auch BESSON, in ZBGR 47/1966, S. 352).
c) In der Praxis hat sich eine ganze Reihe verschiedener Vorgehensweisen zur Ermittlung der Wertquoten herausgebildet, ohne dass eine davon objektive Richtigkeit und ausschliessliche Geltung f�r sich beanspruchen k�nnte (vgl. etwa die Beispiele bei KURT M�LLER, Der Verwalter von Liegenschaften mit Stockwerkeigentum, Z�rcher Diss., 1965, S. 170 ff.; FRITZ SCHMID, Die Begr�ndung von Stockwerkeigentum, Z�rcher Diss., 1972, S. 94 ff.; WEBER, a.a.O., S. 148 f.; MAX MONTCHAL, La propri�t� par �tages, undatiert, S. 25 ff.; WERNER ROMANG, Stockwerkeigentum in Recht und Praxis, Aktuelles Handbuch, Stand Dezember 1989, Teil 8, Kap. 4.4, S. 2). Das hat seinen Grund darin, dass mit Ausnahme einer Quotenermittlung einzig aufgrund von Fl�chen- oder Rauminhalten durchwegs auch Faktoren (z.B. Lage der einzelnen R�ume, Zug�nglichkeit, Aussicht, Immissionen) miteinbezogen werden, f�r deren Gewichtung es keine objektiven BGE 116 II 55 S. 62Bemessungskriterien geben kann. Ausschlaggebend f�r die Festlegung der Wertquoten sind somit nicht nur solche Kriterien, die in ihrer Rangfolge klar erfasst werden k�nnen, sondern in aller Regel auch die subjektiven Wertungen und das Ermessen der Beteiligten (vgl. FRIEDRICH, SJK Nr. 1302, S. 4, sowie MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 20 zu Art. 712e und WEBER, a.a.O., S. 148; zum deutschen Recht, vgl. WEITNAUER, Wohnungseigentumsgesetz (WEG), 7. A. M�nchen 1988, N. 1a zu � 16, S. 285).
6. a) Ein Irrtum im Sinne von Art. 712e ZGB setzt angesichts des bisher Dargelegten regelm�ssig voraus, dass der bei der Quotenfestlegung verwendete Bewertungsmassstab versehentlich unzutreffend gehandhabt worden ist oder aber auf irrt�mlichen Grundlagen beruht. Einigkeit besteht auch dar�ber, dass ein solcher Irrtum auf jeden Fall wesentlich sein muss. Erforderlich ist demnach, dass ein Festhalten an der urspr�nglichen Wertquote den betroffenen Eigent�mer benachteiligen und im Vergleich zu den anderen Beteiligten schlechterstellen w�rde, so dass ein Festhalten an der urspr�nglichen Regelung gegen Treu und Glauben verstossen m�sste (vgl. MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 24 zu Art. 712e; WEITNAUER, a.a.O., N. 27a zu � 3 WEG).
Die Geltendmachung des in Art. 712e Abs. 2 ZGB dergestalt verankerten Irrtumstatbestandes setzt nun aber die Kenntnis der bei der urspr�nglichen Quotenfestlegung verwendeten Kriterien zwingend voraus (vgl. MEIER-HAYOZ/REY, a.a.O., N. 28/29 zu Art. 712e; REY, in ZBGR 60/1979, S. 131 f., beide im Zusammenhang mit der nachtr�glichen Ver�nderung der Verh�ltnisse). Nur so l�sst sich beurteilen, ob die verschiedenen Anteile eine gleichm�ssige Behandlung erfahren haben, inwieweit einzelne davon versehentlich falsch bewertet worden sind, oder ob der Bewertungsmassstab als solcher auf irrt�mlichen Grundlagen beruht. Ein Unterfangen, das angesichts des subjektiven Ermessens, welches bei der Quotenfestlegung in erheblichem Masse mitspielen kann, ohnehin schwierig genug bleibt.
b) Die Ansicht des Kl�gers, wonach sich jede objektiv unrichtige Festlegung der Wertquoten als irrt�mlich erweise, ist somit schon in ihrem Ansatz verfehlt. Dabei wird verkannt, dass das Ermessen der Beteiligten in aller Regel eine gewichtige Rolle spielt. Was als allf�lliges Missverh�ltnis erscheinen k�nnte oder m�chte, muss sich daher nicht notwendigerweise als Irrtum entpuppen. Daher muss auch die Vorstellung des Kl�gers, mittels Expertise nicht nur die Unrichtigkeit der angefochtenen Quote gemessen an BGE 116 II 55 S. 63s�mtlichen objektiven Bewertungsmassst�ben dartun zu wollen, sondern gleichzeitig auch zwingend zum Nachweis eines Irrtums im Sinne von Art. 712e Abs. 2 ZGB zu gelangen, von vornherein als unzutreffend bezeichnet werden.
Bedarf es somit aber bereits zur Erkennbarkeit des Irrtums oder der Unrichtigkeit im Sinne von Art. 712e Abs. 2 ZGB notwendigerweise der Kenntnis der den Wertquoten zugrundeliegenden Bewertungsfaktoren, ist vom Thurgauer Obergericht kein Bundesrecht verletzt worden, wenn es den Anspruch des Kl�gers als unzureichend substantiiert erachtet hat.
7. Als unbegr�ndet muss sich die Berufung auch insoweit erweisen, als dem Obergericht vorgeworfen wird, sich ohne die erforderlichen Sachkenntnisse zu den der Quotenermittlung zugrundegelegten Bewertungsfaktoren und deren Gewichtung ge�ussert zu haben. Das Obergericht hat sich diesbez�glich an das Bezirksgericht angelehnt, das - nach Durchf�hrung eines Augenscheins - festgehalten hat, die Sonderbehandlung, welche die Wohnung des Kl�gers mit Bezug auf die Quotenfestlegung erfahren habe, lasse sich in Anbetracht der h�heren Wohnqualit�t und der grossen Dachterrasse mit freier Aussicht sachlich ohne weiteres rechtfertigen. Die kantonalen Instanzen haben im �brigen diese auf die allgemeine Lebenserfahrung abgest�tzte Begr�ndung nur ersatzweise beigezogen, um damit zu untermauern, wie wichtig es f�r die Beurteilung nach Art. 712e Abs. 2 ZGB ist, �ber die urspr�nglichen Bewertungsfaktoren Bescheid zu wissen. Dagegen ist nichts einzuwenden und insbesondere auch unter Berufung auf fehlendes Fachwissen nicht anzukommen.
8. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das Obergericht des Kantons Thurgau Art. 8 und 712e Abs. 2 ZGB nicht verletzt hat. Die Berufung ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
112 II 308,
103 II 111
Art. 8 und 712e Abs. 2 ZGB,
Art. 712d Abs. 1 und 2 ZGB suite... ,
Art. 712e Abs. 1 ZGB,
Art. 712p Abs. 1 ZGB,
Art. 172e ZGB,
Art. 172e Abs. 1 ZGB,
� 3 WEG