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Timestamp: 2018-01-19 13:16:19
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Matched Legal Cases: ['§3', '§ 1', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§6', '§ 7', '§7']

Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. :: Thema anzeigen - Notenschutz oder Nachteilsausgleich?
Notenschutz oder Nachteilsausgleich?
Verfasst am: 25.08.2006, 15:19 Titel: Notenschutz oder Nachteilsausgleich?
heute hat mir eine Kollegin gesagt, dass man nur entweder Notenschutz oder Nachteilsausgleich beantragen kann?
Nun bin ich etwas verunsichert, vielleicht weiß hier jemand genauer Bescheid.
Verfasst am: 26.08.2006, 09:15 Titel:
Silke: ...;dass man nur entweder Notenschutz oder Nachteilsausgleich beantragen kann?
nein, das ist so nicht geregelt. "Nachteilsausgleich und Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung nach Abs. 2 sind vor allem beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens in der Grundschule möglich und werden mit andauernder Förderung in den höheren Klassen wieder abgebaut." Da ist die Frage entscheidend, auf welchem Leistungsstand sich ein Schüler befindet. Das Ziel ist doch, dass LRS-Schüler auch durch die Lehrer die notwendige Förderung und Unterstützung erhalten sollen! Und wenn ein Schüler in der Grundschule keine schulische Förderung erhalten hat, besteht unter Umständen noch weiterer Bedarf.
Das steht in der Verordnung(VOLRR):
§3 Fördermaßnahmen
(1) Die Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen haben zum Ziel, a) die Stärken von Schülerinnen und Schülern herauszufinden, sie ihnen bewusst zu machen, sie zu ermutigen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln, b) Lernhemmungen und Blockaden abzubauen und Lust auf Lesen, Rechtschreiben und Rechnen zu wecken und zu erhalten, c) Arbeitstechniken und Lernstrategien zu vermitteln, die vorhandenen Schwächen auszugleichen oder zu mildern sowie bestehende Lernlücken zu schließen.
(2) Als Fördermaßnahmen kommen Formen der inneren und äußeren Differenzierung in Frage. Nach entsprechender Feststellung müssen Schülerinnen und Schüler nach § 1 gefördert werden. Folgende Fördermaßnahmen kommen dafür in Betracht:
a) Unterricht in besonderen Lerngruppen (§ 5)
b) Binnendifferenzierung
c) Nachteilsausgleich (§ 6)
d) besondere Regelungen für Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung (§ 7)
e) besondere Regelungen für die Zeugniserstellung (§ 8 )
f) besondere Regelungen für die Erteilung von Abschlüssen (§ 9).
§6 Nachteilsausgleich
(1) Vorrangig vor dem Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung (§ 7) sind auf der Grundlage des individuellen Förderplans Hilfen in Form eines Nachteilsausgleichs vorzusehen wie zum Beispiel: - Ausweitung der Arbeitszeit, etwa bei Klassenarbeiten, - Bereitstellen und Zulassen von technischen und didaktisch-methodischen Hilfsmitteln (wie Computer, Wörterbuch, spezifisch gestaltete Arbeitsblätter), - differenzierte Aufgabenstellungen, z. B. verringertes Arbeitspensum (insbesondere in den Fächern Deutsch und den Fremdsprachen oder Mathematik), die dem individuellen Lernstand angepasst sind.(2) Der Nachteilsausgleich wird auf der Grundlage des entsprechenden Erlasses vom 18. Mai 2006 (ABl. 2006, S. 429) in der jeweiligen Fassung gewährt. Der Umfang des gewährten Nachteilsausgleichs ist Teil des Förderplans.
§7 Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung
(1) Auch Schülerinnen und Schüler mit lang anhaltenden besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen unterliegen in der Regel den für alle Schülerinnen und Schüler geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Nachteilsausgleich und Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung nach Abs. 2 sind vor allem beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens in der Grundschule möglich und werden mit andauernder Förderung in den höheren Klassen wieder abgebaut.
(2) Bei der Leistungsfeststellung und -bewertung werden folgende Regelungen angewandt:
a) stärkere Gewichtung mündlicher Leistungen, insbesondere in Deutsch und den Fremdsprachen,
b) vorübergehender Verzicht auf eine Bewertung der Lese-, Rechtschreib- oder Rechenleistung in allen betroffenen Unterrichtsgebieten,
c) zeitweiser Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreib- oder Rechenleistung bei Klassenarbeiten während der Förderphase,
d) Nutzung des pädagogischen Ermessensspielraumes bei Aussetzung der Notengebung für ein Fach.
e) Alle Abweichungen von den üblichen Bewertungsregelungen müssen ihre Grundlage in den individuellen Förderplänen der Schülerinnen und Schüler haben.
f) Bei besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben werden Maßnahmen nach Abs. 2 von der Klassenkonferenz der Grundschule oder der Sekundarstufe I beschlossen. Für die Sekundarstufe II kann das Staatliche Schulamt für einzelne Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern oder der volljährigen Schülerinnen und Schüler über die Schule jeweils für ein halbes Schuljahr eine Weiterführung genehmigen. Die Schule hat die bisherigen Maßnahmen in einer Stellungnahme darzustellen.
Verfasst am: 26.08.2006, 17:36 Titel:
vielen Dank für deine schnelle und umfassende Antwort.
Jetzt geht`s los, am Montag werden wir uns sofort daran machen den Nachteilsausgleich für unseren Sohn zu beantragen.
Heute hat mein Mann auf der Seite des hessischen Kultusministeriums einen Muster-Förderplan entdeckt;
er hat ihn heruntergeladen und siehe da, der sieht vollkommen anders aus, als das lieblos zusammengeschusterte Blatt Papier, welches wir mit den Zeugnissen unserer Kinder erhalten haben.
Ich fürchte wir werden uns bei der Schule im nächsten Schuljahr nicht besonders beliebt machen.
Mal sehen, was so auf uns zukommt, werde auf jeden Fall berichten.