Source: https://wirelesslife.de/digitale-nomaden-steuern/
Timestamp: 2018-12-18 16:50:28
Document Index: 335328150

Matched Legal Cases: ['§1', '§49', '§ 1', '§2', '§9', '§8', '§9', '§49']

Veröffentlicht am 2. Mai 2014 von Sebastian Kühn
Kategorie(n): Digitale Nomaden, Selbständige, Weltenbürger
96 Meinungen zu diesem Artikel
Selbst die weniger pflichtbewussten Unternehmer oder Webworker sind darauf programmiert, “irgendwo” Steuern bezahlen zu müssen. Anders würde das System nicht funktionieren. Die Abgaben finanzieren Infrastruktur, Bildung und andere öffentliche Leistungen. Deshalb geht es hier nicht darum, wie du der Steuerpflicht entfliehst, sondern wie du es richtig machst.
Mich hat das Thema in den letzten drei Jahren immer wieder beschäftigt. Konkrete Aussagen zu speziellen Sachverhalten zu bekommen, ist kein leichtes Unterfangen. Dieser Beitrag gibt meine Erfahrungswerte und Recherchen wieder. Es ist natürlich keine verbindliche Rechtsauskunft, sondern eher eine Erstauskunft und Anregung zur Diskussion.
Wie verhält sich das mit der Steuerpflicht in Deutschland?
Du musst deine Steuer dort bezahlen, wo du dich für mehr als 183 Tage im Jahr aufhältst. So die einfache Theorie, die für digitale Nomaden in der Praxis natürlich nicht ganz so einfach ist. Was passiert, wenn du an keinem Ort solange bist? Oder gar keinen Wohnsitz hast, da du ununterbrochen auf Weltreise bist?
Zur Auslandsentsendung von Arbeitnehmern gibt es zahlreiche und klare Informationen. Für selbständig arbeitende Webworker oder Unternehmer ist das zuweilen Fehlanzeige. Dem Bundesrechnungshof wird diese Misere auch bewusst. Es wird von hohen Steuerausfällen für Internet Leistungen berichtet.
Gesetzgeber in der ganzen Welt haben hier dringend Nachholbedarf. Bis sich die Regulierungen mit der wachsenden Gruppe von ortsunabhängigen Unternehmern auseinandersetzen, müssen die teilweise überholten Gesetze und Rechtssprechungen herhalten. Als Grundlagen dienen das Einkommensteuergesetz (EStG), das Außensteuergesetz (AStG) und die Abgabenordnung (AO).
In diesen Gesetzbüchern wird die allgemeine Steuerpflicht geregelt. Wenn du auf diesen kleinen Exkurs verzichten kannst, dann scrolle einfach weiter runter.
§1 EStG: “Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.”
Wenn du als Privatperson aus steuerlicher Sicht deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hast, bist du unbeschränkt steuerpflichtig. Versteuert werden müssen dann alle weltweit erzielten Einkommen aus allen Einkunftsarten. Hierbei kommt es nicht unbedingt auf die physische Anwesenheit an, sondern darauf, was der Gesetzgeber unter dem Wohnsitz versteht (später mehr dazu).
§49 EStG: “Inländische Einkünfte im Sinne der beschränkten Einkommensteuerpflicht (§ 1 Absatz 4: weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland) sind [2a] Einkünfte aus Gewerbebetrieb für den im Inland eine Betriebsstätte unterhalten wird oder ein ständiger Vertreter bestellt ist, [3] Einkünfte aus selbständiger Arbeit, die im Inland ausgeübt oder verwertet wird oder worden ist, oder für die im Inland eine feste Einrichtung oder eine Betriebsstätte unterhalten wird.”
Als beschränkt steuerpflichtig gelten zunächst alle, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben aber dennoch Einkünfte aus Tätigkeiten im Inland beziehen. Das umfasst Mieteinnahmen aus deutschen Immobilien, Einkünfte aus einem Gewerbe mit Sitz in Deutschland oder Wertpapiere von deutschen Ausstellern (Zinsen auf deutsches Bankguthaben sind davon ausgeschlossen).
Entscheidend ist hier nicht, ob sich deine Klienten oder Kunden in Deutschland befinden, sondern an welchem Ort die Leistung erbracht wird. Bei Services, die über das Internet geliefert werden, ist dein gewöhnlicher Aufenthaltsort bzw. der Standort deines Unternehmens ausschlaggebend.
3. Erweiterte beschränkte Steuerpflicht
In diese Kategorie können deutsche Staatsbürger fallen, die in ein Niedrigsteuerland umziehen und wirtschaftliche Beziehungen (z.B. Anteilseigner eines deutschen Unternehmens) zu Deutschland aufrechterhalten. Als Niedrigsteuerländer gelten solche mit einer Einkommenssteuer, die weniger als ein Drittel der deutschen Steuerbelastung haben. Geregelt ist die erweiterte beschränkte Steuerpflicht im §2 AStG.
Wenn du in keine der 3 Kategorien fällst, also weder einen gewöhnlichen Aufenthalt noch Einkünfte in Deutschland hast, dann bist du in Deutschland nicht steuerpflichtig. Die Einkünfte sind relativ klar bestimmt. Es geht um in Deutschland gemeldete Gewerbe, Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen. Das Problem ist die Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthaltes…
Die Steuerpflicht ist immer abhängig vom Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthaltsort
Das Problem mit dem gewöhnlichen Aufenthaltsort
Auch wenn du nur gelegentlich in der Heimat bist, kannst du laut Gesetz einen Wohnsitz in Deutschland haben. Der gewöhnliche Aufenthalt ist dort, wo für mehr als 6 Monate (183 Tage) im Jahr, die berufliche und soziale Bindung besteht. Keine Rolle spielt hier aus steuerlicher Sicht der melderechtliche Wohnsitz.
§9 Abgabenordnung: “Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Als gewöhnlicher Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen […]”
Es reicht schon aus, wenn du nur einen Zweitwohnsitz oder eine vermietete Immobilie in Deutschland besitzt, in die du theoretisch jederzeit zurückkehren könntest. Es genügt hier schon ein Wohnraum ohne Küche oder Bad. Ein Unterschlupf bei Freunden gilt jedoch nicht als Wohnsitz.
Steuerrechtlich gesehen ist die Abmeldung des Wohnsitzes komplett unerheblich
Die Abmeldung beim Meldebüro reicht als Nachweis zur Wohnsitzverlegung nicht aus. Sie dient zwar als Grundlage für die Abmeldung beim Finanzamt und anderen Behörden, aber nicht als Beweis für die Aufgabe des gewöhnlichen Aufenthaltsortes.
Um deine Auswanderung bei Finanzbehörden glaubhaft zu machen, hilft die Kündigung aller Telefon- und Versorgungsverträge, die Abmeldung von Fahrzeugen und die Aufgabe von Mitgliedschaften (ADAC, Krankenkasse usw.).
Eine Sonderreglung trifft zu, wenn du zwar im Ausland lebst aber weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland hast und steuerbares Einkommen aus Deutschland beziehst. In diesem Szenario kann es vorkommen, dass deine Einkünfte sowohl in Deutschland als auch in einem anderen Land versteuert werden müssen.
Für diesen Fall gibt es Doppelbesteuerungsabkommen (DBAs) zwischen Deutschland und anderen Ländern, die im Außensteuergesetz (AStG) geregelt sind. Im Grunde besagen diese, dass dir bereits bezahlte Steuern in einem Land für die Steuerlast im anderen Land gutgeschrieben werden.
Damit bist du ganz sicher nicht allein. Im Wireless Life Guide findest du neben Antworten auf steuerliche und weitere bürokratische Fragen, alles rund um den Aufbau deines ortsunabhängigen Lifestyles. Wenn dieser Beitrag für dich interessant ist, dann solltest du dir das Handbuch für digitale Nomaden unbedingt anschauen.
Was also nun, wenn du in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig bist?
Solltest du keinen gewöhnlichen Aufenthalt in und keine Einkünfte aus Deutschland haben (dazu zählen keine deutsche Kunden), dann bezahlst du Steuern an deinem neuen Wohnsitz bzw. dem Registrierungsort deines Gewerbes. Was aber, wenn du als Reisender nie lange an einem Ort bleibst und auch kein Gewerbe angemeldet hast?
Nehmen wir mal an, dass wir in anderen Ländern unter einem Touristenvisa unterwegs sind oder uns in einem EU-Mitgliedsstaat aufhalten. Es ist recht unwahrscheinlich, dass ausländische Finanzbehörden unsere Online-Aktivitäten überprüfen, solange wir uns mit den Einkünften unter dem Radar der Finanzbehörden bewegen.
Theoretisch müssen wir im Aufenthaltsland ein Gewerbe anmelden oder ein Unternehmen gründen, über das dann zumindest Unternehmensgewinne versteuert werden. Was passiert aber mit der Einkommenssteuer für selbständige Arbeiten oder ausbezahlte Geschäftsführergehälter?
Wer seinen gewöhnlichen Wohnsitz nicht mehr als 183 Tage in einem Land hat, ist nirgendwo steuerpflichtig!?
So zumindest die Aussage auf dieser Seite. Zumindest aus Sicht der Einkommenssteuer stimmt die Theorie. Selbstverständlich müssten hier die Steuergesetze anderer Länder berücksichtigt werden. Aber in der Praxis glaube ich kaum, dass eine ausländische Finanzaufsicht die Online-Einkünfte eines Touristen kontrolliert.
Selbst wenn ein anderes Land deinen Online-Einkünften auf die Schliche kommt, dann verlässt du im Notfall das Land. Zwar verbaust du dir damit die Chance, wieder in dieses Land einreisen zu können aber bei einer Auswahl aus 200+ Ländern wird es zu verkraften sein.
Bist du jetzt schlauer als vorher oder immer noch verwirrt?
Zuerst solltest für dich feststellen, ob und zu welchem Grad du in Deutschland steuerpflichtig bist. Die einfache Prüfung dafür ist die folgende:
Einkünfte aus Deutschland (Gewerbe, Vermietung, Kapitaleinkünfte)?
Wer beide Fragen mit nein beantworten kann, ist in Deutschland nicht steuerpflichtig. Sobald diese Frage geklärt ist, hängt alles von der Natur deines Geschäftsmodells ab. In der Praxis benötigst du als Freelancer auf Plattformen wie Elance oder oDesk eigentlich keine Steuernummer. Wichtig wird dies jedoch für deutsche Kunden, die eine ordnungsgemäße Rechnung mit Umsatzsteuerausweis benötigen.
Langfristig macht natürlich die Anmeldung eines Gewerbes oder die Unternehmensgründung Sinn. Dies kann am neuen Aufenthaltsort passieren oder in einem Land, in dem ein Wohnsitz für die Anmeldung eines Unternehmens nicht notwendig ist. Die dann noch offene Frage nach der Einkommensteuer hängt davon ab, wie häufig du deinen Standort wechselst.
Zum Weiterlesen sind die folgenden Seiten ganz interessant: ef-magazin.de, expat-news.com, global-employment.de Für eine erste Auskunft hilft vielleicht das Online Steuerbüro auf Steuerberaten.de. Wenn du in keine der genannten “Schubläden” passt, dann bist du mit einem Experten für internationales Steuerrecht auf der sicheren Seite.
Mich würde brennend interessieren, wie du deine Steuern als digitaler Nomade handhabst und welches Modell du nutzt?
Danke für 96 Kommentare
Grandioser Artikel! Gerne spende ich etwas fuer deinen Rat. Keiner kann mir helfen oder eine klare Antwort geben.
1. Ich bin aus DE abgemeldet und bin unter 183 Tagen dort.
2. Ich arbeite in Indonesien vollzeit bei einer Hotelkette mit stetigem Wohnsitz und zahle dort steuern. Die Laender haben ein Doppelsteuerabkommen.
3. Nun will ich fuer eine Uni 3.1. Von indo aus digitale Beratung machen als “Freier Mitarbeiter” ein Vertrag liegt vor der darauf verweist selbst versteuern zu muessen. Ich sende dabei eine Rechnung an diese. Ich habe kein Gewerbe. Manchmal wuerde ich nach DE kommen und dort meine Leistung erbringen, auch mal als speaker oder Dozent. Ich sehe es richtig? Keine Steuern in DE aber eig muesste ich es in Indo versteuern? Indo erlaubt aber keine freelance online taetigkeit da ich schon einen Job habe.. was wuerdest du tun? Vielen dank bei einer idee ☹
Wie ist das, wenn man verheiratet ist und mehrere Kinder hat. Der Ehepartner bleibt mit den Kindern in Deutschland zur Miete wohnen. Man selbst meldet sich komplett aus Deutschland ab, und noch nirgends anderswo an. Man reist einfach mal ohne Wohnsitz rum oder hält sich in Ländern ohne Meldepflicht auf. Gilt in diesem Fall die Mietwohnung in der der Ehepartner in Deutschland mit den Kindern lebt als mögliche Wohnung, sodass man dadurch weiter in Deutschland steuerpflichtig ist, oder nicht? Können Bankkonten die man bisher in Deutschland hatte beibehalten werden, oder muss man den Wegzug aus Deutschland den Banken unbedingt melden?
toller Artikel! Ich bin im Begriff mich als freelancer und digitaler Nomade, ohne gewöhnlichen Aufenthaltsort (weder D. noch irgendwo sonst)
weltweit durchzuschlagen. Trotz deutscher Kunden die ich aus dem Ausland bediene bin ich also nirgends verpflichtet Steuern zu zahlen? Korrekt? Brauche ich mich also auch weder als Freiberufler oder Gewerbetr. beim FA anmelden?
Aber was schreibe ich dann auf meine Rechnungen, nur meine jeweilige aktuelle Anschrift?
Bei deutschen Kunden ist eine deutsche Steuernr. pflicht?
Und was sage ich dem Finanzamt nach mehrjähriger Abwesenheit bezügl. meiner nicht eingereichten Steuererklärungen?
Entschuldige die vielen Fragen aber ich bin etwas verwirrt.
ich bin vor drei Monaten aus Deutschland ausgewandert und habe davor dort als Freiberuflerin & Teilzeitangestellte gearbeitet. Da ich noch ein paar Kunden auf freiberuflicher Basis aus Deutschland habe, muss ich demnächst ein paar Rechnungen stellen. Ich habe bislang in all den Jahren als Freiberuflerin allerdings den maximalen Jahresbetrag für Freiberufler nie erreicht, spricht ich habe hierfür auch keine Umsatz/MwSteuer zahlen müssen. Wenn ich den Beitrag richtig verstehe, kann ich weiterhin beschränkt steuerpflichtig als Freiberufler in Deutschland arbeiten (eine Adresse mit Briefkasten mit meinem Namen gibt es noch). Muss ich dennoch Steuer in Deutschland zahlen, obwohl ich den max. Betrag für Freiberufler vermutlich nicht erreichen werde? Die Freiberuflichkeit übe ich nur gelegentlich aus…und da ich ja bereits als Freiberufler beim FA angemeldet, muss ich mich trotzdem abmelden? Oder nur sie wissen lassen, dass ich im Ausland lebe aber freiberufliche Tätigkeit in Deutschland teilweise ausübe…
die Steuer erklären musst du weiterhin, wenn du die Rechnungen mit deiner deutschen Steuernummer stellst. Solange du unter dem Freibetrag bleibst (den hast du nur, weiterhin du unbeschränkt steuerpflichtig bist – also mit deinem Welteinkommen), musst du keine Steuern bezahlen. Wenn du langfristig im Ausland bleibst, dann würde ich beim Finanzamt in DE abmelden.
vielen Dank für deine Antwort! Liebe Grüße
Grossartiger Artikel welcher sehr hilfreich ist.
Ich haette eine Frage bezueglich der Kontofuehrung in Deutschland. Ich bin als Sole trader (Freelancer = Selbststaendiger) in Irland gemeldet da ich seit 5 Jahren hier in Irland lebe. Mein Einkommen geht daher auf mein irisches Konto.
Da ich aber zusaetzlich ein DKB Konto (Postanschrift der Eltern) in Deutschland besizte (Wohnsitz abgemeldet, keine Telefonnummer oder andere Verknuepfungen nach Deutschland) bin ich am ueberlegen mein Einkommen auf mein DKB Konto zu ueberweisen. Die Kontofuehrung und optionen sind besser bei der DKB als hier in Irland.
Meine Frage waere, wuerde ich irgendwelche Probleme von der Bank oder dem Finanzamt in Deutschland bekommen wenn diese feststellen wuerden, dass ploetzlich ein monatlicher und geregelter Geldeingang ueber eine bestimmte (meistens gleiche) Summe entstehen wuerde.
Steuern wuerde ich weiterhin in Irland bezahlen, mir geht es nur darum mein Geld auf das DKB Konto zu ueberweisen durch die besseren Bedingungen.
wenn du in Irland Steuern bezahlst, dann ist das mit dem deutschen Konto überhaupt kein Problem.
vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Blog. Ich habe schon einige Artikel hoch und runter gelesen, um mir Tipps zu holen. Eine Frage bleibt jedoch. Ich bin jetzt seit September 2017 in der Digitalen Nomadenwelt unterwegs, habe mich in DE abgemeldet, kein Gewerbe oder ähnliches. Mein KfZ ist jedoch noch gemeldet, da ich damit in Europa reise, mein DKB Konto hat jetzt die Adresse meiner Eltern und bei Upwork musste ich eine Adresse hinterlegen, also habe ich ebenfalls die von meinen Eltern genommen. Generell geht alles an meine Eltern, ich wohne dort aber nicht mehr und werde dies auch in Zukunft nicht. Sollte ich mir für meinen Briefkasten lieber eine andere Adresse suchen und wenn ja, welches Land würdest du empfehlen? Bzw. falls dies nicht zwingend notwendig ist und der Deutsche Staat nicht irgendwann auf die Idee kommt, dass ich doch in DE steuerpflichtig war, nur weil meine Post dort landet, freue ich mich auch, wenn es so bleiben könnte.
grundsätzlich musst du dir da keine Sorgen machen, wenn es sich lediglich um eine Postadresse handelt (anders wäre es, wenn z.B. von einer Bank eine Meldeadresse gefordert wird). Einzig für das KFZ müsstest du spätestens nach 6 Monaten eine Vertrauensperson mit deutscher Meldeadresse benennen (oder abmelden).
[…] ist also an ein Haus oder eine Wohnung gekoppelt. In Deutschland ist es so geregelt, dass jeder Steuern zahlen muss, der dort entweder eine Wohnung oder Haus besitzt oder sich länger als sechs Monate im Land […]
da hab ich eine vielleicht recht einfache Frage(n) an dich.
Ich bin Deutscher und Saisonarbeiter in der Schweiz. Bin im Jahr für rund 4 bis 5 Monate in der Schweiz und zu der Zeit in Deutschland abgemeldet. -da ich dachte dann keine Steuern in Deutschland bezahlen zu müssen.
Nun gelesen das es um die 183 Tage im Jahr geht – schade..blöd..
-Muss ich mich nun eh nicht abmelden in Deutschland weil egal ob ich 4 Monate abgemeldet bin oder nicht, muss ich die deutschen Steuern noch zahlen?
-Nun, gibt es eine Einkommensgrenze unter der man keine Steuern zusätzlich in Deutschland dann noch abdrücken muss?
-Außerdem, gäbe es irgendeine Möglichkeit das mit meiner Situation zu verhindern, irgendwie?
-Wie können mir die Behörden drauf kommen? besitze ein schweizer Konto auf der mein Lohn überwiesen wird.
Wär dir dankbar mir dabei kurz zu helfen.
Und sehr lieb von dir so eine wirklich hilfreiche Webseite zu eröffnen!
deine Abmeldung macht wenig Sinn, da du ja sowieso deine gesamten Jahreseinkünfte bei der Steuererklärung angeben musst und für das ganze Jahr unbeschränkt steuerpflichtig bist. Der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer liegt 2017 bei 8.820 Euro. Bis dahin bezahlst du keine Steuern.
Das deutsche Finanzamt kann darauf kommen, wenn sie Stichproben machen, sich wundern warum du plötzliche keine ESt-Erklärungen mehr einreichst oder Daten von der Schweizer Bank abfragen.
vielen Dank für deinen sehr hilfreichen Beitrag, er hat mir schon sehr weitergeholfen.
Ich habe momentan kein Wohnsitz in D, da ich entsandte Mitarbeiterin eines deutschen Unternehmens bin. Möchte nun aber anfangen freiberuflich im Ausland zu arbeiten. Mir erscheint die Option mit der Anmeldung eines Gewerbes in Deutschland, aber ohne Wohnsitz, die Beste für mich. Wie ich verstanden habe, muss ich aber erst einen Wohnsitz haben um das Gewerbe zu melden und kann mich dann wieder abmelden, richtig? Gibt es dort Fristen zu beachten, oder könnte ich mich einen Tag anmelden, den nächsten das Gewerbe eröffnen und mich am kommenden Tag wieder aus Deutschland abmelden?
das hast du absolut richtig verstanden, obwohl einige Gewerbeämter anscheinend auch Gewerbeadressen von Büroservices oder Bevollmächtigten akzeptieren.
Ansonsten spricht auch nichts dagegen, dich anzumelden und einen Tag später wieder abzumelden.
auch ich danke dir für deinen wirklich hilfreichen Beitrag. Ich lebe seit 3 Monaten mit einem gültigen Arbeitsvisum in Kanada. Bisher habe ich noch keine Einkünfte in Kanada bezogen, plane aber länger als ein Jahr hier wohnen zu bleiben. Nun habe ich von einem deutschen Beratungshaus eine Anfrage für ein kurzes Projekt für einen Kunden in den USA erhalten. Ich würde von der deutschen Beratung bezahlt werden, würde aber das Projekt für eine amerikanische Firma ausführen.
Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber zumindest mein gewöhnlicher Aufenthalt liegt am Jahresende in Kanada. Zählt mein Einkommen als inländisch (weil mich das deutsche Beratungshaus bezahlt) oder als ausländisch (weil meine Tätigkeit in den USA ausgeübt wird)? In welchem Land müsste ich demnach Steuern für mein Einkommen zahlen (Kanada/ Deutschland)?
genau für solche Fälle gibt es Doppelbesteuerungsabkommen und Sozialversicherungsabkommen. Darin wird geregelt, ob und wie viel Steuern und SV du in Kanada und in DE bezahlen musst.
Hallo Sebastian, vielen Dank für den informativen Beitrag. Bezüglich meiner Situation hätte ich noch ein paar Fragen, vielleicht kannst Du mich in die richtige Richtung weisen. Ich plane mich innerhalb der nächsten 2-3 Monate in Deutschland abzumelden und dann als Freelancer / Entwickler verschiedene Länder zu bereisen und meine Leistungen über eine Limited auf der Isle of Man abzurechnen. Bezüglich dieser Einkünfte gehe ich davon aus, dass die Firma durch die Lage nicht steuerpflichtig ist und ich, dadurch dass ich abgemeldet bin, ebenfalls nicht. Ich werde allerdings am Anfang noch Kunden aus Deutschland haben. Ich war in den letzten 10 Jahren in Deutschland nicht 5 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig. Ich besitze außerdem eine UG in Deutschland, welche lediglich zum Halten von Beteiligungen benutzt wird und welche kein Einkommen hat (außer natürlich wenn die Beteiligungen verkauft werden). Ich halte außerdem als Privatperson Anteile an einer Firma, welche sehr wahrscheinlich in den nächsten 6-12 Monaten verkauft wird oder einen Börsengang durchführt. Nun sind meine Fragen: 1. Die UG hat den Geschäftssitz in Deutschland und wird diesen auch weiterhin haben, daher muss diese UG logischerweise ihr Einkommen versteuern. Wie sieht es nun aber aus, wenn ich mir Geld als Dividende aus der UG ausschütten… Mehr lesen »
“Ich war in den letzten 10 Jahren in Deutschland nicht 5 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig.” – ich dachte das bezieht sich auf zusammenhängende Jahre. Insgesamt war ich leider schon 5 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig.
Zur Zeit arbeite ich als freiberuflicher Übersetzer in Deutschland. Wenn ich ins nicht-EU Ausland ziehe (Asien) und möchte von dort für meine deutschen Kunden weiter tätig sein, ohne Wohnsitz in Deutschland:
1. bin ich noch steuerpflichtig in Deutschland? So wie ich bisher gelesen habe, scheint es so, dass ich nicht mehr steuerpflichtig wäre
2. wie ist es mit der Rechnungsstellung – muss ich Umsatzsteuer abführen usw? Ich lebe ja nicht mehr in Deutschland, die Tätigkeit wird also im nicht-EU Ausland ausgeübt.
wenn du weiter Rechnungen über deine deutsche Steuernummer schreibst, dann bleibst du mit den freiberuflichen Einkünften auch weiterhin beschränkt steuerpflichtig in DE. Ob der Ort der Umsatzsteuer beim Leistungserbringer oder Leistungsempfänger liegt hängt immer von der Art der Leistung und dem Kunde ab (Privat oder gewerblich). Mehr Infos hier: https://wirelesslife.de/umsatzsteuer-digitale-leistungen/
ich hätte eine frage ! wie ist es wenn ich mich abgemeldet habe aus deutschland und ich im libanon mein gewerbe ausüben möchte im ecommerce z.b tshirts verkaufen auf teespring oder teezily? ich weis das man hier im libanon keine steuern zahlt ,ich glaub auch das es hier auch keiner weis und keinem interessiert was ich im libanon betreibe.Werde ein konto eröffnen vielleicht bei dkb bank.
und mein gewerbe ausüben!
Mir ist es nur wichtig das ich später keine probleme haben möchte mit dem finanzamt ,falls ich wieder nach deutschland zurückkehre!
P.S: Bin deutsch libanese ….
Der DKB wird das relativ egal sein, solange du nicht gegen deren AGB verstößt. Problematisch wird es, wenn das Finanzamt nach deiner Rückkehr irgendwann mal fragt, wo die Steuern der letzten Jahre bezahlt wurden und dann auf die Idee kommen, deine Einkünfte rückwirkend zu schätzen und zu besteuern.
wieso sollte das finanzamt steuern von mir haben wenn ich mich seit 3 jahren in deutschland abgemeldet habe und im ausland lebe.und in deutschland noch nie ein gewerbe angemeldet habe. wollen die trotzdem von mir steuern haben? ich dachte man muss steuern da bezahlen von man sein gewerbe ausübt.
Du musst dort Steuern zahlen, wo du deinen Lebensmittelpunkt hast. Hast du keinen festen Wohnsitz mehr oder lebst außerhalb von DE, bezahlst aber dort keine Steuern, kann es sein, dass das deutsche Finanzamt irgendwann mal nachfragt, wenn du in ein paar Jahren wieder eine Steuererklärung in DE machst.
Eine Frage hätte ich auch – ich komme urpsrünglich aus Bulgarien und werde bald zurück nach Sofia ziehen, also Wohnsitz und Aufenthaltsort wird Bulgarien sein. Nicht desto trotz, werde ich weiterhin bei einer deutschen Firma beschäftigt sein und die Arbeit online leisten, d.h., es handelt sich da um ein ganz normales Arbeitsverhältnis, gelegentlich muss man nach De zurückfliegen. Wie ist dann die Frage mit den Einkommensteuern? Wo müssen die bezahlt werden?
wenn ich dich richtig verstehe, dann wirst du in DE nur noch beschränkt steuerpflichtig sein, also mit deinem Einkommen aus dem deutschen Angestelltenverhältnis. Solltest du weitere Einkünfte außerhalb Deutschlands haben, müsstest du diese nicht in DE, sondern wahrscheinlich in Bulgarien versteuern.
Hallo, Danke für diesen tollen Beitrag und die ganzen Infos aud der Seite. Vielleicht habe ich was übersehen, aber irgendwie leuchtet mir nicht win wo ich nun Steuern zahlen muss. Zu meiner Situation: Wir (verheiratet) leben in Bulgarien. Ich habe nun gelesen dass es möglich sein soll ein Unternehmen in DE anzumelden obwohl wir dort keinen dauerhaften Wohnsitz haben und nur gelegentlich da sind (Eltern / Freunde besuchen). Wenn ich nun ein Kleinunternehmen in DE führe und theoretisch keine Steuern zahlen weil der Umsatz / Gewinn einfach nicht hoch genug ist, muss ich dann keine Steuern zahlen oder haben die Freibeträge eh keine Wirkung weil ich an mehr als 183 Tagen mich in Bulgarien aufenthalte und ich eh meine Einkommen (obwohl das unternehmen in De ist) hier in Bulgarien versteuern muss und dadurch die deutschen Freibeträge keinen Wirkung mehr haben und ich dann ganz normale Bulgarische Einkommenssteuern zahlen muss. Würde mich über eine Antwort sehr freuen.
auf alle Einkünfte aus Deutschland, z.B. aus einem Gewerbe, musst du grundsätzlich Steuern zahlen, egal wie lange du im Land bist. Wenn bei der Steuererklärung festgestellt wird, dass deine Einkünfte unter der Freigrenze liegen, dann fallen natürlich keine Steuern an. Machen musst du die Erklärung aber in jedem Fall, wenn du ein deutsches Unternehmen hast.
Hast du eine Idee für folgendes Szenario, da bin ich nämlich noch etwas unsicher: Alle Verbindungen, Mietvertrag für die Wohnung in Deutschland, etc.. sind abgebrochen, Deutschland besuche ich vielleicht 4-5 dieses Jahr und arbeiten tue ich persönlich ausschließlich am Laptop im Ausland (ca. jeden Monat wechsele ich das Land). Das Unternehmen ist in Malta registriert. Jedoch habe ich in Deutschland einen Angestellten der Ware empfängt und diese an deutsche und internationale Kunden (50-50) versendet. Die Ware könnte auch problemlos aus einem anderen Land versendet werden, jedoch ist der Angestellte ortsgebunden. Siehst du hier eine Einkommenssteuerpflich für mich?
meine Antwort als Laie wäre: nein. Hättest du ein Lager oder ein Büro in DE, wäre das etwas anderes aber ein einzelner Mitarbeiter begründet keine Betriebsstätte (und damit keine Steuerpflicht) in DE.
Ist der erste Schritt in die Steuerfreiheit denn immer die komplette Abmeldung aus Deutschland oder kann ich auch mit einem gemeldeten Wohnsitz (bei meiner Mutter, kein von mir dauerhaft zu bewohnendes Zimmer vorhanden) und der 183 Tage Regel nicht steuerpflichtig sein?
Das ist immer Ermessenssache des Finanzamtes. Ein gemeldeter Wohnsitz in DE ist immer ein starkes Indiz dafür, dass du dort deinen Lebensmittelpunkt hast. Wenn das nicht der Fall ist und dir kein Zimmer zur Verfügung steht, dann musst du dich nach dem Melderecht sowieso abmelden, um hier keinen Verstoß zu begehen.
Kann man Steuerfreiheit auch als Angestellter eines deutschen Unternehmens erlangen indem man mit diesem Telearbeit vereinbart und in Folge in keinem Land länger als 6 Monate verweilt? 4 Monate Spanien, 3 Monate Portugal, 5 Monate Deutschland z.B.
Nein, da du ja auch weiterhin Einkünfte (aus nichtselbständiger Arbeit) aus DE beziehst. Möglich wäre das unter Umständen, wenn du deinem Arbeitgeber als freier Mitarbeiter monatliche Rechnungen schreibst.
danke erstmal für den Artikel. Da steht schon mal viel hilfreiches drin (auch in dem Guide). Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher wie das in meiner Situation wäre, sorry ich stehe da etwas auf dem Schlauch und finde das ganze Thema etwas verwirrend. Ich lebe in England, hier ist mein fester Wohnsitz. Wenn ich jetzt hier ein Gewerbe anmelde bzw. eine Ltd gründe zahle ich hier logischerweise Steuern richtig? Aber zahle ich dann noch mal Steuern wenn ich Teile meine Einkünfte durch eine Onlinetätigleit/digitale Produkte aus Deutschland beziehe (Privatpersonen und Unternehmen)? Ich dachte ich bin beschränkt Steuerpflichtig, aber ich hab immer noch nicht ganz verstanden welche Steuern ich dann wo bezahlen müsste. Mit dem Brexit wird sich das dann ja sowieso ggf. in ein paar Jahren alles ändern, aber das steht ja noch in den Sternen. Vielleicht hast du ja Lust und Zeit mir eine Antwort zu geben oder mir einen Hinweis zu geben wo ich die benötigten Informationen finden kann. Danke schon mal im Voraus, super Blog übrigens! Sehr viele spannende Themen!
Wenn du Leistungen z.B. über eine englische Limited anbietest, dann bezahlst du in England natürlich die Unternehmssteuern (Profit Tax). Wo du dann deine persönliche Einkommenssteuer bezahlen musst (z.B. für ein ausgezahltes Geschäftsführergehalt) hängt davon ob, wo du lebst. Da das England zu sein scheint, musst du dort auch dein Einkommen versteuern. Wo deine Kunden herkommen spielt absolut keine Rolle (nur für die Umsatzsteuer).
Hi, Super tolle Artikel, erstmal danke dafür!! Ich komme aus Irland, bin schon seit 8 Jahren nicht mehr in Deutschland gemeldet, und wohne auf Tourist Visas in verschiedene SüdAmerikanische Länder. Ich arbeite als Uebersetzer und fast alle meine Kunden sind in Deutschland, da Ich nur freelance bin und staendig reise bin ich oder meine “firma” nirgendswo angemeldet. ALso, Ich gehe davon aus das ich nicht in Deutschland steuerpflichtig bin, richtig??? Ich freu mich wenn
Das klingt so als wenn du nicht steuerpflichtig in Deutschland bist.
hi.. darf ich mal fragen, wie du Rechnungen an deine deutschen Kunden ausstellst. Was schreibst du drauf? (z.B. Adresse, usw)? Ich bin auch Übersetzer, momentan in Deutschland und habe nur deutsche Kunden. Ich überlege mir, ins (nicht-EU) Ausland zu ziehen.
Danke für diese klare Info ! Ich frage mich noch, wenn ich in Deutschland nichts mehr habe, ausser ein Bankkonto, wo ich ein Teil meiner nicht-EU Pension überweisen lasse (damit ich bei Aufenthalten in Europa Geld zu verfügung habe), wäre ich trotzdem für das Finanzamt fällig. Konnte das Finanzamt sagen: “Ah-ah, hier kommt Geld in ein deutsches Konto rein, lass uns es besteuern!”
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Sachlage richtig verstehe. In erster Linie kommt es bei dir wohl darauf an, ob diese Rentenbezüge von außerhalb der EU steuerpflichtig sind in Deutschland und weniger darauf, ob das Bankkonto in DE oder einem anderen Land ist.
vielen Dank für deinen Guide. Unabhängig von der rechtlichen Lage würde ich gerne wissen, ob Du oder jemand Anderes Erfahrungswerte hat im Hinblick auf eine Gewerbeanmeldung: Mein Ziel ist zeitnah der aktive Verkauf von Ebooks (vorerst nur an Deutsche, später international) und kleineren weltweiten Aufträgen. In der Summe werde ich im ersten Jahr max. 1000€ Umsatz erwirtschaften.
Lohnt sich da eine Gewerbeanmeldung oder ist der Betrag so schwindend gering, dass dies mehr Aufwand als Nutzen bringt?
Habe leider keine Ahnung was die anderen Kommentatoren hier so für Zahlen vorweisen können.
rechtlich gesehen macht die Höhe des Umsatzes überhaupt keinen Unterschied. Einkünfte ab dem ersten Euro müssen versteuert werden, wofür du eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit anmelden musst. Da Aufwand und Kosten für die Gewerbeanmeldung schwindend gering sind, würde ich dir dazu raten.
Hallo Thomas und Sebastian, zunächst gehst du zum Finanzamt und meldest deine Tätigkeit an, wenn du sie in D ausübst. Hier wird entschieden, ob du ein Gewerbe anmelden musst oder freiberuflich bist. (Dann darfst du kein Gewerbe anmelden.) Informiere dich über die Varianten und Grundlagen. Dann muss nicht ab dem ersten Euro versteuert werden. Sondern es gibt einen Freibetrag von ca. 8000 Euro pro Jahr auf den Gewinn (nicht Umsatz). Bei 1000 Euro Gewinn zahlst du also nichts, nur die Krankenversicherung (selber anmelden), die aber teuer ist. Als Gewerbetreibender ist man bilanzpflichtig. Also ist es erwägenswert zunächst als Kleinunternehmer zu starten, der das nicht muss bis zu gewissen Umsätzen… Nur ein Gewerbetreibender zahlt ab gewissen Einnahmenshöhen eine Umsatzsteuer. Die Mehrwertsteuert zahlt der Kleinunternehmer nicht und darf auch keine erheben. Sollte dauerhaft kein Gewinn erzielt werden, ist es eine Liebhaberei, die nicht versteuert werden muss, aber auch keine Ausgaben abgesetzt werden können. Überleg dir also gründlich vorher, Selbständig/Freiberuf oder Gewerbe und Start als Kleinunternehmer. Verkauf von Ebook, klingt übrigens nicht nach viel Umsatz. Das was ich hier schreibe ist das 1×1 der Existenzgründung und gilt für den deutschen Wohnsitz. Also denke ich, dass du vollkommen grün hinter den Ohren bist –… Mehr lesen »
Was ist denn mit beschränkt Steuerpflichtigen, die weder im Inland noch im Ausland einen gewöhnlichen Aufenthalt für länger als 183 Tage haben (Weltreisende)? Haben die die Möglichkeit der unbeschränkten Steuerpflicht auf Antrag, weil über 90% der Welteinkünfte inländische Einkünfte sind? Ein FA will die Möglichkeit gerade beschneiden, weil es keine ausl. Bescheinigung für (fehlendes) Welteinkommen gibt.
Das ist die große Frage, zu der es einfach keine Klarheit gibt. Es scheint hierzu Willkür des einzelnen Finanzamtes zu herrschen. Ich wüsste nicht, dass es eine verbindliche Regelung für Menschen gibt, die über Jahre hinweg ohne ständigen Wohnsitz leben (und damit nirgendwo steuerpflichtig sind).
Allerdings stehe ich immer noch auf dem Schlauch! Wenn ich über z.Bsp. Upworks arbeite und wie im Moment einen amerikanischen Kunden habe, dann muss ich doch dafür keine Steuern ans deutsche Finanzamt abführen, oder (da nicht EU Ausland)?
das kommt ganz darauf an, ob du in Deutschland steuerpflichtig bist. Sobald du dich bei Plattformen wie Upwork anmeldest, bestätigst du, dass du für die korrekte Abführung der Steuer selbst verantwortlich bist. Damit ist es Upwork egal und deinem Kunden genauso. Theoretisch benötigst du ja zur Arbeit als Freelancer ein Gewerbe bzw. bist als Freiberufler gemeldet. Wenn dieses Gewerbe bzw. die Freiberuflichkeit in Deutschland gemeldet bist, dann musst du auch in Deutschland Steuern abführen. Auch dann, wenn dein Wohnsitz woanders ist.
[…] du dich abgemeldet hast oder für längere Zeit im Ausland bist, dann solltest du deinen Steuerstatus in Deutschland kennen. Eine Abmeldung hat ebenfalls zur Konsequenz, dass du ein eventuell bestehendes Gewerbe […]
Und wie ist das eigentlich umgekehrt, wenn ich (in DE) jemanden über Elance beauftrage (EU oder Nicht-EU): die Rechnungen werden wohl von Elance direkt ausgestellt. Muss dabei noch irgendetwas beachtet werden, damit die vom Finanzamt hier anerkannt werden??
ich bin mir gerade nicht ganz sicher aber kannst du bei Elance bzw. Upwork nicht deine steuerlichen Angaben in deinem Profil machen und erhältst dann von Elance eine ordnungsgemäße Rechnung?
Das ist einer der besten Beiträge zu dem Thema, den ich finden konnte, vielen Dank dafür.
Ich handle Devisen / Währungen, dies aber ausschließlich bei Brokern im Ausland. Aus Deutschland möchte ich mit abmelden (keine Steuerpflicht) und leben werde ich in Thailand – dort bekomme ich keinen work permit, da es das für “Onlinearbeit” nicht gibt, d.h. der einzige Ausweg ist ein education oder tourist visa. Mit diesen darf man nicht arbeiten, aber ich arbeite auch nicht in Thailand, daher passt von den Visa-Bestimmungen alles. Kurz gesagt: Ich muss nirgendwo Steuern zahlen und wüsste auch nicht wo. Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege 🙂
Wisst ihr wie es aussieht wenn regelmäßig Geld über das Girokonto in Deutschland läuft? Obwohl ich mich abmelde, möchte ich das Girokonto weiter nutzen und dort mein Geld verwalten (ausgeben via Kreditkarten etc.). Wird das Finanzamt da nicht hellhörig, wenn man abgemeldet ist und trotzdem Geld eingeht oder ist das alles ok?
Grundsätzlich hast du recht auch wenn du theoretisch ohne Work Permit in Thailand nicht arbeiten dürftest (aber wer kann das schon kontrollieren). Die Einkommenssteuer und Ertragssteuern für dein Gewerbe (wenn du es denn irgendwo hast) musst du natürlich dennoch in dem Land bezahlen, in dem das Unternehmen angemeldet ist.
Wie diese Kapitalerträge dann in den einzelnen Ländern versteuert werden und ob das Finanzamt wegen deinem deutschen Girokonto hellhörig wird, kann ich dir leider auch nicht sagen. Würde mich auch sehr interessieren, ob da jemand Erfahrungswerte hat.
Ich stecke aktuell in derselben Situation.
Falls du mehr Infos hast, meld dich doch unter +4915161122802
danke für die Recherche und die hilfreichen Blog-Kommentare. Ich würde mich dafür interessieren, wie es eigentlich bei Partnerprogrammen und Affiliate Programmen aussieht. Damit hat man ja technisch gesehen Einkünfte aus Deutschland. Wie sieht es dann eigentlich aus, wenn man eine Firma nach deinem Beispiel in Hong Kong eröffnet. Hast du da vielleicht irgendwelche Erfahrung gemacht?
das ist eine gute Frage. In meinem Fall erbringt ja die Hong Kong Limited die Leistung und damit fallen die Einkünfte auch in Honk Kong an. Es ist meines Wissens nach unerheblich, wo sich der Server befindet oder was die TLD ist. Der Ort des Leistungsempfängers ist wiederum wichtig für die Umsatzsteuer (die es in Hong Kong glücklicherweise nicht gibt).
erst mal danke für diesen super Beitrag sowie den Artikel “Alles über Steuern für digitale Nomaden, Online Unternehmer und Freelancer” – sind sehr hilfreich.
Ich befinde mich nun in der Steuergrauzone. Ich werde meinen Wohnsitz in Deutschland abmelden und dauerhaft um die Welt jetten (was ich schon seit über einem Jahr mache.) Ich verkaufe an Privatpersonen in Deutschland, aber da mein Gewerbe ja nicht in Deutschland ist, muss ich in Deutschland keine Steuern zahlen (korrigiere mich bitte, wenn ich da was falsch verstanden habe.)
1. Ich muss ja mein Gewerbe in Deutschland abmelden. Muss ich ein neues Gewerbe anmelden wenn ich digitale Infoprodukte verkaufe? Ich hab ja in keinem Land meinen Wohnsitz.
2. Wie funktioniert das mit Bezahlsystemen wie Paypal oder Digsistore? Dort muss man doch, soweit ich weiß, eine Steuernummer angeben. Oder etwa nicht?
Sorry falls die Antworten auf diese Fragen in einem Artikel oder Kommentar stehen, ich habe sie leider nicht gefunden.
das Thema ist genauso kompliziert wie spannend. Sobald du aus D weg bist und dort keine Einkünfte mehr hast (also nach der Gewerbeabmeldung), bist du dort erstmal nicht mehr steuerpflichtig. Wenn du ständig auf Achse bist, dann bist du auch nirgendwo anders einkommensteuerpflichtig. So weit so gut. Das große Problem kommt, wie von dir angesprochen, bei dem Vertrieb von Produkten und beim Schreiben von Rechnungen.
Bei Digistore brauchst du definitiv eine Steuernummer und gemeldetes Gewerbe, bei PayPal geht es beim Business Acocunt auch ohne (verstößt wahrscheinlich gegen die AGB). Außer dem Bezahlservice musst du ja auch im Impressum deiner kommerziellen Seite ein Gewerbe angeben. Und auch Kunden werden sicher stutzig, wenn sie privat von Anchu kaufen, anstelle von einem Unternehmen.
So was ähnliches hab ich mir schon gedacht. Da ich hauptberuflich Infoprodukte vertreibe, werde ich eine Offshore Company gründen. Ich hab mich für den Newsletter zu deinem Buch eingetragen, da du dort ja anscheinend auf das Thema eingehen wirst. Hast du schon jetzt irgend ein Artikel wo ich mich da ein bisschen rein lesen kann?
ich habe vor einer Weile mal was zu meinen Erfahrungen mit der Limited in Hong Kong geschrieben. Siehe hier.
Mir steht gerade der erste Jahresabschluss bevor. Danach werde ich sicher nochmal eine kleine Zusammenfassung zu Aufwand und Kosten schreiben 😉
[…] betrachtet Sebastian auf Wireless Life aus einer ganzheitlichen Perspektive. Es geht um Themen wie “Steuern für digitale Nomaden und Ortsunabhängige” und “Wohnsitz aus Deutschland abmelden”, aber auch um “Strategien aus dem Job in […]
Habt Ihr Euch schon mal mit der sogenannten “Rückfallklausel” beschäftigt ? Danach fällt das Besteuerungsrecht, dass das Auswanderungsland nicht in Anspruch nimmt, an Deutschland zurück. So sollen sogenannte “weiße Einkünfte” mit dem Ziel der Steuervermeidung verhindert werden…
gehört habe ich den Begriff schon, jedoch habe ich noch nie von einem Fall gehört, wo solch eine Klausel tatsächlich Anwendung gefunden hat. Nach meinem Verständnis kommen diese Rückfallklauseln nur in Frage, wenn zwischen D und dem Ausland ein DBA besteht und die Person in D noch steuerpflichtig bzw. beschränkt steuerpflichtig ist. Und dann auch nur, wenn in beiden Ländern Steuerfreiheit für bestimmte Einkünfte besteht, was i.d.R. genau der entgegengesetzte Fall ist (Doppelbesteuerung). Kennst du Fälle, in denen so eine Rückfallklausel Anwendung gefunden hat?
Gerd Tränker
ich lebe seit 2013 in den USA, bin in Deutschland abgemeldet, beziehe aber noch meinen Lohn aus der Altersteilzeit. Ich befinde mich in der Ruhephase. Muss ich noch Lohnsteuer, Krankenversicherung bezahlen und muss ich einen Lohnsteuerjahresausgleich machen……?
ich bin mir unsicher darüber, was dein Lohn aus Altersteilzeit ist, weshalb ich dir hier keine klare Antwort geben kann. Generell musst du alle Einkünfte aus Deutschland auch in Deutschland versteuern. Du wärest damit beschränkt steuerpflichtig und musst deinen Lohn, nicht aber eventuell weitere Einkünfte aus den USA, in D versteuern.
peter keemss
hier 2 dinge bez steuerpflicht für auswanderer.
1. da ich in thailand lebe und aus deutschland rente beziehe muss ich für diese in thailand nach dem
doppelbesteuerungsabkommen steuer bezahlen.
2. ich bin verheiratet (nach deutschen und thailändischen Recht.)
von meinem ehemaligen arbeitgeber in deutschland erhalte ich für die länge von 10 jahren eine jährliche
diese einkünfte muss ich in deutschland versteuern (finanzamt Neu Brandenburg-Vorpommern)
NACH STEUERKLASSE 1 Ja richtig gelesen STEURKLASSE 1 anstatt STKL 3 da meine Frau
mit mir hier im Ausland wohnt.ich bekomme auch keine Steuerermäßigungen da ich keinen
Steuer Jahresausgleich in Deutschland machen darf.
KURZES UPDATE: es gibt einen neuen Beitrag zum Thema Steuern für digitale Nomaden. Dieser Steuern-Guide lässt hoffentlich keine Fragen mehr offen: https://wirelesslife.de/steuern-digitale-nomaden/
[…] einigen Monaten habe ich bereits einen Artikel zum Thema Steuern für digitale Nomaden geschrieben. Einige Fragen konnten in diesem Beitrag geklärt werden, viele neue Fragen kamen über […]
p.s.: ein wichtiger Aspekt noch: wer bereits vor der Auswanderung ein Gewerbe / Internetseite hat – muss aufpassen, dass es steuerrechtlich keine Funktionsverlagerung ins Ausland ist (Wegzugsbesteuerung mit Schätzung des Werts der Webseiten / der Firma durch Finanzbeamte – eventuell ganz lustig auf Basis des Facebook Börsenwerts pro User im schlimmsten Fall! ).
danke für die Gedanken zum Thema. Das Thema Rechnungslegung ist echt nervig, aber das ist wohl die deutsche Gründlichkeit (die ihre Vor- und Nachteile hat). Zum Thema Auswandern: ich denke es wird dem deutschen FA egal sein, ob jemand eine 2-jährige Weltreise macht oder auf unbestimmte Zeit ins Ausland zieht. Solange nachgewiesen werden kann, dass weder Wohnsitz noch Einkünfte in D sind. Obwohl du natürlich recht hast, dass die Auswanderung für das FA erstmal glaubwürdiger ist.
Hier noch ein kleiner Gedankenanstoß zum Thema: als Deutscher wird man dau verleitet mit der deutschen Brille zu denken.
Das deutsche Finanzamt ist im weltweiten Vergleich schon sehr extrem. Egal ob Betriebsprüfung, die Sichtweise der Finanzverwaltung zum Grund- und Bodenanteil einer Immobilie (entgegen jeglicher Logik oder Grund- und Bodenrichtwertstabellen) oder die Vorgaben zu digitalen Rechnungen (Originalrechnung bei Email Rechnungen vs. eigener Download etc…) – darüber lacht die Welt. Während in den USA oder sonstigen Ländern eine x-beliebige Email als Rechnungsnachweis ausreicht, wird hier penibel genau auf jedes Detail geachtet und im Zweifelsfall wird eine Rechnung mit nachweislichen Kosten nicht anerkannt.
Aber nun zum eigentlichen Gedanken: wie wäre es damit – vor dem Status als “steuerfreier Weltenbummler” erstmal in ein anderen Land auszuwandern. Damit überfordert man das deutsche Finanzamt nicht. Erstmal wegziehen (Spanien, Griechenland, USA, Kanada, Australien…China) – dann ist man erstmal fein raus und für das deutsche Finanzamt ist man erstmal abgehakt. Wer danach Weltreisender wird, hat danach vermutlich keine Probleme mit den deutschen Finanzbehörden, da dann maximal die Finanzbeamten in Spanien oder China für einen verwantwortlich wären. Aber hier haben die Finanzämt ganz andere sorgen also solche Spezialfälle und werden einen sicherlich nicht mit Erbsenzählerei oder jahrelangen Streitereien beim Verwaltungsgericht behelligen.
hi.ich bin seit 10 jahren digitaler nomade. hab eine ltd auf den seychellen. und hab so gut wie nie meinen wohnsitz in dland angemeldet. ich zahle keinen cent steuer weltweit.nur einen jahresbeitrag für die ltd. und das seit jahren schon ohne probleme. bei der wohnsitzabmeldung steht bei neuer anschrift immer weltreise segelboot & co. danach hört man nie wieder etwas von irgendwelchen deutschen Behörden. ich für meinen teil spende reichlich an arme menschen. und kann das mit gutem gewissen vereinbaren keine steuern zu zahlen.
Hi imaginaero, interessante Situation! Wie viel kostet eine ltd. auf den Seychellen? Und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein? Vielen Dank im Voraus für die Info. LG v. Martina Drescher (ab nächstes Jahr Digitale Nomadin, die sich aus Deutschland abmelden wird..:-)…
Bei mir ist es momentan so, dass ich mich in Deutschland abgemeldet habe, aber weiterhin einen sozialversicherungspflichtigen Job mit 25 Stunden im Monat habe (muss nur alle 2 – 3 Monate zum Arbeiten kommen). Dummerweise bekam ich daraufhin von der Familienkasse einen Aufhebungsbescheid für das Kindergeld sowohl meiner 17jährigen Tochter als auch meines 19jährigen Sohnes, der schon seit 1 1/2 Jahren alleine wohnt. Ich habe dagegen Einspruch eingelegt, weil ich mich zum einen in EU-Ländern aufhalten werde und zudem meiner Meinung nach weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig bin wegen meines Jobs hier (kein Wohnsitz, aber mindestens 90% der Einnahmen werden in Deutschland versteuert). Jedenfalls war das extrem ärgerlich, zumal man mir im Sommer am Servicetelefon der Familienkasse etwas anderes gesagt hatte. So oder so werde ich mich nach Weihnachten bei meinen Eltern anmelden. Da diese eine leerstehende Wohnung in ihrem Haus habe, sind wohl alle Voraussetzungen erfüllt. Dann bin ich hoffentlich mit meinen Planungen auch soweit, dass ich ein Gewerbe anmelden kann. Ist alles nicht so einfach mit der Bürokratie.
meinem Eindruck nach bist du in D nur beschränkt steuerpflichtig?! Da dein gewöhnlicher Aufenthaltsort ganz klar nicht in D ist, musst du nur die in D erzielten Einnahmen versteuern (restliches Einkommen musst du dort versteuern, wo es anfällt).
Wurde der Aufhebungsbescheid für das Kindergeld denn einzig mit deiner melderechtlichen Abmeldung begründet?
Für ein Gewerbe führt der einfachste Weg, wie du es schreibst, über die Anmeldung in D. Auch ich hatte viel Ärger damit und zumindest aus Sicht der Gewerbeanmeldung ist die Abmeldung aus D ein großer Nachteil. Durch die Wiederanmeldung verlierst du natürlich auch Privilegien wie die freie Wahl der KV und steuerliche Vorzüge. Am Ende alles eine Abwägungssache 😉
danke für den Artikel – sehr hilfreich. Ich werde wahrscheinlich knapp unterhalb der 6 Monate in Deutschland verweilen und dann wieder ausschwärmen; heisst, ich habe hier keinen “gewöhnlichen Aufenthalt”. Allerdings hast du in einem anderen Beitrag geschrieben, dass es eine “Ausnahme für Heimatbesuche” bzgl der Meldepflicht gibt:
Bedeutet das auch andersrum, dass ich mich spätestens nach 2 Monaten Aufenthalt in Deutschland wieder formal melden muss? Und wenn ja; bin ich dann nicht auch gleichzeitig wieder steuerpflichtig?
theoretisch musst du dich dann in D wieder anmelden. Die Fristen dafür sind je nach Bundesland unterschiedlich (für Berlin sind es 2 Monate). In der Praxis musst du abwägen, welche Konsequenzen die Anmeldung für dich hätte. Wenn du knappe 6 Monate wieder in der Heimat bist, dann solltest du dich auf jeden Fall wieder melden.
Nach meinem Verständnis spielt das steuerlich gesehen keine Rolle. Selbst wenn du dich wieder anmeldest aber keine Einkünfte in D hast und auch dein gewöhnlicher Wohnsitz weiterhin im Ausland ist, kann es trotzdem sein, dass du nicht steuerpflichtig bist. Alles hängt davon ab, ob du deinen gewöhnlichen Aufenthalt zurück nach D verlegst (bei 6 Monaten ist das höchstwahrscheinlich der Fall). Innerhalb der nächsten 2 Wochen werde ich darüber einen ausführlichen Beitrag (mit Input vom Steuerberater) schreiben.
“Selbst wenn du dich wieder anmeldest aber keine Einkünfte in D hast und auch dein gewöhnlicher Wohnsitz weiterhin im Ausland ist, kann es trotzdem sein, dass du nicht steuerpflichtig bist.”
Sebastian, vielen Dank für Deine Information, die erstaunlich gut recherchiert sind. Aber hier muß ich Dir widersprechen, denke ich. Wenn Du Deinen Wohnsitz in D wieder anmeldest bist Du auch steuerpflichtig, für die Zeit/Monate, in der Du einen Wohnsitz in D hast. Zusätzlich gibt es dann den Progressionsvorbehalt für das gesamte Jahr. Daß Du einen Wohnsitz in D hast hast Du ja mit der Anmeldung bestätigt.
Was haben denn Deine Recherchen in dieser Richtung ergeben und wo findet sich der Artikel?
Hallo Rolf, das ist in der Tat ein spannender Punkt, bei dem ich eventuell etwas voreilig war. Gegenfrage: Hast du Informationen, die deine Annahme belegen? Basiert denn meine Steuerpflicht auf dem Melderecht? Meine Logik ist die Folgende: das Steuerrecht sieht die Meldeadresse zwar als Indiz, nicht aber als Grundlage zur Besteuerung. Es ist immer die Rede von dem Wohnsitz (§8 AO: Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.) oder dem gewöhnlichen Aufenthaltsort (§9 AO: Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Als gewöhnlicher Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes ist stets und von Beginn an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer anzusehen […]). Hier eine interessante Stellungnahme dazu. Eine Steuererklärung muss ich natürlich immer dann einreichen, wenn ich Einkünfte jeglicher Art in D habe (unabhängig vom Wohnsitz). Wenn ich diese Einkünfte nicht mehr habe und mehr als 6 Monate im Ausland lebe, dennoch eine Meldeadresse in D habe, dann bin ich meiner Einschätzung nach nicht steuerpflichtig. Die 100%ige Sicherheit… Mehr lesen »
Ich bin in D angemeldet. Seit 2011 bin ich auf Weltreise, also bleibe jedes Jahr in D für weniger als 183 Tage / Jahr. Ich bin in Ausland nirgendwo angemeldet.
Ich verdiene Geld über Paypal (verkaufe eine kleine Software auf meinem Website). Meine Kunden sind nicht-Deutsche (ok 2-3% sind).
Ich habe die Artikel ganz gelesen, aber trotzden verstehe ich nicht ob ich in D steuerpflichtig bin oder nicht?
Ich kann abmelden, aber “steuerrechtlich gesehen ist die Abmeldung des Wohnsitzes komplett unerheblich”. Also wie kann ich nachweisen, falls es notwendig ist, dass ich in D wohne nicht?
Im Zweifelsfall musst du dem Finanzamt glaubhaft machen, dass du keine Bindungen zu D hast. Das bedeutet, keine Wohnung, kein Auto, kein Einkommen, nur wenige Wochen im Jahr auf Heimatbesuch … Wenn du nicht mehr in D gemeldet bist und auch kein Unternehmen in D hast, dann bist du in der Regel nicht steuerpflichtig. Natürlich kommt es auf deinen speziellen Fall an, den ich nicht kenne.
ich muss jetzt auch nochmal nachfragen. Meine Situation:
ich ziehe direkt nach meinem Studium ins Ausland, um dort in einer Firma zu arbeiten.
Derzeit bin ich mir noch nicht schlüssig, ob ich meinen Wohnsitz abmelden sollte oder nicht.
Ich besitze in Deutschland lediglich normale Bank/Tageszinskonten.
Muss ich nun, wenn ich noch in Deutschland gemeldet bin, mein ausländischen Einkommen versteuern?
das kommt ganz darauf an, ob es sich um ein deutsches Unternehmen bzw. deutschen Anstellungsvertrag handelt und ob du für mehr als 183 Tage im Jahr im Ausland lebst. Wenn du nur Einkünfte von einem ausländischen Unternehmen beziehst und deinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht mehr in D hast, dann bist du zu 99% nicht steuerpflichtig.
Bist du sicher, dass Zahlungen von deutsche Klienten nicht zu den inländischen Einkünften zählen und daher auch nicht der Einkommenssteuer unterliegen?
Schließlich heisst es doch :
Einkünfte aus selbständiger Arbeit, die im Inland ausgeübt oder verwertet wird
D.h. wenn ich z.B. Texte an einen deutschen Kunden verkaufe und er stellt sie auf eine deutsche Website… dann werden sie doch im Inland verwertet?
nach meinem Wissenstand bin ich mir ziemlich sicher, dass du deine Einkünfte dort versteuern musst, wo dein gewöhnlicher Wohnsitz ist (wenn du in D nicht mehr voll steuerpflichtig bist). Bist du also im Ausland, dann ist der Ort der Leistungserbringung auch dort. Wo der Kunde seinen Sitz hat und wo die Leistung verwertet wird, sollte dann aus steuerlicher Sicht für dich irrelevant sein. Dich kann ja aus steuerlicher Sicht auch nicht interessieren, ob dein Kunde in der Ukraine oder dem Kongo sitzt. Nach meinem Verständnis ist dein gewöhnlicher Wohnsitz ausschlaggebend.
Danke dir Sebastian. Ja das ist auch mein Wissensstand… nur war ich dann über diese Zeile im §49 EStG gestolpert.
Naja wird schon passen 🙂
Langfristig muss wohl eh ein offshore Unternehmen her.
ok, jetzt verstehe ich… man muß steuern zahlen auf mieteinkünfte. bleibt also “steuerpflichtig” in D.
ich hoffe doch NUR auf diese mieteinkünfte und nicht auf das Geld, welches ich im Ausland verdiene (?)
sprich: ist man steuerpflichtig aus das einkommen aus dem Ausland? (wenn man sich abgemeldet hat und keinen wohnsitz in D hat?
Dazu kann ich dir leider keine definitive Antwort geben. Ich würde dir empfehlen dafür einen RA zu befragen.
Hello Kitty, das Thema hatte ich vor kurzem im Verwandtenkreis: die Person lebt dauerhaft im Ausland, erhält aus D eine Rente und erzielt noch Mieteinahmen aus einer Immobilie in D. Für die betreffende Person wäre es jetzt geschickter gewesen, in D unbeschränkt steuerpflichtig zu sein. Die Rente und die Mieteinnahmen liegen nur knapp über den Freibeträge und so wären kaum Steuern angefallen. So ist sie aber beschränkt Steuerpflichtig. Unter die Steuerpflicht fallen nur die Mieteinnahmen. Die Renten müssten im Ausland versteuert werden (was dort niemanden interessiert). Allerdings ist die Steuerbelastung bei weitem höher, weil es bei beschränkt Steuerpflichtigen KEINEN Freibetrag gibt. Es kann also auch durchaus lohnenswert sein, offiziell in D zu bleiben und den Auslandsaufenthalt quasi nur als Langzeit-Urlaub zu deklarieren. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an 😉
“….Es reicht schon aus, wenn du…….oder eine vermietete Immobilie in Deutschland besitzt….”
ich denke, das ist eben nicht der fall. oder?
wenn du abgemeldet bist und deine (eigentums)wohnung vermietest, hat du keinen wohnsitz mehr in D. bist also nicht mehr steuerpflichtig.
was ist der unterschied zwischen längefristig vermietet und eine “vermietete Immobilie” ?
Der Wohnsitz ist aus melderechtlicher und steuerlicher Sicht etwas anderes. Du kannst dich beim Meldeamt aus D abmelden, bist aber trotzdem noch steuerpflichtig, wenn du Einkünfte in D (z.B. aus einer vermieteten Wohnung) beziehst. Nach meinem Verständnis musst du diese Mieteinnahmen in D versteuern und wirst deshalb nie den Status “nicht steuerpflichtig” haben, selbst wenn der Wohnsitz im Ausland ist.
Gerne lasse ich mich hier eines besseren belehren…
Danke fürs Recherchieren. Auf mich wirkt Steuerrecht wie unendlich zäher Schlamm in einem unendlich großen Sumpf. Ich kann die Befürworter einer Vereinheitlichung aller Steuern in eine Konsumsteuer sehr gut verstehen.
schöner Artikel – das Thema liegt bei mir auch gerade an. Aber ich schreibe eigentlich nur einen Kommentar, damit ich die folgende Diskussion mitverfolgen kann 🙂
Kapitaleinkünfte wären das einzige, was ich noch in Deutschland hätte, denn ein paar Euro auf dem deutschen Konto werfen ja (in diesem Fall leider) auch ein paar Cent Zinsen ab…
Das mit der Steuernummer beim Arbeiten via Elance für deutsche Kunden, erschließt sich mir nicht ganz. Wie verhält es sich denn bei Indern, Pakistanis oder welchen online-Freelancern auch immer, die was für einen deutschen Kunden machen? Da steht sicherlich auch keine Steuernummer auf der Rechnung – sofern es denn eine gibt.
Trotzdem hat der Artikel mehr Fragen geklärt als aufgeworfen – und dafür ein große Dankeschön von mir!
vielen Dank für den Kommentar. So weit ich weiß spielen die Zinseinkünfte vom deutschen Bankkonto keine Rolle. Wenn du in D nicht steuerpflichtig bist, dann musst du diese Kapitaleinkünfte auch nicht in D versteuern. Zu Elance: als Auftraggeber kannst du dir eine Rechnung von Elance generieren lassen, die auch vom Finanzamt anerkannt wird. Natürlich wird dort keine Umsatzsteuer, was für einige deutsche Unternehmen ein Problem darstellt. Hast du deutsche Klienten, die nach einer Steuernummer fragen oder wie löst du das für deine Arbeit?
Zur Zeit stellt sich die Frage noch nicht. Aber wenn ich Ende des Jahres dann abdüse, dann schon. Naja, werde ja sehen was passiert.