Source: http://www.kosova.de/archiv/politik/nationaler_bericht.html
Timestamp: 2017-11-21 21:23:29
Document Index: 37046013

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 28']

Kosova, wo 90% der Bevölkerung Albaner sind, ist eines der am schwersten fassbaren und komplexesten Probleme Ex-Jugoslawiens.
Während der Krieg in Bosnien-Herzegowina und zuvor in Kroatien im
Gange war, wurde Kosova weniger internationale Aufmerksamkeit
Im Gesamtzusammenhang des Balkans ist Kosova eine "Pulverfass"-Region mit dem Potential, einen neuen Krieg zu entfachen, der sicherlich die Nachbarländer, insbesondere Albanien, die frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, Griechenland, Bulgarien und die
Türkei, mit hineinziehen würde.
Der Ernst des Problems verlangt erhöhte internationale Aufmerksamkeit
und dringliche Präventivaktionen. Jede Verzögerung würde zu einem
Balkankrieg führen, der die gesamte Region bedrohen würde.
I. DIE BESETZUNG KOSOVAS
KONSTITUTIONELLE SUBJEKTIVITÄT KOSOVAS
In Ex-Jugoslawien war Kosova eine der acht föderalen Einheiten.
Es war auf allen entscheidtragenden Ebenen der Föderation mit Vetorecht vertreten.
Kosova hatte seine eigene Konstitution sowie Legislative, Exekutive und Judikative Körperschaften.
Kosova wurde als autonomer Teil Serbiens bezeichnet, aber die Bundesverfassung machte klar, daß Kosovas verfassungsmässige Ordnung parallel zur serbischen existierte und ihr nicht untergeordnet war.
Gemäß Bundesverfassung konnten Kosovas Grenzen nicht durch eine andere Bundeseinheit verletzt werden.
Der föderale Status Kosovas war Ausdruck des Rechts auf Selbstbestimmung des Volkes von Kosova, und gemäß Bundesverfassung konnte dieses fundamentale Recht nicht unilateral abgeschafft werden.
SERBISCHE AGGRESSION IN KOSOVA
Im Jahre 1989 hob Serbien mittels Polizei- und Militärverbänden gewaltsam und verfassungswidrig Kosovas Subjektivität auf und verhängte das Kriegsrecht, mit dem es die serbische Herrschaft in Kosova durchzusetzen versuchte.
Die Anstrengungen der Albaner, sich dieser Realität zu widersetzen, hatten Hunderte von getöteten und verwundeten Albanern zur Folge, sowie Tausende von der serbischen Polizei und dem Militär Inhaftierte, Zusammengeschlagene und Eingeschüchterte.
Seither ist Kosova de facto von Serbien besetzt. Das albanische Volk lebt in einem andauernden Zustand der Angst, als Folge der tagtäglichen Repression und des Staatsterrors, die das serbische Regime ausübt.
Seit fünf Jahren werden Albaner allen möglichen Formen von Gewalt ausgesetzt und sie wurden vom institutionellen und öffentlichen Leben ausgeschlossen.
Es gibt keine albanischsprachigen Schulen und keine albanischsprachige Universität mehr.
Fernsehen, Radio und Zeitungen in albanischer Sprache wurden abgeschafft.
Alle albanischen Ärzte wurden aus den Spitälern geworfen.
Mehr als 80 % der Albaner (147' 000 Personen) wurden aus ihren Stellen entlassen.
Die Gerichte wurden geschlossen und albanische Richter entlassen. Es gibt daher keine Verfahren mehr, in denen die Opfer der serbischen Gewalt verteidigt würden.
Albanische Familien werden aus ihren Wohnungen, die Serben zugeteilt werden, auf die Straße gesetzt.
Die albanische Wirtschaft wurde ausgeplündert und zerstört.
Heute ist Kosova die Region mit der stärksten serbischen Polizei- und Militärpräsenz. Zur Zeit befinden sich in Kosova über 100' 000 Mann Militär- und Polizeikräfte (gemäß serbischen offiziellen Quellen). Das ist jedoch nicht alles. Serbische paramilitärische Verbände bewegen sich frei in ganz Kosova und provozieren die albanische Bevölkerung auf brutalste Weise. Die Situation wird besonders tragisch, wenn sogar serbische Zivilisten schwer bewaffnet sind und sich keine Mühe geben, diesen Umstand zu verbergen, während das albanische Volk ungeschützt und unbewaffnet ist.
Der Ausschluß ethnischer Albaner aus dem institutionellen und öffentlichen Leben, die tägliche Repression und der Staatsterror, die das serbische Regime ausübt, haben ein Klima individueller und kollektiver Verunsicherung geschaffen. Über 300' 000 Albaner (zumeist junge Männer im militärdienstpflichtigen Alter) sind bereits aus Kosova geflohen. Der Prozeß der ethnischen Säuberung auf kaltem Wege geht jedoch weiter.
Gleichzeitig findet ein Prozeß der Kolonisierung und Serbisierung Kosovas in drastischen Dimensionen statt. Beide Prozesse dienen der Umsetzung der serbischen Politik mit dem Ziel der Veränderung der ethnischen Struktur Kosovas, die von den Albanern im Laufe ihrer Geschichte so oft erfahren werden mußte.
Die Albaner sind die Nachfahren der alten Illyrer. Die Illyrer bewohnten den westlichen Teil der Balkanhalbinsel seit dem dritten Jahrtausend v.Chr.
Die albanische Sprache ist eine der ältesten Sprachen der indoeuropäischen Familie.
In alter Zeit hieß Kosova Dardania und war eine der meisterwähnten illyrischen Provinzen. Der Name Dardania hat seinen Ursprung im Namen des illyrischen Stamms der Dardaner, was auf albanisch bedeutet: "Vendi i dardhave" (Land der Birnen).
Im Laufe seiner turbulenten Geschichte erfuhren Kosova und alle anderen albanischen Gebiete die aufeinanderfolgende Herrschaft der römischen, byzantinischen, slawischen und ottomanischen Imperatoren. Demgegenüber stand immer der albanische Kampf um Unabhängigkeit.
Seit dem 15. Jahrhundert leisteten die Albaner den Ottomanen massiven Widerstand. Als Folge davon wurde 1878 die Albanische Nationale Bewegung, bekannt als Liga von Prizren, etabliert, die die Befreiung des Landes von ottomanischer Herrschaft und Konstituierung eines unabhängigen albanischen Staates auf der Gesamtheit des ethnischen Territoriums anstrebte.
DIE TEILUNG DER ALBANISCHEN ETHNISCHEN GESAMTHEIT
Aus der Londoner Konferenz von 1913 resultierte nicht die volle Unabhängigkeit der Albaner.
Kosova und ausgewählte andere albanische Gebiete wurden Albanien weggenommen und dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, später Jugoslawien genannt, zugesprochen. Ein Teil der albanischen Gebiete blieb unter Griechenland, ein großes Gebiet in Nordgriechenland, bekannt als Çameria. Diese Teilung der albanischen ethnischen Gesamtheit wurde auf extrem unnatürliche und tragische Weise vollzogen. Als Folge davon wurde die Hälfte der albanischen Nation unter eine skrupellose koloniale Dominanz gestellt.
Die Albaner waren mit dieser Teilung niemals einverstanden und setzten ihren historischen Kampf fort, der heute die Form eines demokratischen Kampfes um Unabhängigkeit, Demokratie und Selbstbestimmung angenommen hat.
Während des Zweiten Weltkriegs anerkannte die Konferenz von Bujan, die 1943 im Beisein der Großmächte abgehalten worden war, das Recht der Kosova-Albaner auf Selbstbestimmung.
Nachdem sie diese Garantie erhalten hatten, schlossen sich die Albaner dem Befreiungskrieg an. Nach Kriegsende wurde das Kriegsrecht über Kosova verhängt, und die Menschen wurden gezwungen, sich für einen Anschluß an Jugoslawien auszusprechen,
Die Albaner in Ex-Jugoslawien waren während des ganzen 20, Jahrhunderts mehrmals der von Serbien lancierten Kolonisierungspolitik und der Politik des Bevölkerungstransfers ausgesetzt, Trotzdem gelang es ihnen, die überwältigende Mehrheit in ihren ethnischen Gebieten zu bleiben.
DIE ALBANER IN EX-JUG0SLAWIEN
Die Albaner in Ex-Jugoslawien erlebten eine weitere tragische Teilung.
Ihr geschlossenes ethnisches Gebiet wurde in vier föderale Einheiten aufgeteilt :
(1) Kosova (heute mit 2 Mio. Albanern),
(2) die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien (mit 800'000 Albanern, die 40% der Gesamtbevölkerung ausmachen),
(3) Südserbien, in den drei Gemeinden Presheva, Bujanovc und Medvegja (100'000 Albaner) und
(4) Montenegro (50'000 Albaner).
Der Zerfall Jugoslawiens und das Entstehen neuer Staaten (1992) bestätigte einmal mehr die Teilung der Albaner, da die international Gemeinschaft, die die gewaltsame Veränderung stillschweigend anerkannte, den Albanern das Selbstbestimmungsrecht noch nicht zuerkannt hat. Eine neue Staatsgrenze (Kosova-Mazedonien) wurde bereits errichtet, wodurch Albaner von Albanern getrennt werden.
Alles in allem zählen die Albaner Ex-Jugoslawiens 3 Mio. und stelle nach Serben und Kroaten die drittgrösste Nation dar. Trotz dieser Tatsache wurden sie als Minderheit behandelt. Sie sind zahlreicher als die Mazedonier und Montenegriner zusammen, diese beiden besitzen aber ihre eigenen Staaten.
Weil sie mit dem Minderheitenstatus nicht zufrieden waren, der ihnen automatisch das Recht auf Selbstbestimmung raubte, leistete das albanische Volk der Situation permanenten Widerstand.
Im Jahre 1968 wurden friedliche Versammlungen abgehalten, was zwar in eine Verbesserung ihres Status resultierte, aber sie erreichten nie das Stadium voller Gleichberechtigung. Im Jahre 1981 forderten die Albaner erneut mittels friedlicher Demonstrationen Gleichberechtigung mit den anderen Nationen Ex-Jugoslawiens.
Ihren Forderungen wurde, mit Panzern und Kriegsrecht begegnet, In der Folge wurden Hundert Albaner getötet, verwundet, verhaftet und eingeschüchtert. Im Jahre 1989 ergriff Serbien militärisch die Kontrolle über Kosova, und seither leben die Albaner unter Besetzung.
III. DER GEWALTLOSE WIDERSTAND DER ALBANER
Die Kosova-Albaner beantworteten die Aggression und Gewalt des serbischen Regimes in Kosova mit friedlichem Widerstand. Organisiert in politischen Parteien und geleitet vom Prinzip der Gewaltlosigkeit, unternehmen sie Anstrengungen, ihr eigenes Leben in allen Bereichen mit demokratischen Mitteln aufzubauen.
Die führende Partei ist die Demokratische Liga Kosovas (LDK) mit einem Mitgliederbestand von 600 000 und vielen ausländischen Sektionen. Der Führer der LDK, Dr. Ibrahim Rugova, wurde in den
Präsidenten- und Parlamentswahlen von 1992 zum Präsidenten der Republik Kosova gewählt.
Indem es auf friedlichem Wege das Prinzip der Selbstbestimmung verfolgte, drückte das Volk Kosovas seinen politischen Willen durch die folgenden demokratischen Handlungen aus:
Die verfassungsmäßige Erklärung der Unabhängigkeit, ausgerufen durch das Parlament Kosovas am 2. Juli 1990
Die Verfassung der Republik Kosova, angenommen am 7, September 1990
Das Referendum über die Unabhängigkeit, abgehalten vom 26. bis 30, September 1991, anlässlich dessen 99% der 87% Referendumsteilnehmer, für Kosova als unabhängigen und souveränen Staat optierten.
Die ersten mehrparteilichen Parlaments- und Präsidentenwahlen, abgehalten im Mai 1992 im Beisein internationaler Beobachter und Medien. Die LDK gewann mit 76% Stimmenanteil. Andere Parteien, die Sitze gewannen, waren die Parlamentarische Partei, die Bauernpartei, die Albanische Christdemokratische Partei.
Dem Parlament Kosovas wurde es indessen nie erlaubt zusammenzutreten. Ein Teil der Regierung Kosovas wurde gezwungen, aus dem Exil zu operieren.
Unterricht in Privathäusern und -Gebäuden sowie andere selbstorganisierte Institutionen entstehen laufend, um die Löcher im Erziehungswesen, im sozialen und kulturellen Leben zu füllen. Das wirtschaftliche Überleben ist möglich durch die aussergewöhnliche inter-albanische Solidarität. Die serbischen Behörden intervenieren jedoch ständig dagegen.
DIE ROLLE DER FRAUEN IM ALBANISCHEN GEWALTLOSEN WIDERSTAND
Frauen sind organisiert in Vereinigungen und Nicht-Regierungs Organisationen :
das Frauenforum der LDK, die Liga der albanischen Frauen, das Zentrum für den Schutz von Frauen und Kindern, das Rechtskomitee der Frauen von Kosova, die albanischen Frauen in Schwarz, die albanischen Kulturschaffenden und Veteranen der Erziehung, die Vereinigung Schwestern Qiriazi, die humanitäre Frauenvereinigung. Jede dieser Gruppen arbeitet mit Schwesterorganisationen weltweit zusammen.
Alle diese Gruppen koordinieren ihre Aktivitäten durch die Frauen-Netzwerk Gruppen Kosovas.
Frauen, als Individuen und Teile von Gruppen, Vereinigungen, Nicht Regierungs-Organisationen und, was noch wichtiger ist, Teile von politischen Parteien und weibliche Parlamentsabgeordnete, spielen eine wichtige Rolle im häuslichen Leben sowie im gewaltlosen Widerstand.
Konfrontiert mit den Umständen der Besetzung, werden die Frauen durch spezifische Lasten herausgefordert: als psychologischer Ausgleichsfaktor in der Familie, als wirtschaftliche Überlebenskünstlerinnen und als die geistigen Fördererinnen der Gewaltlosigkeit in der Familie.
Bemerkenswert ist die Aktivität der Frauen in der Arbeit mit Basisbewegungen, in der Kindererziehung, Gesundheitsfürsorge und Solidarität.
IV. DIE AKTUELLE SITUATION IN ALLEN LEBENSBEREICHEN
ERZIEBUNGSWESEN
An Erziehungsinstitutionen gab es in Kosova vor der Besetzung die folgenden:
14 Vorschulinstitutionen und 24 weitere Einrichtungen
837 Grundschulen mit über 320000 Schülern und 14500 Lehrern
61 Mittelschulen mit über 60000 Schülern und 6 000 Lehrern
eine Universität mit 13 Fakultäten und 7 Lehrakademien mit über 25000 Studenten und 1 100 Professoren und professionellen Mitarbeitern. Es muss erwähnt werden, dass die albanischsprachige Universität erst sehr spät, 25 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, eröffnet wurde, was in den anderen föderalen Einheiten nicht der Fall war.
Verlagshaus, National- und Universitätsbibliothek und andere Einrichtungen.
INSTITUTIONALISIERTE GEWALT GEGEN DAS
ALBANISCHE ERZIEHUNGS- WESEN
In der Folge der Besetzung Kosovas (1989) schaffte das serbische Regime die Erziehungs-, kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen Kosovas ab. In den folgenden fünf Jahren wurden die Kosova-Albaner ihres Rechts auf Bildung beraubt.
Im Jahre 1990 entließ das serbische Regime eine große Anzahl albanischer Lehrer. Das Regime verschonte nicht einmal Lehrer und Lehrkörper von Spezialschulen für behinderte Kinder.
Alle Lehrer, von der Grundschule bis zum Universitätsniveau, wurden seit 1991 nicht mehr bezahlt.
Seit dem 1. September 1991 hindern die serbischen Polizeikräfte albanische Schüler und Lehrer am Betreten der Schulgebäude und -räume.
Die Schließung der albanischsprachigen Schulen in Kosova ist Teil einer repressiven Politik, die das serbische Regime ausübt und die auf ethnische Säuberung und Assimilierung der überwältigenden Mehrheil der Bevölkerung abzielt.
Als Antwort auf diese institutionalisierte Gewalt gegen der albanischsprachigen Unterricht in Kosova organisierten Schüler Studenten, Lehrer und Eltern friedliche Protestkundgebungen zugunsten der Schulen, die brutal und blutig erstickt wurden. Währender friedlichen Versammlungen wurden über 500 Schüler brutal mißhandelt.
Am 20. Januar 1992 wurden die Erziehungsinstitutionen Kosova gezwungen, die Unterrichtsaktivitäten in Privathäuser und räumlichkeiten zu verlegen.
Nach vielen internationalen Druckversuchen ließ das serbische Regime Grundschulen zu, aber dennoch sind immer noch 23 dieser Schulen geschlossen. In den Grundschulen, in denen der Unterricht zugelassen wurde, wurde die Anzahl Klassenzimmer reduziert, so daß de albanischsprachige Unterricht um 7 Uhr morgens beginnen und bis 8 Uhr abends dauern muss. Die albanischen Schulkinder haben keinen Zutritt zu Laboratorien und anderen Schuleinrichtungen, Sporthallen usw. Daran zeigt sich die Politik der Segregation.
Derzeit erhalten über 25000 albanische Grundschüler, 63437 Mittelschüler und 15679 Universitätsstudenten ihren Unterricht in Privathäusern mit ca. 1150 improvisierten Klassenzimmern, die nicht einmal dem Minimum pädagogischer Standards entsprechen.
Die Repression des serbischen Regimes gegen den albanischen Bildungsbereich in Kosova nimmt zunehmend alarmierende Formen an. Als ein Resultat dieser Repression werden Schüler, Lehrer, Eltern und Hauseigentümer ermordet, verhaftet, gefoltert, inhaftiert und zu Gefangnisstrafen verurteilt. Sie werden zu sogenannten "Informativgesprächen" vorgeladen oder zusammengeschlagen. Es gibt Fälle, in denen die Polizei mit Messern serbische Nationalsymbole in die Brust oder die Hände von Schülern einritzte. Es kam auch zu Fällen, in denen die Polizei gegen albanische Schüler Elektroschocks anwendete.
Gewalt wird auch gegen die Besitzer der Häuser, wo der Unterricht abgehalten wird, ausgeübt.
Neben all diesen Folterungen, mentalen und physischen Grausamkeiten wurden und werden viele Jugendliche immer noch von den serbischen Militärgerichten verurteilt. Mittelschüler und Universitätsstudenten sind besondere Ziele für die serbische Polizei. Sehr oft werden ihre Bücher von der Polizei zerrissen, und manchmal, was besonders brutal und vulgär ist, zwingen die Polizeibehörden sie, die Fetzen ihrer Bücher zu verschlucken.
Die serbischen Behörden und die Polizei beschlagnahmen Unterrichtsmaterial und Hilfsmittel, Geld aus dem Schulbudget, Computers, Stempel, Unterrichtsdokumentationen usw. Alle Namenstafeln der Schulen, die die Namen prominenter albanischer Persönlichkeiten getragen hatten, tragen jetzt serbische Namen. Das serbische Regime ging sogar soweit, deren Statuen und Büsten zu demolieren.
Die Entlassung aller Albaner aus den Institutionen des Bildungsbereichs, insbesondere aus der Institution für Lehrbuchpublikation und Unterrichtsmaterial, sowie das scharfe Vorgehen gegen die albanischsprachigen Medien (wie Fernsehen, Radio, Presse usw.) brachten das albanische Erziehungssystem zu einem völligen Kollaps.
Auch die Krankenstationen der Schulen wurden geschlossen. Medizinische Untersuchungen werden in improvisierten Krankenstationen durchgeführt. Medizinischen Berichten zufolge verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Kinder rapide.
Die Intensivierung institutionalisierter Gewalt in den letzten fünf Jahr ist in der Tat eine dauernde Tendenz, die albanische Sprache in den Schulen zu verhindern, ebenso die Plünderung ganz Dokumentationen und Ausrüstungen sowie die Demolierung des Schulinventars.
Die schwierige Situation des albanischen Bildungswesens in Kosova wurde in vielen Berichten internationaler Institutionen, einschliesslich einer UNESCO-Delegation, nachgewiesen.
Leider führten zehn Verhandlungsrunden über das Theo Bildungswesen zwischen einer albanischen und einer serbischen Delegation im Rahmen der Genfer Konferenz über Ex-Jugoslawien zu keinen Resultaten.
Wir meinen, dass die Normalisierung des Bildungswesen in albanisch Sprache einer der dringendsten Schritte sein muss, die die internationale Gemeinschaft in Kosova unternimmt.
Vor der völligen Besetzung Kosovas durch das serbische Regime funktionierten in Kosova:
das Institut für Sozialversicherung und sozialen Schutz
die medizinische Fakultät mit 10 Kliniken und 5 Instituten
5 große medizinische Zentren
19 Spitäler und 122 medizinische Zentren sowie 185 medizinische Stationen auch in den entlegensten ländlichen Gebieten Kosovas
eine Spezialklinik zur Behandlung von Tbc, 2 Rehabilitationszentren, 15 medizinische
Betreuungseinheiten und das Institut für Gesundheitsschutz Kosovas
5985 Spitalbetten bzw. 1 Bett pro 327 Einwohner 8547 medizinische Angestellte, davon 1897 Ärzte, 414 Zahnärzte, 112 Apotheker, die restlichen waren Krankenschwestern
ein Arzt war zuständig für 1000 Einwohner, während der jugoslawische Durchschnitt einen Arzt pro 450 Einwohner ausmachte.
Die systematische Zerstörung des Gesundheitswesens Kosovas begann nach dem Jahre 1981 , als die albanischen Ärzte mit Anklagen konfrontiert wurden, weil sie den ermordeten und verwundeten Teilnehmern der Studentendemonstrationen von 1981 geholfen hatten, wodurch sie eine ideo- politische Unterscheidung getroffen hätten.
Nach der Einführung der Apartheid und der Separierung der albanischen von den serbischen Schülern und Mittelschülern wurden 1989 die ersten Tests zur Vergiftung albanischer Mittelschüler in Klina durchgeführt, und im März 1990 wurden rund 7000 weitere albanische Jugendliche, vom Kindergarten bis zu Fachklassen, vergiftet. Der Kulminationspunkt war im Juli 1990 erreicht, als das serbische Regime die "Notstandsmassnahmen" in den Gesundheitseinrichtungen Kosovas einführte. Diese wurden mit schrecklicher Propaganda der serbischen Medien propagiert, einschliesslich des serbischen Ärzteverbands und der serbischen Akademie der Wissenschaften. Schliesslich führte am 7, Juli 1990 das serbische Parlament die "Notstandsmassnahmen" ein, die beinhalteten:
Verbot der Medizinischen Fakultät Prishtina (Allgemeinpraxis und Zahnheilkunde) für die albanischen Studenten und Professoren (heute existiert diese Fakultät unter sehr schwierigen Umständen weiter)
Schließung aller medizinischen Mittelschulen in Kosova
Verbot des Roten Kreuzes Kosovas und aller anderen Sektionen des Roten Kreuzes; albanische Aktivisten wurden entlassen und durch Serben und Montenegriner ersetzt. Alle medizinischen Zentren, Räumlichkeiten und Einheiten wurden übernommen und alle Einrichtungen beschlagnahmt sowie einiges von der humanitären Hilfe, die Kosova gespendet worden war.
Über 2000 medizinische Angestellte wurden gewaltsam entlassen
Die medizinischen Institutionen wurden von 41 auf 11 reduziert und eine zentralisierte, ausschliesslich von Serben und Montenegrinem geführte, Verwaltung eingeführt
Das Impfsystem und -programm für Kinder wurde völlig zerstört
Das Finanzierungs-, Krankenversicherungs- und Sozialversicherungssystem wurde ebenfalls zerstört. Heute geniessen 90% der albanischen Bevölkerung keinerlei Recht auf Sozial- und Krankenversicherung, weil 90% der albanischen Angestellten gewaltsam entlassen wurden
270 000 Kinder erhalten keinerlei Kindergeld
Die Mortalitätsrate der Kinder ist enorm gestiegen; heute ist jedes zweite Grab in Kosova ein Kindergrab
Die Mortalitätsrate in den Spitälern ist (laut serbischen offiziellen Zahlen) auf 50% gestiegen, was das Resultat der Entlassung der professionellen albanischen medizinischen Angestellten aus diesen Institutionen und der inadäquaten medizinischen Behandlung ist
Die epidemiologische Situation hat während der letzten drei Jahre voller Gewalt dramatische Ausmasse angenommen. Massive Epidemien von Hepatitis, Tuberkulose, Masern, Poliomyelitis, Bauchtyphus, Krätze, Läusen usw. sind aufgetreten. Als Folge ansteckender Krankheiten sind 541 Patienten gestorben, an Magen und Darmkrankheiten 944 Personen. Acht Jahre nach ihrem Verschwinden trat Poliomyelitis in 23 Fällen wieder auf; es gab 13 Fälle mit neonatalem Tetanus, die in 4 Fällen zum Tode führten, weil die Geburten ohne professionelle Hilfe stattfanden. Es wurden 4 Fälle von AIDS registriert, weil es keine Möglichkeit gibt, dass diese Krankheit von albanischen Spezialisten inspiziert wird. In den letzten 10 Jahren wurden 698 Fälle von Brucellose registriert, davon 536 allein in den letzten drei Jahren, was 76,7% ausmacht.
Die meisten Geburten finden zu Hause statt, ohne jegliche 1 professionelle Hilfe, was zu einer sehr hohen Mortalitätsrate der Mütter und Kinder während den Geburten führt
Die Rechte der Patienten und des medizinischen Personals in den Spitälern Ko sovas werden ständig verletzt hinsichtlich Ernährung, medikamentöse Behandlung, Löhnen usw.
Über 100'000 Kosova-albanische Familien bewegen sich am Rande des Existenzminimums, was zu einer Massenhungersnot in Kosova führen könnte.
Die medizinische Fakultät setzte ihre Arbeit ausserhalb ihrer Gebäude, in Privathäusern, fort und sieht sich heute mit sehr schwierigen Umständen vor allem in zwei Disziplinen konfrontiert: Allgemeinpraxis, und Zahnheilkunde. Die medizinische Fakultät hat ca. 1600 Studenten sowie 229 Professoren und Mitarbeiter. Die Arbeit wird an 30 verschiedenen Plätzen und in Privatkliniken ohne adäquate Finanzen und Ausstattung durchgeführt. Ein zentrales Problem ist die Praxis, und wir sind gezwungen, einen Teil der Praxis in Tirana auszuüben, was wiederum ein einzigartiges Problem ist, weil die Studenten an der Grenze oft belästigt und ihre Pässe und ihr Geld häufig beschlagnahmt werden.
Unter diesen Schwierigkeiten und solchen Umständen gelang es in diesem Zeitraum doch dank maximalen Engagements des Lehrkörpers, dass 4 Personen ihren Doktor, 6 Personen ihr Lizentiat erwerben und 280 Studenten in Allgemeinpraxis oder Zahnheilkunde graduieren konnten.
Obwohl es mit der Föderation des Roten Kreuzes in Genf eine Übereinkunft gab, dass humanitäre Hilfe an die albanische Bevölkerung verteilt werden sollte, wurde diese Übereinkunft vom serbischen Regime für ungültig erklärt als Folge der Anerkennung des Roten Kreuzes des sogenannten Jugoslawien durch das Komitee der Föderation des Roten Kreuzes in Genf.
Das serbische Rote Kreuz erhält humanitäre Hilfe von der Föderation des Roten Kreuzes und dem Flüchtlingshochkommissariat, aber es verteilt sie ausschliesslich an die serbische Bevölkerung, von der jede zweite Person eine Stelle hat.
Kosova ist seit 1981 mit dem Embargo, das Ex-Jugoslawien gegen es verhängte, konfrontiert, das seit 1989 durch Serbien weiter verschärfte wurde. Ein einzigartiges Embargo Serbiens gegen die Kosova-Albaner besteht in der Unterbrechung der Verteilung humanitärer Hilfe, die aus dem Ausland kommt und die von den serbischen Behörden andauernd geplündert wird.
Das serbische Regime finalisierte seine Politik, alle Gesundheitseinrichtungen Kosovas gewaltsam zu übernehmen, am 7. Juli 1990. Dieser Gewaltakt führte zur Ermordung unschuldiger Menschen; Kastrierung Jugendlicher; Nähen von Wunden durch die serbische Polizei; Druckausübung auf Albaner, verschiedene Gegenstände wie Ringe, Uhren, Nagelschneider u.a. zu verschlucken; ignorante Behandlung albanischer Frauen; Verweigerung medizinischer Hilfe für die Frau eines Minenarbeiters; Verweigerung medizinischer Hilfe in der Gynäkologie Prishtina für eine albanische junge Mutter, die drei Tage später an ihren anhaltenden Blutungen starb; Auftreten von im Spital erworbenen Krankheiten, die monatelang vernachlässigt wurden und zum Tode von vielen Neugeborenen und Müttern führten, von den aufoktroyierten serbischen Behörden aber verschwiegen wurden; Verletzungen an den Ohren, Nasen und anderen Körperteilen von Babys, die in der Gynäkologie Prishtina durch Ratten verursacht wurden. Alle diese Babys mussten anschliessend plastischen Operationen in Belgrader Kliniken unterzogen werden. Dieser Fall wurde von serbischen Journalisten aufgedeckt und wurde später gefolgt von Demonstrationen, die serbische Eltern vor dem Zentralspital Prishtina organisiert hatten; Verweigerung medizinischer es Hilfe für einen jungen Albaner mit einem Karzinom, und eine grosse Anzahl weiterer Fälle, die alle im Widerspruch zur professionellen Ethik stehen.
Es klingt sehr zynisch, wenn die Rechtfertigung des serbischen Regimes lautet, dass diese Maßnahmen, die in Kosova angewandt werden, für bessere interethnische Beziehungen und den Gesundheitsschutz in Kosova dienen sollen. Ihre Behauptung, dass die albanischen Ärzte und Krankenschwestern ihre Arbeit freiwillig aufgegeben hätten, sprengt jeden Rahmen.
Zur Substantierung der obenerwähnten Fälle besitzen unsere Organisation, der Rat für die
Verteidigung der Menschenrechte und Freiheiten, das Helsinki Komitee und andere Menschenrechtsorganisationen Berichte und schriftliche Unterlagen zur Verifikation.
Kosova ist sehr reich an natürlichen Ressourcen. Die Bodenschätze sind: Blei, Zink, Nickel, Silber, Gold, Magnetit, Chrom usw. Einige dieser Mineralien sind sogar im Vergleich zu europäischen Reserven in beträchtlichen Mengen vorhanden. Die Bleimine "Trepça" ist eine der reichsten Europas.
Kosova ist auch reich an Energiequellen; es besitzt 6O% der Kohle und Braunkohlereserven Ex-Jugoslawiens.
Die geographische Struktur, fruchtbarer Boden und ein gemässigtes Klima bieten Möglichkeiten zur Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Kosova produziert Weizen, Mais, Kartoffeln und andere Gemüse, Früchte, einschließlich spezielle Traubensorten. Die Weine Kosovas sind sehr berühmt. Das Landwirtschaftspotential deckt 70% des Bedarfs.
Tourismus besitzt für die Zukunft gute Perspektiven, besonders nach der Befreiung und Demokratisierung Kosovas. Das touristische Potential basiert auf Naturschönheiten, kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten von neolithischer bis in die Neuzeit, seltene Handwerke, Mineralquellen und Bäder, Skigebieten und einer reichen, vielfältigen Fauna mit einigen Exemplaren von hohem Trophäenwert.
Wegen seines wirtschaftlichen Potentials war Kosova immer Ziel kolonialer Ausbeutung.
DIE ZERSTÖRUNG DER WIRTSCHAFT KOSOVAS
In ökonomischer Hinsicht war Kosova eine der unterentwickeltsten Regionen Ex-Jugoslawiens.
Während des Zeitraums, in dem Kosova föderale Subjektivität genoß, entstand in Kosova ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, indem von einer extensiven Agrarwirtschaft zu einer extensiven Industriewirtschaft gewechselt wurde.
Das Volumen industrieller Produktion wuchs um das dreieinhalbfache, was, in Prozenten ausgedrückt, 56% des schnellen Wachstums im Vergleich zum Durchschnitt der jugoslawischen Wirtschaft ausmachte.
Die Dynamik des Produktionswachstums war zweimal höher als die Dynamik der Natalitätsrate, was eine spürbare Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung zur Folge hatte.
Das Wachstum der Wirtschaft Kosovas nahm im Anschluß an die Besetzung Kosovas durch Serbien im Jahre 1989 ein Ende.
Albanische Ökonomen schätzten, daß Serbien mit den Maßnahmen, die es in Kosova ergriff in den letzten fünf Jahren fast die gesamte Wirtschaft Kosovas zerstört und eine grosse Anzahl albanischer Familien an den Rand des Ruins gebracht hat.
Indem Kosovas Subjektivität abgeschafft, Notstandsmassnahmen über die wirtschaftlichen und sozialen Institutionen verhängt und Kosovas finanzielle und wirtschaftliche Großbetriebe in serbische integriert wurden, hat das serbische Regime Kosova in eine typische Kolonie verwandelt, und seine Wirtschaft steht vor dem völligen Zusammenbruch.
Exakte Analysen zu diesem Problem gibt es keine, weil die albanischen Ökonomen auf die Straße gesetzt wurden. Die Institutionen, die diese Art Daten liefern könnten, wie statistische Institutionen, Sozialdienste für Rechnungswesen und andere Finanzinstitutionen sind unter völliger serbischer Kontrolle.
Einige Daten sind jedoch bekannt:
Im Laufe des Jahres 1990 und Anfang 1991 hat das serbische Parlament
die sogenannten "Notstandsmaßnahmen" (Zwangsadministration) in 336 Betrieben in Kosova eingeführt
die Bankgesellschaft Kosovas (Banka e Bashkuar e Kosoves) mit einem geschätzten Kapital von
742,1 Mia. USD liquidiert, wobei 66000 Sparern 98.2 Mia. USD geraubt wurden.
Wirtschaftsgrossbetriebe wurden mit Gewalt in serbische integriert:
Electroeconomy Kosova, einer der größten Energielieferanten in der Region, wurde in Electroserbia integriert, wobei das einzige, was noch funktioniert, die Kohleausbeutung für den serbischen Bedarf ist. Seit der Integrierung wurden über 4000 albanische Arbeiter auf die Straße gesetzt.
Der Minengroßbetrieb Jugoslawiens, "Trepça" die erfolgreichste Firma Ex-Jugoslawiens, erlitt das selbe Schicksal. Die Bleimine, die auch Gold und Silber enthält, wurde während der ganzen Zeit der Existenz Ex-Jugoslawiens ausgebeutet.
Seit der Besetzung wird die Mine "Trepça" ausschliesslich von Serbien kontrolliert und ausgebeutet.
In den letzten fünf Jahren entließ das aufgezwungene serbische Management die albanischen Arbeitnehmer aus ihren Stellen in den selbstverwalteten Unternehmen und Firmen.
Die Anzahl der Angestellten in diesem Sektor wurde von 187 298, die 1989 angestellt waren, um 147 000 oder 78% reduziert
Der Produktionsaustoß wurde auf 31% reduziert, während die Ausschöpfung der Kapazitäten von 64% auf lediglich 19,8% fiel.
Während der ganzen Zeit unter Besetzung haben die selbstverwalteten Unternehmen nur Defizite erwirtschaftet, dank einer konstanten Politik der Plünderung des Kapitals, wodurch der Wert der Geschäftsvermögen von 12 Mia. DM im Jahre 1990 auf nur 2,972 Mia. DM im Jahre 1994 sank, was einen Wertverlust der Geschäftsvermögen von 9,037 Mia. DM bzw. 78,8% Wertverlust bedeutet.
Neben der üblichen Plünderung der Einwohner und Unternehmen, die in erster Linie die serbische Polizei durchführt, wurden allein im Jahre 1994 der Wirtschaft Kosovas und den Einwohnern 393, 1 Mio. DM in Form von Erhebungen, Steuern, individuellen Beiträgen, Zollgebühren usw. geraubt.
Während der ganzen Zeit unter Besetzung haben die Privaten Firmen, die Albanern gehören, Profit erwirtschaftet. So erarbeitete dieser Wirtschafissektor im Laufe des Jahres 1994, während er nur im Besitze von geschätzten 3,2% des Vermögens in der Wirtschaft Kosovas war, 13,5% von Kosovas Bruttosozialprodukt mit einem Profit von 66,9%. Dies ist eine solide Basis, auf die man zählen kann, wenn nach der Besetzung die Wirtschaft von einheimischen Angestellten geführt wird, so daß die Wirtschaft Kosovas dynamische und stabile Fortschritte machen wird.
4. KULTUR UND WISSENSCHAFT
Nach der Besetzung Kosovas begann das serbische Regime eine Denationalisierungspolitik gegenüber den Kosova-Albanern.
Nach 1990 wurde in den Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen das gesamte Leitungspersonal gewaltsam ausgewechselt, und in allen Fällen wurden die albanischen Leiter durch serbische ersetzt.
Albanische Kulturschaffende und Wissenschaftler wurden von ihren Stellen entlassen, so z.B. in der Universitäts- und Nationalbibliothek Kosovas, im Nationaltheater Kosovas, den Archiven Kosovas, den Institutionen für Natur- und Umweltschutz, in der Filmproduktionsfirma "Kosova-Film", im Folkloreensemble "Shota", im Pionierzentrum, in der Abteilung für den Schutz von Kulturdenkmälern Prizren sowie anderen Bezirks- und Gemeindeinstitutionen im Kulturbereich.
Das serbische Regime verbot die folgenden Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen: die Akademie der Künste und Wissenschaften Kosovas, die albanischsprachige Universität Prishtina, das Institut für Albanologie, das Historische Institut, Radio und Fernsehen Prishtina - Sendungen auf Albanisch, die albanischsprachige Tageszeitung "Rilindja", die Kunstgalerie, das Ballettensemble des Nationaltheaters von Kosova, das Symphonische Orchester, den professionellen Chor und den Kinderchor von Radio und Fernsehen Prishtina usw.
Die Folge einer solch brutalen und primitiven Politik gegen die Albaner sowie die Auswirkungen der aufgezwungenen Leitungsspitzen in diesen Institutionen sind offensichtlich:
Die Aktivitäten in albanischer Sprache in wissenschaftlicher und professioneller Forschung sowie im albanischen Kulturbereich wurden gewaltsam völlig zum Erliegen gebracht.
Jegliche Finanzierung aller kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen in Kosova ist seit fünf Jahren gestoppt. Das Budget für kulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten ist ausschließlich Serben und Montenegrinern vorbehalten.
Albanern ist es nicht erlaubt, kulturelle und wissenschaftliche Objekte zu benützen, und die Sportler Kosovas dürfen in den Sporteinrichtungen nicht trainieren. Unterhaltung ist nicht erlaubt.
In den letzten fünf Jahren wurden wissenschaftliche, Theater- und Musikdarbietungen sowie andere künstlerische Veranstaltungen (über 39) unterbrochen. Aktivitäten, die Albaner in Privathäusern unternehmen, werden oft auf brutalste Weise von den Polizeikräften unterbrochen.
In den Publikationsaktivitäten kam es zu einem drastischen Rückgang. Während im Jahre 1975, 375 Buchtitel in über 2 896 000 Exemplaren publiziert wurden, wurde seit 1992 kein einziges Buch mehr veröffentlicht. Die Publikation von Werken und Büchern über kulturelle und wissenschaftliche Themen, wie z.B. Kosovas antike Denkmäler, albanologische Forschung etc. wurde unterbrochen.
Ein Team von ca. 90 qualifizierten albanischen Angestellten wurde aus der Universitäts- und Nationalbibliothek Kosovas entlassen, wo über 9O% der Leser Albaner waren. Stattdessen wurden Personen serbischer und montenegrinischer Nationalität angestellt, ohne daß man sich gebührend an Kündigungs- und rechtliche Verfahren gehalten hätte. Mehr als die Hälfte des Raumes in der Bibliothek wurde für sachfremde Zwecke, sogar für Restaurants (ein Nachtclub namens "Eminentia") vermietet. Im Jahre 1991 wurden über 12 300 kg Periodika aus der Bibliothek an die Papierfabrik Lipjan verkauft, während Anfang 1992 3080 Bücherpakete und 16 Kubikmeter Zeitungen und Zeitschriften aus der Bibliothek entfernt wurden. Einiges davon wurde verbrannt, aber niemand weiß, was mit dem Rest aus der Sammlung seltener und alter Bücher in albanischer Sprache geschehen ist.
Viele Gegenstände wurden aus den Archiven Kosovas entfernt, Solange nur serbische Angestellte damit Umgang haben, kann niemand sicher sagen, wieviel und was von den Materialien zerstört oder entfernt wurde. Aufgrund früherer Erfahrungen muß jedoch angenommen werden, dass viele Dokumente der Nationalbewegungen der Albaner, wie z.B. der albanischen Liga von Prizren, und aus vielen Prozessen, wie z.B. dem Prozeß von Prizren, der Landreform und der Kolonialisierung Kosovas weggeschafft wurden.
In einer Zeit der Übertreibung hinsichtlich serbischer Denkmäler werden Illyro-albanische Denkmäler vernachlässigt und in einigen Fällen systematisch entfernt. Diese Handlungen und andere wurden begangen, um die historische Wahrheit über die Albaner als eingeborenes und indigenes Volk in diesen Gebieten zu negieren. Mittels verschiedener Arten von Propaganda, nicht wählerisch in den Methoden und durch Geschichtsfälschung wurden Versuche unternommen, der Welt zu beweisen, daß die Geschichte hier mit den Serben, nicht früher als im Mittelalter, begann.
Seit 1981 wurden Denkmäler albanischer Kultur, wie der Gebäudekomplex der albanischen Liga von Prizren, das Haxhi Zeka Zentrum in Peja, albanische Türme, Denkmäler für den Zweiten Weltkrieg und andere architektonische Denkmäler absichtlich zerstört. Im Jahre 1990 wurde eine Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Stadtzentrum von Klina völlig demoliert. Die Trümmer wurden zum Bau einer serbisch-orthodoxen Kirche verwendet.
Die Namen von Strassen, Schulen und anderen Institutionen, die die Namen albanischer Helden trugen, wurden in serbische geändert, Selbst der Name eines Quartiers in der Hauptstadt Prishtina, Ulpiana, der aus römischer Zeit stammt, wurde in Carica Milica, eine mittelalterliche serbische Königin, geändert.
Alle Tänzer und Musiker des Folkloreensembles "Shota" wurden entlassen, und dem Ensemble wurde der serbische Name "Venac" (Krone) gegeben.
Neue serbische Kirchen werden auf dem Territorium Kosovas erbaut. Am provokativsten ist der Bau einer neuen Kirche auf dem Grundeigentum der Universität Prishtina.
In den letzten fünf Jahren wurde die wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit dem Ausland unterbrochen, während jegliche Zusammenarbeit dieser Art mit Albanien seit 1981 vollkommen verboten ist.
Die obenerwähnten Angaben belegen mit Fakten, daß eine antialbanische Kampagne im Gange ist, die als kultureller Genozid in Wissenschaft, Kunst, kulturellem Erbe und geistigem Reichtum der Kosova-Albaner bezeichnet werden kann.
Nach der gewaltsamen Aufhebung von Kosovas Subjektivität durch Serbien wurden die Notstandsmassnahmen in allen Institutionen, einschliesslich den Medien, angewendet, Tatsächlich waren die albanischen Medien das erste Ziel der destruktiven serbischen Politik.
Am 5 Juli 1990 verboten die serbischen Behörden gewaltsam die Ausstrahlung albanischsprachiger Sendungen in Radio und Fernsehen von Kosova sowie alle lokalen Radiostationen, Über 1300 Journalisten und andere Angestellte wurden gewaltsam von ihren Arbeitsplätzen vertrieben.
Einen Monat später, im August 1990, wurde die einzige albanischsprachige Zeitung "Rilindja", in Kosova eingestellt.
Im Mai 1993 nahm Serbien absichtlich ein neues Gesetz an, daß das Verlagshaus "Rilindja" in die serbische Unternehmung "Panorama" transformierte. Die Angestellten von "Rilindja" wiedersetzten sich diesem gewaltsamen Wechsel mit einem mehrtägigen Hungerstreik. Leider wurden ihre Forderungen vom serbischen Regime ignoriert.
Auf diese Weise wurden die Albaner im Verlauf weniger Monate jeglicher Informationsmittel beraubt.
Seit 1993 herrscht für das albanische Volk ein völliger informationsmäßiger Blackout. Er umfaßt sogar Publikationen für Frauen und Kinder.
Die albanischen Journalisten verfolgten, um diese Informationssperre zu durchbrechen, verschiedene Wege, die auf privater Finanzierung beruhen. Als Resultat erschienen einige wenige Publikationen. Allmählich verschwinden jedoch auch sie infolge der Hindernisse, die das serbische Regime errichtet.
DIE GEWALT GEGEN ALBANISCHE JOURNALISTEN
In den vergangenen fünf Jahren erlebten die albanischen Journalisten in Kosova scharfe Verfolgung durch das serbische Regime. Die Verfolgung albanischer Journalisten setzte ganz am Anfang des albanischen Journalismus in Kosova ein.
Die Zahlen besagen, daß zwei albanische Journalisten ermordet, einer verwundet und 24 weitere zu insgesamt 12 Jahren Gefängnis verurteilt wurden, unter ihnen der Journalist und Schriftsteller Adem Demaçi, der 28 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbrachte. Zu einem bis sechs Monaten Gefängnis wurden 14 albanische Journalisten verurteilt.
Während einem bis zu sieben Monaten wurden 7 albanische Journalisten zwischen April 1981 und März 1989 in sogenannter "Isolationshaft" gehalten, wo sie physische und mentale Folterungen erlitten. 17 albanische Journalisten wurden während der letzten Jahre physisch mißhandelt. Unter den verhafteten Journalisten befand sich der Chefredaktor der einzigen Frauenzeitschrift, "Kosovarja".
DIE ALBANISCHEN MASSENMEDIEN HEUTE
Seit fünf Jahren sind nunmehr albanischsprachige Radio- und Fernsehsendungen verboten. An Zeitungen und Zeitschriften können zur Zeit nur diejenigen, die auf privater Finanzierung basieren, erscheinen. Momentan gibt es:
"Bujku", die Bauernzeitung, die die verbotene Tageszeitung "Rilindja" ersetzt hat. Sie wird mit 12 bis 16 Seiten an sechs Wochentagen publiziert.
"Zëri", eine politische Wochenzeitschrift, die sich hauptsächlich auf die Balkankrise und das Kosova-Thema konzentriert.
"Koha", eine politische Wochenzeitschrift.
"Fjala", eine Zeitschrift für Kultur, Kunst und soziale Themen, zweiwöchentlich.
"Kosovarja", eine Monatszeitschrift für Frauen.
"Pioneri" und "Hareja", Monatszeitschriften für Kinder.
FRAUEN IN KOSOVAS JOURNALISMUS
Als die Radio- und Fernsehinstitutionen noch in Betrieb waren, waren ca. 3O% der Angestellten Frauen. Heute, nachdem sie von ihren Arbeitsplätzen vertrieben worden sind, fühlen sie sich isoliert und nutzlos für die Gesellschaft.
Die Journalistinnen Kosovas sind sich bewußt, daß sie - neben der auf Frauen ausgerichteten Monatszeitschrift - daran arbeiten müssen, sich einen journalistischen Rahmen zu schaffen. Dem Anwachsen weiblicher Präsenz im Journalismus wird besondere Beachtung geschenkt.
Kosova erstreckt sich auf einem Gebiet von 10 887 km2. Die Gesamtbevölkerung beträgt 2,15 Mio. Einwohner 90% der Bevölkerung sind Albaner, während die restlichen 10% aus Serben (7%) und Montenegrinern, Muslimen, Kroaten, Türken und Zigeunern (3%) bestehen.
Die Bevölkerungsdichte ist sehr hoch mit über 192 Einwohnern pro km2. 50% der Bevölkerung sind Frauen. 52.7% der Bevölkerung ist unter 19 Jahren alt, davon sind 44,3% zwischen 0 und 14 Jahren. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 24,5 Jahre.
Als überwältigende Bevölkerungsmehrheit in der Region machten die Albaner bisher schlechte Erfahrungen mit den ständigen Herausforderungen der Serben, die ethnische Struktur Kosovas zu verändern. In diesem Jahrhundert waren die Albaner viele Male der Kolonisation und den Bevölkerungsverschiebungen, die Serbien initiierte, ausgesetzt. Aus einer ganzen Menge von Projekten zur ethnischen Säuberung, sollen nur einige besonders erwähnt werden: "Nacrtanije" des serbischen Ministers Ilia Garashanin (1844); Ivo Andrics (Nobelpreisträger für Literatur) Projekt zur Aufteilung Albaniens (1939) und die Projekte des serbischen Akademikers Vasa Cubrilovic für die Deportation der Albaner (1937 und 1944).
Seit der Besetzung Kosovas flohen über 300 000 Albaner aus Kosova. Auf der anderen Seite findet die Kolonisierung Kosovas statt. Die Situation mit den serbischen Siedlern, die aus Kroatien nach Kosova gebracht wurden, ist gerade jetzt sehr alarmierend. Die jüngsten Kolonisierungsabsichten Serbiens stellen eine gefahrliche Provokation in der höchst labilen Situation Kosovas dar Sie könnten zu einem offenen Konflikt führen, wenn man das Faktum bedenkt, dass die Albaner 9O% der Bevölkerung ausmachen und die Veränderung der ethnischen Zusammensetzung Kosovas niemals akzeptieren werden.
7. BESCHÄFTIGUNGSLAGE
Fast 80% der berufstätigen Albaner wurden gewaltsam entlassen, nachdem die administrativen Massnahmen hierfür von der serbischen Regierung eingeführt worden waren. "Notverwaltung" wurde in 450 Betrieben bzw. 95% aller öffentlichen Unternehmen in Kosova verhängt. 147'300 Albaner (Stand: 1993, herausgegeben von der Gewerkschaftsunion Kosovas; die Anzahl wächst) wurden entlassen, und die meisten von ihnen wurden durch Serben und Montenegriner ersetzt. 120 000 albanische Familien haben keine Existenzmöglichkeit mehr Mindestens eine Million Albaner sind praktisch der Gefahr des Hungertodes ausgesetzt.
Die vom Institut für Wirtschaftswissenschaften in Belgrad herausgegebenen Daten (Juni 1994) zeigen, daß über 8O% der Bevölkerung Kosovas (9O% Albaner und unter ihnen 48,2% Frauen) jetzt arm sind.
8. FREIER PERSONENVERKEHR
Ethnischen Albanern ist es verboten, sich innerhalb und außerhalb Kosovas frei zu bewegen. Jede Bewegung innerhalb einer Stadt, zwischen Städten, aus Städten in die Dörfer und umgekehrt wird von der Polizei kontrolliert. Wenn Reisende angehalten werden, werden sie überprüft, beleidigt, mißhandelt, geschlagen, ausgeplündert, ihr Besitz wird beschlagnahmt, und sie werden verhaftet. Die Polizei schafft so Angst und Unsicherheit, in Kosova zu leben.
Der Endpunkt dieser so hochgradigen Repression, wo ein ganzes Volk in unerträglichen Lebensbedingungen gehalten wird, die seine Auslöschung anstreben, ist die ethnische Säuberung Kosovas von den Albanern. über 500 000 Albaner sind bereits ausgewandert, unter ihnen ganze Familien.
9. JUSTIZ UND GERICHTSBARKEIT
Die Justiz weist im Moment keine spezifischen Merkmale auf. Sie war ein immer existentes Problem für ethnische Kosova-Albaner und Albaner, wo immer sie in Ex-Jugoslawien lebten. Die Justiz ist charakterisiert von drastischen Verletzungen elementarer Menschenrechte, des Rechts auf Verteidigung und des Rechts auf Gleichbehandlung.
Die Form der Prozesse und der Verfolgung ist ein Teil des Lebens von ethnischen Albanern im allgemeinen geworden um des Ziels eines Gross-Serbien willen wird gegen Albaner Genozid begangen. Dieses Ziel ist heute so offensichtlich wie nie zuvor Nach willkürlichen Verhaftungen, unter konstruierten Verdächtigungen, benützen die serbischen Behörden unerlaubte Druckmittel, um die Inhaftierten zu den Geständnissen zu zwingen, die die Polizei von ihnen hören will.
Trotz dieser Fakten behaupten die serbischen Behörden in Belgrad immer noch, daß die Albaner gleichberechtigte Bürger Jugoslawiens seien. Sie behaupten, daß die Rechte der Albaner auf internationalen Konventionen basierten.
10. ÜBERGRIFFE AUF DIE FAMILIE
Albanische Familien zählen ungefähr 7 Mitglieder. Den Daten zufolge, die der Rat für die Verteidigung der Menschenrechte und Freiheiten (CDHRF) zusammenträgt, werden mindestens 25 000 Personen pro Jahr während Polizeiaktionen in Privathäusern mißhandelt .
In Tat und Wahrheit ist die Situation noch viel schlimmer. Objektive Gründe, wie die Unmöglichkeit, über den Vorfall zu sprechen, die Angst der Familie, die Gewaltanwendung der Polizei zu rapportieren usw., lassen darauf schließen, daß die Situation in Wirklichkeit sehr gespannt ist. Die Zweigstellen von CDHRF schaffen es nicht, alle Informationen zu sammeln. Sie liefern einige davon, aber viele Namen von Gewaltopfern werden nicht gemeldet, manche aufgrund der Drohungen der Polizei, manche aus Angst. Die größte Gewaltanwendung der Polizei geschieht im Rahmen der "Waffensammlungen", von denen alle Familienmitglieder betroffen sind . Manchmal nennen die Meldungen darüber nur den Namen der Familienoberhäupter. Die Polizeiinterventionen in den Familien geschehen spät nachts oder früh morgens, wenn die Menschen schlafen und es keine Zeugen gibt. Die polizeiliche Durchsuchung wird absichtlich unternommen, um Panik unter den Familienmitgliedern hervorzurufen, die Kinder und Frauen zu verängstigen und alte Menschen in Unruhe zu versetzen. Das Geschrei der Polizei und das Geräusch ihrer Waffen weckt die Kinder und sogar Babys.
Albanische Familien werden auch gewaltsam aus ihren Wohnungen auf die Strasse gesetzt.
11. ÜBERGRIFFE AUF KINDER
Albanische Kinder machen fast 5O% der Altersgruppe 1 - 17 Jahre der albanischen Bevölkerung in Kosova aus.
Albanische Kinder sind Opfer der serbischen Polizei- und Militärbehörden.
Dies dauert schon seit einigen Jahren an, aber seit 1993 wurde dieser Terror, der sich nicht von der gegen Erwachsenen ausgeübten Gewalt unterscheidet, noch ausgebaut. Die üblichsten gegen Kinder ausgeübten Formen von Gewalt sind die folgenden: Ermordungen, Verhaftungen, Verletzungen, "Infomativgespräche" auf Polizeiabteilungen, Folterungen und verschiedene andere Formen von Misshandlungen.
Durch die Ermordungen und Verletzungen wird Art. 6 der Konvention über die Menschenrechte und Freiheiten von Kindern verletzt, ebenso Art. 16 und 18 dieser Konvention.
Kinder werden meist während Polizeiaktionen in Dörfern und bei albanischen Familien verhaftet. Einige von ihnen wurden verhaftet und anstelle ihrer Eltern als Geiseln gehalten. Einige Kinder wurden für "Informativgespräche" auf verschiedenen Polizeistationen in ganz Kosova, ohne jegliche gesetzlichen Rechte auf Verteidigung, festgehalten. Derartige Handlungen der Polizeibehörden der serbischen Regierung in Kosova verletzen offen Art. 16 und Art. 18 Abs. 1 und 2 i der Konvention über die Menschenrechte von Kindern.
In Zusammenhang mit Art. 24 lit. b der Konvention zeigen die Informationen über die medizinische Situation der Kinder, daß Epidemien verschiedener Grössenordnung auf dem Gebiet Kosovas aufgretreten sind und zwar infolge der ungenügenden Impfungen der Kinder Masern-, Keuchhusten- und Kinderlähmungsepidemien verursachten am physischen und geistigen Gesundheitszustand der Kinder grossen Schaden.
Albanischen Kindern wurde ihr Recht auf kostenlose Schulbildung genommen. Sie erhalten keinerlei Anreiz zum Besuch von Mittelschulen. Damit wird Art. 28 lit. a und b der Konvention über die Menschenrechte von Kindern verletzt.
Darüber hinaus ist die Gewaltanwendung von Polizei und Militär gegen Kinder ein spezifisches Charakteristikum. Es beweist, dass Polizei und Armee keinen Unterschied machen zwischen Kindern und Erwachsenen der albanischen Bevölkerung.
V. ETHNISCHE ALBANERINNEN ALS OPFER DER
POLIZEI UND DES MILITÄRS UND DIE VERLETZUNG IHRER MENSCHENRECHTE
Ethnische Albanerinnen können nicht gesondert von anderen Opfern betrachtet werden. Sie haben keinerlei Möglichkeiten zu handeln. Praktisch sind diese Frauen integraler Teil der Unterdrückten und von der Welt abgeschnitten.
Unter den oben beschriebenen Umständen ist es unmöglich, eine eigentliche Analyse der Frauenproblematik und der Stellung der Frauen durchzuführen. Frauen können nicht losgelöst von ihren Familien und Kindern betrachtet werden. Es gäbe indessen sehr viel über sie zu schreiben, insbesondere nachdem sich ihre Stellung sehr verschlechtert hat. Die Gewaltanwendung der serbischen und montenegrinischen Polizei und Armee, die permanent gegen die gesamte albanische Bevölkerung Ex-Jugoslawiens ausgeübt wird, macht keine geschlechtsspezifischen Unterschiede. Alles in allem unterscheidet sich die Gewalt, unter der Frauen leiden, nicht von der allgemeinen Gewalt, die gegen Albaner ausgeübt wird.
Die Situation und die Stellung der Frau in Kosova sind die folgenden:
Von den 9O% der albanischen Bevölkerung Kosovas sind 49,2% Frauen. Gegenwärtig und unter der herrschenden politischen Situation sind weniger als 3% von ihnen berufstätig, zumal viele seit 1990 gewaltsam entlassen wurden.
Seit 1990 wurde das System der Sozial- und Gesundheitsfürsorge in Kosova gewaltsam zerstört. Der verletzlichste Teil der Nation - Frauen und Kinder - wurden ohne jegliche Fürsorge und Unterstützung gelassen, Ihre Gesundheit ist gefährdet, und wir sehen uns nun mit steigenden Erkrankungs- und Sterblichkeitsziffern konfrontiert.
Vor 1990 waren 33,5% der Frauen Kosovas berufstätig. Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeutete ihnen viel, insbesondere hinsichtlich Emanzipation und Familienplanung. Die gewaltsamen Entlassungen kamen für sie alle unerwartet . Diese Entlassungen sind als politisch zu betrachten.
Vom psychologischen Standpunkt aus können die entlassenen Frauen in drei Kategorien klassifiziert werden: junge Frauen, Frauen mittleren und Frauen reiferen Alters. Die Folgen der Entlassung sind abhängig von der Phase ihres Lebenszyklus. Zum Beispiel ist das reifere Alter eine besonders belastende Phase ohne Aussicht auf Überleben und Unterstützung, ohne Aussicht darauf, eine neue Stelle zu finden, und damit verbunden mit Verlust von Selbstvertrauen. Neben dem Verlust der Hoffnung auf Wohlstand erschwerten die Entlassungen das Leben der Frauen mittleren Alters vor allem in den privaten Unternehmen, z.B. Privatgeschäften u.a., was aber sehr wenige betraf. Jüngere Frauen waren in einer besseren Position, weil sie immer noch einen Lebensweg finden konnten und einen Lebenszweck, da sie ihr Leben noch vor sich hatten und wenigstens etwas für ihre Familien tun konnten.
Auf einer ersten Stufe wuchsen die Stressfaktoren, die Frauen verloren ihre eigenen Werte und wurden verletzlich; sie verloren einen Teil ihrer selbst, der psychologische Wichtigkeit besass. Alle Altersklassen wendeten Selbstschutzmechanismen an und wurden entweder zu Kämpferinnen (wenige von ihnen) oder sie kapitulierten (fast alle von ihnen). Die kämpferischen Frauen überwanden Hindernisse und bewiesen sich selbst. Die Frauen, die kapitulierten, bilden die überwältigende Mehrheit der albanischen Frauen; sie zogen sich "freiwillig" und in Hoffnungslosigkeit in ihre vier Wände zurück und, was am gefährlichsten ist, überliessen sich selbst dem Schicksal ihrer Familien und Ehemänner. Angst, Furcht, Hilflosigkeit und der Verlust von Selbstachtung wurden in den vergangenen fünf Jahren Teil des Lebens albanischer Frauen.
Der Ausschluss eines ganzen Kollektivs, gezwungen durch die Auswirkungen drastischer Ereignisse, die stattfanden und noch stattfinden und die unsere politischen und sozialen Momente verändern, unterdrückt jegliche Kreativität. Albanische Frauen sind vom öffentlichen Leben in Kosova völlig ausgeschlossen.
Die Situation albanischer Frauen ist zur Zeit die folgende: sie erfahren sich selbst als die Stützen der Familie, die sie tatsächlich sind, und sie versuchen, jedes Mitglied ihrer Familie aufrecht zu erhalten, indem sie ihre letzte Kraft opfern.
Die Angaben, die wir vom Rat für die Verteidigung der Menschenrechte und Freiheiten übernommen haben und die infolge der Angst der Frauen, den Terror der Polizei offenkundig zu machen, unvollständig sind, dienen uns als Anhaltspunkt. Mit Hilfe der Angaben des Rates kann man klar realisieren, wie albanische Frauen in Kosova behandelt werden, ohne von den serbischen Polizeibeamten und der Polizei an sich, von Militärangehörigen und gewöhnlichen serbischen Bürgern geschont zu werden.
Wir werden nur drei Fälle albanischer Frauen schildern, die ermordet wurden. Sie waren Frauen unterschiedlichen Alters und wurden unter verschiedenen Umständen umgebracht. Ihre Ermordung zeigt die Charakteristiken, die die unerträglichen Lebensumstände der Bürger Kosovas infolge der serbischen Anarchie, Explosionen, Terror, unkontrollierter Bewaffnung und Unverantwortlichkeit der serbischen Polizei und serbischen Bürger widerspiegeln.
- HAVUSHE AJETI,
geboren 1942, aus Prishtina, wurde im Hof ihres Hauses vor der Haustreppe ermordet. Jemand hatte eine Bombe von ausserhalb der Mauer in den Hof geworfen. Niemand übernahm die Verantwortung. Die Bombe stammte von der Armee.
- GRISHA KAMBERI,
geboren 1913, aus dem Dorf Caber bei Zubin Potok, starb an einem Schock infolge des Terrors. Starke Polizeiverbände, bewaffnet bis an die Zähne, umzingelten mit Panzerfahrzeugen und militärischer Ausrüstung das Dorf Caber am 26.August 1993. Die Polizei durchsuchte ohne Durchsuchungsbefehle wie sie es für gewöhnlich tut - 150 albanische Familien "nach Waffen". Alle betroffenen Familien wurden mit Schlägen, Unmenschlichkeiten und Demolierung von Häusern und Möbeln terrorisiert; es wurden keine Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht, Erwachsenen oder Kindern gemacht. Grisha, 80jährig, wurde in einem Schockzustand ohnmächtig und erholte sich nie davon, daß sie mit eigenen Augen die Gewalt der Polizei gegen ihre Söhne und andere Familienmitglieder hatte sehen müssen. Sie starb vier Tage später, das Entsetzen noch in ihren Augen. Die Polizei hatte ein Ultimatum gestellt, dass alle Einwohner von Caber binnen dreier Monate das Dorf zu räumen hätten.
- NYSRETE SHALA,
geboren 1952, aus Gjilan, wurde von einem Serben ermordet Sie befand sich auf dem Balkon ihres Hauses. Kugeln flogen aus dem Haus ihres serbischen Nachbarn. Niemand übernahm die Verantwortung, und niemand wurde deswegen angeklagt.
Albanische Frauen sind Opfer der Gewaltanwendung der Polizei und des Militärs. Sie werden verhaftet. Auch minderjährige Mädchen. Sogar Mütter mit Stillkindern werden verhaftet und als Geiseln für ihre Ehemänner genommen. Frauen werden inhaftiert und zu Gefängnis verurteilt. Sie werden von der Polizei aus unbekannten Gründen gesucht. Sie werden vorgeladen zu sogenannten "Informativgesprächen", mißhandelt, geschlagen und gefoltert. Der Rat für die Verteidigung der Menschenrechte und Freiheiten (CDHRF) verfügt über Angaben über eine Frau, deren erste Schwangerschaft infolge der Misshandlungen durch die Polizei mit einem Abort endete.
Mütter werden von Militärangehörigen und Polizeibeamten mißhandelt, weil ihre Söhne sich weigern, in der jugoslawischen Armee Dienst zu leisten, und den Krieg verweigern. Schulmädchen werden von der Polizei mißhandelt. Frauen werden auch gesucht im Rahmen der sogenannten "Waffensuchaktion" und misshandelt. Fälle von Vergewaltigung werden CDHRF selten gemeldet, aber niemand weis, was geschieht, wenn starke Polizeiverbände in die Häuser eindringen, die Familien misshandeln und Männer und Frauen in getrennte Räume sperren. Im übrigen sind die Erniedrigungen durch die Polizei sehr offensichtlich. Der Erniedrigungen sind viele, wie z.B. dass Frauen gezwungen werden, während der Hausdurchsuchungen neben den Polizeikommandanten zu sitzen, zu kochen und in erniedrigendster Art und Weise Kaffe zu servieren. Leider werden die meisten dieser Fälle nicht rapportiert infolge der heiklen Stellung der Frauen im allgemeinen und auch infolge ihrer traditionellen Stellung.
CDHRF gelangte jüngst in den Besitz alarmierender Informationen über die sinkende Zahl der Schüler in Kosova. In dieser Zahl nimmt die Anzahl der Mädchen die die Schule aufgeben, den ersten Platz ein Unter den Umständen, die den Schulbesuch erschweren, wie Entfernung, Heimlichkeit (geheime Klassen in Privathäusern), mangelnde finanzielle Mittel der Familen, ist der wichtigste Umstand die Unsicherheit.
Albanische Frauen sind heute in wirtschaftlicher, physischer und mentaler Gefahr.
Nach den gewaltsamen Massenentlassungen von Albanern sind heute nurmehr 3% der albanischen Frauen berufstätig Frauen haben kein Recht auf Krankenversorgung und Krankenversicherung Jede medizinische Behandlung muss bezahlt werden, sogar das Gebären.
Die Stellung der Frauen innerhalb der Familien wurde ruiniert. Frauen erleben Gewalt in der Familie stärker als je zuvor Ihre geschlechtsspezifische Integrität nimmt ab. Das politische Chaos, die wirtschaftliche Gewalt gegen die albanischen Familien hat die Stellung der Frauen schwieriger gemacht, und es besteht eine objektive Angst, zurückzufallen in Traditionalismus und zur traditionellen Familie. Die Lage der Frauen in Kosova ist so schlimm, dass Aktivitäten von Frauengruppen nicht erlaubt sind. Jegliche Aktivität in dieser Hinsicht wird unter den oben beschriebenen Umständen von der Polizei als feindlich behandelt.
Die Frauen Kosovas werden von den serbischen Behörden in kulturelle, soziale und intellektuelle Inferiorität gedrängt. Ihre Menschenrechte werden verletzt, und sie dürfen keine Kampagnen gegen das Leiden oder gegen die Gewalt im allgemeinen organisieren.
Die Frauen Kosovas möchten viele Probleme hervorheben: Probleme hinsichtlich Feminismus, Familienleben, Ehen, Scheidungen, Geburten und Abtreibungen, Ausbildung, ihre missbrauchten Rechte als menschliche Wesen und Individuen, ihre Menschenrechte, Wirtschaft und überleben usw. Aber ihnen wird praktisch kein Raum gewährt.
Unter den gegebenen Umständen gibt es dennoch Frauengruppen, die in Kosova arbeiten und deren Resultate recht bemerkenswert sind: Das Frauenforum der Demokratischen Liga Kosovas (LDK), die Liga albanischer Frauen (ein NGO), die albanischen kunstschaffenden Frauen (eine Vereinigung), die Gruppe der Veteraninnen aus dem Erziehungsbereich, die albanischen Frauen in Schwarz, die Schwestern Qiriazi (eine Vereinigung), das Kosova Rechtskomitee der Frauen und seit zwei Monaten das Zentrum für den Schutz von Frauen und Kindern. Diese Gruppen haben das Bewusstsein der Frauen sehr gestärkt, doch finanzielle Mittel, um Arbeitsweisen zu institutionalisieren und Veränderungen zu erreichen, sind fast nicht zu bekommen.
Jedermann weis, daß die Stellung der Frau abhängt von den wirtschaftlichen Entwicklungen, die in Kosova völlig zum Erliegen gekommen sind, und den politischen Entwicklungen, die in Kosova direkt von den serbischen Behörden zerstört wurden. Kosova leidet unter einem klassischen kolonialen Dasein.
VI. DAS KOSOVA-PROBLEM IST DER WELT TROTZ DER SERBISCHEN VERBOTE BEKANNT
DAS K0SOVA-PROBLEM IST DER WELT BEKANNT
Die Situation in Kosova wurde von vielen internationalen Institutionen auf höchstem Niveau seit 1989, als das Europaparlament die erste Resolution verfasste, verfolgt. Danach folgten viele Berichte und Resolutionen des Amerikanischen Kongresses, der UN Menschenrechtskommission und -Subkommission, des UN Spezialberichterstatters Mazowiecki, der UN Generalversammlung, UNHCR, ICRC, UNESCO, Amnesty International, zahlreicher Menschenrechtsgruppierungen, Helsinki Watch, Helsinki Federation bis hin zur letzten Resolution (August 1995) der UN Menschenrechtskommission.
Berichte und Resolutionen bestätigen und drücken ihre Besorgnis aus über die Apartheid, die ethnische Säuberung und Kolonisierung Kosovas. Die letzten Resolutionen fordern unter anderem auch die Respektierung des Willens der Einwohner Kosovas.
EINREISEVERBOT FÜR KOSOVA
Wie oben gesagt, waren viele internationale Instanzen interessiert zu erfahren und zu sehen, was zur Zeit in Kosova geschieht. Die serbischen Behörden waren sehr darauf bedacht, Kosova ausserhalb internationaler Beobachtung zu halten. Sie kontrollierten und verboten die Einreise vieler Delegationen und beendigten sogar die Präsenz von Beobachtern. Die serbischen Behörden erzwangen die Schliessung der Langzeitmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Kosova. Dem Spezialberichterstatter für Ex-Jugoslawien der Vereinten Nationen, T. Mazowiecki, wurde es verboten, langfristig Personal in Kosova zu stationieren; zudem wurde ihm sogar die Eröffnung eines Büros in Belgrad verboten. Auch dem Internationalen Kriegstribunal über Ex-Jugoslawien wurde die Erlaubnis, ein Büro zu eröffnen, nicht gewährt. Die Anstrengungen der UNESCO, ein Büro in Kosova zu eröffnen, waren vergeblich. VerschiedenenMenschenrechtsorganisationen, einschliesslich Amnesty International, wurden die Einreisevisa verweigert, oder sie wurden belästigt und eingeschüchtert.
VII. PERSPEKTIVEN
Die Perspektive für Kosova wäre ein unabhängiger und neutraler Staat Kosova, der auf dem in einem Referendum ausgedrückten Willen des Volkes von Kosova basiert. In politischer Hinsicht wäre es ein demokratischer Staat, in dem keine ethnische Gruppe als Minderheit behandelt Würde. Seine Wirtschaftsphilosophie wäre ein Mehrparteiensystem mit freier Marktwirtschaft und einem ausgedehnten privaten Sektor , von landwirtschaftlichen und Heimbetrieben bis hin zu grösseren Unternehmen. Reich an mineralischen Ressourcen, würde Kosova die aus der Vergangenheit ererbten Lasten schnell überwinden.
Der unabhängige Staat Kosova wäre eine offene Verbindung zwischen Albanien und Serbien. Er würde den freien Verkehr beider, der Albaner und der anderen, gewähren.
Die Albaner ausserhalb Kosovas (Südserbien, Frühere jugoslawische Republik Mazedonien und Montenegro), die eine Million zählen, wurden ebenfalls diskriminiert. Nach dem Zerfall Ex-Jugoslawiens sollte ihre politische Perspektive auf dem Recht auf Selbstbestimmung basieren.
Albaner in der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien müssen staatsbildenden Status geniessen, während die Albaner in Serbien und Montenegro Autonomie und gleiche nationale Rechte wie die anderen genießen sollten.
Sollte Kosova einmal mehr unter Serbien oder dem sogenannten Dritten Jugoslawien verbleiben, wäre das eine neue Tragödie und ein ungelöstes Problem. Heute, da Slowenen, Kroaten, Mazedonier als slawische Völker Jugoslawien verlassen haben, sehen die Albaner mit ihrer grossen ethnischen Distanz zu den Serben keinen Grund, weshalb sie mit Serbien leben sollten, insbesondere nicht, weil sie unter den serbischen Regimes so viel erlitten haben.
Ein unabhängiges Kosova ist eine Lösung, die auf der politischen Realität basiert, die nach dem Zerfall Ex-Jugoslawiens entstanden ist. Es wird Kosova von einem "Pulverfaß" zu einem Stabilitätsfaktor in der Region machen. Wenn dies nicht geschieht, werden die Albaner ultimativ die Vereinigung mit Albanien fordern.
In der Krise Ex-Jugoslawiens hat die internationale Gemeinschaft Unentschlossenheit und Zögern gezeigt, wirksame Schritte zu unternehmen, um den Tragödien in Bosnien und Kroatien ein Ende zu setzen. Dies wurde von Serbien als grünes Licht verstanden, um seine Aggression und seinen Expansionismus weiter auszudehnen. Es ermutigte Serbien auch, die OSZE- Beobachter aus Kosova hinauszuwerfen.
Durch den Hinauswurf der OSZE-Beobachter wurde Kosova in ein Konzentrationslager mit zwei Millionen Einwohnern verwandelt, wo Serbien freie Hand hat, Staatsterror auszuüben. Die jüngste Gewalt, die sich in Hunderten von Hausdurchsuchungen unter dem Vorwand der Waffensuche und Massenverhaftungen täglich manifestiert, hat die Spannungen so sehr wachsen lassen, dass die friedliche Bewegung der Albaner in Frage gestellt erscheint.
Um den friedlichen Widerstand des albanischen Volkes zu bewahren, um eine Eskalation des Krieges in der Region, der sicherlich noch schlimmere und weitere Konsequenzen nach sich zöge als der Konflikt in Bosnien, zu verhindern, appellieren wir an die internationale Gemeinschaft, aktiv zu werden bei der Suche nach Wegen, um eine Situation zu vermeiden, die den internationalen Frieden und die Sicherheit bedroht.
WIR APPELLIEREN AN DIE INTERNATIONALE GEMEINSCHAFT, SICH AUF KOSOVA ZU KONZENTRIEREN
In Kosova gibt es noch Raum für die Umsetzung Präventivdiplomatie. Die dringendsten Handlungen wären:
Kosova unter ein internationales Protektorat zu stellen
das Mandat der UNPREDEP- Kräfte auf Kosova auszudehnen
das gesamte Territorium Kosovas zu entmilitarisieren
die gleichberechtigte Teilnahme der Albaner am Friedensprozess sicherzustellen
dem serbischen Terror gegen die Kosova-Albaner Einhalt zu gebieten
der ethnischen Säuberung und Kolonisierung Kosovas Einhalt zu gebieten
der Apartheid und dem Genozid an den Kosova-Albanern Einhalt zu gebieten
die Sanktionen gegen Serbien zu verschärfen, bis die richtige Lösung für das Kosova- und Albaner-Problem gefunden ist
Die richtige Lösung für das Kosova-Problem wäre gefunden durch:
die Anerkennung des Rechts des Volkes von Kosova auf Selbstbestimmung
den gleichberechtigten Einbezug der Vertreter Kosovas in den Friedensprozess in Ex-Jugoslawien
den globalen Zugang zum Problem Ex-Jugoslawien, der die Möglichkeiten doppelter Standards eliminiert
DER BERICHT WURDE ENTWORFEN VON:
Edita Tahiri , Parlamentsabgeordnete
Sekretärin der LDK für Außenbeziehungen
Tel. (381 38) 24234132992
Fax (381 38) 27660132992
Tel.: (381 29) 26550
Adresse: Rr. G. Cavdarbasha 29, 38400 Prizren, Kosova
Dr. Edi Shukriu , Parlamentsabgeordneter
Departement der LDK für Außenbeziehungen
Professor an der Universität Prishtina
Tel, (381 38) 24234132992
Tel.: (381 38) 45604
Adresse: Ulpiana 29-5-7 , 38000 Prishtina, Kosova
AUTORINNEN DER BEITRÄGE:
Sevdie Ahmeti
Rat für die Verteidigung der Menschrechte und Freiheiten (CDHRF)
Tel. und Fax (381 38) 21 923
e-mail: SEVDIE.A@ZANA-PR.ztn.apc.org
Tel, und Fax (381 38) 29681
Adresse: Dubrovniku 23a, 38000 Prishtina, Kosova
Aferdita Saraqini-Kelmendi
Albanische Frauenliga
Tel, und Fax (381 38) 41203
e-mail: CCK_PR@ZANA-PR.ztn.apc.org
Adresse: SU-311-c2-5 Dardania, 38000 Prishtina, Kosova Seite
Dr. Mustafe Blakaj
Tel. (381 38) 40831
Adresse: rr. Lenini sl/30, 38000 Prishtina, Kosova
Kommissionen der Demokratischen Liga Kosovas:
Gesundheitskommission Wirtschaftskommission