Source: https://blog.intermakler.ch/2014/02/11/beurteilen-von-risiken-bei-veranstaltungen/
Timestamp: 2017-10-20 15:56:26
Document Index: 278078104

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 52', '§ 6', 'Art. 72', '§ 39', 'Art. 72', 'Art. 30', 'Art. 72']

Beurteilen von Risiken bei Veranstaltungen | Bulletin5
Veranstaltungen bringen spezifische Risiken mit sich, die es je nach Beurteilung durch Versicherungen zu decken gilt. Als Experte für Eventversicherungen möchten wir Sie auf einige Vorkehrungen aufmerksam machen, die Sie bei der Planung Ihrer Veranstaltung in Betracht ziehen sollten.
Lesen Sie auch unseren Artikel „Veranstaltungen richtig versichern“.
Risikominimierung kann nicht durch Versicherungen ersetzt werden
Bestehen erhöhte Risiken, sind zuerst alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um diese soweit wie möglich zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern. Versicherungen sind kein Ersatz für die Risikovermeidung, sondern eine Ergänzung hinsichtlich des unvermeidbaren Restrisikos.
Bei der Beurteilung der Risiken ist auch die mögliche Schadenverursachung durch Helfer, Organisatoren und beauftragte Firmen zu bedenken.
Über die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen müssen die Verantwortlichen aufgrund von fachlichen Kenntnissen entscheiden. Bei sportlichen Aktivitäten sind insbesondere die Standards und Empfehlungen der Fachverbände zu beachten unter Berücksichtigung des Ausbildungsstandes und der körperlichen Verfassung der Teilnehmenden sowie der konkreten Umstände im Zeitpunkt des Anlasses (Wetter, Umwelt, Gemütslage der Teilnehmenden usw.). Zu unterlassen sind das Eingehen von absoluten Wagnissen im Sinne von Art. 39 UVG.
Entscheid bei aussergewöhnlichen Risiken
Sind trotz aller Vorkehrungen die Risiken im Vergleich zu andern durchgeführten Veranstaltungen aussergewöhnlich hoch, soll vorab die Leitung über das Vorgehen oder den Abbruch entscheiden.
Beachtung von Bewilligungs- und Versicherungspflichten
Bisweilen ist für eine Aktivität eine besondere Bewilligung erforderlich, beispielsweise für radsportliche Veranstaltungen auf öffentlichen Strassen (Art. 52 SVG), für Radfahren im Wald abseits von Strassen und Wegen (§ 6 Kantonales Waldgesetz), für grössere Veranstaltungen auf öffentlichen Gewässern (Art. 72 Binnenschifffahrtsverordnung [BSV]) oder für gesteigerten Gemeingebrauch von Strassen (vgl. § 39 Kantonales Strassengesetz).
Die Bewilligung kann – unabhängig von der konkreten Risikobeurteilung – von einem Versicherungsnachweis abhängig gemacht werden. Dies trifft insbesondere in folgenden Fällen zu:
Wenn mit dem Fahrrad eine bestimmte Strecke mit Bewertung nach der erzielten Geschwindigkeit zurückgelegt wird (Art. 72 SVG und Art. 30 VVV), also beispielsweise für den Veloteil eines Triathlon.
Wenn die Veranstaltung oder ein Teil davon als nautische Veranstaltung zu werten ist; dazu zählen irgendwelche Veranstaltungen auf öffentlichen Gewässern, die zu Ansammlungen von Schiffen oder zu Verkehrsbehinderungen führen können (Art. 72 BSV). Letzteres ist in der Regel bei Schwimmveranstaltungen ausserhalb des markierten Schwimmbereichs von Badanstalten zu bejahen.
Zu bedenken ist, dass die Erteilung einer Bewilligung wie auch das Einholen von Versicherungsdeckungen eine gewisse Vorlaufzeit benötigen und nicht von heute auf morgen möglich sind.
Vorkehrungen im Schadenfall
Bei einem Schadenereignis sollen der Sachverhalt (Unfallhergang und Folgen) festgehalten und die Namen von Zeugen notiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass weder eine Haftungs- oder Schuldanerkennung abgegeben noch eine Absprache über die Schadenerledigung getroffen wird; das ist Sache der Versicherungen. Vorbehalten sind Bagatellfälle, die sofort endgültig erledigt werden können, ohne dass man später Versicherungsleistungen beanspruchen will. Wenn Drittpersonen beteiligt sind und eine ernsthafte Körperverletzung oder grösserer Sachschaden vorliegt, ist bei unklarem oder bestrittenem Unfallhergang grundsätzlich die Polizei beizuziehen.
Die Beurteilung von Schadenersatzforderungen fällt in die Zuständigkeit des Haftpflichtversicherers. Es dürfen keinerlei Erklärungen zur Haftung oder Schuldfrage abgegeben oder Absprachen über die finanzielle Schadenerledigung getroffen werden. Den Anspruchstellern ist zu sagen, das Begehren werde zur Prüfung an die zuständige Versicherung weiter geleitet.
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