Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201984,%20518
Timestamp: 2019-12-15 15:45:38
Document Index: 43301119

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 16', '§ 34', '§ 22', '§ 24', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 4', '§ 18', '§ 16', '§ 34', '§ 16', '§ 16', '§ 18', '§ 34', '§ 16', '§ 4', '§ 4', '§ 24', '§ 4', '§ 18', '§ 18', '§ 34', '§ 18']

BFH, 05.04.1984 - IV R 88/80 - dejure.org
https://dejure.org/1984,432
BFH, 05.04.1984 - IV R 88/80 (https://dejure.org/1984,432)
BFH, Entscheidung vom 05.04.1984 - IV R 88/80 (https://dejure.org/1984,432)
BFH, Entscheidung vom 05. April 1984 - IV R 88/80 (https://dejure.org/1984,432)
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UmwStG 1969 § 22; EStG § 16, § 34
Einbringungsgewinn - Praxisumwandlung - Sozietät
Zur Einbringung eines freiberuflichen Betriebs nach § 22 UmwStG 1969 (§ 24 UmwStG 1977)
BFHE 141, 27
NJW 1984, 2311
BB 1984, 1215
BStBl II 1984, 518
An der beabsichtigten Entscheidung sieht er sich durch die Urteile des IV. Senats vom 26. Februar 1981 IV R 98/79 (BFHE 133, 186, BStBl II 1981, 568) und vom 5. April 1984 IV R 88/80 (BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518) gehindert, nach denen bei einer Praxiseinbringung mit Ausgleichszahlung diese Zahlung nicht gemäß § 16 Abs. 1, § 18 Abs. 3 i.V.m. § 34 Abs. 1 EStG tarifbegünstigt ist.
Im Falle der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG --wie in dem der Vorlage zugrundeliegenden Streitfall-- muß zudem der Einbringungsgewinn auf der Grundlage einer Einbringungsbilanz und einer Eröffnungsbilanz der Gesellschaft ermittelt werden (BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
In der bisherigen BFH-Rechtsprechung ist die Einbringung einer freiberuflichen Praxis durch ihren bisherigen Alleininhaber in eine Sozietät gegen eine Ausgleichszahlung des neu aufgenommenen Mitgesellschafters in das Privatvermögen des Einbringenden nicht als eine nach § 18 Abs. 3, § 16 Abs. 4, § 34 Abs. 1 EStG steuerbegünstigte Veräußerung angesehen worden (Urteile in BFHE 133, 186, BStBl II 1981, 568, und in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
Der vorlegende Senat hat mit Beschluß vom 27. August 1997 angefragt, ob der IV. Senat einer Abweichung von den Urteilen vom 26. Februar 1981 IV R 98/79 (BFHE 133, 186, BStBl II 1981, 568) und in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518 zustimme.
Dieser Beurteilung steht das BFH-Urteil in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518 nicht entgegen, da in dieser Entscheidung ein Veräußerungstatbestand i.S. der §§ 16 und 18 Abs. 3 EStG gerade verneint wurde.
Der IV. Senat vertritt in den Urteilen in BFHE 133, 186, BStBl II 1981, 568, und in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518 die Auffassung, daß bei einer Praxiseinbringung mit Ausgleichszahlung diese Zahlung nicht gemäß § 16 Abs. 1, § 18 Abs. 3 i.V.m. § 34 Abs. 1 EStG begünstigt ist.
Denn die Aufdeckung aller stillen Reserven der wesentlichen Betriebsgrundlagen und die Ermittlung eines Einbringungsgewinns auf der Grundlage einer Einbringungsbilanz und einer Eröffnungsbilanz der Gesellschaft sind Voraussetzung für die Begünstigungen der §§ 16, 34 EStG (Beschluss des Großen Senats des BFH vom 18. Oktober 1999 GrS 2/98, BFHE 189, 465, BStBl II 2000, 123, unter C.I.1.;… BFH-Urteile in BFH/NV 2008, 385; vom 5. April 1984 IV R 88/80, BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
Infolge dessen sind in der Übergangsgewinnermittlung nur die tatsächlich eingebrachten Wirtschaftsgüter zu erfassen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
Da der Kläger, der in seiner Einzelpraxis den Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelte, für den Einbringungszeitpunkt eine Einbringungsbilanz erstellte und die Sozietät das eingebrachte Betriebsvermögen in ihrer Eröffnungsbilanz zu Teilwerten ansetzte (vgl. zu dem Erfordernis einer Einbringungs- und Eröffnungsbilanz im Falle einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG Senatsurteil vom 5. April 1984 IV R 88/80, BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518), lagen die Voraussetzungen eines tarifbegünstigten Einbringungsgewinns nach § 24 Abs. 2 und 3 UmwStG dem Grunde nach vor.
In einer juristischen Sekunde nach dem Einbringungsvorgang kann die Sozietät sodann wieder zu einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG übergehen (vgl. Senatsurteil vom 5. April 1984 IV R 88/80, BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
Die Zuzahlung oder der Verzicht auf eine private Forderung ist kein Geschäftsvorfall, der bei der Gewinnermittlung der aufnehmenden Gesellschaft zu erfassen ist (BFH-Urteile vom 24. März 1983 IV R 138/80, BFHE 139, 361, BStBl II 1984, 233, und vom 5. April 1984 IV R 88/80, BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518, unter 3.).
Davon, daß in Fällen der Einbringung mit Zuzahlung in Höhe der Differenz zwischen Zuzahlung und den anteiligen Buchwerten der Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens ein zu versteuernder Gewinn entsteht, ist der Senat im Urteil vom 5. April 1984 IV R 88/80 (BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518; ebenso BFH-Urteile in BFHE 135, 551, BStBl II 1982, 622; in BFHE 144, 220, BStBl II 1985, 695) ausgegangen.
Die Durchleitung des Betrages bei der GbR II ist unerheblich (in diesem Sinne auch BFH in BFHE 141, 27, BStBl II 1984, 518).
Diese Voraussetzung sei auch für den Fall der Einbringung einer freiberuflichen Praxis in eine Personengesellschaft unabdingbar (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 13. Dezember 1979 IV R 69/74, BFHE 129, 380 , BStBl II 1980, 239 ; vom 5. April 1984 IV R 88/80, BFHE 141, 27 , BStBl II 1984, 518 ).
Dieser Beurteilung kann nicht das BFH-Urteil in BFHE 141, 27 , BStBl II 1984, 518 entgegengehalten werden, da in dieser Entscheidung ein Veräußerungstatbestand i.S. des § 18 Abs. 3 EStG gerade verneint wurde.
Der IV. Senat vertritt in den Urteilen in BFHE 133, 186 , BStBl II 1981, 568 , und in BFHE 141, 27 , BStBl II 1984, 518 die Auffassung, daß bei einer Praxiseinbringung mit Ausgleichszahlung diese Zahlung nicht gemäß § 18 Abs. 3 i.V.m. § 34 Abs. 1 EStG begünstigt ist.
Diese Voraussetzungen seien aber nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 05. April 1984 IV R 88/80 ,BStBl II 1984, 518) unabdingbar.
Zumindest für die Wahl des Teilwertansatzes ist dies höchstrichterlich entschieden ( BFH-Urteil vom 05. April 1984 IV R 88/80 ,BStBl II 1984, 518).
Die höchstrichterliche Rechtsprechung ging bisher davon aus, daß mit "Anteil am Vermögen, das der selbständigen Arbeit dient" ein Mitunternehmeranteil zu verstehen sei ( BFH-Urteil vom 05. April 1984 IV R 88/80 ,BStBl II 1984, 518).
Auch Seeger (…in Schmidt. 15. Aufl., § 18 EStG, Rz. 230 und 231) ist der Auffassung, daß die bisherige höchstrichterliche Rechtsprechung BStBl II 1984, 518 [BFH 05.04.1984 - IV R 88/80] ), wonach zwar die Aufnahme eines weiteren Sozius in eine bestehende Personengesellschaft begünstigt ist, nicht jedoch die entgeltliche Aufnahme eines Sozius in eine Einzelpraxis, widersprüchlich und daher nicht haltbar sei.
FG Baden-Württemberg, 05.06.1997 - 6 K 41/94
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