Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20346/02
Timestamp: 2017-10-23 00:37:25
Document Index: 191418097

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 844', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 844', 'BGH', '§ 844']

BGH, 04.11.2003 - VI ZR 346/02 - dejure.org
BGB § 844 Abs. 2, EigZulG § 9
Zur Berücksichtigung von Eigenheim- und Kinderzulagen als Bestandteil des fiktiven Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen
Anspruch auf Zahlung von Unterhaltsrenten ; Leistungen nach dem Eigenheimzulagengesetz (EigZulG) ; Bemessung der Höhe von Unterhaltsansprüchen ; Öffentlich-rechtliche Leistungen zur (teilweisen) Deckung des Lebensbedarfs ; Eigenheimzulage und Kinderzulagen als unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen; Berücksichtigung des Verlustes des Splitting-Tarifs bei Ersatzansprüchen; Allgemeine Vermögensschäden des überlebenden Ehegatten; Ersatz von bei Tod durch Verkehrsunfall entgangener Bauförderung
Unterhaltsschaden - Bemessungsfragen
Bemessung des Unterhaltsschadens bei Tod des Unterhaltsverpflichteten; Berücksichtigung von Eigenheim- und Kinderzulagen
Arbeit & Soziales - Unterhalt: Eigenheimzulage dem Nettoeinkommen zurechenbar
NJW 2004, 358
MDR 2004, 449
NZV 2004, 23
FamRZ 2004, 88
VersR 2004, 75
Der Begriff wird aber je nach Rechtsgebiet unterschiedlich verstanden; ein für alle Rechtsgebiete gleichermaßen geltender Einkommensbegriff oder eine einheitliche Regelung über die maßgeblichen Abzüge zur Ermittlung eines Nettobetrages hat sich nicht herausgebildet (vgl. nur BGH…, Beschluss vom 8. August 2012 - XII ZB 291/11, NJW-RR 2012, 1282 Rn. 9 f.; Urteil vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02, VersR 2004, 75 unter II 3 c dd; OLG Brandenburg VersR 2005, 820, 822).
War der Getötete zum Barunterhalt verpflichtet, hat der Ersatzverpflichtete den gesetzlich geschuldeten fiktiven Unterhalt auszugleichen (vgl. z.B. BGH-Urteil vom 4. November 2003 VI ZR 346/02, NJW 2004, 358).
Alle vorhersehbaren Veränderungen der Unterhaltsbedürftigkeit des Berechtigten und der (hypothetischen) Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen, wäre er noch am Leben, sind bei der Bemessung der Unterhaltsrente einzubeziehen (BGH-Urteil in NJW 2004, 358).
Den nach diesen Normen geschuldeten Unterhalt setzt § 844 Abs. 2 BGB voraus (vgl. Senatsurteil vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02 - aaO, 76).
Die Schadensermittlung beruht ersichtlich weder auf grundsätzlich falschen oder unsachlichen Erwägungen, noch sind vom Berufungsgericht wesentliche die Entscheidung tragende Gesichtspunkte außer acht gelassen worden (vgl. Senatsurteil vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02 - VersR 2004, 75, 77 m.w.N.).
Dagegen können Instandsetzungs- und Erhaltungskosten, die ebenso wie Nebenkosten oder Zinsen für ein zum Erwerb des Eigenheims aufgenommenes Darlehen der Finanzierung des Wohnbedarfs dienen, bis zur Höhe der fiktiven Miete für eine angemessene Wohnung ebenso wie Rücklagen für die Anschaffung und Reparatur von Wohnungseinrichtung und Hausrat in der Gesamtrechnung Berücksichtigung finden (vgl. Senatsurteile BGHZ 137, 237, 241; vom 16. Dezember 1986 - VI ZR 192/85 - VersR 1987, 507 f.; vom 31. Mai 1988 - VI ZR 116/87 - VersR 1988, 954 ff.; vom 5. Dezember 1989 - VI ZR 276/88 - VersR 1990, 317 f. und vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02 - aaO).
Den nach diesen Normen geschuldeten Unterhalt setzt § 844 Abs. 2 BGB voraus (vgl. Senatsurteil vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02, aaO S. 76).
Dabei hat der Tatrichter bei der Festsetzung der Unterhaltsrente für die Zukunft sämtliche für die Bemessung dieser Rente im Bezugszeitraum zukünftig maßgebend werdenden Faktoren zu berücksichtigen (vgl. Senatsurteile vom 24. April 1990 - VI ZR 183/89 - VersR 1990, 907 und vom 4. November 2003 - VI ZR 346/02 - VersR 2004, 75, 77 m.w.N.).