Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-05-2016-2C_931-2014
Timestamp: 2016-09-30 20:18:13
Document Index: 145697324

Matched Legal Cases: ['Art. 47', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 35', 'Art. 47', 'Art. 102', 'Art. 36', 'Art. 108', 'Art. 93', 'Art. 102', 'Art. 100', 'Art. 42', 'Art. 90', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 102', 'Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 84', 'BGE', 'Art. 84', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 102', 'Art. 35', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 35', 'Art. 102', 'Art. 102', 'BGE', 'Art. 102', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 102', 'BGE', 'Art. 102', 'Art. 88', 'Art. 94', 'Art. 57', 'Art. 21', 'Art. 93', 'Art. 14', 'Art. 102', 'Art. 84', 'Art. 86', 'Art. 84', 'Art. 86', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 102', 'Art. 35', 'Art. 102', 'Art. 36', 'Art. 24', 'Art. 33', 'Art. 102', 'Art. 57', 'Art. 109', 'Art. 110', 'Art. 111', 'Art. 703', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 107', 'Art. 166', 'Art. 48', 'Art. 89', 'Art. 48', 'Art. 102', 'Art. 36', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 67', 'Art. 68']

2C_931/2014 (23.05.2016)
2C_931/2014 � � Urteil vom 23. Mai 2016
3. Departement f�r Inneres und Volkswirtschaft
Die Parzelle Nr. xxx, Grundbuch U.________, liegt vollst�ndig in der Landwirtschaftszone. Sie ist anl�sslich einer in den Jahren 1970-1987 durchgef�hrten G�terzusammenlegung entstanden. Im Zusammenhang mit dieser G�terzusammenlegung (Bodenverbesserung Nr. yyy) wurde im Grundbuch ein Zerst�ckelungsverbot angemerkt. Eigent�merin des Grundst�cks ist B.________. Zwei Teilfl�chen von insgesamt 305 Aren der Parzelle Nr. xxx sind an A.________ verpachtet. Dieser betreibt ein landwirtschaftliches Gewerbe.
Am 9. M�rz 2010 wurde ein Kaufvertrag zwischen B.________ und einem Dritten �ffentlich beurkundet. A.________ �bte am 12. Mai 2010 in seiner Eigenschaft als P�chter das Vorkaufsrecht gem�ss Art. 47 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber das b�uerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) am Pachtgegenstand aus. B.________ ersuchte das Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau (kantonales Landwirtschaftsamt) um einen Entscheid �ber die Frage, ob im Zusammenhang mit der Aus�bung dieses Vorkaufsrechts des P�chters am Pachtgegenstand das gesetzliche Zerst�ckelungsverbot gem�ss Art. 102 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 �ber die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz, LwG; SR 910.1) Anwendung finde.
B.a.�Das kantonale Landwirtschaftsamt verf�gte am 21. November 2011, die Aufteilung der Parzelle Nr. xxx, Grundbuch U.________, in drei Teilfl�chen werde angesichts des grundbuchlich angemerkten Zerst�ckelungsverbots nicht bewilligt.
Mit Entscheid vom 7. September 2012 wies das Departement f�r Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau (kantonales Departement) die gegen diese Verf�gung erhobene Beschwerde ab. Es ging davon aus, dass der Gesetzgeber dem Zerst�ckelungsverbot nach Art. 102 Abs. 1 LwG und Art. 35 Abs. 3 der Verordnung vom 7. Dezember 1998 �ber die Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft (Strukturverbesserungsverordnung, SVV; SR 913.1) den Vorrang vor dem P�chtervorkaufsrecht nach Art. 47 Abs. 2 BGBB einger�umt habe und kein wichtiger Grund gem�ss Art. 102 Abs. 3 LwG in Verbindung mit Art. 36 SVV f�r eine Ausnahme vom Zerst�ckelungsverbot gegeben sei.
Mit Urteil vom 2. September 2013 hiess das Bundesverwaltungsgericht die gegen den Departementsentscheid erhobene Beschwerde teilweise gut; es hob die vorausgehenden Entscheide beider Thurgauer Beh�rden auf und wies die Sache an das kantonale Landwirtschaftsamt zur�ck, damit es abkl�re, wann die relevante Schlusszahlung des Bundes im Rahmen der G�terzusammenlegung U.________ erfolgte, und anschliessend im Sinne der Erw�gungen neu verf�ge und die Frage beantworte, ob das Zerst�ckelungsverbot auf der Parzelle Nr. xxx, Grundbuch U.________, im vorliegenden Fall noch gelte und dem P�chtervorkaufsrecht entgegen stehe oder nicht.
Mit Urteil 2C_915/2013 vom 14. Oktober 2013 trat das Bundesgericht im vereinfachten Verfahren gem�ss Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die vom Eidgen�ssischen Departement f�r Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) erhobene Beschwerde mit der Begr�ndung nicht ein, das angefochtene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. September 2013 sei ein selbstst�ndig er�ffneter Zwischenentscheid, und die Sachurteilsvoraussetzungen f�r ein Eintreten (Art. 93 Abs. 1 BGG) seien nicht dargetan.
B.b.�Mit Verf�gung vom 12. Dezember 2013 erwog das kantonale Landwirtschaftsamt, die Schlusszahlung des Bundes im Rahmen der G�terzusammenlegung U.________ sei am 20. Juni 1983 erfolgt. Das auf der Parzelle Nr. xxx, Grundbuch U.________, angemerkte Zerst�ckelungsverbot Nr. yyy gelte somit nicht mehr.
Die gegen diese Verf�gung von der Grundeigent�merin B.________ und vom Bundesamt f�r Landwirtschaft (BLW) erhobenen Rekurse wies das kantonale Departement ab. Mit Urteil vom 3. September 2014 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde des BLW ebenfalls ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 2. Oktober 2014 an das Bundesgericht beantragt das WBF, das angefochtene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. September 2014 sei unter Kostenfolge aufzuheben. Es sei festzustellen, dass das Zerst�ckelungsverbot nach Art. 102 Abs. 1 LwG unbefristet gelte und die Sache in diesem Sinne zu entscheiden sei. Eventualiter sei die Sache unter der Vorgabe, dass das Zerst�ckelungsverbot unbefristet gelte, zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Der P�chter A.________ beantragt die Abweisung der Beschwerde, w�hrend die Grundeigent�merin B.________ und das kantonale Departement auf eine Gutheissung schliessen.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer hat frist- (Art. 100 Abs. 1 BGG) und formgerecht (Art. 42 BGG) eine Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht. Sie richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG) des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des b�uerlichen Bodenrechts. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG).
1.2.�Das WBF ist unmittelbar nach Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG zur Beschwerde an das Bundesgericht legitimiert, wenn der angefochtene Akt geeignet ist, Bundesrecht in seinem Aufgabenbereich zu verletzen. Die Beh�rdenbeschwerde als abstraktes Beschwerderecht erm�glicht die gerichtliche �berpr�fung hinsichtlich der richtigen, rechtsgleichen und einheitlichen Anwendung des Bundesrechts (BGE 140 V 321 E. 2.2 S. 324). Das WBF macht geltend, das angefochtene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. September 2014 verletze Art. 102 LwG, und ist damit zur Beh�rdenbeschwerde legitimiert.
1.3.�Die Aus�bung dieses spezialgesetzlichen Beschwerderechts setzt keine formelle Beschwer der Beh�rde im Sinne einer Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren (Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG) voraus. Um ungeachtet allf�lliger, im vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren eingetretener Einschr�nkungen des Streitgegenstandes (vgl. zu diesem Begriff BGE 136 II 165 E. 5 S. 174; Urteile 2C_961/2013 vom 29. April 2014 E. 3.3; 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 1.1) ihre Aufsichtsfunktion wahrnehmen zu k�nnen, muss eine Beh�rde die M�glichkeit haben, eine Korrektur der durch die Rechtsmittelentscheide ersetzten (Devolutiveffekt; BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144) erstinstanzlichen Verf�gung zu verlangen, soweit diese Bundesrecht verletzt (BGE 136 II 359 E. 1.2 S. 363 f.). Der Antrag des WBF auf Aufhebung des angefochtenen Urteils und auf Ab�nderung der erstinstanzlichen Feststellungsverf�gung des kantonalen Landwirtschaftsamtes vom 2. Dezember 2013 betreffend Geltung des Zerst�ckelungsverbots erweist sich als zul�ssig, zumal auf Grund der spezialgesetzlichen Regelung von Art. 84 BGBB nicht von einer Subsidiarit�t eines Feststellungsurteils auszugehen ist (BGE 129 III 503 E. 3.6 S. 507; HERRENSCHWAND/ STALDER, in: Kommentar zum Bundesgesetz �ber das b�uerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991, 2. Aufl. 2011, N. 6 zu Art. 84 BGBB).
1.4.�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten Vorbringen, sofern allf�llige weitere rechtliche M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 138 I 274 E. 1.6 S. 280 f. mit Hinweis). Die Verletzung von Grundrechten - wie etwa eine Verletzung der Eigentumsgarantie gem�ss Art. 26 BV - untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in���der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Zerst�ckelungsverbot gem�ss Art. 102 Abs. 1 LwG und Art. 35 Abs. 3 SVV gelte zeitlich unbefristet. Das angefochtene vorinstanzliche Urteil, welches von einer Befristung auf 20 Jahre ausgehe, verletze Art. 102 LwG.
2.1.�Gem�ss der verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung hat das vollst�ndig in der Landwirtschaftszone gelegene Grundst�ck Parzelle Nr. xxx, Grundbuch U.________, durch Bundesbeitr�ge mitfinanzierte Strukturverbesserungen erfahren. Das Bundesgericht hat im Urteil 1A.36/2001 vom 29. Januar 2002 E. 3.1 erwogen, der Gesetzeszweck des Zerst�ckelungsverbots gem�ss Art. 102 Abs. 1 LwG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 3 SVV bestehe darin, die Wirkungen der f�r Strukturverbesserungen gew�hrten Bundesbeitr�ge zeitlich m�glichst lange anhalten zu lassen, weshalb das Zerst�ckelungsverbot zeitlich unbefristet gelte. Wie es sich im Falle einer Nutzungs�nderung verhalte, k�nne offen gelassen werden.
2.2.�Demgegen�ber kam die Vorinstanz ohne Auseinandersetzung mit der oben zitierten Rechtsprechung zum Ergebnis, dass das Zerst�ckelungsverbot gem�ss Art. 102 Abs. 1 LwG in zeitlicher Hinsicht auf 20 Jahre beschr�nkt sei. Ausgehend vom als unklar erachteten Wortlaut von Art. 102 Abs. 1 LwG erwog sie, dass ein unbefristetes Zerst�ckelungsverbot in systematischer Hinsicht einem schweren Eingriff in die Eigentumsfreiheit gleichkomme, welcher einer klaren formell gesetzlichen Grundlage bed�rfe; dieses Auslegungselement spreche demnach gegen dessen unbefristete Dauer. Best�tigt werde dieses Auslegungsergebnis durch die Ausf�hrungen des Gesetzgebers anl�sslich der Reform der Agrarpolitik, wonach die zeitliche Geltungsdauer des Zerst�ckelungsverbots aus Praktikabilit�tsgr�nden auf 20 Jahre befristet sei (Botschaft des Bundesrates vom 26. Juni 1996 zur Reform der Agrarpolitik: Zweite Etappe, BBl 1996 IV 249). Eine unbefristete G�ltigkeit des Zerst�ckelungsverbots erscheine daher, angesichts der Schwere des Eingriffs ins Eigentumsrecht einerseits und dem beabsichtigten Sicherungszweck andererseits, sowie im Vergleich zur 20-j�hrigen Dauer des Zweckentfremdungsverbots, als offensichtlich unverh�ltnism�ssig.
3.1.�Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zu Grunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Ordnung zu unterstellen. Insbesondere bei j�ngeren Gesetzen sind auch die Gesetzesmaterialien zu beachten, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben und die Auslegung erleichtern (BGE 140 I 305 E. 6.1 S. 310 f.; 140 V 8 E. 2.2.1 S. 11 mit Hinweisen).
3.2.�Zur Ermittlung des Gehalts von Art. 102 Abs. 1 LwG ist von dessen Wortlaut auszugehen (BGE 140 I 305 E. 6 S. 310 f.; 140 II 80 E. 2.5.3 S. 87; 138 III 359 E. 6.2 S. 361). Die Fassungen in den Amtssprachen Deutsch, Franz�sisch und Italienisch sind in gleicher Weise verbindlich (Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 �ber die Sammlungen des Bundesrechts und das Bundesblatt [PublG; SR 170.512]). Art. 102 Abs. 1 LwG lautet wie folgt:
Art. 102 Verbot der Zweckentfremdung und der Zerst�ckelung
1 Grundst�cke, Werke und Anlagen sowie landwirtschaftliche Geb�ude, die mit Bundesbeitr�gen verbessert worden sind, d�rfen w�hrend 20 Jahren nach der Schlusszahlung des Bundesbeitrages ihrem landwirtschaftlichen Zweck nicht entfremdet werden, zudem darf Boden, welcher Gegenstand einer G�terzusammenlegung war, nicht zerst�ckelt werden.
Art. 102 Interdiction de d�saffecter et de morceler
1 Les immeubles, les ouvrages, les installations et les b�timents ruraux ayant fait l'objet de contributions de la Conf�d�ration ne doivent pas �tre utilis�s � des fins autres qu'agricoles pendant les 20 ans qui suivent le versement du solde des contributions f�d�rales; en outre, les terrains ayant �t� compris dans le p�rim�tre d'un remaniement parcellaire ne doivent pas �tre morcel�s.
1 La destinazione agricola di fondi, opere, impianti ed edifici agricoli oggetto di migliorie realizzate con contributi federali non pu� essere modificata durante 20 anni a contare dall'ultimo versamento del contributo; inoltre, il terreno oggetto di un raggruppamento non pu� essere frazionato.
Aus dem Wortlaut der deutschen Fassung geht nicht zweifelsfrei hervor, ob nur das Zweckentfremdungsverbot auf 20 Jahre befristet ist oder auch das Zerst�ckelungsverbot dieser Frist unterliegt. Die franz�sische und die italienische Fassung bringen durch die klare Abtrennung mittels Semikolon des Satzteils, der sich auf das Zweckentfremdungsverbot bezieht, von demjenigen, der vom Zerst�ckelungsverbot handelt, zum Ausdruck, dass zwei in sich geschlossene, selbstst�ndige Regelungen vorliegen. Damit h�tte der Gesetzgeber im ersten Satzteil eine zeitliche Befristung nur f�r das Zweckentfremdungsverbot vorgesehen, w�hrend das Zerst�ckelungsverbot unbefristet gilt. Der Wortlaut von Art. 102 Abs. 1 LwG ist unklar, weshalb durch Auslegung zu ermitteln ist, welche Fassung ihn zutreffend wiedergibt (BGE 140 II 495 E. 2.3.1 S. 500; 135 IV 113 E. 2.4.2 S. 116; 134 V 1 E. 6.1 S. 2; 126 V 435 E. 3 S. 438).
3.3.�In systematischer Hinsicht ist das in Art. 102 Abs. 1 LwG enthaltene Zerst�ckelungsverbot gem�ss seinem Titel der "Sicherung der Strukturverbesserungen" zuzuordnen. Unter Strukturverbesserungen sind insbesondere Bodenverbesserungen�
in Form einer Neuordnung von Eigentumsverh�ltnissen�(Art. 88 LwG in Verbindung mit Art. 94 Abs. 1 lit. b LwG) zu verstehen (DONZALLAZ, Trait� de droit agraire suisse: droit public et droit priv�, Tome I, 2004, N. 1408 ff.; M�LLER/ SP�TI, in: Kommentar zum Bundesgesetz �ber das b�uerliche Bodenrecht vom 4. Oktober 1991, 2. Aufl. 2011, N. 2 zu Art. 57 BGBB). Solche Strukturverbesserungen k�nnen, auf Gesuch eines Antragstellers (Art. 21 SVV),�
durch Bundesbeitr�ge mitfinanziert�werden (Art. 93 Abs. 1 lit. a LwG; Art. 14 ff. SVV; DONZALLAZ, a.a.O., N. 1462 ff.). Das Zerst�ckelungsverbot�
stellt in diesem Zusammenhang sicher, dass die mit Beitr�gen der �ffentlichen Hand durchgef�hrte Neuordnung der Eigentumsverh�ltnisse nicht vereitelt wird. Aus der Gesetzessystematik ergibt sich, dass der Anwendungsbereich des Zerst�ckelungsverbots gem�ss Art. 102 Abs. 1 LwG auf durch Bundesbeitr�ge mitfinanzierte Verbesserungen beschr�nkt bleibt und deren Sicherung bezweckt.
3.4.�Eine zeitliche Limitierung dieses Zerst�ckelungsverbots w�rde dieser durch den Gesetzgeber beabsichtigten Sicherung der mit �ffentlichen Geldern erreichten Verbesserungen und damit dem Gesetzeszweck zuwiderlaufen.
3.4.1.�Strukturverbesserungen, insbesondere in Form von Bodenverbesserungen, waren bereits im 19. Jahrhundert zwecks Milderung der nachteiligen Folgen von Erbteilungen auf landwirtschaftliche Gewerbe gesetzlich vorgesehen (DONZALLAZ, a.a.O., N. 1355). Sie dienen der Erhaltung und Verbesserung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsstruktur (vgl. DONZALLAZ, a.a.O. N. 1355 ff.; Botschaft des Bundesrates vom 19. Januar 1951 an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesgesetzes �ber die F�rderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes, BBl 1951 235; Botschaft des Bundesrates vom 17. Mai 2006 zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik [Agrarpolitik 2011], BBl 2006 6443). Die durch sie erzielten Fortschritte f�r die landwirtschaftliche Bewirtschaftung w�rden regelm�ssig durch eine erneute Zerst�ckelung der betroffenen Parzellen wieder zunichte gemacht, was es nach Ansicht des historischen Gesetzgebers zu verhindern galt. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit von Bodenverbesserungen f�hrte Art. 84 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 �ber die F�rderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes (aLwG; AS 1953 1073) f�r mit �ffentlichen Mitteln unterst�tzte Bodenverbesserungen eine Pflicht zur Anmerkung im Grundbuch ein, wodurch das Grundst�ck auch dem Verbot der erneuten Zerst�ckelung mit Bewilligungsvorbehalt unterstellt wurde (vgl. den Verweis auf Art. 86 aLwG in Art. 84 Abs. 3 aLwG; Art. 86 Abs. 1 aLwG). Nur so werde Gew�hr daf�r geboten, dass die Beitr�ge eine m�glichst lang andauernde Wirkung in Form der nachhaltigen Wahrung der erzielten Verbesserungen der landwirtschaftlichen Nutzung entfalten w�rden (Botschaft des Bundesrates vom 19. Januar 1951 an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesgesetzes �ber die F�rderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes, BBl 1951 238).
3.4.2.�Anl�sslich der im Jahr 1999 erfolgten Abl�sung von Art. 85 und Art. 85 aLwG durch Art. 102 Abs. 1 LwG wurde das unbefristete Zerst�ckelungsverbot f�r Grundst�cke, die eine Strukturverbesserung erfahren haben, vorbeh�ltlich einer Ausnahmebewilligung aus wichtigen Gr�nden beibehalten und raumplanungsrechtlich koordiniert. Die bundesr�tliche Verordnung (Art. 35 Abs. 3 SVV) l�sst keine Zweifel daran aufkommen, dass das Zerst�ckelungsverbot unbefristet gilt; als wichtige Gr�nde, bei deren Vorliegen der Kanton eine Ausnahmebewilligung vom Zerst�ckelungsverbot erteilen kann (Art. 102 Abs. 3 LwG), gelten gem�ss Art. 36 SVV insbesondere Einzonungen in nichtlandwirtschaftliche Nutzungszonen, Baubewilligungen nach Art. 24 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 �ber die Raumplanung (RPG; SR 700), fehlender landwirtschaftlicher Bedarf f�r die Wiederherstellung von zerst�rten Bauten und Anlagen, der Bedarf f�r Bauten des Bundes, f�r Bundesbahnen oder f�r Nationalstrassen und die agrarpolitisch erw�nschten Produktionsumstellungen nach mindestens 10 Jahren seit der Schlusszahlung. In Umsetzung ihrer Zust�ndigkeit zur Kontrolle (Art. 33 SVV) des Verbotes der Zerst�ckelung im Sinne von Art. 102 Abs. 1 LwG gehen, soweit ersichtlich, zumindest die Kantone Wallis (Art. 57 Abs. 2 de la Loi du 8 f�vrier 2007 sur l'agriculture et le d�veloppement rural [loi sur l'agriculture; LcADR; RSLV 910.1]), Waadt (Art. 109, Art. 110, Art. 111 de la Loi du 29 novembre 1961 sur l'am�lioration fonci�re [LAF; RSV 913.11) und Bern (Art. 703 ZGB in Verbindung mit Art. 2 lit. a des Gesetzes vom 5. November 1997 �ber das Verfahren bei Boden- und Waldverbesserungen [VBWG; BSG 913.1] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. d der Vorlage Statuten der Bodenverbesserungsgenossenschaft, http://www.vol.be.ch/vol/de/index/landwirtschaft/landwirtschaft/tiefbau/gueterzusammenlegung.html; vgl. dazu MICHAEL M�LLER, Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2013, S. 804; a.A. LORENZ STREBEL, Das gesetzliche Vorkaufsrecht des P�chters gem�ss dem Bundesgesetz �ber das b�uerliche Bodenrecht, Diss. Z�rich 2009, S. 414 Fn 1642) ausdr�cklich davon aus, dass das Zerst�ckelungsverbot vorbeh�ltlich der Erteilung einer Ausnahmebewilligung zeitlich unbefristet gilt.
3.4.3.�Die im angefochtenen Urteil zitierte und als massgeblich f�r die Gesetzesauslegung erachtete Botschaft zur Aufhebung des aLwG und Erlasses des LwG (Botschaft des Bundesrates vom 26. Juni 1996 zur Reform der Agrarpolitik: Zweite Etappe, BBl 1996 IV 249), in welcher der historische Gesetzgeber ohne Angabe weiterer Gr�nde eine zeitliche Befristung des Zerst�ckelungsverbots erw�hnt, ist somit ein f�r die Auslegung zwar beachtliches, im Lichte der gewichtigen �brigen jedoch ein isoliertes Element, welches alleine nicht ausschlaggebend sein kann. Die Sicherung des mit �ffentlichen Beitr�gen unterst�tzten Fortschrittes der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung durch ein unbefristetes Verbot einer Zerst�ckelung, die eine Strukturverbesserung wieder teilweise r�ckg�ngig machen w�rde, gibt die ratio legis von Art. 102 Abs. 1 LwG vielmehr zutreffend wieder. Die Entstehungsgeschichte und der Gesetzeszweck sind damit f�r die Auslegung von Art. 102 Abs. 1 LwG nach wie vor ausschlaggebend (Urteil 1A.36/2001 vom 29. Januar 2002 E. 3.1).
3.4.4.�Zu keinem anderen Ergebnis f�hrt das Vorbringen des P�chters als privater Beschwerdegegner, wonach von einem zeitlich unbefristeten Zerst�ckelungsverbot nach Art. 102 Abs. 1 LwG schon deswegen nicht auszugehen sei, weil ansonsten das Bundesgericht im Verfahren 2C_915/2013 auf die gegen den R�ckweisungsentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. September 2013 erhobene Beschwerde wegen Erf�llung der Voraussetzung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG eingetreten w�re. Der private Beschwerdegegner �bersieht, dass auf eine Beschwerde von vornherein nicht einzutreten ist, wenn die beschwerdef�hrende Partei die Erf�llung der Sachurteilsvoraussetzungen �berhaupt nicht dartut, und die Eintretensfrage ignoriert (Urteil 2C_915/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 2.3). Der private Beschwerdegegner vermag aus dem Urteil 2C_915/2013 vom 14. Oktober 2013 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Die Beschwerde erweist sich als begr�ndet, und das angefochtene Urteil ist aufzuheben, was die Aufhebung des durch dieses angefochtene Urteil ersetzten Entscheids des Landwirtschaftsamtes des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2013 einschliesst (Devolutiveffekt; BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144). Aufgehoben wird auch der sich auf das vorliegende Verfahren auswirkende und damit implizit mitangefochtene Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-5178/2012 vom 2. September 2013, setzt doch die Mitanfechtung eines Zwischenentscheides durch Beschwerde gegen einen Endentscheid (Art. 93 Abs. 3 BGG) insofern keinen ausdr�cklichen Antrag in der Beschwerdeschrift voraus, als aus der Begr�ndung auf einen solchen Antrag geschlossen werden kann (Urteile 2C_589/2013 und 2C_590/2013 vom 17. Januar 2014 E. 5.2; demgegen�ber keine implizite Mitanfechtung in Urteil 2C_860/2015 vom 14. M�rz 2016 E. 2.3; zur fehlenden Ersetzung des Zwischenentscheids durch den Endentscheid im Lichte von Art. 93 Abs. 3 BGG K�LZ/H�NER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 405; DONZALLAZ, Loi sur le Tribunal f�d�ral, 2008, N. 3405).
Durch die Aufhebung dieser beiden Entscheide wird das Verfahren in den Zustand nach Einreichung der Beschwerde von A.________ vom 3. Oktober 2012 an das Bundesverwaltungsgericht zur�ckversetzt, womit die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird (Art. 107 Abs. 2 BGG; Art. 166 Abs. 2 LwG). In diesem Verfahren ist davon auszugehen, dass A.________ als vorkaufsberechtigter P�chter am Pachtgegenstand - einer Teilfl�che der Parzelle Nr. xxx des Grundbuchs U.________ - durch die Abweisung eines Rekurses in einem Bewilligungsverfahren betreffend Zerst�ckelung dieser Parzelle besonders ber�hrt wird und ein eigenes, schutzw�rdiges Interessen an der Aufhebung und Ab�nderung (Art. 48 Abs. 1 VwVG) des Rekursentscheides vom 7. September 2012 hat (vgl. zur inhaltlich gleich gefassten Bestimmung von Art. 89 Abs. 1 BGG WALDMANN, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2012, N. 28; a.A. MARANTELLI-SONANINI, Praxiskommentar zum Bundesgesetz �ber das Verwaltungsverfahren, 2009, N. 34 zu Art. 48 VwVG), bewirkt doch die Aus�bung des Vorkaufsrechts am Pachtgegenstand grunds�tzlich eine Parzellierungspflicht des Grundeigent�mers (MARTIN BICHSEL, Privatrechtlicher Teil des BGBB, in: Landwirtschaftliches Bodenrecht - eine Standortbestimmung aus der Sicht des Praktikers nach 20 Jahren BGBB, 2013, S. 64; STREBEL, a.a.O., S. 414). Im erneuten Verfahren wird antragsgem�ss insbesondere zu pr�fen sein, ob das Gesuch um Bewilligung einer Ausnahme vom unbefristet geltenden, auf der Parzelle Nr. xxx des Grundbuchs U.________ lastenden Zerst�ckelungsverbotes aus wichtigen Gr�nden (Art. 102 Abs. 3 LwG; Art. 36 SVV) bewilligt werden kann.
Bei diesem Prozessausgang sind f�r das bundesgerichtliche Verfahren keine Prozesskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und Abs. 4 BGG). Parteientsch�digungen werden nicht gesprochen (Art. 68 Abs. 3 BGG). Die Vorinstanz wird die Kosten und Entsch�digungen f�r die vorinstanzlichen Verfahren neu festsetzen (Art. 67, Art. 68 Abs. 4 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. September 2014 und vom 2. September 2013 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten sowie B.________, dem Bundesamt f�r Landwirtschaft und dem Bundesverwaltungsgericht schriftlich mitgeteilt.