Source: http://hunde-in-nrw.de/landeshundegesetz
Timestamp: 2018-01-19 11:12:10
Document Index: 257662746

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 10', '§ 11', '§ 11', '§ 2']

Wer in Nordrhein-Westfalen einen Hund hält oder auf öffentlichen Wegen ausführt, muss sich an gewisse Gesetze halten.
Nachfolgend haben wir das Landeshundegesetz NRW aufgeführt:
Landeshundegesetz: Vorschriften über Haltung und Umgang mit Hunden
Das Landeshundegesetz regelt zunächst für den Umgang mit allen Hunden allgemeine Grundpflichten.
So gelten für alle Hunde, unabhängig von Größe oder Rasse:
ein allgemeines Rücksichtnahmegebot (Grundpflicht zu gefahrvermeidendem Umgang mit Hunden),
Anleinpflicht in Örtlichkeiten und Situationen mit typischerweise erhöhtem Publikumsverkehr,
Verbot von Aggressionsausbildung, -zucht und -kreuzung.
Durch diese Grundregeln soll der Unberechenbarkeit des tierischen Verhaltens und der dadurch möglichen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter Rechnung getragen und das Risiko einer Gefährdung oder eines Schadenseintritts deutlich reduziert werden.
Haltung gefährlicher und größerer Hunde
Darüber hinaus sieht das Landeshundegesetz (LHundG NRW) für die Haltung gefährlicher, näher bestimmter und größerer Hunde besondere Pflichten und für den Umgang mit diesen Hunden bestimmte Verhaltensanforderungen vor. Der Gesetzgeber erhofft sich hierdurch einen Rückgang der Beißvorfälle und bei den Hundehalterinnen und Hundehaltern einen verantwortungsvolleren Umgang mit ihren Hunden.
Erlaubnispflicht für gefährliche Hunde nach § 4 Landeshundegesetz
Für den Umgang mit gefährlichen Hunden stellt das Gesetz strenge Anforderungen auf. So ist eine Haltung dieser Hunde grundsätzlich erlaubnispflichtig (§ 4 LHundG NRW). Neue Haltungen dürfen nur bei Vorliegen eines besonderen privaten oder öffentlichen Interesses erlaubt werden. Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis sind
Volljährigkeit von Halterin oder Halter,
Sachkundebescheinigung des amtlichen Tierarztes/Tierärztin,
Zuverlässigkeitsnachweis durch Führungszeugnis,
Halterinnen, Halter und Aufsichtspersonen gefährlicher Hunde haben folgende Verhaltenspflichten zu beachten:
Anleinpflicht außerhalb des befriedeten Besitztums (mit Ausnahme von Hundeauslaufbereichen) sowie Maulkorbpflicht, jeweils mit Befreiungsmöglichkeit nach amtlicher Verhaltensprüfung,
"feste Hand" von Halterinnen, Haltern und Aufsichtsperson,
Sachkunde, Zuverlässigkeit und Volljährigkeit auch für Aufsichtspersonen,
Verbot, mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig zu führen,
Mitteilungspflichten über Abgabe des Hundes, Wechsel des Haltungsortes etc.
Besondere Anforderungen für bestimmte Hunderassen nach § 10 Abs. 1 Landeshundegesetz
Für Hunde der bestimmten zehn Rassen und deren Kreuzungen gelten grundsätzlich dieselben Anforderungen wie für gefährliche Hunde, mit folgenden Modifikationen:
kein besonderes Interesse für Haltung erforderlich,
Sachkundeprüfung für die Erlaubnis und Verhaltensprüfung zur Befreiung von der Anlein- und Maulkorbpflicht nicht nur durch amtlichen Tierarzt, sondern auch durch anerkannte Stellen möglich.
Anforderungen an die Haltung großer Hunde nach § 11 Landeshundegesetz
Auch der Umgang mit „großen Hunden“ als dritte, rasseunabhängige Kategorie erfordert eine durch sachkundige Haltung geprägte frühe Sozialisation, konsequente Erziehung und eine feste Hand (§ 11 LHundG NRW).
Anforderungen an den Umgang mit großen Hunden sind:
Pflicht zur Anzeige der Haltung beim zuständigen Ordnungsamt,
Sachkundenachweis (oder Zugehörigkeit zu als sachkundig geltenden Personenkreisen oder Berufsgruppen),
Sachkundenachweis durch anerkannte Stellen (zum Beispiel Hundesportvereine) oder von den Tierärztekammern benannte Tierärztinnen/Tierärzte,
Zuverlässigkeit; Vorlage eines Führungszeugnisses jedoch nur bei Anhaltspunkten für Unzuverlässigkeit erforderlich,
Haftpflichtversicherung für den Hund,
Anleinpflicht innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile im öffentlichen Verkehrsraum.
Über diese Vorschriften hinaus enthalten die in vielen Kommunen zur allgemeinen Gefahrenabwehr erlassenen Ordnungsbehördlichen Verordnungen Regelungen über Anleinpflichten für Hunde in bestimmten Bereichen. Das Landesforstgesetz regelt in § 2 Abs. 3 eine Anleinpflicht für Hunde im Wald abseits von Wegen.
Die Hundehalterhaftpflicht
Hundewiesen NRW