Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%201984,%20216
Timestamp: 2019-04-23 09:14:25
Document Index: 206935354

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 212', '§ 52', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'in dubio', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 213', 'BGH', '§ 213', 'BGH', '§ 213', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 213', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NStZ 1984, 216 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 23.08.1983 | BGH, 22.12.1983 | BGH, 11.01.1984
Vorliegen des Tatvorsatzes im Zeitpunkt der Handlung für eine Verwirklichung des § 212 Strafgesetzbuch (StGB) - Ursächlichkeit von mehreren zum Tode führenden Handlungen - Vorliegen einer natürlichen Handlungseinheit
StGB § 212, § 52
StV 1984, 186
Anders als etwa in den Fällen, in denen der Täter ohne Zäsur im Tatgeschehen (BGHSt 35, 305, 306 ["einheitliches Tun"]; BGH bei Holtz MDR 1977, 282; NStZ 1998, 621, 622) und mit gleicher Motivation (BGH, Urteil vom 8. Juli 1969 - 5 StR 228/69; vgl. auch BGH NStZ 1984, 214, 215 ["Ausdruck eines einheitlichen Willens"]; 1998, 621, 622 ["fortdauerndes Bestreben im Sinne eines einheitlichen Willens"]) vom Körperverletzungs- zum Tötungsvorsatz übergeht, stellt sich hier das zweiaktige Geschehen nicht als natürliche Handlungseinheit dar (vgl. den gleichgelagerten Fall BGH bei Holtz MDR 1979, 279; siehe ferner BGH NJW 1984, 1568; StV 1986, 293).
Zum einen hat das Landgericht nicht erörtert, ob das dreiaktige Tatgeschehen bei natürlicher Betrachtungsweise als Handlungseinheit und damit als nur eine Tat im Rechtssinne anzusehen ist (vgl. BGHSt 35, 3105, 306; BGH bei Holtz MDR 1977, 282; NStZ 1984, 214, 215; 1998, 621, 622).
Läßt sich nicht ausschließen, daß allein schon die ersten Verletzungen für den Tod von Frau K. ursächlich waren und daß die letzten, dann mit Tötungsvorsatz begangenen Mißhandlungen den Todeseintritt nicht mehr beeinflußt haben, muß der Richter nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" seiner Beurteilung diese Fallgestaltung zugrundelegen, mit der Folge, daß die letzten Mißhandlungen lediglich als Totschlagsversuch zu beurteilen wären (vgl. BGH NStZ 1984, 214 m.w.N.).
Die einzelnen Handlungen, die nach der Lebensauffassung als ein Ganzes erscheinen, gingen auch auf einen einheitlichen Tatentschluß zurück und waren damit Ausdruck eines einheitlichen Willens (vgl. BGH NJW 1977, 2321; NStZ 1984, 214, 215; NJW 1984, 1568).
Schuldunfähigkeit auf Grund zu hohen Alkoholgenusses - Strafmilderungsgrund der Provokation - Doppelte Milderung eines Strafrahmens
StV 1984, 283
Ohne eigene Schuld handelt also der Täter, der die beleidigende Äußerung des Opfers im gegebenen Augenblick entweder überhaupt nicht oder jedenfalls nicht vorwerfbar veranlasst hat (BGH, Urteile vom 7. Juli 1983 - 4 StR 218/83, NStZ 1983, 554; vom 11. Januar 1984 - 3 StR 443/83, NStZ 1984, 216; vom 12. Mai 1987 - 1 StR 43/87, NStZ 1987, 555 und vom 22. Oktober 1997 - 3 StR 394/97, NStZ 1998, 191;… Schönke/Schröder/ Eser/Sternberg-Lieben, StGB, 29. Aufl., § 213 Rn. 7 mwN).
Das kann auch noch nach mehreren Stunden der Fall sein (vgl. BGH, Urteil vom 11. Januar 1984 - 3 StR 443/83, NStZ 1984, 216;… Fischer, StGB, 64. Aufl., § 213 Rn. 9a).
Unter diesen Umständen mußte sich das Landgericht bei Berücksichtigung des Zweifelssatzes mit der Möglichkeit auseinandersetzen, daß der Angeklagte W. durch die von ihm geschilderten beleidigenden und herabsetzenden Äußerungen des Tatopfers in der Wohnung zum Zorn gereizt worden war, der auch noch am Tatort angehalten und den Angeklagten zu seiner Tat hingerissen hat (…BGHR StGB § 213 1. Alt. hingerissen 1; siehe auch BGH bei Dallinger MDR 1975, 542; BGH StV 1981, 234; BGH NStZ 1984, 216).
Ob das bloße Herbeiführen einer Situation, in der Beleidigungen oder Mißhandlungen zu erwarten sind, den in § 213 StGB vorausgesetzten Vorwurf zu begründen vermag, hat der Bundesgerichtshof bisher offengelassen (BGH, Urteil vom 11. Januar 1984 - 3 StR 443/83).
BGH, 30.01.1984 - 3 StR 499/83
Annahme eines minder schweren Falls des Totschlags, wenn die Angeklagte die …
Ohne eigene Schuld handelt also der Täter, der die Provokation des Opfers im gegebenen Augenblick nicht vorwerfbar veranlaßt hat (BGH, Urt. vom 11. Januar 1984 - 3 StR 443/83 mit Nachw.).