Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%202,%20300
Timestamp: 2019-09-15 08:49:06
Document Index: 235079302

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 387', '§ 388', '§ 387', '§ 387', 'BGH', 'BGH', '§ 392', 'BGH', 'BGH', '§ 389', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 390', 'BGH', '§ 14', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 387', '§ 388', '§ 215', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 395', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.06.1951 - GSZ 1/51 - dejure.org
https://dejure.org/1951,37
BGH, 20.06.1951 - GSZ 1/51 (https://dejure.org/1951,37)
BGH, Entscheidung vom 20.06.1951 - GSZ 1/51 (https://dejure.org/1951,37)
BGH, Entscheidung vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51 (https://dejure.org/1951,37)
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Ansprüche von Angehörigen und Vereinigungen der Vereinten Nationen - Ausschluss von der Umstellung auf Deutsche Mark - Ansprüche gegen das Reich als Reichsmarkforderungen - Aufrechnung von Forderungen
BGHZ 2, 300
NJW 1951, 599
MDR 1951, 543
DB 1951, 594
JR 1951, 625
Das Vorliegen einer Aufrechnungslage führt, wenn und solange die Aufrechnung nicht erklärt wird, noch nicht zum Erlöschen der beiderseitigen Forderungen (BGHZ 2, 300, 303 f).
Diese muss zum Zeitpunkt des Zugangs der Aufrechnungserklärung bestehen (BGH, Beschluss vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51, BGHZ 2, 300, 304; BAG, NJW 1968, 813 f.;… Palandt/Grüneberg, BGB, 70. Aufl., § 387 Rn. 3 und § 388 Rn. 1;… Staudinger/Gursky, BGB, Neubearb. 2011, § 387 Rn. 2;… MünchKommBGB/Schlüter, 5. Aufl., § 387 Rn. 6).
Sie beschränkt sich jedoch auf die Wirkungen der Aufrechnung, erstreckt sich hingegen nicht auf ihre Voraussetzungen (BGH, Beschluss vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51, BGHZ 2, 300, 303 f.; BAG, NJW 1968, 813 f.).
Entsprechendes gilt für die weiteren Sonderbestimmungen der §§ 392, 406 BGB, nach denen ebenfalls eine zur Aufrechnungslage gehörende Voraussetzung vom Gesetz fingiert wird, was überflüssig wäre, wenn die Aufrechnungserklärung nicht im Regelfall das Bestehen der Aufrechnungslage voraussetzen würde (BGH, Beschluss vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51, BGHZ 2, 300, 304;… Soergel/Schreiber, BGB, 13. Aufl., § 389 Rn. 2).
Dies ist dann der Fall, wenn die Gegenforderung voll wirksam ist (vgl BGHZ 2, 300, 302) .
Der Aufrechnungsberechtigte solle nicht durch nachträgliche Vorgänge, die seiner Einflussmöglichkeit entzogen sind und sich in der Sphäre des Aufrechnungsgegners abspielen, der ursprünglich vorhandenen Aufrechnungsbefugnis verlustig gehen (BGH, Beschluss vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51, BGHZ 2, 300, 304 f).
Die Gegenforderung muß nach allgemeinen Grundsätzen voll wirksam, d.h. frei von Einwendungen oder Einreden sein (§ 390 BGB; vgl. BGHZ 2, 300, 302).
Ferner hat § 14 des Umstellungsgesetzes -- vorbehaltlich einer allgemeinen Regelung für Ansprüche von Angehörigen und Vereinigungen der Vereinten Nationen -- alle Ansprüche gegen das Reich aus der Zeit vor der Währungsreform von der Umstellung auf Deutsche Mark ausgeschlossen und daher eine gerichtliche Geltendmachung zunächst verhindert (vgl. BGHZ 2, 300 [301/302]; Harmening-Duden, Die Währungsgesetze, 1949, § 14 UG Anm. 1; Coing, Die Geltendmachung von Forderungen gegen das Reich gegenüber Ansprüchen aus dem Reichsvermögen, NJW 1949, 203 [205]).
Diese muss zum Zeitpunkt des Zugangs der Aufrechnungserklärung bestehen (…BGH, Urt. v. 08. November 2011 - XI ZR 341/10, ZIP 2011, 2453 unter Hinweis auf BGH, Großer Senat für Zivilsachen, Beschluss vom 20. Juni 1951 - GSZ 1/51, BGHZ 2, 300).
Der Aufrechnung steht zwar nicht entgegen, dass die Forderung der Klägerin bei Abgabe der Aufrechnungserklärung mit Schriftsatz vom 30.4.2012 (Bl. 418 GA) bereits verjährt war (vgl. BGH, Beschl. v. 20.6.1951 - GSZ 1/51;… Palandt/Grüneberg, BGB, § 387 Rn. 3 und § 388 Rn. 1), da die Verjährung einer Gegenforderung gemäß § 215 BGB die Aufrechnung nicht ausschließt, wenn sie in dem Zeitpunkt noch nicht verjährt war, in dem sie der Hauptforderung erstmals aufrechenbar gegenübergestanden hat (…BGH, Urt. v. 8.11.2011 - XI ZR 341/10).
Im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 2, 300) führt das Landgericht aus, daß die Aufrechnung nicht schon deshalb verwehrt werden kann, weil es sich bei den Ansprüchen der Beklagten um Reichsmarkforderungen handelt, die nach der Währungsreform nicht mehr durchsetzbar und auch nicht gleichartig mit den auf Deutsche Mark umgestellten Ansprüchen des Reichs waren.
Wenn der Satz 2 des § 17 AKG bestimmt, § 395 BGB sei nicht anzuwenden, so stellt das nur für ein bestimmtes Aufrechnungshindernis klar, daß das Gesetz hierzu den Standpunkt des Bundesgerichtshofs (BGHZ 2, 300) billigt; auch dieser Vorschrift in Satz 2 ist jedoch nichts dafür zu entnehmen, wie für übrige Fälle die Zulässigkeit der Aufrechnung zu beurteilen ist.
In der angeführten Entscheidung BGHZ 2, 300, 308 [BGH 20.06.1951 - GSZ - 1/51] ist bemerkt, daß die Lage des Reichs nach dem Zusammenbruch mit der Lage eines Gemeinschuldners im Konkurs vergleichbar ist.
BGH, 17.03.1955 - II ZR 332/53
Aufrechnung mit Rüstungsforderungen
Nachdem der Große Senat für Zivilsachen in seinem Beschluß vom 20. Juni 1951 (GSZ 1/51, BGHZ 2, 300 ff) grundsätzlich entschieden hatte, daß § 14 Nr. 1 UmstG einer nach dem 6. September 1949 erklärten Aufrechnung eines inländischen Geldschuldners des Reiches mit einer gegen das Reich gerichteten Gegenforderung dann nicht entgegensteht, wenn sich Forderung und Gegenforderung vor dem Währungsstichtag aufrechenbar gegenübergestanden haben, wurde die weitere Rechtsprechung, vor allem diejenige des I. Zivilsenats von der Frage beherrscht, ob und unter welchen Voraussetzungen eine derartige Aufrechnung mit gegen das Reich gerichteten Ansprüchen auch dann möglich ist, wenn die Klageforderung nicht dem Reich selbst zusteht, sondern einem anderen Rechtsträger, der zum Reich in einer bestimmten rechtlichen oder wirtschaftlichen Beziehung stand.
Nach der Entscheidung des Großen Senats für Zivilsachen (BGHZ 2, 300) ist es ausreichend, aber auch erforderlich, daß sich vor dem Währungsstichtag die beiderseitigen Forderungen in irgendeinem Zeitpunkt aufrechenbar gegenüberstanden, auch wenn eine Aufrechnungserklärung bis dahin nicht abgegeben worden ist und vielleicht nicht abgegeben werden konnte.
Dabei stellt es das Berufungsgericht allerdings rechtsirrtümlich nicht auf den Stichtag der Währungsreform (vgl. den Beschluß des Großen Senats für Zivilsachen [BGHZ 2, 300]), sondern auf den 8. Mai 1945 ab, es verkennt aber auch die Bedeutung dieses Stichtages.
Reichsvermögen und Bundesrepublik
BGH, 30.09.1952 - I ZR 83/52
Zusammenbruch des Reichs. Geschäftsgrundlage
BGH, 05.04.1952 - I ZR 123/51
Aufrechnung mit Kriegssachschädenforderung
BGH, 28.06.1951 - III ZR 6/50
BGH, 14.07.1952 - IV ZR 28/52
BGH, 03.07.1953 - I ZR 217/52
BGH, 29.11.1951 - IV ZR 40/50
Teilungsversteigerung. Aufrechnung gegen Meistgebot
BGH, 22.09.1954 - II ZR 293/53
BGH, 24.10.1952 - V ZR 119/51
Abgeltungsdarlehen. Geschäftsgrundlage
BFH, 10.11.1953 - I 108/52 S
Grundsätzliche Berechtigung des Steuerpflichtigen zur Aufrechnung gegen den …
BGH, 09.06.1958 - II ZR 136/57
BVerwG, 10.01.1957 - I C 82.56
BGH, 02.10.1953 - IV ZB 66/53
BGH, 28.03.1952 - I ZR 112/51
BGH, 06.07.1951 - I ZR 10/51
BFH, 06.10.1954 - II 176/52 U
Berücksichtigung einer Aufrechnungserklärung im Stundungsverfahren oder …
BGH, 08.10.1954 - V ZR 63/53
BGH, 03.07.1953 - I ZR 71/52
BGH, 21.05.1953 - IV ZR 165/51
BGH, 19.05.1953 - I ZR 130/52
BGH, 19.09.1952 - I ZR 19/52
BGH, 10.07.1954 - VI ZR 58/53
BGH, 26.10.1951 - I ZR 86/50
BGH, 14.07.1952 - IV ZR 27/52