Source: https://jusatpublicum.wordpress.com/2015/04/26/besoffen-auto-gefahren-und-crash-einfach-mal-die-minderjahrige-tochter-beschuldigen/
Timestamp: 2017-05-26 20:44:00
Document Index: 357823104

Matched Legal Cases: ['§ 164', '§ 153', '§ 52', '§ 164', '§ 52', '§ 55', '§ 153']

Besoffen Auto gefahren und Crash? Einfach mal die minderjährige Tochter beschuldigen! | Jus@Publicum
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Besoffen Auto gefahren und Crash? Einfach mal die minderjährige Tochter beschuldigen!	Veröffentlicht am April 26, 2015 von Liz Collet Verteidigungsstratege © Liz Collet
Natürlich tun Sie beides NICHT!
Weder fährt man besoffen Auto. Noch beschuldigt man nach dem Unfallschaden die minderjährigen Sprösslinge. Und zwar egal, ob diese noch nicht strafmündig wären oder schon sind. Abgesehen davon, dass das bei bereits 14-jährigem eigenen Nachwuchs diesen als bereits strafmündig in hundsgemeine Schwierigkeiten im jugendlichen Alter brächte, folgt aus einem solchen Verhalten neben dem Verkehrsdelikt mit Trunkenheitsfahrt noch Anlass zur Erweiterung zu prüfender Delikte wie z.B. falsche Verdächtigung gemäss § 164 StGB oder (je nach Verfahrensstadium dann auch) §§ 153 ff StGB.
Mancher hat aber scheinbar erstaunliche Auffassungen darüber, was man unter elterlicher Sorge versteht. Und wie man Gebrauch vom Privileg der Regelungen in §§ 52, 55 StPO bei Aussagen und Vernehmungen machen darf und vor allem: wie nicht. Man stelle sich vor, wie das ausginge, wenn ohne dritte Zeugen des wahren Geschehens und beobachteten Autofahrers seine höchst unväterlich-fürsorgliche Aussage unwiderlegt geblieben wäre?
Alkoholisierung oder Stadium von Restalkohol bei Befragung allein kann man wohl kaum für solch ein Verhalten verantwortlich machen. Erst recht nicht, wenn zwischen Unfall und Befragung Zeit genug lag, um sich eine solche Ausrede zurechtzulegen und eine solche nicht etwa zeitnah zum Geschehen und in Moment erstem Schrecken erfolgt.
Die Geschichte dazu, in welcher ein offenkundig alkoholisierter Mann nach einem Crash mit seinem Fahrzeug seine 14-jährige Tochter als Unfallfahrerin bezichtigte HIER.
Ob und wann solches Verhalten auch Dritte (Angehörige, Jugendamt, etc) veranlassen könnte, sich über das Wohl von Kindern und Jugendlichen Gedanken zu machen, deren alkoholisierter Vater nach verursachtem Unfall eigenen Nachwuchs wahrheitswidrig durch Aussagen möglichen Ermittlungen aussetzt, ist an dieser Stelle nicht zu vertiefen, aber zumindest kein völlig fernliegender Gedanke. Advertisements
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