Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Bamberg&Datum=07.08.2017&Aktenzeichen=3%20Ss%20OWi%20996%2F17
Timestamp: 2019-03-25 15:02:36
Document Index: 149457204

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 267', '§ 46', '§ 4', '§ 71', '§ 267']

OLG Bamberg, 07.08.2017 - 3 Ss OWi 996/17 - dejure.org
Absehen vom Fahrverbot, Bindungswirkung
StVG § 25 I 1, IIa; StPO §§ 267 I 1, 358 I; OWiG §§ 46 I, 79 I 1 Nr. 3, VI; BKatV § 4 II 2
Staatsanwaltschaft; Rechtsbeschwerde; Rechtsbeschwerdegericht; Aufhebung; Aufhebungsansicht; Zurückverweisung; Schuldspruch; Rechtsfolgenausspruch; Beweiswürdigung; Durchentscheidung; Geschwindigkeitsüberschreitung; Sachrüge; Geldbuße; Fahrverbot; Regelfahrverbot; Fahrverbotsaufnahme; Teilrechtskraft; horizontal; Bindungswirkung; Beharrlichkeit; Beruf; Arbeitsplatz; Arbeitsplatzverlust; Probearbeitsverhältnis; Schichtdienst; Kündigung; Existenzverlust; Zumutbarkeit; Härte; Verfahrensverzögerung; Fahrrad
Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts bei Entscheidung über den Schuldspruch im zweiten Rechtsgang nach Aufhebung des angefochtenen Urteils lediglich im Rechtsfolgenausspruch
Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts bei Entscheidung über den Schuldspruch im zweiten Rechtsgang nach Aufhebung des angefochtenen Urteils lediglich im Rechtsfolgenausspruch; Zulässigkeit einer Bezugnahme auf bei den Akten befindlichen Unterlagen
Wiederholtes Absehen vom Fahrverbot
NStZ-RR 2018, 89
Bei Eichscheinen handelt es sich ebenso wie bei Konformitätsnachweisen, Messprotokollen, Schulungsnachweisen, Gerätestammkarten oder Videodistanzauswertungen um Urkunden und nicht um die Außenwelt unmittelbar wiedergebende Abbildungen, weshalb eine Bezugnahme gemäß § 71 Abs. 1 OWiG i.V.m. § 267 Abs. 1 Satz 3 StPO ausscheidet (u.a. Anschluss an OLG Bamberg, Beschl. v. 07.08.2017 - 3 Ss OWi 996/17 = BA 55 [2018], 78 und OLG Hamm, Beschl. v. 11.05.2017 - 4 RBs 152/17 [bei juris]).
Die diesbezügliche Beweiswürdigung zur Geschwindigkeitsüberschreitung, die das AG vorgenommen hat, war wegen der horizontalen Teilrechtskraft des Bußgeldbescheids, die infolge der wirksamen Beschränkung des Einspruchs auf den Rechtsfolgenausspruch eintrat, nicht nur überflüssig, sondern auch unzulässig, weil aufgrund dieser prozessualen Situation der Schuldspruch der Entscheidungsbefugnis durch das AG entzogen war (vgl. OLG Bamberg, Beschluss vom 07.08.2017 - 3 Ss OWi 996/17 = BA 55 [2018], 78 = NStZ-RR 2018, 89 [Ls]).