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Timestamp: 2019-07-17 01:01:45
Document Index: 184065731

Matched Legal Cases: ['§ 62', '§ 2', '§\n139', 'BGH', '§\n10', 'BGH', '§\n47', '§ 47', '§ 48']

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OBERLANDESGERICHT HAMM BESCHLUSS I - 15 W x 27/08 OLG Hamm 9 T 66/07 L G Essen 18 II 53/06 W E G A G Gladbeck In der Wohnungseigentumssache b e t r...
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Bundesgerichtshof - iurado
Bundesfinanzhof - iurado
BESCHLUSS I - 15 W x 27/08 OLG Hamm 9 T 66/07 L G Essen 18 II 53/06 W E G A G Gladbeck
b e t r e f f e n d die Wohnungseigentümergemeinschaft M
i Gladbeck,
e: Beteiligt
2) - Verfahrensbevollmächtigter: Rechtsanwalt
Verfahrensbevollmächtigt Rechtsanwalt e r zu 3)
und 4):
7) die weiteren Wohnungseigentümer d e r
gemäß anliegender Eigentümerliste Verfahrensbevollmächtigte
zu 7) :
Zivilsenat des Oberlandesgerichts H a m m a m
14.08.2008 auf die sofortige weitere Beschwerde d e r Beteiligten zu -7)
v o m 17.01.
2008 gegen den Beschluss d e r 9.
Zivilkammer des Landgerichts Essen v o m 09.10.2 007 durch d e n Vorsitzenden Richter a m Oberlandesgericht Budde,
den R i c h t e r
a m Oberlandesgericht Tegenthoff u n d den Richter a m L a n d g e r i c h t Hackert
Der angefochtene Beschluss wird mit Ausnahme d e r Wertfestsetzung aufgehoben.
Die sofortige Beschwerde der Beteiligten zu 1)
und 2))
gegen die Entscheidung des Amtsgerichts v o m 22.02.22 0 7 w i r d zurückgewiesen.
Die sofortige Anschlussbeschwerde der Beteiligten zu 3) u n d 4)
Die Gerichtskosten im Erstbeschwerdeverfahren h a b e n d i e Beteiligten zu 1),
u n d 4)
tragen. Die Beteiligten zu 1)
als Gesamtschuldner zu
u n d 2)
haben d i e
Gerichtskosten im Rechtsbeschwerdeverfahren zu t r a g e n .
Die Anordnung einer Erstattung außergerichtlicher K o s t e n unterbleibt.
D e r Geschäftswert für das Rechtsbeschwerdefahren w i r d auf 5.000 € festgesetzt.
D i e Beteiligten zu 1)
sowie 7)
sind Miteigentümer d e r
o b e n genannten Wohnungseigentumsanlage, die ursprünglich v o n d e r Beteiligten zu 6)
und nunmehr v o n der Beteiligten z u 5)'
v e r w a l t e t wird. Die Wohnungseigentumsanlage besteht aus W o h n u n d Gewerbeeinheiten.
D i e wirtschaftliche Situation der Wohnungseigentümergemein­ schaft ist inzwischen desolat.
Die Hausgeldansprüche w u r d e n i n
d e r Vergangenheit nur zu einem geringen Anteil beglichen.
I n der EigentümerverSammlung v o m 15.11.2005 fassten d i e Wohnungseigentümer mehrheitlich den Beschluss, die in B l o c k A befindlichen Wohnungen v o n der Versorgung mit Heizung, W a s s e r u n d Allgemeinstrom abzutrennen, nachdem zuvor eine Beschlüssfassung über eine Sonderumlage von 500.000 € abgelehnt worden war. Die Wohnungseigentümergemeinschaft drohte ab Dezember 2005 in Anbetracht der vorhandenen monetären Mittel u n d den zu erwartenden geringen Zahlungseingängen aus der Wohngeldrate 2005 nicht mehr i n d e r L a g e zu sein,
ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
A u f g r u n d dieses Beschlusses kündigte die Verwalterin zum 31.12.2005 die Versorgungsverträge. Die Stadt Gladbeck erteilte a m 22.02.2006 eine Stilllegungsverfügung des Wohnturms Block A, der seit März 2006 nicht mehr bewohnt w i r d . D i e Sondereigentümer der nicht im Wohnturm A befindlichen Wohnungen und Gewerbeeinheiten errichteten eine unabhängige Versorgung.
Mit Beschluss v o m 18.09.2006 wies das Amtsgericht Gladbeck 18 II 89/05 - den Antrag auf Anfechtung dieser Beschlussfassung zurück. Das Landgericht Essen - 9 T 162/06 wies mit Beschluss v o m 24.04.2007 die dagegen gerichtete sofortige Beschwerde zurück.
Auf die dagegen gerichtete
sofortige weitere Beschwerde hat der Senat - Beschluss v o m 20.12.2007 - 15 W 249/07 - die landgerichtliche Entscheidung lediglich dahingehend abgeändert, dass die Erstbeschwerde a l s unzulässig zurückgewiesen wurde, so dass die Zurückweisung d e s Anfechtungsantrages rechtskräftig ist.
In der Eigentümerversammlung v o m 28.07.2006 - also w ä h r e n d d e s laufenden Anfechtungsverfahren des unter TOP 7 in d e r Eigentümerversammlung v o m 15.11.2005 gefassten Beschlusses z u r
V e r s o r g u n g s s p e r r e - fassten die Eigentümer folgenden Beschluss:
„ D i e Wohnungs-/ Teileigentume derjenigen Miteigentümer,
d a s laufende H a u s g e l d nicht oder nicht vollständig für m e h r a l s 6 Monate gezahlt haben, Heizung,
werden v o n der Versorgung m i t
Wasser u n d Allgemeinstrom abgetrennt
(Versorgungssperre).
Der Verwalter w i r d angewiesen,
notwendigen'tatsächlichen, rechtlichen und gerichtlichen S c h r i t t e im N a m e n der Gemeinschaft zu unternehmen, u m d i e Versorgungssperre durchzusetzen. Hierbei darf er s i c h anwaltlicher Hilfe im Namen der Gemeinschaft bedienen.
F a l l e der Anfechtung dieses Beschlusses durch einzelne M i t e i g e n t ü m e r w i r d der Verwalter gleichwohl angewiesen,
B e s c h l u s s im N a m e n der Gemeinschaft durchzusetzen u n d w i r d gleichzeitig
sich geeigneter Hilfskräfte u n d
anwaltlicher Hilfe im Namen der Gemeinschaft zu bedienen. D i e K o s t e n der Versorgungssperre haben im Innenverhältnis d i e n i c h t z a h l e n d e n Miteigentümer aus d e m Gesichtspunkt d e s V e r z u g e s zu tragen."
haben diese Beschlussfassung
D a s Amtsgericht hat die Anträge zuückgewiesen.
Auf die d a g e g e n
rechtzeitig erhobene sofortige Beschwerde der Beteiligten z u 1)
u n d 2),
d e r sich die Beteiligten zu 3)
im Termin vom
09.10.2007 v o r d e m Landgericht angeschlossen haben, hat d a s Landgericht mit Beschluss v o m 09.10.2007 die Entschidung d e s Amtsgerichts abgeändert u n d den unter TOP 11 in d e r V e r s a m m l u n g v o m 28.07.2006 gefassten Beschluss für u n g ü l t i g erklärt. Die in der Beschwerdeinstanz gestellten A n t r ä g e d e r Beteiligten zu 3) zurückgewiesen.
hat das Landgericht als u n z u l ä s s i g
Hiergegen richtet sich die fristgerecht erhobene sofortige weitere Beschwerde der Beteiligten zu 7), Anwaltsschriftsatz des Rechtsanwaltes
eingelegt d u r c h v o m 17.01.2008.
J e n e r hat inzwischen seine Vertretung niedergelegt, d a i h m i n d e r Eigentümerversammlung v o m 18.03.2008 die Vertretungsmacht entzogen worden ist.
M i t Beschluss v o m 05.06.2008 hat der Senat die B e t e i l i g t e n darauf hingewiesen,
dass im Hinblick auf die Rechtskraft d e s
u n t e r TOP 7 in der Eigentümerversammlung v o m 15.11.2005 gefassten Beschlusses ein Rechtsschutzinteresse an d e r Anfechtung des streitgegenständlichen Beschlusses e n t f a l l e n s e i n könnte.
D i e sofortige weitere Beschwerde der Beteiligten zu 7) n a c h §§ 62 Abs. 1 W E G n.F.,
45 Abs. 1,
43 Abs. 1 W E G a.F. , 27,
29 FGG statthaft sowie form - und fristgerecht eingelegt.
Entgegen der Ansicht der Beteiligten zu 1)
steht d e r
Zulassigke.it der sofortigen weiteren Beschwerde nicht entgegen, dass im Laufe des weiteren Beschwerdeverfahrens Rechtsanwalt
flflBHPdie
Bevollmächtigung entzogen w u r d e .
Unzweifelhaft w a r Rechtsanwalt H H H i a m 17.01.2008, a l s o im Zeitpunkt der Einlegung der sofortigen weiteren B e s c h w e r d e befugt, als Vertreter der weiteren Miteigentümer gegen d i e Entscheidung des Landgerichts ein Rechtsmittel einzulegen. E i n e entsprechende Vertreungsmacht ist ihm erst d u r c h Beschluss der Eigentümer in der Eigentümerversammlung v o m 18.03.2008 entzogen worden. Der spätere Entzug einer V o l l m a c h t
m a c h t das ursprünglich ordnungsgemäß eingelegte R e c h t s m i t t e l n i c h t unzulässig.
O b die Rechtsanwälte Dr.
im Laufe des V e r f a h r e n s
o r d n u n g s g e m ä ß bevollmächtigt wurden, ist für die Frage d e r Zulässigkeit der sofortigen weiteren Beschwerde ohne B e l a n g . D e n n lediglich die Beschwerdeschrift zur Einlegung d e r w e i t e r e n Beschwerde bedarf der Unterschrift eines Rechtsanwaltes,
§ 2 9 Abs. 1 FGG.
D i e Beschwerdebefugnis der Beteiligten zu 7) daraus,
folgt b e r e i t s
dass das Landgericht zu ihren Lasten die E n t s c h e i d u n g
d e s Amtsgerichts abgeändert hat.
I n der Sache ist das Rechtsmittel begründet, n a c h d e m d i e A n f e c h t u n g der in der Eigentümerversammlung v o m 15.11.2005 u n t e r T O P 7 erfolgten Beschlussfassung über d i e Versorgungssperre mit Beschluss des Senats v o m 20.12.2007 - 15 W 249/07 - rechtkräftig zurückgewiesen worden ist.
D a s führt zu einer Aufhebung der landgerichtlichen Entscheidung u n d Zurückweisung der sofortigen Beschwerde d e r B e t e i l i g t e n zu 1)
u n d 2) gegen die amtsgerichtliche
I n verfahrensrechtlicher Hinsicht ist das Landgericht zutreffend v o n einer zulässigen sofortigen Beschwerde d e r B e t e i l i g t e n zu 1)
Soweit das Landgericht eine Unzulässigkeit der in dem Beschwerdeverfahren gestellten Anträge der Beteiligten zu 3) u n d 4)
angenommen hat, ist der Senat daran gebunden,
insoweit die Entscheidung des Landgerichts nicht a n g e f o c h t e n w o r d e n ist. Der Senat hat lediglich sprachlich dahingehend d e n
T e n o r verändert, als er die Anschlussbeschwerden a l s unzulässig verworfen und nicht die Anträge als unzulässig zurückgewiesen hat.
In der Sache hat das Landgericht den in d e r Eigentümerversammlung v o m 28.07.2006 unter TOP 11 g e f a s s t e n Beschluss zur Versorgungssperre für ungültig erklärt, weil v o n d e r Versorgungssperre auch Eigentümer betroffen wären, d i e b i s zum 15.11.2005 regelmäßig Wohngeldzahlungen erbracht h ä t t e n .
D e r Senat hat keinen Anlass darauf näher einzugehen,
inzwischen durch die seit dem 20.12.2007 rechtskräftige Zurückweisung des Antrages auf Ungültigerklärung des u n t e r T O P 7 in der Eigentümerversammlung v o m 15.11.2 005 gefassten Beschlusses das Rechtsschutzinteresse der Beteiligten zu 1) u n d 2)
zur Anfechtung des streitgegenständlichen B e s c h l u s s e s
Ist ein Beschluss der Wohnungseigentümer inhaltsgleich m i t e i n e m bereits zuvor gefassten Erstbeschluss oder erfasst e r n u r einen Ausschnitt dieses Beschlusses,
so besteht für d i e
Anfechtung des Zweitbeschlusses kein Rechtsschutzinteresse, weil es bei der Wirksamkeit des bestandskräftigen Erstbeschlusses bleibt - wobei es einerlei ist,
ob d i e
Gemeinschaft durch den weiteren Beschluss den Erstbeschluss nicht b l o ß verstärken, sondern novatorisch ersetzen w o l l t e , weil mit der gerichtlichen Ungültigerklärung des Zweitbeschlusses die Aufhebung des Erstbeschlusses durch d i e Gemeinschaft entfiele (§
139 BGB analog)
(BGH N J W 1994,
D e r unter TOP 11 in der Eigentümerversammlung v o m 28.07.2006 gefasste Beschluss trifft mit Ausnahme der ohnehin aufgrund d e r bereits erfolgten Stilllegung gegenstandslosen Kostenregelung keine über die in der Eigentümerversammlung v o m
15.11.2005 unter TOP 7 gefassten Beschluss hinausgehende Regelung,
ist also lediglich ein Zweitbeschluss in d e m z u v o r
b e s c h r i e b e n e n Sinne zu der bereits zuvor beschlossenen Versorgungssperre.
D i e s ergibt die Auslegung der beiden Beschlüsse duch d e n Senat,
zu der er befugt ist,
da die Eigentümerbeschlüsse i n
j e d e m Fall auch für mögliche Rechtsnachfolger Wirkung e n t f a l t e n (§
10 Abs. 4 WEG)
BGH N J W 1998,
3713).
W o r t l a u t regelt der verfahrensgegenständliche Beschluss e i n e Versorgungssperre mit Heizung,
Wasser und Strom d e r j e n i g e n
Miteigentümer, die das laufende Hausgeld nicht oder n i c h t v o l l s t ä n d i g gezahlt haben. Der in der Eigentümerversammlung v o m 15.11.2005 unter TOP 7 erfasst ebenfalls bereits e i n e Versorgungssperre zu Lasten aller Wohnungseigentümer d e s g e s a m t e n Wohnturms A, mithin auch derjenigen, die nicht i n Zahlungsverzug waren,
beschlossen. Zwar könnte der W o r t l a u t
d e s Beschlusses v o m 28.07.2006 nahelegen,
dass nunmehr a u c h
d i e Wohnungs - oder Teileigentümer außerhalb des Wohnturms A befindlichen Einheiten v o n der Versorgungssperre zusätzlich erfasst w e r d e n sollten, d o c h spricht dagegen,
dass für d i e s e
w e i t e r e n Gewerbe - und Wohneinheiten ohnehin eine eigene u n a b h ä n g i g v o n der Gemeinschaft - bestehende Versorgung existierte. Insoweit trifft diesen Bereich die Versorgungssperre nicht. Soweit die Beteiligten zu 1)
g e g e n dieses Verständnis des verfahrensgegenständlichen Beschlusses einwenden, dass durch diese Beschlussfassung Finanzinvestoren zusätzlich abgeschreckt werden sollen, dass die Bedeutung des Beschlusses weitergehend ist,
d e r Senat dieser Spekulation nicht zu folgen. Denn u n a b h ä n g i g v o n der erneuten Beschlussfassung besteht d i e Versorgungssperre. Die Aufhebung der Versorgungssperre b e d a r f e i n e r erneuten Beschlussfassung. Die Wirkung auf mögliche
KaufInteressenten ist mit oder ohne d i e verfahrensgegenständliche Beschlussfassung identisch.
Entgegen der nunmehr in Abkehr zu seiner in der E n S c h e i d u n g v o m 24.04.2007 - 9 T 162/06 - geäußerten Ansicht d e s Landgerichts ist der Erstbeschluss zur Versorgungssperre v o m 15.11.2005 nicht nichtig. Das Amtsgericht Gladbeck hat m i t Beschluss v o m 18.09.2006 - rechtskräftig mit Senatsbeschluss v o m 20.12 .2007 - 15 W '249/07
- den auf Anfechtung d i e s e s
Beschlusses gerichteten Antrag zurückgewiesen.
Aufgrund d e r
materiellen Rechtskraft dieser Entsteidung steht fest,
der Erstbeschluss weder anfechtbar n o c h nichtig ist (Vgl. BayObLG ZWE 2002,
D a i m Ergebnis die sofortige Beschwerde zurückzuweisen w a r , entspricht es der Billigkeit,
die Kosten d e s
Erstbeschwerdeverfahrens sowie des Rechtsbeschwerdeverfahrens d e n Beteiligten zu 1)
aufzuerlegen (§
47 Satz 1 W E G
Darüber hinaus hat der Senat angesichts der in der H a u p t s a c h e anders lautenden Entscheidung des Beschwerdegerichts sowie d e s Umstandes, dass erst nach Abschluss d e s Erstbeschwerdeverfahrens die Zurückweisung d e s Anfechtungsantrages der zuerst ausgesprochenen Versorgungsspere rechtskräftig wurde, keine Veranlassung gesehen,
in Abkehr v o n dem in § 47 Satz 2 WEG zum A u s d r u c k
kommenden Grundsatz,
wonach in Verfahren nach dem W E G d i e
Beteiligten ihre außergerichtlichen Kosten selbst zu t r a g e n haben,
den Beteiligten zu 1)
die den weiteren
Beteiligten entstandenen außergerichtlichen Kosten aufzuerlegen.
D i e GeschäftswertfestSetzung beruht auf § 48 Abs. 3 Sätze 1 u n d 2 WEG. Der Senat folgt der Wertfestsetzung d e r Vorinstanzen. Dabei hat er berücksichtigt, dass d i e Beschlussfassung lediglich eine Wiederholung des bereits g e t r o f f e n e n Beschlusses zur Versorgungssperre bildet.
Tegenthoff
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