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Timestamp: 2019-03-22 00:26:36
Document Index: 10458926

Matched Legal Cases: ['§ 19', 'Art. 148', 'Art. 223', 'Art. 85', 'Art. 123', '§ 5', 'Art. 6', '§ 1', '§ 3', 'Art. 125', 'Art. 1']

Pranger (Deutsches Rechtswörterbuch - DRW)
Pranger, 2Prange
Wortklasse: Pranger: Maskulinum, vereinzelt Femininum, 2Prange: Maskulinum, Femininum
Erklärung: Bauwerk, Vorrichtung zur Verbüßung einer Schand- oder Körperstrafe oder zur Öffentlichmachung eines Vergehens.
bedeutungsverwandt: Kak (II), Katz, Kirchenprange, Lastersäule, Lasterstein (II), 1Leiter (I 2), Martersäule, Ohrenstock, Pfahl (I 2).
vgl. Block (I 1), Brechel, Dienstpfahl, Geige (II), Harfe (I), Halseisen.
Sachhinweis: Bader,Pranger passim; v.Künßberg,Rsprgeogr. 30ff. (mit Karten); R. Schmidt-Wiegand/HRG.1 III 1877-1884 (Lit., ergänzend hierzu: R. Horna, Der Pranger in der Tschechoslowakei, Graz 1965); LexMA. VII 168f.
Pranger (I)
Erklärung: bei Vergehen, die mit der Ausstellung am Pranger bestraft werden (auch von Bildern des Täters usw.); tw. ist Ablösung mit einer Geldstrafe möglich, tw. wird Rücksicht auf die soziale Stellung des Täters genommen; der Vollzug der Strafe durch den Nachrichter (II) führt zu Ehrlosigkeit; Körperstrafen werden häufig am Pranger vollstreckt.
Belegtext: ob er [mulner] daz [als Strafe geschuldete] gelt nit mag gehaben, so sol man in auf den pranger stellen [lat. Text: ponatur ad berlinam], als lang der herr wil
Datierung: vor 1307 Fundstelle: Tomaschek,Trient 129
Belegtext: W. ... cum aliis quatuor false iuraverunt, sic quod lingwe ipsorum in prangerio precise fuerunt
Datierung: 1363 Fundstelle: OlmützStB.(Bischoff) 307
Belegtext: hat er dez geltz niht, so sol er ein hor in dem pranger sten
Datierung: um 1370 Fundstelle: NürnbSatzB. 255
Belegtext: [Lebensmittelfälschung:] das man den vor die schepphen furit, ader uff den prenger sezt, ader deme gliche
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: GlWeichb. 358
Belegtext: wer den richter vnd bürger für dem rechten strafft, oder ihr einen freflichen schilt, der soll dreÿ marckhtag stehen auf dem pranger
Datierung: Ende 14. Jh. (Hs. 1655) Fundstelle: SchemnitzStBR. 149 (§ 19)
Belegtext: zundir ab dy dewberey tawg nicht eyn halben firdung unde der schuldige dorvor ist nicht gewest yn vormerkunge, zo zal man en nicht hengen, zandir bey den pranger zal man en offinbar mit rutten hawen [lat. Vorlage von 1268: sed juxta statuam in publico virgis cedetur]
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: Tzschoppe-Stenzel 380
Belegtext: alz dicke eyn elich man in deme frauwenhueschen betreten adder erfarn werd, daz er darynne gewest is, der sal den burgern 1 mark gr. geben ane widderrede. had er daz geld nicht, so sal er an dem pranger stehen adder uff die schuppe gesaczt werden
Datierung: 1412 Fundstelle: FreibergUB. I 119
Belegtext: wann der czuchtiger ymantcz ... stawpt am pranger ader ein or absneit, ein awg awspricht, die hand abhautt ader durch die czen pruet, von ytczlichem gepuren jm iv. groß
Datierung: 1430/43 Fundstelle: OlmützStB.(Saliger) 58
Belegtext: ob hausgesössen weüber oder frauen auch mit einander raufen oder mit einander ainigerlei scheltworten an ainander kämen, dieselben sollen den pokstein dreimall umb den pranger tragen
Datierung: 1433 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VIII 672
Belegtext: hat einer gruwsamlich got gelestert, an brangen vnd ein naggel durch zungen, oder mit ruoten vssgeschlaggen
Datierung: 1. Hälfte 15. Jh. Fundstelle: GlarusGO. 134
Belegtext: das der G. hat lassen vorbitten dy swarcze fremde muncz ... vnd dy an den pranger geslagen
Datierung: 1458 Fundstelle: UrkGeschBöhm. 126
Belegtext: kleine leibstraf ... als in brangel oder halßeysin stellen
Datierung: 1460/80 Fundstelle: GengenbachStB. 48
Belegtext: ein offenwarer gotßswerer und lesterer ..., den sol man ... in den pranger stellen
Belegtext: daß man auf den kirchhoefen stockbrechen oder pranger machen soll, ... darin die mishandelnden bettler zu der zeit und weile, als sich das, so das volk am meisten gen und von kirchen geht, gebuert, damit sie dester mehr roethe, scham und ursach, ihre missethat zu lassen, empfahen
Datierung: 1471 Fundstelle: Gemeiner,RegensbChr. IV 490
Belegtext: wiewohl er sein leben verwirkt, gnadenhalber, daß der meister ihn auf den pranger gestellt, darnach abgenommen, ihm beide ohren abgeschnitten, ihn mit ruten gehauen und er über den Rhein gehen müssen
Datierung: 1480 Fundstelle: Schuhmann,Scharfrichter 265 Anm. 1320
Belegtext: J.F. ... uff den branger in das halsband zu stellen und biß zu vesper darinn lassen zu stend und darnach zu nemen und im die zungen an den branger zu hefften und da lassen zu stend biß er sich davon zerrt und lediget ... umb das er schwür gtan hat in die hailligen dryvaltikait
Datierung: 1495 Region/Autor/Textsorte: Konstanz Fundstelle: ZRG.2 Germ. 54 (1934) 255 Anm. 2
Belegtext: wen aber einer daruber erfend wurde der aus dem wein trunkh dem hern oder gessten so sol er on alle genadt an dem pranger gesthrichen werden
Datierung: 1497 Fundstelle: MHungJurHist. IV 2 S. 50
Belegtext: [Übschr.:] ap eyner vorlugemund sey vnd ap man yn moge von gehegeter bang getedingen der uf den prenger gesessen hat
Datierung: 15. Jh. Fundstelle: LeipzSchUrt. 355
Belegtext: wirt es geweist zu dem [Fron-] potn, das er in seinem ambt untreulich ... handlet, so sol man in ... von morgen hinz auf vesperzeit in den pranger stellen
Datierung: um 1500 Fundstelle: GörzSt. 58
Belegtext: dieselben bosshafftigen kupler oder kuplerin ... soellen ... des landes verweyst, in branger gestelt, die oren abgeschnitten oder mit rutten aussgehawen [werden]
Datierung: 1507 Fundstelle: BambHGO. Art. 148
Belegtext: offenlich in branger gestelt, bede oren abgeschnitten vnd des lands biss auff kundtliche erlaubung der oberhandt verweyst werden sol
Datierung: 1507 Fundstelle: BambHGO. Art. 223
Belegtext: welher mit gott, seinen heiligen oder vatter und mueter schilt und fluecht oder schlecht, den soll man an den pranger stelln, oder [er] geb zu wandl 5 (pfund) (pfennig)
Datierung: nach 1511 Region/Autor/Textsorte: Oberösterreich Fundstelle: ÖW. XV 254
Belegtext: wer aber das [Verbot des Fluchens und Schwörens] voracht ..., den wil ein rat ... an pranger stellen vnd mit ruten außhawen lassen. were aber dorunter eynich person, das ein erber rat erkennet, das solche straff zu schimpflich sey, wirt man die in einer andern ernstlich straff furnemen
Datierung: um 1520 Fundstelle: Siegl,Eger 178
Belegtext: das der oder die selbigen [Straftäter] ... inn den branger gestelt, vnd ... von dem iungen volck offentlich mit mist ... geworffen werden
Datierung: 1521 Fundstelle: Reyscher,Ges. XII 46
Belegtext: wo er [der auf fremdem Grund gefischt hat] nicht visch gefangen, soll er an dem pranger mit rueten gestrafft werden umb den bösen willen, ist er anderst ain gemainer man
Belegtext: so widder den beclagtenn die vrteill zu peinlicher straff enntlich beschlossenn wurdet, ... [soll man] denn vbelthatter darvor am marckt oder platz ettlich zeit offenntlich jnn stock, brannger oder hallsysenn ... stellenn
Datierung: 1532 Fundstelle: CCC. Art. 85
Belegtext: stellung jnn branger, abschneydung der oren oder ausshawunge mit ruten oder anderm
Datierung: 1532 Fundstelle: CCC. Art. 123
Belegtext: welcher oder welche ir ee brechen mit ainer ander personen, so auch in der ehe ist, sol auf den pranger nach der oberkait gehaiß selbs geen, daselbs pleiben den ganzen tag und so lang, bis er erpetten oder zwainzig gulden geben
Datierung: 1548 Fundstelle: HohenzollJh. 19 (1959) 130
Belegtext: der oder die, so also mit gotslestern betretten, sollen drei feirtäg nacheinander offentlich am kreiz mit ausgespannten armen piessen. wolt aber hernach solliche straff nit helfen und [wurden] dergleichen leit zum andern und dritten mall betretten, sollen [sie] an den pranger gestelt, mit rueten ausgehaut und das gericht verpotten werden
Datierung: 1559 Region/Autor/Textsorte: Oberösterreich Fundstelle: ÖW. XIII 266
Belegtext: [Gerichtsbarkeit des Rats über Vergehen, deretwegen die Täter] etwan auch in den prandel oder halseisen gesetzt und mit ruten ausgestrichen [werden]
Datierung: um 1560 Fundstelle: TrierWQ. 502
Belegtext: das kegenwertiger übelthäter seiner gewaldt und raubes sol dem scharffrichter übergeben werden, hinunter geführet, beleutet, und an allen vier orthen des marktes beschrien, an eine prange gestellt, mit ruthen gestrichen
Datierung: 1572 Fundstelle: MittWestpreuß. 6 (1907) 13
Belegtext: wenn ein weibesperson offentlich in der unzucht betreten ... were und gleichwol für eine magd im börtlein, krenzlein oder haren hergehen tete, der sollen zur buß, andern zur scheu, die har abgeschnitten, an den pranger genagelt und die person geschleiert und der stadt oder amts verwiesen werden
Datierung: 1577 Region/Autor/Textsorte: PreußLO. Fundstelle: QNPrivatR. II 1 S. 378
Belegtext: [bei Zahlungsverzug der Bürgen soll dem Gläubiger das Recht zustehen,] gemeldte an pranger oder kirchtüren ... anzuschlagen
Datierung: 1578? Fundstelle: Hupp,Scheltbriefe 8
Belegtext: wo aber einer oder mehr under solchen lesterern und leichtfertigen personen erfunden wurde, so von solchem seinem schweren und fluchen nach geschehener vermanung nicht abstehen wurde, soll es der obrigkeit, geistlich oder weltlich, darunter ehr begriffen oder gesessen ist, nach gelegenheit der personen unvorzuglich angezeigt und der übertretter zum ersten an den pranger oder sonst eine öffentliche stedte, in ein halßeisen geschlagen und der gemeine vorgestellet oder sonst an geld gestraffet werden
Belegtext: wänn ein nachpar wider den andern pleikugln oder kreuzhacken tregt, so solle der jenige, der damit betretten wiert, zu dem pranger gefurt, die rechte hant auf ein stock gelegt und die kugl oder kreuzhacken durch dieselbige geschlagen werden, oder verwandlt der lantgerichtsobrigkait fünf gulden
Datierung: 1585 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VIII 272
Belegtext: offenbare unzuechtige weiber, sollen in dieser stadt nicht gelitten, weder gehauset noch beherberget, sondern, da eine oder mehr betroffen, und ueberweiset, die sol der stadt verwiesen, und da sie in die stadt wiederumb kommen, und in ihrem suendlichen leben verharren, soll sie an dem pranger gestaupet, und bey ihrem freyen hoechsten der stadt verwiesen werden, es waere denn, daß sie glaubliche anzeig thun koente, daß sie sich jemand zur ehe versprochen haette
Datierung: 1586 Fundstelle: LübStR. IV 5 § 5
Belegtext: welcher in seines nechsten obs, kraut, rüeben oder erbiß ... ergriffen würdt, der solle deß tags um 1 (pfund) 5 ß und deß nachts mit dem pranger, abschneidung der ohren ... wie umb ander diebstal gestraft werden
Datierung: 1587 Fundstelle: WürtLändlRQ. II 644
Belegtext: in der richtzeugkiste ... lag ein papieren hut, daran ein paffen- und hurengelach gemahlet, so man den unzüchtigen pegken und kuplerin am pranger pflegt ufzusetzen
Datierung: 16./17. Jh. Fundstelle: Harster,StrR. 84
Belegtext: welche person aber hüerüber schreiten der gotteslesterung oder uhnzucht halber betretten würden die sollen an das creutz welches albereit bey dem pranger deswegen aufgericht gestellet, oder mit anderer offentlicher buess und dazue am gueth nach aines jeden verbrechen, und vermüegen gestrafft und niemand verschonet werden
Datierung: 1601 Fundstelle: MHungJurHist. V 2 S. 90
Belegtext: were aber jemandt auff zehen jahr [aus der Stadt] verwiesen, vnd derselbe in den noch wehrenden zehen jahren sich in dieser stadt vnd gebiete wiederumb finden lassen wuerde: soll er dieser stadt vnd gebiete zu ewigen tagen verfestet, auch darueber nach befindung seines frevels, vnd muthwillig gebrochener vrphede, am pranger mit ruten gezuechtiget werden
Datierung: 1603/05 Fundstelle: HambGO. IV Art. 6
Belegtext: ob er stihlt über zwei und ein halb pfunt pfenning, so soll man ihm zwicken mit dem einen ohr an dem pranger und soll sich selber abreißen und alsdann aus dem markt geschafft sein
Datierung: 1610 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. IX 243
Belegtext: wer solche [brunnen] beschimpft und freventlich mit garstigen stinkenden dingen oder mit einem aaß verunreiniget, soll sie selbst reinigen, und hernach, wann es die kaelte leidet, so lange an den pranger mit naßen kleidern stehen, biß der schade bezahlt und 1. fl strafe erleget
Datierung: 1611 Fundstelle: Walch,Beitr. V 189
Belegtext: [ein unfolgsamer Zuchthäusler soll] zum dritten mal ... mit dem pranger, und zum vierten mal mit dem hoelzernen pferde gestrafet werden
Datierung: 1622 Fundstelle: HambGSamml. I 402
Belegtext: so soll auch der landvogt ... in allen kruegen die maasse an stuebchen, kannen und quartieren fleißig besichtigen, was zu gering und klein, wegnehmen, durch den stockmeister an den pranger oder halseisen schlagen lassen
Datierung: 1623 Fundstelle: StapelholmConst. 650
Belegtext: der marktrichter zu Sieding soll ain wagstein [aL.: pachstain] am pranger hangend haben. und wann ain nachbaurin die ander mit worten schilt, so soll si ihn tragen von ainem orth an das ander wider zum pranger und soll dem richter darumben danken
Datierung: 1630 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VII 250
Belegtext: nach volendten gehaimen malefizrecht füert man die person zu den offnen malefizrecht ... [zu einem Platz], daran ein pranger steet, alda man daß offne recht mit denen beisizern in gegenwart des sinders haltet, daß urtl gesprochen und das stäbl brechen tuet
Datierung: 1638 Region/Autor/Textsorte: Steiermark Fundstelle: ÖW. X 234
Belegtext: befunden sich aber in einem hauß zu Kirchb. solche persohnen deren thatt gleichwol nicht pur malefitz, doch aber also beschaffen oder wenigist zweiflich wäre ob sie mit der ruthen, dem pranger, creuz oder dergleichen bestrafft werden müsten oder solten, so sollen dieselben persohnen auf deß closters oder dessen marktrichters begehren alsobalden der marktgerichtsobrigkeit herauß geliffert und zu billicher bestraffung gezogen werden
Belegtext: [urtheil in leibsstraffen] der N. solle zu dem pranger gefuehrt, ihme alldorten sein lasterhaffte zungen, so weit sie auß dem mund zubringen, durch den freymann abgeschnitten, selbige an den pranger gehaefftet, und er so dann deß land-gerichts, stadt oder burgfriedens verwiesen werden
Fundstelle: NÖLGO. 1656(CAustr.) 49 § 1
Belegtext: der N. solle zum pranger gefuehrt, ihme alldorten durch den freymann die vordern glieder an den fingern (mit welchen er den falschen eyd geschworen) abgehauen, solche an den pranger genagelt, letztlich er deß land-gerichts auff ewig verwiesen werden
Fundstelle: NÖLGO. 1656(CAustr.) 49 § 3
Belegtext: ob gleich sollich kupplen zue heimblichen eheverlobung ... beschehe, sollen doch die kuppler oder kupplerin ... an dem pranger gestelt ... werden
Datierung: 1658 Fundstelle: WürtLändlRQ. II 483
Belegtext: daß alle ... obrigkeit, ... so sie iemandes betreffen, so entweder vor oder nach der tauffe in die bier- oder wein-haeuser mit dem kinde gehet und unfug treibet, ... an die pranger, hals-eisen oder in narren-haeuser stellen lassen sollen
Datierung: 1661 Fundstelle: CAug. I 1583
Belegtext: daß die gemeine prostibula, die da offentlich hurerey treiben und ein handwerck daraus machen, offentlich am pranger gestrichen und der stadt bothmeßigkeit zu ewigen zeiten verwiesen werden sollen
Datierung: 1664 Fundstelle: RigaStR. 321
Belegtext: so ain hauer ... ainem unrecht haut ..., der ist wandlfellig und man soll ihm pinten an ainen pranger oder gahrn allermeniclich zu spott
Datierung: 1673 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. XI 22
Belegtext: daß ... R. ... wegen kirchendiebstahl eingezogen ... [und mit] stellung ahn den pranger oder käecks ... gestraft worden
Datierung: 1680 Fundstelle: RhW. III 1 S. 236
Belegtext: die unzuechtige personen [weibespersonen, so in unehren geschwaengert sich befinden], so vor abgestatteter strafe sich davon machen, nicht wieder in die stadt gelassen, sondern ihre namen auf einer gewissen an den pranger zu heftenden tafel oeffentlich angeschlagen [werden sollen]
Datierung: 1687 Fundstelle: BrschwWolfenbPromt. V 229
Belegtext: den 23. weinmonat ist ein blutschand doplet begangen gstraft worden mit ruthen biß auf das blut und auf den brangen gestelt
Datierung: 1696 Fundstelle: LBAppenzIR. Art. 125
Belegtext: diese [Gehilfin bei Mordversuch] hat zwar nach schärfe der rechte verschuldet, dass sie mit dem schwerdte vom leben zum tode gebracht werden möge, hat aber aus besondern uhrsachen eine stunde lang, mit dem schwerdt in den händen haltend, am pranger gestanden, und hiernach mit 30 gutten streichen den staubbesen bekommen
Datierung: 1696 Fundstelle: ZRG. 3 (1864) 102
Belegtext: ist ein jäger mit solchen wildbretschützen einverstanden, so soll er auf den pranger und dann gegen geschworne urphede auf lebenszeit aus dem lande verwiesen werden
Datierung: 1701 Fundstelle: MittSalzbLk. 27 (1887) 484
Belegtext: ihre nahmen und bildniße sollen an den galgen geschlagen, auch die auf die duella gesetzte straffe am pranger durch den hencker in ihrem bildniß exequiret werden
Datierung: 1715 Fundstelle: CCPrut. II 280
Belegtext: [Aufgabe des Scharfrichters:] das so bald bey hoff das hierzu bestimbte glöckhlin angezogen und geleüthet würdt, er sogleich den armen sinder in seinem zimmer von dem statt knecht ybernehmen und mit seinen aignen strickh und bandten, wie gewöhnlich und so vill hierzu nättig ist, binden und auff den branger [zur Urteilsverkündung] neben sich stellen solle
Datierung: 1716 Fundstelle: Schuhmann,Scharfrichter 171
Belegtext: pranger, kaak, postellum, ein gemeiner, mehrentheils erhabener ort, dahin gewisse missethaeter, an ein hals-eisen geschlossen, oder mit schand-steinen behaengt, u.d.g. zum spott des volcks und ihrer schande aufgestellet werden. der pranger gehoert zu den obergerichten. er ist zwar eine peinliche, doch nicht eigentlich eine leibesstraffe, wohl aber eine vorbereitung zu derselben, darum er auch neben einer leibes-straffe kan erkant werden
Datierung: 1748 Fundstelle: Jablonski,Lex. 838
Belegtext: eine execution in leichten verbrechen, es sei mit peitschen, an pranger oder in die breche ... stecken
Datierung: 1760 Fundstelle: Thudichum,Wetterau I 35
Belegtext: pranger ... ist derjenige erhabene ort, wo die missethaeter zur oeffentlichen schau ausgestellet, und an ein halßeisen angeschlossen werden
Datierung: 1762 Fundstelle: Hellfeld IV 2274
Belegtext: die stellung an dem pranger ist eine beschimpfungsstrafe, welche ehedem mehrentheils mit einer leibesstrafe verknuepft war
Datierung: 1762 Fundstelle: Wiesand 854
Belegtext: kaakhore, eine schandhure, die den pranger verdienet
Datierung: 1767 Fundstelle: BremWB. II 717
Belegtext: zu den in den meisten gerichten Deutschlandes annoch ueblichen leibesstrafen rechnet man ... 6) die stellung am pranger, oder schandpfahl [hierzu Anm. i:] ... zuweilen pfleget mit der stellung am schandpfahl, oder pranger auch das anheften eines zettels an der brust, worauf die eigentliche missethat des verurtheilten mit kurzen worten beschrieben stehet, verbunden zu werden
Datierung: 1783 Fundstelle: Quistorp,GrundsPeinlR. 124 u. 128
Belegtext: wenn nur unterobrigkeiten von ... nachgeordneten personen auf eine thaetliche weise verunglimpfet worden sind, pflegen solche frevler ... nach oeffentlicher abbitte, und nachdem sie einige tage ... am pranger ... ausgestellet gewesen sind, entweder zum festungsbau und karrenschieben, oder zucht- und arbeitshaus, auf gewisse jahre verurtheilet ... zu werden
Datierung: 1784 Fundstelle: Krünitz,Enzykl. 30 S. 33
Belegtext: personenverzeichnis, bey welchen die groeßere infamie ueberhaupt statt hat ... leute, die den staubbesen empfangen oder am pranger gestanden haben
Datierung: 1785 Fundstelle: Fischer,KamPolR. I 271
Belegtext: ehrlosigkeit. sie ist folge aller strafen, welche der schinder vollzieht, und deswegen auch von dem ausstellen an den pranger oder schandpfahl
Datierung: 1798 Fundstelle: Grolman,KrimRWiss. 135
Belegtext: mit dem kragen an dem hals und einer ruthe in der hand eine stund lang neben den pranger gestellt
Datierung: 2. Hälfte 18. Jh. Fundstelle: Alemannia 24 (1897) 249
Belegtext: [Geldstrafe für Beleidigungen:] hat es aber der pfening nicht, so werds geschlagen an den pranger
Datierung: 18. Jh. Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VII 596
Belegtext: [Scharfrichterlohn:] den namen an den galgen oder pranger anzuschlagen 30 [Kreuzer]
Datierung: 18. Jh.? Fundstelle: Schuhmann,Scharfrichter 139
Belegtext: der pranger oder schandpfahl ist derjenige erhabene ort, wo die missethaeter zur oeffentlichen schau ausgestellt, und an ein halseisen angeschlossen werden. damit muß man jedoch nicht den bloßen strafpfahl verwechseln. die stellung an den pranger oder schandpfahl zeigt allemal von einem schweren verbrechen und giebt zu erkennen, daß der missethaeter eine leibesstrafe verwirkt habe
Datierung: 1805 Fundstelle: RepRecht XII 80
Belegtext: die criminalstrafen sind ... 5) pranger, 6) staatsbürgerliche degradation, d.h. unfähigkeit öffentliche aemter zu bekleiden
Datierung: 1827 Fundstelle: Rudhart,Finanzverw. 236
Belegtext: im canton Uri giebt es ... bloß aufbewahrungsorte fuer angeklagte, aber keine strafanstalten, da man nur auf leibesstrafen, pranger, brandmark, einschiebung in fremden kriegsdienst, tragung von abzeichen, verweise, geldbussen und dergl., zu erkennen pflegt
Datierung: 1828 Region/Autor/Textsorte: Uri Fundstelle: Julius,Gefängnis p. 150
Pranger (II)
Erklärung: Errichtung und Unterhaltung eines Prangers; Symbol der Strafgerichtsbarkeit.
Belegtext: auch haben wir ain pranger von altem herkomen mit aller gerechtigkait, alain den tod ausgenomen
Belegtext: schuldige wir sy daz sy eyne pranger adir kagk in vnßin gerichte uffgericht habin
Datierung: 1431 Fundstelle: Haltaus 1055
Belegtext: die halsgerichtsverwanten underhalten den branger, stöck und laitern
Datierung: um 1532 Fundstelle: WürzbZ. I 1 S. 173
Belegtext: [Übschr.:] gerechtigkeit der pranger im salczwerge
Belegtext: nachdem unser herrschaft von alter her zu ieder zeit stock und pranger hie gehabt
Datierung: 1555 Region/Autor/Textsorte: Niederösterreich Fundstelle: ÖW. VIII 50
Belegtext: von lossgestorbenem erbe sol der oeberrichter halten pranger vnd stoecke
Datierung: 1561 Fundstelle: Rotschitz 179v
Belegtext: zue dem anderen haben ouch sy uß zuogebung ir fryhaiten den brangen (one ainiche inred der geweßnen vögten, die das gesechen) ab dem alten an ain ander ort in irem costen versetzt unnd verendert
Datierung: 1574 Fundstelle: SchrBodensee 34 (1905) 131
Belegtext: dasz halsgericht, kaich und pranger binnen und buten der freiheit ... gestanden ... und stehe der kaach ... binnen der frigheit
Datierung: 1588 Fundstelle: JbOldenb. 15 (1906) 256
Belegtext: der uffgericht stock oder branger ... solle dem grundthern verpleiben
Datierung: 1595 Fundstelle: LuxembW.(Majerus) III 633
Belegtext: aller costen vnd darlegung so zu volstreckung peinlichen rechtens, auch erhaltung galgen stock branger laitter vnd rädere, auch sonst vfflaufft, die muessen die zenthuerwanthen sämbtlich entrichten
Datierung: 16. Jh. Fundstelle: FrkZentb. 146
Belegtext: ist von der grafschaft ain schöner stainer pranger mitten auf dem marktplaz gebauet ... worden
Datierung: 1632 Region/Autor/Textsorte: Oberösterreich Fundstelle: ÖW. XIV 318
Belegtext: item alles stadtrecht in unserm markt ist, so soll man einen pranger mitten im markt haben
Datierung: 1654/97 Fundstelle: Schlesinger,Weist. I 195
Belegtext: kan ein jedwederer land-gerichts-herr auß unserer macht in seinem land-gerichts-gezuerck stoetzholtz ... pranger und galgen ... haben
Fundstelle: NÖLGO. 1656(CAustr.) Art. 1
Belegtext: befreit vermüg lantgerichtsfreiheiten stock, pranger und galgen zu erpauen
Datierung: 17. Jh. Region/Autor/Textsorte: Steiermark Fundstelle: ÖW. VI 335
Belegtext: ob auch schon pranger und prechen aufzurichten, verbrecher daran zu stellen, dem cent-herrn zukommet, so siehet man doch in municipal-staedten, ob sie schon das merum imperium nicht haben, dergleichen straff-zeichen hin und wieder aufgerichtet ... werden
Datierung: 1705 Fundstelle: KlugeBeamte I2 713
Belegtext: indeß duerfen die niedere gerichte auch den gueßuebel, die geige zuerkennen, und einen pranger, ein halseisen und eine schandsaeule besizen
Datierung: 1785 Fundstelle: Fischer,KamPolR. II 106
Belegtext: das recht, einen schandpfahl oder eigentlichen pranger zu errichten, setzt allemal die habende peinliche gerichtsbarkeit voraus, und ist ein zeichen derselben
Datierung: 1805 Fundstelle: RepRecht XII 81
Pranger (III)
Erklärung: der Pranger als Ort für weitere Rechtshandlungen (Gerichtssitzung) und als Ort, an dem gemeinschaftsrelevante Gegenstände aufbewahrt werden (Normalmaße, Strafvollstreckungswerkzeuge uä.).
Belegtext: sollen ... zwo ellen, loden- und watellen, am pranger hangen, darnach sollen all wath gemößen werten
Datierung: 1547 Region/Autor/Textsorte: Steiermark Fundstelle: ÖW. VI 136
Belegtext: es solle ... 14 tage vorher die marktfreiung neben dem pranger mit einem schild und einem blossen schwert um 12 uhr mittags ausgesteckt ... werden
Datierung: 1600 Region/Autor/Textsorte: Oberösterreich Fundstelle: ÖW. XIV 492
Belegtext: nachdeme bishero zu allen hiesig[en] ... jahrmärktszeiten firs signum der freyung ain gemallner geharnischter aufrechter armb mit in der hant habenten plassen schwert aufn pranger vorm rathaus gesteckht worden
Datierung: 1646 Region/Autor/Textsorte: Mühldorf (Inn) Fundstelle: Funk,Rechtsmale 170
Belegtext: ist zwar die freiung, solang als der markt mit keinem ordentlichen rathaus versehen gewest und noch bishero bei dem pranger ausgesteckt worden
Datierung: Ende 17. Jh. Fundstelle: BeitrSteirG. 22 (1887) 109
Wort davor: 1Prange - Wort danach: Prangerbau