Source: https://www.betanet.de/wohnraumfoerderung.html?hisdel=!
Timestamp: 2018-09-24 14:43:37
Document Index: 103061628

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 45']

Wohnraumförderung > Darlehen - Voraussetzungen - betanet
Im Rahmen festgelegter Einkommensgrenzen gewähren die Bundesländer zinsvergünstigte Darlehen oder Zuschüsse für:
den Bau oder Erwerb eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung, die selbst genutzt werden.
die Finanzierung von Mehrkosten, die bei der Anpassung von Wohnraum an eine Behinderung durch besondere bauliche Maßnahmen entstehen.
2. Behindertengerechte Umbaumaßnahmen
Mieter mit Behinderungen haben grundsätzlich einen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters zu behindertengerechten Umbaumaßnahmen, allerdings auf eigene Kosten. Der Zustimmungsanspruch besteht nicht, wenn das Interesse des Vermieters oder anderer Mieter daran, dass die Umbaumaßnahmen nicht durchgeführt werden, höher sind, als das des Mieters an der Durchführung. Zudem kann der Vermieter den Zuspruch davon abhängig machen, dass der Mieter ihm eine Sicherheit in Höhe der Kosten leistet, die beim Rückbau der Maßnahmen anfallen. Am Ende der Mietzeit ist der Mieter verpflichtet, den Umbau auf eigene Kosten wieder rückgängig zu machen.
Die Voraussetzungen und die Höhe von Zuschüssen, sog. leistungsfreien Darlehen, für behindertengerechte Neu- oder Umbauten sind vom jeweiligen Bundesland abhängig.
Einen Rechtsanspruch auf eine Förderung gibt es nicht; es handelt sich um freiwillige Leistungen der Gemeinden.
Je nach Bundesland muss ein unterschiedlicher Eigenkapitalanteil erbracht werden. Diese Mindestbeteiligung beträgt 10-25 % der Baukosten.
Besonders hochwertige Neubauten werden grundsätzlich nicht gefördert. Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Wohnflächengrenzen.
Fördergelder werden nur genehmigt, wenn nach Abzug der monatlichen Belastung noch genug Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung steht. Der Bund legt mit seinem Wohnraumförderungsgesetz (WoFG) lediglich die Rahmenbedingungen, z.B. Einkommensgrenzen (s.u.), fest. Hiervon können die Bundesländer abweichen (§ 9 Abs. 3 WoFG).
4. Einkommensgrenzen (Bund)
In den Bundesländern gelten zumeist eigene Einkommensgrenzen, teilweise verweisen die Länder auf die folgende Bundesregelung.
Die Förderung darf nur Haushalte begünstigen, deren Jahreseinkommen (nach Abzug von Steuern und gesetzlichen Pflichtversicherungen) bestimmte Grenzen nicht überschreitet (§ 9 WoFG):
12.000 € für einen Einpersonenhaushalt
18.000 € für einen Zweipersonenhaushalt
zuzüglich 4.600 € für jedes im Haushalt lebende Kind (im Sinne des Einkommenssteuergesetzes)
zuzüglich 4.100 € für jede weitere zum Haushalt zu rechnende Person
zuzüglich 4.500 € bei Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 100 oder von mindestens 80 und häuslicher Pflegebedürftigkeit
zuzüglich 2.100 € bei einem GdB von 50 bis unter 80 und häuslicher Pflegebedürftigkeit (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 und 2 WoFG)
zuzüglich 4.000 € bei jungen Ehepaaren unter 40 Jahren, die weniger als 5 Jahre verheiratet sind (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 WoFG)
zuzüglich bis zu 600 € für Kinder
unter 12 Jahren, für die Kindergeld gewährt wird, wenn der Antragsteller allein mit den Kindern zusammenwohnt und wegen Beruf oder Ausbildung längerfristig vom Haushalt abwesend ist (§ 24 Abs. 1 Nr. 4 WoFG)
zwischen 16 und 24 Jahren, die im Haushalt wohnen und eigenes Einkommen haben (§ 24 Abs. 1 Nr. 5 WoFG)
Die oben genannten Freibeträge für schwerbehinderte Menschen gelten auch für die Bewilligung eines Wohnberechtigungsscheines für zweckgebundene Wohnungen für Menschen mit Behinderungen (sog. Sozialwohnungen).
Für behinderungsbedingte bauliche Sondermaßnahmen können von Bund, Ländern oder Kommunen Darlehen bzw. Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden. Eine Nachfrage vor Ort kann sich in jedem Fall lohnen.
Die KfW-Gruppe legt regelmäßig Programme zum Immobilienkauf oder alten- oder behindertengerechten Umbau auf. Dabei handelt es sich in der Regel um zinsgünstige Kredite, die über die eigene Hausbank zu beantragen sind und auch auf diesem Weg ausgezahlt werden. Infos bei der Hausbank oder auf www.kfw.de, unter "Privatpersonen".
Seit 1.1.2013 fördern die Pflegekassen die Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen pro Pflegebedürftigem mit bis zu 2.500 € und pro Wohngruppe mit maximal 10.000 € (§ 45e SGB XI). Näheres unter Wohnen im Alter.
Das Kompetenznetzwerk Wohnen bietet eine umfangreiche Linkliste mit Anlaufstellen zu Fördermöglichkeiten in allen Bundesländern: www.kompetenznetzwerk-wohnen.de/sub/de/foerdermoeglichkeiten/.
wenn eine Schwerbehinderung eintritt, können Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen früher über ihre Bauspar- oder Sparbeträge verfügen.
Die Kosten von behindertengerechten Umbaumaßnahmen sind als "außergewöhnliche Belastungen" steuerlich absetzbar.
Der Antrag auf Wohnungsbauförderung erfolgt beim Wohnungsbauförderungsamt der Gemeinde oder des Landkreises, das auch weitere Auskünfte erteilt.
Eine Wohnberatungsstelle für barrierefreies Wohnen findet sich bei www.online-wohn-beratung.de.
Gesetztesquelle: WoFG
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