Source: http://www.tempservice.ch/tempservice/dynasite.cfm?dsmid=118283
Timestamp: 2018-12-14 10:46:19
Document Index: 144559782

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 4', 'Art. 20', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 20']

tempservice : Lohn, : Die Plattform zum GAV Personalverleih, Gesamtarbeitsvertrag, Personalverleih, Temporärarbeit, Temporärarbeitende, Temporärmitarbeitende, Temporärangestellte
Fragen & Antworten zum Lohn
2.1 Wie finde ich heraus, welcher Mindestlohn für einen bestimmten Temporäreinsatz gilt?
Die paritätisch erarbeitete und gepflegte GAV-Datenbank zum GAV Personalverleih informiert detailliert und einsatzspezifisch über die einzuhaltenden Mindestlöhne, Ferien- und Feiertagsentschädigungen, Spesen etc. Sie ist unter www.tempdata.ch abrufbar.
Es besteht die Möglichkeit, diese Daten über eine Schnittstelle in die firmeneigene Software einzuspeisen.
2.2 Wie ermittle ich orts- und branchenübliche Löhne?
Nach Art. 3 Abs. 3 GAV Personalverleih gelten in Einsatzbetrieben mit nicht ave GAV, die nicht im Anhang 1 des GAV Personalverleih aufgelistet sind, vollumfänglich die Bestimmungen des GAV Personalverleih. Davon ausgenommen sind die Bestimmungen über die Mindestlöhne gemäss Art. 20 GAV Personalverleih in bestimmten Betrieben (chemisch-pharmazeutische Industrie, Maschinenindustrie, graphische Industrie, Uhrenindustrie, Nahrungs- und Genussmittelindustrie, öffentlicher Verkehr).
Es sind die kantonalen tripartiten Kommissionen, welche bei der Festlegung der orts- und branchenüblichen Löhne mitwirken, wobei die Berechnungsweisen unterschiedlich sein können. Grundsätzlich basieren diese Löhne auf Statistiken (insbesondere die alle zwei Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE) und andererseits auf ad hoc-Erhebungen, die die tripartiten Kommissionen durchführen oder durchführen lassen können. Die tripartiten Kommissionen stützen sich bei der Festlegung der orts- und branchenüblichen Löhne auf mindestens eines der folgenden Hilfsmittel:
Das Lohnbuch des Amtes für Wirtschaft und Arbeit der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich
Lohnrechner des 'Observatoire Universitaire de l'Emploi (OUE) der Universität Genf
Salarium Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik
Im Sinne einer Hilfestellung empfiehlt die SPKP den unterstellten Verleihbetrieben, die ihr Personal in die oben beschriebenen Betriebe verleihen, sich bei den Löhnen in den entsprechenden Branchen nach den Lohnbandbreiten des Lohnrechners des 'Observatoire Universitaire de l'Emploi (OUE) der Universität Genf, des Salarium-Rechners des Bundesamts für Statistik (Schweizer Männerlöhne) oder des Zürcher Lohnbuches zu richten um die orts- und branchenüblichen Löhne einzuhalten.
Bei Fragen im Zusammenhang mit den orts- und branchenüblichen Löhnen geben Ihnen die entsprechenden Tripartiten Kommissionen gerne Auskunft:.
Liste der Tripartiten Kommissionen: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/freier-personenverkehr-ch-eu-und-flankierende-massnahmen/tripartite-kommission-des-bundes.html
2.3 Wann gilt eine temporäre Arbeitskraft als gelernt und wann als ungelernt?
Als gelernt gelten Arbeitnehmende mit
einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis (EFZ) der Branche
einer abgeschlossenen, mindestens dreijährigen beruflichen Grundbildung, die für die auszuübende Tätigkeit geeignet ist oder
einer Attestlehre (EBA) der Branche und mindestens drei Jahren Berufspraxis in der auszuübenden Tätigkeit. Publiziert am 20.03.2017
Als angelernt gelten Arbeitnehmende mit mindestens vier Jahren Berufspraxis in der auszuübenden Tätigkeit, für die es eine Berufsbildung gibt. Der Arbeitnehmehmende muss dabei pro Kalenderjahr mindestens 1000 Arbeitsstunden absolviert haben.
2.4 Wie sind Callcenter-Mitarbeitende einzustufen?
Für Contact- und Callcenter-Mitarbeitende in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitenden gibt es seit dem 1. Juli 2018 einen allgemeinverbindlich erklärten nationalen GAV, welchen es zu beachten gilt.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter nachfolgendem Link: http://www.tempdata.ch/Contract.aspx?stellaNumber=980201&versionName=1
Für Contact- und Callcenter-Mitarbeitende in Betrieben mit 20 und weniger Mitarbeitenden gelten die nachfolgenden Einstufungsregeln:
Als gelernt gelten Arbeitnehmende mit einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis (EFZ) als
Fachmann Kundendialog oder
Kaufmann oder
oder mit einer abgeschlossenen, mindestens dreijährigen beruflichen Grundbildung im Themengebiet der Telefongespräche.
Als gelernt gelten ebenfalls:
Arbeitnehmende mit einer Berufsausbildung mit einem Abschluss auf Stufe EFZ in einer anderen Branche und mindestens einem Jahr Berufspraxis im Callcenter.
Arbeitnehmende mit einer Attestlehre (EBA) und mindestens drei Jahren Berufspraxis im Callcenter.
Publiziert am 12.04.2012 / Aktualisiert am 12.07.2018
2.5 Wo liegen die geographischen Grenzen der verschiedenen Lohngebiete im GAV Personalverleih (Hochlohn, Normallohn, Grenzgebiet Tessin und Westjura gemäss Art. 20)?
Die detaillierte Tabelle nach Postleitzahlen und Gemeinden ist im GAV Personalverleih 2016-2018 (Anhang 3) publiziert.
2.6 Ist der Ort des Personalverleihers, des Einsatzbetriebes oder des Arbeitsorts massgebend für die Lohneinreihung?
Es ist grundsätzlich der Standort des Einsatzbetriebes massgebend. Bei Baufirmen, die ihr Personal auf verschiedenen Baustellen einsetzen, ist dies der Sammelplatz / Werkhof.
Sieht ein ave GAV jedoch im örtlichen Geltungsbereich vor, dass der Arbeitsort massgebend ist, so geht dieser dem Ort des Einsatzbetriebes vor (vergleiche z.B. GAV Gipsergewerbe der Stadt Zürich, GAV des Elektro-Installations- und Freileitungsgewerbes des Kantons Wallis oder GAV für das Malergewebe im Kanton Baselland). In diesem Fall ist der am Arbeitsort geltende ave GAV anwendbar.
2.7 Ab welchem Stundenlohn sind temporäre Mitarbeitende nicht mehr dem GAV Personalverleih unterstellt?
Der Bundesrat erhöht den Höchstbetrag des versicherten Verdienstes in der obligatorischen Unfallversicherung per 1. Januar 2016 von 126‘000 auf 148‘200 Franken. Von der neuen Obergrenze leitet sich ab, ob ein Arbeitnehmer dem GAV Personalverleih untersteht (Art. 4). Verdient ein Temporärarbeitender über CHF 62.55 pro Stunde, untersteht er ab 01.01.2016 nicht dem GAV Personalverleih. Für diese Mitarbeitende muss demzufolge kein Weiterbildungs-/Vollzugsbeitrag abgeführt werden. Bisher liegt dieser Betrag bei CHF 53.18 pro Stunde. Diese Angaben beziehen sich auf den Basislohn (d.h. ohne Ferien, Feiertage & Anteil 13. Monatslohn).
Alte Zahlen publiziert am 20.02.2012 / Neue Zahlen publiziert am 22.10.2015
Berechnungsformel bis 31.12.2015:
CHF 126'000 (13 Basislöhne) : 13 x 12 = CHF 116'307.70 (12 Basislöhne)
CHF 116'307.70 : 2187* = CHF 53.18 (ohne Feiertage, Ferien und 13. Monatslohn)
*Anzahl Jahresarbeitsstunden gemäss Art. 20 Abs. 5 GAV Personalverleih
Berechnungsformel ab 01.01.2016:
CHF 148‘200 (13 Basislöhne) : 13 x 12 = CHF 136‘800 (12 Basislöhne)
CHF 136‘800 : 2187* = CHF 62.55 (ohne Feiertage, Ferien und 13. Monatslohn)
Es besteht keine Möglichkeit für diese Mitarbeitende, sich freiwillig dem GAV Personalverleih zu unterstellen.
2.8 Gilt eine Provision als Mindestlohnbestandteil?
Die Mindestlöhne aus Art. 20 GAV Personalverleih müssen auch ohne Provisionsanteil eingehalten sein.
Publiziert am 20.02.2012 / Aktualisiert 10.11.2016
Diese Regelung gilt gemäss Bundesgerichtssprechung nicht absolut. Sofern der Mindestlohn garan-tiert und jeden Monat erreicht wird (auch in Zeiten von Unfall und Krankheit sowie beim Feriengeld), ist es zulässig Provisionen in die Berechnung des Mindestlohnes einzubeziehen (Vergleiche: BGE_116_II_153).
2.9 Wie sind Schüler und Praktikanten zu entlöhnen?
Gemäss Art. 21 GAV Personalverleih kann die Paritätische Kommission (SPKP) für Arbeitnehmende unter 17 Jahren, Schüler, Praktikanten und Personen, die maximal 2 Monate im Kalenderjahr beschäftigt werden, sowie für Personen mit eingeschränkter körperlicher oder geistiger Leistungsfähigkeit Unterschreitungen des Mindestlohns um maximal 15% auf Antrag bewilligen.
Dazu muss der Verleiher der SPKP eine namentliche Liste der betroffenen Mitarbeitenden inkl. deren Geburtsdaten (Publiziert am 21.11.2012), den genauen Einsatzzeiten, Einsatzbetrieben, Tätigkeiten sowie Löhnen schicken. Wenn die Voraussetzungen aufgrund der Angaben erfüllt sind, kann die SPKP die Bewilligung rasch und unbürokratisch erteilen. Falls Rückfragen erforderlich sind, verzögert sich das Prozedere.
Die Adresse der SPKP lautet:
tempcontrol@tempservice.ch
2.10 Wann ist ein ausländisches Diplom gleichwertig zu einem inländischen?
Bei reglementierten Berufen ist für die Beurteilung die Bundesbehörde (SBFI) oder eine kantonale Behörde/ein interkantonales Organ zuständig (Art. 3 Abs. 2 und 3 bzw. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Meldepflicht und die Nachprüfung der Berufsqualifikationen von Dienstleistungserbringerinnen und –erbringen in reglementierten Berufen BGMD).
Bei nicht reglementierten Berufen ist die SPKP kompetent, die Gleichwertigkeitskriterien festzulegen. Sie hat dabei die Kriterien des SBFI übernommen: Die Gleichwertigkeit ausländischer mit schweizerischen Diplomen ist gegeben, wenn die entsprechende ausländische Ausbildung gleich lang oder länger dauert wie die inländische Ausbildung.
2.11 Wie ist der Begriff "geeignet", zu interpretieren?
Die berufliche Grundbildung ist dann für die auszuübende Tätigkeit geeignet, wenn die beiden Berufe miteinander verwandt sind. Die Verwandtschaft zwischen Berufen richtet sich nach der Definition des Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SDBB), welche unter www.berufsberatung.ch (Beruf eingeben, dann Rubrik „verwandte Berufe“ wählen) eingesehen werden kann.
2.12 Einstufung „live in“
Anerkannte Ausbildungen im Zusammenhang mit der Anwendung des GAV Personalverleih für das Live-in-Modell
Mitarbeiter/in qualifiziert (gelernt) nach Art. 20 Abs. 4 GAV Personalverleih
(Berufsnr. 86914)
(Berufsnr. 86910)
(mit mind. 3 Jahren Berufspraxis)
(Berufsnr. 86913)
(Berufsnr. 79615)
(Berufsnr. 94303)
(Berufsnr 79615)