Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZB%2028/96
Timestamp: 2020-02-23 03:00:38
Document Index: 335997730

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 518', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', '§ 519']

BGH, 18.02.1997 - VI ZB 28/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,3592
BGH, 18.02.1997 - VI ZB 28/96 (https://dejure.org/1997,3592)
BGH, Entscheidung vom 18.02.1997 - VI ZB 28/96 (https://dejure.org/1997,3592)
BGH, Entscheidung vom 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 (https://dejure.org/1997,3592)
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Klage einer Betriebskrankenkasse auf Erstattung von Aufwendungen aus übergegangenem Recht, die ihr aus dem Unfall einer Versicherten entstanden sind - Beschwerde gegen die Ablehnung der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - Fristversäumung, wenn ein Schriftsatz zwar ...
NJW-RR 1997, 892
Entscheidend dafür ist, dass der Schriftsatz in die Verfügungsgewalt des Rechtsmittelgerichts kommt (…Senatsbeschluss vom 14. Juli 1987 - III ZB 20/87 - BGHR ZPO § 518 Abs. 1 Berufungsgericht 3; BGH, Beschluss vom 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 - NJW-RR 1997, 892, 893 unter II. 1.).
In ständiger Rechtsprechung vertreten der Bundesgerichtshof und das Bundesarbeitsgericht die Auffassung, daß ein bei einer gemeinsamen Einlaufstelle mehrerer Gerichte eingehender Schriftsatz einer Partei mit der Einreichung bei der Einlaufstelle bei dem Gericht eingereicht worden ist, an das er adressiert ist (vgl. zB BGH 16. Februar 1998 - AnwZ (B) 63/97 - BRAK-Mitt 1998, 151; BGH 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 - NJW-RR 1997, 892; BAG 14. Juli 1988 - 4 AZB 6/88 - AP ZPO § 518 Nr. 57 = EzA ZPO § 518 Nr. 34; BAG 29. August 1988 - 4 AZB 16/88 - nv.).
Der BGH hat in "Abgrenzung" zu der genannten Entscheidung vom 6. Oktober 1988 (…aaO) an der Auffassung festgehalten, daß sich die Prozeßpartei mit einer bestimmten Adressierung eindeutig dafür entschieden habe, daß der Schriftsatz in die Verfügungsgewalt des darin bezeichneten Gerichts gelangen solle (18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 - NJW-RR 1997, 892).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt es für den rechtzeitigen Eingang eines fristgebundenen Schriftsatzes darauf an, wann das zuständige Gericht die tatsächliche Verfügungsgewalt über das eingegangene Schriftstück erhalten hat (…BGH, Beschlüsse vom 28. Januar 2003 - VI ZB 29/02, juris Rn. 7 m.w.N.; vom 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96, NJW-RR 1997, 892 unter II 1).
Nur dieses Gericht erlangt mit dem Eingang des Schriftstücks die tatsächliche Verfügungsgewalt (…Senatsbeschluss vom 2. März 2010 - IV ZB 15/09, juris Rn. 6; BGH, Beschlüsse vom 27. Juli 2000 - III ZB 28/00, NJW-RR 2000, 1730 unter II 1; vom 18. Februar 1997 aaO; vom 12. Oktober 1995 - VII ZR 8/95, NJW-RR 1996, 443 unter II 1; vom 10. Januar 1990 - XII ZB 141/89, NJW 1990, 990 unter II 2; jeweils m.w.N.).
Daher ist ein solcher Schriftsatz grundsätzlich allein bei dem Gericht eingereicht, an das er adressiert ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 18. Februar 1997 VI ZR 28/96, NJW-RR 1997, 892;… Beschluss vom 17. März 2009 VIII ZB 66/08, juris Rn. 6; BAG, NJW 2002, 845, 846).
Es liegt auch kein Sonderfall vor, in dem die Fehlerhaftigkeit der Adressierung ohne weiteres erkennbar war (vgl. hierzu BGH 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 -) .
Der an ein unzuständiges Gericht adressierte Schriftsatz geht erst dann beim zuständigen Gericht ein, wenn er nach Weiterleitung durch das zunächst angegangene Gericht tatsächlich in die Verfügungsgewalt des zuständigen Gerichts gelangt ist (vgl. BGH, Beschl. v. 4.11.1992 - XII ZB 120/92, NJW-RR 1993, 254;… Urt. v. 12.10.1995 - VII ZR 8/95, NJW-RR 1996, 443; Beschl. v. 18.2.1997 - VI ZB 28/96, NJW-RR 1997, 892, 893).
Im Streitfall ist die Rechtsmittelschrift nach ihrer Adressierung ausdrücklich für das Landgericht bestimmt gewesen (ebenso: BGH NJW-RR 1996, 443; 1997, 892, 893).
Hätte er diese Überprüfung vorgenommen, hätte ihm auffallen müssen, daß die Berufungsschrift an das falsche Gericht adressiert war (vgl. BGH NJW-RR 1997, 892, 893 m.w.N.).
Gelangt die Berufungsschrift, wie hier, infolge falscher Adressierung zunächst zu einem unzuständigen Gericht, so hängt die Rechtzeitigkeit der Berufung davon ab, wann die Schrift nach Weiterleitung beim Berufungsgericht eingeht ( BGH NJW-RR 1997, 892,893 ).
Wird ein Schriftsatz bei einer gemeinsamen Einlaufstelle eingereicht, ist er bei dem Gericht eingegangen, an das er adressiert ist ( BGH NJW-RR 97, 892 ;… Musielak a.a.O. Rn.20;… Zöller- Gummer/Heßler, ZPO, 26. Aufl. Rn. 13 zu § 519 ).
aa) Aus dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung ergibt sich, daß es für den rechtzeitigen Eingang darauf ankommt, wann das zuständige Gericht die tatsächliche Verfügungsgewalt über das eingegangene Schriftstück erhalten hat (vgl. BGH, Senatsbeschluß vom 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 - NJW-RR 1997, 892, 893 und Beschluß vom 13. Oktober 1982 - IVb ZB 154/82 - VersR 1983, 59; BAG, Urteil vom 29. August 2001 - 4 AZR ZR 388/00 - NJW 2002, 845, 846; BVerfG, Beschlüsse vom 29. April 1981 - 1 BvR 159/80, BVerfGE 57, 117, 120 f. und vom 3. Oktober 1979 - 10 BvR 726/78, BVerfGE 52, 203, 206 ff.).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist ein bei einer gemeinsamen Einlaufstelle mehrerer Gerichte eingegangener Schriftsatz einer Partei mit der Einreichung bei der Einlaufstelle bei dem Gericht eingegangen, an das er adressiert ist (BGH, Beschlüsse vom 18. Februar 1997 - VI ZB 28/96 - NJW-RR 1997, 892 zu II 1; vom 9. Juli 1986 - IVa ZB 9/86 - VersR 1987, 48, 49;… Zöller/Heßler, ZPO 28. Aufl. § 519 Rdn. 13).