Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20ZR%2028/03
Timestamp: 2019-04-23 03:05:34
Document Index: 181521375

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.12.2003 - IV ZR 28/03 - dejure.org
Testamentsvollstrecker: Streitwert bei Streit über Befugnisse
Streit um Nachlass und Testamentsvollstreckung; Reichweite der Rechtskraft eines Urteils; Erstreckung der Bindungswirkung auf präjudizielle Rechtsverhältnisse; Durchführung einer Erbauseinandersetzung für Gebäude, das nicht zum Nachlass gehört; Berechnung des Stundensatzes für berufsuntypische Leistungen eines Rechtsanwalts; Bemessung des Interesses des Testamentsvollstreckers an Abänderung eines Urteils; Unterrichtungspflicht der Vorerbin an Nacherben
Zeitaufwand für Auskunft und Rechnungslegung; Beschwer für Auskunft und Rechnungslegung
Zum Streitwert der bestrittenen Befugnisse eines Testamentsvollstreckers
Erbrecht - Streitwert der bestrittenen Befugnisse eines Testamentsvollstreckers
NJW-RR 2004, 724
MDR 2004, 813
WM 2004, 2128
Dieses Interesse wiederum wird durch den Umfang der prozessualen Rechtskraftwirkung bestimmt, die das Urteil haben würde, wenn es nicht angefochten werden könnte (BGH, Beschluss vom 21. April 1961 - V ZR 58/60, NJW 1961, 1466 unter II; vgl. BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2003 - IV ZR 28/03, WM 2004, 2128 unter II 1).
Etwas anderes käme nur in Betracht, wenn es sich bei der geforderten Auskunftserteilung um berufstypische Leistungen handeln würde oder ein entsprechender Verdienstausfall vorläge (BGH…, Beschluss vom 1. Oktober 2008 - IV ZB 27/07, NJW-RR 2009, 80 Rn. 14; Beschluss vom 17. Dezember 2003 - IV ZR 28/03, ZEV 2004, 290).
Dann aber ist der Zeitaufwand in Anlehnung an den Stundensatz zu bewerten, den der Auskunftspflichtige als Zeuge im Zivilprozess erhalten würde (Senat, Beschluss vom 17. Dezember 2003 - IV ZR 28/03 - ZEV 2004, 290 unter II 2 b aa; Urteil vom 5. Dezember 2001 - IV ZR 102/01 - ZEV 2002, 194 unter II 1).
Das Berufungsgericht, an dessen Wertfestsetzung der Senat nicht gebunden ist (BGH, Beschlüsse vom 17. Dezember 2003 - IV ZR 28/03 - ZEV 2004, 290 unter 3 a.E.; vom 13. Oktober 2004 - XII ZR 110/02 - NJW-RR 2005, 224 unter 1), hat für die Berufung der Klägerin insgesamt einen Wert von 3.000 EUR festgesetzt.
Dabei enthält freilich die rechtskräftige Feststellung einer Rechtsfolge zugleich die Feststellung, dass das kontradiktorische Gegenteil nicht gegeben ist (vgl. BGH NJW-RR 2004, 724 unter II. 1.).
Andererseits darf der Beklagte sich mit dem Rechtsmittel auch nicht bloß gegen eine ihm ungünstige Entscheidungsbegründung wenden (vgl. BGHZ 82, 246 unter I. 14; BGH NJW-RR 2004, 724 unter II. 1.;… Stein/Jonas/Grunsky aaO Rdn. 90;… Baumbach/Lauterbach aaO Rdn. 21).
Zwar bedingen sich der Wert des Beschwerdegegenstandes, die Beschwer und die Rechtskraftwirkung einer Entscheidung gegenseitig, da die Beschwer grundsätzlich nicht weiter gehen kann als die Rechtskraftwirkung der angefochtenen Entscheidung (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2003 - IV ZR 28/03, NJW-RR 2004, 724 unter II 1) und der Wert des Beschwerdegegenstands wiederum durch die Beschwer begrenzt wird.
dd) Der eigene Zeitaufwand des Auskunftspflichtigen ist grundsätzlich entsprechend den Bestimmungen für Zeugen nach dem JVEG zu bewerten (vgl. hierzu BGH…, Beschluss vom 10.3.2010 - IV ZR 255/08, bei Juris Rn. 6;… Beschluss vom 29.7.2014 - IV ZB 37/13, bei Juris Rn. 6 ff.; Beschluss vom 17.12.2003 - IV ZR 28/03, bei Juris Rn. 12; OLG Köln…, Beschluss vom 16.5.2007 - 2 U 94/06, bei Juris Rn. 29).
So hat etwa der IV. Zivilsenat in einer Entscheidung vom 17.12.03 (BGH NJW-RR 04, 724 ff) ausgeführt: .