Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=18921
Timestamp: 2018-12-19 16:50:50
Document Index: 97916032

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 16', '§ 34', '§ 2', '§ 2', '§ 26', '§ 26']

Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSG vom 07.10.2005, RV/0350-G/04
RV/0350-G/04-RS1 Permalink
RV/0350-G/04-RS2 Permalink
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der R.W., vom 6. August 2004, gegen den Bescheid des Finanzamtes Oststeiermark vom 22. Juli 2004, betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung) 2003, entschieden:
In Streit steht im zweitinstanzlichen Verfahren nur mehr, ob der Berufungswerberin (Bw) zur Abgeltung der Mehrkosten durch die Berufsausbildung der Tochter B. außerhalb des Wohnortes, sie studierte im Jahr 2003 an der Karl-Franzens-Universität Graz, der Freibetrag gemäß § 34 Abs. 8 EStG 1988 zusteht.
Ein weiterer Streitpunkt betreffend das Kalenderjahr 2003, nämlich die Frage, ob Leasingraten für ein Kraftfahrzeug als Werbungskosten im Sinn des § 16 EStG 1988 abzugsfähig sind, wurde von der Bw im Vorlageantrag vom 4. September 2004 nicht mehr aufrecht erhalten. Es wird daher zu diesem Punkt auf die Bescheide des Finanzamtes verwiesen.
Das Finanzamt hat den Abzug des Freibetrages gemäß § 34 Abs. 8 EStG 1988 mit unterschiedlicher Begründung verweigert. Die Bw verweist auf ihre Berechnungen und führt aus, dass der Wohnort zwar in der ansprechenden Verordnung zum Studienförderungsgesetz angeführt sei, die Fahrzeit zwischen Wohnort und Ausbildungsstätte aber nachweislich mehr als eine Stunde betrage.
In § 2 der Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung über die Erreichbarkeit von Studienorten nach dem Studienförderungsgesetz 1992, BGBl. Nr. 605/1993, ist St. Ruprecht an der Raab als Gemeinde genannt, von der die tägliche Hin- und Rückfahrt zum und vom Studienort Graz zeitlich noch zumutbar sind. Gemäß § 2 Abs. 2 der Verordnung des Bundesministers für Finanzen betreffend eine Berufsausbildung eines Kindes außerhalb des Wohnortes gilt die in Graz besuchte Universität daher als im Einzugsbereich des Wohnortes St. Ruprecht an der Raab gelegen.
Die Einsichtnahme in die Fahrpläne der Steirischen Verkehrsverbund GmbH und auch HaCon Fahrplanauskünfte zu den ÖBB zeigen, dass die Fahrzeiten der günstigsten öffentlichen Verkehrsmittel sowohl zum als auch vom Studienort Graz unter Anwendung der Grundsätze des § 26 Abs. 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 jedenfalls weniger als eine Stunde, sogar weniger als 50 Minuten, betragen. Die Fahrzeit innerstädtischer Verkehrsmittel ist entgegen der Auffassung der Bw nicht einzubeziehen, da die Grundsätze des § 26 Abs. 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 anzuwenden sind.
Findok-Nr: 18921.1, aufgenommen am: 07.11.2005 09:03:59, Dokument-ID: 4b0f1aee-8906-4fd0-9f20-a215519ece64, Segment-ID: b85a35f6-d3a1-489f-bd7c-f6c1f1b9f359