Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DStR%202011,%202038
Timestamp: 2019-10-21 16:49:09
Document Index: 165117353

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 56', '§ 20', '§ 2', 'Art. 56', 'Art. 3', 'Art. 40', 'EuG', '§ 43', '§ 8', 'Art56', '§ 1', '§ 2', '§ 44', '§ 50', 'EuG', 'EuG', '§ 50', 'EuG', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art 56', 'Art 40', '§ 1', '§ 2', '§ 8', 'Art. 56', 'Art. 40', 'Art. 219', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 32', 'Art. 54', 'Art. 34', 'EuG', '§ 43', '§ 32', '§ 34', 'EuG', '§ 34', '§ 32', '§ 34', '§ 32', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 8', 'EuG', 'Art. 56', 'Art. 63', 'Art. 56', 'Art. 63', 'EuG', '§ 32', '§ 5', 'EuG', 'Art. 54', 'Art. 34', '§ 32', '§ 32', '§ 8', 'EuG', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

EuGH, 20.10.2011 - C-284/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,117
EuGH, 20.10.2011 - C-284/09 (https://dejure.org/2011,117)
EuGH, Entscheidung vom 20.10.2011 - C-284/09 (https://dejure.org/2011,117)
EuGH, Entscheidung vom 20. Januar 2011 - C-284/09 (https://dejure.org/2011,117)
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Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Freier Kapitalverkehr - Art. 56 EG und 40 des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum -Dividendenbesteuerung - An Gesellschaften mit Sitz im Inland und an Gesellschaften mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat oder in einem ...
Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats; Freier Kapitalverkehr; Besteuerung von an Gesellschaften mit Sitz im Inland und an Gesellschaften mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums gezahlten Dividenen; Europäische ...
Besteuerung von deutschen Kapitalgesellschaften an EU-ausländische Gesellschafter ausgeschüttete Dividenden
Ungleichbehandlung der Dividendenbesteuerung - Deutsche Kapitalertragsteuer auf Portfolio-Dividenden an ausländische Kapitalgesellschaften europarechtswidrig
Ungleichbehandlung der Dividendenbesteuerung in- und EU-ausländischer Gesellschaften europarechtswidrig
Zu Dividendenzahlungen an ausländische Aktionäre - Bund und Länder müssen Milliarden zahlen
EStG §§ 20, 36, 43, 43a, 43b, 44; KStG §§ 2, 8b, 31, 32; EG Art. 56; RL 90/435/EWG Art. 3; EWR-Abkommen Art. 40
Europarechtswidrige Ungleichbehandlung der Dividendenbesteuerung in- und EU-ausländischer Gesellschaften
Künftige Steuerpflicht der von Körperschaften bezogenen Dividenden und Veräußerungsgewinne aus Streubesitz?
Deutsche Vorschriften zur KapESt auf Streubesitzdividenden EU-widrig
Ausschüttungen bei Beteiligungen unter 10 % = voll steuerpflichtig
Besteuerung von Streubesitzdividenden für alle Kapitalgesellschaften
Dividende an ausländische Unternehmen steuerfrei?
Kurznachricht zu "Besteuerung von Ausschüttungen an ausländische Körperschaften als Verstoß gegen die Niederlassungsfreiheit - Besprechung des EuGH-Urteils vom 20.10.2011 - Rs. C-284/09 - Kommission/Deutschland" von RA/StB Andreas Patzner und RA/StB Jürgen Nagler, original ...
Steuerpflicht auf Streubesitzanteile - Ein falsches Signal!
Erstattung von Kapitalertragsteuer an ausländische Aktionäre
Dividenden bei Steuerausländern
Steuer der Limited
Grundzüge des § 43b EStG
Aufhebung der Steuerfreiheit nach § 8b Abs. 1 für sog. Streubesitzdividenden
Klage, eingereicht am 23. Juli 2009 - Kommission der Europäischen Gemeinschaften / Bundesrepublik Deutschland
EG Art56, RL 90/435/EWG, KStG § 1, KStG § 2
Ausschüttung; Dividende; Muttergesellschaft; Quellensteuer; Tochtergesellschaft
Kurznachricht zu "Substanzerfordernisse bei der einseitigen Kapitalertragsteuerentlastung für beschränkte steuerpflichtige Körperschaften - Zusammenspiel von § 44a Abs. 9 und § 50d Abs. 3 EStG" von RA Dr. Johannes Frey, LL.M. und RA/StB Dr. Dr. Norbert Mückl, original ...
Kurznachricht zu "(Keine) Kapitalertragsteuer auf Streubesitzdividenden beschränkt steuerpflichtiger Kapitalgesellschaften - Klares Votum des EuGH dürfte Diskussion über Abschaffung der Steuerbefreiung neu beleben" von StB Prof. Dr. Wolfgang Kessler und Wiss. ...
Kurznachricht zu "Verfahrensfragen der Erstattung gemeinschaftsrechtswidriger Quellensteuern - BFH beseitigt Rechtsunsicherheiten über Verfahrensweg und Zuständigkeit" von RA/FAStR/StB Dr. Matthias Schönhaus und Ass. iur. Jenny Broekmann, original erschienen in: IWB ...
Kurznachricht zu "Jahressteuergesetz 2013 - Die Steuerfreiheit von Streubesitzdividenden nach dem EuGH-Urteil vom 20.10.2011, C-284/09, Kommission/Deutschland" von Andreas Patzner und Jürgen Nagler, original erschienen in: IStR 2012, 790 - 798.
Kurznachricht zu "Staatshaftungsansprüche durch Nicht-Erstattung unionsrechtswidriger Kapitalertragsteuer" von Prof. Dr. Otmar Thömmes und StB Dr. Alexander Linn, original erschienen in: IStR 2012, 777 - 784.
Kurznachricht zu "Zum BMF-Schreiben vom 23.5.2012 in diesem Heft S. 552: Entlastungsberechtigung ausländischer Gesellschaften (§ 50d Abs. 3 EStG); Entscheidung des EuGH zu Streubesitzdividenden vom 20.10.2011 (C-284/09)" von RA/StB Prof. Dr. Jürgen Lüdicke, original erschienen ...
Kurznachricht zu "Anwendung des § 8b Abs. 1 KStG beim Kapitalertragsteuerabzug - Auswirkungen der Entscheidung des EuGH vom 20.10.2011" von StB/CPA Dr. Arne Schnitger, LL.M., original erschienen in: DB 2012, 305 - 312.
Kurznachricht zu "Dividendenbesteuerung und Kapitalverkehrsfreiheit" von Priv.-Doz. Dr. Michael Stöber, original erschienen in: DStZ 2012, 155 - 164.
Kurznachricht zu "Europarechtswidrigkeit deutscher Dividendenbesteuerung" von Dipl.-Kfm./StB Tino Duttiné und RAin Dr. Ocka Stumm, LL.M., original erschienen in: BB 2012, 867 - 873.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH vom 20.10.2011, Az.: C-284/09 (Quellensteuer auf Dividenden an Kapitalgesellschaften in EU- und EWR-Staaten)" von Dr. Alexander Linn, original erschienen in: IStR 2011, 840 - 848.
Kurznachricht zu "Ungleichbehandlung der Dividendenbesteuerung - Fortführung der Denkavit-Rechtsprechung (EuGH, Urteil v. 20.10.2011 in der Rs. C-254/09)" von RA Dr. Klaus von Brocke, original erschienen in: IWB 2011, 826 - 832.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH vom 20.10.2011, Rs. C-284/09 (Besteuerung von deutschen Kapitalgesellschaften an EU-ausländische Gesellschafter ausgeschüttete Dividenden)" von RA/FAStR/StB Dr. Stefan Behrens, original erschienen in: BB 2011, 2910 - 2919.
Kurznachricht zu "Europarechtswidrigkeit der Nichtanrechenbarkeit deutscher Quellensteuern bei beschränkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften" von RA/StB Dr. Utho Grieser und StB Patrick Faller, original erschienen in: DB 2011, 2798 - 2804.
Alternative Rückdeckung mit Aktienfonds in der bAV weniger attraktiv
EG Art 56, EWGRL 435/90, EWRAbk Art 40, KStG § 1, KStG § 2
Kurznachricht zu "Kapitalertragsteuererstattung bald auch für Ausländer?!" von RA Dr. Matthias Geurts und StB Patrick Faller, original erschienen in: DStR 2012, 2357 - 2361.
Kurznachricht zu "Behandlung von Streubesitzdividenden und Pensionsfonds nach Denkavit" von RA Dr. Klaus von Brocke, original erschienen in: IWB 2012, 884 - 888.
Kurznachricht zu "Körperschaftsteuerliche Behandlung von Dividendenerträgen im Fall von Organträgerpersonengesellschaften" von Dipl.-Ök./StB Tim Zinowsky und Dipl.-Kfm./StB Claus Jochimsen, original erschienen in: DStR 2016, 285 - 291.
Kurznachricht zu "Das österreichische Erstattungsverfahren als Gestaltungsoption für die erforderliche Neuregelung der Steuerbesitzdividendenbesteuerung in Deutschland" von RAin Jessica Fraedrich, original erschienen in: IStR 2012, 565 - 572.
Kurznachricht zu "Kritische Bestandsaufnahme zu den geplanten Änderungen in § 8b KStG" von Prof. Dr. Marc Desens, original erschienen in: DStR Beihefter 2013, 13 - 24.
Kurznachricht zu "Neue Steuerpflicht von Streubesitzdividenden" von StB/vBP Prof. Dr. Hans Ott, original erschienen in: StuB 2013, 279 - 286.
Kurznachricht zu "Anzuwendender Spezial-Investmentfonds-Aktiengewinn für dem Teileinkünfteverfahren unterliegende Anleger" von RA/FASteuerR/StB Dr. Stefan Behrens und StB/Dipl.-Finw. Patrick Faller, original erschienen in: BB 2014, 219 - 223. ...
Kurznachricht zu "Beteiligungsbezogene oder isolierende Betrachtungsweise beim unterjährigen Erwerb von Kapitalgesellschaftsanteilen? - Zugleich Anmerkungen zur Verfügung der OFD Frankfurt a. M. vom 2.12.2013 -" von StB Prof. Dr. Gerrit Adrian, original erschienen in: ...
Kurznachricht zu "Streubesitzdividenden bei unterjährigem Anteilserwerb" von StB Prof. Dr. Gerrit Adrian, original erschienen in: StuB 2014, 303 - 304.
Kurznachricht zu "Besteuerung von Dividendeneinnahmen in der Direktanlage und unter Zwischenschaltung eines Investmentfonds" von Christoph Gradl und Bastian Hammer, original erschienen in: GmbHR 2014, 914 - 923.
Kurznachricht zu "Drittstaatendividenden und Unionsrecht - Überlegungen zur Geltendmachung von Kapitalertragsteuererstattungen und zur zuständigen Behörde" von WP/StB Prof. Dr. Gerhard Kraft und RA/StB Andreas Mengel, original erschienen in: DStR 2014, 900 - 904. ...
Kurznachricht zu "Gewinnausschüttungen aus Streubesitzbeteiligungen" von Dr. Karl Breomel und Dr. Volker Endert, original erschienen in: BBK 2015, 12 - 16.
Vermittlungsergebnis bei der Dividendenbesteuerung lässt Fragen offen
derenergieblog.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 29.04.2013)
Streubesitzdividenden - Handlungsbedarf für Kapitalgesellschaften vor Jahresende
Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Verstoß gegen Art. 56 EG und Art. 40 des EWRAbkommens - Nationale Rechtsvorschriften, nach denen die von Tochtergesellschaften an ihre im Inland ansässigen Muttergesellschaften ausgeschütteten Dividenden ganz von der Quellensteuer ...
ZIP 2011, 2458
BB 2011, 2910
DStR 2011, 2038
NZG 2011, 1313
Insbesondere ist es Sache jedes Mitgliedstaats, unter Beachtung des Unionsrechts sein System der Besteuerung von Gewinnausschüttungen zu gestalten und in diesem Rahmen die auf den empfangenden Anteilsinhaber anwendbare Besteuerungsgrundlage und den für ihn geltenden Steuersatz zu bestimmen (vgl. u. a. Urteile Test Claimants in Class IV of the ACT Group Litigation, Randnr. 50, Test Claimants in the FII Group Litigation, Randnr. 47, vom 20. Mai 2008, 0range European Smallcap Fund, C-194/06, Slg. 2008, I-3747, Randnr. 30, vom 16. Juli 2009, Damseaux, C-128/08, Slg. 2009, I-6823, Randnr. 25, und Kommission/Deutschland, Randnr. 45).
Der Gerichtshof hat bereits entschieden, dass in Bezug auf Maßnahmen eines Mitgliedstaats zur Vermeidung oder Abschwächung der mehrfachen Belastung oder der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung der von einer gebietsansässigen Gesellschaft ausgeschütteten Einkünfte die Situation der gebietsansässigen Empfängergesellschaften nicht unbedingt mit der Situation der in einem anderen Mitgliedstaat ansässigen Empfängergesellschaften vergleichbar ist (Urteil Kommission/Deutschland, Randnr. 55 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Sobald jedoch ein Mitgliedstaat nicht nur die gebietsansässigen, sondern auch die gebietsfremden Gesellschaften hinsichtlich der Einkünfte, die sie von einer gebietsansässigen Gesellschaft beziehen, einseitig oder im Wege eines Abkommens der Einkommensteuer unterwirft, nähert sich die Situation der gebietsfremden Gesellschaften derjenigen der gebietsansässigen Gesellschaften an (Urteil Kommission/Deutschland, Randnr. 56 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Zum einen ist nämlich hinsichtlich der steuerlichen Belastung durch die getrennte Steuer nach Art. 219 des Einkommensteuergesetzbuchs, der nur inländische Investmentgesellschaften unterworfen sind, daran zu erinnern, dass nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs eine steuerliche Benachteiligung, die gegen eine Grundfreiheit verstößt, nicht wegen des etwaigen Bestehens anderer Vorteile als mit dem Unionsrecht vereinbar angesehen werden kann (Urteil Kommission/Deutschland, Randnr. 71 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Nach gefestigter Rechtsprechung können nationale Regelungen, die den freien Kapitalverkehr beschränken, u. a. aus zwingenden Gründen des Allgemeininteresses gerechtfertigt sein, vorausgesetzt, dass keine unionsrechtliche Regelung zur Harmonisierung vorliegt, die die zur Gewährleistung des Schutzes dieser Interessen erforderlichen Maßnahmen vorsieht, und diese Regelungen dazu geeignet sind, die Verwirklichung des verfolgten Ziels zu gewährleisten, und nicht über das hinausgehen, was zur Erreichung dieses Ziels erforderlich ist (vgl. u. a. Urteile vom 23. Oktober 2007, Kommission/Deutschland, C-112/05, Slg. 2007, I-8995, Randnrn. 72 und 73, vom 1. Juli 2010, Dijkman und Dijkman-Lavaleije, C-233/09, Slg. 2010, I-6649, Randnr. 49, sowie vom 20. Oktober 2011, Kommission/Deutschland, Randnr. 74).
Der Gerichtshof hat zwar entschieden, dass, wenn vom Sitzstaat der ausschüttenden Gesellschaft verlangt würde, dafür zu sorgen, dass die an einen gebietsfremden Anteilseigner ausgeschütteten Gewinne nicht einer mehrfachen Belastung oder einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung unterworfen werden - indem er entweder der ausschüttenden Gesellschaft hinsichtlich dieser Gewinne Steuerfreiheit oder dem betreffenden Anteilseigner eine Steuervergünstigung gewährt, die der von der ausschüttenden Gesellschaft auf diese Gewinne entrichteten Steuer entspricht -, dies letztlich bedeuten würde, dass dieser Staat auf sein Recht zur Besteuerung eines Einkommens, das durch eine in seinem Hoheitsgebiet ausgeübte wirtschaftliche Tätigkeit erzielt wurde, verzichten muss (vgl. Urteile Test Claimants in Class IV of the ACT Group Litigation, Randnr. 59, vom 17. September 2009, Glaxo Wellcome, C-182/08, Slg. 2009, I-8591, Randnr. 83, und vom 20. Oktober 2011, Kommission/Deutschland, Randnr. 80).
Deutschland dürfe jedoch - mit Verweis auf das EuGH-Urteil vom 20.10.2011 C-284/09 [Slg 2011, I-9879] - Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in anderen Mitgliedstaaten ausgeschüttet würden, wirtschaftlich keiner höheren Belastung unterwerfen als Dividenden, die an Gesellschaften mit Sitz in Deutschland ausgeschüttet würden.
c) Im vom EuGH zu entscheidenden Fall C-284/09 war die in Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 90/435 über das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten in der durch die Richtlinie 2003/123 geänderten Fassung (Mutter-Tochter-Richtlinie) vorgesehene Mindestbeteiligung der Muttergesellschaft am Kapital der Tochtergesellschaft nicht erreicht.
Der EuGH hat in seiner Entscheidung vom 20.10.2011 C-284/09, Slg 2011, I-9879, die vom BFH im Urteil vom 20.12.2006 I R 13/06 (unter der Geltung des körperschaftsteuerlichen Anrechnungsverfahrens) geäußerten Zweifel an der Vereinbarkeit der Definitivbelastung gebietsfremder Muttergesellschaften mit Kapitalertragsteuer gegenüber gebietsangehörigen Muttergesellschaften in Bezug auf Gemeinschaftsrecht bestätigt.
Der EuGH geht im Urteil vom 20.10.2011 C-284/09, a.a.O., Rz. 56, 57, für eine nicht unter die Voraussetzungen der Mutter-Tochter-Richtlinie fallende Konstellation (im dortigen Streitfall das Nichterreichen der Mindestbeteiligung) von der Annäherung der Situation von gebietsfremden Gesellschaften an diejenige von gebietsansässigen Gesellschaften aus, sobald ein Mitgliedstaat nicht nur die gebietsansässigen, sondern auch die gebietsfremden Gesellschaften hinsichtlich der Dividenden, die sie von einer gebietsansässigen Gesellschaft beziehen, einseitig oder im Wege eines Abkommens der Einkommensteuer unterwirft.
αα) Durch Gesetz zur Umsetzung des EuGH-Urteils vom 20. Oktober 2011 in der Rechtssache C-284/09 vom 21.03.2013, BGBl I 561, wurde § 32 KStG um Abs. 5 ergänzt.
Dieser regelt die Erstattung der nach Absatz 1 abgegoltenen Körperschaftsteuer für Kapitalerträge von beschränkt steuerpflichtigen Gesellschaften im Sinn von Art. 54 AEUV bzw. Art. 34 EWR-Abkommen mit Sitz und Geschäftsleitung innerhalb der Europäischen Union bzw. EWR und dortiger unbeschränkter Steuerpflicht und unmittelbarer Beteiligung am Grund- oder Stammkapital der Schuldnerin der Kapitalerträge, bei denen - wie im Entscheidungsfall des EuGH-Urteils vom 20.10.2011 in der Rechtssache C-284/09 - die Mindestbeteiligungsvoraussetzungen des § 43b Abs. 2 EStG nicht erfüllt sind (§ 32 Abs. 5 Nr. 2 KStG).
Dieser ist in § 34 Abs. 13b S. 3 bis 5 KStG in der Fassung des Gesetzes zur Umsetzung des EuGH-Urteils vom 20. Oktober 2011 in der Rechtssache C-284/09 geregelt; nach § 34 Abs. 13b S. 4 KStG kommt § 32 Abs. 3 KStG für Kapitalerträge zur Anwendung, die in einem Kalenderjahr vor 2013 zugeflossen sind, wenn sie bereits unter das Halbeinkünfteverfahren fallen (…zur gesetzgeberisch insoweit fehlerhaft zitierten Fassung des KStG (in der nicht existenten Fassung vom 26.07.2001, BGBl I 1034), vgl. Graw in Rödder/Herlinghaus/Neumann, Körperschaftsteuergesetz, 1. Aufl. 2015, § 34 KStG, Rz. 192).
γγ) Mit §§ 32 Abs. 5, 34 Abs. 13b S. 3 bis 5 KStG erfolgt aber (nur) die Regelung (mit rückwirkender Anwendung) einer Kapitalertragsteuererstattung für die vom EuGH am 20.10.2011 C-284/09 entschiedene Konstellation der nicht erfüllten Mindestbeteiligungsvoraussetzung.
Zur Wahrung der Kapitalverkehrsfreiheit als Bestimmung des Primärrechts hat nach EuGH-Urteil vom 20.10.2011 C-284/09, Slg 2011, I-9879, Rz. 56, 57, im Sitzstaat der ausschüttenden Gesellschaft eine gleichwertige Behandlung von gebietsansässigen und gebietsfremden Empfängergesellschaften zu erfolgen.
Der EuGH fordert in seinem Urteil vom 20.10.2011 C-284/09, Slg 2011, I-9879, Rz. 57, vom Sitzstaat der ausschüttenden Gesellschaft hinsichtlich des in seinem nationalen Recht vorgesehenen Mechanismus zur Vermeidung oder Abschwächung einer mehrfachen Belastung oder einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung eine gleichwertige Behandlung der gebietsfremden Empfängergesellschaften wie gebietsansässige Empfängergesellschaften.
α) Der EuGH fordert in seinem Urteil vom 20.10.2011 C-284/09, Slg 2011, I-9879, Rz. 57, vom Sitzstaat der ausschüttenden Gesellschaft hinsichtlich des in seinem nationalen Recht vorgesehenen Mechanismus zur Vermeidung oder Abschwächung einer mehrfachen Belastung oder einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung eine gleichwertige Behandlung der gebietsfremden Empfängergesellschaften mit gebietsansässigen Empfängergesellschaften.
Der Bundesrat fordert vor dem Hintergrund der infolge des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 20. Oktober 2011 C-284/09 "Kommission ./. Deutschland" (DStR 2011, 2038) zu erwartenden Einbußen bei der Kapitalertragsteuer, dass die Steuerfreiheit von Dividenden und Veräußerungsgewinnen nach § 8b KStG für Streubesitzanteile (Anteile von weniger als 10 % am Nennkapital) aufgehoben wird.
aa) Dieser Vorwurf ist nach Lage der Dinge begründet; der EuGH hat in seinem Urteil in DStR 2011, 2038 auf einen entsprechenden Unionsrechtsverstoß durch Verletzung der Kapitalverkehrsfreiheit gemäß Art. 56 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrages von Nizza --ABlEG 2002 C 325, 1-- (jetzt Art. 63 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon, Amtsblatt der Europäischen Union 2007 C 306/01) erkannt.
Dass die Klägerin womöglich verlangen kann, ihr die einbehaltenen Quellensteuern darüber hinaus und in vollem Umfang zu erstatten, weil dieser Einbehalt gegen die unionsrechtlich verbürgte Freiheit des Kapitalverkehrs gemäß Art. 56 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften und einiger damit zusammenhängender Rechtsakte --Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 2002, Nr. C-325, 1-- (jetzt Art. 63 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft --AEUV--, Amtsblatt der Europäischen Union 2008, Nr. C-115/47) verstößt (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union --EuGH-- vom 20. Oktober 2011 C-284/09 "Kommission ./. Deutschland", Slg. 2011, I-9879), steht auf einem anderen Blatt.
§ 32 Abs. 5 KStG 2002 i.V.m. § 5 Abs. 1 Nr. 39 des Gesetzes über die Finanzverwaltung, jeweils i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung des EuGH-Urteils vom 20. Oktober 2011 in der Rechtssache C-284/09 (BGBl I 2013, 561), die insoweit neuerlich einen Erstattungsanspruch beim BZSt ermöglichen, ändern daran nichts, weil diese gesetzlichen Neuregelungen (u.a.) voraussetzen, dass der anspruchsberechtigte Gläubiger der Kapitalerträge eine Gesellschaft i.S. des Art. 54 AEUV oder des Art. 34 des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist (§ 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a KStG 2002 in der vorgenannten Fassung) und seinen Sitz und Ort der Geschäftsleitung innerhalb des Hoheitsgebietes eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder eines Staats hat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet (§ 32 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b KStG 2002 in der vorgenannten Fassung).
Mit der Einfügung von § 8b Abs. 4 KStG durch das Gesetz vom 21.03.2013 habe der Gesetzgeber auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 20.10.2011, C- 284/09 reagiert.
§ 8b Abs. 4 KStG wurde mit Gesetz vom 21.03.2013 eingefügt zur Umsetzung des Urteils des EuGH vom 20.10.2011 C-284/09, ABl EU 2011, Nr. C 362, 3, DStR 2011, 2038.
Da das Königreich Dänemark entschieden hat, seine Steuerhoheit über Einkünfte auszuüben, die von gebietsfremden OGAW bezogen werden, befinden sich diese folglich, was die Gefahr einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung der von den in Dänemark ansässigen Gesellschaften ausgeschütteten Dividenden angeht, in einer Situation, die der gebietsansässiger OGAW vergleichbar ist (Urteile vom 20. Oktober 2011, Kommission/Deutschland, C-284/09, EU:C:2011:670, Rn. 58, …und vom 10. Mai 2012, Santander Asset Management SGIIC u. a., C-338/11 bis C-347/11, EU:C:2012:286, Rn. 42).
Zum einen vermag nach der Rechtsprechung des EuGH eine steuerliche Benachteiligung, die gegen eine Grundfreiheit verstößt, nicht wegen des etwaigen Bestehens anderer Vorteile als mit dem Unionsrecht vereinbar angesehen werden (…vgl. EuGH-Urteile vom 26.10.1999 C-294/97, Eurowings, ECLI:EU:C:1999:524, Slg. 1999, I-7447, Rz. 43 f.; vom 20.10.2011 C-284/09, Kommission/Deutschland, ECLI:EU:C:2011:670, Slg 2011, I-9879, DStR 2011, 2038, Rz. 71).
BFH - I R 29/17 (anhängig)
Dividende, Streubesitz, Verfassungsmäßigkeit