Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201987,50
Timestamp: 2019-04-25 13:15:24
Document Index: 288398743

Matched Legal Cases: ['Art. 52', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 100', 'Art. 14']

Rechtsprechung: NJW 1987, 50 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: VerfGH Bayern, 28.07.1986
VerfGH Bayern, 28.07.1986 - 3-VII-86
NJW 1987, 50 (Ls.)
In der Entscheidung vom 28. Juli 1986 (VerfGH 39, 75/80 f.) ist der Verfassungsgerichtshof zwar im Rahmen einer Popularklage, die u. a. eine in Art. 52 Abs. 2 Satz 1 des Landeswahlgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 6. März 1974 ( GVBl S. 133; BayRS 111-1-I) enthaltene Regelung für die Wahl der Vertreter der Stimmkreise betraf, von der Verfassungsmäßigkeit des Art. 14 Abs. 4 BV n. F. ausgegangen.
In der Entscheidung vom 28. Juli 1986 (VerfGH 39, 75/81) ist der Verfassungsgerichtshof mit ähnlicher Begründung von der Verfassungsmäßigkeit der hier angefochtenen 5 %-Sperrklausel des Art. 14 Abs. 4 BV n. F. ausgegangen.
bb) Der Wahlgleichheit würde es andererseits zuwiderlaufen, wenn infolge einer strikt bevölkerungsproportionalen Mandatsverteilung die Zahl der Mandate in einem einzelnen Wahlkreis sich derart verringert, dass Parteien oder Wählergruppen, die mit ihren Wahlvorschlägen zwar die auf das landesweite Wahlergebnis abstellende 5 %-Sperrklausel des Art. 14 Abs. 4 BV überschreiten, in einem einzelnen Wahlkreis wegen der geringen Anzahl an zu vergebenden Mandaten aber mehr als 5 % der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten müssten, um dort überhaupt ein Mandat zu erreichen (VerfGH 28, 222/239 f.; s. auch VerfGH vom 2.12.1980 = 33, 168/171; VerfGH vom 28.7.1986 = VerfGH 39, 75/78 f.).
VerfGH Bayern, 24.01.2017 - 13-VII-15
Popularklage, Entscheidung, Volksbegehren, Antrag, Ehe, Kinder, Eltern, …
a) Der Schutzbereich der Menschenwürde (Art. 100 BV) wird durch die angegriffenen wahlrechtlichen Bestimmungen von vornherein nicht berührt (vgl. hierzu VerfGH 28.7.1986 VerfGHE 39, 75/79 f.).
Obwohl das d'Hondt'sche Verfahren nicht zu mathematisch proporzgenauen Ergebnissen führt, hält es der BayVerfGH grundsätzlich mit dem Gebot der verbesserten Verhältniswahl (Art. 14 I 1 BayVerf.) für vereinbar (BayVerfGHE 14, 17 [22 f.]; 28, 222 [236 f.]; 39, 75 [77 f.]; BayVerfGH, BayVBl 1985, 115 ff.); die Rechtsprechung des BVerfG (vgl. BVerfGE 16, 130 [144]; BVerfGE 79, 169) stimmt damit überein.