Source: https://www.ferner-alsdorf.de/welche-rechte-haben-opfer-einer-straftat/
Timestamp: 2020-07-06 23:59:56
Document Index: 324503858

Matched Legal Cases: ['§1', '§2', '§ 153', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 46']

Welche Rechte haben Opfer einer Straftat - Anwalt für häusliche Gewalt
Veröffentlicht am 30. Juli 2019 21. Mai 2020 von Rechtsanwalt Jens Ferner | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
1 Strafanzeige erstatten
2 Schutz durch das Recht
4 Als Zeuge nicht alleine sein
5 Was tun bei häuslicher Gewalt?
6 Anwaltlich im Zuge der Nebenklage vertreten lassen
7 Schadensersatz und Schmerzensgeld
8 Rechte von Angehörigen
9 Häufige Fragen zur Opferhilfe
9.1 Zugehörige Downloads
9.2 Zugehörige Downloads
9.3 Zugehörige Downloads
9.4 Zugehörige Downloads
9.5 Zugehörige Downloads
9.6 Zugehörige Downloads
9.7 Zugehörige Downloads
10 Links Zum Thema Opferschutz
10.1 Zugehörige Downloads
Häufige Fragen zur Opferhilfe
Opferhilfe & Gewaltschutz (12)
Wie funktioniert Schutz vor häuslicher Gewalt?
Das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) bezweckt die Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und bei bestimmten unzumutbaren Belästigungen.
Wenn Sie von der widerrechtlichen Verletzung des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit betroffen sind, können sich an die Gerichte wenden, ein erfahrener Rechtsanwalt hilft hier bei der effektiven Rechtsdurchsetzung. Die Gerichte haben mit §1 Absatz 1 GewSchG die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um Sie als Opfer vor weiteren Verletzungen zu schützen. Beispielsweise:
kann es dem Täter verboten werden, die Wohnung des Opfers zu betreten,
Verbindung zu ihm aufzunehmen oder
sich ihm zu nähern.
Haben Täter und Opfer einen gemeinsamen Haushalt geführt, steht dem Opfer grundsätzlich auch ein Anspruch darauf zu, dass ihm die Wohnung zur alleinigen Nutzung zugewiesen wird (§2 GewSchG)
Entsprechende Anordnungen können die Gerichte bereits auch dann treffen, wenn der Betroffene nicht Opfer einer Gewalttat wurde, er aber widerrechtlich mit einer Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit bedroht wurde. Ebenso können gerichtliche Anordnungen im Falle des Hausfriedensbruchs ergehen. Schließlich erfasst das Gewaltschutzgesetz auch die Fälle des sogenannten „Stalking“. Hierunter ist eine unzumutbare Belästigung dadurch zu verstehen, dass der Täter dem Opfer gegen dessen ausdrücklich erklärten Willen wiederholt nachstellt oder es unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln verfolgt. Um zu erreichen, dass der Täter sich an die gerichtlichen Schutzanordnungen hält, können die Gerichte auf Antrag des Opfers ein Ordnungsgeld oder Ordnungshaft für den Fall des Verstoßes gegen die Schutzanordnung verhängen.
Beachten Sie dazu auch unsere Übersicht!
Schutz_haeusliche_Gewalt
Broschüre des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt Stand: 1. August 2017 In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz.
hr_herausforderung-gewalt_2011-05
Vorfälle schwerer Gewalt an Schulen sind in Deutschland glücklicherweise sehr selten. Doch Mobbing oder Beleidigung stehen in vielen Schulen auf der Tagesordnung. Gerade diese vermeintlich kleineren Vorfälle gilt es ernst zu nehmen, um möglichen Gewaltentwicklungen früh und effektiv vorzubeugen. Hier wächst den Schulen immer mehr die Aufgabe zu, neben der Vermittlung von Wissen auch den Erwerb persönlicher und gemeinschaftlicher Wertorientierungen zu fördern. Aktuelle Informationen zum Thema Gewalt sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu deren Prävention in der Schule liefert die Handreichung „Herausforderung Gewalt“, die maßgeblich von Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie überarbeitet wurde. Sie konzentriert sich auf das erfolgreich evaluierte Interventionsprogramm des Psychologen Dan Olweus. Ziel des Programms ist, die präventiven Maßnahmen dauerhaft in den Schulalltag einzubetten, um eine schulische Umgebung zu schaffen, die auf der einen Seite von Wärme und Anteilnahme gekennzeichnet ist, auf der anderen Seite aber feste Grenzen gegen inakzeptable Verhaltensweisen setzt. Dazu werden die wichtigsten Bausteine einer gewaltpräventiven Arbeit an Schulen und deren Umsetzung beschrieben. Ergänzt wird dieser Themenblock mit umfangreichen Materialien für den Einsatz in der Praxis. Auch Hinweise und Präventionsansätze zu neuen und besonderen Erscheinungsformen von Gewalt unter jungen Menschen, wie Gewalt in den „Neuen Medien“ oder als Amokläufe bezeichnete Mehrfachtötungen mit unklarer Motivlage, umfasst die Handreichung. Bei allen Maßnahmen steht die Verantwortung für die Opfer und deren Schutz im Vordergrund. Die Anlage „Leitfaden Klassenklima“ enthält beispielhafte Fragebögen und Auswertungsleitfäden zum Klassenklima und zur sozialen Kompetenz in Schulklassen. Ein wertschätzendes Klassen- und Schulklima erleichtert das Lernen und wirkt präventiv gegenüber normabweichendem Verhalten. Mit den Fragebögen und den Auswertungsleitfäden kann der jeweilige Ist-Zustand erhoben werden, um daran anknüpfend Maßnahmen zur Verbesserung vorzunehmen.
br_wege-aus-der-gewalt_2011-09
a719-hilfe-fuer-opfer-von-gewalttaten-256
Sehr umfangreiche Broschüre des Bundesarbeitsministeriums: Hilfe für Opfer von Gewalttaten
br_sicher-leben_2015-11
Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen ältere Menschen in besonderer Weise ausgesetzt sind, und gibt Tipps zum wirksamen Schutz vor solchen Straftaten. Sie erläutert Gefahren an der Haustür und damit verbundene Diebstahlsdelikte sowie Gefahren am Telefon, wie den so genannten Enkeltrick oder falsche Gewinnversprechen. Weiterhin wird über Internetsicherheit, Gefahren im Internet und Soziale Netzwerke informiert. Ein anderer Abschnitt der Broschüre weist auf Gefahren hin, die einem unterwegs begegnen können, wie Handtaschenraub, Taschendiebstahl oder dubiose Kaffeefahrten. Wichtige Hinweise finden Leser darüber hinaus auch im Abschnitt Gewalt in der Pflege oder zu den Vorteilen von positiven nachbarschaftlichen Kontakten. Am Ende stehen Hinweise auf weiterführende Informationen und Materialien zum Themenkomplex, das Angebot der Opferhilfeinrichtung WEISSER RING sowie Adressen von Polizeilichen Beratungsstellen gelistet. (Quelle Polizei NRW)
Flyer: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt
Flyer des BMJ: Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt - In dieser Broschüre finden Sie Informationen zum Gewaltschutzgesetz. (Stand: 01.08.2015)
Broschüre des BMJ: Merkblatt für Opfer einer Straftat Stand: 1. Juni 2018 Dieses Merkblatt soll einen ersten Überblick darüber geben, wo Sie Hilfe finden und welche Rechte sie haben.
Broschüre des BMJ: OpferFibel Stand: 1. Juni 2018 Rechte von Verletzten und Geschädigten in Strafverfahren.
Flyer: Strafprozess
Flyer des Landes NRW: Strafprozess - Informationen des Justizministeriums zu den einzelnen Verfahrensabschnitten, der Beteiligung von Verletzten und zum Opferschutz. (Stand Januar 2013)
Wenn Sie als Opfer einer Straftat in einem Strafverfahren als Nebenkläger auftreten haben Sie im Kern folgende Rechte:
Sie können einen Rechtsanwalt (den sog. Nebenklägervertreter) als Beistand hinzuziehen – dies geht bei vielen Delikten auf Basis von Prozesskostenhilfe, mitunter bei schweren Delikten auch auf Staatskosten
Sie dürfen durchgehend an der Hauptverhandlung teilnehmen, von Beginn an – müssen dies aber nicht
Sie haben Informationsrechte über den Stand des Verfahrens
Sie haben Anhörungsrechte und das Recht, zu einzelnen Aspekten Stellung zu nehmen und Erklärungen abzugeben
Es besteht ein Akteneinsichtsrecht über Ihren Rechtsanwalt
Sie können Fragen an Angeklagten, Zeugen oder Sachverständige stellen
Sie haben ein eigenes Beweisantragsrecht
Möglichkeit von Rechtsmitteln (eingeschränkt)
Was ist die Psychosoziale Prozessbegleitung?
Die Regelungen zur psychosozialen Prozessbegleitung traten am 1. Januar 2017 in Kraft. Seit dem bekommen besonders schutzbedürftige Opfer die Möglichkeit, vor, während und nach der Hauptverhandlung professionell begleitet zu werden, neben der anwaltlichen Vertretung. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die Opfer schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte geworden sind, erhalten einen Rechtsanspruch auf kostenlose psychosoziale Prozessbegleitung. Für andere Opfer von schweren Gewalt- und Sexualstraftaten soll das Gericht nach Lage des Einzelfalls entscheiden, ob psychosoziale Prozessbegleitung erfolgen soll.
Psychosoziale_Prozessbegleitung
Psychosoziale Prozessbegleitung: Sie oder Ihr Kind ist Opfer einer Gewalt- oder Sexualstraftat geworden oder Sie haben einen nahen Angehörigen durch ein Tötungsdelikt verloren? Dann haben Sie neben der Verarbeitung dieses Erlebnisses nun möglicherweise auch einen Strafprozess durchzustehen. Die psychosoziale Prozessbegleitung ist dafür da, Ihnen zu helfen.
Was ist der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)?
Der TOA ermöglicht der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens und dem Gericht eine Strafmilderung oder das Absehen von Strafe ermöglichen. So kann inzwischen auch im Erwachsenenstrafrecht das Verfahren nach § 153a Abs.1 Satz 2 Nr. 5 StPO eingestellt werden, wenn sich der mutmaßliche Täter gemäß einer entsprechenden Auflage ernsthaft um einen TOA bemüht hat.
Flyer: Täter Opfer Ausgleich
Flyer des Landes NRW: Täter-Opfer-Ausgleich - Ein konkretes Fallbeispiel zeigt die Vorteile des Täter-Opfer-Ausgleichs auf und verweist auf die Rechtsgrundlagen.
Wann kann ich als Nebenkläger auftreten?
Es kommt auf die Tat oder deren Folgen an. Eine Nebenklage kommt ohne Berücksichtigung der Folgen jedenfalls grundsätzlich in Betracht bei folgenden Delikten:
Strafbewehrter Verstoss gegen eine Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz
Straftaten im gewerblichen Rechtsschutz, insbesondere Markenrecht, Designrecht & Urheberrecht
Wenn besonders schwerwiegende Folgen festzustellen sind, was eine Bewertung der Folgen erfordert und auch von der jeweiligen Wertung und Argumentation abhängig ist, kommt eine Nebenklage in Betracht insbesondere aber nicht ausschliesslich bei folgenden Delikten:
Ehrdelikte wie Beleidigung
Qualifizierter Diebstahl
räuberische Delikte
Wann kann eine einstweilige Anordnung erwirkt werden?
Der Erlaß einer Gewaltschutzanordnung gemäß § 1 GewSchG benötigt allein die Feststellung der tatbestandlichen Voraussetzungen nach § 1 Abs. 2 Satz 1 bzw. Abs. 2 GewSchG:
Wenn dies festgestellt werden kann, rechtfertigt es sodann alle “zur Abwehr weiterer Verletzungen erforderlichen Maßnahmen”, insbesondere eine solche auf Unterlassung von Handlungen der in § 1 Abs. 1 Satz 3 GewSchG beschriebenen Art, vorzunehmen. Ausdrücklich keine Voraussetzung ist, daß eine Wiederholungs- oder Begehungsgefahr gerade hinsichtlich der einzelnen untersagten Verhaltensweise festgestellt ist! Die Auswahl der einzelnen Unterlassungsverpflichten ist vielmehr alleine von deren Geeignetheit und Erforderlichkeit zur Abwehr einer Gefährdung der geschützten Rechtsgüter abhängig.
Kann ich mich gegen Belästigungen auf sozialen Netzen wie Facebook wehren?
Auch dies ist möglich: Eine Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz, die sowohl ein Kontaktverbot als auch ein Annäherungsverbot beinhaltet, kann auch bei Bedrohungen über das Soziale Netzwerk Facebook erlassen werden.
Dies in vielerlei Hinsicht, so können alleinerziehende Elternteile auch gegen Veröffentlichungen zu Lasten der Kinder durch Dritte – auch den anderen Elternteil – vorgehen. Verleumdungen, Bloßstellungen und Beleidigungen sind ebenfalls zu unterlassen. Nur weil es digital geschehen ist kann man sich gleichwohl wehren als Opfer!
Kann die Wohnung nach einer Gewalttat einem Partner zugewiesen werden?
Die Antwort kann kurz mit “ja” gegeben werden: Wenn ein Partner – gleich ob Ehe oder sonstige Partnerschaft – gewalttätig wird, dann kann die Wohnung dem anderen zugewiesen werden. Dies kann in zwei Schritten geschehen
In einer Sofortmaßnahme kann die hinzugerufene Polizei noch vor Ort ein für mehrere Tage andauerndes Rückkehrverbot aussprechen.
In einem dann folgenden Schritt kann das Gericht dies auf mehrere Monate ausdehnen.
Organisationen sind beispielsweise der „WEISSE RING e.V.“ und der „Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland e.V.“. Der WEISSE RING bietet neben einem bundesweiten System von Anlaufstellen für Kriminalitätsopfer auch Beratungsschecks für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Rechtsanwalt sowie ein rund um die Uhr besetztes „Opfertelefon“ an. Unter der europaweit für Opferhilfe geltenden Nummer 116006 können Opfer kostenfrei jederzeit Hilfe und Unterstützung erhalten. Der Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland wirkt als Dachorganisation verschiedener professionell tätiger Opferhilfeeinrichtungen. Neben diesen überregionalen Opferhilfeinitiativen engagieren sich zahlreiche Hilfseinrichtungen auf regionaler und lokaler Ebene, die ebenfalls mit großem Engagement tätig sind und sich teilweise auf die Beratung und Betreuung von Personen spezialisiert haben, die Opfer bestimmter Kriminalitätsformen, wie etwa Sexualstraftaten oder fremdenfeindlich motivierter Übergriffe, geworden sind.
Flyer2015
Flyer: Fachstellen gegen häusliche Gewalt in der StädteRegion Aachen
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Flyer Weisser Ring eV
Bei Erhalt einer einstweiligen Verfügung (im Familienrecht: einstweilige Anordnung) wurde ein Streit kurzfristig und vorab “geklärt” – hier stehen meistens Folgestreitigkeiten an:
Online ­Datenbank für Betroffene von Straftaten: www.odabs.org
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Ich habe Rechte: Ein Wegweiser durch das Strafverfahren für jugendliche Zeuginnen und Zeugen des BMJV
Die Broschüre informiert über Kriminalitätsformen, denen Menschen im fortgeschrittenen Alter und bei eingeschränkter Mobilität besonders ausgesetzt sind. Im Vordergrund stehen dabei Tipps, wie man sich vor solchen Delikten schützen kann. So gibt es Informationen zu Gefahren an der Haustür, da Täter vielseitige Tricks anwenden, um in die Wohnung älterer Menschen zu gelangen und an deren Bargeld oder Schmuck heranzukommen. Ein anderer Abschnitt in der Broschüre befasst sich mit Gefahren am Telefon, u. a. mit dem so genannten Enkeltrick, dem Betrug durch falsche Gewinnversprechen oder einer Abzockmasche per Telefon. Weiterhin enthalten sind Informationen zur Opferhilfeinrichtung WEISSER RING sowie Adressen von (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen. (Quelle: Polizei NRW)
Täter-Opfer-Ausgleich (§ 46a Nr. 1 StGB)
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KategorienStrafrecht SchlagwörterBetreuungsrecht und Unterbringung, gewaltschutzgesetz, Nebenklage, Gewaltschutzgesetz & Opferschutz, prozesskostenhilfe, Schadensersatz, schmerzensgeld, stalking, Strafanzeige & Strafantrag
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