Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=30.06.2009&Aktenzeichen=B%202%20U%203/08%20R
Timestamp: 2019-07-22 06:49:38
Document Index: 179758681

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 56', '§ 2', '§ 2', '§ 82', '§ 83', '§ 85', '§ 87', '§ 87', '§ 82', '§ 83', '§ 163', '§ 2', '§ 7', '§ 539', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 83', '§ 82', '§ 82', '§ 83', '§ 83', '§ 56', '§ 7', '§ 2', '§ 7']

BSG, 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R - dejure.org
https://dejure.org/2009,3790
BSG, 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R (https://dejure.org/2009,3790)
BSG, Entscheidung vom 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R (https://dejure.org/2009,3790)
BSG, Entscheidung vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 R (https://dejure.org/2009,3790)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,3790) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Gesetzliche Unfallversicherung; freiwillige Versicherung; JAV; Abgrenzung abhängiger Beschäftigung von selbstständiger Tätigkeit; Jockey; Profirennreiter; Minderung der Erwerbsfähigkeit; besonderer Nachteil iSd § 56 Abs 2 S 3 SGB 7; besondere berufl ...
Gesetzliche Unfallversicherung - Abgrenzung abhängiger Beschäftigung von selbstständiger Tätigkeit - Jockey - Profirennreiter - Minderung der Erwerbsfähigkeit - Jahresarbeitsverdienst - besonderer Nachteil - besondere berufliche Kenntnisse und Erfahrungen
Versicherter Personenkreis - Abgrenzung abhängige/selbstständige Tätigkeit - Jockey - Maßgeblichkeit der tatsächlichen Verhältnisse - wirtschaftliche Abhängigkeit ungeeignetes Kriterium - feste Vergütung - Höhe der Rente - Begriff des besonderen Nachteils iS des § 56 Abs. 2 S 3 SGB VII
LSG Nordrhein-Westfalen - L 15 U 193/09
SG Düsseldorf, 02.02.2006 - S 16 U 63/04
BSG, 05.02.2008 - B 2 U 226/07 B
BSG, 18.04.2012 - B 2 U 31/12 B
NZA-RR 2010, 370
Entgegen der Rechtsprechung des BSG (Urteil vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R) habe das LSG die Frage des Direktionsrechts nur im Ansatz geprüft.
Ist der Unfall hingegen infolge einer kraft Gesetzes (pflicht-)versicherten Beschäftigung (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII) oder einer "Wie"-Beschäftigung (§ 2 Abs. 2 Satz 1 SGB VII) eingetreten, richtet sich die Berechnung des JAV nach § 82 Abs. 1 Satz 1 SGB VII (BSG Urteil vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R - juris) .
Denn dem Kläger steht auch bei Vorliegen eines solchen formalen Versicherungsverhältnisses als freiwillig versicherter Unternehmer kein Recht auf Zahlung einer höheren Verletztenrente zu.Für kraft Satzung versicherte Unternehmer und für freiwillig Versicherte hat gemäß § 83 Satz 1 SGB VII die Satzung des Unfallversicherungsträgers die Höhe des JAV zu bestimmen (BSG Urteil vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R - juris) .
§ 85 SGB VII über den Mindest- und Höchst-JAV findet keine Anwendung und dementsprechend auch nicht § 87 SGB VII. § 87 SGB VII, der eine Verpflichtung zur Festsetzung des JAV nach billigem Ermessen ausspricht, wenn ein nach der Regelberechnung festgesetzter JAV in erheblichem Maße unbillig ist, verweist in seinem Satz 1 ausdrücklich auf die Regelberechnung des JAV nach § 82 SGB VII. Für freiwillig Versicherte hingegen wird der JAV gemäß § 83 SGB VII durch die Satzung der Beklagten bestimmt (BSG Urteil vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R - juris) .
An die Feststellung der MdE mit 100 vH durch das LSG ist der Senat gebunden (§ 163 SGG) , weil sie nicht mit zulässigen und begründeten Verfahrensrügen angegriffen ist (BSG Urteil vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R - juris RdNr 25) .
Ob Arbeitnehmern ein Entgelt für ihre Tätigkeit gezahlt wird, ist für das Vorliegen einer Beschäftigung iS des § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII wie auch iS des § 7 Abs. 1 Satz 1 SGB IV nicht ausschlaggebend (vgl BSG vom 26.6.1980 - 8a RU 48/79 - SozR 2200 § 539 Nr. 68, vom 30.6.2009 - B 2 U 3/08 R - UV-Recht Aktuell 2009, 1008, 1014 …und vom 14.11.2013 - B 2 U 15/12 R - SozR 4-2700 § 2 Nr. 27 RdNr 14 - Postzustellerfall) .
LSG Nordrhein-Westfalen, 17.06.2019 - L 15 U 136/19
auch einer Wie-Beschäftigung nach § 2 Abs. 2 SGB VII (vgl hierzu z. B. BSG, Urteil vom 14.03.2018 - B 12 KR 12/17 R- ; juris Rn 23 f m.w.N.; BSG, Urt. vom 30.06.2009 B 2 U 3/08 R - , juris Rn 19 und 23; BSG…, Urteil vom 06.09.2017 B 2 U 18/17 R- , juris Rn. 11) nachzuholen haben.
Ausschlaggebend ist allein die persönliche Abhängigkeit bei der Dienstleistung, die nicht unbedingt mit einer wirtschaftlichen Abhängigkeit einhergehen muss (BSG vom 30.06.2009, B 2 U 3/08 R).
Bei der Prüfung der Frage der Eingliederung in einen Betrieb sind die besonderen Eigenarten dieses Betriebes zu berücksichtigen (BSG vom 30.06.2009, B 2 U 3/08 R).
Eine wirtschaftliche Abhängigkeit in diesem Sinne allein spricht aber weder für noch gegen eine selbstständige Tätigkeit (BSG vom 30.06.2009, B 2 U 3/08 R).
Es entspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass das Abführen und Erheben von Umsatzsteuer kein maßgebliches Indiz ist, um eine Tätigkeit als abhängige Beschäftigung oder selbständige Betätigung zu erachten (vgl. BSG…, Urteil vom 4. Juni 1998 - B 12 KR 5/97 R - SozR 3-2400 § 7 Nr. 13, S. 29, S. 37; BSG…, Urteil vom 19. August 2003 - B 2 U 38/02 R - SozR 4-2700 § 2 Nr. 1, RdNr. 22; BSG, Urteil vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 R - JURIS-Dokument, RdNr. 21).
Subjektive Fremd- und Selbsteinschätzungen sind untaugliche Hinweise zur Qualifizierung einer Dienstleistung als abhängige Beschäftigung oder unternehmerische Tätigkeit; eine Beschäftigung ist anzunehmen, wenn das Gesamtbild der jeweiligen Dienstleistung unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung, ggf. der maßgeblichen Fachkreise, auf eine persönliche Abhängigkeit des Dienstnehmers gegenüber seinem Dienstgeber schließen lässt (BSG, Urteil vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 R - JURIS-Dokument, RdNr. 17).
Jahresarbeitsverdienst; Zusammentreffen von Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen; …
Dies folgt daraus, dass bei Erzielung von Arbeitsentgelt aus einem Beschäftigungsverhältnis und (geltend gemachter) gleichzeitiger Erzielung von Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit die Vorschrift des § 83 SGB VII nur zum Tragen kommt, wenn der Versicherungsfall aufgrund einer Tätigkeit eingetreten ist, für die Versicherungsschutz als Unternehmer bestand (…dazu etwa Schudmann in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VII, 2. Aufl. 2014, § 82 SGB VII Rdnr. 71 und Ricke in: Kasseler Kommentar, Sozialversicherungsrecht, Band 2, Stand: März 2016, § 82 Rdnr. 3a, jeweils m.w.N., vgl. auch BSG, Urteil vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 - juris).
In neuerer Rechtsprechung des BSG, auf die in diesem Zusammenhang verwiesen wird (…Schudmann, a.a.O., § 83 Rdnr. 21), wird daher zutreffend hervorgehoben, dass § 83 SGB VII nur einschlägig ist, wenn sich der Versicherungsfall in Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ereignet hat (BSG, Urteil vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 R -, Rdnr. 12).
Die dort in § 56 Abs. 2 Satz 3 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII) vorgesehene Berücksichtigung von Nachteilen, die Versicherte dadurch erleiden, dass sie bestimmte von ihnen erworbene besondere berufliche Kenntnisse und Erfahrungen nicht mehr oder nur noch in vermindertem Umfang nutzen können (vgl. dazu BSG, Urteil vom 30. Juni 2009 - B 2 U 3/08 R - Breith. 2010, 31), findet im Beamtenversorgungsrecht keine Entsprechung.
Es entspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass das Abführen und Erheben von Umsatzsteuer kein maßgebliches Indiz ist, um eine Tätigkeit als abhängige Beschäftigung oder selbstständige Betätigung zu erachten (…vgl. BSG, Urteil v. 04.06.1998 - B 12 KR 5/97 R - SozR 3-2400 § 7 Nr. 13;… BSG, Urteil v. 19.08.2003 - B 2 U 38/02 R - SozR 4-2700 § 2 Nr. 1, Rn. 22; BSG, Urteil v. 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R - juris).
Subjektive Fremd- und Selbsteinschätzungen sind untaugliche Hinweise zur Qualifizierung einer Dienstleistung als abhängige Beschäftigung oder unternehmerische Tätigkeit; eine Beschäftigung ist anzunehmen, wenn das Gesamtbild der jeweiligen Dienstleistung unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung, ggf. der maßgeblichen Fachkreise, auf eine persönliche Abhängigkeit des Dienstnehmers gegenüber seinem Dienstgeber schließen lässt (Sächsisches LSG, Urteil v. 17.05.2011 - L 5 R 368/09 BSG, Urteil v. 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R - juris).
Dabei spricht die Tatsache, dass die Vergütung als gleichbleibend fest und ohne Rücksicht auf den Arbeitserfolg über die Jahre gezahlt worden ist, für eine abhängige Beschäftigung (…vgl. jurisPK-SGB IV/Segebrecht, § 7 Rn. 116; BSG Urt. v. 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R - juris Rn. 21;… Urt. v. 18.11.1980 - 12 RK 76/79 - juris Rn. 21).
(vgl. BSG Urt. v. 30.06.2009 - B 2 U 3/08 R - juris Rn. 17 mwN).
SG Karlsruhe, 26.03.2015 - S 1 U 1602/14
Gesetzliche Unfallversicherung - Verletztenrente - MdE-Höhe: 10 vH - …
LSG Nordrhein-Westfalen, 16.01.2018 - L 15 U 269/16
SG Karlsruhe, 15.06.2016 - S 1 U 3593/15
Gesetzliche Unfallversicherung - Verletztenrente - MdE - unfallbedingter …
LSG Hamburg, 24.05.2016 - L 3 U 18/13
SG Köln, 18.03.2016 - S 18 U 419/13
Gewährung einer Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung wegen der …