Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bverfg/2009-06-30/2-bve-5_08
Timestamp: 2017-09-20 20:37:14
Document Index: 117907212

Matched Legal Cases: ['Art. 38', 'Art. 23', 'Art. 4', 'Art. 38', 'Art. 23', 'Art. 4', 'Art. 23', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 3', '§ 4', '§ 5']

BVerfG, 30.06.2009 - 2 BvE 5/08 - Umfang der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft vom 13. Dezember 2007 (EUV Lissabon); Verstoß gegen Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 23 Abs. 1 GG durch das Gesetz über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Ausweitungsgesetz) wegen mangelnder Ausgestaltung der Beteiligungsrechte dieser Organe; Hinterlegung der Ratifikationsurkunde der Bundesrepublik Deutschland zum Vertrag von Lissabon nach Inkrafttreten der von Verfassungs wegen erforderlichen, gesetzlichen Ausgestaltung der Beteiligungsrechte des Bundestags; "Integrationsverantwortung" von Bundesregierung und gesetzgebenden Körperschaften im Rahmen der Mitwirkung bei Möglichkeit der Veränderung europäischen Vertragsrechts ohne Ratifikationsverfahren unter grundsätzlicher Fortgeltung des Prinzips der begrenzten Einzelermächtigung; Notwendigkeit eines Gesetzes zur Übertragung von Hoheitsrechten bei Beschränkung spezieller Brückenklauseln auf durch den Vertrag von Lissabon bereits hinreichend bestimmter Sachbereiche; Notwendigkeit des Verbleibs ausreichenden Raums zur politischen Gestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebensverhältnisse der Mitgliedsstaaten bei Verwirklichung der europäischen Vereinigung auf der Grundlage einer Vertragsunion souveräner Staaten; Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts bezüglich Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen hinsichtlich der Wahrung des gemeinschaftsrechtlichen und unionsrechtlichen Subsidiaritätsprinzips; Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts bezüglich Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen; Wahrung des unantastbaren Kerngehalts der Verfassungsidentität des Grundgesetzes; Wahrung der Rechte souveräner Mitgliedstaaten bei fortschreitender Integration durch die Ausübung der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts; Ausübung der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts als Folge des Grundsatzes der Europarechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes; Wahrung des Grundsatzes der loyalen Zusammenarbeit gemäß Art. 4 Abs. 3 EUV-Lissabon trotz weitreichender Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich von Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen | anwalt24.de
Urt. v. 30.06.2009, Az.: 2 BvE 5/08
Umfang der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft vom 13. Dezember 2007 (EUV Lissabon); Verstoß gegen Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 23 Abs. 1 GG durch das Gesetz über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Ausweitungsgesetz) wegen mangelnder Ausgestaltung der Beteiligungsrechte dieser Organe; Hinterlegung der Ratifikationsurkunde der Bundesrepublik Deutschland zum Vertrag von Lissabon nach Inkrafttreten der von Verfassungs wegen erforderlichen, gesetzlichen Ausgestaltung der Beteiligungsrechte des Bundestags; "Integrationsverantwortung" von Bundesregierung und gesetzgebenden Körperschaften im Rahmen der Mitwirkung bei Möglichkeit der Veränderung europäischen Vertragsrechts ohne Ratifikationsverfahren unter grundsätzlicher Fortgeltung des Prinzips der begrenzten Einzelermächtigung; Notwendigkeit eines Gesetzes zur Übertragung von Hoheitsrechten bei Beschränkung spezieller Brückenklauseln auf durch den Vertrag von Lissabon bereits hinreichend bestimmter Sachbereiche; Notwendigkeit des Verbleibs ausreichenden Raums zur politischen Gestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebensverhältnisse der Mitgliedsstaaten bei Verwirklichung der europäischen Vereinigung auf der Grundlage einer Vertragsunion souveräner Staaten; Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts bezüglich Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen hinsichtlich der Wahrung des gemeinschaftsrechtlichen und unionsrechtlichen Subsidiaritätsprinzips; Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts bezüglich Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen; Wahrung des unantastbaren Kerngehalts der Verfassungsidentität des Grundgesetzes; Wahrung der Rechte souveräner Mitgliedstaaten bei fortschreitender Integration durch die Ausübung der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts; Ausübung der Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts als Folge des Grundsatzes der Europarechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes; Wahrung des Grundsatzes der loyalen Zusammenarbeit gemäß Art. 4 Abs. 3 EUV-Lissabon trotz weitreichender Prüfungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich von Rechtsakten der europäischen Organe und Einrichtungen
Referenz: JurionRS 2009, 16081
Aktenzeichen: 2 BvE 5/08
Art. 23 Abs. 1 S. 1, 2, 3 GG
Art. 5 Abs. 2 EGV
Art. 4 Abs. 3 EUV-Lissabon
Art. 5 Abs. 1 S. 2 EUV-Lissabon
Art. 5 Abs. 3 EUV-Lissabon
BVerfGE 123, 267 - 437
Volltext siehe unter: BVerfG - 30.06.2009 - AZ: 2 BvE 2/08
BVerfG - 30.06.2009 - AZ: 2 BvR 1010/08
BVerfG - 30.06.2009 - AZ: 2 BvR 1022/08
BVerfG - 30.06.2009 - AZ: 2 BvR 1259/08
BVerfG - 30.06.2009 - AZ: 2 BvR 182/09
den Antrag, im Organstreitverfahren festzustellen,
dass das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon vom 13. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt 2008 II Seite 1038) gegen Artikel 20 Absatz 1 und Absatz 2, Artikel 23 Absatz 1 und Artikel 79 Absatz 3 Grundgesetz verstößt und den Antragsteller in seinen Rechten aus Artikel 38 Absatz 1 Grundgesetz verletzt,
dass Artikel 1 Nummer 1 und Nummer 2 des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 23, 45 und 93) vom 8. Oktober 2008 (Bundesgesetzblatt I Seite 1926) und Artikel 1 § 3 Absatz 2, § 4 Absatz 3 Nummer 3 und Absatz 6 sowie § 5 des Gesetzes über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Bundestagsdrucksache 16/8489) gegen Artikel 20 Absatz 1 und Absatz 2, Artikel 23 Absatz 1 und Artikel 79 Absatz 3 Grundgesetz verstoßen und den Antragsteller in seinem Recht aus Artikel 38 Absatz 1 Grundgesetz verletzen
Antragsteller: Dr. G...,
- 2 BvE 2/08 -,
über den Antrag, im Organstreitverfahren festzustellen,
dass das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon vom 13. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt 2008 II Seite 1038) den Deutschen Bundestag in seinen Rechten als legislatives Organ verletzt und deshalb unvereinbar mit dem Grundgesetz ist
im Deutschen Bundestag, vertreten durch die Vorsitzenden
Dr. Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages, und Oskar Lafontaine, Mitglied des Deutschen Bundestages,
- 2 BvE 5/08 -,
das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon vom 13. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt 2008 II Seite 1038),
Artikel 1 Nummer 1 und Nummer 2 des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 23, 45 und 93) vom 8. Oktober 2008 (Bundesgesetzblatt I Seite 1926),
Artikel 1 § 3 Absatz 2, § 4 Absatz 3 Nummer 3 und Absatz 6 sowie § 5 des Gesetzes über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Bundestagsdrucksache 16/8489)
- 2 BvR 1010/08 -,
des Herrn Prof. Dr. Dr. B...,
das Gesetz vom 8. Oktober 2008 zum Vertrag von Lissabon vom 13. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt 2008 II Seite 1038)
- 2 BvR 1022/08 -,
über die Verfassungsbeschwerde der Mitglieder des Deutschen Bundestages
Herr A...,
Herr Dr. B...,
Frau B...,
Herr Prof. Dr. B...,
Frau Dr. B...,
Herr C...,
Frau D...,
Herr Dr. D...,
Herr D...,
Frau Dr. E...,
Herr E...,
Herr G...,
Frau G...,
Herr Dr. G...,
Frau H...,
Herr H...,
Frau Dr. H...,
Frau J...,
Frau Dr. J...,
Herr Prof. Dr. K...,
Frau K...,
Herr L...,
Frau Dr. L...,
Herr M...,
Frau M...,
Frau N...,
Herr N...,
Herr Prof. Dr. P...,
Frau P...,
Herr R...,
Frau R...,
Herr S...,
Herr Prof. Dr. S...,
Herr Dr. S...,
Frau Dr. S...,
Frau Dr. T...,
Herr Dr. T...,
Herr U...,
Herr W...,
Frau Z...,
- 2 BvR 1259/08 -,
des Herrn Prof. Dr. Dr. S...,
des Herrn Graf von S...,
des Herrn Prof. Dr. K...,
das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 23, 45 und 93) vom 8. Oktober 2008 (Bundesgesetzblatt I Seite 1926) und das Gesetz über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Bundestagsdrucksache 16/8489)
- 2 BvR 182/09 -
BVerfG, 30.06.2009 - 2 BvE 5/08
In den Verfahren ...
aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 10. und 11. Februar 2009
Der Antrag im Organstreitverfahren des Antragstellers zu I. wird verworfen.
Der Antrag im Organstreitverfahren der Antragstellerin zu II. wird zurückgewiesen.
Das Gesetz über die Ausweitung und Stärkung der Rechte des Bundestages und des Bundesrates in Angelegenheiten der Europäischen Union (Bundestagsdrucksache 16/8489) verstößt insoweit gegen Artikel 38 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 23 Absatz 1 des Grundgesetzes, als Beteiligungsrechte des Deutschen Bundestages und des Bundesrates nicht in dem nach Maßgabe der unter C. II. 3. genannten Gründe erforderlichen Umfang ausgestaltet worden sind.
Vor Inkrafttreten der von Verfassungs wegen erforderlichen gesetzlichen Ausgestaltung der Beteiligungsrechte darf die Ratifikationsurkunde der Bundesrepublik Deutschland zum Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft vom 13. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt 2008 II Seite 1039) nicht hinterlegt werden.
Die Bundesrepublik Deutschland hat die notwendigen Auslagen dieser Verfahren dem Beschwerdeführer zu III. zur Hälfte, den Beschwerdeführern zu IV. und VI. jeweils zu einem Viertel sowie den Beschwerdeführern zu V. und der Antragstellerin zu II. jeweils zu einem Drittel zu erstatten.