Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=2005-06-23&Aktenzeichen=VII%20ZR%20277%2F04
Timestamp: 2020-02-28 07:10:16
Document Index: 215446036

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.06.2005 - VII ZR 277/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1952
BGH, 23.06.2005 - VII ZR 277/04 (https://dejure.org/2005,1952)
BGH, Entscheidung vom 23.06.2005 - VII ZR 277/04 (https://dejure.org/2005,1952)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 2005 - VII ZR 277/04 (https://dejure.org/2005,1952)
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Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern; Vorliegen einer Allgemeinen Geschäftsbedingung auch bei der lediglichen einmaligen Verwendung der Klausel
Keine Individualvereinbarung trotz Absicht zur Einfachverwendung einer durch Dritten mit Mehrfachverwendungsabsicht vorformulierten AGB-Klausel
AGBG § 1; BGB § 765
Gewährleistungseinbehalt trotz Freigabeklausel unwirksam!
AGB-Recht - Greifen die AGB-Regeln auch beim Einzelvertrag?
Unwirksamkeit eines Gewährleistungseinbehalts trotz Freigabeklausel! (IBR 2005, 479)
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 23.06.2005, Az.: VII ZR 277/04 (Individualvereinbarung trotz Absicht zur Einfachverwendung einer mit Mehrfachverwendungsabsicht vorformulierten AGB-Klausel)" von RA Christian Schwenker, FA Bau- u. ArchitektenR und RiBGH a.D. ...
LG Schwerin, 19.11.2003 - 21 O 101/03
ZIP 2005, 1604
NZBau 2005, 590 (Ls.)
BauR 2006, 106
ZfBR 2005, 678
Nach ständiger Rechtsprechung kann sich aus dem Inhalt und der Gestaltung der in einem Bauvertrag verwendeten Bedingungen ein von dem Verwender zu widerlegender Anschein dafür ergeben kann, dass die Klauseln zur Mehrfachverwendung vorformuliert worden sind (vgl. BGH, Beschluss vom 23. Juni 2005 - VII ZR 277/04, BauR 2006, 106, juris Rn. 8;… Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 53/03, BGHZ 157, 102, 106, juris Rn. 24).
Solche von Dritten vorformulierten Vertragsbestimmungen sind - unabhängig von der Zahl der Verwendungen durch die Parteien - Allgemeine Geschäftsbedingungen ( BGH, Urt. v. 23. Juni 2006, VII ZR 277/04, ZIP 2005, 1604, 1605;… Urt. v. 24. November 2005, VII ZR 87/04, MDR 2006, 510) und als solche einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Kreise verstanden werden (… BGH, Urt. v. 25. Juni 1992, IX ZR 24/92, NJW 1992, 2629;… Urt. v. 9. Mai 2001, VIII ZR 208/00, NJW 2001, 2165, 2166;… Urt. v. 8. November 2002, V ZR 78/02, VIZ 2003, 240, 241).
Genügend ist auch die einmalige Verwendung eines Vertragsformulars (Mustervertrags), z.B. eines Mietvertragsformulars, wenn das Formular generell für eine Vielzahl von Fällen gedacht ist [BGH 184, 263 [Gebrauchtwagenmustervertrag]; ZIP 05, 1604 [Bauvertrag], Jauernig/Stadler BGB, 16. Aufl., § 305 Rn. 2-7, beck-online).
Bereits daraus folgt der Anschein, dass die Bestimmung für eine Mehrfachverwendung vorformuliert wurde (vgl. BGH, Urt. v. 23. Juni 2005 - VII ZR 277/04, BauR 2006, 105).
Allgemeine Geschäftsbedingungen liegen aber auch dann vor, wenn sie von einem Dritten für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert sind, selbst wenn die Vertragspartei, die die Klauseln stellt, sie nur in einem einzigen Vertrag verwenden will (BGH, Beschl. v. 23.06.2005 - VII ZR 277/04, BauR 2006, 106 - st. Rspr.).
Allerdings sind AGB prima facie anzunehmen, wenn ein gedruckter oder sonst vervielfältigter Text des anderen Teils verwendet wurde (vgl. nur BGH…, Urteil vom 14. Mai 1992 - VII ZR 204/90, Rz. 31; Beschluss vom 23. Juni 2005 - VII ZR 277/04, Rz. 8; Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 53/03;… Palandt/Grüneberg, BGB, 78. Aufl. 2019, § 305 Rn. 23).
So hat auch der Bundesgerichtshof den Vortrag, die Klausel sei "ausgehandelt", auch bei Verwendung der Klausel gegenüber einem Formkaufmann nicht genügen lassen (vgl. BGH, Beschl. v. 23.6.2005, VII ZR 277/04, BauR 2006, 106 f., juris Rn9 a.E.).
Der Bundesgerichtshof, dessen Rechtsprechung sich der Senat anschließt, stellt die oben angegebenen strengen Anforderungen an ein Aushandeln auch dann, wenn der Vertragspartner des Verwenders (Form-) Kaufmann ist (so im Fall BGH, Beschl. v. 23.6.2005, VII ZR 277/04, BauR 2006, 106 f., juris Rn9 a.E.).
OLG München, 27.06.2006 - 13 U 5288/05