Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/stufenklage-beschwer-auskunftspflichtigen-3110173
Timestamp: 2020-07-04 16:28:20
Document Index: 339293104

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'BGH', '§ 74', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Stufenklage - und die Beschwer des Auskunftspflichtigen | Rechtslupe
Das Ver­fah­rens­grund­recht auf wir­kungs­vol­len Rechts­schutz (Art. 2 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit dem Rechts­staats­prin­zip) ver­bie­tet es den Gerich­ten, den Par­tei­en den Zugang zu einer in der Ver­fah­rens­ord­nung ein­ge­räum­ten Instanz in unzu­mut­ba­rer, aus Sach­grün­den nicht zu recht­fer­ti­gen­der Wei­se zu erschwe­ren [1].
Zur Bewer­tung des vom Aus­kunfts­pflich­ti­gen auf­zu­wen­den­den Zeit­auf­wands ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich auf die Stun­den­sät­ze zurück­zu­grei­fen, die der Aus­kunfts­pflich­ti­ge als Zeu­ge in einem Zivil­pro­zess erhal­ten wür­de, wenn er mit der Ertei­lung der Aus­kunft weder eine berufs­ty­pi­sche Leis­tung erbringt noch einen Ver­dienst­aus­fall erlei­det. Dabei ist regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die zur Aus­kunfts­er­tei­lung erfor­der­li­chen Tätig­kei­ten in der Frei­zeit erbracht wer­den kön­nen. Der Aus­kunfts­pflich­ti­ge, der in Abwei­chung hier­von behaup­tet, dass ihm dies nicht mög­lich sei, hat die Grün­de hier­für im Ein­zel­nen dar­zu­le­gen und glaub­haft zu machen [2].
Das Ober­lan­des­ge­richt war in der Fra­ge der Bewer­tung des Stun­den­sat­zes auch nicht durch die Aus­füh­run­gen in dem BGH, Beschluss vom 14.05.2014 [3] gebun­den. Zwar hat­te das Ober­lan­des­ge­richt, an das die Sache zurück­ver­wie­sen wor­den war, gemäß § 74 Abs. 6 Satz 4 FamFG die recht­li­che Beur­tei­lung, die der Auf­he­bung zugrun­de liegt, auch sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de zu legen. In Bezug auf den anzu­wen­den­den Stun­den­satz hat­te der Bun­des­ge­richts­hof jedoch kei­ne recht­li­che Fest­le­gung getrof­fen.
vgl. BGH, Beschluss vom 12.10.2011 – XII ZB 127/​11 , FamRZ 2011, 1929 Rn. 8 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 11.03.2015 – XII ZB 317/​14 , FamRZ 2015, 838 Rn. 16 f.[↩]
BGH, Beschluss vom 14.05.2014 – XII ZB 487/​13 , FamRZ 2014, 1286[↩]