Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1177.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:46:26
Document Index: 28310338

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

1.177 Limburg
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Limburg« vom 21. Dezember 1990 (GBl. v. 28.02.1991, S. 100).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch die 3. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 13. Februar 1989 (GBI. S. 101) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979, S. 12), zuletzt geändert durch die 3. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 13. Februar 1989 (GBI. S. 101), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Weilheim, Landkreis Esslingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Limburg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 161,5 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 25. April 1990 auf dem Gebiet der Stadt Weilheim, Gemarkung Weilheim, den gesamten Bergkegel der Limburg.
Dazu gehören folgende Gewanne und Teile von Gewannen: Limburg, Kampfwiesen, Gänsweid, Gurgel, Reisach, Kalk, Saiben, Hinterburg, Hölzle, Hutzelrain, Adelesfeld, Sauschlaf, Lange Halden, Federn sowie Teile der Lindach und des Federnbaches.
Das Naturschutzgebiet wird durch folgende in das Schutzgebiet einbezogene Grundstücke, Gewässer sowie die außerhalb liegenden Wege mit den folgenden Flurstücksnummern begrenzt:
2234, 2094, 2095/1, 2096, 2099, 400, 2101, 2105, 2106, 2104, FW 97 (Teilfläche), 4821 (Teilfläche), FW 88/2, FW 88/1, 1050, FW 86 (Teilfläche), FW 84/1 (Teilfläche), FW 84 /2, 859, 860, 861, 862, 865, 864/2, 848, 846, 843, 841, 840/1, 839, 838, 723, FW 68 (Teilfläche), 721, Bach No 13 (Teilfläche), 720 (Teilfläche);
Teilflächen von: Fluß 1, 7322, 7325/2, 7329/1, 7329/2, 7330-7341, 7343, FW 70/1, 7352, 7355, 7357, 7358, 7388/1, 7799/2, 7801/1, 7801/3;
7796 Weg, 2667 Weg;
FW 106/1, FW 100, GV 2820.
(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 25.April 1990 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und rot angeschummert, sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 25. April 1990 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Esslingen in Esslingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten. niedergelegt.
Schutzzweck ist die Sicherung und Erhaltung der derzeitigen, reich gegliederten Nutzungsstruktur als Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Dazu gehören insbesondere die extensiv genutzten Streuobstwiesen, Heideflächen, Wald- und Gebüschzonen mit ihren Saumpflanzengesellschaften, feuchte Senken und Bachläufe mit ihren Ufergehölzsäumen als Rückzugsgebiete für eine große Zahl gefährdeter Pflanzen und Tiere, insbesondere Vögel, Fledermäuse, Amphibien und Insekten. Schutzzweck ist außerdem die Sicherung der Limburg aus wissenschaftlichen und naturgeschichtlichen Gründen sowie die Erhaltung des charakteristischen Landschaftsbildes der Lirnburg.
9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, insbesondere Intensivobstkulturen anzulegen, Wiesen umzubrechen oder aufzuforsten;
11. Feuerstellen anzulegen;
13. bemannte, nicht zulassungspflichtige Luftfahrzeuge oder Modellflugzeuge zu starten oder zu landen;
14. das Gebiet außerhalb der öffentlichen Wege mit Fahrrädern zu befahren;
15. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen zu befahren, die nicht der land- oder forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Grundstücke dienen;
16. neue Skianlagen einzurichten sowie Grasski zu fahren;
17. Erholungseinrichtungen, ausgenommen Holzbänke, aufzustellen;
18. im Bereich der Heide sowie in dem angrenzenden Wald- und Gebüschgürtel markierte Wege und Pfade zu verlassen;
19. im Bereich der Heide sowie in dem angrenzenden Wald- und Gebüschgürtel Hunde unangeleint laufen zu lassen;
20. Heideflächen zu düngen oder Biozide einzubringen sowie das Pferchen auf diesen Flächen;
21. Bäume, insbesondere Obstbäume, ohne vernünftigen Grund zu fällen;
22. fremdländische Gehölze sowie Nadelgehölze anzupflanzen oder Formhecken anzulegen.
für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei;
2. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd, unter Berücksichtigung des Schutzzwecks und mit der Maßgabe,
a) daß durch die Jagdausübung oder die Errichtung von Jagdeinrichtungen wertvolle Pflanzenbestände, Tiervorkommen und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden
b) daß im Bereich der Heide keine jagdlichen Einrichtungen erstellt werden dürfen;
3. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß für gefällte Obstbäume innerhalb eines Jahres hochstämmige Obstbäume nachgepflanzt werden müssen;
4. für das Skifahren in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
5. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß der Eichen-Hainbuchenwald in seiner bisherigen Art und seinem bisherigen Umfang erhalten werden muß;
7. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt - angeordnet werden;
8. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;
9. für die fachgerechte Verjüngung der Ufergehölze.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs.2 Nr.4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 2 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung »Weilheim an der Teck« des Landratsamtes Esslingen vom 23. Januar 1979, veröffentlicht im GBI. 1979, S. 113, außer Kraft, soweit sie im räumlichen Geltungsbereich dieser Verordnung liegt.
STUTTGART, den 21. Dezember 1990