Source: https://www.bundesanzeiger-verlag.de/aw-portal/exportkontrolle/hintergruende-und-fachwissen/export-administration-regulations-ear-im-fokus.html
Timestamp: 2019-06-27 04:41:26
Document Index: 220223723

Matched Legal Cases: ['§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734', '§ 734']

Export Administration Regulations (EAR) im Fokus - Bundesanzeiger Verlag
Auch Exporteure hierzulande müssen sich mit den Export Administration Regulation (EAR) der USA auseinandersetzen. Denn: Das US-(Re-)Exportkontrollrecht kontrolliert zwar primär Exportaktivitäten aus den USA, enthält aber darüber hinaus auch Regelungen für Ausfuhren aus Drittländern wie z.B. Deutschland, wenn die Ausfuhrgüter aus amerikanischer Sicht als US-Güter einzustufen sind.
Grundsätzlich unterliegen folgende Güter den EAR:
Güter in den USA
Güter mit US-Ursprung (U.S.-origin items)
Güter, die außerhalb der USA hergestellt werden und US-Güter enthalten (foreignmade products)
Güter, die unmittelbar durch den Gebrauch bestimmter US-Software oder US-Technologie entstanden sind (foreign produced direct products) sowie auf
Güter, die von (einem wesentlichen Bestandteil) einer Fertigungsanlage/Fertigungseinrichtung außerhalb der USA hergestellt werden, (der bzw.) die das direkte Produkt von bestimmter US-Technologie oder US-Software ist. Vergleiche hierzu § 734.3 der Export Administration Regulations auf der Homepage des Bureau of Industry and Security (BIS) (https://www.bis.doc.gov)
Güter in den USA: Die EAR sind auf alle Güter anwendbar, die sich in den USA befinden. Hierzu zählen auch solche Güter, die sich in einer US-Außenhandelszone befinden, sowie Güter, die durch die USA lediglich durchgeführt werden.
Beispiel: In China werden Güter hergestellt, die keine US-Bestandteile haben und bei deren Fertigung auch keine US-Technologie oder US-Software genutzt wird. Werden diese Güter z. B. zum Zweck des Labellings in die USA geliefert, gelten diese Güter als „subject to the EAR“, da sie sich in den USA befinden. Werden diese Güter dann an Kunden des chinesischen Unternehmens aus den USA weitergeliefert, kommen hierbei die Export Administration Regulations zur Anwendung.
Güter mit US-Ursprung
Die EAR beziehen sich auf Güter mit US-Ursprung sowohl innerhalb als auch außerhalb der USA. Da es für deutsche Unternehmen häufig schwierig ist, den Begriff „U.S.-origin“ richtig auszulegen, orientieren sie sich dabei häufig an den Zollbestimmungen zum Ursprung. Somit fallen grundsätzlich sämtliche Güter darunter, die in den USA hergestellt oder dort wesentlich (weiter-) verarbeitet werden.
Hinweis: Hilfreich kann hier auch die Auslegung des Begriffs „origin“ des Office of Foreign Assets Control sein. Sie bezieht sich zwar nicht auf die EAR, bietet jedoch einen Anhaltspunkt für das Abstellen auf den Ort der Herstellung oder der (Weiter-)Verarbeitung.
Güter, die außerhalb der USA hergestellt werden und US-Güter enthalten (foreignmade products): Die EAR sind zudem anwendbar auf Güter, die im (aus US-Sicht) Ausland hergestellt werden und die kontrollierte US-Güter (US-Güter = U.S.-origin items, i. e. U.S.-origin commodities, U.S.-origin software, U.S.-origin technology) enthalten. Handelt es sich bei den US-Gütern um solche, für die die Nutzung der De-minimis-Regel ausgeschlossen ist, gilt dieser Grundsatz unabhängig vom Wert der US-Güter.
Ausschluss der De-minimis-Regel
Güter, die von der De-minimis-Regel ausgenommen sind, sind u.a. in § 734.4 der Export Administration Regulations aufgeführt. Hierzu zählen z.B.:
Computer mit bestimmten Leistungsmerkmalen und US-Halbleitern
§ 734.4(a)(1): „There is no de minimis level for the export from a foreign country of a foreign-made computer with an Adjusted Peak Performance (APP) exceeding 8.0 Weighted TeraFLOPS (WT) containing U.S.-origin controlled semiconductors (other than memory circuits) classified under ECCN 3A001 to Computer Tier 3; or exceeding an APP of 0.002 WT containing U.S.-origin controlled semiconductors (other than memory circuits) classified under ECCN 3A001 or high speed interconnect devices (ECCN 4A994.j) to Cuba, Iran, North Korea, Sudan, and Syria.“
Verschlüsselungstechnologie, die bestimmte US-Verschlüsselungstechnologie enthält
§ 734.4(a)(2): „Foreign produced encryption technology that incorporates U.S. origin encryption technology controlled by ECCN 5E002 is subject to the EAR regardless of the amount of U.S. origin content.“
Fluginstrumente „commercial primary or standby instrument systems“, die die in der ECCN 7A994 genannten Merkmale aufweisen und bestimmte Sensoren enthalten
§ 734.4(a)(3)(i): „There is no de minimis level for foreign-made commercial primary or standby instrument systems of the type described in ECCN 7A994 on the Commerce Control List (Supplement No. 1 to part 774 the EAR) when the systems integrate QRS11-00100-100/101 Micromachined Angular Rate Sensors.“ Note to Paragraph (a) (3): „QRS11 Micromachined Angular Rate Sensors are ‘subject ITAR’, (see 22 CFR parts 120 through 130) except when the QRS11- 00100-100/101 version of the sensor is integrated into and included as an integral part of a commercial primary or standby instrument system of the type described in ECCN 7A994, or aircraft of the type described in ECCN 9A991 that incorporates a commercial primary or standby instrument that has such a sensor integrated, or is exported solely for integration into such systems; or when the QRS11-00050-443/569 is integrated into a commercial automatic flight control system of the type described in ECCN 7A994, or aircraft of the type described in ECCN 9A991 that incorporates an automatic flight control system that has such a sensor integrated, or is exported solely for integration into such a system.“
Automatische Flugsteuerungssysteme mitbestimmten Sensoren
§ 734.4(a)(3)(ii): „There is no de minimis level for foreign-made commercial automatic flight control systems when the systems integrate QRS11-00050-443/569 Micromachined Angular Rate Sensors.“
Flugzeuge mit den in ECCN 9A991 beschriebenen Merkmalen mit bestimmten Sensoren oder automatischen Flugsteuerungssystemen
§ 734.4(a)(3)(iii): „There is no de minimis level for foreign-made aircraft of the type described in ECCN 9A991 when such aircraft incorporate a primary or standby instrument system integrating a QRS11-00100-100/101 sensor or an automatic flight control system integrating a QRS11-00050-443/569 sensor.“
US-Technologie der ECCN 9E003.a.1 bis a.8, .h, .i und .j
§ 734.4(a)(4): „There is no de minimis level for U.S.-origin technology controlled by ECCN 9E003.a.1 through a.8, .h, .i, and .j. when redrawn, used, consulted, or otherwise commingled abroad.“
Militärgüter, die Kameras der ECCN 6A003.b.4.b enthalten und die nicht den International Traffic in Arms Regulations unterfallen
„§ 734.4(a)(5): „There is no de minimis level for foreign made military commodities that incorporate cameras classified under ECCN 6A003.b.4.b if such cameras would be subject to the EAR as separate items and if the foreign made military commodity is not subject to the International Traffic in Arms Regulations (22 USC Parts 120 – 130).“
Sonstige Güter, die von der Nutzung der De-minimis-Regelung ausgeschlossen sind, wie z.B. Güter unter dem Anwendungsbereich der International Traffic in Arms Regulations.
Weitere Informationen zur Anwendung der EAR liefert der Beitrag: „Anwendbarkeit der Export Administration Regulations“ von Dr. Gabriela Burkert-Basler, in: „US-Exportbestimmungen“, Ausgabe Juli 2016.
Quelle: Zeitschrift "US-Exportbestimmungen", Ausgabe Juli 2016, Bundesanzeiger Verlag, Köln