Source: https://www.steuerrecht-anwalt.berlin/besteuerung-privater-veraeusserungsgewinne-rechtsanwalt-steuerrecht.php
Timestamp: 2019-06-16 21:39:28
Document Index: 358569684

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 32', '§ 23']

Besteuerung privater Veräußerungsgewinne? Anwalt für Steuerrecht in Berlin
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Besteuerung privater Veräußerungsgewinne?
Die Besteuerung von privaten Veräußerungsgewinnen ist in § 23 EStG geregelt. Besteuerungsgegenstand ist danach die Anschaffung und Veräußerung bestimmter Wirtschaftsgüter (WG) innerhalb bestimmter Fristen. Das Gesetz selbst nennt dabei nur Grundstücke, Grundstücksrechte und andere Wirtschaftsgüter. Zu letzteren gehören z.B. Antiquitäten, Schmuck, Edelmetalle oder auch Briefmarken. Nicht jedes Veräußerungsgeschäft mit Veräußerungsgewinn unterfällt somit der Besteuerung. Gemäß § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG sind private Veräußerungsgeschäfte nur dann besteuerungspflichtige Veräußerungsgeschäfte bei anderen WG, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung grundsätzlich nicht mehr als ein Jahr beträgt.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Gibt es Ausnahmefristen?
Sowohl bei anderen Wirtschaftsgütern als auch bei Grundstücken und Grundstücksrechten gibt es Grundsatzfristen und Ausnahmefristen. Werden andere Wirtschaftsgüter zur Erzielung von Einkünften genutzt, so erhöht sich die Jahresfrist auf 10 Jahre. Private Veräußerungsgeschäfte z.B. bei Grundstücken sind dann besteuerungspflichtige Veräußerungsgeschäfte, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als 10 Jahre beträgt. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsgütern wird hier im Ausnahmefall die Anzahl der Jahre aber nicht erhöht, sondern verringert. Dies tritt ein, wenn es um Wirtschaftsgüter geht, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. In diesem Fall liegt zwar ein Veräußerungsgeschäft vor, aber kein steuerlich relevantes. Die Ausschließlichkeit bezieht sich dabei auf beide Tatbestandsvarianten. Insbesondere bei längerfristigem Besitz bezieht sich die Nutzung nur auf maximal 3 Jahre, d.h. die vorherige anderweitige Nutzung bleibt unberührt.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Freibetrag möglich?
Gemäß § 23 Absatz 3 EStG ist der Gewinn oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften nach § 23 Absatz 1 EStG der Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits. Gewinne bleiben dabei steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat (2016). Bei diesem Betrag handelt es sich um eine Freigrenze und keinen Freibetrag. Unter einem Freibetrag versteht man einen Geldbetrag, der nicht der Besteuerung unterliegt, d.h. erst jeder Euro darüber wird der Besteuerung unterworfen. Als Beispiel dafür dient der Grundfreibetrag gemäß § 32a Absatz 1 EStG, der derzeit bei 8652 Euro liegt. Eine Freigrenze dagegen schützt nur einen Geldbetrag, der darunter liegt. Wird diese jedoch überschritten, so unterfällt der gesamte Betrag der Besteuerung. Ein Freibetrag ist daher bei § 23 EStG nicht möglich.