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Timestamp: 2019-10-18 21:42:33
Document Index: 71322791

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 22', '§ 13', '§ 15', '§ 2', '§ 141', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 19', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 13', '§ 1', '§ 2', '§ 13', '§ 21']

Steuerlehre Themenbereich 1: Einkommensteuer | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
1.2 Begriff der Einkommensteuer
1.3 Die sieben Einkunftsarten
1.4 Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
1.5 Einkünfte aus Gewerbebetrieb
1.6 Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
1.7 Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
1.8 Einkünfte aus Kapitalvermögen
1.9 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
1.10 Sonstige Einkünfte
2. Begriff der Gewerbesteuer
2.1 Begriff der Körperschaftssteuer
2.2 Anrechnung der GewSt auf die ESt
2.3 Anrechnung der KSt auf die ESt
Der Begriff Steuer wird unterschiedlich definiert. Gemäß § 3 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) sind Steuern Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei den der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.1 Die volkswirtschaftliche Steuerlehre definiert Steuern als staatliche Zwangsabgabe ohne Gegenleistung. Weiterhin beschäftigt sich die Volkswirtschaftslehre mit den ökonomischen Auswirkungen einer Steuer. Es ist dabei irrelevant, ob die Zwangsabgabe eine Geld-, Sach- oder Dienstleistung ist. Der volkswirtschaftliche Steuerbegriff ist nicht auf Geldleistungen beschränkt, sondern umfasst auch Sach- und Dienstleistungsverpflichtungen.2 Der Begriff der Steuer kann folglich mehrfach eingegrenzt werden. Sach- und Dienstleistungen sind Geldleistungen und keine Steuern. Im Gegensatz zu Gebühren gibt es bei der Steuer keine Gegenleistung. Die Steuer ist somit Gegenleistungsfrei. Steuern werden nicht freiwillig gezahlt und gelten als Zwangsabgabe. Steuern sind Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen (Bund, Länder, Gemeinden). Es liegt auch die Tatbestandsmäßigkeit und die Gleichmäßigkeit vor. Dies bedeutet, dass Steuern nur aufgrund eines allgemeinen geltenden Gesetzes erhoben werden.3
Die Einkommensteuer ist ihrem Wesen nach eine Personensteuer. Gegenstand der Besteuerung ist das Einkommen einen natürlichen Person.4 Natürliche Personen werden im Gesetz als Verbraucher bezeichnet, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können.5 Wer als natürliche Person im Inland (Bundesrepublik Deutschland) einen Wohnsitz unterhält oder einen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist der Einkommensteuer unbeschränkt steuerpflichtig.6 Zur Berechnung der Einkommensteuer stehen im Vordergrund die persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen. Dabei sind die persönliche Umstände sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen besonders zu beachten (z.B. Familienstand, Alter, außergewöhnliche Belastungen usw.)7
Für die Verwaltung der Einkommensteuer sind die öffentlichen Finanzämter zuständig. Sie führen die Einkommensteuerveranlagung durch. Die Einkommensteuer lässt sich in sieben Einkunftsarten klassifizieren.
Der Einkommensteuer unterliegen:
7. sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG,
die der Steuerpflichtige während seiner unbeschränkten Einkommensteuerpflicht oder als inländische Einkünfte während seiner beschränkten Einkommensteuerpflicht erzielt.8 Im Folgenden werden die sieben Einkunftsarten erläutert.
Land- und Forstwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Grund und Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren und die Verwertung der dadurch gewonnenen Erzeugnisse. Hierzu gehören auch Einkünfte aus Weinbau; Gartenbau und sonstigen Land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen sowie Einkünfte aus der Jagd im Rahmen eines Betriebes der Land- und Forstwirtschaft.9 In den §§ 13-14a EStG sind die Einkünfte geregelt. Wie bei § 15 Abs. 2 EStG muss es sich um eine selbstständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht unter Teilnahme am allgemeinen Verkehr handeln.10 Land- und forstwirtschaftliche Einkünfte sind Gewinneinkünfte nach § 2 Abs. 2 Nr. 1 EStG. In der Regel müssen grundsätzlich Bilanzen aufgestellt werden. Kleine Land- und Forstwirte können auf eine Bilanzierung verzichten, sofern die Grenzen des § 141 AO nicht erreicht werden.11
Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind geregelt in den §§ 15 -17 EStG. Einkünfte werden erzielt zum einen als Einzelunternehmer § 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG oder als Gesellschafter einer Personengesellschaft (Mitunternehmer) § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG.12 Vier Merkmale sind dabei besonders zu beachten. Die Selbstständigkeit, selbstständig handelt, wer mit Unternehmerinitiative und Unternehmerrisiko tätig wird. Dieses Merkmal grenzt zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit i.S.d. § 19 EStG ab. Als zweites Merkmal dient die Nachhaltigkeit. Nachhaltig handelt, wer mindestens einmal mit Wiederholungsabsicht tätig wird. Die Gewinnerzielungsabsicht, also wer Umsatz und Gewinne erwirtschaften möchte und sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt, also seine Einkünfte am Markt erzielt.13
Die Bezieher von Einkünften aus selbstständiger Arbeit nach § 18 EStG sind gegenüber Gewerbetreibenden zweifach privilegiert: Sie müssen keine Bilanzen aufstellen und keine Gewerbesteuer zahlen.14 Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind i.d.R. die Einkünfte aus freiberuflichen Tätigkeiten. Zum Beispiel durch Ärzte, Heilpraktiker, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Anwälte und Journalisten.15
Innerhalb der Einkunftsarten sind die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit am bedeutendsten. Eine umfassende Regelung findet sich im § 19 EStG. Die auf den Arbeitslohn entfallenden Einkommensteuerbeträge (Lohnsteuer) tragen maßgeblich zum Gesamtsteueraufkommen bei.16 Die Lohnsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer. Sie wird vom Arbeitgeber angemeldet und abgeführt, i.d.R. monatlich. Die Lohnsteuer wird vom jeweiligen Arbeitslohn (Bruttolohn) abgezogen. Der Arbeitslohn beschreibt alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen. Arbeitnehmer sind wiederum Personen, die im öffentlichen oder privaten Dienst eingestellt sind. Sie beziehen aus ihrem Dienstverhältnis den Arbeitslohn und als Gegenleistung stehen sie unter Leistung des Arbeitgebers und stellen diesem ihre Arbeitskraft zur Verfügung.17
Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG gehören u.a. Zinsen aus Forderungen (z.B. aus Sparguthaben, Darlehen, Anleihen, Investmentfonds), Dividenden aus Aktien, Gewinnanteile aus einer GmbH oder Genossenschaft. Seit dem 1. Januar 2009 werden die Kapitalerträge pauschal mit einem einheitlichen Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert.18
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind:
1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, insbesondere von Grundstücken, Gebäuden, Gebäudeteilen, Schiffen, die in ein Schiffsregister eingetragen sind, und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht);
4. Einkünfte aus der Veräußerung von Miet- und Pachtzinsforderungen, auch dann, wenn die Einkünfte im Veräußerungspreis von Grundstücken enthalten sind und die Miet- oder Pachtzinsen sich auf einen Zeitraum beziehen, in dem der Veräußerer noch Besitzer war.19
Zu den sonstigen Einkünften gehören z.B. Einkünfte aus bestimmten wiederkehrenden Bezügen, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sonstige insbesondere private Leibrenten, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (Riester-Rente), Einkünfte aus Unterhaltsleistungen (sofern steuerlich absetzbar), die Diäten der Abgeordneten und Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften.20
Die wichtigste Einnahmequelle für Kommunen ist die Gewerbesteuer. Sie sind berechtigt, die Gewerbesteuer zu erheben. Im Gegensatz zur einkommen- und Körperschaftssteuer ist die Gewerbesteuer keine Personen-, sondern eine Objektsteuer.21 Die Gewerbesteuer ist somit eine Steuer auf den Gewerbebetrieb im Inland nach § 2 Abs. 1 S. 1 GewStG. Das GewStG definiert nicht selbst, was ein Gewerbebetrieb ist, sondern verweist auf die Definition des EStG, § 2 Abs. 1 S. 2 GewStG. Wer also gewerbliche Einkünfte erzielt, muss Gewerbesteuern zahlen. Arbeitnehmer, Freiberufler, Rentner, Vermieter und Bezieher von Kapitaleinkünften müssen keine Gewerbesteuer bezahlen.22
Körperschaften müssen Körperschaftssteuern zahlen. Die Körperschaftssteuer ist die Einkommensteuer der Körperschaften. Der § 1 Abs. 1 KStG zählt anschließend auf, wer Körperschaftssteuer zahlen muss:23
Nr. 1 Die wichtigsten Körperschaften sind die Kapitalgesellschaften, insbesondere die GmbH und AG, sowie die Kommanditgesellschaft auf Aktien kurz KGaA,
Nr. 2 Genossenschaften,
Nr. 3 Versicherungs- und Pensionsfondsvereine auf Gegenseitigkeit,
Nr. 4 sonstige juristische Personen des privaten Rechts (Vereine und Stiftungen),
Nr. 5 nicht rechtsfähige Vereine, Stiftungen und Zweckvermögen,
Nr. 6 Betriebe gewerblicher Art der öffentlichen Hand.24
Die Körperschaftssteuer gehört zu den am schwierigsten zu erfassenden Steuerarten. Sie wird systematisch und direkt im Anschluss an die Einkommensteuer behandelt. Juristische Personen können ebenfalls wie natürliche Personen auch, Träger von Rechten und Pflichten sein. Dieser Umstand rechtfertigt es, sie einer eigenen Steuer, nämlich der Körperschaftssteuer, zu unterwerfen.25
1 Siehe § 3 Abs. 1 AO.
2 Vgl. Campenhausen, O./ Grawert, A. (2011), S. 3.
4 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 84.
5 Siehe § 13 BGB.
6 Siehe § 1 Abs. 1 Satz 1 EStG.
7 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 84.
8 Siehe § 2 Abs. 1 Satz 1 EStG.
9 Siehe § 13 – 14a EStG.
10 Vgl. Campenhausen, O./ Grawert, A. (2011), S. 33.
12 Vgl. ebenda, S. 35.
13 Vgl. Campenhausen, O./ Grawert, A. (2011), S. 35.
14 Vgl. ebenda, S. 37.
15 Vgl. www.finanztip.de, Einkunftsarten-Einkommensteuer, abgerufen am 16.06.2018.
16 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 131.
18 Vgl. www.finanztip.de, Einkunftsarten-Einkommensteuer, abgerufen am 16.06.2018.
19 Siehe § 21 Abs. 1 Nr. 1 - 4 EStG.
20 Vgl. www.finanztip.de, Einkunftsarten-Einkommensteuer, abgerufen am 16.06.2018.
21 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 206.
22 Vgl. Campenhausen, O./ Grawert, A. (2011), S. 135.
23 Vgl. ebenda, S. 113.
24 Siehe § Abs.1 Nr. 1 – 6 KStG.
25 Vgl. Kreft, V. (2011), S. 184.
V434902
9783668762336
steuerlehre, themenbereich, einkommensteuer
Christian Kerst (Autor), 2018, Steuerlehre Themenbereich 1: Einkommensteuer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434902
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