Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201991,%2085
Timestamp: 2020-01-25 13:21:41
Document Index: 303068947

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.11.1990 - XI ZR 308/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,524
BGH, 27.11.1990 - XI ZR 308/89 (https://dejure.org/1990,524)
BGH, Entscheidung vom 27.11.1990 - XI ZR 308/89 (https://dejure.org/1990,524)
BGH, Entscheidung vom 27. November 1990 - XI ZR 308/89 (https://dejure.org/1990,524)
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Risikohinweispflicht der Bank wegen Konkursreife des Bauträgers bei Zwischenfinanzierung eines Bauherrenmodells mit Beteiligung ihrer Kunden
Pflichtenkonflikt eines Kreditinstituts - Einzelfallgüterabwägung - Konkursreife eines Bauträgers
Aufklärungspflicht oder Bankgeheimnis? (IBR 1991, 191)
NJW 1991, 693
NJW-RR 1991, 503 (Ls.)
ZIP 1991, 90
VersR 1991, 673
WM 1991, 85
BB 1991, 155
DB 1991, 436
Nur ausnahmsweise kann eine Aufklärungs- und Warnpflicht nach Treu und Glauben dann bestehen, wenn wegen besonderer Umstände des Einzelfalles davon auszugehen ist, daß der künftige Vertragspartner nicht hinreichend unterrichtet ist und die Verhältnisse nicht durchschaut (vgl. BGH, Urt. v. 27. November 1990 - XI ZR 308/89, BB 1991, 155 ; v. 16. Januar 1996 - XI ZR 151/95, NJW 1996, 1206, 1207).
Wesentliche Umstände sind hierbei die speziellen Risiken des zu finanzierenden Vorhabens, wobei ein Wissensvorsprung über dessen Unrentabilität grundsätzlich nicht ausreicht (…vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1988 - III ZR 179/86, WM 1988, 561, 563; v. 27. November 1990 - XI ZR 308/89, WM 1991, 85; v. 28. April 1992 - XI ZR 165/91, WM 1992, 1310, 1311).
Dabei ist grundsätzlich davon auszugehen, dass ein schutzwürdiges Interesse an der Geheimhaltung von Tatsachen nicht besteht, die ihrerseits den Vorwurf der Unlauterkeit oder Strafbarkeit herausfordern (zum Zurücktreten der aus dem Bankgeheimnis folgenden Verschwiegenheitspflicht bei einem massiven Verdacht von Straftaten zum Nachteil von Kapitalanlegern vgl. auch BGH…, Urteil vom 06.05.2008 - XI ZR 56/07, Rdnr. 20; vgl. ferner BGH, Urteil vom 27.11.1990 - XI ZR 309/89, NJW 1991, 693; OLG Köln, Urteil vom 08.07.1992 - 11 U 43/92, NJW-RR 1993, 372).
Zu einer weitergehenden Offenbarung der finanziellen Situation des Verkäufers bestand im Hinblick auf die erforderliche Abwägung zwischen dem Aufklärungsinteresse der Klägerin und dem Geheimhaltungsinteresse des Verkäufers (vgl. Senatsurteile BGHZ 107, 104, 109 und vom 27. November 1990 - XI ZR 308/89 = WM 1991, 85, 86) [BGH 27.11.1990 - XI ZR 308/89] sowie darauf, daß die Renovierung im vertraglichen Gesamtgefüge eine untergeordnete Rolle spielte, keine genügende Veranlassung.
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine kreditgebende Bank grundsätzlich nicht verpflichtet, den Darlehensnehmer über die Risiken der von ihm beabsichtigten Verwendung des Darlehens aufzuklären; das gilt insbesondere bei steuersparenden Bauherren- oder Erwerbermodellen, bei denen davon auszugehen ist, daß die Interessenten entweder selbst über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen oder sich der Hilfe von Fachleuten bedienen (Senatsurteile vom 17. Dezember 1991 XI ZR 8/91 - WM 1992, 216, 217 [BGH 17.12.1991 - XI ZR 8/91]; vom 27. November 1990 XI ZR 308/89 - WM 1991, 85 [BGH 27.11.1990 - XI ZR 308/89]; vom 24. April 1990 - XI ZR 236/89 - WM 1990, 920, 922, jeweils m.w.Nachw.).
Zwar kann eine Aufklärungspflicht der Bank aufgrund eines konkreten Wissensvorsprungs in bezug auf die speziellen Risiken des zu finanzierenden Vorhabens gegenüber dem Darlehensnehmer bestehen, wenn der Bank die (drohende) Zahlungsunfähigkeit oder bereits bestehende Konkursreife des Geschäftspartners bekannt ist (Senatsurteile vom 27. November 1990 - XI ZR 308/89, WM 1991, 85 m.w.Nachw. und vom 28. April 1992 - XI ZR 165/91, WM 1992, 1310, 1311).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, von der das Berufungsgericht ausgegangen ist, ist eine Aufklärungspflicht der kreditgebenden Bank nur ausnahmsweise gegeben, etwa wenn die Bank selbst einen zu den allgemeinen Risiken des Projekts hinzutretenden besonderen Gefährdungstatbestand für den Kunden schafft oder dessen Entstehen jedenfalls begünstigt oder wenn sie in bezug auf die speziellen Risiken des zu finanzierenden Vorhabens gegenüber dem Darlehensnehmer einen konkreten Wissensvorsprung hat (Senatsurteile vom 24. April 1990 - XI ZR 286/89, WM 1990, 920, 922 und vom 27. November 1990 - XI ZR 308/89, WM 1991, 85 [BGH 27.11.1990 - XI ZR 308/89]).
Da es sich um eine Kapitalanlage handelt, die erkennbar auf die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten für vermögende Anleger abzielte (die Mindestbeteiligung lautete auf 20.000 EUR), konnten die Prospektherausgeber auch davon ausgehen, dass es sich um im Geschäftsleben versierte Personen handelt, die entweder selbst in der Lage waren, die steuerlichen und haftungsrechtlichen Konsequenzen zu übersehen oder sich entsprechender fachlicher Hilfe bedienen würden (…so der BGH zu einer Aufklärungspflicht der kreditgebenden Bank bei steuersparenden Bauherren- oder Erwerbermodellen, BGH Urt. v. 31.03.1992, Az. XI ZR 70/91 in NJW-RR 1992, 879, Fundstelle bei Juris Rz. 16 ,mit Hinweis auf Urteile vom 24. April 1990 - XI ZR 236/89 = WM 1990, 920, 922 m.w.N.; vom 27. November 1990 - XI ZR 308/89 = WM 1991, 85; vom 17. Dezember 1991 - XI ZR 8/91 = WM 1992, 216, 217).
OLG München, 22.11.1994 - 25 U 3920/94
Mißbrauch eines gesellschaftsvertraglichen Rechts auf Einsicht in die …