Source: http://www.strothmann-schaedlingsbekaempfung.de/2017/09/22/waschbaeren-eine-invasion-in-sachsen/
Timestamp: 2018-08-18 13:53:39
Document Index: 34448840

Matched Legal Cases: ['§2', '§1', '§17', '§ 22', '§ 22', '§ 1']

Waschbären - eine Invasion in Sachsen - STROTHMANN Schädlingsbekämpfung
Der Waschbär hat sich auf dem amerikanischen Kontinent entwickelt und ist ein Einwanderer auf dem europäischen Kontinent durch menschliche Hilfe geworden. Nach bundesdeutschem Recht besitzt der Waschbär allerdings den Status „einheimische Art“.
Es kann uns nicht gelingen Waschbären aus unserer heimischen Natur wieder auszurotten. Dort, wo sie gute Lebensbedingungen vorfinden, können sie auch sehr hohe Verlustraten in der Population wieder ausgleichen. Wir werden also lernen müssen uns mit dem Vorkommen von Waschbären zu arrangieren.
Der Waschbär unterliegt dem Jagdrecht und ist im Bundesjagdgesetz (BJagdG §2 Abs.1) vorgegebenen Liste an jagdbaren Wildarten zugefügt. Er unterliegt somit in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bremen und Saarland dem Jagdrecht. Eine Tierart die nicht dem Jagdrecht unterliegt, darf zwar eigentlich nicht erlegt werden, aber bei vorliegen eines „vernünftigen Grundes“ (TierSchG §1 und §17 Abs.1), darf ein Tier doch getötet werden. Dies ist z. B. bei Ratten und Mäusen der Fall. Diese beiden Tierarten sind laut Gesetz als Schädlinge definiert und dürfen verfolgt werden.
Die für den Waschbär relevanten Passagen im § 22 Bundesjagdgesetz (BJagdG)sagen folgendes über Jagd- und Schonzeiten aus:
§ 22 Bundesjagdgesetz (BJagdG):
Jagd- und Schonzeiten von Waschbären:
(1) Nach den in § 1 Abs. 2 bestimmten Grundsätzen der Hege bestimmt der Bundesminister durch
Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Zeiten, in denen die Jagd auf Wild ausgeübt werden darf (Jagdzeiten). Außerhalb der Jagdzeiten ist Wild mit der Jagd zu verschonen (Schonzeiten). Die Länder können die Jagdzeiten abkürzen oder aufheben; sie können die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben. Für den Lebendfang von Wild können die Länder in Einzelfällen Ausnahmen von Satz 2 zulassen.
(4) In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden. Die Länder können für Schwarzwild, Wildkaninchen, Fuchs, Ringel- und Türkentaube, Silber- und Lachmöwe sowie für nach Landesrecht dem Jagdrecht unterliegende Tierarten aus den in Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 genannten Gründen Ausnahmen bestimmen.
Bei einem Befall mit Waschbären in der Stadt ist folgendes zu beachten:
Zum Zwecke der Schadensabwehr darf ein Grundeigentümer in einem befriedeten Bezirk bestimmte, bei ihm lebende Wildtiere, wozu auch der Waschbär gehört, fangen und töten.
Dabei müssen jagd- und tierschutzrechtliche Vorschriften eingehalten werden.
Wenden Sie sich am besten an den örtlichen Jagdpächter, bzw. an die Bevollmächtigten der Unteren Jagdbehörde (z.B. Förster).
Wer selbst auf dem eigenen Grundstück einen Waschbären fangen will, muß die Berechtigung zur Fallenjagd besitzen.
Wenn sie einen Waschbär lebend fangen ist es nicht verboten, einen ihn woanders wieder laufen zu lassen, wenn das Einverständnis des Jagdausübungsberechtigten vorliegt.
Sie sollten dazu beitragen, dass draußen nicht zu viel Fressbares herumliegt.
Sichern sie Mülltonnen, Biotonnen und Komposter.
Stellen sie die gelben Säcke erst am Tage der Abholung vor die Tür.
Füttern sie draußen keine Tiere.
Hindern sie mit entsprechenden Maßnahmen die Waschbären daran, in Ihr Haus einzudringen.
Sichern sie hochstämmige Bäume, damit Waschbären nicht hochklettern können. Schneiden sie herunterhängende Äste ab.
Sammeln sie reifes Obst und Fallobst zusammen.