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Timestamp: 2016-10-21 22:05:46
Document Index: 191512958

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 27', 'Art. 5', 'Art. 27', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 88', 'Art. 29', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 135', 'Art. 159']

I 190/01 (06.12.2001)
I 190/01 Gb
G.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Klein, Malzgasse 18, 4010 Basel,
A.- G.________, geboren 1969 und als teilzeitbesch�ftigte Zahnarztgehilfin bei Dr. med. dent. H.________ arbeitend, erlitt am 20. September 1996 einen Verkehrsunfall.
�ber die Leistungspflicht des Unfallversicherers ist noch nicht definitiv entschieden. Am 13. Januar 1997 meldete sich G.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, worauf die IV-Stelle Basel-Landschaft die Akten des Unfallversicherers, diverse Arztberichte und einen Arbeitgeberbericht vom 7. Februar 1997 einholte.
Nachdem eine berufliche Abkl�rung im Werkst�tten- und Wohnzentrum X.________ wegen krankheitsbedingter Absenzen und Schmerzen vorzeitig abgebrochen werden musste, zog die IV-Stelle weiter ein vom Unfallversicherer veranlasstes Gutachten des Zentrums f�r Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 27. Januar 1999 sowie ein von G.________ in Auftrag gegebenes Gutachten der Neurologischen Abteilung der Klinik Y.________ vom 13. September 1999 bei. Nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle mit Verf�gung vom 20. M�rz 2000 G.________ eine vom 1. September 1997 bis zum 31. Dezember 1998 befristete, ganze Invalidenrente zu, da ab 1. Januar 1999 nur noch ein Invalidit�tsgrad von 16 % vorliege. Aus dem gleichen Grund lehnte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 8. M�rz 2000 den Anspruch auf berufliche Massnahmen ab.
B.- Die gegen die beiden Verf�gungen erhobenen Beschwerden wies das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft mit Entscheid vom 2. Februar 2001 ab.
C.- G.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und der Verwaltungsverf�gungen seien ihr mindestens eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen sowie berufliche Massnahmen zu gew�hren, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
1.- Die Vorinstanz hat den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 IVG), die Voraussetzungen f�r den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 IVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei Teilerwerbst�tigen nach der gemischten Methode (Art. 27bis Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 27 IVV sowie Art. 28 Abs. 2 IVG) und die Aufgabe der �rzte bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Voraussetzungen des Anspruchs auf Umschulung im Rahmen der beruflichen Massnahmen (Art. 17 IVG; BGE 124 V 110 Erw. 2b mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Erg�nzend ist festzuhalten, dass die f�r die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 41 IVG, Art. 88a IVV) bei r�ckwirkender Zusprechung einer befristeten Invalidenrente analog anzuwenden sind (AHI 1998 S. 121 Erw. 1b mit Hinweisen).
2.- a) Die f�r den Rentenanspruch spezifische Invalidit�t tritt erst mit dem Abschluss der Eingliederungsmassnahmen ein; w�hrend der Dauer von taggeldberechtigenden Eingliederungsmassnahmen kann der Rentenanspruch in der Regel noch gar nicht entstehen (Art. 29 Abs. 2 IVG und Art. 28 Abs. 1 IVV; BGE 126 V 243 Erw. 5, AHI 2001 S. 154 Erw. 3b; vgl. auch Ulrich Meyer-Blaser, Die Tragweite des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente", in Ren� Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg. ], Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, St. Gallen 2000, S. 21 ff.). Somit ist zun�chst �ber den gestellten Antrag betreffend berufliche Massnahmen zu entscheiden (Urteil B. vom 22. November 2001, I 287/01); nur bei dessen Ablehnung ist anschliessend �ber die Rente zu befinden.
b) Gem�ss Rechtsprechung setzt der Anspruch auf Umschulung einen Invalidit�tsgrad von mindestens 20 % voraus (BGE 124 V 111 Erw. 2b; AHI 2000 S. 61, je mit Hinweisen).
Da einerseits im Rahmen der gemischten Methode Erwerbs- und Haushaltsbereich strikt zu trennen sind, die Umschulung andererseits nur direkte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich haben kann (vgl. BGE 124 V 110 Erw. 2b), muss der Mindestinvalidit�tsgrad einzig im Erwerbsbereich - und nicht im Rahmen der Gesamtinvalidit�t - erf�llt sein. Andernfalls h�tte der f�r den Erwerbsbereich nicht massgebende Haushaltbereich entscheidenden Einfluss auf die berufliche Eingliederung. Somit kann im vorliegenden Verfahren der Haushaltsbereich offen gelassen und auf eine Bemessung der Gesamtinvalidit�t verzichtet werden. Bei einem solchen Vorgehen bleiben der Beschwerdef�hrerin zudem alle Rechte gewahrt.
3.- Somit ist einzig der Invalidit�tsgrad im Erwerbsbereich festzusetzen.
a) Das kantonale Gericht hat auf die Einsch�tzung der Klinik Y.________ abgestellt und eine Arbeitsf�higkeit im Erwerbsbereich von 50 % angenommen. Die Versicherte ist demgegen�ber der Auffassung, dass sie h�chstens zu 40 % arbeitsf�hig sei, was durch den Hausarzt Dr. med.
S.________ und durch die gesundheitsbedingte Reduktion ihres Arbeitspensums auf 30 % best�tigt werde.
aa) Vorerst ist festzuhalten, dass der Arbeitsf�higkeitsgrad als Zahnarztgehilfin von 50 %, wie ihn die Klinik Y.________ festgesetzt hat, in der H�he selber nicht bestritten ist. Uneinigkeit herrscht vielmehr nur dar�ber, in welchen Rahmen diese 50 % einzuordnen sind. Die Beschwerdef�hrerin irrt, wenn sie davon ausgeht, dass die Einsch�tzung der h�lftigen Arbeitsf�higkeit sich auf eine Teilzeitstelle von 80 % bezieht und sie deshalb eine Arbeitsf�higkeit von bloss 40 % annimmt. Die Aussage im Gutachten der Klinik Y.________ kann nur dahin verstanden werden, dass die Versicherte in Bezug auf eine Vollzeitstelle als Zahnarztgehilfin h�lftig arbeitsf�hig ist; eine andere Auslegung w�re nicht sachgerecht. So h�lt die Klinik Y.________ im Schreiben an die IV-Stelle vom 3. November 1999 denn auch klar fest, dass die Versicherte w�hrend 4.2 Stunden pro Tag arbeitsf�hig sei.
Die Vorinstanz hat nun aber einzig deshalb auf die h�lftige Arbeitsf�higkeit abgestellt, weil sie dem Invalideneinkommen zu Unrecht eine Stelle als Zahnarztgehilfin zu Grunde gelegt hat. Gem�ss den Ausf�hrungen der Klinik Y.________ ist die Arbeit als Zahnarztgehilfin f�r die Versicherte jedoch nicht optimal, die M�glichkeit wechselnder Arbeitshaltungen und geringerer Belastung der Halswirbels�ule w�re besser. F�r die Verweisungst�tigkeit ist deshalb nicht die Arbeitsf�higkeit als Zahnarztgehilfin massgebend, sondern die Arbeitsf�higkeit in einer ohne zus�tzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbst�tigkeit (BGE 124 V 110 Erw. 2b in fine mit Hinweisen).
bb) Betreffend Arbeitsf�higkeit in einer Verweisungst�tigkeit ohne Umschulung kann auf die 60 % gem�ss den ausf�hrlichen Angaben der Klinik Y.________ als Mindestmass abgestellt werden; das Gutachten des ZMB weist mit 80 % einen viel h�heren Grad aus, w�hrend im Bericht der Rehabilitationsklinik Z.________ vom 15. Januar 1999 unklar ist, ob sich die Arbeitsf�higkeit von 50 % auf die angestammte oder auf eine leidensangepasste T�tigkeit bezieht.
Auf die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit von maximal 30 % durch den Hausarzt Dr. med. S.________ vom 28. Februar 2000 ist nicht abzustellen, da sie viel weniger umfassend als die Begutachtung durch die Spezialisten der Klinik Y.________ ist, nur die Symptome aufz�hlt und auf eine Diagnose verzichtet. Vor allem aber wird die Arbeitsf�higkeit durch Dr. med. S.________ global eingesch�tzt, eine Unterscheidung zwischen bisheriger und leidensangepasster T�tigkeit fehlt rsp. es wird weder ausgef�hrt noch begr�ndet, dass betreffend Arbeitsf�higkeit allenfalls gar kein Unterschied zwischen dem angestammten und dem zumutbaren T�tigkeitsbereich bestehe.
b) F�r das Einkommen ohne Invalidit�t (Valideneinkommen) ist auf den zuletzt (1996) effektiv verdienten Teilzeitlohn der Versicherten in H�he von Fr. 37'282. 05 (13 x 2'867. 85) abzustellen. F�r das Jahr 1997 ist ein Lohnanstieg von monatlich Fr. 106. 90.-- durch die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers belegt, w�hrend ab 1998 die allgemeine Lohnentwicklung bis ins praxisgem�ss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis) massgebende Jahr des Verf�gungserlasses zu ber�cksichtigen ist (1998: 0.4 %; 1999: 0.2 %; 2000:
1.0 %; Die Volkswirtschaft 10/2001 S. 101 Tabelle B 10.2 Zeile M,N,O), was ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 39'293. 15 ergibt.
c) Was das trotz der Gesundheitssch�digung zumutbarerweise noch realisierbare Einkommen (Invalideneinkommen) betrifft, ist - da die Beschwerdef�hrerin keine vollst�ndig zumutbare Verweisungst�tigkeit aufgenommen hat, sondern immer noch als Zahnarztgehilfin t�tig ist (vgl. Erw. 3a/aa hievor) - praxisgem�ss auf die Tabellenl�hne der vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Wie schon f�r das Validen-, sind auch f�r das Invalideneinkommen die Zahlen des Jahres 2000 massgebend.
Gem�ss Tabelle A1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 betr�gt der Zentralwert f�r im Sozial- und Gesundheitswesen bei einer w�chentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden besch�ftigte Frauen mit Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive T�tigkeiten) monatlich Fr. 3'985.-- brutto; da keine spezifische Verweisungst�tigkeit nachgewiesen ist, kann nur auf Anforderungsniveau 4 abgestellt werden, obwohl die Versicherte �ber Ausbildung und Berufserfahrung im Zahnarztbereich verf�gt. Angepasst an die Lohnentwicklung (1999: 0.2 %, 2000: 1.0 %; Die Volkswirtschaft a.a.O.) und umgerechnet auf die betriebs�bliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden f�r das Jahr 2000 (Die Volkswirtschaft 10/2001 S. 100 Tabelle B 9.2 Zeile N) ergibt sich ein Betrag von monatlich Fr. 4'204. 30, was bei einem 60 % Pensum (vgl. BGE 125 V 135 ff. Erw. 5) zu einem Monatslohn von Fr. 2'522. 55 und einem Jahreslohn von Fr. 30'270. 60 f�hrt. Von diesem Betrag kann - entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin - kein behinderungsbedingter Abzug vorgenommen werden, da den beschr�nkten M�glichkeiten der Versicherten schon dadurch Rechnung getragen worden ist, dass das Invalideneinkommen von Anforderungsstufe 4 statt 3 (oder gar 2) ausgeht, obwohl die Beschwerdef�hrerin wegen ihrer Ausbildung und langj�hrigen T�tigkeit in einem Medizinalberuf Branchenerfahrung besitzt.
Zudem ist zu ber�cksichtigen, dass sich eine Teilzeitbesch�ftigung von Frauen lohnerh�hend auswirkt (vgl. Tabelle 6* der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1998 S. 20).
d) Bei Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 39'293. 15 und einem Invalideneinkommen von Fr. 30'270. 60 ergibt sich ein Invalidit�tsgrad von 22.96 % im Erwerbsbereich. Die Beschwerdef�hrerin hat deshalb einen Anspruch auf berufliche Massnahmen; die IV-Stelle hat dar�ber, nachdem sie die weiteren Voraussetzungen gepr�ft hat, neu zu verf�gen. Nach durchgef�hrter Umschulung wird anschliessend �ber den Rentenanspruch zu befinden sein.
4.- Dem Ausgang des letztinstanzlichen Verfahrens entsprechend steht der teilweise obsiegenden Versicherten eine Parteientsch�digung zu (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 3 OG).
werden der Entscheid des Versicherungsgerichtes
des Kantons Basel-Landschaft vom 2. Februar 2001
sowie die Verf�gungen der IV-Stelle Basel-Landschaft
vom 8. M�rz 2000 sowie vom 20. M�rz rsp. 17. Januar
2000 aufgehoben und es wird die Sache an die IV-Stelle
Sinne der Erw�gungen, �ber den Umschulungsanspruch neu
verf�ge. Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde
III. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von
Fr. 1'250.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu
IV. Das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft wird �ber eine Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen
des Kantons Basel-Landschaft, der Ausgleichskasse
�rzte, St. Gallen, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung