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Timestamp: 2016-10-22 08:54:18
Document Index: 53884581

Matched Legal Cases: ['Art. 117', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 117', 'BGE', 'BGE', 'Art. 100', 'Art. 27', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE', 'Art. 117', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

6B_738/2012 (18.07.2013)
6B_738/2012 � � Urteil vom 18. Juli 2013
vertreten durch Rechtsanwalt Arthur Zeller,
Fahrl�ssige T�tung; Willk�r, rechtliches Geh�r,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 16. Oktober 2012.
�Am 30. M�rz 2009 ereignete sich auf der Kreuzung Badenerstrasse/D�ttwilerstrasse in D�ttwil (AG) eine Kollision zwischen einem Ambulanzfahrzeug und einem Motorrad. X.________ befand sich als Lenkerin des Ambulanzfahrzeugs auf einer dringlichen Dienstfahrt. Sie �berfuhr die Kreuzung bei Rot und kollidierte mit dem Motorrad von Y.________, der die Kreuzung von links bei auf Gr�n stehender Lichtsignalanlage befuhr. Y.________ erlitt durch den Unfall verschiedene Verletzungen, an deren Folgen er gleichentags verstarb.
�Das Bezirksgericht Baden verurteilte X.________ am 14. April 2011 wegen fahrl�ssiger T�tung und bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.--. Das Obergericht des Kantons Aargau best�tigte am 16. Oktober 2012 auf Berufung von X.________ den Schuldspruch wie auch die H�he der Geldstrafe und reduzierte die Busse auf Fr. 750.--.
�X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau sei aufzuheben, und sie sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Die Vorinstanz geht von folgendem Sachverhalt aus (Entscheid S. 11 ff.) : Die Beschwerdef�hrerin fuhr in Begleitung zweier Kollegen anl�sslich einer dringlichen Dienstfahrt vom Spital Baden aus auf der D�ttwilerstrasse in Richtung Wettingen. Bereits ab der Notfallpforte schaltete sie das Blaulicht und wenig sp�ter das Wechselklanghorn des Ambulanzfahrzeugs ein. Als sie sich mit ca. 60 km/h der Kreuzung D�ttwilerstrasse/Badenerstrasse n�herte, sah sie, dass die Lichtsignalanlage auf Rot stand und die vor der Ampel stehenden Fahrzeuge eine Gasse gebildet hatten. Ebenso hatten auf der Badenerstrasse (rechte Fahrspur in Richtung Bern/Bremgarten) zwei Personenwagen angehalten. Die Beschwerdef�hrerin reduzierte die Geschwindigkeit auf 12 km/h, passierte mit 12 - 19 km/h die vor dem Lichtsignal durch die Autos gebildete Gasse und �berfuhr die Haltelinie der Ampel, welche immer noch auf Rot stand, mit 19 km/h. Ab der Haltelinie bis zum Kollisionsort betrug die Geschwindigkeit der Ambulanz konstant 19 km/h. Der Motorradfahrer n�herte sich mit einer Geschwindigkeit von 71 km/h. Die Kollision erfolgte, nachdem die Beschwerdef�hrerin die aus ihrer Sicht erste Fahrspur der Badenerstrasse �berfahren hatte. Im Zeitpunkt, als sich das Ambulanzfahrzeug 8.8 m vom Kollisionsort entfernt befand und damit die Wartelinie noch nicht �berquert hatte, war der Motorradfahrer f�r die Beschwerdef�hrerin erkennbar. Die Vorinstanz stellt nicht fest, dass die Beschwerdef�hrerin den Motorradfahrer vor dem Unfall erblickte.
2.1.�Die Beschwerdef�hrerin sieht Art. 117 StGB in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 StGB verletzt. Sie argumentiert, die gutachterliche Schlussfolgerung des "Dynamic Test Center" (nachfolgend: DTC), wonach sie den Motorradfahrer h�tte sehen k�nnen, als sie 8.8 m vom Kollisionsort entfernt war, m�ge zutreffen. Jedoch blende die Vorinstanz die Komplexit�t der Kreuzung aus. Sie habe sehr wohl nach links geschaut. Wenn sie kurz vor dem fraglichen Zeitpunkt nach links geschaut habe, als der Motorradfahrer noch nicht sichtbar gewesen sei, und in der Folge ihren Blick nach rechts habe schweifen lassen, so sei die Kollision nicht vermeidbar gewesen. Sie habe sich erst zum Losfahren entschieden, nachdem sie sich vergewissert habe, dass auf allen Spuren die Fahrzeuge stillgestanden h�tten. Zudem sei die Ad�quanz zu verneinen. Sie habe nicht damit rechnen m�ssen, dass der Motorradfahrer das Wechselklanghorn, das Blaulicht und die auf allen Spuren stehenden Fahrzeuge nicht wahrnehme. Auch habe er die signalisierte H�chstgeschwindigkeit missachtet. Sein Fahrverhalten sei die unmittelbarste Ursache der Kollision. Indem die Vorinstanz die Ad�quanz bejahe, verletze sie Bundesrecht (Beschwerde S. 4 ff.).
2.2.�Die Vorinstanz erw�gt, teilweise unter Hinweis auf das erstinstanzliche Urteil, der Sorgfaltsmassstab richte sich unter anderem nach den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes und dem Merkblatt des Eidgen�ssischen Departements f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vom 6. Juni 2005 zur Verwendung von Blaulicht und Wechselklanghorn. Danach m�sse bei der Einfahrt in eine Verzweigung so langsam gefahren werden, dass noch rechtzeitig angehalten werden k�nne, falls andere vortrittsberechtigte Verkehrsteilnehmer die besonderen Warnsignale �bersehen oder nicht beachten. Die Beschwerdef�hrerin habe, nachdem sie die von den Fahrzeugen gebildete Gasse passiert habe, die Geschwindigkeit auf 19 km/h erh�ht und die Verzweigung ohne zu bremsen �berfahren. Dies sei sorgfaltswidrig. Sie h�tte sich vergewissern m�ssen, dass von links kein Fahrzeug nahen w�rde respektive die jeweiligen Verkehrsteilnehmer auf den drei Fahrspuren auf der D�ttwilerstrasse (gemeint: Badenerstrasse) sie gesehen h�tten und sich korrekt verhalten w�rden. Bei einer allf�lligen Ungewissheit nach dem �berfahren der Haltelinie h�tte sie mindestens noch einmal abbremsen m�ssen. Die Vorinstanz legt in der Folge dar, dass auch der Motorradfahrer unaufmerksam gewesen sei, seine Fahrweise jedoch an der Voraussehbarkeit des Erfolgseintritts nichts �ndere (Entscheid S. 14 ff.).
2.3.1.�Fahrl�ssig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrl�ssiger T�tung gem�ss Art. 117 StGB setzt voraus, dass der T�ter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritten hat. Wo besondere, der Unfallverh�tung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder halbprivater Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein anerkannt sind. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrunds�tze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gest�tzt werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64; 127 IV 62 E. 2d S. 64 f.; je mit Hinweisen). Die Zurechenbarkeit des Erfolgs bedingt die Vorhersehbarkeit nach dem Massstab der Ad�quanz. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und gepr�ft, ob der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten des T�ters ausgeblieben w�re. F�r die Zurechnung des Erfolgs gen�gt, wenn das Verhalten des T�ters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f. mit Hinweisen).
2.3.2.�Nach Art. 100 Ziff. 4 SVG ist der F�hrer eines Feuerwehr-, Sanit�ts- oder Polizeifahrzeugs auf einer dringlichen Dienstfahrt wegen Missachtung der Verkehrsregeln und der besonderen Anordnungen f�r den Verkehr nicht strafbar, sofern er die erforderlichen Warnsignale gibt und alle Sorgfalt beobachtet, die nach den besonderen Verh�ltnissen erforderlich ist. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Mass der zu beachtenden Sorgfalt umso gr�sser ist, je wichtiger die verletzte Verkehrsregel f�r die Verkehrssicherheit ist. Der Fahrzeuglenker, der die ordentlichen Vortrittsregeln missachtet, muss die durch die Umst�nde gebotenen Vorsichtsmassnahmen beachten, insbesondere seine Geschwindigkeit reduzieren (Urteil 6S.162/2003 vom 4. August 2003 E. 3.1 mit Hinweis). Das Merkblatt des UVEK vom 6. Juni 2005 zur Verwendung von Blaulicht und Wechselklanghorn verlangt h�chste Sorgfalt, wenn eine Verzweigung bei roter Lichtsignalanlage befahren wird. Bei der Einfahrt in eine Verzweigung, bei der andere Strassenben�tzer normalerweise den Vortritt haben, muss der F�hrer so langsam fahren, dass er noch rechtzeitig anhalten kann, falls andere Verkehrsteilnehmer die besonderen Warnsignale �bersehen oder nicht beachten (vgl. Ziffer 4 des genannten Merkblatts).
2.4.1.�Die Beschwerdef�hrerin befand sich auf einer dringlichen Dienstfahrt und k�ndigte ihre Fahrt durch Blaulicht und Wechselklanghorn an (vgl. Art. 27 Abs. 2 SVG und Art. 16 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11). Zu pr�fen ist, ob sie die durch die Umst�nde gebotene Vorsicht beachtet hat.
�Die Beschwerdef�hrerin fuhr auf die Kreuzung zu, als die Lichtsignalanlage f�r sie bereits Rot zeigte. Die Haltelinie der Ampel �berfuhr sie rund 19 Sekunden nach Rotbeginn (Entscheid S. 12 mit Hinweis auf die vorinstanzlichen Akten act. 108; erstinstanzliches Urteil S. 23). Die Beachtung der Lichtsignale stellt f�r die Verkehrssicherheit eine der wichtigsten Verkehrsregeln dar.
�Die Beschwerdef�hrerin argumentiert, ihr k�nne nicht vorgeworfen werden, zu einem genau bestimmten Zeitpunkt respektive in einer Entfernung von 8.8 m zum Kollisionsort nicht nach links geschaut zu haben. Darin ist ihr grunds�tzlich beizupflichten. Die Badenerstrasse f�hrt von Birmenstorf her mit drei Spuren und von Baden her mit vier Spuren zur Kreuzung. Die D�ttwilerstrasse m�ndet von D�ttwil her mit zwei und von der Autobahnausfahrt her mit vier Fahrbahnen in die Kreuzung. Die Beschwerdef�hrerin hatte mithin mehrere Fahrspuren einer eher grossen, wenn auch �bersichtlichen Kreuzung zu beobachten. Das Mass der Aufmerksamkeit, das vom Fahrzeuglenker verlangt wird, beurteilt sich nach den gesamten Umst�nden, namentlich der Verkehrsdichte, den �rtlichen Verh�ltnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen. Wenn er sein Augenmerk im Wesentlichen auf bestimmte Stellen zu richten hat, kann ihm f�r andere eine geringere Aufmerksamkeit zugebilligt werden (BGE 129 IV 282 E. 2.2.1 S. 285; 127 II 302 E. 3c S. 303; je mit Hinweisen). Dass die Beschwerdef�hrerin in einer Entfernung von 8.8 m zum Kollisionsort, mithin noch hinter der Wartelinie, ihren Blick, wie sie vorbringt, nach rechts schweifen liess und damit die Fahrspuren von der Autobahn und von Baden her kontrollierte, stellt f�r sich genommen nicht eine Verletzung der gebotenen Vorsichtsmassnahmen dar. Gleichwohl hat sie das Man�ver nicht mit der n�tigen Sorgfalt durchgef�hrt.
�Der Rettungswagen beschleunigte, w�hrend er durch die Gasse auf das auf Rot stehende Lichtsignal zufuhr, von 12 auf 19 km/h. Er �berfuhr die Haltelinie bei der Lichtsignalanlage mit 19 km/h, um mit konstanter Geschwindigkeit auf die Kreuzung zuzufahren, die Wartelinie zu passieren und in die Kreuzung in Richtung Autobahneinfahrt hineinzufahren. Macht die Beschwerdef�hrerin geltend, sie habe "sich nachweislich erst zum "Go" entschieden, nachdem sie sich vergewissert hatte (zeitlich gestaffelter Blick nach links, rechts und dann geradeaus), dass auf allen Spuren die Fahrzeuge stillstanden", kann ihr nicht gefolgt werden. Ein Fahrzeuglenker, der ab dem �berfahren des Rotlichts (das heisst hier in einer Entfernung von rund 18 m zur Wartelinie) mit konstanter Geschwindigkeit f�hrt und in der Folge nicht mehr abbremst, kann nicht behaupten, er habe sich erst zu einem sp�teren Zeitpunkt entschieden loszufahren.
�Es kann dahingestellt bleiben, wann die Beschwerdef�hrerin den Motorradfahrer fr�hestens h�tte erblicken k�nnen. Das Gutachten �ussert sich zu dieser Frage nicht. Es pr�fte vielmehr, wann die Verkehrsteilnehmer bei einer Geschwindigkeit von 19 - 21 km/h (Ambulanz) respektive 62 - 71 km/h (Motorrad) sp�testens h�tten reagieren m�ssen, um die Kollision zu vermeiden. Dieser sogenannte Reaktionsaufforderungspunkt befand sich f�r die Beschwerdef�hrerin in einer Distanz von 8.8 m zur Kollisionsstelle und mithin rund 3 m vor der Wartelinie. Der Motorradfahrer war zum besagten Zeitpunkt f�r die Beschwerdef�hrerin erkennbar. Diese behauptet, kurz vor diesem Moment nach links geschaut zu haben. In der Folge, so ihre Darstellung, habe sie ihren Blick nach rechts und geradeaus gewandt, um die anderen Fahrbahnen der D�ttwilerstrasse von der Autobahnausfahrt her und jene der Badenerstrasse von Baden her zu beobachten. Mit dieser Schilderung, welche den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen entspricht, r�umt die Beschwerdef�hrerin ein, noch vor dem �berfahren der Wartelinie nicht mehr nach links geschaut zu haben.
�Das Befahren der Kreuzung bei Rotlicht erfolgte auf einer dringlichen Dienstfahrt und war damit grunds�tzlich erlaubt. Es setzte mit Blick auf die Bedeutung der missachteten Verkehrsregel ein erhebliches Mass der zu beachtenden Sorgfalt voraus. Indem die mit den �rtlichen Verh�ltnissen vertraute Beschwerdef�hrerin bereits mehrere Meter vor dem �berqueren der Wartelinie ihren Blick von der Verkehrssituation links auf der Badenerstrasse abwandte, kam sie dieser Sorgfaltspflicht nicht nach. Unter Ber�cksichtigung der konkreten Verh�ltnisse waren beim �berfahren der Wartelinie die wesentlichen und voraussehbaren Gefahrenquellen in einer ersten Phase die mittlere und rechte Fahrspur der Badenerstrasse von Birmenstorf her (wobei der Verkehr auf der rechten Fahrbahn erkennbarerweise bereits stillstand), zwei abbiegende Spuren der D�ttwilerstrasse von der Autobahnausfahrt her in Richtung Baden (wo ebenfalls auf mindestens einer Fahrbahn der Verkehr stillstand) sowie eine abbiegende Spur der Badenerstrasse von Baden her in Richtung D�ttwil. Diese Richtung wurde zudem vom Beifahrer der Beschwerdef�hrerin beobachtet. Selbst wenn die Beschwerdef�hrerin somit ihr Augenmerk auf verschiedene Fahrbahnen zu richten hatte, verlangten die von links aus Richtung Birmenstorf kommenden Fahrzeuge und im Speziellen die mittlere Fahrspur der Badenerstrasse eine erh�hte Aufmerksamkeit. Der Verkehr stand auf dem Mittelstreifen nicht still. Im Gegensatz zur Bahn rechts davon durfte die Beschwerdef�hrerin im Widerspruch zu ihrer Darstellung (Beschwerde S. 7) nicht annehmen, dass von dort kein Verkehr nahen w�rde. Zudem w�rden die bei Gr�nlicht auf der mittleren Spur herannahenden Fahrzeuge die Kreuzung ohne abzubiegen und damit in aller Regel ohne Geschwindigkeitsreduktion passieren. Gleichzeitig verlangten die Spuren mit angehaltenem Verkehr sowie die Fahrbahnen auf der Badenerstrasse von Baden nach Birmenstorf und zur Autobahneinfahrt eine geringere Aufmerksamkeit. Indem die Beschwerdef�hrerin noch vor der Wartelinie und damit noch vor dem Einm�nden in die Kreuzung ihren Blick von links
endg�ltig abwandte, war sie pflichtwidrig unvorsichtig.
�Letztendlich �berfuhr die Beschwerdef�hrerin die Fahrspur des Motorradfahrers, ohne sich gen�gend vergewissert zu haben, dass kein Verkehr nahte. Das Vorhaben verlangte h�chste Sorgfalt, welche das ausgef�hrte Man�ver vermissen liess. Die Beschwerdef�hrerin sah den Motorradfahrer bis zur Kollision nicht. Ihr ist damit vorzuwerfen, den Motorradfahrer sorgfaltswidrig �bersehen zu haben. Aus der vorgebrachten Komplexit�t der Kreuzung vermag sie nichts f�r sich abzuleiten. Jene h�tte vielmehr nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz eine Geschwindigkeitsreduktion als angezeigt erscheinen lassen und bringt zutage, dass das Befahren der Kreuzung mit gleichbleibender Geschwindigkeit ohne abzubremsen nicht situationsangemessen war. Eine reduzierte Geschwindigkeit respektive ein sich Vortasten in die Kreuzung hinein h�tte erlaubt, beide Fahrbahnen der Badenerstrasse in Richtung Baden vor dem �berfahren (nochmals) zu kontrollieren. Selbst ein Sicherheitshalt, den die Weisungen des UVEK nicht a priori ausschliessen, w�re n�tigenfalls m�glich gewesen.
2.4.2.�Ein die Vorhersehbarkeit des Erfolgseintritts unterbrechendes Selbstverschulden des Motorradfahrers, mit dem die Beschwerdef�hrerin schlechthin nicht zu rechnen hatte, liegt nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erw�gungen nicht vor. Zwar ist dem Motorradfahrer, der das Wechselklanghorn, das Blaulicht und die bei Gr�nlicht auf der rechten Fahrbahn stehenden Fahrzeuge nicht bemerkte, eine unaufmerksame Fahrweise vorzuwerfen. Selbst wenn er das Ambulanzfahrzeug allenfalls nicht rechtzeitig sehen konnte (vgl. Gutachten S. 10), so wurde gleichwohl die Notstandsfahrt mindestens durch die Sirene der Ambulanz angek�ndigt. Dass aber Verkehrsteilnehmer und Fussg�nger das durch die Sanit�t etc. auf einer dringlichen Dienstfahrt beanspruchte Vortrittsrecht missachten, weil sie die besonderen Warnsignale nicht oder zu sp�t wahrnehmen oder nicht (ad�quat) reagieren, kann nicht als aussergew�hnlich bezeichnet werden. Die Vorinstanz erw�gt zutreffend, dass deshalb unter anderem die Weisungen des UVEK ein Fehlverhalten in diesem Sinne thematisieren. Ebenso wenig reichen f�r die Verneinung der Ad�quanz die �bersetzte Geschwindigkeit des Motorradfahrers (maximal 71 km/h bei einer signalisierten H�chstgeschwindigkeit von 60 km/h) und ein aufgrund von Art. 47 Abs. 3 der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21) allf�llig zu bejahendes Selbstverschulden aus, zumal es im Strafrecht keine Schuldkompensation gibt (BGE 106 IV 58 E. 1 S. 59). Die Geschwindigkeits�berschreitung ist kein ganz aussergew�hnlicher Umstand, mit dem schlechthin nicht gerechnet werden musste und der derart schwer wiegt, dass er als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheint und so das Fahrverhalten der Beschwerdef�hrerin in den Hintergrund dr�ngt (vgl. zum Massstab der Ad�quanz BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f. mit Hinweisen).
�H�tte die Beschwerdef�hrerin die durch die Umst�nde gebotenen Vorsichtsmassnahmen beachtet, h�tte sie den Motorradfahrer fr�hzeitig erkannt und ihre Fahrt rechtzeitig zumindest verlangsamt. Dadurch w�re der Unfall mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit vermieden worden.
2.4.3.�Der Schuldspruch der fahrl�ssigen T�tung verletzt kein Bundesrecht (Art. 117 und Art. 12 Abs. 3 StGB).
�Im Eventualstandpunkt bestreitet die Beschwerdef�hrerin, dass der Motorradfahrer sichtbar war, als sie sich 8.8 m entfernt von der Unfallstelle befand. Der Verzicht auf ein Erg�nzungsgutachten verletze ihr rechtliches Geh�r (Beschwerde S. 3 f. und S. 8 ff.).
�Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zur Erkennbarkeit des Motorradfahrers st�tzt sich auf das Gutachten des DTC vom 3. Mai 2010. Das Gericht w�rdigt Gutachten grunds�tzlich frei. In Fachfragen darf es davon indessen nicht ohne triftige Gr�nde abweichen, und Abweichungen m�ssen begr�ndet werden. Ein Abweichen ist zul�ssig, wenn die Glaubw�rdigkeit des Gutachtens durch die Umst�nde ernsthaft ersch�ttert ist. Umgekehrt kann das Abstellen auf nicht schl�ssige Gutachten unter Verzicht auf die gebotenen zus�tzlichen Beweiserhebungen gegen das Willk�rverbot und gegen Verfahrensrechte der Parteien verstossen. Ob ein Gericht die im Gutachten enthaltenen Er�rterungen f�r �berzeugend h�lt oder nicht und ob es dementsprechend den Schlussfolgerungen des Experten folgen oder ein Erg�nzungsgutachten beziehungsweise eine Oberexpertise einholen soll, ist eine Frage der Beweisw�rdigung, die mit Beschwerde in Strafsachen wegen Verletzung des Willk�rverbots aufgeworfen werden kann. Dasselbe gilt f�r die Frage, ob ein Gutachten in sich schl�ssig ist. Eine entsprechende Kritik muss substanziiert dargelegt werden (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 S. 198 f.; 133 II 384 E. 4.2.3 S. 391; 132 II 257 E. 4.4.1 S. 269; 106 IV 236 E. 2a S. 238, 97 E. 2b S. 99 f.; je mit Hinweisen).
�Die Beschwerdef�hrerin setzt sich mit der Expertise nicht auseinander. Die Wiedergabe der im kantonalen Verfahren aufgeworfenen Erg�nzungsfragen ist ungeeignet, M�ngel des Gutachtens substanziiert aufzuzeigen und dessen �berzeugungskraft in Frage zu stellen. Soweit die Beschwerdef�hrerin auf ihre Berufungserkl�rung verweist, ist sie damit nicht zu h�ren. Die Begr�ndung der Beschwerde muss in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein, und der blosse Verweis auf Ausf�hrungen in anderen Rechtsschriften oder auf die Akten reicht nicht aus (BGE 138 IV 47 E. 2.8.1 S. 54; 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; je mit Hinweisen). Auf die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht einzutreten.
�Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die bundesgerichtlichen Kosten sind der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).