Source: http://mail.kanzlei-kerner.de/nachteilsausgleich/
Timestamp: 2019-10-19 05:01:03
Document Index: 366322137

Matched Legal Cases: ['§ 126', '§ 113', '§ 126', '§ 113', '§ 126', '§ 85']

Nachteilsausgleich | Arbeitsrecht Hannover - Fachanwalt Arbeitsrecht und Rechtsanwalt Arbeitsrecht
Der Begriff Nachteilsausgleich wird sowohl im Sozialrecht als auch im Arbeitsrecht gebraucht. Insoweit ist der Nachteilsausgleich zum einen in § 126 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) definiert und zum anderen in § 113 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt. Beide Begriffe haben nichts gemein; sofern man im Arbeitsrecht von Nachteilsausgleich spricht, ist regelmäßig nicht der Nachteilsausgleich im Sinne des § 126 SGB IX, sondern der Nachteilsausgleichsanspruch gemäß § 113 BetrVG gemeint.
Sozialrechtlich versteht man unter Nachteilsausgleich nach § 126 SGB IX den Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile und Mehraufwendungen für schwer behinderte Menschen sowie diesen gleichgestellte behinderte Menschen. Beispiele für den sozialrechtlichen Nachteilsausgleich sind Vergünstigungen bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie besondere steuerliche Regelungen. Da aber auch der besondere Kündigungsschutz gemäß den §§ 85 ff. SGB IX (vergleiche Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.06.2011 − 2 AZR 703/09) sowie der Zusatzurlaub für schwer behinderte Menschen Ausprägungen des sozialrechtlichen Nachteilsausgleichs sind, überschneidet sich der sozialrechtliche Nachteilsausgleichsbegriff mit dem Arbeitsrecht.
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