Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202004,%201601
Timestamp: 2019-04-19 11:17:15
Document Index: 166568372

Matched Legal Cases: ['§ 1840', '§ 1908', '§ 1843', '§ 1892', '§ 1908', '§ 1843', '§ 1890']

OLG Karlsruhe, 08.08.2003 - 15 U 76/01 - dejure.org
Betreuung: Rechtsverhältnis zwischen Betreuer und Betreutem; Herausgabe von dem Vermögen des Betreuten entnommenen Geldbeträgen
Abrechnung eines Betreuers; Vergütung eines Betreuers; Schadensersatzanspruch aus positiver Vertragsverletzung ; Darlegungs- und Beweislast für Aufwendungsersatzansprüche ; Verpflichtung zur Rechnungslegung ; Durchführung der Rechnungsprüfung durch das Vormundschaftsgericht
LG Karlsruhe, 16.08.2001 - 7 O 59/00
FamRZ 2004, 1601
Diesbezüglich hat sich der Beklagte zu 1 auch dann gegenüber der Klägerin zu rechtfertigen, wenn das Betreuungsgericht die Abrechnungen nicht beanstandet hat (OLG Karlsruhe, Urteil vom 08.08.2003 - 15 U 76/01, FamRZ 2004, 1601).
Die Rechnungslegung durch den Betreuer sowie deren Prüfung durch das Betreuungsgericht (§§ 1840 f., 1843 BGB i. V. mit § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB) betreffen allein die Rechtsbeziehungen zwischen Betreuer und Betreuungsgericht, nicht jedoch das Rechtsverhältnis zwischen Betreuer und Betreutem, so dass selbst die vom Betreuungsgericht anerkannte Richtigkeit einer Abrechnung - wie sich auch aus §§ 1843 Abs. 2 BGB und § 1892 Abs. 2 BGB, jeweils in Verbindung mit § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB, ergibt - ohne Einfluss auf mögliche Ansprüche des Betreuten gegen den Betreuer ist (vgl. OLG Karlsruhe FamRZ 2004, 1601 f. Tz. 80 - 82, zit. nach juris;… Palandt/Diederichsen, a. a. O., § 1843 Rdnr. 1).
Die Aufgabe des Vormundschaftsgerichts bei Betreuungen besteht in einer staatlichen Aufsicht gegenüber dem Betreuer, da der Betroffene vielfach zur Wahrnehmung seiner Rechte gegenüber dem Betreuer nur unzulänglich in der Lage ist (OLG Karlsruhe v. 08.08.2003 - 15 U 76/01 - juris Rn. 82 - OLGR Karlsruhe 2004, 376).
Maßgeblich im Rahmen des § 1890 BGB ist nicht der Besitz des Nachlasspflegers im Zeitpunkt des Herausgabeverlangens des Erben, sondern grundsätzlich der Besitz an Nachlassgegenständen bei Beendigung der Nachlassverwaltung (OLG Dresden, ZEV 2000, 402, 404; OLG Karlsruhe FamRZ 2004, 1601 f.).
Vermag der Nachlasspfleger nicht darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen, dass und aufgrund welcher bestimmter Verfügungen oder tatsächlicher Vorgänge von ihm erlangte Nachlassgegenstände seinem Zugriff wieder entzogen worden sind, ist die Herausgabepflicht begründet (vgl. auch OLG Dresden ZEV 2000, 402 ff; OLG Karlsruhe FamRZ 2004, 1601 f).