Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20165,%20454
Timestamp: 2019-12-06 08:18:21
Document Index: 258519932

Matched Legal Cases: ['§ 173', '§ 33', '§ 173', '§ 33', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 173', '§ 9', '§ 173', '§ 173', '§ 33', '§ 173', '§ 173']

BFH, 09.08.1991 - III R 24/87 - dejure.org
BFH, 09.08.1991 - III R 24/87
https://dejure.org/1991,122
BFH, 09.08.1991 - III R 24/87 (https://dejure.org/1991,122)
BFH, Entscheidung vom 09.08.1991 - III R 24/87 (https://dejure.org/1991,122)
BFH, Entscheidung vom 09. August 1991 - III R 24/87 (https://dejure.org/1991,122)
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AO 1977 § 173 Abs. 1 Nr. 2; EStG § 33 a Abs. 2
Steuerbescheid - Änderung - Aussagepflicht
AO (1977) § 173 Abs. 1 Nr. 2; EStG § 33a Abs. 2
Abgabenordnung; Vorliegen groben Verschuldens
DB 1992, 191
Auf einen die grobe Fahrlässigkeit ausschließenden, entschuldbaren Rechtsirrtum kann sich der Steuerpflichtige --auch wenn ihm steuerrechtliche Kenntnisse fehlen-- andererseits nicht berufen, wenn er eine im Steuererklärungsformular ausdrücklich gestellte, auf einen bestimmten Vorgang bezogene und für ihn verständliche Frage bewusst nicht beantwortet (so ausdrücklich BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65).
Denn nach der Rechtsprechung des BFH ist in einem solchen Zusammenhang nicht grundsätzlich, wie das FG annimmt, sondern eben nur dann von einer groben Fahrlässigkeit auszugehen, wenn der Steuerpflichtige bzw. sein steuerlicher Berater in Steuerformularen gestellte Fragen --bewusst-- nicht beantwortet oder klare und ausreichend verständliche Hinweise und Angaben --bewusst-- unbeachtet lässt (so BFH-Urteil in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65); im letztgenannten Fall wird sich der Steuerpflichtige indes nicht wegen eines bei der Anfertigung der Erklärung unterlaufenen Eingabefehlers, sondern wegen einer vorangegangenen Verletzung steuerlicher Pflichten den Vorwurf grober Fahrlässigkeit gefallen lassen müssen (so auch AEAO Nr. 5.1.1 zu § 173).
FG Köln, 24.08.2016 - 11 K 1319/16
Nebenkostenabrechnung: Wenn sich der Vermieter zu viel Zeit lässt
Für die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit das Verhalten der Finanzbehörde bei der Beurteilung des groben Verschuldens im Rahmen des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO mit zu berücksichtigen sei, sei das BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 24/87 (BStBl II 192, 65) zu beachten.
aa) Tatsache i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ist alles, was Merkmal oder Teilstück eines gesetzlichen Steuertatbestands sein kann, also Zustände, Vorgänge, Beziehungen, Eigenschaften materieller oder immaterieller Art (st. Rspr., vgl. z.B. BFH-Urteile vom 28. September 1984 VI R 48/82, BStBl II 1985, 117, und vom 9. August 1991 III R 24/87, BStBl II 1992, 65, sowie Klein / Rüsken, AO, Kommentar,12. Auflage, § 173 Rz. 21, m.w.N.).
Die hier allein in Betracht kommende grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (st. Rspr., vgl. z.B. BFH-Urteile vom 29. Juni 1984 VI R 181/80, BStBl II 1984, 693, vom 19. Dezember 2006 VI R 59/02, BFH/NV 2007, 866, und BFH in BStBl II 1992, 65, sowie Klein / Rüsken, a.a.O., § 173 Rz. 112, m.w.N.).
Ob ein Beteiligter in diesem Sinne grob fahrlässig gehandelt hat, ist im Wesentlichen eine im jeweiligen Einzelfall zu entscheidende Tatfrage (BFH in BStBl II 1992, 65, m.w.N.).
Um eine Steuererklärung vollständig und wahrheitsgemäß abgeben zu können, muss ein Steuerpflichtiger das Erklärungsformular gewissenhaft durchlesen und eine darin ausdrücklich gestellte, auf einen bestimmten Vorgang bezogene Frage wahrheitsgemäß und vollständig beantworten (…st. Rspr., vgl. z.B. BFH-Urteile vom 23. Oktober 2002 III R 32/00, BFH/NV 2003, 441, und vom 21. April 1988 IV R 215/85, BStBl II 1988, 863, sowie BFH in BStBl II 1992, 65).
Dies hindert allerdings das Revisionsgericht nicht, selbst grobes Verschulden anzunehmen, wenn hierfür ausreichende tatsächliche Feststellungen vorliegen (BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65, unter II.2.a).
BFH, 22.05.1992 - VI R 17/91
a) Tatsache im vorgenannten Sinne ist alles, was Merkmal oder Teilstück eines gesetzlichen Steuertatbestandes sein kann, also Zustände, Vorgänge, Beziehungen, Eigenschaften materieller oder immaterieller Art (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65).
Grobe Fahrlässigkeit in diesem Sinne ist anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße verletzt (ständige Rechtsprechung, vgl. z. B. BFH-Urteile vom 21. Juli 1989 III R 303/84, BFHE 157, 488, BStBl II 1989, 960, m. w. N., sowie in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65).
Deshalb handelt ein Steuerpflichtiger regelmäßig grob schuldhaft, wenn er eine im Steuererklärungsformular ausdrücklich gestellte, auf einen bestimmten Vorgang bezogene Frage nicht beachtet (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 29. Juni 1984 VI R 181/80, BFHE 141, 232, BStBl II 1984, 693 - Berlin-Darlehen - vom 11. Mai 1990 VI R 76/86, BFH/NV 1991, 281 - Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte -, sowie in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65 - Ausbildungsfreibetrag -).
BFH, 20.03.2013 - VI R 9/12
Grobes Verschulden i. S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO - Sachaufklärung - …
Grobe Fahrlässigkeit ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten und Verhältnissen zumutbare Sorgfalt in ungewöhnlichem Maße und in nicht entschuldbarer Weise verletzt hat (…BFH-Urteile vom 9. November 2011 X R 53/09, BFH/NV 2012, 545;… vom 19. Dezember 2006 VI R 59/02, BFH/NV 2007, 866; vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65; jeweils m.w.N.).
Insbesondere die Frage des groben Verschuldens obliegt im wesentlichen dem FG als tatsächliche Würdigung (Senat in BFHE 139, 8, BStBl II 1984, 2; Urteile vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65, …und vom 28. August 1992 VI R 93/89, BFH/NV 1993, 147).
Dies hindert das Revisionsgericht allerdings nicht, selbst zur Annahme eines groben Verschuldens zu kommen, wenn hierfür ausreichende tatsächliche Feststellungen vorliegen (Senatsurteile vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65;… in BFH/NV 2003, 441).
Das FG hat nicht beachtet, dass grobes Verschulden nach Rechtsprechung des BFH auch dann vorliegt, wenn ein Steuerpflichtiger deshalb keine Angaben in einem Erklärungsvordruck macht, weil er aufgrund eines Rechtsirrtums der Meinung ist, sie seien in seinem Fall nicht von Bedeutung (Urteile in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65;… in BFH/NV 2003, 441;… in BFH/NV 2007, 866).
Die hierzu vom FG aufgrund der von ihm getroffenen tatsächlichen Feststellungen vorgenommene Würdigung darf --abgesehen von zulässigen und begründeten Verfahrensrügen-- in der Revisionsinstanz nur darauf überprüft werden, ob der Rechtsbegriff des Vorsatzes bzw. der groben Fahrlässigkeit richtig erkannt worden ist und ob die Würdigung der Umstände hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (…BFH-Urteile vom 21. September 1993 IX R 63/90, BFH/NV 1994, 99; vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65).
Auch ein steuerrechtlich nicht vorgebildeter Steuerpflichtiger handelt daher in der Regel grob fahrlässig, wenn er eine im Steuererklärungsformular ausdrücklich gestellte und auf einen bestimmten Vorgang bezogene Frage nicht beantwortet (BFH-Urteile vom 9. August 1991 III R 24/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65, und in BFH/NV 1993, 641, jeweils m.w.N.).
Dies hindert allerdings das Revisionsgericht nicht, selbst grobes Verschulden anzunehmen, wenn hierfür ausreichende tatsächliche Feststellungen vorliegen (BFH-Urteil in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65).
d) Entgegen der Auffassung des FG wird das grobe Verschulden des Steuerpflichtigen nicht durch mögliche Versäumnisse des FA bei der Aufklärung des Sachverhalts ausgeschlossen (BFH-Urteile in BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65, und in BFH/NV 1993, 641).
BFH, 20.03.2013 - VI R 5/11
Grobes Verschulden i. S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO
BFH, 04.02.1993 - III R 78/91
Antrag auf Änderung eines bestandskräftigen Einkommensteuerbescheides - Grobes …
Bei einer Zusammenveranlagung muß sich jeder Ehegatte das grobe Verschulden des …
BFH, 17.06.1994 - III R 41/93
Verfahrensrecht; Nichtbeantragung des Ausbildungsfreibetrages als grobes …
BFH, 16.03.2000 - III B 91/99
Merkblatt zum Einkommensteuerformular - Anforderungen an Steuerpflichtigen - …
BFH, 21.09.1993 - IX R 63/90
Schadenersatzleistungen als Werbungskosten (§ 9 EStG )
BFH, 29.04.2009 - III B 113/08
Änderung eines Kindergeldbescheides wegen verspäteter Nachweise
FG Niedersachsen, 24.05.2011 - 3 K 249/10
Änderung nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO bei durch Steuerberater zur Prüfung …
FG Münster, 14.11.2001 - 13 K 6697/99
Berichtigung der Steuerfestsetzung bei unterlassenem Antrag auf Gewährung eines …
Kein grobes Verschulden i.S. des § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO bei Fehlen eines …
FG Mecklenburg-Vorpommern, 22.04.1998 - 1 K 448/97
Pflicht zur Aufhebung/Änderung eines Steuerbescheids; Vorliegen eines groben …
BFH, 19.11.2002 - X R 30/01
Verschulden des Steuerpflichtigen an der verspäteten Bekanntgabe von Tatsachen - …
FG Hamburg, 23.09.1997 - II 88/97
Antrag auf Änderung bestandskräftiger Steuerbescheide; Grobes Verschulden an dem …
BFH, 26.06.1997 - X B 150/96
Grundsätzliche Bedeutung der Auslegung des Begriffes des groben Verschuldens …
FG München, 18.10.2006 - 1 K 1364/06
Abzug von Unterhaltsaufwendungen als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Abs. 1 …
FG Düsseldorf, 16.08.2000 - 9 K 737/99
Änderung; Neue Tatsachen; Grobes Verschulden; Kinderfreibetrag; Einkünftegrenze; …
FG München, 26.01.2005 - 9 K 3781/03
Grobes Verschulden des Steuerberaters bei ungeprüfter Übernahme von Daten der …
FG Rheinland-Pfalz, 31.01.2002 - 6 K 1473/00
Grobes Verschulden durch unvollständiges Ausfüllen der Anlage N
FG München, 28.06.2000 - 1 K 196/98
Grobes Verschulden nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO 1977 bei nachträglicher Erklärung …
FG Hessen, 27.03.2013 - 3 K 339/10
Prüfung des Verschuldens des Kindergeldberechtigten nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO: …
FG Sachsen, 17.08.2004 - 5 K 791/01
Kein grobes Verschulden bei Nachreichung der Anlage E bei ursprünglich deutlich …
FG Baden-Württemberg, 17.11.1995 - 9 K 309/91
Änderung eines Steuerbescheides wegen nachträglich bekannt gewordener Tatsachen ; …
FG München, 14.11.1995 - 13 K 2167/95
Anspruch auf Änderung eines Steuerbescheides durch den Steuerpflichtigen; …
FG Berlin, 22.02.1995 - I 105/94
Anfechtung des Einkommensteuerbescheides; Berechnung der Rechtsbehelfsfrist; …
FG Baden-Württemberg, 17.09.1998 - 8 K 33/98
Nachträglicher Antrag auf Ausbildungsfreibetrag als neue Tatsache; …
FG Düsseldorf, 05.08.1997 - 8 K 6376/96
Änderung von Einkommensteuerbescheiden bei grobem Verschulden der …
FG München, 25.02.1997 - 13 K 1078/96
Antrag auf Änderung eines Einkommensteuerbescheids wegen unterlassener Vorlage …
FG Saarland, 29.06.1999 - 1 K 50/98