Source: https://www.ra-samimi.de/anwalt-verkehrsrecht-berlin/fahrerflucht/
Timestamp: 2017-05-29 03:49:58
Document Index: 47943571

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 142', '§ 111', '§ 69', '§ 142', 'BGH', 'BGH', '§ 142']

▷ Fahrerflucht: "Welche Strafe droht?" | Fachanwalt | Berlin 030-8860303.
Fahrerflucht	Was droht beim Vorwurf der Fahrerflucht und wie verteidige ich mich richtig? Berliner Anwalt für Verkehrsrecht hilft.
Fahrerflucht Diese Seite wurde insgesamt 11- mal mit durchschnittlich 5 Sternen (100%) bewertet. Fahrerflucht – Hilfe durch Gregor Samimi, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin.
Fahrerflucht: Sich nach einem Unfall in Abwesenheit des Geschädigten richtig zu verhalten, ist nicht ganz leicht. Selbst wer guten Willens ist und seine Kontaktdaten am Unfallort hinterlässt, kann sich wegen Unfallflucht strafbar machen. Mitunter wird man aber auch Opfer einer Betrugsmasche! Beispielsweise wenn der Autounfall gar keiner ist. Eben war man sich noch keiner Schuld bewusst und plötzlich hat man eine Anzeige wegen eines Autounfalls mit Fahrerflucht am Hals. Vorsicht! – das Ganze könnte ein Betrugsversuch sein. Aber welche Strafen drohen? Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort – oder umgangssprachlich auch als „Fahrerflucht“ bezeichnet – wird gemäß § 142 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB) „mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“. Hier erfahren Sie, wie schnell man sich dem Verdacht der Fahrerflucht ausgesetzt sehen kann und wie man sich gegen den Vorwurf der Fahrerflucht effektiv verteidigt:
Inhalt1 Fahrerflucht – ein Fall aus der anwaltlichen Praxis2 Fahrerflucht – ein weiterer Fall aus unserer anwaltlichen Praxis3 Fahrerflucht – welche Strafen drohen konkret?4 Fahrerflucht: Häufig gestellte Fragen und Antworten unserer Mandanten4.1 Sollte ich mich zu dem Vorwurf gegenüber der Polizei oder der Versicherung zum Vorwurf der Fahrerflucht äußern?4.2 Wie lange muss ich an der Unfallstelle verweilen um mich nicht dem Verdacht der Fahrerflucht auszusetzen?4.3 Warum muss ich warten um mich nicht dem Verdacht der Fahrerflucht auszusetzen?4.4 Was muss ich mitteilen um mich nicht dem Verdacht der Fahrerflucht/Unfallflucht auszusetzen?4.5 Auf wen muss ich warten um mich nicht dem Verdacht der Fahrerflucht auszusetzen?4.6 Kann ich die Wartezeit abkürzen ohne mich dem Verdacht der Fahrerflucht auszusetzen?4.7 Wie verhalte ich mich, wenn ich vergeblich gewartet habe um mich nicht dem Verdacht der Fahrerflucht auszusetzen?4.8 Welche Bedeutung hat die Höhe des Schadens beim Verdacht der Fahrerflucht?4.9 Fahrerflucht – Wie kann der Dellendoktor helfen (Smart-Repair-Methode)?4.10 Fahrerflucht und Strafe: Welche Sanktion drohen mir?4.11 Wann könnte ich mit einer Minderung der Strafe bei Fahrerflucht rechnen?4.12 Welche versicherungsrechtlichen Folgen hat die Fahrerflucht?4.13 Fahrerflucht und Höherstufung in der Kfz-Versicherung4.14 Fahrerflucht und anwaltliche Verteidigung gegen den Tatvorwurf4.15 Muss meine Rechtsschutzversicherung für die Rechtsanwaltskosten beim Verdacht der Fahrerflucht aufkommen?5 Berliner Kammergericht stärkt die Rechte der Beschuldigten beim Vorwurf der Fahrerflucht6 Fahrerflucht und freisprechende Urteile an denen wir mitgewirkt haben6.1 Beschuldigung der Fahrerflucht als Betrugsmasche6.2 Führerlos wegrollendes Auto auf einem Tankstellengelände6.3 Ahnungsloser Motorradfahrer gerät ins Visier der Polizei wegen Fahrerflucht6.4 Pensionierter Polizeibeamter wird Opfer einer Anzeige wegen Fahrerflucht7 § 142 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort Strafgesetzbuch (StGB) 8 Fahrerflucht – Das richtige Verhalten nach einem Unfall9 Video: So retten Sie Ihren Führerschein!10 Fahrerflucht in den Medien11 Bildergalerie Fahrerflucht12 Bei Fahrerflucht immer einen Fachanwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen12.1 Verwandte Beiträge:
Fahrerflucht – ein Fall aus der anwaltlichen Praxis
Hanna war sich keiner Schuld bewusst, als es nachmittags an ihrer Wohnungstür klingelte und zwei Polizeibeamte vor der Tür standen. Ohne Umschweife erkundigten sich die beiden freundlichen Beamten, ob sie als Fahrzeughalterin wisse, wer heute im Parkhaus des Steglitzer Einkaufszentrums an der Schloßstraße einen sogenannten Streifschaden an der Stoßstange eines anderen Verkehrsteilnehmers verursacht haben könnte. Hanna fiel aus allen Wolken. „Ja, zwar habe ich an der fraglichen Stelle ausgeparkt, jedoch auf keinen Fall einen Schaden am Fahrzeug eines anderen verursacht“, lautete ihre Antwort. Nachdem die Polizeibeamten das Fahrzeug in Augenschein genommen und Fotos gefertigt hatten, stand für die Polizisten fest: Hanna hat den Schaden am Fahrzeug der Geschädigten verursacht. Es folgte eine schriftliche Beschuldigtenanhörung und dann ein Strafbefehl des Berliner Amtsgerichts Tiergarten über ein Nettomonatsgehalt. Zudem sollte ihre Fahrerlaubnis für rund zehn Monate entzogen werden. Mithilfe eines Fachanwaltes für Verkehrsrecht legte die nunmehr angeklagte Verkehrsteilnehmerin, die sich insbesondere auch im Straßenverkehr stets korrekt verhalten hatte, Einspruch gegen den Strafbefehl ein. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Tiergarten wurde das Strafverfahren gegen Hanna gegen Zahlung einer Geldauflage zugunsten einer karitativen Einrichtung eingestellt und endete für Hanna mit einem blauen Auge. Sie ist somit nicht vorbestraft und es werden aufgrund der Einstellung des Strafverfahrens auch keine Punkte in das sogenannte Fahreignungsregister eingetragen.
Fahrerflucht – ein weiterer Fall aus unserer anwaltlichen Praxis
Es ist schon spät, als Marco das Büro verlässt. Erschöpft lässt er sich in seinen Wagen fallen. Endlich Feierabend! Ausgeparkt und … nein, das klang nicht gut … Marco flucht kurz, aber heftig. Dann steigt er aus und schaut sich die Bescherung an. Er hatte das Auto vor ihm gestreift. Gott sei Dank nichts Schlimmes, nur ein Kratzer. Aber was soll er jetzt tun? Natürlich kommt er für den Schaden auf, keine Frage. Nur wie erreicht er den Geschädigten? Er schaut die dunkle Straße entlang: keine Menschenseele weit und breit. Ist ja auch schon spät. Andere Leute liegen längst im Bett. Da kann er lange warten, bis der Autobesitzer auftaucht. Er beschließt, seine Kontaktdaten zu hinterlassen. Ein kurzer Brief an den Geschädigten, Visitenkarte dazugelegt und das Ganze hinter den Scheibenwischer am beschädigten Wagen geklemmt. Fertig. Nun kann man ihm wenigstens keine Unfallflucht mehr vorwerfen … Wie Herr M. denken viele, doch sie irren sich. Der Zettel an der Scheibe allein reicht selbst bei geringfügigen Schäden nicht aus, um dem Vorwurf der Unfallflucht zu entgehen. Der Grund: Es ist nicht sicher, ob die Mitteilung den Geschädigten wirklich erreicht.
Unser Mandant Marco war zunächst unsicher, wie er auf das Schreiben der Polizei reagieren sollte und wollte den Termin bei der Polizei wahrnehmen. Er dachte sich, es sei ja kein Personenschaden entstanden und die Unfallspuren ließen sich auch einfach reparieren. Was sollte schon großartig passieren? Als er mit seinem Bekannten Bert darüber sprach, empfahl dieser ihm, sich unbedingt an einen Strafverteidiger zu wenden! Dieser hatte schon einmal die Erfahrung mit den negativen Folgen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort gemacht. Bert erhielt einen Strafbefehl und musste den Verlust seines Führerscheins in Kauf nehmen. Doch zu allem Überfluss meldete sich auch noch seine Kfz-Haftpflichtversicherung, die den Schaden am anderen Fahrzeug bereits reguliert hatte. Bert fiel aus allen Wolken! Die Versicherung teilte ihm mit, dass er durch seine Fahrerflucht eine Obliegenheit aus dem Versicherungsvertrag verletzt hatte – nun sollte er auch noch die Reparaturkosten zurückzahlen! Als Marco dies hörte, fürchtete auch er nun die Folgen seines Handelns. Als Mitarbeiter im Außendienst ist er dringend auf seine Fahrerlaubnis angewiesen – und ein Strafverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort? Das hatte ihm gerade noch gefehlt! Also vereinbarte er schnell einen Termin bei dem Rechtsanwalt. Dieser konnte letztendlich das Ermittlungsverfahren zur Einstellung bringen und Marco vor den negativen Konsequenzen bewahren.
Nicht selten wird der Schaden unterschätzt und als Bagatelle eingestuft. Die Werkstatt des Unfallgegners ermittelt den Schaden dann mitunter auf über 1.300,00 Euro. Dies führt regelmäßig zum vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis gemäß § 111a Strafprozessordnung (StPO). „Sind dringende Gründe für die Annahme vorhanden, dass die Fahrerlaubnis entzogen werden wird (§ 69 des Strafgesetzbuches), so kann der Richter dem Beschuldigten durch Beschluss die Fahrerlaubnis vorläufig entziehen“, heißt es in der einschlägigen Vorschrift. Fahrerflucht ist ein Massenphänomen. Insoweit ist es sachgerecht, zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen und anwaltlichen Rat einzuholen. Schnell wird aus der bloßen Stellung als Fahrzeughalter der Beschuldigte. Die Benennung des Fahrers zum Unfallzeitpunkt sollte zunächst unbedingt unterbleiben und fachanwaltlicher Rat hinzugezogen werden. Ob und wann Einlassungen gegenüber der eigenen Haftpflichtversicherung oder Kaskoversicherung erfolgen sollten, ist mit dem Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht abzustimmen, um Nachteile zu vermeiden.
Fahrerflucht: Häufig gestellte Fragen und Antworten unserer Mandanten
Sie müssen sich als Unfallbeteiligter zu erkennen geben und Feststellungen zur Ihrer Person, Ihrem Fahrzeug und der Art Ihrer Beteiligung am Unfallgeschehen ermöglichen. Darüber hinaus sind nach bestem Wissen Angaben zur Haftpflichtversicherung zu machen. Zur Schuldfrage müssen Sie sich dagegen nicht äußern.
Fahrerflucht und Höherstufung in der Kfz-Versicherung
Kann mich die Kfz-Versicherung höherstufen und den Schaden von mir ersetzt verlangen, nachdem das Verfahren wegen des Verdachts der Fahrerflucht gegen mich eingestellt worden ist? Dies ist nur dann gerechtfertigt, wenn vorsätzlich gegen die Aufklärungsverpflichtungen verstoßen wurde, also eine Frage des Einzelfalls. Dies hat das Landgericht Hamburg am 18.7.2011 (Az. 331 S 71/10) in einem Fall entschieden. Nicht dagegen, wenn alles unternommen worden ist, den Schaden aufzuklären. In den Urteilsgründen heißt es: „Vorliegend ist indes der subjektive Tatbestand des § 142 StGB nicht erfüllt. Unstreitig hat die Beklagte an dem geschädigten Fahrzeug hinter der Windschutzscheibe einen in Plastikfolie eingeschlagenen Zettel befestigt, auf welchem sie ihren Namen, ihre Telefonnummer und ihr Autokennzeichen notiert hatte. Die Beklagte hat in der mündlichen Verhandlung v. 11.07.2011 weiter dargelegt, dass ihr Ehemann mit einem Fotoapparat die Unfallsituation festgehalten hat und sie sich ebenfalls die Autonummer der Geschädigten notiert hatte. Die Beklagte hat weiter bekundet, dass sie jedenfalls dann, wenn die Geschädigte sich nicht gemeldet hätte, sie sich am nächsten Tag bei der Polizei gemeldet hätte. Aufgrund des Eindrucks, den das Gericht von der Beklagten in der mündlichen Verhandlung gewonnen hat, geht das Gericht nicht davon aus, dass die Beklagte aus Eigeninteresse die Unwahrheit gesagt hat.“
In der Regel sollte eine Fachanwaltskanzlei für Verkehrsrecht mit der Vertretung beauftragt werden. Der Rechtsanwalt führt die Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht, nimmt Akteneinsicht und erstellt gemeinsam mit der Mandantin oder dem Mandanten eine individuelle Verteidigungsstrategie. Es gilt die rasche Herausgabe des Führerscheins zu erwirken und die frühzeitige Einstellung des Verfahrens zu erreichen sowie eine Höherstufung oder einen Versicherungsregreß zu vermeiden.
Muss meine Rechtsschutzversicherung für die Rechtsanwaltskosten beim Verdacht der Fahrerflucht aufkommen?
Ja! In der Regel übernimmt die Rechtsschutzversicherung die anfallende Rechtsanwaltsvergütung, Sachverständigenvergütung, Verwaltungskosten, Gerichtskosten und Auslagen. Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung verlangt sie die Kosten aber zurück. Im Falle der Einstellung bleibt sie jedoch eintrittspflichtig.
„Zwar steht fest, dass die Angeklagte auf das vor ihr parkende Fahrzeug aufgefahren ist, und es ist auch davon auszugehen, dass ihr dieser Anstoß nicht entgangen ist, jedoch belegen die getroffenen Feststellungen nicht, dass sie darüber hinaus bemerkt oder zumindest mit der Möglichkeit gerechnet hat, einen nicht nur belanglosen Fremdschaden verursacht zu haben. Soweit das Landgericht in diesem Zusammenhang auf die Lautstärke des Anpralls, dessen Wucht und den Umfang der Schäden abstellt, handelt es sich um äußere Umstände, die zwar eine gewisse Indizwirkung entfalten, jedoch für sich allein nicht ausreichen, um rechtsfehlerfrei auf den erforderlichen Vorsatz der Angeklagten zu schließen. Zur sicheren Überzeugung des Tatrichters muss feststehen und für das Revisionsgericht nachvollziehbar begründet sein, dass nicht nur der durchschnittliche Kraftfahrer die Erheblichkeit des Schadens hätte erkennen können, sondern dass gerade die Angeklagte ihn erkannt oder seinen Eintritt für möglich gehalten hat [vgl. KG, Beschluss vom 14. März 2007 –(3) 1 Ss 76/07 (29/07)-]. Es reicht nicht aus, dass sie den Schaden hätte erkennen können und müssen, sondern entscheidend ist, welche Vorstellung sie von dem Umfang des entstandenen Schadens hatte, als sie die Unfallstelle verließ. Während der bewusst fahrlässig Handelnde auf den Nichteintritt einer als möglich erkannten Folge vertraut, nimmt der bedingt vorsätzlich Handelnde deren Eintreten billigend in Kauf oder findet sich mit der Tatbestandverwirklichung ab [vgl. BGHSt 7, 363, 369]. Gerade weil die Grenzen beider Schuldformen nahe beieinander liegen, müssen die Merkmale der inneren Tatseite besonders sorgfältig durch tatsächliche Feststellungen belegt werden [vgl. BGH NStZ 1987, 362]. Dass die Angeklagte vorliegend ihr Fahrzeug nach dem Unfall nicht verlassen, sondern sich ohne Nachschau von der Unfallstelle entfernt hat, schließt die Annahme vorsätzlichen Handelns nicht aus [vgl. OLG Köln NZV 2001, 526]. Jedoch müssen in diesem Fall die Urteilsausführungen Feststellungen enthalten, die in einem für das Revisionsgericht nachprüfbaren Umfang die Annahme rechtfertigen, dass sie sich hierbei trotz des nicht wahrgenommenen Schadensbildes vorgestellt hat, durch das Auffahren sei möglicherweise ein nicht ganz unerheblicher Fremdschaden entstanden [vgl. OLG Thüringen VRS 110, 15 ff.]. Etwas anderes gilt allenfalls dann, wenn das äußere Unfallgeschehen einen eindeutigen Schluss auf die innere Tatseite zulässt [vgl. KG, Beschluss vom 14. März 2007 –(3) 1 Ss 76/07 (29/07)-]. Davon kann jedoch bei einem Anstoß im Rahmen eines Ein- bzw. Ausparkmanövers nicht ohne weiteres ausgegangen werden, zumal die Stoßstangen so konzipiert sind, dass sie einen Teil der Aufprallenergie schadlos absorbieren.“
„Vorliegend erlauben die getroffenen Feststellungen hingegen keinen sicheren Schluss auf das Vorstellungsbild der Angeklagten vom Umfang des Fremdschadens. Die Wucht des Anstoßes, dessen Geräuschentwicklung und ihre „irritierte“ und „hektische“ Reaktion tragen zwar die Annahme, die Angeklagte habe die Anstöße bemerkt, erlauben jedoch keine sicheren Rückschlüsse darauf, dass sie sich in dem Bewusstsein entfernt hat, ein (möglicherweise) nicht unerheblich beschädigtes Fahrzeug zurückzulassen. Ebenso wenig rechtfertigt die Aufgabe ihrer ursprünglichen Absicht, die nahegelegene Post aufzusuchen, diese Annahme. Denn es gibt – wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht ausführt – keinen Erfahrungssatz, dass, wer beim Einparken gegen ein anderes Fahrzeug stößt und unter Aufgabe seines ursprünglichen Vorhabens die eben aufgesuchte Parklücke sofort wieder verlässt, dies in der Vorstellung tut, einen seine Feststellungspflicht auslösenden Schaden verursacht zu haben.“ Kammergericht, Beschluss vom 21.12.2011 zur Bemerkbarkeit des Schades bei Fahrerflucht.
Gregor Samimi in ZSF WISO: „Die angezeigte Fahrerflucht kann sich als Betrugsmasche entpuppen.“
Die Aussage des Zeugen S. ist in weiten Teilen glaubhaft. Jedoch kommen Zweifel auf, was die Einschätzung des Geschädigten betrifft, dass es sich bei dem Angeklagten um den Unfallgegner handelt. Dabei ist insbesondere die verstärkte Suggestibilität der Identifizierungssituation zuberücksichtigen, da der Geschädigte erstmals dem vermeintlichen Unfallgegner in der Hauptverhandlung am 20. Juli 2015, also acht Monate nach dem Unfallgeschehen, gegenüber stand. Eine Wahllichtbildvorlage durch die Polizei fand zu keinem Zeitpunkt statt. Es war daher davon auszugehen, dass die Verlässlichkeit dieser in der Hauptverhandlung zustande gekommenen Aussage wegen der Beeinflussung durch die Situation und der durch diese bedingte Überlagerung des ursprünglichen Erinnerungsbildes deutlich vermindert ist. Zudem ist es erstaunlich, dass der Geschädigte sich nach eigener Aussage so genau daran erinnert, wie das Gesicht ausgesehen hat, wo er sich auf der anderen Seite nicht einmal sicher ist, ob der Unfallgegner seinen Helm abgenommen hat, als er mit ihm gesprochen hat, und ob der Unfallgegner eine Sturmmaske getragen hat und wie der Helm des Unfallgegners geformt war. Des Weiteren findet sich in der Akte ein Vermerk der Polizei vom Tattag, wonach der ermittelnde Polizeibeamte den Zeugen Sc nach dem Aussehen des Unfallgegners befragt habe, was dieser dahingehend beantwortet habe, dass ihm ein Beschreiben des Unfallgegners sei. Auf diesen Vermerk des Ermittlungsbeamten hin angesprochen gab der Zeuge an, dass er sich nicht erklären könne, warum der Polizist dies aufgeschrieben habe. So eine Aussage sei untypisch für ihn und er sei sich „eher sicher“, dass er dies nicht gesagt habe. Es ist jedoch nicht ersichtlich, warum ein Polizeibeamter so etwas aufschreiben sollte, wenn der Geschädigte dies gar nicht gesagt hat. Es war ebenfalls nicht einmal klar, dass es sich bei dem unfallbeteiligten Kraftrad um das Fahrzeug des Angeklagten handelte. […]Die im vorliegenden Fall angezeigte Wahllichtbildvorlage wurde ebenfalls nicht vorgenommen. Letztlich ließ sich nicht ausreichend ermitteln, ob es tatsächlich der Angeklagte war, der an dem Unfall beteiligt war.“ Amtsgeichts Tiergarten, Urteil vom 7.9.2015.
Nach alledem steht auf Grund der glaubhaften Aussage der Zeugin M fest, dass der Angeklagte beim Ausparken gegen das Fahrzeug des Zeugen B gestoßen Ist. Es steht jedoch nicht fest, dass der Angeklagte diesen Unfall auch bemerkt hat: Der Unfall hätte von dem Angeklagten akustisch, optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Zugunsten des Angeklagten Ist davon auszugehen, dass er die Schadensverursachung nicht gesehen hat, da sich die Anstoßstelle an seinem Fahrzeug hinten links befindet und der Unfall beim Rückwärtsfahren verursacht wurde. Des weiteren ist zugunsten des Angeklagten davon auszugehen, dass dieser den Unfall auch akustisch nicht wahrgenommen hat. Auch die Zeugin M hat kein Anstoßgeräusch wahrgenommen. Fraglich ist, ob der Angeklagte den Unfall taktil wahrgenommen hat, da die Zeugin M angegeben hat, das geparkte Fahrzeug des Zeugen B hätte durch den Anstoß gewackelt. Da der Angeklagte in einem Zug zurückgefahren ist und dann in die Gegenrichtung weitergefahren ist, könnte sich der Ruck des Anstoßes mit dem Bremsen und Umschalten vom Rückwärts- zum Vorwärtsfahren überlagert haben. Möglich ist, dass ein durchschnittlicher Kraftfahrer diese Kollision taktil wahrgenommen hätte. Es steht jedoch nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit fest, dass auch der Angeklagte nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten den Unfall taktil wahrgenommen hat. Unterstellt, der Angeklagte hätte den Unfall wahrgenommen, so steht des weiteren nicht fest, dass er auch erkannt hatte, dass durch diese Kollision ein nicht unbeachtlicher Sachschaden entstanden ist. Der Angeklagte hat sein Fahrzeug zu keinem Zeitpunkt verlassen, sodass er den Schaden, welcher an dem Fahrzeug des Zeugen entstanden ist, nicht in Augenschein genommen hat. Möglicherweise hätte ein durchschnittlicher Kraftfahrer von der Erheblichkeit der Kollision ausgehend erkennen können und müssen, dass hierdurch ein erheblicher Schaden entstanden ist. Es steht jedoch nicht fest, dass gerade der Angeklagte die Erheblichkeit des Schadens erkannt hat oder seinen Eintritt für möglich gehalten hat.“ Amtsgerichts Tiergarten, Urteil vom 17.9.2015 (Freispruch in der Hauptverhandlung vom Schuldvorwurf der Fahrerflucht in Berlin Steglitz).
§ 142 Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort Strafgesetzbuch (StGB) (1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er
Bildergalerie Fahrerflucht
Ab 1.300 Euro wird es eng!
Zettel genügt nicht
Umgestoßener Roller
Fluchtgrund Nr. 1: Alkohol am Stuer
Bei Fahrerflucht immer einen Fachanwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen
Für eine bestmögliche Vertretung sollten Sie einen Spezialisten, nämlich einen Fachanwalt für Verkehrsrecht, mit der anwaltlichen Vertretung beauftragen. Dieser wird Ihnen beratend zur Seite stehen und kann auf eine frühzeitige Erledigung Ihres Anliegens hinwirken. Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Strafrecht in 12203 Berlin (Steglitz-Zehlendorf). Telefon 030-8860303. ✩ Kontaktieren Sie uns! Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Steuerhinterziehung und Gesetzesverschärfung Welchen Sinn haben höhere Strafen? Oder kommt es doch eher auf die Sanktionswahrscheinlichkeit an? Gregor Samimi sieht dies differenziert. Letztendlic...
Betrug Betrug - Fachanwalt für Strafrecht hilft.
Betrug ist kein Kavaliersdelikt. Gegen eine Berliner Studentin wurde ein Strafverf...