Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201985,%2093
Timestamp: 2019-05-24 04:15:30
Document Index: 68621731

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 308', '§ 308', 'BGH', 'BGH', '§ 649', '§ 10', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 309', '§ 11', 'BGH']

BGH, 08.11.1984 - VII ZR 256/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,231
BGH, 08.11.1984 - VII ZR 256/83 (https://dejure.org/1984,231)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1984 - VII ZR 256/83 (https://dejure.org/1984,231)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1984 - VII ZR 256/83 (https://dejure.org/1984,231)
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Wirksamkeit eines Werkvertrags (Errichtung eines Fertighauses) - Erfordernis einer notariellen Beurkundung - Rechtliche Einheit eines Werkvertrags und Grundstückskaufvertrags - Wirksamer Widerruf der Willenserklärung zur Errichtung des Fertighauses - Wirksamkeit einer Vergütungsklausel (18 % des Gesamtkaufpreises) für den Fall der Kündigug durch den Besteller
Unwirksamkeit einer formularmäßigen Aufwendungsersatzpauschale von mindestens 18 % bei Kündigung eines Fertighausvertrages vor Abruf des Hauses
AGB: Kündigung des Bestellers
NJW 1985, 632
ZIP 1985, 291
MDR 1985, 486
DNotZ 1985, 298 (Ls.)
WM 1985, 93
BB 1985, 149
BauR 1985, 79
ZfBR 1985, 81
Der Bundesgerichtshof hat zur analogen Anwendung des § 10 Nr. 7 a AGBG, der mit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz inhaltsgleich als § 308 Nr. 7 a BGB in das Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen worden ist, ausgeführt, dass 5 % der Auftragssumme als Pauschale ohne weiteres hinnehmbar sind (Urteil vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83, BauR 1985, 79, 82 = ZfBR 1985, 81, 82).
Eine Pauschale von 18 % hat der Bundesgerichtshof als äußerst zweifelhaft bezeichnet (Urteil vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83 aaO).
Es besteht aber sachlich kein Unterschied zwischen einer unangemessen hohen Vergütung für erbrachte und für nicht erbrachte Leistungen, so dass die entsprechende Anwendung des § 308 Nr. 7a BGB gerechtfertigt ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. März 1983 - VII ZR 301/82, BauR 1983, 261 = ZfBR 1983, 125; Urteil vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83, BauR 1985, 79 = ZfBR 1985, 81; OLG Düsseldorf, BauR 2005, 1636).
Die Zulässigkeit einer Pauschale von 18 % der vereinbarten Vergütung hat er ohne abschließende Entscheidung zu diesem Punkt als äußerst zweifelhaft bezeichnet (BGH, Urteil vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83, BauR 1985, 79, 82 = ZfBR 1985, 81).
bb) Maßstab für die Wirksamkeit einer Klausel, die wie hier die Höhe der ersparten Aufwendungen im Sinne des § 649 Satz 2 BGB und damit die Höhe der Vergütung bei vorzeitiger Vertragsbeendigung regelt, ist zudem § 10 Nr. 7 AGBG in entsprechender Anwendung (Senat, Urteile vom 25. Oktober 1984 und 8. November 1984 a.a.O.; Urteil vom 23. März 1995 - VII ZR 228/93, BauR 1995, 546 = ZfBR 1995, 199).
Prüfungsmaßstab für die Angemessenheit der pauschalierten Vergütung ist jeweils das, was ohne die Klausel geschuldet würde (Senat, Urteile vom 23. März 1995 und 8. November 1984 a.a.O.; BGH, Urteil vom 29. Mai 1991 - IV ZR 187/90, NJW 1991, 2763).
Richtschnur für die rechtliche - also entgegen der Auffassung der Revision einem Sachverständigenbeweis nicht zugängliche - Angemessenheitsprüfung ist jeweils das, was - ohne die Klausel - nach den gesetzlichen Vorschriften geschuldet wäre (vgl. BGH, Urteile vom 8. November 1984 - VII ZR 256/83 - NJW 1985, 632 …und vom 29. Mai 1991 aaO;… Schmidt in Ulmer/Brandner/Hensen aaO § 10 Nr. 7 Rn. 1).
Siehe NJW 1981, 274; BGH, BauR 1985, 85; BGH, BauR 1985, 79.
Der Bundesgerichtshof hat einen pauschalen Vergütungsanspruch in Höhe von 5 % der Gesamtauftragssumme, wobei dieser Anspruch allein Ersatz für Aufwendungen (Bearbeitungsgebühr) war, als angemessen bewertet (vgl. BGH, NJW 1983, 1489 (1491); NJW 1985, 632).
Auf Abwicklungsregelungen im Sinne des § 307 Nr. 7 BGB findet das für Schadensersatzansprüche geltende Klauselverbot des § 309 Nr. 5 BGB wegen der vergleichbaren Interessenlage entsprechende Anwendung (vgl. zu § 11 Nr. 5 b AGBG BGH WM 1985, 93, 94).
OLG Koblenz, 22.01.1999 - 8 U 254/98
Bauvertrag mit Kündigungsvorbehalt: Anzahlung zurück?