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Timestamp: 2019-03-19 01:11:49
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.11.1965 - III ZR 32/65 - dejure.org
BGH, 22.11.1965 - III ZR 32/65
Öffentliche Parkplätze - Winterliche Glätte - Streupflicht - Belebter Parkplatz
Für belebte öffentliche Parkplätze besteht im Winter Räum- und Streupflicht - Von Kraftfahrzeugen befahrene Teile eines Parkplatzes müssen zum Schutz der aussteigenden Fahrzeuginsassen bestreut werden
BGB §§ 839, 823; PrWegRG §§ 1, 2
Verkehrssicherungspflichten auf öffentlichen Parkplätzen bei winterlicher Glätte
NJW 1966, 202
VersR 1966, 90
DVBl 1966, 897
So ist es bei Gehwegen von der Rechtsprechung seit jeher als ausreichend erachtet worden, einen Streifen von 1 bis 1, 20 m zu räumen, sofern nicht besondere Gefahrenstellen oder stark frequentierte Stellen wie Haltestellen und Bahnhöfe betroffen sind (vgl. zum Ganzen nur BGH, Urteile vom 13. Juli 1967 - III ZR 165/66, VersR 1967, 981 unter II 1 b; vom 27. Januar 1987 - VI ZR 114/86, NJW 1987, 2671 unter II 2 a;… vom 9. Oktober 2003 - III ZR 8/03, aaO; OLG Nürnberg, NJW-RR 2002, 23; vgl. ferner BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65, NJW 1966, 202, 203).
Hieraus ergibt sich, dass ein Fußgänger im Einzelfall auch eine kurze Distanz auf einem nicht geräumten Teil des Gehwegs zurücklegen muss (vgl. BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65, aaO; siehe auch BayObLG VersR 1991, 666, 667).
WegereinigungsG Nr. 5; vom 12. November 1964 III ZR 200/63 = BGHWarn 1964 Nr. 243 = LM BGB § 839 Cb Nr. 2; vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 = BGHWarn 1965 Nr. 243 = LM Preuß.
Für öffentliche Parkplätze ist anerkannt, dass eine Streupflicht lediglich bei großer Ausdehnung und großem Fassungsvermögen oder bei einem schnellen Fahrzeugwechsel besteht (BGH VersR 1966, 90 (92); VersR 1983, 162 (163)).
Vielmehr ist ausreichend, die Möglichkeit zum gefahrlosen Verlassen des Platzes oder zum gefahrlosen Erreichen des Wagens sicherzustellen (BGH VersR 1966, 90 (93)).
Deshalb kann eine Streu- und Räumpflicht bei öffentlichen Parkplätzen bestehen, wenn die Wagenbenutzer die von den Kraftfahrzeugen befahrenen Flächen auf eine nicht nur unerhebliche Entfernung betreten müssen, um die Wagen zu verlassen oder zu erreichen (BGH VersR 1983, 162; VersR 1966, 90 (92); OLG Hamm NJW-RR 2004, 386; OLG Celle MDR 2005, 273;… Palandt/Sprau, BGB, 67. Auflage, § 823 Rn. 226).
Die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen von Umständen, die ein Streuen zwecklos machen, trifft nämlich den Streupflichtigen (BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - VersR 1966, 90, 92;… Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Bd. I, § 823 BGB , Rdn. 93).
Anders als für die vom Streupflichtigen zu beweisende Ausnahmesituation, die das Streuen unzumutbar macht, ist nach allgemeinen Grundsätzen der Beweislastverteilung der Kläger darlegungs- und beweispflichtig für das Vorliegen einer die Streupflicht begründenden Wetter- und Straßenlage (BGH, Urteile vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - aaO., und vom 29. September 1970 - VI ZR 51/68 - VersR 1970, 1130, 1131).
Die Darlegungs- und Beweislast hierfür liegt bei ihr (BGH VersR 1966, 90, 92).
Bei Glatteisunfällen sind die Regeln über den Anscheinsbeweis anwendbar, wenn der Verletzte innerhalb der zeitlichen Grenzen der Streupflicht zu Fall gekommen ist (vgl. BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - VersR 1966, 90, 91 f; OLG Karlsruhe HRR 1939, 1023; OLG Frankfurt VersR 1980, 50, 51).
Darüber hinaus hat der Senat entschieden, Verkehrsteilnehmer, die ihre Fahrzeuge auf belebten öffentlichen Parkplätzen abgestellt hätten, müßten bei winterlicher Glätte, wenn sie den Platz nicht nur wenige Schritte zu betreten hätten, jedenfalls eine Möglichkeit zum gefahrlosen Verlassen des Platzes oder zum gefahrlosen Erreichen der Wagen haben (Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - VersR 1966, 90, 92f).
Diese Grundsätze können indessen im vorliegenden Fall keine Anwendung finden; denn die Stelle, an der die Klägerin gestürzt ist, war nach den Feststellungen des Berufungsgerichts weder belebt (wie der Parkplatz in der Sache III ZR 32/65) noch gefährlich (wie die Gefällstrecke in der Sache III ZR 97/83).
Er muß deshalb bei einem Streit darüber, ob die zeitlichen Grenzen der Streupflicht beachtet sind, den Sachverhalt dartun, der ergibt, daß zur Zeit des Unfalls bereits oder noch eine Streupflicht bestand (vgl. Senatsurteile vom 29. September 1970 - VI ZR 51/69 - VersR 1970, 1130; vom 27. November 1984 - VI ZR 49/83 - VersR 1985, 243, 245; BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - VersR 1966, 90, 92).
Er muß daher beweisen, daß die besonderen Umstände vorlagen und bis kurz vor dem Unfall angedauert haben, so daß eine Streuung zwecklos gewesen wäre (…vgl. Senatsurteile vom 27. November 1984 - VI ZR 49/83 - aaO; BGH, Urteil vom 22. November 1965 - III ZR 32/65 - aaO).
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