Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20350/88
Timestamp: 2019-06-20 12:24:33
Document Index: 349820405

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 477', '§ 823', '§ 17', '§ 459', '§ 823', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.11.1989 - VI ZR 350/88 - dejure.org
BGH, 21.11.1989 - VI ZR 350/88
https://dejure.org/1989,732
BGH, 21.11.1989 - VI ZR 350/88 (https://dejure.org/1989,732)
BGH, Entscheidung vom 21.11.1989 - VI ZR 350/88 (https://dejure.org/1989,732)
BGH, Entscheidung vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 (https://dejure.org/1989,732)
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Korken II
Zur Verjährung von Ansprüchen aus pVV nach § 477 BGB <Fassung bis 31.12.01>;
§ 823 Abs. 1 BGB, Sachsubstanz, Beeinträchtigung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs, Verkaufsfähigkeit, Mangelfolge, Äquivalenzinteresse, Verkehrssicherungspflicht;
§ 17 Abs. 2 HGB, zu verklagendes Rechtssubjekt ist nicht die "Firma", sondern der Kaufmann
Eigentumsverletzung durch die Kaufsache, Abgrenzung von §§ 459 ff BGB zur pVV und zu §§ 823 ff BGB bei Mangelfolgeschäden ("Weinkorkenfall")
Eigentumsverletzung durch Lieferung mangelhafter Weinkorken - Verklagen eines Kaufmanns im kaufmännischen Geschäftsverkehr "unter seiner Firma" - Begründung von Deliktsansprüchen durch den Mangelunwert - Verletzung des Eigentums an einer Sache durch eine Beeinträchtigung der Sachsubstanz - Verletzung des Eigentums an einer Sache durch eine Einwirkung auf die Nutzungs- und Verkaufsfähigkeit der Sache - Eigentumsverletzung durch Lieferung von mit Antibiotikum kontaminiertem Fischfutter
Zur Frage der Eigentumsverletzung durch Lieferung mangelhafter Weinkorken
NJW 1990, 908
MDR 1990, 531
VersR 1990, 204
WM 1990, 564
BB 1990, 445
bb) Insoweit entspricht es ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass eine Eigentumsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB nicht zwingend einen Eingriff in die Sachsubstanz voraussetzt, sondern auch durch eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung der betreffenden Sache erfolgen kann (Senatsurteile vom 11. Januar 2005 - VI ZR 34/04, VersR 2005, 515, 516; vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, VersR 2004, 255, 257; vom 31. März 1998 - VI ZR 109/97, BGHZ 138, 230, 235; vom 4. November 1997 - VI ZR 348/96, BGHZ 137, 89, 97; vom 7. Dezember 1993 - VI ZR 74/93, VersR 1994, 319, 320; vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88, VersR 1990, 204, 205; vom 25. Oktober 1988 - VI ZR 344/87, BGHZ 105, 346, 350; vom 21. Juni 1977 - VI ZR 58/76, VersR 1977, 965, 966; BGH, Urteile vom 15. November 1982 - II ZR 206/81, BGHZ 86, 152, 155 ["technische Brauchbarkeit"]; vom 7. Juni 1979 - II ZR 132/77, VersR 1979, 905, 906; vom 21. Dezember 1970 - II ZR 133/68, BGHZ 55, 153, 159 f.; ferner BGH, Urteil vom 31. Oktober 1974 - III ZR 85/73, BGHZ 63, 203, 206 f.).
In der Lieferung mit Fehlern behafteter Kondensatoren liegt keine Eigentumsverletzung, denn darin erweist sich lediglich ihr Mangelunwert (BGHZ 105, 346, 355 "Fischfutter"; BGH, Urteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 = NJW 1990, 908 = BGHR BGB § 823 Abs. 1 Eigentum 3 unter II 2 b aa 1 "Weinkorken").
Dieses Nutzungs- und Äquivalenzinteresse, das die Beklagte an gebrauchstauglichen Kondensatoren hatte, kann nur im Rahmen der Vertragsordnung verfolgt werden (BGH…, Urteil vom 18. Januar 1983 - VI ZR 270/80 aaO; BGH, Urteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 aaO).
Darin liegt für denjenigen, in dessen Eigentum bisher die einzelnen unversehrten Teile standen, eine Eigentumsverletzung an diesen Teilen und der neuen Sache (vgl. BGH, Urteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 aaO).
So kann zum Beispiel eine über die Störung des Äquivalenzinteresses hinaus gehende, das Eigentum des Käufers verletzende Handlung darin gesehen werden, dass eine mangelhafte Verkorkung den damit verschlossenen Wein stärker als normal oxidieren lässt und der Wein deshalb wegen Qualitätsminderung seine amtliche Prüfnummer verliert (BGH, Urteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88, NJW 1990, 908, unter II 2 b bb).
Nach ständiger Rechtsprechung setzt eine Eigentumsverletzung einen Eingriff in die Substanz etwa durch Beschädigung der Sache entgegen der von der Revision vertretenen Ansicht nicht voraus; vielmehr kann auch eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung der Sache als Eigentumsverletzung angesehen werden (BGHZ 55, 153, 159 [BGH 21.12.1970 - II ZR 133/68]; 105, 346, 350 ("Fischfutter"); Senatsurteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 - VersR 1990, 204, 205 ("Weinkorken"); Senatsbeschluß vom 16. Februar 1993 - VI ZR 252/92 - NJW-RR 1993, 793 = VersR 1993, 1368 ("Primelerde")).
Soweit sich die Revision hierfür auf das bereits erwähnte Senatsurteil vom 21. November 1989 (aaO) bezieht, kann ihr nicht gefolgt werden.
aa) Zunächst ist zu beachten, daß nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Verletzung des Eigentums an einer Sache nicht zwingend einen Eingriff in die Sachsubstanz voraussetzt; sie kann auch durch eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung der Sache erfolgen (BGHZ 55, 153, 159; 105, 346, 350; Senatsurteile vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 - VersR 1990, 204, 205; vom 7. Dezember 1993 - VI ZR 74/93 - VersR 1994, 319, 320 und vom 6. Dezember 1994 - VI ZR 229/93 - VersR 1995, 348).
BGH, 24.03.1992 - VI ZR 210/91
Produkthaftung bei Weiterfresserschaden
Wer ein Produkt herstellt oder in den Verkehr bringt, kann für Schäden, die an diesem selbst nach dessen Auslieferung entstehen, wegen Verletzung des Eigentums des Erwerbers aus § 823 Abs. 1 BGB schadensersatzpflichtig sein, wenn sich in der Beschädigung oder Zerstörung des Produkts ein Schaden verwirklicht, den zu vermeiden ihm im Integritätsinteresse des Erwerbers durch eine deliktische Sorgfaltspflicht aufgegeben ist (sog. "Weiterfresserschaden"); hingegen besteht keine deliktische Einstandspflicht für Schäden, die lediglich den auf der Mangelhaftigkeit des Produkts beruhenden Unwert für das Nutzungs- und Äquivalenzinteresse des Erwerbers ausdrücken (st. Rspr. des Bundesgerichtshofes, vgl. z.B. Senatsurteile vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 - Weinkorken - VersR 1990, 204, 205, vom 14. Mai 1985 - VI ZR 168/83 - Kompressor - VersR 1985, 837 und vom 18. Januar 1983 - VI ZR 310/79 - Gaszug - BGHZ 86, 256, 257 ff. [BGH 18.01.1983 - VI ZR 310/79]; BGH, Urteil vom 5. Juli 1978 - VIII ZR 172/77 - Pkw-Reifen - NJW 1978, 2241, 2242).
BGH, 06.12.1994 - VI ZR 229/93
Eigentumsverletzung durch Verwendung eines fehlerhaften Produkts; …
Eine Eigentumsverletzung setzt entgegen der Annahme der Revision nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes keinen Eingriff in die Substanz der Rohre voraus; auch eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung einer Sache kann als Eigentumsverletzung angesehen werden (BGHZ 55, 153, 159 [BGH 21.12.1970 - II ZR 133/68]; 105, 346, 350; Senatsurteil vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 - VersR 1990, 204, 205; Senatsbeschluß vom 16. Februar 1993 - VI ZR 252/92 - NJW-RR 1993, 793 = VersR 1993, 1367, 1368).
BGH, 20.04.2010 - IV ZR 250/08
Hausratversicherung: Überspannungsschaden bei Unterbrechung der Stromzufuhr durch …
Ohne Erfolg macht die Revision demgegenüber geltend, für die Verletzung des Eigentums nach § 823 Abs. 1 BGB sei keine Substanzverletzung erforderlich, sondern es genüge schon die Entziehung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs (vgl. BGHZ 55, 153, 159; BGH, Urteile vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02- NJW 2004, 356 unter II 2 b; vom 21. November 1989 - VI ZR 350/88 - NJW 1990, 908 unter II 2 b aa (2)).
Nutzungsbeeinträchtigung ohne Substanzverletzung: Anspruch eines Betreibers einer …
Auch der zur Vermeidung von deliktsrechtlichen Haftungslücken geschaffene Auffangtatbestand des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs dient vielmehr nur dem Schutz von Integritätsinteressen: Die daraus folgende Abgrenzung zwischen ersatzfähigen Sach- und - wie vorliegend - entschädigungslos hinzunehmenden Vermögensschäden beruht auf einer verbindlichen allgemeinen Entscheidung des geltenden Deliktsrechts (…vgl. BGH, Urt. v. 08.06.1976 - VI ZR 50/75 [juris Tz. 23]; Urt. v. 21.11.1989 - VI ZR 350/88 [juris Tz. 21]).
BGH, 20.04.2010 - IV ZR 249/08
OLG München, 20.12.2011 - 13 U 877/11
Wann steht Organisationverschulden arglistigem Verschweigen gleich?
KG, 19.08.2008 - 6 U 67/07
Betriebshaftpflichtversicherung der Bauwirtschaft: Inanspruchnahme eines …
OLG Köln, 29.02.2000 - 3 U 81/99
Schotterung von Waldwegen: Welche Verjährung? Verzicht auf Einrede der Verjährung …
LG Hannover, 17.11.2011 - 8 O 221/10
Errichtung eines Fertighauses auf einer fehlerhaft erstellten Sohlplatte als ein …
LG Frankenthal, 22.08.2006 - 1 T 279/06
Namentliche Bezeichnung des Schuldners im Titel: Firmenbezeichnung ohne …
LG Bonn, 15.10.2007 - 9 O 352/06
Behauptung der Ungeniessbarkeit sämtlicher mit Kunststoffkorken verschlossener …
OVG Nordrhein-Westfalen, 13.05.2014 - 13 A 2818/12
BGH, 28.11.1994 - VIII ZR 44/94
Rechtzeitigkeit der Anzeige der Vertragswidrigkeit gelieferter Waren - Kauf zum …
LG Münster, 11.12.2006 - 15 O 416/04
Schadenersatzbegehren nach einem Transportunfall mit Oberbekleidung
LG Hamburg, 08.12.1994 - 405 O 119/94
Anforderungen an Schlußrechnung