Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-arbeitszeit.html
Timestamp: 2019-09-23 09:21:40
Document Index: 350942410

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 8', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Urteile und Kommentare: Arbeitszeit - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Ar­beits­zeit von 2004 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht.
28.02.2018. Ruf­be­reit­schafts­diens­te kön­nen ab­wei­chend von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) Ar­beits­zeit sein: EuGH, Ur­teil vom 21.02.2018, C-518/15 (Vil­le de Ni­vel­les gg. Matz­ak).
07.01.2017. Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les will den An­spruch auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung um ein Recht zur Rück­kehr in die Voll­zeit er­gän­zen, d.h. es soll künf­tig ei­nen An­spruch auf be­fris­te­te Teil­zeit ge­ben: Re­fe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ar­beit und So­zia­les (BMAS), vom Ja­nu­ar 2017.
23.12.2016. (dpa) - Die Me­tall-Ar­beit­ge­ber wol­len die von Ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les ins Ge­spräch ge­brach­te Ex­pe­ri­men­tier­pha­se für ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen nut­zen, die in Ein­zel­fäl­len län­ge­re und fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten zu­las­sen.
16/012 Die 48-Stunden-Woche gilt auch für griechische Ärzte
11.01.2016. Grie­chen­land hat die Höchst­gren­ze von 48 Ar­beits­stun­den pro Wo­che ge­mäß der Ar­beits­zeit­richt­li­nie (Richt­li­nie 2003/88/EG) noch nicht aus­rei­chend für Kran­ken­haus­ärz­te um­ge­setzt: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 23.12.2015 (C-180/14 - Kom­mis­si­on gg. Grie­chen­land).
22.07.2015. Ei­ne Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit durch wo­chen­wei­se Frei­zeit­blö­cke müs­sen Ar­beit­ge­ber mit­ma­chen, es sei denn, es dro­hen kon­kre­te Kos­ten­ex­plo­sio­nen oder Be­triebs­ab­lauf­stö­run­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.01.2015, 9 AZR 735/13.
26.08.2013. Ei­ne Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung, die auf ein Mi­ni-Sab­ba­ti­cal für 12 Ta­ge um Weih­nach­ten und Neu­jahr hin­aus­läuft, kann der Ar­beit­ge­ber ab­leh­nen, wenn der Ar­beit­neh­mer mit ei­nem sol­chen "Teil­zeit"-Wunsch nur ei­ne ur­laubs­recht­li­che Bes­ser­stel­lung am Jah­res­en­de er­rei­chen will. Dann ist das Teil­zeit­be­geh­ren rechts­miss­bräuch­lich: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.06.2013, 9 AZR 786/11.
12.07.2013. In ei­nem vor kur­zem ver­öf­fent­lich­ten Ur­teil hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln ent­schie­den, dass auch ge­werb­li­che Ar­beit­neh­mer, die im Schicht­be­trieb ar­bei­ten, ei­nen An­spruch auf Teil­zeit, d.h. auf Ver­rin­ge­rung ih­rer Ar­beits­zeit ha­ben kön­nen: LAG Köln, Ur­teil vom 10.01.2013, 7 Sa 766/12.
19.05.2012. Der An­spruch auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung nach § 8 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) kann auch im ge­richt­li­chen Eil­ver­fah­ren vor­läu­fig durch­ge­setzt wer­den. Das hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 14.03.2012, 15 Sa­Ga 2286/11.
06.10.2011. Be­reits 2010 hat­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) wirk­sa­me Sank­tio­nen bzw. ei­nen ef­fek­ti­ven Aus­gleich für über­lan­ge Ar­beits­zei­ten bei der Feu­er­wehr an­ge­mahnt hat­te (EuGH, Ur­teil vom 25.11.2010, C-429/09). Die­ser Mah­nung fol­gend hat vor ei­ni­gen Ta­gen das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) sei­ne Recht­spre­chung zu­guns­ten der Feu­er­wehr­leu­te ge­än­dert und ih­nen ei­nen voll­stän­di­gen Aus­gleich für rechts­wid­rig lan­ge Ar­beits­zei­ten zu­ge­spro­chen: BVerwG, Ur­tei­le vom 29.09.2011, 2 C 32.10 bis 2 C 37.10.
10.01.2011. In deut­schen Kran­ken­häu­sern füh­ren der Man­gel an me­di­zi­ni­schen Fach­kräf­ten und ste­tig wach­sen­de Spar­zwän­ge schon seit vie­len Jah­ren zu Ver­stö­ßen ge­gen das auch für Ärz­te gel­ten­de Ar­beits­zeit­ge­setz. Ei­ne kürz­lich in Nord­rhein-West­fa­len dis­ku­tier­te Schwer­punkt­prü­fung brach­te bei­spiels­wei­se ans Licht, dass in 37 von 40 ge­prüf­ten Ein­rich­tun­gen deut­lich zu lan­ge Ar­beits­zei­ten an der Ta­ges­ord­nung. Ob­wohl das Pro­blem all­ge­mein be­kannt ist, sind Lö­sungs­mög­lich­kei­ten für die Be­trof­fe­nen nicht in Sicht.
01.12.2010. Die Ar­beits­zeit­richt­li­nie schreibt ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Ar­beits­wo­che von ma­xi­mal 48 St­un­den in­klu­si­ve der Über­stun­den vor. Die­ser Schutz gilt auch für Feu­er­wehr­leu­te, Po­li­zis­ten und an­de­re viel ar­bei­ten­de Be­am­te. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­de die­ses Recht von Bund und Län­dern sys­te­ma­tisch miss­ach­tet, und dau­er­haf­te Mehr­ar­beit an­ge­ord­net. Ei­ne ak­tu­el­les Ur­teil des EuGH schiebt die­sen sys­te­ma­ti­schen Rechts­ver­let­zun­gen ei­nen Rie­gel vor: EuGH, Ur­teil vom 25.11.2010, C-429/09.
30.11.2010. Je­der Ar­beit­neh­mer, der län­ger als 6 St­un­den hin­ter­ein­an­der ar­bei­ten muss, hat das Recht auf ei­ne Pau­se. Ar­beit­ge­ber ver­hal­ten sich ord­nungs­wid­rig, wenn sie die­se ar­beits­recht­lich als so ge­nann­te Ru­he­pau­sen be­zeich­ne­ten Ar­beits­un­ter­bre­chun­gen nicht ord­nungs­ge­mäß ge­wäh­ren. Der Sa­che nach han­delt es sich um Frei­zeit, für die kein Ar­beits­lohn ge­zahlt wer­den muss. Vor die­sem Hin­ter­grund kön­nen Pau­sen für Ar­beit­neh­mer, die lie­ber ar­bei­ten und Geld ver­die­nen möch­ten, zu ei­nem Är­ger­nis wer­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 20.09.2010, 2 Sa 540/10.
04.11.2010. Die Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers wird zu­meist im Ar­beits­ver­trag vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­ge­ben oder ist in Ta­rif­ver­trä­gen fest­ge­legt. Zu­sätz­lich be­steht die Mög­lich­keit, dass sie sich auch oh­ne aus­drück­li­che Ver­ein­ba­rung, näm­lich still­schwei­gend durch tat­säch­li­che Hand­ha­bung än­dert. Steht im Raum, dass al­le drei Va­ri­an­ten für das Ar­beits­ver­hält­nis gel­ten könn­ten, kann schnell un­klar und strei­tig sein, in wel­chem zeit­li­chen Um­fang der Ar­beit­neh­mer nun wirk­lich ar­bei­ten muss: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 21.06.2010, 5 Sa 1353/09.
28.05.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil klar­ge­stellt, dass Ar­beit­neh­mer grund­sätz­lich zur Sonn­tags­ar­beit ver­pflich­tet sind, wenn der Ar­beit­ge­ber da­zu un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) be­rech­tigt ist: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 17.07.2008, 9 Sa 20/08.
09/074 Die Reform der Arbeitszeitrichtlinie ist gescheitert.
05.05.2009. Die Re­form der Ar­beits­zeit­richt­li­nie ist auf­grund nicht zu über­brü­cken­der Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Eu­ro­pa­par­la­ment und Kom­mis­si­on vor­erst ge­schei­tert. Da­mit bleibt die Ar­beits­zeit­richt­li­nie in ih­rer der­zei­ti­gen Ge­stalt wei­ter in Gel­tung. Auch die Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH), dass Be­reit­schafts­dienst­zei­ten in vol­lem Um­fang als Ar­beits­zeit zu be­wer­ten sind, ist für die EU-Mit­glieds­staa­ten auch in Zu­kunft wei­ter maß­geb­lich: Eu­ro­päi­sches Par­la­ment, Pres­se­mit­tei­lung vom 01.05.2009: No­vel­lie­rung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie ge­schei­tert.
05.02.2009. Mit Ur­teil vom 24.06.2008 (9 AZR 514/07) hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass der Ar­beit­neh­mer bei ei­nem Ver­lan­gen nach Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit ge­mäß § 8 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) an ei­nen zu­sätz­lich ge­äu­ßer­ten Wunsch nach ei­ner be­stimm­ten Ver­tei­lung der ver­rin­ger­ten Ar­beits­zeit ge­bun­den ist. Die­ses Ur­teil hat­ten wir im Ju­li 2008 auf der Grund­la­ge ei­ner Pres­se­mel­dung des BAG für Sie kom­men­tiert (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/075 Bin­dung des Ar­beit­neh­mers an die ge­wünsch­te Ar­beits­zeit­ver­tei­lung). Die zwi­schen­zeit­lich ver­öf­fent­lich­ten Ur­teils­grün­de recht­fer­ti­gen ei­nen zwei­ten Blick auf die Ent­schei­dung.
04.07.2008. Am 10.06.2008 ei­nig­ten sich die Ar­beits­mi­nis­ter der EU-Staa­ten über ei­ne "Ent­schär­fung" der Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 04.11.2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung („Ar­beits­zeit­richt­li­nie“) und auf die Ver­a­ba­schie­dung ei­ner neu­en Richt­li­nie zur ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer­über­las­sung ("Leih­ar­beit"): Pres­se­mit­te­lung der EU-Kom­mis­si­on vom 10.06.2008, IP/08/912.
22.06.2009. Die Ar­beits­zeit­richt­li­nie schreibt ei­ne Ar­beits­wo­che von ma­xi­mal 48 St­un­den vor. Und zur Ar­beits­zeit zäh­len auch Zei­ten ei­nes Be­reit­schafts­diens­tes, und zwar in vol­lem Um­fang der An­we­sen­heit des Be­schäf­tig­ten im Be­trieb. Die­ser Ar­beits­zeit­schutz gilt auch für Feu­er­wehr­be­am­te, wie der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof be­reits 2005 klar­ge­stellt hat (EuGH, Be­schluss vom 14.07.2005, Rs. C-52/04 - Per­so­nal­rat der Feu­er­wehr Ham­burg). In ei­ni­gen Bun­des­län­dern wer­den Feu­er­wehr­be­am­te aber im­mer noch über 48 St­un­den pro Wo­che ein­ge­setzt. Für die Be­trof­fe­nen fragt sich da­her, wel­che recht­li­chen Mög­lich­kei­ten sie ha­ben um ge­rin­ge­re Ar­beits­zei­ten oder ei­ne bes­se­re Ver­gü­tung ih­rer Mehr­ar­beit durch­zu­set­zen.
12.01.2004. Wie die ju­ris­ti­sche Dis­kus­si­on der letz­ten Jah­re zeig­te, war die mit Ar­beits­zeit­ge­setz (Arb­ZG) in der Fas­sung des Ge­set­zes von 1994 be­ab­sich­tig­te Um­set­zung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie un­voll­kom­men, denn das Arb­ZG 1994 ent­sprach je­den­falls bei dem po­li­ti­schen Streit­the­ma Be­reit­schafts­dienst nicht voll­stän­dig den zwin­gen­den Min­dest­an­for­de­run­gen der Ar­beits­zeit­richt­li­nie.
14.01.2004. Die zum 01.01.2004 in Kraft ge­tre­te­ne No­vel­lie­rung des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) soll und muss der Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) zum The­ma Be­reit­schafts­dienst Rech­nung tra­gen. Denn die­se EuGH-Recht­spre­chung hat ei­nes deut­lich wer­den las­sen: Ei­ne der zen­tra­len Vor­ga­ben der Ar­beits­zeit­richt­li­nie, näm­lich dass Be­reit­schafts­dienst in vol­lem Um­fang als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Ar­beits­zeit­rechts an­ge­se­hen wer­den muss, hat Deutsch­land mit der bis­he­ri­gen Fas­sung des Arb­ZG aus dem Jah­re 1994 nicht voll­stän­dig um­ge­setzt. Mit der Re­form des Arb­ZG 2004 folgt der deut­sche Ge­setz­ge­ber dem EuGH al­ler­dings - auf Be­trei­ben der Kran­ken­haus-Lob­by - nur wi­der­wil­lig.
08.01.2004. Mit der zum 01.01.2004 in Kraft tre­ten­den Re­form des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) wird un­ter dem Druck der Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) auch in Deutsch­land end­lich an­er­kannt, daß ärzt­li­cher Be­reit­schafts­dienst in Kran­ken­häu­sern als "Ar­beits­zeit" gilt und da­her künf­tig nur noch be­grenzt zu­läs­sig ist.