Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202005%201108
Timestamp: 2019-03-23 09:36:50
Document Index: 75109258

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 3', '§ 249', '§ 142', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249']

Rechtsprechung: NJW 2005, 1108 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG Trier, 20.09.2005
Anspruch auf Ersatz von Reparaturaufwand bis zu 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs; Fachgerechte Durchführung einer Reparatur; Reparatur in einem Umfang, wie ihn ein Sachverständiger zur Grundlage seiner Kostenschätzung gemacht hat; Ersatz restlichen Sachschadens aus einem Verkehrsunfall; Naturalrestitution bei Schäden an einem Kraftfahrzeug; Gebot zu wirtschaftlich vernünftiger Schadensbehebung; Verbot der Bereicherung durch Schadensersatz
§ 7 StVG, § 3 PflVG, § 249 BGB, § 142 Abs 1 ZPO
Anspruch auf Ersatz der in einem Gutachten angegebenen Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt trotz in einer freien Werkstatt durchgeführten Reparatur zu niedrigeren Stundensätzen
AG Trier, 08.04.2005 - 32 C 51/05
Mit dem Landgericht Trier ( = Urteil vom 20.9. 2005 - Az.: 1 S 112/05 ) geht das erkennende Gericht nämlich davon aus, dass die Mitarbeiter der markengebundenen Werkstatt auf die Reparatur von Maserati-Fahrzeugen spezialisiert sind.
Damit geht der Bundesgerichtshof nach zutreffender Auffassung ( = Landgericht Trier, Urteil vom 20.9.2005 - Az.; 1 S 112/05 -), der sich das erkennende Gericht in vollem Umfang anschließt, davon aus, dass die Reparaturleistungen nicht ohne Weiteres gleichwertig sind, sondern dass beispielsweise die Erfahrung der Werkstatt mit dem betreffenden Fahrzeugtyp eine Rolle spielen kann.
Mit dem Landgericht Trier ( = Urteil vom 20.9. 2005 - Az.: 1 S 112/05 ) geht das erkennende Gericht auch davon aus, dass jedenfalls bei höherwertigen Fahrzeugen der Aspekt von Wartungs- und Reparaturarbeiten in einer Hersteller - Vertragswerkstatt auch beim Wiederverkaufswert eine Rolle spielt und sich insoweit auf den merkantilen Minderwert auswirkt.
LG Bonn, 12.07.2006 - 5 S 72/06
Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall; Inzahlunggabe eines verunglückten und …
Dies wird in der Rechtsprechung zum Teil unter Hinweis darauf verneint, die Mitarbeiter einer markengebundenen Werkstatt seien auf die Reparatur von Fahrzeugen der entsprechenden Marke spezialisiert und verfügten insoweit über größere Werkstatterfahrung, (vgl. LG Trier, Urteil vom 20.09.2005, 1 S 112/05, BeckRS: 2006 Nr. 02543; AG Aachen, Urteil vom 14.06.2005, 5 C 81/05, BeckRS: 2005 Nr. 09994); zudem besäßen sie Konstruktionspläne, Original-Ersatzteile und Spezialwerkzeug.
Lediglich bei einer fiktiver Abrechnung wird in der Instanzrechtsprechung nicht einheitlich beurteilt, ob der Geschädigte ebenfalls die Erstattung von Reparaturkosten in der Höhe verlangen kann, wie sie in einer Markenwerkstatt anfallen würden (so die herrschende Auffassung, die auch in der Literatur geteilt wird: LG Aachen, Urteil vom 07.04.2005, Az.: 6 S 200/04; LG Essen, Urteil vom 27.05.2005, Az.: 13 S 115/05; LG Trier, Urteil vom 20.09.2005, Az.: 1 S 112/05; LG Bochum, Urteil vom 09.09.2005, Az.: 5 S 79/05; AG München, Urteil vom 20.06.2006, Az.: 343 C 34380/05; AG Hamm, Urteil vom 10.04.2007, Az.: 17 C 409/06; AG Aachen, Urteil vom 25.07.2005, Az.: 5 C 81/05; AG Hagen, Urteil vom 26.01.2006, Az.: 26.01.2006; AG Hamm, NZV 2005, 649;… Sanden/Völz, Sachschadensrecht des Kraftverkehrs, 8. Auflage, Rn. 88;… Böhme/Biela, Kraftverkehrs-Haftpflicht-Schäden, 23. Auflage Rn. D 26;… Bamberger/Roth/Schubert, BGB, 2. Auflage, § 249 Rn. 217), oder ob nur diejenigen Reparaturkosten als erforderlich anzusehen sind, wie sie in einer freien Werkstatt entstehen würden, wenn der Schädiger den Geschädigten konkret auf eine derartige Möglichkeit verweist (so LG Heidelberg, Urteil vom 25.04.2006, Az.: 2 S 55/05; LG Berlin, NZV 2006, 656; AG Göttingen, Urteil vom 07.03.2007, Az.: 25 C 11/07; AG Dortmund, Urteil vom 07.06.2005, Az.: 121 C 909/05).
Deshalb darf der Geschädigte bei der Schadensberechnung, gleich ob fiktiv oder nach real erfolgter Reparatur, regelmäßig die Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrundelegen (…vgl. Palandt-Heinrichs, BGB, 66. Aufl., § 249 Rn. 14;… MüKo-Oetker, 5. Aufl., § 249 Rn. 350;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 5.11.2007, 1 U 64/07; LG Trier NJW 2005, 1108;… LG Köln, Urt. v. 31.5.06, 13 S 4/06;… LG Mainz, Urt. v. 31.5.06, 3 S 15/06;… LG Essen, Urt. v. 27.5.05, 13 S 115/05; LG Bochum ZfSch 2006, 205; Diehl, ZfSch 2007, 30).
Deshalb darf der Geschädigte bei seiner Schadensberechnung, gleich ob fiktiv oder nach real erfolgter Reparatur, auch weiterhin die Stundensätze einer solchen markengebundenen Fachwerkstatt zugrundelegen (…vgl. Palandt-Heinrichs, BGB, 66. Aufl., § 249 Rn. 14; LG Trier NJW 2005, 1108;… LG Köln, Urt. v. 31.5.06, 13 S 4/06;… LG Mainz, Urt. v. 31.5.06, 3 S 15/06;… LG Essen, Urt. v. 27.5.05, 13 S 115/05; LG Bochum ZfSch 2006, 205; Diehl, ZfSch 2007, 30).
LG Aachen, 28.06.2007 - 6 S 55/07
Höhe des Ersatzes der in einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallenden …
Dies entspricht dem Umstand, dass die Mitarbeiter einer markengebundenen Werkstatt allgemein als spezialisiert auf Fahrzeuge der konkret vertretenen Marke und diesbezüglich auch als besonders erfahren angesehen werden, womit gerade die dort verlangten höheren Stundensätze gerechtfertigt und in der allgemeinen Anschauung akzeptiert werden (wie hier: LG Trier, Urt. v. 20.09.2005, Az. 1 S 112/05).
0 5 ( 1 S 112/05), des Landgerichts C vom 31.8.05 ( 21 S 110/05) und des Landgerichts G vom 27.5.05 (13 S 115/05).