Source: http://campingcarbesinov.forumotion.com/t1930-gesetzgebung-schweiz-phishing
Timestamp: 2018-07-21 19:30:02
Document Index: 48703834

Matched Legal Cases: ['Art. 143', 'Art. 144', 'Art. 144', 'Art. 147', 'Art. 251', 'Art. 62', 'Art. 144', 'Art. 251', 'Art. 62']

GESETZGEBUNG SCHWEIZ PHISHING
Subject: GESETZGEBUNG SCHWEIZ PHISHING Tue Jan 10, 2017 8:17 pm
[size=33]Phishing[/size]
Der Ursprung des Begriffs Phishing ist nicht geklärt: Es könnte sich einerseits aus den englischen Worten „Phreaking“ (bezeichnet ehemalige Telefonhacker, welche sich in die Telefonnetzwerke eingehackt haben, um diese zu manipulieren) und „Fishing“ (fischen) zusammensetzen oder aber auch aus den Wörtern „Password“ (Passwort) und „Fishing“.
Beim Phishing versucht die Täterschaft auf unlauteres Weise Passwörter zu erlangen, um Zugang zu vertraulichen Daten ahnungsloser Internetbenutzer zu bekommen. Das können beispielsweise Kontoinformationen von Online-Auktionsanbietern (z.B. eBay) oder Zugangsdaten für das Internet Banking sein. .
Die Täter nutzen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus, indem sie diesen E-Mails mit gefälschten Absenderangaben zustellen. In den E-Mails wird das Opfer beispielsweise darauf hingewiesen, dass dessen Kontoinformationen und Zugangsdaten (z.B. Benutzernamen und Passwort) nicht mehr sicher oder aktuell seien und deshalb unter dem im E-Mail aufgeführten Link geändert werden sollen. Dieser Link führt dann allerdings nicht auf die Originalseite des jeweiligen Dienstanbieters (z.B. der Bank), sondern auf eine von der Täterschaft identisch aufgesetzte Website.
Grundsätzlich wissen die Täter nicht, bei welcher Bank jemand ein Konto führt, sondern verschicken ihre gefälschten Anfragen wahllos an eine Vielzahl von Empfängern (SPAM). Entsprechend kommt es häufig vor, dass Phishing-Angriffe auf Zugangsdaten eines bestimmten Finanzinstituts auch Personen trifft, die keine Kundenbeziehung mit diesem führen.
Der Tatbestand des Phishing könnte unter folgende Artikel des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) und des Bundesgesetzes über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben (MSchG) fallen:
Art. 143 StGB Unbefugte Datenbeschaffung
[size=12]1 Wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, sich oder einem andern elektronisch oder in vergleichbarer Weise gespeicherte oder übermittelte Daten beschafft, die nicht für ihn bestimmt und gegen seinen unbefugten Zugriff besonders gesichert
sind, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Art. 144 StGB Sachbeschädigung
Art. 144bis StGB Datenbeschädigung
Art. 147 StGB Betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage
1 Wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, durch unrichtige, unvollständige oder unbefugte Verwendung von Daten oder in vergleichbarer Weise auf einen elektronischen oder vergleichbaren Datenverarbeitungs- oder Datenübermittlungsvorgang einwirkt und dadurch eine Vermögensverschiebung zum Schaden eines andern herbeiführt oder eine Vermögensverschiebung unmittelbar danach verdeckt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Art. 251 StGB Urkundenfälschung
1. Wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt, eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.
Art. 62 MSchG Betrügerischer Markengebrauch
1 Auf Antrag des Verletzten wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
bestraft, wer:
a. Waren oder Dienstleistungen zum Zwecke der Täuschung widerrechtlich mit
Seriöse Banken, Internetauktionshäuser oder ähnliche Institutionen werden Sie nie über E-Mail, Telefon etc. einen Passwortwechsel verlangen.
Antworten Sie auf keinen Fall auf solche E-Mails und klicken Sie nie auf die darin enthaltenen Links. Am besten installieren Sie auf Ihrem Computer ein Anti-Phishing-Programm. Wir raten Ihnen, wenn möglich die angegriffene Institution, also beispielsweise die Bank oder das Internetauktionshaus, zu kontaktieren, damit diese entsprechende Gegenmassnahmen treffen kann oder melden Sie solche Angriffe über das KOBIK-Meldeformular.
Was tun, wenn man ein Phishing-Opfer geworden ist?
Sollten Sie vertrauliche Daten weitergeleitet haben, nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Dienstleistungsanbieter (Bank, Provider oder E-Mail-Dienst) auf und schildern Sie Ihre Situation, damit Sie die Kontrolle über Ihre Daten wieder erlangen.
Für weiterführende Informationen zu den Phishing-Methoden und sicherem E-Banking konsultieren Sie die Informationen und Hinweise auf der Internet Site von MELANI.
Art. 144, StGB
Art. 251, StGB
Art. 62, MSchG