Source: https://www.mpr-bayern.de/Verein/Taetigkeiten
Timestamp: 2018-09-26 04:24:14
Document Index: 333982834

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4']

Grundlagen für diese Tätigkeiten sind Gesetze und Verordnungen bzw. ministerielle Bekanntmachungen, Verträge mit Partnerorganisationen und Kunden bzw. Vereinbarungen mit den Verbänden der bayerischen Milchwirtschaft, ausgehend von den Bedürfnissen von Erzeugern und Unternehmen oder Aufträgen von Ministerien.
Der Milchprüfring Bayern e.V. ist als beliehener Unternehmer des Freistaats Bayern für die Umsetzung der Milchgüte-Verordnung in Bayern zuständig. Dies umfasst folgende Punkte:
Gemäß § 2 Abs. 1 der Ausführungs­verordnung zur Milch-Güteverordnung vom 07.12.1988 verantwortet der Milchprüfring Bayern e.V. die Entnahme und Bereitstellung der Güteproben durch die Molkereien. Der Milchprüfring Bayern e.V. nimmt darüber hinaus öffentlich-rechtliche Vollzugsaufgaben wahr, indem er nicht ordnungsgemäße Probenahme­anlagen in Milchsammelwagen von der Ziehung amtlicher Proben ausschließt.
2. Milchsammelwagenprüfung
Gemäß § 2 Abs. 3 der Ausführungs­verordnung zur Milch-Güteverordnung ist der Milchprüfring Bayern e.V. für die Prüfung der Probenahmegeräte in Milchsammelwagen zuständig. Das Überprüfungsverfahren für Probe­nahme­geräte in Milchsammelwagen ist im Rahmen einer Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministerium für Ernäh­rung, Landwirtschaft und Forsten vom 03.09 1997, Nr. MT 1.7601.87-193 im Detail gere­gelt. Die Überprüfung ist spätestens nach sechs Monaten zu wiederholen.
3. Schulung der Probenehmer und Milch­sammelwagenfahrer
Personal, welches für die Probenziehung eingesetzt wird, wird vom Milchprüfring geschult. Die Schulungsinhalte werden von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vorgegeben. Die Schulungen sind in regelmäßigen Abständen, spätestens nach vier Jahren zu wiederholen. Im Jahr 2014 wurden von insgesamt 1.746 MSW-Fahrer 750 von den vier Regionalleitern geschult.
4. Laboruntersuchungen nach der Milch-Güteverordnung
Der Milchprüfring ist nach den gesetzlichen Vor­gaben mit der Güteprüfung und Bewertung der Anlieferungsmilch betraut. Nach § 1 der Milch-Güteverordnung (MilchGüV) sind dabei die Gütemerkmale
bakteriologische Be­schaffenheit
Nachweis von Hemmstofffreiheit
nach Maßgabe des § 2 Abs. 1 bis 7 zu untersuchen. Der Milchprüfring wertet die Ergebnisse aus, stuft sie ent­sprechend § 3 Abs. 1 bis 4 der MilchGüV ein, berechnet den Auszahlungspreis nach § 4 Abs. 1 bis 4 der MilchGüV (Qualitätszu- und -abschläge) und stellt den Molkereien und Rechenzentren die Ergeb­nisse für die Auszahlung zur Verfügung.
5. Erstellung der Abrechnungsdatensätze
Die freigegebenen Untersuchungsergebnisse werden zu Beginn des Folgemonats bewertet und den Molkereien zur Erstellung der Milchgeldabrechnung zur Verfügung gestellt.
Betriebsbegehungen im Rahmen des EU-Lebensmittelhygienerechts
Im EU-Lebensmittelhygienepaket werden die Anforderungen an den Tierbestand, an die räumlichen Einrichtungen und die Milchgewinnung präzisiert. Der Milchprüfring mit seiner akkreditierten Inspektionsstelle (DIN EN ISO 17020) führt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit die Vor-Ort-Kontrollen durch.
Untersuchungen für das LKV Bayern - Milchleistungsprüfung
Im Rahmen eines Geschäftsbesorgungs­vertrags untersucht der Milchprüfring für das LKV Milchleistungsproben auf die Parameter
Milcherzeuger können selbst gezogene, sogenannte Betriebsproben über den Sammelwagenfahrer ins MPR-Labor schicken. Die Ergebnisse dieser Proben werden wie die Güteergebnisse in den verschiedenen Auskunftssystemen des MPR bereitgestellt.
Ziehung und Untersuchung von Selbst­vermarkterproben
Auf Wunsch von Selbstvermarktern zieht der Milchprüfring Proben vor Ort, untersucht diese und stellt die Ergebnisse zur Verfügung.
Bereitstellung von Milchproben für weitere Untersuchungen (BHV1, Leukose, Brucellose)
Der Milchprüfring stellt Milchproben für die Untersuchung auf BHV1, Leu­kose und Brucellose zur Verfügung und leitet diese an den Tiergesundheitsdienst und die Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Untersuchung weiter. Durch die Logistik der Probenziehung über die Milchsammelwägen bei allen bayerischen Milcherzeugern sowie die Selektions- und Identifikationsmöglichkeiten, welche das EDV-Programm „LIMS“ bietet, ist der Milchprüfring Bayern e.V. ein kompetenter Partner und Dienstleister für die Bereitstellung von Proben.
Weitere Labordienstleistungen wie z. B. tägliches Hemmstoff-Screening
Im Jahr 2004 hatte der Milchprüfring mit einigen Molkereien begonnen, ein Hemmstoffmonitoring zu planen und umzusetzen. Ende 2014 hatten bereits 58 bayerische Molkereistandorte dieses umfassende Hemmstoffmonitoring eingeführt. Bei Milcherzeugern dieser Molkerei wird grundsätzlich jede Milchabholung beprobt. Von jeder Ablieferungstour eines Milchsammelwagens wird eine Sammelprobe gezogen und in der Molkerei auf das Vorkommen von Hemmstoffen untersucht. Bei einem positiven Ergebnis werden alle Einzelproben der Lieferanten von dieser Tour dann im Labor des Milchprüfrings auf Hemmstoffe getestet.
Molkereien haben die Möglichkeit über die geforderte Zahl gemäß MilchGüV hinausgehende Proben untersuchen zu lassen. Bei etwa 78 Prozent aller bayerischen Milcherzeuger wird bei jeder Abholung eine Probe gezogen. Bei 40 Prozent der Milcherzeuger werden die Inhaltsstoffe beprobt. Die über die MilchGüV hinausgehenden Proben dienen im Falle der hemmstoff-positiven Sammelwagen-Eingangskontrolle der Verursacher-Ermittlung. Die Dienstleistung des MPR umfasst die Bereitstellung des Leerguts, die Reinigung und den Transport für die tägliche Beprobung.
Auskunftssysteme für Milcherzeuger
Der Milchprüfring stellt den Milcherzeugern und Molkereien die aktuellen Güteergebnisse zum Abruf zur Verfügung. Die Ergebnisse werden zeitnah aktua­lisiert und können über eine Internetdatenbank, ein automatisches telefonisches Auskunftssystem unter der Tel.-Nr. 08442-95 99 99 oder Fax abgerufen werden. Auf Anmeldung werden diese auch direkt per SMS zur Verfügung gestellt. Über die Auskunftssysteme können auch Sonderprobenergebnisse (Hemmstoff-Einzeltierproben) abgerufen werden, die in der Molkerei untersucht wurden. Diese werden an den Milchprüfring Bayern e. V. übermittelt und in die Auskunftssysteme eingestellt.
Nutzung von Auskunftssystemen auch für Molkereien
Die Molkereien haben über einen eigenen "Molkereizugang" die Möglichkeit, die Werte ihrer Milchlieferanten abzurufen.