Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202000,%20Seiten%20877
Timestamp: 2019-06-18 14:14:45
Document Index: 267168288

Matched Legal Cases: ['§ 286', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 287', 'BGH']

a) Für die Frage, ob die Klägerin bei dem streitgegenständlichen Unfall die von ihr geklagten Verletzungen (HWS Schleudertrauma, LWS-Syndrom mit posttraumatischer Wurzelreizung C 6/7, Quetschung des Nervs am linken Arm) erlitten hat, gilt das Beweismaß des § 286 ZPO, denn es ist zwischen den Parteien streitig, ob die Klägerin bei dem Unfall überhaupt verletzt wurde (vgl. BGH NJW 2003, 1116 = VersR 2003, 474; Senat, NJW 2000, 877, 878 m. w. N., ständige Rechtsprechung).
Dieser könnte nur dann angenommen werden, wenn eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von über 15 km/h bewiesen wäre (Senat NJW 2000, 877; Revision nicht angenommen: BGH, Beschluss vom 23. Mai 2000 - VI ZR 378/99-; vgl. auch Senat, NZV 2003, 281, ständige Rechtsprechung).
Zur Feststellung der - haftungsbegründenden - Ursächlichkeit zwischen dem Verhalten des Schädigers und einer Körperverletzung als erstem Erfolg (HWS-Verletzung, Blutgerinnsel o.ä.) ist nach § 286 ZPO der volle Beweis erforderlich (BGH, VersR 1998, 1154; Senat, VersR 2001, 597, 598 = NJW 2000, 877 = NZV 2000, 163, 164 = VM 2000, 34 Nr. 36 = KGReport 2000, 81).
Nur der Ursachenzusammenhang zwischen einer feststehenden Verletzung des Rechtsguts (Körper oder Gesundheit) und der Weiterentwicklung oder dem Umfang der Schädigung fällt als haftungsausfüllende Kausalität unter § 287 ZPO (BGH, NJW 1998, 3417 ; Senat, NZV 2000, 163, 164).
Diese Rechtsprechung beruht darauf, dass nach dem derzeitigen Stand der medizinischen und biomechanischen Forschung eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von bis zu 10 km/h unter biomechanischen Aspekten grundsätzlich nicht geeignet ist, eine HWS-Schädigung hervorzurufen (KG, VersR 1997, 1416 ; NJW 2000, 877, 878 = NZV 2000, 163, 164 m.w.N.; = VersR 2001, 597 = VM 2000, 34 = KGR 2000, 81; OLG Hamm, NJW 2000, 878, 880; Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, R + S 1998, 63; Lemke, R + S 1996, 445).
der sogenannten Harmlosigkeitsgrenze, über deren genaue Bestimmung noch keine Einigkeit besteht, der Eintritt eines Halswirbelsäulenschleudertraumas nicht wahrscheinlich ist (Senat, NZV 2000, 163, 164).