Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20256/67
Timestamp: 2019-06-25 13:04:05
Document Index: 106349984

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 824', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 824', 'BGH']

BGH, 20.05.1969 - VI ZR 256/67 - dejure.org
https://dejure.org/1969,915
BGH, 20.05.1969 - VI ZR 256/67 (https://dejure.org/1969,915)
BGH, Entscheidung vom 20.05.1969 - VI ZR 256/67 (https://dejure.org/1969,915)
BGH, Entscheidung vom 20. Mai 1969 - VI ZR 256/67 (https://dejure.org/1969,915)
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Umfang der journalistischen Sorgfaltspflicht - Widerruf eines Artikels zur Beseitigung einer Rufbeeinträchtigung - Art und Weise des Widerrufs unwahrer Tatsachenbehauptungen in der Presse - Weitergabe einer rufschädigenden Äußerung - Wahrnehmung berechtigter Interessen im Sinne des § 824 Abs. 2 BGB durch die Presse
MDR 1969, 651
GRUR 1969, 555
DB 1969, 1404
Zur pressemäßigen Sorgfalt hätte es daher gehört im Vorfeld einer Veröffentlichung zu prüfen, ob auch der als geheim eingestufte Vermerk des LfV Sachsen als Erkenntnisquelle hinreichend zuverlässig war (vgl. hierzu BGH MDR 1969, 651;… OLG Düsseldorf aaO).
Damit liegt der Äußerung die Behauptung einer gegenwärtigen inneren Tatsache zugrunde, die im Falle ihrer Unrichtigkeit ebenfalls dem Widerruf oder der Richtigstellung zugänglich wäre (Senatsurteile BGHZ 128, 1, 11; vom 20. September 1969 - VI ZR 256/67 - GRUR 1969, 555, 557).
Zur pressemäßigen Sorgfalt gehört es vielmehr, im Vorfeld einer Veröffentlichung zu prüfen, ob die Erkenntnisquellen hinreichend und zuverlässig sind (BGH Urt. v. 20.5.1969, VI ZR 256/67, "Cellulitis" = MDR 1969, 651 = juris Rz. 59).
Die Wahrnehmung berechtigter Interessen durch die Presse und die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der Journalisten sind jedoch bereits in mehreren Entscheidungen des Senats behandelt (vgl. BGHZ 31, 308; 36, 77; Urteile vom 21. Juni 1966 - VI ZR 266/64 - NJW 1966, 2010; vom 20. Mai 1969 - VI ZR 256/67 - LM § 824 BGB Nr. 13).
Trotz der Zitatenform erfolgt ein Behaupten, wenn der Mitteilende sich die Äußerung zu Eigen macht ( BGH GRUR 1969, 555, 557).
Er hat sich in den Grenzen zu halten, die unter Abwägung der beiderseitigen Belange zu ziehen sind (vgl. Urteil vom 20. Mai 1969 - VI ZR 256/67).