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Timestamp: 2016-10-28 14:17:36
Document Index: 220692338

Matched Legal Cases: ['Art. 71', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 176', 'Art. 175', 'BGE', 'Art. 181', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 112', 'Art. 130', 'Art. 9', 'Art. 115', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 6', 'BGE', 'in dubio', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 58', 'Art. 959', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 333', 'Art. 176', 'Art. 176', 'Art. 181', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 106', 'Art. 56', 'Art. 175', 'Art. 24', 'Art. 57', 'Art. 58', 'Art. 181', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_290/2011 (12.09.2011)
2C_290/2011, 2C_291/2011
vertreten durch Rechtsanwalt J�rg Frei,
Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, Schlossm�hlestrasse 15, 8510 Frauenfeld.
2C_290/2011
Direkte Bundessteuer 2006 - versuchte Steuerhinterziehung,
2C_291/2011
Staats- und Gemeindesteuern 2006 - versuchte Steuerhinterziehung,
Beschwerden gegen die Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 16. Februar 2011.
Die X.________ AG mit Sitz in A.________/TG bezweckt im Wesentlichen den An- und Verkauf von bebauten und unbebauten Grundst�cken, das Planen, Erstellen und Umbauen von Ein- und Mehrfamilienh�usern, sowie deren Vermietung, Verwaltung und Ver�usserung. Einziges Mitglied des Verwaltungsrates ist Q.________. Zusammen mit dem Architekten R.________ bildete die X.________ AG das Baukonsortium "Y.________", welches am 21. Juni 2006 - nach Verkauf der letzten Wohnung - aufgel�st wurde.
In der Steuererkl�rung 2006 deklarierte die X.________ AG einen steuerbaren Gewinn von Fr. 28'184.--. Eine steueramtliche �berpr�fung ergab, dass in der Jahresrechnung 2006 ein Nettogewinnanteil am Baukonsortium "Y.________" in der H�he von total Fr. 135'301.-- nicht ber�cksichtigt worden war. In der Steuerveranlagung vom 28. April 2009 rechnete die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau f�r die Steuerperiode 2006 den entsprechenden Betrag auf, womit ein steuerbarer Gewinn von Fr. 163'485.-- resultierte. Die Veranlagungsverf�gungen betreffend die direkte Bundessteuer 2006 bzw. die Staats- und Gemeindesteuern 2006 erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
Am 12. Juni 2009 leitete die kantonale Steuerverwaltung gegen�ber der X.________ AG ein Steuerstrafverfahren ein. Mit Bussenverf�gungen vom 19. Juni 2009 wurde die X.________ AG wegen versuchter Steuerhinterziehung mit Fr. 7'662.-- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 13'494.-- (Staats- und Gemeindesteuern) geb�sst, was 67 % der hinterzogenen Steuer entsprach. Die dagegen von der X.________ AG erhobenen Einsprachen wurden mit Entscheiden vom 7. September 2009 teilweise gutgeheissen und die Bussen auf 60 % der hinterzogenen Steuer reduziert (direkte Bundessteuer: Fr. 6'896.--; Staats- und Gemeindesteuern: Fr. 12'144.--). Mit Entscheiden vom 13. August 2010 hiess die Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau die dagegen erhobenen Rekurse teilweise gut und reduzierte die Busse auf 50 % der hinterzogenen Steuer.
Die von der X.________ AG gegen diese Entscheide gerichteten Beschwerden wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau am 16. Februar 2011 ab.
Mit je separater Eingabe vom 1. April 2011 f�hrt die X.________ AG beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt, die angefochtenen Urteile (betr. direkte Bundessteuer bzw. Staats- und Gemeindesteuern) seien aufzuheben und von der Erhebung einer Busse sei abzusehen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das kantonale Steueramt und das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie die Eidgen�ssische Steuerverwaltung schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
1.1 Die weitgehend gleich lautenden Beschwerden betreffen dieselben Parteien, richten sich gegen praktisch �bereinstimmende Urteile und werfen identische Rechtsfragen auf. Es rechtfertigt sich deshalb, die Verfahren zu vereinigen und die Beschwerden in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 24 BZP; BGE 131 V 59 E. 1 S. 60 f. mit Hinweis).
1.3 Die Beschwerde ist zu begr�nden (Art. 42 Abs. 2 BGG). Mit ihr ist in gedr�ngter Form durch Auseinandersetzung mit den Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sein sollen. Allgemein gehaltene Einw�nde, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgr�nden vorgebracht werden, gen�gen nicht (BGE 134 V 53 E. 3.3 S. 60). Die Verletzung von Grundrechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und geh�rig begr�ndet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es muss klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids dargelegt werden, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen (BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde, sofern dieser nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung beruht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Wird eine Sachverhaltsfeststellung beanstandet, muss in der Beschwerdeschrift dargelegt werden, inwiefern diese Feststellung willk�rlich (BGE 135 III 397 E. 1.5 S. 401) oder durch eine andere Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG zustande gekommen ist und inwiefern die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Auf rein appellatorische Kritik am Sachverhalt tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 135 II 313 E. 5.2.2 S. 322; 135 V 39 E. 2.2 S. 41).
2.1 Nach Art. 176 Abs. 1 DBG wird mit Busse bestraft, wer eine Steuer zu hinterziehen versucht. Die versuchte Steuerhinterziehung ist nur bei vors�tzlicher Tatbegehung strafbar, was sich nicht direkt aus dem Gesetz, jedoch aus dem Begriff des Versuchs ergibt. Die versuchte unterscheidet sich von der vollendeten Steuerhinterziehung dadurch, dass es bei der versuchten Tatbegehung noch nicht zu einer rechtskr�ftigen Veranlagung gekommen ist oder diese zu Unrecht unterblieben ist (vgl. Art. 175 Abs. 1 DBG). Ein blosser Versuch liegt demnach vor, solange die betreffende Veranlagung noch im ordentlichen Verfahren durchgef�hrt oder abge�ndert werden kann bzw. solange die Veranlagung noch nicht in Rechtskraft erwachsen ist. Eventualvorsatz ist dem Vorsatz gleich gestellt. Nach der Rechtsprechung gilt der Nachweis des Vorsatzes als erbracht, wenn mit hinreichender Sicherheit fest steht, dass der Steuerpflichtige sich der Unrichtigkeit oder Unvollst�ndigkeit der gemachten Angaben bewusst war, so dass angenommen werden muss, er habe eine T�uschung der Steuerbeh�rde beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen (Eventualvorsatz). Eventualvorsatz ist zu bejahen, wenn sich dem T�ter der Erfolg seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufgedr�ngt hat, dass sein Verhalten vern�nftigerweise nur als Inkaufnahme, als Billigung des Erfolgs ausgelegt werden kann. Das trifft namentlich dann zu, wenn sich die steuerpflichtige Person �berhaupt nicht darum k�mmert, ob die von ihr gemachten Angaben richtig sind (vgl. zum Ganzen BGE 130 IV 58 E. 8.2 S. 61; 114 Ib 27 E. 3a S. 29; Urteile 2C_336/2010 vom 7. Oktober 2010 E. 4.1, in: RDAF 2010 II S. 593; 2A.168/2006 vom 8. M�rz 2007 E. 3, in: StE 2007 B 101.21 Nr. 17; 2A.194/2002 vom 25. April 2003 E. 2.1-2.3, in: StR 59/2004 S. 58; 2A.351/2002 vom 5. November 2002 E. 3, in: ASA 73 S. 215).
2.2 Wenn mit Wirkung f�r eine juristische Person Verfahrenspflichten verletzt, Steuern hinterzogen oder Steuern zu hinterziehen versucht werden, wird die juristische Person gem�ss Art. 181 Abs. 1 DBG geb�sst. Die Bestrafung einer juristischen Person wegen Steuerhinterziehung ist dabei nur m�glich, wenn ein Organ schuldhaft, d.h. vors�tzlich oder fahrl�ssig, gehandelt hat (BGE 135 II 86 E. 4.2 S. 90 f. mit Hinweisen).
3.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zun�chst den objektiven Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung bejaht: Die Beschwerdef�hrerin habe - vertreten durch ihren (einzigen) Verwaltungsrat Q.________ - in der Steuererkl�rung 2006 lediglich einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 28'184.-- ausgewiesen. Die Steuerverwaltung habe unter dem Titel "Geldwerte Leistungen" folgende Aufrechnungen vorgenommen: Fr. 126'815.-- Q.________, Gewinnanteil X.________ AG am Baukonsortium "Y.________" sowie Fr. 18'000.-- Q.________, Miete B.________strasse xxx in A.________. Die Veranlagungsverf�gungen der Staats- und Gemeindesteuern 2006 sowie der direkten Bundessteuer 2006 vom 28. April 2009 seien von der Beschwerdef�hrerin akzeptiert worden und in Rechtskraft erwachsen. Die Unterlassung der Deklaration des Gewinnanteils und der Mieteinnahmen h�tte zu einer erheblichen Steuerverk�rzung gef�hrt. Aus den Akten, insbesondere den Belastungsanzeigen der Bank bzw. den E-Mail-Best�tigungen des Treuh�nders der Beschwerdef�hrerin, ergebe sich, dass am 20. Juli 2006 ein Betrag von Fr. 105'000.-- vom Baukonsortium an die Beschwerdef�hrerin �berwiesen worden sei. Nicht mehr bestritten werde ferner die Gewinnauszahlung bzw. Aufrechnung in der Form eines WIR-Checks in der H�he von Fr. 15'000.--. Auch die Aufrechnung eines Betrags von Fr. 18'000.-- f�r die Mietzinseinnahmen des Baukonsortiums erweise sich als korrekt. Die Zuordnung des in der Steuerveranlagung aufgerechneten und gest�tzt auf die provisorischen Bauabrechnungen realistischen Gewinnanteils h�tte nach den Grunds�tzen der ordnungsgem�ssen Rechnungslegung im Jahr 2006 erfolgen m�ssen, als das Baukonsortium aufgel�st worden sei (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.2).
3.2 Die Vorinstanz ist weiter zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdef�hrerin zumindest eventualvors�tzliches Handeln vorzuwerfen sei. Dem (einzigen) Verwaltungsrat der Beschwerdef�hrerin, Q.________, m�sse bewusst gewesen sein, dass der in der von ihm unterzeichneten Steuererkl�rung 2006 ausgewiesene Gewinn stark verk�rzt gewesen sei und nicht den Tatsachen entsprochen habe (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.3).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 97 Abs. 1 BGG) und eine "mangelhafte Er�ffnung" des Entscheids (Art. 112 Abs. 1 lit. a BGG), eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 130 Abs. 1 DBG i.V.m. 142 Abs. 4 und 145 Abs. 2 DBG) sowie eine willk�rliche Beweisw�rdigung bzw. unterlassene Beweisabnahme (Art. 9 BV, Art. 115 DBG).
4.2 Diese R�gen zielen allesamt ins Leere:
4.2.1 Zun�chst liegt weder eine Verletzung der Begr�ndungspflicht noch eine "mangelhafte Er�ffnung" des Entscheids vor. Aus dem - sinngem�ss ebenfalls angerufenen - Anspruch auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV folgt zwar in der Tat die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Das bedeutet indessen nicht, dass sich die Beh�rde mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Der Rechtsuchende soll wissen, warum die Beh�rde entgegen seinem Antrag entschieden hat, damit er gegebenenfalls den Entscheid sachgerecht anfechten kann (BGE 133 I 270 E. 3.1 S. 277 mit Hinweisen). Diesen Anforderungen gen�gt der vorinstanzliche Entscheid. Das Verwaltungsgericht war nicht gehalten, s�mtliche Eingaben und Argumente der Beschwerdef�hrerin im Detail wiederzugeben; es hat sich mit den vorgetragenen Einw�nden hinreichend auseinandergesetzt, und es bestand f�r das Gericht auch keine Verpflichtung, weitere Untersuchungshandlungen vorzunehmen. Insbesondere aus dem Umstand, dass im Sachverhalt nur die Rechtsbegehren der Beschwerdef�hrerin zitiert worden sind, l�sst sich nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.2.2 Die Vorinstanz durfte weiter, ohne hierdurch gegen das Willk�rverbot (Art. 9 BV), den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) oder den Untersuchungsgrundsatz zu verstossen, auf die Abnahme beantragter Beweismittel, hier konkret die Befragung als Zeuge bzw. Auskunftsperson von Mitarbeitern der Z.________ AG, verzichten, wenn sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre �berzeugung gebildet hatte und in vorweggenommener (antizipierter) Beweisw�rdigung annehmen konnte, dass ihre �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157; je mit Hinweisen).
4.2.3 Schliesslich legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung willk�rlich sein oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen soll (vgl. E. 1.3 hiervor). Sie macht im Wesentlichen nur geltend, die Vorinstanz habe ihre Vorbringen nicht vollst�ndig im angefochtenen Entscheid behandelt und kritisiert im �brigen die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz in rein appellatorischer Weise. In diesem Zusammenhang kann auf E. 4.2.1 hiervor sowie - in Bezug auf die Verletzung der Unschuldsvermutung - auf E. 5.2.2 hiernach verwiesen werden. Der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt ist somit f�r das Bundesgericht verbindlich (vgl. E. 1.3 hiervor).
5.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter die Verletzung der Unschuldsvermutung (Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 32 Abs. 1 BV) als Beweislast- und als Beweisw�rdigungsregel.
5.2 Beim Hinterziehungsverfahren im Recht der direkten Bundessteuer handelt es sich um ein echtes Strafverfahren, f�r welches die strafprozessualen Garantien, insbesondere auch jene der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 EMRK verankerten Unschuldsvermutung, gelten (BGE 121 II 273 E. 3a/b S. 281 ff.). Auch wenn sich die Unschuldsvermutung nur auf den Schuldnachweis und grunds�tzlich nicht auf die Art und H�he der Strafe bezieht, geh�rt zum Schuldnachweis auch, welchen Betrag der Pflichtige hinterzogen hat.
5.2.1 Der aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo" besagt als Beweislastregel, dass es Sache der Anklagebeh�rde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Als Beweisw�rdigungsregel bedeutet die Maxime, dass sich die Strafbeh�rden nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren d�rfen, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40 f.).
5.2.2 Aus der Unschuldsvermutung und dem darin enthaltenen Grundsatz "in dubio pro reo" ergibt sich demnach, dass der Strafsteuer keine Sachverhaltselemente zugrunde gelegt werden d�rfen, �ber deren Verwirklichung bei objektiver W�rdigung der gesamten Beweislage Zweifel bestehen m�ssen oder die nur als wahrscheinlich gelten. Soweit die Steuerbeh�rden steuerbegr�ndende Sachverhaltselemente nur mit dem Grad der Wahrscheinlichkeit ermitteln, aber nicht zur �berzeugung gelangen, dass sie sich verwirklicht haben, k�nnen solche Sachverhaltselemente nicht Grundlage f�r die Strafsteuer bilden. Dies schliesst allerdings nicht aus, dass die hinterzogenen Einkommens- und Verm�gensteile im Rahmen der Beweisw�rdigung dem Betrage nach durch Sch�tzung festgesetzt werden k�nnen, wenn sie auf diese Weise hinreichend sicher zu ermitteln sind, denn die Sch�tzung stellt eine besondere Art des Indizienbeweises dar (Urteil 2A.572/1999 vom 13. Juli 2001 E. 5d).
5.3 Die Beschwerdef�hrerin hat in der Steuererkl�rung 2006 lediglich einen steuerbaren Gewinn von Fr. 28'184.-- deklariert. Die Steuerbeh�rde hat aufgrund von Kontoausz�gen festgestellt, dass in der Jahresrechnung 2006 der Nettogewinnanteil von Fr. 135'301.-- am Baukonsortium "Y.________" nicht ber�cksichtigt worden ist. Die entsprechend korrigierte Steuerveranlagung 2006 wurde von der Beschwerdef�hrerin in der Folge akzeptiert und erwuchs in Rechtskraft. Der steuerbare Reingewinn umfasst gem�ss Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG den Saldo der Erfolgsrechnung unter Ber�cksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres. Der steuerbare Gewinn geht somit aus der kaufm�nnischen Buchf�hrung hervor, deren Inhalt f�r die Steuerbeh�rde wegen des Grundsatzes der Verbindlichkeit der Handelsbilanz verbindlich ist. Eine Steuerhinterziehung liegt deshalb vor, sobald eine Unregelm�ssigkeit in der Buchhaltung besteht (vgl. Art. 959 OR; BGE 135 II 86 E. 3.1 S. 88). Im vorliegenden Fall ist verbindlich festgestellt (vgl. E. 4.2.3 hiervor), dass bereits am 20. Juli 2006 ein Betrag von Fr. 105'000.-- vom Baukonsortium an die Beschwerdef�hrerin �berwiesen wurde und zudem eine Gewinnauszahlung in Form eines WIR-Checks in der H�he von Fr. 15'000.-- stattgefunden hat. Damit kann der Beschwerdef�hrerin nicht gefolgt werden, wenn sie ausf�hrt, der Gewinn aus dem Baukonsortium h�tte erst nach Vorliegen der Schlussabrechnung vom 2. M�rz 2009 versteuert werden m�ssen. Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt, dass bereits in der provisorischen Baukostenabrechnung per 30. Juni 2006 ein h�lftiger Gewinnanteil von Fr. 118'224.99 bei R�ckstellungen von Fr. 18'900.-- aufgef�hrt sind und das Baukonsortium mit Vereinbarung vom 21. Juni 2006 aufgel�st worden ist.
Die Vorinstanz ist gest�tzt auf diese Indizien zur �berzeugung gelangt, dass der Gewinnanteil aus dem Baukonsortium "Y.________" in der Steuerperiode 2006 zugeflossen ist. Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, zeigt nicht auf, dass die Vorinstanz bei objektiver W�rdigung der gesamten Beweislage sich aufdr�ngende Zweifel daran h�tte hegen m�ssen, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat. Der blosse Hinweis auf andere m�gliche Szenarien reicht dazu nicht aus. Eine Verletzung der Unschuldsvermutung ist damit nicht dargetan.
6.1 Gest�tzt auf die obenstehenden Ausf�hrungen ist somit auch nicht ersichtlich, inwiefern hier eine Verletzung von Art. 12 StGB i.V.m. Art. 333 Abs. 1 StGB und Art. 176 DBG vorliegen soll. Die Vorinstanz hat zu Recht neben dem objektiven Tatbestand auch den subjektiven Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 176 Abs. 1 DBG bejaht.
Der einzige Verwaltungsrat der Beschwerdef�hrerin unterzeichnete die Steuererkl�rung selber. Er �bernahm damit im Namen der Beschwerdef�hrerin (Art. 181 Abs. 1 DBG; vgl. dazu BGE 135 II 86 E. 4.1 und 4.2 S. 89 ff.) die Verantwortung f�r die Richtigkeit der darin enthaltenen Angaben. Er ist f�r Steuerwiderhandlungen selbst verantwortlich, soweit ihn ein Verschulden trifft. Er kann sich von seiner Verantwortlichkeit auch nicht dadurch entledigen, dass er geltend macht, er habe einen Berater oder Vertreter beigezogen (Urteil 2A.168/2006 vom 8. M�rz 2007 E. 4.2 mit Hinweisen, in: StE 2007 B 101.21 Nr. 17).
Die Vorinstanz hat verbindlich festgestellt (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.3.1 und 2.3.2), dass dem Verwaltungsrat der Beschwerdef�hrerin die Gewinnauszahlungen bzw. die get�tigten Geldfl�sse bekannt waren. Sie hat insbesondere nicht schon aus dem Umstand, dass die Beschwerdef�hrerin die Steuerveranlagung nicht angefochten hat, auf Erf�llung des subjektiven Tatbestandes geschlossen. Die unterlassene Deklaration ist damit weder zu rechtfertigen noch als blosse Nachl�ssigkeit einzustufen, sondern als zumindest eventualvors�tzlicher Versuch der Steuerhinterziehung (vgl. zum Eventualvorsatz E. 2.1 hiervor).
6.2 Soweit schliesslich die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung des Grundsatzes "nulla poena sine lege" i.S.v. Art. 9 BV und Art. 1 StGB und des Legalit�tsprinzips i.S.v. Art. 5 Abs. 1 BV geltend macht, verm�gen diese R�gen den Begr�ndungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht zu gen�gen (vgl. E. 1.3 hiervor).
7.1 Zusammengefasst ergibt sich, dass die Vorinstanz unter diesen Umst�nden zu Recht eine versuchte Steuerhinterziehung angenommen hat. Damit erweist sich der angefochtene Entscheid - auch in Bezug auf die von der Beschwerdef�hrerin nicht beanstandete Bemessung der ausgesprochenen Busse (vgl. E. 3 des angefochtenen Entscheids) - als bundesrechtskonform.
7.2 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die direkte Bundessteuer ist daher unbegr�ndet und abzuweisen.
8.1 �� 208 Abs. 1 und 209 Abs. 1 des Steuergesetzes [des Kantons Thurgau] vom 14. September 1992 (StG/TG; RB 640.1) umschreiben die Voraussetzungen und den Tatbestand f�r die vollendete und versuchte Steuerhinterziehung im Wesentlichen gleich wie Art. 56 Abs. 1 und 2 StHG f�r die harmonisierten direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sowie Art. 175 Abs. 1 und 176 Abs. 1 DBG f�r die direkte Bundessteuer. Im �brigen entsprechen auch � 76 Abs. 1 (steuerbarer Reingewinn) und � 214 Abs. 1 StG/TG (Steuerhinterziehung von juristischen Personen) den Art. 24 Abs. 1 StHG und Art. 57 Abs. 1 StHG bzw. Art. 58 DBG und Art. 181 DBG. Daraus folgt, dass die Erw�gungen zur direkten Bundessteuer f�r die kantonalen Steuern analog massgebend sind, und es ergibt sich dasselbe Ergebnis.
8.2 Demnach erweist sich die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die Staats- und Gemeindesteuern gleichermassen als unbegr�ndet und ist ebenfalls abzuweisen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 f. BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht auszurichten (Art. 68 BGG).
Die Verfahren 2C_290/2011 und 2C_291/2011 werden vereinigt.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die direkte Bundessteuer (2C_290/2011) wird abgewiesen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern (2C_291/2011) wird abgewiesen.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, der Steuerverwaltung und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.