Source: http://trier.steuerberater-stb.com/elterngeld-und-elternzeit-freiberufler-und-selbstandige/
Timestamp: 2019-06-26 16:01:44
Document Index: 235787088

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 9', '§ 6']

Elterngeld und Elternzeit - Berechnung für Freiberufler/Selbstständige - Ihr Steuerberater in Trier
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Wann innerhalb der Elternzeit Selbstständigen wieviel Elterngeld zusteht und wie es sich mit der grundsätzlichen Berechnung verhält, ist in § 2 des Gesetzes zum Elterngeld (BEEG, Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, siehe unten) geregelt. Wir beraten Sie gerne hinsichtlich Ihrer Möglichkeiten.
Die Höhe des Elterngeldes bei Selbstständigen
Elterngeld für Selbständige berechnet sich nach § 2 BEEG folgendermaßen:
1. Es muss das durchschnittliche Netto-Erwerbseinkommen vor der Geburt ermittelt werden.
Wie bei Angestellten kann dies anhand des Erwerbs innerhalb der 12 Monate vor der Geburt, aber auch mittels des letzten Steuerbescheids vom Vorjahr erfolgen – dabei ist der Berechnungszeitraum zu beachten.
Zur Ermittlung des Nettoeinkommens des Selbständigen werden folgende Einkommensarten berücksichtigt:
Einkommen bzw. Ertrag aus
In der Regel weist der selbstständige Antragsteller nur das Einkommen bzw. den Ertrag aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb aus.
Abgezogen wird vom o.g. Einkommen/Gewerbeertrag die Steuervorauszahlung (Einkommenssteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer) und ab 2010 auch die Krankversicherung.
Beispiel.: Hat ein Unternehmer ein monatliches Nettoeinkommen von 8.000,- Euro, würde das Elterngeld (67%) theoretisch 5.360,- Euro betragen. Der Selbständige bekommt jedoch wegen der Kappung in diesem Fall die maximalen 1.800,- Euro, die zwar steuerfrei sind, aber die Steuerprogression erhöhen. Als vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist dabei höchstens der Betrag von 2.700 Euro anzusetzen.
2. Es muss das durchschnittliche Nettoeinkommen nach der Geburt ermittelt werden.
Ist kein Nettoertrag aus Selbständigkeit vorhanden oder wird das Gewerbe abgemeldet, wird der obige Nettoertrag für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen: 67% des Nettoeinkommens, maximal aber 1.800,- Euro
Hat der Selbständige nach der Geburt weitere Einnahmen oder wird das Gewerbe weiter betrieben, wird dies nach § 2 Abs. 3 BEEG berücksichtigt. Daher muss man entsprechend die betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder Kurzberichte des Steuerberaters für die als Elternzeit beantragten Lebensmonate einreichen. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Berechnung grundsätzlich anders gestaltet, was u.U. einen großen Unterschied machen kann.
In diesem Fall sollten Sie sich ausführlich beraten lassen.
Abschnitt 1 – Elterngeld (§§ 1 – 14)
§ 2Höhe des Elterngeldes(1) Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit bis zu einem Höchstbetrag von 1 800 Euro monatlich für volle Monate gezahlt, in denen die berechtigte Person kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt. Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven im Inland zu versteuernden Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.
(2) In den Fällen, in denen das durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt geringer als 1 000 Euro war, erhöht sich der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte für je 2 Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1 000 Euro unterschreitet, auf bis zu 100 Prozent. In den Fällen, in denen das durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt höher als 1 200 Euro war, sinkt der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte für je 2 Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1 200 Euro überschreitet, auf bis zu 65 Prozent.
(3) Für Monate nach der Geburt des Kindes, in denen die berechtigte Person ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt, das durchschnittlich geringer ist als das nach Absatz 1 berücksichtigte durchschnittlich erzielte Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, wird Elterngeld in Höhe des nach Absatz 1 oder 2 maßgeblichen Prozentsatzes des Unterschiedsbetrages dieser durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit gezahlt. Als vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist dabei höchstens der Betrag von 2 700 Euro anzusetzen.
(7) Als Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit ist der um die auf die Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit entfallenden Steuern und die aufgrund dieser Erwerbstätigkeit geleisteten Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung in Höhe des gesetzlichen Anteils der beschäftigten Person einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung verminderte Überschuss der Einnahmen in Geld oder Geldeswert über die mit einem Zwölftel des Pauschbetrags nach § 9a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes anzusetzenden Werbungskosten zu berücksichtigen. Im Lohnsteuerabzugsverfahren als sonstige Bezüge behandelte Einnahmen werden nicht berücksichtigt. Als auf die Einnahmen entfallende Steuern gelten die abgeführte Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, im Falle einer Steuervorauszahlung der auf die Einnahmen entfallende monatliche Anteil. Grundlage der Einkommensermittlung sind die entsprechenden monatlichen Lohn- und Gehaltsbescheinigungen des Arbeitgebers. Kalendermonate, in denen die berechtigte Person vor der Geburt des Kindes ohne Berücksichtigung einer Verlängerung des Auszahlungszeitraums nach § 6 Satz 2 Elterngeld für ein älteres Kind bezogen hat, bleiben bei der Bestimmung der zwölf für die Einkommensermittlung vor der Geburt des Kindes zu Grunde zu legenden Kalendermonate unberücksichtigt. Unberücksichtigt bleiben auch Kalendermonate, in denen die berechtigte Person Mutterschaftsgeld nach der Reichsversicherungsordnung oder dem Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte bezogen hat oder in denen während der Schwangerschaft wegen einer maßgeblich auf die Schwangerschaft zurückzuführenden Erkrankung Einkommen aus Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise weggefallen ist. Das Gleiche gilt für Kalendermonate, in denen die berechtigte Person Wehrdienst nach Maßgabe des Wehrpflichtgesetzes oder des Vierten Abschnitts des Soldatengesetzes oder Zivildienst nach Maßgabe des Zivildienstgesetzes geleistet hat, wenn dadurch Erwerbseinkommen ganz oder teilweise weggefallen ist.
Sofern alle Vorraussetzungen erfüllt sind, wird das Elterngeld in Trier wird vom Jugendamt Trier bewilligt und ausgezahlt.
Ein ausführliches PDF gibt es unter http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Elterngeld-und-Elternzeit,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf