Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20366/02
Timestamp: 2019-07-21 18:11:51
Document Index: 242885517

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 823', '§ 218', '§ 218', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.04.2003 - VI ZR 366/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1136
BGH, 01.04.2003 - VI ZR 366/02 (https://dejure.org/2003,1136)
BGH, Entscheidung vom 01.04.2003 - VI ZR 366/02 (https://dejure.org/2003,1136)
BGH, Entscheidung vom 01. April 2003 - VI ZR 366/02 (https://dejure.org/2003,1136)
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GG Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, 5 Abs. 1 Satz 1; BGB §§ 823 Ah Abs. 1, 1004; StGB § 218 a Abs. 1
Gerichtliche Untersagung öffentlich verbreiteter Äußerung; Namentlich benannte gynäkologische Praxis ; Behauptung der Durchführung "rechtswidriger Abtreibungen" ; Nicht hinnehmbare Prangerwirkung gegen betroffenen Arzt; Rechtswidrigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ; Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
Grundrechte - Diffamierung eines Arztes, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt
Arzt am Pranger - Verbreitung von Handzetteln gegen "rechtswidrige Abtreibungen" gerichtlich untersagt
(Christian Burkiczak; JR 2003, 472-474)
NJW 2003, 2011
MDR 2003, 992
VersR 2003, 777
JR 2003, 472
In dem Verfahren über die Verfassungsbeschwerden des Herrn A ... - Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Leo Lennartz, Ursulinenstraße 19, 53879 Euskirchen - gegen 1. a) das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 8. Mai 2002 - 4 U 5/02 -, b) das Verfügungsurteil des Landgerichts Heilbronn vom 18. Dezember 2001 - 3 O 2388/01 III -, c) die Beschlussverfügung des Landgerichts Heilbronn vom 19. Oktober 2001 - 3 O 2388/01 III -, 2. das Urteil des Landgerichts Heilbronn vom 12. März 2002 - 3 O 2438/01 III - - 1 BvR 1060/02 -, 2. gegen a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 1. April 2003 - VI ZR 366/02 -, b) das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 18. September 2002 - 4 U 54/02 -, c) nochmals das Urteil des Landgerichts Heilbronn vom 12. März 2002 - 3 O 2438/01 III - - 1 BvR 1139/03 - hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den Präsidenten Papier, die Richterin Hohmann-Dennhardt und den Richter Hoffmann-Riem am 24. Mai 2006 einstimmig beschlossen:.
Wird ein Gynäkologe in unmittelbarer Nähe seiner Praxis gegenüber Passanten in Gesprächen über das Thema "Abtreibung" als Arzt namentlich unter Hinweis darauf benannt, daß er Abtreibungen vornehme, tritt das Recht auf Meinungsäußerung hinter das Recht auf Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des betroffenen Arztes zurück (Fortführung des Senatsbeschlusses vom 1. April 2003 - VI ZR 366/02 -).
(1) Bereits im Beschluß vom 1. April 2003 - VI ZR 366/02 - aaO, dem ein Verfahren zwischen den selben Parteien wie im vorliegenden Fall zugrunde lag, hat der Senat ausgeführt, daß der durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts geprägte Begriff der Rechtswidrigkeit im Rahmen der in § 218 a Abs. 1 StGB geregelten Beratungslösung ein legales, strafloses Handeln des Arztes nicht ausschließt.
gegen a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 1. April 2003 - VI ZR 366/02 -,.
Zwar entfaltet das vom Angeklagten hergestellte und verbreitete Flugblatt eine gewisse "Prangerwirkung" (vgl. hierzu BGH VersR 2003, 777-778 = NJW 2003, 2011-2012; BVerfGE 97, 391-408 = NJW 1998, 2889-2892; BVerfG NJW 1999, 2358-2359;… BGH ZIP 1993, 1801-1804 = BGHR BGB § 1004 Abs. 1 Persönlichkeitsrecht 2;… BGH DtZ 1994, 343-345 = BGHR BGB § 823 Abs. 1 Persönlichkeitsrecht 19); hieraus können sich für Dr. X. als Arzt und als Privatperson negative Konsequenzen ergeben.
Mit den Parteien hatte sich der Senat bereits im Verfahren 4 U 5/02 (Urteil vom 08.05.2002) und 4 U 54/02 (Urteil vom 18.09.2002) beschäftigt, wobei jeweils die Berufung des Beklagten zurückgewiesen wurde; im Verfahren 4 U 54/02 wurde der Senat letztlich durch die Entscheidung des BGH vom 01.04.2003 - Aktenzeichen VI ZR 366/02 - bestätigt.
Mit den Parteien hatte sich der Senat bereits im Verfahren 4 U 5/02 (Urteil vom 08.05.2002) und 4 U 54/02 (Urteil vom 18.09.2002) beschäftigt, wobei jeweils die Berufung des Beklagten zurückgewiesen wurde; im Verfahren 4 U 54/02 wurde der Senat letztlich durch die Entschei-dung des BGH vom 01.04.2003 - Aktenzeichen VI ZR 366/02 - bestätigt.
Die vom Beklagten vorgelegte Ent-scheidung des OLG Karlsruhe vom 23.04.2003 (Aktenzeichen 6 U 189/02, vgl. Pressemitteilung des OLG Karlsruhe vom 23.04.03 http://www.olg-Karlsruhe.de/ ) deckt sich im wesentlichen mit der Problematik des bereits mehrfach erwähnten Verfahrens des Senats unter dem Aktenzeichen 4 U 54/02; in seinem Beschluss vom 01.04.2003 - Aktenzeichen VI ZR 366/02 - in dem die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision gegen dieses Urteil des Senats zurückgewiesen wurde, hat der BGH deutlich gemacht, dass er die Auffassung des Senats für richtig hält.