Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.07.2012&Aktenzeichen=IV%20ZR%20164/11
Timestamp: 2013-06-20 01:11:42
Document Index: 178398957

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung BGH, 11.07.2012 - IV ZR 164/11 Volltextver�ffentlichungen (6)
AVB Lebensversicherung (hier: Policenbedingungen "Wealthmaster Noble" Nr. 3. 1); BGB �� 133, 157, 278
Versicherungsrecht - Erf�llungsanspr�che gegen Lebensversicherung
Bundesgerichtshof zu Schadensersatz- und Erf�llungsanspr�chen gegen den englischen Lebensversicherer Clerical Medical
Aufkl�rungspflicht bei Abschluss einer kreditfinanzierten kapitalbildenden Lebensversicherung als Anlagegesch�ft ("Wealthmaster Noble")
LG Heilbronn, 08.07.2010 - 4 O 222/09
NJW 2012, 3647
ZIP 2012, 1674 (Ls.)
NJ 2013, 85
WM 2012, 1582
Wird zitiert von ... (5) OLG Stuttgart, 29.10.2012 - 7 U 201/11 Beratungspflichten bei der Kapitalanlage in eine LebensversicherungDer Fall k�nne nicht nach den Grunds�tzen beurteilt werden, die der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 11.7.2012 in dem Verfahren IV ZR 164/11 entwickelt habe.Der Kl�ger hatte demnach keinen Anlass, die unstreitig nicht von der Beklagten stammende Musterberechnung heranzuziehen, um die Funktionsweise der "Wealthmaster"-Versicherung zu verstehen (BGH, Urteil vom 11.7.2012, IV ZR 164/11 Tz. 45).In diesem Sinne bezeichnete der Bundesgerichtshof diese Form des Vertriebs zutreffend als "Strukturvertrieb" (BGH, Urteil vom 11.7.2012, IV ZR 164/11 Tz. 51).3.4.1 F�r einen solchen Ursachenzusammenhang spricht eine durch die Lebenserfahrung begr�ndete tats�chliche Vermutung (BGH, Urteil vom 11.7.2012, IV ZR 164/11, TZ 66m. w. N.).Nach der neueren, mittlerweile senats�bergreifenden Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, Urteil vom 8.5.2012, XI ZR 262/10 Tz. 33 sowie Urteil vom 11.7.2012, IV ZR 164/11 Tz. 66) greift diese Beweislastumkehr auch nicht nur dann ein, wenn hypothetisch die ordnungsgem��e Aufkl�rung dem Aufgekl�rten vern�nftigerweise nur eine Handlungsalternative offen gestanden h�tte, also keinen Entscheidungskonflikt er�ffnet h�tte.Wer durch ein haftungsbegr�ndendes Verhalten zum Abschluss eines Vertrages verleitet wird, den er ohne dieses Verhalten nicht geschlossen h�tte, kann auch bei objektiver Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung einen Verm�gensschaden dadurch erleiden, dass die Leistung f�r seine Zwecke nicht voll brauchbar ist (BGH 11.7.2012, IV ZR 164/11, Tz. 64).Die ma�geblichen Rechtsfragen sind durch die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 11.7.2012 (Leitentscheidung IV ZR 164/11) hinreichend gekl�rt.
OLG K�ln, 05.10.2012 - 20 U 71/11 Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellt sich der Abschluss der hier streitgegenst�ndlichen kapitalbildenden Lebensversicherung bei wirtschaftlicher Betrachtung als Anlagegesch�ft dar, weil das Todesfallrisiko gegen�ber der Renditeerwartung von untergeordneter Bedeutung war (Urteile vom 11. Juli 2012, IV ZR 271/10 Rz. 20, IV ZR 151/10 Rz. 50 und IV ZR 164/11 Rz. 53).Eine ausreichende Aufkl�rung der Versicherungsnehmer erfolgt, wie der Bundesgerichtshof ausgef�hrt hat, durch die Policenbedingungen, insbesondere deren Ziffern 2.1 und 2.6, nicht, weil sich daraus nicht ergibt, dass f�r alle Pools gemeinsame Reserven gebildet werden mit der Folge, dass die mit der Einmalzahlung des Kl�gers erwirtschaftete Rendite auch zur Gew�hrleistung von Garantieanspr�chen aller anderen Versicherungsnehmer verwendet werden kann (BGH, Urteil vom 11. Juli 2012 IV ZR 164/11 Rz. 59 f.).Durch den Abschluss des Lebensversicherungsvertrages ist dem Kl�ger ein Schaden entstanden, der in der Belastung mit dem f�r ihn nachteiligen Vertrag liegt (BGH, Urteile vom 11.07.2012, IV ZR 164/11 Rz. 64 und IV ZR 151/11 Rz. 59).Diese Vermutung muss die Beklagte entkr�ften (BGH, Urteile vom 11, 07.2012, IV ZR 151/11 Rz. 61, IV ZR 164/11 Rz. 66 und IV ZR 271/10 Rz. 25).Dies ist hier nicht der Fall, denn der Kl�ger verlangt das negative Interesse, will also so gestellt werden, als h�tte er den Lebensversicherungsvertrag mit der Beklagten nicht abgeschlossen (vgl. auch BGH, Urteile vom 11, 07.2012, IV ZR 151/11 Rz. 63, IV ZR 164/11 Rz. 68 und IV ZR 286/10 Rz. 30).Dass hierin einer der Gr�nde f�r den niedrigen Wertzuwachs der Poolanteile liegen k�nnte, konnte sich ihm aufgrund der Komplexit�t der Lebensversicherung nicht erschlie�en (BGH, Urteil vom 11.07.2012, IV ZR 164/11 Rz. 71).
BGH - IV ZR 269/10 (Verfahren ohne Entscheidung erledigt) Clerical Medical zieht Revision beim BGH zur�ck ("Wealthmaster Noble") // …IV ZR 164/11.In den Verfahren IV ZR 151/11 und IV ZR 164/11 verfolgen die Kl�ger in erster Linie Schadensersatzanspr�che wegen behaupteter fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit Abschl�ssen von kreditfinanzierten Lebensversicherungsvertr�gen des Produkttyps "Wealthmaster Noble" in den Jahren 2001 und 2002.Sie verlangen deshalb in erster Linie Ersatz des ihnen durch Abschluss der Vertr�ge entstandenen Vertrauensschadens, insbesondere die Freistellung von den Verbindlichkeiten aus den abgeschlossenen Darlehensvertr�gen zwecks Finanzierung der Einlage von insgesamt 200.000 EUR im Verfahren IV ZR 151/11 und 75.000 EUR im Verfahren IV ZR 164/11.Die in den Verfahren IV ZR 151/11 und IV ZR 164/11 in erster Linie verfolgten Schadensersatzanspr�che hat es im Hinblick auf diesen bestehenden Erf�llungsanspruch verneint.Dagegen richten sich die Revisionen der Beklagten und - soweit ihre Hauptantr�ge abgewiesen worden sind - die Revisionen der Kl�ger (in IV ZR 151/11 und IV ZR 164/11).
BGH, 07.11.2012 - VIII ZR 108/12 Das Berufungsgericht hat die internationale Zust�ndigkeit deutscher Gerichte, die in jeder Lage des Verfahrens, und zwar auch noch im Revisionsverfahren, von Amts wegen zu pr�fen ist (BGH, Urteil vom 11. Juli 2012 - IV ZR 164/11, WM 2012, 1582 Rn. 22 mwN), und damit die Zust�ndigkeit des Landgerichts K�ln zu Recht f�r gegeben erachtet.
BGH, 11.07.2012 - IV ZR 271/10 Versicherungsrecht - Anspr�che gegen englische LebensversicherungDie Aufhebung und Zur�ckverweisung wird dem Berufungsgericht dabei auch Gelegenheit geben, zu den weiteren vom Kl�ger in den Tatsacheninstanzen geltend gemachten Aufkl�rungsm�ngeln, insbesondere bez�glich des von der Beklagten praktizierten Gl�ttungsverfahrens ("smoothing") und der Regelungen zur Marktpreisanpassung (vgl. zu diesen beiden Punkten auch das Senatsurteil vom heutigen Tage IV ZR 164/11 unter Rn. 55 und 61) Stellung zu nehmen.