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Timestamp: 2018-01-19 09:31:00
Document Index: 309792660

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 30', '§ 33', '§ 1', '§ 17', '§ 17', '§ 6', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 22', '§ 22']

Landesrecht TH Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport | Verwaltungsvorschrift (Thüringen) | Einstellung in den Thüringer Schuldienst | i. d. F. v. 07.04.2017 | gültig ab 28.04.2017 | gültig bis 06.04.2022
Aktenzeichen: 1B 4/0311
Erlassdatum: 07.04.2017
Gültig ab: 28.04.2017
Gültig bis: 06.04.2022
Fundstelle: ABl. TMBJS 2017, 69
III. Auswahlverfahren für die unbefristete Einstellung
1. Ranglistenverfahren
1.2 Reihung und Auswahl
2. Unterjährige Einstellung
2.2 Reihung und Auswahl
3. Schulscharfe Einstellung
3.2 Reihung und Auswahl
IV. Auswahlverfahren für die befristete Einstellung
V. Sonstige Kriterien
VI. In-Kraft-Treten, Wegfall von Übergangsbestimmungen, Außer-Kraft-Treten
Anlage 1 zu den Richtlinien des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport für die Einstellung in den Thüringer Schuldienst
2. Erzieherin bzw. Erzieher
3. Sonderpädagogische Fachkraft
4. Fachkräfte für Deutsch als Zweitsprache
vom 7. April 2017, Az.: 1B 4/0311
Fundstelle: ABl. TMBJS 2017, S. 69
Die nachfolgenden Richtlinien gelten für alle Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrern, Sonderpädagogischen Fachkräften und Erzieherinnen und Erziehern und Fachkräfte für Deutsch als Zweitsprache im Bereich des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.
Die Einstellungen werden nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorgenommen.
Als Verfahren kommen zur Anwendung:
Grundsätzlich wird für die Besetzung der Stellen das Verfahren mittels der zu bildenden Ranglisten nach Punkt III Nummer 1 dieser Richtlinien durchgeführt (Ranglistenverfahren).
Bei Bewerbermangel oder bei Bedarf können Stellen im Laufe des Schuljahres veröffentlicht und besetzt werden (unterjährigen Einstellung). Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorliegenden Bewerbungen, bei denen die nach Punkt III Nummer 1.1 Buchst. b erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden, werden in das Besetzungsverfahren einbezogen.
Zu den Einstellungsterminen können Stellen schulscharf ausgeschrieben werden (schulscharfe Einstellung). Das Verfahren zur Besetzung dieser Stellen wird nach einem vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport festgelegten Verfahren zur schulscharfen Einstellung durchgeführt.
1. Voraussetzungen für Einstellungen in den Thüringer Schuldienst sind freie Stellen und ein Personalbedarf der Schulen.
Die in einem Kalenderjahr vorhandenen Einstellungsressourcen werden durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport den Schulämtern zugewiesen. Nach dieser Zuweisung wird eine allgemeine Ausschreibung zur Besetzung der freien Stellen im Amtsblatt und auf der Homepage des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vorgenommen. In dieser Ausschreibung wird unter anderen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung der freien Stellen hingewiesen.
Im Verfahren können grundsätzlich nur Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, die den Nachweis über
eine in Thüringen oder einem anderen Land in der Bundesrepublik Deutschland nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz abgelegte oder bis spätestens zum Einstellungstermin bestandene Zweite Staatsprüfung,
eine außerhalb der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossene Lehrerausbildung, die nach der Thüringer Lehrämteranerkennungsverordnung vom 28. April 2008 in der jeweils geltenden Fassung als gleichwertig zu einer Zweiten Staatsprüfung für ein Lehramt in Thüringen anerkannt wurde, oder
die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen für eine Einstellung nach Anlage 1
Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen als Lehrerin bzw. Lehrer, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erworben wurden, erfolgt in einem gesonderten Anerkennungsverfahren, das vor Beginn des Einstellungsverfahrens abgeschlossen sein muss.
Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland müssen für eine angestrebte Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer in den staatlichen Schuldienst einen Nachweis über die für die Berufsausübung als Lehrerin bzw. Lehrer erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse vorlegen. Der erforderliche Nachweis wird erbracht, wenn deutsche Sprachkenntnisse der Niveaustufe C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgt unter anderem durch das Große Deutsche Sprachdiplom des Goethe-Instituts (GDS) oder gleichwertige Sprachzertifikate (Niveau C2) oder die erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium nach § 14 Absatz 2 Nr. 2, Absatz 3 Thüringer Lehrämteranerkennungsverordnung.
Die persönliche Eignung als Voraussetzung für eine Einstellung wird in Anwendung des Runderlasses der Thüringer Landesregierung über die Prüfung der persönlichen Eignung für den öffentlichen Dienst in der jeweils gültigen Fassung überprüft.
2. Die Einstellungen erfolgen in der Regel zum ersten Arbeitstag der Vorbereitungswoche bzw. zum ersten Unterrichtstag nach den Winterferien. Darüber hinaus können Einstellungen je nach Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit zu anderen Terminen vorgenommen werden.
Die Einstellung erfolgt im Beamtenverhältnis, sofern die/der Bewerberin/Bewerber die beamten- und laufbahnrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Liegen die Voraussetzungen für eine Verbeamtung nicht vor oder entscheidet sich die oder der Betreffende nicht für eine Verbeamtung, kann die Einstellung im Tarifbeschäftigtenverhältnis erfolgen.
a) Bewerbungen können jederzeit vorgenommen werden.
Die Bewerbungen müssen für die Berücksichtigung im Auswahlverfahren für die Einstellung zum ersten Arbeitstag der Vorbereitungswoche bis zum 30. April des betreffenden Jahres bzw. für die Einstellung zum ersten Unterrichtstag nach den Winterferien bis zum 30. November des Vorjahres übersandt werden.
Zuständig für die Bewerbung ist das Schulamt, welches als Erstwunsch für eine Einstellung von der/dem Bewerberin/Bewerber angegeben wird.
b) Für die Bewerbung um eine Einstellung in den Thüringer Schuldienst ist das Online-Bewerbungsportal zu verwenden. Das danach ausgedruckte Bewerbungsschreiben ist zusammen mit den unter a) bis d) aufgeführten Unterlagen dem Schulamt zu übersenden, welches als Erstwunsch angegeben wurde.
Für eine zu berücksichtigende Bewerbung sind einzureichen:
ausgedrucktes Bewerbungsschreiben,
ein Lebenslauf (tabellarisch, eigenhändig unterschrieben),
der Nachweis über die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen (beglaubigte Kopien der Abschlusszeugnisse, z. B. Erste und Zweite Staatsprüfung, Bachelor-/Master-Abschluss und Zweite Staatsprüfung) und
eine Erklärung über gegebenenfalls anhängige Straf- und Ermittlungsverfahren.
Bei gewünschter Rücksendung der Bewerbungsunterlagen ist ein ausreichend frankierter Rückumschlag beizulegen.
Sollte das Zeugnis über die Zweite Staatsprüfung noch nicht vorliegen, wird auch eine vorläufige Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss der Prüfung mit Angabe des Lehramtes, der Fächer und der endgültigen Note akzeptiert. Das endgültige Zeugnis ist umgehend nachzureichen.
Liegt zum Bewerbungszeitpunkt die Note der Zweite Staatsprüfung noch nicht vor, so ist in der Bewerbung als Note für die Zweite Staatsprüfung der Wert 7 einzutragen. Der Nachweis über die endgültige Note ist umgehend nach Erhalt nachzureichen.
c) Die/der Bewerberin/Bewerber kann sich um Einstellung in mehreren Schularten und um Einstellung in verschiedenen Schulamtsbereichen bewerben.
d) Die/der Bewerberin/Bewerber erhält unmittelbar nach Eingang und Erfassung ihrer/seiner Bewerbung eine Eingangsbestätigung ggf. mit dem Hinweis auf fehlende Unterlagen und einen Hinweis, ob die Bewerbung im weiteren Verfahren berücksichtigt werden kann bzw. ob aufgrund fehlender Nachweise eine Einbeziehung in das Verfahren noch nicht möglich ist.
Gleichzeitig erhält die/der Bewerberin/Bewerber ein Schreiben zur umgehenden Beantragung eines erweiterten Führungszeugnisses gemäß § 30 a Bundeszentralregistergesetz, welches zum Zeitpunkt der Vorlage zur Bewerbung nicht älter als sechs Monate sein darf. Es obliegt der/dem Bewerberin/Bewerber, die fehlenden Unterlagen beizubringen.
Nach einem Jahr nach Vorlage einer zu berücksichtigenden Bewerbung läuft die Gültigkeit der Bewerbung aus, so dass eine erneute Bewerbung erforderlich ist.
Die von der/dem Bewerberin/Bewerber vorgenommenen Angaben in dem Online-Bewerbungsportal werden für die Dauer von 12 Monaten in einer automatisierten Anlage gespeichert und danach gelöscht, sofern keine Neu- bzw. Wiederbewerbung erfolgte.
1.2.1. Zunächst wird für alle Stellen eine Kombination von Fächern, Fachrichtungen bzw. Berufsfeldern innerhalb eines Lehramtes eine Liste (Rangliste) erstellt, in welche diejenigen Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen werden, die durch
aa) das erworbene Lehramt oder durch die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen gemäß Anlage 1 und
bb) durch ihre Fächer, Fachrichtungen bzw. Berufsfelder
den Anforderungen entsprechen.
b) Bei einer Stelle im Bereich der Regelschule wird, wenn eine Besetzung wegen fehlenden geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern gemäß Buchstabe a nicht möglich ist, eine Liste (Rangliste) mit Bewerberinnen und Bewerbern erstellt, die
aa) über die Befähigung für das Lehramt an Gymnasien verfügen oder durch die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen gemäß Anlage 1 (Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an Gymnasien, Gemeinschafts- und Gesamtschulen) und durch ihre Fächer den Anforderungen der Stelle entsprechen sowie
bb) explizit eine Bewerbung um Einstellung als Regelschullehrerin/Regelschullehrer eingereicht haben.
1.2.2. Die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber innerhalb der gebildeten Ranglisten erfolgt nach Leistungsgrundsätzen.
Die Bewerberinnen und Bewerber werden dazu nach dem gewichteten Gesamtwert G gereiht, der wie folgt berechnet und generell auf eine Dezimale gerundet wird:
a) Bewerberinnen und Bewerber mit Erster und Zweiter Staatsprüfung
b) Bewerberinnen und Bewerber mit Bachelor-/Master-Abschluss und Zweiter Staatsprüfung
c) Bewerberinnen und Bewerber mit einer Ausbildung nach Anlage 1
d) Bewerberinnen und Bewerber, die zusätzlich den Nachweis über eine Erweiterungsprüfung, mit der sie die Lehrbefähigung für ein weiteres Fach erworben haben, erbringen und sich um Einstellung unter Berücksichtigung dieses Fachs bewerben
Bewerberinnen und Bewerber mit Erster und Zweiter Staatsprüfung
Bewerberinnen und Bewerber mit Bachelor-/Master-Abschluss und Zweiter Staatsprüfung
Bewerberinnen und Bewerber mit einer Ausbildung nach Anlage 1
Ergebnis des Bachelor-Abschlusses
Ergebnis des Master-Abschlusses
Ergebnis der Ersten Staatsprüfung oder einer gleichgestellten Hochschulprüfung
Ergebnis der Zweiten Staatsprüfung
Ergebnis der Erweiterungsprüfung
Einzelnote des Abschlusszeugnisses des Hochschul- oder. Fachschulabschlusses einschließlich der Abschlussarbeit, jedoch ohne Berücksichtigung der Note für das Fach Marxismus-Leninismus
Anzahl der Einzelnoten
Für Bewerberinnen und Bewerber, deren Zeugnis eine Abschlussnote ohne Nachkommastelle ausweist, geht die Summe aus der Note und 0,49 in die Berechnung des gewichteten Gesamtwertes G ein. Weist das Abschlusszeugnis eine Wortlautnote auf, geht ebenfalls die Summe aus der entsprechenden Notenziffer und 0,49 in die Berechnung des gewichteten Gesamtwertes G ein. Der Nachweis besserer Leistungen obliegt der/dem jeweiligen Bewerberin/Bewerber.
Bei den Bewerberinnen und Bewerbern, bei denen zum Zeitpunkt der Auswahlentscheidung die Note der Zweiten Staatsprüfung noch nicht bekannt ist, wird als Ergebnis der Zweiten Staatsprüfung der Wert 7 zu Grunde gelegt. Nach Vorlage des Zeugnisses der Zweiten Staatsprüfung bzw. einer vorläufigen Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss der Zweiten Staatsprüfung wird die erzielte Note in die Berechnung des Gesamtwertes G einbezogen.
1.2.3. Weiteres Auswahlverfahren
Mit den Bewerberinnen und Bewerbern, die eine Ausbildung nach Punkt II Nummer 1 nachgewiesen haben und deren gewichteter Gesamtwert G sich um nicht mehr als eine Note unterscheiden, können Bewerbergespräche geführt werden. Diese Bewerbergespräche führt das Staatliche Schulamt, in dessen Aufsichtsbereich die Stelle zu besetzen ist. Die/der Schulleiterin/Schulleiter, an deren/dessen Schule die Stelle zu besetzen ist, ist gemäß § 33 Thüringer Schulgesetz am Verfahren zu beteiligen. Im Ergebnis der Bewerbergespräche wird eine endgültige Reihung festgelegt. Erscheint eine/ein Bewerberin/Bewerber ohne triftigen Grund nicht zum Bewerbergespräch, so findet sie/er bei der Vergabe der betreffenden Stelle keine Berücksichtigung.
Die Stellen werden den Bewerberinnen bzw. Bewerbern in der Reihenfolge der sich nunmehr ergebenden Reihung auf der Rangliste angeboten.
Liegt von der/dem Bewerberin/Bewerber innerhalb der festgelegten Frist keine Rückäußerung vor oder lehnt sie/er die ihr/ihm angebotene Stelle ab, wird sie/er von dieser Rangliste gestrichen.
Lehnt die/der Bewerberin/Bewerber das Angebot ab oder steht sie/er zum vorgesehenen Einstellungstermin nicht zur Verfügung, so ist die Stelle der/dem nächsten Bewerberin/Bewerber der Liste anzubieten.
Die Entscheidung zur Einstellung der Bewerberinnen und Bewerber, die zum Zeitpunkt der Auswahl noch über kein Zeugnis der Zweiten Staatsprüfung verfügen, steht bis zu dessen Vorlage unter dem Vorbehalt der Überprüfung. Die Einstellung erfolgt erst dann, wenn der erfolgreiche Abschluss der Zweiten Staatsprüfung nachgewiesen wurde.
Für die Einstellungen im Laufe des Schuljahres werden durch die Schulämter die zu besetzenden Stellen auf deren Homepage veröffentlicht.
In das Auswahlverfahren werden die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorliegenden Bewerbungen, bei denen die nach Punkt III Nummer 1.1 Buchst. b erforderlichen Unterlagen vorliegen, einbezogen.
Die Reihung und Auswahl für die Besetzung der Stelle erfolgt Punkt III Nummer 1.2 entsprechend.
Für die schulscharfen Einstellungen werden Ausschreibungen vorgenommen.
Das Verfahren zur Besetzung der schulscharfen Stellen wird nach dem vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport festgelegten Verfahren durchgeführt.
Für die Teilnahme an den Auswahlverfahren müssen explizit Bewerbungen eingereicht werden.
Die Bewerbungen sind an das Staatliche Schulamt zu senden, in dessen Zuständigkeitsbereich sich die Schule, für die eine Stelle ausgeschrieben ist, befindet.
Zu den Bewerbungsunterlagen gehören das für schulscharf ausgeschriebene Stellen vorhandene Bewerbungsformular und
der Nachweis über die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen (beglaubigte Kopien der Abschlusszeugnisse, z. B. Erste und Zweite Staatsprüfung, Bachelor-/Master-Abschluss und Zweite Staatsprüfung),
eine Erklärung über gegebenenfalls anhängige Straf- und Ermittlungsverfahren sowie
ggf. weitere Nachweise gemäß den Angaben in den schulscharfen Ausschreibungen.
In die Auswahl werden die Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen, die die in der schulscharfen Ausschreibung geforderten Anforderungen erfüllen. Die Auswahl der Bewerberinnen bzw. der Bewerber erfolgt nach Leistungsgrundsätzen. Die Bewerberinnen und Bewerber werden dazu nach dem gewichteten Gesamtwert G gereiht, der entsprechend Nummer 1.2.2 gebildet wird.
Bewerbungen können jederzeit vorgenommen werden. Hierfür ist das Online-Bewerbungsportal zu verwenden. Das danach ausgedruckte Bewerbungsschreiben ist zusammen mit den im Punkt III Nummer 1.1 Buchst. b aufgeführten Unterlagen dem Schulamt zu übersenden, welches als Erstwunsch angegeben wurde.
Punkt III Nummer 1 gilt entsprechend.
Abweichend von Punkt III Nummer 1.2 können, insbesondere beim Fehlen geeigneter Bewerberinnen und Bewerber, auch Bewerberinnen und Bewerber in das Verfahren einbezogen werden, die im Einzelfall ihre persönliche, fachliche und pädagogische Eignung für eine Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer, Sonderpädagogische Fachkraft oder als Erzieherin bzw. Erzieher abweichend von Anlage 1 dieser Richtlinien nachweisen.
Werden hierdurch Bewerberinnen und Bewerber in das Verfahren aufgenommen, für die aufgrund fehlender Ausbildungsvoraussetzungen und entsprechender Abschlussnoten ein gewichteter Gesamtwert G nicht berechnet werden kann, so sind diese Bewerberinnen und Bewerber grundsätzlich auf der entsprechenden Rangliste nach den Bewerberinnen und Bewerbern mit gewichtetem Gesamtwert G zu führen.
Die in Artikel 2 § 1 des 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetzes genannten Personen werden als Bewerberinnen und Bewerber bei gleicher Qualifikation und Eignung grundsätzlich bevorzugt in den Schuldienst eingestellt, wenn sie eine Rehabilitationsbescheinigung des Landesamtes für Rehabilitation und Wiedergutmachung nach § 17 des Gesetzes über den Ausgleich beruflicher Benachteiligung für Opfer politischer Verfolgung im Beitrittsgebiet (Artikel 2 § 17 des 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetzes) vorlegen.
Darüber hinaus findet Berücksichtigung:
Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen- vom 19. Juni 2001 (BGBl. I S. 1046) in der jeweils gültigen Fassung,
Gesetz über den Schutz des Arbeitsplatzes bei Einberufung zum Wehrdienst - Arbeitsplatzschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S. 2055) - verzögerter Ausbildungsabschluss durch Ableisten des Grundwehrdienstes - in der jeweils gültigen Fassung,
Gesetz über den Zivildienst der Kriegsdienstverweigerer -Zivildienstgesetz- in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Mai 2005 (BGBl. I S. 1346) - verzögerter Ausbildungsabschluss durch Ableisten des Zivildienstes - in der jeweils gültigen Fassung,
§ 6 Thüringer Gesetz über die Laufbahnen der Beamten – Thüringer Laufbahngesetz vom 12. August 2014 (GVBl. S. 472, 498) - Benachteiligungsverbot - in der jeweils gültigen Fassung,
Thüringer Gleichstellungsgesetz vom 6. März 2013 (GVBl. S. 49); Grundsätze zur beruflichen Förderung von Frauen im öffentlichen Dienst nach dem Frauenförderplan des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in der jeweils gültigen Fassung.
Die Richtlinien treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten dieser Richtlinien treten die Richtlinien des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur für die Einstellung in den Thüringer Schuldienst vom 19. Mai 2016 außer Kraft.
Die Bonuspunkte, die entsprechend den Einstellungsrichtlinien vom 30. Januar 2003, 5. Juli 2012, 3. März 2014 und 19. Mai 2016 erworben wurden, verlieren ihre Gültigkeit.
Die Richtlinien treten mit Ablauf des 6. April 2022 außer Kraft.
Erfurt, den 7. April 2017
zu den Richtlinien des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport für die Einstellung in den Thüringer Schuldienst
Fachliche Voraussetzung für eine Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern ohne Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt
Sofern Bewerberinnen und Bewerber die Zweite Staatsprüfung für ein Lehramt nicht abgelegt haben, werden die nachfolgenden Abschlüsse bzw. Qualifikationen für eine Einstellung in den Thüringer Schuldienst vorausgesetzt:
Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an Grund- und Gemeinschaftsschulen
Fachschulabschluss als Lehrerin bzw. Lehrer für die unteren Klassen mit voller Lehrbefähigung (siehe hierzu § 2 der Thüringer Verordnung über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen vom 6. Mai 1994 in der jeweils geltenden Fassung)
vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als gleichwertig anerkannter Abschluss.
Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an Regel-, Gemeinschafts- und Gesamtschulen
an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule erworbener Abschluss als Diplomlehrerin bzw. Diplomlehrer mit der Lehrbefähigung für zwei Fächer der Thüringer Stundentafel (siehe hierzu § 2 der Thüringer Verordnung über die Fächer und die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen vom 9. Dezember 2008 in der jeweils geltenden Fassung)
Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an Gymnasien, Gemeinschafts- und Gesamtschulen
an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule erworbener Abschluss als Diplomlehrerin bzw. Diplomlehrer mit zwei Fächern der Thüringer Stundentafel (siehe hierzu § 2 Thüringer Verordnung über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien vom 9. Dezember 2008 in der jeweils geltenden Fassung)
Darüber hinaus können bei der Einstellung von Lehrkräften zur Absicherung von Spezialunterricht in Spezialgymnasien Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Dies setzt jeweils eine Genehmigung des für das Schulwesen zuständigen Ministeriums voraus.
Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an berufsbildenden Schulen
an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule nach dem Recht der ehemaligen DDR erworbener Abschluss als Lehrerin bzw. Lehrer mit Lehrbefähigung für den berufstheoretischen Unterricht (in der Regel Diplom-Ingenieurpädagogin/Diplom-Ingenieurpädagoge, Diplom-Ökonompädagogin/Diplom-Ökonompädagoge, Diplom-Medizinpädagogin/Diplom-Medizinpädagoge bzw. Diplom-Agrarpädagogin/Diplom-Agrarpädagoge) oder
Bei der Einstellung von Lehrkräften für den fachtheoretischen Unterricht können Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Dies setzt jeweils eine Genehmigung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport voraus.
Darüber hinaus können bei der Einstellung von Fachlehrerinnen und Fachlehrern für den fachpraktischen Unterricht Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Dies setzt jeweils eine Genehmigung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport voraus.
Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer an Förderschulen
Fachschulabschluss als Lehrerin bzw. Lehrer mit voller Lehrbefähigung für die unteren Klassen (Deutsch, Mathematik, weiteres Fach) und zusätzliches Aufbaustudium an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule in mindestens einer sonderpädagogischen Fachrichtung
eine Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen oder das Lehramt an Regelschulen sowie eine in Thüringen abgelegte Erste Staatsprüfung für das Lehramt für Förderpädagogik oder ein vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als gleichwertig mit einer Ersten Staatsprüfung anerkannter Abschluss
an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule erworbener Abschluss als Diplomlehrerin/Diplomlehrer oder Fachlehrerin/Fachlehrer in einem Fach oder zwei Fächern der Thüringer Stundentafel und abgeschlossene sonderpädagogische Zusatzausbildung an einer Universität oder ihr gleichgestellten Hochschule in mindestens einer sonderpädagogischen Fachrichtung
an der Universität Rostock erworbener Abschluss als Diplomlehrerin bzw. Diplomlehrer an Hilfsschulen
Fachliche Voraussetzung für eine Einstellung
Tätigkeit als Erzieherin bzw. Erzieher an Grund- und Gemeinschaftsschulen und Internaten
Fachschulabschluss vor dem 1. Januar 1995 nach Rechtsvorschriften der ehemaligen DDR in Erzieherberufen, die gemäß der KMK-Vereinbarung vom 14. Juni 1991 in der Fassung vom 27. Januar 1995 den Teilbereich "Hort" oder "Heim und Hort" im Tätigkeitsfeld der/des Staatlich anerkannten Erzieherin/Erziehers zugeordnet sind oder
Fachschulabschluss als Staatlich anerkannte Erzieherin/Staatlich anerkannter Erzieher. Sofern die zur Verfügung stehenden Stellen nicht mit Bewerberinnen und Bewerbern mit vorgenannter Ausbildung besetzt werden können, sind die Anforderungen an eine Einstellung in den Landesdienst insbesondere auch dann erfüllt, wenn die Bewerberinnen und Bewerber über eine der nachfolgenden Abschlüsse verfügen:
Fachschulabschluss als Lehrerin bzw. Lehrer für die unteren Klassen
Pädagogik der Kindheit (FH Erfurt)
Diplom-Sozialpädagogin/Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeit (FH Erfurt)
Nach erfolgter einjähriger Bewährung in der Tätigkeit als Erzieherin bzw. Erzieher im Hort einer Grund- oder Gemeinschaftsschule erfüllen auch die Bewerberinnen und Bewerber mit nachfolgenden Abschlüssen die Anforderung an eine Einstellung in den Landesdienst:
Lehrerin/Lehrer mit Lehramt für Grundschulen (mindestens erfolgreicher Abschluss der Erste Staatsprüfung) oder vergleichbarer Masterabschluss
Diplompädagogin/Diplompädagoge, Diplomerziehungswissenschaftlerin/Diplomerziehungswissenschaftler
Master Erziehungswissenschaften als Hauptfach
Bachelor „Pädagogik der Kindheit“ (Universität)
Bewerberin/Bewerber, die sich in einer Weiterbildung zur/zum Staatlich anerkannten Erzieherin/Erzieher befinden
Darüber hinaus können auch Bewerberinnen und Bewerber mit einer pädagogischen Ausbildung nach vorheriger Einzelfallprüfung im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport eingestellt werden, wie z. B.
Bachelor in einer sonstigen Fachrichtung im sozialpädagogischen Feld,
Master in einer sonstigen Fachrichtung im sozialpädagogischen Feld.
Tätigkeit als Sonderpädagogische Fachkraft
Abschluss als Staatlich anerkannte/anerkannter Erzieherin/Erzieher oder
Abschluss als Staatlich anerkannte/anerkannter Heilpädagogin/Heilpädagoge oder
Abschluss als Staatlich anerkannte/anerkannter Heilerziehungspflegerin/Heilerziehungspfleger oder
ein vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport als gleichwertig anerkannter Abschluss
jeweils mit einer sonderpädagogischen Qualifizierung in zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen
Fachschulabschluss vor dem 1. Januar 1995 nach Rechtsvorschriften der ehemaligen DDR in Erzieherberufen, die gemäß der KMK-Vereinbarung vom 14. Juni 1991 in der Fassung vom 27. Januar 1995 den Teilbereich "Hort" oder "Heim und Hort" im Tätigkeitsfeld des Staatlich anerkannten Erziehers zugeordnet sind oder
jeweils mit einer sonderpädagogischen Qualifizierung in einer sonderpädagogischen Fachrichtung
Fachschulabschluss als Staatlich anerkannte/anerkannter Heilpädagogin/Heilpädagoge
Fachschulabschluss als Staatlich anerkannte/anerkannter Heilerziehungspflergin/Heilerziehungspfleger
Darüber hinaus können im Einzelfall auch Personen mit anderen Ausbildungen eingestellt werden; dies setzt jedoch jeweils eine Genehmigung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport voraus.
Tätigkeit als Fachkraft für Deutsch als Zweitsprache
Die Bewerberinnen und Bewerber, die einen Abschluss nach Punkt II Nummer 1 a oder b oder nach Anlage 1 Nr. 1 nachweisen, müssen über die Qualifikation in Deutsch als Zweitsprache oder Deutsch als Fremdsprache verfügen.
Sofern Bewerberinnen und Bewerber nach Punkt II Nummer 1 a und b sowie nach Anlage 1 Nr. 1 nicht zur Verfügung stehen, haben Bewerberinnen und Bewerber die unten aufgeführten Abschlüsse und eine Qualifikation in Deutsch als Zweitsprache oder Deutsch als Fremdsprache oder einer Fremdsprache für eine Einstellung in den Thüringer Schuldienst nachzuweisen. Des Weiteren ist ein Nachweis erforderlich, dass im Umfang von mindestens einem Jahr pädagogische Erfahrungen oder im Umfang von mindestens einem Jahr ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassener Integrationskurs geleitet wurde.
Nachzuweisende Abschlüsse sind:
Abschluss nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter vom 26. April 2016 (GVBl. 2016, 180), in der jeweils gültigen Fassung, jedoch unter der Voraussetzung, dass nachgewiesen wird, bisher den Vorbereitungsdienst nicht absolviert zu haben
ein nach § 22 Abs. 1 ThürLbG als mit einer Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichwertig anerkannter Hochschulabschluss
ein nach § 22 Abs. 2 ThürLbG einer Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt gleichgestellter Hochschulabschluss bezogen auf mindestens ein Ausbildungsfach des Vorbereitungsdienstes für ein Lehramt in Thüringen
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