Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DAR%201994,%20155
Timestamp: 2018-06-19 03:12:24
Document Index: 138234682

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 287', '§ 287', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: DAR 1994, 155 - dejure.org
BGB §§ 823, 847; ZPO § 287
Haftpflichtrecht; HWS-Schleudertrauma; Nachweis der Schädigung; Dauerschaden; Hinreichende Wahrscheinlichkeit; Beweiserleichterung; Haftungsausfüllende Kausalität
LG Münster, 05.01.1989 - 15 O 526/87
DAR 1994, 155
OLG Hamm vom 09.09.1993, Az.: 6 U 58/89: 12.782,00 EUR (indexiert: 16.881,76 EUR).
Biomechanische Gutachten sind zur Feststellung von Unfallfolgen nicht verzichtbar (OLG Hamm OLGR 1994, 50 = NJW-RR 1994, 481 = VersR 1994, 1322 = NZV 1994, 189 = DAR 1994, 155 [157]; ferner KG NZV 2005, 521 f.;… Senat , Urt. v. 28.07.2006 - 10 U 1684/06 [Juris] und zuletzt Urt. v. 25.06.2010 - 10 U 1847/10 [Juris = NJW-Spezial 2010, 554 - red.
Damit steht der Haftungsgrund fest, weshalb die Frage, ob der Unfall über diese Primärverletzung hinaus auch für die weiteren Beschwerden des Klägers ursächlich ist, am Maßstab des § 287 ZPO zu prüfen ist (…vgl. Senat im Urt. v. 08.03.2007, Az.: 12 U 48/06, Schaden-Praxis 2007, 428;… Saarländisches OLG, Urt. v. 20.01.2004, Az.: 3 U 6/03 …sowie Urt. v. 28.06.2004, Az.: 4 U 236/04, OLGR 2005, 740 ff;… OLG Frankfurt, Urt. v. 10.09.2003, Az.: 4 U 153/00; OLG Hamm VersR 1994, 1322, 1323).
Daher darf eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, die etwa gar den besonders strengen medizinisch-wissenschaftlichen Kriterien standhält, nicht verlangt werden; vielmehr kann es durchaus genügen, daß für die Kausalität eine überwiegende Wahrscheinlichkeit spricht (vgl. BGH VersR 93, 55 = NJW 92, 3298 = NZV 93, 64 m.w.N.; ausführlich Senatsurteil vom 09.09.1993 - 6 U 58/89 - r + s 94, 98 = DAR 94, 189 = NZV 94, 189; ständige Rechtsprechung).
Wie dem Senat aufgrund seiner Erfahrung aus ähnlichen Sachen (vgl. z.B. die o.a. Sache 6 U 58/89, r + s 94, 98 ff) bekannt ist, erscheint demgemäß ein Neurologe oder Neurochirurg in besonderer Weise sachkundig und berufen zur Klärung von Zusammenhängen, die ohne sichtbare knöcherne oder ligamentäre Verletzungen zwischen einem Unfall und späteren Beschwerden bestehen.
Sie sind bei Menschen nach dem 30. Lebensjahr so häufig anzutreffen, daß sie mitunter als "regelrechte Volkskrankheit in den westlichen Industrieländern" bezeichnet werden (vgl. Senatsurteil 6 U 58/89 v. 09.09.1993 - NZV 94, 189 = r + s 94, 98 m.w.N.).
Das Beweismaß für die weiteren Schadensfolgen einer wie hier feststehenden Primärverletzung richtet sich nach § 287 ZPO (vgl. BGH VersR 70, 924; 87, 310; 93, 55; Senat VersR 94, 1322; Lemke NZV 96, 337); es genügt also hinreichende Wahrscheinlichkeit.
Im Rahmen des §§ 287 ZPO reicht zur Überzeugungsbildung - je nach Lage des Einzelfalls - eine höhere oder deutlich höhere Wahrscheinlichkeit (BGH VersR 1987, 310; BGH NJW 1992, 3298 = VersR 1993, 55 ; OLG Hamm NZV 1994, 189, 190).
OLG Hamm, 13.09.1999 - 6 U 43/99
Anspruch auf Schadensersatz nach einem Sturz des Klägers auf einem …
Denn dem Schädiger sind grundsätzlich auch diejenigen Auswirkungen seiner Verletzungshandlung zuzurechnen, die sich erst deshalb ergeben haben, weil der Verletzte bereits einen Vorschaden hatte (vgl. BGH r+s 97, 64; OLG Hamm VersR 94, 1322 = r+s 94, 98).
OLG Hamm, 09.09.1993 - 6 U 58/59
Haftungausfüllende Kausalität; Hinzuziehung eines medizinischen Sachverständigen; Beurteilung der Unfallfolgen; Verletzungen durch den Unfall
Literaturhinweise fehlen und die dem Gutachten zugrundeliegenden juristischen Vorstellungen insbesondere zum Kausalitätsbegriff und Beweismaß fehlen (vgl. hierzu BGH NJW 2004, 2828 ; OLG Hamm NZV 1994, 189 ; OLG Brandenburg v. 8.3.2007, 12 U 48/06;… Egon Schneider, Beweis und Beweiswürdigung, 5. Aufl. 1994, Rz. 1441).