Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Altersdiskriminierung_Sozialgericht-Dortmund_S16KA117-07.html
Timestamp: 2017-04-28 23:49:31
Document Index: 378890163

Matched Legal Cases: ['Art. 234', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 95', '§ 28', '§ 95', '§ 95', 'Art. 14', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', 'EuG', 'EuG', 'Art. 234', 'EuG', '§ 95', '§ 72', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 101', 'Art. 33', '§ 3', '§ 102', 'Art. 33', '§ 1', '§ 95', '§ 102', '§ 98', '§ 101', '§ 103', '§ 104', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 6', '§ 1', '§ 95', '§ 95', 'Art. 3', '§ 95', '§ 95', 'Art. 13', 'Art. 1', 'EuG', '§ 32', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'Art 152', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 152', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 95', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 95', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 6', '§ 95', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 95', '§ 100', '§ 95', '§ 95', '§ 95', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 2', 'EuG', '§ 95', 'Art 6', 'Art. 6', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', 'Art. 6', 'EuG', '§ 95', 'Art. 6', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', 'EuG']

HENSCHE Arbeitsrecht: S 16 KA 117/07
Diskriminierung: Alter, Altersdiskriminierung, Höchstalter
S 16 KA 117/07
So­zi­al­ge­richt Dort­mund, S 16 KA 117/07
Te­nor: Das Ver­fah­ren wird aus­ge­setzt.
Es wird gemäß Art. 234 EGV ei­ne Vor­ab­ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft zu fol­gen­den Fra­gen ein­ge­holt:
1. Kann die ge­setz­li­che Re­ge­lung ei­ner Höchst­al­ters­gren­ze für die Zu­las­sung zur Be­rufs­ausübung (hier: für die Tätig­keit als Ver­trags­zahnärz­tin) im Sin­ne des Art. 6 der Richt­li­nie 2000/78/EG ei­ne ob­jek­ti­ve und an­ge­mes­se­ne Maßnah­me zum Schutz ei­nes le­gi­ti­men Zie­les (hier: der Ge­sund­heit der ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Pa­ti­en­ten) und ein zur Er­rei­chung die­ses Zie­les an­ge­mes­se­nes und er­for­der­li­ches Mit­tel sein, wenn sie aus­sch­ließlich aus ei­ner auf "all­ge­mei­ne Le­bens­er­fah­rung" gestütz­ten An­nah­me ei­nes ab ei­nem be­stimm­ten Le­bens­al­ter ein­tre­ten­den ge­ne­rel­len Leis­tungs­ab­falls her­ge­lei­tet wird, oh­ne dass da­bei dem in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­vermögen des kon­kret Be­trof­fe­nen in ir­gend­ei­ner Wei­se Rech­nung ge­tra­gen wer­den kann?
2. Falls die Fra­ge zu 1. zu be­ja­hen ist: Kann ein im Sin­ne des Art. 6 der Richt­li­nie 2000/78/EG le­gi­ti­mes (Ge­set­zes-)Ziel (hier: der Ge­sund­heits­schutz der ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Pa­ti­en­ten) auch dann an­ge­nom­men wer­den, wenn die­ses Ziel für den na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber bei der Wahr­neh­mung sei­nes ge­setz­ge­be­ri­schen Ge­stal­tungs­spiel­raums selbst über­haupt kei­ne Rol­le ge­spielt hat?
3. Falls Fra­ge Nr. 1. oder 2. zu ver­nei­nen ist: Darf ein vor Er­lass der Richt­li­nie 2000/78/EG er­gan­ge­nes Ge­setz, das mit die­ser Richt­li­nie un­ver­ein­bar ist, kraft Vor­rangs des eu­ropäischen Rechts auch dann nicht an­ge­wandt wer­den, wenn das die Richt­li­nie um­set­zen­de na­tio­na­le Recht (hier: das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz) ei­ne sol­che Rechts­fol­ge im Fal­le ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot nicht vor­sieht?
Gründe: I. - 2 -
Die Be­tei­lig­ten strei­ten über ei­ne wei­te­re Zu­las­sung der Kläge­rin als Ver­trags­zahnärz­tin nach Voll­endung ih­res 68. Le­bens­jah­res.
Die am xxx1939 ge­bo­re­ne Kläge­rin, die im xxx 2007 ihr 68. Le­bens­jahr voll­endet hat, war seit xxx1974 in xxx als selbständi­ge Zahnärz­tin zur ver­trags­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung zu­ge­las­sen.
Mit Be­schluss vom 25.4.2007 stell­te der Zu­las­sungs­aus­schuss für Zahnärz­te für den Be­zirk West­fa­len-Lip­pe fest, dass die Zu­las­sung der Kläge­rin gemäß § 95 Abs. 7 SGB V in Ver­bin­dung mit § 28 Abs. 1 der Zu­las­sungs­ver­ord­nung für Ver­trags­zahnärz­te am 30.6.2007 en­de. Die Vor­schrift des § 95 Abs. 7 SGB V ge­he den Re­ge­lun­gen des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes, mit dem die u.a. ge­gen Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung ge­rich­te­te EU-Richt­li­nie 2000/78/EG um­ge­setzt wor­den sei, vor.
Hier­ge­gen leg­te die Kläge­rin am 2.5.2007 Wi­der­spruch ein und be­an­trag­te, sie über den 1.7.2007 hin­aus zur kas­sen­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung zu­zu­las­sen. Sie trug vor, dass es sich bei der Richt­li­nie 2000/78/EG und dem­gemäß bei dem hier­auf be­ru­hen­den All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz um höher­ran­gi­ges Recht han­de­le, das dem na­tio­na­len Recht vor­ge­he und nach der Ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft vom 20.11.2005 (Man­gold) zur Un­an­wend­bar­keit dis­kri­mi­nie­ren­der Nor­men führe. Im Übri­gen ver­s­toße § 95 Abs. 7 SGB V aber auch ge­gen Art. 14 des Grund­ge­set­zes: Da die Kran­ken­ver­si­che­rung bei et­wa 90 % der Bevölke­rung über die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung lau­fe, sei­en die nie­der­ge­las­se­nen Zahn-/Ärz­te zur Ausübung ih­res Be­rufs re­gelmäßig auf die Zu­las­sung zur ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung an­ge­wie­sen, so dass die Zu­las­sung als geschütz­tes Ei­gen­tum an­zu­se­hen sei.
Am 7.5.2007 stell­te die Kläge­rin bei Ge­richt den An­trag, den Be­klag­ten im We­ge des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes zu ver­pflich­ten, sie zu­min­dest für zwei wei­te­re Jah­re zur kas­sen­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung zu­zu­las­sen. Die­sen An­trag wies das er­ken­nen­de Ge­richt mit Be­schluss vom 6.6.2007, Az: S 16 KA 77/07 ER, zurück. Die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Be­schwer­de der Kläge­rin wur­de vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len mit Be­schluss vom 18.9.2007, Az: L 11 B 17/07 KA ER, mit fol­gen­der Be­gründung zurück­ge­wie­sen: Auf der Grund­la­ge der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sei da­von aus­zu­ge­hen, dass nach all­ge­mei­ner Le­bens­er­fah­rung in höhe­rem Al­ter die Leis­tungsfähig­keit nach­las­se. Die in § 95 Abs. 7 SGB V nor­mier­te Al­ters­gren­ze recht­fer­ti­ge sich des­halb aus dem Ziel, Ge­sund­heits­gefähr­dun­gen für die Pa­ti­en­ten ein­zudämmen. Außer­dem ha­be das Bun­des­so­zi­al­ge­richt die­se Al­ters­gren­ze zu Recht auch un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner ge­rech­ten Las­ten­ver­tei­lung zwi­schen den be­reits zu­ge­las­se­nen Ärz­ten und der jun­gen, an ei­ner Zu­las­sung in­ter­es­sier­ten Ärz­te­ge­ne­ra­ti­on ge­bil­ligt. Auch nach Weg­fall der Zu­las­sungs­be­schränkun­gen im Be­reich des Ver­trags­zahn­arzt­rechts sei die Al­ters­gren­ze als ver­tei­lungs­po­li­ti­sches In­stru­ment zur Er­hal­tung der Be­rufs­chan­cen der nachrücken­den Ge­ne­ra­ti­on ge­recht­fer­tigt. Ei­ne Un­an­wend­bar­keit des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V las­se sich auch nicht aus ei­nem Ver­s­toß ge­gen das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung her­lei­ten. Ein evtl. Norm­wi­der­spruch zu den Vor­schrif­ten des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes las­se sich nach na­tio­na­lem Recht nicht lösen. Die An­nah­me ei­ner eu­ro­pa­recht­lich be­gründe­ten Un­an­wend­bar­keit schei­te­re je­den­falls dar­an, dass die in Streit ste­hen­de Re­ge­lung ei­ner Al­ters­gren­ze für Ver­trags(zahn)ärz­te sich im Rah­men des Er­mes­sens­spiel­rau­mes hal­te, den das Eu­ro­pa­recht dem na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber in­so­weit einräume.
Zu­vor hat­te der Be­klag­te mit Be­schluss vom 30.5.2007 den Wi­der­spruch der Kläge­rin zurück­ge­wie­sen: Selbst wenn § 95 Abs.7 SGB V ge­gen das eu­ro­pa­recht­li­che Ver­bot ei­ner
Dis­kri­mi­nie­rung we­gen Al­ters ver­s­toßen soll­te, müsse der Be­klag­te die­se Vor­schrift an­wen­den, weil er kei­ne Ver­wer­fungs­kom­pe­tenz ha­be und nur Ge­rich­te ei­ne Vor­la­ge an den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft rich­ten könn­ten. Im Übri­gen ha­be das Bun­des­so­zi­al­ge­richt aber auch schon ent­schie­den, dass die Al­ters­gren­ze des § 95 Abs.7 SGB V eu­ro­pa­rechts­kon­form sei. Die­ser Be­schluss wur­de der Kläge­rin am 30.6.2007 zu­ge­stellt.
Am 20.7.2007 hat die Kläge­rin die vor­lie­gen­de Kla­ge er­ho­ben, mit der sie ihr Be­geh­ren wei­ter­ver­folgt. Sie führt aus, dass § 95 Abs. 7 Satz 3 ge­gen Ver­fas­sungs­recht und Eu­ro­pa­recht ver­s­toße.
Die Kläge­rin be­an­tragt, den Be­schluss des Be­klag­ten vom 30.5.2007 auf­zu­he­ben und sie bis auf wei­te­res zur zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung zu­zu­las­sen.
Der Be­klag­te be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Er ver­tritt die Auf­fas­sung, dass in Übe­rein­stim­mung mit der hier­zu er­gan­ge­nen Recht­spre­chung die Re­ge­lung der Al­ters­gren­ze als rechtmäßig an­zu­se­hen sei.
Die Bei­ge­la­de­nen ha­ben kei­ne Anträge ge­stellt. II. Das Ge­richt setzt den Rechts­streit aus, um ei­ne Vor­ab­ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft (EuGH) zur Klärung der im Te­nor auf­geführ­ten Fra­gen her­bei­zuführen. Da es in­so­weit um die Aus­le­gung der Richt­li­nie 2000/78/EG und da­mit um Ge­mein­schafts­recht geht, ist der EuGH gemäß Art. 234 des Ver­trags zur Gründung der Eu­ropäischen Ge­mein­schaft (EGV) zuständig. Die vor­ge­leg­ten Fra­gen sind ent­schei­dungs­er­heb­lich und bedürfen ei­ner Klärung durch den EuGH.
A) Nach na­tio­na­lem Recht ist der an­ge­foch­te­ne Be­scheid des Be­klag­ten vom 30.5.2007 rechtmäßig und hat die Kläge­rin kei­nen An­spruch auf wei­te­re Teil­nah­me an der ver­trags­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung:
Der Be­scheid fin­det sei­ne Rechts­grund­la­ge in § 95 Abs. 7 Satz 3 des So­zi­al­ge­setz­bu­ches Fünf­tes Buch, Ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung (SGB V). Da­nach en­det die Zu­las­sung ei­nes Ver­trags­arz­tes zur Teil­nah­me an der ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung mit Ab­lauf des Ka­len­der­vier­tel­jah­res, in dem der Ver­trags­arzt sein 68. Le­bens­jahr voll­endet hat. Gemäß § 72 Abs. 1 Satz 2 SGB V gilt die­se Vor­schrift für Zahnärz­te ent­spre­chend. Die Vor­aus­set­zun­gen der Aus­nah­me­re­ge­lung des § 95 Abs. 7 Satz 4 SGB V (we­ni­ger als 20-jähri­ge ver­tragsärzt­li­che Tätig­keit und Zu­las­sung vor dem 1.1.1993) lie­gen nicht vor.Bei An­wen­dung der Al­ters­gren­ze nach § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V wäre die Zu­las­sung der im xxx1939 ge­bo­re­nen Kläge­rin al­so mit Ab­lauf des 30.6.2007 kraft Ge­set­zes er­lo­schen; die ent­spre­chen­de Fest­stel­lung in dem an­ge­foch­te­nen Be­schluss des Be­klag­ten, die in­so­weit le­dig­lich de­kla­ra­to­ri­sche Wir­kung ent­fal­tet (Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG), Ur­teil vom 6.2.2008, Az: B 6 KA 41/06 R), wäre nicht zu be­an­stan­den.
Die Höchst­al­ters­gren­ze ist durch das Ge­setz zur Si­che­rung und Struk­tur­ver­bes­se­rung der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung - Ge­sund­heits­struk­tur­ge­setz (GSG 1993) - vom 21.12.1992 (BGBl I, S. 2266 ff.) ein­geführt wor­den, und zwar zunächst als Satz 2 des § 95 Abs. 7 SGB V, das vor­her noch kei­ne Re­ge­lung über ei­ne Al­ters­be­gren­zung für die
ver­tragsärzt­li­che Tätig­keit kann­te. Seit In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vom 14.11.2003 (BGBl I, S. 2190 ff.) fin­det sie sich - mit iden­ti­schem In­halt - in Satz 3 der Vor­schrift.
Mit dem GSG 1993 woll­te der Ge­setz­ge­ber die Fi­nan­zier­bar­keit der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) durch Ände­run­gen bei den Ver­sor­gungs­struk­tu­ren und der Or­ga­ni­sa­ti­on der GKV si­chern. In die­sem Rah­men führ­te er u.a. Neue­run­gen im Be­reich der am­bu­lan­ten ärzt­li­chen und zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung ein, die ins­be­son­de­re auch ei­ne Be­gren­zung der Zahl der zu­ge­las­se­nen Ärz­te und Zahnärz­te um­fass­ten.
Aus­gangs­punkt war da­bei die auf ei­ne Rei­he wis­sen­schaft­li­cher Un­ter­su­chun­gen gestütz­te An­nah­me ei­ner "an­ge­bots­in­du­zier­ten Nach­fra­ge" in dem Sinn, dass Ärz­te in über­ver­sorg­ten Ge­bie­ten sich ver­an­lasst se­hen könn­ten, die in­fol­ge ge­rin­ge­rer Pa­ti­en­ten­zah­len je Arzt dro­hen­den Ein­kom­mens­ein­bußen durch ei­ne Aus­wei­tung ih­res Leis­tungs­vo­lu­mens je Pa­ti­ent aus­zu­glei­chen (vgl. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG), Be­schluss vom 27.4.2001, Az: 1 BvR 1282/99, un­ter Hin­weis auf BT-Drucks. 12/3608, S. 98). Das GSG 1993 ge­stal­te­te des­halb die Be­darfs­pla­nung neu: So re­gel­te es ab 1.2.1993 we­sent­lich verschärf­te Zu­las­sungs­be­schränkun­gen (§§ 101, 103 SGB V iVm Art. 33 § 3 GSG 1993) und setz­te ab 1.1.1999 ei­ne Be­darfs­zu­las­sung in Kraft (§ 102 SGB V). Als ver­fas­sungs­recht­lich er­for­der­li­che flan­kie­ren­de Maßnah­me zur Be­darfs­zu­las­sung nor­mier­te das GSG 1993 - eben­falls für die Zeit ab 1.1.1999 - die vor­lie­gend in Streit ste­hen­de Al­ters­gren­ze (Art. 33 § 1 GSG 1993). Hier­durch soll­te im In­ter­es­se ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Las­ten­ver­tei­lung zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen ver­mie­den wer­den, dass die für not­wen­dig er­ach­te­te Be­gren­zung der Zahl von Ver­trags(zahn)ärz­ten nur durch Zu­las­sungs­be­schränkun­gen zu Las­ten der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on er­fol­ge.
In der Ge­set­zes­be­gründung zur Einführung der Al­ters­gren­ze in § 95 Abs. 7 SGB V (vgl. BT-Drucks. 12/3608, S.93) heißt es: "Die Ent­wick­lung der Ver­trags­arzt­zahl stellt ei­ne we­sent­li­che Ur­sa­che für überhöhte Aus­ga­ben­zuwächse in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung dar. An­ge­sichts ei­ner ständig stei­gen­den Zahl von Ver­tragsärz­ten be­steht die Not­wen­dig­keit, die An­zahl der Ver­tragsärz­te zu be­gren­zen. Die Über­ver­sor­gung kann nicht nur durch Zu­las­sungs­be­schränkun­gen und da­mit zu Las­ten der jun­gen Ärz­te­ge­ne­ra­ti­on ein­gedämmt wer­den. Hier­zu ist auch die Einführung ei­ner ob­li­ga­to­ri­schen Al­ters­gren­ze für Ver­tragsärz­te er­for­der­lich."
In der Fol­ge­zeit nahm der Ge­setz­ge­ber aber die zu­las­sungs­be­schränken­den Re­ge­lun­gen für Ver­trags­zahnärz­te ins­ge­samt (und für Ver­tragsärz­te teil­wei­se) wie­der zurück: So hob er § 102 SGB V durch Ge­setz zur Ände­rung des Ver­trags­arzt­rechts und an­de­rer Ge­set­ze - Ver­trags­arztände­rungs­ge­setz- vom 22.12.2006 (BGBl I, S. 3439 ff.) mit Wir­kung zum 1.1.2007 auf und strich da­mit die - oh­ne­hin nie um­ge­setz­te - Be­darfs­zu­las­sung; gleich­zei­tig hob er die Vor­schrift des § 98 Abs. 2 Nr. 12 SGB V auf, auf de­ren Grund­la­ge die Zu­las­sungs­ver­ord­nun­gen für Ärz­te und Zahnärz­te sol­che Ärz­te/Zahnärz­te, die das 55. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, von der Zu­las­sung zur Teil­nah­me an der ver­trags(zahn)ärzt­li­chen Ver­sor­gung grundsätz­lich aus­schlos­sen. Des Wei­te­ren fügte der Ge­setz­ge­ber im Rah­men des Ge­set­zes zur Stärkung des Wett­be­werbs in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung - GKV-Wett­be­werbsstärkungs­ge­setz - vom 26.3.2007 (BGBl I, S. 378 ff.) mit Wir­kung vom 1.4.2007 in § 101 SGB V ei­nen Ab­satz 6, in § 103 SGB V ei­nen Ab­satz 8 so­wie in § 104 SGB V ei­nen Ab­satz 3 ein und nor­mier­te dar­in, dass die Re­geln über die in die­sen Pa­ra­gra­phen je­weils fest­ge­schrie­be­nen Zu­las­sungs­be­schränkun­gen für Zahnärz­te nicht gel­ten. Zu die­ser Auf­he­bung der Zu­las­sungs­be­schränkun­gen wird in der Ge­set­zes­be­gründung aus­geführt, dass für den Be­reich der ver­trags­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung auf die Steue­rung durch zwin­gen­de Zu­las­sungs­be­schränkun­gen ver­zich­tet wer­den könne, weil - zum Ei­nen - in die­sem Leis­tungs­be­reich das Pro­blem der Über­ver­sor­gung sich nicht in der glei­chen Wei­se wie
im Be­reich der ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung stel­le und weil - zum An­de­ren - auch die Ge­fahr von Leis­tungs­aus­wei­tun­gen und an­ge­bots­in­du­zier­ter Ver­sor­gung nicht in der Wei­se ge­ge­ben sei wie im Be­reich der ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung (BT-Drucks. 16/3100, S. 135).
Bei die­ser Sach­la­ge lässt sich die Al­ters­gren­ze im zahnärzt­li­chen Be­reich für die Zeit ab 1.4.2007 nicht mehr im Zu­sam­men­hang mit der Be­schränkung des Zu­gangs zum Sys­tem der GKV als flan­kie­ren­de Maßnah­me zur Ent­las­tung jünge­rer Zahnärz­te recht­fer­ti­gen (vgl. Ar­nold, Die Aus­wir­kun­gen des GKV-WSG-Ge­setz­ent­wurfs, des VÄG und des AGG auf die ver­fas­sungs­recht­li­che Recht­fer­ti­gung der Al­ters­gren­ze im Ver­trags(zahn)arzt­recht, Me­di­zin­recht, 2007, S. 143 ff., 144). Der Auf­fas­sung, die Al­ters­gren­ze für Zahnärz­te sei trotz­dem noch als ver­tei­lungs­po­li­ti­sches In­stru­ment zur Er­hal­tung von Be­rufs­chan­cen der nachrücken­den Ge­ne­ra­ti­on ge­recht­fer­tigt, weil sich sonst die wirt­schaft­li­chen Be­din­gun­gen für "New­co­mer" we­gen der ho­hen Ver­sor­gungs­dich­te ver­schlech­tern würden, mit der vor al­lem in den für ei­ne Nie­der­las­sung als at­trak­tiv an­ge­se­he­nen Ge­bie­ten zu rech­nen wäre (so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) für das Land Nord­rhein-West­fa­len (NW) in sei­nem im Eil­ver­fah­ren der Kläge­rin er­gan­ge­nen Be­schluss vom 18.9.2007), ver­mag die Kam­mer nicht zu fol­gen. An­ge­sichts der (vor­ste­hend wie­der­ge­ge­be­nen) Ge­set­zes­be­gründung zum GKV-Wett­be­werbsstärkungs­ge­setz ist nämlich da­von aus­zu­ge­hen ist, dass im Leis­tungs­be­reich der Ver­trags­zahnärz­te of­fen­bar kei­ne ge­setz­li­che Zu­gangs­be­schränkun­gen er­for­dern­de Über­ver­sor­gung (mehr) be­steht und je­der Be­rufs­anfänger in der Re­gel aus­rei­chen­de Möglich­kei­ten zum Auf­bau ei­ner ei­ge­nen wirt­schaft­li­chen Exis­tenz ha­ben dürf­te (vgl. Ar­nold, S. 144 f.). Das be­deu­tet gleich­zei­tig außer­dem auch, dass dem öffent­li­chen In­ter­es­se dar­an, dass die Jünge­ren neue­re zahn­me­di­zi­ni­sche Er­kennt­nis­se in das Sys­tem der ver­trags­zahnärzt­li­chen Ver­sor­gung ein­brin­gen, Genüge ge­tan ist. Die­se Einschätzung wird of­fen­bar auch von dem Vor­sit­zen­den der Kas­sen­zahnärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung und dem Präsi­den­ten der Bun­des­zahnärz­te­kam­mer ge­tra­gen, die sich u.a. An­fang die­ses Jah­res im Rah­men ei­ner Anhörung vor dem Ge­sund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges bei­de ge­gen die Bei­be­hal­tung der Al­ters­gren­ze für Ver­trags­zahnärz­te aus­ge­spro­chen ha­ben (vgl. Pro­to­koll Nr. 16/80).
Tatsächlich hat auch das BVerfG in sei­nem - ei­nen Ver­trags­zahn­arzt be­tref­fen­den - Be­schluss vom 7.8.2007, Az: 1 BvR 1941/07, die von ihm auch für die Zeit nach Weg­fall der Zu­las­sungs­be­schränkun­gen für Ver­trags­zahnärz­te zum 1.4.2007 wei­ter­hin be­jah­te Ver­fas­sungsmäßig­keit der Al­ters­gren­ze we­der auf den Ge­sichts­punkt der Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen noch auf das öffent­li­che In­ter­es­se an der Ver­brei­tung ak­tu­el­le­rer wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se gestützt. Es hat statt­des­sen aus­sch­ließlich dar­auf ab­ge­stellt, dass der Schutz der Ver­si­cher­ten vor den Gefähr­dun­gen durch älte­re, nicht mehr voll leis­tungsfähi­ge Ver­trags(zahn)ärz­te als be­son­ders wich­ti­ger Be­lang des Ge­mein­wohls die­se Al­ters­gren­ze recht­fer­ti­ge. Es ent­spre­che der all­ge­mei­nen Le­bens­er­fah­rung, dass die Ge­fahr ei­ner Be­eintäch­ti­gung der Leis­tungsfähig­keit mit zu­neh­men­dem Al­ter größer wer­de. Da­mit hat das Ge­richt aus­drück­lich an sei­ner ständi­gen Recht­spre­chung zu Al­ters­gren­zen, die die Be­rufs­ausübung in höhe­rem Al­ter ein­schränken (vgl. Be­schlüsse vom 31.3.1998, Az: 1 BvR 2167/93 und 1 BvR 2198/93; 4.10.2001, Az: 1 BvR 1435/01; 4.10.2001, Az: 1 BvR 1418/01), fest­ge­hal­ten.
In die­sen Be­schlüssen hat­te das BVerfG sei­ner­zeit ge­ra­de auch zu der Al­ters­gren­ze im Be­reich des Ver­trags(zahn)arzt­rechts aus­geführt, dass der Ge­setz­ge­ber im Rah­men des ihm ein­geräum­ten Ge­stal­tungs­spiel­raums nicht dar­auf be­schränkt sei, je­weils im Ein­zel­fall ab Voll­endung des 68. Le­bens­jah­res ei­ne in­di­vi­du­el­le Prüfung zur Si­cher­stel­lung der körper­li­chen und geis­ti­gen Leis­tungsfähig­keit des Ver­trags­arz­tes vor­zu­neh­men. Er dürfe viel­mehr auf der Grund­la­ge von Er­fah­rungs­wer­ten ei­ne
ge­ne­ra­li­sie­ren­de Re­ge­lung er­las­sen. Gleich­zei­tig hat­te das BVerfG die Fra­ge, ob der Be­lang der gleichmäßigen Al­ters­struk­tur und Las­ten­ver­tei­lung die Al­ters­gren­ze über­haupt hätte recht­fer­ti­gen können, of­fen ge­las­sen. Dass der Ge­sichts­punkt des Ge­sund­heits­schut­zes der Ver­si­cher­ten in der Ge­set­zes­be­gründung zur Einführung der Al­ters­gren­ze in § 95 Abs. 7 SGB V kei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den ha­be, hat das BVerfG aus­drück­lich als un­er­heb­lich an­ge­se­hen: Das BVerfG prüfe die Ver­fas­sungsmäßig­keit ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Ge­sichts­punk­te, auch wenn sie in der Ge­se­zes­be­gründung kei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hätten (Be­schluss vom 31.3.1998, Az: 1 BvR 2167/93 und 1 BvR 2198/93).
Die­ser Recht­spre­chung zur Ver­fas­sungsmäßig­keit der Al­ters­gren­ze des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V schließt sich das er­ken­nen­de Ge­richt an, nicht zu­letzt aus Gründen der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung.
Ei­ne Un­an­wend­bar­keit des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V lässt sich auch nicht aus ei­nem et­wai­gen Ver­s­toß ge­gen das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) vom 14.8.2006 (BGBl I, S. 1897 ff.) her­lei­ten. Auch wenn man auf­grund des § 6 Abs. 3 AGG von ei­ner An­wend­bar­keit des in §§ 1, 7 AGG ge­re­gel­ten Ver­bots der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung auf die vor­lie­gen­de Fall­kon­stel­la­ti­on aus­geht, würde ein Ver­s­toß ge­gen die­ses Ver­bot nach na­tio­na­lem Recht nicht zur Un­wirk­sam­keit des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V führen. Denn zum Ei­nen trifft das AGG kei­ne Re­ge­lung, die die Un­an­wend­bar­keit ent­ge­gen­ste­hen­den "dis­kri­mi­nie­ren­den" na­tio­na­len Rechts an­ord­net (vgl. LSG NW, Be­schluss vom 18.9.2007, Az: L 11 B 17/07 KA ER). Zum An­de­ren ließe sich ein Norm­wi­der­spruch zwi­schen dem Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot des AGG und § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V auf na­tio­na­ler Ebe­ne auch nicht im Sin­ne ei­nes An­wen­dungs­vor­rangs des AGG lösen. Als glei­cher­maßen durch Par­la­ments­ge­setz des Bun­des in Kraft ge­tre­te­ne Nor­men sind die Vor­schrif­ten des AGG und des SGB V gleich­ran­gig. Da der Ge­setz­ge­ber im Zu­sam­men­hang mit dem Er­lass des AGG durch Art. 3 des Ge­set­zes zur Um­set­zung eu­ropäischer Richt­li­ni­en zur Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung vom 14.8.2006 (BGBl I, S. 11897) zwecks Um­set­zung der eu­ro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben be­stimm­te Ände­run­gen so­zi­al­recht­li­cher Vor­schrif­ten vor­ge­nom­men, im Übri­gen aber kei­nen Hand­lungs­be­darf ge­se­hen hat, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass al­le an­de­ren bei In­kraft­tre­ten des AGG be­ste­hen­den und vom Ge­setz­ge­ber nicht geänder­ten (So­zi­al­rechts-)Nor­men im Ein­klang mit dem AGG ste­hen und des­halb wei­ter­hin an­wend­bar sind. Der Grund­satz, dass im Fall ei­nes Norm­wi­der­spruchs das jünge­re Ge­setz dem älte­ren vor­geht ("lex pos­te­ri­or de­ro­gat le­gi prio­ri") greift des­halb vor­lie­gend nicht. Das AGG kann im Verhält­nis zu § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V auch nicht als die spe­zi­el­le­re Vor­schrift an­ge­se­hen wer­den, so dass sich ein Vor­rang des AGG auch nicht aus dem Grund­satz "lex spe­cia­lis de­ro­gat le­gi ge­ne­ra­li" er­gibt (vgl. Hus­mann, Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) und sei­ne Aus­wir­kun­gen auf das So­zi­al­recht, Zeit­schrift für eu­ropäisches So­zi­al- und Ar­beits­recht (ZESAR) 2007, S. 13 ff. (Teil I) und S. 58 ff: (Teil II), 61 f.).
B) Das er­ken­nen­de Ge­richt zieht je­doch durch­aus in Be­tracht, dass sich ei­ne Un­an­wend­bar­keit des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V aus ei­nem Ver­s­toß ge­gen vor­ran­gi­ges Ge­mein­schafts­recht er­ge­ben könn­te. Nach Auf­fas­sung des Ge­richts be­ste­hen ernst­haf­te Zwei­fel an der - vom BVerfG we­gen des­sen in­so­weit feh­len­der Zuständig­keit in dem Be­schluss vom 7.8.2007 aus­drück­lich nicht ge­prüften - Ver­ein­bar­keit die­ser Vor­schrift mit der ins­be­son­de­re auf der Grund­la­ge von Art. 13 EGV er­las­se­nen Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (Richt­li­nie 2000/78/EG), die in Deutsch­land durch das 2006 in Kraft ge­tre­te­ne AGG um­ge­setzt wor­den ist und die u.a. die ge­mein­schafts­wei­te Bekämp­fung ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen Al­ters be­zweckt (vgl. Art. 1 der Richt­li­nie).
Auf­grund des Ur­teils des EuGH im Ver­fah­ren Pa­la­ci­os vom 16.10.2007, Az: C-411/05, ist
- 7 - in Übe­rein­stim­mung mit dem BSG (Ur­teil vom 6.2.2008, Az: B 6 KA 41/06 R) da­von aus­zu­ge­hen, dass die Richt­li­nie 2000/78/EG al­lei­ni­ger eu­ro­pa­recht­li­cher Maßstab für das Ver­bot von Al­ters­dis­kri­mi­nie­run­gen ist (vgl. Blöcher, Vom vorläufi­gen En­de der ju­ris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung um die ge­setz­li­che Al­ters­gren­ze für Ver­tragsärz­te, SGb 2008, S. 337 ff, 338).
1) Nach Auf­fas­sung des er­ken­nen­den Ge­richts grei­fen Be­den­ken, ob die Re­ge­lung des § 32 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V über­haupt dem Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie un­ter­fal­len kann, im Er­geb­nis nicht.
1.1) Dass es vor­lie­gend um ei­nen rei­nen In­lands­fall oh­ne grenzüber­schrei­ten­den Be­zug geht, steht sei­ner ge­mein­schafts­recht­li­chen Re­le­vanz nicht ent­ge­gen (für die Zeit vor Um­set­zung der Richt­li­nie 2000/78/EG vgl. je­doch BSG, Be­schluss vom 27.4.2005, Az: B 6 KA 38/04 B, Schles­wig-Hol­stei­ni­sches LSG, Ur­teil vom 31.1.2006, Az: L 4 KA 3/04). Aus­wei­lich ih­rer Erwägungs­gründe leis­tet die Rich­li­nie mit der Bekämp­fung der Dis­kri­mi­nie­rung in Beschäfti­gung und Be­ruf ei­nen Bei­trag zur Schaf­fung ei­ner ein­heit­li­chen Wirt­schafts- und So­zi­al­ver­fas­sung, um die Gleich­heit al­ler Men­schen vor dem Ge­setz als all­ge­mei­nes Men­schen­recht zu stärken. Sie zielt al­so an­ders als die Grund­frei­hei­ten nicht auf die Re­ge­lung grenzüber­schrei­ten­der Aus­tausch­vorgänge, son­dern dient der Ver­ein­heit­li­chung des ma­te­ri­el­len Wirt­schafts-, Be­rufs- und Ar­beits­rechts (vgl. Ei­chen­ho­fer, Ge­setz­li­che Al­ters­gren­ze im Ver­trags(zahn)arzt­recht: Kann nach dem AGG al­les beim Al­ten blei­ben? Die So­zi­al­ge­richts­bar­keit (SGb) 2007, S. 580 ff.). Je­den­falls seit Ab­lauf der Um­set­zungs­frist im De­zem­ber 2006 fin­det die Richt­li­nie als Prüfungs­maßstab des­halb auch auf rei­ne In­landsfälle oh­ne grenzüber­schrei­ten­den Be­zug An­wen­dung.
1.2) Der Erwägungs­grund Nr. 14 der Richt­li­nie steht de­ren An­wend­bar­keit eben­falls nicht ent­ge­gen (eben­so Hes­si­sches LSG, Ur­teil vom 15.3.2006, Az: L 4 KA 32/05). Wie der EuGH in dem Ur­teil Pa­la­ci­os (Rd­nr. 44) ent­schie­den hat, be­schränkt sich die­ser Erwägungs­grund auf die Klar­stel­lung, dass die Richt­li­nie nicht die Zuständig­keit der Mit­glieds­staa­ten berühre, das Al­ter für den Ein­tritt in den Ru­he­stand zu be­stim­men, und steht in kei­ner Wei­se der An­wen­dung der Richt­li­nie auf na­tio­na­le Maßnah­men ent­ge­gen, un­ter de­nen ein Ar­beits­ver­trag en­det, wenn das auf die­se Wei­se fest­ge­setz­te Ru­he­stands­al­ter er­reicht wird. In die­sem Ur­teil ist der EuGH dem Schluss­an­trag des Ge­ne­ral­an­walts Mazák vom 15.2.2007, der un­ter Be­ru­fung auf den Erwägungs­grund Nr. 14 die Auf­fas­sung ver­tre­ten hat­te, dass Al­ters­gren­zen dem sach­li­chen Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie gar nicht un­ter­fie­len, nicht ge­folgt. In der Kon­se­quenz die­ser Recht­spre­chung liegt es, die Maßgeb­lich­keit der Richt­li­nie auch für die vor­lie­gend in Streit ste­hen­de Al­ters­gren­ze nicht mit Rück­sicht auf den Erwägungs­grund Nr. 14 zu ver­nei­nen (vgl. Ei­chen­ho­fer, Gut­ach­ter­li­che Stel­lung­nah­me zu der Ent­schei­dung des Eu­ropäischen Ge­richts­ho­fes vom 16.10.2007 - C-411/05 (Pa­la­ci­os de la Vil­la), (Stel­lung­nah­me), S. 4; ders., SGb, S. 583; im Er­geb­nis eben­so Hes­si­sches LSG, Be­schluss vom 15.12.2004, Az: L 7 KA 412/03 ER): Der Erwägungs­grund Nr. 14 der Richt­li­nie be­trifft nicht Al­ters­gren­zen für die Be­en­di­gung selbständi­ger oder un­selbständi­ger Er­werbstätig­keit, son­dern nur Al­ters­gren­zen für die In­an­spruch­na­me von Ren­ten- bzw. Ru­he­stands­leis­tun­gen in So­zi­al­leis­tungs- bzw. Ver­sor­gungs­sys­te­men (vgl. Boecken, Die Al­ters­gren­ze von 68 Jah­ren für Ver­tragsärz­te aus EG-recht­li­cher Sicht, Neue Zeit­schrift für So­zi­al­recht (NZS) 2005, 393 ff., 394), wor­um es im Fall der Kläge­rin aber nicht geht.
1.3) Die Maßgeb­lich­keit der Richt­li­nie er­scheint dem Ge­richt auch nicht in­so­weit zwei­fel­haft, als die­se gemäß ih­rem Art. 3 Abs. 1 (nur) "im Rah­men der auf die Ge­mein­schaft über­tra­ge­nen Zuständig­kei­ten" gilt. Al­ler­dings be­stimmt Art 152 Abs. 5 EGV, dass bei der Tätig­keit der Ge­mein­schaft im Be­reich der Ge­sund­heit der Bevölke­rung die Ver­ant­wor­tung der Mit­glied­staa­ten für die Or­ga­ni­sa­ti­on des
Ge­sund­heits­we­sens und die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung in vol­lem Um­fang ge­wahrt bleibt; auch han­delt es sich bei dem Ver­trags(zahn)arzt­recht um ei­ne Be­stand­teil des SGB V, das die Or­ga­ni­sa­ti­on des Ge­sund­heits­we­sens und die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Bevölke­rung re­gelt. Hier­aus lässt sich je­doch nicht her­lei­ten, dass das Ver­trags(zahn)arzt­recht, weil außer­halb der Zuständig­keit der EG lie­gend, da­mit auch vom Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie nicht er­fasst wer­de (zur Pro­ble­ma­tik vgl. Ri­xen, Ret­tung für den al­ters­dis­kri­mi­nier­ten Ver­trags­arzt durch den EuGH? ZESAR 2007, S. 345ff., 350). Als Aus­druck des in Art. 3 Buchst. b EGV ent­hal­te­nen Su­si­dia­ritätsprin­zips lässt Art. 152 Abs. 5 EGV in­so­weit zwar die Zuständig­keit der Mit­glied­staa­ten in der Aus­ge­stal­tung ih­rer Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit un­berührt. Un­abhängig da­von müssen je­doch die Mit­glied­staa­ten auch in die­sem Be­reich das be­ste­hen­de Ge­mein­schafts­recht, hier: das eu­ro­pa­recht­li­che Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot, be­ach­ten (vgl. Hess. LSG, Ur­teil vom 15.12.2004, Az: L 7 KA 412/03 ER mit Hin­wei­sen auf die dies­bzgl. Recht­spre­chung des EuGH; Ei­chen­ho­fer, SGb, S. 581).
1.4) Be­den­ken ge­gen die An­wend­bar­keit der Richt­li­nie 2000/78/EG grei­fen nach Auf­fas­sung des Ge­richts des Wei­te­ren auch nicht un­ter dem Ge­sichts­punkt, dass Art. 3 Abs. 3 der Richt­li­nie "Leis­tun­gen je­der Art sei­tens der staat­li­chen Sys­te­me oder der da­mit gleich­ge­stell­ten Sys­te­me ein­sch­ließlich der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit oder des so­zia­len Schut­zes" aus­drück­lich vom Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie aus­nimmt und in ih­rem 13. Erwägungs­grund klar­ge­stellt wird, dass die Richt­li­nie "auf die So­zi­al­ver­si­che­rungs- und So­zi­al­schutz­sys­te­me, de­ren Leis­tun­gen nicht ei­nem Ar­beits­ent­gelt in dem Sin­ne gleich­ge­stellt wer­den, der die­sem Be­griff für die An­wen­dung des Ar­ti­kels 141 des EG-Ver­trags ge­ge­ben wur­de," kei­ne An­wen­dung fin­det (zwei­felnd in­so­weit Ri­xen, a.a.O., S. 345 ff.; vgl. auch Rust in Rust/Fal­ke, AGG, All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz, Kom­men­tar, 2007, S. 102, Rd­nr. 244, die - oh­ne ei­ne Ein­schränkung auf "Leis­tun­gen" - da­von aus­geht, dass die Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit oder des so­zia­len Schut­zes nicht in den An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie gehören). An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass sich in­so­weit so­wohl in der eng­li­schen als auch in der französi­schen Text­fas­sung ein nicht mit "Leis­tun­gen", son­dern - ein­ge­schränk­ter - mit "Geld­leis­tun­gen" zu über­set­zen­der Be­griff ("pay­ments of any kind" bzw. "ver­se­ments de tou­te na­tu­re") fin­det (vgl. Hus­mann, a.a.O., S. 15), ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Fortführung ei­ner Ver­trags­arzt­pra­xis kei­ne Leis­tung im Sin­ne des Art. 3 Abs. 3 der Richt­li­nie 2000/78/EG dar­stellt (vgl. Hess. LSG, Be­schluss vom 15.12.2004, Az: L 7 KA 412/03 ER, bzw. Hess. LSG, Ur­teil vom 15.3.2006, Az: L 4 KA 32/05; Boecken, NZS, S. 394) und ei­ne An­wend­bar­keit der Richt­li­nie nicht des­halb aus­ge­schlos­sen ist.
2.) Ist dem­nach gemäß der Rechts­auf­fas­sung des er­ken­nen­den Ge­richts die Richt­li­nie 2000/78/EG vor­lie­gend an­wend­bar, so un­terfällt die Re­ge­lung der Al­ters­gren­ze in § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V der Vor­schrift des Art. 3 Abs. 1 lit. a der Richt­li­nie. Denn sie be­trifft die Dau­er der Be­rufs­ausübung des je­wei­li­gen Ver­trags(zahn)arz­tes, in­dem sie ihn dar­an hin­dert, künf­tig am Er­werbs­le­ben teil­zu­neh­men. Bei den Ver­trags(zahn)ärz­ten han­delt es sich um Per­so­nen, die im öffent­lich-recht­lich ge­re­gel­ten Be­reich der Leis­tungs­er­brin­gung der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung tätig sind und in die­sem Rah­men frei­be­ruf­lich ei­ne selbständi­ge Er­werbstätig­keit ausüben (Boecken, NZS, S. 394). Da ei­ne Re­ge­lung über die Be­en­di­gung ei­ner Tätig­keit ab ei­nem be­stimm­ten Le­bens­al­ter zu­gleich im Sin­ne des Art. 3 Abs. 1 lit. a der Richt­li­nie ei­ne Be­din­gung für den Be­rufs­zu­gang zu selbständi­ger Tätig­keit enthält, weil nach Er­rei­chen der je­wei­li­gen Al­ters­gren­ze der Be­rufs­zu­gang ver­schlos­sen ist (vgl. Boecken, Stel­lung­nah­me zur ver­fas­sungs­recht­li­chen und ge­mein­schafts­recht­li­chen Zulässig­keit der Al­ters­gren­ze von 68 Jah­ren für Ver­tragsärz­te und Ver­trags­zahnärz­te für die öffent­li­che Anhörung des Aus­schus­ses für Ge­sund­heit des Deut­schen Bun­des­ta­ges am 12. März 2008 (Stel­lung­nah­me), S. 5; Hes­si­sches LSG, Ur­teil vom 15.3.2006, Az: L 4 KA 32/05), kann da­hin­ste­hen, ob die Re­ge­lung ei­ner Höchst­al­ters­gren­ze bei Selbständi­gen darüber hin­aus auch als Ar­beits­be­din­gung im
- 9 - Sin­ne des Art. 3 Abs. 1 lit. c der Richt­li­nie zu ver­ste­hen ist.
Die Re­ge­lung des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V stellt ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen Al­ters im Sin­ne der Art. 1, 2 Abs. 1 der Richt­li­nie dar (vgl. BSG, Ur­teil vom 6.2.2008, Az: B 6 KA 41/06 R), wo­bei es sich um ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung han­delt (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. a der Richt­li­nie), da die Be­en­di­gung der Zu­las­sung zur Teil­nah­me an der ver­trags(zahn)ärzt­li­chen Ver­sor­gung un­mit­tel­bar an das Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Al­ters ge­knüpft wird (Ei­chen­ho­fer, SGb, S. 582; Boecken, NZS, S. 395).
2.1) Der An­nah­me ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung steht nicht Art. 2 Abs. 5 der Richt­li­nie ent­ge­gen, wo­nach die Richt­li­nie sol­che im ein­zel­staat­li­chen Recht vor­ge­se­he­nen Maßnah­men nicht berührt, die in ei­ner de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft u.a. zum Schutz der Ge­sund­heit not­wen­dig sind. Nach dem sys­te­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang mit Art. 6 der Richt­li­nie kann es sich da­bei nämlich nur um Maßnah­men han­deln, die aus Gründen des Ge­sund­heits­schut­zes der­art zwin­gend sind, dass der Ge­setz­ge­ber auf sie schlech­ter­dings nicht ver­zich­ten kann. Da­von kann aber bei der Al­ters­gren­ze des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V schon des­halb nicht die Re­de sein, weil die­se Re­ge­lung, wie die Ge­set­zes­be­gründung zeigt, vom Ge­setz­ge­ber gar nicht aus Gründen des Ge­sund­heits­schut­zes nor­miert wor­den ist.
2.2) Die An­nah­me ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung entfällt auch nicht im Hin­blick auf die Re­ge­lung des Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie. Hier­nach können die Mit­glied­staa­ten un­ge­ach­tet der De­fi­ni­tio­nen des Art. 2 Abs. 1 und 2 der Richt­li­nie vor­se­hen, dass ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen ei­nes un­ter das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot des Art. 1 der Richt­li­nie fal­len­den Merk­mals dann kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt, wenn das be­tref­fen­de Merk­mal auf­grund der Art ei­ner be­stimm­ten be­ruf­li­chen Tätig­keit oder der Be­din­gun­gen ih­rer Ausübung ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt, so­fern es sich um ei­nen rechtmäßigen Zweck und ei­ne an­ge­mes­se­ne An­for­de­rung han­delt. Ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung setzt da­nach vor­aus, dass das in Re­de ste­hen­de Merk­mal für die Tätig­keit prägend ist (vgl. Fal­ke in Rust/Fal­ke, S. 470, Rd­nr. 11; Ei­chen­ho­fer, SGb, S. 582, S. ), so z.B. das Ge­schlecht für Tätig­keit ei­nes Opernsängers im Fach Ba­ri­ton. Die Ein­hal­tung ei­ner Al­ters­gren­ze für die ve­trags(zahn)ärz­te Tätig­keit ist aber nicht in ver­gleich­ba­rer Wei­se aus dem We­sen die­ser Tätig­keit her­zu­lei­ten. Das zeigt sich schon dar­an, dass der Ge­setz­ge­ber in­so­weit Aus­nah­men zulässt: War der be­trof­fe­ne Arzt zum Zeit­punkt der Voll­endung sei­nes 68. Le­bens­jah­res we­ni­ger als zwan­zig Jah­re als Ver­tags(zahn)arzt tätig und vor dem 1. Ja­nu­ar 1993 be­reits als Ver­tags(zahn)arzt zu­ge­las­sen, verlängert der Zu­las­sungs­aus­schuss die Zu­las­sung längs­tens bis zum Ab­lauf die­ser Frist (§ 95 Abs. 7 Satz 4 SGB V). Hat das zuständi­ge Gre­mi­um nach § 100 Abs. 1 Satz 1 SGB V fest­ge­stellt, dass in ei­nem be­stimm­ten Ge­biet ei­nes Zu­las­sungs­be­zirks ei­ne ärzt­li­che Un­ter­ver­sor­gung ein­ge­tre­ten ist oder un­mit­tel­bar droht, gilt die Al­ters­gren­ze nicht (§ 95 Abs. 7 Satz 8 SGB V). Des wei­te­ren darf sich ein Ver­trags(zahn)arzt bei Krank­heit, Ur­laub und Teil­nah­me an Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen durch ei­nen(Zahn)arzt ver­tre­ten las­sen, der we­gen Er­rei­chens der Al­ters­gren­ze nach § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V selbst nicht mehr als Ver­trags(zahn)arzt zu­ge­las­sen ist (vgl. BSG, Ur­teil vom 30.6.2004, Az: B 6 KA 11/04 R). Da er mit dem al­ters­be­ding­ten En­de der Zu­las­sung nicht auch sei­ne Ap­pro­ba­ti­on ver­liert, kann ein (Zahn)arzt wei­ter­hin Pri­vat­pa­ti­en­ten be­han­deln. Nach al­le­dem lässt sich die Al­ters­gren­ze nicht mit we­sent­li­chen und ent­schei­den­den An­for­de­run­gen ver­trags(zahn)ärzt­li­cher Tätig­keit be­gründen (Ei­chen­ho­fer, SGb, S. 582; Boecken, NZS, S. 397).
2.3) Ei­ne eu­ro­pa­recht­li­che Un­be­denk­lich­keit der Al­ters­gren­ze nach § 95 Abs.7 Satz 3 SGB V könn­te sich mit­hin nur noch aus Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie er­ge­ben. Ob die Re­ge­lung der Al­ters­gren­ze da­nach als ge­recht­fer­tig­te Un­gleich­be­hand­lung we­gen Al­ters an­ge­se­hen wer­den kann, er­scheint dem er­ken­nen­den Ge­richt je­doch frag­lich und hängt
- 10 - von der Aus­le­gung der in Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie ver­wand­ten Be­grif­fe "le­gi­ti­mes Ziel", "an­ge­mes­sen" und "er­for­der­lich" ab.
Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie ge­stat­tet es den Mit­glied­staa­ten, un­ge­ach­tet (der Dis­kri­mi­nie­rungs­de­fi­ni­tio­nen) des Art. 2 Abs. 2 der Richt­li­nie vor­zu­se­hen, dass Un­gleich­be­hand­lun­gen we­gen Al­ters kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dar­stel­len, so­fern sie ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen sind und im Rah­men des na­tio­na­len Rechts durch ein le­gi­ti­mes Ziel ge­recht­fer­tigt sind und die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind.
Als Recht­fer­ti­gungs­erwägun­gen nennt die Richt­li­nie aus­drück­lich Zie­le der Beschäfti­gungs­pol­ti­tik und des Ar­beits­mark­tes. Der EuGH hat dies in sei­nem Ur­teil in dem Ver­fah­ren Pa­la­ci­os da­hin­ge­hend ergänzt, dass auch für wirt­schaft­li­che, so­zia­le, de­mo­gra­phi­sche und haus­halts­be­zo­ge­ne Erwägun­gen Raum ist und dass der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber bei der Ent­schei­dung, wel­ches kon­kre­te Ziel er ver­folgt, so­wie bei der Fest­le­gung der Mit­tel zur Err­rei­chung die­ser Zie­le ei­nen wei­ten Er­mes­sens­spiel­raum hat (Rd­Nr.68 f.).
2.3.1) Die vom Ge­setz­ge­ber mit der Einführung des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V ver­folg­ten Zie­le, nämlich die Fi­nan­zier­bar­keit der GKV zu si­chern und ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Las­ten­ver­tei­lung zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen zu gewähr­leis­ten, sind zwei­fel­los rechtmäßige Zie­le im Sin­ne des Art 6 Abs. 1 der Richt­li­nie. Im ver­trags­zahnärzt­li­chen Be­reich ist die Al­ters­gren­ze zur Er­rei­chung die­se Ziels je­doch nicht (mehr) er­for­der­lich. Denn - wie aus­geführt - sind durch das GKV-Wett­be­werbsstärkungs­ge­setz die Zu­las­sungs­be­schränkun­gen für Ver­trags­zahnärz­te zum 1.4.2007 ge­ne­rell ent­fal­len, weil der Ge­setz­ge­ber für sie kei­ne Steue­rungs­funk­ti­on mehr sah (vgl. Ei­chen­ho­fer, SGb, S.584).
2.3.2) Selbst­verständ­lich han­delt es sich auch bei dem Ge­sund­heits­schutz der Ver­si­cher­ten, auf den das BVerfG aus­sch­ließlich ab­stellt, grundsätz­lich um ein le­gi­ti­mes Ziel im Sin­ne des Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie. Tatsächlich hat der Ge­sund­heits­schutz der Ver­si­cher­ten bei der Einführung des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V, wie des­sen Ent­ste­hungs­ge­schich­te zeigt, für den Ge­setz­ge­ber aber gar kei­ne Rol­le ge­spielt.Of­fen­bar hätte es al­so oh­ne die de­fi­zitäre Fi­nanz­la­ge der GKV und die da­mit in Zu­sam­men­hang ste­hen­de Not­wen­dig­keit von Zu­las­sungs­be­schränkun­gen, wie in der ge­sam­ten Zeit vor dem 1.1.1999, auch wei­ter­hin kein al­ters­be­ding­tes Zu­las­sungs­en­de ge­ge­ben. Es ist auch nichts dafür er­sicht­lich, dass der Ge­setz­ge­ber den Ge­sichts­punkt des Ge­sund­heits­schut­zes der Ver­si­cher­ten im Zu­sam­men­hang mit der Al­ter­gren­ze des § 95 Abs. 7 SGB V später in sei­nen ge­stal­te­ri­schen Wil­len auf­ge­nom­men hätte. So wird in der Ge­set­zes­be­gründung zum Ver­trags­arztände­rungs­ge­setz vom 22.12.2006, durch das die Sätze 8 bis 10 in § 95 Abs. 7 SGB V ein­gefügt wor­den sind, nur auf die sei­ner­zeit für die Einführung der Al­ters­gren­ze maßgeb­li­chen Erwägun­gen ab­ge­stellt, wenn es dort in der BT-Drucks 16/2474, S. 22 heißt: "Die­se Re­ge­lung (scil. § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V) soll­te ursprüng­lich da­zu die­nen, in über­ver­sorg­ten und des­halb für die Neu­zu­las­sung ge­sperr­ten Pla­nungs­be­rei­chen Nie­der­las­sungs­chan­cen für jünge­re Ärz­te zu schaf­fen. So­weit aber älte­re Ärz­te ge­gen ih­ren Wil­len zur Auf­ga­be ih­rer Pra­xis ge­zwun­gen wer­den, ob­wohl bei ih­nen die nach der Zu­las­sungs­ver­ord­nung er­for­der­li­chen persönli­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Ausübung ver­tragsärt­z­li­cher Tätig­keit nach wie vor vor­lie­gen, ist es an­ge­zeigt, an der stren­gen Al­ters­gren­ze dann nicht mehr fest­zu­hal­ten, wenn dies an­de­ren­falls zu Ver­sor­gungs­pro­ble­men führt, weil jünge­re Ärz­te ge­ra­de nicht als Nach­fol­ger be­reit­ste­hen."
Da das ge­stal­te­ri­sche Er­mes­sen, das Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie dem na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber einräumt, auch ei­nen ge­wis­sen Spiel­raum bei der Ent­schei­dung, wel­che
Zie­le er ver­fol­gen will, um­fasst, er­scheint es nicht un­pro­ble­ma­tisch, wenn ein vom Ge­setz­ge­ber im kon­kre­ten Fall gar nicht in des­sen Erwägun­gen ein­be­zo­ge­nes Ziel von der Recht­spre­chung "nach­ge­scho­ben " wird. In die­sem Zu­sam­men­hang ist auf das in dem Ver­fah­ren Pa­la­ci­os er­gan­ge­ne Ur­teil zu ver­wei­sen, in dem der EuGH zwar nicht ver­langt, dass das Ge­setz selbst ei­nen aus­drück­li­chen Hin­weis auf ein le­gi­ti­mes Ziel enthält, wohl aber dar­auf be­steht, "dass an­de­re - aus dem all­ge­mei­nen Kon­text der be­tref­fen­den Maßnah­me ab­ge­lei­te­te - An­halts­punk­te die Fest­stel­lung des hin­ter die­ser Maßnah­me ste­hen­den Ziels ermögli­chen, da­mit des­sen Rechtmäßig­keit so­wie die An­ge­mes­sen­heit und Er­for­der­lich­keit der zu sei­ner Er­rei­chung ein­ge­setz­ten Mit­tel ge­richt­lich über­prüft wer­den können" (vgl. Rd­Nr. 57). In der Kon­se­quenz die­ser Ausführun­gen könn­te es lie­gen, vor­lie­gend den Ge­sund­heits­schutz der Ver­si­cher­ten nur dann als le­gi­ti­mes Ziel zu ak­zep­tie­ren, wenn es Hin­wei­se dafür gäbe, dass der Ge­setz­ge­ber die­ses Ziel auch kon­kret im Zu­sam­men­hang mit der Re­ge­lung des § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V in sei­nen Ge­stal­tungs­wil­len auf­ge­nom­men hat. Das ist aber ge­ra­de nicht der Fall.
Da­mit stellt sich die Fra­ge, ob Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie so aus­zu­le­gen ist, dass ein le­gi­ti­mes (Ge­set­zes-)Ziel auch dann an­ge­nom­men wer­den kann, wenn die­ses Ziel für den na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber bei der Wahr­neh­mung sei­nes ge­setz­ge­be­ri­schen Ge­stal­tungs­spiel­raums selbst über­haupt kei­ne Rol­le ge­spielt hat.
2.3.3) Darüber hält das Ge­richt auch die in der Li­te­ra­tur (vgl. Boecken, NZS, S. 396; ders. Stel­lung­nah­me, S. 6; Ei­chen­ho­fer, SGb, S.585; Ar­nold, S. 145; fer­ner Ber­tels­mann in Rust/Fal­ke, S. 629 ff., Rd­nr. 250ff.) gel­tend ge­mach­ten Zwei­fel, ob die Al­ters­gren­ze im In­ter­es­se des Ge­sund­heits­schut­zes der Ver­si­cher­ten er­for­der­lich und an­ge­mes­sen ist, für durch­aus nach­voll­zieh­bar. Die­se Zwei­fel be­ru­hen zum Ei­nen dar­auf, dass mil­de­re Mit­tel zur Verfügung ste­hen dürf­ten, und zwar in Ge­stalt ei­ner in­di­vi­du­el­len Über­prüfung der Leis­tungsfähig­keit (vgl.Ar­nold, S. 146). Den Einwänden des BSG (Ur­teil vom 6.2.2008, Az: B 6 KA 41/06 R), dass ei­ne sol­che Über­prüfung re­gelmäßig erst später als die Ver­schlech­te­rung der Leis­tungsfähig­keit stattfände und dass die Fortführung der Pra­xis im Hin­blick auf an­sch­ließen­de Rechts­schutz­ver­fah­ren mögli­cher­wei­se dann noch jah­re­lang hin­ge­nom­men wer­den müss­te, ließe sich durch ei­ne Re­ge­lung Rech­nung tra­gen, die zwar von ei­ner Al­ters­gren­ze aus­geht, aber auf An­trag - nach in­di­vi­du­el­ler Prüfung der Leis­tungsfähig­keit - ei­ne be­fris­te­te Verlänge­rung der Zu­las­sung ermöglicht. So­weit gel­tend ge­macht wird, dass oh­ne die ge­ne­ra­li­sie­ren­de Al­ters­gren­ze um­fang­rei­che Ver­wal­tungs­struk­tu­ren und Maßstäbe zur Prüfung des in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­vermögens ent­wi­ckelt wer­den müss­ten (Hes­si­sches LSG vom 15.3.2006, Az: L 4 KA 32/05), ist dar­auf zu ver­wei­sen, dass das Ver­trags(zahn)arzt­recht mit der in § 95 d SGB V ge­re­gel­ten Ver­pflich­tung zur Fort­bil­dung durch Er­werb ent­spre­chen­der Fort­bil­dungs­zer­ti­fi­ka­te durch­aus schon ein Sys­tem kennt, das in­di­vi­du­ell die Leis­tungsfähig­keit von Ver­trags(zahn)ärz­ten über­prüft. Die ent­ste­hen­den Kos­ten könn­ten dem Ver­trags(zahn)arzt auf­er­legt wer­den. Mit ei­ner sol­chen Prüfung wäre auch kein übermäßiger Auf­wand ver­bun­den, und zwar um so we­ni­ger, als er­war­tungs­gemäß durch­aus nicht al­le Zahnärz­te nach Voll­endung des 68. Le­bens­jah­res über­haupt noch tätig sein wol­len (vgl. Boecken, NZS 2005, S.396).
Zum An­de­ren er­scheint die Re­ge­lung des § 95 Abs.7 Satz 3 SGB V, die das in­di­vi­du­el­le Leis­tungs­vermögen gänz­lich außer Be­tracht lässt, aber auch im Sin­ne ei­ner Un­verhält­nismäßig­keit des­halb pro­ble­ma­tisch, weil sich aus den oben auf­geführ­ten Aus­nah­me­re­ge­lun­gen des § 95 Abs. 7 Satz 7 und 8 SGB V er­gibt, dass ei­ner­seits der Ge­setz­ge­ber das von Ver­trags(zahn)ärz­ten jen­seits der Al­ter­gren­ze aus­ge­hen­de Ge­sund­heits­ri­si­ko of­fen­bar selbst so nicht sieht und es für sei­ne Ent­schei­dung zur Einführung der Al­ters­gren­ze nicht ein­mal über­haupt ei­ne Rol­le ge­spielt hat, an­de­rer­seits die Einführung der Al­ters­gren­ze für die be­trof­fe­nen Zahn-/Ärz­te aber ei­ne durch­aus
schwer­wie­gen­de Be­las­tung dar­stellt, die ab Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze re­gelmäßig ei­ne völli­ge Ent­wer­tung ih­rer Be­rufs­frei­heit be­deu­tet. Da et­wa 90 % der Bevölke­rung in der GKV ver­si­chert sind, kann der nie­der­ge­las­se­ne Arzt oh­ne Zu­las­sung zur Teil­nah­me an der ver­trags(zahn)ärzt­li­chen Ver­sor­gung und al­lein an­ge­wie­sen auf die Be­hand­lung von Pri­vat­pa­ti­en­ten sei­ne Pra­xis nicht ren­ta­bel führen (Boecken, Stel­lung­nah­me, S. 2; Blöcher, S. 337).
Im Übri­gen und vor al­lem er­scheint es durch­aus frag­lich, ob die Richt­li­nie, nach de­ren Kon­zept das Ver­bot der Un­gleich­be­hand­lung als Re­gel gilt und der Dis­pens hier­von die Aus­nah­me bleibt (vgl.Boecken, Stel­lung­nah­me, S. 7; ders., NZS, S. 396), ei­ner Aus­le­gung zugäng­lich ist, die ei­ne auf die all­ge­mei­ne Le­bens­er­fah­rung ab­stel­len­de Ty­pi­sie­rung bei der Be­ur­tei­lung des Leis­tungs­vermögens älte­rer Zahn-/Ärz­te zulässt. Auch nach der Auf­fas­sung des er­ken­nen­den Ge­richts ist es - ent­spre­chend der all­ge­mei­nen Le­bens­er­fah­rung - zwei­fel­los Tat­sa­che, dass das Leis­tungs­vermögen ei­nes Men­schen u.a. von des­sen Al­ter abhängt und dass, so­weit der Be­tref­fen­de nicht vor­her stirbt, ein Zeit­punkt kommt, ab dem das körper­li­che und/oder geis­ti­ge Leis­tungs­vermögen mit fort­schrei­ten­dem Al­ter nicht mehr aus­reicht, um bei­spiels­wei­se die (zahn-)ärzt­li­che Tätig­keit ord­nungs­gemäß aus­zuüben. Es ent­spricht aber eben­falls der Le­bens­er­fah­rung und ist auch wis­sen­schaft­lich ab­ge­si­chert (vgl. Ber­tels­mann, in Rust/Fal­ke, S 202 f., Rd­nr. 92ff.), dass der Al­te­rungs­pro­zess und der da­mit ver­bun­de­ne Leis­tungs­ab­fall in­di­vi­du­ell sehr un­ter­schied­lich ver­lau­fen. Ei­ne Le­bens­er­fah­rung, ge­schwei­ge denn ei­ne wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis, dass die in § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V fest­ge­leg­te Al­ters­gren­ze in je­dem kon­kre­ten Ein­zel­fall we­gen Leis­tungs­ab­baus ge­bo­ten wäre, gibt es nicht. Da ein Ge­sund­heits­ri­si­ko für die Ver­si­cher­ten aber nur von der Leis­tungs­ein­schränkung des Zahn-/Arz­tes als sol­cher aus­geht, dürf­te der der Ge­setz­ge­ber den Ver­lust der Zu­las­sung ei­gent­lich nur dar­an knüpfen. Statt­des­sen ge­ne­rell auf das Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Al­ters ab­zu­stel­len, oh­ne dem gg­fls. noch aus­rei­chend vor­han­de­nen in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­vermögen zu­min­dest durch Aus­nah­me­re­ge­lun­gen Rech­nung zu tra­gen, könn­te des­halb - ent­ge­gen der Auf­fas­sung, die die mit dem Eil­ver­fah­ren der Kläge­rin ver­fass­ten Ge­rich­te ver­tre­ten ha­ben - mögli­cher­wei­se doch ei­ne un­zulässi­ge Dis­kri­mi­nie­rung dar­stel­len.
Wäre aus den dar­ge­leg­ten Erwägun­gen die Richt­li­nie 2000/78/EG so aus­zu­le­gen, dass die Fra­ge Nr. 1 oder 2 zu ver­nei­nen wäre, ist außer­dem klärungs­bedürf­tig, ob § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V mit­tels un­mit­tel­ba­rer An­wen­dung der Richt­li­nie sus­pen­diert wer­den kann (so wohl Hus­mann, a.a.O. S. 66) oder ob ein Um­set­zungs­de­fi­zit vor­liegt, das sich nur durch ein Tätig­wer­den des deut­schen Ge­setz­ge­bers kom­pen­sie­ren lässt (zu die­ser Fra­ge­stel­lung vgl. Ri­xen, a.a.O., S. 353).
Vor die­sem Hin­ter­grund hat das Ge­richt be­schlos­sen, den EuGH um Klärung der auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen zu bit­ten.
Die­ser Be­schluss ist un­an­fecht­bar.	m.hensche.de
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