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Timestamp: 2016-10-24 10:39:39
Document Index: 278387732

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 132', 'Art. 131', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 36', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152', 'Art. 152', 'BGE']

U 134/06 (03.05.2007)
Die 1968 geborene M.________ war seit Juni 1998 bei der Caf� Confiserie Q.________ als Aushilfe im Service angestellt und bei der SWICA Versicherungen AG, Winterthur, f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen obligatorisch versichert. Am 15. Juni 2001 stiess ein von hinten herannahendes Fahrzeug in das Heck des von ihr gelenkten, in einer Kolonne stehenden Personenwagens. Wegen �ber das Wochenende aufgetretenen Nackenschmerzen, Schwindel und �belkeit sowie Einschlafst�rungen konsultierte sie am 19. Juni 2001 ihren Hausarzt, Dr. med. U.________, Allgemeine Medizin FMH, welcher ein posttraumatisches Zervikalsyndrom ohne radiologisch nachweisbare L�sionen diagnostizierte. Nach einer zweiw�chigen vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit arbeitete M.________ ihren Angaben gem�ss ab 2. Juli 2001 in einem h�lftigen und ab 16. Juli 2001 in einem Pensum von zun�chst 80 %, welches sie nach einer Woche auf 60 % reduzierte. Im September 2001 exacerbierten die Beschwerden; es traten auch Schmerzen im R�ckenbereich (vor allem lumbal), vegetative Symptome sowie kognitive Beeintr�chtigungen auf. Die Versicherte war vom 10. bis 30. November 2001 und ab 6. Januar 2002 vollst�ndig arbeitsunf�hig. Die anhaltenden gesundheitlichen Beeintr�chtigungen konnten trotz der ambulant und station�r durchgef�hrten Behandlungen (Physio- und Ergotherapie; psychologische Betreuung) nur geringgradig gebessert und beeinflusst werden (vgl. Bericht der Rehaklinik X.________ vom 11. Juni 2002, wo sich die Versicherte vom 28. M�rz bis 18. April 2002 aufhielt). Der vom Hausarzt beigezogene Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, hielt in einem Schreiben vom 21. Juni 2002 fest, ein Versuch, die Arbeit wieder aufzunehmen, sei fehlgeschlagen; die Patientin habe M�he, die Unfallfolgen zu akzeptieren. Es sei wichtig, die begonnene psychologische Therapie fortzusetzen. Laut Bericht der von der SWICA mit der beruflichen Eingliederung beauftragten I.________ AG vom 6. M�rz 2003 scheiterten die durchgef�hrten therapeutischen Arbeitsversuche bei der Arbeitgeberin. Die SWICA leitete daraufhin eine polydisziplin�re Begutachtung bei der MEDAS, Medizinische Abkl�rungsstelle, ein (Expertise vom 16. September 2003 mitsamt Konsilien des Dr. med. B.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Juni 2003, des Dr. med. A.________, Leitender Arzt Neurologie, Medizinische Klinik, Spital Y.________ vom 10. Juni 2003, des Dr. med. W.________, Facharzt FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 2. Juli 2003, des Dr. phil. G.________, Neuropsychologische Praxis, vom 12. Juni 2003 sowie der BEFAS, Berufliche Abkl�rungsstelle, vom 12. Juni 2003). Gest�tzt darauf stellte sie ab 1. Dezember 2003 die bislang ausgerichteten Taggelder ein und verneinte ab 1. Februar 2004 die Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung (Verf�gung vom 23. Januar 2004); zudem forderte sie einen Teil der ausgerichteten Taggelder wegen �berentsch�digung zur�ck (Verf�gung vom 13. Mai 2004). Die gegen diese Verf�gungen erhobenen Einsprachen, mit welchen die Versicherte unter anderem die Berichte des Dr. med. S.________ vom 17. November 2003 sowie des E.________, Psychotherapeut VPZ SPK, vom 22. November 2003 einreichen liess, hiess die SWICA insoweit teilweise gut, dass sie die R�ckforderung wegen �berentsch�digung um Fr. 9972.30 herabsetzte (Einspracheentscheid vom 7. Juli 2004).
Hiegegen liess M.________ Beschwerde einreichen und beantragen, die SWICA sei zu verpflichten, ihr die nach Gesetz zustehenden Taggeldleistungen auszurichten; es sei ihr eine Rente aus der obligatorischen Unfallversicherung zuzusprechen, nebst r�ckwirkender �bernahme s�mtlicher Heilkosten. Mit weiteren Eingaben liess sie ein von ihrem Rechtsvertreter eingeholtes Gutachten des Prof. Dr. med. N.________, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 10. Februar und 21. M�rz 2005 auflegen und geltend machen, die SWICA habe den ad�quaten Kausalzusammenhang verfr�ht gepr�ft. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wies die Beschwerde ab (Entscheid vom 10. Februar 2006).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids seien die ihr zustehenden Taggeldleistungen zuzusprechen; zudem habe die SWICA die weiteren UVG-Leistungen auszurichten. Weiter wird um unentgeltliche Verbeist�ndung im letztinstanzlichen Verfahren ersucht.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Mit diesem Gesetz ist die bisherige organisatorische Selbstst�ndigkeit des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts aufgehoben und dieses mit dem Bundesgericht fusioniert worden (Seiler in: Seiler/ von Werdt/G�ngerich, Kommentar zum BGG, Art. 1 N 4 und Art. 132 N 15). Das vorliegende Urteil wird daher durch das Bundesgericht gef�llt. Weil der angefochtene Entscheid jedoch vor dem 1. Januar 2007 ergangen ist, richtet sich das Vefahren noch nach dem bis zum 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; Art. 131 Abs. 1 und 132 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 132 V 392 E. 1.2 S. 395).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin �ber den 31. Januar 2004 hinaus Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat.
2.1 Im kantonalen Entscheid wird die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischem dem versicherten Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend wiedergegeben. Entsprechendes gilt zum Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) sowie hinsichtlich der nach einer Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle auftretenden gesundheitlichen Beeintr�chtigungen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.). Darauf wird verwiesen.
2.2.1 Aufgrund der Akten steht fest, dass die Beschwerdef�hrerin seit dem Auffahrunfall vom 15. Juni 2001 jedenfalls teilweise an Symptomen leidet, die typischerweise nach einer HWS-Distorsion auftreten. Die Vorinstanz bejahte den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten Beeintr�chtigungen. Sie liess die Frage offen, ob die laut MEDAS-Gutachten vom 16. September 2003 im Vordergrund stehenden, als Anpassungsst�rung mit gemischter St�rung von Stimmungs- und Sozialverhalten nach ICD-10 F43.23 diagnostizierten psychiatrischen Befunde Folge eines Schleudertraumas sind, weil der ad�quate Kausalzusammenhang selbst nach den gem�ss BGE 117 V 359 geltenden Grunds�tzen verneint werden m�sse.
2.2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird wie schon im vorinstanzlichen Verfahren im Wesentlichen vorgebracht, die Ad�quanzpr�fung sei zu fr�h erfolgt. Die �rztliche Behandlung sei am 1. Februar 2004 noch nicht abgeschlossen gewesen. Die SWICA und das kantonale Gericht h�tten den medizinischen Sachverhalt zu Unrecht gest�tzt auf das MEDAS-Gutachten beurteilt, welches auf unvollst�ndigen und nicht schl�ssigen neurologischen und rheumatologischen Untersuchungen beruhe und deswegen hinsichtlich der Ergebnisse nicht �berzeuge. Es seien allenfalls zur Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs weitere Abkl�rungen erforderlich.
2.3 Der Einwand in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die SWICA Versicherungen AG habe die Ad�quanzpr�fung zu fr�h vorgenommen, ist unbehelflich. Zu fragen ist vielmehr, ob im massgeblichen Zeitpunkt des Einspracheentscheides die Voraussetzungen f�r den Fallabschluss vorgelegen haben. Diese sind gegeben, wenn von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Im �brigen erlischt der Taggeldanspruch unter anderem mit der vollen Wiedererlangung der Arbeitsf�higkeit (Art. 16 Abs. 2 Satz 2 UVG).
3.1.1 Der rheumatologische Konsiliarius (Bericht des Dr. med. W.________ vom 2. Juli 2003 an die MEDAS) stellte anl�sslich der klinischen Untersuchung diffuse Ber�hrungs- und Druckdolenzen des ganzen Sch�dels, der Nacken- und Halsregion, Schulterpartie sowie des linken Oberarmes und der Brust fest. Zu palpieren war ein leichter myofaszialer Reizzustand mit leichter muskul�rer Verspannung der Nacken- und Schultermuskulatur beidseits eher rechtsbetont sowie eine leichte Bewegungseinschr�nkung der HWS ohne klinische Hinweise auf eine radikul�re Reiz- oder Ausfallsymptomatik oder Segmentinstabilit�t. Die Kraftverminderung beim Faustschluss links bei normaler muskul�rer Trophik der intrinsischen Hand- wie auch Unterarmmuskulatur war medizinisch nicht erkl�rbar. Dem Rheumatologen fielen ein deutliches Schmerzverhalten sowie eine deutliche �berlagerungstendenz auf. Insgesamt war die Explorandin aus fachspezifischer Sicht austherapiert. Aufgrund der wenigen objektivierbaren Befunde waren weitere medizinische Behandlungen nicht notwendig. Es bestand eine vollst�ndige Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf bei g�nstiger Prognose.
Der Neuropsychologe stellte keine Funktionsausf�lle mit Auswkirkung auf die Arbeitsf�higkeit fest (Bericht des Dr. phil. G.________ vom 12. Juni 2003).
Laut neurologischem Konsilium (Bericht des Dr. med. A.________ vom 10. Juni 2003) waren die Schwindel vegetativer Genese; Hinweise auf eine traumatische vestibul�re L�sion fanden sich nicht. Die in den linken Arm ausstrahlenden Schmerzen sowie R�ckenbeschwerden waren erst mit einer gewissen Latenz, die Schmerzen in den Beinen mit einer grossen Latenz nach dem Unfall aufgetreten, weshalb ein Zusammenhang dieser Symptomatik mit dem Unfall nicht wahrscheinlich sei. Eine vom Paraplegikerzentrum Z.________ aufgrund einer radiologischen Untersuchung f�r m�glich gehaltene ligament�re L�sion im Bereich der HWS (vgl. Bericht der Rehaklinik X.________ vom 11. Juni 2002) schloss der Neurologe mangels Nachweises wesentlicher struktureller Ver�nderungen aus. Die Untersuchungsbefunde zeigten sich normal, namentlich lagen keine Hinweise auf eine zervikale oder medull�re Sch�digung vor. Es ergaben sich auch keine Verdachtsmomente auf eine Armplexussch�digung oder eine periphere Nervenverletzung. Aus neurologischer Sicht begr�ndeten einzig die anamnestisch erst seit dem Unfall vom 15. Juni 2001 feststellbaren Spannungskopfschmerzen eine Arbeitsunf�higkeit von h�chstens 20 % bis 25 %.
Der Psychiater stellte fest (Bericht des Dr. med. B.________ vom 12. Juni 2003), w�hrend des lange dauernden, von der Explorandin ohne irgendwelche Erm�dungserscheinungen durchgehaltenen Gespr�chs h�tten sich keine Anhaltspunkte f�r intellektuelle oder gar psychotische St�rungen ergeben. Sie leide weder an einer depressiven Erkrankung, noch an einer posttraumatischen Belastungsst�rung. In emotionaler Hinsicht gewann er den Eindruck leicht histrionisch gepr�gter Abgehobenheit, ein Zustand, der sich treffend mit dem Begriff "belle indiff�rence" umschreiben lasse. Die nach ICD-10 F43.23 zu diagnostizierende Anpassungsst�rung mit gemischter St�rung von Stimmungs- und Sozialverhalten begr�nde eine Arbeitsunf�higkeit von 40 %. Es d�rfe aktuell unter der Voraussetzung, dass die Versicherte die Psychotherapie weiterf�hre, mit einer namhaften Besserung der Gesundheitssch�digung gerechnet werden.
3.1.2 Gest�tzt auf diese Ergebnisse, die Akten sowie eigene klinische Untersuchungen kamen die MEDAS-Gutachter zum Schluss (Expertise vom 16. September 2003), unmittelbar nach dem Unfall seien vorerst Nackenschmerzen, drei Monate sp�ter ein Panvertebral- und Lumbovertebralsyndrom mit Schlafst�rungen und vegetativen Symptomen im Vordergrund gestanden. Viele der geklagten Beschwerden seien im Rahmen der Anpassungsst�rung zu erkl�ren. Es bestehe aufgrund der psychiatrischen und neurologischen Befunde eine Arbeitsunf�higkeit von insgesamt 40 %. Hinsichtlich der empfohlenen psychiatrischen Weiterbehandlung gingen die MEDAS-Experten von einem vorerst station�ren Verlauf aus. Vorausgesetzt, dass die Explorandin die ihr zumutbaren psychotherapeutischen Anstrengungen und beruflichen Eingliederungsmassnahmen unternehme, sei mit einer deutlichen Besserung der Gesundheitssch�digung zu rechnen. Auch eine Basisbehandlung der Spannungskopfschmerzen k�nne hilfreich sein.
3.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin kann zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsunf�higkeit ohne weiteres auf das umfassende und in allen Teilen �berzeugende Gutachten der MEDAS abgestellt werden. Die Ausf�hrungen des Prof. Dr. med. N.________ im Bericht vom 10. Februar 2005 laufen insgesamt auf die bereits von den MEDAS-Gutachtern vermerkte Feststellung hinaus, dass die weichteilrheumatischen Beschwerden ubiquit�ren Charakters sind, was der Annahme einer eindeutig (BGE 118 V 286 E. 2 S. 290 f.) oder auch nur medizinisch plausibel begr�ndeten (BGE 122 V 415) Unfallkausalit�t entgegensteht. Auch die Schlussfolgerungen des Neurologen Dr. med. C.________ gem�ss Bericht vom 14. Mai 2004 �berzeugen nicht vollumf�nglich. Entgegen seinen Darlegungen sind die anl�sslich der Exploration vom 23. Dezember 2003 erhobenen Befunde mit denjenigen am 12. Oktober 2001 festgestellten (vgl. Berichte dieses Arztes vom 14. und 7. Dezember 2001) nicht ohne weiteres vergleichbar. Laut den fr�heren Berichten lag eine in Zusammenhang mit Verdacht auf L�sion des rechtsseitigen Ligamentums stehende ausgepr�gte Fehlhaltung im Sinne einer Kyphose C3/C6 sowie eine deutlich eingeschr�nkte Beweglichkeit der HWS bei Inklination vor, wogegen zwei Jahre sp�ter lediglich noch von beeintr�chtigter Re- und Inklination des Nackens sowie Druckdolenz des Schulterg�rtels und Nackens bei Palpation mit leicht erh�htem Muskelhartspann, ohne n�here Bezeichnung der Auspr�gung dieser Befunde, die Rede war. Unter diesen Umst�nden ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, wenn Dr. med. C.________ anf�nglich (Bericht vom 14. Dezember 2001) die Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf f�r leichte k�rperliche T�tigkeiten auf 50 % bis 60 %, sp�ter (Bericht vom 14. Mai 2004) nur noch auf 40 % einsch�tzte. Es liegt die Annahme nahe, dass er die Arbeitsunf�higkeit vor allem gest�tzt auf die Beschwerdeschilderung der Patientin beurteilte. Davon ist auch bei der W�rdigung des Berichts des behandelnden Psychotherapeuten E.________ (Bericht vom 22. November 2003) auszugehen. Er �bernimmt zur Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit die Angaben der Beschwerdef�hrerin zum Leidensdruck explizit tel quel, ohne sich mit der vom psychiatrischen Konsiliarius der MEDAS dargelegten Problematik auseinanderzusetzen. Bei der von Dr. med. B.________ nach ICD-10 F43.23 diagnostizierten Anpassungsst�rung mit gemischter St�rung von Stimmungs- und Sozialverhalten spielt die individuelle Pr�disposition oder Vulnerabilit�t eine bedeutsame Rolle (vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer St�rungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Bern/G�ttingen/Toronto/Seattle 2005, S. 171 f.). Laut Dr. med. B.________ ist die Beschwerdef�hrerin als Pers�nlichkeit zu bezeichnen, deren Leidensdruck trotz der intensiv geschilderten Beschwerden lediglich gering sein muss ("belle indiff�rence"), was dem vom rheumatologischen Experten Dr. med. W.________ anl�sslich seiner Exploration gewonnenen Eindruck entspricht. Schliesslich ist festzuhalten, dass f�r die geltend gemachte erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Begutachtung durch die MEDAS (Expertise vom 16. September 2003) bis zu dem f�r die gerichtliche Beurteilung des Sachverhalts massgeblichen Zeitpunkt bei Erlass des Einspracheentscheids vom 7. Juli 2004 (vgl. dazu BGE 121 V 362 E. 1b S. 366) keine Anhaltspunkte vorliegen. Weitere medizinische Abkl�rungen sind nicht notwendig, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat.
4.1 Die Beschwerdef�hrerin brach die station�re Behandlung in der Rehaklinik X.________ aus eigener Initiative ab (vgl. Bericht dieser Klinik vom 11. Juni 2002). Ihren Angaben gem�ss besserte sich der Gesundheitszustand auch nicht mit den ambulant durchgef�hrten Therapien. Die BEFAS hielt im Bericht vom 12. Juni 2003 an die MEDAS fest, die Versicherte habe keine Perspektiven hinsichtlich eines beruflichen Wiedereinstiegs entwickelt. Prof. Dr. med. N.________ stellt im Gutachten vom 10. Februar sowie 21. M�rz 2005 - insoweit in Einklang mit den MEDAS-Gutachtern - die therapeutischen M�glichkeiten im Umgang mit den Schmerzen in den Vordergrund und schl�gt ein langfristig zu erarbeitendes Konzept zu Hause auszu�bender therapeutischer �bungen vor, wobei seiner Meinung nach keine wesentliche Arbeitsf�higkeit mehr zu erreichen sei. Er geht demnach davon aus, dass medizinische Massnahmen nurmehr eine bessere Schmerzbew�ltigung erm�glichen k�nnten. Laut MEDAS-Gutachten war bei entsprechender Compliance der Versicherten mit einer wesentlichen Verbesserung der Unfallrestfolgen zu rechnen. Zudem bestand eine Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf als Serviceangestellte von 60 %, in welchem zeitlichen Umfang die Versicherte auch vor dem Unfall gearbeitet hatte. Unter diesen Umst�nden waren die Voraussetzungen f�r den Fallabschluss im Zeitpunkt des Einspracheentscheids gegeben.
4.2 Die Ad�quanzpr�fung hat nach der in BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f. (E. 2.1) dargelegten Rechtsprechung mit ihrer fehlenden Differenzierung zwischen k�rperlichen und psychischen Beschwerden zu erfolgen (BGE 123 V 98 E. 2a S. 99, 119 V 335, 117 V 359 und 369 E. 4b S. 382 f.), da die Beschwerdef�hrerin unbestrittenermassen jedenfalls teilweise an dem f�r eine HWS-Distorsion typischen Beschwerdebild litt und keine Anhaltspunkte vorliegen, dass die sp�ter aufgetretene, die Arbeitsunf�higkeit haupts�chlich beeintr�chtigende psychiatrische Symptomatik das Krankheitsgeschehen schon kurze Zeit nach dem Unfall und �ber den gesamten Krankheitsverlauf gesehen dominierte (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99 mit Hinweisen).
4.2.1 Die Beschwerdef�hrerin stand am 15. Juni 2001 mit ihrem Fahrzeug still, weil sich wegen einer Rotlichtsignalanlage ein Stau gebildet hatte. Der Aufprall des von hinten herannahenden Personenwagens erfolgte unerwartet, wobei der in gerader Haltung nach vorne gerichtete Kopf der Versicherten zwar r�ckw�rts auf die Kopfst�tze, nicht aber nach vorne auf einen festen Gegenstand aufschlug. Es gab keinen Zusammenstoss mit dem voranstehenden Automobil. In Anbetracht dieses von der Beschwerdef�hrerin geschilderten Unfallablaufs sowie der �rztlichen Feststellungen, dass weder oss�re noch - entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ge�usserten Auffassung - ligament�re L�sionen an der Wirbels�ule, noch neurologische Ausfallerscheinungen vorgelegen haben (vgl. Bericht des Dr. med. A.________ vom 10. Juni 2003), ist von einer leichten Distorsion der HWS auszugehen. Mit Blick auf die Kasuistik zu vergleichbaren Ereignissen (vgl. Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.2, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360) handelt es sich um einen gew�hnlichen Auffahrunfall, den das kantonale Gericht zutreffend als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen liegend qualifiziert hat. Daher kann die Ad�quanz nur bejaht werden, wenn eines der einschl�gigen Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist oder mehrere Kriterien in geh�ufter und auffallender Weise zutreffen (BGE 117 V 359 E. 6a S. 366 f.).
4.2.2 Der Unfall war in seinem �usseren Ablauf nicht dramatisch.
4.2.3 Die Diagnose eines Schleudertraumas vermag das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung f�r sich allein nicht zu begr�nden. Auff�llige Umst�nde, welche das f�r ein Schleudertrauma typische Beschwerdebild beeinflussen k�nnen (vgl. Urteil U 380/04 vom 15. M�rz 2002 E. 5.2.3, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236), beispielsweise eine beim Unfall eingenommene besondere K�rperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen (vgl. Urteil U 193/01 vom 24. Juni 2003 E. 4.3 mit Hinweisen, publ. in: RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361), liegen nicht vor. Aggravierende Faktoren wie Frakturen, ligament�re L�sionen oder neurologische Defizite konnten mit den durchgef�hrten Untersuchungen nicht festgestellt werden.
4.2.4 Bez�glich der Dauer der �rztlichen Behandlung hat die Vorinstanz richtig festgehalten, dass eine Behandlungsbed�rftigkeit von zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS oder �quivalenten Verletzung mit �hnlichem Beschwerdebild durchaus �blich ist (vgl. Urteil U 380/04 vom 15. M�rz 2005 E. 5.2.4 in fine mit Hinweisen, publ. in RKUV 2005 Nr. U 549 S. 239). Laut MEDAS-Gutachten war die Versicherte aus rheumatologischer Sicht im Zeitpunkt der Begutachtung austherapiert. Empfohlen wurde eine Weiterf�hrung der Psychotherapie sowie eine Basisbehandlung bei posttraumatischen Spannungskopfschmerzen, welche mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik f�hren sollte. Dass danach weiterhin eine spezifische auf die Verbesserung der Leiden gerichtete �rztliche Behandlung notwendig oder zweckm�ssig war, ergibt sich aus den Akten nicht. Eine ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung liegt nicht vor.
4.2.5 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen f�r das Vorliegen von Dauerbeschwerden bejaht, jedoch eine besondere Auspr�gung verneint. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Gem�ss psychiatrischem Konsiliarius der MEDAS war der Leidensdruck trotz der intensiv geschilderten Beschwerden lediglich gering ("belle indiff�rence").
4.2.6 Auch das Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit ist zu verneinen. Die Beschwerdef�hrerin arbeitete vor dem Unfall vom 15. Juni 2001 im Rahmen von 60 % als Angestellte im Service. Wie das kantonale Gericht, auf dessen Erw�gungen verwiesen wird, zutreffend dargelegt hat, ist aufgrund der Akten nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Versicherte das Arbeitspensum ohne den Unfall auf 80 % oder gar 100 % erh�ht h�tte. Gem�ss MEDAS-Gutachten war ihr die Aus�bung des angestammten Berufs weiterhin im Umfang von 60 % zumutbar. Bei entsprechender Compliance war zudem mit einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustands zu rechnen.
4.2.7 Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung stellen die psychiatrischen Befunde, welche im Wesentlichen den Gesundheitszustand und die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigen, keine besonderen Gr�nde dar, die auf einen schwierigen Heilverlauf schliessen lassen. Psychische Beschwerden geh�ren gleichsam zum typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsion. Nicht ersichtlich ist weiter, worin die Beschwerdef�hrerin die geltend gemachten erheblichen Komplikationen erblickt. Unbestritten ist, dass keine �rztliche Fehlbehandlung vorliegt, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte.
4.3 Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass weder eines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist, noch mehrere der zu ber�cksichtigenden Kriterien gegeben sind. Der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom 15. Juni 2001 sowie dessen Folgen und dem ab 1. Februar 2004 bestehenden, die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigenden Gesundheitszustand ist nach dem Gesagten in Best�tigung des vorinstanzlichen Entscheids zu verneinen.
Streitig sind schliesslich die H�he des entrichteten Taggeldes sowie der Anspruch darauf im Zeitraum vom 1. Dezember 2001 bis 31. Januar 2002. Diesbez�glich wird auf die nicht zu beanstandenden Erw�gungen des angefochtenen Entscheids verwiesen, welchen das Bundesgericht nichts beizuf�gen hat (Art. 36a Abs. 3 OG).
Der Beschwerdef�hrerin kann die unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das letztinstanzliche Verfahren gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen ist und die Vertretung geboten war (BGE 124 V 301 E. 6 S. 309). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist (Art. 152 Abs. 3 OG; BGE 124 V 301 E. 6 S. 309).
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanwalt Marco Untern�hrer, Luzern, f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.