Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20211/10
Timestamp: 2019-08-21 04:05:52
Document Index: 257766825

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 32', 'Art. 3', '§ 4', '§ 32', 'Art 267', 'Art 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 267', 'Art. 3', 'EuG', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', 'Art. 3', '§ 5', 'Art. 3', '§ 4', '§ 5', 'BGH', '§ 4', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'EuG', '§ 148', 'BGH', 'BGH', 'EuG', '§ 315', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', '§ 5']

Rechtsprechung: VIII ZR 211/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,6304
BGH, 29.06.2011 - VIII ZR 211/10 (https://dejure.org/2011,6304)
BGH, Entscheidung vom 29.06.2011 - VIII ZR 211/10 (https://dejure.org/2011,6304)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 2011 - VIII ZR 211/10 (https://dejure.org/2011,6304)
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AVBEltV § 4, § 32 StromRL Art. 3
§ 4 AVBEltV, § 32 AVBEltV, Art 267 AEUV, Art 3 Abs 5 EGRL 54/2003, Anh A Buchst b EGRL 54/2003
Vorabentscheidungsersuchen an den Europäischen Gerichtshof: Anforderungen an die Transparenz einer Preisänderungsklausel in Stromlieferungsverträgen mit Haushaltskunden
Auslegung des Art. 3 Abs. 5 i.V.m. Anhang A Buchst. b und/oder c RL 2003/54/EG in Hinblick auf das Tranzparenzgebot über Preisänderungen in Stromlieferungsverträgen mit Haushalts-Kunden; Auslegung des Art. 3 Abs. 5 i.V.m. Anhang A Buchst. b und/oder c RL 2003/54/EG in Hinblick auf das Tranzparenzgebot über Preisänderungen in Stromlieferungsverträgen mit Haushalts-Kunden
EuGH-Vorlage zum gesetzlichen Preisänderungsrecht für Stromlieferungen an Tarifkunden
Vorlagebeschluss an den EuGH zum Preisbestimmungsrecht eines Stromversorgers
RL 2003/54/EG Art. 3 Abs. 5; AEUV Art. 267
Auslegung des Art. 3 Abs. 5 i.V.m. Anhang A Buchst. b und/oder c RL 2003/54/EG in Hinblick auf das Tranzparenzgebot über Preisänderungen in Stromlieferungsverträgen mit Haushalts-Kunden
Energierecht - EuGH-Vorlage: Preisänderungen in Stromlieferungsverträgen
Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Gasversorgung von Tarifkunden, AVBGasV, § 4, Abs. 1 und 2, ... BGBl I 1979, 676 ; Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Gas dem Niederdrucknetz, (Gasgrundversorgungsverordnung, GasGVV), § 5, Abs. 2, BGBl I 2006, 2391 ; Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Elektrizität aus dem Niederspannungsnetz (Stromgrundversorgungsverordnung, StromGVV), § 5, Abs. 2, BGBl I 2006, 2391
Niederlassungsfreiheit und freier Dienstleistungsverkehr, Niederlassungsrecht, Freier Dienstleistungsverkehr, Angleichung der Rechtsvorschriften, Energie
NJW 2011, 3096
ZIP 2011, 1622 (Ls.)
ZMR 2011, 791
bb) Der Gerichtshof hat diese Frage sowie die ihm durch Senatsbeschluss vom 29. Juni 2011 (VIII ZR 211/10, RdE 2011, 372) vorgelegte, zu gemeinsamer Entscheidung verbundene gleichlautende Frage zu § 4 Abs. 1 und 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden vom 21. Juni 1979 (BGBl. I S. 684 - AVBEltV) beziehungsweise zu § 5 Abs. 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Elektrizität aus dem Niederspannungsnetz vom 26. Oktober 2006 (Stromgrundversorgungsverordnung - StromGVV, BGBl. I S. 2391) und zu Art. 3 Abs. 5 Satz 3 bis 5 in Verbindung mit Anhang A Buchst. b oder c der Richtlinie 2003/54/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2003 über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 96/92/EG (…ABl. Nr. L 176, S. 37) mit Urteil vom 23. Oktober 2014 (…Rs. C-359/11 und C-400/11, aaO - Schulz und Egbringhoff) wie folgt beantwortet:.
Deshalb kommt es entgegen der Auffassung der Revision auch nicht darauf an, ob der Beklagten ein Preisanpassungsrecht nach § 5 Abs. 2 StromGVV überhaupt zusteht oder ob diese Bestimmung mit den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben nicht zu vereinbaren ist, die nach Art. 3 Abs. 5 in Verbindung mit Anhang A Buchst. b und/oder c der Richtlinie 2003/54 EG an die Transparenz von Preisänderungsklauseln zu stellen sind (dazu Vorlagebeschluss des Senats vom 29. Juni 2011 - VIII ZR 211/10, RdE 2011, 372).
§ 4 Abs. 1 und 2 AVBGasV und § 5 Abs. 2 StromGVV (in der bis zum 29. Oktober 2014 geltenden Fassung [BGBl. I S. 2391], im Folgenden: StromGVV aF) kann daher ein gesetzliches Recht des Stromversorgungsunternehmens, gegenüber Tarifkunden die Preise einseitig nach billigem Ermessen zu ändern, nicht (mehr) entnommen werden (insoweit Aufgabe der Senatsrechtsprechung; Urteil vom 28. März 2007, VIII ZR 144/06, BGHZ 171, 374, 378; Beschluss vom 29. Juni 2011, VIII ZR 211/10, ZNER 2011, 435 Rn. 17).
Bei der Belieferung eines Tarifkunden mit Strom hat der Senat früher ein einseitiges Preisänderungsrecht des Grundversorgers aus § 4 Abs. 1, 2 AVBEltV beziehungsweise aus § 5 Abs. 2 StromGVV aF abgeleitet (…vgl. Senatsurteil vom 28. März 2007 - VIII ZR 144/06, BGHZ 171, 374, 378 Rn. 16; Senatsbeschluss vom 29. November 2011 - VIII ZR 211/10, ZNER 2011, 435 Rn. 17).
Der Kontrahierungszwang ist ein Eingriff in die Privatautonomie und dem Versorger folglich nur mit einer Preisanpassungsberechtigung zumutbar (so auch: Zorn, Anmerk. zu BGH, EuGH-Vorlage vom 18.05.2011, VIII ZR 71/10, IR 2011, 181; Krtschil, Anmerk. zu BGH, EuGH-Vorlage vom 29.06.2011, VIII ZR 211/10, IR 2011, 228).
Die entsprechende Anwendung der Vorschrift des § 148 ZPO gebietet es aus den vorstehenden Gründen auch nicht, den Rechtsstreit bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gegen den Willen der Klägerin auszusetzen (siehe dazu auch: BGH, Beschluss vom 30.03.2005, X ZB 26/04; zur Gegenansicht siehe: Markert, Anmerk. zu BGH, EuGH-Vorlage vom 29.06.2011, VIII ZR 211/10, ZNER 2011, 437 (438), ders., Anmerk.
Dabei kann auch dahingestellt bleiben, ob aufgrund des Verlangens des Klägers nach einer Billigkeitskontrolle nach § 315 BGB nur diejenigen Preiserhöhungen erfasst sind, welche in angemessener Zeit beanstandet wurden (vgl. BGH in NJW 2011, Seite 2800 ff.) oder ob aufgrund der mittlerweile aufgekommenen Zweifel an der Vereinbarkeit des gesetzlichen Preisanpassungsrechts nach § 5 Abs. 2 StromGVV mit dem Gemeinschaftsrecht (vgl. hierzu Vorlagebeschluss des BGH vom 29.06.2011 in NJW 2011, Seite 3096 ff.) sämtliche Preisanpassungen der Beklagten unwirksam sind und somit auch nicht aufgrund des widerspruchslosen Bezugs von Strom durch den Kläger nach einer einseitigen Preiserhöhung wirksam vertraglich vereinbart werden konnten (vgl. hierzu BGH in NJW 2011, Seite 2800 ff).
Da aus den obengenannten Gründen bereits auf Grundlage des wirksam vereinbarten Anfangspreises ein ganz erheblicher Zahlungsrückstand besteht, welcher die Androhung und Durchführung der Unterbrechung der Stromversorgung rechtfertigte, kann ferner dahingestellt bleiben, ob die Preisanpassungsklausel von § 5 Abs. 2 StromGVV mit Gemeinschaftsrecht vereinbar ist (vgl. hierzu Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs vom 29.06.2011, NJW 2011, S. 3096 ff).