Source: https://richtplan.lu.ch/richtplantext/s/s2
Timestamp: 2018-01-18 04:04:40
Document Index: 40506918

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 38', '§ 39', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 39']

S2-4 Aufbau und Förderung Netzwerk Innenentwicklung
S2-5 Kleinräumige Zuordnung von nicht verkehrsintensiven Versorgungseinrichtungen
Die heutige Siedlungsentwicklung im Kanton Luzern ist zu wenig haushälterisch und nur bedingt nachhaltig. Die Siedlungsplanung folgt häufig zu sehr den Zufälligkeiten der Interessen Privater sowie der bestehenden Eigentums- und Parzellenstruktur. Den öffentlichen Interessen nach einer geplanten und geordneten Siedlungsentwicklung und einer haushälterischen Nutzung des Bodens kommt noch zu wenig Gewicht zu.
Das per 1. Januar 2014 teilrevidierte PBG enthält wesentliche und griffige Be-stimmungen für eine bessere Verfügbarkeit von Bauland (§ 38 PBG), für Infrastrukturverträge (§ 38a PBG) und für die Siedlungsentwicklung nach innen (§ 39 PBG).
Das teilrevidierte RPG (in Kraft seit 1. Mai 2014) hat - zusammen mit der ebenfalls revidierten RPV, dem ergänzten Leitfaden Richtplanung und den neuen technischen Richtlinien Bauzonen - als Hauptzielsetzung, die Zersiedlung zu stoppen und die Siedlungsentwicklung nach innen zu lenken.
Mittels besonderer kommunaler Bau- und Zonenvorschriften und der Förderung von städtebaulichen Studien und Planungswettbewerben wird die Entwicklung nach innen, namentlich die Umnutzung, Verdichtung, Aufwertung und Erneuerung bestehender Siedlungen, erleichtert und gefördert.
Die Siedlungsentwicklung nach innen ist anforderungsreich, das Fachwissen muss aufgebaut und verbreitet werden.
Mit Infrastrukturverträgen gemäss § 38a PBG zwischen Gemeinden und Grundeigen-tümern/Investoren werden Regelungen für die gemeinsame Planung und Realisierung von Infrastruktur und Ausstattung von Quartieren getroffen.
Der Kanton will mit dem Aufbau und der Förderung eines Netzwerks Innenentwicklung insbesondere die Gemeinden bei der zukünftigen Herausforderung der Siedlungsentwicklung nach innen aktiv unterstützen. Ziele und Aufgaben des unabhängigen Netzwerks sind:
zentrale Anlaufstelle für Schlüsselakteure wie Gemeindebehörden, Eigentümerinnen, Investoren, Bauträgerinnen, regionale Entwicklungsträger und Gebietsmanagements für generelle und konkrete Fragen zur Umsetzung der Innenentwicklung,
Initiierung und Umsetzung ausgewählter (strategischer) Projekte der Innenentwicklung durch die gezielte methodische und inhaltliche, aber auch personelle und finanzielle Unterstützung,
Vernetzungs- und Vermittlungsplattform für Akteurinnen und Experten sowie für den Austausch von Erfahrungen und Wissen.
Das Netzwerk soll einen aktiven Beitrag zur Sensibilisierung und Befähigung der Schlüsselakteure leisten, aber auch zur Umsetzung einer nachhaltigen und qualitätsvollen Siedlungsentwicklung nach innen. Dies insbesondere in denjenigen Aufgabenbereichen, die weder durch rein private noch durch rein öffentliche Akteure erbracht werden können. Aufgrund der Erkenntnisse aus der Aufbauphase, die der Bund unterstützt, soll anschliessend die zweckmässigste Organisationsform festgelegt werden.
S1-4, S1-5 bis S1-9
S2-2 bis S2-6
§ 38a PBG
Die Gemeinden können gemäss § 38a PBG mit den Grundeigentümerinnen und -eigentümern auf der Basis der Erschliessungsrichtpläne Infrastrukturverträge abschliessen, in welchen eine effiziente, partnerschaftliche und zweckmässige Lösung für die Erschliessung und deren (Mit-)Finanzierung durch Private festgelegt wird.
S2-1, S2-3 bis S2-6
§ 38 Abs. 1 PBG
Arbeitshilfe Landumlegung und Ortsplanung, BUWD, April 2014
die Steuerung und rasche Umsetzung der geplanten Siedlungsentwicklung,
S2-1, S2-2, S2-4 bis S2-6
Art. 38 PBG
Art. 38a PBG
Art. 39 Abs. 3 und 4 PBG
Arbeitshilfe Siedlungsentwicklung nach innen, rawi, Januar 2013
Beispielsammlung Siedlungsentwicklung nach innen, rawi, April 2013
In allen Gemeinden ist eine kompakte und dichte Siedlungsentwicklung respektive -erneuerung mit hohen Qualitäten anzustreben. Dies erfolgt durch die Gemeinden insbesondere durch:
die Bezeichnung von Gebieten mit erheblichem Innenentwicklungspoten-zial,
die Erleichterung und Unterstützung der Umnutzung, Verdichtung, Aufwertung und Erneuerung von bestehenden Quartieren mit entsprechenden Zonenvorschriften im Bau- und Zonenreglement (Ausscheiden von Gebieten mit baulicher Mindestnutzung oder mit höherer Überbauungsziffer),
eine qualitativ hochwertige Gestaltung und städtebauliche Einbindung der Siedlungselemente sowie die Einhaltung von orts- und quartierspezifischen Qualitäten,
eine im Rahmen von Infrastrukturverträgen geregelte Abgeltung von besonderen Leistungen von Grundeigentümern/Investorinnen für qualitätsvolle Quartierplanungen.
Das Bevölkerungswachstum in den rechtskräftigen Bauzonen ist nicht begrenzt (vgl. R1-5). Falls eine A- oder L1-Gemeinde eine substanzielle Verdichtung nachweist, kann gemäss Koordinationsaufgabe R1-5 ein angemessener Bonus zum jährlichen Wachstumswert für Neueinzonungen gewährt werden.
S2-1 bis S2-3, S2-5 und S2-6
Mit dem Aufbau und der Förderung eines Netzwerks Innenentwicklung wird eine effektive Organisation geschaffen für:
eine ressourcenschonende und erfolgreiche Initiierung von Innenentwicklungsprozessen,
die Beratung aller Beteiligten,
die Vermittlung und Vernetzung von Akteurinnen und Experten inklusive Knowhow-Transfer.
Federführung: rawi, Hochschule (Aufbauphase)
Beteiligte: Gemeinden, VLG, rawi, RET, Private, ARE
S2-1 bis S2-4, S2-6
Im Interesse einer hohen Lebensqualität in den Wohn- und Arbeitsgebieten statten die Gemeinden diese angemessen mit Grün-, Frei- und Naherholungsräumen aus und legen diese so an, dass sie für alle Bevölkerungsteile gut erreichbar sind. Diesen Anliegen ist insbesondere mittels geeigneter Vorgaben in der Rahmennutzungs- und Sondernutzungsplanung sowie der Erschliessungsplanung Rechnung zu tragen. Dabei sind auch folgende Aspekte zu beachten:
Aufwertung und Gewährleistung der Multifunktionalität von öffentlichen Räumen,
klare Definition und angemessene Gestaltung der Siedlungsränder.