Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201980,%201386
Timestamp: 2019-12-08 21:11:20
Document Index: 49901465

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 2', 'BGH', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 360', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 360', 'BGH']

BGH, 15.10.1980 - VIII ZR 192/79 - dejure.org
BGH, 15.10.1980 - VIII ZR 192/79
https://dejure.org/1980,776
BGH, 15.10.1980 - VIII ZR 192/79 (https://dejure.org/1980,776)
BGH, Entscheidung vom 15.10.1980 - VIII ZR 192/79 (https://dejure.org/1980,776)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 1980 - VIII ZR 192/79 (https://dejure.org/1980,776)
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Vorvertrag über den Abschluss eines Darlehens- und Bierlieferungsvertrags - Fristgemäße Inanspruchnahme eines vertraglich eingeräumten Widerrufsrechts - Gesetzliches Widerrufsrecht bei Bierlieferungsverträgen - Auslegung des § 1c Nr. 3 Abzahlungsgesetz (AbzG)
BGHZ 78, 248
NJW 1981, 230
ZIP 1980, 1094
MDR 1981, 222
WM 1980, 1386
Der Bundesgerichtshof hat im Urteil vom 15. Oktober 1980 (VIII ZR 192/79, WM 1980, 1386, 1387, insoweit in BGHZ 78, 248 nicht abgedruckt) offen gelassen, ob die bei unklarer Rechtslage in einen (Bierlieferungs-)Vertrag aufgenommene "Belehrung über das Widerrufsrecht" als Vereinbarung eines vertraglichen Widerrufsrechts auszulegen ist.
Wie der hierdurch abgelöste § 1c AbzG soll § 2 VerbrKrG den Verbraucher davor schützen, sich unüberlegt und unter dem Druck der von der Gegenseite aktiv geführten Vertragsverhandlungen mit einer Verpflichtung zu belasten, die sich nach Dauer und Höhe erst in der Zukunft realisiert (vgl. BGHZ 67, 389, 392 f.; 78, 248, 251;… 78, 375, 381 zu § 1c AbzG und im Anschluß daran zu § 2 VerbrKrG Bülow, VerbrKrG, 4. Aufl., § 2 Rdnr. 2;… MünchKomm/Ulmer, aaO, § 2 VerbrKrG Rdnr. 1 f., jew.m.w.Nachw.).
b) Ob einer Widerrufsbelehrung, die keine Beschränkung darauf enthält, dass sie nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen gelten soll, die Vereinbarung eines vertraglichen Widerrufsrecht entnommen werden kann, wovon das Berufungsgericht - von der Revision unbeanstandet - ausgegangen ist, kann hier dahingestellt bleiben (vgl. zu dieser Problematik BGH, Urteil vom 15. Oktober 1980 - VIII ZR 192/79, WM 1980, 1386, 1387, insoweit in BGHZ 78, 248 nicht abgedruckt; Urteil vom 30. Juni 1982 - VIII ZR 115/81, WM 1982, 1027;… Urteile vom 6. Dezember 2011 - XI ZR 401/10, ZIP 2012, 262 Rn. 17 und - XI ZR 442/10, juris Rn. 24; OLG Hamburg…, Urteil vom 19. Juni 2009 - 11 U 210/06, juris Rn. 121; OLG Köln…, Urteil vom 22. Juli 2009 - 27 U 5/09, juris Rn. 22 f.;… MünchKommBGB/Masuch, 6. Aufl., § 360 Rn. 15; Ebnet, NJW 2011, 1029, 1030 f.;… Godefroid, Verbraucherkreditverträge, 3. Aufl., Rn. 486 f.; Münscher, WuB I G 1.5.03; Corzelius, EWiR 2009, 243, 244; Tetzlaff, GWR 2012, 88).
Nach Sinn und Zweck des Gesetzes, das demjenigen, der mit einer sich nach Dauer und Höhe erst in Zukunft realisierenden Verpflichtung belastet wird, eine kurz bemessene Überlegungsfrist einräumen will (BGHZ 78, 248, 251), kann das Schutzbedürfnis des Beitretenden kein anderes sein als das des ursprünglichen Schuldners.
Die Frage, ob Bierlieferungsverträge die Verpflichtung zum wiederkehrenden Bezug von Sachen im Sinne des § 1 c Nr. 3 AbzG zum Gegenstand haben, hat der erkennende Senat in seinem Urteil vom 15. Oktober 1980 (BGHZ 78, 248 [BGH 15.10.1980 - VIII ZR 192/79] = LM Nr. 3 zu § 1 AbzG m. Anm. Hiddemann) unter Berücksichtigung des Wortlauts, der Entstehungsgeschichte und des rechtspolitischen Zwecks dieser Vorschrift bejaht und diese Auffassung in seinem Urteil vom 11. März 1981 (VIII ZR 296/79 = WM 1981, 589) bestätigt.
Der rechtspolitische Zweck des § 1 c AbzG, dem Käufer beim Eingehen langfristiger Bezugsbindungen eine kurze nachträgliche Überlegungsfrist einzuräumen (dazu BGHZ 78, 249, 251) [BGH 15.10.1980 - VIII ZR 192/79], erfordert auch hier die Anwendung der Schutzvorschrift des § 1 b AbzG und verbietet es, den Vertragsparteien die Möglichkeit zuzugestehen, diese Bezugspflichten durch die äußere Form der Vertragsgestaltung oder durch Vereinbarung als Gegenleistung für eine nicht in einem Abzahlungsverkauf bestehende Verpflichtung des anderen Teils - etwa einer Grundstücksveräußerung, einem Darlehen, der Verpachtung (dazu zutreffend OLG Stuttgart Urteil vom 30. März 1979 bei Zeller, Bierlieferungsrecht Bd. 2 S. 115, 117) oder Vermittlung einer Gaststätte (dazu OLG Koblenz WM 1984, 1238) - dem Anwendungsbereich des Abzahlungsgesetzes zu entziehen.
Ob einer Widerrufsbelehrung, die keine Beschränkung darauf enthält, dass sie nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen gelten soll, die Vereinbarung eines vertraglichen Widerrufsrecht entnommen werden kann, kann hier dahingestellt bleiben (vgl. zu dieser Problematik BGH, Urteil vom 15. Oktober 1980 - VIII ZR 192/79, WM 1980, 1386, 1387, insoweit in BGHZ 78, 248 nicht abgedruckt; Urteil vom 30. Juni 1982 - VIII ZR 115/81, WM 1982, 1027;… Urteile vom 6. Dezember 2011 - XI ZR 401/10, ZIP 2012, 262 Rn. 17 und - XI ZR 442/10, juris Rn. 24; OLG Hamburg…, Urteil vom 19. Juni 2009 - 11 U 210/06, juris Rn. 121; OLG Köln…, Urteil vom 22. Juli 2009 - 27 U 5/09, juris Rn. 22 f.;… MünchKommBGB/Masuch, 6. Aufl., § 360 Rn. 15; Ebnet, NJW 2011, 1029, 1030 f.;… Godefroid, Verbraucherkreditverträge, 3. Aufl., Rn. 486 f.; Münscher, WuB I G 1.5.03; Corzelius, EWiR 2009, 243, 244; Tetzlaff, GWR 2012, 88).
Bedeutung des Hinweises auf eine Widerrufsmöglichkeit wegen Abzahlungskaufs bei …
OLG Köln, 10.11.2003 - 5 U 87/03
BGH, 11.03.1981 - VIII ZR 296/79
Widerrufsrecht des Gastwirts bezüglich eines geschlossenen …
OLG Frankfurt, 03.05.1984 - 6 W 14/84
Verlust des Widerrufsrechts; Widerrufsmöglichkeit; Fehlende Belehrung; Längeres …
OLG Stuttgart, 26.07.1985 - 2 W 45/85
Unterlassung einer Belieferung ; Abschluss eines Bierlieferungsvertrages