Source: http://finanzenvergleich.net/html/rechtshinweise__aktien__option.html
Timestamp: 2018-02-19 17:38:30
Document Index: 214414822

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 58', '§ 118', '§ 33', '§ 131', '§ 126', '§ 186']

Nach dem Aktiengesetz (AktG) ist eine Aktie ein Bruchteil des Grundkapitals einer Gesellschaft (§§ 1 Abs. 2, 29 AktG). Damit entstehen Rechte und Pflichten des Einlagengebers (Aktionär) gegenüber dem Unternehmen, ähnlich einem Geschäftsanteil an einer GmbH. Die Rechte und Pflichten werden im Wertpapier bzw. Anteilsschein verbrieft.
Gesellschaften, welche ihr Grundkapital in Aktien halten können in Deutschland nur als Aktiengesellschaft (AG) oder als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) geführt werden. Aktien können sowohl an einer Wertpapierbörse (z.B. Frankfurt, Stuttgart) gehandelt werden, aber auch außerbörslich.
Früher war es üblich Aktien in Papierform zu besitzen. Aufgrund von Kosten- und Sicherheitsaspekten ist man jedoch dazu übergegangen, Aktien in Depots zu verwalten. Somit werden bei den Depotbanken keine Aktienpapiere mehr aufbewahrt, sondern lediglich die Anteile technisch verwaltet. Die Sammel- oder Globalurkunde wird bei einer Wertpapiersammelbank hinterlegt (in Deutschland durch die Clearstream Banking AG). Durch diese Konzentrierung kommt den Depotbanken eine starke Machtstellung zu, da sie das Stimmrecht stellvertretend für die Anleger ausüben. In Deutschland muss jedoch nach geltendem Recht jeder einzelne Aktionär der Bank eine schriftliche Vollmacht zur Stimmausübung ausstellen.
Bereits bei der Gründung der AG wird festgelegt, in welcher Höhe das Grundkapital in Aktien aufgeteilt werden soll. Die einzelnen Grundkapitalstücke können dann in gedruckter Form herausgegeben werden (Emission). Welchen Anteil ein Anleger am Unternehmen besitzt, kann anhand des Typs der Aktie festgemacht werden. Als Aktiensplit bezeichnet man die Aufteilung der Aktien in kleinere Beträge. So werden aus einer 100 Euro Aktie beispielsweise zwei 50 Euro Aktien. Der Börsenwert des Unternehmens verändert sich dabei nicht, jedoch sind die Wertpapiere dann leichter handelbar.
Die Gesellschaft kann die Aktionäre am laufenden Gewinn beteiligen. Durch eine jährliche Ausschüttung einer Dividende, also einem bestimmten Teilbetrag am Unternehmensgewinn. Eine Ausschüttung muss jedoch nicht erfolgen, stattdessen können die Gewinne auch neu angelegt werden. Ob und in welchem Umfang das Unternehmen Gewinne an die Aktionäre weitergibt entscheidet der Vorstand der Gesellschaft, welchem die Hauptversammlung der Aktionäre jedoch zustimmen muss.
Nicht nur die Dividendenausschüttungen sind bei Aktien von Bedeutung. Durch die Entwicklung des Unternehmens kann der Kurs einer Aktie steigen oder fallen, sodass auch aus einem günstigen Einkauf und einem teurerem Verkauf Gewinne erzielt werden können. Der Kursgewinn der Aktie ist in Deutschland jedoch als Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften einkommenssteuerpflichtig (Abgeltungssteuer).
Da ein Unternehmen jedoch auch insolvent werden kann, besteht immer das Risiko eines Totalverlusts des eingesetzten Kapitals.
Aktien werden grundsätzlich nach verschiedenen Kriterien unterschieden. Nach dem Wert der Aktie in Nennwert- oder Stückaktien. Nennwertaktien enthalten einen monetären Wert, also einen Geldbetrag. Nennwertlose Aktien (Quotenaktie oder Stückaktie) haben keinen festen Geldbetrag, sondern sie verbriefen einen prozentualen Anteil am Unternehmen.
Stammaktien und Vorzugsaktien unterscheiden sich durch das Stimmrecht, dass der Aktionär hat. Die Stammaktie beinhaltet ein Stimmrecht, dass auf der Hauptversammlung ausgeübt werden kann. Die Vorzugsaktie hingegen enthält kein Stimmrecht, jedoch wird als Ausgleich eine höhere Dividende gewährt.
Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Übertragbarkeit der Aktie. Inhaberaktien gewähren dem Besitzer der Aktie alle Rechte an dem Wertpapier. Dies ist die häufigste Form, da Inhaberaktien sehr schnell übertragen (also gekauft und verkauft) werden können. Namensaktien hingegen sind einer bestimmten Person (oder einem Unternehmen) zugeordnet und im Unternehmensbuch verzeichnet. Eine Sonderform der Namensaktien sind die so genannten vinkulierten Namenaktien, welche nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden können.
Beim Ausgabezeitpunkt wird zwischen alten und neuen Aktien unterschieden. Rechtlich ist es durchaus möglich diese Formen zu mischen, also beispielsweise Stammaktien als vinkulierte Namensaktien und Vorzugsaktien als Inhaberaktien auszugeben. Eine weitere Besonderheit stellen die Verbundaktien dar. Diese Aktien verbriefen Anteile an mehreren Gesellschaften.
Die Ausgabe von Aktien wird als Emission bezeichnet. Werden neue Aktien ausgegeben, müssen diese durch das Unternehmen (Emittent) über eine Investmentbank am Markt angeboten werden. Hierfür erhält die Investmentbank einen prozentualen Anteil des Emissionserlöses. Aktien können nicht nur ausgegeben werden, wenn eine Gesellschaft gegründet wird, sondern auch bei der Umwandlung einer Gesellschaft in eine AG, bei der Ausgabe neuer Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung und beim Aktiensplit. Gemäß § 9 des Aktiengesetzes ist es jedoch nicht erlaubt, Aktien unter pari auszugeben. Dies bedeutet, dass der Verkaufspreis der Aktie niedriger ist als ihr verbriefter Nennwert. Eine Ausgabe über pari hingegen ist hingegen erlaubt und die Regel.
Durch den Erwerb einer Aktie stehen dem Anleger verschiedene Rechte zu. Zum einen erhält er ein Recht auf einen anteiligen Bilanzgewinn (§ 58 Abs. 4 AktG). Des weiteres ist er berechtigt an der Hauptversammlung teilzunehmen (§ 118 AktG) und hat hier sowohl ein Rederecht, als auch ein Stimmrecht bei unternehmensrelevanten Fragen (§§ 33 ff. AktG). Weitere Rechte sind das Auskunftsrecht durch den Vorstand (§ 131 AktG), das Recht auf Anfechtung von Beschlüssen der Hauptversammlung, das Recht auf Antragstellung (§ 126 AktG), das Recht junge Aktien zu beziehen (Bezugsrecht gem. § 186 AktG) sowie ein Anspruch am Liquidationserlös wenn die Gesellschaft abgewickelt, also aufgelöst wird.
Eine Option ist ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses bedingte Termingeschäft ist ein Recht und keine Pflicht. Der Inhaber einer Option entscheidet daher selbst, ob der seine Option ausübt, oder sie verfallen lässt. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass die Sache geliefert wird. Im Wirtschaftsbereich wird meist nur die Preisdifferenz bezahlt. Ob dies möglich ist, wird jedoch vorher beim Vertragsabschluss festgelegt.
Das Optionsrecht, kann entweder am Ende der Laufzeit (Europäische Option und Asiatische Option) ausgeübt werden, oder während der gesamten Laufzeit (Amerikanische Option). Zudem gibt es Optionen, bei denen mehrere Termine während der Laufzeit festgelegt werden, an denen der Inhaber sein Optionsrecht ausüben darf (Bermuda-Option).
Die Standard-Optionen (auch Plain Vanilla Options) sind Put-Optionen oder Call-Optionen. Bei Call-Optionen hat der Inhaber das Recht eine bestimmte Sache zu kaufen, bei den Put-Optionen das Recht diese zu verkaufen.
Europäische Optionen können am Ende der Laufzeit, amerikanische während der gesamten Laufzeit ausgeübt werden. Dies beeinflusst den Wert der Option, da zum Beispiel bei einer Aktienoption eine Dividendenausschüttung vorhanden sein kann. Die Bermuda-Optionen können zu vorher bestimmten Zeiten ausgeübt werden. Der Name ergibt sich aufgrund der Tatsache, dass die Bermuda-Inseln zwischen Amerika und Europa liegen, und die Option von dem Ausübungszeitpunkt her ebenfalls zwischen den europäischen und amerikanischen Optionen liegt.
Welche Sachen gekauft oder verkauft werden können bestimmt der Basiswert. Dies können unter anderem Aktien, Währungen, Anleihen, Rohstoffe, Nahrungsmittel oder elektrischer Strom sein.
Eine Option ist ein einfacher individueller Vertrag zwischen Optionsnehmer und Optionsgeber (auch Stillhalter). Der Vertrag ist im Rahmen der Vertragsautonomie frei gestaltbar. Solche direkt zwischen zwei Vertragsparteien abgeschlossenen Optionen nennt man OTC-Option (Over-the-counter, zu Deutsch: über dem Tresen). Die meisten Optionen werden jedoch standardisiert an Terminbörsen (z.B. EUREX in Europa, CBOT in den USA) gehandelt.
Begriffe des Optionshandels
Man unterscheidet den Wert einer Option mit verschiedenen Begriffen. Im Geld (in the money) bedeutet, dass bei einer Option der aktuelle Marktpreis der Basissache höher ist als der Ausübungspreis (bei Call-Optionen) bzw. der Marktpreis niedriger als der Ausübungspreis ist (bei Put-Optionen).
Der Betrag um den der aktuelle Kurs besser ist, wird als innerer Wert der Option bezeichnet. Aus dem Geld (out of the money) ist eine Option, wenn sie keinen inneren Wert besitzt. Bei einer Call-Option ist dies der Fall, wenn der Marktpreis des Basiswertes kleiner ist als der Ausübungspreis. Bei Put-Optionen dann, wenn der Marktpreis des Basiswertes größer als der Ausübungspreis ist. Am Geld (at the money) ist eine Option, wenn der Marktpreis dem Ausübungspreis entspricht oder nahezu gleich ist.
Optionen haben bei einer nachteiligen Entwicklung des Basiswerts das Risiko des Totalverlusts. Ist der innere Wert der Option null, lohnt es sich für den Inhaber finanziell nicht die Option auszuüben und er lässt sie verfallen. Damit verliert er den Kaufpreis für die Option. Bei einer positiven Entwicklung des Basiswertes hingegen kann der Anleger Gewinne verbuchen. Wird bei einer Aktienoption eine Dividende gezahlt, ist die Ausübung einer Call-Option meist optimal, es sei denn, dass die Kursdifferenz größer ist als die zu erwartende Dividendenzahlung.
Ein Future (auch Terminkontrakt genannt) ist ein verbindlicher Börsenvertrag zwischen zwei Personen. Im Gegensatz zur Option sind hierbei beide Seite an den Vertrag gebunden. Die Vertragsparteien einigen sich darauf einen bestimmten Vertragsgegenstand (Basiswert), zu einer bestimmten Menge und Qualität, zu einem vorher vereinbarten Termin und Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Je nachdem welcher Basiswert zu Grunde gelegt wird, unterscheidet man Finanzterminkontrakte (Financial Future) und Warenterminkontrakte (Commodity Future). Beim Abschluss eines Termingeschäftes fallen keine Gebühren oder Prämien an und sowohl Käufer als auch Verkäufer haben die gleichen Rechte und Pflichten. Jedoch muss eine Vorschussleistung entrichtet werden, die zur Sicherstellung dient. Meist wird hier ein Wert von etwa fünf Prozent des Kontraktwertes geleistet. Zudem gibt es Investmentfonds, die ausschließlich in Future-Kontrakte investieren (so genannte Managed Futures).
Der Kurs eines Futures unterliegt den allgemeinen Marktregeln und ist von Angebot und Nachfrage des Basiswertes abhängig. Auf den Märkten werden jedoch nur sehr wenige Futures durch einen realen Tausch abgewickelt. Bei den meisten Futures wird lediglich die Differenz zwischen dem Marktwert und dem vorher vereinbarten Futurewert als Gewinn oder Verlust berechnet und ausgeglichen.
Spekulationen an Aktienmärkten sind eher für erfahrene und risikofreudige Anleger geeignet. Da sich der Kurs einer Aktie nie vorhersagen lässt, besteht für den Anleger immer das Risiko eines Totalverlusts. Als Kapitalanlagen eignen sich jedoch große und stabile Unternehmen, welche jährliche Dividenden ausschütten. Optionen und Futures sind eher für erfahrene Börsianer interessant, da hier viel Fachkenntnis die Vorraussetzung eines gewinnbringenden Investments ist. Zu beachten ist zudem, dass Erträge aus Spekulationsgewinnen in Deutschland versteuert werden müssen.