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Timestamp: 2020-08-07 04:01:21
Document Index: 110384444

Matched Legal Cases: ['§ 13', 'Art. 29', 'Art. 1', '§ 13', 'Art. 27', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 30', 'Art. 36', 'Art. 5', 'Art. 29', 'Art. 5', 'Art. 13', 'EuG', 'Art. 36', 'Art. 5', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 27', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 8', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 11', 'Art. 17', 'Art. 36', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGH', 'Art. 4', 'EuG', 'Art. 13', 'Art. 15', 'EuG', '§ 3', 'Art. 5', 'BGH']

Bundestag: BT-Drs. 10/503 - dejure.org
BT-Drs. 10/503
BGBl. II 1986 S. 809
https://dejure.org/1986,13563
BGBl. II 1986 S. 809 (https://dejure.org/1986,13563)
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Bundesgesetzblatt Jahrgang 1986 Teil II Nr. 26, ausgegeben am 29.07.1986, Seite 809
Damit können die Materialien zu den Übereinkommen, insbesondere der zum EVÜ vorliegende Giuliano-Lagarde-Bericht (Anlage zur Denkschrift zum Übereinkommen vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht, BT-Drucks. 10/503, 33 ff.) als Rechtserkenntnisquelle nicht nur für das Verständnis des Verbraucherbegriffs in den deutschen Vorschriften (§ 13 BGB, Art. 29 EGBGB), sondern auch als Auslegungsinstrument für den europäisch-autonomen Verbraucherbegriff im EG-Richtlinienrecht einschließlich der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie herangezogen werden (…AnwKomm-Pfeiffer [2002], Kauf-RL Art. 1 Rdnr. 19;… vgl. auch Soergel/Pfeiffer, aaO, § 13 Rdnr. 28).
Bei der Feststellung, ob eine Norm international zwingenden Charakter hat, ist grundsätzlich Zurückhaltung geboten, da sonst die mit dem Übereinkommen vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (EuSchVÜ; BGBl. 1986 II S. 809) durch die Vereinheitlichung des Kollisionsrechts bezweckte Einheitlichkeit internationaler Entscheidungen empfindlich gestört, das differenzierte, allseitige Anknüpfungssystem der Art. 27 ff. EGBGB partiell außer Kraft gesetzt und die Rechtsanwendung erschwert würde.
Das Kriterium des Staates, in dem die Arbeit gewöhnlich verrichtet wird, bezieht sich auf den Ort, an dem oder von dem aus der Arbeitnehmer seine beruflichen Tätigkeiten tatsächlich ausübt, und - in Ermangelung eines Mittelpunkts seiner Tätigkeiten - auf den Ort, an dem der Arbeitnehmer den größten Teil seiner Tätigkeiten verrichtet (vgl. EuGH 15. Dezember 2011 - C-384/10 - [Voogsgeerd] Rn. 37 zu Art. 6 Abs. 2 des Übereinkommens von Rom über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht [EVÜ] vom 19. Juni 1980 [BGBl. 1986 II S. 809], der der Vorschrift des Art. 30 EGBGB (aF) zugrunde liegt; BAG 22. Oktober 2015 - 2 AZR 720/14 - Rn. 21, BAGE 153, 138) .
Das folgt einmal aus dem in Art. 36 EGBGB aufgestellten Erfordernis der einheitlichen Auslegung in den Vertragsstaaten des am 1. April 1991 in Kraft getretenen Übereinkommens vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (EuSchVÜ; BGBl. 1986 II S. 809; s. auch BGBl. 1991 II S. 871), dessen Art. 5 der Regelung des Art. 29 EGBGB zugrunde liegt.
Die Regelung des Art. 5 EuSchVÜ nimmt bewußt Bezug auf Art. 13 EuGVÜ (Bericht Giuliano/Lagarde, BT-Drucks. 10/503 S. 36, 55 f.).
Betracht, da bisher insoweit noch keine Kompetenz zur Auslegung des EuSchVÜ besteht (vgl. die Gemeinsame Erklärung zu diesem Übereinkommen BGBl. 1986 II S. 809, 824;… Palandt/Heldrich aaO Art. 36 EGBGB Rdn. 1).
Notwendig ist aber, dass die Leistung gegenüber dem Vertragsgegner als Verbraucher erbracht wird (…Senat aaO; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 des EG-Übereinkommens vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht, EuSchVÜ, BGBl. 1986 II S. 809, 813, der Art. 29 EGBGB zugrunde liegt).
d) Eine entsprechende Anwendung des Art. 29 Abs. 1 EGBGB ist ferner ausgeschlossen, wenn übereinstimmende rechtspolitische Wertungen in den anderen Vertragsstaaten des Übereinkommens vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (BGBl. 1986 II S. 809) nicht festzustellen sind.
Danach ist bei der Auslegung und Anwendung der für vertragliche Schuldverhältnisse geltenden Kollisionsnormen (Art. 27 ff EGBGB) zu berücksichtigen, daß die ihnen zugrundeliegenden Regelungen des Übereinkommens vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (EuSchVÜ; BGBl. 1986 II S. 809) in den Vertragsstaaten einheitlich ausgelegt und angewandt werden sollen.
Die Sonderregelung des Art. 31 Abs. 2 EGBGB erfaßt damit lediglich einen begrenzten Ausschnitt aus dem Regelungsbereich des Abs. 1. Sie bezieht sich nur auf die Frage des Zustandekommens der Einigung, nicht aber auf deren Wirksamkeit (so ausdrücklich der Bericht Giuliano/Lagarde BT-Drucks. 10/503 S 33/60 zu dem Art. 31 EGBGB zugrundeliegenden Art. 8 EuSchVÜ;… so auch die wohl einhellige Meinung im Schrifttum, z.B. Soergel/von Hoffmann, aaO, Art. 31 EGBGB Rdnrn. 30 f;… Erman/Hohloch, aaO, Art. 31 EGBGB Rdnrn. 11 ff; Mankowski RiW 1996, 382, 384 ff;… MünchKomm/Martiny aaO, Art. 31 EGBGB Rdnr. 13;… MünchKomm/Spellenberg aaO, vor Art. 11 EGBGB, Rdnrn. 50 ff, jew.m.w.Nachw.).
b) Ausgangspunkt des Meinungsstreits ist Art. 17 des Übereinkommens über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (EVO) vom 19. Juni 1980 (BGBl. 1986 II S. 809), dem die Bundesrepublik Deutschland durch Gesetz vom 25. Juli 1986 zugestimmt hat (BGBl. II S. 809).
Magnus (IPrax 1991, 382, 384, zu IV 2 d) wirft dem Senat vor, bei der Auslegung des Begriffs der "engeren Verbindungen" i. S. der Ausnahmeklausel nur auf deutsche Auslegungsgrundsätze sowie die deutsche Rechtsprechung und Rechtslehre zum früheren Internationalen Privatrecht zurückgegriffen und entgegen dem Gebot der einheitlichen Auslegung nach Art. 36 EGBGB n. F. weder den ursprünglichen Wortlaut der entsprechenden Vorschrift des EVÜ (Art. 6) auch in den anderen Vertragssprachen noch den Bericht von Giuliano/Lagarde (zu Art. 7 Abs. 2 EVÜ, BT-Drucks. 10/503, S. 69) sowie Auffassungen und Rechtsprechung in den anderen Vertragsstaaten berücksichtigt zu haben.
Soweit er auf die in dem Bericht von Giuliano/Lagarde (zu Art. 7 Abs. 2 EVÜ, BT-Drucks. 10/503, S. 69 unter 4) erwähnten Beispiele für Eingriffsnormen verweist, entsprechen diese jedoch den in der Begründung zum Regierungsentwurf (…a.a.O) erwähnten und vom Senat berücksichtigten.
Hierbei wird jedoch übersehen, daß sich die in Bezug genommenen Ausführungen des Berichts zu Art. 7 Abs. 1 EVÜ (BT-Drucks. 10/503, S. 60) verhalten.
Als Güterbeförderungsvertrag im Sinne dieser Bestimmung ist auch ein Speditionsvertrag anzusehen, wenn sein Hauptgegenstand - wie vorliegend - die eigentliche Beförderung des betreffenden Guts ist (vgl. Erwägungsgrund 22 Satz 2 Rom-I-VO; BGH…, Urteil vom 4. Februar 2016 - I ZR 216/14, TranspR 2016, 404 Rn. 12; zu Art. 4 Abs. 4 Satz 3 des Übereinkommens vom 19. Juni 1980 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht [EuSchVÜ; BGBl. 1986 II S. 809] vgl. EuGH…, Urteil vom 23. Oktober 2014 - C-305/13, TranspR 2015, 37 Rn. 28 und 32 - Haeger & Schmidt).
Die Bestimmungen in Art. 13 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 LugÜ I knüpfen an den Kauf beweglicher Sachen an und erfassen deshalb den (kreditfinanzierten) Kauf von Wertpapieren nicht (…vgl. Kroppholler/von Hein, aaO, Art. 15 EuGVO Rn. 17;… Nagel/Gottwald, Internationales Zivilprozessrecht, 6. Aufl., § 3 Rn. 116; vgl. zu Art. 5 EVÜ: Bericht von Giuliano/Lagarde BT-Drucks 10/503 S. 55).
BGH, 23.01.2020 - IX ZR 94/19
Dem Gerichtshof der Europäischen Union wird zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts …