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Timestamp: 2019-10-18 14:22:00
Document Index: 85175618

Matched Legal Cases: ['§ 275', '§ 138', '§ 311', '§ 311', 'BGH', 'BGH']

Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 9. September 2008, Az.: I-20 U 123/08
Aktenzeichen: I-20 U 123/08
Auf die Berufung der Antragstellerin wird unter Zurückweisung ihres weiterge-henden Rechtsmittels das Urteil der 4. Kammer für Handelssachen des Landge-richts Wuppertal vom 18. März 2008 teilweise abgeändert und wird der An-tragsgegnerin im Wege der einstweiligen Verfügung unter Androhung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung durch das Gericht festzusetzenden Ordnungs-geldes von bis zu 250.000 €, ersatzweise Ordnungshaft, oder festzusetzender Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten untersagt, auf ihrer Internetseite „www.k.-n.de“ für ihre Kartenlegedienstleistungen unter Verwendung von Abbil-dungen von Skatkarten (französisches Blatt) der Spielkartenfabrik A. GmbH so-wie von Kartenbildern des L. C. D. No. 1941 der W. Spielkartenfabrik F. P. & S. mit dem Aufdruck „©-n.“ zu werben.
Eine Werbeaussage hat wettbewerbliche Relevanz auch dann, wenn die zu beeinflussende Nachfragentscheidung zu einem Rechtsgeschäft führt, dem keine zivilrechtliche Wirksamkeit zukommt. Wirtschaftliche Geschäfte haben nämlich verbreitet Bestand, auch wenn sie rechtlich unwirksam sind. Im Übrigen führt nach geltendem Recht die Unmöglichkeit einer Leistung, wie sie für Wahrsagung anzunehmen sein dürfte (Heinrichs in Palandt, BGB, 67. Auflage, § 275 Rn. 14 mit weiteren Nachweisen), nicht mehr zur Nichtigkeit des auf sie gerichteten Vertrags. "Abergläubischen oder sonst wie unseriösen Verträgen" ist heute der Rechtsschutz nicht mehr zu versagen; sind nicht ohne Weiteres als sittenwidrig im Sinne des § 138 BGB anzusehen (Medicus in Prütting/Wegen/Weinreich, BGB, § 311a Rn. 11; vgl. auch Ernst in Münchener Kommentar zum BGB, 5. Auflage, § 311a Rn. 31). Gewerbliche Wahrsagung ist jedenfalls nicht mehr polizeilich verboten.
Urteil v. 09.09.2008
Az: I-20 U 123/08
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18.10.2019 - 16:22 Uhr
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