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Timestamp: 2016-10-23 01:32:46
Document Index: 136162088

Matched Legal Cases: ['Art. 124', 'Art. 125', 'Art. 124', 'Art. 124', 'Art. 125', 'Art. 124', 'Art. 126', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 100', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 97', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 396', 'BGE', 'Art. 123', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 177', 'Art. 192', 'Art. 306', 'Art. 10', 'Art. 328', 'Art. 328', 'Art. 124', 'Art. 126', 'Art. 332', 'Art. 331', 'Art. 333', 'Art. 333', 'Art. 333', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 64', 'Art. 64']

5A_558/2014 � � Urteil vom 7. September 2015
vertreten durch Rechtsanw�ltin Eva Lanz,
X.________ und Y.________ (beide Jahrgang 1964) hatten 1988 geheiratet. Sie sind die Eltern dreier Kinder (geb. 1989, 1991 und 1992). Ende Dezember 2010 hatten sie die Scheidung beantragt. �ber deren Folgen konnten sie sich nicht einigen.
Das Bezirksgericht A.________ schied die Ehe am 17. September 2012. Es verpflichtete X.________ zu einer g�terrechtlichen Zahlung von Fr. 493.80. Y.________ wurde verurteilt, seiner geschiedenen Frau eine monatliche Entsch�digungsrente gem�ss Art. 124 ZGB von Fr. 279.10 und vom 1. Januar 2018 bis zum 31. August 2028 einen monatlichen Betrag von Fr. 600.-- als reinen Vorsorgeunterhalt gem�ss Art. 125 ZGB zu bezahlen. Y.________s Vorsorgeeinrichtung wurde gerichtlich angewiesen, diese Betr�ge auf ein Konto der geschiedenen Frau zu �berweisen.
Y.________ erhob Berufung beim Obergericht des Kantons Aargau. Dieses hiess das Rechtsmittel teilweise gut. Es bestimmte die g�terrechtliche Ausgleichszahlung von X.________ an Y.________ auf Fr. 13'876.80. Streitig war �berdies, ob Y.________ �ber seine IV-Rente von monatlich Fr. 2'900.-- hinaus ein Zusatzeinkommen erzielt. Das Obergericht stellte fest, es best�nden keine klaren Hinweise auf ein h�heres als das von der Firma B.________ bescheinigte Einkommen von Fr. 952.-- von April bis Dezember 2011, weshalb Y.________ neben der Rente ein Einkommen von Fr. 105.-- pro Monat anzurechnen sei. Im Ergebnis wurde Y.________ verurteilt, seiner geschiedenen Frau eine monatliche Entsch�digungsrente gem�ss Art. 124 ZGB von Fr. 41.-- (bis 31. M�rz 2013), von Fr. 151.-- (1. April 2013 bis 30. April 2029) und von Fr. 46.-- (ab 1. Mai 2029) zu bezahlen, verbunden mit der Zahlungsanweisung an die Vorsorgeeinrichtung. Nur f�r den Fall, dass er nach Italien zur�ckkehrt, wurde Y.________ verpflichtet, X.________ monatlich Fr. 279.10 gem�ss Art. 124 ZGB und Fr. 600.-- als reinen Vorsorgeeunterhalt gem�ss Art. 125 ZGB zu bezahlen. Der obergerichtliche Entscheid datiert vom 22. Januar 2013. Die Prozessvertreterin von X.________ hat ihn am 19. Februar 2013 in Empfang genommen.
X.________ legte gegen den Berufungsentscheid eine Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht ein. Gleichzeitig gelangte sie am 21. M�rz 2013 mit einem Revisionsbegehren an das Obergericht. Der Pr�sident der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts sistierte das Beschwerdeverfahren 5A_214/2013 mit Verf�gung vom 22. M�rz 2013 bis zum Revisionsentscheid des Obergerichts.
Ihr Revisionsgesuch st�tzte X.________ auf einen Lohnausweis vom 2. Februar 2013, der Y.________ f�r die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2012 einen Nettolohn von Fr. 7'211.-- bescheinigt, sowie auf einen Vorsorgeausweis von Y.________ vom 8. September 2011 mit der Angabe eines Jahresbruttolohns von Fr. 15'840.-- bei einem Besch�ftigungsgrad von 30 %. In der Sache beantragte sie, die monatliche Entsch�digungsrente von Fr. 279.-- sei ihr ab 1. April 2013 zuzusprechen. Weiter sei Y.________ zu verurteilen, ihr monatlich vorsch�ssig Fr. 600.-- als reinen Vorsorgeunterhalt zu zahlen. Ausserdem verlangte sie von ihm gest�tzt auf Art. 124 und/oder 125 und Art. 126 ZGB eine Entsch�digung von Fr. 13'876.80. In prozessualer Hinsicht ersuchte X.________ im Revisionsverfahren um unentgeltliche Rechtspflege und um vorsorgliche Anweisung der Vorsorgeeinrichtung des fr�heren Ehemannes, den monatlichen Betrag von Fr. 279.-- auf ihr Konto zu �berweisen. Mit Verf�gung vom 28. M�rz 2013 wies der Instruktionsrichter am Obergericht beide Begehren ab. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht im Streit um das Armenrecht gut. Hinsichtlich der vorsorglichen Anweisung trat es hingegen nicht auf die Beschwerde ein (Urteil 5A_313/2013 vom 11. Oktober 2013). Mit Entscheid vom 22. April 2014 wies das Obergericht das Gesuch um Revision des Berufungsentscheids vom 22. Januar 2013 ab.
Mit Beschwerde vom 8. Juli 2014 wendet sich X.________ (Beschwerdef�hrerin) an das Bundesgericht. Sie stellt den Antrag, den Entscheid des Obergerichts vom 22. April 2014 aufzuheben und ihre Revisionsbegehren (Bst. E) gutzuheissen. Im Sinne eines Eventualantrages verlangt sie, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Stellungnahme eingeladen l�sst Y.________ (Beschwerdegegner) in seiner Eingabe vom 17. M�rz 2015 beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf "�berhaupt eingetreten werden kann". �berdies ersucht er f�r das bundesgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege. Das Obergericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs hat das Bundesgericht die Eingabe des Beschwerdegegners der Beschwerdef�hrerin zugestellt.
Die Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid, mit dem das Obergericht ein Gesuch um Revision eines Berufungsentscheids �ber die finanziellen Folgen einer Ehescheidung abweist. Das ist ein Endentscheid (Art. 90 BGG; Urteil 5A_382/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 1 mit Hinweis) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG) in einer Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG), deren Streitwert Fr. 30'000.-- �bersteigt (Art. 74 Abs. 1 Bst. b BGG). Auf die rechtzeitig (Art. 100 BGG) eingereichte Beschwerde in Zivilsachen ist einzutreten. Entgegen dem, was der Beschwerdegegner anzunehmen scheint, gen�gen die Rechtsbegehren, welche die Beschwerdef�hrerin vor Bundesgericht stellt, auch den gesetzlichen Vorgaben.
Im ordentlichen Beschwerdeverfahren sind vor Bundesgericht in rechtlicher Hinsicht alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig. Unter Vorbehalt der Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte wendet das Bundesgericht das Recht in diesem Bereich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es kann eine Beschwerde daher auch aus andern als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder den Entscheid mit einer Begr�ndung best�tigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262). Demgegen�ber ist das Bundesgericht grunds�tzlich an den Sachverhalt gebunden, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann einzig vorgebracht werden, die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 97 Abs. 1 BGG). Hierf�r gilt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254).
Nach Massgabe von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO kann eine Partei die Revision verlangen, wenn sie nachtr�glich erhebliche Tatsachen erf�hrt oder entscheidende Beweismittel findet, die sie im fr�heren Verfahren nicht beibringen konnte; ausgeschlossen sind Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. Die Beschwerdef�hrerin begr�ndete ihr Revisionsgesuch mit zwei Beweismitteln: einem Lohnausweis des Beschwerdegegners vom 2. Februar 2013 f�r die Monate Januar bis Juni 2012 und einem Vorsorgeausweis des Beschwerdegegners vom 8. September 2011 (Sachverhalt Bst. E).
4.1.�Was den zuletzt erw�hnten Vorsorgeausweis angeht, kommt das Obergericht zum Schluss, dieses Beweismittel sei weder f�r sich allein genommen noch zusammen mit den im Berufungsverfahren vorhandenen Beweismitteln ein Grund, das Erwerbseinkommen des Beschwerdegegners anders als im Berufungsentscheid vom 22. Januar 2013 zu beurteilen. Der auf dem Vorsorgeausweis erw�hnte Erstellungsgrund laute "Eintritt". Jedenfalls bis zum Zeitpunkt der Ausstellung der Urkunde am 8. September 2011 bzw. bis Ende 2011 habe der Beschwerdegegner keine Lohnzahlungen erhalten, die dem 30%-Pensum mit einem Jahresbruttolohn von Fr. 15'840.-- entsprechen, von dem im Vorsorgeausweis die Rede sei. Gem�ss den Lohnabrechnungen, die von der Arbeitgeberin des Beschwerdegegners im erstinstanzlichen Verfahren auf Geheiss des Gerichts eingereicht worden seien, habe der Beschwerdegegner in den Monaten April und November 2011 ein Bruttoeinkommen von Fr. 480.-- und Fr. 510.-- erzielt.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin besteht darauf, dass der Vorsorgeausweis f�r sich allein den Beweis daf�r erbringt, dass der Beschwerdegegner ein h�heres Einkommen erzielt hat. Sie meint also, diese Urkunde sei ein im Sinne von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO "entscheidendes" Beweismittel. Um damit durchzudringen, m�sste sie vor Bundesgericht die (vorweggenommene) W�rdigung des fraglichen Beweismittels, aufgrund derer das Obergericht zum gegenteiligen Schluss kommt, als offensichtlich unrichtig (Art. 97 Abs. 1 BGG), das heisst als willk�rlich (Art. 9 BV) ausweisen (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.2 S. 376). Das gelingt ihr nicht: Die tats�chliche Feststellung, wonach der Beschwerdegegner im Jahr 2011 von der fraglichen Arbeitgeberin nur insgesamt Fr. 990.-- an Lohn bezogen habe, stellt sie nicht in Frage. Ebenso wenig vermag sie zu erkl�ren, warum das Obergericht die diesbez�glichen Lohnabrechnungen nicht h�tte ber�cksichtigen d�rfen. Sie wirft dem Obergericht vor, es begn�ge sich - als Revisionsinstanz - mit dem Hinweis auf "vordergr�ndige Widerspr�che", obwohl es den Beschwerdegegner im Berufungsverfahren als unglaubw�rdig eingestuft habe. Dieser Einwand scheitert daran, dass die besagten Lohnabrechnungen gar nicht vom Beschwerdegegner stammen, sondern von dessen Arbeitgeberin eingereicht wurden (s. E. 4.1). Dass die Firma B.________ dem Gericht an den Beschwerdegegner ausbezahlte L�hne verheimlicht h�tte, behauptet die Beschwerdef�hrerin aber nicht. An der Sache vorbei geht auch der Einwand, der Vorsorgeausweis f�hre die im Jahr 2011 "effektiv eingezahlten BVG-Beitr�ge" und das "Alterskapital nach rund 7 Monaten Arbeitst�tigkeit" im Betrag von Fr. 853.-- auf. Dass die fragliche Urkunde am 8. September 2011 ausgestellt wurde, bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht. Damit k�nnte dieser Ausweis h�chstens f�r die Zeit vom 1. Mai 2011 (Datum des Eintritts des Beschwerdegegners) bis zum 8. September 2011 (Datum der Ausstellung des Ausweises) Auskunft �ber tats�chlich einbezahlte Beitr�ge oder angespartes Vorsorgekapital geben. Soweit sich die darin enthaltenen Angaben auf die Zukunft oder auf ein ganzes Kalenderjahr beziehen, k�nnen sie von vornherein nur theoretischer Natur sein.
5.1.�Haupts�chlich dreht sich der Streit um den erw�hnten Lohnausweis f�r das erste Halbjahr 2012. Das Obergericht entnimmt dieser Urkunde, dass der Beschwerdegegner in dieser Zeit einen Bruttolohn von Fr. 8'640.-- bzw. ein Nettoeinkommen von Fr. 7'211.-- erzielt habe. Diese Eink�nfte l�gen in der Gr�ssenordnung, die bei dem im Vorsorgeausweis erw�hnten Erwerbspensum von 30 % erwartet werden k�nnten. Indessen datiere der Lohnausweis vom 2. Februar 2013 "und damit von einem Zeitpunkt nach dem Erlass des Entscheids, der in Revision gezogen werden soll". Nach dem klaren Wortlaut von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO w�rden Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind, als Revisionsgrund ausscheiden. Das Obergericht verweist auf "die �berwiegende Lehre", die sich im gleichen Sinne �ussere. Die Beschwerdef�hrerin nennt verschiedene Gr�nde, weshalb das Obergericht den Lohnausweis vom 2. Februar 2013 zu Unrecht nicht ber�cksichtige. Unter anderem macht sie geltend, der Lohnausweis sei zwar nach dem Urteilsdatum datiert. Der Berufungsentscheid vom 22. Januar 2013 sei ihr jedoch erst nach dem 2. Februar 2013 zugestellt worden. Ein Beweismittel, das bis zum Versand des in Revision gezogenen Urteils entstanden ist, m�sse selbst bei einer engen Auslegung von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO noch als Beweismittel zugelassen werden.
5.2.�Auszugehen ist vom ersten Halbsatz von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO. Danach berechtigen zur Revision nur Tatsachen und Beweismittel, welche die Partei "im fr�heren Verfahren nicht beibringen konnte". Die bundesr�tliche Botschaft zur ZPO h�lt in diesem Zusammenhang ausdr�cklich fest, dass eine unsorgf�ltige Prozessf�hrung nicht mit Revision belohnt werde (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7380). Dass es einer Partei unm�glich war, Tatsachen und Beweise bereits im fr�heren Verfahren beizubringen, ist deshalb nur mit Zur�ckhaltung anzunehmen. Ein Revisionsgrund ist nur dann gegeben, wenn dem Revisionskl�ger weder im erstinstanzlichen noch im Rechtsmittelverfahren eine Vernachl�ssigung seiner Behauptungs- und Beweislast vorzuwerfen ist, wozu auch zumutbare Nachforschungen geh�ren ( DIETER FREIBURGHAUS/SUSANNE AFHELDT, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 18 zu Art. 328 ZPO; �hnlich MARTIN H. STERCHI, Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. II, 2012, N 14 zu Art. 328 ZPO; NICOLAS HERZOG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 51 zu Art. 328 ZPO; vgl. zu Art. 396 Abs. 1 Bst. a ZPO Urteil 4A_105/2012 vom 28. Juni 2012 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 138 III 542; zu Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG Urteile 4A_528/2007 vom 4. April 2008 E. 2.5.2.2 und 4A_570/2011 vom 23. Juli 2012 E. 4.1). Die Sorgfalt des Revisionskl�gers ist am Verhalten einer durchschnittlich sorgf�ltigen Prozesspartei zu messen, wobei die Umst�nde des konkreten Falles zu w�rdigen sind ( NICOLAS HERZOG, a.a.O.). So mag die Revision je nachdem auch einer Partei offenstehen, die im ordentlichen Verfahren eine Tatsachenbehauptung unterlassen hat, weil ihr die Beweismittel dazu fehlten (vgl. IVO SCHWANDER, in: Brunner/Gasser/ Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2011, N 29 zu Art. 328 ZPO). Allerdings gilt es zu ber�cksichtigen, dass eine f�r den Ausgang des Verfahrens erhebliche Tatsache selten mit nur gerade einem einzigen Beweismittel bewiesen werden kann, das zudem erst im Sinne von Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO nach dem in Revision gezogenen Entscheid entstanden ist. Entsprechend kann von einer durchschnittlich sorgf�ltigen Prozesspartei verlangt werden, ihre M�glichkeiten zur Beschaffung geeigneter Beweismittel auszusch�pfen. Geht es beispielsweise darum, Urkunden im Besitz eines Dritten oder des Prozessgegners zu beschaffen, kommt eine Revision nur in Frage, wenn es dem Revisionskl�ger im ordentlichen Verfahren auch mittels Urkundenedition oder vorsorglicher Beweisf�hrung nicht gelungen ist, an die Beweisst�cke zu kommen ( NICOLAS HERZOG, a.a.O., mit Hinweis auf PETER H. KORNICKER, Die zivilprozessuale Revision im Spannungsverh�ltnis zwischen Rechtsfrieden und Rechtsverwirklichung, Basel 1995, S. 92, und auf Urteil 4A_763/2011 vom 30. April 2012 E. 3.3.1 und 3.3.2). In diesem Sinne gilt die besagte Voraussetzung, dass der Revisionskl�ger die entscheidenden Beweismittel "im fr�heren Verfahren nicht beibringen konnte", nicht nur f�r das konkret betroffene Beweismittel - hier f�r den streitigen Lohnausweis f�r das erste Halbjahr 2012 -, sondern auch f�r andere Beweismittel, die zum Nachweis der fraglichen Tatsache schon im ordentlichen Verfahren in Frage kommen.
5.3.�Was den konkreten Fall angeht, steht fest, dass die Tatsachenbehauptung, zu deren Beweis die Beschwerdef�hrerin den besagten Lohnausweis anruft, nicht neu ist. Die Beschwerdef�hrerin hatte sich bereits im ordentlichen Verfahren vor erster Instanz auf ein h�heres als das vom Beschwerdegegner zugestandene Erwerbseinkommen berufen. Nachdem an der erstinstanzlichen Beweisverhandlung vom 12. M�rz 2012 herausgekommen war, dass der Beschwerdegegner bei der Firma B.________ als Gipser arbeitete und seine Lohnabrechnungen trotz richterlicher Aufforderung nicht einreichte, erwirkte die Beschwerdef�hrerin im April 2012 vom Gerichtspr�sidenten eine an den Arbeitgeber gerichtete Verf�gung, die Lohnabrechnungen des Beschwerdegegners seit April 2011 sowie den Lohnausweis 2011 einzureichen. Dass sie sich in der Folge beim Bezirksgericht nach dem Verbleib der eingeforderten Urkunden erkundigt oder um Akteneinsicht ersucht h�tte, behauptet die Beschwerdef�hrerin nicht und ist auch nicht ersichtlich. In ihrer Berufungsantwort vom 3. Januar 2013 beharrte die Beschwerdef�hrerin dann aber ausdr�cklich darauf, dass der Beschwerdegegner bei einem 30%-Pensum ein monatliches Erwerbseinkommen von brutto ca. Fr. 1'200.-- bzw. netto ca. Fr. 1'000.-- erziele und es ihm deshalb "jetzt schon m�glich" sei, die Vorsorgerente zu bezahlen. Allerdings macht sie vor Bundesgericht nicht geltend, dass sie vom Inhalt der Urkunden, die der Arbeitgeber des Beschwerdegegners dem erstinstanzlichen Richter eingereicht hatte, erst mit der obergerichtlichen Urteilsbegr�ndung h�tte Kenntnis nehmen k�nnen. Insbesondere behauptet sie auch nicht, dass ihr im Rahmen des Berufungsverfahrens die Einsicht in die erstinstanzlichen Akten versagt worden w�re.
�Wollte die Beschwerdef�hrerin aber daran festhalten, dass dem Beschwerdegegner das besagte Erwerbseinkommen anzurechnen ist, so konnte von ihr unter dem Blickwinkel der zumutbaren prozessualen Sorgfalt (E. 5.2) auch verlangt werden, zu ihrer Verteidigung im Berufungsverfahren weitere Beweisantr�ge zu stellen. Nachdem ihre letzten Bem�hungen im erstinstanzlichen Verfahren etliche Monate zur�cklagen und das Jahr 2012 im Zeitpunkt der Einreichung der Berufungsantwort verstrichen war, h�tte sie dem Obergericht insbesondere beantragen k�nnen, beim Beschwerdegegner oder bei dessen Arbeitgeber zus�tzliche Bescheinigungen �ber die ausbezahlten L�hne im Jahre 2012 zu edieren. Im �brigen kann auch nicht gesagt werden, dass von vornherein nur der Urkundenbeweis (Art. 177 ff. ZPO) geeignet gewesen w�re, das tats�chliche Ausmass der Erwerbst�tigkeit des Beschwerdegegners ans Licht zu bringen. Nichts hinderte die Beschwerdef�hrerin daran, in ihrer Berufungsantwort eine - mit entsprechender Strafandrohung versehene - Beweisaussage (Art. 192 ZPO) zu beantragen. H�tte der Beschwerdegegner trotz richterlicher Ermahnung gelogen und sich damit eines Vergehens schuldig gemacht (Art. 306 i.V.m. Art. 10 StGB), w�re der Beschwerdef�hrerin gar der Revisionsgrund nach Art. 328 Abs. 1 Bst. b ZPO offengestanden. Dass sie sich im kantonalen Verfahren im beschriebenen Sinne darum bem�ht h�tte, ihre Behauptungen betreffend die Erwerbst�tigkeit des Beschwerdegegners mit weiteren Beweismitteln zu untermauern, und dass das Obergericht entsprechende Antr�ge in verfassungswidriger Weise �bersehen oder abgewiesen h�tte, nimmt die Beschwerdef�hrerin nicht f�r sich in Anspruch und l�sst sich auch den Akten des Berufungsverfahrens nicht entnehmen.
5.4.�Nach dem Gesagten trifft die Beschwerdef�hrerin der Vorwurf, im Streit um die wirtschaftliche Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners ihre M�glichkeiten zur Beschaffung geeigneter Beweismittel im ordentlichen Verfahren nicht ausgesch�pft zu haben. Soweit die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Revisionsbegehren vom 21. M�rz 2013 den streitigen Lohnausweis vom 2. Februar 2013 aufs Tapet bringen will, scheitert ihr Unterfangen also schon daran, dass sie sich im ordentlichen Verfahren Unsorgfalt in der Prozessf�hrung entgegenhalten lassen muss. Mithin gebricht es dem Revisionsbegehren an der gesetzlichen Tatbestandsvoraussetzung, dass die fraglichen Beweismittel im fr�heren Verfahren nicht beigebracht werden konnten (Art. 328 Abs. 1 Bst. a ZPO). Die weiteren Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Tauglichkeit des besagten Lohnausweises als Revisionsgrund stellen, braucht das Bundesgericht angesichts dessen gar nicht zu er�rtern. Namentlich kann offenbleiben, nach welchen Massst�ben sich in zeitlicher Hinsicht beurteilt, ob eine Tatsache oder ein Beweismittel im Sinne der zitierten Norm "erst nach dem Entscheid entstanden" ist.
Anlass zur Beschwerde geben schliesslich zwei Begehren, mit denen die Beschwerdef�hrerin im Revisionsverfahren den Vorsorgeunterhalt von monatlich Fr. 600.-- "per sofort" und nicht erst - wie vom Bezirksgericht bestimmt (s. Sachverhalt Bst. B) - ab 1. Januar 2018 beansprucht und gest�tzt auf Art. 124 und/oder 125 und Art. 126 ZGB eine Kapitalabfindung verlangt (s. Sachverhalt Bst. E).
6.1.�Das Obergericht erachtet diese Rechtsbegehren im Revisionsverfahren als unzul�ssig. Zur Begr�ndung f�hrt es im Wesentlichen aus, bei einer Revision d�rfe das Gericht nur im Rahmen der geltend gemachten Revisionsgr�nde auf sein Urteil zur�ckkommen; nur in diesem Rahmen seien auch Klage�nderungen m�glich. Einzig der Beschwerdegegner habe das erstinstanzliche Scheidungsurteil mit Berufung angefochten. Dabei habe er lediglich seine Leistungsf�higkeit bestritten. Die revisionsweise vorgetragenen neuen Beweismittel bez�gen sich ausschliesslich auf die H�he des Einkommens des Beschwerdegegners. Die erw�hnten Begehren der Beschwerdef�hrerin st�nden mit dem Auffinden der neuen Beweismittel nicht in einer Beziehung oder Wechselwirkung. Um damit geh�rt zu werden, h�tte die Beschwerdef�hrerin Anschlussberufung erheben k�nnen und erheben m�ssen. Diese Beurteilung der zwei Sachbegehren h�lt vor Bundesrecht stand:
6.2.�W�re das Revisionsgesuch gutzuheissen (Art. 332 ZPO) und der in Revision gezogene Entscheid aufzuheben gewesen (Art. 331 Abs. 1 ZPO), so w�re der Prozess damit in denjenigen Stand zur�ckversetzt worden, in welchem er sich vor dem Endentscheid befand, und es w�re die urspr�ngliche Rechtsh�ngigkeit der in Frage stehenden Streitsache wieder eingetreten ( DIETER FREIBURGHAUS/SUSANNA AFHELDT, in: Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 3 zu Art. 333 ZPO; NICOLAS HERZOG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N 3 zu Art. 333 ZPO; PHILIPPE SCHWEIZER, in: Bohnet et al., Code de proc�dure civile comment�, 2011, N 4 zu Art. 333 ZPO). Hier war vor dem Berufungsentscheid vom 22. Januar 2013 einzig die Berufung des Beschwerdegegners vom 8. November 2012 rechtsh�ngig. Die Beschwerdef�hrerin hat sich gegen den erstinstanzlichen Entscheid weder mit einer selbst�ndigen Berufung noch mit einer Anschlussberufung zur Wehr gesetzt. Wie auch der Beschwerdegegner bemerkt, hat sie sich in ihrer Eingabe vom 3. Januar 2013 damit begn�gt, die Abweisung der Berufung des Beschwerdegegners zu verlangen. Deshalb h�tte das Obergericht - als Berufungsinstanz - auch im Falle einer Gutheissung des Revisionsgesuchs nur die Berufung des Beschwerdegegners beurteilen k�nnen. Die Beschwerdef�hrerin h�tte zu ihren Gunsten h�chstens eine (vollumf�ngliche) Abweisung der Berufung des Beschwerdegegners, das heisst eine Best�tigung des erstinstanzlichen Entscheids erstreiten k�nnen. Dies ergibt sich aus dem Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius). Dieser klare und unumstrittene (BGE 129 III 417 E. 2.1.1 S. 419) Rechtsgrundsatz wird durch eine erfolgreiche Revision nicht umgestossen. Er besagt namentlich, dass die Rechtsmittelinstanz das angefochtene Urteil nicht zu Ungunsten des Rechtsmittelkl�gers ab�ndern, ihn also nicht zu mehr verurteilen darf, als dies die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid getan hat - es sei denn, die Gegenpartei habe ihrerseits ein Rechtsmittel ergriffen (vgl. BGE 110 II 113 E. 3a S. 114). Letzteres hat die Beschwerdef�hrerin gerade nicht getan. Sie erliegt einem Irrtum, soweit sie meint, Behauptungen und Antr�ge, die sie mangels Beweisen im ordentlichen Berufungsverfahren nicht weiterverfolgte, auf dem Weg der Revision zum Streitgegenstand machen und damit das Verschlechterungsverbot zum Nachteil des Beschwerdegegners umgehen zu k�nnen. Ihre Beschwerde erweist sich auch in dieser Hinsicht als unbegr�ndet.
7.1.�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Damit braucht das bundesgerichtliche Verfahren 5A_214/2013 betreffend die Beschwerde in Zivilsachen gegen den Berufungsentscheid vom 22. Januar 2013 nicht mehr l�nger sistiert zu bleiben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 5A_558/2014 hat die Beschwerdef�hrerin als unterliegende Partei f�r die Gerichtskosten aufzukommen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und den Beschwerdegegner zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
7.2.�Indessen kann den jeweiligen Gesuchen der Parteien um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung entsprochen werden (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Angesichts der finanziellen Situation der Beschwerdef�hrerin ist der Rechtsanwalt des Beschwerdegegners direkt aus der Bundesgerichtskasse zu entsch�digen. Die Beschwerdef�hrerin hat der Gerichtskasse Ersatz zu leisten, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG). Dieses Nachforderungsrecht schliesst auch die Parteientsch�digung ein, die das Bundesgericht dem Rechtsanwalt des Beschwerdegegners ausrichtet, denn geschuldet ist dieser Kostenersatz von der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei (E. 7.1).
2.1.�Das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren wird gutgeheissen und es wird der Beschwerdef�hrerin Rechtsanw�ltin Eva Lanz als Rechtsbeist�ndin beigegeben.
2.2.�Das Gesuch des Beschwerdegegners um unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren wird gutgeheissen und es wird dem Beschwerdegegner Rechtsanwalt Urs Oswald als Rechtsbeistand beigegeben.
Die Beschwerdef�hrerin hat Rechtsanwalt Urs Oswald f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entsch�digen. Die Entsch�digung wird indes vorl�ufig auf die Gerichtskasse genommen und Rechtsanwalt Urs Oswald wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'000.-- entsch�digt.
Rechtsanw�ltin Eva Lanz wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.-- entsch�digt.
Die mit Pr�sidialverf�gung vom 22. M�rz 2013 angeordnete Sistierung des bundesgerichtlichen Verfahrens 5A_214/2013 wird aufgehoben.