Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.11.1986&Aktenzeichen=II%20ZR%2079/86
Timestamp: 2019-08-24 08:04:13
Document Index: 6968200

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BGH, 17.11.1986 - II ZR 79/86 - dejure.org
https://dejure.org/1986,1107
BGH, 17.11.1986 - II ZR 79/86 (https://dejure.org/1986,1107)
BGH, Entscheidung vom 17.11.1986 - II ZR 79/86 (https://dejure.org/1986,1107)
BGH, Entscheidung vom 17. November 1986 - II ZR 79/86 (https://dejure.org/1986,1107)
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Aufklärungspflicht eines Verkäufers oder gewerblichen Vermittlers von Londoner Warenterminoptionen auf Grund vorvertraglichen Vertrauensverhältnisses hinsichtlich Höhe, Bedeutung und wirtschaftliche Zusammenhänge der Londoner Optionsprämie bei einem über der Londoner Prämie liegenden Inklusivpreis
NJW 1987, 641
NJW-RR 1987, 492 (Ls.)
MDR 1987, 383
WM 1987, 7
Der Bundesgerichtshof hat bisher offen gelassen, ob eine Aufklärung über den Prämienaufschlag im Einzelfall unterbleiben kann, wenn er nur einen geringen Einfluss auf das Risiko des Anlegers hat (BGH, Urteil vom 17. November 1986 - II ZR 79/86, WM 1987, 7).
Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 17. November 1986 (II ZR 79/86, WM 1987, 7) die Frage offen gelassen, ob von einer Aufklärung der Anleger über die Bedeutung des Prämienaufschlags in Ausnahmefällen abgesehen werden kann.
Ein solcher Hinweis gehört zu einer ordnungsgemäßen Aufklärung (BGHZ 105, 108, 110 [BGH 11.07.1988 - II ZR 355/87]; BGH, Urteile vom 5. November 1984 - II ZR 38/84, WM 1985, 81, 82; vom 17. November 1986 - II ZR 79/86, WM 1987, 7; vom 11. Januar 1988 - II ZR 134/87, WM 1988, 291, 293).
Dies ist auch der Grund dafür, daß die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dem Vermittler von Warenterminoptionsgeschäften weitreichende Aufklärungspflichten auferlegt hat (vgl. etwa BGH, Urteile vom 17. November 1986 - II ZR 79/86 - NJW 1987, 641 und vom 1. Dezember 1986 - II ZR 57/86 - NJW 1987, 641 ff.).
BGH, 06.06.1991 - III ZR 116/90
Aufklärungspflicht des gewerblichen Vermittlers von Warenterminoptionsgeschäften; …
Wie das Berufungsgericht zutreffend darlegt, war die Beklagte als Vermittlerin von Londoner Warenterminoptionen nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aufgrund eines vorvertraglichen Vertrauensverhältnisses dazu verpflichtet, ihre in die Einzelheiten der Geschäftsabwicklung nicht eingeweihten Optionserwerber über die wirtschaftlichen Zusammenhänge und Risiken des Optionsgeschäfts, insbesondere über die Höhe und Bedeutung der an der Londoner Börse zu zahlenden Optionsprämie aufzuklären (BGHZ 80, 80 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]; 105, 108 [BGH 11.07.1988 - II ZR 355/87]; BGH Urteile vom 5. November 1984 - II ZR 38/84 - WM 1985, 81; vom 7. Juli 1986 - II ZR 6/86 - BGHR BGB vor § 1/Verschulden bei Vertragsschluß-Aufklärungspflicht 2, vom 17. November 1986 - II ZR 79/86 - WM 1987, 7 …und vom 11. Januar 1988 - II ZR 134/87 - WM 1988, 291 = BGHR aaO Aufklärungspflicht 13; für Aktienoptionen: BGH Urteil vom 27. November 1990 - XI ZR 115/89 - NJW 1991, 1106 [BGH 27.11.1990 - XI ZR 115/89] = WM 1991, 127 [BGH 27.11.1990 - XI ZR 115/89]) Die Verletzung dieser Aufklärungspflicht führt zu einer Schadensersatzverpflichtung der aufklärungspflichtigen Vermittlungsgesellschaft wegen Verschuldens bei Vertragsschluß wobei ein fahrlässiges Verhalten genügt (vgl. BGHZ 80, 80, 85 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]; Bundschuh, Die Haftung für die Verletzung der Aufklärungspflicht beim Vertrieb von Warenterminoptionen, WM 1985 249, 251).
Er hat den Käufer insbesondere darauf hinzuweisen, daß die Börsenprämie (Londoner Optionspreis) den Rahmen eines Risikobereichs kennzeichnet, der vom Markt noch als vertretbar angesehen wird, weil die Option nach Einschätzung der Kursentwicklung durch den Börsenfachhandel eine Gewinnchance hat, die den Optionspreis wert ist, und daß deshalb jeder über die übliche Broker-Commission hinausgehende Aufschlag auf die Börsenprämie die Gewinnaussichten verändert und verschlechtert, weil ein höherer Kursausschlag als der vom Börsenfachhandel für realistisch angesehene notwendig ist, um in die Gewinnzone zu kommen (vgl. BGHZ 80, 80, 84 f. [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80] = BGH NJW 81, 1266 f. = WM 81, 374 f.; BGH NJW 81, 2810 = WM 81, 1021; 1022NJW 82, 2815, 2816; WM 83, 1235; WM 84, 960; NJW 86, 123, 124 = WM 85, 81, 82; WM 86, 734; WM 87, 7; WM 87, 103 ff.).
Das bedeutet, daß es sich bei dem Aufschlag auf die Börsenprämie nicht nur um einen höheren Preis für dasselbe Objekt handelt, sondern daß sich dadurch die Grundlagen des Geschäfts entscheidend verändern und verschlechtern können (BGH NJW 86, 12 p, 124 BGH WM 87, 7).
AG Berlin-Schöneberg, 27.02.1990 - 11 C 67/90
Auferlegung des Wiederanschlusses eines Breitbandkabels auf den Mieter; …
Es wäre mit dem Grundgedanken des Mietvertrages als eines auf den Austausch wechselseitiger Leistungen gerichteten Gebrauchsüberlassungsvertrages nicht vereinbar, wenn der Vermieter bei Zahlungsverzug des Mieters berechtigt ist, von seinen vertraglichen Verpflichtungen frei zu werden, den Mieter jedoch an dessen vertraglichen Verpflichtungen festhalten könnte (vgl. BGH WM 1987, 7 zur fristlosen Kündigung eines Leasingvertrags).