Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=20.10.2010&Aktenzeichen=B%2013%20R%2063/10%20B
Timestamp: 2020-01-28 16:13:52
Document Index: 291661919

Matched Legal Cases: ['§ 160', '§ 62', '§ 128', '§ 153', '§ 153', '§ 153', '§ 95', '§ 95', '§ 17', '§ 153', '§ 17', '§ 204', '§ 213', '§ 153', '§ 124', '§ 153', '§ 202', '§ 547', '§ 153', '§ 153', '§ 17', '§ 102', '§ 114']

BSG, 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B - dejure.org
https://dejure.org/2010,6030
BSG, 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B (https://dejure.org/2010,6030)
BSG, Entscheidung vom 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B (https://dejure.org/2010,6030)
BSG, Entscheidung vom 20. Januar 2010 - B 13 R 63/10 B (https://dejure.org/2010,6030)
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§ 160 Abs 2 Nr 3 SGG, § 62 SGG, § 128 Abs 2 SGG, § 153 Abs 4 S 1 SGG, § 153 Abs 4 S 2 SGG
Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Verfahrensmangel - Verletzung des rechtlichen Gehörs - Zurückweisung der Berufung durch Beschluss - Erforderlichkeit einer erneuten Anhörungsmitteilung - entscheidungserhebliche Änderung der Prozesssituation - ...
Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde im sozialgerichtlichen Verfahren; Bezeichnung des Verfahrensmangels der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör; Erforderlichkeit einer erneuten Anhörung nach einer entscheidungserheblichen Änderung der Prozesssituation
SG Gotha, 22.01.2007 - S 6 R 1587/05
LSG Thüringen, 21.01.2010 - L 2 R 453/07
LSG Thüringen, 27.04.2010 - L 2 R 238/10
LSG Thüringen, 27.04.2010 - L 2 R 453/07
NZS 2011, 760 (Ls.)
Er bestimmt mit seinem Antrag vielmehr lediglich den Streitgegenstand, die rechtliche Subsumtion ist Aufgabe des Gerichts (vgl. BSG 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - Rn. 22, SozR 4-1500 § 153 Nr. 11 für das sozialgerichtliche Verfahren) .
Streitgegenstand ist nach der prozessualen Theorie (vgl. BSG, Urteil vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - juris Rdnr. 22;… Beschluss vom 22. April 2008 - B 1 SF 1/08 R - juris Rdnr. 26;… Jaritz in Roos/Wahrendorf, a.a.O., § 95 Rdnr. 7;… Schmidt in Meyer-Ladewig u.a., a.a.O., § 95 Rdnr. 5) der prozessuale Anspruch, nämlich das vom Kläger aufgrund eines bestimmten Sachverhalts an das Gericht gerichtete Begehren, eine - bestimmte oder bestimmbare - Rechtsfolge auszusprechen.
Im Übrigen dürfte ein Gericht der Sozialgerichtsbarkeit keine Teilverweisung eines eventuellen Amtshaftungsanspruchs an das Zivilgericht vornehmen und ihm wäre eine Entscheidung über einen Amtshaftungsanspruch nicht möglich (vgl. Bundessozialgericht , Beschluss vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - juris Rdnr. 23 f.;… Beschluss vom 31. Oktober 2012 - B 13 R 437/11 B - juris Rdnr. 10).
Ein Ausnahmefall, der dem Senat über die Bindungswirkung der § 17a Abs. 5 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) als Rechtsmittelgericht eine eigene Kompetenz geben würde, über Amtshaftungsansprüche zu entscheiden, liegt nicht vor (dazu BSG, Beschluss vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - juris Rdnr. 24 ff.).
Eine Teilverweisung der Klage, soweit als Anspruchsgrundlage für die geltend gemachte Forderung ein Amtshaftungsanspruch in Betracht kommt, an das zuständige Zivilgericht ist nicht möglich, wie das Bundessozialgericht in den letzten Jahren mehrfach entschieden hat (vgl. BSG, Beschluss vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 11 = juris, jeweils Rdnr. 23, m. w. N.; BSG…, Beschluss vom 31. Oktober 2012 - B 13 R 437/12 B -juris Rdnr. 10, m. w. N.; BSG…, Beschluss vom 13. Juni 2ß13 - B 13 R 454/12 B - juris Rdnr. 21, m. w. N.; BSG…, Beschluss vom 30. Juli 2014 - B 14 AS 8/14 B -juris Rdnr. 5, m. w. N.).
Denn das Bundessozialgericht hat in der zitierten Rechtsprechung (vgl. BSG, Beschluss vom 20. Oktober 2010, a. a. O., Rdnr. 24; BSG…, Beschluss vom 31. Oktober 2012, a. a. O., juris Rdnr. 11) auch ausgeführt, dass der Regelung in § 17b Abs. 1 Satz 2 GVG zu entnehmen ist, dass auch eine Klageerhebung beim unzuständigen Gericht die Rechtshängigkeit mit den dazugehörigen Wirkungen, zum Beispiel der Verjährungshemmung (vgl. § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB) eintreten lässt, und dass dies ebenso für eine vor dem Sozialgericht erhobene Amtshaftungsklage dann gilt, wenn die Klage daneben auf weitere materielle Ansprüche gestützt wird (vgl. § 213 BGB).
vgl. in diesem Sinne etwa Bundessozialgericht, Beschluss vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B -, juris, Rn. 24, 26 f., und Urteil vom 20. Mai 2003 - B 1 KR 7/03 R -, NVwZ-RR 2004, 463 = juris, Rn. 12 ff.; dazu auch Landessozialgericht NRW, Urteil vom 18. Dezember 2012 - L 2 SB 88/12 -, juris, Rn. 18 = NRWE; Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 25. Oktober 2012- L 8 SO 221/10 -, juris, Rn. 30 f.
Der Senat ist deshalb nicht verpflichtet, kraft eigener Kompetenz über die Amtshaftungsanspruch zu entscheiden (vgl. BSG, Urteil vom 20.10.2010, Az.: B 13 R 63/10 B).
Da das Gericht nicht über das Klagebegehren hinausgehen darf (BSG, Urteil vom 29.08.2007, B 6 KA 29/06 R, RdNr 17), obliegt es dem Kläger, den Umfang des begehrten Rechtsschutzes zu bestimmen (BSG, Beschluss vom 20.10.2010, B 13 R 63/10 B, RdNr 22; BSG, Urteil vom 26.02.1986, 9a RVs 4/83, JURIS-RdNr 13; BFH, Beschluss v. 17.01.2002, VI B 114/01, JURIS-RdNr 11).
Der Kläger muss daher kenntlich machen, was er als gerichtliche Entscheidung anstrebt und was nicht (BSG, Beschluss vom 20.10.2010, B 13 R 63/10 B, RdNr 22).
Zur Kennzeichnung des Klagebegehrens genügt nach der herrschenden prozessualen Theorie, dass der Kläger den zu bewertenden Lebenssachverhalt und dasjenige, was er auf dessen Grundlage als gerichtliche Entscheidung anstrebt, mitteilt (BSG, Beschluss vom 13.06.2013, B 13 R 454/12 B, RdNr 13; Beschluss vom 20.10.2010, B 13 R 63/10 B, RdNr 22; Beschluss vom 18.08.1999, B 4 RA 25/99 B, JURIS-RdNR 12).
Das Sächsische Landessozialgericht ist nicht ausnahmsweise kraft eigener Kompetenz berufen, über einen etwaigen Amtshaftungsanspruch zu entscheiden (vgl. hierzu BSG, Beschluss vom 20. Oktober 2010 - B 13 R 63/10 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 11 = juris, jeweils Rdnr. 26).
Die Antragstellerin kann sich deshalb, wenn sie den gegen den Antragsgegner geltend gemachten Anspruch auf den Amtshaftungsanspruch stützen will, an das zuständige Landgericht wenden (vgl. hierzu BSG, Beschluss vom 20. Oktober 2010, a. a. O., Rdnr. 23 f.).
Es ist bereits zweifelhaft, ob die Mitteilung des Klägers gegenüber dem SG vom 24.6.2009 nach Eingang des Schreibens der neu beauftragten Bevollmächtigten des Klägers vom 28.5.2010 am 31.5.2010 noch als wirksame Einverständniserklärung angesehen werden konnte (…vgl zum "Verbrauch" einer Einverständniserklärung bei einer Änderung der Prozess-, Beweis- oder Rechtslage BSG Urteil vom 6.10.1999 - B 1 KR 17/99 R - SozR 3-1500 § 124 Nr. 4 S 8; BSG Beschluss vom 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B - RdNr 13) , weil die Bevollmächtigte mit diesem Schreiben ihre Interessenvertretung des Klägers unter Beifügung einer Originalvollmacht angezeigt und eine weitere Begründung der Klage angekündigt hat.
Es entspricht ständiger Rechtsprechung des BSG, bei einem Verstoß gegen § 153 Abs. 4 SGG wegen der fehlerhaften Besetzung der Richterbank einen absoluten Revisionsgrund (§ 202 SGG iVm § 547 Nr. 1 ZPO) anzunehmen, bei dem nähere Ausführungen zur Kausalität entbehrlich sind (…vgl BSG Urteil vom 2.5.2001 - B 2 U 29/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 13;… BSG Beschluss vom 29.8.2006 - B 13 R 37/06 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 5 RdNr 10 mwN; BSG Beschluss vom 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B - RdNr 17).
Allerdings bestünde die Zuständigkeit des Landessozialgerichts für die Entscheidung über die Berufung der Klägerin nach § 17a Abs. 5 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) ohnehin auch dann, wenn man allein die Geltendmachung eines Anspruchs nach § 102 SGB X annähme und das Sozialgericht entgegen § 114 Satz 2 SGB X (…vgl. hierzu auch Roller, a.a.O.) versehentlich nicht an das danach wegen Zuständigkeit für Jugendhilfesachen zuständige Verwaltungsgericht verwiesen hätte (vgl. BSG, Beschluss vom 20.10.2010 - B 13 R 63/10 B zu Rn. 26 m.w.N.).
BSG, 29.11.2012 - B 14 AS 176/12 B
BSG, 10.10.2017 - B 12 KR 37/17 B
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