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Timestamp: 2016-10-25 08:28:37
Document Index: 12552437

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 32', 'Art. 52', 'Art. 33', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 33', 'Art. 20', 'Art. 24', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'in fine', 'Art. 20', 'Art. 43', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 55', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 55', 'Art. 20', 'Art. 55', 'Art. 35', 'Art. 38', 'Art. 55', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 38', 'Art. 42', 'Art. 55', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 31', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 35', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'in fine', 'Art. 35', 'Art. 20', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 24', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 25', 'in fine', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 68']

9C_678/2009 (25.02.2010)
M.________ (geb. 1989) ist bei der Panorama Kranken- und Unfallversicherung krankenversichert. Aufgrund einer diagnostizierten Verspannung im Bereich der Kaumuskulatur und damit zusammenh�ngenden Kopfschmerzen wurde sie im Jahr 2008 in der Klinik Y.________ mittels einer Michiganschiene (Aufbissbehelf zwecks Entlastung der Kiefermuskeln und -gelenke) therapiert, was offenbar zu einer deutlichen Beschwerdelinderung f�hrte. Mit Verf�gung vom 19. Juni 2008 und best�tigendem Einspracheentscheid vom 30. Juli 2008 lehnte die Panorama Kranken- und Unfallversicherung die �bernahme der Kosten f�r die Michiganschiene im Betrag von Fr. 563.20 (Rechnung vom 14. Februar 2008) mit der Begr�ndung ab, es handle sich nicht um eine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.
Dagegen liess M.________, vertreten durch Dr. med. dent. X.________, Direktor der Klinik Y.________, Beschwerde erheben. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt hiess die Beschwerde gut und verpflichtete die Panorama Kranken- und Unfallversicherung unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 30. Juli 2008, M.________ Fr. 563.20 f�r die Behandlung mittels Michiganschiene zu bezahlen (Entscheid vom 18. Mai 2009).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die Panorama Kranken- und Unfallversicherung die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.
M.________ l�sst die Abweisung der Beschwerde beantragen, w�hrend das Bundesamt f�r Gesundheit auf deren Gutheissung schliesst.
1.1 Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) k�nnen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Seinem Urteil legt das Bundesgericht den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann eine - f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidende (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG) - Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder wenn sie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Beschwerdef�hrerin die Kosten der Therapie mittels Michiganschiene im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu �bernehmen hat. Dabei steht ausser Frage, dass es sich bei der fraglichen Therapie nicht um eine zahn�rztliche Behandlung im Sinne von Art. 31 KVG in Verbindung mit Art. 17 ff. KLV der Verordnung des EDI �ber Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [KLV], sondern um eine von einem Zahnarzt durchgef�hrte �rztliche Behandlung im Sinne von Art. 25 KVG handelt (BGE 128 V 143).
2.1 Gem�ss Art. 25 Abs. 1 KVG �bernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten f�r jene Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Darunter fallen nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG die von �rzten durchgef�hrten Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen; sie gelten vermutungsweise als wirksam, zweckm�ssig und wirtschaftlich (Art. 32 Abs. 1 KVG) und sind kostenverg�tungspflichtig, sofern sie nicht in der vom Bundesrat respektive vom Eidgen�ssischen Departement des Innern erstellten, abschliessenden Negativliste von der Leistungspflicht ausgenommen sind (Art. 33 Abs. 1 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. a KVV; Art. 1 KLV in Verbindung mit Anhang 1 KLV; BGE 129 V 167 E. 3.2 S. 170; 125 V 21 E. 5b S. 28).
2.2 Die �bernahmepflicht umfasst sodann gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG die �rztlich verordneten Analysen, Arzneimittel und die der Untersuchung oder Behandlung dienenden Mittel und Gegenst�nde. Hinsichtlich der - hier interessierenden - Mittel und Gegenst�nde im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG ist nebst den allgemeinen, hier unstrittig erf�llten Voraussetzungen nach Art. 32 Abs. 1 KVG verlangt, dass sie auf der vom Departement gest�tzt auf Art. 52 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 KVG und Art. 33 lit. e KVV erstellten Mittel- und Gegenst�nde-Liste (MiGeL; Anhang 2 KLV i.V.m. Art. 20a Abs. 1 KLV) aufgef�hrt sind, andernfalls keine obligatorische Leistungspflicht besteht (RKUV 2002 Nr. KV 196 S. 7, K 157/00 E. 3b/aa). Diese (Positiv-) Liste ist abschliessend (BGE 134 V 83 E. 4.1 S. 86 mit Hinweisen); die darin aufgef�hrten Mittel und Gegenst�nde d�rfen h�chstens zu dem Betrag verg�tet werden, der in der Liste f�r die entsprechende Art von Mitteln und Gegenst�nden angegeben ist (Art. 24 Abs. 1 KLV).
Ist im Einzelfall zu pr�fen, ob die Nichtaufnahme eines Gegenstands oder Mittels in die MiGeL vor Gesetz und Verfassung standh�lt, hat sich das Bundesgericht praxisgem�ss gr�sste Zur�ckhaltung zu auferlegen (RKUV 2002 Nr. KV 196 S. 7, K 157/00 E. 3c/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 101/03 vom 22. Juli 2004, E. 4.2).
2.3.1 Der Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG konkretisierende Art. 20 KLV in der bis Ende Juli 2007 g�ltig gewesenen Fassung sah in Abs. 2 vor, dass Mittel und Gegenst�nde, die in den K�rper implantiert werden, nicht in der MiGeL aufgef�hrt sind und ihre Verg�tung mit der entsprechenden Behandlung in den Tarifvertr�gen geregelt wird. Diese Bestimmung statuiert mithin f�r Implantate eine Ausnahme von der Positivlistenpflicht gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. e KVV und Art. 20 Abs. 1 KLV (in der bis Ende Juli 2007 g�ltig gewesenen Fassung) und der damit verbundenen gesetzlichen H�chstverg�tungsbetragsregelung gem�ss Art. 24 Abs. 1 KLV (vgl. vorne E. 2.2).
2.3.2 Der seit 1. August 2007 in Kraft stehende, aArt. 20 KLV ersetzende und hier anwendbare Art. 20a KLV h�lt in Abs. 1 (wie aArt. 20 Abs. 1 KLV) den Grundsatz fest, dass die Mittel und Gegenst�nde in Anhang 2 nach Arten und Produktegruppen aufgef�hrt sind. Die Sonderregelung des aArt. 20 KLV (vorne E. 2.3.1) ist in Art. 20a Abs. 2 neu dahingehend erg�nzt worden, dass als nicht in der Liste aufgef�hrte Mittel und Gegenst�nde auch solche erw�hnt werden, die von Leistungserbringern nach Artikel 35 Absatz 2 KVG im Rahmen ihrer T�tigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verwendet werden (Satz 1); ihre Verg�tung wird, wie bei K�rperimplantaten, mit der entsprechenden Untersuchung oder Behandlung in den Tarifvertr�gen geregelt (Satz 2).
Die als Pflichtleistung zur Diskussion stehende Michiganschiene ist unstrittig weder als einzelnes Produkt in der MiGeL aufgef�hrt noch kann sie einer der in der Liste erw�hnten Produktgruppen zugeordnet werden. Dies wird von den Parteien nicht als gesetzes- oder verfassungswidrig ger�gt. Uneins sind sie hinsichtlich der Rechtsfrage, ob die betreffende Schiene �berhaupt als ein Mittel und Gegenstand im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG in Verbindung mit Art. 20a Abs. 1 KLV zu qualifizieren ist, f�r welchen die Positivlistenpflicht gem�ss MiGeL gilt (vorne E. 2.2), oder ob sie davon ausgenommen ist und gest�tzt auf Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 20a Abs. 2 KLV (vorne E. 2.3.2) - allenfalls gest�tzt auf Art. 25 Abs. 1 KVG (vorne E. 2.1) - als Pflichtleistung gem�ss Tarifvertrag zwischen der Schweizerischen Zahn�rztegesellschaft SSO und dem Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer (heute: sant�suisse), Position "L 4177: Michiganschiene" verg�tet werden muss. Letztgenannte Auffassung vertreten Vorinstanz und Beschwerdegegnerin, wogegen die Beschwerdef�hrerin und vernehmlassungsweise das Bundesamt f�r Gesundheit den gegenteiligen Standpunkt einnehmen.
4.1 Vorab ist festzuhalten, dass sich aus der ausdr�cklichen Erw�hnung der Michiganschiene im Zahnarzttarif (vorne E. 3 in fine) keine obligatorische Leistungspflicht - namentlich auch nicht gest�tzt auf Art. 20a Abs. 2 KLV - ableiten l�sst. Ob eine konkrete �rztliche Vorkehr in den Pflichtleistungskatalog f�llt, liegt nicht in der Vertragsautonomie der Tarifpartner, sondern beurteilt sich einzig nach dem Gesetz; der Zahnarzttarif regelt bloss die Verg�tung (Tarifwert) der �bernahmepflichtigen Leistung (vgl. Art. 43 Abs. 1 und 2 Satz 1 KVG). Der Umstand, dass eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt in einen Tarifvertrag aufgenommen wurde, l�sst wohl darauf schliessen, dass die Vertragsparteien eine diesbez�gliche gesetzliche �bernahmepflicht angenommen haben; f�r die Gerichte ist dies jedoch nicht verbindlich.
4.2 Hinsichtlich der umstrittenen Frage, ob die Michiganschiene unter die "Mittel und Gegenst�nde" im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG f�llt, ergibt die Rechts- und Sachlage Folgendes:
4.2.1 Mittel und Gegenst�nde im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG sind solche, die der Behandlung oder der Untersuchung dienen. Art. 20 KLV konkretisiert unter dem Titel "Grundsatz", die Versicherung leiste eine Verg�tung an Mittel und Gegenst�nde, die der Behandlung oder der Untersuchung im Sinne einer �berwachung der Behandlung dienen, auf �rztliche Anordnung von einer Abgabestelle nach Art. 55 KVV abgegeben werden und von der versicherten Person selbst oder mit Hilfe einer nichtberuflich an der Untersuchung oder der Behandlung mitwirkenden Person angewendet werden.
4.2.2 Die Michiganschiene ist eine durchsichtige, etwa 2 mm dicke Form aus durchsichtigem Kunststoff, die meistens auf die Z�hne des Oberkiefers aufgesetzt wird. Sie wird in der Regel nachts getragen und verhindert, dass die Z�hne durch das mechanische Abtragen von Zahnsubstanz zerst�rt werden. Durch das Aufbeissen auf die Schiene wird h�ufig auch eine Entspannung der Muskulatur erreicht, womit Symptome wie Kiefergelenks-, Kopf- und Muskelschmerzen vermindert werden; zu diesem therapeutischen Zweck (Behandlung von Verspannungen im Bereich der Kaumuskulatur und damit zusammenh�ngenden Kopfschmerzen) wurde sie auch bei der Beschwerdegegnerin eingesetzt. Die Schiene wird im Zahntechniklabor aufgrund der zahn�rztlichen Unterlagen individuell angefertigt und anschliessend vom Zahnarzt der zu behandelnden Person anprobiert und abgegeben. Der Patient/die Patientin kann sie alsdann problemlos selber einsetzen und wieder entfernen sowie reinigen (vgl. zum Ganzen: �http://www.zahnar-t.ch/a-z/M/michiganschiene.htm; www.aeskulap-klinik.ch/pdf/Michiganschiene.pdf�).
4.2.3 Indem die Michiganschiene der Krankheitsbehandlung dient und von der versicherten Person ohne Weiteres selbst angewandt werden kann (E. 4.2.2), erf�llt sie jedenfalls zwei der drei Begriffsmerkmale der Mittel und Gegenst�nde im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG in Verbindung mit Art. 20 KLV. Daran �ndert nichts, dass sie individuell durch den Zahnarzt angepasst und im Zahntechniklabor hergestellt wird; auch andere Mittel und Gegenst�nde im Sinne der genannten Bestimmungen werden fachm�nnisch nach Mass angefertigt (z.B. Orthesen, H�rger�te, Sehhilfen). Entscheidend ist, dass Endverbraucher der Mittel und Gegenst�nde gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG stets die Patientin/der Patient ist und diese(r) das Produkt schliesslich allein oder mit Hilfe einer nichtberuflich mitwirkenden Person anwenden kann, was auf die Michiganschiene zweifellos zutrifft. Fraglich bleibt einzig, ob die Schiene vorliegend deshalb nicht unter die gesetzliche Definition der Mittel und Gegenst�nde f�llt, weil sie der versicherten Person nicht auf �rztliche Anordnung von einer Abgabestelle nach Art. 55 KVV (vgl. vorne E. 4.2.1), sondern direkt vom Zahnarzt selber abgegeben wird. Dies ist zu verneinen (so - implizit - auch Urteil K 101/03 vom 22. Juli 2004, E. 4): Mit dem Verweis in Art. 20 KLV auf die Abgabestellen nach Art. 55 KVV wird gesetzgeberisch klargestellt und soll gew�hrleistet sein, dass die Versicherung nur die von gesetzlich zugelassenen Leistungserbringern abgegebenen Mittel und Gegenst�nde verg�tet. Die Ausgabe �ber die nach Art. 35 Abs. 2 lit. g und Art. 38 KVG in Verbindung mit Art. 55 KVV zugelassenen Abgabestellen - worunter verschiedenste Institutionen wie Apotheken, Drogerien, Fachgesch�fte etc. fallen k�nnen (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 79/98 vom 4. Juli 2001 E. 4a) - bildet dabei den Regelfall und ist als solcher nachvollziehbarerweise in Art. 20 KLV ausdr�cklich erw�hnt. Als Grundsatz-Regelung schliesst Art. 20 KLV jedoch nicht aus, dass ein �rztlich angeordnetes Mittel oder ein �rztlich angeordneter Gegenstand ausnahmsweise, sofern notwendig, direkt vom zugelassenen, behandelnden Arzt oder Zahnarzt (Art. 35 Abs. 2 lit. a und Art. 36 KVG in Verbindung mit Art. 38 f. und Art. 42 f. KVV) abgegeben wird, wie dies auf massgefertigte zahntechnische Produkte regelm�ssig zutreffen d�rfte. W�re dementgegen die Herausgabe durch eine Abgabestelle nach Art. 55 KVV unabdingbares Begriffsmerkmal der Mittel und Gegenst�nde im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG und damit der grunds�tzlichen Listenpflicht (vorne E. 2.2), dann best�nde die Gefahr, dass �rztliche Leistungserbringer die Listenpflicht beliebig durch eigenh�ndige Abgabe der Mittel und Gegenst�nde umgehen k�nnten, womit eine rechtsgleiche Verg�tungspraxis entfiele: So k�nnte es beispielsweise nicht angehen, dass etwa ein Augenarzt die Limitierungen der MiGeL f�r Sehhilfen dadurch umginge, dass er selber einen Optiker besch�ftigte, welcher Brillengl�ser oder Linsen in seinem Auftrag erstellt, um vom Arzt dann selbst direkt dem Patienten abgegeben und folglich �ber Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG abgerechnet zu werden.
Nach dem Gesagten ist die Michiganschiene als Mittel und Gegenstand im Sinne des Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG in Verbindung mit Art. 20 KLV zu qualifizieren, womit sie grunds�tzlich der Listenpflicht gem�ss Art. 20a Abs. 1 KLV untersteht. Die obligatorische Kosten�bernahme f�r dieses Produkt gest�tzt auf Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG f�llt damit ausser Betracht, da die Tatbest�nde Art. 25 Abs. 2 lit. a und lit. b KVG sich in Bezug auf ein- und dasselbe Leistungselement als Rechtsgrund der Leistungspflicht gegenseitig ausschliessen.
4.3 Zu pr�fen bleibt, ob die Michiganschiene ausnahmsweise von der Listenpflicht gem�ss Art. 20 KLV und damit vom sachlichen Anwendungsbereich der MiGeL (Art. 20a Abs. 1 KLV) ausgenommen ist:
4.3.1 Nach dem bis Ende Juli 2007 in Kraft gestandenen aArt. 20 KLV waren nur die in den K�rper implantierten Mittel und Gegenst�nde nicht listenpflichtig (vorne E. 2.3.1); alle andern der Behandlung und Untersuchung dienenden Mittel und Gegenst�nde waren nach der gesetzlichen Konzeption ausschliesslich nach Massgabe der rechtsprechungsgem�ss abschliessenden MiGeL verg�tungspflichtig (vorne E. 2.2). Gest�tzt auf diese Rechtslage hatte das Eidg. Versicherungsgericht die - einer als �rztliche Behandlung eingestuften (Schnarch-)Therapie dienende - Unterkieferschiene des Typs SERENOX (Vorschub des Unterkiefers zwecks Verbesserung der Atmung; �www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2003/2003-08/2003-08-450.PDF�) folgerichtig deshalb als nicht leistungspflichtig eingestuft, weil das betreffende Produkt weder als Implantat einzustufen noch in der MiGeL ausdr�cklich aufgef�hrt war und auch nicht einer der dort erw�hnten Produktgruppen zugeordnet werden konnte (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 101/03 vom 22. Juli 2004). Zur Michiganschiene hat das Gericht in BGE 128 V 143 festgestellt, die entsprechende Therapie sei als �rztliche Behandlung zu qualifizieren und damit grunds�tzlich nach Massgabe von Art. 25 KVG - statt Art. 31 KVG in Verbindung mit Art. 17 ff. KLV (vgl. vorne E. 2 Ingress) - leistungspflichtig; nicht ge�ussert hat sich das Gericht im erw�hnten Entscheid zur hier umstrittenen Positivlistenpflicht der Michiganschiene. Im Urteil K 159/00 vom 22. April 2002 hatte das Eidg. Versicherungsgericht eine medizinische Behandlung im Zusammenhang mit einer Aufbissschiene zu beurteilen, nicht jedoch - wie hier - die Kosten�bernahme f�r die Schiene als solche.
Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb hinsichtlich der Positivlistenpflicht der Michiganschiene nach der Rechtslage bis Ende Juli 2007 im Ergebnis h�tte anders entschieden werden k�nnen als im erw�hnten Urteil betreffend SERENOX-Schiene, zumal auch die Michigan-Schiene unstrittig kein Implantat im Sinne der Sonderregelung des aArt. 20 Abs. 2 KLV (und Art. 20a Abs. 2 KLV) ist und sie sich hinsichtlich Herstellung, Art und Beschaffenheit mit der SERENOX-Schiene durchaus vergleichen l�sst. Die unterschiedlichen therapeutischen Zielsetzungen der beiden Produkte �ndern daran nichts; die therapeutische Stossrichtung ist wohl wichtiges Kriterium f�r die Abgrenzung der zahn�rztlichen Behandlungen nach Art. 31 KVG von den �rztlichen Behandlungen des Zahnarztes nach Art. 25 KVG (BGE 128 V 143); f�r die Frage der Positivlistenpflicht im Rahmen des Art. 25 KVG ist sie jedoch nicht massgebend.
4.3.2 Nicht zu beurteilen hatte das Bundesgericht bis anhin, ob die Michiganschiene unter der Herrschaft des seit 1. August 2007 geltenden Art. 20a Abs. 2 KLV (vorne E. 2.3.2) neu unter die Mittel und Gegenst�nde zu subsumieren ist, die von den Leistungserbringern nach Art. 35 Absatz 2 KVG im Rahmen ihrer T�tigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verwendet werden und als solche nicht in der MiGeL aufgef�hrt sind, wovon sinngem�ss die Vorinstanz ausgeht (vgl. vorne E. 3). Massgebend sind dabei die allgemeinen Auslegungsregeln (vgl. dazu BGE 135 V 50 E. 5.1 S. 53,153 E. 4.1 S. 157, je mit Hinweisen), einschliesslich des Grundsatzes der gesetzeskonformen Auslegung von Verordnungsrecht (vgl. BGE 131 V 263 E. 5.1 S. 266 mit Hinweisen) und die Rechtsprechung, wonach Ausnahmebestimmungen weder restriktiv noch extensiv, sondern nach ihrem Sinn und Zweck im Rahmen der allgemeinen Regelung auszulegen sind (BGE 130 V 229 E. 2.2 S. 232 mit weiteren Hinweisen; nicht publizierte E. 5 des BGE 133 V 153).
4.3.2.1 W�hrend die listenpflichtigen Mittel und Gegenst�nde im Sinne des Art. 20 und Art. 20a Abs. 1 KLV solche sind, die von der versicherten Person selbst angewendet werden (vgl. vorne E. 4.2.1), spricht der Wortlaut des Art. 20a Abs. 2 KLV von Mitteln und Gegenst�nden, die der Leistungserbringer im Rahmen seiner T�tigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verwendet. Welche konkreten Mittel und Gegenst�nde darunter fallen k�nnen, ist dem Text nicht zu entnehmen, und es sind keine Materialien des Verordnungsgebers ersichtlich, welche hier�ber beispielhaft n�heren Aufschluss geben k�nnten. Auch das Bundesamt f�r Gesundheit �ussert sich in der Vernehmlassung nicht dazu. Es wird sich vorab um solche Mittel und Gegenst�nde handeln, die f�r eine fachgerechte Durchf�hrung der �rztlichen Behandlung unabdingbar sind; die Frage bedarf jedoch keiner abschliessenden Pr�fung. Ausschlaggebend ist, dass Art. 20a Abs. 2 KLV die Abgrenzung der nicht listenpflichtigen von den (gem�ss Art. 20 und Art. 20a Abs. 1 KLV) listenpflichtigen Mitteln und Gegenst�nden danach trifft, wer das betreffende Ger�t/ Objekt braucht resp. anwendet oder verwendet. Im Falle der Mittel und Gegenst�nde nach Art. 20a Abs. 2 KLV ist dies - abgesehen von den K�rperimplantaten, die hier nicht zur Diskussion stehen (vorne E. 4.2 in fine) - nach dem eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut der Bestimmung ausschliesslich der Leistungsbringer nach Art. 35 Abs. 2 KVG. Ein Gegenstand, welcher ab einem bestimmten Behandlungszeitpunkt durch die versicherte Person selber (allenfalls mit Hilfe einer nichtberuflich mitwirkenden Person; vgl. Art. 20 KLV) angewendet und genutzt wird, f�llt definitionsgem�ss aus dem Geltungsbereich der Bestimmung heraus. Es bestehen keinerlei triftige Gr�nde zur Annahme, dass diese grammatikalische Auslegung nicht den wahren Sinngehalt der Vorschrift wiedergibt, was ein Abweichen vom Normtext rechtfertigen k�nnte (vgl. BGE 133 II 263 E. 7.2 S. 273 mit Hinweis; vgl. auch BGE 134 V 208 E. 2.2 S. 211). Im Gegenteil spricht auch der gesetzessystematische Kontext f�r dieses Ergebnis: Danach ist die Listenpflicht und die gesetzliche H�chstverg�tungsbetragsregelung bei Mitteln und Gegenst�nden die Regel (Art. 20, Art. 20a Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 KLV), die Nichtlistenpflicht gem�ss Art. 20a Abs. 2 KLV dagegen die - auf Stufe des KVG nicht explizit erw�hnte - Ausnahme. Eine extensivere Auslegung des Art. 20a Abs. 2 KLV, welche den Anwendungsbereich �ber die Implantate hinaus auf andere von der versicherten Person (als Endverbraucherin) angewandte Produkte ausdehnt, w�rde zudem die im Wortlaut klare Grenzziehung zu Art. 20 und Art. 20a Abs. 1 KLV in einer Weise verwischen, die in der Praxis zu erheblichen Anwendungsproblemen f�hren d�rfte und das im Bereich der Mittel und Gegenst�nde grunds�tzlich geltende Listenprinzip als solches auszuh�hlen drohte. Dies entspricht weder Sinn und Zweck der in Art. 20a Abs. 2 KLV gew�hlten Formulierung noch den zu Grunde liegenden gesetzgeberischen Wertungen (vgl. BGE 135 V 50 E. 5.1 S. 53, 153 E. 4.1 S. 157, je mit Hinweisen). Die Michiganschiene f�llt demnach nicht in den Geltungsbereich des Art. 20a Abs. 2 KLV.
4.3.2.2 Soweit Vorinstanz und Beschwerdegegnerin aus dem Umstand, dass die MiGeL generell keine Produkte der Zahnheilkunde wie Schienen, Spangen, Prothesen, etc. enth�lt, f�r diesen Bereich einen im Gesetz nicht enthaltenen Nichtlistenpflicht-Tatbestand sui generis ableiten, kann dem nicht gefolgt werden: Das Fehlen der Zahnprodukte in der MiGeL liegt vorab in der gesetzlichen Grundkonzeption begr�ndet, welche vom Regelfall ausgeht, dass der Zahnarzt zahn�rztliche Behandlungen im engeren Sinne (vgl. BGE 128 V 143 E. 4b S. 145) durchf�hrt, welche nur unter eng umschriebenen Voraussetzungen gem�ss Art. 31 KVG in Verbindung mit Art. 17 KLV kassenpflichtig sind und auf die somit die Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG und Art. 20 ff. KLV von vornherein nicht anwendbar sind. F�r den hier zu beurteilenden Fall der �rztlichen Behandlung durch einen Zahnarzt lassen sich daraus keine Schl�sse ziehen; namentlich kann nicht gefolgert werden, der Gesetzgeber habe die Produkte der Zahnheilkunde generell (wie vorgebracht wird) aus Gr�nden administrativer Vereinfachung von der Listenpflicht ausnehmen wollen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Zahnarzt, soweit er ausnahmsweise eine �rztliche resp. arzt�quivalente Behandlung durchf�hrt, hinsichtlich der gesetzlichen Verg�tungspflicht den �rzten gleichgestellt ist: Die Gleichstellung gilt zum einen mit Bezug auf die eigentlichen Behandlungskosten, die nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG verg�tungspflichtig sind, sofern auch die �brigen Voraussetzungen nach Art. 25 Abs. 1 und Art. 32 KVG erf�llt sind (in diesem Sinne etwa BGE 128 V 135 E. 7 S. 141; Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts K 62/99 vom 9. April 2002 E. 4 und 5, K 152/01 vom 30. April 2002 E. 5a; K 86/99 vom 19. Dezember 2002 E. 6); sie gilt nach dem unter E. 4.1-4.3.2.1 hievor Gesagten aber auch hinsichtlich der �rztlich verordneten Mittel und Gegenst�nde, die der Behandlung dienen und damit dem Verg�tungsregime des Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG unterstehen. Etwas anderes l�sst sich weder gesetzessystematisch noch unter dem Blickwinkel der rechtsgleichen Behandlung sachlich begr�nden; es ist diesbez�glich von einem qualifizierten Schweigen des Gesetzgebers auszugehen, das keinen Raum f�r eine erg�nzende Regelung im Sinne richterlicher L�ckenf�llung (BGE 134 V 182 E. 4.1 S. 185, 15 E. 2.3 S. 16, je mit weiteren Hinweisen) zul�sst. Dies mag m�glicherweise dazu f�hren, dass ein bestimmtes zahnmedizinisches Produkt wohl im Rahmen einer zahn�rztlichen Behandlung nach Art. 31 KVG (gem�ss tarifvertraglicher Vereinbarung) von der Kasse zu �bernehmen ist, nicht aber im Rahmen einer arzt�quivalenten Behandlung nach Art. 25 KVG. Darin liegt jedoch nur vordergr�ndig eine "Ungereimtheit" (Zitat Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, S. 607 Rz. 627). Wie das Bundesamt f�r Gesundheit in seiner Vernehmlassung zu Recht feststellt, besteht jederzeit die M�glichkeit, ein Gesuch um Aufnahme der Michiganschiene in die MiGeL zu stellen; prinzipielle Gr�nde, welche der Aufnahme dieses Behandlungsger�ts oder anderer zahntechnisch angefertigter Schienen unter Limitation auf �rztliche/arzt�quivalente Behandlungen durch den Zahnarzt entgegenst�nden, sind nicht ersichtlich; namentlich w�re es auch m�glich, bei dieser MiGeL-Position den anwendbaren Taxpunktwert gest�tzt auf die entsprechende Position im SSO-Zahnarzttarif festzulegen (vgl. MiGeL, Ziff. 23 betreffend "Orthesen"). Dem Bundesgericht steht eine Erg�nzung der MiGeL nicht zu (vgl. vorne E. 2.2 in fine).
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf �bernahme der Kosten der Michiganschiene - als ein derzeit nicht in der MiGeL aufgef�hrter Gegenstand im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG - durch die obligatorische Krankenversicherung hat. Da der hier umstrittene Rechnungsbetrag in der H�he von Fr. 563.20 nach Lage der Akten allein die spezifischen Kosten f�r Material und Herstellung der Schiene (Modelle, Gegenmodelle, Anfertigung der Schiene im Zahntechniklabor) umfasst, ist die Leistungspflicht insgesamt zu verneinen. Nicht weiter zu pr�fen ist hier, ob und inwieweit im Rahmen der �rztlichen Therapie mittels Michiganschiene zus�tzlich eigentliche Behandlungskosten beim Zahnarzt angefallen sind (Untersuchungen, Diagnostik, Anpassungen, Kontrollen, etc.), welche gest�tzt auf Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG von der Kasse zu verg�ten w�ren (vorne E. 4.3.2.2).
Dem Prozessausgang entsprechend gehen die Gerichtskosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG). Die obsiegende Beschwerdef�hrerin hat als eine mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG).