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Timestamp: 2017-07-27 12:36:30
Document Index: 32116914

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§6', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 1', '§3', '§ 25']

innergemeinschaftliche Leistungen/Lieferungen/Erwerb - Steuerrecht - JuraForum.de
innergemeinschaftliche Leistungen/Lieferungen/Erwerb
Dieses Thema "innergemeinschaftliche Leistungen/Lieferungen/Erwerb - Steuerrecht" im Forum "Steuerrecht" wurde erstellt von JuraStudentEsse, 2. September 2010.
JuraStudentEsse
ich habe eine Frage zu innergemeinschaftlichen Leistungen.
Unternehmer K aus Essen verkauft an den Unternehmer P aus Amsterdam/Holland einen LKW zum Rechnungsbetrag von 50.000,- €. K bestellt das Fahrzeug beim Hersteller T aus Berlin und bittet diesen, den LKW nach Fertigstellung direkt an P in Amsterdam zu befördern. K überweist 45.000,- € an den Hersteller T.
Es ist doch richtig, dass der Umsatz T an K die bewegte Lieferung ist, K an P die ruhende? Ich habe nun verscheidenste Quellen gefunden, in denen steht, dass T an K die innergemeinschaftliche Lieferung ist, die steuerfrei ist. Ich verstehe dann die gesamte Konstellation nicht so recht. Wer ist in diesem Fall wo steuerpflichtig und mit welchem Beträge. Die Besteuerung des P ist mir hier nicht so wichtig, sondern eher die Besteuerung im Inland, d.h. die des T und des K.
Für ein paar Gedankenanstöße wäre ich euch sehr dankbar Vielen Dank im Voraus.
AW: innergemeinschaftliche Leistungen/Lieferungen/Erwerb
Kuck doch in den UStR mal nach innergemeinschaftlichem Dreiecksgeschäft, da werden sie geholfen! *Clematis*
Und was hat der Student jetzt dabei gelernt?
Lieferung T an K
Die Lieferung von T an K beginnt in Berlin (bei T) und ist gem. § 3 VI S1 UStG somit auch im Inland steuerbar und steuerpflichtig, weil es keine Steuerbefreiung gibt. T stellt dem K in Essen eine reguläre Rechnung mit gesondertem Ust-Ausweis aus. T muss diese USt an das FA bezahlen. K hat den Vorsteuerabzug aus diesem Liefergeschäft. Eine steuerfreie i.g.Lieferung zwischen T und K kann nicht gegeben sein, weil K in Essen nicht ein Abnehmer ist, der in einem ANDEREM Mitgliedstaat einen i.g.Erwerb zu versteuern hat (§6a I Nr.3 UStG). Ergebnis bis hier: T führt 19% USt an das FA an, K hat 19% Vorsteuer gegenüber dem FA i.R. seiner USt-VA geltend zu machen. Lieferung K an P
Nach § 3 VI Satz 6 i.V.m. § 3 VII Satz 1 Nr. 2 UStG handelt es sich hierum die sog. ruhende Lieferung. Ort dieser Lieferung ist in Amsterdam/NL, weil hier die Lieferung endet (streng nach Gesetzestext). K tätigt dem P in NL gegenüber eine i.g.Lieferung, die für K in Essen in Deutschland zwar steuerbar aber wg. § 4 Nr. 1b UStG als steuerfrei zu behandeln ist. K stellt dem P also eine Nettorechnnung. P wiederum ist Erwerber i.S. von § 1a UStG und hat seinen i.g.Erwerb in den Niederlanden (=Beförderungsende) umsatzzuversteuern (§3d UStG). D.h. P meldet in den NL einen ust-stpfl. i.g.Erwerb in Höhe der NL-Umsatzsteuer, hat aber nach NL-USt-Recht wieder gleichzeitig in selber Höhe den Vorsteuerabzug. Letztendlich wird lediglich der T in Berlin mit USt belastet. Zahlenmäßig ergibt sich folgendes Bild: K zahlt an T 45.000€ - hiervon muss K 19% als USt an das FA abführen, T hat den 19%igen Vorsteuerabzug. Die 50.000€ die der K dem P in den NL in Rechung stellt, werden ohne gesonderten USt-Ausweis berechnet, weil K wegen der Steuerfreiheit der Lieferung in Deutschland keine USt schuldet und der P in den NL einen steuerpflichtigen Erwerb zu melden hat. Mal dir das am besten mal zum Verständnis auf: T Liefert an K, K liefert an P und dann: Wer schuldet die USt und wer hat wo den VorSt Abzug. DFas System sollte dann klar werden. Hoffe, dir etwas geholfen haben zu können. Mein "Vorredner" hat zwar insgesamt mit seinen Ausführungen Recht und dieses auch gesetzestreu abgehandelt, aber zum Verständnis hat der Beitrag eher wenig beigetragen - zumal ich nicht einmal den § 25b UStG geprüft hätte, weil von Anfang an die Vorausetzungen für ein i.g.Dreiecksgeschäft nicht erfüllt waren...
Sollte auch die meinige Lösung nicht verständlich gewesen sein, poste einfach noch einmal. LG & viel Glück
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