Source: https://www.zbb-online.com/heft-6-2004/zbb-2004-511-3-keine-pflicht-des-immobilienverkaeufers-im-rahmen-eines-steuersparmodells-zu-ungefragtem-hinweis-auf/?tx_rwslgzeitschriften_pi1%5Bdownload%5D=1
Timestamp: 2019-07-21 12:59:36
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Matched Legal Cases: ['§ 134', 'Art. 1', '§ 1', '§ 134', '§ 171', '§ 172', '§ 675', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 171', '§ 172', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

ZBB 2004, 511
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0936-2800 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2004 Rechtsprechung III. Bundesgerichtshof	BGB §§ 134, 171, 172, 675; RBerG Art. 1 § 1Keine Pflicht des Immobilienverkäufers im Rahmen eines Steuersparmodells zu ungefragtem Hinweis auf 15 % des Gesamtaufwands übersteigende versteckte Innenprovisionen und externe Entgelte BGB§ 134 BGB§ 171 BGB§ 172 BGB§ 675 RBerGArt. 1 § 1 BGH, Urt. v. 08.10.2004 – V ZR 18/04 (OLG Frankfurt/M.), WM 2004, 2349BGHUrt.8.10.2004V ZR 18/04WM 2004, 2349OLG Frankfurt/M.
1. Wie lange eine Beratung gedauert hat, kann für ihre Qualität bedeutsam sein; für das Zustandekommen eines Beratungsvertrags im Vorfeld eines Immobilienkaufvertrags ist sie dagegen unerheblich (Fortführung der Senatsurteile v. 14. 3. 2003, ZIP 2003, 1355 = ZfIR 2003, 553 = WM 2003, 1686 = NJW 2003, 1811, dazu EWiR 2003, 681 (Himmelmann) und v. 31. 10. 2003, ZIP 2003, 2367 = ZfIR 2004, 242 = WM 2003, 2386 = NJW 2004, 64, 65, dazu EWiR 2004, 545 (Himmelmann)).
2. Im Rahmen einer mündlichen Beratung muss der Verkäufer oder sein Repräsentant auch dann nicht ungefragt auf neben dem eigentlichen Kaufpreis in dem angegebenen Gesamtaufwand enthaltene Entgelte und Provisionen für andere Leistungen (externe Entgelte) hinweisen, wenn der Anteil dieser Leistungen am Gesamtaufwand 15 % übersteigt (Fortführung des Senatsurt. v. 14. 3. 2003, ZIP 2003, 1355; Abgrenzung zu BGH, Urt. v. 12. 2. 2004, ZIP 2004, 1055 = WM 2004, 631 = NJW 2004, 1732, dazu EWiR 2004, 541 (Frisch)).
3. Der Treuhänder eines Steuersparmodells ist nach Maßgabe von § 171 Abs. 1, § 172 Abs. 1 BGB trotz Nichtigkeit seiner Vollmacht wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz auch gegenüber dem Verkäufer und Initiator des Modells vertretungsbefugt, wenn er durch einen Notar über Bedeutung und Tragweite der Vollmacht besonders belehrt worden ist. Etwas anderes gilt nur dann, wenn dieser den Mangel der Vollmacht weder kennt noch kennen muss und auch nicht selbst gegen das Rechtsberatungsgesetz verstößt (Fortführung von BGH, Urt. v. 3. 6. 2003, ZIP 2003, 988 = ZfIR 2003, 560 = WM 2003, 1064 = NJW-RR 2003, 1203, dazu EWiR 2003, 1103 (Allmendinger); Abgrenzung zu BGH, Urt. v. 14. 6. 2004, ZIP 2004, 1402 = ZfIR 2004, 634 = WM 2004, 1521, dazu EWiR 2004, 1109 (Derleder)).
4. Im Jahre 1992 konnte auch ein Verkäufer und Initiator eines Steuersparmodells den auf einem Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz beruhenden Mangel einer notariell beurkundeten und vorgelegten Vollmacht nicht kennen (Fortführung von BGHZ 145, 265 = ZIP 2001, 123 = WM 2000, 2443, dazu EWiR 2001, 133 (Grziwotz).
5. Ein Immobilienkaufvertrag, der sich auf den kaufvertragstypischen Leistungsaustausch beschränkt, stellt auch im Rahmen eines Steuersparmodells keine Teilnahme an der unerlaubten Rechtsbesorgung des in diesem Modell vorgesehenen Treuhänders dar (Fortführung von BGH, Urt. v. 3. 6. 2003, ZIP 2003, 988).