Source: https://expydoc.com/doc/12114358/nichtfinanzielle-berichterstattung-und-deutscher-nachhalt
Timestamp: 2020-08-06 22:15:37
Document Index: 287527634

Matched Legal Cases: ['§ 289', '§ 264', '§ 336', '§ 267', '§ 264', '§ 340', '§ 289', '§ 289', '§ 340', '§ 315', '§315', '§ 289', '§ 315', '§290', '§ 264', '§ 340', '§ 340', '§ 289', '§ 289', '§ 315', '§ 340', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 340', '§ 289', '§ 289', '§ 325', '§ 325', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 340', '§ 317', '§ 289', '§ 316', '§ 111', '§ 171', '§ 171', '§ 289', '§ 315', '§ 171', '§ 289', '§ 315', '§ 111', '§ 289', '§ 315', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 267', '§ 289', '§ 289', '§ 340', '§ 331', '§ 334', '§ 334', '§ 340', '§ 341', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§\n289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289']

und Deutscher Nachhaltigkeitskodex
Orientierungshilfe für Mittelständische Banken
2. Zielsetzung ................................................................................................................ 4
3. Systematik des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ................................................. 5
a. Grundsachverhalt....................................................................................................5
b. Anwendungsbereich ................................................................................................6
c. Anwendungszeitpunkt ..............................................................................................6
d. Ausnahmeregelungen ..............................................................................................6
e. Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung ......................................................................... 7
f. Veröffentlichung ......................................................................................................8
g. Prüfung .................................................................................................................8
h. Diversität ..............................................................................................................9
i. Sanktionen .............................................................................................................9
4. Nutzung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex ........................................................ 10
a. Einführung in den Deutschen Nachhaltigkeitskodex .................................................... 10
b. Fünf Meilensteine zur Erstellung einer DNK-Entsprechenserklärung .............................. 10
c. Hilfestellungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex ................................................. 12
Anhang: DNK-Kriterien mit Erläuterungen................................................................... 12
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung auf freiwilliger Basis hat sich in der Kreditwirtschaft in
den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Banken setzen sich in vielfältiger Weise mit den
unterschiedlichen Fragestellungen einer an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten orientierten Wirtschaft auseinander. Gleichzeitig nimmt auch auf der europäischen Ebene die Diskussion über Art
und Umfang der Berichtspflichten von Unternehmen zu sozialen, ökologischen und GovernanceAspekten zu.
Der Bankenverband hat sich seit Jahren in dieser Diskussion engagiert und den Themenbereich „Nachhaltigkeitsberichterstattung/Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange“ im
Rahmen seiner Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit intensiv erörtert sowie zahlreiche Gespräche
mit unterschiedlichen Stakeholdern geführt.
Insbesondere mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) sind hier in den vergangenen
Jahren intensive Arbeitskontakte entstanden, die in einer Kooperationsvereinbarung
zwischen Bankenverband und RNE mündeten. Ziel dieser Kooperation ist es, den vom RNE
ausgearbeiteten Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) mittelständischen Banken, die
zukünftig aufgrund der Höhe der Mitarbeiterzahl über nichtfinanzielle Aspekte ihres Handeln
berichten müssen, als leicht nutzbares Instrument an die Hand zu geben.
Einer der wesentlichen Treiber der Debatte war die im Jahr 2014 beschlossene CSR-Richtlinie.
Danach müssen ab 2017 jährlich kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Kreditinstitute und
Versicherungen ab einer Unternehmensgröße von 500 Mitarbeitern über ihre Leistungen in den
Bereichen Umwelt, Gesellschaft, Mitarbeiter, Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung und
Vielfalt in den Führungsgremien (Diversity) berichten.
Die EU-Mitgliedstaaten mussten die Vorschriften der CSR-Richtlinie bis zum 6. Dezember 2016
in nationales Recht umsetzen. Die Neuregelungen sollen erstmals für Geschäftsjahre Anwendung
finden, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen.
Die Bundesregierung hat am 21. September 2016 den vom Bundesministerium der Justiz
und für Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSRRUG) beschlossen und in den Bundestag eingebracht. Der Bundestag hat am 9. März 2017 in
2./3. Lesung das Gesetz abschließend beraten und beschlossen. Der Bundesrat wird dem
Gesetzesbeschluss voraussichtlich am 31. März 2017 zustimmen. Das Gesetz tritt dann im
Wesentlichen nach der Verkündung in Kraft.
Wichtig ist es, sich bereits jetzt mit der Systematik der nichtfinanziellen Berichterstattung
auseinanderzusetzen und die richtigen Berichtsstrukturen innerhalb des eigenen Unternehmens
aufzubauen, um die im Jahr 2018 erstmals für das Geschäftsjahr 2017 vorzulegenden nichtfinanziellen Erklärungen bzw. Berichte auch mit entsprechenden qualitativen und quantitativen
Informationen unterlegen zu können.
Der Gesetzgeber hat den Unternehmen ein hohes Maß an Handlungsflexibilität bei der
Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange belassen. Diese Flexibilität bedingt eine Vielzahl
von Herausforderungen für die Anwender, insbesondere für die betroffenen mittelständischen
Das CSR-RUG gibt einerseits nur allgemein vor, über welche Belange im Rahmen einer nichtfinanziellen Erklärung grundsätzlich berichtet werden muss. Andererseits ist der Gesetzgeber
bestrebt, dass ein hinreichender Grad an Vergleichbarkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung gewährleistet wird.
Eine solche Vergleichbarkeit sowie Akzeptanz in der Öffentlichkeit kann durch die Anwendung
von Rahmenwerken sichergestellt werden. Der Gesetzgeber schreibt kein bestimmtes Rahmenwerk vor. Gleichwohl bietet der vom RNE ausgearbeitete DNK insbesondere für mittelständische Banken einen guten Ansatzpunkt, um in die nichtfinanzielle Berichterstattung einzusteigen und den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen.
Die Vorteile des DNK für mittelständische Banken liegen auf der Hand:
Der DNK bietet für die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Leistungen eine klare Orientierung auf Wesentlichkeit und Transparenz.
Er beschreibt die Mindestanforderungen für Unternehmen und Organisationen, was
unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu berichten ist. Der RNE hat angekündigt, den DNK
nach Verabschiedung des CSR-RUG noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls zügig
Der DNK kann von Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Rechtsform
und unabhängig vom Unternehmenssitz genutzt werden. Der derzeitige Anwenderkreis aus
der Wirtschaft umfasst große und kleine, öffentliche und private Unternehmen, Organisationen mit und ohne vorher existierender Nachhaltigkeitsberichterstattung, kapitalmarktorientierte Unternehmen und solche, die Anspruchsgruppen (Stakeholder) über ihre unternehmerischen Nachhaltigkeitsleistungen einfach nur informieren wollen.
Der DNK macht die Nachhaltigkeitsleistungen und den Stellenwert der Nachhaltigkeit
im Kerngeschäft von Unternehmen und Organisationen sichtbar, besser vergleichbar
und ermöglicht so die umfassende Bewertung unternehmerischer Leistungs- und Zukunftsfähigkeit.
Die Europäische Kommission hat den DNK als einen möglichen Standard zur Erfüllung der
nichtfinanziellen Berichterstattungspflichten benannt. Genauso wird in der Gesetzesbegründung des CSR-RUG der DNK beispielhaft als Rahmenwerk aufgeführt, an dem sich
die Unternehmen bei der nichtfinanziellen Berichterstattung orientieren können.
Mit der vorliegenden Orientierungshilfe soll den mittelständischen Banken in einem ersten Schritt
anhand des DNK die Systematik der anstehenden nichtfinanziellen Berichtspflichten
erläutert und somit eine Hilfestellung für die Nutzung des DNK gegeben werden.
Bei den im Gesetz geforderten Mindestvorgaben der nichtfinanziellen Erklärung bleiben viele
Details noch klärungsbedürftig. Darüber hinaus ist derzeit schwer abzuschätzen, welche Dynamik
die noch ausstehenden unverbindlichen Leitlinien der Europäischen Kommission zur
Methode der Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen entfalten werden.
Ebenso gilt es, die Umsetzung der CSR-Richtlinie in den anderen EU-Mitgliedsstaaten im
Blick zu behalten. Denn hieraus lassen sich weitere wichtige Schlüsse mit Blick auf Befreiungsmöglichkeiten von Tochtergesellschaften bzw. den Umfang von Berichtspflichten der Tochtergesellschaft gegenüber der Muttergesellschaft ziehen. Der Bankenverband wird daher die
weiteren Entwicklungen analysieren und die Orientierungshilfe entsprechend fortschreiben.
3. Systematik des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes
a. Grundsachverhalt
Das CSR-RUG sieht Änderungen der bilanzrechtlichen Vorschriften des HGB vor, um die
Vorgaben der CSR-Richtlinie umzusetzen. Das bedeutet insbesondere:
Große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personengesellschaften sowie große Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als
500 Arbeitnehmern werden verpflichtet, über wesentliche nichtfinanzielle Belange zu
Die Berichterstattung umfasst mindestens Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und
Dabei sind eine Beschreibung des Geschäftsmodells sowie Angaben zu Konzepten und deren
Ergebnissen, zu Due-Diligence-Prozessen, zu wesentlichen Risiken mit schwerwiegenden
Auswirkungen auf nichtfinanzielle Belange, zu den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren und gegebenenfalls zu im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträgen erforderlich.
Zu berichten sind dabei Angaben, die für das Verständnis der Lage und der Auswirkungen der
Kapitalgesellschaft erforderlich sind.
Darüber hinaus haben bestimmte Unternehmen ihre Erklärung zur Unternehmensführung
durch präzisere Angaben zu den Diversitätskonzepten für Leitungsorgane der Unternehmen zu ergänzen.
Auf die Einzelheiten wird im Folgenden eingegangen.
Nach § 289b Abs. 1 HGB werden große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr
als 500 Arbeitnehmern verpflichtet, eine nichtfinanzielle Erklärung als Teil ihres Lageberichts
zu erstellen. Zum Anwenderkreis zählen damit Kapitalgesellschaften, ihnen gleichgestellte
haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften (§ 264a HGB) und Genossenschaften
(§ 336 HGB), die
(1) als groß i. S. v. § 267 Abs. 3 Satz 1 HGB eingestuft und
(2) kapitalmarktorientiert i.S.v. § 264d HGB sind sowie
Kreditinstitute, die die Kriterien 1 und 3 erfüllen, unterliegen den gleichen Pflichten zur nichtfinanziellen Berichterstattung (§ 340a Abs. 1a S. 1 HGB). § 289b Abs. 2 bis 4 HGB und die
§§ 289c bis 289e HGB sind gemäß § 340a Abs. 1a S. 3 HGB anzuwenden. Dies bedeutet, dass
auch mittelständische Banken, die sich bisher noch nicht intensiv mit nichtfinanziellen Berichtspflichten auseinandergesetzt haben, dies in Zukunft tun müssen.
§ 315b HGB regelt auch den Anwendungsbereich der Pflicht zu einer nichtfinanziellen Erklärung
auf Konzernebene. §315b HGB lehnt sich weitgehend an die Struktur des § 289b HGB an.
Gemäß § 315b Abs. 1 HGB treffen die Berichtspflichten Kapitalgesellschaften, die Mutterunternehmen (§290 HGB) und kapitalmarktorientiert i. S. v. § 264d HGB sind.
Spiegelbildlich zur Rechnungslegung auf Unternehmensebene (§ 340a HGB) sieht § 340i Abs. 5
HGB eine Ergänzung der Regelungen für die Konzernrechnungslegung der Kreditinstitute
vor. Berichtspflichtig sind Mutterunternehmen, die selbst Kreditunternehmen sind.
Die neuen Berichterstattungspflichten betreffen erstmalig Geschäftsjahre, die nach dem
31. Dezember 2016 beginnen.
§ 289b Abs. 2 HGB sieht Befreiungen von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts
um eine nichtfinanzielle Erklärung vor. Danach ist eine berichtspflichtige Kapitalgesellschaft von
der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, wenn die Kapitalgesellschaft in
den Konzernlagebericht eines Mutterunternehmens einbezogen ist. Das Mutterunternehmen
muss seinen Sitz nicht unbedingt in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem
anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum haben. In jedem
Fall ist es aber erforderlich, dass die nichtfinanzielle Erklärung des Mutterunternehmens nach
Maßgabe des nationalen Rechts eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder eines anderen
Vertragsstaats des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum im Einklang mit der
Richtlinie 2013/34/EU (Bilanz-Richtlinie) in der Fassung der Richtlinie 2014/95/EU aufgestellt und
öffentlich zugänglich gemacht wird.
Nach § 289b Abs. 2 Satz 2 HGB gilt die Befreiung auch, wenn das Mutterunternehmen einen
gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach § 315b Abs. 3 HGB oder nach Maßgabe
des nationalen Rechts eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder Vertragsstaates des
Europäischen Wirtschaftsraums im Einklang mit der Richtlinie 2013/34/EU (Bilanz-Richtlinie) in
der Fassung der Richtlinie 2014/95/EU aufstellt und öffentlich zugänglich macht.
Ist eine Kapitalgesellschaft dementsprechend von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen
Erklärung befreit, hat sie dies in ihrem Lagebericht mit einer Erläuterung anzugeben,
welches Mutterunternehmen den Konzernlagebericht oder den gesonderten nichtfinanziellen
Konzernbericht offenlegt und wo der Bericht in deutscher oder englischer Sprache offengelegt
oder veröffentlicht ist.
Gemäß § 340a Abs. 1a Satz 3 HGB sind die Befreiungsregelungen des § 289b Abs. 2 HGB auch
auf Kreditinstitute entsprechend anwendbar.
e. Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung
§ 289c HGB gibt die Mindestanforderungen an den Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung
bzw. des nichtfinanziellen Berichts vor. Neben der Beschreibung des Geschäftsmodells
(§ 289c Abs. 1 HGB) soll sich die nichtfinanzielle Erklärung zumindest auf fünf nichtfinanzielle
Aspekte (§ 289c Abs. 2 HGB) beziehen:
Zu den genannten fünf nichtfinanziellen Aspekten sind gemäß § 289c Abs. 3 HGB jeweils sechs
Angaben zu machen. Verlangt wird eine Beschreibung
der verfolgten Konzepte (einschließlich der angewandten Due-Diligence-Prozesse),
der Ergebnisse der verfolgten Konzepte,
der wesentlichen mit der eigenen Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken, die sehr
wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die fünf genannten nichtfinanziellen Aspekte haben oder haben werden, sowie die Handhabung dieser Risiken,
der wesentlichen mit den Geschäftsbeziehungen sowie den eigenen Produkten und
Dienstleistungen verknüpften Risiken, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative
Auswirkungen auf die in Abs. 2 genannten nichtfinanziellen Aspekte haben oder haben
werden, sowie die Handhabung dieser Risiken,
der bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens von Bedeutung sind, sowie
Hinweise auf die im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträge und zusätzliche Erläuterungen dazu, soweit dies für das Verständnis erforderlich ist.
Darüber hinaus eröffnet die Regelung in § 289c Abs. 4 HGB auch die Anwendung des „Comply
or Explain“-Ansatzes in der nichtfinanziellen Erklärung. Danach kann ein berichtspflichtiges
Unternehmen auf die Verfolgung von einer oder mehreren der fünf genannten Aspekte verzichten. Dafür müssen allerdings die Verzichtsgründe erläutert werden. Gemäß § 340a Abs. 1a
Satz 3 HGB ist § 289c HGB auf Kreditinstitute entsprechend anwendbar.
Ein berichtspflichtiges Unternehmen kann gemäß § 289b HGB die nichtfinanziellen Angaben
in drei verschiedenen Varianten der Öffentlichkeit zugänglich machen:
Die Kapitalgesellschaft kann in den nach § 325 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB offenzulegenden
Lagebericht eine nichtfinanzielle Erklärung aufnehmen,
die Kapitalgesellschaft kann einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht erstellen
und zeitgleich mit dem Lagebericht nach § 325 HGB im Bundesanzeiger offenlegen
(§ 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a HGB) oder
die Kapitalgesellschaft kann einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht erstellen und
auf ihrer Internetseite veröffentlichen, wenn sie im Lagebericht darauf Bezug nimmt
(§ 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b HGB).
Macht das betroffene Unternehmen von der Veröffentlichung im Internet Gebrauch, hat es
aber gemäß § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b HGB eine Frist von vier Monaten ab dem
Abschlussstichtag einzuhalten und den Bericht mindestens für eine Dauer von zehn Jahren auf
der Internetseite verfügbar zu halten. Gemäß § 340a Abs. 1a S. 1 und S. 3 HGB sind die Offenlegungsregelungen auch auf Kreditinstitute anwendbar.
g. Prüfung
Der Abschlussprüfer prüft nach § 317 Abs. 2 Satz 4 HGB, ob die nichtfinanzielle Erklärung
bzw. Konzernerklärung oder der gesonderte nichtfinanzielle Bericht bzw. Konzernbericht vorgelegt wurde. Um etwaige praktische Probleme des Abschlussprüfers im Hinblick auf einen
gemäß § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b HGB erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Berichts oder Konzernberichts zu vermeiden, ist in derartigen Fällen eine ergänzende Prüfung – und für den Fall, dass der Bericht nicht innerhalb von
vier Monaten nach dem Abschlussstichtag vorgelegt wird, entsprechend § 316 Abs. 3 Satz 2 HGB
die Ergänzung des Bestätigungsvermerks – vorgesehen.
In Erfüllung seiner Kontrollfunktion nach § 111 AktG und seiner Prüfungspflicht nach § 171 AktG
hat der Aufsichtsrat die Rechnungslegung des Unternehmens zu prüfen. Als Teil des Lageberichts wird die nichtfinanzielle Erklärung bzw. die nichtfinanzielle Konzernerklärung davon
unmittelbar erfasst. Gemäß § 171 Abs. 1 Satz 4 AktG hat der Aufsichtsrat auch den gesonderten
nichtfinanziellen Bericht (§ 289b HGB) und den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht
(§ 315b HGB) zu prüfen, sofern diese erstellt wurden. Die bestehende Regelung über die Prüfung
des (Jahres- oder Konzern-)Abschlusses und des (Konzern-)Lageberichts sowie weiterer Unterlagen (§ 171 Abs. 1 Satz 1 AktG) soll also auf die gesonderten nichtfinanziellen Berichte (vgl.
§ 289b Abs. 3, § 315b Abs. 3 HGB) ausgedehnt werden.
Die neue Regelung des § 111 Abs. 2 Satz 4 AktG sieht vor, dass der Aufsichtsrat darüber hinaus
eine externe inhaltliche Überprüfung der nichtfinanziellen Erklärung oder des gesonderten
nichtfinanziellen Berichts (§ 289b HGB), der nichtfinanziellen Konzernerklärung oder des
gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts (§ 315b HGB) beauftragen kann.
h. Diversität
Bestimmte Unternehmen haben ihre Erklärung zur Unternehmensführung durch detaillierte
Angaben zu den Diversitätskonzepten für Leitungsorgane der Unternehmen zu ergänzen. Dies wird in § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB neu geregelt. Das Diversitätskonzept soll in Bezug
auf Aspekte wie z. B. Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund sowie der Ziele, der
Umsetzung und der im Geschäftsjahr erreichten Ergebnisse beschrieben werden. Mit § 289f Abs.
2 Nr. 6 Satz 2 HGB wird der Comply-or-Explain-Ansatz auch bezüglich des Diversitätskonzepts
eingeführt. Der Anwendungsbereich von § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB unterscheidet sich vom Anwendungsbereich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB. Zum einen knüpft die
Berichtspflicht anders als bei der nichtfinanziellen Erklärung nicht an die Zahl von 500 Arbeitnehmern als Kriterium an, sondern nimmt lediglich auf die Größenmerkmale des § 267 Abs. 3
S. 1 HGB Bezug. Zum anderen werden nur Kapitalgesellschaften in den Rechtsformen der
Aktiengesellschaft, der Kommanditgesellschaft auf Aktien und der Europäischen Gesellschaft
sowie nur börsennotierte Gesellschaften und bestimmte, in § 289f Abs. 1 HGB näher bezeichnete, kapitalmarktorientierte Gesellschaften erfasst. Auf Kreditinstitute findet die Regelung des
§ 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB gemäß § 340a Abs. 1b HGB entsprechend Anwendung.
Sowohl in § 331 HGB (Unrichtige Darstellung) als auch in § 334 HGB (Bußgeldvorschriften) wird
eine Bezugnahme auf die nichtfinanzielle Erklärung bzw. den nichtfinanziellen Bericht aufgenommen, so dass die nichtfinanzielle Berichterstattung ebenfalls von den Sanktionsvorschriften des HGB erfasst wird. Gleichzeitig wird auch der Bußgeldrahmen in § 334 Abs. 3
HGB für kapitalmarktorientierte Unternehmen erhöht. Für diese sollen bei Verstößen gegen
inhaltliche Vorschriften zur Aufstellung des (Konzern-)Abschlusses bzw. (Konzern-)Lageberichts
– und dazu gehört auch die nichtfinanzielle Berichterstattung – künftig vergleichbare Sanktionen
drohen wie bei Verstößen im Bereich der Offenlegung. Die Änderungen der Bußgeldtatbestände
und Bußgeldrahmen für Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen erfolgen spiegelbildlich in
§ 340n HGB und § 341n HGB.
4. Nutzung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex
a. Einführung in den Deutschen Nachhaltigkeitskodex
Das CSR-RUG hebt hervor, dass die berichtspflichtigen Unternehmen für die Erstellung
einer nichtfinanziellen Erklärung nationale, europäische oder internationale Rahmenwerke nutzen können (§ 289d HGB). Auch wenn keine Rahmenwerke im Gesetz vorgeschrieben werden, so wird der DNK in der Gesetzesbegründung ausdrücklich als Beispiel für
ein solches Rahmenwerk genannt. Der DNK ist ein Vergleichsrahmen für Nachhaltigkeitsmanagement und wurde in Deutschland entwickelt. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung – ein
von der Bundesregierung berufenes Beratungsgremium – hat den DNK nach einem umfangreichen Stakeholderprozess im Jahr 2011 verabschiedet. Mittlerweile liegt die zweite, im Jahr
2014 überarbeitete Fassung des DNK vor. Inhaltlich ist der DNK in die Berichtskategorien
Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft mit insgesamt 20 Kriterien
gegliedert, die jeweils durch ein bis zwei nichtfinanzielle Leistungsindikatoren weitergehend
erläutert bzw. quantifiziert werden. Diese Leistungsindikatoren wurden aus den umfassenden
internationalen Berichtsrahmen der Global Reporting Initiative (GRI) sowie der European
Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) ausgewählt. Eine vollständige Anwendung
dieser Berichtsrahmen ist im Kontext einer DNK-Entsprechenserklärung nicht notwendig. Anwender entscheiden, ob sie GRI- oder EFFAS- Leistungsindikatoren für die qualifizierte Berichterstattung auswählen. Um den DNK zu erfüllen, erstellen Anwender eine DNK-Entsprechenserklärung zu den 20 DNK-Kriterien und den ergänzenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren.
Mit der DNK-Entsprechenserklärung können Anwender nach derzeitigem Stand des Gesetzgebungsverfahrens die Berichtspflichten zu nichtfinanziellen Informationen erfüllen. Der RNE hat
angekündigt, den DNK nach Verabschiedung des CSR-RUG noch einmal zu überprüfen und
gegebenenfalls zügig anzupassen.
Wichtig ist, einen der Berichtspflicht entsprechenden Veröffentlichungsort zu wählen.
Darüber hinaus kann die DNK-Entsprechenserklärung auch als wichtiges Kommunikationsmittel gegenüber der Öffentlichkeit genutzt werden.
b. Fünf Meilensteine zur Erstellung einer DNK-Entsprechenserklärung
Die Geschäftsleiter werden aktiv und erteilen einen Arbeitsauftrag. Bilden Sie dann
ein Team, dessen Zusammensetzung die verschiedenen Bereiche Ihres Unternehmens
gut abbildet. Dem Team sollten die Wissens- und Verantwortungsträger aller Unternehmensbereiche angehören. Wenn Sie Ihre Beschäftigten schon in dieser Phase mit einbeziehen,
bekommt das Thema mehr Stärke und Umsetzbarkeit.
Gehen Sie gemeinsam die 20 DNK-Kriterien und quantitativen Leistungsindikatoren
durch. Stellen Sie fest, zu welchen Kriterien Ihnen schon Informationen vorliegen oder ggf.
fehlen. Sofern Sie noch keine Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt haben, arbeiten Sie gemeinsam
heraus, welche Nachhaltigkeitsthemen für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens wesentlich
sind und welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen Ihre Geschäftstätigkeit
hat. Indem Sie die Perspektive Ihrer Anspruchsgruppen (z. B. Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter)
mit einbeziehen, schaffen Sie eine breite Vertrauensbasis. Legen Sie schließlich im Team fest,
wer für welche Kriterien verantwortlich ist und bis wann Daten und Texte geliefert werden
Tragen Sie alle verfügbaren quantitativen und qualitativen Informationen für die
jeweiligen Kriterien zusammen. Erarbeiten und beschreiben Sie die Leistungsindikatoren,
mit denen Sie die Zielerreichung messen. Treffen Sie dazu eine Entscheidung, ob Sie die
Leistungsindikatoren der Global Reporting Initiative (GRI G4) oder der European
Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) heranziehen möchten. Erstellen Sie
zu jedem Kriterium der Entsprechenserklärung einen Text (Orientierungswert: 500 bis 2.000
Zeichen pro Kriterium). In diesen Texten erklären Sie, welche Kriterien Sie erfüllen („comply“),
bzw. erläutern, wenn Daten noch nicht erhoben oder die geforderten Informationen für Ihre
Geschäftstätigkeit nicht wesentlich sind („explain“). Zur Erstellung der Textversion können Sie
ein Template nutzen, das Ihnen nach der Registrierung (s. Schritt 4) im Downloadbereich zur
Verfügung steht. Lassen Sie diese Texte und Daten anschließend von der Geschäftsführung
Für die Erstellung Ihrer Entsprechenserklärung müssen Sie sich in der DNK-Datenbank
mit einem Benutzernamen und Passwort als Administrator registrieren. Sie erhalten eine E-Mail,
um Ihren Account zu verifizieren. Ist die Registrierung erfolgt, können Sie in der DNK-Datenbank
sofort Ihr Unternehmensprofil selbständig anlegen. Sie können es jederzeit bearbeiten, weitere
Bearbeiter zur Pflege hinzufügen und neue Berichtsjahre erstellen. Übertragen Sie alle zuvor
gesammelten Informationen zu den Kriterien (Daten, Texte und Indikatoren) in die DNK-Datenbank. Dazu steht Ihnen für jedes Kriterium ein Eingabefeld zur Verfügung, in dem Sie Ihre Texte
und Daten editieren können. Die Entsprechenserklärung kann erst zur Überprüfung an
das DNK-Team ([email protected]) gesendet werden, wenn alle Eingabefelder ausgefüllt sind. Die Prüfung erfolgt anhand einer Checkliste (differenziert nach dem
Kriterienset nach GRI G4 oder EFFAS) auf Vollständigkeit (inkl. Quellenangaben und Links) und
hinsichtlich des „comply or explain“-Ansatzes. Es wird kein Zertifikat ausgestellt. Nach
erfolgreicher Prüfung und Absprache mit Ihnen erfolgt die Veröffentlichung der Entsprechenserklärung in der DNK-Datenbank und Ihr Unternehmen erhält das DNK-Anwender-Signet.
Der Export Ihres Datensatzes in andere Dateiformate ist möglich, d. h. sie können die
Entsprechenserklärung nun für Ihre nichtfinanzielle Erklärung oder nichtfinanziellen Bericht
nutzen. Darüber hinaus können Sie die Entsprechensklärung auch für Ihre Unternehmenskommunikation, als Grundlage eines Nachhaltigkeitsberichtes oder anderer Kommunikationsmedien einsetzen. Das DNK-Signet können Sie z. B. auf Ihrer Website, in Broschüren oder in
Ihren Mailverkehr einbinden. Sie können eine Pressemitteilung herausgeben oder Ihre Kunden
bzw. Auftraggeber und Lieferanten persönlich über die Entsprechenserklärung informieren.
c. Hilfestellungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex
Auf der DNK-Website (www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de) finden Sie viele nützliche
Informationen für Anwender und Interessierte.
Der RNE hat ein Schulungskonzept zur Anwendung des DNK entwickelt. Bundesweit bieten DNKSchulungspartner Informationsveranstaltungen, Schulungen oder auch individuelle Betreuung bei
der Erstellung einer Entsprechenserklärung bis zur Veröffentlichung an. Die DNK-Schulungspartner weisen sich durch Expertise im Bereich Nachhaltigkeit aus und haben eine ausführliche
Trainerschulung absolviert. Die Schulungspartner sind auf der DNK-Website gelistet und nach
Region ausgewiesen.
Die DNK-Mentoren sind Praktiker aus Unternehmen in ganz Deutschland und stehen Interessenten und anderen Anwendern unterstützend zur Seite. Eine Übersicht über die Mentoren finden
Sie auf der DNK-Website.
Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex:
Das Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex steht Ihnen mit Rat und Hinweisen gern zur
Verfügung. Es unterstützt Sie bei Problemen mit der Datenbank, versorgt Sie mit Neuigkeiten,
stellt Kontakt zu Schulungspartnern und Mentoren her, prüft Ihre Entsprechenserklärung auf
formale Vollständigkeit und vergibt nach Veröffentlichung der Entsprechenserklärung ein DNKAnwendersignet. Bitte beachten Sie, dass es sich hier um keine Zertifizierung handelt. Die
Haftung für die Richtigkeit der in der Erklärung gemachten Angaben bleibt bei den Unternehmen.
Das Projektbüro erreichen Sie online unter [email protected] oder telefonisch
unter +49 30 700186-974. Ein kostenloser, vierteljährlicher Newsletter kann auf
www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de abonniert werden.
Anhang: DNK-Kriterien mit Erläuterungen
In den folgenden Tabellen werden die 20 Kriterien des DNK einzeln aufgeschlüsselt und einem
ersten Abgleich mit den Vorgaben des § 289c HGB – der Kernnorm des CSR-RUG – unterzogen.
Die Leistungsindikatoren erläutern und quantifizieren die jeweiligen Ziele zur Nachhaltigkeit.
Sie dienen dazu, die Vergleichbarkeit der Kodexkriterien für die Nutzer von Entsprechenserklärungen zu verbessern.
Für Kapitel 1 sieht der DNK derzeit keine Leistungsindikatoren explizit vor. Die aus GRI G4
oder EFFAS ausgewählten Leistungsindikatoren sind Bestandteil des DNK und werden ebenso
wie die Kriterien nach dem Prinzip „Erfüllen oder erklären“ (comply or explain) berichtet.
Die DNK-Datenbank (www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de ) enthält alle bisher abgegebenen Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex und bietet über die
Suchfunktion eine Vielzahl von Branchen- oder Firmenvergleichen.
DNK-Kriterien mit Erläuterungen
ALLGEMEINES ........................................................................................................................................................................... 2
KAPITEL 1 – STRATEGIE ........................................................................................................................................................... 3
Kriterium 1 – Strategische Analyse und Maßnahmen ................................................................................................................. 3
Kriterium 2 – Wesentlichkeit.................................................................................................................................................. 4
Kriterium 3 – Ziele ............................................................................................................................................................... 5
Kriterium 4 – Tiefe der Wertschöpfungskette ........................................................................................................................... 6
KAPITEL 2 – Prozessmanagement ............................................................................................................................................ 7
Kriterium 5 – Verantwortung ................................................................................................................................................. 7
Kriterium 6 – Regeln und Prozesse ......................................................................................................................................... 8
Kriterium 7 – Kontrolle ......................................................................................................................................................... 9
Kriterium 8 – Anreizsysteme ................................................................................................................................................10
Kriterium 9 – Beteiligung von Anspruchsgruppen .....................................................................................................................11
Kriterium 10 – Innovations- und Produktmanagement..............................................................................................................12
KAPITEL 3 – Umwelt ............................................................................................................................................................... 13
Kriterium 11 – Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen ...................................................................................................13
Kriterium 12 – Ressourcenmanagement .................................................................................................................................15
Kriterium 13 – Klimarelevante Emissionen ..............................................................................................................................16
KAPITEL 4 – Gesellschaft ........................................................................................................................................................ 17
Kriterium 14 – Arbeitnehmerrechte .......................................................................................................................................17
Kriterium 15 – Chancengerechtigkeit .....................................................................................................................................19
Kriterium 16 – Qualifizierung ................................................................................................................................................21
Kriterium 17 – Menschenrechte ............................................................................................................................................23
Kriterium 18 – Gemeinwesen................................................................................................................................................24
Kriterium 19 – Politische Einflussnahme .................................................................................................................................25
Kriterium 20 – Gesetzes- und Richtlinienkonformes Verhalten ...................................................................................................26
Geschäftszweck, Dienstleistungen und Produkte.
§ 289c Abs. 1 HGB:
Geschäftsmodell kurz
DNK-Hinweise
Die Bank beschreibt kurz ihr
Geschäftsmodell und gibt
einen kurzen Einblick in ihre
Eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells wird in der Praxis schon heute
regelmäßig im Lagebericht vorgenommen. Diese kann nun für die nichtfinanzielle Erklärung genutzt werden.
KAPITEL 1 – STRATEGIE
Die Kriterien dieses Kapitels sind die Grundlage des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Hier geht es um die Basis des nachhaltigen Wirtschaftens:
Kennen Sie die Herausforderungen, Chancen und Risiken, die mit Ihren zentralen Aktivitäten in Bezug auf Nachhaltigkeit verknüpft sind und denen sich Ihr
Unternehmen stellen sollte? Haben Sie einen Plan, wie Sie mittel- und langfristig damit umgehen wollen? Hat sich Ihr Unternehmen – davon abgeleitet – klare
Ziele gesetzt, um soziale und ökologische Herausforderungen proaktiv anzugehen? Und haben Sie bereits Ihre gesamte Wertschöpfungskette – von der
Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung – im Blick? Indem Sie zu den folgenden vier Kriterien gründlich berichten, legen Sie den Grundstock, um den DNK zu
erfüllen. Und Sie bereiten den Boden dafür, alle weiteren Themen gut zu bearbeiten.
Kriterium 1 – Strategische Analyse und Maßnahmen
Das Unternehmen legt offen, wie es für seine wesentlichen Aktivitäten die Chancen und Risiken im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung analysiert.
Das Unternehmen erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen,
nationalen und internationalen Standards zu operieren.
§ 289c Abs. 3 HGB:
Angaben, die für das
Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der
Kapitalgesellschaft sowie der
Auswirkungen ihrer Tätigkeit
auf die in Absatz 2 genannten
Aspekte erforderlich sind
[einschließlich Angaben gemäß
§ 289c Abs. 3 Nr. 1 – 6 HGB].
Ist eine Strategie für die
Nachhaltigkeitsleistungen des
Unternehmens vorhanden?
Schritt 1: Die Bank bekennt sich
zur Nachhaltigkeit und erläutert kurz durch DNK vorgegeben.
deren Bedeutung für das eigene
Die Aussage „wesentliche“
Aktivitäten bezieht sich immer
auf das Kerngeschäft des
Unternehmens. Bei einer Bank
ist wesentlich, wofür sie z.B.
Kredite gibt und wie sie die
Einlagen der Kunden anlegt.
Welches sind die wichtigsten
Bestandteile dieser Strategie
und welche Chancen ergeben
sich aus dieser Strategie?
werden ergriffen, um die
Strategie umzusetzen?
Schritt 2: Die Bank erläutert, dass
sie die Nachhaltigkeit strategisch
verfolgt und bestimmt dort die
relevanten Handlungsfelder.
(Wesentlichkeitsanalyse)
Schritt 3: Die Bank beschreibt
knapp die aus den Handlungsfeldern
resultierenden Chancen in Bezug auf
Schritt 4: Die Bank listet Maßnahmen mit Blick auf nationale und
internationale Standards (soweit
vorhanden) auf.
Leistungsindikatoren Sonstiges
Wichtige internationale Standards, die
Grundsätze für nachhaltiges Wirtschaften
 ILO-Kernarbeitsnormen (siehe auch
Kriterium 14),
 OECD-Leitsätze für multinationale
 zehn Prinzipien des UN Global
 UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und
 ISO-Managementleitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von
Organisationen (ISO 26000),
 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting
Initiative (GRI) sowie der Europäischen
Vereinigung von Finanzanalysten
(European Federation of Financial
Analysts Societies, EFFAS).
Kriterium 2 – Wesentlichkeit
Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben und wie es
diese in der Strategie berücksichtigt und systematisch adressiert.
Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft sowie der Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die
in Absatz 2 genannten Aspekte
erforderlich sind [einschließlich
Angaben gemäß § 289c Abs. 3
Nr. 1 – 6 HGB].
In welchem gesellschaftlichen
Umfeld agiert das Unternehmen und welche drängendsten Herausforderungen
ergeben sich im Hinblick auf
Nachhaltigkeit daraus?
Die Bank analysiert für ihre
die zentralen Herausforderungen.
durch DNK vorgegeben.
Ein geeignetes Werkzeug hierfür kann
eine sogenannte Wesentlichkeitsanalyse
sein. Dieser Analyseprozess wird
zunehmend häufiger eingesetzt.
Oft hilft es deshalb, wenn
man alle Herausforderungen
und die Antworten, die man
auf diese geben will, einfach
nebeneinanderstellt und dann
Welche Aktivitäten der
Geschäftstätigkeit sind in
Bezug auf Nachhaltigkeit für
das Unternehmen relevant?
Welche sozialen und ökologischen Chancen und Risiken
ergeben sich aus diesen Aktivitäten für das Unternehmen?
 Bankbetrieb:
 Produkte und
 Gesellschaft:
Die Wesentlichkeitsanalyse umfasst die
externe Umfeldanalyse, die interne
Unternehmensanalyse und die Analyse
der Stakeholder-Erwartungen.
Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse lassen sich in einer Wesentlichkeitsmatrix darstellen.
Zur Analyse der Stakeholder-Erwartungen: siehe auch Kriterium 9
Schritt 2: Die Bank legt
Strategien für die einzelnen
Handlungsfelder und deren
Nachhaltigkeitsaspekte offen.
Kriterium 3 – Ziele
Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und
operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.
Verfolgen Sie für Ihre wesentlichen Aktivitäten hinsichtlich
Nachhaltigkeit längerfristige
Ziele, und wenn ja, welche?
Schritt 1: Formulierung der
Nachhaltigkeitsziele für die in
Kriterium 2 aufgestellten
Unter quantitativen Zielen versteht man
solche, die mit einer Zahl hinterlegt sind,
z.B. die Reduktion des Energieverbrauchs
Wie bewerten, priorisieren und
kontrollieren Sie die Ziele und
deren Erreichung?
Schritt 2: Zusätzlich können
Ziele auch noch unterschiedlich
 Ziele sollten eindeutig,
messbar und überprüfbar sein.
Nur Aufzählung der Ziele,
Kontrolle in Kriterium 7.
Ein qualitatives Ziel ist z.B. eine bessere
Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für
solche Ziele sollten Maßnahmen benannt
sein und wie diese erreicht werden sollen.
Für das genannte Beispiel kann dies unter
anderem sein, einen Betriebskindergarten
oder ein Eltern-Kind-Büro einzurichten.
Wie ordnen Sie diese Ziele vor
dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen sich Ihr
sieht, ein?
Sowohl bei quantitativen als auch bei
qualitativen Zielen muss ein Zeitpunkt
benannt sein, bis wann sie erreicht
werden sollen. Nur dann kann man von
klaren Zielen sprechen, deren Erreichung
mess- und überprüfbar ist.
Kriterium 4 – Tiefe der Wertschöpfungskette
Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner
Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.
Schritt 1: Die Bank erläutert
die Tiefe Ihrer Wertschöpfungskette
Wertschöpfungskette und Lieferkette:
Inwieweit kennen Sie die
jeweiligen sozialen und ökologischen Probleme, die auf den
einzelnen Stufen auftreten?
(sofern vorhanden) Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette offen:
Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für die Wertschöp
fung und bis zu welcher Tiefe
werden Nachhaltigkeitskriterien
Ziele sollten eindeutig,
Lieferanten und Geschäftspartnern darüber?
In der Regel endet bei
Banken die Wertschöpfungskette an der Unternehmensgrenze. Dafür
kann die Bank mit Finanzierungsrichtlinien und
Produkten nachhaltige
Die Wertschöpfungskette bezeichnet die
Abfolge der Unternehmenstätigkeiten, in
denen Wert geschaffen wird: Sie beginnt
beim Anbau (z. B. Landwirtschaft) oder
Abbau eines Rohstoffes (z. B. Bergbau)
und reicht über die (Weiter-)Verarbeitung
in den Produktionsstufen bei Zulieferern
und dem Unternehmen selbst bis zum
Vertrieb und zur Entsorgung.
Der Begriff Lieferkette meint den Teil der
Wertschöpfungskette, der den Prozessen
im Unternehmen vorgelagert ist, also den
Bereich des Einkaufs von Rohstoffen und
Vorprodukten sowie die Produktion in
Einkaufsrichtlinien zum
Beispiel zur Einhaltung von
Menschenrechten implementiert werden.
KAPITEL 2 – Prozessmanagement
Mit den folgenden sechs Kriterien beschreiben Sie, wie Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen effizient und systematisch gemanagt wird. Dies reicht von den
Fragen: Wer ist verantwortlich? Gibt es Regeln und Prozesse, mit denen die Arbeit gesteuert wird? Über: Gibt es Kennzahlen, anhand derer Fortschritte und
Entwicklungen erkennbar gemacht werden? Existieren Anreize, materiell oder nicht materiell, die Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, die Ziele der Nachhaltigkeit engagiert zu verfolgen? Bis hin zu: Kümmert sich Ihr Unternehmen auch um die Meinung von Gruppen außerhalb Ihres
Unternehmens, die erkennbare Interessen an seiner Entwicklung haben? Und hat Ihr Unternehmen bei der Verbesserung der Produkte oder Dienstleistungen
die Anforderungen der Nachhaltigkeit im Blick?
Kriterium 5 – Verantwortung
Wer hat in Ihrem Unternehmen Die Bank benennt ihren
Verantwortlichen für Nachhaltigkeit:
die oberste Verantwortung für
 In vielen Unternehmen gibt es
 Nachhaltigkeit ist Teil des
eine(n) Beauftragte(n) für Nachhaltigkeit oder CSR. Sie/Er
Kerngeschäfts und damit Chefunterstützt die Geschäftsführung
sache. Daher sollte in der
bzw. den Vorstand dabei, die
Geschäftsführung beziehungsNachhaltigkeitsstrategie weiterweise im Vorstand eine Person
zuentwickeln, berichtet regelfür das Thema verantwortlich
mäßig über den Status, schlägt
zeichnen und sicherstellen,
Projekte und Maßnahmen vor
dass Nachhaltigkeit bei strateund koordiniert die Umsetzung.
gischen Unternehmensentscheidungen berücksichtigt
 Eine weitere Möglichkeit besteht
im Aufbau eines Kompetenzteams Nachhaltigkeit mit Mitarbeitern aus verschiedenen
Ab Kriterium 5 werden Leistungsindikatoren herangezogen.
Das berichtende Unternehmen muss
G4-56: Beschreiben Sie die
entscheiden, ob es die ausgewählten
Werte, Grundsätze sowie VerLeistungsindikatoren der Global
haltensstandards und -normen
Reporting Initiative (GRI) oder der
(Verhaltens- und Ethikkodizes)
Analysts Societies (EFFAS) nutzt.
Die einmal getroffene EntscheiEFFAS S06-01:
dung für GRI- oder EFFASAnteil aller Lieferanten und
Partner innerhalb der Lieferkette, Leistungsindikatoren muss für
die gesamte Entsprechensdie auf die Einhaltung von ESGerklärung beibehalten werden.
Kriterien bewertet wurden.
Gemeinsame Indikatoren für die
Kriterien 5 - 7
EFFAS S06-02:
Anteil aller Lieferanten und
Partner innerhalb der Lieferkette,
die auf die Einhaltung von ESGKriterien auditiert wurden.
Kriterium 6 – Regeln und Prozesse
Wie wird die Umsetzung der
Nachhaltigkeitsstrategie im
Unternehmen gesteuert? Regeln,
Prozesse und Strukturen)?
Die Bank erläutert, wie sie
die Nachhaltigkeit in das
Geschäft implementiert hat:
Kriterien 5-7
Ein neues Leitbild kann ein
wichtiger Schritt sein, ebenso
neue Einkaufsrichtlinien oder
Leitlinien für Forschung und Entwicklung, die darauf hinwirken,
Umweltaspekte zu berücksichtigen, oder ein Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter.
Inwieweit wurden bereits
Leistungsindikatoren zur
Überprüfung bestimmt und wie
wird die Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der
Daten gewährleistet?
Will ein Unternehmen seine
Strategie erfolgreich umsetzen,
müssen nicht nur die Führungskräfte und Mitarbeiter, sondern
in den meisten Fällen auch die
Lieferanten und häufig auch die
Kunden „mitspielen“. Und das
geht nur, wenn sie in die Implementierung der Nachhaltigkeit
im Unternehmen auch einbezogen werden (siehe auch
Kriterium 9)
Sie beschreibt, wie sie
ihre aus der Strategie
abgeleiteten Ziele und
Maßnahmen aus Kriterium
3 umsetzt und welche
Leit- und Richtlinien dafür
Es empfiehlt sich Themen
der Implementierung und
die Erarbeitung von Richtlinien in die Strategie
So können sowohl für
einzelne Handlungsfelder,
als auch für unternehmensweite Themen
Richtlinien erstellt
EFFAS S06-01:
die auf die Einhaltung von ESGKriterien bewertet wurden.
Kriterium 7 – Kontrolle
Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es
legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.
Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft sowie der Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf
die in Absatz 2 genannten
Inwieweit haben Sie bereits
Leistungsindikatoren bestimmt?
Die Bank erläutert, welche
Leistungsindikatoren sie zur
Messung regelmäßig heranzieht und
wie sie diese erfasst:
Gemeinsame Indikatoren für
die Kriterien 5 - 7
In der Regel wird mit spezifischen Umweltkennzahlen
begonnen, die einen Verbrauch
oder eine Emission je Mitarbeiter oder je Tonne Produkt
beschreiben; insofern reicht die
Palette der möglichen
Antworten vom einfachen
Hinweis auf Umweltkennzahlen, die regelmäßig
berichtet werden, bis hin zu
Steuerungssystemen; wenn Sie
wiederholt berichten, achten
Sie darauf, jeweils die gleichen
Bezugsgrößen zu wählen.
haben finanzielle Kennzahlen
definiert, nach denen sie
steuern. Diese ermöglichen
einen genauen Überblick, wo
das Unternehmen bei der
Erreichung seiner finanziellen
Ziele steht. Dasselbe Prinzip
sollte auf Nachhaltigkeit angewendet werden.
Energieverbrauch je Tonne
produziertes Produkt oder
Papierverbrauch je Mitarbeiter.
Allerdings hier nur Erklärung
dazu, dass Leistungsindikatoren
verwendet werden, Aufzählung
in späteren Kriterien(11ff).
Kennzahlen können auch selbst
erarbeitet werden. Hier empfiehlt
sich diese nach Handlungsfeldern
 Bankbetrieb: Verbrauch
Energie, Papier, Abfall,
CO2Emission/pro Mitarbeiter
 Personal: Geschlechterverhältnis, Elternzeit,
Ausbildungsquote.
 Produkte: nachhaltige Geldanlageprodukte, Services,
 Gesellschaft: Ausschüttung
und Förderausgaben
Werte, Grundsätze sowie
und -normen (Verhaltens- und
Ethikkodizes) der Organisation.
Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung
von ESG-Kriterien bewertet
von ESG-Kriterien auditiert
Kriterium 8 – Anreizsysteme
Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von
Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der
obersten Führungsebene (Vorstand/Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.
Aspekte erforderlich sind [einschließlich Angaben gemäß
Haben Sie ein Vergütungssystem, in dem Nachhaltigkeitsziele bereits integriert sind
oder integriert werden können,
und wenn nicht, ist ein solches
Die Bank erläutert, ob sie ein
nachhaltiges Vergütungssystem besitzt und in welcher
Form dieses vorliegt.
G4-51a:
Vergütungspolitik: Berichten Sie
über die Vergütungspolitik für
das höchste Kontrollorgan und
die leitenden Führungskräfte.
Die Angaben aus dem Offenlegungsbericht können hier z.B.
In den meisten Unternehmen
gibt es heute Vergütungs- und
Entlohnungsmodelle, die
zumindest für Führungskräfte,
oft aber auch für alle Mitarbeiter
einen Bonus vorsehen, wenn
Unternehmensziele, die zum
Beispiel Umsatz, Gewinn oder
Marktanteile betreffen, erreicht
werden. Damit setzen die
Unternehmen einen Anreiz, Ziele
konsequent zu verfolgen und
Damit Nachhaltigkeit ähnlich
konsequent verfolgt wird, ist es
hilfreich, diesbezügliche soziale
und ökologische Ziele – wie im
Kriterium 3 beispielhaft beschrieben – in die Zielvereinbarungen
Die Ziele der Nachhaltigkeit geraten mitunter mit
anderen Zielen des Unternehmens in Konflikt.
Daher und weil Nachhaltigkeit einen längeren
Weg nehmen muss, bis
sie im Unternehmen verankert ist, sind – vor
allem finanzielle – Anreizmodelle für Führungskräfte und Mitarbeiter ein
starker Hebel.
G4-54:
Nennen Sie das Verhältnis der
Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem
Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren
Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.
Wird die Erreichung der Ziele
durch Ihre Gremien kontrolliert?
Kriterium 9 – Beteiligung von Anspruchsgruppen
Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert
werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.
Haben Sie die für Sie wichtigen Schritt 1: Die Bank definiert
Anspruchsgruppen identifiziert? die wichtigen AnspruchsWenn ja Wie?
Folgende Anspruchs/StakeWer sind diese Anspruchsholdergruppen wären denkbar:
Stehen Sie mit diesen Gruppen
Eigentümer, Mitarbeiter,
im Austausch?
 Es empfiehlt sich zu prüfen,
mit wem ein Dialog sinnvoll
Geschäftspartner, Kunden,
Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen, Investoren
 Oft kann die Expertise von
Anspruchsgruppen auch
genutzt werden, um für offene Mitbewerber, NGOs, Interessensvertreter, Kapitalmarkt,
Fragen Lösungen zu finden.
Zudem kann es sinnvoll sein,
bereits die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie mit den
Vorstellungen gesellschaftlicher
Anspruchsgruppen abzugleichen.
Nennen Sie die wichtigsten
Themen und Anliegen, die durch
aufgekommen sind, und wie die
Organisation auf jene wichtigen
Themen und Anliegen reagiert
hat, einschließlich durch ihre
Berichterstattung. Nennen Sie
die Stakeholdergruppen, die die
wichtigen Themen und Anliegen
jeweils angesprochen haben.
Hinter jedem wesentlichen Thema stehen
auch Anspruchsgruppen (Stakeholder).
Für das „Wesentliche“ hat es sich deshalb
bewährt, die Erwartungen dieser
Anspruchsgruppen (z. B. Kunden, Lieferanten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Verbraucher- und Umweltorganisationen)
intensiv in die Überlegungen für einen
Nachhaltigkeitsprozess und die damit
verbundenen nichtfinanziellen Berichtspflichten mit einzubeziehen.
Medien, Bildung und Forschung, Politik
Schritt 2: Start eines Stakeholderdialogs (Befragung von
Aufsichtsrat/Kunden/
Mitarbeiter; Austausch auf
Veranstaltungen, Sitzungen,
Kongressen)
Kriterium 10 – Innovations- und Produktmanagement
Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei
der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren
aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.
Aspekte erforderlich sind [einschließlich Angaben gemäß §
289c Abs. 3 Nr. 1 – 6 HGB].
Sind die sozialen und
ökologischen Wirkungen der
wesentlichen Produkte und
Dienstleistungen bekannt und
Schritt 1: Die Bank erläutert,
inwieweit sie Innovationsmanagement betreibt.
G4-EN6:
Schritt 2: Die Bank führt
beispielhaft innovative Dienstleistungen und Produkte auf.
Bei Banken geht es dabei in
erster Linie um Anlage- oder
Auch ein sorgsamerer Ressourcenverbrauch kann hier eine
G4-FS11:
Prozentsatz der Finanzanlagen,
die eine positive oder negative
Auswahlprüfung nach Umweltoder sozialen Faktoren durchlaufen.
Werden Produkte nachhaltiger
gestaltet, z.B. durch Innovationen und Prozesse?
Wie sorgen Sie organisatorisch
dafür, dass Sie Ihr Innovationspotenzial ausschöpfen? An
welchen Innovationen arbeiten
Sie aktuell und/oder welche
wollen Sie in Angriff nehmen
und/oder haben Sie auf diesem
Gebiet Kooperationen (zum
Beispiel mit Hochschulen)?
EFFAS E13-01:
Verbesserung der Energieeffizienz der eigenen Produkte im
EFFAS V04-12:
Gesamtinvestitionen in
Forschung für ESG-relevante
Bereiche des Geschäftsmodells,
z. B. ökologisches Design, ökoeffiziente Produktionsprozesse,
Verringerung des Einflusses auf
Biodiversität, Verbesserung der
Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen für Mitarbeiter und
Partner der Lieferkette, Entwicklung von ESG-Chancen der
Produkte, u. a. in Geldeinheiten
bewertet, z. B. als Prozent des
Die Fragen in diesem Kapitel konzentrieren sich auf die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit: Haben Sie im Unternehmen einen guten Überblick, welche
natürlichen Ressourcen Sie in welchem Umfang beanspruchen? Haben Sie sich Ziele zur Reduzierung dieser Verbräuche gesetzt und wie wollen Sie diese
erreichen? Können Sie Ihre Treibhausgase bilanzieren und haben Sie Ziele zu deren Verminderung formuliert? Mit den folgenden drei Kriterien behandeln Sie
die wesentlichen Themen im betrieblichen Umweltschutz.
Kriterium 11 – Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen
Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier
Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und
§ 289c Abs. 2 Nr. 1 HGB:
Umweltbelange (z.B. Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Luftverschmutzung,
Nutzung von erneuerbaren und
nicht-erneuerbaren Energien,
Schutz biologischer Vielfalt)
Ist Ihnen bekannt, welche
ökologischen Auswirkungen die
welche ökologischen
Ressourcen sie beansprucht.
Kriterien 11 – 12:
Der Verein für Umweltmanagement und
(VfU) hat mit den VfU-Kennzahlen einen
Standard für die Umweltberichterstattung
entwickelt, der branchenweit für die
Umweltbilanzierung in Finanzinstituten
In der Regel sind das für
Wo sehen Sie entlang der
eine Bank Strom, Heizenergie,
Wertschöpfungskette Ihre Ein- Kraftstoff, Papier, Abfall,
flussmöglichkeiten und nehmen Wasser.
Schritt 2: Die Bank stellt die
Angaben, die für das VerständIn welchem Umfang werden
wichtigsten Zahlen dar, in
nis des Geschäftsverlaufs, des
die für die Geschäftstätigkeit
welchem Umfang sie diese
Geschäftsergebnisses, der Lage
wesentlichen natürlichen
Ressourcen benutzt.
der Kapitalgesellschaft sowie
Ressourcen genutzt? (in Frage
der Auswirkungen ihrer
kommen hier Materialien, Input
Tätigkeit auf die in Absatz 2
und Output von Wasser,
genannten Aspekte erforderlich
Boden, Abfall, Energie, Fläche,
sind [einschließlich Angaben
Biodiversität sowie Emissionen
gemäß § 289c Abs. 3 Nr. 1 – 6
für den Lebenszyklus von
HGB].
Produkten und Dienstleistungen)
G4-EN1:
Eingesetzte Materialien nach
Gewicht oder Volumen.
G4-EN3:
Energieverbrauch innerhalb der
G4-EN8:
Gesamtwasserentnahme nach
G4-EN23:
Gesamtgewicht des Abfalls nach
Art und Entsorgungsmethode.
EFFAS E04-01:
Ergänzend stellt der VfU Nutzern ein
Excel-basiertes Tool zur Berechnung der
betriebsökologischen Kennzahlen in den
Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Papier,
Mobilität, Kühl- und Löschmittelverluste
sowie Treibhausgas-Emissionen kostenfrei zur Verfügung.
Dieses Tool kann zur Erstellung der
geforderten Daten genutzt werden.
Weitere Informationen unter: www.vfu.de
§ 289 Abs. 4 HGB:
Wenn die Kapitalgesellschaft in
Bezug auf einen oder mehrere
der in Absatz 2 genannten Aspekte kein Konzept verfolgt,
hat sie dies anstelle der auf
den jeweiligen Aspekt bezogenen Angaben nach Absatz 3
Nr. 1 und 2 in der nichtfinanziellen Erklärung klar und begründet zu erläutern
EFFAS E05-01:
Anteil des gesamten Abfalls, der
EFFAS E01-01:
Kriterium 12 – Ressourcenmanagement
Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, den Einsatz erneuerbarer Energien, die
Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat und wie diese erfüllt wurden
bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen.
Welche Ziele hat sich das
Unternehmen für die ökologischen Aspekte der Unternehmenstätigkeit gesetzt?
welche konkreten Ziele sie sich
für ihre Ressourceneffizienz
Analyse, die unter Kriterium
11 beschrieben wurde,
sollten Effizienz- bzw. Einsparziele für die wichtigsten
Ressourcen festgelegt
Schritt 2: Die Bank legt die
wichtigsten Maßnahmen zur
Erreichung dieser Ziele offen.
Angaben, die für das Verständnis
des Geschäftsverlaufs, des
der Kapitalgesellschaft sowie der
Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf
der in Absatz 2 genannten
Aspekte kein Konzept verfolgt,
hat sie dies anstelle der auf den
jeweiligen Aspekt bezogenen
Angaben nach Absatz 3 Nr. 1
und 2 in der nichtfinanziellen
Erklärung klar und begründet zu
Falls vorhanden, UmweltManagementsystem anführen
(z.B. ISO 14000)
Art und Entsorgungs-methode.
Kriterium 13 – Klimarelevante Emissionen
Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und
gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.
§ 289c Abs. 2 Nr. 1 HGB
Was wissen Sie über die klimarelevanten Emissionen des Unternehmens (z.B. größte
Herausforderungen, stärkste
Emissionsquellen)?
Schritt 1: Die Bank erstellt
eine eigene Klimabilanz mit
Hilfe der VfU-Kennzahlen
(siehe Kriterium 11) und führt
Ihre Ergebnisse an.
G4-EN15:
Die Ermittlung von Treibhausgasemissionen erfolgt mehrstufig. Das
Greenhouse Gas (GHG) Protocol definiert
drei Anwendungsbereiche (Scopes):
den jeweiligen Aspekt bezogenen Angaben nach Absatz 3 Nr.
1 und 2 in der nichtfinanziellen
Erklärung klar und begründet
Entscheidend ist für ein
Schritt 2: Die Bank nennt
Unternehmen zunächst, den ei- Ziele zur Reduktion der
genen Energieverbrauch exakt Emissionen.
zu beziffern und diesen signifikant zu senken. Genauer
gesagt: den Energieverbrauch,
der mit fossilen Energien
Sind Reduktionsziele gesetzt
und was tun Sie, um diese zu
Um dafür Ziele bemessen
zu können, müssen die Treibhausgasemissionen erfasst
werden, die das Unternehmen
verursacht. Hier hat das
Greenhouse Gas Protocol den
G4-EN16:
Indirekte energiebezogene THGEmissionen (Scope 2).
G4-EN17:
Weitere indirekte THGEmissionen (Scope 3).
G4-EN19:
Reduzierung der THG
EFFAS E02-01:
(Scope 1, 2, 3).
Scope 1 erfasst die direkten CO2Emissionen der eigenen Produktionsanlagen, Büros etc. des Unternehmens
sowie ggf. der eigenen Anlagen zur Energieerzeugung.
Scope 2 bezieht sich auf die indirekten
CO2-Emissionen, die bei den Energieerzeugern anfallen, bei denen das
Unternehmen Energie für die Produktion
oder den Betrieb von Unternehmensgebäuden einkauft.
Scope 3 umfasst alle anderen CO2Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette verursacht werden –
zum Beispiel bei Lieferanten, beim
Transport, in der Nutzungsphase der
Produkte oder bei der Entsorgung.
Wird regenerative Energie genutzt? Wenn ja, in welchem
Umfang? Wenn nicht, ist dies
KAPITEL 4 – Gesellschaft
Die sieben Kriterien dieses Kapitels behandeln die sozialen Themen der Nachhaltigkeit, die für Ihr Unternehmen bedeutsam sind: Beginnend mit den Fragen
danach, ob es grundlegende Arbeitnehmerrechte achtet, wie es mit den Themen Chancengerechtigkeit, Gesundheit oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf
umgeht und wie es angesichts demographischer Veränderungen mithilft, dass die Belegschaft beschäftigungsfähig ist und bleibt. Weiterhin sind Menschenrechte in der Lieferkette bedeutsam, die Rolle Ihres Unternehmens in der Region sowie ob und wie es versucht, auf politische Entscheidungen Einfluss zu
nehmen. Zu guter Letzt sind Sie hier gebeten darzulegen, was Sie gegen Bestechung tun.
Kriterium 14 – Arbeitnehmerrechte
Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert.
§ 289c Abs. 2 Nr. 2 HGB:
Arbeitnehmerbelange (z.B.
Maßnahmen zur Gewährung
der Geschlechtergleichstellung, Arbeitsbedingungen,
Achtung der Rechte der
Arbeitnehmer/-innen sowie
Gewerkschaften, Gesundheitsschutz, Sicherheit am
Wie werden die Rechte der
Arbeitnehmer/-innen geachtet?
Schritt 1: Die Bank führt an,
in welchen Ländern sie Mitarbeiter beschäftigt und welche
Standards sie dabei einhält.
Kriterien 14 - 16
[einschließlich Angaben
Was ist gegebenenfalls im
Unternehmen vorgesehen, um
über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus einzubinden und
Wie wird die Beteiligung der
am Nachhaltigkeits-Management
des Unternehmens gefördert?
Ist das Unternehmen international tätig? Falls ja:
Wie werden deutsche
Standards im Ausland
umgesetzt? Welche internationalen Regeln werden
In Deutschland sind viele
Arbeitnehmerrechte gesetzlich
und über Tarifverträge
Schritt 2: Die Bank legt offen,
wie gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden, ob und wie die
Mitarbeiter sich am Nachhaltigkeits-Management beteiligen
GDA-ORGA-Check (Link)
Art der Verletzung und Rate der
Verletzungen, Berufskrankheiten,
Ausfalltage und Abwesenheit sowie
die Gesamtzahl der arbeitsbedingten
Todesfälle nach Region und Geschlecht.
G4-LA8:
Durchschnittliche jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung
pro Mitarbeiter nach Geschlecht und
Mitarbeiterkategorie.
gemäß § 289c Abs. 3 Nr. 1 –
6 HGB].
Wenn die Kapitalgesellschaft
in Bezug auf einen oder mehrere der in Absatz 2 genannten Aspekte kein Konzept
verfolgt, hat sie dies anstelle
der auf den jeweiligen Aspekt
bezogenen Angaben nach
Absatz 3 Nr. 1 und 2 in der
nicht-finanziellen Erklärung
klar und begründet zu erläutern.
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der Mitarbeiter nach Mitarbeiterkategorie in
Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe,
und andere Diversitätsindikatoren.
EFFAS S03-01:
Altersstruktur und
verteilung (Anzahl VZÄ nach
EFFAS S10-01:
Anteil weiblicher VZÄ an der
Gesamtmitarbeiterzahl.
EFFAS S10-02:
Anteil weiblicher VZÄ in
Führungspositionen im Verhältnis zu
gesamten VZÄ in
EFFAS S02-02: Durchschnittliche
Ausgaben für Weiterbildung pro VZÄ
Kriterium 15 – Chancengerechtigkeit
Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt
(Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie
Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern.
Werden alle Ihre
angemessen bezahlt?
Online-Tool: Unternehmenscheck
Schritt 1: Die Bank
Diversity Management (Link)
beschreibt, nach welchem
System die Mitarbeiter entlohnt
Schritt 2: Die Bank erläutert,
ob und wie sie sich für
Diversity einsetzt.
Todesfälle nach Region und GeSchritt 3: Die Bank benennt
(falls vorhanden) ihre Mitarbeiterprogramme zur Gesundheit, G4-LA8:
Gesundheits- und SicherheitsVereinbarkeit von Familie und
themen, die in förmlichen VereinBeruf, Integration, etc.
barungen mit Gewerkschaften
in Bezug auf einen oder
mehrere der in Absatz 2 genannten Aspekte kein
Konzept verfolgt, hat sie dies
anstelle der auf den
Wird nach Tarifverträgen
bezahlt bzw. gibt es auch
übertarifliche Vereinbarungen
oder sonstige außertarifliche
Was tun Sie um Diskriminierung
jeglicher Art zu vermeiden?
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Es soll
„Benachteiligungen aus Gründen
der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder
Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und
Programme, um Integration und
Vielfalt sowie die Vereinbarkeit
von Privat- und Arbeitsleben der
G4-HR3:
Altersstruktur und -verteilung
(Anzahl VZÄ nach Altersgruppen).
Anteil weiblicher VZÄ in Führungspositionen im Verhältnis zu
gesamten VZÄ in Führungspositionen.
Kriterium 16 – Qualifizierung
Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur
Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und im Hinblick auf die demographische Entwicklung anzupassen.
Maßnahmen zur Gewährung der
Geschlechtergleichstellung, Arbeitsbedingungen, Achtung der
Rechte der Arbeitnehmer/-innen
sowie Gewerkschaften, Gesundheitsschutz, Sicherheit am
Was tut das Unternehmen, damit
die Beschäftigten auf Dauer ihre
optimal erbringen können? (z.B.
Programme zu Gesundheitsmanagement, altersgerechte
Arbeitsplatzgestaltung, Weiterbildungen mit Blick auf den demographischen Wandel).
erläutert, welche Programme
Mitarbeiterbefragung zum Ganzheitlichen betrieblichen GesundheitsManagementsystem (Link)
die in Absatz 2 genannten Aspekte erforderlich sind [einschließlich Angaben gemäß
Schritt 2: Die Bank erklärt,
welche Maßnahmen sie im
Bereich GesundheitsManagement ergreift.
Schritt 3: Die Bank erklärt,
Da – bedingt durch den
wie sie dem demografischen
demographischen Wandel –
Wandel begegnet.
weniger junge, gut qualifizierte
Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt
Unternehmen gefordert, vermehrt die Aus- und Weiterbildung
in den Blick zu nehmen. Und sie
müssen darauf achten, dass
besonders ihre älteren, erfahrenen Beschäftigten in der Lage
sind, ihre Leistungen optimal im
Unternehmen einzubringen. Dazu
gehören zum Beispiel altersgerechte Arbeitsplätze, aber auch
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in förmlichen Vereinbarungen mit Gewerkschaften
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der
Mitarbeiter nach Mitarbeiterkategorie in Bezug auf Geschlecht,
Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer
Minderheit und andere
Diversitätsindikatoren.
Kriterium 17 – Menschenrechte
Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen für die Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangsund Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden.
§ 289c Abs. 2 Nr. 4 HGB:
(z.B. Verhinderung von
Menschenrechtsverletzungen)
Wie wird sichergestellt, dass die
Zulieferer grundlegende Menschenrechte einhalten (sofern
Sie internationale Zulieferer
haben bzw. international einkaufen)?
Die Bank erläutert, inwieweit
sie sicherstellt, dass in ihrer
Menschenrechte eingehalten
G4-HR1:
Gesamtzahl und Prozentsatz der
signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge, die
Menschenrechtsklauseln enthalten oder unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden.
Auch wenn die Gefahr von Menschenrechtsverstößen im Rahmen der Geschäftstätigkeit von regional verankerten,
mittelständischen Banken grundsätzlich
als sehr gering einzuschätzen ist, sollte
das Thema im Blick behalten und z.B. im
Rahmen von Stakeholderdialogen (siehe
Kriterium 9) diskutiert werden, so dass
ggf. weitere Schlussfolgerungen gezogen
Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Kapitalgesellschaft sowie der
 Bei Lieferanten außerhalb
Dazu gehören unter
Deutschlands oder der EU, UN
anderem: Schutz von Leben und Global Compact unterzeichnen
körperlicher Unversehrtheit, das lassen.
Recht auf Sicherheit, Arbeit und
freie Berufswahl, gerechte
Arbeitsbedingungen, das Recht
auf gleichen Lohn für gleiche
Arbeit sowie der Schutz vor
Diskriminierung, zum Beispiel bei
der Einstellung, aufgrund des
Geschlechts, der Religion oder
der Herkunft.
G4-HR9:
Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Menschenrechte oder
menschenrechtliche Auswirkungen geprüft wurden.
G4-HR10:
Prozentsatz neuer Lieferanten,
die anhand von Menschenrechtskriterien überprüft wurden.
G4-HR11:
Erhebliche tatsächliche und
potenzielle negative menschenrechtliche Auswirkungen in der
Lieferkette und ergriffene Maßnahmen.
EFFAS S07-02 II:
Prozentsätze aller Einrichtungen,
die nach SA 8000 zertifiziert
Kriterium 18 – Gemeinwesen
§ 289c Abs. 2 Nr. 3 HGB:
Sozialbelange (z.B. Dialog auf
kommunaler oder regionaler
Ebene, Maßnahmen zur Sicherstellung des Schutzes und der
Entwicklung lokaler Gemeinschaften)
Wie setzt sich Ihr Unternehmen
für soziale, ökologische oder kulturelle Projekte in der Kommune
und / oder der Region ein? (z. B.
mit Spenden, Unterstützung
durch Mitarbeiter im Rahmen
von Corporate Volunteering oder
Kooperationen). Das kann von
einem einfachen Hinweis auf geförderte Projekte und Organisationen bis hin zu einer Beschreibung des Engagements reichen.
sie sich gesellschaftlich engagiert.
Direkt erwirtschafteter und
verteilter wirtschaftlicher Wert.
Nr. 1 und 2 in der nichtfinanziellen Erklärung klar und
begründet zu erläutern.
Dies kann durch Beispiele
Spenden: Sportvereine
oder Kulturveranstaltungen
von Mitarbeitern in
Dieses Engagement, das über
den eigentlichen Unternehmens
zweck hinausgeht, entspringt
dem Verständnis, dass Unternehmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung haben
Kooperationen: Schulen
Kriterium 19 – Politische Einflussnahme
Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen
an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.
Entwicklung lokaler Gemeinschaften
Welche Gesetzgebungsverfahren sind für das Unternehmen
für sie relevante Regulierungsvorhaben.
Wie steht das Unternehmen
bzw. Ihr Branchenverband zu
politischer Einflussnahme und
wie nimmt es konkret Einfluss?
Gesamtwert der politischen
Spenden, dargestellt nach Land
und Empfänger/Begünstigtem.
Schritt 2: Die Bank erklärt, ob
und wie sie am demokratischen EFFAS G01-01:
Zahlungen an politische Parteien
Meinungsbildungsprozess teilin Prozent vom Gesamtumsatz.
Bei Parteispenden: An welche
politischen Parteien und ggf. in
welcher Höhe haben Sie im
vergangenen Jahr gespendet?
Schritt 3: Die Bank legt insbesondere offen, in welchen
Verbänden sie Mitglied ist.
Angaben, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des
Nr. 1 und 2 in der nichtfinanziellen Erklärung klar und begründet zu erläutern.
entschieden, wofür sich das
Unternehmen engagiert?
In welchen Organisationen ist
das Unternehmen Mitglied?
Eigene Interessen zu
vertreten ist legitim, wenn es
offen und transparent erfolgt
und deutlich erkennbar ist, wer
welche Ziele mit welchen
Mitteln verfolgt. Unternehmen
sollen deshalb ihre Positionen
offen darlegen, ihre
Mitgliedschaften und auch die
Zahlungen, die sie im Rahmen
ihrer Interessenvertretung leisten: an Parteien, Politiker und /
Kriterium 20 – Gesetzes- und Richtlinienkonformes Verhalten
Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von
Korruption existieren und wie sie geprüft werden. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und
§ 289c Abs. 2 Nr. 5 HGB:
und Bestechung (z.B. bestehende Instrumente zur
und Bestechung)
Haben Sie schon Complianceund Antikorruptionsrichtlinien?
Die Bank beschreibt, wie
Compliance in das Geschäft
integriert ist und wer dafür die
Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken hin
geprüft wurden, und ermittelte
erhebliche Risiken.
Das KWG beinhaltet eine Reihe von zwingenden Vorgaben für die Governance
eines Instituts, die durch die Mindestanforderungen an das Risikomanagement
(MaRisk) konkretisiert werden.
Hierauf kann bei der Beantwortung des
Kriteriums zurückgegriffen werden. Vgl.
insbesondere AT 4.4.2 (Compliance-Funktion) MaRisk.
Falls Sie bereits Complianceund Antikorruptionsrichtlinien
haben, wie Sie überprüfen Sie
deren Einhaltung? (z.B. durch
Due Diligence-Prozesse)
Wer ist in Ihrem Unternehmen
für das Thema verantwortlich?
Wie werden Führungskräfte
und Beschäftigte für dieses
Thema sensibilisiert?
Korruption ist nicht nur
strafbar, sondern schadet auch
dem Unternehmen:
Bestechlichkeit verdirbt die
schafft ein Klima des Misstrauens und des Egoismus. Um
Korruption im eigenen Unternehmen zu verhindern, bedarf
es klarer Richtlinien und der
Überprüfung, ob sie eingehalten werden.
Die Bank erläutert, in welchem
Umfang unternehmensweit
Gefährdungsanalysen durchgeführt werden, bei der die
Risiken hinsichtlich strafbarer
Handlungen ausführlich
Die Bank beschreibt, welche
internen Leitlinien zur Verhinderung von rechtswidrigem
Verhalten existieren und wie
die Mitarbeiter mit Blick auf ein
Darüber hinaus führt die Bank
aus, inwieweit es ein Hinweisgeber-/ Whistleblower-System
Bestätigte Korruptionsfälle und
ergriffene Maßnahmen.
G4-SO8:
Monetärer Wert signifikanter
Bußgelder und Gesamtzahl nicht
monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und
Derzeit werden die Mindestanforderungen
an das Risikomanagement überarbeitet
(5. MaRisk-Novelle). Die aktuellen Entwicklungen und Änderungen durch die
Novellierung sollten im Blick behalten und
ggf. bei der Beantwortung im Rahmen
des DNK berücksichtigt werden.
EFFAS V01-01:
Ausgaben und Strafen nach
Klagen und Prozessen wegen
wettbewerbswidrigen Verhaltens,
Kartell- und Monopolverstößen.
EFFAS V02-01:
Prozent vom Umsatz in Regionen
mit einem Transparency International Corruption Index unter
Kurz-Vita Christa Eickmeyer, Geschäftsführende
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig - www.hgb
Finanzbuchhalter/-in (Pos. ID103/0515)
Kurz-Vita Peter Poppe, Geschäftsführender Gesellschafter HGB