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Timestamp: 2018-03-21 01:26:36
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Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 315', '§ 34', '§ 34', '§ 9', '§ 125']

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Frage zu Teilzeitmodell
von Addams am 02.02.2018, 11:59
ich beabsichtige, ab dem Jahr 2020 meine Arbeitszeit auf 90% zu reduzieren. Diese Teilzeit will ich aber im Rahmen eines sogenannten "Teilzeitmodells mit Lohnverzicht" umsetzen. Das bedeutet, ich arbeite weiterhin 100% (39h/Woche), erhalte aber nur 90% meines Verdienstes. Die geleisteten 10% Mehrarbeit werden auf einem extra eingerichteten Zeitkonto angespart, und können als Zeitausgleich für Gleittage genutzt werden, auch (und in meinem Fall vor allem) zusammenhängend.
Meine Frage: Wäre dieses Modell auch vom TzBfG abgedeckt, oder ist dies eher eine hausinterne Sache? Das klassische 90%-Modell wäre ja, man arbeitet weiterhin fünf Tage die Woche, und geht an einem Tag entsprechend früher. Oder man nimmt jeden zweiten Freitag frei.
Hintergrund ist der, dass dieses Modell für mich nur in Frage käme, wenn ich die erarbeiteten Gleittage auch zusammenhängend an einem Stück nehmen könnte, um daraus einen langen Erholungsurlaub zu machen.
Falls mein Anliegen durch das TzBfG abgedeckt wäre, dann müsste der Arbeitgeber mein Anliegen ja zumindest mit mir erörtern, bevor er es mit der "Betriebliche Gründe"-Keule ablehnen könnte. Wäre mein gewünschtes Modell aber lediglich durch hausinterne Vereinbarungen geregelt (oder eben nicht), dann wäre die Ablehnung entsprechend einfacher ("Haben wir nicht, gibt es nicht").
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Re: Frage zu Teilzeitmodell
von atatat am 02.02.2018, 12:33
Das wäre eine hausinterne Sache.
Wenn dein AG es zulässt, dass du Zeit ansparen kannst und er es zulässt, dass du dieses in beliebiger Höhe machen darfst und er keine Regelung beim "Abfeiern" der Mehrarbeitsstunden hat. Dann kann man so etwas machen.
Einen Anspruch auf dieses Modell wirst du aber nicht haben.
von PrinzP. am 02.02.2018, 15:47
Dein Vorhaben klingt eigentlich nach einem Sabbatical.
Rechtsgrundlage des Sabbaticals für die Angestellten im öffentlichen Dienst ist § 10 Abs. 6 TVöD bzw. § 10 Abs. 6 TV-L. Für die Durchführung gilt § 7b SGB IV.
Es besteht kein Rechtsanspruch, der Anspruch ist an das billige Ermessen gemäß § 315 BGB gebunden.
Der Zeitraum, in dem das Sabbatical in Anspruch genommen wird, zählt sowohl als Beschäftigungszeit (§ 34 TVöD bzw. § 34 TV-L) und ist auch bei der Berechnung der Stufenlaufzeit zu berücksichtigen.
Ich denke, im Falle von Angestellten des Bundes wird man sich an § 9 AZV orientieren.
von Addams am 09.02.2018, 10:40
Vielen Dank für Deine Antwort, @PrinzP. Ich bin übrigens Angestellter im kommunalen Bereich, hatte vergessen, dies hier zu erwähnen.
Ich habe unseren Personalratsvorsitzenden angesprochen auf die Handhabe bei uns im Haus, mein gewünschtes Modell wäre hier wohl noch nicht im Einsatz. Er hat aber demnächst ein Treffen mit Personalräten anderer Verwaltungen, und will dieses Teilzeitmodell thematisieren, und mit eventuell gewonnenen Informationen dann an unsere Dienststellenleitung herantreten. Aus diesem Grund hat er mich gebeten, mich selbst parallel schlauzumachen, welche Verwaltungen bereits flexiblere Teilzeitmodelle als die "08/15"-Varianten (Vier-Tage-Woche bei 80% beispielsweise, die es wohl bei so ziemlich jeder Verwaltung gibt) anbieten.
Gibt es bei euch Teilzeitregelungen, die über den Standard hinausgehen? Über zahlreiche Rückmeldungen würde ich mich freuen
Närrische Grüße & ein schönes Wochenende
von yamato am 12.02.2018, 06:30
Das ist ein Modell, dass bei der Bundesagentur für Arbeit möglich ist, als Berechnungsbeispiel, in 2018 hätte man dann statt 30 nur 27 Urlaubstage aber dafür 25 Tage zusätzlich frei.
"	die Arbeitszeit wird unverändert in Vollzeit oder in der üblichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit geleistet. Das Gehalt / die Besoldung wird jedoch nur in Höhe von 90 % des üblichen Bruttobetrages ausgezahlt.
	der Ausgleich der 10 % erfolgt durch die Gewährung zusätzlicher arbeitsfreier Tage.
	die zusätzlichen arbeitsfreien Tage sind im vereinbarten Zeitraum der Inan-spruchnahme des Arbeitszeitmodells zu nehmen. Eine Übertragung ist nicht möglich.
	die zusätzlichen arbeitsfreien Tage sind mit der Jahresurlaubsplanung unter Berücksichtigung dienstlicher Belange abzustimmen und auf dem Vordruck „Übersicht über die zusätzlichen arbeitsfreien Tage“ rechtzeitig anzuzeigen.
	aufgrund der zusätzlichen freien Tage erfolgt eine anteilige Kürzung des
Jahresurlaubes, diese Anwendung erfolgt auch auf nach § 125 SGB IX gewährten Zusatzurlaub.
	genehmigte arbeitsfreie Tage werden auch im Falle einer Erkrankung nicht gutgeschrieben.
	das einem Teiltag entsprechende Arbeitszeitguthaben wird zu Beginn des jeweiligen Kalenderjahres auf Ihrem Arbeitszeitkonto berücksichtigt.
	die Antragstellung erfolgt mit einem Antrag auf Teilzeitbeschäftigung, einschließlich des Sichtvermerks der Führungskraft."
von tkr104 am 12.02.2018, 07:15
yamato hat geschrieben: aufgrund der zusätzlichen freien Tage erfolgt eine anteilige Kürzung des
Man baut also Mehrarbeitsstunden auf und bekommt anschliessend den Urlaub gekuerzt weil man die Mehrarbeitsstunden wieder abbauen will? Welcher schlaue Personalrat hat dem denn zugestimmt?
von atatat am 12.02.2018, 07:28
Die alternative wäre ja nur 22 zusätzliche freie Arbeitstage, das ist wohl der Deal für den AG, da hat der Personalrat sich absolut nicht über den Tisch ziehen lassen. In der Summe egal.
Im Kern läuft es ja darauf hinaus, das deine Jahresarbeitstage von ~222 auf ~200 gekürzt werden, also fairere Weise um die entsprechende Lohnkürzung von 10%
von yamato am 12.02.2018, 09:32
Ich überlege selbst dieses Modell im nächsten Jahr auszuprobieren, allerdings würde ich anders als der TE die Tage nicht im Block nehmen wollen, sondern eher so jeden zweiten Freitag.
Vorteil des Modells, es ist nicht so lange bindend wie eine echte Teilzeit, wird jedes Jahr neu beantragt. Letzteres kann aber natürlich auch ein Nachteil sein.
So kann ich mal antesten ob mit eine 4-Tage Woche besser gefällt und wie ich mit weniger Geld auskomme, ggf. kann man das Modell dann im Folgejahr auch auf 20% aufstocken.
von Addams am 12.02.2018, 14:40
Vielen Dank für Deine Rückmeldung, @Yamato. Gilt diese Regelung dann für das gesamte Bundesgebiet, oder gibt es bei der Bundesagentur auch hausinterne Regelungen, die von Amt zu Amt abweichend sein können? Sollte das bundesweit gelten, so wäre das doch mal eine Hausnummer, die ich an den Personalrat weitergeben könnte.
Wenn ich mich nicht täusche, wurden die Regelungen aber in der Tat zumindest teilweise zugunsten des Arbeitgebers frisiert (wobei ich auch froh wäre, wenn dieses Modell so wie bei euch auch bei uns möglich wäre). Normalerweise ist es bei diesem Modell so, dass Krankheitstage, die in die Freistellungsphase fallen, wieder zurückgebucht werden, so wie es auch bei Erholungsurlaub der Fall ist. Hier unterscheidet es sich von gängigen Gleittagen, wo man gekniffen ist, wenn man beim Abfeiern krank wird, und wo die Stunden dann trotzdem abgebucht werden.
Ich hoffe, ich glänze hier nicht gerade mit gefährlichem Halbwissen :/
Das mit dem gewährten Jahresurlaub ist auch interessant, ich bekomme da den Kniff nicht hin, ob es bei dem Modell 27 oder 30 Tage Erholungsurlaub geben müsste. Meine Logik sagt mir, dass es trotzdem 30 Tage geben müsste. Als Beispiel nehme ich jemanden, der 90% Arbeitszeit hat, auf 5 Tage pro Woche verteilt. Diesem stehen ja weiterhin 30 Tage Erholungsurlaub zu (er erhält dann eben an einem Urlaubstag nur 90% Entgelt einer Vollzeitstelle). Wenn dieser nun weiterhin jeden Tag 100% arbeitet, sein Zeitkonto also in dem Maße auffüllt, dass am Ende des Jahres 10% Plusstunden entstanden sind (~25 Gleittage), so kann er 30 Tage Erholungsurlaub sowie 25 Gleittage nehmen, sofern die Gleitzeitregelung entsprechend großzügig ausgelegt ist.
Denkfehler, oder richtig hergeleitet?
von atatat am 12.02.2018, 16:13
Addams hat geschrieben: Denkfehler, oder richtig hergeleitet?
er hätte nur 22 Gleittage, wie kommst du auf 25? Oder machst du Überstunden während du im Urlaub bist?
Man hat 220-224 Arbeitstage.