Source: https://www.kreis-stormarn.de/freizeit-und-tourismus/naturschutzgebiete/nsgvo/ammersbek-niederung.html
Timestamp: 2019-05-24 10:04:17
Document Index: 160518690

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 15', '§ 1', '§ 12', '§ 107', '§ 38', '§ 69', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 2']

Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ammersbek-Niederung" – Kreis Stormarn
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ammersbek-Niederung"
Vom 29. Mai 2002
Gl.-Nr.: 791-4-203
Fundstelle: GVOBl. Schl.-H. 2002 S. 164
(1) Die Ammersbek, aufgeteilt in die Bachabschnitte Ammersbek, Hunnau und Bünningstedter Aue sowie ihre Uferbereiche mit angrenzenden Flächen in unterschiedlicher Breite und der Feuchtwald Krampenhegen mit umliegenden Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Ammersbek und der Stadt Ahrensburg, Kreis Stormarn, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Ammersbek-Niederung" unter Nummer 187 in das im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I und Tier- und Pflanzenarten im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42), darunter auch solche, die in den Anhängen als prioritär bezeichnet sind.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 349 ha groß und umfasst in den Gemarkungen Ahrensburg, Bünningstedt und Hoisbüttel die Gemarkungsteile Reesenbüttler Teich, Langstücken, Bremersberg, Wischhof, Speckelblick, Fannyhof, Wullerforst, Wörwisch, Bargwisch, Ohlhorst, Kuhlenwisch, Osterbrook, Hoppenbrook, Hunnau, Horn, Vor dem Brook, Bremerswiese, Rothwegen, Hegen, Krampenhegen, Schmützhege, Hagenwiese, Poggendiek und Möllenbarg.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1: 25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 4, im Maßstab 1: 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
1. bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Stormarn
2. bei der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der
Stadt Ahrensburg,
Gemeinde Ammersbek,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz und der Erhaltung eines Naturraumes, der den Übergang zwischen Jungmoräne und glazialer Beckenlandschaft repräsentiert und besteht aus für Schleswig Holstein typischen Fließgewässerabschnitten mit ihren Uferbereichen, Feuchtwäldern, landwirtschaftlich genutztem quelligem Feuchtgrünland sowie Ackerflächen und ungenutzten Bereichen als Lebensraum einer charakteristischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt.
das durch die naturnahen Fließgewässer geprägte Tunneltal mit einem sich anschließenden repräsentativen Ausschnitt einer Brooklandschaft und die an diese Lebensräume gebundene artenreiche Pflanzen- und Tierwelt,
die an den Fließgewässern saumartig entwickelten Auenwälder und die in die Brooklandschaft integrierten naturnahen Hartholz-Auenwaldbestände und andere naturnahe Waldbestände,
das für den Naturraum typische Landschaftsbild einer halboffenen Niederungslandschaft
eine extensiv zu nutzende Weidelandschaft und
die natürliche Dynamik der Fließgewässer und der Wälder
gentechnisch veränderte Organismen einzubringen
1. die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den für Zwecke des Naturschutzes von der Hansestadt Hamburg, der Gemeinde Ammersbek und der Stadt Ahrensburg erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als oberer Naturschutzbehörde;
2. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als
nicht zulässig ist es, einen 10 m breiten Randstreifen entlang der Ammersbek, der Hunnau, der Bünningstedter Au und des Bunsbaches zu düngen oder mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln;
nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen auszubringen und einen 10 m breiten Randstreifen entlang der Ammersbek, der Hunnau, der Bünningstedter Au und des Bunsbaches zu düngen;
Streuobstwiesen genutzten Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
3. die den Schutzzweck berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen unter Beachtung des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes;
4. die ordnungsgemäße Sondernutzung der in den Abgrenzungskarten in unterbrochener Schrägschraffur dargestellten und genehmigten Weihnachtsbaum- und Schmuckreisigkulturen auf
dem Flurstück 20/7 in der Gemarkung Hoisbüttel, Flur 1, in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
den Flurstücken 25/1 und 88/24 in der Gemarkung Bünningstedt, Flur 10, in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang bis zum Ende der Sondernutzung am 31. Dezember 2004; nach diesem Zeitpunkt ist die Nutzung dieser Fläche als Grünland mit den in Nummer 2 Buchst. b aufgeführten Einschränkungen zulässig;
5. die Nutzung einer Teilfläche des Flurstückes 41/14 der Flur 6 in der Gemarkung Bünningstedt im Rahmen des Erwerbsgartenbaus in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang bis zum 31. Dezember 2009; nach diesem Zeitpunkt ist die Nutzung dieser Fläche als Grünland mit den in Nummer 2 Buchst. b aufgeführten Einschränkungen zulässig;
6. die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes mit folgenden Einschränkungen:
Treibjagden durchzuführen,
die Fangjagd mit Totschlagfallen auszuüben,
Fütterungseinrichtungen zu errichten oder Wildäsungsflächen anzulegen oder zu betreiben und Brutkästen für Enten aufzustellen;
7. die ordnungsgemäße fischereiliche Nutzung der genehmigten Fischteiche in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
8. die erforderliche Unterhaltung der Gewässer, die der Vorflut dienen,
9. die erforderlichen Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege und der Brücken unter Beachtung des § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes mit folgender Einschränkung:
10. der Betrieb und die Unterhaltung gewässerkundlicher Messanlagen nach § 107 Abs. 2 des Landeswassergesetzes sowie die hierfür erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten;
11. der Betrieb und die Unterhaltung der rechtmäßig errichteten baulichen Anlagen und jagdlichen Einrichtungen der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung bestehenden, in der Abgrenzungskarte grün umrandet dargestellten Ausbildungsstätte und des Naturlehrpfades des Landesjagd- und Naturschutzverbandes Hamburg e. V. und des Vereins zur Förderung des Naturschutzes, der Tiergehege, der Wildbiologie, der Landschaftsökologie und des Jagdwesens e. V. unter Beachtung der Einschränkungen für die Ausübung des Jagdrechtes nach Nummer 6;
13. das Rodeln auf dem Rodelberg im Gemarkungsteil Langstücken im Ortsteil Bünningstedt im östlichen Teil des Naturschutzgebietes;
14. Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt.
1. Bohrungen und Sondierungen im Rahmen
von Boden- und Grundwasseruntersuchungen zur Durchführung einer Gefährdungsabschätzung für altlastverdächtige Flächen,
2. die Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 38 des Landeswassergesetzes,
3. die Entnahme von Pflanzen oder Pflanzenteilen wildlebender, nicht besonders geschützter Arten oder von sonstigen Bestandteilen des Naturschutzgebietes und
4. das Nachstellen wildlebender, nicht dem Jagdrecht unterliegender und nicht besonders geschützter Tierarten sowie das Fangen oder Töten dieser Tierarten. Eine Ausnahme ist nicht erforderlich für die Bekämpfung des Bisams nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 des Landeswassergesetzes im Bereich von Dämmen.
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall
Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. c zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird;
die Anwendung von Herbiziden zur gezielten, punktuellen Bekämpfung von Ampfer als Ausnahme von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b zulassen, wenn hierfür ein Erfordernis unter Beachtung der Grundsätze der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft nachgewiesen wird und hierdurch der Schutzzweck nicht nachhaltig beeinträchtigt wird.
vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 vornimmt,
(2) Gleichzeitig tritt die Kreisverordnung über das Landschaftsschutzgebiet Ammersbek vom 9. April 1999 (Amtliche Bekanntmachungen des Kreises Stormarn vom 29. April 1999) außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.
NSG Ammersbek Niederung