Source: https://issuu.com/arching/docs/derplan_16_oktober-2009
Timestamp: 2017-01-23 09:46:11
Document Index: 286802770

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 14', '§ 1', '§ 23', '§ 1', '§ 23', '§ 1', '§ 23', '§ 11', '§ 14', '§ 14', '§ 915', '§ 20', 'OGH', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 76', '§ 69', '§ 22', '§ 4', '§ 38', '§ 4', '§ 38', '§ 38', '§ 1409', '§ 38', '§ 1409', '§ 1409', '§ 1409', '§ 1409', '§ 1409', '§ 1409', '§ 3', '§ 1409', '§ 14', '§ 67', '§ 1409', '§ 1409', '§ 76', '§ 8', '§ 72', '§ 67', '§ 19', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

derPlan_16_Oktober 2009 by Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland - issuu
archingakademie.at
Die Zeitschrift der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland
No 16_Oktober 2009
Ankick durch Stadtbaudirektorin Brigitte
Jilka: Am 9. Oktober
spielt das Arch+IngTeam gegen das der
Stadt Wien im HorrStadion. Wir wünschen uns eine große
Illustration: PM Hoffmann / www.pmhoffmann.de
Normen
1. Prüfung der rechtlichen Umsetzung unter Zuhilfenahme externer Rechtsberater
2. Definition der Normenpakete
3. Erarbeitung eines Finanzierungskonzepts
4. Weiterführung der Verhandlungen mit
dem Austrian Standards Institute
der Vergabe- und
Wettbewerbsausschüsse: Erfreulicherweise ist die
Anzahl der mit der
Kammer kooperierten Verfahren
ad 4: Im Auftrag der Kammer hat
Kollege Erich Kern mit dem Austrian Standards Institute über einen wirtschaftlicheren und effizienteren Normenzugang für unsere Mitglieder verhandelt. Es ist absehbar,
dass sich künftig auch andere Interessenvereinigungen diesem Projekt anschließen.
Im Sinne direkter Demokratie bitten wir
alle Mitglieder (aufrecht, ruhend), an der
Kammervollversammlung am Dienstag, 24.
November 2009, unbedingt teilzunehmen.
Die schon erfolgte Teilnahme an der
Faxabstimmung im April 2009 schuf eine
Entscheidungsgrundlage für den Kammervorstand. Für die Beschlussfassung ist die
Kammervollversammlung zuständig. Und
dies in zweifacher Hinsicht: Einerseits hat
die Kammervollversammlung gemäß Finanzhaushaltsordnung das Eingehen längerfristiger Verbindlichkeiten, die 500.000 Euro
übersteigen, zu beschließen. Somit muss sie
den Abschluss des Vertrages mit dem Austrian Standards Institute beschließen. Andererseits obliegt der Kammervollversammlung
aufgrund des Ziviltechnikerkammergesetzes die Beschlussfassung über den Umlagenbeschluss, durch den allen Mitgliedern im
Rahmen der Kammerumlage auch ein entsprechender Anteil für den Bezug des Normenpaketes vorgeschrieben wird.
Die Arch+Ing Akademie geht in einen
aktiven Herbst. Eine
Auswahl der spannendsten Kurse wie
Architekturwettbewerbe, Bauprojektmanagement und Mediation,
die im Oktober starten
Plan Pause
Ute Woltron über die
Sinn- und Belanglosigkeit von Architekturrankings, die
ein Produkt medialer
Vermarktung sind,
aber mit Qualität von
Architektur gar nichts
mehr zu tun haben
No16 Ausgabe Oktober 2009 P.b.b. Verlagspostamt 1040 Wien GZ 02Z030155 M
Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland hat Ende April 2009
alle Mitglieder mit aufrechter Befugnis eingeladen, über einen effizienten und wirtschaftlichen Normenbezug abzustimmen.
67,4 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten für das Normenpaket. Dies war ein klarer Auftrag für den Kammervorstand, die
Verhandlungen mit dem Austrian Standards Institute (dem Österreichischen Normungsinstitut) fortzuführen sowie die wesentlichen Themenschwerpunkte im Detail
Normenzugang für alle Mitglieder
ad 1: Die Frage, ob die Finanzierung
und eine Verrechnung über die Kammerumlage zulässig sei, wurde von zwei unabhängigen Gutachtern eindeutig mit Ja
Ebenso wurde die Frage, ob es überhaupt zu den Aufgaben einer Kammer gehöre, sich mit solchen Anliegen zu befassen,
mit einem eindeutigen Ja beantwortet.
ad 2: Ursprünglich wurde überlegt,
für alle Befugnisse bestimmte Normenpakete zusammenzustellen. Die Bedürfnisse sind in der Praxis jedoch befugnisübergreifend. Daher beschloss man, von fixen
Normenpaketen abzugehen und einen individuellen Zugang zu ermöglichen. Die Mitglieder können nun aus allen ÖNORMEN
(ca. 21.500 Stück) frei wählen. Die Anzahl
der für jedes Mitglied frei wählbaren Normen beträgt 200 Stück. Angeboten werden
alle ÖNORMEN, ÖNORM EN, ÖNORM
ISO, ON-Regeln und deren Entwürfe sowie
alte Normen. Die Entscheidung für eine bestimmte Norm berechtigt auch zum Bezug
aller Updates. Diese werden automatisch in
das persönliche Portfolio geladen und reduzieren die Restmenge auf 200 Stück nicht.
ad 3: Die Kosten für bis zu 200 individuell gewählte Dokumente bei einer 10-jährigen Vertragslaufzeit betragen pro Mitglied
240,– Euro pro Jahr (inkl. USt.) und werden
mit der Kammerumlage eingehoben.
Das Arch+Ing Normenpaket: Auf der Kammervollversammlung
soll im Sinne direkter
Demokratie von den
Mitgliedern darüber
abgestimmt werden,
ob es für € 240.–/Jahr
200 Normen gibt
Mit Kontinuität, generationenübergreifender Planung und rechtzeitigen Partnerschaften
können Unternehmen wachsen und bestehen. Eine Bestandsaufnahme 3
Die Fortführung des Unternehmens durch Übergabe oder Partnerschaften ist nicht zuletzt
ein heikler psychologischer Prozess. Eva Pfisterer moderierte einen Round Table 4
Was alles beim Verkauf, Erwerb, der Übertragung oder Umgründung eines Betriebes
zu beachten ist. Die steuerlichen Aspekte 14
Ab dem 1. Quartal 2010 könnten alle Mitglieder unserer
Länderkammer einen effizienten und wirtschaftlichen Zugang zu den Normen erhalten.
Brief des Präsidenten
Eine Novelle des Berufsgesetzes tut Not
DI Andreas Gobiet
Ich habe an dieser Stelle schon des Öfteren über die Notwendigkeit geschrieben,
mit einer Novelle zu unserem Berufsgesetz
die Schaffung moderner Unternehmensstrukturen im Rahmen der Ziviltechnikergesellschaften zu ermöglichen. Konkret
geht es dabei darum, die Beteiligung von
Kapitalgesellschaften an Ziviltechnikergesellschaften im Ausmaß von bis zu 50 Prozent zu ermöglichen. Für mich ist klar, dass
gerade in Zeiten wirtschaftlicher Veränderungen, in denen es für viele Mitglieder
nicht oder nur schwer möglich ist, bei den
Banken Kapital aufzunehmen, tragfähige
Unternehmensstrukturen eine existenzielle Notwendigkeit darstellen. Diese Tragfähigkeit ist meines Erachtens in vielen Fällen nur herstellbar, wenn frisches Kapital
– auch von Nicht-Ziviltechniker-Unternehmen – in die Ziviltechnikergesellschaft eingebracht werden kann.
Auch im Kontext des Hauptthemas
dieser Zeitung – der Unternehmensnachfolge in Ziviltechnikerbetrieben, also der Frage der Gewährleistung des Bestands des
Unternehmens über die eigene Berufs- und
Lebenszeit hinaus – spielt das Beteiligungsthema eine überragende Rolle. Junge Architekten und Ingenieure, denen als erfolgreichen Mitarbeitern eine Partnerkarriere
in Aussicht gestellt werden soll, sind in der
Regel nicht in der Lage, sich in das Unternehmen einzukaufen. Auch hier ist meiner
Auffassung nach die Zufuhr frischen Kapitals, auch von Nicht-Ziviltechniker-Unternehmen, ein reelles Szenario zur Gewähr-
leistung der Unternehmenskontinuität. Der
Vergleich mit anderen Ländern, den ich im
Rahmen meiner Vorstandstätigkeit für den
Weltverband der Ingenieure (FIDIC) regelmäßig veranschaulicht bekomme, indiziert
diese Entwicklung ganz klar.
Ich habe mich in der laufenden Funktionsperiode, die im Frühjahr 2010 zu Ende
gehen wird, immer vehement für die Öffnung der Ziviltechnikergesellschaften und
daher für eine entsprechende Reform des
Berufsgesetzes eingesetzt.
Kleine Fortschritte sind gelungen,
der große Wurf aber steht noch an. Zweifellos bleibt dies eines der wichtigsten Themen
für die neue Funktionsperiode.
Die FIDIC-Weltkonferenz, die Mitte September in London stattgefunden hat,
stand unter dem Motto „Global Challenges – Sustainble solutions“ (Globale Herausforderungen – nachhaltige Lösungen).
Dort wurde der – in den gängigen, landläufigen Diskussionen schon etwas verwaschene Begriff der Nachhaltigkeit – umfassend und differenziert diskutiert. Demnach
steht Nachhaltigkeit nicht für „ewige Haltbarkeit“, sondern vielmehr dafür, mit dem
heutigen Handeln die Bedürfnisse der zukünftigen Generationen nicht zu „verbauen“. Das kann im Einzelfall bedeuten, dass
die Planung für kürzere Zeiträume höheren
Nachhaltigkeitsstandards entspricht als die
Planung in langen Zeiträumen. Ethik und
Ästhetik, Innovation und Vision müssen in
Einklang gebracht werden. Dies scheint mir
von wesentlicher Bedeutung zu sein.
In diesem Zusammenhang möchte
ich auf die gemeinsam mit dem VZI (Verband der Ziviltechnikerbetriebe) organisier-
te Veranstaltung am 19. Oktober, 18 Uhr im
Marmorsaal des Hotels Sacher hinweisen,
die sich der Herausforderung für Architekten und Ingenieurkonsulenten mit dem Thema „Die Zukunft planen, nicht verbauen.
Die Herausforderung für Architekten und
Ingenieure“ widmet.
Kollegen wie DI Christoph Achammer, Architekt Mag. Georg Driendl, DI Wolfgang Vasko, Architekt DI Dr. Wolf D. Prix
diskutieren mit DI Thomas Jakoubek und
Stadtrat DI Rudolf Schicker.
Die Arch+Ing Akademie wird sich
2010 ebenfalls verstärkt mit diesem Thema
auseinandersetzen und hochkarätige Expertenrunden und Foren dazu anbieten.
Zuletzt möchte ich noch von den Verhandlungen über eine Rahmenvereinbarung mit dem Land Niederösterreich bezüglich einer Vergabe von Planungsleistungen
berichten. Sie liegen in der Zielgeraden und
weisen folgende Parameter auf: Der Architektur- und Generalplanerwettbewerb
wird das Standardverfahren, das Verhandlungsverfahren soll für spezielle Aufgaben
Anwendung finden. Der Entwurf dieser
Übereinkunft besteht aus einer Grundsatzvereinbarung, den Verfahrensbedingungen
und einem standardisierten Planervertrag.
Ich bin überzeugt davon, dass wir damit
in Niederösterreich einen substanziellen
Qualitätssprung bei der Vergabe von Planerleistungen erreichen werden. Über Ihre
diesbezüglichen Erfahrungen und Rückäußerungen würde ich mich freuen.
Mit kollegialen Grüßen
DI ANDREAS GOBIET , Präsiden t
Vermischtes
Herbstbeginn mit Sport, Kultur und Fortbildung
Kammermitarbeitertreffen
Ziviltechnikerkurs
Am Freitag, 18. September 2009, fand
in Wien das diesjährige Kammer-Mitarbeitertreffen statt. Zu diesem Treffen werden
alle Mitarbeiter der Länderkammern und
der Bundeskammer eingeladen. Heuer waren Dr. Susanne Jenner, Gen. Sek. der bAIK,
und Mag. Hans Staudinger, Direktor der
LAIK Wien, NÖ, B, die Gastgeber. Mehr als
50 Kollegen und Kolleginnen verbrachten einen Tag in Wien. Am Programm standen ein
Sektempfang, eine Fahrt mit einem „roten“
Bus der Wiener Linien ins „Viertel Zwei“ mit
Besichtigung und Führung der Architektur
von Kohlbauer, Henke/Schreieck und Zechner & Zechner. Nach dem Mittagessen auf
dem Donauturm folgten eine Innenstadtführung und ein Besuch in dem traditionellen
Wiener Café Griensteidl. 
102 Teilnehmer und Teilnehmerinnen absolvierten heuer den von der Arch+Ing
Akademie veranstalteten Ziviltechnikerkurs, der vom 14. bis 26. September in den
Räumen der Musikhochschule stattfand.
Unter den Damen und Herren befanden sich
67 Architekten, 16 Bauingenieure, vier Maschinenbauer sowie u. a. Kulturtechniker,
Landschaftsplaner und Informatiker. DI Dr.
Thomas Petraschek arbeitet bei der ÖBBBrückenbau. „Eine Befugnis schon alleine
wegen der Unterzeichnung von Verträgen
zu haben ist gut“, meint er und plant Ende
November die Prüfung abzulegen. Davor,
nämlich am 6. November, wird nach einem
ganztägigen Repetitorium von der Erste
Bank und der Arch+Ing Akademie zu einer
Party mit Musik und Buffet geladen. 
Am 9. Oktober 2009 spielt die
Arch+Ing-Mannschaft gegen das Technikteam der Stadt Wien.
Stadtbaudirektorin DI Brigitte Jilka,
MBA, und Präsident DI Andreas Gobiet laden zum Freundschaftsspiel ins Horr-Stadion. Der Anpfiff ist um 17 Uhr.
Danach gemeinsames Essen im Viola
Pub im Horr-Stadion (Franz-Horr-Stadion,
Fischhofgasse 14, 1100 Wien).
PS: Das Kammer-Fußballteam der
Arch+Ing sucht neue Fußballspieler. Wir
trainieren 14-täglich in der neuen Halle im
Donaucenter.
für Spieler und Gäste bei Karin Achs, Tel.:
01/505 17 81-11 oder per E-Mail: karin.
achs@arching.at 
IM P RES S UM
Susanne Jenner, Gen. Sek. der bAIK, SR Peter Kopf,
MA21, und Hans Staudinger, Direktor der LAIK W, NÖ, B
Pauken für den Ziviltechnikerkurs in den Räumen
der Universität für Musik und darstellende Kunst
Das Erfolgsteam der Kammer will auch heuer wieder
gegen das Team der Stadt Wien gewinnen
für Wien, Niederösterreich und Burgenland,
A-1040 Wien, Karlsgasse 9, wien.arching.at
Art Direction: Christian Sulzenbacher
Grafische Beratung: Dirk Merbach
Konzeption und Redaktion: Brigitte Groihofer
Mitarbeiter Text: Martin Baumgartner,
Horst Fössl, Katharina Fröch, Sandro Huber,
Erich Kern, Christian Klausner, Sebastian Kurat,
Monika Laumer, Petra Pesak, Ulrike Schaufler,
Ernst Schlossnickel, Hans Staudinger,
Christoph Tanzer, Nikolaus Thaller, Ute Woltron
Druck: Landesverlag Druckservice GmbH, 4602 Wels
Hoch Zwei, Plus Zwei, Biz Zwei, Rund Vier und
„Kipferl“. Ein Blick in das neue Viertel
DI Ernst Schlossnickel, Budgetreferent und Controller
der MA 37, referiert über die Wiener Bauordnung
Die neue Trainingshalle des Arch+Ing-Teams bei der
Alten Donau. Neue Spieler sind herzlich willkommen
Unternehmensnachfolge
Kontinuität und Wachstum statt zusperren
Langfristige und
generationsübergreifende
Gesellschaftsbindung
und Partnerschaften
helfen Unternehmen im
Konkurrenzkampf zu
Jährlich geben rund 5.500 Unternehmer ihr Unternehmen an einen Nachfolger ab. Ein bestehendes Unternehmen
wird also, wenn auch meist in modifizierter
Form, weitergeführt. Das ist schon rein aus
volkswirtschaftlichen Gründen vernünftig.
Langfristige Perspektiven sind auch speziell im Bereich Forschung und Wissen in
Unternehmen nötig. Denn das in einem
Unternehmen aufgebaute Know-how ist ein
Kapital, das Neugründer in der Regel nicht
so schnell aufbauen oder nachholen können.
Bei der Betriebsübernahme werden Werte
übernommen, die bei der Betriebsgründung
erst geschaffen werden müssen. Daraus ergeben sich eine völlig andere Betrachtungsweise und andere Risiken. Als Übernehmer
oder künftiger Partner wird man im Idealfall mit einem betriebsbereiten, auf dem
Markt eingeführten Unternehmen wirtschaftlich sofort tätig. Dagegen muss bei einer Neugründung viel Energie in den „Aufbau“ des Unternehmens investiert werden.
Bei den Unternehmen im Bereich unserer Länderkammer unterscheidet sich die
Situation zwischen Architekten und Ingenieurkonsulenten. Vor allem in der Unternehmensgröße. Andreas Gobiet: „Architekten
können oft mit kleinen Büros sehr viel bewegen, beim Zivilingenieur handelt es sich um
bis zu 50 verschiedene Berufe, die zusammengeführt werden müssen. Da kommen
wir um eine bestimmte Größe nicht herum.“
Nachfolge, Übergabe, Partnerschaften sind also primär ein Thema für größere Unternehmen, für ZT-Gesellschaften, deren Anzahl in unserem Kammerbereich seit
dem Jahr 2000 von 173 auf mehr als 500 gestiegen ist. Die mehrheitlich kleineren Unternehmen sperren irgendwann zu.
Im Laufe des Round Tables (siehe ab
Seite 4) wurde auch klar, dass die Situation
von Architekten im Vergleich zu der von In-
genieurkonsulenten eine andere ist. Während zum Beispiel kleine Architekturbüros
sich oft mit kreativen und schlagkräftigen
Ideen behaupten können, ist für die Umsetzung ihrer Ideen in gebaute Architektur die
technische und strategische Unterstützung
in Form von Partnerschaften mit Ingenieurkonsulenten nötig, die die Gesamtumsetzung
vom Kostenmanagement bis zur Errichtung
des Gebäudes übernehmen. Die Spezialisten
holt sich der Architekt also extern. Damit ist
schon ein wichtiger Aspekt und Unterschied
erklärt: Ingenieurkonsulenten sind die Spezialisten für alle Aufgabengebiete, die bei
Architektur anfallen und die aufgrund der
technisch immer komplexeren Aufgaben zunehmend mehr Mitarbeiter, Spezialisten für
ihre Umsetzungbrauchen. Daraus ergibt
sich, dass auch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Generationenfolge in solchen Unternehmen selbstverständlich ist,
wie auch DI Reinhard Mechtler, Partner und
Geschäftsführer bei Fritsch und Chiari, einem Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern, betont: „Um die Kontinuität des
Unternehmens zu sichern, haben wir die Zukunft der Gesellschaft bis zum Jahr 2020 geregelt …“.
Thema ist aber nicht nur speziell die
Übergabe, sondern auch die Gesellschaftsbildung und mit ihr die erforderliche Struktur für den Einstieg von Jungen und Partnern allgemein.
Ermöglicht wurde dies durch das im
Jahre 1994 in Kraft getretene Ziviltechnikergesetz. Einen Wermutstropfen gibt es
jedoch auch dabei, wie Andreas Gobiet im
Round Table bemerkt, nämlich das Handicap des Beteiligungsverbotes von Kapitalgesellschaften: „Es dürfen sich bei Ziviltechnikergesellschaften nur befugte
Ziviltechniker, nicht aber juristische Personen in Form von Kapitalgesellschaften beteiligen. Und um Großprojekte annehmen
und abwickeln zu können, mangelt es oft an
Kapital.“ Und selbst die für Österreich großen Gesellschaften sind international gesehen klein, oft zu klein, um große Aufträge im
Ausland annehmen zu können. Unternehmen im Ausland verfügen oft über tausend
und mehr Mitarbeiter und natürlich über
entsprechende Innovations- und Laboreinrichtungen. Forschung und Innovation sind
für das Überleben des Wirtschaftsstandortes Österreich enorm wichtig. Übrigens ist
Innovation nicht nur für Unternehmen von
Ingenieurkonsulenten von Bedeutung, auch
Ziviltechniker sind daran gewöhnt,
in Projektdimensionen zu denken.
Auch die Übergabe, Schließung oder
Umwandlung eines ZT-Büros kann als ein
äußerst komplexes Projekt angesehen
werden. Dieses Seminar bietet Ihnen
einen Überblick über sämtliche Aspekte
der jeweiligen Projektstufen, angefangen
von zeitlichen Aspekten (wie lange
dauert dieses Projekt?) über Vor- und
Nachteile aus steuerrechtlicher Sicht
bis hin zu Haftungsfragen.
 Umwandlung
(d. h. Änderung der Rechtsform)
 Schließung/Übergabe
wegen Alter,
Tod oder Illiquidität
 Vorbereitende
(Übergang Ist/Soll, Versteuerung etc.)
 Rechtsformwechsel
vor Übertragung
 Sonderbestimmungen
 Optimale
bei Gebäuden
Nutzung der „Altersklausel“,
Firmenwert/Firmenwertabschreibung
 Pensionsregelung/
 Endabwicklung
 Berufs-
von offenen Projekten
und zivilrechtliche Aspekte
 Aufbewahrungspflicht
von Unterlagen
 Archivierung
 Steuer-
und haftungsrechtliche Aspekte
Dr. Martin Bernardini
Mag. Christoph Tanzer
In der Arch+Ing Akademie werden immer
wieder Seminare zum Thema veranstaltet.
Das nächste findet am Dienstag,
13. Oktober 2009, von 16 bis 20 Uhr statt.
Arch+Ing Akademie,
www.archingakademie.at
Gratis-Hotline: Tel. 0810 500 830
Beratung zu Fragen der Unternehmensnachfolge in der Kammer gibt es beim
Rechtsexperten Mag. Christoph Tanzer,
Tel. 01/505 17 81-28
Architekten sollten diesen Aspekt nicht vernachlässigen. Wenn man sich beispielsweise das „Building Workshop“ von Renzo Piano und dessen innovativen Output vor Augen
hält, wird klar, dass die Bewahrung und
Entwicklung von Wissen ein Kapital ist, das
nur durch langfristige generationsübergreifende Kontinuität aufgebaut werden kann.
Ein Unterschied bei der Nachfolge in
Unternehmen von Architekten und Ingenieurkonsulenten liegt auch in der Schwierigkeit der Unternehmensbewertung. Schwierig vor allem bei Architekten, bei denen
allgemein eine extrem schwankende Auftragslage herrscht.
Der entscheidende und schwierigste Aspekt bei jeder Art von Unternehmensnachfolge, Kooperation oder Partnerschaft
ist jedoch jener der Psychologie. Angst vor
Veränderungen gibt es in allen Bereichen.
Angst auch, dass das Unternehmen seine
Kultur, seine Ausrichtung, seinen Stil durch
die Hereinnahme von Jungen ändert. Angst
auch, dass das Aufgebaute zugrunde gehen
könnte, dass Nachfolger der Aufgabe nicht
gewachsen sind. Das hindert Firmengründer oft daran, das Zepter rechtzeitig zu übergeben und loszulassen. Daher, betont Mediator Stefan Kessen immer wieder, sei „das
wichtigste Instrument für die Unternehmensnachfolge die Kommunikation. Kommunikation darüber, was allen Beteiligten
wichtig ist.“ Offenheit und Transparenz und
Sprechen über die geplanten Veränderungen sind das Um und Auf bei der positiven
Abwicklung einer Unternehmensnachfolge.
Die Conclusio aus dem folgenden
Round Table zum Thema Unternehmensnachfolge ist, dass es keine Patentrezepte
zur Betriebsübergabe gibt. Jeder Fall ist ein
Einzelfall. Chancen und Risiken gibt es sowohl für Betriebsübernehmer als auch für
Betriebsübergeber. Diese nehmen dabei unterschiedliche Rollen und Sichtweisen ein.
Verständnis für die jeweilige Situation des
anderen schafft eine notwendige Basis zur
effizienten und optimalen Abwicklung der
Betriebsübergabe. Eine Chance bei der Hereinnahme von Partnern, auch von Quereinsteigern aus einem anderen soziokulturellen
Umfeld, liegt auch in der Erweiterung des
Akquisitionsnetzes, womit sich die Marktchancen erhöhen.
In jedem Fall ist Kommunikation der
Schlüssel zum Erfolg, Transparenz und ausreichende Information bei allen Beteiligten.
Hilfe von außen, von Mediatoren, ist gut. B G
Gobiet & Partner ZT
Ges.m.b.H. realisieren
gestalterisch hochwertige
Bauten durch kaufmännische und technische
Prozesse. Das Leistungsspektrum umfasst alle
Bereiche von Projektentwicklung, -management,
Generalplanung bis zur
begleitenden Kontrolle.
Büros u. a. in Helsinki,
Kiew, Oslo, Istanbul.
www.gobiet.at
Unternehmensnachfolge in großen
längst mustergültig
abgewickelt wird,
sperren Architekturbüros in der Regel zu.
kann eine Chance für
sein, in die Unternehmensführung
Architekt Prof.
DI Dr.techn.
Sepp Frank, M. A.
studierte an der TU
Wien. Er konnte zahlreiche Wohn- und Schulbauten sowie Industriebauprojekte und Hotels
realisieren. Außerdem
lag die Generalsanierung
des Belvederes in seiner
Hand. 1998 Gründung
der Architekten Frank +
Partner ZT GmbH.
www.frank-partner.com
Mag. Eva Pfisterer
Seit dem Jahre 1987
beim ORF. Verantwortlich für Nachrichtensendungen und Fernsehdiskussionen zu Wirtschaftsthemen. Autorin
wirtschaftspolitischer und
philosophischer Bücher.
Seit 2000 unterrichtet sie
an der Donau-Universität
Krems Medien und
Eva Pfisterer:
Ich freue mich, Ihre Gesprächsrunde
zum Thema „Unternehmensnachfolge“ moderieren zu dürfen.
In Österreich stehen fast 60.000
Klein- und Mittelbetriebe zur Übernahme
an. Das betrifft etwa 500.000 Mitarbeiter.
Oder mit anderen Worten: Etwa ein Fünftel
der österreichischen Unternehmen steht zur
Übernahme bereit. Faktum ist weiters, dass
es mehr Unternehmen als Nachfolger gibt.
Jedenfalls handelt es sich dabei um eine
äußerst verantwortungsvolle Aufgabe. Die
Zahl jener Betriebe, die an Familienmitglieder übergeben werden, ist zwar rückläufig,
sie stellt aber nach wie vor den größten Teil
dar. In Deutschland werden nur etwa zehn
Prozent der Unternehmen, gerechnet nach
den Mitarbeitern, an Nicht-Familienmitglieder übertragen. Welche Chancen haben
junge Architekten und Ingenieurkonsulenten, in zur Übernahme anstehende Betriebe
Sepp Frank:
Ich möchte nicht so sehr die Übergabe
betonen, sondern die Gesellschaftsbildung,
DI Reinhard Mechtler
Geschäftsführer bei
Fritsch, Chiari & Partner.
Er betreibt seit 1990 die
Abteilung „Projektsteuerung und Begleitende
Kontrolle“. FCP hat seit
seiner Gründung 1972
bereits mehr als 2.500
Projekte abgewickelt,
zählt heute 200 Mitarbeiter, seit 2002 umfasst
6 Personen. www.fcp.at
Stefan Kessen, M. A.
Seit 1993 als Mediator
und Konfliktmanager
zwischen Privatpersonen, in Unternehmen
(bei Konflikten innerhalb
der Geschäftsführung,
zwischen Führungskräften, zwischen Führungskräften und Mitarbeitern,
in und zwischen Abteilungen und zwischen
Mitarbeitern), zwischen
Unternehmen tätig.
www.mediatorgmbh.de
die wir vorgenommen haben, um damit den
Einstieg von jungen Architekten überhaupt
erst zu ermöglichen. Die Voraussetzungen
wurden 1994 durch das Ziviltechnikergesetz geschaffen. 1999 habe ich mein Unternehmen in eine Gesellschaft umgewandelt.
Wir können also auf eine zehnjährige positive Erfahrung mit diesem Modell zurückgreifen. Dieses Modell ermöglicht es jungen
Architekten, unternehmerisch mitzuwirken
und auch am Gewinn beteiligt zu sein. Ich
habe dieses Modell nicht so sehr als Konkurrenzmodell unter den jungen Architekten
gesehen, sondern als Möglichkeit, unternehmerisch tätig zu werden. Es ist eine Vision,
ein Berufsbild, das verstärkt propagiert werden sollte. Diese Regelung ist bei anderen
freien Berufen, wie etwa den Rechtsanwälten oder den Wirtschaftstreuhändern, schon
seit geraumer Zeit gang und gäbe. Ein Partnerschaftskongress der Wirtschaftstreuhänder hat jüngst die Bandbreite dieses Modells aufgezeigt.
Pfisterer:
Viele junge Absolventen glauben ja,
dass sie gleich nach dem Studium Stararchi-
DI Dominik Mesner
Studium Vermessungswesen, Angewandte
Geodäsie und Ingenieurvermessung an der
TU Graz. Seit 1.7.2009
Zivilgeometer, Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen, Geschäftsführender Gesellschafter
DI Hanns H. Schubert
ZT GmbH.
www.schubert.at
tekten werden, und sind dann enttäuscht.
Was sagen Sie ihnen, ohne sie gleich zu
demotivieren?
In den Fachhochschulen ist die praktische Ausbildung wesentlich realitätsnäher.
Bei den Universitäten gewinnt man schon
eher den Eindruck, dass für die Absolventen die Desillusionierung wesentlich größer
ist. Wie soll man auch einen sinnvollen Strich
zeichnen können, wenn man z. B. von feuerpolizeilichen Vorschriften keine Ahnung hat.
Wie gehen junge Absolventen damit
um, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen
die Welt zu Füßen liegt?
Dominik Mesner:
Ich bin Geometer und jüngst Juniorpartner bei der Firma Schubert geworden.
Ich habe mich nach dem Studium bei zirka
sechzig Unternehmen beworben und 25 positive Antworten bekommen. Ich habe dann
mehrere Gespräche geführt, und diese waren bei der Firma Schubert auffallend anders. Herr Schubert hat mir gleich gesagt,
dass ich nach Kollektivvertrag entlohnt wer-
Fotos: Sabine Hattinger
Christian Klausner
Gesellschafter der HFP
Steuerberatungsgesellschaft m.b.H. Er ist studierter Betriebswirt, seit
1988 Steuerberater und
seit 1995 Wirtschaftsprüfer. Die Beratung von
Freiberuflern sowie die
Branchen Bauträger und
Baugewerbe gehören zu
seinen Spezialgebieten.
www.hfp.at
de, dass er aber die Ochsentour mit mir gemeinsam machen würde und dass ich das
Gelée royale der Firma bekommen würde.
Das heißt, dass ich in die Entscheidungen
der Firma stufenweise mit einbezogen werde
und zusätzlich, auf Firmenkosten, eine ausgezeichnete berufsbegleitende Weiterbildung
bekommen werde. Selbstverständlich war
im Vertrag sowohl eine Konkurrenzklausel
enthalten als auch die Vereinbarung, dass
ich die Kosten der Ausbildung im Falle eines
vorzeitigen Ausscheidens refundieren müsste. Immerhin habe ich es aber innerhalb eines Dreivierteljahres vom einfachen Mitarbeiter zum Abteilungsleiter geschafft, was
auch eher selten ist. Das Unternehmen beschäftigt etwa vierzig Mitarbeiter mit einer
durchschnittlich zwanzigjährigen Betriebszugehörigkeit. Wir haben damals einige Regeln aufgestellt, die gut als Richtschnur für
Unternehmensnachfolgen verwendet werden
könnten. Wir haben ein sogenanntes „Weekly“ – ein Wochengespräch –, das fast einen
halben Tag dauert. Das findet meist freitagnachmittags statt. Es geht dabei um Fragen
abseits des Tagesgeschäfts, also um strategische Fragen, um Marketingpläne, aber auch
um Personalentscheidungen.
Wenn Sie so berichten, dann gewinnt
man den Eindruck, als wären Sie von Herrn
Schubert quasi adoptiert worden.
Dieser Eindruck kann schon entstehen, da die beiden Kinder von Herrn Schubert
erst sechzehn und siebzehn sind und noch
keine eindeutige Berufsentscheidung für sich
getroffen haben. Es herrscht aber eine offene und herzliche Betriebsführung, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Ich habe bei
vielen meiner Berufskollegen bemerkt, dass
sich nach einer gewissen Zeit eine Epoche des
„Belauerns“ ergibt, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man einander nicht ehrlich begegnet und nur darauf wartet, dass man das
Büro günstig „erben“ kann. Ich gehe davon
aus, dass sich eine solche Situation bei uns im
Büro nie ergeben wird.
Ihrem Statement entnehme ich, dass
Offenheit und Transparenz sowie Vertrauen
wesentliche Elemente im gegenseitigen Umgang sind. Sie hatten also das Gefühl, von allem Anfang an in das Berufsgeschehen einbezogen zu sein.
Reinhard Mechtler:
Ich bin 1978 in das Unternehmen eingestiegen, in dem ich seit 31 Jahren arbeite.
Heute bin ich einer der geschäftsführenden
Gesellschafter und besitze eine Beteiligung
von zwanzig Prozent. 1994 haben die Seniorpartner Fritsch und Chiari mich und andere Kollegen gefragt, ob wir bereit wären
einzusteigen. Man hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir noch mehr arbeiten
müssten und dass noch mehr Aufgaben auf
uns zukommen würden. Beide Eigentümer
hatten Nachkommen, die aber zu dem Zeitpunkt noch zu jung waren, um in das Unternehmen einzutreten. Um die Kontinuität des
Unternehmens zu sichern, war es den beiden
Eigentümern wichtig, mehrere Geschäftsführer zu haben. Wir haben damals eine Aufteilung auf fünf Geschäftsführer gemacht,
wobei sich die Alteigentümer verpflichtet
haben, zumindest die nächsten sechs Jahre
persönlich mitzuarbeiten, um die Auftragsabwicklung sicherzustellen. Die Geschäftsführung hat nämlich weniger mit Technik
als mit Buchhaltung und Bilanzierung zu
tun, die aber auch erst gelernt werden musste. 2002 ist dann die nächste Generation eingestiegen, und heute haben wir sechs Geschäftsführer. Wir haben die Zukunft der
Gesellschaft bis zum Jahr 2020 geregelt, um
reibungslose Übergänge zu ermöglichen.
Ich glaube, diese Kontinuität ist wichtig, weil es eine volkswirtschaftliche Entscheidung ist. Das Ingenieurwesen ist heute
so komplex geworden, dass es nur in einer Organisation über mehrere Generationen weitergetragen werden kann. In anderen Ländern, speziell im angelsächsischen Raum,
existiert diesbezüglich schon eine Tradition,
auch in Deutschland. Das betrifft aber primär die Ingenieurbüros. Bei uns beginnt diese Tradition erst, und bei den Architekten ist
sie so gut wie unbekannt.
Andreas Gobiet:
Das grundsätzliche Thema ist, dass
man meint, dass die 1994 gegründete Ziviltechnikergesellschaft dafür geschaffen wurde, dass man die nachfolgenden Gesellschafter sich schon blockieren kann, um dann die
Mitarbeiter zu Partnern zu machen, um in
der Folge übergeben zu können. Das war
aber nur ein Aspekt. Der wesentlich wichtigere Aspekt ist jener der Kapitalgesellschaften. Eine Kapitalgesellschaft zeichnet sich
aus durch Kapital. Wir haben aber durch das
explizite Beteiligungsverbot von Kapitalgesellschaften ein riesiges Handicap. Es dürfen sich nur Zivililtechniker oder einzelne
natürliche Personen an unserer Gesellschaft
beteiligen, nicht aber juristische Personen
in Form von Kapitalgesellschaften. Hier
herrscht echter Nachholbedarf. Der freie
Beruf des Ziviltechnikers wird leider mehrheitlich von unseren Funktionären nicht als
Unternehmertum angesehen. Wenn Sie z. B.
Pläne bis zum Jahr 2020 schmieden, dann
handelt es sich dabei um mittelfristige Unternehmensentscheidungen. Wir haben den
dringenden Bedarf, Kapitalgesellschaften
zu reformieren, und zwar in der Form, dass
sich sowohl andere juristische Personen beteiligen können, um Kapital hineinzubringen, und dass im Mehrheitsanteil, wo ja nur
Ziviltechniker zugelassen sind in der Ziviltechnikergesellschaft, auch eine andere ZTGesellschaft sich beteiligen kann und, dass
der Geschäftsführer auch ein Jurist oder
Kaufmann sein kann. Beim neuen Entwurf,
vorbehaltlich der Zustimmung durch das Ministerium, können sich neue Gesellschaften
unter vorwiegender Beteiligung anderer Ziviltechnikerbüros bilden. Das ändert aber
nichts an der Tatsache, dass für eine langfristige Absicherung von Unternehmen Juristen und Ökonomen von Vorteil sind, was
aber die Zivilingenieure in der Regel nicht
Ist da nicht die Gefahr gegeben, dass
bei einer Änderung in Kapitalgesellschaften der primäre Geldgeber anschafft, was geschehen soll, und diese Anliegen nicht ident
sind mit jenen der Zivilingenieure?
Ich sehe diese Gefahr nicht so zwingend. Wir sind ja begleitet von einem Beirat, in dem es Juristen, Betriebsberater und
Ökonomen wie auch Mediatoren gibt. Dieser
Fachinput ist gedacht, konstruktive Beiträge zur Bewältigung dieser komplexen Aufgabenstellungen zu erhalten und dass er jederzeit angerufen werden kann.
Mechtler:
Die Beispiele, die ich aus dem Ausland
kenne, wo Kapitalgeber sich an Zivilingenieurgesellschaften beteiligen, funktionieren
meist nicht. Und zwar deshalb, weil das Engagement der Gesellschafter meist nicht so
stark gegeben ist wie das von Zivilingenieuren. Sicher ist es von Vorteil, zum Beispiel
bei Ausschreibungsverfahren, auf das Knowhow etwa von Juristen zurückgreifen zu können, doch man kann diese Leistungen auch
extern zukaufen – aber im Sinne von Konzentrationen wäre das andere Modell schon
Gobiet:
Das ist schon einleuchtend, dass große Kapitalgeber manchmal nicht auf die gewünschten Renditen kommen. Oft mangelt
es dabei aber auch am Engagement der involvierten Architekten und Zivilingenieure.
Ich spreche aber eher von Minderheitsbeteiligungen, weil wir das erforderliche Kapital
oft nicht erwirtschaften können. Wenn wir
von Gesellschaften im Ausland sprechen,
dann sprechen wir von Büros mit eintausend und mehr Mitarbeitern, die es bei uns
gar nicht gibt. Diese Gesellschaften verfügen
über Labors und Innovationseinrichtungen.
Diese Forschung haben wir in Österreich seit
Jahrzehnten versäumt, obwohl wir, etwa im
Tunnelbau, weltweit federführend waren.
Dieser Zugang zu innovativen, kreativen Lösungsmethoden fehlt uns in Österreich derzeit. Es gilt also weg von Standardlösungen
zu kreativen Ansätzen zu kommen, und dafür benötigt man Kapital. Um das Problem
zu illustrieren: Um ein großes Projekt nach
Projektmanagementgrundsätzen
abzuwickeln, benötigt man in Österreich fünf Projektbüros und dann noch eines, das die fünf
Sepp Frank
„Das Ingenieurwissen
ist heute so komplex
geworden, dass der
Kontinuität spezielles
Augenmerk gewidmet
„Der freie Beruf
des Ziviltechnikers
wird leider mehrheitlich von unseren
Funktionären nicht
als Unternehmertum
angesehen.“
Reinhard Mechtler
„Heute haben wir die
Zukunft der Gesellschaft bis zum Jahr
2020 geregelt, um
reibungslose Übergänge zu ermöglichen.“
Instrument für die
Unternehmensnachfolge ist Kommunikation, und zwar
darüber, was
allen Beteiligten
Büros koordiniert. So etwas haben wir in Österreich einfach nicht. Das ist ein Strukturproblem. Der Weltverband der Ingenieure
widmet sich u. a. auch diesen Fragen.
Was bedeutet in diesem Zusammenhang Sperrminorität – sind das 25 Prozent?
Nein, in diesem Zusammenhang sprechen wir von 49 Prozent.
Christian Klausner:
Wir kennen diese Fragestellung auch
von den anderen freiberuflichen Unternehmen. Dies betrifft also speziell den Berufsschutz, der sich unter anderem durch die
Inländereigenschaft und den durch eigene
Prüfungen beschränkten Zugang auszeichnet. Es liegt also in der Geschichte dieser
Institutionen begründet, dass in den Kapitalgesellschaften nur mehrheitlich Ziviltechniker tätig sein dürfen. Ob diese Lösung
heute noch zeitgemäß ist, mag dahingestellt
bleiben. Wenn es nur um die Kapitalaufbringung geht, so gibt es da heute andere Möglichkeiten, wie z. B. die Mezzaninfinanzierung. Dieses Beispiel mit den fünf Büros ist
für mich nicht so sehr eine Frage der Anzahl
der Büros, sondern von deren Kapazität.
Wenn ich fünfhundert Projektmitarbeiter
brauche, so finde ich die meist nicht in einem
Büro, sondern da bedarf es temporärer Fusionen. Ich muss also nicht unbedingt neues Kapital hereinnehmen, sondern ich kann
auch bestehende Büros zusammenschließen
und auf diese Art auch das Problem der Unternehmensnachfolge bewerkstelligen.
Gibt es die Big Four auch bei den österreichischen Architekten?
Klausner:
Soviel ich weiß, gibt es das bei den Architekten in Österreich noch nicht. Das gilt
eher international. Bei den Ingenieurbüros
gibt es für österreichische Verhältnisse wenige recht große – mit jeweils so zwischen
150 und 250 Mitarbeitern.
Wie haben sie eigentlich in Korea die
vielen Brückenbauprojekte finanziert?
All diese Projekte wurden rein aus dem
Cashflow heraus finanziert. Es gab keinerlei
staatliche oder sonstige Unterstützung.
150 bis 250 Mitarbeiter sind international gesehen sehr klein. Wir haben das
beim Projekt der Wirtschaftsuniversität
gesehen. Viele Architekten sind hier nicht
bereit, mit anderen Büros zusammenzuarbeiten. Wir müssen lernen, in anderen Dimensionen zu denken.
In Österreich sprechen wir von relativ
kleinen Architekturbüros.
Wir müssen hier präzise zwischen Architektur- und Ingenieurbüros unterscheiden. Architekten können hier oft mit kleinen
Büros sehr viel bewegen. Beim Zivilingenieur handelt es sich um bis zu fünfzig verschiedene Berufe, die zusammengeführt
werden müssen. Da kommen wir um eine bestimmte Größe nicht herum.
Herr Klausner, Sie haben einen Entwurf für eine Richtlinie zur erfolgreichen
Betriebsnachfolge erstellt.
Als Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder betone ich stets, dass eine rechtzeitige Planung das Um und Auf ist. Bei den
bereits genannten Beispielen ist das ja vorbildlich geschehen. Als Seniorpartner muss
ich mir überlegen, wann ich übergeben möchte, und mir dann eine imaginäre Zeitschiene
vorstellen, auf der die Übergabe stückweise
erfolgt. Ebenso, welche der Mitarbeiter ich
nach und nach zu Partnern zu machen beabsichtige. Da stellt sich die Frage, ob der zukünftige Partner tüchtig genug sein wird,
um den gewünschten Einstiegspreis zu bezahlen. Und dann benötige ich einige Werkzeuge. Wie bestimme ich den Wert für den
Einstieg? Hier bin ich dann im Bereich der
Planrechnung. Ich erstelle einen Businessplan, einen Geschäftsplan für drei bis fünf
Jahre, was in dieser Branche Usus ist. DieFortsetzung nächste Seite
Förderungen bei der Gründung oder Unternehmensnachfolge durch das aws
(austria wirtschaftsservice)
Die aws unterstützt als Förderbank der
Republik Österreich mit spezifischen
Förderprogrammen und Haftungen.
Ein besonderer Schwerpunkt ist jenen
Unternehmensgründungen/-nachfolgen
und Betriebsübernahmen gewidmet, die
ihre inhaltliche Ausrichtung auf Wirtschaftsbereiche von morgen legen und
diese auf- und ausbauen wollen.
Die aws sichert die Beteiligung von
Investoren an Unternehmen ab. Durch
Übernahme einer Eigenkapitalgarantie wird das finanzielle Risiko privater
Geldgeber minimiert. Private Einlagen
können auch durch einen Bankkredit,
mit einer aws-Haftung im Rücken, verdoppelt werden.
Wenn erfahrene Investoren mit
Branchenkenntnissen gesucht sind, die
neben Know-how auch entsprechende
Kontakte und finanzielle Mittel in ein
Unternehmen einbringen können, dann
bietet die i2 – die Börse für Business
Angels der aws die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.
Attraktive Investitionskredite
Nicht immer reicht das eigene Kapital
für eine erfolgreiche finanzielle Gründung aus. Gerade beim Unternehmensstart sind Investitionen in Betriebs- und
Geschäftsausstattung oder Maschinen
notwendig. Die Finanzierung solcher
Investitionen erfolgt in der Regel über
Bankkredite, für die eine Besicherung
Voraussetzung ist. Fehlende Sicherheiten (= dingliche Sicherheiten) kann die
aws durch die Übernahme einer Haftung (Bürgschaft) bereitstellen. Junge
Unternehmen erhalten dadurch Zugang
zu attraktiven Krediten mit günstigen
Konditionen. Neben dieser 80-prozentigen Bürgschaft für den Bankkredit
können die aws sowie die Bundesländer einen Zuschuss gewähren. Je nach
Projekt und Standort beträgt dieser
im Schnitt 10 Prozent der Investitionssumme.
Dominik Mesner
„Ich habe bei vielen
meiner Berufskollegen
bemerkt, dass sich
nach einer gewissen
Zeit eine Epoche des
‚Belauerns‘ ergibt.“
„Ich muss nicht unbedingt neues Kapital hereinnehmen,
sondern kann auch
bestehende Büros
und auf diese Art das
Problem der Unternehmensnachfolge
bewerkstelligen.“
In der Startphase generieren neu gegründete Firmen relativ wenig Gewinn.
Ein Betriebsmittelkredit der Bank sichert die Liquidität, zum Beispiel zur
Zahlung von Personalkosten, Mieten
oder Versicherungen. Auch für diese
Kredite verzichtet die Hausbank nicht
auf Sicherheiten – Sicherheiten, die das
junge Unternehmen oft noch nicht bieten kann. Die aws ersetzt mit Haftungsübernahmen für Betriebsmittelkredite
(bis zu 80 Prozent Haftung) die fehlenden Sicherheiten und sorgt überdies für
gute Konditionen. Damit wird das nötige Geld zu attraktiven Zinssätzen für
Start-up-Unternehmen verfügbar.
Jungunternehmer-Förderung
Die Jungunternehmer-Förderungsaktion der aws fördert Investition in das Unternehmen mit zehn Prozent der investierten Summe (maximal € 30.000).
Darüber hinaus hilft die aws bei der
Finanzierung über einen Bankkredit.
Etwaige fehlende Sicherheiten können
durch eine Haftungsübernahme der
aws gegeben werden und so Investitionsoder Betriebsmittelkredite lukriert. Damit kommt man auch in den Genuß der
günsitgen aws-Verfahrenszinssätze.
Eine Mediatorenausbildung zur
Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und zur Bewältigung von
Konflikten können Architekten und
Ingenieurkonsulenten auch in der
Arch+Ing Akademie absolvieren.
Information: austria wirtschaftsservice, Mag. (FH) Claudia Frank,
Tel. 1/501 75-253, www.awsg.at
Der Lehrgang Mediation, geleitet
von Stefan Kessen, beginnt
am 29. Oktober 2009.
se Zahlen nehme ich aus der Vergangenheit
und extrapoliere sie für die Zukunft. Damit
sehen alle Beteiligten, woran sie sind.
Kann das ein Steuerberater leisten?
Normalerweise schon, da sie die Bilanzen der Unternehmen ohnehin kennen.
Das Problem dabei ist, dass die Auftragslage bei Architekten extrem schwankt.
Durch die Qualitätssicherung der ISO-Zertifizierungen gibt es auch viele Bereiche, die
auf Kontinuität hin ausgelegt sind. Das betrifft dann aber auch die unterschiedlichen
Unternehmenskulturen, die wir intern bei
diesen Büros antreffen – wie etwa Corporate
Governance oder Corporate Social Responsibility – diese nach außen gerichteten Bereiche können bei der Betriebsnachfolge auch
recht hilfreich sein.
Kommen wir zur psychologischen Seite der Betriebsnachfolge. Ich habe gelesen,
dass die Nichteinbeziehung der Unternehmensnachfolger zum rechten Zeitpunkt einer
der häufigsten Gründe für das Scheitern ist.
Stefan Kessen:
Alle hier genannten Beispiele sind Vorzeigebeispiele und leider wohl eher die Ausnahme. Das wichtigste Instrument für die
Unternehmensnachfolge ist Kommunikation. Und zwar Kommunikation darüber, was
allen Beteiligten wichtig ist. Es kann sein,
dass es dabei um inhaltliche Fragen geht –
also um Fragen steuerlicher oder finanzieller
Natur – oder um Fragen der Anerkennung
und der Wertschätzung bzw. Einbindung. Als
Mediatoren beteiligen wir uns nicht inhaltlich, sondern achten darauf, dass alle mitteilen, was ihnen wichtig ist. Wenn wir das Beispiel nehmen, wo ein Unternehmer rational
weiß, dass alles dafür spricht, dass er übergeben soll, er es aber im Innersten noch nicht
kann, so wissen wir, dass dies eine Frage
des Nicht-loslassen-Könnens ist. In diesem
Fall stellt sich die Frage, ob eine schrittweise Übergabe wirklich gut ist. Der, der dabei
übergeben bekommt, ist vielleicht familiär
ganz anders orientiert. Sie haben vorhin die
positive Einbindung in die Familienstruktur betont – das setzt aber voraus, dass diese Offenheit auch von allen so getragen wird.
Wir hatten kürzlich einen Fall, wo ein Vater
an seine beiden Söhne übergeben wollte und
den familiären Aspekt besonders betont hatte. Die beiden Söhne hatten aber ganz andere Gedanken und wollten durch externe Experten das Unternehmen neu positionieren.
Der Vater quittierte diese Vorhaben mit dem
Satz: „Fremde kommen mir hier nicht rein!“
– womit die Gesprächsbasis zumindest erschwert war. Voraussetzung ist also immer,
dass man eine offene Kommunikation führt.
Das ist keine Selbstverständlichkeit und bedarf oft externer Unterstützung.
Könnten Sie uns ein Beispiel für die
Arbeit des Mediators in diesem Zusammenhang geben?
Kessen:
Oft gibt es Positionen, die ganz schnell
im Raum stehen. Der eine will Loslassen, der
andere festhalten, der eine will Weiß, der andere Schwarz, der eine sagt hell, der andere
dunkel, der eine will das zahlen, der andere
jenes. Die Frage, die uns dabei beschäftigt,
ist die Frage „Warum“. Warum kann jemand
nicht loslassen? Das kann ja ganz unterschiedliche Gründe haben. Da fehlt es vielleicht noch an Sicherheit, dass das Unternehmen in seinem Sinn weitergeführt wird. Oft
ist das Loslassen auch eine Frage des Gewissens vor sich selber, was muss ich noch leisten, bevor ich zurückstecken kann? Je nachdem, wie die Bedürfnisse sind, die dahinter
stehen, können auch die Lösungen unterschiedlich sein. Es ist daher schwierig, mit
Pauschallösungen zu kommen, ohne die Bedürfnisse der Beteiligten genau zu kennen.
Sie haben vorhin schon so ein Beispiel mit
den Kapitalgesellschaften gehört. Einerseits
braucht man das Kapital, andererseits ist
auch nicht gesagt, dass das Kapital, wenn es
dann da ist, das bringt, wofür man es gedacht
hat oder, wie man bei uns sagt: „Geld schießt
noch keine Tore!“ – So verstehe ich unsere
Arbeit – so brauchen auch etwa fünf Projektmanagementgesellschaften vor allem eine
gemeinsame Kommunikation, eine Einigkeit
darüber, worum es geht. Letztlich geht es um
das Gestalten von Veränderungen.
Wir sehen an den Universitäten, dass
die Bereiche Kommunikation und Konfliktlösungskompetenz überhaupt keine Rolle spielen. Das betrifft die Zivilingenieure und ganz
besonders die Architekten. Eine Frage, die
auch immer wieder auftaucht, ist die Frage
der Akquisition. In unserem Bereich gibt es
eher Einzel- und kaum Stammkunden. Wir
haben bei einer Umfrage in unseren Büros
herausgefunden, dass die Aufträge etwa zu je
einem Drittel öffentliche, gewerbliche und private sind. Das ist für die Unternehmensnachfolge nicht unwesentlich. Die Kinder, die das
Unternehmen übernehmen, kommen aus der
gleichen Akquisitionsschiene wie ihre Eltern.
Hier sind neue Partner, die meist auch neue
Auftraggeber mitbringen, nicht zu unterschätzen, die andere kulturelle und politische
Herkunftshintergründe haben.
In Deutschland werden nur zehn Prozent der Unternehmen an unternehmenseigene Mitarbeiter übergeben. Gilt das auch
für Österreich?
Diese Entwicklung nimmt auch in
Österreich zu. Wir haben in Österreich
11.000 Büros mit durchschnittlich 2,2 Mitarbeitern. Da geht es nicht um das Thema
Sind Mediatoren ein bisschen eine
Sicherlich nicht, wir hatten früher andere Menschen, die diese Funktionen wahrgenommen haben, nur nannten wir sie nicht
Mediatoren.
Jeder, der bei uns eine Projektmanagementausbildung macht, muss auch eine
Mediatorenausbildung machen. Es geht dabei darum, dass der Konflikt rechtzeitig erkannt wird, bevor er zum Problem wird.
Wir haben einen Unternehmensberater engagiert, mit dem wir zweimal jährlich
Verbesserungsvorschläge erarbeiten. In unserem Beirat sind neben den erwähnten Berufsgruppen auch verdiente Mitarbeiter vertreten, die oft Mediatorenfunktion haben.
Wir haben zwei Filialen, von denen Herr Schubert die kleinere führt. Nebenbei macht er auch seine Sachverständigentätigkeit. An zwei Tagen ist er in der
Hauptfiliale.
Gibt es Fragen bzw. Anliegen steuerlicher, legistischer oder administrativer Natur, die der Präsident verstärkt in diesem Bereich einbringen soll?
Mehr einen Wunsch: Vielleicht könnten Architekten wirklich durch Mediationsausbildung mehr „Kommunikationskompetenz“ erhalten, die ja auch in diesem Beruf
immens wichtig ist. Unternehmensnachfolge ist ein großes Projekt, und wenn wir diesen Prozess so beginnen, dass sich alle Beteiligten gut aufgehoben fühlen, dann ist schon
viel geschehen. Die inhaltliche Frage ist dabei eine Seite, die andere ist, wie ich den
Prozess beginne. Mit einer mediatorischen
Kompetenz lassen sich viele Situationen und
Gespräche transparenter und konfliktfreier
gestalten, sodass ein Mediator gar nicht vonnöten sein wird.
Ist das nicht selbstlos, wenn Sie vorschlagen, dass alle Architekten Mediatoren
sein sollen? Werden Sie dann nicht brotlos?
Ich glaube, dass sich die Gesellschaft
in einem sehr raschen Wechsel befindet, der
sich immer mehr ausdifferenziert. Eine gute
Kommunikation kann dafür ein wichtiges
Hilfsmittel sein. Ich finde es auch besser,
wenn Konflikte durch Mediation beigelegt
werden und nicht vor Gericht ausgetragen
Moderation : EVA PFISTERER
KAMMER_SPEZIALISTEN
Kommunikationstechnologie
E-Voting – Test oder Zukunft?
Österreich war mit den
elektronischen ÖHWahlen Vorreiter in ganz
Europa. E-Voting mittels
persönlichem PC und
Bürgerkarte gab es sonst
noch nirgendwo.
Im Mai dieses Jahres konnten Österreichs Studierende zum ersten Mal von einem
beliebigen PC aus wählen. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
wollte damit auch Studenten und Studentinnen, die sich z. B. gerade auf einem Auslandssemester befinden, die Möglichkeit geben,
sich an den Wahlen zu beteiligen. Letzten
Endes wurde das rund 900.000 Euro teure
E-Voting-Projekt erstmals von 2.161 Studierenden angenommen. Insgesamt hatten sich
59.241 Personen an der Wahl beteiligt.
Thomas Grechenig und Gerald Fischer
von der Forschungsgruppe für industrielle
Software an der TU Wien (INSO) fungierten
als Berater für das Wissenschaftsministerium und das mit der technischen Umsetzung
beauftragte Bundesrechenzentrum (BRZ)
in Sicherheitsfragen und bei der Integration
der technischen Komponenten für das E-Voting-System bei der ÖH-Wahl.
Die Vorurteile, die es dazu von vielen
Seiten gab, hatten nichts mit der technischen
Seite des Wahlvorgangs zu tun, sondern waren psychologischer Natur. Zum einen Teil
waren die Widerstände politisch motiviert,
zum Teil beruhten sie auf dem Halbwissen
über die technischen Hintergründe und Probleme mit Wahlcomputern in den USA, die
technisch nicht mit dem österreichischen Pilotprojekt vergleichbar sind.
Grechenig: „Manche Gegner, Fundamentalkritiker, sind einfach prinzipiell dagegegen, die sind aber oft total gegen die
heutige Art der Demokratie, manche Gegner wollen immer physische Präsenz bei einer Wahl. Das wird aber nicht auf ewig bei
allen Wahlen so sein. In Ländern mit großen
Distanzen, z. B. Norwegen, wird es in zwei
bis drei Jahren ganz normal sein, dass man
elektronisch wählt. Es hat keinen Sinn, sich
da abzukoppeln.“
Die Bedenken, die es bei allen Wahlvorgängen gibt, egal ob via Urne, Briefwahl
oder Internet, sind immer psychologischer
Natur: Sind die damit befassten Personen,
vertrauenswürdig, ist Manipulation möglich, und an welchen Stellen des Prozesses
kann es zur Fälschung des Wahlergebnisses
kommen? Weitere Bedenken liegen im Datenschutz. Wie schütze ich die Anonymität
des Einzelwählers, und wie weit sind detaillierte Wahlanalysen möglich, ohne die Anonymität des Wählers preiszugeben? Letzten
Endes geht es immer um Vertrauen. Vertrauen in die Demokratie und die Integrität
der handelten Personen, denn wie Grechenig
meint: „Technisch ist alles haarklein gelöst.
E-Voting ist aus wissenschaftlich-technischer Sicht ein klarer Fall. Politisch und medial wird das aber noch ein langer Prozess
sein, an dessen Ende E-Voting normal sein
wird. Fragt sich nur, wann ...“
Ein Mitglied unserer Kammer, DI Dr.
Wolfgang Prentner, Ziviltechniker der Informationstechnologie, hat als „technischer Notar“ die Wahl begleitet. Brigitte Groihofer
sprach mit ihm für derPlan.
derPlan:
Warum war es wichtig, bei den österreichischen Hochschülerschaftswahlen einen Ziviltechniker mit einzubinden, und was
konnten Sie in dieser Funktion für die Wahl
Wolfgang Prentner:
Bei diesen Wahlen war es erstmals
möglich, seine Stimme per Internet und Bür-
gerkarte, also per E-Voting, abzugeben. Das
ist primär eine Sache des Vertrauens und
diese konnte primär durch das Vertrauen in
die Ziviltechnikertätigkeit abgedeckt werden. In dieser Funktion war ich als „technischer Notar“ eingebunden. Das bedeutet, dass ich diesen Prozess vom Anbeginn
bis zum Ende sicherheitstechnisch begleitet habe. Damit konnte gewährleistet werden, dass im Zuge der Konfiguration des Systems, der Installation desselben wie auch
die Übersetzung der Software in einen maschinenlesbaren Code, die Verteilung davon
und auch die Auszählung in der Form, dass
keine Manipulation am System, an der Software als auch am Wahlergebnis vorgenommen werden konnte. All dies werde ich als Ziviltechniker beurkunden.
Warum gab es dann so viele Stimmen
gegen das E-Voting, und warum wurden immer wieder Stimmen laut, dass es doch nicht
sicher sei? Sind diese Ängste begründet, mit
anderen Worten, gibt es Faktoren, die dieses
System doch unsicher machen?
Prentner:
Dieses Gefühl kommt daher, dass
man den Computer als Blackbox versteht
und Software nicht berührbar ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen Stimmzettel
ist der elektronische Stimmzettel, der am
Bildschirm dargestellt wird, nicht berührbar. Weiters konnten die Wahlkommissionen vor Ort nicht überprüfen, ob die installierte Software ordnungsgemäß funktioniert
oder nicht. All das machte es notwendig,
dass man einen Ziviltechniker für Informationstechnologie mit installierte, der befugt
und beeidet ist und somit beurkunden kann,
dass alles rechtens vonstatten gegangen ist.
Er hat somit als Vertrauensmann in Richtung Wahlkommission wie auch in Richtung
Bürger bzw. Wähler gearbeitet. Hätte man
in diesem Zusammenhang die Funktion des
IT-Ziviltechnikers stärker herausgearbeitet, so wären viel weniger Vorbehalte seitens
der Betroffenen und der politischen Parteien
Wie funktioniert es z. B., dass einzelne
Stimmen nicht rückverfolgt werden können,
Manipulationen also ausgeschlossen sind?
Im Wesentlichen besteht der Vorgang
aus einem Stimmzettel und mehreren Teilen der Software. Jeder Studierende hat eine
Bürgerkarte bekommen, die einer elektronischen Unterschrift unter einem Stimmzettel
gleichkommt. Jeder Student besitzt ja eine
E-Card, die er nun gratis als Bürgerkarte
freischalten konnte. Zusätzlich hat er auch
noch ein Kartenlesegerät erhalten. Das sogenannte „Mixing“ bewirkte, dass eine Stimme
generell nicht rückverfolgbar war. Lediglich
die Wahlkommission hatte durch eine spezielle Chipkarte die Möglichkeit, Stimmen zu
War die österreichische Hochschülerschaftswahl als Probelauf für mögliche spätere, größere Wahlen konzipiert?
Ich glaube, dass das grundsätzlich
schon so war. Die Hochschülerschaftswahlen
sind sauber gelaufen, und ich glaube schon,
dass man sagen kann, dass dieses System
auch für größere Wahlen in Österreich tauglich und gut geeignet ist. Der Vorgang ist von
den politischen Parteien akzeptiert und als
vertrauensvoll und sicher eingestuft worden.
Hier kann der IT-Ziviltechniker sicher viel
dazu beitragen, dass dem so ist.
Gibt es Länder, in denen E-Voting bereits etabliert und erfolgreich ist?
Es gibt Länder, in denen es eigene
Wahlcomputer gibt. Diese sind aber nicht
mit der soeben durchgeführten Wahl mittels
PC und Bürgerkarte vergleichbar. Soviel ich
Wer war beteiligt:
Auftraggeber: BMWF
TU Wien: Projektbegleitung, Beratung
SCYTL, Barcelona: E-Voting-Software
ACit – Advance Concepts for interactive
DI Dr. Wolfgang Prentner: Technischer
http://futurezone.orf.at/stories/1502884/
Die Studiengruppe „Informatik“ wird
seit 2001 in Form von Bachelorstudien
(wie u. a. Medieninformatik, technische
Informatik, medizinische Informatik und
Software und Information Engineering)
sowie in Masterstudien
(u. a. Computational Intelligence,
Medieninformatik) angeboten.
Auf der TU Wien gibt es im Moment
4.500 Studierende (österreichweit 7.540)
dieser Fächer, 2007/08 absolvierten 171
Personen ein Masterstudium und 313
ein Bachelorstudium, der Frauenanteil betrug 14 bzw. 16 Prozent.
BDI. Dr. Wolfgang Prentner
Ist IT-Architekt und gerichtlich
zertifizierter Sachverständiger.
Die Geschäftsfelder der ZT Prentner
IT sind IT-Architektur und Generalplanung, die IT-Prüfstelle für E-Banking-,
E-Government-, E-Business-Systeme
und E-Health-Lösungen und die Datentreuhand zur Verwaltung und Löschung
unternehmenskritischer Daten.
Arbeitsschwerpunkte bilden dabei
die Beratung, Planung, Prüfung und
Zertifizierung sowie die begleitende
Qualitätssicherung von großen ITProjekten, die Bewältigung von Notfallund Krisensituationen als auch die Unterstützung bei Fragen des Sicherheitsmanagements, wie u. a. TSM (Trusted
Security Monitoring), das eine
kontinuierliche Überwachung von
High-Risk-Systemen und der wichtigsten Server im Internet und Intranet
des Unternehmens gewährleistet.
Wolfgang Prentner ist außerdem
Vorsitzender der Bundesfachgruppe
Informationstechnologie der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten.
In der Kammer der Architekten und
Ingenieurkonsulenten für Wien,
Niederösterreich und Burgenland gibt
es zurzeit elf Ingenieurkonsulenten für
Informatik bzw. Informationstechnologie
mit aufrechter oder ruhender Befugnis.
weiß, ist diese Art der Wahl im Moment für
Europa einzigartig gewesen.
Wer hat dieses System entwickelt?
Das BMWF hat eine Ausschreibung
durchgeführt, die das spanische Unternehmen SCYTL, das sich auf elektronische
Wahlen spezialisiert hat, gewonnen hat.
Die Software hat die Aufgabe, den Kern des
Wahlvorgangs elektronisch abzubilden. Also:
Wer kann gewählt werden, welche Kandidaten und welche Listen? Die Wahlapplikation hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass
nur die Personen, die in der Wählerevidenz
stehen, tatsächlich wählen können. Weiters
muss sie deren Stimmen an eine elektronische Wahlurne weiterleiten. Die Wahlsoftware dient auch als Schnittstelle, die alle
diese Teilsysteme miteinander verbindet.
Dieser „Kernsoftware“ wurde dann von der
österreichischen Zertifizierungsstelle ACit
überprüft. Der dritte Player war das Bundesrechenzentrum, das die Systeme betrieben hat. Damit waren die Betriebssicherheit
der Systeme, Redundanz, Parallelbetrieb,
Verfügbarkeit der Systeme, Schutz vor Angriff von außen, die Standortauswahl etc.
gewährleistet. Die Wahl, einen großen Player mit einzubinden, war wichtig und richtig.
Mein Unternehmen war zur Überwachung
mit eingebunden. Wir haben mehr als 1.500
Kontrollpunkte im Zuge der Wahl überprüft.
Jeder Schritt am System konnte nur in meinem Beisein durchgeführt werden. Jede Öffnung wurde präzise dokumentiert, jede Veränderung protokolliert und danach wieder
verschlossen und versiegelt. Jedes Zwischenergebnis wurde von mir gesammelt, dokumentiert und beurkundet.
Gab es Angriffe von Hackern?
Es gab in den Tagen der Wahl verstärkt Versuche, das System zu beeinflussen. Das Bundesrechenzentrum konnte diese Angriffe aber gut abwehren.
Sind nun bei wirklich großen Wahlen, mit einigen hunderttausend Stimmen,
Wahlanalysen möglich?
Auch bei den Hochschülerschaftswahlen waren mehr als 200.000 Studierende wahlberechtigt. Eigentlich sind ja mehr
als 230 Wahlen durchgeführt worden. Das
ergab sich durch die unterschiedlichen Universitäten, Fraktionen etc. Verglichen damit
wäre eine Bundespräsidenten- oder eine Nationalratswahl eine Kleinigkeit. Ob Wahlanalysen möglich sind, kann ich derzeit nicht
In Wirklichkeit sind ja auch herkömmliche Systeme gegen Manipulation anfällig. So können etwa volle Wahlurnen entleert und mit manipulierten Stimmzetteln
Ich würde da schon einen qualitativen
Unterschied sehen. Bei der Wahlbox können
einige hundert Zettel manipuliert werden,
beim E-Voting kann ich die gesamte Wahl
im Backoffice verändern. Letztlich landen
alle Wahlergebnisse, auch die von händisch
ausgezählten Stimmen, im Computer des Innenministeriums. Da muss schon sauber gearbeitet werden.
Warum hat man die ÖH-Wahl als Pilotprojekt für das E-Voting verwendet?
Zuerst wurde e-gevotet und anschließend gab es die Möglichkeit, ganz konventionell mit „Papier“ zu wählen. Das setzte aber
voraus, dass die elektronische Wahl zuerst von
der Wahlkommission angenommen wurde.
Jene, die elektronisch gewählt hatten, wurden dann aus der Wählerevidenz genommen.
In terview: BRIGITTE GROIHOFER
KAMMER_INTERN
Warum brauchen wir einen
effizienteren Normenzugang?
Normen dokumentieren den
Stand der Technik, stärken
die Wettbewerbsfähigkeit,
geben Sicherheit und helfen
Normen stellen für unsere Mitglieder
eine wesentliche Voraussetzung der Berufsausübung dar. Sie repräsentieren den Stand
der Technik und besitzen oftmals de facto
Gesetzescharakter (z. B. OIB-Richtlinien,
Eurocodes). Insbesondere für kleinere Bürostrukturen ist es nahezu unmöglich, immer
über den aktuellen Stand aller relevanten
Normen zu verfügen.
Umfang und Anzahl der Normen steigen stetig. Ebenso die Zahl der jährlichen
Überarbeitungen. Im Moment gibt es mehr
als 20.000 Normen. Durch die Harmonisierung der bautechnischen Vorschriften (OIBRichtlinien) haben viele Normen de facto Gesetzescharakter erhalten und repräsentieren
den Stand der Technik. Dadurch erhöht sich
wegen der allgemein steigenden Klagebereitschaft im Bauwesen für Ziviltechniker
das Risiko bei der Ausübung ihres Berufes,
sollten einzelne Normen nicht eingehalten
werden. Normen stellen also für unsere Mitglieder eine wesentliche Voraussetzung der
Berufsausübung dar; sie sind zweifelsohne
ein Instrument zur Qualitätssicherung.
Normen werden auch nicht zum
Selbstzweck erstellt, sie „normieren“ vielmehr den Stand der Technik und setzen damit den technischen Standard unserer beruflichen Tätigkeiten. Dies kann jedoch nur
dann funktionieren, wenn den Betroffenen
die Normen auch hinreichend bekannt sind.
Im Bauwesen besteht aus mehreren Gründen die Gefahr, dass dem nicht so ist.
Insbesondere für kleinere Bürostrukturen wird es zunehmend schwer, immer
Einen vollflächigen, freien Zugang zu
Normen wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Auch nicht zu jenen, die in Gesetzen angeführt werden, da grundsätzlich gilt, dass
nach dem Normengesetz ÖNORMEN Urheberrechtschutz genießen und nur gegen
Entgelt vervielfältigt werden dürfen. Ungeachtet der unterschiedlichen rechtlichen
Umsetzungen und ungeachtet ob einmal –
im besten Fall – Richtlinien und Normen
in Gesetzblättern abgedruckt werden oder
„nur“ zur Einsicht aufliegen, ist eines klar:
Es werden niemals alle benötigten Normen
in diese Lösungen eingeschlossen sein. Darüber hinaus ist der Zeitaufwand für die Einsichtnahme in Normen, welche im Amt der
Landesregierung aufliegen, bei weitem höher als der nun zur Abstimmung vorgelegte
Normenbeitrag.
In dem Fall, dass sich die Randbedingungen wesentlich ändern, bzw. bei einem
Wegfall der Geschäftsgrundlagen erlischt
auch der Vertrag zwischen der Kammer und
dem Austrian Standards Institute.
Das Arch+IngNormenpaket
 erleichtert
den Zugang zu
aktuellen und relevanten Normen
 der
Zugang ist einfach und
 ist
ein Beitrag zur Sicherstellung
des Wissens über relevante Normen
 fördert
die Wettbewerbsfähigkeit
und die Qualitätssicherung in allen
Kosten Euro 240,- pro Jahr (inkl. Ust.)
pro Mitglied mit aufrechter Befugnis.
Berechtigt alle Mitglieder mit aufrechter
Befugnis zum Bezug von 200 ÖNORMEN, die frei ausgewählt werden dürfen.
Wie sieht der Zugang
zum Arch+Ing Normenpaket
Für 240,– Euro pro Jahr (inkl.
USt.) erhalten alle Mitglieder
mit aufrechter Befugnis Zugang
zu 200 frei wählbaren Normen.
Inkludiert sind alle Updates bei
Herausgabe von Nachfolgedokumenten
und ein Verwaltungstool
Zugang mit PIN Code und Passwort
Das Service steht rund um die Uhr,
7 Tage in der Woche zur Verfügung
Ermöglicht:
Lesen der Dokumente am Bildschirm
Downloaden und Speichern der
Dokumente in Ihrem System
(mit indiviuellem Wasserzeichen
Alle Mitglieder mit aufrechter Befugnis können über die Website der www.wien.
arching.at einsteigen. Von dort werden sie
auf das Portal von Austrian Standards Plus
geleitet. Beim Erstzugang müssen sie dort
die Userdaten vervollständigen und erhalten nach einer im Hintergrund erfolgten Berechtigungsüberprüfung Log-in-Daten für
ihr individuelles Normenportfolio.
Es stehen jedem Mitglied 200 Normen
in zehn Jahren zur Verfügung (aus ÖNORMEN, ÖNORM EN, ÖNORM ISO, ON-Regeln und deren Entwürfen).
Zum Zeitpunkt der Mitgliederbefragung waren im angedachten Modell befugnisabhängige Basisnormenpakete vorgesehen. Kollege Erich Kern hatte bei der Erstellung dieser Pakete zahlreiche Kontakte
mit Mitgliedern verschiedenster Befugnisse.
Dabei wurde schnell klar, dass fixe Normenpakete nie eine vollständige Abdeckung der
individuellen Bedürfnisse garantieren können. Gemeinsam mit dem Österreichischen
Normungsinstitut wurde daher vereinbart,
eine EDV-Lösung zu schaffen, welche es jedem Nutzer ermöglicht, ein individuelles
Normenportfolio zu erstellen. Der Bezug einer Norm wird im Portfolio dokumentiert.
Ausdruck der Dokumente (beliebig oft)
Die Mitglieder mit aufrechter
Befugnis, die das Arch+Ing Normenpaket in Anspruch nehmen, verpflichten
sich gegenüber dem Austrian Standards
Institute (= Österreichisches Normungsinstitut)
 zur
Nutzung der Normen im
vereinbarten Nutzungsmodell,
 dass
keine Weitergabe von
Dokumenten an Dritte erfolgt,
Einhaltung der Copyright
Bestimmungen für ÖNORMEN
Dazu gibt es einen Zähler mit einem Kontoauszug für jedes Mitglied.
Der Bezug einer bestimmten Norm
berechtigt auch zum automatischen Update
bei der Herausgabe von Nachfolgedokumenten. Sie werden automatisch freigeschalten.
Alte Dokumente verbleiben ebenfalls
im persönlichen Portfolio.
Die Normen sind mit einem Wasserzeichen versehen, da der Urheberschutz weiterhin gilt und Normen nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen.
Nach dem Erwerb einer Norm gibt es
die Möglichkeit des Lesens der Dokumente
am Bildschirm, des Downloades und Speicherns der Dokumente im eigenen System
und dem beliebig häufigen Ausdruck der
Sollten Sie Ihre Befugnis ruhend legen, so erlischt Ihre Zugangsberechtigung.
Sie müssen dann natürlich auch den jährlichen Pauschalbetrag nicht bezahlen.
Wenn Sie später wieder eine aufrechte
Befugnis anmelden, so wird Ihr ehemaliges
Portfolio einfach wieder weitergeführt.
Bei Ziviltechnikergesellschaften mit
mehreren Mitgliedern mit aufrechter Befugnis bezahlt jede einzelne Person den jährlichen Pauschalbetrag. Jede einzelne Person
erhält auch die Berechtigung für den Erhalt
von 200 Normen. So kann sich ein Unternehmen auch den Zugang zu wesentlich mehr
als 200 Normen sichern, wenn koordiniert
bestellt wird.
Was mache ich, wenn ich mehr als
200 Normen brauche?
Wie die Erfahrung zeigt, ist mit 200
Stück ÖNORMEN die Kerntätigkeit der Mitglieder abgedeckt. Nachdem jedes Mitglied
mit aufrechter Befugnis den Zugang und
damit die Möglichkeit auf ein individuelles
Normenportfolio besitzt, haben größere Bürostrukturen und Büros mit unterschiedlichen Befugnissen automatisch einen größeren Normentopf.
Mitglieder, welche mehr als 200 Stück
Normen benötigen, werden mit der nun vorliegenden Lösung zwar nicht vollständig versorgt, haben jedoch den Vorteil, dass sie die
ersten 200 Normen wesentlich günstiger beziehen. Sollte die vorgeschlagene Vereinbarung zustande kommen, dann sind darüber
hinaus Verhandlungen über weitere Dienstleistungen zu für unsere Mitglieder günstigen Konditionen geplant.
CHRISTOPH TANZER
der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für
Wien, Niederösterreich und Burgenland gemäß § 11 des
Ziviltechnikerkammergesetzes 1993, BGBl. Nr. 157/1994, zur
Wien, Niederösterreich und Burgenland gemäß § 14 (2) des
Ziviltechnikerkammergesetzes 1993, BGBl. Nr. 157/1994, zum
Kammervollversammlung 2009
Sektionstag der
Architekten 2009
Ingenieurkonsulenten 2009
Zeit: Dienstag, 24. November 2009, 17 Uhr
Ort: Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien
Zeit: Dienstag, 24. November 2009, 14 Uhr
1.) Begrüßung und Feststellen der Beschlussfähigkeit durch
den Vorsitzenden Architekten
2.) Genehmigung des Protokolls des Sektionstags vom
25.11.2008 (liegt in der Kammerdirektion zur Einsicht auf)
3.) Bericht des Vorsitzenden der Architekten, insbesondere
zu den Schwerpunktthemen Wettbewerbe und Vergabe
4.) Anträge gemäß § 1 i.V.m. § 23 (3) der Geschäftsordnung.
Selbständige Anträge müssen bis spätestens Donnerstag,
19.11.2009, 17 Uhr in der Kammerdirektion schriftlich
eingelangt sein. Zu selbständigen Anträgen hat der oder
einer der Antragsteller persönlich in der Sitzung zu
sprechen. Andernfalls gilt der Antrag als zurückgezogen.
5.) Allfälliges
den Vorsitzenden Ingenieurkonsulenten
3.) Bericht der Sektion Ingenieurkonsulenten
4.) Anträge gemäß § 1 i.V.m. § 23 (3) der Geschäftsordnung
1.) Genehmigung des Beschlussprotokolls der ordentlichen
Kammervollversammlung vom 25.11.2008*
2.) Bericht des Präsidenten
3.) Rechnungsabschluss 2008
a) Rechnungsabschluss und Rechnungsprüfungsbericht 2008
b) Wahl der Rechnungsprüfer
4.) Bezug von Normen für alle Mitglieder, Abstimmung über
einen Vertrag mit dem Austrian Standards Institute
(Österreichisches Normungsinstitut)
5.) Jahresvoranschlag 2010
a) Jahresvoranschlag 2010*
b) Umlagenbeschluss 2010
6.) Anträge gemäß § 1 i.V.m. § 23 (3) der Geschäftsordnung
19.11.2009, 17 Uhr, in der Kammerdirektion schriftlich
Die Kammervollversammlung ist gemäß § 11 Abs 3 des
Ziviltechnikerkammergesetzes 1993, BGBl. Nr. 157/1994,
ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig.
Der Sektionstag ist gemäß § 14 Abs. 3 des Ziviltechnikerkammergesetzes 1993, BGBl. Nr. 157/1994, ohne
Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig.
15.45 – 16.45 Uhr : Im Anschluss an die Sitzung des Sektionstages
Architekten: Führungen durch die Schausammlung
Süd-/Südostasien und Himalayaländer
16.45 Uhr: Kaffeepause
ab 19 Uhr: Buffet
Architekt DI Thomas Kratschmer
Vorsitzender Architekten
* Das Beschlussprotokoll sowie der detaillierte Wirtschaftsprüfungsbericht liegen in der Kammerdirektion zur Einsichtnahme auf.
Der Sektionstag ist gemäß § 14 Absatz 3 des Ziviltechnikerkammergesetzes 1993, BGBl. Nr. 157/1994, ohne
15.15 – 15.45 Uhr: Im Anschluss an die Sitzung des Sektionstages
Ingenieurkonsulenten:
Vortrag von Prof. Dr. Paul Lendvai zum Thema „Zwischen Globalisierung und Provinzialisierung – Reflexionen über Mitteleuropa“.
15.45 – 16.45 Uhr: Führungen durch die Schausammlung
BR h.c. DI Hans Polly
Vorsitzender Ingenieurkonsulenten
derPlan service
Kammerausschuss 
Trotz der Wirtschaftskrise
ist die Zahl der Verfahren,
die in Kooperation mit der
Kammer abgewickelt werden,
in diesem Jahr gestiegen.
Ziel des Wettbewerbsausschusses
ist die Erreichung und Vermittlung eines
möglichst hohen baukulturellen Niveaus
sowie faire Verfahren, adäquate Aufwände der Teilnehmer sowie angemessene Vergütungen bei Wettbewerben zu erwirken.
Neben der Verfahrensbetreuung betreibt
der Ausschuss Lobbying und bemüht sich
insbesondere um mehr Wettbewerbschancen für junge und kleine Büros.
Eine erste Zwischenbilanz für das Jahr
2009 weist durchaus positive Ergebnisse
für die Anzahl der kooperierten Wettbewerbe und Vergabeverfahren aus.
Trotz des Themas Wirtschaftskrise ist die Zahl der (Architektur-)Wettbewerbe, welche an unsere Kammer herangetragen werden, konstant geblieben.
Merklich geändert hat sich die Verfahrenszeit in welcher diese Verfahren abgewickelt werden müssen.
Offenbar haben es die Auftraggeber nun wesentlich eiliger, Ergebnisse zu erzielen. Dieser Umstand stellt einerseits die Teilnehmer zusehends unter
Zeitdruck und beeinflusst andererseits
auch die Kooperationsleistungen unserer
Kammer. Knappe Terminvorgaben benötigen gegenseitiges Vertrauen zwischen
Auftraggeber und dessen Verfahrensbetreuung einerseits sowie den Teilnehmern
und deren Interessenvertretung andererseits. Gerade aus dieser Notwendigkeit erwächst ein Optimismus und die Bestrebung, grundlegende Bestimmungen der
Fairness im Vergabeverfahren schriftlich dokumentiert zwischen unserer Interessenvertretung und institutionellen
Auftraggebern zu vereinbaren, um damit
zeitintensive Vorgespräche zu vermeiden.
Heuer traten einige neue Auftraggeber an uns heran mit dem Wunsch, gemeinsam faire Verfahren zu veranstalten.
Im Einzelnen handelte es sich dabei um
Generalplanungen im Bildungsbereich
(Kindergärten, Schulen etc.) oder Ideenwettbewerbe zur Landschaftsgestaltung
und zum Städtebau. Nicht unbeachtlich
sind die relativ hohen Investitionsvolumina, welche dieses Jahr in einzelnen Projekten zur Vergabe gelangt sind.
Aufwand und Kostenabgeltung
Hauptaugenmerk war inhaltlich abermals die Frage nach einer gerechten Entlohnung für die vertiefte Bearbeitung der
Wettbewerbsprojekte. Dabei wurde in Gesprächen mit den Auslobern unter anderem auch die Relevanz von manchen Anforderungen erörtert. Beispielsweise sind
die aktuellen Anforderungen und Wün-
sche an Energie- und Kosteneffizienz
in der frühen Planungsphase des Wettbewerbs meist nur schwer (und für die
Teilnehmer kostenintensiv) darstellbar.
Vielfach haben die Auftraggeber sehr fundierte Kenntnisse, um selbständig ihre
Vorgaben plausibilisieren zu können. In
diesem Bereich könnte somit einiger unnötig kostenintensiver Aufwand der Wettbewerbsteilnehmer eingespart werden,
womit das eigentliche gestalterische und
funktionelle Wettbewerbsprojekt wieder
in den Vordergrund rücken kann.
Unterstützung von Verfahrensteilnehmern
Neben den kooperierten Verfahren im
örtlichen Zuständigkeitsbereich unserer
Interessenvertretung wurden auch nicht
kooperierte sowie Verfahren aus anderen
Bundesländern von Teilnehmern an uns
mit konkreten Fragestellungen herangetragen. In diesen Fällen ist eine Beratung
und Hilfestellung der Wettbewerbsteilnehmer ebenso wichtig.
Eine wichtige Aufgabe der Interessenvertretung wird es sein, auch im Nachlauf
der Wettbewerbe und Vergabeverfahren
eine Evaluierung der Kooperationen vorzunehmen. Wie viele oder ob alle dieser
zeitkritischen Verfahren auch tatsächlich
und wie beabsichtigt ebenso rasch zur Beauftragung führen, wird natürlich im Fokus dieser Beobachtung stehen.
K AT HA RI NA F R ÖCH / SANDRO HUBER
Vergaben 
Forum Alpbach 09 
Leserbrief 
Der Stand der Dinge –
Vereinbarung NÖ
Was bleibt? Das
Vertrauen auf Visionen
Architekten, lassts
Euch nix g’fallen!
Es wird eine Rahmenvereinbarung
für die Vergabe von Planungsleistungen mit dem Land NÖ geben, ähnlich jener der bAIK mit der BIG. Der Architektur-/Generalplanerwettbewerb wird das
Standardverfahren, das Verhandlungsverfahren soll für spezielle Aufgaben
Übereinkunft besteht aus einer Grundsatzvereinbarung, den Verfahrensbedingungen und einem standardisierten
Planervertrag.
Was soll sie bringen? Faire Rahmenbedingungen und Transparenz bei allen Vergabeverfahren des Landes zugunsten der Beteiligten. Die Anforderungen
an die Teilnehmer, Bewerber und Bieter
werden derart gestaltet, dass dem Preisgericht die notwendige Entscheidungsgrundlage geboten wird, jedoch unnötige
Aufwendungen hintangehalten werden.
Unerhebliche Berechnungen werden auf
ein Minimum reduziert. Der Tendenz, immer mehr Leistungen in die Wettbewerbsphase vorzuverlegen, soll damit Einhalt
geboten werden. Die Preisgelder werden
pauschaliert, in Abhängigkeit von Größe
und Komplexität des Projekts, berechnet.
Der standardisierte Planervertrag dient
als Grundlage für die Einschätzung der
Rahmenbedingungen der zukünftigen
Leistungserbringung. Der Leistungsumfang muss individuell für die jeweilige Beauftragung im Verhandlungsverfahren
angepasst werden. Das Land setzt damit
ein deutliches Zeichen in Richtung BauS H
kultur und Transparenz.
Dennis Meadows eröffnet mit den
Horrorszenarien der Zukunft der Welt die
Baukulturgespräche 2009. Mit seinen Publikums- PARTIZIPATIONEN demonstriert er den Teilnehmern die Key Issues:
Wir alle müssen unseren Lebenswandel
ändern, und es beginnt damit, dass wir
unsere Hände anders verschränken als
bisher. Das ist unangenehm, aber es geht!
Das bleibt. Dass der typische Protagonist
an Bürgerbeteiligungsverfahren das Bildungsbürgertum in der Verkörperung des
„pensionierten Lehrers“ ist, haben wir immer schon befürchtet, Peter Arlt, Künstler und Stadtsoziologe hat es erlebt.
Was können also neue Instrumente
einer Baukultur mit Vertrauen sein? Gestaltungsrichtlinien für Baukunst? Jörg
Ebbings Vorschläge stoßen auf klare Ablehnung. Gerhard Doblhammer, Leiter der
Raumplanung der Stadt Salzburg, stellt
klar, worauf es ankommt: ein Politiker mit
Rückgrat und Visionen (Voggenhuber), der
mit dem Salzburger Gestaltungsbeirat ein
Instrument eingesetzt hat, das die Baukultur in der Stadt nachhaltig verändert
hat. Das blieb vom ersten Tag. Die Wichtigkeit der Erdgeschoßzone zieht sich wie
ein roter Faden durch den zweiten Tag.
Sie entpuppt sich als wichtigstes Element
für die erfolgreiche Entwicklung von neuen Stadtquartieren. Anhand des Beispiels
Speicherstadt Hamburg und Seestadt Aspern erfahren wir die Rezepte der Politik
dafür. Was bleibt? Ohne eine über den Tellerrand schauende Politik geht nichts. Da
K F
beginnt das Vertrauen. 
Reaktion auf Artikel Ute Woltron
„Reiner Wein“ in derPlan, No. 15, Juni
2009, über die schwächere Position von
Architekten und Planern gegenüber ihren Bauherren.
Ute Woltron hat ganz recht, wenn sie die
Art und Weise, wie so manche Bauherren ihre Architekten loszuwerden versuchen, als Schweinerei kritisiert. Ich erlebe das gerade selbst exemplarisch in
einem ebenso monströsen wie absurden
Warum aber die Architekten in solchen Situationen als schwächer darstellen, als sie wirklich sind? „Bauherren verfügen über bessere Ressourcen“? Ja, mehr
Geld mögen sie haben – wenn sie aber mit
Haftung drohen, dann muss die Haftpflichtversicherung (auch hinsichtlich der
Rechtsverteidigungskosten!)
einspringen, und für andere Fälle könnte man
eine Rechtsschutzversicherung andenken. „Bauherren verfügen über gewandtere Anwälte“? Wie denn das? Herrscht in
Österreich nicht freie Anwaltswahl? Warum sollte ein Architekt nicht auch einen
„gewandten Anwalt“ beauftragen können? Nur Mut!
Oder, um mit Ostbahn-Kurti zu
sprechen: „Lassts Euch nix g’fallen!“
Höhne In der Mau r & Partn er –
Rech tsan wälte, 1070 Wien
Auf Architekturreise
durch das Ländle.
Die Vorarlberger Architektur
zeichnet sich durch ihre Alltagstauglichkeit aus, und gute Beispiele
finden sich in einer verblüffenden
Dichte. Diese sind allen Funktionsbereichen der Architektur zuzuordnen: Von Bauten für Industrie,
Handel und Gewerbe über öffentliche Gebäude und Infrastrukturbauten bis hin zu verdichtetem
Wohnbau und Einfamilienhäusern
ist alles dabei, stellt Marina Hämmerle fest, die Geschäftsführerin des
Vorarlberger Architektur Instituts
(vai). Ein Streifzug durch die hiesige
Architekturlandschaft ist daher fast
schon Pflicht und wird sowohl von
Einheimischen als auch von Touristen vermehrt nachgefragt. So bietet
das vai Exkursionen mit speziellen
Schwerpunkten an. Ein Team von
qualifizierten Architekturführern
begleitet Interessierte zu unterschiedlichen Bauwerken.
Wer seine Tour aber lieber selbst
planen möchte, kann diese jederzeit
auf der vai-Website (www.v-a-i.at)
unter dem Menüpunkt onTOUR
Steiermark_Kärnten
Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der Kärntner Verwaltungsakademie und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
für Steiermark und Kärnten öffnet
die Kärntner Verwaltungsakademie
ihr Aus- und Weiterbildungsangebot auch Ziviltechnikerinnen und
Ziviltechnikern in Kärnten. „Mit
dieser Maßnahme erhalten unsere
Kolleginnen und Kollegen, aber auch
deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kärnten einen Zugang zu
Weiterbildungsangeboten, was im
Sinne einer Sicherung der Qualität
und somit Konkurrenzfähigkeit
unerlässlich ist“, so Architekt DI
Peter Kompolschek, Vizepräsident
der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Steiermark
und Kärnten. Steiermark
Steiermark 2008
Seit bald dreißig Jahren würdigt die
Steiermark ihre besten Neubauten
mit dem Architekturpreis des Landes
Steiermark, der alle zwei Jahre von
der Steiermärkischen Landesregierung verliehen wird. Am 12. Oktober
2009 gibt Andreas Ruby, Berliner
Architekturkritiker und Kurator des
diesjährigen Architekturpreises, den
mit Spannung erwarteten Gewinner
im Rahmen eines Festakts im Weißen Saal der Grazer Burg bekannt.
Das Siegerprojekt wurde aus über
achtzig Einreichungen ausgewählt.
Zeitgleich mit der Verleihung des
Architekturpreises wird das von Ilka
und Andreas Ruby herausgegebene
Jahrbuch des Hauses der Architektur Graz 2008/2009 präsentiert.
Vergabewegweiser der LAIK
Vergabelust statt Vergabefrust: der Countdown läuft
chen Vergabeprozedere spielt die Projektentwicklung auf Auftraggeberseite. Als
Souffleur sollte der Verfahrensorganisator fungieren, der von der Projektmaterie Fachkenntnisse besitzen muss, um die
Aufgabe in ihrer Gesamtheit beurteilen
zu können. Nur so kann ein Verfahrensorganisator seinen Auftraggeber umfassend beraten. Die Tendenz zur Verrechtlichung des Vergabewesens geht zu Lasten
der Qualität. Die Angst vor dem Einspruch verstellt die Sicht auf das Wesentliche, das optimale Ergebnis.
Bewusst haben wir auf das Ziel der
ausführlichen Darstellung der Vergabematerie verzichtet und lenken mit diesem
„Mut zur Lücke“ die Aufmerksamkeit auf
die für unseren Berufsstand wesentlichen
Punkte in der täglichen Arbeit. Im Teil
A wird anhand von Fragen ein allgemeiner Überblick gegeben. Die richtige Wahl
des Verfahrens, die Kosten und die Dauer
der einzelnen Vergabeverfahren werden
übersichtlich dargestellt. Mit dem Vorurteil, dass der Wettbewerb jedenfalls länger dauert als ein Verhandlungsverfahren, wird gründlich aufgeräumt. Im Teil
B werden die wesentlichen Parameter der
einzelnen Verfahren dargestellt und auch
praktische Beispiele aus möglichst vielen
Befugnissen gegeben. Der genaue Ablauf
eines Wettbewerbs nach Wettbewerbsordnung und Verhandlungsverfahren nach
Bundesvergabegesetz ist bewusst mit
Querverweisen zum Beispiel zur Wettbewerbsordnung Architektur auf der Kammerwebsite präsent. Teil C, das Glossar,
erscheint Anfangs recht umfangreich,
dient aber auch für die Vermittlung von
Detailinformationen für den Leser, der
sich mehr in die Materie vertiefen möchte. Das Ergebnis der Arbeitsgruppe unter
Mitwirkung des Wettbewerbs- und Vergabeausschusses wird Anfang November,
rechtzeitig vor Weihnachten präsentiert.
Die Broschüre soll unter anderen die Initiativen im Rahmen der HIA-Kampagne,
der Architekturnetzwerke ORTE Niederösterreich und Architekturraum Burgenland unterstützen. Alle in Gemeinden mit
Vergabe betrauten Personen sollen die
Broschüre erhalten.
Wir sind davon überzeugt, dass wir
damit zu diesem Thema einen neuen Input liefern können. Die öffentliche Vergabe ist nicht nur Müh’ und Plage, sondern
führt, wenn richtig gemacht, mit hoher
Wahrscheinlichkeit, zu den wirtschaftlichsten und besten Projekten und als
Lohn zu einer positiveren Resonanz in der
Der Vergabewegweiser ist ein gemeinsames Projekt der Architekten und
Ingenieurkonsulenten.
Kammer der architeKten und
für Wien, niederösterreich und
In einem Praxishandbuch von Günther Gast zum Bundesvergabegesetz 2006
bin ich über den Satz „Per aspera ad astra“
(„Nur durch Mühsal gelangt man zu den
Sternen“) gestolpert. Diese Worte bringen
auf den Punkt, was viele mit der öffentlichen Auftragsvergabe Befasste, davon
vielleicht Rechtsanwälte ausgenommen,
zu diesem Thema zuallererst denken.
Der öffentliche Auftraggeber sieht
das Bundesvergabegesetz oft als Last,
weil es kompliziert ist und ihn aus seiner Sicht in der Wahl der Auftragnehmer
einschränkt. Lieber greift er auf ihm bekannte und bewährte Auftragnehmer zurück. Andererseits sind insbesondere die
kleinen Gemeinden mit wenig Vergabeexpertise häufig überfordert, sich einerseits einen Überblick zu verschaffen und
andererseits den richtigen Weg einzuschlagen, der ein qualitatives Ergebnis bringt.
Wir als Berufsvertretung haben
uns daher zum Ziel gesetzt einen „Basisratgeber“ herauszugeben, der die häufigsten Fragen zur Vergabe von Ziviltechnikerleistungen beantwortet, ohne mit
detaillierten Informationen das Thema zu
überfrachten. Fachliteratur gibt es mehr
als ausreichend, auf die im Vergabeweg-
weiser mittels Links verwiesen wird. Uns
geht es vielmehr darum, einen Überblick
zu geben, einerseits, was wir Ziviltechniker leisten, sowie andererseits, mittels
welchen Verfahrens die gewünschte Leistung optimal vergeben werden kann.
In der Konzentration auf die Aufgabe liegt auch die Begründung, warum wir
aus anfänglich zwei getrennten Büchern
– eines zum Thema „Vergabe“ mit Schwerpunkt Verhandlungsverfahren und eines
zum Thema „Wettbewerb“ – letztlich einen
Ratgeber verfassten. Im Zuge der Arbeit
der interdisziplinären Arbeitsgruppe, die
je zur Hälfte aus Ingenieurkonsulenten
und Architekten besteht, haben wir festgestellt, dass wir, sofern wir die Trennung
aufrechterhalten, ein mit vielen Querverweisen gespicktes Endergebnis produzieren würden. Dies wäre nicht nur schwer
lesbar, sondern würde auch Tür und Tor
für widersprüchliche Aussagen einer Berufsvertretung öffnen, was wiederum die
Auftraggeberseite verunsichern würde.
Wir haben uns über Formulierungen und
Standpunkte geeinigt und Empfehlungen, bezogen auf die zu vergebende Leistung, abgegeben.
So hat die Direktvergabe für kleine Aufgaben genauso ihre Berechtigung,
wie die Empfehlung zum Wettbewerb,
wenn es um gestaltungsrelevante Aufgaben geht. Nicht umsonst wurde in den
Wiener Wohnbau die soziale Nachhaltigkeit als viertes Beurteilungskriterium bei
Wettbewerben aufgenommen und so den
gesellschaftlichen Aspekten in der Architektur mehr Bedeutung verliehen.
Eine, wenn nicht die Hauptrolle für
einen reibungslosen Ablauf im tatsächli-
Die Broschüre wird diesen
Herbst erscheinen und soll
allen mit Vergabe betrauten
betrauten Personen in Gemeinden ein unverzichtbarer
Ratgeber werden.
Er wird im November 2009 erscheinen und
alle Aspekte von Wettbewerben und Verfahren
in übersichtlicher Form behandeln
Auszeichnung
Aufmerksamkeit für geniale Leistungen
der Ingenieure: NÖ Ingenieurpreis geplant
Das Berufsbild des Ingenieurs hat
sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Gefragt sind heute nicht mehr geniale Einzelgänger, sondern Teams aus
vernetzten Fachleuten, die mit ihrer Arbeit die technische Infrastruktur der Gesellschaft weiterentwickeln und verbessern. Ingenieurleistungen werden in der
Regel von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Dadurch haben technische
Berufe auch kein entsprechend positives
Image, was zur Folge hat, dass es einen
enormen Mangel an Nachwuchs gibt.
Um auf Ingenieurleistungen aufmerksam zu machen, beabsichtigt das
Land Niederösterreich gemeinsam mit
der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland, alle zwei Jahre
den „Niederösterreichischen Ingenieurpreis“ zu vergeben.
Mit dem Preis soll ein wichtiges
und innovatives Werk/Projekt/Lebenswerk eines herausragenden niederösterreichischen Ingenieurs oder Ingenieurteams ausgezeichnet werden, das einen
weitreichenden Impuls für die Gesellschaft gegeben hat. Um auch Arbeiten
jüngerer Nachwuchsingenieure in die
Preisvergabe einzubeziehen, könnte eine
Kategorie einem Nachwuchsingenieur
gewidmet werden.
Mit der Vergabe des Ingenieurpreises und der begleitenden PR-Arbeit soll
auf die Leistungen und das Können der
Ingenieure aufmerksam gemacht sowie
ihre Stellung und das Image in der Öffentlichkeit verbessert werden. 
Personalia
Rochaden in der Stadtbaudirektion
Neue Ansprechpartnerin in der Sektion Architekten
Stadtbaudirektion:
 BSR DI Susanne Lettner, MBA, wechselte als Leiterin von der MA 33 als in die
Baudirektion MB-BD, Gruppe Tiefbau,
die sie ab nun leitet.
 Die Leitung der MD-BD Hochbau übernahm SR DI Werner Schuster, vormals
Chef der MA44 -Bäder als Nachfolger von
OSR DI Wilhelm Wimmer, der in Pension ging.
 SR Dipl.-Ing. Eduard Winter übernahm die Projektleitung Hauptbahnhof
 SR DI Gerhard Sochatzy übernahm die
Leitung der MA29.
 Mag. Elfriede Huber-Hochradl, die
schon vor ihrer zweijährigen Karenzzeit
als Sektionsassistentin tätig war, wird ab
sofort wieder diese Funktion wahrnehmen. Sie löst damit Mag. Franziska MayrKeber ab, die Anfang Oktober in Bildungskarenz geht. Sie war drei Jahre lang
Assistentin für die Sektion Architekten.
Kontakt: Mag. Elfriede Huber-Hochradl,
Tel.: 01/505 17 81-12,
E-Mail:elfriede.huber-hochradl@arching.at
KAMMER_AKADEMIE
Fortbildung
Der Arch+Ing-Akademie-Herbst
Lehrgangsstart am 7. Oktober 2009
Für alle Interessierten und Beteiligten – Teilnehmer,
Juroren, Verfahrensorganisatoren
20 Unterrichtseinheiten an 4 Nachmittagen
Die Bedeutung des Architekturwettbewerbs als Verfahren zur Findung
der besten Lösung für eine Bauaufgabe
ist unumstritten. Ebenso unumstritten
ist seine Bedeutung für das baukulturelle
Selbstverständnis unserer Gesellschaft.
Abgesehen davon bedeutet die
für Architekten und Architektinnen regelmäßig einen hohen Investitionsaufwand an Zeit, Energie und Geld. Vor diesem Hintergrund wird erkennbar, wie
wichtig Verfahrenssicherheit – sowohl in
Bezug auf die Wahl des Verfahrens wie
auch in Bezug auf die konkrete Verfahrensgestaltung – ist. Denn was nützt der
beste Beitrag, wenn das Verfahren nicht
Der Lehrgang Architekturwettbewerb erstreckt sich über vier Nachmittage im Oktober. Im ersten Teil jedes Moduls wird Grundlagenwissen vermittelt,
der zweite Teil dient der Diskussion, Erfahrungsberichten und Case Studies österreichischer Architekten und Architektinnen als Teilnehmer an Wettbewerben,
Juroren, Verfahrensbetreuer bzw. Wettbewerbsreferenten der Kammer.
Lehrgangsstart am 15. Oktober 2009
75 Unterrichtseinheiten in 3 Modulen
Die Arch+Ing Akademie startet
bereits zum sechsten Mal den Lehrgang
„Brandschutzplanung und -ausführung“.
Der Lehrgang bietet Architekten und Ingenieurkonsulenten die Chance, in einem
neuen Berufsfeld als Brandschutzplaner
tätig zu werden. Der Brandschutz gehört
gemäß Bauproduktenrichtlinie neben
Standsicherheit, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Schallschutz und Umweltschutz
zu den wesentlichen Grundanforderungen, welche das Bauen im EU-Bereich betreffen. Das heißt, bei der Planung, Bemessung und Errichtung von Bauwerken
müssen diese Schutzmaßnahmen unbedingt erfüllt werden.
Die praktische Planung und Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen erfolgt
derzeit im Wesentlichen auf der Basis von
Erfahrungen (Feuerwehr, Prüfstellen,
Brandverhütungsdienste),technischenRichtlinien bzw. Bauproduktnormen sowie den
gesetzlichen Regelwerken (Landesbauordnung, Arbeitnehmerschutzgesetz etc.).
Abgesehen von speziellen Ausbildungen
im Rahmen der oben genannten Institutionen gibt es in Österreich keine Brandschutzausbildung, die den Brandschutz
im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung behandelt.
Um diese Lücke zu schließen, hat
die Arch+Ing Akademie gemeinsam mit
Prof. Ulrich Schneider, Vorstand des Forschungsbereichs für Baustofflehre, Werkstofftechnologie und Brandsicherheit am
Institut für Hochbau und Technologie der
TU Wien, einen Lehrgang entwickelt, der
Architekten und Ingenieurkonsulenten
einen optimalen Einstieg in alle Themen
der Brandschutzplanung bietet.
Im Rahmen dieser sowohl praktisch als auch theoretisch orientierten
Ausbildung werden die wesentlichen Elemente des Brandschutzes vermittelt und
in einer Projektarbeit vertieft. 
Der Wettbewerbsund Vergabeausschuss
der Kammer betreute
auch den nun entschiedenen Wettbewerb für
die Gärtnerunterkunft
Rathausparks, den
die kiskan kaufmann
architekten gewannen.
Lehrgangsstart am 22. Oktober 2009
Praxisbezogenes Know-how und Methodik
120 Unterrichtseinheiten an 7 Doppeltagen
Beteiligte an Bauprojekten sind
ständig steigendem Wettbewerbsdruck
und zunehmender Komplexität in der
Vorbereitung und Abwicklung der Bauvorhaben ausgesetzt. Für den beruflichen
Erfolg am Bau reicht eine rein technische
Ausbildung heute nicht mehr aus. Die Erkenntnis fehlender betriebswirtschaftlicher und abwicklungsorientierter Ausbildung ergibt sich häufig erst mitten im
Der Lehrgang Bauprojektmanagement wendet sich an aktive oder künftige
Projektmanager, die Zusatzqualifikationen in betriebsorientierter Projektarbeit
erwerben wollen. Angesprochen sind vor
allem jene, die nach Festigung der fachlichen Planer- oder Bauleiterausbildung
vor einer Erweiterung ihrer Führungsaufgaben stehen und diesen Schritt fundiert vorbereiten wollen. 
Lehrgangsstart am 29. Oktober 2009
Parteien aktiver wahrzunehmen und mit
schwierigen Situationen gelassener umzugehen. Durch die professionelle Begleitung und Vermittlung erarbeiten die
Konfliktparteien verlässliche und umsetzbare Vereinbarungen, die alle Beteiligten nach vorne blicken lassen.
Der Ausbildung umfasst 228 Ausbildungseinheiten, die sich in sechs dreitägige (Donnerstag bis Samstag) und in
zwei viertägige (Mittwoch bis Samstag)
Module gliedern. Diese werden durch
Reflexionseinheiten, durch die Arbeit
in Netzwerkgruppen und durch Einzelsupervisionen ergänzt. Die acht Module werden in ausgewählten Seminarhotels in Österreich unter der Leitung eines
Trainerteams der europäischen Spitzenklasse durchgeführt.
Die Absolvierung des Lehrgangs,
die durch ein Abschlusszertifikat dokumentiert wird, begründet für die Mitglieder der Kammern der Architekten
und Ingenieurkonsulenten, der Wirtschaftstreuhänder sowie der Notare einen Anspruch auf Eintragung in die vom
Bundesministerium für Justiz geführte
Mediatorenliste. 
Das ÖGNI-Gütesiegel –
nachhaltiges Planen und
eine Partnerorganisation der DGNB etabliert. Diese passt das DNGB-Gütesiegel
an österreichische Bedürfnisse und Rahmenbedingungen an. Ziel ist es, die ersten österreichischen Gütesiegel im Jahr
2010 für Wirtschaftsbauten vergeben zu
Im Vergleich zu anderen internationalen Zertifikaten soll das ÖGNI-Gütesiegel über die ökologischen Aspekte
des „green building“ hinausgehen und die
ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit von Gebäuden gleichberechtigt einbeziehen. Die Kriterien für Gebäudequalitäten umfassen die Bereiche Ökologie,
Ökonomie, soziale Aspekte, technische
Qualität, Prozessqualität und Standortqualität – bewertet wird also die Gebäudeperformance und nicht einzelne Maßnahmen. Damit sollen Bauherren und
vor allem Planern große Spielräume beim
Erreichen von Zielvorgaben eingeräumt
Planer und Planung haben in diesen Zertifizierungssystemen einen hohen Stellenwert – dies drückt sich auch
in der Mitgliederstruktur in Deutschland aus: 63 Prozent der DGNB- Mitglieder sind Architektur- und Ingenieurbüros. Auch in Österreich ist das Interesse
der Architekten und Ingenieurkonsulenten beachtlich – über 40 Teilnehmer
nahmen an der ersten Präsentation der
ÖGNI in der Arch+Ing Akademie Anfang
September teil. Nächster Schritt war die
Gründungsveranstaltung der ÖGNI am
29.9.2009 (wir werden in der nächsten
Ausgabe darüber berichten). 
Weitere Highlights im
Herbst – kurz und bündig
Lehrgang Architekturwettbewerb
Lehrgangsstart am 7.10.2009
Dokumentationspflichten des Planers
Was Planer gegenüber Auftraggebern und ausführenden Unternehmen dokumentieren müssen.
Seminar am 14.10.2009
Lehrgang – Brandschutzplanung
75 Unterrichtseinheiten in 3 Modulen.
Arch+Ing Akademie, Monika Laumer,
Für alle in der Baubranche Tätigen zur Erweiterung
Tel. 01/505 17 81-14
www.ogni.at bzw. www.dgnb.de
des englischen Wortschatzes und Verbesserung
der Diskussions- und Präsentationsfähigkeiten.
E-Mail: mediation@archingakademie.at
Lehrgangsstart am 19.10.2009
Am 29. Oktober 2009 startet die bereits 10. Auflage des Lehrgangs Mediation, welcher in Kooperation der Arch+Ing
Akademie mit der Akademie der Wirtschaftstreuhänder und der ÖGIZIN (Akademie der Notare) veranstaltet wird.
Der Lehrgang bietet den TeilnehmerInnen aus den drei beteiligten Freiberuflerkammern der Architekten und
Ingenieurkonsulenten, der Wirtschaftstreuhänder und der Notare, deren gemeinsamer beruflicher Schwerpunkt
in der Beratung ihrer Kunden liegt, die
Möglichkeit, ihre Kompetenz in ihren
– oft konfliktträchtigen – Kommunikationsbeziehungen effektiv und effizient
Mediation ist ein freiwilliges, außergerichtliches Verfahren, welches einen
konstruktiven Umgang mit Konflikten
und die Gestaltung von zukunftsorientierten Lösungen ermöglicht.
Ein allparteilicher Mediator unterstützt die Konfliktparteien dabei, auf der
Grundlage ihrer jeweiligen Interessen
und Bedürfnisse selbst Lösungen zu entwickeln, die für alle Beteiligten akzeptabel und tragfähig sind. Dieses Wissen befähigt Mediatoren, die „Botschaften“ der
Mittlerweile wissen auch Investoren und Nutzer: Nachhaltige Immobilien
überzeugen durch niedrige Betriebs- und
Unterhaltskosten; die überschaubaren
Mehrkosten bei Planung und Bau amortisieren sich meist innerhalb von wenigen Jahren. Damit Nachhaltigkeit zum
vermarktbaren Wirtschaftsgut wird,
verlangt die Immobilienwirtschaft, sie
„messbar“ zu machen.
Weltweit boomt die Nachfrage
nach Gebäudezertifikaten für nachhaltige Gebäude, besonders für Büro- und
Verwaltungsbauten. Das US-amerikanische LEED-Konzept und das britische
BREEAM beginnen sich auch in der europäischen Immobilienwirtschaft zu etablieren. Deutschland wollte dieser Entwicklung nicht nachstehen und hat 2008
alle einschlägigen Aktivitäten unter dem
Dach der „Deutschen Gesellschaft für
nachhaltiges Bauen (DGNB)“ etabliert
und ein ganzheitliches, am Lebenszyklus orientiertes Zertifizierungssystem
geschaffen, das bereits auf die künftige
europäische Normung abgestimmt ist.
In Österreich wird derzeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI)
Lehrgang Bauprojektmanagement
Praxisbezogenes Know-How und Methodik.
120 Unterrichtseinheiten an 7 Doppeltagen.
Lehrgangsstart am 22.10.2009
228 Ausbildungseinheiten in sechs dreitägigen
(Donnerstag bis Samstag) und in zwei
viertägigen (Mittwoch bis Samstag) Modulen.
Lehrgangsstart am 29.10.2009
Kurzlehrgang Liegenschaftsbewertung
Hier werden Bewertungsgrundsätze und
Bewertungsverfahren sowie internationale
Standards ausführlich dargestellt.
Lehrgangsstart am 12.11.2009
Renaissance von Dachbegrünungen, mit dem
Fokus auf Energie, - Umwelt, - Bautechnik, Wirtschaftlichkeit.
Seminar am 24.11.2009
Gratishotline: 0810/500 830
Offenes Verfahren: keine Verpflichtung zur Mitteilung der Bildung
einer Bietergemeinschaft vor
Ablauf der halben Angebotsfrist
Die Beschaffung von Planungsund Beratungsleistungen im Fachbereich Baugrund wurde als Dienstleistungsauftrag im Wege eines offenen
Verfahrens ausgeschrieben. Die Ausschreibungsunterlagen regeln bezüglich Bietergemeinschaften, dass
„die eingeladenen Bieter dem AG die
allfällige Bildung einer Bieter- oder
Arbeitsgemeinschaft vor Ablauf der
halben Angebotsfrist mitzuteilen
Das Bundesvergabeamt hat erkannt, dass der Punkt betreffend
Bietergemeinschaften in den Ausschreibungsunterlagen keine Verpflichtungen der an der Einreichung
eines Angebotes Interessierten nach
sich zieht, weil unklar ist, was im offenen Verfahren während der Angebotsfrist unter „eingeladenen Bietern“ zu verstehen ist. Eine solche
undeutliche Äußerung kann gemäß
§ 915 ABGB jedenfalls nur zum Nachteil desjenigen erklärt werden, der
sich derselben bedient hat, nämlich
die Auftraggeberin, die die Einhaltung dieser Mitteilungspflicht daher
nicht einfordern kann. Eine Mitteilungspflicht aufgrund der Ausschreibungsunterlagen besteht somit nicht.
Im Übrigen würde – selbst wenn
man vom Vorliegen einer Mitteilungspflicht ausgehen würde – eine Verletzung einer solchen Pflicht sanktionslos bleiben und wäre unbeachtlich,
da eine Sanktion in den Ausschreibungsunterlagen (wie auch im Gesetz)
nicht vorgesehen ist (BVA 26.1.2009,
N/0166-BVA/13/2008-38).
Anmerkung: Da gemäß § 20 Abs.
2 BVergG 2006 lediglich beim nichtoffenen Verfahren und beim Verhandlungsverfahren die aufgeforderten Bewerber dem Auftraggeber die
Bildung einer Bieter- oder Arbeitsgemeinschaft vor Ablauf der halben
Angebotsfrist mitzuteilen haben, besteht im gegenständlichen Fall, da es
sich um ein offenes Verfahren handelt, keine diesbezügliche gesetzliche
Verpflichtung. Im Übrigen wäre auch
entsprechend den Materialien die
Verletzung einer solchen Verpflichtung kein Ausscheidungsgrund.
Die richtige Unterschrift.
Rechtsgültig oder firmenmäßig?
Verwirrung bei der Unterfertigung von Angeboten, Angebotsformularen und Beilagen. Welche Mängel
bei der Unterfertigung sind nun behebbare und welche unbehebbar?
Die bisher ergangene Rechtssprechung ist nicht leicht zu durchschauen. Das Verständnis der zugrunde
liegenden Systematik wäre aber aufgrund der damit verbundenen Konsequenzen wesentlich. Handelt es
sich bei der mangelhaften Unterfertigung um einen behebbaren Mangel,
kann dieser binnen einer Frist verbessert werden. Handelt es sich hingegen um einen unbehebbaren Mangel, führt dieser zum Ausscheiden des
Angebots. Gemäß Bundesvergabegesetz sind Angebote unter Angabe des
Datums durch rechtsgültige Unterschrift zu bestätigen.
Die firmenmäßige Unterfertigung
verlangt:
 eine Unterfertigung von jenen Personen in ausreichend vertretungsbefugter Zahl,
 die im Firmenbuch als organschaft-
liche oder rechtsgeschäftliche Vertreter aufscheinen. Für eine korrekte firmenmäßige Unterfertigung muss von
allen kollektiv zur Vertretung befugten Personen unterfertigt sein.
Rechtsgültig unterfertigt ist ein
Angebot dann, wenn es
 von einem Vertreter des Bieters oder
von einer Person unterfertigt wurde, der außerhalb des Firmenbuchs
macht für die Angebotsabgabe eingeräumt wurde. (Nachweis: Vollmacht).
Vergaberechtliche Zweckbestimmung eines rechtmäßig unterfertigten Angebotes ist es, von vornherein
Klarheit über die volle Verbindlichkeit des Angebotes zu schaffen und
Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Diese könnten zum Beispiel dadurch eintreten, dass der Bieter trotz
verbindlicher Unterfertigung seines Angebotes eine ihm aufgetragene Verbesserungsfrist ungenutzt verstreichen lässt und so sanktionslos
ein ihn reuendes Angebot ungeschehen machen kann.
Kriterien für die Unterscheidung
zwischen einem unbehebbaren und
einen behebbaren Mangel sind:
 Unterfertigt der Bieter das vom Auftraggeber als „Angebotsformular“,
„Angebotsschreiben“ oder dergleichen
Ausschreibungsdokument selbst ausschreibungskonform,
nicht aber etwaige darin bezeichnete Beilagen, handelt es sich um einen
behebbaren Mangel.
 Unterfertigt der Bieter zwar die Beilagen, nicht aber die als „Angebotsformular“, „Angebotsschreiben“ oder
dergleichen bezeichneten Ausschreibungsdokumente oder das Angebot
selbst, handelt es sich um einen unbehebbaren Mangel und führt zum Ausscheiden des Angebotes, weil diesfalls
kein Bindungswille dokumentiert ist.
(Rechtsmissbräuchliche) Abrufung
einer Bankgarantie
Aufgrund eines zwischen der
klagenden Baugesellschaft und der
als Nebenintervenientin auf Seiten
der beklagten Garantiebank eingetretenen Bauträgergesellschaft geschlossenen
Teilgeneralunternehmervertrages hatte die beklagte
Garantiebank der klagenden Baugesellschaft eine Bankgarantie erteilt.
Deren Abrufung durch die klagende Baugesellschaft wurde jedoch von
der beklagten Garantiebank wegen
rechtsmissbräuchlicher Inanspruchnahme verweigert.
Wurde eine sogenannte „EffektivKlausel“ vorgesehen, nach der „auf erste Anforderung zu zahlen ist“, muss die
Garantie geradezu „pedantisch und
wortgetreu“ dem Wortlaut der Klausel
gemäß innerhalb der Abruffrist auch
unter Vorlage entsprechender vorgesehener Beweise über den Garantiefall
abgerufen werden. Für eine inhaltliche
Prüfung der Berechtigung der Forderung lässt die Garantieabrede keinen
Raum. Diese kann nur im Rahmen der
Einwendungen über den Rechtsmissbrauch von der beklagten Garantiebank geltend gemacht werden.
rechtsmissbräuchliche Abrufung einer Bankgarantie für Forderungen aus (Bau-)
-Leistungen, die nicht von der Bankgarantie umfasst sind, ist daher von
der beklagten Bank zu beweisen
(OGH 27.1.2009, 8 Ob 137/08t).
I RENE BI NDER, HORST F ÖSSL
... also sprach BOB
der Wiener Bauoberbehörde
rund um die Bauordnung.
Alles neu macht der Mai (§ 69 BO):
Am 3. Mai 2009 ist eine Novelle zur
Bauordnung für Wien (BO) in Kraft getreten, in der u. a. der § 69 BO neu gefasst
wurde. Die Überschrift des neuen § 69 BO
lautet „Abweichungen von den Vorschriften des Bebauungsplanes“. Es sind keine
Abweichungen von den Bestimmungen
des Flächenwidmungsplanes zulässig.
Das Wort „unwesentliche“ ist entfallen.
Abweichungen von Vorschriften des Bebauungsplanes sind nur dann zulässig,
wenn sie die Zielrichtung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes nicht
unterlaufen. Die taxative Aufzählung
der Ausnahmetatbestände ist entfallen.
Grundsätzlich ist für jede Bestimmung
des Bebauungsplanes eine Abweichung
denkbar. Solche Abweichungen sind aber
nur zulässig, wenn sie nachvollziehbar einen der im § 69 Abs. 2 BO neu angeführten Effekte bewirken. Es sind dies
eine zweckmäßigere Flächennutzung
(z.B. durch die Verschiebung eines Baukörpers zur besseren Belichtung, besseren Sonneneinstrahlung oder um Platz
für einen Kinder- und Jugendspielplatz
zu schaffen),
eine zweckmäßigere oder zeitgemäße Nutzung von Bauwerken, insbesonder des konsensgemäßen Baubestandes
(z. B. Verbesserung der Barrierefreiheit,
Aufzugseinbau),
die Herbeiführung eines den zeitgemäßen Vorstellungen entsprechenden örtlichen Stadtbildes (wobei davon auszugehen ist, dass der Flächenwidmungs- und
Bebauungsplan das beabsichtigte örtliche Stadtbild zum Ausdruck bringt),
die Erhaltung schützenswerten Baum-
bestandes (im Sinne des Wiener Baumschutzgesetzes).
Zumindest einer dieser positiven
Effekte muss vorliegen, damit eine Ausnahme erteilt werden kann. Der Nachweis ist vom/von der BauwerberIn zu
führen und dem Bauansuchen als Beilage anzuschließen. Anders als bisher gewohnt sind alle geplanten Ausnahmetatbestände vom/von der BauwerberIn
anzuführen. Wird der Behörde der Nachweis nicht vorgelegt, ist das Bauansuchen
In Schutzzonen ist weiters erforderlich, dass das öffentliche Interesse an
einer besonderen Situierung und Ausbildung des Baukörpers zur Gestaltung des
örtlichen Stadtbildes überwiegt und die
zulässige Ausnützbarkeit des Bauplatzes
im Sinne des § 76 BO nicht überschritten
Abweichungen von gesetzlichen
Vorschriften, wie etwa gesetzlichen Beschränkungen der baulichen Ausnützbarkeit oder des Versiegelungsverbotes oder
der Größe von Schwimmbecken, sind nicht
mehr vom § 69 BO erfasst. Diesbezügliche
Regelungen wurden in die jeweiligen Bestimmungen der BO aufgenommen.
ERNST SCHLOSSNICKEL
DI Ernst Schlossnickel
ist Budgetreferent und Controller in der
MA 37– Baupolizei und Vortragender in der
Verwaltungsakademie der Stadt Wien zum
Thema Bauordnung.
Ziviltechnikergesellschaft
Befugnisse in ZT-Gesellschaften
ZT teilen sich in Architekten
und Ingenieurkonsulenten,
es gibt über 40 Befugnisse.
Welche Gruppe von Ziviltechnikern zur Erbringung der ausgeschriebenen Leistungen auf den Baugrund befugt
ist, ist in der Ausschreibung nicht festgehalten. In der Ausschreibung wird lediglich festgelegt, dass die Unternehmer
über die notwendige Eignung verfügen
müssen. Als Nachweis der Befugnis wird
unter anderem eine Abschrift des Berufsund Handelsregisters gefordert.
Der präsumtive Zuschlagsempfänger ist eine Ziviltechnikergesellschaft in
Form einer GmbH. Aufgrund der letztlich
„transitorischen“ persönlichen Befugnis
des geschäftsführenden und vertretungsbefugten Gesellschafters bei einer Ziviltechnikergesellschaft wird die Gesellschaftsbefugnis gemäß § 22 Abs. 2 ZTG
nur für jenen Fachbereich gewährt, für den
die persönlich ausgeübte Kongruenzbefugnis nachgewiesen wird. Im konkreten
Fall verfügt die Ziviltechnikergesellschaft
über die Ziviltechnikerbefugnis „Bauingenieurwesen“, die auf den allein vertretungsbefugten und geschäftsführenden
Gesellschafter zurückzuführen ist.
Der Umfang einer ZT-Befugnis auf
dem jeweiligen Fachgebiet ist im Gesetz
nicht ausdrücklich ausgeführt.
Gemäß § 4 Abs. 1 ZTG sind „Ziviltechniker, sofern bundesgesetzlich nicht
eine besondere Berechtigung gefordert
wird, auf dem gesamten von ihrer Befugnis umfassten Fachgebiet zur Erbringung
von planenden, prüfenden, überwachenden, beratenden, koordinierenden, mediativen und treuhändischen Leistungen,
insbesondere zur Vornahme von Messungen, zur Erstellung von Gutachten, zur
berufsmäßigen Vertretung vor Behörden
und Körperschaften öffentlichen Rechts,
zur organisatorischen und koordinierenden Abwicklung von Projekten, ferner zur
Übernahme von Gesamtplanungsaufträgen, sofern wichtige Teile der Arbeiten
dem Fachgebiet des Ziviltechnikers zukommen, berechtigt“.
Die bei den verschiedenen Fachrichtungen angeführte Umschreibung
„das gesamte Fachgebiet“ ist nach dem
für die jeweilige Ausbildung vorgesehenen Studienplan zu beurteilen. Maßgeblich ist, wann und nach welchem konkreten Studienplan die Studien zurückgelegt
wurden. Überschneiden sich Studien
hinsichtlich ihres Ausbildungsumfangs,
kommt es auch zu Überschneidungen der
ZT-Befugnisse (BVA 9.1.2009, N/0137H F
BVA/04/2008-70). 
Anmerkung: Die Befugnis einer ZT-Gesellschaft richtet sich immer danach, welche
Befugnis(se) ihre Gesellschafter einbringen.
Der jeweilige Befugnisumfang richtet sich
nach dem vom Befugnisinhaber absolvierten
Studium, dem konkreten Studienzweig und
dem im Zeitpunkt (des Beginns) des
Studiums geltenden Studienplan.
Haftung beim Unternehmensübergang
Nachhaftung des Veräußerers
und die Haftung des Erwerbers für Altverbindlichkeiten:
die Haftungsproblematik bei
Unternehmensübergängen
bei Einzelunternehmen,
der OG und der GmbH.
an. Neben dem Übertragenden haftet
auch der Erwerber den Gläubigern unmittelbar. Der Erwerber muss jene Rechtshandlungen, die der Übertragende bis
zum Zeitpunkt des Übergangs gesetzt
hat, wie etwa einen Vergleich oder ein Anerkenntnis gegen sich, gelten lassen. Eine
etwaige abweichende Regelung im Innenverhältnis zwischen Veräußerer und Erwerber entfaltet gegenüber den Gläubigern keine Wirkung.
Bei Erwerb und Fortführung eines
Unternehmens durch ein Rechtsgeschäft
unter Lebenden (d. h. Einzelrechtsnachfolge durch Kauf, Tausch, Schenkung etc.)
sind zunächst die Regelungen der §§ 38,
39 UGB zu beachten. Voraussetzung ist,
dass es sich um einen Unternehmer i.S.d.
§ 4 UGB handelt, welcher ein Unternehmen betreibt. Dieses ist als jede auf Dauer angelegte Organisation selbständiger
wirtschaftlicher Tätigkeit, mag sie auch
nicht auf Gewinn gerichtet sein, definiert.
§ 38 UGB ordnet an, dass alle unternehmensbezogenen Rechtsverhältnisse
mit den bis zum Zeitpunkt des Übergangs
entstandenen Rechten und Verbindlichkeiten auf den Erwerber übergehen (Vertragsübernahme), soweit sie nicht höchstpersönlicher Natur sind. Der Veräußerer
haftet jedoch für die Dauer von fünf Jahren für die übergegangenen Verbindlichkeiten fort.
Der Dritte kann der Vertragsübernahme binnen drei Monaten widersprechen, wodurch diese unterbleibt und der
Veräußerer unbegrenzt forthaftet.
Soweit keine gegenteilige Vereinbarung getroffen und diese im Firmenbuch eingetragen, auf verkehrsübliche
Weise verlautbart oder dem Dritten mitgeteilt wird, haftet auch der Erwerber für
Verbindlichkeiten aus nicht übergangenen Rechtsverhältnissen. Zu beachten ist
jedoch, dass gemäß § 38 Abs. 6 UGB andere Haftungsbestimmungen unberührt
bleiben, weshalb die zwingende Haftungsregel des § 1409 ABGB für Einzelunternehmen und die OG die in § 38 UGB
vorgesehenen Beschränkungen der Haftung überlagert.
§ 1409 Abs. 1 ABGB ordnet einen
zwingenden gesetzlichen Schuldbeitritt
Die Haftung nach § 1409 ABGB unterliegt
allerdings bestimmten Einschränkungen:
Um einer Verdoppelung des Haftungsfonds zugunsten der Gläubiger entgegenzuwirken, kann der Haftungstatbestand
des § 1409 ABGB nur zum Tragen kommen, wenn der den Gläubigern zur Verfügung stehende Haftungsfonds, etwa infolge eines nicht äquivalenten Kaufpreis
oder bei Uneinbringlichkeit der Kaufpreisforderung durch die Übernahme,
messbar verringert wird. Maßgeblich ist
der Wert des Unternehmens im Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses.
Die Haftung des Übernehmers nach
§ 1409 ABGB ist mit der Höhe des Wertes
der übernommenen Aktiva beschränkt.
Der Erwerber muss bis zur Erschöpfung
des Haftungsfonds die Gläubiger in der
zeitlichen Reihenfolge befriedigen, in der
sie ihre Ansprüche geltend machen. Zahlungen aus dem Kaufpreis für die Tilgung
von Schulden, die zum übernommenen
Unternehmen gehören, werden auf die
Haftung angerechnet.
Voraussetzungen für die Haftung nach
§ 1409 ABGB sind:
Die Übernahme muss auf einem Rechtsgeschäft unter Lebenden beruhen. Hierher gehören z. B. Kauf, Schenkung oder
die Einbringung in eine Gesellschaft.
Es muss das Unternehmen als
Ganzes übernommen werden. Dies ist der
Fall, wenn die wesentlichen Teile des Unternehmens, die dessen Substanz und individuellen Charakter ausmachen, übernommen werden. Als Unternehmen gilt
der Inbegriff von Sachen, Rechten sowie
Vermögenswerten, z. B. Kundenstamm,
good will, Know-how, Erwerbschancen
usw. Der gesetzliche Schuldbeitritt erstreckt sich auf alle Arten von Schulden,
die im wirtschaftlichen Zusammenhang
mit dem Unternehmen als Haftungsfonds stehen. Der Unternehmer haftet lediglich für solche Schulden, die er bei der
tatsächlichen Übernahme kannte oder
kennen musste. Bezugspunkt ist der Zeitpunkt des Titelgeschäfts. Kennen müssen
ist fahrlässige Unkenntnis, wobei bereits
leichte Fahrlässigkeit schadet. Die Kenntnis oder verschuldete Unkenntnis hat der
Gläubiger zu beweisen, soweit der Übernehmer nicht ein naher Angehöriger i.S.v.
§ 1409 Abs 2 ABGB ist.
Weitere Haftungsbestimmungen sind:
§ 3 AVRAG ordnet im Falle der Übertragung des Unternehmens unter Lebenden
auf einen anderen Rechtsträger den Exlege-Übergang aller Rechte und Pflichten
aus Arbeitsverhältnissen auf den Erwerber an. Diesem Übergang des Arbeitsverhältnisses kann der Dienstnehmer jedoch
Eine dem § 1409 ABGB vergleichbare, zusätzliche Haftung des Erwerbers
für Abgabenverbindlichkeiten sieht § 14
BAO vor, eine solche für Sozialversicherungsbeiträge § 67 ASVG. Der Übernehmer kann gegenüber diesen bevorrechteten Gläubigern nicht einwenden, dass die
Haftungssumme gemäß § 1409 ABGB erreicht ist. Umgekehrt kann sich der Übernehmer aber nach der Bezahlung rückständiger
oder Abgaben gegenüber sonstigen Gläubigern auf die Haftungsbeschränkung
des § 1409 berufen.
In Hinblick auf die Haftung bei
Übertragung von Geschäftsanteilen an
einer GmbH ist hingegen § 76 GmbHG anzuwenden. Die Übertragung des Anteils
bedeutet den Wechsel des Gesellschafters.
Die Rechtsfolge der Übertragung besteht
grundsätzlich darin, dass der Erwerber
in die Rechtsstellung des Veräußerers
eintritt. Der Erwerber tritt dem ihm bekannten Statut bei. Dabei sind allfällige im Statut geregelte Verpflichtungen,
insbesondere jene zu wiederkehrenden,
nicht in Geld bestehenden Leistungen
(§ 8 GmbHG; nur wenn sie laut Statut alle
Gesellschafter treffen) und Nachschüsse über den Betrag der Stammeinlagen
hinaus (§§ 72 ff. GmbHG) zu beachten.
Das Gesetz geht davon aus, dass mit dem
Anteil die Stammeinlage übernommen
wird. Damit tritt der Erwerber in die Verpflichtung ein, die Einzahlungen auf die
Stammeinlage zu leisten, die nach seinem
Beitritt fällig werden.
Der Erwerber hat aber auch noch
offene Einlageverbindlichkeiten zu erfüllen. Erfolgt die Einzahlung nicht rechtzeitig, so kann die Gesellschaft den säumigen
Gesellschafter unter Bestimmung einer
Nachfrist für die Einzahlung den Ausschluss androhen. Der Veräußerer haftet
nur noch nach Maßgabe von § 67 GmbHG,
für eine nicht erfüllte fällige Einlagenforderung durch den ausgeschlossenen Gesellschafter, falls der Veräußerer innerhalb der letzten fünf Jahre vor Erlassung
der Einzahlungsaufforderung im Firmenbuch als Gesellschafter eingetragen war.
Durch die Komplexität des Themas und
die Risiken für die Beteiligten ist sowohl
dem Veräußerer als auch dem Erwerber zu empfehlen, rechtzeitig vor einem
geplanten Erwerb eines Unternehmens
durch ein Rechtsgeschäft unter Lebenden
kompetenten Rat einzuholen.
ist Rechtsanwalt und Partner der Singer
Fössl Rechtsanwälte OEG (www.sfr.at)
Er war u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter
des Verwaltungsgerichtshofs und ist
Experte für Vergaberecht und öffentliches
Beschaffungswesen, Baurecht,
Privatisierungen und Ausgliederungen,
PPP und öffentliches Wirtschaftsrecht.
HFU-Liste
Auftraggeberhaftung auch für ZT?
Könnte die Bauwirtschaft das
„Unwort 2009“ wählen, würde
das Kunstwort „HFU-Liste“¹
wohl ganz oben am Podest
¹unabgekürzt: Liste der haftungsfreistellenden Unter nehmen
Fakt ist, dass nach Verzögerungen
mit 1.9.2009 die Auswirkungen des AuftraggeberInnen-Haftungsgesetzes in der
Bauwirtschaft massiv spürbar sind.
Für Ziviltechniker stellt sich die
Frage, ob sie von dieser Regelung betroffen sind! Bevor auf die Details eingegangen wird, kann festgehalten werden, dass
jedenfalls jene Ziviltechniker zu diesem
Thema Bescheid wissen müssen, welche
für ihre Kunden Rechnungskontrolle und
Zahlungsfreigabe übernehmen. Unter
ganz besonderen Umständen könnte die
Regelung auch die ZT selbst treffen.
Zum Detail: Ziel dieses im ASVG
ausformulierten Gesetzes ist die Siche-
rung der Sozialversicherungsabgaben.
Mit diesem tunlichen Ziel ist ein die Bauwirtschaft sehr belastender bürokratischer Aufwand verbunden.
Konkret bestimmt das Gesetz eine
ausdrückliche Haftung für Auftraggeber,
die „Bauleistungen“ an andere Unternehmer weitergeben, d. h. Subunternehmer
beschäftigen. Die Haftung umfasst einen
Umfang von maximal 20 Prozent des an
den Subunternehmer entrichteten (oder
mit ihm „gegenverrechneten“!) Werklohns.
Die Definition der „Bauleistungen“ orientiert sich an den Bestimmungen des Umsatzsteuergesetzes (§ 19 Abs. 1a UStG).
Ganz allgemein trifft die Haftung für all
jene Leistungen zu, welche vom Subunternehmer unter richtiger Anwendung des
Reverse-Charge-Systems
für Bauleistungen ohne Umsatzsteuer an
den Auftraggeber verrechnet wurden.
Die Haftung entsteht für Zahlungen ab 1.9.2009. Der Zeitpunkt der Ausführung der Bauleistung oder der Rechnungsstellung ist irrelevant.
Wie entkommt man dieser Haftung? Ist das beauftragte Unternehmen
zum Zahlungszeitpunkt in der bereits er-
wähnten HFU-Liste vermerkt, ist eine
Haftung ausgeschlossen. Das heißt, die
Zahlung des Werklohns kann in voller
Höhe erfolgen. Es empfiehlt sich die unter www.sozialversicherung.at/agh vorzunehmende Überprüfung am Zahlungstag ausreichend zu dokumentieren!
Ist das beauftragte Unternehmen
nicht „haftungsbefreit“, so können risikolos lediglich 80 Prozent an das Unternehmen und 20 Prozent an eine zentrale Verrechnungsstelle der WGKK überwiesen
Übrigens: Findet sich ein Unternehmen nicht auf der HFU-Liste, bedeutet dies noch nicht, dass das Unternehmen illiquid ist. Jungen, aber zum Teil
auch jahrzehntelang erfolgreichen Unternehmen, die in den letzten drei Jahren
keine umsatzsteuerfreien Bauleistungen
(Subleistungen) erbracht haben oder diese nicht nachweisen können, ist der Eintrag in die HFU-Liste verwehrt. Die Aufnahmebestimmungen sind aus meiner
Sicht dahingehend anzupassen.
Ziviltechniker, die Rechnungskontrollen inklusive Zahlungsfreigaben für
ihre Auftraggeber erbringen, könnten bei
Nichtbeachtung dieser Bestimmungen
möglicherweise sogar haftbar gemacht
werden. Ein geschickt verfasster Werkvertrag sollte hierüber Klarheit schaffen.
Zu guter Letzt bleibt noch die Frage, ob der ZT selbst von diesem Gesetz betroffen sein kann. Hier ist festzuhalten,
dass ZT in der Regel keine Bauleistungen
in der Definition des Umsatzsteuergesetzes erbringen bzw. an Subunternehmer
weitervergeben. Allerdings ist die Frage
aus meiner Sicht noch nicht abschließend
geklärt. Die Umsatzsteuerrichtlinien erwähnen in ihren Ausnahmen lediglich
„planerische Leistungen“ und die „Bauaufsicht und Rechnungskontrolle“. Damit sollte der mehr als überwiegende Teil
des Berufsstands zumindest für ihr Unternehmen ausgenommen sein. „Ausführende“ Kollegen könnten aus meiner Sicht
aber sehr wohl betroffen sein.
Infos: www.wgkk.at
Die Wirtschaftstreuhänder
Lehner, Baumgartner & Partner
www.zt-steuerberatung.at
Unternehmensnachfolge – steuerliche Folgen
Ergänzend zum Round Table
dieser Ausgabe, finden Sie in
diesem Beitrag die steuerlichen Aspekte bei Verkauf,
Übergabe oder Übertragung
Erlös für die veräußerten Wirtschaftsgüter zuzüglich Wert der ins Privatvermögen überführten Wirtschaftsgüter abzüglich Buchwert des Betriebsvermögens = Aufgabegewinn.
Für die Besteuerung des Aufgabegewinns bestehen die gleichen steuerlichen Erleichterungen wie beim Veräußerungsgewinn.
Darüber hinaus gibt es für ein betrieblich genutztes Gebäude, das bis zur
Betriebsaufgabe der Hauptwohnsitz des
Unternehmers gewesen ist, besondere
steuerliche Erleichterungen.
Beim Verkäufer
 Verkauf des Betriebes:
Veräußerungserlös abzüglich Veräußerungskosten abzüglich Buchwert des übertragenen Vermögens = Veräußerungsgewinn.
Der Veräußerungsgewinn unterliegt der Einkommensteuer.
Freibetrag € 7.300,– oder Verteilung des Veräußerungsgewinns auf 3 Jahre, wenn der Betrieb mindestens 7 Jahre
bestanden hat oder halber Einkommensteuersatz auf Antrag, wenn der Verkäufer den Betrieb mind. 7 Jahre betrieben
hat und das 60. Lebensjahr vollendet hat
und seine Erwerbstätigkeit einstellt oder
erwerbsunfähig oder gestorben ist.
Die gleichen steuerlichen Auswirkungen sind auch beim Verkauf eines Anteils an einer Personengesellschaft (Offene Gesellschaft, Kommanditgesellschaft),
wobei der Freibetrag von € 7.300,– nur
aliquot zusteht.
 Unentgeltliche Übertragung
Wird ein Betrieb geschenkt oder vererbt,
entsteht beim Übergeber kein Veräußerungs- bzw. Aufgabegewinn.
 Verkauf von GmbH-Anteilen
Wird der Betrieb in der Rechtsform einer GmbH geführt, können anstelle der
Betriebsveräußerung auch die GmbHAnteile verkauft werden. Der Gewinn
ergibt sich aus dem Verkaufserlös abzüglich der Anschaffungskosten der Beteiligung und ist beim Verkäufer (nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist)
mit dem halben Einkommensteuersatz
Der Firmenwert gründet sich u. a.
auf Kundenstock, Vertriebswegen, guten
Ruf, Bekanntheit der Firma, guten Geschäftsbeziehungen, Qualität der Belegschaft, langjähriger Erfahrung, innerbetriebliche Organisation, Auftragsbestand
etc. Der Firmenwert bei Gewerbebetrieben
ist auf 15 Jahre abzuschreiben. Der Firmenwert eines freiberuflich Tätigen kann
in der Regel auf fünf Jahre abgeschrieben
werden. Ähnliches gilt beim Kauf von Anteilen an Personengesellschaften.
 Unentgeltlicher
Erhält der Übernehmer den Betrieb geschenkt oder vererbt, sind von ihm die
Buchwerte fortzuführen und in gleicher
Weise wie von seinem Vorgänger weiter
abzuschreiben. Durch die Abschaffung
der Erbschafts- und Schenkungssteuer
per 1.8.2008 besteht nur mehr Anzeigepflicht für bestimmte Schenkungen bzw.
Zweckzuwendungen nach dem Schenkungsmeldegesetz.
Für unentgeltliche Grundstücksübertragungen im Zuge von Unternehmensübertragungen besteht betreffend
die Grunderwerbsteuer ein Freibetrag
von € 365.000,–.
 Kauf von GmbH-Anteilen
Ist der Erwerber eine natürliche Person,
die den Anteil als Privatvermögen hält,
kann dieser nicht abgeschrieben werden.
Beim Erwerber
Lediglich bei einer späteren Veräußerung
Anzeige für �derPlan“
 Aufgabe
 Kauf
werden die Anschaffungskosten vom VerDie Zeitschrift der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien,
Der Betrieb hört zu bestehen auf. Die Erworbene Wirtschaftsgüter zum Ver- äußerungserlös abgezogen, sodass nur
vorhandenen Wirtschaftsgüter werden kehrswert zuzüglich Firmenwert abzüg- der Gewinn versteuert wird (siehe oben).
verkauft oder in das Privatvermögen lich übernommene Verbindlichkeiten/
Wird der Anteil in einem BetriebsGröße
ca. 13,4 x 20,5cm
Rückstellungen = Kaufpreis.
vermögen gehalten, kann dieser im Falle
einer Wertminderung (z. B. die gekaufte
GmbH macht jahrelang nur Verluste, und
es ist keine Besserung in Sicht) auf den
Teilwert abgeschrieben werden.
Ist der Erwerber der GmbH-Anteile selbst auch eine GmbH (oder Aktiengesellschaft), so können die beiden eine
steuerliche Unternehmensgruppe bilden,
und der Firmenwert (max. 50 Prozent der
Anschaffungskosten) kann auf 15 Jahre
abgeschrieben werden.
 Umgründungen
Durch das Umgründungssteuergesetz
werden verschiedene Möglichkeiten eingeräumt, die Rechtsform von Unternehmen ohne Gewinnrealisierung (also zu
Buchwerten) zu wechseln. Dies kann als
Vorbereitung für eine Unternehmensübergabe durchaus interessante steuerliche Gestaltungen bieten.
ist geschäftsführender Gesellschafter der
HFP Steuerberatungsgesellschaft m.b.H.
Er ist studierter Betriebswirt, seit 1988
Steuerberater und seit 1995 Wirtschaftsprüfer. Die Beratung von Freiberuflern sowie
die Branchen Bauträger und Baugewerbe
gehören zu seinen Spezialgebieten.
Info: www.hfp.at
Steuer kompakt
Steueroptimierung im ZT-Büro!
- optimale Rechtsform
- Abschluss- und Sonderprüfungen
�HFP - Berater schaffen Ihnen Raum für das Wesentliche“
Für ein kostenloses Erstgespräch wenden Sie sich bitte an
Herrn Mag. Christian Klausner.
1030 Wien, Beatrixgasse 32, Tel. +431/716 05/731, christian.klausner@hfp.at
HLB World map
a world-wide organization of accounting firms and business advisers
Seit vielen Jahren steht eine umsatzsteuerliche Frage zur Diskussion: Wenn ein Gebäude unternehmerisch genutzt wird, kann dann auch
ein Vorsteuerabzug für den privat genutzten Teil des Gebäudes geltend gemacht werden? Auf den ersten Blick
ist diese Frage überraschend, aber
im Mai 2003 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) diese Diskussion zu
einem deutschen Fall (bekannt unter
„Seeling“) losgetreten. Nach Meinung
der EU-Richter ist ein Haus, das unternehmerisch und privat genutzt
wird, ein einheitliches Wirtschaftsgut, und deshalb steht der Vorsteuerabzug aus den Errichtungskosten zur
Gänze zu; die private Nutzung ist als
Eigenverbrauch – in jährlich geringen Beträgen – zu versteuern.
Sechs Jahre später hat der österr.
VwGH im Mai dieses Jahres einen
vergleichbaren österreichischen Fall
nach vorheriger Anfrage beim EuGH
entschieden. Hierzulande gibt es Regelungen, die Ausgaben für den privaten Haushalt und Aufwendungen für
die Lebensführung vom Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzug ausschließen. Und ebendiesen Ausschluss hat
das Höchstgericht auf gemischt genutzte Gebäude angewandt: Nach den
speziellen österreichischen Bestimmungen, die bereits vor dem EU-Beitritt (1.1.1995) in Geltung waren und
bis heute nicht geändert wurden, ist
für jene Gebäudeteile, die überwiegend privaten Wohnzwecken dienen,
der Vorsteuerabzug unzulässig.
Die Überschneidungen von Gemeinschaftsrecht mit österreichischem
Umsatzsteuerrecht haben bei gemischt genutzten Gebäuden eine jahrelange Rechtsunsicherheit ausgelöst,
die erst durch die erwähnten beiden
Höchstgerichte (EuGH und VwGH)
Lieferdatum ist zwingender
Bestandteil der Rechnung
Der Verwaltungsgerichtshof stellt
in einer Entscheidung klar, dass nur
eine Rechnung, die den Zeitpunkt
der Lieferung angibt oder einen Hinweis auf den Tag der Lieferung in einem anderen Beleg anführt, zum
Vorsteuerabzug berechtigt. Dies gilt
auch dann zwingend, wenn das Lieferdatum mit dem Ausstellungsdatum identisch ist. Einzige Ausnahme
sind Anzahlungsrechnungen, deren
Zweck die Verrechnung eines Teilbetrages vor Leistungserbringung ist.
Wegfall der CO2-Steuer
auf Gebrauchtwagen
Autokäufer, die einen Gebrauchtwagen aus dem EU-Ausland importieren, müssen ab sofort keine CO2Steuer mehr zahlen, da diese als
EU-widrig erkannt wurde. Fahrzeugbesitzer, welche die seit 1.7.2008 geltende Abgabe entrichtet haben, können eine Rückerstattung beantragen.
Für den Import von Gebrauchtwagen
aus Nicht-EU-Ländern bleibt diese
Abgabe weiter bestehen. 
Einladung
Wohnen zwischen den Kriegen.
Wiener Möbel 1914–1941
Möbel erzählen Geschichten. Die
Herbstausstellung des Hofmobiliendepots
hat die „andere“ Moderne im Möbeldesign
der Zwischenkriegszeit zum Thema. Zu sehen sind exemplarische Beispiele bürgerlicher Wohnungseinrichtungen aus Wien
im Kontext ihrer Entstehungszeit. „Wohnen zwischen den Kriegen“ zeigt komplette Wohnungseinrichtungen, die von den
Architekten Felix Augenfeld, Josef Frank,
Wilhelm Foltin, Johann Vinzenz Kabele,
Walter Loos, Ernst Plischke, Otto Prutscher, Margarete Schütte-Lihotzky, Franz
Schuster und Oskar Strnad gestaltet wur-
den. An ihnen zeigen sich die Formenvielfalt, die raffinierten Details und die handwerkliche Qualität der Wiener Möbel und
Wohnräume. Bequemlichkeit und Individualität hatten damals Vorrang vor Repräsentation.
Mit außergewöhnlichen Metaphern in Wort und Bild gelang es Dr.
Fritz Kahn (1888-1968), komplexe
Prinzipien in Natur und Technik gemeinverständlich darzustellen. Er beschrieb den Menschen als „leistungsfähigste Maschine der Welt" und
spiegelte in seinen Illustrationen die
technische und kulturelle Entwicklung der Weimarer Republik. Der Berliner Arzt und Naturwissenschaftler
wurde in den 1920er Jahren durch
die Buchreihe „Das Leben des Menschen“ zum internationalen Bestsellerautor. Als Jude verfolgt, emigrierte
er mit Hilfe von Albert Einstein in die
USA. Im Fokus steht seine Bildsprache – eine Pionierleistung des modernen Informationsdesigns.
Sonderführung für Kammermitglieder:
am Mittwoch, 28. Oktober 2009, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 14.10.2009 bis 14.2.2010
Anmeldungen bei Karin Achs, Tel.: 01/505 17 81-11
oder per E-Mail: karin.achs@arching.at
Man Machine – Maschine Mensch
Herausgeber: Uta von Debschitz
Thilo von Debschitz 2009, Verlag Springer
Wien – New York, gebundene Ausgabe
208 Seiten, 259 Abbildungen in Farbe
ISBN 978-3-211-99181-7
Einblick in das Schlafzimmer der Wohnung von
Lucie Rie, entworfen von Ernst A. Plischke, 1928
Foto: Edgar Knaack
Diskurs an der Schnittstelle
Servierwagen aus dem Wohnzimmer für
Lisi Pospisil von Walter Loos, 1936
Einladung zur Podiumsdiskussion
Die Zukunft planen, nicht verbauen.
Die Herausforderung für Architekten und Ingenieure
Der VZI lädt in Zusammenarbeit
mit der Kammer der Architekten- und
Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland zur Podiumsdiskussion. Die Ansprüche und Herausforderungen an Architekten und Ingenieurkonsulenten werden immer umfangreicher und komplexer. Um optimale
Lösungen für die Zukunft zu finden und
umzusetzen, ist eine enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Teams
gefordert. Entscheidend ist dabei auch,
wie der umfassende Nachhaltigkeitsbegriff definiert wird, um nicht zugunsten der Ethik die Ästhetik, zugunsten
der Innovation die Vision zu vergessen.
DI Christoph Achammer, Architekt
ATP Planungs- und Beteiligungs AG, VZI
Mag. Georg Driendl, Architekt
Style and Scale, or: Do You Have Anxiety?
A Conversation with Ken Adam, Cristina
Bechtler, Katharina Fritsch and Hans
Ulrich Obrist. Moderated by Bice Curiger
2009, Verlag Springer Wien – New York
120 Seiten, 38 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-211-99215-9
Euro 26,70
DI Thomas Jakoubek
Wiener Entwicklungsgesellschaft
DI Dr. h. c. Wolf D. Prix, Architekt
Architekten in Niederösterreich
DI Rudolf Schicker, Stadtrat Wien
DI Wolfgang Vasko, Vasko+Partner
Moderation: Mag. Karin Keglevich
Anschließend wird zum Cocktail geladen.
Mo, 19. Oktober 2009, Beginn 18 Uhr
Hotel Sacher, Marmorsaal, 1010 Wien,
Begrüßung: DI Dr. Wilhelm Reismann, Präsident VZI
und DI Andreas Gobiet, Präsident LAIK
Anmeldung unter: E-Mail: ludvik@spa.co.at
Wiental Symposium
Urbane Flusslandschaften – Stadt trifft Fluss
Am 14. Oktober lädt die Wiental Arbeits Gruppe Gebietsbetreuungen (WAGG)
in der Urania zum Wiental Symposium
„Urbane Flusslandschaften – Stadt trifft
Fluss“. Ziel der Veranstaltung ist es, Ideen
zur Aufwertung des Wientals zu generieren. Prominente Gäste aus Politik, Kunst
und Architektur, wie der New Yorker Vito
Acconci, berichten über bereits erfolgreich
umgesetzte Projekte aus aller Welt. Das
Symposium ist öffentlich zugänglich und
Ken Adams geniale Setdesigns für
die frühen Bond-Filme sind legendär.
Heute haben sie Kultstatus und werden in Museen ausgestellt. Der Aston
Martin, die hyperrealistische Simplizität von Ford Knox in „Goldfinger“,
aber auch der War Room in Stanley
Kubricks „Dr. Strangelove“ sind alle
Meilensteine der Filmgeschichte und
Teil des kollektiven Bildgedächtnisses geworden. Ebenso bildhaft und
einprägsam sind die enigmatischen
Skulpturen der Künstlerin Katharina Fritsch, die kollektive Ängste thematisieren, sei es der Rattenkönig
oder Mann und Maus. In einem immer wieder überraschenden Gespräch
werden viele weitere unerwartete
Verbindungen zwischen der Künstlerin und dem Designer deutlich.
Architektur hat in NÖ erhöhte Aufmerksamkeit gewonnen. Seither sind im ganzen Land Bauwerke
entstanden, deren Qualität Betrachtung und Auseinandersetzung lohnt.
Ältere und jüngere Architekten wie
u. a. Ernst Beneder, Eichinger oder
Knechtl, Henke/Schreieck, Steven
Holl, Hans Hollein, Katzberger/Bily,
Adolf Krischanitz, Rüdiger Lainer,
Pool, Querkraft haben an einer positiven Entwicklung weiter entworfen
und gebaut. Walter Zschokke fasst
nun im zweiten Band das weite Spektrum an neuen Bauten zusammen.
Orte. Architektur in
Niederösterreich 1997–2007
Band 2, Herausgeber: Walter Zschokke
Marcus Nitschke, 2007
Redaktionsschluss zum Buchprojekt „Archi-
Verlag Springer Wien – New York, 260 Seiten
tektur in Niederösterreich 2000-2010“, Band 3,
ISBN 978-3-211-21281-3
Einreichungen an ORTE, Tel.: 02732/78374,
E: office@orte-noe.at, www.orte-noe.at
Christian Kühn,
Architekturtheoretiker, TU Wien
Lilli Licka, Landschaftsplanerin, BOKU Wien
Gerald Loew, Leiter der Magistratsabteilung
Wiener Gewässer (MA 45)
Thomas Madreiter, Leiter der Magistratsabteilung
Wolfgang Niederwieser, Leiter der Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 4. und 5. Bezirk
Gernot Riedel, Zielgebietskoordinator
Bianca Maria Rinaldi,
Landschaftsplanerin, TU Graz
Robert Schabus, Künstler und Filmemacher
Begrüßung: Michael Ludwig,
Martin Treberspurg, Architekt, BOKU Wien
Vizebürgermeister und Wohnbaustadtrat
Eduard Winter, Leiter der Magistratsabteilung
Moderation: Elke Krasny,
Brückenbau und Grundbau (MA 29)
Architekturtheoretikerin und Autorin
Jutta Woertl-Goessler, Leiterin der Wiental
Arbeits Gruppe Gebietsbetreuungen (WAGG)
Vito Acconci, Künstler, New York
Hubertus Adam,
Architekturtheoretiker, Zürich
Mi, 14. Oktober 2009, 9 bis 19 Uhr
Gerhard Berger, Magistratsdirektion-
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Stadtbaudirektion, Wien
www.wiental.wien.at
„Open City“ ist die Publikation zur
4. Internationalen Architekturbiennale in Rotterdam. „An open city feels
like Naples, Cairo or New York“, so beschrieb der Soziologe Richard Sennett
die offene Stadt in einer Nussschale
im Jahre 2006. Die zahlreichen Aspekte in Zusammenhang mit der Kreation einer „open city“ sind Thema
der 4. Internationalen ArchitekturBiennale in Rotterdam, die am 24.
September startete und bis 10. Jänner 2010 zu sehen ist. Die Publikation präsentiert in mehreren Kapiteln,
wie „Coexistence in the City“, „Dimensions and Situations“ und „The Open
City in Pictures“ die vorangegange
nen Forschungen zu diesem Projekt.
Information: www.iabr.nl
Herausgeber: Tim Rieniets, Jennifer Sigler,
Sprache: Englisch, 416 Seiten
2009, Verlag SUN architecture
Euro 42,50
P L A N _ PA U S E
1. Herzog und de Meuron, Basel
2. Zaha Hadid, London
3. Foster and Partners, London
4. David Chipperfield Architects, London
5. Baumschlager Eberle, Lochau
6. UN Studio, Amsterdam
7. Valerio Olgiati, Flims
8. Snohetta, Oslo
9. SANAA Architekten, Tokio
10. Anne Lacaton & Jean Philippe Vasal, Paris
Eines von vielen:
Das Ranking von Baunetz.de
basiert auf der Häufigkeit
der Präsenz in Architekturund Fachmedien
Schneller? Höher? Stärker?
Die medialen Messlatten
für Architektur sind so
unterschiedlich, dass sie sich
großteils in Belanglosigkeit
Wir leben in einem derart medialisierten Zeitalter, dass man allzu leicht
die Orientierung verliert. Zeitungen, Magazine, Fernsehsender, Websites, Blogs:
Unüberschaubare Informationsangebote. Widersprüchlichste Meldungen. Die
neuen Medien haben diesen Prozess in
den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren enorm beschleunigt, und ob die Voroder Nachteile der überall und zu jeder
Zeit zur Verfügung stehenden Masseninformationen überwiegen, muss jeder
für sich feststellen und gegebenenfalls
die entsprechenden Wahrnehmungsfilter
Fest steht aber, dass durch das
inflationäre Angebot an diversen medialen Messlatten, wie sie zum Beispiel für
die Bewertung von Architekturleistungen erfunden wurden, insgesamt eine Abwertung dieser Materie zustande kommt.
Es gibt mittlerweile zahllose Preise und
Rankings zu den unterschiedlichsten
Kriterien und in hunderterlei Kategorien. Es gibt darunter sehr wohl seriöse Jury-Prozesse, es gibt aber auch jede Menge
wirklich fahrlässig hingeschluderter Beurteilungen, die man sich eigentlich sparen sollte.
Allein in Österreich werden jährlich an die sechs Dutzend medial naturgemäß bestens vermarktete Architekturpreise vergeben. Wir Berichterstatter
könnten also gleich wöchentlich ein paar
neue Preisträger bejubeln. Oder eigentlich könnten wir das fast täglich tun, würden wir die internationale Flut der Preise
auch noch berücksichtigen.
Eine zweite Messlatte stellen die
verschiedenen und bei jenen, die sich
selbst darin wiederfinden, höchst beliebten „Rankings“ dar. Eines, und zwar das
absurdeste von allen diesen Sportlichkeiten, befasst sich beispielsweise mit der
Häufigkeit der Erwähnung von Architekturbüros in den Medien. Wie oft wurde
über wen geschrieben, gesendet, getalkt.
Wen interessiert das eigentlich? Und was
wird hier überhaupt gemessen und unter lautem Getröte unters Volk gebracht?
Scheinbar geht es um die Güte der Gereihten, tatsächlich handelt es sich aber wohl
um die Bewertung von deren PR-Kraft.
Denn wer laut schreit, wird öfter gehört.
Und dann gibt es beispielsweise
auch noch das internationale Ranking
der größten Architekturfabriken weltweit. Die Top 100 der Giganten werden
in diesem Fall alljährlich nach ihrem
Honorarumsatz gereiht. Ewiger Sieger
ist mit Gensler eine hierzulande überra-
schend unbekannte Architekturfirma mit
Stammsitz in San Francisco und zig Niederlassungen weltweit, die mit über 1.200
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und
mit einem Honorarumsatz von mehr als
250 Millionen Dollar (Ranking 2008) von
allen Architekturtreibenden dieser Welt
ganz offenbar am besten im Geschäft
steht. Österreicher kommen nur gelegentlich vor unter diesen Top 100, fallen aber
gewöhnlich im Folgejahr ohne entsprechende Folgehonorare wieder raus.
Was sagt uns das alles? Das, was
wir für uns selbst aus diesem Überangebot herausdestillieren. Es gibt selbstverständlich sehr wohl ein paar tolle, ehrenwerte Preise, die tatsächlich verlässliche
Messlatten darstellen. Sowohl für die lokale, heimische Szene als auch für das internationale Parkett. Den Pritzkerpreis,
um die prominenteste Auszeichnung zu
bemühen, doch gilt das für einige andere
auch, bekommt man nicht, weil man gute
Presse oder enorme Umsätze hat.
Es gibt aber viel zu viele Preislein
und Listen, die keinerlei Aussagekraft
haben und – das ist der Punkt – eher zur
Vermarktung der Institutionen dienen,
die sie ausschreiben. Wenn sich Juroren
beispielsweise nicht einmal zu allen zu
bewertenden Projekten persönlich hinbegeben, sondern ihr Urteil anhand von
Fotos und Renderings abgeben, geht die
Aussagekraft einer solchen „Auszeichnung“ gegen null.
Auch wenn Architektinnen und Architekten gezwungen sind, erstaunlich viel
Geld selbst zu bezahlen (Stichwort Einreichgebühr sowie zusätzlich Bezahlung
der Fotorechte), um sich in den seit geraumer Zeit so beliebten Schneller-Höher-Stärker-Publikationen diverser Verlagshäuser zu positionieren, dann geht es
ausschließlich um PR und um Architekten-Abzocke. Denn die Architekten zahlen zwar dafür, in derlei Rankings vorzukommen. Den Gewinn schneiden dann
allerdings die anderen ein.
Eine tatsächliche Aussage über die
Qualität der Arbeit, über bravourös gemeisterte Mühen, die dieser Job mit sich
bringt, oder gar über die Zufriedenheit
der Bauherrschaften treffen die meisten
Rankings und Preise sicher nicht.
hat an der Technischen Universität Wien
Architektur studiert. Sie gilt als Österreichs
führende Architekturjournalistin und publiziert
ihre Kritiken und Beiträge vorwiegend in der
Tageszeitung „Der Standard“ sowie auf Ö1.
Seit zwei Jahren auch in „derPlan“.
Projekt des Monats 
Der Teilabbruch konnte nicht
verhindert werden. Nun gab
der Grundstücksbeirat grünes
Licht zur Neugestaltung.
Die „Stadt des Kindes“ galt einst als
Vorzeigeprojekt der Stadt Wien und war
durch die Verkörperung von neuen sozialpädagogischen Ansätzen und deren architektonischer Umsetzung beispielgebend. Kaum ein österreichisches Bauwerk
der jüngeren Vergangenheit hat mehr
internationale Beachtung erfahren als
die Stadt des Kindes. Die Planungen sehen die teilweise Erhaltung des Gesamtensembles der Stadt des Kindes und zentraler Gebäude vor. Ergänzend dazu entstehen – unter besonderer Berücksichtigung des städtebaulichen Konzepts von
Prof. Schweighofer, welches weitgehend
gewahrt bleibt – attraktive Neubauten
und ein großzügiges Angebot an Freiflächen und Gemeinschaftsräumen. Insgesamt werden 252 Wohnungen geschaffen.
Die Bauträgergemeinschaft ARWAG/Wiener Heim entschied sich gemeinsam mit
dem Planungsteam, der Architekten-ARGE Stelzhammer-Weber, für eine Kombination aus Sanierung und Neubauten, die
ein harmonisches und durchdachtes Ganzes im Sinne des Konzepts von Prof. Anton
Schweighofer bildet. Die Stadt des Kindes
ist auch nach dem Ersatz mehrerer Bauteile inklusive der Erweiterungsbauten eine
urbane und räumlich differenzierte Wohnhausanlage mit unterschiedlichen Bauteilen verschiedener Größe, Zuschnitts und
Geschoßanzahl in Stadtrandlage, wie Architekt Mag. Walter Stelzhammer betont.
Laut Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig werden die Gesamtbaukosten rund 37
Millionen Euro, die Fördermittel der Stadt
Wien insgesamt acht Millionen Euro beBG
tragen. 
Rendering: Schreiner & Kastler
Ehemalige „Stadt des Kindes“ wird zu Wohnoase
Großzügige Appartements und Freizeitflächen mitten in Wien-Penzing
derPlan_16_Oktober 2009
11 16 1/8 Mit Kontinuität, generationenübergreifender Planung und rechtzeitigen Partnerschaften können Unternehmen wachsen und bestehen. Eine Bestandsaufnahme 3 Die Fortführung des Unternehmens durch Übergabe oder Partnerschaften ist nicht zuletzt ein heikler psychologischer Prozess. Eva Pfisterer moderierte einen Round Table 4 Was alles beim Verkauf, Erwerb, der Übertragung oder Umgründung eines Betriebes zu beachten ist. Die steuerlichen Aspekte 14 Normen 2 9 wien.arching.at