Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201992,%20187
Timestamp: 2020-04-02 11:31:21
Document Index: 106193630

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 30', '§ 31', '§ 32', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 775', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 609', '§ 610', '§ 775']

BGH, 18.11.1991 - II ZR 258/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,496
BGH, 18.11.1991 - II ZR 258/90 (https://dejure.org/1991,496)
BGH, Entscheidung vom 18.11.1991 - II ZR 258/90 (https://dejure.org/1991,496)
BGH, Entscheidung vom 18. November 1991 - II ZR 258/90 (https://dejure.org/1991,496)
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Umqualifizierung - Gesellschafterbürgschaft - Eigenkapitalersatz - Kreditunwürdigkeit der Gesellschaft - Bürgschaft - GmbH
Umqualifizierung einer Gesellschafterbürgschaft als Eigenkapitalersatz wegen Kreditunwürdigkeit trotz neuer Kredite bei Übersicherung der Bank
GmbHG § 32 a, § 30, § 31
NJW 1992, 1169
ZIP 1992, 177
MDR 1992, 357
WM 1992, 187
BB 1992, 593
DB 1992, 366
aa) Nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. Urt. v. 18. November 1991 - II ZR 258/90, WM 1992, 187, 190; v. 17. Februar 1992 - II ZR 154/91, WM 1992, 650, 652 u.v. 9. März 1992 - II ZR 168/91, WM 1992, 816 m.w.N.) reicht es für die Umqualifizierung jedenfalls aus, daß der Gesellschafter die wirtschaftlichen Verhältnisse "seiner" Gesellschaft, die den Eintritt der Krise begründen, kennen kann und muß, wovon im Normalfall auszugehen ist.
aa) Kreditunwürdigkeit setzt voraus, dass die Insolvenzschuldnerin ihren zur Fortführung notwendigen Kapitalbedarf nicht mehr von dritter Seite durch einen Kredit - hier entsprechend dem von der Streithelferin gewährten - zu marktüblichen Bedingungen hätte decken können, ohne Sicherheiten über das eigene Vermögen hinaus zu stellen, und daher ohne die Bürgschaften der Beklagten hätte liquidiert werden müssen (…Scholz/K. Schmidt §§ 32a, 32b Rn. 41; st. Rspr., vgl. BGH NJW 1992, 1169).
Vielmehr kommt hinzu, dass der Insolvenzschuldnerin keine positive Fortführungsprognose zu stellen war, da die Ertragsaussicht fehlte (BGH NJW 1992, 1169; ZIP 1990, 98;… Lutter/Hommelhoff §§ 32a/b Rn. 20).
Sie hatten die tatsächliche Möglichkeit (BGHZ 121, 31), ihre Sicherheiten dadurch abzuziehen, dass sie gemäß § 775 Abs. 1 Nr. 1 BGB von der Insolvenzschuldnerin Befreiung von der Bürgschaft verlangen (BGH NJW 1992, 1169; 1764).
Zudem ergibt der klägerische Vortrag nicht, dass dem Beklagten zu 2 nach Eintritt der Krise noch die erforderliche Überlegungsfrist verblieb, bevor der Eröffnungsantrag am 29. März 2000 gestellt wurde (…vgl. BGH, Urt. v. 24. September 1990 - II ZR 174/89, ZIP 1990, 1467, 1468; v. 18. November 1991 - II ZR 258/90, ZIP 1992, 177, 179; OLG Düsseldorf WM 1994, 1292, 1293).
Hierzu ist erforderlich, dass der Eintritt der Kreditunwürdigkeit schon bei Abgabe der Bürgschaftserklärung abzusehen gewesen ist, die Bürgschaft mithin gerade auch für diesen Fall abgegeben worden ist (vgl. BGH, Urt. v. 18. November 1991, aaO; v. 9. März 1992 - II ZR 168/91, NJW 1992, 1763, 1764; v. 28. Juni 1999 - II ZR 272/98, NJW 1999, 2809, 2810).
Vielmehr ist - wenn das Darlehen nicht ohnehin von vornherein dem Zweck der Krisenfinanzierung dienen sollte (…vgl. Sen.Urt. v. 9. März 1992 - II ZR 168/91, ZIP 1992, 616 f.) - mangels gegenteiligen Vortrags der Beklagten von einem ordentlichen Kündigungsrecht gemäß § 609 Abs. 2 BGB oder einem solchen aus wichtigem Grund (Krise der Gesellschaft) entsprechend § 610 BGB auszugehen (vgl. auch Sen.Urt. v. 18. November 1991 - II ZR 258/90, ZIP 1992, 177, 179 zu § 775 Abs. 1 Nr. 1 BGB).
OLG Stuttgart, 18.12.1995 - 2 Ws 248/95