Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Arbeitsstaetten-_Arbeitsplaetze/Arbeitsvorgaenge/Befahren_von_Behaeltern_und_Gruben.html
Timestamp: 2020-04-02 00:43:58
Document Index: 62442938

Matched Legal Cases: ['§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 126']

Anordnung, Aufsichtsperson, Befahrerlaubnis
Arbeitsvorbereitung, Schutzmaßnahmen
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind vor Erreichen von gesundheitsgefährdenden Konzentrationen rechtzeitig akustisch und, falls dies nicht ausreicht, auch optisch zu warnen.
Rettung, Bergung
Spezialthema: Unterirdische Heizräume mit senkrechten Zugängen
In unterirdischen Heizräumen kann im Störfall nicht völlig ausgeschlossen werden, dass sich CO und CO2 in der Atemluft angereichert haben. Bei bestimmten Bauformen erfolgt die Zufuhr der Verbrennungsluft statisch durch einen Blechkanal, eine Raumlüftung im engeren Sinn liegt nicht vor.
§§ 59 und 60 AAV betreffen Behälter, Silos, Schächte, Gruben, Rohrleitungen und ähnliche Betriebseinrichtungen und sind daher auf unterirdische Heizräume mit senkrechten Zugängen (Fallschachttüre) anzuwenden. § 59 Abs. 1 AAV bestimmt, dass beim Befahren (Betreten) dieser Heizräume eine geeignete, fachkundige Person zu bestellen ist, welche die notwendigen Schutzmaßnahmen für das Befahren schriftlich anordnet. Das Befahren solcher Einrichtungen ist nur mit Zustimmung dieser Person gestattet. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen muss durch eine ständig anwesende Aufsichtsperson sichergestellt sein.
Diese Maßnahmen sind nicht erforderlich (§ 59 Abs. 2 AAV), wenn sichergestellt ist, dass in den Betriebseinrichtungen weder Sauerstoffmangel auftreten kann noch gesundheitsgefährdende oder brandgefährliche Arbeitsstoffe vorhanden sind, die in diesen Einrichtungen enthalten waren, in diese Einrichtungen zur Durchführung von Arbeiten eingebracht wurden oder die sich sonst in diesen Einrichtungen ansammeln können.
Im Normalbetrieb ist in diesen Heizräumen im Regelfall nicht von einer gesundheitsgefährdenden Anreicherung von CO, CO2 oder Schwelgasen in der Raumluft auszugehen.
Störfälle sind allerdings gesondert zu betrachten:
Störfälle, bei denen durch eine entsprechende Steuerung der Anlage oder durch die Bauweise die Anreicherung von CO, CO2 oder Schwelgasen in der Raumluft ausgeschlossen werden kann. In diesen Fällen ist ein Befahren der Behälter gemäß § 59 Abs. 2 AAV zulässig.
Hinweis: Ölfeuerungsanlagen und Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe (im Regelfall Holzvergasungsanlagen, Pelletsheizungen, Hackgutheizungen) haben im Regelfall ein Saugzuggebläse, um die erforderlichen Verbrennungsparameter zu erreichen, bzw. um den Kaminzug zu unterstützen, wodurch ebenfalls eine CO und CO2-Gefahr minimiert ist, da dies eine Zwangsluftnachströmung bedingt.
Störfälle, bei denen die Anreicherung von CO, CO2 oder Schwelgasen in der Raumluft nicht ausgeschlossen werden kann. Bei Störfällen, bei denen die Anreicherung von CO, CO2 oder Schwelgasen in der Raumluft nicht ausgeschlossen werden kann, sind grundsätzlich Maßnahmen gemäß § 59 AAV zu ergreifen. Eine Ausnahme von den Bestimmungen des § 59 AAV gemäß § 126 ASchG ist bei Anwendung der folgenden Ersatzmaßnahmen möglich:
Entsprechend ausgelegte mechanische Zwangslüftung (Be- und Entlüftung), inklusive Kontrolle der Funktion vor dem Einstieg und entsprechende Unterweisung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Die Einstiegsöffnung muss für eine eventuell erforderliche Bergung eingefahrener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer groß genug sein.
Bei Alleinarbeit sind eingefahrene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zumindest durch eine Intervallkontrolle oder ein willentliches Melde- oder Alarmsystem (bspw. via Mobiltelefon) oder ein willentliches Personensicherungssystem zu sichern.
Keine Ausnahmen sind möglich, wenn Testläufe größerer Anlagen aus den Heizräumen gesteuert und gefahren werden, da hier CO2 sehr rasch in gefahrbringender Menge auftreten kann.