Source: https://www.bfit-bund.de/DE/Ueberuns/Aufgaben/was-wir-machen.html
Timestamp: 2020-07-06 16:21:47
Document Index: 33452912

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 16']

Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik - Aufgaben
Unsere Ziele leiten unsere Aufgaben
Die Aufgaben im Kurzüberblick
Überwachen durch Überprüfen
Beraten beim Überprüfen
Berichtslegung für die EU-Kommission
Sachverständige Stelle für die Schlichtungsstelle zum BGG
Grundsätzlich ist das Ziel aller Tätigkeiten und strategischen Umsetzungen der Barrierefreiheit in der digitalen und kommunikativen Welt ganz im Sinne der RICHTLINIE (EU) 2016/2102 ein gleichberechtigter Zugang für alle Menschen zu Information und Kommunikation im digitalen Zeitalter. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Behinderungen, aber auch für ältere Menschen oder Menschen mit Verständnisschwierigkeiten der deutschen Sprache, die oft die gleichen digitalen Barrieren überwinden müssen. Daher ist Ziel unserer Prüfungen, Beratungen, Berichte und Publikationen das Auffinden, Abbauen und Vermeiden von digitalen Barrieren. Diese sind oft nicht sichtbar, aber dennoch stellen sie unüberwindliche Hindernisse für Menschen mit Behinderungen dar, die sich digital informieren oder digital kommunizieren möchten oder müssen.
Menschen mit Behinderungen nutzen sehr häufig Hilfsmittel, die den Zugang zur digitalen Welt erst möglich machen. Diese Hilfsmittel wie Screenreader, Braillezeilen, Vergrößerungssoftware, spezielle Eingabegeräte oder Eingabesoftware benötigen spezielle digitale Voraussetzungen, um die Daten für ihre Nutzer wahrnehmbar, verständlich, bedienbar und robust zu gestalten. Wenn dies gelingt, kann man von digitaler Barrierefreiheit oder in Englisch accessibility sprechen. Zur digitalen Barrierefreiheit gehören über diese technischen Anforderungen hinaus aber auch viele redaktionelle beziehungsweise inhaltliche Anforderungen an die Aufbereitung von Daten und Informationen. Alt-Texte für Bilder, Untertitel, Audiodeskriptionen, Gebärdensprache oder Leichte Sprache sind inhaltlich-mediale Anforderungen.
Digitale Barrieren können zum Beispiel Layouts mit ungenügend Kontrast, kein valides HTML oder auch fehlende Untertitelungen und Audiodeskriptionen bei Videos sein. Daher ist unsere Tätigkeit der Überwachung und Beratung nicht nur technischer Natur. Insbesondere redaktionelle sowie kommunikative und soziale Aspekte im Rahmen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) spielen auch eine hervorgehobene Rolle.
Unsere vielschichtigen, umfangreichen sowie zukunftsweisenden Aufgaben ergeben sich aus dem Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BGG) § 13 Absatz 3 sowie der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung des Bundes (BITV 2.0).
Nach § 13 Absatz 3 Nr. 1 BGG fällt der BFIT die periodische Überwachung zu, ob und inwiefern Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen des Bundes den Anforderungen an die Barrierefreiheit genügen. Gemeinsam mit den Bundesländern und deren Überwachungsstellen werden somit die Monitoring-Aufgaben des Mitgliedsstaates Deutschland in Umsetzung von Artikel 8 Absatz 1 bis 3 der RICHTLINIE (EU) 2016/2102 verwirklicht.
Die BFIT ist dabei im europäischen Umfeld vernetzt und arbeitet mit den Überwachungsstellen (monitoring bodies) aller EU-Mitgliedsstaaten zusammen. Das gemeinsame Ziel ist die Harmonisierung eines barrierefreien, digitalen, europäischen Internets sowie auch Binnenmarktes.
Dabei werden Webseiten und Apps sowie Intranets und Extranets inklusive der zugehörigen Dokumente auf deren digitale Barrierefreiheit geprüft und zur Lösung und Vermeidung von digitalen Barrieren beraten.
An die Überprüfung der digitalen Angebote der öffentlichen Stellen des Bundes kann sich auf Wunsch eine Beratung zur Vermeidung von digitalen Barrieren sowie deren Lösung anschließen. Diese Beratung wird gemäß § 13 Absatz 3 Nr. 2 BGG ausschließlich den öffentlichen Stellen des Bundes zuteil, die durch die BFIT geprüft werden. Insbesondere im aktuell bis zum Jahresende 2021 laufenden ersten Überwachungszeitraum sind wir von der BFIT an proaktiven öffentlichen Stellen des Bundes interessiert, die mittels einer Überprüfung und der zugehörigen Beratung die eigenen digitalen Angebote barrierefrei gestalten möchten.
Aufgrund § 13 Absatz 3 Nr. 3 und 4 wird die BFIT die Berichte der obersten Bundesbehörden und der Länder zum Sachstand der digitalen Barrierefreiheit auswerten. Basierend auf dieser Analyse bereitet die BFIT den Bericht der Bundesrepublik Deutschland an die EU-Kommission nach Artikel 8 Absatz 4 bis 6 der RICHTLINIE (EU) 2016/2102 vor. Der erste dieser alle drei Jahre zu verfassenden Berichte muss bis zum 22.12.2021 der EU-Kommission vorliegen. Alle aktuellen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union legen diesen Bericht kontinuierlich vor, um so die zu Beginn beschriebenen Ziele für das barrierefreie digitale Europa zu erreichen.
Die BFIT hat eine weitere, spezielle Beratungsaufgabe. Die BFIT wird in § 13 Absatz 3 Nr. 5 als sachverständige Stelle benannt, die die Schlichtungsstelle nach § 16 BGG unterstützen wird. Bei dieser Unterstützung handelt es sich um eine Beratung zu technischen und inhaltlichen Fragen zur digitalen Barrierefreiheit. Diese Beratung soll dazu beitragen, Lösungen im Rahmen von Schlichtungsverfahren zu erarbeiten.