Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202009,%20329
Timestamp: 2019-07-18 01:45:25
Document Index: 317970955

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531', '§ 276', '§ 531', '§ 276', 'BGH', 'BGH', '§ 309', 'BGH', '§ 11', '§ 309', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', '§ 309', 'BGH']

BGH, 06.11.2008 - III ZR 231/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,406
BGH, 06.11.2008 - III ZR 231/07 (https://dejure.org/2008,406)
BGH, Entscheidung vom 06.11.2008 - III ZR 231/07 (https://dejure.org/2008,406)
BGH, Entscheidung vom 06. November 2008 - III ZR 231/07 (https://dejure.org/2008,406)
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ZPO § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3; BGB §§ 276, 311 Abs. 2
Pflicht des Prozessbevollmächtigten einer Partei zur Durchsicht umfangreicher staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsakten zur Entkräftung des Vorwurfs nachlässigen Verhaltens; Pflicht eines Treuhandkommanditisten eines Filmfonds zur Aufklärung eines Anlegers bei Vertragsschluss über ihr bekannte regelwidrige, dem Emissionsprospekt nicht zu entnehmende Auffälligkeiten
Zur Informationspflicht des Treuhandkommanditisten eines Filmfonds über aus Emissionsprospekt nicht ersichtliche regelwidrige Auffälligkeiten
Zur Pflicht des Prozessbevollmächtigten, umfangreiche staatsanwaltliche Ermittlungsakten auf Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen durchzusehen; zur Pflicht der Treuhandkommanditistin eines Filmfonds, den Anleger über regelwidrige Auffälligkeiten zu informieren
Zurückweisung verspäteten Vorbringens in der Berufungsinstanz; Rückabwicklung des Beitritts zu einem Filmfonds wegen Nichtoffenlegung von Innenprovisionen
Pflicht zur Durchsicht v. staatsanwaltschaftl. Ermittlungsakten?
ZPO § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3; BGB §§ 276 (Fa), 311 Abs. 2
Aufklärungspflichten des Treuhandkommanditisten bei geschlossenen Fondsbeteiligungen
LG München I, 14.09.2006 - 34 O 15550/05
OLG München, 07.08.2007 - 13 U 5013/06
BGH, 12.06.2008 - III ZR 231/07
NJW-RR 2009, 329
ZIP 2009, 1430
MDR 2009, 160
WM 2008, 2355
AnwBl 2009, 25
NZG 2009, 218
Dementsprechend ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs seit langem die Verpflichtung des Treuhandkommanditisten anerkannt, die Anleger über alle wesentlichen Punkte, insbesondere regelwidrige Auffälligkeiten der Anlage, aufzuklären, die ihm bekannt sind oder bei gehöriger Prüfung bekannt sein müssen und die für die von den Anlegern zu übernehmenden mittelbaren Beteiligungen von Bedeutung sind (…Senatsurteile vom 13. Juli 2006 - III ZR 361/04, NJW-RR 2007, 406 Rn. 9;… vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, NJW-RR 2008, 1129 Rn. 8; vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, NJW-RR 2009, 329 Rn. 4;… vom 12. Februar 2009 - III ZR 90/08, NJW-RR 2009, 613 Rn. 8;… vom 23. Juli 2009 - III ZR 323/07, BeckRS 2009, 22724 Rn. 6;… vom 22. April 2010 - III ZR 318/08, WM 2010, 1017 Rn. 7;… vom 15. Juli 2010 - III ZR 321/08, WM 2010, 1537 Rn. 9 …und vom 12. Dezember 2013 - III ZR 404/12, WM 2014, 118 Rn. 11;… Senatsbeschluss vom 26. November 2015 - III ZR 78/15, BeckRS 2015, 20464 Rn. 16;… BGH, Urteile vom 24. Mai 1982 aaO S. 144 …und vom 14. Januar 2002 - II ZR 40/00, NJW 2002, 1711 Rn. 13).
Als Begrenzung der Haftung für grobe Fahrlässigkeit im Sinne des Klauselverbots nach § 309 Nr. 7b BGB sieht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung auch eine generelle Verkürzung der Verjährungsfrist an (BGH…, Urteil vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, ZIP 2008, 1481 Rn. 34 f.; Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, ZIP 2009, 1430 Rn. 17;… Urteil vom 18. Dezember 2008 - III ZR 56/08, NJW-RR 2009, 1416 Rn. 20 f. mwN;… Urteil vom 23. Juli 2009 - III ZR 323/07, juris Rn. 8).
Als Begrenzung der Haftung für grobe Fahrlässigkeit im Sinne des Klauselverbots nach § 11 Nr. 7 AGBG (§ 309 Nr. 7b BGB) sieht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung auch eine generelle Verkürzung der Verjährungsfrist an (BGH…, Urteil vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, ZIP 2008, 1481 Rn. 34 f.; Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, WM 2008, 2355 Rn. 17;… Urteil vom 18. Dezember 2008 - III ZR 56/08, NJW-RR 2009, 1416 Rn. 20 f. m.w.N.;… Urteil vom 23. Juli 2009 - III ZR 323/07, juris Rn. 8).
Danach hat die Treuhandgesellschafterin die Pflicht, die künftigen Treugeber über alle wesentlichen Punkte aufzuklären, die für die zu übernehmende mittelbare Beteiligung von Bedeutung sind, insbesondere über regelwidrige Auffälligkeiten zu informieren (…Urteile vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, NJW-RR 2008, 1129 Rn. 8; vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, WM 2008, 2355 Rn. 4;… vom 12. Februar 2009 - III ZR 90/08, NJW-RR 2009, 613 Rn. 8;… vom 22. April 2010 - III ZR 318/08, WM 2010, 1017 Rn. 7 f …und vom 15. Juli 2010 - III ZR 321/08, WM 2010, 1537 Rn. 9).
aa) Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats besteht eine Pflicht zur Ausweisung von Innenprovisionen beim Vertrieb von Kapitalanlagen ab einer gewissen Größenordnung derartiger Provisionen, weil sich daraus für die Anlageentscheidung bedeutsame Rückschlüsse auf die geringere Werthaltigkeit des Objekts und die Rentabilität der Anlage ergeben (Urteile vom 12. Februar 2004 - III ZR 359/02, BGHZ 158, 110, 118, 121;… vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 5;… vom 29. Mai 2008 aaO Rn. 21 und vom 6. November 2008 aaO Rn. 9 ff).
Sind die entsprechenden Prospektangaben unvollständig, unrichtig oder irreführend, kommt eine diesbezügliche Aufklärungspflicht des Anlageberaters, -vermittlers und auch eines Treuhandkommanditisten in Betracht (…Senat, Urteile vom 12. Februar 2004 aaO S. 116, 122;… vom 9. Februar 2006 aaO Rn. 4 f;… vom 29. Mai 2008 aaO Rn. 22 ff; vom 6. November 2008 aaO …und vom 12. Februar 2009 aaO Rn. 8 f, 12 f; vgl. auch BGH…, Urteil vom 6. Februar 2006 - II ZR 329/04, NJW 2006, 2042 Rn. 7 ff zur Haftung der Prospektverantwortlichen bei unrichtigen oder unvollständigen Prospektangaben).
Sind die "Weichkosten" einschließlich der Provisionen in dem Prospekt und dem dort wiedergegebenen Investitionsplan in einer sehr ausdifferenzierten Weise dargestellt, wird aber dennoch mit den entsprechenden Budgets beliebig verfahren, so ist dies irreführend und ebenfalls aufklärungspflichtig (…Senat, Urteile vom 12. Februar 2004 aaO S. 121 f;… vom 29. Mai 2008 aaO; vom 6. November 2008 aaO …und vom 12. Februar 2009 aaO).
a) Wie der Senat - nach Erlass des hier angefochtenen Urteils - für den Fonds II (…Teilurteil vom 12. Februar 2009 - III ZR 119/08 - aaO Rn. 8-25;… vom 23. Juli 2009 - III ZR 306/07 - juris und BeckRS 2009, 22376 Rn. 12 f;… vom 8. Oktober 2009 - III ZR 241/08 - juris und BeckRS 2009, 86437 Rn. 8-10;… vom 17. Dezember 2009 - III ZR 5/08 - juris und BeckRS 2010, 472 Rn. 7-9) und den Fonds III (…Urteile vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07 - aaO S. 1131 ff Rn. 17-26; vom 6. November 2008 - III ZR 231/07 - NJW-RR 2009, 329 ff Rn. 5-14;… vom 12. Februar 2009 - III ZR 90/08 - aaO S. 614 ff Rn. 9-26) entschieden hat, war die Beklagte nach den in den damaligen Verfahren revisionsrechtlich zugrunde zu legenden Sachverhalten verpflichtet, den Anleger darüber zu informieren, dass die mit dem Vertrieb der Beteiligung befasste IT GmbH hierfür eine Provision von 20 % beanspruchte und erhalten sollte.
Enthält ein Prospekt konkrete Angaben zu Provisionen, die für bestimmte Zwecke anfallen, muss der Anleger nicht damit rechnen, dass zu Lasten der Einlagen weitere Provisionen für diese Zwecke gezahlt werden und dadurch die Werthaltigkeit des Fondsanteils geringer ist, als den prospektierten Angaben zu entnehmen ist (vgl. BGHZ 158, 110, 121 f. , BGH, Urteile vom 22. März 2007 - III ZR 218/06, WM 2007, 873, Tz. 8 f.; vom 10. Juli 2007 - XI ZR 243/05, WM 2007, 1831, Tz. 15 und vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, WM 2008, 2355, Tz. 9).
Als Begrenzung der Haftung für grobe Fahrlässigkeit im Sinne des Klauselverbots nach § 11 Nr. 7 AGBG (§ 309 Nr. 7b BGB) sieht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung auch eine generelle Verkürzung der Verjährungsfrist an (BGH…, Urteil vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, ZIP 2008, 1481 Rn. 34 f.; Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, WM 2008, 2355 Rn. 17;… Urteil vom 18. Dezember 2008 - III ZR 56/08, NJW-RR 2009, 1416 Rn. 20 f. m.w.N.;… Urteil vom 23. Juli 2009 - III ZR 323/07, Rn. 8 juris).
a) Wie der Senat für den Fonds III (…Urteile vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07 - aaO S. 1131 ff Rn. 17-26; vom 6. November 2008 - III ZR 231/07 - NJW-RR 2009, 329 ff Rn. 5-14;… vom 12. Februar 2009 - III ZR 90/08 - aaO S. 614 ff Rn. 9-26) und den Fonds II (…Teilurteil vom 12. Februar 2009 - III ZR 119/08 - juris und BeckRS 2009, 7718 Rn. 8-25) entschieden hat, war die Beklagte zu 1 nach den in den damaligen Verfahren revisionsrechtlich zugrunde zu legenden Sachverhalten verpflichtet, den Anleger darüber zu informieren, dass die mit dem Vertrieb der Beteiligung befasste IT GmbH hierfür eine Provision von 20 % beanspruchte und erhalten sollte.
Wie der Senat - nach Erlass der hier angefochtenen Entscheidung -durch Urteile vom 29. Mai 2008 (…aaO S. 1131 ff Rn. 17-26) und 6. November 2008 (III ZR 231/07 - WM 2008, 2355; III ZR 81/07, 82/07 und 290/07, jeweils [...]) zu demselben Filmfonds entschieden hat, war die Beklagte nach den in den damaligen Verfahren revisionsrechtlich zugrunde zu legenden Sachverhalten verpflichtet, den Anleger darüber zu informieren, dass die mit dem Vertrieb der Beteiligung befasste IT GmbH hierfür eine Provision von 20 % beanspruchte und erhalten sollte.
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