Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201992,%201560
Timestamp: 2020-02-28 13:14:57
Document Index: 321541269

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 611', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.03.1992 - VI ZR 64/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1203
BGH, 10.03.1992 - VI ZR 64/91 (https://dejure.org/1992,1203)
BGH, Entscheidung vom 10.03.1992 - VI ZR 64/91 (https://dejure.org/1992,1203)
BGH, Entscheidung vom 10. März 1992 - VI ZR 64/91 (https://dejure.org/1992,1203)
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Chirurgischer Eingriff - Berufsanfänger - Fachärrztliche Assistenz - Komplikationen - Umkehr der Beweislast
BGB §§ 276, § 611, § 823
NJW 1992, 1560
MDR 1992, 749
VersR 1992, 745
Das Berufungsgericht wird bei erneuter Beurteilung der Sache zu prüfen haben, ob die Beklagte als Betreiberin des Geburtshauses insoweit ein Organisationsverschulden (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 88, 248, 257; vom 30. Mai 1989 - VI ZR 200/88 - VersR 1989, 851 f.; vom 10. März 1992 - VI ZR 64/91 - VersR 1992, 742, jeweils m.w.N.) trifft.
Der Hinweis der Klägerin auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. März 1992 (- VI ZR 64/91 -, juris) zur Arzthaftung sagt nichts über die Bedingungen der Klägerin im Bundeswehrkrankenhaus B-Stadt in der Zeit ihrer Fachausbildung in den Jahren 2005 bis 2008 aus.
Insbesondere läßt sich hier nicht im Wege des Anscheinsbeweises der Schluß auf eine Fehlverrichtung bei der SPA ziehen, weil ein postspinales Kopfschmerzsyndrom nach den Ausführungen beider anästhesiologischer Gutachter eine spezifische, nicht sicher zu vermeidende Komplikation einer SPA darstellt (vgl. auch BGH vom 10.03.1992 - VI ZR 64/91 = VersR 1992, 745 = NJW 1992, 1560 ).
Entgegen der Ansicht des Klägers kann ihm nach Auffassung des Senates auch nicht die für sogenannte Anfängereingriffe ohne Facharztaufsicht geltende Vermutung zugutekommen, daß sein Gesundheitsschaden auf der mangelnden Qualifikation der die SPA durchführenden Person beruht (vgl. dazu BGH vom 27.09.1983 - VI ZR 30/81 = BGHZ 88, 248 /56 = VersR 1984, 60/2; vom 10.03.1992 - VI ZR 64/91 = VersR 1992, 745 ; vom 15.06.1993 - VI ZR 175/92 = VersR 1993, 1231 /33).
Krankenhäuser - wie hier die Beklagte - haben für ihre Eigenhaftung grundsätzlich den Facharztstandard vorzuhalten (BGH NJW 1998, 2736; 1994, 3008; 1993, 2989; 1992, 1560; OLG Braunschweig NJW-RR 2000, 238; OLG Oldenburg NJW-RR 1999, 1327).
Einen allgemeinen Erfahrungssatz, nach dem eine seltene Komplikation auf einen ärztlichen Fehler zurückgeht, gibt es jedoch nicht (BGH vom 10.03.1992, NJW 1992, 1560 = AHRS 6419/91).
Selbst wenn jedoch in der Mehrzahl der Fälle technische Fehler bei der Naht Ursache einer Nahtinsuffizienz wären, reichte dies für einen typischen Geschehensablauf, wie er für einen Anscheinsbeweis erforderlich ist, nicht aus (vgl. BGH vom 10.03.1992, NJW 1992, 1560 = AHRS 6419/91; OLG Karlsruhe VersR 1988, 93; OLG Saarbrücken VersR 1988, 95).
Es gibt keinen allgemeinen medizinischen Erfahrungssatz, wonach eine seltene oder äußerst seltene Komplikation auf einen ärztlichen Fehler zurückgeht (vgl. BGH NJW 1992, 1560;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 5. Aufl. Rn. B 231).
Denn bei der Anfängeroperation ist es notwendig, daß der Berufsanfänger überwacht und angeleitet wird (vgl. BGH NJW 1992, 1560, 1561).
OLG München, 30.12.2004 - 1 U 2367/04
Schadenersatz wegen ärztlichen Behandlungsfehlers - unzureichende Versorgung bei …
OLG München, 30.12.2004 - 1 U 2357/04
Arzthaftung: Begriff des groben Behandlungsfehlers; Unterlassen der Gabe eines …
OLG Köln, 10.01.1994 - 27 U 28/93
Nachbehandlung Bandscheibenoperation
OLG Oldenburg, 08.06.1993 - 5 U 14/93
Darlegungslast, Beweislast, Behandlungsfehler, Anfängeroperation, Facharzt, …