Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.11.2002&Aktenzeichen=VII%20ZR%20270/01
Timestamp: 2019-06-25 12:54:22
Document Index: 177279803

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301', '§ 643', '§ 643', '§ 301', '§ 643', '§ 256', 'BGH', '§ 648', '§ 643', 'BGH', '§ 104', '§ 643', '§ 643', 'BGH', '§ 256', 'BGH', '§ 260', '§ 145', '§ 301', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301', 'BGH', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 256', 'BGH', '§ 301', '§ 525', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 180', '§ 180', '§ 180', 'BGH']

BGH, 28.11.2002 - VII ZR 270/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,595
BGH, 28.11.2002 - VII ZR 270/01 (https://dejure.org/2002,595)
BGH, Entscheidung vom 28.11.2002 - VII ZR 270/01 (https://dejure.org/2002,595)
BGH, Entscheidung vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01 (https://dejure.org/2002,595)
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ZPO §§ 301, 256 Abs. 2; BGB § 643
Zulässigkeit eines Teilurteils bei Ausschluss der Gefahr widersprechender Entscheidungen - Entscheidung über Vorfrage durch Zwischenfeststellungsurteil - Fristsetzung mit Kündigungandrohung durch bevollmächtigten Vertreter - Genehmigung der Erklärung eines vollmachtslosen Vertreters nach Fristablauf - Anspruch auf Ersatz des Kündigungsschadens bei einem Werkvertrag
Teilurteil, Voraussetzungen für -; Zwischenfeststellungsurteil, - und Teilurteil; Fristsetzung, - mit Kündigungsandrohung durch Vertreter
Zur Zulässigkeit eines Teilurteils; zur Fristsetzung mit Kündigungsandrohung durch einen Vertreter
BGB § 643; ZPO §§ 301 256 Abs. 2
Wer darf Frist mit Kündigungsandrohung setzen?
BGB § 643 Abs. 1; ZPO § 256 Abs. 2
Fristsetzung mit Kündigungsdrohung durch Werkunternehmer bei unterlassener Mitwirkung des Bestellers durch bevollmächtigten Vertreter ohne Genehmigungsmöglichkeit
Fristsetzung mit Gestaltungswirkung: Erklärung durch einen Bevollmächtigten erforderlich! (IBR 2003, 72)
NJW-RR 2003, 303
MDR 2003, 263
NZBau 2003, 153
WM 2003, 1428
DB 2003, 553
BauR 2003, 299 (Ls.)
BauR 2003, 381
ZfBR 2003, 250
Nunmehr ist nur noch der Zahlungsantrag in Höhe von 218.061 EUR rechtshängig, ein etwaiger Verfahrensfehler wäre somit jedenfalls prozessual überholt (vgl. auch BGH, Urteile vom 10. Juli 1991 - XII ZR 109/90, NJW 1991, 3036 und vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, WM 2003, 1428, 1429).
Das Erfordernis hinreichender Bestimmtheit einer Nachfristsetzung mit Kündigungsandrohung i.S.v. § 648a Abs. 5, 643 Satz 1 BGB folgt bereits daraus, dass es sich dabei bereits um eine - im Sinne der Rechtsfolge von § 643 Satz 2 BGB (Vertragsaufhebung bei ergebnislosem Ablauf der Nachfrist) - als solche rechtsgestaltende Willenserklärung handelt (vgl. BGH, Urteil vom 28.11.2002, VII ZR 270/01, NJW-RR 2003, 303; OLG Frankfurt, Urteil vom 15.12.2000, 24 U 240/98, CR 2001, 503;… Palandt-Heinrichs/Ellenberger, a.a.O., Überbl v § 104, Rn 17 mwN), die neben einer angemessenen Fristsetzung erkennen lassen muss, dass bei Untätigkeit des Bestellers die Aufhebung des Vertrages für die Zukunft (ohne jede weitere Erklärung oder sonstige Rechtsakte) ausschließlich vom (ergebnislosen) Ablauf der gesetzten Nachfrist abhängt (vgl. OLG Brandenburg 17.06.2010, 12 U 21/10, NJW-RR 2010, 1670 = Anlage B 26; OLG Bamberg, Urteil vom 29.07.2009, 8 U 98/09, BauR 2010, 93 = Anlage B 27; Bamberger/Roth-Voit, BGB, 3. Auflage 2012, § 643, Rn 4 mwN; Palandt-Sprau, a.a.O., § 643, Rn 2;; Kniffka/Koeble, a.a.O., 10. Teil, Rn 99/100 mwN;.
Grundsätzlich darf allerdings bei Klage und Widerklage ein Teilurteil nur erlassen werden, wenn die Gefahr widersprechender Entscheidungen ausgeschlossen ist (vgl. BGH, Urteil vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, BauR 2003, 381, 382 = NZBau 2003, 153).
Die Gefahr der Widersprüchlichkeit kann indes gerade dadurch beseitigt werden, dass über eine für Klage und Widerklage vorgreifliche Vorfrage ein Zwischenfeststellungsurteil gemäß § 256 Abs. 2 ZPO ergeht (vgl. BGH, Urteil vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, BauR 2003, 381, 382 f. = NZBau 2003, 153;… Urteil vom 26. April 2012 - VII ZR 25/11, BauR 2012, 1391 Rn. 13 = NZBau 2012, 440).
Die Zulässigkeit der Prozeßtrennung bei Anspruchshäufung (§ 260 ZPO) nach § 145 Abs. 1 ZPO begegnet nicht den gleichen Einschränkungen, wie sie gegen die Zulässigkeit eines Teilurteils nach § 301 ZPO in einem solchen Fall angenommen werden (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 4. Oktober 2000 - VIII ZR 109/99, NJW 2001, 155; v. 28. November 2002 - VII ZR 270/01, NJW-RR 2003, 303 f, jeweils m.w.N.).
Ein Teilurteil ist daher unzulässig, wenn es eine Frage entscheidet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche noch einmal stellt (BGHZ 107, 236, 242; 120, 376, 380;… BGH, Urt. v. 4. Februar 1997 - VI ZR 69/96, NJW 1997, 1709, 1710; v. 30. November 1999 - VI ZR 219/98, NJW 2000, 800, 801, insofern in BGHZ 143, 189 nicht abgedruckt; v. 13. April 2000 - I ZR 220/97, NJW 2000, 3716, 3717; v. 28. November 2002 - VII ZR 270/01, NJW-RR 2003, 303 f).
Dem steht nicht entgegen, dass bei der Gefahr einander widersprechender Entscheidungen ein Teilurteil gemäß § 301 Abs. 1 ZPO grundsätzlich auch dann nicht ergehen dürfte, wenn es eine Frage entscheiden würde, die sich im weiteren Verfahren über einen anderen Anspruch noch einmal stellt, wenn es sich dabei nur um eine Vorfrage handelt, die nicht in Rechtskraft erwächst (BGH, Urteil vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01 - NJW-RR 2003, 303 f. m.w.N.).
Die dem Erlass eines Teilurteils entgegenstehende Gefahr der Widersprüchlichkeit kann in der Berufungsinstanz dadurch beseitigt werden, dass über die Vorfragen ein Zwischenfeststellungsurteil gemäß § 256 Abs. 2 ZPO ergeht (Bestätigung von BGH, Urteil vom 28. November 2002, VII ZR 270/01, BauR 2003, 381 = NZBau 2003, 153 = ZfBR 2003, 250).
Ein Teilurteil ist daher unzulässig, wenn es eine Frage entscheidet, die sich im weiteren Verfahren über die anderen Ansprüche noch einmal stellen kann (BGH, Urteil vom 13. April 2000 - I ZR 220/97, NJW 2000, 3716; Urteil vom 5. Dezember 2000 - VI ZR 275/99, NJW 2001, 760; Urteil vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, BauR 2003, 381 = NZBau 2003, 153 = ZfBR 2003, 250).
Allerdings kann die Gefahr der Widersprüchlichkeit in der Berufungsinstanz dadurch beseitigt werden, dass über die Vorfragen ein Zwischenfeststellungsurteil gemäß § 256 Abs. 2 ZPO ergeht, durch das die Möglichkeit eines Widerspruchs zwischen dem Teilurteil und dem Schlussurteil ausgeräumt wird (BGH, Urteil vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, aaO;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 301 Rn. 13 und Zöller/Heßler, aaO, § 525 Rn. 8).
Diese Gefahr besteht immer dann, wenn der durch Teilurteil beschiedene Anspruch und der noch rechtshängige Anspruch von gemeinsamen Vorfragen abhängen (…vgl. BGH, Urteile vom 26. April 2012 - VII ZR 25/11, BauR 2012, 1391 Rn. 11 = NZBau 2012, 440;… vom 29. März 2011 - VI ZR 117/10, BGHZ 189, 79 Rn. 15; vom 28. November 2002 - VII ZR 270/01, BauR 2003, 381, 382 = NZBau 2003, 153, jeweils m.w.N.).
Prinzipiell darf ein Teilurteil nur erlassen werden, wenn die Gefahr widersprechender Entscheidungen ausgeschlossen ist (BGH, BauR 2003, 381, 382).
In diesem Falle hätte die Klägerin sie durch ihr Kündigungsschreiben konkludent genehmigt mit der Folge einer rückwirkenden Heilung, § 180 S. 2 BGB (…vgl. hierzu Valenthin, in: BeckOK BGB, Ed. 19, Stand 1.3.2011, § 180 Rn. 9;… Staudinger/Schilken [2009] § 180 Rn. 6); um Erklärungen mit rechtsgestaltender Wirkung, für die nur eine Heilung ex nunc in Betracht kommt (vgl. BGH NJW-RR 2003, 303, 304), geht es hier nicht.
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