Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.12.2015&Aktenzeichen=VI%20ZR%2037%2F15
Timestamp: 2019-03-19 02:43:26
Document Index: 182045660

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 113', '§ 203', '§ 110', '§ 110', '§ 195', '§ 195', '§ 31', '§ 44', '§ 642', '§ 907', '§ 559', '§ 540', '§ 66', '§ 199', '§ 199', '§ 852', '§ 111', '§ 203', '§ 852', '§ 428', '§ 425', '§ 110', '§ 111', '§ 113', '§ 195', '§ 199', '§ 113', '§ 203', '§ 113', '§ 113', '§ 199', 'BGH', '§ 110', '§ 113', '§ 199', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.12.2015 - VI ZR 37/15 - dejure.org
§ 113 Satz 1 SGB VII, § ... 199 Abs. 1 BGB, § 203 BGB, § 110 Abs. 1 SGB VII, §§ 110, 111 SGB VII, §§ 195, 199 Abs. 1, 2, § 195 BGB, § 31 SGB X, §§ 44 bis 49 SGB X, VwVfG, § 642 RVO, § 907 RVO, § 559 ZPO, § 540 Abs. 1 Nr. 1 ZPO, § 66 Abs. 2 Satz 1 SGG, § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB, § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB, § 852 Abs. 1 BGB, § 111 SGB VII, § 203 Satz 1 BGB, § 852 Abs. 2 BGB, § 428 BGB, § 425 Abs. 2 BGB
§ 110 Abs 1 SGB 7, § 111 SGB 7, § 113 S 1 SGB 7, § 195 BGB, § 199 Abs 1 BGB
Verjährung von Regressansprüchen des Sozialversicherungsträgers: Anforderungen an die bindende Feststellung der Leistungspflicht als Voraussetzung des Verjährungsbeginns
Verjährung des Regressanspruchs nach § 113 S. 1 SGB VII - bindende Feststellung der Leistungspflicht eines UVT jedenfalls durch Verwaltungsakt - Leistungsfeststellung dem Grunde nach genügt - Bindungswirkung tritt ein mit Bekanntgabe des Verwaltungsaktes - Hemmung der Verjährung nach § 203 BGB setzt Erörterungen über den Klageanspruch voraus - Verjährungsverzichtserklärung gilt nur für denjenigen, dem gegenüber sie abgegeben wurde
Verjährungsfristen von Regressansprüchen der Sozialversicherungsträger
Verjährung im Sinne des § 113 Satz 1 SGB VII von (Regress-)Ansprüchen der Sozialversicherungsträger
Verjährung von (Regress-)Ansprüchen eines Sozialversicherungsträgers
schluender.info (Entscheidungsbesprechung)
§ 113 SGB VII
NJW-RR 2016, 856
MDR 2016, 588
Demnach hat stets eine taggenaue Berechnung der Verjährungsfrist - unabhängig von der Kenntnis oder grobfahrlässigen Unkenntnis des Gläubigers im Sinne von § 199 Abs. 1 BGB - ab der bindenden Feststellung der Leistungspflicht zu erfolgen (Fortführung von BGH, Urteil vom 8. Dezember 2015, VI ZR 37/15).
In der zuletzt veröffentlichten Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu diesem Themenkomplex vom 8. Dezember 2015 (VI ZR 37/15, VersR 2016, 551) sei diese Frage offengelassen worden.
Damit ist diesem gegenüber im März 2009 die Leistungspflicht für die Klägerin bindend festgestellt worden (vgl. zu den Voraussetzungen einer bindenden Feststellung Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 12).
Den Beklagten zu 3 bis 5 gegenüber waren die im Februar 2009 ergangenen Bescheide von Anfang an unanfechtbar, weil sie durch die Anerkennung des Versicherungsfalls nicht nachteilig in ihrer Rechtsstellung betroffen wurden (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 aaO).
Auch nach ihrem Sinn und Zweck kommt es nur darauf an, dass die für den Anspruch aus § 110 Abs. 1 SGB VII bedeutsame Frage, ob ein Versicherungsfall vorliegt, endgültig geklärt ist, nicht aber darauf, dass die vom Unfallversicherungsträger zu gewährende Leistung auch der Höhe nach endgültig feststeht (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, aaO Rn. 13).
(1) Wie bereits im Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 (VI ZR 37/15, aaO Rn. 13) dargestellt, ist es umstritten, ob allein die bindende Feststellung der Leistungspflicht bzw. die Rechtskraft eines entsprechenden Urteils gemäß § 113 Satz 1 SGB VII für den Verjährungsbeginn ausreicht oder ob wegen des Verweises auf § 199 Abs. 1 BGB zusätzlich die dort normierten Voraussetzungen vorliegen müssen.
Weder ist notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 2015 - VI ZR 37/15, VersR 2016, 551 Rn. 14;… BGH, Urteile vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07, VersR 2009, 685 Rn. 32 …und vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 15).
Es ist aber weder notwendig, dass der Geschädigte alle Einzelumstände kennt, die für die Beurteilung möglicherweise Bedeutung haben, noch muss er bereits hinreichend sichere Beweismittel in der Hand haben, um einen Rechtsstreit im Wesentlichen risikolos führen zu können (…BGH VersR 2009, 685, 688 Rn. 32; 2016, 551, 553 Rn. 14).