Source: https://www.kujus-strafverteidigung.de/blog/strafrechts-abc/raub/
Timestamp: 2019-02-23 03:50:21
Document Index: 359145614

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 250', '§ 251', '§ 249', '§ 252', '§ 255', '§ 250', '§ 250', '§ 250', '§ 250', '§ 250']

Raub | §§ 249 - 251 StGB | Strafrechts-ABC | KUJUS Strafverteidigung
Qualifikationen des Raubes
Man kennt ihn aus Zeitung und Film: den Raub. In Blockbustern handelt es sich bei Räubern gern mal um eine Gruppe schwer bewaffneter Personen, die eine Bank überfallen. Fernab von Hollywood und weniger spektakulär kommt der Raub in Deutschland in vielen Formen vor.
Das Gesetz definiert den Raub als die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mittels Gewalt oder unter Anwendung von Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Ferner bedarf es der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.
Vereinfacht ausgedrückt, ist der Raub also eine Mischung aus einem Diebstahl und einer Gewaltanwendung oder einer Drohung gegenüber dem Opfer.
Wie schwierig die Abgrenzung im Einzelnen sein kann, sollen folgende Beispiele verwirklichen:
Eine Person entreißt einem Passanten die Handtasche. Nun kommt es auf die Details des Vorgangs an. Leistet der Passant Widerstand z.B. indem er die Handtasche derart festhält, dass dieser nur durch das Wegreißen gebrochen werden kann, liegt ein Raub vor. Entwendet der Täter die Handtasche mittels Schnelligkeit ohne, dass es zu einem Widerstand beim Opfer kommt, handelt es sich um Diebstahl.
Ebenso problematisch ist die Abgrenzung zwischen einem Raub und einer räuberischen Erpressung. Die Rechtsprechung stellt hier letztlich auf das äußere Erscheinungsbild ab. Liegt nach dem äußeren Erscheinungsbild ein „Nehmen“ durch den Täter vor, handelt es sich um Raub. Sieht es nach dem äußeren Erscheinungsbild eher nach einem „Geben“ des Opfers aus, dann handelt es sich um eine räuberische Erpressung – selbst dann, wenn das „Geben“ letztlich allein aus Furcht und Angst, oder das „Nehmen“ allein aufgrund einer Schockstarre erfolgt.
Die konkrete Strafe ist von vielerlei Faktoren abhängig – Etwa der Art der Gewaltanwendung, dem Nachtatverhalten des Beschuldigten und möglichen Vorstrafen.
Noch härter wird ein Raub in besonders schweren Konstellationen bestraft.
Möglich sind der „schwere Raub“ in § 250 StGB sowie der „Raub mit Todesfolge“ in § 251 StGB.
Voraussetzung für einen schweren Raub, ist zunächst das Vorliegen eines „einfachen“ Raubs nach § 249 StGB, eines räuberischen Diebstahls nach § 252 StGB oder einer räuberischen Erpressung nach § 255 StGB.
Tritt zu dem Grundtatbestand, also etwa dem „einfachen“ Raub, nunmehr ein besonderer Umstand aus § 250 StGB hinzu, handelt es sich um einen schweren Raub.
Die in § 250 Abs. 1 StGB genannten besonderen Umstände beinhalten etwa das Bei-sich-Führen von Waffen und anderen gefährlichen Werkzeugen.
Hierunter fällt so ziemlich alles, was nach der konkreten Art der Verwendung dazu geeignet ist, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Das bedeutet, dass letztlich Pistolen und Messer ebenso von der Vorschrift umfasst sind wie unscheinbarerer „Werkzeuge“ wie Schraubendreher oder ein Stift.
Nach § 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. b StGB ist ferner jedes andere Mittel umfasst, welches der Täter bei sich führt um den Widerstand einer Person zu brechen. Soweit eine Person während der Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung gebracht wird, handelt es sich ebenfalls um einen schweren Raub.
Soweit eine mitgeführte Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug auch verwendet wird, handelt es sich um einen besonders schweren Raub.
Das bedeutet nicht, dass es zu Verletzungen kommen muss. Von dieser Variante sind Schüsse zur Einschüchterung genauso umfasst wie zweckgerichtete Drohungen. Wird eine Person während des Raubes körperlich schwer misshandelt oder in die Gefahr des Todes gebracht, liegt ebenfalls ein besonders schwerer Raub vor.
Ein besonders schwerer Raub liegt ferner in Fällen vor, in der Raub durch eine Bande begangen wird und ein Bandenmitglied eine Waffe bei sich führt.
Ein schwerer Raub nach § 250 Abs. 1. StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren, ein besonders schwerer Raub nach § 250 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren geahndet.
Voraussetzung ist zunächst, dass ein Raub (oder eine räuberische Erpressung) als Grundtatbestand vorliegt. Es reicht allerdings schon eine Versuchstat aus.
Ferner muss der Tod eines anderen Menschen eingetreten sein und dies wiederum mindestens durch Leichtfertigkeit des Täters. Bei dieser Qualifikation muss sich ein spezifisches Risiko der Tat in dem Tod eines Menschen verwirklicht haben.
Unsere Kanzlei ist auf das Strafrecht spezialisiert und ausschließlich in der Strafverteidigung tätig. Regelmäßig verteidigen wir Mandanten, denen ein Raub vorgeworfen wird. Wir stehen Ihnen im gesamten Verfahren kompetent und diskret zur Seite.