Source: https://studienwahl.de/finanzielles/finanzierungsmoeglichkeiten/bafoeg
Timestamp: 2020-07-13 00:28:31
Document Index: 141636420

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 21', '§36', '§ 22', '§ 24', '§ 25', '§ 25']

BAföG - studienwahl.de
Finanzielles Finanzierungsmöglichkeiten BAföG
Foto: WillmyCC Studios / Bundesagentur für Arbeit
Im Folgenden finden Sie generelle Informationen zum BAföG, die Ihnen die wesentlichen Bestimmungen der BAföG-Förderung transparent machen. Die Angaben basieren auf den gesetzlichen Regelungen des BAföG in der Fassung des 26. BAföG-Änderungsgesetzes, das zum 1.8.2019 in Kraft getreten ist.
Schülerinnen und Schüler erhalten BAföG als Vollzuschuss.
Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Einige Komponenten werden auch bei Studierenden als Vollzuschuss gewährt, so Auslandsstudiengebühren, die mit bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr bezuschusst werden können (also nicht anteilig zurückgezahlt werden müssen). In Einzelfällen kann BAföG-Förderung zudem als zinsfreies Staatsdarlehen (Volldarlehen) gewährt werden, etwa als spezielle Unterstützung zum Erreichen des Studienabschlusses nach Ende der Förderungshöchstdauer.
Die Gewährung der Förderung ist an gewisse Voraussetzungen gebunden, in erster Linie an die Bedürftigkeit. Ob Sie bedürftig sind, richtet sich nach Ihrem Einkommen und Vermögen sowie dem Einkommen Ihrer Eltern und Ihres/Ihrer Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners/-partnerin. Ebenfalls relevant sind Staatsangehörigkeit bzw. Aufenthaltsstatus und Alter sowie der Nachweis einer Zwischenprüfung oder eines geordneten Studienverlaufs und die Einhaltung der Förderungshöchstdauer.
Gefördert werden kann auch ein Masterstudium sowie ein postgraduales Studium, wenn außer einem Bachelorabschluss noch kein anderer erster Hochschulabschluss erworben wurde. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren, bis zu der eine Ausbildung aufgenommen werden muss, um nach dem BAföG gefördert werden zu können, beträgt für Masterstudiengänge 35 Jahre.
Im Jahr 2018 wurden nach der amtlichen BAföG-Statistik im Monatsdurchschnitt rund 468.000 Studierende und Schüler/-innen nach dem BAföG gefördert.
Die Förderungshöchstdauer für Studierende an Hochschulen richtet sich nach der Regelstudienzeit, die im jeweiligen Landes-Hochschulgesetz und/oder in der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung festgelegt ist. In dem Monat, in dem das Gesamtergebnis der erfolgreich abgeschlossenen Hochschulausbildung bekannt gegeben wird, gilt die Ausbildung als beendet. Die Förderung endet allerdings spätestens zwei Monate nach dem Monat, in dem der letzte Prüfungsteil abgelegt wurde.
Studierenden an Hochschulen kann unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Ende der Förderung bis zu zwölf Monate Studienabschlusshilfe in Form eines zinsfreien Staatsdarlehens (Volldarlehen) gewährt werden. Das ist nur möglich, wenn sie spätestens innerhalb von vier Semestern nach Ende der Förderungshöchstdauer zur Abschlussprüfung zugelassen worden sind. Außerdem muss die Prüfungsstelle bescheinigen, dass die Ausbildung innerhalb der Abschlusshilfedauer abgeschlossen werden kann.
Tipp: Ob Sie nach einem Fachrichtungswechsel für eine andere Ausbildung Förderung erhalten, können Sie schon vor dem Wechsel durch einen Antrag auf Vorabentscheidung klären lassen. Deshalb sollten sich BAföG-geförderte Studierende vor einem Wechsel frühzeitig vom Amt für Ausbildungsförderung beraten lassen. Ggf. kann es empfehlenswert sein, sich zunächst beurlauben zu lassen.
Achtung: Mitgezählt werden auch Fachrichtungswechsel, die vor einem ersten BAföG-Antrag liegen. Wer sich also in einem bestimmten Fach immatrikuliert, sich später für ein anderes Studienfach entscheidet und dann erst BAföG beantragt, nimmt bereits einen Fachrichtungswechsel im Sinne des BAföG vor.
Es gelten unterschiedliche Regelungen für die Förderung von Auslandsaufenthalten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union (EU). Generell müssen Auslandsaufenthalte im Rahmen eines Studiums eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester, bei einem Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation eine Mindestdauer von zwölf Wochen aufweisen.
Hinweis: Ggf. können höhere Bedarfssätze bei einer Ausbildung im Ausland dazu führen, dass auch solche Auszubildende während eines Ausbildungsaufenthaltes im Ausland gefördert werden können, die im Inland wegen der Höhe ihres Vermögens oder des Einkommens ihrer Eltern keine Förderung erhalten. Wichtig dabei ist auch zu wissen, dass Ausbildungszeiten im Ausland, die als solche nicht zwingend in den Ausbildungsbestimmungen vorgeschrieben sind, bis zu einem Jahr auf die Förderungshöchstdauer nicht angerechnet werden, wenn das Studium im Inland begonnen wurde oder fortgesetzt wird.
Der monatliche Bedarf beträgt für Studierende
483 Euro, wenn sie bei den Eltern wohnen und
752 Euro, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen.
Unter Hinzurechnung der Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung beträgt der Förderungshöchstsatz für auswärts wohnende Studierende 861 Euro. Studierende über 30 können nachweisabhängig bis zur Grenze von 155 Euro (Krankenversicherung) und 34 Euro (Pflegeversicherung) nochmals um bis zu 80 Euro mehr erhalten.
Alle BAföG-Geförderten erhalten für jedes eigene Kind unter zehn Jahren, mit dem sie in einem Haushalt leben, einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von monatlich 140 Euro. Dieser Zuschlag muss nicht zurückgezahlt werden und bleibt als Einkommen bei anderen Sozialleistungen unberücksichtigt.
Hinweis: Laut der amtlichen BAföG-Statistik erhielten geförderte Studierende im Jahr 2018 im Durchschnitt 493 Euro im Monat.
Wie werden Einkommen/Vermögen angerechnet?
Als Einkommen gilt die Summe der positiven Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 2 Abs. 1 und 2). Dazu zählen Einkünfte aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit einschließlich Minijobs bis 450 Euro (§ 21 Abs. 1 BAföG). Waisenrenten und Waisengelder werden teilweise, Ausbildungsbeihilfen in voller Höhe angerechnet, das Kindergeld jedoch nicht. Dies gilt nicht im Fall der Vorausleistung (§36 BAföG).
Abgezogen vom Einkommen werden u.a. die Einkommens- und Kirchensteuer, pauschal festgesetzte Beträge für die soziale Sicherung (also insbesondere Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) oder auch geförderte Altersvorsorgebeiträge wie die Riester-Rente.
Generell bleiben vom Einkommen des/der Auszubildenden ein Jahresbrutto von 5400 Euro anrechnungsfrei (das entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienst von 450 Euro). Für den Ehegatten oder den/die Lebenspartner/-in des/der Auszubildenden bleiben anrechnungsfrei 630 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 und 665 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2021/22 . Der Freibetrag für jedes Kind beträgt 570 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2020/21 und 605 Euro zum Schuljahr bzw. Wintersemester 2021/22.
Für die Festsetzung des eigenen Einkommens sind die Einkommensverhältnisse im Bewilligungszeitraum maßgebend (§ 22 BAföG). Bewilligungszeitraum ist i.d.R. ein Studienjahr.
Für die Anrechnung des Einkommens der Eltern und des/der Ehegatten/-gattin bzw. des/der Lebenspartners/-partnerin sind deren Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums (§ 24 BAföG) maßgebend. Auch hier gibt es Freibeträge, deren Höhe von unterschiedlichen Faktoren abhängt (§ 25 BAföG).
Was ist „Vermögen“?
Als Vermögen gelten z.B. Grundstücke, Bargeld, Betriebsvermögen, Sparguthaben oder Bausparverträge. Haushaltsgegenstände wie Möbel, Waschmaschinen oder Musikinstrumente werden nicht dazugerechnet. Vom maßgeblichen Wert des Vermögens im Zeitpunkt der Antragstellung werden gleichzeitig bestehende Schulden und Lasten abgezogen.
Maßgebend ist das Vermögen zum Zeitpunkt der Antragstellung. Der Freibetrag für eigenes Vermögen des BAföG-Geförderten beträgt 8.200 Euro. Die zusätzlichen Freibeträge für BAföG-Geförderte mit Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern liegen bei 2.300 Euro. Der verbleibende Wert wird durch die Zahl der Monate des Bewilligungszeitraums geteilt und auf den monatlichen Bedarf angerechnet. Vorsicht bei Schenkungen oder Vermögensübertragungen: Vermögen, das zeitnah vor der Ausbildung ohne Gegenleistung an Dritte, z.B. Eltern, übertragen wurde, wird vom Amt für Ausbildungsförderung trotzdem in vollem Umfang angerechnet.
Beim Besuch von Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen sowie bei der Teilnahme an einem Praktikum, das im Zusammenhang mit dem Besuch dieser Ausbildungsstätten steht, wird die Förderung jeweils zur Hälfte als zinsloses Darlehen und als Zuschuss gezahlt. Den Darlehensanteil müssen Sie in maximal 77 monatlichen Raten von 130 Euro innerhalb von 20 Jahren an das Bundesverwaltungsamt in Köln zurückzahlen, die erste Rate wird fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer (nicht nach dem Ende des Studiums) fällig. Eine Freistellung von der Rückzahlungsverpflichtung ist möglich, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Wird das Darlehen trotz redlichen Bemühens innerhalb von 20 Jahren nicht vollständig getilgt, wird die Restschuld erlassen.
Damit die Schuldenlast überschaubar bleibt, gilt eine Höchstbelastungsgrenze. Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Die Regelrate für die Darlehensrückzahlung beträgt 130 Euro. Für diejenigen, die erstmalig neu mit BAföG gefördert werden, gilt für die spätere Rückzahlung des Darlehensanteils: Wer 77 Raten getilgt hat, ist schuldenfrei, egal wie hoch das Darlehen ursprünglich war. Maximal müssen also 10.010 Euro zurückgezahlt werden. Wer wegen zu geringen Einkommens nur zu niedrigeren Raten als 130 Euro herangezogen werden kann, wird ebenfalls nach 77 Raten frei, also auch wenn tatsächlich weniger als 10.010 Euro zurückgezahlt wurden. Wer den Darlehensanteil des BAföG trotz nachweisbaren Bemühens und Einhaltung aller Zahlungs- und Mitwirkungspflichten innerhalb des Rückzahlungszeitraums von 20 Jahren nicht in Höhe von 77 Raten tilgen kann, dem wird die komplette Darlehens(rest)schuld erlassen. Ein gesonderter Erlassantrag ist hierfür nicht erforderlich. Nach Ablauf des Rückzahlungszeitraumes erfolgt die Prüfung automatisch. Über das Ergebnis wird der Studierende informiert. Einen Nachlass gibt es für alle, die ihr BAföG-Darlehen in einer Summe vor Rückzahlungsbeginn vorzeitig zurückzahlen oder vorzeitig größere Teilbeträge von mindestens 500 Euro ablösen.
Hinweis: Für eine vorzeitige Rückzahlung deutlich vor Rückzahlungsbeginn wird kein zusätzlicher Nachlass gewährt. Der Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid, der circa 6 Monate vor dem Rückzahlungsbeginn versandt wird, enthält ein Angebot zur vorzeitigen Rückzahlung mit dem höchstmöglichen Nachlass.
Hilfe zum Studienabschluss wird als zinsfreies Staatsdarlehen (Volldarlehen) geleistet.
Das BAföG berücksichtigt die besondere Situation von Menschen mit Behinderungen. So können Eltern bei der Ermittlung ihres Einkommens einen zusätzlichen Härtefreibetrag ansetzen (§ 25 Abs. 6 BAföG).
Über die Förderungshöchstdauer hinaus wird außerdem Ausbildungsförderung geleistet, wenn sie etwa infolge der Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien und satzungsmäßigen Organen der Hochschulen, infolge des erstmaligen Nichtbestehens einer Abschlussprüfung oder infolge der Pflege von (nahen) Verwandten überschritten wurde.
Außerdem gibt es, wenn die Ausbildung nicht innerhalb der Förderungshöchstdauer abgeschlossen wird, eine Hilfe zum Studienabschluss, die als Darlehen geleistet wird.
Ausbildungsförderung wird auf schriftlichen Antrag vom Monat der Antragstellung an, jedoch frühestens mit dem Beginn der Ausbildung und keinesfalls rückwirkend gewährt. Der Antrag sollte deshalb möglichst frühzeitig, etwa 6 bis 8 Wochen vor Schul- bzw. Semesterbeginn gestellt werden. Falls eine finanzielle Notlage vorliegt, kann ein Antrag auf Vorschussleistung gestellt werden. Es ist deutschlandweit möglich, den BAföG-Antrag online zu stellen. Die Ämter für Ausbildungsförderung halten außerdem entsprechende Formblätter bereit. Diese können auch von der BAföG-Webseite des BMBF www.bafög.de heruntergeladen werden.
Wird zum ersten Mal oder nach einer Unterbrechung der Ausbildung ein Antrag gestellt, können unter bestimmten Bedingungen Abschlagszahlungen bewilligt werden. Dann erhalten Sie Zahlungen bis zu 80 % des voraussichtlich zustehenden Bedarfs, noch bevor eine Entscheidung über Ihren Antrag gefällt wurde. Die gezahlte Förderung wird dann mit den regulären Zahlungen verrechnet.
Hier finden Sie auch Adressen der für die Beantragung zuständigen Ämter, den Zugang zur Online-Beantragung sowie alle erforderlichen Antragsformulare (auch für Förderung einer Auslandsausbildung).
Unter der Telefonnummer 0800/223 63 41 bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung von Mo.–Fr. von 8.00–20.00 Uhr eine gebührenfreie Hotline zum BAföG an.