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Timestamp: 2019-07-18 10:24:34
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Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 56', '§ 114', '§ 142', '§ 114', '§ 117', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 142', '§ 142']

BFH, 03.04.1987 - VI B 150/85 - dejure.org
https://dejure.org/1987,972
BFH, 03.04.1987 - VI B 150/85 (https://dejure.org/1987,972)
BFH, Entscheidung vom 03.04.1987 - VI B 150/85 (https://dejure.org/1987,972)
BFH, Entscheidung vom 03. April 1987 - VI B 150/85 (https://dejure.org/1987,972)
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FGO § 142, § 56 Abs. 1; ZPO §§ 114, 117
Prozeßkostenhilfe - Antrag auf Bewilligung - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - Versäumung der Klagefrist - Maßgeblicher Zeitpunkt - Rechtzeitige Einreichung - Einreichung eines Prozeßkostenhilfegesuch - Prozeßbevollmächtigter
FGO §§ 142, 56 Abs. 1; ZPO §§ 114, 117
BFHE 149, 409
BB 1987, 2201
BStBl II 1987, 573
Ein solcher isolierter Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe ist - auch schon vor Klageerhebung - zulässig (z.B. BFH Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, BStBl II 1987, 573) und im Streitfall auch begründet.
Diese für die Einlegung von Rechtsmitteln geltende ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ist auf die bei den Finanzgerichten nach dem 30. Juni 2004 - und damit nach der Neufassung des Gerichtskostengesetzes (GKG n.F.) durch das Kostenrechtsmodernisierungsgesetz (KostRModG) vom 12. Februar 2004 (BGBl I 718) - erhobenen Klagen übertragbar (a.A. noch zum alten Kostenrecht: BFH Beschluss vom 17. April 1985 II B 11/85, BFH/NV 1985, 99, BFH Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, BStBl II 1987, 573, BFH Beschluss vom 21. Dezember 1987 VII S 4/85, juris, FG Sachsen-Anhalt Beschluss vom 16. Juni 1998 I 695/97, EFG 1998, 1421).
Die Tatsache, dass sich der Kläger im finanzgerichtlichen Verfahren nicht durch einen Prozessbevollmächtigten vertreten lassen muss, rechtfertigt keine andere Entscheidung (vgl. hierzu BFH Beschluss vom 3. April 1987, VI B 150/85, BStBl II 1987, 573), und zwar unabhängig davon, ob eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater erforderlich erscheint oder nicht.
Der vom FG aufgestellte Rechtssatz weicht, wie das FA zutreffend dargelegt hat, jedenfalls vom BFH-Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85 (BFHE 149, 409, BStBl II 1987, 573) ab, in dem der BFH den Rechtssatz aufgestellt hat, dass eine unter einer Bedingung (dort ebenfalls der Gewährung von PKH) erhobene Klage unzulässig ist, was allgemeiner Auffassung entspreche.
Dem steht nicht entgegen, dass eine unter einer Bedingung (z. B. der Gewährung von PKH) erhobene Klage unzulässig ist (BFH-Beschlüsse vom 19. November 1985 VII B 103/85, NFH/NV 1986, 180;vom 3. April 1987 VI B 150/85, BFHE 149, 409, BStBl II 1987, 573 undvom 3. Februar 2005 VII B 304/03, BFH/NV 2005, 1111).
In diesem Falle wäre zwar die Klage unwirksam erhoben, der Schriftsatz aber als Anlage zum wirksamen PKH-Gesuch anzusehen, über das vom Gericht zu befinden wäre; nach Gewährung der PKH könnte auch in diesem Fall noch innerhalb der Wiedereinsetzungsfrist Klage erhoben werden (BFH-Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, BFHE 149, 409, BStBl II 187, 573).
Hierzu gehört, dass innerhalb dieser Fristen das PKH-Gesuch zusammen mit der Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nebst den entsprechenden Belegen (§ 117 Abs. 2 bis 4 der Zivilprozessordnung --ZPO--) eingereicht wird (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 3. April 1987 VI B 150/85, BFHE 149, 409, BStBl II 1987, 573;… Gräber/Stapperfend, a.a.O., § 56 Rz 20 "Prozesskostenhilfe", m.w.N.).
Das erfordert nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung - der sich der Senat anschließt - dass er innerhalb der Rechtsmittelfrist ein vollständiges Prozesskostenhilfegesuch zusammen mit der Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nebst den entsprechenden Belegen einreicht und sein Begehren zumindest laienhaft substantiiert (vgl. BFH-Beschlüsse vom 03.04.1987 VI B 150/85, BStBl. II 1987, 573;… vom 03.02.2005, VII B 304/03, BFH/NV 2005, 1111;… Gräber/Stapperfend, FGO, 6. Auflage, § 56 Rz 20 "Armut"; Söhn bei Hübschmann/Hepp/Spitaler, FGO, § 56 Rz 114; Schwarz in Hübschmann/Hepp/Spitaler, FGO, § 142 Rz 33; Brandis bei Tipke/Kruse, FGO, § 142 Rz 7, 15).
Eine solche wäre wegen der Bedingungsfeindlichkeit von Prozesserklärungen aber unzulässig (Bundesfinanzhof -BFH-Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, BStBl II 1987, 573).
Eine unzulässige, weil bedingte Klageerhebung (vgl. hierzu z.B. Bundesfinanzhof -BFH-Beschluss vom 19. November 1985 VII B 103/85, Sammlung der Entscheidungen des BFH -BFH/NV- 1986, 180, BFH-Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1987, 573, BFH-Beschluss vom 3. Februar 2005 VII B 304/03, BFH/NV 2005, 1111, a.A. BFH-Beschluss vom 24. August 2001 VI S 5/01, [...]) erkennt der Senat hingegen nicht.
Ein solcher isolierter Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe ist - auch schon vor Klageerhebung - zulässig (z.B. BFH-Beschluss vom 3. April 1987 VI B 150/85, BStBl II 1987, 573).
Eine Klage kann zwar nicht zulässig unter der Bedingung erhoben werden, dass für das Klageverfahren PKH gewährt wird (BFH-Beschlüsse vom 3. April 1987 VI B 150/85, BFHE 149, 409, BStBl II 1987, 573, …und vom 3. Februar 2005 VII B 304/03, BFH/NV 2005, 1111).
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