Source: https://www.gesundheitsrechtler.de/Entscheidungen/BGH-LFGB-Strafrecht/bgh-lfgb-strafrecht.html
Timestamp: 2018-11-19 03:49:23
Document Index: 342905022

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 154', '§ 349', '§ 265']

BGH-LFGB-Strafrecht BGH BESCHLUSS 3 StR 526/07 horak Rechtsanwälte/ Fachanwälte Hannover/ München
Medizinrecht.. Entscheidungen.. BGH-LFGB-Strafrecht..
wegen Betruges u. a. - 2 -
Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-anwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 27. März 2008 gemäß § 154 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2, § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen:
1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landge-richts Oldenburg vom 7. Juni 2007 wird
b) das vorgenannte Urteil im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte des Betruges in 18 Fällen, davon in ei-nem Fall in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Le-bensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, des versuchten Be-truges in sechs Fällen, davon in fünf Fällen in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittelge-setzbuch, der Verletzung der Insolvenzantragspflicht in zwei Fällen und des Verstrickungsbruchs schuldig ist.
3. Der Angeklagte hat die verbleibenden Kosten seines Rechts-mittels zu tragen. - 3 -
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Betruges in 18 Fällen, da-von in einem Fall in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, versuchten Betruges in sechs Fällen, davon in fünf Fäl-len in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Lebensmittel- und Futtermittel-gesetzbuch, Verletzung der Insolvenzantragspflicht in zwei Fällen, Verstri-ckungsbruchs und Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz-buch in acht Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Mo-naten verurteilt; außerdem hat es ein Berufsverbot für die Dauer von fünf Jah-ren und den Verfall von Wertersatz angeordnet. Mit seiner Revision rügt der Angeklagte die Verletzung formellen und materiellen Rechts.
sches bereits das Ruhen dieser Zulassung angeordnet worden war. Vielmehr handelte es sich auch um "aufgespritztes", das heißt unter Verwendung eines Pökelinjektors mit Wasser und einem Bindemittel angereichertes Putenfleisch, das zuvor amtlich sichergestellt und vom Angeklagten sodann der Verstrickung entzogen worden war. Er brachte damit jeweils ein Lebensmittel, das hinsicht-lich seiner Beschaffenheit von der Verkehrsauffassung abwich und dadurch in seinem Wert nicht unerheblich gemindert war, ohne entsprechende Kenntlich-machung gewerbsmäßig in den Verkehr. § 265 StPO steht der Annahme dieser Tatbestandsalternative nicht entgegen, da der Angeklagte sich auch nach ei-nem diesbezüglichen rechtlichen Hinweis nicht anders als geschehen hätte ver-teidigen können. Im Übrigen beruhen die zugehörigen Feststellungen des Landgerichts (UA S. 22 ff.) entgegen der Auffassung der Revision auf einer sachlichrechtlich nicht zu beanstandenden Würdigung der erhobenen Beweise (UA S. 49 ff.).
Der Senat schließt im Hinblick auf die verbleibenden 27 Einzelfreiheits-strafen (Einsatzstrafe: ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe) aus, dass das Landgericht ohne die in den Fällen 22. bis 27., 34. und 35. der Urteilsgründe verhängten Einzelstrafen (zweimal ein Monat, fünfmal zwei Monate und einmal drei Monate Freiheitsstrafe) auf eine niedrigere Gesamtstrafe erkannt hätte. - 5 -
Die Schriftsätze der Verteidigung vom 25. März 2008 lagen bei der Be-schlussfassung vor.