Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201981,%202295
Timestamp: 2019-08-26 08:21:41
Document Index: 156209120

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 133', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.02.1981 - IVa ZR 103/80 - dejure.org
BGH, 12.02.1981 - IVa ZR 103/80
https://dejure.org/1981,940
BGH, 12.02.1981 - IVa ZR 103/80 (https://dejure.org/1981,940)
BGH, Entscheidung vom 12.02.1981 - IVa ZR 103/80 (https://dejure.org/1981,940)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80 (https://dejure.org/1981,940)
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Umfang einer Garantiezusage - Einstandspflicht für die Einhaltung eines Festpreises - Auslegung einer Reservierungsvereinbarung in einem Verkaufsprospekt
Zur Haftung des Immobilienmaklers für den über den im Verkaufsprospekt genannten Festpreis hinausgehenden Mehrpreis eines Bauprojekts
NJW 1981, 2295
MDR 1981, 826
Der Empfänger darf der Erklärung dabei nicht einfach den für ihn günstigsten Sinn beilegen, sondern muss unter Berücksichtigung aller ihm bekannten Umstände mit gehöriger Aufmerksamkeit prüfen, was der Erklärende gemeint hat (vgl. dazu Senatsurteil vom 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80 - NJW 1981, 2295 unter II 3;… Heinrichs/Ellenberger aaO).
In einem zweiten Auslegungsschritt sind die außerhalb des Erklärungsaktes liegenden Begleitumstände in die Auslegung einzubeziehen, soweit sie einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen (BGH, Urteil vom 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80, ZIP 1981, 507; vom 19. Januar 2000 - VIII ZR 275/98, NJW-RR 2000, 1002;… Palandt/Ellenberger, a.a.O. Rn. 15 ff).
Dazu gehört unter Umständen auch die Entstehungsgeschichte einer vertraglichen Vereinbarung, jedenfalls soweit Entwürfe existieren oder Vorbesprechungen geführt worden sind (BGHZ 63, 359, 362; BGH, Urt. v. 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80, NJW 1981, 2295 - Festpreisgarantie im Blickwinkel eines Verkaufsprospekts; v. 23. Februar 1987 - II ZR 183/86, NJW 1987, 2437, 2438).
b) Zu den auslegungserheblichen und aufklärungsbedürftigen Begleitumständen eines Vertragsschlusses kann auch seine Entstehungsgeschichte gehören, insbesondere wenn dazu Vorbesprechungen geführt worden sind (BGHZ 63, 359, 362; BGH, Urt. v. 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80, NJW 1981, 2295 - Festpreisgarantie im Blickwinkel eines Verkaufsprospekts; v. 23. Februar 1987 - II ZR 183/86, NJW 1987, 2437, 2438).
Dazu gehört unter Umständen auch die Entstehungsgeschichte einer vertraglichen Vereinbarung, jedenfalls soweit Entwürfe angefertigt oder Vorbesprechungen geführt worden sind (BGHZ 63, 359, 362; vgl. ferner BGH, Urt. v. 12. Februar 1981 - IVa ZR 103/80, NJW 1981, 2295; v. 23. Februar 1987 - II ZR 183/86, NJW 1987, 2437, 2438).
Geht die Initiative zur Kontaktaufnahme mittels Internetinserat vom Makler aus, hat die Rechtsprechung für die Übermittlung einer Ankaufsmöglichkeit mit Provisionshinweis folgende Grundsätze aufgestellt (vgl. BGHZ 95, 393 = NJW 1986, 177 ; BGH, NJW 1981, 2295; BGH, NJW 1986, 1165 ; Senat NJW-RR 1997, 368; OLGR Düsseldorf 1997, 224; OLGR Düsseldorf 1999, 370, 371): Hat der Makler in seinem Inserat seine Provisionserwartung nicht hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht, darf der Kaufinteressent davon ausgehen, der Makler sei bereits von dem Verkäufer mit Maklerdiensten betraut und werde von diesem für seine Tätigkeit entlohnt.
In einem solchen Fall stellt der Hinweis auf die neben dem Kaufpreis zu zahlende Provision lediglich eine Mitteilung auf vom Beklagten zu tragende zusätzliche Kosten und somit über einen bei der Kaufpreisverhandlung zu berücksichtigenden Faktor dar (vgl. hierzu auch BGH WM 1971, 1098; NJW 1981, 2295; WM 1981, 495; WM 1983, 764, 765; NJW 1986, 177 ).
Erklärungen des Verkäufers in der Werbung können bei der Auslegung des Kaufvertrags berücksichtigt werden, wenn sie eine Erwartunghaltung des Käufers begründen (vgl. OLG Hamm NJW-RR 2009, 485, 487; allg. BGH NJW 1981, 2295 -Angaben im Prospekt- und Ellenberger in: Palandt, BGB, 70. Aufl., § 133 Rn 5, 16).
Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Empfänger der Erklärung ohne weiteres den für ihn günstigsten Sinn beilegen darf; vielmehr ist er gemäß §§ 133, 157, 242 BGB nach Treu und Glauben verpflichtet, unter Berücksichtigung aller ihm erkennbaren Umstände mit gehöriger Aufmerksamkeit zu prüfen, was der Erklärende gemeint hat (vgl. BGH, Urt. v. 12.2.1981 - IVa ZR 103/80, NJW 1981, 2295, 2296;… OLG Saarbrücken, Urt. v. 5.11.1993 - 4 U 75/93, NJW-RR 1994, 436).
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