Source: http://www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/einstieg/definition
Timestamp: 2017-03-25 22:04:23
Document Index: 57905690

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§3', '§6', '§ 89', '§9', '§ 15', '§ 16', '§ 11', '§ 21', '§ 3', '§ 5', '§3', '§ 81', 'Art. 1']

GFB Portal — Basiswissen — Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?
Für erhöhte Transparenz und Verbindlichkeit sorgt die Pflicht des Arbeitgebers, den gesamten Prozess zu dokumentieren. Die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung können Sie als Grundlage verwenden für:
die organisatorische Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung;
die Kontrolle der notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen;
zu erbringende Nachweise für Aufsichtsbehörden;
Weitere Informationen zur Dokumentationspflicht finden Sie in unsrer Rubrik Basiswissen >> Wie gehe ich vor? >> Dokumentation
Sie sollten die Beschäftigten in das gesamte Verfahren einbeziehen und sie bereits bei der Erhebung der Fakten beteiligen. Beachten Sie, dass Betriebs- und Personalräte Mitbestimmungsrechte bei der Gefährdungsbeurteilung haben. Das gilt auch für die Auswahl der Methode. Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter haben das Recht/die Pflicht:
zu den Vorkehrungen für die Organisation der Gefährdungsbeurteilung und zur Ernennung der für die Durchführung verantwortlichen Personen befragt zu werden;
sich an der Gefährdungsbeurteilung zu beteiligen;
ihre Vorgesetzten oder Arbeitgeber über erkannte Gefahren zu informieren;
Änderungen am Arbeitsplatz zu melden;
über die Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit und die erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung oder Verringerung dieser Gefahren informiert zu werden;
den Arbeitgeber aufzufordern, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und Vorschläge zur Verringerung von Gefahren oder zur Beseitigung der Gefahr an der Quelle zu unterbreiten;
zu kooperieren, damit der Arbeitgeber eine sichere Arbeitsumgebung gewährleisten kann;
Sie ist durchzuführen
vor Aufnahme der Tätigkeiten - als anlassbezogene Erstbeurteilung an allen bestehenden Arbeitsplätzen
der Änderung der Arbeitsorganisation,
dem Einsatz anderer Arbeitsstoffe,
der Neubeschaffung von Maschinen, Geräten und Einrichtungen,
Änderung von Rechtsvorschriften,
neuen arbeitswissenschaftliche Erkenntnissen bzw. Veränderungen des Standes der Technik
nach Störfällen und Haverien sowie
nach dem Auftreten von Arbeitsunfällen, Beinaheunfällen, Berufskrankheiten oder Fehlzeiten infolge arbeitsbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen
Gefährdungsbeurteilungen erfordern Sachkenntnisse über betriebliche Arbeitsabläufe, über die Gefährdungsfaktoren und die Schutzmaßnahmen. Interne und/oder externe Experten können Sie unterstützen.
In ihrem Betrieb haben Sie die Möglichkeit, fachkundige Personen in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen. Für die Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist die Bildung eines Projektteams empfehlenswert, bestehend aus
dem jeweils zuständigen Vorgesetzten,
dem Sicherheitsbeauftragten und dem Beauftragten für das Qualitäts-/Umwelt-Management und bei Bedarf
weitere Spezialisten, wie zum Beispiel den Strahlenschutzbeauftragten,
Beauftragte für die Biologische Sicherheit oder den Hauptschweißingenieur.
Diese Gruppe kann Planung, Konzepterstellung, Methodenauswahl, Durchführung und Maßnahmenumsetzung koordinieren.
Sie können externe Fachkräfte aus sicherheitstechnischen und betriebsärztlichen Diensten beauftragen. Diese werden Sie - beziehungsweise Ihre betrieblichen Führungskräfte - beraten, indem sie zum Beispiel
Vorschläge zum methodischen Vorgehen unterbreiten,
über Kriterien zur Risikobewertung informieren,
durch Begehungen, Überprüfungen und Untersuchungen Ursachen für Unfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen ermitteln,
Vorschläge für Schutzmaßnahmen unterbreiten.
Bei dieser Beratungstätigkeit stehen für den Betriebsarzt die medizinischen Aspekte und für die Fachkraft für Arbeitssicherheit die technischen Aspekte des Arbeitsschutzes im Vordergrund, so dass erst durch beider Zusammenwirken eine umfassende Beratung des Arbeitgebers gegeben ist. Die Anforderungen, die an diese Personen gestellt werden, sind in den §§ 4 und 7 im Arbeitssicherheitsgesetz beschrieben.
Hinweis:Unternehmen, die themenbezogen Dienstleistungen anbieten und Sie bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung unterstützen können, finden Sie hier.
Beim Einsatz externer Fachkräfte sollten Sie darauf achten, dass fachkundige betriebliche Kräfte und die betroffenen Beschäftigten einbezogen werden. Die Betroffenen können am besten beurteilen, welche Gefährdungen an ihrem Arbeitsplatz auftreten.
Für Fragen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung stehen Ihnen auch die
staatlichen Arbeitsschutzbehörden,
zuständigen Unfallversicherungsträger,
Handwerkskammern und
die Technologieberatungsstellen des DGB
Bestellung von Sicherheitsfachkräften und Betriebsärzten
Als Arbeitgeber haben Sie nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifas) schriftlich zu bestellen und ihnen die im Gesetz genannten Aufgaben gemäß §3 und §6 zu übertragen.
Die seit dem 1.1.2011 geltende Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (DGUV Vorschrift 2) konkretisiert das ASiG. Die Vorschrift beschreibt insbesondere
die erforderliche Fachkunde der zu bestellenden Betriebsärzte und Sifas,
ihre gesetzlich bezeichneten Aufgaben,
die zur Erfüllung der Aufgaben notwendigen Einsatzzeiten sowie
die verschiedenen Betreuungsmodelle, die in Abhängigkeit von der Betriebsgröße gewählt werden können.
Ausführliche Informationen zur DGUV Vorschrift 2 finden Sie in unserer Rubrik "Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräfte für Arbeitssicherheit nach DGUV Vorschrift 2".
Für Mitgliedsbetriebe der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau) wird das ASiG durch die Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung" (VSG 1.2) konkretisiert. Diese ist seit dem 1.4.2011 gültig.
Beteiligung der Arbeitnehmervertretung
Haben Sie in Ihrem Unternehmen einen Betriebs- oder Personalrat, so ist dieser gemäß § 89 BetrVG am Prozess der Gefährdungsbeurteilung zu beteiligen.
Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte haben den Betriebsrat über wichtige Angelegenheiten des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu unterrichten. Sie haben ihm den Inhalt ihrer Vorschläge an den Arbeitgeber mitzuteilen und ihn auf sein Verlangen hin in Angelegenheiten des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beraten. Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ist in §9 Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtend geregelt.
In Betriebs- und Dienstvereinbarungen können mitbestimmungspflichtige Angelegenheiten geregelt werden. Sie sind ein geeignetes Mittel, festzulegen, wie die Arbeitnehmervertretung unter Berücksichtigung der individuellen betrieblichen Belange, konkret am Prozess der Gefährdungsbeurteilung beteiligt wird.
Mehr dazu finden Sie in unsere Service-Rubrik Betriebliche Vereinbarungen.
Mitwirkung der Beschäftigten
Nur wer die Gefahrenschwerpunkte in seinem Betrieb kennt, kann wirksame Schutzmaßnahmen ergreifen. Nutzen Sie das vorhandene Wissen und die besonderen Arbeitsplatzkenntnisse Ihrer Mitarbeiter und beteiligen Sie sie frühzeitig aktiv an allen Phasen der Gefährdungsbeurteilung. Durch Beteiligung Ihrer Beschäftigten am Arbeitsschutz schaffen Sie die Voraussetzungen dafür, dass diese ihren Pflichten nach § 15 Arbeitsschutzgesetz und ihren besonderen Unterstützungspflichten nach § 16 Arbeitsschutzgesetz auch wirklich nachkommen. Schaffen Sie eine offene und konstruktive Atmosphäre für Probleme des Arbeitsschutzes in Ihrem Betrieb. Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten, indem Sie Mitarbeiterbefragungen, Gruppendiskussionen oder gemeinsame Arbeitsplatzbegehungen durchführen.
Über Mitarbeiterbefragungen können mittels anonymisierter Fragebögen zum Beispiel Fragen zu körperlichen und psychischen Arbeitsbelastungen, zur Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation, Arbeitszufriedenheit, Beschwerden, etc. angesprochen werden. In aller Regel werden Sie wichtige Hinweise auf Über-/Unterforderung und ähnliche Gefährdungen erhalten. An einer Gruppendiskussion sollten sich fünf bis zwölf Mitarbeiter eines Arbeitsbereichs beteiligen. Unter der Anleitung eines Moderators ermitteln sie Belastungen an ihrem Arbeitsplatz und diskutieren Lösungsmöglichkeiten zu ihrem Abbau.
Wie eine Gruppendiskussion konkret durchgeführt werden kann, veranschaulicht die Handlungshilfe "Moderierte Gefährdungsbeurteilung" beispielhaft für den Pflegebereich. Eine einfache Moderationsmethode hilft, aus den Antworten zügig praxisnahe Lösungsvorschläge zu erarbeiten und Vereinbarungen zur Umsetzung zu treffen. In dieser Broschüre finden Sie alles, was Sie dafür brauchen – vom kurzen Überblick bis zu detaillierten Ablaufplänen, in denen jeder Schritt der Vorbereitung, der Durchführung und der Nachbereitung dargestellt wird. Das Instrument der "Moderierten Gefährdungsbeurteilung" entstand im Projekt "Arbeitsschutz in der ambulanten Pflege".
Mit der Beteiligung der Mitarbeiter wecken Sie Verständnis für sicherheitsbewusstes Verhalten, schaffen Akzeptanz und erleichtern die Umsetzung der Maßnahmen.
Beteiligung des Arbeitsschutzausschusses (ASA)
Beteiligen Sie, wenn vorhanden, die Mitglieder des Arbeitsschutzausschusses (ASA) an der Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Er wird Sie in allen Fragen von Gesundheitsschutz und Sicherheit unterstützen. Der Arbeitsschutzausschuss ist ein Organ des betrieblichen Arbeitsschutzes und wird nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern vorgeschrieben.
Dem Arbeitsschutzausschuss sollen mindestens folgende Mitglieder angehören:
Unternehmer/Arbeitgeber oder ein von ihm Beauftragter
Zwei Mitglieder des Betriebs- oder Personalrates
Fachkräfte für Arbeitssicherheit/Sicherheitsingenieure
Fachleute, wie zum Beispiel Arbeitspsychologen, Suchtbeauftragte, Umweltbeauftragte oder externe Berater.
Mindestens viermal im Jahr sollte der ASA tagen.
In der Studie des Fachausschusses Organisation des Arbeitsschutzes "Analyse der Arbeit im Arbeitsschutzausschuss" finden Sie interessante Hinweise darauf, unter welchen Voraussetzungen Arbeitsschutzausschüsse gut funktionieren. Hier finden Sie auch zahlreiche Beispiele "guter Praxis" der Arbeit von Arbeitsschutzausschüssen.
Die Kontrolle der betrieblichen Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes erfolgt durch die Aufsichtspersonen der zuständigen staatlichen Aufsichtsbehörden und durch die Unfallversicherungsträger.
Staatliche Aufsichtsbehörden
Die Kontrollpflicht der staatlichen Aufsichtsbehörden ist im Arbeitsschutzgesetz, § 21, Absatz 1 verankert. Danach ist die Überwachung des Arbeitsschutzes staatliche Aufgabe. Die obersten Landesbehörden (Ministerien) beauftragen damit in der Regel nachgeordnete Behörden (Gewerbeaufsichtsamt, Amt für Arbeitsschutz, Landesamt für Arbeitssicherheit und Gesundheit, etc.). Diese überprüfen die Betriebe hinsichtlich der Verankerung des Arbeitsschutzes in der betrieblichen Organisation und der Unternehmensstrategie.
Die Überprüfung durch Aufsichtskräfte erfolgt im Rahmen ihrer durch Gesetze, Verordnungen oder Verwaltungsvorschriften begründeten sachlichen und territorialen Zuständigkeit in Betrieben und an Arbeitsplätzen außerhalb von Betrieben.
Werden gesetzliche Mindestanforderungen nicht erfüllt, so sind die staatlichen Aufsichtsbehörden aufgefordert, diese mit hoheitlicher Macht durchzusetzen. Um die elementaren Grundrechte der Beschäftigten auf Unversehrtheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu schützen, können sie bei Gefahr im Verzug sofort vollziehbare Anordnungen (verpflichtende Bescheide, Sanktionen) zur Abwendung von arbeitsbedingten Gefahren für Leben oder Gesundheit treffen. Das Ergebnis kann unter anderem das Stilllegen der betroffenen Arbeitsmittel oder Anlagen sein.
Die Unfallversicherungsträger sind aufgrund ihres autonomen Satzungsrechts ebenfalls für den Arbeitsschutz in ihren Mitgliedsbetrieben zuständig. Die DGUV Vorschrift 1 verweist in § 3 auf § 5 Arbeitsschutzgesetz. Demzufolge können auch die Unfallversicherungsträger die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung in den Betrieben kontrollieren. Nach §3, Absatz 4 der DGUV Vorschrift 1 hat der Unternehmer der Berufsgenossenschaft alle Informationen über die im Betrieb getroffenen Maßnahmen des Arbeitsschutzes auf Wunsch zur Kenntnis zu geben.
Zusammenwirken von Staatliche Aufsichtsbehörden und Unfallversicherungsträger Die zuständigen Landesbehörden und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wirken bei der Überwachung eng zusammen und fördern den Erfahrungsaustausch. Sie unterrichten sich gegenseitig über durchgeführte Betriebsbesichtigungen und deren wesentliche Ergebnisse.
Seit Oktober 2008 ist die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie - GDA im Arbeitsschutzgesetz und im Sozialgesetzbuch VII gesetzlich verankert. Eine Kernaufgabe der GDA ist die Verbesserung des Zusammenwirkens der staatlichen Arbeitsschutzbehörden und der Unfallversicherungsträger, u.a. im Hinblick auf eine abgestimmte, arbeitsteilige Überwachungs- und Beratungstätigkeit.
Schwachstellen im betrieblichen Management, die zu Unfällen führen können, sind:
Jede Führungskraft, jeder Beschäftigter muss bei jeder Tätigkeit, an jedem Arbeitsplatz an Sicherheit und Gesundheitsschutz denken und dementsprechend handeln.
Die folgende Checkliste*) dient als nützliches Instrument zur Überprüfung notwendiger Regelungen zur Einbeziehung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in das Management.
GDA-Leitlinie "Arbeitschutzorganisation"
Am 15.12.2011 hat das zentrale Entscheidungsgremium der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), die Nationale Arbeitsschutzkonferenz, die Leitlinie "Arbeitschutzorganisation" verabschiedet.
*) Quelle: Leitfaden für die Gefährdungsbeurteilung, Gruber, Kittelmann, Mierdel, Verlag Technik & Information, 10. Auflage
Um die sichere Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln zu gewährleisten, haben Sie auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsmittel die dafür notwendigen Maßnahmen festzulegen und umzusetzen, die Wirsamkeit der durchgeführten Maßnahmen zu überprüfen und den Gesamtprozess zu dokumentieren. Dabei sind auch überwachungsbedürftige Anlagen zu berücksichtigen, die als Arbeitsmittel von Beschäftigten bei der Arbeit benutzt werden.
thermische Gefährdungen und
Gefährdungen durch physikalische Einwirkungen, z. B. Lärm, Erschütterungen.
Hinweis:Ausführliche Informationen zu Gefährdungfaktoren finden Sie in der Rubrik Expertenwissen.
Müssen Maßnahmen getroffen werden, sind die Mindestanforderungen nach BetrSichV Anhang 2 zu berücksichtigen. Die Technischen Regeln zur Betriebsicherheitsverordnung (2000er Reihe) können für die jeweils identifizierte Gefährdung konkrete Hilfestellung zur Ermittlung und Bewertung geben. Bezogen auf die Gefährdung nennen sie beispielhaft Maßnahmen, wie der Gefährdung begegnet werden kann. Wichtige Handlungshilfen sind zudem Berufsgenossenschaftliche Regeln, Informationen und Grundsätze.
Hinweis:Unter www.stopp-manipulation.org hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) gemeinsam mit in- und ausländischen Partnern Tipps gegen Manipulation zusammengetragen. Hier finden Sie nicht nur eine Checkliste für den Maschinenkauf, sondern auch Informationen darüber, wie sich Manipulationsursachen systematisch ermitteln und beseitigen lassen.
im § 81 des Betriebsverfassungsgesetzes,
Hierfür sind Arbeitsunterlagen wie Betriebshandbücher und Arbeitsanweisungen hilfreich. Diese sollen Beschäftigte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Um dieser Rolle gerecht zu werden, sollten diese Unterlagen nach ergonomischen Grundsätzen gestaltet werden. Eine Anleitung zur systematischen Erstellung, Bereitstellung und Aktualisierung von Arbeitsunterlagen liefert die "Handlungshilfe zur Erstellung von Arbeitsunterlagen für die Prozessführung" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
In "Praxis Unterweisung und Kommunikation", einem Angebot der Verwaltungs BG, finden Führungskräfte von kleinen Unternehmen einige Tipps und Hilfen zur Gesprächsführung sowie Informationen zum Unterweisen im Arbeitsschutz.
Das wichtigste Dokument der europäischen Gesetzgebung zur Gefährdungsbeurteilung ist die Rahmenrichtlinie 89/391. Diese Rahmenrichtlinie beinhaltet "allgemeine Grundsätze für die Verhütung berufsbedingter Gefahren … sowie allgemeine Regeln für die Durchführung dieser Grundsätze" (Art. 1.2.). Sie übergibt hinsichtlich aller mit der Arbeit in Verbindung stehenden Aspekte den Arbeitgebern die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer, wobei die Gefährdungsbeurteilung ein wesentlicher Aspekt des obligatorischen Arbeitsschutzes ist.
In Deutschland ist das Arbeitsschutzgesetz die gesetzliche Basis für die Gefährdungsbeurteilung.
Ihre Verpflichtung, eine Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz durchzuführen, wird in zahlreichen weiteren Rechtsgrundlagen zum Arbeitsschutz konkretisiert. Einen Auszug entsprechender Vorschriften finden Sie hier:
Technisches Regelwerk zu den Verordnungen zum Arbeitsschutz
Technische Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV Lärm, TRLV Vibrationen )
Vorschriften der Unfallversicherungsträger
(hier: Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution)
Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSGen) der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften
Eine Übersicht der Neuerscheinungen und Aktualisierungen des Regelwerks sowie der weiteren Medien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie auf dem Publikationsportal der DGUV. Das hier hinterlegte Regelwerk besteht aus Unfallverhütungsvorschriften, Regeln, Informationen und Grundsätzen der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand.
Hinweis:Gesetze und Verordnungen sind rechtsverbindlich. Die Technischen Regelwerke zu den Arbeitsschutzverordnungen sind nicht rechtsverbindlich, jedoch kann bei der Anwendung davon ausgegangen werden, dass die zutreffenden Anforderungen der jeweiligen Verordnung (z. B. BetrSichV) erfüllt sind.
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV) sind verbindliche Rechtsnormen für Mitgliedsbetriebe und Versicherte des jeweiligen Unfallversicherungsträgers.
Berufsgenossenschaftliche Regeln (BGR) und Informationen (BGI) enthalten Konkretisierungen, technische Spezifizierungen und beispielhafte Lösungen zur Umsetzung der BGV. Sie sind praktische Handlungshilfen, die aber ebenso wie Normen nicht rechtsverbindlich sind.
Detaillierte Angaben zu Rechtsbezügen zu den einzelnen Gefährdungsfaktoren finden Sie in unserer Rubrik Expertenwissen, in der jeweiligen Unterrubrik Gefährdungsfaktor / Vorschriften, Regelwerk, Literatur.
Wie Sie nun in Ihrem Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung konkret durchführen, erfahren Sie in unserer Rubrik "Wie gehe ich konkret vor?"
Und sollten Sie noch nicht vom Nutzen einer Gefährdungsbeurteilung überzeugt sein, dann lesen Sie unsere Beiträge in der Rubrik "Warum mache ich eine Gefährdungsbeurteilung?"