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Timestamp: 2016-10-26 00:36:20
Document Index: 318374386

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'Art. 48', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 28', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 40', 'Art. 19', 'Art. 95', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art 7', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'BGE']

I 633/05 (03.01.2006)
M.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Herrn Milosav Milovanovic, Beratungsstelle f�r Ausl�nder, Weinbergstrasse 147, 8006 Z�rich,
Die 1962 geborene M.________ arbeitete seit 1. Januar 1997 zu 100 % als Reinigungsangestellte bei den Psychiatrischen Diensten F.________. Am 15. Mai 2002 wurde das Arbeitsverh�ltnis in gegenseitigem Einverst�ndnis auf den 31. August 2002 aufgel�st. Am 15. Januar 2003 meldete sich die Versicherte wegen Schulterschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Zur Abkl�rung der Verh�ltnisse holte die IV-Stelle des Kantons Solothurn diverse Arztberichte sowie die im Rahmen des arbeitslosenversicherungsrechtlichen Verfahrens erstellten Berichte der B._______ vom 13. M�rz und 20. Juni 2003 ein. Mit Verf�gung vom 16. Oktober 2003 verneinte sie den Anspruch auf eine Invalidenrente. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie unter Ermittlung eines Invalidit�tsgrades von 15 % ab (Entscheid vom 6. September 2004 ab).
Die Versicherte hat sich am 15. Januar 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet. Es ist teilweise ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich vor dem In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003 (Erw. 3 hienach; Art. 29 Abs. 1 lit. b, Art. 48 Abs. 2 IVG) sowie der �nderungen des IVG vom 21. M�rz 2003 und der IVV vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision) am 1. Januar 2004 verwirklicht hat. Daher und auf Grund dessen, dass eine Dauerleistung streitig ist, �ber die noch nicht rechtskr�ftig entschieden wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 sowie 31. Dezember 2003 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesen Zeitpunkten auf die neuen Normen des ATSG sowie der 4. IV-Revision und deren Ausf�hrungsverordnungen abzustellen (BGE 130 V 445 ff.).
2.1 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 IVG), die Voraussetzungen sowie den Umfang des Rentenanspruchs (alt Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2003 g�ltig gewesenen Fassung), die Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2002 und in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung in Verbindung mit Art. 16 ATSG; BGE 130 V 348 Erw. 3.4 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt betreffend die Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4), den im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 Erw. 2.1 mit Hinweisen), die antizipierte Beweisw�rdigung (BGE 124 V 94 Erw 4b; RKUV 2003 Nr. U 473 S. 50 Erw. 3.4 [Urteil R. vom 6. November 2002, U 131/02]) sowie den Beweiswert von Arztberichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a; RKUV 2003 Nr. U 487 S. 345 Erw. 5.1 [Urteil B. vom 5. Juni 2003, U 38/01]). Darauf wird verwiesen.
2.2.1 Zu erg�nzen ist, dass Arbeitsunf�higkeit die durch eine Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unf�higkeit ist, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare T�tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich ber�cksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunf�higkeit ist der durch Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsm�glichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2.2 Gem�ss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung) hat der Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens zu 70 %, auf eine drei Viertel Rente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
2.2.3 Die im ATSG enthaltenden Umschreibungen der Arbeitsunf�higkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG), der Invalidit�t (Art. 8 ATSG) und des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung im Invalidenversicherungsbereich entwickelten Begriffen und Grunds�tzen, weshalb mit dem In-Kraft-Treten des ATSG keine substanzielle �nderung der fr�heren Rechtslage verbunden ist (BGE 130 V 344 ff. Erw. 2 bis 3.6).
2.2.4 Beeintr�chtigungen der psychischen Gesundheit k�nnen in gleicher Weise wie k�rperliche Gesundheitssch�den eine Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschr�nkungen der Erwerbsf�higkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsf�higkeit zu verwerten, abwenden k�nnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine). Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung, setzt zun�chst eine fach�rztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 Erw. 1.2, 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6).
Beruht die Leistungseinschr�nkung auf Aggravation oder einer �hnlichen Konstellation, liegt regelm�ssig keine versicherte Gesundheitssch�digung vor. Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverst�ndigen unglaubw�rdig wirken; schwere Einschr�nkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 51 mit Hinweisen).
Die �rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rahmen der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG; AHI 2001 S. 113 Erw. 3a [Urteil V. vom 24. Januar 2000]) darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder �ber die den beweisrechtlichen Anforderungen gen�genden, medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die �rztlichen Einsch�tzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsf�higkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein auf Grund der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Beh�rden haben diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit ber�cksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 127 V 299 Erw. 5a; AHI 2000 S. 153 Erw. 3 [Urteil K. vom 19. Januar 2000, I 554/98]), und ob die von den �rzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunf�higkeit auch im Lichte der f�r eine Un�berwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen Kriterien standh�lt (BGE 130 V 355 f. Erw. 2.2.5 mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist, ob und bejahendenfalls in welchem Ausmass krankheitsbedingt eine verminderte Arbeitsf�higkeit besteht. Die Aktenlage zeigt diesbez�glich folgendes Bild auf:
3.1 Dr. med. H.________, Kardiologie FMH, stellte im Bericht vom 9. Dezember 2001 folgende Diagnosen: Hypertensives Herzleiden; Anstrengungsdyspnoe unklarer �tiologie; Belastungs-EKG am 23. Oktober 2001 klinisch und elektrisch formal negativ bei exzessiver Arbeitshypertonie; echokardiographisch erhaltene globale und regionale systolische Funktion des nur grenzwertig leicht hypertrophen linken Ventrikels, keine Hinweise f�r eine relevante diastolische Compliance-St�rung; arterielle Hypertonie, Sinusrhythmus, inad�quate Ruhe-Tachykardietendenz unklarer �tiologie. Er empfehle symptomatisch frequenzbremsende Therapie mit Betablocker und weiter wahrscheinlich nachlastsenkende Medikation; allenfalls bei Bedarf in einem n�chsten Schritt zus�tzlich Amlodipin; diagnostisch ein erweitertes Labor, eventuell sonographischen Ausschluss einer Nierenarterienstenose; mittelfristig allenfalls Wiederholung der Ergometrie unter antihypertensiver Therapie und bei Bedarf kardiologische Kontrolle.
3.2 Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH f�r physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, Manuelle Medizin (SAMM), diagnostizierte am 26. M�rz 2002 eine Periarthropathia humero-scapularis tendinotica rechts, eine arterielle Hypertonie sowie anamnestisch ein rezidivierendes Cerviko- und Lumbovertebralsyndrom. Die Versicherte leide seit l�ngerer Zeit intermittierend an Nacken- und zum Teil auch Kreuzbeschwerden, weshalb sie bereits fr�her physiotherapeutisch behandelt worden sei. Jetzt best�nden rechtsseitige Schulterbeschwerden, die zwischenzeitlich unter Arbeitsabstinenz an Intensit�t etwas abgenommen h�tten. Seit 14. Februar 2002 sei die Versicherte arbeitsunf�hig gewesen, arbeite aber seit 4. M�rz 2002 wieder zu 40 %. Bez�glich der Schulterproblematik empfehle er die physiotherapeutische Instruktion von kr�ftigenden �bungen f�r die Schulterg�rtelmuskulatur, insbesondere von Dekoaptations�bungen f�r das reche Schultergelenk in Kombination mit einer Haltungsinstruktion. Bei erneuter Beschwerdezunahme k�nnte eine subacromiale Infiltration durchgef�hrt werden. Er habe der Versicherten empfohlen, nach M�glichkeit �berkopfarbeiten zu meiden oder entsprechende Hilfsmittel (B�ckli, Leiter) zu benutzen. Er empfehle eine weitere Steigerung der Arbeitsf�higkeit. Der erh�hte Blutdruck sei kontrollbed�rftig.
3.3 Dr. med. W.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, diagnostizierte am 16. Dezember 2002 ein Impingementsyndrom Schulter rechts, eine Uncovertebralarthrose der Halswirbels�ule (HWS) sowie einen Fersensporn rechts. Die Infiltration ins rechte Schultergelenk habe keine Besserung der Schmerzen gebracht. Zus�tzlich berichte die Versicherte �ber starke Fersenspornbeschwerden rechts. Die Beschwerden seien glaubhaft, der subjektive Leidensdruck hoch. Dennoch sei er der Meinung, dass der Versicherten eine leichte Arbeit durchaus zumutbar sei. Therapeutische Ans�tze ausser der regelm�ssigen Verabreichung von Schmerzmedikamenten sehe er keine. Die Versicherte zeige eine Tendenz zur Chronifizierung, was wahrscheinlich die ganze Problematik der sozialen Reintegration erschweren werde.
3.4 Die Psychiaterin Frau Dr. med. L.________, bei der die Versicherte seit 10. Januar 2003 in ambulanter Behandlung war, diagnostizierte im Bericht vom 24. Februar 2003 eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Die Versicherte sei im Jahre 2002 mehrfach bei Frau Dr. I.________ in psychiatrischer Behandlung gewesen. Dort habe sie Medikamente gegen Nervosit�t und Schlafst�rungen erhalten, worauf es einige Zeit besser gegangen sei. Im Rahmen des Psychostatus legte Frau Dr. med. L.________ dar, die Versicherte sei wach, allseits orientiert und gepflegt. Ged�chtnis, Konzentration und Auffassung seien grob kursorisch gepr�ft unauff�llig. Es seien keine formalen oder inhaltlichen Denkst�rungen sowie keine Wahrnehmungs- oder Ich-St�rungen eruierbar. Der affektive Rapport sei herstellbar, affektiert moduliert. Die Stimmung wirke neutral. Subjektiv best�nden Gedankenkreisen, Konzentrationsst�rungen, Vergesslichkeit, Angespanntheit und Nervosit�t, was im Gespr�ch jedoch nicht objektiviert werden k�nne. Auff�llig sei zum Teil parathymes Lachen. Psychovegetativ l�gen Schlafst�rungen mit vor allem Einschlafproblematik, Schreckhaftigkeit auf Ger�usche und D�nnh�utigkeit vor. Suizidalit�t werde verneint. Nach Angaben der Versicherten tr�ten phasenweise Atem- und Schluckbeschwerden auf, vor allem wenn sie im Stress sei; auch die Arm- und Schulterschmerzen seien therapieresistent. Die Untersuchungen des Dr. med. J.________ und des Dr. med. W.________ (orthop�dische Chirurgie) seien der Psychiaterin bekannt. Nach dem Einsatz von Remeron habe die Versicherte eine deutliche Besserung der Schlafproblematik angegeben. Die �brigen Symptome seien bislang unver�ndert geblieben. Ein Aufdosieren der Medikation sei bislang nicht m�glich gewesen, da sie mit starker M�digkeit reagiert habe. Es best�nden somatische Beschwerden in Form von Arm- und Schulterschmerzen rechts, die vermutlich in engem Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden beurteilt werden k�nnten. Nach Angaben der Versicherten sei bei der orthop�dischen Untersuchung ein Bandabriss als somatisches Korrelat f�r die Arm- und Schulterschmerzen gefunden worden. Erkl�rungen f�r das Globusgef�hl und die Erstickungsanf�lle der Versicherten gebe es nicht; sie f�hre dies im Zusammenhang mit psychischen Stresssituationen an. Die bisherige T�tigkeit im Reinigungsdienst sei ihr nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien k�rperlich leichtere Arbeiten mit wechselnder Position, vor allem in Bezug auf den rechten Arm und die rechte Schulter. Bei st�rkerem Einsatz des rechten Armes leide sie an Globusgef�hl und Atembeschwerden. Auf Grund der aktuellen psychischen Beschwerden sollten monotone Arbeiten sowie solche unter zeitlichem Druck vermieden werden. Zumutbar w�ren Halbtagst�tigkeiten w�hrend zirka 4-5 Stunden. In diesem Rahmen bestehe eine verminderte Leistungsf�higkeit, die getestet werden m�sste. Die Prognose k�nne wegen des bisher kurzen Therapieverlaufs noch nicht gestellt werden. Die medizinischen Massnahmen seien noch nicht ausgesch�pft. Eine Neubeurteilung der Gesamtsituation w�re zu einem sp�teren Zeitpunkt indiziert.
3.5 Der Neurologe Dr. med. J.________, bei dem die Versicherte seit 9. November 2001 in Behandlung war, stellte im Bericht vom 28. Februar 2003 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit: Impingement-Syndrom Schulter rechts, Unkovertebral-Arthrose HWS, rezidivierendes Cerviko- und Lumbovertebralsyndrom, Fersensporn rechts. In der bisherigen T�tigkeit bestehe 100%ige Arbeitsunf�higkeit, was nicht verbessert werden k�nne. Zumutbar seien leichte T�tigkeiten mit maximalen Gewichten bis 10 kg auf horizontaler Ebene bzw. im Unterkopfbereich. In der ersten Phase sei ein 50%iger Einsatz angebracht, je nach Verlauf langsame Steigerung eventuell auf 75 %. Durch Intensivierung der Physiotherapie k�nne die Arbeitsf�higkeit verbessert werden. Es bestehe eine Tendenz zur Chronifizierung.
3.6 Vom 1. Januar bis 30. Juni 2003 war die Versicherte zu 50 % in der B.________ t�tig. Diese legte im Bericht vom 20. Juni 2003 dar, sie habe N�harbeiten im Atelier ausgef�hrt, Papiermach�-Figuren hergestellt, an Bildungseinheiten teilgenommen und ein Einf�hrungsmodul am PC absolviert. Sie habe einen grossen Einsatzwillen und eine hohe Bereitschaft gezeigt, die ihr zugeteilten Aufgaben zu erf�llen. Dies habe sie jedoch an ihre Grenzen stossen lassen. Arbeiten mit l�ngerem Sitzen h�tten sie starke Schmerzen in Schulter und Kopf wahrnehmen lassen. Sei es ihr erm�glicht worden, eine andere Haltung einzunehmen und die sitzende Position durch Aufstehen und Herumgehen zu unterbrechen, habe sie die Arbeiten w�hrend der Arbeitszeit ausf�hren k�nnen. L�ngeres Sitzen mit wiederkehrenden manuellen T�tigkeiten h�tten ihr schmerzbedingt grosse M�he bereitet. Anf�nglich habe sie den Schmerz nicht thematisiert und ihr Leiden verschwiegen. Auf die Dauer sei es ihr jedoch nicht gelungen, die Schmerzen bei der Arbeit zu unterdr�cken, und habe sie auch mitgeteilt. Trotz der schmerzlichen Beeintr�chtigungen habe sie beim N�hen handwerkliches Geschick und grosses Interesse gezeigt. Auch in den weiteren Monaten sei sie bei der Arbeit motiviert und interessiert gewesen. Sie habe ab und zu �ber starke Schmerzen und Migr�ne geklagt. Sie habe auf ihre Gesundheit geachtet und regelm�ssig Pausen gemacht sowie ihre verkrampften Schultern gelockert. Als das Wetter umgeschlagen habe und es sehr heiss geworden sei, habe sie mit starker Migr�ne reagiert und habe drei Tage zu Hause bleiben m�ssen. Bei leichter Arbeit mit regelm�ssigen Pausen und einer abwechselnden T�tigkeit h�tten die Schulterschmerzen nicht zugenommen. Die Versicherte habe zu 50 % gearbeitet und traue sich wegen der Schmerzen kein gr�sseres Pensum zu, was zwar nicht sicher zu beurteilen, auf Grund des gezeigten Verhaltens aber wohl berechtigt sei. Die Versicherte habe viel Eigenverantwortung �bernommen und habe sich gemeldet, wenn sie ihre Auftr�ge erledigt und Nachschub gebraucht habe. Sie habe "qualitativ und quantitativ gute Produkte" erzielt. Sie sei hilfsbereit gewesen und habe andere Teilnehmerinnen bei der N�harbeit angeleitet. Sie habe sichtlich Spass bei der Arbeit gehabt und sei interessiert gewesen, Neues zu lernen. Wegen der Schulterschmerzen habe sie oft kurze Entspannungspausen einlegen m�ssen und darauf geschaut, ihre Arbeitsposition h�ufig zu wechseln und keine k�rperlich schweren Arbeiten auszuf�hren. Sie verf�ge �ber eine hohe Sozial- und Selbstkompetenz. Sie �bernehme Verantwortung f�r ihr Handeln und begegne ihren Mitmenschen mit Respekt und Verantwortung. Sie sei kooperativ im Umgang mit den Vorgesetzten und bringe ihre Anliegen ein.
4.1 Die Vorinstanz hat erwogen, dem Bericht des Dr. med. H.________ seien keine Auswirkungen der Herzproblematik auf die Arbeitsf�higkeit zu entnehmen. Auch der Fersensporn rechts f�hre zu keiner Beeintr�chtigung. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb Frau Dr. med. L.________ der Versicherten nicht mehr die bisherige Arbeit, hingegen eine leichte Verweisungst�tigkeit zumute. Vielmehr stelle die Reinigungsarbeit keine k�rperliche Schwerstarbeit dar; sie k�nne in eigenst�ndiger, konstanter Verrichtung erledigt werden und verlange weder das regelm�ssige Heben gr�sserer Lasten noch gehe sie mit psychischem Druck einher. Gest�tzt auf die relevanten Berichte der Dres. med. W.________ und A.________ sei die Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit nicht eingeschr�nkt. Allenfalls m�sste sich die Versicherte dabei gewisser Hilfsmittel bedienen oder es m�sste sich um leichtere Arbeiten handeln.
4.2 Dieser Betrachtungsweise kann - wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen - nicht gefolgt werden.
4.2.1 Der Rheumatologe Dr. med. A.________ stellte im Bericht vom 26. M�rz 2002 fest, die Versicherte arbeite seit 4. M�rz 2002 wieder zu 40 %, und empfahl eine weitere Steigerung der T�tigkeit. Zur Arbeitsf�higkeit �usserte er sich indessen nicht abschliessend. Der Orthop�de Dr. med. W.________ bejahte zwar am 16. Dezember 2002 eine Arbeitsf�higkeit f�r leichte Arbeit, nahm aber nicht zu deren Umfang Stellung. Frau Dr. med. L.________ ging im Bericht vom 24. Februar 2002 aus psychiatrischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit im bisherigen Beruf und von einer 50%igen Arbeitsf�higkeit in leichten T�tigkeiten aus. Schliesslich erachtete der Neurologe Dr. med. J.________ die Versicherte in der bisherigen T�tigkeit zu 100 % arbeitsunf�hig; in leichter Arbeit sei in einer ersten Phase zu 50 % arbeitsf�hig, je nach Verlauf mit einer langsamen Steigerung eventuell auf 75 % (Bericht vom 28. Februar 2003). Aus diesen Berichten kann entgegen Verwaltung und Vorinstanz nicht geschlossen werden, die Versicherte sei in der angestammten T�tigkeit oder in leichten Arbeiten zu 100 % arbeitsf�hig.
4.2.2 Die von Frau Dr. med. L.________ am 24. Februar 2002 diagnostizierte mittelgradige depressive Episode f�hrt in der Regel dazu, dass die erkrankte Person nur unter erheblichen Schwierigkeiten soziale, h�usliche und berufliche Aktivit�ten fortsetzen kann. Die Mindestdauer f�r die gesamte Episode betr�gt etwa 2 Wochen (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer St�rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 5. A., Bern etc. 2005, S. 142).
Soweit die IV-Stelle unter Berufung auf den Bericht der B.________ vom 20. Juni 2003 anf�hrte, die Versicherte habe sich als gute und ausgeglichene Arbeitskraft ohne psychische Auff�lligkeiten ausgezeichnet, kann sie daraus nichts f�r ihren Standpunkt ableiten. Denn aus diesem Bericht geht hervor, dass die Versicherte bei der B.________ nur zu 50 % leichte Arbeit verrichtet hat und selbst in diesem Rahmen wegen Schulter- und Kopfschmerzen Pausen einlegen musste, wobei auf Grund der l�ckenhaften Aktenlage offen zu bleiben hat, ob dies einer Tendenz zur Selbstlimitierung entspricht oder Ausdruck einer psychiatrisch relevanten Problematik ist.
4.2.3 Es kann indessen weder auf den Bericht der Frau Dr. med. L.________ noch auf die �brigen Berichte abgestellt werden. Denn der aktuellste Arztbericht, der auf einer Untersuchung der Versicherten beruht, datiert vom 28. Februar 2003 (Dr. med. J.________) und wurde mithin mehr als 18 Monate vor dem massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (6. September 2004; BGE 129 V 169 Erw. 1 mit Hinweisen) erstellt. Damit bilden die medizinischen Unterlagen in zeitlicher Hinsicht keine rechtsgen�gliche Beurteilungsgrundlage. Dies gilt um so mehr, als Frau Dr. med. L.________ wegen des bisher kurzen Therapieverlaufs eine Neubeurteilung der Situation zu einem sp�teren Zeitpunkt als indiziert erachtete und Dr. med. J.________ ausf�hrte, der in einer ersten Phase gerechtfertigte 50%ige Einsatz k�nnte langsam eventuell auf 75% gesteigert werden. Unter diesen Umst�nden w�re die IV-Stelle gehalten gewesen, vor ihrem Entscheid eine erg�nzende medizinische Abkl�rung vorzunehmen.
Bei den Akten befindet sich ein undatierter Bericht des Dr. med. H.________, �rztlicher Dienst der IV-Stelle. Gem�ss dem Verlaufsprotokoll der IV-Stelle wurde er am 1. Oktober 2003 erstellt. Dr. med. H.________ f�hrte im Wesentlichen aus, weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht bestehe eine dauernde Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit. Die Versicherte sei als Reinigungsangestellte arbeitsf�hig. Dieser Bericht ist ebenfalls nicht rechtsgen�glich, da Dr. med. H.________ die Versicherte nicht selber untersucht hat und die Beweisanforderungen an einen Aktenbericht angesichts der bisher nicht hinreichenden Abkl�rungen nicht erf�llt sind (Urteile M. vom 7. November 2005 Erw. 4.2, U 300/05, und A. vom 15. Juli 2005 Erw. 4.1.2, U 45/05).
4.2.4 In Anbetracht dieser Aktenlage ist eine abschliessende und rechtskonforme Beurteilung der Arbeits(un)f�higkeit und somit des Invalidit�tsgrades nicht m�glich. Festzuhalten ist weiter, dass es beim Zusammenwirken von physischen und psychischen Beeintr�chtigungen grunds�tzlich nicht gerechtfertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert zu betrachten (Urteile R. vom 26. M�rz 2003 Erw. 4.3, I 320/02, und M. vom 13. September 2002 Erw. 3b, I 397/02). Die IV-Stelle, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, hat daher eine umfassende interdisziplin�re Begutachtung - vorzugsweise in der hierf�r spezialisierten Abkl�rungsstelle der Invalidenversicherung - zu veranlassen. Gest�tzt hierauf wird sie �ber den Leistungsanspruch (medizinische Behandlung/Eingliederungsmassnahmen/Invalidenrente; vgl. Art 7 und Art. 16 ATSG; BGE 126 V 243 Erw. 5 mit Hinweisen; Urteile C. vom 7. Dezember 2005 Erw. 3.3.1, I 124/05, und Z. vom 14. Juni 2005 Erw. 1.3, I 10/05) neu zu befinden haben.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Der durch eine Beratungsstelle f�r Ausl�nder vertretenen, obsiegenden Beschwerdef�hrerin steht nach Massgabe der zu Art. 159 Abs. 1 und 2 OG ergangenen Rechtsprechung (BGE 122 V 278; Urteil K. vom 16. Juni 2004 Erw. 4, I 611/03) eine Parteientsch�digung zu.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 4. August 2005 und der Einspracheentscheid vom 6. September 2004 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle des Kantons Solothurn zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Leistungsanspruch neu verf�ge.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, der Kantonalen Pensionskasse Solothurn und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.