Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GSZ%201/04
Timestamp: 2019-01-16 21:40:11
Document Index: 321152034

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 823', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 241', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urteil des Bundesgerichtshofs zum Anspruch des Verkäufers auf Schadensersatz nach …
a) Nach der Entscheidung des Großen Senats für Zivilsachen vom 15.7.2005 ( BGHZ 164, 1, 6) bleibt es beim uneingeschränkten deliktischen Rechtsgüterschutz nach § 823 Abs. 1 BGB und § 826 BGB , wenn es an der Rechtfertigungswirkung eines gerichtlichen Verfahrens fehlt.
2 BGH im hier besprochenen Urteil unter II 2 c. 3 BGH, Beschluss vom 7.12.2006, IX ZR 167/05 (n. V.) m. w. N. 4 BGH, NJW 2005, 3141, 3142 m. w. N. 5 BGH im hier besprochenen Urteil unter II 2; den Rechtfertigungsgrund der prozessualen Inanspruchnahme mit guten Gründen ablehnend Kaiser in FS Canaris, 2007, S. 531 ff.; dies., NJW 2008, 1709, 1710 f. 6 BGH, NJW 1988, 2032, 2033 f. 7 Vgl. BGH, Beschluss vom 7.12.2006, IX ZR 167/05 (n. V.) m. w. N. So im Grundsatz auch noch BGH, NJW 2007, 1458 .
Lediglich im Sonderfall der unberechtigten Verwarnung aus Immaterialgüterrechten hatte der BGH einen Schadensersatzanspruch aus § 823 Abs. 1 BGB wegen Verletzung des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs angenommen, BGH, NJW 2005, 3141, 3142 ff. 8 BGH, NJW 2007, 1458, 1459; zustimmend Ahrens, NJW 1982, 2477, 2478; Habscheid, NJW 1958, 1000, 1001.9 BGH im hier besprochenen Urteil unter II 2 c. Rechtsprechung MittBayNot 6/2008 Bürgerliches Recht pflichten steht bei der Rücksichtnahmepflicht nach § 241 Abs. 2 BGB der Pflichtenumfang nicht ex ante fest.
In diesem Umfange ginge er zu weit, weil nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die gerichtliche Prüfung eines (auch nur vermeintlich bestehenden) Anspruchs nicht durch eine Unterlassungsklage unterbunden werden kann (Großer Senat für Zivilsachen, Beschl. v. 15.7.2005 - GSZ 1/04, GRUR 2005, 882, 884 f. = WRP 2005, 1408 - Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung, für BGHZ 164, 1 vorgesehen;… BGH, Urt. v. 22.1.1998 - I ZR 177/95, GRUR 1998, 587, 589 = WRP 1998, 512 - Bilanzanalyse Pro 7, m.w.N.).
Auf die außer- oder vorgerichtliche Abmahnung kann die Privilegierung der Inanspruchnahme gerichtlichen Rechtsschutzes dagegen wegen der mit der unberechtigten Verwarnung verbundenen, gegenüber einem gerichtlichen Vorgehen erheblich größeren Gefahren für den Schutzrechtsinhaber nicht übertragen werden (BGH - GSZ - GRUR 2005, 882, 885 - Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung).
Denn der abgemahnte Abnehmer wird häufig, zumal wenn er auf Konkurrenzprodukte oder andere Lieferanten ausweichen kann, geneigt sein, sich der Verwarnung zu beugen, um damit den mit einem Rechtsstreit verbundenen Nachteilen aus dem Wege zu gehen (vgl. BGH - GSZ - GRUR 2005, 882, 884 - Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung;… BGH, Urt. v. 19.1.1979 - I ZR 166/76, GRUR 1979, 332, 336 = WRP 1979, 361 - Brombeerleuchte).
Dem Interesse der Beklagten, zur Verteidigung ihrer Markenrechte und zur Aufrechterhaltung ihres Vertriebssystems gegen (vermeintliche) Markenverletzungen durch Abnehmer vorzugehen, deren Lieferanten sie nicht kennt, steht das Interesse der Klägerin gegenüber, einem unter Umständen sogar existenzgefährdenden Eingriff in ihre Kundenbeziehungen durch die unberechtigte Geltendmachung von Ausschließlichkeitsrechten gegenüber ihren Abnehmern entgegenzutreten (vgl. BGH - GSZ - GRUR 2005, 882, 884 - Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung).