Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2045,%2023
Timestamp: 2019-04-19 13:41:24
Document Index: 11632063

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.01.1966 - III ZR 109/64 - dejure.org
BGH, 20.01.1966 - III ZR 109/64
Enteignungsgleicher Eingriff, § 839 BGB
Schadensersatzansprüche auf Grund einer Verletzung der Amtspflicht in Form der Verletzung einer Beratungspflicht und Hinweispflicht bei der Erteilung einer Baugenehmigung - Voraussetzungen für einen Entschädigungsanspruch auf Grundlage der Gewerbeordnung (GewO) - Voraussetzungen für einen Enschädigungsanspruch auf Grundlage des Ordnungsbehördengesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (OBG NW) - Rechtmäßigkeit einer Erlaubnis zum Bau einer Stallung in einem städtischen Wohngebiet - Rücknahme oder Widerruf einer Bauerlaubnis in Form der Untersagung einer Schweinehaltung aus ordnungsrechtlichen bzw. polizeilichen Gründen
BGHZ 45, 23
NJW 1966, 649
MDR 1966, 402
DVBl 1968, 23
DB 1966, 298
Bei diesen handelt es sich um Verhaltens- und Zustandsstörer, die im Hinblick auf ihre Verantwortlichkeit ihre polizeiliche Inanspruchnahme ohne eine Entschädigung hinnehmen müssen (vgl. Senatsurteil vom 20. Januar 1966 - III ZR 109/64, BGHZ 45, 23, 25).
Dann wird der Eigentümer lediglich in die Schranken seines Eigentums zurückgewiesen (BGHZ 45, 23, 25 mit Nachweisen).
Der Fall liegt insoweit entscheidend anders als der, der dem Urteil des Senats in BGHZ 45, 23 ("Schweinemästerei") zugrunde lag.
Er muß daher die ihm auferlegte Einschränkung der Gewerbetätigkeit entschädigungslos hinnehmen (vgl. hierzu BVerfGE 10, 89 [114]; 13, 225 [229]; 20, 351 [361]; 24, 367 [389]; BVerwG, Urteil vom 25. Mai 1965, a.a.O.: BGHZ 45, 23 [28];… H.J. Wolff, Verwaltungsrecht Bd. I 7. Aufl. [1968] § 60 I b 2, Bd. III 2. Aufl. [1967] § 130 I a;… Kreft, a.a.O.).
In der Sache BGHZ 45, 23 [BGH 20.01.1966 - III ZR 109/64] war u.a. zu entscheiden, ob eine Baugenehmigungsbehörde, die eine Ausnahmebewilligung für die Errichtung einer Schweinemästerei im städtischen Wohngebiet erteilt hatte, den Antragsteller über das Risiko hätte belehren müssen, daß durch den Betrieb der Mästerei die Nachbarn in polizeiwidriger Weise belästigt wurden.
Es gehört zur Sozialpflichtigkeit des Eigentums, daß der Eigentümer die Abwehr von Gefahren, die von seinem Eigentum ausgehen, hinzunehmen hat, ohne daß darin ein entschädigungspflichtiges "Sonderopfer" liegt (vgl. Senat BGHZ 45, 23, 25; 80, 111, 116; Urteil vom 25. Januar 1973 - III ZR 113/70 - DVBl. 1973, 627).
Aus dem von der Revision zitierten Senatsurteil BGHZ 45, 23 = NJW 1966, 649, 651 läßt sich nichts für ihre Meinung herleiten.
Erscheint der Gesuchsteller insoweit "belehrungsbedürftig", dann hat der Beamte, der auch Helfer des Bürgers sein soll, den Gesuchsteller über die Sach- oder Rechtslage aufzuklären bzw. zu belehren (BGHZ 45, 23, 29 [BGH 20.01.1966 - III ZR 109/64]; Senatsurteile vom 6. April 1960 - III ZR 38/59 = NJW 1960, 1244 f.; vom 5. April 1965 - III ZR 11/64 = NJW 1965, 1226, 1227; vom 17. September 1970 - III ZR 4/69 = VersR 1970, 1104, 1106; vom 20. Oktober 1977 - III ZR 142/75 = WM 1978, 37, 38; vom 10. Juli 1980 - III ZR 23/79 = NJW 1980, 2573, 2574; vgl. auch Krohn ZfBR 1978, 2, 3).
Ein polizeiliches rechtmäßiges Zugreifen auf störendes Eigentum zur Beseitigung einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist entschädigungslos hinzunehmen, selbst wenn es zur Vernichtung des Eigentums führt (BGHZ 43, 196 [BGH 25.06.1964 - III ZR 139/62] ; 45, 23 [BGH 20.01.1966 - III ZR 109/64] ; BGH Warn 1968 Nr. 58; BGH VersR 1964, 196 [BGH 28.11.1963 - III ZR 174/62] ).
Deshalb muß die an objektive Umstände anknüpfende Inanspruchnahme des Verantwortlichen (Störers), die regelmäßig nur eine Zurückweisung in die Schranken bedeutet (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH, Urt. v. 20.01.1966 -- III ZR 109, 64 --, BGHZ 45, 23, 25;… BVerwG, Urt. v. 17.02.1971 -- IV C 2.68 --, DVBl. 1971, 754), im Gegensatz zur Inanspruchnahme als nicht verantwortliche Person (Nichtstörer) grundsätzlich entschädigungslos (…vgl. BVerwG, a. a. O.) hingenommen werden und hat der Verantwortliche (Störer) die finanzielle Last zu tragen.
BGH, 30.11.1978 - III ZR 43/77
Seuchenpolizeiliches Tätigkeitsverbot
Er muß solche Anordnungen daher grundsätzlich entschädigungslos hinnehmen, selbst wenn er durch sie wirtschaftliche Nachteile erleidet (vgl. dazu allgemein Wolff/Bachof, Verwaltungsrecht I 9. Aufl. § 60 I b 2, Verwaltungsrecht III 4. Aufl. § 130 Rdn. 2 und die Senatsurteile BGHZ 43, 196, 203 und 45, 23, 25).
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