Source: https://www.zbb-online.com/heft-4-2015/zbb-2015-243-zu-den-beratungspflichten-der-bank-bei-zinssatz-swap-vertraegen-hier-mit-einer-kommune/
Timestamp: 2020-02-27 06:54:56
Document Index: 390109463

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 134', '§ 75', '§ 134', '§ 138', '§ 215', '§ 242', '§ 249', '§ 280', '§ 311', '§ 320', '§ 853', '§ 75', '§ 90', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Zu den Beratungspflichten der Bank bei Zinssatz-Swap-Verträgen (hier: mit einer Kommune) (BGH, Urt. v. 28.04.2015 – XI ZR 378/13) – ZBB 2015, 243 | ZBB online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 2199-1715 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2015 Rechtsprechung II. Bundesgerichtshof BGB §§ 134, 138, 215, 242, 249, 280, 311, 320 ff., 853; GO NRW §§ 75 ff., 90Zu den Beratungspflichten der Bank bei Zinssatz-Swap-Verträgen (hier: mit einer Kommune) BGB§ 134 BGB§ 138 BGB§ 215 BGB§ 242 BGB§ 249 BGB§ 280 BGB§ 311 BGB§§ 320 ff. BGB§ 853 GO NRW§§ 75 ff. GO NRW§ 90 BGH, Urt. v. 28.04.2015 – XI ZR 378/13 (OLG Düsseldorf), ZIP 2015, 1276 +BGHUrt.28.4.2015XI ZR 378/13ZIP 2015, 1276OLG Düsseldorf
2. Ein Swap-Geschäft ist sittenwidrig und nichtig, wenn es darauf angelegt ist, den Vertragspartner der Bank von vornherein chancenlos zu stellen (Anschluss an Senatsurt. v. 9. 3. 2010 – XI ZR 93/09, BGHZ 184, 365 = ZIP 2010, 786, Rz. 26; v. 13. 7. 2010 – XI ZR 28/09, ZIP 2010, 1998 = WM 2010, 1590, Rz. 39 und v. 12. 10. 2010 – XI ZR 394/08, ZIP 2011, 475 = WM 2010, 2214, Rz. 40).
3. Die beratende Bank ist im Zweipersonenverhältnis grundsätzlich bei allen Swap-Geschäften, denen kein konnexes Grundgeschäft zugeordnet ist, verpflichtet, unter dem Gesichtspunkt eines schwerwiegenden Interessenkonflikts über die Einpreisung eines anfänglichen negativen Marktwerts und dessen Höhe aufzuklären (Fortführung von Senatsurt. v. 22. 3. 2011 – XI ZR 33/10, BGHZ 189, 13 = ZIP 2011, 756, Rz. 38).
4. Ist Schadensereignis eine Beratungspflichtverletzung anlässlich des Abschlusses konkreter Swap-Geschäfte, können Vorteile, die aus zu anderen Zeiten geschlossenen Swap-Verträgen aufgrund einer gesonderten Beratung resultieren, auch bei Gleichartigkeit der Pflichtverletzung mangels Nämlichkeit des Schadensereignisses im Zuge der Vorteilsausgleichung keine Berücksichtigung finden. Das gilt auch, wenn den Swap-Geschäften der Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte zugrunde liegt (Fortführung von Senatsbeschl. v. 22. 1. 2013 – XI ZR 471/11, NJW-RR 2013, 948, Rz. 11 und – XI ZR 472/11, juris Rz. 11). Verhält sich der Vertragspartner der Bank in seiner Reaktion auf die immer gleiche Pflichtverletzung widersprüchlich, indem er an für ihn günstig verlaufenden Geschäften festhält, während er ihm nachteilige Geschäfte rückabzuwickeln sucht, ist dies bei der Prüfung der haftungsbegründenden Kausalität zu würdigen (Bestätigung von Senatsurt. v. 8. 5. 2012 – XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 = ZIP 2012, 1335, Rz. 50).