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Timestamp: 2020-07-10 03:45:05
Document Index: 119479858

Matched Legal Cases: ['Art. 6', '§ 6', '§ 1', '§ 25', '§ 168', '§ 7', '§ 1', '§ 168', '§ 27', '§ 1', '§ 168', '§ 27', '§ 1', '§ 168', '§ 27', '§ 1', '§ 168', '§ 27', 'Art. 31', 'Art. 31', '§ 1', '§ 168', '§ 27', 'Art. 52', 'Art. 49', 'Art. 43', 'EuG', 'Art. 43', 'Art. 48', 'Art. 49', 'EuG', 'Art. 49', 'Art. 43', 'Art. 54', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 2', 'EuG', 'EuG', 'Art. 43', 'Art. 24', 'Art. 24', 'EuG', 'Art. 24', 'Art. 43', 'Art. 48', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 31', '§ 1248', '§ 7', '§ 1', '§ 229', '§ 168', '§ 168', 'Art. 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 116', 'Art. 1', 'EuG', 'EuG', '§ 1', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 2']

Sozialversicherungspflicht für die hier tätige Delaware-Inc. | Rechtslupe
Sozialversicherungspflicht für die hier tätige Delaware-Inc.
10. Mai 2011 Rechtslupe
Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für die hier täti­ge Dela­ware-Inc.
Unter­lie­gen die in Deutsch­land täti­gen Mit­glie­der des "Board of Direc­tors" einer nach dem Recht des US-Staats Dele­wa­re gegrün­de­ten Inc. der deut­schen Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht? Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt jeden­falls ver­neint dies – anders als bei den Vor­stands­mit­glie­dern einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft – nicht gene­rell:
Maß­ge­bend für die Beur­tei­lung, ob die Direc­tors der Ver­si­che­rungs­pflicht unter­lie­gen, ist das deut­sche Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht. Es kommt zur Anwen­dung, wenn der Beschäf­ti­gungs­ort der Direc­tors in Deutsch­land liegt und kei­ne Ent­sen­dung vor­liegt (vgl. Teil I Art. 6 des Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­mens [1]; § 6 SGB IV)).
Die Direc­tors in dem hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall sind bzw waren in ihrer für die Inc. aus­ge­üb­ten Tätig­keit als Mit­glied des Board of Direc­tors in Deutsch­land abhän­gig beschäf­tigt und des­halb in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ver­si­che­rungs­pflich­tig. Sie sind nicht wie ein Mit­glied des Vor­stan­des einer Akti­en­ge­sell­schaft deut­schen Rechts aus­nahms­wei­se von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men. Auch unter Berück­sich­ti­gung der Vor­schrif­ten des Freund­schafts­ver­trags vom 29. Okto­ber 1954 [2] haben die Klä­ger kei­nen Anspruch auf Gleich­stel­lung mit einem Vor­stands­mit­glied einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft.
In der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung unter­lie­gen Per­so­nen, die gegen Arbeits­ent­gelt beschäf­tigt sind, der Ver­si­che­rungs­pflicht (§ 1 Satz 1 Nr 1 Halbs 1 SGB VI), eben­so unter­lie­gen sie seit dem 1.01.1998 der Ver­si­che­rungs­pflicht in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung (§ 25 Abs 1 Satz 1 SGB III) und zuvor der dor­ti­gen Bei­trags­pflicht (§ 168 Abs 1 Satz 1 AFG). Beur­tei­lungs­maß­stab für das Vor­lie­gen einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung ist § 7 Abs 1 Satz 1 SGB IV. Danach ist Beschäf­ti­gung die nicht­selbst­stän­di­ge Arbeit, ins­be­son­de­re in einem Arbeits­ver­hält­nis.
Im hier ent­schie­de­nen Fall ste­hen bzw. stan­den die Direc­tors in ihrer Tätig­keit für die Inc. als Mit­glie­der des Board of Direc­tors in einem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis. Die­se Wür­di­gung des Sach­ver­halts ent­spricht im Ergeb­nis der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­rilchts, wonach Vor­stands­mit­glie­der einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft regel­mä­ßig abhän­gig beschäf­tigt sind, auch wenn sie die Gesell­schaft in eige­ner Ver­ant­wor­tung zu lei­ten haben und gegen­über der Beleg­schaft Arbeit­ge­ber­funk­tio­nen wahr­neh­men [3]. Anhalts­punk­te dafür, dass für die bei­den Direc­tors als Mit­glie­der eines Organs einer aus­län­di­schen Kapi­tal­ge­sell­schaft etwas ande­res gel­ten müss­te, erge­ben sich nach den getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen nicht.
Von der danach bestehen­den Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sind bzw waren die bei­den Direc­tors im ent­schie­de­nen FAll auch nicht auf­grund ihrer Stel­lung als Mit­glie­der des Board of Direc­tors der Dela­ware-Inc. aus­ge­nom­men, wie dies durch § 1 Satz 4 SGB VI sowie § 168 Abs 6 Satz 1 AFG bzw § 27 Abs 1 Nr 5 SGB III für Vor­stands­mit­glie­der einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft ange­ord­net wird. Die­se Aus­nah­me­be­stim­mun­gen sind auf die Direc­tors einer Dela­ware-Inc. weder unmit­tel­bar noch ent­spre­chend anwend­bar.
Nach § 1 Satz 4 SGB VI in den bis zum 31. Dezem­ber 2003 und ab 1. Janu­ar 2004 gel­ten­den Fas­sun­gen, die hier bei­de anzu­wen­den sind, sind Mit­glie­der des Vor­stan­des einer Akti­en­ge­sell­schaft nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig bzw. in dem Unter­neh­men, dem sie ange­hö­ren, nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt [4]. Bis zur Auf­nah­me einer ent­spre­chen­den Bestim­mung in das AFG zum 1. Janu­ar 1993 ist das Bun­des­so­zi­al­ge­richt davon aus­ge­gan­gen, die damals bereits gel­ten­den Rege­lun­gen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­rechts über Vor­stands­mit­glie­der von Akti­en­ge­sell­schaf­ten ent­hiel­ten einen Grund­satz, der auch für die Bei­trags­pflicht in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu beach­ten sei [5]. Zwi­schen­zeit­lich bestimm­te § 168 Abs 6 Satz 1 AFG [6] und nun­mehr bestimmt § 27 Abs 1 Nr 5 SGB III in der seit dem 1. Janu­ar 1998 gel­ten­den, eben­falls anwend­ba­ren Fas­sung, aus­drück­lich, dass Mit­glie­der des Vor­stan­des einer AG in Beschäf­ti­gun­gen für das Unter­neh­men, des­sen Vor­stand sie ange­hö­ren, nicht bei­trags­pflich­tig sind bzw für das Unter­neh­men, des­sen Vor­stand sie ange­hö­ren, in die­ser Beschäf­ti­gung ver­si­che­rungs­frei sind [7].
Die Direc­tors als Mit­glie­der des Lei­tungs­or­gans einer Kapi­tal­ge­sell­schaft nach dem Recht des Staa­tes Delaware/​USA erfül­len in unmit­tel­ba­rer Anwen­dung den Tat­be­stand der genann­ten Vor­schrif­ten nicht. Dar­über hin­aus sind die­se Vor­schrif­ten auf die Direc­tors einer Dela­ware-Inc. Klä­ger auch nicht ent­spre­chend anzu­wen­den. Denn nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ist eine Tat­be­stands­gleich­stel­lung im Wege rich­ter­li­cher Rechts­fort­bil­dung und eine "Sub­sti­tu­ti­on" der Tat­be­stands­er­fül­lung unter Beru­fung auf eine tat­säch­li­che Ver­gleich­bar­keit von Gesell­schafts­for­men nicht zuläs­sig, weil § 1 Satz 4 SGB VI und § 168 Abs 6 Satz 1 AFG bzw § 27 Abs 1 Nr 5 SGB III nach ihrem Rege­lungs­zweck und im Hin­blick auf die dort gewähl­te Rege­lungs­me­tho­de der Typi­sie­rung eine Erstre­ckung auf Sach­ver­hal­te wie den vor­lie­gen­den zur Schlie­ßung einer Rege­lungs­lü­cke nicht erfor­dern. Viel­mehr hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in der Ver­gan­gen­heit eine Erstre­ckung die­ser Aus­nah­men von der Ver­si­che­rungs­pflicht auf Vor­stands­mit­glie­der oder Mit­glie­der ver­gleich­ba­rer Orga­ne ande­rer juris­ti­scher Per­so­nen nur auf­grund einer gesetz­li­chen Tat­be­stands­gleich­stel­lung in Form einer sog Äqui­va­lenz­re­ge­lung für mög­lich erach­tet [8].
Eine ein­schlä­gi­ge gesetz­li­che Äqui­va­lenz­re­ge­lung, deren es für eine sol­che Tat­be­stands­gleich­stel­lung zuguns­ten der Direc­tors einer Dela­ware-Inc. bedürf­te, ent­hält weder das deut­sche Sozi­al­recht noch das ein­schlä­gi­ge, unmit­tel­bar zu beach­ten­de inter­na­tio­na­le Recht, ins­be­son­de­re nicht das Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men vom 7. Janu­ar 1976 zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, die Ver­ein­ba­rung vom 21. Juni 1978 zur Durch­füh­rung die­ses Abkom­mens [9] – gemäß Bekannt­ma­chung vom 19. Nove­wm­ber 1979 [10] zusam­men mit dem Abkom­men in Kraft getre­ten am 1. Dezem­ber 1979 – sowie die zur Ver­ein­ba­rung vom 21. Juni 1978 geschlos­se­nen Zusatz­ver­ein­ba­run­gen vom 2. Okto­ber 1986 [11] und vom 6. März 1995 [12].
Schließ­lich kann eine tat­be­stand­li­che Gleich­stel­lung bei der Anwen­dung der Aus­nah­me­re­ge­lun­gen des § 1 Satz 4 SGB VI und des § 168 Abs 6 Satz 1 AFG sowie des § 27 Abs 1 Nr 5 SGB III auch nicht mit Erfolg aus den Vor­schrif­ten des Freund­schafts­ver­trags vom 29. Okto­ber 1954 [13] her­ge­lei­tet wer­den.
Im Freund­schafts­ver­trag ist weder eine aus­drück­li­che tat­be­stand­li­che Gleich­stel­lung einer US-Kapi­tal­ge­sell­schaft oder der Mit­glie­der ihres Board of Direc­tors mit einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft bzw deren Vor­stands­mit­glie­dern ver­ein­bart noch lässt sich die im Freund­schafts­ver­trag ver­ein­bar­te Inlän­der­be­hand­lung und Meist­be­güns­ti­gung im Sin­ne einer ein­schlä­gi­gen Äqui­va­lenz­re­ge­lung inter­pre­tie­ren oder gibt die Defi­ni­ti­on des Begriffs "Gesell­schaf­ten" in Art. XXV Abs 5 des Ver­trags zu einer sol­chen Aus­le­gung Anlass. Eine sol­che Ver­pflich­tung zur Gleich­stel­lung folgt auch nicht aus den bereichs­spe­zi­fi­schen Gewähr­leis­tun­gen einer Inlän­der­be­hand­lung nach Art. IV und Art. VII des Freund­schafts­ver­trags. Ins­be­son­de­re unter­schei­det sich die in Art. VII des Freund­schafts­ver­trags ver­ein­bar­te nie­der­las­sungs­recht­li­che Inlän­der­be­hand­lung von der Nie­der­las­sungs­frei­heit gemäß Artt. 49, 54 AEUV (frü­her Artt. 43, 48 EG), so dass sich die gegen­tei­li­gen Ansicht auch nicht mit Erfolg auf die vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt aus der hier­zu ergan­ge­nen Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on gezo­ge­nen Schluss­fol­ge­run­gen [14] beru­fen kann. Schließ­lich kann eine sol­che Gleich­stel­lung auch nicht auf­grund der in Art. VII Abs 4 des Freund­schafts­ver­trags ver­ein­bar­ten Meist­be­güns­ti­gung ver­langt wer­den.
Der Freund­schafts­ver­trag wur­de von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka – aus­weis­lich der Prä­am­bel – von dem Wunsch gelei­tet geschlos­sen, die zwi­schen bei­den Staa­ten bestehen­den Ban­de der Freund­schaft zu fes­ti­gen und enge­re wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Völ­kern zu för­dern, sowie in der Über­zeu­gung, dass die­sen Zie­len Ver­ein­ba­run­gen die­nen, durch wel­che zu bei­der­sei­ti­gem Nut­zen der Han­del zwi­schen den bei­den Län­dern geför­dert wird und Kapi­tal­an­la­gen ange­regt wer­den sowie gegen­sei­ti­ge Rech­te und Ver­güns­ti­gun­gen begrün­det wer­den. Der Ver­trag beruht im All­ge­mei­nen auf den Grund­sät­zen der gegen­sei­tig gewähr­ten Inlän­der­be­hand­lung und unbe­ding­ten Meist­be­güns­ti­gung. Nach Art. XXV Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags bedeu­tet der Aus­druck "Inlän­der­be­hand­lung" die inner­halb des Gebiets eines Ver­trags­teils gewähr­te Behand­lung, die nicht weni­ger güns­tig ist als die­je­ni­ge, die dort unter gleich­ar­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen den Staats­an­ge­hö­ri­gen, Gesell­schaf­ten, Erzeug­nis­sen, Schif­fen und sons­ti­gen Objek­ten jeg­li­cher Art. die­ses Ver­trags­teils gewährt wird. Der Aus­druck "Meist­be­güns­ti­gung" bedeu­tet nach Art. XXV Abs 4 die inner­halb des Gebiets eines Ver­trags­teils gewähr­te Behand­lung, die nicht weni­ger güns­tig ist als die­je­ni­ge, die dort unter gleich­ar­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen den Staats­an­ge­hö­ri­gen, Gesell­schaf­ten, Erzeug­nis­sen, Schif­fen und sons­ti­gen Objek­ten jeg­li­cher Art. irgend­ei­nes drit­ten Lan­des gewährt wird. Aller­dings ent­hält der Freund­schafts­ver­trag ent­ge­gen der durch die Rüge einer Ver­let­zung der Prä­am­bel i.V.m. Art. XXV des Freund­schafts­ver­trags nahe­ge­leg­ten Aus­le­gung kei­ne all­ge­mei­ne Pflicht zur Inlän­der­be­hand­lung und Meist­be­güns­ti­gung, son­dern nur eine Anzahl bereichs­spe­zi­fi­scher Gewähr­leis­tun­gen ent­spre­chen­den Inhalts, die ihrer­seits ua nach Bereichs­ge­gen­stand, Rechts­trä­ger­schaft, Gewähr­leis­tungs­zweck und ‑umfang in mehr­fa­cher Hin­sicht ein­ge­schränkt sind [15]. Die­se bereichs­spe­zi­fi­schen Gewähr­leis­tun­gen betref­fen unter ande­rem die Anwen­dung von Geset­zen und Vor­schrif­ten über den Unfall­ver­si­che­rungs­schutz und bestimm­te ande­re sozia­le Siche­run­gen (Art. IV)), den Schutz von Eigen­tum (Art. V), den Zugang zu Gerich­ten und Amts­stel­len (Art. VI), die Aus­übung geschäft­li­cher und beruf­li­cher Tätig­kei­ten (Art. VII) sowie den Erwerb und den Schutz von beweg­li­chem und unbe­weg­li­chem Ver­mö­gen (Art. IX).
Die Aus­le­gung des in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Ran­ge ein­fa­chen Bun­des­rechts gel­ten­den Freund­schafts­ver­trags hat auch zur Ermitt­lung der Rechts­stel­lung Pri­va­ter mit Rück­sicht auf den völ­ker­recht­li­chen Ursprung der Bestim­mun­gen nach den in Art. 31 ff. WVK [16] nie­der­ge­leg­ten Grund­sät­zen zu erfol­gen [17]. Die Wie­ner Ver­trags­rechts­kon­ven­ti­on ist für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land seit dem 20. August 1987 in Kraft [18], jedoch kön­nen ihre Aus­le­gungs­grund­sät­ze als Aus­druck all­ge­mei­ner Regeln des Völ­ker­rechts auch auf sol­che Ver­trä­ge ange­wen­det wer­den, die bereits vor ihrem Inkraft­tre­ten geschlos­sen wor­den sind [19]. Nach Art. 31 WVK ist ein Ver­trag nach Treu und Glau­ben in Über­ein­stim­mung mit der gewöhn­li­chen, sei­nen Bestim­mun­gen in ihrem Zusam­men­hang zukom­men­den Bedeu­tung und im Lich­te sei­nes Ziels und Zwecks aus­zu­le­gen. Danach ist ent­spre­chend der Struk­tur des Freund­schafts­ver­trags jeweils bereichs­spe­zi­fisch zu prü­fen, wel­chen Inhalt die ein­zel­nen Gewähr­leis­tun­gen haben und ob die­se im Sin­ne einer im vor­lie­gen­den Kon­text not­wen­di­gen Äqui­va­lenz­re­ge­lung aus­zu­le­gen sind.
Eine Ver­ein­ba­rung, die eine für den vor­lie­gen­den Rechts­streit rele­van­te aus­drück­li­che tat­be­stand­li­che Gleich­stel­lung einer US-Kapi­tal­ge­sell­schaft oder der Mit­glie­der ihres Board of Direc­tors mit einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft bzw deren Vor­stän­den all­ge­mein oder im Sozi­al­recht anord­net, ent­hält der Freund­schafts­ver­trag nicht. Die in Art. XXV Abs 5 Satz 1 des Freund­schafts­ver­trags ent­hal­te­ne Defi­ni­ti­on des in ver­schie­de­nen Arti­keln des Ver­trags ver­wen­de­ten Begriffs der "Gesell­schaf­ten", der Han­dels­ge­sell­schaf­ten, Teil­ha­ber­schaf­ten sowie sons­ti­ge Gesell­schaf­ten, Ver­ei­ni­gun­gen und juris­ti­sche Per­so­nen umfasst, ord­net kei­ne Gleich­stel­lung von Gesell­schaf­ten des jeweils ande­ren Ver­trags­part­ners nach ihrer Rechts­form an. Auch ent­hält Satz 2 die­ser Vor­schrift kei­ne tat­be­stand­li­che Gleich­stel­lung. Viel­mehr gel­ten danach Gesell­schaf­ten, die gemäß den Geset­zen und sons­ti­gen Vor­schrif­ten des einen Ver­trags­teils in des­sen Gebiet errich­tet sind, als Gesell­schaf­ten die­ses Ver­trags­teils und ihr recht­li­cher Sta­tus wird im Gebiet des ande­ren Ver­trags­teils aner­kannt. Mit­hin wer­den sie gera­de nicht Gesell­schafts­for­men des jeweils ande­ren Ver­trags­teils gleich­ge­stellt, son­dern wer­den sie ledig­lich unter Erhal­tung ihres Grün­dungs­sta­tuts aner­kannt.
Die Revi­si­on kann sich auch nicht auf die spe­zi­el­le Ver­ein­ba­rung der Inlän­der­be­hand­lung für den Bereich der Sozi­al­ver­si­che­rung in Art. IV des Freund­schafts­ver­trags beru­fen. So wird in Art. IV Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags Inlän­der­be­hand­lung bei Anwen­dung der Rechts­vor­schrif­ten der Ver­trags­staa­ten auf dem Gebiet der Unfall­ver­si­che­rung sowie in Abs 2 bezüg­lich der Rechts­vor­schrif­ten, die in den Zwei­gen der Kranken‑, Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung Leis­tun­gen ohne Bedürf­tig­keits­prü­fung vor­se­hen, gewährt. Jedoch gilt die­se Gewähr­leis­tung nur zuguns­ten der Staats­an­ge­hö­ri­gen [20] des jeweils ande­ren Ver­trags­teils, erfasst also aus­schließ­lich natür­li­che Per­so­nen, wozu die Klä­ge­rin zu 1. als juris­ti­sche Per­son nicht gehört. Gleich­zei­tig ist Art. IV des Freund­schafts­ver­trags auf die Klä­ger zu 2. und 3. des­halb nicht anwend­bar, weil die­se nicht die Staats­an­ge­hö­rig­keit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka besit­zen.
Aus dem­sel­ben Grun­de kön­nen sich die Direc­tors der Dela­ware-Inc. auch nicht auf die in Art. VII des Freund­schafts­ver­trags ent­hal­te­nen Gewähr­leis­tun­gen beru­fen. Dem­ge­gen­über ist zuguns­ten der Dela­ware-Inc. zwar der per­sön­li­che Anwen­dungs­be­reich des Art. VII des Freund­schafts­ver­trags eröff­net, jedoch umfasst des­sen sach­li­cher Anwen­dungs­be­reich kei­nen Anspruch auf Gleich­stel­lung der Mit­glie­der des Board of Direc­tors einer US-Kapi­tal­ge­sell­schaft mit den Vor­stands­mit­glie­dern einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft im Hin­blick auf die Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung.
Nach Art. VII Abs 1 Satz 1 bis 3 des Freund­schafts­ver­trags wird den Staats­an­ge­hö­ri­gen und Gesell­schaf­ten jedes Ver­trags­teils in dem Gebiet des ande­ren Ver­trags­teils Inlän­der­be­hand­lung hin­sicht­lich der Aus­übung jeder Art. von geschäft­li­cher, indus­tri­el­ler, finan­zi­el­ler oder sons­ti­ger gegen Ent­gelt vor­ge­nom­me­ner Tätig­keit gewährt. Dabei ist es uner­heb­lich, ob sie die­se selbst­stän­dig oder unselbst­stän­dig und ob sie sie unmit­tel­bar oder durch einen Ver­tre­ter oder durch juris­ti­sche Per­so­nen jeder Art aus­üben. Dem­entspre­chend dür­fen die­se Staats­an­ge­hö­ri­gen und Gesell­schaf­ten inner­halb des genann­ten Gebiets
Zweig­stel­len, Ver­tre­tun­gen, Büros, Fabri­ken und ande­re zur Füh­rung ihrer Geschäf­te geeig­ne­te Betrie­be errich­ten und unter­hal­ten,
nach dem Gesell­schafts­recht des ande­ren Ver­trags­teils Gesell­schaf­ten grün­den und Mehr­heits­be­tei­li­gun­gen an Gesell­schaf­ten des ande­ren Ver­trags­teils erwer­ben,
von ihnen errich­te­te oder erwor­be­ne Unter­neh­men kon­trol­lie­ren und lei­ten.
Inhalt der danach sowohl den Staats­an­ge­hö­ri­gen als auch den Gesell­schaf­ten jedes Ver­trags­teils gewähr­leis­te­ten nie­der­las­sungs­recht­li­chen Inlän­der­be­hand­lung ist zunächst ein Ver­bot inner­staat­li­cher Vor­schrif­ten und sons­ti­ger Maß­nah­men eines Staa­tes, die aus­drück­lich zwi­schen inlän­di­schen Gesell­schaf­ten und Gesell­schaf­ten des ande­ren Ver­trags­teils unter­schei­den und letz­te­ren weni­ger Rech­te gewäh­ren. Ver­ein­bart ist aber nicht nur for­mel­le Gleich­be­hand­lung, d.h. ein Ver­bot der Anknüp­fung unter­schied­li­cher Rechts­fol­gen an das Tat­be­stands­merk­mal "Aus­län­der­ei­gen­schaft", son­dern auch mate­ri­el­le Gleich­be­hand­lung, d.h. ein Ver­bot fak­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung dadurch, dass bestimm­te, schein­bar neu­tral anknüp­fen­de Tat­be­stän­de nur in der Per­son von Inlän­dern ver­wirk­licht wer­den kön­nen [21].
Die­se ver­ein­bar­te mate­ri­el­le Gleich­be­hand­lung ist betrof­fen, soweit die Vor­schrif­ten des § 1 Satz 4 SGB VI, des § 168 Abs 6 Satz 1 AFG sowie des § 27 Abs 1 Nr 5 SGB III für die Ver­si­che­rungs­frei­heit an die Mit­glied­schaft im Vor­stand einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft anknüp­fen. Aller­dings braucht das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht zu ent­schei­den, ob die Anord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht für Mit­glie­der des Board of Direc­tors einer Kapi­tal­ge­sell­schaft nach dem Recht des Staa­tes Dela­ware im Sin­ne des Art. XXV Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags eine weni­ger güns­ti­ge Behand­lung dar­stellt, als sie unter glei­chen Umstän­den deut­schen Gesell­schaf­ten gewährt wird. Denn die ver­ein­bar­te Inlän­der­be­hand­lung nach Art. VII des Freund­schafts­ver­trags erstreckt sich jeden­falls nicht auf eine Gleich­be­hand­lung auf dem Gebiet des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts. Dies ergibt eine Aus­le­gung des Freund­schafts­ver­trags anhand der oben benann­ten Kri­te­ri­en.
So spre­chen schon Wort­laut und Rege­lungs­zu­sam­men­hang des Art. VII des Freund­schafts­ver­trags gegen die Annah­me, dass die­ser eine unbe­schränk­te Gleich­be­hand­lung bei Aus­übung einer wirt­schaft­li­chen Tätig­keit im Gebiet des jeweils ande­ren Ver­trags­staats gewäh­ren soll. Schon Art. VII Abs 2 des Freund­schafts­ver­trags ent­hält einen Vor­be­halt zuguns­ten der Beschrän­kung der Errich­tung oder des Betriebs von Unter­neh­men durch Aus­län­der oder der Betei­li­gung von Aus­län­dern an Unter­neh­men in bestimm­ten wich­ti­gen Indus­trie­be­rei­chen. Auch lässt Abs 3 beson­de­re For­ma­li­tä­ten für die Errich­tung eines von Aus­län­dern kon­trol­lier­ten Unter­neh­mens zu. Wei­te­re Ein­schrän­kun­gen fin­den sich in den Bestim­mun­gen der Zif­fern 8 bis 10 des Pro­to­kolls zum Freund­schafts­ver­trag, das als des­sen Bestand­teil gilt. Sie betref­fen das Erfor­der­nis von Arbeits­ge­neh­mi­gun­gen und die Aus­übung von staat­lich lizen­zier­ten Beru­fen, die Staats­an­ge­hö­ri­gen des jewei­li­gen Gebiets vor­be­hal­ten wer­den darf, den Vor­be­halt all­ge­mei­ner Anfor­de­run­gen für die Aus­übung eines Gewer­be­be­trie­bes durch Staats­an­ge­hö­ri­ge und Gesell­schaf­ten des ande­ren Ver­trags­teils und schließ­lich das Recht jedes Ver­trags­teils, beson­de­re Vor­schrif­ten für aus­län­di­sche Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten anzu­wen­den, um das Maß an Ver­ant­wort­lich­keit und Sol­venz sicher­zu­stel­len, das von gleich­ar­ti­gen ein­hei­mi­schen Gesell­schaf­ten ver­langt wird.
Ent­schei­dend ist jedoch, dass Art. VII des Freund­schafts­ver­trags Inlän­der­be­hand­lung hin­sicht­lich der Aus­übung jeder Art. von geschäft­li­cher, indus­tri­el­ler, finan­zi­el­ler oder sons­ti­ger gegen Ent­gelt vor­ge­nom­me­ner Tätig­keit nicht umfas­send, son­dern nur hin­sicht­lich der in Art. VII und den dies­be­züg­li­chen Bestim­mun­gen des Pro­to­kolls genann­ten Gegen­stän­de im jeweils fest­ge­leg­ten Umfang gewährt. Zwar ist der Revi­si­on zuzu­ge­ste­hen, dass auch der Zugang zu sozia­len Siche­rungs­sys­te­men und die uU hier­an anknüp­fen­den Bei­trags­pflich­ten zu den Rah­men­be­din­gun­gen der in Art. VII Abs 1 Satz 1 des Freund­schafts­ver­trags umschrie­be­nen wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten gehö­ren. Dies gilt jedoch in der­sel­ben Wei­se auch für rei­se- und auf­ent­halts­recht­li­che Bestim­mun­gen, den Erwerb und Schutz von Eigen­tum, Woh­nung und Gewer­be­räu­men, den Zugang zu Gerich­ten und Behör­den, Erb- und Insol­venz­recht, Urhe­ber- und Patent­recht, Steu­er- und Zoll­recht und ande­re Gegen­stän­de mehr, die im Rah­men des Freund­schafts­ver­trags in ver­schie­de­nen Arti­keln außer­halb von Art. VII jeweils spe­zi­fi­sche und in ver­schie­de­ner Hin­sicht dif­fe­ren­zier­te Rege­lun­gen erfah­ren haben, ohne dass sich aus Wort­laut oder Rege­lungs­zu­sam­men­hang des Freund­schafts­ver­trags Anhalts­punk­te dafür ergä­ben, dass die Gewähr­leis­tun­gen des Art. VII denen ande­rer Arti­kel über­ge­ord­net wären oder die­se über deren Wort­laut und Zusam­men­hang hin­aus erwei­tern soll­ten. Die sich hier­in aus­drü­cken­de sek­to­ra­le Rege­lungs­tech­nik des Freund­schafts­ver­trags zwingt daher zu einer engen Aus­le­gung des sach­li­chen Anwen­dungs­be­reichs des Art. VII unter Aus­schluss von Gegen­stän­den, die in ande­ren Arti­keln des Freund­schafts­ver­trags eine bereichs­spe­zi­fi­sche Rege­lung erfah­ren haben und im Wort­laut des Art. VII kei­ne aus­drück­li­che Erwäh­nung fin­den. Des­halb fal­len Ange­le­gen­hei­ten der gesetz­li­chen Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung nicht in den Anwen­dungs­be­reich des Art. VII, denn die­se sind bereits Gegen­stand des Art. IV Abs 2 des Freund­schafts­ver­trags, der aus­drück­lich die Anwen­dung von Geset­zen und sons­ti­gen Vor­schrif­ten über Sozia­le Sicher­heit, die ua Leis­tun­gen bei Alter, Inva­li­di­tät oder Berufs­un­fä­hig­keit sowie bei Arbeits­lo­sig­keit gewäh­ren, regelt.
Einer sol­chen Aus­le­gung ste­hen auch die in der Prä­am­bel umschrie­be­nen Zie­le des Freund­schafts­ver­trags nicht ent­ge­gen. Danach soll die­ser die freund­schaft­li­chen Ban­de zwi­schen den Völ­kern der Ver­trags­staa­ten fes­ti­gen und enge­re wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Bezie­hun­gen för­dern, wozu durch ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen ins­be­son­de­re der Han­del zwi­schen den bei­den Län­dern geför­dert und Kapi­tal­an­la­gen ange­regt wer­den sol­len. Dem kann jedoch nicht das Ziel einer voll­stän­di­gen und unbe­schränk­ten Han­dels- und Kapi­tal­an­la­ge­frei­heit ent­nom­men wer­den, die die Unter­wer­fung von Gesell­schaf­ten des ande­ren Ver­trags­teils und deren Ange­stell­ten ins­be­son­de­re unter sozi­al­recht­li­che Ver­si­che­rungs- und Bei­trags­pflich­ten aus­schlös­se. Viel­mehr stün­de eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on des Ver­trags­ziels im Wider­spruch zu den tat­säch­lich ver­ein­bar­ten, in vie­ler­lei Hin­sicht beschränk­ten bereichs­spe­zi­fi­schen Gewähr­leis­tun­gen, die gera­de mit Art. IV des Freund­schafts­ver­trags auch den Zugang zu bestimm­ten sozia­len Siche­rungs­sys­te­men ein­schlie­ßen.
Ins­be­son­de­re kann sich für eine Gleich­stel­lung der Direc­tors einer Dela­ware-Inc. mit Vor­stands­mit­glie­dern einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft nicht auf die Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on zur Nie­der­las­sungs­frei­heit inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on (EU) und die in der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts hier­aus gezo­ge­nen Schlüs­se gestützt wer­den, da die­se Recht­spre­chung nicht auf die nie­der­las­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen des Art. VII des Freund­schafts­ver­trags über­trag­bar ist.
Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten hat in der Rechts­sa­che "Segers" [22] zu den frü­he­ren Art. 52 und 58 EWG-Ver­trag, die den jet­zi­gen Art. 49 und 54 AEUV (zuvor Art. 43 und 48 EG) ent­spre­chen, ent­schie­den hat, dass es eine Ver­let­zung der nach die­sen Vor­schrif­ten gewähr­leis­te­ten Nie­der­las­sungs­frei­heit ist, wenn der in den Nie­der­lan­den beschäf­tig­te Geschäfts­füh­rer einer Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung nach eng­li­schem Recht, die allein und aus­schließ­lich in den Nie­der­lan­den tätig ist, in Bezug auf sei­ne Leis­tun­gen aus der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung in den Nie­der­lan­den anders behan­delt wird als der Geschäfts­füh­rer einer Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung nach nie­der­län­di­schem Recht. Er hat dies damit begrün­det, dass das Erfor­der­nis, eine nach dem Recht eines Mit­glied­staats gegrün­de­te Gesell­schaft den inlän­di­schen Gesell­schaf­ten gleich­zu­stel­len, das Recht des Per­so­nals die­ser Gesell­schaft auf Anschluss an ein bestimm­tes Sys­tem der sozia­len Sicher­heit impli­zie­re. Eine Dis­kri­mi­nie­rung des Per­so­nals in Bezug auf den sozia­len Schutz schrän­ke die Frei­heit der Gesell­schaf­ten eines ande­ren Mit­glied­staa­tes, sich nie­der­zu­las­sen, mit­tel­bar ein.
Dem Urteil des EuGH in der Rechts­sa­che "Segers" hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt das Gebot ent­nom­men, dass die Beschäf­tig­ten aller mit­glied­staat­li­chen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten in Bezug auf die Ver­si­che­rungs­pflicht oder auch Ver­si­che­rungs­frei­heit grund­sätz­lich gleich behan­delt wer­den müs­sen, wor­aus jedoch nicht fol­ge, dass alle Organ­mit­glie­der nach den Rechts­vor­schrif­ten eines Mit­glied­staats gegrün­de­ter, gemein­schafts­an­ge­hö­ri­ger Gesell­schaf­ten, die in Deutsch­land ihren Beschäf­ti­gungs­ort haben, glei­cher­ma­ßen wie Mit­glie­der des Vor­stan­des einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft in der gesetz­li­chen Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ver­si­che­rungs­frei sind. Er hat aus­ge­führt, dass auch im Anwen­dungs­be­reich der Nie­der­las­sungs­frei­heit (gemäß Art. 43, Art. 48 EG, nun­mehr Art. 49 und 54 AEUV) nur Organ­mit­glie­der sol­cher mit­glied­staat­li­cher Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung frei­ge­stellt sind, die einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft ver­gleich­bar sind [23].
Vor­lie­gend kommt es damit auf die Fra­ge, ob die Dela­ware-Inc. mit einer deut­schen Akti­en­ge­sell­schaft im Sin­ne des Urteils des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 27. Febru­ar 2008 [24] ver­gleich­bar ist, nicht an, weil es bereits an einer Über­trag­bar­keit die­ser Recht­spre­chung auf den vor­lie­gen­den Fall fehlt. Dem ste­hen der unter­schied­li­che Gewähr­leis­tungs­um­fang der gemein­schafts­recht­li­chen Nie­der­las­sungs­frei­heit und der in Art. VII des Freund­schafts­ver­trags ent­hal­te­nen nie­der­las­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen sowie ins­be­son­de­re die unter­schied­li­che Ziel­set­zung der jewei­li­gen Ver­trags­wer­ke ent­ge­gen.
So bezieht sich die zitier­te Recht­spre­chung des EuGH auf die Bestim­mun­gen über die im Gemein­schafts­recht eröff­ne­te Nie­der­las­sungs­frei­heit nach Art. 49 AEUV (frü­her Art. 43 EG), der im Hin­blick auf die grenz­über­schrei­ten­de Nie­der­las­sung von Uni­ons­bür­gern ein unmit­tel­bar anwend­ba­res sub­jek­ti­ves Recht auf Frei­heit von Beschrän­kun­gen begrün­det und des­sen per­so­nel­ler Anwen­dungs­be­reich durch Art. 54 AEUV (frü­her Art. 48 EG) über Uni­ons­bür­ger hin­aus auf nach den Rechts­vor­schrif­ten eines Mit­glied­staa­tes gegrün­de­te, gemein­schafts­an­ge­hö­ri­ge Gesell­schaf­ten erwei­tert wird. Bereits im Wort­laut unter­schei­det sich Art. VII des Freund­schafts­ver­trags von Art. 49 AEUV, der noch vor dem Ver­bot der Beschrän­kung der Grün­dung von Agen­tu­ren, Zweig­nie­der­las­sun­gen und Toch­ter­ge­sell­schaf­ten sowie der Erstre­ckung der Nie­der­las­sungs­frei­heit auf die Auf­nah­me und Aus­übung selbst­stän­di­ger Erwerbs­tä­tig­kei­ten sowie die Grün­dung und Lei­tung von Unter­neh­men vor allem ein aus­drück­li­ches Ver­bot der Beschrän­kung der frei­en Nie­der­las­sung von Staats­an­ge­hö­ri­gen eines Mit­glied­staa­tes im Hoheits­ge­biet eines ande­ren Mit­glied­staa­tes ent­hält und ein ent­spre­chen­des Recht auf Nie­der­las­sung ver­mit­telt, was in der Über­schrift der Bestim­mung inhalt­lich zum Aus­druck kommt. Dem­ge­gen­über fin­det sich in Art. VII des Freund­schafts­ver­trags weder der Begriff der (frei­en) Nie­der­las­sung noch die Bezeich­nung eines ent­spre­chen­den Rechts. Viel­mehr gewährt Art. VII Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags den Staats­an­ge­hö­ri­gen und Gesell­schaf­ten jedes Ver­trags­teils in dem Gebiet des ande­ren Ver­trags­teils "Inlän­der­be­hand­lung" für die Aus­übung jeder Art. von gegen Ent­gelt vor­ge­nom­me­ner Tätig­keit. Anders als die Nie­der­las­sungs­frei­heit nach Art. 49 AEUV ist die "Inlän­der­be­hand­lung" nach der Defi­ni­ti­on des Art. XXV Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags bereits begriff­lich auf ein Gleich­be­hand­lungs­ge­bot beschränkt, das als sol­ches – wie oben bereits aus­ge­führt – nach der Sys­te­ma­tik des Ver­tra­ges nicht umfas­send, son­dern nur für ein­zel­ne Rechts­be­rei­che und unter ver­schie­de­nen Vor­be­hal­ten ver­ein­bart ist. Soweit dane­ben Art. II Abs 1 des Freund­schafts­ver­trags für das Gebiet des jeweils ande­ren Ver­trags­teils ein Recht zum Betre­ten, zum Berei­sen und zur Wohn­sitz­nah­me auch zu erwerbs­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken gewährt, steht die­ses nur Staats­an­ge­hö­ri­gen eines Ver­trags­teils – also, wie oben dar­ge­legt, nicht den Klä­gern – zu und zudem unter dem Vor­be­halt der Maß­ga­be der (all­ge­mei­nen) Geset­ze über die Ein­rei­se und den Auf­ent­halt von Aus­län­dern.
Gleich­zei­tig fußt die Aus­le­gung der euro­pa­recht­li­chen Nie­der­las­sungs­frei­heit durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof in der Rechts­sa­che "Segers" [25] auf den Zie­len der Euro­päi­schen Uni­on, wie sie nun­mehr in Art. 2 EU-Ver­trag defi­niert sind. Dem­entspre­chend hat der EuGH in ver­schie­de­nem Zusam­men­hang betont, dass der (EWG-)Vertrag mit der Errich­tung eines gemein­sa­men Mark­tes und der schritt­wei­sen Annä­he­rung der Wirt­schafts­po­li­tik der Mit­glied­staa­ten auf den Zusam­men­schluss der natio­na­len Märk­te zu einem ein­heit­li­chen Markt abzielt, der die Merk­ma­le eines Bin­nen­mark­tes auf­weist [26], mit dem alle Hin­der­nis­se besei­tigt wer­den sol­len, um einen Raum voll­stän­di­ger Frei­zü­gig­keit ent­spre­chend einem natio­na­len Markt zu schaf­fen, der unter ande­rem die Dienst­leis­tungs- und die Nie­der­las­sungs­frei­heit umfasst [27]. Hin­ter die­sen Zie­len bleibt der Freund­schafts­ver­trag zurück, der sei­ner Prä­am­bel zufol­ge zwar die zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka bestehen­den Ban­de der Freund­schaft fes­ti­gen und enge­re wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Völ­kern för­dern und hier­zu ins­be­son­de­re den Han­del zwi­schen den bei­den Län­dern und Kapi­tal­an­la­gen anre­gen soll, jedoch weder in die­sen For­mu­lie­run­gen noch nach dem Inhalt der kon­kre­ten Rege­lun­gen den Wil­len zu einer so weit gehen­den wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Inte­gra­ti­on erken­nen lässt, wie sie Ziel der EU ist. Vor die­sem Hin­ter­grund ist eine Über­tra­gung der zur gemein­schafts­recht­li­chen Nie­der­las­sungs­frei­heit ent­wi­ckel­ten Recht­spre­chung des EuGH und des Bun­des­so­zi­al­ge­richts auf den Freund­schafts­ver­trag nicht gerecht­fer­tigt [28].
Die­se Aus­le­gung steht auch nicht im Wider­spruch zu der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs [29] und des Bun­des­fi­nanz­hofs [30]. Zwar fin­det sich im zitier­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hof tat­säch­lich die Fest­stel­lung "Inso­fern gilt hier ähn­li­ches wie im Gel­tungs­be­reich der Nie­der­las­sungs­frei­heit gemäß Art. 43 und 48 EG" [31], doch zeigt die Wen­dung "Inso­fern gilt hier ähn­li­ches…" schon sprach­lich an, dass kei­ne unein­ge­schränk­te Gleich­set­zung der im Freund­schafts­ver­trag ver­ein­bar­ten nie­der­las­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen und der euro­pa­recht­li­chen Nie­der­las­sungs­frei­heit vor­ge­nom­men wird, son­dern ledig­lich ein erläu­tern­der Hin­weis auf eine ver­gleich­ba­re Rege­lung auf ande­rem Rechts­ge­biet erfolgt. Zudem bezieht sich die­se Aus­sa­ge im gesell­schafts­recht­li­chen Kon­text auf den jewei­li­gen kol­li­si­ons­recht­li­chen Gehalt der Nie­der­las­sungs­frei­heit nach EG-Ver­trag und Freund­schafts­ver­trag (hier: Art. XXV Abs 5 Satz 2 i.V.m. Art. VII Freund­schafts­ver­trag [32]), wonach "die in einem Ver­trags­staat nach des­sen Vor­schrif­ten wirk­sam gegrün­de­te Gesell­schaft … in einem ande­ren Ver­trags­staat – unab­hän­gig von dem Ort ihres tat­säch­li­chen Ver­wal­tungs­sit­zes – in der Rechts­form anzu­er­ken­nen" ist, "in der sie gegrün­det wur­de". Ihr kann daher ohne­hin nicht ent­nom­men wer­den, dass etwa in sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Hin­sicht eine Gleich­stel­lung gebo­ten sei.
Auch der Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs [33] kann kein auf das Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht aus­strah­len­der Inhalt ent­nom­men wer­den. Die­se Ent­schei­dung hat Fra­gen nach der Reich­wei­te des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bots des Art. 24 Abs 4 DBA-USA 1989 [34] zum Gegen­stand. Der Bun­des­fi­nanz­hof führt im Ergeb­nis aus, Art. 24 Abs 4 DBA-USA 1989 ver­bie­te Besteue­rungs­nach­tei­le inlän­di­scher Toch­ter­un­ter­neh­men von US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men auch gegen­über den Rech­ten, wie sie sich aus der "Überseering"-Entscheidung des EuGH [35] für Unter­neh­men inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on ergä­ben und unter­sa­ge daher ein Anknüp­fen an den sta­tua­ri­schen Sitz einer Gesell­schaft in sog Zuzugs­fäl­len. Sofern der Bun­des­fi­nanz­hof in die­sem Zusam­men­hang ein abso­lut wir­ken­des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot pos­tu­liert, bezieht er dies aus­schließ­lich auf Art. 24 Abs 4 DBA-USA 1989 und nicht auf den von ihm zur Ergän­zung sei­ner eine Unter­schei­dung nach der Ansäs­sig­keit zuzie­hen­der ame­ri­ka­ni­scher Unter­neh­men für Besteue­rungs­zwe­cke ableh­nen­den Argu­men­ta­ti­on her­an­ge­zo­ge­nen Art. XXV Abs 5 Satz 2 des Freund­schafts­ver­trags. Zudem stellt der Bun­des­fi­nanz­hof aus­drück­lich klar, dass sich die von ihm her­an­ge­zo­ge­ne Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on zur Ver­let­zung der Nie­der­las­sungs- und Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit nach Art. 43 und Art. 48 EGVtr durch die Anwen­dung der sog Sitz­theo­rie in Zuzugs­fäl­len [36] unmit­tel­bar nur auf EU-Mit­glied­staa­ten aus­wir­ke und juris­ti­sche Per­so­nen aus Dritt­staa­ten im Hin­blick hier­auf kei­ne Gleich­be­hand­lung mit Ange­hö­ri­gen von Mit­glied­staa­ten ein­for­dern könn­ten. Ande­res gel­te für eine US-Kapi­tal­ge­sell­schaft, jedoch nur wegen des in Art. 24 Abs 4 DBA-USA 1989 ent­hal­te­nen bila­te­ra­len Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bots. Da wie bereits oben gezeigt weder das Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men noch der Freund­schafts­ver­trag für den Bereich des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts ein dem Art. 24 Abs 4 DBA-USA 1989 ent­spre­chen­des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot ent­hal­ten, kann kei­ne den vom Bun­des­fi­nanz­hof für das Steu­er­recht gezo­ge­nen Fol­ge­run­gen ent­spre­chen­de Gleich­be­hand­lung mit EU-ange­hö­ri­gen Per­so­nen oder Gesell­schaf­ten ver­langt wer­den. Dies gilt auch im Hin­blick auf das wei­te Ver­ständ­nis euro­pa­recht­li­cher Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te.
Eine Gleich­stel­lung einer US-Kapi­tal­ge­sell­schaft wie der Dela­ware-Inc. mit einer nach den Rechts­vor­schrif­ten eines Mit­glied­staats der EU gegrün­de­ten Kapi­tal­ge­sell­schaft ist auch nicht auf­grund der nach Art. VII Abs 4 des Freund­schafts­ver­trags zu gewäh­ren­den Meist­be­güns­ti­gung gebo­ten.
Zwar ist nach der Defi­ni­ti­on des Begriffs "Meist­be­güns­ti­gung" in Art. XXV Abs 4 des Freund­schafts­ver­trags eine Behand­lung ver­ein­bart, die nicht weni­ger güns­tig ist als die­je­ni­ge, die unter gleich­ar­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen den Staats­an­ge­hö­ri­gen und Gesell­schaf­ten irgend­ei­nes drit­ten Lan­des gewährt wird. Jedoch gilt das Gebot der Meist­be­güns­ti­gung, unab­hän­gig von der Fra­ge, ob eine sol­che Klau­sel sub­jek­tiv-öffent­li­che Rech­te eines ein­zel­nen Bür­gers ver­mit­teln könn­te [37], nicht schran­ken­los. Dabei kann das Bun­des­so­zi­al­ge­richt offen­las­sen, ob er sich der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anschließt, wonach der Grund­satz, dass die Meist­be­güns­ti­gungs­klau­sel eines zwei­sei­ti­gen völ­ker­recht­li­chen Ver­trags im All­ge­mei­nen nicht auf das Gemein­schafts­recht bezo­gen ist [38], auch auf die Meist­be­güns­ti­gungs­klau­sel des Art. VII Abs 4 des Freund­schafts­ver­trags anzu­wen­den ist [39] und somit kei­nen Anspruch auf eine Gleich­be­hand­lung mit Per­so­nen oder Gesell­schaf­ten aus den Mit­glied­staa­ten der EU gewährt oder ob sich in Anse­hung des Inhalts des im Bun­des­ge­setz­blatt nicht ver­öf­fent­lich­ten [40] Noten­wech­sels zwi­schen dem Bun­des­kanz­ler und Bun­des­mi­nis­ter des Aus­wär­ti­gen und dem Secreta­ry of Sta­te of the United Sta­tes of Ame­ri­ca vom 29.10.1954 über euro­päi­sche Inte­gra­ti­on unter Berück­sich­ti­gung der in Art. 31 Abs 2 Buchst b) WVK nie­der­ge­leg­ten Grund­sät­ze bezüg­lich des Freund­schafts­ver­trags etwas Ande­res ergibt. Denn jeden­falls kann auf­grund der Meist­be­güns­ti­gungs­klau­sel des Art. VII Abs 4 des Freund­schafts­ver­trags eine Gleich­be­hand­lung mit Staats­an­ge­hö­ri­gen und Gesell­schaf­ten aus ande­ren Staa­ten nur bezüg­lich der Ange­le­gen­hei­ten ver­langt wer­den, die Rege­lungs­ge­gen­stand des Art. VII des Freund­schafts­ver­trags sind. Wie bereits oben dar­ge­legt, gehö­ren Ange­le­gen­hei­ten der gesetz­li­chen Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung nicht hier­zu.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 12. Janu­ar 2011 – B 12 KR 17/​09 R
Abkom­men vom 07.01.1976 zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka über Sozia­le Sicher­heit, BGBl II 1358[↩]
BGBl 1956 II 488[↩]
vgl. BSG, Urteil vom 31.05.1989 – 4 RA 22/​88, BSGE 65, 113, 116 f = SozR 2200 § 1248 Nr 48 S 125; fer­ner BSG, Urteil vom 19.06.2001 – B 12 KR 44/​00 R, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 18 S 66 f[↩]
vgl. zur Ent­ste­hungs­ge­schich­te aus­führ­lich: BSG, Urtei­le vom 27.02.2008 – B 12 KR 23/​06 R, BSGE 100, 62 = SozR 4 – 2600 § 1 Nr 3, RdNr 19; und vom 9.08.2006 – B 12 KR 3/​06 R, BSGE 97, 32 = SozR 4 – 2600 § 229 Nr 1, RdNr 16 ff[↩]
BSG, Urtei­le vom 04.09.1979 – 7 RAr 57/​78, BSGE 49, 22, 24 ff = SozR 4100 § 168 Nr 10 S 13 ff; und vom 26.03.1992 – 11 RAr 15/​91, BB 1993, 442 f; fer­ner BSG, Urteil vom 10.12.1998 – B 12 KR 4/​98 R, SozR 3 – 4100 § 168 Nr 23 S 69 m.w.N.[↩]
i.d.F. von Art. 1 Nr 48 des Geset­zes zur Ände­rung von För­der­vor­aus­set­zun­gen im Arbeits­för­de­rungs­ge­setz und in ande­ren Geset­zen vom 18.12.1992, BGBl I 2044[↩]
zur Ent­ste­hungs­ge­schich­te vgl. BSG, Urteil vom 27.02.2008 – B 12 KR 23/​06 R, BSGE 100, 62 = SozR 4 – 2600 § 1 Nr 3, RdNr 21[↩]
BSG, Urtei­le vom 27.02.2008 – B 12 KR 23/​06 R, BSGE 100, 62 = SozR 4 – 2600 § 1 Nr 3, RdNr 20 ff m.w.N.; und vom 06.10.2010 – B 12 KR 20/​09 R, RdNr 20 ff.[↩]
BGBl II 567[↩]
BGBl II 1283[↩]
BGBl II 86[↩]
BGBl II 306[↩]
in Kraft getre­ten gemäß Bekannt­ma­chung vom 28.06.1956 am 14.07.1956, BGBl II 763[↩]
vgl. BSG, Urteil vom 27.02.2008 – B 12 KR 23/​06 R, BSGE 100, 62 = SozR 4 – 2600 § 1 Nr 3, RdNr 29 f[↩]
vgl. Lae­ger, Deutsch-ame­ri­ka­ni­sches Inter­na­tio­na­les Gesell­schafts­recht, Diss. Pas­sau 2008, S 116; Schüt­ter­le, Die Inlän­der­be­hand­lungs­klau­sel in den klas­si­schen Han­dels- und Nie­der­las­sungs­ver­trä­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Diss. Hei­del­berg 1970, S 64[↩]
Wie­ner Über­ein­kom­men vom 23.05.1969 über das Recht der Ver­trä­ge (Wie­ner Ver­trags­rechts­kon­ven­ti­on – WVK), BGBl II 1985, 927[↩]
BSG, Urteil vom 26.10.1989 – 12 RK 44/​88, BSGE 66, 28, 29 f = SozR 6480 Art. 1 Nr 1; vgl. auch zB BVerfG, Kam­mer­be­schlüs­se vom 16.02.2001 – 2 BvR 200/​01, DVBl 2001, 796, 797 m.w.N.; und vom 08.11.2006 – 2 BvR 194/​05 – BVerfGK 9, 412; BVerwG, Urteil vom 13.12.2005 – 1 C 36/​04, BVerw­GE 125, 1, 4; BGH, Urteil vom 14.11.1996 – III ZR 304/​95, BGHZ 134, 67, 70 f; abwei­chend zB Lae­ger, aaO, S 86 ff m.w.N. aus der Lite­ra­tur[↩]
vgl. BGBl II 1987, 757[↩]
BSG, Urtei­le vom 23.09.2004 – B 10 EG 3/​04 R, BSGE 93, 194, RdNr 31 = SozR 4 – 7833 § 1 Nr 6, RdNr 40; BSG, vom 04.10.1994 – 7 KlAr 1/​93 – BSGE 75, 97, 156 f = SozR 3 – 4100 § 116 Nr 2 S 109; und vom 26.10.1989 – 12 RK 44/​88, BSGE 66, 28, 30 = SozR 6480 Art. 1 Nr 1; BVerwG, Urteil vom 13.12.2005 – 1 C 36/​04, BVerw­GE 125, 1, 4[↩]
zum Begriff vgl. Art. XXV Abs 6 des Freund­schafts­ver­trags[↩]
Bun­gert, Das Recht aus­län­di­scher Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten auf Gleich­be­hand­lung im deut­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen Recht, Diss. Mün­chen 1994, S 489; Schüt­ter­le, Die Inlän­der­be­hand­lungs­klau­sel in den klas­si­schen Han­dels- und Nie­der­las­sungs­ver­trä­gen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Diss. Hei­del­berg 1970, S 22[↩]
EuGH, Urteil vom 10.07.1986 – 79/​85, EuGHE‑I 1986-III, 2382, 2387 f. RdNr 15[↩]
BSG, Urteil vom 27.02.2008 – B 12 KR 23/​06 R, BSGE 100, 62 = SozR 4 – 2600 § 1 Nr 3 zur Ver­si­che­rungs­pflicht eines Mit­glieds des Board of Direc­tors einer iri­schen pri­va­te limi­ted com­pa­ny und Haupt­be­voll­mäch­tig­ten ihrer Zweig­nie­der­las­sung in Deutsch­land[↩]
BSG, Urteil vom 27.02.2008, aaO[↩]
EuGH, Urteil vom 10.07.1986, aaO[↩]
EuGH, Urteil vom 09.02.1982 – C-270/​80 [Poly­dor und RSO Records], NJW 1982, 1208, RdNr 16[↩]
EuGH, Urteil vom 12.11.2009 – C‑351/​08 [Grim­me], EWS 2009, 518 = RIW 2010, 55 = EuZW 2010, 106, RdNr 27[↩]
so zur Nie­der­las­sungs­frei­heit nach EU-Recht und Freund­schafts­ver­trag aus kol­li­si­ons­recht­li­cher Sicht auch Lae­ger, aaO, S 127 f; Man­kow­ski, EWiR 2003, 661, 662; Stür­ner, IPRax 2005, 305, 306; aA Paef­gen, EWiR 2004, 919, 920[↩]
BGH, Urteil vom 05.07.2004 – II ZR 389/​02, ZIP 2004, 1549[↩]
BFH, Urteil vom 29.01.2003 – I R 6/​99, BFHE 201, 463[↩]
BGH, Urteil vom 05.07.2004 – II ZR 389/​02, ZIP 2004, 1549; unter Ver­weis auf EuGH, Urteil vom 05.11.2002 – C‑208/​00 [Über­se­e­ring], ZIP 2002, 2037; und vom 30.09.2003 – C‑167/​01 [Inspi­re Art], ZIP 2003, 1885; sowie BGH, Urteil vom 13.03.2003 – VII ZR 370/​98 – "Über­se­e­ring II", BGHZ 154, 185[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 05.07.2004 – II ZR 389/​02, ZIP 2004, 1549[↩]
BFH vom 29.01.2003 – I R 6/​99, BFHE 201, 463[↩]
Abkom­men zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung und zur Ver­hin­de­rung der Steu­er­ver­kür­zung auf dem Gebiet der Steu­ern vom Ein­kom­men und vom Ver­mö­gen und eini­ger ande­rer Steu­ern vom 29.08.1989, BGBl II 1991, 355[↩]
EuGH, Urteil vom 05.11.2002 – C‑208/​00 [Über­se­e­ring], ZIP 2002, 2037[↩]
EuGH, Urteil vom 05.11.2002 [Über­se­e­ring], aaO[↩]
zwei­felnd BVerwG, Beschluss vom 05.04.2005 – 6 B 2/​05, unter Bezug­nah­me auf: EuGH, Beschluss vom 02.05.2001 – C‑307/​99, EuZW 2001, 529, 530[↩]
BVerwG, Urteil vom 29.04.1971 – I C 7.69, Buch­holz 402.24 § 2 Nr 2, S 8 = NJW 1971, 2141 zum deutsch-per­si­schen Nie­der­las­sungs­ab­kom­men[↩]
BVerwG, Beschluss vom 05.04.2005 – 6 B 2/​05; vgl. auch HessVGH, Beschluss vom 05.02.2004 – 9 TG 2664/​03, InfAuslR 2004, 185, 186; in die­sem Sin­ne auch Lae­ger, aaO, S 131 ff; Schüt­ter­le, aaO, S 53[↩]
vgl. BGBl II 1956, 488 ff[↩]
Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für hier täti­ge US-Gesel­l­­schaf­­ten Die Mit­glie­der des board of direc­tors einer US-Kapi­tal­ge­sell­schaft sind nach Mei­nung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts nicht ver­si­che­rungs­frei in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung. Die Mit­glie­der des board…
AktiengesellschaftDelaware-Inc.SozialversicherungspflichtUSAVorstand