Source: http://www.firma-ausland.de/firmengruendung_eu.htm
Timestamp: 2017-08-16 17:29:20
Document Index: 364855227

Matched Legal Cases: ['§ 8', 'EuG', '§42', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 39', '§ 42', '§ 42', '§ 1', '§ 8', '§ 39', '§ 42', '§ 7', '§ 6', '§ 15']

Firmengründung in der EU
Firmengründung im Ausland, Offshore Firma, Holding gründen, Steuerplanung
Firmengründung in der EU - EU Steueroasen
Firmengründung über Steuerberater-und Rechtsanwälte
Firmengründung in der EU und Steueroasen in der EU. Unsere Kanzlei gründet für Mandanten Firmen in der EU, einschließlich aller Dienstleistungen.
Firmengründung in der EU: Steueroasen in der EU
Firmengründung Ausland und Nachteile der Gründung bei einer nationalen Kanzlei oder reinen Gründungsagenturen
Firmengründungen in Nullsteueroasen
Analyse: Welches Steuermodell kommt für Ihr Unternehmen in Frage?
Organschaftsmodell in Deutschland
Grundlagen internationales Steuerrecht
Hinzurechnungsbesteuerung nach deutschem AStG
Firmengründung in der EU durch EU-Ansässige
Für die meisten Mandanten mit steuerlicher Ansässigkeit in der EU - zentral für Mandanten aus Deutschland und Österreich- ist eine Firmengründung in der EU am Besten geeignet:
Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz, EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, keine Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung (in Deutschland § 8/2 AStG), sofern ausreichend Substanz-Escape im EU-Ausland
Keine Besteuerung der stillen Reserven beim Wegzug ins EU Ausland: Es darf steuerrechtlich keinen Unterschied geben, ob z.B. eine Hamburger GmbH nach München verlegt wird oder nach Malta.
Die EU-Niederlassungsfreiheit erlaubt sogar die gezielte Ausnutzung des Steuergefälles durch Gründung von EU-Auslandsgesellschaften (EuGH-Entscheidung Cadburry Schweppes).
Hingegen muss bei Firmengründungen in Drittstaaten hinsichtlich des Substanz Escapes erheblich aufgerüstet werden, um die Annahme der rechtswidrigen Zwischengesellschaft (steuerlicher Durchgriff z.B. im Kontext §42 AO) zu vermeiden. Nationale Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung entfalten Wirkung, ebenso Regelungen zur Funktionsverlagerung.
Niedrigsteuerländer in der EU sind:
Madeira und die kanarische Sonderzone ZEC (5% Steuern, jedoch mit Auflagen hinsichtlich Mitarbeiter und Investitionen). Die ZEC gehört nicht zum umsatzsteuerrechtlichen Gemeinschaftsgebiet.
Bulgarien (10%)
Ungarn (10%)
Gibraltar (10%). Keine Umsatzsteuer. Gibraltar gehört nicht zum umsatzsteuerrechtlichen Gemeinschaftsgebiet.
Zypern und Irland (12,5%)
Malta mit dem Malta Holding-Modell (5% Steuern)
Slowakei 23%, Tschechien mit 19%
Lettland mit 15%
Sonderfall: UK-Agency-Konstruktion: Es können bis 80% der Gewinne auf eine Offshore-Gesellschaft (Nullsteuer-Oase) „verlagert werden“. Allerdings hohe Voraussetzungen hinsichtlich Substanz-Escape der englischen Ltd. und vor allem der Offshore-Gesellschaft (Fremdvergleichsgrundsätze).
Firmengründung in der EU: Quellensteuer
Neben der Körperschaftssteuer sind mögliche Quellensteuern bei Dividenden-Ausschüttungen ins Ausland zu beachten, sofern keine Anwendung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie:
Madeira: Reduzierte Quellensteuer nur durch Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommen
ZEC: Reduzierte Quellensteuer nur durch Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommen
Bulgarien: 5% Quellensteuer oder 10% wenn an Np
Ungarn: Reduzierte Quellensteuer nur durch Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommen
Gibraltar: Keine Quellensteuer, bei Holding 1%
Zypern: Keine Quellensteuer
Irland: Keine Quellensteuer wenn Doppelbesteuerungsabkommen
Malta: Keine Quellensteuer aus der Malta Holding
Liechtenstein: Keine Quellensteuer
Slowakei: Keine Quellensteuer
Bei Anwendung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie von oben abweichend keine Quellensteuer, sofern: Mutter-und Tochtergesellschaften Kapitalgesellschaften in der EU sind, die Töchter aktiv sind, Mindesthaltefrist erkennbar mindestens ein Jahr und Beteiligungshöhe mindestens 10% beträgt.
Ansonsten kann die volle Quellensteuer nur durch Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommens reduziert werden oder das innerstaatliche Recht sieht keine Quellenbesteuerung vor (z.B. Zypern, Gibraltar -1% bei Holding-, Malta, Liechtenstein).
EU Steueroasen: IP Box (Patent und Lizenz Box)
Viele Länder kennen Steuerprivilegien bei Einnahmen aus Lizenzen, Markenrechten und Patenten (IP Box, IP Steuerregime). Am Beispiel Luxemburg gilt dieses Steuerprivileg auch für Copyrights, Software, Marken, Geschmacks-und Gebrauchsmuster, Modelle, Domainnamen, Markenzeichen für Dienstleistungen und Waren sowie Produktions-und Vertriebs-Know-How.
Zur Realisierung wird also eine Betriebsstätte im jeweiligen Land gegründet. Diese ausländische Betriebsstätte tätigt Einnahmen über IP Schutzrechte (Marken- Lizenzrechte, Geschmacksmuster, Patente, Gebrauchsmuster, Urheberrechte). Gemäss innerstaatlichem Recht werden Einnahmen von bestimmten IP-Schutzrechten niedrig besteuert:
Luxemburg: 80% Freistellung, effektive Steuerbelastung 5,76% ·
Niederlande: 80% Freistellung, effektive Steuerbelastung 5% ·
England: Effektivsteuerbelastung 10% ·
Spanien: Effektivsteuerbelastung 5-15% ·
Belgien: Effektivsteuerbelastung i.d.R. 6,8% ·
Zypern: 80% Freistellung, effektive Steuerbelastung 2,0% ·
Irland: Effektivbelastung: 3-5%
Firmengründung in der EU: Holding
Eine ausländische Holding hält die Anteile der in-oder ausländischen Töchter. Mithin unterliegen die Töchter der ordentlichen Besteuerung im Sitzstaat. Die Dividenden der Töchter (Gewinne nach Besteuerung) fliessen im optimalen Fall steuerfrei an die Holding und werden dort nicht besteuert (EU Mutter-Tochter-Richtlinie).
Aktive Einnahmen einer ausländischen Holding (z.B. Rechnungsstellung für Holdingaufgaben, Darlehn) werden im Sitzstaat ordentlich besteuert (z.B. Niederlande über 30%, Irland und Zypern 12,5% usw.).
Ausnahme IP Box, sofern IP Box besteht (z.B. Niederlande, Luxemburg, Zypern usw= 80% Steuerfreistellung).
Werthaltige Töchter
Sind die Töchter werthaltig, müsste die Holding die Vermögenswerte der Töchter „erwerben“. Ein steuerneutraler Übertrag ist mittels EU Holding, Anteilstausch- und Gesellschafter-Fremdfinanzierung möglich.
Vorteile einer EU Holding bei EU Töchtern
Anwendung der EU Mutter Tochter-Richtlinie
Gestaltung mittels EU Holding, Anteilstausch- und Gesellschafter-Fremdfinanzierung möglich
Positivwirkungen der EU Niederlassungsfreiheit, EU Rechtschutz
Verlagerung von Einkünften und Vermögen in Niedrigsteuerländer
Sowohl bei innerstaatlichen Sachverhalten als auch bei grenzüberschreitenden Sachverhalten sind Steuerpflichtige bestrebt, durch entsprechende Steuergestaltungen die Steuerbelastungen weitest möglich zu minimieren.
Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten können vier Fallgruppen genannt werden:
- Verlagerung des Steuerobjektes (Einkunftsquelle) ins Ausland
- die Überführung von Wirtschaftsgütern in ausländischen Produktionsstandort
- die Gründung einer Basisgesellschaft im Ausland zur Übertragung von Unternehmensfunktionen auf eine ausländische Basisgesellschaft
- die Verlagerung der Geschäftsleitung ins Ausland
- der Wegzug einer natürlichen Person ins Ausland,die Gründung einer Basisgesellschaft im Ausland
- die geschäftliche Nutzung einer ausländischen „Gesellschaft“
- die Übertragung von Unternehmensfunktionen auf eine ausländische Basisgesellschaft (zur Erzeugung einer Abschirmwirkung durch die ausländische Basisgesellschaft)
- der verteuerte Bezug von Waren und Dienstleistungen von einem Gruppenunternehmen im Ausland
- 1. Gruppe: Rechtsgrundlagen zur Berichtigung von Einkünften (Einkunftskorrekturvorschriften)
- 2. Gruppe: Rechtsgrundlagen zur Sicherung von Einkünften (Einkunftssicherungsvorschriften)
- die verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) als allgemeines Rechtsinstitut zur Berichtigung von Einkünften, § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG
- die verdeckte Einlage (vEL) als allgemeines Rechtsinstitut zur Berichtigung von Einkünften, §§ 8 Abs.1 KStG, Abs. 1 Sätze 1 und 5 EStG
- § 8a KStG – Beschränkung der Gesellschafter-Fremdfinanzierung
Bei diesen fünf Arten von Rechtsgrundlagen ist zu unterscheiden: Die §§ 39-42 AO und damit vor allem auch die allgemeine Missbrauchsnorm des § 42 Abs. 1 AO gelten in allen Bereichen des Steuerrechts und sanktionieren alle Arten von missbräuchlichen Gestaltungen. Die missbräuchliche Gestaltung von Verrechnungspreisen und Geschäftsbedingungen zwischen nahe stehenden Personen ist (insbesondere) innerhalb von § 42 Abs. 1 AO nur ein Unterfall. Die allgemeinen Rechtsinstitute zur Berichtigung von Einkünften (vGA/verdeckte Gewinnausschüttung uns vEL/verdeckte Einlage) haben nur die Berichtigung von Einkünften zum Gegenstand, allerdings bezogen auf alle Bereiche des Steuerrechts; sie sind also nicht beschränkt auf grenzüberschreitende Sachverhalte. Auch § 1 AStG hat nur die Berichtigung von Einkünften zum Gegenstand, ist aber beschränkt auf grenzüberschreitende Sachverhalte. § 8a KStG (Beschränkung der Gesellschafter- Fremdfinanzierung) ist eine besondere Rechtsgrundlage im Körperschaftssteuerrecht; sie beschränkt sich auf Inbound-Sachverhalte.
Sinn und Zweck der Einkunftssicherungsvorschriften ist vor allem in Fällen der Landesflucht und/oder Steuerflucht dem deutschen Fiskus Besteuerungspotential zu sichern oder zu erhalten. Betroffen sind hierbei vor allem die eingangs genannten Fälle der Verlagerung des Steuerobjekts (der Einkunftsquelle) oder des Steuersubjekts (des Steuerpflichtigen) ins Ausland, bei denen eine Einkunftsquelle oder Wirtschaftsgüter, die der Erzielung von Einkünften dienen, oder das Steuersubjekt selbst ins Ausland verlagert werden. Hier gilt es insbesondere die (Einmal-) Besteuerung von eventuellen stillen Reserven sicher zu stellen und/oder das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland für bestimmte (laufende) Einkünfte zu erhalten. (Auch) die Sicherung oder Erhaltung von Einkünften bedarf als belastende Maßnahme der Eingriffsverwaltung einer Rechtsgrundlage. Das deutsche Steuerrecht kennt im Bereich der Sicherung oder Erhaltung von Einkünften fünf verschiedene Rechtsgrundlagen; diese sind die Folgenden:
- die allgemeine Bestimmung über die Zurechnung von Wirtschaftsgütern und Einkünften sowie über die Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage (v.a. die §§ 39-42 AO) und hiervon wiederum vor allem die allgemeine Missbrauchsnorm des § 42 Abs. 1 AO
- die §§ 7-14 AStG (sog. Hinzurechnungsbesteuerung)
- § 6 AStG (die sog. Wegzugsbesteuerung)
- § 15 AStG (sog. Hinzurechnungsbesteuerung bei Stiftungen)
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eBook Unternehmenssteuern senken: Legale Gestaltungsstrategien zur dominanten Senkung der laufenden Ertragssteuerbelastung (Grundlagen Internationales Steuerrecht) Autor: Jürgen Bittger, Excellent Tax & Corporation Management