Source: https://gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenhaeuser/ambulante_kh_leistungen/neuordnung_spezialaerztliche_versorgung/neuordnung_spezialaerztliche_versorgung.jsp
Timestamp: 2017-05-24 04:14:26
Document Index: 151301558

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 115', '§ 115', '§ 116', '§ 75', '§ 115', '§ 39', '§ 75', '§ 115']

Neuordnung der Spezialärztlichen Versorgung - GKV-Spitzenverband
Neuordnung der Spezialärztlichen Versorgung In den vergangenen Jahren haben deutsche Krankenhäuser zunehmend Möglichkeiten erhalten, Patienten in ganz unterschiedlichen Rechtsrahmen ambulant zu behandeln. Vergleichbare Leistungen werden vielfach von Krankenhäusern und spezialisierten niedergelassenen Ärzten ambulant erbracht. Eine Abstimmung dieser ambulanten "Spezialärztlichen Versorgung" zwischen den Sektoren ist bislang nicht erkennbar.
Besonders deutlich tritt dies bei der fehlenden Berücksichtigung ambulanter Aktivitäten der Krankenhäuser bei der vertragsärztlichen Bedarfsplanung zutage. Künftig sollte die ambulante Versorgung in die drei Bereiche primär-, fach und spezialärztlich gegliedert werden. Die sektorübergreifende Bedarfsplanung ist allerdings nur ein Aspekt des grundsätzlichen Problems im Umgang mit ambulanten Krankenhausleistungen. Vergütung, Mengensteuerung, Zulassung und Versorgungssteuerung sowie einzelvertragliche Möglichkeiten sollten künftig sektorübergreifend ausgestaltet werden.
In einem Positionspapier "Spezialärztlichen Versorgung" (Stand: April 2011) hat der GKV-Spitzenverband Handlungsnotwendigkeiten zur Neuordnung ambulanter Krankenhausleistungen aus Sicht der Krankenkassen zusammengefasst.
Bei ambulanten Klinikleistungen handelt es sich um ein ausgesprochen vielfältiges gesetzliches Regelungsinstrumentarium. Nicht jede der unten angeführten Rechtsformen stellt jedoch eine ambulante Tätigkeit von Krankenhäusern dar. Zum Teil handelt es sich genau um das Gegenteil, nämlich die Tätigkeit von niedergelassenen Ärzten im Krankenhaus (z. B. Belegärzte) oder es handelt sich um Kooperationsformen des Krankenhauses mit vertragsärztlichen Leistungserbringern (Medizinische Versorgungszentren (MVZ), Integrationsverträge).
Die Überlegungen des GKV-Spitzenverbandes zur Neuordnung einer spezialärztlichen Versorgung beziehen sich nur auf die ambulanten Krankenhaustätigkeiten im engeren Sinne (vgl. 1. Ambulante Krankenhaustätitgkeit). Alle hier genannten Rechtskonstruktionen haben einen Versorgungsbereich geschaffen, in dem Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte gleichermaßen an der Versorgung mitwirken.
1. Ambulante Krankenhaustätigkeit
Ambulantes Operieren (§ 115 b SGB V)
Vorstationäre Behandlung (§ 115 a SGB V)
Nachstationäre Behandlung (§ 115 a SGB V)
Besondere Erkrankungen (§ 116 b Abs. 2 - 4 SGB V)
Stundenfälle im DRG-System
Notfallambulanzen (§ 75 Abs. 1 SGB V)
Mehr Informationen zur ambulanten Krankenhaustätigkeit finden Sie hier.
2. (Temporäre) Nebentätigkeit von Krankenhausärzten in ambulanter Versorgung
Ermächtigung bei Unterversorgung
3. Kooperationen des Krankenhauses
Integrierte Versrogung
4. Tätigkeit von niedergelassenen Ärzten im Krankenhaus oder „als Klinik"
5. Sonderformen
Summiert man die Ausgaben der einzelnen Leistungsbereiche im engeren Bereich der ambulanten Klinikleistungen, so wird deutlich, dass insgesamt eine gesundheitspolitisch beachtliche Größenordnung von 4 Mrd. Euro erreicht wird.
Das Volumen spezialärztlicher Leistungen durch Krankenhäuser nähert sich kontinuierlich dem Komplement in der ambulanten fachärztlichen Versorgung. Die gesamte ärztliche Honorierung betrug im Jahr 2009 rund 30 Mrd. Euro. Davon waren rund 60 % Vergütung für fachärztliche Leistungen. Rechnet man ein Drittel davon als spezialärztliche Versorgung, dann ergibt das einen Betrag von 6 Mrd. Euro – eine Größenordnung, die zwar klar über den ambulanten Krankenhausleistungen liegt, die aber nach einer Neuordnung durchaus in den nächsten Jahren von den Krankenhäusern erreicht werden könnte.
Ambulanter Bereich (2009, Schätzungen)
vor- und nachstationäre Krankenhausbehandlung (§ 115a SGB V)
Stundenfälle
Teilstationäre Behandlung - Somatik
Teilstationäre Behandlung - Psychiatrie (§ 39 SGB V) 500
Notfallambulanzen (§ 75 Abs.1 SGB V)
Verhältnis der Ausgaben im spezialärztlichen Bereich
Grafik: GKV-Ausgaben für ambulante Leistungen im Krankenhaus (PDF, 130 KB)
GKV-Positionspapier zur spezialärztlichen Versorgung, April 2011 (PDF, 183 KB)
Vortrag Dr. Wulf-Dietrich Leber: Plädoyer für einen neuen Versorgungsbereich (PDF, 984 KB)
Beitrag Dr. Wulf-Dietrich Leber in f & w 6/ 2010: § 115 x - Spezialärztliche Versorgung (PDF, 272 KB)
Zuletzt aktualisiert: 11.06.2012