Source: http://www.jurablogs.com/2015/07/01/der-anwalt-in-der-insolvenz
Timestamp: 2017-10-22 15:55:50
Document Index: 78650103

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 291', '§ 287', '§ 248', '§ 308', '§ 14']

Die anschließende Freigabe der selbständigen Tätigkeit des Rechtsanwalts nach § 35 Abs. 2 InsO durch den Insolvenzverwalter ist insoweit ohne Bedeutung. Vielmehr ist die gesetzliche Vermutung des Vermögensverfalls im Fall eines Insolvenzverfahrens erst dann widerlegt beziehungsweise können die Vermögensverhältnisse wieder als geordnet angesehen werden, wenn dem Schuldner entweder durch Beschluss des Insolvenzgerichts die Restschuldbefreiung angekündigt wurde (§ 291 InsO a.F. bzw. § 287a InsO n.F.) oder ein vom Insolvenzgericht bestätigter Insolvenzplan (§ 248 InsO) oder angenommener Schuldenbereinigungsplan (§ 308 InsO) vorliegt, bei dessen Erfüllung der Schuldner von seinen übrigen Forderungen gegenüber den Gläubigern befreit wird1.
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung ist insoweit der Abschluss des behördlichen Widerrufsverfahrens2.
Liegen die Voraussetzungen des § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO vor, muss die Rechtsanwaltskammer die Zulassung im Interesse der Rechtsuchenden widerrufen. Hierbei spielt es keine Rolle, welche Gründe zum Vermögensverfall geführt haben, insbesondere auch nicht, ob der Rechtsanwalt seinen Vermögensverfall verschuldet hat3.
Im vorrangigen Interesse der Rechtsuchenden kann diese nur in seltenen Ausnahmefällen verneint werden, wobei den Rechtsanwalt die Feststellungslast trifft4 ...
Veröffentlicht July 1, 2015 5:15am im Blog Rechtslupe.
Rechtsanwalt, Insolvenzrecht, Anwaltsrecht, Anwaltszulassung, Zulassungswiderruf, Beurteilungszeitpunkt, Kanzlei Und Beruf, Vermögensverfalll