Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%2011/08
Timestamp: 2020-02-27 02:09:29
Document Index: 217795167

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 28', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 148', '§ 19', '§ 150', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 24', 'BGH', 'BGH', '§ 28', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 148', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 150', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2']

BGH, 11.05.2009 - VII ZR 11/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,18
BGH, 11.05.2009 - VII ZR 11/08 (https://dejure.org/2009,18)
BGH, Entscheidung vom 11.05.2009 - VII ZR 11/08 (https://dejure.org/2009,18)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08 (https://dejure.org/2009,18)
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BGB §§ 133, 157; VOB/A § 28; VOB/B § 2 Nr. 5
Mehrvergütung wegen erhöhter Stahl- und Zementkosten nach einem verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen; Ergänzende Auslegung eines Bauvertrags in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Nr. 5 Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B)
Bauzeitanpassung und Mehrvergütung nach verzögertem öffentlichen Vergabeverfahren
Anpassung von Vertragsfristen und Vergütung bei durch Nachprüfungsverfahren verzögertem öffentlichen Vergabeverfahren
Zu den Wirkungen eines Zuschlags in einem durch ein Nachprüfungsverfahren verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen, wenn die ausgeschriebenen Fristen und Termine nicht mehr eingehalten werden können
Vergütungsanspruch bei Mehrkosten nach verzögertem Vergabeverfahren
Mehrvergütung wegen erhöhter Stahl- und Zementkosten nach einem verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen; Ergänzende Auslegung eines Bauvertrags in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Nr. 5 Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen ( VOB/B )
Mehrkosten durch Zuschlagsverzögerung
Mehrkosten nach einem verzögerten Vergabeverfahren
Verzögertes Vergabeverfahren: Anspruch auf Mehrvergütung des Unternehmers!
Auftraggeber trägt Kosten- und Terminrisiko bei Nachprüfungsverfahren
Anpassung der Bauzeit und der Vergütung bei verspätetem Zuschlag
Mehrvergütung wegen Verzögerung im Vergabeverfahren
Bindefristverlängerung: Grundzüge der Entscheidung des BGH vom 11.05.2009
Anspruch auf Mehrvergütung bei Verzögerung
Nachtrag: Preissteigerungen berücksichtigen
sibeth.com (Entscheidungsbesprechung)
Vergabeverfahrensrisiko trägt der öffentliche Auftraggeber - Mehrvergütungsanspruch bei verzögertem Zuschlag
advoselect.de (Entscheidungsbesprechung)
Mehrvergütungsanspruch ja! - aber... Rechtsprechungsüberblick zur Preisanpassung bei Verzögerungen im Vergabeverfahren (RA Peter M. Bach)
Stehen dem Unternehmer Mehrvergütungsanspruch bei verspäteter Auftragserteilung zu? (RA'in Andrea Kullack; Deutsches Baublatt 1/2010, S. 30)
Haftung öffentlicher Auftraggeber für Vergabeverzögerungen
Öffentliche Bauvergabe: Auftraggeber trägt Vergabeverfahrensrisiko! (IBR 2009, 310)
Einzelheiten der Mehrvergütung bei verzögerter Auftragsvergabe (IBR 2009, 312)
Verzögerte Bauvergabe: Wie kommt Vertrag zu Stande? (IBR 2009, 311)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 11.5.2009 - VII ZR 11/08 (Öffentliche Bauvergabe: Auftraggeber trägt Vergabeverfahrensrisiko)" von RA Dr. Alexander Kus, FABau- u. ArchR, original erschienen in: IBR 2009, 310.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 11.5.2009 - VII ZR 11/08 (Einzelheiten der Mehrvergütung bei verzögerter Auftragsvergabe)" von RA Dr. Alexander Kus, FABau- u. ArchR, original erschienen in: IBR 2009, 312.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.5.2009, Az.: VII ZR 11/08 (Verzögerung der Zuschlagserteilung; Überholung der Vertragsfristen; Nachverhandlungsverbot; ergänzende Vertragsauslegung; Mehrvergütungsanspruch)" von RA Dr. Volker Dobmann, original erschienen in: ...
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v.11.5.2009 - VII ZR 11/08 (KG) (Anspruch auf Mehrvergütung nach verzögertem Vergabeverfahren)" von RA Christian Sienz, FABauR und RA Dr. A. Olrik Vogel, FABauR, original erschienen in: NJW 2009, 2443 - 2449.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.05.2009, Az.: VII ZR 11/08 (Bauzeitanpassung und Mehrvergütung nach verzögertem öffentlichen Vergabeverfahren" von RA Dr. Lars Klein, original erschienen in: ZfIR 2009, 590 - 600.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.05.2009, Az.: VII ZR 11/08 (Ein Zuschlag in einem durch ein Nachprüfungsverfahren verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen ...)" von Dr. Klaus Bitterich, original erschienen in: JZ 2009, 1014 - ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.05.2009, Az.: VII ZR 11/08 (Anspruch auf Mehrvergütung nach verzögertem Vergabeverfahren)" von RAin Dr. Ute Jasper und RA Dr. Gerd Viegener, original erschienen in: KommJur 2009, 348 - 349.
Zusammenfassung von "Zu Inhalt und Umfang des Vergabeverfahrensrisiko" von RA Prof. Dr. Leinemann, original erschienen in: BauR 2009, 1032 - 1040.
KG, 21.01.2008 - 21 U 52/07
BGHZ 181, 47
NJW 2009, 2443
MDR 2009, 797
NZBau 2009, 370
WM 2009, 1478
BauR 2009, 1131
BauR 2009, 1343
VergabeR 2009, 595
ZfBR 2009, 574
Erklärt der Vertragspartner seinen vom Angebot abweichenden Vertragswillen nicht hinreichend deutlich, kommt der Vertrag zu den Bedingungen des Angebots zustande (BGH, Urteile vom 18. November 1982 - VII ZR 223/80, BauR 1983, 252, 253; vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 Rn. 35;… vom 22. Juli 2010 - VII ZR 129/09, BauR 2010, 1929 Rn. 26 = NZBau 2010, 628).
a) Noch zu Recht ist das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit den vom Senat im Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 entwickelten Grundsätzen davon ausgegangen, dass die einfache Bindefristverlängerung durch einen Bieter nur die Bedeutung hat, dass das ursprüngliche Vertragsangebot inhaltlich konserviert und die rechtsgeschäftliche Bindungsfrist an das Angebot gemäß § 148 BGB, zugleich Bindefrist nach § 19 Nr. 3 VOB/A a.F., verlängert werden soll.
Zwar ist der Ausgangspunkt des Berufungsgerichts zutreffend, dass die als bindend verstandene Festlegung einer vom Angebot abweichenden Bauzeit in der Annahmeerklärung nach § 150 Abs. 2 BGB als Ablehnung des Antrags verbunden mit einem neuen Angebot gilt (BGH, Urteil vom 24. Februar 2005 - VII ZR 141/03, BGHZ 162, 259, 268 f.; vgl. auch BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO Tz. 33 m.w.N.).
Ein Zuschlag in einem solchen Verfahren ist regelmäßig so auszulegen, dass er sich auch auf wegen Zeitablaufs obsolet gewordene Fristen und Termine bezieht (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47, 57 zu Fällen, in denen im Zuschlagsschreiben keine Äußerungen zur Bauzeit enthalten sind).
Erklärt der Vertragspartner seinen vom Angebot abweichenden Vertragswillen nicht hinreichend deutlich, so kommt der Vertrag zu den Bedingungen des Angebots zustande (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 35; Urteil vom 18. November 1982 - VII ZR 223/80, BauR 1983, 252, 253).
(3) Dem öffentlichen Auftraggeber ist es grundsätzlich nicht gestattet, während des Vergabeverfahrens mit den Bietern über Änderungen der Angebote und Preise zu verhandeln, § 24 Nr. 3 VOB/A a.F. Jedenfalls im Zeitpunkt der Erklärung des Zuschlags gegenüber dem Bieter ist der Auftraggeber hieran noch gebunden, weil anderenfalls der hiermit verbundene Schutz des Wettbewerbs und der Bieter im Vergabeverfahren unvollkommen wäre (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47, 57-58).
Etwas anderes ergibt sich nicht aus § 28 Nr. 2 Abs. 2 VOB/A a.F. Denn diese Regelung erlaubt einen veränderten Zuschlag nur dann, wenn nicht gegen das Nachverhandlungsverbot verstoßen wird (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO).
Denn der Abschluss eines Vertrages zu Bedingungen, die eine Bauzeit vorsehen, die zum Zeitpunkt des Abschlusses bereits verstrichen ist, enthält zugleich die Einigung darüber, dass die Parteien den Vertrag zwar bereits bindend schließen, über neue, dem eingetretenen Zeitablauf Rechnung tragende Fristen jedoch noch eine Einigung herbeiführen wollen (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 44).
Deshalb hat die durch ein verzögertes Vergabeverfahren bedingte Änderung der Leistungszeit auch zur Folge, dass die Parteien sich über eine Anpassung der Vergütung verständigen müssen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 49).
Ihre Grundsätze führen auch im Falle der Verschiebung der Bauzeit aufgrund eines verzögerten Vergabeverfahrens im Rahmen der berechtigten Interessen der Parteien zu angemessenen Lösungen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 49-58).
Dass ein Zwang zur Aufhebung des Verfahrens im Regelfall jedenfalls dann nicht angenommen werden kann, wenn ein Nachprüfungsverfahren zu einer Bauzeitverschiebung führt, hat der Senat bereits dargelegt und insbesondere darauf verwiesen, dass ansonsten die Vergabeverfahren auf Dauer blockiert und das von allen Beteiligten erstrebte Ziel, den ausgeschriebenen Vertrag durchzuführen, verhindert werden könnten (Senat, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO).
Vielmehr wird in bestmöglicher Weise eine Sicherung der vergaberechtlichen Grundsätze gewährleistet (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 ff. Rz. 60).
Dass sich die Notwendigkeit von solchen Verhandlungen aus der Anwendung des Vergaberechts ohne weiteres ergibt, hat der Senat in seinem Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) entwickelt.
Sie entsprechen nicht den Grundsätzen des Senats, die er in den Entscheidungen vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) und vom 10. September 2009 (…VII ZR 152/08, aaO) aufgestellt hat.
OLG Karlsruhe, 04.12.2013 - 15 Verg 9/13
Begriff des sonstigen schwerwiegenden Grundes i.S. von § 17 Abs. 1 Nr. 3 VOB/A …
Ein Zuschlag in einem durch ein Nachprüfungsverfahren verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren über Bauleistungen erfolgt nämlich auch dann zu den ausgeschriebenen Fristen und Termin, wenn diese nicht mehr eingehalten werden können, denn der so zustande gekommene Bauvertrag ist ergänzend dahingehend auszulegen, dass die Bauzeit unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls und der Vergütungsanspruch in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Nr. 5 VOB/B anzupassen ist (vgl. BGH, Urteil vom 11.05.2009, VII ZR 11/08 - [...]).
Diese Auffassung klingt auch in der Entscheidung des 7. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs in der Entscheidung vom 11.05.2009 ( VII ZR 11/08 - [...]) an.
Zur schlüssigen Begründung eines solchen Anspruchs muss sie also Tatsachen vortragen, aus denen sich die Verpflichtung der Beklagten zur nachträglichen Anpassung der Vertragspreise wegen einer Störung des vertraglichen Äquivalenzgefüges ergibt (zur Herleitung eines solchen Anspruchs vgl.: BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BauR 2009, 1131, 1136 f. Tz. 49 = NZBau 2009, 370, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
Dies hat der Senat in seinem Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, BauR 2009, 1131 = NZBau 2009, 370, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) entschieden und ausführlich begründet.
Auch insoweit wird ergänzend auf die Ausführungen zur Auslegung eines solchen Zuschlags im Urteil des Senats vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) verwiesen.
Kommt es nicht zu der von den Parteien erwarteten nachträglichen Einigung, existiert eine zu füllende Regelungslücke, die durch ergänzende Vertragsauslegung zu schließen ist (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO m.w.N.).
Die Grundsätze des vereinbarten § 6 Nr. 3 und 4 VOB/B sind sinngemäß anzuwenden (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO).
Auch insoweit wird auf die Ausführungen des Senats in dem Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) Bezug genommen.
Gegenteiliges lässt sich dem Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) nicht entnehmen.
Eine neue Vergütung ist in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Nr. 5 VOB/B zu ermitteln (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO).
Das Berufungsgericht hat unter Bezugnahme auf die Grundsätze des Urteil des Senats vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47) angenommen, dass sich das Angebot der Klägerin vom 29. Januar 2003 bis zum Zuschlag durch die Beklagte inhaltlich nicht verändert habe, insbesondere nicht hinsichtlich der angebotenen Bauzeiten und der Preise.
In einem solchen Falle komme eine ergänzende Vertragsauslegung nach den Maßstäben des Senatsurteils vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) nicht in Betracht.
a) Noch zu Recht ist das Berufungsgericht in Übereinstimmung mit den vom Senat im Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47) entwickelten Grundsätzen davon ausgegangen, dass die einfache Bindefristverlängerung durch einen Bieter nur die Bedeutung hat, dass das ursprüngliche Vertragsangebot inhaltlich konserviert und die rechtsgeschäftliche Bindungsfrist an das Angebot gemäß § 148 BGB, zugleich Bindefrist nach § 19 Nr. 3 VOB/A aF, verlängert werden soll.
Ein Zuschlag in einem solchen Verfahren ist nämlich regelmäßig so auszulegen, dass er sich auch auf wegen Zeitablaufs obsolet gewordene Fristen und Termine bezieht (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 37 zu Fällen, in denen im Zuschlagsschreiben keine Äußerungen zur Bauzeit enthalten sind).
Jedenfalls im Zeitpunkt der Erklärung des Zuschlags gegenüber dem Bieter ist der Auftraggeber an das Nachverhandlungsverbot noch gebunden, weil anderenfalls der hiermit verbundene Schutz des Wettbewerbs und der Bieter im Vergabeverfahren unvollkommen wäre (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 39).
Denn diese Regelung erlaubt einen veränderten Zuschlag nur dann, wenn nicht gegen das Nachverhandlungsverbot verstoßen wird (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO, Tz. 40 m.w.N.).
Unergiebig für den Standpunkt des Beschwerdegerichts ist auch die von ihm angeführte Passage im Urteil des VII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47) zu den Möglichkeiten des Auftraggebers, ein Vergabeverfahren aufzuheben, wenn sich infolge der Verzögerung der Vergabe durch ein Nachprüfungsverfahren die Preise gravierend erhöht haben.
Jedoch können auch drohende erhebliche Mehrkosten wegen einer Verzögerung der Zuschlagserteilung mit Auswirkungen auf die Vertragsfristen - gewissermaßen nachträglich - noch zur Annahme einer Unwirtschaftlichkeit führen (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08 -) und im Anwendungsbereich der VOB/A als schwerwiegender Grund im Sinne des § 17 EU Abs. 1 Nr. 3 VOB/A angesehen werden.
Wird in einem Vergabeverfahren aufgrund öffentlicher Ausschreibung nach VOB/A der Zuschlag nach Verlängerung der Bindefristen durch die Bieter später erteilt als in der Ausschreibung vorgesehen, kann ein Mehrvergütungsanspruch nicht allein daraus hergeleitet werden, dass sich im Hinblick auf die spätere Zuschlagserteilung die Kalkulationsgrundlagen geändert haben (Fortführung von BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BauR 2009, 1131 = NZBau 2009, 370).
Die Entscheidung des Berufungsgerichts entspricht den Grundsätzen, die der Bundesgerichtshof in der Entscheidung vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, BauR 2009, 1131 = NZBau 2009, 370; zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) aufgestellt und ausführlich begründet hat.
Eine solche Lücke kann bestehen, wenn sich im Vertrag keine Regelung für den Fall findet, dass sich durch die Verzögerung des Vergabeverfahrens die im Vertrag festgelegten Leistungspflichten ändern und es bei den vereinbarten Ausführungsfristen aus tatsächlichen Gründen nicht verbleiben kann (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO).
Die Revision kann sich auch nicht darauf berufen, dass nach den Ausführungen des Senats im Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, Rdn. 52) die Verzögerung des Vergabeverfahrens nicht zu Lasten des Bieters gehen darf, der sich im Wettbewerb durchgesetzt hat, und die Einrichtung des Vergaberechtsschutzes die Rechtsstellung des Auftraggebers stärken, nicht schwächen soll.
Insoweit unterscheidet sich der Fall von dem Sachverhalt der Entscheidung vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08).
Es spricht einiges dafür, dass sich die Beteiligten - was im Wege der Parteiautonomie ohne weiteres möglich ist - stillschweigend bereits bei der Zurverfügungstellung der Zytostatika gegen spätere Rechnungstellung konkludent dahin geeinigt haben, dass diese Medikamente nur gegen Zahlung eines angemessenen und grundsätzlich erstattungsfähigen Entgelts geliefert werden sollen und dass über deren konkrete Höhe später noch - wie im Streitfall geschehen - eine Übereinkunft erzielt werden muss (vgl. hierzu etwa BGH, Urteile vom 28. Juni 1982 - II ZR 226/81, NJW 1982, 2816 unter 1; vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 Rn. 44).
Es liegt ein modifizierter Zuschlag gemäß § 150 Abs. 2 BGB vor, weil die Beklagte - wie erforderlich (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 Rn. 35) - ihren Willen, einen vom Vertragsangebot der Klägerin bezüglich des Leistungsumfangs und des Ausführungszeitraums abweichenden Vertrag zu schließen, in dem Zuschlagsschreiben klar und unzweideutig zum Ausdruck gebracht hat.
Erklärt der Vertragspartner seinen vom Angebot abweichenden Vertragswillen nicht hinreichend deutlich, so kommt der Vertrag zu den Bedingungen des Angebots zustande (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 Rn. 35;… Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 213/08, aaO Rn. 19).
Dann ist der Zuschlag so zu verstehen, dass er sich auf die ausgeschriebenen und angebotenen Fristen und Termine bezieht, selbst dann, wenn sie wegen Zeitablaufs obsolet geworden sind (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO Rn. 37).
a) Der Senat hat bereits darauf hingewiesen, dass dem ursprünglichen, auf der Ausschreibung beruhenden Angebot des Bieters kein Preisanpassungsvorbehalt zu entnehmen ist (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, BGHZ 181, 47 Rn. 18 ff.).
Auch den Erklärungen der Klägerin, der Verlängerung der Bindefrist zuzustimmen, können keine Aussagen dazu entnommen werden, was vertraglich zu gelten hat, wenn die Ausführungsfristen der Ausschreibung und des Angebots nicht mehr eingehalten werden können (BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO Rn. 24 ff.).
Die von der Klägerin geforderte Anpassung der Vertragspreise nach den vom Senat im Urteil vom 11. Mai 2009 (VII ZR 11/08, aaO) entwickelten Grundsätzen der ergänzenden Vertragsauslegung kommt bei diesem Sachverhalt mangels Regelungslücke im Vertrag nicht in Betracht.
Ersatz entstandener Mehrkosten für Baumaßnahmen an einer Bundesautobahn aufgrund …
Ausschluss eines Angebots wegen fehlender Verlängerung der Bindefrist
BGH, 23.09.2010 - VII ZR 213/08
Bauvertrag: Zurechnung einer Bauzeitveränderung durch Verzögerung des …
OLG Düsseldorf, 26.06.2013 - Verg 2/13
Haushaltsplan gescheitert: Ausschreibung darf aufgehoben werden!
VK Niedersachsen, 03.07.2009 - VgK-30/09
Neue Ausschreibung nach Rücktritt vom Vertrag?
OLG Zweibrücken, 16.05.2014 - 1 U 73/13
Auftraggeber muss nicht für schlechtes Wetter bezahlen!
VK Westfalen, 25.02.2015 - VK 23/14
Wertungskriterium nicht qualitativer Art von 1%-Gewicht ist ungeeignet
OVG Berlin-Brandenburg, 04.05.2012 - 12 N 30.11
Friedhofsbahn; bahnnotwendige Grundstücke; endgültige Einstellung der …
OLG Jena, 25.06.2009 - 1 U 1359/00
Neuer Preis nach § 2 Abs. 5 VOB/B: Mehr- und Minderkosten schätzen!