Source: http://www.jurablogs.com/2011/03/30/vorratsdatenspeicherung-verwerte-hast-1
Timestamp: 2017-08-19 00:25:21
Document Index: 307027770

Matched Legal Cases: ['§ 100', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 3', '§ 100', 'BGH']

Vorratsdatenspeicherung – Verwerte was Du noch hast
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010 hat der Erhebung von Telekommunikationsdaten und deren Übermittlung zum Zweck der Strafverfolgung während der Geltungsdauer und nach Maßgabe der einstweiligen Anordnung des Bundesverfassungsgerichts vom 11. März 2008 nicht nachträglich die Rechtsgrundlage entzogen. Die Verwendung solcher Daten im Strafverfahren durch ihre Einführung in die Hauptverhandlung und Verwertung im Rahmen der Urteilsfindung bleibt auch nach dem 2. März 2010 rechtmäßig.
Damit sah der Bundesgerichtshof in dem hier von ihm entschiedenen Fall die vom Landgericht Hannover angeordnete Erhebung der Verkehrsdaten des Mobiltelefons des Angeklagten und damit einhergehend deren Übermittlung an die Strafverfolgungsbehörden durch den Diensteanbieter als rechtmäßig (§ 100g Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StPO; § 113a Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 Buchst. c, Abs. 5 TKG) an.
Allerdings hat sich der Bundesgerichtshof nach Einsicht in die vom Anbieter auf Anordnung des Landgerichts erteilte Auskunft im Wege des Freibeweises davon überzeugt, dass dieser – entsprechend der begleitenden Mitteilung – jedenfalls die Standortdaten lediglich noch aufgrund seiner gesetzlichen Verpflichtung nach § 113a TKG vorgehalten und für eigene Zwecke nicht mehr benötigt hat; hierfür spricht auch bereits der Zeitablauf. Ebenso ergibt die Überprüfung der mitgeteilten Datensätze, dass diese nur im Zusammenhang mit Kommunikationsvorgängen gespeichert waren (§ 113a Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 Buchst. c, Abs. 5 TKG).
Zutreffend ist das Landgericht Hannover indes davon ausgegangen, dass die besonderen Voraussetzungen, an die das Bundesverfassungsgericht in seiner einstweiligen Anordnung vom 11. März 2008 die Übermittlung von allein nach § 113a TKG gespeicherten Verkehrsdaten (§ 3 Nr. 30 TKG) geknüpft hatte, vorliegend erfüllt waren. Gegenstand des Verfahrens ist eine Katalogtat im Sinne von § 100a Abs. 2 Nr. 1 Buchst. s StPO ...
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Veröffentlicht March 30, 2011 5:36am im Blog Rechtslupe.
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