Source: https://ruby-erbrecht.de/was-ist-zu-tun-wenn-man-ein-testament-anfechten-moechte/
Timestamp: 2018-02-21 22:46:34
Document Index: 270426447

Matched Legal Cases: ['§ 2081', '§ 2082', '§ 206', '§ 142', '§ 2078', '§ 122', '§ 2079']

Was ist zu tun, wenn man ein Testament anfechten möchte? | Ruby & Schindler. Die Kanzlei für Erbrecht
Die Anfechtung einer Erbeinsetzung, eines Ausschlusses von der Erbfolge oder der Ernennung eines Testamentsvollstreckers muss gegenüber dem Nachlassgericht, das ist das Amtsgericht (In Baden-Württemberg noch bis 2018 das Notariat) erklärt werden (§ 2081 BGB).
Andere Verfügungen von Todes wegen, wie zum Beispiel Vermächtnisse und Teilungsanordnungen müssen (formlos, also das ginge sogar mündlich) gegenüber demjenigen angefochten werden, der durch die angefochtene Verfügung einen rechtlichen Vorteil erlangt, also bei Vermächtnissesn gegenüber dem Vermächtnisnehmer und bei einer Teilungsanordung gegenüber dem aus der Teilungsanordnung Berechtigten.
Die Anfechtgung muss innerhalb der Jahresfrist des § 2082 BGB erfolgen:
(2) Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt. Auf den Lauf der Frist finden die für die Verjährung geltenden Vorschriften der §§ 206, 210, 211entsprechende Anwendung.
Die Wirkung der Anfechtung bestimmt sich nach § 142 Abs. 1 BGB.
Die Anfechtung nach § 2078 BGB erfasst nicht das gesamte Testament, sondern nur diejenigen Verfügungen, auf die sich der Anfechtungsgrund bezieht.
(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.(3) Die Vorschrift des § 122 findet keine Anwendung.
Der Umfang der Nichtigkeit einer Anfechtung nach § 2079 BGB ist streitig: zum einen wird angenommen, dass eine solche Anfechtung grundsätzlich zur Nichtigkeit des gesamten Testaments führt, zum anderen wird die Meinung vertreten, dass Nichtigkeit nur insoweit besteht, als dass die Verfügung den Pflichtteilsberechtigten von seinem gesetzlichen Erbe ausschließt.
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