Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.10.1957&Aktenzeichen=VI%20ZR%20215%2F56
Timestamp: 2019-04-21 05:27:34
Document Index: 224623456

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', '§ 830', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.10.1957 - VI ZR 215/56 - dejure.org
BGHZ 25, 271
BGHZ 25, 272
NJW 1957, 1834
Vorausgesetzt wird somit lediglich ein tatsächlich einheitlicher, örtlich und zeitlich zusammenhängender Vorgang, der sich aus mehreren selbständigen Handlungen zusammensetzt und in dessen Bereich der rechtswidrige Schadenserfolg fällt (BGHZ 25, 274 [BGH 01.10.1957 - VI ZR 215/56] mit Nachweisungen).
Nach der Rechtsprechung des Senats erschöpft sich der Begriff der Beteiligung i.S. dieser Vorschrift darin, daß mehrere - ein jeder selbständig - eine unerlaubte Handlung begangen haben, die den eingetretenen Erfolg verursachen konnte, daß eine dieser Handlungen den Schaden wirklich verursacht hat, der wirkliche Urheber des Schadens aber nicht ermittelt werden kann, Vorausgesetzt wird somit lediglich ein tatsächlich einheitlicher, örtlich und zeitlich zusammenhängender Vorgang, der sich aus mehreren selbständigen Handlungen zusammensetzt und in dessen Bereich der rechtswidrige Erfolg fällt (vgl. BGHZ 25, 271, 274 [BGH 30.09.1957 - III ZR 261/54]; 33, 286, 292) [BGH 15.11.1960 - VI ZR 7/60].
Eben dieses Beweisnotstandes will § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB den geschädigten Kläger entheben, weil es gerechter ist, alle haften zu lassen, die sich an der gemeinschaftlichen Gefährdung schuldhaft beteiligt und möglicherweise jeweils den Schaden verursacht haben, als den Geschädigten wegen, der durch die gemeinsame Gefährdung verursachten Beweisschwierigkeit leer ausgehen zu lassen (BGHZ 25, 274 [BGH 01.10.1957 - VI ZR 215/56]).
bb) bei einem Sammeltransport von Tieren mehrerer Händler, wenn diese dabei die viehseuchenpolizeilichen Vorschriften schuldhaft verletzt hatten und wenn die gelieferten Tiere später die Tiere des Käufers angesteckt haben (BGH LM Hr. 10 zu § 830 BGB); cc) bei Überfahren eines Menschen durch mehrere rechts widrig und schuldhaft handelnde Kraftfahrer nach- und unabhängig voneinander (BGHZ 33, 286); dd) bei Verletzung durch einen Steinwurf, wenn mehrere mit Steinen geworfen hatten (LM Hr.. 8 zu § 830 BGB); ee) bei einem Unfall auf einem Wege, wenn mehrere benachbarte Eigentümer ihre Wegeunterhaltungspflicht verletzt hatten und wenn der Unfallort nicht genau feststellbar war (BGHZ 25, 271);.
Für die Annahme einer Beteiligung im Sinne von BGB § 830 Abs. 1 S 2 ist ein tatsächlich einheitlicher, örtlich und zeitlich zusammenhängender Vorgang zu verlangen, der sich aus mehreren selbständigen unerlaubten Handlungen zusammensetzt und in dessen Bereich der rechtswidrige schädigende Erfolg fällt (So auch BGH, 1957-10-01, VI ZR 215/56, BGHZ 25, 271).
Voraussetzung für die Anwendung des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB ist, daß mehrere - ein jeder selbständig - eine unerlaubte Handlung begangen haben, die den eingetretenen Schaden verursachen konnte, daß eine dieser Handlungen den Schaden auch wirklich verursacht hat und die Handlung eines jeden der mehreren Beteiligten den Schaden hätte verursachen können, der wirkliche Urheber des Schadens aber nicht ermittelt werden kann (BGHZ 25, 271, 273, 274 [BGH 30.09.1957 - III ZR 261/54]; 33, 286, 290, 292) [BGH 15.11.1960 - VI ZR 7/60].