Source: http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2016/08/06/Dritter-Personenstand-Allheilmittel-gegen-Intersex-Genitalverstummelungen-Denkste
Timestamp: 2018-06-23 04:40:15
Document Index: 24243576

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 22', '§ 47', '§22', '§ 7', '§ 22', '§ 22']

"Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen Intersex-Genitalverstümmelungen? Denkste! - Zwischengeschlecht.info
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By seelenlos on Saturday 6 August 2016, 17:57 - Die Medien - Permalink
1. On Saturday 6 August 2016, 23:51 by Christof Rolker
bei allem Unwillen: Der Forderung nach einer relativ einfachen Änderung des Eintrags im Geburtsregister scheint das Urteil ja doch entgegenzukommen, jedenfalls scheint mir das die Pointe zu sein, wenn der BGH davon auszugehen scheint, "Berichtigungen falscher Sachverhalte" seien relativ einfach möglich:
https://intersex.hypotheses.org/377...
2. On Sunday 7 August 2016, 07:41 by Ein Lied für Menschenrechtsverbrecher
Hans Söllner hat ein schönes Lied geschrieben!
3. On Sunday 7 August 2016, 13:20 by Moritz
Nur als Ergänzung: Wir unterstellen nicht, dass ein dritter Geschlechtseintrag alles dufte macht. Aber wir haben in der Tat mehrfach geäußert, dass wir hoffen, dass dadurch das Thema Intersex öffentlicher wird. Und durch die rechtliche Anerkennung ungefragte und unnötige Operationen deutlich erschwert werden.
Es ist eine Hoffnung. Und es ist eine Forderung. Eine politische Forderung, die wir auch immer wiederholen. Denn uns ist sehr wohl bewusst, wofür bzw. wogegen Gruppen wie zwischengeschlecht seit Jahren kämpfen. Und diese Kämpfe wollen wir keineswegs vereinnahmen, sondern gerne unterstützen. Mit den begrenzten Möglichkeiten, die wir haben. In dem wir immer wieder auch darauf hinweisen.
Moritz von der Dritten Option
4. On Sunday 7 August 2016, 15:54 by seelenlos
hallo zurück, und danke für eure freundlichen kommentare!
@ Christof Rolker: eine änderung nach § 22(3) PStG bedingt die unterschrift eines artzes: http://blog.zwischengeschlecht.info... unbürokratisch wär also schon mal anders, und falls ev. später eine rückänderung zu M oder W gewünscht ist, wär das dann somit wohl nur noch nach einer vorherigen "korrekturOP" möglich
eine unbürokratische "berichtigung" für intersexe von F nach M oder umgekehrt (analog preussisches landrecht) war übrigens laut § 47 PStG seit jahr und tag möglich, muss jedoch in der regel erst mühselig vor gericht erkämpft werden, weil die behörden sich weigern, geltendes recht anzuwenden: http://blog.zwischengeschlecht.info...
auch ein OPTIONALES offenlassen (im gegensatz zum zwangsweisen nach §22(3) PStG) des geschlechtseintrags war nach § 7 PStG in deutschland laut hamburger senat seit 2009 möglich: http://blog.zwischengeschlecht.info...
@ Ein Lied für Menschenrechtsverbrecher:
@ Moritz: danke für eure rücksicht bei euren eigenen aussagen. leider wird in medien, öffentlichkeit und politik intersex immer noch häufig mit transgender vermischt oder "verwechselt", in der regel hauptsächlich zum schaden der forderung nach einer beendigung der intersex-genitalverstümmelungen, und werden intersexe und speziell das leiden von IGM-überlebenden immer noch oft als "türöffner" für die forderungen dritter interessensgruppen (z.b. dritter personenstand für transgender oder abschaffung des geschlechtseintrags) missbraucht. von daher stellt sich auch immer die frage, welche öffentlichkeit wird hergestellt. diesbezüglich finde ich eure quasi austauschbare verwendung von intersex, transgender(symbol) sowie "inter" oder "divers" nach wie vor ziemlich problematisch.
höchst problematisch und irreführend finde ich auch die behauptung, dass "durch die rechtliche Anerkennung ungefragte und unnötige Operationen deutlich erschwert werden." (was bekanntlich regelmäßig auch vom personenstandmurks § 22(3) PStG ähnlich behauptet wurde und wird.)
wie oben im blogpost erwähnt sprechen hier die tatsachen z.b. in australien (aber auch in neuseeland und nepal) sowie betreffend § 22(3) ganz deutlich eine andere sprache. dies sind fakten, die eure behauptung m.e. nach klar wiederlegen, und ich habe noch von niemendem fakten gehört, die eure behauptung stützen würden – auch von dir nicht.
das einzige, was IGM wirklich stoppen wird, ist ein strafrechtliches verbot inkl. änderungen der straf- und zivilrechtlichen verjährungsfristen, damit auch erwachsene überlebende frühkindlicher zwangseingriffe erfogreich klagen könnten. das sagen übrigens auch CRC, CAT, CEDAW etc.
faktenwidrige behauptungen, die letztlich die IGM-täterInnen aus der schusslinie nehmen indem sie einmal mehr tatsachenwidrig suggerieren, mit einer PstG-novelle würden "unnötige Operationen deutlich erschwert", sind m.e. klar kontraproduktiv – findet ihr sowas wirklich OK?!
5. On Sunday 7 August 2016, 18:17 by Moritz
wenn du meinen und unseren Standpunkt gerne falsch verstehen möchtest, dann kannst du das natürlich tun.
Aber mich ärgert schon, wenn meine Zitate bewusst falsch wieder gegeben werden. Ich habe sehr deutlich gesagt, dass wir es hoffen, nicht dass wir behaupten, dass es auf jeden Fall so sein wird. Also höre bitte auf mir und uns Sachen in den Mund zu legen, die wir so nicht gesagt haben.
Ein Verbot würde ich absolut befürworten!
Was die Trennung von Inter* und Trans* angeht: Ich denke, dass beide Gruppen von gemeinsamer Arbeit und einem gemeinsamen Kampf profitieren können, wenn sie die Probleme der jeweils anderen Gruppe nicht vergessen oder negieren. Das kannst du natürlich anders sehen. Aber meiner Meinung nach bringt uns eine Spaltung auch nicht weiter, außer dass wir noch vereinzelter sind, als eh schon. Aber vielleicht ist eine Kommentarleiste auch gar nicht das geeignete Medium um das auszudiskutieren, daher hör ich jetzt auch auf
6. On Sunday 7 August 2016, 18:40 by seelenlos
@ Moritz: etwas weiterhin öffentlich "hoffen", von dem mehrfach erwiesen ist dass es nicht wahr ist und dass es anderen schadet, sowie vermischungen bzw. beliebige austauschbarkeit propagieren, die öffentliche vorurteile bestätigen statt hinterfragen, und die dazu stets den einen nützen und den anderen schaden – find ich weder gut noch fair, sorry.
fakten, die deine meinung belegen würden und über die sich diskutieren ließe, hab ich bis jetzt auch noch keine gesehen ...
warum sagst du nicht einfach ehrlich, wir wollen einen 3. personenstand für alle, die das wollen: transgender und einige intersexe – was ja gut und recht wär? warum stattdessen intersex als "türoffner" einspannen und den kampf gegen IGM-praktiken für anliegen dritter instrumentalisieren? findest du das wirklich OK?!
7. On Sunday 7 August 2016, 19:33 by Moritz
Meine Hoffnung besteht kurz gesagt darin, dass durch einen dritten Personenstand leichter gegen eben jene Operationen geklagt werden kann, bzw. dass es dadurch einfach noch mehr Argumente dagegen gibt. Nicht dass ich sagen will, dass es bisher zu wenig gibt, aber leider ist es ja noch Praxis. Ich weiß nicht was das mit Fakten zu tun haben soll. Es ist ein spekulativer Zustand, der nunmal noch nicht da ist, ob es hilft oder nicht lässt sich erst feststellen wenn es soweit ist. Das australische Rechtssystem funktioniert vermutlich anders als das deutsche, von daher finde ich das auch nur bedingt aussagekräftig.
Wir sagen ganz öffentlich und selbstbewusst immer wieder: wir wollen einen dritten Personenstand für alle, die ihn wollen! Wir erklären an jeder Stelle, warum wir in gern "inter/divers" nennen wollen. Nachzuhören bspw. bei dem kürzlich geführten Radiointerview: http://www.freie-radios.net/78414
Der Person die klagt vorzuwerfen, sie ließe sich als Türöffner benutzen und ihr damit zu unterstellen es wäre nicht ihr Klagewunsch, findest du das OK?
Dass dass wir den Kampf gegen IGM-Praktiken instrumentalisieren seh ich nicht. (Woher willst du eigentlich wissen, dass wir, oder einige von uns nicht selbst davon betroffen sind/waren?) Wir führen ihn auf, als zusätzliche Forderungen von Interverbänden. Eben um deutlich zu machen, dass ein dritter Personenstand NICHT ausreicht. Ich weiß wirklich nicht, was du mir/uns da unterstellst.
8. On Monday 8 August 2016, 22:57 by seelenlos
@ Moritz: ich würde gern auf die genannten fakten zurückkommen (au, nz, np, za). öffentliches "spekulieren", in D würde es möglicherweise gaaaaanz anders rauskommen, und es könnte sogar "leichter gegen [IGM] geklagt weden", nur weil du das so "hoffst" und "vermutest", finde ich dagegen weniger interessant.
fakt ist, ihr fordert etwas, wo intersex draufsteht und winkt dazu mit IGM (was auch in allen medien so weitergereicht wird, inkl. dem text zum von dir verlinkten radiobeitrag!) – obwohl's dann letztlich um (trans)gender geht. warum fordert ihr nicht ehrlicherweise einen eintrag z.b. "trans/divers" oder nur "divers"?!
fakt ist, eure kampagne bedient und benutzt billigend dieselben schädlichen vorurteile über intersex, welche auch regierungen z.b. an der UNO regelmäßig benutzen, um von IGM abzulenken, inkl. aktuell die BRD vor CEDAW.
dass du auf begründete kritik an dieser schädlichen mogelpackung nicht wissen willst wovon die rede ist gefolgt von weiteren öffentlichen "spekulationen" und "vermutungen" diesmal betreffend vanjas persönliche motivation/interessen und eventuelle "vergangene/jetzige" IGM-"betroffenheiten", aber immer noch keine konkreten argumente, find ich schade.
personenstandpolitik mit/auf kosten genitalverstümmelter intersex-kinder, find ich immer noch weder gut noch fair, sorry.