Source: https://bayrvr.de/2017/04/12/bayverfgh-popularklage-gegen-mietpreisbremse-abgewiesen/
Timestamp: 2017-04-24 11:15:58
Document Index: 375691372

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 556', '§ 556', '§ 556', 'Art. 103', '§ 556']

BayVerfGH: Popularklage gegen Mietpreisbremse abgewiesen	Startseite
BayVerfGH: Popularklage gegen Mietpreisbremse abgewiesen 12. April 2017 by Klaus Kohnen Mit just bekannt gewordener Entscheidung v. 04.04.2017 (Vf. 3-VII-16) hat der BayVerfGH eine Popularklage des Haus- und Grundbesitzervereins M. e.V. abgewiesen. Dieser hatte beantragt festzustellen, dass § 1 Satz 1 i.V.m. der Anlage der Mieterschutzverordnung (MiSchuV) vom 10.11.2015 verfassungswidrig ist, soweit Gebiete nach § 556d BGB bestimmt werden. Gegenstand der Popularklage war die Frage, ob die Festlegung dieser Gebiete durch die Bayerische Staatsregierung mangels ausreichender Begründung verfassungswidrig ist.
Die vom Antragsteller erhobene Rüge, die Begründung zur Festlegung der in Bayern von der sog. Mietpreisbremse erfassten Gebiete werde den Anforderungen des § 556d Abs. 2 Satz 6 BGB nicht gerecht, führt zu keiner verfassungsrechtlichen Beanstandung der angegriffenen Regelung.
Die Begründungspflicht nach § 556d Abs. 2 Sätze 5 und 6 BGB dient zwar dem Grundrechtsschutz; es handelt sich dabei aber nicht um eine verfahrensrechtliche Sicherung, die für die Gewährleistung ausreichenden Grundrechtsschutzes unabdingbar wäre.
Es ist mit dem Grundrecht auf Eigentum (Art. 103 Abs. 1 BV) vereinbar, dass der Verordnungsgeber darauf verzichtet hat, bei der Bestimmung der Gemeinden mit angespannten Wohnungsmärkten hochpreisige Mietwohnungen von der Anwendung der Mietpreisbeschränkung nach § 556d Abs. 1 BGB auszunehmen.
Zur Entscheidung des BayVerfGH (Volltext): hier.
Zur Rechtsentwicklung im Staats- und Verfassungsrecht: hier.
Eine aktuelle Gesetzgebungsübersicht für den Freistaat Bayern finden Sie hier.
Kontext „ausreichende Versorgung mit Wohnraum“: Aktuell befindet sich ein Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Änderung des Gesetzes über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum (ZwEWG) im parlamentarischen Verfahren (die Erste Lesung fand am 14.03.2017 statt). Die Stichworte hierzu lauten: Verlängerung der Geltungsdauer des Gesetzes (unbefristete Geltung); Gesetzesverschärfungen zwecks effektiverer Bekämpfung der Zweckentfremdungen (insbesondere die wiederholten kurzzeitigen Vermietungen von Privatunterkünften an Touristen und Geschäftsreisende sowie an sog. Medizintouristen); gesetzliche Festlegung, ab wann eine Obergrenze bei der Fremdenbeherbergung genehmigungspflichtig ist; Erweiterung des Kreises der Auskunftspflichtigen (Internetportale); Erhöhung des Bußgeldrahmens bei illegaler Zweckentfremdung von € 50.000 auf € 500.000.
Genaueres zum Gesetzentwurf: hier.
Verfahrensverlauf und aktueller Stand, ggfls. Beiträge und amtliche bzw. kommunale Stellungnahmen auf einen Blick: hier.
Filed Under: Bau- und Immobilienwirtschaft, Bauen/ Wohnen/ Verkehr, BayVerfGH, Demografie/ Integration, Gesundheit/ Soziales, Im Fokus, Kardinalthemen, Kommunales, Kommunalwirtschaft/ Fachplanung/ Infrastrukturen, Polizei-/ Ordnungs-/ Wohnrecht, Rechtsentwicklung, Rechtsprechung, Staats-/ Verfassungsrecht, Wohnrecht (inkl. Wohngeldrecht) Tagged With: Mieterschutzverordnung (MiSchuV), Verfassung des Freistaates Bayern (BV)Anzeigen