Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2035,%20236
Timestamp: 2020-01-17 21:51:37
Document Index: 91311942

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 174', '§ 212', 'BGH', '§ 212', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 322', '§ 176', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.06.1961 - IV ZR 56/61 - dejure.org
https://dejure.org/1961,141
BGH, 14.06.1961 - IV ZR 56/61 (https://dejure.org/1961,141)
BGH, Entscheidung vom 14.06.1961 - IV ZR 56/61 (https://dejure.org/1961,141)
BGH, Entscheidung vom 14. Juni 1961 - IV ZR 56/61 (https://dejure.org/1961,141)
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BGHZ 35, 236
MDR 1961, 759
Für den Zeitpunkt der Zustellung selbst ist es weder von Bedeutung, wann die Empfangsbestätigung ausgestellt worden ist und welches Datum sie trägt, noch in welcher Form dies geschieht (BGH, Urteil vom 14. Juni 1961 - IV ZR 56/61, BGHZ 35, 236, 239;… Senatsbeschluss vom 12. September 2017 - XI ZB 2/17, WM 2017, 2196 Rn. 12).
Das Empfangsbekenntnis wirkt, wenn es später ausgestellt wird, auf den Zeitpunkt zurück, in dem der Aussteller das Schriftstück als zugestellt entgegengenommen hat (BGH, Urteil vom 14. Juni 1961 - IV ZR 56/61, aaO).
Zur Frage, ob die Wirksamkeit der Zustellung gegen Empfangsbekenntnis (§ 174 ZPO) auch nach der Umgestaltung des Verfahrens bei Zustellungen durch das Zustellungsreformgesetz vom 25. Juni 2001 (BGBl. I S. 1206) zu verneinen ist - wie dies die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu § 212a ZPO a.F. angenommen hat (grundlegend BGHZ 35, 236) -, wenn der Zustellungsadressat (hier: Notar) das von ihm unterschriebene und an das Gericht zurückgeleitete Empfangsbekenntnis nicht mit einer Datumsangabe versehen hat.
Dementsprechend hat die Rechtsprechung zu § 212a ZPO a.F. die Angabe des Datums der Zustellung als zwingend notwendig erachtet, weil "nur dann, wenn das Datum in der Urkunde angegeben ist, eine beurkundete Zustellung vorliegt" (BGHZ 35, 236, 238).
Das ergibt sich aus § 212 a ZPO, wonach das Empfangsbekenntnis zum Nachweis der Zustellung genügt (vgl. BGHZ 35, 236, 239).
Eine wirksame Zustellung liegt nicht vor, wenn der Stempelabdruck des Eingangsstempels, mit dem der Zustellungsempfänger das Empfangsbekenntnis zum Zwecke der Datierung versehen hat, den Zustellungszeitpunkt wegen Unleserlichkeit nicht erkennen läßt (im Anschluß an BGHZ 35, 236).
Die vereinfachte Zustellung nach § 212 a ZPO ist nur wirksam, wenn der in dieser Vorschrift bezeichnete Zustellungsempfänger das darin vorgeschriebene Empfangsbekenntnis ausgestellt hat (BGHZ 35, 236, 237 m.w.N.).
Wesentliches Erfordernis ist, daß das Empfangsbekenntnis neben der Unterschrift des Zustellungsempfängers das Datum der Zustellung oder des Empfangs enthält (BGHZ 35, 236, 238); denn das Empfangsbekenntnis soll beurkunden, wem das zugestellte Schriftstück übergeben oder von wem es empfangen worden ist und wann das geschehen ist.
Es ist zwar möglich, ein Empfangsbekenntnis noch nachträglich zu erstellen oder zu vervollständigen (vgl. BGHZ 35, 236, 239).
Für die vereinfachte Zustellung nach § 212 a ZPO genügt es nicht, daß der Zustellungsempfänger das ihm zwecks Zustellung angebotene Schriftstück diesem Angebot entsprechend annimmt; hinzukommen muß vielmehr immer die Ausstellung des in dieser Bestimmung vorgeschriebenen Empfangsbekenntnisses (BGHZ 30, 299, 303 ff; 35, 236, 237).
Daß das Empfangsbekenntnis erst später ausgestellt wurde, als an dem darin bezeichneten und mithin maßgeblichen Zustellungstag, berührt seine Wirksamkeit nicht (BGHZ 35, 236, 239;… Senatsurteil vom 11. März 1987 aaO jeweils m.w.Nachw.).
Da die somit allein noch erforderliche Unterschrift in der Berufungsschrift vom 3. Mai 1990 vollzogen wurde, ist die Zustellung mit Wirkung zum 4. April 1990 geschehen (BGHZ 35, 236, 239;… Senatsurteil vom 11. März 1987 aaO).
Ob das im Empfangsbekenntnis angegebene Zustellungsdatum zutrifft, wäre im übrigen für die Frage der Formwirksamkeit ohne Bedeutung (BGHZ 35, 236, 238).
Es entspricht der gefestigten Rechtsprechung der obersten Bundesgerichte, daß im Falle der Bestellung eines Prozeßbevollmächtigten das Gericht wirksam nur an ihn zustellen kann (vgl. BAG Urteil vom 14. Dezember 1962 - 4 AZR 414/61 - AP Nr. 9 zu § 322 ZPO; Beschluß vom 12. März 1964 - 1 AZB 5/64 - AP Nr. 1 zu § 176 ZPO; Urteil und vom 28. Februar 1989 - 3 AZR 374/88 - n. v.; BGH Urteil vom 14. Juni 1961 - IV ZR 56/6 1 - BGHZ 35, 236 und Beschluß vom 21. Dezember 1983 - IV b ZB 29/82 - NJW 1984, 926; BSG Urteile vom 23. März 1966 - 9 RV 334/63 - NJW 1966, 1382 und vom 9. November 1961 - 5 RKn 29/59 - BSGE 15, 216; BFH Urteil vom 26. September 1969 - VI R 247/66 - BFHE 97, 57, 58).
Deshalb liegt keine wirksame Zustellung vor, wenn im Empfangsbekenntnis die vorgeschriebene Angabe des Datums fehlt (für den Zivilprozeß: BGHZ 35, 236, 238).
Die von der Beschwerdeführerin in Anspruch genommene Äußerung im Urteil des RG III 70/38, a. a. O., bezieht sich auf die Vollendung, d. h. die Wirksamkeit der Zustellung (vgl. Urteile des BGH VIII ZR 111/58 vom 7. Juli 1959, BGHZ 30, 299 [304], und IV ZR 56/61 vom 14. Juni 1961, BGHZ 35, 236 [237], vgl. aber auch BGH-Urteil II ZR 245/62 vom 14. Mai 1964, BGHZ 41, 337).
Auf die Wirksamkeit hat es keinen Einfluß, wenn das Empfangsbekenntnis später ausgestellt wird; in diesem Falle wirkt es auf den Zeitpunkt zurück, in dem der Aussteller das Schriftstück als zugestellt entgegengenommen hat (Urteil des RG IV 290/35 vom 19. März 1936, RGZ 150, 392 [396]; BGH-Urteil IV ZR 56/61, a. a. O., BGHZ 35, 239 [BGH 14.06.1961 - IV ZR 56/61]).
Der auf dem Empfangsbekenntnis angegebene Zustelltag ist nicht maßgebend, wenn er nachgewiesenermaßen unrichtig ist (Urteil des Bundessozialgerichts -- BSG -- 9 RV 334/63 vom 23. März 1966, NJW 1966, 1382; Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz 2 A 16/65 vom 12. Januar 1966, NJW 1966, 1675 -- jeweils zu § 5 Abs. 2 VwZG --; Urteil des BGH IV ZR 56/61, a. a. O., BGHZ 35, 238 [BGH 14.06.1961 - IV ZR 56/61], und Beschluß des Bayerischen Obersten Landesgerichts BW Reg 4a St 35/66 vom 18. April 1967, …
BayObLG, 04.01.1973 - BReg. 2 Z 73/72
Wohnungseigentum; Wohnungseigentümer; Verwalter; Zustimmung; Beruf; …
BGH, 15.11.1995 - 3 StR 353/95
Empfangsbekenntnis - Frist - Nachträgliche Ausstellung
BFH, 29.10.1986 - II R 199/84
Wirksame Zustellung eines Urteils als Voraussetzung für die Zulassung der …
BVerwG, 04.04.1972 - VIII CB 111.70
Wirksamwerden einer Zustellung - Fehlen des Datums auf dem Empfangsbekenntnis - …
BAG, 27.05.1971 - 5 AZR 31/71
Vereinfachtes Zustellungsverfahren - Schriftliches Empfangsbekenntnis - …
BGH, 11.01.1972 - IX ZR 149/71
BGH, 10.11.1971 - IV ZB 63/71
Urteilsausfertigung - Übersendung - Prozessbevollmächtiger - Fehlende …
BGH, 06.10.1971 - IV ZB 55/71
Urteilszustellung - Anwalt zu Anwalt - Willentliche Entgegennahme - Amtlich …
BGH, 25.10.1963 - IV ZB 337/63
BayObLG, 18.04.1967 - BWReg 4a St 35/66
Zustellung an eine Behörde
BGH, 09.03.1965 - 1 StR 16/65
Verantwortlichkeit für die Begehung einer Straftat unter Alkoholeinfluss - …