Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%2024/92
Timestamp: 2019-10-22 12:54:38
Document Index: 57124843

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 549', 'BGH', 'BGH', 'Art. 232', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'Art. 232', '§ 1', 'BGH']

BGH, 25.02.1993 - VII ZR 24/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,81
BGH, 25.02.1993 - VII ZR 24/92 (https://dejure.org/1993,81)
BGH, Entscheidung vom 25.02.1993 - VII ZR 24/92 (https://dejure.org/1993,81)
BGH, Entscheidung vom 25. Februar 1993 - VII ZR 24/92 (https://dejure.org/1993,81)
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Aufhebung - Einspruch - Geschäftsgrundlage - Rechtsgrundlage - Stillegung - Produktionsanlage - Umweltbelastung - Gesundheitsschädigung - Aufwendungsersatz - Wirtschaftsvertrag
Aufwendungsersatzpflicht eines VEB bei Vertragsaufhebung wegen behördlich angeordneter Stillegung von Produktionsanlagen
Zur Anwendung des DDR-Vertragsgesetzes auf Altverträge
Allgemeines Vertragsrecht - Abwicklung von DDR-Wirtschaftsverträgen
BGHZ 121, 378
NJW 1993, 1856
WM 1993, 1142
BauR 1993, 458
So kommt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die Anwendung der Grundsätze über den Wegfall der Geschäftsgrundlage überhaupt nur in Betracht, wenn es sich um eine derart einschneidende Änderung handelt, dass ein Festhalten an der ursprünglichen Regelung zu einem untragbaren, mit Recht und Gerechtigkeit schlechthin nicht mehr zu vereinbarenden Ergebnis führen würde und das Festhalten an der ursprünglichen Regelung für die betroffene Partei deshalb unzumutbar wäre (vgl. BGH, Urteil vom 25. Februar 1993, Az.: VII ZR 24/92, BauR 1993, 458 - 465 mit weiteren Nachweisen).
Geschäftsgrundlage sind die bei Vertragsschluss bestehenden gemeinsamen Vorstellungen beider Parteien oder die dem Geschäftspartner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der einen Vertragspartei von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt gewisser Umstände, sofern der Geschäftswille der Parteien auf dieser Vorstellung aufbaut (st. Rspr.: BGH, Urteil vom 25. Februar 1993 - VII ZR 24/92, BGHZ 121, 379; Urteil vom 8. Februar 2006 - VIII ZR 304/04, NJW-RR 2006, 1037; Urteil vom 28. März 2006 - XI ZR 425/04, BGHZ 167, 25, jeweils m.w.N.).
Geschäftsgrundlage sind die bei Vertragsschluss bestehenden gemeinsamen Vorstellungen beider Parteien oder die dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der einen Vertragspartei von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt gewisser Umstände, sofern der Geschäftswille der Parteien auf dieser Vorstellung aufbaut (st. Rspr.: BGH, Urteil vom 25. Februar 1993 - VII ZR 24/92, BGHZ 121, 379; Urteil vom 8. Februar 2006 - VIII ZR 304/04, NJW-RR 2006, 1037; Urteil vom 28. März 2006 - XI ZR 425/04, BGHZ 167, 25, jeweils m.w.N.).
Dies folgt bereits daraus, dass die Anwendung der Grundsätze des Wegfalls der Geschäftsgrundlage nach ständiger Rechtsprechung nur dann in Betracht kommt, wenn es sich um eine derart einschneidende Änderung handelt, dass ein Festhalten an der ursprünglichen Regelung zu einem untragbaren, mit Recht und Gerechtigkeit schlechthin nicht mehr zu vereinbarenden Ergebnis führen würde und das Festhalten an der ursprünglichen vertraglichen Regelung für die betreffende Partei deshalb unzumutbar wäre (BGH, Urteil vom 25. Februar 1993 - VII ZR 24/92, BGHZ 121, 378, 393).
Das Recht der DDR ist nach dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland revisibel, soweit sich sein Geltungsbereich über den Bezirk eines Oberlandesgerichts (Bezirksgerichts) hinaus erstreckte (§ 549 Abs. 1 ZPO; vgl. BGHZ 120, 10, 15; BGH, Urteil vom 25. Februar 1993 - VII ZR 24/92 = WM 1993, 1142, 1145).
Unter Hinweis auf diesen allgemeinen Rechtsgrundsatz, der auch in der Regelung des Art. 232 § 1 EGBGB seinen Ausdruck findet, hat der Bundesgerichtshof wiederholt die Anwendung des DDR-Vertragsgesetzes auf vor dem Beitritt begründete Schuldverhältnisse grundsätzlich bejaht (BGHZ 120, 10, 16; BGH, Urteil vom 14. Oktober 1992 - VIII ZR 153/91 = ZIP 1992, 1797, 1798; Urteil vom 25. Februar 1993 aaO S. 1145; zu Art. 232 § 1 EGBGB vgl. auch BVerfG WM 1993, 1539, 1545).
Die vom Berufungsgericht für richtig gehaltene Anpassung läuft darauf hinaus, die Rechtslage für die Zeit vor dem Wechsel der Wirtschaftsordnung rückwirkend zu ändern (vgl. BGH, Urteile vom 25. Februar 1993 aaO und vom 1. April 1993 - VII ZR 22/92 = WM 1993, 1380, 1381).
OLG Dresden, 14.06.1995 - 12 U 1416/94