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Timestamp: 2016-10-25 10:17:32
Document Index: 249348455

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'Art. 286', 'Art. 151', 'Art. 53', 'Art. 126', 'Art. 124', 'Art. 130', 'Art. 151', 'Art. 42', 'Art. 65']

2C_94/2010 (10.02.2011)
X.________ schloss am 18. Juni 2001 mit der Y.________ AG in A.________ ZG eine "Devisenhandel Investment Vereinbarung B" ab und �berwies der Gesellschaft zun�chst Fr. 50'000.--. Am 15. August 2001 investierte er weitere Fr. 15'000.-- und am 30. Oktober 2001 noch einmal Fr. 235'000.--, d.h. insgesamt Fr. 300'000.--. Die Y.________ AG erteilte dem Beschwerdef�hrer im Jahr 2001 eine Gutschrift von Fr. 68'724.-- und im Jahr 2002 eine solche von Fr. 334'135.--. Allerdings beruhten diese Gutschriften gr�sstenteils nicht auf im B�rsenhandel erwirtschafteten Gewinnen, sondern auf Einzahlungen neuer Investoren, weil die Y.________ AG ein betr�gerisches Schneeballsystem betrieb.
F�r die Steuerperiode 2001 deklarierte X.________ im Wertschriftenverzeichnis ein Guthaben von Fr. 364'603.-- gegen�ber der Y.________ AG, ohne einen Bruttoertrag anzugeben. F�r 2002 bezifferte er das Guthaben nur noch mit einem pro-memoria-Wert von Fr. 1.-- und dem Vermerk: "Gesch�ftsf�hrer in Untersuchungshaft; Investition vermutl. verloren"; als Bruttoertrag nannte er Fr. 0.--. Diese Angaben wurden von der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau sowohl f�r 2001 als auch f�r 2002 ohne weitere Abkl�rungen �bernommen und erwuchsen in Rechtskraft.
Am 8. Juli 2004 er�ffnete die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau gegen�ber X.________ ein Nach- und Strafsteuerverfahren f�r die Steuerperioden 2001 sowie 2002, da er keine Eink�nfte aus der Anlage bei der Y.________ AG deklariert habe. Mit Nachsteuerverf�gung vom 24. November 2006 wurden deswegen f�r 2001 Fr. 68'724.-- und f�r 2002 Fr. 334'135.-- an Verm�gensertr�gen aufgerechnet. Die dagegen auf kantonaler Ebene erhobenen Rechtsmittel blieben hinsichtlich der Staats- und der direkten Bundessteuer erfolglos, zuletzt Beschwerden an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau.
Am 1. Februar 2010 hat X.________ Beschwerden in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht eingereicht. Er stellt den Antrag, die verwaltungsgerichtlichen Urteile vom 2. Dezember 2009 in Bezug auf die Staatssteuer (Verfahren 2C_94/2010) sowie die direkte Bundessteuer (2C_96/2010) aufzuheben und die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventuell sei von einer Nachbesteuerung der aufgerechneten Verm�gensertr�ge abzusehen und das Nachsteuerverfahren f�r die beiden Steuerperioden einzustellen.
Die Steuerverwaltung und das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie die Eidgen�ssische Steuerverwaltung schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
2.1 Es ist nicht bestritten, dass die Y.________ AG den Anlagebetrug nach dem sog. Schneeballprinzip betrieb (vgl. u.a. das Urteil 2A.506/2006 vom 8. August 2007 E. 3.1; zum gewerbsm�ssigen Betrug im Rahmen von Schneeballsystemen: vgl. u.a. das Urteil 6P.172/2000 vom 14. Mai 2001): Ein solches System spiegelt seinen Investoren vor, deren Verm�gen zu verwalten und zu vermehren, insbesondere durch lukrative B�rsengesch�fte. Es werden aussergew�hnlich hohe Renditen versprochen, gleichzeitig aber oft - damit eigentlich im Widerspruch - eine ebenso grosse, wenn nicht sogar absolute Sicherheit (vgl. u.a. StR 2003 359 Sachverhalt A.). In Wirklichkeit t�tigen die Betreiber des Systems aber nur in (sehr) geringem Ausmass Anlagegesch�fte, wenn �berhaupt, und verfahren zumindest schwerwiegend so, dass sie die den Kunden zugesprochenen und von diesen auch zur Auszahlung verlangten "Renditen" aus den �berlassenen Investitionen begleichen. Das geschieht namentlich dadurch, dass die Zahlungsforderungen der alten Kunden aus den Anlagegeldern neuer Klienten erf�llt werden (vgl. StE 2001 B 21.1 Nr. 10 E. 2 u. 5; StR 2003 353 E. 2.2; 2003 359 E. 2.2.1; Urteil 2A.613/2006 vom 8. August 2007 E. 3.1).
2.2 Die Y.________ AG nahm in den Jahren 2001 und 2002 von ca. 1'400 Kunden f�r ungef�hr 100 Mio. Fr. Anlagegelder entgegen. Noch am 19. Juni 2002 teilte der Verein zur Qualit�tssicherung im Bereich der Finanzdienstleistungen (VQF) der Gesellschaft den Beschluss �ber die Aufnahme in die Selbstregulierungsorganisation mit. Erst die Kontrollen vom 23. Oktober 2002 und insbesondere jene vom 31. Oktober 2002 brachten verschiedene gravierende Verletzungen der statutarischen Anforderungen an die Vereinsmitgliedschaft zutage. Gem�ss den polizeilichen Ermittlungen bestanden allenfalls ab November 2002 Unsicherheiten �ber die Zahlungsbereitschaft. Am 2. Dezember 2002 wurde der Betreiber verhaftet und am 23. November 2003 der Konkurs er�ffnet. Die Konkursdividende d�rfte sich auf �ber 60 Prozent belaufen (vgl. u.a. das Urteil 2A.613/2006 E. 3.2).
Betr�gerische Schneeballsysteme geben namentlich zu der Frage Anlass, inwiefern die den Anlegern zugesprochenen Renditen als steuerbare Verm�gensertr�ge (vgl. Art. 16 Abs. 1 u. 20 Abs. 1 DBG; damit �bereinstimmend: � 18 Ziff. 1 u. � 22 Ziff. 1 des thurgauischen Gesetzes �ber die Staats- und Gemeindesteuern vom 14. September 1992, [StG/TG], sowie Art. 7 Abs. 1 StHG) einzustufen sind. Das ist nur dann m�glich, wenn diese Ertr�ge sich auch effektiv realisiert haben:
3.1 Allgemein sind Eink�nfte dann als zugeflossen und damit als erzielt zu betrachten, wenn der Steuerpflichtige Leistungen vereinnahmt oder einen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, �ber den er tats�chlich verf�gen kann. In der Regel wird bereits der Forderungserwerb als einkommensbildend betrachtet, sofern die Erf�llung nicht als unsicher erscheint. Nur unbedingte Leistungsanspr�che k�nnen als realisiertes Einkommen betrachtet werden. Bei Eink�nften aus Kapitalverm�gen wird grunds�tzlich auf den Zeitpunkt der F�lligkeit der Leistung abgestellt (vgl. BGE 113 Ib 23 E. 2e S. 26; ASA 66 377 E. 4a u. 66 554 E. 5d, 65 733 E. 3b u. 62 705 E. 7b; StE 2003 B 21.1 Nr. 11 [Urteil 2P.233/2002] E. 3.2; 2000 B 72.13.1 2 E. 2b/ff.; StR 2003 359 E. 2.1; 2000 500 E. 2a).
3.2 F�r die Beurteilung betr�gerischer Schneeballsysteme hat sich die Praxis auf die eben genannten allgemeinen Grunds�tze zur Einkommensrealisierung gest�tzt. Demgem�ss hat sie nicht nur die effektiv ausbezahlten Betr�ge, sondern auch die blossen Gutschriften als steuerlich erfassbar eingestuft. Denn aufgrund dieser Gutschriften k�nnen die Anleger �ber ihren Anspruch auf den Verm�genszuwachs verf�gen, entweder indem sie sich die ihnen best�tigten Ertr�ge auszahlen oder sie aber f�r zus�tzliche Anlagen im System stehen lassen. Auch im weiteren �berlassen des Guthabens liegt ein erkennbarer Verf�gungswille der Anleger. Das gilt zumindest dann, wenn ihre Anspr�che im fraglichen Zeitpunkt (noch) nicht unsicher sind. Von einer solchen Unsicherheit ist solange nicht auszugehen, als Gutschriften ausbezahlt werden, wenn die Anleger es fordern, d.h. nicht anzunehmen ist, dass die verlangte Auszahlung des Guthabens verweigert worden w�re. Dabei gilt eine individuelle, auf den konkreten Anleger und seine Forderung(en) im Zeitpunkt der F�lligkeit ausgerichtete Betrachtungsweise (vgl. ASA 66 377 E. 4d; StE 2001 B 21.1 Nr. 10 E. 3; 2003 B 21.1 Nr. 11 [Urteil 2P.233/2002] E. 2.3; StR 2003 359 E. 2.2.2; Urteil 2P.300/2003 vom 14. Januar 2005 E. 2.1 u. 2.4.1.2 sowie 2A.589/2003 vom 14. Januar 2005 E. 2.1).
3.3 Die bundesgerichtliche Praxis zur Realisierung von Verm�gensertr�gen in Schneeballsystemen ist in der Lehre kritisiert worden (vgl. insb. URS R. BEHNISCH, Die steuerrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 2001, ZBJV 2003 878 ff.; MARKUS REICH, Entwicklungen im Steuerrecht, SJZ 2002 260 f.; MADELEINE SIMONEK, Die steuerrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 2001, ASA 72 10 ff.; ROBERT WALDBURGER, Rechtsprechung im Jahr 2001, FStR 2002 139 ff.; MARKUS WEIDMANN, Realisation und Zurechnung des Einkommens, FStR 2003 83 ff.). Diese Kritik ist in den verschiedenen Verfahren vor Bundesgericht immer wieder von den besteuerten Pflichtigen aufgegriffen worden, so auch hier. Dabei stehen zwei Argumente im Vordergrund:
3.3.1 Der grundlegende Einwand lautet, soweit ein Schneeballsystem betrieben werde, k�nne gar nicht erst von Verm�gensertr�gen gesprochen werden. Die bloss gutgeschriebenen, nicht aber ausbezahlten "Renditen" m�ssten als rein fiktiv eingestuft werden, w�hrend die tats�chlich ausgerichteten "Ertr�ge" in Wirklichkeit nichts anderes als Anlagegelder der gleichen oder anderer Investoren darstellten, die einfach umverteilt w�rden, ohne dass irgendein Mehrwert geschaffen werde. Weder im einen noch im anderen Fall liege ein steuerlich erfassbarer Verm�gensertrag vor.
3.3.2 In diesem Zusammenhang wird - u.a. auch hier - darauf hingewiesen, dass die Konkursverwaltungen regelm�ssig von der eben genannten blossen Umverteilung der Grundinvestitionen ausgehen. Dementsprechend wird im jeweiligen Kollokationsplan nur eine Forderung in der H�he des einbezahlten Kapitals (ohne Zinsen) zugelassen: Einerseits werden die schon erhaltenen Auszahlungen von den urspr�nglichen Anlagegeldern abgezogen und nur noch die dar�ber hinausgehenden Restforderungen anerkannt. Andererseits wird die Kollokation f�r alle bloss gutgeschriebenen, nicht aber ausbezahlten Renditen (und allenfalls Provisionen) verweigert, weil es sich dabei um Anspr�che ohne zivilrechtliche Rechtsgrundlage handle.
3.4 Trotz dieser Kritik hat das Bundesgericht bislang an seiner Rechtsprechung festgehalten und eine Unsicherheit der Forderungen gegen�ber Schneeballsystemen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen angenommen. Diese sind hier nicht erf�llt. Daran verm�gen auch die vom Beschwerdef�hrer vorgebrachten Argumente nichts zu �ndern:
3.4.1 Entgegen dem ersten Einwand (vgl. oben E. 3.3.1) kann nicht allgemeing�ltig gesagt werden, in einem betr�gerischen Schneeballsystem m�ssten die bloss gutgeschriebenen Renditen als fiktiv betrachtet werden. Das trifft insbesondere dann nicht zu, wenn die Gutschrift gegen�ber einem Anleger erfolgt, der den ihm best�tigten Ertrag zuerst (eine gewisse Zeit lang) stehen gelassen und zum Kapital geschlagen hat, sich dann aber noch rechtzeitig, vor dem Zusammenbruch des Systems, sowohl seine urspr�ngliche Investition als seinen gesamten Verm�genszuwachs hat auszahlen lassen (vgl. u.a. das Urteil 2P.300/2003 E. 2.4.1.1). Genauso wenig erweist es sich in steuerrechtlicher Hinsicht als zutreffend, dass ein Schneeballsystem bloss die Grundinvestitionen umverteile, weshalb von einem realisierten Verm�gensertrag gar nicht erst gesprochen werden k�nne. Vielmehr tritt bei der besagten Investorenkategorie, welche die Ertr�ge zuerst hat "stehen" lassen und sie dann doch noch rechtzeitig zur Auszahlung angefordert hat, eine tats�chliche, nicht nur potentielle oder gutgeschriebene Bereicherung ein. Das steht im Einklang mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit sowie mit demjenigen der sogenannten steuerlichen Wertneutralit�t. Danach ist bei einem real zugeflossenen Einkommen, �ber das in Wirklichkeit verf�gt worden ist, nicht mehr zwischen illegalen und erlaubten Gesch�ften zu unterscheiden. Sogar die zivilrechtliche Unverbindlichkeit des Grundgesch�fts kann nicht dazu f�hren, dass die fraglichen Einkommenszufl�sse einfach als ungeschehen zu w�rdigen w�ren, soweit die Besteuerung an Guthaben ankn�pft, denen eine tats�chliche Bereicherung zugrunde liegt (vgl. StE 2001 B 21.1 Nr. 10 E. 4, 2003 B 21.1 Nr. 11 [Urteil 2P.233/2002] E. 2.3, 2.5 u. 2.6.2; StR 2009 605 E. 3.4; RDAF 2002 II 253 E. 7; Urteil 2A.613/2006 E. 3.1; im Gegensatz dazu z.B. die gesetzliche Ordnung im Bereich der Spielbanken: BGE 136 II 149 E. 5.1 S. 157 f. sowie das Urteil 2C_520/2009 E. 2.4.3).
Ebenfalls nicht zu �berzeugen vermag der weitere Einwand, wenn eine Vielzahl von Anlegern gleichzeitig auf ihrem Recht auf Auszahlung beharrt h�tten, w�ren ihnen mit Sicherheit ihre Anspr�che nicht befriedigt worden, da der Anlagebetr�ger gar nicht �ber die n�tige Liquidit�t verf�gt habe (vgl. StE 2003 B 21.1 Nr. 11 [Urteil 2A.181/2003] E. 2.4 mit Hinweisen). Dieses Pauschalargument l�sst u.a. zwei wesentliche Merkmale betr�gerischer Schneeballsysteme ausser Acht: Einerseits wird verkannt, welches Einlagevolumen solche Systeme regelm�ssig anzulocken verm�gen (z.B. rund 200 Mio. Fr. an entgegengenommenen Geldern, vgl. StR 2003 353 E. 2.2 u. ASA 66 377 E. 2a; in einem anderen Fall sogar europaweit zwischen 1 und 2 Mia. Franken, vgl. StR 2003 359 Sachverhalt A.; hier: ca. 100 Mio. Fr., siehe oben E. 2.2). Andererseits tritt die Situation, dass s�mtliche Anleger (oder zumindest ein Grossteil unter ihnen) gleichzeitig ihre Gewinne und Guthaben ausbezahlt bzw. zur�ckerstattet haben wollen, bei Schneeballsystemen regelm�ssig erst dann ein, wenn das System am Zusammenbrechen ist (vgl. Urteil 2A.589/2003 E. 2.2.2.2). Aus beiden Gr�nden verbleiben bis kurz vor dem (in der Regel pl�tzlichen) Ende oft betr�chtliche Geldsummen im System (vgl. u.a. ASA 66 377 E. 4c). Das ist insbesondere so, wenn das System nicht unmittelbar unter dem Ansturm der R�ckzahlung fordernden Gl�ubiger zusammenbricht, sondern - wie hier - aus einem anderen Grund (vgl. dazu schon StE 2001 B 21.1 Nr. 10 E. 5): Laut Polizeibericht w�re die Y.________ AG bei der Einstellung der Gesch�ftst�tigkeit noch �ber l�ngere Zeit in der Lage gewesen, aus den thesaurierten Kundenguthaben R�ckzahlungen vorzunehmen und h�tte sogar dann �ber gen�gend liquide Mittel verf�gt, wenn eine Mehrheit von Anlegern gleichzeitig R�ck- oder Auszahlung verlangt h�tte (vgl. u.a. das Urteil 2A.613/2006 E. 3.2 ). Die Gutschrift f�r 2002 erfolgte gegen�ber dem Beschwerdef�hrer im Oktober 2002. Dann bestanden laut den genannten beh�rdlichen Ermittlungen noch keine Zahlungsschwierigkeiten (vgl. oben E. 2.2).
Aus all diesen Gr�nden ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschwerdef�hrer in den f�r die Steuerperioden 2001 und 2002 massgeblichen Zeitpunkten �ber die ihm gutgeschriebenen Renditen verf�gen konnte. Wenn er sie sich nicht auszahlen liess, sondern sie der Y.________ AG weiter zur Anlage anvertraute, so liegt darin eine Entscheidung, die dennoch als Realisierung und somit als einkommensbildend einzustufen ist.
3.4.2 Der Hinweis auf die Praxis der Konkursverwaltungen (vgl. oben E. 3.3.2) kann hier schon deshalb nicht entscheidend sein, weil - wie eben wieder hervorgehoben - der hier massgebliche Beurteilungszeitpunkt derjenige der Auszahlung(en) oder Gutschrift(en) ist, w�hrend die Konkursorgane von der Sachlage bei oder nach der Konkurser�ffnung ausgehen (vgl. u.a. das Urteil 2P.300/2003 E. 2.4.1.1 u. 2.4.2.3).
Die Konkurser�ffnung kann hier nur insofern von Belang sein, als sie den Ausgangspunkt f�r die r�ckw�rts zu berechnende einj�hrige Verdachtsperiode der sog. Schenkungspauliana von Art. 286 SchKG bildet: Alle Gutschriften mit F�lligkeit in dieser Jahresfrist m�ssen praxisgem�ss als unsicher und somit nicht einkommensbildend eingestuft werden (vgl. StE 2003 B 21.1 Nr. 11 [Urteil 2A.181/2003] E. 2.3; StR 2003 353 E. 3.3 u. 3.4; siehe auch das Urteil 2A.613/2006 E. 3.2). Im Fall der Y.________ AG erfolgte die Konkurser�ffnung am 23. November 2003, die letzte Gutschrift zugunsten des Beschwerdef�hrers jedoch im Oktober 2002. Die Verdachtsperiode bleibt deshalb ohne Auswirkung auf die steuerrechtliche Beurteilung. F�r beide Perioden 2001 und 2002 ist somit von einem realisierten Einkommen auszugehen.
Der vorliegende Fall gibt jedoch Anlass dazu, unter dem Gesichtspunkt des Nachsteuerverfahrens eine weitere Frage zu pr�fen, auch wenn diese weder vom Beschwerdef�hrer noch von den anderen Verfahrensbeteiligten aufgeworfen worden ist (vgl. oben E. 1.3). Art. 151 Abs. 1 DBG hat folgenden Wortlaut: "Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbeh�rde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskr�ftige Veranlagung unvollst�ndig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollst�ndige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die Steuerbeh�rde zur�ckzuf�hren, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert." (vgl. auch die praktisch gleich lautenden Bestimmungen von � 204 Ziff. 1 StG/TG u. Art. 53 Abs. 1 StHG). Im Einklang mit diesen Vorschriften kann eine Nachsteuer u.a. dann nicht erhoben werden, wenn keine neuen Tatsachen vorliegen, d.h. wenn die Steuerverwaltung schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren �ber die Tatsachen verf�gte, die es ihr erm�glicht h�tten, die nicht deklarierten, aber in Wirklichkeit realisierten Verm�gensertr�ge zu erfassen.
4.1 Nach Artikel 123 Absatz 1 DBG stellen die Veranlagungsbeh�rden zusammen mit dem Steuerpflichtigen die f�r eine vollst�ndige und richtige Besteuerung massgebenden tats�chlichen und rechtlichen Verh�ltnisse fest. Der Steuerpflichtige muss alles tun, um eine vollst�ndige und richtige Veranlagung zu erm�glichen (Art. 126 Abs. 1 DBG). Insbesondere muss er das Formular f�r die Steuererkl�rung wahrheitsgem�ss und vollst�ndig ausf�llen (Art. 124 Abs. 2 DBG). Demgegen�ber pr�ft die Veranlagungsbeh�rde die Steuererkl�rung und nimmt die erforderlichen Untersuchungen vor (Art. 130 Abs. 1 DBG). Die Beh�rde darf sich jedoch grunds�tzlich darauf verlassen, dass die Steuererkl�rung richtig und vollst�ndig ist. Eine Pflicht zu erg�nzender Untersuchung besteht erst dann, wenn die Deklaration Fehler enth�lt, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Nur solche augenf�lligen M�ngel begr�nden eine Verletzung der beh�rdlichen Untersuchungspflicht und bewirken, dass keine "neue Tatsachen" im Sinne von Art. 151 Abs. 1 DBG vorliegen, die ein Nachsteuerverfahren rechtfertigen w�rden (vgl. zum Ganzen u.a. StR 2006 442 E. 2; ASA 73 482 E. 3.3; Urteil 2A.706/2006 vom 1. M�rz 2007 E. 2.3; siehe dazu auch die damit �bereinstimmenden Bestimmungen im Harmonisierungsgesetz und im kantonalen Steuergesetz, namentlich Art. 42 u. 46 Abs. 1 StHG sowie � 154 ff. StG/TG).
4.2 Im Urteil 2C_557/2007 vom 21. Dezember 2007 ging es um Zinsertr�ge, die von einer Rentnerin nicht deklariert und einfach zum Kapital geschlagen wurden. Das Bundesgericht wertete das als eine in die Augen springende Falschdeklaration seitens der Pflichtigen, welche die Steuerbeh�rde bei geh�riger Sorgfalt schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu zus�tzlichen Abkl�rungen h�tte veranlassen m�ssen.
Auch hier deklarierte der Beschwerdef�hrer f�r die Steuerperiode 2001 im Wertschriftenverzeichnis ein Guthaben von Fr. 364'603.-- gegen�ber der Y.________ AG, ohne aber einen Bruttoertrag anzugeben. Diese Art der Deklaration f�r eine neu im Wertschriftenverzeichnis auftauchende Investition veranlasste die Steuerverwaltung zu keinerlei R�ckfragen oder weiteren Abkl�rungen. Ein solches Vorgehen seitens der Veranlagungsbeh�rde ist als ungew�hnlich einzustufen. Aufgrund von zwei besonderen Umst�nden kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Beh�rde die betreffenden Angaben noch nicht als geradezu in die Augen springende Falschdeklaration auffassen musste: Einerseits handelte es sich beim Beschwerdef�hrer nicht um einen betagten Rentner, sondern um einen erfahrenen Gesch�ftsmann. Andererseits gab er f�r sein Guthaben wohl keinen Nennwert an (was es nicht zuliess, auf einen Ertrag zu schliessen), wohl aber das Ausgabedatum "01", weshalb gegebenenfalls angenommen werden konnte, dass im Ausgabejahr noch keine Ertr�ge angefallen waren. F�r die Steuerperiode 2001 liegt somit noch keine Verletzung der beh�rdlichen Untersuchungspflicht vor, welche der Erhebung einer Nachsteuer entgegengestanden h�tte.
F�r die Steuerperiode 2002 deklarierte der Beschwerdef�hrer sein Guthaben gegen�ber der Y.________ AG nur noch mit einem pro-memoria-Wert von Fr. 1.-- und dem Vermerk: "Gesch�ftsf�hrer in Untersuchungshaft; Investition vermutl. verloren". In der Kolonne "Bruttoertrag 2002" setzte er Fr. 0.-- ein. Indem die Steuerverwaltung auch diese Angaben nicht hinterfragte und sie ungepr�ft in die ordentliche Veranlagung �bernahm, verletzte sie ihre beh�rdliche Untersuchungspflicht. Wenn schon ein betr�chtliches neues Guthaben, das auch nicht den geringsten Ertrag abgeworfen haben sollte, zu genaueren Abkl�rungen h�tte Anlass geben k�nnen, so dr�ngten sich solche Abkl�rungen sp�testens dann auf, als schon im n�chsten Jahr dasselbe Guthaben als vollumf�nglich verloren bezeichnet und zus�tzlich vermerkt wurde, der Investitionsverwalter befinde sich in Untersuchungshaft. Solche Informationen mussten zwar noch nicht zwangsl�ufig und spezifisch auf ein betr�gerisches Schneeballsystem schliessen lassen, zumindest aber auf einen untersuchungsbed�rftigen, je nachdem sogar rechtswidrigen Umgang mit dem betreffenden Betrag. Das gilt, auch wenn die Eidgen�ssische Steuerwaltung die Probleme rund um die Y.________ AG den kantonalen Steuerbeh�rden erst im Mai 2004 offiziell meldete und die ordentliche Veranlagung des Beschwerdef�hrers f�r 2002 schon im September 2003 er�ffnet wurde. Bei geh�riger Sorgfalt h�tte die Steuerbeh�rde nicht ohne jegliche Zusatzuntersuchung auf die genannten Angaben des Pflichtigen abstellen d�rfen. Sah sie pflichtwidrig davon ab, so kann dies mangels neuer Tatsachen nicht im Nachsteuerverfahren nachgeholt werden. Somit sind die Voraussetzungen f�r die Erhebung einer Nachsteuer hinsichtlich der Steuerperiode 2002 nicht erf�llt.
Nach dem Gesagten sind die Beschwerden teilweise gutzuheissen, soweit sie die Steuerperiode 2002 betreffen, in Bezug auf 2001 hingegen abzuweisen. Dementsprechend sind eine Neuveranlagung im Sinne der Erw�gungen sowie eine Neuverlegung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen im kantonalen Verfahren vorzunehmen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren kommt die Regelung gem�ss Art. 65 f. und 68 BGG zur Anwendung.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die direkte Bundessteuer wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2009 aufgehoben, soweit es die Steuerperiode 2002 betrifft, und im �brigen abgewiesen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die Staats- und Gemeindesteuern wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 2. Dezember 2009 aufgehoben, soweit es die Steuerperiode 2002 betrifft, und im �brigen abgewiesen.
Die Angelegenheit wird zur Neuveranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung und zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen im kantonalen Verfahren an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden zu einem F�nftel, d.h. mit Fr. 800.-- dem Beschwerdef�hrer und zu vier F�nfteln, d.h. mit Fr. 3'200.--, dem Kanton Thurgau auferlegt.
Der Kanton Thurgau hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.