Source: https://kanzlei-siegert-paar.de/nebenklage/
Timestamp: 2020-08-12 23:21:20
Document Index: 298174808

Matched Legal Cases: ['§ 395', '§ 395', '§ 396', '§ 397', '§ 472', '§ 397', '§ 397', '§ 401', '§ 402', '§ 105']

Nebenklage | KANZLEI SIEGERT-PAAR
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Als Fachanwalt für Versicherungsrecht, Verkehrsrecht und Strafrecht mit einer jahrzehntelangen Berufserfahrung im Bereich der Durchführung von Nebenverfahren verfügen wir über die passenden theoretischen und praktischen Erfahrungen für Sie!
Die Nebenklage gibt Ihnen als Geschädigten oder dessen Rechtsnachfolgers die Möglichkeit an der Anklage der Staatsanwaltschaft im Strafverfahren teilzunehmen und stellt neben der Privatklage eine Ausnahme von dem im Strafverfahren geltenden Strafverfolgungsmonopol des Staates, Offizialmaxime, dar, weshalb dieser Anschluss nur bei der Verfolgung bestimmter Straftaten zulässig ist, §§ 395 StPO.
Anders als bei der strafprozessualen Privatklage, bei der keine öffentliche Anklage vorliegt, schließt sich der Nebenkläger der Anklage der Staatsanwaltschaft an.
Hierdurch erhält der Geschädigte die Rolle eines Nebenklägers und damit spezielle Rechte, wie etwa die ständige Anwesenheit in der Hauptverhandlung sowie das Recht, Zeugen und den Angeklagten zu befragen.
Das Nebenklageverfahren hilft dabei der Verbesserung der Rechte des Geschädigten im Strafverfahren und gibt Ihnen die Gelegenheit, dem Straftäter nicht als Opfer gegenüberzutreten, was häufig der psychologischen Bewältigung der Folgen der Straftat dient.
Die Anschlusserklärung muss bei dem Gericht schriftlich eingereicht werden, § 396 I StPO, wobei Sie sich von uns als Fachanwalt für Strafrecht vertreten lassen können.
Ihnen kann auch durch das Gericht im Falle Ihrer Bedürftigkeit Prozesskostenhilfe gewährt werden oder bei besonders schwereren Straftaten nach § 397 a StPO ein Rechtsanwalt als Beistand beigeordnet werden.
Die Kosten dieses Rechtsanwalts werden im Falle der Verurteilung dem Angeklagten auferlegt, § 472 StPO.
Als Nebenkläger stehen Ihnen, ähnlich wie der Staatsanwaltschaft, eigene Verfahrensrechte zu, die in den §§ 397- 401 StPO geregelt sind.
Insbesondere dürfen Sie, auch wenn sie als Zeuge vernommen werden sollen, zur Anwesenheit in der Hauptverhandlung berechtigt.
Weiterhin haben Sie – unter den gesondert geregelten Voraussetzungen – wichtige Rechte wie zum Beispiel der Richterablehnung und Sachverständigenablehnung, ein Beweisantragsrecht und ein Fragerecht, § 397 Abs. 1 StPO.
Darüber hinaus können Sie unabhängig von der Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegen, § 401 Abs. 1 StPO, allerdings nicht in Bezug auf die Höhe des Strafmaßes.
Durch Widerruf des Nebenklägers sowie durch dessen Tod erlischt Ihre Anschlusserklärung, § 402 StPO.
Das Strafverfahren als solches wird dann ohne Beteiligung des Nebenklägers durch die Staatsanwaltschaft fortgeführt.
Im Verfahren gegen Heranwachsende ist die Nebenklage seit 2006 auch möglich, § 105 JGG.
Von der Nebenklage unterschieden werden muss das Adhäsionsverfahren.
Bei dem Adhäsionsverfahren geht es um die Geltendmachung zivilrechtlicher Schadensersatzansprüche aus der Straftat im Rahmen des Strafverfahrens, wofür noch einmal andere Grundsätze gelten.
Dies sind allgemeine Ausführungen, die eine konkrete Rechtsberatung im Einzelfall nicht ersetzten.