Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=22.06.2017&Aktenzeichen=13%20B%20238%2F17
Timestamp: 2018-04-25 01:31:05
Document Index: 396777077

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 123', '§ 123', '§ 123', '§ 113', '§ 113', 'Art. 2', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', '§ 113', 'EuG', '§ 43']

OVG Nordrhein-Westfalen, 22.06.2017 - 13 B 238/17 - dejure.org
Anlasslose Vorratsdatenspeichung vorerst gestoppt - wie geht es weiter?
Die Bundesnetzagentur setzt die Vorratsdatenspeicherung zumindest faktisch vorläufig außer Kraft
Die Vorratsdatenspeicherung muss zum 1. Juli umgesetzt werden - für europarechtswidrig erklärt worden
Ab dem 01.07.2017 geltende Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht
Vorratsdatenspeicherung ist europarechtswidrig - einstweilige Anordnung gegen Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung
heise.de (Pressemeldung, 22.06.2017)
heise.de (Pressebericht, 23.06.2017)
Umstrittene Vorratsdatenspeicherung: Der Eilantrag als Speicher-Blockade?
Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung vorerst ausgesetzt
spiegel.de (Pressebericht, 22.06.2017)
Vorratsdatenspeicherung: Münchner Provider muss vorerst keine Daten speichern
Deutsche Vorratsdatenspeicherung verletzt EU-Recht
Gesetzliche Verpflichtung zur Speicherung von Vorratsdaten verstößt gegen EU-Recht
Berlin: Bundesnetzagentur setzt nach Urteil Vorratsdatenspeicherung aus
Gesetz vor dem Aus?: Erster Provider wehrt sich erfolgreich gegen Vorratsdatenspeicherung
Todesstoß für die Vorratsdatenspeicherung
heise.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 28.06.2017)
noerr.com (Meldung mit Bezug zur Entscheidung)
Vorratsdatenspeicherung: Bundesnetzagentur stoppt nach OVG-Entscheidung den Vollzug
VG Köln - 9 K 3859/16 (anhängig)
VG Köln, 30.06.2017 - 9 L 2085/17
Siehe nur OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, UA S. 5 f.
Siehe nur OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, UA S. 6.
Siehe nur OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, UA S. 7.
Siehe nur OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, UA S. 7 f.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 - Juris Rn. 27 f.; Happ, in: Eyermann, Verwaltungsgerichtsordnung, 14. Auflage 2014, § 123 Rn. 23; Puttler, in: Sodan/Ziekow, Verwaltungsgerichtsordnung, 4. Auflage 2014, § 123 Rn. 42; Schoch, in: Schoch/Schneider/Bier, Verwaltungsgerichtsordnung, Loseblattsammlung, Stand: 26. Ergänzungslieferung März 2014, § 123 Rn. 50, 56 f.
Das Verwaltungsgericht hat den von der Antragstellerin begehrten Erlass einer einstweiligen Anordnung nach § 123 Abs. 1 Satz 1 VwGO, mit der diese in der Folge des Beschlusses des Senats vom 22. Juni 2017 zur Unionsrechtswidrigkeit der in § 113a Abs. 1 i.V.m. § 113b TKG in der Fassung von Art. 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten vom 10. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2218 ff.) geregelten Vorratsspeicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 - Juris, und unter Änderung ihres ursprünglichen Antrags nunmehr die vorläufige Feststellung begehrt, nicht verpflichtet zu sein, die in § 113b Abs. 2 Sätze 1 und 2 TKG und § 113b Abs. 3 Nr. 1 bis 3 TKG genannten Telekommunikationsverkehrsdaten ihrer Kunden, denen sie Zugang zu öffentlichen Telefondiensten bzw. den Internetzugang vermittelt, zu speichern, und auch die in § 113b Abs. 4 und 7 TKG sowie die in §§ 113c bis 113g TKG aufgeführten Pflichten nicht erfüllen zu müssen, zu Recht abgelehnt.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 - Juris Rn. 33.
vgl. zu diesem Maßstab OVG NRW, Beschluss vom 22.6.2017 - 13 B 238/17 -, K&R 2017, 597 = juris, Rn. 24 f., m. w. N.
Ein qualifiziertes Rechtschutzbedürfnis ist hingegen zu bejahen, wenn ohne die Inanspruchnahme vorbeugenden Rechtsschutzes die Gefahr bestünde, dass vollendete, nicht mehr rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen würden oder wenn ein nicht mehr wiedergutzumachender Schaden entstünde (vgl. OVG NRW, B. 22.6.2017 - 13 B 238/17 -, juris; OVG Lüneburg, B. v. 12.11.2012 - 13 ME 231/12 -, juris; U. v. 11.6.2010 - 11 ME 583/09 -, juris; BayVGH, B. v. 30.11.2010 - 9 CE 10.2468 - juris; OVG Berlin-Brandenburg, B. v. 2.12.2009 - 11 S. 81.08 - juris; OVG NRW, B. v. 1.8.2013 - 4 B 608/13 - juris; VG Düsseldorf, B. v. 15.9.2016 - 7 L 2411/16 -, juris).
Das OVG Münster hat daraufhin mit Beschluss vom 22.6.2017 (Az. 13 B 238/17, BeckRS 2017, 114873) für den dortigen Antragsteller im Wege der einstweiligen Anordnung die Verpflichtung zur anlasslosen Speicherung von Verkehrsdaten nach § 113b TKG bis zum rechtskräftigen Abschluss des Hauptsacheverfahrens vorläufig ausgesetzt, da die nationalen Regelungen zur Speicherpflicht gegen die europarechtlichen Vorgaben des EuGH in seinem Urteil vom 21.12.2016 verstoßen würden.
Wasserrecht, Straßenrecht, Straßenverkehrsrecht, Verwaltungsprozessrecht
Aber auch in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren kann grundsätzlich die vorläufige Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses im Sinne von § 43 Abs. 1 VwGO begehrt werden (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, juris m.w.N.).
Eine einstweilige Anordnung, die auf vorbeugenden Rechtsschutz gerichtet ist, verlangt daher ein qualifiziertes Rechtsschutzinteresse (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 22. Juni 2017 - 13 B 238/17 -, juris; OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 17. Juni 2013 - 1 M 59/13 -, juris;… Dombert in: Finkelnburg/Dombert/Külpmann, a.a.O., Rn. 104).