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Timestamp: 2020-04-03 05:35:27
Document Index: 396816198

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 4']

Steuer Check-up 2020 / 6.3 Berücksichtigung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Steuer Check-up 2020 / 6.3 Berücksichtigung von Verlusten aus Knock-out-Zertifikaten
Der BFH erkennt Verluste aus Knock-out-Zertifikaten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen steuerlich an (BFH, Urteil v. 20.11.2018, VIII R 37/15, BStBl 2019 II S. 507). Sinkt beispielsweise der Aktienkurs bei einem auf steigende Aktienkurse setzenden Knock-out-Zertifikat unter eine vereinbarte Schwelle, wird das Knock-out-Zertifikat wertlos. Der BFH bejahte im konkreten Fall die Verlustberücksichtigung unabhängig von der Einordnung des Knock-out-Zertifikats als Termingeschäft. Liege ein Termingeschäft vor, sei der Verlust gemäß § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG i. V. m. § 20 Abs. 4 Satz 5 EStG zu berücksichtigen. Sollten die Voraussetzungen eines Termingeschäfts dagegen nicht erfüllt sein, stelle der automatische Verfall des Knock-out-Zertifikats eine zu berücksichtigende "Einlösung" einer sonstigen Kapitalforderung nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG i. V. m. § 20 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 4 Satz 1 EStG dar.
Mit der durch die Einführung der Abgeltungsteuer neu gefassten Norm wollte der Gesetzgeber laut BFH sämtliche Vor- und Nachteile bei Termingeschäften, d. h. jedweden Ausgang eines Termingeschäfts erfassen. Wie beim Verfall von Optionen sei die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen auch dann um die Anschaffungskosten für die Zertifikate gemindert, wenn sie aufgrund des Eintritts der Knock-out-Schwelle automatisch verfallen und ausgebucht werden.
Das BMF schloss sich dem BFH an und passte sein Anwendungsschreiben v. 18.1.2016 (BStBl 2016 I S. 85) an. Sind bei einem Zertifikat im Zeitpunkt der Endfälligkeit keine Zahlungen vorgesehen, weil der Basiswert eine nach den Emissionsbedingungen vorgesehene Bandbreite verlassen hat, oder kommt es durch das Verlassen der Bandbreite zu einer (vorzeitigen) Beendigung des Zertifikats (z. B. Knock-out-Zertifikat) ohne weitere Kapitalrückzahlungen, liegt eine Einlösung und damit ein veräußerungsgleicher Tatbestand i. S. des § 20 Abs. 2 EStG vor. Die Anschaffungskosten des Zertifikats sind als Verlust zu berücksichtigen (neue Rz. 8a). Die angepasste Rz. 8a ist für die Kapitalertragsteuererhebung erstmals auf Kapitalerträge anzuwenden, die ab dem 1.1.2020 zufließen (BMF, Schreiben v. 16.9.2019, BStBl 2019 I S. 889).
Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Jahressteuergesetz 2019 wurde eine Einengung des Veräußerungsbegriffs entgegen der BFH-Rechtsprechung diskutiert, aber letztlich nicht in das Gesetz aufgenommen. Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zur Einführung einer Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen wurde die Einführung einer besonderen Verlustverrechnungsbeschränkung in § 20 Abs. 6 EStG aufgegriffen.
Leitsatz 1. Die einer Personengesellschaft entstandenen Schuldzinsen für ein Darlehen des Gesellschafters sind im Rahmen der Hinzurechnung gem. § 4 Abs. 4a EStG nicht zu berücksichtigen, soweit sie zugleich als Sondervergütung behandelt worden sind. 2. Dies ...