Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=01.09.2005&Aktenzeichen=2%20C%2024.04
Timestamp: 2019-06-19 14:05:47
Document Index: 28924574

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 33', '§ 40', 'Art. 3', 'Art. 33', '§ 40', 'Art. 3', 'Art. 33', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', 'Art. 3', '§ 11']

BVerwG, 01.09.2005 - 2 C 24.04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,617
BVerwG, 01.09.2005 - 2 C 24.04 (https://dejure.org/2005,617)
BVerwG, Entscheidung vom 01.09.2005 - 2 C 24.04 (https://dejure.org/2005,617)
BVerwG, Entscheidung vom 01. September 2005 - 2 C 24.04 (https://dejure.org/2005,617)
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GG Art. 3 Abs. 1, Art. 33 Abs. 5 BBesG § 40
Alimentation des barunterhaltsverpflichteten Beamten; Konkurrenz zwischen Familien-, Sozial- und Ortszuschlag für das dritte Kind.
Angestellter; Beamter; Besoldung; drittes Kind; entsprechende Leistung; Erhöhungsbetrag; Familie; Familienzuschlag; Höhe; kinderbezogener Zuschlag; Kindergeld; Mutterschaftszuschlag; Ortszuschlag; Scheidung; Sozialzuschlag; öffentlicher Dienst
Anspruch eiens Beamten auf erhöhten Familienzuschlag für das dritte Kind, wenn der geschiedene Ehegatte für dieses Kind den Ortszuschlag nach dem Tarifrecht der Angestellten des öffentlichen Dienstes erhält - Anspruch auf erhöhte Besoldung wegen des beim geschiedenen Ehegatten lebenden dritten Kindes - Familienzuschlag der Stufe vier - Alimentationsbedürfnis eines Beamten - Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Regelung der Beamtenbesoldung
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 33 Abs. 5; BBesG § 40
VG Saarlouis, 01.04.2003 - 3 K 97/02
OVG Saarland, 24.05.2004 - 1 R 18/03
Bei der Regelung der Beamtenbesoldung gemäß Art. 3 Abs. 1 GG und Art. 33 Abs. 5 GG kommt dem Gesetzgeber nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts ein verhältnismäßig weiter Gestaltungsspielraum zu, der nur überschritten wird, wenn die ungleiche Behandlung der geregelten Sachverhalte mit Gesetzlichkeiten, die in der Natur der Sache selbst liegen, und mit einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtungsweise nicht mehr vereinbar ist; mit anderen Worten, wo ein vernünftiger, einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung fehlt, es sich also um Regelungen handelt, die unter keinem sachlich vertretbaren Gesichtspunkt gerechtfertigt erscheinen, so dass die Unsachlichkeit der getroffenen Regelung evident ist (vgl. etwa BVerfG NVwZ-RR 2004, 1 f. und BVerfG FamRZ 1986, 335; BVerwG NVwZ 2006, 352 Rn. 21 f.).
Denn das Alimentationsprinzip gebietet dem Dienstherrn nicht, jegliche finanziellen Belastungen auszugleichen, die durch familiäre Friktionen auftreten (BVerwG NVwZ 2006, 352 Rn. 28; BVerfGE 53, 257, 306 ff.).
Die sich daraus ergebenden Unebenheiten und Härten müssen hingenommen werden, sofern sich für die Gesamtregelung ein vernünftiger Grund anführen lässt (stRspr; vgl. nur BVerfG, Beschlüsse vom 4. April 2001 - 2 BvL 7/98 - BVerfGE 103, 310 und vom 6. Mai 2004 - 2 BvL 16/02 - BVerfGE 110, 353 ; BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 33 Rn. 22 m.w.N.).
Der familienbezogene Zweck der Zulagen gemäß § 40 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 BBesG rechtfertigt es, dass derselbe Tatbestand, nämlich die Ehe oder die Betreuung von Kindern, nur einmal berücksichtigt wird, auch wenn beide Ehegatten/Elternteile besoldungsberechtigt sind (vgl. Urteil vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - ).
Auch wenn der Gesetzgeber bei der Regelung der Beamtenbesoldung einen weiten Gestaltungsspielraum hat (vgl. zuletzt Urteil vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - m.w.N. ), ist er gehalten, sachfremde Erwägungen und widersprüchliche Regelungen zu vermeiden.
§ 40 Abs. 5 und 6 BBesG enthalten wie ihre bis zum Inkrafttreten des Dienstrechtsreformgesetzes vom 24. Februar 1997 (BGBl. I S. 322) geltenden inhaltsgleichen Vorgängervorschriften des § 40 Abs. 6 und 7 BBesG a.F. Regelungen, die verhindern sollen, dass zwei an sich zuschlagsberechtigte Elternteile jeweils vergleichbare kinderbezogene Familienzuschläge aus öffentlichen Kassen erhalten (Urteile vom 27. August 1992 - BVerwG 2 C 41.90 - Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 26, vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 33 und vom 29. September 2005 - BVerwG 2 C 44.04 - BVerwGE 124, 227 = Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 34).
Dabei soll der kinderbezogene Anteil am Familienzuschlag demjenigen im öffentlichen Dienst Beschäftigten zustehen, der die Betreuungsleistungen für das Kind tatsächlich übernommen hat (BVerfG, Kammerbeschluss vom 19. November 2003 - 2 BvR 1476/01 - NVwZ 2004, 336; BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 a.a.O.).
Von einer Doppelzahlung kinderbezogener Vergütungsteile, die § 40 Abs. 5 Satz 1 Halbs. 2 BBesG vermeiden will, kann allerdings nur dann die Rede sein, wenn die Entgeltbestandteile dem durch den Leistungszweck, die Leistungsvoraussetzungen und die Leistungsmodalitäten bestimmten Charakter des Familienzuschlags entsprechen (Urteil vom 1. September 2005 a.a.O.).
Um dem Familienzuschlag zu entsprechen, müssen die zu vergleichenden Leistungen nicht in allen Einzelheiten deckungsgleich sein, insbesondere nicht dieselbe Höhe aufweisen (Urteil vom 1. September 2005 a.a.O.).
Hinzu kommt, dass auch der Vortrag des Klägers im Revisionsverfahren keinen Anlass gibt, von der verfassungsrechtlichen Würdigung des Senats im Urteil vom 1. September 2005 (a.a.O.) abzuweichen.
Dass der Senat in dem Urteil vom 1. September 2005 (a.a.O.) zwischen dem Zuschlag nach dem BAT und dem Familienzuschlag nach dem Bundesbesoldungsgesetz eine strukturelle Übereinstimmung angenommen, an anderer Stelle indes die Verschiedenartigkeit der Vergütungssysteme betont hat, ist kein Widerspruch.
Sinn und Zweck dieser Regelungen ist es, zu verhindern, dass derselbe Bedarf aus öffentlichen Kassen doppelt abgegolten wird (vgl. BTDrucks 7/4127, S. 40 sowie Urteil vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 33 Rn. 15).
Die zugrunde liegende typisierende Betrachtungsweise, wonach in der Mehrzahl der ehelichen Haushalte Kinder aufwachsen, ist angesichts des anerkannt weiten Spielraums des Gesetzgebers im Besoldungsrecht nicht beanstandet worden (vgl. Urteil vom 1. September 2005 - BVerwG 2 C 24.04 - Buchholz 240 § 40 BBesG Nr. 33 Rn. 21).
46 vgl. BVerwG, Urteile vom 19. Februar 2009 - 2 C 107.07 -, NVwZ-RR 2009, 607 = juris Rn. 11, vom 29. September 2005 - 2 C 44.04 -, BVerwGE 124, 227 = juris Rn. 9, und vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, NVwZ 2006, 352 = juris Rn. 15.
48 vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, a. a. O., juris Rn. 24.
158 vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, a. a. O., juris Rn. 20 ff.
160 vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, a. a. O., juris Rn. 25; OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 26. Februar 2009 - 3 LB 12/07 - juris Rn. 30.
162 vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, a. a. O., juris Rn. 28, bestätigt durch BVerwG, Beschlüsse vom 24. September 2009 - 2 B 50.09 -, juris Rn. 5, und vom 19. Februar 2009 - 2 C 107.07, a. a. O., Rn. 18. I. E. auch BVerwG, Urteil vom 27. August 1992 - 2 C 41.90 -, NJW 1993, 1410 = juris Rn. 20 ff.
166 vgl. BVerfG, Beschluss vom 30. März 1977 - 2 BvR 1039/75, 2 BvR 1045/75 - a. a. O., Rn. 46; BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, a. a. O., juris Rn. 28; OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 26. Februar 2009 - 3 LB 12/07 - juris, Rn. 32.
Ebenso kommt es auf die Bezeichnung der Leistung nicht an (…vgl. GKÖD, K § 40, Rdnr. 133 m.w.N.; BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 - 2 C 24.04 -, NVwZ 2006, 352, jeweils m.w.N.).
Danach verfolgten nämlich beide Zuschläge dasselbe sozialpolitische Ziel, hatten eng aneinander angelehnte Leistungsvoraussetzungen und wurden jeweils monatlich gezahlt (vgl. im Einzelnen: BVerwG vom 1. September 2005, a.a.O. sowie unter Bestätigung dieser Rechtsprechung Urteil vom 19. Februar 2009 - BVerwG 2 C 107.07 -).
Dies zeigt, dass Unterschiede hinsichtlich der Höhe der Zahlungen kein Kriterium sind, um eine entsprechende Leistung im Sinne des § 40 Abs. 5 BBesG auszuschließen (vgl. auch hierzu BVerwG, Urteil vom 1. September 2005 a.a.O.).
Dem Besoldungsgesetzgeber kommt nach ständiger Rechtsprechung gemäß Art. 3 Abs. 1 und 33 Abs. 5 Grundgesetz - GG - ein verhältnismäßig weiter Gestaltungsspielraum zu (vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005, a.a.O. mit Hinweis auf BVerfGE 8, 1 sowie BVerfGE 81, 363).
Das Alimentationsprinzip gebietet dem Dienstherrn nämlich nicht, alle finanziellen Belastungen auszugleichen, die durch solche familiären Besonderheiten auftreten können (BVerwG, Urteil vom 1. September 2005, a.a.O.).
Im Übrigen wäre selbst bei einer Weiterzahlung der kinderbezogenen Familienzuschläge an den geschiedenen Beamten nicht zwangsläufig sicher gestellt, dass diese über entsprechend höhere Unterhaltszahlungen tatsächlich ungeschmälert den Kindern zugute kämen (vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 2005, a.a.O.).
Besitzstandszulage; Besoldung; Familienzuschlag; kinderbezogene …
BVerwG, 19.08.2009 - 2 B 14.09
Besitzstandszulage; Entgeltbestandteil; Familienzuschlag; Ortszuschlag; …
LAG Sachsen, 08.08.2008 - 3 Sa 700/07
Besitzstandszulage für kinderbezogenen Anteil im Ortszuschlag
LAG Sachsen, 08.08.2008 - 3 Sa 700/08
Kinderbezogener Anteil im Ortszuschlag; Besitzstandszulage des § 11 TVÜ-Bund als …
BVerwG, 20.08.2009 - 2 B 18.09
Auswirkungen - weitere Beschwerde - Berechtigung - Kind - öffentlicher Dienst
BVerwG, 20.08.2009 - 2 B 17.09
BVerwG, 20.08.2009 - 2 B 16.09
Besitzstand; Bestandsschutz; Familienzuschlag; Tarifbeschäftigter; Tarifvertrag; …