Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.03.2010&Aktenzeichen=5%20StR%20556%2F09
Timestamp: 2019-06-25 08:53:35
Document Index: 365977471

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 18', '§ 54', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', '§ 54', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.03.2010 - 5 StR 556/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,5215
BGH, 23.03.2010 - 5 StR 556/09 (https://dejure.org/2010,5215)
BGH, Entscheidung vom 23.03.2010 - 5 StR 556/09 (https://dejure.org/2010,5215)
BGH, Entscheidung vom 23. März 2010 - 5 StR 556/09 (https://dejure.org/2010,5215)
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Bemessung der Jugendstrafe (schädliche Neigungen; Schwere der Schuld); Urteilsgründe
§ 17 Abs 2 JGG, § 18 Abs 3 JGG, § 54 JGG
Jugendstrafverfahren: Bemessung der Jugendstrafe bei schwerer Schuld und erheblichem Therapie- und Erziehungsbedarf
Abwägungskriterien für eine Änderung der Höhe einer verhängten Jugendstrafe bei einer Revision; Relevanz der Erziehungswirksamkeit einer Sanktion für die Strafzumessung
LG Dresden, 15.12.2009 - 307 Js 3433/09
Erziehungsgedanke und Schuldausgleich stehen dabei in der Regel miteinander in Einklang, da die charakterliche Haltung und das Persönlichkeitsbild, wie sie in der Tat zum Ausdruck gekommen sind, nicht nur für das Erziehungsbedürfnis, sondern auch für die Bewertung der Schuld von Bedeutung sind (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschl. v. 6. Mai 2013 - 1 StR 178/13, NStZ 2013, 658, 659; Urt. v. 23. März 2010- 5 StR 556/09, NStZ-RR 2010, 290 f.).
Damit hat es ohne Rechtsfehler den äußeren Unrechtsgehalt der Tat bzw. der Taten lediglich insoweit zum Ausgangspunkt für die Beurteilung des jugendspezifisch zu bestimmenden Schuldgehalts gemacht, als sich aus ihm Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Täters und die Höhe seiner Schuld gewinnen lassen (st. Rspr.; siehe nur BGH, Urteil vom 23. März 2010 - 5 StR 556/09, NStZ-RR 2010, 290, 291; Beschluss vom 25. Oktober 2011 - 3 StR 353/11, NStZ 2012, 164;… weit. Nachw. bei Radtke in Münchener Kommentar zum StGB, Band 6, 2. Aufl., 2013, JGG § 17 Rn. 64).
Erziehungsgedanke und Schuldausgleich stehen dabei in der Regel miteinander in Einklang, da die charakterliche Haltung und das Persönlichkeitsbild, wie sie in der Tat zum Ausdruck gekommen sind, nicht nur für das Erziehungsbedürfnis, sondern auch für die Bewertung der Schuld von Bedeutung sind (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschl. v. 6. Mai 2013 - 1 StR 178/13, NStZ 2013, 658, 659; Urt. v. 23. März 2010 - 5 StR 556/09, NStZ-RR 2010, 290 f.).
Das Landgericht hat es aber versäumt, die für die Annahme der Notwendigkeit einer derartigen Therapie bestimmenden Anknüpfungstatsachen mitzuteilen (zu den besonderen Darlegungsanforderungen des § 54 Abs. 1 JGG s. BGH, Beschluss vom 2. Dezember 1992 - 3 StR 521/92, StV 1993, 531; Urteil vom 23. März 2010 - 5 StR 556/09, NStZ-RR 2010, 290; jeweils mwN).
Die Verhängung einer Strafe im oberen Bereich des zur Verfügung stehenden Strafrahmens bis zu 10 Jahren Jugendstrafe fußt dabei nicht nur auf dem gewichtigen Erziehungsgedanken, sondern hat bei einer Straftat wie der vorliegenden auch dem Erfordernis eine gerechten Schuldausgleichs Rechnung zu tragen (vgl. dazu BGH NStZ 2007, 522; BGH, 5 StR 556/09 vom 23. März 2010).