Source: https://www.energieverbraucher.de/de/site__754/?contId=18246
Timestamp: 2020-07-14 19:55:51
Document Index: 361101023

Matched Legal Cases: ['§ 62', '§ 5', '§ 4', '§ 41', 'BGH', '§ 49', 'BGH', 'BGH']

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News zum Thema Sonnenstrom
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Auf dem Weg zum Prosumer: Strom selbst erzeugen und Energiekosten senken
Für Hausbesitzer kommt Strom nicht mehr einfach nur „aus der Steckdose“, sondern immer häufiger auch aus einer PV-Anlage vom Dach oder aus einer stromerzeugenden Heizung. Das ist nicht nur im Sinne der Energiewende eine positive Entwicklung, sondern auch im Hinblick auf stetig steigende Strompreise. Doch der Gesetzgeber bremst mit Bürokratie.
(17. März 2020) Was heute kaum noch jemand weiß: Die solare Energiewende begann im Jahr 1990 nicht mit der Netzeinspeisung von Solarstrom, sondern mit dem Eigenverbrauch aus PV-Anlagen. Im Rahmen des „1.000-Dächer-Programms“ wurden bis zum Jahr 1995 ganze 1.932 PV-Anlagen errichtet, die bereits damals mit einem Erzeugungszähler, einem Einspeisezähler und einem Bezugszähler ausgestattet waren (Details zur Messung siehe ED 1/20 S.31).
Zu Beginn gab es nicht mal eine Einspeisevergütung. Nur die Installation der Anlagen durch die damaligen Pioniere der Energiewende wurde mit 70 Prozent der Baukosten bezuschusst. Erst mit dem Stromeinspeisegesetz im Jahr 1991 wurde auch eine Einspeisevergütung von damals rund 19 Pfennig/kWh eingeführt. Danach geriet der Eigenverbrauch in Vergessenheit: Das 100.000-Dächer-Programm ab 1999 und das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) förderten nur die Stromeinspeisung mit rund 1 DM/kWh über 20 Jahre. Die ersten dieser Anlagen fallen daher zum 31. Dezember 2020 aus der Vergütung für die Volleinspeisung und werden dann voraussichtlich zum Großteil auf einen vorrangigen Eigenverbrauch umgerüstet.
Vorreiter der Energiewende: Zusätzlich zum Wärmeertrag aus einer Solarthermieanlage erntete Vereinsmitglied Thomas Reger mit drei Photovoltaikanlagen (4,3 kWp Baujahr 2000, 2,1 kWp Baujahr 2004 und 1,2 kWp Baujahr 2010) im Jahr 2019 insgesamt 5.968 kWh Sonnenstrom. Das im Heizungskeller stehende BHKW vom Typ „Dachs“ mit 5,3 kW erzeugte letztes Jahr zusätzlich weitere 5.987 kWh Strom. Die Daten aller Anlagen sind in Echtzeit im Internet abrufbar: www.online-bhkw.de
Eigenverbrauch als Standardfall
Gut zehn Jahre nach dem Schwenk hin zur Volleinspeisung hat sich der Gesetzgeber mit dem EEG 2009 wieder an den Eigenverbrauch erinnert und diesen ebenfalls gefördert. Seither ist bei PV-Anlagen wieder der vorrangige Stromeigenverbrauch mit einer nachrangigen Überschusseinspeisung nur der Strommengen, die nicht selbst verbraucht werden können, der Standardfall. Aufgrund stetig sinkender Einspeisevergütungen bei gleichzeitig steigenden Strompreisen ist seit dem Jahr 2012 auch ohne eine Förderung der Eigenverbrauch günstiger als die Einspeisung von Strom. Inzwischen ist die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen bis 10kWp mit Inbetriebnahme ab März 2020 auf nur noch 9,58 Cent/kWh gesunken, während der Strompreis für einen Bezug aus dem Netz auf inzwischen durchschnittlich 31 Cent/kWh gestiegen ist (siehe ED 1/20 S. 4).
Prosumerbewegung
Kein Wunder also, dass immer mehr Hausbesitzer zumindest einen Teil ihres Stromverbrauches aus einer eigenen Erzeugung decken und sich damit ein Stück weit unabhängiger von den steigenden Energiepreisen machen wollen. Diese Emanzipierung der Energieverbraucher zu Eigenversorgern wird neudeutsch unter dem Begriff „Prosumer“ („Producer“ & „Consumer“) zusammengefasst. Eingedeutscht wird teilweise auch der Begriff „Prosument“ („Produzent“ & „Konsument“) verwendet. Diese Entwicklung der Energiewende „von unten“ und die dadurch steigende Unabhängigkeit der einstmals abhängigen Verbraucher stieß seitens der Stromkonzerne sowie Kraftwerksbetreiber freilich auf wenig Begeisterung und sorgt aufgrund deren Lobbyaktivitäten zu sich stark widersprechenden Förderungen und Restriktionen im Bereich der Stromeigenversorgung (siehe Kommentar in ED 1/20 S.24 „Der Staat als Handlanger des fossilen Lobbyismus“).
EEG-Umlage als Bremse für den Eigenverbrauch
Zu den staatlich geschaffenen Bremsen zählt die im August 2014 eingeführte EEG-Umlage auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom. Grundsätzlich unterliegen seitdem alle Eigenverbräuche – auch aus erneuerbaren Anlagen und im eigenen Haus – der EEG-Umlage, die eigentlich dazu dienen soll, genau diese Anlagen zu fördern. Das klingt nicht nur auf den ersten Blick paradox, es handelt sich auch bei näherer Betrachtung um einen waschechten Schildbürgerstreich. Für den „personenidentischen“ Eigenverbrauch aus kleinen Erzeugungsanlagen bis 10 kW Leistung gibt es jedoch wiederum eine Freigrenze von 10.000 kWh, die EEG-umlagefrei selbst verbraucht werden dürfen. Dabei ergeben sich in der Praxis viele Probleme. Bei BHKW ab 1,1 kW Leistung sowie PV-Anlagen ab 7,5 kWp ist es nicht ausgeschlossen, dass diese Anlagen mehr als 10.000 kWh im Jahr erzeugen. Erfolgt dann keine messtechnische Erfassung der genauen Eigenverbrauchsmenge (siehe „Klassische Überschusseinspeisungsmessung“ in ED 1/20 S. 31), kann bis zu 10 Jahre später eine Nachforderung der anteiligen EEG-Umlage ins Haus flattern. Die EEG-Umlage auf den personenidentischen Eigenverbrauch aus einer eigenen Erzeugungsanlage beträgt übrigens anteilig 40 Prozent der regulären EEG-Umlage – die wiederum derzeit 6,756 Cent/kWh beträgt – und wird vom örtlichen Verteilnetzbetreiber eingetrieben.
Leitfaden: Eigenversorgung und EEG-Umlage
Vorsicht bei Stromlieferungen
Befindet sich in einem Einfamilienhaus eine Einliegerwohnung oder handelt es sich um ein Zweifamilienhaus, dann ist eine Lieferung von Strom an die nicht vom Anlagenbetreiber genutzten Räumlichkeiten voll EEG-umlagepflichtig. Anders als beim Eigenverbrauch ist für die EEG-Umlage auf Stromlieferungen nicht der örtliche Verteilnetzbetreiber, sondern mit Tennet, Amprion, TransnetBW oder 50Hertz Transmission der übergeordnete Übertragungsnetzbetreiber zuständig. Eine besondere Herausforderung bei der Abgrenzung der Strommengen des EEG-umlagereduzierten oder EEG-umlagefreien Eigenverbrauchs und der voll umlagepflichtigen „Liefermenge“ ist die in § 62b Absatz 5 Satz 1 EEG gestellte Anforderung der „Zeitgleichheit“. Für eine messtechnisch einwandfreie Erfassung (siehe „Summenmessung mit EEG-Umlagen-Abgrenzung“ in ED 1/20 S. 31) sind fünf kompliziert verschaltete Stromzähler erforderlich.
Vom Prosumer zum Versorger
Neben der EEG-Umlagepflicht wird der Betreiber einer Eigenerzeugungsanlage bei einer Lieferung von Strom an andere Letztverbraucher rechtlich aber auch zu einem vollwertigen „Energieversorger“ im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie des Stromsteuergesetzes (StromStG). Solange der Anlagenbetreiber jedoch lediglich Strom innerhalb seiner Kundenanlage – daher zumeist seines Hauses – an andere Letztverbraucher liefert, befreit ihn § 5 EnWG zumindest von einer Anzeigepflicht der Tätigkeit als Energieversorger sowie den damit verbundenen umfangreichen Nachweispflichten. Gleiches gilt im Hinblick auf die normalerweise notwendige stromsteuerliche Versorgererlaubnis, zumindest, sofern die Eigenerzeugungsanlage nicht größer als 50 kW ist. Dennoch sind die gelieferten Strommengen, obwohl von der Stromsteuer befreit, möglicherweise nach § 4 Absatz 6 der Stromsteuer-Durchführungsverordnung jährlich dem Hauptzollamt zu melden. Ob dies wirklich notwendig ist, ist im Hinblick auf die komplizierte und mehrdeutige Paragraphenverflechtung noch nicht gerichtlich geklärt, sodass die Meldung derzeit wohl besser erfolgen sollte. Zu beachten hat ein Strom liefernder Anlagenbetreiber weiterhin bestimmte Anforderungen an die Stromlieferverträge mit seinen Letztverbrauchern sowie Transparenzpflichten bei der Erstellung von Stromrechnungen (siehe § 41 EnWG). Nicht selten belassen es Einfamilienhausbesitzer mit Einliegerwohnung oder Zweifamilienhausbesitzer im Hinblick auf diesen Bürokratiewahnsinn daher bei einem Eigenverbrauch für sich selbst, ohne eine Einliegerwohnung oder die zweite Haushälfte mit selbst erzeugtem Strom zu versorgen.
Mit dieser „einfachen“ Grafik erklärt die Bundesnetzagentur das Mieterstromprinzip des Mieterstromgesetzes. Nicht im Bild zu sehen sind die mit jedem abgebildeten Pfeil verbundenen bürokratischen Anforderungen.
Sonderfall Mehrfamilienhaus
Dasselbe gilt für Mehrfamilienhäuser und insbesondere Eigentümergemeinschaften. Wenn beispielsweise eine Eigentümergemeinschaft eine Erzeugungsanlage betreibt, dann liefert diese an die Wohnungen der einzelnen Eigentümer Strom. Diese Strommengen sind voll EEG-umlagepflichtig. Selbst wenn die Wohnungseigentümer eine Eigenversorgungs-GbR gründen, handelt es sich juristisch um eine umlagepflichtige Lieferung dieser GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) an die jeweiligen Eigentümer als natürliche Person. Die Anforderung der „Personenidentität“ von Anlagenbetreiber und Stromverbraucher für einen EEG-umlagereduzierten oder EEG-umlagefreien Eigenverbrauch ist dann nicht erfüllt. EEG-umlagebegünstigt wäre nur der Allgemeinstromverbrauch beispielsweise für die Heizungspumpen und die Treppenhausbeleuchtung. Insbesondere das sogenannte „GbR-Modell“ wurde jedoch häufig fälschlich für eine Möglichkeit gehalten, die EEG-Umlage zu umgehen und die betroffenen Eigentümergemeinschaften reagieren regelmäßig geschockt, wenn der Brief des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers mit einer Nachforderung für bis zu 10 Jahre bei der Hausverwaltung eingeht. Je nach Größe der Eigentümergemeinschaft und der Stromerzeugungsanlage handelt es sich oftmals schnell um gravierende Nachforderungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich.
Das erste Interesse von Wohnungseigentümergemeinschaften an einer Eigenstromversorgung ist häufig groß. Der hohe bürokratische Aufwand und die oftmals strittigen Fragen, wer die administrative Arbeit übernimmt, wer die Anlage finanziert, wer die Anlage betreibt und wem welcher Anteil am Gewinn aus der Anlage zustehen soll, lassen diese Projekte leider meist scheitern.
Um die Belastung von Stromlieferungen innerhalb von Mehrfamilienhäusern mit der EEG-Umlage zumindest teilweise zu kompensieren und auch Mieter an der Energiewende durch kleine dezentrale Erzeugungsanlagen teilhaben zu lassen, hat der Gesetzgeber im Juli 2017 mit dem „Mieterstromgesetz“ eine neue Förderung in das EEG aufgenommen. Der Bund der Energieverbraucher kritisierte das Gesetz bereits bei seiner Einführung als Bürokratiemonster, da es keine Vereinfachung bei der Umsetzung von Mieterstromprojekten bewirkt, sondern nur noch mehr bürokratische Hürden errichtet und keinen angemessenen Ausgleich zur EEG-Umlage bietet (siehe „Durchbruch per Gesetz?“). Der Mieterstromzuschlag beträgt derzeit je nach Anlagengröße 0,3 bis 1,5 Cent/kWh und wird für Stromlieferungen aus auf Wohngebäuden errichteten PV-Anlagen bis 100 kWp geleistet, sofern diverse bürokratische Anforderungen eingehalten werden, wie beispielsweise eine gesonderte Anmeldung sowie Berichterstattung, gesetzlich vorgegebene Vertragstexte für die Lieferverträge verwendet werden und der Strompreis maximal 90 Prozent vom Grundversorgertarif beträgt. Wie zu erwarten war, hat sich die Mieterstromförderung als Rohrkrepierer erwiesen. Wie dem im September 2019 veröffentlichten „Mieterstrombericht“ des Bundeswirtschaftsministeriums zu entnehmen ist, wurde bisher nur 1 Prozent des mit dem Gesetz vorgesehenen Mieterstromvolumens erreicht.
Krux mit der Strommessung
Auch im Bereich der Strommessung hat der Gesetzgeber den Eigenerzeugern in den letzten Jahren neue Steine in den Weg gelegt. Während früher Eigenerzeuger ihre Stromerzeugung und die Stromeinspeisung mit eigenen Zählern kostengünstig selbst messen durften, wurde diese Regelung mit Einführung des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) zum August 2016 ins Gegenteil verkehrt. Seitdem dürfen nur noch professionelle „Messstellenbetreiber“ Stromzähler zu Abrechnungszwecken betreiben. Diese Änderung betrifft sogar alle Bestandsanlagen. Für die Messung mit „modernen Messeinrichtungen“ dürfen die für die Messung zumeist grundzuständigen Verteilnetzbetreiber aufgrund einer gesetzlichen Preisobergrenze bis zu 20 Euro pro Jahr und Zähler berechnen. Bei Anlagen mit einer Erzeugungsleistung ab 7 kW sieht das MsbG zwingend die Installation von „Messsystemen“ vor. Mit dem zum Beginn des Jahres 2020 startenden Smart-Meter-Rollout werden die Kosten für die Messung entsprechend der dafür geltenden Preisobergrenze auf 100 Euro pro Jahr und Messsystem ansteigen. Auch bei Bestandsanlagen sollen bestehende Zähler in den kommenden Jahren zwangsweise durch die teuren Smart-Meter ersetzt werden. Bei der Planung einer neuen Eigenerzeugungsanlage sollten Hausbesitzer daher neben der 10-kWp-Grenze für die EEG-Umlage auch die neue 7-kWp-Grenze für die Smart-Meter-Zwangsinstallation im Blick behalten.
Moderne Stromzähler bieten aber auch Vorteile: Sie veranschaulichen die Stromerzeugung, den Strombezug aus dem Netz und die Überschusseinspeisung. Die Erträge einer PV-Anlage oder die Betriebszeiten einer stromerzeugenden Heizung lassen sich damit spielend im Blick behalten und man kann sein eigenes Verhalten der Verfügbarkeit von selbst erzeugtem Strom leicht anpassen. Sieht man beispielsweise, dass die stromerzeugende Heizung immer morgens gegen 5 Uhr den Betrieb aufnimmt und der Strom für fast keine Einspeisevergütung im Netz verschwindet, kann man mit der Zeitvorwahl des Geschirrspülers oder der Waschmaschine für eine Verlagerung des Stromverbrauches sorgen. So lässt sich leicht Geld sparen: Statt 30 Cent/kWh für den Bezug aus dem Netz kostet der Strom für die Maschine dann unter 10 Cent/kWh für die entgangene Einspeisevergütung bei einer PV-Anlage oder rund 4 Cent/kWh bei einer stromerzeugenden Heizung. Während für viele Verbraucher Smart-Meter ein kostenintensives Schreckgespenst sind, können Smart-Meter insbesondere bei Prosumern folglich durch den Informationsmehrwert einen echten Nutzen bringen.
Ein Smart-Meter kann Stromeigenproduktion, Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung anschaulich darstellen. So sieht man, wann wie viel Strom zur Verfügung steht und kann zeitvariable Verbraucher wie Spülmaschinen, Waschmaschinen sowie Trockner zielgerichtet einschalten und so eine Optimierung der Stromeigennutzung erzielen.
Wahl des Messstellenbetreibers
Auch wenn Eigenerzeugungsanlagenbetreiber ihre Stromzähler seit vier Jahren nicht mehr selbst betreiben dürfen, besteht wie bei der freien Energieversorgerwahl für Prosumer auch für den Messstellenbetreiber ein Recht zur freien Anbieterwahl. Neben dem grundzuständigen Netzbetreiber können Anlagenbetreiber auch einen freien, wettbewerblichen Messstellenbetreiber mit der Messung beauftragen. Ein echter Wettbewerb hat sich jedoch nur bei großen Anlagen eingestellt. Für kleine Erzeugungsanlagen bis etwa 100 kW mit einer sogenannten Standardlastprofilmessung gibt es mit dem Unternehmen „Discovergy“ nur einen dem Bund der Energieverbraucher bekannten und bundesweit tätigen, freien Anbieter. Andere Marken wie „ComMetering“ oder „Buzzn Metering“ erscheinen zwar am Markt, setzen aber auf Discovergy als tatsächlichen Messdienstleistungserbringer. Für Mitglieder im Bund der Energieverbraucher gewährt Discovergy seit fünf Jahren gut 20 Prozent Rabatt auf den laufenden Jahrespreis in Höhe von derzeit 100 Euro pro Zähler. Der bis auf Widerruf gewährte Mitgliederrabatt muss bei Auftragserteilung beansprucht werden. Mit zwei Zählern für die Erzeugungsmessung sowie Lieferung/Bezug zum Netz kommen allerdings auch 160 Euro pro Jahr zusammen, sodass Kosten und Nutzen vor einem Zähleranbieterwechsel im Einzelfall genau abgewogen werden sollten.
Neben dem Energieversorger und dem Messstellenbetreiber können Prosumer im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes auch den Abnehmer ihres eingespeisten Stroms inzwischen frei wählen. Dessen Vergütungszahlung ersetzt die gesetzliche Einspeisevergütung, die normalerweise der örtliche Verteilnetzbetreiber zahlt. Für größere Erzeugungsanlagen ab 100 kWp ist diese „Direktvermarktung“ inzwischen sogar obligatorisch. Für Strom aus PV-Anlagen unter 100 kWp und kleine stromerzeugende Heizungen interessiert sich jedoch kaum ein solcher „Direktvermarkter“, da sich der hohe Aufwand für kleine Strommengen nicht lohnt. Das seit April 2010 als Direktvermarkter für Kleinanlagen aktive Unternehmen „buzzn“ bot als einziger dem Bund der Energieverbraucher bekannte Direktvermarkter für Kleinanlagen lange Zeit eine um rund 1 Cent/kWh höhere Vergütung für kleine Einspeiser an. Inzwischen konzentriert sich auch dieser Direktvermarkter für Kleinstanlagen eher auf die Planung und Umsetzung lukrativerer Mieterstromprojekte. Für stromerzeugende Heizungen wird nur noch die gesetzliche Vergütung und für PV-Anlagen eine „sogar um max. 0,4 Cent/kWh“ höhere Vergütung angeboten – jeweils zuzüglich eines Bonus, wenn man lokale Stromkunden für den Anbieter wirbt. Demgegenüber steht ein Grundpreis in Höhe von 7 Euro pro Monat, sofern der „Stromgeber“ nicht bereits ein Smart-Meter von Discovergy besitzt. Damit lohnt sich die Direktvermarktung unterm Strich nur für kleine Stromerzeuger, die bereits über ein Smart-Meter verfügen.
Preiswert oder mit Stromspeicher?
Die Preise für PV-Anlagen sind mit inzwischen durchschnittlich nur noch rund 1.200 Euro pro installiertem Kilowatt Leistung für Anlagen der 10-kWp-Klasse sowie rund 1.500 Euro pro kWp bei kleineren Anlagen der 4-kWp-Klasse so günstig wie noch nie. Das bedeutet aber auch, dass die Margen für die Installateure von PV-Anlagen immer kleiner werden und daher inzwischen für gewöhnlich neben der preiswerten und oftmals sehr wirtschaftlichen PV-Anlage zusätzlich auch ein teurer Stromspeicher mit angeboten wird. Stromspeicher sind für Prosumer allerdings meist noch nicht wirtschaftlich, können aber dennoch ihren Besitzern das gute Gefühl größerer Unabhängigkeit von den großen Versorgern und unter bestimmten Voraussetzungen Zusatznutzen wie eine Ersatzstromversorgung bieten, sollte im öffentlichen Netz der Strom ausfallen. Der Trend zum teuren Solarspeicher des guten Gefühls wegen freut Hersteller und Installateure: Jede zweite neu errichtete PV-Anlage in Deutschland wird nach Zahlen des Bundesverbandes der Solarwirtschaft inzwischen mit einem Stromspeicher gekauft.
Stromspeicher oder eine größere Anlage?
Dazu eine kurze Rechnung: Bei einem Strombezugspreis von 30 Cent/kWh und einer Einspeisevergütung von 10 Cent/kWh beträgt der Eigenverbrauchsvorteil 20 Cent/kWh. Aus dieser Differenz muss sich ein Speicher – rein wirtschaftlich betrachtet – bezahlt machen. Kostet ein Speicher mit 10 kWh rund 10.000 Euro, so müsste der Speicher über eine zu erwartende Lebensdauer von 10 Jahren 50.000 kWh zwischenspeichern, um sich bezahlt zu machen. Das entspricht 5.000 kWh pro Jahr oder 13,7 kWh pro Tag – bei einem Speicher, der nur 10 kWh Kapazität hat. Hinzu kommt, dass die Effizienz der Stromspeicher zumeist nur rund 60 bis 80 Prozent beträgt. Das bedeutet: 20 bis 40 Prozent des eigentlichen gespeicherten Stroms geht verloren (siehe Erfahrungsbericht „Stromspeicher für die private Energiewende“). Auch die Lebensdauer ist zu berücksichtigen. Viele Wirtschaftlichkeitsberechnungen für eine Photovoltaikanlage plus Speicher gehen von unrealistischen 20 Jahren reibungslosem Betrieb ohne Reparaturen oder einen Akkutausch aus. Grundsätzlich ist es daher empfehlenswert, sich neben einem Angebot für eine PV-Anlage mit Speicher auch alternativ für eine größere PV-Anlage (maximal 10 kWp für einen EEG-umlagefreien Eigenverbrauch beziehungsweise unter 7 kWp für eine Vermeidung der Smart-Meter-Pflicht) einzuholen, genau zu vergleichen und einen Speicher gegebenenfalls später nachzurüsten. Die Preise für Stromspeicher sind seit Jahren im steten Sinkflug und die nachträgliche Installation eines Speichers ist einfach – ganz im Gegensatz zur Montage einer zweiten PV-Anlage, weil man nicht direkt das Dach „voll“ gemacht hat.
Strom in Wolken?
Als Alternative zum Stromspeicher oder auch um einen Stromspeicher günstig zu rechnen, bewerben einige Anbieter seit rund drei Jahren vermehrt „Community“ oder „Cloud“ Tarife. Diese Tarife haben entweder eine hohe monatliche Grundgebühr, dafür dass man seinen Strom „kostenlos“ in der Cloud speichern kann, oder die Tarife sind an die Anschaffung eines teuren Stromspeichers gebunden und enthalten dann eine „Flatrate“ für den noch aus dem Netz benötigten Strom. Aus Verbraucherschutzsicht ist stets Vorsicht geboten, wenn etwas ganz besonders billig erscheint. Dafür, dass nach der Anschaffung eines teuren Stromspeichers der in der Wirtschaftlichkeitsberechnung angesetzte Flatrate-Tarif auch tatsächlich 10 Jahre bestehen bleibt – und nicht gekündigt wird, oder der Speicherhersteller samt „Cloud“ insolvent geht, gibt es keine Garantie. Ähnliches gilt für die Cloud-Tarife mit einer hohen Grundgebühr anstelle eines Speichers: Betrachtet man die Gesamtkosten dieser Tarife, sind diese oftmals teurer als ein günstiger Ökostromanbieter.
Stromerzeugende Heizungen
Eine Sonderrolle verglichen mit den deutlich bekannteren und verbreiteteren PV-Anlagen nehmen Blockheizkraftwerke (BHKW) und Brennstoffzellen ein – sogenannte „stromerzeugende Heizungen“. Die Förderung für diese Anlagen gestaltet sich deutlich komplizierter. Für die Anschaffung gibt es im Fall von Brennstoffzellen einen Zuschuss aus dem KfW-Programm 433 und für motorische BHKW vom BAFA. Die Einspeisevergütung ist mit dem „Preis für Grundlaststrom der Strombörse aus dem vorangegangenen Quartal“ mit derzeit rund 4 Cent/kWh nochmal deutlich niedriger als bei PV-Anlagen. Dafür gibt es zusätzlich mit dem „KWK-Zuschlag“ 8 Cent/kWh für die Einspeisung und 4 Cent/kWh für den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms. Im Gegensatz zur Sonne, die bekanntlich keine Rechnung schreibt, muss man bei einer stromerzeugenden Heizung aber auch die Kosten für den verstromten Brennstoff berücksichtigen. Die an den Brennstofflieferanten gezahlte Energiesteuer kann man sich dafür wiederum vom örtlichen Hauptzollamt auf Antrag erstatten lassen. Anders als bei einer PV-Anlage, die im Grundsatz wartungsfrei arbeitet, sind bei einer stromerzeugenden Heizung – wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor – die Kosten für regelmäßige Wartungen und den Austausch von Betriebsstoffen und Verschleißteilen einzuplanen. Eine Unsicherheit bei der Planung von motorischen BHKW größer 2 kW elektrischer Leistung besteht derzeit zudem dahingehend, dass der Gesetzgeber an einer Novelle des KWK-Gesetzes arbeitet und der derzeitige Entwurf des neuen Gesetzes eine Betriebsstundenbegrenzung für Anlagen größer 2 kW vorsieht, die eine Nutzung von BHKW zur Eigenerzeugung im Wohngebäudebereich -unwirtschaftlich werden lässt. Brennstoffzellen und kleine BHKW
bis 2 kW elektrischer Leistung sind – zumindest dem aktuellen Entwurf zu Folge – von den neuen Plänen des Gesetzgebers zur Ausbremsung der Energiewende in Bürgerhand nicht betroffen.
Komplizierte Materie
Ob Einholung von Angeboten potenzieller Anlageninstallateure, Auswahl eines guten und günstigen Angebotes, die Vermeidung unnötiger Kostenfallen, Prüfung der steuerrechtlichen Auswirkungen, Auswahl des passenden Messkonzeptes, Anmeldung und Durchsetzung des Vorhabens gegenüber dem Netzbetreiber sowie der weitere Papierkram nach der Inbetriebnahme wie die Anmeldung beim Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur (siehe „Drama um PV-Anlagenregister“) – der Weg zur eigenen Stromerzeugungsanlage ist gewiss kein leichter. Und danach kommen auch noch die jährlichen Abrechnungen mit dem Netzbetreiber, dem Finanzamt und gegebenenfalls dem Hauptzollamt sowie dem Übertragungsnetzbetreiber im Fall der Stromlieferung an Mieter oder Nachbarn auf einen zu.
Zwar können sich die Betreiber kleiner Erzeugungsanlagen insbesondere bei Mieterstromprojekten viel Arbeit von Dienstleistern wie beispielsweise Buzzn, der EWS Schönau, Lichtblick, NGW Power oder Polarstern abnehmen lassen. Deren Vergütung verschlingt jedoch zumeist nahezu die mit der Maßnahme mögliche Ersparnis – was bleibt, ist das gute Gefühl, der Bürokratie ein Schnippchen geschlagen und die Energiewende vorangebracht zu haben.
Trotz all dieser von der Politik in den letzten Jahren geschaffenen bürokratischen Hürden sollte man sich von der Energiewende im – oder auf dem – eigenen Haus keinesfalls abbringen lassen. Ein Großteil der Bürokratie lässt sich beispielsweise damit vermeiden, dass man sich einen der teuren Stromspeicher zulegt und auf eine Anerkennung der Liebhaberei durch das Finanzamt hofft (siehe „Eigenerzeugung und das Steuerrecht“) und im Zweifel auf die Einspeisevergütung für die wenigen noch eingespeisten Kilowattstunden verzichtet. Denn wo es keine Einnahmen gibt, braucht es keine Abrechnung mit dem Netzbetreiber und keine Steuererklärung. Ein anderer – aufgrund deutlich aufgestockter Fördergelder seit dem 1. Januar 2020 wieder deutlich attraktiver gewordener – Ausweg aus der Bürokratiefalle ist die Installation einer Solarthermieanlage (siehe „Klimaschutzpaket: Neue Fördergelder für Hausbesitzer“). Und als Mitglied im Bund der Energieverbraucher haben Sie noch zwei besondere Joker: Auf der Prosumertagung des Vereins können Sie sich mit anderen Bürokratiebezwingern austauschen und das Prosumerzentrum des Vereins steht Ihnen bei allen Fragen zur eigenen Stromerzeugung mit fachlichem Rat zur Seite.
PV-Kleinstanlagen für Balkone und Terrassen
Seit einigen Jahren sorgen kleine tragbare PV-Systeme „für die Steckdose“ für Furore, die sich auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten aufstellen lassen. Die Idee hat Charme: An der Rückseite eines PV-Moduls wird ein kleiner Wechselrichter montiert, Kabel und Stecker dran – fertig ist eine Mini-PV-Anlage. Ganz so einfach ist die Sache aber leider nicht! Technische Sicherheitsvorschriften sowie die Gesetze gelten auch für Kleinstanlagen bestehend aus nur einem PV-Modul – sonst ist der Betrieb schlicht illegal. Unter anderem müssen die Kleinstanlagen über einen sogenannten „NA-Schutz“ verfügen. Viele der im Internet angebotenen Stecker-PV-Anlagen haben diesen Schutz jedoch nicht, selbst wenn die Anlagen als „VDE-AR-N 4105 konform mit externem NA-Schutz“ beworben werden. Angehende Prosumer sollten daher unbedingt darauf achten, eine Anlage mit „integriertem NA-Schutz“ zu erwerben.
Weiterhin behaupten viele Verkäufer dieser Anlagen, dass „Sie das Modul ohne Anmeldung einstecken dürfen“. Richtig ist: Auch kleinste Anlagen unterfallen den Regeln des EEG und man hat sogar einen Vergütungsanspruch. Auf diesen sollte man jedoch verzichten, sonst interessiert sich das Finanzamt für die Einnahmen und es fallen jährliche Mess- sowie Abrechnungsentgelte an (siehe „Eigenerzeugung und das Steuerrecht“). Eine Anmeldung beim Netzbetreiber mit Verzichtserklärung für die Vergütung sowie die Anmeldung beim Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur genügen und der bisherige Stromzähler wird gegen ein Modell mit Rücklaufsperre getauscht: Die Anlage kann dann ohne großen Aufwand legal betrieben werden. Aufgrund hoher Anschaffungskosten von rund 400 Euro mit Versand für sichere 300-Watt-Anlagen mit integriertem NA-Schutz zuzüglich Prüfung des Stromkreises durch einen Elektriker, Nachrüstung passender Anschlüsse und gegebenenfalls von Schutzschaltern im Sicherungskasten sowie dem Zählertausch ist die Wirtschaftlichkeit von Stecker-PV-Anlagen sehr fraglich. Eigenheimbesitzer sollten stattdessen besser in eine deutlich leistungsfähigere und bemessen an der Leistung oftmals auch günstigere Dachanlage investieren.
Checkliste für den Weg zur eigenen Stromerzeugung
Grundsatzüberlegungen: Steht die „Gewinnerzielung“ im Vordergrund, die „Energiekostensenkung“ oder eine möglichst hohe „Autarkie“? Soll die Anlage der ausschließlichen Eigenversorgung dienen oder auch Mieter und Nachbarn versorgen? Welchen Grad an bürokratischer Belastung möchte man eingehen?
Welcher Anlagentyp kommt in Frage? Photovoltaik, Brennstoffzelle, BHKW oder eine Kombination? Ist ein Batteriespeicher sinnvoll? Wo und wie lässt sich die Anlage installieren?
Gegebenenfalls Konsultation eines Energieberaters zur Klärung von weiteren Optionen oder der Kombination mit anderen sinnvollen Maßnahmen wie einer Dachdämmung oder Dachneueindeckung im Zuge der Anlageninstallation.
Abklärung der steuerrechtlichen Folgen und möglichen Veranlagung des geplanten Vorhabens.
Einholung von Angeboten, einschließlich technischer Anlagenkonzepte, Anlagenauslegung und Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie Messkonzepten für Strom und ggf. auch Wärme.
Antragstellung bei Fördergeldgebern (insbesondere BAFA, KfW) sowie dem Stromnetzbetreiber hinsichtlich des Netzanschlusses und des Messkonzeptes, ggf. Einholung einer Baugenehmigung.
Abwarten der Eingangsbestätigung von Fördergeldgebern!
Auftragserteilung (nach Eingang der Förderzusage).
Inbetriebnahme und deren Anzeige beim Netzbetreiber sowie dem Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur und im Fall stromerzeugender Heizungen auch beim BAFA.
Danach sind jährlich zu erledigen:
Meldung der Strommengen für die Abrechnung der Einspeisevergütung und ggf. des KWK-Zuschlags an den örtlichen Verteilnetzbetreiber.
Meldung von EEG-umlagefreien und teilweise EEG-umlagepflichtigen Stromeigenverbrauchsmengen an den Verteilnetzbetreiber (zum 28.2. des Folgejahres).
Gegebenenfalls Meldung der an Dritte gelieferten Strommengen an den Übertragungsnetzbetreiber (zum 31.5. des Folgejahres).
Meldung stromsteuerrelevanter Strommengen an das Hauptzollamt (zum 31.5. des Folgejahres).
Bei stromerzeugendenden Heizungen Beantragung der Energiesteuerentlastung (spätestens bis zum 31.12. des Folgejahres).
Steuererklärung (Anlage EÜR) und ggf. Umsatzsteuer-Jahreserklärung zusätzlich zu den monatlichen Voranmeldungen.
Segment-ID: 18246
Drama um PV-Anlagenregister
(16. März 2020) Die Betreiber von PV-Anlagen, deren Anlage nach dem 31. Dezember 2008 in Betrieb genommen wurde, waren verpflichtet, ihre Anlage beim „Anlagenregister“ der Bundesnetzagentur anzumelden. Erfolgte diese Meldung nicht, sah das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Reduzierung der EEG-Vergütung auf „null“ vor. Die korrekte Anmeldung der Anlagen bei der Bundesnetzagentur wurde jedoch über lange Zeit hinweg von vielen Netzbetreibern nicht kontrolliert. Erst Jahre später verlangten die meisten Netzbetreiber alle gezahlten Vergütungen zurück. Ersatzweise wurde zumeist angenommen, dass der EEX-Baseload in Höhe von 3 bis 4 Cent/kWh für die Einspeisung zu zahlen sei.
Der Gesetzgeber war von der durch ihn selbst beschlossenen, drastischen Sanktion für ein kleines Bürokratieversäumnis später selbst schockiert und milderte die Sanktion mit Wirkung zum 1. August 2014 auf eine Kürzung um 20 Prozent ab. Die entsprechende Norm war jedoch missverständlich und so entschied der Bundesgerichtshof, dass es bei der Kürzung auf „null“ bleibe (Az. VIII ZR 147/16, VIII ZR 281/16 und Az. VIII ZR 71/17, siehe „Keine PV-Vergütung bei Meldepflichtverstoß“).
Der Gesetzgeber besserte mit dem Energiesammelgesetz zum 21. Dezember 2018 nochmals nach und stellte klar, dass die Kürzung rückwirkend für Einspeisungen ab dem 1. August 2014 nur um 20 Prozent zu erfolgen habe. Viele Gerichte erster Instanz folgten jedoch auch weiter blind der inzwischen überholten BGH-Rechtsprechung. Dass dies nicht richtig ist, darauf wies kürzlich die Clearingstelle EEG|KWKG in einem Schiedsspruch hin (Az. 2019/30). PV-Anlagenbetreiber, die von der Kürzung betroffen sind und denen die Vergütung um mehr als 20 Prozent gekürzt wurde, sollten die fehlende Vergütung von ihrem Verteilnetzbetreiber umgehend nachfordern.
Das Anlagenregister der Bundesnetzagentur wurde inzwischen vom Markstammdatenregister abgelöst (siehe „Meldepflicht für alle PV-Anlagen!“). Alle PV-Anlagen und alle anderen Energieerzeugungsanlagen wie beispielsweise BHKW müssen, egal wann sie in Betrieb genommen wurden, nochmals neu beim Marktstammdatenregister angemeldet werden – sonst drohen neue Sanktionen und Bußgelder.
Segment-ID: 18248
Alte PV-Anlagen vor Förderende weiter lesen
Erneuerbare-Energien-Gesetz: Alte PV-Anlagen vor Förderende
(31. Januar 2020) In gut einem Jahr werden die ersten Photovoltaikanlagen nach 20 Jahren Stromerzeugung aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fallen und damit den Anspruch auf die Zahlung einer Einspeisevergütung nach diesem Gesetz verlieren. Auch für Anlagen, die bereits älter als 20 Jahre sind und vor der Geltung des EEG aus dem Jahr 2000 errichtet wurden, gilt der 31. Dezember 2020 als Stichtag für das Ende der Einspeisevergütung. Der Gesetzgeber regelte damals, dass alle damaligen PV-Bestandsanlagen mit Inkrafttreten des EEG für 20 Jahre von diesem Gesetz profitieren sollen.
Die Frage, was in einem Jahr mit den alten PV-Anlagen passieren wird, ist noch offen. Im Hinblick auf den Strom-Börsenpreis von im Mittel unter 5 Cent je kWh erscheint eine Vereinbarung mit dem örtlichen Netzbetreiber oder einem Direktvermarkter für die fortgesetzte Einspeisung gegen Vergütung kaum attraktiv. Auch ist noch unklar, inwieweit die Netzbetreiber eine Abnahme des Stroms überhaupt vergüten, wenn die Abnahmeverpflichtung aus dem EEG endet. Es ist anzunehmen, dass vielerorts dann schlicht keine Vergütung für die Einspeisung mehr gezahlt wird, sofern der PV-Anlagenbetreiber keine Direktvermarktungsvereinbarung mit einem entsprechenden Anbieter schließt.
Hausbesitzer mit einer alten PV-Anlage sollten sich daher auf die Umstellung zum „vorrangigen Eigenverbrauch“ des Stroms aus den bisher in „Volleinspeisung“ betriebenen Altanlagen einstellen. Auch ist im Einzelfall ein „Repowering“ prüfenswert. Moderne Anlagen erzeugen bei gleicher Fläche ein Vielfaches an Strom, lassen sich ebenfalls mit vorrangigem Eigenverbrauch betreiben und erhalten erneut 20 Jahre Einspeisevergütung. Mitglieder im Bund der Energieverbraucher können sich bei Fragen zu ihren Handlungsoptionen an das Prosumerzentrum des Vereins wenden.
Segment-ID: 18220
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Photovoltaik: PV-Deckel auf der Kippe
(13. Dezember 2019) Der Wind in Berlin dreht sich: Noch Mitte Oktober 2019 lehnte die große Koalition mit den Stimmen von CDU/CSU und der SPD einen Antrag der Grünen im Bundestag für eine Abschaffung des sogenannten „PV-Deckels“ ab. Anfang November kippte dann die SPD-Fraktion im Bundestag um und forderte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einem Brief auf, dass er eine Gesetzänderung zur Abschaffung des PV-Deckels im Rahmen des Klimapaketes mit auf den Weg bringen möge. Am 18. November blies der Bundesrat in das gleiche Horn und legte kurzerhand selbst einen Gesetzentwurf vor, der eine „ersatzlose Streichung“ des PV-Deckels aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorsieht (BR-Drs. 19/15275). Die Bundesregierung selbst ließ zwischenzeitlich in einem Eckpunktepapier für das Klimaschutzprogramm 2030 ebenfalls durchblicken, dass eine Abschaffung des PV-Deckels geplant sei. Auf welchem formalen Weg die Streichung des PV-Deckels aus dem EEG auf den Weg gebracht wird, bleibt zwar noch offen, aber es zeichnet sich deutlich ab, dass in Berlin nun doch nicht am PV-Deckel festgehalten wird.
Der PV-Deckel wurde im Jahr 2012 von der damaligen CDU/CSU/FDP-Regierung in § 49 Absatz 5 EEG verankert und besagt, dass bei Erreichen von 52 GW Photovoltaikleistung die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen künftig entfällt. Dieser Schwellwert wird voraussichtlich im Sommer 2020 erreicht (siehe „Solarstromvergütung vor dem Aus“).
Video: Photovoltaikdeckel für den Kohleausstieg?
Segment-ID: 18219
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Harte Grenzen bremsen PV-Ausbau
(6. Februar 2019) Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden werden aufgrund geringer Einspeisevergütungen von rund 11 Cent je Kilowattstunde bei hohen Strombezugskosten aus dem Netz von gut 30 Cent je kWh derzeit in erster Linie „eigenverbrauchsoptimiert“ geplant und betrieben. Doch nicht nur rein wirtschaftliche Gründe sorgen dafür, dass viele Dachflächen auf Wohngebäuden ungenutzt brachliegen, wie ein Vortrag von Prof. Volker Quaschning auf dem Symposium für photovoltaische Solarenergie im April 2018 anschaulich aufzeigt.
Im Jahr 2011 war die statistische Verteilung der Leistung neu errichteter PV-Anlagen – abgesehen von natürlichen Schwellwerten wie der maximalen Anschlussleistung von Hausanschlüssen – vergleichsweise homogen. Im Jahr 2017 wurden jedoch größtenteils nur noch sehr kleine Anlagen von maximal 10 kWp Leistung gebaut. Der Zubau von Anlagen zwischen 10 und 90 kWp ist praktisch zum Erliegen gekommen. Ein Großteil des PV-Potenzials wird derzeit verschenkt, so Quaschning.
Ursache für diese Fehlentwicklung sind in den letzten Jahren willkürlich eingeführte Grenzen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dazu zählen: Die EEG-Umlagebelastung der Eigennutzung von PV-Strom aus Anlagen größer 10 kWp, die Direktvermarktungspflicht ab 100 kWp und der Wegfall fester Einspeisevergütungen zu Gunsten von Ausschreibungsmodellen ab 750 kWp sowie die Begrenzung der maximalen Anlagenleistung auf 10 MWp. An jeder dieser willkürlich gezogenen Grenzen staut sich der Großteil der errichteten Anlagenleistung. Ohne diese Grenzen würden die Anlagen deutlich größer ausfallen und damit die Energiewende schneller voranschreiten, kritisiert Quaschning.
Videomitschnitt des Vortrags von Prof. Volker Quaschning: „Photovoltaik für den Klimaschutz: Macht die Dächer voll!“
Skript zum Vortrag „Vergesst den Eigenverbrauch und macht die Dächer voll!“
Segment-ID: 17954
Photovoltaik-Pflicht für neue Häuser weiter lesen
Photovoltaik-Pflicht für neue Häuser
(1. Februar 2019) Wer ein Gebäude bauen will, das Strom verbraucht, der muss in Tübingen künftig auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichten. So hat es der Tübinger Gemeinderat beschlossen. Mit einem ähnlichen Vorstoß war die Stadt Marburg vor gut zehn Jahren gescheitert. Damals kassierte zunächst das Regierungspräsidium, dann das Verwaltungsgericht Gießen die Marburger „Solarsatzung“ wegen formaler Fehler.
In Tübingen hat man aus dem Scheitern der Marburger Pioniere Lehren gezogen. Statt mittels einer Satzung die Bürger zu verpflichten, hat die Stadt Tübingen ihre eigene Verwaltung in die Pflicht genommen: Bei allen Grundstückskaufverträgen und städtebaulichen Verträgen muss die Verwaltung die PV-Pflicht als Klausel einbinden. Zusätzlich wird die Pflicht in neue Bebauungspläne aufgenommen.
Auch die Stadtwerke sind mit eingebunden: Können sich Bauherren keine PV-Anlage leisten, pachten die Stadtwerke die Dachfläche und errichten eine Solarstromanlage.
Segment-ID: 17952
PV-Anlagenpreise im Sinkflug
Der Preisverfall von Photovoltaikanlagen ist in den letzten Jahren zwar deutlich abgeflacht, hält aber immer noch an. weiter lesen
(22. Oktober 2018) PV-Anlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es für gewöhnlich nicht zum Festpreis. Je nach Installationsaufwand und Anlagengröße sind derzeit Preise zwischen 1.200 und 1.700 Euro pro Kilowatt Peakleistung (kWp) zuzüglich Mehrwertsteuer durchaus üblich.
Doch es geht auch billiger: Wie das Magazin Photon berichtet (Ausgabe 3/2018, S. 42-43), seien vom Anbieter „Molinaris“ zwei PV-Pakete zu Preisen von 999 beziehungsweise 949 Euro pro kWp bundesweit mit zwei Wochen Lieferfrist erhältlich. Damit würde erstmals die psychologisch wichtige Schwelle von 1.000 Euro pro kWp unterschritten. Das Paket „PV Basic 1“ mit 4,8 kWp soll zum Preis von 4.795 Euro und das Paket „PV Basic 2“ mit 9,72 kWp zu einem Preis von 9.222 Euro jeweils inklusive Montage verfügbar sein. Als kleiner Haken erweist sich der Wechselrichter des chinesischen und in Deutschland bisher unbekannten Herstellers Solax. Berichte stolzer Besitzer eines solchen Schnäppchens lassen sich zudem bisher nicht finden.
Aber auch für Selbermacher sinken die Preise. So werden Pakete bestehend aus Markenmodulen und einem Wechselrichter aus deutscher Fertigung von Internethändlern inzwischen zu Preisen von unter 1.000 Euro pro kWp vertrieben – allerdings ohne Montage.
Der Preisverfall von Photovoltaikanlagen ist in den letzten Jahren zwar deutlich abgeflacht, hält aber immer noch an.
Segment-ID: 17918
Überteuerte Solarpachtmodelle weiter lesen
Überteuerte Solarpachtmodelle
(22. Juni 2018) Dass sich PV-Anlagen für Hausbesitzer lohnen können, zeigen zahlreiche Untersuchungen (siehe Energiedepesche 1/2018, S. 14). Viele Verbraucher scheuen aber die Kosten für eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Diese Lücke versuchen zunehmend Dienstleister mit PV-Anlagen zum Mieten zu schließen. Statt eine Anlage zu kaufen und von einem Installateur errichten zu lassen, brauchen Verbraucher bei diesen Angeboten nur unterschreiben und zahlen monatlich kleine Summen als Miete oder Pacht an den Dienstleister.
Im Bereich von Heizungen warnte der Bund der Energieverbraucher bereits, dass sich die klein erscheinenden monatlichen Beträge über die Jahre schnell läppern. Verbraucher zahlen bei einer solchen Miete schnell das Doppelte, was ein Kauf der Anlage gekostet hätte (siehe Energiedepesche 4/2017, S. 17). Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nach einer Untersuchung von 13 Solarpachtmodellen örtlicher Energieversorger.
Eine Anlage, deren Anschaffung heute 7.514 Euro kosten würde, verursachte selbst beim zweitgünstigsten Miet-Anbieter über 18 Jahre Kosten in Höhe von 12.167 Euro. Aber es kommt noch weit schlimmer: Bei 10 der 13 Angebote sind die laufenden Kosten für die Pacht sogar höher als die Stromersparnisse und Einspeisevergütungen. Im Durchschnitt erwirtschaften Verbraucher mit einem Pachtmodell über 18 Jahre einen Verlust von 1.150 Euro. Beim schlechtesten Anbieter im Testfeld machen Verbraucher sogar einen Verlust in Höhe von 8.734 Euro. Verbraucher sollten daher PV-Pachtmodelle genau prüfen und keinesfalls leichtfertig unterschreiben. Mitgliedern im Bund der Energieverbraucher stehen die Beratungsangebote des Vereins zur Verfügung (siehe Prosumerzentrum).
Segment-ID: 17624
PV-Anlagen lohnen sich
Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest versprechen PV-Anlagen eine Rendite von mehr als 5 Prozent. weiter lesen
(9. April 2018) Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest versprechen PV-Anlagen aufgrund gesunkener Anlagenpreise bei gleichzeitig steigenden Strompreisen eine Rendite von mehr als 5 Prozent – und das über die nächsten 20 Jahre.
Eine 5-kW-Anlage kostet fertig installiert rund 7.000 Euro und erzeugt je nach Standort 4.300 bis 5.000 kWh im Jahr, so viel wie ein vierköpfiger Haushalt verbraucht. Auf 20 Jahre umgerechnet, ergeben sich Stromerzeugungskosten von 9 bis 12 ct/kWh (Finanztest Heft 12/2017). Das ist weniger als halb so viel, wie der Strombezug aus dem Netz kostet. Deshalb lohnt es sich, den Strom möglichst selbst zu verbrauchen und damit teuren Strombezug aus dem Netz zu ersetzen. Verkauft man den selbst erzeugten Strom ins Netz, so bekommt man nur 12,2 ct/kWh – dieser Preis wird für die nächsten 20 Jahre garantiert.
Eine PV-Anlage kann jedoch nicht den gesamten Strombezug aus dem Netz ersetzen, da nur der Verbrauch, der zeitgleich mit der Erzeugung erfolgt, mit Strom aus der eigenen Anlage gedeckt wird. Wird beispielsweise abends Strom verbraucht, kommt dieser auch weiterhin aus dem Netz. Selbst wenn die PV-Anlage mittags mehr Strom produziert hat, als zu diesem Zeitpunkt im Haus verbraucht wurde. Ohne einen eigenen Stromspeicher ersetzen PV-Anlagen daher typischerweise nur etwa 25 bis 35 Prozent des eigenen Strombedarfs.
Durch einen eigenen Stromspeicher im Haus kann man mehr des selbst erzeugten Stroms verbrauchen. Dadurch kann man die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage erhöhen. Jedoch ist ein Speicher sehr teuer.
Das aktuell beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Speicher „Tesla Powerwall 2.0“. Fertig installiert kostet dieser Speicher etwa 8.000 Euro und bietet 13,5 kWh Kapazität. Speichert ein PV-Anlagenbetreiber über ein Jahr 2.000 kWh in diesem Speicher zum späteren Verbrauch und spart er damit 30 Cent je kWh vermiedenem Strombezug, so muss er 600 Euro weniger an seinen Versorger zahlen. Gleichzeitig erhält er aber auch 244 Euro weniger Einspeisevergütung vom Netzbetreiber. Im Ergebnis spart er 356 Euro pro Jahr. Den Speicher könnte er folglich erst nach 22 Jahren abbezahlen, wobei sehr zweifelhaft ist, ob der Speicher so lange durchhalten wird. Bei weiter steigenden Strompreisen macht sich ein Speicher schneller bezahlt. Vor zehn Jahren waren die Strompreise um ein Drittel geringer.
Segment-ID: 17597
PV-Strom: Net-Metering
Solange die Vergütung für die Einspeisung von PV-Strom über den Strombezugskosten lag, war der Eigenverbrauch von PV-Strom nicht wirtschaftlich. weiter lesen
(5. November 2017) Solange die Vergütung für die Einspeisung von PV-Strom über den Strombezugskosten lag, war der Eigenverbrauch von PV-Strom nicht wirtschaftlich. Doch dies ist schon lange Geschichte. Wer aktuell den eigenerzeugten Strom einspeist, erhält rund 12 Cent je Kilowattstunde, statt für rund 30 Cent Strom aus dem Netz beziehen zu müssen.
Doch die Erfassung der einzelnen Strommengen mit einem Erzeugungszähler, einem Einspeisezählwerk und einem Strombezugszählwerk ist aufwendig und teuer. Bei kleinen Anlagen auf Einfamilienhäusern sind die Nebenkosten für Messung, Abrechnung und Buchführung für das Finanzamt derart hoch, dass diese Kosten inzwischen häufig die eigentlichen Erzeugungskosten übersteigen.
Die Lösung für diese Problematik ist einfach und wird „Net-Metering“ genannt. Übersteigt die Eigenproduktion den eigenen Strombedarf, wird Strom eingespeist. Dabei läuft der normale Strombezugszähler einfach rückwärts. Eine verbraucherfreundliche Lösung, die ohne Bürokratie auskommt, kleine dezentrale Eigenerzeugungen belohnt und anreizt.
Allerdings machen dabei die Stromversorger, Netzbetreiber und der Staat keine Geschäfte. Netzentgelte, Steuern, Konzessionsabgaben und Umlagen werden nicht erfasst. Deshalb wurde ein ganzer Dschungel von Verordnungen und Gesetzen erlassen, um genau diese einfache Lösung zu verhindern. Aus diesem Grund kann und sollte Net-Metering auch nur für ganz kleine Anlagen gestattet werden.
Johannes Lackmann, Vereinsmitglied und intimer Kenner der Energiebranche, hat einen Vorschlag für das Net-Metering in Deutschland gemacht, der auch den berechtigten Interessen der Netzbetreiber gerecht wird.
Er schlägt folgendes vor:
Dachanlagen für Eigenstromnutzung werden aus dem EEG herausgenommen.
Der Netzbetreiber bekommt vom Anlagenbetreiber eine Grundgebühr von 80 Euro sowie einen Netzkostenbeitrag von 5 Euro je kWp.
Der Betreiber speist nicht verbrauchten Strom ins Netz – der Zähler dreht rückwärts – und kann zu anderen Zeiten dieselbe Strommenge aufgrund des Net-Metering-Prinzips kostenfrei wieder aus dem Netz beziehen.
Das Net-Metering wird in vielen Ländern bereits erfolgreich praktiziert, obwohl sich die Stromwirtschaft auch dort vehement dagegen gewehrt hat. So in Dänemark, den Niederlanden, Slowenien, Italien, Belgien sowie teilweise in den USA und einigen Provinzen Kanadas. Auch in Österreich und der Schweiz gibt es bereits stark vereinfachte Regelungen für die Einspeisung aus kleinen PV-Anlagen bis 0,6 kWp.
Der Bund der Energieverbraucher fordert, das einfache Net-Metering mit nur einem rückwärts drehenden Zähler endlich auch in Deutschland einzuführen. Zumindest Einfamilienhausbesitzer sollten damit von den bisher notwendigen zusätzlichen Messungen, komplizierten Ablesungen, Meldungen, Abrechnungen und Steuererklärungen befreit werden. Dies wäre ein echter Schritt zum Gelingen der Energiewende und zum Abbau unnötiger Bürokratie.
Segment-ID: 17473
PV-Anlagen aus zweiter Hand weiter lesen
Gebrauchthandel: PV-Anlagen aus zweiter Hand
(3. November 2017) Es gibt viele Gründe, die einen Verkauf von PV-Anlagen erforderlich machen: Umzug, kurzfristiger Geldbedarf oder Verschattung durch einen Neubau auf dem Nachbargrundstück.
Auf dem Internet-Marktplatz www.milkthesun.com kommen Kaufinteressenten und Verkäufer zusammen. Dort werden echte Anlagen gehandelt, aber auch Rechte für Anlagen oder Dach- und Freiflächen zur Miete.
Aber Achtung: Die PV-Anlage auf dem Dach ist Bestandteil des Gebäudes (LG Passau, Az. 2 T 22/12). Wird ein Haus verkauft, dann wechselt auch die Anlage den Eigentümer mitsamt des Vergütungsanspruchs nach dem EEG. Ebenso sind PV-Anlagen daher bei Wertgutachten von Gebäuden mit einzubeziehen. Nur wenn die Anlage im Kaufvertrag eines Hauses ausdrücklich ausgeschlossen wird, kann sie beim Auszug mitgenommen werden. Dann zieht auch der Vergütungsanspruch um.
Für den Verkauf einer Anlage, aber auch bei Auseinandersetzung um Erbschaft oder Ehetrennung, ist es wichtig, den Wert einer PV-Anlage zu ermitteln. Dafür gibt es keine genormten Verfahren. Wird die Anlage tatsächlich verkauft, dann ist im Nachhinein der erzielte Preis der wirkliche Wert. Diesen vor dem Verkauf zu ermitteln, ist eine Aufgabe von Sachverständigen.
Auch mit dem kostenpflichtigen Computerprogramm pv@now lassen sich Verkehrswerte für PV-Anlagen abschätzen. Dafür sind der technische Zustand der Anlage, der Vergütungsanspruch, der Ertrag und das Alter der Anlage von Bedeutung. Anhand dieser Daten kann bei kleinen Einfamilienhausanlagen aber auch selbst überschlagsweise ein Wert ermittelt werden.
Segment-ID: 17472
PV-Anlagen anmelden! weiter lesen
Anlagenregister: PV-Anlagen anmelden!
(28. Oktober 2017) Wer PV-Strom ins Netz einspeist und Vergütungszahlungen nach dem EEG erhält, muss seine Anlage rechtzeitig bei der Bundesnetzagentur anmelden. Wird dies versäumt, muss ein Teil oder sogar die ganze EEG-Vergütung zurückgezahlt werden. Das schreibt das aktuelle EEG vor. Der Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass diese Regelung gültig ist. Ein Landwirt muss nun 45.000 Euro Vergütung zurückzahlen (BGH, Az. VIII ZR 147/16).
Vermutlich sind auch viele Tausend weitere Anlagenbetreiber betroffen. In einigen Fällen dürfte der Rückzahlungsanspruch auch schon teilweise verjährt sein. Ob eine solch drastische Bestrafung angemessen ist, muss bezweifelt werden. Denn durch das Versäumnis wurde niemand geschädigt und keiner hat sich einen Vorteil verschafft.
Die Meldepflicht wurde 2009 eingeführt und ab 2012 mit Sanktionen belegt, die 2014 verschärft und 2017 wieder leicht abgeschwächt wurden. Maßgeblich sind jeweils die Regelungen aus dem Jahr der betreffenden Einspeisung.
Das öffentliche Register aller gemeldeten Erzeugungsanlagen: bdev.de/anlagenregister
Segment-ID: 17471
PV-Anlagen vom Stromversorger weiter lesen
PV-Anlagen vom Stromversorger
(24. Oktober 2017) Die Errichtung einer PV-Anlage ist heute wegen stark gesunkener Anlagenpreise höchst rentabel und attraktiv. Aber die Planung und der Bau sind nicht einfach. Viele technisch nicht versierte Verbraucher scheuen deshalb den Einstieg ins eigene Solarzeitalter. Der Bund der Energieverbraucher hat deshalb mit dem Prosumerzentrum ein besonderes Beratungsangebot für seine Mitglieder bereitgestellt.
Selbst die Stromversorger, die früher PV-Anlagen verhindern wollten, sind inzwischen in das Geschäft eingestiegen. Sie bieten selbst PV-Anlagen an und helfen ihren Kunden gegen Honorar beim Bau solcher Anlagen. Selbst die vier großen Stromkonzerne mischen dabei mit. Denn auch mit dieser Dienstleistung lässt sich kräftig Geld verdienen. Die Stromversorger kooperieren dabei mangels eigener Kompetenz oftmals mit externen Unternehmen, die für die Stromversorger diesen Service anbieten. Beispielsweise die IBC Solar aus Bad Staffelstein, die vor Jahren auch Kooper-ationspartner des Vereins bei der Lieferung von Phönix-Solaranlagen war, oder die EWS aus Handewitt (nicht zu verwechseln mit der EWS Schönau).
Die Versorger bauen jedoch keine eigene Kompetenz auf, sondern stellen gegen Provisionszahlung ihre Kundenbasis zur Verfügung. Die Arbeit wird von spezialisierten Fachfirmen gemacht. Dadurch werden die PV-Anlagen nicht billiger! Im Gegenteil, der längere Vertriebsweg verteuert die Anlagen, die dadurch im oberen Preissegment rangieren.
Mühelos lässt sich also ein Angebot finden, das günstiger ist als das vom Stromversorger. Mitunter legen die Versorger jedoch noch eine Schippe drauf und verlängern die Garantiezeit, bieten eine Versicherung oder eine Ertragskontrolle zusätzlich an. Einige Versorger verknüpfen auch die Stromlieferung mit dem PV-Geschäft.
Segment-ID: 17470
PV-Mängel
Verjährung nach fünf Jahren weiter lesen
Verjährung nach fünf Jahren
(14. Oktober 2017) Verjähren die Mängel an einer PV-Anlage auf dem Dach nach zwei Jahren, wie bei kleinen Elektrogeräten aus dem Elektronikmarkt? Oder erst nach fünf Jahren, wie bei Bauwerken?
Der Bundesgerichtshof hat sich für fünf Jahre entschieden, weil die PV-Anlage ein Bestandteil des Gebäudes ist (BGH, Az. VIII 348/13). Dennoch sollte ein Mangel so früh als möglich gerügt werden und gegebenenfalls die Abnahme einer neuen Anlage verweigert werden, da sich mit der Abnahme die Beweislast umkehrt. Die Verjährung wird allerdings nicht schon durch eine Reklamation unterbrochen, sondern erst durch die Einreichung einer gerichtlichen Klage.
Segment-ID: 17469
PV-Anlagen versichern weiter lesen
PV-Anlagen versichern
(9. Oktober 2017) Die Stiftung Warentest hat Versicherungen für PV-Anlagen getestet und darüber in der Zeitschrift Finanztest berichtet (Heft 3/2017). Es gibt die Möglichkeit, beim Gebäudeversicherer eine zusätzliche Versicherung für PV-Anlagen abzuschließen.
Die Stiftung hat getestet, ob ein Mindestschutz geboten wird, der folgendes umfasst: Brand, Blitzschlag, Sturm und Hagel, grobe Fahrlässigkeit, Bedienungsfehler, Überspannung und Kurzschluss, Diebstahl, Schneedruck und Lawinen sowie Ertragsausfall. Nicht alle Zusatzangebote bieten diesen Schutz. Die Kosten der Zusatzversicherungen liegen zwischen 28 und 132 Euro im Jahr. Die zweitbeste Lösung ist eine PV-Versicherung unabhängig von der Gebäudeversicherung. Die Kosten liegen zwischen 70 und 250 Euro.
Der Testbericht nimmt die wichtigsten Angebote auf dem Markt unter die Lupe. Am teuersten, aber auch am seltensten sind Feuerschäden. Von den 1,5 Millionen Anlagen gerieten jährlich lediglich rund 50 in Brand. Unbegründet ist die Angst, die Feuerwehr könnte sich wegen einer PV-Anlage weigern, das Haus zu löschen. Die Feuerwehr kann inzwischen auch mit derartigen Problemen umgehen.
Segment-ID: 17468
Der Energiekonzern nutzt dabei die Satellitendatenbasis von Google Sunroof weiter lesen
(26. Juni 2017) Wer eine PV-Anlage plant, braucht Informationen über die Dachneigung und zu erwartende Erträge. Zwar gibt es zahlreiche Ertragsrechner im Internet, die Ermittlung von Dachausrichtung und die Vermessung der Dachneigung wäre prinzipiell aber auch anhand von Satellitenbildern möglich.
Der Energiekonzern E.on nutzt jetzt die Satellitendatenbasis von Google-Maps und zeigt anschaulich gute Dachflächen auf einer „Sunroof“-Karte an: www.eon-solar.de
Abgedeckt von Google sind derzeit rund sieben Millionen Gebäude in Deutschland. Vor allem in ländlichen Gebieten, aber auch für so manche Landeshauptstadt, gibt es noch merkliche Lücken. Bei näherem Interesse kann ein Ertragsrechner gestartet werden, der aber wieder auf die händische Eingabe von Dachausrichtung und Neigung angewiesen ist. Bei näherer Betrachtung scheint dieser „Rechner“ nur Adressdaten für den Vertrieb der konzerneigenen PV-Sparte sammeln zu wollen. Eine nicht ganz so schicke – aber dafür frei zugängliche – Alternative ist das Tool „PVGIS“ der EU: bdev.de/pvrechner
Segment-ID: 17394
Im indischen Kamuthi ist 2016 die weltgrößte Solaranlage in Betrieb gegangen. weiter lesen
(27. März 2017) Im indischen Kamuthi ist 2016 die weltgrößte Solaranlage in Betrieb gegangen. Die installierte Leistung beträgt 648 Megawatt-Peak (MWp). Zuvor hatte diese Position der in den USA liegende Solarpark „Solar Star“ mit 579 MWp inne.
Errichtet wurde die Anlage auf einer Fläche von circa zehn Quadratkilometern, die Bauzeit betrug acht Monate. Verbaut wurden circa 2,5 Millionen einzelne Solarmodule. Ebenfalls errichtet wurde eine robotergestützte Reinigungsanlage, welche die Module regelmäßig säubert. Die Baukosten des Solarparks betrugen umgerechnet circa 679 Millionen US-Dollar.
Der Anschluss an das indische Stromnetz erfolgt über insgesamt fünf Umspannwerke.
Segment-ID: 16866
Innerhalb der letzten drei Monate sind die Preise für Solarmodule um rund ein Viertel gesunken weiter lesen
(12. Januar 2017) Innerhalb der letzten drei Monate sind die Preise für Solarmodule um rund ein Viertel gesunken: auf nur noch rund 46 Cent pro Wattpeak. Das schreibt die Fachzeitschrift Photon. Das aktuelle Überangebot macht den PV-Markt wieder zu einem Käufermarkt.
Ursache ist ein Markteinbruch in China und hohe Überkapazitäten bei den Modulherstellern. Eine Komplettanlage mit einer Leistung von einem kWp ist also bald schon für 1.000 Euro (netto) zu haben. Freilandanlagen haben bereits Baukosten von 600 Euro/kWp, eine kleine Anlage liegt einschließlich Zubehör derzeit noch bei 1.200 Euro/kWp. Durch Eigenverbrauch erhöht sich die Rendite, weil die Vergütungen für die Einspeisung weit unter dem Strombezugspreis aus dem öffentlichen Netz liegen.
Anne Kreutzmann, Photon-Chefredakteurin, erzählt von einem Gespräch im Hotelfahrstuhl, das sie mit einem Frankfurter Hotelier führte. Er war davon überzeugt, dass sich PV-Anlagen nicht mehr lohnen. Dabei hatte er eine eigene Dachfläche von 400 Quadratmeter und könnte einen Großteil des Stroms im eigenen Hotel verbrauchen, ohne komplizierte Verträge. Das Bauchgefühl „das lohnt sich nicht“ ist spätestens mit diesem Preisrutsch deutlich überholt. In Deutschland sind mindestens 80 Prozent aller privaten Häuser noch ohne Solaranlage.
Segment-ID: 16767
Ein hoch wirtschaftliches, hoch angesehenes Technologieprodukt lässt sich nicht verkaufen. weiter lesen
Ein hoch wirtschaftliches, hoch angesehenes Technologieprodukt lässt sich nicht verkaufen. Der Vergleich zwischen den Solarmärkten in den USA und in Deutschland deckt die Schwachstellen auf. PV-Anlagen rechnen sich sehr gut.
(10. Januar 2017) In den USA gab es im Unterschied zu Deutschland zwar keine als Staatsdoktrin verordnete und dann doch verratene Energiewende. Dennoch findet die Energiewende dort in vielen Bundesstaaten einfach statt. In Kalifornien wird es noch im Jahr 2016 mehr als eine Million PV-Anlagen geben, bei nur 39 Millionen Einwohnern. In Kalifornien werden derzeit je Einwohner mehr als zwölfmal mehr PV-Anlagen installiert, als in Deutschland. Schlimmer noch: In Deutschland wird derzeit vielerorts die Dezentralität nicht weiter gestaltet, sondern ausgebremst und zurückgedreht. Das ist in den USA völlig anders.
PV und Solarthermie in Deutschland
Bei Privatanlagen ist die Solarthermie wesentlich erfolgreicher als die Photovoltaik. Ende 2015 waren in Deutschland etwa 2 Millionen Solarthermieanlagen und etwa 1,5 Millionen Solarstromanlagen in Betrieb. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland mehr als doppelt so viele solarthermische Anlagen in Betrieb genommen, wie PV-Anlagen. Eine Erklärung dafür liefert Karl-Heinz Remmers von Agora Energiewende in einem Aufsatz: „Die Solarthermie wurde zu keinem Zeitpunkt derart massiv angegriffen wie die Photovoltaik. Diese Negativkampagne gegen das EEG und damit gegen die darin geförderten Zukunftstechniken dürfte weltweit einzigartig sein. Aber: Seit dem Spitzenjahr 2008 mit 210.000 neuen PV-Anlagen haben sich die Absatzzahlen halbiert. Auch in der Thermie gab es etliche Insolvenzen. Die Unternehmen beklagen die kleinen Förderbeiträge und das inkonsequente Wärme-EEG.“ (ET, Heft 10/2016, Seiten 98 ff.)
Einbruch bei PV
PV-Anlagen im Dachsegment sind laut Remmers ein Misserfolg. Nie wurden hier mehr Anlagen verkauft als in der Solarthermie. Bereits 2013 waren es nur halb so viele. 2015 kamen auf jede verkaufte PV-Anlage drei Solarthermieanlagen. 2015 wurden nur noch 275 MWp neu installiert. Das entspricht 0,05 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. In diesem Tempo können die staatlich verkündeten Ausbauziele keinesfalls erreicht werden.
Förderung in den USA
Solaranlagen werden in den USA bundesweit mit einer Steuerrückerstattung von 30 Prozent gefördert. Regional gibt es Kaufzuschüsse oder Net-Metering, also einen rückwärtslaufenden Zähler, der Einspeisung und Verbrauch direkt verrechnet und praktisch eine Einspeisevergütung zum Strombezugstarif darstellt. Obwohl in den USA PV-Anlagen doppelt so teuer sind, machen die höhere Sonneneinstrahlung und stark vereinfachte Meldeprozesse die Solartechnik attraktiv. Es gibt in Kalifornien von Seiten der Energieversorger auch keine Kampagnen gegen die Solarenergie. Der Vertrieb der Anlagen läuft in den USA weniger über Elektriker oder Heizungsbauer, sondern über große spezialisierte Firmen wie SolarCity (von Tesla-Gründer Elon Musk), Sunrun oder Vivent. Solarcity hat im ersten Quartal 2016 Anlagen mit einer Leistung von 214 MWp verkauft. Anders als derzeit in Deutschland gelten Elektromobilität und Solartechnik in den USA weithin als Gewinnerthema.
Solarvertrieb in Deutschland
In Deutschland gibt es keine Unternehmen in der Größenordnung von SolarCity oder Sunrun. Die meisten klassischen Handwerksbetriebe, Remmers schätzt 80 Prozent, tun sich mit dem Verkauf moderner und aufwendiger Haustechnik schwer. Die zusätzlichen damit verbundenen Absatzchancen werden nicht gesehen. Und es gibt Krach vor Ort: nämlich zwischen den Stadtwerken und dem örtlichen Handwerk. Die vollintegrierten Vertriebs- und Handwerksketten werden, so Remmers, auch in Deutschland kommen. Startups wie thermondo oder beegy sind schon im Rennen.
Für Solarthermie gibt es in Deutschland Investitionszuschüsse, die im besten Fall 30 Prozent der Kosten decken. Die Förderung verlief im Stop-and-Go-Rhythmus und wurde häufig geändert. Öl- und Gaswirtschaft und Heizungsindustrie verkaufen Solarthermie nur auf Nachfrage.
Für PV-Anlagen gibt es seit 2002 die leicht berechenbare und planbare EEG-Förderung. Seit drei Jahren ist der selbst erzeugte PV-Strom oft günstiger als der Stromkauf aus dem Netz. Damit kann man den Strom auch im Objekt wirtschaftlich nutzen. Die 2014 eingeführte EEG-Umlage auf eigenerzeugten Strom hat trotz einer Ausnahme für Kleinstanlagen bis zehn kWp schweren Schaden angerichtet.
Mit dem Ende des PV-Booms sind die meisten Strukturen zusammengebrochen. Viele Elektriker und Installateure kehrten der Technik den Rücken zu. Zahlreiche Unternehmen haben die Insolvenzwelle nicht überstanden, die durch die erste Fallbeilnovelle des EEG im Februar 2012 ausgelöst wurde.
Stadtwerke und Versorger haben PV meist nur als Marketingaktion im Angebot. Ernst gemeinte Kampagnen blieben oft im Clinch mit dem örtlichen Handwerk stecken. Trotz aller Anstrengungen von Herstellern und engagierten Energieverbrauchern zeigen die Zahlen, dass sich bei einer Blockade durch Politik und Energiewirtschaft kein Wachstum erzielen lässt.
Segment-ID: 16787
Straße als Solaranlage weiter lesen
Frankreich: Straße als Solaranlage
(12. Dezember 2016) Frankreichs Energieministerin Ségolène Royal hat in der Normandie den ersten Bauabschnitt einer Solarstraße eingeweiht. Das Pilotprojekt in der Kleinstadt Tourouvre soll zunächst einen Kilometer Länge umfassen. Bei einer Straßenbreite von zwei Metern werden rund 2.800 Quadratmeter der nur sieben Millimeter dicken „Wattway“-Paneele der französischen Firma Colas verbaut. Mitte Dezember soll die Solarstraße fertig sein. Insgesamt sollen 1.000 Straßenkilometer mit den befahrbaren Solarmodulen entstehen. Royals Ministerium finanziert das Projekt mit fünf Millionen Euro.
So sieht die Straße laut Firmenwerbung dann aus. Schwere Fahrzeuge können auch drauf fahren, betont das Unternehmen.
Nach Angaben des Unternehmens können vier Straßenmeter beziehungsweise 20 Quadratmeter Solarstraße rein rechnerisch den Strombedarf eines Haushalts decken. Dabei ist die für Frankreich durchschnittliche Sonnenscheindauer von 1.000 Stunden jährlich zugrunde gelegt. 1.000 „Wattway“-Meter könnten nach dieser Rechnung die komplette Straßenbeleuchtung einer 5.000-Einwohner-Stadt übernehmen. Auch bei den Ladestationen für Elektrofahrzeuge sieht die Firma Möglichkeiten: 100 Quadratmeter Solarstraße liefern laut Colas genug Strom, damit ein E-Auto 100.000 Kilometer im Jahr fahren kann.
Auch in Deutschland, den Niederlanden und den USA tüfteln Entwickler an Solarstraßen-Projekten – für Autos, aber auch für Fahrräder. Das Unternehmen Solmove beispielsweise schätzt das Potenzial der Idee als gewaltig ein: „Rund 1,4 Milliarden Quadratmeter könnten theoretisch in Deutschland auf diese Weise ausgestattet werden und damit beispielsweise 20 Millionen Elektroautos mit Strom versorgen.“
Materialforscher hatten sich in der Vergangenheit meist zurückhaltend geäußert. Dreck, Staub, Sand und Steine würden die Oberfläche der Module nach und nach zerkratzen, somit sinke der Wirkungsgrad der Zellen. Zudem ist es höchst fraglich, inwieweit es wirtschaftlich ist, Straßen mit aufwändigen Unterkonstruktionen für die Solarpaneele auszustatten, wenn auf den Dächern von Gebäuden wesentlich leichter zu erschließende Flächen noch weitestgehend brach liegen. Der Praxistest wird die offenen technischen und wirtschaftlichen Fragen wohl bald beantworten können.
Segment-ID: 16871
Erzeugungsleistung der erneuerbaren Energien übersteigt erstmals Höchstlast der Stromnachfrage
(15. Januar 2016) Die erneuerbaren Energien haben erstmals 2014 eine höhere Erzeugungsleistung, als im Jahresmaximum an Leistung von allen Verbrauchern nachgefragt wird. Das ergibt aus dem aktuellen Monitoring-Bericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Natürlich steht die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren nie zeitgleich zur Verfügung. Auch fällt die Jahreshöchstlast der Stromnachfrage von 82,8 GW (laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur 2015, Seite 77) in dunkle Winterwochenenden. Dafür gab es 2014 konventionelle Erzeugungsleistung von 105 GW in Bereitschaft, also fast ein Viertel mehr als zur Abdeckung der Höchstlast maximal gebraucht werden.
Im Jahr 2014 waren 85,3 GW Stromerzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien installiert, die auch vergütungsfähig nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind. Insgesamt lag die Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien bei 94 GW.
Der Monitoringbericht belegt, dass auch die hohe Versorgungsleistung aus erneuerbare Energien durchaus mit den konventionellen Kraftwerken gemeinsam einsetzbar sind, ohne dass die Sicherheit der Versorgung gefährdet wird. Es waren zwar umfangreiche zusätzliche Steuerungsmaßnahmen notwendig. Im Ergebnis mussten nur 1,2 Prozent der regenerativen Stromerzeugung zur Sicherung der Stabilität abgeregelt werden (Monitoring Bericht Seite 110).
Der Bund der Energieverbraucher e.V. fordert den weiteren zügigen Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten. Die mit dem EEG 2016 vorgesehenen Ausbaubremsen dürfen nicht beschlossen werden. Der Verbraucherverein schließt sich der diesbezüglichen Forderung zahlreicher Bundesländer an.
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Preisverfall: Photovoltaik von vorgestern
Nach aktuellen Preisen für PV-Systeme befragte Endkunden verschätzen sich. weiter lesen
(6. Januar 2016) Nach aktuellen Preisen für PV-Systeme befragte Endkunden verschätzen sich um den Faktor 1,7 und liegen damit beim Preisniveau von vor vier Jahren. Das geht aus einer aktuellen Endkundenstudie von EuPD Research hervor. Auch bei der Rendite und der Installationsdauer zeigen sich erhebliche Wissenslücken. Dass durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms heute noch Renditen deutlich über dem aktuellen Zinsniveau erwirtschaftet werden können, war einem Großteil der Befragten nicht bekannt.
Für die Studie hatte das Bonner Marktforschungsinstitut 500 Hausbesitzer nach ihrer Einstellung zu PV befragt. Die Mehrheit der Befragten wünschte stärker informiert zu werden, so das Institut. Dabei seien Energieversorger und Handwerker die gefragtesten Quellen.
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Endlich Aufwind für die Solarthermie 14.03.2020
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