Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=20%20U%20150/09
Timestamp: 2019-12-08 19:04:57
Document Index: 325240085

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 7', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 8', '§ 10', '§ 10', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

OLG Köln, 05.02.2010 - I-20 U 150/09 - dejure.org
OLG Köln, 05.02.2010 - I-20 U 150/09
https://dejure.org/2010,5982
OLG Köln, 05.02.2010 - I-20 U 150/09 (https://dejure.org/2010,5982)
OLG Köln, Entscheidung vom 05.02.2010 - I-20 U 150/09 (https://dejure.org/2010,5982)
OLG Köln, Entscheidung vom 05. Februar 2010 - I-20 U 150/09 (https://dejure.org/2010,5982)
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Vereinbarkeit des Policenmodells des § 5a Versicherungsvertragsgesetz (VVG) a.F. mit Europarecht
VVG § 5 a.F.
Wirksamkeit des § 5 a VVG a. F.
kanzlei-klumpe.de , S. 12 (Leitsatz)
§ 5a VVG a.F. verstößt nicht gegen Europarecht
LG Aachen - 9 O 385/08
VersR 2011, 245
Diese Zweifel werden aber in der Instanzrechtsprechung und im weiteren Schrifttum (zu Recht) nicht geteilt (so etwa von weiteren aktuellen, zur revisionsrechtlichen Überprüfung stehenden Berufungsurteilen: OLG Köln, Urteil vom 16. Mai 2014 - 20 U 31/14, S. 7 ff. nicht veröffentlicht; OLG München, Urteil vom 8. Mai 2014 - 14 U 5100/13 S. 4 ff., nicht veröffentlicht; aus der neueren veröffentlichten Rechtsprechung u.a.: OLG München…, Urteil vom 10. Oktober 2013 - 14 U 1804/12, juris Rn. 36 f.; VersR 2013, 1025, 1026; VersR 2012, 1545 f.;… OLG Sachsen-Anhalt, Urteile vom 14. Februar 2013 - 4 U 63/12, juris Rn. 41 f.;… vom 17. Januar 2013 - 4 U 35/12, juris Rn. 37 ff.; OLG Köln VersR 2013, 443, 445;… Urteile vom 2. März 2012 - 20 U 178/11, juris Rn. 25;… vom 3. Februar 2012 - 20 U 140/11, juris Rn. 47 ff.;… vom 25. November 2011 - 20 U 126/11, juris Rn. 21 ff.; VersR 2011, 248;… vom 9. Juli 2010 - 20 U 51/10, juris Rn. 4 ff.; vom 5. Februar 2010 - 20 U 150/09, juris Rn. 5 ff.; Brandenburgisches OLG…, Urteil vom 21. Dezember 2012 - 11 U 40/12, juris Rn. 17; OLG Karlsruhe VersR 2013, 440, 441 f.; OLG Stuttgart VersR 2012, 1373, 1374 f.; OLG Celle…, Urteil vom 9. Februar 2012 - 8 U 191/11, juris Rn. 44 ff.; OLG Hamm…, Urteil vom 31. August 2011 - 20 U 81/11, juris Rn. 10 ff.; VersR 2012, 745, 746; OLG Düsseldorf VersR 2001, 837, 838 f.; LG Dessau-Roßlau NJW-RR 2014, 606, 608 f.; LG Köln…, Urteil vom 4. März 2013 - 26 O 301/12, juris Rn. 40; r+s 2011, 243, 244;… Urteil vom 7. Juli 2010 - 26 O 609/09, juris Rn. 24; LG Münster…, Urteil vom 30. August 2011 - 115 O 53/11, juris Rn. 52 ff.; LG Bielefeld…, Urteil vom 31. März 2011 - 7 O 329/10, juris Rn. 18; LG Aachen…, Urteil vom 5. März 2010 - 9 O 560/09, juris Rn. 36 ff.; LG Kassel r+s 2010, 339;… Bruck/Möller/Herrmann, VVG 9. Aufl. § 7 Rn. 65;… Prölss/Martin/Prölss, VVG 27. Aufl. § 5a VVG Rn. 8;… Römer/Langheid/Römer, VVG 2. Aufl. § 5a Rn. 3; Hofmann, Schutzbriefversicherung (Assistance) 1996 Einf.
Europarechtliche Bedenken gegen die Bestimmungen des § 5 a Abs. 1 Satz 1 und des § 5 a Abs. 2 Satz 1 VVG a.F. bestehen nicht (vgl. dazu ausführlich mit weiteren Nachweisen Beschluss des Senats vom 5.2.2010 - 20 U 150/09).
Wie der Senat in dem bereits zitierten Beschluss in dem Verfahren 20 U 150/09 im einzelnen ausgeführt hat, ist auch diese Regelung vor dem Hintergrund des europäischen Rechts nicht zu beanstanden.
Insoweit kommt eine Beratungspflicht nur in Betracht, wenn aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalles zusätzlicher Beratungsbedarf besteht (vgl. auch hierzu Senat, Beschluss vom 5. Februar 2010 - 20 U 150/09 -, Seite 5 ff. der Beschlussausfertigung; siehe auch Beschluss des Senats vom 9. Juli 2010 - 51/10, S. 8 ff. der Beschlussausfertigung).
(2) Dass die obergerichtliche Rechtsprechung noch im Jahr 2010 nahezu einhellig davon ausging, die später vom Gerichtshof der Europäischen Union in seinem Urteil vom 19. Dezember 2013 (r+s 2014, 57) als richtlinienwidrig angesehene Bestimmung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. sei nicht zu beanstanden (vgl. beispielhaft OLG Köln VersR 2011, 245), machte die Klageerhebung ebenfalls nicht ausnahmsweise unzumutbar.
(2) Dass die obergerichtliche Rechtsprechung noch im Jahr 2010 nahezu einhellig davon ausging, die später vom Gerichtshof der Europäischen Union in seinem Urteil vom 19. Dezember 2013 (r+s 2014, 57) als richtlinienwidrig angesehene Bestimmung des § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. sei nicht zu beanstanden (vgl. beispielhaft OLG Köln VersR 2011, 245; vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 21. März 2012 - 20 U 189/11, juris Rn. 11 zu § 8 Abs. 5 Satz 4 VVG a.F.), machte die Klageerhebung ebenfalls nicht ausnahmsweise unzumutbar.
Soweit er die Übermittlung der Verbraucherinformation nach § 10 a Abs. 1 VAG a.F., in dem die Angaben aus den Anhängen der Richtlinien übernommen worden sind, nicht zwingend bis zur Antragstellung verlangt, bleibt der Vertrag bis zum Ablauf einer vierzehntägigen Widerspruchsfrist nach Überlassung der Unterlagen schwebend unwirksam (vgl. dazu Senat, VersR 2011, 245 und 248 sowie RuS 2011, 216; OLG Düsseldorf VersR 2001, 837 ff.; OLG Frankfurt, VersR 2005, 631 ff.).
Soweit er die Übermittlung der Verbraucherinformation nach § 10a VAG a.F., in dem die Angaben aus den Anhängen der Richtlinien übernommen worden seien, nicht zwingend bis zur Antragstellung verlange, bleibe der Vertrag bis zum Ablauf einer vierzehntägigen Widerspruchsfrist nach Überlassung der Unterlagen schwebend unwirksam (vgl. Senat, VersR 2011, S. 245 ff.;… S. 248 ff. sowie RuS 2011, S. 216;… OLG Düsseldorf, VersR 2001, S. 837 ff.;… OLG Frankfurt, VersR 2005, S. 631 ff.).
Der durch das Berufungsgericht zur Begründung seines Standpunktes angeführte Verweis auf die vorangegangene eigene und die von ihm in diesem Zusammenhang in Bezug genommenen Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 5. Februar 2010 - 20 U 150/09 -, VersR 2011, S. 245;… Beschluss vom 29. Oktober 2010 - 20 U 100/10 -, VersR 2011, S. 248;… Beschluss vom 9. Juli 2010 - 20 U 51/10 -, juris ;… OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 10. Dezember 2003 - 7 U 15/03 -, VersR 2005, S. 631; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 5. Dezember 2000 - 4 U 32/00 -, VersR 2001, S. 837) sind vorliegend nicht geeignet, die richtige Anwendung des Unionsrechts als derart offenkundig erscheinen zu lassen, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt (…vgl. hierzu BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 3. März 2014 - 1 BvR 2083/11 -, WM 2014, S. 647 ).
Der durch das Berufungsgericht zur Begründung seines Standpunktes angeführte Verweis auf die vorangegangene eigene und die von ihm in diesem Zusammenhang in Bezug genommenen Entscheidungen anderer Oberlandesgerichte (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 5. Februar 2010 - 20 U 150/09 -, VersR 2011, S. 245;… Beschluss vom 29. Oktober 2010 - 20 U 100/10 -, VersR 2011, S. 248;… Beschluss vom 9. Juli 2010 - 20 U 51/10 -, juris ;… OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 10. Dezember 2003 - 7 U 15/03 -, VersR 2005, S. 631; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 5. Dezember 2000 - 4 U 32/00 -, VersR 2001, S. 837) sind vorliegend nicht geeignet, um die richtige Anwendung des Unionsrechts als derart offenkundig erscheinen zu lassen, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt (…vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 3. März 2014 - 1 BvR 2083/11 -, WM 2014, S. 647 ).
Das Amtsgericht sei in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung der Kammer und des Oberlandesgerichts Köln (vgl. VersR 2011, 245 ff. sowie 248 ff.) zutreffend davon ausgegangen, dass § 5a VVG a.F. nicht gegen Europarecht verstoße.
(3) Die durch das Berufungsgericht zur Begründung seines Standpunktes angeführte Bezugnahme auf die "ständige Rechtsprechung der Kammer und des Oberlandesgerichts Köln" ist nicht tragfähig, denn die von ihm in diesem Zusammenhang mittelbar in Bezug genommenen Entscheidungen (OLG Köln, VersR 2011, S. 245 ff. ) greifen in ihrer Begründung zu kurz, um die durch das Berufungsgericht entschiedene Rechtsfrage als geklärt erscheinen zu lassen.
Im Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 5. Februar 2010 (20 U 150/09, VersR 2011, S. 245 ff.) heißt es, § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. sei vor dem Hintergrund des europäischen Rechts nicht zu beanstanden, weil ein Verstoß gegen europäisches Recht "jedenfalls deshalb nicht vor[liege]", weil die fraglichen Richtlinien den Mitgliedstaaten keine Vorgaben für das Versicherungsvertragsrecht machten, sondern ausdrücklich die Harmonisierung der Versicherungsaufsicht bezweckten.
(2) Der durch das Berufungsgericht zur Begründung seines Standpunktes angeführte Verweis auf die "obergerichtliche Rechtsprechung" und die von ihm in diesem Zusammenhang - unmittelbar beziehungsweise mittelbar - in Bezug genommenen Entscheidungen (OLG Köln…, Beschluss vom 29. Oktober 2010 - 20 U 100/10 -, VersR 2011, S. 248; OLG Köln…, Beschluss vom 9. Juli 2010 - 20 U 51/10 -, juris [soweit hier von Interesse in r+s 2011, S. 216 f. nicht abgedruckt]; OLG Karlsruhe, Urteil vom 7. Mai 2009 - 12 U 241/08 - [zu § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F.];… OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 10. Dezember 2003 - 7 U 15/03 -, VersR 2005, S. 631 bzw. OLG Nürnberg…, Urteil vom 29. Februar 2000 - 3 U 3127/99 -, VersR 2000, S. 713; OLG Düsseldorf…, Urteil vom 5. Dezember 2000 - 4 U 32/00 -, VersR 2001, S. 837; OLG Köln, Beschluss vom 5. Februar 2010 - 20 U 150/09 -, VersR 2011, S. 245) sind vorliegend nicht geeignet, um die richtige Anwendung des Unionsrechts als derart offenkundig erscheinen zu lassen, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt.
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