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Timestamp: 2016-10-22 07:12:16
Document Index: 212042689

Matched Legal Cases: ['Art. 11', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 2', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 12', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'Art. 119', 'Art. 83', 'Art. 83', 'Art. 79', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 16', 'Art. 117', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 4', 'Art. 11', 'BGE']

1A.234/2003 (09.03.2004)
1A.234/2003 /grl
Urteil vom 9. M�rz 2004
Dr. J�rg Knus,
F�rsorgedirektion des Kantons Glarus, Postgasse 29, 8750 Glarus,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus, I. Kammer, vom 30. September 2003.
A.________ wurde am Sonntagmorgen, dem 26. April 1998, in eine Schl�gerei mit einem Landsmann verwickelt. Er musste in der Folge notfallm�ssig ins Spital eingewiesen werden. Laut Arztbericht erlitt er durch vier Faustschl�ge diverse komplexe Frakturen des Gesichtssch�dels. Die Hospitalisation dauerte bis am 9. Mai 1998.
Am 28. Januar 2000 ersuchte A.________ den Sozialdienst des Kantons Glarus um Entsch�digungs- und Genugtuungsleistungen gem�ss Art. 11 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG; SR 312.5). Umstritten ist vorliegend einzig der Genugtuungsanspruch. Das Gesuch um Genugtuung in der H�he von Fr. 5'000.-- wurde mit den �beraus schweren Verletzungen, die A.________ bei der Schl�gerei erlitten habe, begr�ndet. Vom 26. April bis 31. Mai 1998 sei er zu 100% arbeitsunf�hig gewesen, und auch danach habe er nicht mehr voll arbeiten k�nnen und sich verschiedenen Nachkontrollen unterziehen m�ssen. Anf�nglich habe er auch starke Schmerzen gehabt. Ein bleibender Schaden sei aber nicht ersichtlich.
Mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 wies die F�rsorgedirektion des Kantons Glarus das Gesuch um Genugtuung mit der Begr�ndung ab, es fehle A.________ an der erforderlichen schweren Betroffenheit; eine solche liege erst bei einem langen Krankenlager oder bei Dauerinvalidit�t vor.
Am 23. M�rz 2000 erlitt A.________ einen gesundheitlichen R�ckfall und musste sich am 4. Mai 2000 einer erneuten Operation unterziehen. Er konnte in der Folge nicht mehr arbeiten. Am 16. November 2000 l�ste sein Arbeitgeber das Arbeitsverh�ltnis auf den 28. Februar 2001 auf.
Das Kantonsgericht von Appenzell Ausserrhoden verurteilte am 30. November 2000 den T�ter, der A.________ bei der Auseinandersetzung am 26. April 1998 verletzt hatte, u.a. wegen schwerer K�rperverletzung und verpflichtete ihn zur Zahlung einer Genugtuung von Fr. 10'000.-- an den Gesch�digten. Das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden best�tigte dieses Urteil am 18. September 2001.
Mit Schreiben vom 4. M�rz 2002 machte A.________ gegen�ber der F�rsorgedirektion neben weiteren Entsch�digungsanspr�chen einen Genugtuungsanspruch in der H�he von Fr. 10'000.-- geltend. Er begr�ndete dies mit der vom Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden im Strafverfahren zugesprochenen Genugtuung. Ferner orientierte A.________ die F�rsorgedirektion dar�ber, dass er seit dem 1. M�rz 2001 nach wie vor zu 100 % arbeitsunf�hig geschrieben sei und sich im Kanton St. Gallen f�r eine IV-Rente angemeldet habe.
Mit Verf�gung vom 6. November 2002 trat die F�rsorgedirektion auf das Gesuch um Genugtuung in der H�he von Fr. 10'000.-- nicht ein. Zur Begr�ndung wies sie darauf hin, dass A.________ bereits mit Brief vom 28. Januar 2000 ein Gesuch um eine Genugtuung von Fr. 5'000.-- gestellt habe, welches mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 rechtskr�ftig abgewiesen worden sei.
Mit Eingabe vom 29. November 2002 reichte A.________ bei der F�rsorgedirektion ein Revisionsgesuch ein und beantragte, die Verf�gungen vom 28. Februar 2000 sowie vom 6. November 2002 seien revisionsweise aufzuheben, soweit diese die Genugtuungsforderungen ablehnten. Ferner sei ihm eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- auszuzahlen.
Die F�rsorgedirektion lehnte mit Verf�gung vom 12. M�rz 2003 den Antrag auf Revision beziehungsweise auf Wiedererw�gung der Verf�gungen vom 28. Februar 2000 sowie vom 6. November 2002 ab und trat auf den Antrag betreffend Genugtuung von Fr. 10'000.-- nicht ein.
Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Urteil vom 30. September 2003 ab und best�tigte die angefochtene Verf�gung der F�rsorgedirektion vom 12. M�rz 2003.
A.________ hat am 31. Oktober 2003 gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht erhoben. Er beantragt, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und der Kanton Glarus (F�rsorgedirektion) zu verpflichten, ihm die vom Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden zugesprochene Genugtuung von Fr. 10'000.-- auszuzahlen.
Die F�rsorgedirektion und das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus beantragen Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Justiz verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus hat als letzte kantonale Instanz in einer Angelegenheit betreffend ein Gesuch um Genugtuung nach dem Opferhilfegesetz befunden. Gegen sein Urteil ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde grunds�tzlich zul�ssig (Urteil 1A.300/1997 vom 14. April 1998 E. 1a, ZBl 1999 S. 85; BGE 126 II 237 E. 1a S. 239; 125 II 169 E. 1 S. 171, je mit Hinweisen).
Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet die Frage, ob die Auffassung des Verwaltungsgerichts, die Glarner F�rsorgedirektion habe zu Recht das Revisions- bzw. Wiedererw�gungsbegehren des Beschwerdef�hrers abgelehnt bzw. sei darauf nicht eingetreten, Bundesrecht verletzt. Da noch gar nicht wiedererw�gungs- oder revisionsweise �ber den Genugtuungsanspruch nach OHG entschieden wurde, kann auf den Antrag des Beschwerdef�hrers, es sei der Kanton Glarus (F�rsorgedirektion) zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer die vom Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden zugesprochene Genugtuung von Fr. 10'000.-- auszuzahlen, nicht eingetreten werden.
Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist unter dem genannten Vorbehalt einzutreten.
2.1 Nach Art. 11 Abs. 1 OHG k�nnen die Opfer einer in der Schweiz ver�bten Straftat im Kanton, in dem die Tat ver�bt wurde, Genugtuung geltend machen. Eine solche kann unabh�ngig vom Einkommen ausgerichtet werden, wenn das Opfer schwer betroffen ist und besondere Umst�nde es rechtfertigen (Art. 12 Abs. 2 OHG). Das Opfer muss das Gesuch um Genugtuung innert zwei Jahren nach der Straftat bei der Beh�rde einreichen; andernfalls verwirkt es seinen Anspruch (Art. 16 Abs. 3 OHG).
Im vorliegenden Fall wird nicht bestritten, dass der Beschwerdef�hrer Opfer der am 26. April 1998 begangenen Straftat im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG ist. Umstritten ist indessen, ob der Beschwerdef�hrer nach Ablauf der in Art. 16 Abs. 3 OHG vorgesehenen Verwirkungsfrist wegen der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bzw. wegen der im Strafverfahren zugesprochenen zivilrechtlichen Genugtuung noch ein neues (zweites) Gesuch um opferhilferechtliche Genugtuung bzw. ein Gesuch um Wiedererw�gung des abschl�gigen Genugtuungsentscheides vom 28. Februar 2000 stellen kann.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Bundesrecht, da das Verwaltungsgericht das Gesuch vom 4. M�rz 2002 um Auszahlung einer Genugtuung f�lschlicherweise nicht als neues (zweites) Gesuch qualifiziert habe, das noch innert der 2-j�hrigen Verwirkungsfrist nach Art. 16 Abs. 3 OHG gestellt worden sei. Die Verwirkungsfrist habe erst mit seinem gesundheitlichen R�ckfall vom 23. M�rz 2000 respektive mit der Operation im Mai 2000 zu laufen begonnen. Erst danach habe sich seine dauernde Invalidit�t abgezeichnet. Ferner ist der Beschwerdef�hrer der Ansicht, die gegen die Verf�gung vom 6. November 2002 erhobene "Revision" h�tte als ordentliches Rechtsmittel entgegengenommen werden m�ssen. Diesbez�glich wirft er dem Verwaltungsgericht eine falsche rechtliche W�rdigung sowie �berspitzten Formalismus vor.
2.2 Mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 entschied die F�rsorgedirektion, dass dem Beschwerdef�hrer kein Genugtuungsanspruch nach dem Opferhilfegesetz zustehe, da es ihm an der erforderlichen schweren Betroffenheit im Sinne von Art. 12 Abs. 2 OHG fehle. Eine solche liege erst bei einem langen Krankenlager oder bei Dauerinvalidit�t vor. Der Beschwerdef�hrer focht diesen Entscheid innerhalb der ordentlichen Rechtsmittelfrist nicht an. Dieser ist folglich in formelle Rechtskraft erwachsen. In ihrem Entscheid vom 6. November 2002 behandelte die F�rsorgedirektion das Gesuch vom 4. M�rz 2002 als neues (zweites) Gesuch und trat darauf nicht ein, da �ber eine Genugtuung nach Opferhilfegesetz bereits rechtskr�ftig befunden worden war. Das Verwaltungsgericht verstand das Gesuch vom 4. M�rz 2002 hingegen als Gesuch um Wiedererw�gung der Verf�gung vom 28. Februar 2000 und den Entscheid der F�rsorgedirektion vom 6. November 2002 als ein Nichteintreten auf ein Wiedererw�gungsgesuch, wogegen kein Rechtsmittel mehr zur Verf�gung stehe (angefochtener Entscheid E. 4a S. 14). Der Beschwerdef�hrer kritisiert letztere Auffassung.
Mit der Verf�gung vom 28. Februar 2000 liegt ein formell rechtskr�ftiger Genugtuungsentscheid vor. Auf eine formell rechtskr�ftige Verf�gung kann revisions- bzw. wiedererw�gungsweise zur�ckgekommen werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Es ist indessen sehr fraglich, ob Opferhilfebeh�rden verpflichtet sind, auf ein neues (zweites) Gesuch um opferhilferechtliche Genugtuung einzutreten, wenn sich - wie im vorliegenden Fall - nach Erlass eines rechtskr�ftigen Genugtuungsentscheides der Gesundheitszustand des Opfers verschlechtert oder diesem im Strafverfahren eine zivilrechtliche Genugtuung zugesprochen wird. Dies k�me einer Nichtbeachtung eines formell rechtskr�ftigen Entscheides und einer Umgehung der Revisions- bzw. Wiedererw�gungsgr�nde sowie entsprechender Fristen gleich. Im konkreten Fall w�re ein neues (zweites) Gesuch zudem aus folgenden Gr�nden versp�tet.
Gem�ss Art. 16 Abs. 3 OHG muss das Opfer das Gesuch um Genugtuung innert zwei Jahren nach der Straftat bei der Beh�rde einreichen; andernfalls verwirkt es seine Anspr�che. Die Straftat geschah am 26. April 1998, das neue (zweite) Genugtuungsgesuch reichte der Beschwerdef�hrer erst am 4. M�rz 2002, also knapp vier Jahre sp�ter ein. Damit ist der Anspruch grunds�tzlich verwirkt. Der Beschwerdef�hrer beruft sich indessen auf BGE 126 II 348. Gem�ss diesem Entscheid kann einem Opfer die Verwirkungsfrist dann nicht entgegengehalten werden, wenn die Folgen der Straftat - die massgebliche Sch�digung bzw. Verletzung - f�r das Opfer erst nach Ablauf der Frist erkennbar sind. Voraussetzung hierf�r ist allerdings, dass das Opfer alles ihm nach Treu und Glauben Zumutbare unternimmt, um seine Opferrechte zu wahren. Vorliegend war f�r den Beschwerdef�hrer die Verletzung noch vor Ablauf der Verwirkungsfrist erkennbar, wenn auch nicht die langfristigen Folgen davon, namentlich nicht die sich abzeichnende Dauerinvalidit�t. Hier war der Beschwerdef�hrer gehalten - wie er es ja auch getan hat - ein Gesuch noch innerhalb der zweij�hrigen Frist einzureichen, um seinen Genugtuungsanspruch nicht zu verwirken. Sinn und Zweck des OHG sowie der verfassungsm�ssige Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) gebieten es im konkreten Fall nicht, ein neues (zweites) Gesuch nach Ablauf der Verwirkungsfrist noch zuzulassen. Selbst wenn man die in BGE 126 II 348 begr�ndete Rechtsprechung auf den vorliegenden Fall �bertragen wollte, m�sste sich der Beschwerdef�hrer entgegenhalten lassen, dass er nach dem gesundheitlichen R�ckfall am 23. M�rz 2000 und der Operation im Mai 2000 fast zwei Jahre mit der Einreichung des neuen (zweiten) Gegnugtuungsgesuches zugewartet und damit nicht alles ihm Zumutbare unternommen hat, um seine Opferrechte zu wahren. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts gew�hrt weder in F�llen, in denen die Opfer nicht innerhalb der Verwirkungsfrist �ber ihre Rechte informiert werden, noch in F�llen, in denen die Opfer erst nach Ablauf der Verwirkungsfrist Kenntnis von den Schadensfolgen der Straftat erhalten, einen Anspruch auf Wiederherstellung der zweij�hrigen Verwirkungsfrist. Vielmehr haben sie ab dem Zeitpunkt der Information bzw. Kenntnisnahme im Rahmen des Zumutbaren unverz�glich ihre Anspr�che geltend zu machen (vgl. BGE 129 II 409; 126 II 348; Urteil 1A.217/1997 E. 5b, Pl�doyer 1/1998 S. 65).
Nach dem Gesagten kann dem Verwaltungsgericht weder eine OHG-Verletzung noch �berspitzter Formalismus vorgeworfen werden, wenn es das Gesuch des Beschwerdef�hrers vom 4. M�rz 2002 nicht als neues (zweites) Gesuch um opferhilferechtliche Genugtuung und dessen Revisionsgesuch vom 29. November 2002 nicht als ordentliches Rechtsmittel gegen das Nichteintreten auf ein solches Gesuch behandelt hat.
Zu pr�fen bleibt indes, ob der Beschwerdef�hrer wegen seines gesundheitlichen R�ckfalls bzw. wegen der ihm im Strafverfahren zugesprochenen zivilrechtlichen Genugtuung Anspruch auf Revision bzw. Wiedererw�gung des Genugtuungsentscheides vom 28. Februar 2000 hat und ob er die diesbez�glichen Antr�ge rechtzeitig gestellt hat.
2.3 Gem�ss Art. 119 Abs. 1 VRG/GL muss der Antrag auf Revision bei Folge der Verwirkung binnen 90 Tagen von der Entdeckung des Revisionsgrundes an eingereicht werden. Wie das Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid zu Recht festh�lt und wie auch der Beschwerdef�hrer nicht bestreitet, reichte Letzterer kein Revisionsgesuch innerhalb dieser Frist ein. Es ist weder �berspitzt formalistisch noch stellt es eine Vereitelung des Opferhilferechts dar, wenn auf ein Revisionsgesuch wegen Nichteinhaltung der entsprechenden Frist nicht eingetreten wird. Es bleibt somit zu pr�fen, ob der Beschwerdef�hrer allenfalls Anspruch auf eine Wiedererw�gung besitzt.
2.4 Nach Art. 83 Abs. 1 VRG/GL kann eine Partei die Beh�rde jederzeit um Wiedererw�gung des erlassenen Entscheides ersuchen. Die Beh�rde ist zur Wiedererw�gung ihres Entscheides verpflichtet, wenn die rechtlichen oder tats�chlichen Voraussetzungen, welche die Grundlage des Entscheides gebildet haben, nicht mehr erf�llt sind oder sich nachtr�glich erheblich gewandelt haben (Art. 83 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 79 Abs. 1 lit. b VRG/GL). Ferner ist eine Beh�rde auch gest�tzt auf Art. 29 Abs. 1 BV verpflichtet, sich mit einem Wiedererw�gungsgesuch zu befassen, wenn sich die Verh�ltnisse seit dem ersten Entscheid wesentlich ge�ndert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und Beweismittel anf�hrt, die ihm im fr�heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen f�r ihn rechtlich oder tats�chlich unm�glich war oder dazu keine Veranlassung bestand (BGE 127 I 133 E. 6 S. 137; 124 II 1 E. 3a S. 6; 120 Ib 42 E. 2b S. 46 f. mit weiteren Hinweisen).
In Betracht kommen vorliegend zwei unterschiedliche Wiedererw�gungsgr�nde: einerseits der gesundheitliche R�ckfall mit der sich abzeichnenden Dauerinvalidit�t des Beschwerdef�hrers (E. 2.4.1) und andererseits die adh�sionsweise Zusprechung einer zivilrechtlichen Genugtuung im Strafverfahren (E. 2.4.2).
2.4.1 Mit der Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdef�hrers haben sich die tats�chlichen Verh�ltnisse seit dem Entscheid vom 28. Februar 2000 wesentlich ver�ndert. Wie die F�rsorgedirektion in ihrem Entscheid vom 12. M�rz 2001 zu Recht festh�lt, sind aus diesem Grund die Voraussetzungen f�r eine Wiedererw�gung nach kantonalem Recht grunds�tzlich erf�llt. Auch gest�tzt auf Art. 29 Abs. 1 BV w�re die entsprechende Beh�rde wegen der ver�nderten Verh�ltnisse an sich verpflichtet, auf ein Wiedererw�gungsgesuch einzutreten.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Beschwerdef�hrer seinen Anspruch auf Wiedererw�gung nicht durch zu langes Zuwarten verwirkt hat. Nach Auffassung der F�rsorgedirektion steht einer Wiedererw�gung die zweij�hrige Verwirkungsfrist gem�ss Art. 16 Abs. 3 OHG entgegen. Das Verwaltungsgericht verneinte eine Wiedererw�gungspflicht, da der gesundheitliche R�ckfall noch innert der ordentlichen Rechtsmittelfrist eingetreten sei bzw. noch eine Revision nach Art. 117 Abs. 2 VRG m�glich gewesen w�re.
Der Beschwerdef�hrer hatte noch innerhalb der zweij�hrigen Verwirkungsfrist gem�ss Art. 16 Abs. 3 OHG ein Gesuch um Genugtuung eingereicht, welches mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 rechtskr�ftig abgewiesen wurde. Mit dem Wiedererw�gungsgesuch wird ein R�ckkommen auf diesen formell rechtskr�ftigen Entscheid beantragt. Damit wird letztlich eine Beurteilung der Frage verlangt, ob der rechtzeitig geltend gemachte Genugtuungsanspruch im Lichte der ver�nderten Verh�ltnisse anders zu beurteilen ist. Es braucht im vorliegenden Fall allerdings nicht entschieden zu werden, ob die Frist von Art. 16 Abs. 3 OHG, die den Genugtuungsanspruch bei nicht rechtzeitigem Geltendmachen verwirken l�sst, auch bei Wiedererw�gungsgesuchen zum Tragen kommt. Es fragt sich n�mlich hier, ob eine Wiedererw�gung wegen langen Zuwartens des Beschwerdef�hrers unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) �berhaupt noch zul�ssig ist. Nach bundesgerichtlicher Praxis ist die Wiedererw�gung von Verwaltungsentscheiden, die in Rechtskraft erwachsen sind, nicht beliebig zul�ssig. Sie darf namentlich nicht dazu dienen, rechtskr�ftige Verwaltungsentscheide immer wieder in Frage zu stellen oder die Fristen f�r die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (BGE 120 Ib 42 E. 2b S. 46).
Es trifft zu, dass der gesundheitliche R�ckfall des Beschwerdef�hrers vom 23. M�rz 2000 noch innerhalb der ordentlichen Rechtsmittelfrist erfolgte. Von daher w�re es theoretisch m�glich gewesen, dass der Beschwerdef�hrer gegen den Genugtuungsentscheid vom 28. Februar 2000 h�tte Beschwerde erheben k�nnen. Indessen ist dem Beschwerdef�hrer zugute zu halten, dass - wie in der Beschwerdeschrift ausgef�hrt - erst nach der Operation im Mai 2000 klar wurde, dass bleibende Sch�den aus dem Vorfall vom 26. April 1998 vorliegen w�rden. Zu diesem Zeitpunkt w�re der Beschwerdef�hrer indessen nach Treu und Glauben gehalten gewesen zu handeln. Erst am 4. M�rz 2002, knapp zwei Jahre sp�ter, ersuchte er die F�rsorgedirektion erneut um die Ausrichtung einer opferhilferechtlichen Genugtuung. Und erst am 29. November 2002 stellte er schliesslich ein Gesuch um Revision der Verf�gung vom 28. Februar 2000. Unter diesen Umst�nden ist keine Verletzung von Bundesrecht auszumachen, wenn das Verwaltungsgericht eine Wiedererw�gungspflicht aufgrund des gesundheitlichen R�ckfalls verneinte.
2.4.2 Es bleibt noch zu pr�fen, ob der Beschwerdef�hrer aus der adh�sionsweisen Zusprechung einer zivilrechtlichen Genugtuung im Strafurteil vom 18. September 2001 einen Anspruch auf Wiedererw�gung des ablehnenden Genugtuungsentscheides der Glarner F�rsorgedirektion vom 28. Februar 2000 ableiten kann. Die F�rsorgedirektion verneinte eine Wiedererw�gungspflicht nach kantonalem Recht. Das Bundesgericht entschied allerdings im Urteil 1A.300/1997 vom 14. April 1998 (ZBl 1999 S. 84 ff.), dass eine Opferhilfebeh�rde, die eine Entsch�digungsforderung nach OHG rechtskr�ftig abgewiesen hatte, im konkreten Fall gest�tzt auf Art. 29 Abs. 1 BV (Art. 4 aBV) verpflichtet war, sich mit einem Wiedererw�gungsgesuch zu befassen, nachdem das Strafgericht dem Opfer in einem sp�teren Adh�sionsverfahren Schadenersatz zugesprochen hatte. Mit R�cksicht auf den Sinn und Zweck des OHG erachtete es das Bundesgericht in jenem Fall als geboten, ausnahmsweise von der Regel abzuweichen, wonach ein Widerspruch zwischen zwei Entscheidungen unterschiedlicher Instanzen bei Fehlen einer besonderen Grundlage unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten keinen Revisionsgrund darstellt. Im vorliegenden Fall kann indessen offen bleiben, ob dem Beschwerdef�hrer entsprechend diesem Urteil wegen der im Adh�sionsverfahren von den Strafjustizbeh�rden zugesprochenen Genugtuung ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf Wiedererw�gung der Verf�gung vom 28. Februar 2000 zusteht. Eine Wiedererw�gung erscheint jedenfalls angesichts der konkreten Umst�nde unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben unzul�ssig: Der Beschwerdef�hrer f�hrt in seiner Beschwerdeschrift aus, dass nach der Operation im Mai 2000 klar geworden sei, dass bleibende Sch�den aus dem Vorfall vom 26. April 1998 vorliegen w�rden. Ferner habe er seine Arbeit nicht wieder aufnehmen k�nnen. Deswegen sei dann mit Eingabe vom 20. November 2000 im Strafverfahren gegen den Sch�diger beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden erstmals eine Genugtuungsforderung gestellt worden. Der Grundsatz von Treu und Glauben h�tte aber geboten, nicht nur beim Strafrichter eine Genugtuungsforderung adh�sionsweise anh�ngig zu machen, sondern umgehend auch bei der Opferhilfebeh�rde ein Gesuch um Wiedererw�gung des ablehnenden Genugtuungsentscheids vom 28. Februar 2000 - allenfalls verbunden mit einem Sistierungsbegehren im Hinblick auf den Ausgang des Adh�sionsverfahrens - zu stellen. Der Beschwerdef�hrer wartete damit aber bis zum 4. M�rz 2002, rund 5 � Monate nach der Zusprechung der zivilrechtlichen Genugtuung, bzw. bis zum 29. November 2002. Unter diesen Umst�nden ist auch hier keine Verletzung von Bundesrecht ersichtlich, wenn das Verwaltungsgericht eine Wiedererw�gungspflicht verneinte.
Nach dem Gesagten erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegr�ndet und ist deshalb abzuweisen. Nach der Praxis sind im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren betreffend Anspr�che nach Art. 11 ff. OHG keine Kosten zu erheben (BGE 122 II 211 E. 4b S. 219).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewiesen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der F�rsorgedirektion des Kantons Glarus und dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, I. Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Justiz schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 9. M�rz 2004