Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.11.2003&Aktenzeichen=VII%20ZR%20288/02
Timestamp: 2019-07-16 23:42:30
Document Index: 286592926

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 198', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.11.2003 - VII ZR 288/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,20
BGH, 27.11.2003 - VII ZR 288/02 (https://dejure.org/2003,20)
BGH, Entscheidung vom 27.11.2003 - VII ZR 288/02 (https://dejure.org/2003,20)
BGH, Entscheidung vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02 (https://dejure.org/2003,20)
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HOAI § 8 Abs. 1; BGB §§ 198 a. F., 199 Abs. 1 Nr. 1 n. F.
Verjährung einer Architektenhonorarforderung; Honorarabrechnung nach vorzeitiger Beendigung des Architektenvertrages; Beginn der Verjährung mit Erteilung einer prüffähigen Schlussrechnung; Anforderungen an die Prüffähigkeit ; Konkrete Berechnung der ersparten Aufwendungen ; Unwirksamkeit einer Klausel über pauschalierten Abzug; Nichteinhaltung des Abrechnungssystems der Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure (HOAI); Anderweitige Wahrung der Kontrollinteressen und Informationsinteressen des Auftraggebers; Verjährungsbeginn einer nicht prüffähigen Rechnung; Verspäteter Einwand fehlender Prüffähigkeit; Zweimonatige Ausschlussfrist
Prüffähigkeit einer Rechnung bei Vorliegen der nach dem Vertrag und der HOAI unverzichtbaren Angaben
Voraussetzungen der Prüffähigkeit der Rechnung des Architekten oder Ingenieurs; Treuwidrigkeit der Berufung auf die fehlende Prüffähigkeit; Beginn der Verjährung von Honorarforderungen
Wann beginnt Verjährung einer Honorarschlussrechnung?
Honorarrecht - Honoraranspruch bei teilweise prüffähiger Rechnung
Bei einer Schlussrechnung nach HOAI muss der Auftraggeber die fehlende Prüffähigkeit innerhalb von zwei Monaten rügen
Prüffähigkeit von Rechnungen - Bundesgerichtshof mit aus Planersicht sensationeller Entscheidung
Prüffähige und nicht prüffähige Schlussrechnung: Wann beginnt die Verjährung?
Prüffähigkeit der Schlussrechnung - Fälligkeit und Verjährung der Schlussrechnungsansprüche (RA Dr. Christoph Lichtenberg; EI 8/2004, 64)
Wann beginnt Verjährung einer Honorarschlussrechnung? (IBR 2004, 80)
HOAI-Schlussrechnung: Auftraggeber muss fehlende Prüfbarkeit binnen zwei Monaten rügen! (IBR 2004, 79)
Schlussrechnung teilweise nicht prüffähig: Architekt kann auf prüffähigen Teil Zahlung verlangen! (IBR 2004, 148)
Zusammenfassung von "Die Prüffähigkeit der Architektenabschlussrechnung - Zur Änderung der Rechsprechung" von RA Hans Christian Schwenker, original erschienen in: ZfIR 2004, 232 - 236.
Zusammenfassung von "Prüffähigkeit, Fälligkeit und Verjährung von Honorarrechnungen nach § 8 HOAI" von RA Dr. Hans Rudolf Sangenstedt, original erschienen in: NJW 2004, 1990 - 1993.
BGHZ 157, 118
NJW-RR 2004, 445
ZIP 2004, 512 (Ls.)
MDR 2004, 443 (Ls.)
NZBau 2004, 216
BauR 2004, 316
BauR 2004, 384 (Ls.)
ZfBR 2004, 262
In diesem Zusammenhang weist der Senat schon jetzt vorsorglich darauf hin, dass die Beklagte die Prüfbarkeit der in Rede stehenden Schlussrechnung rechtzeitig innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Rechnung gerügt hat (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118).
Dabei sind auch die von der Beklagten gegen die Prüfbarkeit der Schlussrechnung vorgebrachten Einwände zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BauR 2004, 316 = NZBau 2004, 216 = ZfBR 2004, 262).
d) Die Darlegungs- und Beweislast für die inhaltliche Richtigkeit der Abrechnung eines werkvertraglichen Vergütungsanspruchs liegt auch bei einer prüfbaren Abrechnung beim Unternehmer (Bestätigung von BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118, 126).
Auch wenn in diesem Fall ein Besteller einer prüfbaren Abrechnung nicht entgegentritt, kehrt sich die Darlegungs- und Beweislast für die den Werklohnanspruch begründenden Voraussetzungen nicht um (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118, 126).
Es findet die Sachprüfung statt, ob die Forderung berechtigt ist (im Anschluß an BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02).
Er ist dann mit dem Einwand der fehlenden Prüffähigkeit ausgeschlossen mit der Folge, daß die Honorarforderung fällig wird (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BauR 2004, 316, 319 = NZBau 2004, 216 = ZfBR 2004, 262).
Er kann im Rahmen der Sachprüfung auch solche Einwendungen vorbringen, die er gegen die Prüfbarkeit der Rechnung hätte vorbringen können (vgl. (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, aaO).
Die Rechtslage entspricht dann derjenigen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, nach dem die Erteilung einer prüfbaren Rechnung keine Fälligkeitsvoraussetzung ist (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118, 126).
Um als ausreichende Beanstandung zur Prüffähigkeit angesehen werden zu können, müssen die vom Auftraggeber erhobenen Rügen dem Auftragnehmer verdeutlichen, dass er nicht bereit ist, in die sachliche Auseinandersetzung einzutreten, solange er keine prüffähige Rechnung erhalten hat (Fortführung von BGH, Urteil vom 27. November 2003, VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118).
Erforderlich ist deshalb eine Rüge, mit der die Teile der Rechnung und die Gründe bezeichnet werden, die nach Auffassung des Auftraggebers zu dem Mangel der fehlenden Prüffähigkeit führen (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118, 127 f.).
Die Anforderungen an die Prüfbarkeit ergeben sich vielmehr aus den Informations- und Kontrollinteressen des Auftraggebers (BGH…, Urteil vom 26. Oktober 2000 - VII ZR 99/99, BauR 2001, 251, juris Rn. 8;… Urteil vom 22. November 2001 - VII ZR 168/00, BauR 2002, 468, juris Rn. 8;… Urteil vom 2. Mai 2002 - VII ZR 325/00, BauR 2002, 1406, juris Rn. 9; Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118 = BauR 2004, 316, juris Rn. 19;… Urteil vom 12. Januar 2006 - VII ZR 2/04, BGHZ 165, 382 = BauR 2006, 693, juris Rn. 15).
Das Erfordernis der Prüffähigkeit ist jedoch, worauf der Senat wiederholt hingewiesen hat (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118, 124 m.w.N.), kein Selbstzweck.
Ohne diese konkrete Abrechnung ist die Rechnung nicht prüffähig, weil sie den Auftraggeber nicht in die Lage versetzen kann, die Richtigkeit des Anspruchs zu überprüfen (BGH NJW-RR 2004, 445).
Diese Abrechnung ist Bestandteil der Schlussrechnung (vgl. BGH NJW-RR 2004, 445).
Nach der Rechtsprechung des BGH ist der Auftraggeber zwar grundsätzlich nach Treu und Glauben mit solchen Einwendungen gegen die Prüffähigkeit der Schlussrechnung ausgeschlossen, die er nicht spätestens innerhalb einer Frist von 2 Monaten nach Zugang der Rechnung vorgebracht hat (BGHZ 157, 118-133, Rn. 22 und 23).
Geschieht das nicht, darf der Auftragnehmer das Verhalten dahin verstehen, dass der Auftraggeber die erteilte Schlussrechnung als geeignete Grundlage für die Abrechnung akzeptiert und nicht mehr in Frage stellen will (BGHZ 157, 118-133, Rn. 22 und 23).
Die Darlegungs- und Beweislast für die Forderung ändert sich nicht (BGHZ 157, 118-133).
Voraussetzung für die Fälligkeit der Honorarforderung des Architekten ist auch nach der Kündigung eines Vertrages die Übermittlung einer prüfbaren Schlußrechnung (BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, BGHZ 157, 118 ff.).
a) Ist das Honorar nach der HOAI zu ermitteln, ist die Rechnung allerdings objektiv nur prüffähig, wenn die anrechenbaren Kosten nach Maßgabe des § 10 Abs. 2 HOAI ermittelt sind (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02 m.w.N., BGHZ 157, 118 ff.).
Denn dann sind seine Kontroll- und Informationsinteressen nicht berührt (vgl. BGH, Urteil vom 11. Februar 1999 - VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365, 370; Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, aaO).
b) Schließlich liegt nahe, daß sich die Beklagte nicht mehr auf die fehlende Prüffähigkeit der Schlußrechnung berufen konnte, weil die Frist von zwei Monaten nach deren Vorlage abgelaufen gewesen sein dürfte, bevor die Beklagte den Einwand der fehlenden Prüffähigkeit erhoben hat (vgl. dazu Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 288/02, aaO).
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Abrechnung bei Ingenieurvertrag: Unzulässige Rüge fehlender Prüfbarkeit des …
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