Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ-RR%201988,%201
Timestamp: 2020-04-10 19:41:19
Document Index: 275998820

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 49', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 113', '§ 45', '§ 48', '§ 35', '§ 48', '§ 48', '§ 49', '§ 63', '§ 49']

OVG Nordrhein-Westfalen, 26.08.1987 - 6 A 1910/84 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.08.1987 - 6 A 1910/84
https://dejure.org/1987,2405
OVG Nordrhein-Westfalen, 26.08.1987 - 6 A 1910/84 (https://dejure.org/1987,2405)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26.08.1987 - 6 A 1910/84 (https://dejure.org/1987,2405)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26. August 1987 - 6 A 1910/84 (https://dejure.org/1987,2405)
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NVwZ-RR 1988, 1
NVwZ-RR 1989, 520 (Ls.)
VGH Hessen, 29.03.1993 - 4 UE 470/90
Zum Erlaß eines Duldungsverwaltungsaktes - hier: Duldung einer rechtswidrigen …
In der Verwaltungspraxis und auch in zumeist älteren Rechtsvorschriften werden die Begriffe "Rücknahme" und "Widerruf" nicht immer einheitlich und in Übereinstimmung mit der Terminologie des Verwaltungsverfahrensgesetzes, wonach Rücknahme die Aufhebung eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes und Widerruf die Aufhebung eines rechtmäßigen Verwaltungsaktes bedeutet, gebraucht (…Kopp, VwVfG, 5. Aufl., § 48 Rdnr. 8; OVG Münster, Urteil v. 26.8. 1987 -- 6 A 1910/84 --, NVwZ-RR 1988, 2).
Statt § 49 Abs. 2 VwVfG ist daher in diesen Fällen von § 48 VwVfG auszugehen (im Ergebnis ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 26.8.1987 - 6 A 1910/84 - NVwZ-RR 1988, 1; Martens, NVwZ 1987, 832; vgl. ferner Schenke, DVBl. 1989, 547; Schenke/Baumeister, JuS 1991, 547;… a. M. Kopp/Ramsauer, VwVfG, 7. Aufl., § 48 Rn. 33 m.w.N.).
vgl. in diesem Zusammenhang etwa BVerwG, Urteil vom 28. Oktober 2004 - 2 C 13.03 - , NVwZ-RR 2005, 341 (342); OVG NRW, Urteil vom 26. August 1987 - 6 A 1910/84 -, NVwZ 1988, 1; Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 7. Aufl., § 48 Rn. 53, 54, jeweils m.w.N.
vgl. zur Definition Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein- Westfalen - OVG NRW -, Urteil vom 26. August 1987 - 6 A 1810/84 -, NVwZ-RR 1988, 1; Kopp/Schenke, VwGO, 13. Auflage 2003, § 113 Rn. 43; vgl. auch die Gesetzesbegründung zu § 45 Abs. 3 Sozialgesetzbuch - Verwaltungsverfahren - (SGB X): Ein Verwaltungsakt mit Dauerwirkung liegt vor, wenn sich der Verwaltungsakt nicht in einem einmaligen Ge- oder Verbot oder in einer einmaligen Gestaltung der Rechtslage erschöpft, sondern ein auf Dauer berechnetes, aber in seinem Bestand von dem Verwaltungsakt abhängiges Rechtsverhältnis begründet oder inhaltlich verändert...", BT-Drs.
Stellt man hingegen in den Fällen, in denen ein Dauersachverhalt geregelt wird, den rechtswidrig gewordenen Verwaltungsakt einem von Anfang an rechtswidrigen Verwaltungsakt gleich, vgl. OVG NRW, Urteil vom 26. August 1987 - 6 A 1910/84, NvWZ-RR 1988, 1 f, Leitsatz: Ein bei seinem Erlass rechtmäßiger Verwaltungsakt mit Dauerwirkung, der infolge einer nachträglichen Änderung der Sachlage rechtswidrig wird, kann nach § 48 VwVfG NRW mit Wirkung für die Vergangenheit ab Eintritt der Rechtswidrigkeit zurückgenommen werden"; ebenso Bundesverwaltungsgericht - BVerwG -, Urteil vom 16.11.1989 - 2 C 43.87 - BVerwGE 84, 111, 113; OVG NRW, Urteil vom 15. Januar 1993 - 12 A 498/90 - NWVBl.
OVG Nordrhein-Westfalen, 30.08.1996 - 6 A 3512/95
Gewährung einer Stellenzulage; Wahrnehmung einer herausgehobenen Funktion; …
Denn zumindest ein Verwaltungsakt, der sich -wie die hier vorliegende Trennungsgeldbewilligung- nicht in der einmaligen Gestaltung der Rechtslage erschöpft, sondern ein auf bestimmte Dauer angelegtes Rechtsverhältnis begründet (…Verwaltungsakt mit Dauerwirkung, vgl. Stelkens in Stelkens/Bonk/ Leonhardt, aaO., § 35 Rdnr. 134 m.w.N.), kann durch eine Änderung der für seinen Erlaß erheblichen tatsächlichen Verhältnisse jedenfalls dann nachträglich im Sinne von § 48 Abs. 1 Satz 1 VwVfG rechtswidrig werden, da seine Regelung nicht nur im Zeitpunkt seines Erlasses, sondern während der gesamten Dauer des durch den Verwaltungsakt begründeten Rechtsverhältnisses mit Gesetz und Recht übereinstimmen muß (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 26.8.1987 -6 A 1910/84-, NVwZ-RR 1988, 1 (2) und Schenke, aaO., 436, 438).
Sobald und soweit die Trennungsgeldbewilligung aufgrund einer nach ihrem Erlaß und während der Dauer des Bewilligungszeitraumes eintretenden Änderung der Sachlage mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr in Einklang steht, ist sie daher im Sinne von § 48 Abs. 1 Satz 1 VwVfG rechtswidrig und kann -auch rückwirkend ab dem Zeitpunkt des Eintritts der Änderung der Sachlage- zurückgenommen werden (ebenso schon Urt. des Senats v. 7.10.1992 -11 S 1931/91-; OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 26.8.1987, aaO. (zur Rücknahme einer nachträglich rechtswidrig gewordenen Bewilligung einer Stellenzulage);… a.A. offenbar BVerwG, Urt. v. 11.12.1990, aaO., 578 (zum möglichen Widerruf einer Trennungsgeldbewilligung nach Zusage der UKV auf der Grundlage des § 49 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG);… ähnlich (Widerruf einer Trennungsgeldbewilligung nur für die Zukunft bei nachträglicher Änderung der Rechtslage): BVerwG, Urt. v. 16.11.1981, aaO, iaA.auch: Ule/Laubinger, VwVfG, 3. Aufl., § 63 II 1) a) cc).
Eine nachträgliche Änderung der Rechtslage führt - abgesehen von dem hier nicht vorliegenden Fall eines Verwaltungsakts mit Dauerwirkung - nicht zur Rücknehmbarkeit des rechtmäßig erlassenen Verwaltungsakts, vgl. OVG NRW, Urteil vom 26.8.1987 - 6 A 1910/84 -, NVwZ-RR 1988, 1, sondern eröffnet gegebenenfalls eine Widerrufsmöglichkeit nach § 49 Abs. 2 Nr. 4 VwVfG.
Soweit dieser Verwaltungsakt hinsichtlich der Verwirklichung des Sachverhalts in der Zeit nach der Rechtsänderung solche rechtlichen Wirkungen bestimmt, die sich aus der geänderten Rechtslage nicht mehr ergeben, ist er mit Wirkung von der Rechtsänderung an als rechtswidrig anzusehen (BVerwG…, Urteil vom 29. November 1979 - 3 C 103.79 -, BVerwGE 59, 148, 160, Rn. 78 bei juris…, Urteil vom 16. Juli 2009 - 2 C 44.08 -, Rn. 15 bei juris…, Urteil vom 28. Oktober 2004 - 2 C 13.03 -, NVwZ-RR 2005, S. 341 f., Rn. 14 ff. bei juris; VGH Mannheim…, Urteil vom 24. September 2009 - 8 S 641/01 -, NVwZ-RR 2002, S. 621 ff.,k Rn. 38 bei juris; OVG Münster, Urteil vom 26. August 1987 - 6 A 1910/84 -, NVwZ-RR 1988, S. 1 f.).
vgl. für eine dem vorliegenden Fall nahekommende Fallgestaltung (Bewilligung von Trennungsgeld gegenüber einem zunächst umzuwilligen Beamten und späterer Wegfall der Umzugswilligkeit) BVerwG, Urteil vom 28. Oktober 2004 - 2 C 13.03 -, ZBR 2005, 130; ferner OVG NRW, Urteil vom 26. August 1987 - 6 A 1910/84 -, NVwZ-RR 1988, 1, bestätigt durch BVerwG, Beschluss vom 2. November 1987 - 2 B 100.87 -, und OVG NRW, Urteil vom 30. August 1996 - 6 A 3512/95 -, NVwZ-RR 1998, 384.