Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.07.1972&Aktenzeichen=IV%20CB%2013.72
Timestamp: 2019-01-20 01:53:24
Document Index: 340774771

Matched Legal Cases: ['§ 161', '§ 264', '§ 91', '§ 169', '§ 55', 'BGH', '§ 169', '§ 169', '§ 91', '§ 84']

BVerwG, 20.07.1972 - IV CB 13.72 - dejure.org
VGH Hessen, 22.12.1971 - IV OE 26/69
MDR 1973, 161
DVBl 1973, 369
DÖV 1972, 796
BVerwG, 15.11.1991 - 4 C 27.90
Übereinstimmende Erledigungserklärung - Erledigung - Berufungsverfahren - …
Eine Erledigungserklärung kann zwar grundsätzlich bis zu dem Zeitpunkt zurückgenommen werden, zu dem der Prozeßgegner noch nicht zugestimmt hat (vgl. BVerwG, Beschluß vom 20. Juli 1972 - BVerwG 4 CB 13.72 - Buchholz 310 § 161 Abs. 2 Nr. 36 = DÖV 1972, 796; BVerwG, Beschluß 13. Oktober 1987 - BVerwG 4 B 211.87 - Buchholz 303 § 264 ZPO Nr. 1 = DÖV 1988, 224 = NVwZ-RR 1988, 56).
Diese auch im Zivil- und Verwaltungsprozeßrecht vertretene Ansicht (…Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, Zivilprozeßordnung, 45. Aufl., § 91a Anm. 2 C; Bundesverwaltungsgericht - BVerwG -, Beschlüsse vom 13. März 1964 VII ER 412.63, Deutsches Verwaltungsblatt - DVBl - 1964, 874, und vom 20. Juli 1972 IV CB 13.72, Die Öffentliche Verwaltung - DÖV - 1972, 796) beruht auf Gründen der Prozeßökonomie.
BVerwG, 25.05.1976 - IV C 27.74
Gebot der Öffentlichkeit der Gerichtsverhandlung - Öffentlichkeit bei …
4, 5 und 11 zu § 169 GVG; Bundesverwaltungsgericht, Beschlüsse vom 20. Juli 1972 - BVerwG IV CB 71.70 - Buchholz 310 § 55 VwGO Nr. 3 und - BVerwG IV CB 13.72 - DVBl. 1973, 369 , vom 25. Juli 1972 - BVerwG IV CB 60.70 -, vom 15. September 1972 - BVerwG IV C 54.72 - und vom 26. Februar 1973 - BVerwG IV CB 46.71 -).
Deshalb ist z.B. ein Hinweis auf den Verhandlungstermin an dem Gebäude, in dem die mündliche Verhandlung stattfindet, oder ein Terminzettel vor dem Verhandlungsraum nicht zwingend geboten (vgl. Urteil vom 30. Juni 1964 - BVerwG I C 80.62 - a.a.O., Beschlüsse vom 20. Juli 1972 - BVerwG IV CB 71.70 - a.a.O. und - BVerwG IV CB 13.72 - a.a.O., vom 15. September 1972 - BVerwG IV C 54.72 - und vom 26. Februar 1973 - BVerwG IV CB 46.71 -, ferner RGZ 157, 341 ff.; BGHSt 5, 75 ff. und 21, 72 ff.).
Die sich in diesem Zusammenhang auf "Baumbach-Lauterbach, Kommentar zur ZPO, Anm. 1 A zu § 169 GVG" berufende Revision übersieht, daß - anders als in früheren Auflagen - in der 34. Auflage Anm. 1 zu § 169 GVG der Beschluß des Senats vom 20. Juli 1972 - BVerwG IV CB 13.72 - DVBl. 1973, 369 ausdrücklich zitiert wird.
Entsprechend diesem seinem Sinn ist der Grundsatz der Öffentlichkeit gewahrt, wenn die Verhandlung in Räumen stattfindet, zu denen während der Dauer der Verhandlung grundsätzlich jedermann der Zutritt offensteht (vgl. BVerwG-Beschluß vom 20. Juli 1972 IV CB 13.72, DVBl 1973, 369, und die dort zitierte Rechtsprechung und Literatur).
Eine an jedermann gerichtete Kundmachung, wann und wo eine Gerichtsverhandlung stattfindet, mag je nach Art und Gegenstand der Verhandlung in dieser oder jener Form zweckmäßig sein, wird aber durch die Vorschriften über die Öffentlichkeit der Verhandlung nicht gefordert und ist auch bisher in der Rechtsprechung nicht als geboten erachtet worden (vgl. die zitierten Entscheidungen des BVerwG IV CB 13.72 und das OLG Hamm 2 Ss OWi 176/75).
Das Gebot der Öffentlichkeit bedeutet u.a., daß die Verhandlung in Räumen stattfinden muß, zu denen während der Dauer der Verhandlung grundsätzlich jedermann der Zutritt offensteht (vgl. Beschluß vom 20. Juli 1972 - BVerwG 4 CB 13.72 - [DVBl. 1973, 369, 370]; Beschluß vom 25. Juli 1972 - BVerwG 4 CB 60.70 - [JR 1972, 521]).
BVerwG, Urteil vom 15.11.1991 - 4 C 27.90 -, DVBl. 1992, 777, und Beschluss vom 20.7.1972 - 4 CB 13.72 -, DÖV 1972, 796, m. w. N.; BayVGH, Urteil vom 3.3.2005 - 13 A 04.2868 -, a. a. O.
Diese auch im Zivil- und Verwaltungsprozessrecht vertretene Ansicht (Bundesverwaltungsgericht --BVerwG--, Beschlüsse vom 13. März 1964 VII ER 412.63, Deutsches Verwaltungsblatt --DVBl-- 1964, 874, und vom 20. Juli 1972 IV CB 13.72, Die Öffentliche Verwaltung --DÖV-- 1972, 796; vom 30. November 1999 5 B 214/99, juris Nr. WBRE410006249;… Zöller, Zivilprozessordnung, 23. Aufl. 2002, § 91a Rz. 11) beruht auf Gründen der Prozessökonomie.
Eine Erledigungserklärung kann grundsätzlich bis zu dem Zeitpunkt zurückgenommen werden, zu dem der Prozessgegner noch nicht zugestimmt hat (vgl. BVerwG, B.v. 20.7.1972 - IV CB 13.72 - DÖV 1972, 796; U.v. 15.11.1991 - NVwZ-RR 1992, 276; B.v. 27.3.2006 - 6 C 27.05 - NVwZ 2006, 834).
Ein solches Verständnis liege auch dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Juli 1972 (IV CB 13.72) zugrunde.
Allein dieser Grundsatz lässt sich auch dem von den Klägern in der mündlichen Verhandlung angeführten Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Juli 1972 (IV CB 13.72 -, juris, vgl. dort den Leitsatz) entnehmen.
OVG Niedersachsen, 29.11.1995 - 9 L 752/93
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