Source: http://petschepollak.com/en/covid-19-update/news-detail/covid-19-update-kopie-267.html
Timestamp: 2020-05-25 17:43:18
Document Index: 112056582

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 66', '§ 69', '§ 69', '§ 733', '§ 69', '§ 66', '§ 69', '§ 69', '§ 733']

In the event of over-indebtedness occurring in the period from 1 March 2020 to 30 June 2020, the debtor is not obliged to file an application to initiate the insolvency proceeding due to over-indebtedness. Throughout the specified period, an insolvency proceeding upon the request of a creditor shall not be initiated if the debtor is over-indebted but is not insolvent. It therefore follows that in the event of over-indebtedness occurring before 1 March 2020, the usual deadlines pursuant to § 69a Insolvency Code (IO) for application to initiate insolvency proceedings apply.
If the debtor is over-indebted upon expiry of 30 June 2020, he must apply for the initiation of the insolvency proceeding without undue delay, at the latest however within 60 days after the end of 30 June 2020 or 120 days after the onset of the over-indebtedness, depending which period ends later. The obligation of the debtor to apply for initiation of the insolvency proceeding upon onset of the insolvency remains unaffected.
If the insolvency application is not filed in time, the debtor may be threatened in particular with liabilities or even fines and imprisonment.
If a company is not just temporarily incapable of regularly meeting payable monetary claims, it is insolvent according to § 66 Insolvency Code (IO). In such a case, pursuant to § 69 Para. 2 IO, individual entrepreneurs, partners with unlimited liability of a registered business partnership as well as functional representatives of legal persons (managing directors, chairpersons) are obliged to file an application for the initiation of insolvency proceedings without undue delay, but at the latest after 60 days after onset of the insolvency. In the event of insolvency occurring as a consequence of a natural catastrophe (flood, avalanche, earthquake etc.), this deadline is extended to 120 days (§ 69 Para. 2a IO). In light of the current coronavirus pandemic, the Austrian legislator has reacted and has expressly included the words “epidemic, pandemic” as a natural catastrophe within the meaning of the law, such that in the event of insolvency due to the coronavirus, the 120-day deadline also applies (Federal Law Gazette I No. 16/2020).
However, this deadline must not be taken advantage of by all means possible; rather, only if, for example, reorganisation efforts or a presumable improvement of the financial situation in the near future lead to a positive prognosis for the continued existence of the company. However, if it can be assumed even before the expiry of the 60 i.e. 120 days that the remedying of the insolvency appears impossible or futile, the persons responsible must react immediately and file the application for the initiation of insolvency proceedings at once.
In the event of the onset of insolvency, it must be taken into consideration that every creditor who has a claim against the insolvent debtor may file an application for the initiation of insolvency proceedings at any time. In order to avoid this situation, it is prudent to attempt in advance to agree upon payment by instalments or a moratorium with the creditor, so as to survive the current financially challenging period without an insolvency proceeding. In any case, in the period from March to May 2020, the social security administration will not file any insolvency applications due to the non-payment of already due contributions (§ 733 Para. 3 Clause 2 General Social Security Act [ASVG]).
Apart from this, in the event of the onset of insolvency, further legal provisions must be taken into account, in particular the law of equality between creditors. Furthermore, as a rule, business partners must also be informed of default risks.
Aufgrund des Corona-Virus gehen meine Umsätze drastisch zurück, sodass ich sämtliche meiner fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr fristgerecht bezahlen kann. Muss ich sofort einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit stellen?
Eine Verpflichtung des Schuldners, bei Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen, besteht nicht bei einer im Zeitraum von 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 eingetretenen Überschuldung. Während des genannten Zeitraums ist ein Insolvenzverfahren auf Antrag eines Gläubigers nicht zu eröffnen, wenn der Schuldner überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig ist. Daraus folgt, dass bei einer vor 1. März 2020 eingetretenen Überschuldung die gewohnten Fristen gemäß § 69a IO zur Stellung eines Antrags auf Insolvenzeröffnung gelten.
Ist der Schuldner bei Ablauf des 30. Juni 2020 überschuldet, so hat er die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf des 30. Juni 2020 oder 120 Tage nach Eintritt der Überschuldung, je nachdem welcher Zeitraum später endet, zu beantragen. Unberührt bleibt die Verpflichtung des Schuldners, bei Eintritt der Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen.
Wird der Insolvenzantrag nicht rechtzeitig gestellt, drohen insbesondere Haftungen bzw. sogar Geld- und Freiheitsstrafen.
Ist ein Unternehmen nicht nur vorübergehend außer Stande fällige Geldforderungen regelmäßig zu erfüllen, ist es gemäß § 66 Insolvenzordnung („IO“) zahlungsunfähig. In solch einem Fall sind etwa Einzelunternehmer, unbeschränkt haftende Gesellschafter einer eingetragenen Personengesellschaft sowie organschaftliche Vertreter juristischer Personen (Geschäftsführer, Vorstände) gemäß § 69 Abs 2 IO dazu verpflichtet, ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber 60 Tage nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, einen Antrag auf Insolvenzeröffnung zu stellen. Bei einer durch eine Naturkatastrophe (Hochwasser, Lawine, Erdbeben etc.) eingetretenen Zahlungsunfähigkeit verlängert sich diese Frist auf 120 Tage (§ 69 Abs 2a IO). Angesichts der aktuellen Corona-Pandemie hat auch der österreichische Gesetzgeber reagiert und die Worte „Epidemie, Pandemie“ ausdrücklich im Gesetz als Naturkatastrophe genannt, wodurch auch bei einer Zahlungsunfähigkeit aufgrund des Coronavirus die 120-tägige Frist zur Anwendung kommt (BGBl. I Nr. 16/2020).
Diese Frist darf jedoch nicht unter allen Umständen ausgenutzt werden, sondern nur, wenn etwa Sanierungsbemühungen bzw. eine sich voraussichtlich bald bessernde wirtschaftliche Lage zu einer positiven Fortbestehensprognose führt. Ist aber bereits vor Ablauf der 60 bzw. 120 Tage davon auszugehen, dass eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit unmöglich bzw. aussichtslos erscheint, müssen die dazu verpflichteten Personen sofort reagieren und den Antrag auf Insolvenzeröffnung stellen.
Bei Eintritt der Zahlungsunfähigkeit muss auch bedacht werden, dass jeder Gläubiger, der eine Forderung gegen den zahlungsunfähigen Schuldner hat, jederzeit einen Antrag auf Insolvenzeröffnung stellen kann. Um diese Situation zu vermeiden, sollte man bereits vorab versuchen, eine Ratenzahlung oder Zahlungsaufschub mit dem Gläubiger zu vereinbaren, um die aktuell wirtschaftlich schwierige Zeit ohne Insolvenzverfahren zu überstehen. Im Zeitraum März bis Mai 2020 wird die Sozialversicherung jedenfalls keine Insolvenzanträge wegen der Nichtentrichtung bereits fälliger Beiträge stellen (§ 733 Abs 3 Z 2 ASVG).
Darüber hinaus sind bei Eintritt von Zahlungsunfähigkeit noch weitere gesetzliche Bestimmungen zu beachten, insbesondere das Gebot der Gläubigergleichbehandlung. Auch müssen Geschäftspartner in der Regel über Ausfallsrisiken informiert werden.