Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Vorab-Pflicht-Erbteil--f40321.html
Timestamp: 2019-10-14 02:07:21
Document Index: 274613594

Matched Legal Cases: ['§ 1924', '§ 1925', '§ 1931', '§ 1931', '§ 1374', '§ 1383']

Vorab-Pflicht-/Erbteil (Erbrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deErbrechtErbeVorab-Pflicht-/Erbteil
12.05.2008 17:13 |
nachfolgende Frage zu Erbrecht, mit der Bitte um Beantwortung.
Sohn A ist ledig, Sohn B ist verheiratet.
Ich möchte Sohn B einen Geldbetrag zum Erwerb einer Immobilie
zukommen lassen der im Erbfall auf den Erbteil/Pflichtteil
angerechnet werden soll.
1)Wer erbt den überlassenen Geldbetrag bzw.den Anteil der
Immobilie wenn die Ehe meines Sohnes geschieden wird,
a) wenn keine Kinder vorhanden sind
b) wenn Kinder vorhanden sind
2)Wer erbt den überlassenen Geldbetrag bzw. den Anteil der
Immobilie wenn mein Sohn verstirbt
Würden Sie mir bitte bei der Beantwortung einen Hinweis auf die
§ geben, die hierfür zutreffend sind, um ggf. mal nachlesen zu können.
ich gehe im Folgenden davon aus, dass kein Testament vorhanden ist und die gesetzliche Erbfolge eintritt.
Verstirbt Ihr Sohn, nachdem seine Ehe geschieden wurde und ist er nicht wieder verheiratet, erben die Kinder den Nachlass ihres Vaters zu gleichen Teilen (= gesetzl. Erben 1. Ordnung, § 1924 BGB). Die geschiedene Ehefrau hat zwar kein gesetzliches Erbrecht mehr, die Zuwendung kann sich aber noch beim Unterhaltsanspruch auswirken. Soweit sie unterhaltsberechtigt ist, erlischt die Unterhaltspflicht nicht mit dem Tod des Ex-Ehemannes, sondern geht als Nachlassverbindlichkeit auf die Erben über. Diese haften für den Unterhalt höchstens bis zu dem Betrag, der dem Pflichtteil (1/4, weil Hälfte des gesetzlichen Erbteils) entsprechen würde, wenn die Ehe nicht geschieden worden wäre.
Ist Ihr Sohn geschieden worden und sind keine Kinder vorhanden, erben die gesetzlichen Erben 2. Ordnung den gesamten Nachlass. Das sind die Eltern des Erblassers bzw. ersatzweise deren Abkömmlinge (Sohn A), sofern ein Elternteil bereits vorverstorben ist (genaueres siehe unter § 1925 BGB).
War Ihr Sohn zum Zeitpunkt seines Todes verheiratet und sind keine Kinder vorhanden, so teilen sich die Erben 2. Ordnung und die Ehefrau den Nachlass. Die Erbquote der Ehefrau richtet sich nach dem Güterstand. Bei Zugewinngemeinschaft beträgt die Erbquote der Ehefrau 3/4 des Nachlasses, wenn sie neben Erben 2. Ordnung erbt (1/2 plus 1/4 zusätzlich wegen der Zugewinngemeinschaft, §§ 1931, 1371, 1925 BGB).
Sind Kinder vorhanden, erben diese zu gleichen Teilen sowie die Ehefrau. Die Erbquote der Ehefrau beträgt bei Zugewinngemeinschaft dann 1/2 (1/4 plus 1/4 für die Zugewinngemeinschaft, §§ 1931, 1371, 1924 BGB).
Die genannten Vorschriften können Sie auf dieser Website nachlesen (eine Verlinkung ist derzeit aus technischen Gründen nicht möglich): http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/index.html
Nachfrage vom Fragesteller	12.05.2008 | 22:25
Dank für die schnelle Beantwortung meiner Fragen.
Ich hatte bei meiner Frage 1 a/b unterstellt,dass mein Sohn nicht
Sie hatten das aber bei Ihrer Antwort in den ersten beiden
Absätzen angenommen.
Meine Frage zu 1 gehört offensichtlich nicht zum Erbrecht sondern
eher zum Familienrecht - "Güteraufteilung bei Scheidung" -
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.05.2008 | 20:15
ich hatte das so angenommen, weil Sie bei 1) gefragt haben, wer dann erbt.
Was mit dem Geldbetrag bzw. der Haushälfte im Falle einer Scheidung wird, hängt vom Güterstand bzw. davon ab, was die Eheleute vereinbart haben oder im Falle der Scheidung vereinbaren.
Für den Güterstand der Zugewinngemeinschaft gilt nach § 1374 BGB, dass Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet wird (soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist). Der Vermögenszuwachs durch die einmalige Zuwendung unterliegt damit nicht dem Zugewinnausgleich.
Findet ansonsten ein Zugewinnausgleich statt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch durch das Familiengericht angeordnet werden, dass dem Gläubiger der Ausgleichsforderung bestimmte Gegenstände (wie z.B. die Haushälfte) unter Anrechnung auf die Ausgleichsforderung zu übertragen sind (§ 1383 BGB).
Im übrigen kann jeder Miteigentümer der Immobilie die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen. Kommt dann keine Aufhebungsvereinbarung zustande, erfolgt die Aufhebung mittels Teilungsversteigerung und Aufteilung des Erlöses.