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Timestamp: 2016-10-28 23:50:42
Document Index: 194544334

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 109', 'Art. 65', 'Art. 64', 'Art. 66']

8C_407/2012 (18.07.2012)
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. M�rz 2012.
Die 1965 geborene P.________ ist gelernte Bankkauffrau und war zuletzt seit 1. Februar 2000 als Sachbearbeiterin f�r die X.________ AG t�tig, als sie sich am 21. Oktober 2009 unter Hinweis auf R�ckenschmerzen, Kraftlosigkeit in den Beinen sowie andauernde Kopfschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen anmeldete. Nachdem sie sich bereits am 10. Juni 2009 einer Diskektomie Th11/12 unterzogen hatte, musste am 16. Dezember 2009 eine Re-Diskektomie durchgef�hrt werden (Operationsberichte des Prof. Dr. med. M.________, Facharzt f�r Neurochirurgie FMH, Klinik Y.________, vom 10. Juni und 16. Dezember 2009). Nach Abkl�rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verh�ltnisse, sowie nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle Bern r�ckwirkend ab 1. April 2010 bis 30. September 2010 eine befristete halbe Rente, basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 50 %, zu (Verf�gung vom 18. April 2011).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 23. M�rz 2012 ab.
P.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid des kantonalen Gerichts sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung und Anordnung einer gutachterlichen Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner l�sst sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung ersuchen. Der Beschwerdeschrift liegen Berichte des PD Dr. med. E.________, Facharzt f�r Neurochirurgie, Neurochirurgische Abteilung Spital C.________, vom 26. M�rz 2012 und des Dr. med. B.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie FMH, Klinik Z.________, vom 2. April 2012 bei.
2.1 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Derartige Umst�nde k�nnen namentlich in formellrechtlichen M�ngeln des angefochtenen Entscheids liegen, mit denen die Partei nicht rechnete und nach Treu und Glauben nicht zu rechnen brauchte, oder darin, dass die Vorinstanz materiell in einer Weise urteilt, dass bestimmte Sachumst�nde neu und erstmals rechtserheblich werden. Der vorinstanzliche Verfahrensausgang allein bildet noch keinen hinreichenden Anlass im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG f�r die Zul�ssigkeit von unechten Noven, die bereits im kantonalen Verfahren ohne Weiteres h�tten vorgebracht werden k�nnen (Urteil 9C_920/2008 vom 16. April 2009 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 135 V 163, aber in: SVR 2009 BVG Nr. 30 S. 109). Das Einbringen von Tatsachen oder Beweismitteln, die sich erst nach dem angefochtenen Entscheid ereignet haben oder entstanden sind (sog. echte Noven), ist vor Bundesgericht unzul�ssig (Urteil 8C_748/2011 vom 11. Juni 2012 E. 2.1 mit Hinweis).
2.2 Die im Verfahren vor Bundesgericht neu aufgelegten Berichte des PD Dr. med. E.________ und des Dr. med. B.________ vom 26. M�rz 2012 bzw. 2. April 2012 stellen echte Noven dar, welche im vorliegenden Verfahren unbeachtlich sind.
Das kantonale Gericht hat die massgeblichen Rechtsgrundlagen zutreffend wiedergegeben. Es betrifft dies insbesondere die Bestimmungen und Grunds�tze zu den Begriffen der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 ATSG [in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG]), zur Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG), zu den Voraussetzungen und zum Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung] und zum Beweiswert und zur W�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Gleiches gilt f�r die Rechtsprechung, wonach bei r�ckwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente nebst der Revisionsbestimmung des Art. 17 Abs. 1 ATSG die Bestimmung �ber die �nderung des Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung der Erwerbsf�higkeit (Art. 88a Abs. 1 IVV) analog anzuwenden ist, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverf�gung eine anspruchsbeeinflussende �nderung eingetreten ist mit der Folge, dass diese mitber�cksichtigt wird (Urteil 8C_670/2011 vom 10. Februar 2012 E. 5.1 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
4.1 Das kantonale Gericht stellt nach eingehender und pflichtgem�sser W�rdigung der medizinischen Aktenlage - insbesondere gest�tzt auf die Berichte des Dr. med. A.________, Facharzt f�r Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Regionaler �rztlicher Dienst D.________ (RAD) vom 13. April, 28. Mai und 6. Oktober 2010 - fest, die Versicherte sei nach einer seit August 2008 andauernden 100%igen Arbeitsunf�higkeit seit 16. M�rz 2010 (drei Monate nach der Rezidivoperation vom 16. Dezember 2009) zu 50 % und seit dem 16. Juni 2010 (sechs Monate nach der Rezidivoperation vom 16. Dezember 2009) - sowohl in ihrer angestammten Besch�ftigung wie auch in einer leidensangepassten T�tigkeit - zu 100 % arbeitsf�hig, wobei in der angestammten, rein sitzenden T�tigkeit eine um 20 % reduzierte Leistungsf�higkeit bestehe (da sie diesfalls wiederholte Pausen, mit der M�glichkeit abzuliegen oder herumzugehen, ben�tige). Auf letzteren Zeitpunkt hin nahm die Vorinstanz eine Verbesserung des Gesundheitszustandes an, weshalb sie die Befristung der ab 1. April 2010 zugesprochenen halben Rente auf 30. September 2010 als korrekt qualifizierte.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung der Beweisw�rdigungsregeln, da die Vorinstanz auf die Aussagen des RAD-Arztes abgestellt habe, obwohl diese den Anforderungen an ein Gutachten nicht gen�gen w�rden. Die Einsch�tzungen des Dr. med. A.________ seien weder schl�ssig noch nachvollziehbar, insbesondere werde keine n�here Erkl�rung geliefert, weshalb er den Gesundheitszustand im April 2010 noch als "problemlos" und nur f�nf Monate sp�ter als "nicht zufriedenstellend" einsch�tze. Folglich scheine es problematisch, dass die Vorinstanz dem Gutachten des Dr. med. A.________ dennoch erh�hte Beweiskraft zugemessen habe. Die Ausf�hrungen des behandelnden Prof. Dr. med. M.________ seien zu wenig gewichtet worden.
4.2.1 Die Vorinstanz begr�ndet allerdings einl�sslich, weshalb sie dem Bericht des RAD-Arztes vom 13. April 2010 und dessen Stellungnahmen vom 28. Mai und 6. Oktober 2010 vollen Beweiswert zuerkennt und zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit vollumf�nglich darauf abstellt. Entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerin revidiert Dr. med. A.________ seine Einsch�tzung im Bericht vom 13. April 2010, wonach ein Gesundheitsschaden medizinisch nicht ausgewiesen sei, in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2010 nicht. Vielmehr verneint er darin neurologische Ausf�lle nach wie vor, er h�lt jedoch fest, das Resultat der zweifachen R�ckenoperation durch Dr. med. M.________ sei unbefriedigend, es liege ein sogenanntes "failed back surgery syndrome" vor. Durch die verminderte Belastbarkeit der Wirbels�ule k�nnten Lasten weniger gut getragen und gehoben werden und es bestehe zudem eine erh�hte Erm�dbarkeit. M�glicherweise seien zwar mechanische sowie chronische neuropathische Schmerzen vorhanden, diese seien jedoch belastungsabh�ngig, niederschwellig und h�chstens mit zunehmender Belastung (l�ngeres Sitzen) zunehmend. Damit erkl�rt sich die von ihm attestierte 20%ige Leistungseinschr�nkung in einem ganzen Pensum bei einer rein im Sitzen zu verrichtenden T�tigkeit. Die von Dr. med. A.________ angegebenen Gewichtslimiten zwischen 5 und 10 kg tragen dem Syndrom in einer angepassten, wechselbelastenden 100%-Besch�ftigung bei voller Leistungsf�higkeit Rechnung.
4.2.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin setzt sich das kantonale Gericht mit der abweichenden Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit namentlich durch Prof. Dr. med. M.________ auseinander und erl�utert nachvollziehbar, weshalb diese die Beurteilung durch den RAD-Arzt nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen vermag. Die vom behandelnden Facharzt im Bericht vom 25. M�rz 2010 angegebene 100%ige Arbeitsunf�higkeit wird einzig mit der "langen chronifizierten Vorgeschichte" begr�ndet. Im Bericht vom 8. September 2010 beschreibt Prof. Dr. med. M.________ einen "soweit" zufriedenstellenden Befund im Bereich der operierten Diskushernie und stellt auch in den �brigen Etagen keine relevante Pathologie fest, attestiert der Versicherten aber in der Folge mit Arztzeugnis vom 18. M�rz 2011 weiterhin eine 100%ige Arbeitsunf�higkeit. Mit Blick darauf ist die Vorinstanz willk�rfrei zum Schluss gelangt, dass die Berichte des Prof. Dr. med. M.________ kein abweichendes Beweisergebnis zu begr�nden verm�gen.
4.2.3 Folglich geht auch die damit verbundene R�ge, weder Vorinstanz noch IV-Stelle h�tten ein ausf�hrliches, neutrales Gutachten angeordnet, obwohl die Beschwerdef�hrerin an sehr heftigen R�ckenschmerzen leide und nur 30 Minuten am Tag sitzen k�nne, ins Leere. Die Vorinstanz durfte in antizipierter Beweisw�rdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94) - ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz zu verstossen (Art. 61 lit. c ATSG) - auf weitere medizinische Abkl�rungen verzichten, weil davon keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten waren.
4.3 Nach dem Gesagten kann von einer offensichtlich unrichtigen oder unvollst�ndigen vorinstanzlichen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder von einer willk�rlichen W�rdigung der Aktenlage keine Rede sein. Die �brigen Faktoren der Invalidit�tsbemessung werden nicht angefochten. F�r eine n�here Pr�fung von Amtes wegen besteht kein Anlass. Unter Hinweis auf den von der IV-Stelle ab 16. M�rz 2010 auf 50 % und ab 16. Juni 2010 auf 13 % resp. 9 % bezifferten Invalidit�tsgrad hat das kantonale Gericht folglich zu Recht die auf den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2010 befristete halbe IV-Rente gesch�tzt.
Die Beschwerde ist offensichtlich unbegr�ndet, weshalb sie im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG ohne Durchf�hrung eines Schriftenwechsels erledigt wird.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird infolge Aussichtslosigkeit abgewiesen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Die unterliegende Beschwerdef�hrerin hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).