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Timestamp: 2019-12-11 19:03:44
Document Index: 331071583

Matched Legal Cases: ['§ 285', '§ 288', '§ 284', '§ 285', '§ 284', '§ 284', '§ 284']

Anhang nach HGB: Inhalt des aufzustellenden Anhangs / 2.1 Ansatz- und Bewertungsmethoden | Finance Office Professional | Finance | Haufe
2. Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angegeben und begründet werden; deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist gesondert darzustellen;
Die Berichterstattung zu den Bewertungsgrundlagen der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gem. § 285 Nr. 24 HGB kann nach § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB bei kleinen Gesellschaften entfallen. Darüber hinaus bestehen keine gesetzlich geregelten Erleichterungen.
Die Berichtstatbestände, die die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betreffen, sind originäre Pflichtangaben, die ausdrücklich für den Anhang vorgesehen sind. Deshalb sind grundsätzlich keine Angaben zur vorherigen Berichtsperiode erforderlich. Durch die Verpflichtung, über Stetigkeitsdurchbrechungen berichten zu müssen, werden jedoch Abweichungen im Vergleich zur Vorperiode kenntlich gemacht.
Der gesonderten Nennung der in § 284 Abs. 2 Nr. 4 HGB und § 285 Nr. 13, 24 HGB bezeichneten Einzelaspekte ist nur eine klarstellende, konkretisierende Bedeutung beizumessen, da sie sich auf ausgewählte Berichtsgegenstände der (allgemeinen) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gem. § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB beziehen.
Somit ergeben sich aus den dargestellten Rechtsgrundlagen zusammenfassend die folgenden beiden Berichtsgegenstände:
die Beschreibung der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und
die Nennung von Durchbrechungen der Methodenstetigkeit und ihrer Auswirkungen auf die Zahlenteile des Jahresabschlusses einschließlich der dafür maßgebenden Gründe.
Eine allgemeine Verpflichtung, sämtliche Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zu erläutern oder zu kommentieren, ergibt sich aus den maßgebenden handelsrechtlichen Vorschriften dagegen nicht.
Begriff und Bereiche der berichtspflichtigen Methoden
Die Abbildung der geschäftlichen Sachverhalte von Unternehmen in den Zahlenteilen des Jahresabschlusses untergliedert sich in drei wesentliche Teilbereiche bzw. Fragestellungen:
Ist der betreffende Sachverhalt in einem Bilanzposten anzusetzen (sog. Bilanzansatz = Bilanzierung dem Grunde nach)?
Mit welchem Wert ist dieser bilanzrelevante Sachverhalt abzubilden (sog. Bewertung = Bilanzierung der Höhe nach)?
Welchem in Einklang mit den gesetzlichen Gliederungsvorschriften ausgewiesenen Bilanzposten ist der Sachverhalt zuzuordnen (sog. Ausweis)?
Die genannten Teilbereiche werden – da es keine gesetzliche Definition gibt – vielfach umfassend unter dem Oberbegriff der Bilanzierung zusammengefasst. Im engeren Wortsinne bezieht sich der Begriff der Bilanzierung dagegen lediglich auf den Bilanzansatz von Vermögensgegenständen, Schulden und anderen Bilanzposten. Abb. 1 fasst diese begriffliche Abgrenzung zusammen.
Abb. 1: Teilbereiche der Sachverhaltsabbildung in Bilanz und GuV
Da § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB die Begriffe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ohne weitere definitorische Abgrenzung nebeneinanderstellt, ist davon auszugehen, dass sich die gesetzliche Anhangsberichtspflicht in Bezug auf die Bilanzierungsmethoden lediglich auf den Bereich des Bilanzansatzes bezieht und somit insb. nicht auch die „Ausweismethoden” umfasst (siehe dazu Kapitel 2.2). Abb. 1 fasst die Teilbereiche der Sachverhaltsabbildung in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammen.
Unter Methoden i. S. d. § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB sind planmäßige Verfahren bzw. vorgegebene systematische Regeln zur Abbildung der bilanzierungsrelevanten Sachverhalte zu verstehen, die die Teilbereiche des Bilanzansatzes und der Bewertung betreffen. In diesem Zusammenhang sind die folgenden drei Berichtsebenen zu unterscheiden:
Ebene 1: Eindeutige (zwingende) gesetzliche Ansatz- und Bewertungsvorgaben.
Ebene 2: Explizite gesetzliche Ansatz- und Bewertungswahlrechte.
Ebene 3: Implizite (faktische) Ansatz- und Bewertungswahlrechte sowie Ermessensspielräume, die z. B. bei Schätzungen und bei der Subsumtion eines Sachverhalts unter eine bestimmte Rechtsnorm bestehen.
Die Berichtsebenen 2 und 3 beinhalten Gestaltungsspielräume, die der Gesellschaft bei der Abbildung der bila...