Source: https://feel-effect.com/2017/10/15/die-un-kinderrechtskonvention/
Timestamp: 2019-07-21 21:20:01
Document Index: 289747107

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 34', 'Art. 38']

Die UN-Kinderrechtskonvention – F. E. E. L. – Effect
„Kinderrechte sind Menschenrechte. Dieser Grundsatz sollte für alle Kinder auf der Welt gelten.“
(UN-Kinderrechtskonvention. URL: https://www.kinderrechtskonvention.info/un-kinderrechtskonvention-365/)
Dies ist der erste Blogeintrag zum Themengebiet „Kinder“. In diesem Bereich versuche ich die Situation der Kinder und Jugendlichen vor Ort zu betrachten und die Beobachtungen und Erfahrungen teilweise mit Theorien oder rechtlichen Hintergründen in Verbindung zu bringen. Einleitend erfolgt eine kurze Darstellung der Kinderrechte gemäß der UN-Kinderrechtkonvention.
Die UN-Kinderrechtskonvention (Übereinkommen über die Rechte des Kindes) stellt die wesentlichen Grundlagen zum Schutz von Kindern fest. Die Konvention legt als elementare Grundsätze das Überleben und die Entwicklung, die Wahrung der Interessen der Kinder und deren Beteiligung sowie Nichtdiskriminierung fest. Die UN (United Nations, Vereinte Nationen) sind ein Zusammenschluss verschiedener Länder, welche für die Sicherung des Weltfriedens, der Wahrung der Menschenrechte sowie die Einhaltung des Völkerrechts kämpfen.
Folgende Rechte bieten einen Überblick an Kinderrechten aus der UN-Kinderrechtskonvention, welche in Bezug auf die Situation von geflüchteten Kindern von Relevanz sind:
das Recht auf Familienzusammenführung und grenzüberschreitende Kontakte (Art. 10)
das Recht auf Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (Art. 19)
besondere Recht in Bezug auf Flüchtlingskinder (Art. 22)
das Recht auf Gesundheitsversorgung (Art. 24)
das Recht auf Soziale Sicherheit (Art. 26)
das Recht auf angemessene Lebensbedingungen (Art. 27)
das Recht auf Bildung, Schule und Ausbildung (Art. 28)
das Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch (Art. 34)
das Recht auf Schutz bei bewaffneten Konflikten (Art. 38)
Jedes Land, das die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, verpflichtet sich dazu die Rechte zu wahren und den Kindern den geforderten Schutz zu bieten (vgl. Übereinkommen über die Rechte des Kindes. URL: http://www.kid-verlag.de/kiko.htm). Der Konvention gehören alle Länder – ausgenommen der USA – an (vgl. UNICEF, Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. URL: https://www.unicef.ch/de/so-helfen-wir/kinderrechte/kinder-haben-rechte/die-un-konvention-ueber-die-rechte-des-kindes).
Die Bedingungen für geflüchtete Kinder in Griechenland unterscheiden sich kaum von der schweren Situation der Erwachsenen. In den meisten Fällen werden die Kinder nicht in Regelschulen gebracht, sondern erhalten gesonderten Unterricht. Das Ziel der Inklusion (Einbeziehung von Menschen) in die griechische Gesellschaft kann so selbstverständlich nicht erfolgen, wodurch eine Barriere zwischen Einheimischen und Geflüchteten weiterhin verstärkt werden könnte. Teilweise werden darüber hinaus Kinder, welche in die Schule gehen wollen, weggeschickt und dürfen nicht am Unterricht teilnehmen. Das oben dargestellte Recht auf Bildung wird somit häufig nicht (ausreichend) erfüllt.
Auch eine ausreichende und angemessene Gesundheitsversorgung der Kinder erfolgt nicht. Viele der Jugendlichen klagen über Kopfschmerzen oder andere körperliche Beschwerden. Ob die Ursache psychosomatisch oder physisch ist, kann ohne ein ärztliches oder psychologisches Gutachten nicht festgestellt werden.
Um noch ein weiteres Recht heraus zu greifen, bleibt anzumerken, dass die Camps keine angemessenen Lebensbedingungen bieten können. Weder ist ausreichend Platz für Privatsphäre und Rückzug gegeben, noch entsprechen die Räumlichkeiten und sanitären Anlagen – Erzählungen zufolge – zumutbaren Standards. Die ohnehin schweren Schicksale werden durch die gegebenen Lebensbedingungen vermutlich weiterhin erschwert: Aufgrund des Mangels an Rückzugsorten und dem ständigen aufeinander sitzen der Menschen in den Camps, kann keine Ruhe einkehren. Die Menschen stehen dauerhaft unter Strom, sind in Kontakt mit Anderen und haben kaum die Möglichkeit, sich um sich selbst zu kümmern und persönlichen Bedürfnissen zu folgen.