Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/111140,0.html
Timestamp: 2019-08-24 21:15:02
Document Index: 237292344

Matched Legal Cases: ['§ 376', '§ 323', '§ 376', '§ 376', '§ 158', '§ 158', '§ 376', '§ 158']

Fall: Kauf auf Abruf
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bwlpaukerin
Verfasst am: 28 Jan 2007 - 15:21:12 Titel: Fall: Kauf auf Abruf
ich studiere BWL und muß mich auch mit Recht-Fragen quälen!
Bald ist eine Klausur in Recht der Materialwirtschaft dran.
Ich versuche grade alte Klausuren zu lösen und bei einem Fall fehlt mit total der Ansatz.
"Die Krone AG hat einen Auftrag über den Export von Stahlblechen erhalten. Sie Kauft daher im Juli bei der Versmann GmbH die entsprechende Menge Stahlbleche „auf Abruf“. K ruft die Ware ordnungsgemäß zum 15.09. ab, da die Verladung nur bis zum 18.09. erfolgen kann. Als V zum vorgesehen Termin nicht liefert, überlegt sich K welche Ansprüche er geltend machen soll. Am 27.09. teilt er V mit, dass er nach wie vor auf Lieferung der Bleche bestehe.
Zu Recht?"
Würd mich sehr freuen, wenn ihr eure Ideen mir mitteilen würdet.
Ist es nach euer Meinung ein Fixhandelskauf?
Zuletzt bearbeitet von bwlpaukerin am 28 Jan 2007 - 20:49:14, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 28 Jan 2007 - 15:47:13 Titel:
Hallo, da es sich hier um 2 Unternehmer handelt, solltest du mal in § 376 HGB schauen, das modifiziert Erfüllungsansprüche etwas
Verfasst am: 28 Jan 2007 - 16:16:51 Titel:
ein kleiner Nachschlag, weil es sonst zu Missverständnissen kommen könnte: Du hast hier einen wirksamen Kaufvertrag. Es bestünde daher grundsätzlich der Anspruch auf Übergabe der Ware, wenn sein Erfüllungsanspruch nicht durch 376 HGB erloschen wäre. Ich denke es ist zu diskutieren, ob hier ein Fixhandelskauf vorliegt und die Norm überhaupt Anwendung findet. ME nein, und der Anspruch ist nicht erloschen
Verfasst am: 28 Jan 2007 - 20:46:34 Titel:
Ist es hier ein Fixhandelkauf oder nicht?
Verfasst am: 28 Jan 2007 - 21:05:23 Titel:
Gemessen an § 323 II Nr. 2 BGB und § 376 I HGB würde ich das verneinen. Dass ab Abruf die Lieferung unverzüglich zu erfolgen hat und diese mit fristgerechter Lieferung "steht und fällt" ist hier nicht zum Bestandteil des Vertrages gemacht geworden (darüber müssen sich die Pateien einigen!).
Verfasst am: 30 Jan 2007 - 14:27:20 Titel:
§ 376 i HGB ist laut Wortlaut ( " ist bedungen") ein lex specialis zu dem § 158 I BGB. D.h. du kannst alle Regeln, die für den § 158 BGB gelten, auch hier anwenden. § 376 I HGB erweitert den Anwendungsbereich des § 158 BGB und bezieht sich ausdrücklich auf das Erfüllungsgeschäft. K wird in aller Regel Schadensersatz wegen Nichterfüllung der Hauptleistungspflicht beanspruchen. "Neue" Lieferung hätte er aber sofort geltend machen müssen, dies kann alles zwischen einem Tag ab Ablieferung bis zwei Wochen danach bedeuten. Hier musst du davon ausgehen, dass er die Frist verstrichen hat( 10 Tage oder so?).
Es handelt sich hier um ein relatives Fixgeschäft. Also der fällt und steht nicht mit einem Termin, sondern kann bis zu dem Termin bewirkt werden, danach aber nicht mehr.