Source: http://www.intakt.info/informationen-und-recht/jugend-erwachsenenalter/arbeit-und-beschaeftigung/
Timestamp: 2018-04-24 12:46:18
Document Index: 326030282

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§136', '§ 136', '§ 136', '§ 38', '§ 136', '§ 102', '§ 33', '§ 125', '§ 124', '§ 85', '§ 90', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 93', '§ 102', '§ 33', '§ 7', '§ 81', '§ 162', '§33', '§43']

INTAKT Arbeit und Beschäftigung
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Welche Möglichkeiten der Beschäftigung gibt es?
Für wen ist welche Beschäftigung geeignet?
Welche Besonderheiten gibt es bei Schwerbehinderung?
Mit welchem Einkommen kann man rechnen?
Welche Hilfe bekommt man wenn das Einkommen nicht zum Lebensunterhalt ausreicht?
Welche Hilfen kann man bei Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen?
Was passiert wenn man nur noch wenig arbeiten kann?
Welche Veränderungen sind mit dem Renteneintritt verbunden?
Das Ende der Schulzeit und der Weg ins Erwachsenenleben bringen viele Fragen mit sich, denn für alle Menschen, mit und ohne Behinderung, beginnt mit dem Erwachsenenalter ein neuer Lebensabschnitt. Ein Beruf oder eine regelmäßige Arbeit lassen sich dabei nicht wegdenken. Bereits in der Schule wird eine Berufsvorbereitung angebahnt, dennoch bleiben viele Fragen offen. Unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten können Vor- und Nachteile für die einzelne Person mit sich bringen. Ganz unterschiedlich können auch die Voraussetzungen für bestimmte Leistungsansprüche sein.
Autorin: Eva Rohland, Studentin der Sonderpädagogik (M.A.), Universität Würzburg
Je nach Art und Schwere der Behinderung müssen individuelle Entscheidungen getroffen werden, wie es nach der Schule weitergehen soll bzw. kann. Es gibt unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Man unterscheidet dabei zwischen dem allgemeinen Arbeitsmarkt (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/) und dem besonderen Arbeitsmarkt, die verschiedene Möglichkeiten bieten, behinderte Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren und ihnen somit eine sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen.
Berufsbildungswerk zur Erstausbildung
Berufsbildungswerke qualifizieren junge Menschen mit Unterstützungsbedarf für ihren beruflichen Weg. Sie bieten sowohl Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und Berufsfindung an, als auch eine Erstausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Unterstützungsbedarf.
(Siehe auch: BBW (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/berufsbildungswerk/), BAG BBW (http://www.bagbbw.de/))
Berufsförderungswerke sind, wie Berufsbildungswerke, Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation nach § 35 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__35.html). Zielgruppe von Berufsförderungswerken sind Erwachsene, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen oder bereits im Erwerbsleben standen, aber ihren Beruf aufgrund einer Behinderung nicht mehr ausüben können. Die Teilnehmer sollen dort für einen anerkannten Ausbildungsberuf qualifiziert werden. Da man von einer gewissen Grundbildung ausgeht, ist die Ausbildungsdauer auf 2 Jahre verkürzt. Derzeit gibt es in Deutschland 28 Berufsförderungswerke, die sich auf unterschiedliche Behinderungsformen spezialisiert haben. Durch eine ganzheitliche Betreuung und eine praxisnahe Ausbildung wird das Ziel der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt verfolgt.
(Siehe auch: Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (http://www.arge-bfw.de/), Berufsförderungswerke (http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a714-berufsfoerderungswerke-einric-373.pdf?__blob=publicationFile))
Arbeitsplätze innerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen
„Die Werkstatt für behinderte Menschen ist eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben (…). Sie hat denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können“ (§136 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__136.html)), eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung anzubieten.
(Mehr Informationen: WfbM (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/werkstatt-fuer-behinderte-menschen/))
Ausgelagerte Arbeitsplätze der Werkstatt für behinderte Menschen
Die Tätigkeit im Arbeitsbereich finden größtenteils in den Räumlichkeiten der Werkstätten statt. Für bestimmte Dienstleistungsbereiche, z.B Hauswirtschaft, Landschafts- und Gartenpflege, gibt es sogenannte Außenarbeitsgruppen, die die Erledigung bestimmter Aufgaben vor Ort ermöglichen. Außerdem gibt es einzelne Arbeitsplätze in Firmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, die mit den Werkstätten zusammenarbeiten. Die Mitarbeiter sind in diesen Betrieben beschäftigt, bleiben jedoch rechtlich Beschäftigte der Werkstatt (§ 136 Abs. 1 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__136.html)) und werden dementsprechend betreut. Diese Arbeitsplätze können befristet oder dauerhaft vergeben werden. Diese Beschäftigungsform kann durch den engen Kontakt zum allgemeinen Arbeitsmarkt auf einen eventuellen Übergang dorthin vorbereiten.
Übergangsprojekte von der WfbM zum allgemeinen Arbeitsmarkt
Die Werkstatt für behinderte Menschen „fördert den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch geeignete Maßnahmen“ (§ 136 Abs. 1 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__136.html)).
(Siehe: Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/werkstatt-fuer-behinderte-menschen/))
Integrationsfirmen oder Integrationsprojekte sind Unternehmen, die einen großen Anteil an schwerbehinderten Mitarbeitern beschäftigen, die ohne diese Beschäftigungsmöglichkeit keinen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden, die aber für die Werkstatt für behinderte Menschen überqualifiziert sind. Die Betriebe sind wirtschaftlich selbstständig, gehören also zu Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes.
(Siehe: Integrationsfirma (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/integrationsfirma/))
Einzelintegration: Beschäftigung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes
Dank verschiedener Unterstützungsformen ist es möglich, einzelne behinderte Arbeitnehmer in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes zu integrieren. Meistens sind es sogenannte Nischenarbeitsplätze, die Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit bieten, nach ihren eigenen Fähigkeiten eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt auszuüben.
Das Konzept Unterstützte Beschäftigung (§ 38a SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__38a.html)) zielt darauf ab, einzelne Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, indem ihnen individuelle und langfristige Hilfen zur Verfügung gestellt werden. Als Zielgruppe gelten Arbeitnehmer mit unterschiedlichen Behinderungsformen, die ohne Unterstützung keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen und behalten könnten. Zur Zielgruppe zählen nicht werkstattbedürftige Menschen mit Behinderung nach § 136 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__136.html).
Die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ läuft in zwei Phasen ab: zunächst verfolgt die „individuelle betriebliche Qualifizierung“ (InbeQ) das Ziel eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses. Diese erste Phase kann bis zu 2 Jahren dauern und wird in der Regel von den Agenturen für Arbeit finanziert. Die Qualifizierung und Einarbeitung des Arbeitnehmers findet nicht außerhalb, sondern direkt am entsprechenden Arbeitsplatz statt. Man folgt somit dem Prinzip „erst platzieren, dann qualifizieren“. Nach erfolgreicher Vermittlung kann in der zweiten Phase eine Berufsbegleitung durch den zuständigen Integrationsfachdienst zur Verfügung gestellt werden, um die Sicherung des Arbeitsplatzes zu gewährleisten. Auch eine berufliche Weiterentwicklung wird nach Möglichkeit in Betracht gezogen und unterstützt.
Unterstützte Beschäftigung ermöglicht es, Menschen mit Behinderung längerfristig in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen somit einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu bieten. Es werden individuelle Fähigkeiten und Neigungen des Arbeitnehmers berücksichtigt, und durch ständige Begleitung dessen Verbleib im Arbeitsverhältnis gesichert.
(Mehr Informationen auf BAG UB (http://www.bag-ub.de/ub/idx_ub.htm))
Arbeitsassistenz ist eine Leistung an schwerbehinderte Arbeitnehmer mit großem Unterstützungsbedarf und fällt unter die begleitenden Hilfen im Arbeitsleben nach § 102 Abs. 2f. SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__102.html).
(Siehe auch: Arbeitsassistenz (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/schwerbehinderung/arbeiten/arbeitsassistenz/))
Tagesstrukturierende Maßnahmen für schwer mehrfachbehinderte Menschen
Aufgrund schwerer Behinderungen können manche Menschen die Voraussetzungen, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, nicht erfüllen. Diesen Menschen stehen Tagesförderstätten (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/tagesfoerderstaette/) oder Tagesfördergruppen offen, die an Werkstätten angegliedert sein können. Sie ermöglichen den Menschen mit schweren Behinderungen eine geregelte Tagesstruktur, soziale Kontakte und die Aktivierung und Förderung vorhandener Fähigkeiten. Leistungsträger ist hier der zuständige überörtliche Sozialhilfeträger.
So individuell wie jeder Mensch ist, genauso unterschiedlich gut oder schlecht können einzelne Beschäftigungsmöglichkeiten für jemanden passen. Für manche Erwerbstätige bieten beschützende Beschäftigungsformen, wie eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, einen passenden Rahmen für die jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten. Andere können eventuell mit den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes besser umgehen und mit einem gewissen Maß an Unterstützung dort Fuß fassen. Bereits in der Schulzeit werden entsprechende Maßnahmen zur Berufsvorbereitung angebahnt, wie z.B. in Schülerfirmen oder Betriebspraktika. Ob der Einzelne eine Ausbildung absolvieren, oder lediglich einfache Arbeiten ausführen kann, wird sich im Laufe der Berufsvorbereitung zeigen. Es besteht die Möglichkeit, verschiedene Praktika und Arbeitserprobungen in unterschiedlichen Bereichen zu machen. Dies ist verankert unter „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ nach § 33 Abs. 4 und 5 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html). Leistungsträger sind in der Regel die Agenturen für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/MenschenmitBehinderung/index.htm). Je nach persönlichen Wünschen, Bedürfnissen und entsprechenden Fähigkeiten kann so nach geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht werden.
(Dazu auch: Berufsberatung (https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/ArbeitundBeruf/Berufswahl/Berufsberatung/index.htm) der Agenturen für Arbeit, Berufsbildungswerke (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/berufsbildungswerk/))
Die Berufsorientierung von Schülern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf in den Abgangs- und Vorabgangsklassen aller Schularten kann unterstützt werden durch die Maßnahme "Berufsorientierung individuell", die von den Integrationsfachdiensten angeboten wird. Hier werden nach einer kurzen Analyse von Kompetenzen Betriebspraktika durchgeführt. Die dabei gewonnene Empfehlungen werden ausgewertet und die Schüler und ihre Eltern bezüglich beruflicher Optioen beraten.
Für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen mit Behinderung gelten einige Besonderheiten für das Arbeitsleben. Als schwerbehindert gilt, wer vom Versorgungsamt einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr festgestellt bekommt. Gleichgestellt werden kann, wer mindestens einen GdB von 30 hat.
Nicht nur Arbeitgeber haben besondere Rechte und Pflichten bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern. Die schwerbehinderten Beschäftigten sind zunächst nicht behinderten Personen bei der Einstellung vorzuziehen. Außerdem haben sie Anspruch auf einen bezahlten Zusatzurlaub (§ 125 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__125.html)) von einer Arbeitswoche. Je nach Regelarbeitszeit richtet sich der Zusatzurlaub aus. Beträgt die Regelarbeitszeit z.B. fünf Tage pro Woche, entspricht dies auch dem Zusatzurlaub. Gleichgestellte haben keinen Anspruch auf diesen Urlaub.
Schwerbehinderte Beschäftigte haben das Recht, sich von Mehrarbeit (§ 124 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__124.html)) freistellen zu lassen. Außerdem kann der Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung geltend gemacht werden, wenn aufgrund der Behinderung nur eine begrenzte Zeit gearbeitet werden kann.
Schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer genießen einen besonderen Kündigungsschutz (§§ 85ff. SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__85.html)), was bedeutet, dass eine Kündigung nur mit Zustimmung des Integrationsamtes vollzogen werden kann. Ausnahmen (§ 90 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__90.html)) gelten beispielsweise, wenn sich der Arbeitnehmer noch keine sechs Monate im Beschäftigungsverhältnis befindet, er selbst kündigt oder das 58. Lebensjahr vollendet hat und Anspruch auf eine Abfindung oder ähnliches hat.
Einen besonderen Stellenwert bei der Integration schwerbehinderter Menschen in den Arbeitsmarkt nimmt das Integrationsamt, bzw. der zuständige Integrationsfachdienst (http://www.intakt.info/adressen-und-anlaufstellen/arbeit/integrationsfachdienst/) (IFD) ein. Dieser ist sowohl Ansprechpartner und Berater für Arbeitgeber, als auch für die begleitenden Hilfen im Arbeitsleben und somit für die Sicherung des Arbeitsplatzes zuständig.
(Siehe auch: Schwerbehinderung (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/schwerbehinderung/arbeiten/f8f23b15421a36495eee9000ced11ede/?tx_amprofarticle_show[action]=show&tx_amprofarticle_show[article]=91&tx_amprofarticle_show[controller]=Article))
Eine wichtige Frage, die viele beschäftigt, betrifft das Einkommen. Schließlich müssen bestimmte Kosten gedeckt werden und man möchte sich selbst auch einmal etwas leisten.
Ausbildungsgeld und Übergangsgeld
Behinderte Menschen haben Anspruch auf ein sogenanntes Übergangsgeld (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__119.html), wenn
- sie an einer Maßnahme der Berufsausbildung, Berufsvorbereitung einschließlich einer Grundausbildung, der individuellen betrieblichen Qualifizierung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung oder an einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung teilnehmen und
- die Voraussetzungen der Vorbeschäftigungszeit erfüllt sind.
Die Voraussetzungen der Vorbeschäftigungszeit (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__120.html) sind erfüllt, wenn der Betroffene innerhalb der letzten 3 Jahre vor Beginn der Teilnahme
- mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat oder
- die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erfüllt und Leistungen beantragt hat.
Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__121.html) sind, besteht auch ein Anspruch, wenn innerhalb des letzten Jahres vor Beginn der Teilnahme
- durch den behinderten Menschen ein Berufsausbildungsabschluss erworben worden ist oder
- sein Prüfungszeugnis dem Abschluss eines anerkannten Ausbildungsberufes gleichgestellt worden ist.
Wenn ein Übergangsgeld nicht gezahlt werden kann, hat ein behinderter Mensch Anspruch auf ein Ausbildungsgeld (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__122.html) während
- einer Berufsausbildung oder berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme einschließlich einer Grundausbildung,
- einer individuellen betrieblichen Qualifizierung im Rahmen einer Unterstützten Beschäftigung und
- einer Maßnahme im Eingangsverfahren oder Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen.
Einkommen ist abhängig von der Beschäftigungsform
Je nach Beschäftigungsform und Arbeitszeit kann das Arbeitsentgelt unterschiedlich hoch ausfallen. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund seiner geminderten Leistungsfähigkeit ein Werkstattmitarbeiter deutlich weniger verdienen wird, als ein Beschäftigter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, auch wenn beide gleich viele Wochenstunden arbeiten.
Bei einer Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kann von einer tariflichen oder ortsüblichen Entlohnung ausgegangen werden.
Das Arbeitsentgelt in Werkstätten für behinderte Menschen ist abhängig von der Ausrichtung und vom erwirtschafteten Arbeitsergebnis der jeweiligen Werkstatt. 2011 betrug das durchschnittliche Einkommender Mitarbeiter im Arbeitsbereich der Werkstätten rund 180€ im Monat. Dieser Wert kann aber nur als Anhaltspunkt verstanden werden - das Einkommen kann zwischen 75 und 600€ pro Monat liegen.
Bei einem Arbeitsentgelt unter 299€ erhält ein Werkstattmitarbeiter ein Arbeitsförderungsgeld von 26€. Bei einem Entgelt von über 299€ wird das Arbeitsförderungsgeld den Unterschiedsbetrag zwischen Arbeitsentgelt und 325€ betragen. Je nach Art und Schwere der Behinderung und der damit möglichen Arbeitsleistung kann sich das Arbeitsentgelt voneinander unterscheiden.
Welche Hilfe bekommt man, wenn das Einkommen nicht zum Lebensunterhalt ausreicht?
Es muss davon ausgegangen werden, dass selbst bei einer regelmäßigen Beschäftigung eines Menschen mit Behinderung in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt das Einkommen nicht ausreicht, den Lebensunterhalt selbst zu finanzieren. Die Grundsicherung (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/grundsicherung/) bei Erwerbsminderung soll dies ausgleichen.
Gegebenenfalls können Unterhaltssichernde und ergänzende Leistungen (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/#a05) erbracht werden.
Menschen mit Behinderung haben grundsätzlich Anspruch auf Leistungen zur „Teilhabe behinderter Menschen“ (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/b1ea9fa5ecc4b67fe5144d218aba20a2/?tx_amprofarticle_show[action]=show&tx_amprofarticle_show[article]=167&tx_amprofarticle_show[controller]=Article) nach SGB IX. Darunter fallen auch Leistungen zur „Teilhabe am Arbeitsleben“. Ob die Leistungen gewährt werden, hängt immer von der Notwendigkeit der Maßnahmen und ihrer Verhältnismäßigkeit ab und davon, ob sie die Teilhabe sichern können.
Zunächst wird im SGB III (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__113.html) (Arbeitsförderung) zwischen „allgemeinen“ und „besonderen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ unterschieden.
Zu den allgemeinen Leistungen (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__115.html) gehören:
- Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Leistungen zur Förderung der Berufsvorbereitung und Berufsausbildung
- Leistungen zur Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit.
Besondere Leistungen (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__117.html) werden nur erbracht, wenn eine Teilhabe am Arbeitsleben durch allgemeine Leistungen nicht erreicht werden kann.
Sie werden anstelle der allgemeinen Leistungen erbracht, wenn Art oder Schwere der Behinderung die Teilnahme an einer Maßnahme in einer besonderen Einrichtung für behinderte Menschen erfordern.
- Ausbildungsgeld, wenn kein Übergangsgeld gezahlt werden kann
- Übernahme der Teilnahmekosten für eine Maßnahme.
Diese Leistungen können auf Antrag auch als Teil eines trägerübergreifenden Persönlichen Budgets erbracht werden.
Auch das SGB IX sieht viele Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html) vor, um die Erwerbsfähigkeit behinderter Menschen zu erhalten, zu verbessern und (wieder)herzustellen. Dabei sollen die persönlichen Fähigkeiten und Neigungen sowie die Arbeitsmarktlage berücksichtigt werden. Im Folgenden sollen einige kurz aufgelistet werden.
Zunächst ist Menschen mit Behinderung eine angemessene „Berufsvorbereitung einschließlich einer wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung“ (§ 33 Abs. 3 Nr. 2 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html)) zu gewähren, um eine Grundlage für eine Arbeitstätigkeit zu schaffen.
Technische Arbeitshilfen sollen Fähigkeiten fördern, unterstützen und ausgefallene Fähigkeiten soweit möglich ersetzen, die zur Ausübung einer Beschäftigung notwendig sind. Der Rehabilitationsträger kann „Kosten technischer Arbeitshilfen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung zur Berufsausübung erforderlich sind“ (§ 33 Abs. 8 Nr. 5 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html)). Dies kann auch in Form von Zuschüssen an den Arbeitgeber gezahlt werden, wenn dadurch eine Eingliederung in den Beruf sichergestellt werden kann.
Für schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen mit erheblichem Unterstützungsbedarf können die Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz gewährt werden, wenn dadurch ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz erlangt oder ein Arbeitsplatz gesichert werden kann. Dies gilt allerdings nur, wenn andere Maßnahmen begleitender Hilfen nicht gegriffen haben und eine Unterstützung für eine Beschäftigung unbedingt notwendig ist. Wie der Begriff „Assistenz“ schon sagt, geht es um konkrete Hilfestellungen zur Erledigung einzelner Aufgaben. Arbeitsassistenz kann auch in Form eines persönlichen Budgets gewährt werden. (Siehe: Arbeitsassistenz (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/schwerbehinderung/arbeiten/arbeitsassistenz/))
Auch die individuelle Qualifizierung innerhalb eines Betriebes des allgemeinen Arbeitsmarktes in Form von „Unterstützter Beschäftigung“ zählt zu den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
Maßnahmen zur berufsbegleitenden Fortbildung, die erforderlich werden wenn Veränderungen oder Erweiterungen des Tätigkeitsfeldes bevorstehen, können gefördert werden (§ 33 Abs. 3 Nr. 3 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html)).
Für die Gründung einer selbständigen beruflichen Existenz kann schwerbehinderte und gleichgestellten Menschen ein Gründungszuschuss nach § 93 SGB III (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__93.html) gewährt werden.
Übernahme von Kosten für Unterkunft
Wenn Art oder Schwere einer Behinderung es erfordern, können die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernommen werden, falls eine Ausbildungsstätte nicht vom bisheringen Wohnort aus erreicht werden kann.
Übernahme von Kosten für die Erlangung des Arbeitsplatzes
Für Schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen kann das Integrationsamt die Fahrtkosten zum Erreichen des Arbeitsplatzes erstatten (§ 102 Abs. 3 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__102.html)). Kann ein Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel aufgrund der Behinderung nicht benutzen, und ist er auf ein Kraftfahrzeug angewiesen (egal, ob er es selbst führen kann oder eine andere Person es für ihn führt), können Betroffene einen Zuschuss dafür erhalten.
Übernahme von Kosten für eine behinderungsgerechte Wohnung
Die „Kosten der Beschaffung, der Ausstattung und der Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung in angemessenem Umfang“ (§ 33 Abs. 8 SGB IX (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html)) können übernommen werden.
Auch während der Zeit von Praktika und Arbeitserprobungen werden die Leistungen gewährt. Sie können ebenso medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen umfassen, soweit diese erforderlich sind.
Leistungen der Eingliederungshilfe (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/eingliederungshilfe/) sind Leistungen der Sozialhilfe und können nur erbracht werden, wenn die Leistungen nicht durch andere Rehabilitationsträger finanziert werden.
Ein Überblick, welcher Träger was finanzieren kann und wo man Leistungen zur Teilhabe beantragen kann: Leistungen zur Teilhabe (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/).
Personen, die mindestens 3 Stunden täglich unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten können, gelten als erwerbsfähig. Sie können Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__1.html) („Hartz IV“) beantragen, wenn sie arbeitslos und hilfebedürftig sind, sowie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dies gilt bis zur Altersgrenze (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7a.html) nach § 7a SGB II.
Wer nicht erwerbsfähig ist, erhält Sozialgeld, wenn er in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und keinen Anspruch auf eine Grundsicherung (http://www.intakt.info/informationen-und-recht/leistungen-zur-teilhabe/grundsicherung/) nach SGB XII hat.
Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen gelten als nicht erwerbfähig. Sie erhalten unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung.
Aus altersbedingten oder anderen Gründen kann es passieren, dass man den Anforderungen eines Arbeitsplatzes nicht mehr gerecht werden kann. Dann kann es hilfreich sein, die Arbeitszeit zu verkürzen.
Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte behinderte Menschen haben nach § 81 Abs. 4 und 5 SGB IX Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__81.html), wenn die kürzere Arbeitszeit wegen Art oder Schwere der Behinderung notwendig ist. Wenn also körperliche Belastungen oder andere Bedingungen aufgrund der Behinderung nicht mehr zumutbar sind, kann eine Teilzeitbeschäftigung beim Arbeitgeber beantragt werden. Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Teilzeitarbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen zu fördern und werden dabei von den Integrationsämtern unterstützt. Allerdings bleibt zu beachten, dass Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html) nur dann weiter gewährt werden, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht weniger als 15 Stunden beträgt. Außerdem muss die Reduzierung der Arbeitszeit auch für den Arbeitgeber zumutbar sein.
Auch Beschäftigte einer Werkstatt (http://www.gesetze-im-internet.de/schwbwv/__6.html) für behinderte Menschen haben das Recht auf eine verkürzte Arbeitszeit, wenn es Art und Schwere der Behinderung oder eome Erziehungsätigkeit erfordern. Die Mindestarbeitszeit beträgt in der Regel 15 Wochenstunden. Der Grundbetrag des Arbeitsentgelts und das Arbeitsförderungsgeld werden dabei in der Regel nicht gekürzt, wohl aber der sogenannte Steigerungsbetrag.
Möchte ein Werkstattmitarbeiter seine Arbeitszeit verkürzen, müssen im Einzelfall einige Fragen geklärt werden. In der Regel ist ein ärztliche Stellungnahme vorzulegen, dass die Teilzeitbeschäftigung behinderungsbedingt notwendig ist. Ist er z.B. auf einen Fahrdienst angewiesen, muss geklärt werden, ob andere Arbeitszeiten mit den Zeiten des Fahrdienstes vereinbart werden können. Ist er ein Bewohner eines Wohnheimes, muss im Vorfeld abgeklärt werden, inwieweit er auf eine Betreuung angewiesen ist und ob diese für die freie Zeit gewährleistet werden kann. In vielen Wohneinrichtungen ist das Betreuungspersonal leider nur auf vollzeitbeschäftigte Bewohner eingestellt. Deshalb muss in diesem Fall eventuell für eine Betreuung während der freien Zeit gesorgt sein, die an einem anderen Ort stattfinden kann als im Wohnheim. Werkstätten bieten zum Teil tagesstrukturierende Maßnahmen für Teilzeitbeschäftigte an.
Es gibt unterschiedliche Arten der Rente. Um eine Rente in Anspruch nehmen zu können, müssen somit auch unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden. Im Folgenden werden einige wichtige Aspekte dazu dargestellt.
Grundsätzlich hängt der Anspruch auf eine Rente davon ab, wie lange Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt wurden. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden bereits in der Ausbildungszeit gezahlt. Die Höhe der Beiträge hängt davon ab, wieviel man verdient, bzw. in welchem Beschäftigungsverhältnis man steht.
Der Beitragssatz für die Rentenversicherung beträgt für das Jahr 2014 18,9% des versicherten Arbeitsentgelts. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen bei einem regulären Beschäftigungsverhältnis jeweils die Hälfte des Beitrags.
Bei einer geringfügigen Beschäftigung mit einem monatlichen Verdienst von 450€, also einem sogenannten Minijob, ist man seit 2014 in der Rentenversicherung pflichtversichert. Da der Verdienst aber gering ist, zahlt der Arbeitgeber einen Beitrag von 15% des Verdienstes, der Beschäftigte selbst die restlichen 3,9%. Als geringfügig Beschäftigter kann man sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, was den Rentenanspruch reduziert. Der Arbeitgeber zahlt die 15% der Beiträge trotzdem.
Verdient man bei einem Minijob weniger als 175€, werden die Beiträge anhand dieses Mindestbetrages berechnet. Das bedeutet, wer weniger als 175€ bei einem Minijob verdient, zahlt Rentenversicherungsbeiträge, die so hoch sind, als würde er diesen Mindestbetrag verdienen. Der Arbeitgeber zahlt jedoch trotzdem nur die 15% des tatsächlichen Arbeitsentgeltes, der Beschäftigte den Rest.
Während einer Ausbildung zahlt der Arbeitgeber den ganzen Beitrag zur Rentenversicherung, wenn die Ausbildungsvergütung weniger als 325€ beträgt.
Für Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt für behinderte Mesnchen arbeiten, gibt es besondere Regelungen für die Rentenversicherungsbeiträge, da man davon ausgeht, dass ihr Arbeitsentgelt vergleichsweise gering ausfällt.
Bei einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder in einem Integrationsprojekt ist eine Basis von mindestens 80% der Bezugsgröße, demDurchschnittverdientes deutscher Arbeitnehmer, (http://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2013/10/2013-10-16-rechengroessen-sozialversicherung.html) (Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung) zur Berechnung des Beitrages festgelegt (§ 162 SGB VI (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__162.html)). Diese 80% der Bezugsgröße ergeben für das Jahr 2014 einen monatlichen Wert von 2.212€. Von diesem Betrag wird der Beitragssatz von 18,9% errechnet und ergibt somit den monatlichen Rentenversicherungsbeitrag. Das bedeutet, dass für einen Werkstattmitarbeiter ein wesentlich höherer Beitrag in die Renteversicherung eingezahlt wird, als dies seinem tatsächlichen Arbeitsentgelt entspricht.
Bei einer Beschäftigung in einer Werkstatt zahlt in der Regel der Träger der Einrichtung den Rentenversicherungsbeitrag. Ist das tatsächliche Arbeitsentgelt höher als 20% der Bezugsgröße, also höher als 553€ monatlich, oder ist man in einem Integrationsprojekt beschäftigt, übernimmt der Einrichtungsträger nur den halben Beitrag. Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Arbeitsentgelt und den 80% der Bezugsgröße zahlt der Träger den vollen Beitrag.
Ist der tatsächliche Bruttoarbeitsverdienst höher als 80% der Bezugsgröße, also höher als 2.212€, tragen Beschäftigter und Einrichtungsträger jeweils zur Hälfte den Rentenversicherungsbeitrag, wie bei einem regulären Arbeitsverhältnis auch.
Für behinderte Menschen, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung keine versicherungspflichtige Tätigkeit ausüben können und stattdessen eine Tagesfördergruppe besuchen, besteht keine Rentenversicherungspflicht. In diesem Fall können jedoch freiwillige Beiträge eingezahlt werden, um so die Wartezeit von 20 Jahren zu erfüllen. Die Höhe der Beiträge muss allerdings über der sogenannten Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 85,05€ (für das Jahr 2014) liegen. Die Zahlung der Beiträge kann ggf. vom Sozialhilfeträger übernommen werden (§33 SBG XII (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__33.html)), wenn das eigene Einkommen dies nicht zulässt.
Es gibt unterschiedliche Rentenarten, die unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden können. Für Menschen mit Behinderung kommt zunächst eine Erwerbsminderungsrente in Frage, die bereits zu Zeiten der Beschäftigung in Anspruch genommen werden kann. Diese hängt vom verbliebenen Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ab und von gewissen Wartezeiten, die erfüllt sein müssen.
Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__43.html) kann man erhalten, wenn man mehr als 3, aber weniger als 6 Stunden täglich zu den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten kann. Die Regelaltersgrenze (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__235.html) darf dabei noch nicht erreicht sein. Diese Grenze wird frühestens mit 65 Jahren erreicht, wird aber schrittweise angehoben und ist somit abhängig vom Geburtsjahr. Außerdem müssen in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt worden und vor Eintritt der Erwerbsminderung eine Mindestzeit der Beitragsleistungit von 5 Jahren erfüllt sein. Ist man zwar teilweise erwerbsgemindert, es steht aber kein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung, kann man eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten.
Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes weniger als 3 Stunden täglich arbeiten können. Dies gilt auch für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen unabhängig von der Arbeitszeit des Werkstattbeschäftigten. Wer voll erwerbsgemindert ist, in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat und vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat, kann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beantragen. Die Regelaltersgrenze darf auch hier noch nicht erreicht sein.
Für Beschäftigte einer Werkstatt kann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung nach einer Wartezeit von 20 Jahren gezahlt werden (§43 Abs. 6 SGB VI (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__43.html)), da man davon ausgeht, dass diese bereits vor der Erfüllung der Wartezeit von 5 Jahren voll erwerbsgemindert waren und seitdem ununterbrochen erwerbsgemindert sind.
Wer vor dem 2. Januar 1961 geboren ist, in seinem erlernten Beruf weniger als 6 Stunden täglich arbeiten kann und die Voraussetzungen für die teilweise Erwerbsminderung erfüllt, kann eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__240.html) erhalten.
Beantragt man eine Erwerbsminderungsrente, wird der Rentenversicherungsträger stets prüfen, ob die Erwerbsminderung durch Leistungen zur Teilhabe (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9/__33.html) am Arbeitsleben aufgehoben werden kann. Eine Rente wird nur dann gezahlt, wenn die Erwerbsminderung nicht durch andere Leistungen behoben werden kann.
Die Altersgrenze für eine Regelaltersrente wurde ab dem Geburtsjahrgang 1964 auf 67 Jahre angehoben. Schwerbehinderte Menschen können bereits früher in Rente gehen, wenn sie folgende Voraussetzungen (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__37.html) erfüllen:
Sie müssen das maßgebende Rentenalter (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__236a.html) erreicht haben, zu Beginn der Rente den Schwerbehindertenstatus haben, oder wenn sie vor 1951 geboren sind berufs- oder erwerbsunfähig sein, und eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllen. Auf die Wartezeit werden alle rentenrechtlichen Zeiten (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__54.html) angerechnet.
Ein Hinzuverdienst ist auch bei einer Altersrente möglich, hier gilt es aber auch eine Hinzuverdienstgrenze zu beachten, die individuell berechnet wird. Nimmt man nur eine Teilrente (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__42.html) in Anspruch, wird die Hinzuverdienstgrenze etwas angehoben.
Jede Rente wird nur ausgezahlt, wenn sie beantragt wurde. Der Rentenantrag sollte in der Regel 3 Monate vor dem Erreichen der Altersgrenze gestellt werden, damit ein reibungsloser Übergang der Rentenzahlung sichergestellt werden kann. Der Antrag kann zwar formlos gestellt werden, das Ausfüllen eines Antragsformulars dient jedoch der Übersicht. Beim Beantragen einer Rente (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/03_vor_der_rente/08_antragstellung/00_antragstellung_node.html) kann der Rentenversicherungsträger behilflich sein.
Die Höhe der Rente richtet sich danach, wie lange Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt wurden und wie hoch diese waren. Außerdem richtet sich die Berechnung nach für jedes Jahr festgelegten Werten. Es gibt eine Formel (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/05_Kurz_vor_und_in_der_Rente/01_Kurz_vor_der_Rente/04_wie_sich_die_rente_berechnet/wie_sich_die_rente_berechnet_node.html#doc233988bodyText2), mit der die Rente berechnet wird:
Entgeltpunkte erhält man für das versicherte Arbeitsentgelt. Dieses wird zum Durchschnittsentgelt aller Arbeitnehmer ins Verhältnis gesetzt und ergibt dann einen Wert. Der Durchschnittswert liegt genau bei einem Entgeltpunkt. Liegt das Einkommen unter dem Durchschnittswert, erhält man weniger als einen Entgeltpunkt. Liegt das Einkommen über dem Durchschnitt, bekommt man mehr als einen Entgeltpunkt. Die Entgeltpunkte werden für jedes Jahr einzeln ermittelt und werden zur Berechnung der Rentenhöhe zusammen addiert.
Der aktuelle Rentenwert wird für jedes Jahr neu berechnet und hängt mit den Entgeltpunkten zusammen. Der aktuelle Rentenwert beträgt 28,61€ für das Jahr 2014 und entspricht einem Entgeltpunkt.
(Zahlen und Werte, Stand 2014: Rechengrößen Rente (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2014_7.pdf?__blob=publicationFile&v=4))
Für alle Menschen beginnt mit dem Renteneintritt ein neuer Lebensabschnitt. Dieser bringt Veränderungen mit sich, die vor allem für Menschen mit Behinderung, und speziell Beschäftigten in Werkstätten große Einschnitte in den gewohnten Alltag bedeuten können. Man geht nun nicht mehr täglich an seinen gewohnten Arbeitsplatz, der vor allem für Menschen mit Behinderungen im Laufe der Zeit ein zentraler Ort des Lebens geworden ist. Man sieht seine Arbeitskollegen, die teilweise zu Freunden geworden sind, nicht mehr regelmäßig. Die gewohnte Tagesstruktur wird sich verändern und auch die persönliche Identifikation mit der ehemaligen Arbeit entfällt.
Deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet werden und dass sichergestellt wird, welche Alternativen es zur Arbeit gibt wenn man aus dem Arbeitsleben ausscheidet. Solche Vorbereitungen können ganz individuell getroffen werden. Beispielsweise leiten manche Werkstätten und Wohneinrichtungen gewisse Maßnahmen ein, wenn sich abzeichnet, dass der Einzelne bald aufhören wird zu arbeiten. Gemeinsam mit den Betroffenen wird dann ein Lebensplan erstellt, der berücksichtigt, welche Wünsche und Möglichkeiten der Einzelne für das Rentenalter hat.
Einige Einrichtungen bieten sogenannte tagesstrukturierende Angebote speziell für Menschen mit Behinderung im Rentenalter an, die auf freiwilliger Basis genutzt werden können.
In tagesstrukturierenden Maßnahmen soll nicht nur eine angemessene Förderung stattfinden, sondern vor allem auch eine gewisse Normalität entsprechend des Rentenalters geschaffen werden. Wichtig ist hierbei der soziale Kontakt sowohl zu Gleichaltrigen als auch die Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Je nach Möglichkeit können gemeinsame Aktivitäten unternommen werden, wie sie den meisten Rentnern entsprechen würden. Auch der Kontakt zur alten Arbeitsstätte kann durch regelmäßige Besuche aufrechterhalten werden, was für viele ehemalige Werkstattbeschäftigte sehr wichtig sein kann. Schließlich identifizieren sich viele Menschen auch im Alter noch sehr mit ihrer damaligen Arbeit. Der Erhalt von lebenspraktischen Fähigkeiten und Gesundheit sollen weiterhin gefördert werden. Hauswirtschaftliche und alltagspraktische Tätigkeiten können beispielsweise einen Teil der Tagesgestaltung einnehmen. Aber auch gemeinsame Spiele, Biografiearbeit oder die Beschäftigung mit altersbedingten Themen sind wichtige Bestandteile der Angebote.
Angebote sind von der Wohnform abhängig
Die Gestaltung des Rentenalters hängt stark davon ab, wie der Betroffene lebt.
Wohnt er in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung, müssen die Strukturen der Einrichtung und die Betreuungsmöglichkeiten im neuen Lebensabschnitt berücksichtigt werden.
Einzelne Wohnheime bieten tagesstrukturierende Maßnahmen für Erwachsene nach dem Erwerbsleben an. Ob man die Angebote dann nutzen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.
Manchen Einrichtungen ist es noch nicht möglich, umfangreiche Angebote für Senioren zur Verfügung zu stellen. Deshalb ist die Betreuung dann oft mit weiteren Konsequenzen verbunden. Manche Betroffene sind darauf angewiesen, für tagesstrukturierende Maßnahmen die eigene Wohnstätte zu verlassen. Dann muss geklärt werden, wie man dorthin kommt, ob man auf einen Fahrdienst und somit auf bestimmte Zeiten angewiesen ist, und welche Strukturen durch die Angebote vorgegeben sind. Solche Faktoren widersprechen oft den Vorstellungen des Rentnerdaseins (ausschlafen können, „zuhause“ sein, zeitlich ungebunden sein usw.). Deshalb muss eventuell auch ein Umzug an einen Ort, an dem die tagesstrukturierenden Maßnahmen angeboten werden, in Betracht gezogen werden. Ein Umzug kann aber große Einschnitte für den Einzelnen bedeuten und ist auch davon abhängig, ob ein Platz in einer entsprechenden Wohneinrichtung frei ist.
Aber nicht nur Wohneinrichtungen bieten tagesstrukturierende Maßnahmen an, es gibt auch an Werkstätten angegliederte Gruppen, die solche Angebote speziell für ehemalige Werkstattbeschäftigte bereitstellen. Dort kann als Vorteil gesehen werden, dass die Nähe zum ehemaligen Arbeitsplatz und damit auch der Kontakt zu den Arbeitskollegen bestehen bleibt. So kann trotz des Renteneintritts das gewohnte Umfeld beibehalten werden und gleichzeitig aber der neue Lebensabschnitt - ohne Arbeit - Einzug halten. In der Regel werden in den Angeboten der Werkstätten nur ehemalige Beschäftigte aufgenommen, die bei Angehörigen oder in einer eigenen Wohnung leben und nicht in einer Wohneinrichtung. Die Teilnahme an den Maßnahmen ist nicht verpflichtend. Für die betreuenden Angehörigen können sie jedoch eine Entlastung sein und gleichzeitig können die Menschen mit Behinderung selbst davon profitieren. Ein geregelter Tagesablauf, der einerseits persönliche Wünsche berücksichtigt und andrerseits Anreize setzt aktiv zu bleiben, kann zu einem gewissen Maß an Lebensqualität beitragen.
Die tagesstrukturierenden Maßnahmen gelten als Teilhabe am Leben der Gemeinschaft und werden in der Regel aus Leistungen der Sozialhilfe (SGB XII) finanziert. Bei der Überschreitung einer gewissen Vermögensgrenze muss eigenes Vermögen dafür eingesetzt werden.
Menschen mit Behinderung können in tagesstrukturierenden Maßnahmen ihre Persönlichkeit entfalten, ganz im Rahmen ihrer Bedürfnisse und Möglichkeiten und entsprechend ihrer Position als Rentner.
Für diejenigen Senioren mit Behinderung, die keine Möglichkeit haben tagesstrukturierende Angebote wahrzunehmen, weil sie weder in einer Wohneinrichtung leben, noch in einer Werkstatt beschäftigt waren, besteht noch eine Versorgungslücke. Ihnen stehen zwar Angebote in der Gemeinschaft offen, allerdings bedarf es dann an Mobilität und gegebenenfalls an Assistenz, um diese nutzen zu können.
Bei Fragen zu Ausbildung und Beschäftigung kann die Agentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/MenschenmitBehinderung/Beratung/index.htm) nähere Auskunft geben.
Die Rentenversicherung (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html;jsessionid=26D2A26300177741B242CF3DF7491678.cae01) berät Sie bei Fragen zu Rehabilitation und Rente.
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