Source: https://www.peterlang.com/view/9783653952957/chapter3.xhtml
Timestamp: 2018-02-20 02:17:14
Document Index: 297536133

Matched Legal Cases: ['§ 384', '§ 31', '§ 31', '§ 5', '§ 31', '§ 31', '§ 266', '§ 263', '§ 263', '§ 263', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 266', '§ 14', '§ 39', '§ 39', '§ 130', '§ 30', '§ 73', '§ 831', '§ 823', '§ 31', '§ 263', '§ 823', '§ 31', '§ 823', '§ 263', '§ 823', '§ 263', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 31', '§ 34', '§ 5', '§ 1', '§ 6', '§ 13', '§ 34']

3. Kapitel: Aufklärungspflichten über Vertriebsprovisionen : Strafrechtliche Risiken der unterlassenen Aufklärung über Vertriebsprovisionen
3. Kapitel: Aufklärung...
9783653952957
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-06338-7
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 368 S., 7 s/w Abb.
3. Kapitel: Aufklärungspflichten über Vertriebsprovisionen
Informationen sind bei der Kapitalanlage von überragender Bedeutung.103 Es stellt sich daher die Frage, wie ein für einen funktionierenden Kapitalanlagemarkt notwendiges Informationsgleichgewicht hergestellt werden kann, da nur auf diese Weise das Vertrauen der Anleger in die Lauterkeit des Marktes (zurück-)gewonnen werden kann. Der Gesetzgeber hat zur Erreichung dieses Ziels im Bereich des Kapitalmarktrechts zahlreiche Informations-, Aufklärungs- und Beratungspflichten geschaffen, die mittlerweile integraler Bestandteil des Anlegerschutzrechts sind.104 Auch im Rahmen des Vertriebs von Kapitalanlageprodukten bestehen zahlreiche Informations- und Aufklärungspflichten gegenüber den potentiellen Anlegern.105 Dazu lässt sich auch die Verpflichtung von Anlageberatern und Anlagevermittlern zählen, die Einbindung der Finanzdienstleister in die Vertriebsstrukturen der kapitalsuchenden Anbieter offen zu legen und den Kunden über das eigene Umsatzinteresse durch die fließenden Provisionen aufzuklären. Durch diese Pflicht soll der Anleger in die Lage versetzt werden, seine Anlageentscheidung auf der Basis einer möglichst vollständigen Informationsgrundlage treffen zu können und den zwischen Anlegern und Finanzdienstleistern bestehenden Interessenkonflikt zu erkennen.106
Im Rahmen der Untersuchung werden zunächst die Grundlagen der Aufklärungspflichten über Vertriebsprovisionen beleuchtet. Anschließend wird vertieft dargestellt, in welchen Vertriebskonstellationen eine Aufklärung nach der bestehenden Rechtslage geboten ist. Bei der Bestimmung dieses Status quo wird im Einzelnen folgenden Fragen nachgegangen:
Nach der Durchführung dieser Bestandsaufnahme erfolgt eine kritische Würdigung der bestehenden Differenzierung zwischen Rückvergütungen und Innenprovisionen, der Nichteinbeziehung von Gewinnmargen sowie der...
2. Kapitel: Grundlagen der Untersuchung
A. Begriffliche Grundlagen
I. Kapitalanlage
II. Vertriebsprovision
III. Aufklärungspflicht
IV. Beteiligte Akteure
5. Geschäftsleiter
6. Kundenbetreuer
7. Wertpapierdienstleistungsunternehmen
V. Vermögensverwaltung
B. Struktur des Vertriebs von Kapitalanlagen
I. Anlageberatungs- / Anlagevermittlungsvertrag
II. Vertrieb im Dreipersonenverhältnis (Kommissionsgeschäft)
III. Vertrieb im Zweipersonenverhältnis (Festpreisgeschäft)
IV. Abgrenzung zwischen Kommissions- und Festpreisgeschäft
V. Sonderfall: Honorar-Anlageberatung
2. Grundsatz der Vermeidung von Interessenkonflikten
3. Interessenwahrungspflicht gem. § 384 Abs. 1 HGB
4. Kommissionsrechtliche Herausgabepflicht
II. Europarechtliche Grundlagen
1. MiFID I
2. MiFID-DRL
3. MiFID II und MiFIR
b) MiFIR
III. Aufsichtsrechtliche Grundlagen
1. § 31 Abs. 1 WpHG
2. § 31 Abs. 3 Satz 3 Nr. 4 WpHG i.V.m. § 5 Abs. 2 Nr. 5a WpDVerOV
3. § 31d WpHG
IV. Verhältnis zwischen zivil- und aufsichtsrechtlichen Aufklärungspflichten
B. Ausgestaltung der Aufklärungspflichten
I. Differenzierung nach Art der Provision
1. Rückvergütungen
2. Innenprovisionen im engeren Sinne
3. Zusammenfassung / Kritik
II. Aufklärungspflichten über Gewinnmargen
1. Argumente gegen die Annahme einer Aufklärungspflicht
2. Argumente für die Annahme einer Aufklärungspflicht
III. Differenzierung nach dem Träger der Aufklärungspflichten
1. Aufklärungspflichten des bankgebundenen Anlageberaters
2. Aufklärungspflichten des bankgebundenen Anlagevermittlers
3. Aufklärungspflichten des „freien“ Anlageberaters
4. Aufklärungspflichten des „freien“ Anlagevermittlers
5. Aufklärungspflichten des Honorar-Anlageberaters
6. Zusammenfassung / Kritik
IV. Aufklärungspflichtige Produkte
a) Vermögensanlagen
b) Anteile eines Investmentvermögens
c) Kleinanlegerschutzgesetz
5. Zusammenfassung / Kritik
V. Inhalt, Form und Zeitpunkt der Aufklärung
1. Inhaltliche Anforderungen an die Aufklärung
2. Form der Aufklärung
a) Aufklärung durch Übergabe des Anlageprospekts
b) Aufklärung durch Übergabe des Informationsblatts gem. § 31 Abs. 3a WpHG
3. Zeitpunkt der Aufklärung
4. Zusammenfassung / Kritische Würdigung
4. Kapitel: Strafbarkeitsrisiken
A. Bedeutung der Aufklärungspflichten über Vertriebsprovisionen für das Strafrecht
I. Kapitalmarktstrafrecht im System der Gesamtrechtsordnung
1. Akzessorietät des Strafrechts
2. Ultima Ratio-Grundsatz
II. Verhältnis Zivilrecht – Strafrecht
III. Verhältnis Aufsichtsrecht – Strafrecht
IV. Verhältnis Gemeinschaftsrecht – Strafrecht
B. Strafrechtliche Verantwortung der Kundenbetreuer
I. Untreue § 266 StGB
1. Vor der Anlageentscheidung
aa) Anlagevermittler
bb) Anlageberater
2. Nach der Anlageentscheidung
aa) Vermögensbetreuungspflicht hinsichtlich der Vertriebsprovisionen
3. Ergebnis Untreue Kundenbetreuer
II. Betrug, § 263 StGB
aa) Ausdrückliche Täuschung
bb) Konkludente Täuschung
aa) Rückvergütungen
bb) Innenprovisionen
e) Subjektiver Tatbestand
bb) Bereicherungsabsicht
cc) Tatbestands- bzw. Verbotsirrtum
f) Besonders schwerer Fall des Betrugs, § 263 Abs. 3 StGB
aa) Gewerbs- oder Bandenmäßigkeit
bb) Großer Vermögensverlust; große Zahl von Tatopfern
cc) Wirtschaftliche Not
dd) Missbrauch der Amtsträgereigenschaft
g) Qualifikationstatbestand, § 263 Abs. 5 StGB
aa) Garantenstellung aus Vertrag
bb) Garantenstellung aus Gesetz
cc) Garantenstellung aus Ingerenz
dd) Garantenstellung aus Treu und Glauben
aa) Allgemeine Auffassung
bb) Hadding/Mülbert
cc) Differenzierender Lösungsansatz
f) Besonders schwerer Fall/Qualifikation
3. Ergebnis Betrug Kundenbetreuer
1. Verstoß gegen § 39 Abs. 2 Nr. 17a WpHG
2. Verstoß gegen § 39 Abs. 2 Nr. 15 WpHG
3. Verstoß gegen § 39 Abs. 2 Nr. 16b WpHG
4. Verstoß gegen § 39 Abs. 2 Nr. 16c WpHG
5. Ergebnis Ordnungswidrigkeiten Kundenbetreuer
C. Strafrechtliche Verantwortung der Geschäftsleitung
I. Untreue, § 266 StGB
a) Unmittelbare Vermögensbetreuungspflicht der Geschäftsleitung
b) Organhaftung, § 14 Abs. 1 StGB
aa) Vermögensbetreuungspflicht der Bank
3. Ergebnis Untreue Geschäftsleitung
1. Aktives Tun
a) Täterschaft
aa) Mittäterschaft
bb) Mittelbare Täterschaft
aa) Anstiftung
bb) Beihilfe
a) Garantenstellung der Geschäftsleitung (sog. Geschäftsherrenhaftung)
aa) Herrschaft über Untergebene
bb) „Gefahrenherd Betrieb“
dd) Beschützergarantenstellung
ff) Kritik
b) Täterschaft / Teilnahme bei Unterlassen
aa) Übertragung der für die Begehungsdelikte geltenden Regeln auf das Unterlassen
bb) Tatherrschaftslehre
cc) Pflichtdeliktslehre
dd) Theorie der Einheitsbeihilfe
ee) Differenzierung zwischen Überwacher- und Beschützergaranten
3. Ergebnis Betrug Geschäftsleitung
1. Verstoß gegen das Verbot der Zuwendungsannahme oder Gewährung, § 39 Abs. 2 Nr. 17a WpHG
2. Unterlassene Darlegung eines Interessenkonflikts, § 39 Abs. 2 Nr. 15 WpHG
3. Verletzung der Aufsichtspflicht in Betrieben und Unternehmen, § 130 OWiG
4. Ergebnis Ordnungswidrigkeiten Geschäftsleitung
D. Ergebnis Strafbarkeitsrisiken
5. Kapitel: Rechtsfolgen
A. Strafrechtliche Rechtsfolgen
I. Sanktionen
II. Unternehmens- oder Verbandsgeldbuße, § 30 OWiG
III. Einziehung und Verfall, §§ 73 ff. StGB
1. Einziehung
B. Aufsichtsrechtliche Folgen
I. Wegfall der erforderlichen Zuverlässigkeit
II. Verwarnung/Befristetes Einsatzverbot
C. Arbeitsrechtliche Folgen
1. Ordentliche personenbedingte Kündigung
2. Ordentliche verhaltensbedingte Kündigung
D. Zivilrechtliche Haftung
I. Haftung der Bank
1. § 831 Abs. 1 BGB
2. §§ 823 Abs. 2, 830 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB i.V.m. § 31 BGB analog i.V.m. § 263 StGB
3. § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 31d WpHG
b) Herrschende Lehre
c) Möllers/Wenninger
II. Haftung der Geschäftsleitung
1. §§ 823 Abs. 2, 830 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB
III. Haftung der Kundenbetreuer
1. § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB
IV. Innenregress
1. Inanspruchnahme der Geschäftsleitung
2. Inanspruchnahme der Kundenbetreuer
6. Kapitel: Compliance
A. Grundlegende Bedeutung und Funktionsweise
I. Risikoermittlung
1. Horizontale-Compliance-Delegation
2. Vertikale-Compliance-Delegation
B. Compliance im Wertpapierbereich
I. KWG
II. WpHG
III. Europarechtliche Grundlagen
C. Zuwendungsmanagement
I. Unmittelbare Compliancemaßnahmen
1. Aufzeichnungspflichten, § 14 Abs. 2 Nr. 5 WpDVerOV i.V.m. MaComp AT 8.2
2. Beratungsprotokoll
3. Produktinformationsblätter/Vermögensanlagen-Informationsblätter
4. Mitarbeiterschulungen und Interne Richtlinien
5. Behaltensklauseln
II. Strukturelle Compliance-Maßnahmen
1. Vertriebsvorgaben bzw. Vergütungssysteme
2. Qualifikationsanforderungen für Kundenbetreuer
4. Festpreisgeschäft
5. Honoraranlageberatung
Anhang 1: Zivilrechtliche Kick-Back-Rechtsprechung
Kick-Back I
Kick-Back II
Kick-Back III
Kick-Back IV
Kick-Back V
Kick-Back VI
Kick-Back VII
Kick-Back VIII
Kick-Back IX
Kick-Back X
Kick-Back XI
Kick-Back XII
Kick-Back XIII
Kick-Back XIV
Kick-Back XV
Anhang 2: Strafrechtliche Kick-Back-Rechtsprechung
BGH, Urt. v. 08.07.1981 – 3 StR 457/80
BGH, Beschl. v. 23.02.1982 – 5 StR 685/81
OLG München, Urt. v. 29.01.1986 – 3 U 5097/85
BGH, Beschl. v. 09.03.1999 – 1 StR 50/99
BGH, Beschl. v. 04.12.2002 – 2 StR 332/02
Artikel 4 MiFID I
Artikel 13 MiFID I
Artikel 18 MiFID I
Artikel 19 MiFID I
Artikel 21 MiFID I
Artikel 24 MiFID II
Artikel 3 MiFIR
Artikel 6 MiFIR
Artikel 25 MiFIR
Artikel 39 MiFIR
§ 4 WpHG
§ 31 WpHG a.F. (1999)
§ 34d WpHG
§ 5 WpDVerOV
§ 1 WpHGMaAnzV
§ 6 WpHGMaAnzV
§ 13 VermAnlG
§ 34f FinVermV
4.1.3 DCGK
AT 8.2 MaComp
AT 8.2.1 MaComp
AT 8.2.2 MaComp
AT. 8.2.3 MaComp
BT 8.3.2 MaComp