Source: https://www.familienrecht.net/testament/
Timestamp: 2019-04-21 22:01:57
Document Index: 117555194

Matched Legal Cases: ['§ 1937', 'Art. 14', '§ 2229', '§ 2229', '§ 2247', '§ 2247', '§ 2232', '§ 2249', '§ 2250', '§ 2251']

I§I Durch Testament die Erbfolge ändern I familienrecht.net
Testament als Verfügung von Todes wegen
Testament: Das sollten Sie wissen!
Berliner Testament Ehegattentestament Nottestament Testament anfechten Testament aufbewahren Testament widerrufen Testamentsfälschung Testamentsvollstrecker
Mit einem Testament können Sie die gesetzliche Erbfolge nach Ihren Wünschen abändern und entscheiden, wer Ihr Vermögen im Erbfall erhält.
Diese Verfügung von Todes wegen können Sie sowohl privat und handschriftlich als auch bei einem Notar errichten.
Änderungen sind dabei in den meisten Fällen zu jederzeit möglich.
Wie der Aufbau eines Testamentes aussieht, zeigt unser Muster.
Wie schreibe ich ein Testament? In diesem Ratgeber erfahren Sie es!
Unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt, auch wenn wir diese Tatsache häufig ausblenden. Gerade deshalb ist es sinnvoll, bereits frühzeitig Vorkehrungen für den Fall des eigenen Ablebens zu treffen. Möglich ist dies im Erbrecht durch eine Verfügung von Todes wegen, wie zum Beispiel einem Testament. Denn dadurch können Sie die gesetzliche Erbfolge verändern und sicherstellen, dass Ihr Erbe auch nach Ihren Wünschen unter Ihren Liebsten verteilt wird.
Testament verfassen – mögliche Inhalte
Testierfähigkeit als Voraussetzung fürs Testament
Welche Formen können beim Testament unterschieden werden?
„Mein letzter Wille“ – Ein handschriftliches Testament
Handgeschriebenes Testament: Vorgaben zur Form
Muster zum handschriftlichen Testament
Notarielles Testament: Vor- und Nachteile
Was kostet ein öffentliches Testament?
Testamentsformen im Vergleich
Behindertentestament für Erben mit Handicap
Nottestament: Wenn die Zeit auf Erden knapp wird
Worauf es beim Testament in puncto Form und Inhalt ankommt, ist im BGB festgeschrieben.
Beim Testament handelt es sich – ebenso wie beim Erbvertrag – um eine Verfügung von Todes wegen, mit der Sie Regelungen für den Erbfall treffen können. Ein solches Schriftstück ermöglicht es Ihnen zum Beispiel, die gesetzliche Erbfolge nach Ihren Wünschen zu verändern und auch Personen zu bedenken, die aufgrund dieser leer ausgehen würden.
Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird das Testament auch als letztwillige Verfügung bezeichnet. Dieses Gesetzeswerk umfasst die wichtigsten Vorschriften zum Erbrecht. Darunter in § 1937 BGB zum Beispiel folgende Definition zum Testament:
Worauf Sie achten müssen, wenn Sie ein Testament schreiben und welche verschiedenen Formen existieren, erfahren Sie im diesem Ratgeber. Außerdem stellen wir Ihnen zur Veranschaulichung verschiedene Muster zur Verfügung.
Sie sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, ein Testament verfassen. Nutzen Sie diese Option nicht, greift allerdings die gesetzliche Erbfolge. Freunde oder entfernte Verwandte gehen in diesem Fall häufig leer aus. Außerdem können Sie dann nicht bestimmte Gegenstände in Form eines Vermächtnisses einzelnen Erben zusprechen.
In einer Verfügung von Todes wegen können verschiedene erbrechtliche Verfügungen getroffen werden. Dabei sind Sie beim Testament und der Formulierung relativ frei – mit Ausnahme von bestimmten Einschränkungen der Testierfreiheit.
Durch die Testierfreiheit wird gewährleistet, dass der Erblasser frei bestimmen kann, welche Personen sein Vermögen im Erbfall erhalten sollen. In Deutschland wird diese Freiheit bei der Wahl der Erben durch Art. 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) sichergestellt.
Möchten Sie ein Testament aufsetzen, können Sie darin verschiedene Vorkehrungen und Anordnungen festlegen. Bei diesen erbrechtlichen Verfügungen kann es sich unter anderem um folgende Elemente handeln:
Vermächtnisse, deren Herausgabe verpflichtend ist
ggf. Auflagen die in Verbindung mit dem Nachlass stehen
Teilungsanordnungen oder Teilungsverbote
Pflichtteilsentziehung bzw. Pflichtteilsbeschränkung
bei komplexen Erbfällen die Anordnung einer Testamentsvollstreckung
bei minderjährigen Kindern ggf. die Benennung eines Vormunds
Welche Formulierungen in Ihrem speziellen Fall sinnvoll und notwendig sind, können Sie auch gemeinsam mit einem Anwalt für Erbrecht erörtern. Dieser kann Sie aufgrund seiner Berufserfahrung umfassend beraten.
Es ist grundsätzlich zu jederzeit möglich ein Testament im Ganzen oder auch nur in Teilen zu widerrufen bzw. zu verändern. Dies kann entweder durch ein neu abgefasstes Testament oder eine ausdrückliche Erklärung erfolgen. Eine Ausnahme besteht allerdings beim Berliner Testament, wenn bereits ein Ehegatte verstorben ist.
Errichten Sie ein Testament beim Notar, stellt dieser Ihre Testierfähigkeit fest. Eine Anfechtung wird dadurch erschwert.
Um durch ein Testament die gesetzliche Erbfolge zu verändern oder andere erbrechtliche Verfügungen zu bestimmen, muss der Erblasser testierfähig sein. Wann dies (nicht) der Fall ist, geht aus § 2229 BGB hervor.
Die vollständige Testierfähigkeit wird mit der Vollendung des 18. Lebensjahres erlangt.
Allerdings können auch Personen, die erst das 16. Lebensjahr vollendet haben, gemäß § 2229 BGB ein Testament erstellen.
Die Zustimmung des gesetzlichen Vormunds ist in diesem Fall nicht notwendig.
Wichtig! Zwar besteht ab dem 16. Lebensjahr die Testierfähigkeit, allerdings können die Minderjährigen nicht alle Testamentsformen aufsetzen. So ist es ihnen gemäß § 2247 BGB zum Beispiel nicht möglich, ein eigenhändiges Testament zu errichten. Der Gang zum Notar lässt sich in diesem Fall nicht vermeiden.
Die Testierfähigkeit kann allerdings nicht nur durch das Alter eingeschränkt werden. So gelten Personen als testierunfähig, wenn sie nicht in der Lage sind, die Tragweite einer Verfügung von Todes wegen zu erfassen. Mögliche Gründe dafür können unter anderem Erkrankungen, eine bestehende geistige Schwäche oder auch andere Störungen des Bewusstseins sein.
Möchten Sie in Deutschland ein Testament aufsetzen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden:
Werden die gesetzlichen Vorgaben eingehalten, kann es sich bei beiden Varianten um rechtswirksame Verfügungen von Todes wegen handeln. Allerdings unterscheiden sich die Formen in vielen Punkten voneinander, sodass Sie abwägen sollten, welche für Ihre Situation am geeignetsten ist.
Um welche Merkmale es sich dabei genau handelt und welche Vor- bzw. Nachteile die Testamentsformen aufweisen, soll nachfolgend betrachtet werden.
Schreiben Sie ein eigenhändiges Testament auf dem Computer, ist dieses unwirksam.
Beim handschriftlichen Testament handelt es sich um die verbreitetste Form der Verfügung von Todes wegen. Gebräuchlich sind dafür unter anderem auch Bezeichnungen als privat­schriftliches oder eigenhändiges Testament.
Die Beliebtheit dieser Testamentsform lässt sich unter anderem auch darauf zurückführen, dass es sich dabei um eine kostengünstige Lösung handelt.
Denn wenn die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden, können Sie ein solches Testament auch ohne Notar errichten. Es entstehen bei einem solchen Testament also keine Kosten.
Zudem bietet ein handschriftliches Testament auch den Vorteil, dass es mit relativ geringem Aufwand möglich ist, ältere und nicht mehr aktuelle Versionen zu ersetzen. Schließlich wird eine solche Verfügung in den meisten Fällen zu Hause verwahrt.
Allerdings verzichten viele Erblasser beim eigenhändigen Testament auf die Konsultation eines auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalts. Aus diesem Grund können ungeschickte Formulierungen im Erbfall zu Streitigkeiten unter den Erben und ggf. sogar zur Unwirksamkeit führen. Um solche Fällen zu vermeiden, können die Kosten für einen Anwalt sinnvoll angelegt sein.
Errichten Sie ein Testament handschriftlich, müssen Sie dabei verschiedene Vorschriften beachten, damit dieses am Ende auch rechtskräftig ist und ggf. einer Anfechtung standhält. Die gesetzlichen Vorgaben dafür sind in § 2247 BGB festgehalten. Darin heißt es unter anderem:
Aus dem Gesetzestext ergibt sich, dass ein eigenhändiges Testament tatsächlich vollständig handschriftlich zu verfassen ist. Nutzen Sie zum Schreiben eine Schreibmaschine oder den Computer, ist dieses unwirksam.
Darüber hinaus muss die Verfügung die Unterschrift des Erblassers aufweisen. Um eine Verwechslung auszuschließen, sollte die Signatur aus dem Vor- sowie dem Familiennamen bestehen. Zudem muss das Testament Angaben zu Datum und Ort enthalten, sodass eine zeitliche Einschätzung möglich ist.
Beim eigenständigen Testament sind Sie generell inhaltlich recht frei, allerdings sind bestimmte Formulierungen üblich. Wie eine solche Verfügung von Todes wegen grundsätzlich aufgebaut ist, zeigt das nachfolgende Beispiel:
Ich, [vollständiger Name], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort], setze hiermit meine Ehefrau/meinen Ehemann [vollständiger Name, ggf. Geburtsname], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort], als Alleinerben ein.
Hiermit enterbe ich meine Tochter/meinen Sohn [vollständiger Name], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort]. Gleiches gilt für ihre/seine Abkömmlinge.
Meiner Nichte/Freundin, [vollständiger Name], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort], erhält als Vermächtnis meine Diamantohrstecker, die sich in meinem Haus [Adresse] befinden. Diese liegen in der Schmuckschatulle im Schlafzimmer.
Gleichzeitig widerrufe ich hiermit meine bisherige letztwillige Verfügung vom [Datum].
Sollte eine der in diesem Testament enthaltenen Anordnungen unwirksam werden, behalten dennoch alle anderen Anordnungen ihre Wirksamkeit.
[Unterschrift bestehend aus Vor- und Familienname]
Muster des handschriftlichen Testaments als .pdf downloaden
Muster des handschriftlichen Testaments als .doc downloaden
Wichtig! Es reicht grundsätzlich nicht aus, beim privatschriftlichen Testament einen Vordruck aus dem Internet auszudrucken und diesen nur zu unterschreiben. Denn wenn eine solche Verfügung nicht vollständig per Hand geschrieben ist oder die weiteren Anforderungen nicht erfüllt, erhalten Sie kein rechtswirksames Dokument.
Beim öffentlichen oder notariellen Testament handelt es sich um die zweite grundlegende Form. Auch in diesem Fall sind die gesetzlichen Vorgaben im BGB festgehalten. Darin heißt es in § 2232 BGB im Detail:
Wie der Name bereits vermuten lässt, müssen Sie diese Testamentsform grundsätzlich bei einem Notar errichten. Dies ist zum einen möglich, indem Sie dem Notar Ihren letzten Willen mitteilen, zum anderen können Sie aber auch Ihr Testament in schriftlicher Form übergeben.
Der Notar muss seinen gesetzlichen Prüfungs- und Belehrungspflichten nachkommen. Das bedeutet, dass dieser im Zuge der Aufsetzung Ihren Willen herausfinden muss und außerdem ist er dazu verpflichtet, Ihnen den Sachverhalt zu erklären sowie Sie über die rechtliche Tragweite der Verfügung zu belehren.
Ein notarielles Testament geht zwar mit Kosten einher, allerdings erhalten Sie dadurch Rechtssicherheit.
Ein wichtiger Vorteil beim notariellen Testament ist die Beratung durch den Notar. Denn dadurch lassen sich Fehler oder Unklarheiten vermeiden.
Aufgrund seines Fachwissens kann er Ihnen eine Rechtssicherheit gewährleisten, über die eine handschriftliche Verfügung von Todes wegen nur selten verfügt. Dadurch sinkt auch das Risiko für eine erfolgreiche Anfechtung beim Testament.
Gleichzeitig sind beim öffentlichen Testament die amtliche Verwahrung sowie die Erfassung im Testamentsregister vorgeschrieben. Dadurch wird sichergestellt, dass das Dokument nicht verloren geht oder sogar verheimlicht wird.
In vielen Fällen kann eine notarielle Verfügung von Todes wegen auch dazu führen, dass Ihre Erben auf einen Erbschein verzichten können. Die dafür anfallenden Gebühren lassen sich also unter Umständen vermeiden.
Zudem wird die Testtierfähigkeit durch den Notar festgestellt und bestätigt. Außerdem ermöglicht es diese Testamentsform auch Erblassern, welche schreibunkundig, stumm und schreibunfähig sind, ihren letzten Willen zu verfügen.
Allerdings geht das Testament beim Notar auch mit einem höheren Aufwand einher, denn immerhin müssen Sie einen Termin vereinbaren und Ihren Willen erklären.
Bei dieser Form der Verfügung von Todes wegen fallen Notarkosten an. Beim Testament ergeben sich diese aus dem Wert des Vermögens, über welches der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung verfügt. Grundlage für die Berechnung bildet dabei das Kostenverzeichnis aus dem Gesetz über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (GNotKG). Demnach fällt bei einem Einzeltestament eine 1,0-Gebühr an.
Wie hoch die Kosten bei verschiedenen Nachlasswerten ausfallen, zeigt die nachfolgende Tabelle:
Nachlasswert in Euro
Gebühren fürs Testament (ohne MwSt.)
10.000,00	 75,00
250.000,00 535,00
500.000,00	 935,00
Beträgt der Nachlasswert 25.000,00 Euro, belaufen sich die Gebühren somit laut GNotKG auf 115,00 Euro. Zusätzlich zu diesen Kosten für ein Testament fällt allerdings auch noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent an.
Um herauszufinden, welche Form des Testaments in Ihrem Fall am sinnvollsten ist, empfiehlt es sich die Vor- und Nachteiledirekt gegenüberzustellen. Die wichtigsten Punkte haben wie in der folgenden Tabelle zusammengestellt:
✔ Alleine möglich ✔ Fachliche Beratung durch einen Notar
✔ Flexibel bei Ort und Zeit der Errichtung ✔ Amtliche Verwahrung schützt vor Verlust und Fälschung
✔ Keine anfallenden Kosten ✔ Kann einen Erbschein ersetzen
✔ Änderungen sind jederzeit möglich ✔ Notar bestätigt Testierfähigkeit
✖ Kein Nachweis über Testierfähigkeit ✖ Änderungen umständlicher
✖ Kein Schutz vor Verlust oder Fälschung ✖ Termin beim Notar notwendig
✖ Risiko für Unklarheiten oder Unwirksamkeit besteht ✖ Notarkosten entstehen
Welchen Stellenwert Sie den jeweiligen Punkten einräumen, hängt von verschiedenen Faktoren, wie dem Familienverhältnis sowie dem Gesundheitszustand, ab. Daher kann es ratsam sein, die Entscheidung in Absprach mit einem Anwalt für Erbrecht zu fällen.
Zusätzlich zu den verschiedenen Formen, in denen Sie ein Testament errichten können, lassen sich auch noch verschiedene Sonderfälle unterscheiden. Ob diese Arten für Sie relevant sind, hängt unter anderem von Ihrer Lebenssituation ab.
Nachfolgend sollen folgende Testamentsarten betrachtet werden:
Gemeinschaftliches Testament: Bei dieser Form setzen sich die Eheleute gegenseitig als Alleinerben ein.
Das Ehegattentestament kann – wie der Name bereits vermuten lässt – nur zwischen Eheleuten oder Personen die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, vereinbart werden.
Diese Art von Verfügung von Todes wegen wird auch als Berliner oder gemeinschaftliches Testament bezeichnet.
In diesem Fall setzen sich die Eheleute im Testament gegenseitig als Alleinerbe ein. Nach dem Tod des ersten Gatten ist es dem Hinterbliebenen nicht mehr möglich, die Verfügung zu verändern. Es wird somit sichergestellt, dass die gemeinsamen Wünsche des Paares zum Nachlass Beachtung finden.
Beim Ehegattentestament besteht die Möglichkeit, dieses sowohl eigenhändig als auch durch einen Notar aufsetzen zu lassen. Dabei folgt das Testament meist folgendem Muster:
Wir, die Eheleute [vollständiger Name Ehegatte 1], geboren am [Geburtsdatum Ehegatte 1] in [Geburtsort Ehegatte 1], und [vollständiger Name Ehegatte 2 ggf. Geburtsname], geboren am [Geburtsdatum Ehegatte 2] in [Geburtsort Ehegatte 2], bestimmen, dass wir uns gegenseitig allein und unbeschränkt beerben.
Als Schlusserben des von uns zuletzt Versterbenden setzen wir unseren Sohn/unsere Tochter [vollständiger Name], geboren am [Geburtsdatum] in [Geburtsort], ein. Sie sollen zu gleichen Teilen erben.
Wir widerrufen alle älteren Verfügungen von Todes wegen, die wir bereits getroffen haben.
[vollständige Unterschrift Ehegatte 1]
Diese Testamentsanordnungen entsprechen auch meinem letzten Willen.
[vollständige Unterschrift Ehegatte 2]
Muster des gemeinschaftlichen Testaments als .pdf downloaden
Muster des gemeinschaftlichen Testaments als .doc downloaden
Wichtig! Dieses Muster dient nur der Veranschaulichung. Nutzen Sie beim privatschriftlichen Berliner Testament eine Vorlage, die Sie nur unterschreiben, erhalten Sie keine wirksame Verfügung. Denn dieses muss grundsätzlich komplett per Hand verfasst werden.
Dabei stellt sich vielleicht die Frage „Wie verfasse ich ein solches Testament zu zweit?“ Grundsätzlich reicht es aus, wenn ein Ehegatte das Testament schreibt. Der Partner muss dann die Verfügung handschriftlich mit einer Formulierung wie „Diese Testamentsanordnungen entsprechen auch meinem letzten Willen.“ ergänzen.
In vielen Fällen bedenken die Erblasser vorzugsweise ihre eigenen Kinder bzw. deren Abkömmlinge. Damit stellen sie gleichzeitig sicher, dass der Besitz innerhalb der Familie erhalten bleibt und die Nachfahren (finanziell) versorgt sind.
Durch ein Behindertentestament sollen mögliche Nachteile, die durch eine Erbschaft auftreten können, reduziert werden.
Eine solche finanzielle Absicherung ist insbesondere bei Kindern mit Behinderungen von großer Bedeutung, denn Pflege oder Heimunterbringung sind mit hohen Kosten verbunden. Nicht selten trägt der Staat einen Teil dieser Ausgaben, weil die betroffene Person dies nicht kann.
Vererben Sie einer Person mit Handicap allerdings ein Vermögen, kann dieses aufgrund der Pflegeleistungen an den Staat gehen.
Denn staatliche Unterstützung erhalten nur Personen, die über wenig oder gar kein Vermögen verfügen. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass ein Erbe mit Behinderung durch den Nachlass keinen Vorteil erhält.
Um dennoch eine finanzielle Absicherung zu ermöglichen und das Vermögen vor dem Zugriff des Staates zu schützen, kann die Errichtung eines Behindertentestaments sinnvoll sein. In diesem wird das behinderte Kind als Vorerbe eingesetzt. Geschwister, andere Verwandte oder auch eine gemeinnützige Stiftung treten erst als Nacherben auf. Zudem wird in der Regel eine Testamentsvollstreckung angeordnet.
Bei einem Behindertentestament empfiehlt es sich einen Anwalt für Erbrecht aufzusuchen und gemeinsam mit diesem die verschiedenen Möglichkeiten durchzusprechen. Denn in der Regel können Sie nur so gewährleisten, dass der Nachlass tatsächlich der behinderten Person zugutekommt.
Nicht immer ermöglicht es der gesundheitliche Zustand einen Termin für ein Testament beim Notar wahrzunehmen. Liegt eine akute Lebens- oder Todesgefahr vor, besteht daher die Möglichkeit, dass der Erblasser ein sogenanntes Nottestament zu errichtet.
Das BGB unterscheidet dabei grundsätzlich drei Formen des Nottestaments:
Nottestament vom Bürgermeister (§ 2249 BGB)
Nottestament vor drei Zeugen (§ 2250)
Nottestament auf See (§ 2251)
In Ausnahmefällen ist ein nicht eigenhändig verfasstes Testament auch ohne Notar rechtswirksam.
Ein solches Testament in grundsätzlich nur drei Monate nach dem Verfassen rechtsgültig. Tritt der Erbfall also nicht innerhalb dieses Zeitraums ein, verfällt die Verfügung. Zudem schreibt der Gesetzgeber bei Nottestamenten mehrere Zeugen vor. Bei diesen Personen darf es sich allerdings nicht um Erben handeln.
Beim Bürgermeistertestament wird der letzte Wille des Erblassers vor dem Bürgermeister oder dessen Stellvertreter mündlich erklärt. Dieser ist dann dazu verpflichtet, die erbrechtlichen Anordnungen aufzuschreiben und die Richtigkeit des Wortlautes gemeinsam mit zwei Zeugen durch eine Unterschrift zu bestätigen. Ist der Testierende darüber hinaus aufgrund der Notlage nicht mehr dazu imstande, die Verfügung zu unterzeichnen, muss diese Tatsache im Dokument vermerkt werden.
Ein Drei-Zeugen-Testament ist bei naher Todesgefahr in mündlicher oder auch schriftlicher Form vor den Zeugen zu verfassen. Dabei sind die drei Zeugen dazu verpflichtet, für sich und Dritte eine Abschrift zu erstellen, die den Regelungen des Beurkundungsgesetzes entsprechen muss.
Für ein Seetestament muss nicht unbedingt eine gunmittelbare Lebensgefahr bestehen. Denn die Erstellung eines solchen ist grundsätzlich an Bord eines Schiffes außerhalb von einem inländischen Hafen möglich. Auch in diesem Fall müssen drei Zeugen bei der mündlichen Abgabe zugegen sein und eine Niederschrift ist zu erstellen.
9 thoughts on “Testament als Verfügung von Todes wegen”
Sandra 29. November 2017
Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Hier bekommt man viele Tipps rund um das Thema Testament. Dann kann man schon gut vorbereitet beim Profi vorbeischauen.
Robert 11. Juni 2018
Bei einem Berliner Testament meiner Eltern, als sie noch lebten, wurden meine Schwester und ich als Folgeerbin festgesetzt, nach dem Versterben beider Eltern. Diese ist kürzlich geschehen, jedoch ist meine Schwester schon vor einigen Jahren verstorben, so dass ich einzige Nacherbe zu sein scheine. Aber – offenbar sagt das Gesetz, dass die Kinder meiner verstorbenen Schwester die Erbhälfte bekommen, die meiner Schwester zugefallen wäre. Das wollten meine Eltern aber nicht, sondern, die wollten, dass ich Alleinerbe werden würde. Daran haben sie aber vorher nicht gedacht. Kann ich jetzt nichts mehr tun, um zu verhindern, dass die Kinder meiner verstorbenen Schwester Miterben sind, also gegen den eigentlichen Willen meiner Eltern? Was geschieht in solchen Fällen in der Praxis?
bitte wenden Sie sich für eine Rechtsberatung an einen Anwalt, wir dürfen dies an dieser Stelle nicht leisten. Es ist allerdings grundsätzlich richtig, dass die gesetzliche Erbfolge bestimmt, dass die Kindeskinder ein Erbrecht erhalten, wenn deren erbberechtigter Elternteil vor Erbanfall verstirbt.
Bert 20. Juni 2018
Habe diese website mit Interesse gelesen und zwichen mir und meiner Bekannten entstehen Diskrepanzen.
Sie will mir einfach nicht abnehmen, dass ein ordentlic, habndgeschriebenes Testament vor Gesetz geht. Dies vor allem, weil eine ortsansässige Anwältin behaptet hat Gesetz ist nur gültig. Sage mir, warum schreibt man dann einen “letzten Willen”. Ihr Sohn hat sich zwei Tage vor Weihnachten das Leben genommen ( Dr.Zahnarzt mit gutgehender Praxis- Warum? ). Er lebte schon 8 Jahre in Scheidung und hat in seinem Testament seine Mutter als Erbin eingesetzt ( Ex ist enterbt, wurde akzeptiert ) die Töchter ( 26/ 32 ) hat er auch enterbt und zusätzlich geschrieben nur das mindeste eines Pflichtteiles sollen die erhalten. Alle zusammen warenn auch der Grund warum er sich ads Leben nahm – aber ist Schnee von gestern. Hier habe ich zumeiner Bekannten auch unterschiedliche Meinung – ich meine Pflichteil ist die Hälfte des gesetzlichen ergo 100% Mutter – Hälfte davon Töchter gesetzlich 50%, da aber enterbt Hälfte von der Hälfte = 25% ergo jeder 12,5 % (1/8) jede vom gesamten Erbe. Können Sie da nicken, nicht beraten
nach gesetzlicher Erbfolge sind Kinder als Erben erster Ordnung den Eltern des Erblassers (Erben zweiter Ordnung) vorrangig erbberechtigt. Sind Kinder vorhanden erben diese nach gesetzlicher Erbfolge voll, auch wenn ein Elternteil des Erblassers vorhanden sind. Die Kinder wären allein erbberechtigt. Bei 2 Kindern beliefe sich der gesetzliche Erbanspruch eines jeden auf 1/2 – der Pflichtteil somit auf 1/4. Weitere Infos hierzu finden Sie unter:
https://www.familienrecht.net/gesetzliche-erbfolge/
Luise 18. Oktober 2018
Meine Frau und ich haben beide jeweils ein Kind aus einer früheren Beziehung und möchten unser Vermögen im Todesfalle unter allen Kindern gerecht aufteilen. Wie Sie bereits sagen, ist der Fall zu komplex, um diesen schriftlich selbst auszuformulieren – es können immer Missverständnisse auftreten. Darum werden wir uns zunächst von einem Anwalt für Erbrecht ausführlicher beraten lassen.
Luise 7. Dezember 2018
Ich habe einen Termin in einem Notariat ausgemacht, da ich mein Testament hinterlegen möchte. Vielen Dank für die Gebührenübersicht. Dadurch weiß ich, was ich an Kosten erwarten kann.
Matthias 28. Februar 2019
Hallo. Ich wollte fragen ob es Sinn macht ein gemeinschaftliches Testament anzufechten, wenn es unterschiedliche Vermögensanteile gab. Also meine Großeltern sind beide schon verstorben. 2004 schrieben sie ein Testament für mich und meine Schwester. 2008 ist meine Oma verstorben und hatte meinem Opa 2000 Euro vereerbt. Mein Opa hatte alles andere gehört( Haus, Auto,geld, inventar). Mein Opa ist 2018 gestorben und hat vor 5 Jahren ein neues Testament geschrieben nur auf mich. Besteht da die bindungswirkung von 2004 oder ist sie unwirksam
bitte wenden Sie sich für eine juristische Bewertung Ihrer Erbsache an einen Anwalt.