Source: https://www.peterlang.com/view/9783653973044/10_chapter2A.html
Timestamp: 2018-07-19 13:56:40
Document Index: 60004698

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 297', '§ 84', '§ 93', '§ 654', '§ 654', '§ 654', '§ 45', '§ 45', '§ 43', '§ 1', '§ 2', '§ 43', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 1']

cc) Interessenvertretung des Vereins : Rechtliche Grenzen der Spielervermittlung im Lizenzfuβball
cc) Interessenvertretu...
Rechtliche Grenzen der Spielervermittlung im Lizenzfußball
Die Autorin befasst sich mit dem Berufsbild des Spielervermittlers im deutschen Profifußball, welcher Lizenzfußballspieler gegen Vergütung an Vereine vermittelt. Nach einer vertragstypologischen Einordnung und einer Ausarbeitung der Konsequenzen für die Vertragsgestaltung prüft sie das Lizenzerfordernis der FIFA auf seine Vereinbarkeit mit europäischem und deutschem Recht. Schwerpunkt des Buches ist die Vereinbarkeit der Spielervermittlertätigkeit mit dem Rechtsdienstleistungsgesetz sowie die Frage, ob der Rechtsanwalt als Vermittler agieren darf. Die Autorin macht deutlich, dass sowohl der von der FIFA lizenzierte Vermittler als auch der vermittelnde Rechtsanwalt gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Abschließend präsentiert sie daher einen Gestaltungsvorschlag für eine zulässige Ausübung des Spielervermittlerberufes.
978-3-653-97304-4
https://doi.org/10.3726/978-3-653-05368-5
Allgemeine Bedeutung des Themas und Gegenstand der Untersuchung
1. Teil: Spielervermittler und Spielerberater-Voraussetzungen zur Ausübung dieser Berufsbilder
I. Aufgabenbereiche und Tätigkeitsfelder des Spielerberaters und des Spielervermittlers
1. Tätigkeit des Spielervermittlers
2. Tätigkeit des Spielerberaters
II. Anforderungen an die Spielervermittlungs- und Spielerberatungstätigkeit
1. Tatsächliche Anforderungen an Spielerberater und Spielervermittler
2. Anforderungen der FIFA an den Spielervermittler – Lizenzerfordernis
a) Sinn und Zweck der Lizenz
b) Verfahren der Lizenzerteilung
bb) Antrag
cc) Prüfung
dd) Abschluss einer Haftpflichtversicherung
ee) Einhaltung des Berufsethikkodex und der Fußballreglemente
ff) Lizenzerteilung
gg) Lizenzverlust
III. Zulässigkeit der Lizenzpflicht
1. Europarechtliche Probleme der Lizenz-Vereinbarkeit mit Artikel 101 und 102 AEUV
a) Vereinbarkeit der Lizenzpflicht mit Artikel 101 AEUV (Artikel 81 EG a.F.)
aa) Ansicht des EuG
b) Vereinbarkeit der Lizenzpflicht mit Artikel 102 AEUV (Artikel 82 EG a.F.)
2. Unternehmenseigenschaft des DFB und Verstoß gegen nationales Wettbewerbsrecht
a) Anwendbarkeit des GWB
b) Stellungnahme und eigene Ansicht
3. Verletzung des Artikel 12 Grundgesetz
a) Anwendbarkeit der Grundrechte
c) Verletzung des Artikel 12 GG durch das Lizenzerfordernis
d) Verletzung durch das Erfordernis einer Bankgarantie bzw. den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung
e) Verletzung des Artikel 12 GG durch das Erlöschen der Lizenz nach 5 Jahren
4. Verstoß des Lizenzerfordernisses gegen Deutsches Recht nach Aufhebung der Vorschrift 291 a.F. SGB III
5. Vereinbarkeit der Lizenz mit der Konkurrenzausschlussklausel § 297 Nr. 4 SGB III.
IV. Mögliche Abschaffung der Lizenz
V. Ergebnis 1. Teil
2. Teil: Die Rechtsnatur der Spielervermittlung und ihre Auswirkungen auf die Vertragsgestaltung
I. Rechtsnatur der Spielervermittlung
1. Makler- und Werkvertragsrecht
a) Handelsvertreter §§ 84 ff. HGB
b) Handelsmakler § 93 HGB
c) Nachweis- und Vermittlungsmakler
2. Vorschriften des SGB III über die Arbeitsvermittlung
a) Der Spieler als Arbeitnehmer
b) Umfang der Arbeitsvermittlung
3. Auf eine Geschäftsbesorgung gerichteter Dienstvertrag
4. Ergebnis zur vertragstypologischen Einordnung
II. Konsequenzen der vertragstypologischen Einordnung für die Arbeitsweise des Spielervermittlers und das Vertragsverhältnis zum Spieler
1. Kündigung und Vertragslaufzeiten des Beratervertrages
a) Standardisierte Beraterverträge
b) Individualabreden
(aa) Vertragsschluss mit Volljährigen
(bb) Vertragsschluss mit Minderjährigen
2. Doppeltätigkeit des Maklers
a) Anwendbarkeit des § 654 BGB
b) Allgemeine Reichweite des § 654 BGB
c) Reichweite des § 654 in der Spielervermittlung
3. Exklusivitätsvereinbarungen
b) Kritik an der Entscheidung des OLG Hamm und Lösungsansatz für die entstehende Problematik
bb) Stellungnahme und Lösungsansatz
4. Höhe der Provisionen
a) Der Spieler als Auftraggeber
b) Verein als Auftraggeber
c) Kritik an der Vergütungsregelung
III. Ergebnis 2. Teil und Auswirkungen auf den Vermittlungsvertrag zwischen Spieler und Vermittler
3. Teil: Die Zulässigkeit der Spielervermittlung durch den lizenzierten Spielervermittler und den Rechtsanwalt
I. Die Zulässigkeit der Spielervermittlung durch den Rechtsanwalt
1. Tätigkeitsverbot des § 45 I Nr. 4 BRAO
a) Dieselbe Angelegenheit
b) (Zweit-) Berufliche Vorbefassung
aa) Beruf
bb) Nicht anwaltliche Vorbefassung
c) Ergebnis zu § 45 I Nr. 4 BRAO
2. Gesetzliches Verbot des § 43 a IV BRAO
a) Dieselbe Rechtssache
b) Widerstreitende Interessen
c) Befassung mit der Rechtssache, Interessenwahrnehmung
aa) Abgrenzung zur erlaubten Tätigkeit des Mediators
bb) Interessenvertretung des Spielers
cc) Interessenvertretung des Vereins
(1) Vermittlungsvertrag zwischen Berater und Verein
(1a) Vorwort
(1b) § 1 Beratungshonorar
(1c) § 2 Allgemeines
(2) Ergebnis der Vertragsauslegung
d) Ergebnis zu § 43 a IV BRAO
3. Erfolgshonorare und Streitwertbeteiligung im Sinne des § 49 b II BRAO
a) Tätigkeit als Rechtsanwalt § 49 b II BRAO
b) Unzulässige Vereinbarung
aa) Einbeziehung des Spielers auf Grund seiner besonderen Nähe zur Dienstleistung des Rechtsanwalts
bb) Einbeziehung des Spielers im Hinblick auf den Schutzzweck der Norm
c) Ergebnis zu § 49 b II BRAO
4. Versagung der Zulassung nach § 7 Nr. 8 BRAO
a) Vereinbarkeit der Spielervermittlung unter Beachtung des Schutzzweckes
d) Stellungnahme und Ergebnis zu § 7 Nr. 8 BRAO
5. Zwischenergebnis für den Rechtsanwalt
II. Die Zulässigkeit der Spielervermittlung durch den lizenzierten Spielervermittler
1. Vereinbarkeit der Spielervermittlung durch den lizenzierten Vermittler mit dem Schutzzweck des Rechtsdienstleistungsgesetzes
2. Entwicklung vom alten Rechtsberatungsgesetz zum Rechtsdienstleistungsgesetz und Streitstand unter der Geltung des Rechtsberatungsgesetzes
a) Begriff der Rechtsberatung
b) Grundtatbestand des Rechtsberatungsgesetzes § 1 RBerG a.F.
c) Ausnahmetatbestand des Rechtsberatungsgesetzes
3. Lage nach der Einführung des Rechtsdienstleistungsgesetzes
a) Begriff der Rechtsdienstleistungen und Grundtatbestand
aa) Rechtliche Prüfung
bb) Ausnahme aufgrund der Einfachheit der Tätigkeit
b) Ausnahmetatbestand des Rechtsdienstleistungsgesetzes
c) Ergebnis zu §§ 1, 5 RDG
4. Möglichkeiten des rechtstreuen Verhaltens
a) Verwendung des Mustervertrages
b) Hinzuziehung eines Rechtsanwalts
2. Ergebnis für den lizenzierten Spielervermittler
C. Endergebnis und Lösungsansatz
Ein Interessenkonflikt kann nur dann entstehen, wenn der Rechtsanwalt auch die Interessen der gegnerischen Partei, hier also die des Vereins, vertritt.
Der Anschein der Interessenkollision wird durch den Beratungsvertrag mit dem Verein und die Vergütung durch ebendiesen erweckt. Eine solche Beauftragung und Vergütung könnte den Rechtsanwalt zum Interessenvertreter des Vereins machen.
Dagegen spräche zunächst die enge Bindung zwischen Spieler und Berater. Spieler und Verein werden den Spielervermittler als Interessenvertreter des Spielers wahrnehmen. Auch wird der Spielervermittler in der Praxis in Gehaltsverhandlungen immer auf der Seite des Spielers zu finden sein und versuchen, die für ihn günstigsten wirtschaftlichen Konditionen zu verhandeln.
← 107 | 108 → Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Berater in der Regel eine prozentuale Vergütung erhält, die sich nach dem Gehalt des Spielers bemisst. Je höher damit das Gehalt des Spielers verhandelt wird, desto höher fällt auch die Provision des Spielervermittlers aus. Damit wäre sein wirtschaftliches Interesse mit dem des Spielers identisch und er würde rein ökonomisch betrachtet weiterhin die Interessen seines ursprünglichen Mandanten vertreten.
B. Untersuchung