Source: http://dr-peterreins.de/2014/07/formalitaeten-vermoegensverwaltung-anlageberatung/
Timestamp: 2019-09-19 06:18:16
Document Index: 382036037

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 31', '§ 34', '§31', '§ 31', '§ 5']

Formalitäten ohne Ende | Dr. Peterreins Portfolio Consulting
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Viele Anleger wissen nicht, mit welchen enormen – gesetzlich vorgeschriebenen – Formalitäten Finanzdienstleistungen verbunden sind. Das gilt vor allem für die Anlageberatung und für die Vermögensverwaltung (gem. § 1 KWG). Die Absicht des Gesetzgebers ist natürlich, den Anlegerschutz zu verbessern. In der Praxis – so jedenfalls meine Erfahrung – fühlen sich viele Anleger überfordert durch die überbordende Bürokratie. So mancher Kunde hat mich schon gefragt, ob ich denn verrückt sei, ihn mit all diesen Dokumenten zu belasten. Dann muss ich sagen, dass das nicht an mir liegt, sondern an den gesetzlichen Vorschriften …
Die Formalitäten beginnen bereits vor dem ersten Kundengespräch. Denn der Vermögensverwalter oder Anlageberater muss möglichst vorher dem Anleger bestimmte Informationen zukommen lassen. Das sind (gemäß § 31 Abs. 3 WpHG) folgende Dokumente:
eine Unternehmensbroschüre des Unternehmens (umfasst bei mir 13 Seiten)
die Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren (Die Version des Bank-Verlags umfasst etwa 150 Seiten, meine Zusammenfassung umfasst 12 Seiten)
die sogenannte Conflict of Interests Policy (bei mir 2 Seiten)
die sogenannte Best of Execution-Policy (bei mir eine Seite).
Während des Gesprächs muss der Anlageberater ein Protokoll führen, das er nach dem Beratungsgespräch dem Kunden übergeben muss (gemäß § 34 Abs. 2a WpHG). Was genau protokolliert werden soll, wird übrigens auch vom Gesetzgeber geregelt.
Bevor der Finanzdienstleister dem Kunden ein konkretes Wertpapier empfehlen darf, muss der sogenannte WpHG-Fragebogen ausgefüllt werden. Auch was hier gefragt werden soll, hat der Gesetzgeber vorgeschrieben (§31 Abs. 4 WpHG):
den Schulabschluss des Kunden
Berufsausbildung und evtl. Studium des Kunden
Vermögensverhältnisse des Kunden
Anlageziele bzw. wesentliche Anliegen des Kunden für die Geldanlage
Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden mit Finanzinstrumenten und Finanzdienstleistungen.
Ok, der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass man einen Kunden vorher entsprechendes Aufklärungsmaterial übergeben kann, um eventuell fehlende Kenntnisse aufzubessern. Ein Kunde also, der angegeben hat, weder Kenntnisse noch Erfahrungen mit Aktien zu haben, zu diesem Thema aber von mir beraten werden möchte, dem muss ich vorher noch eine „Risikoaufklärung zu Aktien-Investments“ unterschreiben lassen. Wieder ein Dokument mehr …
Nicht zu vergessen, dass Kunden seit dem 1.07.2011 ein sogenanntes Produktinformationsblatt ausgehändigt werden muss (gemäß § 31 Abs. 3a WpHG und § 5a WpDVerOV). Auch hier darf der Kunde wieder lesen.
Conflict of Interest-Policy
WpHG-Fragebogen
Risikoaufklärung zu bestimmten Anlageformen im Allgemeinen
30. Juli 2014 /0 Kommentare/von Peterreins
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