Source: https://shop.trustedshops.com/de/rechtstipps/2018/02/02/textilkennzeichnung-die-groessten-stolperfallen?__hstc=78975051.de76dc3e28316003e46d914f630c4cef.1571304124203.1580466419560.1580720762896.234&__hssc=78975051.13.1580720762896&__hsfp=1292277965
Timestamp: 2020-02-20 22:12:12
Document Index: 94877448

Matched Legal Cases: ['§ 6', 'Art. 14', 'Art. 17', 'Art. 2', 'Art. 17', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2']

Textilkennzeichnung: Die größten Stolperfallen | Trusted Shops Legal Services
Hallo, eine Frage. Immer mehr Anbieter von Textilien (T-Shirts, Hoodies etc.) bieten Tear off-Label an - also Label, welche man raus reißen kann, um z.B. eine eigene Marke aufzubauen. Das Produkt ist durch den entsprechende Aufdruck klar der neuen Marke zuzuordnen. Der Kunde kauft dieses in einer Boutique oder im Shop der Marke. Muß trotzdem die komplette Textilkennzeichnung erfolgen?
Von Michael Peschel | 22.05.2019 12:38
Hallo Herr Peschel, die Textilkennzeichnung ist auch anzugeben, wenn ein Produkt neu gebranded wurde. VG, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 23.05.2019 11:35
muss man denn jetzt auf dem Etikett auch die Firmenanschrift unterbringen oder riecht das Logo und die Faserzusammensetzung?
Von Alexander Mack | 17.09.2019 17:44
Hallo Herr Mack, die TextilkennzeichnungsVO regelt die Bezeichnung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen. Die Regelungen beschränken sich daher weitgehend auf die Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen. Jedoch gilt neben der TextilkennzeichnungsVO auch das Produktsicherheitsgesetz. Aus § 6 I Nr. 2 ProdSG geht hervor, dass Name und Kontaktanschrift des Herstellers auf dem Produkt anzubringen sind. Das Logo allein ist in einem solchen Fall nicht ausreichend. Viele Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 23.09.2019 10:13
Super Artikel, nun eine Frage kann man die Textilzusammensetzung auch als normales Ettikett anbringen oder muss das angenäht sein?
Von Carina | 20.10.2019 19:02
Hallo Carina, vielen Dank für Ihren Kommentar. Unsere Blogbeiträge fokussieren sich auf den E-Commerce, daher enthält dieser auch keien Informationen zur physischen Kennzeichnung. Das Etikett muss allerdings gemäß Art. 14 Abs. 1 Satz 2 TextilkennzVO dauerhaft und fest angebracht sein. Nach der Literatur genügt hier auch die Etikettierung über ein Anhängeetikett oder auf dem Preisetikett. Beste Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 21.10.2019 17:54
Hallo, Ihr Erläuterungen haben mir sehr geholfen. Ich hätte noch eine Frage. Ich plane einen Onlineshop mit Kinderkleidung, die aus Secondhand Kleidung hergestellt werden. Dafür kombiniere ich verschiedene Altkleider zu neuer Kinderkleidung. Teilweise fehlt in der Kleidung die Textilkennzeichnung, da sie bereits entfernt wurde. Besteht trotzdem Textilkennzeichnungspflicht und wie kann ich dem nachkommen?
Von AGiese | 30.10.2019 14:42
Hallo AGiese, vielen Dank für Ihren Kommentar. Die TextilkennzVO kennt eine Ausnahme für „gebrauchte, konfektionierte Textilerzeugnisse, sofern sie ausdrücklich als solches bezeichnet sind“ (Art. 17 Abs. 2 i.V.m. Angang V Nr. 13). Hierunter fallen klassischerweise Second Hand-Geschäfte. Allerdings ist nur konfektionierte, d.h. alle in Serie herstellten Kleidungstücke umfasst. Wird aus gebrauchter Kleidung daher neue Kleidung hergestellt, kann daher wohl nicht auf diese Ausnahme zurückgegriffen werden. Weiter besteht aber auch dann keine Textilkennzeichnungspflicht, wenn es sich um maßgeschneiderte Textilerzeugnisse handelt, die von selbstständigen Schneidern hergestellt wurden (Art. 2 Abs. 4). Ob diese Ausnahme aber für Ihr Geschäftsmodell einschlägig ist, bedarf einer detaillierteren Analyse, die im Rahmen dieses Blogs nicht geleistet werden kann. Beste Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 31.10.2019 11:43
Wo finde ich was zu Technischen Textilien ?
DIe zu 80 % aus Polyamid sind. Was und wie muss da gekennzeichnet werden ?
Von Katharina Keppler | 12.11.2019 11:48
Hallo Frau Keppler, die Textilkennzeichnungsverordnung gilt grundsätzlich für Textilerzeugnisse. Als Textilerzeugnisse im Sinne der Verordnung werden unter anderem solche Erzeugnisse behandelt, die einen Gewichtsanteil von mindestens 80 % an Textilfasern haben. Polyamid ist eine Textilfaser im Sinne der Verordnung. Grundsätzlich sind die Vorschriften der Textilkennzeichnungsverordnung also anwendbar. Ob eine Ausnahme vorliegt oder besondere Vorschriften gelten müsste im Einzelfall geprüft werden und kann in diesem Rahmen nicht abschließend pauschal beurteilt werden. Beste Grüße, Frieder Schelle
Von Frieder Schelle | 15.11.2019 15:40
Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir helfen könnten, da ich überall unterschiedliches lese und nicht weiter weiß.
Fallen Schnürsenkel die zu 65 Prozent aus Latex (Kautschuk) und 35 Prozent Polyester bestehen unter das TextilkVO? Wie müsste ich es dann in dem Falle kennzeichnen. Wenn es nicht in die TextilkVO rein fällt muss ich es dann trotzdem kennzeichnen?
Von Nelli | 15.11.2019 16:41
Hallo Nelli, vielen Dank für Ihre Frage. Für Schnürsenkel gilt eine besondere Vorschrift, daher kommen vermutlich die widersprüchlichen Aussagen. Schnürsenkel düfen nach Art. 17 Abs. 3 TextilkennzeichnungsVO grundsätzlich mit einer sogenannten globalen Kennzeichnung versehen werden (den Katalgo der Produkte, die global gekennzeichnet werden dürfen finden Sie in Anhang VI der TextilkennzeichnungsVO). Bedeutet: Wenn Sie verschiedene Schnürsenkel verkaufen, die aber alle dieselbe Faserzusammensetzung haben, genügt es, diese Schnürsenkel ein mal global zu kennzeichnen. WIchtig ist hierbei, dass die globale Kennzeichnung den Produkten zugeordnet werden kann und der Verbraucher tranpsarent informiert wird. Die Ausnahme ist damit eher für Ladengeschäfte interessant. Wie eine gobale Kennzeichnung im Onlineshop konkret aussehen könnte, kann in diesem Rahmen nicht dargestellt werden. Ich hoffe, diese Hinweise helfen Ihnen. BEste Grüße, Frieder Schelle
Von Frieder Schelle | 18.11.2019 10:28
ein Produkt welches zu 72% aus Textifasern besteht und 28% aus Folie. Entfällt somit die EU VO für Textilerzeugnisse auf dieses Produkt? Kann somit sogar auf die eine "globale Etikettierung" verzichtet werden?
L. Malzanini
Von Lukas Malzanini | 17.12.2019 18:54
Guten Tag Herr Malzanini, die Textilkennzeichenverordnung gilt für Erzeugnisse mit Textilfasern, die einen Gewichtsanteil von mindestens 80% aufweisen. Wenn die Textilfasern Ihres Produktes nur einen Gewichtsanteil von 72% ausmachen,so gilt die Textilkennzeichnungsverordnung nicht. Auch der Anhang VI der Verordnung, der die globale Etikettierung regelt, findet dann keine Anwendung. Beste Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 20.12.2019 09:53
Vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Beitrag. Ich habe eine Frage bezüglich Der Kennzeichnung von Gummibändern in handgemachter Kleidung. Wenn ich eine Kinderhose Nähe, in deren Bund einen Gummiband eingearbeitet ist, muss ich das kennzeichnen und wenn ja, wie?
Von Simone M. | 14.01.2020 10:24
Hallo Simone, maßgeschneiderte Textilerzeugnisse, die von selbstständigen Schneidern hersgestellt worden sind, sind nach Art. 2 Abs. 2 s) TextilKennzVO vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen. Beste Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 14.01.2020 18:37
wie ist die genaue Defination betreffend Produktsicherheitsgesetz in Bezug auf Textilien und Schadstoffe? Zählt z.b. ein Fellbommel auf einer Mütze zur Textilie? Der Fellbommel wird ja nicht dauernd auf der Haut getragen...also eigentlich gar nicht. Sind daher etwaige Schadestoffe im Fellbommel für die Produktsicherheit relevant?
Von christian schwarz | 15.01.2020 00:01
Hallo Herr Schwarz, vielen Dank für Ihre Frage. Im Rahmen der Textilkennzeichnungsverordnung wird nicht zwischen dem Bommel einer Mütze und dem Rest der Mütze unterschieden. Auch ob ein Stoff ständig auf der Haut getragen wird ist dort nicht entscheidend, sondern nur, ob es sich bei der Mütze um ein Textilerzeugnis nach Art. 3 Abs. 1 a) handelt oder die Mütze nach den unter Artikel 2 Abs. 2. aufgeführten Regeln behandelt wird wie ein Textilerzeugnis. Kurz: Die Kennzeichnungspflichten nach der Textilkennzeichnungsverordnung gelten für die Mütze und den Bommel. Textilien, die am Körper getragen werden, unterliegen unter anderem dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und der Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgstV). Es handelt sich bei einer Mütze um einen Gegenstand, der dazu bestimmt ist, nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Berührung zu kommen und daher um einen Bedarfsgegenstand. Da auch Produkte wie z.B. ein Geldbeutel ein solcher Bedarfsgegenstand i.S.d. BedGgstV sind, erscheint naheliegend, dass auch der Bommel einer Mütze unter diese Regelungen fällt, sodass die einschlägigen Regelungen zu beachten sind. Viele Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 15.01.2020 10:25
Wie ist das mit den "Made in ..." Kennzeichnungen. Diese Kennzeichnung sieht man ja sehr oft - Auf dieses Thema gehen Sie aber gar nicht ein.
Ist die Angabe des Produktionslandes nicht erforderlich ? Und wieso geben die grossen Marken dies dann an?
Von Piet Fischer | 18.01.2020 11:13
Hallo Herr Fischer, Innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union besteht kein Zwang das Herstellungsland anzugeben. Außereuropäische Länder schreiben eine solche Warenmarkierung zum Teil vor. Daher ist die Angabe „Made in …“ häufig auf Produkten zu finden, die international vertrieben werden - und scheint sich auch hierulande als "best practice" etabliert zu haben. Viele Grüße, Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 27.01.2020 10:11
Wie verhält es sich bei einem Artikel, wie beispielsweise einem Wärmekissen aus Körnern, wo der Gewichtisanteil des Textil unter 80% ist? Wie verhält es sich wenn ich einen Oekotex Standard oder GOTS Bio Baumwolle verwende. Kann oder muss ich das dann nennen? Muss der Inverkehrbringer nicht auch zwingend genannt werden, mit Adresse etc? Und wie verhält es sich mit Anweisungen zum Gebrauch eines solchen Kissens? Also darf ich es waschen, bei wie viel Grad darf es zur Erhitzung in die Mikrowelle usw...
Von Jürgen Schmidt | 08.02.2020 13:13
Hallo, ich stricke und häkel sehr viel - auch Schals, Haarbänder, Osterschmuck und so weiter.
Ich kaufe dazu oft Wollreste und weiß dann nicht, welche Inhaltstsoffe da drin sind, nur was der Verkäufer so angegeben hat, wenn er es überhaupt macht. Oftmals sind auch Spulen dabei.
Da ich gewerblich verkaufe hier meine Frage.
Wie mache ich das mit der Angabe der Inhaltsstoffe? ich möchte nicht abmahnfähig sein.
Von Petra | 11.02.2020 10:40
Hallo Petra, vielen Dank für Ihre Frage und das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse an unserem Rechtstipp. Welche Textilerzeugnisse tatsächlich kennzeichnungspflichtig sind und wie die Kennzeichnung im Einzelfall erfolgen muss, bedarf jeweils einer vertieften Prüfung. Diese Prüfung kann im Rahmen eines Blogbeitrages leider nicht erfolgen. Gleichwohl ist eine Etikettierung bzw. Kennzeichnung nicht für jedes Textilerzeugnis vorgeschrieben. Die Textilkennzeichnungsverordnung ist nach Art. 2 Abs. 4 zunächst nicht für maßgeschneiderte Textilerzeugnisse anwendbar, die von selbstständigen Schneiderinnen und Schneidern hergestellt werden. Erfasst werden Fälle, in denen der Verbraucher Ihnen einen individuellen Auftrag für ein maßgeschneidertes Textilerzeugnis erteilt. In diesem Fall sprechen Sie mit dem Kunden über das Produkt und die jeweilige Zusammensetzung des Produkts und eine Kennzeichnung wäre nicht erforderlich. Außerdem enthält Anhang V der Textilkennzeichnungsverordnung einen Ausnahmekatalog für einige Textilerzeugnisse. Fällt das Produkt in diesen Ausnahmekatalog, ist eine Etikettierung oder Kennzeichnung nicht vorgeschrieben. Dazu gehören neben den im obigen Artikel bezeichneten Ausnahmen beispielsweise auch Schuhputzbeutel, Buchhüllen und Reiseartikel aus Spinnstoffen sowie Textilwaren für Tiere. Viele Grüße Madeleine Winter
Von Madeleine Winter | 13.02.2020 17:31