Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2068,%20256
Timestamp: 2020-01-24 10:19:18
Document Index: 174001764

Matched Legal Cases: ['§ 1603', 'Art.6', 'BGH', 'BGH', '§ 850', 'Art. 6', 'Art. 6']

BVerfG, 14.11.1984 - 1 BvR 14/82, 1 BvR 1642/82 - dejure.org
BVerfG, 14.11.1984 - 1 BvR 14/82, 1 BvR 1642/82
https://dejure.org/1984,165
BVerfG, 14.11.1984 - 1 BvR 14/82, 1 BvR 1642/82 (https://dejure.org/1984,165)
BVerfG, Entscheidung vom 14.11.1984 - 1 BvR 14/82, 1 BvR 1642/82 (https://dejure.org/1984,165)
BVerfG, Entscheidung vom 14. November 1984 - 1 BvR 14/82, 1 BvR 1642/82 (https://dejure.org/1984,165)
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Zur fiktiven Leistungsfähigkeit im Unterhaltsrecht
Unterhaltspflicht; Wiederheirat; Elternteil
BGB §§ 1603, 1609; GG Art.6 Abs. 1, Abs. 2 S. 1
BVerfGE 68, 256
NJW 1985, 1211
FamRZ 1985, 143
Zur Verantwortung der Eltern gehört auch, für einen ihrem eigenen Vermögen gemäßen und zugleich angemessenen Unterhalt des Kindes zu sorgen und seine Betreuung sicherzustellen (vgl. BVerfGE 68, 256 [267]; 80, 81 [90 f.]).
Wie Eltern diese Aufgaben unter sich aufteilen und ob sie dabei personelle Unterstützung durch Dritte heranziehen, liegt in ihrer Entscheidungsfreiheit (vgl. BVerfGE 47, 46 [70]; 68, 256 [267 f.]; 99, 216 [231 f.]).
Für die Frage, ob er gegebenenfalls zur Befriedigung von Gläubigern herangezogen werden kann, ist demgemäß allein die materielle Rechtslage maßgeblich, nicht aber, wie die Eheleute den Taschengeldanspruch im Einzelfall handhaben (vgl. BVerfGE 68, 256, 271; BVerfG FamRZ 1986, 773;… BGH aaO).
Denn das Taschengeld soll dem Ehegatten die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse nach eigenem Gutdünken und freier Wahl unabhängig von einer Mitsprache des anderen Ehegatten ermöglichen (vgl. BVerfGE 68, 256, 271;… BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 aaO S. 1354 f m.w.N.;… v. 15. Oktober 2003 aaO S. 676), so daß es insbesondere auch zur Schuldentilgung verwendet werden kann (vgl. KG NJW 2000, 149, 150; Smid JurBüro 1988, 1105).
e) Die bedingte Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs des Ehegatten nach § 850b Abs. 2 ZPO ist schließlich auch verfassungsrechtlich unbedenklich (BVerfGE 68, 256; BVerfG FamRZ 1986, 773;… zu den insbesondere im Hinblick auf Art. 6 Abs. 1 GG erhobenen Bedenken vgl. Gernhuber/Coester-Waltjen, aaO;… MünchKomm-ZPO/Smid, aaO; Derleder JurBüro 1988, 195, 197;… Soergel/Lange, aaO; Haumer, Der Taschengeldanspruch zwischen Ehegatten (1995) S. 71;… LG Frankenthal aaO).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Senats (vgl. dazu auch BVerfG FamRZ 1985, 143, 145 f.) trifft einen wiederverheirateten barunterhaltspflichtigen Ehegatten ungeachtet seiner Pflichten aus der neuen Ehe selbst dann, wenn die Rollenwahl in dieser Ehe nicht zu beanstanden ist, eine Obliegenheit, erforderlichenfalls durch Aufnahme eines Nebenerwerbs zum Unterhalt von minderjährigen, unverheirateten Kindern aus der früheren Ehe beizutragen.
Die daraus entstehenden Einschränkungen der neuen Ehe sind verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (BVerfG FamRZ 1985, 143, 145).
Verfassungsrechtliche Bedenken im Hinblick auf das Grundrecht des nicht unterhaltspflichtigen Ehegatten aus Art. 6 Abs. 1 GG bestehen nach Auffassung des Senats nicht, da dieser ohnehin keinen Einfluß auf die Verwendung des Taschengeldes durch seine Ehefrau hat (vgl. BVerfG FamRZ 1985, 143, 146).
OLG Düsseldorf, 06.03.1998 - 3 UF 188/97
Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten wegen Krankheit bei …
OLG Frankfurt, 08.12.2000 - 4 UF 33/00