Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/ix-zb-95-15
Timestamp: 2019-09-20 18:45:39
Document Index: 267180341

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 36', '§ 850', '§ 567', '§ 793', '§ 36', '§ 574', '§ 575', '§ 1192', '§ 1123', '§ 1124', '§ 148', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 850', '§ 866', '§ 146', '§ 850', '§ 149', '§ 850', '§ 149']

IX ZB 95/15 - Urteil BGH vom 01.03.2018
BGH 01.03.2018 - IX ZB 95/15
Insolvenzverfahren: Pfändungsschutz für Mieteinkünfte des Schuldners bei deren Abführung an einen Grundschuldgläubiger
ECLI:DE:BGH:2018:010318BIXZB95.15.0
vorgehend LG Frankfurt (Oder), 13. November 2015, Az: 19 T 264/15vorgehend AG Frankfurt (Oder), 4. Juni 2015, Az: 3 IN 229/14
§ 36 Abs 1 S 2 InsO
§ 850i Abs 1 ZPO
Die Rechtsbeschwerde ist statthaft, weil das Beschwerdegericht im vollstreckungsrechtlichen Rechtszug nach § 567 Abs. 1, § 793 ZPO, § 36 Abs. 4 Satz 1 InsO die Rechtsbeschwerde zugelassen hat (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 2 ZPO). Sie ist auch im Übrigen zulässig (§ 575 ZPO). In der Sache führt sie zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und zur Zurückverweisung der Sache an das Beschwerdegericht.
cc) Eine uneingeschränkte Zuweisung der Mietforderungen an die Sparkasse folgt auch nicht daraus, dass diese Forderungen nach § 1192 Abs. 1, § 1123 Abs. 1 BGB in den Haftungsverband der Grundschulden fielen. Die Haftung der Mietforderungen realisiert sich mit der Beschlagnahme. Solange eine solche nicht erfolgt ist, kann der Schuldner über die Forderungen frei verfügen (§ 1124 Abs. 1 BGB). Außerhalb des Insolvenzverfahrens konnte die Sparkasse die Beschlagnahme nicht nur im Wege der Zwangsverwaltung (§ 148 Abs. 1 Satz 1, § 21 Abs. 2 ZVG), sondern auch durch eine Pfändung der Mietforderungen aufgrund des dinglichen Anspruchs bewirken (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 208; Beschluss vom 13. Juli 2006 - IX ZB 301/04, BGHZ 168, 339; Urteil vom 13. März 2008 - IX ZR 119/06, NJW 2008, 1599 Rn. 9). Einer solchen Pfändung konnte der Schuldner mit einem Antrag nach § 850i ZPO begegnen. Lediglich im Falle einer Anordnung der Zwangsverwaltung nach § 866 ZPO, §§ 146 ff ZVG gelten nicht die auf die Zwangsvollstreckung in Forderungen und andere Vermögensrechte beschränkten Pfändungsschutzvorschriften der §§ 850 ff ZPO, sondern die besonderen Bestimmungen in § 149 ZVG. Diese sehen die Freistellung von Einkünften aus Miet- und Pachtverhältnissen bis zur Pfändungsgrenze des § 850c ZPO nicht vor; die Sonderregelung des § 149 Abs. 3 ZVG für die Zwangsverwaltung eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Grundstücks ist hier nicht einschlägig.