Source: https://www.lksh.de/landwirtschaft/duengung/duengebedarfsermittlung-duengeplanung/
Timestamp: 2019-09-17 19:42:31
Document Index: 285304832

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 9']

Düngebedarfsermittlung / Düngeplanung: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Voraussetzungen und Vorgaben
Vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff (= 50 kg/ha N) oder Phosphat (= 30 kg/ha P2O5) mit Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln muss der Betriebsinhaber den Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit ermitteln, außer auf Grünflächen, Dauergrünflächen und Flächen mit mehrschnittigem Feldfutterbau. Dies gilt auch für den Düngereinsatz im Herbst (§ 3 Abs. 2 DüV).
Ein bedarsgerechter und umweltschonender Einsatz organischer Dünger stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Weitere Informationen finden Sie hier.
Zunächst müssen dazu die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen ermittelt werden (§ 4 Satz 1 DüV)
a) durch Untersuchung repäsentativer Proben oder
b) nach Empfehlung der nach Landesrecht zuständigen Stelle oder einer von dieser empfohlenen Beratungseinrichtung
> durch Übernahme der Ergebnisse der Untersuchungen vergleichbarer Standorte oder
> durch Anwendung von Berechnungs- und Schätzverfahren, die auf fachspezifischen Erkenntnissen beruhen.
Nutzen Sie die Ergebnisse des Nitratmessdienstes der Landwirtschaftskammer für Ihr Düngebedarfsermitttlung! Weitere Informationen finden Sie hier.
Vorgaben zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung:
Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermitttlung für Ackerkulturen sind folgende Einflüsse auf den zu ermittelnden Bedarf heranzuziehen (§ 4 Abs. 1 DüV):
N-Bedarfswert
Ertragsniveau im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre
Nmin-Gehalt des Bodens (Richtwerte, Analysen)
Humusgehalt des Bodens (ab > 4 %)
N-Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres (10 % der ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrucht.
Besonderheiten der Stickstoffbedarfsermittlung für Ackerkulturen im Herbst.
Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermitttlung für Grünland sind folgende Einflüsse auf den zu ermittelnden Bedarf heranzuziehen (§ 4 Abs. 2 DüV):
Rohproteingehalt im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre
Humusgehalt des Bodens
Nachlieferung aus der Stickstoffbindung von Leguminosen
Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres (10 % der ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
N-Düngemenge, die nach der letzten Nutzung im Vorjahr aufgebracht wurde.
Vorgaben zur Phosphat-Düngebedarfsermittlung:
Der Phosphat-Düngebedarf ist unter Heranziehung der folgenden Einflüsse zur ermitteln (§ 4 Abs. 3 DüV):
zu erwartender Ertrag, Qualität
Phosphatgehalte des Bodens
Für organische Dünger gibt es eine Stickstoffobergrenze. Weitere Informationen finden Sie hier!
Zulässige N- und P-Salden (§ 9 Abs. 2 und 3 DüV)
N-Saldo: seit 2018 max. 50 kg N/ha (3-Jahresmittel)
P-Saldo: seit 2018 max. 10 kg P2O5/ha (6-Jahresmittel)
Bei Überschreitung der zulässigen Saldowerte: Anordnung zur Teilnahme an einer Düngeberatung. Im Folgejahr Vorlage der Düngebedarfsberechnungen und Nährstoffvergleiche.
ACHTUNG: In Schleswig-Holstein gelten aufgrund der Landesdüngeverordnung vom 5. Juli 2018 in bestimmten ausgewiesenen Gebieten (N- und P-Kulisse) verschärfte Bedingungen. Die Landwirtschaftskammer bietet zu zwei Gebieten eine Beratung an.
Manuelle Düngebedarfsermittlung
Für die manuelle Düngebedarfsermittlung stehen hier Vorlagen im Excel-Format (drei Tabellenblätter) sowie im pdf-Format inklusive benötigter Tabellen zur Verfügung:
Bedarfsermittlung N und P (Excel-Datei, drei Tabellenblätter)
Ackerland: Bedarfsermittlung für Stickstoff
Ackerland: Tabellen Bedarfsermittlung für Stickstoff
Grünland: Bedarfsermittlung für Stickstoff
Grünland: Tabellen Bedarfsermittlung für Stickstoff Grünland, Dauergrünland, mehrschnittiger Feldfutterbau
Bedarfsermittlung für Phosphat
Mithilfe verschiedener EDV-Anwendungen kann das Betriebsmanagement in den Bereichen Düngeplanung und Nährstoffbilanzierung unterstützt werden. Die Landwirtschaftskammer bietet hierzu geeignete Programme und Rechenblätter an.
Peter Lausen
Tel. +49 4331 9453-341
plausen@lksh.de
Leitung Meldestelle Wirtschaftsdünger