Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BayObLG&Datum=14.07.1981&Aktenzeichen=Allg.%20Reg.%2032%2F81
Timestamp: 2018-10-17 08:46:47
Document Index: 284191296

Matched Legal Cases: ['§ 564', 'BGH', '§ 564', '§ 564', '§ 564', 'Art. 111', '§ 1', '§ 1', '§ 564', 'Art. 14', '§ 556', '§ 565', '§ 564', '§ 2']

BayObLG, 14.07.1981 - Allg. Reg. 32/81 - dejure.org
Kündigung; Eigenbedarfskündigung; Räumungsklage als Kündigung; Kündigungsgrund; Angabe des Kündigungsgrundes; gekaufter Eigenbedarf; Sperrfrist nach Umwandlung in Wohnungseigentum
NJW 1981, 2197
MDR 1981, 1020
ZMR 1981, 334
BayObLGZ 1980, 360
BayObLGZ 1981, 232
Diesem Zweck wird im Allgemeinen Genüge getan, wenn das Kündigungsschreiben den Kündigungsgrund so bezeichnet, dass er identifiziert und von anderen Gründen unterschieden werden kann; bei einer Kündigung wegen Eigenbedarfs ist daher grundsätzlich die Angabe der Person, für die die Wohnung benötigt wird, und die Darlegung des Interesses, das diese Person an der Erlangung der Wohnung hat, ausreichend (so schon BayObLG, WuM 1981, 200, 202 f.;… Senatsurteile vom 27. Juni 2007 - VIII ZR 271/06, NZM 2007, 679 Rn. 23, …sowie vom 17. März 2010 - VIII ZR 70/09, NZM 2010, 400 Rn. 8).
Diesem Zweck wird im Allgemeinen Genüge getan, wenn das Kündigungsschreiben den Kündigungsgrund so bezeichnet, dass er identifiziert und von anderen Gründen unterschieden werden kann; bei einer Kündigung wegen Eigenbedarfs ist daher grundsätzlich die Angabe der Personen, die für die Wohnung benötigt wird, und die Darlegung des Interesses, das diese Personen an der Erlangung der Wohnung haben, ausreichend (BayObLG WuM 1981, 200, 202 f.; WuM 1985, 50, 51, m.w.N.).
Tatsachen, die nur der näheren Erläuterung, Ergänzung, Ausfüllung sowie dem Beweis des geltend gemachten Kündigungsgrundes dienen, können auf Verlangen des Mieters grundsätzlich auch noch im Prozess nachgeschoben werden (BayObLG WuM 1981, 200, 202 f.; WuM 1985, 50, 51, m.w.N.; vgl. auch BVerfG NZM 1998, 618).
Worauf es dem BVerfG im Kern ankommt, ist das Verbot, die im Kündigungsschreiben gemäß § 564 b Abs. 3 BGB anzugebenden Gründe (hierfür gelten weiterhin die Anforderungen, die das BayObLG im Rechtsentscheid vom 14.7. 1981, WuM 1981, 200 [hier: I (133) 203 d-f sowie in dem bestätigten Rechtsentscheid vom 17.12.1984 = WuM 1985, 50 [hier: I (133) 279 d-e] aufgestellt hat) beiseite zu setzen und an deren Stelle den Wohnbedarf ausschließlich nach objektiven Kriterien zu bemessen.
Schon vor dem Urteil des BVerfG war es h. M., daß der Erwerber eines Mietshauses grundsätzlich sofort nach dem Eigentumserwerb Eigenbedarf geltend machen kann, wenn der Erwerb zum Zwecke der Eigennutzung erfolgte (BayObLG, WuM 1981, 200 [hier: I (133) 204 a-c]).
Dies setzt jedoch voraus, daß mit hinreichender Deutlichkeit der Wille des Klägers erkennbar ist, die Prozeßhandlung solle nicht lediglich der Durchsetzung einer bereits außerprozessual erklärten Kündigung dienen, sondern daneben auch eine materiell-rechtliche Willenserklärung enthalten (BGH, Urteil vom 6. November 1996 - XII ZR 60/95, NJW-RR 1997, 203 unter 2 b; vgl. auch BayObLG NJW 1981, 2197).
BayObLG, 17.12.1984 - REMiet 6/84
Kündigung; Mietvertrag; Mietverhältnis; Eigenbedarf; Begründung; Umfang; …
Ein nach § 564b Abs. 3 BGB zu berücksichtigender Kündigungsgrund braucht im Kündigungsschreiben nur so ausführlich bezeichnet sein, daß der identifiziert und von anderen Gründen (Sachverhalten, Lebensvorgängen) unterschieden werden kann (Bestätigung der Nr. 2 des Rechtsentscheids vom 14.7.1981 - Allg. Reg. 32/81 = BayObLGZ 1981, 232).«.
Zur Begründung hat das Landgericht ausgeführt, daß es von der Nr. 2 des Rechtsentscheids des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 14.7.1981 (BayObLGZ 1981, 232) abweichen möchte.
1. Die Vorlage, über die das Bayerische Oberste Landesgericht zu entscheiden hat (vgl. BayObLGZ 1980, 360/363 und ständige Rechtsprechung des Senats), ist zulässig.
Der Senat hält nach erneuter Überprüfung an der in seinem vom 14.7.1981 (BayObLGZ 1981, 232 = NJW 1981, 2197 = WuM 1981, 200 = ZMR 1981, 334 = DWW 1981, 235 = Das Grundeigentum 1981, 1037 = MDR 1981, 1020 = JZ 1981, 141 LS) vertretenen Auffassung fest.
a) In jenem Rechtsentscheid ist ausgeführt, daß der nach § 564b Abs. 3 BGB zu berücksichtigende Grund im Kündigungsschreiben nur so ausführlich zu bezeichnen sei, daß er identifiziert und von anderen Gründen unterschieden werden könne (vgl. BayObLGZ 1981, 232/240 f.).
BayObLG, 17.11.1983 - REMiet 1/83
Die Vorlage, über die das Bayer. Oberste Landesgericht zu entscheiden hat (BayObLGZ 1980, 360/363 und ständige Rechtsprechung des Senats, zuletzt BayObLGZ 1983 Nr. 46), ist nur hinsichtlich der Frage Nr. 1 zulässig, im übrigen unzulässig.
Sie kann im vorliegenden Fall für die Sachentscheidung erheblich sein (vgl. zur Frage der Prüfung der Entscheidungserheblichkeit BayObLGZ 1980, 360/363), weil das Landgericht den vom Kläger geltend gemachten weiteren Kündigungsgrund (wegen unpünktlicher Zahlung des Mietzinses) für nicht durchgreifend erachtet.
Die vorgelegte Rechtsfrage wird vom Senat wie aus dem Entscheidungssatz ersichtlich beantwortet, wobei - ohne Änderung des rechtlichen Kerns (vgl. BayObLGZ 1980, 360/365; 1981, 232/235; 1982, 173/176) - eine andere Formulierung gewählt wurde.
Die Aufzählung in Abs. 2 dieser Vorschrift ist nicht abschließend (BayObLGZ 1980, 360/366 m. Nachw.), so daß auch ein sonstiges berechtigtes Interesse als Kündigungsgrund in Betracht kommt, wenn dieses ebenso schwer wiegt, wie die in § 564 b Abs. 2 Nr. 1 bis 3 beispielhaft aufgezählten Fälle (BayObLGZ 1980, 360/370 m. Nachw.; 1983 Nr. 46).
1. Das Bayer. Landesgericht ist zur Erteilung des Rechtsentscheids zuständig (Art. 111 Abs. 2 des 3. MietÄndG vom 21.12.1967 - BGBl I S. 1248 - i.d.F. des Gesetzes zur Änderung des 3. MietÄndG vom 5.6.1980 - BGBl I S. 657 -, § 1 der VO über die Zuständigkeit für den Rechtsentscheid in Mietsachen vom 18.1.1968 - GVBl S. 17 - i.V.m. § 1 der VO vom 9.1.1968 - GVBl S. 4 - BayObLGZ 1980, 360/362 f. = NJW 1981, 580/581).
aa) § 564 b Abs. 2 Nr. 2 S. 2 BGB ist eine eng auszulegende Sondervorschrift, durch die das Eigentum gemäß Art. 14 Abs. 1 S. 2, Abs. 2 GG über die Schutzvorschriften des § 556 a und des § 565 Abs. 2 BGB hinaus zusätzlich eingeschränkt wird (BayObLG, Rechtsentscheid vom 14.7.1981 Allg.Reg. 32/81 = BayObLGZ 1981 Nr. 38 = NJW 1981, 2197/2200;… Staudinger, § 564 b BGB Rdn. 74).
BayObLG, 02.03.1982 - Allg. Reg. 115/81
LG Stuttgart, 07.06.2006 - 19 T 33/06
Wohnraummiete: Angabe der Gründe für fristlose Kündigung
OLG Karlsruhe, 08.02.1989 - 3 REMiet 1/88
Rechtsentscheid; Vereinbarkeit; Abweichen; Vorlage
LG Berlin, 10.02.2003 - 67 S 240/02
Außerordentliche Kündigung wegen Störung des Hausfriedens; Angemessene Frist zur …
BayObLG, 17.12.1984 - REMiet 8/83
Freizeichnung; Freizeichnungsklausel; Mietvertrag; Ausschluß; Mängelhaftung; …
OLG Zweibrücken, 19.02.2001 - 4 W 2/01
Sofortiges Anerkenntnis bei schriftlichem Vorverfahren
KG, 10.05.2005 - 18 U 48/04
Aktivlegitimation für eine Klage aus abgetretenem Recht einer in England …
BVerfG, 20.07.1989 - 2 BvR 1205/88
LG Berlin, 21.01.2003 - 65 T 102/02
Kündigungsschreiben bei Mietrückständen muss keine strengen Anforderungen …
LG Osnabrück, 29.11.2000 - 6 S 793/00
Abriss, Kündigung
BayObLG, 23.07.1985 - REMiet 3/85
Voraussetzungen für das Ergehen eines Rechtsentscheids; Anforderungen an die …
BayObLG, 20.07.1983 - REMiet 6/82
Berechnung der Wohnfläche bei einem Mieterhöhungsverlangen im Sinne des § 2 Abs. …
BayObLG, 04.11.1983 - REMiet 13/83
Vertragswidrigkeit des Gebrauchs einer Mietsache ; Vertragswidrigkeit des …
BayObLG, 20.08.1981 - Allg. Reg. 30/81
BayObLG, 17.12.1984 - REMiet 9/83
BayObLG, 19.07.1984 - REMiet 2/83
AG Halle/Saale, 20.07.1994 - 92 C 103/94
BayObLG, 23.05.1985 - REMiet 2/85
BayObLG, 29.11.1983 - REMiet 3/82
BayObLG, 21.10.1983 - REMiet 4/82
BayObLG, 21.10.1983 - REMiet 11/83
LG Frankfurt/Main, 23.07.2004 - 17 S 20/04