Source: https://www.kredit-markt.eu/content/schufa-info
Timestamp: 2018-08-15 20:25:38
Document Index: 119084901

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 33']

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Die Schufa-Auskunft: Ratgeber zur Schufa von A-Z
Seit ihrer Gründung im Jahr 1927 zielen die Dienstleistungen der Schufa-Auskunft auf einen zweifachen Schutz ab: Einerseits sollen Kreditgeber vor Kreditausfällen geschützt werden. Andererseits sollen Kreditnehmer möglichst vor Überschuldung bewahrt werden.
Die Hauptaufgabe dieses Kreditbüros liegt darin, kreditrelevante Informationen über die Bonität potentieller Geschäftspartner und Privatkunden auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Lesen Sie in diesem Schufa-Ratgeber nun alles Wissenswerte über die bekannteste Auskunftei Deutschlands!
2. Wer sind die Schufa-Vertragspartner und welche Auskünfte erhalten sie?
3. Was versteht man unter der Schufa-Klausel?
4. Was ist bei Krediten ohne Schufa-Klausel und ohne Schufa-Auskunft zu beachten?
5. Was ist der Schufa-Score?
6. In welche Daten hat die Schufa keinen Einblick?
7. Welche Informationen speichert die Schufa?
8. Wann muss die Schufa die gespeicherten Daten löschen?
9. Gibt es eine Möglichkeit, die gespeicherten Daten abzufragen?
10. Wie kann man eine kostenlose Selbstauskunft beantragen?
11. Was ist bei der Weitergabe einer Selbstauskunft an Dritte zu beachten?
12. Welche Schritte sind zu setzen, falls unrichtige Daten vorliegen?
13. Was kann man unternehmen, wenn der Vertragspartner die inkorrekten Daten nicht widerruft oder die Schufa die unrichtigen Einträge nicht löscht?
Schufa steht als Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Die Schufa ist zwar nicht das einzige deutsche Kreditbüro, jedoch jenes mit dem größten Datenbestand. Als solches speichert es Informationen über Unternehmen und Verbraucher.
Es handelt sich um keine staatliche Behörde, sondern um ein privatwirtschaftliches Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft. Auf Grund ihres großen Datenbestandes, welcher aktuell 728 Millionen Daten umfassen soll, genießt diese Wirtschaftsauskunftei einen hohen Stellenwert bei Banken und Wirtschaftstreibenden. Spätestens beim Kauf eines Handys oder bei der Eröffnung eines Girokontos macht jeder Konsument mit der Schufa Bekanntschaft.
Diese alltäglichen Vertragsabschlüsse werden datenmäßig erfasst und gespeichert. Zudem kommen die Vertragsbeziehungen meist nur dann zustande, wenn kein schlechter Schufa-Eintrag vorliegt. Das Kreditbüro bezieht seine Daten ausschließlich aus fremden Quellen. Im Gegensatz zu einer Detektei stellt es selbst keine Recherchen an.
Genau genommen vermerkt die Schufa als Datensammelstelle die Informationen ihrer Vertragspartner und die Fakten der öffentlichen Gerichtsverzeichnisse.
Zu den Vertragspartnern zählen ungefähr 9.000 Unternehmen, welche ihrerseits Aktienanteile an der Wirtschaftsauskunftei halten. Es handelt sich hauptsächlich um Banken, Sparkassen, Handelsunternehmen, Leasingfirmen und Telekommunikationsunternehmen. Kreditvermittler gehören nicht dazu.Die Vertragspartner liefern nicht nur Informationen, sondern beziehen ihrerseits auch Daten von der Schufa. In der Regel stellen sie eine Anfrage. Die Schufa erteilt ihnen sodann eine A-Auskunft oder eine B-Auskunft, je nachdem ob es sich um einen A-Vertragspartner oder einen B-Vertragspartner handelt.
Banken und Sparkassen bekommen als A-Vertragspartner positive und negative Informationen über die eigene Branche. Sie erfahren beispielsweise, ob ein Verbraucher über ein Girokonto verfügt und eine Kreditkarte besitzt. Ebenso ist es ersichtlich, ob ein Kredit gekündigt wurde. Darüber hinaus beinhalten A-Auskünfte Negativfakten wie eingemahnte offene Rechnungen aus anderen Branchen. Allerdings enthalten sie keine Angaben darüber, gegenüber welchem Unternehmen die Zahlungsverpflichtung besteht.
Die Vertragspartner dürfen kundenbezogene Informationen nur dann der Schufa übermitteln, wenn Sie als Verbraucher darin eingewilligt haben. Ihr Einverständnis zur Datenweitergabe erteilen Sie, indem Sie der Schufa-Klausel zustimmen. Diese Einwilligungserklärung ist integraler Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der Vertragspartner. So findet sich beispielsweise in jedem Kredit-, Handy- oder Kontoeröffnungsvertrag ein entsprechender Passus. Mit Unterzeichnung des Vertrages stimmen Sie damit auch der Schufa-Klausel zu.
Kreditinstitute gewähren keine Kredite ohne Schufa-Klausel und ohne Schufa-Auskunft, weil sie Schufa-Vertragspartner sind. Das bedeutet, dass Sie bei der Kreditvergabe der Datenweitergabe an die Wirtschaftsauskunftei zustimmen müssen, um die Kreditsumme zu erhalten. Des Weiteren holt das Kreditinstitut eine Bonitäts-Auskunft ein und gewinnt damit Einblick in Ihre kreditrelevanten Daten. Je nachdem ob es sich um Positiv- oder Negativvermerke handelt, wirkt sich dies entweder positiv oder nachteilig auf Ihre Kreditchancen aus.
Kredite ohne Beteiligung der Schufa werden nur von privaten Kreditgebern vergeben, welche nicht Vertragspartner der Wirtschaftsauskunftei sind. Hierbei handelt es sich meist um Investoren, welche ihr Kapital in Privatkrediten anlegen. Neben dem Geldleihen unter Familienangehörigen oder Freunden finden diese Kredite auch unter fremden Privatpersonen statt, welche über Internetplattformen miteinander in Kontakt treten.
Zusätzlich vermitteln Kreditvermittler Kredite ohne Schufa-Auskunft. In diesem Sektor sollten Sie darauf achten, nicht unseriöse Angebote im Internet oder in Zeitungen anzunehmen. Solche Kredite können Ihnen teuer zu stehen kommen, weil sie oftmals mit hohen Zinsen sowie mit kostspieligen Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren verbunden sind. Dennoch ist es möglich einen Kredit ohne Schufa abzuschließen, wenn Sie auf die Seriosität des Geldgebers achten.
Die Schufa speichert die erhaltenen Daten nicht nur ab. Sie wertet sie vielmehr in Form eines Scoring-Verfahrens aus und berechnet sogenannte Scores (Scorewerte), welche die Kreditwürdigkeit abbilden sollen.
Nicht jede datenmäßig erfasste Person erhält einen Score. Wenn zu Ihrer Person kein Scorewert vorliegt, ist dies nicht unbedingt als positives Zeichen zu werten.
Der Grund für den fehlenden Bonitätswert kann vielmehr darin liegen, dass Sie mit Negativmerkmalen vermerkt sind. Für Personen mit Negativeinträgen ermittelt die Schufa in der Regel keinen Scorewert. Sie gelten als nicht kreditwürdig.
Der Schufa-Score prognostiziert die statistische Wahrscheinlichkeit, mit welcher die betreffende Person die Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß erfüllt. Er wird in Form eines prozentuellen Wertes zwischen 1 und 100 angegeben. Je höher der Score ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer den Kredit vertragskonform zurückbezahlt. Die Wirtschaftsauskunftei berechnet diesen Wert anhand einer speziellen Berechnungsformel mit computergestützten Verfahren.
Für Privatpersonen ist der Basisscore interessant, welchen die Schufa alle drei Monate neu berechnet. Als Verbraucher können Sie ihn einmal jährlich durch Anfordern Ihrer Eigenauskunft kostenlos erfragen. Er dient Ihnen lediglich als Orientierungswert, um Ihre Kreditwürdigkeit einzuschätzen. Die Wirtschaftsauskunftei stellt diesen Schufa-Basisscore nur dem jeweiligen Verbraucher zur Verfügung, nicht jedoch den Unternehmen.
Je nach Rechenergebnis erhalten Sie einen Wert zwischen 1 und 100 Prozent. Scorewerte über 97,5 Prozent prognostizieren eine sehr hohe Erfüllungswahrscheinlichkeit. Umgekehrt ist in diesem Fall das Ausfallrisiko für den Kreditgeber sehr gering. Wenn der Score unter 50 Prozent liegt, stuft die Schufa das Risiko als sehr kritisch ein.
Diese branchenspezifischen Prognosewerte stellt sie ihren Vertragspartnern zur Verfügung. Als Verbraucher erfahren Sie Ihre aktuellen Scorewerte, indem Sie Ihre Selbstauskunft beantragen. Die Vertragspartner nutzen diese Scorewerte bei ihrer Entscheidung über den Vertragsabschluss und bei der Auswahl der angebotenen Konditionen. Allerdings stellt der jeweilige Schufa-Score keineswegs die alleinige Entscheidungsgrundlage dar. Neben den Scores der Wirtschaftsauskunftei berechnen viele Unternehmen eigene Werte mit selbst entwickelten Scoring-Verfahren.
Nicht selten erntet die Schufa Kritik für ihre Vorgehensweise. Nach Rechtsprechung des BGH darf die Schufa das genaue Berechnungsverfahren geheim halten. Für Außenstehende ist es daher nicht ersichtlich, welche Rechengrößen im Einzelnen in die Berechnung einfließen und wie die Einzelfaktoren untereinander gewichtet werden. Sie können die Schufa davon abhalten, Ihre Scorewerte zu berechnen und an Vertragspartner weiterzugeben, indem Sie schriftlichen Widerspruch einlegen. Allerdings ist dies nicht ratsam, weil ein fehlender Scorewert Ihre Kreditchancen schmälern kann.
Als Verbraucher sollten Sie bedenken, dass in die Scores weitere Faktoren wie ein gesichertes Einkommen oder vorhandene Vermögenswerte einfließe, um Ihre Kreditwürdigkeit zu beurteilen. Der Score eine Person ist aber nicht statisch, sondern verändert sich immer wieder. Daher lässt sich auch mit einfachen Tipps der Schufa-Score verbessern.
Die Wirtschaftsauskunftei hat keine Kenntnis über Ihren Beruf. Dies gilt auch für Familienstand, Religionsbekenntnis und Nationalität. Ebenso wenig besitzt die Schufa Daten zu Ihrer Einkommenssituation und zu Ihren Vermögenswerten. Einkommen und Vermögen sind wichtige Größen, wenn es darum geht; Ihre Zahlungsfähigkeit zu beurteilen. Kreditgeber setzen diese beiden Faktoren ein, um die Bonität eines Kreditwerbers zu überprüfen.
Als Kreditnehmer müssen Sie Ihre Einkommens- und Vermögenssituation meist gesondert nachweisen, weil die Wirtschaftsauskunftei diesbezüglich keine Informationen an die Vertragspartner weitergeben kann. Nach eigenen Aussagen verwendet die Schufa keine Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter etc.
Die Schufa speichert allgemeine Daten zu Ihrer Person und zu Ihrem Zahlungsverhalten. Neben Namen und Geburtsdatum werden die aktuelle Adresse und gegebenenfalls auch frühere Anschriften erfasst.
Basierend auf den Informationen der Vertragspartner finden sich Angaben zu Bank- und Versandhandelskonten, Kreditkarten, Krediten, Bürgschaften, Mobilfunkverträgen und Ratengeschäften im Datenbestand. In diesem Bereich wird nicht nur das bestehende Vertragsverhältnis selbst vermerkt, sondern auch damit zusammenhängende Zahlungsstörungen und Kündigungen.
Die Schufa bietet Privatpersonen unterschiedliche Auskünfte an, welche einen Einblick in die gespeicherten Daten ermöglichen. Als Verbraucher können Sie einmal jährlich eine kostenlose Eigenauskunft nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) beantragen. Zusätzlich steht es Ihnen frei, gegen Gebühr Auskünfte zu beanspruchen. Neben der gebührenpflichtigen Schufa-Bonitätsauskunft sind verschiedene kostenpflichtige Online-Auskünfte verfügbar.
Das Ihnen zustehende Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft nach § 34 BDSG sollten Sie jedenfalls in Anspruch nehmen. Damit haben Sie die Möglichkeit, zu prüfen, ob die ausgewiesenen Daten inhaltlich richtig und aktuell sind. Das entsprechende Formular finden Sie auf der Homepage der Schufa unter www.schufa.de mit der Bezeichnung „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“.
Achten Sie darauf, dass Sie nicht irrtümlich eine der ebenfalls angeführten kostenpflichtigen Auskünfte beantragen. Senden Sie das ausgefüllte und unterschriebene Formular zusammen mit einer Kopie Ihres Personalausweises (oder Ihres Reisepasses inklusive Meldebescheinigung) an:
11. Was ist bei der Weitergabe einer Selbstauskunft an Dritte wie Vermieter zu beachten?
Viele Vermieter verlangen eine Schufa-Selbstauskunft, bevor sie den Mietvertrag zur Unterzeichnung vorlegen. Als betroffener Mietinteressent sollten Sie bedenken, dass die kostenlose Datenübersicht nach § 34 BDSG in erster Linie zu Ihrer persönlichen Kenntnisnahme dient. Da Sie vertrauliche Informationen wie Ihre Bankdaten ausweist, sollten Sie dieses Dokument nicht unbearbeitet an Dritte weitergeben. Machen Sie die vertraulichen Informationen unkenntlich, ehe Sie Ihre Selbstauskunft dem Vermieter übergeben, um eine missbräuchliche Verwendung Ihrer Daten zu verhindern.
Die Schufa prüft nicht, ob die erfassten Daten inhaltlich richtig sind. Wenn Sie in Ihrer Datenübersicht fehlerhafte oder veraltete Daten finden, müssen Sie daher selbst die Initiative ergreifen, um nachteilige Auswirkungen zu verhindern.
Sie können Ihr Anliegen direkt an die zuständige Privatkundenservicestelle der Schufa richten, um die Löschung, Sperrung und Berichtigung der falschen Daten zu beantragen (§§ 33ff BDSG). Die Daten werden gegebenenfalls bis zur endgültigen Bereinigung des Sachverhaltes gesperrt, falls die Schufa den Fall nicht in einer angemessenen Frist klären kann.
Sofern der Eintrag von einem Vertragspartner stammt, ist es sinnvoll, sich direkt an dieses Unternehmen zu wenden. Den Vertragspartner trifft nämlich die Verpflichtung, den fehlerhaften Vermerk bei der Schufa zu widerrufen. Zudem haftet er für allfällige Schäden.
Sie sollten Ihrem Schreiben jene Unterlagen in Kopie beilegen, welche die Unrichtigkeit der gespeicherten Daten nachweisen.Musterbriefe erleichtern es Ihnen, Ihr Anliegen in Worte zu fassen. Wenn Sie nachweisen können, dass die Daten inkorrekt sind oder unzulässig gespeichert wurden, veranlasst die Schufa deren Berichtigung oder Löschung. Um sich abzusichern, sollten Sie die Wirtschaftsauskunftei ersuchen, Ihnen eine berichtige Version Ihrer Selbstauskunft zu übermitteln.
Bevor Sie sich für den Gang zu einem Rechtsanwalt entscheiden, können Sie sich an den Ombudsmann der Schufa wenden. Es handelt sich um eine externe Schlichtungsstelle, welche sich dem Schutz der Verbraucher verschreibt. Der Ombudsmann klärt strittige Sachverhalte, welche mit den bei der Schufa gespeicherten Daten zusammenhängen.
Sie können den Ombudsmann jedoch erst anrufen, nachdem Sie sich um eine Klärung Ihres Anliegens mit dem Privatkundenservice der Schufa bemüht haben. Das Ombudsmann-Verfahren ist kostenlos und unbürokratisch. Sie leiten das Verfahren ein, indem Sie sich in einem Schreiben an den Ombudsmann wenden und ihm Ihren Fall schildern. Ergänzend müssen Sie die Kopien aller erforderlichen Unterlagen vorlegen. Ihr Schreiben senden Sie mit einer Sachverhaltsdarstellung und den Kopien an:
Der Ombudsmann ist unabhängig und nicht an die Weisungen der Schufa gebunden. Damit kann er Ihr Anliegen objektiv und neutral prüfen, ehe er einen Schlichtungsvorschlag unterbreitet. Wenn Sie mit Ihrer Beschwerde erfolgreich sind, kann der Ombudsmann beispielsweise die Berichtigung oder Löschung der besagten Daten veranlassen. Dieses Schlichtungsverfahren stellt eine kostenlose Alternative zu einem Gerichtsverfahren dar und setzt keine anwaltliche Vertretung voraus.
Alternativ können Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, um eine außergerichtliche Einigung anzustreben oder gerichtliche Schritte einzuleiten. Ihr Rechtsbeistand prüft auch, ob Sie etwaige Schadenersatzansprüche wegen der Falscheinträge geltend machen können.