Source: http://bauwissen-online.de/Seiten/news377.html
Timestamp: 2018-11-16 10:12:46
Document Index: 224052791

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 3', 'BGH', 'EuG']

Händler trägt die Kosten (2. Januar 2012)
Käufer kann mangelfreie Ware verlangen!
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Gewährleistungsansprüche von Käufern beträchtlich gestärkt. Nach diesem Urteil müssen Händler schadhafte Ware nicht nur ersetzen, sondern eventuell auch ausbauen und die neue Ware wieder einbauen. Das trifft zu, wenn der Mangel sich nicht reparieren lässt und vor dem Einbau nicht auf den ersten Blick erkennbar war. Nur wenn dies absolut unverhältnismäßig wäre, kann der Händler ersatzweise eine Entschädigung anbieten. Damit folgte der BGH einem entsprechenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH).
Entgegen der bisherigen Rechtsprechung sind die deutschen Gesetze entsprechend auszulegen. Bei der Bemessung einer möglichen Entschädigung komme es auf den Preis der Ware, die Kosten des Austauschs und die Bedeutung des Mangels an. Bei der Bemessung dieses Betrags sind der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand und die Bedeutung des Mangels zu berücksichtigen. Die Beschränkung auf eine Kostenbeteiligung des Verkäufers darf allerdings nicht dazu führen, dass das Recht des Käufers auf Erstattung der Aus- und Einbaukosten ausgehöhlt wird.
Art. 3 ("Rechte des Verbrauchers")
BGH - AZ: VIII ZR 70/08 vom 21. Dezember 2011
EuGH - AZ: C-65/09 und AZ: C-87/09 vom 16. Juni 2011
Fazit: Ein bemerkenswertes Urteil für alle Hobby-Bastler und Heimwerker. Bau- und Baustoffmärkte sollten zukünftig ihr Warenangebot dauerhaft auf Fehler und Mängel prüfen, z.B. Fliesen, um kostspielige Gewährleistungsansprüche zu vermeiden. umo