Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F28-08-2006-4P-96-2006
Timestamp: 2016-10-26 21:24:09
Document Index: 333382712

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 752', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 752', 'Art. 156', 'Art. 159']

4P.96/2006 (28.08.2006)
alle vier vertreten durch F�rsprecher Georg Friedli,
Art. 9 und 29 OG; Willk�rliche Beweisw�rdigung im Zivilprozess,
Der Verwaltungsrat der X.________ AG beabsichtigte im Jahr 1999, das Unternehmen, welches bis zu diesem Zeitpunkt stets Verluste geschrieben hatte, an die B�rse zu bringen. Das wichtigste Produkt der X.________ AG war die Software "Z.________". Im Hinblick auf den B�rsengang beauftragte der Verwaltungsrat, welchem unter anderen C.________ (Beschwerdegegner 1), D.________ (Beschwerdegegner 2), E.________ (Beschwerdegegner 3) und F.________ (Beschwerdegegner 4) angeh�rte, die Bank Y.________ mit der Begleitung des B�rsenganges als Lead Bank. Weitere Auftr�ge wurden an diverse Rechtsberater, Wirtschaftspr�fer und an eine PR-Agentur erteilt. Der Emissionsprospekt f�r den B�rsengang datiert vom 24. November 1999. Darin wurde unter anderem der Ausgabepreis auf Fr. 240.-- pro Aktie festgesetzt. Am 25. November 1999 war der erste Handelstag der Aktien der X.________ AG an der B�rse. Bereits an diesem ersten Tag stieg der Aktienkurs von Fr. 240.-- um 65 % auf Fr. 390.--.
Am 3. Dezember 1999 erwarb A.________ (Beschwerdef�hrer 1) 50 Aktien der X.________ AG zum Kurs von Fr. 399.--. Der Kaufpreis betrug demzufolge inkl. Kommissionen und Abgaben total Fr. 20'076.75. Am 10. und 21. Februar 2000 kaufte B.________ (Beschwerdef�hrer 2) je 20 Aktien der X.________ AG zum Preis von Fr. 905.-- bzw. Fr. 775.-- pro Titel. Der entrichtete Kaufpreis betrug inkl. Kommissionen und Abgaben total Fr. 33'763.15.
Nach dem B�rsengang stieg der Aktienkurs zun�chst steil an. Einen H�chststand erreichte der Kurs am 8. Februar 2000 mit Fr. 1'100.-- pro Aktie. Die H�chstmarke von Fr. 1'100.-- wurde nochmals am 2. M�rz 2000 erreicht.
Der Beschwerdef�hrer 2 verkaufte seine Aktien am 10. Mai 2000 zum Preis von Fr. 413.--. Daraus resultierte ein Erl�s von Fr. 16'439.80. Ausgehend von einem Kaufpreis von Fr. 33'763.15 erlitt der Beschwerdef�hrer 2 einen Verlust von Fr. 17'323.35.
Der Beschwerdef�hrer 1 verkaufte seine Titel zum Preis von Fr. 9.01 und l�ste dabei insgesamt noch Fr. 427.50. Unter Ber�cksichtigung des Kaufpreises von Fr. 20'076.75 erlitt er einen Verlust von Fr. 19'649.25.
Am 13. Dezember 2004 gelangten die Beschwerdef�hrer ans Handelsgericht des Kantons Bern und beantragten, die Beschwerdegegner 1 bis 4 sowie die Bank Y.________ seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer 1 den Betrag von Fr. 19'649.25 sowie dem Beschwerdegegner 2 den Betrag von Fr. 17'323.35, je zuz�glich Zins von 5% seit 18. Oktober 2004, zu bezahlen. Im Verlauf des Verfahrens vor dem Handelsgericht trafen die Beschwerdef�hrer mit der Bank Y.________ einen Vergleich.
Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 10. April 2006 beantragen die Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht, das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Bern vom 15. November 2005 aufzuheben.
Das Handelsgericht des Kantons Bern wiederholte in seiner Vernehmlassung die Kernaussagen des angefochtenen Urteils und stellte damit sinngem�ss den Antrag auf Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde.
Gem�ss Art. 752 OR haftet jeder, der bei der Abgabe oder Verbreitung von unrichtigen, irref�hrenden oder den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechenden Angaben in Emissionsprospekten oder �hnlichen Mitteilungen im Rahmen der Gr�ndung einer Gesellschaft oder bei der Ausgabe von Aktien, Obligationen oder anderen Titeln absichtlich oder fahrl�ssig mitgewirkt hat, den Erwerbern der Titel f�r den dadurch verursachten Schaden. Haftungsvoraussetzung der Prospekthaftung ist somit unter anderem der Kausalzusammenhang zwischen den pflichtwidrigen Angaben und dem Schaden des K�ufers der Titel (BGE 131 III 306 E. 2.1 S. 308 f. mit Hinweisen).
2.1 Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen nat�rlicher und ad�quater Kausalit�t. Bei der Pr�fung der nat�rlichen Kausalit�t stellt sich die Frage, ob ein Handeln (z.B. falsche Angaben im Emissionsprospekt) Ursache - im Sinn einer condicio sine qua non - f�r den Eintritt eines Schadens ist. Dies ist eine Tatfrage, die nur im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde �berpr�ft werden kann. Rechtsfrage ist demgegen�ber, ob zwischen der Ursache und dem Eintritt des Schadens ein ad�quater Kausalzusammenhang vorliegt. Dies ist eine Wertungsgesichtspunkten unterliegende Rechtsfrage, die nur im Berufungsverfahren �berpr�ft werden kann (BGE 123 III 110 E. 2 S. 111, BGE 113 II 345 E. 2a S. 351, 113 II 52 E. 2 S. 55 f.). Nicht nur ein Handeln, sondern auch ein Unterlassen (z.B. Unterdr�cken von relevanten Angaben im Emissionsprospekt) kann kausal f�r den Eintritt eines Schadens sein. Grunds�tzlich unterscheidet die Rechtsprechung auch bei Unterlassungen zwischen nat�rlichem und ad�quatem Kausalzusammenhang. W�hrend bei einer Handlung die wertenden Gesichtspunkte erst bei der Beurteilung der Ad�quanz zum Tragen kommen, spielen diese Gesichtspunkte bei der Unterlassung in der Regel schon bei der Feststellung des hypothetischen Kausalverlaufs eine Rolle. Es ist daher bei Unterlassungen in der Regel nicht sinnvoll, den festgestellten oder angenommenen hypothetischen Geschehensablauf auch noch auf seine Ad�quanz zu pr�fen. Die Feststellungen des Sachrichters im Zusammenhang mit Unterlassungen sind daher entsprechend der allgemeinen Regel �ber die Verbindlichkeit der Feststellungen zum nat�rlichen Kausalzusammenhang f�r das Bundesgericht bindend. Nur wenn die hypothetische Kausalit�t ausschliesslich gest�tzt auf die allgemeine Lebenserfahrung und nicht gest�tzt auf Beweismittel festgestellt wird, unterliegt sie der �berpr�fung im Berufungsverfahren (BGE 132 III 305 E. 3.5 S. 311, 115 II 440 E. 5a S. 447 f., je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat das Handelsgericht nach Durchf�hrung eines Beweisverfahrens gest�tzt auf Parteiverh�re und auf Urkunden ausf�hrliche Angaben zum nat�rlichen Kausalzusammenhang gemacht. Diese auf Beweiserhebungen beruhenden Erkenntnisse sind Tatsachenfeststellungen, und zwar auch insoweit, als sie sich auf den hypothetischen Kausalverlauf beziehen. Als Tatsachenfeststellungen k�nnen sie nur im vorliegenden Beschwerdeverfahren �berpr�ft werden.
2.2 Weiter ist im Zusammenhang mit dem hier interessierenden nat�rlichen Kausalzusammenhang zu beachten, dass das Handelsgericht unter Hinweis auf die Literatur zwischen direkter und indirekter Kausalit�t unterscheidet. Von direkter Kausalit�t ist die Rede, wenn ein Anleger die Titel unmittelbar gest�tzt auf allenfalls fehlerhafte Angaben im Prospekt gezeichnet oder erworben hat. Wenn der Anleger den Beweis f�r das direkte Zustandekommen der Kausalit�t nicht erbringen kann, steht ihm jedoch auch der Nachweis der indirekten Kausalit�t offen. Davon ist die Rede, wenn der Anleger den Emissionsprospekt zwar nicht selbst gelesen, bei seinem Zeichnungs- oder Kaufentscheid jedoch auf eine durch den Prospekt hervorgerufene Anlagestimmung, die unter der Annahme effizienter M�rkte den gehandelten B�rsenkurs bildet, abgestellt hat (vgl. insbes. Fr�d�ric H. Lenoir, Prospekthaftung im Zusammenhang mit Going Publics, Diss. St. Gallen 2004, S. 143 f.). Folglich hat das Handelsgericht einerseits gepr�ft, ob die eigene Lekt�re des Emissionsprospektes urs�chlich f�r den Erwerb der Aktien der X.________ AG gewesen sei (direkte Kausalit�t, nachfolgend E. 2.3). Andrerseits hat sich das Handelsgericht zur Frage ge�ussert, ob der Emissionsprospekt die allgemeine Anlegerstimmung beeinflusst und unter der Annahme effizienter M�rkte die Bildung des umstrittenen Aktienpreises verursacht habe (indirekte Kausalit�t, nachfolgend E. 2.4).
2.3 Das Handelsgericht verneint sowohl in Bezug auf den Beschwerdef�hrer 1 als auch in Bezug auf den Beschwerdef�hrer 2 eine direkte Kausalit�t zwischen dem Emissionsprospekt und dem Kaufentscheid.
2.3.1 In Bezug auf den Beschwerdef�hrer 2 ist unbestritten, dass dieser den Emissionsprospekt nie gelesen hat. F�r seinen Kaufentscheid waren daher die im Emissionsprospekt publizierten Informationen nicht direkt urs�chlich.
2.3.2 Anders verh�lt es sich beim Beschwerdef�hrer 1. Nach der Darstellung des Handelsgerichts hat der Beschwerdef�hrer 1 den Emissionsprospekt "kurz durchgelesen". Daraus schliesst das Handelsgericht, dass der Beschwerdef�hrer 1 den Emissionsprospekt zwar zur Kenntnis genommen habe; allerdings k�nne nicht davon ausgegangen werden, dass angeblich fehlerhafte Ausf�hrungen im Prospekt massgeblich f�r den knapp zwei Wochen sp�ter get�tigten Aktienkauf gewesen seien. Zum einen scheine wenig wahrscheinlich, dass bereits ein einfaches Durchsehen des Emissionsprospekts den wesentlichen Ausschlag zum Kauf gegeben habe, zumal der Beschwerdef�hrer 1 nicht behauptet habe, die produktebezogenen Informationen h�tten zum Investitionsentscheid gef�hrt. Zum anderen enthalte der Emissionsprospekt eine Vielzahl von deutlichen und konkreten Risikohinweisen, welche dem Beschwerdef�hrer 1 bekannt gewesen seien. Angesichts der sprunghaften Kursentwicklung und der zu diesem Zeitpunkt herrschenden euphorischen Anlagestimmung am New Market sowie dem generell verbreiteten Zukunftsglauben betreffend Softwareprodukte und -firmen - zwei f�r einen Kaufentscheid durchaus gewichtige Faktoren - sei ein direktes Abstellen auf die angeblich fehlerhaften Schilderungen im Emissionsprospekt keineswegs mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt. Dem Beschwerdef�hrer 1 misslinge demnach der Nachweis direkter Kausalit�t der fraglichen Angaben im Emissionsprospekt. Diese Begr�ndung wird von den Beschwerdef�hrern in verschiedener Hinsicht als willk�rlich ger�gt.
2.3.3 Zun�chst beanstandet der Beschwerdef�hrer 1 die Feststellung des Handelsgerichts als willk�rlich, dass er die fraglichen Aktien knapp zwei Wochen nach der Publikation des Emissionsprospektes gekauft habe. Der Emissionsprospekt datiere vom Mittwoch, 24. November 1999, der erste Handelstag sei der Donnerstag, 25. November 1999 gewesen, und die Aktien seien am Freitag, 3. Dezember 1999 gekauft worden. Effektiv habe er die Aktien rund eine Woche - und nicht zwei Wochen - nach der Publikation des Emissionsprospektes gekauft.
Bez�glich dieser R�ge ist zutreffend, dass seit der Publikation des Emissionsprospektes am 24. November 1999 bis zum Kauf der Aktien am 3. Dezember 1999 effektiv neun Tage verstrichen sind. Es w�re daher vorzuziehen gewesen, wenn das Handelsgericht von einer Dauer zwischen der Publikation und dem Kauf von "gut einer Woche" anstatt von "knapp zwei Wochen" gesprochen h�tte. Letztlich ist dieser geringf�gige Unterschied in Bezug auf die Angabe der Dauer zwischen Publikation des Prospektes und Kauf der Aktien jedoch f�r die Beweiserhebung im Zusammenhang mit der nat�rlichen Kausalit�t von "untergeordneter" Bedeutung, wie der Beschwerdef�hrer 1 selbst ausf�hrt. Von einer willk�rlichen Beweisw�rdigung kann daher keine Rede sein.
2.3.4 Weiter r�gt der Beschwerdef�hrer 1 die Feststellung des Handelsgerichtes als willk�rlich, er habe die Risikohinweise im Emissionsprospekt "�berflogen". Er habe anl�sslich des Parteiverh�rs ausgesagt, er habe die Risikohinweise "gelesen" - und nicht "�berflogen".
Im Verfahren vor Handelsgericht hat der Beschwerdef�hrer 1 folgende Aussage deponiert:
"Den Emp [Emissionsprospekt] erhielt ich von der Bank Y.________ und las ihn, allerdings nicht ganz genau und im Detail. Mich interessierten die Emissionsbedingungen, den Rest �berflog ich. Ich ging ja davon aus, dass die Bank, die begleitete, alles pr�fte. Es ist durchaus normal, dass im Emp auf gewisse Risiken aufmerksam gemacht wird. Auch diese Hinweise habe ich vorliegend gelesen."
Aus dieser Aussage ergibt sich, dass der Beschwerdef�hrer 1 die Emissionsbedingungen genauer pr�fte und den Rest des umfangreichen, 62-seitigen Emissionsprospektes �berflog. Dass die Risikohinweise zu den Emissionsbedingungen geh�ren, welche der Beschwerdef�hrer 1 genauer pr�fte, wird nicht geltend gemacht. Es ist daher nicht willk�rlich, wenn das Handelsgericht ausf�hrt, der Beschwerdef�hrer 1 habe die Risikohinweise nicht genau gepr�ft, sondern nur �berflogen. Ohnehin w�re nicht ersichtlich, inwiefern die Beweisw�rdigung insgesamt aufgrund der umstrittenen Annahme, dass die Risikobedingungen nur "�berflogen" anstatt "gelesen" worden sein sollen, willk�rlich sein sollte.
2.3.5 Sodann r�gt der Beschwerdef�hrer, die Begr�ndung im angefochtenen Entscheid als aktenwidrig und willk�rlich, er habe nicht behauptet, dass gerade die produktbezogenen Informationen zum Investitionsentscheid gef�hrt h�tten.
Auch diese R�ge ist unbegr�ndet. Wenn der Beschwerdef�hrer 1 in der Parteibefragung deponierte, er habe sich insbesondere f�r die Emissionsbedingungen interessiert und den Rest des Prospektes nur "�berflogen", ist die Annahme des Handelsgerichtes nicht zu beanstanden und erst recht nicht willk�rlich, dass die produktbezogenen Informationen f�r den Investitionsentscheid nicht massgebend gewesen seien. Allf�llige Behauptungen in der Klageschrift sind irrelevant, weil der Beschwerdef�hrer 1 selbst nicht geltend macht, diese seien unbestritten geblieben.
2.3.6 Weiter r�gt der Beschwerdef�hrer 1 die Schlussfolgerung des Handelsgerichtes als willk�rlich, dass wenig wahrscheinlich sei, dass ein einfaches Durchsehen des Emissionsprospektes, welcher zudem eine Vielzahl von deutlichen und konkreten Risikohinweisen enthalten habe, daf�r sprechen w�rde, dass der Emissionsprospekt Grundlage des Kaufentscheides gewesen sei.
Zur Begr�ndung seiner Willk�rr�ge verweist der Beschwerdef�hrer im Wesentlichen auf seine Ausf�hrungen in der Klageschrift. Damit ist die von ihm behauptete willk�rliche Beweisw�rdigung nicht dargetan. Allein mit dem Hinweis auf seine eigenen Parteibehauptungen ist nicht belegt, dass die Beweisw�rdigung des Gerichtes, die zu einem anderen Schluss gelangt, willk�rlich sein soll.
Das Gleiche gilt, soweit sich der Beschwerdef�hrer zum hypothetischen Kausalverlauf �ussert, wenn im Emissionsprospekt korrekt auf die M�ngel der Software "Z.________" hingewiesen worden w�re. Auch diesbez�glich beschr�nkt er sich darauf, seine Ausf�hrungen in der Klageschrift zu wiederholen. Damit ist aber nicht dargetan, inwieweit die zu einem anderen Ergebnis gelangende Auffassung des Handelsgerichtes willk�rlich sein soll.
2.3.7 Schliesslich r�gt der Beschwerdef�hrer 1 die Darstellung des Handelsgerichtes als willk�rlich, die sprunghafte Kursentwicklung und die zu diesem Zeitpunkt herrschende euphorische Anlagestimmung am New Market w�rden gegen ein direktes Abstellen des Beschwerdef�hrers 1 auf die Schilderungen im Emissionsprospekt sprechen.
Der Beschwerdef�hrer �bersieht, dass das Handelsgericht als Grund f�r den Kaufentscheid nebst der "sprunghaften Kursentwicklung" und der "euphorischen Anlagestimmung" auch den "generell verbreiteten Zukunftsglauben betreffend Softwareprodukte und -firmen" erw�hnt hat. Bei dieser Ausgangslage ist die Auffassung des Handelsgerichtes nicht zu beanstanden, es sei nicht mit gen�gender Sicherheit nachgewiesen, dass die - angeblich fehlerhaften - Angaben im Emissionsprospekt, welchen der Beschwerdef�hrer 1 nur �berflogen habe, f�r den Kaufentscheid den Ausschlag gegeben h�tten.
2.3.8 Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass das Handelsgericht ohne Willk�r festhalten durfte, dass eine direkte Kausalit�t des Emissionsprospektes f�r den Kauf der Aktien durch den Beschwerdef�hrer 1 nicht nachgewiesen ist. Wenn ein Anleger bei einem B�rsengang einer Firma, die bislang nur Verluste geschrieben hat, Aktien erwirbt, deren von Experten berechneter Kurs von Fr. 240.-- am ersten Handelstag um 65% auf Fr. 390.-- ansteigt, ist die Annahme des Handelsgericht nicht falsch - und erst recht nicht willk�rlich -, dass sich der betreffende Anleger kaum von den Angaben des von ihm nur �berflogenen Prospekts, sondern vielmehr von positiven Zukunftserwartungen, von einer euphorischen B�rsenstimmung und von spekulativen �berlegungen leiten liess.
2.4 Weiter hat das Handelsgericht im Zusammenhang mit dem Kausalzusammenhang ausgef�hrt, dass im Bereich der Prospekthaftung nicht nur die direkte Kausalit�t, sondern auch eine indirekte Kausalit�t zwischen Emissionsprospekt und Kaufentscheid gen�gte. Eine solche indirekte Kausalit�t liege vor, wenn der K�ufer den Emissionsprospekt selber nicht gelesen habe, sich bei seinem Kaufentscheid aber auf eine Anlagestimmung gest�tzt habe, welche sich unter der Annahme eines effizienten Kapitalmarktes aufgrund der Angaben im Prospekt gebildet habe.
2.4.1 Das Handelsgericht vertritt in Bezug auf den Aktienkauf des Beschwerdef�hrers 1 vom 3. Dezember 1999 die Auffassung, die Informationen im Emissionsprospekt seien f�r die Anlagestimmung in diesem Zeitpunkt nicht massgebend gewesen. Ungeachtet dessen, dass die X.________ AG bis dahin nur Verluste geschrieben habe, sei bereits am ersten Handelstag ein Kursanstieg vom Ausgabepreis von Fr. 240.-- auf Fr. 390.-- bzw. um 65 % zu verzeichnen gewesen. Reale Unternehmenszahlen und -daten seien im damaligen Zeitpunkt im Hintergrund gestanden. F�r die herrschende Anlagestimmung seien nicht die Angaben im Prospekt massgebend gewesen, sondern andere Faktoren wie Zukunftglaube, Risikobereitschaft und Spekulation. Auch die in verschiedenen Presseberichten angesprochenen konkreten Anlagerisiken h�tten nicht zu einer Kurskorrektur gef�hrt. Dies zeige, dass der fragliche Anlagemarkt zur Zeit des Titelkaufs am 3. Dezember 1999 die erh�ltlichen relevanten Angaben nicht effizient im Kurs verwertet habe. Aus diesem Grund k�nne keine Rede davon sein, dass die Massgeblichkeit der allenfalls fehlerhaften Informationen im Emissionsprospekt f�r die Anlagestimmung bzw. den fraglichen Kurs und letztlich f�r den Kaufentscheid mit gen�gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei.
2.4.1.1 Der Beschwerdef�hrer 1 beanstandet zun�chst die Annahme des Handelsgerichtes als willk�rlich, der vom Emissionspreis abweichende B�rsenkurs zeige, dass die Anlagestimmung nicht auf dem Emissionsprospekt beruhe. Richtig sei vielmehr, dass die sehr positive Einsch�tzung der Zukunftentwicklungen der Gesellschaft gerade auf die Darstellungen im Emissionprospekt zur�ckzuf�hren sei, wie sich aus verschiedenen Presseartikeln ergebe.
Auch diese R�ge ist unbegr�ndet. Wie das Handelsgericht unangefochten feststellte, hatte die X.________ AG bis zum B�rsengang stets Verluste geschrieben. Wenn unter diesen Umst�nden der im Emissionsprospekt errechnete Emissionspreis von Fr. 240.-- am ersten Handelstag um 65 % auf Fr. 390.-- ansteigt, ist die vom Handelsgericht getroffene Annahme naheliegend, die massgebende Anlegerstimmung sei von Zukunftglaube, Risikobereitschaft und Spekulation gepr�gt gewesen. Diese Annahme steht in Einklang mit dem Hinweis des Handelsgerichtes auf Presseartikel, in denen "konkrete Anlagerisiken im Zusammenhang mit den Titeln der X.________ AG angesprochen" worden seien; weiter weist das Handelsgericht darauf hin, dass die Kursentwicklung in der Presse mehrfach mit einer "Casinostimmung" verglichen worden sei. Wenn sich der Beschwerdef�hrer 1 darauf beschr�nkt, dieser Einsch�tzung andere Presseartikel entgegen zu halten, welche den B�rsengang angeblich positiver bewerten sollen, ist damit nicht dargetan, dass die beanstandete Beweisw�rdigung willk�rlich sein soll.
2.4.1.2 Weiter r�gt der Beschwerdef�hrer 1, das Handelsgericht habe in willk�rlicher Weise unterlassen zu pr�fen, wie die Kausalit�t verlaufen w�re, wenn die Fehler und M�ngel der Software "Z.________" korrekt offen gelegt worden w�ren.
Auch diese R�ge ist unbegr�ndet. Der Beschwerdef�hrer 1 beschr�nkt sich auf den Hinweis, er habe in der Klage behauptet, dass die Bank Y.________ bei korrekter Information auf die Durchf�hrung des B�rsengangs verzichtet h�tte, womit der von ihm erlittene Schaden nicht eingetreten w�re. Allerdings behauptet er nicht, dass er in diesem Zusammenhang auch Beweisantr�ge gestellt habe. Damit ist nicht dargetan, inwieweit der Umstand, dass das Handelsgericht auf die Beweiserhebung zum geltend gemachten hypothetischen Kausalverlauf verzichtet hat, verfassungswidrig sein soll.
2.4.1.3 Schliesslich r�gt der Beschwerdef�hrer 1 als willk�rlich, dass das Handelsgericht angebliche negative Presseberichte, die nach dem 3. Dezember 1999 erschienen seien, f�r die Beurteilung der Anlagestimmung nicht h�tten ber�cksichtigen d�rfen, weil diese Publikationen f�r die Anlagestimmung im Zeitpunkt des Aktienkaufs durch den Beschwerdef�hrer 1 irrelevant gewesen seien.
Richtig ist, dass in Bezug auf den Beschwerdef�hrer 1, der seine Aktien am 3. Dezember 1999 gekauft hatte, die nach diesem Zeitpunkt erschienenen Artikel f�r die Beurteilung der Anlagestimmung bedeutungslos waren. Allerdings waren bereits vor dem 3. Dezember 1999 kritische Presseartikel erschienen, wobei die Ber�cksichtigung dieser Berichte bei der Beweisw�rdigung wie erw�hnt nicht als willk�rlich qualifiziert werden kann (E. 2.4.1.1).
2.4.2 Auch in Bezug auf den Beschwerdef�hrer 2, welcher die Aktien am 10. bzw. 21. Februar 2000 - d.h. zweieinhalb bzw. drei Monate nach der Publikation des Emissionsprospektes bzw. des B�rsengangs - erworben hatte, gelangte das Handelsgericht zum Schluss, dass die Informationen im Emissionsprospekt f�r die Anlagestimmung im fraglichen Zeitpunkt nicht massgebend gewesen seien. Zur Begr�ndung f�hrte das Handelsgericht im Wesentlichen die gleiche Argumentation wie im Fall des Beschwerdef�hrers 1 an. Zus�tzlich f�hrte das Handelsgericht aus, die X.________ AG habe per Ende 1999 ein deutlich negatives Ergebnis publiziert. Weiter seien bis zum Kauf des Beschwerdef�hrers 2 im Februar 2000 weitere negative Presseberichte erschienen. Schliesslich sei der Aktienkurs bis zum Kauf durch den Beschwerdef�hrer 2 nochmals massiv angestiegen und habe anfangs Februar 2000 einen Stand von Fr. 1'100.-- erreicht, was innert weniger Wochen einem Kursanstieg im Vergleich zum Ausgabepreis von 358 % entspreche.
2.4.2.1 Wie bereits erw�hnt hat das Handelsgericht ohne Willk�r ausgef�hrt, weshalb der Aktienkauf des Beschwerdef�hrers 1 vom 3. Dezember 1999 nicht auf die durch den Emissionsprospekt hervorgerufene Anlagestimmung zur�ckzuf�hren gewesen sei. Soweit sich die gleichen Ausf�hrungen auch auf den Aktienkauf des Beschwerdef�hrers 2 vom 10. bzw. 21. Februar 2000 beziehen, sind sie aus den bereits angef�hrten Gr�nden nicht verfassungswidrig (E. 2.4.1).
2.4.2.2 Der Beschwerdef�hrer 2 beanstandet die zus�tzliche Begr�ndung des Handelsgerichtes als willk�rlich, dass in der Tages- und Wirtschaftspresse in den Monaten Dezember und Januar weitere Presseartikel erschienen seien, welche von erheblichen Softwareproblemen mit Produkten der X.________ AG berichtet h�tten oder auf solche schliessen liessen.
Mit seiner eigenen Interpretation der vom Handelsgericht erw�hnten Artikel in der Tages- und Wirtschaftspresse ist jedoch nicht dargetan, weshalb die im angefochtenen Urteil vertretene Auffassung willk�rlich sein soll. Auch insofern erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.
2.4.2.3 Zutreffend weist der Beschwerdef�hrer 2 hingegen darauf hin, dass er entgegen der Darstellung des Handelsgerichtes im Zeitpunkt des Kaufes der Aktien am 10. bzw. 21. Februar 2000 keine Kenntnis des Jahresberichtes per Ende 1999 haben konnte, welcher Bericht vom 14. M�rz 2000 datiert. Dies �ndert jedoch insgesamt nichts daran, dass das Handelsgericht �berzeugend ausgef�hrt hat, dass der Kaufentscheid nicht gest�tzt auf eine durch den Emissionsprospekt hervorgerufene Anlagestimmung zustande gekommen sei. Wenn im Emissionsprospekt der Ausgabepreis f�r eine Aktie eines Unternehmens, das bislang nur Verluste geschrieben hat, mit Fr. 240.-- angegeben wird, und ein Anleger ca. zweieinhalb bis drei Monate sp�ter, w�hrend welcher Zeit der Aktienkurs trotz warnender Presseberichte zwischenzeitlich auf Fr. 1'100.-- anstieg, die betreffenden Titel zu einem Preis von Fr. 905.-- bzw. 775.-- erwirbt, k�nnen f�r diesen Kaufentscheid kaum die Angaben im Emissionsprospekt massgebend gewesen sein. Vielmehr durfte das Handelsgericht ohne Willk�r feststellen, dass die massgebende Anlegerstimmung nicht von den Angaben im Emissionsprospekt, sondern von Zukunftglaube, Risikobereitschaft und Spekulation gepr�gt gewesen sei.
2.5 Aus diesen Gr�nden hat das Handelsgericht den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem - angeblich auf falschen oder unvollst�ndigen Angaben beruhenden - Emissionsprospekt f�r die von den Beschwerdef�hrern erlittenen Verluste ohne Verletzung von Verfassungsrecht verneint. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher abzuweisen. Damit er�brigt es sich, auf die Kritik an den tats�chlichen Feststellungen einzugehen, welche das Handelsgericht als Eventualbegr�ndung im Zusammenhang mit einem angeblichen Selbstverschulden der Beschwerdef�hrer getroffen hat. Wenn es bereits am - direkten und indirekten - nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen der Publikation des Emissionsprospektes und dem Kauf der Aktien fehlt, entf�llt die Prospekthaftung gem�ss Art. 752 OR ohnehin.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird unter solidarischer Haftbarkeit den Beschwerdef�hrern auferlegt.
Die Beschwerdef�hrer haben die Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren unter solidarischer Haftbarkeit mit insgesamt Fr. 2'500.-- zu entsch�digen.