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Timestamp: 2016-10-27 12:53:34
Document Index: 388154736

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 370/01 (28.06.2002)
F.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Mario Bortoluzzi, M�nchhaldenstrasse 24, 8008 Z�rich,
A.- F.________, geb. 1958, ist seit 1. Januar 1995 als Fluglehrer der Fliegerschule X.________ AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Mit Bagatellunfall-Meldung vom 22. Mai 2000 meldete die Arbeitgeberin der SUVA, dass F.________ am 15. April 2000 bei einem Ausbildungsflug eine �berdehnung der Halswirbels�ule erlitten habe. Dr. med. S.________, Klinik Y.________, Abteilung f�r Wirbels�ulenmedizin und Schmerztherapie, stellte die Diagnosen von zervicogenen Kopfschmerzen bei Status nach zweifachem Beschleunigungstrauma beim Fliegen 1998 und 2000, einer zervikalen Diskushernie (C4/C5 und C5/C6) mit fokaler Spinalkanalstenose sowie von degenerativen Ver�nderungen mit Spondylose C3-C7 beidseits und leichter Foraminalstenose C3/C4 und C6/C7 beidseits (Bericht vom 19. Juli 2000). Mit Verf�gung vom 2. November 2000 lehnte die SUVA - nach pers�nlicher Befragung des Versicherten vom 29. und 31. August 2000 - die Ausrichtung von Versicherungsleistungen mangels Vorliegens eines Unfalles oder einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung ab. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 5. Februar 2001).
C.- F.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und Zusprechung der gesetzlichen Leistungen.
1.- a) Das vorliegende Verfahren dreht sich um die Frage, ob das Ereignis vom 15. April 2000 einen Unfall im Rechtssinne darstellt. Nach Lage der Akten stimmen die Verfahrensbeteiligten zu Recht darin �berein, dass eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin wegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgez�hlten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (BGE 116 V 140 Erw. 4a, 147 Erw. 2b, je mit Hinweisen) ausser Betracht f�llt.
b) Das kantonale Gericht hat die Grunds�tze und Bestimmung �ber den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV; BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen) sowie insbesondere das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit (BGE 122 V 233 Erw. 1, 118 V 61 Erw. 2b, 283 Erw. 2a; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 37 Erw. 2; vgl. auch RKUV 1996 Nr. U 253 S. 203 Erw. 4a) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Zu erg�nzen ist, dass der Nachweis eines Unfalls bei Sch�digungen, die sich auf das K�rperinnere beschr�nken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der Sch�digung unter besonders sinnf�lligen Umst�nden gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer �usserlich wahrnehmbaren Sch�digung, w�hrend bei deren Fehlen eine erh�hte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (BGE 99 V 138 Erw. 1; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 Erw. 4d mit Hinweisen). Des Weiteren ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt (B�hler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 266 Fn. 375, S. 268; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 175 f.).
2.- a)In tats�chlicher Hinsicht ist gest�tzt auf die Befragung durch die Beschwerdegegnerin vom 29. und 31. August 2000 davon auszugehen, dass der Versicherte am 15. April 2000 mit einer Sch�lerin einen Ausbildungsflug f�r die Kunstflug-Schweizermeisterschaft durchf�hrte. Ein �bergang von einer vertikalen in eine horizontale Fluglage erfolgte bei einem Druck von 7 G wegen gleichzeitiger Bedienung des Steuerkn�ppels durch ihn selbst und die Flugsch�lerin so abrupt, dass sein Genick �berdehnt und der Kopf nach hinten gebogen wurde. Er versp�rte ein Knacken und verlor in beiden Armen das Gef�hl. Bereits 1998 hatte er beim Fliegen ein Beschleunigungstrauma erlitten und damals w�hrend einigen Tagen massive Nacken- und Kopfschmerzen versp�rt. Letztere sind seither rezidivierend und haben mit dem zweiten, hier zu beurteilenden Vorfall vom 15. April 2000 zugenommen.
b) Das Erfordernis der mechanischen Einwirkung eines �usseren Faktors ist beim Ereignis vom 15. April 2000 mit der pl�tzlichen Druckver�nderung beim Wechsel der Fluglage erf�llt; sie ist vergleichbar mit dem �berdruck, wie er bei einem Sprung ins Wasser (EVGE 1964 S. 69 Erw. 2d) oder beim Tauchen (nicht publiziertes Urteil R. vom 7. Februar 1984, U 32/82) auftritt. Wie die Vorinstanz, auf deren Erw�gungen verwiesen wird, richtig ausf�hrt, fehlt es jedoch an der Ungew�hnlichkeit, an welche hier wegen der Beschr�nkung der Sch�digung auf das K�rperinnere strengere Anforderungen im Sinne von besonders sinnf�lligen Umst�nden zu stellen sind. Dies gilt umso mehr, als beim Beschwerdef�hrer degenerative Ver�nderungen der Halswirbels�ule festgestellt wurden (Bericht des Dr. med. S.________ vom 19. Juli 2000). Namentlich war der Versicherte auf dem Kunstflug weder aussergew�hnlichen Druckverh�ltnissen ausgesetzt, noch war der zusammen mit der Flugsch�lerin gesteuerte Bewegungsablauf von der vertikalen in die horizontale Fluglage programmwidrig. Einzig die abrupte Richtungs�nderung war nicht geplant; sie sprengt jedoch auf einem Ausbildungsflug den Rahmen des Allt�glichen und �blichen nicht. Da sich das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit nach der Definition des Unfalls nicht auf die Wirkung des �usseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, muss die Zunahme der chronischen Kopfschmerzen des Versicherten seit dem am 15. April 2000 erlittenen zweiten Beschleunigungstrauma ausser Betracht fallen (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 203 Erw. 4a). Schliesslich kann auch nicht auf Grund der medizinischen Diagnose eines Traumas auf das Vorliegen eines Unfalls geschlossen werden. Das Ereignis vom 15. April 2000 erf�llt damit die Kriterien des Unfallbegriffs nicht und die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist abzuweisen.