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Timestamp: 2017-02-22 15:28:27
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Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 87', '§ 23', '§ 111', '§ 111', '§111', '§ 87', '§ 23', '§ 23', '§ 87', '§ 23', '§ 23', '§ 87', '§ 23', '§ 87', '§ 23', '§ 23']

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Mwe/019
[1.] Mwe/Fragment 019 16 - DiskussionZuletzt bearbeitet: 2016-05-21 21:32:10 WiseWomanBauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mwe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Trittin 1984
Untersuchte Arbeit:Seite: 19, Zeilen: 14-27
Quelle: Trittin 1984Seite(n): 1169, Zeilen: Sp. 1, 1 ff.
Kaum eine Entscheidung des BAG zur Betriebsverfassung hat derartig heftige Reaktionen ausgelöst wie die vom 22.02.1983. Die Entscheidung wurde von Arbeitgeberseite als „Jahrhundertentscheidung“ gefeiert. In Literatur und Rechtsprechung hingegen ist der Beschluss überwiegend auf Unverständnis und heftige Kritik gestoßen81.
In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt ging es um die durch Störungen im Programmablauf erforderlich gewordene einseitige Einführung von Mehrarbeit für einzelne Mitarbeiter in dem Rechenzentrum eines wissenschaftlichen Verlages. Die Arbeitnehmer hatten indes in der Vergangenheit regelmäßig in so großem Umfang Überstunden leisten müssen - allein in der Zeit vom 25.04. bis 30.06.1980 23 mal -, so dass der Betriebsrat die Zustimmung zu insgesamt vier weiteren Sonderschichten verweigert hatte, obwohl die betroffenen Arbeitnehmer selbst zu diesen Sonderschichten bereit waren. Der Verlag setzte sich aber über die Stellungnahme des Betriebsrats hinweg und ordnete die geplante Mehrarbeit einseitig an. 81 Vgl. dazu D/K/K-Trittin, BetrVG, § 23 Rn. 127 m. w. N.
Kaum eine Entscheidung des BAG zur Betriebsverfassung hat derartig heftige Reaktionen ausgelöst wie die des 1. Senats vom 22. 2. 1983 zum vorbeugenden Rechtsschutz des Betriebsrats bei Verletzung seines Mitbestimmungsrechts gem. § 87 BetrVG1. Von Arbeitgeberseite verständlicherweise als "Jahrhundertentscheidung“ gefeiert, ist der völlig überraschende2 Beschluß sowohl in Literatur3 und Rechtsprechung4 überwiegend auf Unverständnis und heftige Kritik gestoßen.
1. Der Beschluß des 1. Senats des BAG vom 22. 2.1983 In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt ging es um die einseitige Einführung von Mehrarbeit in dem Rechenzentrum eines wissenschaftlichen Verlages. Die Arbeitnehmer hatten in der Vergangenheit regelmäßig in so großem Umfang Überstunden leisten müssen5, daß der Betriebsrat die Zustimmung zu insgesamt vier weiteren Sonderschichten verweigert hatte. Der Verlag setzte sich über die Stellungnahme des Betriebsrats hinweg und ordnete die geplante Mehrarbeit einseitig an.
1 1 ABR 27/81, DB 1983 S. 1926 = AP Nr. 2 zu § 23 BetrVG 1972.
2 Anlaß war vermutlich die zunehmend in Literatur und Rechtsprechung zu den §§ 111 ff. BetrVG vertretene Meinung, wonach der Betriebsrat seine darin geregelten Mitbestimmungsrechte notfalls durch Einstweilige Verfügung auf Unterlassung gegen den Unternehmer sichern lassen könne, vgl. Wahsner, AiB 1982 S. 172 ff.; Oberhofer, BetrR 1981 S. 299 ff.; Buschmann, BB 1983 S. 510; Trittin, DB 1983 S. 230; Fabricius, GK-BetrVG, § 111 Rdn. 252; Gnade/
KehrmannlSchneiderlBlanke, BetrVG, §111 Rdn. 40; LAG Hamm, 23. 3. 1983 - 12 Ta BV 15/83; LAG Hamburg, 8. 6. 1983, DB 1983
S. 2269 und 13.11. 1981, DB 1982 S. 1522, AuR 1981 S. 389 mit Anm. Bertelsmann/Gäbert; ArbG Köln, 25. 8. 1983 - 11 BvGa 26/83; ArbG Hamburg, 10. 5. 1983 - 4 Ga BV 3/83; ArbG Berlin, 4. 11. 1982 - 25 BV Ga 3/82; ArbG Nürnberg, 1. 11. 1982; ArbG Gelsenkirchen, 28. 1. 1983 - 2 BV Ga 4/83 und 8. 3. 1983 - 2 BV Ga 4/83; ArbG Oberhausen, 8. 3.1983 - 2 BV Ga 2/83; ArbG Darmstadt, 18. 2.1982 - 2 BV Ga 2/82; ArbG Arnsberg, 5. 11. 1982 - 2 BV Ga 2/82; ArbG Frankfurt, 2. 9. 1982, DB 1983 S. 239; ArbG Gießen, 18. 10. 1982 - 3 BV Ga 3/82; ArbG Göttingen, 6. 1. 1983 - 2 BV Ga 9/82; ArbG Ulm, 18. 1. 1983 - 2 BV Ga 1/83; ArbG Berlin, 19. 12.1983, DB 1984 S. 404; weitere Nachweise zu Literatur und Rechtsprechung Trittin, a.a.O., Fußnoten 1 und 2; a. A.: Eich, DB 1983 S. 657 ff.; Heinze, DB-Beilage 9/83 zu Heft 15; LAG Berlin, 4. 10.1982, DB 1982 S. 888; ArbG Braunschweig, 18. 2. 1982 — 2 BV Ga 2/82 und 15. 6. 1982 — 5 Ga BV 5/82, DB 1983 S. 239.
3 Dütz, Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche gegen den Arbeitgeber im Anwendungsbereich von § 87 BetrVG, Rechtsgutachten erstattet für die Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 1983; Dütz, Erzwingbare Verpflichtungen des Arbeitgebers gegenüber dem Betriebsrat, DB 1984 S. 115 ff.; Derleder, Betriebliche Mitbestimmung ohne vorbeugenden Rechtsschutz?, AuR 1983 S. 289 ff.; Bobke, BAG verneint Unterlassungsanspruch des Betriebsrats, AiB 1983 S. 84 ff.; Bobke, Überstundenanordnung ohne Mitbestimmung des Betriebsrats?, Mitbestimmung 1983 S. 458; Schneider,
Rechtsprechung des 1. Senats des BAG, AiB 1983 S. 67; Klebe, Ob recht oder unrecht, erst einmal wird durchgezogen, Der Gewerkschafter 8/1983 S. 23; Michaelis, BetrR 1983 S. 709; Kümpel, BAG zum Unterlassungsanspruch: Mitbestimmung nur, wenn der Unternehmer mag?, AiB 1983 S. 132; Neumann, BB 1984 S. 676; für Unterlassungsanspruch unabhängig von § 23 BetrVG bzw. § 23 rechtshandbuch, 5. Auflage, S. 1364; Denck, Bildschirmarbeitsplätze und Mitbestimmung des Betriebsrats, 1982, S. 279 (284); Wiese, GK-BetrVG, 3. Bearbeitung, § 87 Rdn. 73; Fitting/Auffarth/Kaiser, BetrVG, § 23 Anm. 60; GalperinILöwisch, BetrVG, Bd. 1, § 23 Anm. 62, Bd. 2, § 87 Anm. 41 a; Kammann/Hess/Schlochauer, BetrVG, § 23 Anm. 76; StegelWeinspach, BetrVG, § 87 Anm. 12 und 68; Dietz/Richardi, BetrVG, § 23 Anm. 63; Strasser, Festschrift für G. Müller, 1983, S. 609 (619 f.); a. A.: Heinze, Fußnote 1.
4 LAG Hamburg, 20. 7. 1983 - 5 TaBv 14/83; LAG Düsseldorf, 23. 8. 1983 - 11 Ta BV 35/83; ArbG Siegen, 30. 6. 1983 - 2 BV Ga 1/83; ArbG Düsseldorf, 22. 6. 1983 - 10 BV Ga 10/83 und 3. 11. 1983 - 11
BV 11/83; ArbG Hamburg, 1. 6.1983 - 11 Ga BV 5/83 und 24. 1.1984 - 13 Ga BV 1/84. ArbG München, 24. 5. 1984 - 28 b Ga BV 9/84 W. Für Unterlassungsanspruch unabhängig von § 23 BetrVG auch: LAG Hamm, 19. 4. 1973, DB 1973 S. 1024 und LAG Hamm, DB 1981 S. 1336; LAG Hamburg, 16. 4. 1981, AuR 1982 S. 229 mit zust. Anm. von Bobke und 13. 11. 1981, DB 1982 S. 1522; ArbG Bielefeld, 12. 1. 1973 - 1 BV Ga 1/73; ArbG Hamburg, 31. 8. 1983; ArbG Wuppertal, 31.3.1983-2 BV2/83; a. A.: LAG Hamburg, 12.12.1983-4Ta BV 3/83. 5 Allein in der Zeit vom 25. 4. bis 30. 6. 1980 nach dem Sachverhalt 23-mal.
Trittin ist in Fn.81 genannt. Diese muß der Leser aber fast zwangsläufig als Belegstelle für die kritische Aufnahme des Urteils verstehen, nicht als Quellenangabe für die weitgehend wörtliche Übernahme, die sich nach der Fn. fortsetzt.
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