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Timestamp: 2019-03-21 18:33:45
Document Index: 262066098

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 5', '§ 9', '§ 6', '§ 9']

Prothetik | Erläuterungen und Abrechnungshinweise zu den prothetischen Leistungen in der GOZ 2012
30.03.2012 ·Fachbeitrag ·Prothetik
Erläuterungen und Abrechnungshinweise zu den prothetischen Leistungen in der GOZ 2012
| Im Zuge der GOZ-Reform hat es auch bei der Prothetik wichtige Modifikationen gegeben. Diesen Neuerungen widmet sich ein zweiteiliger Beitrag, der zunächst die GOZ-Nrn. 5000 bis 5140 erläutert. Änderungen im Verordnungstext sind wieder durch Fettdruck hervorgehoben. |
Strukturell neu ist, dass Leistungen im Bereich der Brückenanker denBestimmungen der Einzelkronen auf Implantaten angepasst wurden. Die gravierendste Änderung ist sicher, dass die GOZ-Nr. 5040 für die Teleskop- oder Konuskrone nicht mehr mit der GOZ-Nr. 5080 gemeinsam berechnet werden kann. Positiv ist, dass die Punktzahlen im Abschnitt F teilweiseerhöht wurden.
Punktzahl neu
GOZ neu
(Faktoren)
57,14 (1,0)
131,43 (2,3)
200,00 (3,5)
46,11 (1,0)
106,07 (2,3)
161,41 (3,5)
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese: je Pfeilerzahn als Brücken- oder Prothesenanker mit einer Vollkrone (Hohlkehl- und Stufenpräparation) oder Einlagefüllung
83,41 (1,0)
191,84 (2,3)
291,92 (3,5)
61,86 (1,0)
142,29 (2,3)
216,53 (3,5)
112,32 (1,0)
258,33 (2,3)
393,10 (3,5)
73,11 (1,0)
168,16 (2,3)
255,90 (3,5)
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese: je Pfeilerzahn oder Implantat als Brücken- oder Prothesenanker mit einer Wurzelkappe mit Stift, ggf. zur Aufnahme einer Verbindungsvorrichtung oder anderer Verbindungselemente
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese: je Pfeilerzahn oder Implantat als Brücken- oder Prothesenanker mit einer Teleskopkrone, auch Konuskrone
146,51 (1,0)
336,97 (2,3)
512,79 (3,5)
78,73 (1,0)
181,09 (2,3)
275,58 (3,5)
Die Leistung nach der Nr. 5040 ist neben der Leistung nach der Nr. 5080 nicht berechnungsfähig. Durch die Leistungen nach den Nrn. 5000 bis 5040 sind folgende zahnärztliche Leistungen abgegolten: Präparieren des Zahnes oder Implantats, Relationsbestimmung, Abformungen, Einproben, provisorisches Eingliedern, festes Einfügen der Krone, der Einlagefüllung, der Teilkrone o.a., Nachkontrolle und Korrekturen.
Die Leistungen nach den Nrn. 5000 und 5030 umfassen auch die Verschraubung und Abdeckung mit Füllungsmaterial. Zu den Leistungen nach den Nrn. 5000 bis 5040 gehören Brücken- oder Prothesenanker mit Verbindungselementen jeder Ausführung.
Die Leistungen nach den Nrn. 5010 und 5020 sind im Zusammenhang mit Implantaten nicht berechnungsfähig.
Zu den Kronen nach den Nrn. 5000 bis 5040 gehören Kronen (Voll-, Teil- und Teleskopkronen sowie Wurzelstiftkappen) jeder zahntechnischen Ausführung.
Abrechnungshinweise |Die bisher durchschnittlich bei den Leistungen nach den Nrn. 5000 bis 5040 (Nrn. 500 bis 504 GOZ alt) berechneten Gebührensätze liegen deutlich über dem 2,3-fachen Gebührensatz. Auf Vorschlag der Bundeszahnärztekammer wurden die Punktzahlen dieser Leistungen erhöht. Die BZÄK geht im Gegenzug davon aus, dass nach Inkrafttreten dieser Verordnung im Mittel der 2,3-fache Gebührensatz berechnet wird. Diese Annahme wurde den Berechnungen zu den finanziellen Auswirkungen des neuenGebührenverzeichnisses zugrunde gelegt.
Die bisher gebührenrechtlich umstrittene, aber nach Angaben der Kostenträger weithin übliche Nebeneinanderberechnung der Leistungen nach den Nrn. 5080 und 5040 wird mit der neuen GOZ ausgeschlossen. Im Gegenzug wird die Punktzahl der Leistung nach der GOZ-Nr. 5040 erhöht. Zudem wird die Beschreibung des Umfangs der Leistungen nach den Nrn. 5000 bis 5040 präzisiert:
Im Zusammenhang mit der implantatgestützten prothetischen Versorgung stehen nur die Leistungen nach den Nrn. 5000, 5030 oder 5040 zur Verfügung. Die Leistung nach der Nr. 5040 ist im Zusammenhang mit der Versorgung auf einem Implantat nur dann berechnungsfähig, wenn auf dem Implantataufbau ein individueller Innenkonus (bzw. individuelle Mesostruktur oder Innenteleskop) plus Außenkonus (bzw. Außenteleskop) hergestellt wird. Der Innenkonus ist mit dem Innenteleskop/Primärteil und der Außenkonus mit dem Außenteleskop/Sekundärteil eines Teleskops vergleichbar. Bei adhäsiver Befestigung ist die GOZ-Nr. 2197, die beim Faktor 2,3 mit 16,82 Euro bewertet ist, zusätzlich berechnungsfähig.
Teilleistungen nach den Nrn. 5000 bis 5040:
Die Leistungen nach den Nrn. 5050 oder 5060 sind nur berechnungsfähig, wenn es dem Zahnarzt objektiv auf Dauer unmöglich war, die Behandlung fortzusetzen, oder eine Fortsetzung aus medizinischen Gründen nicht indiziert war.
Abrechnungshinweise |Die Leistungsbeschreibung der Nr. 5050 wird hinsichtlich der Prothesenanker präzisiert. Durch eine neue Abrechnungsbestimmung wird klargestellt, dass die Teilleistungen nach den Nrn. 5050 und 5060 nur dann berechnungsfähig sind, wenn es dem Zahnarzt objektiv auf Dauer unmöglich war, die Behandlung fortzusetzen, oder dies aus medizinischen Gründen nicht indiziert war.
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese: Verbindung von Kronen oder Einlagefüllungen durch Brückenglieder, Prothesenspannen oder Stege, je zu überbrückende Spanne oder Freiendsattel
22,50 (1,0)
51,74 (2,3)
78,74 (3,5)
22,49 (1,0)
78,73 (3,5)
Abrechnungshinweis | Die Ergänzung der Leistungsbeschreibung nach der Nr. 5070 mit „Prothesenspannen“ beschreibt die übliche Anwendungspraxis.
Fallbeispiel: Teleskopierende Brücke
Zur Vorbereitung der Versorgung mit einer teleskopierenden Brücke wurden die diagnostischen Leistungen einschließlich Vorbehandlung bereits erbracht und berechnet. Die Primärteleskopkronen wurden konventionell befestigt. Bei adhäsiver Befestigung würde die Gebührenziffer 2197 zusätzlich anfallen. Planung und Befund gestalten sich wie folgt:
Aus dieser Planung ergibt sich für die Behandlung folgender Heil- und Kostenplan, der im Anschluss ausführlich erläutert wird:
OK+UK
17,14,13,
Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke oder Prothese:je Pfeilerzahn oder Implantat als Brücken- oder Prothesenanker mit einer Teleskopkrone, auch Konuskrone
regio 16,15, 12-22, 25,26
Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat, einschließlich Entfernung
Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Brückenspanne oder Freiendsattel, einschließlich Entfernung
§ 9 Material- und Laborkosten
Erläuterung | Die GOZ-Nr. 0030 ist für die Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans berechnungsfähig. Der Steigerungsfaktor ist nach dem Aufwand zu bemessen. Alternative Therapieplanungen oder zeitlichgetrennte Behandlungskomplexe sind je Heil- und Kostenplan mit der GOZ-Nr. 0030 berechnungsfähig. Die GOZ-Nrn. 0040 und 0030 sind nicht nebeneinander zu berechnen.
Die Abformung beider Kiefer für Situationsmodelle und die einfache Bissfixierung einschließlich Auswertung zur Diagnose oder Planung ist nach der GOZ-Nr. 0060 zu berechnen. Ein zusätzlich erforderliches Präzisionsmodell zur Planung oder Diagnostik ist mit der entsprechenden Begründung über die GOZ-Nr. 0050 berechnungsfähig. Die Auslagen für Abformmaterialien sind gemäß Abschnitt A der allgemeinen Bestimmungen zur GOZ nach tatsächlichem Aufwand gesondert berechnungsfähig. Gleiches gilt hinsichtlich der Auslagen für zahntechnische Leistungen nach § 9 GOZ.
Teleskop- oder Konuskronen jeder zahntechnischen Ausführung werden nach der GOZ-Nr. 5040 berechnet. Durch die Anhebung der Bewertungszahlen ist die Berechnungsmöglichkeit der GOZ-Nr. 5080 ausgeschlossen. Der Steigerungsfaktor gemäß § 5 Abs. 2 GOZ ist individuell nach billigemErmessen je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand und den Umständen bei der Ausführung zu bestimmen. Eine Faktorsteigerung kann zum Beispiel bei überdurchschnittlicher Schwierigkeit wegen erschwerter Parallelisierung der Pfeilerzähne angemessen sein.
Die Brückenspannen, auch bei einer abnehmbaren Brücke, sind nach der GOZ-Nr. 5070 je Brückenspanne berechnungsfähig. Die Auslagen für Abformmaterialien sind auch hier gemäß Abschnitt A der Allgemeinen Bestimmungen zur GOZ nach tatsächlichem Aufwand gesondert berechnungsfähig, ebenso wie die Auslagen für zahntechnische Leistungen (§ 9 GOZ).
Die provisorische Versorgung wird mit der GOZ-Nr. 5120 für die Brückenanker und der GOZ-Nr. 5140 für die Brückenspannen abgerechnet. Die Herstellung kann als Sofortprovisorium oder laborgefertigtes Provisorium erfolgen. Und wieder gilt, dass die Auslagen für Abformmaterialien und für zahntechnische Leistungen nach tatsächlichem Aufwand gesondert berechnungsfähig sind.
Die Individualisierung eines konfektionierten Abformlöffels ist ebenso wie die anatomische Abformung mit individuellem Löffel nach der GOZ-Nr. 5170berechnungsfähig. Auch hier nicht vergessen: die Auslagen für Abformmaterialien und die zahntechnischen Leistungen.
Versorgung eines Lückengebisses durch eine zusammengesetzte Brücke oder Prothese, je Verbindungselement
Die Leistung nach der Nr. 5080 ist neben der Leistung nach der Nr. 5040 nicht berechnungsfähig.
12,94 (1,0)
29,75 (2,3)
45,27 (3,5)
12,93 (1,0)
Abrechnungshinweise | Die Nebeneinanderberechnung der Leistungen nach den Nrn. 5040 und 5080 wird ausgeschlossen. Sofern im Rahmen einer Leistung nach der Nr. 5040 eine besonders aufwendige Versorgung mit Verbindungselementen erfolgt, die im Einzelfall zu einem erheblich über dem Durchschnitt liegenden Zeitaufwand führt, kann dies bei der Bemessung des Honorars innerhalb des Gebührenrahmens berücksichtigt werden.
GOZ neu Gebühr in Euro
Wiederherstellung der Funktion eines Verbindungselements nach der Nr. 5080
6,19 (1,0)
14,23 (2,3)
21,65 (3,5)
6,18 (1,0)
14,22 (2,3)
25,31 (1,0)
58,21 (2,3)
88,58 (3,5)
25,30 (1,0)
Abrechnungshinweis | Die Erneuerung des Primärteils einer Teleskopkrone ist in der GOZ nicht enthalten und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ als Analogposition berechnet.
20,25 (1,0)
46,57 (2,3)
70,87 (3,5)
20,24 (1,0)
46,56 (2,3)
70,86 (3,5)
13,50 (1,0)
31,05 (2,3)
47,24 (3,5)
10,12 (1,0)
23,28 (2,3)
35,43 (3,5)
Das Wiedereingliedern derselben provisorischen Brücke, ggf. auch mehrmals, einschließlich Entfernung ist mit den Gebühren nach den Nrn. 5120 bis 5140 abgegolten.
4,50 (1,0)
10,35 (2,3)
15,75 (3,5)
8,99 (1,0)
20,69 (2,3)
31,49 (3,5)
Abrechnungshinweise | Die Leistungen nach den Nrn. 5120 und 5140wurden neu gefasst, wobei auf das direkte Verfahren zur Herstellung der Provisorien abgestellt wird. Die Entfernung der provisorischen Brücken bzw.Brückenspannen oder Freiendsattel ist Leistungsbestandteil und daher nicht gesondert berechnungsfähig. Ist die provisorische Brücke allerdings definitiv befestigt, so ist die Entfernung nach der GOZ-Nr. 2290 mit einem adäquaten Steigerungsfaktor berechnungsfähig. Im Leserforum auf der folgenden Seite finden Sie Ausführungen zu den Laborkosten gemäß § 9 GOZ.
Quelle: Ausgabe 04 / 2012 | Seite 13 | ID 32488320
27.04.2018 · Praxisfall
Teilweise supragetragene teleskopierende Brücke – die vollständige und korrekte Abrechnung