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Timestamp: 2018-03-24 16:10:14
Document Index: 218051051

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 1', 'Art. 2', 'Art 4', 'Art 2', 'Art. 2']

Artikel 02 | Gleichberechtigte Teilhabe der Glaubenden | kirchenverfassung2020.de
Artikel 02 | Gleichberechtigte Teilhabe der Glaubenden
(1) Die Mitglieder der Landeskirche sind Teil der weltweiten Gemeinschaft der Glaubenden, die aus Gottes rechtfertigender Gnade leben. Als Ebenbilder Gottes geschaffen sind sie wie alle Menschen von gleicher Würde.
(2) Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt und die Gleichstellung von Menschen jeden Geschlechts. Sie wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Ihre Mitglieder wirken gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
Erläuterungen zu Artikel 2
Absatz 1 Satz 1 stellt fest, dass das Leben der einzelnen Christin bzw. des einzelnen Christen immer auf die Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen bezogen ist. Diese Gemeinschaft der Heiligen ist eine weltweite Gemeinschaft. Deshalb ist es nötig, immer wieder über die Grenzen der Landeskirche hinaus zu denken, aus dieser weltweiten Gemeinschaft Kraft und neue Impulse zu empfangen und gemeinsam den Glauben zu leben. Dies ist möglich, weil Christinnen und Christen aus der Rechtfertigung Gottes leben und so befreit sind, für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen. Weil Menschen immer wieder nicht nach Gott fragen und gegenüber sich selbst, anderen und der natürlichen Mitwelt scheitern und schuldig werden, bedürfen sie der der Rechtfertigung. Darin sind alle vor Gott und vor den Menschen in der christlichen Gemeinschaft gleich.
Satz 2: Die Gleichheit aller Menschen als Ebenbilder Gottes verleiht ihnen eine unverlierbare Würde, für die die Landeskirche auf allen ihren Ebenen eintritt und die die einzelnen christlichen Gemeinschaften prägt.
Hier wird nicht explizit auf die Unterscheidung von sichtbarer und unsichtbarer Kirche eingegangen. Die Aussagen beziehen sich auf die sichtbare Kirche; zugleich ist deutlich, dass die Gemeinschaft der Heiligen immer größer ist als die sichtbare und konkret erfahrbare Gemeinschaft.
Absatz 2 Satz 1 und 2 benennt die konkreten Folgerungen der theologischen Aussagen von Absatz 1. Dies ist aufgrund der Geschichte auch der Landeskirche im Umgang mit Frauen, mit Menschen anderer Hautfarbe, anderer sexueller Orientierung oder mit Behinderungen erforderlich. Es wird herausgestellt, dass die Landeskirche sich als eine plurale Gemeinschaft versteht, die für sich selbst alle Formen von Diskriminierung ablehnt und sich gegen Diskriminierung an anderen Orten wendet.
Dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes ist und der Rechtfertigung Gottes bedarf führt auch dazu, dass alle Mitglieder der Landeskirche gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mitwirken. Diese Gleichberechtigung war geschichtlich bis in die jüngste Zeit nicht für alle gegeben. Daher ist es wichtig, dass sie jetzt in der Verfassung explizit festgeschrieben wird.
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Nele	am 31. Dezember 2017 um 18:37
Die Formulierung „Menschen jeden Geschlechts“ legt fest, dass „Geschlecht“ ausschließlich sozial zu definieren sei. Dieser Imperativ erscheint dogmatisch einseitig und deckt sich nicht mit der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen.
Auch die Formulierung: „sie achtet die Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig von seiner Religion oder Weltanschauung und ächtet Diskriminierung“ klingt wenig glaubwürdig, wenn der Hausmeister zwingend einer christlichen Kirche angehören muss, im Falle höher qualifizierter Stellen aber Ausnahmegenehmigungen für die Einstellung von Muslimen geschaffen werden.
Stephan Dreytza	am 30. Dezember 2017 um 15:26
Absatz zwei kann ersatzlos gestrichen werden.
Und wenn, dann sollte man die sprachlichen Unterschiede zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung mal dringend durchdenken. Wenn drei unterschiedlich große Menschen vor einer Fußballbande stehen und drüber schauen wollen, um das Fußballspiel zu verfolgen, dann sieht von den Gleichgestellten nur der größte sehr gut, der mittlere kann auf Zehenspitzen mit Müh und Not gerade drüber schauen und der kleinste sieht gar nichts. Alle sind ja gleichgestellt aufderselben Ebene.
Gleich berechtigt hieße: der kleinste bekommt einen Hocker untergeschoben, kann drüber schauen, der mittlere eine kleine Holzlatte, dann kann er gut drüberschauen. Der größte bekommt gar nichts, weil er alleine schauen kann. Das ist m.E. der Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung. Und so sollte Kirche funktionieren: Mit Augenmaß für die Situationen und Bedürfnisse, nicht mit Rasenmäherprinzip. Und Gleichberechtigung kommt der Subsidiarität und Individualität ausgehend von der imago dei und der Freiheit und Verantwortung deutlich näher als Gleichstellung. Gott stellt in diesem Sinne auch nicht jeden gleich, sondern hilft dem einen so, dem andern so. Ungleiches wird ungleich behandelt. Am Ende sollen alle über die Bande in sein Reich schauen können/Teil davon sein wollen etc. pp. Ich hoffe, mein Punkt wird verständlich.
Kirchenkreisjugendkonvent Mütte	am 29. Dezember 2017 um 13:56
Einen Gleichbehandlungsgrundsatz in der Verfassung zu verankern, ist gut und wichtig.
Allerdings ist es unverständlich, ob sich das Diskriminierungsverbot des Abs. 2 S. 2 auf den Abs. 1 oder den Abs. 2 S. 1 beziehen soll. Systematisch spricht die Stellung als S. 2 dafür, dass sich das Diskriminierungsverbot nur auf S. 1, also Geschlechterfragen bezieht. Das ist aber gemäß der Erläuterungen zum Entwurf der Kirchenverfassung nicht gewollt.
Um dieses Missverständnis zu vermeiden, muss das Diskriminierungsverbot einen eigenen Absatz erhalten. Der richtige Aufbau der Norm müsste also lauten:
(2) Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt und die Gleichstellung von Menschen jeden Geschlechts.
(3) Sie wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Ihre Mitglieder wirken gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
Eine noch bessere Möglichkeit liegt darin, dem Kriterium Geschlecht, das bereits im Entwurf enthalten ist, einen Katalog von Eigenschaften zur Seite zu stellen, die ebenfalls besonders anfällig für Diskriminierung sind. Art. 3 Abs. 3 GG und § 1 AGG sind dabei gute Vorbilder. So sollten nicht nur Menschen jeden Geschlechts gleichgestellt werden, sondern auch:
Menschen jeder Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, sexuellen Orientierung sowie jeden Alters. Auch Behinderte Menschen sollten in der Norm berücksichtigt werden.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Geschlecht eine derart exponierte Stellung erhalten sollte, wie im bisherigen Verfassungsentwurf. Natürlich ist das Geschlecht eine Eigenschaft die besonders häufig zum Kriterium für Diskriminierung gemacht wird. Das sind die von uns aufgezählten anderen Kriterien aber auch. Auch sie sollten in die Norm einfließen.
Frederic Geruschke	am 30. Dezember 2017 um 00:46
Eine Diskriminierung sollte nicht in eine Fassung aufgenommen werden müssen, da wir Menschen vor Gott alle gleich sind. Und genau dies unser christliches Verständnis ist.
Weiter finde ich, dass eine Aufzählung gleichgültig welcher Art immer die „Nichtaufgezählten“ ausschließt.
Darüber hinaus stützt eine positive Beschreibung eher, als ein Verbot.
Vielleicht ist diese Formulierung besser:
(2) Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie. Ziel ist die gegenseitige Wertschätzung und die Unterlassung von Ausgrenzung in jeder Form. Alle Mitglieder wirken gemeinschaftlich und gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
W.K.	am 13. Dezember 2017 um 13:38
Ich hoffe, dass die Landeskirche nicht nur „in ihrem Bereich“ – was auch immer dieser unbestimmte Begriff ausagt – förderlich wirkt. Dass sie „besonders in ihrem Wirkungsbereich“ so handelt halte ich allerdings für richtig.
Matthias Jung	am 22. Dezember 2017 um 09:58
Sehe ich genauso. Im Prinzip könnten die Worte „in ihrem Bereich“ ersatzlos gestrichen werden.
Dirk Woltmann	am 16. November 2017 um 09:33
Mir scheint dieser Artikel sehr unausgegoren – sichtbar auf der sprachlichen Ebene, aber dahinter vermutlich auch inhaltich.
Ansatz 1, Satz 2 erschließt sich mir sprachlogisch in seinem Sinn nicht. Wer ist das was? Was soll das „wie“ zwischen „Kirchenmitgliedern“ und „alle Menschen“ bedeuten? Wer alles hat gleiche Würde, wer alles ist Ebenbild Gottes? Was ist das Ziel des Satzes?
Dass kann ich mir zwar alles d e n k e n, aber den Satz finde ich ausgesprochen (wie schon ein anderer Kommentar das nannte:) churchy und zwar churchy schleierhaft bzw. verschleiert.
Dirk Woltmann	am 16. November 2017 um 09:35
Bei Absatz 2 scheint mir die ausdrückliche Nennung der „Gleichstellung von Menschen jeden Geschlechts“ eher ein Hinweis darauf, dass diese n i c h t (vollständig) umgesetzt ist. Ansonsten würde die Rede von der Vielfalt (z.B. „Vielfalt der Lebensentwürfe“ o.ä.) vollkommen ausreichen.
W.K.	am 13. Dezember 2017 um 13:33
Dieser Meinung kann ich mich anschließen und denke, dass wegen der unvollständigen Umsetzung die Richtung ruhig vorgegeben werden sollte. Leider muss eine Kirchenverfassung auch für die geschrieben werden, die eine andere Meinung als wir vertreten.
W.H.	am 8. November 2017 um 08:09
Als Ebenbilder geschaffen….die Satzstellung ist ungewöhnlich, besser Subjekt,Prädikat,Objekt, das erleichtert die Verständlichkeit und wirkt nicht so churchy
Gerald Flade	am 23. Oktober 2017 um 22:59
Die Ablehnung von Diskriminierung gehört nicht in eine Verfassung, sie ist – allemal für christliche Gemeinde – selbstverständlich. Was unter „Diskriminierung“ verstanden wird, kann sehr verschieden sein. Schon die rein sachliche Äußerung einer (vom Mainstream abweichenden) Meinung kann als diskriminierend aufgefasst werden, wie einige Kommentare in diesem Forum bereits erkennen lassen. Es wär schlimm, wenn wir dahin kommen, dass man aus Angst, als diskriminierend zu gelten, nicht mehr wagt, seine Meinung zu äußern. Dazu zählt für mich auch die sprachliche Unterscheidung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft. Niemand kann gezwungen werden, zwei Dinge, die – in je ihrer eigenen Würde – verschieden sind, mit demselben Begriff zu benennen – nicht einmal der Staat. Es ist ein objektiver Unterschied, ob zwei Menschen in Partnerschaft zusammenleben, die das Leben weitergeben können oder per se nicht.
Ulrike Schimmelpfeng	am 11. Oktober 2017 um 17:30
Strukturell gesehen ist der zweite Teil des Satzes 1 in Absatz 2 („…fördert…die Gleichstellung von Menschen jeden Geschlechts“) ein Teilaspekt des Satzes 2 („Sie wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung.“) Damit wird die Förderung der Gleichstellung jeden Geschlechts besonders hervorgehoben. Ein starkes Engagement.
Ich bin gespannt, welche Folgen dieser Teil des Verfassungsentwurfs haben wird für die in den Kommentaren bereits angesprochenen Fragen einer Trauung gleichgeschlechtlicher Paare, für das Leben im Pfarrhaus und für das Gespräch mit katholischen Schwestern und Brüdern. Außerdem vermute ich, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern unserer Landeskirche mit diesen Sätzen nicht einverstanden sein werden, sich hier aber noch wenig zu Wort gemeldet haben.
FGe	am 7. September 2017 um 18:47
(2) Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie. Ziel ist die gegenseitige Wertschätzung und das Unterlassung von Ausgrenzung in jeder Form. Alle Mitglieder wirken gemeinschftlich und gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
Geruschke Frederic	am 12. September 2017 um 21:24
Ich habe diese geänderte Formulierung gewählt, weil jede Auflistung ander ausschließt. Aus diesem Grund its die Formulierung, mit wenigen Worten oft die Stärkste.
Nochmal „“ Ziel ist die gegenseitige Wertschätzung und das Unterlassung von Ausgrenzung in jeder Form. „“
Ulrike Budke-Grüneklee	am 6. September 2017 um 20:40
Die Formulierung „Gleichstellung von Menschen JEDEN Geschlechts“ hört sich tatsächlich ziemlich lustig an. Es gibt ja nur zwei Geschlechter (wenn man von den wenigen transgender-Fällen absehen will). Wenn man diese Fälle auch einbeziehen will, fände ich besser: „Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt. Sie wendet sich gegen jede Form von Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe oder nationaler Zugehörigkeit.“
Carlotta	am 9. September 2017 um 16:57
Mir ist es besonders wichtig, dass „jeden Geschlechts“ als Öffnung für alle im Text enthalten bleibt.
Über die vermeintlich „wenigen transgender-Fälle“, weiß niemand, wie viele es eigentlich betrifft, da unsere Gesellschaft von einem binären Geschlechtersystem geprägt ist und Menschen außerhalb dessen sich derzeit (noch?) aus der Tabuzone kämpfen und anecken. Unabhängig von Zahlen ist es aber wichtig, dass sich Kirche genau für diese Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau definieren, öffnet und Raum bietet, wo starre Einteilung einengt und ausschließt
A. Schlichtmann	am 6. September 2017 um 00:47
Hierzu möchte ich zwei Fragen in den Raum stellen: Wenn alle Menschen von gleicher Würde sind und keinerlei Diskriminierung stattfinden soll, wie sieht es mit gleichgeschlechtlichen Ehen aus? Nach meinem Kenntnisstand sind bisher nur Segnungen in der Landeskirche Hannover erlaubt. Und wie sieht es dann aus, wenn die Pastorin oder der Pastor im Pfarrhaus in einer gleichgeschlechtlichen Ehe lebt? Hat er/sie die gleiche Würde und die gleichen Rechte wie alle anderen Pastoren?
Daniel P.	am 12. September 2017 um 09:09
@ A. Schlichtmann: Das sind sehr gute Fragen! Egal, wie die Kirche sie beantwortet: Ein Teil ihrer Mitglieder wird unzufrieden sein. Hier hilft nur: Theologische Aufklärung durch die Pfarrer direkt in den Gemeinden. So lassen sich sicherlich manche überzeugen, dass die unkritische, wörtliche Auslegung stückhafter Perikopen alles begründen kann. Auch die Ermordung frecher Söhne beispielsweise (5. Mose 21,18–21).
Ich studiere Theologie und werde, so Gott will, ins Pfarramt gehen. Wenn die Kirche, wenn die Gemeinde mich als Pfarrer will, muss sie akzeptieren, dass mein Mann später mit mir im Pfarrhause lebt. Das heißt ja nicht, dass ich die Kirche rosa ausschmücke oder das Evangelium nach queerer Ideologie zurechtbiege oder jeden Sonntag mit Regenbogen-Stola in die Kirche tänzle.
A. Schlichtmann	am 12. September 2017 um 17:31
vielen lieben Dank für das Bild mit der Regenbogenstola! Ich musste herzhaft lachen!
Auch ich studiere Theologie und spreche mich für gleichgeschlechtliche Ehen, auch im Pfarrhaus aus. Meines Erachtens ist dies auch in der oben genannten Formulierung der neuen Verfassung inbegriffen. Aber solange die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Ehen und Trauungen von landeskirchlicher Seite nicht gegeben ist, entspricht die Formulierung meines Erachtens nach nicht der Wahrheit. Oder ist die Akzeptanz dessen bisher öffentlich bekanntgegeben wurden?
Daniel P.	am 12. September 2017 um 22:47
Liebe A. Schlichtmann,
nein, Du hast Recht. Bisher gibt es nur eine Handreichung zur „Segnung“ eingetragener Lebenspartnerschaften – der Begriff „Trauung“ wird aber konsequent vermieden (zumindest in der Hannoverschen Landeskirche). Das ist albern, da die kirchliche Trauung ja eben auch „nur“ ein Gottesdienst anlässlich einer bereits vollzogenen Ehe (standesamtlich) ist, in dem um Segen für das Paar gebeten wird.
Außerdem hat jeder Pfarrer das Recht, die „Segnung“ aus Gewissensgründen zu verweigern. Daher: Auch ich sehe den Artikel, so schön er klingt, nicht verwirklicht und warte ganz gespannt darauf, dass meine Landeskirche die Konsequenzen aus der Ehe für alle zieht.
Friedrich	am 5. September 2017 um 17:22
Die Kirche wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung, so heißt es im Art. 2. Ich selbst erlebe gerade die Kirche als diskriminierend, wenn immer noch gilt, dass beispielsweise in kirchlichen Einrichtungen keine Menschen islamischen Glaubens als Putzhilfen, Küchen-Aushilfen oder Friedhofshelfer eingestellt werden dürfen.
Michael Thiel	am 2. August 2017 um 17:00
In Absatz zwei wird in der jetzigen Fassung nach meinem Empfinden der Versuch gemacht zwei Themen, die zusammen hängen können, in zwei Sätzen unterschiedlich zu gewichten. Einerseits geht es um die Gleichstellung jeden Geschlechtes und andererseits um die Abwehr jeder Diskriminierung. Was sich hinter dem zweiten verbirgt bleibt undeutlich. Eine Diskriminierung wegen der Hautfarbe, der Sprache, der Kultur spielt für die Entscheiderinnen und Entscheider der Verfassung vielleicht eine andere Rolle, als die Diskriminierung wegen des Geschlechtes, aber betrifft die Menschen in gleicher Weise.
Darum würde ich lieber kürzer formulieren:
Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein
Zusammenleben in Vielfalt. Ihre Mitglieder wirken gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
Mit diesem Satz ist das Gemeinte kurz positiv beschrieben.
Annette Israel	am 14. August 2017 um 10:58
Ich spreche mich für den Erhalt der vorgeschlagenen Formulierung aus. Das ausdrückliche Abweisen jeder Diskriminierung (ob sie sich auf Alter, Hautfarbe oder Geschlecht bezieht) werden wir in Debatten innerhalb unserer Gemeinden und in der ACK als klärend und hilfreich erleben.
OF	am 31. Juli 2017 um 21:07
Ich schließe mich dem Kommentar von Heike an – so wird z.B. in Art 4.7 der Dialog mit den anderen Religionen erwähnt: Ist die Genderfrage wichtiger, da sie bereits in Art 2 benannt wird? Und wie steht es um Menschen mit körperlichen Einschränkungen, verschiedenen Hautfarben etc? Ich würde „jeden Geschlechts“ streichen.
S.P.	am 25. Juli 2017 um 21:07
Den Kommentar von Heike sehe ich auch so.
Stefan V.	am 18. Juli 2017 um 21:50
Ja, alle Menschen sind gleichberechtigt und von Gott gleich geliebt. Bibel und Natur gehen aber von der Ehe zwischen Mann und Frau als Normalfall aus. Nur, damit die Akzeptanz anderer sexueller Orientierungen hier nicht als Gleichwertigkeit mit der echten Ehe missverstanden wird…
Daniel P.	am 27. August 2017 um 18:50
@Stefan V.: Die Ehe ist ein weltlich Ding und wird VOR der Kirche geschlossen (d.h.: im Standesamt.). Die Ehe ist für einen guten Protestanten nicht mehr und nicht weniger als die staatlich geschützte und geförderte Verbindung zweier Personen, die sich gegenseitig Treue, Solidarität und Fürsorge geloben. Die Ehe per se in Kategorien wie gut und schlecht einzuteilen, ist falsch. Das können Sie weder biblisch (man denke zum Beispiel an das AT, wo die Frau kaum mehr als eine Besitzsache des Mannes ist – von der Polygamie der Erzeltern oder der unterschiedlichen Bewertung von Prostitution ganz zu schweigen), noch durch Ihr Kriterium „Natur“. Was ist denn für sie das „natürliche“ Urteilskriterium? Das innerhalb der Verbindung Kinder produziert werden? Damit reduzieren Sie die Partnerschaft auf biologistische Weise alleine auf Reproduktionsprozesse – nicht christlich!
Kurzum: Ihre Bemerkung ist hier so deplatziert (denn hier geht es um ein absolutes Diskriminierungsverbot, das absolut notwendig ist, und keine Graustufen erlaubt), wie sie falsch – nicht nur im Sinne Ihrer „Begründung“ – ist, denn Diskriminierung bedeutet die Herabwürdigung oder Benachteiligung von Personen aufgrund von falschen Wertvorstellung, wie beispielsweise Ihrem falschen Eheverständnis. Als Kirchenmitglied plädiere ich also – auch unter Bezugnahme auf den berechtigten Einwand von Heike, für folgende Formulierung des Art. 2: „Daher fördert die Landeskirche in ihrem Bereich ein Zusammenleben in Vielfalt. Sie wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Ihre Mitglieder wirken gleichberechtigt am Auftrag der Kirche mit.
Heike	am 7. Juli 2017 um 12:04
„Vielfalt“ ist allgemein benannt. Warum wird gerade Geschlecht ausdrücklich genannt?
Ohne die Erläuterung hatte ich den Absatz als nur auf Geschlecht ausgerichtet verstanden.
Ich würde „Geschlecht“ hier weglassen.
Vielleicht ist in 10 Jahren „Alter“ oder etwas anderes viel relevanter?