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Timestamp: 2019-06-27 07:08:46
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 1609', '§ 1578', 'BGH', '§ 1578', '§ 1578', '§ 1609', '§ 1581', '§ 40', 'BGH', '§ 1578', '§ 1609', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urteil > XII ZR 177/06 | BGH - BGH: Geschiedene erhalten weniger Unterhalt < kostenlose-urteile.de
Bundesgerichtshof, Urteil vom 30.07.2008
- XII ZR 177/06 -
Zum Unterhaltsbedarf und zum Rang der Ansprüche, wenn der Unterhalts­pflichtige neben einem geschiedenen Ehegatten auch einem neuen Ehegatten unterhaltspflichtig ist
Der Bundesgerichtshof hatte sich erneut mit Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem zum 1. Januar 2008 geänderten Unterhaltsrecht zu befassen. In Rechtsprechung und Literatur war noch weitgehend ungeklärt, wie der Unterhaltsbedarf der geschiedenen und der neuen Ehefrau zu bemessen ist und ob sich die Ansprüche wechselseitig zur Höhe beeinflussen. Zum 1. Januar 2008 ist durch § 1609 BGB auch der Rang der beiden Unterhaltsansprüche geändert worden, was sich immer dann auswirkt, wenn der Unterhalts­pflichtige unter Wahrung des ihm verbleibenden Selbstbehalts (hier: 1000 €) nicht alle Ansprüche voll befriedigen kann.
Bei der Bemessung des Unterhaltsbedarfs der geschiedenen und der neuen Ehefrau des Beklagten nach den ehelichen Lebensverhältnissen (§ 1578 Abs. 1 BGB) ist der Bundesgerichtshof von seiner neueren Rechtsprechung ausgegangen, wonach nicht nur ein späterer Einkommensrückgang, sondern auch ein späteres Hinzutreten weiterer Unterhaltsberechtigter zu berücksichtigen ist (BGH Urteil vom 6. Februar 2008 – XII ZR 14/06 –). Eine Grenze für diese Berücksichtigung ergibt sich erst in Fällen unterhaltsrechtlich vorwerfbaren Verhaltens, was weder beim Hinzutreten später geborener Kinder noch bei Heirat einer neuen Ehefrau der Fall ist.
BGB §§ 1578 Abs. 1, 1609 Nr. 2 und 3
a) Schuldet der Unterhaltspflichtige sowohl einem geschiedenen als auch einem neuen Ehegatten Unterhalt, so ist der nach den ehelichen Lebensverhältnissen (§ 1578 Abs. 1 BGB) zu bemessende Unterhaltsbedarf jedes Berechtigten im Wege der Dreiteilung des Gesamteinkommens des Unterhaltspflichtigen und beider Unterhaltsberechtigter zu ermitteln.
b) Ausnahmen von dieser Dreiteilung ergeben sich bei unterschiedlicher Rangfolge der Ansprüche (§ 1609 Nr. 2, 3 BGB) nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit, wenn ein Mangelfall vorliegt (§ 1581 BGB).
d) Das gilt ebenso für einen Familienzuschlag der Stufe 1 nach § 40 Abs. 1 BBesG (Aufgabe der Senatsrechtsprechung BGHZ 171, 206, 223 f. = FamRZ 2007, 793, 797 f.).
e) Der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt nach geschiedener Ehe ist nur dann mit dem Anspruch eines neuen Ehegatten auf Betreuungsunterhalt gleichrangig, wenn nach langer Ehedauer auch ehebedingte Nachteile i.S. des § 1578 b Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB vorliegen (§ 1609 Nr. 2 BGB). Auch insoweit ist darauf abzustellen, inwieweit durch die Ehe Nachteile im Hinblick auf die Möglichkeit eingetreten sind, für den eigenen Unterhalt zu sorgen.
© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 31.07.2008
Quelle: ra-online, BGH (pm)
Amtsgericht Lingen, Urteil vom 21.06.2006
[Aktenzeichen: 19 F 133/06 UE]
Unterhaltsanspruch: Geschiedene und bestehende Ehen sind grundsätzlich gleichwertig
(Oberlandesgericht Oldenburg, Urteil vom 26.09.2006
[Aktenzeichen: 12 UF 74/06])
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 30.07.2008 [Aktenzeichen: XII ZR 177/06]
Urteile zu den Schlagwörtern: neues Unterhaltsrecht | Unterhaltsrechtsänderungsgesetz 1. Januar 2008 | Unterhaltsanspruch
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Dokument-Nr. 6451
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