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Timestamp: 2018-02-19 12:09:30
Document Index: 69012175

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§264', '§241', '§666', '§ 284', '§ 284', '§ 285', '§ 264', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 289', '§ 238', '§238', '§ 239', '§140', '§ 238', '§140', '§ 141', '§241']

Jahresabschluss – Open FH | wiki
3 Bestandteile des Jahresabschlusses
3.1 Die Bilanz
3.2 Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
3.3 Der Anhang
3.4 Der Lagebericht
3.5 Freiwillige Zusatzangaben
Unter Jahresabschluss versteht man eine Rechnung, die ein Unternehmen am Ende des Geschäftsjahres durchführen sollte. Diese spielt eine große Rolle für den Unternehmer selbst, als auch für die Außenstehenden, denn anhand der Rechnung wird der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens sowie dessen Besteuerung bemessen. Durch gesetzliche Vorschriften wird jeder Kaufman laut § 242 I Satz 1 HGB dazu verpflichtet Buchhaltung zu führen. Diese besteht aus der Bilanz (Vermögensbilanz) und Gewinn- Verlustrechnung (Erfolgsbilanz). Bei Kapitalgesellschaften (GmbH und Aktiengesellschaften) muss die Jahresanalyse gemäß §§264 HGB um einen Anhang und einen Lagebericht erweitert werden. Kleinere Unternehmen sind laut §241a HGB von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars bzw. Jahresanalyse befreit. Die Geschäftsvorfälle werden chronologisch aufgezeichnet.
(eigene Abbildung in Anlehnung an Bitz/Schneeloch/Wittstock (2011): 121)
Die Jahresabschlussrechnung auch Bilanzrechnung genannt hat folgende Funktionen:
1.Dokumentationsfunktion: Nachweis und Dokumentation der Geschäftsvorfälle des Unternehmens (Vermögenslage, Ertragslage usw.)
Insbesondere wichtig für die Interessen der Gläubiger und des Fiskus. (vgl. Bähr,G/Fischer-Winkelmann,W./List,S. (2006): 3f.)
2.Die Rechenschaftslegung: „Der Beauftragte ist verpflichtet, dem Auftraggeber die erforderlichen Nachrichten zu geben, auf Verlangen über den Stand des Geschäfts Auskunft zu erteilen und nach der Ausführung des Auftrags Rechenschaft abzulegen“, gemäß §666 BGB.
3.Informationsfunktion: Dient zur Selbstinformation (die Unternehmer werden über die wirtschaftliche Entwicklung und Lage ihres Unternehmens informiert) als auch zu Fremdinformation (Außenstehende, zum Beispiel Banken oder Lieferanten, die über die Lage des Unternehmens informiert werden wollen (Gläubigerschutz).( vgl. Döring,U. /Buchholz,R. (2013): 2f.)
Die Bilanz eines Unternehmens soll grundlegend über die Finanzierungs-, Vermögens und Kapitalverhältnisse informieren. Zudem erfüllt eine Bilanz den Zweck die Ertragslage des Unternehmens darzustellen. Dies ist für das Management vom Unternehmen ebenso wichtig wie für die Bilanzadressaten (vgl. Heinen (1982): 110ff., Eilenberger (1995): 51).
Die GuV soll grundlegend die Veränderungen der Bilanzbestände aufweisen (vgl. Eilenberger (1995): 163). Diese Erfassung dient dazu, die Bestandsgrößen am Bilanztag zu ergänzen, da die GuV über den Zeitraum der gesamten Rechnungsperiode läuft und somit die Veränderungen aufweisen kann (vgl. Eilenberger (1995): 163). Somit wird mit der GuV-Rechnung die Erfolgslage (auch Ertragslage) des Unternehmens im Jahresabschluss erfasst (vgl. Eilenberger (1995): 163). Zusammenfassend kann die GuV als Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträge betrachten, welche in dem Zeitraum der Ermittlung der Unternehmensergebnisse gesammelt wurden (vgl. Böcking/Oser/Pfitzer (o.J.)).
Der Anhang des Jahresabschlusses muss nur bei Kapitalgesellschaften (ausgenommen kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften) Bestandteil des Jahresabschlusses sein (vgl. Eilenberger (1995): 189). Hauptaufgabe des Anhangs ist ein verbesserter Einblick in die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens (vgl. Wöhe/Döring (2013): 760). Wichtige Pflichtangaben, die in dem Anhang enthalten sein müssen, sind unter anderen (gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB) Angaben der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie (gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB) Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (vgl. Wöhe/Döring (2013): 761). Weitere Pflichtangaben lassen sich aus § 285 HGB entnehmen (vgl. Wöhe/Döring (2013): 761).
Gemäß § 264 HGB haben Kapitalgesellschaften (ausgenommen kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften) die Pflicht, dem Jahresabschluss einen Lagebericht beizufügen (vgl. Wöhe/Döring (2013): 762). Dieser verfolgt die Absicht, den Jahresabschluss zu ergänzen (vgl. Wöhe/Döring (2013): 762). Pflichtangaben, die in dem Lagebericht vorhanden sein müssen, sind unter anderem gemäß § 289 Abs. 1 HGB der Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft, gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 1 bedeutende Vorgänge am Bilanzstichtag und gemäß § 289 Abs. 1 der Prognosenbericht (vgl. Wöhe/Döring (2013): 762). Weitere Pflichtangaben lassen sich aus § 289 HGB entnehmen (vgl. Wöhe/Döring (2013): 762).
Mit der Absicht, ihr Ansehen vor allem bei Bilanzadressaten zu steigern, fügen viele Kapitalgesellschaften ihrem Jahresabschluss zusätzliche Angaben hinzu (vgl. Wöhe/Döring (2013): 763). Diese Zusatzangaben können beispielsweise Wertschöpfungsrechnungen oder aber auch Prognoserechnungen sein (vgl. Wöhe/Döring (2013): 763). Aber auch die Intensität, Notwendigkeit oder Richtung von Investitionen werden von einigen Unternehmen zusätzlich angegeben (vgl. Wöhe/Döring (2013): 763).
Allgemeine Vorschriften für alle Kaufleute findet man in §§ 238 – 263 HGB
§§238, ff : Verpflichtung des Kaufmans Bücher zu führen Einhaltung der Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung Übereinstimmung und Nachvollziehbarkeit der Entwicklung des Unternehmens in der vorgegeben Buchführung (vgl. Heinhold,M.(2012):248 (1)).
§§ 239: ff: Die Buchführung soll in lebender Sprache verfasst werden. Die Bedeutung der Abkürzungen und Symbolen muss eindeutig sein und Eintragungen müssen richtig, vollständig, zeitgerecht und geordnet sein. Die ursprünglichen Eintragungen dürfen nicht verändert werden (vgl. Heinhold,M 2012, S. 248, (2))
Steuerrechtliche Vorgaben:
§140 AO : Die Buchführungspflichten nichtsteuerlicher Art zu steuerlichen (vgl,Bitz,M./ Schneeloch,D./Wittstock,W. (2011): 396) Die Angaben zur Buchführungspflichten nichtsteuerlicher Art sind in den §§ 238ff. HGB zu finden Die, die von einer Buchführungspflicht befreit sind (gemäß §§140 AO) führen eine originäre steuerliche Buchführungspflicht (§§ 141a AO) dies gilt für folgende Personen :
§241 HGB.Abs.1 Einzelkaufleute, die nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse am Abschlussstichtagen machen und die, die 50 000 Euro Jahresüberschuss aufweisen (vgl, Reinhold,M. (2012): 250)
Bähr,G./Fischer-Winkelmann,W./List,S. (2006): Buchführung und Jahresabschluss. 9.Auflage. Gabler. Wiesbaden.
Bitz,M./ Schneeloch,D./Wittstock,W. (2011): Der Jahresabschluss. 5.Auflage. Vahlen. München.
Böcking, H., Oser, P., Pfitzer, N. (o.J.) Springer Gabler Wirtschaftslexikon, Jahresabschluss, http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54714/jahresabschluss-v10.html [Stand: 27.10.2015]
Eilenberger, G. (1995): Betriebliches Rechnungswesen. 7. Auflage. Cornerlsen. Berlin.
Heinen, E. (1982): Handelsbilanzen 12. Auflage. Gabler. Wiesbaden.
Heinhold,M. (2012): Buchführung in Fallbeispielen. 12.Auflage. Schäffer-Poeschel. Stuttgart.
Döring,U./Buchholz,R. (2013): Buchhaltung und Jahresabschluss. 13. Auflage. Erich Schmidt Verlag. Berlin.
Nomos Gesetze, Zivilrecht/Wirtschatsrecht. 23. Auflage 2015. Nomos Verlagsgesellschaft. Baden-Baden.
Wöhe, G., Döring, U. (2013). Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 25. Auflage. Vahlen. München.
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