Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.11.1990&Aktenzeichen=XI%20ZR%20107/89
Timestamp: 2019-12-08 21:44:27
Document Index: 161797079

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 416', '§ 172', 'BGH', '§ 172', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 416', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 126', '§ 126', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.11.1990 - XI ZR 107/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,185
BGH, 20.11.1990 - XI ZR 107/89 (https://dejure.org/1990,185)
BGH, Entscheidung vom 20.11.1990 - XI ZR 107/89 (https://dejure.org/1990,185)
BGH, Entscheidung vom 20. November 1990 - XI ZR 107/89 (https://dejure.org/1990,185)
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Blanko-"Oberschrift"
"Oberschrift" ist keine Unterschrift iSv §§ 416, 440 Abs. 2 ZPO;
keine Rechtsscheinshaftung (nach § 172 Abs. 2 BGB analog) für abredewidrig ausgefülltes Blankett im Falle einer "Oberschrift"
Mitverschulden - Blankoüberweisung - Unterschrift - Oberschrift - Blankett
Keine Echtheitsvermutung für eine Urkunde bei am oberen Rand eines Überweisungsträgers stehendem Namenszug ("Oberschrift")
Zur "Oberschrift" als Unterschrift
BGHZ 113, 48
NJW 1991, 487
NJW-RR 1991, 365 (Ls.)
ZIP 1991, 92
MDR 1991, 335
VersR 1991, 312
WM 1991, 57
BB 1991, 156
DB 1991, 331
AnwBl 1991, 338
JR 1991, 285
JR 1991, 287
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes muß in entsprechender Anwendung des § 172 Abs. 2 BGB derjenige, der ein Blankett mit seiner Unterschrift aus der Hand gibt, den durch dessen Ausfüllung geschaffenen Inhalt einem gutgläubigen Dritten gegenüber als seine Erklärung gegen sich gelten lassen, unabhängig davon, ob der vervollständigte Text seinem Willen entspricht oder nicht (BGHZ 40, 65; 113, 48, 53).
Eine solche Pflicht ist im Überweisungsverkehr anzunehmen, wenn der Überweisungsbank der ersichtlich unmittelbar bevorstehende wirtschaftliche Zusammenbruch des Überweisungsempfängers oder der Empfängerbank bekannt ist (BGH, Urteile vom 20. Oktober 1960 - II ZR 141/59, WM 1960, 1321, 1322, vom 9. März 1961 - II ZR 105/60, WM 1961, 510, 511, vom 20. Juni 1963 - II ZR 185/61, WM 1963, 829, 830, vom 29. Mai 1978 - II ZR 89/76, WM 1978, 588, 589 und vom 29. September 1986 - II ZR 283/85, WM 1986, 1409 f.), wenn unklar ist, ob die erteilte Weisung fortbesteht (Senat, Urteil vom 20. November 1990 - XI ZR 107/89, WM 1991, 57, 59) oder wenn sich der Verdacht des Missbrauchs der Vertretungsmacht aufdrängen muss (BGH, Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474).
Das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. November 1990 (XI ZR 107/89 = NJW 1991, 487), auf das sich der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Verfahrensrüge weiter beruft, stützt seine Auffassung nicht.
Voraussetzung für eine Namensunterschrift im Sinne dieser Vorschrift ist zwar, daß sie die Urkunde räumlich abschließt, also unterhalb des Textes steht (vgl. BGHZ 113, 48, 54 [BGH 20.11.1990 - XI ZR 107/89] m.N.).
Wie der Senat bereits entschieden hat, stellen jedoch weder eine "Oberschrift" (BGHZ 113, 48, 51 ff.) noch eine "Nebenschrift" (Urteil vom 21. Januar 1992 - XI ZR 71/91, WM 1992, 626, 627) eine Unterschrift im Sinne der §§ 416 und 440 Abs. 2 ZPO dar.
Die Unterschrift muss den Urkundentext räumlich abschließen (BGH 20. November 1990 - XI ZR 107/89 - BGHZ 113, 48), Nachträge müssen erneut unterschrieben werden (BGH 24. Januar 1990 - VIII ZR 296/88 - NJW-RR 1990, 518).
Danach muß derjenige, der ein Blankett mit seiner Unterschrift aus der Hand gibt, auch bei einer seinem Willen nicht entsprechenden Ausfüllung des Blanketts den dadurch geschaffenen Inhalt der Urkunde einem redlichen Dritten gegenüber, dem die Urkunde vorgelegt wird, als seine Willenserklärung gegen sich gelten lassen (vgl. BGHZ 40, 65, 68; 40, 297, 304 f.; 113, 48, 53).
Eine Unterschrift hat ua. die Funktion, einen Urkundentext räumlich abzuschließen (BGH 20. November 1990 - XI ZR 107/89 - BGHZ 113, 48, 51;… Palandt/Ellenberger BGB 69. Aufl. § 126 Rn. 6; MünchKommBGB/Einsele § 126 Rn. 10).
Der Blankettgeber braucht deshalb ein abredewidrig ausgefülltes Blankett in einem solchen Falle nicht gegen sich gelten zu lassen (BGHZ 113, 48, 53 f.).
Diese decken jeweils nur den auf beiden Vertragsformularen über den Unterschriften angeordneten Text der Leasingverträge (BGHZ 113, 48 [BGH 20.11.1990 - XI ZR 107/89]; BGH, Urteil vom 13. Oktober 1994 - IX ZR 25/94 = WM 1994, 2233 unter II 2 b).
BGH, 21.01.1992 - XI ZR 71/91
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BPatG, 10.03.2008 - 11 W (pat) 4/08
VG Arnsberg, 17.05.2004 - 3 K 5091/03
BPatG, 26.06.2012 - 21 W (pat) 38/09
BPatG, 18.08.2011 - 19 W (pat) 22/11
BPatG, 17.12.2002 - 23 W (pat) 48/01