Source: http://www.jurablogs.com/2011/10/09/kann-rahmen-pruefung-hilfebeduerftigkeit-aufgrund-pfaendungs-berweisungsbeschlusses
Timestamp: 2017-08-20 02:02:29
Document Index: 177625648

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 850', '§ 850', '§ 850', '§ 850', '§ 11', 'BGH', '§ 850']

Kann im Rahmen der Prüfung der Hilfebedürftigkeit der aufgrund eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses gepfändete Teil des Erwerbseinkommens eines Antragstellers als Einkommen nach § 11 SGB II berücksichtigt werden?
Grundsätzlich ist eine Berücksichtigung von Schuldverpflichtungen im SGB II nicht möglich. Als Einkommen nach § 11 SGB II können aber nur bereite Mittel berücksichtigt werden. Bereite finanzielle Mittel stehen dem Leistungsberechtigten dann zur Verfügung, wenn er sie kurzfristig und ohne wesentliche Zwischenschritte realisieren kann, um mit ihnen seinen Bedarf zu decken. Soweit Teile des Arbeitseinkommens aufgrund eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses gepfändet werden, hat der Antragsteller darüber keinerlei Verfügungsmöglichkeiten, d. h. diese stehen ihm nicht als bereite Mittel zur Verfügung. Daher ist der gepfändete Betrag bei der Prüfung der Hilfebedürftigkeit grundsätzlich nicht als Einkommen nach § 11 SGB II zu berücksichtigen. Regelmäßig dürfte es sich bei dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss um einen so genannten Blankettbeschluss handeln. D. h. dem Drittschuldner (hier: Arbeitgeber) wird verboten, Arbeitseinkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenzen nach § 850 c Abs. 3 ZPO an den Schuldner (hier: Arbeitnehmer, Antragsteller) auszuzahlen. Nach § 850 c Abs. 3 Satz 2 ZPO genügt die Bezugnahme auf die Tabelle über die Pfändungsfreigrenzen zu § 850 c Abs. 3 ZPO. Dem Arbeitgeber wird dabei die eigenständige Ermittlung des konkret pfändbaren Arbeitseinkommens auferlegt. Dem Antragsteller wird daher immer das Einkommen bis zum Erreichen der Pfändungsfreigrenze ausgezahlt. Tritt im Einzelfall durch die Pfändung des Einkommens erhöhte Hilfebedürftigkeit ein, so ist dem Antragsteller aufzuerlegen, beim Vollstreckungsgericht eine Erhöhung des unpfändbaren Betrages zu beantragen (§ 850 f Abs. 1 Buchstabe a ZPO). Beispiel: Familie mit 3 Kindern (15, 16 und 17 Jahre). Bedarf nach SGB II: 2.225 € Einkommen eLb: 2.000 € ./. Freibetrag § 11b: 330 € ---------------- Anzurechnen 1.670 € Kindergeld (2x 184 € + 1x 190 €): 558 € ---------------- Einkommen insgesamt: 2 ...Zum vollständigen Artikel
Pfändung von Arbeitseinkommen – was ist zu beachten?
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neue Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen ab 1.07.2011
Veröffentlicht October 9, 2011 11:04am im Blog sozialrechtsexperte.
Arbeitnehmer, Zpo, Einkommen, Sgb Ii