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Timestamp: 2016-05-27 08:15:42
Document Index: 110774640

Matched Legal Cases: ['Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 21', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 12']

Fotos oben: Gegen Montagsspiele	Offener Brief zur angek�ndigten Kartenvergabepraxis beim Spiel Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96
Aktuelles >> An
Stefan Weil, Nieders�chsischer Ministerpr�sident
Boris Pistorius, Minister f�r Inneres und Sport des Landes Niedersachsen
die MitgliederInnen des Ausschuss f�r Rechts und Verfassungsfragen des Nieders�chsischen Landtags
die MitgliederInnen des Ausschuss f�r Inneres und Sport des Nieders�chsischen Landtags
die innenpolitischen SprecherInnen der nieders�chsischen Landtagsfraktionen
die rechtspolitischen SprecherInnen der nieders�chsischen Landtagsfraktionen
die sportpolitischen SprecherInnen der nieders�chsischen Landtagsfraktionen
Andreas Rettig, Vorstand des Ligaverbandes
Martin Kind, Pr�sident Hannover 96
Hendrik Gro�e Lefert, Sicherheitsbeauftragter DFB
Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte
Thomas Beckmann, Bundesarbeitgemeinschaft der Fanprojekte
Sehr geehrter Herr Ministerpr�sident Weil,
Sehr geehrter Herr Minister Pistorius,
Sehr geehrte Mitgliederinnen und Mitglieder der Aussch�sse,
Sehr geehrte Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen,
Wir, die ?IG Unsere Kurve? und ?ProFans? sind zwei �berregional t�tige Fanorganisationen und vertreten die Interessen von weit �ber 100.000 organisierten Fu�ballfans und sind verl�sslicher Ansprechpartner f�r DFB, DFL und weitere Institutionen.
Wir wenden uns mit diesem offenen Brief an Sie, da die j�ngsten Ank�ndigungen rund um die Erstligabegegnung Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 f�r uns Grund zur Sorge sind. Laut Mitteilung auf der Homepage von Hannover 96 vom 11. M�rz 2014[1] werden die Eintrittskarten f�r die G�stefans aus der Landeshauptstadt erst w�hrend einer organisierten Busfahrt ab Hannover ausgeh�ndigt.
Dieses Vorgehen erscheint uns zutiefst problematisch und in Teilen verfassungswidrig.
Die Tatsache, dass alle B�rgerinnen und B�rger, welche dieses Spiel aus dem G�steblock verfolgen m�chten, verpflichtend mit den von Hannover 96 organisierten Bussen nach Braunschweig reisen m�ssen, verletzt unserer Ansicht nach das Recht jeder betroffenen B�rgerin und jedes betroffenen B�rgers auf Reisefreiheit, wie sie in Art. 13, Abs. 1 der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte, Art. 12, Abs. 1 des Internationalen Pakts �ber b�rgerliche und politische Rechte, Art. 21, Abs. 1 des Vertrags �ber die Arbeitsweise der Europ�ischen Union und Art. 11, Abs. 1 des Grundgesetzes verbrieft ist.
Nat�rlich sehen einige der genannten Gesetze auch die M�glichkeit der Einschr�nkung des Grundrechts auf Reisefreiheit vor, aber nur um strafbaren Handlungen vorzubeugen (Art. 11, Abs. 2 GG) oder zum Schutz der �ffentlichen Ordnung (Art. 12, Abs. 3 IPbpR). Wir bezweifeln aber stark, dass im vorliegenden Fall der Grundsatz der Verh�ltnism��igkeit gewahrt wurde. Aus der simplen Absicht, ein Fu�ballspiel verfolgen zu wollen, kann wohl kaum eine Gefahr f�r die �ffentliche Ordnung abgeleitet werden und 2.100 Fu�ballfans pauschal die Absicht strafbarer Handlungen zu unterstellen, erscheint uns auch mehr als unangebracht.
Hier m�chten wir auf das Hinspiel am 8. November letzten Jahres im Hannoveraner Stadion verweisen. Laut Polizeimitteilung kam es w�hrend des gesamten Tages trotz ca. 2.000 gewaltbereiter Fans beider Lager nur zu lediglich 5 Festnahmen, 22 Personen wurden leicht verletzt, kein einziger Polizist oder B�rger schwer. Am Ende sahen 47.200 Menschen ein sportlich schwaches Unentschieden und selbst Hannovers Polizeipr�sident Volker Kluwe zog ein positives Res�mee des Tages, als er sich mit den Worten ?Unser Konzept zur Trennung rivalisierender Gewaltt�ter ist aufgegangen. Wir konnten ein Aufeinandertreffen [?] unterbinden und somit Schlimmeres verhindern.?[2] zitieren lies. Auch die Fanvertreter der Hannoveraner Interessengemeinschaft Rote Kurve werten die Polizeitaktik aus dem Hinspiel als Erfolg. Es kam zu keinerlei Kontakt zwischen den rivalisierenden Fans und das, obwohl Teile der Braunschweiger Fans individuell in die Landeshauptstadt reisten.
Ebenso ist es f�r uns unverst�ndlich, dass die genannte Entscheidung ohne ersichtliche R�cksprache mit Fanbeauftragten und/oder Fanprojekten erfolgte. Gerade diese Institutionen gilt es beim Dialog zwischen Vereinen und Fans als Vermittler zu nutzen und ihre Expertise in der Bewertung von solchen Vorgehen zu nutzen.
Unter diesen Voraussetzungen appellieren wir dringend an Sie, die angek�ndigten Ma�nahmen zu �berdenken. Nutzen Sie alles in Ihrer Macht stehende, um das aktuell geplant Vorgehen zu verhindern. Denn auch Fu�ballfans haben einen Anspruch darauf, als m�ndige B�rgerinnen und B�rger selbst zu entscheiden, wie sie zu einem Spiel reisen.
F�r R�ckfragen stehen wir selbstverst�ndlich gerne zur Verf�gung.
IG Unsere Kurve / ProFans
[1] Vgl. Hannover 96: Braunschweig-Tickets werden verlost
http://www.hannover96.de/CDA/aktuelles/alle-news/detailansicht/news/Braunschweig_Tickets_werden
_verlost.html [19.3.2014]
[2] Zitiert nach PD Hannover: Vorl�ufige Bilanz zum Bundesligaspiel Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig.
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/66841/2597148/pol-h-vorlaeufige-bilanz-zum- bundesligaspiel-hannover-96-gegen-eintracht-braunschweig [19.03.2014]