Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201970,%20470
Timestamp: 2020-04-10 03:58:31
Document Index: 236997447

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 6', '§ 2', '§ 16', '§ 2', 'BGH', '§ 284', '§ 284', '§ 284', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 29']

BFH, 04.03.1970 - I R 123/68 - dejure.org
https://dejure.org/1970,189
BFH, 04.03.1970 - I R 123/68 (https://dejure.org/1970,189)
BFH, Entscheidung vom 04.03.1970 - I R 123/68 (https://dejure.org/1970,189)
BFH, Entscheidung vom 04. März 1970 - I R 123/68 (https://dejure.org/1970,189)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,189) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Unterhaltung eines Gestüts - Betriebswirtschaftliche Grundsätze - Einkunftserzielung - Ermittlung des Einkommens - Körperschaft
EStG § 2 Abs. 3; KStG § 5; KStG § 6 Abs. 1
BFHE 98, 259
DB 1970, 1156
DB 1970, 1204
Mit diesem Merkmal sollen Tätigkeiten als Grundlagen für Einkünfte im Rahmen der Einkunftsarten i. S. des § 2 Abs. 3 Nrn. 1 bis 3 EStG von anderen Tätigkeiten mit nicht einkommensteuerbaren Einkünften -Vermögensmehrungen, die keiner der sieben Einkunftsarten zuzuordnen sind (BFH-Urteil vom 4. März 1970 I R 123/68, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470) - abgegrenzt werden.
a) Der Senat hat ursprünglich --und ebenso wie zuvor schon der Reichsfinanzhof (vgl. Urteil vom 23. März 1927 I A 298/26, RFHE 21, 53, RStBl 1930, 353; vom 26. April 1930 I eA 45/30, RFHE 26, 309, RStBl 1930, 352)-- zu der bis zum 31. Dezember 1976 geltenden Fassung des KStG die Auffassung vertreten, Aufwendungen einer Kapitalgesellschaft könnten auch einem außerbetrieblichen Bereich zugeordnet werden (vgl. z.B. Gutachten vom 17. Mai 1952 I D 1/52 S, BFHE 56, 591, BStBl III 1952, 228; Urteile vom 2. November 1965 I 221/62 S, BFHE 85, 121, BStBl III 1966, 255; vom 4. März 1970 I R 123/68, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470; vom 7. Juli 1976 I R 180/74, BFHE 119, 494, BStBl II 1976, 753; vom 24. September 1980 I R 88/77, BFHE 131, 434, BStBl II 1981, 108).
Steuerlich gesehen hat eine Kapitalgesellschaft keine außerbetriebliche Sphäre (Änderung der Rechtsprechung: vgl. BFH-Urteile vom 2. November 1965 I 221/62 S, BFHE 85, 121, BStBl III 1966, 255, und vom 4. März 1970 I R 123/68, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470).
Soweit der Senat in seinen Urteilen vom 2. November 1965 I 221/62 S (BFHE 85, 121, BStBl III 1966, 255) und vom 4. März 1970 I R 123/68 (BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470) eine andere Auffassung vertreten hat, hält er an derselben zumindest für die Zeit nach Inkrafttreten des KStG 1977 nicht länger fest.
b) Zwar hat der Senat es in BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470 abgelehnt, die durch den Unterhalt eines Gestüts entstandenen Verluste in die Gewinnermittlung der Kapitalgesellschaft einzubeziehen und alle Einkünfte einer GmbH schlechthin als solche aus Gewerbebetrieb zu behandeln.
Auch bei Rennställen hat die Rechtsprechung in verschiedenen Fällen angenommen, daß die Gewinnerzielungsabsicht fehle (RFH in RStBl 1944, 366; BFH-Urteile vom 4. März 1970 I R 123/68, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470; vom 21. Juni 1972 I R 29/72, NV).
Diese in BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470 enthaltene Aussage, die sich das FG zu eigen gemacht hat, betraf einen mit dem vorliegenden Sachverhalt nicht vergleichbaren Fall eines Gestüts, das als solches trotz seiner optimalen Betriebsorganisation für eine nachhaltige Gewinnerzielung nicht geeignet war.
Wenn das FG ausführt, der Grund, warum der Betrieb des Klägers nicht geeignet war, als Einkunftsquelle zu dienen, liege neben dem hohen Lohnaufwand in den hohen Investitionen der ersten Jahre, so beruht diese Betrachtung wieder auf der rechtlich nicht haltbaren Forderung des FG, daß hohe Anfangsverluste mit zukünftigen Gewinnen ausgeglichen werden müßten, die es irrtümlich aus dem Urteil in BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470 übernommen hat.
Entschädigung - Steuerberatungsgesellschaft - GmbH - Antrag auf …
Wie der erkennende Senat im Urteil vom 4. März 1970 I R 123/68 (BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470) dargelegt hat, kann § 16 KStDV nicht die Wirkung haben, daß alles, was eine Kapitalgesellschaft bezieht, ohne Rücksicht auf die Tragweite des § 2 Abs. 3 EStG den Einkünften aus Gewerbebetrieb zuzurechnen ist.
Insoweit gilt das gleiche wie für Einnahmen einer Kapitalgesellschaft aus der Unterhaltung eines Gestüts, wenn die im BFH-Urteil I R 123/68 im einzelnen dargelegten Voraussetzungen zutreffen.
Die Vorinstanz ist - ausgehend von den Grundsätzen des BFH-Urteils I R 123/68 - zu einer gegenteiligen Rechtsauffassung gelangt.
Nach Beendigung des Verzuges besteht ein Rücktrittsrecht des Gläubigers nicht mehr (BGHZ 34, 191, 197 für den Fall der Verjährung; Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - VIII ZR 305/89, zur Veröffentlichung vorgesehen, unter II 2 b für den Fall der Stundung;… im übrigen MünchKomm/Walchshöfer, BGB, 2. Aufl., § 284 Rdnr. 48;… Soergel/Wiedemann, BGB, 12. Aufl., § 284 Rdnr. 52;… Palandt/Heinrichs aaO. § 284 Anm. 6 d; Müller DB 1970, 1209, 1210 [BFH 04.03.1970 - I R 123/68];… Eisenhardt aaO. S. 493 jedenfalls für Verzugsbeendigung durch Erfüllung).
Für die rechtliche Möglichkeit eines steuerrechtlichen Privatvermögens der Personenhandelsgesellschaft spricht auch, daß nach der Rechtsprechung des BFH, der sich der BGH angeschlossen hat, selbst eine Kapitalgesellschaft neben dem Gesellschaftsverhältnis einen weiteren betriebsfremden Bereich haben kann (BFH-Gutachten vom 17. Mai 1952 I D 1/52 S, BFHE 56, 591, BStBl III 1952, 228, 231; BFH-Urteile vom 2. November 1965 I 221/62 S, BFHE 85, 121, BStBl III 1966, 255, und vom 4. März 1970 I R 123/68, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470, und vom 7. November 1963 IV 117/60 S, BFHE 78, 469, BStBl III 1964, 181; BGH-Urteil vom 28. Januar 1987 3 StR 373/86, DStR 1987, 209, BB 1987, Beilage zu Heft 9).
Die Klägerin kann sich nicht mit Erfolg auf das BFH-Urteil vom 4. März 1970 I R 123/68 (BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470) berufen.
Das Urteil in BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470, auf das sich die Klägerin beruft, hat darauf hingewiesen, daß es für das Körperschaftsteuerrecht unerheblich sei, ob § 2 Abs. 2 Nr. 2 GewStG a.F. (entspricht § 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG in der für das Streitjahr gültigen Fassung) für das Gewerbesteuerrecht zu einem anderen Ergebnis führe als das KStG; denn im KStG sei keine entsprechende Regelung getroffen.
Daraus sowie aus den Bestimmungen über die Gliederung des verwendbaren Eigenkapitals (§§ 29 f. KStG) zieht die neuere Rechtsprechung den Schluß, daß Kapitalgesellschaften selbst dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb haben, wenn ihnen im konkreten Fall die Gewinnerzielungsabsicht fehlt (vgl. BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 54/95, BFHE 182, 123 unter ausdrücklicher Aufgabe der früher im Urteil vom 4. März 1970, BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470 vertretenen Rechtsauffassung).
Diese dürfte indessen für die hiesigen Streitjahre in der Praxis dadurch stark abgemildert worden sein, daß der BFH seine Rechtsprechung zur Liebhaberei bei inländischen Kapitalgesellschaften erst Ende 1996 geändert hat (Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 54/95, BFHE 182, 123), so daß der überwiegende Teil dieser Steuerpflichtigen bei den Turnieren in den Streitjahren noch nach dem früheren Urteil (BFHE 98, 259, BStBl II 1970, 470) unter Anerkennung der Liebhaberei veranlagt worden sein dürfte.
BFH, 08.12.1971 - I R 80/70
Schadensersatzleistung - Steuerlicher Berater - Ansatz bei Gewinnermittlung
BFH, 15.07.1975 - VIII R 61/71
Betragsausschüttung - Kapitalgesellschaft - Gewährte Investitionszulage - …
BFH, 12.07.1973 - IV R 183/70
Betriebsveräußerung - Rückstellung für Pensionsanwartschaften - Laufender Gewinn …
BFH, 18.11.1970 - I R 116/69
Veräußerung eines Gewerbebetriebs - Gewinn - Teilbetriebs - Veräußerung von …
BFH, 04.06.1973 - IV R 133/71
Mitunternehmeranteil - Rücklage für Preissteigerung - Anteiliger Wegfall - …