Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.11.2013&Aktenzeichen=NotZ%28Brfg%29%209%2F13
Timestamp: 2019-04-25 13:03:51
Document Index: 103375009

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 6', 'Art. 12', '§ 6', '§ 10', 'Art 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 5', 'BGH']

BGH, 25.11.2013 - NotZ(Brfg) 9/13 - dejure.org
BNotO § 6; GG Art. 12 Abs. 1 Satz 2
§ 6 Abs 3 BNotO, § 10 Abs 1 S 3 BNotO, Art 12 Abs 1 S 2 GG
Notarstellenbesetzung: Erlöschen des Bewerbungsverfahrensanspruchs bei Beendigung des Stellenbesetzungsverfahrens aus sachlichem Grund
Beendigung eines Stellenbesetzungsverfahrens bzgl. einer Notarstelle aus sachlichen Gründen
Notarrecht - Stellenbesetzungsverfahren
Besetzung einer Notarstelle - der Verzicht des erfolgreichen Notaranwärters
OLG München, 29.11.2012 - VA-Not 3/12
NJW-RR 2014, 629
DNotZ 2014, 307
WM 2014, 807
a) Das Oberlandesgericht hat die Frage, ob dem Kläger ein Anspruch auf Zuweisung einer der durch Ausschreibung vom 7. Juli 2010 ausgeschriebenen Notarstellen im Amtsgerichtsbezirk Frankfurt am Main zusteht, anhand der ständigen Rechtsprechung des Senats über das Erlöschen des Bewerbungsverfahrensanspruchs bei Beendigung des Stellenbesetzungsverfahrens aus sachlichem Grund (vgl. zuletzt Senat, Beschluss vom 25. November 2013 - NotZ(Brfg) 9/13, DNotZ 2014, 307 ff.) beurteilt.
Auch insoweit ist die zuständige öffentlich-rechtliche Körperschaft aufgrund ihrer Organisationsgewalt grundsätzlich berechtigt, ein Stellenbesetzungsverfahren aus sachlichen Gründen zu beenden (vgl. BGH, Senat für Notarsachen, Beschlüsse vom 23. Juli 2012 - NotZ (Brfg) 2/12, aaO Rn. 5; vom 25. November 2013 - NotZ(Brfg) 9/13 aaO Rn. 7).
Zutreffend hat das Oberlandesgericht insoweit auf die mangelnde Vergleichbarkeit der Sachverhalte abgestellt, weil die Berücksichtigung der Mindestverweildauer durch den Beklagten - auf die sich in früheren Bewerbungsverfahren des Klägers die Rheinische Notarkammer nach Abstimmung mit der Justizverwaltung Nordrhein-Westfalen berufen hatte (Senat, Beschlüsse vom 25. November 2013 - NotZ(Brfg) 9/13, DNotZ 2014, 307 Rn. 1;… vom 20. Juli 2015 - NotZ(Brfg) 1/15, DNotZ 2015, 876 Rn. 3, 4) - im Rahmen der gebotenen Abstimmung, Rücksichtnahme und Zusammenarbeit der Länder erfolgt war (vgl. BVerfG, NJW-RR 2005, 1431, 1432 f.).
Auch insoweit steht der zuständigen öffentlich rechtlichen Körperschaft aufgrund ihrer Organisationsgewalt grundsätzlich das Recht zu, ein Stellenbesetzungsverfahren aus sachlichen Gründen zu beenden (…BGH, Beschluss v. 23.07.2012- NotZ (Brfg) 2/12, ZNotP 2012, 358 Rdnr. 4 und Beschluss v. 25.11.2013 NotZ (Brfg) 9/13, Rdnr. 5,7 zitiert nach juris).
Eine aus dem Organisationsrecht erwachsende Entscheidung zum Abbruch des Auswahlverfahrens berührt zudem grundsätzlich nicht die Rechtstellung von Bewerbern, da das für den Abbruch des Verfahrens maßgebliche Ermessen ein anderes ist als das bei einer Stellenbesetzung zu beachtende Auswahlermessen (…vgl. Bundesverwaltungsgericht, BVerwGE 141, 361 Rdnr. 27, Bundesverfassungsgericht Beschluss v. 12.07.2011 a. a. O.; BGH Senat für Notarsachen Beschluss v. 25.11.2013, a. a. O.).
Als sachliche Gründe sind dabei solche anzusehen, die entweder aus § 4 BNotO oder aus den §§ 5 bis 7 BNotO abgeleitet werden können ( BGH Beschluss vom 25.11.2013, a.a.O).
Auf den Senatsbeschluss vom 25. November 2013 (NotZ(Brfg) 9/13, NJW-RR 2014, 629) wird Bezug genommen.