Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.01.1995&Aktenzeichen=XI%20ZR%20225/93
Timestamp: 2019-05-19 15:37:51
Document Index: 172204193

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 607', '§ 817', '§ 818', '§ 818', '§ 819', '§ 818', 'BGH', '§ 818', '§ 311', 'BGH', 'BGH', '§ 819', 'BGH', 'BGH', '§ 817', '§ 819', 'BGH', '§ 817', '§ 817', '§ 817']

BGH, 17.01.1995 - XI ZR 225/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,620
BGH, 17.01.1995 - XI ZR 225/93 (https://dejure.org/1995,620)
BGH, Entscheidung vom 17.01.1995 - XI ZR 225/93 (https://dejure.org/1995,620)
BGH, Entscheidung vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93 (https://dejure.org/1995,620)
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Darlehn - Sittenwidrigkeit
Pflicht zur Rückzahlung eines wegen betrügerischer Zweckverfolgung sittenwidrigen Darlehens
BGB § 607, § 817 Satz 2, § 818 Abs. 3
Rückforderung eines wegen Verfolgung eines sittenwidrigen Zwecks unwirksamen Darlehens
Ausschluß der Rückzahlung des Darlehenskapitals bei zu sittenwidrigem Zweck gegebenen Darlehen, Entreicherungseinwand gem. § 818 Abs. 3 BGB
NJW 1995, 1152
ZIP 1995, 453
WM 1995, 566
BB 1995, 637
BB 1995, 638
Sie stehen deshalb bösgläubigen Empfängerinnen und Empfängern einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung gleich, denen § 819 Abs. 1 BGB (in Verbindung mit § 818 Abs. 4 BGB ) versagt, sich auf den Wegfall der Bereicherung zu berufen (BGH…, Urteil vom 25. März 1982 - VII ZR 60/81, [...] Rn. 10;… Urteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 259/90, [...] Rn. 9; Urteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, [...] Rn. 13;… Urteil vom 2. Februar 1999 - XI ZR 74/98, [...] Rn. 19;… Urteil vom 27. Januar 2004 - XI ZR 37/03, [...] Rn. 25;… Urteil vom 16. Mai 2006 - XI ZR 6/04, Rn. 34;… Urteil vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05, Rn. 16;… Schwab in: MüKo, BGB , Bd. 5, 6. Aufl. 2013, § 818 Rn. 192 mwN aus der Rspr.).
Aufklärungs- und Hinweispflichten, deren Verletzung die Haftung aus culpa in contrahendo (siehe jetzt § 311 Abs. 2 BGB) zur Folge hat, können allein aufgrund des rechtsgeschäftlichen Kontakts der Parteien entstehen, auch wenn der Vertrag nicht wirksam zustande kommt (vgl. z.B.: BGH, Urteile vom 9. November 2004 - XI ZR 315/03 - NJW 2005, 668, 670 und vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93 - NJW 1995, 1151, 1153).
Das Berufungsgericht hat bislang keine Feststellungen zu der zwischen den Parteien streitigen Frage getroffen, ob die Beklagte Pflichten zur mündlichen Aufklärung und Beratung (vgl. hierzu Senat BGHZ 123, 126, 128; Senat, Urteile vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, WM 1995, 566, 568, vom 11. März 1997 - XI ZR 92/96, WM 1997, 811, 812 und vom 9. Mai 2000 - XI ZR 159/99, WM 2000, 1441, 1442) verletzt hat.
Weil ein Darlehensnehmer weiß, dass er das Darlehenskapital zurückzahlen muss, steht er dem bösgläubigen Empfänger einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung gleich, dem § 819 Abs. 1 BGB die Berufung auf den Wegfall der Bereicherung versagt (BGHZ 83, 293, 295; 115, 268, 270 f.; Senatsurteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, WM 1995, 566, 567; auch Senatsurteile vom 2. Februar 1999 - XI ZR 74/98, WM 1999, 724, 725, vom 27. Januar 2004 - XI ZR 37/03, WM 2004, 620, 623 und vom 16. Mai 2006 - XI ZR 6/04, WM 2006, 1194, 1198, für BGHZ vorgesehen).
Beim gesetz- und sittenwidrigen Darlehensvertrag ist anerkannt, dass die Bank nach § 817 Satz 2 BGB dem Darlehensnehmer für die (rechtsunwirksam) vereinbarte Zeit der Kapitalnutzung das Kapital zinsfrei belassen muss (Senatsurteile vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, WM 1995, 566, 567;… Canaris, Bankvertragsrecht 2. Aufl. Rdn. 1315).
Die Anwendung dieser Vorschrift scheidet hier schon deshalb aus, weil jeder Darlehensnehmer unabhängig von seinen subjektiven Vorstellungen über die Wirksamkeit der Darlehensvereinbarung stets weiß, daß er das Darlehenskapital nicht auf Dauer behalten kann, und daher auch bei Unkenntnis der Nichtigkeit der Vereinbarung als bösgläubig im Sinne des § 819 Abs. 1 BGB zu behandeln ist (Senatsurteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, WM 1995, 566, 567 m.w.Nachw.).
Nach der Rechtsprechung des Senats scheitert eine Rückforderung des Darlehenskapitals grundsätzlich nicht an dieser Vorschrift, weil sonst der von der Rechtsordnung mißbilligte Zweck gleichsam legalisiert würde; vielmehr ist ein solcher Ausschluß - wie z.B. bei einem zu Spielzwecken hingegebenen und verlorenen Darlehen - nur dann gerechtfertigt, wenn die Durchführung des zu mißbilligenden Zwecks von vornherein mit einem dem Darlehensgeber bekannten Risiko verbunden war, dieses Risiko sich verwirklicht und für den Darlehensnehmer zu einem Verlust des Kapitals geführt hat (vgl. Senatsurteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93 = WM 1995, 566, 567 f.; BGH, Urteil vom 15. März 1990 - III ZR 248/88 = WM 1990, 799, 802; OLG München MDR 1977, 228;… Erman/Westermann § 817 Rdn. 22;… MünchKomm/Lieb § 817 Rdn. 21; Becker-Eberhard WuB IV A. § 817 BGB 1.95; Kohler EWiR 1995, 443, 444).
KG, 13.03.1998 - 17 U 9667/97
OLG Brandenburg, 18.01.2006 - 4 U 90/04
Ungerechtfertigte Bereicherung: Hintermann als Bereicherungsschuldner; …