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Timestamp: 2019-11-15 05:18:22
Document Index: 358204552

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 4', '§ 49', '§ 53', '§ 59', '§ 60', '§ 30', '§ 44']

Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) 18 Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes Überarbeitung: Stand Januar 2015 | ARBITRAGE RECYCLING SOLUTION
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) 18 Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes Überarbeitung: Stand Januar 2015
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) 18
aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes
Überarbeitung: Stand Januar 2015
1. Zielsetzung und Aufgabenstellung 3
1.1 Rechtliche Rahmenbedingungen; Einheit von Umweltschutz, Arbeitsschutz, Hygiene3
1.2 Geltungsbereich 4
2. Bezeichnung der Abfälle und Einstufung nach ihrer Gefährlichkeit; Hinweise zur
Handhabung und Entsorgung 5
2.1. AVV Kapitel 18 Abfälle aus der humanmedizinischen oder tierärztlichen Versorgung
und Forschung (ohne Küchen- und Restaurantabfälle, die nicht aus der unmittelbaren
Krankenpflege stammen) 5
2.1.1 AVV Gruppe 18 01 Abfälle aus der Geburtshilfe, Diagnose, Behandlung oder
Vorbeugung von Krankheiten beim Menschen 5
2.1.2 AVV Gruppe 18 02 Abfälle aus Forschung, Diagnose, Krankenbehandlung und
Vorsorge bei Tieren 12
2.2 Weitere im Gesundheitsdienst anfallende Abfälle 13
3. Anforderungen an die ordnungsgemäße Entsorgung 15
3.1. Innerbetriebliche Anforderungen 15
3.2. Außerbetriebliche Anforderungen 17
3.3. Gefahrgutrechtliche Hinweise 17
4. Eigenkontrolle 17
5. Landesabfallwirtschaftspläne 18
6. Schlussbestimmung 18
Anlage 1: Tabellarische Übersicht für die Zuordnung zu Abfallschlüsseln
Anlage 2: Hinweise auf geltende rechtliche Regeln
1. Zielsetzung und Aufgabenstellung
Diese Vollzugshilfe gibt Hinweise für die Einstufung und Entsorgung von Abfällen aus allen
Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die im Rahmen der humanmedizinischen und tierärztlichen Versorgung und Forschung anfallen. Die Erfahrung der Praxis bestätigt, dass entgegen den gelegentlich in der Öffentlichkeit geäußerten Befürchtungen von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes bei sachgemäßer Handhabung keine größeren Gefahren ausgehen als von ordnungsgemäß entsorgtem Siedlungsabfall und ähnlichen gewerblichen und industriellen Abfällen. Ziel dieser Vollzugshilfe ist es, auch unter Berücksichtigung
der wirtschaftlichen Zumutbarkeit eine sichere und ordnungsgemäße Abfallentsorgung zu
gewährleisten, die Krankheitsübertragungen und Umweltbelastungen vermeidet. Neben diesen Aspekten ist die konkrete Situation der unterschiedlichen, einzelnen Einrichtungen zu
beachten und die Entwicklung der Technik einzubeziehen.
1.1 Rechtliche Rahmenbedingungen;
Einheit von Umweltschutz, Arbeitsschutz, Hygiene
Die Vermeidung und Bewirtschaftung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes richten sich nach den Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) und
haben so zu erfolgen, dass
– die natürlichen Ressourcen geschont werden und
– der Schutz von Mensch und Umwelt sichergestellt ist.
Das KrWG mit seinem umfangreichen untergesetzlichen Regelwerk stellt die Eigenverantwortlichkeit des Abfallerzeugers in den Mittelpunkt, dessen Maßnahmen gemäß § 6 grundsätzlich in folgender Rangfolge stehen:
4. sonstige Verwertung und
Ausgehend von dieser Rangfolge soll die Maßnahme Vorrang haben, die den Schutz von
Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips am besten gewährleistet.
Die Anforderungen des KrWG erfordern eine ökologisch orientierte Ausrichtung der Organisation. Diese beginnt mit der Warenbeschaffung und endet mit der ordnungsgemäßen und
schadlosen Verwertung bzw. der gemeinwohlverträglichen Beseitigung und umfasst die
Handhabung der Abfälle innerhalb der Einrichtung des Gesundheitsdienstes bis zu ihrer
Bereitstellung zur Entsorgung außerhalb der Einrichtungen des Gesundheitsdienstes.
Zu beachten sind die Überlassungspflichten des § 17 KrWG an die öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger sowie landesrechtliche Regelungen zu Andienungs- und Überlassungspflichten für gefährliche Abfälle. Zu beachten sind außerdem die Rücknahmepflichten von
Herstellern und Vertreibern im Rahmen ihrer Produktverantwortung.
Grundlage für die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung bzw. die gemeinwohlverträgliche Beseitigung sind neben den Bestimmungen des Abfallrechts das Infektionsschutz-, Arbeitsschutz-, Chemikalien- und Gefahrgutrecht.
Bei der Bewirtschaftung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ist zu berücksichtigen, inwieweit aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen innerhalb
und außerhalb der Einrichtung des Gesundheitsdienstes zu stellen sind.
Da zur Beurteilung des Infektionsrisikos fundierte infektionsepidemiologische und hygienische Kenntnisse unentbehrlich sind, sind die im Einzelfall innerhalb der Einrichtungen des
Gesundheitsdienstes notwendigen Maßnahmen unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen im Einvernehmen mit dem für die Hygiene Zuständigen
(z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft, hygienebeauftragter Arzt), dem Betriebsarzt
sowie dem Betriebsbeauftragten für Abfall und der Fachkraft für Arbeitssicherheit festzulegen
(auf die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
„Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen“, September 2009, wird verwiesen).
Hinweise auf rechtliche Regelungen finden sich in Anlage 2.
Diese Vollzugshilfe gilt für Einrichtungen oder die Teile von Einrichtungen, in denen bestimmungsgemäß
 Menschen medizinisch untersucht, behandelt oder gepflegt,
 Rettungs- und Krankentransporte ausgeführt,
 Tiere veterinärmedizinisch untersucht oder behandelt,
 Körpergewebe, -flüssigkeiten und -ausscheidungen von Menschen oder Tieren untersucht oder gehandhabt,
 Arbeiten mit Krankheitserregern ausgeführt,
 infektiöse oder infektionsverdächtige Gegenstände und Stoffe desinfiziert,
 Medikamente gehandhabt oder auch nur in geringen (nicht industriell hergestellten)
Mengen zubereitet werden.
Zu diesen Einrichtungen gehören im Wesentlichen:
 Krankenhäuser einschließlich entsprechender Einrichtungen in Justizvollzugsanstalten
und Sonderkrankenhäuser,
 Dialysestationen und -zentren außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen einschließlich der Dialyseplätze in Heimen und ähnlichen Einrichtungen,
 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Sanatorien und Kurheime,
 Pflege- und Krankenheime bzw. -stationen, einschließlich Gemeinde- und Krankenpflegestationen,
 Einrichtungen für das ambulante Operieren und die ambulante Behandlung,
 Arzt- und Zahnarztpraxen,
 Praxen der Heilpraktiker und physikalischen Therapie,
 Gesundheitsämter,
 Betriebsärzte oder arbeitsmedizinische Dienste,
 Sozialstationen,
 Haus- und Familienpflegestationen,
 Versuchstierhaltung mit infizierten Tieren,
 tierärztliche Praxen und Kliniken,
 Kliniken in veterinärmedizinischen Fakultäten und Hochschulen,
 veterinärmedizinische Institute und Forschungseinrichtungen,
 Medizinaluntersuchungsämter,
 Hygieneinstitute,
 Blutspendedienste,
 Blutbanken,
 medizinische Laborpraxen
 zahntechnische Laboratorien,
 human- und veterinärmedizinische Institute und Forschungseinrichtungen,
 Institute für Pathologie und
 Apotheken.
Die Vollzugshilfe regelt nicht die Entsorgung von radioaktiven Stoffen i. S. des Gesetzes
über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren
(Atomgesetz) vom 15. Juli 1985 (BGBl I S. 1565), die Beseitigung von tierischen Nebenprodukten i. S. der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr
bestimmte tierische Nebenprodukte und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002
(Verordnung über tierische Nebenprodukte sowie die Entsorgung von Abfällen mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen i. S. des Gesetzes zur Regelung der Gentechnik (Gentechnikgesetz) vom 16. Dezember 1993 (BGBl I S. 2066) in den jeweils geltenden Fassungen.
Die Abfälle werden je nach Herkunft, Art, Beschaffenheit und Zusammensetzung nachfolgenden Abfallarten der Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (AVV) zugeordnet und nach ihrer Gefährlichkeit eingestuft. Bei den mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Abfällen handelt es sich um gefährliche Abfälle.
Es werden Handhabungs- und Entsorgungshinweise gegeben, die die Anforderungen des
Umweltschutzes, des Arbeitsschutzes sowie des Infektionsschutzes und der Krankenhaushygiene berücksichtigen.
Ausschließlich nicht gefährliche Abfälle können bei Anfallstellen mit geringem Abfallaufkommen (z. B. kleine Arzt-, Zahnarzt-, Tierarztpraxen, Haus- und Familienpflegestationen, Apotheken) im Rahmen der regelmäßigen Entsorgung gemischter Siedlungsabfälle dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen werden. In diesen Fällen ist eine besondere
Zuordnung zu einem Abfallschlüssel (AS) der AVV nicht erforderlich. Die bei den einzelnen
AS nachfolgend gegebenen Hinweise sowie die jeweils geltenden örtlichen Abfallsatzungen
2.1. AVV Kapitel 18 Abfälle aus der humanmedizinischen oder tierärztlichen Versorgung und Forschung (ohne Küchen- und Restaurantabfälle, die nicht aus der
unmittelbaren Krankenpflege stammen)
2.1.1 AVV Gruppe 18 01 Abfälle aus der Geburtshilfe, Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten beim Menschen
spitze oder scharfe Gegenstände (außer 18 01 03*)
Abfälle von gebrauchten spitzen und scharfen medizinischen Instrumenten wie Kanülen,
Skalpelle und Gegenstände mit ähnlichem Risiko für Schnitt- oder Stichverletzungen müssen
in stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen gesammelt, fest verschlossen, sicher vor unbefugtem Zugriff bereitgestellt, transportiert und entsorgt werden. Die sichere Umhüllung
muss bis zur Übergabe in das Sammelbehältnis für zu entsorgende Abfälle gewährleistet
sein (z. B. Presscontainer). Eine gemeinsame Entsorgung mit Abfällen nach AS 18 01 04 ist
unter seuchenhygienischen Gesichtspunkten möglich, solange die Belange des Arbeitsschutzes (insbesondere der Schutz vor Verletzungen) beachtet werden.
Eine Verdichtung ist nur zulässig, wenn die Anforderungen des Arbeitsschutzes bis zur endgültigen Entsorgung gewährleistet sind.
Eine stoffliche Verwertung, die ein Öffnen der Sammelbehältnisse voraussetzt, ist auch nach
einer Desinfektion unzulässig. In jedem Falle ist verfahrenstechnisch sicherzustellen, dass
beim Umgang mit diesen Abfällen allen mit der Kontamination mit Blut verbundenen Gesundheitsrisiken Rechnung getragen wird.
Körperteile und Organe, einschließlich Blutbeutel und Blutkonserven (außer 18 01 03*)
Körperteile und Organabfälle, einschließlich mit Blut oder flüssigen Blutprodukten gefüllte
Behältnisse (z. B. nicht zum Einsatz gekommene Blutkonserven) sind bereits am Anfallort
getrennt zu erfassen und einer gesonderten Beseitigung (zugelassene Verbrennungsanlage)
ohne vorherige Vermischung mit Siedlungsabfällen zuzuführen. Die Abfälle sind in geeigneten, sicher verschlossenen Behältnissen zur zentralen innerbetrieblichen Sammelstelle zu
befördern und zur Abholung bereitzustellen. Ein Umfüllen oder Sortieren der Abfälle ist nicht
zulässig. Einzelne mit Blut oder flüssigen Blutprodukten gefüllte Behältnisse können unter
Beachtung von hygienischen und infektionspräventiven Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes (in dafür vorgesehene Ausgüsse) entleert werden. Der Inhalt kann unter Beachtung
wasserwirtschaftlicher Vorgaben (kommunale Abwassersatzung) dem Abwasser zugeführt
werden. Eine Verwertung einzelner Blutbestandteile (z. B. Plasmaderivate) in der Pharmaindustrie sollte Vorrang haben.
Die Bereitstellung dieser Abfälle hat so zu erfolgen, dass eine Gasbildung vermieden wird
(z. B. Lagerungstemperatur unter +15°C bei einer Lagerdauer von längstens einer Woche).
Bei einer Lagerungstemperatur unter +8°C kann die Lagerdauer in Abstimmung mit dem für
die Hygiene Zuständigen verlängert werden. Tiefgefrorene Abfälle können bis zu 6 Monaten
in den Einrichtungen des Gesundheitsdienstes gelagert werden.
Nicht zu den Körperteilen in diesem Sinne zählen extrahierte Zähne.
Besondere Anforderungen an die Sammlung und Entsorgung dieser Abfälle ergeben sich
aus der bekannten oder aufgrund medizinischer Erfahrung zu erwartenden Kontamination
mit Erregern der nachfolgend genannten Krankheiten, wenn dadurch eine Verbreitung der
Krankheit zu befürchten ist. Die Liste umfasst daher Erkrankungen, die unter Berücksichtigung
 der Ansteckungsgefährlichkeit (Kontagiosität, Infektionsdosis, epidemisches Potenzial),
 der Überlebensfähigkeit des Erregers (Dauer der Infektionstüchtigkeit),
 des Übertragungsweges,
 des Ausmaßes und der Art der potenziellen Kontamination,
 der Menge des kontaminierten Abfalls sowie
 der Schwere der ggf. ausgelösten Erkrankung und deren Behandelbarkeit
besondere Anforderungen an die Infektionsprävention stellen.
Es handelt sich zudem um Abfälle, die auch aufgrund § 17 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
besondere Beachtung erfordern (Gegenstände, die mit meldepflichtigen Erregern behaftet
sind). Über zahlreiche Infektionskrankheiten, die zum Teil auch eine Relevanz bei der Übertragung durch infektiöse Abfälle aufweisen können, stellt das Robert-Koch-Institut aktuelle
Informationen auf seinen Internetseiten bereit (Erreger gegliedert nach Übertragungswegen,
Infektionskrankheiten A-Z).
Nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens können Abfälle dieser Gruppe bei folgenden
Krankheiten des Menschen entstehen (in Klammern: relevante erregerhaltige Ausscheidung/Körperflüssigkeit):
Übertragung durch unmittelbaren Kontakt mit verletzter oder nicht-intakter Haut oder
Schleimhaut (z. B. durch Inokulation):
 AIDS/HIV-Infektion (Blut)
 Virushepatitis (Blut)
 TSE (Transmissible spongiforme Enzephalopathie) (Gewebe, Liquor)
 CJK, vCJK (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)1
 Cholera (Stuhl, Erbrochenes)
 Ruhr, HUS (enterophatisches hämolytisch-urämisches Syndrom) (Stuhl)
 Typhus/Paratyphus (Stuhl, Urin, Galle, Blut)
 Virushepatitis (Stuhl)
 aktive Tuberkulose (Sputum, Urin, Stuhl)
 Meningitis/Enzephalitis (insbesondere Meningokokken-Meningitis)
(Sputum/Rachensekret)
 Brucellose (Blut)
 Diphtherie (Sputum/Rachensekret, Wundsekret)
 Lepra (Nasensekret, Wundsekret)
 Milzbrand (Sputum/Rachensekret, Wundsekret)
 Pest (Sputum/Rachensekret, Wundsekret)
 Pocken (Rachensekret, Pustelsekret)
 Poliomyelitis (Sputum/Rachensekret, Stuhl)
 Psittacose (s. Vet. Med., keine Übertragung durch den Menschen)
 Q-Fieber (s. Vet. Med., keine Übertragung durch den Menschen)
 Rotz (Sputum/Rachensekret, Wundsekret)
 Tollwut (Sputum/Rachensekret)
 Tularämie (Wundsekret, Eiter)
 virusbedingte hämorrhagische Fieber (einschl. Ebola, Hanta renale Symptomatik/HFRS; pulmonale Symptomatik/HPS) (Blut, Sputum/Rachensekret, Wundsekret,
Abfälle dieser Art fallen typischerweise an:
 in klinisch-chemischen und infektionsserologischen Laboratorien,
 in mikrobiologischen Laboratorien,
 in Isoliereinheiten von Krankenhäusern,
 in Dialysestationen und Dialysezentren bei bekannten Virusträgern,
 in Abteilungen für Pathologie,
 im Operationssaal bzw.
 in Arztpraxen, die Patienten mit den genannten Erkrankungen
schwerpunktmäßig (d. h. nicht nur in sporadischen Einzelfällen) behandeln.
Es handelt sich dabei um Abfälle, die bei der Diagnose, Behandlung und Pflege von Patienten mit den oben genannten Infektionskrankheiten anfallen und mit erregerhaltigem
Blut/Serum, Exkret oder Sekret kontaminiert sind oder Blut/Serum in flüssiger Form enthalten, sowie Körperteile und Organe entsprechend erkrankter Patienten.
1 Mit TSE-Erregern kontaminierte Abfälle sind immer zu verbrennen.
Zur konkreten Beurteilung des Infektionsrisikos sind detaillierte Kenntnisse erforderlich. Daher sind die im Einzelfall innerhalb der Einrichtungen des Gesundheitsdienstes notwendigen
Maßnahmen unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen im
Einvernehmen mit dem für die Hygiene Zuständigen (z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft, hygienebeauftragter Arzt) sowie dem Betriebsarzt und der Fachkraft für die Arbeitssicherheit festzulegen (auf die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene
und Infektionsprävention „Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention
nosokomialer Infektionen“, September 2009, wird verwiesen).
In jedem Falle zählen zu diesen Abfällen alle nicht inaktivierten/desinfizierten mikrobiologischen Kulturen, die z. B. in Instituten für Hygiene, Mikrobiologie und Virologie sowie in der
Labormedizin und in Arztpraxen oder anderen vergleichbaren Einrichtungen mit entsprechender Tätigkeit anfallen und bei denen eine Vermehrung jeglicher Art von Krankheitserregern stattgefunden hat. Die Regelungen der Biostoffverordnung und die Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe sind vorrangig zu beachten (Hinweis: Zusätzlich erforderliche Schutzmaßnahmen, wie z. B. die Pflicht zur Inaktivierung, ergeben sich bei Abfällen aus
Sonderisolierstationen Schutzstufe 4 nach TRBA 250 oder in Abhängigkeit von der Schutzstufe nach Biostoffverordnung bei Tätigkeiten in Laboratorien und vergleichbaren Einrichtungen sowie in der Versuchstierhaltung.).
Bei den in der Regel durch Inokulation übertragbaren Infektionskrankheiten stehen die Belange des Arbeitsschutzes im Vordergrund. Zu diesen Abfällen zählen daher spitze und
scharfe Gegenstände, blutgefüllte Gefäße sowie blutgetränkter Abfall aus Operationen entsprechender Patienten aus entsprechenden Schwerpunktpraxen und Laboren sowie gebrauchte, ungespülte bzw. blutgefüllte Dialysesysteme aus der Behandlung bekannter Virusträger. Nicht gemeint sind kontaminierte trockene (nicht tropfende) Abfälle von entsprechend
erkrankten Patienten (AIDS, Virushepatitis) aus Einzelfallbehandlungen, wie z. B. kontaminierte Tupfer im Rahmen der Blutabnahme, nicht tropfende Wundverbände oder OP-Abdeckungen, Watterollen aus der zahnärztlichen Praxis.
Sogar bei den fäkal-oral übertragbaren Infektionen können Urin und Stuhl unter Beachtung
der persönlichen Hygiene und des Arbeitsschutzes dem Abwasser zugeführt werden (Kommunale Abwassersatzung beachten).
Alle Abfälle des AS 18 01 03* sind unmittelbar am Ort ihres Anfallens in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen (z. B. bauartgeprüfte Gefahrgutverpackung) zu
sammeln und ohne Umfüllen oder Sortieren in geeigneten, sicher verschlossenen Behältnissen (ggf. Säcke in Kombination mit Rücklaufbehältern) zur zentralen Sammelstelle zu befördern. Infektiöse Abfälle von gebrauchten spitzen und scharfen medizinischen Instrumenten
wie Kanülen, Skalpelle und Gegenstände mit ähnlichem Risiko für Schnitt- oder Stichverletzungen müssen in stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen gesammelt, fest verschlossen, sicher vor unbefugtem Zugriff bereitgestellt, transportiert und entsorgt werden, die Anforderungen an die Abfallbehältnisse nach Nr. 4.2.5.(6) TRBA 250 sind zu berücksichtigen.
Eine Kennzeichnung aller Behältnisse mit „Biohazard“-Symbol ist erforderlich. Eine Kontamination der Außenseite der Sammelgefäße ist in jedem Falle zu vermeiden (ggf. Desinfektion
der Außenseite erforderlich). Die Behältnisse sollen nicht zu groß sein, um eine sichere
Handhabung zu gewährleisten.
Für bestimmte Abfälle (z. B. Abfälle mit hohem Flüssigkeitsanteil) bieten Kunststoff- oder
Papiersäcke als alleinige Umhüllung beim Transport im Krankenhaus und anderen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes keine ausreichende Sicherheit. Solche Säcke dürfen nur in
einem festen Behältnis transportiert werden, das auch als Rücklaufbehälter eingesetzt werden kann. Rücklaufbehälter müssen leicht zu reinigen und mit zugelassenen Verfahren (§ 18
IfSG) zu desinfizieren sein.
Die Bereitstellung hat so zu erfolgen, dass eine Gasbildung in den Sammelbehältnissen
vermieden wird (z. B. Lagerungstemperatur unter +15°C bei einer Lagerdauer von längstens
einer Woche). Bei einer Lagerungstemperatur unter +8°C kann die Lagerdauer in Abstimmung mit dem für die Hygiene Zuständigen (z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft,
hygienebeauftragter Arzt) verlängert werden.
Die infektiösen Abfälle sind ohne vorheriges Verdichten oder Zerkleinern, in den für ihre
Sammlung verwendeten Behältnissen, in einer zugelassenen Anlage zu verbrennen. Sofern
keine TSE Erreger enthalten sind, können sie vor der endgültigen Entsorgung desinfiziert
werden. Ein Austritt von nicht desinfizierten Abfällen ist in jedem Falle zu vermeiden.
Abfälle des AS 18 01 03* dürfen in Anlagen, die baulich und funktionell den Anforderungen
der DIN 58949 entsprechen und deren Wirksamkeit bezüglich der Desinfektion von Abfällen
durch ein herstellerunabhängiges Gutachten gemäß DIN 58949-3 belegt ist oder mit vom
Robert Koch-Institut anerkannten Desinfektionsverfahren (siehe “Liste der vom Robert KochInstitut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren, Ziffer 3.4”) behandelt
werden. Erst danach können sie ggf. verdichtet werden.
Abfallbehandlungseinrichtungen, die z. B. desinfizieren, zerkleinern oder verdichten, sollten
nur zentral und außerhalb der Patienten- und Versorgungsbereiche betrieben werden. Die
Angaben zur Verpackung des Abfalls aus den Gutachten bzw. der Liste der anerkannten
Desinfektionsmittel und –verfahren sind zu beachten.
Desinfizierte Abfälle können unter Beachtung des weiter bestehenden Verletzungsrisikos
durch spitze und scharfe Gegenstände zusammen mit Abfall gemäß AS 18 01 04 entsorgt
Abfälle aus humanmedizinischer und biomedizinischer Forschung und Diagnostik an Tieren,
an deren Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen zu stellen
sind, sind dem AS 18 02 02* zuzuordnen.
AS 18 01 04
Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine
besonderen Anforderungen gestellt werden (z. B. Wund- und Gipsverbände, Wäsche,
Bei Abfällen, an deren Sammlung und Entsorgung außerhalb von Einrichtungen des Gesundheitsdienstes aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen gestellt
werden, handelt es sich um mit Blut, Sekreten oder Exkreten behaftete Abfälle wie Wundverbände, Gipsverbände, Einwegwäsche, Stuhlwindeln, Einwegartikel u. a. m. aus der unmittelbaren Krankenversorgung, sofern sie nicht von AS 18 01 03* erfasst werden.
Bereits an der Anfallstelle getrennt erfasste und nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten kontaminierte Abfälle (z. B. Papier, Zeitschriften, Verpackungen usw.) und Abfälle, die nicht aus
der direkten Behandlung von Patienten stammen, fallen nicht unter diesen Abfallschlüssel
und können spezielleren Abfallschlüsseln zugeordnet werden (z. B. AS 15 01 XX).
Die Abfälle AS 18 01 04 sind unmittelbar am Ort ihres Anfallens in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen zu sammeln und ohne Umfüllen oder Sortieren in sicher verschlossenen Behältnissen, ggf. in Kombination mit Rücklaufbehältern, zur zentralen
Sammelstelle zu befördern. Die Behältnisse sollen nicht zu groß sein, um eine sichere
Handhabung zu gewährleisten. Die Abfälle dürfen auch an der Sammelstelle nicht umgefüllt
oder sortiert werden.
Bei größeren Mengen von Körperflüssigkeiten (z. B. Urin, Drainageflüssigkeiten) in Behältnissen ist z. B. durch Verwendung geeigneter aufsaugender Materialien sicherzustellen,
dass bei Bereitstellung und Transport dieser Abfälle keine flüssigen Abfallinhaltsstoffe austreten. Kann dies nicht sichergestellt werden, sind die Abfälle dem AS 18 01 02 zuzuordnen.
Die Behältnisse mit Körperflüssigkeiten können unter Beachtung von hygienischen und infektionspräventiven Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes entleert und der Inhalt unter Beachtung wasserwirtschaftlicher Vorgaben (kommunale Abwassersatzung) dem Abwasser
Abfälle nach AS 18 01 04 sind getrennt von gemischten Siedlungsabfällen zu halten und in
dafür zugelassenen Anlagen zu entsorgen. Aus Gründen des Arbeitsschutzes sind diese
Abfälle ohne jegliche außerbetriebliche Vorbehandlung (Sortierung, Siebung, Zerkleinerung,
usw.) der thermischen Behandlung zuzuführen. Bei gemeinsamer Entsorgung mit gemischten Siedlungsabfällen ist der AS 18 01 04 zu verwenden. Werden geringe Mengen dieser
Abfälle im Rahmen der Entsorgung gemischter Siedlungsabfälle dem öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger überlassen und thermisch behandelt, ist eine gesonderte Deklaration
nicht notwendig (siehe Ziffer 2).
Eine Sortierung oder stoffliche Verwertung von Abfällen des AS 18 01 04 ist unter hygienischen Gesichtspunkten grundsätzlich zu untersagen. Eine Ausnahme wäre allenfalls möglich, wenn die zuständige Behörde ausdrücklich bestätigt, dass die Anforderungen des Arbeitsschutzes beachtet werden und allen mit Blut und menschlichen Ausscheidungen verbundenen Gesundheitsrisiken Rechnung getragen wird.
AS 18 01 06*
Hierunter sind z. B. folgende Gruppen von Labor- und Chemikalienabfällen mit gefährlichen
Eigenschaften zu verstehen:
 Säuren,
 Laugen,
 halogenierte Lösemittel,
 sonstige Lösemittel,
 anorganische Laborchemikalien einschließlich Diagnostikarestmengen,
 organische Laborchemikalien einschließlich Diagnostikarestmengen,
 Spül- und Waschwässer, die gefährliche Stoffe enthalten,
 Fixierbäder,
 Entwicklerbäder,
 Desinfektions- und Reinigungsmittelkonzentrate,
 Formaldehydlösungen und
 nicht restentleerte Druckgaspackungen.
Auch wenn selbstverständlich eine getrennte Sammlung, z. B. von Säuren und Laugen, vorzunehmen ist, kann die Entsorgung unter diesem Sammelschlüssel erfolgen.
Chemikalien, die als Abfälle aus diagnostischen Apparaten entstehen und nicht dem Abwasser zugeführt werden dürfen, sind getrennt zu erfassen und dem AS 18 01 06* oder AS
18 01 07 zuzuordnen.
AS 07 01 03* halogenorganische Lösemittel, Waschflüssigkeiten und
sonstige organische Lösemittel
AS 07 01 04* andere organische Lösemittel, Waschflüssigkeiten und
AS 16 05 06* Laborchemikalien, die aus gefährlichen Stoffen bestehen oder
solche enthalten, einschließlich Gemische von Laborchemikalien
AS 16 05 07* gebrauchte anorganische Chemikalien, die aus gefährlichen
Stoffen bestehen oder solche enthalten
AS 16 05 08* gebrauchte organische Chemikalien, die aus gefährlichen Stoffen
bestehen oder solche enthalten
AS 15 02 02* Aufsaug- und Filtermaterialien (einschließlich Ölfilter a. n. g.),
Wischtücher und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind
Fallen andere, als die vorgenannten Chemikalienabfälle mit gefährlichen Inhaltsstoffen in
größeren Mengen an, können in Absprache mit dem Entsorger speziellere Abfallschlüssel
gewählt werden. Zu beachten ist, dass für jeden Abfallschlüssel ein Entsorgungsnachweis
oder ggf. ein Sammelentsorgungsnachweis vorhanden sein muss.
AS 18 01 07
Chemikalien mit Ausnahme derjenigen, die unter 18 01 06* fallen
Wenn bestimmte Chemikalienabfälle ohne gefährliche Inhaltsstoffe in größeren Mengen zur
Entsorgung anfallen, können sie spezielleren Abfallschlüsseln zugeordnet werden. Für die
Einstufung und Entsorgung sind vorhandene Herstellerinformationen (Sicherheitsdatenblatt
Unter AS 18 01 07 fallen z. B. chemische Abfälle aus diagnostischen Apparaten, die nicht
dem Abwasser zugeführt werden dürfen, die aber aufgrund der geringen Chemikalien-Konzentration nicht dem AS 18 01 06* zugeordnet werden müssen.
AS 18 01 08*
Bei der Zubereitung und Anwendung krebserzeugender, erbgutverändernder oder reproduktionstoxischer Arzneimittel (CMR-Arzneimittel nach TRGS 525) können Abfälle dieses Abfallschlüssels entstehen. Getrennt zu entsorgende Abfallmengen sind vorrangig bei der Anwendung von Zytostatika und Virusstatika zu erwarten.
Diesem Abfallschlüssel sind alle Abfälle zuzuordnen, die aus Resten oder Fehlchargen dieser Arzneimittel bestehen oder deutlich erkennbar mit CMR-Arzneimitteln verunreinigt sind.
Diese Abfälle sind aufgrund der gefährlichen Inhaltsstoffe zu beseitigen.
 nicht vollständig entleerte Originalbehältnisse (z. B. bei Therapieabbruch angefallene
oder nicht bestimmungsgemäß angewandte Zytostatika),
 verfallene CMR-Arzneimittel in Originalpackungen,
 Reste an Trockensubstanzen und zerbrochene Tabletten,
 Spritzenkörper und Infusionsflaschen/-beutel mit deutlich erkennbaren Flüssigkeitsspiegeln/Restinhalten (> 20 ml),
 Infusionssysteme und sonstiges mit Zytostatika kontaminiertes Material (> 20 ml) z. B.
Druckentlastungssysteme und Überleitungssysteme,
 nachweislich durch Freisetzung mit großen Flüssigkeitsmengen oder Feststoffen bei
der Zubereitung oder Anwendung der vorgenannten Arzneimittel kontaminiertes Material (z. B. Unterlagen, stark kontaminierte persönliche Schutzausrüstung),
 Luftfilter von Sicherheitswerkbänken.
In der Regel nicht dazu gehören gering kontaminierte Abfälle.
Zu diesen Abfällen zählen u. a.:
 Tupfer,
 Ärmelstulpen, Handschuhe,
 Atemschutzmasken,
 Einmalkittel,
 Plastik/Papiermaterial,
 Aufwischtücher,
 leere Zytostatikabehältnisse nach bestimmungsgemäßer Anwendung (Ampullen, Spritzenkörper, Schläuche und Infusionsflaschen).
Diese Abfälle sind dem AS 18 01 04 zuzuordnen.
AS 18 01 09
Arzneimittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 18 01 08* fallen
Arzneimittel einschließlich unverbrauchter nicht halogenorganischer Röntgenkontrastmittel
sind getrennt zu erfassen. Eine gemeinsame Entsorgung dieser Abfälle mit Abfällen nach
AS 18 01 04 oder mit gemischten Siedlungsabfällen ist möglich. Wichtig dabei ist, dass ein
missbräuchlicher Zugriff durch Dritte und eine damit verbundene Gefährdung ausgeschlossen ist sowie folgend eine thermische Behandlung sichergestellt wird.
AS 18 01 10*
Unter Amalgamabfälle aus der Zahnmedizin fallen insbesondere die Inhalte von Amalgamabscheidern, Amalgamreste und extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen.
Diese Abfälle sind gesondert zu sammeln und als gefährliche Abfälle in regelmäßigen Abständen mit dem Ziel der Metallrückgewinnung zu entsorgen.
2.1.2 AVV Gruppe 18 02
spitze oder scharfe Gegenstände mit Ausnahme derjenigen, die unter 18 02 02* fallen
Hierunter fallen Abfälle aus der humanmedizinischen Forschung und Diagnostik sowie aus
veterinärmedizinischen Praxen und Kliniken (z. B. gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente, mit Blut, Sekreten oder Exkreten behaftetes Verbandsmaterial), deren
Beseitigung nicht durch die Verordnung (EG) 1069/2009 geregelt ist, soweit eine Übertra-
gung von Infektionskrankheiten, insbesondere die unter AS 18 01 03* genannten, oder eine
Verbreitung von Tierkrankheiten oder Tierseuchen zu erwarten ist. Auf die Biostoffverordnung und die Technischen Regeln Biologischer Arbeitsstoffe TRBA 120 Versuchstierhaltung
und TRBA 230 landwirtschaftliche Nutztierhaltung wird hingewiesen.
Die Anforderungen des AS 18 01 03* sind zu beachten.
besonderen Anforderungen gestellt werden
Entsorgung wie AS 18 01 04
AS 18 02 05*
Entsorgung wie AS 18 01 06*
AS 18 02 06
Chemikalien mit Ausnahme derjenigen, die unter 18 02 05* fallen
Entsorgung wie AS 18 01 07
AS 18 02 07*
Entsorgung wie AS 18 01 08*
AS 18 02 08
Arzneimittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 18 02 07* fallen
Entsorgung wie AS 18 01 09
2.2. Weitere im Gesundheitsdienst anfallende Abfälle
Bei diesen Abfällen handelt es sich um Abfälle, die bereits an der Anfallstelle getrennt von
Abfällen des AS 18 01 04 erfasst werden und nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind und nicht aus der direkten Behandlung von Patienten stammen und somit nicht
den Abfallschlüsseln des AVV Kapitels 18 zugeordnet werden müssen.
Es bestehen keine hygienischen Bedenken gegen die stoffliche Verwertung von Glas, Papier, Metall oder anderen Materialien, sofern diese bereits in den einzelnen Bereichen der
Einrichtung getrennt gesammelt werden und kein Blut, Sekret, Exkret oder schädliche Verunreinigungen (biologische oder chemische Agenzien) enthalten oder mit diesen behaftet sind.
Das Gleiche gilt für verwertbare Materialien, die im Zusammenhang mit der Zubereitung oder
Applikation von Arzneimitteln anfallen und nicht AS 18 01 08* oder AS 18 02 07* zuzuordnen
sind. Diese Abfälle können als sortenrein erfasste Materialien oder als gemischte Abfälle
anfallen und z. B. nachfolgenden Abfallschlüsseln zugeordnet werden.
AS 09 01 07
AS 09 01 08
AS 15 01 01
AS 15 01 02
AS 15 01 03
AS 15 01 04
AS 15 01 05
AS 15 01 07
AS 15 01 06
AS 15 01 10*
Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche
Stoffe verunreinigt sind
Diesem Abfallschlüssel sind nicht restentleerte Verpackungen zuzuordnen, die gefährliche
Stoffe und Zubereitungen im Sinne der Gefahrstoffverordnung enthalten oder mit diesen verunreinigt sind (z. B. Verpackungen mit Restinhalten oder Anhaftungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln).
AS 20 01 08
Speiseabfälle aus Großküchen und Kantinen sind gemäß § 4 der Verordnung über die
Durchführung des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes (TierNebV) vom 27. Juli
2006 (BGBl I S. 1735) in der jeweils geltenden Fassung getrennt von anderen Abfällen zu
erfassen und einer Entsorgung durch registrierte Betriebe zuzuführen.
AS 20 03 01
Diesem Abfallschlüssel sind Abfallgemische zuzuordnen, die nach Art und Zusammensetzung dem gemischten Siedlungsabfall entsprechen. Diese Abfälle sind als Siedlungsabfälle
zu entsorgen und entsprechend getrennt von Abfällen des AS 18 01 04 zu erfassen. Nur bei
Einhaltung der unter AS 18 01 04 genannten Bedingungen ist eine gemeinsame Entsorgung
mit Abfällen des AS 18 01 04 möglich.
Bleihaltige Röntgenschürzen sind getrennt zu erfassen und möglichst einer stofflichen
Verwertung zuzuführen. Die Möglichkeit der Rückgabe an den Hersteller ist zu prüfen. Für
die getrennte Entsorgung soll der AS 15 02 02* (Aufsaug- und Filtermaterialien
(einschließlich Ölfilter a.n.g.), Wischtücher und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe
verunreinigt sind) verwendet werden. Chlorfreie Kunststoffe in der Ummantelung erleichtern
die thermische Rückgewinnung von Metallen, dies sollte bereits bei der Beschaffung
Andere, nicht genannte Abfälle sind entsprechend den Zuordnungsregeln der Abfallverzeichnisverordnung einem Abfallschlüssel zuzuordnen.
3. Anforderungen an die ordnungsgemäße Entsorgung
Zur Erfüllung der Grundpflichten der Kreislaufwirtschaft haben die Einrichtungen des Gesundheitsdienstes nach Ausschöpfen aller Möglichkeiten der Abfallvermeidung und Wiederverwendung die anfallenden Abfälle entsprechend der Abfallhierarchie ordnungsgemäß und
schadlos zu verwerten und nicht verwertbare Abfälle gemeinwohlverträglich zu beseitigen.
Die ordnungsgemäße Entsorgung setzt eine praxisgerechte, überschaubare Handhabung
der Abfälle und eine Transparenz der Abfallströme in der Einrichtung des Gesundheitsdienstes voraus.
Die Erfassung der Abfälle an den einzelnen Anfallstellen, der innerbetriebliche Transport der
Abfälle und ihre Handhabung bis zur Bereitstellung zur Entsorgung bedürfen deshalb eines,
auch auf die Bedingungen der außerbetrieblichen Entsorgungswege abgestimmten, durchdachten und steuerbaren Systems innerhalb der Einrichtung, da
 aufgrund der Zusammensetzung bestimmter Abfälle (z. B. verletzungsträchtiges Material, pathogene Erreger u. a. m.) Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere für das mit
der Entsorgung betraute Personal, zu treffen sind und
 aus abfallwirtschaftlicher und umwelthygienischer Sicht zu gewährleisten ist, dass verwertbare Stoffe getrennt erfasst und behandelt werden können.
Nach dem KrWG sind in Abhängigkeit von der Umweltrelevanz und dem Schadstoffgehalt
der Abfälle unterschiedliche Anforderungen an die Entsorgung zu stellen. Demgemäß unterliegt die Entsorgung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen nach den §§ 49 ff
KrWG in Verbindung mit der Nachweisverordnung unterschiedlichen Anforderungen an die
Register- und Nachweisführung.
Erzeuger gefährlicher Abfälle (gem. AVV mit einem Sternchen (*) gekennzeichnete Abfallarten, siehe Kapitel 2) sind zur elektronischen Nachweis- und Registerführung verpflichtet
(Entsorgungsnachweis und Begleitschein/Sammelentsorgungsnachweis und Übernahmeschein, Register bestehend aus diesen Nachweisen).
3.1. Innerbetriebliche Anforderungen
Zu den innerbetrieblichen Maßnahmen gehören:
 die getrennte Erfassung der Abfälle an den Anfallstellen,
 das Sammeln und Transportieren zu zentralen innerbetrieblichen Sammelstellen,
 ggf. die Vorbehandlung und
 das Bereitstellen für die Entsorgung.
Dabei sind Staub- und Aerosolentwicklung und die Kontamination der Umgebung zu vermeiden.
Die Abfälle sind in geeigneten Behältnissen (z. B. reißfest, stichfest, flüssigkeitsdicht) zu
sammeln und sicher vor unbefugtem Zugriff zu transportieren und bereitzustellen.
Erfassung an der Anfallstelle
Voraussetzung für ein ordnungsgemäßes Entsorgungssystem ist die lückenlose Erfassung
aller anfallenden Abfälle. Die Abfälle sind grundsätzlich getrennt – entsprechend der Einteilung in Kapitel 2 – zu erfassen. Dies erfordert eine darauf gerichtete Organisation unter Berücksichtigung der vorhandenen räumlichen Gegebenheiten. Für ein Mehrstofferfassungssystem ist eine entsprechende Raumkonzeption erforderlich.
Sammlung und Transport zu innerbetrieblichen Sammelstellen
Abfälle sollen am Anfallort in den jeweils vorgesehenen Behältnissen hygienisch einwandfrei
(unter Vermeidung einer äußeren Kontamination) gesammelt und zum Transport bereitgestellt werden. Organische Abfälle sind in der Regel täglich von der Anfallstelle zu zentralen
Sammelstellen zu transportieren.
Die Sammelbehältnisse müssen nach den Anforderungen der Entsorgung (transportfest,
feuchtigkeitsbeständig, fest verschließbar) ausgewählt und für jedermann erkennbar entsprechend der vorgesehenen Entsorgungswege gekennzeichnet sein. Ggf. sind Anforderungen des Gefahrstoff- und Gefahrgutrechts zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich neben dieser Kennzeichnung, die Behältnisse, deren Inhalt besonders behandelt werden muss, durch
besondere Farbgebung hervorzuheben. Der innerbetriebliche Transport von Abfällen zu
zentralen Sammelstellen sowie die Bereitstellung haben so zu erfolgen, dass ein Austreten
der Abfälle vermieden wird. Ein Öffnen und Umfüllen von Behältnissen mit Abfällen nach AS
18 01 01, 18 01 02, 18 01 03*, 18 01 04, 18 01 08* und 18 02 01, 18 02 02*, 18 02 03, 18 02
07* und ein Sortieren dieser Abfälle ist unzulässig.
Mit Störungen beim Abfalltransport, z. B. dem Zerreißen von Müllsäcken, ist zu rechnen.
Dies ist bei der Festlegung der innerbetrieblichen Transportwege zu berücksichtigen (z. B.
Umgehung hygienisch sensibler Bereiche). Werden Rücklaufbehälter benutzt, die an die
Anfallstelle zurückgehen, so sind diese vor dem Rücktransport von Verschmutzungen zu
reinigen und ggf. zu dekontaminieren.
Zentrale pneumatische Förderanlagen sind problematisch; sie stellen nach dem derzeitigen
Stand der Technik häufig eine Störquelle dar. Abwurfschächte sind aus Gründen der Hygiene unzulässig.
Der Aufbau des innerbetrieblichen Sammel- und Transportsystems ist auf die außerhalb der
Einrichtung vorhandenen Entsorgungswege abzustimmen. Zu beachten sind dabei die Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers bzw. des von ihm beauftragten
Dritten oder des Entsorgers, insbesondere bei gefährlichen Abfällen sowie der unterschiedlichen Verwertungs- und Beseitigungsverfahren. Ist eine getrennte Erfassung und Entsorgung
wirtschaftlich nicht zumutbar, können Abfälle, die für den gleichen Entsorgungsweg vorgesehen sind, einem für Gemische geeigneten Abfallschlüssel aus dem Kapitel 18 der AVV zugeordnet werden.
Werden beim innerbetrieblichen Transport öffentliche Straßen genutzt oder überquert, ist
mindestens eine Anzeige nach § 53 KrWG bei der dafür zuständigen Behörde erforderlich.
Zentrale Sammelstellen für die Abfälle
Zentrale Sammelstellen müssen so belüftet sein, dass Staub- und Geruchsbelästigung vermieden und Schädlinge ferngehalten werden. Die Räume zur Sammlung und Bereitstellung
der Abfallarten AS 18 01 02, 18 01 03* und 18 02 02* sind so zu gestalten, dass eine Desinfektion der Oberflächen möglich ist.
In räumlicher Einheit mit der zentralen Sammelstelle sind Möglichkeiten zur Händedesinfektion und –reinigung sowie zum Schutzkleidungswechsel vorzusehen. Räume oder überdachte Plätze für die zentrale Sammlung von Abfällen sollen so gelegen sein, dass eine Beeinträchtigung umgebender Bereiche (Küche, Pflegebereiche etc.) ausgeschlossen ist.
Abfälle des AS 18 01 03* und 18 02 02* dürfen in Anlagen, die baulich und funktionell den
Anforderungen der DIN 58949 entsprechen und deren Wirksamkeit bezüglich der Desinfektion von Abfällen durch ein herstellerunabhängiges Gutachten gemäß DIN 58949-3 belegt ist
oder mit vom Robert Koch-Institut anerkannten Desinfektionsverfahren (siehe “Liste der vom
Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren“, Ziffer
3.4) behandelt werden. Erst danach können sie ggf. verdichtet werden.
Eine Zerkleinerung und/oder Verdichtung von Abfall ist nur zulässig, wenn der Arbeitsschutz
Die Zulieferung der Abfälle und die Beschickung der Anlagen dürfen nur durch Personal erfolgen, welches entsprechend unterwiesen ist. Das Abfallaufgabesystem und sein Betrieb
müssen so gestaltet sein, dass ein Austritt von flüssigen oder festen Materialien ausgeschlossen ist. Die Zerkleinerungsanlagen müssen so beschaffen sein, dass sie erforderlichenfalls (z. B. für Reparaturarbeiten bei Störungen) einschließlich des Inhaltes mit Sattdampf desinfiziert werden können (siehe oben, Verfahren mit dem Wirkungsbereich ABC).
Der für die Hygiene Zuständige (z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft, hygienebeauftragter Arzt) und der Betriebsbeauftragte für Abfall sowie die Sicherheitsfachkraft und
der Betriebsarzt sind an der Planung von betriebsinternen Abfallbehandlungseinrichtungen
(z. B. zum Zerkleinern oder Verdichten) zu beteiligen (auf die Empfehlung der Kommission
für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention „Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen“, September 2009, wird verwiesen). Die
Anlagen sind vor Inbetriebnahme vom für die Hygiene Zuständigen abzunehmen. Er hat den
Betrieb hygienisch zu überwachen und den Reinigungs- und Desinfektionsumfang sowie
dessen Häufigkeit festzulegen.
3.2. Außerbetriebliche Anforderungen
Beim Umgang mit den Abfällen außerhalb der Einrichtung des Gesundheitsdienstes ist im
Hinblick auf die Anforderungen des Umweltschutzes, Arbeitsschutzes, der Seuchenhygiene
und der öffentlichen Sicherheit besondere Sorgfalt anzuwenden.
3.3. Gefahrgutrechtliche Hinweise
Abfälle können unterschiedliche gefahrenrelevante Eigenschaften aufweisen, die eine Beförderung als Gefahrgut bedingen. Dies kann dazu führen, dass getrennte Sammelbehältnisse
und Verpackungen erforderlich oder auch Verbote des gemeinsamen Transports zu beachten sind, auch wenn es sich um Abfälle nur eines Abfallschlüssels handelt. Die Regelungen
des Gefahrgutrechtes sind zu beachten.
4. Eigenkontrolle
Im Hinblick auf umwelthygienische und infektionspräventive Gesichtspunkte sind auch hinsichtlich der Abfallbewirtschaftung betriebsinterne Eigenkontrollen vorzunehmen.
Zu diesem Zweck haben Krankenhäuser und Kliniken neben dem für die Hygiene Zuständigen gemäß §§ 59 ff KrWG in Verbindung mit der Verordnung über Betriebsbeauftragte für
Abfall einen Betriebsbeauftragten für Abfall schriftlich zu bestellen.
Seine Aufgaben sind gemäß § 60 KrWG folgende:
Der Betriebsbeauftragte für Abfall berät den Betreiber und die Betriebsangehörigen in
Angelegenheiten, die für die Abfallvermeidung und Abfallbewirtschaftung der Einrichtung bedeutsam sein können, insbesondere bei der Planung und Realisierung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen einschließlich der Planung von betriebsinternen Abfallbehandlungseinrichtungen.
 Überwachung
Der Betriebsbeauftragte für Abfall ist berechtigt und verpflichtet, den Weg der Abfälle
von ihrer Entstehung bis zu ihrer Verwertung oder Beseitigung hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften des KrWG und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen
Rechtsverordnungen zu überwachen. Dazu ist in regelmäßigen Abständen die Betriebsstätte hinsichtlich der Art und Beschaffenheit der anfallenden, verwerteten oder beseitigten Abfälle zu kontrollieren. Festgestellte Mängel sind dem Betreiber mitzuteilen und Vorschläge zur Mängelbeseitigung zu unterbreiten.
 Informationspflicht
Der Betriebsbeauftragte für Abfall hat die Betriebsangehörigen aufzuklären:
 über die Beeinträchtigungen des Wohls der Allgemeinheit, die von den Abfällen
ausgehen können, die in der Einrichtung anfallen, verwertet oder beseitigt werden,
 über Einrichtungen und Maßnahmen zur Verhinderung entsprechender Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der geltenden Gesetze und Rechtsverordnungen.
 Berichtspflicht
Der Betriebsbeauftragte für Abfall erstattet dem Betreiber jährlich einen schriftlichen
Bericht über die getroffenen und beabsichtigten Maßnahmen (Überwachungs-/Kontrollmaßnahmen, festgestellte Mängel, Vorschläge zur Mängelbeseitigung, Information der
Betriebsangehörigen).
Hinsichtlich des Arbeitsschutzes und der Hygieneanforderungen ist eine enge Kooperation
des Betriebsbeauftragten für Abfall mit dem für die Hygiene Zuständigen, der Fachkraft für
Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt erforderlich.
Um diesen Aufgaben nachkommen zu können, muss der Betriebsbeauftragte für Abfall
sorgfältig ausgewählt (Fachkunde, Zuverlässigkeit), förmlich bestellt (Festlegung der Kompetenzen) und unterstützt werden (z. B. Bereitstellung von Hilfsmitteln, Räumen, Arbeitszeit,
Mitarbeitern, Ermöglichung der Teilnahme an Schulungen und Fortbildungen), sowie ein
Vortragsrecht bei der Geschäftsleitung erhalten.
Da Krankenhäuser und Kliniken als Abfallerzeuger die volle Verantwortung für die ordnungsgemäße Entsorgung aller Abfälle zu tragen haben, ist dem Betriebsbeauftragten für Abfall für
die Aufgabenerfüllung auch die notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen. Zur Vermeidung
eines Organisationsverschuldens ist der Betriebsbeauftragte für Abfall in dem erforderlichen
Umfang für die Wahrnehmung dieser Aufgaben freizustellen.
Eine Beauftragung ohne Freistellung sollte vermieden werden. Für größere Einrichtungen
(mit mehr als 800 Betten oder bei entsprechendem Abfallaufkommen) empfiehlt es sich, einen hauptamtlichen Abfallbeauftragten zu beschäftigen. Eine Stabsstellenfunktion des Abfallbeauftragten mit Anbindung an die Geschäftsführung ist sinnvoll.
5. Landesabfallwirtschaftspläne
Die Länder haben für ihren Bereich Abfallwirtschaftspläne nach überörtlichen Gesichtspunkten gemäß § 30 KrWG und landesrechtlicher Vorgaben aufzustellen. Abfälle aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes können in eigenständigen Teilplänen oder im Gesamtkonzept
mit Siedlungsabfall- oder Industrieabfallwirtschaftsplanungen abgehandelt werden.
Die Richtlinie über die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des
Gesundheitsdienstes (Stand September 2009) – herausgegeben von der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall LAGA wird durch diese Vollzugshilfe ersetzt. Regelungen zum Arbeitsschutz, zur Hygiene und Sicherheit bleiben unberührt.
Anlage 1 zur Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes
Tabellarische Übersicht für die Zuordnung zu Abfallschlüsseln
Die nachfolgenden Tabellen sind nur im Zusammenhang mit der Vollzugshilfe zu verwenden
und können die Lektüre der Vollzugshilfe – insbesondere Kapitel 2 – nicht ersetzen.
Hinweise zu den einzelnen Feldern:
AVV Abfallschlüssel benennt Abfallschlüssel (AS) gemäß dem Anhang zur Abfallverzeichnis-Verordnung (sechsstelliger Schlüssel)
AVV-Bezeichnung benennt die Art des Abfalls gemäß dem Anhang zur Abfallverzeichnis-Verordnung (zum AS zugehöriger Text)
Abfalleinstufung gibt Auskunft über die Gefährlichkeit des Abfalls nach Abfallverzeichnis-Verordnung
Abfalldefinition umschreibt die unter diesen Schlüssel fallenden Abfälle
Anfallstellen benennt mögliche Anfallstellen des jeweiligen Abfalls
Bestandteile enthält beispielhafte Auflistung der Bestandteile des jeweiligen
Sammlung-Bereitstellung enthält Hinweise zum innerbetrieblichen Umgang von der Erfassung an den Anfallstellen über den innerbetrieblichen
Transport bis zur Bereitstellung zur Entsorgung
Entsorgung enthält Hinweise zur Entsorgung
Hinweise enthält weiterführende Hinweise
AVV-Bezeichnung: spitze oder scharfe Gegenstände (außer 18 01 03) Abfalleinstufung: nicht gefährlich
Abfalldefinition: gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente, auch als “sharps” bezeichnet,
an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen
Anfallstellen Bestandteile Sammlung–Bereitstellung Entsorgung
gesamter Bereich der Patientenversorgung
Gegenstände mit ähnlichem Risiko
für Schnitt- und Stichverletzungen
Erfassung am Anfallort,
Anforderungen der TRBA 250 Nr.
4.2.5 (6) an die Sammelbehälter
kein Umfüllen, Sortieren oder Vorbehandeln
ggf. Entsorgung gemeinsam mit Abfällen des AS 18 01 04
Hinweise: analoge Anwendung auch auf AS 18 02 01
AVV-Bezeichnung: Körperteile und Organe einschließlich Blutbeutel und
Abfalleinstufung: nicht gefährlich
Anfallstellen Bestandteile Sammlung – Bereitstellung Entsorgung
z. B. Operationsräume, ambulante Einrichtungen mit entsprechenden Tätigkeiten
Körperteile, Organabfälle,
Blutbeutel,
mit Blut oder flüssigen Blutprodukten gefüllte Behältnisse
gesonderte Erfassung am Anfallort,
zur Vermeidung von Gasbildung
begrenzte Bereitstellungsdauer
gesonderte Beseitigung in zugelassener
Verbrennungsanlage, z. B. Sonderabfallverbrennung (SAV)
einzelne Blutbeutel: Entleerung in die
Kanalisation möglich (unter Beachtung
hygienischer und infektionspräventiver
Gesichtspunkte), kommunale Abwassersatzung beachten
AVV-Bezeichnung: andere Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung
aus infektionspräventiver Sicht besondere Anforderungen gestellt werden.
Abfalleinstufung: gefährlicher Abfall
Abfalldefinition: Abfälle, die mit meldepflichtigen Erregern behaftet sind, wenn dadurch eine Verbreitung
der Krankheit zu befürchten ist (siehe Text!)
z. B. Operationsräume,
Isoliereinheiten von Krankenhäusern,
Dialysestationen und –zentren
bei Behandlung bekannter
Hepatitisvirusträger,
Abteilungen für Pathologie
Abfälle, die mit erregerhaltigem
Blut, Sekret oder Exkret behaftet
sind oder Blut in flüssiger Form
z. B.: mit Blut oder Sekret gefüllte
Gefäße, blut- oder sekretgetränkter Abfall aus Operationen,
gebrauchte, ungespülte bzw.
blutgefüllte Dialysesysteme
aus Behandlung bekannter
mikrobiologische Kulturen aus z. B.
Instituten für Hygiene, Mikrobiologie
und Virologie, Labormedizin, Arztpraxen mit entsprechender Tätigkeit
am Anfallort verpacken in reißfeste,
feuchtigkeitsbeständige und dichte
Behältnisse, Sammlung in sorgfältig
verschlossenen Einwegbehältnissen
(zur Verbrennung geeignet, Bauartzulassung)
Anforderungen an Abfallbehälter für
spitze oder scharfe Instrumente
siehe Nr. 4.2.5 (6) TRBA 250
keine Verwertung!
Entsorgung als gefährlicher Abfall mit
Entsorgungsnachweis: Beseitigung in
zugelassener Abfallverbrennungsanlage, z. B. Sonderabfallverbrennung
oder: Desinfektion in Anlagen, die baulich und funktionell den Anforderungen
der DIN 58949 entsprechen und deren
Wirksamkeit bezüglich der Desinfektion
von Abfällen durch ein herstellerunabhängiges Gutachten gemäß DIN 58949-
3 belegt ist oder mit vom RKI zugelassenen Verfahren, dann Entsorgung wie
Achtung: Einschränkung bei bestimmten Erregern (CJK, TSE)
Hinweise: auch: spitze und scharfe Gegenstände, Körperteile und Organabfälle von Patienten mit entsprechenden Krankheiten
analoge Anwendung auch auf AS 18 02 02*
AVV-Bezeichnung: Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus
infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen gestellt werden (z. B. Wäsche, Gipsverbände, Einwegkleidung)
Abfalldefinition: mit Blut, Sekreten bzw. Exkreten behaftete Abfälle wie Wundverbände, Gipsverbände,
Einwegwäsche, Stuhlwindeln, Einwegartikel etc.
Wund- und Gipsverbände, Stuhlwindeln,
Einwegwäsche, Einwegartikel (z. B. Spritzenkörper), etc.
gering mit Zytostatika kontaminierte Abfälle wie Tupfer, Ärmelstulpen, Handschuhe, Atemschutzmasken, Einmalkittel,
Plastik-/Papiermaterial, Aufwischtücher,
leere Zytostatikabehältnisse nach bestimmungsgemäßer Anwendung (Ampullen, Spritzenkörper ohne Kanülen etc.)
und gering kontaminiertes Material von
getrennt erfasste, nicht kontaminierte
Fraktionen von Papier, Glas, Kunststoffen
(diese werden unter eigenen Abfallschlüsseln gesammelt)
Sammlung in reißfesten,
feuchtigkeitsbeständigen und
dichten Behältnissen
Transport nur in sorgfältig
verschlossenen Behältnissen
(ggf. in Kombination mit
Rücklaufbehältern)
kein Umfüllen , Sortieren oder
Zur Volumenverringerung ist
ein Pressen des Abfalls möglich, soweit keine Flüssigkeiten austreten.
Verbrennung in zugelassener Abfallverbrennungsanlage (HMV) oder eine andere zugelassene thermische Behandlung
Behältnisse mit größeren Mengen Körperflüssigkeiten (z. B. Urin, Drainageflüssigkeiten) können unter Beachtung
von hygienischen und infektionspräventiven Gesichtspunkten in die Kanalisation entleert werden (kommunale Abwassersatzung beachten)
Alternativ ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass keine
flüssigen Inhaltsstoffe austreten.
naloge Anwendung auch auf AS 18 02 03
Dieser Abfall stellt ein Gemisch aus einer Vielzahl von Abfällen dar, dem auch andere nicht gefährliche Abfälle zugegeben werden
können, für die aufgrund der geringen Menge eine eigenständige Entsorgung wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
Werden geringe Mengen der Abfälle dieses AS im Rahmen der Entsorgung gemischter Siedlungsabfälle dem öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger überlassen, ist eine gesonderte Deklaration nicht notwendig.
AVV-Bezeichnung: Chemikalien, die aus gefährlichen Stoffen bestehen
Abfalldefinition: Chemikalienabfälle
diagnostische Apparate,
halogenierte Lösemittel,
sonstige Lösemittel,
Laborchemikalien,
einschließlich Diagnostikarestmengen,
organische Laborchemikalien,
Fixierbäder,
Entwicklerbäder,
Reinigungsmittelkonzentrate,
nicht restentleerte
Druckgaspackungen,
Formaldehydlösungen,
Atemkalk,
Vorzugsweise getrennte Sammlung der
Einzelfraktionen unter eigenem Abfallschlüssel
bei größeren Anfallmengen Entsorgung
unter speziellerem Abfallschlüssel wie
06 01 01* bis 06 01 05* oder:
06 01 06*:
andere Säuren (säurehaltige
Abfalllösungen),
06 02 01* bis 06 02 04* oder:
06 02 05*:
andere Basen (basische Abfalllösungen),
07 01 03*:
organische halogenierte Lösemittel,
Waschflüssigkeiten und Mutterlaugen,
07 01 04*:
andere organische Lösemittel,
09 01 01*:
Entwickler und Aktivatoren auf Wasserbasis,
09 01 03*:
Entwicklerlösungen auf Lösemittelbasis,
09 01 04*: Fixierbäder,
Sammel-/Entsorgungsnachweis (SAV,
09 01 05*:
Bleichlösungen und Bleich-Fixier-Bäder,
16 05 06*:
Laborchemikalien, die aus gefährlichen
Stoffen bestehen oder solche enthalten,
einschließlich Gemische von Laborchemikalien,
16 05 07*:
gebrauchte anorganische Chemikalien, die
aus gefährlichen Stoffen bestehen oder
solche enthalten,
16 05 08*:
gebrauchte organische Chemikalien, die
größere Abfallmengen, mit gefährlichen
Stoffen kontaminiert:
15 02 02*:
Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher
und Schutzkleidung, die durch gefährliche
Stoffe verunreinigt sind,
Sammlung und Bereitstellung in für den
Transport zugelassenen verschlossenen
Behältnissen, Räume mit ausreichender
Hinweise: In größeren Mengen getrennt anfallende Chemikalienabfälle unter dem entsprechenden Abfallschlüssel getrennt sammeln und entsorgen.
analoge Anwendung auf AS 18 02 05*
AVV-Bezeichnung: Chemikalien mit Ausnahme derjenigen, die unter
18 01 06* fallen
z. B. Reinigungsmittel,
Abfälle aus diagnostischen
Apparaten, die aufgrund der
geringen Chemikalienkonzentration
nicht AS 18 01 06* zugeordnet
ggf. getrennte Sammlung der Einzelfraktionen unter eigenem Abfallschlüssel
Sammlung und Bereitstellung in für
den Transport zugelassenen
verschlossenen Behältnissen, Räume
mit ausreichender Belüftung
analoge Anwendung auf AS 18 02 06
AVV-Bezeichnung: zytotoxische und zytostatische Arzneimittel Abfalleinstufung: gefährlicher Abfall
Abfalldefinition: CMR-Arzneimittel nach TRGS 525; Abfälle, die aus Resten oder Fehlchargen dieser
Arzneimittel bestehen oder deutlich erkennbar mit CMR-Arzneimitteln verunreinigt sind (stark verunreinigt)
Bereich der Patientenversorgung mit Anwendung von
Zytostatika und Virusstatika
(z. B. Onkologie),
nicht vollständig entleerte Originalbehälter (z. B. bei Therapieabbruch
angefallene oder nicht bestimmungsgemäß angewandte Zytostatika),
Reste an Trockensubstanzen und
zerbrochene Tabletten,
Spritzenkörper und Infusionsflaschen/-beutel mit deutlich erkennbaren Flüssigkeitsspiegeln/
Restinhalten (> 20 ml),
Infusionssysteme und sonstiges mit
Zytostatika kontaminiertes Material
(> 20 ml), z. B. Druckentlastungsund Überleitungssysteme,
durch Freisetzung großer Flüssigkeitsmengen oder Feststoffe bei der
Zubereitung oder Anwendung von
(z. B. Unterlagen, persönliche
Schutzausrüstung),
Luftfilter von Sicherheitswerkbänken.
kein Umfüllen und Sortieren!
Transport und Bereitstellung in dafür
zugelassenen Behältnissen (Gefahrgut)
Sammel-/Entsorgungsnachweis in zugelassenen Abfallverbrennungsanlagen,
z. B. Sonderabfallverbrennung (SAV)
Hinweise: gering kontaminierte Abfälle, wie Tupfer, Handschuhe, Einmalkittel, Aufwischtücher, leere Zytostatikabehältnisse nach bestimmungsgemäßer Anwendung, gering kontaminiertes Material von Sicherheitswerkbänken, etc. sind AS 18 01 04 zuzuordnen,
analoge Anwendung auf AS 18 02 07*
AVV-Bezeichnung: Arzneimittel mit Ausnahme derjenigen, die unter
18 01 08* fallen
Abfalldefinition: Altarzneimittel, einschließlich unverbrauchter Röntgenkontrastmittel
Altarzneimittel,
halogenorganikfreie Röntgenkontrastmittel,
Bei kleineren Mengen ist eine Entsorgung mit 18 01 04 möglich.
Hinweise: Achtung! Praxisinhaber/Krankenhaus kann im Schadensfall infolge missbräuchlicher Verwendung wegen Fahrlässigkeit haftbar gemacht
analoge Anwendung auf AS 18 02 08
AVV-Bezeichnung: Amalgamabfälle aus der Zahnmedizin Abfalleinstufung: gefährlicher Abfall
Abfalldefinition: Inhalte von Amalgamabscheidern, Amalgamreste, extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen
Amalgam (Quecksilber, Silber, Zinn,
Kupfer, Indium, Zink),
extrahierte Zähne mit Amalgamfüllung,
Amalgamabscheiderinhalte
stoffliche Verwertung durch den Hersteller oder Vertreiber von Amalgam bzw.
dem von diesem beauftragten Verwerter
AS 15 01 XX
AVV-Bezeichnung: Unterkapitel: Verpackungen (einschließlich getrennt
gesammelter kommunaler Verpackungsabfälle)
Abfalleinstufung: nicht gefährlich oder
AS 15 01 10* gefährlicher Abfall
Abfalldefinition: Verpackungsmaterial aller Art
gesamter Klinikbereich Verpackungen aus:
getrennte Sammlung der Einzelfraktionen unter eigenem Abfallschlüssel:
15 01 01: Verpackungen aus Papier
15 01 02: Verpackungen aus Kunststoff
15 01 03: Verpackungen aus Holz
15 01 04: Verpackungen aus Metall
15 01 05: Verbundverpackungen
15 01 06: gemischte Verpackungen
15 01 07: Verpackungen aus Glas
Entsorgung über Rücknahmesysteme der
Vertreiber (z. B. DSD)
15 01 10*: Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe
Verpackungen von Zytostatika, etc
siehe AS 18 01 08*
Sammlung und Entsorgung unter
AS 15 01 10* als gefährlicher Abfall mit
Sammel-/Entsorgungsnachweis
Hinweise: Gleichartige Abfälle, die nicht Verpackungen waren, sind unter AVV Gruppe 20 01 einzustufen. Nach Absprache mit Entsorger/Betreiber des
Rücknahmesystems ist ggf. die Zugabe zu Verpackungsabfällen möglich.
Anlage 2 zur Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes
Hinweise auf geltende rechtliche Regelungen:
Die nachfolgende Auflistung stellt eine Auswahl von Richtlinien, Gesetzen, Verordnungen
und sonstigen zu beachtenden Regelwerken dar und ist nicht abschließend. Der Anwender
der Vollzugshilfe sollte jeweils die Aktualität der angegebenen Quellen prüfen und neben den
angegebenen Quellen auch fallspezifisch die aktuelle Gesetzeslage heranziehen.
1. Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen
Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG) vom 24. Februar
2012, zuletzt geändert durch § 44 Absatz 4 des Gesetzes vom 22. Mai 2013 (BGBl. I
S. 1324)
2. Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung –
AVV) vom 10. Dezember 2001 BGBl I, S. 3379, zuletzt geändert durch Artikel 5 Absatz
22 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212)
3. Verordnung über Betriebsbeauftragte für Abfall vom 26.10.1977, BGBl. I S. 1913
4. Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (Nachweisverordnung – NachwV) vom 20. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2298), zuletzt geändert durch
Artikel 4 der Verordnung vom 5. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4043)
5. Verordnung über die Vermeidung von Verpackungsabfällen (Verpackungsverordnung –
VerpackV) vom 21. August 1998 (BGBl. I S. 2379), zuletzt geändert durch Verordnung
vom 17. Juli 2014 (BGBl. I S. 1061)
6. Richtlinie für die Tätigkeit und Anerkennung von Entsorgergemeinschaften (Entsorgergemeinschaftenrichtlinie – EgRL) vom 09.09.1996, BAnz. Nr. 178 S. 10909
7. Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe (Entsorgungsfachbetriebsverordnung –
EfbV) vom 10. September 1996, BGBl. I S. 1421 zuletzt geändert durch Artikel 2 der
Verordnung vom 5. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4043)
8. Verordnung über das Anzeige- und Erlaubnisverfahren für Sammler, Beförderer, Händler und Makler von Abfällen (Anzeige- und Erlaubnisverordnung – AbfAEV) vom 5.
Dezember 2013 (BGBl. I S. 4043)
9. Verordnung über die Entsorgung gebrauchter halogenierter Lösemittel (HKWAbfV)
vom 23. Oktober 1989, BGBl. I S. 1918, zuletzt geändert durch Artikel 7b der
Verordnung vom 20. Oktober 2006 (BGBL. I S. 2298)
10. Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung-GefStoffV) vom 26.
November 2010 (BGBl. I S. 1643, 1644), zuletzt geändert durch Artikel 2 der
Verordnung vom 15. Juli 2013 (BGBl. I S. 2514)
11. Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (Gefahrgutbeförderungsgesetz –
GGBefG) vom 6. August 1975 (BGBl. I S. 2121); in der Fassung der Bekanntmachung
vom 7. Juli 2009, BGBI. I S. 1774, zuletzt geändert durch Artikel 2 Absatz 148 des
Gesetzes vom 7. August 2013 (BGBl. I S. 3154)
12. Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt – GGVSEB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Januar 2013 (BGBl. I S. 110)
13. Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung – BiostoffV), vom 15. Juli 2013 (BGBl. I S. 2514)
14. Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
(Infektionsschutzgesetz – IfSG), vom 20. Juli 2000, BGBl. I S. 1045, zuletzt geändert
durch Artikel 2 Abs. 36 und Artikel 4 Abs. 21 des Gesetzes vom 7. August 2013 (BGBl.
I S. 3154)
15. Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21.
Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr
bestimmte tierische Nebenprodukte und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr.
1774/2002 (Verordnung über tierische Nebenprodukte), ABl. L 300/1
16. Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG) vom 25. Januar 2004 BGBl. I
S. 82; zuletzt geändert durch Artikel 2 Abs. 91 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011
(BGBl. I S. 3044)
17. Verordnung zur Durchführung des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes
(Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung – TierNebV) vom 27. Juli 2006
BGBl. I S. 1735; zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 23. April 2012
BGBl. I S. 611)
Bekanntmachungen zum Arbeitsschutz:
Technische Regeln Biologische Arbeitsstoffe (TRBA):
aktuelle Fassungen siehe auch unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/BiologischeArbeitsstoffe/TRBA/TRBA_content.html
 TRBA 001 – Allgemeines und Aufbau des Technischen Regelwerkes zur
Biostoffverordnung – Anwendung von Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe – (BArbBl. Heft 5/2000, S. 52-54) Neufassung (November 2007) GMBl. Nr.
4 vom 14. Februar 2008, S. 82-83
 TRBA 100 – Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in
Laboratorien GMBl. Nr. 51/52 vom 17.Oktober 2013, S. 1010-1042, 1. Änderung:
GMBl. Nr. 38 vom 30. Juni 2014, S. 814
 TRBA 120 – Versuchstierhaltung – (Juli 2012) GMBl. Nr. 32 vom 24. Juli 2012,
S. 579-594
 TRBA 212 – Thermische Abfallbehandlung: Schutzmaßnahmen – (Oktober 2003)
 TRBA 213 – Abfallsammlung: Schutzmaßnahmen – (Mai 2005) BArbBl. Heft 8/9-
2005, S. 53-57
 TRBA 214 – Abfallbehandlungsanlagen – (September 2013) GMBl. Nr. 49 vom 30.
September 2013, S. 978-989
 TRBA 230 – Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in
der Land- und Forstwirtschaft und vergleichbaren Tätigkeiten – (November 2007)
 TRBA 250 – Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege – (März 2014) GMBl. Nr. 10/11 vom 27. März 2014, S. 206, 1. Änderung:
GMBl. Nr. 25 vom 22. Mai 2014, S. 535
 TRBA 400 – Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen – (April
2006) BArbBl. Heft 6-2006, S. 62-77
 TRBA 500 – Grundlegende Maßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen – (April 2012) GMBl. Nr. 15-20 vom 25. April 2012, S. 373-379)
Technische Regeln Gefahrstoffe (TRGS):
aktuelle Fassungen siehe auch unter http://www.baua.de/de/Themen-von-AZ/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS.html
 TRGS 001 – Das Technische Regelwerk zur Gefahrstoffverordnung – Allgemeines
– Aufbau – Übersicht – Beachtung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe –
(Dezember 2006) BArbBl. Heft 12/2006 S. 149-150
 TRGS 200 – Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen – (Oktober 2011) GMBl Nr. 42/43 vom 24. November 2011, S. 831
 TRGS 201 – Einstufung und Kennzeichnung – bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
(Oktober 2011) GMBl. Nr. 42/43 vom 24. November 2011, S. 855
 TRGS 400 – Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen –
(Dezember 2010) GMBl Nr. 2 vom 31. Januar 2011, S. 19-32, zuletzt geändert: GMBl.
Nr. 40 vom 13. September 2012, S. 715
 TRGS 500 – Schutzmaßnahmen – (Januar 2008) GMBl Nr. 11/12 S. 225-258
(13.03.2008) (siehe auch Hinweis im BAnz. Nr. 64 S. 1518 vom 25.04.2008) mit Änderungen und Ergänzungen GMBl Nr. 26 S. 528 (04.07.2008)
 TRGS 510 – Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern – (Januar
2013) GMBl. Nr. 22 vom 15. Mai 2013, S. 446-475
 TRGS 520 – Errichtung und Betrieb von Sammelstellen und Zwischenlagern für
Kleinmengen gefährlicher Abfälle – (Januar 2012) GMBl. Nr. 7, S. 102-115
 TRGS 525 – Umgang mit Gefahrstoffen in Einrichtungen zur humanmedizinischen Versorgung – (Mai 1998) BArbBl. Heft 5/1998 S. 9
By shopadmin|2019-07-23T18:33:47+00:00July 23rd, 2019|Categories: News|Comments Off on Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) 18 Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes Überarbeitung: Stand Januar 2015