Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=27.03.2007&Aktenzeichen=10%20S%201684/06
Timestamp: 2019-11-14 21:51:00
Document Index: 204437451

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 13', '§ 15', '§ 21', '§ 27', '§ 3', '§ 8', '§ 20', '§ 7', '§ 5', '§ 20']

VGH Baden-Württemberg, 27.03.2007 - 10 S 1684/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,3086
VGH Baden-Württemberg, 27.03.2007 - 10 S 1684/06 (https://dejure.org/2007,3086)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 27.03.2007 - 10 S 1684/06 (https://dejure.org/2007,3086)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 27. März 2007 - 10 S 1684/06 (https://dejure.org/2007,3086)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,3086) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Müllsortiermaßnahme durch Dritte im Zeitraum zwischen Bereitstellung und Entsorgung zulässig; Begriff der "Abfallüberlassung"
§ 10 KrW-/AbfG, § 13 KrW-/AbfG, § 15 KrW-/AbfG, § 21 KrW-/AbfG, § 27 KrW-/AbfG, § 3 VerpackV, § 8 AbfG BW, § 20 Abs 2 AbfG BW
Verwaltungsakt mit Dauerwirkung; Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt; Abfallrechtliche Verantwortlichkeit; Anfallen Abfall; Überlassen Abfall; Sortierung vor Ort; Sortierung durch beauftragte Dritte; Sortierungsbefugnis; Arbeitsschutz; Gesundheitsschutz
Rechtmäßigkeit einer Anordnung zur Durchsetzung der Pflichten nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG); Ermächtigung der Abfallrechtsbehörde durch landesgesetzliche Eingriffsgrundlagen; Ermittlung der anwendbaren Ermächtigungsgrundlage zur Durchsetzung ...
Anfechtungsklage, Verpflichtungsklage einschließlich Untätigkeitsklage, Widerspruchsverfahren einschließlich reformatio in peius im Widerspruchsverfahren; Kreislaufwirtschaftsrecht, Abfallrecht: Verwaltungsakt mit Dauerwirkung; Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt; ...
Nachsortierung von Restmüll
Firma darf Müll "nachsortieren" - "Vor-Ort-Sortierung" von Abfällen aus Privathaushalten zulässig - Wohnungsgesellschaft will durch Sortierung Müllgebühren reduzieren
VBlBW 2008, 102
Es kann daher dahin stehen, ob Abfälle nach den Regelungen der Abfallentsorgungssatzung der Wirtschaftsbetriebe E - Anstalt öffentlichen Rechts (WBE-AöR) bereits mit ihrer zweckentsprechenden Einbringung in die zugelassenen Abfallbehältnisse, vgl. § 7 Abs. 2 S. 4 AES, d.h. mit ihrem Anfall, zugleich auch überlassen sind, vgl. zu diesem Problemkreis: Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urteil vom 4. Mai 2006 -11 K 1924/05-; VGH BW, Urteil vom 27. März 2007 -10 S 1684/06-, juris; noch nicht veröffentlichte Entscheidung des BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2007 -7 C 42.07-, www.bundesverwaltungsgericht.de/pressemitteilungen .
Dem Landesgesetzgeber verbleibt im Wesentlichen nur Raum für eine das Bundesrecht konkretisierende, die abfallwirtschaftliche Umsetzung erleichternde Normierung im Sinne einer Durchführungs- und Ausführungsgesetzgebung zum "Wie" der Überlassung (Senatsurt. v. 20.11.2001 - 10 S 3182/98 -, VBlBW 2002, 488; Senatsurt. v. 27.03.2007 - 10 S 1684/06-, VBlBW 2008, 102;… BVerwG, Urt. v. 13.12.2007 - 7 C 42.07 -, BVerwGE 130, 127;… Urt. v. 27.08.2009 - 7 CN 2.08 - Sperrmüllabfuhr; zur "äußerst eingeschränkten" Gesetzgebungskompetenz des Landesgesetzgebers im Bereich der Abfallwirtschaft vgl. näher von Komorowski, Die Novelle des Landesabfallgesetzes, VBlBW 2009, 449 ff.).
Andernfalls wäre die Vorschrift mit höherrangigem Recht nicht vereinbar, weil sie dann den Abfallbesitzer daran hindern würde, seiner aus § 5 Abs. 2 Satz 3 KrW-/AbfG resultierenden Pflicht zur Trennung verwertbaren Abfalls von Abfall zur Beseitigung nachzukommen (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 27.03.2007 - 10 S 1684/06 -, Juris).
Denn der Begriff des Behandelns ist zwar weit auszulegen und erfasst deshalb auch das Sortieren von Abfall; hier fehlt es aber daran, dass die Zweckbestimmung der Entsorgungshandlung nicht auf eine Abfallbeseitigung gerichtet ist, sondern auf eine Abfallverwertung (vgl. VGH Mannheim, Urt. vom 27.03.2007 a.a.O.).
Soweit in dieser Anordnung gleichzeitig der Antragstellerin aufgegeben wurde, die überlassungspflichtigen Abfälle an genau bestimmten Entsorgungsstellen des Landkreises abzuliefern, ergibt sich die Rechtsgrundlage insoweit aus § 20 Abs. 2 LAbfG, der der zuständigen Abfallrechtsbehörde die Befugnis gibt, Maßnahmen zu ergreifen, die der Durchsetzung kommunaler abfallrechtlicher Satzungsbestimmungen dienen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 27.03.2007 - 10 S 1684/06 - VBlBW 2008, 102).