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Timestamp: 2016-10-22 07:04:48
Document Index: 65752129

Matched Legal Cases: ['Art. 156', 'Art. 156', 'BGE', 'Art. 133', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'BGE', 'Art. 156', 'BGE']

Art. 156 CC; prise en consid�ration des d�sirs exprim�s par les enfants lors de la fixation des droits des parents. Lors de la fixation des droits des parents dans un proc�s en divorce, le d�sir d'attribution exprim� par l'enfant doit aussi �tre pris en consid�ration s'il s'av�re, sur la base de l'�ge et du d�veloppement de celui-ci, qu'il s'agit d'une ferme r�solution de sa part et que ce d�sir soit l'expression d'une relation affective �troite avec le parent vis�. Consid�rants � partir de page 401
3. Die Kl�gerin wirft dem Kantonsgericht in ihrer Berufung vor, bei der Kinderzuteilung von Rico und Reto die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien nicht richtig angewendet und dadurch Art. 156 ZGB verletzt zu haben. Zur Begr�ndung f�hrt sie BGE 122 III 401 S. 402im wesentlichen aus, dass der Beklagte beruflich und in der Freizeit sehr stark engagiert sei, w�hrend sie angesichts ihrer flexiblen Teilzeitarbeit den Kindern mehr Zeit widmen k�nne. Den Zuteilungsw�nschen der S�hne Rico und Reto sei zu grosse Bedeutung beigemessen worden, h�tten sie doch nur deshalb die Zuteilung zum Vater gew�nscht, weil dieser "eine l�ngere Leine l�sst als die Mutter". Hinzu komme, dass der j�ngste Sohn Fabian ihr zugeteilt worden sei und die Geschwister nach M�glichkeit nicht zu trennen seien.
b) Das Kantonsgericht hat im Zusammenhang mit der Zuteilung von Rico und Reto unter die elterliche Gewalt des Beklagten haupts�chlich auf den von den S�hnen klar ge�usserten Zuteilungswunsch abgestellt. Dies wird von der Kl�gerin kritisiert.
Im Gegensatz zum Entwurf des neuen Scheidungsrechts, nach dessen Art. 133 Abs. 2 "f�r die Zuteilung der elterlichen Sorge (...), soweit tunlich, auf die Meinung des Kindes R�cksicht zu nehmen" ist (siehe auch Erl�uterungen dazu in BBl 1996 I, S. 125), sieht das geltende Recht die Anh�rung der Kinder nicht vor. Dennoch hat das Bundesgericht bereits bei verschiedenen Gelegenheiten anget�nt, dass je nach Alter der Kinder einem eindeutig ge�usserten Wunsch bei der Regelung der elterlichen Gewalt Rechnung zu tragen sei (BGE 115 II 206 E. 4a S. 209; vgl. ferner BGE 122 I 53 E. 4a S. 55 und BGE 100 II 76 E. 4b S. 82). Auch in der Literatur hat sich die Auffassung mehr und mehr durchgesetzt, dass Kinder bei der Pr�fung der Zuteilung als direkt betroffene Personen um ihrer Pers�nlichkeit willen angeh�rt werden d�rfen und unter Umst�nden auch angeh�rt werden sollen (HINDERLING/STECK, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 4. Auflage, Z�rich 1995, S. 415 und 419; B�HLER/SP�HLER, Berner Kommentar, N. 60 und 92 zu Art. 156; LOUIS BOURGKNECHT, Les effets accessoires du divorce, in: ZVW 36 [1981], S. 93; MARTIN STETTLER, Das Kindesrecht, in: SPR III/2, Basel 1992, S. 273; MICHAEL COESTER, in: Staudingers Kommentar zum BGB, N. 115 ff. zu � 1671 BGB m.w.H.). Nach kinderpsychiatrischen Erkenntnissen kommt dem Zuteilungswunsch umso entscheidendere Bedeutung zu, je �lter das Kind ist; w�hrend �ltere Kinder oft in der Lage sind, stabile Absichtserkl�rungen abzugeben, ist bei j�ngeren Kindern grosse Vorsicht geboten, weil ihre W�nsche von einem Tag zum anderen schwanken k�nnen. In jedem Fall ist indessen zu pr�fen, ob eine st�rkere emotionale Bindung den Zuteilungswunsch bestimmt oder nicht etwa das Verlangen nach mehr Ungebundenheit und materieller Verw�hnung im Vordergrund steht (FRIEDRICH ARNTZEN, Elterliche Sorge und pers�nlicher Umgang mit BGE 122 III 401 S. 403Kindern, M�nchen 1994, S. 12; grundlegend REINHARD LEMPP, Das Wohl des Kindes in �� 1666 und 1671 BGB, in: NJW 16 [1963] S. 1660; derselbe, Noch einmal: Kindeswohl und Kindeswille, in: NJW 17 (1964) S. 440; siehe auch ELISABETH MACKENSCHEIDT, Loyalit�tsproblematik bei Trennung und Scheidung, in: FamRZ 40 [1993] S. 255). Im Hinblick auf eine praktikable Kinderzuteilung kann es sich somit aufdr�ngen, die Zuteilungsw�nsche der Kinder bei der Regelung der elterlichen Gewalt zu ber�cksichtigen. Die Bedeutung, die den W�nschen der Kinder beizumessen ist, wird einerseits davon abh�ngen, ob die betroffenen Kinder altersm�ssig und von ihrer Entwicklung her in der Lage sind, stabile Absichtserkl�rungen abzugeben; anderseits wird zu pr�fen sein, ob die ge�usserten W�nsche tats�chlich eine besondere innere Verbundenheit zu einem Elternteil zum Ausdruck bringen und nicht beispielsweise dem Wunsch nach mehr Freiheit oder materiellen Vorteilen entspringen.
c) Vor diesem Hintergrund ist offensichtlich nicht zu beanstanden, dass das Kantonsgericht den dezidiert ge�usserten Zuteilungsw�nschen der Kinder vorrangige Bedeutung beigemessen und die S�hne Rico und Reto in Anwendung von Art. 156 ZGB unter die elterliche Gewalt des Beklagten gestellt hat. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte daf�r, dass die normal entwickelten 16- bzw. 14j�hrigen Knaben keinen stabilen Willensentscheid in bezug auf ihre k�nftige Unterbringung f�llen k�nnten; im Gegenteil ist davon auszugehen, dass sie aufgrund der Betreuung durch ihren Vater w�hrend der Dauer des Scheidungsprozesses genaue Vorstellungen �ber die Konsequenzen der definitiven Zuteilung im Scheidungsurteil zu entwickeln vermochten. Hinzu kommt, dass ihr Zuteilungswunsch nicht nur darauf zur�ckzuf�hren ist, dass sie beim Vater m�glicherweise gr�ssere Freiheiten geniessen d�rften als bei der Mutter, die nach den verbindlichen Tatsachenfeststellung der Vorinstanz zu autorit�rer Erziehung neigt; vielmehr d�rfte ihr Wunsch auch Ausdruck einer starken Gef�hlsbeziehung zum Vater sein. Bemerkenswert ist sodann, dass Reto sogar jeden Kontakt mit der Mutter ablehnt. Abgesehen von den Zuteilungsw�nschen der Kinder spricht auch die Eignung des Beklagten als Erzieher f�r die vom Kantonsgericht getroffene L�sung. Eine Betreuung, die den dem Kindesalter allm�hlich entwachsenden S�hnen schrittweise mehr Freiheiten gew�hrt, d�rfte geeigneter sein als eine autorit�re Erziehung, die von den S�hnen abgelehnt wird. Kaum ins Gewicht fallen d�rfte, dass die Kl�gerin eine in zeitlicher Hinsicht umfangreichere Betreuung gew�hrleisten k�nnte, weil der 16j�hrige Rico und der 14j�hrige BGE 122 III 401 S. 404Reto zunehmend selbst�ndig werden und keiner umfassenden Betreuung mehr bed�rfen.
d) Sind aber die beiden �lteren S�hne beim Beklagten sogar besser untergebracht als bei der Kl�gerin, w�re deren Zuteilung an die Mutter gegen ihren Willen v�llig undenkbar; dabei k�nnte die Zuteilung des j�ngsten Sohnes Fabian an die Kl�gerin, sollte es dabei bleiben, auf jene der �lteren beiden Knaben offensichtlich keinen Einfluss haben. Auf die Frage der gemeinsamen Unterbringung der drei Geschwister wird bei der Behandlung der Berufung des Beklagten zur�ckzukommen sein. Die Berufung der Kl�gerin erweist sich als offensichtlich unbegr�ndet, soweit �berhaupt darauf einzutreten ist.