Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/4/84350000034.htm
Timestamp: 2018-11-12 23:17:26
Document Index: 190125300

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', '§ 16', '§ 5', '§ 63', '§ 9', '§ 2']

Argen und Nonnenbachtal (2 Teilgebiete)
4.35.034 Seenplatte und Hügelland südlich der Argen und Nonnenbachtal (2 Teilgebiete)
Verordnung des Landratsamtes Bodenseekreis als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Seenplatte und Hügelland südlich der Argen und Nonnenbachtal" vom 19. Juni 1986 (Schwäbische Zeitung und Südkurier, Ausgabe Friedrichshafen, vom 21.06.1986).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
(1) Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Tettnang, Gemarkung Langnau, und der Gemeinde Kressbronn, Landkreis Bodenseekreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Seenplatte und Hügelland südlich der Argen und Nonnenbachtal".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von etwa 1001 ha.
(2) Das Schutzgebiet besteht aus zwei nicht zusammenhängenden Teilgebieten, die wie folgt grob beschrieben und abgegrenzt werden:
1. Seenplatte und Hügelland südlich der Argen (Teilgebiet 1)
Im Norden verläuft die Grenze östlich und südlich der Verbindungswege Unterwolfertsweiler - Gitzensteig - Rattenweiler - Hiltensweiler - Götzenweiler und der Landesstraße 2375.
Im Osten sind die Grenzen die Straßen um den Muttelsee, die Landesstraße 2375 und die Landesgrenze zu Bayern (am Ostufer des Degersees).
Im Süden ist die Landesgrenze zu Bayern bis zum Verbindungsweg von Riedensweiler nach Kümmertsweiler Begrenzung. Von dort führt die Grenze durch das Gewann "Längenmoos" zum Verbindungsweg von Wettis nach Nitzenweiler und weiter entlang von Feld- und Waldwegen zwischen den Gewannen "Löchenberg" und "Talwiese" über Atlashofen zum Verbindungsweg von Hüttmannsberg über Döllen nach Berg (nördlich von Döllen ist die Grenze die künftige Trasse der B 31).
Im Westen verläuft die Grenze westlich des Gewannes "Berger Weiher" nördlich des Gewannes "Berger Halde"; westlich des Waldrandes in den Gewannen "Mühlenberg", "Bachtobel" und "Ettenberg", dann östlich des Verbindungsweges über den "Heiligenhof" nach Unterwolfertsweiler.
2. Nonnenbachtal (Teilgebiet 2)
Im Norden verläuft die Grenze entlang der Zehntscheuerstraße, der Verbindungsstraße über die Mittelmühle zur Obermühle, südlich der Gewanne "Auf der Reute" und "Großer Garten" über Arensweiler zum Verbindungsweg von Poppis nach Krummensteg. Von Krummensteg südlich und östlich des Gewannes "Fuchshalde" entlag des Weges nach Kümmertsweiler bis zum Gewann "Ellenhalde" und dann zur Landesgrenze nach Bayern.
Im Osten und Süden bildet die Landesgrenze bis zum Gewann "Selmnauer Esch" die Schutzgebietsgrenze. Die Grenze verläuft dann südlich der Gewanne "Eulenwinkel" und "Butzengart" überwiegend entlang des Waldrandes zum Verbindungsweg zwischen der Obermühle und Retterschen, östlich des Weges vom Gewann "Butzengart" bis zum Gewann "Rettershofer Berg", dann südlich des Gewannes "Dellwiesen", nördlich des Gewannes "Delläcker", des Baugebietes "Ottenberghalde" und des Talholzweges bis zur Nonnnenbachschule.
(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 15 Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 eingetragen und grün angelegt. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung (Anlagen). Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen, Glärnischstraße 1-3, als untere Naturschutzbehörde, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung der Schönheit und Eigenart der Kuppenlandschaft mit den eingelagerten Seen, Bachtälern und den bewaldeten Hügeln in ihrer landschaftlichen Vielfalt und den noch in großer Zahl vorhandenen naturnahen Biotopen (Feuchtgebiete und Halbtrockenrasen). Dieses Gebiet mit seiner abwechselnden landwirtschaftlichen Nutzung durch Wiesen-, Weiden-, Acker- und Obstbauflächen soll in seinem Erholungswert erhalten und gesichert werden.
16. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, wie Schilf- und Rohrbestände, Feld- und Ufergehölzen und Bäumen, soweit diese zur Belebung der Landschaft beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke; § 16 NatSchG bleibt hiervon unberührt;
3. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen, Wege, sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden; sie bedarf der Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde, wenn das Vorhaben einen schwerwiegenden Eingriff darstellt. Die Befreiung kann mit Nebenbestimmungen versehen werden.
§ 9 Inkrafttreten und Aufhebung von Vorschriften
(2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung treten Teile der "Verordnung des Landratsamtes Tettnang vom 10. September 1954 über den Schutz von Landschaftsteilen entlang der Argen in den Gemeinden Kressbronn, Langnau, Neukirch und Tannau" außer Kraft.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende Teile:
Abschnitt A) - Gemarkung Kressbronn
Nr. 5.) Der Schleinsee
Abschnitt B) - Gemarkung Langnau
Nr. 5.) Der Degersee
Nr. 6.) Der Muttelsee
Nr. 7.) Der Kammersee
Nr. 8.) Der Wielandsee.
(3) Ferner werden mit Inkrafttreten dieser Verordnung von der vorgenannten Verordnung vom 10.09.1954 Abschnitt C - Gemarkung Neukirch diejenigen Teile des Landschaftsschutzgebietes aufgehoben, die in § 2 Abs. 1 der Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 21.12.1973 über das Naturschutzgebiet "Kreuzweiher" als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurden.
Friedrichshafen, den 19. Juni 1986
gez. Tann, Landrat
Durch VO vom 20.02.1994 (NSG 4238 “Hirrensee”) Fläche um 16 ha verkleinert.
Durch VO vom 15.02.05 (NSG 4.310) Fläche um 17 ha verkleinert.
Durch VO vom 18.05.07 (NSG 4.315 und NSG 4.316) Fläche verkleinert.