Source: https://www.parlament.ch/rm/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsportrait/aufgaben-der-bundesversammlung/mitwirkung-in-der-aussenpolitik
Timestamp: 2020-04-02 06:42:37
Document Index: 336100971

Matched Legal Cases: ['Art. 166', 'Art. 166', 'Art. 140', 'Art. 141', 'Art. 152', 'Art. 7', 'Art. 166', 'Art. 5', 'Art. 166', 'Art 23', 'Art. 7']

Als Grundsatz gilt, dass völkerrechtliche Verträge von der Bundesversammlung zu genehmigen sind (ordentliches Verfahren, vgl. Abschnitt II.1. [Art. 166 Abs. 2 Satz 1 BV]). Durch Bundesgesetz oder via der von der Bundesversammlung genehmigten völkerrechtlichen Verträgen kann der Bundesrat jedoch zum selbstständigen Vertragsabschluss ermächtigt werden (vereinfachtes Verfahren, vgl. Abschnitt II.2. [Art. 166 Abs. 2 Satz 2 BV]).
«Völkerrechtliche Verträge» sind hier in einem weiten Sinn zu verstehen; zu ihnen gehören u.a. Beitritte zu internationalen Organisationen oder Rechtsakte, mit denen Regelungen des EU-Rechts übernommen werden.
Dem obligatorischen Staatsvertragsreferendum untersteht der Beitritt zu Organisationen für kollektive Sicherheit oder zu supranationalen Gemeinschaften (Art. 140 Abs. 1 Bst. b BV).
Dem fakultativen Referendum unterstehen völkerrechtliche Verträge, die (Art. 141 Abs. 1 Bst. d BV):
Dringliches Verfahren
Sprechen sie sich beide Kommissionen oder nur eine dafür aus, kann der Bundesrat den Vertrag vorläufig anwenden. Wenn sich beide Kommissionen dagegen aussprechen, muss er darauf verzichten (Art. 152 Abs. 3bis ParlG).
Die vorläufige Anwendung endet von Gesetzes wegen, wenn der Bundesrat nicht binnen sechs Monaten seit Beginn der vorläufigen Anwendung der Bundesversammlung den Entwurf des Bundesbeschlusses zur Genehmigung des Vertrags unterbreitet (Art. 7b Abs. 2 RVOG).
Durch ein Gesetz oder einen von der Bundesversammlung genehmigten völkerrechtlichen Vertrag kann der Bundesrat zu selbständigen Vertragsabschluss ermächtigt werden (Art. 166 Abs. 2 BV). Eine derartige Kompetenzübertragung ist jedoch von Verfassung wegen ausgeschlossen, wenn ein solcher Vertrag dem Referendum untersteht.
Statistik der 48., 49. und 50. Legislaturperiode
In weitere internationalen parlamentarischen Institutionen und Konferenzen können Ad-hoc-Delegationen entsandt werden (Art. 5 Abs. 1 Bst. a VPiB).
Eine wichtige Rolle in der parlamentarischen Aussenpolitik kommt zudem den Ratspräsidenten resp. Ratspräsidentinnen zu. In Begleitung von Parlamentarierdelegationen besuchen sie ihre Amtskollegen oder empfangen Besuchsdelegationen anderer Parlamente in der Schweiz.
Daniel Thürer, Art. 166 N 41, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender (Hrsg.), Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, Schulthess, Zürich/Basel/Genf 2014, S. 2716. ↩
Luzian Odermatt/Esther Tophinke, Art 23 N 7 in: Graf/Theler/von Wyss (Hrsg.), Parlamentsrecht und Parlamentspraxis der Schweizerischen Bundesversammlung, Kommentar zum Parlamentsgesetz (ParlG) vom 13. Dezember 2002, Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel 2014, S. 199. ↩
Thomas Sägesser, Art. 7a N 7, in: Thomas Sägesser, Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG), Stämpfli Verlag AG Bern 2007, S. 123. ↩
a.a.O. N 19, S. 127. ↩
99.419 Parlamentarische Initiative: Geschäftsverkehrsgesetz, Anpassungen an die neue BV, Bericht der Staatspolitischen Kommission des Nationalrates vom 7. Mai 1999, BBL 1999 IV 4830. ↩