Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/bandendiebstahl-3101271
Timestamp: 2020-07-04 08:34:28
Document Index: 317438684

Matched Legal Cases: ['§ 244', '§ 243', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Ban­den­dieb­stahl
Wegen schwe­ren Ban­den­dieb­stahls gemäß § 244a Abs. 1 StGB macht sich straf­bar, wer als Mit­glied einer Ban­de, die sich zur fort­ge­setz­ten Bege­hung von Dieb­stäh­len ver­bun­den hat, unter Mit­wir­kung eines ande­ren Ban­den­mit­glieds einen Dieb­stahl der in § 243 Abs. 1 Satz 2 StGB genann­ten Art begeht.
Eine Ban­de in die­sem Sin­ne setzt den Zusam­men­schluss von min­des­tens drei Per­so­nen mit dem Wil­len vor­aus, künf­tig für eine gewis­se Dau­er meh­re­re selbst­stän­di­ge, im Ein­zel­nen noch unge­wis­se Dieb­stäh­le zu bege­hen [1]. Nicht erfor­der­lich ist die gegen­sei­ti­ge ver­bind­li­che Ver­pflich­tung zur Bege­hung bestimm­ter Delik­te; es genügt viel­mehr auch die Über­ein­kunft, in Zukunft sich erge­ben­de güns­ti­ge Gele­gen­hei­ten zu gemein­sa­mer Tat­be­ge­hung zu nut­zen [2].
Ob jemand Mit­glied einer Ban­de ist, bestimmt sich nach der delik­ti­schen Ver­ein­ba­rung, der so genann­ten Ban­den­ab­re­de. Sie setzt den Wil­len vor­aus, sich mit ande­ren zu ver­bin­den, um künf­tig für eine gewis­se Dau­er meh­re­re selbst­stän­di­ge, im Ein­zel­nen noch unge­wis­se Straf­ta­ten des im Gesetz genann­ten Deliktsty­pus zu bege­hen [3]. Sie bedarf kei­ner aus­drück­li­chen Ver­ein­ba­rung; die Ban­den­ab­re­de kann auch durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten zustan­de kom­men [4]. Das Vor­lie­gen einer Ban­den­ab­re­de kann daher auch aus dem kon­kret fest­stell­ba­ren, wie­der­hol­ten delik­ti­schen Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Per­so­nen her­ge­lei­tet wer­den [5].
Haben sich die Täter jedoch von vorn­her­ein nur zur Bege­hung einer ein­zi­gen Tat ver­ab­re­det und in der Fol­ge­zeit – auf der Grund­la­ge eines jeweils neu gefass­ten Tatent­schlus­ses – wei­te­re Straf­ta­ten began­gen, so fehlt es an der erfor­der­li­chen Ban­den­ab­re­de [6].
In Grenz­fäl­len kann die Abgren­zung zwi­schen einer auf einer kon­klu­dent getrof­fe­nen Ban­den­ab­re­de beru­hen­den Band­en­tat und blo­ßer Mit­tä­ter­schaft schwie­rig sein. Erfor­der­lich ist in die­sen Fäl­len eine sorg­fäl­ti­ge und umfas­sen­de Wür­di­gung aller im kon­kre­ten Ein­zel­fall für und gegen eine Ban­den­ab­re­de spre­chen­den Umstän­de [7]. Der Tatrich­ter muss sich ins­be­son­de­re bewusst sein, dass ein Rück­schluss von dem tat­säch­li­chen delik­ti­schen Zusam­men­wir­ken auf eine kon­klu­den­te Ban­den­ab­re­de für sich genom­men zu kurz grei­fen kann [8].
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Juli 2015 – 2 StR 441/​14
BGH, Beschluss vom 22.03.2001 – GSSt 1/​00, BGHSt 46, 321, 325; BGH, Urteil vom 16.06.2005 – 3 StR 492/​04, BGHSt 50, 160; BGH, Beschluss vom 10.12 2012 – 2 StR 120/​12, StV 2013, 508, 509[↩]
BGH, Urteil vom 21.12 2007 – 2 StR 372/​07, NStZ 2009, 35, 36[↩]
BGH, Urteil vom 16.06.2006 – 3 StR 492/​04, BGHSt 50, 160, 161[↩]
BGH, Urteil vom 16.06.2005 – 3 StR 492/​04, BGHSt 50, 160, 162[↩]
BGH, Urteil vom 21.12 2007 – 2 StR 372/​07, NStZ 2009, 35, 36; BGHSt 50, 160, 162[↩]
BGH, aaO, NStZ 2009, 35, 36; Beschluss vom 10.10.2012 – 2 StR 120/​12, StV 2013, 508, 509[↩]
BGH, aaO StV 2013, 508, 509 f.[↩]
vgl. BGH, aaO, StV 2013, 508, 510[↩]
Die Tat­be­tei­li­gung der Ban­den­mit­glie­der Allein die Ban­den­mit­glied­schaft kann nicht zu einer Ver­ur­tei­lung wegen Betei­li­gung an allen von den Ban­den­mit­glie­dern began­ge­nen Tat­hand­lun­gen füh­ren. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sind die…