Source: https://adoption.de.tl/Gesetze-s-Verfahren-.htm
Timestamp: 2019-01-16 17:17:47
Document Index: 210092418

Matched Legal Cases: ['§ 1747', '§ 1754', '§ 49', '§ 50', '§ 51', '§ 1750', '§1751', '§ 1755', '§ 1756', '§ 1758']

Humane Adoption - Gesetze/Verfahren
Hier ein kleiner Überblick, aus den Gesetzten, Verfahren und Empfehlungen des Landesjugendamtes:
Bei der Adoption eines Kindes müssen in der Regel beide leiblichen Eltern einwilligen. Die Einwilligung kann erst erteilt werden, wenn das Kind acht Wochen alt ist (§ 1747 BGB).
Mit Ausspruch der Adoption erhält das minderjährige Kind die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes der Annehmenden und damit z. B. den Namen und die Staatsangehörigkeit der Adoptiveltern. Außerdem entstehen Erb- und Unterhaltsansprüche, auch gegenüber den leiblichen Verwandten der Adoptiveltern (§ 1754 BGB).
Die Adoptionsvermittlung und die Aufgaben der Adoptionsvermittlungsstellen sind im Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) geregelt, die Beteiligung der Jugendämter und der Vermittlungsstellen im gerichtlichen Verfahren richtet sich nach den §§ 49 und 56d des Gesetzes zu den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG) i. V. m. § 50 und § 51 SGB VIII.
Für Auslandsadoptionen aus Vertragsstaaten des "Haager Übereinkommens" gelten darüber hinaus die Bestimmungen des Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetzes (AdÜbAG). Die Anerkennung ausländischer Adoptionsentscheidungen richtet sich nach dem Adoptionswirkungsgesetz (AdWirkG).
Der Ausspruch der Adoption erfolgt durch Beschluss des Vormundschaftsgerichts auf Antrag des Annehmenden. Zuständig ist das Gericht, in dessen Bezirk der Annehmende seinen Wohnsitz hat. Bei der Adoption Minderjähriger gibt die Adoptionsvermittlungsstelle oder das Jugendamt eine gutachtliche Äußerung insbesondere zum Vorliegen der Adoptionsvoraussetzungen ab.
Bei Adoptionen mit Auslandsberührung ist darüber hinaus das Landesjugendamt zu hören.
Sie kann nicht an Bedingungen geknüpft werden und ist unwiderruflich (§ 1750 BGB). Mit Wirksamwerden der Einwilligung der Eltern ruht deren elterliche Sorge und das Jugendamt wird Vormund des Kindes. Das Umgangsrecht mit dem Kind darf nicht mehr ausgeübt werden und die Unterhaltspflicht tritt in der Regel hinter die der Annehmenden zurück (§1751 BGB). Die Verwandtschaftsverhältnisse des Kindes zu seiner Herkunftsfamilie und die damit verbundenen Rechte und Pflichten erlöschen (§ 1755 BGB). Ausnahmen bestehen bei Verwandten- und Stiefelternadoptionen (§ 1756 BGB).
Aufgaben der Adoptionsvermittlungsstellen
Die Aufgabe und Verantwortung der Adoptionsvermittlungsstellen besteht neben der konkreten Vermittlung bzw. der Auswahl geeigneter Eltern für ein bestimmtes Kind darin, den sozialen Prozess der Adoption vorzubereiten, zu unterstützen und zu begleiten.
Zur Situation der Beteiligten an einer Adoption
Abgebende Eltern befinden sich meist in einer existenziellen Notlage, in der sie sich nicht (mehr) in der Lage sehen, die Erziehungsverantwortung für ihr Kind zu übernehmen. Die Entscheidung zur Adoptionsfreigabe, die von dem Wunsch getragen wird, dem Kind eine unbeschwerte und gesicherte Zukunft in einer Familie zu ermöglichen, wird häufig noch viele Jahre von Gefühlen der Trauer, der Schuld und des Versagens begleitet.
Für das adoptierte Kind stellt die Adoption oftmals die einzige Chance dar, in der Sicherheit und Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen. Gleichzeitig bleibt jedoch die Herkunftsfamilie immer bedeutsam, und mit Beginn der Pubertät setzt häufig eine verstärkte Auseinandersetzung sowie eine Suche nach der Herkunftsfamilie ein. Dieser Prozess kann auch Gefühle der Wut, der Trauer und Verunsicherung darüber, weggegeben worden zu sein, auslösen. Die Auseinandersetzung mit der doppelten Elternschaft (soziale und leibliche Eltern) stellt jedoch einen wichtigen Schritt bei der Identitätsentwicklung dar.
Adoptiveltern bereiten sich in der Regel bewusst und oftmals über viele Jahre auf die Aufnahme eines Kindes vor. Sie sehen in der Adoption häufig eine gute Möglichkeit, sich den Wunsch nach einem Leben mit einem Kind zu erfüllen.
Bis vor wenigen Jahren wurden die meisten Adoptionen unter Wahrung des Inkognitos durchgeführt, wobei die leiblichen Eltern weder Namen und Adresse der Adoptiveltern noch weitere Informationen über die Entwicklung des Kindes erhalten. Adoptionen müssen jedoch nicht Inkognito erfolgen. So werden heute abgebende Eltern zunehmend aktiv in die Auswahl der zukünftigen Adoptiveltern einbezogen und erhalten die Chance, diese anonym kennen zu lernen. Eine "offene Form" der Adoption kann auch bedeuten, dass nach erfolgter Adoption Informationen über die Vermittlungsstelle ausgetauscht werden oder persönliche Kontakte stattfinden. Aufgrund der Rechtslage (§ 1758 BGB Adoptionsgeheimnis) beruht die Öffnung des Inkognitos jedoch auf der Freiwilligkeit der Adoptiveltern.
Im Erziehungsalltag und durch die Suche des Adoptivkindes nach seinen Wurzeln erfolgt jedoch regelmäßig eine Konfrontation mit der eigenen, möglicherweise unverarbeiteten Kinderlosigkeit. Außerdem kann der Wunsch des Kindes, seine Herkunftsfamilie kennen zu lernen, Verunsicherung und Angst auslösen.
Berichte Betroffener zeigen jedoch, dass eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit der sozialen Wirklichkeit einer Adoption und den damit verbundenen Gefühlen für alle Beteiligten entlastend sein kann und damit letztendlich zum Gelingen einer Adoption beiträgt.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein Kind zur Adoption freizugeben, kann sich deutschlandweit unabhängig vom Wohnort an jede Adoptionsvermittlungsstelle eines Jugendamtes oder eines freien Trägers wenden und erhält dort ausführliche Informationen und Beratung. Zu beachten ist, dass in der Regel beide Elternteile in die Adoption einwilligen müssen.
Die Zentrale Adoptionsstelle des Landesjugendamtes unterstützt die Adoptionsvermittlungsstellen der öffentlichen und freien Träger
bei grundsätzlichen rechtlichen und fachlichen Fragen,
bei Adoptionen mit Auslandsberührung,
bei der Vermittlung schwer vermittelbarer Kinder,
bei sonstigen schwierigen Einzelfällen
durch Beratung der Fachkräfte, Bereitstellung von Informationen und Materialien und die Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungen. Derzeit entwickelt das Landesjugendamt psychologische Eignungskriterien zur Auswahl von Adoptiv- und Pflegeeltern.
Im Vorfeld einer Adoption informiert die Vermittlungsstelle sowohl abgebende Eltern als auch Adoptionsbewerber zu Fragen der Adoption und des Adoptionsverfahrens. Der Klärungs- und Entscheidungsprozess wird begleitet durch
die Beratung abgebender Eltern über Alternativen zur Adoption und die rechtlichen und psychischen Aspekte einer Adoptionsfreigabe,
die Beratung, Eignungsüberprüfung und Vorbereitung von Adoptionsbewerbern.
Entscheiden sich leibliche Eltern, ihr Kind zur Adoption freizugeben, wird die Adoptionsvermittlungsstelle tätig und übernimmt
die Auswahl geeigneter Eltern für ein Kind sowie die Kontaktanbahnung,
die Unterstützung und Begleitung der abgebenden Eltern,
die Begleitung der Adoptivfamilie während der Adoptionspflegezeit bis zum rechtlichen Abschluss der Adoption,
die gutachtliche Äußerung gegenüber dem Vormundschaftsgericht, ob eine angestrebte Adoption dem Wohl des Kindes entspricht und die Entstehung eines Eltern-Kind-Verhältnisses zu erwarten ist.
Nach dem rechtlichen Abschluss der Adoption bleibt die Adoptionsvermittlungsstelle Ansprechpartner für
die nachgehende Beratung abgebender Eltern
die Begleitung halboffener und offener Formen der Adoption
die Beratung bei Erziehungsschwierigkeiten, die mit der Adoption in Zusammenhang stehen
die Beratung und Unterstützung von Adoptiveltern bei der Aufklärung des Kindes über die Adoption
die Beratung und Unterstützung von Adoptierten bei der Auseinandersetzung mit der Adoption
die Beratung und Unterstützung von Adoptierten und abgebenden Eltern bei der wechselseitigen Suche.
http://www.blja.bayern.de/Aufgaben/Aoptiond/Rechtl.Voraussetzungen/Rechtl.Voraussetzungen.Startseite.htm
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