Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201977,%202259
Timestamp: 2020-04-01 06:10:34
Document Index: 123890477

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 311', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 31', '§ 6', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 30', 'BGH', '§ 174', '§ 30', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.07.1977 - VI ZR 159/75 - dejure.org
BGH, 12.07.1977 - VI ZR 159/75
https://dejure.org/1977,253
BGH, 12.07.1977 - VI ZR 159/75 (https://dejure.org/1977,253)
BGH, Entscheidung vom 12.07.1977 - VI ZR 159/75 (https://dejure.org/1977,253)
BGH, Entscheidung vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75 (https://dejure.org/1977,253)
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§§ 30, 31, 276, 278 BGB (§ 311 BGB n.F.)
MDR 1978, 41
WM 1977, 994
DB 1977, 2135
Für § 31 BGB fehlen Feststellungen, ob die Beklagte zu 2) Filialleiterin der Beklagten zu 1) war oder eine vergleichbare Position inne hatte (vgl. BGHZ 13, 198, 203 und Urteile vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75, WM 1977, 994, 995 und vom 6. Dezember 1983 - VI ZR 60/82, WM 1984, 126, 127).
Wenn auch grundsätzlich die Kläger die haftungsbegründenden Umstände darzulegen haben, obliegt der Beklagten doch eine nur ihr mögliche Aufklärung über den Aufgabenbereich des S. oder des ihm übergeordneten Landesdirektors V., wenn die allgemeine Charakterisierung der Aufgaben bereits anhand des normalen Mitarbeitervertrages nicht ausreichend bestimmt werden kann und wenn das - nicht rein interne - Publikationsorgan der Beklagten auf die hohe Sachkompetenz des S. hinweist (vgl. zur Darlegungs- und Beweislast BGH, Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75 = NJW 1977, 2259, 2260).
Der Umstand, dass vorsätzliche bzw. strafbare Verhaltensweisen in Rede stehen oder der Handelnde auch in die eigene Tasche wirtschaften will, schließt einen sachlichen Zusammenhang zum übertragenen Aufgabenbereich nicht grundlegend aus (BGH, WM 2012, 837; NJW 1977, 2259; NJW 1991, 3208; OLG Karlsruhe, WM 2011, 1171;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77. Aufl., § 278 Rn. 20;… MüKo BGB/Grundmann, 7. Aufl., § 278 Rn. 37); vielmehr trägt derjenige, der einen Erfüllungsgehilfen einsetzt, das Personalrisiko.
(1) Grundsätzlich gehört es zu den von der Bank übertragenen Aufgaben eines Kundenbetreuers, seinen Kunden Anlageempfehlungen zu unterbreiten, sie in ihren Geldangelegenheiten zu beraten und mit ihnen entsprechende Vertragsverhandlungen zu führen (BGH, NJW 1977, 2259; OLG Stuttgart, BKR 2003, 833; OLG Karlsruhe, WM 2011, 1171).
Dabei geht die Erwartung des Bankkunden grundsätzlich dahin, dass Vertragsverhandlungen namens und im Interesse der Bank geführt werden (OLG Karlsruhe, WM 2011, 1171; vgl. BGH, NJW 1977, 2259).
Dies gilt im Besonderen, wenn eine langjährige Geschäftsbeziehung des Kunden mit der Bank besteht (BGH, NJW 1977, 2259).
Dies gilt auch dann, wenn der Erfüllungsgehilfe vorsätzlich eigene wirtschaftliche Vorteile verfolgt (BGH, NJW 1994, 3344; NJW 1991, 3208; NJW 1977, 2259) oder seine Vertrauensstellung sonst missbraucht (BGH, NJW 1977, 2259), zumal die Zurechnungsnorm des § 278 BGB gerade solche pflichtwidrige Verhaltensweisen erfassen soll (OLG Stuttgart, BKR 2003, 833; vgl. BGH, NJW-RR 1989, 723).
(2) Ein innerer Zusammenhang zu den übertragenen Aufgaben ist allerdings dann abzulehnen, wenn der Erfüllungsgehilfe kollusiv mit dem Gläubiger zum Nachteil der Bank zusammenwirkt (vgl. OLG Karlsruhe, WM 2011, 1171; siehe auch BGH, NJW 1977, 2259).
Unterhalb dieser Schwelle kann eine Zurechnung nach § 278 Satz 1 BGB zudem ausscheiden, wenn aus Sicht eines Außenstehenden ein innerer Zusammenhang zwischen dem Handeln des Erfüllungsgehilfen und dem übertragenen Aufgabenkreis nicht mehr zu erkennen ist (vgl. BGH, NJW-RR 1989, 723; NJW-RR 2014, 622; OLG Karlsruhe, WM 2011, 1171; OLG Düsseldorf, RuS 2006, 483; vgl. auch BGH, NJW 1977, 2259).
In dieser Hinsicht befasst sich der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 12.07.1977 (NJW 1977, 2259) mit "besonders herausgestellten" privaten Geldgeschäften.
Die Hilfsperson darf nicht nur bei Gelegenheit der Erfüllung einer Verbindlichkeit des Schuldners gehandelt haben, sondern ihr schuldhaftes Fehlverhalten muß in Ausübung der ihr insoweit übertragenen Hilfstätigkeit erfolgt sein (RGZ 63, 341, 343 f.; BGHZ 84, 141, 145 [BGH 24.05.1982 - VIII ZR 181/81]; BGH, Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75, WM 1977, 994 f.; BGH, Urteil vom 14. Februar 1989 - VI ZR 121/88, VersR 1989, 522, 523 f.).
Das gilt selbst dann, wenn diese seinen Weisungen oder Interessen vorsätzlich zuwiderhandeln, um eigene Vorteile zu erzielen (st.Rspr.; RGZ 101, 348, 350; BGH, Urteil vom 8. Februar 1965 - III ZR 170/63, NJW 1965, 962, 963, 964 [BGH 08.02.1965 - III ZR 170/63]; BGH, Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75, WM 1977, 994 f.; BGH, Urteil vom 8. Februar 1989 - IVa ZR 197/87, NJW-RR 1989, 1183, 1185; BGH, Urteil vom 19. Oktober 1989 - III ZR 92/88, WM 1990, 98, 99) [BGH 19.10.1989 - III ZR 92/88].
In der Folge dieser Rechtsentwicklung behandelt der BGH als "verfassungsmäßig berufene Vertreter" u.a. Filialleiter sowie Chefärzte von Krankenhäusern (…MüKoBGB/Leuschner, a.a.O., BGH, Urteil vom 12.07.1977 - VI ZR 159/75 -, NJW 1977, 2259, BGH, Urteil vom 21.09.1971 - VI ZR 122/70 -, NJW 1972, 334).
Ferner hat die Rechtsprechung darauf verzichtet, daß die Bestellung von besonderen Vertretern eine Grundlage in der Satzung haben muß; sie hat es ausreichen lassen, wenn gewöhnlich den gesetzlichen Vertretern obliegende Aufgaben den Betreffenden durch "allgemeine Betriebsregelung und Handhabung zur selbständigen und eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen wurden" (RGZ 91, 1, 3; 163, 21, 30; BGH Urteil vom 12. Juli 1977 - VI ZR 159/75 - NJW 1977, 2259;… MünchKomm-Reuter, BGB, Bd. 1, 3. Aufl. 1993, § 30 Rz 2 ff.).
Das objektive Verhalten des Mitarbeiters, der die Bescheinigung ausgestellt und dem Fahrzeug beigefügt hat, ist der Beklagten dabei ohne weiteres gemäß § 31 BGB zuzurechnen, da sie sich dieses Mitarbeiters nach außen hin zur Erfüllung ihrer Pflicht nach § 6 Abs. 1 EG-FGV bedient hat (vgl. BGH, Urteil vom 12.07.1977, VI ZR 159/75, NJW 1977, 2259;… Ellenberger in Palandt, BGB, 77. Aufl. 2018, § 31 Rn. 6 und 8).
Weisungsgebundenheit im Innenverhältnis ist unschädlich (BGHZ 49, 19; BGHZ NJW 1998, 1854, 56; BGH NJW 1977, 2259; RGZ 162, 166).
BAG, 18.01.1990 - 2 AZR 358/89
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. Urteile vom 27. April 1962 - VersR 1964, 664 und vom 12. Juli 1977 - NJW 1977, 2259) ist deshalb § 30 BGB sogar auf solche Personen angewandt worden, denen ohne satzungsmäßige Bestellung aufgrund allgemeiner Betriebsregelung und Handhabung wesensmäßige Funktionen zur selbständigen, eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen worden waren.
Weder Beschränkungen ihrer Vertretungsmacht durch Gesamtvertretung, noch bloße auf das Innenverhältnis bezogene Handlungsvollmacht stünden ihrer Einordnung nach §§ 30, 31 BGB im Wege (BGH vom 12. Juli 1977, a.a.O.).
LAG Hessen, 18.07.2006 - 1 Sa 361/06
Unanwendbarkeit des § 174 S 1 BGB mangels rechtsgeschäftlich erteilter Vollmacht …
Der Bundesgerichtshof hat § 30 BGB sogar auf Personen angewandt, denen ohne ausdrückliche satzungsmäßige Bestellung aufgrund allgemeiner Betriebsregelungen und Handhabung wesensmäßige Funktionen zur selbständigen, eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen waren (BGH, Urteil vom 12.07.1977 - VI ZR 159/75 - NJW 1977, 2259, unter III. 2. a)).
OLG Frankfurt, 31.01.1995 - 5 U 46/92
Anwendung der Grundsätze über Verträge mit Schutzwirkung zugunsten Dritter können …
BGH, 15.01.1985 - VI ZR 8/83
Einstandspflicht eines Landesverbandes für Erklärungen des Vorsitzenden eines …
LAG Hessen, 11.11.1991 - 16 Sa 745/91