Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH%20140,%2044
Timestamp: 2020-02-27 18:42:44
Document Index: 26028229

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 15', '§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 2', '§ 29']

BFH, 10.11.1983 - IV R 86/80 - dejure.org
https://dejure.org/1983,266
BFH, 10.11.1983 - IV R 86/80 (https://dejure.org/1983,266)
BFH, Entscheidung vom 10.11.1983 - IV R 86/80 (https://dejure.org/1983,266)
BFH, Entscheidung vom 10. November 1983 - IV R 86/80 (https://dejure.org/1983,266)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1983,266) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG § 15 (Abs. 1) Nr. 2; GewStG § 2 Abs. 2 Nr. 1
Personengesellschaft - Landwirtschaft - Gewinnaufspaltung - Brennerei - Gewerbliche Einkünfte
EStG § 15; GewStG § 2 Abs. 2 Nr. 1
Einkünfte einer Personengesellschaft aus gewerblicher Brennerei und aus Landwirtschaft insgesamt gewerblich
BFHE 140, 44
BB 1984, 1025
Der Zweck des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG wird in der Vereinfachung der Einkünfteermittlung von Personengesellschaften und in dem Schutz des Gewerbesteueraufkommens gesehen (vgl. dazu Seer/Drüen, Betriebs-Berater --BB-- 2000, 2176, 2178; BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152).
Grundlage jener damals auf § 2 Abs. 2 Nr. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) a.F. gestützten Rechtsprechung war der Gedanke, daß eine gewerblich tätige Personengesellschaft insgesamt nur gewerbliche Einkünfte haben könne (vgl. Senatsurteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152, m.w.N.).
Diese Annahme ist rechtlich nicht zu beanstanden (Senatsurteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152, 154).
§ 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG entspricht insoweit § 2 Abs. 2 Nr. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) a. F., der nach der seinerzeit vorliegenden höchstrichterlichen Rechtsprechung auch für die Einkommensteuer anzuwenden war (vgl. BFH-Beschluß vom 12. März 1993 VIII B 150/90, nicht veröffentlicht - n. v. - BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152, m. w. N.).
Anliegen des Gesetzgebers bei Schaffung des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG war, wie der Gesetzesbegründung zu entnehmen ist (BTDrucks 10/3663, S. 8), die Rechtsprechung des BFH, so wie sie insbesondere im Urteil in BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152 zum Ausdruck gelangte, im Gesetz zu verankern.
Nach dieser Rechtsprechung waren sowohl der Reichsfinanzhof (RFH) wie auch der BFH stets davon ausgegangen, daß eine gewerblich tätige Personengesellschaft insgesamt nur gewerbliche Einkünfte haben könne (s. weitere Hinweise in BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152 unter 1. b, letzter Absatz).
Verfassungswidrig ist die Gesetzeslage gleichwohl nicht, weil die Steuerpflichtigen die Möglichkeit haben, für trennbare Unternehmenstätigkeiten jeweils gesonderte, auch personengleiche Personengesellschaften zu errichten (vgl. BFH in BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152 m. w. N.; s. auch L. Schmidt, DStR 1987, 89).
Der Senat hat darauf hingewiesen, daß diese Nachteile dadurch vermieden werden können, daß die gewerbliche Betätigung in eine Schwestergesellschaft ausgelagert wird (Senatsurteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152).
(3) Im Urteil vom 10.11.1983 - IV R 86/80 - BStBl II 1984, 152, 154 rechtfertigte der Bundesfinanzhof die Abfärberegelung im Wesentlichen mit der Erwägung, dass die Ermittlung von Einkünften unterschiedlicher Einkunftsarten mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wäre.
Zwar heißt es im Urteil des Bundesfinanzhofs vom 10.11.1983 - IV R 86/80 - BStBl. II 1985, 152, 153 wörtlich: "In der Begründung zur Reichstagsvorlage (RT-Drs. 1928/568, 110) wurde ausgeführt, daß damit der Einwand abgeschnitten sei, ein Teil des Betriebes diene anderen Zwecken; bisher hätten unfruchtbare Erörterungen in dieser Hinsicht bestanden" (Hervorhebung vom Senat).
Die Vorgabe, dass alle Rechtsgeschäfte einer Personenhandelsgesellschaft als Handelsgeschäfte anzusehen sind, ist eine handelsrechtliche und keine gesellschaftsrechtliche (so auch Drüen, FR 2000, 177, 184 und auch schon BFH, BStBl. II 1984, 152, 153).
ee) Es gibt auch keine Schwierigkeiten bei der Bildung verschiedener Vermögensmassen zur Ermittlung unterschiedlicher Einkünfte von Personengesellschaften oder wegen der fehlenden Möglichkeit, die steuerliche Gewinnermittlung an die handelsrechtliche Gewinnermittlung anknüpfen zu können, welche die Abfärberegelung rechtfertigen könnten [so aber BFH, BStBl. II 1984, 152, 154; vgl. oben bei IV. 3. b) bb) (3)].
Der Senat kann daher der gegenteiligen Auffassung des Bundesfinanzhofs [vgl. BFH, BStBl. II 1984, 152, 154 und oben IV. 3. b) bb) (3)] nicht folgen.
Bereits der bis zur Einführung des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG gültige § 2 Abs. 2 Nr. 1 GewStG a.F. und die dazu ergangene Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs (…RFH, RStBl 1937, S. 1129) und des Bundesfinanzhofs (BFH, BStBl II 1984, S. 152) trug dem Rechnung.
Ein solches Verständnis der Vorschrift in § 2 Abs. 2 Nr. 1 GewStG 1984 wird indessen der Entstehungsgeschichte, Sinn und Zweck (vgl. dazu BFH in BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152, 153) und insbesondere dem Wortlaut - "andere Gesellschaften" - nicht gerecht.
Denn die Gesellschafter haben es in der Hand, getrennte Gesellschaften zu begründen und damit den - sachlichen - Umfang der Gewerbesteuer wie ein Einzelunternehmer zu begründen und dadurch u.a. auch in den Genuß der Freibeträge für jeden Gewerbebetrieb zu gelangen (vgl. BFHE 123, 505, BStBl II 1978, 73;… BFH/NV 1986, 79; BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152; BFH-Urteil vom 10. Februar 1989 III R 78/86, BFHE 156, 320, BStBl II 1989, 467;… Schmidt, a.a.O., § 15 Anm.42d, 43).
Darauf kann eine getrennte Ergebnisermittlung hindeuten (BFH 140, 44, BStBl II 1984, 152; BFHE 157, 155, BStBl II 1989, 797;… BFH/NV 1991, 319).
Jene damals auf § 2 Abs. 2 Nr. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) a.F. gestützte Rechtsprechung wollte zunächst die erheblichen Schwierigkeiten vermeiden, mit denen die Ermittlung von Einkünften unterschiedlicher Einkunftsarten ein und derselben Gesellschaft verbunden wäre (vgl. BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 86/80, BFHE 140, 44, BStBl II 1984, 152, unter Hinweis auf Strutz, Kommentar zum Einkommensteuergesetz 1925, § 29 Anm. 30).
Ausübung einer gmischten Tätigkeit bei Getränkeverkauf und der Erteilung von …
BFH, 04.10.1984 - IV R 195/83
Verluste aus Tierzucht und Tierhaltung - Verluste aus gewerblicher Tierzucht - …
BFH, 24.07.1984 - VIII R 33/84