Source: https://www.lohndirekt.de/glossar/kurzarbeitergeld.html
Timestamp: 2017-08-19 05:14:21
Document Index: 368908950

Matched Legal Cases: ['§ 95', '§ 96', '§ 96', '§ 97', '§ 98', '§ 95', '§ 101', '§ 10', '§ 111']

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Kurzarbeitergeld (kurz KUG) wird laut § 95 SGB lll gezahlt, wenn im Betrieb ein erheblicher Arbeitsausfall gemäß § 96 Abs.1 SGB lll anfällt, die betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der Arbeitsausfall der Agentur für Arbeit angezeigt worden ist. In einer Krisenzeit ist Kurzarbeit eine Möglichkeit, um Mitarbeiterentlassungen zu vermeiden und Personalkosten schnell zu senken. Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass bei anziehender Konjunktur sofort auf die erfahrene und eingespielte Belegschaft zurückgegriffen werden kann.
Ein Arbeitsausfall ist gemäß § 96 Abs.1 SGB lll erheblich, wenn er auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, er vorübergehend und unvermeidbar ist und wenn im Anspruchszeitraum mindestens ein Drittel der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen sind. Die betriebliche Voraussetzung für die Gewährung von Kurzarbeitergeld ist gemäß § 97 SGB lll erfüllt, wenn mindestens ein Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt ist. Des Weiteren müssen die persönlichen Voraussetzungen der Arbeitnehmer nach § 98 SGB lll erfüllt sein.
Regulär kann KUG für längstens sechs Monate gewährt werden, aber die verlängerte Bezugszeit von zwölf Monaten für konjunkturelles Kurzarbeitergeld gilt auch im Jahr 2014. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt durch den Arbeitgeber. Dieser muss dann nach Auszahlung die Erstattung des Kurzarbeitergeldes bei der Agentur für Arbeit beantragen.
Arbeitnehmer, die laut ELStAM-Rückmeldung mindestens 0,5 Kinderfreibeträge haben, bekommen 67 % der Nettoentgeltdifferenz als Kurzarbeitergeld, alle anderen Arbeitnehmer erhalten 60 %.
Die Nettoentgeltdifferenz ist die Differenz zwischen dem Soll- und Istentgelt. Das Sollentgelt ist das Entgelt, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Kalendermonat Brutto erzielt hätte. Das Istentgelt ist das Arbeitsentgelt, welches in dem jeweiligen KUG-Kalendermonat tatsächlich verdient wurde, inkl. z. B. der Mehrarbeitszuschläge. Beispiel: Herr bzw. Frau XY arbeitet im Januar aufgrund von Kurzarbeit anstatt 120 Stunden nur 70 Stunden. Er/sie bekommt einen Stundenlohn von 11,00 Euro. Das Sollentgelt für den Monat Januar beträgt somit 1.320,00 Euro. Das Istentgelt beträgt in diesem Fall 770,00 Euro plus etwaige Mehrarbeitszuschläge.
Zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes muss jetzt das pauschalierte Nettoentgelt vom Soll- und Istengelt berechnet werden. Dann wird das Istentgelt vom Sollentgelt abgezogen, sodass sich die Nettoentgeltdifferenzer ergibt. Davon errechnet man dann die 67 % bzw. 60 % und erhält das jeweilige Kurzarbeitergeld.
Sind Arbeitnehmer im Baugewerbe oder in einem anderen Wirtschaftszweig beschäftigt, der von wetter- bzw. saisonbedingtem Arbeitsausfall betroffen ist, haben sie in dieser Zeit nach § 95 Abs. 2 SGB lll einen gesetzlichen Anspruch auf Saisonkurzarbeitergeld.
Für das Saisonkurzarbeitergeld ist es wichtig, dass in den Wintermonaten vom Dezember bis März ein witterungsbedingter Arbeitsausfall vorliegt. Gemäß § 101 Abs. 6 SGB lll wird der Arbeitsausfall durch zwingende Witterungsgründe verursacht, wenn es aufgrund von Witterungsgründen oder deren Folgewirkungen technisch unmöglich, wirtschaftlich unvertretbar oder für die Arbeitnehmer unzumutbar ist, die Arbeiten fortzuführen.
Das Saisonkurzarbeitergeld soll eine ganzjährige Beschäftigung im Baugewerbe ermöglichen. Und Entlassungen gerade über die Winter- beziehungsweise Schlechtwettermonate vermeiden. Saisonkurzarbeitergeld kann nur vom 1. Dezember bis 31. März beantragt werden. Die Berechnung des Saisonkurzarbeitergeldes erfolgt wie beim konjunkturellen Kurzarbeitergeld.
Arbeitnehmer, die von einem dauerhaften und unvermeidbaren Arbeitsausfall betroffen sind und gemäß § 10 SGB III in einer Transfergesellschaft zusammengefasst werden, haben Anspruch auf Transferkurzarbeitergeld, § 111 SGB III. Dies ist zum Beispiel bei Insolvenz des Arbeitgebers der Fall. In der Zeit, in der Transferkurzarbeitergeld gewährt wird, muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei der Beschaffung einer neuen Beschäftigung helfen. Transferkurzarbeitergeld wird für maximal 12 Monate gezahlt.
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