Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201997,%201425
Timestamp: 2019-08-24 21:19:07
Document Index: 85186096

Matched Legal Cases: ['§ 139', '§ 139', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 538', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH']

OLG München, 19.02.1997 - 7 U 4303/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,4547
OLG München, 19.02.1997 - 7 U 4303/96 (https://dejure.org/1997,4547)
OLG München, Entscheidung vom 19.02.1997 - 7 U 4303/96 (https://dejure.org/1997,4547)
OLG München, Entscheidung vom 19. Februar 1997 - 7 U 4303/96 (https://dejure.org/1997,4547)
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ZPO §§ 139 278
Verstoß gegen die richterliche Aufklärungspflicht ; Anforderungen an die Gewährung einer Möglichkeit für eine Partei zur Reaktion auf den Hinweis auf Substantiierungsmängel ; Auswirkung eines Verfahrensmangels auf eine Entscheidung; Relevanz einer Modifizierung des Parteivortrags in der Berufungsinstanz; Rechtmäßigkeit eines Übergehens von Beweisanträgen; Anforderungen an die Heilung eines Verfahrensmangels durch Verzicht
LG München I, 24.05.1996 - 14 HKO 22885/95
NJW 1998, 550 (Ls.)
NJW-RR 1997, 1425
Vielmehr bestand im Hinblick auf die Reaktion der Klägerin auf den o.a. unzureichenden gerichtlichen Hinweis zum Fragenkomplex der Abnahme in der letzten mündlichen Verhandlung in erster Instanz am 20.06.2011 (565 ff. GA) in deren Schriftsatz vom 15.08.2011, dort Seite 16/17 (590/591GA) für das LG erst recht ein Anlass zu einem weitergehenden gerichtlichen Hinweis gemäß § 139 ZPO (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2003, VIII ZR 380/02, NJW-RR 2004, 281; BGH, Urteil vom 25.06.2002, X ZR 83/00, NJW 2002, 3317; OLG München, Urteil vom 19.02.1997, 7 U 4303/96, NJW-RR 1997, 1245;… Zöller-Greger, a.a.O., § 139, Rn 14a mwN).
Bei korrekter Verfahrensweise hätte es deshalb vor der die Instanz abschließenden Entscheidung eines weiteren Hinweises bedurft, der dem Kläger die später im Urteil angelegten, nochmals strengeren Maßstäbe rechtzeitig vor Augen geführt und es ihm so ermöglicht hätte, seinen Sachvortrag (auch) diesen weitergehenden Anforderungen anzupassen (vgl. OLG München, Urteil v. 19.02.1997, 7 U 4303/96, NJW-RR 1997, 1425;… Zöller/Greger, ZPO 28. Aufl., § 139 Rn 14-14a m.w.N.).
Da - aus der insoweit im Rahmen von § 538 ZPO maßgeblichen Sicht des LG (s.o.) - die Klägerinnen auf den Hinweis in der Sitzung vom 03.02.2017 keine hinreichende Stellungnahme abgegeben hatten, war schon deswegen eine Nachfrage des LG und ein ergänzender, hinreichend verständlicher gerichtlicher Hinweis an die Klägerinnen erforderlich (vgl. BGH, Urteil vom 05.11.2003, VIII ZR 380/02, NJW-RR 2004, 281; BGH, Urteil vom 25.06.2002, X ZR 83/00, NJW 2002, 3317; OLG München, Urteil vom 19.02.1997, 7 U 4303/96, NJW-RR 1997, 1425;… Zöller-Greger, a.a.O., § 139, Rn 14 a/d mwN).
Aber selbst wenn das Gericht einen Hinweis erteilt, kann es zu einem weiteren verpflichtet sein, wenn die Partei bzw. für diese der Rechtsanwalt wiederum eine nicht ausreichende Erklärung abgibt (OLG München NJW-RR 1997, 1425) oder aber der Hinweis falsch aufgenommen und die Partei zu verstehen gibt, dass sie den Hinweis nicht verstanden hat (BGH NJW 2002, 3317).
Soweit der Klägervertreter ausdrücklich an seiner Rüge des weiteren Sachvortrages der Beklagten als verspätet festhalten möchte, vertritt der Senat die Auffassung, dass gerade in einem Fall, in dem das Verfahren erster Instanz durch ein nicht dem Verfahrensrecht entsprechendes Urteil ein zunächst "vorzeitiges Ende" gefunden hat, der davon betroffenen Partei Gelegenheit gegeben werden muss, ihren Sachvortrag insgesamt zu ergänzen; von daher sieht der Senat ein Argument der "Verspätung" für die Frage der Zweckmäßigkeit der Rückverweisung nicht als entscheidend an (ebenso OLG München [7. ZS] NJW-RR 1997, 1425 [1426]).