Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.12.2012&Aktenzeichen=V%20ZR%20180%2F11
Timestamp: 2019-03-25 00:23:06
Document Index: 298217175

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1', '§ 894', '§ 1', '§ 894', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 894', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.12.2012 - V ZR 180/11 - dejure.org
§ 1 VermG, § 894 BGB
Grundbuchberichtigungsanspruch bei irrtümlicher Eintragung von Volkseigentum; Enteignungsbegriff
Vorliegen einer Enteignung i.S.d. § 1 VermG bei Buchung eines Privatgrundstücks versehentlich als Volkseigentum; Vorliegen eines Grundbuchberichtigungsanspruchs nach § 894 BGB (hier: Maxim-Gorki-Theater)
Singakademie Berlin; Vorrang des Vermögensgesetzes; Enteignungsbegriff; Eintragung als Eigentum des Volkes; besatzungshoheitliche Enteignung; Grundbuchberichtigung; Zuordnung von Volkseigentum; Legalenteignung; Überführung von Volkseigentum; kein Eigentumserwerb der öffentlichen Hand an unrichtig eingetragenem Volkseigentum bei rechtzeitigem Restitutionsantrag
Kein Vorrang des VermG gegenüber mit Grundbuchberichtigungsklage geltend gemachtem Eigentumsanspruch bei fehlender Enteignung
Enteignung im Sinne von § 1 VermG
Maxim Gorki Theater - Preußische Sing-Akademie ist Eigentümerin des Gebäudes
GB-Berichtigung zu Volkseigentum
Sing-Akademie erhält Gebäude des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin zurück
Sing Akademie zu Berlin erhält Gebäude zurück
LG Berlin, 10.02.2010 - 84 O 56/09
LG Berlin, 15.07.2010 - 84 O 56/09
KG, 07.07.2011 - 28 U 10/10
NJW 2013, 1236
MDR 2013, 329
NJ 2013, 254
Die Zuordnungsvorschriften setzen zwar voraus, dass in der DDR Volkseigentum an den zugeordneten Vermögenswerten entstanden ist und schaffen es nicht (Senat, Urteile vom 11. Juli 1997 - V ZR 313/95, BGHZ 136, 228, 231 und vom 7. Dezember 2012 - V ZR 180/11, NJW 2013, 1236 Rn. 26).
Die Vorschriften über die Zuordnung des ehemals volkseigenen Vermögens begründen kein Volkseigentum; sie setzen vielmehr voraus, dass das zugeordnete Volkseigentum - teils vor dem 1. Juli 1990, teils vor dem 3. Oktober 1990 - wirksam entstanden ist (Senat, Urteile vom 11. Juli 1997 - V ZR 313/95, BGHZ 136, 228, 231 und vom 7. Dezember 2012 - V ZR 180/11, NJW 2013, 1236, 1238 Rn. 26).
Das gilt auch dann, wenn sie auf Ersuchen einer staatlichen Stelle erfolgt (Senat, Urteil vom 7. Dezember 2012 - V ZR 180/11, NJW 2013, 1236 Rn. 11).
Ob nach alledem jedenfalls ein Anspruch des Klägers auf Grundbuchberichtigung, vgl. § 894 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), in Betracht kommt (vgl. zu einem Grundbuchberichtigungsanspruch bei irrtümlicher Eintragung von Volkseigentum: BGH, Urt. v. 07. Dezember 2012 - V ZR 180/11 -, juris) obliegt ggf. der Beurteilung durch die Zivilgerichtsbarkeit.
Sie läge nur vor, wenn die DDR-Behörden davon ausgegangen wären, das Grundstück stehe materiell-rechtlich bereits in staatlichem Eigentum (vgl. BGH, Urteil vom 7. Dezember 2012 - V ZR 180/11 - NJW 2013, 1236 = juris Rn. 15).
Sie meinen unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 07.12.2012, V ZR 180/11, das Grundstück sei formell mangels entsprechender Eintragung im Grundbuch nicht wirksam enteignet worden, so dass es nach wie vor der eingetragenen Eigentümerin zustehe.
Die von den Beteiligten zitierte Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 07.12.2012, V ZR 180/11 ist ersichtlich nicht einschlägig, weil es dort um die ohne Enteignung erfolgte (irrtümliche) Eintragung von Volkseigentum im Grundbuch ging.
BVerwG, 10.10.2011 - 8 C 2.11
Der Rechtsstreit vor den Zivilgerichten, der gegenwärtig beim Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen V ZR 180/11 anhängig ist, ist vorgreiflich.