Source: https://www.bistum-trier.de/bistum-bischof/unser-bistum/struktur2020-stand2015/kirchengemeindeverband-stand2015/
Timestamp: 2019-03-19 05:15:03
Document Index: 382501171

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 9', '§ 2', '§ 9', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 7', '§ 2', '§ 10']

Struktur2020 - Stand:2015 »
Kirchengemeindeverband | Stand:2015
Das alles ist noch nicht "Alltag", aber doch auch schon Geschichte - und deswegen finden Sie alle Informationen über den "Strukturplan 2020", über seine Umsetzung und die vielen Fragen, die es gab und teilweise noch gibt, auf diesen Seiten.
Kontaktadressen zu den Dekanaten, die als Ansprechpartner für Fragen und Probleme vor Ort nach wie vor bereitstehen.
Verbindliche Zusammenarbeit der Pfarreien in der Pfarreiengemeinschaft in Finanz-Sachen
Zur verbindlichen Kooperation in einer Pfarreiengemeinschaft wurde nach dem Strukturplan 2020 in jeder Pfarreiengemeinschaft ein Kirchengemeindeverband gebildet. Diese Einrichtung war bereits im geltenden Kirchenvermögensverwaltungsgesetz (KVVG) als Möglichkeit vorgesehen; es handelt sich dabei um den Zusammenschluss von weiterhin rechtlich eigenständigen Kirchengemeinden (§ 1) zwecks Wahrnehmung gemeinsamer Aufgaben (§ 2).
Als solche gemeinsame Aufgaben gelten vor allem:
die Anstellung sämtlichen nichtpastoralen Personals (§ 2 Abs. 5) [mit Ausnahme des Personals der Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinden]
die Bereitstellung der Mittel für pastorale Vorhaben (§ 2 Abs. 2)
der Unterhalt der Dienstwohnungen der Geistlichen und der Diensträume (§ 2 Abs. 4)
die Vergabe der Mittel an die Kirchengemeinden für die Bewirtschaftung und für den Bauunterhalt der Gebäude (§ 2 Abs. 3).
Für die Wahrnehmung seiner Aufgaben erhält der Kirchengemeindeverband zum einen vom Bistum aus Kirchensteuermitteln ein bestimmtes Budget, die sogenannten Schlüsselzuweisungen (§ 9 Abs. 1 Ziff. 1). Zum anderen kann er aber auch aufgrund von Vereinbarungen mit den Kirchengemeinden (§ 2 Abs. 4: Kooperationsverträge) von diesen Zuweisungen verlangen (§ 9 Abs. 1 Ziff. 2), um den Unterhalt der Dienstwohnungen und Diensträume zu gewährleisten.
Die Verbandsvertretung
Das handelnde Organ des Kirchengemeindeverbandes ist die Verbandsvertretung (§ 3 Abs. 1). Sie besteht aus dem vom Bischof ernannten Vorsitzenden (einem im Kirchengemeindeverband tätigen Pfarrer (§ 4 Abs. 5)) und den Mitgliedern, die die Verwaltungsräte der angeschlossenen Kirchengemeinden nach einem bestimmten Schlüssel gewählt haben (§ 4 Abs. 2+4).
Um die Kooperation innerhalb des Kirchengemeindeverbandes und unter den zusammengeschlossenen Kirchengemeinden zu fördern, fasst die Verbandsvertretung ihre Beschlüsse mit einer qualifizierten Mehrheit (§ 7 Abs. 1+2). So soll einerseits verhindert werden, dass große Kirchengemeinden kleinere dominieren; andererseits sollen sich Kirchengemeinden, die schon bislang in einer Pfarreiengemeinschaft miteinander verbunden waren, nicht gegen andere Kirchengemeinden verschließen, mit denen sie erst jetzt in einer größeren Pfarreiengemeinschaft bzw. in einem Kirchengemeindeverband zusammenkommen.
Die Verbandsvertretung ist zuständig für die Aufstellung des Haushaltsplanes des Kirchengemeindeverbandes. Sie soll dabei die pastoralen Planungen des Pfarreienrates für die Pfarreiengemeinschaft berücksichtigen (§ 2 Abs. 1 Ziff. 2). Aus diesem Grund hat die Verbandsvertretung bei der Aufstellung des Haushaltsplanes den Pfarreienrat zu hören (§ 10 Abs. 2).
Die Ordnung für den Kirchengemeindeverband - hier als pdf.
Struktur2020 - Stand:2015
Strukturplan 2020 | Stand:2015
Pfarrgemeinde-/Pfarreien-Rat | Stand:2015
Pastorales Personal | Stand:2015
Schlüsselzuweisungen | Stand:2015
Kirchengemeinderat | Stand:2015
Was ist denn eigentlich ...
Kurz zu Haupt-Begriffen des Strukturplans
Pfarreiengemeinschaft Switch
Mehrere Pfarreien schließen sich zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammen und verpflichten sich zu einer verbindlichen Kooperation unter der Leitung ihres Pfarrers. Es gibt pro Pfarrei einen Pfarrgemeinderat, der für die pastoralen Fragen zuständig ist und einen Verwaltungsrat, der sich um die Vermögensverwaltung der Pfarrei kümmert. Alternativ kann es auf Pfarreienebene auch ein Ein-Kammer-System geben, den Kirchengemeinderat (siehe unten). Auf der Ebene der Pfarreiengemeinschaft werden die gemeinsamen pastoralen Aufgaben im Pfarreienrat koordiniert.
Alternativ zur Pfarreiengemeinschaft können Pfarreien auch das sogenannte Fusionsmodell wählen. Aus der Zusammenführung und Auflösung von Pfarreien geht dann eine neue Pfarrei hervor, die deren Rechtsnachfolge antritt. Der neuen Pfarrei steht ein Pfarrer vor. Es gibt dann nur einen Pfarrgemeinderat und nur einen Verwaltungsrat.
[Beide Modelle im Vergleich hier]
Kirchengemeindeverband und Verbandsvertretung Switch
Die in einer Pfarreiengemeinschaft zusammenwirkenden eigenständigen Kirchengemeinden werden in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Namen „Kirchengemeindeverband“ zusammengeschlossen.
Die Verbandsvertretung ist das Entscheidungsgremium auf Ebene der Kirchengemeindeverbände. In diesem Gremium werden die Vermögensverwaltung und die pastorale Planung der Kirchengemeindeverbände miteinander verknüpft. Die Verbandsvertretung entscheidet über die Verwendung der finanziellen Zuweisungen aus den Schlüsselzuweisungen (siehe unten). Die Mittelverwendung soll sich an den vom Pfarreienrat vorgelegten pastoralen Planungen orientieren.
Schlüsselzuweisungen Switch
Zentraler Bestandteil der Finanzierung der Kirchengemeindeverbände sind die sogenannten Schlüsselzuweisungen.
In Abhängigkeit von der Anzahl der Pfarreien und der Zahl der Katholiken legen die Schlüsselzuweisungen fest, wieviel Geld die Kirchengemeindeverbände vom Bistum zur Deckung ihrer Personal- und Sachkosten erhalten. Diese Zuschüsse werden von 2013 bis 2016 in vier gleichen Stufen um insgesamt 4,3 Millionen Euro gesenkt.
Kirchengemeinderat Switch
Auf Ebene der Pfarreien kann es wie bisher ein Zwei-Kammer-System aus Pfarrgemeinderat (zuständig für pastorale Angelegenheiten) und Verwaltungsrat (zuständig für Finanz- und Vermögensfragen) geben.
Alternativ haben Pfarreien auf Antrag die Möglichkeit, ein Ein-Kammer-System einzuführen. Der sogenannte „Kirchengemeinderat“ ist dann sowohl für die pastoralen Angelegenheiten wie für die Verwaltungs- und Finanzfragen zuständig.
Strukturplan 2020 Switch
Den Strukturplan 2020 hat im Juni 2007 der damaligen Bischof Dr. Reinhard Marx in Kraft gesetzt. Mit diesem Plan gab das Bistum Trier sich eine neue Struktur für die Seelsorge in den Pfarreiengemeinschaften und Pfarreien. Die Zahl der pastoralen Einheiten wurde von 389 (im Juni 2007) auf 173 reduziert. Bis zum 1. September 2011 erfolgte die Neu-Bildung von Pfarreiengemeinschaften und Pfarreien.
Mit der neuen Struktur reagierte das Bistum auf erkennbare Veränderungen:
auf die rückläufige Bevölkerungsentwicklung,
auf die sinkende Zahl von Gläubigen,
auf das weniger werdende pastorale Personal und
auf die zurückgehenden finanziellen Ressourcen.