Source: https://www.sozialeentschaedigung.de/Fachlexikon/378c550i1p/index.html
Timestamp: 2019-03-26 13:10:51
Document Index: 218534921

Matched Legal Cases: ['§ 77', '§ 42', '§ 34', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§ 37', '§ 38', '§ 237', '§ 237']

Soziale Entschädigung - Altersrente
Altersrenten werden auf Antrag geleistet, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Altersrenten können zum gesetzlich vorgesehenen Zeitpunkt, später oder vorzeitig (§ 77 SGB VI) und als Vollrente oder als Teilrente in Anspruch genommen werden (§ 42 SGB VI). Wird der Beginn der Rente über die Regelaltersgrenze hinaus verschoben, steigern zum einen die monatlichen Beiträge den Rentenanspruch und zum anderen ergibt sich durch den späteren Beginn der Rente ein weiterer Zuschlag von 0,5 Prozent pro späteren Kalendermonat der Inanspruchnahme.
Vor Erreichen der Regelaltersgrenze besteht Anspruch auf eine Altersvoll- oder Altersteilrente nur, wenn die maßgebliche Hinzuverdienstgrenze eingehalten wird (§ 34 Absatz 3 SGB VI). Nach Erreichen der Regelaltersgrenze kann unbegrenzt hinzuverdient werden.
Nach bindender Bewilligung einer Rente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist der Wechsel in eine andere Altersrente ausgeschlossen (§ 34 Absatz 4 SGB VI).
Neben der Regelaltersrente gibt es die sogenannten vorgezogenen Altersrenten. Letztere haben jeweils 2 Altersgrenzen: eine reguläre Altersgrenze, ab der die Rente abschlagsfrei bezogen werden kann, und eine Altersgrenze, ab der die Rente vorzeitig bezogen werdenkann. Für jeden Kalendermonat der vorzeitigen Inanspruchnahme wird die Rente um 0,3 Prozent gemindert, das heißt, pro Jahr ergibt sich eine Minderung um 3,6 Prozent. Dieser Rentenabschlag kann durch zusätzliche Beitragszahlungen ganz oder teilweise ausgeglichen werden.
Altersrenten und Voraussetzungen:
Regelaltersrente (§§ 35, 235 SGB VI): Versicherte haben Anspruch auf Regelaltersrente, wenn sie die Regelaltersgrenze erreicht und die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Die Regelaltersgrenze liegt für bis 1946 geborene Versicherte bei 65 Jahren. Beginnend mit dem Jahrgang 1947 wird sie ab 2012 schrittweise auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die Regelaltersgrenze von 67 Jahren gilt für die Jahrgänge 1964 und jünger.
Für Versicherte, die vor dem 01.01.1955 geboren sind und vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeitarbeit vereinbart haben, bleibt es aufgrund einer Vertrauensschutzregelung bei der Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Die Regelaltersrente wird immer ohne Abschläge gezahlt.
Altersrente für langjährig Versicherte (§§ 36, 236 SGB VI): Versicherte haben Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte, wenn sie die entsprechende Altersgrenze und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben. Die Altersgrenze für den abschlagsfreien Bezug dieser Rente liegt für die Jahrgänge bis 1948 bei 65 Jahren. Beginnend mit dem Jahrgang 1949 wird sie ab 2012 schrittweise auf das 67. Lebensjahr angehoben.
Für Versicherte, die vor dem 01.01.1955 geboren sind und vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeitarbeit vereinbart haben, verbleibt es aufgrund einer Vertrauensschutzregelung bei der Altersgrenze von 65 Jahren. Für diesen Personenkreis wird zu dem die Altersgrenze für den frühestmöglichen vorzeitigen Bezug schrittweise von 63 auf 62 Jahre abgesenkt. Alle übrigen Versicherten können die Rente nach Vollendung des 63. Lebensjahres vorzeitig, also mit Abschlag, in Anspruch nehmen. Diese Altersgrenze für den frühestmöglichen vorzeitigen Bezug wird nicht angehoben.
Altersrente für schwerbehinderte Menschen (§§ 37, 236a SGB VI): Versicherte haben Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen, wenn sie die entsprechende Altersgrenze sowie die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben und bei Beginn der Rente als schwerbehinderter Mensch nach dem SGB IX anerkannt sind (Grad der Behinderung von mindestens 50).
Die Altersgrenze für den abschlagsfreien Bezug dieser Rente liegt für die Jahrgänge bis 1951 bei 63 Jahren und die Altersgrenze für die frühestmögliche vorzeitige Inanspruchnahme der Rente liegt bei 60 Jahren. Beginnend mit dem Jahrgang 1952 werden ab 2012 beide Altersgrenzen schrittweise um 2 Jahre auf 65 beziehungsweise 62 Jahre angehoben. Versicherte, die bereits am 01.01.2007 als schwerbehinderte Menschen anerkannt waren und vor dem 01.01.1955 geboren sind sowie vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeitarbeit vereinbart haben, sind nach einer Vertrauensschutzregelung von der Anhebung der Altersgrenzen ausgenommen.
Versicherte, die vor dem 01.01.1951 geboren sind, konnten nach einer Übergangsregelung eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen auch dann beziehen, wenn bei Beginn der Rente eine Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht vorlag.
Vertrauensschutz bestand auch für Versicherte, die vor dem 17.11.1950 geboren sind und am 16.11.2000 schwerbehindert, berufs- oder erwerbsunfähig nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht waren. Sie konnten bereits mit 60 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.
Altersrente für besonders langjährig Versicherte (§ 38 SGB VI): Versicherte haben Anspruch auf Altersrente für besonders langjährig Versicherte, wenn sie das 65. Lebensjahr und die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben. Auf die Wartezeit werden Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen sowie Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr angerechnet. Nicht angerechnet werden Pflichtbeitragszeiten wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden.
Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit (§ 237 SGB VI) und Altersrente für Frauen (§ 237a SGB VI): Diese Rentenarten haben an praktischer Relevanz verloren, da Versicherte, die vor 1952 geboren sind, zwischenzeitlich die Regelaltersgrenze erreicht haben.