Source: https://www.ebay.de/gds/Privatkauf-Verpackung-Versand-Haftung-Abzocke-/10000000021024922/g.html
Timestamp: 2018-09-22 23:59:11
Document Index: 198967976

Matched Legal Cases: ['§ 421', '§ 284', '§ 447', '§ 435', '§437', '§ 439', '§ 440', '§ 441', '§ 440', '§ 284', '§ 441', '§ 284']

Privatkauf-Verpackung-Versand-Haftung-Abzocke-
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Verpackung und die Sicherheit des Pakets
Der private Verkäufer ist verpflichtet, seinen Artikel ordnungsgemäß und insbesondere auch sicher zu verpacken, dies ist als Nebenpflicht des Kaufvertrages zu verstehen. Hier muss dieser darauf achten, den Artikel so zu verpacken, dass jegliche Transportschäden ausgeschlossen sind, d.h. brüchiges Material z.B. mit Zeitungspapier, Luftpolsterfolie o.ä. umhüllen, Hohlräume im Paket absichern usw.
Es ist in völlig in Ordnung, dass der Verkäufer seine eigenen Kosten für Verpackungsmaterial innerhalb der Versandkosten in Rechnung stellt, schließlich ist mit "Versand" nicht de facto "Porto" gemeint. Im Regelfall können Sie selbst - Pi mal Daumen - nachrechnen, wie viel das Porto beim angegebenen Versandunternehmen kostet und demzufolge können Sie auch die enthaltenen Verpackungskosten herausfiltern. Wenn Sie bereits im Vorhinein bemerken, dass die Kosten utopisch erscheinen, fragen Sie vor Abgabe eines Gebots beim Verkäufer nach, wieso die Kosten so hoch sind. Erst Kaufen und sich im Nachhinein zu beschweren ist sehr unhöflich, darüber hinaus sind Sie auf den Kaufvertrag bereits eingangen und können dann auch nicht mehr Nachverhandeln.
Beim versicherten Versand ist der Verkäufer bei Übergabe der Ware an das Versandunternehmen "aus dem Schneider" und übergibt die Verantwortung für das Paket an das Transportunternehmen. Einen versicherten Versand bieten die Transportunternehmen DPD, GLS und Hermes für alle Paketgrößen an. Eine Ausnahme bildet hier Deutsche Post DHL, da diese nur bei der Versandart "DHL Paket" (Achtung: nicht "DHL Päckchen"!) eine Versicherung mit inbegriffen haben.
Zu UPS kann ich an dieser Stelle nichts sagen, da mir kein "UPS-Shop" bekannt ist, wo "normale" Verbraucher Ihre Pakete abgeben und sich hierüber informieren können.
Wenn das Paket verloren geht, ist das Versandunternehmen hierfür verantwortlich. Dem Verkäufer sollte hierbei eine schriftliche Einlieferungsbestätigung des entsprechenden Versandunternehmens vorliegen.
Sind am Paket selbst z.B. durch Quetschungen, Einbeulungen etc. Schäden erkennbar, so ist der Mitarbeiter des Logistikunternehmens verpflichtet, auf Wunsch des Empfängers das Auspacken des Pakets vor Ort abzuwarten, um so ggf. schriftlich zu bestätigen, dass die Ware aufgrund einer unsachgemäßen Handhabung auf dem Lieferweg beschäditgt wurde. In diesem Fall stehen Ihnen möglicherweise Ansprüche auf Schadensersatz gegen das Logistikunternehmen auf Basis der §§ 421 und 425 HGB zu.
Meist ist es jedoch eher die unsachgemäße Verpackung des Verkäufers, die eine Beschädigung zufolge hat, daher sollten Sie möglichst detailliert nachschauen, wem Sie die Schuld für diese Beschädigung unterstellen. Auch sind die Fahrer meist so frei und weisen jegliche Schuld von sich ab, weswegen Sie unbedingt hartnäckig bleiben sollten. Fordern Sie ggfs. per Telefon polizeiliche Hilfestellung zur Klärung an; alleine eine Androhung dessen genügt meist schon aus, um den Fahrer dazu zu bewegen, Ihnen entgegenzukommen und einen entsprechenden schriftlichen "Wisch" auszustellen oder zumindest das Auspacken des Pakets abzuwarten (man weiß nunmal, dass die Polizei im Regelfall an die 20min benötigt, bis Sie vor Ort ist und diese Zeit hat der Fahrer nicht).
Ratschlag: Bei Elektroartikeln ist es häufig unmöglich, eine Beschädigung zu erkennen. Auch wenn optisch alles einwandfrei aussieht, kann dennoch im Inneren des Geräts eine Beschädigung entstanden sein. Es ist daher immer sinnvoll, sich die Bestätigung über eine Beschädigung des Pakets ausstellen zu lassen, um hier einem potentiell "unsichtbaren" Schaden vorzubeugen und Sie nicht selbst letztendlich die Kosten tragen.
(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort [...], so geht die Gefahr auf den Käufer über,
Tacheles heißt es nicht anderes als:
Geht die Ware auf dem Lieferweg verloren oder wird es beschädigt, geht es auf Ihre eigene Kappe. Es ist - kurz gesagt - Selbstverschulden. Sie haben in diesem Zusammenhang weder das Recht auf Nachlieferung, noch können Sie nachträglich den Kaufpreis zurückverlangen oder mindern.
Wenn die Ware jedoch aufgrund von unsachgemäßer Verpackung beschädigt wird, obliegt es Ihrer Pflicht, dies dem Verkäufer nachzuweisen. Am besten Fotos von geschlossenem und geöffnetem Päckchen, Brief - oder um welchem Sendungsgut es sich auch immer handelt - machen und den Verkäufer mit den Bildern konfrontieren.
Um ganz sicher zu gehen, sollte dies ein Zeuge (z.B. der Nachbar) überwachen.
Es gibt auch Fälle, in denen das Paket zurück zum Absender geschickt wird. Hier muss zunächst geprüft werden, ob es nicht ein eigenes Missgeschick war (z.B. ein Fehler beim Ausfüllen des Versandscheins mit inkorrekter Adresse des Käufers). Wenn aber die Adresse vollendst korrekt ist und es für beide Seiten nicht nachvollziehbar ist, wieso das Paket nicht angekommen ist, so besteht die Möglichkeit, sich die Kosten erstatten zu lassen.
Merke: Immer den Versandbeleg aufbewaren!
Ich halte überhaupt nichts vom "DHL Päckchen". Zwar wird es - wie üblich - vom Fahrer gebracht, jedoch klingelt dieser häufig nur und stellt das Paket dann im Treppenhaus ab. Der Grund für diese Handhabung liegt in der Tatsache, dass das "Päckchen" nicht persönlich gegen Unterschrift zugestellt wird, es genügt eine Zustellung im Hause.
Wenn niemand Zuhause ist, wird das Päckchen daher einfach in das Treppenhaus gestellt und liegt dort für jeden Passanten zugänglich herum, d.h. ein jeder kann sich das Paket "unter den Nagel reißen". Ich habe schon oft genug erlebt, dass ich von der Arbeit kam und ein - wohl bemerkt - geöffnetes Päckchen im Treppenhaus vorfand. Wenn ich bedenke, dass ich im Vergleich hierzu bei anderen Logistikunternehmen für nahezu selben Preis einen versicherten Versand erhalte und darüber hinaus eine persönliche Zustellung (gegen Unterschrift), so bevorzuge ich natürlich jede andere Versandmöglichkeit als das "DHL Päckchen".
Unabgesprochene Änderung der Versandart seitens privatem Verkäufer
Natürlich darf der Verkäufer aus wichtigen Gründen die Versandart ändern. Kein Käufer beschwert sich, wenn er z.B. anstelle des DHL Päckchen ein Paket mit GLS oder DPD zugestellt bekommt (hier wurde im Interesse des Kunden gehandelt - Stichwort: Versicherung, s.o., Versanddauer ist dieselbe). Auch über Feiertage wird gerne einmal von einem angegebenen Versand abgewichen und ein anderes Unternehmen ausgewählt, dies geschieht ebenfalls im Interesse des Kunden, da nicht jeder Paket-Shop über die Feiertage geöffnet hat, geschweige denn auch ausgeliefert wird.
Es ist zwar im ersten Augenblick für den Käufer verwirrend, dass das Paket mit einem anderen Unternehmen geliefert wird, doch ist es dem Käufer - im Regelfall - egal, solange er seine Ware unbeschädigt und zeitnah erhält und natürlich sich nichts in negativer Hinsicht für ihn geändert hat.
Falls das Porto günstiger als angedacht war, muss dem Käufer die Rücküberweisung der Porto-Differenz zumindest angeboten werden (§ 284 BGB - Ersatz vergeblicher Aufwendungen, s.u.), alles andere ist Betrug!
Änderung in negativer Hinsicht
Eine Änderung in negativer Sicht tritt ein, wenn der Artikel entgegen der angegebenen Versandform, beispielsweise "DHL Paket", per unversichertem "DHL Päckchen", Post Warensendung oder gar Maxibrief geschickt wird. In diesem Falle stehen dem Käufer nach § 447 Abs. 2 BGB außerordentliche Rechte zu:
In diesem Fall könnte man von einem sog. "Rechtsmangel" nach § 435 BGB sprechen, womit widerum §437 BGB in Kraft tritt:
(1) nach § 439 Nacherfüllung verlangen,
(2) nach den §§ 440, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 441 den Kaufpreis mindern und
(3) nach den §§ 440, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.
An dieser Stelle können Sie also volle Geschütze auffahren und den Verkäufer mit Gesetzestexten bombardieren. Was Sie nun alles tun können, ist bereits im Gesetztestext gesagt. Mindestens können Sie die anteiligen Versandkosten zurückverlangen. Wenn sogar die Ware aufgrund dieser Versandart eine Beschädigung erlitten hat, steht Ihnen vom Rücktritt des Kaufvertrags bis hin zu einer Klage auf Schadensersatz alles offen.
Womöglich können Sie auch eine Anzeige wegen versuchten Betrugs hinzufügen, dies sollten Sie aber - je nach Situation - mit Ihrer Rechtsvertretung absprechen, da ein Betrugsdelikt erst ab einem gewissen Betrag auch vor Gericht geht. Ich denke, es bedarf nun sicherlich keiner weiteren Worte meinerseits, da Sie an diesem Punkt besser selbst abwägen, ob die Konsultierung einer anwaltlicher Vertretung mit dem Kaufpreis harmoniert und es sich insgesamt lohnenswert erscheint. Bei geringfügigen Beträgen dürfte wohl ein einfacher Kontakt zum Verkäufer genügen, um eine Minderung des Kaufpreises (§ 441 BGB) sowie eine anteilige Rückzahlung der Versandkosten (§ 284 BGB) zur friedlichen und außergerichtlichen Lösung abzusprechen.
Leider habe ich hiermit schon meine Erfahrungen machen müssen. Es gibt z.B. eine Möglichkeit, die sich "Zug um Zug"-Verfahren nennt. Bei diesem Verfahren wird gerichtlich angeordnet, dass der Verkäufer den Artikel zurücknehmen und Ihnen den Kaufpreis zurückerstatten muss.
Da ich kein Rechtsanwalt bin und somit keine verbindliche Rechtsauskunft geben kann, wägen Sie es bitte eigenständig mit Ihrer Rechtsvertretung ab.
Alle Angaben ohne Gewähr! - Es sollen Ihnen lediglich eine Richtlinie aufzeigen.
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