Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20AZR%20724/98
Timestamp: 2020-02-26 20:52:04
Document Index: 17133624

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 12', '§ 9', '§ 123', '§ 123', 'Art. 20', '§ 79']

BAG, 02.12.1999 - 2 AZR 724/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,1256
BAG, 02.12.1999 - 2 AZR 724/98 (https://dejure.org/1999,1256)
BAG, Entscheidung vom 02.12.1999 - 2 AZR 724/98 (https://dejure.org/1999,1256)
BAG, Entscheidung vom 02. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 (https://dejure.org/1999,1256)
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Dienstordnungsangestellte - Fragebogenlüge - Personalfragebogen
§§ 69, ... 75 Abs. 3 Nr. 8, 78 Abs. 1 Nr. 4, 79 Abs. 1, 3 u. 4 BPersVG; §§ 12 Abs. 1 Nr. 1, 13 Abs. 2 BBG; § 9 DienstO für die Angestellten der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege v. 24./25.5.1976
Entlassung eines Dienstordnungsangestellten/Falschbeantwortung der Frage nach MfS-Mitarbeit/Beteiligung des Personalrats
ArbG Hamburg, 27.09.1996 - 7 Ca 441/95
BAGE 93, 41
NJW 2000, 2444
MDR 2000, 839
NZA 2001, 107
BB 2000, 1092
DB 2000, 1418
Ohnehin berechtigt eine solche Verletzung von Mitbestimmungsrechten den Arbeitnehmer zwar möglicherweise, die Antwort auf die gestellten Fragen zu verweigern, nicht jedoch, seinen Arbeitgeber zu täuschen (BAG 2. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 - BAGE 93, 41, 47) .
Die Rechtsprechung des Zweiten Senats hat in Kündigungsstreitigkeiten stets zwischen den betriebsverfassungsrechtlichen Rechtsfolgen mitbestimmungswidriger Maßnahmen einerseits und den kündigungsrechtlichen Auswirkungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern andererseits unterschieden (vgl. beispielsweise 2. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 - BAGE 93, 41).
Einer zusätzlichen Anfechtung der diesen Verträgen zugrunde liegenden Willenserklärungen bedarf es nicht (vgl. BAG 2. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 -BAGE 93, 41, 54; Siebeck Handbuch des Dienstordnungsrechts der Versicherungsträger S. 274).
Zwar kann die Anfechtung ausgeschlossen sein, wenn die Rechtslage des Getäuschten im Zeitpunkt der Anfechtung durch die arglistige Täuschung nicht mehr beeinträchtigt ist (BAG 2. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 - aaO; zuletzt 16. Dezember 2004 - 2 AZR 148/04 -AP BGB § 123 Nr. 64 = EzA BGB 2002 § 123 Nr. 5, zu B II 2 b der Gründe).
Nicht jede Verletzung von Mitbestimmungsrechten durch den Arbeitgeber bietet einen rechtlichen Anknüpfungspunkt für konkrete Rechtsfolgen im Individualarbeitsverhältnis (BAG 02.12.1999 - 2 AZR 724/98 - NJW 2000, 2444, 2445; vgl. auch BAG 13.04.1994 - 7 AZR 651/93 - NZA 1994, 1099, 1101).
Daß die Fragen nach einer MfS-Verstrickung des Klägers zulässig waren und von ihm wahrheitsgemäß beantwortet werden mußten, hat das Landesarbeitsgericht zutreffend angenommen (ständige Rechtsprechung, vgl. ua. BVerfG 8. Juli 1997 - 1 BvR 2111/94 - und weitere BVerfGE 96, 171; BAG 26. August 1993 - 8 AZR 561/92 - BAGE 74, 120; 13. September 1995 - 2 AZR 862/94 - AP Einigungsvertrag Anlage I Kap. XIX Nr. 53 = EzA Einigungsvertrag Art. 20 Nr. 46; 13. Juni 1996 - 2 AZR 483/95 - BAGE 83, 181 und zuletzt 2. Dezember 1999 - 2 AZR 724/98 - AP BPersVG § 79 Nr. 16).