Source: https://lochmaier.wordpress.com/2011/09/
Timestamp: 2018-12-13 08:19:13
Document Index: 250817802

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

September | 2011 | Social Banking 2.0 - Der Kunde übernimmt die Regie
Und so kam es denn auch, dass die höchstrichterliche Entscheidung wie erwartet als Niederlage ausfiel. Denn die Kläger, die sogenannten „Lehmann-Omas“ gingen am Ende gegenüber der Hamburger Sparkasse leer aus. Die geschätzt rund 30 bis 50.000 Betroffenen dürfen damit auf keine Teilwiedergutmachung hoffen.
Was jedoch noch mehr verwundert, ist, dass das Thema immer noch polarisiert, wo doch die strukturellen Defizite der Finanzindustrie offensichtlich sind. Übrigens: Margen sind keine Rückvergütungen. Deshalb besteht auch keine Aufklärungspflicht. Wie andere Unternehmen auch, kann also eine Bank ihre Gewinnspannen für sich behalten. Gefragt ist also der differenzierte Blick.
Man sollte also zunächst das Lehman-Urteil genauer studieren, etwa via Presseinformation des Bundesgerichtshofes: Das Berufungsgericht habe jeweils rechtsfehlerfrei festgestellt, dass die Anleger über das Risiko, bei einer Lehman-Insolvenz die Anlagesummen vollständig zu verlieren, hinreichend belehrt worden seien.
In einem Kommentar der Stuttgarter Zeitung zu dem Lehman-Urteil ist nun die Rede davon, dass es die „Gier der Anleger“ war, die viele in derartige Anlagen hineintrieb. Vor diesem etwas seltsam anmutenden Hintergrund sprach Social Banking 2.0 mit einer Rechtsanwaltskanzlei, die mir dadurch aufgefallen war, dass sie kürzlich eine frühere Kundenberaterin aus dem Bereich Private Banking von der Commerzbank (nicht der Deutschen Bank) eingestellt hatte, die nun fortan die Schutzinteressen auf Seiten der Anleger vertritt.
Es handelt sich dabei um die Rechtsanwaltskanzlei (Nicole) Mutschke in Düsseldorf. Versuchen wir also etwas Licht in den rechtlichen Dschungel zu bringen, denn jedem dürfte klar sein, dass Beratungsprotokolle oder Kundenbeiräte das Problem der dem System innewohnenden Interessenkonflikte nicht im Ansatz werden lösen können. Aber auch eine Klage ist eine langwierige und schwierige Sache. Eher Erfolg verspricht es, wenn die Fakten klar auf dem Tisch liegen, also eine außergerichtliche Einigung anzustreben.
Social Banking 2.0: Frau Mutschke, wie bewerten Sie das BGH-Urteil zu den Lehman-Zertifikaten, welche Signalwirkung geht davon mit Blick auf die Rechte von Anlegern aus, eine fehlerhafte oder gar irreführende Bankberatung juristisch zu verfolgen?
Nach meiner Einschätzung wird dieses Urteil leider kein Einzelfall bleiben. Die Gerichte sind häufig noch bankenfreundlich. Erfahrungsgemäß halten sie sich jedoch sehr genau an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Dieser hat präzise festgelegt, was die Banken ihren Kunden offenlegen müssen. Rabatte gehören nach dem Wortlaut der bisherigen Entscheidungen nicht dazu – doch genau darum ging es in dem Fall, der nun vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verhandelt wurde. Insofern war zu befürchten, dass das OLG zugunsten der Bank entscheidet.
Social Banking 2.0: Kürzlich gab es noch ein anderes Urteil seitens des BGH, dass Banken ihre Kunden beim Verkauf von Anlageprodukten über ihre Provisionen aufklären müssen – und zwar auch über deren Höhe. Ansonsten können die Anleger möglicherweise Schadensersatz geltend machen. Ist dies wirklich so einfach „möglich“?
Meiner Ansicht nach sind Bankkunden heute deutlich besser informiert als früher – auch durch die Medien. Verbraucher sind daher heute kritischer. Außerdem ist auch die Rechtsprechung in den letzten Jahren deutlich anlegerfreundlicher geworden. Zunächst hat der BGH 2006 (Az. XI ZR 6/04) entschieden, dass auch Banken, wenn sie mit den Verkäufern oder Vermittlern von Schrottimmobilien institutionalisiert zusammenwirken, haftbar gemacht werden können. Danach wurde 2009 die Verjährungsfrist des Wertpapierhandelsgesetzes verlängert. Und schließlich kam im März 2011 die oben genannte Entscheidung des BGH (Az. XI ZR 191/10) in Sachen Rückvergütung hinzu. Diese Rechtslage in Verbindung mit der Information durch die Medien führt dazu, dass immer mehr geschädigte Anleger ihre Ansprüche erkennen und dann auch geltend machen.
Social Banking 2.0: Welche Erfolge erzielen denn die Anleger, wenn sie juristisch gegen ihre Hausbank vorgehen?
Es ist natürlich immer der Einzelfall zu beurteilen. Gerade wenn Anleger aber gegen „ihre“ Bank vorgehen, streben sie oft gar keine Klage an, sondern verhandeln lieber außergerichtlich. Aufgrund der rechtlichen Ausgangssituation kann man momentan auch häufig innerhalb kurzer Zeit sehr gute Vergleiche erzielen und die Kunden erhalten oft Kompensationszahlungen in großer Höhe. Klagen sind langwieriger. Im Erfolgsfall wird ein Anleger dann aber so gestellt werden, als hätte er das Investment nie getätigt und alle Schäden werden ersetzt.
Social Banking 2.0: Wie definieren Sie denn eine fehlerhafte oder gar irreführende Bankberatung?
Fehlerhaft sind Beratungen zum einen, wenn die Beratung nicht anlegergerecht war, also nicht dem persönlichen Anforderungsprofil des Anlegers entsprach. Zum anderen sind Beratungen fehlerhaft, die nicht anlagegerecht waren. Das heißt zum Beispiel, dass über bestehende Risiken nicht aufgeklärt wurde oder falsche Angaben zur möglichen Rendite, zur steuerlichen Behandlung oder zum Wiederverkauf der Fondsanteile gemacht wurden. Hier darf der Berater natürlich nicht abweichend von den Angaben im Prospekt die Risiken verharmlosen, denn die Kunden sollen sich auf das gesprochene Wort verlassen können.
Social Banking 2.0: Sind Beratungsprotokolle ein Weg zu mehr Transparenz in der provisionsorientierten Bankberatung? Falls ja, wie müsste denn ein ideales Regelwerk aussehen?
Mit einem Beschluss aus 2009 (Az. XI ZR 510/07) erklärte der BGH erstmals in aller Deutlichkeit, dass ein Beratungsvertrag bei der Vermittlung einer Kapitalanlage grundsätzlich zu einer Aufklärung über Rückvergütungen verpflichte und zwar unabhängig von der Rückvergütungshöhe. Diese Rechtsprechung überraschte vor allem die Banken, von denen in der weiteren Folge regelmäßig argumentiert wurde, dass diese „neue“ Pflicht jedenfalls nicht für „Altfälle“ von vor 2009 gelten könne. Mit Beschluss aus 2010 (Az. XI ZR 308/09) stellte der BGH aber klar, dass diese Pflicht bereits seit dem Jahr 1990 bestand.
Seit 2009 sollten die Banken daher über ihre Vergütungen genauestens aufklären. Angesichts der Tatsache, dass die entsprechenden Provisionen der Banken nicht selten bei 10 Prozent und mehr der Anlagesumme lagen beziehungsweise liegen, dürfte diese Summe viele Anleger aber doch nochmals die eigene Anlageentscheidung überdenken lassen. Aus diesem Grund wird sich zeigen, ob und wie die Banken zukünftig tatsächlich ihrer Pflicht ordnungsgemäß nachkommen werden.
Banken im Umbruch: Wo läuft der Kunde denn hin?
Es gab wieder eine Reihe von Tagungen, auf denen Bankexperten, In- und Outsider, über die Zukunft ihrer Branche orakelten. So beispielsweise Banken im Umbruch. Dort lehnte sich Ex-AWD-Chef Karsten Maschmeyer mal wieder mit einer gewagten gesellschaftlichen Analyse aus dem Fenster: Social Media ersetze den Bankberater nicht.
An Social Media komme zwar niemand mehr vorbei, sagte der Vorstand der Maschmeyer-Rürup AG, Carsten Maschmeyer wörtlich. Doch seien kompetente Menschen in der Beratung eben nicht zu ersetzen. Man könnte das Statement zwischen den Zeilen auch so lesen: Social Media ist nur dann gut, wenn sich das Empfehlungsmarketing von AWD auch direkt auf die sozialen Netzwerke übertragen lässt.
Da war er wieder, der alte Corpsgeist der Finanzvertriebler. Das von dem Ex-AWD-Chef Gesagte gibt es auch als kurzen Videomitschnitt hier auf den Handelsblatt-Seiten. Nun ja, wenn man also etwas nur weiter empfehlen soll, was einem andere (die Finanzberater) schon vorgekaut haben, dann mag das ja wunderbar ins Konzept der Macher hinein passen.
Aber vielleicht führt der freie Austausch via Social Media doch zu besseren Ergebnissen als eine rein provisionsorientierte Finanzberatung. Oh je, welche Schreckensvision. Aber auch darauf hätte Maschmeyer bekanntlich die Antwort schon parat: Man müsse als Berater das Geld „emotionalisieren“ – und so die Kunden über den „gefühlten finanziellen Mehrwert“ hinterm Ofen hervorlocken. Ob das mit dem gefühlten aber nicht realisierten Erfolgserlebnis beim Experience Banking der besonderen Art klappt?
So präsentierte auch Unternehmensberater Brett King, bekannt durch sein Standardwerk zur Bank 2.0, auf der Sibos sein neues Bankkonzept Movenbank, das ohne Papier, Karten, Schecks und versteckte Gebühren auskommen soll. Ob sich die Bankenwelt dadurch „rebooten“ lässt, wie es der clevere Selbstvermarkter annonciert, wird man noch sehen.
Problematisch ist es freilich schon, wenn in die individuelle Bonitätsbewertung via „CRED“ – einer Art Social Media Scoring – auch persönliche Daten aus sozialen Netzwerken einfließen würden.
Da fährt die deutsche Fidor Bank jedenfalls einen etwas anderen Kurs als die beim Datenschutz doch etwas großzügigeren englischsprachigen Nationen.
Interessant war auch die Finovate in New York, wo etwa Personal Capital eine Wealth Management Lösung für das Internetzeitalter vorstellte. Bleibt das Netz eine Randerscheinung, oder bildet sich da gar eine neue „Peanuts-Ökonomie“ mit unabsehbaren Folgeerscheinungen, mag sich da mancher nachts schweißgebadet fragen.
Auch auf der von Sinner und Schrader als Ableger der Nextconf zum ersten Mal veranstalteten nexfinance in Frankfurt zerbrachen sich die Experten den Kopf über die Zukunft des Bankwesens. Dabei wurden allerdings die Begrifflichkeiten ziemlich wild durcheinander geworfen, es kursierten virtuelle Währungseinheiten als Alternative zum Cash- und Papiergeld ebenso unreflektiert wie vorschnell das Ende des klassischen E-Commerce ausgerufen wurde.
Wie wäre es, wenn man sich erst einmal mit den Grundlagen der Geldwirtschaft beschäftigen zu würde, bevor man die eine oder andere revolutionäre These lanciert? Grundsätzlich geht es nämlich ganz unabhängig vom Medium immer darum, wer mit wem zu welchen Bedingungen etwas „eintauscht“.
Indes völlig neben der realen Kundenwahrnehmung liegt die Deutsche Bank mit ihrem Design Thinking Ansatz, über dessen Grundcharakteristika ich schon einmal hier berichtet habe: Wie real lässt sich Geld redesignen? Das ist gar nicht mal nur meine Auffassung, aber gleich auf mehreren Konferenzen habe ich im Auditorium niemanden gefunden, der den Mehrwert aus Kundensicht hinter dem Design Thinking erkennt. Entweder dies wird nicht klar herausgestellt, oder aber der Mehrwert existiert überhaupt nicht.
Immerhin: Die Deutsche Bank verkündet es schon als Erfolgserlebnis, wenn sie sich überhaupt mit dem Kunden beschäftigt. Da halten wir es aber lieber mit dem Motto von Chris Skinner: Banken reden jahrelang über Innovation, um am Ende gar nichts mehr verändern zu müssen. Wer sich trotzdem die Mühe machen möchte -, die Videostreams der Vorträge von der nextfinance gibt es hier.
Mir fehlt es insgesamt an einer substanzhaltigen Diskussion über alte und neue Geschäftsmodelle. Auf dem Business Engineering Forum in Bregenz hatte ich nun meinerseits die Gelegenheit, einen Vortrag zum Status Quo der Social Media Aktivitäten von Banken zu halten – und natürlich auch die Chance genutzt, mich mit anderen Teilnehmern in angenehmer Atmosphäre intensiv auszutauschen.
Meine Bilanz: Der Kunde ist die Killerapplikation in der Bank 2.0, und zwar in jeder Hinsicht. Dass die Denkfabrik der Universität St. Gallen, die das Business Engineering Forum veranstaltete -, trotz einer gewissen konservativen Grundeinstellung – die neuen Spieler aus dem Web 2.0 aufs Erkenntnisradar genommen hat, verdeutlichte der Banking IT Innovation Award.
Beworben dafür hatten sich 19 Unternehmen. Leer ausgingen so prominente Unternehmen wie die Deutsche Bank oder Deutsche Telekom. Prämiert wurden stattdessen überwiegend kleinere Spieler, mal abgesehen von der DAB und Fidor Bank waren dies Meniga, ein Anbieter von Personal Finance Management Tools und Yavalu (Exchange Traded Funds), über die ich auf diesem Blog bereits im April berichtet habe.
So lässt sich bilanzieren: An der Schnittstelle zwischen Bank und Kunde ist das Klima mindestens so stürmisch wie auf der rauen See. Meine Abschlußthese aus der Podiumsdiskussion vom zweiten Veranstaltungstag lautete deshalb: Das Internet einschließlich der mündigen Anleger, die sich auch via Social Media vernetzen, bestimmt in Zukunft die Richtung der Bank – und nicht die Filiale. Sie rückt deutlich nach hinten, wenn sie dem Kunden nicht einen klar erkennbaren Mehrwert jenseits der Provisionslastigen Beratung vermitteln kann.
Nicht alle Branchenvertreter mochten indes derartige Signale aus dem tiefen Netz bereits vernommen haben. Aber es gab in dieser Welt ja vor ein paar Jahrzehnten auch nur Platz für einen Personal Computer (IBM, 1943). Und das Auto hatte ja auch nie die Chance, die Pferdekutschen abzulösen (Daimler um 1900) …
Virtuelle Währungen: Funktionieren neue Community-Modelle?
Die Welt ist sich uneins über die Zukunft von digitalen Währungseinheiten. Kann man daraus tatsächlich vertrauenswürdige soziale bzw. monetäre Netzwerke konstruieren? Denn Bitcoins etwa bezeichnen einige Experten als eine lästige Spam-Plage, die die Welt nicht wirklich weiter bringt. So bringt Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Paul Krugman die Meinung der Kritiker auf die Formel: Bitcoins seien zu viel „Asset“ und zu wenig Bezahlmittel.
Zum Hintergrund: In der realen Welt schaffen nur Zentral- und Geschäftsbanken neues Geld. Nicht so im Internet. Die von einem Japaner kreierte virtuelle Währung „Bitcoins“, siehe die Erläuterung von Wikipedia, wird nicht von Druckerpressen, sondern von Rechnern erzeugt. Je leistungsfähiger diese sind, desto schneller lässt sich ein neuer „Bitcoin“ errechnen.
Der Aufwand dafür ist zwar beträchtlich, lohnt sich aber laut den Initiatoren. Jedes Mal, wenn eine so genannte Bitcoin-Sperre – eine eingebaute Verschlüsselung, die verhindern soll, dass massenhaft neues Internetgeld geschaffen werde, und gewissermaßen eine Inflationsbremse darstellt – von einem oder mehreren Rechnern gelöst werde, dann entstünden 50 neue Bitcoins, die dem oder denen gehören, die zur Lösung der Sperre beigetragen haben.
Soweit die idealtypische Konstruktion. In seinem Blog in der New York Times erklärt Paul Krugman nun, warum das so nicht funktionieren kann, vor allem, weil Bitcoins Deflation und Depression produzierten. Aber auch Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Online-Betrügereien mit der virtuellen Währung „Bitcoins“ nähmen drastisch zu.
Cybergangster, ein etwas nebulöser Begriff, so wird nahegelegt, kaperten nicht nur Privatrechner, um damit neues Online-Geld zu erzeugen, sondern drohten auch den Betreibern von Websites damit, diese stillzulegen, wenn sie nicht eine bestimmte Menge an Bitcoins innerhalb einer gewissen Frist auf das Konto der Erpresser überwiesen.
Bleiben wir einmal in der Mitte zwischen Ablehnung und überzogener Euphorie. Es gibt durchaus auch andere interessante Modelle von virtuellen Währungseinheiten jenseits von Bitcoins. Zwei Beispiele sind Ripple und faircash. Wie Ripple und faircash genau funktionieren, kann man unter den beiden zuvor genannten Links nachlesen.
Der deutsche Erfinder von faircash – Heinz Kreft – stellt die Vor- und Nachteile herkömmlicher und neuer Verfahren gegenüber.
Das Konto: Nachteile der zentralistischen Struktur
– Ausschließlich online-fähig
– Immer mit „dritter Partei“ (Intermediate).
– Niemals anonym
– Medienbrüche treten auf
– Hohe Betriebskosten der Business-Modelle
eCoins: Das alternative Modell
– Verteilte Architektur, einfach, simpel, vertraut
– Offline-fähig.
– Immer direkt (Peer-zu-Peer, Person-zu-Person)
– Anonym oder identifiziert (Wahlfreiheit für den privaten Anwender).
– Natives Internet-Verfahren, ohne Medienbrüche.
– Moderate Betriebskosten des Business Modells (keine Transaktionskosten)
Quelle: faircash.org
Wer die beiden Modelle etwas gründlicher unter die Lupe genommen hat, der sieht, dass es noch eine relativ weite Wegstrecke ist, bis sich virtuelle Währungseinheiten jenseits eines spielerischen Accessoires in der Finanzwelt einen eigenen Platz verschaffen. Die Ansätze sind teils sehr kreativ, jedoch stellt das eigenständige Wertschöpfen von „virtuellem Geld“ einschließlich deren komplexe Verteilungsmechanismen noch eine große Herausforderung dar. Letztlich geht es darum, vertrauenswürdige Netzwerke für den direkten Geldtransfer zu bilden, und nicht unbedingt, eine neue Währungseinheit zu erfinden.
Dass die etablierte Geldwirtschaft kein großes Interesse daran hat, da ihr die Regie dadurch möglicherweise entgleitet, ist offensichtlich. Somit bleibt jenseits von Schwarz-Weiß-Malerei festzuhalten: Der Trend zu virtuellen Währungen wird vor allem durch den direkten Geldtransfer zwischen einzelnen Menschen und Gruppen gekennzeichnet – unabhängig davon, ob es sich um „Cybercash“ oder „Papiergeld“ handelt. Entscheidend ist der zugrunde gelegte Wert dahinter und nicht die Verpackungseinheit.
So bestätigt eine recht detaillierte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass immer mehr Menschen beim Banking nicht nur den Gang ins Internet antreten, sondern auch bereit sind, private Kreditplattformen im Netz zu nutzen. Die Autoren bilanzieren: Zwar machten Online-Kreditplattformen immer noch nur einen sehr kleinen Teil des weltweiten Kreditmarktes aus, aber sie seien kein Sonderphänomen mehr. Die Plattformen verzeichneten große Zuwachsraten und lockten zunehmend klassische Bankkunden an.
Auch ein ausführliches Diskussionspapier der Universität Bielefeld stellt aus Bankenkritischer Sichtweise einige Orientierungslichter neuer, auch geldphilosophisch motivierter Geschäftsmodelle auf, so dass die Branche intensiv an ihrer Glaubwürdigkeit arbeiten sollte, um sich nicht selbst als seriöser Partner in der Geldwirtschaft überflüssig zu machen, dem letztlich nur sein eigenes Wohl am Herzen liegt – und der Kundennutzen im Nebulösen bleibt.
Sonst lautet das Motto am Ende wie folgt: P2P-Banking, Social Lending und Crowdfunding verlassen die „Peanuts-Ökonomie“ und gewinnen in den kommenden fünf bis zehn Jahren an volkswirtschaftlicher Relevanz, oder wie es das Arbeitspapier der Universität Bielefeld zugebenermaßen provokant so formuliert: Get rid of banks and build up a modern financial world!
Mehr dazu auf dem Blog Netzpolitik.org. Jetzt wollen die Piraten schnell ihre Wissenslücken schließen, berichtet das Abendblatt, während die Welt den Erfolg der neuen Internetpartei analysiert- und diesen vor allem bei der Mobilisierung von Nichtwählern verortet.
Die Geister werden sich an dem neuen Phänomen sicherlich scheiden. Aber in einem kann man den Piraten nur zustimmen: Eine App wie bei den Grünen reicht nicht aus, sondern wird von einer heterogenen Netzkultur als lediglich modischer Aufsatz zu den alten erstarrten Politikritualen wahrgenommen.
Die produktiven Möglichkeiten der Netzkultur sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Sicherlich, auch bei den Piraten sind viele Inhalte umstritten, manches klingt noch reichlich unausgegoren. Aber fest steht, dass eine (nicht nur) jüngere Netzgeneration neue Spielregeln von mehr Transparenz und direkter Demokratie erarbeitet. Und damit sind wir beim Thema – der neuen Macht des Kunden, die sich verstärkt über das Netz artikuliert.
Die spannende Frage: Wird das Internet auch die Bankenwelt mehr umkrempeln als wir uns dies vorzustellen vermögen? In dieser Woche steht jedenfalls das zweitägige Business Engineering Forum in Bregenz vor der Tür.
Das Leitthema lautet: Die digitale Revolution des Konsumenten? Man könnte auch ein Ausrufezeichen dahinter setzen, wenn nicht jede Revolution neben ihren Licht- auch einige Schattenseiten hervor brächte.
Wie dem auch sei – ein zusätzliches Highlight neben den Vorträgen ist der Banking-IT-Innovation Award, bei dem neue „disruptive“ Ansätze in der Bank-Kunden-Beziehung ausgezeichnet werden sollen. Mehr dazu hier.
Veranstaltet wird der Kongress von der Universität St. Gallen. Ich selbst werde einen Vortrag halten zum Thema: Wie viel Social Media braucht und verträgt die Bank? Auch die Leser von Social Banking 2.0 und anderen Blogs können übrigens ihre Anregungen oder Fragen bereits zuvor oder während der Konferenz mit einbringen.
Die Veranstalter möchten das Auditorium bzw. die Diskussion über eine „Twitter-Leinwand“ nach außen öffnen. Wie real also ist die neue Macht des Bankkunden? Oder bleibt das Internet doch mehr auf seine Rolle als zusätzlicher Vertriebs- und Informationskanal begrenzt? Wem solche oder andere Fragen auf den Fingernägeln brennen, der kann gerne an folgende Adresse seine Gedanken posten – und seine Kritik, Anregungen oder Fragen für die eine oder andere Diskussionsrunde mit einbringen.
Der Kontakt läuft über Thomas Puschmann vom Competence Center Sourcing der Uni St. Gallen. Mail: sourcing@unisg.ch. Oder noch direkter, kurz und knackig über die Twitter-Präsenz vom CC Sourcing.
Finanzwelt Inside (Teil II): Susan Levermann, Ex-Managerin DWS
Die Bankenwelt ist weder schwarz noch weiß, sondern ziemlich bunt. Weder gibt es dort nur schlechte oder gar „böse“ Banker, noch sind die anderen außerhalb der Finanzwelt nur von altruistischen Interessen angetrieben. Will heißen: Es kommt auf die intelligenten Zwischentöne an, wenn es um die „nachhaltige“, oder nennen wir es bodenständiger, die „vernünftige“ Geldanlage geht. Die kreativen Anstöße dazu können sowohl von innen als auch außen kommen.
Wer etwa nach einem gut verständlichen Lehrbuch sucht, wie das kleine und große Einmaleins der Aktienmärkte funktioniert, der wird bei Susan Levermann fündig. Sie gibt handhabbare Tipps und hat ein fachlich unprätentiöses Werk mit dem Titel Der entspannte Weg zum Reichtum verfasst, eine Leseprobe gibt es hier. Ein Satz ist mir sinngemäß besonders hängen geblieben: An der Börse gibt es keine Demokratie, weil eine Minderheit gewinnt.
Zur Vita von Susan Levermann: Sie war nach Banklehre und Diplom in Volkswirtschaftslehre acht Jahre lang als Fondsmanagerin bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft, der DWS, tätig, zuletzt als Senior Fundmanager und Director. Dort verantwortete sie 2 Mrd. Euro Kundengelder in europäischen und deutschen Aktienfonds mit Hilfe einer selbstentwickelten quantitativen Auswahlstrategie. 2008 wurde sie für den besten deutschen Aktienfonds über 3 Jahre geehrt. Ihr 2010 erschienener Börsenratgeber „Der entspannte Weg zum Reichtum“ wurde mit dem Deutschen Finanzbuchpreis 2011 ausgezeichnet.
… Dann aber kam der große Schnitt. Sie verließ kurz vor Ausbruch der Finanzkrise das Unternehmen, weil sie sich ein paar Sinnfragen zu ihrer Arbeit stellte, die man nicht unbedingt stellen sollte, wenn man gut und reibungslos weiter funktionieren möchte. Denn schließlich geht es um die nackten Zahlen – und nicht um eine sinnerfüllende Programmatik.
Mittlerweile arbeitet Levermann als „Head of Operations“ beim Carbon Disclosure Project (CDP), einer gemeinnützigen Umwelt-Organisation in Berlin. In einem längeren Interview mit der TAZ verdeutlicht sie, was sich an der Börse gerade abspielt, warum sie es nicht mag, andere über den Tisch zu ziehen – und warum sie gegen Leerverkäufe ist.
„Die Finanzwelt ist an unüberwindbare Grenzen gestoßen“
Im Interview mit Social Banking 2.0 erläutert Susan Levermann nun, welche Trends die Bankenszene gegegnwärtig kennzeichnen – und welche Schlussfolgerungen der private Anleger aus den Geschehnissen der letzten Jahre ziehen kann.
Social Banking 2.0: Frau Levermann – was hat Sie auf die Idee gebracht, die Deutsche Bank bzw. DWS zu verlassen, was gab den Ausschlag, worin lag die Motivation?
Susan Levermann: Ich habe mich ca. ein Jahr lang mit der Frage meines Ausstiegs bzw. meiner weiteren beruflichen Zukunft beschäftigt. In dieser Zeit sind immer mehr Sinnfragen in den Vordergrund getreten, wie die Frage, was denn eigentlich mein Beitrag zur Welt ist und zu welcher Art Welt ich beitrage. Auch wenn die DWS einiges versucht hat, um mich zu halten, wurde mir immer klarer, dass ich diese Fragen als Fondsmanagerin nicht zu meiner Zufriedenheit würde beantworten können. Jetzt im Rückblick glaube ich, ich hatte einfach genug von Konkurrenz und Wettbewerb, und wollte andere Werte wie Miteinander und Fürsorge in den Vordergrund meines Daseins stellen.
Social Banking 2.0: Was hat Sie damals motiviert, den Job bei der DWS überhaupt anzutreten?
Als ich mit meinem VWL-Studium fertig war, hatte ich gerade meine ersten Erfahrungen mit Aktien hinter mir. Ich hatte alle klassischen Fehler begangen, die Privatinvestoren typischerweise unterlaufen, und demzufolge mein mageres Studentenkapital am Neuen Markt fast vollständig verloren. Diese Niederlage hat mich gereizt. Ich wollte lernen, wie man Geld an der Börse verdient statt verliert. Außerdem reizte mich die Verantwortung, die man als Fondsmanagerin trägt. Die DWS als damals schon beste und größte Fondsgesellschaft Deutschlands war der ideale Arbeitgeber.
Social Banking 2.0: Was wird sich in der Branche ändern, bleibt alles beim Alten, oder setzen die Kunden ihre „Hausbank“ zunehmend unter Druck, sich doch mehr kundenorientiert und transparent zu zeigen, als früher der Fall?
Auch wenn ich nicht die Expertin für diese Frage bin, da ich doch nur in einer sehr speziellen Nische gearbeitet habe, habe ich eine persönliche Meinung zu diesem Thema. Der zunehmende Druck der Transparenz führt meines Erachtens zu einem erfreulichen neuen Trend: Honorarberatung. Das ist ein in Deutschland noch sehr unterentwickeltes Geschäftsfeld – völlig zu Unrecht, da die in den verkauften Produkten enthaltenen Provisionen meist sehr viel höher sind als es ein explizites Honorar jemals wäre. Ich finde, eine qualifizierte Beratung hat ein Honorar verdient, da sollten die Kunden beginnen, umzudenken.
Social Banking 2.0: Worin sehen Sie denn die graverienden Defizite in der gegenwärtigen Bankberatung?
Ich glaube, eines der Grundprobleme in der Beratung bei den meisten Banken ist ein Strukturproblem. Die Fülle an Produkten ist bei den meisten Banken mittlerweile so groß, dass selbst der Bankberater darin den Überblick verliert. Statt dann zielgerichtet auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen, werden einfach die Produkte verkauft, die auf den aktuellen, vom Management erstellten Verkaufslisten ganz oben stehen. Das sind Produkte, an die die Bank gerade glaubt. Sie sind aber nicht zwangsläufig auch das beste für den Kunden.
Social Banking 2.0: Schaut man sich über die vergangene Dekade die Performance (einschl. der Kosten) von Aktienfonds an, so muss man eigentlich zum Ergebnis kommen: Außer Spesen, meist nichts gewesen. Wie nehmen Sie den derzeitigen volatilen Trend an den Kapitalmärkten wahr?
Sie formulieren das so, als seien die Aktienfonds mit schuld daran, dass man mit „Buy and Hold“ in den letzten Jahren an den Börsen nichts verdienen konnte. Da würde ich gern eine Lanze für Fonds brechen. Ein Aktienfonds deckt nun mal den Markt ab, für den er geschaffen wurde, und kann sich dessen Trend folgerichtig nur bedingt entziehen. Gute Fondsmanager schaffen regelmäßig eine Outperformance von 2% unter Einbeziehung aller Kosten und Gebühren – daran sieht man schon, wie abhängig ein Fonds von seinem Marktumfeld ist. Was die Marktentwicklung generell angeht, so bin ich nicht überrascht: ich habe ja schon im Ausblick zu meinem Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“ geschrieben, dass die fetten Jahre vorbei sind und wir uns auf eine gewisse Zeit mit einem Seitwärtstrend unter großen Schwankungen abfinden müssen. Die Welt – und insbesondere die Finanzwelt – ist halt in vielen Teilbereichen an unüberwindbare Grenzen gestoßen, seien das jetzt Staatsverschuldungsquoten oder CO2-Anteile in der Atmosphäre oder die Schere zwischen Arm und Reich. Überall ist es „genug“.
Social Banking 2.0: Ist das direkte Engagement an den Aktienmärkten für Privatanleger eine Option, und wenn ja für welche Zielgruppen?
Einzelaktien empfehle ich nur für Anleger, die Zeit und Lust und das genügende Kleingeld mitbringen, um sich mit der Materie zu beschäftigen. Ein gutes Privatanlegerportfolio müsste so um die zwanzig Aktien umfassen, und damit sich das von den Gebühren her lohnt, muss man schon über mindestens 20.000 € verfügen, die man in absehbarer Zeit nicht braucht. Zudem verlangt die Anlage in Einzelaktien ein gewisses Grundwissen. Das kann man sich durchaus mit ein paar qualifizierten Büchern erarbeiten, aber selbst dann braucht es noch verfügbare Zeit, um die eigenen Investments regelmäßig zu überwachen.
Social Banking 2.0: Wie sieht für Sie die (kunden- und bedarfsorientierte) „Bank der Zukunft“ aus?
Ich würde mir eine Bank wünschen, in der es keinerlei Verkaufsdruck gibt. Eine, die wirklich zuerst die Interessen der Kunden im Blick hat und daran glaubt, dass sich langfristig Handeln im Interesse der Kunden auch für sie selbst auszahlt. Wünschen würde ich mir auch mehr Ehrlichkeit. Zu viele Bankprodukte suggerieren dem Anleger eine Sicherheit, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Oder nur gegen einen überhöhten Aufpreis.
Social Banking 2.0: Werden immer mehr „selbstbestimmte“ Bankkunden Geldgeschäfte in die eigene Hand nehmen, oder bleibt das infolge Zeit- und Kompetenzmangels auf eine kleine Elite begrenzt?
Zumindest was Aktien angeht, zeigen die Zahlen ja einen klaren Trend: Die Zahl der direkten Aktienbesitzer hat über die letzten Jahre in Deutschland dramatisch abgenommen. Da bleibt tatsächlich nur eine kleine Elite übrig, die ihr Geld selbst managt. Für die meisten Bürger sind Finanzgeschäfte wohl zu komplex und undurchschaubar, und dann gibt es auch noch die, die es einfach langweilig finden, sich mit Finanzen zu beschäftigen. Ich sehe im Moment nichts, was das ändern könnte.
Social Banking 2.0: Und noch eine persönliche Frage: Welche Form der „Arbeit“ praktizieren Sie derzeit? Was ist für Sie eine Tätigkeit, bei der die Balance zwischen Geld, Moral und innerer Zufriedenheit stimmt, oder bleibt dieser Spagat immer ein Stück unrealistisch?
Ich bin mittlerweile im Management einer Umweltorganisation tätig. Dort kann ich meine Vorerfahrungen mit meinem gestiegenen Bewusstsein für die akuten Probleme unserer Welt verbinden. Finanziell ist das natürlich gar nicht mit meinem früheren Leben zu vergleichen. Aber meine Werte haben sich einfach verschoben, ich brauche die Statussymbole von früher wie Auto, große Wohnung, teure Reisen nicht mehr. Stattdessen versuche ich, mit meinem eigenen umweltbewussten Leben Vorbild für andere zu sein. Das schöne ist: so fühlt es sich nicht wie ein Spagat an, sondern einfach nur nach „richtig“.
In einem längeren (etwas älteren) Videomitschnitt vom Deutschen Anlegerfernsehen (DAF) gibt Susan Lewermann darüber Auskunft, ob und wie sich Moral und finanzieller Erfolg an der Börse vertragen.
Finanzwelt Inside (Teil I): Zahl der kreativen Umsteiger nimmt zu
Auf diesem Weblog startet hiermit eine Portraitserie in loser Form, mit Insidern aus der Finanzwelt, die jenseits des quantitativen Zahlenwerks genauer über den gesellschaftlichen Stellenwert des Geldes nachgedacht haben – und sich dadurch auch zu einem kreativen beruflichen Stellungswechsel entschlossen haben.
Um- statt Aussteiger sind dabei jene Menschen, die im Laufe ihrer Karriere eine gewisse innere Haltung zu ihrem Job entwickelt haben, und irgendwann auch bereit dafür sind, einen alternativen Weg einzuschlagen.Vielleicht manche sogar schon, bevor sie das große Geld gemacht haben – um sich erst dann relativ bequem ein reineres Gewissen gegenüber dem Geld leisten zu können, bei dessen Erwerb sie bis dato keinerlei „üblen Gerüche“ wahr genommen hatten.
Hier also der Beginn einer losen Serie über Finanzmenschen mit Profilbereifung. Weitere Hinweise der Leser über „geeignete Kandidaten“ in dieser Reihe nimmt Social Banking 2.0 gerne entgegen. Aktuelle Anlässe zum Nachdenken gibt es definitiv genug.
Während Leitmedien etwa schon über das Ende der „Geldgiganten“ in der allzu gefräßigen Finanzindustrie spekulieren, sind manche Insider längst aus- oder besser gesagt umgestiegen. Die Zahl jener, die es sich „leisten können“ weniger zu verdienen, weil sie schon mehr als genug verdient haben, nimmt durchaus zu.
Der Youtube-Finanzlehrer
Dazu gehört etwa Salman Khan. Er gehört zu den Akteuren der Finanzmärkte, die irgendwann ausgestiegen sind, um sich komplett einem vormaligen „Hobby“ zu widmen. Der frühere Hedge-Fonds-Analyst mit exzellenten Abschlüssen am renommierten MIT und in Harvard hing 2009 seinen Job an den Nagel. Eine Art Initialzündung? Jedenfalls wieder einer mehr, für den das Jahr 2008 ein persönlicher Wendepunkt darstellte.
Am Ende war der Wechsel Khans in sein neues Kreativfach gar nicht so schwer, nachdem er gemerkt hatte, dass seine Nachhilfevideos über Algebra, Trigonometrie, Physik, Chemie, Wirtschaft, Geschichte, Biologie und Computerwissenschaften bei Youtube extrem erfolgreich liefen. Eine kleine Kostprobe, was er dort so treibt, findet sich auf dem Blog von spickmich.de: Bildung für alle: Der Youtube-Lehrer.
Und hier ein Beispielvideo seiner didaktisch sehr gut aufbereiteten Lernhäppchen. Vielleicht nimmt sich ja die Finanzindustrie ein Beispiel an solchen Sensibilisierungsvideos – und rechnet ihre „Business Cases“ mal anhand des neu berechneten Stellenwerts des Faktors der menschlichen Arbeit genauer durch:
Hier geht es zur Khanacademy, hinter der doch mehr stecken dürfte als ein bisschen Eigenmarketing eines Umsteigers, dem es langweilig geworden ist oder der nicht mehr im Auge des Finanzorkans verweilen möchte. Und hier stellt sich das sympathische Team hinter der Plattform persönlich vor.
Im nächsten Teil folgt Susan Levermann, Ex-Fondsmanagerin bei der Deutschen Bank (DWS), einschließlich Interview.