Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.05.2005&Aktenzeichen=I%20ZR%20285%2F02
Timestamp: 2019-05-21 09:54:57
Document Index: 130269486

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 89', '§ 31', '§ 2', '§ 31', '§ 89', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', '§ 98', '§ 99', '§ 88', '§ 89', '§ 88', '§ 89', '§ 92', '§ 31', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 65', '§ 88', '§ 89', '§ 89', '§ 89', '§ 88', '§ 88', '§ 89', '§ 11', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.05.2005 - I ZR 285/02 - dejure.org
https://dejure.org/2005,173
BGH, 19.05.2005 - I ZR 285/02 (https://dejure.org/2005,173)
BGH, Entscheidung vom 19.05.2005 - I ZR 285/02 (https://dejure.org/2005,173)
BGH, Entscheidung vom 19. Mai 2005 - I ZR 285/02 (https://dejure.org/2005,173)
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UrhG § 31 Abs. 4 und 5, § 89 Abs. 1
Anspruch eines Szenenbildners und Filmarchitekten auf Unterlassung eines DVD-Vertriebs; Anstellungsvertrag für Filmschaffende; Urheberrechtliche Schutzfähigkeit der vom Kläger geschaffenen Filmarchitektur; Zweifel an der Einbeziehung eines Tarifvertrags; Wirksamkeit enier Nutzungsrechtseinräumung; Vorliegen einer neuen Nutzungsart gemäß § 31 Absatz 4 Urhebergesetz (UrhG); Vermarktung eines digital gespeicherten Films zum Abspielen auf einem eigenen Wiedergabegerät (DVD) als neue Nutzungsart gegenüber der Vermarktung herkömmlicher Videokassetten
§§ 2 Abs. 1 Nr. 4, Nr. 6, 16, 17, 31 Abs. 4, Abs. 5, 89 Abs. 1, 97 UrhG
UrhG § 31 Abs. 4, 5 § 89 Abs. 1
"Der Zauberberg"; Umfang der Einräumung von rechten an einem Film; Verwertung von Spielfilmen auf DVD
DVD gegenüber Video-Kassette keine neue Nutzungsart
Rechten an DVD-Zweitauswertung
Vermarktung von älteren Spielfilmen auf DVD
DVD-Auswertung älterer Spielfilme
Vermarktung alter Spielfilme auf DVD zulässig Zauberberg
"ltere Spielfilmverwertungsverträge erfassen auch eine Vermarktung auf DVD
Zusammenfassung von "Die Übertragung von DVD-Rechten auf zweiter Stufe in Altverträgen" von RA Dr. Martin Franz, M.A., original erschienen in: ZUM 2006, 306 - 310.
LG München I, 04.10.2001 - 7 O 3154/01
OLG München, 10.10.2002 - 6 U 5487/01
GRUR Int. 2006, 69
ZUM 2006, 306
Auch der Beteiligungsgrundsatz, der besagt, dass der Urheber an der wirtschaftlichen Nutzung seines Werkes tunlichst angemessen zu beteiligen ist (vgl. § 11 Satz 2 UrhG; ferner BGHZ 163, 109, 115 - Der Zauberberg, m.w.N.), rechtfertigt es nicht, einen Dritten, der selbst nicht Nutzer des urheberrechtlichen Werkes ist, über den im Gesetz festgelegten Rahmen hinaus zu belasten.
Dabei ist das Berufungsgericht zutreffend davon ausgegangen, dass unter einer noch nicht bekannten Nutzungsart im Sinne dieser - auch auf Berechtigungsverträge mit Verwertungsgesellschaften anwendbaren (BGHZ 95, 274, 282 f. - GEMA-Vermutung I) - Bestimmung eine technisch und wirtschaftlich eigenständige Verwendungsform des Werkes zu verstehen ist (BGHZ 95, 274, 283 f. - GEMA-Vermutung I; BGHZ 163, 109, 115 f. - Der Zauberberg).
Die Auswertung auf DVD stellt daher im Verhältnis zur Auswertung auf Videokassette keine neue Nutzungsart dar (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2005 - I ZR 285/02, BGHZ 163, 109, 114 ff. - Der Zauberberg).
Die Vorschrift des § 31 Abs. 4 UrhG gilt zwar auch für Wahrnehmungsverträge mit Verwertungsgesellschaften (vgl. BGHZ 95, 274, 282 f. - GEMA-Vermutung I;… BGH, Urt. v. 15.10.1987 - I ZR 96/85, GRUR 1988, 296, 298 - GEMA-Vermutung IV); die Verwendung von DVDs ist aber im Hinblick auf die seit Jahren bekannte Videokassettennutzung keine unbekannte Nutzungsart im Sinne dieser Vorschrift (vgl. BGH, Urt. v. 19.5.2005 - I ZR 285/02, GRUR 2005, 937, 939 = WRP 2005, 1542 - Der Zauberberg, für BGHZ 163, 109 vorgesehen).
Es kann offenbleiben, ob Ziffer 2.1 des Vertrags vom 12. November 1985 - wie das Berufungsgericht angenommen hat - die Rechtsübertragung auf alle zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bekannten Videokassetten- und Videoplatten-Systeme beschränkt und daher das erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt gewordene Speichermedium DVD nicht erfasst, oder ob diese Bestimmung - wie die Revision unter Berufung auf die Senatsentscheidung "Zauberberg" (BGHZ 163, 109, 114 ff.) geltend macht - auch die seinerzeit unbekannte Nutzungsart "DVD" umfasst, weil diese technisch und wirtschaftlich an die Stelle der genannten Nutzungsart "Videokassette" bzw. "Videoplatte" getreten ist.
Diese Vorschriften sind - wie § 31 Abs. 5 UrhG und der Übertragungszweckgedanke - bloße Auslegungsregeln (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2005 - I ZR 285/02, GRUR 2005, 937, 939 = WRP 2005, 1542 - Der Zauberberg; Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drucks. IV/270, S. 98 zu § 98 des Entwurfs und S. 100 zu § 99 des Entwurfs;… Katzenberger in Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, 4. Aufl., § 88 Rn. 2, § 89 Rn. 1;… Schulze in Dreier/Schulze, UrhG, 4. Aufl., § 88 Rn. 1 ff., § 89 Rn. 1 f., § 92 Rn. 2).
Dem Umstand, dass die besondere, gegenüber der allgemeinen Auslegungsregel des § 31 Abs. 5 UrhG grundsätzlich vorrangige Auslegungsregel des § 89 Abs. 1 UrhG auf eine umfassende Rechteeinräumung zu Gunsten des Filmherstellers abzielt (vgl. BGH, GRUR 2005, 937, 939 - Der Zauberberg), kann nicht die gesetzliche Grundentscheidung entnommen werden, dass Nutzungsrechte, die über die filmische Verwertung im engeren Sinne hinausgehen, beim Urheber verbleiben müssen.
Die Auswertung auf DVD ist erst nach der Auswertung auf Videokassette bekannt geworden und wirtschaftlich an deren Stelle getreten (vgl. BGH, Urteil vom 19. Mai 2005 - I ZR 285/02, BGHZ 163, 109, 115 ff. - Der Zauberberg).
Der Bundesgerichtshof hat im Fall des 1968 ebenfalls unter der Regie von Dr. S. entstandenen Films "Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten" angenommen, dass sich eine mögliche Vermarktung von Spielfilmen auf Videokassetten, gegenüber der die Auswertung auf DVD keine wirtschaftlich eigenständige Verwertungsform darstellt (BGH, GRUR 2005, 937 [939] - Der Zauberberg), erst im Laufe der siebziger Jahre abzeichnete (BGH, GRUR 1991, 133 [136] - Videozweitauswertung I; vgl. auch BGHZ 128, 336 = GRUR 1995, 212 [213] - Videozweitauswertung III).
Für noch unbekannte Nutzungsarten lässt sich aus dieser dem allgemeinen Zweckübertragungsgedanken vorgelagerten besonderen Auslegungsregel für Filmwerke (vgl. BGH, GRUR 2005, 937 [939] - Der Zauberberg) jedoch nichts gewinnen.
Zu bedenken ist nämlich, dass die Entstehung eines Filmwerks typischerweise eine Vielzahl kreativer und urheberrechtlich potentiell relevanter Leistungen voraussetzt (…vgl. von Hartlieb / Schwarz / Dobberstein / Schwarz, Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts, 4. Aufl., 37. Kap. Rn. 2), so dass neben dem Regisseur als Miturheber insbesondere die für die Bildgestaltung und den Schnitt verantwortlichen Personen, also Kameramann und Cutter, in Betracht kommen, unter Umständen aber auch der Mischtonmeister und der Filmarchitekt (vgl. BGH, GRUR 2002, 961 [962] - Mischtonmeister; BGH, GRUR 2005, 937 [938] - Der Zauberberg) und bei untrennbarer Verbindung ihrer Beiträge mit dem Filmwerk auch die in § 65 Abs. 2 UrhG genannten Urheber vorbestehender Werke wie der Komponist der Filmmusik und der Drehbuchautor (…zum Ganzen Hartlieb / Schwarz / Dobberstein / Schwarz, a.a.O., Rn. 3;… Schricker / Katzenberger, a.a.O., vor §§ 88 ff Rn. 60 f.;… § 89 Rn. 1 und 7;… Möhring / Nicolini / Lütje, UrhG, 2. Aufl., § 89 Rn. 7;… Fromm / Nordemann / Hertin, UrhR, 9. Aufl., § 89 Rn. 3 ff;… Wandtke / Bullinger / Manegold, a.a.O., vor §§ 88 ff. Rn 28 ff.;… Dreier / Schulze, a.a.O., vor §§ 88 ff Rn. 8;… § 89 Rn. 9 ff).
Auch der Beteiligungsgrundsatz, der besagt, dass der Urheber an der wirtschaftlichen Nutzung seines Werkes tunlichst angemessen zu beteiligen ist (vgl. § 11 Satz 2 UrhG; ferner BGHZ 163, 109, 115 - Der Zauberberg, m.w.N.), rechtfertigt es nicht, einen Dritten, der selbst nicht Nutzer des Werkes ist, über den im Gesetz festgelegten Rahmen hinaus zu belasten (BGHZ 174, 359 Tz. 29 - Drucker und Plotter).
Reichweite einer urheberrechtlichen Nutzungsrechtsvereinbarung für einen …
LG Hamburg, 01.09.2006 - 308 O 669/05
Verbreitung einer DVD-Konzertaufnahme: Verletzung des Rechts des Künstlers am …