Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201991,%2038
Timestamp: 2020-01-21 12:13:30
Document Index: 81391329

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 20', '§ 44', '§ 44', '§ 230', '§ 20', '§ 2', '§ 44', '§ 50', '§ 163', '§ 163', '§ 20', '§ 398', '§ 1068', '§ 2', '§ 20']

BFH, 22.08.1990 - I R 69/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,361
BFH, 22.08.1990 - I R 69/89 (https://dejure.org/1990,361)
BFH, Entscheidung vom 22.08.1990 - I R 69/89 (https://dejure.org/1990,361)
BFH, Entscheidung vom 22. August 1990 - I R 69/89 (https://dejure.org/1990,361)
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EStG § 2 Abs. 1, § 20, § 44 Abs. 1, § 44c Abs. 1; HGB n.F. §§ 230 ff
Nießbrauch - Stiller Gesellschafter - Gläubiger - Zivilrecht
§§ 20, 44 Abs. 1, 44c Abs. 1 EStG
Einkommensteuer; Einkünfte aus typischer stiller Beteiligung bei Nießbrauchsbestellung
BFHE 162, 263
NJW 1991, 863
NJW-RR 1991, 552 (Ls.)
BB 1991, 748
DB 1991, 312
BStBl II 1991, 38
FG Köln, 19.07.2019 - 2 K 2672/17
Klageabweisung in einem sog. "cum/ex-Verfahren"
Es komme nicht darauf an, wer der zivilrechtliche Gläubiger der Kapitalerträge sei; entscheidend sei vielmehr, wer die Kapitalerträge im steuerrechtlichen Sinn erziele (§ 2 Abs. 1 EStG) und zu wessen Lasten deshalb die Kapitalertragsteuer einbehalten und abgeführt worden sei (vgl. BFH-Urteil vom 22. August 1990, BStBl II 1991, 38).
FG Münster, 27.11.2019 - 13 K 2902/19
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH ist der im VI. Teil des EStG verwendete Begriff des Gläubigers der Kapitalerträge nicht zivilrechtlich zu verstehen, sondern es handelt sich um einen spezifisch steuerrechtlichen Begriff (vgl. BFH-Urteile vom 22.8.1990 I R 69/89, BFHE 162, 263; vom 9.11.1994 I R 5/94, BStBl II 1995, 255; vom 15.3.1995 I R 82/93, BFHE 177, 257; FG-Hamburg, Urteil vom 19.10.2017 2 K 57/17, EFG 2018, 130; FG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 30.5.2013 6 K 1103/12, juris).
Es kommt nicht darauf an, wem zivilrechtlich der Kapitalertrag zusteht, sondern wer im steuerrechtlichen Sinne durch den Kapitalertrag Einkünfte erzielt und zu wessen Lasten daher die Kapitalertragsteuer einzubehalten und abzuführen ist (vgl. BFH-Urteile vom 22.8.1990 I R 69/89, BFHE 162, 263; vom 9.11.1994 I R 5/94, BStBl II 1995, 255; vom 15.3.1995 I R 82/93, BFHE 177, 257; FG-Hamburg, Urteil vom 19.10.2017 2 K 57/17, EFG 2018, 130).
Für eine solche Auslegung spricht zunächst die systematische Stellung des § 44a Abs. 5 EStG im VI. Teil des EStG, der die Erhebung der Einkommensteuer, der Lohnsteuer und der Kapitalertragsteuer regelt (vgl. BFH-Urteil vom 22.8.1990 I R 69/89, BFHE 162, 263; vom 9.11.1994 I R 5/94, BStBl II 1995, 255).
Er hat insoweit die gleiche Funktion wie der Arbeitnehmerbegriff im Lohnsteuerabzugsverfahren und der Begriff des beschränkt steuerpflichtigen Gläubigers im Sinne des § 50a EStG (vgl. BFH-Urteile vom 22.8.1990 I R 69/89, BFHE 162, 263; vom 9.11.1994 I R 5/94, BStBl II 1995, 255).
Die Festsetzung der Umsatzsteuer nach den gesetzlichen Vorschriften und die abweichende Festsetzung aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO 1977 sind zwei Verwaltungsakte, die in zwei gesonderten, wenn auch ggf. gleichzeitigen Verfahren vorzunehmen sind (vgl. z.B. BFH-Entscheidungen vom 21. Januar 2002 VIII B 202/02, nicht veröffentlicht; vom 8. Juli 1998 I B 111/97, BFHE 186, 313, BStBl II 1998, 702; vom 22. August 1990 I R 69/89, BFHE 162, 263;… von Groll in Hübschmann/Hepp/ Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 163 AO 1977 Rz. 145 f., m.w.N.).
Das ist der Grund, weshalb der erkennende Senat in seinem Urteil vom 22. August 1990 I R 69/89 (BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38) von einem Rechtsverhältnis gesprochen hat, das als gemeinsames Merkmal allen Einkünften aus Kapitalvermögen zugrunde liegt.
Soweit die gesetzlich vorgesehene Besteuerung speziell für die Kläger zu einer unangemessenen Belastung führen würde, könnte dem allenfalls durch eine Billigkeitsmaßnahme Rechnung getragen werden; über eine solche ist aber im vorliegenden Verfahren nicht zu entscheiden (Senatsurteil vom 22. August 1990 I R 69/89, BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38, 39).
Entsprechendes gilt für den unentgeltlichen Nießbrauch an einer typischen stillen Gesellschaft (BFH-Urteil vom 22. August 1990 I R 69/89, BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38).
BFH, 29.03.2001 - IV R 71/99
Den Tatbestand der Erzielung von Einkünften aus Kapitalvermögen (hier nach § 20 Abs. 1 EStG) erfüllt nach ständiger Rechtsprechung des BFH, wer Kapitalvermögen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung gegen Entgelt zur Nutzung überlässt (vgl. z.B. Beschluss des Großen Senats vom 29. November 1982 GrS 1/81, BFHE 137, 433, BStBl II 1983, 272; auch BFH-Urteile vom 22. August 1990 I R 69/89, BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38, und vom 26. November 1997 X R 114/94, BFHE 184, 554, BStBl II 1998, 190).
Es kommt nicht darauf an, wer zivilrechtlich (z.B. aufgrund einer Abtretung gemäß § 398 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB-- oder aufgrund einer Nießbrauchsbestellung gemäß § 1068 BGB) Gläubiger der Kapitalerträge ist, sondern darauf, wer sie im steuerrechtlichen Sinn nach § 2 Abs. 1 EStG erzielt (BFH-Urteil in BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38).
Dies ist derjenige, der die rechtliche und tatsächliche Macht hat, das in § 20 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 EStG genannte Kapitalvermögen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu überlassen (BFH-Urteil, BFHE 162, 263 , BStBl II 1991, 38, 39).
Einnahmen aus Kapitalvermögen bezieht, wer Kapitalvermögen gegen Entgelt zur Nutzung überläßt (ständige Rechtsprechung des BFH, z.B. Urteile vom 24. April 1990 VIII R 170/83, BFHE 160, 256, BStBl II 1990, 539; vom 22. August 1990 I R 69/89, BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38).
Zutreffend führt der I. Senat des BFH in BFHE 162, 263, BStBl II 1991, 38 aus, daß der Nutzungsüberlassung im Regelfall ein Rechtsverhältnis zugrunde liegt.
BFH, 08.07.1998 - I B 111/97
FG Hamburg, 19.10.2017 - 2 K 57/17
Rechtmäßigkeit eines Nachforderungsbescheids zur Kapitalertragsteuer
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BFH, 21.01.2003 - VIII B 202/02
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