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Timestamp: 2016-10-24 03:43:08
Document Index: 28710601

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 76', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 398', 'BGE', 'BGE', 'Art. 400', 'BGH', 'BGH', 'Art. 398', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_137/2015 (19.08.2015)
4A_137/2015 � � Urteil vom 19. August 2015
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 23. Januar 2015.
B.________ (Kl�gerin, Beschwerdegegnerin) wurde im Rahmen ihrer Schwangerschaft 1992/1993 und nach der Geburt der Tochter am 23. Juni 1993 vom Gyn�kologen A.________ (Beklagter, Beschwerdef�hrer) betreut. Im Verlaufe des Geburtsvorgangs nahm der Beklagte bei der Kl�gerin einen medianen Dammschnitt (mediane Episiotomie) vor und beendete die Geburt mittels Saugglocke (sog. Vakuumextraktion). Bei der Geburt kam es zu einem Dammriss, der vom Beklagten unmittelbar nach der Geburt gen�ht wurde.
Die Kl�gerin wirft dem Beklagten vor, er habe durch unsorgf�ltige Vorgehensweise w�hrend und nach der Geburt bei ihr einen Sphinkterriss (Riss des Schliessmuskels im Anus) und dadurch eine heute nach wie vor bestehende Stuhlinkontinenz verursacht.
B.a.�Mit Klage vom 28. November 2005 beim Bezirksgericht Z�rich beantragte die Kl�gerin, der Beklagte sei zur Zahlung einer Genugtuung von Fr. 100'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 23. Juni 1993 zu verpflichten. Im Rahmen eines umfassenden Beweisverfahrens holte das Bezirksgericht u.a. ein interdisziplin�res (chirurgisches und gyn�kologisches) Gutachten bei Prof. Dr. med. C.________ und Prof. Dr. med. D.________, Inselspital Bern, ein. Mit Urteil vom 27. August 2012 sch�tzte das Bezirksgericht die Klage teilweise und verpflichtete den Beklagten, der Kl�gerin eine Genugtuung von Fr. 60'000.-- nebst Zins zu bezahlen.
Auf Berufung des Beklagten hin erachtete das Obergericht des Kantons Z�rich die Voraussetzungen f�r einen Genugtuungsanspruch mit Beschluss vom 20. Juni 2013 als erf�llt, es hob den bezirksgerichtlichen Entscheid vom 27. August 2012 aber auf, um die Sache zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens im Hinblick auf die Bemessung der Genugtuungssumme an das Bezirksgericht zur�ckzuweisen.
B.b.�Das Bezirksgericht holte zur Erg�nzung des Beweisverfahrens ein Gutachten zum aktuellen Gesundheitszustand der Kl�gerin bei Prof. Dr. med. D.________ ein und sch�tzte mit Urteil vom 21. Oktober 2014 die Klage erneut teilweise, indem sie den Beklagten verpflichtete, der Kl�gerin als Genugtuung Fr. 60'000.-- nebst Zins zu bezahlen.
Das Obergericht des Kantons Z�rich wies mit Urteil vom 23. Januar 2015 die vom Beklagten erhobene Berufung ab und best�tigte das Urteil des Bezirksgerichts Z�rich vom 21. Oktober 2014.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht, es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 23. Januar 2015 aufzuheben und die Klage abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung des Sachverhalts an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin tr�gt auf kostenf�llige Abweisung der Beschwerde an, soweit darauf eingetreten werden k�nne, w�hrend die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtete. Die Parteien haben unaufgefordert repliziert und dupliziert.
Mit Verf�gung vom 17. April 2015 erteilte das Bundesgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Er ist von einer oberen kantonalen Instanz ergangen, die auf ein Rechtsmittel hin kantonal letztinstanzlich in einer Zivilsache entschieden hat (Art. 75 i.V.m. Art. 72 BGG), die Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers sind im kantonalen Verfahren nicht gesch�tzt worden (Art. 76 Abs. 1 BGG), der Streitwert betr�gt Fr. 60'000.-- (Art. 74 Abs. 1 BGG) und die Beschwerdefrist ist eingehalten. Unter Vorbehalt einer rechtsgen�glichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.1.�Mit Beschwerde in Zivilsachen k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Mit Blick auf die Begr�ndungspflicht des Beschwerdef�hrers (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) behandelt es aber grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind; es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f., 115 E. 2 S. 116). Eine qualifizierte R�gepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht. Das Bundesgericht pr�ft eine solche R�ge nur insofern, als sie in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1). F�r die Beschwerdeantwort gelten dieselben Begr�ndungsanforderungen (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f., 115 E. 2 S. 116).
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). �berdies muss die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen und erheblich sind (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 S. 18 mit Hinweisen). Soweit sie den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (BGE 140 III 86 E. 2 S. 90 mit Hinweisen).
Zu beachten ist, dass das Bundesgericht in die Beweisw�rdigung des Sachgerichts nur eingreift, wenn diese willk�rlich ist. Willk�r liegt nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen w�re, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 140 III 16 E. 2.1, 167 E. 2.1; 139 III 334 E. 3.2.5 S. 339; je mit Hinweisen).
In Fachfragen darf das Gericht nur aus triftigen Gr�nden von einem Gerichtsgutachten abweichen. Es hat zu pr�fen, ob sich auf Grund der �brigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einw�nde gegen die Schl�ssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdr�ngen. Erscheint ihm die Schl�ssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als zweifelhaft, hat das Gericht n�tigenfalls erg�nzende Beweise zur Kl�rung dieser Zweifel zu erheben. Das Abstellen auf eine nicht schl�ssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zus�tzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willk�rlicher Beweisw�rdigung verstossen (BGE 138 III 193 E. 4.3.1 mit H inweis).
Unbestritten war auf das erstinstanzliche Verfahren die Zivilprozessordnung des Kantons Z�rich vom 13. Juni 1976 (aZPO/ZH) und auf das Berufungsverfahren vor Obergericht die Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) anwendbar.
Die Rechtsbeziehung zwischen Patientin und Arzt ist ein Auftrag. Gem�ss Art. 398 Abs. 2 OR haftet der Arzt f�r getreue und sorgf�ltige Ausf�hrung des ihm �bertragenen Gesch�fts. Die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht - gemeinhin "Kunstfehler" genannt - stellt eine Nicht- oder Schlechterf�llung seiner Auftragspflicht dar (BGE 133 III 121 E. 3.1 S. 123 f.). Gem�ss Lehre und Rechtsprechung geh�rt sodann zu den vertraglichen Pflichten des Arztes eine Aufkl�rungspflicht (BGE 133 III 121 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
4.1.�Die Vorinstanz stellte fest, dass der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin �ber die Art der Schnittf�hrung bei der Durchf�hrung des Dammschnittes - median bzw. mediolateral - nicht aufgekl�rt hatte. Mit der Erstinstanz liess sie aber offen, ob bereits im massgeblichen Zeitpunkt - d.h. im Jahr 1993 - eine Aufkl�rungspflicht f�r die Art der Schnittf�hrung bestanden habe, da davon auszugehen sei, dass die Beschwerdegegnerin auch bei geh�riger Aufkl�rung ihre Einwilligung in die angewendete mediane Schnittf�hrung erteilt h�tte.
4.2.�Die Vorinstanz bejahte dagegen eine Sorgfaltspflichtverletzung, wobei sie wie folgt differenzierte:
In tats�chlicher Hinsicht erachtete sie namentlich gest�tzt auf das Gutachten C.________ als erwiesen, dass anl�sslich der Geburt ein Dammriss dritten Grades (nachfolgend: Dammriss III�) eingetreten sei und damit eine Verletzung des �usseren analen Sphinkters. Jedoch folgte sie dem Gutachten C.________ insofern nicht, als dieses mit " grosser Wahrscheinlichkeit" von einem sog. okkulten (d.h. einem nicht erkennbaren) Dammriss III� ausging. Nachdem eine Stuhlinkontinenz erstmals im Februar 1994 ausgewiesen worden sei, liess die Vorinstanz sodann offen, ob eine Inkontinenz f�r Wind und fl�ssigen Stuhl bereits seit der Geburt bestanden habe und damit zusammenh�ngend, ob die Beschwerdegegnerin gegen�ber dem Beschwerdef�hrer bereits nach der Geburt �ber eine solche geklagt habe. Aufgrund der eigenen Angaben des Beschwerdef�hrers gegen�ber dem von der Beschwerdegegnerin bereits vorprozessual zugezogenen Privatgutachter Prof. E.________ nahm sie an, es habe bei der Beschwerdegegnerin als Risikofaktor ein niederer Damm bestanden. Schliesslich erwog sie, der zeitliche Ablauf der Geburt, namentlich ob der Entscheid zur medianen Schnittf�hrung einerseits und zur vaginal operativen Entbindung (d.h. mit Saugglocke) andererseits gleichzeitig erfolgt sei, ergebe sich nicht klar aus den Vorbringen der Parteien und den �brigen Akten, namentlich auch nicht aus dem Gutachten C.________ und dem Privatgutachten E.________.
Aufgrund dieser tats�chlichen Ausgangslage liess die Vorinstanz offen, ob bereits wegen des Vorliegens eines niederen Damms die vom Beschwerdef�hrer angewendete mediane Schnittf�hrung als Behandlungsfehler zu qualifizieren w�re. Ebenfalls offen liess sie - im Gegensatz zur Erstinstanz -, ob der Verzicht auf eine endosonografische Untersuchung bei den vorliegend festgestellten Verh�ltnissen - niederer Damm, d�nnes Gewebe, medianer Dammschnitt und vaginal operative Entbindung - als Sorgfaltspflichtverletzung zu qualifizieren w�re. Denn ob der Beschwerdef�hrer eine derartige Untersuchung h�tte vornehmen m�ssen, h�nge davon ab, ob die Beschwerdegegnerin gegen�ber dem Beschwerdef�hrer bereits nach der Geburt �ber eine Wind- und Stuhlinkontinenz geklagt habe, was wie erw�hnt (bislang) nicht erwiesen sei. Jedenfalls aber habe eine Pflicht bestanden, nach der Geburt eine Rektaluntersuchung durchzuf�hren. Dass eine solche stattgefunden habe, sei nicht dokumentiert. Aus dem Fehlen der Dokumentation d�rfe nicht zu Lasten der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen werden, der Beschwerdef�hrer habe eine solche Untersuchung vorgenommen; vielmehr m�sse angenommen werden, er habe die Beschwerdegegnerin nach der Geburt rektal nicht untersucht und deshalb den h�hergradigen Dammriss nicht erkannt, was als sorgfaltspflichtwidrig qualifiziert werden m�sse.
4.3.�Diese sorgfaltspflichtwidrige Unterlassung, so die Vorinstanz weiter, sei mindestens teilurs�chlich gewesen f�r die nach wie vor bestehende Stuhlinkontinenz. Nachdem das Verschulden nicht in Frage gestellt wurde, best�tigte sie die von der Erstinstanz einl�sslich begr�ndete Genugtuung von Fr. 60'000.-- f�r die nach wie vor bestehende Inkontinenz, wobei sie auch die mehrfachen Operationen zur Revision des Sphinkters und die �ber l�ngere Zeit durchgef�hrten Therapiemassnahmen ber�cksichtigte.
Unbestrittenermassen wurde eine Rektaluntersuchung nach der Geburt nicht dokumentiert. Der Beschwerdef�hrer bestreitet eine Pflicht zur Dokumentation dieses Vorgangs und wirft der Vorinstanz vor, sie sei zu Unrecht gest�tzt auf eine angebliche Dokumentationspflichtverletzung davon ausgegangen, er habe die Beschwerdegegnerin rektal nicht untersucht.
5.1.�Der Umfang der Dokumentationspflicht ergibt sich aus ihrem Zweck. Die Lehre verweist - zumeist ohne Differenzierung - auf folgende Zwecke: Die Dokumentation solle die korrekte Behandlung sicherstellen, namentlich auch bei der Behandlung durch mehrere Personen oder bei Arztwechsel. Mit ihr erf�lle der Arzt seine auftragsrechtliche Rechenschaftspflicht (Art. 400 Abs. 1 OR) und schliesslich diene sie auch der Beweissicherung (HARDY LANDOLT/IRIS HERZOG-ZWITTER, Arzthaftungsrecht, 2015, Rz. 1061; WALTER FELLMANN, Arzt und das Rechtsverh�ltnis zum Patienten, in: Moritz W. Kuhn/Tomas Poledna [Hrsg.], Arztrecht in der Praxis, 2. Aufl. 2007, S. 136 f.; HEINZ HAUSHEER/MANUEL JAUN, Unsorgf�ltige �rztliche Behandlung - Arzthaftung, in: Stephan Weber/Peter M�nch [Hrsg.], Haftung und Versicherung, 2. Aufl. 2015, Rz. 19.107 ff. S. 936 f.; LAURA JETZER, Die �rztliche Dokumentationspflicht und der Beweis des Behandlungsfehlers, ZBJV 148/2012 S. 311; MARKUS SCHMID, Dokumentationspflichten der Medizinalpersonen - Umfang und Folgen ihrer Verletzung, HAVE 4/2009 S. 354; vgl. auch Urteil 9C_567/2007 vom 25. September 2008 E. 4.2). Indessen ist von Bedeutung, ob man diesen Zwecken - namentlich dem medizinischen der Sicherstellung einer ordnungsgem�ssen Behandlung und dem prozessualen der Beweissicherung - den gleichen Stellenwert einr�umt. Geht man davon aus, der Zweck der Dokumentation sei vorrangig die Behandlungssicherheit, bestimmt sich das, was aufzuzeichnen ist, nach medizinischen Kriterien, weshalb das Unterbleiben medizinisch nicht relevanter Aufzeichnungen in juristischen Auseinandersetzungen keine beweisrechtlichen Nachteile f�r den Arzt zur Folge haben kann (zutreffend: SUSANNE BOLLINGER HAMMERLE, Die vertragliche Haftung des Arztes f�r Sch�den bei der Geburt, 2004, S. 156). In diesem Fall dient die Dokumentation zwar auch der Beweissicherung, diese ist aber eine Folge daraus und nicht der prim�re Zweck. Erachtet man die Beweissicherung dagegen als selbst�ndigen Zweck, kann sich daraus ein weiterer Umfang der Dokumentationspflicht ergeben.
Die Lehre - mangels schweizerischer Rechtsprechung oft unter Hinweise auf deutsche Judikate - konkretisiert den Umfang der Dokumentationspflicht wie folgt: Aufzeichnungspflichtig seien aus medizinischer Sicht die f�r die �rztliche Behandlung wesentlichen medizinischen Fakten (HARDY LANDOLT/IRIS HERZOG-ZWITTER, a.a.O., Rz. 1064; URSINA PALLY, Arzthaftung mit den Schwerpunkten Schwangerschaftsbetreuung und Geburtshilfe, 2007, S. 259 f. und bei Fn. 1706). Nur erhebliche Tatsachen seien zu vermerken. "Gew�hnliche bzw. �bliche Massnahmen" seien nicht zwingend zu dokumentieren. Nicht dokumentationspflichtig seien "medizinische Selbstverst�ndlichkeiten". "Reine Routinemassnahmen" seien nicht zu dokumentieren (LANDOLT/HERZOG-ZWITTER, a.a.O., Rz. 1066; vgl. auch JETZER, a.a.O., S. 313).
Diese Umschreibungen basieren auf dem Verst�ndnis, dass das medizinisch Notwendige zu dokumentieren ist, d.h. dass die Dokumentationspflicht prim�r der Erf�llung des Behandlungsauftrags dient, und sie folgen insofern der h�chstrichterlichen deutschen Rechtsprechung, die zwar eine strenge Dokumentation verlangt, jedoch ausgerichtet auf medizinische �blichkeit und Erforderlichkeit und nicht zum Zweck, dem Patienten die Beweisf�hrung zu sichern (GERHARD H. SCHLUND, in: Adolf Laufs/Bernd-R�diger Kern [Hrsg.], Handbuch des Arztrechts, 4. Aufl., M�nchen 2010, � 55 Rz. 9 S. 688 f.; GOTTFRIED BAUMG�RTEL, Die Beweisvereitelung im Zivilprozess, in: Verfahrensrecht - Privatrecht, Festschrift f�r Winfried Kralik, Wien 1986, S. 69; ANTOINE ROGGO, Aufkl�rung des Patienten, 2002, S. 209; Urteil des BGH vom 6. Juli 1999 E. II.2a., in: Versicherungsrecht [VersR] 30/1999 S. 1283: "[...] den Zweck der Dokumentationspflicht, die der Sicherung wesentlicher medizinischer Daten und Fakten f�r den Behandlungsverlauf dient und deshalb nach ihrem Zweck nicht auf die Sicherung von Beweisen f�r einen sp�teren Haftungsprozess des Patienten gerichtet ist. Deshalb ist [...] eine Dokumentation, die aus medizinischer Sicht nicht erforderlich ist, auch aus Rechtsgr�nden nicht geboten", mit Hinweisen; unter Bezugnahme auf diesen Entscheid auch das Urteil des OLG Oldenburg vom 30. Januar 2008 E. 3a, in: VersR 15/2008 S. 692).
Geht man von diesem Verst�ndnis der Dokumentationspflicht aus, ergibt sich im Hinblick auf die vorliegend relevante Frage, dass Kontrolluntersuchungen dann nicht dokumentationspflichtig sind, wenn es medizinisch �blich ist, bei Ausbleiben eines positiven Befundes keine Aufzeichnungen vorzunehmen. Diesfalls kann aus einer fehlenden Dokumentation nicht auf das Unterbliebensein entsprechender Untersuchungen geschlossen werden (so explizit: Urteil des BGH vom 23. M�rz 1993 E. 1a, in: VersR 20/ 1993, S. 837; SCHLUND, a.a.O., � 111 Rz. 8 S. 1290).
5.2.�Das Bundesgericht hat sich zu Inhalt und Umfang der Dokumentationspflicht noch nicht im Einzelnen ge�ussert. In dem von der Vorinstanz und den Parteien angerufenen Urteil 4C.378/1999 vom 23. November 2004 stellte es fest, die Beweislast f�r das Vorliegen eines Behandlungsfehlers und der damit urs�chlich zusammenh�ngenden Sch�digung obliege der Patientin. Es w�rden jedoch Beweiserleichterungen zugestanden, insbesondere bei fehlender oder mangelhafter Dokumentation durch den Arzt. Im dort beurteilten Fall wurde das Regelbeweismass herabgesetzt, weil den operierenden Chirurgen Dokumentationsm�ngel vorzuwerfen waren, n�mlich ein l�ckenhafter und irref�hrender Operationsbericht sowie die Beseitigung von Operationsvideos. Selbst wenn das Verhalten der f�r den Beklagten handelnden Personen nicht als eigentliche Beweisvereitelung qualifiziert werden k�nnte, so der Entscheid weiter, liege jedenfalls ein von deren Seite verschuldeter Dokumentationsmangel vor, der eine Herabsetzung des Beweismasses rechtfertige (zit. Urteil 4C.378/1999 E. 3.2 und 6.3 a.E.). Zum (notwendigen) Inhalt der Dokumentation f�hrte das Bundesgericht aus, um ihren Zweck zu erf�llen, m�sse die Krankengeschichte vollst�ndig sein. Sie d�rfe keine L�cken aufweisen und m�sse so abgefasst sein, dass �ber die wirklichen Geschehnisse informiert und Irref�hrungen oder Missverst�ndnisse vermieden werden. Konkret war umstritten, ob �berhaupt eine Verpflichtung zur Aufnahme eines Operationsvideos bestand, d.h. ob solche von der Dokumentationspflicht erfasst werden. Das Bundesgericht bezeichnete die Auffassung des Beklagten, der diesen Umfang der Dokumentationspflicht bestritt, als fraglich, "angesichts der Feststellung des gerichtlichen Experten, dass die Dokumentation dieses Eingriffs mittels Videoaufnahme allgemein �blich ist" (zit. Urteil 4C.378/1999 E. 3.3).
In seiner Besprechung dieses Entscheids wies TREZZINI darauf hin, dass eine eigentliche Beweisvereitelung im prozessrechtlichen Sinn voraussetzt, dass einerseits eine gesetzliche oder vertragliche Pflicht zur Bewahrung des betreffenden Beweismittels besteht und dass andererseits die Bedeutung f�r den zuk�nftigen Prozess erkennbar sei (FRANCESCO TREZZINI, Nota FT - "caso del trimestre", SZZP 2/2005, S. 168 unter Hinweis auf BAUMG�RTEL, a.a.O., S. 71). Das Bundesgericht habe aber mit der oben zitierten Formulierung in E. 6.3 auf das zweite Kriterium, die Erkennbarkeit der Beweiseignung f�r den k�nftigen Prozess verzichtet und eine Beweiserleichterung bereits wegen der objektiven Verletzung der (medizinisch notwendigen) Dokumentation bejaht. Damit betont TREZZINI zu Recht die Unterscheidung zwischen der prozessrechtlich begr�ndeten Beweisvereitelung und der materiell-rechtlichen Dokumentationspflicht als auftragsrechtlicher Nebenpflicht. Vertragsrechtlich l�sst sich nicht spezifisch f�r den Behandlungsauftrag des Arztes eine Beweissicherungspflicht gleichsam als Nebenpflicht der Behandlungspflicht begr�nden, die �ber die zur Behandlung erforderlichen Aufzeichnungen hinausgehen w�rde (a.M. wohl WALTER FELLMANN, Berner Kommentar, 1992, N. 453 i.V.m. N. 455 zu Art. 398 OR, v.a. N. 455: "geh�rt zur Rechenschaftsablegung [...] die l�ckenlose Aufkl�rung �ber die Hintergr�nde und die m�glichen Ursachen eines Schadens"; DERSELBE, Arzt und das Rechtsverh�ltnis zum Patienten, a.a.O., S. 136 ff.). Dass die (als Nebenpflicht) geschuldete medizinisch begr�ndete Dokumentationspflicht im Ergebnis auch der Beweissicherung dient, �ndert nichts daran.
5.3.�Massgeblich ist somit, ob die Dokumentation der Rektaluntersuchung im Jahr 1993 aus medizinischen Gr�nden notwendig und �blich war. Diesbez�glich hielt die Vorinstanz fest, gem�ss dem Gutachten C.________ geh�re die Rektaluntersuchung zur Standarduntersuchung. Der Gutachter habe auch festgestellt, dass sie vorliegend im Partogramm nicht dokumentiert sei, jedoch: "Insgesamt sei es nicht absolut �blich und gefordert, dass diese Rektaluntersuchung dokumentiert werde". War die Dokumentation der Rektaluntersuchung nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid aus medizinischen Gr�nden nicht notwendig und �blich, kann mit deren Fehlen nicht eine Beweiserleichterung begr�ndet und der Nachweis einer Sorgfaltspflichtverletzung wegen nicht durchgef�hrter Rektaluntersuchung als erbracht erachtet werden.
Aufgrund der f� r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ist von einem Dammriss III� (d.h. einer Verletzung des �usseren analen Sphinkters im Zeitpunkt der Geburt) auszugehen; ebenso, dass der Beschwerdef�hrer lediglich einen solchen zweiten Grades diagnostizierte und dokumentierte. Dass dem so war, liesse sich damit erkl�ren, dass der Beschwerdef�hrer entweder tats�chlich keine Rektaluntersuchung durchf�hrte bzw. eine solche nur unsorgf�ltig vornahm. Es w�re aber auch m�glich, und darauf beruft sich der Beschwerdef�hrer, dass kein offener Dammriss bestand, sondern ein sog. okkulter Dammriss.
6.1.�Die Vorinstanz stellte fest, sowohl Prof. C.________ wie Prof. D.________ h�tten die M�glichkeit eines okkulten Dammrisses III� erw�hnt. Es handle sich dabei um eine Tatsache, die im Prozess grunds�tzlich ber�cksichtigt werden k�nne, auch wenn der Beschwerdef�hrer seinerseits vor Vorliegen der Gutachten einen Dammriss III� stets bestritten und erst in seiner Stellungnahme zum Gutachten die Eventualbehauptung aufgestellt habe, er habe (jedenfalls) eine Sphinkterverletzung nicht erkennen k�nnen. Er habe aber keine Umst�nde dargetan, weshalb vorliegend ein okkulter Dammriss III� vorgelegen haben k�nnte bzw. dass ein solcher als �berwiegend wahrscheinlich anzunehmen w�re. Auch das Gutachten C.________, das von einer "grossen Wahrscheinlichkeit" eines okkulten Dammrisses III� spreche, begr�nde dies einzig mit der grossen Erfahrung des Beschwerdef�hrers, was nicht zu �berzeugen verm�ge. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der H�ufigkeit solcher okkulter Dammrisse III� fehle im Gutachten C.________. Der Gutachter Prof. D.________ erw�hne diesbez�glich einen Anteil von 35 %; ein solcher k�nnte aber "keine �berwiegende Wahrscheinlichkeit" begr�nden.
6.2.1.�Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, entgegen der Vorinstanz h�tte die M�glichkeit eines okkulten Dammrisses III� grunds�tzlich nicht ber�cksichtigt werden d�rfen. Im kantonalen Behauptungsverfahren seien sich nie die Begriffe des offenen bzw. des okkulten Dammrisses III� gegen�bergestanden. Der Beschwerdef�hrer habe stets behauptet, bei der Geburt sei ein Dammriss II� entstanden und nicht, beim tats�chlich vorgelegenen Dammriss III� habe es sich um einen okkulten gehandelt, den er nicht habe erkennen k�nnen. Erstmals und damit prozessual versp�tet habe er in seiner Stellungnahme zum Gutachten C.________ in Abweichung von seinem bisherigen Prozessstandpunkt behauptet, er h�tte den Dammriss III� nicht erkennen k�nnen.
6.2.2.�Es geht hier um die Frage, ob im kantonalen Verfahren angeblich nicht bzw. nicht rechtzeitig behauptete Tatsachen - ein sog. "�berschiessendes Beweisergebnis" - h�tten ausser Acht gelassen werden m�ssen. In den fr�heren kantonalen Prozessordnungen wurde die Ber�cksichtigung von nicht behaupteten Beweisergebnissen unterschiedlich streng gehandhabt (Urteil des Bundesgerichts 4A_195/2014 vom 27. November 2014 E. 7.2 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 140 III 602). Das Gutachten C.________ wurde im erstinstanzlichen Verfahren eingeholt, auf welches wie erw�hnt (E. 3) das fr�here kantonale Prozessrecht anwendbar war. Die Beschwerdegegnerin m�sste somit darlegen, dass die Vorinstanz mit der Ber�cksichtigung der erst durch das Beweisverfahren hervorgebrachten m�glichen Tatsache eines okkulten Dammrisses III� das kantonale Verfahrensrecht willk�rlich angewendet hat (vgl. E. 2.1). Was die Beschwerdegegnerin vorbringt, erf�llt die Anforderungen an eine Willk�rr�ge aber offensichtlich nicht; darauf ist nicht weiter einzugehen.
6.3.�Die zu pr�fende Sorgfaltspflichtverletzung besteht nicht darin, dass ein Dammriss III� entstand, sondern dass der Beschwerdef�hrer diesen nicht erkannte, sodass er nicht die entsprechende notwendige Versorgung einleiten konnte. Eine Sorgfaltspflichtverletzung w�re unbestritten zu bejahen, wenn der Beschwerdef�hrer keine Rektaluntersuchung durchf�hrte und deshalb den Dammriss III� nicht erkannte. Eine Sorgfaltspflichtverletzung w�re aber zu verneinen, wenn der Dammriss III� ein okkulter (d.h. durch klinische Inspektion der Wunde nicht erkennbarer) war.
6.3.1.�Es obliegt der Beschwerdegegnerin als Gesch�digter, eine Verletzung der Sorgfaltspflicht zu beweisen (BGE 133 III 121 E. 3.4 S. 127). Sie muss also beweisen, dass der Beschwerdef�hrer keine bzw. eine unsorgf�ltige Rektaluntersuchung durchf�hrte. Die Vorinstanz verkennt mit ihren Ausf�hrungen die Beweislastverteilung, wie der Beschwerdef�hrer zu Recht r�gt. Der Beschwerdef�hrer muss nicht mit "�berwiegender Wahrscheinlichkeit" das Vorliegen eines okkulten Dammrisses beweisen. Dementsprechend ist auch der Einwand der Beschwerdegegnerin, das Bestehen eines okkulten Dammrisses sei eine rechtshindernde Tatsache, f�r welche der Beschwerdef�hrer die Beweislast trage, nicht zutreffend.
Das Bundesgericht hat in BGE 120 II 248 E. 2c S. 250 angenommen, in Arzthaftungsf�llen k�nne der tats�chliche Eintritt eines Schadens (Zerst�rung des Schultergelenkes) unter bestimmten Voraussetzungen die tats�chliche Vermutung begr�nden, dass eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliege. In einem sp�teren Urteil (4C.53/2000 vom 13. Juni 2000 E. 2b) schr�nkte es diese Rechtsprechung allerdings ein. In BGE 133 III 121, wo es sich auf diese Entscheide bezog (E. 3.1 S. 124 f.), liess es schliesslich offen, ob die Gesch�digte (Verletzung eines Nervs durch einen Wundhaken) von einer solchen Tatsachenvermutung profitieren k�nnte (E. 3.4 S. 127 f. Kritisch dazu: J�RG SCHMID, Die privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahr 2006 und 2007, ZBJV 146/2010 S. 615 ff.).
Auch vorliegend muss nicht weiter darauf eingegangen werden. Hier w�rde sich die Frage stellen, ob gest�tzt auf die Tatsache, dass der Dammriss III� nicht festgestellt wurde, eine nat�rliche Vermutung besteht, dass der Beschwerdef�hrer sorgfaltspflichtwidrig die Rektaluntersuchung unterliess. Eine solche tats�chliche Vermutung ist aber auf jeden Fall ausgeschlossen, wenn alternative Erkl�rungen m�glich sind (vgl. zum Anscheinsbeweis: HANS PETER WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 598 f. zu Art. 8 ZGB). Dies ist vorliegend der Fall, indem nach den Feststellungen der Vorinstanz beide Gutachter auf die M�glichkeit eines okkulten Dammrisses III� hinwiesen: Gutachter C.________ erw�hnt, dass solche nicht selten vork�men (Gutachten vom 7. September 2009, Antwort zu Frage 51) und das Gutachten D.________ erw�hnt einen Prozentsatz von 35 %.
6.3.2.�F�r den Fall, dass das Bundesgericht der Beweisw�rdigung der Vorinstanz nicht folgen sollte, bringt die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf ihre Klageschrift und entsprechende Feststellungen des Bezirksgerichts weitere Tatsachen vor, aus denen sich ergebe, dass keine Rektaluntersuchung durchgef�hrt worden sei. Sie macht geltend, die diesbez�gliche Erweiterung des Sachverhalts sei zul�ssig, weil die Vorinstanz diesen wegen ihrer rechtlichen W�rdigung unvollst�ndig festgestellt habe. Ob dem so ist, kann offenbleiben, wie sich aus den nachfolgenden Erw�gungen ergibt.
6.3.2.1.�Die Beschwerdegegnerin behauptet, die nach der Geburt entstandene rektovaginale Fistel sei auf eine Nachl�ssigkeit des Beschwerdef�hrers zur�ckzuf�hren; er habe offenbar beim N�hen des Dammrisses nicht sauber gearbeitet. Der von den Parteien vorprozessual beigezogene Gutachter Dr. F.________ habe in seinem Gutachten vom 14. Oktober 2003 die wahrscheinlichste Ursache f�r das Auftreten einer Rektovaginalfistel im Mitn�hen eines St�cks Schleimhaut bezeichnet.
Darauf ist deshalb nicht weiter einzugehen, weil die Beschwerdegegnerin an der von ihr zitierten Stelle in ihrer Klageschrift selber ausf�hrt, die rektovaginale Fistel, die sp�ter von Dr. G.________ am 15. Dezember 1993 und am 8. Januar 1994 zugen�ht worden sei, habe (w�hrend ihres Bestehens) die Inkontinenz verdeckt, sei aber nicht urs�chlich f�r die seit Geburt des Kindes bestehende Inkontinenz. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb die geltend gemachte Erg�nzung des Sachverhalts erheblich sein soll f�r den Prozessausgang, mit dem eine Genugtuung f�r die Folgen der Inkontinenz verlangt wird, und die Beschwerdegegnerin begr�ndet dies auch nicht rechtsgen�glich (vgl. E. 2.2).
6.3.2.2.�Weiter macht die Beschwerdegegnerin geltend, dass der nach der Geburt entstandene Abszess von einem tiefen Faden herr�hre, wovon der Beschwerdef�hrer in seinem �berweisungsschreiben an Dr. G.________ vom 8. Oktober 1993 selber ausgegangen und was vom Bezirksgericht entsprechend festgestellt worden sei. Was diesen tiefen Faden angehe, habe der Gerichtsgutachter C.________ ausgef�hrt, dass die Rektaluntersuchung sowohl vor wie nach einer Dammnaht durchgef�hrt werden sollte; letztere, um allf�llige zu tief gestochene F�den zu erkennen, welche durch die Rektumwand durchgestochen worden seien. Diese Sachverhaltserg�nzung sei entscheiderheblich, weil dadurch feststehe, dass der Beschwerdef�hrer nach der Dammnaht keine Rektaluntersuchung vorgenommen habe, ansonsten er den zu tief gestochenen Faden (wie den Dammriss III�) h�tte diagnostizieren k�nnen und m�ssen.
Pr�misse dieser Argumentation ist, dass der Beschwerdef�hrer in seinem �berweisungsschreiben vom 8. Oktober 1993 erw�hnte, die Fistel sei "wahrscheinlich von einem tiefen Faden herr�hrend ". In der Folge hielt der Gerichtsgutachter C.________ in seinem Gutachten vom 7. September 2009 (Antwort auf Frage 38), auf welches sich die Beschwerdegegnerin wie erw�hnt ihrerseits bezieht, aber fest, die Ursache f�r das Entstehen der rektovaginalen Fistel k�nne nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Die wahrscheinlichste Ursache sei eine sekund�re Fistelentstehung als Folge einer Gewebsnekrose. Da der Beschwerdef�hrer erfahren sei, h�tte er eine bis ins Rektum durchgestochene Naht anl�sslich der Rektaluntersuchung nach der Geburt entdeckt. Daraus ergibt sich zumindest, dass es verschiedene Erkl�rungen f�r das Entstehen der Fistel gibt. Daher erlaubt deren Bestehen entgegen der Beschwerdegegnerin nicht �berwiegend wahrscheinlich den Schluss, dass eine Rektaluntersuchung unterlassen wurde.
Eine Sorgfaltspflichtverletzung durch Unterlassen der Rektaluntersuchung ist somit nicht nachgewiesen.
Es bleibt zu pr� fen, ob der Beschwerdef� hrer zur Wahrung der geh�rigen Sorgfalt h�tte eine endosonografische Untersuchung durchf�hren m�ssen. Es ist nicht bestritten, dass damit die Sphinkterverletzung h�tte erkannt werden k�nnen.
7.1.�Die Vorinstanz stellte fest, aus dem Gutachten C.________ ergebe sich klar, dass einzig der Bestand der Risikofaktoren, wie sie vorliegend als gegeben zu betrachten seien, 1993 (und auch heute) die Notwendigkeit einer endosonografischen Untersuchung nicht begr�ndeten. Es bestehe kein Anlass, diese gutachterliche Feststellung in Zweifel zu ziehen. Ob der Beschwerdef�hrer eine derartige Untersuchung h�tte vornehmen m�ssen, h�nge davon ab, ob die Beschwerdegegnerin ihm gegen�ber bereits nach der Geburt �ber eine Wind- und Stuhlinkontinenz geklagt habe, was im durchgef�hrten Beweisverfahren nicht erstellt worden sei. Ob die von der Beschwerdegegnerin beantragte pers�nliche Parteibefragung bzw. Befragung des Ehemannes dazu noch h�tte durchgef�hrt werden m�ssen, liess sie offen. Es erscheine fraglich - wenn auch nicht g�nzlich ausgeschlossen -, ob heute nach mehr als 21 Jahren mit diesen Beweismitteln mit hinreichender Sicherheit der Beweis gef�hrt werden k�nnte; dies zumal nicht nur der Bestand der behaupteten Wind- und Stuhlinkontinenz nachzuweisen w�re, sondern auch, dass die Beschwerdegegnerin dies dem Beschwerdef�hrer gegen�ber beklagt h�tte.
7.2.�Die Beschwerdegegnerin r�gt, es sei "unverst�ndlich", wenn der Gutachter trotz der vorhandenen Risikofaktoren ausf�hre, es h�tte gleichwohl keine endosonografische Untersuchung durchgef�hrt werden m�ssen. Wenn die Vorinstanz sich in diesem Zusammenhang sehr strikt an die gutachterlichen Vorgaben halte, verletze sie Bundesrecht, weil sie nicht rechtliche Gesichtspunkte f�r die massgebende Sorgfaltspflicht walten lasse, sondern sich von der undifferenzierten Haltung des Gutachters leiten lasse.
Die Beschwerdegegnerin beruft sich zwar auf rechtliche Gesichtspunkte, in Wirklichkeit r�gt sie damit aber eine willk�rliche Beweisw�rdigung. Eine solche wird mit den Vorbringen der Beschwerdegegnerin nicht rechtsgen�glich begr�ndet (vgl. E. 2.2) und liegt offensichtlich nicht vor. Auf die von der Vorinstanz bezweifelte, aber letztlich offengelassene Eignung der Parteibefragung bzw. der Befragung des Ehemanns geht die Beschwerdegegnerin nicht mehr ein, weshalb davon auszugehen ist, dass sie stillschweigend auf diese Einvernahmen verzichtet hat (vgl. BGE 117 Ib 197 E. 3c S. 204 a.A.).
Somit kann auch aus der nicht vorgenommenen Endosonografie keine Sorgfaltspflichtverletzung abgeleitet werden.
Die Beschwerdegegnerin h�lt der Vorinstanz und der Erstinstanz entgegen, sie h�tten zu Unrecht eine hypothetische Einwilligung bejaht, weshalb von einer Verletzung der �rztlichen Aufkl�rungspflicht auszugehen sei, die eine Haftung des Beschwerdef�hrers begr�nde.
8.1.�Es obliegt dem Arzt zu beweisen, dass er den Patienten ausreichend aufgekl�rt und dieser in den Eingriff eingewilligt hat. Liegt keine solche Einwilligung vor, kann sich der Arzt auf eine hypothetische Einwilligung berufen. Die Beweislast liegt auch hier beim Arzt, wobei der Patient mitwirken muss, indem er glaubhaft macht oder wenigstens die pers�nlichen Gr�nde anf�hrt, warum er sich der Operation widersetzt h�tte, insbesondere wenn er die Risiken gekannt h�tte. Grunds�tzlich darf nicht von einer hypothetischen Einwilligung ausgegangen werden, wenn Art und Schwere des Risikos eine erh�hte Informationspflicht geboten h�tten, welcher der Arzt nicht nachgekommen ist. In einem solchen Fall ist es in der Tat denkbar, dass sich der Patient, h�tte er die umfassende Information erhalten, in Bezug auf die zu treffende Entscheidung in einem echten Konflikt befunden und eine �berlegungszeit verlangt h�tte. Nach der Rechtsprechung ist nicht auf ein abstraktes Modell des "vern�nftigen Patienten" abzustellen, sondern auf die pers�nliche und konkrete Situation des Patienten, um den es geht. Nur wenn der Patient keine pers�nlichen Gr�nde geltend macht, die ihn zur Ablehnung der vorgeschlagenen Operation gef�hrt h�tten, ist nach objektivem Massstab auf die Frage abzustellen, ob die Ablehnung des Eingriffs vom Standpunkt eines vern�nftigen Patienten aus verst�ndlich w�re (BGE 133 III 121 E. 4.1.3; 117 Ib 197 E. 5c S. 208 f.; Urteile des Bundesgericht 4A_153/2014 vom 28. August 2014 E. 2.2.2; 4A_516/2012 vom 8. Februar 2013 E. 6.2 und 6.5; 4A_604/2008 vom 19. Mai 2009 E. 2.2; je mit Hinweisen).
8.2.�Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdef�hrer habe die Beschwerdegegnerin nicht �ber die m�glichen Arten der Schnittf�hrung aufgekl�rt. Weitere Beweisabnahmen zum notwendigen Umfang der Aufkl�rungspflicht seien jedoch nicht notwendig, weil mit der Erstinstanz von einer hypothetischen Einwilligung auszugehen sei. Die Beschwerdegegnerin habe zwar generell bestritten, dass sie nach geh�riger Aufkl�rung in einen medianen Schnitt eingewilligt h�tte. Konkret behauptet habe sie aber einzig, sie h�tte dem Beschwerdef�hrer hierzu kritische Fragen gestellt und ihm ein grosses Vertrauen entgegengebracht. Weshalb sie bei geh�riger Aufkl�rung die Einwilligung verweigert h�tte, habe sie nicht dargelegt. F�r die Beurteilung einer hypothetischen Einwilligung sei daher von einem objektivierten Massstab auszugehen. Angesichts der unbestritten komplikationslosen Schwangerschaft und einer bereits bestehenden vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung in den vergangenen Jahren sei daher die Annahme einer hypothetischen Einwilligung durch die Erstinstanz nicht zu beanstanden.
8.3.�Die Beschwerdegegnerin macht keine spezifischen pers�nlichen Gr�nde geltend, die sie - anders als eine abstrakte "vern�nftige Patientin" - bei erfolgter Aufkl�rung �ber die beiden M�glichkeiten eines Dammschnittes dazu bewogen h�tten, vom Beschwerdef�hrer statt eines medianen einen mediolateralen Dammschnitt zu verlangen, sofern denn ein Dammschnitt �berhaupt notwendig werden sollte. Sie macht auch nicht geltend, die Vorinstanz h�tte zu Unrecht solche spezifischen pers�nlichen Gr�nde verkannt. Vielmehr geht sie davon aus, die Vorinstanz habe sich auf eine Normhypothese abgest�tzt und sie beruft sich darauf, dass nach der Rechtsprechung (BGE 133 III 121 E. 4.1.3; Urteil 4A_604/2008 vom 19. Mai 2009 E. 2.2) dem Arzt der Einwand der hypothetischen Einwilligung verwehrt sei, wenn die Art und Tragweite der mit dem Eingriff einhergehenden Risiken ein erh�htes Informationsbed�rfnis bedingt h�tten. Angesichts der �usserst gravierenden Folgen eines Dammrisses III� und angesichts der mit der gew�hlten Schnittf�hrung einhergehenden mehrfach erh�hten Risiken sei die Bejahung der hypothetischen Einwilligung unhaltbar. Sie r�gt weiter, der Beschwerdef�hrer habe nicht alle aufkl�rungspflichtigen Umst�nde behauptet und es sei willk�rlich, dass die Vorinstanz trotzdem von gen�genden Behauptungen des Beschwerdef�hrers ausgegangen sei. Schliesslich verbietet es sich ihres Erachtens, von einem Vertrauensverh�ltnis auszugehen, denn ein solches k�nne nur bestehen, wo vollst�ndig aufgekl�rt worden sei.
8.4.�Mit diesen Einw�nden gelingt es ihr nicht, die vorinstanzliche Beurteilung als rechtsfehlerhaft erscheinen zu lassen:
8.4.1.�Die Formulierung in BGE 133 III 121 E. 4.1.3, auf die sich die Beschwerdegegnerin bezieht, ist vor dem Hintergrund von BGE 117 Ib 197 zu verstehen. Dort hatte eine Laminektomie (operative Freilegung des R�ckenmarks durch Entfernen eines oder mehrerer Wirbelb�gen) zur Entfernung einer thorakalen Diskushernie zur Paraplegie gef�hrt. Es ging also um einen �usserst schwerwiegenden Eingriff mit sehr hohen Risiken (selbst Todesfolge), weshalb es das Bundesgericht als denkbar bezeichnete, dass sich der Patient in dieser Situation bei umfassender Information in einem Entscheidungskonflikt befunden und eine �berlegungszeit verlangt h�tte (in diesem Sinne auch ROBERT GEISSELER, Aufkl�rungspflicht des Arztes, in: Alfred Koller (Hrsg.), Haftpflicht und Versicherungsrechtstagung 1995, S. 171).
Hier liegt kein solcher Fall vor. Das von der Beschwerdegegnerin erw� hnte mehrfach erh� hte Risiko ergibt sich nicht aus dem von der Vorinstanz Festgestellten. Diese verweist auf das Gutachten C.________ vom 7. September 2009, wonach im Jahr 1993 sowohl die mediane als auch die mediolaterale Schnittf�hrung empfohlene M�glichkeiten und anerkannte Vorgehensweisen gewesen seien, jedoch die mediolaterale Schnittf�hrung die klar bevorzugte Methode gewesen sei, insbesondere wenn ein Risikofaktor f�r eine gr�ssere Dammverletzung bestanden habe. Unmittelbar darauf in seiner Antwort zu Frage 6 f�hrte der Gutachter aus, 1993 habe man bereits die Vor- und Nachteile der medianen resp. der mediolateralen Episiotomie gekannt: Die mediane Episiotomie f�hre zu weniger postpartalen Schmerzen und die Wunde heile besser. Andererseits sei das Risiko, dass es zu einem Riss im �usseren analen Schliessmuskel komme, im Falle eines Weiterreissens (zus�tzlicher Dammriss) gr�sser. Es ging also nicht darum, einen riskanten Eingriff allenfalls nicht durchzuf�hren, sondern um den Entscheid zwischen zwei Vorgehensweisen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz angesichts der unbestritten komplikationslosen Schwangerschaft und des langj�hrigen vertrauensvollen Arzt-Patientenverh�ltnisses vor diesem Hintergrund eine hypothetische Einwilligung annahm. Wie sie zutreffend ausf�hrt, geht es nicht darum, ob der Entscheid des Beschwerdef�hrers f�r den medianen Schnitt statt des mediolateralen richtig war, sondern ob die Beschwerdegegnerin bei einer Empfehlung des medianen Schnitts durch den Beschwerdef�hrer damit einverstanden gewesen w�re.
8.4.2.�Nicht stichhaltig sind sodann die Vorbringen der Beschwerdegegnerin gegen das Vertrauensverh�ltnis. Mit ihrem Einwand, berechtigtes Vertrauen setze vollst�ndige Aufkl�rung voraus, verkennt sie, dass es nicht darum geht, ob das Vertrauen berechtigt war, sondern ob im Zeitpunkt, in dem die Aufkl�rung h�tte erfolgen m�ssen, tats�chlich ein Vertrauensverh�ltnis bestand. Die entsprechende Tatsachenfeststellung der Vorinstanz stellt sie aber nicht in Frage.
8.4.3.�Nur schwer nachvollziehbar ist schliesslich ihr Einwand, der Beschwerdef�hrer habe nicht alle aufkl�rungspflichtigen Umst�nde behauptet. Die Vorinstanz (E. 4.3.3.2 S. 11) halte daf�r, dass in der Behauptung einer Aufkl�rung �ber die beiden Methoden hinreichend mitbehauptet erscheine, dass auch Vor- und Nachteile auseinandergesetzt worden w�ren. Diese Betrachtungsweise sei unhaltbar und willk�rlich. Sie kn�pft damit an die Behauptungen des Beschwerdef�hrers betreffend seine tats�chlich vorgenommene Aufkl�rung an. Auf diese kommt es aber gar nicht an, denn die Vorinstanz kam wie erw�hnt zum Schluss, dass eine tats�chliche Aufkl�rung nicht nachgewiesen sei. Die hypothetische Einwilligung kn�pft demgegen�ber an die rechtlich geschuldete Aufkl�rung an. In welchem Umfang eine Aufkl�rung geschuldet war, ist aber eine Rechtsfrage. Die Vorinstanz liess wie erw�hnt offen, ob die Aufkl�rungspflicht �berhaupt auch die Information �ber die alternativen Schnittmethoden beinhaltet h�tte. Sie ging aber mit ihrem Hinweis im Hinblick auf die Einwilligung davon aus, wenn denn eine Aufkl�rung �ber die beiden Methoden h�tte erfolgen m�ssen, h�tte sie auch Informationen �ber deren jeweilige Vor- und Nachteile beinhalten m�ssen. Das ist offensichtlich und nicht zu beanstanden.
Die Vorinstanz liess wie erw�hnt offen, ob dem Beschwerdef�hrer angesichts des festgestellten Ablaufs des Eingriffs die Wahl der Schnittf�hrung als Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen w�re, was von der Erstinstanz bei der gegebenen zeitlichen Abfolge verneint worden war. Dazu bringt die Beschwerdegegnerin vor Bundesgericht nichts mehr vor. Damit hat es somit sein Bewenden, zumal die Begr�ndungsanforderungen auch f�r die Beschwerdeantwort gelten (vgl. E. 2.1 a.E.).
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdegegnerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 23. Januar 2015 wird aufgehoben und die Klage abgewiesen.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'500.-- zu entsch�digen.