Source: https://www.bauprofessor.de/honorarzone/
Timestamp: 2020-08-04 02:29:00
Document Index: 220286867

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 35', 'EuG', 'EuG', '§ 10', '§ 650']

Honorarzonen nach HOAI - Lexikon - Bauprofessor
Honorarzonen nach HOAI
Die Vergütung von Bauplanungsleistungen der Architekten und Ingenieure erfolgt zu den Grundleistungen nach HOAI in der HOAI- 2013 (in BGBl. I 2013 Nr. 37, S. 2276) für die einzelnen Leistungsbilder nach HOAI in Abhängigkeit vom Umfang der anrechenbaren Kosten nach HOAI nach verschiedenen Honorarzonen mit Angaben von Mindest- und Höchstsätzen. Die Gruppierung der Honorarzonen folgt dem Schwierigkeitsgrad eines Objektes oder einer Flächenplanung. Bewertungsmaßstab sind die unterschiedlich hohen Planungsanforderungen bei der Bauplanung.
Unterschieden werden in § 5 Abs. 1 HOAI mit Bezug auf die unterschiedlichen Planungsanforderungen folgende Honorarzonen für die Objekt- und Tragwerksplanung:
Honorarzone Planungsanforderung Beispiel
I sehr gering Behelfsbauten
II gering Garagen
III durchschnittlich Grundschulen
IV überdurchschnittlich Kirchen
V sehr hoch Theater
Die Zurechnung zu den einzelnen Honorarzonen ist nach Maßgabe der Bewertungsmerkmale in den Honorarregelungen der jeweiligen Leistungsbilder nach HOAI des Teils 2 (Flächenplanung), des Teils 3 (Objektplanung) und des Teils 4 (Fachplanung), ggf. der Bewertungspunkte und anhand der Regelbeispiele in den Objektlisten, die in den Anlagen 2 bis 15 zur HOAI aufgeführt sind, vorzunehmen. Für die Flächenplanung und für die Planung der technischen Ausrüstung von Objekten richten sich die Honorare nach 3 Zonen nach Abs. 2 im § 5 HOAI mit der Differenzierung nach geringen, durchschnittlichen und hohen Planungsanforderungen.
Beispielsweise werden zu den Grundleistungen für „ Gebäude und Innenräume“ im § 35 Abs. 1 der HOAI-2013 bei anrechenbaren Kosten in Höhe von 500.000 € folgende „von – bis“- Sätze, als Mindest- und Höchstsätze, für das Honorar ausgewiesen:
Honorarzone I (= sehr geringe Anforderungen) von 45.232 bis 53.006 €
Honorarzone II (= geringe Anforderungen) von 53.006 bis 62.900 €
Honorarzone III (= durchschnittliche Anforderungen) von 62.900 bis 78.449 €
Honorarzone IV (= hohe Anforderungen) von 78.499 bis 88.343 €
Honorarzone V (= sehr hohe Anforderungen) von 88.343 bis 96.118 €
Die angegebenen Mindest- und Höchstsätze galten als Grenzwerte und durften nicht unter- oder überschritten werden. Mit Urteil vom 4. Juli 2019 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die vorgegebenen Mindest- und Höchstsätze in den angeführten Honorartabellen der HOAI-2013 mit dem EU-Recht nicht vereinbar sind. Folglich dürfen sie nicht mehr verbindlich vorgegeben werden. Hierzu erging vom Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat (BMI) ein Erlass vom 5. August 2019 mit Hinweisen zur weiteren Anwendung der HOAI nach dem EuGH-Urteil für eine Übergangszeit. Verwiesen sei hierzu auch auf Aussagen unter HOAI-Honorarsätze für Grundleistungen. Bei der Vergabe von Planungsleistungen darf ein Angebot nicht mehr aus dem Grund ausgeschlossen werden, weil es Mindestsätze unterschreitet oder Höchstsätze überschreitet.
Dafür wurden mit dem BMI-Erlass auch für freiberuflich tätige Planer die Vertragsmuster:
Vertrag „Objektplanung – Gebäude und Innenräume“ (VM2/1) mit Hinweisen (VM2/0) und
„Anlage 10 zu § 10- vorläufige Honorarermittlung zum Vertrag Objektplanung Gebäude und Innenräume (Stand: 1. August 2019)“
in den RBBau in der Form angepasst, dass „frei bestimmbare Zu- und Abschläge in Prozent“ neu in den Vertragsmustern vorgesehen werden können.
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