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Timestamp: 2020-01-26 21:43:43
Document Index: 117088365

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 2', '§ 3', '§ 1', '§ 6', '§ 6']

Arbeit an Feiertagen – was gilt für Minijobber? | Die Minijob-Zentrale
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Minijobberin Julia arbeitet donnerstag- und freitagnachmittags in einem Supermarkt in Dortmund an der Kasse. An Fronleichnam, der in Nordrhein-Westfalen ein kirchlicher Feiertag ist und immer auf einen Donnerstag fällt, bleibt der Supermarkt geschlossen und Julia hat, wie alle anderen Beschäftigten auch, frei. Ihr Lohn muss für diesen Tag vom Supermarkt weitergezahlt werden.
So muss Arbeit an Feiertagen bezahlt werden
Nicht alle Betriebe haben an Feiertagen geschlossen. Gerade im Gaststättenbereich sind an Sonn- und Feiertagen viele Beschäftigte im Einsatz – darunter auch Minijobber -.
An einem Feiertag zu arbeiten, bedeutet oft mehr Geld im Portemonnaie. Viele Arbeitgeber zahlen an diesen Tagen sogar einen Feiertagszuschlag. Einen Anspruch auf einen Zuschlag für Feiertagsarbeit gibt es dann, wenn dieser vorher vertraglich vereinbart wurde – zum Beispiel in einem Tarifvertrag, durch eine Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag.
Werden Minijobbern Feiertagszuschläge gezahlt, sind diese steuer- und beitragsfrei. Dies gilt jedoch nur, wenn der Stundenlohn auf dem die zusätzlichen Zuschläge berechnet werden nicht mehr als 25 Euro beträgt. Arbeitgeber müssen in diesem Fall von den Feiertagszuschlägen keine Abgaben an die Minijob-Zentrale zahlen.
Feiertagszuschläge können bis zu folgenden Höchstgrenzen steuer- und beitragsfrei gezahlt werden:
Feiertagsarbeit: 125 % des Stundenlohns
Arbeit an Heiligabend ab 14 Uhr sowie am 25., 26. Dezember und am 1. Mai: 150 % des Stundenlohns
Arbeit an Silvester ab 14 Uhr: 125 % des Stundenlohns
Minijobber Kurt arbeitet an einer Autobahnraststätte und verdient 14 Euro pro Stunde. Am Tag der Deutschen Einheit, ein gesetzlicher Feiertag, ist er von 2:00 Uhr bis 10:00 Uhr eingeteilt. Im Rahmen der Feiertagsarbeit erhält er einen Zuschlag von 125 Prozent, also 17,50 Euro pro Stunde mehr. Da sich der Zuschlag im Rahmen der Höchstgrenze befindet, ist er steuer- und beitragsfrei. Das bedeutet für den Arbeitgeber, dass vom Feiertagszuschuss keine Abgaben an die Minijob-Zentrale zu zahlen sind.
Steuer- und beitragsfreie Feiertagszuschläge sind für die Beurteilung der Einhaltung der monatlichen 450-Euro-Verdienstgrenze im Minijob nicht zu berücksichtigen.
§ 9 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Sonn- und Feiertagsruhe
§ 10 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
§ 11 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
§ 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) Entgeltzahlung an Feiertagen
§ 3b Einkommensteuergesetz (EStG) Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit
§ 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) Dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt nicht zuzurechnende Zuwendungen
18 Kommentare zu “Arbeit an Feiertagen – was gilt für Minijobber?”
21. Dezember 2019 @ 13:21
ich habe neben meinem Hauptjob noch einen 450€ Job bei einer Bürofirma, die es mir auch ermöglicht an Feiertagen, Sonntags und auch Nachts zu arbeiten.
Dazu gesagt sein sollte, dass ich dies auch bevorzuge und wenn möglich gerne mache, da ich durch die Zuschläge sehr viel mehr Geld erhalte.
Es werden stetig die Regeln des Arbeitszeitgesetzes beachtet und ich muss erwähnen, dass ich dazu nicht verdonnert werde oder sonstiges.
Sondern eher mehr möchte als man dürfte, da ich auf meine Weltreise hin spare.
Jetzt ist die Frage ob ich proaktiv auf meinen Chef zu gehen könnte und Ihm vorzuschlage, dass ich bei jeder Gelegenheit, die es mir zeitlich möglich ist.
Also alle Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge mitnehmen könnte, sodass meine Arbeit keine zusätzlichen Kosten für meinen Chef bedeuten. ( solange ich stetig im Bereich der steuerfreien Zuschläge bleibe).
Wäre ja somit eine Win-Win-Win Situation, ich bekäme mehr Geld bleibe beim Höchstverdienst von max.450 € monatlich und mein Chef hat keine zusätzlichen Kosten und trotzdem kann wöchentlich viel mehr geschafft werden, weil sich keiner für die Zeiten der Arbeit freiwillig meldet außer ich.
23. Dezember 2019 @ 09:42
Die wichtigsten Nachtarbeitsbestimmungen sind im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geregelt. Das Arbeitszeitgesetz regelt die zulässige Arbeitszeitgestaltung. Neben Mindestruhepausen, Arbeitsruhe und der Anzahl der täglichen Arbeitsstunden behandelt es auch Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge. Nachtarbeit ist dabei die Zeit von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Für Bäcker und Konditoreien die Zeit von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr.
Ein Nachtzuschlag wird ab 23 Uhr gezahlt, für Bäcker ab 22 Uhr. Allerdings berechtigt noch nicht jede Arbeitsstunde, die in diesen Zeitraum fällt, einen Anspruch auf Nachtzuschlag. Um Zuschläge für Nachtarbeit zu erhalten, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
•	Von der täglichen Arbeitszeit müssen mindesten zwei Stunden in den gesetzlich festgelegten Zeitraum der Nachtzeit fallen.
•	Der Nachtarbeitnehmer verrichtet entweder mindestens 48 Tage im Kalenderjahr Nachtarbeit oder er leistet regelmäßig Nachtarbeit in Wechselschicht.
Die Nacht- bzw. Schichtarbeit und der Nachtzuschlag werden im § 6 der ArbZG behandelt. Arbeitnehmer können für Nachtarbeit in der Regel einen Nachtzuschlag nach § 6 Abs. 5 ArbZG verlangen. Außerdem können sich Ansprüche auf Zuschläge aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben. Dieses wäre mit Ihrem Arbeitgeber entsprechend zu klären.
17. Juli 2019 @ 11:38
Ich möchte einen Studenten für die Nachhilfe von Schülern als Minijobber einstellen. Natürlich bezahle ich ihn an gesetzlichen Feiertagen. Was aber mache ich in den Schulferien, wenn für ihn keine Arbeit vorhanden ist? Kann ich seine regelmäßigen Arbeitszeiten vertraglich auf die Schulzeit einschränken?
19. Juli 2019 @ 09:12
Damit Sie als Arbeitgeber flexibel auf anfallende Arbeitsmengen reagieren können, besteht auch im Minijob grundsätzlich die Möglichkeit ein Arbeitszeitkonto zu führen. Sie vereinbaren mit Ihrem Minijobber ein festes monatliches Arbeitsentgelt und berücksichtigen dabei die Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Jahr. Ihr Minijobber muss dafür eine bestimmte Gesamtstundenanzahl leisten – beispielsweise 540 Stunden bei 10 Euro Stundenlohn – ohne Einmalzahlungen. Diese Stunden können Sie flexibel auf die einzelnen Monate verteilen. Falls erforderlich, können Sie Ihren Minijobber sogar bis zu drei Monate ganz von seiner Arbeitsleistung freistellen. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter folgendem Link: http://t1p.de/MJZE-flexible-Arbeitszeitregelungen
Selbstverständlich sind auch im Minijob befristete Arbeitsverträge möglich. Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir Sie zu diesen arbeitsrechtlichen Einzelanfragen im Detail nicht beraten können. Für eine individuelle Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.
19. Juli 2019 @ 09:57
3. Juli 2019 @ 22:45
Ich arbeite nun schon seid 12 Jahren auf 450 € in einem Betrieb und habe in den 12 Jahren keinen Urlaub, Feiertag oder Krankentag bezahlt bekommen. Habe mehrfach versucht die Chefin von meinen Rechten zu überzeugen, sie hat es aber immer ignoriert. Dieses Jahr habe ich dann einen Beitrag von der Minijob-Zentrale ausgedruckt und auf meine Rechte bestanden. Sie können sich vorstellen, das ich nicht der Mitarbeiter des Monats war. Danach hatte ich einiges auszuhalten, meine Tage in dem Betrieb sind wohl auch gezählt. Ich habe Glück das so schnell kein Ersatz für mich zu finden ist. Ich muss jedoch jede Lohnabrechnung reklamieren und regelrecht um mein Geld betteln. Warum gibt es keine Kontrolle in Betrieben mit Minijobber?
4. Juli 2019 @ 10:08
Die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch das Arbeitsrecht geregelt. Im Individual-Arbeitsrecht werden Arbeitsbedingungen geklärt. Dazu gehören zum Beispiel Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung. Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche bei Ihrem zuständigen Arbeitsgericht selbst durchsetzen.
2. Juli 2019 @ 12:45
meine Ehefrau arbeitet im Gesundheitswesen (Krankenhaus/Ambulatorium). Sie arbeitet in der Regel nur an einem Tag der Woche. Und zu 98% arbeitet sie an einem Montag. Sie wird über Ihren Dienstplan aber nie an einem Ostermontag und Pfingstmontag eingeplant und macht daher an solchen Tagen Minusstunden. Das Ambulatorium arbeite an solchen Tagen grundsätzlich nicht. Ihre Vollzeitkollegen erhalten vollen Lohnausgleich; meine Frau erhält für diesen Tag nur rd. 2 Stunden gutgeschrieben.
2. Juli 2019 @ 14:56
Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die der Arbeitgeber mit dem Minijobber trifft. Arbeitgeber müssen dem Minijobber auch für die Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.
Der Minijobber hat dann einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Feiertage, wenn der Feiertag auf einen Tag fällt, an dem er sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet ist. Der Arbeitgeber darf die Fortzahlung von Entgelt für Feiertage nicht dadurch umgehen, dass die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeitet werden muss.
Günter W. Albrecht
21. Juni 2019 @ 11:04
Leider lassen sich die evtl. für einzelne Mandanten wichtigen Artikel nicht drucken;
nicht jeder Kleinbetrieb ist am Internet oder Frake von diesem.
24. Juni 2019 @ 10:37
Sollte dies in Ausnahmefällen nicht funktionieren, kann das an individuellen Einstellungen liegen. Probieren Sie es in diesem Fall bitte über einen anderen Internet-Browser.
20. Juni 2019 @ 11:17
Hallo, ich arbeite als Küchenhilfe und muss somit auch an dem ein oder anderen Feiertag arbeiten, bekomme dafür dann auch einen kleinen Feiertagszuschlag was soweit alles Ok ist nur wie sieht das mit dem Ersatzruhetag aus? Gibt es den für jeden gearbeiteten Feiertag oder nur für bestimmt und wird oder sollte dieser Ersatzruhetag dann bezahlt werden?
20. Juni 2019 @ 14:53
der vorgeschriebene Ersatzruhetag für die Arbeit an einem Wochenfeiertag kann an jedem Werktag und damit auch an einem arbeitsfreien Samstag oder einem schichtplanmäßig freien sonstigen Werktag gewährt werden. Arbeitnehmer können keine bezahlte Freistellung an einem üblichen Beschäftigungstag verlangen. Diese Auslegung entspricht dem Zweck des Arbeitszeitgesetz, dass dabei von einer 6-Tage-Woche ausgeht. Es dient in erster Linie dem Gesundheitsschutz und soll sicherstellen, dass Arbeitnehmer innerhalb des 7-Tage-Zeitraumes regelmäßig mindestens einen Ruhetag haben. Die Vorschrift soll damit lediglich das gesetzliche Minimum an arbeitsfreien Tagen sicherstellen.
19. Juni 2019 @ 23:03
Wenn ein/e Minijobber/in imHaushalt nicht immer am gleichen Tag arbeitet – gilt dann auch das Feiertagsrecht – wenn sie gerade in dieser Woche auf diesen fällt
20. Juni 2019 @ 10:21
als Arbeitgeber müssen Sie Ihrem Minijobber auch für die Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt zahlen, das dieser ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.
Minijobber haben dann einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Feiertage, wenn der Feiertag auf einen Tag fällt, an dem dieser sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet ist. Wurden arbeitsvertraglich keine genauen Wochenarbeitstage festgelegt, kann in diesem Fall der Arbeitgeber anordnen, dass die Arbeitszeit an einen anderen Tagen erbracht werden muss. Ist hingegen genau festgelegt, an welchen Tagen Ihr Minijobber arbeitet und fällt auf einen dieser Tage ein Feiertag, dann ist die Arbeitsleistung nicht nachzuholen.
Wird keine Regelung getroffen, kann man eine Durchschnittsbetrachtung der Vergangenheit vornehmen. Wurde in der Vergangenheit an dem Wochentag, auf den der Feiertag fällt, häufig gearbeitet, kann dies für einen Arbeitsausfall am Feiertag sprechen. Diese Vermutung hätte Sie als Arbeitgeber zu widerlegen.
19. Juni 2019 @ 16:26
Was ich jetzt in diesem Beitrag nicht verstanden habe ist :
Wenn ich sonntags und/oder Feiertags arbeite,bekomme ich dann einen Zuschlag auf den Stundenlohn oder nicht ?
Habe ich ,auch ohne einen Arbeitsvertrag ,rechtlich einen Anspruch drauf ?
19. Juni 2019 @ 16:50
„Einen Anspruch auf einen Zuschlag für Feiertagsarbeit gibt es dann, wenn dieser vorher vertraglich vereinbart wurde – zum Beispiel in einem Tarifvertrag, durch eine Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag.“
So steht es oben im Beitrag.
20. Juni 2019 @ 10:25
In bestimmten Branchen ist es jedoch üblich, dass auch an Feiertagen und Sonntagen gearbeitet wird. Welche Branchen dies betrifft, ist im Arbeitszeitgesetz geregelt. Fällt die Arbeitszeit infolge eines Feiertages aus, besteht der Anspruch auf Fortzahlung des Verdienstes. Jedoch besteht kein gesetzlicher Anspruch auf die Zahlung eines Feiertags- bzw. Sonntagszuschlages. Ein Anspruch kann sich jedoch aus dem Arbeitsvertrag, aufgrund eines Tarifvertrages oder durch betriebliche Übung ergeben. Werden so zum Beispiel vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern Ihres Arbeitgebers üblicherweise Feiertags- und Sonntagszuschläge gewährt, so dürfen Minijobber ohne sachlichen Grund nach dem oben beschriebenen Gleichbehandlungsgrundsatz nicht schlechter gestellt werden. Entscheidend ist, auf welcher Grundlage die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer Ihres Arbeitgebers einen Feiertags- bzw. Sonntagszuschlag erhalten.