Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%2086/86
Timestamp: 2019-04-26 15:09:04
Document Index: 101509040

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', '§ 675', '§ 276', 'BGH', 'BGH', '§ 1587', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.11.1987 - IX ZR 86/86 - dejure.org
Anspruch auf Schadensersatz gegen einen Rechtsanwalt wegen Verletzung anwaltlicher Pflichten - Pflichten eines Anwalts bei einem Mandat über Beendigung (Kündigung) des Mietvertrages und der Räumung eines vermieteten Grundstücks - Anwaltliche Vorsorge bei Zweifeln über die Art des Mietverhältnisses
BGB § 249, § 675; BGB § 276 Abs. 1
NJW 1988, 486
MDR 1988, 311
WM 1988, 342
AnwBl 1988, 113
(1) Der Zurechnungszusammenhang ist beispielsweise unterbrochen, wenn der Anwalt seinen Fehler im Verlauf des Prozesses berichtigt, das Gericht die Korrektur aber nicht zur Kenntnis nimmt und den Fehler zur Grundlage seiner Entscheidung macht (vgl. BGH, Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487;… Fischer, aaO Rn. 1031).
Der für sie tätige Anwalt ist verpflichtet, den Versuch zu unternehmen, das Gericht davon zu überzeugen, daß und warum seine Auffassung richtig ist (Senatsurt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487;… v. 17. Dezember 1987 - IX ZR 41/86, aaO).
Der Anwalt des Klägers hätte versuchen können und müssen, das Beschwerdegericht unter Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung davon zu überzeugen (vgl. BGH, Urt. v. 5..November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487), daß trotz der unterschiedlichen Einkommen und Versorgungen der Ehegatten deren lange Trennung im Rahmen der Gesamtabwägung aller maßgeblichen Umstände ein solches Gewicht haben konnte, daß der Ausgleichsanspruch der Ehefrau gemäß § 1587 c Nr. 1 BGB zumindest zu kürzen war (vgl. BVerfG FamRZ 1980, 326, 334;… BGH, Beschl. v. 13. Oktober 1982 - IVb ZB 781/80, aaO;… v. 28. Oktober 1992 - XII ZB 42/91 aaO).
Er hat, wenn mehrere Maßnahmen in Betracht kommen, diejenige zu treffen, die die sicherste und gefahrloseste ist (BGH NJW 1988, 486, 487).
Gibt - wie hier - die Sachlage zu begründeten Zweifeln Anlaß, so muß er auch in Betracht ziehen, daß sich das zur Entscheidung berufene Gericht der seinem Mandanten ungünstigeren Beurteilung der Sach- und Rechtslage anschließt; er muß daher im Rahmen des Möglichen seine Maßnahmen so treffen, daß sein Auftraggeber auch in diesem Fall keinen Nachteil erleidet (… BGH, Urt. v. 21. November 1960 - III ZR 160/59, NJW 1961, 601; v. 25. Juni 1974 - VI ZR 18/73, NJW 1974, 1865, 1866; v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487; v. 17. Dezember 1987 - IX ZR 41/86, WM 1988, 382, 385).
Allerdings hat der Senat auch entschieden, daß der Rechtsanwalt einen durch eine unrichtige Gerichtsentscheidung verursachten Schaden nicht zu verantworten hat, wenn er nach anfänglichen Fehlern dem Gericht noch rechtzeitig den richtigen Sachverhalt unterbreitet und auf die zutreffenden rechtlichen Gesichtspunkte hingewiesen hat ( Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, a.a.O. S. 488).
Im Prozeß ist er verpflichtet, den Versuch zu unternehmen, das Gericht davon zu überzeugen, daß und warum seine Auffassung richtig ist (vgl. BGH, Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, z.V.b., m.w.N.).
Der vorliegende Fall unterscheidet sich damit von dem durch Senatsurteil vom 5. November 1987 (IX ZR 86/86, z.V.b.) entschiedenen.
Der Anwalt hat im Prozeß grundsätzlich den Versuch zu unternehmen, das Gericht davon zu überzeugen, daß und warum die seinem Mandanten günstige Auffassung zutreffend ist (BGH, Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 68/86, NJW 1988, 486, 487; v. 28. Juni 1990 - IX ZR 209/89, WM 1990, 1917, 1919).
Auch der Umstand, daß der Beklagte nicht Anwalt, sondern nur Rechtsbeistand ist, hat keinen Einfluß auf Inhalt und Umfang der zu leistenden Beratung (…vgl. BGH, Urt. v. 25. Januar 1984 - IVa ZR 81/82, WM 1984, 465, 466; v. 2. April 1987 - IX ZR 86/86, WM 1987, 725).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist ein Rechtsanwalt kraft des Anwaltsvertrages verpflichtet, die Interessen seines Auftraggebers nach jeder Richtung und umfassend wahrzunehmen (BGH, Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487; v. 17. Dezember 1987 - IX ZR 41/86, NJW 1988, 1079, 1080).
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Er muss auch für diesen Fall Vorsorge zu Gunsten seines Mandanten treffen (vgl. BGH, Urt. v. 5. November 1987 - IX ZR 86/86, NJW 1988, 486, 487; v. 17. Dezember 1987 - IX ZR 41/86, NJW 1988, 1079, 1080; v. 28. Juni 1990 - IX ZR 209/89, WM 1990, 1917, 1919).
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