Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202006,%202057
Timestamp: 2019-06-26 06:54:43
Document Index: 375283101

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH']

BGH, 06.07.2006 - IX ZR 88/02 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1000
BGH, 06.07.2006 - IX ZR 88/02 (https://dejure.org/2006,1000)
BGH, Entscheidung vom 06.07.2006 - IX ZR 88/02 (https://dejure.org/2006,1000)
BGH, Entscheidung vom 06. Juli 2006 - IX ZR 88/02 (https://dejure.org/2006,1000)
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Anspruch auf Steuerbefreiung; Schadensersatz wegen steuerlicher Fehlberatung des Steuerberaters
Durch Steuerzahlungen kein ersatzfähiger Schaden des Mandanten eines Steuerberaters, wenn er keinen Anspruch auf Steuerbefreiung hat
BGB § 249 § 675
Schaden des Mandanten eines Steuerberaters bei zeitweise rechtsirriger Rechtsansicht des Finanzamts zugunsten des Steuerpflichtigen
Ersatzfähiger Schaden eines Mandanten eines Steuerberaters
Steuernachzahlung als Schaden?
Steuerberaterhaftung - Rechtmäßige Steuerzahlungen sind kein ersatzfähiger Schaden
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 06.07.2006, Az.: IX ZR 88/02 (Steuerberaterhaftung bei Umsatzsteuervergünstigung für Mandanten)" von RAin und StBin Ulrike Schmikal, original erschienen in: DStR 2006, 2232.
LG Koblenz, 19.03.1998 - 1 O 44/97
OLG Koblenz, 07.03.2002 - 2 U 715/98
NJW-RR 2006, 1682
MDR 2007, 215
VersR 2007, 116
WM 2006, 2057
BB 2006, 2215
DB 2006, 2115
AnwBl 2006, 855
Dem steht nicht entgegen, dass die zuständigen Finanzbehörden zeitweise den gegenteiligen Standpunkt eingenommen hatten (BGH, Urteil vom 6. Juli 2006 - IX ZR 88/02, WM 2006, 2057 Rn. 8 ff).
Es kann dahinstehen, ob die Klage nach dem objektiven Sinngehalt der Parteibezeichnung in der Anspruchsbegründung (vgl. BGH, Urteil vom 24. Januar 1952 - III ZR 196/50, BGHZ 4, 328, 334; vom 24. November 1980 - VII ZR 208/79, NJW 1981, 1453, 1454; vom 6. Juli 2006 - IX ZR 88/02, WM 2006, 2057 Rn. 5) bereits mit dem Übergang vom Mahnverfahren in das streitige Verfahren gegen die Beklagte persönlich gerichtet worden ist oder ob die Klägerin erst innerhalb des streitigen Verfahrens die Klage auf die persönliche Inanspruchnahme der Beklagten umgestellt hat.
vgl. BGH, Urteile vom 6.7.2006 - IX ZR 88/02 -, DB 2006, 2115 = juris, Rn. 8, 14, und vom 11.11.1993 - IX ZR 35/93 -, BGHZ 124, 86 = juris, Rn. 36.
Dieser Rechtsauffassung habe sich für die Auslegung des Befreiungstatbestandes des § 4 Nr. 23 UStG auch der Bundesgerichtshof im Urteil vom 6. Juli 2006 IX ZR 88/02 (…BFH/NV Beilage 2007, 123, Umsatzsteuer-Rundschau 2007, 217) betreffend die Frage der Steuerbefreiung der Umsätze eines Reiterhofes angeschlossen.
Soweit es um den eigentlichen Eintritt des Schadens und um dessen Höhe geht, kann und muss sich der Tatrichter also mit einer deutlich überwiegenden Wahrscheinlichkeit begnügen (…vgl. BGH, Urt. v. 7. März 1996 - IX ZR 169/95, WM 1996, 1333; v. 22. Oktober 2003 - IX ZR 249/02, NJW 2004, 444, 445; v. 18. März 2004 - IX ZR 255/00, NJW 2004, 1520, 1521; v. 6. Juli 2006 - IX ZR 88/02, NJW-RR 2006, 1682, 1684 Rn. 15;… v. 23. November 2006 - IX ZR 21/03, NJW-RR 2007, 569, 572 Rn. 37).
Es kann im vorliegenden Fall aber dahinstehen, ob die Klage nach dem objektiven Sinngehalt der Parteibezeichnung in der Klageschrift (vgl. hierzu BGH…, Urteil vom 13. Oktober 2011 - IX ZR 188/10 - Rn. 6;… Urteil vom 14. Dezember 2012 - V ZR 102/12 - Rn. 5; Urteil vom 6. Juli 2006 - IX ZR 88/02 - WM 2006, 2057 Rn. 5) gegen den Beklagten persönlich gerichtet worden ist oder ob die Klägerin erst innerhalb des streitigen Verfahrens vor dem Amtsgericht auf seine persönliche Inanspruchnahme umgestellt hat.
Das Senatsurteil vom 6. Juli 2006 (IX ZR 88/02, WM 2006, 2057 f Rn. 5 f), auf welches die Rechtsbeschwerde sich ebenfalls beruft, betraf einen anderen Fall, nämlich denjenigen der unrichtigen Bezeichnung eines Unternehmensträgers.
Maßgeblich ist der normative Schadensbegriff, wonach der Geschädigte im Wege des Schadensersatzes grundsätzlich nicht mehr erhalten soll als das, was er nach der materiellen Rechtslage beanspruchen kann, weshalb der Verlust oder die Vorenthaltung einer tatsächlichen oder rechtlichen Position, auf die nach der Rechtsordnung kein Anspruch besteht, keinen ersatzfähigen Nachteil darstellt (st. Rspr., vgl. nur BGH…, Urteil vom 26.01.1989, IX ZR 81/88, zitiert nach juris, Rn. 10…, Urteil vom 11.11.1993, IX ZR 35/93, BGHZ 124, 86-100, zitiert nach juris, Rn. 36…, Urteil vom 27.01.1994, III ZR 42/92, BGHZ 125, 27-41, zitiert nach juris, Rn. 31, Urteil vom 06.07.2006, IX ZR 88/02, zitiert nach juris, Rn. 8;… Oetker in: Münchener Kommentar zum BGB, 7. Auflage 2016, § 249 BGB, Rn. 514, Zugehör, Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur zivilrechtlichen Haftung der Rechtsanwälte und steuerlichen Berater, WM 2010, Sonderbeilage Nr. 1, 1, 22).
Der Verlust einer tatsächlichen oder rechtlichen Position, auf den Erhalt kein Anspruch besteht, stellt keinen ersatzfähigen Schaden dar (vgl. BGH NJW-RR 2006, 1682, 1683).