Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201996,%20833
Timestamp: 2020-02-27 18:42:01
Document Index: 14981775

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 519', '§ 621', '§ 623', '§ 628', 'BGH', 'BGH', '§ 628', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 628', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 628', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW-RR 1996, 833 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 27.03.1996
https://dejure.org/1996,1798
BGH, 27.03.1996 - XII ZR 83/95 (https://dejure.org/1996,1798)
BGH, Entscheidung vom 27.03.1996 - XII ZR 83/95 (https://dejure.org/1996,1798)
BGH, Entscheidung vom 27. März 1996 - XII ZR 83/95 (https://dejure.org/1996,1798)
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Verbund - Zugewinnstufenklage - Auskunftsantrag - Revision - Prozeßerklärung - Auslegung
ZPO § 254 § 519 Abs. 3 Nr. 1 § 621 § 623 § 628
Fassung von Berufungsanträgen; Antrag auf Aufhebung und Zurückverweisung; Rechtsmittelbeschwer bei Vorabentscheidung über den Scheidungsantrag im Rahmen des Scheidungsverbundes; Bezifferung des Leistungsantrages bei einer Stufenklage
FamRZ 1996, 1070
Vielmehr reicht es aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (…Urteil vom 6. Mai 1987 aaO; Senatsbeschluss vom 13. November 1991 - VIII ZB 33/91, NJW 1992, 698 unter 2.;… Urteil vom 31. Mai 1995 aaO; Urteil vom 27. März 1996 aaO; Senatsbeschluss vom 13. Mai 1998 - VIII ZB 9/98, NJW-RR 1999, 211 unter II 1 a und b; Beschluss vom 24. Februar 1999 - IX ZB 2/98, NJW 1999, 2372 unter B I, in BGHZ 140, 395 insoweit nicht abgedruckt; Beschluss vom 15. Oktober 2003 - XII ZB 103/02, FamRZ 2004, 179 unter II 2, jew. m.w.Nachw.).
In diesen Fällen verfolgt der Rechtsmittelführer mit einem auf Aufhebung und Zurückverweisung gerichteten Beschwerdeantrag in zulässiger Weise das Ziel, dass nach der von ihm begehrten Zurückverweisung der Sache an das Amtsgericht zugleich mit dem Scheidungsausspruch über die von ihm geltend gemachten Ansprüche in Folgesachen entschieden wird (vgl. Senatsurteil vom 27. März 1996 - XII ZR 83/95 - FamRZ 1996, 1070, 1071).
Die prozessuale Selbständigkeit der Ansprüche und ihre Verbindung zu einer Stufenklage haben zur Folge, dass zunächst nur über den Anspruch auf Rechnungslegung zu befinden ist (BGH, Urteil vom 27. März 1996 - XII ZR 83/95, NJW-RR 1996, 833 f.; Urteil vom 28. November 2001 - VIII ZR 37/01, NJW 2002, 1042, 1044).
Wird dem Scheidungsantrag zu Unrecht vor der Entscheidung über eine Folgesache stattgegeben, so schafft dies im Fall einer Abtrennung nach § 628 ZPO nach der Rechtsprechung des Senats eine selbständige Beschwer, die mit Rechtsmitteln gegen das Scheidungsurteil gerügt werden kann (Senatsurteile vom 14. Dezember 1983 - IVb ZR 62/82 - FamRZ 1984, 254, 255 und vom 27. März 1996 - XII ZR 83/95 - FamRZ 1996, 1070, 1071).
Ein Grundurteil kommt demnach im Rahmen der Stufenklage dann in Betracht, wenn feststeht, dass dem Grunde nach ein Anspruch gegeben ist (…vgl. BGH v. 16.06.2010, VIII ZR 62/09 - juris, Rn. 24;… v. 26.04.1989 IV ZR 48/88 - juris, Rn. 18; v. 27.03.1996 XII ZR 83/95 - juris, Rn. 19;… Wendl/Dose, a.a.O., § 10 Rn. 362).
Denn wird einem Scheidungsantrag vor der Entscheidung über eine Folgesache gegen den Willen des Betroffenen stattgegeben, so liegt darin eine selbständige, durch Rechtsmittel gegen den Scheidungsausspruch rügbare Beschwer (vgl. - zum alten Recht - BGH FamRZ 2008, 2268; 1996, 1070 und 1333; 1986, 898; 1984, 254; Senatsurteile vom 10. September 2009 - 6 UF 40/09 -, juris m.w.N. und vom 3. März 2011 - 6 UF 117/10 - ebenso zum neuen Recht OLG Bremen, Beschluss vom 22. November 2010 - 4 WF 151/10 -, juris).
Dies gilt unabhängig davon, ob die Abtrennung der Folgesache im Scheidungs-erkenntnis selbst oder - wie hier - durch einen gesonderten Beschluss erfolgt ist (vgl. BGH FamRZ 1996, 1070 und 1333; Senatsurteil vom 29. Juli 2004 - 6 UF 12/04 -, OLGR 2004, 660 m.w.N.).
In einem solchen Falle ist die Entscheidung über die nachrangige zweite (oder dritte) Stufe erst zulässig, wenn die vorrangige erste (und ggfs. zweite) Stufe erledigt ist (vgl. BGH, Urteil v. 20. März 1972, II ZR 160/69 = WM 1972, 1121; Urteil v. 26. April 1989, IVb ZR 48/88 = BGHZ 107, 236; Urteil v. 27. März 1996, XII ZR 83/95 = NJW-RR 1996, 833).
In Scheidungsverfahren nach dem bis zum 1.9.2009 geltenden Verfahrensrecht war für den Fall, dass das Amtsgericht dem Scheidungsantrag gemäß § 628 ZPO a. F. vor der Entscheidung über eine Folgesache stattgegeben hat, anerkannt, dass die für sich nicht mit einem Rechtsmittel anfechtbare Abtrennung der Folgesache mit der Berufung gegen das Scheidungsurteil angegriffen werden konnte (BGH, FamRZ 1979, 690 f.; FamRZ 1984, 254, 255; FamRZ 1986, 898, 899; FamRZ 1996, 1070 f.; FamRZ 1996, 1333).
Im Zweifel ist nämlich davon auszugehen, dass er die Zurückverweisung nicht um ihrer selbst willen erstrebt, sondern um seinen Sachantrag aus der ersten Instanz weiterzuverfolgen (BGH, FamRZ 1996, 1070 f.).
OLG Saarbrücken, 29.07.2004 - 6 UF 12/04
Verfahrensfehlerhafte Vorabentscheidung über den Scheidungsausspruch: Widerspruch …
Die Abtrennung einer Folgesache durch das Familiengericht kann - unabhängig davon, ob sie im Scheidungsurteil selbst oder durch einen gesonderten Beschluss erfolgt ist - nur durch ein Rechtsmittel gegen den Scheidungsausspruch angefochten werden (BGH, FamRZ 1996, 1070, 1071; FamRZ 1996, 1333; Senatsurteile vom 11. März 2004 - 6 UF 71/03 -, vom 11. Mai 2000 - 6 UF 164/99 - …und vom 19. Dezember 1996 - 6 UF 19/96 - Zöller/Philippi, ZPO, 24. Aufl., § 628, Rz. 13).
Wenn einem Scheidungsantrag zu Unrecht vor der Entscheidung über eine Folgesache stattgegeben wird, schafft dies nämlich - für jeden Ehegatten - eine neue selbständige Beschwer, der mit Rechtsmitteln gegen das Scheidungsurteil begegnet werden kann (BGH, FamRZ 1996, 1070; FamRZ 1986, 898; FamRZ 1984, 254, 255); denn beide Ehegatten haben einen Anspruch darauf, nur geschieden zu werden, wenn gleichzeitig über die Folgesachen entschieden wird (…Zöller/Philippi, a.a.O., Rz. 13 und 16;… Schwab/Maurer, Handbuch des Scheidungsrechts, 4. Aufl., Teil I, Rz. 395).
Wenn sich aus dem Berufungsvorbringen keine dagegen sprechenden Anhaltspunkte ergeben, ist nämlich davon auszugehen, dass die Zurückverweisung nicht um ihrer selbst willen erstrebt wird, sondern um einen Sachantrag aus der ersten Instanz weiter zu verfolgen (vgl. BGH, FamRZ 1996, 1070; Senatsurteil vom 9. Dezember 1999 - 6 UF 85/99).
OLG Stuttgart, 21.08.2008 - 16 UF 65/08
Scheidungsverbundverfahren: Unzumutbare Härte als Voraussetzung einer Abtrennung …
OLG Stuttgart, 15.04.2004 - 16 UF 363/03
Ehescheidung: Abtrennung einer Folgesache trotz langer Verfahrensdauer nur bei …
OLG Zweibrücken, 08.05.2001 - 5 UF 143/00
Verfahrensverbund, Abtrennung von Folgesachen, außergewöhnliche Verzögerung des …
OLG Naumburg, 12.02.2009 - 4 UF 93/08
OLG München, 10.07.2007 - 4 UF 481/06
OLG Koblenz, 28.06.2007 - 7 UF 216/07
OLG Saarbrücken, 11.03.2004 - 6 UF 71/03