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Timestamp: 2016-10-26 07:34:36
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Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 18', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 6', 'BGE']

85 II 209
85 II 20933. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 14. Juli 1959 i.S. Panagra, Pan American-Grace Airways, Inc. gegen Nouvelle Fabrique Election SA
Art. 8 litt. e et 30 al. 3 de la Convention pour l'unification de certaines r�gles relatives au transport international a�rien, du 12 octobre 1929. Qui est le premier transporteur, notamment lorsque la marchandise fait un d�tour en ce sens qu'elle quitte le point de d�part pour y revenir ensuite? Faits � partir de page 209
BGE 85 II 209 S. 209
A.- Die Nouvelle Fabrique Election SA in La Chauxde-Fonds �bergab der am gleichen Orte niedergelassenen Spediteurin Goth & Cie SA am 1. April 1955 eine Kiste mit Uhren und Lederarmb�ndern und beauftragte sie, dieses Gut durch die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij N.V., den Haag, Zweigniederlassung Z�rich (KLM) auf dem Luftwege an die Firma Meyer Korn & Cie in Arica (Chile) bef�rdern zu lassen, und zwar so, dass es am 4. April 1955 in Z�rich abfliege und am 11. April in Arica ankomme.
Die Firma Goth & Cie SA f�llte am 1. April 1955 ein von der KLM ausgegebenes Formular eines Luftfrachtbriefes teilweise aus. Insbesondere f�hrte sie darin Z�rich als Abgangs- und Arica als Bestimmungsort an, bezeichnete den Empf�nger und den Absender und machte Angaben BGE 85 II 209 S. 210�ber das Frachtgut. In dem f�r die Bezeichnung des Gutes vorbehaltenen Raum des Formulars bemerkte sie ausserdem: "Vol KL 645 du 4.4.55 et 687 PG 325 du 11.4.55." Die f�r die Angabe des Bef�rderungsweges und der Luftfrachtf�hrer in Verbindung mit den Frachtl�hnen bestimmten Zeilen liess sie frei, ebenso das in der unteren rechten Ecke liegende Feld, das f�r den Namen und die Adresse des ersten Luftfrachtf�hrers sowie f�r die Unterschrift des ausstellenden Frachtf�hrers oder seines Agenten und f�r Name und Adresse dieses Agenten vorbehalten ist.
Die Firma Goth & Cie SA liess das Frachtgut samt dem Frachtbrief durch ihre Z�rcher Zweigniederlassung nach dem Flughafen Z�rich-Kloten verbringen und der KLM �bergeben. Diese versah den Frachtbrief unten rechts mit dem Stempel "KLM Freight Apr. 2 1955 Zurich-Airport". Sie f�llte ferner die f�r die Bezeichnung des Bef�rderungsweges, der Luftfrachtf�hrer und der Frachtl�hne bestimmten Rubriken aus. Sie gab daselbst Z�rich als Abgangsort und Amsterdam, Lima und Arica als Landungsorte an. F�r die Strecke bis Amsterdam f�llte sie die f�r die Angabe des Luftfrachtf�hrers bestimmte Zeile mit "sr 120" aus, was bedeutete, dass das Frachtgut mit dem Kurs Nr. 120 der Swissair, Schweizerische Luftverkehrs AG nach Amsterdam bef�rdert werde. F�r die Strecke bis Lima wurde die "KLM" als Frachtf�hrer angegeben und f�r die Strecke von dort bis Arica die "Panagra", d.h. die in New York niedergelassene Pan American-Grace Airways, Inc.
Die KLM h�tte das Frachtgut mit ihrem Kurs Nr. 645 vom 4. April 1955 von Z�rich-Kloten unmittelbar nach Cura�ao und von dort mit dem Kurs Nr. 687 nach Panama und dem Kurs Nr. 705 nach Lima bef�rdern k�nnen. Sie zog jedoch vor, es schon in Amsterdam-Schiphol in die �ber Z�rich nach Cura�ao fliegende Maschine des Kurses 645 zu laden, und liess es daher am 2. April 1955 mit dem Kurs 120 der Swissair nach Amsterdam verbringen, ohne BGE 85 II 209 S. 211den Frachtlohn zu erh�hen. Die KLM ging hin und wieder so vor, wenn Frachtgut unfehlbar an einem bestimmten Tage bef�rdert werden musste. Sie wollte sich dadurch gegen den Fall sichern, dass das Flugzeug in Z�rich nicht landen k�nnte oder dort schon voll beladen w�re. Die Firma Goth & Cie SA wusste, dass gelegentlich solche unentgeltliche U mwege gew�hlt wurden, und stimmte ihnen jeweilen auf Anfrage der KLM zu. Dass sie auch am 2. April 1955 um ihr Einverst�ndnis ersucht worden sei, steht nicht fest, doch w�rde sie zugestimmt haben. Als sie am 4. April 1955 ein Doppel des von der KLM erg�nzten Frachtbriefes zur�ckerhielt, widersprach sie nicht.
Das Frachtgut gelangte mit den vorgesehenen Kursen nach Arica, wurde dort jedoch von der Panagra versehentlich nicht ausgeladen. Es kam am 25. April 1955 mit dem Flugzeug in La Paz an. Die Zollbeh�rden von Bolivien nahmen es in Verwahrung, da es von keinen Papieren mehr begleitet war, und liessen es trotz erhaltener Aufkl�rung gem�ss Entscheid des nationalen Zollgerichts als Schmuggelgut versteigern.
B.- Goth & Cie SA trat ihre Rechte aus dem Verlust des Frachtgutes am 31. Januar 1956 an die Nouvelle Fabrique Election SA ab. Diese klagte beim Bezirksgericht Z�rich gegen die KLM auf Bezahlung von Fr. 113'503.45 Schadenersatz nebst Zins und verk�ndete der Swissair den Streit.
Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage. Sie machte unter anderem geltend, sie sei nicht passiv legitimiert, weil sie nicht erster Luftfrachtf�hrer im Sinne des Art. 30 Abs. 3 des Abkommens vom 12. Oktober 1929 zur Vereinheitlichung der Regeln �ber die Bef�rderung im internationalen Luftverkehr sei. Sie verk�ndete der Panagra den Streit.
Das Bezirksgericht beschr�nkte die Verhandlung auf die Frage der Passivlegitimation und bejahte diese mit Vorentscheid vom 20. Dezember 1957. Auf Berufung der BGE 85 II 209 S. 212Beklagten entschied das Obergericht des Kantons Z�rich am 3. M�rz 1959 in gleichem Sinne.
C.- Die Panagra hat die Berufung erkl�rt. Sie beantragt dem Bundesgericht, das Urteil des Obergerichts aufzuheben und die Klage mangels Passivlegitimation der Beklagten abzuweisen.
Die Kl�gerin beantragt, auf die Berufung sei nicht einzutreten, eventuell sei diese abzuweisen.
3. Das in Ausf�hrung des Bundesgesetzes �ber die Luftfahrt erlassene Lufttransportreglement vom 3. Oktober 1952 bestimmt in Art. 3, dass die Rechtsbeziehungen der Verfrachter und Empf�nger zum Luftfrachtf�hrer sich nach den Bestimmungen des in Warschau abgeschlossenen Abkommens zur Vereinheitlichung von Regeln �ber die Bef�rderung im internationalen Luftverkehr vom 12. Oktober 1929 (WA) richten. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen des Lufttransportreglementes und die erg�nzenden Bef�rderungsbedingungen des Luftfrachtf�hrers.
Wenn das Gut durch ein w�hrend der Luftbef�rderung eintretendes Ereignis verloren geht, hat gem�ss Art. 18 WA der Luftfrachtf�hrer den Schaden zu ersetzen. Ist das Gut durch mehrere "aufeinanderfolgende" Luftfrachtf�hrer zu bef�rdern, so ist jeder in Bezug auf den unter seiner Leitung auszuf�hrenden Teil der Bef�rderung Partei des Bef�rderungsvertrages und den Vorschriften des Warschauer Abkommens unterworfen (Art. 30 Abs. 1 WA). Darnach m�sste der Absender des Gutes jenen Luftfrachtf�hrer belangen, in dessen Obhut es sich zum Zwecke der Bef�rderung befand, als es verloren ging. Art. 30 Abs. 3 WA erkl�rt jedoch dem Absender gegen�ber ausserdem den "ersten" Luftfrachtf�hrer als solidarisch ersatzpflichtig.
4. Name und Adresse des ersten Luftfrachtf�hrers sollen im Luftfrachtbrief angegeben werden (Art. 8 lit. e WA). Der erste Frachtf�hrer ist also grunds�tzlich vom Absender zu bezeichnen; denn dieser stellt normalerweise BGE 85 II 209 S. 213den Frachtbrief aus und �bergibt ihn mit dem Gute (Art. 6 Abs. 1 WA). Immerhin kann der Absender verlangen, dass der Luftfrachtf�hrer den Frachtbrief ausstelle; geschieht das, so wird bis zum Beweis des Gegenteils vermutet, dass der Luftfrachtf�hrer als Beauftragter des Absenders gehandelt habe (Art. 6 Abs. 5 WA). Diesfalls kommt also die Bezeichnung des ersten Luftfrachtf�hrers jenem Frachtf�hrer zu, durch den der Absender den Frachtbrief ausstellen l�sst. Gleich verh�lt es sich, wenn der Absender zwar selber einen Frachtbrief ausstellt, aber von seinem Rechte der Bezeichnung des ersten Luftfrachtf�hrers nicht Gebrauch macht, vielmehr die diesbez�gliche Erg�nzung des Briefes dem Frachtf�hrer �berl�sst.
5. Bestimmen weder der Absender noch der mit der Ausstellung oder Erg�nzung des Frachtbriefes betraute Luftfrachtf�hrer ausdr�cklich, wer "erster Luftfrachtf�hrer" sei, so k�nnte darunter jener verstanden werden, der das Gut vom Absender �bernimmt und gem�ss Art. 6 Abs. 2-4 WA den Frachtbrief unterzeichnet oder mit seinem Stempel versieht. Nat�rrlicher ist es jedoch, in der Reihe der "aufeinanderfolgenden Luftfrachtf�hrer" (Art. 30 Abs. 1 WA) jenen als den ersten zu betrachten, der die Bef�rderung auf der ersten Teilstrecke des gesamten Weges zu besorgen hat. Z�ge das Abkommen die andere M�glichkeit vor, so spr�che es nicht vom "ersten", sondern z.B. von dem "das Gut annehmenden" oder von dem "den Frachtbrief unterzeichnenden" Luftfrachtf�hrer. Dieser ist mit jenem nicht notwendigerweise identisch. Das Warschauer Abkommen bestimmt nicht, der Absender m�sse das Gut jenem Luftfrachtf�hrer �bergeben, der es auf dem ersten Teil des Weges zu bef�rdern hat. Es sagt auch nicht, nur dieser k�nne den Frachtvertrag im eigenen Namen abschliessen, so dass der Luftfrachtf�hrer, der das Gut annimmt und den Frachtbrief unterschreibt oder abstempelt, ohne sich als Vertreter eines anderen auszugeben, notwendigerweise verpflichtet w�re, BGE 85 II 209 S. 214selber das Gut auf der ersten Teilstrecke zu bef�rdern. Der Frachtvertrag kann nicht nur mit jenem Luftfrachtf�hrer abgeschlossen werden, der das Gut auf der ersten Teilstrecke zu bef�rdern hat, sondern auch mit jedem, der mit der Weiterbef�rderung betraut wird; denn gem�ss Art. 30 Abs. 1 WA gelten ohnehin alle als Parteien des Vertrages. Unter diesen Umst�nden verm�chte es nicht zu befriedigen, immer den das Gut annehmenden und den Frachtbrief unterschreibenden oder abstempelnden Luftfrachtf�hrer als den "ersten" zu betrachten. Er handelt, ohne es zu sagen, notwendigerweise im Namen aller. Mit der Bef�rderung des Gutes hat er zun�chst noch nichts zu tun, wenn sie auf der ersten Teilstrecke nicht ihm selber obliegt. Geht das Gut auf dieser Strecke verloren oder wird es daselbst zerst�rt, so bef�rdert er selber es in diesem Falle �berhaupt nie. Es liegt daher n�her, dem Absender das Klagerecht gegen jenen zu geben, der laut Frachtbrief die Bef�rderung auf der ersten Teilstrecke zu besorgen hat und daher regelm�ssig einen Teil des Vertrages auch tats�chlich erf�llt. Dieser Luftfrachtf�hrer steht dem Absender gew�hnlich auch �rtlich am n�chsten.
Von diesem Grundsatz ist auch dann nicht abzuweichen, wenn das Frachtgut laut Vertrag (Frachtbrief) einen Umweg zu machen hat, insbesondere vom Abgangsort auf dem Luftweg nach einem anderen Flughafen verbracht und von dort an den Abgangsort zur�ck (und �ber diesen hinaus) bef�rdert werden soll. Die vertragsgem�sse Reise des Gutes beginnt in diesem Falle schon mit dem ersten Verlassen des Abgangsortes; denn die Bef�rderung von diesem Orte weg und an ihn zur�ck dient im ganzen Reiseplan einem bestimmten Zweck, durch den die Erf�llung des Vertrages sichergestellt werden soll. Gew�hnlich wollen die Parteien sich dadurch gegen die M�glichkeit sichern, dass das Flugzeug des vereinbarten Kurses am Abgangsort des Gutes nicht sollte landen k�nnen. Unterbleibt diese Landung, so ist klar, dass die vereinbarte Bef�rderung schon mit dem Verlassen des Abgangsortes begann. Daher BGE 85 II 209 S. 215kann es sich nicht anders verhalten, wenn an diesem Orte auf dem R�ckflug doch gelandet wird, was unter dem Gesichtspunkt der vereinbarten Bef�rderung nur noch ein zuf�lliges und daher bedeutungsloses Ereignis ist.
Ob der Absender f�r die Bef�rderung vom Abgangsort weg und an diesen zur�ck eine besondere Verg�tung schuldet, ist grunds�tzlich unerheblich. Wird eine solche nicht verlangt, so kann daraus jedenfalls der Regel nach nicht geschlossen werden, dass diese Bef�rderung nach dem Willen der Vertragschliessenden nicht zu den vertraglichen Leistungen des Luftfrachtf�hrers geh�ren sollte. Steht zudem nach dem Inhalt des Frachtbriefes fest, dass auch diese Bef�rderung als Bestandteil des Vertrages betrachtet wurde, so kommt vollends nichts darauf an, ob die Frachtf�hrer sich daf�r einen zus�tzlichen Lohn versprechen liessen. Die Stellung als erster Frachtf�hrer h�ngt auch nicht davon ab, wie der im ganzen vereinbarte Frachtlohn verteilt wird; die Verteilung beeinflusst das Verh�ltnis zum Absender nicht.
Es kommt auch nichts darauf an, wer der Urheber des Gedankens ist, das Frachtgut vom Abgangsort weg und an diesen zur�ck zu bef�rdern, und ob daher der Absender nach dem Plan, den er selbst sich machte, Anlass gehabt h�tte, das Gut unmittelbar dem an diesem Umweg beteiligten ersten Frachtf�hrer zu �bergeben. Es gen�gt, wenn der Absender den vom Luftfrachtf�hrer durch Vervollst�ndigung des Frachtbriefes gemachten Vorschlag ausdr�cklich oder stillschweigend hinnimmt und damit zum Bestandteil des Vertrages werden l�sst. Nur ein Umweg, den der Absender aus dem zur�ckerhaltenen Doppel des Luftfrachtbriefes (s. Art. 6 Abs. 2 WA) nicht ersehen kann oder gegen den er sofort Einspruch erhebt, f�llt allenfalls f�r die Bestimmung des ersten Frachtf�hrers ausser Betracht.
Wenn der Frachtbrief den ersten Luftfrachtf�hrer nicht ausdr�cklich als solchen bezeichnet, kommt diese Stellung demnach jenem zu, der nach dem im Frachtbrief verurkundeten BGE 85 II 209 S. 216Vertragsinhalt das Gut auf der ersten Teilstrecke des gesamten Weges zu bef�rdern hat, mag diese Strecke auch Bestandteil eines Umweges sein, der vom Abgangsort weg und an diesen zur�ck f�hrt.
Dieser Grundsatz gilt jedenfalls dann, wenn dieser Luftfrachtf�hrer tats�chlich an der Bef�rderung des Gutes als erster teilnimmt. Ob er dem Absender auch dann haftet, wenn er das Gut tats�chlich �berhaupt nicht oder nicht als erster bef�rdert, kann dahingestellt bleiben. Sollte diese Frage verneint werden m�ssen, so liefe der Absender freilich Gefahr, die Klage gegen den Unrichtigen einzureichen, wenn er sich auf die Angaben des Frachtbriefes verl�sst und den tats�chlichen Verlauf der Bef�rderung nicht kennt. F�r den Nachteil, der ihm daraus entst�nde, h�tte ihn aber jener Luftfrachtf�hrer schadlos zu halten, der das Gut vom Absender entgegennahm, ohne es an jenen weiterzugeben, der laut Frachtbrief die Bef�rderung auf der ersten Teilstrecke h�tte besorgen sollen. Art. 9 WA bestimmt n�mlich, der Luftfrachtf�hrer, der das Gut annimmt, entgehe der Haftung laut Warschauer Abkommen nicht, wenn der Frachtbrief nicht alle in Art. 8 lit. a-i und q vorgeschriebenen Angaben enth�lt. Um so mehr bleibt er haftbar, wenn er den im Frachtbrief enthaltenen Angaben zuwider handelt, insbesondere das Gut nicht jenem Luftfrachtf�hrer aush�ndigt, der es laut Frachtbrief als erster bef�rdern m�sste. Ist demnach der Absender auf alle F�lle gegen die Folgen einer solchen Abweichung vom Vertrage gesichert, so besteht kein Grund, auf sie in dem Sinne R�cksicht zu nehmen, dass der das Gut und den Frachtbrief annehmende Luftfrachtf�hrer sich selbst dann als "erster" m�sste belangen lassen, wenn er das Gut vertragsgem�ss dem f�r die erste Bef�rderungsstrecke vorgesehenen Frachtf�hrer �bergeben hat.
6. Die Firma Goth & Cie SA hat im Frachtbrief den ersten Luftfrachtf�hrer nicht bezeichnet. Den daf�r vorgesehenen Raum im Eckfeld unten rechts liess sie frei, und auch die Zeilen, die zur Bezeichnung des Bef�rderungsweges BGE 85 II 209 S. 217und der Luftfrachtf�hrer in Verbindung mit den Frachtl�hnen bestimmt sind, f�llte sie nicht aus. Sie setzte die Weisung "vol KL 645 du 4.4.55 et 687 PG 325 du 11.4.55" in den f�r die Bezeichnung des Gutes vorbehaltenen Raum. Dadurch gab sie zu erkennen, dass ihr nur an der Ben�tzung des Kurses 645 der Beklagten vom 4. April 1955 mit Anschluss an Kurs 687 und des Kurses 325 der Panagra vom 11. April 1955 gelegen war und dass sie im �brigen die Ausf�llung des Formulars, auch die Bezeichnung des "ersten Frachtf�hrers", der Beklagten �berliess. Diese durfte sich daher jedenfalls unter der Voraussetzung, dass nicht ein h�herer Frachtlohn gefordert werde, f�r berechtigt halten, das Gut zwecks Verladung in das Flugzeug ihres Kurses 645 auf dem Luftwege durch einen anderen Unternehmer nach Amsterdam verbringen zu lassen und diesen als den "ersten Luftfrachtf�hrer" zu bezeichnen. Das Obergericht stellt denn auch fest, Goth & Cie SA habe gewusst, dass die Beklagte in einigen F�llen Frachtg�ter f�r interkontinentale Bef�rderung von Z�rich nach Amsterdam nahm, um sich gegen den Fall zu sichern, dass eine Landung in Z�rich nicht m�glich oder das Flugzeug schon voll beladen w�re, und die Absenderin habe sich jeweilen auf die Anfrage der Beklagten mit diesem Vorgehen einverstanden erkl�rt. Es f�hrt ferner aus, wenn Goth & Cie SA auch im vorliegenden Falle angefragt worden w�re, h�tte sie der Beklagten geantwortet, diese solle machen was sie wolle, nur m�sse die Ware mit dem Kurs 645 vom 4. April fort. Unter diesen Umst�nden war es der Absenderin auch gleichg�ltig, wer f�r die Strecke Z�rich-Amsterdam als Frachtf�hrer eingeschaltet werde. Aus dem Exemplar des erg�nzten Frachtbriefes, das sie am 4. April 1955 von der Beklagten erhielt, konnte sie ersehen, dass mit dieser Bef�rderung die Swissair betraut wurde; denn nach verbindlicher Feststellung des Obergerichts war ihren Speditionsfachleuten die Bedeutung der Abk�rzung "sr" bekannt, welche die Beklagte an der f�r die Bezeichnung des Frachtf�hrers vorbehaltenen Stelle BGE 85 II 209 S. 218eingesetzt hat. Indem Goth & Cie SA nach Empfang des Doppels des Frachtbriefes nicht widersprach, anerkannte sie die Bef�rderung des Gutes von Z�rich nach Amsterdam mit dem Kurs 120 der Swissair stillschweigend als Bestandteil des Vertrages. Freilich fordert Art. 8 lit. e WA, es m�sse im Luftfrachtbrief u.a. der Name und die Adresse des ersten Luftfrachtf�hrers angegeben werden. Da indessen unter den Beteiligten kein Zweifel dar�ber obwalten konnte, dass die �bliche Abk�rzung "sr" Swissair bedeutet, und welches die Adresse dieser Fluggesellschaft ist, kann diese bloss summarische Angabe nach Treu und Glauben nicht beanstandet werden.
7. Es kann sich nur noch fragen, ob die Beklagte dadurch, dass sie im Eckfeld unten rechts den Stempel "KLM Freight Apr. 2 1955 Zurich-Airport" anbrachte, sich selbst zum "ersten Luftfrachtf�hrer" erkl�rte oder ob diese Stellung dem f�r die Bef�rderung von Z�rich nach Amsterdam vorgesehenen und sie tats�chlich besorgenden Unternehmer, d.h. der Swissair zukommt.
Zu ber�cksichtigen ist, dass die Beklagte gem�ss Art. 6 Abs. 2-4 WA verpflichtet war, das f�r den Absender bestimmte Doppel des Frachtbriefes unverz�glich nach der Annahme des Gutes zu unterzeichnen oder mit ihrem Stempel zu versehen. Es ist offensichtlich, dass die Beklagte ihren Stempel in Erf�llung dieser Pflicht in das rechte untere Eckfeld setzte; denn der Frachtbrief tr�gt weder einen zweiten Stempelabdruck noch eine Unterschrift. Das erw�hnte Feld ist denn auch nicht nur zur Angabe des Namens und der Adresse des "ersten Luftfrachtf�hrers" bestimmt, sondern enth�lt auch zwei Zeilen f�r die Unterschrift des ausstellenden Frachtf�hrers oder seines Agenten sowie f�r Namen und Adresse dieses Agenten. Der Stempel f�llt den freien Platz des Feldes von oben bis unten aus, ja reicht unten sogar �ber das Feld hinaus. Die Absenderin durfte daher nicht schliessen, er sei zur Bezeichnung des ersten Luftfrachtf�hrers hingesetzt worden. Dass die Buchstaben KLM ungef�hr auf der daf�r vorbehaltenen BGE 85 II 209 S. 219Zeile stehen, �ndert nichts; denn der Stempel ist als Ganzes zu betrachten. Dazu kommt, dass die nat�rlichste Ordnung darin besteht, jenen Unternehmer als ersten Frachtf�hrer zu behandeln, der mit der Bef�rderung auf der ersten Teilstrecke betraut wird. Wenn die Vertragschliessenden davon abweichen wollen, haben sie daher allen Anlass, es deutlich zu sagen, und zwar selbst dann, wenn nicht der f�r die erste Bef�rderung ausersehene Frachtf�hrer, sondern einer der nachfolgenden das Gut und den Frachtbrief vom Absender �bernimmt. Ferner ist zu bedenken, dass es der Firma Goth & Cie SA gleichg�ltig war, wer erster Frachtf�hrer sei. Bei dieser Sachlage kann die Kl�gerin aus dem Stempelaufdruck der Beklagten nichts zugunsten ihrer Auffassung ableiten, sondern muss sie sich gefallen lassen, dass die der nat�rlichen Ordnung entsprechende Stellung des ersten Frachtf�hrers der Swissair zukommt.
Die Beklagte haftet daher der Kl�gerin nicht.
Die Berufung wird gutgeheissen, das Urteil der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 3. M�rz 1959 aufgehoben und die Klage abgewiesen.