Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerfG_18_02_2010_1_BvR_2477_08_Vereinbarkeit_eines_Anspruch-d3946625.html
Timestamp: 2016-12-10 07:46:22
Document Index: 261703884

Matched Legal Cases: ['Art. 5', '§ 20', '§ 20', '§ 20', 'Art. 5', 'Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 103', '§ 823', '§ 823', '§ 1004', '§ 522', 'EuG', 'Art. 5', 'Art. 5']

BVerfG, 18.02.2010 - 1 BvR 2477/08 - Vereinbarkeit eines Anspruchs auf Unterlassung wörtlicher Zitate aus anwaltlichen Schreiben auf einer Internetseite mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG; Öffentliches Informationsinteresse als Abwägungskriterium zwischen dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und der Meinungsfreiheit | Urteile auf anwalt24.de
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BVerfG, 18.02.2010 - 1 BvR 2477/08 - Vereinbarkeit eines Anspruchs auf Unterlassung wörtlicher Zitate aus anwaltlichen Schreiben auf einer Internetseite mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG; Öffentliches Informationsinteresse als Abwägungskriterium zwischen dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und der Meinungsfreiheit
BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 18.02.2010, Az.: 1 BvR 2477/08Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 18.02.2010Referenz: JurionRS 2010, 12748Aktenzeichen: 1 BvR 2477/08 Verfahrensgang:vorgehend:LG Berlin - 05.06.2007 - AZ: 27 O 184/07KG Berlin - 19.05.2008 - AZ: 10 U 190/07Rechtsgrundlagen:Art. 1 Abs. 1 GGArt. 5 Abs. 1 GGArt. 103 Abs. 1 GG§ 823 Abs. 1 BGB§ 823 Abs. 2 BGB§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB§ 522 Abs. 2 ZPOFundstellen:AfP 2010, 145-147CR 2010, 380-383DVBl 2010, 643-645EuGRZ 2010, 253-256GRUR 2010, 544-546 ""Zitat aus Anwaltschreiben""GRUR 2010, 14GRUR-Prax 2010, 203ITRB 2010, 224-225JuS 2010, 8K&R 2010, 399-401MMR 2010, 422-423NJW 2010, 1587-1589 "Zitat aus Anwaltschreiben"NJW 2010, 6 "Zitat aus Anwaltschreiben"NVwZ 2010, 6VersR 2010, 1194-1197WRP 2010, 743-746 "Bürgerliches Recht: "wörtliche Zitate aus anwaltlichen Schreiben""ZUM-RD 2010, 317-320Verfahrensgegenstand:Verfassungsbeschwerde des Herrn K...gegen a) den Beschluss des Kammergerichts vom 19. Mai 2008 - 10 U 190/07 -,b) das Urteil des Landgerichts Berlin vom 5. Juni 2007 - 27 O 184/07 - Redaktioneller Leitsatz:Die Veröffentlichung einer zitierten Mitteilung, dass jemand sich in scharfer Form gegen die Veröffentlichung des eigenen Bildes verwahrt, stellt mangels Eignung, sich abträglich auf dessen Ehre oder dessen Ansehen auszuwirken, in der Regel keine Beeinträchtigung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Zitierten dar. Das gilt jedenfalls, soweit eine von der Veröffentlichung ausgehende Prangerwirkung nicht angenommen werden kann.Die Meinungsfreiheit ist nicht nur unter dem Vorbehalt des öffentlichen Interesses geschützt. Vielmehr gewährleistet das Grundrecht aus Art. 5 Abs. 1 GG primär die Selbstbestimmung des einzelnen Grundrechtsträgers über die Entfaltung seiner Persönlichkeit in der Kommunikation mit anderen. Bereits hieraus bezieht das Grundrecht sein in eine Abwägung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht einzustellendes Gewicht, das durch ein mögliches öffentliches Informationsinteresse lediglich weiter erhöht werden kann.In dem Verfahren... hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichtsdurchden Präsidenten Papier und die Richter Eichberger, Masing am 18. Februar 2010 einstimmig beschlossen:Tenor:Der Beschluss des Kammergerichts vom 19. Mai 2008 - 10 U 190/07 - und das Urteil des Landgerichts Berlin vom 5. Juni 2007 - 27 O 184/07 - verletzen den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG. Die Entscheidungen werden aufgehoben. Die Sache wird an das Landgericht Berlin zurückverwiesen.Das Land Berlin hat dem Beschwerdeführer die notwendigen Auslagen zu erstatten.Der Wert der anwaltlichen Tätigkeit für das Verfassungsbeschwerdeverfahren wird auf 8.000 EUR (in Worten: achttausend Euro) festgesetzt.
BVerfG, 18.02.2010BVerfG, 17.02.2010