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Timestamp: 2016-09-30 16:51:29
Document Index: 294778201

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 612', '§ 138', '§ 612', '§ 1']

Rechtslupe » Arbeitsrecht » Sittenwidrige Arbeitsvergütung
Sittenwidrige Arbeitsvergütung	16. März 2016 | ArbeitsrechtGeschätzte Lesezeit: 4 Minuten	Nach § 138 Abs. 2 BGB ist ein Rechtsgeschäft nichtig, durch das sich jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit oder des Mangels an Urteilsvermögen eines anderen für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen. Die Regelung gilt auch für das auffällige Missverhältnis zwischen dem Wert der Arbeitsleistung und der Lohnhöhe in einem Arbeitsverhältnis. Ein wucherähnliches Geschäft liegt nach § 138 Abs. 1 BGB vor, wenn Leistung und Gegenleistung in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen und weitere sittenwidrige Umstände, zB eine verwerfliche Gesinnung des durch den Vertrag objektiv Begünstigten, hinzutreten. Verstößt die Entgeltabrede gegen § 138 BGB, schuldet der Arbeitgeber gemäß § 612 Abs. 2 BGB die übliche Vergütung1. Bei arbeitsvertraglichen Vergütungsvereinbarungen kommt es auf den jeweils streitgegenständlichen Zeitraum an2.
Rechtsfolge des Verstoßes gegen § 138 Abs. 1 BGB ist ein Anspruch auf die übliche Vergütung nach § 612 Abs. 2 BGB13 unter Zugrundelegung des tariflichen Stundenlohns ohne Zuschläge, Zulagen und Sonderleistungen14. Das Landesarbeitsgericht hat zutreffend für täglich 4, 42 Stunden eine Vergütung von 43, 14 Euro brutto pro Arbeits-/Feiertag errechnet. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18. November 2015 – 5 AZR 814/14
BAG 22.04.2009 – 5 AZR 436/08, Rn. 9, BAGE 130, 338↩
BAG 22.04.2009 – 5 AZR 436/08, Rn. 10, aaO↩
BAG 19.08.2015 – 5 AZR 500/14, Rn. 27 mwN↩
BAG 16.05.2012 – 5 AZR 268/11, Rn. 32, BAGE 141, 348↩
BAG 19.09.2012 – 5 AZR 678/11, Rn. 28, BAGE 143, 107; 19.08.2015 – 5 AZR 975/13, Rn. 22↩
BAG 20.04.2011 – 5 AZR 200/10, Rn. 21, BAGE 137, 366↩
vgl. zur Bestimmung BAG 18.04.2012 – 5 AZR 630/10, Rn. 12, BAGE 141, 137↩
vgl. BAG 5.08.2009 – 10 AZR 634/08, Rn. 32 ff.↩
GV NRW 2012 S. 15↩
vgl. ErfK/Franzen 15. Aufl. § 1 MiLoG Rn. 1; Däubler NJW 2014, 1924, 1927↩
BAG 16.05.2012 – 5 AZR 268/11, Rn. 36, BAGE 141, 348↩
vgl. BAG 16.05.2012 – 5 AZR 268/11, Rn. 37, BAGE 141, 348↩
BAG 26.04.2006 – 5 AZR 549/05, Rn. 26, BAGE 118, 66↩
BAG 22.04.2009 – 5 AZR 436/08, Rn. 18, BAGE 130, 338↩
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