Source: http://elibrary.verlagoesterreich.at/main/e-journals/jst-journal-fur-strafrecht/2016/heft-3/jst-2016-6.html
Timestamp: 2017-04-26 23:32:55
Document Index: 16127316

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 59', '§ 198', '§ 209', '§ 209', '§ 30', '§ 1', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 18', '§ 19', '§ 163', '§ 163', '§ 163', '§ 163', '§ 146', '§ 147', '§ 148', '§ 153', '§ 153', '§ 159', '§ 49', '§ 58', '§ 77', '§ 78', '§ 84', '§ 85', '§ 85', '§ 89', '§ 257', 'EuG', 'Art 18', 'Art 21', 'Art 3', 'Art 4', 'Art 19', 'Art 21', 'Art 51', '§ 65', '§ 12', '§ 17', 'EuG', 'EuG', '§ 21', '§ 21', '§ 25', '§ 45', '§ 47', '§ 158', '§ 159', '§ 160', '§ 161', '§ 162', '§ 163', '§ 164', '§ 165', '§ 166', '§ 167', '§ 167', '§ 21', '§ 21', '§ 281', 'Art 6', 'EGMR', 'EGMR', '§ 281', 'Art 6', '§ 281', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 49', '§ 50', '§ 74', '§ 106', '§ 26', '§ 84', '§ 89', '§ 26', '§ 50', '§ 28', '§ 281', '§ 28', '§ 28', '§ 27', '§ 28', '§ 28', '§ 281', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 30', '§ 30', '§ 281', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 16', '§ 120', '§ 121', '§ 122', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 133', '§ 60', '§ 53', 'Art 20', 'Art 20', 'Art 11', '§ 20', '§ 153', '§ 302', '§ 297', '§ 297', '§ 297', '§ 224', '§ 228', '§ 311', '§ 276', '§ 260', '§ 268', '§ 282', '§ 285', 'OGH', '§ 268', '§ 272', '§ 285', '§ 286', '§ 23', '§ 43', '§ 260', '§ 268', '§ 292', '§ 171', '§ 1', '§ 238', '§ 249', '§ 39', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 28', '§ 260', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 28', '§ 28', 'Art 18', 'Art 18', 'Art 16', 'Art 19', 'Art 47', 'Art 50', 'Art 6', 'Art 18', 'Art 16', 'Art 18', 'Art 18', 'Art 16', 'Art 18', 'Art 18', 'Art 18', '§ 67', '§ 70', '§ 39', '§ 11', '§\n40', '§ 39', '§ 39', '§ 40', '§ 33']

JST 2016/6 - Heft 6 - 2016 - JSt - Journal für Strafrecht - e-Journals
/ ZFHR 2014/6
Volltext Cover Download EditorialJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 493–494
JST 2016, 493 Mit dem vorliegenden Heft des Journals für Strafrecht, das wiederum mehr als 80 Seiten umfasst,... Mit dem vorliegenden Heft des Journals für Strafrecht, das wiederum mehr als 80 Seiten umfasst, beschließen wir das Jahr 2016. Stolz blicken wir darauf zurück, dass es uns gelungen ist, mit mehr als 500 Seiten an Beiträgen und ausgewählter Judikatur (teils mit Besprechungen) die strafrechtliche Diskussionslandschaft zu bereichern.Den Beginn der vorliegenden Ausgabe bildet die Rubrik Aktuelle Gesetzesvorhaben, in der sich Alexander Tipold mit der Regierungsvorlage des StPRÄG II 2016 auseinander setzt, die neben der Neufassung der Kronzeugenregelung die Themen Erweiterung der Diversion beim Todesfall, Sitzungspolizei in der Rechtsmittelverhandlung und Stärkung des anwaltlichen Bereitschaftsdienstes zum Inhalt hat.Die Aufsätze des vorliegenden Heftes haben vielfach einen wirtschaftsstrafrechtlichen Schwerpunkt. Zunächst beschäftigt sich Lukas Staffler (Innsbruck) mit sanktionsrechtlichen Anreizen im VbVG für die Implementation von Criminal Compliance-Maßnahmen. Da sich solche implementierten Maßnahmen günstig auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Unternehmens auswirken, kann es gerade im Rahmen einer effizienten Strafverteidigung angezeigt sein, damit substantiell zu einem günstigen Ausgang des Verbandstrafverfahrens beizutragen. Volltext	Aktuelle GesetzesvorhabenJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 497–499
Tipold, Alexander Strafprozessrechtsänderungsgesetz II 2016 – die Regierungsvorlage
Diversion bei Todesfall, Sitzungspolizei in der Rechtsmittelverhandlung, Kronzeugenregelung, rechtsanwaltschaftlicher Bereitschaftsdienst, JST 2016, 497, § 25a StPO, § 59 Abs 3 StPO, § 198 StPO, § 209a StPO, § 209b StPO, § 30a EU-JZG Mit 25.4.2016 wurde der ME zum Strafprozessrechtsänderungsgesetz II 2016, 201/ME, in... Mit 25.4.2016 wurde der ME zum Strafprozessrechtsänderungsgesetz II 2016, 201/ME, in Begutachtung geschickt, mit 20.5.2016 endete die Begutachtungsfrist. Erst mit 18.10.2016 langte eine Regierungsvorlage, 1300 BlgNR 25. GP, ein. Hauptgrund für diese lange Zeitspanne zwischen Entwurf und RV dürfte die Umgestaltung der Kronzeugenregelung gewesen sein. Diese Umgestaltung ist auch der Grund, sich erneut diesen Änderungen zu widmen. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 500–505
Staffler, Lukas Sanktionsrechtliche Anreize im VbVG für Implementation bzw Verbesserung von Criminal Compliance-Maßnahmen
Compliance, Prävention, Risiko, Überwachungspflichten, Unternehmensstrafrecht, Verfolgungsermessen, Verbandsverantwortlichkeit, Wirtschaftskriminalität, JST 2016, 500, § 1 VbVG, § 3 VbVG, § 4 VbVG, § 5 VbVG, § 18 VbVG, § 19 VbVG Im Wirtschaftsstrafrecht bildet die Prävention von strafbaren Handlungen ein wesentliches... Im Wirtschaftsstrafrecht bildet die Prävention von strafbaren Handlungen ein wesentliches Leitprinzip der Kriminalpolitik. Die Integration von Compliance-Maßnahmen in die Unternehmerkultur stellt dabei ein wichtiges Präventionsinstrument dar: Durch unternehmensinterne Vorkehrungen wie etwa Mitarbeiterschulungen oder Kontrollsysteme soll verhindert werden, dass bei der Unternehmenstätigkeit strafbare Handlungen begangen werden. Zur Förderung der Umsetzung von Präventionsmechanismen setzt der Gesetzgeber beim VbVG auf Anreize im Sanktionensystem. Im Falle einer Straftat zugunsten des Verbandes wirkt sich – bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen – die Implementation oder Verbesserung entsprechender Maßnahmen günstig auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Unternehmens aus. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über das Anreizsystem des VbVG zur Schaffung bzw Entwicklung von unternehmensinternen Criminal Compliance-Systemen. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 505–511
Steiner, Stefanie Bilanzstrafrecht neu: Einführung einer einheitlichen, präzisen Regelung?
Bilanzstrafrecht, neue Regelung, StRÄG 2015, Ziele, Umsetzung, JST 2016, 505, § 163a StGB, § 163b StGB, § 163c StGB, § 163d StGB Seit 1.1.2016 gilt ein einheitlich im StGB geregeltes, gänzlich neues Bilanzstrafrecht, das die... Seit 1.1.2016 gilt ein einheitlich im StGB geregeltes, gänzlich neues Bilanzstrafrecht, das die unpräzise geregelten und auf unterschiedliche Materiengesetze verteilten bilanzstrafrechtlichen Normen ersetzt. Im Beitrag wird, nach einem kurzen historischen Überblick und einer näheren Darlegung der grundlegenden Ziele der Reform, diese neue Regelung anhand der einzelnen Tatbestandsmerkmalen analysiert. Abschließend erfolgt eine Würdigung der Umsetzung der gesetzgeberischen Bestrebungen. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 512–519
Beclin, Katharina Zur strafprozessualen (Nicht-)Erledigung von Anzeigen wegen Baubetrugs mittels Scheinfirmen
Baubetrug, Rechtstatsachenforschung, staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren, Verfahrenserledigung, Einstellungsquote, JST 2016, 512, § 146 StGB, § 147 StGB, § 148 StGB, § 153c StGB, § 153d StGB, § 159 StGB Ernüchternde Ergebnisse einer empirischen Studie und daran anknüpfende ermittlungsstrategische... Ernüchternde Ergebnisse einer empirischen Studie und daran anknüpfende ermittlungsstrategische Empfehlungen Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 519–523
Raffeiner, Andreas Strafjustiz im Dritten Reich – Eine Arbeitsskizze
NS-Strafjustiz, Deutschland, Rechtsprechung, VGH, Krieg, JST 2016, 519 Nach 1945 war das Thema der NS-Strafjustiz kaum Forschungsgegenstand. Es gab wenige Schriften... Nach 1945 war das Thema der NS-Strafjustiz kaum Forschungsgegenstand. Es gab wenige Schriften von Juristen über diesen Zeitraum, und diese hatten Erklärungen für ihr Verhalten zum Inhalt. Es dauerte bis in die 1960er-Jahre, bis man mit der Aufarbeitung der „NS-Rechtsprechung“ begann. Juristen, Historiker und Journalisten beschäftigten sich mit der Thematik. Auf diese Weise wurde über die Sondergerichte, die Gerichtsbarkeit oder den Volksgerichtshof geschrieben. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 524–526
Huber, Christian Änderungen im Finanzstrafgesetz durch das EU-Abgabenänderungsgesetz 2016
EU-Abgabenänderungsgesetz 2016, JST 2016, 524, § 49b FinStrG, § 58 Abs 1 lit f FinStrG, § 77 Abs 1 FinStrG, § 78 Abs 3 FinStrG, § 84 Abs 2 FinStrG, § 85 Abs 4 FinStrG, § 85 Abs 6 FinStrG, § 89 Abs 4 FinStrG, § 257 FinStrG Nach den im Jahr 2015 erfolgten – teilweise grundlegenden – Änderungen des FinStrG durch... Nach den im Jahr 2015 erfolgten – teilweise grundlegenden – Änderungen des FinStrG durch das Steuerreformgesetz 2015/2016 und das Abgabenänderungsgesetz 2015 erfolgte durch das EU-Abgabenänderungsgesetz 2016 eine erneute Novellierung des FinStrG. Hauptgesichtspunkte dieser Novellierung waren einerseits die Erweiterung der Beschuldigtenrechte samt dazugehöriger Begleitmaßnahmen, welche wegen der Umsetzung eines Rechtsakts der Europäischen Union erforderlich wurden sowie andererseits die Schaffung eines neuen Finanzvergehens, welches die Verletzung bestimmter Übermittlungspflichten des Verrechnungspreisdokumentationsgesetzes mit Strafe bewehrt. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 527–531
Zeder, Fritz EuGH schränkt Auslieferung von Unionsbürgern an Drittstaaten ein
Auslieferung, Gegenseitige Anerkennung, Europäischer Haftbefehl, Diskriminierungsverbot, Gefahr unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, JST 2016, 527, Art 18 AEUV, Art 21 AEUV, Art 3 EMRK, Art 4 GRC, Art 19 GRC, Art 21 GRC, Art 51 GRC, § 65 Abs 1 Z 1 StGB, § 12 ARHG, § 17 EU-JZG Ein neues Urteil des EuGH mit Meilensteincharakter: Wird ein Mitgliedstaat von einem Drittstaat... Ein neues Urteil des EuGH mit Meilensteincharakter: Wird ein Mitgliedstaat von einem Drittstaat um die Auslieferung eines Unionsbürgers (genauer: eines Staatsangehörigen eines anderen Mitgliedstaates) ersucht, so darf er nicht sogleich ausliefern: Er muss vielmehr zuerst den Heimatstaat des Unionsbürgers informieren und diesem Gelegenheit geben, ein Inlandsverfahren einzuleiten und einen Europäischen Haftbefehl auszustellen; in der Regel muss daraufhin der Unionsbürger an den Heimatstaat übergeben werden, und die Auslieferung an den Drittstaat unterbleibt. Ist allerdings dennoch über eine Auslieferung an einen Drittstaat zu entscheiden, so sind allfällige Anhaltspunkte, dass eine echte Gefahr unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung von Personen in dem Drittstaat besteht, zu würdigen. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 532–535
Priechenfried, Klaus Kriminalität als Impulsgeber zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung
Kriminalität, Neuropsychologie, Kriminalitätshäufigkeit, Impulskontrolle, JST 2016, 532 Der Beitrag betrachtet die Situation des Strafrechts im Licht aktueller Forschungsergebnisse aus... Der Beitrag betrachtet die Situation des Strafrechts im Licht aktueller Forschungsergebnisse aus (Neuro-)Psychologie. Es wird sichtbar, dass auf dieser Reflexionsebene das sich historisch verändernde Zusammenspiel von Fehlverhalten und der Reaktion darauf zu einer Erweiterung der Problemlösungskapazitäten der Gesellschaft führt. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 536–539
Stempkowski, Monika Quo Vadis Maßnahmenvollzug? – Bericht zur Podiumsdiskussion über die Reform des § 21 StGB
Maßnahmenvollzug, geistig abnorme Rechtsbrecher, Unterbringung, JST 2016, 536, § 21 StGB, § 25 StGB, § 45 StGB, § 47 StGB, § 158 StVG, § 159 StVG, § 160 StVG, § 161 StVG, § 162 StVG, § 163 StVG, § 164 StVG, § 165 StVG, § 166 StVG, § 167 StVG, § 167a StVG Am 6.10.2016 fand eine von der Österreichischen Gesellschaft für Strafrecht und Kriminologie... Am 6.10.2016 fand eine von der Österreichischen Gesellschaft für Strafrecht und Kriminologie organisierte Veranstaltung zur Reform des Maßnahmenvollzugs nach § 21 StGB im Dachgeschoss des Juridicums in Wien statt. Unter der Leitung von ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gratz diskutierte eine hochkarätige Runde von Experten über bereits erfolgte und noch ausständige Entwicklungen in diesem Bereich. Die große Unbekannte: der vom Bundesministerium für Justiz ausgearbeitete Gesetzesentwurf, mit dem eine Neuregelung der freiheitsentziehenden Maßnahme nach § 21 StGB erfolgen soll. Volltext	AufsätzeJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 540–546
Arshinskiy, Mikhail | Janhsen, Christa | Mair, Karin | Müller, Shahanaz „Furtumque non facies“ – Und du sollst nicht stehlen
(Computer-)forensische Aspekte bei Untersuchungen des Missbrauchs von Immaterialgütern Wirtschaftsforensik, Diebstahl von Immaterialgütern, Computerforensik, Diebstahl geistigen Eigentums, Betriebsspionage, Immaterialgüterrechte, Missbrauch von Immaterialgütern, Beweisverwahrungskette (Chain of Custody), Immaterialgüter, data leakage, Legal-hold-Prozess, Informationsdiebstahl, Präventivmaßnahmen, tone from the top, Richtlinien, JST 2016, 540 Im Falle eines unbefugten Entzugs immaterieller Daten gelangen (computer-)forensische... Im Falle eines unbefugten Entzugs immaterieller Daten gelangen (computer-)forensische Analysemethoden unter Einhaltung der Beweisverwahrungskette zur Anwendung. Mit deren Hilfe können die (rechtswidrig) gesetzten Handlungen zeitnah nachvollzogen werden. Für das betroffene Unternehmen ist zudem wichtig, den aus dem Anlassfall entstandenen Schaden zu quantifizieren, da dies als Grundlage für die Einleitung rechtlicher Schritte fungiert. Ebenfalls sind präventive Maßnahmen unter Einbindung der Mitarbeiter zu setzen, welche das Bewusstsein hinsichtlich Daten und deren Schutz stärken. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 547–549
Berücksichtigung einer Tatprovokation
12 Os 5/16a, JST 2016, 547, JST-Slg 2016/60, § 281 Abs 1 Z 4 StPO, Art 6 EMRK Der Berücksichtigung einer Tatprovokation hätte nach der Entscheidung des EGMR zu... Der Berücksichtigung einer Tatprovokation hätte nach der Entscheidung des EGMR zu Furcht/Deutschland – aufgrund des Fehlens eines Verfolgungshindernisses zum relevanten Zeitpunkt – nur im Wege einer geeigneten – aus § 281 Abs 1 Z 4 StPO bewehrten – Antragstellung in der Hauptverhandlung, die Verwendung von Beweismitteln, die mit Hilfe der verdeckten polizeilichen Ermittlungen erlangt wurden, zu unterlassen, Rechnung getragen werden können. Eine derartige Antragstellung wäre dem Beschwerdeführer trotz der bis dahin in der Rechtsprechung vertretenen „Strafzumessungslösung“ auch zuzumuten gewesen: Dass grundrechtliche Maßstäbe eines fairen Verfahrens iS des Art 6 EMRK im Wege einer auf Anerkennung eines solchen Beweisverbots gerichteten Antragstellung Berücksichtigung finden können, ergibt sich bereits aus dem Gesetz selbst (vgl § 281 Abs 1 Z 4 StPO). Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 549–552
Zeder, Fritz Übermittlung des Formblatts zur Unterrichtung der verurteilten Person
9 Bs 12/16g, JST 2016, 549, JST-Slg 2016/61, § 41j EU-JZG Nach den Ausnahmen des § 41j EU-JZG gelten insb die Verfahrensbestimmungen in § 41a Abs 1 Z 3... Nach den Ausnahmen des § 41j EU-JZG gelten insb die Verfahrensbestimmungen in § 41a Abs 1 Z 3 und Abs 2 bis 8 EU-JZG für den Fall der Prüfung der Vollstreckung einer Freiheitsstrafe gegen einen österreichischen Staatsbürger nicht. Daraus folgt, dass nach dem Gesetzeswortlaut die in § 41a Abs 1 Z 4 EU-JZG normierte Übermittlung des Formblatts zur Unterrichtung der verurteilten Person nicht von der Ausnahmebestimmung umfasst ist. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 552–554
Baier, Marina | Soyer, Richard Auskunfterteilung über anhängige Strafverfahren gegen natürliche Personen
17 Bs 221/16y, JST 2016, 552, JST-Slg 2016/62, § 49 StPO, § 50 StPO, § 74 StPO, § 106 StPO, § 26 DSG, § 84 GOG, § 89m GOG Die Frage, ob ein Strafverfahren gegen eine konkrete Person anhängig ist, stellt sich... Die Frage, ob ein Strafverfahren gegen eine konkrete Person anhängig ist, stellt sich tagtäglich in vielen Fällen. Im gegenständlichen Fall wurde diese Anfrage von der Staatsanwaltschaft unter Verweis auf § 26 Abs 5 DSG beantwortet, dass „ha. dazu keine der Auskunftspflicht unterliegenden Daten verwendet werden“. Dadurch sah sich der Betroffene in seinem Recht auf Rechtsbelehrung aus § 50 StPO verletzt. Einspruch und Beschwerde wurde nicht Folge gegeben. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 555–556
Überlassen von Suchtgift, Additionseffekt, Zusammenrechnung von Teilmengen, tatbestandliche Handlungseinheit, Rechtsfehler mangels Feststellungen
11 Os 120/15d, JST 2016, 555, JST-Slg 2016/63, § 28a Abs 1 SMG, § 281 Abs 1 Z 10 StPO § 28a Abs 1 5. Fall SMG wird beim Überlassen mehrerer, die Grenzmenge für sich allein, wohl... § 28a Abs 1 5. Fall SMG wird beim Überlassen mehrerer, die Grenzmenge für sich allein, wohl aber in Summe überschreitenden Teilmengen nur dann verwirklicht, wenn von Vornherein die kontinuierliche Begehung und der daran geknüpfte Additionseffekt vom Willen des Angeklagten mitumfasst war. Nur dann liegt eine tatbestandliche Handlungseinheit im Sinne fortlaufender Verwirklichung vor.Ohne Feststellung eines derartigen Täterwillens können mehrere Einzelakte jeweils nur das Vergehen nach § 27 Abs 1 8. Fall SMG begründen. Ein Rechtsfehler mangels Feststellungen liegt jedoch dennoch nicht vor, wenn eine Analyse des Urteils bei näherem Hinsehen aus Sicht des Rechtsmittelgerichts die Beurteilung zulässt, dass die Tatrichter die entscheidenden Tatsachen feststellen wollten. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 556–556
Doppelverwertungsverbot, Vorverurteilung, Erschwerungsgrund, gewerbsmäßiger Suchtgifthandel
12 Os 149/15a, JST 2016, 556, JST-Slg 2016/64, § 28a Abs 1 SMG, § 28a Abs 2 Z 2 SMG, § 281 Abs 1 Z 11 StPO Wenn der Angeklagte in dem Vorurteil (§ 28a Abs 2 Z 2 SMG) nicht nur wegen einer Straftat nach... Wenn der Angeklagte in dem Vorurteil (§ 28a Abs 2 Z 2 SMG) nicht nur wegen einer Straftat nach § 28a Abs 1 SMG, sondern auch wegen des Vergehens der Vorbereitung von Suchtgifthandel nach § 28 Abs 1 1. und 2. Fall, Abs 3 SMG schuldig erkannt wurde, kann die Vorverurteilung ohne Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot bei der Strafzumessung als erschwerend gewertet werden. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 556–557
Besitz psychotroper Stoffe, Arzneimittel, Grenzmenge, Strafausschließungsgrund, Rechtsfehler mangels Feststellungen
14 Os 143/15h, JST 2016, 556, JST-Slg 2016/65, § 30 Abs 1 SMG, § 30 Abs 3 Z 1 SMG, § 281 Abs 1 Z 9a StPO Ein Schuldspruch nach § 30 Abs 1 SMG, der keine Feststellungen enthält, dass die... Ein Schuldspruch nach § 30 Abs 1 SMG, der keine Feststellungen enthält, dass die Wirkstoffmenge die Grenzmenge überstiegen hat, ist im Hinblick auf den Strafausschließungsgrund gem § 30 Abs 3 Z 1 SMG nichtig. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 557–558
Zulässigkeit einer Beschwerde nach Haftentlassung
33 Bs 252/16z, AZ 22 Bl 64/16a, JST 2016, 557, JST-Slg 2016/66, § 16 Abs 3 StVG, § 120 StVG, § 121 StVG, § 122 StVG, § 33 VwGG Eine der Bestimmung des § 33 VwGG nachempfundene Regelung ist den Verfahrensbestimmungen über... Eine der Bestimmung des § 33 VwGG nachempfundene Regelung ist den Verfahrensbestimmungen über das gerichtliche Beschwerdeverfahren nicht zu entnehmen. Auch eine analoge Anwendung scheidet aus (1).Auch nach Entlassung aus der Strafhaft ist der Verurteilte durch die Verhängung einer Ordnungsstrafe beschwert (2). Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 558–561
Vorläufiges Absehen vom Strafvollzug wegen Aufenthaltsverbotes: Einreise in das Bundesgebiet trotz aufrechten, aber zwischenzeitig unzulässigerweise unbefristeten Aufenthaltsverbots
33 Bs 81/16b, AZ 190 Bl 85/15b, Richtlinie 2008/115/EG, JST 2016, 558, JST-Slg 2016/67, § 133a StVG, § 60 FPG 2005, § 53 Abs 3 FPG idF idF FrÄG 2011 Bis zu deren Umsetzung – die Umsetzungsfrist lief gem Art 20 Abs 1 der RL 2008/115/EG bis... Bis zu deren Umsetzung – die Umsetzungsfrist lief gem Art 20 Abs 1 der RL 2008/115/EG bis 24.12.2010 – im Fremdenrechtsänderungsgesetz 2011 (FrÄG 2011) – das am 1.7.2011 in Kraft trat – war die Rückführungsrichtlinie 2008/115/EG bereits unmittelbar anwendbar. Mitgliedstaaten dürfen folglich einen Verstoß gegen ein Einreiseverbot, das in den Anwendungsbereich der RückführungsRL fällt, nicht strafrechtlich ahnden, wenn die Aufrechterhaltung der Wirkungen des Verbots nicht mit Art 11 Abs 2 dieser Richtlinie im Einklang steht. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 561–561
„Vermögenswerte“ und Verfall
14 Os 29/16w, (RS0130833), 14 Os 42/16g, JST 2016, 561, JST-Slg 2016/94, § 20 StGB Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 561–561
Zum Hoheitsakt beim Amtsmissbrauch
17 Os 34/15a, (RS0130809), JST 2016, 561, JST-Slg 2016/95, § 153 StGB, § 302 StGB Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 561–561
Wissentlichkeit und Verleumdung
17 Os 6/16k, (RS0130806), JST 2016, 561, JST-Slg 2016/96, § 297 StGB Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 561–561
Vorwurf der Verletzung von Dienstpflichten durch einen Vertragsbediensteten bei § 297 StGB nicht tatbildlich
17 Os 6/16k, (RS0130807), JST 2016, 561, JST-Slg 2016/97, § 297 StGB Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–562
Zum Wesen der öffentlichen Urkunde
17 Os 6/16k, (RS0130808), JST 2016, 562, JST-Slg 2016/98, § 224 StGB, § 228 StGB, § 311 StGB Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–562
Der Verzicht auf Neudurchführung der Hauptverhandlung gilt nicht für erst anzuberaumende weitere Verhandlungen
11 Os 14/16t, (RS0130725), JST 2016, 562, JST-Slg 2016/99, § 276a StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–562
Abweichungen bei der Urteilsverkündung – Reinheitsgehalt des Suchtgifts
15 Os 182/15a, (RS0130722), 15 Os 15/16v, JST 2016, 562, JST-Slg 2016/100, § 260 StPO, § 268 StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–562
Zur Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerde
14 Os 13/16t, (RS0130834), JST 2016, 562, JST-Slg 2016/101, § 282 Abs 2 StPO, § 285a StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–562
Keine Bindung des OGH an den Inhalt des Beratungsprotokolls
15 Os 182/15a, (RS0130724), 15 Os 15/16v, JST 2016, 562, JST-Slg 2016/102, § 268 StPO, § 272 StPO, § 285 StPO, § 286 StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 562–563
Abweichung des verkündeten Urteils von der Beschlussfassung des Schöffengerichts nur mit Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes bekämpfbar
15 Os 182/15a, (RS0130723), 15 Os 15/16v, JST 2016, 562, JST-Slg 2016/103, § 23 StPO, § 43 Abs 1 StPO, § 260 StPO, § 268 StPO, § 292 StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 563–563
Eine strafgerichtliche Festnahmeanordnung kann auch nur bei vorübergehender Ursächlichkeit für die Freiheitsentziehung grundrechtsrelevant sein
15 Os 56/16y, (RS0130795), JST 2016, 563, JST-Slg 2016/104, § 171 StPO, § 1 Abs 1 GRBG Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 563–563
Begründung von Anträgen auf Zulassung von Fragen an Zeugen
15 Os 31/16x, (RS0130796), JST 2016, 563, JST-Slg 2016/105, § 238 Abs 2 StPO, § 249 StPO Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 563–563
Kein Aufschub des Strafvollzugs gem § 39 Abs 1 SMG bei Subsumtion der Tat unter § 28a Abs
2 SMG und Strafbemessung im Rahmen des § 28a Abs 3 SMG
Gw 189/15z, JST 2016, 563, JST-Slg 2016/7, § 28a Abs 2 SMG, § 28a Abs 3 SMG, § 39 Abs 1 SMG Durch die Änderungen des § 39 Abs 1 SMG mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl I
111/2010)... Durch die Änderungen des § 39 Abs 1 SMG mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl I
111/2010) sollte – nach der klaren Intention des Gesetzgebers – die Gewährung eines
auf diese Bestimmung gestützten Strafaufschubes bei Verurteilungen wegen der
schwersten Fälle von Suchtgifthandel (§ 28a Abs 2, 4 und 5 SMG) ausgeschlossen
werden. Zweck dieser
Bestimmung ist es daher, bestimmte strafbare Handlungen (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO;
RIS-Justiz RS0116266) – unabhängig von der Höhe der nach dem in concreto zur
Anwendung gelangenden Strafrahmen verhängten Strafe – aus dem Anwendungsbereich des
§ 39 Abs 1 SMG auszunehmen.Von diesem Zweck des § 39 Abs 1 SMG ausgehend ist die genannte
Ausnahmebestimmung restriktiv auszulegen (zur Zulässigkeit – auch für den
Beschuldigten [Angeklagten bzw Verurteilten] nachteiliger – restriktiver
Gesetzesauslegung prozessualer Normen 12 Os 150/92).Der Aufschub des Vollzuges einer Freiheitsstrafe nach § 39 Abs 1 SMG, die wegen
einer unter § 28a Abs 2 SMG subsumierten Tat im Rahmen des § 28a Abs 3 SMG verhängt
wurde, scheidet daher aus. Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 564–565
Zeder, Fritz Vorabentscheidungsersuchen des BG Linz im Zivilverfahren der Peter Schotthöfer & Florian Steiner GbR gegen Eugen Adelsmayr, C-473/15
C-473/15, JST 2016, 564, JST-Slg 2016/8 Ist der in Art 18 AEUV verankerte Grundsatz der Nichtdiskriminierung dahingehend auszulegen,... Ist der in Art 18 AEUV verankerte Grundsatz der Nichtdiskriminierung dahingehend auszulegen, dass für den Fall, dass ein Mitgliedstaat in seiner Rechtsordnung eine Bestimmung wie Art 16 Abs 2 Deutsches Grundgesetz (GG) für die Bundesrepublik Deutschland verankert hat, welche ein Verbot der Auslieferung eigener Staatsangehöriger an Drittstaaten vorsieht, dies auch auf Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten anzuwenden ist, die sich im betreffenden Mitgliedstaat aufhalten?Sind Art 19 Abs 2 sowie Art 47 Charta der Grundrechte der Europäischen Union dahingehend auszulegen, dass ein Mitgliedstaat der Europäischen Union ein Auslieferungsersuchen eines Drittstaates betreffend einen auf dem Territorium des betreffenden Mitgliedstaates aufhältigen Unionsbürger abzulehnen hat, sofern das dem Auslieferungsersuchen zugrunde liegende Strafverfahren mitsamt Abwesenheitsurteil im Drittstaat nicht mit dem völkerrechtlichen Mindeststandard und den abdingbaren Grundsätzen der öffentlichen Ordnung der Union („ordre public“) sowie dem Grundsatz eines fairen Verfahrens vereinbar war?Ist schließlich der in Art 50 Charta der Grundrechte der Europäischen Union bzw durch die Rechtsprechung des Gerichtshofes geschützte Grundsatz des „ne bis in idem“ dahingehend auszulegen, dass für den Fall einer Erstverurteilung in einem Drittstaat und einer nachfolgenden Verfahrenseinstellung mangels tatsächlichen Grundes zur weiteren Verfolgung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union ein Hemmnis für die weitere Verfolgung durch den Drittstaat erwächst?Ist für den Fall der Bejahung einer der drei Fragen 1. bis 3. insbesondere Art 6 Charta der Grundrechte der Europäischen Union („Recht auf Freiheit“) dahingehend auszulegen, dass ein Unionsbürger im Falle eines Auslieferungsersuchens eines Drittstaates auch nicht in Auslieferungshaft genommen werden darf? Volltext	JudikaturJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 565–566
Zeder, Fritz Vorabentscheidungsersuchen des Landgerichts Berlin im Zivilverfahren des Romano Pisciotti gegen Bundesrepublik Deutschland, C-191/16
C-191/16, JST 2016, 565, JST-Slg 2016/9 1. a) Ist der Auslieferungsverkehr eines Mitgliedstaates mit einem Drittstaat eine Materie, die,... 1. a) Ist der Auslieferungsverkehr eines Mitgliedstaates mit einem Drittstaat eine Materie, die, unabhängig vom Einzelfall, nie in den sachlichen Anwendungsbereich der Verträge fällt, sodass das europarechtliche Diskriminierungsverbot aus Art 18 Abs 1 AEUV bei der (wortlautgetreuen) Anwendung einer verfassungsrechtlichen Norm (hier: Art 16 Abs 2 Satz 1 Deutsches Grundgesetz, GG), die nur die Auslieferung eigener Staatsangehöriger an Drittstaaten verbietet, nicht zu berücksichtigen ist?b) Falls diese Frage zu bejahen ist: Ist die Frage 1 anders zu beantworten, wenn der Auslieferungsverkehr eines Mitgliedstaates mit den Vereinigten Staaten von Amerika auf der Grundlage des Auslieferungsübereinkommens zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika betroffen ist?2. Soweit die Eröffnung des Anwendungsbereichs der Verträge im Hinblick auf den mitgliedstaatlichen Auslieferungsverkehr mit den Vereinigten Staaten von Amerika nicht von vornherein ausgeschlossen ist:Ist Art 18 Abs 1 AEUV und die dazu ergangene einschlägige Rechtsprechung des Gerichtshofs dahin auszulegen, dass ein Mitgliedstaat in ungerechtfertigter Weise gegen das Diskriminierungsverbot aus Art 18 Abs 1 AEUV verstößt, wenn er auf der Grundlage einer verfassungsrechtlichen Norm (hier: Art 16 Abs 2 Satz 1 GG) bei Auslieferungsersuchen von Drittstaaten eigene Staatsangehörige und Staatsangehörige anderer EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich behandelt, indem er nur letztere ausliefert?3. Falls in den vorbenannten Fällen ein Verstoß gegen das allgemeine Verbot der Diskriminierung aus Art 18 Abs 1 AEUV bejaht wird:Ist die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes dahin zu verstehen, dass in einem Fall wie dem vorliegendem, in dem der Bewilligung der Auslieferung durch die zuständige Behörde eine Rechtmäßigkeitskontrolle durch ein gerichtliches Verfahren zwingend vorausgeht, dessen Ergebnis die Behörde aber nur bindet, wenn die Auslieferung für unzulässig erklärt wird, ein qualifizierter Verstoß bereits bei einem einfachen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Art 18 Abs 1 AEUV vorliegen kann oder ist ein offenkundiger Verstoß erforderlich?4. Falls ein offenkundiger Verstoß nicht erforderlich ist:Ist die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes dahin auszulegen, dass ein hinreichend qualifizierter Verstoß in einem Fall wie dem vorliegenden bereits deshalb zu verneinen ist, wenn, bei fehlender Rechtsprechung des Gerichtshofes bezüglich der konkreten Fallkonstellation (hier: die sachliche Anwendbarkeit des allgemeinen Diskriminierungsverbots aus Art 18 Abs 1 AEUV im Bereich des mitgliedstaatlichen Auslieferungsverkehrs mit den Vereinigten Staaten von Amerika), die nationale Exekutivspitze zur Begründung ihrer Entscheidung auf die Konformität mit in derselben Sache zuvor ergangenen Entscheidungen nationaler Gerichte verweisen kann? Volltext	Zur ErinnerungJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 567–568
Nimmervoll, Rainer Zur Abschiebung eines Fremden bei gewährtem Strafaufschub
JST 2016, 567 Allein die Fremdenpolizeibehörde hat das Vorliegen der Voraussetzungen
für die Erlassung... Allein die Fremdenpolizeibehörde hat das Vorliegen der Voraussetzungen
für die Erlassung eines Aufenthaltsverbotes – nach fremdenrechtlichen
Kriterien – zu beurteilen. Eine gerichtliche Zuständigkeit besteht in diesem
Bereich nicht.Gem § 67 Abs 4 2. Satz FPG beginnt die festgesetzte Gültigkeitsdauer
eines Aufenthaltsverbots mit dem Eintritt seiner Durchsetzbarkeit zu laufen.
Nach § 70 Abs 1 2. Satz FPG ist der Eintritt der Durchsetzbarkeit für die
Dauer eines Freiheitsentzuges aufgeschoben, auf den wegen einer mit Strafe
bedrohten Handlung erkannt worden ist. Damit wollte der Gesetzgeber die
Hinausschiebung der Durchsetzbarkeit eines Aufenthaltsverbotes für die Dauer
eines dort genannten Freiheitsentzuges nicht nur für solche Fälle anordnen,
in denen sich der Fremde bei Erlassung des Aufenthaltsverbotes bereits in
Haft bzw im Maßnahmenvollzug befindet. Die Wendung „für die Dauer eines
Freiheitsentzuges aufgeschoben“ muss vielmehr dahin interpretiert werden,
dass die Durchsetzbarkeit eines Aufenthaltsverbotes auch in jenen Fällen
aufgeschoben wird, in denen über den Fremden aufgrund einer mit Strafe
bedrohten Handlung eine Freiheitsstrafe oder eine mit Freiheitsentziehung
verbundene vorbeugende Maßnahme unbedingt verhängt, aber – etwa aufgrund
eines Strafaufschubes – noch nicht (zur Gänze) vollzogen worden ist. Der
Zeitraum eines Strafaufschubes bzw Aufschubes der Maßnahme schiebt also die
Durchsetzbarkeit eines Aufenthaltsverbotes ebenso hinaus wie der Zeitraum
des Freiheitsentzuges. Die Durchsetzbarkeit eines erlassenen
Aufenthaltsverbotes ist daher bis zum Vollzug der über den Verurteilten
unbedingt verhängten Freiheitsstrafe bzw bis zu deren bedingter Nachsicht
aufgeschoben. Für diesen in der Zukunft liegenden Zeitpunkt des Eintritts
der Durchsetzbarkeit ist die Frage, ob im Grund des FPG ein
Aufenthaltsverbot erlassen werden darf, zu beurteilen.Dies gilt auch für die Gewährung eines Aufschubes des Strafvollzuges gem
§ 39 SMG. Wenn auch in solchen Fällen nach erfolgreicher
„gesundheitsbezogener Maßnahme“ (§ 11 Abs 2 SMG) die Freiheitsstrafe gem §
40 Abs 1 SMG bedingt nachzusehen ist, verliert ein derartiger Strafaufschub
nicht den Charakter der bloßen Aufschiebung einer (zunächst) unbedingt
verhängten Freiheitsstrafe. Gem § 39 Abs 1 SMG darf ein von der Durchführung
„gesundheitsbezogener Maßnahmen“ abhängiger Strafaufschub für die Dauer von
höchstens zwei Jahren gewährt werden. Nach Ablauf der Frist, für die der
Aufschub gewährt wurde (bzw in den Fällen des § 39 Abs [nunmehr:] 4 SMG
bereits früher), ist die Strafe zu vollziehen oder – bei erfolgreicher
Therapie – gem § 40 Abs 1 SMG bedingt nachzusehen. Dies bedeutet, dass die
Frage, ob im Grund des FPG ein Aufenthaltsverbot erlassen werden darf, bei
erfolgreicher Suchtgifttherapie des Verurteilten für den höchstens zwei
Jahre nach Gewährung des Vollzugsaufschubes liegenden Zeitpunkt der
bedingten Strafnachsicht, bei erfolgloser Therapie für den Zeitpunkt der
(für die Zukunft errechneten) Haftentlassung (ohne Berücksichtigung der
Möglichkeit einer vorzeitigen bedingten Entlassung), zu beurteilen
ist. Volltext	BuchbesprechungenJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 569–569
Sautner, Lyane Schwander, Das Opfer im Strafrecht. Grundlagen, Häusliche Gewalt, Zwangsheirat, Prostitution, Menschenhandel, Pornografie, Knabenbeschneidung, Weibliche Genitalverstümmelung, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Haupt Verlag, Bern 2015, gebunden, 399 Seiten, 60,70 Euro, ISBN 978-3-258-07933-2
JST 2016, 569 Marianne Schwander, die Autorin der Monografie „Das Opfer im Strafrecht“, ist Professorin... Marianne Schwander, die Autorin der Monografie „Das Opfer im Strafrecht“, ist Professorin für Recht an der Berner Fachhochschule, Fachbereich Soziale Arbeit, sowie Lehrbeauftragte am Departement für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern. Der erste Teil des Werkes (Seite 17–116) befasst sich mit der Stellung des Opfers im Strafrechtssystem, und zwar in den Straftheorien, im materiellen Strafrecht, im Strafprozessrecht sowie in der Kriminologie und Kriminalpolitik, wobei keine umfassende Erörterung der genannten Bereiche angestrebt wird (Seite 12 f), sondern deren kritische Beleuchtung aus einer Opferperspektive unter Einbeziehung von Überlegungen zum Sanktionsinteresse von Opfern. Die entsprechenden Ausführungen bleiben, obwohl sie zahlreiche Gesichtspunkte behandeln und miteinander verbinden, kompakt und eigenen sich auch für ein nicht-juristisches Zielpublikum.Der umfangreichere zweite Teil des Werkes (Seite 117–358) ist einer Auswahl kriminalpolitisch sensibler und nach wie vor hochaktueller Phänomene gewidmet: häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, Prostitution, Menschenhandel, Pornografie, Knabenbeschneidung und weiblicher Genitalverstümmelung. Diese Kapitel führen jeweils, jedoch ohne strengen Schematismus, sondern vielmehr der Sachlogik folgend in die Thematik ein, legen die sozialen Hintergründe der beschriebenen Phänomene offen und erörtern deren rechtliche Handhabung. Der Leser/Die Leserin erhält dadurch insb Aufschluss über das schweizerische Straf- und Strafprozessrecht, über teilweise unterschiedliche kantonale Regelungen, darüber hinausgehend aber auch über weitere opferrelevante Bereiche der schweizerischen Rechtsordnung sowie über internationale Rechtsakte, so dass ein umfassendes Bild der behandelten Bereiche entsteht. Immer wieder erörtert die Autorin kritisch die Frage, ob das Strafrecht die richtige Antwort auf die beschriebenen Phänomene ist. Aus österreichischer Perspektive ist das gegenständliche Werk als wertvolles Instrument eines Rechtsvergleiches zu empfehlen, ist doch die (straf-)rechtliche Handhabung der beschriebenen Phänomene auch in Österreich immer wieder neu zu überdenken. Volltext	BuchbesprechungenJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 569–572
Bockemühl, Jan | Moringer, Wolfgang Heinrich, Konfliktverteidigung im Strafprozess, Verlag C.H. Beck oHG, München 2016, gebunden, 218 Seiten, 65 Euro, ISBN 978-3-406-68818-8
JST 2016, 569 I. Das Ergebnis sei vorweggenommen: Heinrichs Konfliktverteidigung muss man nicht lesen.... I. Das Ergebnis sei vorweggenommen: Heinrichs Konfliktverteidigung muss man nicht lesen. Dennoch, manche Dinge sind wichtiger durch das was sie auslösen, als durch das was sie sind. Auslöser war Heinrichs Arbeit dafür, dass beim Niederschreiben dieser Zeilen drei Bücher auf meinem Schreibtisch liegen. Das eine eben Heinrichs Konfliktverteidigung, die zwei anderen schenkte mir Jan Bockemühl, nachdem ich ihn gefragt hatte, ob wir die Rezension nicht gemeinsam machen könnten. Die Begegnung mit diesen beiden Büchern halte ich für wichtiger als die mit Heinrichs Werk. Davon weiter unten.Zur Zeit meiner Frage an Bockemühl ging ich noch davon aus, dass die Praxis der Konfliktverteidigung, die Heinrich beschreibt, wenn schon in Österreich nicht erkennbar, so doch in Deutschland eine wichtige Rolle spielt. Letzteres schien mir durch einen Blick ins Inhaltverzeichnis indiziert. Aus ihm ergibt sich, dass die Konfliktverteidigung in Deutschland ausführliche Überlegungen darüber notwendig zu machen scheint, ob und wann Konfliktverteidigung als Strafschärfungsgrund herangezogen werden kann (Kapitel 16), ob sie nach Beendigung des Verfahrens Mitteilungen an die Rechtsanwaltskammer bzw Kürzungen der (Pflichtverteidiger-)Vergütung erforderlich macht oder gar zivilrechtliche Schadenersatzansprüche begründen kann (alles Kapitel 17).Das, was Heinrich dem Begriff Konfliktverteidigung subsumiert, hat mit der österreichischen Verfahrenswirklichkeit wenig gemein. Das zeigen schon die drei Fälle, die der Autor seinem Kapitel 2 als Einführung voranstellt. In einem Fall vergingen 27 Hauptverhandlungstage, bevor die Anklage verlesen werden konnte. Im nächsten verhinderte die Verteidigung unter Inanspruchnahme eines von ihr behaupteten „prozessualen Notwehrrechts“ knappe drei Stunden lang die Durchführung der Hauptverhandlung. Vom Gericht war ihr die Zeit nicht eingeräumt worden, die sie benötigte, um eine Beschwerde begründen zu können. Daraufhin verließ sie die Verhandlung und formulierte die Beschwerde. Im dritten und letzten Beispiel waren sieben Verhandlungstage von der Verteidigung ausschließlich dazu benutzt worden, einen Befangenheitsantrag gegen die BerufsrichterInnen vorzutragen. Volltext	BuchbesprechungenJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 572–573
Bockemühl, Jan Jungfer, Strafverteidigung – Annäherung an einen Beruf, Lit Verlag, Berlin – Münster – Wien – Zürich – London 2016, gebunden, 250 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-643-13480-6
JST 2016, 572 Lassen Sie mich das Ergebnis vorwegnehmen: Gerhard Jungfers „Strafverteidigung – Annäherung... Lassen Sie mich das Ergebnis vorwegnehmen: Gerhard Jungfers „Strafverteidigung – Annäherung an einen Beruf“ muss man lesen! Mehr noch: Es sollte für jeden auf dem Gebiet der Strafverteidigung tätigen Kollegen zur Pflichtlektüre gehören!„Strafverteidigung lebt aus der Liebe zur Freiheit.“ Diesen Satz stellt Gerhard Jungfer an den Beginn seines Buches und „verspricht“, dass der „Geist dieser Worte“ sich an vielen Stellen des Buches wiederfinden wird (Einführung). Aber der Reihe nach: Bevor Jungfer das „Wort erhält“, wird das in der von Thomas Vormbaum herausgegebenen Reihe „Rechtsgeschichte und Rechtsgeschehen“ erschienene Buch von einem sehr persönlichen Vorwort von Thomas Röth und von drei Geleitworten von Marcus Mollnau, Martin Rubbert und Ingo Müller sehr passend eingeführt.Das Buch gliedert sich in vier Kapitel. Neben der Geschichte (I.), der Psychologie der Strafverteidigung (II.) und Grundfragen (III.) schließt Gerhard Jungfer mit einem Kapitel Nachdenklichkeit (IV.). Volltext	PersonenverzeichnisJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 574–574
JST 2016, 574 Univ.-Prof. Dr. Alois Birklbauer, Dr. Rainer J. Nimmervoll, RA Univ.-Prof. Dr. Richard Soyer,... Univ.-Prof. Dr. Alois Birklbauer, Dr. Rainer J. Nimmervoll, RA Univ.-Prof. Dr. Richard Soyer, Hon.-Prof. Dr. Fritz Zeder, D.E.A. Volltext	PersonenverzeichnisJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 574–574
JST 2016, 574 Dr. Ingrid Mitgutsch Dr. Ingrid Mitgutsch Volltext	PersonenverzeichnisJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 574–575
JST 2016, 574 Mag. (FH) Mikhail Arshinskiy, MSc., FRM, Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Beclin, Mag. Christa... Mag. (FH) Mikhail Arshinskiy, MSc., FRM, Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Beclin, Mag. Christa Janhsen, WP, StB, Mag. Shahanaz Müller, B.A., Mag. Klaus Priechenfried, Mag. phil. Andreas Raffeiner, Dr. Lukas Staffler, PhD, RA Mag.a Dr.in Stefanie Steiner, LL.M., MMag. Monika Stempkowski Volltext	PersonenverzeichnisJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 576–576
JST 2016, 576 Mag. Alexander Bauer, Mag. Benedikt Fuchs, Univ.-Prof. Dr. Christian Grafl, WP/StB MMag. Dr.... Mag. Alexander Bauer, Mag. Benedikt Fuchs, Univ.-Prof. Dr. Christian Grafl, WP/StB MMag. Dr. Bernhard Gröhs, LL.M., Dr. Walter Hammerschick, RA Mag. René Haumer LL.M., StA Mag. Teresa Hauser, Univ.-Prof. Dr. Hubert Hinterhofer, StB Dr. Christian Huber, Hon.-Prof. Dr. Udo Jesionek, RA Dr. Roland Kier, Mag. Karin Mair, CFE, HR Dr. Babek Peter Oshidari, Univ.-Prof. Dr. Katharina Pabel, Mag. Klaus Priechenfried, Dr. Stefan Schumann Assessoriuris, Univ.-Prof. Dr. Klaus Schwaighofer, RAin Dr.in Alexia Stuefer, ao. Univ.-Prof. Dr. Alexander Tipold Volltext	VeranstaltungstippsJST 2016/6, Jahrgang 2016, Heft 6, S. 576–576
JST 2016, 576 Geldwäscherei erkennen und abwehren
TOPAKTUELL: Prüfpraxis der FMA16. Jänner 2017, 9.00... Geldwäscherei erkennen und abwehren
TOPAKTUELL: Prüfpraxis der FMA16. Jänner 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr
www.ars.atWirtschaftsstrafrecht in Unternehmen
Was ist verboten? Wie handelt man richtig?28. Februar 2017, 9.00 bis 17.00 Uhr
www.ars.atWorkshop: Verkürzungsdelikte §§ 33-39 FinStrG
Interaktive Erarbeitung anhand relevanter Praxisfälle21. März 2017, 13.00 bis 17.00 Uhr
www.ars.at Volltext	Fachgebiete