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Timestamp: 2016-10-22 23:40:42
Document Index: 102468965

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 59', 'Art. 132', 'e contrario', 'Art. 268', 'Art. 84', 'in dubio', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 6', 'in dubio', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 269', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 1', 'Art. 8', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 1', 'Art. 8', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 19']

6P.250/2006 (06.07.2007)
Strafverfahren; Willk�r (Art. 9 BV),
Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 2 lit. c SVG),
X.________ wird vorgeworfen, in den Jahren 1998 bis und mit 2004 in Murten und an verschiedenen Orten durch Anbau, An- und Verkauf von Hanf gegen des Bundesgesetz �ber die Bet�ubungsmittel (BetmG, SR 812.121) verstossen zu haben. Dazu wurde er am 18. September 1998 erstmals von der Kantonspolizei Freiburg einvernommen. Anl�sslich dieser Einvernahme gab er zu Protokoll, dass das von ihm produzierte Hanfkraut in jenem Jahr auf den Gehalt von THC (Delta-Tetrahydrocannabinol) untersucht worden sei und die Analysen Werte zwischen 0.6% bis 0.9% bzw. 1.4% ergeben h�tten. Die Analysen der von X.________ erhaltenen Muster von Hanfprodukten durch das Institut f�r Rechtsmedizin der Universit�t Bern (nachfolgend IRM) ergaben gem�ss dessen Bericht vom 10. November 1998 (p. 5002) einen THC-Gehalt von 1% (f�r getrocknete Hanfbl�ten), 3% (f�r Bl�tentabakersatz), 4% (f�r Hanftee), 5% (f�r Bl�ten von Hanfpflanzen) bzw. 11% (f�r gemahlenen Hanf). Es folgten weitere Einvernahmen durch die Kantonspolizei Freiburg und Wallis und etliche Beschlagnahmungen von Hanfprodukten durch die Kantonspolizei Freiburg. Mit Urteil vom 23. Mai 2000 wurde X.________ vom Kantonsgericht Wallis wegen Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu einer bedingt vollziehbaren Gef�ngnisstrafe von einem Monat verurteilt. Das "Institut de Police Scientifique et de Criminologie" (nachfolgend IPSC) lieferte am 16. August 2000 einen Schlussbericht (p. 5045 ff.) bez�glich des THC-Gehaltes des beschlagnahmten Hanfs ab. Die Analysen von 52 Proben ergaben f�r 26 Proben THC-Gehalte von 0.02% bis 0.28% und f�r weitere 26 Proben THC-Gehalte von 0.35% bis 37.1%. Dabei wiesen die Bl�ten bzw. der Hanftee �berwiegend THC-Werte zwischen 0.35% bis 0.8% auf. Bei den 26 Proben mit THC-Gehalten von weniger als 0.3% handelte es sich vor allem um Bl�tter und St�ngel. Gem�ss dem Bericht des IPSC vom 16. August 2000 wiesen 10 dieser 26 Proben unter Ber�cksichtigung der THC-S�ure, die sich durch Erhitzung etwa beim Rauchen in THC umwandelt, THC-Werte von �ber 0.3% auf. Weitere Analysen durch das IRM ergaben gem�ss dem Bericht vom 24. September 2002 (p. 5064 ff.) f�r insgesamt 70 Proben THC-Werte von weniger als 0.1% bis hin zu 35%. Der im Laden angebotene Hanftee wies �berwiegend THC-Werte von �ber 0.3% (bis 1.5%) auf. Die vor allem im Keller gelagerten Hanfbl�ten hatten einen THC-Gehalt von rund 2% bis 12%. Weitere Analysen des IRM von Hanfpflanzen und Hanfbl�ten ergaben gem�ss den Berichten vom 26. September 2002 (p. 5070), 2. Oktober 2002 (p. 5075), 11. Dezember 2002 (p. 5083) und vom 19. Dezember 2002 (p. 5087) THC-Gehalte von weniger als 0.1% bis 21%.
Der Beschwerdef�hrer erzielte durch den Handel mit Hanfprodukten in den Jahren 1998 bis 2002 stetig steigende Ums�tze im Gesamtbetrag von insgesamt rund 5.7 Millionen Franken und einen Gewinn von insgesamt rund Franken 482'000.--.
Mit Verf�gung des Untersuchungsrichters vom Kanton Freiburg vom 28. April 2004 wurde X.________ an das Strafgericht des Seebezirks des Kantons Freiburg �berwiesen. Das Verfahren betreffend die Widerhandlungen in den Jahren 2003 und 2004 wurde zwecks weiterer Sachverhaltsabkl�rung an den Untersuchungsrichter zur�ckgewiesen.
Das Strafgericht des Seebezirks verurteilte X.________ am 24. August 2005 wegen gewerbsm�ssigen Handels mit Hanfprodukten gem�ss Art. 19 Ziff. 1 und 2 lit. c BetmG zu 29 Monaten Gef�ngnis, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 23 Tagen. Die Strafe wurde als Gesamtstrafe ausgef�llt, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts Wallis vom 23. Mai 2000, wobei der in diesem Entscheid gew�hrte bedingte Vollzug betreffend die Gef�ngnisstrafe von einem Monat widerrufen wurde. X.________ wurde zudem gest�tzt auf Art. 59 Ziff. 2 aStGB verpflichtet, dem Staat Freiburg Fr. 150'000.-- als Ersatzforderung zu bezahlen. Die beschlagnahmten Bet�ubungsmittel wurden eingezogen und vernichtet, die beschlagnahmten Verm�genswerte wurden eingezogen und verfielen unter Anrechnung an die Ersatzforderung dem Staat Freiburg.
Mit Eingabe vom 4. November 2005 reichte X.________ beim Strafappellationshof des Kantonsgerichts Freiburg Berufung ein. Dieser best�tigte mit Urteil vom 13. November 2006 den erstinstanzlichen Entscheid.
X.________ f�hrt staatsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeitsbeschwerde mit den Antr�gen, das Urteil des Strafappellationshofes sei aufzuheben und den Beschwerden sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 12. Februar 2007 die Abweisung der Beschwerden und die Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung. Mit Pr�sidialverf�gung vom 14. Februar 2007 wurde den beiden Beschwerden die aufschiebende Wirkung erteilt.
Das angefochtene Urteil ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 �ber das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) am 1. Januar 2007 ergangen. Auf die dagegen erhobenen Rechtsmittel ist daher noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG e contrario), hier somit dasjenige der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde nach Art. 268 ff. BStP und der staatsrechtlichen Beschwerde gem�ss Art. 84 ff. OG.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh�r sowie eine Verletzung der Maxime "in dubio pro reo" als Beweisw�rdigungsregel. Die Feststellung des Strafappellationshofes, dass der gr�sste Teil des verkauften Hanfes als Bet�ubungsmittel verwendet werden konnte, sei willk�rlich. Der Strafappellationshof habe im angefochtenen Urteil nicht begr�ndet, weshalb er die Analyseergebnisse des IRM und nicht diejenigen des IPSC als massgebend erachtet habe. In Anwendung der Maxime "in dubio pro reo" h�tte von dem f�r ihn g�nstigeren Sachverhalt ausgegangen werden m�ssen. Die Feststellung des Strafappellationshofes, die Ergebnisse des IPSC liessen sich unter anderem dadurch erkl�ren, dass dieses Institut auch THC-arme Abf�lle sowie Gemische aus St�ngeln und Bl�ttern analysiert habe, sei falsch. Aus dem Bericht des IPSC ergebe sich, dass auch dieses Institut nur die Hanfbl�ten analysiert habe. Das angefochtene Urteil gehe zudem davon aus, dass auch die THC-S�ure ber�cksichtigt werden m�sse, aufgrund welcher das IPSC zum Schluss gekommen sei, dass zehn weitere Proben THC-Werte von mehr als 0.3% aufwiesen. Die Erh�hung des THC-Wertes unter Ber�cksichtigung der THC-S�ure sei jedoch wissenschaftlich nicht fundiert und nicht durch anerkannte Experimente belegt. Ausserdem lege die Verordnung (EWG) Nr. 1164/89 fest, dass das Pflanzenmaterial f�r die Bestimmung des Delta-9-THC-Anteils im Ofen bei einer Temperatur bis zu 40� C getrocknet werden m�sse. Gem�ss dem Anhang des Berichtes des IPSC seien die Hanfproben des Beschwerdef�hrers indessen w�hrend 120 Minuten bei 80� C erhitzt worden, wodurch mehr THC-S�ure freigesetzt worden sei, was einen h�heren THC-Gehalt ergeben habe.
2.2 Art. 9 BV gew�hrleistet den Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Auf dem Gebiet der Beweisw�rdigung ist die Kognition des Bundesgerichts im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde auf Willk�r beschr�nkt. Willk�r in der Beweisw�rdigung liegt vor, wenn die Beh�rde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41).
Aus der in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Unschuldsvermutung wird die Rechtsregel "in dubio pro reo" abgeleitet. Dieser Grundsatz besagt als Beweisw�rdigungsregel, dass sich der Strafrichter nicht von einem f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalt �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver W�rdigung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter den Angeklagten f�r schuldig erkl�rt, obschon er an dessen Schuld h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind allerdings bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Sicherheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40 f., mit Hinweisen).
2.3 Das Strafgericht hat sich "auf die vom IRM und dem IPSC vorgenommenen Analysen" gest�tzt (Urteil des Strafgerichts S. 14). Der Strafappellationshof h�lt seinerseits fest, dass das IRM jeweils den Gesamt-THC-Gehalt nach der HPLC-Methode, das IPSC hingegen einzig den Delta-9-Gehalt nach der Methode der Gaschromatographie gemessen habe. Auch aufgrund dieser unterschiedlichen Messmethoden liessen sich die unterschiedlichen Resultate erkl�ren (angefochtenes Urteil S. 6).
Der Strafappellationshof hat zudem erwogen, die Analysen des Hanfs und die ermittelten THC-Gehalte seien jedoch nur ein Beweismittel unter anderem. Auch andere Elemente k�nnten darauf hinweisen, dass der angebaute und verkaufte Hanf als Bet�ubungsmittel verwendet worden sei. Der Strafappellationshof ist zum Schluss gekommen, aufgrund der gesamten Umst�nde sei deshalb selbst bei unterschiedlichen Messmethoden davon auszugehen, dass der "gr�sste Teil" des vom Beschwerdef�hrer gehandelten Hanfs "als Bet�ubungsmittel verwendet werden konnte"; dies gelte auch f�r den Hanf aus den Erntejahren, in denen keine separate Analyse gemacht worden sei. Der objektive Tatbestand von Art. 19 BetmG sei somit erf�llt (angefochtenes Urteil S. 7).
Mit diesen Erw�gungen hat der Strafappellationshof begr�ndet, weshalb aus den Ergebnissen der Analysen des IPSC entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers nicht der Schluss gezogen werden muss, dass mindestens die H�lfte des vom Beschwerdef�hrer umgesetzten Hanfs nicht als Bet�ubungsmittel im Sinne von Art. 19 BetmG zu qualifizieren sei. Von einer Verletzung der Begr�ndungspflicht kann somit keine Rede sein. Soweit die Schlussfolgerung des Strafappellationshofes, wonach der gr�sste Teil des umgesetzen Hanfs als Bet�ubungsmittel im Sinne von Art. 19 BetmG zu qualifizieren ist, auf einer W�rdigung der Ergebnisse der mehreren Analysen des IRM und des IPSC beruht, ist diese nicht willk�rlich. Zu den auf rechtlichen �berlegungen beruhenden genannten Schlussfolgerungen ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erw�gungen zur Nichtigkeitsbeschwerde Stellung zu nehmen. Aus den Ergebnissen der mehreren Analysen des IRM und des IPSC sowie den im angefochtenen Urteil genannten Umst�nden kann ohne Willk�r der Schluss gezogen werden, dass der �berwiegende Teil der vom Beschwerdef�hrer in den Jahren 1998 bis 2002 umgesetzten Hanfprodukte einen THC-Gehalt von - teilweise deutlich - �ber 0.3% aufwies. Wie der Strafappellationshof willk�rfrei festh�lt, hat das IPSC - entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers - im Unterschied zum IRM nicht nur Bl�ten, sondern auch Abf�lle, verschimmelte Bl�ten, Gemische aus Bl�ttern oder St�ngeln analysiert, was weitgehend die erheblich unter 0.3% THC-Gehalt liegenden Analyseergebnisse bei 26 von 52 Proben erkl�rt. Bei diesen 26 Proben, deren Analysen THC-Werte von deutlich unter 0.3% ergaben, handelt es sich vorwiegend um Proben, die St�ngel und/oder Bl�tter, oder gerade keine Bl�ten enthielten (siehe kantonale Akten p. 5045 ff.), weshalb es insoweit gar keine Bl�ten zu analysieren gab. Soweit eine Probe - insgesamt sechs - neben Bl�ten auch Bl�tter und/oder St�ngel enthielt, wurden allerdings gem�ss einer Bemerkung im Bericht des IPSC, auf die sich der Beschwerdef�hrer offenbar bezieht, einzig die Bl�ten analysiert. Der THC-Gehalt der gesamten Proben wurde aufgrund der Verh�ltnisse des Gewichts der Bl�tenteile zum Gewicht der gesamten Probe ermittelt. Damit wurden die THC-Gehalte der nicht in Bl�ten bestehenden Bestandteile der Proben v�llig vernachl�ssigt. Dies wirkt sich zugunsten des Beschwerdef�hrers aus, da - wie auch im Bericht des IPSC vermutet wird - die THC-Gehalte dieser insgesamt sechs Proben in Tat und Wahrheit h�her waren als die im Bericht (kantonale Akten p. 5045 ff.) in der �ussersten rechten Spalte angegebenen Werte. Zudem wiesen 10 von diesen 26 Proben THC-Werte von �ber 0.3% auf, wenn nach der willk�rfreien Auffassung des Strafappellationshofes ber�cksichtigt wird, dass durch Erhitzung etwa beim Rauchen THC-S�ure in THC umgewandelt wird (siehe dazu angefochtenes Urteil S. 6 f.).
2.4 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der Strafappellationshof habe den Vorsatz in Bezug auf das Tatbestandsmerkmal "zur Bet�ubungsmittelgewinnung" willk�rlich bejaht. Ob unter den gegebenen Umst�nden der Vorsatz des Beschwerdef�hrers zu bejahen ist, ist eine Rechtsfrage, die im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde zu beurteilen ist.
Am 1. Januar 2007 ist der revidierte Allgemeine Teil des Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Die neuen Bestimmungen sind hier aber noch nicht von Bedeutung, da das Bundesgericht im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde nur pr�ft, ob das kantonale Gericht das eidgen�ssische Recht richtig angewendet hat (Art. 269 Abs. 1 BStP), mithin das Recht, welches im Zeitpunkt der Ausf�llung des angefochtenen Urteils noch gegolten hat (BGE 129 IV 49 E. 5.3 S. 51 f.).
Der Beschwerdef�hrer macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe durch seine Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, begangen durch Handel mit Hanfkraut, Art. 8 Abs. 1 lit. d sowie Art. 19 Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. c BetmG verletzt. Er kritisiert den vom Bundesgericht in BGE 126 IV 158 festgelegten Grenzwert von 0.3% THC-Gehalt. Ein Hanfkraut entfalte beim Rauchen erst bei einem Grenzwert von 9% Delta 9-THC oder mehr eine psychoaktive Wirkung. Massgebendes objektives Kriterium f�r die Qualifikation von Hanf als Bet�ubungsmittel sei somit nicht der allgemeine THC-Gehalt, sondern lediglich ein Teil davon, n�mlich Delta 9-THC. Es sei unzul�ssig, aus den gesamten Umst�nden den Schluss zu ziehen, dass die von ihm umgesetzten Hanfprodukte zur Bet�ubungsmittelgewinnung gedient h�tten und er insoweit mit Vorsatz gehandelt habe. Selbst wenn aber mit der Vorinstanz ein THC-Grenzwert von 0.3% als massgebend erachtet werde, m�sse das angefochtene Urteil aufgehoben werden. Denn unter der genannten Voraussetzung sei davon auszugehen, dass h�chstens die H�lfte der von ihm angebauten und umgesetzten Hanfprodukte als Bet�ubungsmittel im Sinne von Art. 19 BetmG zu qualifizieren sei, weshalb die Strafe von 29 Monaten Gef�ngnis und die Ersatzforderung von Fr. 150'000.-- herabzusetzen seien.
4.2 Hanfkraut geh�rt zu den Bet�ubungsmitteln im Sinne des Bet�ubungsmittelgesetzes (Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG). Hanfkraut zur Bet�ubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Dr�senhaare (Haschisch) darf nicht angebaut, eingef�hrt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden (Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG). Wer unbefugt alkaloidhaltige Pflanzen oder Hanfkraut zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln anbaut oder in Verkehr bringt, wird, wenn er die Tat vors�tzlich begeht, mit Gef�ngnis oder mit Busse bestraft. In schweren F�llen ist die Strafe Zuchthaus oder Gef�ngnis nicht unter einem Jahr, womit eine Busse bis zu 1 Million Franken verbunden werden kann (Art. 19 Ziff. 1 BetmG). Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der T�ter durch gewerbsm�ssigen Handel einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt (Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts k�nnen die THC-Grenzwerte aus der Gesetzgebung zu den Lebensmitteln und zur Landwirtschaft als Massstab daf�r dienen, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Bet�ubungsmittel gelten muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht in Verkehr gebracht werden darf. Diese Grenzwerte betragen bei Industriehanf 0.3% THC-Gehalt und bei Hanf in Lebensmitteln 0.005% THC-Gehalt (BGE 126 IV 198 E. 1 S. 200; nach wie vor a.M. Albrecht, St�mpflis Handkommentar, 2.A., Art. 19-28 BetmG, Art. 19, N 118). Zwar sind sowohl Hanfkraut zur industriellen Nutzung (sog. "Industriehanf") als auch Hanfkraut zur Bet�ubungsmittelgewinnung (sog. "Drogenhanf") Bet�ubungsmittel im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG. Verboten und strafbar ist aber nur der Umgang mit Letzterem (Fingerhuth/Tschurr, Kommentar zum Bet�ubungsmittelgesetz, 2. Auflage, Z�rich 2007, Art. 8 BetmG, N 18). Der Wert von 0.3% THC-Gehalt stellt nach der Rechtsprechung zwar ein wichtiges und griffiges Indiz f�r die Abgrenzung dar, doch ist er zur Erf�llung des Tatbestandes von Art. 19 BetmG nicht unbedingt erforderlich (Urteil 6S.415/2001 vom 18. September 2001, E. 4a). Hanfkraut mit einem THC-Gehalt von weniger als 0.3% gilt als ungeeignet zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln, sofern aus den Umst�nden des Anbaus und der weiteren Verwendung nicht das Gegenteil hervorgeht. Andererseits gilt Hanf, dessen THC-Gehalt den Grenzwert �berschreitet, als geeignet zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln (Urteil 6S.387/2001 vom 7. August 2001, E. 3a). Ein THC-Gehalt von mindestens 0.3% ist somit nicht objektives Tatbestandsmerkmal von Art. 19 BetmG. Massgebend ist vielmehr, ob das Hanfkraut zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln dient. Dies kann sich auch bei einem unbekannten bzw. unter 0.3% liegenden THC-Gehalt aus den gesamten Umst�nden ergeben (Urteil 6S. 363/2001 vom 27. Juni 2001, E. 1b; Urteil 6S.718/2001 vom 12. November 2002, E.4). Andererseits ist der Umgang mit Hanfkraut mit einem THC-Gehalt von �ber 0.3% nicht zwingend, sondern nur unter der Voraussetzung strafbar, dass das Hanfkraut tats�chlich zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln gedient hat (BGE 130 IV 83 E. 1.1. S. 86). Subjektiv gen�gt zur Erf�llung des Tatbestandes Eventualvorsatz dann, wenn der Grenzwert von 0.3% THC-Gehalt �berschritten ist (BGE 126 IV 198 E. 2 S. 201; teilweise a.M. Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., Art. 19 BetmG, N 20 und N 29; nach wie vor a.M. Albrecht, a.a.O., Art. 19, N 123). An dieser Rechtsprechung zum Grenzwert von 0.3% THC-Gehalt und dessen Bedeutung ist entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers festzuhalten.
4.3 Die erste Instanz st�tzte sich auf die vom IRM und vom IPSC vorgenommenen Analysen (erstinstanzliches Urteil S. 14 E. 3.1. am Ende). Sie ging aufgrund der gleichbleibenden Verkaufspreise und des anhaltend guten Absatzes davon aus, dass auch der Hanf aus den Erntejahren, in welchen keine separate Analyse gemacht worden ist, "zumindest teilweise einen THC-Gehalt von mehr als 0.3% aufgewiesen hat" (erstinstanzliches Urteil S. 14 E. 3.2). Die erste Instanz hielt es "demzufolge aufgrund der Umst�nde f�r erstellt", dass der Beschwerdef�hrer "durch den Verkauf seines Hanfs in den Jahren 1998 bis 2002 den objektiven Tatbestand von Art. 19 BetmG erf�llt hat, insoweit die Analysen einen THC-Gehalt von mehr als 0.3% ergeben haben" (erstinstanzliches Urteil S. 14 E. 3.3). Zum subjektiven Tatbestand f�hrte die erste Instanz unter anderem aus, der Beschwerdef�hrer habe aufgrund der Analyseresultate des IRM und des IPSC gewusst, "dass der gr�sste Teil seine Hanfs einen THC-Gehalt von mehr als 0.3% aufgewiesen hat" (erstinstanzliches Urteil S. 15 E. 4.1). Der Beschwerdef�hrer habe, wie sich aus verschiedenen Umst�nden ergebe, "zumindest mit Eventualvorsatz in Kauf genommen..., dass sein Hanf zu Bet�ubungsmittelzwecken missbraucht wird". Zu diesen Umst�nden geh�rt nach den Ausf�hrungen der ersten Instanz , dass der Beschwerdef�hrer nach seinen eigenen Aussagen die Hanfprodukte nur an Personen �ber 18 Jahren verkaufte, dass er von den Kunden schriftliche Best�tigungen verlangte, wonach sie die Hanfprodukte nicht als Bet�ubungsmittel verwendeten, dass der Umsatz j�hrlich anstieg, was daf�r spreche, dass die Ware gleichwertig geblieben sei und den Anspr�chen der vorwiegend jungen Kunden gen�gt habe (erstinstanzliches Urteil S. 15 E. 4.2 und E. 4.3). Zusammenfassend hielt die erste Instanz fest, der Beschwerdef�hrer habe in der Zeit zwischen 1998 und 2002 den Tatbestand der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. c BetmG objektiv und subjektiv erf�llt (erstinstanzliches Urteil S. 15 E. 5). Bei der Strafzumessung ber�cksichtigte die erste Instanz vor allem das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, das angesichts des erzielten Umsatzes von �ber 5 Mio. Franken und der Dauer der deliktischen T�tigkeit von 1998 bis 2002 erheblich sei (erstinstanzliches Urteil S. 17 E. 3.1 und S. 18 E. 5.3).
Die Vorinstanz f�hrt aus, die Analyse des Hanfs und der ermittelte THC-Gehalt seien nur ein Beweismittel unter anderen. Auch andere Elemente k�nnten darauf hinweisen, dass der angebaute und verkaufte Hanf als Bet�ubungsmittel verwendet worden sei. So k�nne nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der objektive Tatbestand von Art. 19 BetmG anhand der gesamten Umst�nde als erf�llt erachtet werden, namentlich wenn erwiesen sei, dass der verkaufte Hanf als Bet�ubungsmittel konsumiert worden sei, wenn der Verk�ufer seine Kunden auf die Strafbarkeit des Konsums von Hanf als Bet�ubungsmittel hingewiesen habe oder wenn die Kunden Entlastungsschreiben unterzeichnen mussten (angefochtenes Urteil S. 6 E. 2a). Bezogen auf den konkreten Fall h�lt die Vorinstanz fest, dass der Hanf in kleinen Mengen von 20 bis 100 Gramm verkauft worden sei, der Verkaufspreis �ber den gesamten Zeitraum ann�hernd gleich hoch geblieben und der Absatz gut gewesen sei. Es sei unbestritten, dass ein Teil des vom Beschwerdef�hrer verkauften Hanfs eher schwach gewesen sei; unbestritten sei aber auch, dass zahlreiche Sorten von abgepackten Hanfbl�ten einen THC-Gehalt von 10% und mehr aufgewiesen h�tten. Zudem sei erwiesen, dass der gekaufte Hanf zumindest teilweise als Bet�ubungsmittel konsumiert worden sei, dass die Kunden schriftlich best�tigen mussten, den Hanf nicht als Bet�ubungsmittel zu verwenden und dass der Beschwerdef�hrer die Kunden auf die Straflosigkeit des Eigenkonsums von Bet�ubungsmitteln in geringf�gigen Mengen hingewiesen habe. Aufgrund der gesamten Umst�nde sei deshalb selbst bei unterschiedlichen Messmethoden davon auszugehen, dass "der gr�sste Teil" des vom Beschwerdef�hrer gehandelten Hanfs "als Bet�ubungsmittel verwendet werden konnte" (angefochtenes Urteil S. 7 E. 2c). Somit sei der Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG und in Anbetracht des erzielten Umsatzes von �ber 5.7 Mio. Franken der qualifizierte Tatbestand gem�ss Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG objektiv erf�llt. Den Vorsatz bejaht die Vorinstanz unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Erw�gungen. Erg�nzend f�hrt sie unter anderem aus, der Beschwerdef�hrer habe anl�sslich seiner ersten Einvernahme vom 18. September 1998 selber ausgesagt, dass die Analysen seines Hanfs THC-Werte von 0.6% bis 1.4% ergeben h�tten (angefochtenes Urteil S. 8 f. E. 3b). Zum Einwand des Beschwerdef�hrers, dass er h�chstens mit der H�lfte des von ihm verkauften Hanfs gegen das Bet�ubungsmittelgesetz verstossen habe, weshalb die Freiheitsstrafe und die Ersatzforderung entsprechend zu reduzieren seien, h�lt die Vorinstanz fest, sie habe angesichts der Best�tigung des massgebenden Sachverhalts sowie des erstinstanzlichen Schuldspruchs keine Veranlassung, die Strafe neu festzusetzen, zumal sie bei der �berpr�fung der Strafzumessung eine gewisse Zur�ckhaltung �be, da es in erster Linie Aufgabe des erstinstanzlichen Richters sei, eine angemessene Strafe auszusprechen (angefochtenes Urteil S. 9 E. 4a).
Die Erw�gungen der kantonalen Instanzen zum Schuldpunkt st�tzen sich auf die Aussagen des Beschwerdef�hrers und stehen im Wesentlichen im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern auf der Grundlage dieser Rechtsprechung (die seines Erachtens allerdings ge�ndert werden sollte) seine Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 und Ziff. 2 lit. c BetmG) gegen Bundesrecht verstosse.
4.4 Die kantonalen Instanzen legen dem Beschwerdef�hrer den erzielten Umsatz von insgesamt 5.7 Mio. Franken straferh�hend zur Last, obschon sie offensichtlich davon ausgehen, dass nicht alle, sondern nur "der gr�sste Teil" der von ihm umgesetzten Hanfprodukte als Bet�ubungsmittel im Sinne von Art. 19 BetmG zu qualifizieren sind. Darin liegt ein gewisser Widerspruch. Aus dem angefochtenen Urteil geht sodann nicht klar hervor, ob nach der Auffassung der Vorinstanz "der gr�sste Teil" des vom Beschwerdef�hrer umgesetzten Hanfs einen THC-Gehalt von �ber 0.3% aufgewiesen (so offenbar die erste Instanz, siehe erstinstanzliches Urteil S. 15 E. 4.1 am Ende) oder ob dieser "gr�sste Teil" des umgesetzten Hanfs auch Hanfprodukte erfasst, deren THC-Gehalt m�glicherweise geringf�gig unter 0.3% lag, aber gleichwohl unter Ber�cksichtigung der gesamten Umst�nde als Hanfkraut zur Bet�ubungsmittelgewinnung zu qualifizieren ist. Diese gewissen Ungereimtheiten verm�gen indessen das angefochtene Urteil im Ergebnis nicht zu ersch�ttern. Entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers kann keine Rede davon sein, dass er nur in Bezug auf die H�lfte der umgesetzten Hanfprodukte den Tatbestand von Art. 19 BetmG erf�llt habe. Der Beschwerdef�hrer scheint diese Ansicht auf die Tatsache zu st�tzen, dass gem�ss dem Bericht des IPSC vom 16. August 2000 26 der insgesamt 52 analysierten Proben THC-Gehalte von weniger als 0.3% aufwiesen. Indessen wiesen 10 dieser 26 Proben gem�ss dem Bericht des IPSC unter Ber�cksichtigung der THC-S�ure THC-Gehalte von �ber 0.3% auf und betrafen diese 26 Proben - wie aus der Auflistung im Bericht des IPSC ersichtlich ist - �berwiegend Bl�tter und St�ngel. Die Bl�ten bzw. die Hanftees, welche der Beschwerdef�hrer nach seiner eigenen Darstellung fast ausschliesslich verkaufte, hatten auch gem�ss dem Bericht des IPSC ganz �berwiegend einen THC-Gehalt von �ber 0.3%. Der Beschwerdef�hrer hat somit zwar nicht den gesamten Umsatz von total rund 5.7 Mio. Franken, aber doch immerhin den �berwiegenden Teil davon durch den Handel mit Hanfprodukten erzielt, die angesichts ihrer THC-Gehalte zur Gewinnung von Bet�ubungsmitteln dienten, was er angesichts der ihm bekannten Umst�nde in Kauf nahm. Der vom Beschwerdef�hrer durch tatbestandsm�ssigen Handel erzielte Umsatz entspricht rund dem 40 bis 50fachen des Umsatzes von Fr. 100'000.--, bei dem nach der Rechtsprechung (BGE 129 IV 188 E. 3.1.3. S. 192) bereits ein schwerer Fall vorliegt, f�r welchen Art. 19 BetmG Zuchthaus oder Gef�ngnis nicht unter einem Jahr androht. Daher verst�sst die von der ersten Instanz ausgef�llte und von der Vorinstanz best�tigte Gef�ngnisstrafe von 29 Monaten nicht gegen Bundesrecht. In Anbetracht des vom Beschwerdef�hrer durch den Verkauf von Hanfprodukten in den Jahren 1998 bis 2002 erzielten Gewinns von insgesamt rund Fr. 480'000.--, der jedenfalls zum �berwiegenden Teil durch tatbestandsm�ssigen Bet�ubungsmittelhandel erlangt wurde, verst�sst auch die Ersatzforderung im Betrag von Fr. 150'000.-- nicht gegen Bundesrecht.