Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%203/84
Timestamp: 2020-08-04 00:18:35
Document Index: 110060346

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'Art. 14', 'BGH', '§ 839', '§ 839', '§ 839', '§ 839', 'BGH', '§ 50', 'Art. 34', 'Art. 34', '§ 40', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.06.1985 - III ZR 3/84 - dejure.org
https://dejure.org/1985,440
BGH, 10.06.1985 - III ZR 3/84 (https://dejure.org/1985,440)
BGH, Entscheidung vom 10.06.1985 - III ZR 3/84 (https://dejure.org/1985,440)
BGH, Entscheidung vom 10. Juni 1985 - III ZR 3/84 (https://dejure.org/1985,440)
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Entschädigungsanspruch - Enteignender Charakter - Rechtskraft
Zur Vorfragenkompetenz und Bindung der Zivilgerichte bei Enteignungsentschädigungen
BFernStrG § 8 a; GG Art. 14 Abs. 3 S. 4
BGHZ 95, 28
NJW 1985, 3025
DVBl 1985, 1133
Diese Auffassung wird überwiegend auch im Schrifttum vertreten (…Papier in MünchKomm zum BGB, 2. Aufl. 1986, § 839 Rn. 328;… RGRK/Kreft, BGB, 12. Aufl. 1980/89, § 839 Rn. 579;… Staudinger/Schäfer, BGB, 12. Aufl. 1986 Rn. 492;… Erman/Küchenhoff, BGB, 8. Aufl. 1989, § 839 Rn. 48;… Palandt/Thomas, BGB, 49. Aufl. 1990, § 839 Anm. 13; Papier, Anm. zu dem Senatsurteil vom 10. Juni 1985 - III ZR 3/84 (BGHZ 95, 28) = JZ 1986, 180, 183;… Wolff/Bachof, Verwaltungsrecht I, 9. Aufl. 1974, § 50 I c;… Bender, Staatshaftungsrecht, 3. Aufl. 1981, Rn. 901;… Jesch, Die Bindung des Zivilrichters an Verwaltungsakte, 1956, S. 141 ff, 150;… Stein/Jonas/Schumann, ZPO, 20. Aufl. 1984, Einleitung Rn. 560;… Dagtoglou in Bonner Kommentar zum Grundgesetz (Zweitbearbeitung), Art. 34 Rn. 364, 369;… Papier in Maunz/Dürig, Kommentar zum Grundgesetz, Art. 34 Rn. 311;… Eyermann/Fröhler, VwGO, 9. Aufl. 1988, § 40 Rn. 36, 38;… Ossenbühl, Staatshaftungsrecht, 3. Aufl. 1983, S. 71 f; Schmitt DVBl 1978, 973, 976 f, 981; Tiedau MDR 1954, 267; Bachof SJZ 1949, 377, 389; 1950, 161, 166; JZ 1952, 211; vgl. auch Haueisen NJW 1952, 913, 914 f).
An verwaltungsgerichtliche Entscheidungen, die die Rechtmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit der in Rede stehenden Maßnahme rechtskräftig feststellen, ist das Zivilgericht gebunden (st. Rspr. vgl. nur Senat BGHZ 95, 28, 35 m.w.N.).
Schon in seinem Urteil vom 10. Juni 1985 (III ZR 3/84 - BGHZ 95, 28, 37 = JZ 1986, 180, 183 m. Anm. Papier) hatte der Senat ausgesprochen, falls dem betroffenen Eigentümer Entschädigungsansprüche entsprechend § 17 Abs. 6 Satz 4 FStrG (a.F.) wegen nachträglich eingetretener und nicht vorhersehbarer Wirkungen des Straßenausbauvorhabens zustehen sollten, bedürften derartige Ansprüche einer Vorabentscheidung durch die Planfeststellungsbehörde und daher könne der Eigentümer insoweit die Zivilgerichte (wegen Entschädigungsansprüchen von enteignungsrechtlicher Qualität) nicht anrufen (dies freilich vor dem Hintergrund, daß bereits ein rechtskräftiges, die Zivilgerichte bindendes verwaltungsgerichtliches Urteil vorlag, das den Planfeststellungsbeschluß für rechtmäßig erklärt hatte).
a) Zwar ist, damit die planerische Abwägung nicht defizitär bleibt, über die Entschädigung wegen eines enteignenden Eingriffs dem Grunde nach grundsätzlich schon im straßenrechtlichen Planfeststellungsbeschluß zu entscheiden, wenn dem betroffenen Eigentümer für den Straßenbau kein Gelände entzogen wird, die planerisch zugelassene Nutzung aber Lärmimmissionen hervorruft, die die enteignungsrechtliche Zumutbarkeitsschwelle überschreiten (BVerwGE 61, 295, 303 f. [BVerwG 23.01.1981 - 4 C 4/78]; 306 [BVerwG 23.01.1981 - 4 C 4/78]m. w. Nachw.; Korbmacher DÖV 1982, 517, 526 f.; Bender DVBl 1984, 301, 312;… Kodal/Krämer aaO Kap. 34 Rn. 22.51; Kastner DVBl 1982, 669, 670;… Papier, in: Maunz/Dürig aaO Art. 14 Rn. 397; vgl. auch Senatsurteil vom 10. Juni 1985 BGHZ 95, 28).
Es ist auch zulässig, im Planfeststellungsbeschluß eine Entschädigung dem Grunde nach zuzuerkennen unter dem Vorbehalt, daß sich ein unterstellter Schaden im Entschädigungsverfahren als enteignungsrechtlich relevante Einbuße nachweisen läßt (BVerwGE 61, 295, 306 [BVerwG 23.01.1981 - 4 C 4/78]; Senatsurteil vom 10. Juni 1985 aaO).
Über die Höhe der Entschädigung ist im Entschädigungsverfahren zu befinden (BVerwG NJW 1981, 1000, 1001 [BVerwG 05.12.1980 - 4 C 28/77]; Senatsurteil vom 10. Juni 1985 aaO).
Zwar sind die Zivilgerichte wegen der Gleichwertigkeit der Gerichtszweige an ein verwaltungs- oder sozialgerichtliches Urteil, das die Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes bejaht und deshalb aus sachlichen Gründen eine Anfechtungs-, Verpflichtungs-, Leistungs- oder Feststellungsklage abweist, im Rahmen seiner Rechtskraftwirkung gebunden (st. Rspr.; vgl. BGHZ 77, 338, 341; 90, 4, 12; 93, 87, 91; 95, 28, 35).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) sind die Zivilgerichte im Rahmen der Rechtskraftwirkung an ein verwaltungs- oder sozialgerichtliches Urteil gebunden, das die Wirksamkeit und Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes bejaht und deshalb aus sachlichen Gründen eine Anfechtungs-, Verpflichtungs-, Leistungs- oder Feststellungsklage abweist (BGHZ 103, 242, 245 = NJW 1988, 1776 unter Hinweis auf BGHZ 77, 338, 341; 90, 4, 12; 93, 87, 91; 95, 28, 35).
BVerwG, 14.01.2004 - 7 PKH 5.03
Restitutionsantrag; Berechtigter; Verfügungsberechtigter; einvernehmliche …
OLG Düsseldorf, 23.12.2003 - U (Kart) 22/02
OLG Düsseldorf, 23.12.2003 - U (Kart) 24/02