Source: http://kindesmisshandlung-loslassen.info/rechtsanwalt-rechtliche-grundlagen-ra/verjaehrung-kindesmisshandlung/
Timestamp: 2017-08-18 01:07:52
Document Index: 233776690

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 174', '§ 182', '§ 225', '§ 225', '§ 223', '§ 224', '§ 224', '§ 13', '§ 174', '§ 78', '§ 176', '§ 174', '§ 225', '§ 224', '§ 78', '§ 176', '§225', '§225', '§ 177', '§ 176']

Verjährung Kindesmisshandlung - Rechtliche Grundlagen - Kindesmisshandlung
Die Verjährung Kindesmisshandlung beginnt in Deutschland bei Straftaten gegenüber Kindern erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres zu laufen und richtet sich nach der Höhe des Strafmaßes. Je nachdem welchen Straftatbestand die Eltern verwirklicht haben, kommen unterschiedliche Verjährungsfristen in Betracht. Liegt die Höhe des Strafmaßes bei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, würde die Verjährungsfrist bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres betragen.
Bei Straftatbeständen mit einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren beträgt die Verjährungsfrist bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres des Kindes.
Welche Straftaten gegenüber Kindern sind das
Nicht alle Straftaten gegenüber Kindern haben eine Verjährungshemmung. Es gibt auch Straftaten die der regulären Verjährungsfrist unterliegen. Wenn also die Eltern das fünfjährige Kind schlagen, kann es unter Umständen auch verjährt sein, wenn das Kind zehn Jahre geworden ist.
§ 78b StGB (Strafgesetzbuch) Update: Gesetzesänderung vom 10. November 2016 26. November 2015 27. Januar 2015; siehe auch vorherige Gesetzesfassungen
1. bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers bei Straftaten nach den §§ 174 bis 174c, 176 bis 178, 180 Absatz 3, §§ 182, 225, 226a und 237
Diese (Neu-)Regelung gilt seit 2015. Die Gründe sind offensichtlich, da ein Kind kaum überblicken kann, was für Rechte es hat, und sich der Sache erst Jahre später bewusst wird, was die Täter (meistens die Eltern) mit ihm gemacht haben.
Wie sollte eine Strafanzeige gestellt werden
Wir empfehlen die Strafanzeige nicht bei der Polizei zu stellen. Die Polizei könnte wichtige Hinweise filtern, so dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen wird. Stattdessen sollte direkt bei der Staatsanwaltschaft die Strafanzeige gestellt werden. Wichtig ist, es müssen die Straftatbestände verwirklicht werden. Demnach muss die Strafanzeige so gestellt werden, dass der Tatbestand verwirklicht wird. Weist die Strafanzeige Mängel auf, wird das Verfahren eingestellt.
Bsp. Formulierungen zur Verwirklichung des Tatbestandes:
Allerdings führt der Tatbestand Misshandlung von Schutzbefohlenen ein Schattendasein (98 Verurteilungen im Jahr 2010). Die praktische Handhabung scheitert einerseits in der gegenüber der (einfachen) Körperverletzung komplexen Tatbestandsgestaltung, andererseits an den Beweisproblemen, die sich aus den gesteigerten Tatbestandsanforderungen ergeben. Leider ist § 225 StGB vom Gesetzgeber unbrauchbar für die gerichtliche Praxis formuliert wurden, sodass höchstwahrscheinlich die Eltern freigesprochen werden. Zwar bestraft § 225 StGB neben dem Eingriff in die körperliche Integrität auch die seelische Grausamkeit, verlangt auf der inneren Tatbestandsseite aber eine Böswilligkeit bei der Vernachlässigung bzw. eine gefühllose Gesinnung. Der Nachweis wird sich nur in seltenen Fällen sicher führen lassen, sodass die Gerichte erkennbar auf die übrigen Körperverletzungsdelikte zurückgreifen.
Zusätzlich sollte beantragt werden, einen Verfahrens Anwalt als Nebenkläger einzuschalten. Dies ist vor allem in diesen Bereichen sehr sinnvoll. Die Staatsanwaltschaft und auch die Verteidigung werden vielleicht einen Deal eingehen, der die Eltern freikaufen wird. Traurig aber wahr. Da es dem Kind um die Wiederherstellung der Gerechtigkeit geht, und eine finanzielle Entschädigung im strafrechtlichen Bereich nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, sollte dann der Rechtsanwalt als Nebenkläger Rechtsmitteln gegen ein ungerechtes Urteil einlegen.
Neben den dem strafrechtlichen Bereich, können im zivilrechtlichen Bereich dann Schadensersatzansprüche gegenüber den Eltern geltend gemacht werden. Die entgangene Lebensfreude zählt auch unter Schmerzensgeld. Dies muss dann in einem gesonderten Verfahren geltend gemacht werden. Auf die Möglichkeit des zwei in eins Verfahren sollte verzichtet werden. A wird der Strafrichter sich nicht mit zivilrechtlichen Schadensersatz Anspruchsnormen kompetent auskennen. Und B könnte dies tatsächlich an seine Grenzen stoßen.
Schlussbetrachtung Verjährung Kindesmisshandlung
Die Verjährung Kindesmisshandlung ist also nur auf wenige Straftatbestände gehemmt worden. Dazu müssen die Eltern schon wirklich gute Arbeit geleistet haben um dies zu verwirklichen. Keiner sollte sich einreden lassen es sei schon verjährt, oder es wird sowieso nichts bringen, oder man sollte in die Zukunft schauen. Wer es nicht versucht hat schon verloren und du möchtest zu den Gewinnern gehören. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung einer genommenen Zukunft.
12.08.2015 um Uhr
meine frage beläuft sich darauf hin, ich bin mittlerweile fast 50 jahre alt.
50 % schwerbehindert u.a. wegen missbrauch und misshandlungen in der kindheit.
in wie weit ist es mir heute noch möglcih meinen vater für die grausamkeiten an meiner person haftbar zu machen.
ich war damals 13 jahre alt und bin u.a. wegen dieser misshandlungen anfang der 80ziger ins heim gekommen.
es ist vieles noch aktenkundig.
oder könnte ich überhaupt noch etwas tun?
13.08.2015 um Uhr
Claudia Guzmann
erst seit 1994 kennt der Gesetzgeber (und das damals auch nur) bei Sexualdelikten gegenüber Kindern eine Verjährungshemmung. Nach der alten Fassung begann die Verjährung mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Spätestens mit Vollendung des 28. Lebensjahres würde es verjährt sein.
In den 80er Jahren gab es noch keine Verjährungshemmung. Demnach würde spätestens zehn Jahren nach der Tat die Verjährung eingetreten sein.
Für dich gereift leider die alte Fassung. Die neue Fassung gilt ab 2015. Und selbst nach der neuen Fassung würde die Tat deines (juristischen) Vaters mit Vollendung deines 40. Lebensjahres verjährt sein. Das Verfahrenshindernis der Verjährung steht demnach der Strafverfolgung entgegen.
Aber auch wenn es nicht verjährt sein würde, ist das Strafmaß welches in der Praxis für die Täter (meistens die Eltern) verhängt wird so gering, dass diese Gesetze lediglich Symbolcharakter haben.
Trotzdem möchte man nur ein Stückchen Gerechtigkeit widerfahren bekommen. Dies ist völlig verständlich, doch Gerechtigkeit gibt‘s im Jenseits hier auf Erden gibt‘s das Recht.
Noch im Jahr 2014 begann die Verjährung mit Vollendung des 21. Lebensjahres.
Seit 2015 heißt es nunmehr die Verjährung beginnt mit Vollendung des 30. Lebensjahres.
Mittlerweile gibt es für Kindesmisshandlung (im weiteren Sinne) absolut keine Toleranz mehr. Die Gesellschaft ist sensibilisiert worden und der Gesetzgeber ist aus dem Winterschlaf erwacht.
21.08.2016 um Uhr
Durch aus kannst du noch was tun, es kommt aber auf die Art der Kindesmisshandlung an. Die sexuellegewalt hat keine Verjährung.
19.10.2015 um Uhr
Ich bin 25 Jahre alt und habe vor 5 Jahren alles aufgearbeitet und erst zu dieser Zeit ist mir bewusst geworden was mein Erzeuger mit mir gemacht.
Immer wenn er mit mir überfordert war hat er mich geschlagen anfangs war es Tatsächlich nur ein *Klaps* später war es der Kochlöffeln, mit dieses hat er Teilweise auf mich eingeschlagen bis er gebrochen ist, bis hin zum Hausschuh. Auch in anderen Punkten war er mehr als ein schlechter Vater, aber das erfüllt keinerlei Straftatbestände die mich betreffen.
Ich habe einen Zeugen aus dieser Zeit mein Onkel und meine Oma. Mein Onkel der etwa im gleichen Alter ist als ich, hat das alles mitbekommen, weil er ebenfalls von meinem Onkel geschlagen wurde.
Meine Oma hat das alles mitbekommen hat aber nichts dagegen unternommen damals, weil sie Angst hatte das mein Vater ihr die Enkelkinder wegnehmen könnte. Bei meiner 2. Oma hat er genau das getan.
Ich kämpfe seit Jahren mit mir, warum hat mein Vater das getan? Was ich falsch gemacht habe?ob ich ihn wirklich Anzeigen soll?
Vielleicht können sie mir sagen ob ich da überhaupt eine Chance habe das er Verurteil wird?
da die Verjährungshemmung für dich nicht greift, kannst du dich nur auf die Straftatbestände der Körperverletzung §§ 223 ff. StGB berufen.
Die einfache Körperverletzung verjährt nach fünf Jahren. Wenn die letzte Körperverletzung mehr als fünf Jahre zurückliegt, würde das Verfahrenshindernis der Verjährung entgegenstehen.
Die gefährliche Körperverletzung verjährt nach zehn Jahren.
Jedoch muss dein Erzeuger ein Qualifikationsmerkmal des § 224 I Nrn. 1-5 StGB erfüllt haben.
Ob ein Kochlöffel als gefährliches Werkzeug angesehen werden kann, ist jedoch fraglich, da der Gesetzgeber eine Vergleichbarkeit mit der Gefährlichkeit einer Waffe fordert, was wiederum zu einer restriktiven Auslegung führt.
Der benagelte Bergschuh und der Marschstiefel am Fuß wurde vom Gericht als gefährliches Werkzeuge eingestuft, ein Kochlöffel jedoch nicht.
Als Auffangtatbestand käme noch § 224 I Nr. 5 StGB in Betracht: Mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung. Wenn die Begehungsweise nach den Umständen des konkreten Falles bei objektiver Betrachtung generell (abstrakt) geeignet ist, das Opfer in Lebensgefahr zu bringen. Eine wirkliche (konkrete) Gefahr muss nicht eintreten.
Dies wird jedoch ebenfalls mit einem Kochlöffel nicht erfüllt.
Du kannst jedoch alle Vorfälle, die deiner Meinung nach die gefährliche Körperverletzung verwirklicht haben an die Staatsanwaltschaft schicken.
Bzgl. der Zeugen, kannst du auch ohne deinen Onkel und deiner Oma Strafanzeige stellen. Im Strafverfahren kann auch der Geschädigte als Zeuge vernommen werden. Sollte dies rauskommen, würde sich deine Oma jedoch auch strafbar gemacht haben, da sie als Garantin (§ 13 StGB) verpflichtet gewesen war die Körperverletzung abzuwenden.
Du selbst hast nichts falsch gemacht. Kinder geben sich die Schuld dafür, dass sie von ihren Eltern geschlagen werden. Die Schuldunfähigkeit der Kinder wird jedoch unwiderlegbar vermutet. Als Erwachsener können wir lernen uns aus dem kindlichen Ich zu lösen, die Übeltäter anzuklagen und nicht uns selbst.
22.10.2015 um Uhr
Eine sehr ernüchternde Antwort ich werde meinen Erzeuger nicht belangen können. Auch wenn es mir vielleicht nichts gebracht hätte aber einfach zu sehen das mein Erzeuger nicht machen kann was er will und ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren, für die körperlichen und auch geistigen Schäden die er mir angetan hat.
09.12.2015 um Uhr
Hallo, auch ich hätte eine Frage. Von 2004-2010 haben wir beim damaligen Freund meiner Mutter gewohnt. Meine Brüder damals 5 wurden fast täglich geschlagen,auf sie wurde eingetreten und einmal mussten sie über 2 Stunden auf einem Holzscheitel knien. Ich und meine (10,14,15)Schwester wurden von ihm sexuell belästigt, angefasst bzw geküsst.
Natürlich blieben auch psychische Schäden.
Wie sieht denn da die Rechtslage aus? Danke
es kommt darauf an, ob Straftatbestände die nicht der regulären Verjährung unterliegen verwirklicht worden sind.
Schau dir mal die §§ 174, 176, 225 StGB an.
Insbesondere wenn sexuelle Handlungen vorgenommen worden sind, eröffnet sich dieser Weg für euch.
Eine sexuelle Handlung setzt jedoch voraus, dass sie bereits durch ihr äußeres Erscheinungsbild objektiv für das allgemeine Verständnis die Sexualbezogenheit erkennen lässt.
Die sexuelle Handlung muss erheblich gewesen sein. Dies ist der Fall, wenn die Handlung einen Grad erreicht, dass sie einen sozial nicht mehr hinnehmbaren Eingriff auf die sexuelle Selbstbestimmung darstellt. Bloß anstößige Verhaltensweisen scheiden daher aus.
Psychische Verletzungen werden nicht bestraft. Es sei denn, sie äußern sich in körperlichen Symptomen (wie z.B. Zittern etc.).
19.01.2016 um Uhr
DzudemL
wie ist es bei einem der heute 22 ist und von seinem 4 bis zum 14 lebensjahr in zimmer gesperrt wurde 2 bis drei jahre davon im Bade zimmer beinah verhungert wäre geschlagen und sexxuell mistbraucht wurde. also eigendlich einer der keine kindheit hatte und heute mit denn problemen kämmpft. also es ist vieles passiert in den jahren möchte hier aber jetzt nicht alles schreiben.
ich möchte nur wissen ab wann sowas verjährt ist und würde sich eine anzeige lohnen
bzw würde ein terapie helfen ??
wenn du 1994 geboren bist, ereigneten sich die Straftaten im Zeitraum von 1998 – 2008.
§ 78b StGB alte Fassung [a.F.] vom 1. April 1998 sieht eine Verjährungshemmung für die §§ 176 bis 179 StGB
und seit 1. April 2004 auch für die §§ 174 bis 174c StGB vor.
Die Verjährung würde nach der a.F. mit der Vollendung deines achtzehnten Lebensjahres beginnen.
Es gibt einige Sexualdelikte die eine Verjährungsfrist von fünf andere wiederum von zehn Jahren haben.
Mit Vollendung deines 23. Lebensjahres würden einige Sexualstrafdelikte verjährt sein.
Wenn im Zeitraum von 2006 – 2008 § 225 StGB verwirklicht wurde, würde dies der regulären Verjährungsfrist von zehn Jahren unterfallen.
Wenn du fast verhungert wärst, stellt dies einen versuchten Mord dar.
Du solltest ausführlich den Strafverfolgungsbehörden schildern, was sich zu jenem Zeitraum abgespielt hatte.
Sicherlich solltest du deiner Gesundheit wegen dir helfen lassen und eine Klinik aufsuchen.
Schöpfe alle dir zur Verfügung stehenden Mitteln vollständig aus.
01.02.2016 um Uhr
Hallo, ich würde gerne wissen, wie es bei mir aussehen würde.
Ich wurde 1989 geboren und befand mich seit 1996 weit über 10 Jahre in einem Kinderheim. Seit 14.01.2016 steht nun die Diagnose atypischer Autismu fest. II’m Kinderheim wurde ich, wenn ich mich nicht ordnungsgemäß verhielt oder gar aufgrund eines Overloads austillte, gerne folgendes gemacht:
Mit Gewalt in die dusche gezerrt, festgehalten und mit kaltem Wasser abgeduscht.
Im Winter barfuß in den Schnee rausgeschickt.
An den Haaren oder den Füßen, je nach dem, was gerade leichter greifbar war, Treppen hoch oder runter gezogen. Sogar scharfkantige Steintreppen.
Hallo Manu891,
leider ist es so, dass der Staat Kinder nicht ausreichend schützt.
Immer wieder kommen Fälle zum Vorschein, in denen selbst Mitarbeiter staatlicher Institutionen die Kinder misshandeln und das Über-/Unterordnungsverhältnis dabei missbrauchen.
Zivilrechtlich können Ansprüche auf Schmerzensgeld auch nach Jahren mit Erfolg geltend gemacht werden. Diese sind nämlich dann nicht verjährt, wenn der Geschädigte in Folge einer posttraumatischen Störung die Tat komplett verdrängt hat. Denn dann fehlt die für den Beginn der Verjährung erforderliche Kenntnis des Geschädigten.
Im Strafrecht sieht das jedoch anders aus. Die Verjährung beginnt mit Beendigung der Tat.
Du schilderst mehrere Körperverletzungen, die an deiner Person verübt worden sind.
Wenn §§ 224, 226 StGB verwirklicht worden sind, beträgt die Verjährungsfrist zehn Jahre.
Somit kommen nur noch Taten infrage, die sich nach 2006 ereignet haben.
Auch wenn es vermutlich nicht das ist, was du hören wolltest, hoffe ich dir geholfen zu haben.
Da kann man dann leider nichts machen, ich danke Ihnen dennoch herzlich für die schnelle Antwort.
04.02.2016 um Uhr
Hallo ich bin 14 jahre alt und habe mal eine Frage. Nachdem meine Mutti sich von unserem Erzeuger getrennt hat haben wir ihr erzählt was er alles gemacht hat wenn sie arbeiten also nicht da war. Das er uns immer gehauen hat wir das ist auch mein Bruder immer auf unsere 2 kleinen Geschwister aufpassen mussten und wenn die mist gemacht haben haben wir die traesche bekommen. Was können wir machen damit er bestraft wird?
es ist sehr mutig sich in jungen Jahren mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.
Du brauchst dir aber später keine Vorwürfe zu machen, nicht rechtzeitig etwas unternommen zu haben.
Schreibe alles ausführlich auf, was dein Erzeuger dir angetan hat. Benenne Datum, Ort und eventuelle Zeugen der Tathandlung.
Es besteht die Möglichkeit die Strafanzeige auch online zu stellen.
Schreibe, dass du der Polizei und dem Rechtssystem vertraust, dass dein Erzeuger dafür bestraft wird.
26.02.2016 um Uhr
Ich ringe seit Jahren mit mir was ich tun soll.
Ich bin 25, als ich ca 12/13 war hatte meine Mutter einen einiges jüngeren Freund. Dieser hat sich anfangs immer nur ein wenig näher an mich gesetzt als es vielleicht normal ist. Irgendwann habe ich im Schwimmbad bemerkt das er mich beim schwimmen zwischen den Beinen betatscht hat, das ganze wurde mit der zeit immer mehr. Beim toben hat er sich auf mich geworfen und zum Schluss hat er sich wenn meine Mama mal nicht da war sogar in mein Bett gelegt und mich unten herum befummelt.
Ich habe mich damals meiner Cousine anvertraut und die hat es ihrer Mutter gesagt. Diese hat bei der Polizei ihre Bedenken geäußert und der Typ wurde überprüft. Dabei kam raus der er Kinderpornos auf seinem Rechner hatte. Ich habe mich nie getraut ihn anzuzeigen.
Leider belastet mich das bis heute sehr. Ich frage mich nur ob ich überhaupt eine Chance hätte wenn ich ihn jetzt anzeigen würde. Könnt ihr mir sagen wie meine Chancen stehen könnten?
29.02.2016 um Uhr
maßgeblicher Zeitraum wäre 2002/2003 da warst du 12/13 Jahre.
Dann würde § 78b StGB in der Fassung vom 1. April 1998 auf dich zu treffen.
Die geschilderten Taten können den Straftatbestand des § 176 StGB verwirklicht haben. Verjährung beträgt 10 Jahre nach Vollendung deines 18 Lebensjahres.
Mit erreichen des 28 Lebensjahres wären die Taten verjährt.
Da du 25 Jahre bist, hast du gute Chancen.
Du hast dich anvertraut und hast dadurch „Zeugen“.
Damit dies dich nicht noch weiter belastet, solltest du zusätzlich zur Strafanzeige auch eine Therapie machen und eventuell auch einen Antrag auf Opferentschädigung stellen.
28.02.2016 um Uhr
die damalige Ex-Frau meines Vaters hat mich von meinem 4. bis 6. Lebensjahr, physisch und psychisch schwer misshandelt. Ich bin inzwischen 28 und habe bis heute schwer unter den Folgen zu leiden.
Vor 4 Jahren Wollte ich Strafanzeige stellen, doch man sagte mir, es wäre verjährt.
Meine Frage: Ist die Verjährungsfrist wirklich schon abgelaufen?
maßgeblicher Zeitraum wäre 1991-1993 da warst du 4-6 Jahre.
Zu deiner Zeit hat der Gesetzgeber Kindesmisshandlung (ohne sexualisierte Gewalt) akzeptiert.
Der Gesetzgeber ging davon aus, dass ein Kind die notwendige Reife besitzt, Straftaten anzuzeigen.
Dem Kind wurde zugemutet – ohne Berücksichtigung seiner geistigen Reife – die Tat in der Verjährungsfrist anzuzeigen.
Spätestens mit Vollendung deines 16 Lebensjahres waren die Taten verjährt 🙁
Körperverletzungsdelikte verjähren nach 10-Jahren.
Die Folgen von Kindesmisshandlung können einem das ganze Leben zerstören. Versuch dir medizinisch Hilfe zu holen. Auch wenn du strafrechtlich leider keinen Erfolg haben wirst, gelten die oben genannten Ratschläge auch für dich.
24.04.2016 um Uhr
ich wurde in der Grundschule, von einem Vertretungslehrer im Sportunterricht, wegen erhöhter Theatralik und fröhlicher Auffälligkeit, während der „Aufwärm-Runde“ geohrfeigt. (Vlt. etwas gekaspert, wie kleine Kinder halt so sind.
Scheinbar war dieser Lehrer ein ehemaliger NVA Sport Lehrer oder ähnliches.
So ein scheiß, menschenverachtender Kommunist.
Und hat dies, in seiner schlechten Laune, evtl. wegen „Zwangsversetzung“ oder ähnliches, nicht verstanden oder als frechheit oder “ Nachäffen“ abgetahn.
Was aber nicht mein Wille war. Ich wollte lediglich gut aktiv am Unterricht teilnehmen.
Durch die Ohrfeige war ich geschockt und habe bei den harten, militärähnlichen Sportübungen, die dem sonst spielerischen Charakter des Sportunterichtes in der Grundschule nicht ähnelten, etwas gezittert aus Angst.
Eine seelische Entwicklungsschädigung oder ähnliches könnte entstanden sein. Ich gehe bald in psychol. Behandlung. Aber nicht nur deswegen.
Dies war in der 3. oder 4. Klasse, 1993 oder 1994. Da war ich 8,9, oder 10.
Ich bin 1985 geboren.
Dies will ich anzeigen und auch eine möglichst harte Strafe mit evtl. Schadensersatz bewirken.
Ist hier der §225 StGB gegeben?
Reichen 2 Zeugen aus?
Der Lehrer war zum Unterrichtszeitpunk in der 1. Stunde alleiniger Lehrer in der Turnhalle.
26.04.2016 um Uhr
bei der einfachen Körperverletzung (Ohrfeige) gibt es keine Verjährungshemmung. Drei Jahre nach Beendigung war die Tat verjährt.
Zu den seelischen Verletzungen wurde bereits geschrieben, dass sie nicht geahndet werden.
§225 StGB hat verschiedene Tatbestandsmerkmale, von denen ich keines als erfüllt ansehen würde.
Im Strafrecht können Richter dir auch Glauben schenken, wenn du keine Zeugen hast, sondern allein aufgrund deiner Aussage keine Zweifel bestehen.
12.11.2016 um Uhr
ich hätte da ebenfalls eine frage. ich bin nun dran meinen Nachnamen auf meine geburtsnamen zu ändern aufgrund dessen das mich mein stiefvater von 1988 – 1992 permanent geschlagen hat und ich bin nun mittlerweile 34 jahre alt. nun muss ich nachforschungen anstellen damit ich dahin komme wo ich hin will. ich muss beim standesamt nachweisen das meine geschichte stimmt und habe dazu insgesamt 3 zeugen auf finden können die mir den rücken stärken. aufgrund dessen das mich mein stiefvater geschlagen hatte im zeitraum 1988 – 1992 bin ich am 28. februar 1992 ins kinderheim gekommen. ich muss dazu sagen das ich im jahr 1982 geboren worden bin. nun ist meine frage: Kann ich meinen stiefvater noch dafür belangen für das was er mir angetan hat oder ist da auch schon Verjährungsfrist abgelaufen.
tut mir leid wenn ich das Paragraphendeutsch nicht richtig verstehe und möchte es nun auf diesem wege versuchen mal endlich klarheit zu schaffen.
25.11.2016 um Uhr
die Straftaten sind leider bereits verjährt.
Zur Begründung siehe auch die vorherigen Kommentare.
Dein Kindesmisshandlung-loslassen Team
10.01.2017 um Uhr
Bettina Czibula
wie sieht es mit der Verjährung in folgenden Fällen aus:
1. Wenn das Opfer im Alter von 11 im Jahr 1978 gem. § 177 StGB missbraucht wurde?
Ich meine, dass die Verjährungsfrist damals schon bei 20 Jahren lag.
2. Wenn das Opfer im Alter von 13 im Jahr 1980 gem. § 176a StGB missbraucht wurde?
Da bin ich mir ziemlich sicher, dass die Tat spätestens im Jahr 1995 mit volljährigkeit verjährt ist. Da die Verjährungsfrist bei 10 Jahren lag. Bitte um Hilfe.
schau dir bitte die Gesetzesfassung vom [1. Januar 1975–15. November 1978]
http://lexetius.com/StGB/78b,2
16.02.2017 um Uhr
ich bin 57 Jahre alt und bekomme wegen schwerwiegenden Mißbrauchs in der Kindheit eine unbefristete Erwerbsminderungsrente rückwirkend zum 55. Lebensjahr. Ich wurde von meinem Vater ständig durchgeprügelt und von meiner Mutter seelisch mißbraucht. Jeder Tag war die reinste Hölle, was mir ein Leben voller Depressionen, Angstattacken und posttraumatischer Belastungsstörung brachte. Die Zeugen für den Mißbrauch sind mittlerweile gestorben. Könnte ich jetzt meine Eltern für Ihre Taten belangen? Würde als Beweis für die Mißhandlungen der Erhalt meiner Erwerbsminderungsrente ausreichen? Erst jetzt, im relativen Alter, bin ich einigermaßen gefestigt, Schritte zu unternehmen. Es ging mir in den vergangenen Jahren so schlecht, daß an eine Strafverfolgung meiner Eltern nicht zu denken war.
17.02.2017 um Uhr
26.02.2017 um Uhr
hallo Bärbel…..ich bin in der selben Situation wie Du….würde gerne Kontakt zu Dir aufnehmen…grade weil WIR wg.der Verjährung nirgends Hilfe bekommen.
Wäre denn eine Kontaktaufnahme möglich?lg Sabine
09.06.2017 um Uhr
Ich hätte eine Frage. 2015 wurde das Gesetz zur Verjährung von Kindesmisshandlung geändert. Aber es gilt nicht für Menschen, die vorher geboren sind? Also wenn man 1984 geboren ist und bis ca. 2002 misshandelt wurde gilt diese Gesetzesänderung nicht? Für wen gilt es dann? Für Kinder, die nach 2015 geboren sind? Ich verstehe nicht so ganz warum dieses Gesetz zwar erlassen wurde, aber nicht für alle gilt. Wenn ich heute 33 bin und meine Eltern anzeigen möchte wegen Kindesmisshandlung kann ich das nun tun oder nicht? Nach dem neuen Gesetz müsste es ja möglich sein. Aber die Misshandlungen haben zwischen 1984 und 2002 stattgefunden. Greift da nun das neue Gesetz? Vielen Dank für Ihre Antwort.
du sprichst das Rückwirkungsverbot von Gesetzen an.
06.08.2017 um Uhr
Hallo, ich wurde 1983-1984 sexuell missbraucht. Ich bin jetzt 36 Jahre alt. Kann ich noch eine Anzeige erstellen oder ist es verjährt? Lg miri
Hallo hier ist Miri nochmal, mein Bruder ist 2 Jahre jünger als ich und wurde 1985 vom selben Täter sexuell missbraucht. Ist diese Tat verjährt? Ich leide wegen dem Missbrauch an PTBS. Leider konnte ich mich erst mit 36 Jahren an die Taten erinnern. Ich möchte,dass der Täter dafür bestraft wird aber ich fürchte es ist zu spät. Danke für eure Hilfe. Lg Miri
07.08.2017 um Uhr
leider steht bei dir und deinem Bruder das Verfahrenshindernis der Verjährung der Strafverfolgung entgegen.
1 Verjährung Kindesmisshandlung
2 Welche Straftaten gegenüber Kindern sind das
3 Wie sollte eine Strafanzeige gestellt werden
4 Verfahrensbeistand
5 Zivilrechtliche Ansprüche
6 Schlussbetrachtung Verjährung Kindesmisshandlung