Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20157/08
Timestamp: 2013-05-18 05:32:49
Document Index: 373444904

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Rechtsprechung: VI ZR 157/08
Rechtsprechung BGH, 16.06.2009 - VI ZR 157/08 Volltextver�ffentlichungen (9)
Arzthaftung Schadensersatz Krebs OP Schlaganfall
Ausschluss eines Behandlungsfehlers durch mangelnde Mitwirkung des Patienten an einer medizinisch gebotenen Behandlung; Nicht hinreichende therapeutische Aufkl�rung eines Patienten als ein �rztlicher Behandlungsfehler
Behandlungsfehler und Behandlungsverweigerung
Mangelnde Mitwirkung eines Patienten schlie�t Behandlungsfehler nicht aus
arzthaftung-dorsten.de (Kurzinformation)
Mangelnde Mitwirkung eines Patienten entbindet nicht von der therapeutischen Aufkl�rungsverpflichtung des Arztes
Behandlungsfehler bei mangelnder Mitwirkung des Patienten; Arzthaftungsrecht
�rzte haften auch bei Non-Compliance
christmann-law.de (Ausz�ge)
Haftung des Arztes bei mangelnder Mitwirkung des Patienten
patientundanwalt.net (Leitsatz)
Patient muss �ber Risiken der Nichtbehandlung umfassend aufgekl�rt werden
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.06.2009, Az.: VI ZR 157/08 (Non-compliance und grober Behandlungsfehler)" von Priv.-Doz. Dr. Adrian Schmidt-Recla, original erschienen in: MedR 2010, 103 - 105.
LG Frankfurt/Main, 21.06.2006 - 2 O 90/02
LG Frankfurt/Main, 21.06.2006 - 4 O 90/02
LG Bremen, 25.04.2008 - 3 O 1303/07
OLG Frankfurt, 27.05.2008 - 8 U 180/06
OLG Bremen, 20.08.2008 - 5 U 19/08
NJW 2009, 2820
MDR 2009, 1105
NJ 2009, 470
VersR 2009, 1267
Wird zitiert von ... (5) BGH, 20.09.2011 - VI ZR 55/09 Arztrecht - Behandlungsfehler: Definition "gesicherte medizinische Erkenntnisse"Revisionsrechtlich ist jedoch sowohl nachzupr�fen, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt, als auch, ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff au�er Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gew�rdigt hat (st. Rspr.; vgl. etwa Senatsurteile vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01, VersR 2002, 1026, 1027;… vom 27. M�rz 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 24; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 8).aa) Das Berufungsgericht ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass ein Behandlungsfehler nur dann als grob zu bewerten ist, wenn der Arzt eindeutig gegen bew�hrte �rztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse versto�en und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verst�ndlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (Senatsurteile vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03, BGHZ 159, 48, 53;… vom 27. M�rz 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 15;… Beschluss vom 22. September 2009 - VI ZR 32/09, VersR 2010, 72 Rn. 6).Die Annahme einer Beweislastumkehr nach einem groben Behandlungsfehler ist keine Sanktion f�r ein besonders schweres Arztverschulden, sondern kn�pft daran an, dass die Aufkl�rung des Behandlungsgeschehens wegen des Gewichts des Behandlungsfehlers und seiner Bedeutung f�r die Behandlung in besonderer Weise erschwert worden ist, so dass der Arzt nach Treu und Glauben dem Patienten den Kausalit�tsbeweis nicht zumuten kann (vgl. Senatsurteile vom 26. November 1991 - VI ZR 389/90, VersR 1992, 238, 239;… vom 27. M�rz 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267, 1268; vom 6. Oktober 2009 - VI ZR 24/09, VersR 2009, 1668, 1670;… vom 16. M�rz 2010 - VI ZR 64/09, VersR 2010, 627 Rn. 18).
BGH, 25.10.2011 - VI ZR 139/10 Medizinrecht - Einstufung als BehandlungsfehlerRevisionsrechtlich ist jedoch sowohl nachzupr�fen, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt, als auch, ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff au�er Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gew�rdigt hat (st. Rspr.; vgl. etwa Senatsurteile vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01, VersR 2002, 1026, 1027;… vom 27. M�rz 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 24; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 8 …und vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, [...] Rn. 8).b) Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass ein Behandlungsfehler nur dann als grob zu bewerten ist, wenn der Arzt eindeutig gegen bew�hrte �rztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse versto�en und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verst�ndlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (Senatsurteile vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03, BGHZ 159, 48, 53;… vom 27. M�rz 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 15;… Beschluss vom 22. September 2009 - VI ZR 32/09, VersR 2010, 72 Rn. 6 …und vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, [...] Rn. 10).
BGH, 21.12.2010 - VI ZR 284/09 Arzthaftung - Auch nicht gebotene Untersuchungen verpflichten zur SorgfaltDas gilt sowohl f�r Widerspr�che zwischen einzelnen Erkl�rungen desselben Sachverst�ndigen als auch f�r Widerspr�che zwischen �u�erungen mehrerer Sachverst�ndiger (…vgl. Senatsurteile vom 21. Januar 2009 - VI ZR 170/08, VersR 2009, 499 Rn. 7; vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 9;… Beschluss vom 9. Juni 2009 - VI ZR 261/08, VersR 2009, 1406 Rn. 8).
BGH, 22.09.2009 - VI ZR 32/09 Anforderungen an die Begr�ndung eines groben �rztlichen Behandlungsfehlers; …In diesem Zusammenhang ist zu ber�cksichtigen, dass auch den Ausf�hrungen des gerichtlichen Sachverst�ndigen Anhaltspunkte daf�r zu entnehmen sind, dass es sich bei der unterlassenen Krankenhauseinweisung um einen eindeutigen Versto� gegen bew�hrte �rztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse und damit um einen Fehler handeln k�nnte, der aus objektiver Sicht nicht mehr verst�ndlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. zum Begriff des groben Behandlungsfehlers: Senatsurteil vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08 - z.V.b., m.w.N.).
OLG Koblenz, 27.08.2012 - 5 U 1510/11 Soweit der BGH in seinem Urteil vom 16.06.2009 - VI ZR 157/08 - ausgesprochen hat, dass die mangelnde Mitwirkung des Patienten einen Behandlungsfehler nicht ausschlie�t, wenn der Patient �ber das Risiko der Nichtbehandlung nicht ausreichend aufgekl�rt wurde, sieht der Senat im vorliegenden Fall eine umfassende und sachgem��e Aufkl�rung durch ...[A] als bewiesen an (� 286 ZPO).