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Timestamp: 2020-05-26 02:04:06
Document Index: 225574916

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 1', '§ 2', '§ 45', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 13', '§ 13', '§ 45', '§ 22', '§ 2', '§ 1631', '§ 4', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§ 72', '§ 171']

Kindertagesplätze und Immobilien
Anforderungen für Kindertagesplätze!
Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen vom 01.08.2012 /Hamburg
Die nachstehenden Richtlinien gelten für Kindertageseinrichtungen nach §§ 22 und 25 Sozialgesetzbuch Achtes Buch Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII), für Kindertageseinrichtungen nach § 1 Abs.1 und § 2 Abs.1 und 2 des Hamburger Kinderbetreuungsgesetzes (KibeG). Sie sind Norm interpretierende Verwaltungsvorschrift nach §§ 45 und 47 SGB VIII.
1.2 Meldepflichten
1.2.1 Personalbestand, § 47 SGB VIII
Jeder Wechsel der Leitungskräfte sowie der pädagogischen Betreuungskräfte ist dem Landesjugendamt –Kita-Aufsicht- unverzüglich zu melden.
Dabei sind jeweils Namen und Qualifikationen anzugeben. Anlassbezogen sind dem Landesjugendamt auch vollständige Personallisten mit Namen, Qualifikationen und ggf. auch Personalwochenstunden auf Anforderung zu übermitteln. Auf Verlangen sind dort auch Zeugnisse und andere Qualifikationsnachweise vorzulegen.
1.2.2 Ereignisse oder Entwicklungen, die das Wohl der Kinder beeinträchtigen könnten, § 47 Satz 1 Nr. 2 SGB VIII
Ereignisse oder Entwicklungen, die geeignet sind, das Wohl der Kinder zu beeinträchtigen sind dem Landesjugendamt unverzüglich zu melden. Dazu zählen insbesondere Feuer, Explosionen o.ä., Tod eines Kindes, besonders schwere Unfälle von Kindern, die zu einem mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus führen oder geführt haben, - alle strafbaren Handlungen, die negative Auswirkungen auf das Wohl der betreuten Kinder nach sich ziehen können, insbesondere Sexualstraftaten und - Ereignisse, die möglicherweise die sofortige anderweitige Unterbringung von Kindern erforderlich machen.
Solche Ereignisse oder Entwicklungen sind unverzüglich telefonisch oder per E-Mail an das Landesjugendamt – Kita-Aufsicht - zu melden. Anschließend ist ein schriftlicher Bericht zu übersenden, sofern nicht ausdrücklich anderes vereinbart wird.
1.2.3 Änderungen der Konzeption, § 47 Satz 2 SGB VIII
Wesentliche Änderungen der Konzeption sind dem Landesjugendamt unverzüglich zu melden.
1.3. Betreuungsarten und Raumbedarf
Krippenbetreuung richtet sich an Kinder im Alter von bis zu drei Jahren und Elementarbetreuung an mindestens dreijährige Kinder, die noch nicht eingeschult sind. Schulkinder gemäß § 13 Abs. 1 Hamburgisches Schulgesetz bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden im Rahmen von Hortbetreuung, Anschlussbetreuung an den Vorschulklassenbesuch oder Ganztägiger Bildung und Betreuung an Schulen betreut.
1.3.2 Raumbedarf
1.3.2.1 Krippenbetreuung
Im Rahmen der Krippenbetreuung ist den Kindern eine pädagogisch nutzbare Fläche von mindestens 3,3 m² pro Kind zur Verfügung zu stellen. Die dauerhafte Betreuung von mehr als 15 Krippenkindern in einem einzelnen Betreuungsraum stellt eine Ausnahme dar. Dieses gilt auch für größere Betreuungsräume, die auf Grund der anerkannten pädagogisch nutzbaren Fläche rechnerisch mehr Kinder aufnehmen könnten. Den Bewegungsbedürfnissen der jungen Kinder muss Rechnung getragen werden. Ruhephasen sind konzeptionell und räumlich sicherzustellen.
Bei gemeinsamer Betreuung von Krippen- und Elementarkindern müssen die Bedürfnisse der Krippenkinder –wie oben – vom Raumkonzept her Berücksichtigung finden.
1.3.2.2 Elementarbetreuung
Der Mindestraumbedarf an pädagogisch nutzbarer Fläche beträgt im Elementarbereich pro Kind - bei 4- bis 5-stündiger täglicher Betreuungszeit 2,2 m², - ab 6-stündiger täglicher Betreuungszeit 3 m².
1.3.2.3 Eingliederungshilfe
Behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder haben unabhängig von der täglichen Betreuungszeit einen Raumbedarf von mindestens 3,5 m² pädagogisch nutzbarer Fläche. Zusätzlich muss mindestens ein weiterer Raum für Einzel- und Kleingruppenförderung sowie Therapie vorhanden sein. Außerdem muss die Einrichtung Ruhebereiche für die Kinder aufweisen, die aufgrund ihrer Behinderung einen erhöhten Ruhebedarf haben. Das Raumkonzept muss einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die Kinder bieten. Wenn auf einen Rollstuhl angewiesene Kinder betreut werden sollen, müssen barrierefreie Zugänge zumindest zu deren Betreuungs- und Sanitärbereichen vorhanden sein. Die räumliche Ausstattung muss grundsätzlich den Kindern mit besonderen Bedarfen gerecht werden.
1.3.2.4 Betreuung von Schulkindern
Für Schulkinder gem. § 13 Abs.1 HmbSG sind mindestens 2,2 m² pädagogisch nutzbare Fläche pro Kind zur Verfügung zu stellen.
Die Konzeption einer Einrichtung muss geeignet sein, die Anforderungen aus § 45 Abs.2 und Abs. 3 Nr.1 SGB VIII sowie die in § 22 SGB VIII und § 2 Abs. 1 und 2 Hamburger Kinderbetreuungsgesetz formulierten Aufgaben von Tageseinrichtungen für Kinder zu erfüllen.(siehe Anhang)
Die Konzeption ist mit dem Antrag auf Erteilung einer Betriebserlaubnis vorzulegen.
1.5 Gebot der Gewaltfreiheit
Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind gemäß § 1631 BGB in den Einrichtungen verboten.
2. Standort, Bau und Ausstattung
Der Träger hat die Einrichtungen in einem guten baulichen und gepflegten Zustand zu halten. Die Einrichtungen müssen den baurechtlichen, feuerpolizeilichen, gesundheitlichen und arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften zu entsprechen. Die geltende Unfallverhütungsvorschrift „Kindertageseinrichtungen“ ist zu beachten.
2.2 Außenspielgelände
Jede Einrichtung soll über eine ausreichend große Außenspielfläche verfügen. Diese soll den Bedürfnissen der Kinder entsprechend gestaltet und mit einer die Kinder nicht gefährdenden Einfriedung umgeben sein. Wenn im Einzelfall kein Außengelände zur Verfügung steht, muss ein Spielplatz aufgesucht werden können, der für die Kinder – je nach Altersgruppe gemäß ihrer Entwicklung - in bis zu 15 Minuten gut zu Fuß erreichbar ist und zur Verfügung steht. Die Nutzung dieses Spielplatzes oder anderer Außenflächen durch die Einrichtung ist mit dem Eigentümer einvernehmlich abzustimmen, soweit es sich nicht um einen öffentlichen Spielplatz oder eine öffentliche Außenfläche handelt.
Die Betreuung von Krippenkindern erfordert eine angemessene, direkt angebundene Außenspielfläche von mindestens 6 m² pro Krippenkind. Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen mit Zustimmung des Landesjugendamtes möglich.
2.3 Sanitärräume und -einrichtungen
Für Kinder und Personal sind in angemessenem Umfang getrennte Sanitärräume vorzusehen. Die Toiletten- und Waschräume für Kinder sind entwicklungs- und bedürfnisgerecht auszustatten und sollen den Gruppenbereichen zugeordnet sein.
2.3.1 Krippen- und Elementarbereiche
Krippenbereich: Der Sanitärbereich muss dem Gruppenbereich unmittelbar zugeordnet sein. Eine Duschmöglichkeit für die Krippenkinder ist vorzuhalten. Erforderliche WCs, Waschbecken und Wickelplätze für Kinder von 0 bis 3 Jahren Anzahl der Kinder
Anzahl WC (empfohlene Einbauhöhe 30 cm) mindestens
Anzahl Waschbecken (empfohlene Einbauhöhe 45-55 cm) mindestens
Anzahl Wickelplätze (80 cm Breite x 70 cm Tiefe) mindestens 1 - 14 1 1 1 15 - 24 2 2 1 25 - 34 2 3 2 35 - 40 3* 4 3 41 – 54 4* 5 3 55 – 64 5* 6 4
* Soweit die Gruppen aus Säuglingen/Kleinkindern bestehen, die noch kein WC aufsuchen können, genügt es, wenn anstelle des WC ein Anschluss vorhanden ist, auf den bei Bedarf ein Becken aufgesetzt werden kann.
Ausnahmen sind in begründeten Einzelfällen mit Zustimmung des Landesjugendamtes möglich.
Der Wickelplatz ist von öffentlich zugänglichen Bereichen (z.B. Eingang oder Garderobe) zumindest mit einem Sichtschutz abzutrennen und muss mit einer Waschgelegenheit, einem zu öffnenden Fenster oder einer mechanischen Abluftanlage ausgestattet sein. Auf einem Wickeltisch können, je nach Ausmaß, mehrere Wickelplätze eingerichtet werden. Eine seitliche oder rückwärtige Absturzsicherung von mindestens 20 cm Höhe ist erforderlich. Zugangstreppchen der Kinder müssen so gesichert werden, dass Kinder nicht unbeobachtet auf die Wickelfläche gelangen können. Für Krippenkinder ab 2,5 Jahre ist eine Wickelunterlage ausreichend.
Elementarbereich: Der Sanitärbereich soll so nah wie möglich und auf demselben Geschoss liegen. Die einzelnen Toiletten sind in vom Personal einsehbaren Kabinen aufzustellen. Grundsätzlich sollen für je 10 Kinder eine Toilette (empfohlene Einbauhöhe 35 cm) und eine Waschgelegenheit (empfohlene Einbauhöhe 55-65cm) vorhanden sein.
Elementar- und Krippenkinder können gemeinsame Sanitärräume nutzen.
Allgemein gilt, dass für die Zahnpflegeutensilien der Kinder sowie für Papierspender oder individuell zugeordnete Handtücher aus Stoff ausreichend Platz vorhanden sein muss. Dabei ist darauf zu achten, dass sich Zahnbürsten oder Handtücher nicht berühren.
Zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten müssen selten oder nicht genutzte Duschen entweder wöchentlich durchgespült oder ganz stillgelegt werden.
2.3.2 Bereich Betreuung von Schulkindern
Für Schulkinder sind nach Geschlechtern getrennte Toiletten und Waschgelegenheiten vorzuhalten
2.4 Garderoben im Krippen- und Elementarbereich
Jede Einrichtung muss ausreichend große (empfohlen werden 20 cm Breite pro Kind) und gut zu belüftende Garderobenbereiche vorhalten. Belüftungsanlagen sind erforderlich, wenn die Garderoben in gefangenen Räumen ohne Belüftung eingerichtet werden sollen. Abweichungen hiervon sind im Einzelfall abzustimmen.
2.5 Küchen
In jeder Einrichtung soll eine Küche vorgehalten werden. Wird die Einrichtung mit Essen beliefert, muss zumindest eine Küche vorhanden sein, in der auch warme Getränke und kleinere Speisen zubereitet werden können. Die Küche muss grundsätzlich mit einem Herd, Geschirrspülautomat, Kühlschrank, Waschbecken, Abstellmöglichkeiten für Geschirr etc. und ausreichend Arbeitsfläche ausgestattet sein. Besteck und Geschirr sind in ausreichender Anzahl vorzuhalten. Die Küche darf nicht kleiner als 5 m² sein. Ist die Küche kleiner als 8 m², ist die Planung mit der zuständigen Behörde abzustimmen. Im Übrigen ist die Ausstattung der Küchen mit der zuständigen bezirklichen Dienststelle abzustimmen. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass in der Küche das warme Mittagessen selbst zubereitet werden soll.
Hauptküchen werden grundsätzlich nicht als pädagogisch nutzbare Fläche anerkannt. Im Einzelfall kann eine max.hälftige Anrechnung erfolgen, sofern der Raum auch in Teilen für pädagogische Angebote und die Essenseinnahme genutzt wird.
Findet die Betreuung von Kindern in schulischen Räumlichkeiten statt, kann auf die schuleigene Küche verwiesen werden, wenn durch den Kooperationsvertrag die Benutzung der Schulküche durch die Einrichtung sichergestellt ist.
2.6 Weitere Räume
In den Einrichtungen sind Räume vorzusehen, die Zwecken der Verwaltung, des Personals, der Zusammenarbeit mit Eltern und der Versorgung von Kindern dienen, die aus gesundheitlichen Gründen von ihrer Gruppe getrennt werden müssen. Dies alles kann in einem Raum stattfinden, anzustreben sind jedoch mehrere Räume für verschiedene Funktionen. Schulräume, die nach dem Kooperationsvertrag mit genutzt werden dürfen, reichen grundsätzlich dafür aus.
Sofern in der Einrichtung Krippenbetreuung angeboten werden soll, muss grundsätzlich angemessener überdachter Platz für Kinderwagen/-karren vorhanden sein. Es ist dabei sicherzustellen, dass zumindest die Auflagen und Wintersäcke trocken und nach Möglichkeit beheizt gelagert werden können.
Über Ausnahmen entscheidet das Landesjugendamt.
2.7 Stromquellen, Heizungen und Öfen
Steckdosen, Stromleitungen, Heizkörper und –rohre sowie Öfen oder offene Kamine sind so abzusichern, dass Stromschläge, Verbrennungsgefahren sowie Stoßverletzungen von Kindern ausgeschlossen sind. Dabei ist das Alter der betreuten Kinder zu berücksichtigen.
2.8 Wände und Fußböden
Bei Neubau und Renovierungsarbeiten müssen Materialien (z. B. Farbe, Holz) verwendet werden, die die Gesundheit der Kinder, z.B. durch Ausgasung von Lösungsmitteln, nicht beeinträchtigen.
2.9 Maßnahmen gegen Lärm
In Gruppenräumen und Bewegungsbereichen, in denen erstmalig Kinder betreut werden, sind grundsätzlich Schall absorbierende Einbauten wie Akustikdecken vorzusehen. Über Ausnahmen entscheidet das Landesjugendamt.
2.10 Pädagogisch genutzte Räume, Spiel- und Beschäftigungsmaterial
Die pädagogisch genutzten Räume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein. Für eingruppige Einrichtungen können vom Landesjugendamt – Kita-Aufsicht - Ausnahmen zugelassen werden.
Durchgangsräume können als pädagogisch nutzbare Flächen angerechnet werden, wenn die Störung der Kinder durch gruppenfremde Personen ausgeschlossen werden kann.
Pädagogisch nutzbare Flächen müssen für die gesamte Betreuungszeit zur Verfügung stehen. Sie müssen zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen gemäß der Hamburgischen Bauordnung geeignet sein. Die direkte Belichtung, Belüftung und Sichtverbindung zur Umgebung über Fenster muss gewährleistet sein. Oberlichter gelten nicht als Fenster. Abweichende Belichtungs- und Belüftungskonzepte sind mit dem Landesjugendamt abzustimmen, z.B. bei Klimaanlagen in Gruppenräumen. Auf Grund besonderer Anforderungen an das energetische Konzept des Gebäudes (z.B. Passivhaus) können Ausnahmen zugelassen werden. Für die vollständige Anerkennung eines Raumes muss die Fensterfläche grundsätzlich mindestens 1/8 der Bodenfläche entsprechen, ansonsten werden Teilflächen, die dem Achtfachen der Fensterfläche entsprechen, berechnet.
Ein Betreuungsraum muss grundsätzlich mindestens 12 m² groß sein. Besteht eine Sichtverbindung durch ein Fenster oder eine Tür zum daneben liegenden Gruppenbereich, kann die Mindestgröße von 12 m² unterschritten werden.
Teilflächen in Tee- oder Aufwärmküchen können in Abstimmung mit dem Landesjugendamt bis zu 50% als pädagogisch nutzbare Fläche anerkannt werden, wenn sie von Kindern als Kinderküche oder als Wohnküche, z.B. für Hausaufgaben, oder als Essraum genutzt werden. Eine Kinderküche neben der Hauptküche der Einrichtung, z.B. als Küchenzeile in einem Gruppenraum, kann ohne Abzug der pädagogisch nutzbaren Fläche zugerechnet werden.
Die Ausstattung der pädagogisch genutzten Räume soll zweckmäßig und kindgerecht sein. Entwicklungsgemäßes, alle Sinnesorgane der Kinder ansprechendes Material, das den Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtung unterstützt, muss grundsätzlich in ausreichendem Umfang vorhanden sein.
Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen vom 01.08.2012
3. Gesundheitsschutz und Hygiene
In den Einrichtungen sollen die Sorgeberechtigten Unterstützung hinsichtlich der ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung ihres Kindes erfahren, dies insbesondere über die Maßnahmen nach § 4 KibeG.
3.2 Infektionsschutz, Erste Hilfe und Verhalten im Falle eines Brandes
Die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes sind zu beachten. Die Leitung sowie die Gruppenleitungen sollten mit den Anzeichen übertragbarer Kinderkrankheiten vertraut sein. Die Einrichtungsleitung trägt außerdem dafür Sorge, dass die Eltern und die Beschäftigten über die gesetzlich vorgeschriebenen Verhaltensweisen nach § 34 Abs.5 S.2 bzw. § 35 Infektionsschutzgesetz (IFSG) informiert werden. Kindertageseinrichtungen haben gem. § 36 IFSG in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festzulegen. Sie orientieren sich dabei am Rahmen-Hygieneplan der Gesundheitsämter (http://www.hamburg.de/kita/fachinformationen/rechtliche-grundlagen/).
Pro Gruppe bzw. pro 20 Kinder sollen jeweils eine, pro Einrichtung mindestens zwei pädagogische Betreuungskräfte in Erster Hilfe ausgebildet sein. Der Kenntnisstand ist mit geeigneten Maßnahmen auf dem aktuellen Stand zu halten. Während der Öffnungszeit muss gewährleistet sein, dass mindestens eine in Erster Hilfe ausgebildete Betreuungskraft anwesend ist. Ein Verbandskasten muss in der Einrichtung vorhanden sein. Sein Inhalt ist regelmäßig zu überprüfen und entsprechend der Verfallsdaten zu erneuern. Jede Betreuungskraft muss über die notwendigen Maßnahmen im Falle eines Brandes informiert sein. Brandschutzübungen müssen einmal jährlich durchgeführt werden.
3.3 Fremdnutzung von Räumen und Verkehrswegen
Die Räume der Einrichtung können von dem Träger außerhalb der Öffnungszeiten für andere Zwecke zur Verfügung gestellt werden, wenn die anderweitige Nutzung mit dem Zweck der Einrichtung vereinbar ist, der Betrieb der Einrichtung nicht beeinträchtigt wird sowie die pädagogischen und hygienischen Belange gesichert bleiben. Bei gemeinsam genutzten Eingangsbereichen oder Treppenhäusern ist hinsichtlich notwendiger Absprachen mit den anderen Nutzern eine Abstimmung mit dem Landesjugendamt erforderlich.
In den Einrichtungen und auf ihrem Gelände ist der Aufenthalt von für den Menschen gefährlichen Tieren nicht gestattet. In Wirtschafts-, Ess- oder Schlafräumen ist der Aufenthalt jeglicher Tiere nicht gestattet. Wellensittiche und Papageien dürfen nicht gehalten werden.
Sofern Tiere in der Einrichtung gehalten werden, sind die hygienischen Erfordernisse einzuhalten. Die veterinärmedizinische Untersuchung, Betreuung und Überwachung der in der Einrichtung lebenden Tiere ist in geeigneter Weise sicher zu stellen. Das Tierschutzgesetz ist zu beachten.
Der Aufenthalt von Hunden auf Innen- oder Außenflächen der Einrichtung ist unabhängig von der Person des Halters oder der Halterin grundsätzlich nicht gestattet. Eine Ausnahme gilt für besondere pädagogisch angeleitete Situationen, deren Sinn die Begegnung von Kindern mit einem Hund ist. Die Mitnahme eines Führhundes sowie der Einsatz eines Therapiehundes sind im Konzept zu berücksichtigen.
3.5 Pflanzen
Giftige Pflanzen dürfen auf dem Gelände von Einrichtungen nicht angepflanzt werden. Sofern vorhandene Giftpflanzen nicht entfernt werden dürfen, sind besondere Aufklärungs- und Aufsichtsmaßnahmen anzuwenden.
Die Träger sind verpflichtet, ein ausreichendes und ausgewogenes Nahrungsangebot, gemessen am Alter der Kinder und der täglichen Betreuungsdauer, bereit zu stellen. Die Ernährung in den Einrichtungen soll sich an den aktuellen ernährungs-wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Auf besondere gesundheitlich begründete Bedürfnisse der Kinder muss Rücksicht genommen werden. Ebenso sollten besondere Ernährungsvorschriften, resultierend aus religiösen Gründen, unter Berücksichtigung der finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten der Einrichtung beachtet werden. Ist dies im Einzelfall nicht möglich, sind die Sorgeberechtigten zu informieren.
An Standorten mit Ganztägiger Bildung und Betreuung an Schulen obliegt diese Aufgabe den Schulen.
Auf die ausreichende Versorgung mit kindgerechten und zuckerfreien Getränken ist zu achten. Lebensmittelhygienische Vorschriften sind zu beachten.
In den Einrichtungen und auf ihrem Gelände ist das Rauchen nicht gestattet.
4.1 Persönliche Eignung, § 72a SGBVIII
In den Einrichtungen muss die Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder durch geeignete Fachkräfte gesichert sein. Die Eignung hat der Träger bei der Einstellung u.a. anhand von Ausbildungs- und Arbeitszeugnissen sowie eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses zu überprüfen. Es dürfen keine Personen beschäftigt werden, die rechtskräftig wegen einer Straftat nach den §§ 171, 174-174c, 176-180a, 181a, 182-184f, 225, 232-233a, 234,
235 oder 236 des Strafgesetzbuches verurteilt worden sind. Pädagogische Fachkräfte, die gleichzeitig Träger sind, legen diese Nachweise dem Landesjugendamt vor.
Kindertageseinrichtungen werden von staatlich anerkannten Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Personen mit vergleichbaren Abschlüssen, sowie staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern geleitet. Im Einzelfall können sie von fachlich geeigneten Personen mit anderen Hochschulabschlüssen geleitet werden. Beim Erziehungspersonal wird zwischen Erst- und Zweitkräften unterschieden. Erstkräfte sind staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen oder Personen mit vergleichbaren Abschlüssen. Als Zweitkräfte werden mindestens staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger oder sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten eingesetzt.
Bei der Förderung behinderter oder von einer Behinderung bedrohter Kinder, die Eingliederungshilfe erhalten, sind staatlich geprüfte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher mit einer heilpädagogischen Zusatzausbildung oder Personen mit vergleichbaren Qualifikationen einzusetzen. Ist für einen Zeitraum von mehr als drei Monaten keine im obigen Sinne qualifizierte Fachkraft in der Einrichtung tätig, ist dies dem Landesjugendamt zu melden. Für die unmittelbare Förderung der Kinder sind neben dem Erziehungspersonal je nach Bedarf therapeutische und pflegerische Fachkräfte einzusetzen.
4.3 Einsatz von Personen mit anderen oder ohne fachspezifische Qualifikationen
Das Landesjugendamt kann auf begründeten Antrag der Betreuung der Kinder durch Personen ohne Qualifikation nach Nr. 4.2 zustimmen. Dies setzt voraus, dass diese persönlich geeignet sind und eine fachliche Eignung nachweisen oder in einem angemessenen Zeitraum erwerben.
Ansonsten liegen die Voraussetzungen für den Einsatz als Erstkraft vor, wenn staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger bzw. sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten sich in mindestens fünfjähriger Praxis in ein
er Kindertageseinrichtung bewährt haben, als überdurchschnittlich befähigt beurteilt werden und an pädagogischen Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen haben.
4.4 Personalbedarf
Von einer ausreichenden Betreuung ist in der Regel auszugehen, wenn so viele Fachkräfte beschäftigt werden, dass eine Fachkraft - Kind- Relation
im Krippenbereich von 1 : 7,6, - im Elementarbereich von 1 : 12,5 und - bei Betreuung im Anschluss an den Schulbesuch gem. Nr. 1.3.1 von 1 : 23 gewährleistet ist.
Bei Kindern mit (drohenden) Behinderungen, welche Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten, ist von einer ausreichenden Fachkraft -Kind-Relation auszugehen, wenn mindestens die in der Tabelle aufgeführte Personalausstattung vorgehalten wird.
Eingliederungshilfe Fachkraft-Kind-Relation Stufe 1 4,18 Stufe 2 3,19 Stufe 3 2,70 Stufe 4 1,92 Stufe 5 1,48
Der Personaleinsatz ist so zu organisieren, dass die Besonderheiten der Einrichtung berücksichtigt werden und die Erfüllung der Aufsichtspflicht gewährleistet ist.Um die Aufsichtspflicht bei Anwesenheit nur einer pädagogischen Fachkraft im Hause zu gewährleisten muss in der Regel eine weitere erwachsene Person für Notfälle zur Verfügung stehen.
5. Ausnahmen für Waldkindergärten
Für Waldkindergärten wird von den geltenden Standards zu Raum- und Personalbedarf abgewichen. In einer Waldgruppe sollen nicht mehr als 25 Kinder bis zu maximal 6 Stunden täglich betreut werden. Das Mindestalter der Kinder soll grundsätzlich nicht unter 3 Jahren liegen.
Die Waldgruppe muss immer mit zwei pädagogischen Kräften gemäß Nr. 4.2 besetzt sein. Das Waldstück muss von der zuständigen Forstverwaltung als geeignet befunden werden. Ab Windstärke 7 und bei anderen extremen Wetterlagen (z.B. Gewitter, Hagel) darf der Wald nicht mehr betreten werden. Eine für die Anzahl der Kinder ausreichend große Schutzunterkunft muss zur Verfügung stehen, dabei aber nicht dem sonst geltenden Flächenanspruch der Altersgruppe entsprechen. Eine Toilette und eine Waschmöglichkeit sind dort vorzuhalten.
Bei Umbau bestehender Einrichtungen, die einzelnen Anforderungen an Raum und Ausstattung nach dieser Richtlinie nicht gerecht werden können, wird für die nicht umgebauten Flächen nach der bislang geltenden Betriebserlaubnis vom Landesjugendamt Bestandschutz gewährt.
Diese Richtlinien treten mit Wirkung vom 01.08.2012 in Kraft. Die Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen vom 4.9.2006 treten damit außer Kraft.