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Timestamp: 2019-08-20 21:44:16
Document Index: 63104097

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', 'Art. 135', '§ 4', '§ 4', '§ 115', '§ 115', '§ 115']

BFH, 13.09.2002 - V B 51/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,3460
BFH, 13.09.2002 - V B 51/02 (https://dejure.org/2002,3460)
BFH, Entscheidung vom 13.09.2002 - V B 51/02 (https://dejure.org/2002,3460)
BFH, Entscheidung vom 13. September 2002 - V B 51/02 (https://dejure.org/2002,3460)
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Zimmerüberlassung an Prostituierte - Nutzungsvertrag mit Prostituierten - Steuerfreier Umsatz durch Grundstücksvermietung - Überlassung von Räumen zur Berufsausübung - Leitbild der Miete
UStG (1993) § 4 Nr. 12
BFH/NV 2003, 212
Nach den Feststellungen des FG seien die Zimmer den Prostituierten jeweils zur alleinigen Nutzung überlassen und damit i.S. des § 4 Nr. 12 UStG vermietet worden --wie in dem vom FG Düsseldorf mit Urteil vom 9. Oktober 1996 5 K 7121/92 U (Entscheidungen der Finanzgerichte 1997, 506) entschiedenen Fall--, wodurch sich der Streitfall von dem vom BFH entschiedenen Sachverhalt im Beschluss vom 13. September 2002 V B 51/02 (BFH/NV 2003, 212) maßgeblich unterscheide.
Dies kommt insbesondere dann in Betracht, wenn Unterkünfte an Prostituierte vermietet werden und nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, die Prostitution auszuüben, aus der Sicht des Leistungsempfängers im Vordergrund steht (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 2003, 212, unter II.2.a;… BFH-Urteil in BFH/NV 2014, 1398, Rz 25;… vgl. auch BFH-Urteil vom 12. April 1988 VIII R 256/81, BFH/NV 1989, 44 zum Ertragsteuerrecht).
Wie das FA inzwischen selbst einräumt, gilt diese Entscheidung nicht nur für Sportstätten, sondern allgemein für die Beurteilung einer Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG 1993 (BFH-Beschluss vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212, unter II.2.a).
Eine Grundstücksvermietung im Sinne des § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG ist allerdings auch nicht anzunehmen, wenn nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, eine bestimmte Betätigung auf dem Grundstück auszuüben, aus der Sicht des Leistungsempfängers im Vordergrund steht, es sich mithin um einen Vertrag besonderer Art handelt und zusätzliche Leistungen der Gesamtleistung ein anderes Gepräge geben (vgl. BFH-Urteil vom 17.12.2014 XI R 16/11, BStBl II 2015, 427; Beschluss vom 13.09.2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
Nach Auffassung des BFH kommt eine derartige Beurteilung insbesondere dann in Betracht, wenn Unterkünfte an Prostituierte vermietet werden und nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, die Prostitution auszuüben, aus der Sicht des Leistungsempfängers im Vordergrund steht (BFH, Urteil vom 17. Dezember 2014 XI R 16/11, BStBl. II 2015, 427, 429 Tz. 26; Beschluss vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212 = Juris Rdnr. 12).
An dieser Rechtsprechung hat der BFH auch später stets festgehalten (…Beschlüsse vom 26. April 2002 V B 168/01, BFH/NV 2002, 1345 = Juris Rdnr. 15; vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212 = Juris Rdnr. 12; Urteile vom 17. Dezember 2014 XI R 16/11, BStBl. II 2015, 427, 429 Tz. 26;… vom 19. Februar 2014 XI R 1/12, BFH/NV 2014, 1398 = Juris Rdnr. 25).
Im Zusammenhang mit der Überlassung von Räumen zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs hat auch der BFH u.a. darauf hingewiesen, dass die Dauer der Grundstücksnutzung ein Hauptelement des steuerfreien Umsatzes ist (…BFH-Beschlüsse vom 26. April 2001 V B 168/01, BFH/NV 2002, 1345, und vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
bb) Der BFH hält es ferner unter Hinweis auf frühere Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 10. August 1961 V 95/60 U, BFHE 73, 714, BStBl III 1961, 525, und in HFR 1962, 145) für geklärt, dass bei der Überlassung von Räumen zur Ausübung der Prostitution eine einheitliche steuerpflichtige Leistung vorliegt, wenn nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, eine bestimmte Betätigung auszuüben, aus der Sicht des Leistungsempfängers im Vordergrund steht (vgl. BFH-Beschlüsse in BFH/NV 2002, 1345, unter II.2.c, und in BFH/NV 2003, 212, unter II.2.a).
Eine Grundstücksvermietung im Sinne des Art. 135 Abs. 1 Buchst. l MwStSystRL und § 4 Nr. 12 Satz 1 Buchst. a) UStG ist allerdings dann nicht anzunehmen, wenn nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, eine bestimmte Betätigung auszuüben, aus Sicht des Leitungsempfängers im Vordergrund steht, es sich mithin um einen Vertrag besonderer Art handelt und zusätzliche Leistungen der Gesamtleistung ein anderes Gepräge geben (vgl. dazu z.B. BFH-Beschl. v. 13.09.2002 - V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
Zwar hat der BFH in älteren Entscheidungen die Auffassung vertreten, die Überlassung von Räumen zur Ausübung der Prostitution in einem Bordell oder bordellähnlichen Betrieb sei eine steuerpflichtige Leistung (BFH-Beschl. v. 26.04.2002 - V B 168/01, BFH/NV 2002, 1345, BFH- Beschl. v. 13.09.2002 - V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
Eine einheitliche steuerpflichtige Leistung kann in Fällen der Überlassung von Wohnräumen an Prostituierte dann angenommen werden, wenn nicht die Grundstücksnutzung, sondern die Möglichkeit, eine bestimmte Betätigung auf dem Grundstück auszuüben, aus der Sicht des Leistungsempfängers im Vordergrund steht (vgl. BFH-Beschluss vom 13.09.2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
Somit kann sich die Klägerin insbesondere unter Berücksichtigung der nach der Entscheidung des FG Düsseldorf ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Beschlüsse vom 26.04.2002 V B 168/01, 1345 und vom 13.09.2002 V B 51/02, jeweils a.a.O.) nicht auf die Steuerbefreiungsvorschrift in § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG berufen.
BFH, 22.04.2008 - VIII B 96/07
Nichtzulassungsbeschwerde - Bildberichterstatter - Abgrenzung freiberufliche - …
Denn soweit er geltend macht, das Urteil des FG weiche i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alternative FGO von der Rechtsprechung des BFH ab (Urteile in BFHE 185, 400, BStBl II 1998, 441;… in BFH/NV 1999, 456; in BFHE 194, 206, BStBl II 2002, 478), hätte er in der Beschwerdebegründung die tragenden Rechtssätze des angefochtenen Urteils und der (angeblichen) Divergenzentscheidungen so heraus arbeiten und gegenüber stellen müssen, dass eine Abweichung im Grundsätzlichen erkennbar wird (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschlüsse vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212;… vom 7. Juli 2003 VIII B 228/02, BFH/NV 2003, 1440;… vom 21. Oktober 2005 VIII B 295/04, BFH/NV 2006, 389).
Denn soweit der Kläger geltend macht, das Urteil des FG weiche i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alternative FGO von der Rechtsprechung des BFH ab (Urteile vom 25. Januar 2000 VIII R 63/98; vom 27. November 2001 VIII R 36/00 und vom 25. März 2003 VIII R 24/02), hätte er in der Beschwerdebegründung die tragenden Rechtssätze des angefochtenen Urteils und der (angeblichen) Divergenzentscheidungen so heraus arbeiten und gegenüber stellen müssen, dass eine Abweichung im Grundsätzlichen erkennbar wird (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschlüsse vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212;… vom 7. Juli 2003 VIII B 228/02, BFH/NV 2003, 1440).
Zur schlüssigen Rüge einer Divergenz (Erfordernis einer Entscheidung des BFH zur "Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung"; § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) muss der Beschwerdeführer tragende und abstrakte Rechtssätze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus der (mutmaßlichen) Divergenzentscheidung des BFH andererseits herausarbeiten und einander gegenüberstellen, um so eine Abweichung zu verdeutlichen (ständige Rechtsprechung, zuletzt u.a. Senatsbeschluss vom 13. September 2002 V B 51/02, BFH/NV 2003, 212).
BFH, 28.05.2009 - VIII B 76/08
NZB: grundsätzliche Bedeutung, Liebhaberei, Tatsachenwürdigung
BFH, 09.12.2004 - VIII B 197/04
BFH, 14.03.2008 - VIII B 174/07
Kosten der Feier einer Rechtsanwaltskanzlei betrieblich veranlasst? - übergangene …
BFH, 23.09.2003 - I B 42/03
BFH, 18.10.2007 - VIII B 17/06
Rüge der Divergenz; Anforderungen an Klagebegründung bei Schätzung