Source: https://www.zip-online.de/heft-51-52-2004/zip-2004-2428-auskunftsrecht-der-aktionaere-bei-entlastung-personenidentischer-organe-in-verschmolzener-ag-thysse/
Timestamp: 2020-02-26 03:34:31
Document Index: 78358367

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 120', '§ 131', '§ 243', '§ 2', '§ 120', '§ 131', '§ 243', '§ 243', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 131', '§ 120', '§ 131']

Auskunftsrecht der Aktionäre bei Entlastung personenidentischer Organe in verschmolzener AG („ThyssenKrupp“) (BGH, Urt. v. 18.10.2004 – II ZR 250/02 +) – ZIP 2004, 2428 | ZIP online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2004RechtsprechungGesellschafts- und KapitalmarktrechtAktG § 120 Abs. 1, § 131 Abs. 1 Satz 1, § 243 Abs. 1, 3; UmwG § 2 Nr. 2Auskunftsrecht der Aktionäre bei Entlastung personenidentischer Organe in verschmolzener AG („ThyssenKrupp“)AktG§ 120AktG§ 131AktG§ 243AktG§ 243UmwG§ 2BGH, Urt. v. 18.10.2004 – II ZR 250/02 (OLG Düsseldorf) +BGHUrt.18.10.2004II ZR 250/02OLG Düsseldorf
1. Soweit die Organmitglieder einer durch Verschmelzung entstandenen Aktiengesellschaft (§ 2 Nr. 2 UmwG) mit denjenigen der übertragenden Rechtsträger personengleich sind, kann sich das Informationsrecht eines Aktionärs (§ 131 Abs. 1 Satz 1 AktG) des neuen Rechtsträgers im Rahmen eines Hauptversammlungsbeschlusses über ihre Entlastung (§ 120 Abs. 1 AktG) auch auf etwaige Fehlleistungen im Zusammenhang mit der Verschmelzung erstrecken.
2. Werden einem Aktionär in der Hauptversammlung Auskünfte vorenthalten, die aus der Sicht eines objektiv urteilenden Aktionärs in der Fragesituation zur sachgerechten Beurteilung i.S.v. § 131 Abs. 1 Satz 1 AktG des Beschlussgegenstandes „erforderlich“ sind, so liegt darin zugleich ein „relevanter“ Verstoß gegen das Teilnahme- und Mitwirkungsrecht des betreffenden Aktionärs bei der Beschlussfassung. Dieser Verstoß rechtfertigt die Anfechtbarkeit des Beschlusses, ohne dass es darauf ankommt, ob der tatsächliche Inhalt der in der Hauptversammlung verweigerten und später – eventuell erst im Anfechtungsprozess – erteilten Auskunft einen objektiv urteilenden Aktionär von der Zustimmung zu der Beschlussvorlage abgehalten hätte.