Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3186.htm
Timestamp: 2018-12-10 09:17:52
Document Index: 215993711

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 33', '§ 5']

3.186 Hornisgrinde-Biberkessel
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Hornisgrinde - Biberkessel« vom 18. März 1992 (GBl. v. 22.05.1992, S. 242).
Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Rates vorn 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (85/337/ EWG) vom 12. Dezember 1991 (GBI. S. 848), sowie auf Grund von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinden Sasbach und Sasbachwalden, Ortenaukreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hornisgrinde - Biberkessel«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 95 ha. Es umfaßt eine Teilfläche der Hornisgrinde sowie die östlich anschließende Karbildung im Bereich »Biberkessel« auf den Grundstücken Flst. - Nrn. 1455 (teilweise) und 1455/6 der Gemarkung Obersasbach und Flst. - Nrn. 1130/3, 1130/5 und 1130/11 (teilweise) der Gemarkung Sasbachwalden nach dem Stande vom 15. August 1988.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der Hornisgrinde sowie der durch Karwand, Karseen und Moränenwälle geprägten Karbildung
als geologisch sowie erd - und landschaftsgeschichtlich bedeutsame Naturerscheinung, insbesondere als Zeugnis der eiszeitlichen Vergletscherung,
als Lebensraum vielfältiger, gebietsgebundener Tier - und Pflanzengesellschaften mit teilweise stark gefährdeten Arten, insbesondere offene Rasenbinsen - Flächen, Moore verschiedener Ausprägung, waldfreie Steilhänge und naturnahe Gehölz - und Waldbestände,
als Naturraum von besonderer Eigenart und
als hervorragendes Demonstrations- und Forschungsobjekt der Naturwissenschaften, insbesondere der Geologie und Biologie.
8. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
13. das Schutzgebiet außerhalb von befestigten oder ausgewiesenen Wegen zu betreten, auch nicht auf als Wanderweg nicht markierten Trampelpfaden;
14. Modellboote sowie Luftfahrzeuge, einschließlich Hängegleiter und Flugmodelle, zu betreiben;
15. Stätten für Sport und Spiel sowie Erholungseinrichtungen jeglicher Art anzulegen;
16. Loipen anzulegen oder zu betreiben;
17. Rad zu fahren auf dem »Schwarzwald - Westweg«, dem »Hornisgrinde - Rundweg« sowie auf sonstigen hierfür nicht geeigneten, insbesondere unbefestigten Wegen.
1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß Wildfütterungsstellen nicht eingerichtet werden dürfen;
2. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität mit der Maßgabe, daß unzulässig ist
a) die örtlich vorhandene stufige Dauerwaldstruktur zu beeinträchtigen,
b) nicht autochthones Pflanzmaterial zu verwenden, soweit Anpflanzungen überhaupt erforderlich sind,
c) ohne Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde Wege anzulegen oder wesentlich zu verändern sowie Zäune aufzustellen,
d) Entwässerungsmaßnahmen vorzunehmen oder
e) Kahlhiebe über 0,3 ha durchzuführen;
Auf den in der zur Verordnung gehörenden Karte M 1:5000 schraffierten Flächen ist durch Pflegemaßnahmen zu verhindern, daß Fichten aufwachsen und der Latschenbestand sich ausdehnt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 5 Nr. 1 dieser Verordnung Wildfütterungsstellen einrichtet.
FREIBURG I. BR., den 18. März 1992
Am 01.01.2015 teilweise im Nationalpark Schwarzwald aufgegangen. Dadurch geringfügige Flächenreduzierung des NSG um 0,0115 ha.