Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82250000031.htm
Timestamp: 2018-12-10 09:38:30
Document Index: 361224407

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

2.25.031 Nüstenbachtal mit westlich angrenzendem Höhenrücken
Verordnung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis über das Landschaftsschutzgebiet "Nüstenbachtal mit westlich angrenzendem Höhenrücken" vom 21. Juni 1991 (Rhein-Neckar-Zeitung vom 03.07.1991).
Auf Grund §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mosbach werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Nüstenbachtal mit westlich angrenzendem Höhenrücken".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 470 ha.
(2) Das Schutzgebiet umfaßt nach dem Stand vom August 1989 auf dem Gebiet der Stadt Mosbach jeweils folgende Gewanne ganz oder teilweise:
· Gemarkung Lohrbach
Im Wüst, Heinloch, Am Kirchle, Witthau, Vordere Hardtwiesen, Hintere Hardtwiesen, Vogelherd, Zollstock, Heuweg sowie den Wald des Unterländer Evang. Kirchenfonds Distr. IX, Staatswald Distr. IV Hardtwald, Gemeindewald Distr. XIV Hainlich;
· Gemarkung Reichenbuch
Reifloch, Hainlich sowie den Wald des Unterländer Evang. Kirchenfonds Distr. IX, Gemeindewald-Distr. XV Hainlich;
· Gemarkung Mosbach
Witthau, Hessel, Hardwiesen, Äußere Gärten, Krautbuckel, Eppigsklinge, Hummelwiesen, Galgenacker, Weidenklinge, Gereut, Wäldlein, Kleeb, Schleef, Neuenberg, Straßengewann, Kühhorn, Gehrn, Heuacker, Bleichwiesen, Herrnhecke, Leyern, Gassenäcker, Weiler, Straubenhecke, Steige, Spitzacker, Hauke, Sohlberg, Rödern, Ochsenrain, Schelmenhecke, Kirchenpfad, Große Pfadäcker, Liebich, Stockäcker, Göckelberg, Bleike, Mahlbrunnen, Kleine Pfadäcker, Frohnäcker, Kurz Gewann, Zehnmorgen, Hohe Stutz, Lange Rödern, Allmendrain, Brunnenäcker, Hofbrunnen, Drei Viertel, Säumagen, Klausenklinge, Obere Klause, Untere Klause, Obere Masseldorn, Masseldorn, Helden, Nüstenbacher Grund, Untere Klause sowie Gemeindewald Distr. III Witthau, Gemeindewald Distr. III Großer Hasbach, Gemeindewald Distr. IV Wäldlein, Wald des Unterländer Evang. Kirchenfonds Distr. IX;
· Gemarkung Diedesheim
Brunnenäcker, Schafrain.
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener grüner Linie flächig grau und in 5 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner, grau angeschummerter Linie, erstellt durch das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis, -untere Naturschutzbehörde- vom 10.12.1987, eingetragen. Die in § 4 Abs. 2 genannten Waldgrenzen sind in den Katasterplankarten mit einer gestrichelten, orange abgegrenzten Linie dargestellt.
Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten ist beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach und beim Bürgermeisteramt der Großen Kreisstadt Mosbach zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. Die Erhaltung des Nüstenbachtales mit dem westlich angrenzenden Höhenrücken als charakteristischer Landschafts(bestand) teil im Übergangsbereich von Sandstein-Odenwald und Bauland.
2. Die Erhaltung und Entwicklung einer an den naturgegebenen Voraussetzungen orientierten Bodennutzung, durch deren charakteristischen Wechsel von Wald, Grünland und Feldfluren die Kulturlandschaft entscheidend geprägt und gegliedert wird.
Wesensmerkmale dieser Landschaft sind insbesondere
· die Talaue des Nüstenbaches mit einem weitgehend naturnah verlaufenden Bachbett, den gewässerbegleitenden naturnahen Stauden-, Röhricht- und Gehölzsäumen sowie den angrenzenden frischen bis feuchten Wiesen und Hochstaudenfluren
· die ausgedehnten, extensiv genutzten Streuobstwiesen, die die Ortlage von Nüstenbach umgeben
· die steilen Talhänge in Grünlandnutzung mit ihrem reichhaltigen Standortmosaik von Quellhorizonten bis hin zu Trocken- und Halbtrockenrasen durchsetzt mit Sukzessionsflächen, Hecken, Feldgehölzen und Obstbaumbeständen
· die Waldflächen entlang der oberen Hangkante im südlichen Schutzgebietsbereich, weitgehend naturnah bestockt mit artenreichen Laubwaldgesellschaften, reich strukturiert und verzahnt mit Sukzessionsflächen unterschiedlicher Stadien als wertvolle Übergangsbereiche von dem extensiv genutzten Talraum zu den Ackerflächen des Höhenrückens
· die ausgedehnten Waldungen an den Talflanken und auf den Hochflächen des nördlichen Schutzgebietsbereiches, z.T. naturnah bestockt mit buchenreichen Waldgesellschaften und begrenzt von naturnah ausgebildeten, reich strukturierten Waldrandgesellschaften, vor allem in den Gewannen Witthau, Sohlberg und Hauke.
3.Die Erhaltung und Entwicklung des Landschaftscharakters (gemäß Nrn. 1 u. 2) so daß:
1.In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch
· a) der Naturhaushalt geschädigt,
· b) die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter nachhaltig gestört,
· c) eine geschützte Flächennutzung auf Dauer geändert,
· d) das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt oder
· e) der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.
2.In den auf Gemarkung Mosbach liegenden Gewannen Hohe Stutz, Bleike, Göckelberg, Stockäcker, Liebich, Witthau, Sohlberg und Hauke ist es verboten, die talseits der kartierten Waldgrenze liegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen -auch über die natürliche Sukzession- in Waldflächen umzuwandeln und forstwirtschaftlich zu nutzen.
9. 9Betreiben von Motorsport, Ultraleichtflugzeugen, motorgetriebenen Schlitten, Modellbooten und -flugzeugen;
10. Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen, mehrtägiges Abstellen von Kraftfahrzeugen und mehrtägiges Zelten außerhalb zugelassener Plätze;
15. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald oder wesentliches Ändern der Bodennutzung auf andere Weise;
16. Beseitigen oder wesentliches Ändern der strauchreichen Waldränder in den Gewannen Hohe Stutz, Bleike, Göckelberg, Stockäcker, Liebich, Witthau, Sohlberg und Hauke der Gemarkung Mosbach;
17. Anpflanzen von standortfremden Gehölzen einschließlich Anpflanzen von Christbaumkulturen und Ballenware;
18. Anlegen von Kleingärten;
19. Umbrechen von Dauergrünland in Acker oder zur Neueinsaat in den Bachauen sowie in folgenden Gewannen:
Im Wüst, Am Kirchle, Witthau;
Wäldlein, Neuenberg, Kühhorn, Gehrn, Heuacker, Schleef, Witthau, Hauke, Ochsenrain, Leyern, Straubenhecke, Gassenäcker, Steige, Liebich, Stockäcker, Göckelberg, Bleike, Hohe Stutz, Lange Rödern, Obere Klause, Helden, Masseldorn;
20. Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, mit Ausnahme des § 4 Abs. 2 und § 5 Abs. 2 Nr. 16 und mit der Maßgabe, daß in den Gewannen "Hohe Stutz, Bleike, Göckelberg, Stockäcker, Liebich" der Eichen - Hainbuchenwald beibehalten werden sollte;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Vorbehalte nach § 5 Abs. 2 Nrn. 17, 19 und 20;
4. für die ordnungsmäßige Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 20;
5. für die ordnungsmäßige Unterhaltung von Gewässern im Rahmen einer naturnahen Behandlung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 20;
a) Fernmeldeleitungen und Richtfunkanlagen der Deutschen Bundespost;
b) Energieversorgungsanlagen;
e) Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen,
ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 20.
Mosbach, den 21. Juni 1991
. 5. Ergänzungslieferung 19943.38