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Timestamp: 2016-10-26 05:57:36
Document Index: 194482199

Matched Legal Cases: ['Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 21', 'BGE', 'Art. 92', 'Art. 74', 'Art. 51', 'Art. 76', 'Art. 76', 'Art. 100', 'Art. 46', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 21', 'Art. 21', 'BGE', 'Art. 21', 'EuG', 'EuG', 'Art. 21', 'Art. 9', 'BGE', 'EuG', 'EuG', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 97', 'Art. 99', 'Art. 106', 'Art. 21', 'Art. 21', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 27', 'EuG', 'Art. 27', 'Art. 30', 'EuG', 'Art. 30', 'Art. 30', 'EuG', 'Art. 30', 'EuG', 'Art. 30', 'EuG', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_143/2007 (06.07.2007)
beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Cesare Jermini und Rechtsanw�ltin Andrea Boog,
B.A.________ (Beschwerdef�hrerin 1), C.A.________ (Beschwerdef�hrerin 2), D.A.________ (Beschwerdef�hrerin 3) und E.A.________ (Beschwerdef�hrerin 4) sind Ehefrau und T�chter des am 3. April 2005 verstorbenen A.A.________ und dessen Erbinnen. Sie sind alle in Zug wohnhaft. F.________ (Beschwerdegegner) verzeichnet ebenfalls Domizil in Zug. Ausserdem verf�gt er in Italien �ber Adressen an Arbeitsorten und eine Familienadresse in Mailand.
A.a Am 27. Juni 2005 reichte der Beschwerdegegner beim Friedensrichteramt der Stadt Zug das Gesuch um Durchf�hrung einer S�hneverhandlung gegen die Beschwerdef�hrerinnen ein mit dem Begehren, diese seien solidarisch zu verpflichten, ihm den Betrag von CHF 2'443'062.-- nebst Verzugszinsen zu 5 % seit 1. Oktober 2004 und Betreibungskosten von CHF 410.-- zu bezahlen. Der Friedensrichter stellte am 8. November 2005 den Weisungsschein aus und verpflichtete die Beschwerdef�hrerinnen wegen unentschuldigten Ausbleibens zur Zahlung einer Entsch�digung von insgesamt CHF 1'104.20 an den Beschwerdegegner.
1. Die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, dem Kl�ger CHF 2'984'662.00 zuz�glich Verzugszinsen zu 5 % seit 1. Oktober 2004 zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage.
2. Eventualiter seien die Beklagten solidarisch zu verpflichten, dem Kl�ger per 30. Juni 2006 CHF 1'084'462.00 zuz�glich Verzugszinsen zu 5 % seit 1. Oktober 2004 zu bezahlen. Ferner sei diesfalls festzustellen, dass per 30. Juni 2006 sowie per 30. Juni 2007 eine weitere Entsch�digung von je CHF 950'100.00 besteht. Alles unter Vorbehalt der Nachklage...."
A.c Am 21. November 2005 stellte das Kantonsgericht Zug die Klage dem Vertreter der Beschwerdef�hrerinnen zu. Diese beantragten in ihrer Klageantwort vom 6. M�rz 2006, das Verfahren sei auszusetzen, bis das Tribunale Ordinario di Milano �ber seine Zust�ndigkeit entschieden habe, denn eine im Sinne von Art. 21 des �bereinkommens �ber die gerichtliche Zust�ndigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 16. September 1988 (SR 0.275.11; Lug�) identische Klage sei dort bereits am 19. Oktober 2005 angebracht worden.
A.d Das Verfahren in Mailand wurde mit Eingabe vom 6. Oktober 2005 von den Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 gegen den Beschwerdegegner eingereicht. Sie verlangten damit im Wesentlichen die Feststellung, dass ihr Erblasser A.A.________ und sie als seine Erbinnen dem Beschwerdegegner aus vertraglichen Beziehungen in der Zeit zwischen dem 20. Dezember 1999 bis zum Ableben von A.A.________ nichts schuldeten. Diese Klageschrift wurde dem Beschwerdegegner am 19. Oktober 2005 an einem seiner italienischen Arbeitsorte und ausserdem am 28. Oktober 2005 an die von den Beschwerdef�hrerinnen angegebene Wohnadresse in Mailand zugestellt. Die Klageschrift wurde dem Beschwerdegegner �berdies am 24. November 2005 auf dem Rechtshilfeweg an seine Wohnadresse in Zug zugestellt.
Mit Beschluss vom 18. Oktober 2006 wies das Kantonsgericht Zug den Antrag auf Sistierung des Verfahrens ab und forderte die Beschwerdef�hrerinnen auf, innert 20 Tagen nach Zustellung dieses Beschlusses eine einl�ssliche, schriftliche Klageantwort einzureichen. Das Kantonsgericht gelangte zum Schluss, nach Zuger Prozessrecht sei die Klage des Beschwerdegegners am 15. November 2005 im Sinne von Art. 21 Lug� rechtsh�ngig gemacht worden, w�hrend die Rechtsh�ngigkeit der von zwei der Beschwerdef�hrerinnen beim Tribunale Ordinario di Milano eingereichten Klage erst mit deren Zustellung an den Beschwerdegegner auf dem Rechtshilfeweg am 24. November 2005 eingetreten sei.
Das Obergericht des Kantons Zug wies mit Urteil vom 16. M�rz 2007 die Beschwerde der Erbinnen des A.A.________ gegen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 18. Oktober 2006 ab. Das Obergericht liess die Frage offen, ob die Zustellung der von den Beschwerdef�hrerinnen angebrachten Klage an einen der Arbeitsorte oder an die von ihnen als Familienwohnort bezeichnete Adresse des Beschwerdegegners in Mailand die Rechtsh�ngigkeit vor dem italienischen Gericht begr�ndet habe. Es gelangte zum Schluss, dass zwei der Beschwerdef�hrerinnen die Klage in Mailand rechtsmissbr�uchlich angebracht hatten, nachdem sie zun�chst eine Verschiebung der auf den 2. August 2005 angesetzten Verhandlung vor dem Friedensrichter Zug erreicht hatten mit der Begr�ndung, sie wollten eine Einigung erzielen, nur um nach der Verschiebung der Verhandlung auf den 8. November 2005 dieser Verhandlung unentschuldigt fernzubleiben.
Gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zug vom 16. M�rz 2007 haben die Erbinnen des A.A.________ Beschwerde in Zivilsachen eingereicht, wobei jeweils zwei Beschwerdef�hrerinnen durch einen gemeinsamen Anwalt vertreten sind.
C.a Die Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 stellen folgende Antr�ge:
1. Das Urteil der Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug vom 16. M�rz 2007 im Verfahren JZ 2006/110 sei vollumf�nglich aufzuheben.
2. Das Sistierungsgesuch der Beklagten betreffend das Verfahren A1 2005 120 sei gutzuheissen und das Kantonsgericht Zug sei anzuweisen, das Verfahren auszusetzen, bis das Tribunale Ordinario di Milano �ber seine Zust�ndigkeit im Fall Nr. 69959/2005 entschieden hat.
3. Eventuell sei das Sistierungsgesuch der Beklagten zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen des Bundesgerichts an die Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug zur�ckzuweisen.
4. Subeventuell sei das Sistierungsgesuch der Beklagten zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen des Bundesgerichts an das Kantonsgericht Zug zur�ckzuweisen. (...)"
"Eine m�gliche Frist zur Einreichung einer einl�sslichen schriftlichen Klageantwort im Verfahren A1 2005 120 sei den Beklagten bis zum Entscheid �ber die vorliegende Beschwerde abzunehmen. Den Beklagten sei nach allf�lligem negativem Entscheid �ber das Aussetzungsbegehren bzw. nach allf�lliger Wiederaufnahme des Verfahrens A1 2005 120 Frist zur einl�sslichen materiellen Klagebeantwortung anzusetzen."
Sie sehen eine Verletzung von Art. 21 Lug� darin, dass die Vorinstanz von einem rechtsmissbr�uchlichen forum running ausgehe, und machen geltend, ihre in Italien h�ngig gemachte Klage sei fr�her eingereicht worden.
C.b Die Beschwerdef�hrerinnen 2 und 3 stellen in ihrer gleichentags abgefassten Beschwerde w�rtlich dieselben Antr�ge. Sie betonen, dass ihre Miterbinnen in Mailand eine identische Klage anh�ngig gemacht haben und stellen ein rechtsmissbr�uchliches Vorgehen in Abrede. Gegen die Begr�ndung der ersten Instanz wenden die Beschwerdef�hrerinnen ein, die Zustellung in Italien und damit die Rechtsh�ngigkeit dort sei fr�her erfolgt. Sie vertreten den Standpunkt, sie s�hen sich nach dem Entscheid der Vorinstanz in der unzumutbaren Lage, sich vor zwei Instanzen in derselben Sache gegen die Forderungen des Kl�gers verteidigen zu m�ssen, in Zug als Direktbeklagte, in Mailand als vom Kl�ger mit seiner Widerklage zitierte Litisdenunziaten; ausserdem k�nne ihnen selbst kein Rechtsmissbrauch vorgeworfen werden.
Das Obergericht des Kantons Zug verzichtet auf Vernehmlassung und beantragt unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. Gegen die Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung hat das Gericht keine Einw�nde.
2.1 Streitgegenstand ist eine privatrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde in Zivilsachen ist gem�ss Art. 72 BGG das massgebende Rechtsmittel. Als Vorinstanz hat ein oberes kantonales Gericht entschieden (Art. 75 Abs. 2 BGG). Angefochten ist ein selbst�ndig er�ffneter Vorentscheid, der die Sistierung des Verfahrens nach Art. 21 Lug� und damit eine Frage der Zust�ndigkeit zum Gegenstand hat (BGE 123 III 414 E. 2b S. 418 f.). Es geht demnach um einen Entscheid im Sinne von Art. 92 BGG, gegen den die Beschwerde zul�ssig ist.
2.2 Es handelt sich um eine verm�gensrechtliche Streitigkeit. Der gem�ss Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG erforderliche Streitwert von Fr. 30'000.-- ist gegeben, da eine weit h�here Forderung eingeklagt ist (Art. 51 lit. c BGG). Die Beschwerdef�hrerinnen sind mit ihrem Begehren auf Aussetzung des Verfahrens vor der Vorinstanz unterlegen und damit formell zur Beschwerde legitimiert (Art. 76 Abs. 1 lit. a BGG). Sie haben ein schutzw�rdiges Interesse daran, ihre Sache vor dem zust�ndigen Gericht auszutragen und sind durch den angefochtenen Entscheid materiell beschwert (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG). Auf die beiden fristgerecht (Art. 100 i.V.m. Art. 46 und 48 BGG) eingereichten Beschwerden ist grunds�tzlich einzutreten.
2.3 Mit der Beschwerde kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG) und von V�lkerrecht (Art. 95 lit. b BGG) ger�gt werden. In der Begr�ndung der Rechtsschrift ist in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Danach muss die Begr�ndung nach geltendem Recht wie schon bisher in der Rechtsschrift selbst enthalten sein und sind Verweise auf andere Rechtsschriften, insbesondere im kantonalen Verfahren eingereichte, unbeachtlich (vgl. BGE 131 III 384 E. 2.3 S. 387 f.; 130 I 290 E. 4.10 S. 302, je mit Verweisen). Gen�gt die Rechtsschrift der Anforderung von Art. 42 Abs. 2 BGG, wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft allerdings die Verletzung von Grundrechten nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Die Vorinstanz hat die von den Beschwerdef�hrerinnen gest�tzt auf Art. 21 Lug� beantragte Sistierung des vom Beschwerdegegner eingeleiteten Forderungsprozesses mit der Begr�ndung verweigert, die negative Feststellungsklage sei von zwei der Beschwerdef�hrerinnen in Mailand rechtsmissbr�uchlich eingereicht worden.
3.1 Nach Art. 21 Lug� setzt das sp�ter angerufene Gericht das Verfahren von Amts wegen aus, bis die Zust�ndigkeit des zuerst angerufenen Gerichts feststeht, wenn bei Gerichten verschiedener Vertragsstaaten Klagen wegen desselben Anspruchs zwischen denselben Parteien anh�ngig gemacht werden. Die negative Feststellungsklage, welche die Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 in Mailand gegen den Beschwerdegegner angebracht haben, betrifft unbestritten denselben Anspruch (vgl. BGE 123 III 414 E. 5 S. 422).
3.2 Die Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 haben beim Tribunale Ordinario di Milano am 6. Oktober 2005 negative Feststellungsklage gegen den Beschwerdegegner eingereicht. Die Klage wurde dem Beschwerdegegner im Oktober an einem Arbeitsort bzw. an der von den Beschwerdef�hrerinnen angegebenen Familienadresse in Italien zugestellt, auf dem Weg der Rechtshilfe am 24. November 2005 an seinem Wohnort in Zug. F�r die Rechtsh�ngigkeit und damit die Priorit�t im Sinne von Art. 21 Lug� war nach der Rechtsprechung des EuGH zum Br�sseler EWG-�bereinkommen �ber die gerichtliche Zust�ndigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 27. September 1968 (EuGV�) die Prozesshandlung entscheidend, die nach dem massgebenden nationalen Recht eine Fortsetzungslast oder Bindungswirkung in dem Sinne zur Folge hatte, dass die klagende Partei im Falle eines Klager�ckzugs nicht leicht zu nehmende Nachteile in Kauf zu nehmen hatte. Das Bundesgericht ist dieser Praxis f�r den w�rtlich gleich formulierten Art. 21 Lug� gefolgt und hat f�r die Schweiz entschieden, dass sich der massgebende Zeitpunkt der Rechtsh�ngigkeit unbesehen der Regelung von Art. 9 Abs. 2 IPRG nach dem kantonalen Prozessrecht bestimmt (BGE 123 III 414 E. 6 S. 423 ff. und dort zitierte Urteile des EuGH). Entscheidend f�r die �bernahme der Praxis des EuGH war das Ziel des Lug�, im Bereich der Zust�ndigkeit und der Anerkennung sowie Vollstreckung eine gemeinsame, einheitliche Ordnung f�r alle Rechtssuchenden der Mitgliedstaaten von EG und EFTA herzustellen und insofern einen einheitlichen Rechtsraum zu verwirklichen (BGE 123 III 414 E. 4 S. 420 f.). Zur Beurteilung der Priorit�t ist danach entscheidend, mit welcher Prozesshandlung nach dem massgebenden italienischen Recht einerseits und dem massgebenden zugerischen Recht anderseits die erforderliche Bindungswirkung eintritt.
3.3 Nach dem Prozessrecht des Kantons Zug wird der Rechtsstreit gem�ss den Erw�gungen der Vorinstanz mit der Einreichung der Klageschrift im Doppel nebst Weisungsschein beim Gerichtspr�sidenten rechtsh�ngig. Der Beschwerdegegner hat danach die Klage gegen die Beschwerdef�hrerinnen am 15. November 2005 im Sinne von Art. 21 Lug� bei den Gerichten des Kantons Zug anh�ngig gemacht. Die Vorinstanz hat offen gelassen, ob die Rechtsh�ngigkeit der von den Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 in Mailand gegen den Beschwerdegegner eingereichten Klage schon im Oktober 2005 und damit fr�her eingetreten ist. Denn sie hat die Priorit�t der vom Beschwerdegegner bei den Gerichten des Kantons Zug eingereichten Forderungsklage wegen rechtsmissbr�uchlichen Verhaltens der Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 bejaht. Nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid hat der Beschwerdegegner das Gesuch um Einleitung des S�hneverfahrens beim zust�ndigen Friedensrichteramt am 27. Juni 2005 gestellt, worauf die Parteien auf den 2. August 2005 zum S�hneversuch geladen wurden. Der Vertreter der Beschwerdef�hrerinnen 2 und 3, der damals s�mtliche Beschwerdef�hrerinnen vertrat, ersuchte darauf am 28. Juli 2005 um Verschiebung der Auss�hnungsverhandlung mit der Begr�ndung, die Beschwerdef�hrerin 3 befinde sich seit einiger Zeit in Peru und kehre erst anfangs September 2005 wieder zur�ck. Um den Zweck des Vermittlungsversuchs zu erreichen, seien die Beschwerdef�hrerinnen interessiert, ihre Rechte und Pflichten an der Verhandlung auszu�ben und allenfalls zu einer Einigung mit dem Beschwerdegegner beizutragen. Gest�tzt auf diese Ausf�hrungen verschob der Friedensrichter die Verhandlung auf den 8. November 2005. Dieser Verhandlung blieben die Beschwerdef�hrerinnen unentschuldigt fern. In der Zwischenzeit hatten die Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 jedoch am 6. Oktober 2005 beim Gericht in Mailand die negative Feststellungsklage eingereicht, deren Priorit�t sie zur Begr�ndung ihres Sistierungsgesuchs behaupten.
3.4 Die Vorinstanz stellte in W�rdigung der Beweise fest, dass die Beschwerdef�hrerinnen das Verschiebungsgesuch beim Friedensrichteramt Zug zum Zwecke einreichten, den Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 die fr�here Einleitung der Klage in Mailand zu erm�glichen. Die Einw�nde der Beschwerdef�hrerinnen gegen diesen beweism�ssigen Schluss aus ihrem Vorgehen beschr�nken sich auf eine Darstellung aus ihrer Sicht. Die Feststellungen der Vorinstanz sind jedoch keineswegs offensichtlich unrichtig (Art. 97 BGG) und die Noven der Beschwerdef�hrerinnen unzul�ssig (Art. 99 BGG). Eine geh�rig begr�ndete R�ge im Sinne von Art. 106 Abs. 2 BGG l�sst sich ihren Ausf�hrungen nicht entnehmen. Es ist von der verbindlichen Feststellung auszugehen, dass das Verschiebungsgesuch beim Friedensrichteramt Zug nur gestellt wurde, um die priorit�re Zust�ndigkeit des Gerichts in Mailand zu erreichen. Die Vorinstanz hat dieses Verhalten zutreffend als rechtsmissbr�uchlich qualifiziert. Der Beschwerdegegner ist daher so zu stellen, wie wenn er die Forderungsklage gegen die Beschwerdef�hrerinnen nach der urspr�nglich auf den 2. August 2005 anberaumten Friedensrichterverhandlung beim Kantonsgericht innert n�tzlicher Frist prosequiert h�tte. Dies w�re sp�testens Ende August 2005 der Fall gewesen und damit vor Einreichung der negativen Feststellungsklage der Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 beim Tribunale Ordinario di Milano im Oktober 2005. Die Vorinstanz hat zu Recht angenommen, dass das Gericht im Kanton Zug zuerst angerufen wurde, w�hrend das Gericht in Mailand im Sinne von Art. 21 Lug� sp�ter angerufen wurde.
3.5 Die Ber�cksichtigung des rechtsmissbr�uchlichen Vorgehens der Beschwerdef�hrerinnen 1 und 4 zur Bestimmung der Priorit�t nach Art. 21 Lug� stellt das Ziel dieses �bereinkommens nicht in Frage. Denn der Zweck, durch harmonisierte Vorschriften einen einheitlichen Rechtsraum f�r alle Rechtssuchenden in den Mitgliedstaaten der EU und der EFTA herzustellen, l�sst sich mit dem geltenden Lug� nicht mehr durchwegs erreichen, nachdem die EuGV� f�r die Mitgliedstaaten der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 44/2001 vom 22. Dezember 2000 �ber die gerichtliche Zust�ndigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (im Folgenden: EuGVo) ersetzt worden ist (vgl. dazu Jan Kropholler, Europ�isches Zivilprozessrecht, 8. Aufl. 2005, N. 6 ff. der Einleitung; Reinhold Geimer/Rolf A. Sch�tze, Europ�isches Zivilverfahrensrecht, 2. Aufl. 2004, N. 18 ff. der Einleitung zur EuGVo). Zur Wiederherstellung der Einheit soll das Lug� revidiert und den Bestimmungen der EU-Verordnung angeglichen werden (vgl. den Entwurf vom 12. Oktober 2006 in Gerhard Walter, Internationales Zivilprozessrecht der Schweiz, 4. Aufl. 2007, S. 577 ff., "E-Lug�"). Eine �nderung ist insbesondere f�r die Sistierung des Verfahrens f�r den Fall vorgesehen, dass bei Gerichten verschiedener Vertragsstaaten Klagen wegen desselben Anspruchs zwischen denselben Parteien anh�ngig gemacht werden (Art. 27 EuGVo, Art. 27 E-Lug�). Die Priorit�tsfrage wird in Art. 30 EuGVo einheitlich geregelt und soll auch in Art. 30 E-Lug� entsprechend definiert werden (Walter, a.a.O., S. 592). Gem�ss dieser Bestimmung gilt ein Gericht nach der hier massgebenden Alternative als angerufen zu dem Zeitpunkt, zu dem das verfahrensleitende Schriftst�ck oder ein gleichwertiges Schriftst�ck bei Gericht eingereicht worden ist, vorausgesetzt, dass der Kl�ger es in der Folge nicht vers�umt hat, die ihm obliegenden Massnahmen zu treffen, um die Zustellung des Schriftst�cks an den Beklagten zu bewirken (Art. 30 Ziffer 1 EuGVo, vgl. dazu Geimer/Sch�tze, a.a.O., N. 4 ff. zu Art. 30 EuGVo; Kropholler, a.a.O., N. 3 zu Art. 30 EuGVo). Die Priorit�t der Klage d�rfte sich danach k�nftig f�r die Schweiz im Sinne von Art. 9 Abs. 2 IPRG nach der ersten, f�r die Klageeinleitung massgebenden Verfahrenshandlung bestimmen, wobei die Einleitung des S�hneverfahrens gen�gt (vgl. Paul Volken, Z�rcher Kommentar, 2. Aufl. 2004, N. 68 ff. zu Art. 9 IPRG; Bernard Dutoit, Droit international priv� suisse, Commentaire de la loi f�d�rale du 18 d�cembre 1987, 4. Aufl. 2005, N. 3bis zu Art. 9 IPRG).
3.6 Nach dem Gesagten wurde das Gericht im Kanton Zug im Sinne von Art. 21 Lug� zuerst angerufen. Die Beschwerden sind deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Damit kann offen bleiben, ob die Voraussetzungen f�r eine Sistierung des Verfahrens nach Art. 21 Lug� f�r die Klage des Beschwerdegegners gegen die Beschwerdef�hrerinnen 2 und 3 �berhaupt erf�llt sind.
Die Frist f�r die einl�ssliche materielle Klageantwort ist antragsgem�ss neu festzusetzen. Den Beschwerdef�hrerinnen wird daher eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung des vorliegenden Urteils angesetzt zur Einreichung der Klageantwort beim Kantonsgericht.
Die Beschwerdef�hrerinnen haben gem�ss Art. 66 Abs. 1 BGG die Gerichtskosten unter solidarischer Haftung und zu gleichen Teilen zu tragen. Sie haben nach Art. 68 Abs. 2 BGG dem Beschwerdegegner die Parteikosten zu ersetzen.
Den Beschwerdef�hrerinnen l�uft eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Entscheides zur Einreichung der Klagebeantwortung beim Kantonsgericht des Kantons Zug.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 10'000.-- wird den Beschwerdef�hrerinnen mit je Fr. 2'500.-- unter solidarischer Haftung f�r den gesamten Betrag auferlegt.
Die Beschwerdef�hrerinnen haben den Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt 12'000.--, intern mit je Fr. 3'000.-- unter solidarischer Haftung f�r den gesamten Betrag zu entsch�digen.