Source: http://www.juraforum.de/ratgeber/strafrecht/ab-wann-bzw-mit-welchem-alter-duerfen-jugendliche-sex-haben
Timestamp: 2017-09-20 18:23:56
Document Index: 245354288

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 176', '§ 180', '§ 1', '§ 1', '§ 176', '§ 176', '§ 19', '§ 182', '§ 182', '§ 182', '§ 174', '§ 174', '§ 176', '§ 182', '§ 19', '§ 176', '§ 176', '§ 176']

Autor: JuraForum.de-Redaktion, verfasst am 20.03.2017, 11:27| 2 Kommentare
Wenn für junge Menschen die Pubertät beginnt, sind der Eintritt und die Dauer dieser doch gewöhnungsbedürftigen Phase für die Eltern oft mit vielen Sorgen verbunden. Schließlich werden ihre Kinder in dieser Zeit mit zahlreichen Veränderungen konfrontiert. Dank der heutigen Medien und dem allgegenwärtigen Motto „Sex Sells“ neigen die Sprösslinge, sei es Sohn oder Tochter, auch viel schneller dazu, ihr erstes Mal bereits im jungen Alter zu haben. Dies gefällt nur weniger Eltern, vor allen wenn ein gewisser Altersunterschied zwischen den Liebespartnern besteht. In solchen Situationen würden Eltern ihren Kindern gerne den sexuellen Kontakt verbieten, doch dürfen sie das einfach so?
Die Rechtslage: Die Schutzaltersgrenze liegt bei 14 Jahren
Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen finden sich grundsätzlich im Jugendschutzgesetz [JuSchG]. Zur Beantwortung der Frage, ab wann bzw. mit welchem Alter Kinder bzw. Jugendliche in Deutschland rechtlich gesehen eigentlich legal Geschlechtsverkehr haben dürfen, ist allerdings ein Blick in das Strafgesetzbuch [StGB] zu werfen. Dort wird im Abschnitt zum sog. Sexualstrafrecht (§§ 174 ff. StGB) unter anderem der sexuelle Missbrauch von Kindern (§§ 176 ff. StGB) und Jugendlichen (§§ 180, 182 StGB) geregelt. Aus diesen Strafnormen ergeben sich im Einklang mit § 1 JuSchG und § 1 JGG [Jugendgerichtsgesetz] hinsichtlich der Altersgrenzen folgende Unterscheidungen:
Kinder sind Personen, die noch keine 14 Jahre alt sind
Jugendliche sind hingegen Personen, die noch keine 18 Jahre alt sind
Mit Blick auf die §§ 176 ff., 180, 182 StGB ergibt sich, dass die sog. Schutzaltersgrenze bei 14 Jahren liegt, das heißt konkret, erst ab diesem Alter haben Jugendliche grundsätzlich das Recht, Geschlechtsverkehr zu haben.
Sex mit Kindern ist stets strafbar
Nach § 176 Absatz 1 StGB wird eine sexuelle Handlung an Kindern mit Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet. Ein solcher sexueller Missbrauch liegt nach dem Wortlaut des Gesetzes auch dann vor, wenn beispielsweise ein 13-jähriges Mädchen mit ihrem 14-jährigen Freund Geschlechtsverkehr hat. Gleiches gilt im Grunde sogar dann, wenn zwei Kinder, die beide erst 13 Jahre alt sind, aneinander sexuelle Handlungen vornehmen. In einem solchen Fall werden die Kinder jedoch gem. § 19 StGB mangels Schuldfähigkeit nicht bestraft.
Sex mit Jugendlichen kann strafbar sein
Nach § 182 Absatz 3 StGB sind sexuelle Handlungen zwischen einer Person über 21 Jahren und einem 14- oder 15-jährigen Jugendlichen für den erwachsenen Sexualstrafpartner dann strafbar, wenn er die fehlende Fähigkeit des Jugendlichen zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt. Ein solcher – zumindest versuchter – Missbrauch wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Nach § 182 Absatz 1 StGB sind hingegen sexuelle Handlungen zwischen einer Person über 21 Jahren und einem 16- oder 17-jährigen Jugendlichen grundsätzlich erlaubt, soweit hierfür keine Zwangslage des Jugendlichen ausgenutzt wird. Anderenfalls wird ein solcher – zumindest versuchter – Missbrauch mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Nach § 182 Absatz 2 StGB darf ein Erwachsener, auch wenn er Geschlechtsverkehr mit dem Jugendlichen haben darf, kein Geld dafür bezahlen. Anderenfalls wird er ebenso mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Sex mit Schutzbefohlenen ist stets strafbar
Schutzbefohlene i.S.d. § 174 StGB sind diejenigen Personen, denen Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zur Erziehung, Ausbildung oder Betreuung anvertraut wurden. Damit dürfen zum Beispiel Lehrer, Ausbilder, Erzieher, Chefs, oder Gasteltern von Austauschschülern keine sexuellen Handlungen an ihren Schutzbefohlen ausführen bzw. sich von dem Schutzbefohlenen vornehmen lassen. Andernfalls wird ein solcher Missbrauch mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
Kinder dürfen rechtlich betrachtet keinen Sex haben, erst recht nicht mit Erwachsenen. Jugendliche ab 14 Jahren dürfen hingegen legal Sex haben. Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren aber nur, solange der Geschlechtspartner einen nicht allzu großen Altersunterschied aufweist bzw. im Falle dessen, er nicht die fehlende sexuelle Selbstbestimmung des Jugendlichen dabei ausnutzt. Anderenfalls macht sich der erwachsene Sexualpartner strafbar. Demgegenüber dürfen Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren grundsätzlich auch mit Erwachsenen sexuelle Handlungen vornehmen, solange ältere Geschlechtspartner dafür kein Geld bezahlt oder eine Zwangslage des Jugendlichen ausnutzt. Anderenfalls macht sich der erwachsene Sexualpartner auch insoweit strafbar.
"Wie lange dürfen Kinder abends alleine draußen bleiben?"
Schlagwörter: Kind, Jugendliche, Sex, Geschlechtsverkehr, sexuelle Handlung, Missbrauch, Schutzbefohlene, JuSchG, StGB, § 174 StGB, § 176 StGB, § 182 StGB, Sexualpartner, Geschlechtspartner, Alter, Schutzaltersgrenze
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Sicherheitsfrage 46 - F_ü.nf =
Furbo (21.05.2017 09:06 Uhr):
Ziemlich fehlerhafter Beitrag. Schade, dass sowas in einem "Juraforum" veröffentlicht wird.
Irubus (18.05.2017 18:53 Uhr):
"Gleiches gilt im Grunde sogar dann, wenn zwei Kinder, die beide erst 13 Jahre alt sind, aneinander sexuelle Handlungen vornehmen. In einem solchen Fall werden die Kinder jedoch gem. § 19 StGB mangels Schuldunfähigkeit nicht bestraft." 1. Der § 176 StGB richtet sich an Personen, älter als 14 Jahre. Den TB des § 176 StGB kann ein Kind nicht erfüllen. Deshalb machen zwei 13-jährige nichts Verbotenes. Der § 176 StGB regelt nicht, ab wann nan Sex haben darf, sondern wer mit wem Sex haben darf. 2. "Mangels Schuldunfähigkeit" wird man bestraft. Mangels Schuldfähigkeit wird man nicht bestraft. Doppelte Verneinung?
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