Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/kst/verlustuebernahme-bei-organschaft-325868
Timestamp: 2020-02-23 22:51:34
Document Index: 26476814

Matched Legal Cases: ['§ 302', '§ 302', '§ 302', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 302', '§ 302', '§ 302', '§ 302']

Verlustübernahme bei Organschaft | Rechtslupe
Es ist, wie der Bundesfinanzhof nun [post id=23012]erneut bestätigt[/post] 1 hat, nicht ernstlich zweifelhaft, dass die für die ertragsteuerliche Organschaft mit einer GmbH als Organgesellschaft erforderliche Vereinbarung einer Verlustübernahme entsprechend den Vorschriften des § 302 AktG zwar nicht die Vereinbarung einer Regelung gemäß § 302 Abs. 2 AktG, wohl aber die Vereinbarung der Verjährungsregelung entsprechend § 302 Abs. 4 AktG voraussetzt.
Ist eine Kapitalgesellschaft Organgesellschaft i.S. der §§ 14, 17 oder 18 KStG 2002, so gilt sie gemäß § 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG 2002 gewerbesteuerrechtlich als Betriebsstätte des Organträgers (gewerbesteuerrechtliche Organschaft). Eine Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland ist dann Organgesellschaft nach den genannten körperschaftsteuerrechtlichen Vorschriften, wenn sie sich verpflichtet, ihren ganzen Gewinn an ein anderes Unternehmen i.S. des § 14 KStG 2002 –den Organträger– abzuführen. Handelt es sich bei der Organgesellschaft um eine andere als die in § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG 2002 bezeichnete Kapitalgesellschaft mit Geschäftsleitung und Sitz im Inland –und damit auch eine inländische GmbH–, verlangt § 17 Satz 2 Nr. 2 KStG 2002 als weitere Voraussetzung für die Anerkennung der Organschaft u.a., dass eine Verlustübernahme entsprechend den Vorschriften des § 302 AktG vereinbart wird.
Nach ständiger Spruchpraxis des Bundesfinanzhofs 2 muss der Ergebnisabführungsvertrag eine dem § 302 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten. Das Regelungserfordernis erstreckt sich auf § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG 3 und nach der Einfügung des § 302 Abs. 4 AktG durch das Gesetz zur Anpassung von Verjährungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts mit Wirkung vom 15. Dezember 2004 auch auf diesen. Der Bundesfinanzhof hat Letzteres –ebenfalls nach summarischer Prüfung in einem AdV-Verfahren– bereits in seinem Beschluss vom 28. Juli 2010 4, entschieden; daran ist festzuhalten.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 22.12.2010, I B 83/10
BFH, Beschluss vom 28.07.2010 – I B 27/10, BFHE 230, 167, BStBl II 2010, 932, berichtigt durch Beschluss vom 15.09.2010 – I B 27/10, BFHE 230, 208, BStBl II 2010, 935[↩]
vgl. zuletzt BFH, Urteil vom 03.03.2010 – I R 68/09, BFH/NV 2010, 1132, m.w.N., die dagegen erhobene Verfassungsbeschwerde wurde vom BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen, siehe BVerfG, Beschluss vom 31.08.2010 – 2 BvR 998/10[↩]
vgl. BFH, Urteile vom 17.12.1980 – I R 220/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383; vom 29.03.2000 – I R 43/99, BFH/NV 2000, 1250; vom 22.02.2006 – I R 74/05, BFH/NV 2006, 1513[↩]
BFH, Beschluss vom 28.07.2010 – I B 27/10, BFHE 230, 167, BStBl II 2010, 932; berichtigt durch Beschluss vom 15.09.2010, BFHE 230, 208, BStBl II 2010, 935[↩]