Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Private-Daten-Versicherung--f305149.html
Timestamp: 2018-03-19 16:27:07
Document Index: 73180955

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 28', '§ 3', '§ 203', '§ 3', '§ 4']

Private Daten - Versicherung (Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht) - frag-einen-anwalt.de
25.11.2017 18:57 |
meine Kontaktperson meiner KfZ-Versicherung hat eine Zahlungserinnerung per Whats App an einen Verwandten geschickt.
Ich bin geschockt über dieses Verhalten, weil ich das sehr privat finde.
Auf dem Formular sieht man meinen Namen, meine Adresse, meine Versicherungsnummer, den zu zahlenden Betrag und meine Kfz Nummer.
Ich würde gerne dieser Kontaktperson aufzeigen, was er falsch gemacht hat.
Bitte um professionelle Hilfestellung.
Versicherung privat Versicherung
Ihre Reaktion kann ich sehr gut nachvollziehe.
Es besteht ein Vertrag zwischen Ihnen und der Versicherung- der Versicherungsvertrag, vorliegend für ein Kfz.
Aus diesem Vertrag hervor gehen Pflichten für beide Vertragspartner.
Es ist eben nicht nur der zu gewährende Versicherungsschutz zu welchem der Versicherer verpflichtet ist oder der zu zahlende Beitragssatz zu welchem der Versicherte verpflichtet ist.
Aus einem solchen Vertrag ergeben sich auch andere Verpflichtungen, unter anderem die der gegenseitigen Rücksichtnahme und der Schutz der Interessen des Vertraspartners.
Natürlich entsteht auch ein Anspruch aus dem bekannten Bundesdatenschutzgesetz.
Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten ist nur zulässig, soweit das Bundesdatenschutzgesetz oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat (§ 4 BDSG). Damit ist zwingende Voraussetzung der Verwendung, dass Sie der Weitergabe Ihrer Daten zustimmen. Ohne diese Zustimmung ist die Weitergabe nicht zulässig, sofern nicht das Gesetz die Weitergabe ohne Zustimmung erlaubt.
Gem. § 28 Abs. 3 BDSG ist die Übermittlung personenbezogener Daten zulässig, wenn die Weitergabe der Daten für Zwecke der Werbung erfolgt und wenn es sich um listenmäßig oder sonst zusammengefasste Daten über Angehörige einer Personengruppe handelt.
Einen Zweck der Werbung kann ich vorliegend nicht erkennen. Aus welchem Grund eine Weitergabe erfolgt ist, ist auch rätselhaft.
Alles in allem liegt ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz hier vor.
Um demjenigen klar zu machen was er falsch gemacht hat empfiehlt sich wahrscheinlich eine schriftliche Nachricht an die Versicherung allgemein( eventuell gibt es eine Beschwerdeabteilung?) unter Angabe des Sachverhalts und des hier aufgezeigten Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Insbesondere sollte erwähnt werden, dass ein Verstrag auch Vertrauenssache ist und die ungefragte und rechtswidrige Weitergabe der personenbezogenen Daten einen begründeten Zweifel aufkommen lassen, ob hier der richtige Vertragspartnerals Versicherer gewählt wurde.
Das dürfte aus meiner Sicht ein einschneidendes Erlebnis darstellen. Aber vorsicht, das kann auch zur Abmahnung des Mitarbeiters oder gar zur Kündigung führen. Alternativ können Sie auch nur an diesen herantreten und mit der Beschwerde drohen, sollte sich dieses Verhalten wiederholen.
"(1) 1Das Erheben, Speichern, Verändern oder Übermitteln personenbezogener Daten oder ihre Nutzung als Mittel für die Erfüllung eigener Geschäftszwecke ist zulässig
(3) 1Die Übermittlung oder Nutzung für einen anderen Zweck ist auch zulässig:
2In den Fällen des Satzes 1 Nr. 3 ist anzunehmen, dass dieses Interesse besteht, wenn im Rahmen der Zweckbestimmung eines Vertragsverhältnisses oder vertragsähnlichen Vertrauensverhältnisses gespeicherte Daten übermittelt werden sollen, die sich
(4) 1Widerspricht der Betroffene bei der verantwortlichen Stelle der Nutzung oder Übermittlung seiner Daten für Zwecke der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung, ist eine Nutzung oder Übermittlung für diese Zwecke unzulässig. 2Der Betroffene ist bei der Ansprache zum Zweck der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung über die verantwortliche Stelle sowie über das Widerspruchsrecht nach Satz 1 zu unterrichten; soweit der Ansprechende personenbezogene Daten des Betroffenen nutzt, die bei einer ihm nicht bekannten Stelle gespeichert sind, hat er auch sicherzustellen, dass der Betroffene Kenntnis über die Herkunft der Daten erhalten kann. 3Widerspricht der Betroffene bei dem Dritten, dem die Daten nach Absatz 3 übermittelt werden, der Verarbeitung oder Nutzung für Zwecke der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung, hat dieser die Daten für diese Zwecke zu sperren.
(7) 1Das Erheben von besonderen Arten personenbezogener Daten (§ 3 Abs. 9) ist ferner zulässig, wenn dies zum Zweck der Gesundheitsvorsorge, der medizinischen Diagnostik, der Gesundheitsversorgung oder Behandlung oder für die Verwaltung von Gesundheitsdiensten erforderlich ist und die Verarbeitung dieser Daten durch ärztliches Personal oder durch sonstige Personen erfolgt, die einer entsprechenden Geheimhaltungspflicht unterliegen. 2Die Verarbeitung und Nutzung von Daten zu den in Satz 1 genannten Zwecken richtet sich nach den für die in Satz 1 genannten Personen geltenden Geheimhaltungspflichten. 3Werden zu einem in Satz 1 genannten Zweck Daten über die Gesundheit von Personen durch Angehörige eines anderen als in § 203 Abs. 1 und 3 des Strafgesetzbuches genannten Berufes, dessen Ausübung die Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten oder die Herstellung oder den Vertrieb von Hilfsmitteln mit sich bringt, erhoben, verarbeitet oder genutzt, ist dies nur unter den Voraussetzungen zulässig, unter denen ein Arzt selbst hierzu befugt wäre.
(9) 1Organisationen, die politisch, philosophisch, religiös oder gewerkschaftlich ausgerichtet sind und keinen Erwerbszweck verfolgen, dürfen besondere Arten personenbezogener Daten (§ 3 Abs. 9) erheben, verarbeiten oder nutzen, soweit dies für die Tätigkeit der Organisation erforderlich ist. 2Dies gilt nur für personenbezogene Daten ihrer Mitglieder oder von Personen, die im Zusammenhang mit deren Tätigkeitszweck regelmäßig Kontakte mit ihr unterhalten. 3Die Übermittlung dieser personenbezogenen Daten an Personen oder Stellen außerhalb der Organisation ist nur unter den Voraussetzungen des § 4a Abs. 3 zulässig. 4Absatz 3 Nr. 2 gilt entsprechend."
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