Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BezG%20Rostock&Datum=18.12.1991&Aktenzeichen=4%20T%2066%2F91
Timestamp: 2020-08-12 01:49:55
Document Index: 157066254

Matched Legal Cases: ['Art. 233', '§ 2', '§ 903', 'Art. 14', '§ 903', '§ 22']

BezG Rostock, 18.12.1991 - 4 T 66/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,9821
BezG Rostock, 18.12.1991 - 4 T 66/91 (https://dejure.org/1991,9821)
BezG Rostock, Entscheidung vom 18.12.1991 - 4 T 66/91 (https://dejure.org/1991,9821)
BezG Rostock, Entscheidung vom 18. Dezember 1991 - 4 T 66/91 (https://dejure.org/1991,9821)
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EGBGB Art. 233 § 2
Vielmehr handelte es sich seiner Natur nach um ein Recht sui generis, das mit dem Tod des Berechtigten in den staatlichen Bodenfonds zurückfiel und ursprünglich der Neuvergabe durch die Gemeindebodenkommission bedurfte (OLG Schwerin, NJ 1952, 281; BezG Dresden, VIZ 1992, 198; BezG Rostock, VIZ 1992, 193; AgrarR 1992, 164; BezG Neubrandenburg, DtZ 1992, 217; Krüger, DtZ 1991, 385;… Arlt, Rechte und Pflichten der Genossenschaftsbauern, Berlin 1965, S. 47; Jesch, VIZ 1994, 451 [458]).
Ein in den Nachlaß fallendes Recht stellte die Bodenreformberechtigung somit nicht dar (BezG Dresden, VIZ 1992, 198; BezG Rostock, VIZ 1992, 193).
Das Bodenreform "eigentum" war seiner Funktion und Ausgestaltung nach nicht mit dem Eigentum im Sinne des § 903 BGB vergleichbar und kam damit auch dem durch Art. 14 Abs. 1 GG geschützten Eigentum nicht so nahe, daß er dem Schutz dieser Vorschrift unterfiele (BezG Rostock, VIZ 1992, 193 ff.; BezG Dresden, VIZ 1992, 198 ff.; VG Dresden, ZOV 1993, 446 [447]; LG Chemnitz, ZOV 1994, 190 f. mit zust. Anm. Jesch = VIZ 1994, 360 mit abl.
Ein in den Nachlass fallendes Recht stellte die Bodenreformberechtigung somit nicht dar [BezG Dresden, VIZ 1992, 198; BezG Rostock, VIZ 1992, 193].
Bringt aber der Bodenreformvermerk bei einer Gesamtbetrachtung des Grundbuchs zum Ausdruck, daß der Neubauer entgegen dem durch die Eintragung in Abteilung I erweckten Anschein kein Eigentum i.S.v. (der bis zum 31.12.1975 geltenden) §§ 903, 873 ff., 929 ff. BGB bzw. (der danach geltenden) §§ 22 ff. ZGB erworben hat, scheidet die Ersitzung persönlichen Eigentums mangels Diskrepanz zwischen der materiellen und der im Grundbuch ausgewiesenen Rechtslage von vornherein aus (mit anderer Begründung gegen die Ersitzung persönlichen Eigentums ebenfalls: BG Rostock, Beschluß vom 18.Dezember 1991 - 4 T 66/91 - unter III 4 (unveröffentlicht; nicht rechtskräftig)).
Das Eigentum an Bodenreformgrundstücken war aufgrund der vielfältigen Verfügungsbeschränkungen und öffentlich-rechtlichen Bindungen, denen der Neubauer unterworfen war und die dem Siedlungseigentum ganz gezielt jegliche Verkehrsfähigkeit nehmen sollten (vgl. Siewert, Zum Eigentum an den Bodenreform-Grundstücken, NJ 1992, 155, 156), weder Eigentum im Sinne des bürgerlich-rechtlichen Eigentumsbegriffs des Bürgerlichen Gesetzbuches noch persönliches Eigentum im Sinne des Zivilgesetzbuches - ZGB - der DDR (vgl. nur BezG Dresden, U. v. 17.12.1991, VIZ 1992, 198 ff.; B. v.06.05.1992, VIZ 1992, 278 ff; BezG Rostock, B. v. 18.12.1991, VIZ 1992, 193 ff.; VG Dresden, U. v. 17.06.1993, ZOV 1993, 446 f.; VG Dessau, U v. 23.06.1993; U. v. 10.08.1993, ZOV 1994, 75 f.; LG Chemnitz, U. v. 30.11.1994, ZOV 1994, 190 ff.; VG Berlin, U. v. 10.01.1994, ZOV 1994, 214 ff.; OLG Dresden, B. v. 29.03.1994,).