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Timestamp: 2020-04-07 08:37:31
Document Index: 100329590

Matched Legal Cases: ['§ 323', '§ 271', '§ 323', '§ 54', '§ 332', '§ 333', '§ 334']

Konzernabschlussprüfung / 4.5 Haftung des Konzernabschlussprüfers | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Konzernabschlussprüfung / 4.5 Haftung des Konzernabschlussprüfers
Der Konzernabschlussprüfer, seine Gehilfen und die bei der Prüfung mitwirkenden gesetzlichen Vertreter einer Prüfungsgesellschaft sind zum Schadensersatz verpflichtet, sofern sie ihre Pflicht zur gewissenhaften und unparteiischen Prüfung, ihre Verschwiegenheitspflicht sowie das Verbot der Verwertung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen fahrlässig oder vorsätzlich verletzen (§ 323 Abs. 1 HGB). Ein Anspruch auf Schadensersatz steht dabei sowohl dem Mutter- als auch verbundenen Unternehmen zu. Gem. § 271 Abs. 2 HGB zählen alle in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen zu den verbundenen Unternehmen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen sind demnach bzgl. des Schadensersatzes hingegen wie Dritte zu behandeln. Ihnen stehen allenfalls Ansprüche aufgrund unerlaubter Handlung des Konzernabschlussprüfers zu.
Der Schadensersatz bei fahrlässiger Handlung ist auch bei Konzernabschlussprüfungen auf 1 Mio. EUR bzw. bei Aktiengesellschaften, deren Aktien zum Handel im regulierten Markt zugelassen sind, auf 4 Mio. EUR beschränkt (§ 323 Abs. 2 HGB). Diese Beschränkung gilt pro Prüfungsauftrag und nicht etwa für jedes in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen. Die Haftungsgrenzen werden durch die nach § 54 Abs. 1 WPO obligatorisch abzuschließende Berufshaftpflichtversicherung für Wirtschaftsprüfer gedeckt.
Neben der Schadensersatzpflicht kommen für den Konzernabschlussprüfer auch Freiheits- und Geldstrafen aufgrund der Verletzung von Berichts- oder Geheimhaltungspflichten (§ 332 HGB bzw. § 333 HGB) sowie Bußgelder aufgrund einer ordnungswidrigen Betätigung als Konzernabschlussprüfer (§ 334 Abs. 2 HGB) in Betracht. Die Regelungen entsprechen dabei den Vorgaben auf Einzelabschlussebene.