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Timestamp: 2016-10-22 13:31:16
Document Index: 320103865

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 416/00 (08.08.2001)
I 416/00 Vr
Ursprung; Gerichtsschreiberin Fleischanderl
Urteil vom 8. August 2001
Z.________, 1959, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Petra Oehmke, Bahnhofplatz 9, 8910 Affoltern am Albis,
IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, 6304 Zug, Beschwerdegegnerin,
A.- Z.________, geboren 1959, war seit 1986 als Fertigungs-/Verpackungsmitarbeiterin bei der Firma L.________ AG t�tig. Ab 28. Mai 1997 blieb sie ihrer Arbeit vermehrt krankheitsbedingt fern, woraufhin das Arbeitsverh�ltnis von der Arbeitgeberin auf Ende Juni 1998 aufgel�st wurde. Seither geht sie keiner Erwerbst�tigkeit mehr nach. Am 9. April 1998 meldete sie sich unter Hinweis auf eine infolge eines lumbovertebralen und psychoorganischen Syndroms seit
28. Mai 1997 bestehende 100 %ige Arbeitsunf�higkeit bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Zug holte u.a. Berichte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 30. Dezember 1997, des Spitals Y.________, Medizinische Klinik, vom 24. M�rz 1998 sowie ein Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) vom 15. Juli 1999 samt Erg�nzungsbericht des Dr. med.
A.________, Chefarzt der MEDAS, vom 9. November 1999 ein.
In beruflich-erwerblicher Hinsicht zog sie einen Arbeitgeberbericht vom 26. Mai 1998 bei. Gest�tzt darauf wurde der Versicherten nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens mit Verf�gungen vom 19. November 1999 vom 1. Mai 1998 bis 31. Juli 1999 eine ganze sowie ab 1. August 1999 ein halbe Invalidenrente zugesprochen.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher Z.________ die Ausrichtung einer ganzen Rente auch f�r die Zeit ab 1. August 1999 beantragen liess, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug ab (Entscheid vom 29. Mai 2000).
C.- Z.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es seien der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihr ab 1. August 1999 weiterhin eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei eine umfassende polydisziplin�re Begutachtung mit Hauptschwerpunkt im psychischen Bereich anzuordnen.
W�hrend das kantonale Gericht und die IV-Stelle auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen, hat sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.
1.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG) und die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 110 V 275 f.; vgl. auch BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) zutreffend dargelegt, sodass darauf zu verweisen ist. Gleiches gilt f�r die Erw�gungen zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung (vgl. auch BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen).
2.- a) Das kantonale Gericht ist in einl�sslicher und sorgf�ltiger W�rdigung der medizinischen Akten - insbesondere des Gutachtens der MEDAS vom 15. Juli 1999 (samt Erg�nzungsbericht vom 9. November 1999), welches die rechtsprechungsgem�ss erforderlichen Kriterien f�r beweiskr�ftige �rztliche Entscheidungsgrundlagen (BGE 125 V 352 ff.
Erw. 3 mit Hinweisen) erf�llt und dem somit voller Beweiswert zukommt - zum �berzeugenden Schluss gelangt, dass die Beschwerdef�hrerin auf Grund ihrer multiplen Leiden (anhaltende somatoforme Schmerzst�rung, diffuse funktionelle linksbetonte Panalgie, chronisches panvertebrales Syndrom mit kleiner medianer bis rechts paramedianer Diskushernie L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression sowie bei leichtem Flachr�cken mit muskul�rer Dysbalance, dyspeptische Beschwerden, Otitis media rechts, kleinknotige fibrozystische Mastopathie beidseits, Allergie auf unbekannten Farbstoff sowie Adipositas) keine Schwerarbeit mehr verrichten kann, ihr aber seit dem 2. Juli 1999 k�rperlich leichte bis mittelschwere T�tigkeiten wiederum zu 50 % zumutbar sind.
b) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird sinngem�ss eine mangelhafte Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ger�gt und beantragt, es seien weitere medizinische Untersuchungen anzuordnen.
Diesem Begehren kann nicht entsprochen werden. Die Beschwerdef�hrerin ist sowohl rheumatologisch wie auch psychiatrisch eingehend untersucht und beurteilt worden und es besteht auch im Lichte der letztinstanzlich vorgebrachten Einwendungen kein Anlass zu erg�nzenden Abkl�rungen. Namentlich ist die im Rahmen der MEDAS-Begutachtung erfolgte Beurteilung durch Dr. med. R.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Juni 1999, zwar kurz, aber dennoch schl�ssig und nachvollziehbar begr�ndet.
Die im Bericht enthaltene Formulierung, die Beschwerdef�hrerin sei "mindestens zu 50 % in ihrer Arbeitsf�higkeit eingeschr�nkt", ist entgegen der Auffassung der Versicherten nicht als eine aus Unsicherheit bez�glich des tats�chlichen Grades der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit entstandene Empfehlung zu interpretieren, weitere psychiatrische Abkl�rungen vorzunehmen, sondern stellt eine konkrete Einsch�tzung des aus psychiatrischer Sicht noch verbliebenen Leistungsverm�gens dar, auf welche abzustellen ist.
Ferner ist auch mit Blick auf die im Austrittsbericht der Rheuma- und Rehabilitationsklinik X.________ vom 30. Dezember 1997 erw�hnte "Fibromyalgie-Tendenz" eine Notwendigkeit erg�nzender rheumatologischer Untersuchungen zu verneinen, da dieses Beschwerdebild weder von den �rzten des Spitals Y.________ (Bericht vom 24. M�rz 1998) noch durch den Spezialisten Dr. med. M.________, Facharzt FMH f�r Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen (Rheumatologisches Konsilium vom 14. Juni 1999), best�tigt werden konnte. Der Umstand, dass insbesondere Dr. med. M.________ keine n�heren diesbez�glichen Aussagen macht, deutet nicht auf das Fehlen entsprechender Abkl�rungen, sondern darauf hin, dass sich der betreffende Verdacht nicht anhand von charakteristischen Symptomen und Schmerzpunkten erh�rten liess. Was schliesslich die Farbstoffallergie der Beschwerdef�hrerin anbelangt, so wird diese seitens der MEDAS-Gutachter lediglich als Nebenbefund - und somit ohne wesentliche Beeinflussung der Arbeitsf�higkeit - eingestuft. Anhaltspunkte, dass diese Allergie zu irgendeinem Zeitpunkt zu einer Einschr�nkung des beruflichen Leistungsverm�gens der Versicherten gef�hrt hat, sind auch den �brigen medizinischen Unterlagen nicht zu entnehmen.
3.- Zu pr�fen bleibt, wie sich die fach�rztlich festgestellte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit erwerblich auswirkt.
a) Zur Ermittlung des hypothetischen Einkommens ohne Invalidit�t (Valideneinkommen) ist auf den gem�ss Arbeitgeberbericht vom 26. Mai 1998 im Jahre 1997 erzielten Verdienst von Fr. 56'084. 80 (inklusive 13. Monatslohn sowie einer Gratifikation von Fr. 964. 80) abzustellen. In Ber�cksichtigung der in den Jahren 1998 und 1999 eingetretenen Nominallohnerh�hung (1998: 0,7 %; 1999: 0,3 %; Die Volkswirtschaft, 2001 Heft 2, Anhang S. 28, Tabelle B10. 2) resultiert hieraus ein massgebliches Valideneinkommen f�r 1999 von Fr. 56'647.-.
b) F�r die Bemessung des hypothetischen Einkommens nach Eintritt der Invalidit�t (Invalideneinkommen) ist von einer Arbeitsf�higkeit von 50 % in einer adaptierten T�tigkeit auszugehen (vgl. Erw. 2a hievor). Bei Zugrundelegung eines durchschnittlichen statistischen Monatseinkommens f�r Arbeitnehmerinnen mit einfachen und repetitiven T�tigkeiten im privaten Sektor von Fr. 3505.- im Jahre 1998 (Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 1998, Tabelle A1, Anforderungsniveau 4), der betriebs�blichen Arbeitszeit von 41,9 Stunden (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Anhang S. 27, Tabelle B9.2) sowie der massgeblichen Lohnentwicklung (Die Volkswirtschaft, a.a.O., Anhang S. 28, Tabelle B10. 2) ergibt sich f�r das Jahr 1999 ein Einkommen von Fr. 3682.- monatlich oder Fr. 44'184.- j�hrlich. Bei einer zu ber�cksichtigenden Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von 50 % resultiert hieraus ein Invalideneinkommen von Fr. 1841.- bzw. Fr. 22'092.-.
Die herangezogenen tabellarischen L�hne k�nnen rechtsprechungsgem�ss bis zu 25 % gek�rzt werden (BGE 126 V 78 Erw. 5 mit Hinweisen). In W�rdigung der gesamten pers�nlichen und beruflichen Umst�nde erscheint vorliegend auf Grund der Tatsache, dass gesundheitlich beeintr�chtigte Versicherte, die wie die Beschwerdef�hrerin selbst im Rahmen leichter Hilfsarbeitert�tigkeiten nicht mehr voll leistungsf�hig sind (BGE 124 V 323 Erw. 3b/bb), in Best�tigung der Vorinstanz ein Abzug vom Tabellenlohn von 10 % als angemessen.
Es ist demgem�ss von einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 19'883.- auszugehen. Ein h�herer Abzug ist nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdef�hrerin im Umfang ihres 50 %igen Leistungspensums grunds�tzlich alle Arbeiten (mit Ausnahme k�rperlich schwerer T�tigkeiten) zumutbar sind, verf�gt sie doch trotz ihrer gesundheitlichen Beeintr�chtigung noch �ber ein weites Feld von Besch�ftigungsm�glichkeiten.
Faktoren wie mangelnde Ausbildung oder Verst�ndigungsschwierigkeiten sind angesichts dieser Verh�ltnisse infolge ihres invalidit�tsfremden Charakters bei der Invalidit�tsbemessung ausser Acht zu lassen (BGE 107 V 21 Erw. 2c mit Hinweisen; AHI 1999 S. 237 ff.). Zu beachten ist ferner, dass sich eine Teilzeitbesch�ftigung bei Frauen gem�ss Statistik jedenfalls nicht lohnmindernd, sondern eher lohnerh�hend auswirkt (vgl. Tabelle 6* der LSE 1998, S. 20).
c) Aus dem Vergleich des massgebenden Valideneinkommens (Fr. 56'647.-) mit dem Invalideneinkommen (Fr. 19'883.-) resultiert ein Invalidit�tsgrad von knapp 65 %. Die vorinstanzlich best�tigte die Zusprechung einer halben Invalidenrente f�r die Zeit ab 1. August 1999 ist somit rechtens.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, der Ausgleichskasse Zug und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 8. August 2001