Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2095/80
Timestamp: 2020-04-09 11:42:34
Document Index: 354764148

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 175', '§ 175', '§ 19', '§ 19', '§ 175', '§ 19', '§ 27']

BFH, 31.10.1984 - I R 95/80 - dejure.org
https://dejure.org/1984,1027
BFH, 31.10.1984 - I R 95/80 (https://dejure.org/1984,1027)
BFH, Entscheidung vom 31.10.1984 - I R 95/80 (https://dejure.org/1984,1027)
BFH, Entscheidung vom 31. Januar 1984 - I R 95/80 (https://dejure.org/1984,1027)
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KStG § 19 Abs. 3 a.F.; AO 1977 § 175 Satz 1 Nr. 2 (= § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 in der ab 1. Januar 1982 gültigen Fassung)
Gewinnausschüttung - GmbH - Gewinnverteilungsbeschluß - Wirtschaftsjahr - Beschluß nach Ende des Wirtschaftsjahres - Körperschaftsteuer - Körperschaftsteuerbescheid - Änderung des Steuerbescheids
Zur Frage, ob der Gewinnverteilungsbeschluß einer GmbH auch dann den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entspricht, wenn er erst 16 Monate nach dem Ende des Wirtschaftsjahres gefaßt worden ist, dessen Gewinn ausgeschüttet werden soll
BFHE 142, 446
BB 1985, 510
BStBl II 1985, 225
In der Rechtsprechung des BFH wurde - nicht entscheidungserheblich - darauf hingewiesen, daß Gewinnausschüttungsbeschlüsse, die eine unbegründet lange Zeit nach Abschluß des Wirtschaftsjahres gefaßt wurden, den handelsrechtlichen Erfordernissen nach einem zutreffenden Vermögensausweis widersprechen (Urteile vom 1. Juli 1964 I 5/63 U, BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; in BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; in dem Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 wurde jedenfalls ein Zeitraum von 16 Monaten nach dem Ende des Wirtschaftsjahres, dessen Gewinn ausgeschüttet wird, als dem GmbHG entsprechend angesehen).
Für den Streitfall ist es unerheblich, ob die Gewinne der nach dem Wirtschaftsjahr 1974 liegenden Wirtschaftsjahre vor dem strittigen Gewinnverteilungsbeschluß ausgeschüttet worden sind (die Frage blieb im Urteil in BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 noch dahingestellt).
Auf den Streitfall findet § 19 KStG a. F. Anwendung, obwohl die Gewinnausschüttung erst nach dem 1. Januar 1977 beschlossen wurde (vgl. hierzu BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225).
In der Rechtsprechung des BFH wurde - nicht entscheidungserheblich - darauf hingewiesen, daß Gewinnausschüttungsbeschlüsse, die eine unbegründet lange Zeit nach Abschluß des Wirtschaftsjahres erfolgen, den handelsrechtlichen Erfordernissen nach einem zutreffenden Vermögensausweis widersprechen (Urteile vom 1. Juli 1964 I 5/63 U, BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; vom 16. Juli 1969 I R 92/67, BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; in dem Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 wurde jedenfalls ein Zeitraum von 16 Monaten nach dem Ende des Wirtschaftsjahres, dessen Gewinn ausgeschüttet wird, als dem GmbHG entsprechend angesehen).
3.2 Für den Streitfall ist es unerheblich, ob ein etwaiger Gewinn des nach dem Wirtschaftsjahr 1976 liegenden Wirtschaftsjahres 1977 vor den strittigen Gewinnverteilungsbeschlüssen ausgeschüttet worden ist (die Frage blieb in dem Urteil in BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 noch dahingestellt).
Auf den Streitfall findet § 19 KStG a. F. Anwendung, obwohl die Gewinnausschüttungen erst nach dem 1. Januar 1977 beschlossen wurden (vgl. hierzu BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225).
In der Rechtsprechung des BFH wurde - nicht entscheidungserheblich - darauf hingewiesen, daß Gewinnausschüttungsbeschlüsse, die eine unbegründet lange Zeit nach Abschluß des Wirtschaftsjahres erfolgen, den handelsrechtlichen Erfordernissen nach einem zutreffenden Vermögensausweis widersprächen (Urteile vom 1. Juli 1964 I 5/63 U, BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; vom 16. Juli 1969 I R 92/67, BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; in dem Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 wurde jedenfalls ein Zeitraum von 16 Monaten nach dem Ende des Wirtschaftsjahres, dessen Gewinn ausgeschüttet wird, als dem GmbHG entsprechend angesehen).
Für den Streitfall ist es unerheblich, ob der Gewinn des nach dem Wirtschaftsjahr 1976 liegenden Wirtschaftsjahres 1977 vor dem in Streit befindlichen Gewinnverteilungsbeschluß ausgeschüttet worden ist (die Frage blieb in dem Urteil in BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 noch dahingestellt).
In der Rechtsprechung des BFH wurde - nicht entscheidungserheblich - darauf hingewiesen, daß Gewinnausschüttungsbeschlüsse, die eine unbegründet lange Zeit nach Abschluß des Wirtschaftsjahres erfolgen, den handelsrechtlichen Erfordernissen nach einem zutreffenden Vermögensausweis widersprächen (Urteile vom 1. Juli 1964 I 5/63 U, BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; in dem Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 wurde jedenfalls ein Zeitraum von 16 Monaten nach dem Ende des Wirtschaftsjahres, dessen Gewinn ausgeschüttet wird, als dem GmbHG entsprechend angesehen).
Für den Streitfall ist es unerheblich, ob die Gewinne der nach dem Wirtschaftsjahr 1972/73 liegenden Wirtschaftsjahre vor den strittigen Gewinnverteilungsbeschlüssen ausgeschüttet worden sind (die Frage blieb im Urteil in BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225 noch dahingestellt).
Zwar hat der erkennende Senat in seiner früheren Rechtsprechung (vgl. Urteile vom 1. Juli 1964 I 5/63 U, BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; vom 16. Juli 1969 I R 92/67, BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225) diesem Gesichtspunkt Bedeutung beigemessen.
a) Der erkennende Senat hat schon in seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, daß ein den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechender Gewinnverteilungsbeschluß steuerlich zu beachten ist, wenn er vor der Veranlagung der Gesellschaft zur Körperschaftsteuer gefaßt wird (vgl. BFH-Urteile in BFHE 80, 162, BStBl III 1964, 533; in BFHE 96, 310, BStBl II 1969, 634; in BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225; in BFHE 144, 353, BStBl II 1986, 84; vom 5. Juni 1985 I R 276/82, BFHE 144, 348, BStBl II 1986, 81).
Verfahrensrechtlich hilft § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO 1977, um zum Ausschüttungszeitpunkt gegebenenfalls bereits vorliegende und bestandskräftige Steuerfestsetzungen korrigieren zu können (vgl. Senatsurteil vom 2. Juli 1997 I R 25/96, BFHE 183, 33, BStBl II 1997, 714; vgl. auch Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225, zum KStG a.F.).
Im Übrigen sei auch ein nachträglich ergangener Gewinnverteilungsbeschluss beachtlich, wie sich aus den Urteilen des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 31.10.1984 I R 95/80, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1985, 225 undvom 10.7.2002 I R 69/00, BFH/NV 2002, 1545 ergebe.
Soweit sich der Beigeladene zu 1.) zur Begründung eines rückwirkenden Ereignisses auf die BFH-Urteile vom 31.10.1984 (I R 95/80 a.a.O) undvom 10.7.2002 (…I R 69/00 a.a.O) beruft, geht dieser Einwand fehl.
Soweit der Senat mit Urteil vom 31. Oktober 1984 I R 95/80 (BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225) einem Gewinnverteilungsbeschluss rückwirkende Kraft beigemessen hat, stand dies mit der Sonderregelung des § 19 Abs. 3 KStG 1975 (besonderer Steuersatz bei Ausschüttungen) im Zusammenhang.
Sie führt insoweit aus, die Versagung einer Rückwirkung des Beschlusses über die Verwendung des Jahresgewinns 2000 vom 31. März 2002 auf das Streitjahr 2000 durch das FG widerspreche der Senatsrechtsprechung zu § 27 Abs. 3 Satz 1 KStG 1999 a.F. (Senatsurteile vom 31. Oktober 1984 I R 95/80, BFHE 142, 446, BStBl II 1985, 225; vom 18. Mai 1999 I R 60/98, BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634;… vom 10. Juli 2002 I R 69/00, BFH/NV 2002, 1545).