Source: https://www.dashoefer.de/dasfibuwissen/bilanzierung-des-anlagenabgangs.html
Timestamp: 2020-07-05 01:44:09
Document Index: 177813365

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 6', '§ 7', '§ 52', '§ 7', '§ 253', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 7']

Bilanzierung des Anlagenabgangs | dasFiBuWissen - Fachwissen von Experten für Ihren Erfolg.
Bilanzierung des Anlagenabgangs
Bilanzierung [ Stand: 18.07.2011 ]
Bei Wirtschaftsgütern, die im Laufe eines Wirtschaftsjahres oder Rumpfwirtschaftsjahres veräußert oder aus dem Betriebsvermögen entnommen werden oder nicht mehr zur Erzielung von Einkünften dienen, ...
Bei Wirtschaftsgütern, die im Laufe eines Wirtschaftsjahres oder Rumpfwirtschaftsjahres veräußert oder aus dem Betriebsvermögen entnommen werden oder nicht mehr zur Erzielung von Einkünften dienen, können für dieses Jahr nur der Teil des auf ein Jahr entfallenden AfA Betrags abgesetzt werden, der dem Zeitraum zwischen dem Beginn des Jahres und der Veräußerung, Entnahme oder Nutzungsänderung entspricht.
Durch einen Kabelbrand im Aufzugschacht wurde am 29. April 2006 bei der D-AG ein erheblicher Schaden angerichtet. Nachdem der Brand in den frühen Morgenstunden des 30. April 2006 gelöscht war, stellte der Mitarbeiter der C-Versicherung folgendes fest:
Im Gebäude waren am Aufzug und in den Räumen der 4. und 5. Etage Schäden i.H.v. 500.000 Euro entstanden. Der Teilwert des Gebäudes sank um diesen Betrag.
§ 7 – Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung
(1) 1Bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, ist jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt (Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen). 2Die Absetzung bemisst sich hierbei nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts. 3Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts eines Gewerbebetriebs oder eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft gilt ein Zeitraum von 15 Jahren. 4Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung des Wirtschaftsguts vermindert sich für dieses Jahr der Absetzungsbetrag nach Satz 1 um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung oder Herstellung vorangeht. 5Bei Wirtschaftsgütern, die nach einer Verwendung zur Erzielung von Einkünften im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 4 bis 7 in ein Betriebsvermögen eingelegt worden sind, mindern sich die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um die Absetzungen für Abnutzung oder Substanzverringerung, Sonderabschreibungen oder erhöhte Absetzungen, die bis zum Zeitpunkt der Einlage vorgenommen worden sind. 6Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, bei denen es wirtschaftlich begründet ist, die Absetzung für Abnutzung nach Maßgabe der Leistung des Wirtschaftsguts vorzunehmen, kann der Steuerpflichtige dieses Verfahren statt der Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen anwenden, wenn er den auf das einzelne Jahr entfallenden Umfang der Leistung nachweist. 7Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung sind zulässig; soweit der Grund hierfür in späteren Wirtschaftsjahren entfällt, ist in den Fällen der Gewinnermittlung nach § 4 Absatz 1 oder nach § 5 eine entsprechende Zuschreibung vorzunehmen.
(2) 1Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die nach dem 31. Dezember 2008 und vor dem 1. Januar 2011 angeschafft oder hergestellt worden sind, kann der Steuerpflichtige statt der Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen die Absetzung für Abnutzung in fallenden Jahresbeträgen bemessen. 2Die Absetzung für Abnutzung in fallenden Jahresbeträgen kann nach einem unveränderlichen Prozentsatz vom jeweiligen Buchwert (Restwert) vorgenommen werden; der dabei anzuwendende Prozentsatz darf höchstens das Zweieinhalbfache des bei der Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 25 Prozent nicht übersteigen. 3Absatz 1 Satz 4 und § 7a Absatz 8 gelten entsprechend. 4Bei Wirtschaftsgütern, bei denen die Absetzung für Abnutzung in fallenden Jahresbeträgen bemessen wird, sind Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nicht zulässig.
(4) 1Bei Gebäuden sind abweichend von Absatz 1 als Absetzung für Abnutzung die folgenden Beträge bis zur vollen Absetzung abzuziehen:
vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt worden sind, jährlich 2,5 Prozentder Anschaffungs- oder Herstellungskosten; Absatz 1 Satz 5 gilt entsprechend. 2Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in den Fällen des Satzes 1 Nummer 1 weniger als 33 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe a weniger als 50 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe b weniger als 40 Jahre, so können anstelle der Absetzungen nach Satz 1 die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden. 3Absatz 1 letzter Satz bleibt unberührt. 4Bei Gebäuden im Sinne der Nummer 2 rechtfertigt die für Gebäude im Sinne der Nummer 1 geltende Regelung weder die Anwendung des Absatzes 1 letzter Satz noch den Ansatz des niedrigeren Teilwerts (§ 6 Absatz 1 Nummer 1 Satz 2).
(5) 1Bei Gebäuden, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Staat belegen sind, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) angewendet wird, und die vom Steuerpflichtigen hergestellt oder bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft worden sind, können abweichend von Absatz 4 als Absetzung für Abnutzung die folgenden Beträge abgezogen werden:
–im Jahr der Fertigstellung und in den folgenden 3 Jahrenjeweils 10 Prozent,–in den darauf folgenden3 Jahrenjeweils 5 Prozent,–in den darauf folgenden18 Jahrenjeweils 2,5 Prozent,
–im Jahr der Fertigstellungund in den folgenden7 Jahrenjeweils 5 Prozent,–in den darauf folgenden6 Jahrenjeweils 2,5 Prozent,–in den darauf folgenden36 Jahrenjeweils 1,25 Prozent,
–im Jahr der Fertigstellung undin den folgenden 3 Jahrenjeweils 7 Prozent,–in den darauf folgenden6 Jahrenjeweils 5 Prozent,–in den darauf folgenden6 Jahrenjeweils 2 Prozent,–in den darauf folgenden24 Jahrenjeweils 1,25 Prozent,
–im Jahr der Fertigstellung undin den folgenden 7 Jahrenjeweils 5 Prozent,–in den darauf folgenden6 Jahrenjeweils 2,5 Prozent,–in den darauf folgenden36 Jahrenjeweils 1,25 Prozent,
–im Jahr der Fertigstellung undin den folgenden 9 Jahrenjeweils 4 Prozent,–in den darauf folgenden8 Jahrenjeweils 2,5 Prozent,–in den darauf folgenden32 Jahrenjeweils 1,25 Prozent,
() Fußnote § 7: Zur Anwendung vgl. § 52 Abs. 21, 21a, 21b, 21c
Durch das Löschwasser waren Schäden i.H.v. 20.000 Euro entstanden.
Eine Computeranlage in der 4. Etage wurde völlig zerstört. Die Anlage war am 2. Januar 2006 für 36.000 Euro angeschafft worden und sollte auf eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren höchstmöglich abgeschrieben werden.
Die Versicherung zahlte im Mai 2006 für:
Reparaturarbeiten am Gebäude: 500.000 Euro
Löschwasserarbeiten: 20.000 Euro
Computeranlage: 36.000 Euro
Die Gebäudeschäden und die Löschwasserarbeiten ließ die D-AG noch im Juni durch Handwerker beseitigen. Die dabei entstandenen Kosten von 520.000 Euro wurden über verschiedene Aufwandskonten gebucht. Nach den Renovierungsarbeiten hatte das Gebäude wieder seinen ursprünglichen Teilwert von 5 Mio. Euro.
Am 28. Juni 2006 wurde eine neue Computeranlage für 24.000 Euro erworben, die eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren hat und ebenfalls höchstmöglich abgeschrieben werden soll.
Stille Reserven im Zusammenhang mit dem Gebäude sind nicht aufgedeckt worden. Dem Schaden (Teilwertminderung) von 500.000 Euro stehen entsprechende Erträge gegenüber. Die Übertragung von stillen Reserven gem. R 6.6 Abs. 7 EStR scheidet aus. Da die Reparatur noch im gleichen Jahr ausgeführt wird, kann nicht in Höhe des Reparaturaufwands eine Rücklage gebildet werden. Gleiches gilt für den Löschwasserschaden.
Bezüglich der Computeranlage ist die Übertragung stiller Reserven auf ein Ersatz-Wirtschaftsgut gem. R 6.6 Abs. 1 EStR möglich, da die Anlage wegen höherer Gewalt aus dem BV ausscheidet und durch eine funktionsgleiche Anlage zeitnah ersetzt wird.
Die stille Reserve beträgt:
AK (alte Computeranlage)
Abzüglich AfA § 7 Abs. 1 EStG (linear auf 3 J., zeitanteilig für 4 / 12 Monaten)
Buchwert bei Ausscheiden
Entschädigung der Versicherung
Da das Ersatz-WG für weniger als 36.000 Euro angeschafft wird, ist die stille Reserve nur anteilig übertragbar (H 6.6 Abs. 3 EStH):
Stille Reserve 4.000 x
AK des Ersatz-WG 24.000 Euro
= 2.667 Euro
Entschädigung 36.000 Euro
Das Gebäude wird mit seinem Buchwert angesetzt (§ 253 Abs. 1 und Abs. 2 S. 1 HGB, § 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Eine Teilwertabschreibung kommt nicht in Betracht, da zum Stichtag durch eine Reparatur die Wertminderung wieder rückgängig gemacht wurde.
Bezüglich der Reparaturmaßnahmen ist kein neues Wirtschaftsgut entstanden.
Der neue Computer wird angesetzt mit:
abzüglich übertragene stille Reserve (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 EStG)
./. 2.667 Euro
Basis für AfA (R7.3 Abs. 4 S. 1 EStR)
21.333 Euro
Abzüglich AfA gem. § 7 Abs. 1 EStG; 33,33 Prozent, davon 7 / 12
(AfA nach § 7 Abs. 2 nur 30 v.H.)
4.148 Euro
Buchwert 31.12.06
17.185 Euro
Im Handelsrecht ist ebenso zu verfahren, R 6.6 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 EStR.
pl. AfA BGA
(Computer alt)
außerpl. Abschr. BGA (Computer alt)
a.o. Erträge
556.000 Euro
Reparatur / Gebäudeaufwand
per BGA (Computer neu)
per Sonst. betriebl. Aufwand (Sonderabschreibung)
2.667 Euro
(Computer neu)
per AfA Sachanlagen
BGA (Computer neu)