Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=14.12.1989&Aktenzeichen=IV%20R%20117/88
Timestamp: 2020-02-17 12:13:34
Document Index: 260734118

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'Art. 10', '§ 36', '§ 7', '§ 10', '§ 10', '§ 2', '§ 10', '§ 10', 'BGH', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 15', '§ 7', '§ 10', '§ 10', '§ 10', 'Art. 10', '§ 36', '§ 7', '§ 10', '§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

BFH, 14.12.1989 - IV R 117/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,630
BFH, 14.12.1989 - IV R 117/88 (https://dejure.org/1989,630)
BFH, Entscheidung vom 14.12.1989 - IV R 117/88 (https://dejure.org/1989,630)
BFH, Entscheidung vom 14. Dezember 1989 - IV R 117/88 (https://dejure.org/1989,630)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1989,630) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GewStG § 10a i.d.F. des StBereinG 1986
Personengesellschaft - Veräußerung einer Beteiligung - Anteil am Gewerbeverlust - Positiver Gewerbeertrag - Verluste aus Beteiligung
GewStG § 10a i.d.F. des StBereinG (1986)
§ 10a GewStG i.d.F. des StBereinG 1986
Gewerbesteuer; Gewerbeverlust bei Gesellschafterwechsel
BFHE 159, 528
BB 1990, 981
DB 1990, 1070
BStBl II 1990, 436
Der vorlegende Senat sieht sich mit der vorgesehenen Entscheidung in Widerspruch zu dem BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88 (BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Die vom vorlegenden Senat angenommene Divergenz zum Urteil des IV. Senats in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436 ist gegeben.
Die Zulässigkeit der Vorlage wird dadurch wegen der auf jeden Fall gegebenen Divergenz zum Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436 nicht berührt.
Der Steuerpflichtige muß danach sowohl zur Zeit der Verlustentstehung als auch im Jahre der Entstehung des positiven Gewerbeertrags Unternehmensinhaber gewesen sein (Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Für Fälle des Ausscheidens eines oder mehrerer Gesellschafter aus einer fortbestehenden Personengesellschaft wurde hieraus gefolgert, daß die Personengesellschaft den Teil des Fehlbetrags, der anteilig auf den/die ausgeschiedenen Gesellschafter entfiel, vom positiven Gewerbeertrag späterer Jahre nicht abziehen kann (Urteile in BFHE 76, 513, BStBl III 1963, 188; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
In diesem Sinne haben auch das FG Baden-Württemberg im Beschluß vom 22. September 1986 I-V 14/85 (Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 1987, 133) und das FG Hamburg im Urteil vom 12. August 1988 VII 68/85 (EFG 1989, 70; aufgehoben durch Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) entschieden.
Der BFH hat bereits früher mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß das Erfordernis der Unternehmeridentität für den Verlustabzug sich (auch) aus § 10 a Satz 2 GewStG ergebe (vgl. Urteile in BFHE 81, 318, BStBl III 1965, 115; BFHE 86, 123, BStBl III 1966, 374; BFHE 133, 564, BStBl II 1981, 748; BFHE 143, 276, BStBl II 1985, 403; BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
b) Auch in gewerbesteuerrechtlicher Sicht sind die Gesellschafter, wenn sie Mitunternehmerrisiko tragen und Mitunternehmerinitiative ausüben können, entsprechend der bisherigen ständigen Rechtsprechung (vgl. u. a. Urteile in BFHE 106, 225, BStBl II 1972, 775; in BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; vom 21. Februar 1980 I R 96/76, BFHE 130, 403, BStBl II 1980, 465; Beschluß vom 24. Juni 1981 I S 3/81, BFHE 133, 564, BStBl II 1981, 748; Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436; vgl. auch Urteil vom 17. Februar 1989 III R 36/85, BFHE 156, 502, BStBl II 1989, 664) als (Mit-) Unternehmer und damit als Unternehmer des Betriebs anzusehen.
Damit werden nach ständiger Rechtsprechung des BFH (vgl. u. a. Urteile vom 6. November 1980 IV R 182/77, BFHE 132, 93, BStBl II 1981, 220; vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621; vom 31. Juli 1985 VIII R 261/81, BFHE 145, 134, BStBl II 1986, 304; BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) entsprechend der einkommensteuerrechtlichen Handhabung (vgl. unter a) auch die Wirtschaftsgüter des Sonderbetriebsvermögens sowie die Sonderbetriebseinnahmen und die Sonderbetriebsausgaben in die Ermittlung des Gewerbeertrags einbezogen.
Danach geht der Verlustabzug beim Ausscheiden von Gesellschaftern aus einer Personengesellschaft nicht insgesamt unter, sondern nur entsprechend der Quote, mit der der ausgeschiedene Gesellschafter im Jahr der Verlustentstehung an dem Verlust beteiligt war (vgl. Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, 438 f., m. w. N.).
Dies gilt gleichermaßen auch, wenn aus einer Personengesellschaft der vorletzte Gesellschafter ausscheidet und der verbleibende Gesellschafter das Unternehmen als Einzelunternehmen fortführt (BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Tritt in eine bestehende Personengesellschaft oder in ein Einzelunternehmen eine weitere Person als Mitunternehmer des Betriebs ein, so wird den Besonderheiten des partiellen Unternehmerwechsels in der Weise Rechnung getragen, daß der in dem Unternehmen vor dem Eintritt des neuen Gesellschafters entstandene Fehlbetrag auch weiterhin insgesamt, jedoch nur von dem Betrag abgezogen werden kann, der vom gesamten Gewerbeertrag entsprechend dem Gewinnverteilungsschlüssel auf den oder die früheren Unternehmer (Einzel- oder Mitunternehmer) entfällt (vgl. Urteile in BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210; BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; BFHE 138, 94, BStBl II 1983, 427; BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
So ist auch bei der Einbringung des Betriebs in eine Personengesellschaft zu verfahren (Urteile in BFHE 68, 294, BStBl III 1959, 15; BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Gemäß § 10 a Satz 1 GewStG in der für die Streitjahre geltenden Fassung des Art. 10 Nr. 7 des Steuerbereinigungsgesetzes 1986 (StBereinG 1986) vom 19. Dezember 1985 (BGBl I 1985, 2436, BStBl I 1985, 735, 750; zur Rückwirkung bis einschließlich Erhebungszeitraum 1975 vgl. § 36 Abs. 3 GewStG i. d. F. des StBereinG 1986, und das BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) ist der maßgebende Gewerbeertrag um die Fehlbeträge zu kürzen, die sich bei der Ermittlung des maßgebenden Gewerbeertrags für die fünf vorangegangenen Erhebungszeiträume nach den Vorschriften der §§ 7 bis 10 GewStG ergeben haben, soweit die Fehlbeträge nicht bei der Ermittlung des Gewerbeertrags für die vier vorangegangenen Erhebungszeiträume berücksichtigt worden sind.
Nach Ansicht der Verwaltung (Abschn. 68 Abs. 5 f. der Gewerbesteuer-Richtlinien 1990 - GewStR 1990 -); Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe vom 13. März 1987 - G 1427 A - St 232, Betriebs-Berater - BB - 1987, 668) sowie nach der Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs - RFH - (Urteil vom 26. August 1942 VI 236/42, RStBl 1942, 1024) und des BFH (z. B. Urteile vom 19. Dezember 1957 IV 666/55 U, BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210; vom 12. Januar 1978 IV R 26/73, BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; für die Rechtslage ab 1975 BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) ist Voraussetzung der Kürzung des Gewerbeertrags gemäß § 10 a GewStG die sog. Unternehmer- und Unternehmensidentität oder -gleichheit.
Unternehmensidentität bedeutet, daß der im Anrechnungsjahr bestehende Gewerbebetrieb identisch ist mit dem Gewerbebetrieb, der im Jahr der Entstehung des Verlustes bestanden hat (vgl. BFH-Urteile in BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210; vom 28. April 1977 IV R 165/76, BFHE 122, 307, BStBl II 1977, 666; vom 12. Januar 1983 IV R 177/80, BFHE 138, 90, BStBl II 1983, 425; vom 19. Dezember 1984 I R 165/80, BFHE 143, 276, BStBl II 1985, 403; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, und vom 5. September 1990 X R 20/89, BFHE 162, 135, BStBl II 1991, 25).
Die Voraussetzung der Unternehmeridentität - die sich ebenfalls nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergibt - geht davon aus, daß die Kürzung des Gewerbeertrags um Fehlbeträge gemäß § 10 a GewStG an die Person des Gewerbetreibenden (Unternehmers) gebunden ist, der den Verlust erlitten hat (BFH-Urteile vom 8. Januar 1963 I 237/61 U, BFHE 76, 513, BStBl III 1963, 188; in BFHE 159, 528, zu 3., BStBl II 1990, 436).
Unternehmeridentität bedeutet, daß nur der Unternehmer bzw. Mitunternehmer des Jahres, in dem der Verlust (Fehlbetrag) erwirtschaftet worden ist, später den Verlustabzug in Anspruch nehmen kann (vgl. bereits RFH in RStBl 1942, 1024; BFH-Urteile in BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Dabei richtet sich der Umfang des Verlustabzugs nach ihrer Beteiligung am Verlust im Verlustjahr (vgl. BFH-Urteile in BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348, zu 2.1. b, bb, und 2.3.; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, zu 6. b; in BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210, 212; in BFHE 138, 94, BStBl II 1983, 427).
Danach kann im Falle des § 2 Abs. 5 der andere Unternehmer den maßgeblichen Gewerbeertrag nicht um die Fehlbeträge kürzen, die sich bei der Ermittlung des maßgeblichen Gewerbeertrags des übergegangenen Unternehmens ergeben haben (BFH-Urteile in BFHE 81, 318, BStBl III 1965, 115; in BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436; BFH-Beschluß vom 24. Juni 1981 I S 3/81, BFHE 133, 564, BStBl II 1981, 748).
Das BFH-Urteil in BFHE 159, 528, zu 3. und 4., BStBl II 1990, 436 schließt daraus, daß "danach weiterhin erforderlich (sei), daß der Unternehmer, der den Abzug vornehmen will, auch den Verlust erlitten hat".
Die Auffassung der Verwaltung und die Rechtsprechung zur Unternehmeridentität ist - insbesondere nach der Änderung des § 10 a Satz 1 GewStG im Jahre 1985 - vom FG Baden-Württemberg (Beschluß vom 22. September 1986 I-V 14/85 - rkr. -, Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 1987, 133); vom FG Hamburg (Urteil vom 12. August 1988 VII 68/85, EFG 1989, 70, aufgehoben durch das BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) und in der Literatur kritisiert worden (vgl. Mutze, Finanz-Rundschau - FR - 1968, 26; Weingart, Der Betrieb - DB - 1976, 1081; Curtius / Hartung, Steuerberater-Jahrbuch - StbJb - 1985/1986, 9; Braun, BB 1985, 1593; Knobbe-Keuk, Steuer und Wirtschaft - StuW - 1978, 267;… dieselbe, Bilanz- und Unternehmenssteuerrecht, 7. Aufl., 624 f.; dieselbe, StbJb 1990/1991, 159, 170; Kraushaar, Deutsche Steuer-Zeitung - DStZ - 1987, 255;… Lenski / Steinberg, Gewerbesteuergesetz, 8. Aufl., § 10 a Rdnr. 1 d und 13; Finkbeiner, DStZ 1990, 529 [BGH 14.12.1989 - IV ZR 117/88]; Herzig, StbJb 1989/1990, 317, 325; Feldhausen, Deutscher Steuerberatertag 1989, 251, 254; Gaßner, Jahrbuch der Fachanwälte für Steuerrecht - JBFSt - 1987/1988, 392;… Güroff in Glanegger / Güroff, Gewerbesteuergesetz, 2. Aufl., § 10 a Anm. 12; Korn, Kölner Steuerdialog - KÖSDI - 1988, 7314;… Meyer-Scharenberg / Popp / Woring, Gewerbesteuergesetz, Kommentar, § 10 a Rdnr. 16; Meyer-Scharenberg, Neue Wirtschafts-Briefe - NWB - Fach 5, 1159;… Tipke / Lang, Steuerrecht, 13. Aufl., 516; Orth, FR 1986, 81; Felix, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Anmerkungen, Gewerbesteuergesetz 1978, § 10 a, Rechtsspruch 1; Feddersen, BB 1987, 1782, zu I.;… Blümich, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, 14. Aufl.;… von Twickel, § 10 a GewStG Rdnr. 81; Märkle, StbJb 1989/1990, 317, 323; Niemann, Zur Anerkennung von Gewerbeverlusten beim Wechsel von Gesellschaftern einer Personengesellschaft, Institut "Finanzen und Steuern", Nr. 279; Schützeberg, DB 1991, 619; Sturm, Wertpapier-Mitteilungen / Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht - WM - 1986, Sonderbeilage 7, 19; Söffing, Steuerberater-Kongreß-Report 1989, 145, 184; ders., FR 1990, 342; Autenrieth, DStZ 1987, 412; Weßling, DB 1986, 1894; ders., DB 1987, 1321; ders., BB 1988, 1641; Wihtol / Bittner, Gewerbesteuergesetz, § 10 a Anm. 3 b; Zitzelsberger, Grundlagen der Gewerbesteuer, 1990, 285 f., 288).
Das BFH-Urteil in BFHE 159, 528, zu 3, BStBl II 1990, 436 begründet das Merkmal der Unternehmeridentität mit dem "Hinweis" des § 10 a Satz 2 auf § 2 Abs. 5 Satz 1 GewStG: "Geht die Abzugsfähigkeit nämlich verloren, wenn das Unternehmen im ganzen auf einen anderen Unternehmer übergeht, so ist danach weiterhin erforderlich, daß der Unternehmer, der den Abzug vornehmen will, auch den Verlust erlitten hat." Der IV. Senat zieht offenbar den Schluß, daß, wenn die Abzugsfähigkeit beim vollständigen Wechsel der Unternehmer gänzlich verloren geht, sie bei teilweisem Wechsel der Unternehmer anteilig verloren gehen muß.
Eine derartige Anwendung des § 10 a Satz 2 GewStG würde sich zudem, entgegen der Ansicht des BFH-Urteils in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, zu 6. ausschließlich steuerverschärfend auswirken.
Aus der Tatsache, daß auch das Ergebnis im Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter bei der Ermittlung des Gewerbeertrags zu berücksichtigen ist, ergibt sich das Erfordernis der Unternehmeridentität für den Verlustabzug gemäß § 10 a GewStG ebenfalls nicht (vgl. aber BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436 zu 5.).
Im Rahmen der Gewerbesteuerveranlagung wirken sich diese Komponenten des Gewerbeertrags bei allen Gesellschaftern in gleicher Weise aus, denn sie erhöhen oder verringern die Gewerbesteuerlast insgesamt (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436), während sie im Rahmen der Gewinnfeststellung und Einkommensteuerveranlagung sich nur auf den Gewinnanteil des Gesellschafters und seine persönliche Steuerlast auswirken.
Deshalb erübrigt sich auch eine eingehende Auseinandersetzung mit den Ausführungen zu 4. in dem Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436.
Das BFH-Urteil in BFHE 159, 528, zu 4. und 5., BStBl II 1990, 436 hat zur Begründung des Erfordernisses der Unternehmeridentität an den Unternehmerbegriff des § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG angeknüpft.
Das Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, zu 5. geht davon aus, daß die Personengesellschaft (also nicht deren Gesellschafter) zwar das Gewerbe betreibt, daß Unternehmer aber die Gesellschafter seien.
Der vorlegende Senat weicht mit der von ihm vertretenen Auffassung vom Urteil des IV. Senats vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88 (BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) ab.
Entgegen der Annahme des vorlegenden Senats, wie sie neuerdings auch im Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88 (BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) zum Ausdruck kommt, geht weder das EStG noch das KStG davon aus, daß als Mitunternehmer nur natürliche (oder juristische) Personen in Betracht kommen.
Der Bundesfinanzhof (BFH) folge --ungeachtet diverser Gesetzesänderungen-- dieser Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 4. Februar 1966 VI 272/63, BFHE 86, 123, BStBl III 1966, 374; vom 12. Januar 1978 IV R 26/73, BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348, und vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, sowie BFH-Beschluss vom 24. Juni 1981 I S 3/81, BFHE 133, 564, BStBl II 1981, 748).
Der Verlustanteil eines Gesellschafters steht also nicht für einen Verlustvortrag zur Verfügung, soweit die Gesellschaft --etwa infolge von Sonderbetriebseinnahmen anderer Gesellschafter-- insgesamt einen (positiven) Gewerbeertrag oder auch einen gegenüber dem Verlustanteil des Gesellschafters niedrigeren Verlust erzielt hat (BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, unter 8. der Gründe).
Würde man diesem Umstand nicht Rechnung tragen, käme es zu einer doppelten steuerlichen Berücksichtigung (BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, unter 8. der Gründe).
Der Gewinn aus der Veräußerung von Sonderbetriebsvermögen gehört zum Gewerbeertrag i.S. des § 7 GewStG (BFH-Beschluss vom 3. Mai 1993 GrS 3/92, BFHE 171, 246, 260 f., BStBl II 1993, 616, 623; BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, 531 f., BStBl II 1990, 436, 438).
Mit dem auf ihn entfallenden Gewerbeertrag kann er zuvor als Einzelunternehmer erlittene Verluste verrechnen; nur soweit der Gewerbeertrag auf andere Gesellschafter entfällt, fehlt es an der erforderlichen Unternehmeridentität (Beschluss des Großen Senats des BFH in BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616, unter C.III.9.c; BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, unter 6.a).
Der Verlustanteil eines Gesellschafters steht also nicht für einen Verlustvortrag zur Verfügung, soweit die Gesellschaft --etwa infolge von Sonderbetriebseinnahmen anderer Gesellschafter-- insgesamt einen (positiven) Gewerbeertrag oder auch einen gegenüber dem Verlustanteil des Gesellschafters niedrigeren Verlust erzielt hat (BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, unter 8. der Gründe).
aa) Insbesondere ist es zutreffend davon ausgegangen, dass im Jahr 1999 der aus Sondervergütungen resultierende Gewinnanteil des Kommanditisten H (80 931 DM) nicht mit dessen Anteil am vortragsfähigen Verlust auf den 31. Dezember 1998 (174 147 DM) verrechnet werden durfte, sondern mit dem entsprechenden Verlustanteil der Klägerin zu saldieren war (s.o. unter B.II.1.a aa mit Hinweis auf das Senatsurteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, unter 8. der Gründe).
BFH, 16.02.1994 - XI R 50/88
Bei Personengesellschaften sind die nach § 10a GewStG verrechenbaren Fehlbeträge …
Bei Personengesellschaften erfordert die Verlustverrechnung, die im Anrechnungsjahr einen positiven und im Verlustentstehungsjahr einen negativen Gewerbeertrag der Gesellschaft voraussetzt (vgl. BFH-Urteil vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436), eine auf die einzelnen Mitunternehmer bezogene Berechnung.
Der Auffassung des FG sei zu folgen; das Urteil vom 4. Dezember 1989 IV R 117/80 (BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) könne nicht überzeugen.
Der BFH folgte dieser Rechtsprechung (vgl. BFH-Entscheidungen vom 4. Februar 1966 VI 272/63, BFHE 86, 123, BStBl III 1966, 374; vom 12. Januar 1978 IV R 26/73, BFHE 124, 348, BStBl II 1978, 348; vom 24. Juni 1981 I S 3/81, BFHE 133, 564, BStBl II 1981, 748; in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Die Verlustverrechnung, die im Anrechnungsjahr einen positiven und im Verlustentstehungsjahr einen negativen Gewerbeertrag voraussetzt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436), erfordert eine auf die einzelnen Mitunternehmer (Gesellschafter) bezogene Berechnung.
BFH, 05.09.1990 - X R 20/89
Voraussetzungen für den Verlustvortrag nach § 10a GewStG, wenn ein …
Der Gewerbeertrag wird gemäß § 10a Satz 1 GewStG in der für das Streitjahr geltenden Fassung des Art. 10 Nr. 7 des Steuerbereinigungsgesetzes (StBereinG) 1986 vom 19. Dezember 1985 (BGBl I 1985, 2436, BStBl I 1985, 735; zur Rückwirkung vgl. § 36 Abs. 3 GewStG i.d.F. des StBereinG 1986, und das Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436) um die Fehlbeträge gekürzt, die sich bei der Ermittlung des maßgebenden Gewerbeertrags für die fünf vorangegangenen Erhebungszeiträume nach den Vorschriften der §§ 7 bis 10 GewStG ergeben haben, soweit der Fehlbetrag nicht durch Verrechnung in den vier vorangegangenen Erhebungszeiträumen verbraucht wurde.
Aus § 10a Satz 2 GewStG i.V.m. § 2 Abs. 5 GewStG, wonach im Falle des Übergangs eines Gewerbebetriebs im ganzen der den Betrieb fortführende Unternehmer nicht die vor dem Übergang entstandenen Verluste verrechnen darf, leitet die Rechtsprechung das Erfordernis ab, daß der Steuerpflichtige, der den Verlust erlitten hat, und derjenige, bei dem der Verlust nach § 10a GewStG abziehbar ist, identisch sein müssen (Unternehmeridentität; vgl. Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, m.w.N.).
Der Verlustvortrag nach § 10a GewStG setzt außerdem voraus, daß der Gewerbeverlust in demselben Unternehmen entstanden sein muß wie der spätere Gewerbeertrag (Unternehmensgleichheit; vgl. z.B. BFH-Urteile vom 19. Dezember 1957 IV 666/55 U, BFHE 66, 548, BStBl III 1958, 210; vom 28. April 1977 IV R 165/76, BFHE 122, 307, BStBl II 1977, 666; vom 12. Januar 1983 IV R 177/80, BFHE 138, 90, BStBl II 1983, 425, und in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
Ob es mit den vorgenannten Grundsätzen vereinbar ist, im Rahmen des § 10a GewStG - wie unter bestimmten Voraussetzungen für die Unternehmeridentität (vgl. Urteil in BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436, m.w.N.) - auch für die Unternehmensgleichheit teilweise Tatbestandsverwirklichung genügen zu lassen, kann auf sich beruhen.
Darüber hinaus ist es für das Vorliegen eines partiellen (Mit-)Unternehmerwechsels und damit für die anteilige Kürzung des Fehlbetrags nach § 10a GewStG auch ohne Bedeutung, ob der bisherige Gesellschafter auf der Grundlage eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts aus der Gesellschaft ausscheidet oder ob der Anteil --wie beispielsweise bei vorweggenommener Erbfolge oder im Erbfall-- unentgeltlich übergeht (vgl. BFH-Urteile vom 7. Dezember 1993 VIII R 160/86, BFHE 173, 371, BStBl II 1994, 331; vom 14. Dezember 1989 IV R 117/88, BFHE 159, 528, BStBl II 1990, 436).
BFH, 14.09.1993 - VIII R 84/90
Zur Unternehmeridentität und Unternehmensidentität bei Verschmelzung von …
BFH, 16.04.2002 - VIII R 16/01
FG Köln, 14.07.2010 - 4 K 3505/07
Atypisch stille Gesellschaft; persönliche und sachliche Steuerpflicht; …
FG Düsseldorf, 15.09.2005 - 11 K 7141/01
Verlustvortrag; Verlustanteil; Gewerbeverlust; ausscheidender …
FG Münster, 25.09.2009 - 4 K 2374/07
FG Köln, 15.02.2005 - 6 K 5076/01
FG München, 29.09.2004 - 9 K 3768/03
Gewerbeverlustvortrag bei Mitunternehmerschaft; Bindungswirkung des gesondert …
BFH, 15.03.1994 - XI R 60/89
VGH Hessen, 30.06.1994 - 5 UE 1047/92
Zur Verzinsung eines zu Unrecht gezahlten und daher erstatteten …