Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.01.2007&Aktenzeichen=VI%20ZR%2059/06
Timestamp: 2019-05-19 19:40:53
Document Index: 254449227

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.01.2007 - VI ZR 59/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1463
BGH, 09.01.2007 - VI ZR 59/06 (https://dejure.org/2007,1463)
BGH, Entscheidung vom 09.01.2007 - VI ZR 59/06 (https://dejure.org/2007,1463)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 2007 - VI ZR 59/06 (https://dejure.org/2007,1463)
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Schadensersatz gegen einen Arzt wegen fehlerhafter Befundung einer Hautveränderung; Befunderhebungsfehler im Falle einer unterlassenen Überprüfung eines selbst erhobenen Befundes durch Einholung einer zweiten Meinung; Beweislastumkehr aus dem Gesichtspunkt eines groben Behandlungsfehlers oder aus dem Gesichtspunkt mangelnder Erhebung von Diagnosebefunden und Kontrollbefunden; Voraussetzungen für das Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers eines Arztes; Beweiserleichtung bei einem Diagnoseirrtum aufgrund fehlerhafter Bewertung eines ansonsten vollständig erhobenen Befundes
Deliktsrecht - Diagnosefehler ist nicht zwingend ein Befunderhebungsfehler
Diagnosefehler eines Pathologen, der eine Hautveränderung nicht als bösartig erkannt hat; Arzthaftungsrecht, Medizinrecht
Zusammenfassung von "Das Vorliegen eines einfachen Befunderhebungsfehlers und die Beweislastumkehr hinsichtlich der Kausalität" von RAin Dr. Ruth Schultze-Zeu, FAinMedR, original erschienen in: VersR 2008, 898 - 902.
LG Köln, 02.03.2005 - 25 O 115/00
OLG Köln, 13.02.2006 - 5 U 54/05
NJW-RR 2007, 744
VersR 2007, 541
Wegen der bei Stellung einer Diagnose nicht seltenen Unsicherheiten muss die Schwelle, von der ab ein Diagnoseirrtum als schwerer Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst zu beurteilen ist, der dann zu einer Belastung der Behandlungsseite mit dem Risiko der Unaufklärbarkeit des weiteren Ursachenverlaufs führen kann, hoch angesetzt werden (vgl. Senatsurteile vom 9. Januar 2007 - VI ZR 59/06, VersR 2007, 541 Rn. 10;… vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, aaO, Rn. 15, jeweils m.w.N.).
BGH VI ZR 59/06 vom 9. Januar 2007 Thöns.
BGB § 823 Aa BGH, Urteil vom 9. Januar 2007 - VI ZR 59/06 - OLG Köln LG Köln Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 9. Januar 2007 durch die Vizepräsidentin Dr. Müller und die Richter Dr. Greiner, Wellner, Pauge und Zoll für Recht erkannt:.
Ein Fehler bei der Interpretation von Krankheitssymptomen stellt schließlich dann einen schweren Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst und damit einen "groben" Diagnosefehler dar, wenn es sich um einen fundamentalen Irrtum handelt (vgl. BGH, Urteil vom 09.01.2007 - VI ZR 59/06, NJW-RR 2007, 744, 744 f.).
Bei der Entscheidung, ob ein grober Behandlungsfehler vorliegt, handelt es sich um eine juristische, dem Tatrichter obliegende Beurteilung, die allerdings in vollem Umfang durch die vom ärztlichen Sachverständigen mitgeteilten Fakten getragen werden und sich auf die medizinische Bewertung des Behandlungsgeschehens durch den Sachverständigen stützen können muss; ohne entsprechende Darlegung oder gar entgegen den medizinischen Ausführungen des Sachverständigen darf das Gericht einen groben Behandlungsfehler aus eigener Wertung nicht bejahen (BGH VersR 2002, 1026; VersR 2007, 541, 542, Textziff. 12).
Ein Fehler bei der Interpretation von Krankheitssymptomen kann schließlich dann einen schweren Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst und damit einen "groben" Diagnosefehler darstellen, wenn es sich um einen fundamentalen Irrtum handelt (vgl. BGH, Urteil vom 09.01.2007 - VI ZR 59/06, NJW-RR 2007, 744, 744 f.).
Wegen der bei Stellung einer Diagnose nicht seltenen Unsicherheiten muss die Schwelle, von der ab ein Diagnoseirrtum als schwerer Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst zu beurteilen ist, der dann zu einer Belastung der Behandlungsseite mit dem Risiko der Unaufklärbarkeit des weiteren Ursachenverlaufs führen kann, hoch angesetzt werden (BGH, Urteil vom 9.1. 2007 - VI ZR 59/06 - VersR 2007, 541 Tz. 10; VersR 2008, 644 Tz. 15; jeweils m. w. N.).
Auch wenn ein Diagnosefehler grundsätzlich nur zurückhaltend als Behandlungsfehler zu beurteilen ist (vgl. BGH VersR 1981, 1033, 1034; NJW 2001, 1787, 1788; VersR 1992, 1263, 1265), so schließt das die Annahme eines auch groben Behandlungsfehlers dann nicht aus, wenn der Arzt die für eine Krankheit kennzeichnenden Symptome nicht ausreichend berücksichtigt und ein sogenannter "fundamentaler" Diagnoseirrtum vorliegt (vgl. BGH VersR 2003, 1256, 1257; VersR 2007, 541, 542).
Wenn sich jedoch mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein so deutlicher und gravierender Befund ergeben hätte, dass sich dessen Verkennung als fundamental fehlerhaft (BGH VersR 1999, 231, 232) oder die Nichtreaktion als grob fehlerhaft darstellen müsste (ständige Rechtsprechung, BGH VersR 1999, 1282, 1283; VersR 2003, 1256, 1257; VersR 2007, 541, 542), so erstreckt sich die Beweislastumkehr auch in diesem Fall auf die Ursächlichkeit des Fehlers für den Schaden.
OLG Köln, 27.06.2012 - 5 U 38/10
Fehler in Kölner Klinik: Schmerzensgeld für Wundenwäsche mit Putzmittel
OLG Brandenburg, 21.07.2011 - 12 U 9/11
Arzthaftung: Ansprüche des Ehemannes seiner an den Folgen eines Melanoms …
OLG Köln, 20.07.2011 - 5 U 206/07
Abweisung einer Arzthaftungsklage wegen Verletzung des Harnleiters im Anschluss …
OLG Naumburg, 19.12.2013 - 1 U 1/13
Krankenhaushaftung: Befunderhebungs- und Behandlungsfehler im Rahmen der …
OLG Köln, 06.07.2011 - 5 U 8/07
OLG Koblenz, 20.01.2011 - 5 U 828/10
Patient muss einen Diagnoseirrtum nach den zum Untersuchungszeitpunkt …