Source: http://sozialrechtsexperte.blogspot.com/2013/01/eu-einwanderer-in-deutschland-hartz-iv.html
Timestamp: 2017-11-20 13:13:55
Document Index: 242310484

Matched Legal Cases: ['§ 7', 'Art. 4', 'Art. 21', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 70', 'Art. 24']

sozialrechtsexperte: EU-Einwanderer in Deutschland: Hartz IV für alle?
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Dieses schließt eine Ungleichbehandlung aus Gründen der Staatsangehörigkeit, wie dies bei § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II der Fall ist, aus.
Das Gleichbehandlungsgebot aus Art. 4 VO untersagt jegliche auf die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der EU gestützte Diskriminierung einer in den Geltungsbereich der VO fallenden Person in der sozialen Sicherheit als Ausfluss des primärrechtlich in Art. 21 AEUV verankerten Diskriminierungsverbotes unter EU-Bürgern (Eichenhofer in Fuchs, Europäisches Sozialrecht, 5. Aufl., Art. 4 VO (EG) Nr. 883/2004 Rn. 1).
Es gebietet, die sozialrechtlich geschuldete Leistung einem Angehörigen eines anderen Mitgliedsstaates unter denselben Voraussetzungen zu gewähren wie dem Staatsangehörigen des zuständigen Staates (Art. 4 VO (EG) Nr. 883/2004 Rn. 4 mwN).
Einbezogen in das Gleichbehandlungsgebot sind nach Art. 3 Abs. 3 VO i.V.m. Anlage X Buchst. b zu Art. 70 VO ausdrücklich die deutschen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts der Grundsicherung für Arbeitsuchende.
Eine Ungleichbehandlung wird auch nicht durch Art. 24 Abs. 2 der Richtlinie 2004/38/EG ermöglicht, denn diese gestattet nur, Sozialhilfeleistungen auszuschließen. Es handelt sich jedoch bei den Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II wegen ihrer Ausrichtung auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt nicht um Leistungen der Sozialhilfe (siehe auch LSG Baden Württemberg, Beschluss vom 25. August 2010, Az.: L 7 AS 3769/10 B ER; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30. November 2010, Az.: L 34 AS 1501/10 B ER).
Dieser Meinung sich aktuell anschließend LSG NRW, Beschluss vom 17.01.2013 - L 7 AS 1224/12 B ER und vom 20.12.2012 - L 7 AS 2138/12 B ER.
Der Beitrag wurde erstellt vom Teammitglied Detlef Brock.
BSG, Kassel, den 30. Januar 2013 - Terminbericht Nr. 2/13 (zur Terminvorschau Nr. 2/13:
2) Die Revision des Beklagten war unbegründet. Wie die Vorinstanzen bereits zutreffend entschieden haben, hat der Kläger Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II auch für den hier noch streitgegenständlichen Zeitraum.
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Aber um die Grundsatzfrage wurde sich mal wieder gedrückt (Begründung hier: Familienzusammenführung) - das heißt wohl weiter Einzelfälle durchkämpfen :(