Source: https://neuulm.ulm.de/stadt-ulm/home/leben-in-ulm/bauen-und-wohnen/denkmalschutz
Timestamp: 2018-12-16 13:41:23
Document Index: 28899779

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 12', '§ 12', '§ 19', '§ 15', '§ 22', '§ 15', '§ 6', '§ 8', '§ 15', '§ 7', '§ 10', '§ 10']

Stadt Ulm - Denkmalschutz
Kulturdenkmale stellen wichtige Zeugnisse unserer Vergangenheit dar. Sie geben einen wichtigen Einblick in die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Zugleich verleihen sie der Stadt ein individuelles Gepräge. Auch in Ulm ist die Identität der Stadt in hohem Maße durch Kulturdenkmale bestimmt, von Großbauten wie dem Ulmer Münster oder der Bundesfestung über die zahlreichen Bürger- und Handwerkhäuser oder Resten der inneren Stadtbefestigung bis hin zu Brunnen und Kleindenkmalen.
Die Stadt Ulm, Bürgerschaft und Stadtverwaltung gleichermaßen, sind sich des hohen Wertes ihres baulichen und kulturellen Erbes bewußt und sind bemüht, dieses nicht nur für die Zukunft zu erhalten, sondern auch für die Gegenwart erlebbar zu machen.
Das Kulturdenkmal
Kulturdenkmale sind historische Gebäude oder andere Kulturgüter, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht. Das Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg spricht von "Sachen, Sachgesamtheiten und Teilen von Sachen, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht". Hinzu kommt auch "das Zubehör, soweit es mit der Hauptsache eine Einheit von Denkmalwert bildet".
Welche Objekte können unter Denkmalschutz stehen?
Klassische Gegenstände des Denkmalschutzes sind historisch und kunstgeschichtlich besonders bedeutsame Bauwerke wie Kirchen, Schlösser, Burgen, Bahnhöfe oder Rathäuser, aber auch meist weniger auffällige Bauten wie städtische und dörfliche Wohnhäuser, Gewerbe- und Industriebauten oder landwirtschaftliche Nutzbauten. Hinzu kommen aber auch archäologische Fundstellen, Kleindenkmale, Gärten und Parkanlagen sowie nicht zuletzt bewegliche Kulturdenkmale wie bedeutende Kunstsammlungen, nicht baufeste Ausstattungsteile oder historisch bedeutsames Archivgut.
Die Denkmaleigenschaft und die Denkmalliste
Die Eigenschaft als Kulturdenkmal wird von der Inventarisationsabteilung des Landesamtes für Denkmalpflege festgestellt und in Form einer "Denkmalliste" festgehalten. Besonders hochwertige Denkmale werden zusätzlich in das sog. Denkmalbuch eingetragen. Aus Datenschutzgründen ist die Denkmalliste momentan nicht öffentlich zugänglich. Bei berechtigtem Interesse erteilen jedoch die Unteren Denkmalschutzbehörden und das Landesamt für Denkmalpflege darüber Auskunft, ob ein Gebäude als Kulturdenkmal in der Liste steht oder nicht.
Auch bei Gebäuden oder Sachen, die nicht in der Denkmalliste als Kulturdenkmale verzeichnet sind, kann es sich um Kulturdenkmale handeln, wenn diese nämlich bislang nicht als solche erkannt worden sind. Damit kann es bei Häusern und Sachen, die bislang nicht in die Denkmalliste eingetragen sind, auch im Nachhinein noch zur Ausweisung als Kulturdenkmal kommen. In Zweifelsfällen erfolgt auch hier eine Prüfung durch das Landesamt für Denkmalpflege.
Wenn ein Gebäude selber nicht unter Denkmalschutz steht, aber Teil einer schützenswerten Gesamtanlage ist, so unterliegt es bei allen Veränderungen an seinem äußeren Erscheinungsbild ebenfalls den Regelungen des Denkmalschutzgesetztes. Dies gilt darüber hinaus auch für den Umgebungsbereich von Baudenkmalen von besonderer Bedeutung.
Die Begründung für die Denkmaleigenschaft
Konstituierend für die Denkmaleigenschaft können drei Arten von Gründen sein:
Das Gebäude besitzt einen großen wissenschaftlichen Aussagewert in baugeschichtlicher, wirtschafts-, sozial- oder gesellschaftsgeschichtlicher Hinsicht. Darunter fallen beispielsweise Gebäude mit einer für ihre Zeitstellung exemplarischen Trag- und Baukonstruktion wie guterhaltene oder besonders alte Fachwerkhäuser. Oder Handwerkhäuser wie die Handwerkerhäusern mit ihren dunklen und feuchten Weberkellern, die eine Quelle für die seinerzeitigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Handwerker und Unterschichten darstellen.
Künstlerische Gründe
Das Gebäude oder die Sache besitzt ganz oder in Teilen einen hohen künstlerischen oder gestalterischen Wert, beispielsweise durch aufwendige Deckenstuckaturen oder hochwertige Deckengemälde, durch den Werksteindekor einer Außenfassade oder einen plastischen Figurenschmuck.
Heimatgeschichtliche Gründe
Das Gebäude besitzt einen hohen geschichtlichen Aussagewert. Beispielsweise eine Stadtbefestigung für die Geschichte eines städtischen Gemeinwesens oder ein Künstlerwohnhaus für die örtliche oder überörtliche Kulturgeschichte.
Besitzen ein Gebäude oder eine Sache in einem oder mehreren dieser Punkte eine so hohe Aussagekraft, daß an ihrem Erhalt ein öffentliches Interesse besteht, handelt es sich per Gesetz um ein Kulturdenkmal.
Verschiedene Kategorien von Kulturdenkmalen
Das Denkmalschutzgesetz von Baden-Württemberg unterscheidet verschiedene Kategorien von Kulturdenkmalen, nämlich zunächst das "einfache Kulturdenkmal" nach § 2 des Denkmalschutzgesetzes und "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" nach § 12 des Denkmalschutzgesetzes. Kulturdenkmale nach § 12 genießen einen höheren Schutz der eigenen Substanz, und zudem muß auch bei Veränderungen in ihrer Umgebung darauf geachtet werden, daß das Erscheinungsbild des Kulturdenkmales nicht durch die Umgebungsbebauung beeinträchtigt wird.
"Gesamtanlagen" nach § 19 des Denkmalschutzgesetztes schützen denkmalpflegerisch bedeutsame Stadt- und Ortsbilder, Plätze oder Straßenzüge in ihrer Gesamtheit. Dieser Schutz zielt vor allem auf das äußere Erscheinungsbild ab.
"Sachgesamtheiten" nach § 15 umfassen mehrere inhaltlich zusammenhängende Bauten, Bauteile oder Sachen, während "Grabungsschutzgebiete" nach § 22 Zonen festlegen, in denen archäologische Funde zu erwarten sind. "Umgebungsschutz" nach § 15 des Denkmalschutzgesetzes umfaßt die Umgebung von Kulturdenkmalen von besonderer Bedeutung.
Welche Auflagen sind mit der Denkmaleigenschaft verbunden?
Durch die Feststellung der Denkmaleigenschaft entstehen für den Eigentümer und den Besitzer des Kulturdenkmales Auflagen, die dazu dienen sollen, Verluste an denkmalgeschützter Substanz oder deren andersweitige Beeinträchtigung soweit möglich zu verhindern.
§ 6 des Denkmalschutzgesetzes verlangt, "Kulturdenkmale im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln." § 8 des Denkmalschutzgesetztes stellt für alle Kulturdenkmale die Forderung auf, daß alle Änderungen an einem Kulturdenkmal, die dessen Zerstörung oder Beseitigung, die Beeinträchtung seines Erscheinungsbildes oder seine Entfernung aus seiner angestammten Umgebung bedeuten, nur mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörden ausgeführt werden dürfen. In § 15 des Denkmalschutzgesetztes sind diese Regelungen für die Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung in verschärfter Form formuliert. Dies alles bedeutet jedoch kein Verbot jeglicher Veränderungen, sondern macht zunächst einmal mögliche Veränderungen von der Genehmigung der Denkmalschutzbehörden abhängig.
Wer trägt die Kosten für die Instandhaltung oder Renovierung von Kulturdenkmalen?
"Eigentum verpflichtet" - nach diesem Grundsatz wird in aller Regel vom Eigentümer bzw. Besitzer eines Kulturdenkmales verlangt, die Kosten für Erhalt und Pflege, aber auch für Renovierung oder Wiederherstellung eines Kulturdenkmals selber zu tragen. Auch eventuelle Mehraufwendungen, die durch die Denkmaleigenschaft begründet sind, hat er in aller Regel selber zu tragen.
Als Ausgleich für diese Belastungen bietet der Bund im Rahmen der Einkommensteuergesetzgebung umfangreiche steuerliche Erleichterungen an. Darüber hinaus fördert das Land Baden-Württemberg in begrenztem Umfang Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an Kulturdenkmalen über Zuschüsse durch das Landesamt für Denkmalpflege. Auch Stiftungen wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördern regelmäßig Maßnahmen an Kulturdenkmalen.
Die Denkmalschutzbehörden
Die Denkmalschutzbehörden erfüllen laut Gesetz umfangreiche Aufgaben:
- Schutz von Kulturdenkmalen vor Zerstörung oder Beeinträchtgung und Abwendung von Gefährdungen
- Pflege von Kulturdenkmalen
- Überwachung des Zustandes von Kulturdenkmalen
- Bergung von bedrohtem Denkmalgut.
Die Unteren Denkmalschutzbehörden sind die Genehmigungsbehörden im denkmalschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren und sind bei denkmalrelevanten Veränderungen auch im regulären Baugenehmigungsverfahren beteiligt. In Baden-Württemberg sind sie bei den Unteren Baurechtsbehörden angesiedelt. Diese finden sich jeweils bei den Landkreisen, Städten, größeren Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften mit eigener Baurechtszuständigkeit.
Bei der Stadt Ulm ist die Untere Denkmalschutzbehörde der Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt und Baurecht (SUB) angegliedert.
Die Höheren Denkmalschutzbehörden sind in Baden-Württemberg die Regierungspräsidien. Ihnen obliegt u.a. die Entscheidungshoheit in Fällen, bei denen die Untere Denkmalschutzbehörde abweichend von der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege entscheiden möchte.
Oberste Denkmalschutzbehörde ist in Baden-Württemberg das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Es beschäftigt sich vor allem mit denkmal- und förderpolitischen Fragen sowie mit Fällen von übergeordneter, landesweiter Bedeutung.
Das Landesamt für Denkmalpflege, das dem Regierungspräsidium Stuttgart angegliedert ist und auch an den drei anderen Regierungspräsidien des Landes Dienstsitze unterhält, ist eine reine Fachbehörde. Hier sind die zentralen Dienste der Denkmalpflege (Denkmalkunde, Restaurierung, Archive, Werkstätten etc.) angesiedelt. Darüber hinaus wird das Landesamt für Denkmalpflege zu den denkmalrelevanten Punkten im denkmalschutzrechtlichen oder im baurechtlichen Verfahren angehört. Auch Inventarisation, Beratung von Denkmalbesitzern sowie das Zuschußwesen liegen im Aufgabenbereich des Landesamtes für Denkmalpflege.
Vorgänge und Verfahrensweg
Auskünfte darüber, ob es sich bei einem Objekt um ein Kulturdenkmal handelt, erteilen die Unteren Denkmalschutzbehörden und das Landesamt für Denkmalpflege.
Prüfung der Denkmaleigenschaft
Die Überprüfung der Denkmaleigenschaft wird von der Abteilung Inventarisation des Landesamtes für Denkmalpflege durchgeführt. In berechtigten Zweifels- oder Verdachtsfällen wird einerseits geprüft, ob es sich bei einem als Kulturdenkmal in der Liste eingetragenen Objekt tatsächlich um ein Kulturdenkmal handelt. Andererseits kann aber auch geprüft werden, ob es sich bei einem bislang nicht als Kulturdenkmal eingetragenen Objekt tatsächlich doch um ein Kulturdenkmal handelt.
Bei allen die Bausubstanz oder die Erscheinung eines Kulturdenkmals betreffenden Veränderungen ist eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung notwendig. Dies soll verhindern, daß unbedacht oder unnötig wertvolle denkmalrelevante Substanz verloren geht.
Bei Bauvorhaben, die nicht gemäß Landesbauordnung baugenehmigungspflichtig sind, reicht hierzu eine formelle denkmalschutzrechtliche Genehmigung aus. Sie wird bei der Unteren Denkmalschutzbehörde beantragt. Der Antrag besteht aus einem Formblatt und einer detaillierten Beschreibung der vorgesehenen Maßnahmen. Die Untere Denkmalschutzbehörde entscheidet dann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Bei allen Bauvorhaben, die gemäß Landesbauordnung baugenehmigungspflichtig sind, reicht eine alleinige denkmalschutzrechtliche Genehmigung nicht aus. Hier ist das normale Baugenehmigungsverfahren zu beschreiten, das dann die denkmalschutzrechtliche Genehmigung mit einschließt. Der Antrag wird bei der Unteren Baurechtsbehörde gestellt. Er muß die nach LBO-VVO vorgeschriebenen üblichen Bauantragsunterlagen umfassen und muß durch eine detaillierte Darstellung der denkmalpflegerisch relevanten Maßnahmen ergänzt werden. Die untere Baurechtsbehörde entscheidet dann unter Einbeziehung der Unteren Denkmalschutzbehörde und im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Werden Baumaßnahmen im Kenntnisgabeverfahren oder im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren durchgeführt, bedarf es zusätzlich einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung.
Werden in einem Genehmigungsverfahren weitergehende Unterlagen zur Beurteilung durch die Untere Denkmalschutzbehörde oder das Landesamt für Denkmalpflege benötigt, so können diese nachgefordert werden. Häufig benötigt werden etwa zuverlässige Bauaufnahmen, bauhistorische oder restauratorische Untersuchungen, dendrochronologische Datierungen, Schadensanalysen oder bauphysikalische Sondergutachten. Diese sind vom Antragsteller beizubringen.
Möchte die Untere Baurechtsbehörde abweichend von der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege entscheiden, obliegt die weitere Entscheidung der Oberen Denkmalschutzbehörde, d.h. dem Regierungspräsidium.
Der Abbruch von Kulturdenkmalen
Für den Abbruch von Kulturdenkmalen gelten dieselben Verfahrensvorschriften wie bei allen anderen Veränderungen, die in Substanz und Erscheinungsbild eines Kulturdenkmales eingreifen.
Ist der Abbruch nach Landesbauordnung nicht baugenehmigungspflichtig, so bedarf es hierzu aus denkmalschutzrechtlicher Sicht nur einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung. Ist der Abbruch nach Landesbauordnung hingegen baugenehmigungspflichtig, so bedarf es einer Baugenehmigung, die dann die notwendige denkmalschutzrechtliche Genehmigung mit einschließt. Wird der Abbruch im Kenntnisgabeverfahren durchgeführt, bedarf es zusätzlich einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung.
Der Abbruch eines Kulturdenkmales wird nur dann möglich sein, wenn entweder die am Bauwerk vorhandenen Schäden so groß sind, daß nach einer denkmalverträglichen Sanierung nur noch so wenig denkmalrelevante Restsubstanz übrig bleiben würde, daß das Gebäude dann kein Kulturdenkmal mehr wäre. Oder aber, eine Erhaltung des Gebäudes wird aus Kostengründen als nicht zumutbar angesehen. Hierzu bedarf es einer sogenannten Wirtschaftlichkeitsberechnung, bei der die zu erwartenden Instandsetzungskosten, Unterhalts-, Betriebs- und Finanzierungskosten den zu erwartenden Einnahmen wie Mieteinnahmen und Steuerersparnis gegenübergestellt werden. Bei einem negativen Saldo wird dann davon ausgegangen, daß die Maßnahme dem Eigentümer nicht zumutbar ist. Lediglich bei Kulturdenkmalen in öffenlicher Hand gelten hier abweichende, meist strengere Regelungen.
Vor einem genehmigten Abbruch müssen die betreffenden Gebäude dann aber noch ein Jahr lang zum Verkauf an Instandsetzungswillige angeboten werden. Zudem ist vor dem Abbruch in der Regel eine eingehende Dokumentation des Baus anzufertigen.
Den Referenten des Landesamtes für Denkmalpflege obliegt auch eine denkmalfachliche Beratung von Bauherren und Architekten. Weitere Beratung können Sie in Ulm von der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Stadtbildpflege erhalten.
Im Sinne eines reibungslosen und zügigen Ablaufes des Genehmigungsverfahrens empfiehlt es sich, eine Beratung möglichst frühzeitig in Anspruch zu nehmen und die geplanten Maßnahmen schon vor Antragstellung abzustimmen.
Zuschußwesen
Die Förderung von Denkmalerhaltungsmaßnahmen ist eine der Kernaufgaben des Landesamtes für Denkmalpflege. Abhängig von der Höhe der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel des Landes können Denkmalfplegeprojekte gefördert werden, indem auf den denkmalbedingten Mehraufwand ein Zuschuß von 50% gewährt wird. Ein Anspruch auf die Bewilligung eines Zuschusses besteht nicht.
An die Bewilligung eines Zuschusses sind verschiedene Voraussetzungen geknüpft. So muß die Maßnahme mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt sein, es müssen eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung oder eine Baugenehmigung vorliegen, und es darf nicht vor der Zuschußbewilligung mit der Maßnahme begonnen werden. Nur in dringenden Ausnahmefällen kann auf Antrag die Bewilligung eines vorzeitigen Maßnahmenbeginns ausgesprochen werden. Zuschußanträge sind bis zum 30. September des laufenden Jahres einzureichen und werden üblicherweise gegen Mitte des Folgejahres beschieden.
Informationsmaterial und Antragsunterlagen erhalten Sie beim Landesamt für Denkmalpflege, das auch die diesbezüglichen Beratungen durchführt.
Als Ausgleich für die sich häufig aus der Denkmaleigenschaft ergebenden Mehrkosten gewährt der Bund umfangreiche steuerliche Vergünstigungen.
§ 7i des Einkommensteuergesetzes bietet eine erhöhte Absetzung für Baudenkmale, die vermietet werden oder einer gewerblichen Nutzung dienen. Hier können in den ersten 8 Jahren jeweils 9 % der Baukosten und in den folgenden 4 Jahren jeweils 7 % der Baukosten steuerlich geltend gemacht werden.
§ 10f des Einkommensteuergesetzes bietet eine erhöhte Absetzung für Baudenkmale, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden. Hier können in 10 Jahren jeweils 9 % der Baukosten steuerlich geltend gemacht werden.
§ 10g des Einkommensteuergesetzes bietet erhöhte Absetzungen für Kulturgüter, die weder zur Einkunfterzielung noch zu eigenen Wohnzwecken dienen, und damit gänzlich unrentierlich sind. Auch hier können in 10 Jahren jeweils 10 % der Baukosten steuerlich geltend gemacht werden.
Bemessungsgrundlage sind dabei jene Kosten, die als Herstellungskosten "nach Art und Umfang zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind". Erweiterungen gegenüber dem ursprünglichen Bestand, nachträgliche Ausbauten, nicht notwendige Arbeiten oder Luxusaufwendungen können nicht geltend gemacht werden.
Voraussetzung für eine steuerliche Geltendmachung ist, daß die Maßnahme mit der Denkmalpflege vor Maßnahmenbeginn abgestimmt und von dieser genehmigt worden ist. Art und Umfang der Kosten werden auf Antrag durch die Untere Denkmalschutzbehörde bescheinigt. Die steuerliche Anerkennung erfolgt ausschließlich durch das zuständige Finanzamt. Es wird empfohlen, Art und Umfang der steuerlichen Anerkennungsmöglichkeiten schon im Vorfeld mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem zuständigen Finanzamt abzuklären.
Verstöße gegen die Kernregelungen des Denkmalschutzgesetzes stellen Ordnungswidrigkeiten dar und können mit einem Bußgeld geahndet werden. Der Gesetzgeber hat einen Bußgeldhöhe bis zu einer Obergrenze von 250.000 €, in besonders schweren Fällen von bis zu 500.000 € festgesetzt. Dies dokumentiert, welche besonders hohe Bedeutung der Gesetzgeber der Schutzfunktion des Denkmalschutzgesetzes und auch der Stellung der Denkmalpflege in der Gesellschaft zumißt.
Die notwendigen Unterlagen
Den Antrag auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung erhalten Sie von der Stadt Ulm als Untere Denkmalschutzbehörde.
Tel. 0731/161-6327
e-Mail: s.kuehne@ulm.de
Die für einen Antrag auf Baugenehmigung erforderlichen Formulare erhalten Sie ebenfalls bei der Stadt Ulm in ihrer Eigenschaft als Unterer Baurechtsbehörde. Auch auf verschiedenen Internetseiten sind die Antragsformulare und die diesbezüglichen Informationen erhältlich, etwa auf der Seite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeits und Wohnungsbau oder jener der Architektenkammer Baden-Württemberg.
buergerservice-bauen@ulm.de
Tel. 0731/161-6999
Tel. 0711/123-0
Tel. 0711/21960
Bescheinigung für steuerliche Absetzung
Den Antrag für eine Bescheinigung zur steuerlichen Geltendmachung von Sanierungskosten an denkmalgeschützten Gebäuden erhalten Sie von der Stadt Ulm als Unterer Denkmalschutzbehörde.
Zuschußantrag
Den Zuschußantrag für eine Bezuschussung aus Denkmalmitteln des Landes Baden-Württemberg erhalten sie beim Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen.
Tel. 0711/90445109
Informationsmaterial und Adressen
Denkmalpflegeinrichtungen und -stiftungen
Dienstsitz Tübingen
Tel. 07071/757-0
Abteilung 2, Referat 21
Teil. 0228/9091-0
Denkmalschutzgesetz, Zuschußanträge, einschlägige Informationen und Verwaltungsvorschriften
Ihre Ansprechpartner bei der Stadt Ulm
Auskünfte Denkmalschutz, denkmalschutzrechliche Genehmigung, Steuerbescheinigung
Stadtbildgestaltung, Denkmalschutz
Dr.-Ing. Stefan Uhl
Tel. 0731/161-6128
e-Mail: s.uhl@ulm.de
e-Mail: buergerservice-bauen@ulm.de
Der Tag des offenen Denkmals findet in Deutschland seit 1993 immer am zweiten Sonntag im September statt. Kulturdenkmale, die nur selten oder nie für die Öffentlichkeit zugänglich sind, werden an diesem Tag geöffnet. Die Führungen sind kostenfrei.
Ziel ist, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren. 2017 öffneten mehr als 7.500 Denkmale ihre Türen für Besucher. Damit ist der Tag des offenen Denkmals die wohl größte Kulturveranstaltung Deutschlands. 2018 feiert der Tag des offenen Denkmals sein 25-jähriges Jubiläum.
"Entdecken, was uns verbindet" heißt das Motto des Tags des offenen Denkmals in diesem Jahr und bezieht sich damit explizit auf das Europäische Kulturerbe Jahr 2018.
Das bundesweite Veranstaltungsprogramm für den Tag des offenen Denkmals wird im August 2018 unter www.tag-des-offenen-denkmals.de veröffentlicht. Das Veranstaltungsprogramm für Ulm wird in den Social Medien der Stadt Ulm und der Regionalen Presse veröffentlicht.
Ulm früher und heute
Telefon: +49 731 161-6327+49 731 161-6327 mehr Informationen
Denkmalstiftung Baden Wuerttemberg
Landesamt fuer Denkmalpflege im Regierungspraesidium Stuttgart