Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WRP%201990,%20319
Timestamp: 2019-10-14 09:48:58
Document Index: 201661239

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 1', '§ 13', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 1']

BGH, 22.06.1989 - I ZR 120/87 - dejure.org
https://dejure.org/1989,945
BGH, 22.06.1989 - I ZR 120/87 (https://dejure.org/1989,945)
BGH, Entscheidung vom 22.06.1989 - I ZR 120/87 (https://dejure.org/1989,945)
BGH, Entscheidung vom 22. Juni 1989 - I ZR 120/87 (https://dejure.org/1989,945)
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Berücksichtigung einer abgegebenen Unterlassungsverpflichtungserklärung bei der Geltendmachung desselben Unterlassungsanspruchs von einem Dritten - Befreiung von Labornebenkosten bei Beauftragung des eigenen Labors - Voraussetzungen für die Standeswidrigkeit einer ...
NJW-RR 1989, 1313
GRUR 1989, 758
WRP 1990, 319
Dieser auch für Zahnärzte geltende Gesichtspunkt kommt in dem berufsrechtlichen Verbot zum Ausdruck, sich für die Zuweisung von Patienten oder für die Zuweisung von Untersuchungsmaterial eine Gegenleistung gewähren zu lassen oder selbst eine solche Gegenleistung zu gewähren (vgl. § 8 Abs. 5 MBO Zahnärzte; ferner BGH, Urteil vom 22. Januar 1986 - VIII ZR 10/85, NJW 1986, 2360, 2361; Urteil vom 22. Juni 1989 - I ZR 120/87, GRUR 1989, 760 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil; BGH, GRUR 2005, 1059, 1060 - Quersubventionierung von Laborgemeinschaften I; OLG Nürnberg, MDR 1988, 861; OLG Düsseldorf, MedR 2009, 664).
Einem solchem Angebot unter Selbstkosten steht es gleich, wenn die günstigen Preise für die von den niedergelassenen Ärzten abzurechnenden Laboruntersuchungen dadurch ermöglicht werden, dass der Laborarzt einer von ihm betreuten Laborgemeinschaft der niedergelassenen Ärzte freie Kapazitäten seines Labors unentgeltlich oder verbilligt zur Verfügung stellt (im Anschluss an BGH GRUR 1989, 758 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil).
Dieser Gesichtspunkt kommt in dem für Ärzte geltenden berufsrechtlichen Verbot zum Ausdruck, sich für die Zuweisung von Patienten oder für die Zuweisung von Untersuchungsmaterial eine Gegenleistung gewähren zu lassen oder selbst eine solche Gegenleistung zu gewähren (vgl. § 31 der Berufsordnung der Ärztekammer Niedersachsen, § 31 der Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte im Lande Bremen und § 31 der Musterberufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte; ferner BGH, Urt. v. 22.6.1989 - I ZR 120/87, GRUR 1989, 758, 760 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil).
Dies um so mehr, als - wie der Bundesgerichtshof bereits entschieden hat - in Zweifelsfällen ohnehin grundsätzlich der Schuldner alle für die Ernstlichkeit seines Unterwerfungswillens sprechenden Umstände darzulegen und erforderlichenfalls nachzuweisen hat (…vgl. BGH, Urt. v. 13.5.1987 I ZR 79/85, GRUR 1987, 640, 641 = WRP 1987, 557 - Wiederholte Unterwerfung II; vgl. auch Urt. v. 22.6.1989 I ZR 120/87, GRUR 1989, 758 - Gruppenprofil).
Aus der Sicht der potentiellen Adressaten einer Zuweisung ist die Regelung ebenso dazu bestimmt, ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile von Ärzten untereinander zu verhindern (…Ratzel/Lippert, Kommentar zur Musterberufsordnung der deutschen Ärzte, 3. Aufl. 2001, § 31 Rn. 1; s. auch BGH, Urteil vom 22. Juni 1989 - I ZR 120/87 - NJW-RR 1989, 1313, 1314 = MedR 1990, 77, 79).
Ein solches Verhalten begründet auch einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch aus § 1 UWG (vgl. BGH, Urt. v. 22.6.1989 - I ZR 120/87, GRUR 1989, 758, 759 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil;… Urt. v. 14.4.1994 - I ZR 12/92, GRUR 1996, 905, 907 = WRP 1994, 859 - GmbH-Werbung für ambulante ärztliche Leistungen;… vgl. weiter Köhler/Piper, UWG, § 1 Rdn. 331, 339).
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß die Befugnis der B. Landesärztekammer, die beanstandete Aussage als eine irreführende Werbemaßnahme im Klageweg zu verfolgen, nicht gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 4 UWG, der lediglich die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern betrifft, sondern nach Nr. 2 dieser Vorschrift zu beurteilen ist (st. Rspr.; vgl. BGH, Urt. v. 22.06.1989 - I ZR 120/87, GRUR 1989, 758, 759 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil).
Das Berufungsgericht ist davon ausgegangen, daß Verstößen gegen die ärztliche Berufsordnung gegebenenfalls auch mit der Klage auf Unterlassung gemäß § 1 UWG begegnet werden kann (vgl. BGH, Urt. v. 22.6.1989 - I ZR 120/87, GRUR 1989, 758, 759 = WRP 1990, 319 - Gruppenprofil).
cc) Die Beurteilung, daß der Beklagte mit der Einrichtung seines kostenlosen Botendienstes nicht gegen § 1 UWG verstößt, steht - entgegen der Ansicht der Revision - nicht in Widerspruch zu der Entscheidung des Senats vom 22. Juni 1989 (I ZR 120/87, GRUR 1989, 758 - Gruppenprofil).
OLG Zweibrücken, 06.06.2012 - 4 U 30/12
Wettbewerbsverstoß: Irreführende Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben zu …
LG Karlsruhe, 23.09.2003 - 2 O 384/02
Wettbewerbsrecht: Wettbewerbswidriges Anbieten von Preisen für …