Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20AZR%2058/%2005
Timestamp: 2018-12-17 04:01:27
Document Index: 177626765

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'BGH', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 1', '§ 315', '§ 1', '§ 315', '§ 1', '§ 25', '§ 111', '§ 17', '§ 25', '§ 16']

BAG, 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 - dejure.org
Vorbehalt nachträglicher Änderungen in tarifvertraglichen Regelungen; Anspruch des Arbeitnehmers auf Erhalt des tarifvertraglichen status quo; Entsprechende Geltung für Regelungen über einen Sonderkündigungsschutz; Zulässigkeit einer Anpassung der Ausnahmevorschrift über die Zulässigkeit betriebsbedingter Kündigungen an geänderte Verhältnisse; Entgegenstehendes Vertrauens in die Aufrechterhaltung des Sonderkündigungsschutzes eines die tariflichen Voraussetzungen für den Sonderkündigungsschutz (Betriebszugehörigkeit, Lebensalter) bereits erfüllenden Arbeitnehmers; Ausnahmen von der Gestaltungsfreiheit der Tarifvertragsparteien zur rückwirkenden Änderung tarifvertraglicher Regelungen
Sonderkündigungsschutz - Unkündbarkeit
Kündigung: Geänderte Tarifverträge ändern auch Sonderrechte
Kündigung; Tarifrecht - Ordentliche, hilfsweise außerordentliche betriebsbedingte Kündigung mit Auslauffrist; Stilllegung von Berufsbildungsstätten nach Wegfall von Fördermitteln; tariflicher Ausschluss ordentlicher Kündigung mit Rückausnahme für bestimmte betriebsbedingte Gründe: rückwirkende Änderung der Voraussetzungen einer ausnahmsweise zulässigen ordentlichen betriebsbedingten Kündigung zu Lasten des Arbeitnehmers; Grenzen der unechten Rückwirkung von Tarifverträgen; betriebsbedingter wichtiger Grund für außerordentliche Kündigung mit Auslauffrist
Arbeitsrecht - Verschlechterung einer Tarifregelung über ordentliche Unkündbarkeit
Verschlechterung einer Tarifregelung über ordentliche Unkündbarkeit
123recht.net (Pressemeldung, 2.2.2006)
Tarifparteien können tariflichen Kündigungsschutz lockern // Kein Vertrauensschutz für langjährig Beschäftigte
Zulässigkeit einer nachträglichen Änderung von tarifvertraglichen Regelungen (hier: zum Sonderkündigungsschutz) durch neuen Abschluss eines Tarifvertrags
Verschlechterung der Unkündbarkeit durch Tarifvertrag
§ 111 BetrVG, § 1 KSchG
Zusammenfassung von "Verschärfung und Entzug tariflicher Unkündbarkeit - Zugleich Anmerkung zu BAG vom 2.2.2006 - 2 AZR 58/05, DB 2006 S. 1326" von Dr. Christian-Armand Houben, original erschienen in: DB 3/2007, 741 - 744.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 02.02.2006, Az.: 2 AZR 58/05 (Ordentliche Unkündbarkeit)" von Karl Heinz Worawitz, original erschienen in: AiB 2007, 371 - 376.
ArbG Düsseldorf, 19.03.2004 - 1 Ca 190/04
LAG Düsseldorf, 12.11.2004 - 9 Sa 888/04
BAGE 117, 53
MDR 2006, 1239
NZA 2006, 868
BB 2006, 1388
DB 2006, 1326
Der verfassungsrechtlich verbürgte Vertrauensschutz gebietet es aber nicht, die von einer bestimmten Rechtslage Begünstigten vor jeglicher Enttäuschung ihrer Hoffnungen und Erwartungen auf die Dauerhaftigkeit einer bestehenden Rechtslage zu schützen (BVerfG 30. September 1987 - 2 BvR 933/82 - BVerfGE 76, 256; BAG 22. Februar 2000 - 3 AZR 39/99 - AP BetrAVG § 1 Beamtenversorgung Nr. 13 = EzA BetrAVG § 1 Beamtenversorgung Nr. 3; vgl. zu Änderungen tarifvertraglicher Regelungen über die ordentliche Unkündbarkeit: Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - AP TVG § 1 Tarifverträge: Gewerkschaften Nr. 7 = EzA TVG § 1 Rückwirkung Nr. 7).
BGH, 10.10.2012 - IV ZR 10/11
Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts tragen tarifvertragliche Regelungen den immanenten Vorbehalt ihrer rückwirkenden Abänderung durch Tarifvertrag in sich (BAG NZA 2008, 131, 132; BAGE 117, 53, 58 f.; BAGE 78, 309, 327 ff.).
Jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen ist eine solche Neuausrichtung nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts rechtlich zulässig (vgl. BAG 17. Oktober 2007 - 4 AZR 812/06 - AP BAT § 53 Nr. 9; Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - BAGE 117, 53).
a) Tarifvertragliche Regelungen tragen den immanenten Vorbehalt ihrer nachträglichen Änderung durch Tarifvertrag in sich (Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - BAGE 117, 53; vgl. auch BAG 17. Oktober 2007 - 4 AZR 812/06 - AP BAT § 53 Nr. 9).
Der Grundsatz des Vertrauensschutzes kann auch bei tarifvertraglichen Beendigungsnormen nur im Ausnahmefall gegenüber einer tarifvertraglichen Neuregelung durchschlagen (vgl. Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - aaO).
Einen solchen Ausnahmefall hat die Rechtsprechung bei bloßen Modifikationen von Unkündbarkeitsregelungen, die bereits Ausnahmeregelungen enthalten, nicht angenommen (…vgl. für die Einschränkung des Sonderkündigungsschutzes nach § 53 Abs. 3 BAT: BAG 17. Oktober 2007 - 4 AZR 812/06 - aaO; für die Erweiterung der Tatbestände einer ausnahmsweise möglichen ordentlichen Kündigung bei Beseitigung einer Altershöchstgrenze für die Unkündbarkeit: Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - aaO; für die Präzisierung von Ausnahmetatbeständen: Senat 15. November 1995 - 2 AZR 521/95 - AP TVG § 1 Tarifverträge: Lufthansa Nr. 20 = EzA BGB § 315 Nr. 45).
BAG, 28.11.2007 - 6 AZR 390/07
Tarifauslegung - Absenkung der Vergütung
Ob und wann die Tarifunterworfenen mit einer tariflichen Neuregelung rechnen müssen, ist immer eine Frage des Einzelfalls (vgl. BAG 22. Oktober 2003 - 10 AZR 152/03 - BAGE 108, 176; 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - BAGE 117, 53).
Es ist kein Grund ersichtlich, diese Befugnis der Tarifvertragsparteien dadurch zu beschränken, dass man ihnen die Kontrolle der Anpassung ihrer Sonderrechtsordnung an die weitere Entwicklung entzieht (BAG 23. November 1994 - 4 AZR 879/93 - BAGE 78, 309; 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - aaO, zu II 2 a der Gründe).
Die hier maßgebliche Verschlechterung ist jedenfalls nicht so einschneidend, dass die Grenzen der Tarifautonomie tangiert sein könnten (vgl. BAG 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - BAGE 117, 53).
Solche Änderungen der tarifvertraglichen Regelungen über die ordentliche Unkündbarkeit verstoßen regelmäßig nicht gegen Vertrauensschutzgesichtspunkte und liegen deshalb in der Regelungsmacht der Tarifvertragsparteien (vgl. BAG 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - BAGE 117, 53; 15. November 1995 - 2 AZR 521/95 - AP TVG § 1 Tarifverträge: Lufthansa Nr. 20 = EzA BGB § 315 Nr. 45).
LAG Schleswig-Holstein, 04.09.2007 - 5 Sa 61/07
Änderungskündigung, betriebsbedingt, Öffentlicher Dienst, Kündigungsschutz, …
Tarifvertragliche Regelungen tragen den immanenten Vorbehalt ihrer rückwirkenden Abänderung durch Tarifvertrag in sich (BAG, Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 - AP Nr. 7 zu § 1 TVG 'Tarifverträge: Gewerkschaften';… BAG Urt. v. 23.11.1994 - 4 AZR 879/93 -, BAGE 78, 309).
Es ist kein Grund ersichtlich, diese Befugnis der Tarifvertragsparteien dadurch zu beschränken, dass man ihnen die Kontrolle der Anpassung ihrer Sonderrechtsordnung an die weitere Entwicklung entzieht (BAG, Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, a.a.O.).
Die Gestaltungsfreiheit der Tarifvertragsparteien zur rückwirkenden Änderung tarifvertraglicher Regelungen ist allerdings durch den Grundsatz des Vertrauensschutzes der Normunterworfenen begrenzt; es gelten insoweit die gleichen Regelungen wie nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts bei der Rückwirkung von Gesetzen (BAG, Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, a.a.O.).
LSG Nordrhein-Westfalen, 20.09.2012 - L 9 AL 286/11
§ 25 Abs. 1 MTV in der auch auf das Arbeitsverhältnis der Zeugin T anwendbaren, ab dem 01.05.2003 geltenden Fassung schloss die ordentliche Kündigung gerade nicht aus, sondern ließ eine solche aus betrieblichen Gründen, bedingt durch notwendige Betriebsänderungen, ausdrücklich zu (vgl. zum Ganzen Bundesarbeitsgericht (BAG), Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, juris Rn. 15 ff.).
Der Begriff der "Betriebsänderung" knüpft an § 111 BetrVG an und ist im Sinne dieser Vorschrift auszulegen (vgl. BAG, Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, juris Rn. 18 m.N.).
Maßgeblich sind hierbei die Zahlen und Prozentangaben in § 17 Abs. 1 KSchG (…vgl. BAG, Urt. v. 22.05.1979 - 1 ABR 17/77 -, juris Rn. 39; Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, juris Rn. 18 m.N.).
Ebenso wenig ist die Bildungsstätte T1 geschlossen worden (vgl. demgegenüber BAG, Urt. v. 02.02.2006 - 2 AZR 58/05 -, juris Rn. 18 a.E.).
Nach der neueren Rechtsprechung des BAG (Urteil vom 2. Februar 2006, 2 AZR 58/05, vgl Pressemitteilung Nr. 7/06 vom 2. Februar 2006) tragen tarifvertragliche Regelungen den immanenten Vorbehalt ihrer nachträglichen Änderung unter bestimmten Voraussetzungen durch Tarifvertrag in sich.
BAG, 09.09.2010 - 2 AZR 582/09
Eine solche Vorschrift fehlt gerade in den AVR (vgl. zu der ähnlichen Regelung in § 25 MTV Berufsfortbildungswerk des DGB idF vom 1. Dezember 2003: Senat 2. Februar 2006 - 2 AZR 58/05 - Rn. 26 f., BAGE 117, 53).
BAG, 13.08.2008 - 7 AZR 450/07
Auszubildendenvertreter - Begründung eines Arbeitsverhältnisses
BAG, 07.02.2007 - 5 AZR 229/06
Krankenbezüge arbeitsunfähiger versicherungsfreier Angestellter während einer …
LAG Hamm, 07.07.2010 - 18 Sa 139/10
Unwirksame betriebsbedingte Kündigung eines tariflich unkündbaren Arbeitnehmers …
LAG Köln, 27.11.2006 - 14 Sa 859/06
Rückwirkende Streichung einer Weihnachtsgratifikation
LAG Hessen, 02.07.2008 - 6 Sa 1946/07
Eingruppierung - Berufsschlepperfahrer - TV Vergütungssystem Lufthansa Technik/IT …
LAG Köln, 19.11.2007 - 14 Sa 715/07
Schichtzulage bei Teilzeittätigkeit
LAG Hamm, 20.01.2006 - 13 Sa 1639/05
ArbG Herford, 12.11.2013 - 1 Ca 1449/12
1. Nach § 16 Abs. 2 AVR Caritas ist eine außerordentliche betriebsbedingte …
LAG Hamm, 22.12.2010 - 2 Sa 630/10
Tariflicher Kündigungsausschluss bei Betriebsänderung; unwirksame …
LAG Hessen, 27.11.2008 - 14 Sa 1306/08
LAG Schleswig-Holstein, 11.10.2011 - 2 Sa 247/11
Sonderzahlung, Tarifvertrag, Differenzierungsklausel, Stichtagsregelung, …
LAG Baden-Württemberg, 01.02.2012 - 13 Sa 110/11
Auslegung eines Tarifvertrages "Sonderzahlungen"
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 19.10.2007 - 3 Sa 136/07
Kündigung eines unkündbaren Angestellten