Source: https://irights.info/artikel/urhwissg-tritt-in-kraft/28994
Timestamp: 2020-04-09 16:17:49
Document Index: 329535229

Matched Legal Cases: ['§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60']

Neues Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft: Das gilt ab dem 1. März – iRights.info
Gesetzesreform	1. März 2018 | David Pachali
Foto: Andreas Levers, „Jacob und Wilhelm Grimm Centrum / HU Berlin“, CC BY-NC-SA
1 Michael Heinecke am 1. März, 2018 um 13:11
Vielen Dank für die schöne Übersicht! Dass fasst die wesentlichen Punkte sehr übersichtlich zusammen.
Was mich interessiert: Können wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen Bildzitate regelkonform verwendet werden, unter eine offene Lizenz gestellt werden (etwa cc-by)?
2 Frank am 1. März, 2018 um 13:21
“Die Befugnisse gelten für Schulen, Hochschulen und weitere Bildungseinrichtungen, wenn dabei nicht-kommerzielle Zwecke verfolgt werden.”
Wie sieht das ganze für private Hochschulen aus? Hier sind ja durchaus kommerzielle Zwecke zu erkennen …!? Danke!
3 David Pachali am 1. März, 2018 um 15:55
Dazu wird in der Gesetzesbegründung (S. 36) ausgeführt:
Erlaubt sind Handlungen zu nicht kommerziellen Zwecken. Diese Vorgabe ergibt sich aus dem EU-Acquis [= dem gemeinsamen EU-Recht, D.P.]. (…) Dabei ist nicht entscheidend, ob eine Einrichtung durch die öffentliche Hand oder durch Private betrieben wird (…). Erlaubt sind daher auch Nutzungen für den Unterricht an Privatschulen. Ist jedoch der Unterricht darauf ausgerichtet, Gewinn zu erzielen, wie etwa bei kommerziellen privaten Sprachinstituten, greift die gesetzliche Erlaubnis nicht.
4 David Pachali am 1. März, 2018 um 17:34
@Michael Heinecke: Einen Tipp für so einen Fall gibt es in diesem Artikel, dort Nr. 7.
5 Hans-Ulrich Wagner am 1. März, 2018 um 21:00
Meine Frage bezieht sich auf AV-Materialien:
Ändert sich durch diese Fassung des UrhWissG etwas an dem, was Paul Klimpel und Eva-Marie König 2015 in ihrem Gutachten “Urheberrechtliche Aspekte beim Umgang mit av Materialien in Forschung und Lehre” (IRights law) geschrieben haben?
6 Rebecca König am 1. März, 2018 um 21:40
15 % sind doch ein Witz …
7 David Pachali am 2. März, 2018 um 10:13
Ursprünglich waren übrigens 25 Prozent vorgesehen, worüber vor allem Verleger nicht erfreut waren. Im Regierungsentwurf des Gesetzes hat die Koalition dann 15 Prozent vorgesehen.
8 Jan am 5. März, 2018 um 13:59
Vielen Dank für die Zusammenstellung und Erklärung.
Aktuell hätte ich eine Anschlussfrage:
Wie sieht es aus, wenn ich ein Korpus aus Zeitungsartikeln zusammenstelle und dieses mittels Text-/Data-Mining weiterverarbeite?
9 Susanne am 30. März, 2018 um 12:54
ich hätte eine Frage. Warum wurden prozentuale Unterscheide zwischen §§ 60 a und c (15%) und §§ 60 b und e (10%) gemacht? Diesen Unterschied verstehe ich insbesondere zwischen § 60 a und § 60 b nicht.
10 David Pachali am 4. April, 2018 um 16:07
Bislang gab es da eine ganze Reihe an Interpretationen von Gesetzesbegriffen wie „Teile eines Werks“, „kleine Teile“ u.ä., an die auch das neue Gesetz teils anknüpft.
Letzten Endes sind die Prozentzahlen geronnene Politik, also ähnlich wie z.B. Verhandlungsergebnisse in einer Tarifrunde zu lesen.
11 JR am 30. April, 2018 um 17:15
Vielen Dank für diese kompakten Infos!
Aber es gibt immer noch etwas, was mir einfach nicht ganz klar wird (und ich habe schon ausgiebig danach gegoogelt, aber entweder ich finde es nicht oder ich kapiers einfach nicht) >>
Mein Problem behandelt das “Zeigen von Filmausschnitten in einer Seminarsituation”: Im Erklärvideo auf dieser Seite wird gesagt, dass Filmausschnitte zwar genutzt (im Seminar gezeigt) werden dürfen, aber – Zitat: “…aber Vorsicht: Der Kreis der Nutzerinnen und Nutzer muss beschränkt sein. Nach wie vor darf das Material nicht allen Studierenden der Hochschule, sondern nur den Lernenden der jeweiligen Lehrveranstaltung zukommen.”
Wenn ich den § 60a recht verstanden habe, dann gilt:
Filmvorführungen (z. B. legal (aber privat) erworbene DVDs ohne weitere Bildungslizenzvereinbarungen) können auch unter § 60a
1. nur als maximal 5-minütige Ausschnitte in einem Hochschulseminar gezeigt werden (das geht aber auch mit ganz aktuellen Kinofilmen)
2. wobei Hochschulseminar hier – wie früher im im alten UrhG – immer (noch) als “Öffentlichkeit” verstanden wird (also als “öffentliche Vorführung”)… oder? (Korrekt?)
Bei Hinterlegung von solchem Material in z. B. E-Learning-Plattformen (als .mp4) verstehe ich das, was im Erklärfilm gesagt wird und das geht auch relativ einfach, weil die E-Learning-Plattform-(Moodle-)Kurse “geschlossen” sind. Aber was ist mit “Zeigen von Filmausschnitten im(!) Seminar selbst”? Seminare und Vorlesungen sind grundsätzlich öffentlich, da kann ich nicht verhindern, dass dort auch Menschen sitzen, die nicht zu meinem Seminar “gehören” (wobei “gehören” sich auf diejenigen bezieht, die sich für mein Seminar angemeldet haben)… zu dieser Konstellation finde ich einfach nichts…