Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Kuendigung_Kuendigungsschutz_Massregelung_Kleinbetrieb_ArbG_Hamburg_19Ca215-10.html
Timestamp: 2017-06-26 08:55:21
Document Index: 153599100

Matched Legal Cases: ['§ 134', '§ 91', '§ 46', '§ 61', '§ 46', '§ 4', '§ 42', '§ 64', '§ 64']

HENSCHE Arbeitsrecht: 19 Ca 215/10
Maßregelung, Kündigung: Verhaltensbedingt
19 Ca 215/10 In dem Rechts­streit Verkündet am:31. Au­gust 2010
-Kläger - Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter:
2 er­kennt das Ar­beits­ge­richt Ham­burg, 19. Kam­mer,auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 31. Au­gust 2010 durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Dr. Stell­jes als Vor­sit­zen­dendie eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin …den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter …
Der Kläger be­an­tragt fest­zu­stel­len, daß das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht durch die Kündi­gun­gen vom 27. April 2010 be­en­det wird.
Der Kläger, dem auch in­so­weit die schlüssi­ge Dar­le­gung ob­liegt, hat in genügen­der Wei­se tatsächli­che Umstände vor­ge­tra­gen, die den Schluß zu­las­sen, daß sei­ne For­de­rung nach Er­satz der Ar­beits­schu­he im Sin­ne der oben wie­der­ge­ge­ben 7
Die Kam­mer ist an­ge­sichts des­sen da­von über­zeugt, daß die Kündi­gung dem­ge­genüber nicht durch die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Be­klag­ten mo­ti­viert war. Zwar blieb un­be­strit­ten, daß die Bi­lanz zum 31. De­zem­ber 2009 ei­nen Ver­lust von ca. 107.000,- € aus­wies. Ge­gen die An­nah­me, dies sei tra­gen­des Kündi­gungs­mo­tiv, spricht je­doch der zeit­li­che Ab­stand zwi­schen dem Ab­schluß des Geschäfts­jahrs 2009 und dem erst am 27. April 2010 do­ku­men­tier­ten Kündi­gungs­ent­schluß. So­fern die Be­klag­te im Zu­sam­men­hang die­ses Ab­schlus­ses und der BWA im Mai 2010 an­gab, die Be­klag­te ha­be „da­her den Ent­schluß ge­faßt“, das Ar­beits­verhält­nis ei­nes Ver­pa­ckers zu be­en­den, folgt dar­aus nicht, daß die­ser 8
An­ge­sichts des­sen war nicht mehr von Be­deu­tung, ob Herr W. den Kläger in dem Streit­gespräch als Que­ru­lan­ten be­zeich­ne­te und sei­ne Ab­leh­nung des Klägers da­durch verstärkt zum Aus­druck brach­te, daß er ihn an­ge­schrien und ge­sagt ha­be, „Sie ge­hen mir auf den […]“.Rechts­fol­ge des Ver­s­toßes ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot, der ei­nen Ge­set­zes­ver­s­toß im Sin­ne von § 134 BGB dar­stellt, ist die Rechts­un­wirk­sam­keit der Maßnah­me, mit­hin der Kündi­gung vom 27. April 2010.
Die Ent­schei­dung über die Kos­ten des Rechts­streits be­ruht § 91 ZPO i.V.m. § 46 Abs. 2 Satz 1 ArbGG. Da­nach hat die Be­klag­te die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen, weil sie mit ih­rem Klag­ab­wei­sungs­an­trag un­ter­lag. Der gemäß § 61 ArbGG fest­ge­setz­te Wert des Streit­ge­gen­stan­des beträgt nach den im maßge­ben­den Zeit­punkt des Schlus­ses der münd­li­chen Ver­hand­lung (§ 46 Abs. 2 9
Satz 1 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 4 ZPO) ge­stell­ten Anträgen 4.940,- €. Da­bei wur­de der Klag­an­trag gemäß § 42 Abs. 3 Satz 1 GKG mit dem für die Dau­er ei­nes Vier­tel­jah­res zu leis­ten­den Ar­beits­ent­gelt be­wer­tet.Die Vor­aus­set­zung für ei­ne Zu­las­sung der Be­ru­fung gemäß § 64 Abs. 3 ArbGG lie­gen nicht vor. Die Möglich­keit der Be­ru­fung gemäß § 64 Abs. 2 Buchst. c ArbGG bleibt da­von un­berührt.
Die Be­ru­fungs­schrift und die Be­ru­fungs­be­gründung müssen un­ter­schrie­ben seina) von ei­nem Rechts­an­walt, der bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­sen ist, oderb) von ei­ner Ge­werk­schaft, ei­ner Ver­ei­ni­gung von Ar­beit­ge­bern oder ei­nem Zu­sam­men­schluß sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der. Dies gilt ent­spre­chend für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zeßver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
Hin­weis: Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg bit­tet, ggf. die Be­ru­fungs­schrift, die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift und die sons­ti­gen wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze in 5-fa­cher Aus­fer­ti­gung ein­zu­rei­chen.	m.hensche.de
zur Übersicht 19 Ca 215/10 Kontakt