Source: https://anwalt-kg.de/insolvenzrecht/verkuerzung-insolvenz/
Timestamp: 2020-08-13 17:52:06
Document Index: 250422567

Matched Legal Cases: ['§ 287', '§ 300', '§ 300', '§ 54', '§ 4', '§ 300', '§ 300', '§ 300', '§ 3', '§ 297', '§ 296', '§ 303', '§ 300', '§ 300', '§ 299', '§ 300']

Verkürzung der Insolvenz - Das sollten Sie beachten | KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ
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Insolvenz verkürzen
So verkürzen Sie die Privat- oder Regelinsolvenz
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So können Sie die Dauer der Insolvenz verkürzen
Update: Mit Wirkung zum 01.10.2020 können alle Personen eine Privatinsolvenz in nur drei Jahren durchführen. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Seite zur Reform und Verkürzung der Insolvenz 2020.
Bereits laufende Verfahren profitieren jedoch kaum von dieser Verkürzung.
Ursprünglicher Beitrag: Die Insolvenz dauert nach der gesetzlichen Konzeption grundsätzlich sechs Jahre. Seit der am 01.07.2014 in Kraft getretenen Insolvenzrechtsreform besteht für Insolvenzschuldner die Möglichkeit, die Insolvenz zu verkürzen. Die Verkürzung der Insolvenz nach den neuen Regeln ist für all die Verfahren möglich, die nach dem 01.07.2014 beantragt wurden. Das Insolvenzverfahren kann seither auf fünf oder auf drei Jahre verkürzt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, unter welchen Voraussetzungen Sie das Insolvenzverfahren verkürzen können.
In bestimmten Fällen kann ein durchgeführter Insolvenzplan die Insolvenz sogar auf nur ein Jahr verkürzen.
Länge der Insolvenz
Verkürzung auf 5 Jahre
Verkürzung auf 3 Jahre
Antrag des Insolvenzschuldners
Vergleich in der Insolvenz
Kontakt zum Treuhänder aufnehmen
Im ersten Schritt sollten Sie Kontakt zum Insolvenzverwalter / Treuhänder aufnehmen und mit ihm die Möglichkeit der Verkürzung besprechen.
Verfahrenskosten ermitteln
Ermitteln Sie die exakte Höhe der Verfahrenskosten.
Zahlung der Verfahrenskosten
Zahlen Sie die Verfahrenskosten (falls Sie diese noch nicht gezahlt haben).
Antrag beim Insolvenzgericht
Nach Zahlung der Verfahrenskosten können Sie einen schriftlichen Antrag beim Insolvenzgericht stellen.
Sie können eine Verkürzung nur erreichen, wenn Sie den Antrag innerhalb von 5 Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.
Schuldenhöhe und Verfahrenskosten ermitteln
Ermitteln Sie die exakte Höhe der Schuldensumme und der Verfahrenskosten.
Zahlung der Verfahrenskosten + 35 % der Schuldsumme
Zahlen Sie die Verfahrenskosten und 35 % Schuldsumme (falls Sie diese noch nicht gezahlt haben).
Nach Zahlung der Verfahrenskosten und 35 % der Schuldsumme können Sie einen schriftlichen Antrag beim Insolvenzgericht stellen.
Frist: 3 Jahre
Sie können eine Verkürzung nur erreichen, wenn Sie den Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.
Die Insolvenz beginnt mit dem Antrag des Schuldners auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Ziel der Insolvenz ist für den Schuldner die Befreiung von den Schulden. Daher wird der Insolvenzantrag in der Regel mit einem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung verbunden, § 287 Abs.1 S.1 InsO.
Nach § 300 Abs.1 S.1 InsO entscheidet das Gericht nach Ablauf dieser Frist durch Beschluss über die Erteilung der Restschuldbefreiung. Die Restschuldbefreiung kann demnach nach Ablauf der Abtretungsfrist erlangt werden. Unter der Länge der Insolvenz versteht man demnach die Länge der Abtretungsfrist.
Diese grundsätzliche Insolvenzlänge von 6 Jahren kann der Insolvenzschuldner verkürzen. Voraussetzung ist zunächst, dass das Insolvenzverfahren nach dem 01.07.2014 beantragt wurde. Die Möglichkeit der Verkürzung nach der aktuellen Gesetzeslage ist nicht möglich, wenn das Verfahren vor In-Kraft-Treten der Insolvenzrechtsreform eröffnet wurde.
Ein Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung kommt sowohl für die Antragsart der Privatinsolvenz, als auch bei der Regelinsolvenz in Frage. Es muss sich um einen „natürliche Person“ handeln. Dieser Begriff wird in Abgrenzung zur „juristischen Person“ (UG, GmbH, AG). Somit hat grundsätzlich jeder Bürger die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung zu erlangen.
Ein Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung (Verkürzung der Insolvenz) kann
nach 5 Jahren oder
gestellt werden. Es müssen jedoch zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Gericht dem Antrag statt gibt und dem Insolvenzschuldner die Restschuldbefreiung erteilt.
Voraussetzungen für die Verkürzung auf 5 Jahre
Die wohl in der Praxis am häufigsten beantrage Verkürzung der Insolvenz ist die Verkürzung auf 5 Jahre. Nach § 300 Abs.1 S.2 Nr.3 InsO kann der Insolvenzschuldner die Insolvenz auf 5 Jahre verkürzen, wenn er „die Kosten des Verfahrens“ berichtigt hat.
Zu den Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens gehören die in § 54 InsO aufgeführten Gebühren und Auslagen des Gerichts sowie die Vergütungs- und Auslagenerstattungsansprüche des (vorläufigen) Insolvenzverwalters und der Mitglieder des Gläubigerausschusses. Die Verfahrenskosten in der Privatinsolvenz betragen durchschnittlich 1.700 bis 2.500 Euro. In der Regelinsolvenz sind die Verfahrenskosten in der Regel etwas höher. In diesem Video erfahren Sie mehr zu den Kosten des Insolvenzverfahrens.
Sehr häufig wird zu Beginn der Insolvenz ein Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten nach § 4a InsO gestellt. Die Verfahrenskosten werden gestundet und es muss kein Vorschuss zu Beginn des Verfahrens gezahlt werden. Um eine vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung zu erhalten, müssen demnach die Verfahrenskosten an die Insolvenzmasse abgeführt werden. Dies geschieht in der Regel automatisch, wenn der Insolvenzschuldner pfändbare Vermögensgegenstände oder pfändbares Einkommen hat. Die Verfahrenskosten werden immer zuerst aus der Insolvenzmasse beglichen, erst dann fließt der restliche Betrag an die Gläubiger. Wenn beim Insolvenzschuldner in der Höhe der Verfahrenskosten bereits Vermögen verwertet (beispielsweise ein Auto zur Insolvenzmasse gezogen und verkauft) oder Arbeitslohn eingezogen wurde, dann werden aus diesen Mitteln zunächst die Verfahrenskosten bezahlt. Dieser Umstand führt dazu, dass eine Vielzahl der Insolvenzschuldner die Insolvenz auf 5 Jahre verkürzen können.
Um das Insolvenzverfahren auf 5 Jahre zu verkürzen, müssen Sie demnach
bezahlt haben. Zudem müssen Sie selbst den Antrag stellen, die Verkürzung erfolgt nicht „automatisch“.
Fünf-Jahres-Rechner:
5-Jahres Insolvenz Rechner
Einmalig gezahlte Beträge
Insolvenzmasse nach 5 Jahren
Praxistipp: Die Verfahrenskosten müssen nicht vom Schuldner selbst aufgebracht werden. Demnach können auch Freunde, Bekannte oder Verwandte für die Verfahrenskosten aufkommen und diese an den Insolvenzverwalter/Treuhänder abführen. Die Berechtigung kann demnach auch in einer Einmalzahlung erfolgen, wenn Dritte das Geld zur Verfügung stellen.
Video zur Verkürzung auf fünf Jahre:
Voraussetzungen für die Verkürzung auf 3 Jahre
Neben der Möglichkeit der Verkürzung der Insolvenz auf 5 Jahre, besteht die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung schon nach 3 Jahren erlangen zu können. Nach § 300 Abs.1 S.2 Nr.2 InsO muss der Insolvenzschuldner die Verfahrenskosten (wie bei der Verkürzung auf 5 Jahre) und zusätzlich 35 % der Schuldenhöhe abgeführt haben. Die Höhe der Schuldsumme bezieht sich auf die Höhe der zur Insolvenztabelle angemeldeten Insolvenzforderungen.
Der Verwalter bekommt ab einer bestimmten Höhe der Insolvenzmasse eine anteilige Vergütung an dieser. Die Vergütung des Insolvenzverwalters ist demnach gestaffelt. Je höher die Insolvenzmasse ist, desto höher ist auch die Vergütung. In der Regel betragen daher die Verfahrenskosten zuzüglich der 35 % der Schuldsumme zusammen ca. 50 % der Schuldsumme. Um eine Verkürzung zu erreichen müssen daher nicht nur 35 % abgeführt werden, sondern ca. 50 %.
Die Vergütung des Insolvenzverwalters vor Beginn der Wohlverhaltensperiode ist darüber hinaus auch noch höher als sie es nach Beginn der Wohlverhaltensperiode ist. Somit kommt es auch noch darauf an, zu welchem Zeitpunkt man welche Beträge zurückzahlt und wie lange es überhaupt dauert, bis die Wohlverhaltensperiode beginnt.
Der Betrag von 50 % der Schuldensumme ist daher nur eine Faustformel und kann im Einzelfall noch deutlich höher sein. Eine Verkürzung auf drei Jahre gestaltet sich in der Praxis also durchaus schwierig.
Zusammengefasst: Um das Verfahren auf 3 Jahre zu verkürzen müssen Sie
die Verfahrenskosten und
35 % der Schuldsumme
bezahlt haben. Um einen ungefähren Überblick über die abzuführende Summe für die Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre zu erhalten, empfehlen wir Ihnen die Nutzung unseres 3 Jahres Rechners:
3-Jahres Insolvenz Rechner
Bitte geben Sie Ihre geschätzte Schuldensumme ein.
Diesen Betrag benötigen Sie zur Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre.
Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um einen Schätzwert handelt.
Praxistipp: Die Höhe der Schuldsumme richtet sich nach den angemeldeten Forderungen. Wenn demnach eine Forderung nicht (ordnungsgemäß) angemeldet wurde, ist sie bei der Berechnung der 35 % nicht mitzurechnen.
Video zur Verkürzung der Insolvenz auf drei Jahre:
Antrag des Insolvenzschuldners – Keine automatische Verkürzung
Eine zusätzliche Voraussetzung ist, dass der Schuldner einen Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung beim Insolvenzgericht stellt. Die Verfahrensverkürzung tritt nicht automatisch ein, wenn die Zahlungen erfolgt sind. Insolvenzschuldner müssen selbst einen Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung stellen. Der Antrag wird beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt. Im Antrag muss der Insolvenzschuldner die Voraussetzungen für die vorzeitige Entscheidung glaubhaft machen. Dazu gehört vor allem der Umstand, dass die entsprechende Summe abgeführt wurde.
Bei einem Antrag auf Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre, hat der Insolvenzschuldner auch Angaben über die Herkunft der Mittel zu geben, die über die Beträge hinausgehen, die durch die Abtretungserklärung hinausgehen. Gemeint sind damit Beträge, die von Dritten zur Verfügung gestellt wurden. Keine Angabe über die Herkunft der Mittel ist daher notwendig, wenn die Beträge durch den Insolvenzschuldner selbst aufgebracht wurden, beispielsweise durch den monatlich pfändbaren Teil des Arbeitseinkommens.
Richtiger Zeitpunkt für Antrag auf Verkürzung
Der Zeitpunkt für die Antragstellung auf Erteilung der Restschuldbefreiung spielt eine wichtige Rolle. Sowohl bei der Verkürzung auf 5 Jahre, als auch bei der Verkürzung auf 3 Jahre, muss die volle Summe bereits an die Insolvenzmasse (Insolvenzverwalter/Treuhänder) abgeführt worden sein. Erst danach hat ein Antrag Aussicht auf Erfolg. Es ist daher nicht möglich, einen Antrag zu stellen, mit dem Hinweis, dass in naher Zukunft entsprechende Summe abführt sein wird. Dies ergibt sich aus der Formulierung des § 300 Abs.1 S.2 InsO („Hat der Schuldner die Kosten des Verfahrens berichtigt“).
Nach § 300 Abs.1 S.1 InsO entscheidet das Gericht nach Anhörung der Insolvenzgläubiger, des Insolvenzverwalters oder Treuhänders und des Schuldners. Die Anhörung der Insolvenzgläubiger erfolgt durch öffentliche Bekanntmachung der anstehenden Entscheidung.
Entscheidung über die (vorzeitige) Restschuldbefreiung
Funktionell entscheidet bei der (vorzeitigen) Restschuldbefreiung bzw. der Verkürzung der Insolvenz nicht der Insolvenzrichter, sondern der Rechtspfleger. Das ergibt sich aus § 3 Nr.2 Buchst. E) RPflG. Nur wenn ein Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung vorliegt, wir die Sache dem Richter übergeben.
Verkürzung der Insolvenz durch Vergleich in der Insolvenz
Daneben besteht die Möglichkeit das Insolvenzverfahren durch eine Einigung mit den Gläubigern vorzeitig zu beenden. Nach erfolgreichem Abschluss der Vergleichsverhandlung in der Insolvenz kann zu jeder Zeit ein Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung gestellt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zur vorzeitigen Entschuldung durch Vergleich in der Insolvenz.
Insolvenzplan: Restschuldbefreiung in 12 Monaten
Mit einem erfolgreich durchgeführten Insolvenzplan kann die Insolvenz ebenfalls stark verkürzt werden. Grundsätzlich ist der Insolvenzplan jederzeit möglich, idealerweise wird er gleich zu Beginn des Insolvenzverfahrens durchgeführt.
Beim Insolvenzplan kommt es auf die Mitwirkung der Gläubiger an. Mit der richtigen Taktik können ablehnende Gläubiger jedoch überstimmt werden. Viele Schuldnerberater lassen den Insolvenzplan „links liegen“, da er kompliziert ist und gute Planung benötigt. Als spezialisierte Anwaltskanzlei haben wir jedoch bereits gute Erfahrungen mit diesem Mittel zur Verkürzung der Insolvenz gemacht.
Wir bereiten den Insolvenzplan gezielt vor, so dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wird. Gerne beraten wir Sie zu dieser Möglichkeit.
Sie haben eine allgemeine Frage zum Thema „Verkürzung der Insolvenz“? Wir beantworten sie hier kostenlos!
Hubert Naus says:
2. Juli 2020 um 10:00
Sehr geehrter Herr Dr. V. Ghendler,
meine Frage bezieht sich auf die Verkürzung auf 3 Jahre.
Ich beabsichtige in Die Insolvens zu gehen.
Ich bin voll Berufstätig und habe ein Nebengewerbe. ( online Handel ohne große umsätze )
Die Schulden belaufen sich auf 70000 Euro, und plus ein PKW 46000 Euro sind hier noch offen.
3300,00 Euro verdiene ich Netto also wären 1490,00 Euro Pfändbar?
Im Dezember erwarte ich zusätzlich eine Sonderzahlung von ca.10000 Euro Bonus die wären dann ja auch in der Masse
Könnte ich das in drei Jahren schaffen
2. Juli 2020 um 11:17
Sehr geehrter Herr Naus,
vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme. Anhand Ihrer Angaben würde ich Ihnen von einer „normalen“ Insolvenz eher abraten, sondern einen außergerichtlichen Vergleich vorschlagen. Die von Ihnen genannten Beträge dürften ausreichen, um die Gläubiger zu einer Zustimmung zu bewegen. Unter Umständen werden Sie somit noch schneller von Ihren Schulden befreit oder sind finanziell besser gestellt.
Die Verkürzung auf drei Jahre durch Rückzahlung von 35 % ist aufgrund der schwierigen Berechnung der Verfahrenskosten eher unsicher und somit nicht empfehlenswert. Der notwendige Betrag lässt sich nicht genau im Voraus berechnen.
Vereinbaren Sie doch gerne ein kostenloses Erstberatungsgespräch mit unserer Kanzlei. Wir unterstützen Sie gerne bei der Ausarbeitung des Schuldenvergleichs. Kontaktieren Sie uns unter 0221 – 6777 0055 oder per E-Mail an info@anwalt-kg.de.
Gert Hofmeier says:
1. Juli 2020 um 20:14
was bedeutet laut der EU-Richtlinie, die Übergangsfrist? Würde es sich lohnen jz einen Inso Antrag zu stellen oder lieber auf den 17.07.22 zu warten?
2. Juli 2020 um 09:25
Sehr geehrter Herr Hofmeier,
vielen Dank für Ihre Frage. Das Gesetz über die Umsetzung der EU-Richtlinie ist noch nicht offiziell beschlossen, allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass es wie geplant umgesetzt wird.
Die Übergangsfrist bedeutet, dass jedes Insolvenzverfahren, das bis zum 17.07.2022 begonnen wird, spätestens am 17.07.2025 beendet sein wird.
Ein Abwarten würden wir grundsätzlich nicht empfehlen. Je früher Sie das Verfahren beginnen, desto schneller sind Sie in der Wohlverhaltensphase, in der Sie bereits wieder Ersparnisse aus dem unpfändbaren Einkommen bilden und Schenkungen behalten dürfen.
1. Juli 2020 um 14:28
Hallo, ich habe nach Rücksprache mit meinem Insolvenzverwalter den Antrag auf Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre gestellt. Er hat mir ein Schreiben geschickt, in dem er bestätigt, dass die 35 % Prozent der Insolvenzsumme bereits gezahlt sind und die Verfahrenskosten (Gericht, Insolvenzverwalter) fast vollständig beglichen sind und ich vor diesem Hintergrund den Antrag stellen kann. Stichtag ist der 25.08.20. Auf Nachfrage beim Gericht wurde mir mitgeteilt, dass man an diesem Stichtag schaut, ob die die erforderliche Summe gezahlt wurde.
Dauert es nach dieser Überprüfung noch lange, bis die Restschuldbefreiung und die Insolvenz abgeschlossen bzw. erteilt wird? Wie sehen sie die Chancen auf eine Verkürzung, sofern man dieses beurteilen kann.
1. Juli 2020 um 15:17
die Restschuldbefreiung tritt dann mit Ablauf der drei Jahre ein. Allerdings wird die Abtretung des pfändbaren Einkommens noch etwas weiterlaufen, es kann durchaus zwei Monate dauern bis vom Gericht die Bestätigung kommt. Das nach Ablauf der Dreijahresfrist abgetretene Einkommen erhalten Sie aber wieder zurück.
Anhand Ihrer Angaben stehen die Chancen gut, ich sehe keinen Grund, weshalb es Einwände gegen die Verkürzung geben sollte.
28. Juni 2020 um 09:46
ich habe im Juli 2015 die Privat-/Regelinsolvenz beantragt. Ich einigte mich mit dem IV, dass ich gegen Zahlung eines mtl. Betrages an die Masse meine Selbständigkeit weiterführen kann. Dies ist seither lückenlos geschehen. Vor 2 Jahren erhielt ich vom Gericht ein Formular zugeschickt, mit welchem ich die Verkürzung auf 5 Jahre beantragen konnte, was ich auch umgehend erledigte. Da ich nicht wußte, wie das weitere Prozedere abläuft informierte ich mich tel. im Februar 2020 beim zuständigen Rechtspfleger, ob ich bis zum Juli diesen Jahres noch etwas erledigen müßte. Er teilte mir mit, dass er noch einen „Abschlußbericht“ des IV einholen müßte, und dann im Juli die Gläubiger anschreiben würde. Bis zur endgültigen Befreiung würden dann noch ein paar Monate vergehen.
Meine Frage nun: zählt die Zeit nach dem Juli trotzdem noch als Wohlverhaltensphase und muß ich die mtl. Beträge an den IV trotzdem weiter zahlen? Muß ich vom IV eine vorläufige Aufstellung der entrichteten Zahlungen anfordern, oder macht das das Gericht? Wie sieht die Sache aus, wenn einer der Gläubiger gegen die Restschuldbefreiung votiert?
29. Juni 2020 um 12:42
die Wohlverhaltensphase und die damit einhergehenden Pflichten enden mit Erteilung der Restschuldbefreiung, also in Ihrem Fall im Juli 2020.
Es kann sein, dass trotzdem noch weitere Beträge vom Treuhänder einbehalten werden. Diese werden Ihnen aber im Anschluss wieder herausgegeben.
Auch Sie sollten nach dem Schlussbericht eine Aufstellung über die geleisteten Zahlungen erhalten.
Wenn ein Gläubiger einen Widerspruch gegen die Erteilung der Restschuldbefreiung vorbringt, steht Ihnen gemäß § 297a Abs. 2 i. V. m. § 296 bzw. § 303 Abs. 3 InsO das Recht auf eine sofortige Beschwerde zu.
Jens Brumme says:
15. Juni 2020 um 16:59
Mein Insolvenzverwalter hat mir Heute am Telefon mitgeteilt das ich keinen nachweis das ich die Verfahrenskosten beglichen habe mehr brauche ist das richtig?
Ich möchte die vorzeitige nach 5 Jahren beantragen
15. Juni 2020 um 17:12
Sehr geehrter Herr Brumme,
grundsätzlich ist dem Antrag ein Nachweis bzw. eine Glaubhaftmachung beizufügen, dass die Voraussetzungen zur Verkürzung erfüllt sind. In der Regel ist die Bestätigung des Insolvenzverwalters die einfachste Form dieses Nachweises. Wenn sich die Erfüllung bereits aus den gerichtlichen Akten ergibt, macht dies eine Bestätigung des Insolvenzverwalters wohl entbehrlich.
Jeannette Korn says:
8. Mai 2020 um 08:03
Hallo an Sie Dr. V. Ghendler
Meine Insolvenz wäre im November 20 zu Ende, wenn ich den Antrag auf vorzeitige Beerdigung stelle. Nun meine Frage, wann stellt man den diesen Antrag ?
Liebe Grüße sagt j.k
8. Mai 2020 um 14:24
Sehr geehrte Frau Korn,
die Empfehlung lautet, den Antrag rund 6 bis 8 Wochen vor Ablauf der fünf Jahre zu stellen.
Brigitta Sünkeler says:
7. Mai 2020 um 14:15
mein Insolvenzverfahren wurde Anfang 2018 eröffnet. Ich befinde mich mittlerweile in der Wohlverhaltensphase und wurde vom Gericht angeschrieben, dass ich die Möglichkeit habe, einen Antrag zu stellen auf vorzeitige Restschuldbefreiung nach 3 Jahren, was ich auch gerne machen möchte. Unklarheiten bestehen für mich aber bezüglich der angemeldeten Forderung:
Vor der Insolvenz und auch noch im (abgelehnten) Schuldenbereinigungs-plan für das gerichtliche Verfahren forderte die Gläubigerin von mir fast 90.000€ (inklusiv 18 Prozent Zinsen für über 32 Jahre) aus einer Bürgschaft i.H.von 30.000€
Laut Gericht und auch der Aussage meines Treuhänders wurden aber jetzt „nur“ 34.000€ als Forderung angemeldet. An die Gläubigerin abgeführt wurden bisher 18.000€ aus meinem gepfändeten Einkommen, die Verfahrenskosten sind bezahlt (eine weitere Aufstellung will der IV mir nicht zusenden).
Meine Frage ist, von welcher Summe muss ich denn nun die 35 Prozent erwirtschaften? Von den 90.000€ (was für mich nicht machbar wäre ) oder von den angemeldeten 34.000€?
Die große Differenz irritiert mich sehr und ich habe Sorge, dass die vorher genannten Zinsen (da 40.000€) in der angemeldeten Forderung zwar nicht enthalten sind, dann aber am Ende hinzugerechnet werden. Dann könnte ich natürlich keinen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung und vielen Dank auch für Ihre veröffentlichten Artikel, die schon oft sehr hilfreich waren.
8. Mai 2020 um 14:51
vielen Dank für Ihren Kommentar und das Lob für unsere Seite.
Es gelten zur Berechnung der 35 % nur die zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen, darüber hinaus müssen die Verfahrenskosten bezahlt sein.
25. April 2020 um 23:48
Sehr geehrte Damen und Herren,am 27April 2020 könnte ich meine Privatinsolvenz auf 3Jahre verkürzen.
Die Verfahrenskosten sind bis auch bis heute bereits beglichen und ich habe die Summe die offen war überwiesen,nun meine Frage ich bekomme Ende Mai meine Abfindung von der Firma ist die weg oder bekomme ich das Geld ??
wenn Sie die erforderliche Summe von 35 % der Schulden bezahlt haben, muss darüber hinaus der Antrag auf Verkürzung der Insolvenz rechtzeitig, also bis zum 27.04., gestellt worden sein. In diesem Fall könnten Sie auch die Abfindung behalten.
5. April 2020 um 00:27
seit Anfang 2016 bin ich in Privatinsolvenz. Ich möchte die Restschuldbefreiung nach 5J erreichen.
Wer muss mir Auskunft geben, in welcher Höhe noch Verfahrenskosten zu begleichen sind und
ggfs. an wem, IV oder Gericht, sind die Restforderungen zu zahlen?
der Insolvenzverwalter muss hierüber Auskunft erteilen und wird Ihnen eine entsprechende Aufstellung geben. Um die Verkürzung auf 5 Jahre zu erreichen, muss der Betrag an den Insolvenzverwalter gezahlt werden.
23. März 2020 um 13:20
vielen Dank für diesen aufschlussreichen und ausführlichen Artikel.
Zum Mai 2020 könnte ich nach 5 Jahren die vorzeitige Restschuldbefreiung beantragen, da ich durch die Lohnpfändungen der letzten Jahre meine Verfahrenskosten bei weitem gedeckt habe.
In Musterschreiben für die vorzeitige Restschuldbefreiung nach 5 Jahren heißt es dazu nur, dem Amtsgericht muss ein „Nachweis für die Erledigung der Kostenforderung“ vorgebracht werden. Was genau muss ich bei meinem Treuhänder anfordern? Einen „Kontoauszug des Insolventreuhandkontos“ scheint es nach meiner Recherche nicht zu geben.
Wäre es auch eine Möglichkeit, dem Gericht Kopien meiner Gehaltsabrechnungen vorzulegen, auf denen alle Lohnpfändungen angegeben sind oder ist dann mit Problemen durch den Treuhänder zu rechnen?
vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Lob. Vom Insolvenzverwalter sollten Sie, insbesondere wenn Sie ihm mitteilen, dass Sie beabsichtigen, den Antrag auf Verkürzung zu stellen, eine Aufstellung über die Verwendung der Mittel, also die bisher zur Masse gezogenen Zahlungen erhalten. Ebenso sollte er Ihnen eine Aufstellung der bisherigen Verfahrenskosten übersenden.
Dem Insolvenzgericht teilen Sie dann mit, dass die Insolvenzmasse somit ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken.
Hallo.Mein Insolvenzverfahren ist seit dem 13.02.2020 eröffnet. Die Schuldensumme beträgt ca.40.000€.
Durch mein Gehalt werden monatlich ca.982€ gepfändet.
Ich hätte in weniger als 36 monaten die 35% sowie die Verfahrenskosten usw.ab bezahlt.
Muss ich jetzt 36 Monate den Höchstpfändungssatz begleichen?
Dann hätte die Privatinsolvenz für mich ja keinen Sinn gemacht,da ich den Betrag auch so hätte stämmen können?!
Und kann es jetzt auch sein,das ich dann nur bis zu dem Zeitpunkt gepfändet werde bis die 35% getilgt sind und dann vor den 3 Jahren schon den Antrag auf Restschuldbefreiung stellen um vor Ablauf der 3Jahre fertig zu sein?
Wie sieht es mit Weihnachts und Urlaubsgeld aus?
Kann der Insolvenzverwalter auch darauf verzichten,da monatlich genug gepfändet wird?
27. Februar 2020 um 16:51
bei einem pfändbaren Einkommen in der von Ihnen genannten Höhe ist es tatsächlich oft besser, eine andere Lösung wie einen außergerichtlichen Vergleich oder einen Insolvenzplan durchzuführen.
Der Insolvenzverwalter wird nicht auf pfändbare Beträge verzichten, solange nicht sämtliche Forderungen bezahlt sind. Sie müssen sich also darauf einstellen, drei Jahre lang alle pfändbaren Beträge abführen zu müssen.
Unter Umständen könnte ein Vergleich im Insolvenzverfahren bei Ihnen sinnvoll sein, gerne können Sie uns diesbezüglich unter info@anwalt-kg.de kontaktieren.
31. Januar 2020 um 12:32
ich befinde mich seit dem 18.04.2016 in der Privatinsolvenz. Eine Verkürzung auf 3 Jahre war leider nicht möglich, da noch nicht genügend Mittel der Insolvenzmasse zugegangen waren. Ihre ausführlichen Erklärung hier entnehme ich das eine Verkürzung auf 5 Jahre in meinem Fall möglich sei. Kurz ein Paar zahlen.
Volumen der Insolvenzmasse heute: ca. 9500€
Verfahrenskosten heute: 5250€
Bis zum 18.04.2021 (Stichtag für die Verkürzung auf 5 Jahre) werden noch ca. 2800€ durch pfändbares Arbeitseinkommen der Insolvenzmasse hinzugefügt. Die Verfahrenskosten werden bis dahin maximal um 20% (auf 6300€) steigen. Somit sind zum jetzigen Zeitpunkt und in Zukunft alle Kosten des Verfahrens gedeckt.
Nun zu meiner Frage: Würden Sie empfehlen trotzdem mit dem Antrag auf Verkürzung der Insolvenz bis Jan./Feb. 2021 zu warten? So wie es mein Treuhänder mir gesagt hat, oder kann ich den Antrag auf die Verkürzung bereits jetzt schon stellen?
und Danke das es Ihre Webseite gibt :)
erst einmal vielen Dank für Ihr Lob. Ich würde mich der Meinung des Treuhänders bezüglich des Datums anschließen, denn das Gericht wird den Antrag nicht früher bearbeiten, u.a. mit der Begründung, dass es bis dahin noch zu Anträgen der Gläubiger auf Versagung der Restschuldbefreiung kommen könnte.
Die InsoEröffnung war am 27.09.2017 – Juno diesen Jahres habe ich sämtliche angemeldeten Forderungen plus Verfahrenskosten bezahlt. Bin mittlerweile natürlich raus. Meine frage bezieht sich auf die schufa. Da ich alles gezahlt habe in diesem Zeitraum, bleibt der Vermerk trotzdem 3 Jahre bestehen & zwar so, als wäre es eine 6 Jahre Inso ohne Bezahlung der Kosten etc ?
20. Januar 2020 um 14:47
ja, die Schufa behandelt leider jede Restschuldbefreiung gleich, selbst wenn sie wie in Ihrem Fall aufgrund einer Bezahlung der gesamten Forderungen erteilt wurde.
Es ist möglich, bei der Schufa eine vorzeitige Löschung zu beantragen, wenn wichtige Gründe oder andere Besonderheiten vorliegen. Dies könnte in Ihrem Fall gegeben sein, allerdings hat unsere Kanzlei bislang noch nicht viele derartige Verfahren geführt, daher kann ich keine zuverlässige Auskunft geben, ob eine vorzeitige Löschung erfolgreich beantragt werden könnte.
15. Januar 2020 um 22:57
Hallo Dr. V. Ghendler,
Sie haben beschrieben, dass die Verfahrenskosten mit jeder Einzahlung steigen und daher die gesamte zu zahlende Summe sich auf ca. 50 % belaufen kann. Was ist, wenn die 35 % mit EINER Zahlung beglichen werden (durch Bereitstellung von Familie und Freunde). Wie hoch wird in diesem Fall die zu leistende gesamte Summe in etwa sein?
16. Januar 2020 um 09:32
vielleicht war dies missverständlich formuliert. Die Verfahrenskosten hängen nicht von der Anzahl der Zahlungen ab, sondern von der Höhe der Beträge. Daher wird auch im Falle einer Einmalzahlung mit rund 50 % zu rechnen sein. Die Insolvenzverwaltervergütung hängt auch vom Verfahrensstadium ab und ist in der Wohlverhaltensphase etwas geringer.
Sollte die Möglichkeit bestehen, eine größere Einmalzahlung von Freunden oder Familie zu erhalten, ist auch ein Vergleich in der Insolvenz empfehlenswert. Gerne beraten wir Sie kostenlos zu dieser Möglichkeit – Rufen Sie einfach unter 0221 – 6777 0055 an und lassen Sie sich einen kostenlosen Termin von meinem Sekretariat geben.
12. Januar 2020 um 15:22
Hallo Herr Dr. V. Ghendler,
ich befinde mich in Insolvenz, diese läuft Juni 2022 ab. Da ich in Vollzeit arbeite und viel an den Insolvenzverwalter abgeführt wird, werde ich die Verkürzung beantragen. Meine Frage ist eigentlich nur hinsichtlich des Motivationsbonus, den man im 5. und 6. Jahr erhält. Erhalte ich diese überhaupt, weil ich ein Verkürzung beantrage? Falls ja, wie gestaltet sich das.
13. Januar 2020 um 13:05
der Motivationsrabatt ist mit Einführung der Verkürzungsmöglichkeit auf drei bzw. fünf Jahre entfallen. Der Motivationsbonus ist damit nur für Verfahren möglich, die vor dem 01.07.2014 eröffnet wurden. Für diese Verfahren gibt es wiederum keine Verkürzungsmöglichkeit.
5. Dezember 2019 um 13:56
ich befinde mich aktuell im Insolvenzverfahren (noch nicht in der Wohlverhaltensphase).
Ich bin auf die Möglichkeit gestoßen, das Verfahren auf 3 Jahre zu verkürzen.
1. Ab wann zählen die 3 Jahre? Ab Eröffnung, oder ab Abschluss und damit Wohlverhaltensphase?
2. Um auf 3 Jahre zu verkürzen, müssen die Kosten + 35% bis zum Ablauf des 3. Jahres bezahlt sein oder kann ich nach z.B. 3,5 Jahren den Antrag auf Verkürzung stellen? Oder kann ich nach Ablauf der 3 Jahre nur noch auf die 5 Jahre gehen?
Ich weiß nicht, ob ich es in 3 Jahren schaffe, aber die Möglichkeit besteht, es in 3,5-4 Jahren zu erledigen. Dazu würde ich zu dem pfändbaren Lohn noch weiteres Geld („freiwillig“) abtreten.
5. Dezember 2019 um 14:41
die drei Jahre beginnen mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Summe muss genau bis zum Stichtag gezahlt sein. Da man jedoch die Kosten nicht auf den Euro genau einschätzen kann, ist es schwierig, die Summe durch Sonderzahlungen zu erreichen, da man ja gar nicht weiß, wie hoch die Zahlung sein muss. Hier ist man auf Auskünfte des Insolvenzverwalters angewiesen.
Hat man zum Stichtag die Summe nicht vollständig eingezahlt, bleibt nur die Verkürzung auf fünf Jahre.
Anfang April 2020 könnte ich meine Privatinsolvenz auf 5 Jahre verkürzen.
Die Verfahrenskosten sind bis auch bis heute bereits beglichen.
Muss ich nun einen formlosen Antrag beim Gericht stellen oder gibt es dafür eine Vorlage?
30. November 2019 um 12:02
der Antrag ist grundsätzlich formlos möglich, sollte aber einen bestimmten Inhalt haben:
– das Aktenzeichen
– Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung nach fünf Jahren gemäß § 300 InsO
– Datum der Insolvenzeröffnung
– Nachweis über die Erledigung der Verfahrenskosten
– Bitte um entsprechende MItteilung, falls noch weitere Nachweise erforderlich sein sollten
Sehr geehrter Herr Dr. Ghendler,
am 13.03.2020 kann ich meine Insolvenz vorzeitig nach 5 Jahren beenden. Mein IV hat mir bestätigt, dass die Verfahrenskosten gedeckt und die Voraussetzungen erfüllt sind. Jetzt wollte ich den Antrag bereits im Dezember 2019 stellen, damit ich dann auch zeitnah (nach dem 13.03.2020) eine Entscheidung vom Gericht habe. Nun schreibt mir mein IV, dass der Antrag erst nach dem 13.03.2020 gestellt werden darf. Er würde mir den Antrag fertigmachen, so dass ich diesen dann nur unterschreiben muss. Das mit dem schon fertigen Antrag finde ich ja sehr nett aber ich habe bisher keine Information gefunden, die besagt, dass ich – auch wenn alle Voraussetzungen bereits erfüllt sind – den Antrag erst nach Ende der 5 Jahre stellen darf. Können Sie mir da weiterhelfen?
28. November 2019 um 16:08
vielen Dank für Ihren Hinweis. Mir war bekannt, dass der Antrag in manchen Fällen als verfrüht zurückgewiesen wurde, wenn er beispielsweise schon sechs Monate vor Ablauf der fünf Jahre gestellt wurde. Bislang war mir aber kein Fall bekannt, in dem der Antrag grundsätzlich gar nicht vor Ablauf der fünf Jahre gestellt werden durfte. Der Antrag wird beim zuständigen Gericht gestellt, so dass der Insolvenzverwalter nicht darüber zu entscheiden hat, wann Sie den Antrag stellen.
Grundsätzlich kommt es nur darauf an, dass die Voraussetzungen rechtzeitig zum Stichtag erfüllt sind, nicht darauf, wann der Antrag gestellt wird. Alle pfändbaren Beträge, die nach Ablauf des Stichtags noch gepfändet werden, können Sie zurückfordern.
14. November 2019 um 17:01
Hallo Herr Ghendler,
Bin Seit 02/15 in der Insolvenz, würde gerne die Verkürzung auf 5 Jahre in Anspruch nehmen.
Das Geld dafür könnte ich mir von Freunden leihen. Muss ich das dem Insolvenzberater ankündigen, oder kann ich den Antrag direkt am Gericht stellen ?
Noch eine Frage ist es richtig das ich eine Lohnpfändung SOWIE eine Kontopfändung bekomme ?
für die Verkürzung auf fünf Jahre ist es gemäß § 300 InsO nicht erforderlich, Angaben zu machen, woher der Betrag stammt. Vor der Einmalzahlung sollten Sie sich beim Treuhänder evtl. nach der richtigen Kontoverbindung erkundigen, ansonsten ist eine Ankündigung zwar nicht erforderlich, dennoch ist generell eine Kontaktaufnahme zu empfehlen.
in der Insolvenz gehen Pfändungen ins Leere, generell ist es aber die Regel, dass sowohl Konto- als auch Lohnpfändung parallel betrieben werden.
9. November 2019 um 05:09
Hallo, ich habe im Januar einen Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung (nach 5 Jahren) gestellt. Ablauf der 5 Jahre war am 15.08.2019. Aufgrund des wohl hohen Krankenstandes beim Amtsgericht (habe mehrfach nachgefragt und erstmals im Oktober schriftlich etwas zu meinem Antrag gehört) wurde der Antrag nunmehr im Oktober soweit positiv beschieden gefolgt von der üblichen 4-wöchigen Einspruchsfrist. Wird hier eine Abrechnung zum Stichtag 15.08. erfolgen? Viele Grüße und vielen Dank im Voraus!
11. November 2019 um 15:20
in diesem Fall ist die Regelung des § 299 InsO analog anzuwenden. Das bedeutet, dass Sie die ab dem Stichtag gepfändeten Beträge zurückfordern können.
17. Juli 2019 um 11:33
Ich befinde mich seit Juli 2017 und Privatinsolvenz.
Laut meines Treuhänders sind sämtliche Verfahrenskosten beglichen und 62% der Forderungen verteilt. (Stand Februar 2019)
Ich habe von meinem Treuhänder ein Schreiben bekommen, wie der Stand auf dem Anderkonto aussieht. Der erforderliche Betrag (komplette Schuldsumme) ist bereits überschritten. Ich habe den Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung beim Insolvenzgericht gestellt. Mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass die vorzeitige Restschuldbefreiung erst 2020 möglich ist. Das verstehe ich nicht, ich habe alle Forderungen und Verfahrenskosten an den Treuhänder beglichen. Warum bekomme ich nicht die sofortige Restschuldbefreiung?
17. Juli 2019 um 12:19
leider ist es tatsächlich nur möglich, die Insolvenz auf drei Jahre zu verkürzen. Eine weitere Verkürzung auf weniger als drei Jahre ist aktuell nicht möglich. In Ihrer Situation, bei einer derart hohen Rückzahlungsquote, wäre vermutlich ein außergerichtlicher Vergleich die beste Entschuldungsalternative gewesen. Ein Vergleich ist auch in der Insolvenz noch möglich, allerdings vermutlich in Ihrem Fall nicht mehr zielführend. Gerne können wir Sie trotzdem diesbezüglich kostenlos beraten.
Annerose Betz says:
ich habe jetzt 2 jahre schon rum und vom gericht schon eine Rechtschuldbefreiung erhalten wollte verkürzen auf 3 jahre musd ich das mit dem verwalter nochmal klären er wris das ich verkürzen möchte oder soll ich bei Gericht nochmal nachfragen
zur Verkürzung der Insolvenz auf drei Jahre müssen Sie einen Antrag beim zuständigen Gericht stellen. Der Insolvenzverwalter kann Ihnen die Bestätigung geben, dass die notwendigen Beträge mittlerweile zurückgezahlt worden sind.
15. Mai 2019 um 14:01
Ich habe über meine Insolvenzschulden HINAUS abgetreten. Die vorzeitige Restschuldbefreiung (ohne REST da ÜBER 100% abbezahlt und Verfahrenskosten und Vergütung des Insolvenzverwalters auch) Jetzt müsste ich, nachdem das Urteil rechtskräftig ist, noch xxx Euro von meinem Insolvenzverwalter zurückbekommen…. und das weiß er auch… aber jetzt rührt er sich nicht mehr. Ich habe noch nicht einmal den Abschlussbericht bekommen!
16. Mai 2019 um 19:26
in diesem Falle sollten Sie sich unbedingt an das Insolvenzgericht wenden. Erst wenn dies ergebnislos bleibt, sollten Sie mit anwaltlicher Hilfe Regressansprüche gegen den Verwalter in Erwägung ziehen.
Lars - Oliver Wiese says:
14. April 2019 um 08:47
Wir sind Schwerbehinder 100 % Kann verkürzer Privatinsolvenz ?
Grüßen lars -oliver
15. April 2019 um 17:13
bei Vorliegen einer Schwerbehinderung, insbesondere mit einem Grad der Behinderung von 100 %, kann man häufig den Pfändungsfreibetrag aufgrund von medizinischem Mehrbedarf erhöhen lassen. Dies ist jedoch abhängig vom Einzelfall, denn es muss betrachtet werden, warum die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nicht übernimmt. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel dazu: https://anwalt-kg.de/newsbeitrag/privatinsolvenz-recht/pfaendungsgrenze-bei-medizinischem-mehraufwand-wie-erhoeht-sich-mein-pfaendungsfreibetrag-bei-schwerbehinderung/
Es besteht aber nicht die Möglichkeit, die Privatinsolvenz aufgrund von Behinderung zu verkürzen.
Andreas Ebert says:
2. April 2019 um 12:26
ich befinde mich seit Aug. 2014 in Regelinsolvenz. Nach Aussage meines IV sind die Voraussetzungen für ein vorzeitige Beendigung nach 5 Jahren gegeben. ist es besser diesen Antrag bei Gericht von einem Anwalt stellen zu lassen?
den Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung können Sie auch selbst beim zuständigen Insolvenzgericht stellen. Es ist keine anwaltliche Vertretung erforderlich.
Im Antrag muss laut Gesetz (§ 300 ABs. 2 Satz 3 InsO) glaubhaft gemacht werden, dass die Voraussetzungen für die Verkürzung vorliegen. Hierzu ist nicht unbedingt ein Nachweis durch Bestätigung des Insolvenzverwalters / Treuhänders erforderlich, es wäre aber empfehlenswert.
1. April 2019 um 07:48
Ich befinde mich in der Privatinsolvenz,im Februar 2020 sind fünf Jahre verstrichen alle erforderlichen Kosten seitens Gericht und Insolvenzverwalter wären abgedeckt,sowie die erforderlichen 35%.
Nun habe ich eine Frage,da mir mein Insolvenzverwalter die Auskunft verweigert oder besser gesagt mich an einen Fachanwalt verweist,könnte ein Gläubiger mir die Schuldbefreiung verwehren?In der Insolvenzverordnung finde ich immer die „oder“ Möglichkeit.
Vielen Dank für ihre Auskunft im voraus.
1. April 2019 um 18:13
Sehr geehrter Herr Palm,
Sie können beim zuständigen Gericht den Antrag auf eine Verkürzung der Insolvenz auf fünf Jahre stellen. Ein Gläubiger kann beantragen, dass Ihnen die Restschuldbefreiung verwehrt wird, wenn dafür ein Grund vorliegt. Die möglichen Gründe können Sie in unserem Betrag zum Thema Versagung der Restschuldbefreiung nachlesen.
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