Source: https://www.finavo.at/arbeitnehmer/erbfolge/
Timestamp: 2020-08-13 05:32:48
Document Index: 315431231

Matched Legal Cases: ['§ 727', '§ 731', '§ 539', '§ 11', '§ 727', '§ 731', '§ 539', '§ 11']

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Wie viel wer erbt, wenn kein Testament vorhanden ist, wird mit der gesetzlichen Erbfolge im ABGB §§ 727ff (Allgemein Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Um die gesetzliche Erbfolge zu verändern, bedarf es einer letztwilligen Verfügung (Testament).
Gesetzliche Familienerbfolge
Wer nach der gesetzlichen Familienerbfolge Anspruch auf welchen Teil des Nachlasses hat, wird folgendermaßen (ABGB § 731) geregelt:
Die Erben erster Ordnung sind die direkten Nachkommen des Erblassers.
Kinder und Adoptivkinder
Der Nachlass wird unter den Kindern zu gleichen Teilen aufgeteilt. Wenn ein Kind aufgrund von Erbunwürdigkeit oder Tod seinen Erbteil nicht antreten kann, fällt der Anteil dem Nachkommen zu, der es repräsentiert.
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Welche Gründe für Erbunwürdigkeit gibt es?
Gerichtlich strafbare Handlung gegen den Verstorbenen oder die Verlassenschaft, wie z.B.:
Vorsätzliche Tötung des Erblassers
Versetzen des Erblassers in einen Zustand, der es unmöglich machte, ein Testament zu erstellen, zu ändern oder zu widerrufen.
Arglistige Täuschung des Erblassers mit dem Vorsatz, ein Testament zu erstellen, zu ändern oder zu widerrufen.
Einige Delikte führen nur dann zur Erbunwürdigkeit, wenn der Erblasser nicht zu erkennen gegeben hat, dass er den Erben verziehen hat (ABGB §§ 539ff).
Alle erwähnten Delikte führen nur dann zur Erbunwürdigkeit, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig war (StGB § 11).
Ersatzweise, wenn die Kinder vorverstorben oder erbunwürdig sind, werden Enkel und Großenkel als Erbberechtigte herangezogen.
Zu den Erben zweiter Ordnung gehören die Eltern und deren Nachkommen, sowie die Geschwister, Nichten und Neffen. Sie sind nur dann erbberechtigt, wenn aus erster Ordnung keine Erbberechtigten vorhanden sind.
Leben beide Elternteile noch, haben sie Anspruch auf jeweils die Hälfte des Nachlasses. Ist hingegen ein Elternteil bereits verstorben, fällt eine Hälfte an dessen Nachkommen. Sollte sich auch hier kein Erbberechtigter finden lassen, fällt der gesamte Nachlass dem anderen Elternteil zu. Ist auch dieser bereits verstorben, erben den gesamten Nachlass dessen Nachkommen.
Ist auch unter den Erben zweiter Ordnung aufgrund von Tod oder Erbunwürdigkeit niemand erbberechtigt, fällt der Nachlass den Großeltern, und ersatzweise deren Nachkommen (Onkel, Tante, Cousin, Cousine) zu.
Sollte sich in der gesamten Erfolge kein Erbberechtigter finden lassen, dann fällt der gesamte Nachlass den Urgroßeltern zu. Deren Nachkommen sind jedoch von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.
Weitere berücksichtigungswürdige Gesichtspunkte
Bei den Nachkommen wird nicht zwischen unehelicher und ehelicher Verwandtschaft unterschieden.
Aus der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen sind verschwägerte Verwandte wie Schwiegermutter, Schwager und Schwiegersohn.
Seit 1. Jänner 2017 sind Lebensgefährten dann erbberechtigt, wenn es keine gesetzlichen Erbfolger gibt, und der Lebensgefährte zumindest drei Jahre lang gemeinsam mit dem Verstorbenen im Haushalt gelebt hat.
Das gesetzliche Erbrecht fällt dem Ehegatten zu, der in aufrechter Ehe mit dem Verstorbenen gelebt hat.
Der Ehegatte erbt 1/3 des Nachlasses. 2/3 gehen an die Nachkommen des Erblassers. Über den Erbteil hinaus hat der Ehegatte das Recht auf Vorausvermächtnis.
Für geschiedene Ehegatten gibt es kein Erbrecht.
Seit 1.1. 2017 wurde das Erbrecht neu geregelt. Finden Sie dazu mehr Informationen auf help.gv.at unter: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/79/Seite.793013.html
Folgende Gesetzestexte sind dazu relevant:
ABGB § 727
ABGB § 731
ABGB § 539
StGB § 11
Vorausvermächtnis:
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/79/Seite.792043.html