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Timestamp: 2019-05-25 21:27:43
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Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

EuGH: Arbeitszeiten müssen aufgezeichnet werden - AG-Vertreter "not amused"
Autor Thema: EuGH: Arbeitszeiten müssen aufgezeichnet werden - AG-Vertreter "not amused" (Gelesen 232 mal)
« am: 00:32:57 Mi. 15.Mai 2019 »
Einen Berg an Überstunden anhäufen, ohne dass diese überhaupt erfasst werden? Das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. Denn der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag entschieden, dass Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch erfassen müssen. Nur so lasse sich überprüfen, ob zulässige Arbeitszeiten überschritten würden. Und nur das garantiere die in der EU-Richtlinie und in der EU-Grundrechtecharta zugesicherten Arbeitnehmerrechte.
Für Arbeitgeber und Beschäftigte in einigen Berufen und Branchen wird das Urteil enorme Auswirkungen haben, glaubt man beim Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen (BVAU). „Dieser Richterspruch könnte die Axt anlegen an alles, was wir mit Vertrauensarbeitszeit, mit dem Entkoppeln von starren Arbeitszeiten bisher erreicht haben“, so Verbandsvizepräsident Rupert Felder.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände kritisierte, die Entscheidung des EuGH wirke „wie aus der Zeit gefallen“.
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article193468945/Arbeitszeit-EuGH-Urteil-verspricht-Arbeitnehmern-die-Ueberstunden-Wende.html
Re: EuGH: Arbeitszeiten müssen aufgezeichnet werden - AG-Vertreter "not amused"
« Antwort #1 am: 06:52:33 Mi. 15.Mai 2019 »
Dass schon bei geringsten Änderungen zugunsten von Arbeitern das Gejaule der Kapitalisten einsetzt, zeigt wie weit es in dieser Gesellschaft gekommen ist.
« Antwort #2 am: 21:51:38 Do. 16.Mai 2019 »
Mir wirft sich die Frage auf, um wie viele Arbeitsstunden die Leute bisher beschissen wurden.
« Antwort #3 am: 03:44:05 Fr. 17.Mai 2019 »
Zitat von: Tiefrot am 21:51:38 Do. 16.Mai 2019
https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/neue-studie-deutschland-ist-spitzenreiter-bei-unbezahlten-ueberstunden-16132010.html
« Antwort #4 am: 13:33:10 Fr. 17.Mai 2019 »
Dann wird (mir) auch etwas klarer, wieso die AGs rumwinseln.
Schließlich bringt denen das komplette Mitloggen der Arbeitszeiten
einen nicht unerheblichen Verzicht auf leistungslosen Wohlstand, nech ?
Beitrag #3500
« Antwort #5 am: 15:21:26 Fr. 17.Mai 2019 »
Ja, @Tiefrot, so ist es. Vertrauensarbeitszeit bedeutet, dass nicht gestempelt wird und Überstunden nicht erfaßt werden. Hast Du eine Stechuhr, hast Du einen Nachweis über geleistete Arbeitsstunden.
« Antwort #6 am: 20:38:02 Fr. 17.Mai 2019 »
Wenn "Arbeitszeiten aufgezeichnet werden müssen", heisst das noch lange nicht, dass diese Aufzeichnungen den Tatsachen entsprechen.
« Antwort #7 am: 23:43:41 Fr. 17.Mai 2019 »
Ja, das ist das nächste Problem.
Da hilft nur selber mitschreiben und bei Unstimmigkeiten das Arbeitsgericht einschalten.
Werden aber nur die wenigsten machen.
« Antwort #8 am: 09:43:43 Sa. 18.Mai 2019 »
Es ist tragisch, das "Vertrauensverhältnis" ist zerstört, der Mitarbeiter konnte seinem Chef z.B. sagen "am Dienstag habe ich 32,5 Stunden gearbeitet" und der Chef hat dies Vertrauensvoll bezahlt, jetzt nicht mehr.
Arbeitnehmer wehrt euch gefälligst!
« Antwort #9 am: 11:54:01 Di. 21.Mai 2019 »
Rudolf Buschmann zum EuGH-Urteil
https://www.bund-verlag.de/betriebsrat/aktuellesbr~Vertrauensarbeitszeit-ist-keine-Loesung~
https://www.bund-verlag.de/betriebsrat/aktuellesbr~Ein-guter-Betriebsrat-vertraegt-auch-Liebesentzug~
« Antwort #10 am: 18:16:04 Di. 21.Mai 2019 »
das Gejaule und Gewinsel fängt schon bei CDU CSU an:
Gutachten zu EuGH-Urteil geplant
Der CDU-Minister zweifelt daran, dass deutsche Gesetze wegen des Arbeitszeit-Urteils geändert werden müssen. Der Koalitionspartner sieht das anders.
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/gutachten-zu-eugh-urteil-geplant-altmaier-sieht-keinen-handlungsbedarf-bei-arbeitszeiterfassung/24365880.html
Altmeier sieht ja auch kein Handlungsbedarf bei den Paketboten aus Schutz für die Wirtschaft.
@BGS #6: stimmt auch wieder
Der EuGH hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass Arbeitgeber nicht nur die Überstunden, sondern die gesamte Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch erfassen müssen. Das Wirtschaftsministerium erklärte nun aber, das Urteil lasse einen Auslegungsspielraum. Es nenne zudem keine bestimmte Frist, in der Mitgliedstaaten tätig werden müssten.
Damit ist wohl bspw. sowas gemeint wie: im Verkauf sei es wohl manchmal so von Hörensagen, dass bei Verkäufer_innen die Zeit nicht mitgerechnet wird, wenn sie die Kasse einrichten. Erst wenn das passiert ist, läuft die Arbeitszeit. Dabei ist Kasse einrichten ja auch schon Arbeitsleistung für den Betrieb.
Oder: Arbeitskleidung anziehen sei angeblich keine Arbeitszeit oder sowas könnte da vielleicht mit gemeint sein.
« Antwort #11 am: 22:44:50 Di. 21.Mai 2019 »
Zitat von: Frauenpower am 18:16:04 Di. 21.Mai 2019
Hat zwar nichts mit der Wahl zu tun, aber zu Umkleidezeiten siehe:
BAG, 13.12.2016, 9 AZR 574/15
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,328218.0.html
« Antwort #12 am: 12:43:27 Mi. 22.Mai 2019 »
@ dagobert: cool, danke
wir sind ja auch nicht im Wahl-Thread aber im Thread um die Arbeitszeiterfassung. Richter entschieden, dass es jede,r Arbeitgeber,in tun muss - aber Altmeier stemmt sich einfach dagegen! Ja, warum gibt es dann Richter?? Dann kann man gleich alles abschaffen, wenn sich nicht dran gehalten wird!! Der Mittepopulist Altmeier (CDU) will ein Gutachten in Auftrag geben (die Steuerzahlerin soll lieber dafür zahlen, als für ihre tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden Geld erhalten !!?? Also ich mein, ich gehe davon aus, dass dann auch Geld fließt, wenn schon alles an Arbeitszeit erfasst werden müssen soll) - Heil meint, dass es nicht nötig ist, sein Ministerium kümmere sich schon darum ... !! Also bitte! Altmeier kann sich also um was anderes kümmern. Und bei seiner Ablehung von Heils (SPD) Reformplänen für die Paketboten hätte er laut SZ sowieso den Kürzeren gezogen (Heil hat nun mal den Längeren hihi )
https://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitszeiterfassung-altmaier-urteil-1.4457044
« Antwort #13 am: 17:25:04 Mi. 22.Mai 2019 »
Jo, klaro, das Altmeier anbei versucht, auf die Bremse zu laatschen.. Schließlich können die
"wirtschaftlichen Vorteile" aufkommenden Strafzahlungen an die EU bei weitem übersteigen.
Und zum Club Deutscher Unternehmer und sein Gehängsel, das kennen wir ja schon..
« Antwort #14 am: 21:53:01 Mi. 22.Mai 2019 »
Zitat von: Frauenpower am 12:43:27 Mi. 22.Mai 2019
wir sind ja auch nicht im Wahl-Thread aber im Thread um die Arbeitszeiterfassung.
Ich bin manchmal gedanklich an zwei Orten.
Der Mittepopulist Altmeier (CDU) will ein Gutachten in Auftrag geben (die Steuerzahlerin soll lieber dafür zahlen, als für ihre tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden Geld erhalten !!?? Also ich mein, ich gehe davon aus, dass dann auch Geld fließt, wenn schon alles an Arbeitszeit erfasst werden müssen soll) - Heil meint, dass es nicht nötig ist, sein Ministerium kümmere sich schon darum ... !!
Werden die Arbeitszeiten erfasst, kann man Überstunden nicht mehr so einfach wegschweigen.
Da müsste dann richtig Geld fließen, wenn man die AG-Rechtsprechung zur Vergütung bei Überstunden berücksichtigt (22.02.2012, 5 AZR 765/10).
http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2019&nr=15978&linked=urt
hier auch verständlich erklärt:
https://www.hensche.de/Ueberstunden_Ueberstundenverguetung_Vertrag_Verguetungserwartung_Ueberstunden_BAG_5AZR765-10.html
Und zu allem Überfluss haben sogar Teilzeitkräfte Anspruch auf Überstundenzuschläge:
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,329697.0.html
Da gehen sämtliche Arbeitgeber pleite, das können die Herren Altmeier und Heil natürlich nicht wollen.