Source: https://www.studierenplus.de/bafoeg/bafoeg-altersgrenze/
Timestamp: 2020-07-14 06:49:25
Document Index: 25115522

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 7', '§ 10', '§ 7', '§ 19', '§ 18', '§ 10', '§ 7', '§ 2', '§ 2']

Möchtest du auch mit über 30 Jahren noch ein Studium beginnen, hast aber Bedenken in Bezug auf deine finanzielle Situation? In diesem Artikel findest du alle Informationen zur BAföG-Altersgrenze und darüber, was für deine Ausbildungsfinanzierung möglich ist.
Wer einen beruflichen Neuanfang will, muss erstmal schauen, ob er/sie sich das überhaupt leisten kann. Zum Glück gibt's ja das Berufsausbildungsförderungsgesetz. Aber um eine schulische Ausbildung oder ein Studium gefördert zu bekommen, muss man bestimmte BAföG Voraussetzungen erfüllen, zu denen auch das Alter gehört.
Über die BAföG-Altersgrenze kursieren viele Gerüchte und gefährliches Halbwissen. Deshalb möchte ich mit diesem Artikel die meistgestellten Fragen zur BAföG-Altersgrenze beantworten.
"Ich mache eine schulische Ausbildung zur Physiotherapeutin im 2. Lehrjahr und bekomme SchülerBAföG. In zwei Monaten werde ich 30. Wird mein BAföG dann gestrichen?" Janine Martin, Schülern
"Ich habe gerade mein Bachelorstudium abgeschlossen und möchte jetzt erstmal ein wenig Berufserfahrung sammeln bevor ich mich in den Master stürze. Ich bin jetzt 28 und wüsste gern bis wann ich das Studium beginnen muss, damit ich noch BAföG beantragen kann." Michael Döhring, Wirtschaftsingenieur B. Sc.
"Hallo, ich studiere Medizin im 1. Semester an der Charité in Berlin. Ich bin 32 Jahre alt, habe zwei Töchter (5 und 1 Jahr alt) und vor meinem Studium Teilzeit als Krankenschwester gearbeitet. Ich möchte gern BAföG beantragen, bin mir aber aufgrund meines Alters unsicher, ob sich der Aufwand überhaupt für mich lohnt." Katharina Lange, Studentin
Ja, es stimmt, um BAföG zu erhalten, musst du natürlich bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört auch, dass du zu Beginn deiner Ausbildung bzw. deines Studiums noch keine 30 sein solltest. Definiert ist das in § 10 BAföG.
"Ausbildungsförderung wird nicht geleistet, wenn der Auszubildende bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den er Ausbildungsförderung beantragt, das 30. Lebensjahr, bei Studiengängen nach § 7 Absatz 1a das 35. Lebensjahr vollendet hat."
Das allein dürfte die erste Frage danach beantworten, was passiert, wenn man im Laufe der Ausbildung bzw. des Studiums 30 wird. Ganz einfach: Gar nichts! Die BAföG-Altersgrenze bezieht sich einzig und allein auf dein Alter an deinem ersten Studientag bzw. Schultag (bei schulischer Ausbildung).
Für die zweite Frage müssen wir uns den im § 10 erwähnten § 7, Abs. 1a BAföG genauer anschauen. Da steht nämlich:
"Für einen Master- oder Magisterstudiengang im Sinne des § 19 des Hochschulrahmengesetzes oder für einen postgradualen Diplomstudiengang im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 bis 3 des Hochschulrahmengesetzes sowie für vergleichbare Studiengänge in Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Schweiz wird Ausbildungsförderung geleistet, wenn
Verschiebung der BAföG-Altersgrenze
Im 3. Fall haben wir eine Studentin, die klassischerweise tatsächlich zu alt für BAföG ist. Da sie zu Beginn des Studiums bereits 30 war. Allerdings gibt es gesetzlich anerkannte Gründe, die einen späteren Ausbildungsbeginn bzw. die Verschiebung der BAföG-Altersgrenze für Einzelfälle rechtfertigen. Diese sind:
§ 10, Abs. 3 BAföG
1. der Auszubildende die Zugangsvoraussetzungen für die zu fördernde Ausbildung an einer in § 7 Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 Buchstabe a genannten Ausbildungsstätte, durch eine Nichtschülerprüfung oder durch eine Zugangsprüfung zu einer Hochschule oder zu einer Akademie im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 6 erworben hat
1a. der Auszubildende ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund seiner beruflichen Qualifikation an einer Hochschule oder an einer Akademie im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 6 eingeschrieben worden ist,
In ihrem Fall verschiebt sich die Altersgrenze für den Studienbeginn aufgrund von Schwangerschaft und Kindererziehung. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nur das Kind eine Verschiebung rechtfertigt, das vor ihrem 31. Lebensjahr zur Welt kam. Zum Zeitpunkt der Geburt des zweiten Kindes war sie bereits 30, womit dieses Kind per se kein Grund für den späten Studienbeginn sein kann.
Zu beachten ist hierbei außerdem auch, dass es nur um den Zeitfaktor Kinderbetreuung, nicht um finanzielle Gründe geht. Deshalb darf man zwischen der Geburt und dem Studienbeginn nicht mehr als 30 Stunden pro Woche gearbeitet haben. Es sei denn, man ist alleinerziehend. Die Logik dahinter: Wer Vollzeit mit Kind arbeiten kann, kann auch mit Kind studieren.
Für wen die BAföG-Altersgrenze nicht gilt
Die gute und schlechte Nachricht zu gleich ist: Beginnst du dein Studium erst nach deinem 30. Geburtstag gilt für deinen BAföG-Antrag alles oder nichts. Sollte dein BAföG Antrag trotz überschrittener Altersgrenze bewilligt werden, hast du Anspruch auf elternunabhängiges BAföG. Das heißt, dass das Einkommen deiner Eltern nicht ans BAföG angerechnet wird.
Demnach hast du gute Chancen auf den BAföG-Höchstsatz von aktuell 735 Euro monatlich (Studenten). Sollte dein BAföG Antrag abgelehnt werden, weil du die persönlichen Voraussetzungen nicht erfüllst, kannst du mit dem Ablehnungsbescheid Wohngeld beantragen. Damit lohnt sich ein Antrag auf Ausbildungsförderung in jedem Fall für dich! Und wenn du dabei Hilfe brauchst, lass es uns einfach wissen.