Source: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei-co/brexit-reihengeschaeft-ueber-das-vereinigte-koenigreich_170_488874.html?page=3
Timestamp: 2019-12-14 21:29:27
Document Index: 153638888

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 3', '§ 25', '§ 3', '§ 59', '§ 25']

Brexit: Reihengeschäft über das Vereinigte Königreich | Steuern | Haufe
Serie 30.04.2019 "Harter" Brexit und Steuerrecht
Eine Bearbeitung der Ware durch Y-Ltd. oder einen Beauftragten erfolgt nicht. Jeder Unternehmer tritt mit der USt-ID seines Ansässigkeitsstaates auf.
Die A-GmbH hat, wenn sie die Ware transportiert (Variante 1 und ggf. 3), weiterhin eine innergemeinschaftliche Lieferung zu erklären. Auch für den Fall, dass der Transport durch die X-SA. (und ggf. Variante 3) erfolgt, ändert sich die umsatzsteuerliche Situation für die A-GmbH nicht.
Die Ware wird direkt vom ersten Unternehmer (A-GmbH) an den letzten Abnehmer (X-SA) befördert. Damit liegt ein umsatzsteuerliches Reihengeschäft vor. Vor dem Brexit waren alle beteiligten Unternehmer in der EU ansässig, sodass ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG vorlag. Nach dem Brexit sind die allgemeinen Regelungen über Reihengeschäfte anzuwenden.
Nach dem Brexit: Da die A-GmbH den Transport beauftragt hat, ist die Lieferung umsatzsteuerlich von der A-GmbH an die Y-Ltd. als sog. bewegte Lieferung anzusehen (§ 3 Abs. 6 Satz 5 UStG). Diese Lieferung ist zwar in Deutschland als Ort des Beförderungsbeginns steuerbar (§ 3 Abs. 6 Satz 1 UStG), aber als innergemeinschaftliche Lieferung gem. § 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6a UStG in Deutschland steuerfrei. In Frankreich als Ort des Endes der Warenbewegung ist ein entsprechender innergemeinschaftlicher Erwerb zu erklären. Die Lieferung von der Y-Ltd. an die X-SA gilt als unbewegte Lieferung. Ort dieser Lieferung ist gem. § 3 Abs. 7 Nr. 2 UStG in Frankreich als Ort des Beförderungsendes. Die Y-Ltd. hat daher französische Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen. Dazu muss sie sich in Frankreich registrieren. Die A-GmbH hat also (auch) nach dem Brexit eine innergemeinschaftliche Lieferung zu erklären und eine entsprechende zusammenfassende Meldung abzugeben.
Vor dem Brexit: Vor dem Brexit war die bewegte Lieferung der A-GmbH an die Y-Ltd. ebenfalls eine innergemeinschaftliche Lieferung nach Frankreich. Allerdings unterlag die Lieferung der Y-Ltd. an die X-SA nach der § 25b UStG entsprechenden Regelung in Frankreich dem Reverse-Charge-System. Damit entfiel die Registrierungspflicht der Y-Ltd.
2. Variante: Transport durch X-SA
Nach dem Brexit: Beauftragt die X-SA den Transport, gilt umsatzsteuerlich die Lieferung von Y-Ltd. an die X-SA als bewegte Lieferung. Die Lieferung von der A-GmH an die Y-Ltd. ist dagegen die unbewegte Lieferung. Diese gilt gem. § 3 Abs. 7 Satz 2 Nr. 1 UStG als in Deutschland ausgeführt, als dem Ort des Beförderungsbeginns. Die Rechnung der A-GmbH an die Y-Ltd. hat daher deutsche Umsatzsteuer zu enthalten. Diese kann von der Y-Ltd. im Vergütungsverfahren gem. §§ 59ff. UStDV erstattet werden.
Vor dem Brexit: Auch vor dem Brexit entfiel gem. § 25b UStG die Registrierungspflicht der Y-Ltd. Für die A-GmbH hat sich die umsatzsteuerliche Situation nicht verändert.
3. Variante: Transport durch Y-Ltd.
Transportiert die Y-Ltd. die Waren, ist der der Fall wie unter 1. zu betrachten, es sei denn, die Y-Ltd. weist nach, dass sie als Lieferer transportiert. Sofern dies nicht der Fall ist, ist entsprechend Variante 2 zu verfahren.
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Schlagworte zum Thema: Reihengeschäft, Umsatzsteuer, Brexit
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