Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20217/03
Timestamp: 2019-11-13 19:39:37
Document Index: 221877538

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 906', '§ 48', 'BGH', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 906', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 906', '§ 906', '§ 906', 'BGH']

BGH, 13.02.2004 - V ZR 217/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,93
BGH, 13.02.2004 - V ZR 217/03 (https://dejure.org/2004,93)
BGH, Entscheidung vom 13.02.2004 - V ZR 217/03 (https://dejure.org/2004,93)
BGH, Entscheidung vom 13. Februar 2004 - V ZR 217/03 (https://dejure.org/2004,93)
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BGB § 906 Abs. 1 Satz 2
Unter den gesetzlich festgelegten Richtwerten liegende Immissionen sind i.d.R. unwesentlich
Mobilfunksendeanlage im Rahmen der Grenzwerte
Beeinträchtigung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder; Unterlassungsansprüche gegen Betreiber einer Mobilfunkanlage wegen Gesundheitsbeeinträchtigung; Gesundheitsgefährdungsrisiko und Duldungspflicht in Bezug auf Einhaltung von Grenzwerten von ...
Kein Unterlassungsanspruch gegen Mobilfunkanlage
Zur Indizwirkung von Grenz- und Richtwerten für Immissionen
BGB § 906 Abs. 1 S. 2
Unterlassungsansprüche gegenüber einer Mobilfunksendeanlage
Zu den Voraussetzungen des privaten Immissionsschutzes gegen Mobilfunksendeanlagen
Privater Immissionsschutz gegen Mobilfunksendeanlagen
heise.de (Pressebericht, 13.02.2004)
BGH weist Klage gegen Mobilfunksendeanlage ab
Mietrecht - Voraussetzungen des privaten Immissionsschutzes gegen Mobilfunksendeanlagen
Abwehr von Elektromagnetismus
Voraussetzungen des privaten Immissionsschutzes gegen Mobilfunksendeanlagen
Handy-Sender
Verbot einer Mobilfunkanlage wegen Gesundheitsgefährdung? (IBR 2004, 1053)
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zu BGH vom 13.2.2004 - V ZR 217/03 - Keine Beweislastumkehr bei Erschütterung der Indizwirkung von Grenz- und Richtwerten für die Unwesentlichkeit einer Beeinträchtigung" von Prof. Dr. Anne Röthel, original erschienen in: JZ 2004, 1080 ...
Kurznachricht zu "Mobilfunkschäden Ansichtssache? - Höchste Zeit für Beweise statt Vermutungen" von RiVG a.D. Bernd Irmfrid Budzinski und Dipl.-Ing./Priv.-Doz. Prof. Dr. med. Hans-Peter Hutter, original erschienen in: NVwZ 2014, 418 - 422.
LG Hanau, 25.04.2002 - 7 O 1457/01
NJW 2004, 1317
MDR 2004, 742
NVwZ 2004, 1019
NZM 2004, 310
ZMR 2004, 415
MMR 2004, 391
BauR 2005, 74
BauR 2006, 1676 (Ls.)
Verhält es sich so, kommen die allgemeinen Grundsätze zur Darlegungs- und Beweislast zur Anwendung; es muss dann der rauchende Mieter beweisen, dass die von seiner Wohnung ausgehenden Immissionen nur eine unwesentliche Beeinträchtigung bedeuten (vgl. BGH, Urteil vom 13. Februar 2004 - V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1318 f.).
Überschreiten die Geräuschimmissionen jedoch den zulässigen Richtwert auch in dem Fall der Einhaltung der Vorschriften der DIN 4109, ist das nach § 906 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB ein Indiz für eine wesentliche Beeinträchtigung (Senat, Urt. v. 13. Februar 2004, V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1318;… Urt. v. 8. Oktober 2004, V ZR 85/04, MDR 2005, 328).
aa) Gem. § 906 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB ist die Einhaltung von in Gesetzen oder Rechtsverordnungen - gleiches gilt für nach § 48 BImSchG erlassene Verwaltungsvorschriften - festgelegten Grenz- oder Richtwerten ein Indiz für die Unwesentlichkeit der Beeinträchtigung; umgekehrt hat die Rechtsprechung bei Überschreitung solcher Werte eine Indizwirkung für die Wesentlichkeit der Beeinträchtigung angenommen (vgl. BGH, Urt. v. 13.2.2004 - V ZR 217/03 = NJW 2004, 1317 m.w.N.).
a) Trifft das zu, ist zunächst von der Unwesentlichkeit der Lärmbeeinträchtigung für die Benutzung des von den Klägern bewohnten Grundstücks auszugehen (§ 906 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB); es ist dann Sache der Kläger, Umstände darzulegen und zu beweisen, welche diese Indizwirkung erschüttern (Senat, Urt. v. 13. Februar 2004, V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1318).
b) Bestätigt sich der Vortrag der Beklagten nicht, werden die maßgeblichen Grenz- oder Richtwerte also überschritten, rechtfertigt das allerdings nicht ohne weiteres die Annahme einer wesentlichen Beeinträchtigung des Nachbargrundstücks, sondern indiziert lediglich das Vorliegen einer solchen (Senat, Urt. v. 13. Februar 2004, V ZR 217/03, aaO).
Danach besteht zwar im Verhältnis benachbarter Grundstückseigentümer eine Regelvermutung dafür, dass bestimmte Einwirkungen, zu denen auch Strahlenimmissionen gehören, unwesentlich und daher hinzunehmen sind, wenn die einschlägigen Grenz- und Richtwerte eingehalten werden (vgl. Senat, Urteil vom 13. Februar 2004 - V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1318).
Hierbei kommt zu seinen Gunsten bei festgestellter Überschreitung der durch Verwaltungsvorschriften festgelegten Emmissions- und Immisionswerte für die Kausalitätsfrage eine Beweiserleichterung in Betracht (vgl. BGHZ 92, 143, 146 f.;… BGH, Urt. v. 17. Juni 1997, VI ZR 373/95, NJW 1997, 1748; auch Senat, Urt. v. 13. Februar 2004, V ZR 217/03, Umdruck S. 8 ff., zur Veröffentlichung vorgesehen).
Einer Beweisaufnahme, die ohnehin nur den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik hätte wiedergeben können, bedurfte es danach nicht (vgl. BGH, Urteil vom 13. Februar 2004 - V ZR 217/03 -, NJW 2004, S. 1317).
c) Nach diesen Grundsätzen scheidet die Berücksichtigung von Gesundheitsstörungen bei der Prüfung, ob ein Ausgleichsanspruch nach § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB besteht, nicht von vornherein aus; Relevanz können sie bei der Beurteilung der Wesentlichkeit der Beeinträchtigung des betroffenen Grundstücks haben, wenn nämlich Einwirkungen i.S.v. § 906 Abs. 1 Satz 1 BGB zur Herbeiführung von Gesundheitsstörungen geeignet sind (Senat, BGHZ 49, 148, 153 f.; Urt. v. 19. Februar 2004, V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1319).
Der Verordnungsgeber hatte weiter gehende Schutzmaßnahmen abgelehnt, weil sie sich nicht auf verlässliche wissenschaftliche Erkenntnisse stützen könnten (vgl. BVerfG, Beschluss vom 28. Februar 2002 - 1 BvR 1676/01, NJW 2002, 1638, unter I 1 m.w.Nachw.; BGH, Urteil vom 13. Februar 2004 - V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, unter II zur nachbarrechtlichen Duldungspflicht gemäß § 906 Abs. 1 BGB).
Wenn der Rechtsausschuß das Fluglärmgesetz als Beispiel für ein Gesetz im Sinne des § 906 Abs. 1 Satz 2 BGB genannt hat, so erlag er einem Irrtum - ebenso wie er einem Irrtum hinsichtlich der Verteilung der Darlegungs- und Beweislast in § 906 Abs. 1 BGB unterlag (Senat, Urt. v. 13. Februar 2004, V ZR 217/03, NJW 2004, 1317, 1318).
AG Lebach, 13.11.2007 - 3A C 175/06
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