Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201988,%201844
Timestamp: 2020-01-20 03:21:27
Document Index: 396598679

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 46', '§ 47', '§ 53', 'BGH', 'BGH', '§ 246', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', '§ 243', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 246', '§ 34', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 246', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 47']

BGH, 21.03.1988 - II ZR 308/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,155
BGH, 21.03.1988 - II ZR 308/87 (https://dejure.org/1988,155)
BGH, Entscheidung vom 21.03.1988 - II ZR 308/87 (https://dejure.org/1988,155)
BGH, Entscheidung vom 21. März 1988 - II ZR 308/87 (https://dejure.org/1988,155)
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GmbHG §§ 46, 47
Unzulässigkeit einer vierwöchigen Anfechtungsfrist für Gesellschafterbeschlüsse in der Satzung einer GmbH
GmbH - Gesellschafterversammlung - Beschlußfassung - Anfechtbarkeit - Anfechtungsfrist
Bloße Anfechtbarkeit eines vom Versammlungsleiter fehlerhaft festgestellten GmbH-Beschlusses
GmbHG § 46, § 47, § 53 Abs. 2
Anfechtungsfrist, Anfechtungsgründe, Anfechtungsklage, Beschlussfähigkeit, Beschlussmängel, förmliche Beschlussfeststellung, Gesellschaftsrecht, Stimmrechte, Stimmrechtsausschluss, Treuhand, Versammlungsleiter
BGHZ 104, 66
NJW 1988, 1844
ZIP 1988, 703
MDR 1988, 754
DNotZ 1989, 21
BB 1988, 993
DB 1988, 1260
Insbesondere stellt die unrichtige Feststellung des Abstimmungsergebnisses keinen Nichtigkeits-, sondern lediglich einen Anfechtungsgrund dar (vgl. BGHZ 104, 66, 69 zum GmbH-Recht), der nach Erledigung des Anfechtungsverfahrens nicht mehr berücksichtigungsfähig ist.
In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass die verbindliche statutarische Vorgabe eines von der Revision so bezeichneten gesellschaftsinternen Vorschaltverfahrens bei Übertragung der Grundsätze der Senatsrechtsprechung zur Verkürzung der Frist des § 246 Abs. 1 AktG (Senat, BGHZ 104, 66, 72 ;… Urt. v. 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460, 461) nicht dem Mindeststandard an Rechtsschutzgewährung entspricht.
Formelle oder materielle Mängel, die seine Anfechtbarkeit begründen, wie hier das behauptete Stimmverbot des F. S. , können nur durch Erhebung der Anfechtungsklage geltend gemacht werden (BGH, Urteil vom 21. März 1988 - II ZR 308/87, BGHZ 104, 66, 69; Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, ZIP 1999, 1001, 1002;… Urteil vom 11. Februar 2008 - II ZR 187/06, ZIP 2008, 757 Rn. 22;… Urteil vom 21. Juni 2010 - II ZR 230/08, ZIP 2010, 1640 Rn. 16).
Das gilt auch, wenn der Versammlungsleiter festgestellt hat, dass ein Beschlussantrag abgelehnt worden ist (BGH, Urteil vom 21. März 1988 - II ZR 308/87, BGHZ 104, 66, 69).
Ist in der Gesellschafterversammlung einer GmbH das Zustandekommen eines bestimmten Beschlusses vom Versammlungsleiter festgestellt worden, so ist der Beschluss mit dem festgestellten Inhalt vorläufig verbindlich (BGH, Urteil vom 21. März 1988 - II ZR 308/87, BGHZ 104, 66; Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 119/98, ZIP 1999, 1001, 1002;… Urteil vom 11. Februar 2008 - II ZR 187/06, ZIP 2008, 757 Rn. 22;… Urteil vom 21. Juni 2010 - II ZR 230/08, ZIP 2010, 1640 Rn. 16) und bis zur Entscheidung über die Beschlussanfechtungsklage als gültig zu behandeln (vgl. BGH…, Urteil vom 4. April 2014 - V ZR 167/13, ZMR 2015, 235 Rn. 6 f.;… Urteil vom 26. Oktober 2018 - V ZR 328/17, NJW 2019, 1216 Rn. 24).
Es entspricht jedoch der ständigen Rechtsprechung des Senats, die von der herrschenden Meinung im Schrifttum geteilt wird, dass die aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend heranzuziehen sind (BGHZ 104, 66, 69 ff.;… Goette, Die GmbH 2. Aufl. § 7 Rdn. 78 m.w.Nachw.).
Bloße Anfechtungsgründe (§ 243 Abs. 1 AktG) können auch hier nicht incidenter in einem anderen Rechtsstreit geltend gemacht werden (vgl. Senat BGHZ 104, 66).
Damit wurde der Beschluß mit dem festgestellten Inhalt für alle Beteiligten vorläufig verbindlich mit der Folge, daß die Klägerin etwaige Anfechtungsgründe wie den der Satzungswidrigkeit des Beschlusses überhaupt nur im Wege ihrer Anfechtungsklage, nicht aber incidenter in einem anderen Rechtsstreit über die Wirksamkeit der Anteilsveräußerung an U. geltend machen konnte (vgl. Senat BGHZ 104, 66).
Die Anfechtungsklage ist, wie das Berufungsgericht richtig gesehen hat, auch gegenüber solchen Gesellschafterbeschlüssen zulässig und geboten, bei denen es darum geht, ob sie mit der erforderlichen Mehrheit zustande gekommen sind (BGHZ 88, 320, 328; BGHZ 97, 28, 30 [BGH 20.01.1986 - II ZR 73/85]; BGHZ 104, 66, 69).
Gegen die Wirksamkeit einer solchen Satzungsbestimmung bestehen keine Bedenken (BGHZ 104, 66, 73).
Die Festsetzung einer ausdrücklich so benannten "Ausschlußfrist" für die gegen die übrigen Gesellschafter zu erhebende Feststellungsklage kann aber nicht an anderen Kriterien gemessen werden als sie nach der Rechtsprechung des Senats für die Anfechtungsfrist im GmbH-Recht gelten (BGHZ 104, 66, 71 f.), weil auch eine solche Ausschlußfrist, wenn sie zu knapp bemessen ist, dazu führt, daß das unverzichtbare und unentziehbare Recht eines Gesellschafters, rechtswidrige Beschlüsse der Gesellschafterversammlung gerichtlich angreifen zu können, unzulässig verkürzt wird.
Nach der Rechtsprechung des Senats hat die in § 246 AktG bestimmte Monatsfrist im GmbH-Recht nicht nur Leitbildcharakter insofern, als nur bei Vorliegen besonderer Umstände der anfechtende Gesellschafter mit der Klageerhebung länger als einen Monat zuwarten darf (…vgl. zuletzt Urt. v. 12. Oktober 1992 - II ZR 286/92, WM 1992, 2017 = ZIP 1992, 1622 m. zustimmender Anm. v. Roth LM Nr. 16 zu § 34 GmbHG; kritisch Fleck EWiR 1992, 1205), sie enthält zugleich die Mindesterfordernisse, die zu Lasten des betroffenen Gesellschafters nicht unterschritten werden dürfen (BGHZ 104, 66, 72).
Diesem Willen ist deswegen dadurch Rechnung zu tragen, daß an Stelle der zu knapp bemessenen, unzulässig in das Mitgliedschaftsrecht des Gesellschafters eingreifenden Ausschlußfrist eine angemessene Frist gilt (zum GmbH-Recht: BGHZ 104, 66, 73).
BGH, 13.01.2003 - II ZR 227/00
Anforderung an die Mehrheitsverhältnisse bei einem Gesellschafterbeschluß über …
Daß diese von der Beklagten inzwischen (in einem anderen Rechtsstreit) erhoben worden ist, läßt das Rechtsschutzbedürfnis für die vorliegende Anfechtungsklage - entgegen den insoweit nur im Ergebnis zutreffenden Ausführungen des Berufungsgerichts - schon deshalb unberührt, weil der Gesellschafterbeschluß notwendige (materielle) Voraussetzung für die Erhebung der Ausschließungsklage ist (BGHZ 9, 157, 177) und seine Anfechtbarkeit wegen der nach Ansicht des Klägers unrichtigen Feststellung des Abstimmungsergebnisses (…vgl. Sen.Urt. v. 12. Oktober 1992 - II ZR 286/91, ZIP 1992, 1622) nur im Wege der Anfechtungsklage (entsprechend § 246 AktG) geltend gemacht werden kann (vgl. BGHZ 104, 66).
BGH, 12.12.2005 - II ZR 253/03
Bestätigung eines fehlerhaft in der Hauptversammlung gefaßten Beschlusses
BGH, 30.03.1998 - II ZR 20/97
Anforderungen an die Einladung zur Gesellschafterversammlung einer als stille …
OLG München, 29.01.2004 - 23 U 3875/03
Vertretung der GmbH durch den Gesellschafter-Geschäftsführer in einem von diesem …
BayObLG, 19.09.1991 - BReg. 3 Z 97/91
Beschwerde gegen eine bekanntgemachte Eintragungsverfügung
OLG München, 21.09.1994 - 7 U 3095/94
Keine Bevollmächtigung eines Dritten bei Stimmrechtsausschluß nach § 47 Abs. 4 …
OLG Bremen, 10.04.1995 - 2 U 107/94
Einstweilige Verfügung gegen Gesellschafterbeschlüsse ; Übereinstimmende …
OLG Rostock, 28.05.2003 - 6 U 173/02
Gesamte Gesellschaft als Adressat einer Nichtigkeitsklage; Verantwortlichkeit des …
OLG Karlsruhe, 30.12.1999 - 15 W 13/98
Rechte des ausgeschiedenen Gesellschafters
BayObLG, 01.07.1993 - 3Z BR 96/93
Wirkungen eines Ausschlussbeschlusses im Informationserzwingungsverfahren
OLG Köln, 12.07.1996 - 19 U 257/95
OLG Jena, 24.03.2005 - Lw U 36/04
BayObLG, 07.11.1991 - BReg. 3 Z 120/91
Verbindlichkeit eines notariell beurkundeten Gesellschafterbeschlusses einer GmbH …
OLG Hamburg, 28.06.1991 - 11 U 148/90
LG München I, 23.02.2006 - 17 HKT 1286/06
OLG Stuttgart, 27.10.1999 - 20 U 30/99
LG Dresden, 03.03.1993 - 45 T 15/93
Abtretung von nicht bestehenden GmbH-Anteilen
OLG Stuttgart, 01.12.1994 - 13 U 46/94