Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/verstaendnisfrage-zu-262-sgb-vi.html
Timestamp: 2018-04-20 14:07:45
Document Index: 250446465

Matched Legal Cases: ['§262', '§262', '§ 262', '§ 54', '§ 75', '§ 52', '§ 262', '§ 70']

Verständnisfrage zu §262 SGB VI | Ihre Vorsorge
Verständnisfrage zu §262 SGB VI
In $ 262 SGB VI steht folgendes:
(1) Sind mindestens 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorhanden und ergibt sich aus den Kalendermonaten mit vollwertigen Pflichtbeiträgen ein Durchschnittswert von weniger als 0,0625 Entgeltpunkten, wird die Summe der Entgeltpunkte für Beitragszeiten erhöht.
Wie erfolgt die Berechnung des Durchschnittswerts, der ja unter 0,0625 liegen kann. Wird der Durchschnitt aus 35 Jahren ermittelt? Oder gilt der Durchschnittswert für die Jahre, die vor dem 01.01.2002 liegen?
Oder anders gefragt, bei Geburtsjahrgang 1967 und Geringverdienst zwischen 1985 und 1991 sowie überdurchschnittlichem Verdienst dannach, kommt es dann zu der Anhebung des Durchschnittswerts in der Geringverdienerphase?
Oder wird ein Gesamtdurchschnitt über die 35 Jahre gebildet?
Die Mindestbewertung nach § 262 SGB 6 setzt zunächst voraus, dass insgesamt 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorhanden sind, wobei auch rentenrechtliche Zeiten nach dem 31.12.1991 mitzuzählen sind. Zu den rentenrechtlichen Zeiten zählen nach § 54 SGB 6
- Beitragszeiten (Pflichtbeiträge, freiwillige Beiträge, Kindererziehungszeiten, auch beitragsgeminderte Zeiten)
- die Zurechnungszeit
Zu berücksichtigen sind die rentenrechtlichen Zeiten im Rahmen des § 75 SGB 6, d.h. die Zeiten müssen (mit Ausnahme der Zurechnungszeit) vor dem Beginn der Rente bzw. vor Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit liegen.
Wartezeitmonate nach § 52 SGB 6 (aus Versorgungsausgleich, geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung oder Rentensplitting unter Ehegatten) zählen bei der Prüfung der 35 Jahre nicht mit, da es sich nicht um rentenrechtliche Zeiten handelt.
§ 262 SGB 6 regelt als Sondervorschrift zu § 70 SGB 6 die Mindestbewertung für Pflichtbeitragszeiten vor 1992. Durch die Mindestbewertung sollen rentenrechtliche Nachteile vermieden werden, die sich aus längeren Beitragszeiten mit geringem Arbeitsverdienst ergeben. Es kommt nicht darauf an, aus welchem Grund nur ein geringer Arbeitsverdienst erzielt wurde.
Liegen die zeitlichen und wertmäßigen Voraussetzungen für die Mindestbewertung vor, wird der Durchschnittswert der vollwertigen Pflichtbeiträge vor 1992 auf das
1,5fache des tatsächlich erreichten Wertes angehoben, wobei jedoch 75 % des Durchschnittsentgelts (0,0625 Entgeltpunkte pro Monat) nicht überschritten werden dürfen. Durch die Begrenzung auf das 1,5fache des tatsächlich erzielten Durchschnittswertes soll verhindert werden, dass lange Pflichtbeitragszeiten mit sehr niedrigen Pflichtbeiträgen aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung im Verhältnis zu einer Vollzeitbeschäftigung unverhältnismäßig stark angehoben werden.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_262R0
> Oder wird ein Gesamtdurchschnitt über die 35 Jahre gebildet?
Ergänzend zu -_-
...der Durchschnittswert wird aus ALLEN vollwertigen Beiträgen gebildet - das können von Anfang bis Ende auch 40 - 45 Jahre sein. Die 35 Jahre sind nur die Mindestvoraussetzung, dass diese Aufwertungsberechnung überhaupt erfolgt.
Aufgewertet werden dann ausschließlich die Beiträge vor 1992. In Ihrem Fall scheint es ausgeschlossen, dass es zu einer Aufwertung kommen wird (wenige 'minderwertige' Jahre vor 1992, anschließend bis zum späteren Rentenbeginn Beiträge senseits und deutlich über 75 % - 0,0625/Monat).