Source: https://digital.zlb.de/viewer/image/15750769/1/
Timestamp: 2020-02-26 04:44:23
Document Index: 343877157

Matched Legal Cases: ['§ 172', '§ 142', '§ 172', '§172', '§ 172', '§ 172', '§ 4', '§ 172']

Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2011 / Eyrich, Sabine [Bearb.] - intranda GmbH
Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2011 / Eyrich, Sabine [Bearb.]
Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2011 : städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt (Ortsteil Kreuzberg) / im Auftr. Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Stadtplanungsamt. In Zsarb. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Städtebaulicher Denkmalschutz. Bearb. Stattbau Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, Sabine Eyrich ...
Eyrich, Sabine [Bearb.]
Belrin: Stattbau, 2011
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 72 S., 2,98 MB)
Datum des Herunterladens: 18.02.2014
urn:nbn:de:kobv:109-opus-218322
Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2011
Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2011 Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt (Ortsteil Kreuzberg)
Im Auftrag Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Stadtplanungsamt Christa Haverbeck
In Zusammenarbeit Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebaulicher Denkmalschutz Joachim Hafen
Bearbeitung STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH Sabine Eyrich, Genia Krug, Thomas Janßen, Carsten Praum, Marion Schuchardt
Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg INSEK 2011/ 11
EINLEITUNG .......................................................................................................................... 2 1 AUSGANGSSITUATION/RAHMENBEDINGUNGEN ................................................................. 3 1.1 Grenzen und Größe des Untersuchungsgebietes ................................................................... 3 1.2 Lage des Gebiets in der Stadt ................................................................................................. 3 1.3 Gebietskulissen der Städtebauförderung ............................................................................... 3 1.4 Planungssituation.................................................................................................................... 8 2 ANALYSE ...........................................................................................................................10 2.1 Städtebau .............................................................................................................................. 10 2.1.1.Historische Entwicklung ..................................................................................................... 10 2.1.2 Baulich-räumliche Struktur ................................................................................................ 14 2.1.3 Denkmale ........................................................................................................................... 17 2.1.4 Grün- und Freiflächenstruktur ........................................................................................... 19 2.1.5 Funktions- und Nutzungsstruktur ...................................................................................... 20 2.1.6 Straßenraum, Verkehr und Mobilität ................................................................................ 21 2.2 Sozialräume........................................................................................................................... 24 2.2.1 Lebensweltlich orientierte Räume ..................................................................................... 24 2.2.2 Demografische und soziale Entwicklung............................................................................ 25 2.2.3 Wohnen.............................................................................................................................. 31 2.2.4 Soziale und kulturelle Infrastruktur ................................................................................... 35 2.2.5 Lokale Ökonomie und Wirtschaftsstruktur ........................................................................ 37 2.2.6 Akteure, Netzwerke und Beteiligungsstruktur .................................................................. 39 2.3. Stärken-Schwächen-Analyse ................................................................................................ 41 3 STÄDTEBAULICHES LEITBILD ..............................................................................................45 4 KONZEPT ...........................................................................................................................46 4.1 Zwischenfazit ........................................................................................................................ 46 4.2 Maßnahmenübersicht mit Prioritäten und Kosten............................................................... 46 4.3 Handlungsempfehlungen und Maßnahmenübersicht .......................................................... 46 ANLAGEN .............................................................................................................................55 A1 Kosten-/ Finanzierungsübersicht ........................................................................................... 55 A2 Karten .................................................................................................................................... 55 A3 Tabellen ................................................................................................................................. 55 A4 Quellenverzeichnis (Text, Karten, Tabellen, Bilder).............................................................. 55
Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt (Ortsteil Kreuzberg) - INSEK 2011
Im Jahr 2005 ist die Luisenstadt mit den im Bezirk Mitte gelegenen Teilgebieten Köllnischer Park und Luisenstädtischer Kanal sowie Teilen der in Kreuzberg gelegenen Erhaltungsgebiete Luisenstadt, Bethaniendamm und Segitzdamm in die Förderkulisse des Programmes Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen worden. Die Luisenstadt war damit Modellprojekt, da das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz bis zum Jahr 2008 nur in den neuen Bundesländern zum Einsatz kam und mit der Luisenstadt gleichzeitig ein bezirksübergreifendes und ein im Ost- und Westteil Berlins gelegenes Fördergebiet festgelegt worden ist. Denkmal- und planungsrechtliche Grundlagen für die Aufnahme in die Förderkulisse des städtebaulichen Denkmalschutzes waren eine Vielzahl von eingetragenen Baudenkmalen, Gartendenkmalen und Denkmalbereichen sowie die Festlegung von Erhaltungsgebieten nach § 172 Abs. 1, Satz 1 BauGB und die dazugehörigen Planungen. Gegenstand des vorliegenden INSEK ist der im Ortsteil Kreuzberg gelegene Teilbereich des Fördergebiets Luisenstadt. Der sprachlichen Vielfalt wegen werden im Bericht die Bezeichnungen „Untersuchungsgebiet``, „Förderkulisse`` und „Luisenstadt Kreuzberg“ als Synonym verwendet Aufgabenstellung Frühzeitig nach der Festlegung als Förderkulisse für den städtebaulichen Denkmalschutz ist im Untersuchungsgebiet mit der Vorbereitung von Maßnahmen begonnen worden. Die Maßnahmendurchführung folgte ab dem Programmjahr 2006. Das INSEK Luisenstadt Kreuzberg stellt den planerischen Rahmen für die weitere Vorbereitung und Durchführung von Förderprojekten und Maßnahmen im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz im Gebiet dar, die der nachhaltigen und sozialorientierten Entwicklung sowie der Stabilisierung der Luisenstadt als stadträumliche Einheit in ihrer sozialen und funktionellen Vielfalt dienen. Der Fokus liegt dabei zum einen
auf den städtebaulich-räumlichen und zum anderen auf den sozialen Erfordernissen und deren Auswirkungen auf die Maßnahmenplanung. Mit dem INSEK ist ergänzend zu bereits vorliegenden Projektvorschlägen ein Katalog mit integrativ wirkenden Handlungsempfehlungen entstanden. Die Konzentration liegt dabei auf Einrichtungen der öffentlichen sozialen Infrastruktur und dem öffentlichen Raum in ihrem städtebaulichdenkmalpflegerischen Kontext. Im Rahmen des INSEK werden auch Empfehlungen für notwendige vertiefende planerische Untersuchungen und Gutachten auf Block- bzw. Teilbereichsebene unterbreitet. Arbeitsweise Für die Erarbeitung des ‚INSEK Luisenstadt‘ ist ein integrativer Ansatz verfolgt worden, der auf die kooperative Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Bezirksamtes FriedrichshainKreuzberg bezgl. der Erfordernisse und des Leitbildes für die Entwicklung des Untersuchungsgebietes und der zu planenden Vorhaben setzt. Grundlagen des ‚INSEK Luisenstadt‘ sind neben den Förderbestimmungen u.a. die aktuellen Maßnahmenplanungen i.R. des städtebaulichen Denkmalschutzes, vorliegende Gutachten, Studien und Konzepte, der Rahmenplan für die Luisenstadt (Mitte) sowie das INSEK zum „Aktionsraum plus Kreuzberg Nord-Ost“. Die Analysedaten des INSEK zum Aktionsraum sind bezogen auf den Teil der Luisenstadt unter Anwendung aktueller Sozialdaten auf LOR-Ebene fortgeschrieben und detailliert worden. Gleiches betrifft die Ergebnisse der Stärken-Schwächen-Analyse, welche für die Luisenstadt überprüft und differenziert worden sind. Ergebnisse eigener Begehungen sowie Dokumentationen mittels Karten/ Grafiken und Fotos sind in den Ergebnisbericht eingeflossen.
1 AUSGANGSSITUATION/ RAHMENBEDINGUNGEN
1.1 Grenzen und Größe des Untersuchungsg ebietes
Die nördliche Grenze des Untersuchungsgebiets wird von der Stadtbezirksgrenze zum Bezirk Mitte und die östliche Grenze von der Linie Manteuffelund Skalitzer Straße sowie Erkelenzdamm gebildet. Im Süden begrenzt der Landwehrkanal das Gebiet, dessen Grenze im Westen die Blöcke diesseits, also westlich des Ehemaligen Luisenstädtischen Kanals unregelmäßig durchschneidend wieder in nördlicher Richtung bis zur Bezirksgrenze zu Mitte verläuft. Die Größe der Förderkulisse umfasst ca. 81,3 ha. Das Untersuchungsgebiet liegt jeweils zu Teilen in den Prognoseräumen ‚Kreuzberg Ost‘ und ‚Kreuzberg Nord‘. Die Bezirksregionen ‚Nördliche Luisenstadt‘ und ‚Südliche Friedrichstadt‘ mit den (Teil)Planungsräumen ‚Oranienplatz‘‚ ‚Moritzplatz‘, ‘Lausitzer Platz‘ und ‚Wassertorplatz‘ gliedern die Luisenstadt Kreuzberg auf der Ebene der LOR. (siehe dazu Luftbild im Anhang)
1.2 Lage des Gebiets in der Stadt
Die Luisenstadt Kreuzberg gehört zum Innenstadtbereich Berlins. Die Entfernung zum Alexanderplatz beträgt etwa 4 km. Spree und Landwehrkanal fließen in unmittelbarer, fußläufig erreichbarer Nachbarschaft im nördlichen bzw. südlichen Verflechtungsbereich des Gebietes. Das Programmgebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt (Ortsteil Kreuzberg) liegt in der nördlichen Mitte des Ortsteils Kreuzberg im Bezirk Friedrichshain Kreuzberg. Es ist überwiegend dem inneren Teil - innerhalb der Zollmauer (heute Skalitzer Straße) - der historischen Luisenstadt zuzurechnen, die sich über das Gebiet zwischen Spree, südöstlichem Festungsgraben, Lindenstraße und Landwehrkanal erstreckte.
1.3 Gebietskulissen der Städteba uförderung
(siehe dazu Karte „Gebietskulissen der Städtebauförderung im Aktionsraum plus KreuzbergNordost“ im Anhang) Sanierungsgebiet gem. § 142 BauGB bis 2002 Stadterneuerung unter Einsatz von Fördermitteln hat in Kreuzberg eine lange Tradition. Als eines der ersten Berliner Sanierungsgebiete wurde im Jahr 1963 das Gebiet Kottbusser Tor förmlich festgelegt, welches mit ca. 105 ha eines der größten Sanierungsgebiete war. Die Kreuzberger Luisenstadt lag mitten in diesem Sanierungsgebiet. Die Aufhebung der Sanierungsverordnung erfolgte im Jahr 2002. Während des Sanierungszeitraumes wandelte sich das Leitbild für die Sanierung im Gebiet von der ‚Aufgelockerten Stadt‘ und einer Kahlschlagsanierung, die vor allem den wirtschaftlichen Interessen der Bauwirtschaft diente, zur behutsamen Stadterneuerung, die von den Menschen im Gebiet mitgetragen wurde. Mit der Sanierung wurden zwar erhebliche Verbesserungen erreicht, jedoch konnten die Kahlschlagsanierungen westlich des Wassertorplatzes und um das Kottbusser Tor mit Abriegelung der Dresdner Straße nicht ungeschehen gemacht
Ab b . 1 : L u i s e n s t a d t a u s d e r L u f t ( s i e h e g r o ß e Karte im Anhang)
werden. Gleichzeitig setzte unmittelbar nach der Wende eine soziale Entmischung ein: Die Arbeitslosigkeit stieg an, Gewerbetriebe und Bewohner kapitulierten vor explodierenden Mietpreisen, Kreuzberg blieb einer der ärmsten Bezirke und die sozialen Probleme wuchsen.1 Stadtumbau West seit 2005 2 Der Spreeraum Kreuzberg ist eines von sechs Berliner Gebieten, die aufgrund ihrer Lage von stadtentwicklungspolitischer Bedeutung sind und deren Entwicklung forciert wird. Unter Einsatz von Städtebaufördermitteln sollen diese Gebiete dem wirtschaftlichen und demografischen Wandel und den Erfordernissen der Zukunft angepasst werden. Für das Gebiet Spreeraum Kreuzberg geht es dabei um die Urbanisierung des Spreeufers, den Aufbau einer neuen Kreuzberger Mischung, die Verbesserung des Wohnumfeldes und die Stabilisierung und Aufwertung von Infrastruktureinrichtungen und Quartierachsen. Der Block Mariannenstraße, Bethaniendamm/ Köpenicker Straße/ Manteuffelstraße liegt sowohl in der Kulisse des Stadtumbaugebiets West als auch in der Kulisse des Städtebaulichen Denkmalschutzes. Im Rahmen des Stadtumbaus ist in diesem Block, der vor allem von der Nutzung als Bildungsstandort (E. O. Plauen Schule, Nürtingen Grundschule) geprägt wird, ein nicht mehr nutzbares Schulfunktionsgebäude abgerissen, die entstandene Freifläche im Rahmen des Gesamtkonzeptes für den Schulhof neu gestaltet und aufgewertet worden. Teile des Hortgebäudes der Nürtingen Grundschule wurden saniert, auf der gegenüberliegenden Straßenseite Wrangelstraße 11 ein öffentlicher Spielplatz geschaffen und der westliche Abschnitt der Wrangelstraße aufgewertet.
Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf Soziale Stadt ab 1999/2005 Im Untersuchungsgebiet werden aktuell drei Quartiersmanagementverfahren (QM) gem. § 172e BauGB im Rahmen des Schwerpunktprogrammes Soziale Stadt durchgeführt. Während das Gebiet Mariannenplatz in komplettem Umfang innerhalb der Förderkulisse Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg liegt, sind die Gebiete ‚Zentrum Kreuzberg‘ und ‚Wassertorplatz‘ darin nur in Teilen enthalten. Für das Gebiet ‚Zentrum Kreuzberg‘ wurde bereits 1999 das Quartiersmanagement eingerichtet, die anderen beiden Gebiete wurden erst 2005 in die Förderung aufgenommen. In der Umsetzung der Verfahren sind für alle drei Gebiete nicht-investive Schwerpunkte gesetzt. Ein intensives Quartiersmanagement, die Entwicklung eines Quartiersbeirats als Partizipationsplattform, die Einrichtung von Quartiersfonds und soziokultureller Projekte mit Ausrichtung auf Bildung, Förderung nachbarschaftlicher Beziehungen und soziokultureller Integration, soziale und gesundheitliche Beratungsleistungen, Arbeitsmarkt, Gewaltprävention und Sauberkeit im Wohnumfeld stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Generelle Entwicklungsziele in den drei QMGebieten sind, die Qualität des Wohn- und Lebensraumes zu steigern, die soziale und ethnische Integration zu verbessern, das Gesundheitsund Bildungsniveau insbesondere der Kinder und Jugendlichen anzuheben sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene anzubieten. QM Zentrum Kreuzberg/ Oranienstraße Das QM-Gebiet Zentrum Kreuzberg mit einer Größe von 32 ha ist baulich überwiegend geprägt durch Wohngebäude ab 1960 sowie gründerzeitliche Blockstrukturen im nördlichen Bereich. Erdgeschosse weisen häufig Ladengewerbe und gastronomische Nutzungen auf. Zentrum des Gebiets, sozioökonomischer Dreh- und Angelpunkt sowie Ballungsraum verschiedener sozialräumlicher Problemlagen sind der Bereich rund um das Kottbusser Tor sowie die Oranienstraße.
vgl. Martin Düspohl u.a., Roter Faden. Zur Geschichte des Sanierungsgebietes Kottbusser Tor, Berlin 2002 2 http://www.stadtumbau-berlin.de/KreuzbergSpreeufer.1603.0.html
Vorrangige Entwicklungsziele im ‚Zentrum Kreuzberg‘ liegen in den Bereichen Bildung, bewohneradäquate Stadtteilkultur, Gewaltprävention, Kommunikation und Partizipation, Integration von Bewohnern als Querschnitts aufgabe sowie in der Aufgabe der Stärkung lokaler Strukturen in Kooperationen mit Institutionen und starken Partnern.3 QM Wassertorplatz Das QM-Gebiet ‚Wassertorplatz‘ ist rund 32 ha groß und als innerstädtische Großsiedlung West vornehmlich durch sozialen Wohnungsbau bestimmt. Erdgeschosse sind kaum gewerblich genutzt, es sind vereinzelt einige wenige Gewerbestandorte vorhanden. Innerhalb des Untersuchungsgebiets liegt lediglich der östliche Teil des QM-Gebiets mit dem Wassertorplatz und der direkt angrenzenden Bebauung. Priorität haben hier die Entwicklungsziele Steigerung des Sicherheitsniveaus bzw. Steuerung des subjektiven Sicherheitsempfindens, Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die BewohnerInnen, Bereitstellung einer bewohneradäquaten sozialen Infrastruktur.4 QM Mariannenplatz Das QM-Gebiet ‚Mariannenplatz‘ mit einer Größe von 17,9 ha setzt sich zusammen aus der innerstädtischer Großsiedlung West, gebaut im sozialen Wohnungsbau und ca. 30 % innerstädtischem Altbaugebiet. Im Gegensatz zum südlich angrenzenden QM-Gebiet Zentrum Kreuzberg existieren hier nur wenige Gewerbeeinheiten in Erdgeschossen. Die primären Entwicklungsziele für ‚Mariannenplatz‘ sind die Verbesserung der sozialen und ethnischen Integration, Erhöhung der Arbeitsmarktchancen für BewohnerInnen, Bereitstellung von Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie
die Steigerung der Partizipation der Bewohner und Akteure.5 (siehe dazu Tabelle „Quartiersmanagement Vorort-Büros“ im Anhang) Initiative Aktionsräume plus (A+) ab 2010 Als Reaktion auf die Ergebnisse des Monitorings Soziale Stadtentwicklung 2008 und 2009 legte der Berliner Senat im Frühjahr 2010 fünf "Aktionsräume plus" fest. In diesen fünf großen Gebieten zeigt der Entwicklungsindex eine starke räumliche Konzentration der Planungsräume mit „sehr niedrigem Entwicklungsindex“ bezogen auf Faktoren wie Arbeitslosigkeit/ Empfang von Transferleistungen, einseitige soziodemographische Entwicklung, infrastrukturelle/ städtebauliche Defizite. Die Initiative Aktionsräume plus hat generell zum Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der BewohnerInnen zu verbessern. Schwerpunkte sind hierbei, die Bildungschancen speziell bei Kindern und Jugendlichen zu steigern sowie zunehmende gesundheitliche Probleme und Kinderarmut zu reduzieren. Organisatorisches Ziel ist es dabei angesichts der zunehmend komplexen Herausforderungen, ressort- und quartierübergreifend eine stärkere inhaltliche Vernetzung der bestehenden Fördergebiete anzugehen und gleichsam Räume außerhalb dieser Kulissen (Zwischenräume) zu fördern. Es geht darum, Fördermittel verschiedener Ressorts in den "Aktionsräumen plus" zu bündeln und damit auch für angrenzende Kieze und deren Bewohnerinnen und Bewohner neue Möglichkeiten zu erschließen.
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 83 4 vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 85
Abb. 2: Aktionsraum te im Anhang)
Kreuzberg-Nordost (siehe große Kar-
vgl. ebenda S. 87f.
Der Aktionsraum plus Kreuzberg-Nordost erstreckt sich von der Spree bis zum Volkspark Hasenheide und vom Landwehrkanal bis zum neuen Park auf dem Gleisdreieck. Mit rund 118.000 Menschen ist Kreuzberg Nordost der kleinste der fünf Aktionsräume (insgesamt 830.000 Menschen). Neben dem Untersuchungsgebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg und den darin enthaltenen drei QM-Gebieten sowie dem Stadtumbau-West-Gebiet (siehe oben) umfasst A+ Kreuzberg-Nordost ein zweites Gebiet Städtebaulicher Denkmalschutz südlich des Landwehrkanals, drei weitere Fördergebiete der Sozialen Stadt sowie das 2011 festgelegte Sanierungsgebiet Mehringplatz, das ebenfalls über die Programmförderung Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert wird. Leitprogramm für den Aktionsraum plus Kreuzberg Nordost ist die Soziale Stadt/ Quartiersmanagement. (siehe dazu Karte „Gebietskulissen der Städtebauförderung im Aktionsraum plus KreuzbergNordost“ im Anhang) Laufende Projekte finanziert aus der Initiative Aktionsräume plus im Untersuchungsgebiet: Ausbau Bildungsnetzwerk: Campus Marianne in Bethanien Kooperation Schule-Quartier: Musikschule Friedrichshain Kreuzberg-Bandräume in Bethanien Bibliotheken als interkulturelle Stadtteil- und Bildungszentren: Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße/Interkulturelle Familienbibliothek
Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg ab 2005 Zum Erhalt historischer Stadtkerne und innerstädtischer Altbauquartiere initiierten 1991 die damalige Bundesregierung und die neuen Bundesländer das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz. In Berlin waren bis Ende 2008 lediglich Vorhaben in den östlichen Bezirken förderfähig – mit Ausnahme der Luisenstadt in Kreuzberg – , seit 2009 mit der Erweiterung des Programms auf die alten Länder stehen Mittel für gesamt Berlin zur Verfügung.
Abb. 3: Fördergebiete Städtebaulicher Denkmalschutz in Berlin
Das Fördergebiet Luisenstadt, östlich und westlich des DDR-Grenzstreifens gelegen und von diesem besonders schwer gekennzeichnet, wurde 2006 als Modellprojekt komplett in die Förderung Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Die Gebietskulisse erstreckt sich dabei über die Bezirksgrenzen von Mitte und FriedrichshainKreuzberg.
Abb. 4: Fördergebiete Städtebaulicher Denkmalschutz in Friedrichshain-Kreuzberg
Das Untersuchungsgebiet selbst stimmt mit den Grenzen des Fördergebiets Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt im Ortsteil Kreuzberg überein, das sich aus Teilbereichen der Erhaltungsgebiete Luisenstadt, Bethaniendamm und Segitzdamm zusammensetzt. (siehe dazu Karte Gebietskulissen der Städtebauförderung im Anhang) Das Programm zielt dabei in erster Linie auf die städtebauliche Erneuerung historischer Stadtstrukturen und Grundrisse sowie von Bereichen mit hoher Denkmaldichte und hat somit einen stark objektbezogen, baulich-investiven Fokus. Raumprägende Strukturelemente der planmäßigen gründerzeitlichen Stadterweiterung aus dem frühen 19. Jahrhundert sind in der Luisenstadt Kreuzberg der Grünzug auf dem ehemaligen Luisenstädtischen Kanal und die charakteristischen Stadtplätze wie Mariannenplatz, Oranienplatz, Wassertorplatz oder Heinrichplatz. Umfangreiche Denkmalbestände mit häufig stadtbildprägender Bedeutung weist das Gebiet u.a. mit dem ehemaligen BethanienKrankenhaus, der St. Thomas-Kirche und verschiedenen Sozial- und Schulbauten auf. Die Bestimmung von Maßnahmen, die sowohl den Anforderungen der Denkmalpflege und der Gebietsentwicklung gerecht werden als auch den Wünschen der Kreuzberger Bewohner und Akteure entsprechen, stellt eine große Herausforderung dar. Maßgeblich für die erfolgreiche Umsetzung des Programms ist daher eine frühzeitige Einbindung sämtlicher Akteure in einen transparenten Planungs- und Umsetzungsprozess.
Bisherige Projektstandorte im Städtebaulichen Denkmalschutz sind: der Schulstandort der Nürtingen-Grundschule mit Schulgebäude, Freifläche der Schule und des Hortes, das Bethanien mit der Neugestaltung der Freifläche und der Sanierung einzelner Gebäude des Bethaniens, die Volkshochschule Wassertorstraße, der Kindernotdienst und das Haus des Sports an der Gitschiner Straße, der Alfred-Döblin-Platz, der Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal
Aktuelle Vorhaben im Untersuchungsgebiet Sämtliche Maßnahmen aus den Programmen der Städtebauförderung, die aktuell im Untersuchungsgebiet Luisenstadt Kreuzberg durchgeführt werden, sind dem Bericht in einer tabellarischen Übersicht im Anhang sortiert nach Programmjahr und Fördermittel beigefügt. (siehe dazu Karte „Maßnahmenübersicht“ im Anhang)
VI-96a Gelände westlich des Wassertorplatzes zwischen Ritterstraße und Gitschiner Straße sowie Wassertorstraße, Segitzdamm und Bergfriedstraße, WA und Einrichtung für kulturelle und soziale Zwecke (Volkshochschule), Festsetzung 1976 VI-97 Grundstücke Manteuffelstraße 12-14, Wrangelstaße 127, 123-135, WA Zweckbestimmung Altenwohnheim und Einrichtungen für kulturelle und soziale Zwecke, Zweckbestimmung Kita und für die Bezirksverwaltung (in Sporthallengebäude), Festsetzung 1977 VI-101 a Bereich um das NKZ, Kerngebiet, Gewerbegebiet, Flächen für den Gemeinbedarf, Altenwohnheim, Einrichtungen für soziale und kulturelle Zwecke (Bücherei, Mehrzweckhaus, Kulturzentrum), Festsetzung 1973 VI-101 j Gelände zwischen Mariannenplatz, Waldemarstraße, Manteuffelstraße, Naunynstraße und Mariannenplatz, WA, Festsetzung 1974 Im Untersuchungsgebiet selbst laufen keine aktuellen B-Planverfahren. Im Verflechtungsbereich sind aktuell folgende B-Pläne im Verfahren: 2-33 Teilfläche Grundstück Köpenicker Str. 20 Planinhalt: Gehrecht für die Allgemeinheit (Spreeuferweg) Aufstellungsbeschluss bekannt gemacht am 15.07.2011 2-17 BEHALA-Gelände Planinhalt: MI, evtl. Teilflächen MK, Spreeuferweg Aufstellungsbeschluss bekannt gemacht am 07.08.2007 (ruht seitdem)
1.4 Planungssituation
Flächennutzungsplan Nach dem aktuellen Flächennutzungsplan 2009 ist die Nutzungsstruktur der Baublöcke im Untersuchungsgebiet von gemischter Nutzung um das Kottbusser Tor bis an die Oranienstraße sowie im Block westlich Bethanien bis an den ELK und ansonsten von einer Wohnnutzung geprägt. Baunutzungsplan Das Planungsrecht für das INSEK-Gebiet wird vom Baunutzungsplan von 1960 bestimmt. Dieser sieht eine stärkere Differenzierung für die Nutzungen in den Baublöcken der Luisenstadt Kreuzberg vor als im FNP dargestellt. Danach sind z.B. die Baublöcke beiderseits der Oranienstraße als gemischtes Baugebiet eingetragen. Bebauungspläne Im INSEK-Gebiet sind in den 1960 und 1970er Jahren folgende Bebauungspläne festgesetzt worden: VI-56 Manteuffelstr. 23,24 Ecke Muskauer Str.27, öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung Spiel-und Tummelplatz, Festsetzung 1963 VI-69 Waldemarstraße 104 und Manteuffelstraße; Allgemeines Wohngebiet Zweckbestimmung Altenwohnheim, Festsetzung 1972
Erhaltungsverordnungen Im Jahr 1995 wurde für große Teile des alten SO 36 eine Erhaltungsverordnung gem. §172 Abs.1, Satz 1 und 2 erlassen. Das Erhaltungsgebiet ‚Luisenstadt Kreuzberg‘ ist eines der ersten und mit 200 ha das größte in Kreuzberg. Im Jahr 2006 sind auf der Grundlage von Gutachten zur Überprüfung der Voraussetzungen für den Erlass von Erhaltungsverordnungen sowie zu den denkmalpflegerischen und freiraumplanerischen Prämissen für die Bereiche Luisenstadt/ Bethaniendamm und Luisenstadt/ Segitzdamm ergänzende Erhaltungssatzungen erlassen worden. In beiden Gebieten gibt es zahlreiche denkmalgeschützte Einzelbauten, Gebäudeensembles und Freiräume. Insbesondere die Freiräume wurden jedoch häufig nicht ihrer Bedeutung gemäß gesichert, gepflegt oder entwickelt. Dies gilt erst recht für die nicht denkmalgeschützten Bereiche, die zudem seit der Wende einem hohen Veränderungsdruck ausgesetzt sind. Mittels des Instruments der Erhaltungssatzung gem. § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB ist es möglich, sowohl bauliche Anlagen, wie z.B. den Grünzug „Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal“ oder die angegliederten Platzanlagen, als auch die städtebauliche Eigenart der Gebiete zu erhalten. Der Abbruch, die Änderung, die Nutzungsänderung oder die Errichtung baulicher Anlagen bedürfen der behördlichen Genehmigung. Sonstige planerische Konzepte Kottbusser Tor Dem Stadtplanungsamt liegen keine planerischen Konzepte für den Bereich um das NKZ vor. Block 73 Der Bauhof am Bethaniendamm wird aufgegeben. Auf den Grundstücken Bethaniendamm 63, 65 soll im Blockrand ein Kita-Neubau entstehen. Seitens des Stadtplanungsamtes wurde empfohlen, die Kita in einen mehrgeschossigen Neubaukörper zu integrieren, der die Traufhöhe der Altbauten im Block aufnimmt. In den oberen Ge-
schossen könnten z.B. betreute Wohnungen untergebracht werden. Auf dem Gelände des Kinderbauernhofes entstehen demnächst neue Stallgebäude. Aus städtebaulicher Sicht ist die Ausbildung einer klaren Raumkante entlang der Köpenicker Straße und der nördlichen Adalbertstraße langfristig wünschenswert. Block 90 und 91 Auch im Zusammenhang mit der geplanten Entwicklung des nördlich am Spreeufer gelegenen BEHALA-Blocks (Block 91) zu einem mit Wohnen und Gewerbe durchmischten Gebiet sollte der im INSEK-Gebiet liegende Block 90 gleichwertig mit entwickelt werden. Dazu ist die Verlagerung von störenden Gewerbebetrieben im Bereich der Köpenicker Str. erforderlich, die jedoch nur langfristig umsetzbar und z.T. problematisch ist. Aus städtebaulicher Sicht ist die Ausbildung einer klaren Raumkante entlang der Köpenicker Straße und der nördlichen Manteuffelstraße wünschenswert.
2.1 Städtebau 2.1.1.Historische Entwicklung
Historische Luisenstadt Das Fördergebiet Luisenstadt Kreuzberg ist Teil der historischen Luisenstadt, gelegen im Köpenicker Feld, dessen Besiedlung im 13. Jahrhundert begann. Verwaltungstechnisch war die Luisen stadt bis zur Eingemeindung in Groß-Berlin im Jahre 1920 in die zwei amtlichen Stadtteile Luisenstadt diesseits (westlich) und jenseits (östlich) des Luisenstädtischen Kanals gegliedert. Mit der Eingemeindung fielen die gesamte Luisenstadt jenseits des Kanals sowie der südliche Teil der Luisenstadt diesseits des Kanals an den Bezirk Kreuzberg und der nördliche Teil der Luisenstadt diesseits des Kanals an den Bezirk Mitte.6 Die Luisenstadt grenzt unmittelbar an die historische Mitte Berlins. Planmäßige Bebauung Bis Mitte des 19. Jahrhundert war das Territorium vom Obst-, Gemüse- und Getreideanbau bestimmt. Der maßgeblich von P. J. Lenné geprägte Bebauungsplan von 1842 für das Köpenicker Feld hatte das Ziel “Unregelmäßigkeiten in der Bebauung vorzubeugen“. Einerseits sollten durch den Bebauungsplan die private Bautätigkeit forciert und günstige Ansiedlungsbedingungen für die Industrie geschaffen werden. Andererseits sollten soziale Ziele, wie Räume für die Naherholung mittels einer differenzierten Gestaltung des öffentlichen Raumes durchgesetzt und die Gleichförmigkeit der Bebauung aufgelockert werden. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden zwei wichtige Transportwege, die stadträumlich prägend sind, angelegt: Ab 1845 begann der Bau des Landwehrkanals und von 1848-1852 entstand der Luisenstädtische Kanal als Verbindung zur Spree mit seinen beiden Hafenbecken und einem Marktplatz, dem Oranienplatz. 18451847 entstand das Bethanienkrankenhaus.
Die Kreuzberger Mischung entsteht Ab 1860 setzte im Gebiet eine rege Bautätigkeit ein, die sich ab 1875 mit der Umsetzung des Hobrecht‘schen Fluchtlinienplanes weiter verstärkte. Anstelle der bislang max. 3- bis 4geschossigen Wohnhäuser entstanden 4- bis 5geschossige Mietshäuser mit Läden im Hochparterre und Souterrain sowie mit mehrgeschossigen Fabrikbauten in den Hinterhöfen. In der Luisenstadt Kreuzberg entstanden so Ausgangs des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20.Jahrhunderts mehrere Gewerbehöfe, die inzwischen unter Denkmalschutz stehen. Mit der Neuansiedlung von Fabriken und der Ausweitung des Handels entstand eine verstärkte Nachfrage an erschwinglichen Kleinwohnungen für die Arbeitskräfte. Die bestehende Baustruktur wurde verdichtet, Gebäude wurden umgenutzt sowie Garten- und Hofflächen bebaut. 1910 hatte die Luisenstadt ihre höchste Bebauungsdichte erreicht.7 Vom Wasserweg zum Grünzug In den Jahren 1925/ 26 wurde damit begonnen, den Luisenstädtischen Kanal wegen technischer Mängel beim Abfluss und aufgrund seiner zunehmend geringen Bedeutung für den Transport zuzuschütten und zu einem tiefer gelegenen Grünzug umzugestalten.8 Die ursprünglichen Pläne zur Neugestaltung des ehemaligen Schifffahrtskanals in eine Grünanlage gingen auf Planungen von L. Kloss und W. Barth zurück. Verkehrs-und bautechnische Probleme sowie Geldmangel führten dazu, dass der Grünzug erst Pfingsten 1932 offiziell der Öffentlichkeit übergeben wurde, ohne dass alle Abschnitte und Plätze bereits ihre endgültige Gestalt hatten.9
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Luisenstadt
vgl. Christiane Bascón-Borgelt u.a., In der Luisenstadt. Studien zur Stadtgeschichte , IBA, Berlin 1977 8 vgl. TOPOS/ Bergande, Oranienplatz und Luisenstädtischer Kanal. Gartendenkmalpflegerisches Gutachten, Berlin 2005 9 vgl. Klaus Duntze, Der Luisenstädtische Kanal, Berlin 2011
Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg – Die aufgelockerte Stadt Beginnend mit dem Wiederaufbau in den 1950er Jahren und im Zuge einer geplanten Autobahnführung ist in den 1960er Jahren die gründerzeitliche Bebauungsstruktur um das Kottbusser Tor durch vielgeschossige Neubauten überformt worden. Die Neubauten folgten dem städtebaulichen Leitbild der aufgelockerten Stadt, in der auch Wohnen und Gewerbe entflochten sind. Nach Beendigung der Wiederaufbauphase, die sich vor allem auf Kriegsbrachen konzentrierte, wurde ein neues Betätigungsfeld für die Berliner Bauwirtschaft gesucht. Die Berliner Gründerzeitgebiete gerieten dafür in den Fokus.
liegende, alte Innenstadt orientierte und dem Bild der aufgelockerten Stadt folgen sollte. Die schadhafte Bausubstanz mit mangelhafter Ausstattung und die ungeordnete Mischbebauung waren weitere Sanierungsgründe. “(…) auch der Stadtbezirk Kreuzberg (ist) auf dem Wege, die Sünden seiner Väter zu revidieren und die Kriegswunden zu heilen.“ (Bezirksamt Kreuzberg, 1965)10 Am Kottbusser Tor wurde die nördliche Altbebauung abgerissen und bis 1974 mit einem maßstabsprengenden Großkomplex, dem Neuen Kreuzberger Zentrum, bebaut. Im Zuge dieser, den Sanierungszielen entsprechenden Maßnahme, wurde die Dresdener Straße, die die älteste Kreuzberg durchquerende Straße war, abgeriegelt. Desgleichen wurde die historische Bebauung westlich und südlich des Wassertorplatzes durch Großstrukturen für soziale Wohnungsbauten überformt. Kritik an der Sanierungspolitik Die ‚Sanierung‘ am Kottbusser Tor gilt als Zeichen für eine verfehlte Stadtentwicklungspolitik und als Auslöser für die Kreuzberger Bewohnerproteste. Während der KahlschlagSanierungen am ‚Kotti‘ und um den Wassertorplatz verblieben die übrigen Baugebiete im Stand der Sanierungserwartung. Dies bedeutete unterlassene Instandhaltungen, gezielter Verfall, Wegzug verunsicherter Bewohner bei Verbleib sozial Schwächerer sowie hohe Fluktuation und zunehmender Leerstand mit der Aussicht auf den letztendlichen Abriss der Gebäude. In zunehmendem Maße widersprachen die Bewohnerinnen und Bewohner auf Erörterungsveranstaltungen, die vom neuen Städtebauförderungsgesetz von 1971 vorgeschrieben wurden, den Abriss-/ Neubaukonzepten und der Negierung der gewachsenen Stadtstruktur. Fanden diese Bedenken und aufkeimenden Proteste lange Zeit jedoch keine Beachtung, so gelang es dennoch, größere Teile der Ensembles im Bereich
Abb. 5: Autobahnplanung - Strukturplan der Bauverwaltung
(Ausschnitt), 1969
Stadterneuerungsprogramm und KahlschlagSanierung Mit dem Mauerbau 1961 war Kreuzberg zu einem Randgebiet und mit der Sanierungspolitik zunehmend zum Wohnort für Zuwanderer, Aussteiger und Studenten geworden. Mit dem ersten Stadterneuerungsprogramm West-Berlins wurde 1963 das Sanierungsgebiet “KreuzbergKottbusser Tor“ förmlich festlegt. Es war mit 107 ha das zweitgrößte Sanierungsgebiet in Berlin. Ziel der Sanierung war eine Neuordnung des Gebiets, die sich an dem AutobahnTangentensystem um die historische, im Ostteil
Martin Düspohl u.a., Roter Faden. Zur Geschichte des Sanierungsgebietes Kottbusser Tor, Berlin 2003
Admiralstraße/ Fraenkelufer durch Instandbesetzung vor dem Abriss zu bewahren.
Zunehmend begann sich der Protest gegen eine seelenlose und unsoziale Sanierungspolitik, der sowohl Deutschlandweit als auch international für Aufmerksamkeit sorgte, zu organisieren. Von Seiten des Berliner Senats wurde 1978 die Internationale Bauausstellung Berlin GmbH (IBA) unter Leitung von Prof. Hardt-Waltherr Hämer gegründet, mit der die Kurskorrektur in der Berliner Sanierungspolitik eingeleitet wurde.
Behutsame Stadterneuerung Im Zuge der Arbeit der IBA entstanden im engen Dialog mit Initiativen und Hausbesetzern die Leitlinien für die Sanierung in Kreuzberg. Die Sanierung sollte sich nach den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Wünschen der von der Sanierung Betroffenen richten, die Kreuzberger Mischung bewohner- und nutzerorientiert erneuert werden und der Sanierungsprozess im Konsens erfolgen. Die zwölf Grundsätze der behutsamen Stadterneuerung wurden verpflichtend für Wohnungsbaugesellschaften und Treuhänderische Sanierungsträger. Sanierung bedeutete jetzt Instandsetzung und Modernisierung.
Abb. 6: Protest gegen Kahlschlagsanierung im SO 36
Beginnend in der Mitte der 1970er Jahre wurde auch seitens der Berliner Senatsverwaltung schrittweise Abstand von den bislang verfolgten Zielen der Sanierung genommen. So wurden bei den Blöcken um das Bethanien entweder die Blockrandbebauung bei vollständiger Entkernung der Blockinnenbereiche beibehalten oder durch Neubauten ersetzt. Parallel verfolgten die als Sanierungsträger eingesetzten Wohnungsbaugesellschaften jedoch weiter eine Praxis des beschleunigten Häuserverfalls durch unterlassene Instandsetzungen und den zielgerichteten Leerzug von Wohnhäusern und Gewerbebauten. In einer Situation, die von Wohnungsmangel und steigenden Mietpreisen bestimmt war, führte das zum Erstarken der Hausbesetzerbewegung.
Wortlaut der 12 Grundsätze zur behutsamen Stadterneuerung11 Die Erneuerung muß mit den jetzigen Bewohnern und Gewerbetreibenden geplant und – substanzerhaltend – realisiert werden. Planer sollen mit Bewohnern und Gewerbetreibenden in den Zielen der Erneuerungsmaßnahmen übereinstimmen, technische und soziale Planungen Hand in Hand gehen. Die Eigenart Kreuzbergs soll erhalten, Vertrauen und Zuversicht in den gefährdeten Stadtteilen müssen wieder geweckt werden. Substanzbedrohende Schäden an Häusern sind sofort zu beseitigen.
http://de.wikipedia.org/wiki/12_Grunds%C3%A4tze_der_S tadterneuerung
Behutsame Änderung von Grundrissen soll auch neue Wohnformen möglich machen. Die Erneuerung von Wohnungen und Häusern soll stufenweise geschehen und allmählich ergänzt werden. Die bauliche Situation soll durch wenige Abrisse, Begrünung im Blockinneren, Gestaltung von Fassaden verbessert werden. Öffentliche Einrichtungen sowie Straßen, Plätze und Grünbereiche müssen bedarfsgerecht erneuert und ergänzt werden. Beteiligungsrechte und materielle Rechte der Betroffenen bei der Sozialplanung müssen geregelt werden. Entscheidungen für die Stadterneuerung müssen offen gefunden und möglichst am Ort diskutiert werden. Die Betroffenenvertretung ist zu stärken. Stadterneuerung, die Vertrauen erzeugt, braucht feste Finanzzusagen. Das Geld muß schnell und auf den Fall bezogen ausgegeben werden können. Es sind neue Formen der Trägerschaft zu entwickeln. Treuhänderische Sanierungsträgeraufgaben (Dienstleistungen) und Baumaßnahmen sollen getrennt werden. Die Stadterneuerung nach diesem Konzept muß über die Zeit der IBA hinaus gesichert sein
Begleitet von einer Erneuerungskommission und von in der Instandbesetzung erfahrenen Initiativen sowie aufgrund zahlreicher Erörterungsveranstaltungen, Mieterbefragungen und Abstimmungen über Planungen wurden grundstücksweise die Baumaßnahmen bestimmt. Die Instandsetzung und Modernisierung der Wohnungen erfolgte häufig in baulicher Selbsthilfe durch die Bewohner. Die Firma STATTBAU wurde in diesem Kontext als Treuhänder des Landes Berlin gegründet, auch mit dem Auftrag, die ehemals besetzten Häuser vorrangig im Block 103 in Eigentum der BewohnerInnen zu überführen. Als Resultat wurde die Bewohnergenossenschaft Luisenstadt eG gegründet.
Abb. 7: Modellprojekt Block 103
Neben dem Erhalt und der bedarfsgerechten Sanierung der vorhandenen Wohnsubstanz wurde auch dem Exodus gewerblicher Flächen entgegengewirkt und die bekannte ‚Kreuzberger Mischung‘ beibehalten. Ökologische Modellprojekte wie im Block 103 zur Energiegewinnung, zum Brauchwasserrecycling und zu einer umweltfreundlichen Abfallwirtschaft entstanden ebenso im Zuge der Sanierung wie auch architektonisch bemerkenswerte Neubauten, wie z.B. das ‚Wohnregal‘ in der Admiralstraße.
Entwicklungen heute Im Jahre 2002 wurde das Sanierungsgebiet „Kreuzberg – Kottbusser Tor“ aufgehoben. In der Luisenstadt Kreuzberg ist ein breites Spektrum des Bauens und Wohnens aus allen Sanierungsphasen vertreten. Es ist aber auch erkennbar, dass noch und bereits wieder Erneuerungsbedarf besteht. Die Tradition einer umfangreichen, intensiven und auch kontroversen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern an den Planungsprozessen hat sich über die Jahre erhalten und findet sich in den zahlreichen im Gebiet ansässigen Initiativen und Organisationen wieder.
Grundstücke wurden Vorgärten festgelegt. Der Raum um den Kanal sollte als Erholungsfläche dienen.
Abb. 8: Oranienplatz und Brücke um 1900
2.1.2 Baulich-räumliche Struktur 12, 13, 14
(siehe dazu Karte „Verschneidung: Historische Karte von 1910 und heutiger Bestand“ im Anhang) Die Luisenstadt Kreuzberg ist eine der ältesten, in ihrer Grundstruktur weitgehend erhaltenen Stadterweiterungen der Gründerzeit in Berlin. Seinen Bauboom erlebte das Gebiet in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Bau des Landwehr- und des Luisenstädtischen Kanals entstanden 1845-1852 zwei wichtige Wasserwege, die dem Transport von massenhaft benötigten Baumaterialien und Rohstoffen für die sich ansiedelnde Industrie dienten. Der Luisenstädtische Kanal mit seinen beiden Hafenbecken (Wassertor- und Engelbecken) und dem Oranienplatz als Marktplatz im Schnittpunkt von Kanal und Oranienstraße bildete die stadträumliche Grundstruktur und wurde wesentliches stadträumliches Gestaltungselement. Beiderseits des Kanals entstanden großzügige, als Alleen ausgestaltete Uferstraßen, und für die anliegenden
vgl. Christiane Boscón-Borgelt u.a, In der Luisenstadt. Studien zur Stadtgeschichte von Berlin-Kreuzberg, Berlin 1983 13 vgl. TOPOS, Gutachten zum Erlass einer Erhaltungsverordnung. Luisenstadt/ Bethaniendamm, LuIsenstadt/ Segitzdamm , Berlin 2006 14 vgl. Martin Düspohl u.a., „Roter Faden“ Zur Geschichte des Sanierungsgebietes Kottbusser Tor, Berlin 2003
Das Bethanienkrankenhaus, entstanden 1848, war noch bis 1855 der einzige Gebäudekomplex der Gegend, weiträumig umgeben von Feldern und dem 1853 angelegten Mariannenplatz. Durch das Zusammenspiel von Hobrecht’schem Fluchtlinienplan, der 1875 als Fluchtliniengesetz rechtsverbindlich, und in welchem Straßen und Plätze definiert wurden, und der Bauordnung von 1853, die eine allgemeine Baufreiheit gewährte, wurde die Grundstücksausnutzung lediglich durch die Bestimmungen der Feuersicherheit beschränkt. Daraus ergaben sich für Grundstücke mit einer Tiefe ab 31,40 m, die mit Hintergebäuden bebaut waren, Durchfahrthöhen von 2,81 m für den Transport der Löschgeräte und 28,52 m² große Höfe, was dem Wenderadius einer Feuerlöschpumpe entsprach. Die Gebäudehöhen durften maximal der Straßenbreite entsprechen. Für die Wohnungen galten 2,51 m Geschosshöhe als ausreichend, und Kellerräume durften dann als Wohnungen vermietet werden, wenn deren Geschossdecke einen Meter über Terrain lagen. Mit den neuen Bauordnungen von 1887 und 1897 reagierte der Preußische Staat –entgegen der Haltung des Magistrats von Berlin -auf massive Kritik gegen die gesundheitsgefährdenden Wohnverhältnisse in den Mietskasernen und sorgte für eine relative Verbesserung bei der Ausstattung und den Belichtungs- und Belüftungsverhältnissen der Wohnungen. Neben Wohnhäusern entstanden
auch kommunale Bauten wie die Schule in der Wassertorstraße, die sich mit ihren roten Ziegeln in den Blockrand einfügte. 1886 begann gegen den Protest von Grundstücksbesitzern und Bewohnern der Bau der Hochbahn vom Schlesischen bis zum Halleschen Tor auf der Trasse der neuen, mit Bäumen bepflanzten Gürtelpromenade, die dem Verlauf der alten Stadtmauer folgend angelegt worden war. Mit der Eröffnung der Hochbahnstrecke 1902 verlor die als repräsentativer Boulevard gestaltete Skalitzer Straße an Wohn- und Gestaltwert. Zudem wurde durch die Hochbahn der Stadtraum um den Wassertorplatz zerschnitten und die Nord-Süd-Achse des Luisenstädtischen Kanals unterbrochen. Mit der Zunahme des Straßenverkehrs wurde die Barrierewirkung verstärkt.
der U-Bahn (heute U8) zwischen Neukölln und Gesundbrunnen auf einen Meter oberhalb des alten Wasserstands zu verfüllen. Der Kanal hatte seine Bedeutung als Transportweg verloren und begann aufgrund geringen Gefälles zu verschlammen. Unter der Leitung von Erwin Barth entstand ein Grünzug mit einer Abfolge von 'Schmuck-, Lehr- und Spielgärten', der erst 1932 der Öffentlichkeit übergeben worden ist.15
Abb. 10: Planung Grünzug Luisenstädtischer Kanal, Erwin Barth 1929
Abb. 9: Wassertorplatz mit Hochbahntrasse und Straßenbahn um 1901
Mit zunehmender Bevölkerungsdichte wurde das öffentliche Schulwesen durch Schulneubauten in der Luisenstadt erweitert. Ein zweites Gymnasium entstand am Mariannenplatz, und auf einem gärtnerisch genutzten Grundstück in der Mariannenstraße wurde eine Realschule gebaut. Ab den 1880er Jahren veränderte sich auch das öffentliche Leben auf den Straßen. Aus hygienischen Gründen wurden für öffentliche Märkte, wie den Oranienplatz, überdachte Markthallen gebaut. 1926 wurde der Beschluss gefasst, den Luisenstädtischen Kanal mit dem Aushub des Neubaus
Mit dem Bau des nördlichen Abschnittes der damaligen U-Bahnlinie D (heute U8) 1913-1917, der ursprünglich unterhalb der Dresdener Straße vom heutigen U-Bahnhof Heinrich-Heine Straße (früher Neanderstraße) zum Kottbusser Tor verlaufen sollte, entstand der U-Bahnhof Dresdener Straße16 am Oranienplatz. Der 1. Weltkrieg führte dazu, dass der Bahnhof erst 1921 und lediglich im Rohbau fertiggestellt wurde. Im Zuge des Weiterbaus der U-Bahnlinie ab 1927 entschied die Stadt Berlin, dass die Linienführung verändert und über den Moritzplatz geführt wurde. Der bereits fertiggestellte Streckenabschnitt zum Oranienplatz wurde nicht mehr benötigt und der Bahnhofsrohbau von der BEWAG als Schalterstation genutzt. Der Tunnelstutzen wurde von der BVG als Abstelllager und später zum Luftschutzbunker umgenutzt. Nicht belegt ist die Vermutung, dass diese veränderte Linienführung auf eine Intervention des Wertheim-Konzerns bei Beteiligung an den Baukosten zurückzuführen ist,
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Städtebaulicher Rahmenplan Berlin-Mitte/ Friedrichshain-Kreuzberg – Luisenstadt , Berlin 2010 16 vgl. Klaus Duntze, Der Luisenstädtische Kanal , Berlin 2011
der für seinen Kaufhausstandort am Moritzplatz einen direkten U-Bahnanschluss wünschte.1718 Im Laufe der Kriegsjahre veränderte sich das Produktionsprofil der Luisenstädtischen Industriebetriebe hin zur Rüstungsproduktion. In deren Folge war das Gebiet verstärkt Bombenangriffen ausgesetzt. In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 wurden durch verheerende Luftangriffe etwa 42 % des Kreuzberger Wohnungsbestandes zerstört. Bis zum Jahr 1950 beschränkte sich die Bautätigkeit vorwiegend auf die Trümmerbeseitigung und die Reparatur kriegsbeschädigter Häuser. Mithilfe des Marshall-Plans kam dann langsam die Neubautätigkeit in Gang. Das städtebauliche Leitbild für den Wiederaufbau ab den 1950er Jahren war das von ‚Mehr Licht und Luft‘ in einer ‚Aufgelockerten Stadt‘. Durch die Teilung Berlins und den Mauerbau ist die Kreuzberger Luisenstadt Teil des Stadtrandbezirks Kreuzberg geworden. Mit dem ersten Stadterneuerungsprogramm, der Konzipierung einer Tangentenautobahn und der Festlegung des Sanierungsgebiets „Kottbusser Tor“, zu dem die Kreuzberger Luisenstadt gehörte, entstanden in den 1960er bis hinein in die 1970er Jahre Hochhauskomplexe des sozialen Wohnungsbaus, die die historischen Stadtstrukturen z.T. vollständig überformten und den Maßstab der ursprünglichen Bebauung sprengten. Bis in die 1980er Jahre bedeutete Sanierung flächenhafter Abriss und Neubebauung. Infolge zunehmenden und organisierten Protests wandelte sich das Leitbild schrittweise über den Erhalt der Blockrandbebauung bei vollständiger Entkernung hin zur behutsamen Stadterneuerung, die das Bewahren historischer Stadtstrukturen ohne Verdrängung von Bewohnern und Nutzern zum Ziel hatte. Das Stadtbild der Kreuzberger Luisenstadt wird heute noch geprägt von den dichten Bebauungsstrukturen, Straßenräumen und Platzfolgen des
19. Jahrhunderts, die den urbanen Charakter unterstreichen. Vor allem in den markanten Stadträumen um den Ehemaligen Luisenstädtischen Kanal, den Mariannenplatz und den Oranienplatz ist dies erlebbar und gibt dem Gebiet seine positive Identität. In vielen Baublöcken findet man auch noch das kleinteilige Nebeneinander von Gewerbe und Wohnen - die Kreuzberger Mischung. Teilräumlich wird dieses Bild zwar durch großformatige Neubaustrukturen wie um den ‚Kotti‘, den Wassertorplatz und im nördlichen Bereich der Mariannenstraße und die in mehrfacher Weise als Barriere wirkende Skalitzer Straße gestört, jedoch wird der relativ homogene Charakter des Gebietes dadurch nicht im Ganzen verletzt. Weitere Nutzungskonflikte und Gestaltungsmängel sind: Fehlende Raumkanten am Bethaniendamm, Köpenicker Straße und Skalitzer Straße
Unterbrechungen im Verlauf des ELK durch abschirmende Vegetation, BVGWartehallen und mangelhaft gestaltete Übergänge im Bereich Oranienplatz, Ritterstraße/ Reichenberger Straße, Verkehrsgarten am Wassertorplatz, Skalitzer Straße und im Einmündungsbereich Böcklerstraße. Die Einheit von Luisenstadt Mitte und Luisenstadt Kreuzberg soll wieder deutlich erlebbar werden. Noch vorhandene Indizien für den Verlauf der Mauer, wie z.B. die Anordnung von Straßenlaternen in den Vorgärten, sollen in Zukunft erhalten bleiben.
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Oranienplatz vgl. http://berliner-unterwelten.de/die-blinden-tunnelberlins.323.0.html
2.1.3 Denkmale
Die Luisenstadt als zweite planmäßige Stadterweiterung Berlins im 19. Jahrhundert weist trotz ihrer starken Zerstörung durch den Luftangriff vom 3. Februar 1945 eine hohe Denkmaldichte auf. Im Fördergebiet gibt es zwei Gartendenkmale, den Ehemaligen Luisenstädtischer Kanal und den Mariannenplatz. Der Luisenstädtische Grünzug, der von 1848 bis 1852 als schiffbarer Verbindungskanal zwischen Spree und Landwehrkanal entstand und ab 1926 bis 1932 in eine Grünanlage verwandelt wurde, bildet die Hauptachse des Gebiets. Gemeinsam mit dem in paralleler Linie angelegten Mariannenplatz strukturiert und prägt er die stadträumliche Gestalt des Gebiets.
und Gewerbebauten sowie Gebäude der öffentlichen Infrastruktur. Weitere Ensembles befinden sich am Erkelenzdamm, der Prinzessinnenstraße, der Muskauer Straße sowie der Naunynstraße. Außer den Denkmalbereichen mit Ensembleschutz befinden sich im Untersuchungsgebiet eine Reihe herausragender z.T. überbezirklich bekannter Denkmalbereiche mit geschützten Gesamtanlagen. Hierzu zählt u.a. die Gesamtanlage des ehemaligen Diakonissenkrankenhauses Bethanien mit Kapelle und Wohnhäusern, dem Feierabendhaus, dem Martha-Maria-Heim und den Seminar- und Wohngebäuden in der Adalbertstraße, Bethaniendamm und Waldemarstraße. Ein weitererer Standort sind die Gebäude der ehemaligen Gasanstalt in der Gitschiner Straße 48, welche den Kindernotdienst und das Haus des Sports beherbergen.
Abb. 11: Grünzug Luisenstädtischer Kanal mit Waldemarbrücke
Die historische Wohnbebauung entlang der Straßen und Plätze erfolgte im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts. Obwohl die meisten Blöcke in ihrer ursprünglichen Bebauung nicht mehr intakt sind und nach dem 2. Weltkrieg ergänzt wurden, existiert entlang der Oranienstraße – ausgehend von der westlichen Seite des Oranienplatzes bis zur östlichen Flanke des Heinrichplatzes und der Adalbertstraße, zwischen Oranienstraße und nördlich der Waldemarstraße ein großflächiger zusammenhängender Denkmalbereich mit verschiedenen Ensembles aus historischen Wohn-
Die historische Hochbahnanlage (ehemalige Stammbahn) entlang der Skalitzer Straße / Gitschiner Straße, welche zwischen Oberbaumbrücke und Dennewitzstraße verläuft, kreuzt das Gebiet in Ost-West-Richtung. Diese geschützte und prägnante Gesamtanlage bildet jedoch auch eine räumliche Barriere zwischen den nördlich und südlich angrenzenden Blöcken und Freiflächenstrukturen. Besonders deutlich wird dies auf Höhe des Luisenstädtschen Grünzugs, dessen Wirkung als zusammenhängende Grünverbindung über die Skalitzer Straße hinaus nur schwer erlebbar ist.
Weitere wichtige Baudenkmale im Gebiet sind unter anderem die St.-Thomas-Kirche als nördlicher Abschluss des Mariannenplatzes, das Gebäude und Gelände der Nürtingen-Grundschule oder das Gebäude der Volkshochschule Kreuzberg in der Wassertorstraße 4.19 (siehe dazu Karte „Denkmale“ im Anhang)
Abb. 13: Künstlerhaus Bethanien und Mariannenplatz
vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Denkmalkarte Berlin, http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp
2.1.4 Grün- und Freiflächenstruktur
Die Luisenstadt Kreuzberg ist gekennzeichnet durch eine markante Platz- und Freiraumstruktur, welche mit dem orthogonalen und sternförmigen Straßenraster auf ein attraktives Grundgerüst aufbaut. Insbesondere die beiden denkmalgeschützten Grünachsen Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal und Mariannenplatz geben der Luisenstadt Kreuzberg die besondere räumliche Gliederung des Untersuchungsgebiets. Identitätsstiftende Plätze für das Gebiet sind der Oranienplatz in der Mitte des Ehm. Luisenstädtischen Kanals sowie der kleinere Heinrichplatz und die Naunynstraße mit Platzerweiterung. Die beiden Letztgenannten liegen dabei beide an den sternförmig abgehenden Straßen des Oranienplatzes.
Eingeschränkt wird die vernetzende Wirkung jedoch durch den fehlenden Anschluss bzw. die Fortführung am Spreeufer und die Unterbrechung des Grünzugs am Wassertorplatz durch den eingezäunten Verkehrsübungsplatz und die Skalitzer Straße. Im Bereich Segitzdamm, Erkelenzdamm, Wassertorplatz und südlich der Böcklerstraße besteht umfangreicher Gestaltungs- und Pflegebedarf. Gleichsam bedarf es einer Qualifizierung der Wegeführung und des Radwegeangebots im Abschnitt Böcklerstraße und Uferbereich des Landwehrkanals.
Abb. 15: Luisenstädtischer Grünzug mit Uferbereich am Landwehrkanal
Abb. 14: Oranienplatz in Richtung Dresdener Straße nach Südosten
Zwar weist das Untersuchungsgebiet eine sehr hohe Baudichte und eine eher geringe Freiflächenversorgung auf, mit dem Mariannenplatz und dem Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal verfügt es aber über zwei große lineare Freiraumbereiche, die für das Gebiet städtebaulich prägend und historisch wertvoll sind. Diese beiden Gartendenkmäler bilden neben der Gesamtanlage des Bethaniens den Schwerpunkt des Städtebaulichen Denkmalschutzes in der Freiflächengestaltung. Insbesondere der Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal bietet eine freiräumliche Verbindung von Spree und Landwehrkanal, welche die quantitativen Defizite teilweise kompensiert.
Zur Schaffung neuer Frei- bzw. Grünräume wurden dichte gründerzeitliche Blockstrukturen, die nicht den zeitgemäßen Anforderungen nach Licht, Luft, Sonne und Grün entsprechen, im Inneren entkernt. Weitere öffentliche Frei- bzw. Spielflächen im Gebiet konnten durch die Öffnung der Hortfreiflächen und Schulhöfe der beiden Ganztagsschulen Nürtingen-GS und E.O.-Plauen-GS für die Bevölkerung außerhalb der schulischen Nutzung angeboten werden. (siehe dazu Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang)
Spielplätze Die Spielplatzsituation im Gebiet ist aufgrund der baulichen Dichte eher schlecht. Betrachtet man die Spielplatzfläche (Netto) je Einwohner (Gesamt) bezogen auf die einzelnen Planungsräume bei einem Richtwert von 1m² pro Einwohner, lässt sich das Untersuchungsgebiet flächenmäßig in etwa gleichrangig in die drei Versorgungsstufen 1-3 einteilen, die dabei ein West-Ost-Gefälle bilden. Dabei bildet Stufe 1 mit weniger als 0,1 Spielplatzfläche je Einwohner die schlechteste Stufe. Diese ist im Osten des Untersuchungsgebiets sowie rund um den Nördlichen Wassertorplatz vorhanden. Stufe 2 mit einem Wert von 0,1 bis unter 0,25 Spielplatzfläche je Einwohner liegt mittig im Gebiet entlang der Blöcke am Mariannenplatz, Stufe 3 mit Werten zwischen 0,25 bis 0,4 gliedert den Westen des Untersuchungsgebiets.20 Insgesamt sind 17 Spielplätze und zwei Bolzplätze im Untersuchungsgebiet vorhanden, die sich in Nord-Süd-Richtung im Grünzug Luisenstädtischer Kanal sowie auf einzelne Standorte in der Adalbertstraße, Wrangelstraße, Mariannenstraße, Naunynstraße sowie in der Grünanlage des Bethaniens verteilen. Jedoch gibt es an einigen Standorten einen hohen Optimierungs- und Instandsetzungsbedarf.
Im Bereich Luisenstädtischer Grünzug ist neben einer Instandsetzung und Modernisierung auch die Standortverlagerung der Spielfläche am südlichen Wassertorplatz innerhalb der Anlage gemäß den Bedarfen der Zielgruppen empfehlenswert. (siehe dazu Tabelle „Spielplätze“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang)
2.1.5 Funktions- und Nutzungsstruktur
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Luisenstadt eine der unmittelbar vor der Stadt Berlin gelegenen, ländlichen Vorstädte, die erst nach 1808 zum Gemeindeverband zählte. Landwirtschaftliche Flächen und nur einzelne Bauten prägten das Bild. Vor allem Gärtnereien, Felder, Äcker und Obstanbauflächen waren hier angesiedelt. Große Teile der Flächen lagen jedoch brach, da der Boden von der nahegelegenen Spree überfeuchtet war. Mit der weiteren industriellen Entwicklung Berlins im 19. Jahrhundert entstand zunehmend der Bedarf an Bauflächen sowohl für Industrie und Gewerbe als auch für den Wohnungsbau. Das damalige Köpenicker Feld bot aufgrund seiner Lage an der Spree hervorragende Bedingungen für den Transport von Rohstoffen und Baumaterialien sowie für die Entnahme von Brauchwasser. Zudem waren hier billige und häufig gut qualifizierte Arbeiter und Handwerker anzutreffen, die nach Berlin gekommen waren, um Arbeit zu finden. Bereits 1835 war die Zahl der in der Luisenstadt ansässigen Gewerbetreibenden höher als die der Ackerbürger. Waren es anfangs Betriebe aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, so siedelten sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Luisenstadt Metall verarbeitende und Maschinenfabriken sowie Druckereien und Papierfabriken an. Für die wachsende Arbeiterzahl wurden in der Nähe der Fabriken Wohnungen gebaut, da noch kein preiswerter öffentlicher Nahverkehr etabliert war. Von Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang 20. Jahrhundert entstanden in der Luisenstadt über das ganze Territorium
Abb. 16: Spielplatz Südlicher Wassertorplatz im Luisenstädtischen Grünzug,
vgl. Karte Spielplatzversorgung- öffentlich, senatsverwaltung für Stadtentwicklung, http://fbinter.stadtberlin.de/fb/gisbroker.do; jsessionid=586DE28E04110474831923030A1E9D18?cmd=m ap_start
verteilt eine Vielzahl mehrgeschossiger Gewerbehöfe. Zu den größeren,21 in der Luisenstadt Kreuzberg gelegenen und heute noch gewerblich von Industrie-und Handwerksbetrieben, aber auch als Büros genutzten, zählen: Engelbeckenhof, Erkelenzdamm 13, erbaut 1903/1904 Backsteínfabrik ,Waldemarstr. 33 A, 37 A, erbaut 1895 Oranienhof, Oranienstraße 183, erbaut 1906/1907 Industriehof, Oranienstraße 6, erbaut 1897/ Umbau 1929, Wiege der Computertechnologie (Konrad Zuse) Wikinghof, Erkelenzdamm 11-13, erbaut 1899 Allen diesen Gewerbehöfen ist gemeinsam, dass sich an der Straße ein Wohnhaus mit großer Tordurchfahrt und zumeist darüber stehendem Namen des Hofes befindet. Die in der Regel 5geschossigen Gewerbebauten gruppieren sich in der Grundstückstiefe um 2-3 Höfe herum. Aufgrund ihres baugeschichtlichen Wertes und ihrer architektonischen Qualität stehen die Gewerbehöfe unter Denkmalschutz. Die enge räumliche Nachbarschaft von Wohnen und Arbeiten, bekannt als ‚Kreuzberger Mischung‘, ist heute noch in der Luisenstadt anzutreffen, wobei sich die Gewerbestruktur im Laufe der Zeit erheblich gewandelt hat. Problematischer Nebeneffekt der kleinteiligen Nutzungsmischung ist eine punktuelle nachbarschaftliche Beeinträchtigung der Wohnnutzungen durch gewerbliche Emissionen, insbesondere Lärm. Die Luisenstadt Kreuzberg gehört zum imageprägenden Stadtteil Kreuzbergs. Hochbahn, 'Kotti', die Oranienstraße mit einer Vielzahl unterschiedlichster Ladengeschäfte sowie kulturellen ‚Institutionen‘ und das Künstlerhaus Bethanien sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Abb. 17: Straßenszene am Heinrichplatz
Die Luisenstadt Kreuzberg ist Wohn-und Arbeitsort, Einkaufsgegend, Kulturmagnet und Reiseziel. Sie ist ein Stadtteil mit gewachsener, lebendiger Urbanität, die den Ansprüchen unterschiedlichsten Gruppen gerecht wird.
2.1.6 Straßenraum, Verkehr und Mobilität
Straßennetz Das heutige Straßennetz entspricht im Wesentlichen dem historischen Straßennetz vor dem 2. Weltkrieg. Die Bedeutung einiger Straßen hat sich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt oder ist gar verloren gegangen. Dennoch ist festzustellen, dass weniger die Zäsur durch den Mauerbau, als vielmehr die städtebaulichen Leitbilder der Nachkriegszeit die heute bestehenden Brüche im Straßengefüge verursacht haben. Mit dem Bau von Zeilen, Großblöcken und Punkthochhäusern waren stets auch deutliche Veränderungen im Straßennetz verbunden.
vgl. http://berliner-hoefe.de/
Die in Ostwestrichtung führende Oranienstraße ist nach wie vor eine Hauptverkehrsstraße, auf der täglich 25.000 KfZ fahren. Die Skalitzer Straße, an der Südgrenze des Gebiets verlaufend, ist eine Hauptverkehrsstraße der Stufe II (B 179) mit einer Verkehrsbelastung von 50.00 Fahrzeugen/ Tag. Einen Bedeutungsverlust haben hingegen die früheren Hauptstraßen Dresdener Straße und Waldemarstraße (damals Buckower Straße) erlitten. Die Dresdener Straße als Verbindung vom Dresdener Schloss zum Berliner Stadtschloss wurde infolge des Mauerbaus sowie durch die, die historische Stadtstruktur ignorierende Nachkriegsbebauung unterbrochen. Sie bildete eine wichtige Verbindung zwischen dem Lausitzer Platz und dem früheren Görlitzer Bahnhof (heute Görlitzer Park); eine Straßenbahnlinie verband den Bahnhof über die Buckower Straße (heute Waldemarstraße) mit dem Stadtzentrum.
entlang der südlichen Begrenzung des Fördergebiets. An der Station Kottbusser Tor kreuzt sie sich mit der in Nordsüdrichtung führenden Linie U8.
Abb. 19: Skalitzer Straße mit Hochbahn am Wassertorplatz
Über die U-Bahnlinien ist das Gebiet direkt an den Ku‘damm und den Alexanderplatz angebunden. Die Metrobuslinie M29 und die Buslinie 140 ergänzen das Netz des ÖPNV im Gebiet. Somit sind Ostbahnhof, Hermannplatz und Tempelhof schnell zu erreichen. Der Stellenwert des Öffentlichen Nahverkehrs ist hoch, denn die Kreuzberger Bevölkerung legt mehr als ein Viertel ihrer Wege mit Bus und U-Bahn zurück. (siehe dazu Karte „Verkehr“ im Anhang) MIV – Motorisierter Individualverkehr Kreuzberg gehört zu den Berliner Ortsteilen mit dem geringsten Motorisierungsgrad. Lediglich 16 % der Wege, die die Kreuzberger zurücklegen, werden mit dem Auto gefahren. Auf 1.000 Einwohner kommen max. 200 PKW – der Berliner Durchschnitt liegt bei 324 PkW/ 1.000 EW. Doch nicht nur in Bezug auf eine geringere Anzahl privater PKW scheint Kreuzberg ein Vorreiter zu sein. Sehr deutlich ist die Konzentration von CarSharing Mobilstationen im Bereich um das Kottbusser Tor, die auch Ausdruck eines zeitgemäßen umweltbewussten Mobilitätsverhaltens sind. Wie Kreuzberg, so ist auch die Luisenstadt in Teilen stark vom Autoverkehr belastet, dessen Ursachen im Durchgangsverkehr und im Zielverkehr liegen.
Abb. 18: Dresdener Straße, Höhe Alfred-Döblin-Platz
Nach Einschätzung von Bürgern der Luisenstadt werden die Adalbertstraße sowie die Achse Legiendamm / Leuschnerdamm, Engeldamm / Bethaniendamm häufig durch überörtlichen Durchgangsverkehr genutzt. Vor diesem Hintergrund werden die Schaffung von Einbahnstraßen sowie die Umsetzung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen gewünscht. ÖPNV-Anbindung Das Gebiet Luisenstadt Kreuzberg ist sehr gut durch den ÖPNV erschlossen. Die in Ostwestrichtung verlaufende U-Bahnlinie U1 mit den Stationen Görlitzer Bahnhof und Kottbusser Tor führt
Insbesondere die Skalitzer Straße als Teil des ‚Inneren Rings‘, aber auch die Oranienstraße sind stark befahrene Ost-West-Verbindungen.
Ein wichtiger Aspekt der Fußgängerführung, gerade in einem Ortsteil, in dem weit mehr als die Hälfte der Wege nicht motorisiert zurückgelegt werden, ist die sichere Überquerbarkeit der Straßen, insbesondere der Hauptverkehrsstraßen im Zuge der Hauptwege sowie im Einzugsbereich von Schulen. Aus Gründen der Schulwegsicherung wurden in den vergangenen Jahren im Ortsteil Kreuzberg bereits mehrere Fußgängerüberwege als Zebrastreifen, Mittelinseln oder Gehwegvorstreckungen installiert. Dennoch hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg neben Spandau die zahlenmäßig geringste Ausstattung mit fußwegsichernden Anlagen. Weitere Verbesserungen für Überquerungen sind neben den genannten im Zuge des ELK an der Muskauer Straße östlich des Mariannenplatzes sowie an den Straßen Legiendamm und Leuschnerdamm zum Engelbecken notwendig, da hier eine verhältnismäßig hohe Verkehrsbelastung durch Kfz gegeben ist.22,23
Abb. 20: Oranienstraße am Oranienplatz Richtung Westen
Ruhender Verkehr Erhebungen zum Stellplatzangebot in der Kreuzberger Luisenstadt liegen nicht vor. Jedoch kommt es vor allem in Bereichen mit historischem Straßenquerschnitt, wie in der Oranienstraße, öfter zu Konflikten zwischen den unterschiedlichen Verkehrsarten, speziell in Bezug auf das Parken in der 2. Reihe infolge des Liefer- und Zielverkehrs. Eine Parkraumbewirtschaftungszone besteht in der Luisenstadt nicht. Radwege Ein Radverkehrsnetz besteht im INSEK-Gebiet nicht. Lediglich am südlichen Rand, Skalitzer Straße bis Kottbusser Tor, und am nördlichen Bethaniendamm sind Fahrradwege angelegt. Gemessen am Mobilitätsverhalten der Kreuzberger Einwohner, die 25 % ihrer Wege per Rad erledigen und damit Spitzenreiter in der Stadt sind, besteht erheblicher Ergänzungsbedarf. Fußwege Die Benutzbarkeit der Straßenräume im Planungsgebiet ist für Fußgänger grundsätzlich gewährleistet. In Bereichen, in denen Fahrbahnmängel vorliegen, sind häufig auch die Gehwegbereiche instandsetzungsbedürftig. An den Hauptverkehrsstraßen Skalitzer Straße und Oranienstraße beeinträchtigt der starke KfzVerkehr die Aufenthaltsqualität für Fußgänger.
Abb. 21: Fußweg entlang Erkelenzdamm auf Höhe Reichenbergerstraße
vgl. SenStadt VII A3, Mobilität in Städten-SrV 2008. Berlin 23 Bezirke, Berlin 2011 23 vgl. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr
2.2 Sozialräume 2.2.1 Lebensweltlich orientierte Räume
Der im nächsten Kapitel folgenden Betrachtung der demografischen und sozialen Entwicklung der Luisenstadt Kreuzberg liegen unterschiedliche Bezugsgrößen zugrunde. Auf das Fördergebiet abgestimmte Daten sind lediglich für die Einwohnerzahl und die Alters- und Geschlechtsstruktur vorhanden. Aus diesem Grund wird in den überwiegenden Fällen auf Daten des aktuellen Monitorings Soziale Stadtentwicklung zurückgegriffen. Diese liegen auf Ebene der „Lebensweltlich orientierten Räume“ (LOR) vor, mit deren Einführung im Jahr 2006 eine neue Grundlage für sozialräumliche Beobachtungen, Prognosen und Planungen der demografischen und sozialen Entwicklung Berlins geschaffen wurde. Da sich die Grenzen der Fördergebiete des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz an den jeweiligen städtebaulichen Gegebenheiten vor Ort orientieren, werden die Bezugsebenen der LOR häufig separiert. Der im Ortsteil Kreuzberg gelegene Teilbereich des Fördergebiets Luisenstadt deckt sich überwiegend mit dem Planungsraum Oranienplatz. Die östliche Grenze des Gebiets durchschneidet den Planungsraum Lausitzer Platz entlang der Manteuffelstraße und die westliche Grenze den Planungsraum Moritzplatz entlang der Blöcke westlich des Grünzugs Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal. Darüber hinaus liegt der südliche Abschnitt des Grünzugs zwischen Skalitzer Straße und Landwehrkanal im Planungsraum Wassertorplatz.
Südliche Friedrichstadt (020101)
Nördliche Luisenstadt (020303)
Abb. 22: Bezirksregionen (BZR) I und III mit Untersuchungsgebiet
Askanischer Platz (02010101)
Mehringplatz (02010102) Moritzplatz (02010103)
Oranienplatz (02030301)
Lausitzer Platz (02030302)
Wassertorplatz (02010104)
Abb. 23: Planungsräume (PLR) mit Untersuchungsgebiet (farblich entsprechend zugehöriger Bezirksregionen)
Als Bezugsgröße auf übergeordneter Ebene dient insbesondere die Bezirksregion Nördliche Luisenstadt, in der die Planungsräume Oranienplatz und Lausitzer Platz liegen. Einen wesentlich geringeren Anteil am Fördergebiet Luisenstadt hat die Bezirksregion Südliche Friedrichstadt mit den Planungsräumen Moritzplatz und Wassertorplatz. Die Planungsräume Askanischer Platz und Mehringplatz weisen keine Überschneidung mit der Luisenstadt Kreuzberg auf.
Mit einem erwarteten Zuwachs von 4,1 % zählt Friedrichshain-Kreuzberg zu den sechs Bezirken mit steigender Bevölkerungszahl.24 Eine kleinräumige Analyse der Verteilung liegt nicht vor.
2.2.2 Demografische und soziale Entwicklung
Während die Anzahl der Einwohner sowohl in der Gesamtstadt, als auch im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in den letzten beiden Jahren leicht angestiegen ist, blieb der Wert in der Luisenstadt Kreuzberg nahezu unverändert.
Tabelle 1: Einwohnerentwicklung
Einwohner Gebiet Luisenstadt Kreuzberg Luisenstadt (gesamt) Friedrichshain-Kreuzberg Berlin 31.12.2009 16.156 20.801 259.967 3.369.672 30.06.2011 16.135 20.839 262.434 3.404.382
Veränderung absolut (Basiswert 31.12.2009) -21 +38 +2.467 +34.710
Veränderung in % (Basiswert 31.12.2009) -0,1 +0,2 +0,9 +1,0
Daten: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Mit Stand 30.06.2011 wohnten 16.135 Menschen in dem in Kreuzberg liegenden Teil des Fördergebiets Luisenstadt.
Die bis zum Jahr 2030 prognostizierte Entwicklung der Bevölkerungszahl der einzelnen Bezirke weicht deutlich voneinander ab.
vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2007 – 2030 (Kurzfassung), Berlin 2009, S. 18ff.
Entwicklungsindex Mit dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung erfolgt eine jährliche Analyse der sozialräumlichen Entwicklung Berlins. Dabei fungieren unterschiedliche Status- und Dynamikindikatoren25, die die soziale Lage und den Wandel im Quartier beschreiben und in einem Entwicklungsindex zusammengefasst werden, als Frühwarnsystem für gebietsbezogene Handlungsbedarfe.
In der häufig überspitzten medialen Darstellung wurde ihnen eine starke räumliche Konzentration von sozialen Problemlagen zugeschrieben. Bis zum Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2008 fanden diese Annahmen auch statistisch weitestgehend Bestätigung: Zehn der vierzehn Kreuzberger Planungsräume wiesen einen niedrigen (hohe Problemdichte) bzw. sehr niedrigen (sehr hohe Problemdichte) Entwicklungsindex auf.
Tabelle 2: Entwicklungsindex
Statusindex MSS Gebiet PLR Moritzplatz PLR Wassertorplatz PLR Oranienplatz PLR Lausitzer Platz 2008 96,1 100,0 93,3 75,8
Dynamikindex MSS 2008 55,6 52,5 53,6 50,8 MSS
Entwicklungsc index (Summe) MSS 2008 399,4 404,9 387,0 329,1 MSS 2010 444,0 434,3 340,7 348,2
Entwicklungsd index (Gruppe) MSS 2008 4 4 4 3 MSS 2010 4 4 3 3
Rangplatz e (1 – 434) MSS 2008 427 429 416 381 MSS 2010 434 432 383 391
MSS 2010 100,0 98,0 82,0 70,0
2010 72,0 70,1 47,3 69,1
Daten: Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2008 und 2010
Deutschlandweit galten Kreuzberg und Neukölln lange als Problembezirke.
Die Statusindikatoren geben Auskunft über verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und des Transferbezugs, sowie über den Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Anhand der Dynamikindikatoren wird das Wanderungsverhalten der Bewohner und die Veränderung des Anteils der Empfänger von Existenzsicherungsleistungen beleuchtet. a Werte von 0 (positiv) bis 100 (negativ) möglich b Werte von 0 (positiv) bis 100 (negativ) möglich c Der Entwicklungsindex wird in einem Verhältnis 3:2 von Status- und Dynamikindex als Summe berechnet. Daraus ergeben sich mögliche Werte von 0 (positiv) bis 500 (negativ). d Anhand der ermittelten Rangfolge beim Entwicklungsindex erfolgt eine Zuordnung der Planungsräume in Gruppen von jeweils 10 % (Dezile). Die beiden Dezile mit den niedrigsten Werten werden als „hoch“ (Gruppe 1) eingestuft, die beiden mit den höchsten Werten als „niedrig“ (neuntes Dezil = hohe Problemdichte; Gruppe 3) bzw. als „sehr niedrig“ (zehntes Dezil = sehr hohe Problemdichte; Gruppe 4). 60 % aller Planungsräume weisen einen mittleren Entwicklungsindex auf (Gruppe 2). e Genau genommen existieren 447 Planungsräume, allerdings werden 13 von ihnen nicht in die jährliche Analyse mit einbezogen.
Dies hat sich nun geändert. Kreuzberg unterliegt Aufwertungstendenzen, die sich in einer immer stärkeren internen Differenzierung äußern. Besonders deutlich wird das im Osten. Positive Veränderungen sind vor allem auf die Bezirksregionen Nördliche und Südliche Luisenstadt zurückzuführen. Im Gegensatz dazu fällt die Bezirksregion Südliche Friedrichstadt im Ranking immer weiter zurück. Insgesamt weisen nur noch sieben der vierzehn Planungsräume einen niedrigen bzw. sehr niedrigen Entwicklungsindex auf. Aktuell ist demnach von einem Süd-Nord-Gefälle mit positiven Entwicklungstendenzen im Osten und einem immer stärker abgehängten Nordwesten auszugehen. Auch die kleinräumige Analyse der Luisenstadt Kreuzberg entspricht diesem Bild. Den beiden in der Südlichen Friedrichstadt gelegenen Planungsräumen Moritzplatz und Wassertorplatz wird weiterhin eine sehr hohe Problemdichte attes-
tiert. Im gesamtstädtischen Ranking fallen sie auf den letzten bzw. drittletzten Platz zurück. Dem entgegen steht die Entwicklung der Planungsräume in der Nördlichen Luisenstadt, die einen Großteil des Fördergebiets ausmachen: Der Oranienplatz gilt als einer der wenigen ‚Aufsteiger‘ des aktuellen Monitorings Soziale Stadtentwicklung26 und der Lausitzer Platz stabilisiert sich in Gruppe 3. Trotz dieser positiven Entwicklungstendenzen im Osten gilt es zu berücksichtigen, dass die Problemdichte in den aufsteigenden Planungsräumen weiterhin als hoch einzuschätzen ist.
Sozialstrukturelle Einzelaspekte Altersstruktur und Geschlecht Der Altersstruktur einer Großstadt entsprechend überwiegen in Berlin die mittleren Altersgruppen deutlich. Tabelle 3: Altersstruktur
Kinder unter 6 Jahren in % der Einwohner
der Seniorenanteil liegt noch einmal unter dem bezirklichen Schnitt. Besonders auffällig jedoch ist der mit 18,9 % überdurchschnittlich hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen. Das Fördergebiet ist demnach ein sehr junges. In ihrem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept für den Aktionsraumplus Kreuzberg – Nordost weisen Herwarth + Holz dennoch auf das versteckte Alterungspotential der Bewohnerschaft hin. Viele der insbesondere in Kreuzberg stark vertretenen ‚Gastarbeiter‘ der zweiten Generation stehen kurz vor dem Übertritt ins Rentenalter. Da diese immer seltener in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wird das Thema ‚Altersarmut bei Migranten‘ zukünftig an Bedeutung gewinnen.27 Darüber hinaus fällt die Geschlechterverteilung auf: Lediglich 47,9 % der Einwohner der Luisenstadt Kreuzberg sind weiblich. Dieser verhältnismäßig niedrige Wert (Berlin: 51,1 %) ist vermutlich auf das junge Durchschnittsalter des Fördergebiets zurückzuführen.28
Erwachsene von 65 und mehr Jahren in % der Einwohner
Gebiet Fördergebiet Luisenstadt Kreuzberg Fördergebiet Luisenstadt (Mitte und Kreuzberg) Friedrichshain-Kreuzberg Berlin
Kinder und Jugendliche von 6 – 18 Jahren in % der Einwohner
Erwachsene von 18 – 65 Jahren in % der Einwohner
6,1 6,2 5,4
11,4 8,5 9,3
73,5 75,2 66,2
9,0 10,1 19,0
Gleiches gilt für den Bezirk FriedrichshainKreuzberg, wenn auch noch einmal verstärkt, da der Seniorenanteil mit 10,1 % weit unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 19,0 % liegt. Anders die Luisenstadt Kreuzberg. Zwar überwiegen auch hier die mittleren Altersgruppen und
vgl. Res urbana GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2010. Fortschreibung für den Zeitraum 2008 – 2009, Berlin 2010, S. 22f.
Haushaltsstruktur Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten weist Berlin zwar keine untypische Haushaltsstruktur auf, mit seiner überdurchschnittlich starken Konzentration auf Ein- und ZweipersonenHaushalte (84 %) übertrifft es Köln und München
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 30f. 28 Daten: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
(jeweils 78 %) und auch Hamburg (81 %) jedoch noch einmal spürbar.29 Dieser Tendenz entsprechend überwiegen auch in den Bezirksregionen Kreuzbergs die Ein- und Zweipersonen-Haushalte. Einzig die Südliche Friedrichstadt macht eine Ausnahme, da hier die Zahl an Familien besonders hoch ist. Auch wenn die Ein- und Zweipersonen-Haushalte überwiegen, kann davon ausgegangen werden, dass der Familienanteil in allen Bezirksregionen über dem innerstädtischen Schnitt liegt. Das ist zurückzuführen auf die hohe Zahl an Familien mit Migrationshintergrund, bei denen das klassische Familienmodell mit knapp 90 % noch deutlich stärker vertreten ist als in deutschen Haushalten. Die besondere Belastungssituation alleinerziehender Eltern trifft demnach vor allem deutsche Familien, von denen lediglich rund 60 % mit zwei Elternteilen in einem Haushalt leben.30 Auch bei der Haushaltsgröße, die sich im Erhaltungsgebiet (nach § 172) Luisenstadt (SO 36) seit 1998 kaum verändert hat, ist zwischen deutschen und ausländischen Haushalten zu unterscheiden: Deutsche Haushalte weisen im Schnitt lediglich 1,7 Personen, ausländische Haushalte hingegen 3,0 Personen auf.31 Staatsangehörigkeit Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund32 ist in Kreuzberg überdurchschnittlich
hoch. Das Image des stark multikulturell geprägten Stadtteils findet statistisch Bestätigung. Entgegen früherer Verteilungen ist der Migrantenanteil aktuell in der Südlichen Friedrichstadt am höchsten und damit höher als in den Bezirksregionen im Süden und im Osten Kreuzbergs. Die für die Luisenstadt Kreuzberg relevantesten Planungsräume Oranienplatz und Lausitzer Platz weisen dabei unterschiedliche Tendenzen auf. Während der Anteil der Migranten mit 63,8 % und vor allem der Anteil der Ausländer mit 40,6 % im Planungsraum Oranienplatz besonders hoch ist, ist der Planungsraum Lausitzer Platz mit 53,1 % bzw. 33,6 % mit vergleichsweise niedrigen Werten ausgestattet. Besonders deutlich wird die multikulturelle Prägung Kreuzbergs, wenn man sich den Anteil der Migranten unter 6 Jahren anschaut: Die Werte der einzelnen Planungsräume erreichen bisweilen knapp 90 %. Jedoch ist auch hier auf die interne Differenzierung zu achten. Während die Planungsräume der Südlichen Friedrichstadt die höchsten Werte aufweisen, liegen die Planungsräume Oranienplatz und Lausitzer Platz bei Werten von knapp unter bzw. knapp über 70 %. In ihrer Sozialuntersuchung zum Erhaltungsgebiet Luisenstadt machen TOPOS für die Jahre 1995 bis 2007 eine deutliche Zunahme der deutschen Bevölkerung um 8,8 % aus, die sie u.a. auf den erheblichen Umfang an Einbürgerungen zurückführen.33 Interessanterweise schlägt sich diese Tendenz im Planungsraum Oranienplatz anscheinend nicht ganz so stark nieder, was am vergleichsweise hohen Ausländeranteil abzulesen ist. In der Luisenstadt Kreuzberg liegt der Anteil der Ausländer bei 37,0 % und damit über dem Wert des gesamten Fördergebiets (33,6 %).34 Dabei überwiegen die türkischen Staatsbürger an der nichtdeutschen Bevölkerung. Dies gilt in besonderem Maße für den Planungsraum Oranienplatz.
son an der Adresse der Eltern/des Elternteils gemeldet ist) als Menschen mit Migrationshintergrund. 33 vgl. TOPOS im Auftrag des Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg von Berlin, Sozialstruktur und Mietentwicklung im Erhaltungsgebiet Luisenstadt (SO 36), Berlin 2008, S. 7 34 Daten: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
vgl. Investitionsbank Berlin, IBB Wohnungsmarktbericht 2010, Berlin 2011, S. 19 30 vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept für den Aktionsraumplus Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 31 31 vgl. TOPOS im Auftrag des Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg von Berlin, Sozialstruktur und Mietentwicklung im Erhaltungsgebiet Luisenstadt (SO 36), Berlin 2008, S. 7 32 Nach Definition des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg gelten 1. Ausländerinnen und Ausländer und 2. Deutsche mit Migrationshintergrund (d.h. Deutsche mit ausländischem Geburtsland oder Einbürgerungskennzeichen oder Optionszeichen (im Inland geborene Kinder ausländischer Eltern erhalten seit dem 01.01.2000 unter den in § 4 Abs. 3 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) genannten Voraussetzungen zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit (Optionsregelung)) und Deutsche unter 18 Jahren ohne eigene Migrationsmerkmale mit ausländischem Geburtsland oder Einbürgerungskennzeichen zumindest eines Elternteils, wenn die Per-
Tabelle 4: Staatsangehörigkeit
Ausländer unter 18 Jahren in % der Einwohner unter 18 Jahren 20,5 20,9 22,8 19,3 14,9 10,4 Migranten unter 6 Jahren in % der Einwohner unter 6 Jahren 86,3 84,8 73,5 68,5 52,3 43,1
Gebiet PLR Moritzplatz PLR Wassertorplatz PLR Oranienplatz PLR Lausitzer Platz Friedrichshain-Kreuzberg Berlin
Ausländer in % der Einwohner 32,5 34,0 40,6 33,6 21,7 13,7
Migranten in % der Einwohner 63,0 65,7 63,8 53,1 35,9 25,5
Daten: Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2010
Arbeitslosigkeit und Transferbezug Auf Grundlage des Monitorings Soziale Stadtentwicklung 2008 wurden fünf Aktionsräumeplus ausgewiesen, in denen sich die problematischsten Gebiete der Stadt verdichten. Diese Gebiete bedürfen einer vorrangigen und integrierten Förderung. Bei ihrer Identifikation spielen insbesondere Daten zur Arbeitslosigkeit und zum Transferbezug eine wichtige Rolle.
Tabelle 5: Arbeitslosigkeit und Transferbezug
Da der Aktionsraumplus Kreuzberg – Nordost fast den gesamten Altbezirk Kreuzberg umfasst, ist es wenig verwunderlich, dass alle für das Fördergebiet Luisenstadt relevanten Planungsräume im Bereich der Arbeitslosigkeit und beim Transferbezug überdurchschnittlich hohe Werte aufweisen. Auffällig ist dabei die kleinräumige Verteilung. Sowohl der Anteil der Arbeitslosen im Alter von 15 bis 65 Jahren, als auch der Anteil der Arbeitslosen im Alter von 15 bis 25 Jahren steigt von Osten (Lausitzer Platz: 12,8 % bzw. 8,0 %) nach Westen (Moritzplatz: 18,6 % bzw. 12,2 %) sukzessive an. Diese Verteilung entspricht dem eingangs beNichterwerbsfähige Empfänger von Existenzsicherungsleistungen unter 15 Jahren in % der Einwohner unter 15 Jahren 78,1 79,9 69,6 58,8 49,2 37,4
Arbeitslose (SGB II und III) in % der Einwohner von 15 – 65 Jahren 18,6 16,6 14,4 12,8 10,9 9,9
Arbeitslose unter 25 Jahren (SGB II und III) in % der Einwohner von 15 – 25 Jahren 12,2 12,4 10,1 8,0 6,7 6,0
Nicht-arbeitslose Empfänger von Existenzsicherungsleistungen in % der 1 Einwohner 36,8 40,3 31,6 26,2 18,7 13,8
schriebenen Süd-Nord-Gefälle mit positiven Entwicklungstendenzen im Osten und einem immer stärker abgehängten Nordwesten. Der Planungsraum Oranienplatz liegt dabei jeweils gut vier Prozentpunkte über dem gesamtstädtischen Schnitt. Gleiches gilt für die Verteilung der nichtarbeitslosen und der unter 15 Jährigen nichterwerbsfähigen Empfänger von Existenzsicherungsleistungen. Besonders auffallend sind die teilweise extrem hohen Werte beim Indikator für Kinderarmut. Die Planungsräume der Südlichen Friedrichstadt liegen mit knapp 80 % weit über den 37,4 % Berlins. Zwar schneiden die Planungsräume Oranienplatz und Lausitzer Platz besser ab, dennoch liegen auch ihre Werte mit 69,6 % bzw. 58,8 % deutlich über dem Berliner Schnitt.
Wanderungsverhalten und Veränderungen beim Transferbezug Im Gegensatz zu Berlins leicht positivem Wanderungssaldo, liegt der Wert im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bei -1,2. Einen ganz ähnlichen Wert weist der Planungsraum Lausitzer Platz auf, im Planungsraum Oranienplatz hingegen ziehen per Saldo noch einmal mehr Menschen fort als zu. Besonders stark diskutiert wird das Wanderungssaldo von Kindern unter 6 Jahren. Anhand dieser Größe lässt sich nachweisen, dass der Wegzug von Familien aus der Innenstadt weiterhin hoch ist (Innenstadt: -3,2; Außenstadt: 2,0).35 Für den Wegzug gibt es unterschiedliche Gründe. Im Fördergebiet Luisenstadt Kreuzberg ist davon auszugehen, dass um das Ausbildungsniveau ihrer Kinder besorgte Eltern vor deren Einschulung abwandern. Tabelle 6: Wanderungsverhalten und Veränderungen beim Transferbezug
Gebiet PLR Moritzplatz PLR Wassertorplatz PLR Oranienplatz PLR Lausitzer Platz FriedrichshainKreuzberg Berlin
Wanderungssaldo in % der Einwohner
Wanderungssaldo von Kindern unter 6 Jahren in % der Einwohner unter 6 Jahren
Veränderung des Anteils der deutschen Empfänger von Existenzsicherungsleistungen gegenüber dem Vorjahr in %-Punkten
Veränderung des Anteils der ausländischen Empfänger von Existenzsicherungsleistungen gegenüber dem Vorjahr in %-Punkten
-4,3 -0,1
vgl. Res urbana GmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2010. Fortschreibung für den Zeitraum 2008 – 2009, Berlin 2010, S. 15
Aufgrund der nicht-deutschen Sprachherkunft vieler Kreuzberger Kinder ist die Schulsituation häufig als problematisch einzuschätzen.36 Das von Westen nach Osten ansteigende Saldo erklärt sich über die höhere Immobilität von einkommensschwachen Familien. Bei den Veränderungen des Anteils der deutschen Empfänger von Existenzsicherungsleistungen sticht vor allem das gute Abschneiden des Planungsraums Oranienplatz ins Auge. Sowohl im Vergleich zu den ihn umgebenden Planungsräumen als auch im gesamtstädtischen Vergleich fällt der Rückgang mit drei Prozentpunkten überdurchschnittlich hoch aus. Ähnlich gut lesen sich die Veränderungen des Anteils der ausländischen Empfänger von Existenzsicherungsleistungen. Zwar ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von einem Prozentpunkt zu verzeichnen, allerdings liegt dieser Wert sowohl unter dem bezirklichen, als auch unter dem gesamtstädtischen Wert. Somit unterstreichen auch diese beiden Indikatoren die Aufwärtsentwicklung der Bezirksregion Nördliche Luisenstadt und die immer stärkere Abwärtstendenz der Südlichen Friedrichstadt.
2.2.3 Wohnen Wohnungsangebot und -leerstand Am 31.12.2009 wurden im Ortsteil Kreuzberg 75.887 Wohneinheiten registriert. Im gesamten Bezirk sind im Zeitraum 2008 und 2009 lediglich 270 Wohneinheiten neu gebaut worden. Der Trend einer sehr geringen Wohnungsbautätigkeit hat sich somit fortgesetzt. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 66,3 m² liegt Friedrichshain-Kreuzberg mit einem Wohnflächenverbrauch pro Kopf von 36,0 m² vor Lichtenberg auf dem vorletzten Rang aller Berliner Bezirke.37 Eine kleinräumige Analyse des Wohnungsangebots ist mit den vorliegenden Daten nicht möglich. Die Leerstandsquoten der Luisenstadt Kreuzberg bewegen sich auf unauffälligem Niveau. Zwischen 2,8 % und 5,0 % schwankend liegen sie in einem marktüblichen und wohnungswirtschaftlich verträglichen Bereich. Auffällig sind die kleinräumigen Differenzen:
Tabelle 7: Wohnungsleerstand
Veränderung Wohnungsleerstand in % Gebiet PLR Moritzplatz PLR Wassertorplatz PLR Oranienplatz PLR Lausitzer Platz 01.07.2007 2,9 2,3 4,8 4,9 01.07.2008 2,8 2,9 4,2 5,0
in %-Punkten (Basiswert 01.07.2007) -0,1 0,6 -0,6 0,1 Kreuzberg – Nordost
Daten: Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept für den Aktionsraum
vgl. Quartiersmanagement Mariannenplatz, Handlungskonzept 2011, Berlin 2010, S. 5; Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße, Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept 2011, Berlin 2010, S. 5; TOPOS im Auftrag des Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Sozialstruktur und Mietentwicklung im Erhaltungsgebiet Luisenstadt (SO 36), Berlin 2008, S. 59
Die in Bezug auf den Entwicklungsindex immer weiter abgehängten Planungsräume Moritzplatz und Wassertorplatz weisen insbesondere im Vergleich zu den besser abschneidenden Planungsräumen Oranienplatz und Lausitzer Platz einen relativ geringen Wohnungsleerstand auf.
vgl. Investitionsbank Berlin, IBB Wohnungsmarktbericht 2010, Berlin 2011, S. 76
Für Kreuzberg ist demnach nicht von einer Korrelation von sozialen Problemkonzentrationen mit Vermietungsproblemen auszugehen.38
werden im Bergmann-, im Graefe- und im Wrangelkiez bezahlt.39 Trotz dieser kleinräumigen Unterschiede und der vergleichsweise guten Ausgangslage im Fördergebiet stellt sich die Frage nach den wohnungspolitischen Folgen der positiven Entwicklungstendenzen einzelner Regionen. Nicht nur der spürbare Anstieg der Mieten im Osten Kreuzbergs, auch die Neubauaufkommen im Bezirk Mitte, nördlich des Oranienplatzes, lösen bei den Bewohnern der Luisenstadt Kreuzberg Ängste vor Verdrängung aus. In diesem Zusammenhang gilt es auch auf die im Vergleich zu den Mieten stagnierenden Haushaltsnettoeinkommen zu achten: Haushalte mit niedrigem Einkommen weisen mit über 40 % eine vergleichsweise hohe Mietbelastung auf.40 Die Schere zwischen Miet- und Einkommensentwicklung darf sich nicht weiter öffnen. Um hohen Mietsteigerungen vorzubeugen, wurde im Jahr 1995 für große Teile des alten SO 36 und somit auch für große Teile des Fördergebiets Luisenstadt eine Erhaltungsverordnung gemäß § 172 Abs. 1 Satz 1 und 2 BauGB (‚Milieuschutz‘) erlassen. Die Erhaltung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung hat dabei oberste Priorität. Mit Hilfe dieser Verordnung ist es den Bezirken möglich, ‚Luxusmodernisierungen‘ zu unterbinden, die Wohnungen über den ortsüblichen Standard ausstatten und auf diese Weise erheblich in ihrem Wert steigern. Paradoxerweise kann das jedoch auch zur Folge haben, dass Ältere oder Menschen mit Behinderung wegziehen müssen, weil der Einbau von Aufzügen im Erhaltungssatzungsgebiet nicht genehmigungsfähig ist.
Mietenentwicklung Berlins Mieten steigen. Im Gegensatz zur relativ entspannten Lage um die Jahrtausendwende verzeichnet der Mietwohnungsmarkt in den vergangenen Jahren merklich höhere Mieten. Gemäß dem aktuellen Mietspiegel stiegen die NettoKaltmieten allein in den vergangenen zwei Jahren um 7,9 %. Je nach Wohnlage und Baualter sind dabei erhebliche Unterschiede auszumachen. Besonders drastisch fallen die Erhöhungen bei Altbauten in guter Wohnlage aus. Bis auf eine Ausnahme befinden sich alle Wohnungen des Fördergebiets Luisenstadt Kreuzberg in einfacher Wohnlage. Lediglich der nördliche Bereich des Leuschnerdamms nördlich der Waldemarstraße (Engelbecken) wird als mittlere Wohnlage kategorisiert. Sowohl im Wohnungsmarktbericht der IBB als auch im WohnmarktReport der GSW werden dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg überdurchschnittlich hohe Angebotsmieten von im Schnitt 7,00 EUR/m² (Berlin: 6,17 EUR/m²) attestiert. Deutlich unterrepräsentiert sind demzufolge günstige Wohnungen mit Angebotsmieten von unter 6 EUR/m². Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass Friedrichshain-Kreuzberg ein differenziertes Bild abgibt: Anders als in anderen Bezirken mit Spitzenmieten weist vor allem der Altbezirk Kreuzberg noch immer größere zusammenhängende Gebiete mit unterdurchschnittlichen Mieten auf. Dies betrifft die Quartiere Prinzenstraße (10969) und Görlitzer Park (10999) und somit auch weite Teile des Fördergebiets Luisenstadt Kreuzberg. Überdurchschnittlich hohe Mieten
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 60
vgl. Investitionsbank Berlin, IBB Wohnungsmarktbericht 2010, Berlin 2011, S. 41ff.; GSW Immobilien AG, CB Richard Ellis, WohnmarktReport 2011, Berlin 2011, S. 14f. 40 vgl. Investitionsbank Berlin, IBB Wohnungsmarktbericht 2010, Berlin 2011, S. 56
Sozialer Wohnungsbau Mit dem sozialen Wohnungsbau sollen Menschen unterstützt werden, die nicht in der Lage sind, ihren Bedarf am freien Wohnungsmarkt zu decken. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Konzept jedoch einen relativ starken Bedeutungsverlust erfahren. Die Anzahl der Sozialwohnungen in Berlin wurde aufgrund auslaufender Bindungen seit dem Jahr 2000 von über 268.000 bis 2009 auf 174.000 verringert. Auf diese Weise reduzierten sich die vormals 14 % des Gesamtbestandes auf 9 %.41 Tabelle 8: Sozialer Wohnungsbau
Mariannenplatz (in der Adalbertstraße, Manteuffelstraße, Mariannenstraße, Muskauer Straße, Naunynstraße und Waldemarstraße) Neues Kreuzberger Zentrum (in der Adalbertstraße, Reichenberger Straße und Skalitzer Straße) Wassertorplatz (in der Böcklerstraße, Segitzdamm und Wassertorstraße)42 (siehe dazu Tabelle „Eigentümerstrukturen“ im Anhang)
Wohneinheiten in Gebäuden nach Baualter Gebiet BZR Südliche Friedrichstadt BZR Nördliche Luisenstadt Friedrichshain-Kreuzberg vor 1965 1 23 1965 – 1972 920 49 1.028 1972 – 1983 4.658 1.783 8.615 1984 – 1990 1.581 112 2.520 nach 1990 696 4 1.873
gesamt 7.856 1.948 14.059
Kreuzberg – Nordost
In Friedrichshain-Kreuzberg konzentriert sich der soziale Wohnungsbau stark auf die Südliche Friedrichstadt, in der sich über die Hälfte des bezirklichen Bestandes befindet. Doch auch in der Nördlichen Luisenstadt gibt es einen beachtlichen Bestand, der sich allerdings der gesamtstädtischen Tendenz folgend kontinuierlich verkleinert. So wurden beispielsweise durch eine Bekanntmachung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aus dem Jahr 2010 folgende Großsiedlungsgebiete in der Luisenstadt Kreuzberg von den Bindungen freigestellt:
Auf diese Weise trifft der ohnehin deutlich erhöhte Druck auf den Mietwohnungsmarkt insbesondere soziale Gruppen mit geringem Einkommen. Bei einem Wegfall des Ausgleichs zwischen Sozial- und Kostenmiete wird es für sie immer schwieriger, die marktüblichen Mieten aufzubringen. Darüber hinaus weisen Herwarth + Holz in ihrem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept für den Aktionsraumplus Kreuzberg – Nordost auf ein strukturelles immobilienwirtschaftliches Problem hin: Der soziale Wohnungsbau ist auf dem freien Markt nur selten konkurrenzfähig. Ohne die Belegung über eine subventionierte Sozialmiete drohen bei gleichzeitig fehlenden besser gestellten Nachfragegruppen ganze Wohnungsanlagen in eine soziale Schieflage zu geraten.43
vgl. Investitionsbank Berlin, IBB Wohnungsmarktbericht 2010, Berlin 2011, S. 47
vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Lockerung von Belegungsbindungen im Sozialen Wohnungsbau und Verzicht von Ausgleichszahlungen, Bekanntmachung vom 13.01.2010, S. 3 43 vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungs-
Akteure am Wohnungsmarkt Wohnungsbaugesellschaften sind in Kreuzberg traditionell stark vertreten. In einzelnen Teilräumen fungieren sie sogar als alleinige Eigentümer. Den landeseigenen Gesellschaften kommt dabei die Aufgabe zu, dämpfend auf die Mietentwicklung einzuwirken und breite Schichten mit Wohnraum zu versorgen. Im Rahmen der unlängst veröffentlichten Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU wurde beschlossen, ihre Rolle zukünftig wieder zu stärken und ihre Wohnungsbestände von aktuell rund 270.000 schrittweise auf 300.000 zu erhöhen.44 Folgende landeseigene und private Unternehmen sind in den für das Fördergebiet relevanten Planungsräumen als Akteure mit größeren Beständen aktiv: degewo (in den Planungsräumen Oranienplatz und Lausitzer Platz, insbesondere in der Waldemarstraße) GEWOBAG (im Planungsraum Moritzplatz, insbesondere Prinzenstraße Ecke Wassertorstraße) WBM (im Planungsraum Moritzplatz) GSW (im Planungsraum Wassertorplatz, insbesondere Böcklerstraße Ecke Gitschiner Straße und in der Admiralstraße, im Planungsraum Oranienplatz, insbesondere am Kottbusser Tor und in der Skalitzer Straße, und im Planungsraum Moritzplatz).45 (siehe dazu Tabelle „Eigentümerstrukturen“ im Anhang)
Die der Hausbesetzer-Bewegung zugrunde liegende kulturelle Prägung wirkt, wenn auch nicht mehr so stark wie zu Hochzeiten in den 1980er Jahren, bis heute nach. In Kreuzberg werden noch immer alternative Lebensentwürfe erprobt. Durch die Übertragung der ehemals besetzten Häuser im Block 103 an die bewohnergetragene Genossenschaft Luisenstadt eG wurde ein Freiraum für gemeinschaftliches Wohnen erhalten. Das Georg-von-Rauch-Haus ist seit seiner Besetzung im Jahr 1971 in weitgehender Selbstverwaltung. Auch heute noch sehen die Bewohner darin ein Selbsthilfeprojekt von sozial benachteiligten Jugendlichen. Darüber hinaus ist das Bethanien Heimat einer Wagenburg, dem X-Dorf. Ebenfalls in dieser Tradition befindet sich der Nachbarschaftsgarten ‚Ton, Steine, Gärten’, der sich ebenfalls auf der Freifläche Bethanien befindet.
Abb. 24: Gemeinschaftsgarten Ton-Steine-Gärten
konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 62 44 vgl. SPD Landesverband Berlin und CDU Landesverband Berlin, Koalitionsvereinbarung, Berlin 2011, S. 30f.
Abb. 25: Georg von Rauch- Haus
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 63f.
2.2.4 Soziale und kulturelle Infrastruktur
Kulturszene Das Untersuchungsgebiet, vornehmlich das ehemalige Gebiet des SO 36 hat sich aufgrund seiner langjährigen starken, heterogenen, teils alternativen Kulturszene zu einem Szenekiez von überregionaler Bedeutung entwickelt. Mit dem Kunstraum Bethanien, in dem regelmäßig große und kleine, teils internationale Events wie Ausstellungen, Open Air Kino, Theater, Kreativworkshops, Musik-, Tanzveranstaltungen, dem Ballhaus Naunynstraße und dem Festsaal Kreuzberg hat das Gebiet mehrere bekannte Veranstaltungsadressen. Auch das selbstverwaltete Hausprojekt Georg-von-Rauch-Haus auf dem denkmalgeschützten Bethanien-Gelände, das eines der ersten besetzten Häuser der BRD war, organisiert alternative jugendkulturelle Aktivitäten, Events und Parties.
Raum für verschiedene (Sub-)Kulturen und diverse Underground-Projekte bietet seit mehr als vier Jahrzehnten das SO 36. Nach der Besetzung und Räumung 1987 und der Wiedereröffnung 1990 arbeitet hier die kreative Kulturszene jenseits des Mainstreams. Das Programmkino Babylon (seit 1983 Mitglied der Yorck-Kinogruppe) in der Dresdener Straße ist als kleines Originalsprachenfilmtheater unter Cineasten über die Grenzen der Nachbarschaft hinaus beliebt. (siehe Tabelle „Bildung, Freizeit und Kultur“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang) Soziokulturelle Einrichtungen und Weiterbildung Dazu ist das Untersuchungsgebiet Standort verschiedener bezirklicher soziokultureller Einrichtungen. Die Musikschule FriedrichshainKreuzberg hat ihren Hauptstandort im Bethanien, das Kreuzbergmuseum befindet sich in der Adalbertstraße. Dieses dokumentiert nach der Fusion der beiden Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg und seit der Zusammenlegung des Kreuzbergmuseums mit dem Heimatmuseum Friedrichshain die Geschichte des gesamten Bezirks. Die im Oktober 2010 fertig sanierte Mittelpunktbibliothek in der Adalbertstraße bietet aufgrund ihrer Ausstattung und ihres Programms als interkulturelle Familienbibliothek einen Treffpunkt. Sie ist Lernort und neues Kommunikationszentrum am Kottbusser Tor. Die Volkshochschule Kreuzberg in der Wassertorstraße - wie die Kultureinrichtungen im Bethanien in einem denkmalgeschützten Gebäude angesiedelt – leistet mit einem umfangreichen Kursprogramm einen wichtigen Beitrag zur Integration, Bildung und Selbstverwirklichung der Bewohner im Gebiet. (siehe Tabelle „Bildung, Freizeit und Kultur“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang)
Abb. 26: Kunst und Kreativität im Bethanien
Nachbarschaftliche Einrichtungen und Begegnungszentren Nachbarschaftliche Einrichtungen, welche als starke Partner die vielfältige soziokulturelle Infrastruktur im Gebiet nachhaltig prägen, sind: KOTTI e.V. Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein am Kottbusser Tor, Träger des örtlichen Quartiersmanagements, mit seinen dazugehörigen Einrichtungen, dem Nachbarschaftshaus für Interkulturelle Begegnung ORA 34 und der MOSAIK Jugendkulturetage in der Oranienstraße 34 sowie dem Kotti Nachbarschaftsladen in der Adalbertstraße 95a, Familienzentrum in der Adalbertstraße, der soziale Treffpunkt, Waldemarstraße (für den Neubau mit seinen verschiedenen Einrichtungen fehlt noch ein Name) das Begegnungszentrum der AWO in der Adalbertstraße, Jugendzentrum NaunynRitze in der Naunynstraße.
Miteinander der Kulturen in der Nachbarschaft Rechnung tragen. (siehe Tabelle „Bildung, Freizeit und Kultur/ Vereine/ QM“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang) Religiöse und ethnische Einrichtungen Zusätzlich zu den oben genannten soziokulturellen Angeboten und Einrichtungen gibt es eine Reihe von Institutionen ethnischer und religiöser Gruppen im Untersuchungsgebiet, welche für ihre Mitglieder, aber auch für die Nachbarschaft eine wichtige soziokulturelle Bedeutung haben. Dazu gehören die zwei christlichen Kirchengemeinden St. Thomas (Ev.) und St. Michael (Kath.), das Kulturzentrum Anatolischer Aleviten, die muslimischen und türkischen Gemeinden und das kurdische Zentrum. Durch das 2010 eröffnete Maschari Center mit der Omar-Ibn-Al-KhattabMoschee am Görlitzer Bahnhof befindet sich außerdem eines der repräsentativsten muslimischen Kulturzentren Berlins in nächster Nähe zum Untersuchungsgebiet. (siehe dazu Tabelle „Religiöse Gemeinden und ethnisch-kulturelle Einrichtungen“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang) Regelmäßige Veranstaltungen Seinem Image als kreativer und multi-ethnischer Kiez wird die Nördliche Luisenstadt Kreuzberg auch durch unterschiedliche, regelmäßig stattfindende überregional wirksame Veranstaltungen gerecht. So werden jeweils ein Mal im Jahr zum MyFest rund um den Mariannenplatz am 1. Mai, zur langen Buchnacht in der Oranienstraße oder zum Straßentheaterfestival Berlin lacht! eingeladen. KITAS und Schulen Die Nördliche Luisenstadt Kreuzberg verfügt mit insgesamt 22 Kindertagestätten über eine vergleichsweise hohe Anzahl von Einrichtungen. Neben einer größeren kommunalen Kita, Leu-
Abb. 27: Begegnungszentrum AWO, Adalbertstraße
Im engeren Verflechtungsbereich des Untersuchungsgebiets befinden sich mit dem Statthaus Böcklerpark in der Prinzenstraße und dem MehrGenerationenHaus (MGH) Wassertor in der Wassertorstraße 48 zwei weitere Einrichtungen mit vielfältigen Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangeboten im Erwachsenen- und Kinder/Jugendbereich, welche der Integration und dem
schnerdamm 33, existiert insbesondere ein vielfältiges Angebot an Kitas in freier Trägerschaft (12 Einrichtungen) und in Elterninitiative (9 Einrichtungen). Im Untersuchungsgebiet liegen zwei Schulen beides staatliche Grundschulen mit Ganztagsbetrieb. Die Gebäude und die Anlagen der Nürtingen-Grundschule sind gleichsam wie die der E.O.Plauen-Grundschule denkmalgeschützt und in kommunalem Besitz.
2.2.5 Lokale Ökonomie und Wirtschaftsstruktur
Das Untersuchungsgebiet hat insgesamt einen Beschäftigungsschwerpunkt mit starker Nutzungsmischung - der Branchenmix reicht dabei vom traditionellen Handwerk bis hin zum Kreativgewerbe. Der wirtschaftliche Kernbereich befindet sich rund um den Oranienplatz, das Kottbusser Tor sowie entlang der kreuzenden Achsen Oranienstraße und Adalbertstraße in Richtung Kottbusser Tor. Schwerpunkte entlang dieser Achsen bilden Einzelhandel, haushaltsnahe Dienstleistungen und Gastronomie sowie Unternehmen der Kreativwirtschaftsbranche. Insbesondere die Kreativwirtschaft – dazu zählen Architektur, Design, Musikwirtschaft- sowie die gastronomischen Angebote spielen für die Attraktivität und Imagebildung des Gebiets eine wichtige Rolle. Die Oranienstraße hat mittlerweile den Status einer berlinweit bekannten Szenemeile, die beinahe zu sämtlichen Tages- und Nachtzeiten belebt ist. In diesem Jahr wurde vermehrt ein Anstieg von Touristen im Straßenbild wahrgenommen (siehe Vermerk SR-AG), welche einerseits die Symbiose aus Gastronomie, Kreativwirtschaft und Kultur (siehe unten) nachfragen und andererseits indirekt die Entstehung neuer Angebotsstrukturen hervorrufen. Diese wechselseitige Entwicklung führt zu einer raschen Veränderung des Nutzungsgefüges in den Erdgeschossen. Internationale gastronomische Angebote nehmen zu, neue Bars eröffnen und Öffnungszeiten werden ausgeweitet. Problematisch wirkt sich diese Veränderung auf den Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr aus. Kinderwagen und ältere Personen sind auf den teils überfüllten Gehwegen, auf denen Passanten immer häufiger mit Sitzmöglichkeiten der Lokale konkurrieren, seltener geworden. Auch Jugendliche aus dem Kiez ziehen sich immer mehr aus dem öffentlichen Straßenraum Oranienstraße/ Adalbertstraße zurück und weichen auf neue Rückzugsorte in der Nachbarschaft aus. Durch den Zustrom von Touristen und Flaneuren erfahren auch informelle und illegale „Tä-
Abb. 28: Einweihung Hortfreifläche Nürtingen-GS
(siehe dazu Tabellen „Kindertagesstätten“ / „Schulen“ und Karte „Standorte der sozialen und kulturellen Infrastruktur und Grün-/ Freiflächenstruktur“ im Anhang)
tigkeitsfelder“ Aufwind. So sind Flaschensammler bis in die frühen Morgenstunden im Schwerpunktgebiet unterwegs und Diebstahlanzeigen gegen unbekannt nehmen zu.46 Neben der gewerblichen Nutzung der Ladenlokale in den Erdgeschossen ist entlang der Oranienstraße gleichsam eine Nutzungsmischung mit Gewerbehöfen im Blockinnenbereich und Wohnen am Blockrand erhalten, welche auf die hier großteils erhaltenen gründerzeitlichen Baustrukturen zurückgeht. Die gewerbliche Mischung innerhalb der Gewerbehöfe ist analog der im Gesamtgebiet stark heterogen. Die beschäftigungsstärksten Arbeitszweige sind hier Erziehung und Unterricht, Immobilienwirtschaft, sonstige Dienstleistungen sowie produzierendes Gewerbe.47
fanden sich von den 2.518 Berliner Betrieben türkischstämmiger Unternehmer 321 (ca. 13 %) im Untersuchungsraum 'SO 36'. Die Branchenvielfalt ist groß, die wichtigsten Branchen sind Gastronomie mit einem Anteil von 28 % der türkischstämmigen Unternehmen, gefolgt von haushaltsbezogenen Dienstleistungen (insb. Friseure, Reisebüros und Kosmetik) mit 18 %, Facheinzelhandel (insb. Kiosk und Textilien) mit 15 %, Lebensmitteleinzelhandel mit 13 % sowie Autohandel und Reparatur mit 9 %. 48
Insbesondere jenseits der Hauptachse Oranienstraße ist die lokale Wirtschaftsstruktur in SO 36 geprägt durch türkischstämmige Unternehmer. Bezeichnend für die Bedeutung der ethnischen Ökonomie im Gebiet ist, dass auch der Türkische Unternehmer & Handwerker Verein Berlin (TUH e.V.) seine Zentrale in Kreuzberg in der Oranienstraße hat. Aktuelle Zahlen bzw. eine Fortschreibung der Studie liegen nicht vor. Damit können konkrete Aussagen zur Entwicklung der lokalen ethnischen Ökonomie der letzten sechs Jahre im Gebiet kaum getroffen werden. Darüber hinaus sind folgende Unternehmensnetzwerke im Untersuchungsgebiet durch Projekte im wirtschaftlichen Bereich, dem Ausbildungssektor und u.a. in Zusammenarbeit mit Schulen und sozialen Trägern aktiv:
Abb. 29: Ladenlokale Oranienstraße
Ethnische Ökonomie Die ethnische Ökonomie hat aufgrund der sozialräumlichen Konzentration von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund immer noch eine wichtige Bedeutung und trägt zur Dynamik des Untersuchungsgebiets bei. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2005 be46 vgl. eigene Aufzeichnungen, Treffen der Sozialraum-AGs I,
Bezirkliches Bündnis für Wirtschaft und Arbeit Friedrichshain-Kreuzberg (BBWA) Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein (FKU) Regionaler Ausbildungsverbund Friedrichshain-Kreuzberg (RAV )
III, IV im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, 08/09 2011 vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 66
48 vgl. http://library.fes.de/pdf-
files/bueros/berlin/50268.pdf, S. 60f.
2.2.6 Akteure, Netzwerke und Beteiligungsstruktur
Beteiligungsverfahren als Bestandteil der Planungskultur Eine umfassende Bürgerbeteiligung an Stadtentwicklungsprozessen sowie eine frühzeitige Einbeziehung aller Akteure und Betroffenen bei konkreten Planungsverfahren im Hochbau und Freiflächenbereich sind in Kreuzberg zur Gewährleistung einer nachhaltigen Planungskultur etabliert. Das Interesse sowie die Bereitschaft zur kritischen und konstruktiven Partizipation an Stadtbzw. Quartiersentwicklung seitens der Bürgerschaft ist groß, da hier neben baulich-räumlichen gleichsam sozialräumliche, quartiersbezogene Aspekte und somit die Lebenswelt der Anwohner betroffen sind. Themen wie Aufwertung, Verdrängung, der Erhalt der sozialen Kreuzberger Mischung, aber auch Umwelt- und Baumschutz stehen dabei im Fokus der Diskussionen. Dass die Partizipations- und Kommunikationsbereitschaft in Kreuzberg vergleichsweise hoch ist, zeigt das vielfältige Engagement von lokalen Initiativen. Durch diese werden die Organisation von Beteiligungsverfahren nicht selten unterstützt und Diskussionsprozesse über Stadtplanungsoder Standortfragen teilweise sogar angeregt.
Für Planungsprozesse der Stadtentwicklung ist neben der Einbeziehung der drei QM-Teams als große Multiplikatoren der Stadtteilarbeit die Einbeziehung insbesondere folgender Netzwerke und Initiativen empfehlenswert, die sich in Ihrer Ausrichtung und Zielsetzung der nachhaltigen Gebietsentwicklung in der Luisenstadt Kreuzberg widmen: Bürgerverein Luisenstadt, BI Bäume für Kreuzberg, Initiative Spreeufer für Alle!. (siehe Tabelle „Netzwerke und Initiativen“ im Anhang)
Beteiligung und Vernetzung durch QM In allen drei Quartiersmanagement-Gebieten (siehe Kap.1.3) wird Beteiligung und Vernetzung mittels zwei verschiedener Gremien und vier unterschiedlicher Quartiersfonds als Umsetzungsinstrumente der Sozialen Stadt institutionalisiert. Bürger und lokale Akteure besitzen je nach Projekt bzw. je nachdem, aus welchem Quartiersfond dieses finanziert wird, unterschiedlich starke Verantwortung und Einflussnahme hinsichtlich fachlicher und finanzieller Entscheidungen. Als Gremien zu Austausch, Diskussion und Entscheidungsfindung dienen Quartiersrat (Bürger + lokale Akteure) und Aktionsrat (nur Bürgervertreter). Nach mehreren Jahren Beteiligung über QM kann im Untersuchungsgebiet die positive Bilanz gezogen werden, dass auch schwer erreichbare Zielgruppen, wie z.B. Migranten, in den Gremien aktiv sind und somit ein nachhaltiger Integrationsund Vernetzungsprozess auf sozialräumlicher Ebene zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik gestärkt wird.49 (siehe Tabelle „Quartiersmanagement VorortBüros“ im Anhang)
Abb. 30: Bürgerbeteiligung zur Qualifizierung des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal 2011
vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungsplus konzept für den Aktionsraum Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 118f.
SR- AGs und Bildungsnetzwerke Im Untersuchungsgebiet sind drei verschiedene Sozialraum-AGs im Bereich Jugendhilfe/ Bildung/ Gesundheit als Austausch- und Vernetzungsorgan zwischen Verwaltung und lokalen Akteuren tätig: SR-AG I Wassertorplatz, SR-AG III Mariannenplatz, SR-AG III Zentrum Kreuzberg. Die Treffen der Sozialraum AGs finden in der Regel alle 6-8 Wochen statt und werden vom Jugendamt gemeinsam mit den lokalen Akteuren (QM, freie Träger) vorbereitet und organisiert. An den Sozialraum-AGs nehmen Vertreter der ansässigen sozialen Träger der Jugend- und Erwachsenenhilfe teil. Auf den Treffen wird zum einen erörtert, welche sozialräumlichen Veränderungen, Problematiken nach Einschätzung der Multiplikatoren für die Arbeit in den Gebieten relevant sind, zum anderen gibt es Fachvorträge zu aktuellen sozialräumlichen Thematiken vor Ort. Als wichtiges Bildungsnetzwerk wird die Initiative 'Campus Marianne' durch das Jugendamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt. Mehrere Einrichtungen für Jugend und Bildung (Schule, Jugendhilfe, Kultur, Gemeinwesenarbeit etc.) sollen hier räumlich konzentriert gemeinsam ihre Ressourcen bündeln, Angebote abstimmen und weiterentwickeln.50 Mit Hilfe des Bezirks konnte die Initiative rasch zum festen Bestandteil der Kreuzberger Bildungslandschaft wachsen und leistet zielgerichtete Netzwerkarbeit für den Sozialraum. Campus Marianne hat zum Ziel, den Bildungsstandort am Mariannenplatz auf- bzw. weiter auszubauen. Der Ausbau des Bildungsnetzwerkes und dessen Arbeit werden seit 2011 auch durch Mittel über die Initiative Aktionsräume plus Kreuzberg-Nordost gefördert.
Aktionsraumplus- vernetzte Prozesse und Projekte Der durch die Initiative Aktionsraum plus angestrebte Vernetzungsprozess vollzieht sich in erster Linie auf der fachlichen Ebene der Verwaltungen. Über die Programmplanung 2011/2012 ist es in Kreuzberg über fachämterübergreifende Runden und kleinere Arbeitsrunden gelungen, verschiedene Verwaltungsbereiche horizontal und vertikal in ihrer Zusammenarbeit stärker zu vernetzen. Die Projekte haben dabei selbst einen vernetzenden Charakter. Die Maßnahmen verknüpfen Inhalte aus verschiedenen Fachebenen wie Schule, Jugend, Ausbildung oder Integration, Gesundheit, Kultur und bauen auf Kooperationen unterschiedlicher Akteure auf. So haben alle Abteilungen des Bezirks und eine Vielzahl von Trägern gemeinsam eine Reihe nachhaltiger Projektkonzepte für den Aktionsraum plus Kreuzberg-Nordost entworfen. Die ersten A+Projekte aus dem Programmjahr 2011 laufen bereits und neue Projekte für 2012 befinden in der Abstimmung bei Bezirk und Senat. Über Kofinanzierungen mit anderen Förderprogrammen, wie z.B. den Städtebaulichen Denkmalschutz lassen sich sowohl baulich-räumlich als auch sozio-kulturell und ökonomisch vielschichtige und somit nachhaltige Projekte für das Quartier umsetzen. Bürgerhaushalt Das Instrument des Bürgerhaushalts als Teil der Sozialraumorientierung wurde mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung Ende 2007 in Kreuzberg eingeführt. Ziel ist es, den Bezirkshaushalt transparenter zu machen und zu verdeutlichen, dass Politik, Verwaltung und Bürger „im selben Boot“ sitzen. Information der Bürgerinnen und Bürger, Konsultation und Rechenschaft sind die einzelnen Verfahrensschritte. Der Bürgerhaushalt soll eine direkte Form der Bürgerbeteiligung an der Haushaltsplanung des Bezirks bieten, indem Ideen zur Verwendung von Mitteln eingebracht werden können, über die die BVV in öffentlichen Sitzungen berät und ent-
(siehe Tabelle „Netzwerke und Initiativen“ im Anhang)
vgl. http://campusmarianne.blogspot.com/2009/04/eincampus-am-mariannenplatz-menschen.html
scheidet. Vorrangig geht es dabei um eine inhaltliche Schwerpunktsetzung im Bezirk. Vorschläge und Anregungen können die Bürger online auf dem Bürgerbeteiligungsportal des Bezirks unter der Adresse: http://www.berlin.de/bafriedrichshain-kreuzberg/buergerbeteiligung/ einbringen.51 Da jedoch seit 2010 keine zusätzlichen Mittel für den Bürgerhaushalt, sondern nur Mittel für ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stehen und somit eine direkte Bestimmung von Projekten fehlt, ist das Interesse seitens der Bürger stark zurückgegangen. Dies wurde insbesondere an den geringen Teilnehmerzahlen der jährlich stattfindenden Veranstaltungen in den acht Bezirksregionen im Frühling 2011 deutlich. Dementsprechend konnten die Ziele des Bürgerhaushalts, die Bürger in die Arbeitsinhalte von Bezirk und Politik einzubeziehen bzw. deren Arbeit für Bürger transparent zu gestalten und damit das gegenseitige Interesse und Miteinander zu stärken, bislang noch nicht zufriedenstellend umgesetzt werden. Ob daher weiterhin jährlich Veranstaltungen in der bisherigen Form organisiert werden, bleibt offen.52
2.3. Stärken-Schwächen-Analyse
Im Ergebnis der Gebietsanalyse sind die besonderen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für die Luisenstadt Kreuzberg in den Sektoren Städtebauliche Struktur, Nutzungsstruktur und Sozialraum ermittelt worden. Aus dieser Analyse heraus ergeben sich sektorale Handlungserfordernisse im Sinne des Leitbildes, die sich im Handlungskonzept sowie in der daraus resultierenden Maßnahmenplanung ausdrücken. Die Stärken-Schwächen-Analyse folgt auf den nächsten Seiten.
vgl. http://www.berlin.de/ba-friedrichshainkreuzberg/bezirksamt/buergerhaushalt/index.html 52 vgl. eigene Aufzeichnungen, Veranstaltungen/Diskussion zum Bürgerhaushalt Friedrichshain-Kreuzberg, 03/04 2011
SWOT Städtebauliche Struktur Städtebauliche Struktur Stärken Prägendes städtebauliches Grundmuster durch ELK und markante Platzfolge von Mariannenplatz, Heinrichplatz und Oranienplatz Homogene Gründerzeitbebauung in großen Teilbereichen, vor allem in den Planungsräumen Oranienplatz und den angrenzenden Blöcken Vielfalt architektonischer Leitbilder des 19. und 20. Jahrhunderts (von Lenné über Kahlschlagsanierung bis IBA und behutsame Stadterneuerung) Merkzeichen und Solitäre wie Hochbahntrasse, Tauthaus, Bethanien, St. Thomas Kirche Vielfalt an Gebäude- und Wohnungstypen für unterschiedliche Bewohnergruppen und Bedarfe Gewachsene Urbanität und lebendige Vielfalt in dichter Bebauung (noch) ohne organisierte Party- und Tourismusszene, vor allem im Planungsraum Oranienplatz Schwächen unterbrochene Weg- und Sichtbeziehungen im ELK infolge baulicher Maßnahmen der Vergangenheit , Angstraum um den Verkehrsgarten durch unübersichtliches Grün, Barrierewirkung der Skalitzer Straße Fehlender Zugang zur Spree- Abriegelung durch gewerbliche Nutzung, kein Uferweg Fehlende/ unterbrochene Block- und Raumkanten entlang Bethaniendamm (Kinderbauernhof), Skalitzer Straße (Spielplatz und Freifläche), Köpenicker Straße von Bethaniendamm bis Manteuffelstaße Naunynstraße (Naunynplatz) unzureichende Ausstattung mit Grün- und Freiflächen infolge sehr hoher Bebauungsdichte, insbesondere in den Planungsräumen Oranienplatz und Lausitzer Platz Überformung der historischen Bebauungsstruktur und Raumbezüge in Teilräumen durch Großsiedlungsstrukturen (westl. Wassertorplatz, Kottbusser Tor), Dresdener Straße ist abgehängt Chancen Begrenztes Neubaupotenzial/ Verdichtungspotenzial durch Arrondierung fehlender Blockkanten Neuordnungs- und Verdichtungspotenzial entlang Köpenicker Straße und Bethaniendamm Risiken Entwicklungsblockaden – bei Arrondierungsoder untergenutzten Grundstücken Entwicklungsskepsis gegenüber baulichen Veränderungen bei Teilen der Bevölkerung Neugestaltung ELK zw. Oranienplatz und Waldemarstraße sowie Heinrichplatz
SWOT Nutzungsstruktur Nutzungsstruktur Stärken Vielzahl an Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur –oft in Baudenkmalen - Bethanien, VHS Vielfältige Gewerbestruktur – Handwerk, Handel, Dienstleistung mit ethnischer Prägung Eindeutige Zentrenbildung – Oranienstraße, Kottbusser Tor Imageträger Oranienstraße – multifunktionell, multikulturell, multiethnisch Platzräume stiften Identität und haben „Charakter“ Sub-und Hochkultur in der NachbarschaftBallhaus Naunynstraße, SO 36, Internationales Theaterinstitut, Kunsthaus und Musikschule u.a. im Bethanien Nutzungsmischung – Wohnen und Gewerbe dicht beieinander Schwächen Starke Verkehrsbelastung entlang Skalitzer Str. und in der Oranienstraße Teilräumlich Stellplatzprobleme Radverkehrswege lediglich punktuell vorhanden Nutzungs-/ Interessenskonflikte und Entwicklungsskepsis erschweren, verzögern/ verhindern Erneuerung und Neugestaltung (NKZ, ELK, Heinrichplatz) Beeinträchtigung des Wohnens durch enge Funktionsmischung, insbesondere in den dichtbebauten Bezirksregionen Oranien Platz und Lausitzer Platz Monofunktionalität – im südwestlichen Bereich / Planungsraum Wassertorplatz Drogenszene – auffällig um Kottbusser Tor
Chancen Radfahrstreifen an der Skalitzer Straße Bethanien und Standort Schulkomplex hat Potenzial als Kultur- und Bildungszentrum im Kiez, Campus Marianne als Verknüpfung von kulturellen, künstlerischen und Bildungseinrichtungen im Gebiet „Naunynplatz“ – mit Potenzial als kleiner, attraktiver und ruhiger Aufenthaltsort und Ort für künstlerische Aktivitäten
Risiken Partymeile für Touristen in der Oranienstraße Verdrängung alteingesessener Gewerbe und Einrichtungen
SWOT Sozialraum Sozialraum Stärken Junge Bevölkerung – auffällig ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen Heterogenes Milieu – unterschiedlichste Milieus und Lebensstile bilden eine einzigartige Mischung Schwächen Hoher Anteil von Schülern nicht-deutscher Herkunft – Schwächen im Umgang mit der deutschen Sprache erschweren das Lernen und spätere Chancen auf dem Ausbildungs-/ Arbeitsmarkt Abwanderung von Familien – um das Ausbildungsniveau ihrer Kinder besorgte Eltern wandern vor deren Einschulung ab Hoher Anteil an Kinderarmut – der Anteil der Empfänger von Existenzsicherungsleistungen unter 15 Jahren liegt deutlich über dem Berliner Durchschnitt
Chancen Positive Entwicklungstendenz - der Planungsraum Oranienplatz gilt als einer der wenigen ‚Aufsteiger‘ des aktuellen Monitorings Soziale Stadtentwicklung Kreative Mischung – die einzigartige Mischung der verschiedenen Milieus und Lebensstile erzeugt ein hohes Potential an Kreativität Bürgerschaftliches Engagement –gemeinsam mit lokalen Akteuren und engagierten Bürgern können Projekte mit großer Akzeptanz und Nachhaltigkeit umgesetzt werden Lebendiges, multikulturelles Gebiet mit vielfältiger und interessanter Bewohnerschaft
Risiken Hohes Risiko für Altersarmut – durch das versteckte Alterungspotential Kreuzbergs wird das Thema ‚Altersarmut bei Migranten‘ an Bedeutung gewinnen Mietsteigerung – positive Entwicklungstendenzen einzelner Planungsräume führen zu steigenden Mieten Polarisierung durch einzelne aktive Gruppenvertreten erfolgreich und gut organisiert ihre persönlichen Interessen und Ziele, die nicht den Interessen der Allgemeinheit entsprechen
3 STÄDTEBAULICHES LEITBILD
Die Entwicklung des Teilraumes Luisenstadt Kreuzberg ergibt sich zum einen aus den gebietseigenen Gegebenheiten, Erfordernissen und Potenzialen, und zum anderen aus den Anforderungen und Vorstellungen, die das Gebiet beeinflussen, welches nicht mehr Stadtrand, sondern zentrumsnaher Teil der gesamten Luisenstadt und Berlins ist. Das städtebauliche Leitbild „Einheit in der Vielfalt“ ist die Bewahrung, Stärkung und behutsame Weiterentwicklung der charakteristischen Elemente des Gebiets. Die Einheit in der Vielfalt ist zu erhalten und zukunftsfähig zu gestalten. Vielfalt meint sowohl die gebauten Strukturen vom Stadtraum bis hin zu seinen Elementen Gebäude und Freiräume, als auch die verschiedenen Funktionen und Nutzungen im Gebiet, die Menschen, die hier arbeiten und leben, ihre Netzwerke, Vereine und Initiativen sowie die zahlreichen Einrichtungen der kulturellen und sozialen Infrastruktur. (siehe dazu Karte „ Leitbild – Einheit in der Vielfalt“ im Anhang) Trotz teilräumlicher Brüche und Barrieren stellt das Gebiet eine Einheit dar, die mit den gebauten Leitbildern von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Ende des 20. Jahrhunderts seine besondere Attraktivität ausmachen und ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal darstellen. Die Bebauungsstrukturen, vor allem die der Gründerzeit haben sich im Laufe der Jahrzehnte als flexibel und anpassungsfähig erwiesen, ohne dabei ihre Charakteristik zu verlieren. Dazu kommen eine große Nutzungs- und Funktionsvielfalt mit teilweise stadtweiter und darüber hinausgehender Bedeutung, zahlreiche soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen sowie eine sozial, demografisch und ethnisch stark gemischte Bevölkerung. Die Leitlinien für die Entwicklung in der Luisenstadt Kreuzberg sind somit: Sicherung der gestaltprägenden Bebauungs-, Freiraum- und Platzstrukturen der Gründerzeit und Bewahrung von Spuren der Geschichte Sicherung der Wohnfunktion für eine Vielzahl von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Sicherung der Funktionsmischung von Wohnen, Gewerbe, Handel, Dienstleistung und Kultur Stabilisierung und Sicherung der Vielzahl an Einrichtungen der sozialen Infrastruktur
In der Tradition der Kreuzberger Luisenstadt ist eine kritische Beteiligung an baulichen Veränderungen tief verwurzelt. Ohne die frühzeitige Einbeziehung, Mitwirkung und Akzeptanz der Bevölkerung werden erforderliche Maßnahmen nur sehr schwer oder auch gar nicht umsetzbar sein. Die Umsetzung des Leitsatzes: „Öffentliche Einrichtungen sowie Straßen, Plätze und Grünbereiche müssen bedarfsgerecht erneuert und ergänzt werden“ hat auch heute, mehr als 40 Jahre nach Gründung der IBA, nichts von seiner Bedeutung für Kreuzberg verloren.
Seit 2006 werden Maßnahmen im Programm SDS durchgeführt, die Maßnahmen haben ein Volumen von Umgesetzt: 11,3 Mio. € In Planung: 4,6 Mio. € (ohne Programmjahr 2012) Die einzelnen Maßnahmen sind den Übersichten zu entnehmen, die bereits durchgeführten oder bewilligten Maßnahmen haben die Priorität 0 erhalten. Die Maßnahmen haben - auch bedingt durch eine intensive Bürger- und Nutzerbeteiligung überwiegend eine große Akzeptanz in der Bevölkerung und sind ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung der sozialen und kulturellen Infrastruktur sowie zur Qualifizierung des öffentlichen Raums im Fördergebiet Luisenstadt. Die Belange des (Städtebaulichen) Denkmalschutzes konnten innerhalb der verschiedenen Abstimmungsverfahren gut mit den Anforderungen der überwiegend sozialen Nutzungen in Einklang gebracht werden. Die Beteiligungsverfahren führten auch zu einem größeren Verständnis der Nutzer für die Historie der von ihnen genutzten Gebäude und der Freifläche Bethanien und damit zu den Belangen des Denkmalschutzes. Auf dem Bethaniengelände wurde durch den Ansatz des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz, die Fläche mit den Gebäuden als Ensemble zu betrachten und der Zersplitterung der Freifläche in einzelne Teile entgegenzuwirken, soziale Vernetzungsprozesse der verschiedenen Nutzer initiiert, eines der Ergebnisse ist der Campus Marianne. Ausnahme bildet der Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal. In 2009 führten die kontroversen Diskussionen über die beabsichtigte Qualifizierung des Abschnittes zwischen Oranienplatz
und Waldemarstraße am historischen Vorbild der Barth’schen Planung dazu, dass die bereits bewilligten Fördermittel durch Beschluss der BVV zurückgegeben wurden, da sie in Teilen der Bürgerschaft keine Akzeptanz fanden. Diese Planung wurde zum Sinnbild für vorhandene Ängste, dass die Umwälzungen nach Öffnung der Mauer zu einer Vertreibung von Teilen der Bevölkerung führen und die Errungenschaften der behutsamen Stadtentwicklung mit umfänglichen Beteiligungsverfahren ihre Relevanz für das aktuelle politische Handeln verlieren würden. Diese Befürchtungen sind insbesondere bei Maßnahmen im öffentlichen Raum in jeweils geeigneter Weise Rechnung zu tragen, um die große Akzeptanz des Förderprogramms in der Luisenstadt weiter beizubehalten.
4.2 Maßnahmenübersicht mit Prior itäten und Kosten
(siehe dazu Karte „ Maßnahmenübersicht“ im Anhang)
4.3 Handlungsempfehlungen und Maßnahmenübersicht
Aus den dargestellten Potentialen und Problemlagen wurde ein Handlungskonzept mit einzelnen Maßnahmenbausteinen erarbeitet. Die notwendigen Maßnahmen wurden mit den bezirklichen Fachämtern abgestimmt, mit Ausnahme der Bereiche Jugend/Familie/Schule konnten die Fachämter bereits Prioritäten für die Liegenschaften für die sie die fachliche Zuständigkeit besitzen, benennen. Die Kosten für die Maßnahmen in den Kitas in Regie des Eigenbetriebs Kindergärten City am Leuschnerdamm und des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte am Bethaniendamm bedürfen noch der Abstimmung mit den Trägern. Die Einzelmaßnahmen sind in der Kosten- und Finanzierungsübersicht in der Anlage aufgeführt.
Die Übersicht umfasst neben erforderlichen Maßnahmen auch solche, die • bereits im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz abgeschlossen oder bewilligt sind • abgeschlossene Maßnahmen mit anderen Finanzierungen, die für den Gesamtraum relevant sind. Diese Maßnahmen wurden in der KoFi mit der Priorität 0 versehen Gesamtkostenvolumen Gesamtmaßnahmen von gesamt rund 64,0 Mio. € davon bereits finanziert 18,0 Mio. € davon noch erforderlich 46,0 Mio. € Maßnahmen der Kostengruppe 12 Gebietsbezogenes Konzept zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz Für die Förderkulisse sind im Rahmen eines Gutachtens zum einen die Potentiale für Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Nutzung regenerativer Energien und zum Klimaschutz aufzuzeigen (Standorte für Energieverbünde, Photovoltaik, solare Warmwasserbereitung, Gründächer, Lüftungsschneisen, alternative Heiztechnik, ...). Zum anderen sollen für ausgewählte Objekte die Vereinbarkeit von Klimaschutz und Denkmalpflege exemplarisch aufgezeigt werden. Leitsystem Städtebaulicher Denkmalschutz Wie dargestellt, verfügt die Luisenstadt über eine reichhaltige Geschichte und ein Spektrum an historisch bedeutsamen Gebäuden. Dies soll mit einem Leitsystem im Stadtbild sichtbar und deutlich werden. Öffentlichkeitsarbeit Für ausgewählte einzelne Projekte sowie projektübergreifende Inhalte bzw. Aktionen ist ein zusätzlicher Mittelansatz für Öffentlichkeitsarbeit notwendig.
Dokumentation Der Dokumentation der realisierten Maßnahmen kommt eine große Bedeutung zu. Im weiteren ist in Abstimmung mit den Denkmalbehörden zu überdenken, ob für ausgewählte Maßnahmen eine genauere Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen erfolgen sollte. Gutachten Kottbusser Tor Das Kottbusser Tor ist ein wichtiger Knotenpunkt, an dem sich verschiedene stadträumliche Probleme und Aufgabenstellungen überlagern. Durch ein städtebauliches Gutachten sollen Fragen der Anbindung des Wohnkomplexes an das Umfeld bearbeitet werden. Gutachten Heinrichplatz Der Heinrichplatz ist ein lebendiger städtischer Platz. In einem Gutachten sollen die vorhandenen Nutzungskonflikte Gewerbe-Gastronomieruhender und fließender Verkehr systematisch erfasst und Vorschläge zur Lösung erarbeitet werden, die mit den Nutzern erörtert werden können. Gutachten Blockrand Köpenicker Wie dargestellt, ist die Ausgestaltung der Blockkante Köpenicker Str. im Abschnitt zwischen Bethaniendamm und Manteuffelstr. stadträumlich unbefriedigend. Ein Gutachten soll Maßnahmen zur Verbesserung der überwiegend gewerblich strukturierten Situation aufzeigen. Gutachten Blockrand Bethaniendamm Auch die Blockkante am Bethaniendamm Ecke Adalbertstr. ist städtebaulich unbefriedigend. Mittels eines Gutachtens sind Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Blockkante unter Beibehaltung der Nutzung Kinderbauernhof deutlicher markiert werden kann. Gutachten Verkehrskonzept, Parkraumbewirtschaftung Wie dargestellt, sind die Anforderungen an den öffentlichen Verkehrsraum vielfältig. Einerseits bestehen zahlreiche Nutzungskonflikte z.B. durch
Lieferverkehr, parken in zweiter Reihe, großes Verkehrsaufkommen und Wohnnutzungen, eine relativ geringe Ausstattung mit Querungshilfen und ähnliches. Des Weiteren gibt es keine gebietsbezogene Strategie, wie z.B. dem zunehmenden Fahrradverkehr Rechnung getragen werden kann. Mit einem gebietsbezogenen Verkehrskonzept, welches u.U. auch die Sinnhaftigkeit zur Einführung einer Parkraumbewirtschaftung überprüfen könnte, sollen zukunftsweisende Wege aufgezeigt werden, wie die gründerzeitlich geprägte Baustruktur mit dem Verkehr des 21. Jahrhunderts zu verbinden ist. Gutachten Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal Während Teile der aktiven Bürgerschaft die Gestaltungen im ELK der 80er Jahre im Rahmen der IBA 84/87 als Bezugsrahmen für eine Qualifizierung sehen, sehen andere Teil der Bürgerschaft die historische Planung der 20er /30er Jahre als Grundlage. Die Bezirksverordneten haben mit ihren 2009 verabschiedeten Grundzügen eines Leitbildes die 80er Jahre Planungen als Grundlage festgelegt. Einzig in dem Abschnitt zwischen Landwehrkanal und Skalitzer Straße besteht weitgehender Konsens, dass die Planung der 80er durch das Büro Baller als qualitätsvolle Planung eine denkmalwerte Schicht darstellt und daher Grundlage für eine im Programm SDS geförderte Gestaltung darstellen kann. Für alle anderen Abschnitte besteht noch kein Konsens zwischen den Belangen des Städtebaulichen Denkmalschutzes und den Anforderungen des Bezirkes an die Planung. Die Bedeutung des ELK für die Luisenstadt stellt jedoch eine Verpflichtung dar, für dieses wichtige und prägende Gartendenkmal eine qualitätsvolle Gestaltung zu entwickeln, die konsensfähig den Belangen des Gartendenkmals, aber auch den Nutzern Rechnung trägt. Daher sollte zunächst für den Abschnitt zwischen Skalitzer Straße und Oranienplatz ein Masterplan in einem gemeinsamen Verfahren entwickelt werden.
Der äußerst umstrittene Abschnitt zwischen Oranienplatz und Waldemarbrücke sollte ausgespart werden, da hier zum einen keine Einigung zu erwarten ist, und zum anderen der Oranienplatz ebenso wie die Skalitzer Straße räumlich als Schnittpunkt fungiert. Substanzgutachten Für die im Folgenden aufgeführten Gebäude im öffentlichen Grundvermögen sind bauliche Substanzgutachten erforderlich. Erst durch diese Gutachten kann das tatsächliche Schadensbild und damit die notwendigen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten mit größerer Verbindlichkeit beziffert werden. Die in diesem INSEK angesetzten Kosten entsprechen dem derzeitigen Kenntnisstand und sind, soweit sie nicht projektierte Maßnahmen betreffen, nicht abschließend fachlich fundiert. Sie eignen sich daher nicht für die konkrete Finanzplanung. Georg-von-Rauch-Haus, Mariannenplatz 1a Seniorentreff AWO Adalbertstr. 23a Pestalozzi-Fröbel-Haus, Mariannenplatz 3 Jugendzentrum Naunynritze E.O.-Plauen-Grundschule Ballhaus Naunystraße Gebäude Mariannenplatz 1 Gutachten Nutzung St. Thomaskirche Mit der Kirchengemeinde St. Thomas und dem Verbund Campus Marianne sollen umsetzbare Konzepte entwickelt werden, wie diese Kirche ihrem Standort und stadträumlicher Bedeutung gemäß für eine größere und intensivere öffentliche Nutzung zugänglich gemacht werden kann. Gutachten Nutzung 'Beamtenwohnhaus', Mariannenplatz 1 Das überwiegend als Wohngebäude genutzte Gebäude (bis vor einiger Zeit hatte auch ein Kinderarzt dort seine Praxis) ist wichtiger Bestandteil des Ensembles Bethanien. Das Gebäude hat einen größeren Instandsetzungsbedarf, jedoch stehen dem Bezirk keine Mittel für eine umfassende und notwendige Sanierung zur Verfügung.
Im Rahmen eines Gutachtens sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die eine nachhaltige Sicherung und Entwicklung dieses städtebaulich und denkmalpflegerisch wertvollen Gebäudes ermöglichen. Pflegekonzept Bethanienfreifläche und Grünzug ELK Im Rahmen des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz werden die beiden bedeutsamen Grünflächen Bethanien und ELK erneuert. Im Sinne des langfristigen Erhalts und der Qualitätssicherung ist für beide Freiflächen ein Pflegekonzept zu erstellen. Planung öffentliche Grün- und Freiflächen u. Spielplätze, zu Verkehrsmaßnahmen und für sonstige Maßnahmen an Einrichtungen sozialer Infrastruktur und Umfeld Hier wurden jeweils 10 % der in den Kostengruppen 33, 332, 333, für die Erstellung prüffähiger Bauplanungsunterlagen zu Grunde gelegt.
wird die Anbringung einer Wärmedämmverbundsystem-Fassade als Bedarf angesetzt. Kita Leuschner Damm 33, Für die Kita in Regie des Eigenbetriebes Kindergärten City wird die Anbringung einer WDVSFassade als Bedarf angesetzt. Kita Bethaniendamm 65 Das Familienzentrum mit Kita wird als Neubau zur Bedarfsdeckung auf einem bezirklichen Grundstück durch den Träger Jugendwohnen als Neubau wesentlich im Rahmen des Förderprogramms Bildung im Quartier ab 2012 errichtet. Vorderhaus/‘Neubau‘ Angebote Jugend, Waldemarstr. 57 Die Sanierung des Gebäudes erfolgt 2012/2013 im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Familienzentrum, Adalbertstr. 23b Das Familienzentrum wurde 2010/2011 2013 im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz umfassend saniert. Kindernotdienst, Gitschiner Str. 48 Die beiden Gebäude des Kindernotdienstes werden im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz in 2011 (Putzbau) und 2014 (Klinkerbau) saniert. Pestalozzi-Fröbel-Haus, Mariannenplatz 3 Bei dem von einer Jugendeinrichtung genutzten Gebäude besteht grundlegender Sanierungsbedarf bei der Gebäudehülle mit Fenstern. Es gibt Feuchtigkeitsschäden im Keller. Das Dachgeschoß besitzt Potential für eine dringend erforderliche Erweiterung der Nutzfläche. Hierfür muss ein zweiter Rettungsweg eingeplant werden. Jugendzentrum Naunynritze, Naunynstr. 63 Bei dem wichtigen Bestandteil der sozialen Infrastruktur Jugendzentrum Naunynritze besteht grundlegender Sanierungsbedarf bei der Gebäudehülle. Es gibt Feuchtigkeitsschäden im Keller.
Maßnahmen der Kostengruppe 33 Jugend und Familie Kita Waldemarstr. 57 Die Kita im Altbau/‘Hinterhaus‘ wurde bereits im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz 2009/2010 saniert. Kita Dresdner Str. 127 Die Kita ist noch im bezirklichen Eigentum, Träger ist INA.KINDER.GARTEN . Die Kita wurde 1988 in ein nicht genutztes Parkhaus eingebaut. Erforderlich sind eine Hüllensanierung zur Verbesserung des Wärmeschutzes und eine Erneuerung der Sanitärbereiche. Die Freifläche wurde 2006/2007 aus Mitteln Soziale Stadt, Quartiersmanagement erneuert. Bethaniendamm 27. Für die Kita der St. Thomasgemeinde in Regie des evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte
Freifläche Kita mit Teilflächen Civilipark, Waldemarstr. 57 Die Freifläche ist ein separater Teil der Bethanienfreifläche. Neben der Verbesserung der Spiel- und Nutzungsqualität für die beiden Einrichtungen Kinderhaus und Civilipark ist ein Ziel die gestalterische Einbindung der Freiflächen in die Gesamtanlage. Freifläche Kita ,Leuschner Damm 33 Die Freifläche der Kita ist hinsichtlich der Ausstattung und Zonierung zu optimieren. Freifläche Kita, Bethaniendamm 65 Die Gestaltung der Freifläche für die neu angelegte Kita ist Bestandteil der BPU für die Gesamtmaßnahme, aber finanziell nicht abgesichert. Freifläche Familienzentrum Adalbertstr. 23 Die Freifläche ist ebenfalls ein separater Teil der Bethanienfreifläche. Neben der Verbesserung der Spiel- und Nutzungsqualität für die im Familienzentrum befindlichen Einrichtungen ist ein Ziel die gestalterische Einbindung der Freiflächen in die Gesamtanlage. Besonderes Augenmerk gilt auch der Gestaltung der Flächen vor dem Gebäude, die entsprechend des historischen Vorgartens als ein angemessener Auftakt für das ehemalige Seminargebäude anzulegen sind. Freifläche Kindernotdienst, Gitschiner Str. 48 Die Freifläche ist entsprechend der Bedarfe der berlinweiten Einrichtung zu gestalten. Besondere Bedeutung kommt der Einfriedung der Freifläche zum Schutz der traumatisierten Kinder zu. Bestandteil der Maßnahme ist die Herrichtung eines angemessenen Zugangs für das benachbarte Haus des Sports und die Sanierung der Umfassungsmauern. Freifläche Naunynritze, Naunynstr. 63 Die Freifläche bietet wenige Aufenthaltsqualitäten für die Jugendlichen und bedarf einer umfassenden Erneuerung.
Kinderbauernhof, Adalbertstr. Im Rahmen des Programms Soziale Stadt, QF 4 wurden Stallneubauten errichtet. Weiterer Bedarf ist derzeit nicht bekannt. Schule Nürtingen-Grundschule, Mariannenplatz 28 Die Schule wurde bereits im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz 2007/2008 saniert. Ergänzende Maßnahmen zur Gestaltung einer pädagogisch geleiteten Lernumgebung wurden mit Mitteln der Sozialen Stadt, Quartiersmanagement finanziert, weitere Mittel sind im Rahmen der Initiative Aktionsraum plus vorgesehen. Hort der Nürtingen-Grundschule Wrangelstr. 128 Teilmaßnahmen im Hortgebäude wie die Hülle und die Zufahrt wurden im Programm Stadtumbau West saniert. Erforderlich sind weiterhin: Dach mit Wärmedämmung, Fenster, Türen E.O. Plauen-Grundschule Wrangelstr. 136 An der Schule ist die Fassade, das Dach mit Wärmedämmung sowie die Aula zu sanieren. Freiflächen Nürtingen-Grundschule Mariannenplatz 28 Die Schulfreifläche wurde bereits im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz und mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West 2008/2009 erneuert. Freiflächen Nürtingen-Hort Wrangelstr. 128 Die Schulfreifläche wurde bereits im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz 2011 erneuert. Freifläche E.O. Plauen-Grundschule Wrangelstr. 136 Die Freifläche bietet wenig Spiel- und Aufenthaltsangebote für die Kinder und bedarf einer umfassenden Erneuerung.
Soziales Seniorentreff AWO, Adalbertstr. 23a Die Seniorenfreizeitstätte ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt für überwiegend ältere Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Mit ihrer mehr als 30-Jährigen Geschichte in dieser von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund geprägten Region möchte der Bereich Soziales es auch weiterhin als zentralen Ort der interkulturellen Mehrgenerationenbegegnung mit einem stadtteilorientierten Charakter erhalten und ausbauen. Für das Gebäude sind folgende Maßnahmen erforderlich: Wärmedämmung Dach, Hüllensanierung, barrierefreier Zugang mit Aufzug und Notausgang, Sanierung der Sanitäranlagen
Bildung, Kultur Volkshochschule Wassertorstr. 4 Die umfassende Sanierung des Gebäudes erfolgte 2010 im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. VHS Nebengebäude Wassertorstr. 4 Das Nebengebäude für die historischen Toilettenanlagen soll so ausgebaut werden, dass es für die Volkshochschule nutzbar wird. Freifläche Volkshochschule Wassertorstr. 4 Die Freifläche entspricht in ihrer Ausstattung und Gestaltung nicht den Potenzialen und Nutzungen und soll umfassend erneuert werden. Lesegarten Stadtbücherei Adalbertstr. 2 Die Nutzung der Außenanlage hinter der Bibliothek als Lesegarten wird von den Besucher/innen der Einrichtung v.a. im Frühjahr/Sommer regelmäßig nachgefragt. Die Nutzbarmachung wird zur Attraktivitätssteigerung der Bibliothek und des Gebietes rund um das Zentrum Kreuzberg erheblich beitragen. Georg-von-Rauch-Haus Mariannenplatz 1a Das Georg-von-Rauch-Haus ist ein wichtiger städtebaulicher und denkmalgeschützter Teil des Ensembles Bethanien. Es wird als soziokulturelles Projekt in weitgehender Selbstverwaltung genutzt. Es besteht erheblicher Sanierungsbedarf an der Gebäudehülle, das Dach ist bereits undicht, der Keller ist feucht und die Fenster sehr schadhaft. Derzeit wird ein Gutachten erstellt, um den genauen Zustand des Gebäudes und die zur Beseitigung erforderlichen Maßnahmen und Kosten zu erfassen. (s. KG 12) Kunstquartier Bethanien Mariannenplatz 2 Das Gebäude ist dringend sanierungsbedürftig. Der Zustand der Gebäudehülle mit Fenstern, Türen und Dach entspricht ebenso wie der Innenbereich nicht der überregionalen Bedeutung des Gebäudes. Die technischen Anlagen sind erneuerungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den
Sport Die beiden, dem Fachvermögen Sport zuzuordnenden Immobilien in der Förderkulisse sind bereits saniert bzw. befinden sich in der Sanierung Sporthalle Mariannenstr. 47 Für den Standort wurde ein Gesamtkonzept mit denkmalgeschützter Bestandshalle, Erweiterungsbau für Umkleide und Sanitär sowie der Freifläche realisiert. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln des Sportstättensanierungsprogramms und des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Haus des Sports Gitschiner Str. 48 Die Sanierung des Gebäudes erfolgt umfassend 2011 im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement wurde ein Nutzungskonzept erarbeitet, welches das Gebäude nach Fertigstellung zu einem wichtigen Baustein der sozialen Infrastruktur werden lassen.
Notwendigkeiten für diesen bedeutsamen Kulturstandort. Im Kunstquartier ansässig sind die beiden bezirklichen Einrichtungen Musikschule und Kunstraum, die darüber hinaus einen Sanierungsbedarf haben. Die Nutzerzahlen der beiden bezirklichen Einrichtungen steigen weiter an. Die Räumlichkeiten in ihrem derzeitigen Zustand entsprechen hingegen nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen und der z.T. geänderten Nutzung. So erhöht die inhaltliche Neuausrichtung der Musikschule (u.a. auf den Bereich Popmusik) die Kooperationsmöglichkeit mit den allgemeinbildenden Schulen, ändert aber die akustischen Erfordernisse. Effektive Akustikmaßnahmen, die zur Durchführung des Unterrichts notwendig sind, gibt es nicht. Diese müssen dringend geschaffen werden. Zur Verbesserung des Angebotes mit musikalischen Veranstaltungen im Stadtteil Kreuzberg soll zumindest für die kleinen Veranstaltungen der Konzertraum der Musikschule ertüchtigt werden. Dazu zählen der Rückbau der Klimaanlage sowie der Einbau von Lichttechnik. Kreuzberg-Museum Adalbertstr. 95 Das Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg hat seit 1991 im Kreuzberg Museum in der Adalbertstraße 95A seinen zentralen Veranstaltungsort für Dauer- und Wechselausstellungen und betreibt hier das Archiv für die Geschichte des Bezirks. Das Kreuzberg Museum hat etwa 30.000 Besucher und Besucherinnen pro Jahr und ist damit das wohl erfolgreichste Heimatmuseum Berlins. Allerdings gibt es große Probleme und auch immer wieder Beschwerden über die schlechte Zugänglichkeit des Hauses. Museum und Archiv sind im Hinterhaus eines historischen Fabrikgebäudes untergebracht. Die Zugänglichkeit soll durch verschiedene geeignete Maßnahmen verbessert werden. Ballhaus Naunynstraße Naunynstr. 27 Der Einbau eines Aufzuges in das Gebäude ist dringend notwendig und baurechtlich vorgeschrieben/Barrierefreiheit. Die Medientrennung
ermöglicht im Sinne des Bezirksamtes und der Mieter im Vorderhaus eine nutzungsabhängige Aufstellung und Abrechnung der Betriebskosten. Weitere umfassende Maßnahmen sind an der Gebäudehülle erforderlich. St. Thomaskirche Mariannenplatz Die St. Kirche ist der zweitgrößte Kirchenbau in Berlin und eine stadträumliche Dominante. Die Hüllensanierung ist bereits erfolgt, allerdings entspricht die Nutzung nicht den Potentialen des Standortes. Ein Nutzungskonzept soll mit der Gemeinde, die Mitglied des ‚Campus Marianne‘ ist, erarbeitet werden (s. KG 12), es werden vorsorglich Mittel zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen zur Aktivierung dieses Standortes eingestellt. Sonstiges Im Gebiet wird ein gebietsweites Baumscheibenprojekt in Kooperation mit Initiativen und Quartiersmanagements vorgeschlagen.
Maßnahmen der KG 332 Grünanlagen und Spielplätze Wesentliche Maßnahmenschwerpunkte sind das Bethaniengelände mit Mariannenplatz und der Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal. Die Maßnahmen auf der Freifläche Bethanien sind finanziell abgesichert und werden abschnittsweise seit 2008 baulich umgesetzt, die abgestimmte und bewilligte Maßnahme wird 2014 abgeschlossen werden. Ebenfalls abgeschlossen werden konnte mit bezirklichen Mitteln die denkmalgerechte Erneuerung der beiden Gartendenkmale Mariannenplatz und Oranienplatz.
Für die Maßnahmen am ELK werden drei Abschnitte gebildet: Abschnitt zwischen Waldemarbrücke und Oranienplatz. Für diesen Abschnitt ist derzeit kein Konsens hinsichtlich der Gestaltung sichtbar. Die Anforderungen des Denkmalschutzes zur Tieferlegung der Fläche analog des Abschnittes zwischen Waldemarbrücke und Engelbecken im Bezirk Mitte lässt sich nicht mit dem Beschluss der BVV zur Orientierung an der Planung der 1980er Jahre in Einklang bringen. Abschnitt zwischen Oranienplatz und Skalitzer Straße: Für diesen Abschnitt wird ein Masterplanverfahren vorgeschlagen (s. KG 12), um zu einer einvernehmlichen gestalterischen Lösung zu gelangen. Abschnitt zwischen Skalitzer Straße und Landwehrkanal: Für diesen Abschnitt erarbeitet derzeit das Büro Baller, welches als Verfasser das Urheberrecht an der vorhandenen Planung besitzt in einem umfänglichen Beteiligungs-und Abstimmungsprozess eine Planung, die für das Programmjahr 2012 eingereicht werden wird. Darüber hinaus ist in der Förderkulisse die grundlegende Erneuerung von sieben Spielplätzen erforderlich. Diese Spielplätze befinden sich alle auf ehemals bebauten Flächen, deren Bebauung durch Kriegseinwirkungen zerstört wurde. Für den Spielplatz an der Skalitzer Straße mit der Blockspitze bestehen besondere gestalterische Anforderungen an die Einfriedung an dieser städtebaulich und historisch bedeutsamen Blockkante (Akzisemauer). Bei den anderen Spielplätzen bestehen übliche gestalterische Anforderungen. Eine Besonderheit stellt das ‚Duo‘ der Spielplätze an der Naunynstr. dar, deren Zusammenspiel gestalterisch optimiert werden kann.
Kostengruppe 333 Öffentliche Erschließungen Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen beziehen sich wesentlich auf den, den Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal flankierenden Straßenraum mit Fahrbahn, Gehwegen und Vorgärten und die markanten Stadtplätze. Weitere Maßnahmen, beispielsweise zur Schulwegsicherheit, Querungshilfen, Bereitstellung von ‚Infrastruktur‘ für den Fahrradverkehr, müssen im Rahmen des vorgeschlagenen Verkehrskonzeptes erarbeitet werden. Alfred-Döblin-Platz Für den Alfred-Döblin-Platz liegt eine abgestimmte BPU vor, die Planung wird in 2013 baulich umgesetzt. Oranienplatz Im Tiefbau sind Maßnahmen zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger erforderlich. Hier liegt nach umfänglichen Abstimmungen mit der BVG eine Planung vor. Mariannenplatz Am Mariannenplatz, Einmündung Muskauer Straße, ist zur sicheren Querung eine Gehwegvorstreckung im Programm der Schulwegsicherung abgestimmt, diese Gehwegvorstreckung muss eine am Gartendenkmal Mariannenplatz orientierte Dimensionierung haben. Heinrichplatz Die Reduzierung der Nutzungskonflikte, die Verbesserung der Querungsmöglichkeiten sind Ziele eines Maßnahmenpaketes für diesen Platz. Zur Detaillierung ist ein vertiefendes Gutachten erforderlich. Kottbusser Tor Die Querungsmöglichkeiten und die Schnittstellen zwischen öffentlichem und halböffentlichem/privaten Raum sind zu optimieren. Zur Detaillierung ist ein vertiefendes Gutachten erforderlich.
Naunynplatz Eine weitere, kleinteilige Maßnahme, die nicht Bestandteil der KoFi ist, ist die Attraktivitätssteigerung des ‚Naunynplatzes‘, oder auch Bullenwinkel, nach der historischen Funktion genannt. Dieser kleine, sehr besondere Stadtplatz schöpft sein Potential, insbesondere durch die Beparkung nicht aus. Hier sollen gemeinsam mit den Anwohnern Möglichkeiten für eine verbesserte Nutzung gefunden werden. Straßenraum Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal Ziel dieser Maßnahmen ist die Stärkung dieses einzigartigen Stadtraums mit einer Anpassung an die heutigen verkehrlichen Belange. Hierzu gehören insbesondere die Dimensionierung des Straßenraums am Wassertorplatz, die Gestaltung der Übergänge an die, den Grünzug kreuzenden Straßen und Angebote für den Fahrradverkehr. Vorgärten Ein weiteres wichtiges Element dieses Stadtraums sind die privaten Vorgärten, die hier als Element des öffentlichen Raumes aufgeführt werden. Öffentliche Aufgabe wird es sein, die Eigentümer für die Besonderheiten der Vorgärten zu gewinnen und mit diesen eine Form von Gestaltungssatzung zu vereinbaren, die der historischen und stadträumlichen Bedeutung entspricht.
A1 Kosten-/ Finanzierungsübersicht A2 Karten A3 Tabellen A4 Quellenverzeichnis (Text, Karten, Tabellen, Bilder)
Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt (Ortsteil Kreuzberg)
Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt, Ortsteil Kreuzberg Kosten- und Finanzierungsübersicht Stand 11/2011 KGR 11 12 125 21 221 222 23 24 251 252 311 + 312 313 314 32 332 33 333 35 4 51 52 Vorbereitung der Sanierung vorbereitende Untersuchungen Weitere Vorbereitung Abschluß der Gesamtmaßnahme Ordnungsmaßnahmen Bodenordnung einschließlich Erwerb Umzug, Härteausgleich,Entschädigung Bewohner Härteausgleich, Entschädigung Betriebe Freilegung von Grundstücken Herstellung/Änderung öffentl. Erschließungsanlagen Bewirtschaftungsverluste/Mietausfall Sonstige Maßnahmen Ausgaben für Baumaßnahmen ModInst von Wohngebäuden ModInst gewerbl. genutzter Gebäude/Gebäudeteile ModInst aufgrund vertraglicher Vereinbarung Neubauten und Ersatzbauten Grünanlagen und Spielplätze Errichtung/Änderung Gemeinbedarfs- und Folgeeinr. Errichtung/Änderung Öffentliche Erschließungsanlagen Sonstige Maßnahmen Ausgaben für Sonstige Maßnahmen Vor- und Zwischenfinanzierung Aufgabenerfüllung für Berlin Vergütung von Sanierungsträgern Vergütung von Sanierungsbeauftragten SUMME Kostenschätzung 6.235.000,00 6.235.000,00 0,00 siehe Liste KG 12 Anmerkung
57.086.870,00
6.950.370,00 47.349.000,00 2.787.500,00
siehe Liste KG 332 siehe Liste KG 33 siehe Liste KG 333
500.000,00 500.000,00 63.821.870,00 10 Jahre á 50.000 €
KG 12 Weitere Vorbereitung der Sanierung Kosten- und Finanzierungsübersicht Stand 10/2009 Verfahren / Planung / Gutachten gebietsbezogenes Konzept zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz Leitsystem Städtebaulicher Denkmalschutz Öffentlichkeitsarbeit Dokumentation Gutachten Kottbusser Tor Gutachten Heinrichplatz Gutachten Blockrand Köpenicker Gutachten Blockrand Bethaniendamm Gutachten Verkehrskonzept, Parkraumbewirtschaftung Gutachten Grünzug Ehemaliger Luisenstädtischer Kanal Gutachten Georg-von-Rauch-Haus, Mariannenplatz 1a Gutachten Seniorentreff AWO Adalbertstr. 23a Gutachten Pestalozzi-Fröbel-Haus, Mariannenplatz 3 Gutachten Jugendzentrum Naunynritze Gutachten E.O.-Plauen-Grundschule Gutachten Ballhaus Naunynstraße Gutachten Gebäude Mariannenplatz 1
Kosten in € 50.000,00 40.000,00 15.000,00 20.000,00 15.000,00 15.000,00 12.500,00 12.500,00 50.000,00 40.000,00 40.000,00 25.000,00 25.000,00 25.000,00 25.000,00 25.000,00 20.000,00
Gutachten Nutzung St. Thomaskirche Gutachten Nutzung 'Beamtenwohnhaus' Mariannenplatz 1 Pflegekonzept Bethanienfreifläche und Grünzug ELK Planung öff. Grün- und Freiflächen und Spielplätze Planungen zu Verkehrsmaßnahmen Planung sonstige Maßnahmen an Einrichtungen Soz. Infrastruktur und Umfeld Summe
50.000,00 20.000,00 10.000,00
700.000,00 300.000,00 4.700.000,00 6.235.000,00
KG 332 Grünanlagen und Spielplätze Kosten- und Finanzierungsübersicht Stand 11/2011 *
Maßnahme / Vorhaben Freifläche Bethanien
Adresse / Lage Mariannenplatz/Bethaniendamm/Adalbertstr./ Waldemarstr.
Fläche in m² 27.446
Kostenansatz Gesamtbau€/m² kosten in € 1.850.000
Erneuerung (E)/ Neubau (N)
Anmerkungen/Maßnahmen Wege, Einfassungen, Ausstattung , Ausführung in Bauabschnitten BA 1-2 fertiggestellt für diesen Bereich lag eine bewilligte BPU vor, die in Anlehnung an die historische Planung der 20er Jahre eine Tieferlegung dieses Abschnittes vorsah. Diese Planung konnte wegen fehlender Akzeptanz von Bewohnern nicht umgesetzt werden. der Platz wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege und mit bezirklichen Mitteln 2008/2009 neugestaltet planerische Neugestaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, Verbesserung der Wegebeziehungen, Einbeziehung Verkehrserziehungsplatz Erneuerung der Spielausstattung Bezugnahme auf Planung der 80er Jahre, planerische Gestaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, Verbesserung der Wegebeziehungen, Einordnung Fahrradverkehr Landwehrkanal Erneuerung der Spielausstattung planerische Neugestaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten Einfriedung, Sicherheit, Nutzungsvielfalt Einfriedung, Kleinkinderspiel Spielangebote , Begrünung auf der gesamten Fläche Spielangebote , Begrünung auf der gesamten Fläche Spielangebote , Begrünung auf der gesamten Fläche Wasseranschluss, Ausstattung Spielangebote auf der gesamten Fläche Aktivierung als Spielplatz
Grünzug Ehemaliger WaldemarbrückeLuisenstädtischer Kanal- Oranienplatz
Grünzug Ehemaliger Oranienplatz-Skalitzer Straße Luisenstädtischer Kanal-
Grünzug Ehemaliger Skalitzer StraßeLuisenstädtischer Kanal- Landwehrkanal
30.300 5.291 910 1.271 1.186 1.585 632 3.900 670 130 200 150 130 130 130 130 150
890.000 687.830 182.000 190.650 154.180 206.050 82.160 507.000 100.500 6.950.370,00
0 1 1 1 2 2 3 3 3
Spielplatz mit Blockspitze Skalitzer Str. 108, 121 Spielplatz Spielplatz Spielplatz Spielplatz Spielplatz Spielplatz Spielplatz Manteuffel/Muskauer Manteuffel/Naunyn Naunynstr. 43/45 Naunynstr. 49/50 Dresdener Str. 127 Waldemarstr. (Bethanien) Waldemarstr. 30 Summe
*Die in diesem INSEK angesetzten Kosten sind auf Grundlage von Quadratmeterpauschalen ermittelt, sie eignen sich nicht für die konkrete Finanzplanung
KG 33 Errichtung/Änderung Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen
Kosten- und Finanzierungsübersicht Stand 11/2011 * Maßnahme / Vorhaben Adresse / Lage Waldemarstr. 57 Dresdner Str. 127 Bethaniendamm 29 Leuschner Damm 33 Bethaniendamm 65 Waldemarstr. 57 Adalbertstr. 23b Gitschiner Str. 48 Mariannenplatz 3 Naunynstr. 63 Waldemarstr. 57 Leuschner Damm 33 Bethaniendamm 65 Adalbertstr. 23b Gitschiner Str. 48 Naunynstr. 63 Adalbertstr. Mariannenplatz 28 Wrangelstr. 128 Wrangelstr. 128 Wrangelstr. 136 Mariannenplatz 28 Wrangelstr. 128 Wrangelstr. 136 Adalbertstr. 23a Mariannenstr. 47 Gitschiner Str. 48 Wassertorstr. 4 Wassertorstr. 4 Wassertorstr. 4 Adalbertstr. 2 Mariannenplatz 1a Mariannenplatz 2 Mariannenplatz 2 Mariannenplatz 2 Adalbertstr. 95 Mariannenplatz Naunynstr. 27 gebietsweit Kosten in € 15.980.000 1.600.000 600.000 300.000 300.000 2.500.000 2.200.000 1.970.000 1.230.000 1.300.000 1.500.000 450.000 200000 200.000 550.000 580.000 200.000 300.000 3.301.000 1.189.000 185.000 400.000 600.000 927.000 438.000 600.000 1.500.000 1.500.000 2.583.000 1.700.000 883.000 23.970.000 1.090.000 250.000 150.000 30.000 3.000.000 16.463.000 92.000 1.445.000 100.000 150.000 1.200.000 15.000 15.000 Erneuerung (E)/ Neubau (N) E E E E N E E E E E E E N E E E E E E E E E E E Priorität 0 5 7 4 0 0 0 0 3 2 1 4 6 1 1 2 0 0 0
Jugend und Familie Kita Kita Kita Kita Kita Familienzentrum Familienzentrum Kindernotdienst Pestalozzi-Fröbel-Haus Jugendzentrum Naunynritze Freifläche Kita mit Teilflächen Civilipark Freifläche Kita Freifläche Kita Freifläche Familienzentrum Freifläche Kindernotdienst Freifläche Naunynritze Kinderbauernhof Schule Nürtingen-Grundschule Hort der Nürtingen-Grundschule, 1. BA Hort der Nürtingen-Grundschule, 2. BA E.O. Plauen-Grundschule Freiflächen Nürtingen-Grundschule Freiflächen Nürtingen-Hort Freifläche E.O. Plauen-Grundschule Soziales Seniorentreff AWO Sport Sporthalle Haus des Sports Bildung, Kultur Volkshochschule VHS Nebengebäude Freifläche Volkshochschule Stadtbibliothek, Lesegarten Georg-von-Rauch-Haus Kunstquartier Bethanien Kunstraum im Kunstquartier Bethanien Musikschule im Kunstquartier Bethanien Kreuzberg-Museum St. Thomaskirche Ballhaus Naunynstraße Sonstiges Baumscheibenprojekt
1 E E E E E E E E E E E E E N 0 0 0 2 2 3 1 4 4 5 1
Summe 47.349.000 Maßnahmen betreffen nicht abschließend fachlich fundiert. Sie eignen sich nicht für die konkrete Finanzplanung.
Kostengruppe 333 Öffentliche Erschließungen Kosten- und Finanzierungsübersicht Stand 11/2011*
Maßnahme / Vorhaben Alfred-Döblin-Platz Böcklerstraße Oranienplatz Mariannenplatz Wassertorplatz bis Querung Ritterstraße/Reichenberger Str. Straßenraum ELK
Kostenansatz €/m²
Gesamtbaukosten in € 480.000 300.000 350.000 100.000
Priorität 0 1 1 1
Anmerkungen/Maßnahmen BPU liegt vor BPU ist in Erarbeitung BPU ist in Erarbeitung BPU ist in Erarbeitung, anteilige Finanzierung durch Schulwegsicherungsprogramm
Anpassung des Straßenquerschnitts kleinteilige Maßnahmen im Straßenraum zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger Straßenbegleitgrün, Maßnahmendurchführung durch Eigentümer Platzgestaltung, Querungen, Reduzierung der Nutzungskonflikte Fahrbahnsicherung
Vorgärten ELK Heinrichplatz Kottbusser Tor Summe
177.500 400.000 250.000 2.787.500,00
*Die in diesem INSEK angesetzten Kosten entsprechen dem derzeitigen Kenntnisstand und sind soweit sie noch nicht projektierte Maßnahmen betreffen nicht abschließend fachlich fundiert. Sie eignen sich nicht für die konkrete Finanzplanung.
Soziale/ Kulturelle Infrastruktur im Fördergebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg
Bildung, Freizeit und Kultur Angebote Abenteuerspielplatz Civili-Park Ballhaus Naunynstraße Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien Georg von Rauch-Haus - Jugend- und Kulturzentrum Familiengarten Aile Bahcesi
Bezirksregion (BZR) Adresse
Träger / Zuständigkeit Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Kultursprünge e.V. Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Georg-von-Rauch-Haus Jugend- und Kulturzentrum Kreuzberg e.V. Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. Jugendwohnen im Kiez gGmbH
Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz
Jugendförderung - Jugendamt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
BZR III, Waldemarstraße 57-59 Telefon (030) 90298-6017 BZR III, Naunynstraße 27 BZR III, Mariannenplatz 2 BZR III, Mariannenplatz 1a BZR III, Oranienstraße 34 Tel. 030-347 459 860 Tel. 030 - 90298-1455 Tel. 0173-4487182 Tel. 030-614 35 56
Kulturamt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Kulturamt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Sozialamt - Seniorenamt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Familienförderung/ Erziehungs- und Familienberatung - Jugendamt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
BZR III, Adalbertstraße 23 b
Tel: 030 32517806
Festsaal Kreuzberg Freiluftkino Mariannenplatz Jugendverkehrsschule/ Schulverkehrsgarten Kinderbauernhof am Mauerplatz Kino Babylon Kreuzberg Museum (Bezirksmuseum) Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße
BZR III, Skalitzer Straße 130 BZR III, Bethanien/ Mariannenplatz BZR I, Wassertorplatz (nördlicher Bereich) BZR III, Leuschnerdamm 9 BZR III, Dresdener Straße 126 BZR III, Adalbertstraße 95a Adalbertstraße 2
Tel. 030-616 560 03 30Tel. 030 / 29 36 16 29 Tel: 030 50589111 Tel.: 030 - 225 024 61 Tel. 030-616 096 93 Tel. 030-505 852 33 Tel. 030-505 852 25
Ohm -Nahme-Schaper-Swieykowski GbR Pifflmedien GmbH Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Kinderbauernhof am Mauerplatz e.V. Yorck-Kino GmbH Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin GSJ – Gesellschaft für Sport u. Jugendsozialarbeit gGmbH, Sportjugend Berlin e.V. NGBK – Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. Frauenzentrum Schokoladenfabrik e.V. Sub Opus 36 e. V. Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft e.V. Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz
Jugendförderung - Jugendamt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Weiterbildung und Kultur Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Grundstück in bezirklichem Besitz Grundstück in bezirklichem Besitz Grundstück in bezirklichem Besitz
keine Regelförderung, aber Finanzie-rung von Teilprojekten über Bezirk
Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz
Amt für Weiterbildung und Kultur Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Bibliotheksamt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Weiterbildung und Kultur Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Jugendförderung - Jugendamt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Tel. 030 / 90298-1431
NaunynRitze - Jugend- und Kulturzentrum
BZR III, Naunynstraße 63
Tel. 030-347 458 930
NGBK – Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. Schokofabrik - Frauenzentrum Schokoladen SO36 Statthaus Böcklerpark Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg
BZR III, Oranienstraße 25 BZR III, Naunynstraße 72 BZR III, Oranienstraße 190 BZR I, Prinzenstraße 1 BZR I, Wassertorstraße 4
Tel. 030-616 51 30 Tel. 030-615 29 99 Tel. 030-614 013 06 Tel. 030-221 953 21 Tel. 030 2219-5522
Vereine und Institutionen (JugFam,Soziales, Integration, Gesundheit)
Angebote Akarsu e.V. - Berlin, Förderung und Stärkung von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund AMOS e.V., Verein zur Hilfe für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen Beratungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige und Tagesstätte für Wohnungslose Am Wassertor Berliner Notdienst Kinderschutz, 24 Std. Krisendienst Bürgerhilfe. Kultur des Lebens gGmbH Betreutes Einzelwohnen mit interkulturellem Schwerpunkt Entegre e.V. – Für Erziehung und Bildung HeileHaus e.V. - das Gesundheitsprojekt in Kreuzberg IdeFix-Fixpunkt gGmbH Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. Migrationsrat Berlin-Brandenburg - Dachverband von über siebzig Migrant_innen-Selbstorganisationen Mosaik JugendKulturEtage Nachbarschaftsladen Naunynstraße Pestalozzi-Fröbel--Haus Sportverein Türkiyemspor Berlin 1978 e.V. Bezirksregion (BZR) Adresse BZR III, Oranienstraße 25 BZR III, Naunynstraße 61 BZR I, Segitzdamm 46 BZR I, Gitschiner Str. 49 BZR III, Skalitzer Straße 138 BZR III, Mariannenstr. 9/10 BZR III, Waldemarstraße 36 BZR III, Dresdener Straße 20 BZR III, Adalbertstraße 95a BZR III, Oranienstraße 34 Oranienstraße 34 BZR III, Oranienstraße 34 BZR III, Naunynstraße 65 Mariannenplatz 3 Böcklerstraße 1 Kontakt Tel. 030-616 769 30 Tel. 030-332 88 58 Tel. 615 63 24 Tel. 030 - 61 00 66 Tel. 030-612 098 00 Tel. 030-707 660 49 Tel. 030-615 47 47 Tel. 030-616 587 55 Tel. 030-615 79 91 Tel. 030-695 658 65 Tel. 030-616 587 56 Tel 030 / 615 64 93 Tel. 030-544 697 14 Tel. 030-615 35 61 Tel. 0163 75 78 83 2 Träger / Zuständigkeit Akarsu e.V. AMOS e.V. Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V. / Unionhilfswerk gGmbH Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Bürgerhilfe. Kultur des Lebens gGmbH
Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude
Gesundheitsförderung, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz
Entegre e.V HeileHaus e.V. IdeFix-Fixpunkt gGmbH, Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung e.V. Pestalozzi-Fröbel-Haus Stiftung des öffentl. Grundstück/ Gebäude in Rechts bezirklichem Besitz Türkiyemspor Berlin 1978 e.V.
Förderung über Jobcenter / Kooperation QM Zentrum Kreuzberg
Förderung: EU-, Bundes-, Landesmittel (Soziale Stadt, ESF, EFRE) Förderung: EU-, Bundes-, Landesmittel (Soziale Stadt, ESF, EFRE)
Quartiersmanagement Vorort-Büros
Angebote QM Mariannenplatz QM Wassertorplatz QM Zentrum Kreuzberg/ Oranienstraße Bezirksregion (BZR) Adresse BZR III, Naunynstraße 73 BZR I, Bergfriedstr. 22 BZR III, Dresdener Straße 12 Kontakt Tel. 030-61 20 18 80 | Tel. 030 61 65 95 82 Tel. 030/612 30 40 Träger / Zuständigkeit Jugendwohnen im Kiez e.V. ASUM GmbH VDE e.V. Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude Finanzierung Förderung Förderung: EU-, Bundes-, Landesmittel (Soziale Stadt, ESF, EFRE) Förderung: EU-, Bundes-, Landesmittel (Soziale Stadt, ESF, EFRE) Förderung: EU-, Bundes-, Landesmittel (Soziale Stadt, ESF, EFRE)
QUELLEN http://www.qm-mariannenplatz.de/index.php?id=initiativen http://www.quartiersmanagement-wassertorplatz.de/ http://www.qm-zentrumkreuzberg.de/qm2/images/qm-kotti/downloads/standortuebersicht%20zko.pdf Angebotsübersicht BZR III Nördliche Luisenstadt, Karte 2, Original Nr. 2011/013, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule sowie Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht -Fachbereich VermessungAngebotsübersicht BZR I Südliche Friedrichstadt, Karte 2, Original Nr. 2011/011, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht -Fachbereich VermessungÜbersichtskarte Friedrichshain-Kreuzberg: Schulen, Kindertagesstätten, Jugend- und Familienförderung, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule http://www.kulturamt-friedrichshain-kreuzberg.de/projektfoerderung.php?DOC_INST=5 http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/verwaltung/org/jugendamt/freizeiteinrichtungen.html#region3#
Sozio-Kulturelle Infrastruktur im Fördergebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg
Angebote INA.KINDER.GARTEN Kita St. Thomas Kita - Kotti e.V., Adalbertstr. 87 Kita - Kotti e.V., Adalbertstr. 87, 88 Kita - Kotti e.V., Dresdener Str.14 Neue Kindergruppe Kreuzberg e.V. Naunynstr. 69 Kita Wassertropfen EKT Schokokids e. V. Leuschnerdamm 33 Kita von Till-Eulenspiegel-Kette e. V. Eltern-Kind-Gruppe Kreuzberg-Nord e.V. Affentanz e.V. Langer Rüssel e.V. Muskauer Str. 30 e.V. Kinderladen Muko e.V. Kita St. Michael Bezirksregion (BZR) Adresse Dresdener Str. 128 Bethaniendamm 27 Adalbertstr. 87, 88 Adalbertstr. 87, 88 Dresdener Str.14 Dresdener Str.18 Naunynstr. 69 Oranienstr. 192 Naunynstr. 72 Leuschnerdamm 33 Adalbertstr. 23b Mariannenplatz 1-2 Mariannenstr. 47 Mariannenstr. 48 Muskauer Straße 30 Muskauer Straße 33/34 Waldemarstraße 8-10/ Dresdener Str. 29 Waldemarstraße 57-59 Waldemarstraße 57-59 Oranienstr. 202 Oranienstr. 14a Oranienstr. 4 Kontakt Tel.: 030/ 69 50 37 90 Tel. 030-6183730 Tel.: 030/ 615 92 97 Tel.: 030/ 615 92 97 Tel.: 030/ 615 32 00 Tel. 030-615 16 40 Tel.: 030/ 614 90 53 Tel.: 030/ 614 48 29 Tel.: 030/ 615 76 99 Tel.: 030/ 5058-6290/91 Tel.: 030/ 615 21 80 Tel. 030-614 59 00 Tel. 030-617 52 34 Tel. 030-612 61 20 Tel. 030-611 60 27 Tel. 030-618 68 24 Tel. 030-49807597 Träger / Zuständigkeit freier Träger, INA.KINDER.GARTEN gemeinnützige GmbH freier Träger, Ev. Kirchengemeinde St. Thomas freier Träger, Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. freier Träger, Kotti-Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. freier Träger, Kotti- Nachbarschafts- und Gemeinwesenverein e.V. freier Träger, Neue Kindergruppe Kreuzberg e.V. freier Träger, Unionhilfswerk GmbH freier Träger, AWO freier Träger/ EKT Schokokids e. V. Eigenbetrieb-Kindergärten "City", Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg freier Träger, Till-Eulenspiegel-Kette e. V. freier Träger/ EKT, Eltern-Kind-Gruppe KreuzbergNord e.V. freier Träger/ EKT, Affentanz e.V. freier Träger/ EKT, Langer Rüssel e.V. freier Träger/ EKT, Muskauer Str. 30 e.V. freier Träger/ EKT, Kinderladen Muko e.V. freier Träger, Kath. Kirchengemeinde Sankt Michael/ Sankt Marien-Liebfrauen freier Träger/ EKT Eltern-Kinder-Schülergruppe Modell "Florian" e.V. freier Träger, Kinderhaus Waldemar Elterninitiative e.V. freier Träger/ EKT, Kinderladen Bande e.V. freier Träger/ EKT Rotzfahne e.V. freier Träger, VAK -Verein zur Betreuung und Förderung ausländischer Kinder e.V. Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz 54 58 23 123 22 55 29 21 14 20 77 Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude Größe / Anzahl der Kinder 160 40 26 24 38
Eltern-Kinder-Schülergruppe Modell "Florian" e.V. Kinderhaus Waldemar Kinderladen Bande e.V. EKT Rotzfahne e.V. Europa-Kita des VAK e.V.
Tel. 030-614 81 46 Tel. 030 614 10 29 Tel. 030-611 98 94 Tel. 030-618 77 60 Tel. 030-618 63 19
35 85 15 20 90
QUELLEN Übersichtskarte Friedrichshain-Kreuzberg: Schulen, Kindertagesstätten, Jugend- und Familienförderung, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule http://www.berlin.de/sen/familie/kindertagesbetreuung/kita_verzeichnis/ http://www.familiennavigator.de/verzeichnis/Berlin/Berlin/Kreuzberg/kindergaerten-kitas/3021 http://www.kita.de/traeger/berlin/friedrichshain-kreuzberg/p=11
Angebote Nürtingen- Grundschule Bezirksregion (BZR) Adresse BZR III, Mariannenplatz 28 Kontakt Schulleitung: Hr. Schega 231 (Sekretariat) 61784 232 (Schulleitung), schulleitung@nuertingengrundschule.de Schulleitung: Fr. DöntgenDreissig, Tel: 030 61 78 42 11, eoplauen.cids@t-online.de Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude 61784 Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Grundstück/ Gebäude in Berlin, Schulamt bezirklichem Besitz Träger / Zuständigkeit Größe / Anzahl der SchülerInnen ca. 430
E.O.-Plauen -Grundschule
BZR III, Wrangelstraße 136/ Manteuffelstraße 8
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Grundstück/ Gebäude in Berlin, Schulamt bezirklichem Besitz
QUELLEN Übersichtskarte Friedrichshain-Kreuzberg: Schulen, Kindertagesstätten, Jugend- und Familienförderung, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule
Angebote Abenteuerspielplatz Civili-Park Adalbertstraße 95 A Spielplatz Bethanien/ Waldemarstraße 57 Bolzplatz Bethanien I Bolzplatz Bethanien II Dresdner Str. 127 Wrangelstraße 11 Oranienplatz / Waldemarbrücke (ELK) Skalitzer Straße 121/ Mariannenstraße Waldemarstraße 30 Manteuffelstraße 23 Naunynstraße 89-91 / Manteuffelstraße 38 Naunynstraße 43-45 Naunynstraße 49-51 Skalitzer Str. 108/ Oranienstraße Wassertorplatz Nord (ELK) Wassertorplatz Süd (ELK) Spielplatz Böcklerpark (GSW-Grundstück) Spielplatz Böcklerpark I Bezirksregion (BZR) Adresse Kontakt BZR III, Adalbertstraße/ Waldemarstraße BZR III, Adalbertstraße 95 A BZR III, Bethanien/ Waldemarstraße 57 BZR III, Waldemarstr./ Ecke Adalbertstr. BZR III, Waldemarstr./ Ecke Mariannenplatz BZR III, Dresdner Str. 127 BZR III, Wrangelstraße 11 BZR III, Oranienplatz / Waldemarbrücke BZR III, Skalitzer Str. 121/ Mariannenstraße BZR III, Waldemarstraße 30 BZR III, Manteuffelstraße 23 BZR III, Naunynstraße 89/91 / Manteuffelstraße 38 BZR III, Naunynstraße 43-45 BZR III, Naunynstraße 49-51 BZR III, Skalitzer Str. 108/ Oranienstraße BZR I, Wassertorplatz Nord BZR I, Wassertorplatz Süd BZR I, Böcklerpark BZR I, Böcklerpark Fr. Beyer, Tel. 90298-8021 Träger / Zuständigkeit Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Fachbereich NatSchGrün Eigentumsverhältnisse Grundstück Größe der Anlage (in / Gebäude m²) Grundstück in bezirklichem Besitz
Angebote Sporthalle der Nürtingen-Grundschule Sportplatz und Sporthalle der E.O.-Plauen -Grundschule Turnhalle Mariannenstraße Bezirksregion (BZR) Adresse Kontakt BZR III, Mariannenplatz 28 BZR III, Wrangelstraße 136/ Manteuffelstraße 8 BZR III, Mariannenstraße 47 Träger / Zuständigkeit Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Eigentumsverhältnisse Grundstück Größe der Anlage (in / Gebäude m²) Grundstück in bezirklichem Besitz Grundstück in bezirklichem Besitz Grundstück/ Gebäude in bezirklichem Besitz
QUELLEN Angebotsübersicht BZR III Nördliche Luisenstadt, Karte 2, Original Nr. 2011/013, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule sowie Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht -Fachbereich VermessungAngebotsübersicht BZR I Südliche Friedrichstadt, Karte 2, Original Nr. 2011/011, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht -Fachbereich VermessungÜbersichtskarte Friedrichshain-Kreuzberg: Schulen, Kindertagesstätten, Jugend- und Familienförderung, Hrsg.: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Jugend, Familie, Schule http://www.kulturamt-friedrichshain-kreuzberg.de/projektfoerderung.php?DOC_INST=5 http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/verwaltung/org/jugendamt/freizeiteinrichtungen.html#region3#
Bezeichnung/ Titel Ausrichtung/ Ziele Teilnehmer/ Mitglieder Adresse/ Kontakt
Privatisierung des Bethaniens als "Internationales Kulturelles Gründerzentrum" verhindern. Ein kulturelles, künstlerisches, politisches und soziales Zentrum von unten unter Beteiligung aller NutzerInnen und der AnwohnerInnen zu schaffen Nach 40 Jahren Teilung Gemeinsame Ziele für die soziale und städtebauliche Entwicklung der Luisenstadt entwickeln Berücksichtigung der Belange von Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie der Erholungsnutzung bei der Sanierung des LWK / ELK Interessenvertretung derjenigen, die ein Spreeufer als Grün- und Kulturfläche mit vielfältigen Nutzungen wollen positive Vision für einen Standort, an dem viele Einrichtungen für Jugend und Bildung im Stadtteil räumlich konzentriert gemeinsam ihre Ressourcen bündeln, Angebote abstimmen und weiterentwickeln Erstellung eines gemeinsamen Konzepts zur Verbesserung der Bildungsbedingungen im Gebiet
freier Zusammenschluß verschiedenster Einzelpersonen und Initiativen aus Kreuzberg und darüber hinaus
Mariannenplatz 2, Telefon: 0179 851 77 00 http://bethanien.info/home/izb.html
Mitglieder der Bürgerinitiative Luisenstadt (Ost), engagierte Michaelkirchstraße 7,Telefon (030) 2 79 54 08 Bürger aus SO 36,Vertreter der Büchereien und http://www.buergerverein-luisenstadt.de/ Kirchengemeinden
Bäume am Landwehrkanal e.V. Verein für Stadtnaturschutz / BI Bäume für Kreuzberg Initiativkreis Mediaspree Versenken! Spreeufer für Alle Campus Marianne
Achim Appel & Birgit Dorbert, Skalitzer Str. 95 http://www.baeume-am-landwehrkanal.de/ Carsten Joost, c/o New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz 2 http://www.ms-versenken.org/ alle für den Kiez relevanten Akteure des Gemeinwesens (freie Träger der Jugendhilfe, Schulen, Kitas, Anwohner, Initiativen, Polizei, WBGs, Kultur, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Vertreter Bezirksverwaltung) E.O.Plauen- Nürtingen- und Heinrich-Zille GS, KiTas, Elternvertretern, Jugendhilfeträgern (AWO, PFH, Jugendwohnen im Kiez, Kotti, RAA, Tandem BQG), dem Jugendamt, QM Mariannenplatz Ansprechpartner im Bezirksamt: Herr Gunther Hagen Region III
Bildungsinitiative Mariannenplatz
QM Mariannenplatz, Naunynstraße 73, Tel.: 030-61 20 18 80 http://campusmarianne.blogspot.com/2009/04/campusmarianne-herzlich-willkommen-in.html
degewo.Kooperationsrunde
monatliche Runde zur Verbesserung der Wohnbedingungen um den Mieterrat-Block 100 e.V., Vertreter der Polizei (AB 53), QM- QM Mariannenplatz, Naunynstraße 73, Mariannenplatz. Hauptaugenmerk liegt auf den Themen: Gestaltung, Team Tel.: 030-61 20 18 80 Sicherheit und Sauberkeit in den Wohnblöcken http://www.qm-mariannenplatz.de/ index.php?id=vernetzungsrunden
Mieterrechtsberatung im Familienzentrum, Waldermarstr. 57 (auch in Teilnahme an degewo.Kooperationsrunde türkischer Sprache)
Mieterrat-Block-100 e.V.
Waldemarstr. 88, Tel. 612 3966 http://www.qm-mariannenplatz.de/ index.php?id=mieterratblock-100
vgl. http://bethanien.info/home/izb.html vgl. http://www.buergerverein-luisenstadt.de/ vgl. http://www.baeume-am-landwehrkanal.de/ vgl. http://www.ms-versenken.org/ vgl. http://campusmarianne.blogspot.com/2009/04/campus-marianne-herzlich-willkommen-in.html vgl. http://www.qm-mariannenplatz.de/index.php?id=vernetzungsrunden vgl. http://www.qm-mariannenplatz.de/index.php?id=mieterrat-block-100
Religiöse Gemeinden und ethnisch-kulturelle Einrichtungen
Angebote Ertugrul Gazi Moschee Islamisches Kulturzentrum der Bosniaken Mevlana Moschee Kulturzentrum Anatolischer Aleviten Kurdisches Zentrum Berlin Türkische Gemeinde zu Berlin St. Michael Kirche (Kath.) St. Thomas Kirche (Ev.) Bezirksregion (BZR) Adresse Oranienstraße 189 Adalbertstraße 94 Skalitzer Straße 131/132 Waldemarstraße 20 BZR III, Dresdener Straße 8 Skalitzer Straße 134 Waldemarstraße 8-10, Bethaniendamm 23-27 Kontakt Tel. 030-61 55 48 3 Tel. 030-695664-0 Tel. 030-6147014 Tel. 030-61658700 Tel. 030-615 90 92 Tel. 030-615 59 67 Tel.030-616 76 20 Tel. 030-612 37 22 Islamski kulturni centar u Berlinu e.V. Mevlana Moschee e.V. Berlin Alevi Toplumu - Aleviti-sche Gemeinde zu Berlin e. V. Kurdisches Zentrum Berlin e.V. Türkische Gemeinde zu Berlin e.V. Träger / Zuständigkeit Eigentumsverhältnisse Grundstück / Gebäude
QUELLEN vgl. http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/bezirk/sehenswertes/kirchen_im_bezirk.html vgl. http://www.dmk-berlin.de/toplinks/moscheen.htm
Eigentümerstrukturen im Fördergebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Luisenstadt Kreuzberg
Bezeichnung/ Titel Bestände im Gebiet Anmerkungen Wohnungsbauförderung/ Belegrechtsbindung Träger/ Rechtsform Adresse/ Kontakt
Wohnungsunternehmen (private, städtische, genossenschaftliche) Degewo - Wohnungsbaugesellschaft Blöcke 77, 97 und 100, Waldemarstraße, degewo erwarb 2008 1.129 Wohnungen, 528 Stellplätze und 20 Gewerbeeinheiten rund um den Mariannenplatz. Freistellung von der Belegungsbindung ab 2010 Freistellung von der Belegungsbindung ab 2010 Freistellung von der Belegungsbindung ab 2010 degewo AG Potsdamer Straße 60, Tel. 030 26485-2299 Charlottenstraße 4, Tel. 030-68 99 99 0 Prinzenstraße 19 (Büro Kreuzberg), Tel. 030-4708-4603
Tollensestraße 34, Tel. 030 816003-0
GSW-Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin GEWOBAG
Hilfswerk-Siedlung GmbH - Ev. Wohnungsunternehmen in Berlin
Böcklerpark, Kottbusser Tor, Manteuffelstraße Wassertorstraße, Wassertorplatz
Segitzdamm 42/44, 48, 50, 52
GSW Immobilien AG GEWOBAG WohnungsbauAktiengesellschaft Berlin
WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte Dresdener Str., Oranienplatz, Naunynstr., mbH Waldemarstr. GSG - Gewerbesiedlungs-Gesellschaft mbH Naunyntstraße,Oranienstr., Adalbertstr., Waldemarstr. EVM - Erbbauverein Moabit e.G. Luisenstadt e.G. Mariannenstr. 13 + 14 Waldemarstr. 77 + 77 A Block 103, Oranien-, Naunyn-, Manteuffel-, Mariannenstraße Selbstverwaltung in einem genossenschaftlichen Verbund, der Luisenstadt eG, 1991 in Erbpacht übereignet
Freistellung von der Belegungsbindung ab 2010
WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH GSG Asset GmbH & Co. Verwaltungs KG EVM Berlin eG eingetragene Genossenschaft
Dircksenstraße 38 , Tel. 030-2471 30
Franklinstraße 27, Tel. 030-3 90 930 Paulsenstraße 39, Tel. 30-82 79 05 -0
Mariannenstr. 48, Tel. 0306189674
vgl. http://www.wbm.de/wbm/cms/de/wohnen/bestandsvisualisierung_popup.html vgl. http://www.orco-gsg.de/de/363_Friedrichshain_Kreuzberg.htm vgl. http://www.edoc.difu.de/edoc.php?id=I12849H vgl. http://www.qm-mariannenplatz.de/index.php?id=mieterrat-block-100 vgl. Herwarth + Holz im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Integriertes Stadtteilentwicklungs-konzept für den Aktionsraumplus Kreuzberg – Nordost, Berlin 2010, S. 62f. vgl. http://www.hws-berlin.de/fileadmin/PDF/HWS_-_Unsere_Wohnanlage_web.pdf