Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EuGH&Datum=21.02.1990&Aktenzeichen=267/88
Timestamp: 2019-08-26 04:32:34
Document Index: 226016072

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

EuGH, 21.02.1990 - 267/88 bis 285/88, C-267/88, C-268/88, C-269/88,... - dejure.org
EuGH, 21.02.1990 - 267/88 bis 285/88, C-267/88, C-268/88, C-269/88, C-270/88
https://dejure.org/1990,715
EuGH, 21.02.1990 - 267/88 bis 285/88, C-267/88, C-268/88, C-269/88, C-270/88 (https://dejure.org/1990,715)
EuGH, Entscheidung vom 21.02.1990 - 267/88 bis 285/88, C-267/88, C-268/88, C-269/88, C-270/88 (https://dejure.org/1990,715)
EuGH, Entscheidung vom 21. Februar 1990 - 267/88 bis 285/88, C-267/88, C-268/88, C-269/88, C-270/88 (https://dejure.org/1990,715)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1990,715) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EWG-Vertrag, Artikel 40 und 43
1 . Landwirtschaft - Gemeinsame Marktorganisation - Diskriminierende Unterscheidung zwischen Erzeugern oder Verbrauchern - Verbot - Umfang - Ermessen des Gemeinschaftsgesetzgebers auf dem Gebiet der Gemeinsamen Agrarpolitik - Gerichtliche Nachprüfung - Grenzen
1. Landwirtschaft - Gemeinsame Marktorganisation - Diskriminierende Unterscheidung zwischen Erzeugern oder Verbrauchern - Verbot - Umfang - Ermessen des Gemeinschaftsgesetzgebers auf dem Gebiet der Gemeinsamen Agrarpolitik - Gerichtliche Nachprüfung - Grenzen
Die Rechtsprechung erkennt auch an, daß der Gemeinschaftsgesetzgeber auf dem Gebiet der gemeinsamen Agrarpolitik über ein weites Ermessen verfügt, das der politischen Verantwortung entspricht, die ihm die Artikel 40 und 43 übertragen (vgl. Urteil vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 14, …und Urteil vom 19. März 1992, Hierl, a. a. O., Randnr. 13).
In diesem Zusammenhang beschränkt sich die Kontrolle der materiellen Rechtmäßigkeit durch den Gemeinschaftsrichter auf die Prüfung der Frage, ob die Gemeinschaftsorgane bei der Ausübung eines solchen Ermessens einen offensichtlichen Fehler oder einen Ermessensmissbrauch begangen oder die Grenzen ihres Ermessens offensichtlich überschritten haben (Urteile des Gerichtshofes vom 25. Januar 1979 in der Rechtssache 98/78, Racke, Slg. 1979, 69, Randnr. 5, vom 11. Juli 1989 in der Rechtssache 265/87, Schräder, Slg. 1989, 2237, Randnr. 22, und vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 14; Urteile Fedesa u. a., zitiert oben in Randnr. 118, Randnr. 14, BSE, zitiert oben in Randnr. 114, Randnr. 60, und NFU, zitiert oben in Randnr. 114, Randnr. 39).
Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofes verlangt der allgemeine Gleichheitsgrundsatz, der zu den wesentlichen Grundsätzen des Gemeinschaftsrechts gehört, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich behandelt werden, es sei denn, dass eine Differenzierung objektiv gerechtfertigt wäre (vgl. insbesondere Urteile vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr.13, und vom 19. November 1998 in der Rechtssache Vereinigtes/Königreich, Randnr. 97).
Das ergibt sich schon daraus, dass der gemeinschaftliche Gesetzgeber einen weiten Gestaltungsspielraum besitzt und die Erforderlichkeit seiner wirtschaftslenkenden Maßnahmen - wie die Höhe der Milchabgabe, aber auch der gemeinschaftlichen sowie der einzelnen nationalen Garantiemengen - in erster Linie in politischer Verantwortung zu beurteilen hat, was einer gerichtlichen Kontrolle Granzen setzt (vgl. Urteile des EuGH in EuGHE 1992, I-2062; EuGHE 1990, I-435; BFH, Beschluss vom 26.11.1998 - VII S 21/98, NV 1999, 532 (533)).
Denn da sich die Landwirte in den neuen Ländern nicht in vergleichbarer Lage wie die Landwirte in den alten Bundesländern befinden, ist es gerechtfertigt, den Landwirten in den neuen Bundesländern Milchquoten nach besonderen Grundsätzen zuzuteilen (vgl. u.a. EuGH, Urteil vom 21.2.1990 Rs C-267/88 bis C-285/88; EuGHE 1990, I-435), wie dies bei den einschlägigen Regelungen der EG-VO 3950/92 geschehen ist (BFH, Beschluss vom 26.11.1998 - VII S 21/98, NV 1999, 532 (533); Urteil vom 19.3.1988 - VII R 73/97; BFHE 186, 179).
Es ist zudem durch die Rechtsprechung des EuGH geklärt (vgl. Urteil vom 21. Februar 1990 Rs. C-267/88 bis C-285/88, EuGHE 1990, I-435 Rdnr. 17 f.), dass bei der Zuweisung von Referenzmengen regionale Besonderheiten berücksichtigt werden dürfen.
(44) - Vgl. z. B. Urteil vom 19. März 1992 in der Rechtssache C-311/90 (Hierl, Slg. 1992, I-2061, Randnr. 18) und Urteile vom 20. September 1988 in der Rechtssache 203/86 (Spanien/Rat, Slg. 1988, 4563, Randnr. 10), vom 17. Mai 1988 in der Rechtssache 84/87 (Erpelding, Slg. 1988, 2647, Randnr. 29), vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88 (Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 13) und vom 15. Februar 1996 in der Rechtssache C-63/93 (Duff u. a., Slg. 1996, I-569, Randnr. 26).
(84) - Vgl. z. B. Urteil Crispoltoni u. a. (zitiert in Fußnote 45, Randnr. 43) sowie Urteil Wuidart u. a. (zitiert in Fußnote 44, Randnr. 14).
(94) - Es verweist z. B. auf das Urteil Wuidart u. a. (zitiert in Fußnote 44), in dem es insbesondere um die Frage der Befugnis eines Mitgliedstaats ging, sein gesamtes Hoheitsgebiet als eine einheitliche Region im Sinne der Vorschrift einer Verordnung über eine Agrarmarktorganisation zu behandeln (in dieser Rechtssache ging es um eine Agrarmarktverordnung für den Sektor Milch und Milcherzeugnisse).
Ist der Gemeinschaftsgesetzgeber für den Erlaß einer Regelung genötigt, die künftigen Auswirkungen dieser Regelung zu beurteilen, und lassen sich diese Auswirkungen nicht genau vorhersehen, so kann seine Beurteilung nur dann beanstandet werden, wenn sie im Hinblick auf die Erkenntnisse, über die er im Zeitpunkt des Erlasses der Regelung verfügte, offensichtlich irrig erscheint (Urteil vom 21. Februar 1990 in den verbundenen Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 14).
(19) grundlegend: Urteil vom 19. Oktober 1977 in den verbundenen Rechtssachen 117/76 und 16/77 -- Ruckdeschel gegen Hauptzollamt Hamburg-St. Annen -- Slg. 1977, S. 1753, Rdnr. 15; zuletzt bestätigt durch Urteil vom 21. Februar 1990 in den verbundenen Rechtssachen 267/88 bis 285/88 -- Wuidart und andere gegen Société coopérative laiterie coopérative eupenoise und andere -- noch nicht in Slg., Rdnr. 13.
(23)Urteil vom 21. Februar 1979 in der Rechtssache 138/78 -- Stölting gegen Hauptzollamt Hamburg-Jonas -- Slg. 1979, S. 713, Rdnr. 7; Urteil vom 9. Juli 1985 in der Rechtssache 179/84 -- Bozzetti gegen Invernizzi und Schatzministerium -- Slg. 1985, S. 2301, Rdnr. 11; Urteil vom 21. Februar 1990 in den verbundenen Rechtssachen 267/88 bis 285/88, a.a.O., Rdnr. 14.
(27)vgl. das Urteil vom 21. Februar 1990 in den verbundenen Rechtssachen 267/88 bis 285/88 -- Wuidart und andere gegen Société coopérative laiterie coopérative eupenoise und andere -- noch nicht in Slg., Rdnr. 14.
In diesem Zusammenhang beschränkt sich die Kontrolle der materiellen Rechtmäßigkeit durch den Gemeinschaftsrichter auf die Prüfung der Frage, ob die Gemeinschaftsorgane bei der Ausübung eines solchen Ermessens einen offensichtlichen Fehler oder einen Ermessensmissbrauch begangen oder die Grenzen ihres Ermessens offensichtlich überschritten haben (Urteile des Gerichtshofes vom 25. Januar 1979 in der Rechtssache 98/78, Racke, Slg. 1979, 69, Randnr. 5, vom 11. Juli 1989 in der Rechtssache 265/87, Schräder, Slg. 1989, 2237, Randnr. 22, und vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 14; Urteile Fedesa u. a., zitiert oben in Randnr. 136, Randnr. 14, BSE, zitiert oben in Randnr. 135, Randnr. 60, und NFU, zitiert oben in Randnr. 135, Randnr. 39).
Nach dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz, der zu den wesentlichen Grundsätzen des Gemeinschaftsrechts gehört, dürfen vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich behandelt werden, es sei denn, daß eine Differenzierung objektiv gerechtfertigt wäre (vgl. insbesondere Urteil vom 21. Februar 1990 in den Rechtssachen C-267/88 bis C-285/88, Wuidart u. a., Slg. 1990, I-435, Randnr. 13).
BFH, 26.11.1998 - VII S 21/98