Source: https://www.ra-kotz.de/verkehrsunfall_reparatur_alternativwerkstatt1.htm
Timestamp: 2017-09-25 17:05:50
Document Index: 167988906

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 115', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH']

Verkehrsunfall – Reparatur in Alternativwerkstatt - RA Kotz
Az: 25 C 122/10
III. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Der Kläger kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.
Die Parteien streiten um restliche fiktive Reparaturkosten aus einem Verkehrsunfall.
Das Klägerfahrzeug war zum Unfallzeitpunkt 7 Jahre alt.
Der Kläger meint, die Beklagte sei zum vollen Ersatz jener Kosten verpflichtet, die der Sachverständige …. in seinem Gutachten vom 20.01.2009 (Bl. 20-42 d. A.) kalkuliert hat. Die Verweisung der Beklagten auf günstigere Alternativwerkstätten greife im vorliegenden Fall nicht, da die Verweisung erfolgte, nachdem der Kläger sein Fahrzeug bereits repariert hatte, was unstreitig ist.
Der Kläger beantragt, die Beklagte zu verurteilen, an ihn 810,26 Euro nebst 5 % Zinsen über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 04.02.2009 und den Kläger von den außergerichtlichen Kosten seines Prozessbevollmächtigten in Höhe von 120,67 Euro freizustellen.
Die zulässige Klage ist unbegründet. Der Kläger hat gegen die Beklagte keinen weiteren Anspruch auf Zahlung der restlichen Reparaturkosten sowie der außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten gemäß den §§ 7 Abs. 1 StVG, 823, 249 Abs. 2 S. 1 BGB i. V. m. § 115 VVG.
Im Falle der Beschädigung eines Kraftfahrzeuges durch einen Verkehrsunfall kann der Geschädigte vom Schädiger gemäß § 249 Abs. 2 S. 1 BGB den zur Beseitigung der Schäden erforderlichen Geldbetrag verlangen. Dabei beschränkt sich das schadensersatzrechtliche Ziel der Restitution nicht auf eine Wiederherstellung der beschädigten Sache, es besteht vielmehr in umfassender Weise darin, einen Zustand herzustellen, der wirtschaftlich gesehen der ohne das Schadensereignis bestehenden hypothetischen Lage entspricht (vgl. BGH NJW 2007, 67). Dabei stehen dem Geschädigten bei der Beschädigung eines Kraftfahrzeuges nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes grundsätzlich zwei Wege der Naturalrestitution offen, nämlich einerseits die Reparatur des Unfallfahrzeuges, andererseits die Anschaffung eines gleichwertigen Ersatzfahrzeugs (BGH NJW 2005, 2541). Sieht der Geschädigte wie im vorliegenden Fall davon ab, eine Ersatzbeschaffung vorzunehmen, so kann er gemäß
§ 249 Abs. 2 S. 1 BGB Ersatz der objektiv erforderlichen Kosten einer fiktiven Reparatur geltend machen. Dabei hat der Geschädigte nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes grundsätzlich Anspruch auf Ersatz, der in einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallenden Reparaturkosten unabhängig davon, ob er den Wagen tatsächlich voll, minderwertig oder überhaupt nicht reparieren lässt (BGH NJW 2003, 2086).
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