Source: https://openjur.de/u/705049.html
Timestamp: 2020-02-22 07:43:58
Document Index: 355948571

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 12', 'BGH', '§ 14', '§ 15', '§ 12', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823']

BGH, Urteil vom 01.07.2014 - VI ZR 345/13 - openJur
Urteil vom 01.07.2014 - VI ZR 345/13
openJur 2014, 14900
vorher: Az. 4 U 28/13
Verfassungsrecht Zivilrecht IT- und Medienrecht Internetrecht Öffentliches Recht
§§ 12 Abs. 2, 14 Abs. 2, 15 Abs. 5 Satz 4 TMG
a) Dem durch perso?nlichkeitsrechtsverletzende Inhalte einer Internetseite (hier: zur Bewertung von A?rzten) Betroffenen kann ein Unterlassungsanspruch gegen den Diensteanbieter zustehen (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 93/10, BGHZ 191, 219). Daru?ber hinaus darf der Diensteanbieter nach § 14 Abs. 2, § 15 Abs. 5 Satz 4 Telemediengesetz (TMG) auf Anordnung der zusta?ndigen Stellen im Einzelfall Auskunft u?ber Bestands-, Nutzungs- und Abrechnungsdaten erteilen, soweit dies u.a. fu?r Zwecke der Strafverfolgung erforderlich ist.
b) Der Betreiber eines Internetportals ist in Ermangelung einer gesetzlichen Erma?chtigungsgrundlage im Sinne des § 12 Abs. 2 TMG dagegen grundsa?tzlich nicht befugt, ohne Einwilligung des Nutzers dessen personenbezogene Daten zur Erfu?llung eines Auskunftsanspruchs wegen einer Perso?nlichkeitsrechtsverletzung an den Betroffenen zu u?bermitteln.
1. Allerdings geht das Berufungsgericht zutreffend davon aus, dass nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) eine Auskunftspflicht bei jedem Rechtsverhältnis besteht, dessen Wesen es mit sich bringt, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen oder Umfang seines Rechts im Ungewissen und der Verpflichtete in der Lage ist, unschwer die zur Beseitigung dieser Ungewissheit erforderlichen Auskünfte zu erteilen (st. Rspr. seit BGH, Urteil vom 28. Oktober 1953 - II ZR 149/52, BGHZ 10, 385, 386 f.; in jüngerer Zeit etwa BGH, Beschluss vom 20. Februar 2013 - XII ZB 412/11, BGHZ 196, 207 Rn. 30; vgl. auch Senatsurteil vom 28. November 1989 - VI ZR 63/89, VersR 1990, 202 mwN). Für die erforderliche besondere rechtliche Beziehung zwischen Berechtigtem und Verpflichtetem genügt auch ein gesetzliches Schuldverhältnis (BGH, Urteile vom 31. März 1971 - VIII ZR 198/69, WM 1971, 565, 566; vom 5. Juni 1985 - I ZR 53/83, BGHZ 95, 274, 279 - GEMA-Vermutung I; vom 13. Juni 1985 - I ZR 35/83, BGHZ 95, 285, 288 - GEMA-Vermutung II; vom 24. März 1994 - I ZR 42/93, BGHZ 125, 322, 331 - Cartier-Armreif; vom 17. Mai 1994 - X ZR 82/92, BGHZ 126, 109, 113; vom 13. November 2001 - X ZR 134/00, BGHZ 149, 165, 175). Ein derartiges gesetzliches Schuldverhältnis besteht vorliegend aufgrund des aus §§ 823, 1004 BGB folgenden und vom Berufungsgericht rechtskräftig zuerkannten Unterlassungsanspruchs des Klägers gegen die Beklagte (vgl. OLG Dresden, aaO; Kohl, Die Haftung der Betreiber von Kommunikationsforen im Internet und virtuelles Hausrecht, S. 157).
LG Stuttgart, Entscheidung vom 11.01.2013 - 11 O 172/12 -
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 26.06.2013 - 4 U 28/13 -
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