Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=23.06.2010&Aktenzeichen=3%20B%2089.09
Timestamp: 2020-07-15 09:19:01
Document Index: 267404585

Matched Legal Cases: ['Art 6', 'Art 4', 'Art 9', 'Art 9', 'Art. 4', 'Art. 9', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 21', 'BGH']

BVerwG, 23.06.2010 - 3 B 89.09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,8008
BVerwG, 23.06.2010 - 3 B 89.09 (https://dejure.org/2010,8008)
BVerwG, Entscheidung vom 23.06.2010 - 3 B 89.09 (https://dejure.org/2010,8008)
BVerwG, Entscheidung vom 23. Juni 2010 - 3 B 89.09 (https://dejure.org/2010,8008)
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Art 6 Abs 4 JagdG BY, Art 4 Abs 1 GG, Art 9 Abs 1 MRK, Art 9 Abs 2 MRK
Jagdpflicht des Inhabers eines Eigenjagdreviers; Vereinbarkeit mit Gewissensfreiheit; Berücksichtigung der Gewährleistungen der Europäischen Menschenrechtskonvention
Vereinbarkeit der sich aus dem Eigentum an einem Eigenjagdrevier für einen Grundstückseigentümer ergebenden Jagdpflicht mit der Gewissensfreiheit aus Art. 4 Abs. 1 GG; Vorliegen besonderer Umstände als Voraussetzung für eine Erteilung einer Zustimmung zum Ruhen der Jagd
VG Würzburg, 07.12.2006 - W 5 K 06.351
VG Würzburg, 07.12.2006 - W 5 K 06.353
Zwar steht innerhalb der deutschen Rechtsordnung die Europäische Menschenrechtskonvention im Range eines Bundesgesetzes, doch beeinflussen die Gewährleistungen der Konvention die Auslegung der Grundrechte und rechtsstaatlichen Grundsätze des Grundgesetzes als Auslegungshilfen (BVerwG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - BVerwG 3 B 89.09 -, Rn. 13, juris, m.w.N.;… Grabenwarter, in: Pabel/Schmahl, IntKomm EMRK, Loseblattkommentar, Stand März 2016, Art. 9 Rn. 23).
Parallelentscheidung zu dem Beschluss, BVerwG, 2010-06-23, 3 B 89/09, der vollständig dokumentiert ist.
Der Verzicht auf mündliche Verhandlung ist nur zu beanstanden, wenn er auf sachfremden Erwägungen oder auf grober Fehleinschätzung beruht (…vgl. Urteil vom 9. Dezember 2010 - BVerwG 10 C 13.09 - BVerwGE 138, 289 Rn. 22 m.w.N.; Beschluss vom 23. Juni 2010 - BVerwG 3 B 89.09 - Buchholz 451.16 § 9 BJagdG Nr. 9 Rn. 23).
Die Pflichtmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft nach § 9 Abs. 1 BJagdG dient dazu, die Ausübung einer Jagd und Hege, die den in § 1 Abs. 1 S. 2 und § 21 Abs. 1 BJagdG verankerten Zielen, nämlich dem Schutz vor Wildschäden, der Gewährleistung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes und der Wahrung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege, gerecht wird, zu gewährleisten (vgl. hierzu BGH NJW 2006, 984, 985; zur Jagdpflicht im Eigenjagdbezirk BVerwG Beschl. v. 23.06.2010 - 3 B 89.09 Rn. 5 ff).
Bindungswirkung des Urteils bei Zustellung - Wiedereröffnung des Verfahrens
Die Aufklärungsrüge kann nicht dazu dienen, erforderliche förmliche Beweisanträge zu ersetzen, die ein Beteiligter unterlassen hat (vgl. zum Ganzen BVerwG, Beschl. v. 17.06.2008 - 3 B 120.07 -, juris; Beschl. v. 21.02.2008 - 5 B 122.07 -, juris; Beschl. v. 22.03.2006 - 4 B 15.06 -, juris; Beschl. v. 10.10.2001 - 9 BN 2.01 -, NVwZ-RR 2002, 140 - zitiert nach juris; Beschl. v. 23.06.2010 - 3 B 89.09 -, RdL 2010, 260 - zitiert nach juris; vgl. auch OEufach0000000005, Beschl. v. 27.08.2008 - 1 L 155/06 -).
Eintritt der Bindungswirkung bei einem an Verkündung statt zugestelltem Urteil
Die Gewissensfreiheit kann als höchstpersönlich ausgeformtes Grundrecht auch nicht von der Klägerin als Trägerin einer "kollektiven Gewissensfreiheit" der "Mitglieder" geltend gemacht werden (vgl. auch kritisch BVerwG, B.v. 23.6.2010 - 3 B 89/09 - juris).