Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20178/90
Timestamp: 2019-12-07 21:10:05
Document Index: 164404975

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 183', 'BGH', '§ 37', 'BGH', '§ 183', '§ 53', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', '§ 826', '§ 826', 'BGH']

BGH, 22.06.1992 - II ZR 178/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,250
BGH, 22.06.1992 - II ZR 178/90 (https://dejure.org/1992,250)
BGH, Entscheidung vom 22.06.1992 - II ZR 178/90 (https://dejure.org/1992,250)
BGH, Entscheidung vom 22. Juni 1992 - II ZR 178/90 (https://dejure.org/1992,250)
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Aktionär - Unrichtige Information - Kapitalerhöhungsbeteiligung - Sittenwidrige Schädigung - Bewußte Schädigung
Haftung des Aktionärs für einem Dritten erteilte, bewußt unrichtige Auskunft über die Beteiligung an einer Kapitalerhöhung ("IBH/Scheich Kamel")
Anlageberatung und Prospekthaftung, Anlageberatung und Warenterminoption, Haftung wegen sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB, Leichtfertigkeit, Sittenwidrigkeit
Zusammenfassung von "Der Schluss vom Recht auf die Tatsachen - oder Palmström und Gefolge in Karlsruhe" von RA Dr. Dr. h.c. Georg Maier-Reimer, original erschienen in: AnwBl 2005, 452 - 455.
NJW 1992, 3167
NJW-RR 1993, 165 (Ls.)
ZIP 1992, 1464
MDR 1993, 130
VersR 1993, 1112
WM 1992, 1812
BB 1992, 2163
DB 1992, 2284
Schon zur Feststellung der Sittenwidrigkeit kann es daher auf Kenntnisse, Absichten und Beweggründe des Handelnden ankommen, die die Bewertung seines Verhaltens als verwerflich rechtfertigen (…vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2013 - VI ZR 124/12, NJW 2014, 1380 Rn. 8 für die Verleitung zum Vertragsbruch; BGH, Urteil vom 22. Juni 1992 - II ZR 178/90, NJW 1992, 3167, 3174 für die Erteilung einer bewusst unrichtigen Auskunft aus eigennützigen Interessen).
Damit ist, wie der Senat auch in einer späteren Entscheidung dargelegt hat (NJW 1992, 3167 = LM H. 2/1993 § 183 AktG 1965 Nr. 4 = ZIP 1992, 1464 (1470)), die Beantwortung der Frage offengeblieben, ob die Treupflicht über die Begrenzung der Mehrheitsherrschaft hinaus dem Aktionär allgemein Schranken bei der Ausübung seiner Mitgliedschafts-, insbesondere seiner Mitverwaltungs- und Kontrollrechte setzt.
a) Es ist weitgehend anerkannt und vom Senat auch bereits entschieden worden, daß die treupflichtwidrige Verletzung von Gesellschafterpflichten in der Kapitalgesellschaft zu einer Schadenersatzpflicht des treupflichtwidrig handelnden Gesellschafters führen kann (BGHZ 65, 15 = NJW 1976, 191 = LM § 37 GmbH Nr. 3 (C); vgl. auch BGH, NJW 1992, 2167 = LM H. 2/1993 § 183 AktG 1965 Nr. 4 = ZIP 1992, 1464 (1470f.);… aus dem Schrifttum vgl. u.a. Hüffer, AktG, § 53a Rdnr. 21; M. Winter, S. 83f. m.w.Nachw. in Fußn. 112; ablehnend noch Zöllner, S. 431f.).
Schon zur Feststellung der Sittenwidrigkeit kann es daher auf Kenntnisse, Absichten und Beweggründe des Handelnden ankommen, die die Bewertung seines Verhaltens als verwerflich rechtfertigen (vgl. BGH, Urteil vom 22.06.1992 - II ZR 178/90 - , NJW 1992, 3167 ff., Urteil vom 15.10.2013 - VI ZR 124/12 -, NJW 2014, 1380 ff.).
Schon zur Feststellung der Sittenwidrigkeit kann es daher auf Kenntnisse, Absichten und Beweggründe des Handelnden ankommen, die die Bewertung seines Verhaltens als verwerflich rechtfertigen (…vgl. BGH, aaO., für die Verleitung zum Vertragsbruch; BGH, II ZR 178/90, NJW 1992, 3167 [3174] für die Erteilung einer bewusst unrichtigen Auskunft aus eigennützigen Interessen).
a) Ein Anlageberater, der vorsätzlich eine anleger- und objektwidrige Empfehlung abgibt und die Schädigung des um Rat fragenden Anlegers zumindest billigend in Kauf nimmt, ist dem Anleger wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zum Schadensersatz verpflichtet (vgl. BGH, Urteile vom 22. Juni 1992 - II ZR 178/90, WM 1992, 1812, 1823 und vom 13. Juli 2004 - VI ZR 136/03, WM 2004, 1768, 1769;… KK-WpHG/Möllers § 32 Rdn. 100 m.w.Nachw.).
Wird die Empfehlung aufgrund grob fahrlässigen Verhaltens leichtfertig in unrichtiger Weise abgegeben, ist sie dann als sittenwidrig zu werten, wenn sie erkennbar für die Entschließung des Anlegers von Bedeutung ist und in Verfolgung eigener Interessen in dem Bewusstsein einer möglichen Schädigung des Anlegers abgegeben wird (vgl. BGH, Urteil vom 22. Juni 1992 - II ZR 178/90, WM 1992, 1812, 1823 m.w.Nachw.).
Schon zur Feststellung der Sittenwidrigkeit kann es daher auf Kenntnisse, Absichten und Beweggründe des Handelnden ankommen, die die Bewertung seines Verhaltens als verwerflich rechtfertigen (…vgl. BGH, aaO., für die Verleitung zum Vertragsbruch; BGH, II ZR 178/90, NJW 1992, 3167, 3174 für die Erteilung einer bewusst unrichtigen Auskunft aus eigennützigen Interessen).
a) Grundlage eines Schadensersatzanspruchs aus § 826 BGB kann unter anderem die Veranlassung zum Vertragsschluß durch eine vorsätzliche Täuschung sein (Senatsurteil vom 7. März 1985 - III ZR 90/83 - WM 1985, 866, 868;… Bamberger/Roth/Spindler, BGB, § 826 Rn. 20;… Staudinger/Oechsler, BGB (2003), § 826 Rn. 149; vgl. auch: BGH, Urteil vom 22. Juni 1992 - II ZR 178/90 - NJW 1992, 3167, 3174).
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