Source: http://www.obermusbach.de/Dorfg/Jagd.php
Timestamp: 2018-01-19 11:37:46
Document Index: 219476497

Matched Legal Cases: ['Art. 223', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 5', '§1', '§2', '§3', '§4', '§5', '§ 855', '§6', '§7', '§8', 'Art. 5']

Die Obermusbacher Jagd
Die Jagd im Obermusbacher bzw. Reichenbacher Wald war wie überall in Deutschland über Jahrhunderte das Vorrecht des Adels. Nach der Revolution 1848 wurden die alten Jagdrechte aufgelöst und die Eigentümer der Wälder konnten selbst das Jagdrecht ausübern oder die Jagd gegen eine Jagdpacht vergeben. Dies hatte zur Folge, dass der Wildbestand sehr stark reduziert wurde, so das bereits 1855 das Jagdgesetz geändert wurde und Jagdgenossenschaften gegründet werden mußten. Damit war die freie Jagd für die Waldbesetzer wieder zu Ende. Die Jagdgenossenschafteten verpachten seit dieser Zeit die Jagd an den Meistbietenden. 1855 galt: Grundbesitzer mit einer zusammenhängenden Jagdfläche von über 50 Morgen (15 ha 75 ar 87 qm) brauchen sich nicht der Jagdgenossenschaft anschließen und dürfen auf ihrem Grundbesitz selbst jagen.
Heute muß der Eigenjagdbezirk mindestens 75 ha zusammenhängende Jagdfläche betragen (möglich sind auch mindestens 5 zusammenhängende Flächen a mindestens 15 ha von 5 Eigentümern).
Ab 1894 wurde die Jagd Verpachtung aufgeteilt und die Jagd auf den Auerhahn im Obermusbacher Wald besonders vergeben. Heute finden wir leider kein Auerwild mehr im Obermusbacher Wald.
In den Obermusbachern Protokollen gibt es erstmalig 1848 Eintragungen zur Jagd.
15. May 1848
Da gemäß königlicher Verordnung vom 23. April 1848 Regierungsblatt Seite 173. Betreffend die Ertheilung einer Amnestie für Faust und Jagdvergehen, hat der Gemeinderath dahier beschlossen, sämtliche vor den 15. May 1848 geschehenen Vergehen in den Privatwaldungen nicht abzurichten, sondern dieselbe nachzulassen.
Gemeinderath Braun Bohnet Hofer Ziefle Mast
20.May.1849
In Betreff des Jagdwesens auf hießiger Markung hat die unterzeichnete Stelle die Anfrage an den kl. Revierförster Greuling (welcher bisher die fragliche Jagd ausübte) in Reichenbach gemacht, ob da die Grundrechte in Kraft getreten sind, die Ausübung der Jagd der Gemeinde Obermusbach nicht zukomme.
Schultheiss Braun
Hierauf gibt derselbe folgende Erklärung:
Nachdem die Grundrechte bereits in Kraft erklärt sind, steht der dortigen Gemeinde allerdings dass Recht zu, die Jagd auf ihrem eigenthümlichen Grundbesitz in Selbstausübung zu nehmen, und ich bin weit entfernt dagegen eine Einsprache zu machen.
Sollte überigens die Gemeinde die Selbstadministration ihrer Jagd nicht beizubehalten gesonnen sein, und solche am Fremde oder Auswärtige zu verpachten beabsichtigen, so bitte ich mich auch zuvor in Kenntniss zu setzen zu wollen, denn wenn die Jagd nicht zu hoch käme, so würde vielleicht auch ich als Liebhaber auftreten, allein nicht aus Intresse, sondern bloss deshalb dass ich Gelegenheit hätte mit den Obermusbacher ehrenwerthen Bürgern hie und da zusammen treffen zu können.
Reichenbach, den 14. März 1848
die getreue Abschrift beurkundet
Obermusbach den 20. May 1849
28. May 1849
Nachdem Revierförster Greuling in Reichenbach auf die Ausübung der Jagd auf hiesiger Markung verzichtet hat, so hat der Gemeinderath dahier beschlossen, dieselbe auf die Dauer von 3 Jahren zu verpachten, nehmlich vom 28. May 1849 bis den 28. May 1852.
Diesen Zweck hat man in der Gemeinde bekannt gemacht, und hat zum Aufstreich den 28.May 1849 bestimmt, wo beide bürgerlichen Collegien anwesend waren, und es hat die Jagd im Aufstreich (Aufstreich altdeutscher Begriff für Versteigerung) erhalten Adam Bohnet, Gemeindepfleger dahier jährlich um 7 Gulden auf die Dauer von 3 Jahren. In Beziehung des Verhaltens in Ausübung der Jagd hat man dass Jagdgesetz so weit es erforderlich ist bekannt gemacht.
Vorstehendes anerkannt
Pächter J. Bohnet
Vorstehenden genehmigt
Gemeindrath Braun Hofer Ziefle Mast
30. November 1855
Zufolge der im Regierungsblatt Art. 223 vom 27.Okt. 1855 erschienen Gesetzes und zu Folge Kl. Oberamts-Erlaßes in Par. 93 d. Amtsblt. wurde heute nachdem die Regelung der Jagd der Bürgerschaft gehörig zubliciert wurde zur Verpachtung der Jagd unter den im Regblt. enthaltenen Vorsschriften verpachtet.
Dieses Vorhaben hat man hier und der Umgebung un benachbarten Orten bekannt gemacht und sofort zur Verpachtung unter folgenden Bedingungen geschritten:
1. Der Pachtschilling muß alle Jahre nach der Verfallzeit in die Gemeindecaße bezahlt werden.
2. Der Pacht fangt an den 1. Dezember 1855 und endet den 30. November 1858 also auf 3 Jahre gültig.
Unter dießen Bedingungen bietet jährlich
Johann Adam Bohnet, Bauer in Obermusbach 2 Gulden.
Unterschrift der Pächter
Johann Adam Bohnet
Da Bohnet in keinem der Art. 8 und 9 des Gesetzes ausgesprochenen Mängel leidet, er ein gutes Prädikat besitzt, demselben die Jagd zu übertragen.
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger
Zusatz auf der linken Blattseite
Gültig vom 1. Dezember 1855 / 58
Verhandelt den 1. Dezember 1858
Da mit dem heutigen Tag der Jagdpacht zu Ende geht, und der Gemeinderath auf erstatteten Vertrag des Jagdpächters Johann Adam Bohnet demselben die Jagd noch bis 1. Juli 1859 gegen das bisherige Pachtgeld welches pro Jahr auf 2 Gulden sich belauft, also auf 7 Monate noch 1 Gulden 10 Kreuzer beträgt aus dem Grund eingegangenist, weil in der Regel die Jagdscheine von 1. Juli zu 1. Juli lauten, auch in der Gemeindeverpachtung schicklicher ist.
Beschloßen den Bohnet die Ausübung der Jagd noch bis zum 1. Juli 1859 um 1 f 10 kr zu belaßen.
Beurkundet Gemeinderath Braun Seeger Mast Ziefle
Die Einwilligung Bohnet
Da der Pacht der hießigen Gemeinde-Jagd auf den 1. Juli d.J. wieder abläuft, so wird beschloßen solche wieder auf die nächsten 3 Jahre vom 1. Juli 1865/68 zu verpachten.
Bei dießer Versammlung bringt der Ortsvorsteher zur Sprache, daß nach dem Gesetz vom Jahr 1855 Regblt. Seite 225 Art. 5, und auch zu Folge K.Oberamts Rezesses N10, die Verpachtung der Jagd nach vorhergehender Bekanntmachung im Amtsblt. zu geschehen hat.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß bringt aber einstimmig den Wunsch, es möchte doch von dießen Vorschriften Umgang genommen werden, so möchte vielmehr die Jagd an hießige Bürger wie seither verpachtet werden, überdieß sind sieben Grundbesitzer an der Ortsmarkung betheiligt, welche mehr als 50 Morgen Waldungen an einem Stück, also zusammenhängend besitzen und nach Art. 3 des vorerwähnten Gesetzes zur Ausübung der Jagd berechtigt sind. Überdieß wird es auch nicht gern gesehen, wenn von Auswährtigen die Ortsmarkung durch Jagdliebhaber durchstreift wird, da hierdurch nicht nur bedeutender Schaden entstehen könne, sondern sonsten auch zu unenteiglichkeiten und Wiederwärtigkeiten führen könnte.
Nachdem nun dem Gesuch der Bürgerlichen Kolegien entsprochen wurde aber mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß das K. Oberamt hierzu die Genehmigung zu dieser Verpachtung ertheile, wird nach dem das Jagdgesetz vom 2. November 1855 Regblt. Seite 225 den erschienen Liebhaber deutlich vorgelesen wurde, und ebenfalls die köngl. Verordnung Regblt. v. Jahr 1862 Seite 155 betreffend der Heegezeit des Wildes wird die Jagd ausgebotten vom 1. Juli 1865 bis 1. Juli 1868 und erhielt dießelbe im Aufstreich um jährlich 2 Gulden der Johann Adam Bohnet hier.
Unterschrift Bohnet
Unterschrift Bürg und Selbstzähler fehlt
Vorstehende Verhandlung wird von dem unterzeichneten Gemeinderath genehmigt:
Braun Seeger Schneider Ziefle Bohnet
ungültig laut k. Oberamt Erlaßes vom 6. Juni 1865
Der Ortsvorstand theilt dem Gemeinderath mit, daß durch Erlaß des k. Oberamts nebenstehende Jagdverpachtung da solche im Amtsblatt nicht bekannt gemacht wurde, ungültig seie.
Es wird daher beschloßen die Jagd im öffentlichen Blatt auf nächsten Freytag wieder zu verpachten.
Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle Mast
Ein neuer Eintrag zur Verpachtung findet sich nicht im Juli 1865.
Da mit dem 30. Juni 1868 die Verpachtung der Jagd abläuft, so wird in heutiger Sitzung des Gemeinderaths & Bürgerausschuß beschloßen, solche wieder auf die nächsten 6 Jahre, nämlich vom 1. Juli 1868/74 im Wege des öffentlichen Auffstreichs, welches Vorhaben im Grenzer bekannt gemacht werden solle, am 24. Juni verpachtet werden soll, jedoch unter ausdrücklichem Genehmigungs-Vorbehalt des Gemeinderaths.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Kappler
Bürgerausschuß Bohnet Döttling Mast
24. Juni 1868
Unter diesem Datum findet sich kein Eintrag zur Jagdverpachtung.
Nachdem der Pacht der Gemeinde zustehende Jagdpacht auf dem 1. Juli d.J. abläuft so wird in heutiger Sitzung der bürgerlichen Collegien beschloßen selbige wieder an den meistbietenden zu verpachten und da sämtliche Rechnungen auf den 1. April jeden Jahrs abgeschloßen werden so soll der Pacht das 1 Jahrs vom 1. Juli bis letzten März 1881 also auf 3/4 Jahr gelten, ferner nach 5 Jahr vom 1. April 1881 bis letzten März 186o
Es erhielt solche auf obige Zeit im Aufstreich Georg Kappler hier um jährlich 6 Mark.
Unterschrift Pächter Kappler
Vorstehender Vertrag genehmigt
Gemeinderath Braun Schneider Schwemmle Schanz
Randnotiz: Da die Frau Fetzer v. Palzgrafenweiler welche 90 Morgen Waldung hier besitzt die Jagd ín ihrem Wald selbst ausüben läßt, da ferner hier 7 Bürger sind, welche je mehr als 50 Morgen zusammenhängende Waldungen haben und somit zu Ausübung der Jagd in ihrem Wald berechtigt sind wird beschloßen den Pacht an Kappler wie geschehen um 6 Mark jährlich zu genehmigen
Da die der Gemeinde hier zustehende Jagd mit dem letzten d. Monaths abläuft, so wurde in heutiger Sitzung der bürgerlichen Colegien Berathung gepflogen, ob dieselbe zur Verpachtung sollen ausgeschrieben und öffentlich an den Meistbietenden solle verpachtet oder wieder unter der Hand wie bisher geschehen verpachtet werden solle.
Der Verpachtung im öffentlichen Aufstreich stehen aber folgende Hinderniße im Weege:
Es sind 7 Bürger hier, welche mehr als 50 Morgen zusammenhängende Waldungen haben und überdies besitzt Herman Fetzer in Pfalzgrafenweiler allein beinahe 90 Morgen Wald an einem Stük auf hießiger Markung, sämtliche aufgeführte sind gesetzlich berechtigt die Jagd auf ihrem Eigentum über 50 Morgen selbst auszuüben oder durch Dritte ausüben zu lassen, unter besagten Umständen wird in heutiger Sitzung beschloßen, die Jagd wiedr wie seither an einem hießigen Bürger wieder zu verpachten, zumalen die Gemeinde nur auf einer ganz kleinen Morgenzahl Waldungen betaetigt ist und die sonstige ganze Flächen der Ortsmarkung Privateigenthum ist.
Unter den vorgetragenen Umständen wird beschloßen, dem einzig erschienenen Liebhaber zu dieser Jagd
Johann Georg Kappler
dieselbe vom 1. April 1886 an auf die Dauer von 3 Jahren um die jährliche Pachtsteuer, welche an die Gemeinde-Caße zu entrichten ist, mit 20 Mark. Hinsichtlich der Heegezeit und Schonung des Wildes so wie wegen Wildschadens bleibt es bei den gesetzlichen Bestimmungen.
Zur Beurkundung mit dem Anfügen, daß vorstehender Jagdvertrag genehmigt wird bis letzten Maerz 1889.
der Pächter Kappler
Gemeinderath Braun Schwemmle Bohnet Wörner Schanz
Bürgerausschuß Oesterle Braun
Randbemerkung 23. May 1886 Auszug übergeben
Fischpacht vergeben an Adam Seeger von 1. April 1889 bis 31. Maerz 1895.
Ferner läuft die Jagdpacht ebenso ab, mit dem 31. März 1889. So wird am heutigen auch zu dieser Verpachtung geschritten.
Die Jagd wurde bisher mit nur 20 Mark Betrag erziehlt.
Es fanden sich aber bessere Steigerer ein, und zwar welche sind
Seeger & Bohnet von hier und Mästling von Untermusbach.
Wo die Jagd, mit eingeschlossen die sämtliche wie solche der früheren Pächter auszuüben berechtigt war, ins besondere die Hasenjagd.
Es wurde nun von obigen Steigerer geboten 130 Mark je Jahr.
Gemeinderath und Bürgerausschuß sein Gutachten hierin, daß seiner Genehmigung kein Hinderniß im Wege steht um so eher weil von 20 Mark Erlös ja die Summe von 130 Mark erziehlt werden könnte.
Es wird nun die Jagd auf drei Jahre zugesagt.
Der Erlös ist an die Gemeindecasse zu bezahlen.
Die Pächter und Bürgen
Adam Seeger Kappler
Stellvertreter Georg Bohnet
Genehmigt d. 26. Febr. 1899
Gemeinderath & Bürgerausschuß
Schanz Kappler Bohnet Wörner Seeger
Oesterle Braun Schneider Bohnet
Eine Afterpacht darf nicht stattfinden.
Gemeinderath
Pachtzeit 1889 bis 31. Maerz 1892
Da ein Mehrerlös von 110 Mark erziehlt wurde so erheren die sämtliche Collegien von dem Auschreiben Umgang.
Das Protokoll wird wegen der schlechten Schrift nur dem Inhalt nach übertragen.
Herr PrivatierA. Schierenberg aus Frankfurt am Main allein als Pächter,
Familie Hamma. In der Mitte Emil Hamma und rechts Teilhaber Heinrich Lehmann, Fabrikant aus Stuttgart.
In der Mitte Jagd-Teilhaber Heinrich Lehmann.
Da nach dem Art. 5 vom Jahr 1855 des Jagdgesetzes der Ertrag der Jagd nur den beteiligten Grundbesitzern zu kommt, wurde von den bürgerlichen Kollegien beschlossen, die Jagdpachtsteuer vom Jahr 1907/08 nicht mehr in die Gemeindekasse zur teilweisen Deckung der Gemeindeumlage fließen zu lassen, sondern unter die Grundbesitzer nach dem Staatssteuerfuß alljährlich zu verteilen, wobei diejenigen welche ihre eigene Jagd selbst ausüben, bzw ausüben lassen, ausgeschlossen sein sollen. Die entstehenden Verteilungskosten sollen von dem Jagdpachtvertrag genommen werden, und die Verrechnung dem Verwaltungsakteur Berger übergeben werden.
Gemeinderath Kappler Wörner Schneider Bohnet
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet Frey
Die Pächter der hiesigen Jagd, Herrn Emil Hamma und Heinrich Lehmann von Stutgart, haben am 9. Januar d.J. ein Ansuchen um Verlängerung der Jagd gestellt. Diesem Ansuchen wurde in einer Sitzung der bürgerlichen Kollegien am 12. Januar 1909 unter entsprechenden Bedingungen entsprochen (Siehe Kasten I, Fach 10, Satz 39. Da nun die Pächter auf die gestellten Bedingungen eingegangen sind, wird heute zwischen der Gemeinde einerseits und Herrn Hamma, Lehmann folgender Jagdvertrag beschlossen:
§1 Die Gemeinde verpachtet die ihr zustehende Jagd auf hiesiger Markung mit cika 800 ha Feld und Wald.
§2 Die Pachtzeit dauert vom 1. April 1910 bis 31. März 1916
§3 Der Pachtpreis beträgt 1000 Mark jährlich. Derselbe ist jeweils auf 1. Januar kostenfrei an die Gemeindepflege zu bezahlen. Erstmals für das Jahr 1910/11 am 1. Januar 1911.
§4 Bei Überhandnehmenden Wildbestand, ist auf Verlangen der Gemeinde ein stärkerer Abschuß des Wildes vorzunehmen.
§5 Bezüglich des Wildschadens unterwerfen sich die Pächter den Bestimmungen des § 855 des bürgerlichen Gesetzbuchs.
§6 Als Pächter soll Herr Hamma, als Theilhaber Herr Lehmann, aus Stuugart eingetragen werden.
§7 Afterjagd ist nur mit Genehmigung des Gemeinderath gestattet.
§8 Tod des Pächters bricht den Pacht nicht, doch behält sich der Gemeinderat einseitig Entscheidung hierüber vor.
Mit vorstehenden Vertrag erklären sich einverstanden
Pächter Emil Hamma
Theilhaber und Bürge Heinrich Lehmann
Stellvertreter Kappler
Gemeinderat Kappler Braun Bohnet Ziefle Bohnet
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Frey Mast Schanz
Das die Jagd nicht öffentlich versteigert wurde wird unter Beziehung auf Art. 5 Ziff 2 des Jagdgesetzes, vom 27. Oktober 1855, folgendermaßen begründet: Die bisherigen Pächter haben seit Jahren den Fremdenverkehr hier sehr gehoben, was im Interesse der Gemeinde ist, auch ist der Preis in solcher Höhe, daß an einem Mehrerlös nicht zu denken war.
Die Pächter der hiesigen Jagd Herrn Hamma u. Lehmann aus Stuttgart haben am 14. September d.J. einen Antrag gestellt, den Pacht auf weitere 6 Jahre zu verlängern. Die Pachtzeit ist am 1. April 1916 abgelaufen.
Von den bürgerlichen Kollegien wird beschlossen:
Die Jagd im Januar zur Versteigerung zu bringen.
Gemeinderat Kappler Schneider Ziefle Bohnet Braun Frey
Bürgerausschuß Dölker Wurster Schanz Wörner Breuning
Am 22. September 1915 wurde beschlossen die Jagd zur Versteigerung auszuschreiben. Auf Anregung einiger Bürger wurde heute wiederholt darüber beraten und erwähnt, daß die bisherigen Pächter den Fremdenverkehr hier sehr gehoben haben und .. entlich auch zur Einkommensteuer in ziemlichem Betrags herangezogen werden konnten. In Anbetracht dieser Umstände wurde beschlossen:
Die hiesige Gemeindejagd unter den gleichen Bedingungen wie vor 6 Jahren um die Summe von 1200 Mark .. vom 1. April 1916 bis März 1922 an die bisherigen Pächter zu verpachten.
Mit 6 gegen 3 Stimmen
Gemeinderat Kappler Schneider Braun Ziefle Frey
Bürgerausschuß Dölker Breuning Mast
1 Unterschrift verweigert von Wörner
Anerkannt: Emil Hamma Heinrich Lehmann
Auszug der Gemeindpflege übergeben den 15. April 1916
Zur eigenen Ausübung wurden wegbehalten die Jagdbezirks des Hermann Fetzer in Pfalzgrafenweiler u. des Hermann Wörner hier.
Die Pächter der hiesigen Jagd Herrn Hamma u. Lehmann aus Stuttgart haben am 14. September d.J. einen Antrag gestellt, die Pacht auf weitere 6 Jahre zu verlängern. Die Pachtzeit ist am 1. April 1916 abgelaufen.
Gemeinderat Kappler Braun Ziefle Bohnet Frey Schneider
Die Jagd wird wieder an Emil Hamma und Heinrich Lehmann auf 6 Jahre verpachtet.
Der Jagdaufseher Michael Dölker war schon länger mit dem Abschuß von Raubzeug beauftragt. Die bisher bewilligten Schußgelder reichen aber bei der teuren Munition nicht mehr aus. Vom Gemeinderat wird daher beschlossen:
Mit Wirkung vom 1. Oktober 1919 ab als Schußgeld zu verwilligen:
Für 1 Rabe 1 M,
für 1 Eichhan 1 M,
für Fuchs u. Marder 0 M.
Gemeinderat Kappler Ziefle Braun Bohnet Wurster
Betrifft die Verpachtung der Gemeindejagd
Nach vorausgegangener Bekanntmachung im Grenzer wird heute die .. der Gemeindejagd auf 3 oder 6 Jahre öffentlich versteigert, unter folgenden Bedingungen:
1. Das Verpachtungsrecht steht der Gemeinde zu über die Gesamtmarkung mit zusammen 84 ha Feld und Wald, mit Ausnahme von 8 Eigenjagden, einem Teil Staatswald und einem der Gemeinde Hallwangen gehörigenWaldteil.
2. Der Erlös ist jeweils bis 1. Juli des betreffenden Jagdjahr an die Gemeindepflege zu bezahlen, erstmals am 1. Juli 1922.
3. Der Wildstand ist in normalen Grenzen zu halten. Zu großer der Landwirtschaft schädlicher Wildstand darf nicht gehegt werden, ebenso wird der vollständige Abschuß untersagt.
4. Die Aufhebung des Jagd pachtvertrags behält sich der Gemeinderat einseitig vor.
a. Bei dem Tod des Pächters
b. Wenn die Geldentwertung auf weniger als die Hälfte des gegenwärtigen Valutastandes fällt.
c. Falls der Pächter mit der Zahlung des Pachtschillings in Rückstand bleibt.
d. Wenn mehrere Fälle von ungenügendem Wildschadensersatz vorkommen.
5. Afterpacht ist nicht gestattet, ohne Genehmigung des Gemeinderats.
6. Flurschaden ist bei Ausübung der Jagd zu vermeiden und ist eventuell der Schaden zu ersetzen.
7. Über die Pachtzeit und die Zusage an welchen Steigerer die Jagd vergeben wird, bestimmt der Gemeinderat nach .. Verpachtung.
8. Ausländer sind von der Versteigerung ausgeschlossen und dürfen sich auch nicht indirekt beteiligen.
9. Der Pächter hat einen bekannten zahlungsfähigen Bürgen zu stellen.
Nach dem die Bedingungen vorgelesen wurde zur Versteigerung gegangen.
Bietender war Emil Hamma Stuttgart mit 15000 Mark.
Vorstehende Verpachtung wird auf die Dauer von 6 Jahren bis 31. Mai 1928 genehmigt.
Unterschrift Emil Hamma
Stellvertreter Jagdaufseher Dürr
Theilhaber Emil Hamma Jun.
Stellvertreter Theilhaber Kappler
Gemeinderat Kappler Frey Braun Schneider Ziefle Wurster Bohnet
Austug an Gemeindpflege übergeben
Auftrag 27.XI.26 eingetragen
Betrifft die Erhöhung der Pachtgelder für die Fischerei, Jagd u. Schafweide.
Auf Grund der Bestimmungen der württ. Pachtschutzordnung vom 18. Juli 1922 (Reg.Bl.S.285) wird vom Gemeinderat beschlossen:
Die Pachtgelder für die Fischerei u. Jagd, sowie für die Schafweide für das Rechnungsjahr 1922 um 100% zu erhöhen.
Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg. Basis sind die Unterlagen aus dem Musbacher Archiv. Die Fotos wurden von Emil Hamma, Ettlingen zur Verfügung gestellt. Das Jagdrecht wurde "Die gesetzlichen Bestimmungen über das Jagdwesen und den Ersatz des Wildschadens im Königreich Württemberrg" von F.v.Schindler, Kohlhammeverlag, 1901 entnommen.