Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=27.10.2010&Aktenzeichen=6%20C%2039.10
Timestamp: 2019-04-23 23:14:50
Document Index: 286517291

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 3', '§ 69', '§ 29', '§ 12', '§ 45', '§ 127', 'Art. 6', '§ 5', '§ 9', '§ 12', '§ 5', '§ 5', '§ 9', '§ 9', '§ 14', '§ 3', '§ 4', '§ 69', '§ 29', '§ 12', '§ 45', '§ 127', 'Art. 6', '§ 5', '§ 49', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 9']

BVerwG, 27.10.2010 - 6 C 39.10 - dejure.org
AEG §§ 5, 5a, 9, 9a, 14b; BEVVG §§ 3, 4; EnWG § 69; GewO § 29; GüKG § 12; PostG § 45; TKG § 127; Richtlinie 91/440/EWG Art. 6
Anlasslose Auskunftserhebung; Auskunftsbescheid; Befugnisnorm; effet utile; Eisenbahnaufsicht; Eisenbahn-Bundesamt; Entflechtungsvorschriften; Grundsatz des Vorbehalts des Gesetzes; Verbot der Überleitung öffentlicher Gelder; Verhältnismäßigkeit; Verwaltungsaktbefugnis
§ 5a Abs 5 S 1 Nr 1 AEG, § 9 Abs 1b AEG, § 12 Abs 5 GüKG 1998
Anlasslose Auskunftserhebung der Eisenbahnaufsichtsbehörde; Ermächtigungsgrundlage
§ 5 AEG, § 5a AEG, § 9 AEG, § 9a AEG, § 14 AEG, § 3 BEVVG, § 4 BEVVG, § 69 EnWG, § 29 GewO, § 12 GüKG, § 45 PostG, § 127 TKG, Art. 6 RL 91/440/EWG,
Eisenbahn-Bundesamt kann Eisenbahnunternehmen zur Erteilung von Auskünften verpflichten - Deutsche Bahn AG muss Auskünfte über Verwendung von Zuschüssen Dritter erteilen
VG Köln, 27.11.2009 - 18 K 5401/08
BVerwGE 141, 243
NVwZ 2012, 1123
DVBl 2012, 303
Es reicht aus, wenn sich die Verwaltungsaktsbefugnis dem Gesetz im Wege der Auslegung entnehmen lässt (stRspr, BVerwG, Urteil vom 7. Dezember 2011 - 6 C 39.10 - BVerwGE 141, 243 Rn. 14 f.).
Hierfür ist eine gesetzliche Grundlage erforderlich, die die Behörde gerade auch ermächtigt, durch Verwaltungsakt tätig zu werden (vgl. Urteile vom 7. Dezember 2011 - BVerwG 6 C 39.10 - Buchholz 442.09 § 5a AEG Nr. 1 Rn. 14 …und vom 3. März 2011 - BVerwG 3 C 19.10 - BVerwGE 139, 125 = Buchholz 316 § 49a VwVfG Nr. 11 jeweils Rn. 16).
Denn dem rechtsstaatlichen Bestimmtheitsgebot ist Genüge getan, wenn die Rechtsunterworfenen in zumutbarer Weise den Regelungsinhalt einer Rechtsnorm erkennen können, wofür es hinreichend ist, dass sich der Norminhalt im Wege der Auslegung mit Hilfe der anerkannten Auslegungsregeln feststellen lässt (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 22.06.1977 - 1 BvR 799/76 -, juris, Rn. 81; BVerwG, Urteil vom 07.12.2011 - 6 C 39.10 -, juris, Rn. 13 ff.).
Schließlich hat das Bundesverwaltungsgericht eine Verwaltungsaktsbefugnis - etwa im Eisenbahnrecht - als Annex eines aufsichtsrechtlichen Subordinationsverhältnisses hergeleitet (vgl. Urt. v. 07.12.2011, Az. 6 C 39/10, juris).
Dies entnimmt die Kammer jedenfalls der Rechtsprechung des 6. Senats des Bundesverwaltungsgerichts, der die Verwaltungsaktsbefugnis der Eisenbahnaufsichtsbehörde hinsichtlich der Verpflichtung zur Auskunftserteilung eingehend geprüft hat (vgl. Urt. v. 07.12.2011, Az. 6 C 39/10, juris).
Für die positive Herleitung einer Eingriffsermächtigung kann deshalb nicht der Hinweis genügen, dass der Gesetzeswortlaut oder gesetzliche Regelungen in anderen Normen der Annahme einer Verwaltungsaktsbefugnis zumindest nicht entgegenstünden (dies suggeriert die Argumentation des Bundesverwaltungsgerichts, vgl. Urt. v. 07.12.2011, a.a.O., juris Rn. 24, 26).
Ebenso wenig lässt sich eine Verwaltungsaktsbefugnis mit dem Hinweis darauf begründen, dass es "naheliege", von der gesetzlich beschriebenen Verpflichtung auf eine entsprechende, in der Form des Verwaltungsakts wahrnehmbare behördliche Eingriffsermächtigung zu schließen (so aber wiederum Urt. v. 07.12.2011, a.a.O., juris Rn. 17).
Die - rechtspolitisch folgerichtige - Erwägung, eine Verwaltungsaktsbefugnis sei "sinnvoll und geboten" (so zur Auskunftspflicht BVerwG, Urt. v. 07.12.2011, Az. 6 C 39/10, juris Rn. 27), trägt aber nicht die Herleitung einer Ermächtigung zum Erlass von Leistungsbescheiden.
Es reicht deshalb aus, wenn sich die Verwaltungsaktbefugnis dem Gesetz im Wege der Auslegung entnehmen lässt (Urteil vom 7. Dezember 2011 - BVerwG 6 C 39.10 - BVerwGE 141, 243 = Buchholz 442.09 § 5a AEG Nr. 1, jeweils Rn. 14 m.w.N.).
VG Köln, 12.07.2013 - 18 K 1391/12
Auskunftsverlangen; Auskunftsbescheid; Mitwirkungspflicht; subjektives …
vgl. BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 -.
Solche auf eine Aufklärung gerichteten, also im Vorfeld einer etwa auf der Grundlage des § 5a Abs. 2 AEG erfolgenden, vgl. BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 -, S. 9 Rdnr. 24 und 34 des amtlichen Entscheidungsabdrucks, sachlichen Regelung liegenden Bemühungen der Behörde sind gemäß der Natur einer Erforschung nicht nur ergebnisoffen, sondern bereits hinsichtlich der Möglichkeit ihrer Umsetzung offen.
Gilt das für ein Auskunftsverlangen nach § 5a Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 AEG, vgl. BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 -, kann für ein Nachweisverlangen nach § 5a Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 AEG nichts anderes gelten, weil auch dieses Verlangen wie ein Auskunftsverlangen eine konkretisierte Mitwirkungspflicht ist, zumal beide Arten der Mitwirkung zueinander häufig in einem Stufenverhältnis stehen.
vgl. BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 -, S. 14 Rdnr. 37 des amtlichen Abdrucks.
vgl. auch insoweit BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - 6 C 39.10 -, S. 14 Rdnr. 38 des amtlichen Abdrucks.
Beispielhaft dazu BVerwG, Urteile vom 7. Dezember 2011 - 6 C 39.10 -, BVerwGE 141, 243, juris, Rdn. 26, und vom 18. Juni 2009 - 7 C 16.08 -, BVerwGE 134, 154, juris, Rdn. 23.
Es genügt den Anforderungen an die Bestimmtheit einer Satzungsvorschrift, wenn Auslegungsschwierigkeiten mit herkömmlichen juristischen Auslegungsmethoden bewältigt werden können (OVG Bautzen…, Urt. vom 14. Februar 2018 - 5 A 127/15 -, a. a. O.;… OVG Weimar im Urt. vom 23. Mai 2017 - 4 N 114/13 -, Rn. 51, unter Hinweis auf BVerwG, Urt. vom 7. Dezember 2011 - 6 C 39.10 -, Rn. 15; OVG Weimar…, Beschl. vom 12. Juli 2002 - 4 ZEO 243/00 -, juris Rn. 7; OVG Bautzen…, Urt. vom 4. Juli 2012 - 5 C 34/09 -, juris Rn. 127, …und vom 9. April 2014 - 5 C 34/12 -, juris Rn. 62 f.).
Die Befugnis der Beklagten, gegenüber der Klägerin einen Abgabenbescheid zu erlassen, ergibt sich aus § 9 Satz 2 KfA-Satzung, vgl. zur Verwaltungsaktbefugnis auch BVerwG, Urteil vom 7. Dezember 2011 - 6 C 39/10 - juris, Rn. 15 ff.
In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist anerkannt (vgl. BVerwG, Urteil vom 7.12.2011 - BVerwG 6 C 39.10 -, juris Rn. 14 m. zahlreichen w. N.), dass die Befugnis der Verwaltung, sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben des Mittels des Verwaltungsaktes zu bedienen (sog. Verwaltungsaktbefugnis), nicht ausdrücklich in der gesetzlichen Grundlage erwähnt sein muss, die in materieller Hinsicht zu einem Eingriff ermächtigt.
VG Köln, 08.03.2013 - 18 K 116/12
Eisenbahninfrastrukturunternehmen; Eisenbahnverkehrsunternehmen; …
Uuneingeschränktes Zugangsrecht zu Eiseninfrastruktureinrichtungen im deutschen …
VG Berlin, 13.03.2013 - 13 K 187.11
Auskunfts- bzw. Unterlagenvorlageverlangen zur Wahrnehmung von Aufsichtsaufgaben
VG Köln, 03.08.2018 - 18 L 1528/18