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Timestamp: 2016-10-25 05:05:52
Document Index: 47585645

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 13', 'Art. 7', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'Art. 37', 'Art. 118', 'Art. 31', 'Art. 31', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 37', 'Art. 7', 'Art. 37', 'Art. 39', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 37', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 159']

U 39/99 (23.10.2000)
U 39/99 Ge
Pr�sident Lustenberger, Bundesrichter Sch�n, Meyer, Ferrari und nebenamtliche Richterin Rumo-Jungo; Gerichtsschreiberin Keel
"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, General Guisan-Strasse 40, Winterthur, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Zanotelli, Weinbergstrasse 43, Z�rich,
1. X.M.________,
2. Y.M.________,
Beschwerdegegnerinnen, beide vertreten durch Rechtsanwalt Martin Sacher, Badenerstrasse 13, Brugg/AG,
A.- Der 1965 geborene M.________ war ab 1. Juli 1995 teilzeitlich als Barmann bei der A.________ AG t�tig. Am 23. Oktober 1995 erlitt er einen Unfall, an dessen Folgen er am 2. November 1995 verstarb. Er war mit seinem Motorrad mit einem Lieferwagen, der sich auf seiner Fahrbahn befand, zusammengestossen.
Die "Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, welcher der Unfall gemeldet wurde, kl�rte ihre
Leistungspflicht ab und h�rte zu diesem Zweck am 22. November 1995 die Witwe, den Bruder sowie den Gesch�ftsf�hrer der ehemaligen Arbeitgeberin des Ver- storbenen an (Aktennotiz vom 21. Dezember 1995). Ferner zog sie namentlich s�mtliche Lohnabrechnungen, eine Zusammenstellung der A.________ AG �ber die w�chentliche Arbeitszeit seit Stellenantritt sowie einen Bericht des Instituts f�r Rechtsmedizin vom 8. Dezember 1995 bei und veranlasste einen Zusammenruf der f�r M.________ bei den Ausgleichskassen gef�hrten individuellen Konten. Gest�tzt auf diese Abkl�rungen kam die Winterthur zum Schluss, der Verstorbene habe als Teilzeiterwerbst�tiger nur �ber eine Versicherungsdeckung f�r Berufsunf�lle verf�gt. Da sich der erlittene Unfall weder bei der Arbeit noch auf dem Arbeitsweg ereignet habe, sei M.________ daf�r nicht versichert gewesen. Nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs erliess die Winterthur am 9. Mai 1996 die entsprechende Abweisungsverf�gung. Die dagegen erhobene Einsprache hiess sie mit Entscheid vom 16. Dezember 1996 in dem Sinne teilweise gut, dass sie das Vorliegen eines Arbeitswegunfalles bejahte, jedoch die Leistungen wegen grobfahrl�ssiger Herbeif�hrung des Unfalles um 20 % k�rzte.
B.- Hiegegen liessen die Hinterlassenen des Verstorbenen, seine Ehefrau Y.M.________ sowie seine Tochter X.M.________, beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich Beschwerde erheben. Nach Beizug des von der Winterthur eingereichten Strafurteils des Bezirksgerichts Z�rich vom 28. Februar 1997 hiess das Gericht die Beschwerde mit Entscheid vom 8. Dezember 1998 insofern teilweise gut, als es die Leistungen ungek�rzt zusprach.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst die Winterthur das Rechtsbegehren stellen, der vorinstanzliche Entscheid sowie der Einspracheentscheid seien aufzuheben und es sei zu erkennen, dass sie keine Leistungen zu erbringen habe. Eventualiter seien die Leistungen um 20 % zu k�rzen.
Die Hinterlassenen des Verstorbenen schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt
f�r Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen.
2.- Gem�ss Art. 8 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 UVG und Art. 13 UVV (in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 1997 geltenden Fassung) sind teilzeitbesch�ftigte Arbeitnehmer nicht gegen Nichtberufsunf�lle versichert, sofern ihre w�chentliche Arbeitszeit nicht mindestens 12 Stunden (seit 1. Januar 2000: 8 Stunden [vgl. AS 1999 S. 2879]) betr�gt. F�r Teilzeitbesch�ftigte, welche diese Mindestdauer nicht erreichen, gelten auch Unf�lle auf dem Arbeitsweg als Berufsunf�lle (Art. 7 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 13 UVV).
3.- Arbeiten Teilzeitbesch�ftigte unregelm�ssig, wie dies, was letztinstanzlich unbestritten ist, beim Verstorbenen der Fall war, stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien ihr Arbeitspensum bemessen werden soll: Maurer (Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 117 N 196a) schl�gt vor, das Pensum f�r jede Woche separat zu bestimmen. Daher seien Teilzeitbesch�ftig- te jede einzelne Woche, in der sie mindestens zw�lf Stunden arbeiteten, f�r Nichtberufsunf�lle versichert, w�hrend die �brigen Wochen keine Nichtberufsunfallversicherung begr�nden w�rden. Diese L�sung hat den Vorteil, dass sie ein klares Kriterium zur Verf�gung stellt. Sie beinhaltet indessen zwei Nachteile: Abgesehen davon, dass mit ihr bei Arbeit auf Abruf (BGE 124 III 250 Erw. 2a) jeweils zu Beginn einer Woche noch kein Versicherungsschutz f�r Nichtberufsunf�lle besteht, da noch unsicher ist, ob sich das Arbeitspensum bis Ende Woche auf zw�lf Stunden erh�hen wird, haben Teilzeitbesch�ftigte auch keine langfristige Klarheit �ber ihren Deckungsumfang, was ebenfalls eine entsprechende Vereinbarung mit der sekund�r f�r Unf�lle eintretenden Krankenversicherung (Art. 1 Abs. 2 lit. b KVG) verunm�glicht. Von einem Teil der Lehre wird daher eine l�ngere Bemessungsperiode zur Berechnung der durchschnittlichen w�chentlichen Arbeitszeit gefordert (Susanne Leuzinger-Naef, Sozialversicherungsrechtliche Probleme flexibilisierter Arbeitsverh�ltnisse, in: Erwin Murer [Hrsg.], Neue Erwerbsformen - veraltetes Arbeits- und Sozialversicherungsrecht?, Bern 1996, S. 118 mit Hinweisen; Stephan Ragg, Die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers im System der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Z�rich 1997, S. 60 ff.). Die Empfehlungen der Ad-hoc-Kommission Schaden der UVG-Versicherer Nr. 7/87 vom 4. September 1987 und Nr. 4/84 vom 18. Juli 1984, welche f�r das Gericht zwar unverbindlich, jedoch unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit von gewisser Bedeutung sind (vgl. BGE 120 V 231 Erw. 4c, 114 V 318 Erw. 5c), stellen f�r die Ermittlung des Deckungsumfanges von Teilzeitbesch�ftigten auf den Durchschnitt von drei Monaten ab. Dementsprechend ist f�r Nichtberufsunf�lle versichert, wer entweder �ber diesen Zeitraum im Durchschnitt aller Wochen, in denen er �berhaupt gearbeitet hat, mindestens zw�lf Stunden besch�ftigt war, oder aber in der Mehrzahl aller Wochen, in denen gearbeitet wurde, ein Wochenpensum von mindestens zw�lf Stunden erreicht hat. Diese Kriterien sind einfach zu handhaben, klar und voraussehbar. Welche der beiden Methoden (wochenweise Betrachtung [Erw. 4a], alternative Durchschnittsmethode [Erw. 4b]) den Vorzug verdient, kann indessen vorliegend offen bleiben, weil die Versicherungsdeckung, wie nachfolgend dargelegt, in beiden F�llen zu bejahen ist.
4.- a) Betrachtet man die Arbeitszeit des Verstorbenen wochenweise, besteht im relevanten Zeitpunkt Versicherungsschutz gegen Nichtberufsunf�lle. Denn gem�ss der in den Akten liegenden Best�tigung der A.________ AG vom 1. Dezember 1995 betrug das Arbeitspensum des Verstorbenen in der vor dem Unfall liegenden 42. Woche des Jahres 1995 (16.-22. Oktober 1995) 24,5 Stunden.
b) Keine Deckung f�r Nichtberufsunf�lle, sondern nur f�r Berufsunf�lle inklusive Unf�lle auf dem Arbeitsweg liegt hingegen vor, wenn man mit der Vorinstanz auf die alternative Durchschnittsmethode abstellt. Denn danach erzielte der Verstorbene, wie im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt, einen Wochendurchschnitt von 8,7 Stunden (130,5 Std. : 15 Wochen) und erreichte nur in insgesamt vier Wochen ein Pensum von mindestens zw�lf Stunden. F�r das Ereignis w�re der Verstorbene deshalb einzig dann gedeckt, wenn es sich auf dem Arbeitsweg ereignet h�tte, was nachfolgend zu pr�fen ist.
aa) Nach der Rechtsprechung liegt der Arbeitsweg zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsort des Versicherten (BGE 97 V 207 Erw. 1; RKUV 1995 Nr. U 230 S. 199 Erw. 2b). Zwischen der Reise und der Arbeit muss ein sachlicher Zusammenhang bestehen. Der Grund der Reise muss darin liegen, die Arbeit aufzunehmen oder nach der Arbeit heimzukehren (EVGE 1962 S. 7 Erw. 2). Dabei gilt als Arbeitsweg der k�rzeste, w�hrend der normalen Zeiten und ohne Unterbruch zur�ckgelegte Weg. Diese Umschreibung darf aber nicht engherzig ausgelegt werden; vielmehr ist den Umst�nden des Einzelfalles sowie den herrschenden Lebensauffassungen und Sitten angemessen Rechnung zu tragen (EVGE 1964 S. 13 Erw. 2). Nach der �lteren Rechtsprechung wurde kein Unterbruch des Arbeitsweges angenommen, wenn der Versicherte vor oder w�hrend seiner Heimreise einen Kaffee trinken geht oder wenn er einen kleinen Umweg macht und somit nicht mehr den direktesten Arbeitsweg w�hlt. Wird aus pers�nlichen, keine Beziehung zur beruflichen T�tigkeit aufweisenden Gr�nden ein grosser Unterbruch oder Aufschub des Arbeitsweges vorgenommen oder ein gr�sserer Umweg gemacht, wurde dagegen der sachliche und zeitliche Zusammenhang mit der Arbeit verneint (EVGE 1962 S. 8 Erw. 2, EVGE 1962 S. 91). Nach Maurer (a.a.O., S. 103 f.) ist im Hinblick auf die Rechtssicherheit generell eine Unterbrechung bzw. Verz�gerung von einer Stunde zuzulassen, und zwar ohne Pr�fung der hief�r verantwortlichen Gr�nde. Wird diese zeitliche Marge �berschritten, ist beim Vorliegen qualifizierter Gr�nde immer noch kein Unterbruch des Arbeitsweges anzunehmen. Dieser Lehrmeinung ist zu folgen, entspricht es doch der heutigen Lebensauffassung und den Sitten, dass auf dem Arbeitsweg kleinere Besorgungen oder Kommissionen erledigt werden, ohne dass damit der Charakter der Reise grundlegend �ndern w�rde: Das Ziel der Reise ist und bleibt die Arbeit, w�hrend die Wohnung den Ausgangspunkt bildet oder umgekehrt. Ferner ist den Arbeitnehmenden in Bezug auf die Frage nach der f�r den Weg an die Arbeit erforderlichen Zeit ein gewisser Spielraum einzur�umen, und zwar so, dass sie nicht einzig deshalb, weil sie diese grossz�gig bemessen, der Unfalldeckung verlustig gehen.
bb) Die Vorinstanz und die Winterthur haben den zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zwischen der Reise und der Arbeit bejaht, obwohl der Verstorbene auf dem Weg an die Arbeit seine Mutter besuchen wollte. F�r beide war die �berlegung wegleitend, von einem Arbeitnehmer k�nne nicht verlangt werden, dass er den direkten, k�rzesten Weg benutze, der �ber die Autobahn f�hre. Vielmehr m�sse auch der Weg �ber Landstrassen oder durch die Stadt zul�ssig sein, selbst wenn es sich dabei nicht mehr um den direkten, k�rzesten Weg handle. Vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht kommt die Winterthur auf ihren Einspracheentscheid zur�ck und bestreitet nunmehr, entgegen ihrer damaligen Auffassung, das Vorliegen eines Arbeitswegunfalles.
Da sich der Unfall etwa um 15.00 Uhr in der L.________strasse in Z�rich ereignete, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Verstorbene zwischen 14.30 und 14.45 Uhr von seinem Wohnort in Z.________ aufgebrochen war. Nach unbestrittenen Angaben musste er die Arbeit um 17.20 Uhr antreten, so dass ihm insgesamt gut 2 1/2 Stunden f�r das Zur�cklegen seines Arbeitsweges zur Verf�gung standen. Richtigerweise muss ihm die Wahl zwischen der Autobahn sowie dem Weg durch die Stadt Z�rich und �ber die Landstrasse nach W.________ offen stehen, zumal Motorradfahrer bekanntlich f�r k�rzere Strecken eher die Landstrasse als die Autobahn benutzen. Die Versicherungsdeckung von dieser Wahl abh�ngig zu machen, w�re nicht sachgerecht. Statt 40 Minuten musste der Verstorbene somit rund eine Stunde f�r seinen Arbeitsweg einrechnen. Wird sodann eine einst�ndige Marge f�r Besorgungen und/oder den Besuch bei seiner Mutter einberechnet, bleibt noch eine halbe Stunde, die man dem Verstorbenen als zeitlichen Spielraum f�r das rechtzeitige Erscheinen am Arbeitsplatz einr�umen muss. Bei dieser Sachlage stellt das streitige Ereignis, wenn auch im Sinne eines Grenzfalles, einen versicherten Arbeitswegunfall dar.
5.- Ist eine Leistungspflicht des Unfallversicherers f�r das Ereignis vom 23. Oktober 1995 nach dem Gesagten zu bejahen, bleibt zu pr�fen, ob die Leistungen an die Hinterlassenen wegen Grobfahrl�ssigkeit zu k�rzen sind. Dabei ist zun�chst zu kl�ren, ob der fragliche Unfall vom staatsvertraglichen K�rzungsverbot erfasst wird (Erw. 5a). Ist dies zu verneinen, stellt sich die Frage, ob das Verhalten des Verstorbenen als grobfahrl�ssig zu qualifizieren ist (Erw. 5b) und ob es den Unfall (mit)verursacht hat (Erw. 5c). Schliesslich ist gegebenenfalls das Mass der K�rzung zu pr�fen (Erw. 5d).
a) Nach Art. 37 Abs. 2 UVG (in der bis 31. Dezember 1998 g�ltigen und gem�ss Art. 118 Abs. 4 UVG hier anwendbaren Fassung) werden die Geldleistungen gek�rzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrl�ssig herbeigef�hrt hat. Bei Berufsunf�llen sind Leistungsk�rzungen, anders als bei Nichtberufsunf�llen, nach staatsvertraglichem Recht unzul�ssig (Art. 31 und 69 lit. f des �bereinkommens Nr. 102 der Internationalen Arbeitsorganisation [IAO] �ber die Mindestnormen der Sozialen Sicherheit vom 28. Juni 1952, f�r die Schweiz in Kraft seit 18. Oktober 1978, und Art. 31 und 68 lit. f der Europ�ischen Ordnung der Sozialen Sicherheit [EOSS] vom 16. April 1964, f�r die Schweiz in Kraft seit 17. September 1978; BGE 121 V 42 Erw. 2b, 46 Erw. 1, 119 V 179 Erw. 4d, mit Hinweisen).
W�hrend das staatsvertragliche Leistungsk�rzungsverbot somit nach st�ndiger Rechtsprechung auf Nichtberufsunf�lle keine Anwendung findet, bleibt zu pr�fen, wie es sich mit Arbeitswegunf�llen verh�lt. Nach schweizerischer Rechtsauffassung stellen Unf�lle, welche eine versicherte Person auf dem Weg zur oder von der Arbeit erleidet, in der Regel keine Berufs-, sondern Nichtberufsunf�lle dar (BGE 121 V 42 Erw. 2b, mit Hinweisen auf die Botschaft und die Lehre; vgl. auch BGE 121 V 326 Erw. 4a). Dies ergibt sich aus Art. 7 Abs. 2 UVG, wonach f�r jene Teilzeitbesch�ftigten, deren Arbeitsdauer das vom Bundesrat festzusetzende Mindestmass (12 Stunden; Art. 13 UVV) nicht erreicht, Unf�lle auf dem Arbeitsweg als Berufsunf�lle gelten. Indessen darf daraus nicht geschlossen werden, dass das staatsvertragliche K�rzungsverbot die (als Berufsunf�lle geltenden) Arbeitswegunf�lle Teilerwerbst�tiger mit einer w�chentlichen Arbeitszeit von weniger als 12 Stunden erfasst - anders als die Arbeitswegunf�lle aller anderen Erwerbst�tigen, welche als Nichtberufsunf�lle betrachtet werden. Denn diese Unterscheidung f�hrte zu einer sachlich nicht gerechtfertigten Bevorzugung von Teilzeitbesch�ftigten, deren w�chentliche Arbeitszeit weniger als zw�lf Stunden betr�gt, gegen�ber den anderen Teilzeit- sowie den Vollzeitbesch�ftigten. Eine solche Bevorzugung war vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt, ging es ihm doch einzig darum, die Auswirkungen des Art. 8 Abs. 2 UVG zu mildern und die Arbeitswegunf�lle in die Versicherungsdeckung einzubeziehen (Alexandra Rumo-Jungo, Die Leistungsk�rzung oder -verweigerung gem�ss Art. 37-39 UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 229 f.; Botschaft des Bundesrates zum Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung vom 18. August 1976, BBl 1976 III 165 und 187; Amtl. Bull. 1979 N 167 ff.). Art. 7 Abs. 2 UVG hatte mithin nicht den Zweck, die Anwendung von Art. 37 Abs. 2 oder Art. 39 UVG auf die Arbeitswegunf�lle einer bestimmten Gruppe von Versicherten auszuschliessen. Deshalb findet das staatsvertragliche Leistungsk�rzungsverbot auf Arbeitswegunf�lle generell keine Anwendung, und zwar ungeachtet dessen, ob es sich um einen Unfall von Teilzeitbesch�ftigten mit einem Wochenpensum von weniger oder von mehr als zw�lf Stunden oder aber von Vollzeitbesch�ftigten handelt.
b) Die Verwaltung als verf�gende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht d�rfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen �berzeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu f�llen. Die blosse M�glichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen�gt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen m�glichen Geschehensabl�ufen als die wahrscheinlichste w�rdigen (BGE 125 V 195 Erw. 2, 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b mit Hinweis).
Die im Polizeirapport vom 23. Oktober 1995 sinngem�ss wiedergegebenen Zeugenaussagen gingen alle dahin, dass der Verstorbene mit seinem Motorrad der Marke Harley Davidson mit grossem L�rm und stark �bersetzter Geschwindigkeit (sch�tzungsweise mit 80 km/h bei einer H�chstgeschwindigkeit von 50 km/h) die L.________strasse stadteinw�rts fuhr. In der im Rahmen des strafrechtlichen Verfahrens durchgef�hrten Einvernahme vom 5. M�rz 1996 lauteten die w�rtlich protokollierten Zeugenaussagen hinsichtlich der Geschwindigkeit etwas weniger apodiktisch: Die Zeugen hielten zwar eine �bersetzte Geschwindigkeit f�r gegeben. Ein Zeuge r�umte aber ein, der grosse Motorenl�rm habe die Einsch�tzung der Geschwindigkeit wom�glich beeinflusst. Eine Zeugin konnte nicht mehr angeben, ob das Motorrad mit 60, 80 oder 100 km/h unterwegs war, w�hrend eine andere die Geschwindigkeit auf sicher mehr als 50 km/h, ja auf bis zu 80 km/h sch�tzte. Somit liegt mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit eine zwar nicht stark, aber gleichwohl �bersetzte Geschwindigkeit vor. �berdies ist nachgewiesen, dass die Fahrt�chtigkeit des Versicherten auf Grund des kurz vor dem Unfall konsumierten Cannabis eingeschr�nkt war. Dieses Verhalten stellt eine grobe Fahrl�ssigkeit dar, welche eine K�rzung der Leistungen rechtfertigt, wenn zwischen dem Verhalten und dem Unfallereignis oder seinen Folgen ein nat�rlicher und ad�quater Kausalzusammenhang vorliegt (BGE 121 V 48 Erw. 2c, 118 V 307 Erw. 2c).
c) Ursachen im Sinne des nat�rlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst�nde, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass das grobfahrl�ssige Verhalten die alleinige oder unmittelbare Ursache des Unfalles ist; es gen�gt, dass das schuldhafte Verhalten zusammen mit anderen Bedingungen den Unfall herbeigef�hrt hat, dieses mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der Unfall entfiele (vgl. dazu BGE 121 V 48 Erw. 2c, 119 V 337 Erw. 1, mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als ad�quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem
gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuf�hren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als beg�nstigt erscheint (BGE 123 III 112 Erw. 3a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, je mit Hinweisen).
Nach Beurteilung des Strafgerichts war der Lenker des Lieferwagens erst unmittelbar vor dem Zusammenstoss auf die Gegenfahrbahn der L.________strasse eingebogen, wo ihm der vortrittsberechtigte Motorradfahrer ungebremst in die rechte Seite fuhr. Das Sozialversicherungsgericht ist an die Sachverhaltsfeststellung des Strafgerichts zwar nicht gebunden, kann aber vorliegend darauf abstellen, da diese auf umfassenden Untersuchungen, einl�sslicher Einvernahme des beschuldigten Lenkers des Lieferwagens und der Zeugen sowie auf nachvollziehbarer W�rdigung der Aussagen beruht. Die Tatsache, dass der Lenker des Lieferwagens erst kurz vor dem Zusammenstoss auf die Fahrbahn des Motorradfahrers einbog, �ndert indessen nichts daran, dass die �bersetzte, ungebremste Geschwindigkeit sowie die beeintr�chtigte Fahrt�chtigkeit des Versicherten wenigstens Teilursachen f�r den Zusammenstoss und dessen erhebliche Folgen waren. Dar�ber hinaus war das Verhalten des Verstorbenen nach der allgemeinen Lebenserfahrung auch geeignet, den eingetretenen Unfall herbeizuf�hren.
d) Die K�rzung der Leistungen im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG erfolgt nach Massgabe des Verschuldens. Es handelt sich dabei naturgem�ss um Ermessensentscheide. Das sie �berpr�fende Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abst�tzen k�nnen, welche seine abweichende Ermessensaus�bung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 152 Erw. 2 mit Hinweisen).
Die Winterthur verf�gte eine Leistungsk�rzung um 20 % mit der Begr�ndung, der Verstorbene habe die innerorts h�chstzul�ssige Geschwindigkeit von 50 km/h massiv (was, wie in Erw. 5b dargelegt, nicht zutrifft) �berschritten und seine Geschwindigkeit nicht an die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverh�ltnisse angepasst. Obwohl bei �bersetzter Geschwindigkeit grunds�tzlich eine K�rzung von 30 % zul�ssig sei, rechtfertige sich in Anbetracht des Vorliegens von unterhaltsberechtigten Angeh�rigen eine K�rzung von 20 %.
Im Ergebnis ist die von der Winterthur verf�gte Leistungsk�rzung angemessen. Die Tatsache, dass der Unfallversicherer einerseits nicht gen�gend ber�cksichtigte, dass das Verhalten des Verstorbenen zwar eine Teilursache f�r den Unfall darstellte, jedoch der (wegen fahrl�ssiger T�tung verurteilte) Lenker des Lieferwagens die massgebende Hauptursache setzte, wird dadurch ausgeglichen, dass er die K�rzung ohne Einbezug der Beeintr�chtigung der Fahrt�chtigkeit auf Grund des Cannabis-Konsums festgelegt hat. Da keine triftigen Gr�nde vorhanden sind, welche eine abweichende Ermessensaus�bung als naheliegender erscheinen lassen, h�tte die Vorinstanz die von der Winterthur verf�gte Leistungsk�rzung nicht aufheben d�rfen, weshalb die Verwaltungsgerichtsbeschwerde insoweit gutzuheissen ist.
6.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses haben die Beschwerdegegnerinnen Anspruch auf eine reduzierte Parteientsch�digung zu Lasten der Winterthur (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 3 OG).
schwerde wird der Entscheid des Sozialversicherungsge-
richts des Kantons Z�rich vom 8. Dezember 1998 aufge-
III. Die Winterthur hat den Beschwerdegegnerinnen f�r das
eine Parteientsch�digung von Fr. 1500.- (Honorar, Aus-
lagenersatz und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.