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Timestamp: 2016-10-26 00:30:46
Document Index: 393752630

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 453', 'Art. 29', 'Art. 81', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 1', 'BGE', 'in fine', 'Art. 2', 'Art. 116', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 68']

Einstellung der Untersuchung (fahrl�ssige K�rperverletzung),
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich, III. Strafkammer, vom 11. Oktober 2010.
Am 4. August 2007 fuhr Y.________ um ca. 19.30 Uhr beim Strandbad Tiefenbrunnen als Inline-Skater links auf dem ungef�hr 2,5 Meter breiten Rad- und Fussweg stadteinw�rts. X.________ ging mit ihrem Mann rechts auf diesem Weg Richtung Parkplatz des Strandbades. Eine Frau befand sich zusammen mit ihrem Kind vor ihnen. Als das Kind unvermittelt stehen blieb, wich X.________ links aus. Der von hinten heranfahrende Y.________ konnte nicht vollst�ndig ausweichen und streifte sie. Durch die Kollision kam keine der beiden Personen zu Fall. X.________ erlitt durch die Streifkollision eine Prellung im Halsbereich links, eine Verst�rkung der vorbestehenden Hals-Wirbels�ule-Beschwerden sowie eine Verrenkung/Zerrung der rechten Schulter.
Am 5. August 2007 stellte X.________ Strafantrag gegen Y.________ wegen fahrl�ssiger K�rperverletzung. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich stellte die Untersuchung am 7. August 2009 ein.
Gegen die Einstellungsverf�gung der Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich rekurrierte X.________ beim Obergericht des Kantons Z�rich. Dieses wies den Rekurs mit Beschluss vom 11. Oktober 2010 ab.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Sie beantragt, der Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich sowie die Verf�gung der Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich seien aufzuheben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, gegen Y.________ Anklage zu erheben. Eventualiter habe die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung durch weitere Beweiserhebungen zu erg�nzen. Subeventualiter sei der angefochtene Beschluss aufzuheben, und es sei das Verfahren zur erneuten Entscheidung �ber die Frage der Einstellung der Strafuntersuchung bzw. Anklageerhebung an das Obergericht des Kantons Z�rich zur�ckzuweisen.
Y.________ sei ausserdem zu verpflichten, ihr f�r das vorinstanzliche Rekursverfahren und das vorliegende Beschwerdeverfahren eine angemessene Prozessentsch�digung zu bezahlen. Die vorinstanzlichen sowie die bundesgerichtlichen Kosten seien Y.________ aufzuerlegen. Eventualiter sei das Verfahren hinsichtlich der Kosten- und Entsch�digungsfolgen an das Obergericht des Kantons Z�rich zur�ckzuweisen.
Das Obergericht sowie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich verzichten auf eine Vernehmlassung. Y.________ beantragt, auf die Beschwerde sei unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.
Die Beschwerde vom 15. November 2010 ging beim Bundesgericht am 17. November 2010 ein. In Bezug auf die Frage der Legitimation und des anwendbaren Prozessrechts sind das BGG sowie die Strafprozessordnung des Kantons Z�rich in den bis zum 31. Dezember 2010 in Kraft stehenden Fassungen anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG sowie Art. 453 Abs. 1 der schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO, SR 312.0]).
1.1 Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet ihre Legitimation mit der Tatsache, dass sie bereits am Vorverfahren beteiligt gewesen sei und als Opfer ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids habe (Beschwerde, S. 4).
1.3 Ein Beschwerderecht steht dem Opfer zu, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung seiner Zivilanspr�che auswirken kann (aArt. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Opfer ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t unmittelbar beeintr�chtigt worden ist (aArt. 2 Abs. 1 OHG).
1.4 F�r die Opferstellung nach Opferhilfegesetz muss die Beeintr�chtigung der k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t von einem gewissen Gewicht sein. Bagatelldelikte wie etwa T�tlichkeiten, die nur unerhebliche Beeintr�chtigungen bewirken, sind vom Anwendungsbereich des Opferhilfegesetzes grunds�tzlich ausgenommen. Entscheidend f�r die Opferstellung ist allerdings nicht die Schwere der Straftat, sondern der Grad der Betroffenheit der gesch�digten Person. So kann etwa eine T�tlichkeit die Opferstellung begr�nden, wenn sie zu einer nicht unerheblichen psychischen Beeintr�chtigung f�hrt (hierzu BGE 125 II 265 E. 2a/aa und 2e/bb je mit Hinweisen; so auch DOMINIK ZEHNTNER, in: Peter Gomm/Dominik Zehntner, Kommentar zum Opferhilfegesetz, 3. Aufl. 2009, Art. 1 N 38). Entscheidend ist, dass die Beeintr�chtigung der Integrit�t des Gesch�digten das legitime Bed�rfnis begr�ndet, die Hilfsangebote und die Schutzrechte des Opferhilfegesetzes - ganz oder zumindest teilweise - in Anspruch zu nehmen (BGE 125 II 265 E. 2a/aa in fine; ZEHNTNER, a.a.O.).
1.5 Gem�ss �rztlichem Befund f�hrte die Kollision mit dem Beschwerdegegner bei der Beschwerdef�hrerin aufgrund mehrerer krankhafter vorbestehender Ver�nderungen im Bereich der Hals-Wirbels�ule (Motorradunfall mit Sch�delfraktur, Skiunfall mit Sturz auf das Kinn, Wirbelk�rperverblockung, Sch�digung des R�ckenmarks der Halswirbels�ule) zu einem komplikativen Verlauf nach einem als Bagatelltrauma einzustufenden Vorfall (act. 11/3, S. 2 der Vorakten). Im Rahmen einer biomechanischen Beurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass bei einer vollst�ndig gesunden Person h�chstens vor�bergehende Beschwerden aufgetreten w�ren (act. 12/4, S. 4 der Vorakten).
1.6 aArt. 2 Abs. 1 OHG (ebenso nun Art. 116 Abs. 1 StPO) setzt einen ad�quat-kausalen Zusammenhang zwischen dem inkriminierten Verhalten und der Beeintr�chtigung der k�rperlichen, psychischen oder sexuellen Integrit�t der gesch�digten Person voraus (Opfer ist, wer "durch eine Straftat [...] beeintr�chtigt" ist). Hiervon geht auch das Bundesgericht in st�ndiger Rechtsprechung aus (BGE 129 II 312 E. 3.3).
1.7 Der komplikative Verlauf des Heilungsprozesses und die �rztlich beschriebenen, lange nach der Kollision noch bestehenden Symptome (act. 11 und 12 der Vorakten) sind im vorliegenden Fall auf die vorbestehenden Hals-Wirbels�ule-Beschwerden und nicht auf die vergleichsweise geringe gesundheitliche Beeintr�chtigung durch die Kollision mit dem Beschwerdegegner zur�ckzuf�hren. Die kollisionsbedingten Verletzungen der Beschwerdef�hrerin, eine Prellung im Halsbereich links sowie eine Verrenkung/Zerrung der rechten Schulter sind f�r sich betrachtet als leicht einzustufen. Sie erreichen offensichtlich nicht ein Mass, das nach Hilfsangeboten und/oder Schutzrechten des Opferhilfegesetzes verlangen w�rde. Die Opferstellung der Beschwerdef�hrerin ist daher zu verneinen. Da sich die Beschwerdef�hrerin nicht in anderer Weise auf ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids berufen kann, ist sie zur Beschwerde in Strafsachen nicht legitimiert.
Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Kosten des Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdegegnerin ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG). Der Beschwerdegegner obsiegt mit seinem Antrag auf kostenf�llige Abweisung der Beschwerde, weshalb ihm die Beschwerdef�hrerin eine angemessene Entsch�digung auszurichten hat (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat dem Beschwerdegegner eine Entsch�digung von Fr. 2'000.-- auszurichten.