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Timestamp: 2016-10-23 03:23:53
Document Index: 53988590

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 28', 'Art. 66', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 64']

8C_438/2011 (31.07.2012)
8C_438/2011 {T 0/2}
S.________, vertreten durch Rechtsanwalt R�my Wyssmann,
(Massnahme beruflicher Art, Invalidenrente),
A.a Die 1970 geborene S.________ erlitt am 14. November 2002 einen Auffahrunfall. Im Spital M.________, in welchem sie vom 14. bis 20. November 2002 hospitalisiert war, wurden eine commotio spinalis und ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) sowie eine mediane und links paramediane Diskushernie L4/5 diagnostiziert. Wegen starker R�ckenschmerzen begab sie sich am 16. Januar 2003 in die Sprechstunde des Spitals X.________, wo die Diagnose eines schweren lumbovertebralen Syndroms neben einem Schleudertrauma der HWS sowie einer lumbalen Diskushernie L4/5 links ohne radikul�re Symptomatik gestellt wurde. Die Untersuchung durch den Kreisarzt der SUVA vom 18. M�rz 2003 zeigte eine Patientin mit starken Schmerzen lumbal, �berhaupt im Bereich der ganzen Wirbels�ule wie auch mit Nacken- und Hinterkopfschmerzen; der Kreisarzt empfahl eine station�re Behandlung in der Klinik Y.________ und stellte eine volle Arbeitsunf�higkeit fest. W�hrend des nachfolgenden Aufenthaltes in dieser Klinik vom 30. April bis 4. Juni 2003 wurde die Versicherte psychosomatisch, neurologisch, neuropsychologisch sowie radiologisch abgekl�rt; diagnostiziert wurde einerseits ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit Schmerzausstrahlung ins rechte Bein sowie andererseits eine Anpassungsst�rung mit somatoformer Komponente und ein maladaptiver Umgang mit der Schmerzproblematik; bei Klinikaustritt wurde "global" eine 100%ige Arbeitsunf�higkeit festgestellt, wobei allein aus psychischen Gr�nden eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit von ca. 50 % angenommen wurde (Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 5. Juni 2003). Mit Verf�gung vom 31. Juli 2003 stellte die SUVA ihre Leistungen per 17. August 2003 mangels ad�quater Unfallkausalit�t der gesundheitlichen Beschwerden ein. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 30. April 2004 fest. Die dagegen erhobenen Beschwerden wurden am 14. September 2005 vom Versicherungsgericht des Kantons Aargau und letztinstanzlich am 7. Juni 2006 vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007 Bundesgericht) abgewiesen (Urteil U 414/05).
A.b Die Versicherte meldete sich am 10. November 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, wobei sie Umschulung und eine Rente beantragte. Die IV-Stelle des Kantons Aargau t�tigte eine berufliche Abkl�rung bei der Stiftung Z.________ vom 26. November 2007 bis 29. Februar 2008, welche wegen krankheitsbedingter Absenzen der Versicherten per 4. Februar 2008 vorzeitig abgebrochen werden musste (Bericht �ber die Arbeitsabkl�rung vom 6. Februar 2008); in der Folge wurden die beruflichen Massnahmen eingestellt (Verf�gung vom 28. Mai 2008). Die IV-Stelle holte bei der MEDAS, Medizinische Abkl�rungsstation, Spital B.________, ein polydisziplin�res Gutachten vom 16. Juli 2008 (im Folgenden: MEDAS-Gutachten) ein; hierin wurden eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (CD-10 F32.11) sowie eine somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4; mit psychischer Komorbidit�t) diagnostiziert und eine 70%ige Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit seit dem 14. Mai 2003 attestiert. Mit Verf�gung vom 1. August 2008 lehnte die IV-Stelle das Rentenbegehren ab.
Die hiegegen von S.________ beim Versicherungsgericht des Kantons Aargau erhobene Beschwerde wies dieses mit Entscheid vom 20. April 2011 ab.
Die Versicherte l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit den Rechtsbegehren, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides seien ihr ab wann rechtens die gesetzlichen Leistungen (inkl. berufliche Massnahmen) nach Massgabe einer Erwerbsunf�higkeit von mindestens 40 % zuz�glich 5 % Verzugszins auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Erstellung eines neuen interdisziplin�ren Gutachtens mit bildgebend aktualisierter Untersuchung zur weiteren Abkl�rung und zum Neuentscheid an die Invalidenversicherung zur�ckzuweisen, wobei ihr w�hrend der Abkl�rungszeit die gesetzlichen Leistungen auszurichten seien. Zudem wird um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.
IV-Stelle und kantonales Gericht beantragen Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Unter Ber�cksichtigung der Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) pr�ft es indessen nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind, und ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 134 I 313 E. 2 S. 315, 65 E. 1.3 S. 67 f., je mit Hinweisen). Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194 E. 3 S. 196 ff.). Neue Begehren sind unzul�ssig (Art. 99 Abs. 2 BGG).
1.2 Die Feststellung des Gesundheitsschadens, d.h. die Befunderhebung, die gest�tzt darauf gestellte Diagnose, die �rztliche Stellungnahme zu dem noch vorhandenen Leistungsverm�gen oder (bei psychischen Gesundheitssch�den) zur Verf�gbarkeit von Ressourcen der versicherten Person sowie die aufgrund der medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)f�higkeit betreffen Tatfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398), welche sich nach der dargelegten Regelung der Kognition einer �berpr�fung durch das Bundesgericht weitgehend entziehen. Hingegen stellt die Feststellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen (Einkommen, welches die versicherte Person ohne Gesundheitssch�digung h�tte erzielen k�nnen [Valideneinkommen]; Einkommen, welches sie trotz Gesundheitssch�digung zumutbarerweise noch zu erzielen verm�chte [Invalideneinkommen]) eine Rechtsfrage dar, soweit sich der Entscheid nach der allgemeinen Lebenserfahrung richtet. Letzteres betrifft etwa die Frage, ob auf herangezogenen Tabellenl�hnen ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begr�ndeter) Leidensabzug vorzunehmen sei (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 132 V 393 E. 3.3 S. 399; Urteil 8C_384/2010 vom 12. Dezember 2011 E. 2.2.2).
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zur Invalidit�t (Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG), zum Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 IVG), zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99; 125 V 256 E. 4 S. 261 f.; vgl. auch AHI 2002 S. 62, I 82/01 E. 4b/cc), zum Beweiswert von Arztberichten und medizinischen Gutachten (BGE 135 V 465 E. 4.3 S. 468 ff.; 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.) sowie zum Verh�ltnis zwischen Berufsberatung und medizinischen Beurteilungen (BGE 107 V 17 E. 2b S. 20; Urteil 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe in mehrfacher Hinsicht gegen den Anspruch auf rechtliches Geh�r verstossen:
3.1 Einerseits habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, bei der Berechnung des Invalidit�tsgrades einen Einkommensvergleich vorzunehmen. Der genaue Invalidit�tsgrad sei damit nicht klar; die IV-Stelle habe lediglich die Behauptung aufgestellt, der Invalidit�tsgrad betrage weniger als 40 %. Die nicht gekl�rte H�he des Invalidit�tsgrades habe Auswirkungen auf den Anspruch auf berufliche Massnahmen, allenfalls aber auch auf ausserobligatorische BVG-Leistungen und Haftpflichtanspr�che. Die Beschwerdef�hrerin habe deshalb ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der genauen Festlegung des Invalidit�tsgrades.
Das kantonale Gericht ist demgegen�ber der Auffassung, die Verf�gung der IV-Stelle vom 1. August 2008 sei insgesamt gen�gend begr�ndet. Es sei der anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin anhand der Akten m�glich, selber eine Berechnung des IV-Grades vorzunehmen. Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs sei deshalb nicht gegeben; selbst wenn man aber eine solche annehmen wolle, sei der Mangel als leicht zu qualifizieren und k�nne angesichts der vollen Kognition des Versicherungsgerichts geheilt werden.
Dem kantonalen Gericht ist im Ergebnis beizupflichten, auch wenn der Hinweis auf die eigene Berechnungsm�glichkeit der Versicherten etwas fragw�rdig erscheint. In der Verf�gung vom 1. August 2008, mit welcher der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf eine Rente abgelehnt wurde, findet sich zwar tats�chlich einzig die Aussage, weil der Invalidit�tsgrad weniger als 40 % betrage, bestehe kein Rentenanspruch. Anzumerken ist dazu vorab, dass aufgrund der Einwendungen gegen den Vorbescheid prim�r der medizinische Sachverhalt zur Diskussion stand. Wesentlich erscheint aber vor allem, dass in der gegebenen Konstellation - 70%ige Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit, Teilpensum bei einer weiblichen Arbeitskraft, bei welcher sich ein Abzug vom Tabellenlohn nicht rechtfertigt (vgl. Urteil 8C_477/2011 vom 23. Dezember 2011 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen) - bereits aufgrund dieser Parameter ohne Durchf�hrung eines Einkommensvergleichs festgestellt werden kann, dass der Invalidit�tsgrad weniger als 40 % betr�gt (Urteil 8C_249/2010 vom 1. Juni 2010 E. 7.2). Weil es im vorliegenden Verfahren ausschliesslich um den Rentenanspruch und nicht (mehr) um den Anspruch auf berufliche Massnahmen geht (vgl. unten E. 4.3), besteht auch insofern kein rechtlich gesch�tztes Interesse der Beschwerdef�hrerin an der genauen Ermittlung des in jedem Fall weniger als 40 % betragenden IV-Grades. Ein Anspruch auf genaue Festlegung des eindeutig unter 30 % liegenden IV-Grades besteht auch nicht mit Blick auf allf�llige �berobligatorische BVG-Anspr�che oder Haftpflichtanspr�che; fehlt es an der Festlegung des IV-Grades muss die Vorsorgeeinrichtung diesen selber bestimmen, w�hrend der haftpflichtrechtliche Schadensausgleich ohnehin anderen Regeln folgt.
3.2 Eine andere Verletzung des rechtlichen Geh�rs sieht die Beschwerdef�hrerin darin, dass ihr entgegen Art. 44 ATSG die Namen der am MEDAS-Gutachten beteiligten Sachverst�ndigen nicht bzw. nicht richtig bekannt gemacht worden seien. Zwischen den vorangek�ndigten Gutachtern und den Gutachtern, welche das Gutachten der MEDAS tats�chlich erstellt haben, habe es insofern Abweichungen ergeben, als neben den vorangek�ndigten Dres. med. T._________, Facharzt f�r Orthop�die, A.________, Gutachtenarzt, und N.________ Facharzt f�r Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, auch Prof. Dr. med. U.________, Klinikdirektor und Chefarzt, massgeblich am Gutachten mitgewirkt habe und Dr. med. N.________ beim psychiatrischen Gutachten - neben Dr. med. A.________ - beteiligt gewesen sei. Die Beschwerdef�hrerin habe somit keine Gelegenheit gehabt, gegen diese beiden �rzte bzw. deren Funktion Einw�nde zu erheben. Durch die Begutachtung durch einen vorher nicht bekannten Gutachter sei das Recht auf Selbstbestimmung, welche Teil der pers�nlichen Freiheit bilde, deutlich eingeschr�nkt worden, was als schwere Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu qualifizieren sei.
Das kantonale Gericht wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bekanntgabe der Namen dem Zweck diene, zu verhindern, dass das Gutachten nachtr�glich wegen gesetzlicher Ausstands- und Ablehnungsgr�nde in der Person des Gutachters als beweisuntauglich erkl�rt werde. Im vorliegenden Fall habe die Beschwerdef�hrerin zwar auf die mangelhafte Ank�ndigung hingewiesen, Ausstands- oder Ablehnungsgr�nde gegen die mittlerweile bekannten Gutachter aber keine vorgebracht, weshalb die erhobene R�ge ins Leere gehe. Anzuf�gen ist dazu, dass die Beschwerdef�hrerin auch im bundesgerichtlichen Verfahren keine Ausstands- oder Ablehnungsgr�nde geltend macht, was allerdings ohnehin unzul�ssig w�re (BGE 132 V 93 E. 7.4.2 S. 112; Urteil 8C_183/2012 vom 5. Juni 2012 E. 6.3). Dem kantonalen Gericht ist somit beizupflichten, dass eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs oder der pers�nlichen Freiheit nicht auszumachen ist. Mit Blick auf die neueste bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 137 V 210 ff. E 3.4.2 S. 251 ff.), welche die Anordnung eines Gutachtens - sofern sich die Parteien nicht einigen k�nnen - in Form einer Verf�gung verlangt und materielle Einw�nde im kantonalen Beschwerdeverfahren zul�sst, ist zudem zu erg�nzen, dass die Beschwerdef�hrerin auch keine materiellen Einw�nde gegen�ber den beiden nicht oder nicht pr�zis genannten Gutachtern erhoben hat. Es ist denn auch schwer vorstellbar, inwiefern die Unterschrift des Klinikdirektors und Chefarztes Prof. Dr. med. U.________ unter das polydisziplin�re Hauptgutachten der Beschwerdef�hrerin irgendwie zum Nachteil gereichen k�nnte; im Gegenteil dient eine solche Kontrolle der Qualit�tssicherung. �hnliches gilt f�r das von Dr. med. N.________ ebenfalls unterzeichnete psychiatrische Zusatzgutachten: Wenn dieser Arzt nicht nur �ber einen Facharzttitel f�r Neurologie, sondern auch f�r Psychiatrie und Psychotherapie verf�gt und ohnehin - mit Vorank�ndigung - als (neurologischer) Gutachter eingesetzt war, ist es der Qualit�t der Begutachtung nur f�rderlich, wenn dieser Arzt auch das psychiatrische Zusatzgutachten mitverfasst und durch die Unterschrift daf�r auch Mitverantwortung �bernimmt.
4.1 Soweit die Beschwerdef�hrerin im Weiteren r�gt, die vorinstanzliche Beurteilung beruhe auf einer Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG), kann dem ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Das kantonale Gericht hat die rechtserhebliche medizinische Aktenlage vollst�ndig und korrekt dargelegt und sich einl�sslich und sachlich mit den formellen und materiellen Einwendungen der Beschwerdef�hrerin auseinandergesetzt. In Nachachtung seiner Pflicht zu umfassender, sorgf�ltiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweisw�rdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) hat es willk�rfrei dargelegt, weshalb das MEDAS-Gutachten vom 16. Juli 2008, welches als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit von einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und einer somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4; mit psychiatrischer Komorbidit�t) ausgeht, als voll beweiskr�ftig einzustufen ist. Es hat insbesondere nachvollziehbar dargelegt, dass sich aus somatischer Hinsicht, vor allem aus den Befunden des orthop�dischen und des neurologischen Gutachtens, keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit ergeben. Bei der orthop�dischen Abkl�rung sei ein insgesamt bizarres Gangbild mit Unsicherheit und allgemeiner Verlangsamung aufgefallen; eine verwertbare orthop�dische Funktionsuntersuchung der Wirbels�ule und des Rumpfes sei wegen des intensiv mitgeteilten Ganzk�rperschmerzempfindens zwar nicht m�glich gewesen; die orthop�dischen Befunde w�rden aber keine Minderung der Arbeitsf�higkeit rechtfertigen. Die neurologische Abkl�rung habe ergeben, dass der angegebene Ganzk�rperschmerz mit Hemihyp�sthesie der gesamten rechten K�rperh�lfte ohne neurologisches Substrat sei; weder die HWS-Distorsion mit m�glicher R�ckenprellung vom 14. November 2002 noch die bildgebend gesicherte Diskushernie L4/5 links medio-lateral habe neurologische Defizite zur Folge gehabt. Mit letzterer Feststellung ist auch das Vorbringen der Beschwerdef�hrerin widerlegt, die Gutachter h�tten sich mit der genannten Diskushernie nicht auseinandergesetzt. Weder der Bericht des behandelnden Hausarztes Dr. med. W.________, Arzt f�r allg. Medizin FMH, vom 11. Februar 2004, in welchem die Versicherte aus subjektiven Gr�nden als nicht mehr arbeitsf�hig bezeichnet wird, noch der Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 5. Juni 2003, welcher sich an der Selbstlimitierung der Versicherten orientierende Angaben zur Arbeitsf�higkeit enth�lt, sind geeignet, zu Zweifeln an den Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens Anlass zu geben.
4.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin insbesondere auch wegen der nicht erfolgten aktualisierten bildgebenden Abkl�rungen hinsichtlich der Diskushernie L4/5 eine Verletzung der Untersuchungsmaxime und des Anspruchs auf rechtliches Geh�r r�gt, ist darauf hinzuweisen, dass im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r liegt, wenn die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abkl�rungen den Versicherungstr�ger oder das Gericht bei umfassender, sorgf�ltiger, objektiver und inhaltsbezogener W�rdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur �berzeugung f�hren, ein bestimmter Sachverhalt sei als �berwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; 125 V 193 E. 2 S. 195, je mit Hinweisen) zu betrachten und es k�nnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr �ndern (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94). Es l�sst sich demgem�ss nicht beanstanden, dass das kantonale Gericht nach umfassender W�rdigung der �rztlichen Unterlagen davon ausgegangen ist, der rechtserhebliche Sachverhalt sei gen�gend abgekl�rt worden. Aufgrund der im MEDAS-Gutachten erhobenen Befunde war erstellt, dass sich die Diskushernie L4/5, von deren Bestehen die Gutachter ausgingen, nicht auf die Arbeitsf�higkeit auswirkt; weitere Abkl�rungen er�brigten sich somit.
4.3 Die im Zusammenhang mit dem Verzicht auf berufliche Massnahmen erhobenen Vorw�rfe der ungen�genden Sachverhaltsabkl�rung wie auch der Verletzung des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" erweisen sich ebenfalls als unbegr�ndet. Die Verwaltung f�hrte berufliche Abkl�rungen durch, welche zeigten, dass die Versicherte weder in den prim�ren noch in den sekund�ren Arbeitsmarkt einzugliedern ist (vgl. Bericht �ber die Arbeitsabkl�rung der Stiftung Z.________ vom 6. Februar 2008). In der Folge wurde der Abbruch der beruflichen Massnahmen verf�gt (vgl. Verf�gung der IV-Stelle vom 28. Mai 2008). Unter diesen Umst�nden hatte die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu beurteilen, ohne dass noch Abkl�rungen getroffen werden mussten, ob und wie die medizinisch ausgewiesene Arbeitsf�higkeit erwerblich umgesetzt werden kann. �ber den Rentenanspruch kann befunden werden, wenn er - wie hier - unabh�ngig von einer allf�lligen Eingliederungsberechtigung mangels eines rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrades abzulehnen ist (Urteil 8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 2).
Nicht stichhaltig ist die R�ge, der Rentenentscheid sei zu fr�h erfolgt, weil der medizinische Endzustand noch nicht erreicht worden sei. Im Gegensatz zum Recht der Unfallversicherung, bei welchem gem�ss Art. 19 UVG ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn von der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, ist im Invalidenversicherungsbereich das Erreichen des "medizinischen Endzustandes" keineswegs verlangt, vielmehr ist der Ablauf des Wartejahres und eine andauernde 40%ige Invalidit�t bei fehlender Eingliederungsf�higkeit massgeblich. Schliesslich geht auch der Vorwurf fehl, bei der Bestimmung des IV-Grades seien die Ergebnisse der beruflichen Abkl�rung zu wenig gew�rdigt worden. Das kantonale Gericht hat �berzeugend und f�r das Bundesgericht verbindlich dargelegt, dass die Annahme einer niedrigen Arbeitsleistung durch die Stiftung Z._________ wesentlich durch die vielen krankheitsbedingten Absenzen und das ausgepr�gte Schmerzempfinden bestimmt war, so dass die Differenz zur medizinisch-theoretischen Arbeitsf�higkeit gen�gend und nachvollziehbar erkl�rt ist. Mit dieser W�rdigung hat es der Rechtsprechung Rechnung getragen, wonach beruflichen Abkl�rungen bei der Beurteilung der Restarbeitsf�higkeit nicht jede Aussagekraft abzusprechen ist (Urteil 9C_833/2007 E. 3.3.2). Die Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift sind also nicht geeignet, die Sachverhaltsfeststellung des kantonalen Gerichts als offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig erscheinen zu lassen.
Die Verf�gung der IV-Stelle vom 1. August 2008 beruht auf der Annahme, der Invalidit�tsgrad liege unter 40 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe. Die Vorinstanz verneint den Rentenanspruch mit der Feststellung, nur zwischen dem Unfallzeitpunkt am 14. November 2002 bis zum 14. Mai 2003, ab welchem Zeitpunkt das MEDAS-Gutachten eine 30%ige Arbeitsunf�higkeit attestiert habe, mithin w�hrend sechs Monaten, habe eine Arbeitsunf�higkeit von �ber 40 % bestanden, weshalb das Wartejahr nicht erf�llt sei. Wie es sich mit der Erf�llung des Wartejahres verh�lt, kann letztlich allerdings offen bleiben. Im Zeitpunkt des fr�hestm�glichen Rentenbeginns, am 1. November 2003, und danach bestand durchgehend ein Invalidit�tsgrad von weniger als 40 %. Voraussetzung f�r einen Rentenanspruch war aber schon unter den bis Ende 2007 in Kraft stehenden Art. 28 f. aIVG, dass die versicherte Person nach Ablauf des Wartejahres im Umfang von mindestens 40 % erwerbsunf�hig ist. Dass diese Voraussetzung im Falle der Versicherten nicht gegeben war, wurde bereits dargelegt (vgl. oben E. 3.1). IV-Stelle und kantonales Gericht haben deshalb zu Recht einen Rentenanspruch verneint.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin grunds�tzlich die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ihrem Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung und Verbeist�ndung kann jedoch entsprochen werden (Art. 64 BGG; BGE 125 V 201 E. 4a S. 202), da die Voraussetzungen hief�r gegeben sind. Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG hingewiesen, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist.
Rechtsanwalt R�my Wyssmann wird als unentgeltlicher Anwalt der Beschwerdef�hrerin bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.
Luzern, 31. Juli 2012