Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.05.2007&Aktenzeichen=1%20StR%2088/07
Timestamp: 2019-08-24 01:26:30
Document Index: 199208257

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', '§ 17', '§ 64', '§ 84', '§ 84', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 64', '§ 17', 'BGH', '§ 64', 'BGH', 'BGH', '§ 76', '§ 76', 'BGH', '§ 17', 'BGH', '§ 64', '§ 283', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.05.2007 - 1 StR 88/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2515
BGH, 23.05.2007 - 1 StR 88/07 (https://dejure.org/2007,2515)
BGH, Entscheidung vom 23.05.2007 - 1 StR 88/07 (https://dejure.org/2007,2515)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 2007 - 1 StR 88/07 (https://dejure.org/2007,2515)
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§ 84 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG; § 17 Abs. 2 InsO
Insolvenzantragsverschleppung (Zahlungsunfähigkeit und Zahlungsstockung; Maßgeblichkeit der Legaldefinition und Zivilrechtsakzessorietät)
Voraussetzungen für das Vorliegen von Zahlungsunfähigkeit; Abgrenzung zwischen Zahlungsunfähigkeit und bloßer Zahlungsstockung
GmbHG § 64 Abs. 1 § 84 Abs. 1 Nr. 2
Insolvenz - Insolvenzverschleppungshaftung verschärft
wistra-online.com , S. 35 (Entscheidungsbesprechung)
GmbHG § 84 Abs. 1 Nr. 2; InsO § 17 Abs. 2
Zusammenfassung von "Der Begriff der Zahlungsunfähigkeit im Strafrecht" von StA Wolfgang Natale und RiLG Simone Bader, original erschienen in: wistra 2008, 413 - 416.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.04.2007, Az.: 5 StR 505/06 und zum Beschluss des BGH vom 23.05.2007, Az.: 1 StR 88/07 (Nichterstellung der Bilanz und Begriff der Zahlungsunfähigkeit)" von RA Dr. Carsten Wegner, original erschienen in: wistra 2007, 386 - 387.
NStZ 2007, 643
StV 2007, 528
Sonst liegt Zahlungsunfähigkeit vor (BGH, Beschluss vom 23. Mai 2007 - 1 StR 88/07, BGHR GmbHG § 64 Abs. 1 Zahlungsfähigkeit 2 mwN).
(1) Die Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 Abs. 2 InsO (vgl. dazu BGHR GmbHG § 64 Abs. 1 Zahlungsunfähigkeit 2) ist hier ausreichend - auch mit Blick auf das Geständnis des sachkundigen Angeklagten - durch die vom Landgericht angeführten "wirtschaftskriminalistischen Beweisanzeichen" (vgl. dazu BGH wistra 2003, 232 m.N.; zum Inhalt eines Liquiditätsstatus BGH wistra 2001, 306, 307;… Müller-Gugenberger/Bieneck, Wirtschaftsstrafrecht 4. Aufl. § 76 Rdn. 57 ff.) für den Zeitraum ab Ende Juli 2001 belegt.
Erst recht belegen die Feststellungen weder genaue Zeitpunkte etwaiger Fristen noch gar die Stundung der Kreditforderungen (…vgl. Müller-Gugenberger/Bieneck aaO § 76 Rdn. 57, 62; vgl. auch BGH wistra 2007, 312).
Sofern der neue Tatrichter die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit erneut anhand wirtschaftskriminalistischer Beweisanzeichen vornehmen sollte, wird er zu beachten haben, dass hierbei nur solche Verbindlichkeiten herangezogen werden können, die zu dem möglichst konkret zu bezeichnenden Bewertungszeitpunkt auch fällig waren (vgl. § 17 Abs. 2 S. 1 InsO; BGHR GmbHG § 64 Abs. 1 Zahlungsunfähigkeit 2;… Fischer aaO, vor § 283 Rn. 9).
Davon ist nach der Rechtsprechung auszugehen, wenn eine innerhalb von 3 Wochen nicht zu beseitigende Liquidationslücke des Schuldners wenigstens 10 % seiner fälligen Gesamtverbindlichkeiten ausmacht (BGH ZIP 2005, 1426; BGH NStZ 2007, 643).
Der Angeklagte verfügte im Zeitpunkt der drei verfahrensgegenständlichen Taten nicht über ausreichende liquide Mittel in dieser Größenordnung und konnte sich solche auch nicht in einem Zeitraum verschaffen, der die Bewertung als bloße Zahlungsstockung gerechtfertigt hätte, d.h. innerhalb einiger Wochen (vgl. BGH, Beschluss vom 23.05.2007, 1 StR 88/07).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist von einer Zahlungsunfähigkeit auszugehen, wenn eine innerhalb von drei Wochen nicht zu beseitigende Liquiditätslücke des Schuldners wenigstens 10 % seiner fälligen Gesamtverbindlichkeiten ausmacht (vgl. BGH ZIP 2005, 1426; BGH NStZ 2007, 643).