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Timestamp: 2020-05-28 03:52:52
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Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 25', 'EuG']

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Casinos Austria bangen um "Lizenz zum Spielen"
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die Casinos Austria müssen sich erstmals der in- und ausländischen Konkurrenz stellt - der Ausgang dürfte spannend werden:
Die Würfel sind faktisch gefallen: Die 2012 auslaufenden Konzessionen für die sechs Spielbanken in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz, die so wie die restlichen sechs Casinolizenzen und jene für die Lotterien alle in Händen der Casinos Austria liegen, werden wahrscheinlich noch heuer ausgeschrieben. Nicht nur dieses Novum setzt die Casinos Austria (Casag) gehörig unter Druck – zuletzt erfolgte die Verlängerung der Konzessionen ohne Ausschreibung. Um nicht gegen EU-Regeln zu verstoßen, werden die Lizenzen zum Spielen auch EU-weit und höchstwahrscheinlich einzeln – und nicht im Paket – ausgeschrieben werden müssen, heißt es im Finanzministerium. Eine Einzelvergabe würde auch mehr Geld in die Staatskassen bringen.
Damit muss sich die Casag, deren Ertragssituation durch Wirtschaftskrise und Konsumverzicht, Rauchverbot sowie illegale Automaten-, Poker- und Internetspieleanbieter ohnedies angespannt ist, auf ein beinhartes Match mit in- und ausländischer Konkurrenz einstellen. Drei heimische Interessenten sind jedenfalls schon in Stellung: Der Automatenproduzent und Casinobetreiber Novomatic, der Onlinewetten- und -glücksspieleanbieter Bwin und der Casinobetreiber Century Casinos haben Interesse signalisiert. Aber auch ausländische Konzerne dürften die Gelegenheit nützen, hierzulande Fuß zu fassen. Wobei natürlich Wien der attraktivste Standort ist.
Die Casag, die gerade einen finanzstarken Partner für ihr internationales Geschäft sucht (eine Entscheidung könnte bei der Aufsichtsratssitzung am 26. März fallen), weiß jedenfalls um die Gefahr, ihre Alleinstellung in Österreich – zumindest was Spielcasinos betrifft – zu verlieren. Casag-Chef Franz Stoss lässt schon seit Längerem verschiedene Szenarien durchspielen. Eines scheint klar: Sollte auch die Konkurrenz vor allem für Wien Konzessionen bekommen, wäre das für die Casag tödlich – der Konzern würde hohe Verluste schreiben, heißt es in einem Geheimpapier des Glücksspielkonzerns.
Stoss macht daher kein Hehl daraus, dass er nach wie vor auf eine Vergabe der Lizenzen im Paket hofft – auch wenn manch ein Standort keinesfalls ein Volltreffer ist. Die Lobbyingmaschine läuft jedenfalls schon auf Hochtouren, zumal die geplante Glücksspielgesetz-Novelle ohnehin noch nicht realisiert ist. In einem neuen Entwurf, an dem gerade gewerkt wird, soll die Neuregelung der Lizenzvergabe nun gleich eingearbeitet werden, erfuhr „Die Presse“ im Finanzministerium.
Die „Novelle der Novelle“ dürfte allerdings nicht so schnell kommen. Denn die Konzessionsvergabe beschäftigt gerade den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Im Zuge eines Strafverfahrens wegen illegalen Glücksspiels hat sich das Landesgericht Linz in Sachen Glücksspielmonopol an den EuGH gewandt. Und dieser hat die letzte Konzessionsvergabe ohne Ausschreibung unter die Lupe genommen. Am 14. Jänner fand dazu eine Verhandlung statt – jetzt sind die Richter am Wort. Der Grazer Rechtsanwalt Christian Horwath, der sich mit dem Thema befasst, rechnet mit einer EuGH-Entscheidung in einem halben Jahr. „Die Entscheidung des EuGH wird richtungsweisend für die Lizenzvergabe sein“, sagt Horwath zur „Presse“.
Umstrittenes Automatenspiel
Das Glücksspielgesetz spießt sich auch nach wie vor beim Thema Automatenspiel: Wie berichtet wollen die Bundesländer Wien, NÖ, Kärnten, Steiermark, in denen das „kleine Glücksspiel“ an Automaten erlaubt ist, nicht auf ihre Steuerautonomie verzichten. Inzwischen zeichnet sich ein Kompromiss ab: Der Bund könnte die Umsatzsteuer, die Länder die Glücksspielabgabe kassieren. Lizenzen für das Automatenspiel sollen bundesländerweise vergeben werden, sodass die Länder selbst entscheiden können. Lizenzen soll es auch für Pokerspiele geben.
Einig ist man sich indes, was die Überwachung und Kontrolle sowie den Spielerschutz betrifft. Alle Automaten sollen über einen Zentralrechner vernetzt werden. Angedacht ist eine „Soko“, um die geschätzten 10.000 illegalen Automaten aus dem Verkehr zu ziehen.
http://diepresse.com/home/wirtschaft/eco...=/home/index.do
1 25.01.2010 10:16
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Die 2012 auslaufenden Konzessionen für die sechs Spielbanken in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz, die derzeit die Casinos Austria innehaben, werden wahrscheinlich noch heuer ausgeschrieben, berichtete die "Presse" am Montag. Im Gegensatz zum letzten Mal würden sie EU-weit und nicht mehr im Paket, sondern einzeln angeboten werden müssen, heißt es im Finanzministerium laut Zeitung.
Im Büro des Finanzstaatssekretärs Reinhold Lopatka (VP) wollte man dies nicht kommentieren. Die Verhandlungen zur schon lange erwarteten Glücksspielgesetz-Novelle seien am Laufen.
Die Casino- und Lotteriekonzessionen laufen 2012 bzw. 2015 aus und sind alle in den Händen der Casinos Austria. Laut geltendem Glücksspielgesetz dürfen sich nur österreichische Unternehmen für die Konzessionen bewerben. Dieser Punkt muss novelliert werden, weil er EU-rechtswidrig ist. Wie die "Presse" unter Berufung auf das Finanzministerium schreibt, soll die Neuregelung der Lizenzvergabe nun gleich in einen neuen Entwurf, an dem gerade gefeilt werde, eingearbeitet werden.
Darüber, wann die Novelle nun kommt, gibt es in der Branche widersprüchliche Angaben. Peter Zanoni, Gründer des Poker-Betreibers Concord Casinos, erwartet die Fertigstellung Mitte bis Ende März, sagte er. Andere halten das für unwahrscheinlich - man wolle noch die Wirtschaftskammerwahlen abwarten, die spätestens Ende Juni über die Bühne gegangen sein werden, heißt es. Im Finanzstaatssekretariat hat das Projekt mit Franz Philipp Sutter seit kurzem einen neuen Zuständigen.
Die Ausschreibung der Konzessionen bringen die Casinos Austria unter Druck. "Szenarien, in denen auch die Konkurrenz Casino-Konzessionen erhält, sind für Casag tödlich", hieß es in einem internen Casinos-Dossier, aus dem das Magazin "Format" im Sommer zitiert hatte. Vor allem in Wien wollen die Casinos Austria laut dem Papier ein Konkurrenz-Casino unbedingt vermeiden. Heute wollten die Casinos Austria dazu keine Stellungnahme abgeben. Wien gilt als der lukrativste Standort. Der Automatenkonzern Novomatic, der Online-Wetten-Anbieter bwin und der Casinobetreiber Century Casinos haben bereits Interesse signalisiert, schreibt die "Presse". Auch ausländische Unternehmen dürften sich bewerben.
Indes zeichnet sich beim Automatenspiel, ein weiterer strittiger Punkt des Glücksspielgesetzes, laut Zeitung ein Kompromiss ab. Die vier Bundesländer (Wien, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten), in denen das "kleine Glücksspiel" erlaubt ist und die nicht auf ihre Steuerautonomie verzichten wollen, könnten die Glücksspielabgabe kassieren, der Bund dafür die Umsatzsteuer. Die Lizenzen für das Automatenspiel sollen bundesländerweise vergeben werden, sodass die Länder selbst entscheiden können. Für Poker soll es künftig ebenfalls Lizenzen geben, wie auch Zanoni bestätigte.
Momentan ist der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit dem österreichischen Glücksspielmonopol beschäftigt. Die EU-Richter sollen nach Bedenken des Landesgerichts Linz klären, ob das Glücksspielmonopol und die damit zusammenhängenden Strafvorschriften mit der in der EU geltenden Niederlassungsfreiheit und dem freien Dienstleistungsverkehr vereinbar sind.
http://derstandard.at/1263705927793/Casi...-ausgeschrieben
2 26.01.2010 09:33
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RE: Casino-Lizenzen werden noch 2010 einzeln ausgeschrieben
Hier gibt es einen ganz interessanten Artikel zum Thema, der die derzeitige Entwicklung ganz gut zusammenfasst:
http://csr-news.net/main/2010/02/25/casi...lp_lang_pref=de
3 25.02.2010 11:08
www.spiele-mit-verantwortung.at. Aha. Die Idee mag zwar nett gedacht sein, aber ob das etwas bringt?
4 26.02.2010 16:57
Die Glücksspielgesetzesnovellierung in Österreich hat zwar nicht wirklich hingehauen, trotzdem hat man bereits beschlossen, die bestehende Anzahl an lizensierten Casinos aufzustocken - von 12 auf 15. Bisher liegen sämtliche Konzessionen bei Casinos Austria, die sich auch auf die drei neuen Konzessionen bewerben, obwohl diese europaweit ausgeschrieben sind.
5 24.03.2010 09:16
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Na super - ich glaube, da braucht man kein Hellseher sein um zu erahnen, an wen die neuen Konzessionen gehen werden. Wie wurden die drei neuen Konzessionen überhaupt begründet? Man wird wohl nicht so ehrlich gewesen sein und gesagt haben: "Wir wollen gerne die maroden Staatskassen auffüllen."
6 26.03.2010 09:05
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Man braucht wohl tatsächlich kein Hellseher sein. Wie man hinter vorgehaltener Hand erfährt, scheint die Konzessionsvergabe bereits beschlossene Sache und unter Dach und Fach zu sein. Ihr werdet's erleben.
7 30.03.2010 16:46
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Dabei disponiert man bei Casinoss Austria doch bereits um, wie man gerade erfährt. Von Malta aus hat das Unternehmen eine neue Onlineplattform gestartet und es vielen ihrer Konkurrenten damit gleichgetan - sämtlicher vorangegangener Kritik zum Trotz. Die Plattform soll „ein Portfolio für einen der schnellsten und am stärksten wachsenden Märkte“ bieten, mit dem man in neue Märkte vordringen wolle, heißt es von Seiten Casinos Austrias. Aha. Für mich klingt das vor allem nach einer ordentlichen Prise Doppelmoral.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von prochnau: 01.04.2010 21:03.
8 01.04.2010 20:57
Ja, da hast du auf der einen Seite sicherlich recht. Auf der anderen Seite muss ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten und sich den Entwicklungen der Branche anpassen. Ich kann das Vorgehen der CasAG daher aus wirtschaftlicher Sicht auf jeden nachvollziehen.
Schlimmer finde ich den Umstand, dass dieses Ausweichen möglich ist - dagegen sollte man etwas unternehmen. Denn dieser Trend wird sich ansonsten unbeirrt fortsetzen.
9 06.04.2010 09:09
Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich diesen Schritt auch nachvollziehen, aber darum geht es nicht. Man kann nicht die Wichtigkeit der Vorbildfunktion predigen und dann vor den Augen von Kindern bei rot über die Straße gehen. Man kann doch nicht das Vorgehen anderer verurteilen und es ihnen dann gleichtun. Darunter leidet doch die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens. Ich jedenfalls finde es sehr bezeichnend, dass die Casinos Austria nun selbst diesen Schritt tun, den sie vor kurzem noch lauthals verteufelt haben.
10 07.04.2010 13:05
Anbei noch ein kurzes Artikel und eine nette Zusammenfassung der Thematik:
Die Casinos Austria müssen sich auf Wettbewerb einstellen. Österreichs Spielbanklizenzen werden EU-weit ausgeschrieben.
Im Moment gibt es bundesweit zwölf Casinos, die ausnahmslos den Casinos Austria gehören. Das neue Glücksspielgesetz sieht nun vor, dass neben diesen Spielbanken drei weitere Konzessionen hinzukommen. Die Ausschreibung der insgesamt 15 Lizenzen soll in zwei Etappen erfolgen. 2012 werden sechs Spielcasinos neu vergeben, neun weitere Spielbank-Konzessionen werden 2015 erstmals europaweit angeboten.
Trotz der Einigung im Ministerrat gibt es Differenzen über die neue Poker-Konzession. Österreichweit wird nur eine Lizenz ausgeschrieben. Der bundesweit einzige Pokersalon stößt innerhalb der SP auf Widerstand. Die Gesetzesnovelle regelt erstmals auch den so genannten kleinen Wirtshauspoker. Pro Lokal dürfen einmal im Quartal nur noch Kleinturniere mit maximal 100 Teilnehmern stattfinden. Der Höchsteinsatz ist bei solchen Turnieren mit zehn Euro limitiert.
Weiterhin umstritten ist die Anhebung des Einsatzes beim legalen Automatenspiel. Der maximale Einwurf wird von 50 Cent auf zehn Euro hinaufgesetzt. Der Höchstgewinn wird von 20 auf 10.000 Euro angehoben.
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,370663
11 14.04.2010 11:21
kaum steht der Endspurt für die GSpG-Novellierung an, schon muss sich der Monopolist Casinos Austria massive Kritik gefallen lassen. Das "Institut Glücksspiel & Abhängigkeit" kritisiert die derzeitigen Spielerschutzbestimmungen dort. Es gäbe keine gesetzlich vorgeschriebenen Bonitätsprüfungen, keine Beratungsgespräche, keine Hausverbote nach § 25 GSpG - nichts. Vor allem die Rückzahlungsbeschränkung von lediglich 4.500 € wird extrem kritisiert, weil diese oft in keinem Verhältnis stehe zu den Verlusten der Spieler. Ob diese Kritik noch mal einen Einfluss hat auf den Verlauf der Novellierung? Unwahrscheinlich.
12 03.06.2010 08:23
Erstmals seit 40 Jahren müssen die Casinos Austria um die Konzessionen kämpfen. Ein Interview mit Karl Stoss.
Ihr Unternehmen hat bisher immer alle Casinos-Konzessionen bekommen. Jetzt fordert der Europäische Gerichtshof EU-weiten Wettbewerb ein. Mit der Mauschelei ist's damit wohl endgültig vorbei?
Karl Stoss: Der Staat kann das Monopol aus ordnungspolitischen Gründen beibehalten, aber der Vergabeprozess hat in einem ordentlichen, transparenten Verfahren zu geschehen. Ein Kompliment an die österreichische Politik, die das alles in der Novelle zum Glücksspielgesetz explizit vorhergesehen hat. Das Gesetz muss wahrscheinlich nur soweit adaptiert werden, dass für Bewerber aus den EU-Staaten eine Zweigstelle in Österreich reicht. Dieses Urteil ist kein Beinbruch.
Wettbewerb im Inland ist für Sie kein Neuland?
Nein. Ok, es gibt keinen Wettbewerb bei den Lotterien. Im Casino-Geschäft jedoch ist das ganz anders. Es gibt eine Reihe von illegalen Casinos in Tirol und Salzburg, die sogar in Hotelprospekten öffentlich beworben werden. Die hohe Zahl an illegalen Automaten dürfte laut Gesetz auch nicht sein. Im Online-Gaming haben wir nur 50 Prozent Marktanteil, obwohl wir 100 haben müssten. Wir sind de facto die einzigen, die über Steuern eine Monopolrente zahlen. Jetzt haben wir die Chance auf einen Wettbewerb mit gleichen Spießen. Alle haben die gleichen Auflagen - bei Kontrollen, Spielerschutz, Personalausbildung und Steuern.
Sie fürchten sich also nicht vor neuer Konkurrenz - im Inland und aus der EU?
Nein, aber diese Unternehmensgruppe steht in den nächsten zwei Jahren vor der größten Herausforderung ihres Bestehens. Die Konzessionen werden in einem EU-weiten Verfahren vergeben, das gab es in unserer 40-jährigen Geschichte nicht.
Ist nicht schon alles ausgepackelt? Sie bekommen 2011 ihre 12 Casino-Standorte wieder und Novomatic die drei neuen Lizenzen.
Das kann sich der Staat als Konzessionsgeber sicher nicht erlauben. Wir werden um alle 15 Konzessionen kämpfen. Wir können viel einbringen, aber es gibt auch Anbieter aus dem In- und Ausland, die Ähnliches bieten können.
Werden Sie sich um Automaten-Casinos bewerben?
Das Automatengeschäft ist nicht so personalintensiv, warum sollten wir uns nicht überlegen, die eine oder andere Automatenkonzession zu beantragen. Wir haben seit 40 Jahren Erfahrung mit Automaten.
Auch die Lotterien werden 2011 ausgeschrieben. Deren Verlust wäre für Sie vermutlich eine Katastrophe.
Nicht nur für uns, auch für Österreich.
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Warum gleich fürs ganze Land?
Weil wir im Vorjahr 420 Millionen Euro an Steuern ablieferten, 79 Millionen davon für die Sportförderung. Und weil wir viel Geld, sieben bis zehn Millionen Euro, für Karitatives, Sport- und Kultursponsoring ausgeben. Das geht, weil unsere Eigentümer nicht auf Dividendenmaximierung ausgerichtet sind.
Sie haben im eigenen Haus auch genug Probleme. Die Auslandstochter bilanziert im ersten Halbjahr 2010 tiefrot, im Inland müssen Sie Mitarbeiter abbauen.
Die Casinos Austria International hat 50 Millionen Euro in Brüssel und Hannover investiert, ohne diese Investitionen wären wir im Plus. Die Umsätze gehen zurück, das ist in direkter Korrelation zum wirtschaftlichen Umfeld in Europa. Auch Österreich kommt da nicht ungeschoren davon. Wir haben zwar ein Besucherplus von 1,65 Prozent, aber ein Umsatzminus von acht Prozent. Die Kunden tendieren immer mehr zum Automatenspiel, dafür brauchen wir leider nicht so viele Mitarbeiter wie im Lebendspiel mit Croupiers. Wir bauen über ein freiwilliges Programm in Inland 120 von 1700 Mitarbeitern ab.
Es passierte vor Ihrer Zeit, aber können Sie bitte erklären, warum die Lotterien an die Werbeagentur des BZÖ 300.000 Euro für eine lächerliche Studie zahlten.
Soweit ich es nachvollziehen kann, wurde bei uns offensiv angefragt.
Novomatic überwies 450.000 Euro an den Grasser-Freund Meischberger. Grasser hatte damals als Finanzminister eine Glücksspielnovelle zugunsten der Novomatic vorbereitet, das BZÖ war Regierungspartei. Wollten die Lotterien über das BZÖ die Novomatic ausbremsen?
Hätt’ ich, könnt’ ich, tät’ ich – ich kann das nicht beantworten. Das war eine Entscheidung der damaligen Unternehmensführung.
Haben Sie politische Lobbyisten auf der Payroll?
Nein, aber wir beauftragen Lobbyisten für Mediales. Im Vorfeld der Konzessionsvergabe rechnen wir mit dirty campaigning gegen uns. Es geht immerhin um einen Markt von 13 bis 14 Milliarden Euro.
Spendet die Unternehmensgruppe an Parteien - direkt oder über Inserate?
Es gibt keine Spenden, aber wir inserieren. Wir bewerben jedoch keine Partei, sondern stellen dar, was wir als Unternehmensgruppe tun. Das sind keine hohen Summen. Ich habe auch alle Konsulentenverträge gekündigt, da habe ich mir nicht nur Freunde gemacht. Aber die Casinos sind nicht die Melkkuh der Nation.
Apropos Probleme, wie schaut’s im ÖOC aus?
Bei meiner Bestellung habe ich die Dimension der Probleme nicht erahnt. Aber ich bin nun einmal ÖOC-Präsident und muss das Schiff in die richtige Richtung bringen. Derzeit ist das ÖOC nicht sehr zeitaufwendig, der Akt ist bei der Staatsanwaltschaft. Jetzt kann sich das ÖOC auf den Sport und die SportlerInnen konzentrieren.
Nachher ist man immer klüger: Würden Sie den ÖOC-Job wieder annehmen?
Ich würde mich immer wieder für den Sport einsetzen. Aber dafür muss man nicht unbedingt ein solches Amt bekleiden.
http://kurier.at/wirtschaft/2033428.php
13 18.09.2010 09:47
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Stoss verhält sich wie seinerzeit die Generaldirektoren der verstaatlichten Industrie. Fachlich völlig inkompetent, hört er ausschließlich auf den Betriebsrat. Man braucht sich die Casinos ja nur mal von innen anzusehen. Das sind völlig antiquierte Betriebe, die nur aufgrund des Finanzertrages von den Lotterien an die Casinos Austria überleben konnten. Hier subventioniert ein Monopolist den anderen Monopolisten. Hat sich denn noch niemand gefragt, ob die Lotterien nicht höhere Erträge an den Staat abliefern könnten? Gerade in Zeiten wie diesen sollte man sich diese Frage stellen.
14 20.09.2010 10:14
Das einzige Unternehmen, das in Österreich allen gesetzlichen Auflagen nachkommt und penibel sämtliche Vorschriften einhält, wird seit Jahren mit dem Begriff "Monopolist" betitelt, dabei hat die Casag schon lange keine Monopolstellung mehr. Illegale Automaten, illegale Casinos - gedeckt durch Bürgermeister und Bezirkshauptmannschaften existieren bereits seit langer Zeit - das Finanzministerium schaut aber lieber weg. Pokercasinos schießen seit Jahren aus dem Boden, in denen auch andere Glückspiele angeboten und die Angestellten oftmals "schwarz" bezahlt werden - das Finanzministerium schaut aber lieber weg. Jeder, der heute mit dem Finger auf Casinos Austria zeigt, zeigt auf einen sozialen, mitarbeiterfreundlichen, korrekten Arbeitgeber, der für Österreich seit Jahren tolle Werbung macht.
15 22.09.2010 12:52
auch mal ganz interessant: In den vergangenen zehn Jahren haben 70 Spieler die Casinos Austria verklagt, weil ihre Bonität nicht überprüft, sie nicht beraten und nicht rechtzeitig gesperrt wurden. Insgesamt musste die Casag mehr als zehn Millionen Euro deswegen zahlen.
http://derstandard.at/1285199061978/Casi...-zehn-Millionen
16 24.09.2010 07:02
Weil die Kundschaft, und damit die Gewinne ausbleiben, trennt sich die Casag von weiteren Beteiligungen (im letzten Jahr hat man ja bereits die Beteiligungen in St. Gallen, Zürichsee und Schaffhausen abgestoßen). Konkret wird der Ausstieg aus dem Casino Luzern geprüft, obwohl das Casino noch sehr gut läuft. Zudem werden im kommenden Jahr die Lizenzen für 15 Spielcasinos und die Lotterien neu ausgeschrieben, und dafür benötigt man Geld.
17 02.10.2010 09:23
Die Kursaal-Casino AG Luzern hat per 28. Oktober 2010 das Minderheitspaket der Casinos Austria (Swiss) AG an der Grand Casino Luzern AG im Umfang von 45 Prozent erworben. Damit ist die Kursaal-Casino AG Luzern nun im 100-prozentigen Besitz der Grand Casino Luzern AG. Gleichzeitig hat die Casinos Austria (Swiss) AG ihre fünfprozentige Beteiligung an der Kursaal-Casino AG Luzern ebenfalls an die Kursaal-Casino AG Luzern veräussert. Mit der Übernahme der Aktienanteile stärkt die Grand Casino Luzern Gruppe ihre Marktposition als eigenständiges Grand Casino.
Die nun beendete Zusammenarbeit zwischen der Kursaal-Casino AG Luzern und der Casinos Austria (Swiss) AG geht auf das Jahr 1995 zurück. Sie hatte damals zum Ziel, die Spielbankenkonzession für den Standort Luzern zu erreichen und gleichzeitig innerhalb des Grand Casino Luzern das Know-how im Spielbankenbereich aufzubauen. Mit der Erteilung der A-Konzession im Jahr 2001 und der Eröffnung des Grand Casino Luzern als erstes Casino der Schweiz im darauffolgenden Jahr wurde dieses Ziel erreicht. Heute bietet das Grand Casino Luzern neben dem Glücksspiel ein umfassendes Unterhaltungs- und Gastronomieangebot und wurde mehrfach als bestes Casino der Schweiz ausgezeichnet.
Quelle: Kursaal-Casino AG Luzern
18 28.10.2010 14:33
Im Ausland haben sich ja vor allem die Krise und der Online-Boom negativ auf die Casag ausgewirkt, im Inland kommen hohe Rückstellungen für den geplanten Personalabbau dazu. Kein Wunder also, dass die Casag im ersten Halbjahr Minus 14,4 Mios eingefahren hat. Das sieht nicht gut aus für den anstehenden Jahresabschluss.
19 31.10.2010 12:52
in Österreich müssen nach dem Budgetbegleitgesetz die 15 Spielbank-und Lotterie-Konzessionen neu ausgeschrieben werden. Trotzdem hat das Finanzministerium sich einiges einfallen lassen, um das Monopol der Casinos Austria weiterhin zu sichern:
In der letzten Fassung hatte das Gesetz vorgesehen, dass die Bewerber über eine Kapitalgesellschaft in Österreich verfügen müssen. Dank erforderlicher Mittelausstattung - 109 Mio. Euro Kapital für Lotterien, 22 Millionen für Spielbanken - galt die Anforderung als hohe Einstiegshürde. Dann wurde mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Fall Engelmann klar, dass diese Barriere nicht europarechtskonform ist. Nun wurde das Gesetz "repariert": Zwar fällt die Auflage eines österreichischen Sitzes weg, allerdings will man ausländische Bieter nicht so einfach zum Zug kommen lassen. Kasino-Bewerber sollen - so heißt es in den Erläuterungen zum Entwurf - in ihrer Heimat eine "vergleichbare Spielbankenkonzession" besitzen müssen. Und weiter: "Berechtigt das Sitzland einen Konzessionswerber daher bloß für den Betrieb von Lotterien, Glücksspielautomaten, Glücksspielen über Internet oder Wetten, erfüllt dies nicht die erforderliche Voraussetzung." Nur so könne eine "geschlossene Aufsichtskette hergestellt werden", heißt es dazu.
Analog wird in Sachen Lotterien verfahren: Nur wer im Ausland über eine entsprechende Konzession verfügt, darf sich in Österreich bewerben oder muss seinen Sitz hier errichten.
In der Branche wird der Schritt eindeutig als Schutzwall für die Casinos Austria sowie für Novomatic gesehen. Es halten sich ja hartnäckig Gerüchte, wonach der Erhalt der bestehenden zwölf Spielbanken für die Casinos sowie der Lotterien-Konzession beschlossene Sache sei. Bei den drei neuen Spielhöllen würde nach dieser Auslegung die Novomatic zum Zug kommen. Die Novelle sei jedenfalls "unzulässig", meint ein Experte. Genau derartige Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit habe der EuGH im September gekippt. "Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs wird damit ignoriert."
Man darf also gespannt sein, ob man in Österreichdamit durchkommt.
http://derstandard.at/1288659379228/Neue...a-und-Novomatic
20 03.11.2010 09:00
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