Source: http://www.ra-kotz.de/persoenlichkeit.htm
Timestamp: 2013-05-23 18:25:21
Document Index: 43678359

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', 'Art. 1', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 5', 'BGH', 'BGH']

Pers�nlichkeitsrechtsverletzung und Geldentsch�digung BUNDESGERICHTSHOF
Az.: VI ZR 255/03
a) Die Zubilligung einer Geldentsch�digung wegen einer schweren Pers�nlichkeitsrechtsverletzung hat ihre Wurzel im Verfassungsrecht und Zivilrecht und stellt keine strafrechtliche Sanktion dar.
b) Bei der Bemessung der Geldentsch�digung stellen der Gesichtspunkt der Genugtuung des Opfers, der Pr�ventionsgedanke und die Intensit�t der Pers�nlichkeitsrechtsverletzung Bemessungsfaktoren dar, die sich je nach Lage des Falles unterschiedlich auswirken k�nnen (Erg�nzung der Senatsurteile BGHZ 128, 1; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - VersR 1996, 339 und vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - VersR 1996, 341).
Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die m�ndliche Verhandlung vom 5. Oktober 2004 f�r Recht erkannt:
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 10. Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom 26. Mai 2003 wird auf ihre Kosten zur�ckgewiesen.
Die Kl�gerin nimmt die Beklagte auf Zahlung einer Geldentsch�digung f�r Bildver�ffentlichungen in Anspruch.
Die Beklagte ist Verlegerin der Zeitschriften "die aktuelle" und "die zwei". In der Zeit vom 28. Juli 1999 bis zum 10. Juli 2000 ver�ffentlichte sie in diesen Zeitschriften neun Artikel, die jeweils ohne Zustimmung der Eltern, Prinzessin Caroline von Hannover und Prinz Ernst August von Hannover, mit Bildern der im Sommer 1999 geborenen Kl�gerin illustriert wurden. Unter anderem handelte es sich dabei um einen im August 1999 ver�ffentlichten Artikel, der unter der Schlagzeile "Caroline. Die ersten Fotos. Das heimliche Babygl�ck" auf der Titelseite und im Innenteil des Heftes Fotos enthielt, die heimlich aus gro�er Entfernung auf einem Anwesen der Eltern der Kl�gerin aufgenommen worden waren. Im Juli 2000 ver�ffentlichte die Beklagte auf der gesamten Titelseite unter der Schlagzeile "Caroline & Ernst August Scheidung?" ein Foto, welches die Kl�gerin nach dem Schwimmen mit Schwimmfl�geln in ein Handtuch gewickelt auf dem Arm ihrer Mutter zeigte. Auf den Innenseiten folgten sechs weitere Fotos der Kl�gerin, die sie gleichfalls beim Baden mit ihren Eltern zeigten.
Die Beklagte gab nach jeweils zeitnaher Abmahnung -teilweise unter dem Druck entsprechender einstweiliger Verf�gungen - jeweils Unterlassungsverpflichtungserkl�rungen ab. Unter anderem wegen zwei der hier streitgegenst�ndlichen Ver�ffentlichungen, darunter den im August 1999 ver�ffentlichten Fotos, wurde sie zur Zahlung einer Geldentsch�digung in H�he von 125.000 DM an die Mutter der Kl�gerin verurteilt. Die Kl�gerin selbst hat u.a. wegen der Ver�ffentlichung dieser Fotos gegen�ber zwei anderen Verlagen Geldentsch�digungen erstritten.
Das Landgericht hat der auf Zahlung einer Geldentsch�digung von mindestens 300.000 DM gerichteten Klage in H�he von 150.000 DM stattgegeben. Die Berufung der Beklagten hatte keinen Erfolg. Mit der vom Kammergericht zugelassenen Revision verfolgt die Beklagte ihr Klageabweisungsbegehren weiter.
Das Berufungsgericht f�hrt aus, der Kl�gerin stehe gegen die Beklagte wegen der durch die Ver�ffentlichungen erfolgten wiederholten Eingriffe in deren allgemeines Pers�nlichkeitsrecht eine Geldentsch�digung aus � 823 Abs. 1 BGB, Art. 1 und Art. 2 GG zu. In Bezug auf s�mtliche beanstandeten Fotos k�nne sich die Beklagte nicht auf die Abbildungsfreiheit gem�� � 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG berufen, wobei im Ergebnis dahinstehen k�nne, ob die Kl�gerin als relative Person der Zeitgeschichte im Sinne der Vorschrift zu behandeln sei, nur weil ihre Mutter eine absolute Person der Zeitgeschichte sei. Selbst dann w�re im Rahmen der nach � 23 Abs. 2 KUG vorzunehmenden Abw�gung zu beachten, da� das allgemeine Pers�nlichkeitsrecht der Kl�gerin Vorrang genie�e, zumal bei Minderj�hrigen wegen der sich erst entfaltenden Pers�nlichkeit und der Schutzbed�rftigkeit ihres Entwicklungsprozesses regelm��ig ein strengerer Ma�stab an die Zul�ssigkeit von Bildver�ffentlichungen anzulegen sei.
Sowohl die Ver�ffentlichung der heimlich aufgenommenen Fotos im August 1999 als auch die im Juli 2000 beeintr�chtige das Pers�nlichkeitsrecht der Kl�gerin so schwerwiegend, da� eine Geldentsch�digung erforderlich sei. Die weiteren Ver�ffentlichungen zeigten zwar heimlich, jedoch an �ffentlich zug�nglichen Orten entstandene Fotos, die f�r sich genommen keine Zuerkennung einer Geldentsch�digung rechtfertigten, aber doch zeigten, mit welcher Hartn�ckigkeit die Beklagte unerlaubt Fotos der Kl�gerin ver�ffentliche.
Bei der H�he der Geldentsch�digung k�nne deren Genugtuungsfunktion auch bei einem Kleinkind nicht v�llig au�er Acht bleiben, weil die Ver�ffentlichungen geeignet gewesen seien, die Eltern-Kind-Beziehung zu st�ren und dabei unmittelbar auf die Lebensbedingungen der Kl�gerin negativen Einflu� zu nehmen.
In erster Linie aber rechtfertige sich die H�he der Entsch�digung aufgrund ihrer spezialpr�ventiven Wirkung. Wegen der gesteigerten Bedeutung des Pers�nlichkeitsschutzes bei einem Minderj�hrigen m�sse in derartigen F�llen eine Geldentsch�digung f�r den Sch�diger f�hlbar sein und der Berichterstattung den wirtschaftlichen Vorteil nehmen. Dem stehe nicht entgegen, da� die Mutter der Kl�gerin ihrerseits bereits eine Geldentsch�digung erstritten habe. In jenem Verfahren sei es um das Pers�nlichkeitsrecht der Mutter gegangen, vorliegend gehe es aber um das Pers�nlichkeitsrecht der Kl�gerin selbst.
Da� die Beklagte nunmehr nur noch solche Fotos ver�ffentlichen wolle, die die Kl�gerin in Begleitung ihrer Eltern bei offiziellen Anl�ssen zeigten, stehe angesichts ihrer bisherigen Hartn�ckigkeit der zugesprochenen Geldentsch�digung nicht entgegen. Deren Herabsetzung sei auch nicht wegen der von der Kl�gerin bereits gegen andere Verlage erstrittenen Entsch�digungen geboten, weil diese Ver�ffentlichungen eigenst�ndige Pers�nlichkeitsrechtsverletzungen darstellten.
F�r die H�he der Geldentsch�digung sei auch die Wirtschaftsmacht der hinter der Beklagten stehenden Gruppe von Bedeutung. Diese gebe 500 Printmedien in verschiedenen europ�ischen L�ndern heraus, darunter �ber 4 Millionen Exemplare einer Tageszeitung und verf�ge �ber Umsatzrenditen in zweistelliger Prozenth�he.
Das angefochtene Urteil h�lt der revisionsrechtlichen Nachpr�fung stand.
1. Die Revision macht geltend, der Zubilligung einer Geldentsch�digung an die Kl�gerin stehe das Grundrecht der Beklagten aus Art. 103 Abs. 3 GG entgegen, nicht wegen derselben Tat aufgrund der allgemeinen Strafgesetze mehrmals bestraft zu werden. Es sei ein Straf klageverbrauch eingetreten, weil sechs der neun Bildver�ffentlichungen bereits in anderen Verfahren mit einer Geldentsch�digung geahndet worden seien.
Entgegen dem Ansatz der Revision handelt es sich bei der Zubilligung einer Geldentsch�digung jedoch nicht um eine Strafe im Sinne des Art. 103 GG. Das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof sehen den Anspruch auf eine Geldentsch�digung wegen einer Verletzung des Pers�nlichkeitsrechts vielmehr als ein Recht an, das auf den Schutzauftrag aus Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG zur�ckgeht. Demgem�� wird der Anspruch aus � 823 Abs. 1 BGB i.V.m. Art. 1 und Art. 2 GG hergeleitet (vgl. BVerfGE 34, 269, 292 - So-raya = NJW 1973, 1221, 1226; Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - VersR 1996, 339, 340 und vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - VersR 1996, 341, 342; so auch BGHZ 143, 214, 218 f.). Die Zubilligung einer Geldentsch�digung im Fall einer schweren Pers�nlichkeitsrechtsverletzung beruht auf dem Gedanken, da� ohne einen solchen Anspruch Verletzungen der W�rde und Ehre des Menschen h�ufig ohne Sanktion blieben mit der Folge, da� der Rechtsschutz der Pers�nlichkeit verk�mmern w�rde. Bei dieser Entsch�digung steht - anders als beim Schmerzensgeld - regelm��ig der Gesichtspunkt der Genugtuung des Opfers im Vordergrund. Au�erdem soll sie der Pr�vention dienen (vgl. Senatsurteile, BGHZ 128, 1, 15; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94- aaO und vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94- aaO). Auch unter Ber�cksichtigung kritischer Stimmen in der Literatur, die teilweise geltend machen, da� der Pr�ventionszweck als Mittel der Verhaltenssteuerung ein p�nales Element darstelle, und die deshalb die Frage aufwerfen, ob es sich nicht um eine Norm mit Strafcharakter handele (vgl. Deutsch, Anm. zum Urteil des Senats vom 5. Dezember 1995, LM �823 (Ah) Nr. 122; Gounalakis, AfP 1998, 10, 14 ff.; Funkel, Schutz der Pers�nlichkeit durch Ersatz immaterieller Sch�den in Geld, 2001, S. 164 ff.; Hoppe, Pers�nlichkeitsschutz durch Haftungsrecht, 2001, S. 123 ff., 133 ff.; Seitz, NJW 1996, 2848), h�lt der erkennende Senat an dem grundlegenden Ansatz fest, da� die Zubilligung einer Geldentsch�digung ihre Wurzel im Verfassungsrecht und Zivilrecht findet und keine strafrechtliche Sanktion darstellt (vgl. dazu auch Steffen, NJW 1997, 10; K�rner, NJW 2000, 241 ff.). Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht bereits entschieden, da� die zivilgerichtliche Verurteilung zu einem immateriellen Schadensersatz bei einer Pers�nlichkeitsverletzung - m�gen ihr auch "p�nale Elemente" nicht ganz fremd sein - keine Strafe im Sinne des Art. 103 Abs. 2 GG ist (vgl. BVerfGE 34, 269, 293 -Soraya = NJW 1973, 1221, 1226).
Im Gegensatz zum staatlichen Strafanspruch soll die Zubilligung einer Geldentsch�digung im Zivilrecht in F�llen der vorliegenden Art den Schutzauftrag aus Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG im Interesse des konkret Betroffenen gew�hrleisten. Dies wird bei der hier vorliegenden Verletzung des Rechts am eigenen Bild besonders deutlich, weil dem Verletzten - anders als in anderen F�llen, in denen er etwa den Widerruf oder die Richtigstellung einer sein Pers�nlichkeitsrecht beeintr�chtigenden �u�erung verlangen kann - gegen eine solche Rechtsverletzung keine anderen Abwehrm�glichkeiten als ein Anspruch auf eine Geldentsch�digung zur Verf�gung stehen (vgl. Senatsurteil vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO). Deshalb unterliegt es keinem Zweifel, da� die Zivilgerichte zur Gew�hrleistung dieses Interesses des Betroffenen berufen sind. Der Pr�ventionsgedanke stellt lediglich einen Bemessungsfaktor f�r die Entsch�digung dar, der sich je nach Lage des Falles unterschiedlich auswirken kann. Soweit im Schrifttum f�r den "Strafcharakter" einer solchen Entsch�digung auf eine Entscheidung zur Vollstreckbarerkl�rung eines US-Schadensersatzurteils (BGHZ 118, 312, 344 ff.) verwiesen wird, betraf jenes Urteil einen ganz anders gelagerten Sachverhalt, der keine Parallele zum Streitfall aufweist.
2. Ohne Erfolg macht die Revision geltend, das allgemeine Pers�nlichkeitsrecht der Kl�gerin sei nicht, jedenfalls nicht so schwerwiegend beeintr�chtigt, da� dies eine Geldentsch�digung rechtfertige.
a) Das Berufungsgericht geht zutreffend davon aus, da� die Beklagte durch die Ver�ffentlichung der Fotos der Kl�gerin deren Recht am eigenen Bild und damit ihr allgemeines Pers�nlichkeitsrecht verletzt hat.
Bildnisse einer Person d�rfen grunds�tzlich nur mit deren Einwilligung verbreitet werden (� 22 Satz 1 KUG). Ist der Abgebildete minderj�hrig, bedarf es der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters (vgl. L�ffler/Steffen, Presserecht, Bd. l, 4. Aufl., Rdn. 125 zu � 6 LPG; Wenzel/von Strobl-Albeg, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 7, Rdn. 69 m.w.N.). Eine solche Einwilligung liegt nach den Feststellungen des Berufungsgerichts, die die Revision nicht angreift, nicht vor.
b) In rechtlich nicht zu beanstandender Weise hat das Berufungsgericht den Ausnahmetatbestand des � 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG verneint, wonach Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte ohne Einwilligung des Abgebildeten ver�ffentlicht werden d�rfen.
Da� die Kl�gerin selbst nicht zu einem Kreis von Personen geh�rt, deren Bildnisse allein schon der Person wegen grunds�tzlich einwilligungsfrei verbreitet werden d�rfen, zieht auch die Revision nicht in Zweifel. Unter den Umst�nden des vorliegenden Falles kann es auch auf sich beruhen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Kl�gerin dadurch zu einer Person der Zeitgeschichte werden k�nnte, da� sie auf Fotos zusammen mit ihrer Mutter abgebildet wird. Weil mit der Anwendung des � 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG ein Rechtsverlust verbunden ist, ist es erforderlich, Kinder von Personen der Zeitgeschichte allenfalls dann in diesen Personenkreis einzubeziehen, wenn sie als deren Angeh�rige in der �ffentlichkeit auftreten oder im Pflichtenkreis ihrer Eltern �ffentliche Funktionen wahrnehmen (vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94- VersR 1996, 341 und vom 9. M�rz 2004 -VIZR217/03-VersR 2004, 863 - zur Ver�ffentlichung in BGHZ vorgesehen). Diese Voraussetzungen liegen hier nicht vor.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts bed�rfen Kinder eines besonderen Schutzes vor den Gefahren, die von dem Interesse der Medien und ihrer Nutzer an einer Berichterstattung �ber sie oder an Abbildungen von ihnen ausgehen. Ihre Pers�nlichkeitsentfaltung kann durch die Berichterstattung in Medien empfindlicher gest�rt werden als diejenige von Erwachsenen, so da� der Bereich, in dem sie sich frei von �ffentlicher Beobachtung f�hlen und entfalten d�rfen, umfassender gesch�tzt sein mu�. Dieser Schutz verwirklicht sich nicht nur �ber das elterliche Erziehungsrecht des Art. 6 Abs. 1 GG, sondern folgt auch aus dem eigenen Recht des Kindes auf ungehinderte Entfaltung seiner Pers�nlichkeit im Sinne von Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG (vgl. BVerfGE 101, 361, 385 f. = NJW 2000, 1021, 1023; BVerfG, NJW 2000, 2191; NJW 2000, 2191 f. und NJW 2003, 3262 f.).
Nach diesen Grunds�tzen genie�t im Streitfall das besondere Schutzbed�rfnis der kindlichen Pers�nlichkeitsentwicklung der Kl�gerin grunds�tzlich den Vorrang vor der Berichterstattung in den Medien. Die beanstandeten Fotos zeigen die Kl�gerin und deren Eltern im Alltagsleben, also bei rein privaten T�tigkeiten. Sie tragen in keiner Weise zu einer wichtigen �ffentlichen Auseinandersetzung in einer demokratischen Gesellschaft bei, die den Schutz des Art. 5 Abs. 1 GG in Anspruch nehmen k�nnte, sondern dienen nur dem Zweck, die Neugier eines bestimmten Publikums im Hinblick auf Einzelheiten aus dem Privatleben der Betroffenen zu befriedigen, wobei sich das Interesse an der Kl�gerin ausschlie�lich aus der Einstufung ihrer Eltern als sogenannte Prominente ableitet.
Auch wenn die Reichweite des Pers�nlichkeitsschutzes eines Kindes vom Schutzzweck her unter Ber�cksichtigung der Entwicklungsphasen des Kindes zu bestimmen ist, steht dem nicht entgegen, da� die Kl�gerin zum Zeitpunkt der Ver�ffentlichungen noch ein Kleinkind war. Eine Beeintr�chtigung des Pers�nlichkeitsrechts kann n�mlich nicht nur dann vorliegen, wenn das Kind die pers�nlichkeitserheblichen Einwirkungen Dritter bemerkt, sondern auch dann, wenn andere Gr�nde den Schutz der Pers�nlichkeitsentwicklung erfordern (vgl. BVerfG, NJW 2003, 3262 f.). Hier kann die Pers�nlichkeitsentwicklung der Kl�gerin schon dadurch beeintr�chtigt werden, da� wegen der st�ndigen Verfolgung durch die Presse eine nat�rliche Eltern-Kind-Beziehung gef�hrdet ist. Wenn sich die Eltern im Zusammenleben mit dem Kind nicht unbefangen verhalten k�nnen, weil sie bef�rchten m�ssen, da� auch gegen ihren Willen Fotos ver�ffentlicht werden, die den privaten Bereich betreffen, kann sich dies nachteilig auf die Pers�nlichkeitsentwicklung des Kindes auswirken. Insoweit reicht bereits die Gef�hrdung aus, ohne da� es, wie die Revision meint, der Darlegung bedarf, da� tats�chlich bereits eine St�rung des Eltern-Kind-Verh�ltnisses eingetreten sei.
c) Die Angriffe der Revision bleiben auch insoweit ohne Erfolg, als sie die Voraussetzungen f�r die Zubilligung einer Geldentsch�digung in Zweifel zieht.
Nach der st�ndigen Rechtsprechung des Senats begr�ndet eine Verletzung des allgemeinen Pers�nlichkeitsrechts einen Anspruch auf eine Geldentsch�digung, wenn es sich um einen schwerwiegenden Eingriff handelt und die Beeintr�chtigung nicht in anderer Weise befriedigend ausgeglichen werden kann. Das h�ngt insbesondere von der Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, ferner von Anla� und Beweggrund des Handelnden sowie von dem Grad seines Verschuldens ab (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 12; 132, 13, 27 und vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - VersR 1996, 341; vgl. auch BVerfG, NJW 2004, 591). Eine wiederholte und hartn�ckige Verletzung des Rechts am eigenen Bild, die um des wirtschaftlichen Vorteils willen erfolgt, kann sich als schwere, einen Anspruch auf Geldentsch�digung rechtfertigende Verletzung des allgemeinen Pers�nlichkeitsrechts des Betroffenen darstellen, auch wenn die einzelne Bildver�ffentlichung - jeweils f�r sich betrachtet - nicht als schwerwiegend einzustufen ist. Die Besonderheit einer Verletzung des Rechts am eigenen Bild besteht n�mlich darin, da� dem Verletzten gegen eine solche Rechtsverletzung keine anderen Abwehrm�glichkeiten als ein Anspruch auf eine Geldentsch�digung zur Verf�gung stehen. Daraus folgt, da� in einem solchen Fall an die Zubilligung eines Entsch�digungsanspruchs geringere Anforderungen als in anderen F�llen einer Pers�nlichkeitsrechtsverletzung zu stellen sind (Senatsurteil vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO, 342).
Diese Grunds�tze hat das Berufungsgericht beachtet und unter den Umst�nden des vorliegenden Falles zu Recht die Voraussetzungen f�r die Zubilligung einer Geldentsch�digung bejaht. Ebenso wie in dem dem vorstehend zitierten Senatsurteil zugrundeliegenden Fall l��t die Vorgehensweise der Beklagten eine besondere Hartn�ckigkeit erkennen, indem sie die wiederholten Bildver�ffentlichungen vorgenommen hat, obwohl sie nach dem Erscheinen der Fotos von den Eltern jeweils zeitnah abgemahnt worden ist, sie jeweils Unterlassungsverpflichtungserkl�rungen abgegeben hat und gegen sie mehrfach einstweilige Verf�gungen erlassen worden sind.
d) Unter diesen Umst�nden ist auch die H�he der zugebilligten Geldentsch�digung, die in erster Linie Sache des Tatrichters ist, nicht unverh�ltnism��ig. In F�llen, in denen der Sch�diger die Verletzung der Pers�nlichkeit seines Opfers als Mittel zur Auflagensteigerung und damit zur Verfolgung eigener kommerzieller Interessen eingesetzt hat, ist die Erzielung von Gewinnen aus der Rechtsverletzung als Bemessungsfaktor in die Entscheidung �ber die H�he der Geldentsch�digung mit einzubeziehen. In solchen F�llen mu� von der H�he der Geldentsch�digung ein echter Hemmungseffekt ausgehen; als weiterer Bemessungsfaktor kann die Intensit�t der Pers�nlichkeitsrechtsverletzung ber�cksichtigt werden, der hier angesichts der nachhaltigen St�rung des Privatlebens ein hohes Gewicht zukommt. Zudem darf die Geldentsch�digung nicht eine H�he erreichen, die die Pressefreiheit unverh�ltnism��ig einschr�nkt (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 16 und vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94-VersR1996, 339, 340).
Im Hinblick darauf ist die Bemessung der Entsch�digung durch das Berufungsgericht in Anbetracht der besonderen Hartn�ckigkeit der Beklagten und der vom Berufungsgericht festgestellten Wirtschaftsmacht der hinter ihr stehenden Gruppe nicht zu beanstanden. Selbst wenn f�r diese keine rechtliche Verpflichtung besteht, etwaige Verluste wegen der Verurteilung zu einer Geldentsch�digung zu ersetzen, d�rfen die faktischen wirtschaftlichen Verh�ltnisse der Konzerngruppe hinter einem Presseorgan bei der Beurteilung, wie der Pers�nlichkeitsschutz gew�hrleistet werden kann, nicht au�er Betracht bleiben. Im �brigen l��t der Beklagtenvortrag nicht erkennen, inwieweit die hier zuerkannte Geldentsch�digung die Pressefreiheit gef�hrden k�nnte.
Auch die weiteren R�gen der Revision stehen der zuerkannten Entsch�digung nicht entgegen. Wie vom Berufungsgericht zu Recht angenommen, stellen sowohl die Eingriffe in das Pers�nlichkeitsrecht der Mutter der Kl�gerin als auch die Ver�ffentlichungen durch andere Verlage eigenst�ndige Pers�nlichkeitsrechtsverletzungen dar. Die Verletzung des Pers�nlichkeitsrechts der Mutter betrifft das Rechtsgut einer anderen Person, deren Pers�nlichkeitsschutz ebenso wie der der Kl�gerin zu gew�hrleisten ist. K�nnte sich ein sp�ter in Anspruch genommener Sch�diger darauf berufen, da� bereits eine Entsch�digung wegen einer Ver�ffentlichung durch einen anderen Verlag zuerkannt worden ist, bliebe eine eigenst�ndige weitere Pers�nlichkeitsrechtsverletzung ohne ausreichenden Schutz des Betroffenen. Den Vortrag der Beklagten, sie wolle nunmehr nur noch solche Fotos der Kl�gerin ver�ffentlichen, die diese in Begleitung ihrer Eltern bei offiziellen Anl�ssen zeige, hat das Berufungsgericht ber�cksichtigt. Es hat jedoch gemeint, die Beklagte k�nne nur durch eine f�hlbare Entsch�digung in ihrem Verhalten beeinflu�t werden. Diese tatrichterliche Wertung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.