Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%201255/04
Timestamp: 2019-09-20 06:33:42
Document Index: 53002552

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 163', 'Art. 2', '§ 163', '§ 81', '§ 163', 'Art. 19']

BVerfG, 11.07.2006 - 2 BvR 1255/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,7456
BVerfG, 11.07.2006 - 2 BvR 1255/04 (https://dejure.org/2006,7456)
BVerfG, Entscheidung vom 11.07.2006 - 2 BvR 1255/04 (https://dejure.org/2006,7456)
BVerfG, Entscheidung vom 11. Juli 2006 - 2 BvR 1255/04 (https://dejure.org/2006,7456)
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Verfassungsmäßigkeit einer Freiheitsentziehung zur Identitätsfeststellung im Strafverfahren; Anordnung einer erkennungsdienstlichen Behandlung nach Auflösung einer Versammlung; Möglichkeit der Feststellung der Identität eines Demonstranten vor Ort; Verbringung eines ...
GG Art. 2 Abs. 2 Satz 2; StPO 81b; StPO § 163b;
Personalienfeststellung ED-Behandlung
GG Art. 2 Abs. 2 S. 2; StPO § 163b § 81b
AG Hamburg, 03.05.2004 - 163 Gs 760/04
LG Hamburg, 18.05.2004 - 616 Qs 39/04
NStZ-RR 2006, 381
Jedenfalls mit dem ersichtlich zeitnah möglichen Abgleich mit dem Ergebnis bereits früher - auch in De. - durchgeführter erkennungsdienstlicher Behandlungen war die Rechtsgrundlage für ein weiteres Festhalten des J. zur Identitätsfeststellung entfallen (vgl. auch BVerfG, Beschlüsse vom 27. Januar 1992 - 2 BvR 658/90, NVwZ 1992, 767; vom 11. Juli 2006 - 2 BvR 1255/04, NStZ-RR 2006, 381 mwN).
Insoweit ist zwischen der Anordnung der Maßnahme und der Durchführung zu unterscheiden (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 11. Juli 2006 - 2 BvR 1255/04 - NStZ-RR 2006, S. 381 ).
Sie stellen eine gesetzliche Konkretisierung des Übermaßverbotes dar und sollen sicherstellen, dass ein Eingriff in die persönliche Freiheit nur in Fällen erfolgt, in denen er zur Feststellung der Identität unerlässlich ist (vgl. BVerfG , Beschl. v. 27.01.1992 - 2 BvR 658/90 - NVwZ 1992, 767 m.w.N. und Beschl. v. 11.07.2006 - 2 BvR 1255/04 - NStZ-RR 2006, 381).
Insoweit ist zwischen der Anordnung der Maßnahme und der Durchführung zu unterscheiden (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 11. Juli 2006 - 2 BvR 1255/04 -, NStZ-RR 2006, S. 381 ).
§ 163c Abs. 1 S.1 StPO enthält dazu die ausdrückliche Regelung, dass die betroffene Person in keinem Fall länger festgehalten werden darf, als zur Feststellung der Identität unerlässlich ist (vgl. BVerfG, Beschluss vom 11.07.2006, 2 BvR 1255/04, Rn. 21-23 - zitiert nach juris).
Die Beschwerdekammer berücksichtigt im Ausgangspunkt, dass Art. 19 IV GG dazu zwingt, auf Ermächtigungsnormen der Strafprozessordnung beruhende hoheitliche Eingriffe in die grundrechtlich geschützte Sphäre des Beschuldigten auch dann einer gerichtlichen (hier: Nach-) Kontrolle zu unterziehen, wenn die Maßnahme vor der Möglichkeit der Anrufung des Gerichts bereits beendet war (vgl. BVerfGE 96, 27; BVErfG 11.07.2006 Gz.: 2 BvR 1255/04 und 2 BvR 1717/04).
Im Beschluss vom 11.07.2006 (2 BvR 1255/04 in NStZ-RR 2006, 381) hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass eine Person zur Durchführung einer erkennungsdienstlichen Behandlung nicht über mehrere Stunden festgehalten werden darf.