Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZB%20241/11
Timestamp: 2020-04-07 20:20:38
Document Index: 366027291

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1906', '§ 1906', '§ 1906', 'BGH', '§ 1906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.08.2011 - XII ZB 241/11 - dejure.org
BGH, 17.08.2011 - XII ZB 241/11
https://dejure.org/2011,2397
BGH, 17.08.2011 - XII ZB 241/11 (https://dejure.org/2011,2397)
BGH, Entscheidung vom 17.08.2011 - XII ZB 241/11 (https://dejure.org/2011,2397)
BGH, Entscheidung vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 (https://dejure.org/2011,2397)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,2397) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 1906 Abs. 1 Nr. 1
§ 1906 Abs 1 Nr 1 BGB
Zivilrechtliche Unterbringung eines Betreuten: Alkoholismus und psychische Erkrankung; Freiheitsanspruch und freie Willensbildung
Alkoholismus als psychische Krankheit oder geistige bzw. seelische Behinderung im Sinne von § 1906 Abs. 1 Nr. 1 BGB; Rechtfertigung einer Anordnung der zivilrechtlichen Unterbringung durch die bloße Rückfallgefahr in den Alkoholismus; Geistiges Gebrechen als Ursache für ...
Unterbringung wegen Alkoholismus
Unterbringung, Alkoholismus, Unterbringungsgrund, Freie Willensbildung, Unterbringungsverfahren, Selbstgefährdung
Familienrecht - Keine Unterbringung wegen Alkoholismus
Pflegeheimunterbringung bei Alkoholismus
Betreuungsrecht - Anforderungen an Unterbringung wegen Alkoholismus
Grenzen der Unterbringung bei Alkoholerkrankung
Alkoholismus ist keine Krankheit
AG Löbau, 06.01.2011 - 5 XVII 419/09
LG Görlitz, 31.03.2011 - 2 T 31/11
NJW 2011, 3518
MDR 2011, 1176
FGPrax 2011, 317 (Ls.)
FamRZ 2011, 1725
BGH, 25.03.2015 - XII ZA 12/15
Zivilrechtliche Unterbringung eines alkoholkranken Betreuten zum Schutz vor …
Zu den Voraussetzungen der zivilrechtlichen Unterbringung zum Schutz vor Selbstgefährdung bei einem alkoholkranken Betroffenen (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 17. August 2011, XII ZB 241/11, FamRZ 2011, 1725).
Die maßgeblichen Rechtsfragen sind durch die höchstrichterliche Rechtsprechung geklärt (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725; vgl. auch BVerfG FamRZ 2015, 565 m. Anm. Schwab), und die Entscheidung des Beschwerdegerichts lässt Rechtsfehler nicht erkennen.
Etwas anderes gilt, wenn der Alkoholismus entweder im ursächlichen Zusammenhang mit einem geistigen Gebrechen steht, insbesondere einer psychischen Erkrankung, oder ein auf den Alkoholmissbrauch zurückzuführender Zustand eingetreten ist, der das Ausmaß eines geistigen Gebrechens erreicht hat (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 11).
Die Grundrechte eines psychisch Kranken schließen einen staatlichen Eingriff nicht aus, der ausschließlich den Zweck verfolgt, ihn vor sich selbst in Schutz zu nehmen und ihn zu seinem eigenen Wohl in einer geschlossenen Anstalt unterzubringen (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 12).
Mithin setzt eine Unterbringung zur Verhinderung einer Selbstschädigung infolge einer psychischen Erkrankung voraus, dass der Betroffene aufgrund der Krankheit seinen Willen nicht frei bestimmen kann (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 12).
Denn die Frage der Therapiefähigkeit ist für die hier nicht zur Heilbehandlung, sondern gemäß § 1906 Abs. 1 Nr. 1 BGB zum Selbstschutz erfolgte Unterbringung nicht maßgeblich (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 17).
Unabhängig davon, dass die Frage, ob der Betroffene perspektivisch eine lebenslange Unterbringung gewärtigen muss, nicht Gegenstand des Rechtsbeschwerdeverfahrens ist, das die Unterbringungsgenehmigung für die Dauer von einem Jahr betrifft (vgl. Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 21), hat das Beschwerdegericht mit dem Gewöhnungseffekt, der während der aktuellen Unterbringung eintreten kann, eine zeitliche Perspektive aufgezeigt.
BGH, 13.04.2016 - XII ZB 236/15
Unterbringung eines Betreuten: Beachtlichkeit des frei bestimmten Willen des …
Auch eine Unterbringung zur Verhinderung einer Selbstschädigung setzt voraus, dass der Betreute aufgrund seiner psychischen Krankheit oder seiner geistigen oder seelischen Behinderung seinen Willen nicht frei bestimmen kann (…Senatsbeschlüsse vom 25. März 2015 - XII ZA 12/15 - FamRZ 2015, 1017 Rn. 9;… vom 12. Februar 2014 - XII ZB 614/13 - FamRZ 2014, 740 Rn. 6 und vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 12).
BGH, 13.04.2016 - XII ZB 95/16
Betreuung: Voraussetzungen der zivilrechtlichen Unterbringung bei …
Unter der Voraussetzung eines noch freien Willens steht es jedoch nach der Verfassung jedermann frei, Hilfe zurückzuweisen, sofern dadurch nicht Rechtsgüter anderer oder der Allgemeinheit in Mitleidenschaft gezogen werden (Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 12).
BGH, 12.02.2014 - XII ZB 614/13
Unterbringung eines Betreuten: Begründungserfordernis bei vom …
Auch eine Unterbringung zur Verhinderung einer Selbstschädigung setzt voraus, dass der Betreute auf Grund seiner psychischen Krankheit oder seiner geistigen oder seelischen Behinderung seinen Willen nicht frei bestimmen kann (…Senatsbeschlüsse vom 13. Januar 2010 - XII ZB 248/09 - FamRZ 2010, 365 Rn. 13 und vom 17. August 2011 - XII ZB 241/11 - FamRZ 2011, 1725 Rn. 12).
LG Bayreuth, 29.07.2015 - 42 T 109/13
Feststellung der Rechtswidrigkeit nach Einstellung des Betreuungsverfahrens
Das Amtsgericht Bayreuth durfte insoweit annehmen, dass ein auf den Alkoholmissbrauch zurückzuführender Zustand eingetreten war, der das Ausmaß eines geistigen Gebrechens erreicht hatte (vgl. BGH NJW 2011, 3518).
LG Dortmund, 08.05.2015 - 9 T 245/14
Genehmigung der geschlossenen Unterbringung eines Betreuten zur Verhinderung …
Die geschlossene Unterbringung zur Vermeidung einer lebensbedrohenden Selbstgefährdung kann auch dann genehmigt werden, wenn eine gezielte Therapiemöglichkeit nicht besteht ( BGH NJW 2011, 3518 ).