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Timestamp: 2019-04-20 16:59:32
Document Index: 377013883

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art.4', 'Art. 7', 'Art.1', 'Art. 1', 'in fine']

Caillea | Philosophie
13. August 2014 /0 Kommentare/in Allgemein, Bewusstsein, Erkenntnis, Humanismus, Krise, Mensch und Gesellschaft, Philosophie /von Caillea B. Rakow-Grebenstein
Würde bedeutet Wertigkeit, Erhabenheit, Vornehmheit, Majestät erhabene Gesinnung, Autonomie und sittliche Selbstgesetzgebung; dem Menschen innewohnender Wert und innerer Rang, Menschenwürde; innere Haltung, die durch das Bewußtsein vom eigenen Wert oder von einer geachteten Stellung bestimmt wird; Echtheit. Ähnlich wie bei der Identität enthält Würde Selbstbild, soziale Aufgabe und Anerkennung durch bedeutsame Bezugspersonen sowie Selbstverantwortung. “Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung”. (Friedrich Schiller)
“Die Würde des Menschen ist unantastbar”. So lauten die ersten Worte unseres Grundgesetzes in Artikel 1 der Grundrechte. Weiter heißt es in diesem Artikel: “Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt”.
nistet knisternd und raschend
Der Satz “Die Würde des Menschen ist unantastbar” bedeutet eigentlich: “Die Würde des Menschen ist verletzlich, sie ist zu ermöglichen, zu achten, zu wahren und zu schützen.” Dies sollte nicht nur Verpflichtung aller staatlichen Gewalt sein, sondern auch aller elterlichen, schulischen betrieblichen und sonstigen Gewalt oder besser: Verantwortlichkeit. Da das Grundgesetz nicht nur für den Staat gilt, müßten sich dessen Inhalte auch in allen außerstaatlichen Bereichen entsprechend widerspiegeln, z.B. in wirtschaftlichen Bereichen im Betriebsverfassungsgesetz, in schulischen in den Vorschriften der Kultusministerien und in privaten in den religiösen Richtlinien, die jedoch entweder ethische Normen wie Artikel 1 GG nicht enthalten oder sogar gegen diese verstoßen.
Fast immer liegt ein Verstoß gegen Artikel 1 und gegen Artikel 2 GG vor, wenn in Anwendung der Artikel 4 und 7 unter Gewährung ungestörter Religionsausübung Kinder in eine bestimmte ideologische Richtung erzogen werden, die sie von anderen Menschen abgrenzt. Artikel 4 und 7 wären zu ergänzen bzw. zu differenzieren, um die darin enthaltenen Möglichkeiten des Verstoßes gegen Art. 1 und 2 zu verhindern. Für Art.4 müßte es heißen: Die ungehinderte freie Entfaltung eines individuellen Glaubens ist durch Vermeidung jeglicher einseitigen Einflußnahme bis zum 18. Lebensjahre zu gewährleisten und durch Erschließung vieler, möglichst aller ethischen Orientierungen zu fördern. Für Art. 7 müßte es heißen: Religionsunterricht bedeutet unabhängige und gleichberechtigte Unterrichtung über alle vorhandenen Religionen, Weltanschauungen und ethischen Orientierungen ohne Bevorzugung einer bestimmten. Und Art.1 sollte ergänzt werden in: … ist Verpflichtung aller Bürger und der staatlichen Verantwortlichkeit.
Wenn beispielsweise Politiker den Eindruck erwecken, daß sie “an ihrem Sessel kleben”, dann geschieht da etwas, das ihre Würde antastet. Dann scheint der Egoismus im Vordergrund zu stehen, was negativ bewertet wird. Andererseits wird aber auch Durchsetzungsvermögen erwartet und geschätzt, was ohne egoistische Anteile kaum möglich ist. Würde kann erst dann annähernd unantastbar sein, wenn genügend Gespür in die eigene Befindlichkeit, in die eigenen wirklichen menschlichen Bedürfnisse und eine klare ethische Orientierung vorhanden sind, und wenn diese und vielleicht noch weitere Merkmale miteinander in ein gewünschtes Verhältnis gebracht werden können.
Heinz Pestalozzi
in der Einleitung zur “Wochenschrift zur Menschenbildung”, 1807
Der Begriff ‘unantastbar’ sagt ja eigentlich vom Begriff her, daß etwas nicht angetastet werden kann. Das ist aber in der Formulierung so gar nicht gemeint, denn es heißt ja weiter: Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Wenn etwas unantastbar wäre, müßte es nicht geschützt werden. Es ist also lediglich eine Verpflichtung und noch kein Ergebnis. Gemeint ist, daß die Menschenwürde nicht angetastet werden darf oder zumindest nicht soll. Es ist auch wichtig, zu wissen, daß sich die Verpflichtung in dem Artikel 1 lediglich auf das Verhalten des Staates gegenüber dem Volk bezieht.
Da Menschenwürde selbst unbedingt etwas mit Wahrhaftigkeit sich selbst und anderen gegenüber zutun hat, ist es schon bedeutsam, ja bedenklich, wenn in diesem Zusammenhang von einer Unantastbarkeit gesprochen wird. Das entwertet sowohl den Begriff, als auch die Absicht der Verwendung, und damit seine Wirksamkeit. Es kann so der unbewußte Eindruck entstehen, daß die Unantastbarkeit bereits gewährleistet sei. Besser, weil wahr-haftiger wäre wohl gewesen, anstatt von Unantastbarkeit von Verletzbarkeit oder Unverzichtbarkeit zu sprechen. Es hätte heißen müssen: “Die Achtung und der Schutz der Würde des Menschen sind unverzichtbar” oder “Die verletzbare Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen”, und zwar nicht nur von gewaltausübenden Staatsbeamten und -angestellten, sondern auch von Eltern, Vorgesetzten, von jedermann gegenüber jedermann und -frau. Schließlich auch gegenüber der Natur, gegenüber Tier und Pflanze.
Haben nicht auch Tiere ihre Würde? Wenn Menschen z.B. den von ihnen als König der Tiere eingestuften Löwen hinter Gittern dazu bringen, durch Männchenmachen die Zuschauer zu unterhalten und belustigen, dann ist das nicht nur ein Antasten der Würde des Tieres, sondern auch ein unwürdiges Verhalten des Dompteurs und der Zuschauer dem Tier und den Mitmenschen gegenüber. Auch ist es einigen Nachdenkens wert, ob nicht bereits mit dem Beobachten von Tieren, besonders des Liebesspiels und -aktes genaugenommen eine Verletzung von Würde gegeben ist – zumindest der unsrigen.
“Wachstum an Menschlichkeit. Humanismus als Grundlage” > zur Vorstellung meines Buches
1. “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Art. 1, Satz 1, des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, am Landgericht in Ffm. Foto: Dontworry. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.
2. Beitragsbild: “Andersdenkende” – sokaeiko / pixelio.de
10. August 2014 /0 Kommentare/in Allgemein, Bewusstsein, Erkenntnis, Evolution, Geschichte, Mensch und Gesellschaft, Philosophie, Weltsicht /von Caillea B. Rakow-Grebenstein
Was aber, wenn Geschichte gar nicht fälschbar ist, sie sogar das Fälschungssicherste überhaupt ist, was der Mensch je ersonnen hat? Aus dem einfachen Grund ihrer Unbeständigkeit und ihrer Unmöglichkeit sie wahrhaftig rekonstruieren zu können, denn am ehesten kann gefälscht werden, was beständig ist, also möglichst lange immer gleich interpretiert werden kann … zumindest so lange, bis die erste Fälschung auftaucht bzw. der erste Zweifel ausgesprochen wird.
Man könnte nun dahergehen und das Ausmaß des technologischen Fortschritts mit PI (π) bezeichnen, ganz im Sinne des gleichnamigen Films, zumal PI den Flächeninhalt eines Kreises mit dem Radius r=1 beschreibt und der Fortschritt so mit der Größe des Kreises fortschreitet, um nicht zu sagen, sich vom Mittelpunkt, dem Kern des Kreises, entfernt. Nun, der Wahnsinn wäre wahrscheinlich ”vorprogrammiert”, ließe man einzig als Menschheit verkörpertes Bewusstsein walten und alles Mögliche anstellen, gäbe es nicht die ANDEREN, die stets zu HARMONISIEREN vermögen, was wir EINEN für möglich halten. Und wo wäre diese HARMONISIERUNG besser aufgehoben, wenn nicht inmitten unseres technologischen Fortschritts und damit inmitten von PI? Was daraus folgt ist PHI.
Somit sei erneut gefragt: Kann eine Geschichte gefälscht werden, die sich selbst einzig als Dynamik im Gegenwärtigen darlegt, oder ist der Eindruck der Fälschung nicht eher der Dynamik verschiedener Möglichkeiten zuzuordnen, die noch keine gemeinsame Basis bzw. Talsohle gefunden haben?
Dass wir EINEN immer mehr das Wesen des Lebens aus den Augen verlieren, liegt in unserer Vorstellung begründet das Leben sei erst sehr viel später, lange nach dem Urknall, entstanden, nicht in Erwägung ziehend, dass der Kosmos fortwährend nur einen Augenblick währt … und stets ein unterbewusstes Werk ist, ein Open-Source-Projekt allen Lebens, alle Möglichkeiten zum Ausdruck bringend, die notwendig sind, um den Lösungsweg für das PROBLEM zu realisieren. Dieses PROBLEM wurde erst zur Problematisierung mittlerweile kosmischen Ausmaßes, als die Einheit sich entzweite ( wir EINEN und die ANDEREN ) und seitdem eine Dynamik in Gang setzte, um der Einheit wieder näher zu kommen, jedoch nicht ohne aus der Not(wendigkeit) der Trennung eine Tugend zu machen. So gestaltet sich das Leben seitdem als offener Schlagabtausch, zwischen Yin und Yang, dem weiblichen und dem männlichen Prinzip, zwischen PHI-Male und Male 😉, zwischen dem Mond und der Sonne, zwischen Licht und Schatten und dem Tag und der Nacht … und zwischen den Möglichkeiten der Vergangenheit und der zukünftigen Notwendigkeit im Rahmen des GANZEN, verkörpert durch die ANDEREN und uns EINEN.
Autor: Guido Vobig – Initiator der Projekte:
Einen Dank an Guido und Martin:
Beigragsbild: Geschichte schreiben – http://pixabay.com/
8. August 2014 /0 Kommentare/in Humanismus, Mensch und Gesellschaft, Philosophie /von Caillea B. Rakow-Grebenstein
Über die eigentlichen Probleme und Lösungen
Immer mehr Bücher, Zeitschriften, Artikel, Tagungen und Vereine befassen sich mit dem Thema “Zukunft” in allen möglichen Bereichen. Allzu gern konzentriert man sich dabei auf Technik, Ökologie, Wirtschaft oder Politik. Was meistens fehlt, das ist das Thema “Mensch”. Dabei ist der Mensch doch das eigentliche Problem des Menschen. Nicht die Technik bringt die Gefahr oder den Segen, sondern der Mensch, der sie schafft und sich ihrer bedient. Je weniger erwachsen und damit verantwortlich ein Mensch ist, um so eher läßt er sich zur Überschätzung und zum Mißbrauch der Technik verführen.
Mehr ganzheitliche Denk-Ansätze sind erforderlich, Ansätze, die den Menschen mit einbeziehen, denn immer sind es Menschen in ihrer jeweiligen geistigen Grund-Einstellung und Befindlichkeit, welche die Technik, die Wissenschaft etc. entwickeln, und es sind – meist andere – Menschen, welche die Ergebnisse aus diesen Gebieten anwenden. Wenn bei dem Thema Zukunft im Vordergrund das Gebiet der Technik steht, dann ist das etwa so, als wenn beim Thema Fußball-Spiel vordergründig die technische Beschaffenheit des Balles behandelt würde. Deshalb wären bei Zukunfts-Fragen der Mensch und die Menschlichkeit vorrangig zu erörtern, wenn das Thema nicht nur eine Alibifunktion erfüllen und zur Selbsttäuschung führen soll.
Warum denn wird der Mensch als Verursacher der Probleme und als “Endverbraucher” der Zukunftsvisionen nicht in die Überlegungen mit einbezogen?
Was ist überhaupt Menschlichkeit?
Woraus besteht sie, wie entsteht sie?
Wie könnte, wie sollte, wie muß sie sein, wenn die derzeitigen Verhältnisse innerhalb der Gesellschaft – und zwischen Mensch und Natur – erhalten, stabilisiert und verbessert werden sollen?
Welche Motive treiben Wissenschaftler, Techniker, Wirtschaftler, Politiker an?
Welche Welt- und Menschenbilder liegen ihrem Handeln zugrunde?
Wie bilden sich diese Welt- und Menschenbilder und die daraus erwachsenden Werte?
Schließlich: Sind die maßgebenden “Bilder” und Bildungs-Einrichtungen noch aktuell und zukunftsweisend für eine sinnstiftende ethische Orientierung?
Gleich nach dem Thema Menschlichkeit, noch vor der Technik, sollten die Medien auf die Zukunfts-Tagesordnung gesetzt werden. Presse, Funk und – vor allem – das Fernsehen sind viel bedeutender für die gesellschaftliche Entwicklung als bisher allgemein angenommen wird. Und die Medienmacher tragen viel mehr Verantwortung als ihnen bewußt ist und aus ihren Arbeiten erkennbar wird. Sie könnten, sie sollten weit mehr Mediatoren sein, anstatt Unterhalter und Verstärker traditioneller Positionen. Es ist an der Zeit, zu diskutieren, ob die vom Gesetzgeber den öffentlich-rechtlichen Medien vorgegebenen Aufgaben – Information, Bildung und Unterhaltung – noch aktuell sind, und ob nicht die Vorgabe Unterhaltung durch Mediation ersetzt gehörte. Bei dem heutigen Überangebot an Informationen und sinnlichen Einflüssen ist sogar zu fragen, ob Unterhaltung ohne einen gewissen ethischen Anspruch nicht als Droge eingestuft werden müßte.
Mit Blick auf unsere Zukunft hat auch das weite Feld der Menschenbildung Vorrang. Im Vergleich zu Technik, Wirtschaft usw. besteht hier ein großer Nachholbedarf. Dabei sollte der Mensch stets als Entwickler und als Anwender zugleich im Blick behalten werden. Wenn die Gesellschaft nachhaltig stabilisiert und weiterentwickelt werden soll, dann muß unsere überwiegend analytisch orientierte Grundhaltung durch eine ganzheitliche, zusammenführende ersetzt werden. Gerade im Hinblick auf die Globalisierung können auch persönlichkeitsformende Faktoren wie Kultur und Religion nicht weiter privatisiert und tabuisiert bleiben. Auch hier müssen trennende und ausgrenzende Orientierungen zugunsten der Erkenntnis überwunden werden, daß es nur diese eine Welt und diese eine Menschheit gibt. Erst wenn die Identität der einzelnen Menschen nicht mehr durch Abgrenzung, sondern durch individuelle, eigenständige und unmittelbare Verbundenheit zum Ganzen gewonnen wird, kann sich auch das spezifisch Individuelle im Menschen frei von Abhängigkeiten voll entfalten und zur nachhaltigen Entwicklung der Mitwelt beitragen. Unsere Zukunft wird wesentlich von der Entwicklung des Menschen bestimmt, seine innere Stabilität und seine ethische Orientierung sind entscheidend.
Schon jetzt, nicht erst in der Zukunft, hätten wir alle Möglichkeiten um ein sinnerfülltes Leben zu führen. Wenn nur der Sinn mehr erkannt, verinnerlicht und berücksichtigt würde. An diesem, scheinbar unbedeutenden Punkt zeigt sich der Ursprung der menschlichen Fehlentwicklung.
Wer denkt schon darüber nach?
Wer hat überhaupt Interesse daran?
Wer hat Zeit und Ruhe dazu?
Die meisten Menschen, voran die Macher und Bestimmer, sind dermaßen von ihren täglichen Aufgaben besetzt, daß sie kaum über den Sinn ihrer Tätigkeit nachdenken, geschweige denn über den Sinn des und ihres Lebens. Und nun ist auch das Thema Zukunft für viele ein Mittel, um der schwierigen Gegenwart und einer bedrohlichen Besinnlichkeit zu entfliehen. Wie anders kann dies gesehen werden angesichts der zunehmenden Flut an Büchern, Zeitschriften, Artikeln, Tagungen und Vereinen, die sich fast ausschließlich mit Technik, Ökologie, Wirtschaft, Politik und deren Teilgebieten beschäftigen, nicht aber mit dem Menschen?
Wir haben in unserer Gesellschaft für alle möglichen Gebiete Experten. Was fehlt, ist eine Orientierung an dem, was unsere Probleme verursacht und wo die Lösung zu finden wäre: beim Menschen. Im Grunde sehr einfach, aber für die meisten wohl zu schwer. Wie sagte Wilhelm Busch so schön? „Was ist am schwersten zu erreichen? – Daß man sich selber hinter die Schliche kommt.“ Bleibt zu hoffen, daß vielleicht doch noch irgendwann genügend Menschen sich am universellen Menschentum orientieren, es verinnerlichen und sich öffentlich dazu bekennen. Das ist allemal eine wesentliche Voraussetzung zur nachhaltigen Sicherung der Zukunft.
1. FREIHEIT – KONSUM: Verzicht – warum nicht? Foto: Bernd Wachtmeister / Pixelio.de
2. Mann auf Karton sitzend und über die Zukunft nachdenkend. Foto: Bernd Kasper / Pixelio.de
Finstere Gedanken aus Mittelerde – Teil 3
15. Juni 2014 /0 Kommentare/in Bewusstsein, Evolution, Finanzsystem, Generation, Konsum, Kunst, Mensch und Gesellschaft, Philosophie, Politisches, Technologie, Weltgeschehen /von Caillea B. Rakow-Grebenstein
Was unterscheidet Geld vom Sonnenschein ? Was unterscheidet Gräber von Wiegen ? Wie äußerst sich wahrer Fortschritt, im Gegensatz zum technologischen Fortschritt des geistreich verkörperten Bewusstseins in menschlicher Darreichungsform ? Welches Muster schlängelt sich als roter Faden einer längst entzündeten Lunte durch die gewohnte, und mit Jahreszahlen belegte, Geschichte der Menschheit, nachdem ihr Fall aus der Gemeinschaft des Lebens bühnenreif wurde ? Woher nimmt die Menschheit seitdem die Energie, um auf die Spitze zu treiben, was ihr durch diese Energie ermöglicht wird ? Und wie kann die Menschheit an einem Energiedefizit leiden, während ihr zugleich immer mehr Energie zur Auslebung ihres Fortschritts zur Verfügung gestellt wird, dem Wahn eines Geistes folgend, der Robustheit anpreist, aber selbst Ausdruck von Fragilität ist ?
Lebewesen, Pflanzen voran, nehmen Sonnenlicht direkt auf, können es jedoch nicht auf die lange Bank schieben. Ein Photon kommt und würde wieder gehen, wenn die Pflanze nicht in der Lage wäre es unmittelbar einzufangen und in Zucker umzuwandeln, um so Energie vorübergehend auf dem eigenen Konto anzulegen. Es besteht immer eine direkte Beziehung zwischen dem Licht, der Pflanze und dem Ordnungsvermögen der Pflanze, woraus letztendlich wohlinformiert der Zucker hervorgeht. Dabei wandelt die Pflanze einzig so viel Licht in Zucker um, wie es ihr möglich ist und wie notwendig es für die Pflanze ist, damit sie in ihrem unmittelbaren Umfeld weiter bestehen kann.
Ganz anders sieht es dagegen beim Geld aus, wobei Geld an sich ist ja nicht das eigentliche Problem ist. Probleme ergeben sich erst aus den Möglichkeiten, die Geld realisieren kann, weil es Währungen darstellt, die eine Spezies ersonnen hat, während Sonnenlicht der Bewahrung aller notwendigen, und somit möglich werdenden, Spezies dient. Zudem hat sich Sonnenlicht im Laufe der realisierten Zeit für das Leben bewährt, was man vom Geld nicht gerade behaupten kann, bedenkt man den nicht enden wollenden Appetit des Kaputtalismus und anderer Experimente. Dieses geschieht vornehmlich dadurch, dass, im Gegensatz zum Sonnenlicht, Feedbacks und Beziehungen verschwinden und Geld, jederzeit und anderswo, von irgendwem eingesetzt werden kann, während das Sonnenlicht das Leben über unmittelbare Zusammenhänge informiert, Stichwort Biophotonen und morphogenetisches Feld. Sonnenlicht kann somit niemals angemessen mit Geld aufgewogen werden, auch nicht als sogenannte Energiealternative mittels Solarzellen oder Solarthermie.
”Once a language is written down, its speakers suffer immediate consequences. One of the first casualities is memory – as soon as you can write something down, the power to remember goes quickly. Also lost is much of the richness and expressivness of language. [ … ] The spoken word is the realm of storytellers, poets, and visionaries, it is a plastic and infinitely expandable medium, an art form. Written language crosses into the domain of word-accountants, ”experts” who spend their lives compiling catalogues of words, immense dictionaries trying to affix an exact, almost numerical value to every utterance and human emotion. Certainly this can be a fascinating pursuit, but it’s the antithesis of creative process, which is what speaking in a free language used to be all about.
Ironically, not only does creativity and expressivness suffer once a language becomes a written language – it also becomes easier to lie. When a story or account is written down, history for example, it becomes the accepted version of truth no matter how false the information, or how biased the source. People who live in the oral tradition, however, have to be able to remember what they said. The only way to be sure of this is to tell the truth.”
”Deklarative Äußerungen in Piraha enthalten nur Aussagen, die unmittelbar mit dem Augenblick des Sprechens zu tun haben, weil sie entweder vom Sprecher selbst erlebt wurden oder weil jemand, der zu Lebzeiten des Sprechers gelebt hat, ihr Zeuge war.
Mit anderen Worten: Alle Aussagen der Piranha sind unmittelbar im Augenblick des Sprechens verankert und nicht in irgendeinem anderen Zeitpunkt.”
”First, the energy required to run cellular metabolisms must be available in increments no more than a tenth as powerful as that supplied by even a single solar photon. Expecting a cell to use a photon directly to synthesize a sugar would be more ludicrous than expecting a baseball player to field bullets from a machine gun. Rather, life has devised an extremely sophisticated apparatus to perform the initial task of catching the bullets.
Second, a photon has no patience. Make use of it now or lose it forever. Sunlight cannot be captured in a jar and stored on a shelf. But its energy can be used to set up molecules such as sugars, that will deliver energy on combining with atmosheric oxygen. [ … ] Chemical energy thus carries the advantage of availability, offering an adjusted amount where and when it is needed.”
Im obigen Zitat von Thomas Gold steckt der Teufel indes im Detail, genauer, im unscheinbaren Wort ”adjusted’‘, welches anmerkt, woher der Mensch seine Probleme bezieht, verhält er sich doch keineswegs seinen Fähigkeiten und seinem Umfeld angemessen, ohne jedoch Konsequenzen für sich selbst fürchten zu müssen, solange seine Spur sich durch das Kappen von Beziehungen und Feedbacks in der Normalität verliert.
So nutzte der Mensch zu Beginn seiner Entfremdung von der Gemeinschaft des Lebens immer mehr Holz von der Oberfläche der Erde, über das Maß hinaus, welches den menschlichen Gemeinschaften bis dahin zum (Über)Leben genügte, damit beginnend dem direkten Umfeld die Möglichkeit der notwendigen Regeneration zu rauben. Sesshaftigkeit ließ Gemeinschaften wachsen und zwangsläufig zu Gesellschaften werden. Handel entstand, die Schrift wurde notwendig, ein Geldsystem ebenfalls, wesentliche Beziehungen gingen verloren, genau wie Feedbacks … und mit ihnen Informationen, derer es jedoch bedarf, um das GANZE, trotz zunehmender Herausforderungen, möglichst ausgewogen ”am Laufen zu halten”, Dynamik genannt, Konsequenzen inklusive. Der Fortschritt der Menschen nahm damit seinen ganz eigenen Lauf, im Versuch der Ausgewogenheit seitdem immer schneller davon zu eilen, in Form von Wettläufen und Wettkämpfen.
So leben in modernen Gesellschaften immer mehr Energiesklaven in einer Umgebung des Raubbaus … doch der Schein unseres unkontrollierbaren Appetits auf Energie mag trügen und das Unkontrollierbare in der Tat ganz natürlich sein, bedenkt man, woher die Energierohstoffe kommen, die all das erst möglich werden ließen und (Mit)Glieder von Gemeinschaften folgenschwer in eine Agenda verwickelten, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint, geheimnisvolle dunkle Gesellschaften ins Leben rufend, die ihrerseits Ausdruck für unser Unverständnis sind die Wahrheit im GANZEN zu fühlen bzw. für unser Unvermögen, dem Wesen des Lebens direkt in die Augen zu blicken und die real(isiert)e Komplexität zu durchschauen. Bedenkt man zudem, dass die Energiegewinnung aus der Tiefe umso mehr Energie freizusetzen vermag, je mehr dieses auf Kosten allen Lebens geschieht … zum scheinbaren Wohle von uns EINEN, den Menschen … dann mag man sich fragen, wer oder was den technologischen Fortschritt, mitsamt seinem folgenreichen Imperativ ”Zum Wohle Einzelner, auf Kosten Aller”, ursprünglich ersonnen hat.
The ‘Abiotic Oil’ Controversy
”The earth supports not one but two large realms of life: surface life fed by photosynthesis, which is familiar to us all, and deep life, fed by chemical energy that has penetrated up from below. We have only just begun to explore the inhabitants and the reach of the deep realm. I suspect that until microbes drawn up from the deep are perceived as representatives of a wholly distinctive biosphere, rather than as isolated and ingenious adaptions of surface life pushing back the frontiers of habitability, research on deep life will remain sparse and largely unheralded. If the shift in perspective does take place, however, a veritable explosion of new ideas will surely permeate two of the most speculative yet philosophically engaging issues in science: the origin of life and the prospects for extraterrestrial life.”
”There is (as yet) no evidence on the nature of that sequence or on the relationship these two realms have had with each other over time. They may be essentially independent of one another at present. If all the photosynthetic surface life were to disappear, for example, the deep subsurface life might continue essentially as before. Similarly, if for some reason deep life were to disappear, we know of no reason why this would have much impact on the photosynthetic surface life – at least in the short term. (It might make a difference in the long term, because there may occasionally be beneficial exchanges of genetic material between the microbial life at depth and the surface life.)”
Öl, als schwarzes flüssiges Gold, ist im Grunde die Reinkarnation all der Möglichkeiten, die in ”vorherigen” Bewusstwerdungsprozessen für derart reichlich Unordnung gesorgt hatten, dass es weiterer Prozesse bedarf, um sie in wahres Gold, sprich Kohärenz, überführen zu können. Öl ist die bereits angedeutete Altlast, mit der wir, als kosmische Nachfolgegeneration bzw. Nachfolgeinterpretation von verkörpertem Leben, nur unseren Fortschritt nähren, um unseren unstillbar scheinenden Appetit nach Mehr als den eigentlichen HUNGER auf das Wesentliche zu erleben. Dass wir im Laufe dieses Prozesses vor HUNGER dem Wahn der Entwurzelungen verfallen und uns selbst in der Komplexität der Realität als Energiesklaven verketten, ist notwendig. Dabei verhalten sich unser Fortschritt und unser Appetit nach Mehr, im Gegensatz zum wahren Fortschritt und dem Stillen des HUNGERS, wie bunte Verpackungen voller Süßigkeiten zu Wildkräutern in, von Menschen, unberührter Natur.
Es ist tatsächlich wie im ”richtigen” Leben: Probleme lassen sich nicht lösen, indem man einem Appetit folgt und unablässig weit mehr in sich hineinstopft, als man, energetisch angemessen, in der körperlichen und geistigen Lage ist umzusetzen. Den HUNGER dagegen angemessen zu stillen und Probleme gar nicht erst zu einer Verkettung weiterer Probleme werden zu lassen, bedarf weit mehr als mehr Energie aufzunehmen, als notwendig ist. Dessen ist sich jede Pflanze bewusst … und all die Erscheinungsbilder indigener Gemeinschaften, sowie alle Lebewesen in freier Wildbahn, sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache, ganz direkt und fest verankert in der Tradition der Lebensgemeinschaft, von der sich die Menschen mehr und mehr entwurzeln.
”The present viewpoint, popular in Western countries, is that earthquakes are of purely tectonic origin, caused by an increase of stresses in the rock. But this viewpoint came into being only around the start of twentieth century. At about that time, the seismograph was invented and put into use. Its availability meant that earthquakes could be investigated in fine detail from the seismic records obtained. Data could now be collected by seismographs installed in places far removed from an earthquake event, and those data would be utterly quantitative and untainted by subjective interpretation. The invention of the seismograph meant that it was no longer necessary to experience an earthquake directly, or to interview someone who had, in order to assemble data on the event. The opportunities offered by this new technology were rarely supplemented by eyewitness reports. Such reports, which were inevitably qualitative and tarnished by subjectivity, unfortunately were no longer believed to hold any value for the scientific venture. But there is much that can still be learned from them.”
Beitragsbild: Didi01 / pixelio.de