Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=05.05.2010&Aktenzeichen=B%2011%20AL%2014/09%20R
Timestamp: 2018-02-25 02:04:05
Document Index: 251002895

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 63', '§ 2', '§ 3', '§ 14', '§ 144', '§ 165', '§ 144', '§ 63', '§ 63', '§ 14', '§ 63', '§ 14', '§ 14', '§ 144', '§ 165', '§ 14', '§ 63', '§ 14', '§ 63', '§ 63', '§ 55']

BSG, 05.05.2010 - B 11 AL 14/09 R - dejure.org
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Widerspruchsverfahren - isoliertes Vorverfahren - Rechtsanwaltsvergütung - Erledigungsgebühr - Schwellengebühr
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren; Rechtsanwaltsvergütung; isoliertes Vorverfahren; Widerspruchsverfahren; Geschäftsgebühr; Schwellengebühr; Einordnung der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit: keine Differenzierung nach Rechtsgebieten; Erledigungsgebühr
§ 63 Abs 1 S 1 SGB 10, § 63 Abs 2 SGB 10, § 2 Abs 2 S 1 RVG, § 3 RVG, § 14 Abs 1 RVG
SG Detmold, 18.05.2007 - S 10 AL 45/07
LSG Nordrhein-Westfalen, 18.05.2007 - L 1 AL 55/08
LSG Nordrhein-Westfalen - L 1 AL 45/07
Es handelt sich dann nicht um Kosten des sozialgerichtlichen Verfahren iS von § 144 Abs. 4, § 165 Satz 1 SGG (…stRspr, vgl BSG SozR 3-1500 § 144 Nr. 13 S 30;… BSG SozR 4-1300 § 63 Nr. 1 RdNr 6;… BSG SozR 4-1300 § 63 Nr. 8 RdNr 11;… BSGE 104, 30 = SozR 4-1935 § 14 Nr. 2, RdNr 9;… BSGE 106, 21 = SozR 4-1300 § 63 Nr. 12, RdNr 11; BSG vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - Juris RdNr 12) .
Die Mittelgebühr ist auch unter Geltung des RVG im Grundsatz in Fällen zugrunde zu legen, in denen sich die Tätigkeit des Rechtsanwalts nicht nach oben oder unten vom Durchschnitt abhebt; sie gilt in "Normalfällen" als billige Gebühr (…BSGE 104, 30 = SozR 4-1935 § 14 Nr. 2, RdNr 24 f mwN; BSG vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - Juris RdNr 16 ff).
Die Einführung der Schwellengebühr hat zur Folge, dass die in einem ersten Schritt ausgehend von der Mittelgebühr bestimmte Gebühr in einem zweiten Schritt in Höhe des Schwellenwertes gekappt wird, wenn weder der Umfang noch die Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit mehr als durchschnittlich ist (…zur Berechnung vgl BSGE 104, 30 = SozR 4-1935 § 14 Nr. 2, RdNr 22; BSG vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - Juris RdNr 15 f; BSG vom 29.3.2007- B 9a SB 4/06 R - Juris RdNr 16) .
Die genannten Rechtsmittel sind auch nicht nach § 144 Abs. 4 SGG iVm § 165 S 1 SGG ausgeschlossen, weil in der Hauptsache über die Kosten eines isolierten Vorverfahrens gestritten wird (…stRspr, ua BSGE 104, 30 = SozR 4-1935 § 14 Nr. 2;… Urteile des Senats vom 25.2.2010 - B 11 AL 24/08 R - BSGE 106, 21 = SozR 4-1300 § 63 Nr. 12, und vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - Juris) .
Die vorstehend beschriebene Bewertung der Tätigkeit des Bevollmächtigten des Klägers steht nicht im Widerspruch zum Urteil des Senats vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R -, in dem die Übersendung des Protokolls eines arbeitsgerichtlichen Vergleichs als nicht ausreichend angesehen worden ist.
In dem der Entscheidung vom 5.5.2010 zugrunde liegenden Fall war der Bevollmächtigte selbst als Rechtsanwalt im arbeitsgerichtlichen Prozess tätig, weshalb der Senat angenommen hat, dass sich seine besonderen Bemühungen nicht auf das konkret zu beurteilende Widerspruchsverfahren bezogen und deshalb der Übersendung des Vergleichstextes im Widerspruchsverfahren nur untergeordnete Bedeutung zukam (vgl Urteil vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - RdNr 23, 24) .
Bei der Bestimmung der konkreten Gebühr ist diese zunächst ausgehend von der Mittelgebühr festzulegen und ggf eine Kappung in Höhe des Betrags der Schwellengebühr vorzunehmen (…BSG Urteil vom 1.7.2009 - B 4 AS 21/09 R - BSGE 104, 30 ff = SozR 4-1935 § 14 Nr. 2, jeweils RdNr 26; BSG Urteil vom 5.5.2010 - B 11 AL 14/09 R - AGS 2011, 27 ff, RdNr 16).
Des Weiteren ist höchstrichterlich geklärt, welche Gesichtspunkte bei der Bewertung der Kriterien (vgl. zum Umfang der anwaltlichen Tätigkeit BSG…, Urteil vom 01.07.2009, a.a.O., juris Rn 28ff.; zur Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit BSG, Urteile vom 05.05.2010 - B 11 AL 14/09 R - juris Rn 18 …und vom 01.07.2009, a.a.O., juris Rn 32ff; zur Bedeutung der Angelegenheit BSG…, Urteil vom 01.07.2009, a.a.O., juris Rn 37; den Einkommens- und Vermögensverhältnissen BSG…, Urteil vom 01.07.2009, a.a.O., juris Rn 38 und bei der Gewichtung der Kriterien BSG…, Urteil vom 01.07.2009, a.a.O., juris Rn 38) zu berücksichtigen sind.
Insoweit sei hier ein anderer Sachverhalt gegeben als in der Entscheidung des BSG vom 05.05.2010 (B 11 AL 14/09 R).
Für die Entstehung der Gebühr sei eine qualifizierte erledigungsgerichtete Mitwirkung erforderlich, die über das Maß hinausgehe, das schon durch den allgemeinen Gebührentatbestand für das anwaltliche Auftreten im Widerspruchsverfahren abgegolten werde (Hinweis auf: BSG, Urteil v. 05.05.2010, B 11 AL 14/09 R; Landessozialgericht (LSG) NRW, Urteil v. 16.03.2006, L 5 KR 79/05 m.w.N sowie vom 29.09.2005, L 2 KR 43/05).
Nach Ansicht des Gerichts sei die Rechtsprechung des BSG, insbesondere im Urteil vom 05.05.2010 (B 11 AL 14/09 R), eindeutig.
Denn die hier gegebene Konstellation wird bei der gebotenen Abstraktion trotz unwesentlicher Abweichungen im Sachverhalt bereits von der Entscheidung des BSG vom 05.05.2010 - B 11 AL 14/09 R - erfasst und zutreffend geregelt.
Dann ist in einem zweiten Schritt nur anhand der in Nr. 2400 VV RVG genannten Kriterien "Umfang und Schwierigkeit der Tätigkeit" zu prüfen, ob diese überdurchschnittlich erfüllt sind: Ist dies bei einem von ihnen der Fall, ist die Mittelgebühr anzusetzen, andernfalls der Schwellenwert (…Becker in Hauck/Noftz, SGB, Stand 08/16, § 63 SGB X, Rn. 91; BSG, Urteil vom 05.05.2010 - B 11 AL 14/09 R, Rn. 16;… Roos in v. Wulffen/Schütze, SGB X, Anh. zu § 63, Rn. 8).
Der Beklagte und das SG haben bei der Bemessung der Geschäftsgebühr übersehen, dass nicht von der Schwellengebühr als Mittelgebühr auszugehen ist, sondern von der Mittelgebühr (vgl. BSG, Urteil vom 05.05.2010 - B 11 AL 14/09 R, Rn. 16).
Der vorliegende Fall sei insbesondere nicht mit der Entscheidung des BSG zum Aktenzeichen B 11 AL 14/09 R vergleichbar.
Nach der Rechtsprechung des BSG kann eine Gebühr für die Mitwirkung an der Erledigung eines isolierten Vorverfahrens nur beansprucht werden, wenn der Rechtsanwalt eine über die Einlegung und Begründung des Widerspruchs hinausgehende besondere Tätigkeit entfaltet hat (BSG, Urteil vom 05.05.2010, B 11 AL 14/09 R m.w.N.).
Die Erledigungsgebühr entsteht bei Erledigung einer Rechtssache nach Aufhebung oder Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts, woraus deutlich wird, dass die anwaltliche Mitwirkung im konkreten Verfahren stattfinden muss und ein Tätigwerden in einem anderen Verfahren regelmäßig nicht ausreicht (so ausdrücklich BSG, Urteil vom 05.05.2010, B 11 AL 14/09 R).
Daraus folge aber auch, dass bei deutlich unterdurchschnittlichem Umfang und geringerer Schwierigkeit auch nur eine niedrigere Gebühr verlangt werden könne; Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit seien nach objektiven Kriterien zu beurteilen (BSG Urteil vom 05.05.2010, B 11 AL 14/09 R und Urteil vom 01.07.2009, B 4 AS 21/09 R).
Das SG habe in seinem Urteil die falschen Rückschlüsse aus den Entscheidungen des BSG gezogen (BSG Urteil vom 05.05.2010, B 11 AL 14/09 R und Urteil vom 01.07.2009, B 4 AS 21/09 R).
LSG Bayern, 09.06.2015 - L 15 SF 363/13
Erinnerungen nach § 55 RVG; Beschluss von grundsätzlicher Bedeutung
SG Lüneburg, 27.09.2009 - S 12 SF 58/09
Höhe der Verfahrensgebühr bei Vorbefassung des Rechtsanwalts im …