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Timestamp: 2018-06-21 13:54:52
Document Index: 123951887

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 8', '§ 7', '§ 15', '§ 16', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 57', '§ 6']

Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein RiHofNatSchGV SH 2004 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Ritzerauer Hofsee und Duvenseebachniederung" vom 30. Juni 2004 | gültig ab: 30.07.2004
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Ritzerauer Hofsee...
juris-Abkürzung: RiHofNatSchGV SH 2004
Ausfertigungsdatum: 30.06.2004
Fundstelle: GVOBl. 2004, 235
Gliederungs-Nr: 791-4-211
über das Naturschutzgebiet „Ritzerauer Hofsee und Duvenseebachniederung"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Ritzerauer Hofsee und Duvenseebachniederung" vom 30. Juni 2004 30.07.2004
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet und zum Europäischen Vogelschutzgebiet 30.07.2004
§ 8 - Inkrafttreten 30.07.2004
GS Schl.-H. II, Gl. Nr. 791-4-211
Erklärung zum Naturschutzgebiet und
zum Europäischen Vogelschutzgebiet
(1) Der Ritzerauer Hofsee sowie die Niederungen des Duvenseebaches, des Mühlenbaches und des Peperlandgrabens, auf dem Gebiet der Gemeinden Nusse, Ritzerau und Duvensee, Kreis Herzogtum Lauenburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Ritzerauer Hofsee und Duvenseebachniederung" unter Nummer 191 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 132 ha groß und umfasst Flächen in den Gemarkungsteilen Dammkaaben, Auf dem Damm, Manau, Riedwiesen, Fuchskoppel, Riedteich, Neuer Teich, Neue Teichwiese, Teich, Stubbenwiese, Stummwiesn, Seekampswiese, Ritzerauer Hof-See, Glockwiese, Kohlenhof und Gänsewiese.
(2) Das Europäische Vogelschutzgebiet ist ca. 81 ha groß und umfasst die Flächen der Duvenseebachniederung mit den angrenzenden Wäldern.
(3) In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt und das Europäische Vogelschutzgebiet Grau unterlegt.
(4) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Das Europäische Vogelschutzgebiet ist in der Abgrenzungskarte in Grau eingetragen. Die Ausfertigung der Karte ist im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
bei der Amtsvorsteherin oder dem Amtsvorsteher des Amtes Nusse, 23896 Nusse,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz und der Erhaltung der Duvenseebachniederung einschließlich der Talhänge sowie der Sicherung, dem Schutz und der natürlichen Entwicklung des Ritzerauer Hofsees im Naturraum des Stormarner Endmoränengebietes als Lebensraum einer charakteristischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt.
das geomorphologisch ausgeprägte Rinnensystem als Teil des landesweiten Biotopverbundsystems und des europäischen Netzes Natura 2000, insbesondere auch als Lebensraum für den Rotmilan und Kranich (Arten nach Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG),
die Lebensgemeinschaften der Pflanzen und der Tiere in den Gewässer-, Wald- und Grünlandkomplexen einschließlich der jeweiligen Obergangszonen und
das durch eine überwiegende Grünlandnutzung geprägte, unverbaute Landschaftsbild mit seiner besonderen Eigenart und Schönheit
die Gewässer als besondere Bestandteile des Naturhaushaltes mit zum Teil natürlichen Abschnitten als Lebensraum und Lebensstätte für die daran gebundenen Pflanzen- und Tierarten
zu schützen und zu entwickeln.
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den für Zwecke des Naturschutzes bereitgestellten Flächen des Gutes Ritzerau und den für Zwecke des Naturschutzes erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde;
Acker genutzten, in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte kariert dargestellten Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang mit folgenden Einschränkungen:
nicht zulässig ist es, einen 5 m breiten Randstreifen entlang des Duvenseebaches zu düngen oder mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln,
nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen auszubringen und einen 5 m breiten Randstreifen entlang des Duvenseebaches, des Mühlenbaches und des Peperlandgrabens zu düngen;
die den Schutzzweck berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung mit standortheimischen Gehölzen im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen unter Beachtung des § 15 a des Landesnaturschutzgesetzes;
in den Eigenjagdbezirken Ritzerauer Hof und Ritzerau-Forst die Jagd auf Schalenwild vor dem 1. Juli eines jeden Jahres und die Jagd auf Wasserwild auszuüben,
Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder zu betreiben und Brutkästen für Enten aufzustellen;
zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt oder durchführen lässt;
zur Durchführung des Projektes „Forschungsarbeiten zum ökologischen Landbau
auf Gut Ritzerau" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bis zum 31. Dezember 2015;
bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale ist § 16 Abs. 9 des Landesnaturschutzgesetzes zu beachten.
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere beseitigt oder nachteilig
verändert, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
(2) Ordnungswidrig nach § § 57 Abs. 1 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes handelt auch, wer vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 vornimmt.