Source: http://www.nachhaltigkeitsexperten.de/portfolio-item/kompensationskonzepte-oekokonten-pflege-und-entwicklungsplanung/
Timestamp: 2018-03-20 07:29:49
Document Index: 310706508

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 18', '§ 1', '§ 5', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 16', '§ 1', '§ 8', '§ 16', '§ 16']

Kompensationskonzepte, Ökokonten, Pflege- und Entwicklungsplanung – Nachhaltigkeitsexperten
Eingriffe in Natur und Landschaft müssen durch Kompensationsmaßnahmen (Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen) ausgeglichen werden. Ausgleichsmaßnahmen kompensieren einen Eingriff in einem engen räumlichen und funktionalen Zusammenhang, d.h. Art und Wert des beanspruchten Naturhaushaltes werden ganz oder teilweise auf anderer Fläche ausgeglichen. Ersatzmaßnahmen kompensieren nur den Wert des beanspruchten Naturhaushaltes und sind unabhängig vom räumlichen und funktionalen Zusammenhang.
Zur Erhaltung hochwertiger Biotope in der Kulturlandschaft ist in vielen Fällen, aufgrund mangelnder oder ausbleibender Nutzung von z. B. Magergrünland oder Feldgehölzen, ein Pflege- und Entwicklungsmanagement nötig. Pflegepläne zeigen Defizite und Beeinträchtigungen von schutzwürdigen Biotopstrukturen innerhalb eines definierten Gebietes auf und stellen ein tragfähiges, nachhaltiges Bewirtschaftungskonzept vor. Daraus ergeben sich Handlungsempfehlungen für den Erhalt und weiteren Entwicklung der Biotope. Pflege- und Entwicklungspläne werden vordergründig für Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete aber auch für Gebiete mit hohem naturschutzfachlichem Wert erstellt. Die Gebietsgrößen reichen dabei von kleinen Naturschutzgebieten bis hin zu Naturschutzgroßprojekten, die eine ganze Region beinhalten können..
Naturschutzfachlich ist als Grundlage zur Genehmigung des Vorhabens eine Eingriffs- Ausgleichsplanung (EAP) erforderlich. Ziel der Planung der EAP ist es, die durch das Vorhaben zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft darzustellen und Maßnahmen abzuleiten, die diese Eingriffe soweit wie möglich minimieren (Vermeidungsgebot gem. § 15 (1) Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)) und für unvermeidbare Beeinträchtigungen Ausgleich oder Ersatz (§ 15 (2) BNatSchG) zu schaffen.
Gemäß § 15 BNatSchG ist der Verursacher von Eingriffen verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen (Vermeidungs- und Minimierungsgebot). Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch Maßnahmen des Natur¬schutzes oder der Landschaftspflege vorrangig auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder in sonstiger Weise zu kompensieren (Ersatzmaßnahmen).
Nach § 18 BNatSchG ist die Eingriffsregelung für Bauleitpläne nach den Vorschriften des § 1a BauGB durchzuführen. Die Eingriffsregelung ist demnach im Rahmen der Begründung des jeweiligen Plans zu leisten. Die notwendigen Kompensationsmaßnahmen werden entsprechend den Ergebnissen aus den bauleitplanerischen Abwägungsprozessen verbindlich nach § 5 Abs. 2 Nr. 10 (Festlegung von Flächen im Flächennutzungsplan) und § 9 Abs. 1a (Festlegung von Flächen im Bebauungsplan) festgesetzt.
Gemäß § 10 Hessisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG) besteht die Möglichkeit auch für Privatpersonen ein „Ökokonto“ zur Anerkennung zu bringen.
Dies bedeutet, dass auf einer Fläche nach formaler Anerkennung durch die zuständige Untere Naturschutzbehörde Aufwertungen im Sinne des Naturschutzes durchgeführt werden, welche dann Eingriffen Dritter und an anderer Stelle zugeordnet werden können. Gemäß § 10 (6) HAGBNatschG sind diese Aufwertungen frei handelbar. Die Quantifizierung der naturschutzfachlichen Aufwertung erfolgt nach den Kriterien der Hessischen Kompensationsverordnung (KV, 2005). Nach § 16 (2) BNatSchG sind für die Bevorratung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mittels Ökokontos das Landesrecht anzuwenden.
Vorlaufende Ersatzmaßnahmen nach § 1a BauGB können als Ersatz von Eingriffen gemäß §§ 8 -10 BauGB herangezogen werden.
Vorhabensträger (gemäß LBP), die einen Eingriff in den Naturhaushalt ausüben (Kompensation) oder in Zukunft planen (Ökokonto). Darüber hinaus auch Privatpersonen, die ihre Eigentumsflächen für den Naturschutz zur Verfügung stellen (Ökokonto) sowie staatliche Einrichtungen, Naturschutzverwaltungen und (Naturschutz-) Verbände zwecks Sicherung von Flächen für den Arten- u. Biotopschutz (Pflege- und Entwicklungsplanung, Natura 2000-Management, Naturschutzgroßprojekte). Weiterhin begleitend für Kommunen bei Aufstellung oder Änderung von Bauleitplänen.
Anlage eines naturnahen Teiches im „Mähried“ von Reichelsheim
Das „Mähried von Reichelsheim“ liegt in der Horloffaue südlich von Reichelsheim (Wetteraukreis) unmittelbar bevor diese in die Nidda einmündet. Die Horloffaue weist gegenwärtig einen nur geringen Anteil an Flachwasserbereichen auf, da die überwiegend tief eingeschnittenen Fließgewässer zu einem schnellen Wasserabfluss führen.
Die Schaffung von Feuchtbiotopen soll die Lebensbedingungen für die Zielarten des EU-Vogelschutzgebietes „5519-401 Wetterau“, in dem sich das „Mähried“ befindet, verbessern.
Zu Erhöhung der Strukturvielfalt wurden im Einzelnen die Anlage eines Flachwasserteichs mit Inseln, die Anlage von zwei Flutmulden an einem Graben sowie das Anbringen von manuell regelbaren Wehren an zwei Gräben zur gezielten Steuerung der Vernässung der Aue geplant und umgesetzt.
Für die Pflege umgebenden Grünlandes im Renaturierungsbereich wurde ein extensives Bewirtschaftungskonzept erstellt.
Die durch die Maßnahme erreichte naturschutzfachliche Aufwertung steht als Ökokonto gem. § 16 HENatG zur Verfügung.
Abstimmung der Maßnahmen auf die Schutzziele des FFH- und des Europäischen Vogelschutzgebietes
Erarbeitung einer Nutzungskonzeption für das Renaturierungsgebiet (Beweidungskonzept)
Erstellung der technischen Planung, des Leistungsverzeichnisses und Mitwirkung an der Vergabe nach VOB
Beantragung der Maßnahme als Ökokonto-Maßnahme gem. § 16 HENatG
Ausbau des Verkehrslandeplatzes Kassel-Calden zu einem Regionalflughafen: Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen
Der Ausbau des bestehenden Verkehrslandeplatzes zu einem Regionalflughafen durch die Flughafen GmbH Kassel machte eine Reihe unterschiedlicher Kompensationsmaßnahmen erforderlich, die eine Gesamtfläche von über 510 ha umfassen. Einen Kernpunkt des Ausgleichskonzeptes bilden Maßnahmen zur Extensivierung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Vorgesehen sind Umwandlungen von Ackerflächen in Grünland, extensive Beweidung sowie das Einbringen offenlandtypischer (Klein-) Strukturen wie z. B. wandernde Brachestreifen, Gewässersäume, Lesesteinhaufen und Hutebäume.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der ökologischen Aufwertung von Feuchtbiotopen, Still- und Fließgewässern. Durch Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushaltes anhand von Wiedervernässung drainierter Flächen und Bachsowie Teichrenaturierungen wird eine hohe Strukturvielfalt geschaffen.
Weiterhin werden Waldflächen neu angelegt, sowie bestehende Wälder in Prozessschutzflächen umgewandelt.
Erstellung Ausführungsplanungen und Abstimung mit Behörden und weiteren Beteiligten
Erstellung der Detailplanungen, Massenermittlung und Erstellung der Leistungsverzeichnisse
Bauüberwachung bei der Umsetzung der Kompensationsflächen im Offenland: Renaturierungen verschiedener Fließ- und Stillgewässer, Einsaat und Vorbereitung der Beweidungsflächen, Strukturmaßnahmen in Ackerbereichen
Bauüberwachung bei der Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen im Wald
Ermittlung geeigneter Spenderfläche zur Gewinnung von Heumulch für die Entwicklung extensiver Grünlandflächen
Pflege- und Entwicklungsplan Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft“
Das Projekt dient zur Erarbeitung eines Pflege- und Entwicklungsplans für das Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke“. Das vom Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Wettbewerbs „idee natur“ geförderte Projekt und die damit verbundenen Fördermaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung der Waldbiotope der „Hohe Schrecke“ als Teil eines ausgedehnten Laubwaldverbundes mit deutschlandweiter Bedeutung. Der Pflege- und Entwicklungsplan schafft die fachliche Basis der zukünftigen Maßnahmenplanung und entwickelt die zur Erreichung der Ziele des Naturschutzgroßprojektes erforderlichen Maßnahmen.
Wesentliche Inhalte der Bestandsaufnahme waren, die Kartierung der Waldbiotope, eine Stichprobeninventur, Erfassung der Fledermäuse, Vögel, Holzkäfer, Pilze und der Wildkatze. Die Erfassung und anschließende Bewertung dienen zur Charakterisierung des Raumes und stellen die Grundlage der Maßnahmenplanung dar.
Flora-Fauna-Gutachten und Monitoring Gewässerrenaturierungen, Landschaftspflegerische Ausführungsplanungen (LAP)...