Source: https://www.juraforum.de/lexikon/abschreibung
Timestamp: 2017-10-21 10:33:34
Document Index: 107785380

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 6', '§ 255', '§ 255', '§ 253', '§ 7', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 6', '§ 8']

Abschreibung: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Abschreibung
Ursachen für die Abschreibung
Die Ermittlung der Abschreibung
Die Abschreibungsarten
Pagatorische und kalkulatorischen Abschreibungen
Die Abschreibung definiert sich im Bereich des Rechnungswesens als die Verrechnung und Erfassung von Wertminderungen des Umlauf- und Anlagevermögens. In dem § 253 Absatz 1 HGB ist die handelsrechtliche Abschreibung als Pflicht beschrieben. Die Wertminderung der Gegenstände ergibt sich aus ihrer Nutzung im Produktionsprozess. Um die tatsächlichen Wertverhältnisse darstellen zu können, muss sie also in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch letztlich in der Bilanz als Faktor mit einbezogen werden.
Die Produktionsfaktoren der Betriebsmittel in einem Betrieb unterliegen einer Abnutzung. Unter die Betriebsmittel, die der Abschreibung unterliegen, fallen beispielsweise Gebäude und Maschinen, Grundstücke, Rechte, die grundstücksgleich sind, auch der Fuhrpark und Lager- und Werkhalleneinrichtungen mit Werkzeugen, Betriebs- und Geschäftsausstattung also Büromöbel und maschinelle Anlagen sowie Maschinen. Hier existiert im Laufe des Produktionsprozesses eine Alterswertminderung, ein Verschleiß beziehungsweise eine Abnutzung, eine Wertminderung. Auch immaterielle Betriebsmittel sind abzuschreiben. Dazu gehören der Firmenwert, Lizenzen und Patente, betriebliche Konzessionen oder Schutzrechte.
In der statistischen Bilanztheorie, in der Vermögen und Schulden, also finanzielle Werte, im Vordergrund stehen, wird die Abschreibung von nutzungsbedingten Wertminderungen als ein Betrag definiert, der den Wert beschreibt, um den die Anlagen irgendwie eine Wertminderung erfahren. Die dynamische Sicht der Abschreibung dagegen sieht zuerst die Gewinn- und Verlustrechnung. Hier spielt also die voraussichtliche Nutzungsdauer im Betrieb, die hinter den Vermögensgegenständen steht, im Vordergrund, also die Methodik zur Ermittlung und entsprechenden Verteilung des Aufwandes an Rechtsgütern über einen längeren Zeitraum. So verhält es sich also so, dass im Handelsrecht jedwede Minderung des Wertes Abschreibung genannt wird, während es im Steuerrecht eine starke Differenzierung gibt. So finden sich hier etliche Besonderheiten. Es gibt die steuerpolitischen Abschreibungsinstrumente der Sonderabschreibung und der erhöhten Abschreibung, die Sammelabschreibung nach § 6 Absatz 2a EStG. Es existieren die außerplanmäßigen handelsrechtlichen Abschreibungen auf das Anlagevermögen, die der AfaA, die der Absetzung für außergewöhnliche Nutzung gleichkommen.
Als Ursachen für die Wertminderung der Produktionsfaktoren kommen spezielle und allgemeine Gründe ins Spiel. Man unterscheidet die speziellen Wertverluste, das sind zum einen die zeitlich abhängigen Gründe, also beispielsweise Abbau und Verschleiß, zum anderen die verbrauchsbedingten Gründe, also die Abnutzung des Objekts durch Gebrauch. Die witterungsbedingten Ursachen, wie Regen, der zu Rost führt, dann die wirtschaftlich bedingten Ursachen, die eine Wertminderung generieren, wie eine Verschiebung der Nachfrage oder eine technische Weiterentwicklung, sind die Wertverluste der allgemeinen Art. Hierzu zählen auch die rechtlich bedingten Ursachen für eine Wertminderung. Das kann der Ablauf von Nutzungsrechten oder von Schutzrechten sein, genauso wie das Ende der technischen Nutzungsmöglichkeit des Wirtschaftsgutes.
Um die Abschreibungswerte zu definieren, werden die Herstellungs- und Anschaffungskosten, die sich im Übrigen als Wertkonvention verstehen, nach dem § 255 HGB ermittelt. Zur Abschreibung geeignet sind Material- und Fertigungsgemeinkosten und ebenso Verwaltungsgemeinkosten in der Zeit der Herstellung. Dies ist geregelt in dem § 255 Absatz 2 Satz 3-5 HGB. Die Herstellungs- und Anschaffungskosten sind die Basis für die Berechnung der Abschreibungswerte. Ein weiterer, extrem wichtiger Faktor ist die Nutzungsdauer. Sie ist als „Nutzungsdauer“ definiert in § 253 Absatz 3 2 HGB als „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“ in § 7 Absatz 1 Satz 1 EStG. Es existiert die sogenannte AfA-Tabelle, die das Bundesministerium für Finanzen aufgelegt hat. Hier sind sämtliche Anlagegüter anhand ihrer gesetzlich eingeschätzten Nutzungsdauer verzeichnet. Der ausschlaggebende Zeitpunkt für den Beginn der Abschreibungsperiode ist nicht der Zeitpunkt an dem die tatsächliche Nutzung des Objekts beginnt, sondern vielmehr der Moment der Betriebsbereitschaft. Die Abschreibung wird pro rata temporis, also monatsgenau durchgeführt. Der Abschreibungsprozess endet mit dem Ausscheiden des Objekts aus dem Betriebsprozess. Das kann durch Verlust oder Verschrottung, durch den Verkauf geschehen. Ist ein Objekt komplett abgeschrieben, bleibt in aller Regel ein Erinnerungswert von einer Geldeinheit in den Büchern belassen.
Es definieren sich sechs verschiedene Arten der Abschreibung. So gibt es im Handelsrecht die planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung, die direkte und die indirekte, die kalkulatorische und die pagatorische.
Die planmäßige Abschreibung beschreibt den sogenannten „Wertverzehr“ eines Gegenstandes des Vermögens durch die gewöhnliche Nutzung, will heißen Abnutzung und Verschleiß. Bei einer außerplanmäßigen Abschreibung handelt es sich um die Zerstörung oder den drastischen Preisverfall eines beruflich und oder betrieblich genutzten Wertgegenstandes. Das kann höhere Gewalt sein genauso wie die technische Veraltung oder der abfallende Marktwert von Aktiva. Diese Art von außergewöhnlicher Abschreibung nennt sich in der deutschen Rechtssprache „Teilwertabschreibung“.
Im Verlauf der direkten Abschreibung reduzieren sich die Vermögensposten auf der Aktivseite der Bilanz, bei der indirekten Abschreibung sind die gesammelten Abschreibungen als „Wertberichtigungsposten“ auf der Passivseite zu finden, natürlich mit positivem Vorzeichen als Wertberichtigung.
Pagatorische Zahlung bedeutet fiktive Zahlung. Bei einer pagatorischen Abschreibung muss zwangsläufig eine Zahlung erfolgt sein, in der kalkulatorischen ist dies nicht notwendig. Hier kommen beispielsweise auch sogenannte „historische“ Anschaffungs- und Herstellungskosten zum Tragen.
Grob gibt es die zeitproportionale Abschreibung. Hier bestimmt die Zeit den Wertverlust, die sogenannte (Alterswertminderung). Bei der leistungsproportionalen Abschreibung wird in Abhängigkeit von der Leistung, also nach den Betriebsstunden, gerechnet. Bei der Substanzwertabschreibung schließlich findet sich die Substanz durch die Nutzung geschmälert.
Entscheidungen zum Begriff Abschreibung
NIEDERSAECHSISCHES-FG, 10.12.2002, 3 V 372/02
(Aussetzung der Vollziehung) Abschreibung bei Baumassnahme
BGH, 14.08.2008, KVR 35/07
Bei der Stromnetzentgeltermittlung gilt das Verbot von Abschreibungen unter Null auch im Falle der Veräußerung des Netzes; der Erwerber darf deshalb - anders als im Handelsrecht - die kalkulatorische Abschreibung nur für den ursprünglich angesetzten Zeitraum fortführen.
VG-GOETTINGEN, 15.11.2006, 3 A 17/05
1. Die kalkulatorische Abschreibung eines Nutzungsrechts als immaterielles Wirtschaftsgut setzt grundsätzlich voraus, dass sein Wert zu Beginn der Abschreibungsperiode beziffert wurde.2. Zur hinreichenden Bestimmtheit von Gebührenmaßstab und Gebührensatz.3. Zur Ansatzfähigkeit von Fremdleistungsentgelten im Rahmen der Gebührenkalkulation.
BGH, 16.10.2003, IX ZR 167/02
Kommt die Inanspruchnahme alternativer Steuervergünstigungen mit unterschiedlichen Rechtsfolgen in Betracht, hat der Steuerberater grundsätzlich über die verschiedenen Möglichkeiten auch dann umfassend zu belehren, wenn noch nicht erkennbar ist, ob die unterschiedlichen Rechtsfolgen für den Mandanten jemals bedeutsam werden. Hat der...
OLG-MUENCHEN, 16.12.2013, 34 Wx 357/13
1. Zur Pflicht des Grundbuchamts, im Abhilfeverfahren einen nach Beschwerdeeinlegung gegen eine Zwischenverfügung gestellten Antrag auf lastenfreie Abschreibung einer Grundstücksteilfläche auf Vollzugsfähigkeit hin zu überprüfen. Eine Überprüfungspflicht besteht, wenn der (neue) Antrag ersichtlich dazu dient, den früheren Antrag...
OLG-DUESSELDORF, 10.08.2007, VI-3 Kart 6/07 (V)
Die seit Inbetriebnahme der Sachanlagegüter tatsächlich zugrundegelegten Nutzungsdauern sind nach der Übergangsregelung des § 32 Abs. 3 Strom-NEV nur für die erstmalige Ermittlung der kalkulatorischen Restwerte heranzuziehen. Die kalkulatorische Abschreibung für die Kalkulationsperiode ist anhand der in Anlage 1 zu § 6 Abs. 5 StromNEV...
BFH, 29.04.2009, IX R 33/08
OVG-RHEINLAND-PFALZ, 17.02.2005, 12 A 11868/04.OVG
Im Rahmen der Kostenrechnung für Benutzungsgebühren müssen bei der nach § 8 Abs. 2 Satz 3 KAG möglichen Abschreibung auf Investitionsaufwendungen, für die bereits einmalige Beiträge gezahlt worden sind, lediglich die tatsächlich gezahlten und aufgelösten Beiträge zur Verminderung der Abschreibungen angesetzt werden.
OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 13.04.2005, 9 A 3120/03
Im Rahmen der Gebührenbedarfsberechnung darf bei der Ermittlung kalkulatorischer Kosten die Abschreibung auf der Basis von Wiederbeschaffungszeitwerten mit einer Nominalverzinsung auf Anschaffungsrestwertbasis kombiniert werden; diese Methode ist vom Willen des nordrhein-westfälischen Gesetzgebers - nach wie vor - gedeckt (Bestätigung...
Steuerfrage Abschreibung Gebäude (13.06.2013, 14:50)
Hallo, wer kann helfen ? Vor Jahren wurde Haus mit Garage übertragen auf Sohn. Der vermietet jetzt Garage mit Zufahrt (Baujahr nach 1950). Kann er 2% absetzen von dem Verkehrswert heute-oder damals ? Oder wie berechne ich das jetzt logisch und teile das dann mit Anlage V dann mit ? Danke vorab
Mieteinnahmen und Einkommenssteuer (10.01.2013, 09:47)
Hallo, ein Haus mit ca. 120qm wurde 2011 gebaut. Nun möchte der Besitzer das Haus folgendermaßen teilvermieten: Zur Miete stehen 2 Zimmer mit 30qm. Der Besitzer selbst bewohnt ebenfalls 2 Zimmer mit 30qm. Der Rest von 60 soll gemeinsam genutzt werden. Die Kaltmiete soll 150 Euro (2 Zimmer) + 100 pauschal (für den gemeinsam genutzten...
Sicherheitsfrage 37 - Zw .ei =
Abschreibung – Weitere Begriffe im Umkreis
Sofern die Verpflichtung zum Steuerabzug besteht (), behält der Leistungsempfänger 15% des Rechnungsbetrags ein und führt diesen an das Finanzamt des Leistenden ab (vgl. , ). Diese 15 % werden dem Leistenden von der ihm zustehenden Rechnungssumme...
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Abschlussprüfung steht für: Abschlussprüfung (Berufsausbildung), die Prüfung zum Abschluss der Berufsausbildung die Prüfung eines Jahresabschlusses in der Wirtschaft Abschlussprüfung wird synonym gebraucht für:...
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Allgemein - Befähigungsnachweise
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