Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2015/98
Timestamp: 2020-08-03 09:59:35
Document Index: 166792558

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 286', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.07.1998 - VI ZR 15/98 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1405
BGH, 21.07.1998 - VI ZR 15/98 (https://dejure.org/1998,1405)
BGH, Entscheidung vom 21.07.1998 - VI ZR 15/98 (https://dejure.org/1998,1405)
BGH, Entscheidung vom 21. Juli 1998 - VI ZR 15/98 (https://dejure.org/1998,1405)
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Überzeugung des Gerichtes - Hirnschaden eines Kindes - Ärztliche Fehlbehandlung - Geburtsfehler - Folgeschäden - Gesundheitliche Beeinträchtigung
NJW 1998, 3417
MDR 1998, 1165
VersR 1998, 1153
Die Beeinträchtigungen des Handgelenks sind vielmehr der Schaden in seiner konkreten Ausprägung und damit der Primärschaden (vgl. Senatsurteil vom 21. Juli 1998 - VI ZR 15/98 - VersR 1998, 1153, 1154), für den der Ursachenzusammenhang mit dem Aufklärungsfehler nach § 286 Abs. 1 ZPO nachzuweisen ist.
Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats unterliegt der Nachweis des Haftungsgrundes (die haftungsbegründende Kausalität) den strengen Anforderungen des § 286 ZPO, während der Tatrichter nur bei der Ermittlung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Haftungsgrund und dem eingetretenen Schaden (der haftungsausfüllenden Kausalität) nach Maßgabe des § 287 ZPO freier gestellt ist (vgl. etwa Senatsurteile vom 24. Juni 1986 - VI ZR 21/85 - VersR 1986, 1121, 1122 f.; vom 21. Oktober 1986 - VI ZR 15/85 - VersR 1987, 310; vom 21. Juli 1998 - VI ZR 15/98 - VersR 1998, 1153, 1154;… vom 28. Januar 2003 - VI ZR 139/02 - aaO, S. 475, jew. m.w.N.).
Die geltend gemachte Körperverletzung (Primärschaden) ist vielmehr in der durch den Behandlungsfehler herbeigeführten gesundheitlichen Befindlichkeit in ihrer konkreten Ausprägung zu sehen (…vgl. Senatsurteile vom 12. Februar 2008, aaO, Rn. 10 und vom 21. Juli 1998 - VI ZR 15/98, VersR 1998, 1153 - juris Rn. 11).
Primärschaden ist im Streitfall der behauptete Gelenkschaden in seiner konkreten Ausprägung (vgl. Senat, Urteil vom 21. Juli 1998 - VI ZR 15/98 - VersR 1998, 1153, 1154), also der Kniegelenkserguss mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung und der erhöhten Temperatur.
Im übrigen könnte die Rechtsprechung des BGH (hier insbesondere Urteil vom 21.7.1998, NJW 1998, 3417) durchaus dafür sprechen, die Entwicklungsstörungen des Klägers nur als das äußere Erscheinungsbild (und damit als bloßes Symptom) der hypoxischen Hirnschädigung anzusehen und damit auch dies als Primärschaden aufzufassen.
Der Bundesgerichtshof hat beispielsweise spätere Verhaltensstörungen eines nach fehlerhafter Geburtseinleitung zur Welt gekommenen Kindes als Primärschaden eingestuft und nicht lediglich den Hirnschaden (BGH, Urt. vom 21.07.1998, Az. VI ZR 15/98 - nach juris), ebenso hat er eine auf einer Netzhautablösung beruhende Schädigung des Sehvermögens als Primärschaden eingestuft (BGH…, Urt. vom 16.11.2004, VI ZR 328/03; vgl. auch BGH…, Urt. vom 28.06.1988, Az. VI ZR 210/87 - jeweils nach juris: Hodenverkümmerung infolge einer Lungentuberkulose bei unterbliebener Röntgenkontrolle als Primärschaden).
OLG Jena, 06.12.2006 - 2 U 1068/05
LG Düsseldorf, 19.03.2002 - 24 S 482/01
AG Berlin-Mitte, 20.04.2007 - 103 C 3073/03
LG Düsseldorf, 01.03.2015 - 6 O 114/14
Posttraumatische Belastungsstörung, Nachweis