Source: http://www.wiete-strafrecht.de/User/Inhalt/265_StGB.html
Timestamp: 2018-12-17 05:15:04
Document Index: 276409102

Matched Legal Cases: ['§ 265', '§ 265', '§ 306', '§ 306', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', '§ 265', '§ 23', '§ 23', '§ 23', 'BGH', 'BGH', '§ 265', 'BGH', '§ 265', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 265', '§ 78', '§ 265']

§ 265 Abs. 1 StGB
Versicherungsmißbrauch gegenüber der Gebäudeversicherung bei Brandstiftung
§ 265 Abs. 2 StGB
Versicherungsmißbrauch und (versuchter) Betrug
Leitsatz Der mit der schweren Brandstiftung nach § 306a Abs. 1 Nr. 1 StGB gleichzeitig verwirklichte Versicherungsmissbrauch gegenüber der Gebäudeversicherung ist keine andere Straftat im Sinne des § 306b Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 StGB, die der Täter durch die Brandlegung zu ermöglichen beabsichtigt (BGH, Beschl. v. 15.3.2007 - 3 StR 454/06 - Ls. - BGHSt 51, 236 - NJW 2007, 2130).
Kannte die Ehefrau als Versicherungsnehmerin der Hausratversicherung den Tatplan ihres Ehemannes nicht, so konnte sie die Hausratversicherung berechtigt in Anspruch nehmen; denn sie musste sich das Verhalten ihres Ehemannes nicht zurechnen lassen, da allein seine Mitobhut über die gemeinsame Wohnung zur Annahme einer Repräsentantenstellung im versicherungsrechtlichen Sinne nicht genügte (BGH VersR 1965, 425, 429; Prölss/Martin, VVG § 6 Rdn. 76 m. w. N.) und sonstige Umstände, die seine Stellung als Repräsentant hätten begründen können (vgl. Prölss/Martin aaO), fehlen (BGH, Beschl. v. 15.3.2007 - 3 StR 454/06 - BGHSt 51, 236 - NJW 2007, 2130).
§ 265 Abs. 2 StGB bestimmt ausdrücklich die Strafbarkeit des Versuchs (vgl. § 23 Abs. 1 Halbsatz 2 StGB). Der Strafrahmen bestimmt sich für die Versuchsstrafbarkeit nach dem - ggfls. nach §§ 23 Abs. 2, 49 Abs. 1 StGB oder nach §§ 23 Abs. 3, 49 Abs. 2 StGB ermessensgemilderten - Strafrahmen, der für das vollendete Delikt gelten würde.
Ein versuchter Betrug zum Nachteil der Versicherung neben Brandstiftung steht nicht nur in Tatmehrheit hierzu (vgl. BGH, Urt. v. 23.9.1999 - 4 StR 700/98 - BGHSt 45, 211, 213 mwN), sondern schließt auch die tateinheitliche Verurteilung wegen Versicherungsmissbrauchs aufgrund der in § 265 Abs. 1 StGB enthaltenen Subsidiaritätsklausel aus (vgl. BGH, Urt. v. 21.9.2011 - 1 StR 95/11; Sackreuther in Graf/Jäger/Wittig, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, 1. Aufl. 2011, StGB 265 Rn. 32 f. mwN).
Strafrahmen § 265 Abs. 1 StGB: 1 Monat bis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis 360 Tagessätzen; ggfls. i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB: 1 Monat bis 2 Jahre 3 Monate Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis zu 270 Tagessätzen; ggfls. i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB (doppelte Milderung): 1 Monat bis 1 Jahr 8 Monate 1 Woche Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis zu 202 Tagessätzen; ggfls. i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB (dreifache Milderung): 1 Monat bis 1 Jahr 3 Monate 5 Tage Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis zu 151 Tagessätzen; ggfls. i.V.m. § 49 Abs. 2 StGB: 1 Monat bis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis zu 360 Tagessätzen
Verfolgungsverjährung § 265 Abs. 1 StGB: 5 Jahre - § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB
In § 265 StGB wird verwiesen auf: