Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.2015&Aktenzeichen=3%20StR%20490%2F14
Timestamp: 2018-12-10 07:43:54
Document Index: 110949983

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 154', '§ 400', '§ 11', '§ 52', '§ 184', '§ 349', '§ 184', '§ 176', '§ 176', '§ 52', '§ 176', '§ 11', '§ 176', '§ 184', '§ 354', '§ 176', '§ 62', '§ 154', '§ 153', '§ 400', '§ 400', '§ 153', '§ 153', '§ 400', '§ 11', '§ 52', '§ 176', '§ 176', '§ 184', '§ 153', '§ 176', '§ 184', '§ 176', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 176', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 176', 'BGH', 'BGH', '§ 354', '§ 176', 'BGH', '§ 176', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 176', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.01.2015 - 3 StR 490/14 (1) - dejure.org
BGH, 22.01.2015 - 3 StR 490/14 (1)
§ 154 StPO; § 400 StPO
§ 11 Abs. 3 StGB; § 52 StGB; 176 Abs. 4 StGB; § 184c Abs. 1 Nr. 1 StGB
Kein Verbreiten jugendpornographischer Schriften bei gezielter Versendung an Einzelpersonen; zum Begriff des "Einwirkens" beim sexuellen Missbrauch von Kindern (Erfordernis psychischer Einflussnahme tiefergehender Art); Gleichstellung von Datenspeichern und Schriften; Konkurrenzen beim sexuellen Missbrauch
§ 349 Abs. 2 StPO, § ... 154 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StPO, § 184c Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB, § 176 Abs. 4 Nr. 4 und Nr. 3 StGB, § 52 Abs. 1 StGB, § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB, § 11 Abs. 3 StGB, § 176 Abs. 4 Nr. 3 und Nr. 4 StGB, § 184b Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 354 Abs. 1 StPO, § 176 Abs. 1 StGB, § 62 StGB
§ 154 Abs. 1, 2 StPO, §§ 153 ff. StPO, § 400 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 400 Abs. 1 StPO
§ 153 StPO, §§ 153 ff StPO, § 400 Abs 2 S 2 StPO
Einstellung des Strafverfahrens: Zulässigkeit von Rechtsmitteln der Nebenklage
§ 11 Abs 3 StGB, § 52 Abs 1 StGB, § 176 Abs 4 Nr 3 StGB, § 176 Abs 4 Nr 4 StGB, § 184c Abs 1 Nr 1 StGB
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Verbreitung jugendpornographischer Schriften; sexueller Missbrauch von Kindern durch Einwirken auf Kinder mit pornographischen Bild- und Textnachrichten innerhalb eines Chats
Nachweis einer tatmehrheitlichen Begehung des sexuellen Missbrauchs von Kindern
Rechtsmittel der Nebenklage gegen Einstellungsentscheidungen nach § § 153 f. StPO bzgl. Fehlerhaftigkeit (hier: Einstellung des Verfahrens des sexuellen Missbrauchs von Kindern)
StGB § 176 Abs. 4 Nr. 4; StGB § 184c Abs. 1 Nr. 1
LG Koblenz, 30.04.2014 - 2070 Js 36608/13
NStZ-RR 2015, 139
NStZ-RR 2015, 362
NStZ-RR 2015, 365
StV 2015, 495 (Ls.)
Sexueller Missbrauch eines Kindes in der Form des Einwirkens durch Vorzeigen …
Die Tathandlung des Einwirkens im Sinne von § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB setzt eine psychische Einflussnahme tiefergehender Art voraus (vgl. BGH, Urteile vom 15. Juni 1976 - 4 StR 174/76, NJW 1976, 1984; vom 20. Juni 1979 - 3 StR 143/79, BGHSt 29, 29, 30 f.;… Beschluss vom 22. Juni 2010 - 3 StR 177/10, aaO;… Urteil vom 22. Oktober 2014 - 2 StR 509/13, aaO; Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, BGHR StGB § 176 Abs. 4 Nr. 4 Einwirken 1 Rn. 6).
BGH, 20.09.2018 - 1 StR 190/18
Versenden der Bilder vom Geschlechtsteil des Täters als pornographische …
Einwirken bedeutet eine psychische Einflussnahme tiefergehender Art (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Beschluss vom 22. Juni 2010 - 3 StR 177/10, juris Rn. 4 mwN), die beim bloßen Vorzeigen eines pornographischen Bildes in aller Regel nicht vorliegt (BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, juris Rn. 6).
b) Das Landgericht hat rechtsfehlerfrei angenommen, dass der Angeklagte nach dem festgestellten Sachverhalt auf ein Kind durch Schriften eingewirkt hat, um es zu sexuellen Handlungen zu bewegen (§ 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB in der zur Tatzeit sowie zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung geltenden Fassung), indem er dem Zeugen S. den Zettel mit der Aufforderung zum gegenseitigen Masturbieren gegen Entgelt zu lesen gab (vgl. zum damit gegebenen Einwirken BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, NStZ-RR 2015, 139 f.).
Die für die Fälle II. 1 bis 6 unter Einbeziehung der Einzelstrafen aus dem Urteil des Amtsgerichts Idar/Oberstein vom 21. Mai 2015 gebildete Gesamtstrafe kann trotzdem bestehen bleiben, weil der Senat mit Rücksicht auf die verbleibenden Einzelstrafen (drei Mal sieben Monate Freiheitsstrafe, zwei Mal sechs Monate Freiheitsstrafe, einmal vier Monate Freiheitsstrafe und einmal 120 Tagessätze Geldstrafe) und den unverändert gebliebenen Schuldumfang ausschließen kann, dass die Strafkammer auf eine niedrigere Gesamtstrafe erkannt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, NStZ-RR 2015, 139, 140;… Beschluss vom 6. Dezember 2012 - 2 StR 294/12, Rn. 5;… MeyerGoßner in: MeyerGoßner/Schmitt, StPO, 59. Aufl., § 354 Rn. 22 aE).
Nachprüfung des Schuldpruchs wegen tateinheitlich begangener Verbreitung …
Damit hat er nicht nur wie vom Landgericht ausgeurteilt § 176 Abs. 4 Nr. 3b StGB verwirklicht, sondern tateinheitlich (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, NStZ-RR 2015, 139, 140) auch § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB in der Variante des Einwirkens durch Zugänglichmachen pornographischer Inhalte.
Das Merkmal des "Einwirkens" im Sinne einer "Einflussnahme tiefergehender Art" (…BGH, Urteile vom 15. Juni 1976 - 4 StR 174/76, aaO; vom 25. März 1975 - 1 StR 73/75; Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, aaO mwN) ist ebenfalls gegeben.
"Einwirken' bedeutet dabei eine psychische Einflussnahme tiefergehender Art (vgl. Senat…, Beschluss vom 12. Juli 1991 - 2 StR 657/90, aaO; BGH, Beschluss vom 22. Juni 2010 - 3 StR 177/10, NStZ 2011, 455; Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, BGHR StGB § 176 Abs. 4 Nr. 4 Einwirken 1).
BGH, 23.06.2016 - 4 StR 75/16
Bandenbetrug (Tateinheit)
Der Senat schließt aus, dass das Landgericht vor dem Hintergrund der Anzahl und Höhe der verbleibenden 22 Einzelstrafen zwischen zwei Jahren und sechs Monaten und zwei Monaten Freiheitsstrafe auf eine niedrigere Gesamtfreiheitsstrafe erkannt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, NStZ-RR 2015, 139, 140).
BGH, 16.08.2016 - 4 StR 331/16
Wohnungseinbruchsdiebstahl (Tateinheit bei Einbruch in mehreren Wohnungen in …
Die Gesamtstrafe kann trotzdem bestehen bleiben, weil der Senat mit Rücksicht auf die verbleibenden Einzelstrafen (sieben Mal zwei Jahre Freiheitsstrafe und einmal ein Jahr und sieben Monate Freiheitsstrafe) und den unverändert gebliebenen Schuldumfang ausschließen kann, dass die Strafkammer auf eine niedrigere Gesamtstrafe erkannt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14, NStZ-RR 2015, 139, 140).
BGH, 31.08.2016 - 4 StR 160/16
Bandendiebstahl (Tatmehrheit bei Deliktserie: Förderung der individuellen Tat)
Der Senat schließt aus, dass das Landgericht vor dem Hintergrund der Anzahl und Höhe der verbleibenden elf Einzelstrafen zwischen drei Jahren und neun Monaten und einem Jahr und sechs Monaten auf eine niedrigere Gesamtfreiheitsstrafe erkannt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14).
BGH, 03.02.2016 - 4 StR 336/15
Beschränkung der Strafverfolgung
Angesichts der weiteren Einzelstrafen von zwei Jahren, zweimal einem Jahr und sechs Monaten, zweimal neun Monaten und einmal vier Monaten kann der Senat ausschließen, dass das Landgericht unter Berücksichtigung der herabgesetzten Einzelstrafen in den Fällen II. 2 und 3 auf eine niedrigere Gesamtfreiheitsstrafe erkannt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Januar 2015 - 3 StR 490/14).