Source: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-41-2015/antraege-des-deutschen-apothekertages-2015
Timestamp: 2020-01-27 06:19:10
Document Index: 327578841

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 62', '§ 20', '§ 1', '§ 62', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 1', '§ 1', '§ 1']

Geschäftsführender ABDA-Vorstand, AK Berlin, LAK Hessen, Eva Maria Plank, Elfriede Hoffmann, Andrea Litzinger, Dr. Ernst Pallenbach, Silke Laubscher, Sybille Krauß, Lorenz Fakler
Medikationsplan – Einbindung der Apotheker (Leitantrag)
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker begrüßt die Idee des im sogenannten E-Health-Gesetz vorgesehenen Anspruchs GKV-Versicherter auf einen Medikationsplan, wenn sie gleichzeitig drei oder mehr verschriebene Arzneimittel anwenden. Sie fordert den Gesetzgeber auf, den Anspruch des Versicherten nicht nur gegenüber dem Arzt, sondern auch gegenüber dem Apotheker des Vertrauens im Gesetz festzuschreiben. Außerdem ist es erforderlich, vor der Erstellung des Medikationsplans eine Medikationsanalyse durchzuführen. Die dafür notwendigen intellektuellen sowie koordinativen Leistungen der Apotheker müssen dabei angemessen vergütet werden.
Ein wesentlicher Bestandteil des Versorgungsauftrags der Apothekerinnen und Apotheker nach § 1 Bundesapothekerordnung (BApO), ist es für Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu sorgen. Diese Aufgabe ist in weiteren arzneimittelrechtlichen und apothekenrechtlichen Vorschriften konkretisiert, z. B. betreffend die Pharmakovigilanz in §§ 62 ff Arzneimittelgesetz (AMG) und die Information und Beratung in § 20 Abs. 2 Apothekenbetriebsordnung ­(ApBetrO). Das Erstellen von Medikations­plänen und Medikationsmanagement sind wichtige Prozesse in der AMTS.
Eine sinnvolle, aktuelle und (möglichst) umfassende Informationsgrundlage über die von einem Patienten angewendeten Arzneimittel erfordert unbedingt auch eine Erfassung der von ihm im Rahmen der Selbstmedikation erworbenen nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Die entsprechende Information liegt nur dem Apotheker vor. Detektierte Probleme müssen dann gemeinsam von Arzt und Apotheker gelöst werden; nur so wird ein wertvoller Beitrag zur Arzneimittelsicherheit gewährleistet.
Aber auch ein vollständiger Medikationsplan verbessert für sich genommen die Arzneimitteltherapiesicherheit nicht wesentlich. Er muss vielmehr auf Basis einer Medikationsanalyse erstellt werden.
Die bestehende IT-Ausstattung der Apotheken stellt schon heute eine sichere technologische Basis zur Erstellung und Modifikation von Medikationsplänen dar.
Diese Leistungen wiederum sind nur mit relevantem intellektuellem und zeitlichem Aufwand zu erbringen, was eine angemessene Honorierung zwingend erforderlich macht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den öffentlichen Apotheken verdienen die Wertschätzung ihrer Arbeit.
Medikationsplan – für eine angemessene Ein­bindung der Apotheker
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker begrüßt die Idee des im sogenannten E-Health-Gesetz vorgesehenen Anspruchs GKV-Versicherter auf einen Medikationsplan, wenn sie gleichzeitig drei oder mehr verschriebene Arzneimittel anwenden. Sie erachtet es aber für notwendig, den Anspruch des Versicherten nicht nur gegenüber dem Arzt, sondern auch gegenüber dem Apotheker des Vertrauens im Gesetz festzuschreiben. Außerdem ist es erforderlich, vor der Erstellung des Medikationsplans eine Medikationsanalyse durchzuführen. Die dafür notwendigen intellektuellen sowie koordinativen Leistungen der Apotheker müssen dabei angemessen vergütet werden.
Eine sinnvolle, aktuelle und (möglichst) umfassende Informationsgrundlage über die von einem Patienten angewendeten Arzneimittel erfordert unbedingt auch eine Erfassung der von ihm im Rahmen der Selbstmedikation erworbenen nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Die entsprechende Information liegt nur dem Apotheker vor.
Aber auch ein vollständiger Medikationsplan verbessert für sich genommen die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) nicht wesentlich. Er muss vielmehr auf Basis einer Medikationsanalyse erstellt werden.
Diese Leistungen wiederum sind nur mit relevantem intellektuellem und zeitlichem Aufwand zu erbringen, was eine angemessene Honorierung zwingend erforderlich macht.
Medikationsplan nicht ohne Apothekerinnen und Apotheker
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, im E-Health-Gesetz und weiteren Gesetzen, die das Thema Medikationsplan und Medikationsmanagement betreffen, Apothekerinnen und Apotheker bei der Erstellung, Modifikation und Bewertung von Medikationsplänen sowie dem Medikationsmanagement den Ärztinnen und Ärzten gleichzustellen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Versorgungsauftrags der Apothekerinnen und Apotheker nach § 1 Bundesapothekerordnung (BApO) ist es für Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu sorgen. Diese Aufgabe ist in weiteren arzneimittelrechtlichen und apothekenrechtlichen Vorschriften konkretisiert, z. B. betreffend die Pharmakovigilanz in §§ 62 ff Arzneimittelgesetz (AMG) und die Information und Beratung in § 20 Abs. 2 Apothekenbetriebsordnung ­(ApBetrO). Das Erstellen von Medikationsplänen und Medikationsmanagement sind wichtige Prozesse in der AMTS. Darüber hinaus sind Apothekerinnen und Apotheker die Einzigen, die Überblick über die Selbstmedikation der Patientinnen und Patienten haben. Die bestehende IT-Ausstattung der Apotheken stellt schon heute eine sichere technologische Basis zur ­Erstellung und Modifikation von Medikationsplänen dar.
Aufnahme Apotheker in das E-Health-Gesetz
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Bundesgesetzgeber auf, im Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) Regelungen zu treffen, die einen Anspruch des Patienten auf Ausstellung eines Medikationsplans auch gegenüber einem Apotheker begründen.
Der Kabinettsentwurf des E-Health-Gesetzes sieht ausschließlich einen Anspruch des Patienten auf Ausstellung eines Medikationsplans gegenüber einem Arzt vor. Diese Regelung verkennt, dass ein fachgerecht erstellter Medikationsplan alle vom Patienten eingenommenen Arzneimittel in allen Darreichungsformen enthalten muss. Hierzu gehören nicht nur ärztlich verordnete Arzneimittel, sondern auch Arzneimittel der Selbstmedikation. Um potenzielle Wechselwirkungen gar nicht erst entstehen zu lassen, ist eine Medikationsanalyse notwendig. Detektierte Probleme müssen dann gemeinsam von Arzt und Apotheker gelöst werden; nur so wird ein wertvoller Beitrag zur Arzneimittelsicherheit gewährleistet.
Eva-Maria Plank, Elfriede Hoffmann, Andrea Litzinger, Dr. Ernst Pallenbach, Silke Laubscher, Sybille Krauß, Lorenz Fakler
Medikationsmanagement – Medikationsplan
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, die Apothekerinnen und Apotheker für die Erstellung des Medikationsplans und der Medikationsanalyse neben dem Arzt im E-Health-Gesetz vorzusehen. Diese neue apothekerliche Dienstleistung muss analog zur ärzt­lichen Leistung honoriert werden.
Nur in der Apotheke ist neben den Arzneimittelverordnungen von verschiedenen Haus- und Fachärzten auch die Selbstmedikation der Patienten bekannt. Deshalb ist es sinnvoll, die Apothekerinnen und Apotheker mit einzubeziehen.
Diese neue Dienstleistung kann nicht kostenlos erbracht werden. Die Mitarbeiterinnen und ­Mitarbeiter in den öffentlichen Apotheken verdienen die Wertschätzung ihrer Arbeit. Neue Dienstleistungen sind nur mit zusätzlicher ­Honorierung leistbar.
Elfriede Hoffmann, Eva-Maria Plank, Andrea Litzinger, Dr. Ernst Pallenbach, Silke Laubscher, Sybille Krauß, Lorenz Fakler
Medikationsmanagement – Diagnosedaten
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, den Apothekerinnen und Apothekern den Zugang zu den Diagnosen und für das Medikationsmanagement notwendigen Behandlungsdaten im Einverständnis mit dem Patienten im Rahmen der Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in geeigneter Form im E-Health-Gesetz zu ermöglichen. Nur so ist ein Medikationsmanagement durch die Apothekerinnen und Apotheker zum Nutzen des Patienten und der Gesellschaft möglich.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ­öffentlichen Apotheken sehen in der Medika­tionsanalyse und im kontinuierlichen Medika­tionsmanagement eine zukunftsweisende Dienstleistung für die Patienten, die die Arbeitsplätze in den Apotheken sichern und gleichzeitig attraktiver machen wird. Mit der Einführung der eGK werden Standards gesetzt, die den weiteren Ausbau des Medikationsmanagements bestimmen werden. Die Apothekerschaft darf davon nicht ausgeschlossen werden.
AMTS – Gemeinsame Aufgabe von Apothekerinnen und Apothekern und Ärztinnen und Ärzten
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die verfasste deutsche Ärzteschaft auf, die gemeinsame Verantwortung der akademischen Heilberufe Ärztin/Arzt und Apothekerin/Apotheker für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei den ihnen anvertrauten Patienten anzunehmen.
Der Entwurf des E-Health-Gesetzes betraut einzig die niedergelassenen Ärzte aller Fachrichtungen mit der Erstellung eines Medikationsplanes. Eine solche Sichtweise ist rückwärts­gewandt und dient nicht dem Ziel, eine sichere Versorgungskette für alle Patientinnen und Patienten zu erreichen.
Auch im Vergleich zu dem Modellversuch Arzneimittelinitiative (ARMIN) in Sachsen und Thüringen, in dem Ärztinnen und Ärzte vertrauensvoll mit Apothekerinnen und Apothekern zusammenarbeiten, ist dies ein deutlicher Rückschritt.
Leitfaden Prävention des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (§ 20 SGB V)
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Spitzenverband Bund der Krankenkassen auf, bei der Festlegung der einheitlichen Handlungsfelder und Kriterien für Leistungen zur Prävention nach § 20 SGB V von dem pauschalen Ausschluss der Apotheken als Leistungserbringer abzusehen und deren Leistungspotenzial bei der Prävention und Gesundheitsförderung zu nutzen.
Aufgrund des Leitfadens Prävention (Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbands zur Umsetzung von §§ 20 und 20a SGB V) sind Anbieter ausgeschlossen, „welche ein wirtschaftliches Interesse am Verkauf von Begleitprodukten, z. B. Diäten, Nahrungsergänzungs- oder homöopathische Mittel, Sportgeräte, besitzen“. Im Fall der Apotheken ist dieser Ausschluss unsachgemäß, undifferenziert und pauschal.
Es wird die besondere Stellung der approbierten Apothekerinnen und Apotheker verkannt, die als verkammerte Heilberufsangehörige der Förderung der Gesundheit der Bevölkerung in besonderer Weise verpflichtet sind (vgl. etwa: § 1 der Berufsordnung der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg). Nicht zuletzt deswegen hat der Verordnungsgeber Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung in den Katalog der apothekenüblichen Dienstleistungen nach § 1a Abs. 11 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) aufgenommen. Apotheker erbringen Leistungen zur individuellen Verhaltensprävention, zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten und führen Screening-Methoden zur Früherkennung von Krankheiten durch.
Die Apotheker haben in den vergangenen Jahren mit Studien bewiesen, dass sie einen wertvollen Beitrag zu Gesundheitsförderung und Prävention erbringen können. Beispielhaft wird auf das wissenschaftlich evaluierte und strukturierte Präventionsprogramm „GLICEMIA“ für Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 in öffentlichen Apotheken verwiesen. Mit der ebenfalls evaluierten Studie „Herzensangelegenheit 50+“ konnte belegt werden, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Präventionsmaßnahmen in Apotheken signifikant verringert werden kann. Sowohl das Präventionsprogramm „GLICEMIA“ als auch die Studie „Herzensangelegenheit 50+“ wurden vom Wissenschaftlichen Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) mit Unterstützung des Bayerischen Ministeriums für Gesundheit und Pflege durchgeführt.
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, die Apotheker stärker in die Bemühungen um eine Steigerung der Impfquoten einzubinden. Insbesondere die Möglichkeit eines entgeltlichen Impfpass-Checks in der Apotheke sollte geprüft werden.
Da vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhebliche Impflücken bestehen, hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag das Ziel einer Erhöhung der Impfquoten vereinbart. Die Offizinapotheken können dank ihres niedrigschwelligen Zugangs und ihrer mehr als 3,6 Mio. Kundenkontakte pro Tag einen wichtigen Beitrag zum Erreichen dieses Zieles leisten. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihres guten Gesundheitszustandes seltener einen Arzt aufsuchen, können so angesprochen werden.
Mit einem Impfpass-Check in der Apotheke können der Impfstatus der Apothekenkunden systematisch überprüft und Impflücken frühzeitig erkannt werden. Bei unklarem bzw. mangelhaftem Impfstatus wird der Patient an einen Arzt verwiesen. Der Impfpass-Check in der Apotheke soll als entgeltliche standardisierte pharmazeutische Dienstleistung ausgestaltet werden.
Die Bundesregierung strebt rechtliche Regelungen für die Anwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken an. In diesem Zusammenhang fordert die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker:
Cannabis, das für medizinische Zwecke angewandt wird, muss die notwendige pharmazeutische Qualität haben.
Cannabis, das für medizinische Zwecke verschreibungsfähig ist, muss – wie die anderen verschreibungspflichtigen Arzneimittel auch – in der Apotheke abgegeben werden.
Ärztlich verordnetes Cannabis muss in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden.
Des Weiteren fordert die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker, dass Zubereitungen mit chemisch definierten Cannabinoiden, die – sofern verschreibungs­fähig – als Rezepturarzneimittel verordnet werden, von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.
Die Bundesregierung strebt rechtliche Regelungen zur Verschreibungs- und Erstattungsfähigkeit von Arzneimitteln auf Cannabis-Basis an. Anlass ist insbesondere ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln, nach dem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verpflichtet wurde, abgelehnte Anträge von Patienten zum Eigenanbau von Cannabis erneut zu bescheiden. Des Weiteren gibt es Patienten, die von der Anwendung von Cannabis mehr profitieren als von der Anwendung chemisch definierter Cannabinoide, auch wenn die Evidenz nicht geklärt ist.
Cannabis für medizinische Zwecke muss die erforderliche pharmazeutische Qualität haben. Dies kann nur bei einem kontrollierten Anbau bei ständiger Überprüfung der Qualität, nicht jedoch bei einem Eigenanbau durch die Patienten gewährleistet werden.
Damit Patienten, denen Cannabis verordnet wird, qualitativ einwandfreie Produkte erhalten, muss dieses in Apotheken abgegeben werden. Nur so kann auch die Information und Beratung insbesondere über die richtige Anwendung sichergestellt werden.
Therapeutisch indiziertes und verordnetes Cannabis muss von den Krankenkassen erstattet werden. Es darf nicht von der wirtschaftlichen Situation der Patienten abhängen, ob sie Zugang zu einer therapeutisch indizierten Therapie mit Cannabis haben oder nicht.
Zubereitungen mit verschreibungsfähigen, chemisch definierten Cannabinoiden, die als Rezepturarzneimittel verordnet werden, müssen ebenfalls von den Krankenkassen erstattet werden. Die derzeitige unterschiedliche Praxis der Krankenkassen ist für betroffene Patienten nicht hinnehmbar.
Standpunkt der Deutschen Apothekerschaft in Bezug auf den therapeutischen Einsatz von Cannabis-Produkten
Die Hauptversammlung deutscher Apothekerinnen und Apotheker nimmt mit pharmazeutischem Sachverstand Stellung bei der Diskussion um den therapeutischen Einsatz von Cannabis-Produkten und fordert eine klare Trennung in der öffentlichen Diskussion zwischen dem therapeutischen Einsatz von Cannabis als Arzneimittel und dem Gebrauch als Genussmittel.
Da die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe von Cannabis sativa – im Wesentlichen Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) – bekannt sind, kommen aus pharmazeutischer Sicht bevorzugt Fertigarzneimittel oder Rezepturarzneimittel, die nach einer NRF-Vorschrift hergestellt werden, infrage, die die Wirkstoffe einzeln oder in Kombination in definierter Menge enthalten, um auf der einen Seite eine bestmögliche pharmazeutische Qualität, auf der anderen Seite eine reproduzierbare Wirksamkeit zu garantieren.
Der Einsatz von wirksamen Inhaltsstoffen von Cannabis als Arzneimittel ist scharf von der öffentlichen Diskussion um die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel für die Gesellschaft zu trennen.
Folgende Punkte sind beim therapeutischen Einsatz zu bedenken:
1. Eigenanbau und -verarbeitung einer Arzneipflanze
In einem Statement der Bundesregierung vom April 2015 heißt es: „... dass es sich bei eigenangebautem Cannabis nicht um ein standardisiertes und qualitätsgesichertes Arzneimittel handele. Eine Schädigung der Patienten durch Verunreinigungen, Schädlinge (unter anderem Pilzbefall) sowie Über- und Unterdosierungen aufgrund von Schwankungen der Wirkstoffgehalte sei nicht auszuschließen. Ferner sei auch die Begleitung und Betreuung der Selbsttherapie durch Ärzte stark erschwert.“
Für Arzneimittel gelten die strengen Vorschriften des Arzneimittelgesetzes, die zum Schutz des Patienten notwendig sind. An den Eigenanbau werden diese Forderungen nicht gestellt. Es ist nicht sichergestellt, dass der Patient die richtige Cannabis-Sorte verwendet und darüber Bescheid weiß, dass sich die Gehalte an Inhaltsstoffen massiv unterscheiden können.
Das Drogenmaterial kann, neben der oralen Anwendung, geraucht oder über einen Vaporizer inhaliert werden. Somit ist die Aufnahme einer definierten Wirkstoffmenge nicht möglich. Dies hat mit moderner und qualitätsgesicherter Pharmatherapie von hochwirksamen Arzneistoffen nichts zu tun.
2. Drogen, Extrakt oder Reinstoffe
Als Arzneimittelfachleute tritt die Apothekerschaft daher für die bevorzugte Verwendung von Fertigarzneimitteln bzw. standardisierten Rezepturarzneimitteln ein. Es steht auf dem deutschen Markt ein Cannabis-Dickextrakt als Spray als Fertigarzneimittel zur Verfügung. Ein Sprühstoß ist dabei auf 2,7 mg Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und 2,5 mg Cannabidiol (CBD) eingestellt. Darüber hinaus bietet das NRF standardisierte Rezepturen für die Einzelsubstanz Dronabinol in den Darreichungsformen Kapseln und öliger Tropflösung an.
Wenn der therapeutische Einsatz von Cannabisblüten im Einzelfall erforderlich ist, muss die Abgabe und Beratung durch den Apotheker erfolgen. Auch eine individuelle Weiterverarbeitung von Cannabisblüten für einen Patienten muss ausschließlich in der Apotheke erfolgen.
Die Studienlage zur therapeutischen Verwendung von Cannabis ist für viele Indikationen nicht ausreichend und zudem ist die Qualität der klinischen Studien sehr heterogen. Am besten untersucht ist der Einsatz gegen Spasmen bei multipler Sklerose. Zudem gibt es für die Wirksamkeit bei chronischen und neuropathischen Schmerzen einige gute Evidenzen. Für alle weiteren Indikationen sind die Evidenzen aber eher schwach, daher sollten vor dem Einsatz bei weiteren Indikationsgebieten weitere Studien durchgeführt werden. Parallel ist die Forderung des Präsidenten der Bundesärztekammer zur Errichtung einer Expertengruppe zur Definierung der zulassungsüberschreitenden Anwendung von Cannabiswirkstoffen zu unterstützten.
Dr. Ursula Barthlen, Simon-Peter Skopek, Beate Predel, Elfriede Hoffmann, Dr. Ernst Pallenbach
Weiterbildung „Geriatrische Pharmazie“ als Voraussetzung zur Heimbelieferung
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber/Verordnungsgeber auf, Regelungen zu erlassen, die sicherstellen, dass der in einer heimversorgenden Apotheke für die Heimversorgung verantwortliche Apotheker im Bereich „Geriatrische Pharmazie“ weitergebildet ist.
Ältere Menschen bedürfen der besonderen Betreuung durch ihren Apotheker. Insbesondere die bei älteren Menschen häufig notwendige Polymedikation führt zwangsläufig zu arzneimittelbezogenen Problemen. Hier kommt die Schlüsselrolle des Apothekers zum Tragen, der als einziger Heilberufler den Überblick über die gesamte Medikation des Patienten hat. Eine besondere Verantwortung gegenüber älteren Menschen übernehmen heimversorgende Apotheken, die täglich die Medikation zahlreicher multimorbider Patienten übernehmen. Gerade die auf Dauer angelegte Zusammenarbeit zwischen Heim und Apotheke bietet dem Apotheker die Möglichkeit, seinen pharmazeutischen Sachverstand aktiv in die Betreuung des Patienten einzubringen. Heimversorgung umfasst neben der Belieferung mit Arzneimitteln auch die Beratung zur Sicherstellung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Neue pharmazeutische Dienstleistungen, wie bspw. das Medikationsmanagement sind erforderlich. Diese Fähigkeiten werden in der Weiterbildung im Bereich „Geriatrische Pharmazie“ vermittelt. In jeder heimversorgenden Apotheke muss der verantwortliche Apotheker deshalb im Bereich geriatrische Pharmazie weitergebildet sein. Hierzu sind sinnvolle Übergangsbestimmungen vorzusehen.
Nutzen des Arzneimittels und Gefahren des Arzneimittel­missbrauchs der Gesellschaft näherbringen
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker spricht sich dafür aus, im Rahmen einer bestehenden Imagekampagne der ABDA, das Arzneimittel, egal ob apotheken- oder verschreibungspflichtig, in den Mittelpunkt zu stellen. Zum Schutz der Gesellschaft sollte dabei besonderer Wert darauf gelegt werden zu begründen, dass Arzneimittel in ihrer Entwicklung, Herstellung, Abgabe und Anwendung in erster Linie medizinischen und pharmazeutischen Regeln zu entsprechen haben und nicht betriebswirtschaftlichen oder marketingorientierten.
Für die ordnungsgemäße Anwendung jedes Arzneimittels gilt eine individuelle Nutzen-­Risiko-Abwägung.
Fehlgebrauch schadet den betroffenen Patienten und der Gesellschaft, durch z. B. höhere Kosten der Sozialsysteme und Resistenzentwicklungen.
Immer stärkerer Konkurrenzdruck in allen Bereichen des Arzneimittelumgangs bewirkt, dass Arzneimittel zunehmend von der Gesellschaft als normale Ware bewertet und mit entsprechenden Marketingaktionen ver- und gekauft werden.
Der Wert und die Gefahren für die Gesellschaft treten in den Hintergrund.
Die Imagekampagne soll ein Umdenken in allen Bereichen unserer Gesellschaft und auch bei uns Apothekerinnen und Apothekern a­nstoßen.
Es geht um den Schutz der Gesellschaft, langfristige Einsparungen im Gesundheitssystem und den Schutz kleinerer Apotheken und damit der flächendeckenden Versorgung von Arzneimitteln.
Apothekerkammer Berlin, Sächsische Landesapothekerkammer, Sächsischer Apothekerverband e. V.
Studienplätze für Pharmazeuten sichern und erhöhen (Leitantrag)
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber/Verordnungsgeber (Wissenschafts- und Bildungsministerien der Länder) und die Universitäten auf, die universitären Standorte mit Pharmaziestudium zu erhalten und diese hinsichtlich der Anzahl der Studienplätze auszubauen bzw. Studienplatzkürzungen zurückzunehmen. Bei allen strukturellen Maßnahmen im Verantwortungsbereich der Universitäten ist sicherzustellen, dass weder zulasten der Ausbildungskapazität noch auf Kosten der Qualität der Pharmaziestudiengänge umgesetzt werden. Die Gesundheitsministerien der Länder werden ersucht, ihren Ressortkolleginnen und -kollegen den Stellenwert der Pharmazie für unser Gesundheitssystem zu verdeutlichen.
Die demografische Entwicklung und die Weiterentwicklung der apothekerexklusiven Aufgaben (z. B. Analyse und Beratung im Rahmen des Medikationsmanagements) führen mittel- und langfristig zu einem steigenden Bedarf an Apothekerinnen und Apothekern. Die demografischen Prozesse wirken dabei sowohl innerhalb des Berufsstands (mittelfristige Verrentung geburtenstarker Jahrgänge, schrittweises Ausscheiden der Pharmazieingenieure in den neuen Bundesländern) als auch aufseiten der Bevölkerung durch die Zunahme älterer und multimorbider Patienten mit deutlich erhöhtem Beratungsbedarf.
Aktuelle Entwicklungen an einzelnen Universitätsstandorten geben Anlass zur Sorge, da in zunehmendem Maße mit der Begründung des Spardrucks Professuren nach altersbedingtem Ausscheiden der Lehrstuhlinhaber nicht wieder neu besetzt werden oder auch ganze Institute zur Schließung vorgesehen sind.
In Sinne der mittel- und langfristigen Sicherstellung einer ordnungsgemäßen flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln muss eine bedarfsgerechte Ausbildung von Apothekerinnen und Apothekern bundesweit strukturell stabil gesichert werden.
Es sollte hierbei die Aufgabe der für die Versorgung der Bevölkerung zuständigen Gesundheitsministerien sein, den steigenden Bedarf an Apothekerinnen und Apothekern an die für die Ausgestaltung der universitären Ausbildung zuständigen Ministerien zu adressieren.
Ausbildung von Apothekerinnen und Apothekern ist öffentliche Daseinsvorsorge
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die Bildungsministerien der Länder und die Universitäten auf, die universitären Standorte mit Pharmaziestudium zu erhalten und diese hinsichtlich der Anzahl der Studienplätze auszubauen bzw. ­Studienplatzkürzungen zurückzunehmen. Die Gesundheitsministerien der Länder werden ersucht, ihren Ressortkolleginnen und -kollegen den Stellenwert der Pharmazie für unser Gesundheitssystem zu verdeutlichen.
Eine ausreichende Anzahl von Apothekerinnen und Apothekern sind mit Hinblick auf die demografische Entwicklung notwendig, um eine ausreichende Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung zu gewährleisten. Zurzeit ist in einigen Bundesländern dagegen zu beobachten, dass die Studienplatzkapazitäten reduziert werden. Es sollte hierbei die Aufgabe der für die Versorgung der Bevölkerung zuständigen Gesundheitsministerien sein, den steigenden Bedarf an Apothekerinnen und Apothekern an die für die Ausgestaltung der universitären Ausbildung zuständigen Ministerien zu adressieren.
Sächsische LAK, Sächsischer AV e. V.
Studienplätze für Pharmazeuten sichern und erhöhen
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber/Verordnungsgeber (Wissenschafts- und Gesundheitsministerien der Länder) auf, die Anzahl der Studienplätze für Pharmaziestudierende zu erhöhen und sicherzustellen, dass Sparmaßnahmen im Verantwortungsbereich der Universitäten nicht zulasten der Ausbildungskapazität der Pharmaziestudiengänge umgesetzt werden.
Kein Bachelor und Master in der Pharmazie
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker spricht sich dafür aus, dass die gestufte pharmazeutische Prüfung gemäß Approbationsordnung („Staatsexamen“) auch in Zukunft Voraussetzung für die Erteilung der Approbation und die Berufsausübung als Apotheker ist. Eine akademische Bachelorausbildung hat gemäß Apothekenbetriebsordnung keine Grundlage für pharmazeutische Tätigkeiten in der Apotheke.
Die Schaffung alternativer Abschlüsse, insbesondere des Bachelor-/Masterabschlusses, innerhalb des Studiengangs Pharmazie wird abgelehnt, weil dadurch Studienkapazitäten gebunden werden, die für die Ausbildung und den dringend erforderlichen Nachwuchs an Apothekern benötigt werden. Die sachlogische Folge der Vermittlung der Ausbildungsinhalte, die für die Approbation als Apotheker erforderlich sind, darf nicht zugunsten von Abschlüssen ausgerichtet werden, die nicht primäres Ziel der Ausbildung sind.
Das Gesundheitswesen ist von jedem europäischen Staat den individuellen Problemen der Bevölkerung anzupassen. Wir haben in Deutschland ein hohes Niveau in unserer Arzneimittelentwicklung, -herstellung und -versorgung.
An allen Arbeitsprozessen werden hoch qualifizierte Apothekerinnen und Apotheker benötigt, um diese Prozesse auszuführen und/oder zu beaufsichtigen.
Annette von Pryzchowski, Claudia Achilles-Aust, Carola Witte, Kerstin Kemmritz, Martin Pöhlmann, Joachim Stolle, Martina Fischer, Dr. Björn Wagner, Axel Trischmann u.a.
Unterstützung des BPhD bei seiner Nachwuchs-Arbeit
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker spricht sich dafür aus, den BPhD als aktiven pharmazeutischen Nachwuchs noch stärker zu fördern und organisatorische Unterstützung zu gewähren.
Eigenständige Professuren für Klinische Pharmazie an jedem Fachbereich
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die Universitäten und Landesministerien auf, den Bereich Klinische Pharmazie zu stärken. An jedem Standort muss eine qualifizierte Professur für Klinische Pharmazie vorhanden sein.
In den meisten entwickelten Ländern gehört eine umfangreiche klinisch pharmazeutische Ausbildung des apothekerlichen Nachwuchses zum Standard. An deutschen Hochschulen wird der Ausbildungsstandard wie im Vereinigten Königreich oder Frankreich noch lange nicht erreicht. Ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieser Standards ist die Errichtung eigenständiger und qualifizierter Professuren für Klinische Pharmazie. Stattdessen ist zu beobachten, dass Universitäten zum Zweck der Kosteneinsparung Wiederbesetzungen verzögern und/oder entsprechende Stellen lediglich mit Juniorprofessorinnen und -professoren besetzen.
AV Westfalen-Lippe e. V., Hessischer AV e. V.
Verhinderung eines Fachkräftemangels an PTA in Apotheken
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen staatlicherseits zu schaffen, die gewährleisten, dass die Apotheken auch in Zukunft über eine ausreichende Zahl an pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) verfügen, um den im öffentlichen Interesse übernommenen gesetzlichen Versorgungsauftrag erfüllen zu können.
Der Gesetzgeber hat die Apotheken durch § 1 Abs. 1 Apothekengesetz (ApoG) mit der im öffentlichen Interesse gebotenen Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung beauftragt und sie im Zusammenhang damit weitreichenden rechtlichen Verpflichtungen unterworfen. Damit ist er in der Pflicht, den Apotheken einen rechtlichen Rahmen bereitzustellen, der sicherstellt, dass die Apotheken jederzeit über eine ausreichende Zahl an pharmazeutischen Fachkräften verfügen, um ihren Versorgungsauftrag erfüllen zu können. Für die Erfüllung des Versorgungsauftrages durch die Apotheken sind PTA als pharmazeutische Fachkräfte neben Apothekerinnen und Apothekern unabdingbar. Der im Hinblick auf die Ausbildung von PTA bestehende rechtliche Rahmen ist in Bezug auf die Finanzierung dieser Ausbildung jedoch unzureichend und nachbesserungsbedürftig. Bei der Bemessung des Apothekenhonorars ist eine Kostenbeteiligung der Apotheken an der PTA-Ausbildung bislang nicht berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgte bisher flächendeckend durch die Länder über eine Finanzierung nach den Schulgesetzen oder eine Förderung durch die Gesundheitsressorts. Seit Jahren ist jedoch ein schleichender Rückzug der Länder aus der Finanzierung – sei es unmittelbar durch Kürzungen der Fördermittel oder durch eine fehlende Anpassung an die Entwicklung der Ausbildungskosten – zu beobachten. In Nordrhein-Westfalen und Hessen entfällt die Landesausbildungsförderung ab 2015 vollständig. Damit sehen sich die Apotheken in diesen Bundesländern bereits in Kürze mit einem massiven Nachwuchsmangel bei PTA konfrontiert, der sich durch die einsetzende Verrentung der ersten PTA-Jahrgänge deutlich verschärfen wird.
Dr. Heidrun Hoch, Daniel Schulsky, Ute Hecht-Neuhaus, Prof. Dr. Horst Weber, Prof. Dr. Claus Martin Paßreiter, Christian Meisen, Kathrin Hollingshaus, Sandra Kruse, Dr. Wolfgang Althoff, Dr. Meike Krumbach, Marc Kriesten, Dr. Christoph Herrmann
Finanzierungsvorschläge für die PTA-Ausbildung
Durch eine Änderung des Berufsgesetzes der PTA, das ein Bundesgesetz ist, konnte auch zeitgleich die Finanzierung geregelt werden. Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker spricht sich dafür aus, dass hierfür Vorschläge erarbeitet werden.
Gründung eines Pharmazeutischen Beirates zum G-BA
Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die Bundesregierung auf, einen Pharmazeutischen Beirat dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anzugliedern, der durch die pharmazeutische Fachkompetenz ausgewählter Mitglieder der Bundesapothekerkammer dem G-BA Hilfestellung in allen pharmazeutischen Fachfragen geben kann.
Der G-BA ist ein an Bedeutung zunehmender untergesetzlicher Normengeber. Obwohl es jetzt schon das Recht zur Stellungnahme für die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gibt, schafft die ständige Präsenz in einem eigenständigen, dem G-BA angegliederten Gremium, eine höhere Einflussnahme auf die dort zu treffenden Entscheidungen. Ähnlich wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem G-BA angegliedert ist, könnte ein durch Apothekerinnen und Apotheker besetzter Pharmazeutischer Beirat stärker notwendige pharmazeutische Impulse in die Beratung des Bundesausschusses geben.