Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20C%2020.84
Timestamp: 2020-01-23 00:19:08
Document Index: 267167218

Matched Legal Cases: ['§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 35', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 36', '§ 35', '§ 36', '§ 36']

BVerwG, 10.08.1988 - 4 C 20.84 - dejure.org
https://dejure.org/1988,470
BVerwG, 10.08.1988 - 4 C 20.84 (https://dejure.org/1988,470)
BVerwG, Entscheidung vom 10.08.1988 - 4 C 20.84 (https://dejure.org/1988,470)
BVerwG, Entscheidung vom 10. August 1988 - 4 C 20.84 (https://dejure.org/1988,470)
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Außenbereich - Baugenehmigung - Gemeinde - Beteiligungsrecht - Widerspruchsbehörde - Sachentscheidungsbefugnis
VG Koblenz, 26.05.1983 - 7 K 169/82
OVG Rheinland-Pfalz, 04.10.1983 - 1 A 72/83
OVG Rheinland-Pfalz, 08.12.1983 - 1 A 72/83
BVerwG, 31.01.1984 - 9 B 10731.83
DÖV 1989, 686
BauR 1988, 694
Zur Sicherung der planerischen Handlungsfreiheit trifft er in § 36 Abs. 1 BauGB Vorsorge dafür, daß die Gemeinde als sachnahe und fachkundige Behörde in Ortsteilen, in denen sie noch nicht geplant hat, an der Beurteilung der bebauungsrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen mitentscheidend beteiligt wird (vgl. BVerwG, Urteile vom 7. Februar 1986 - BVerwG 4 C 43.83 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG Nr. 35, vom 10. August 1988 - BVerwG 4 C 20.84 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG/BauGB Nr. 40, und vom 31. Oktober 1990 - BVerwG 4 C 85.88 - Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 265).
Der Gesetzgeber hat in dem Konflikt zwischen Planungshoheit und Baufreiheit eine eindeutige Regelung getroffen, der zu Folge gegen den Willen der Gemeinde in den Fällen des § 36 Abs. 1 Satz 1 BauGB bis zu einer gerichtlichen Klärung der Genehmigungsfähigkeit eines Vorhabens auf die Verpflichtungsklage des Bauwerbers hin keine Baugenehmigung erteilt werden darf (Urteile vom 7. Februar 1986 - BVerwG 4 C 43.83 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG Nr. 35; vom 10. August 1988 - BVerwG 4 C 20.84 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG Nr. 40).
Denn der Gesetzgeber hat in dem Konflikt zwischen Planungshoheit und Baufreiheit eine eindeutige Regelung getroffen, der zufolge gegen den Willen der Gemeinde in den Fällen des § 36 Abs. 1 Satz 1 BauGB bis zu einer gerichtlichen Klärung der Genehmigungsfähigkeit eines Vorhabens auf die Verpflichtungsklage des Bauherrn hin keine Baugenehmigung erteilt werden darf (BVerwG, Urteile vom 10. August 1988 - 4 C 20.84 - = juris Rn. 22 …und vom 26. März 2015 - 4 C 1.14 - Buchholz 406.11 § 36 BauGB Nr. 60 Rn. 17 m.w.N.).
Zwar darf das gemäß § 36 BauGB erforderliche Einvernehmen der Gemeinde im Verwaltungsverfahren über den Antrag - einschließlich eines Widerspruchsverfahrens - in aller Regel nicht ersetzt werden (vgl. dazu zuletzt Urteil vom 10. August 1988 - BVerwG 4 C 20.84 - Buchholz 406.11 § 36 BauGB Nr. 40 = BRS 48, Nr. 144 m.w.N.).
Dazu ist zu bemerken, daß der Gemeinde nach § 36 BBauG/BauGB eine echte Mitentscheidungskompetenz im Baugenehmigungsverfahren eingeräumt ist, die ihr noch offenes Planungsrecht sichern soll; gerade die Stellung eines Bauantrages kann ihr Veranlassung zu planerischen Überlegungen bis hin zur Aufstellung eines Bebauungsplans geben, um die Voraussetzungen für die Zulässigkeit eines Vorhabens noch nachträglich zu verändern (vgl. Urteile vom 7. Februar 1986 - BVerwG 4 C 43.83 - und vom 10. August 1988 - BVerwG 4 C 20.84 - jeweils a.a.O.).
Über die Versagung des Einvernehmens darf sich auch die Widerspruchsbehörde nicht hinwegsetzen (BVerwG, Urteil vom 10.08.1988 - 4 C 20.84 -, BauR 1988, 694 = BRS 48 Nr. 144).
Eine ohne wirksames Einvernehmen erteilte Baugenehmigung ist auf den Rechtsbehelf der Gemeinde aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob die Gemeinde ihr Einvernehmen verweigern durfte und ob ein Anspruch des Bauherrn auf Erteilung der Genehmigung bestand (vgl. BVerwG, Beschl. v. 11.8.2008 - 4 B 25.08 -, NVwZ 2008, 1347; Beschl. v. 5.3.1999 - 4 B 62.98 -, BauR 1999, 1281; Urt. v. 10.8.1988 - 4 C 20.84 -, BauR 1988, 694;… Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, Band 2, Stand: 1. Oktober 2008, § 36 Rn. 47).
Der Gesetzgeber hat in dem Konflikt zwischen Planungshoheit und Baufreiheit eine eindeutige Regelung getroffen, der zufolge gegen den Willen der Gemeinde in den Fällen des § 36 Abs. 1 Satz 1 BauGB bis zu einer gerichtlichen Klärung der Genehmigungsfähigkeit eines Vorhabens auf die Verpflichtungsklage des Bauwerbers hin keine Baugenehmigung erteilt werden darf (BVerwG, Urteile vom 7. Februar 1986 - 4 C 43.83 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG Nr. 35 S. 12 und vom 10. August 1988 - 4 C 20.84 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG/BauGB Nr. 40 S. 5).
Die Beigeladene, ohne deren Einvernehmen die Baugenehmigungsbehörde hier nach § 36 Abs. 1 Satz 2 BauGB die Genehmigung nicht erteilen darf, kann als Gemeinde zur Sicherung ihrer Planungshoheit nur die in § 35 BauGB genannten Versagungsgründe geltend machen (vgl. jetzt ausdrücklich § 36 Abs. 2 Satz 1 BauGB und - für die inhaltlich gleiche Rechtslage nach dem BBauG - Urteil vom 10. August 1988 - BVerwG 4 C 20.84 - Buchholz 406.11 § 36 BBauG/BauGB Nr. 40).
VGH Baden-Württemberg, 12.09.1994 - 8 S 1031/94
Bebauungsplan: Festsetzung der Anzahl der Vollgeschosse - Gebäudehöhe; …
VGH Baden-Württemberg, 23.05.1995 - 8 S 3600/94
Aufhebung einer Baugenehmigung wegen fehlenden Einvernehmens der Gemeinde; zur …
Abhängigkeit der Rechtsstellung der Gemeinde im Rahmen des Beseitigungsverfahrens …
VGH Baden-Württemberg, 02.12.1993 - 5 S 2857/93
Zustimmung der Gemeinde zur Ablösung der Stellplatzverpflichtung als …
VGH Hessen, 04.08.1989 - 4 S 175/89
Aufhebung einer einstweiligen Anordnung (hier: Bauherr als Drittbetroffener des …