Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VG%20M%C3%BCnchen&Datum=10.05.2006&Aktenzeichen=M%2022%20S%2006.1513
Timestamp: 2019-10-14 04:55:22
Document Index: 183052055

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 284', '§ 27', '§ 284', '§ 284', 'EuG']

VG München, 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 - dejure.org
https://dejure.org/2006,16643
VG München, 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 (https://dejure.org/2006,16643)
VG München, Entscheidung vom 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 (https://dejure.org/2006,16643)
VG München, Entscheidung vom 10. Mai 2006 - M 22 S 06.1513 (https://dejure.org/2006,16643)
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VG Trier, 20.06.2006 - 6 L 515/06
Mit der ganz herrschenden Rechtsprechung (vgl. die umfangreichen Nachweise in dem, den Beteiligten bekannten Beschluss des VG München vom 10. Mai 2006 - M 22 S 06.1513 - sowie OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 02. Juni 2005 - 12 B 10190/05.OVG -) geht die Kammer vielmehr davon aus, dass es sich bei den von der Antragstellerin vermittelten Sportwetten in Form so genannter Oddset-Wetten mit festen Gewinnquoten um ein Glücksspiel handelt, weil die Entscheidung über Gewinn und Verlust allein oder jedenfalls hauptsächlich vom Zufall abhängt und nicht wesentlich von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Beteiligten beeinflusst wird.
Vielmehr ist nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (vgl. EuGH, Urteil vom 06. November 2003 - C - 243/01 - Gambelli -) der einzelne Mitgliedstaat berechtigt, auf seinem Gebiet im Bereich von Lotterien und anderen Glücksspielen unterschiedliche (Schutz-)Regelungen zu treffen (vgl. ebenso VG München, Beschluss vom 10. Mai 2006 a.a.O. sowie VG Münster, Beschluss vom 02. Juni 2006 - 9 L 379/06 -).
Ob daneben die von der Antragstellerin betriebene Vermittlung von Sportwetten dem Tatbestand des unerlaubten Glücksspiels nach § 284 StGB jedenfalls in Form der Beihilfe nach § 27 Abs. 1 StGB unterfällt, bedarf vor diesem Hintergrund vorliegend keiner Entscheidung (vgl. insoweit bejahend VG München, Beschluss vom 10. Mai 2006 a.a.O., VG Münster…, Beschluss vom 02. Juni 2006 a.a.O., VG Düsseldorf, Beschluss vom 09. Mai 2006 - 3 L 757/06 - jeweils m.w.N.; offen gelassen vom Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 02. Juni 2005 a.a.O.).
Das Gemeinschaftsrecht sieht keine generelle Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur gegenseitigen Anerkennung von Erlaubnissen vor, die von einem Mitgliedstaat erteilt wurden (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.01.2005 - 6 S 1288/04 -, VBlBW 2005, 181; VG München, Beschl. v. 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 -).
des § 284 Abs. 1 StGB entweder als Täter (VGH Mannheim, B. v. 12.01.2005, GewArch 2005, 113) oder aber in Form der Beihilfe (VG München, B. v. 10.05.2006, M 22 S 06.1513, juris; VG Hamburg, B. v. 19.10.2004, 11 E 4085/04, juris) verwirklicht (a.A. allerdings OVG Schleswig, B. v. 18.01.2005, 3 MB 80/04, juris), was für ein behördliches Einschreiten ausreichend ist.
B. v. 12.01.2005, 6 S 1288/04 und 6 S 1287/04; OVG Magdeburg, B. v. 18.03.2005, 1 M 91/05; NiedOVG B. v. 17.03.2005 11 ME 369/03 a.a.O.; OVG Schleswig B. v. 18.01.2005, 3 MB 80/04; VG München B. v. 10.05.2005, M 22 S 06.1513; VG Aachen B. v. 12.11.2004, 3 L 17/04;VG Stuttgart B. v. 27.07.2005, 5 K 1054/05; B. v. 15.10.2003, 5 K 2107/03; VG Minden B. v. 12.11.2004, 3 L 804/04; VG Hamburg B. v. 19.10.2004, 11 E 4085/04; alle juris).
Bei Erfüllung dieser Vorgaben ist das staatliche Monopol hingegen mit dem Grundgesetz vereinbar (vgl. auch VG München, Beschl. v. 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 -).
Diese Maßnahmen befinden sich derzeit in der Umsetzung, wie etwa die Recherche auf der Internet-Seite von Oddset (www.oddset.de) belegt, nachdem dort z.B. mittlerweile Hinweise zur Suchtprävention (vgl. etwa: "Selbsttest: Sind Sie spielsuchtgefährdet?") und Maßnahmen zum Jugendschutz (Altersüberprüfung für Kunden des Internet-Spielangebotes; keine ODDSET-Spielabgabe per SMS mehr möglich) enthalten sind (…vgl. auch OVG NRW, Beschl. v. 28.06.2006, a.a.O.; VG Ansbach, Beschl. v. 16.06.2006 - AN 4 S 06.01776 -, juris; VG München, Beschl. v. 10.5.2006 - M 22 S 06.1513 -, juris).
Dass es sich bei der betroffenen Art von Wetten um ein Glücksspiel i.S.d. § 284 Abs. 1 StGB handelt, ist auf der Basis der den Beteiligten bekannten Rechtsprechung (vgl. Nachweise etwa im Beschluss des VG München vom 10. Mai 2006 - M 22 S 06.1513 -) nicht zweifelhaft.
Abgesehen davon bliebe die öffentliche Veranstaltung von Sportwetten ohne erforderliche Erlaubnis selbst dann verboten, wenn die Erlaubnis in rechtswidriger Weise versagt würde, so dass die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten auch dann untersagt werden könnte, wenn die gegenwärtige Rechtslage mit Verfassungsrecht nicht vereinbar wäre (…vgl. BVerfG, Urt. v. 24.01.2001, - 1 BvR 2623/95 -, NVwZ 2001, 790 ; vgl. VG München, Beschl. v. 10.05.2006, - M 22 S 06.1513 - Rdnr. 22, in JURIS).
10.05.2006, M 22 S 06.1513, zitiert nach Juris).
BVerfG, Urt. v. 28.03.2006, NJW 2006, 1261; eingehend OVG NRW, Beschl. v. 28.06.2006 - 4 B 961/06 - JURIS; OVG Sachs.-Anh., Beschl. v. 04.05.2006 - 1 M 476/05 -, JURIS; VG Gelsenkirchen, Beschl. v. 29.05.2006 - 7 L 701/06 - JURIS; VG München, Beschl. v. 10.05.2006 - M 22 S 06.1513 - JURIS; VG Düsseldorf, Beschl. v. 09.05.2006 - 3 L 757/06 - JURIS; VG Ansbach, Beschl. v. 16.06.2006 - AN 4 S 06.01776 - VG Aachen, Beschl. v. 07.07.2006 - 3 L 336/06 - JURIS; VG Münster, Beschl. v. 02.06.2006 - 9 L 379/06 - JURIS; zweifelnd VG Minden, Beschl. v. 26.05.2006 - 3 L 241/06 - JURIS; VG Arnsberg, Beschl. v. 23.05.2006 - 1 L 379/06 - JURIS), die das völlige Fernhalten privater Veranstalter vom Sportwettenmarkt als besonders rechtfertigungsbedürftig erscheinen lassen, nicht aber eine Erlaubnispflicht begründen (…vgl. EuGH, Urt. v. 06.11.2003, NJW 2004, 139, "Gambelli").