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Timestamp: 2019-07-16 17:55:54
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Matched Legal Cases: ['§ 118', '§ 118', '§ 122', '§ 125', '§ 179', '§ 122', '§ 125', '§ 179', '§ 242', '§ 242', '§ 4', '§ 176', '§ 242', '§ 4', '§ 122', '§ 157']

BFH, 17.06.1992 - X R 47/88 - dejure.org
https://dejure.org/1992,152
BFH, 17.06.1992 - X R 47/88 (https://dejure.org/1992,152)
BFH, Entscheidung vom 17.06.1992 - X R 47/88 (https://dejure.org/1992,152)
BFH, Entscheidung vom 17. Juni 1992 - X R 47/88 (https://dejure.org/1992,152)
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AO 1977 §§ 118, 119 Abs. 1, 155, 157, 125 Abs. 1, 124 Abs. 3
Steuerbescheid - Nichtigkeit
§§ 118, 119, 124, 125 AO
Abgabenordnung; an verstorbenen Steuerschuldner gerichteter Steuerbescheid
BFHE 169, 103
NVwZ 1994, 98
BB 1993, 569
DB 1993, 259
BStBl II 1993, 174
Die an einem konkreten Steuerrechts-(Schuld-)Verhältnis Beteiligten haben Rücksicht auf die berechtigten Interessen des anderen zu nehmen und dürfen sich nicht mit ihrem eigenen früheren Verhalten in Widerspruch setzen, auf welches der andere vertraut hat (BFH-Urteile vom 9. August 1989 I R 181/85, BFHE 158, 31, BStBl II 1989, 990, 991; vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174;… BFH-Beschluss vom 5. Mai 2003 II B 1/03, BFH/NV 2003, 1142, m.w.N.; ferner von Groll, Treu und Glauben im Steuerrecht, Finanz-Rundschau 1995, 814).
Ist der Inhaltsadressat im Verwaltungsakt nicht hinreichend bestimmt angegeben, ist der Verwaltungsakt nichtig, ohne dass er in der Einspruchsentscheidung geheilt werden könnte (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174;… Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 122 AO Rz 19, § 125 AO Rz 7; Söhn in Hübschmann/Hepp/Spitaler --HHSp--, § 179 AO Rz 162).
Es kann dahinstehen, ob die spätere Bezeichnung in der Einspruchsentscheidung den gesetzlichen Anforderungen genügt, denn eine Heilung der mangelnden Bezeichnung der Inhaltsadressaten in der Einspruchsentscheidung war nicht möglich (BFH-Urteil in BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174;… Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 122 AO Rz 19, § 125 AO Rz 7;… Söhn in HHSp, a.a.O., § 179 AO Rz 162).
Das Begehren des Klägers verstößt auch nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben; es stellt insbesondere auch kein rechtlich unzulässiges "venire contra factum proprium" (vgl. dazu BFH-Urteil vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174) dar.
aa) Der Grundsatz von Treu und Glauben (Verbot des "venire contra factum proprium"), der in § 242 BGB nur unzulänglich zum Ausdruck kommt (…Jauernig/Mansel, BGB, 13. Aufl., § 242 BGB, Rz 1), gilt auch im Verhältnis zwischen Steuerpflichtigen und Finanzbehörden (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 9. August 1989 I R 181/85, BFHE 158, 31, BStBl II 1989, 990; vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174; vom 8. Februar 1995 I R 127/93, BFHE 177, 332, BStBl II 1995, 764;… vom 29. Januar 2009 VI R 12/06, BFH/NV 2009, 1105;… Drüen in Tipke/Kruse, a. a. O, § 4 AO Rz 125, 139).
Der Grundsatz von Treu und Glauben gebietet es innerhalb eines bestehenden Steuerrechtsverhältnisses für Steuergläubiger wie Steuerpflichtigen gleichermaßen u. a., dass jeder auf die Belange des anderen Teils Rücksicht nimmt und sich mit seinem eigenen früheren Verhalten nicht in Widerspruch setzt (z. B. BFH-Urteil in BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174, m. w. N.).
Außerdem würde im Streitfall die Anwendung des § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO 1977 dem Grundsatz von Treu und Glauben widersprechen, der auch im Verhältnis zwischen Steuerpflichtigen und Finanzbehörden gilt (§ 242 des Bürgerlichen Gesetzbuches;… Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 15. Aufl. 1965/1994, § 4 AO 1977 Tz. 55 f., m. w. N.; vgl. auch BFH-Urteil vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174).
Auch nach dem BFH-Urteil vom 17. Juni 1992 X R 47/88 (BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174) kann der Grundsatz von Treu und Glauben nur dazu führen, dass ein Beteiligter einen Anspruch nicht mehr durchsetzen kann.
BFH, 23.02.1995 - VII R 51/94
Anforderungen an die Schuldnerbezeichnung in einem Kraftfahrzeugsteuerbescheid - …
Ein derartiger Mangel ist, anders als ein bloßer Mangel bei der Bekanntgabe (§ 122 Abs. 1 AO 1977), nicht heilbar, auch nicht dadurch, daß der "Empfänger" sich als Adressat angesehen hat (BFHE 145, 110, 114;… BFH/NV 1993, 218; Urteil vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, 107, BStBl II 1993, 174).
Zwar kann zu den Folgen, die den Beteiligten am Steuerrechtsverhältnis aus treuwidrigem Verhalten treffen, auch gehören, daß er die Befugnis verliert, die Unwirksamkeit eines Steuerverwaltungsakts geltend zu machen (vgl. etwa BFHE 169, 103, 108; Urteil vom 9. August 1989 I R 181/85, BFHE 158, 31, 34, BStBl II 1989, 990).
Ob die Klägerin sich überhaupt diesen Einwand zurechnen lassen müßte (wie dasjenige eines Erfüllungsgehilfen; BFHE 169, 103, 108 m. N.), ist zweifelhaft, braucht aber nicht entschieden zu werden.
Die Angabe des Inhaltsadressaten ist gemäß § 157 Abs. 1 Satz 2 AO 1977 konstituierender Bestandteil jedes Verwaltungsakts; die Identität des Inhaltsadressaten muss sich anhand des Verwaltungsakts zweifelfrei und sicher bestimmen lassen und aus dem Verwaltungsakt selbst hervorgehen (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BFHE 169, 103, BStBl II 1993, 174, m.w.N.).
Dieser Grundsatz gebietet u.a. für Steuergläubiger und Steuerpflichtigen gleichermaßen, auf die Belange des anderen Teils Rücksicht zu nehmen und sich zu seinem eigenen früheren Verhalten nicht in rechtsmissbräuchlicher Weise in Widerspruch zu setzen (vgl. BFH-Urteil vom 17. Juni 1992 X R 47/88, BStBl II 1993, 174 m.w.N.).
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