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Timestamp: 2020-01-22 01:32:30
Document Index: 244273199

Matched Legal Cases: ['§ 148', '§ 148', '§ 148', '§ 148', '§ 94', '§ 148', '§ 148']

Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 148a Gebäude ... / II. Annahme eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 148a Gebäude ... / II. Annahme eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden
Die Anwendung des § 148a BewG erfordert, dass das Gebäude einem anderen als dem Grundstückseigentümer steuerlich zuzurechnen ist. Eine solche Zurechnung kann sich aus dem Zivilrecht ergeben, wenn es sich bei dem Gebäude um einen Scheinbestandteil handelt. Kritisch ist die Frage zu beantworten, ob auch das wirtschaftliche Eigentum zu einer Bewertung nach § 148a BewG führt. § 94 Abs. 1 Satz 1 BewG hat dies ausdrücklich in der Weise geregelt, dass das Gebäude aufgrund von wirtschaftlichem Eigentum einem anderen als dem Grundstückseigentümer zugerechnet werden kann. Eine solche Regelung fehlt in § 148a BewG. Hinzu kommt, dass die Anknüpfung an das wirtschaftliche Eigentum dem Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht, das weitestgehend an das Zivilrecht anknüpft, fremd ist. Christoffel/Geckle/Pahlke versuchen hier eine Brücke zwischen wirtschaftlichem Eigentum und zivilrechtlicher Prägung des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts dergestalt zu schlagen, dass es bei Anwendung des § 148a BewG darum gehe, den zivilrechtlichen Anspruch des wirtschaftlichen Eigentümers des Gebäudes in Form eines Grundstückswerts zu ermitteln. Einer solchen Betrachtungsweise dürfte zuzustimmen sein.
Mit Einführung der ErbStR 2003 hat die Finanzverwaltung das Vorliegen eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden hinsichtlich des wirtschaftlichen Eigentums in der Weise eingeschränkt, als nunmehr einzig auf das Vorliegen eines Ersatzanspruchs abgestellt wird (vgl. Anm. 22–31).
In R 185 Abs. 2 bis 4 ErbStR 1999 wurde – anders als mit R B 185 Abs. 2 ErbStR 2003 (vgl. Anm. 22) – noch ausgeführt, dass nur dann ein Gebäude auf fremdem Grund und Boden vorliegt, wenn daran wirtschaftliches Eigentum besteht. Wirtschaftliches Eigentums liegt danach vor, wenn ein anderer als der Eigentümer die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Weise ausübt, dass er den Eigentümer im Regelfall für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut wirtschaftlich ausschließen ka...