Source: http://www.juralit.com/2014/01/15/handbuch-prozesse-in-bausachen/
Timestamp: 2018-11-13 04:42:58
Document Index: 315198524

Matched Legal Cases: ['§ 310', '§ 648', '§ 16', '§ 5', '§ 6', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14']

Handbuch: Prozesse in Bausachen
Motzke/Bauer/Seewald (Hrsg.), Prozesse in Bausachen, 2. Aufl., 2014, Nomos
Motzke/Bauer/Seewald (Hrsg.)
NomosProzessHandbuch
Baden-Baden: Nomos, 2014, 1832 S., 148 Euro
ISBN 978-3-8329-7099-4
Die inzwischen in zweiter, deutlich erweiterter Auflage, erschienene Darstellung ist handlungsorientiert darauf ausgerichtet, insbesondere den mit einem baurechtlichen Fall befassten Rechtsanwalt in die Lage zu versetzen, ergebnisorientiert die richtigen Maßnahmen im Sinne des Mandanten zu ergreifen. Der Aufbau des Handbuches ist daran orientiert. Gegenüber der ersten Auflage ist die Konzeption verfeinert und noch interessanter geworden. Es finden sich viele Hinweise zur Prozessstrategie, Checklisten, Beispiele und situationsbezogene Problemanalysen.
Die Darstellung verbindet Prozessrecht und materielles Recht und ist auf die Situation der Klage und der angemessenen Verteidigung gegen eine Klage abgestimmt, was stets eine Analyse der Vor - und Nachteile sowie der jeweiligen Risiken voraussetzt. Die 15 Abschnitte des Bandes decken die gesamte Bandbreite der sich stellenden Themenkreise ab. Jedem Themenkreis sind jeweils die maßgeblichen Prüfungsgesichtspunkte vorangestellt, die den eiligen Leser schnell zum einschlägigen Problem und den jeweiligen Lösungsaspekten führen. Die Darstellung konzentriert sich auf das Wesentliche und orientiert sich an einer Rechtsprechung, deren Anwendung angesichts vielfältiger verbleibender Unsicherheiten eine kritische Analyse voraussetzt, die hier auch durchgehend vorgenommen wird. Auf die Literatur wird dann vertieft zurückgegriffen, wenn Rechtsprechung weitgehend fehlt.
Das erste Kapitel gibt vielfältige Hinweise zur Bearbeitung baurechtlicher Mandate und insbesondere auch zur Vermeidung von berufshaftungsrechtlichen Risiken. Über Ausführungen zur Zustandssicherung mit allen Details zur im privaten Baurecht sehr wichtigen Beweissicherung, der Forderungssicherung unter Einbeziehung des Bauforderungssicherungsgesetzes bis hin zur Darstellung von prozessualen Besonderheiten des Bauprozesses legt die Darstellung zunächst die Grundlagen anwaltlicher Arbeit in diesem Bereich dar. Hinsichtlich der prozessualen Aspekte wird jetzt das Mediationsgesetz berücksichtigt, wobei die Praxisrelevanz bislang eher verhalten ist. Die neue Streitlösungsverordnung für das Bauwesen vom 01.07.2013 ist ebenfalls eingearbeitet. In materiellrechtlicher Hinsicht wird intensiv auf die §§ 310, 632 a BGB und § 648 a BGB eingegangen. Die Änderungen der VOB werden durchgehend berücksichtigt, so auch § 16 VOB/B.
In § 5 werden die Ansprüche für und gegen den Unternehmer vertieft dargestellt, während § 6 auf die Ansprüche gegen Planer/sonstige Baubeteiligte und Sachwalter detailliert eingeht. Da die HOAI inzwischen 2009 und 2013 modernisiert worden ist, wurde diesbezüglich so verfahren, dass alle Fassungen berücksichtigt, auch die Fassung vor 2009, da diese nach wie vor in der Praxis relevant ist. Allerdings wird auch die Praxis der Honorarvereinbarungen entsprechend berücksichtigt. Ergänzt werden diese Ausführungen in Kap. 7 durch eine Darstellung über den Unternehmer als Planer und in § 8 durch eine Analyse der Ansprüche gegen Bausachverständige, Qualitätsüberwacher und Fremdüberwacher.
§ 9 leitet über zum Prozess zwischen Bauunternehmer und Lieferanten. Sehr wichtig sind die Ausführungen in § 10, die eine sehr interessante Darstellung des (ggf. gestörten) Gesamtschuldnerausgleichs bei der Haftung mehrerer Baubeteiligter enthalten. In § 11 werden versicherungsrechtliche Fragen erörtert und zwar in der vollständigen Bandbreite der Problemsituationen. In § 12 werden nachbarrechtliche Fragen erörtert, die dann in eine Diskussion der sich stellenden deliktischen Sorgfaltspflichten einmünden. § 13 geht auf den Bauvertrag in der Insolvenz näher ein. In § 14 werden die Besonderheiten des Bauträgergeschäftes detailliert interessant erörtert, während das letzte Kapitel auf die Besonderheiten bei Wohnungseigentümergemeinschaften näher eingeht, soweit dies baurechtliche Problemstellungen betrifft.
Das Handbuch überzeugt in der zweiten Auflage erneut durch einen sehr transparenten Aufbau und eine straffe, problemorientierte Darstellung. Es bietet eine Informationsfülle, die alle wesentlichen Aspekte erfasst und der Praxis rasch weiterhilft. Das Handbuch erfüllt sämtliche Erwartungen und stellt eine Informationsquelle ersten Ranges dar.
Januar 15th, 2014 Posted by admin | Wirtschaftsrecht, Zivilrecht, Immobilienrecht | no comments