Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=29.05.2012_5A_155/2012
Timestamp: 2013-05-21 19:28:18
Document Index: 223885790

Matched Legal Cases: ['Art. 737', 'Art. 72', 'Art. 74', 'BGE', 'Art. 75', 'Art. 76', 'Art. 90', 'Art. 100', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 404', 'Art. 405', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 656', 'Art. 963', 'Art. 948', 'Art. 967', 'Art. 972', 'Art. 972', 'Art. 963', 'BGE', 'BGE', 'Art. 972', 'Art. 972', 'BGE', 'Art. 972', 'Art. 838', 'BGE', 'BGE', 'Art. 259', 'Art. 261', 'Art. 672', 'Art. 972', 'Art. 972', 'Art. 972', 'BGE', 'Art. 972', 'BGE', 'BGE', 'Art. 966', 'Art. 967', 'Art. 82', 'Art. 26', 'Art. 31', 'Art. 105', 'Art. 973', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

6. Stockwerkeigent�mergemeinschaft
alle vertreten durch F�rsprecher Hans Ulrich Kobel,
Zugunsten des Grundst�cks G.________ Gbbl. Nr. 3419 und zulasten der Grundst�cke G.________ Gbbl. Nrn. 2355, 3099, 4658 und 5820 ist im Grundbuch eine Dienstbarkeit mit dem Stichwort "Bau- und Anpflanzungsverbot" eingetragen. Das belastete Grundst�ck Nr. 2355 wurde gleichwohl mit drei H�usern (A, B und C) �berbaut und daran am 31. Juli 2008 Stockwerkeigentum begr�ndet mit neun Wohneinheiten (Nrn. 2355-2 bis 2355-10) und einer - in 22 Miteigentumsanteile aufgeteilten - Autoeinstellhalle (Nr. 2355-1).
X.________ (Beschwerdef�hrer) ist Miteigent�mer zur H�lfte des berechtigten Grundst�cks Nr. 3419. Er erhob am 5. Januar 2010 eine Klage mit den Hauptbegehren, es sei festzustellen, dass auf dem Grundst�ck Nr. 2355 im Aussichtsbereich H.________ ein totales Bau- und Anpflanzungsverbot zugunsten des Grundst�cks Nr. 3419 besteht, und es sei das Haus A abzureissen und der rechtm�ssige Zustand wiederherzustellen. Der Beschwerdef�hrer richtete die Klage gegen die K.________ AG, L.________, M.________, N.________ und O.________ sowie gegen die Stockwerkeigent�mergemeinschaft der Liegenschaft P.________-Gbbl. Nr. 2355 (Beschwerdegegner 1-6), die allesamt auf Abweisung der Klage schlossen. Das Regionalgericht Oberland und - auf Berufung des Beschwerdef�hrers hin - das Obergericht des Kantons Bern wiesen die Klage mangels Passivlegitimation ab (Entscheide vom 28. Februar 2011 und vom 10. Januar 2012).
Mit Eingabe vom 13. Februar 2012 beantragt der Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht, die Passivlegitimation der Beschwerdegegner 1-6 zu bejahen und die Sache zum materiellen Entscheid an das Regionalgericht zur�ckzuweisen. Er ersucht um aufschiebende Wirkung. W�hrend das Obergericht auf eine Stellungnahme zum Gesuch verzichtet hat, schliessen die Beschwerdegegner auf Abweisung. Die Pr�sidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts hat der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt (Verf�gung vom 24. Februar 2012). Es sind die kantonalen Akten, in der Sache hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.
Der angefochtene Entscheid betrifft die Passivlegitimation in einer Streitigkeit �ber den Inhalt und den Umfang einer Grunddienstbarkeit (Art. 737 ff. ZGB) und damit eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit, deren Streitwert sich auf rund 7 Mio. Fr. bel�uft und den gesetzlichen Mindestbetrag von Fr. 30'000.-- �bersteigt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; vgl. BGE 109 II 491 E. 1c/cc S. 492). Er ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75 BGG), lautet auf Abweisung der Klage mangels Passivlegitimation und damit zum Nachteil des klagenden Beschwerdef�hrers (Art. 76 Abs. 1 BGG) und schliesst das kantonale Verfahren ab (Art. 90 BGG). Auf die - nachgewiesenermassen rechtzeitig der Post aufgegebene (Art. 100 Abs. 1 BGG) - Beschwerde kann eingetreten werden. Da beide kantonalen Gerichte nur �ber die Vorfrage der Passivlegitimation entschieden haben, kann das Bundesgericht im Falle der Begr�ndetheit der Beschwerde kein Sachurteil f�llen. Die Angelegenheit ist zu diesem Zweck an das Regionalgericht, wie das der Beschwerdef�hrer beantragt, zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383; 137 II 313 E. 1.3 S. 317). Weitere formelle Einzelfragen sind im Sachzusammenhang zu er�rtern.
2.1 Der Beschwerdef�hrer hat seine Klage am 5. Januar 2010 ohne vorg�ngigen Auss�hnungsversuch eingereicht. F�r das ganze erstinstanzliche Verfahren hat damit das bisherige kantonale Prozessrecht gegolten. Da der erstinstanzliche Entscheid vom 28. Februar 2011 den Parteien je am 2. M�rz 2011 er�ffnet wurde, waren f�r das Rechtsmittelverfahren hingegen die Bestimmungen der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) massgebend (Art. 404 Abs. 1 und Art. 405 Abs. 1 ZPO). Soweit es um prozessuale Fragen des erstinstanzlichen Verfahrens gegangen ist, hatte das Obergericht als Berufungsinstanz die richtige Anwendung des bisherigen kantonalen Verfahrensrechts zu pr�fen (vgl. BGE 138 I 1 E. 2.1 S. 3).
2.2 Bereits vor Obergericht ist unstreitig geblieben, dass sich die Klage des Beschwerdef�hrers gegen alle Stockwerkeigent�mer und damit alle Miteigent�mer des dienstbarkeitsbelasteten Grundst�cks Nr. 2355 als notwendige Streitgenossen richten muss und dass f�r die Eigentumsverh�ltnisse auf den Zeitpunkt der Klageeinreichung am 5. Januar 2010 abzustellen ist (E. II S. 6 ff. des erstinstanzlichen und E. III/3 S. 7 des angefochtenen Entscheids). Die Passivlegitimation der Beschwerdegegnerin 6 hat der Beschwerdef�hrer bereits vor Obergericht nicht mehr geltend gemacht (E. III/2 S. 6 des angefochtenen Entscheids). Auf diese Fragen kommt der Beschwerdef�hrer vor Bundesgericht nicht mehr zur�ck (vgl. S. 16 ff. Ziff. 3.2), so dass sich darauf einzugehen er�brigt (vgl. BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400; 137 III 580 E. 1.3 S. 584).
2.3 In tats�chlicher Hinsicht sind die kantonalen Gerichte davon ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 an die einfache Gesellschaft U.________ und V.________ verkauft hat. Der Eigentums�bergang ist am 25. November 2009 erfolgt und mit diesem Datum vor dem 13. Dezember 2009 und damit vor der Klageeinreichung am 5. Januar 2010 in das Tagebuch des Grundbuchs eingeschrieben worden. Das Datum der Einschreibung in das Tagebuch findet sich in der Eintragung in das Hauptbuch des Grundbuchs wieder, die in einem sp�teren unbekannten Zeitpunkt nach der Klageeinreichung am 5. Januar 2010 vorgenommen wurde (E. II S. 5 f. des erstinstanzlichen und E. III/3 S. 7 des angefochtenen Entscheids). Die Tatsachenfeststellungen sind f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG), erhebt doch der Beschwerdef�hrer dagegen keine begr�ndeten Sachverhaltsr�gen (Art. 97 Abs. 1 BGG). Er stimmt vielmehr der Sachdarstellung zu, dass die Klageeinreichung nach Anmeldung des besagten Kaufvertrags, aber vor dessen Eintragung im Grundbuch erfolgt ist (S. 11 der Beschwerdeschrift).
2.4 Aufgrund der rechtlichen und tats�chlichen Ausgangslage haben die kantonalen Gerichte die Passivlegitimation der Beschwerdegegner verneint. Sie sind davon ausgegangen, im Zeitpunkt der Klageeinreichung am 5. Januar 2010 sei die Beschwerdegegnerin 1 mit Bezug auf die Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 nicht mehr verf�gungsberechtigt gewesen. Der Beschwerdef�hrer h�tte deshalb seine Klage gegen die am 5. Januar 2010 bereits im Tagebuch des Grundbuchs eingeschriebenen Ehegatten U.________ und V.________ als Eigent�mer der Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 richten m�ssen, was er aber nicht getan habe. Fehle es damit am Einbezug auch nur eines der notwendigen Streitgenossen, sei die Klage mangels Passivlegitimation abzuweisen (E. II S. 9 ff. des erstinstanzlichen und E. III/6 S. 8 ff. des angefochtenen Entscheids).
Die Streitfrage lautet dahingehend, wer als Eigent�mer der Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 im Zeitpunkt der Klageeinreichung als passivlegitimiert zu gelten hat, die im Hauptbuch noch eingetragene Ver�ussererin und eingeklagte Beschwerdegegnerin 1 oder die bereits im Tagebuch eingeschriebenen K�ufer, aber mit der Klage nicht ins Recht gefassten Ehegatten U.________ und V.________.
3.1 Zum Erwerb des Grundeigentums bedarf es gem�ss Art. 656 Abs. 1 ZGB der Eintragung in das Grundbuch. Die Eintragungen erfolgen aufgrund einer schriftlichen Erkl�rung des Eigent�mers des Grundst�cks, auf das sich die Verf�gung bezieht (Art. 963 Abs. 1 ZGB). Die Anmeldungen zur Eintragung in das Grundbuch werden nach ihrer zeitlichen Reihenfolge ohne Aufschub in das Tagebuch eingeschrieben (Art. 948 Abs. 1 ZGB), und die Eintragungen im Hauptbuch erfolgen wiederum in der Reihenfolge, in der die Anmeldungen angebracht worden sind (Art. 967 Abs. 1 ZGB). Die dinglichen Rechte entstehen und erhalten ihren Rang und ihr Datum durch die Eintragung in das Hauptbuch (Art. 972 Abs. 1 ZGB). Ihre Wirkung wird auf den Zeitpunkt der Einschreibung in das Tagebuch zur�ckbezogen, vorausgesetzt, dass die gesetzlichen Ausweise der Anmeldung beigef�gt oder bei den vorl�ufigen Eintragungen nachtr�glich rechtzeitig beigebracht werden (Art. 972 Abs. 2 ZGB).
3.2 Die Grundbuchanmeldung im Sinne von Art. 963 Abs. 1 ZGB hat nicht bloss die Bedeutung eines formellen Antrags an den Grundbuchverwalter, die �nderung einer Eintragung vorzunehmen. Sie stellt vielmehr die materielle Verf�gung �ber das Eigentum dar (vgl. BGE 109 II 99 E. 3 S. 101; 137 III 293 E. 5.3 S. 302). Die Grundbuchanmeldung gilt demnach als Willenserkl�rung des Eigent�mers, die den Grundbuchverwalter zur Vornahme der im Grundbuch erforderlichen �nderung veranlasst, wobei mit der Eintragung im Hauptbuch schliesslich der Eigentumswechsel herbeigef�hrt wird. Mit der Anmeldung hat der Ver�usserer seinen auf die �bertragung des Eigentums abzielenden Gesch�ftswillen bekundet und damit all das vorgekehrt, was es seinerseits zur Erf�llung seiner Leistungsverpflichtung aus dem Grundgesch�ft bedarf. Der weitere Verlauf des Eintragungsverfahrens, welches mit der Einschreibung im Tagebuch beginnt und mit der Eintragung im Hauptbuch zum Abschluss gelangt, bleibt seinem Einfluss entzogen. Bereits mit der Einschreibung im Tagebuch hat der Ver�usserer im Hinblick auf die Erf�llung seiner Leistungsverpflichtung seine Rechtsstellung als Eigent�mer aufgegeben (vgl. BGE 115 II 221 E. 5a S. 229 f.).
3.3 Der Einwand des Beschwerdef�hrers (S. 18 ff. Ziff. 3.3-3.5) ist berechtigt, dass die dinglichen Rechte kraft Gesetzes durch die Eintragung in das Hauptbuch entstehen (Art. 972 Abs. 1 ZGB), auch wenn ihre Wirkung auf die Einschreibung in das Tagebuch zur�ckbezogen wird (Art. 972 Abs. 2 ZGB). Die Rechtsprechung anerkennt, dass der Ver�usserer so lange Eigent�mer ist, und zwar grunds�tzlich mit allen daraus abzuleitenden Rechten, bis die Eintragung im Hauptbuch vollzogen wird (vgl. BGE 115 II 221 E. 4a S. 226/227). Mit der Wendung "grunds�tzlich" ist gemeint, dass der Ver�usserer zwar Eigent�mer bleibt, aber �berhaupt nicht mehr verf�gen kann, sobald seine Anmeldung des Eigentums�bergangs an den Erwerber in das Tagebuch eingeschrieben ist. Die Rechtsstellung des Erwerbers vor der Eintragung des Eigentums�bergangs in das Hauptbuch wiederum wird verst�rkt, sobald die Eintragungsanmeldung in das Tagebuch eingeschrieben ist. Er besitzt eine dingliche Anwartschaft auf das Eigentum, die aber trotzdem nicht der Entstehung des dinglichen Rechts gleichkommt (vgl. DESCHENAUX, Das Grundbuch, SPR V/3, 2 Bde. 1988/89, � 15/B/I/3b S. 285 und � 29/IV/1a S. 610; J�RG SCHMID, Basler Kommentar, 2011, N. 35 zu Art. 972 ZGB; vgl. zum Begriff: STEINAUER, Les droits r�els, 4. Aufl. 2007, N. 57 S. 50, mit Hinweisen).
3.4 Welche Folgen sich aus diesem Schwebezustand zwischen der Einschreibung in das Tagebuch und der Eintragung in das Hauptbuch f�r die Beteiligten ergeben, hat die Rechtsprechung fallbezogen und dabei vor allem unter dem Blickwinkel der Rechtssicherheit beurteilt:
3.4.1 Die Eintragung des Pfandrechts des Verk�ufers, der Miterben oder Gemeinder muss gem�ss Art. 838 ZGB sp�testens drei Monate nach der �bertragung des Eigentums erfolgen. Unter "�bertragung des Eigentums" versteht die Rechtsprechung im Falle eines Kaufvertrags nicht die Eintragung des Erwerbers in das Hauptbuch, sondern die Einschreibung in das Tagebuch. Begr�ndet wird dieser Fristbeginn zum einen damit, dass die Anmeldung der Eigentums�bertragung beim Grundbuchamt die rechtsgesch�ftliche Verf�gung des Verk�ufers darstellt und der Eigentums�bergang auf den Tag des Eingangs der Anmeldung wirksam werden soll. Zum andern sprechen praktische Gr�nde f�r die L�sung, zumal die Eintragung in das Hauptbuch den Parteien nicht bekannt gegeben wird, in der Regel - im Gegensatz zur Einschreibung in das Tagebuch - kein eigenes Datum erh�lt und damit letztlich ein Vorgang ist, der nach aussen nicht in Erscheinung tritt (vgl. BGE 74 II 230 E. 3 S. 231 ff.).
3.4.2 Aus den n�mlichen �berlegungen der Praktikabilit�t gilt im Mietrecht, dass der Erwerber der Mietsache den Mietvertrag k�ndigen kann, sobald die Eigentums�bertragung in das Tagebuch des Grundbuchs eingeschrieben ist. F�r die L�sung spricht zur Hauptsache, dass sicheren Aufschluss �ber das Datum des Vermieterwechsels nach Ver�usserung der Mietsache nur die Einschreibung in das Tagebuch geben kann, w�hrend die Eintragung in das Hauptbuch erst sp�ter und als bloss interner Vorgang in einem den Parteien unbekannten Zeitpunkt erfolgt. W�hrend dieses Schwebezustands darf den Beteiligten aber nicht unklar bleiben, wann der neue Eigent�mer das Mietverh�ltnis mit der gesetzlichen Frist auf den n�chsten gesetzlichen Termin k�ndigen kann. Dass die Grundbuchanmeldung allenfalls abgewiesen wird und der Eigentumswechsel nicht stattfindet, ist ein Ausnahmefall, der eine abweichende L�sung nicht rechtfertigt (vgl. BGE 118 II 119 E. 3a S. 120 ff., betreffend Art. 259 Abs. 2 OR in der Fassung von 1911, AS 27 317 S. 396 f. und BS 2 199 S. 251, heute: Art. 261 OR).
3.4.3 Die Klage des Materialeigent�mers auf angemessene Entsch�digung im Sinne von Art. 672 ZGB hat sich gegen den Grundeigent�mer und im Falle einer zwischenzeitlich erfolgten Ver�usserung gegen den im Tagebuch eingeschriebenen Erwerber zu richten und nicht gegen den im Hauptbuch noch eingetragenen Verk�ufer, der nicht mehr als passivlegitimiert gelten kann. Die Gr�nde daf�r sind die bereits genannten (Urteil C 531/84 vom 1. Februar 1985 E. 4, in Best�tigung des kantonalen Entscheids in SJ 107/1985 S. 398 f.).
3.5 Die beispielhaft aufgez�hlten F�lle lassen folgende allgemeinen Schl�sse zu:
3.5.1 Die Grundbuchanmeldung und die damit verbundene Einschreibung des Eigentums�bergangs in das Tagebuch beinhalten die materiell-rechtliche Verf�gung. Ab diesem Zeitpunkt ist der Ver�usserer nicht mehr verf�gungsberechtigt. Das Verf�gungsrecht des Erwerbers entsteht gem�ss Art. 972 ZGB zwar erst mit der Eintragung in das Hauptbuch (Abs. 1), aber r�ckwirkend auf den Zeitpunkt der Einschreibung in das Tagebuch (Abs. 2). Die "Bedeutung der Eintragung" (Marginalie zu Art. 972-974 ZGB) in das Hauptbuch gem�ss Art. 972 Abs. 1 ZGB besteht somit im Wesentlichen darin, dass ein gutgl�ubiger Dritter sich auf die Datierung im Hauptbuch verlassen kann, auch wenn sie unrichtig sein, d.h. vom Datum der entsprechenden Einschreibung in das Tagebuch abweichen sollte (vgl. BGE 74 II 230 E. 3 S. 232; DESCHENAUX, a.a.O., � 29/IV/2a S. 612; SCHMID, a.a.O., N. 30 zu Art. 972 ZGB; STEINAUER, a.a.O., N. 897a S. 314).
3.5.2 Rechtssicherheit �ber das Datum des Eigentumswechsels kann ausschliesslich die Einschreibung in das Tagebuch verschaffen. �ber diesen Zeitpunkt darf im Zivilprozess keine Ungewissheit bestehen. Eine Ver�usserung vor Einleitung des Prozesses bewirkt, dass der Kl�ger nicht berechtigt ist, den eingeklagten Anspruch im eigenen Namen zu erheben, oder dass der Beklagte nicht die Person ist, gegen die der eingeklagte Anspruch erhoben werden darf, so dass es im einen wie im anderen Fall zu einer Beurteilung des eingeklagten Anspruchs nicht kommen kann (vgl. BGE 114 II 345 E. 3a S. 346; 116 II 253 E. 3 S. 257). Vorbehalten bleibt ein sog. schlichter oder gewillk�rter Parteiwechsel, den die Prozessordnungen indessen entweder nicht kennen oder nur mit Zustimmung der Gegenpartei zulassen (vgl. BGE 118 Ia 129 E. 2 S. 130). Eine Ver�usserung nach Eintritt der Rechtsh�ngigkeit bewirkt nach allgemeinen Grunds�tzen zwar ebenfalls den Verlust der Sachlegitimation, schliesst aber die Beurteilung des eingeklagten Anspruchs nicht aus, wenn und soweit die sog. Einzelrechtsnachfolge im Prozess geregelt ist (vgl. zu den M�glichkeiten: Urteil 5A_91/2009 vom 5. Mai 2009 E. 2 und 3, in: SZZP 2009 S. 355 ff.). Eine Ver�usserung vor oder nach Prozessbeginn hat somit unterschiedliche Folgen f�r die Beurteilung des eingeklagten Anspruchs und muss deshalb zeitlich eindeutig bestimmbar sein. Sicheren Aufschluss �ber das Datum der Ver�usserung gibt die Einschreibung in das Tagebuch, hingegen nicht die Eintragung in das Hauptbuch.
3.5.3 Gegen�ber einem Abstellen auf den Zeitpunkt der Einschreibung in das Tagebuch verbleibt der Einwand, dass eine Grundbuchanmeldung auch abgewiesen werden kann. Dabei handelt es sich indessen um Ausnahmef�lle, zumal die kantonale Grundbuchpraxis �bertriebenen Formalismus vermeidet und den Entscheid zur Erg�nzung von Belegen formlos aufschieben kann (vgl. DESCHENAUX, a.a.O., � 25/V/2 S. 533 ff.; SCHMID, a.a.O., N. 18 zu Art. 966 ZGB; STEINAUER, a.a.O., N. 856e S. 302 f., mit Hinweisen). Richtig ist auch, dass die zeitliche R�ckbeziehung der Eintragung in das Hauptbuch auf die Einschreibung in das Tagebuch zur Folge haben kann, dass sich ein Auszug aus dem Hauptbuch (Art. 967 Abs. 2 ZGB) im Nachhinein als unvollst�ndig erweist, falls im Zeitpunkt seiner Ausfertigung ein Tagebucheintrag noch nicht im Hauptbuch vollzogen ist. Der Gefahr beugen Vorschriften der Grundbuchbuchverordnung (GBV) vom 23. September 2011 (SR 211.432.1) vor. Danach wird im Papiergrundbuch auf dem Hauptbuchblatt darauf hingewiesen, wenn eine Eintragung in das Tagebuch h�ngig ist (Art. 82 GBV und Art. 26 Abs. 3 der GBV vom 2. Februar 1910 in der Fassung von 1988, AS 1987 II 1600 1602). Ausz�ge aus dem Hauptbuch enthalten dann einen Hinweis auf die Anmeldungen, die im Tagebuch eingeschrieben, aber noch nicht im Hauptbuch eingetragen sind (Art. 31 Abs. 4 lit. e GBV und Art. 105 Abs. 4 der GBV vom 2. Februar 1910 in der Fassung von 1988, AS 1987 II 1600 1609 f.; vgl. Urteil 5C.232/2003 vom 2. M�rz 2004 E. 2.2, in: ZBGR 86/2005 S. 42).
4.1 Der Beschwerdef�hrer hat nicht nur auf Feststellung seiner Dienstbarkeitsberechtigung geklagt, sondern weitergehend beantragt, das Haus A abzureissen und den rechtm�ssigen Zustand wiederherzustellen. Wer sich als Eigent�mer ein derartiges Begehren entgegenhalten lassen muss, folgt aus der Einschreibung in das Tagebuch, soweit im Zeitpunkt der Klageeinreichung ein Eigentumswechsel beim Grundbuchamt angemeldet, die Eintragung in das Hauptbuch aber zuf�lligerweise noch nicht vollzogen ist.
4.2 Der Beschwerdef�hrer hat seine Klage am 5. Januar 2010 gegen die Beschwerdegegnerin 1 als Eigent�merin - unter anderem - der Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 eingereicht, obwohl er im Zeitpunkt der Ausarbeitung der Klageschrift aufgrund eines �ber einen Notar bezogenen Grundbuchauszugs wusste, dass der Eigentums�bergang an die Ehegatten U.________ und V.________ im Tagebuch eingeschrieben war. Es ist zwar richtig, dass einem Grundbuchauszug der �ffentliche Glaube des Grundbuchs nicht zukommt, doch h�tte der Hinweis auf den im Tagebuch eingeschriebenen Eigentumswechsel den Beschwerdef�hrer veranlassen m�ssen, Abkl�rungen im Grundbuch selbst vorzunehmen (vgl. Urteil 5C.232/2003 vom 2. M�rz 2004 E. 2.2, in: ZBGR 86/2005 S. 42). Daran �ndert das Eigent�merverzeichnis nichts, das der Beschwerdef�hrer beim zust�ndigen Grundbuchamt eingeholt haben will und aus dem sich keine h�ngigen Tagebuchgesch�fte ergeben sollen (S. 12 der Beschwerdeschrift). Das Eigent�merverzeichnis entfaltet keine Rechtswirkungen und nimmt am �ffentlichen Glauben des Grundbuchs nicht teil (vgl. DESCHENAUX, a.a.O., � 5/III/1a S. 66 und � 38/B/AA/I/1 S. 767; SCHMID, a.a.O., N. 7 zu Art. 973 ZGB; STEINAUER, a.a.O., N. 934a S. 325 f.).
4.3 Der Beschwerdef�hrer hat die Ehegatten U.________ und V.________ als Eigent�mer der Stockwerkeinheit Nr. 2355-5 und damit zwei der eine notwendige Streitgenossenschaft bildenden Eigent�mer der Liegenschaft Nr. 2355 nicht in den Prozess einbezogen. Das hier vor Regionalgericht noch massgebende bernische Zivilprozessrecht (vgl. E. 2.1 hiervor) kennt den sog. schlichten oder gewillk�rten Parteiwechsel nicht (vgl. BGE 118 Ia 129 E. 2b S. 131). Nicht von Anfang an als Partei am Verfahren beteiligte notwendige Streitgenossen k�nnen zudem weder sp�ter beitreten noch beigeladen werden. Die Klage aber, die nicht gegen alle notwendigen Streitgenossen gerichtet wird, durfte wegen fehlender Passivlegitimation abgewiesen werden (vgl. LEUCH/MARBACH/KELLERHALS/STERCHI, Die Zivilprozessordnung f�r den Kanton Bern, 5. Aufl. 2000, N. 1d zu Art. 36 ZPO; JOLIDON, Proc�dure civile bernoise, 1986, S. 76 f. Ziff. 521.3; allgemein: BGE 137 III 455 E. 3.5 S. 459).
Aus den dargelegten Gr�nden muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdef�hrer wird damit kostenpflichtig, nicht hingegen entsch�digungspflichtig, da die Beschwerdegegner mit ihrem Antrag, das Gesuch um aufschiebende Wirkung abzuweisen, unterlegen sind und in der Sache keine Vernehmlassungen eingeholt wurden (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).