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Timestamp: 2017-07-24 22:53:30
Document Index: 8565235

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 4', '§ 4', '§ 16', '§ 16', '§ 32', '§ 26', '§ 32']

12.63.3-8-26
Fluchtweg-Richtlinien A 2.15
Betr.: Richtlinien für die Ermittlung zulässiger Fluchtweglängen im Steinkohlenbergbau unter Tage (Fluchtweg-Richtlinien)
Die Rundverfügung des Landesoberbergamts vom 18.12.1989 - 12.63.3-8-26 - mit Richtlinien für die Ermittlung zulässiger Fluchtweglängen im Steinkohlenbergbau unter Tage (Fluchtweg-Richtlinien) ist abgedruckt unter der Gliederungs-Nr. A 2.4.
Dortmund, den 18.12.1989
12.63.3-11-4
Rettungskonzept A 2.15
(A 2.4)
Die Rundverfügung des Landesoberbergamts vom 30.8.1993 - 12.63-11-4 - mit dem Rettungskonzept für den Steinkohlenbergbau unter Tage (Rettungskonzept) ist abgedruckt unter der Gliederungs-
nummer A 2.4. Dortmund, den 30.08.1993
12.63.3-11-9
Streblängen-Richtlinien A 2.15
Betr.: Richtlinien über die Anforderungen an Abbaubetriebe mit Streblängen >250 m-Streblängen-Richtlinien-
Die Rundverfügung des Landesoberbergamts vom 28. 11. 1996 -12.63.3-11-9- mit Richtlinien über die Anforderungen an Abbaubetriebe mit Streblängen > 250 m-Streblängen-Richtlinien - ist abgedruckt unter der Gliederungs-Nr. A 2.4.
Dortmund, den 28. 11. 1996
R i c h t l i n i e ndes Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalenzum Schutz vor Gefahren durch Gebirgsschläge(Gebirgsschlag-Richtlinien)
4 Planung und betriebliche Voraussetzungen
4.1 Planung von Grubenbauen4.2 Schutzmaßnahmen4.3 Stein- und Kohlenfall4.4 Selbstentzündungsgefahren4.5 Gefahren durch Grubengas4.6 Testprogramme
5 Bereiche möglicher Gebirgsschlaggefahr
5.1 Merkmale5.2 Beurteilung der Kohle und des Nebengesteins5.3 Maßnahmen in Bereichen möglicher Gebirgsschlaggefahr5.3.1 Grundsätze5.3.2 Testbohrverfahren5.3.3 Testen fortschreitender und stehender Stöße5.3.4 Testen nach und während Stillstandszeiten5.3.5 Beeinflussung durch andere Grubenbaue5.3.6 Verdichten des Testprogrammes5.3.7 Einschränken oder Einstellen der Testmaßnahmen5.3.8 Stichprobenartige Testbohrungen5.3.9 Drehrohrverfahren5.3.10 Drehrüttelverfahren5.3.11 Sonstige Verfahren5.3.12 Schriftliche Aufzeichnungen
6 Bereiche erkannter Gebirgsschlaggefahr
6.1 Beurteilung der Bohrergebnisse6.2 Sofortmaßnahmen6.3 Entspannungsverfahren6.3.1 Entspannungsbohren6.3.2 Entspannungssprengen6.3.3 Sonstige Entspannungsverfahren6.4 Überprüfung des Entspannungserfolges6.5 Zusatzmaßnahmen nach erfolgter Entspannung
7 Sachverständige, Beauftragte und beschäftigte Personen
7.1 Beteiligung des Sachverständigen7.2 Beauftragte für Test- und Entspannungsmaßnahmen7.3 Beschäftigte Personen
8.1 Elektrische Betriebsmittel8.2 Bewetterung8.3 Dokumentation8.4 Benachrichtigung benachbarter Bergwerke8.5 Benachrichtigung des Bergamts
Diese Richtlinien enthalten Regelungen zum Schutz vor Gefahren durch Gebirgsschläge inBetrieben des Steinkohlenbergbaus unter Tage.
Gebirgsschlag Unter einem Gebirgsschlag ist ein schlagartiges Entspannen von Gebirgsschichten mitEinwirkungen auf Grubenbaue zu verstehen. Bereiche möglicher Gebirgsschlaggefahr Bereiche möglicher Gebirgsschlaggefahr liegen vor, wenn durch die geologischen undgrubengeometrischen Voraussetzungen das Auftreten eines Gebirgsschlages nichtausgeschlossen werden kann. Bereiche erkannter Gebirgsschlaggefahr Bereiche erkannter Gebirgsschlaggefahr liegen vor, wenn durch Testmaßnahmen kritischeGebirgsspannungen erkannt worden sind. M M ist die anstehende Flözmächtigkeit in Metern einschließlich der mit dem Flöz zumAuswandern neigenden Schichten. Falls starke Konvergenz zu einer deutlichen Mächtig-keitsabnahme dieser Schichten geführt hat, ist bei der Festlegung der Testbohrtiefe dasursprüngliche M zugrunde zu legen. A A ist der Abbaufortschritt oder Vortrieb bis zum nächsten Testen in Metern. Flözecke Die Flözecke ist der Schnittpunkt des Strebstoßes mit dem Kohlenstoß der Abbau-begleitstrecke, auf deren anderer Seite das Flöz bereits abgebaut ist. Der Flözeckenbereichumfaßt einen Umkreis von 20 M, mindestens 40 m um die Flözecke. Testbohrungen Testbohrungen dienen dem Erkennen von Gebirgsspannungen im Flöz. Sie sind nach fest-gelegten Regeln durchzuführen und auszuwerten. Kontrolltestbohrungen Kontrolltestbohrungen dienen der Überprüfung von Testmaßnahmen. Nachtestbohrungen Nachtestbohrungen dienen der Erfolgskontrolle von Entspannungsmaßnahmen.
Gebirgsschläge sind Bruchvorgänge im Gebirge, die durch plötzliches Eintreten, heftigen Verlaufund Einwirkungen auf Grubenbaue gekennzeichnet sind.
Gebirgsschläge im Steinkohlenbergbau sind verbunden mit Erschütterungen, knallartigen Geräuschenund einem schlagartigen Hereinschieben des Kohlenstoßes, oft unter Zerkleinerung und Weg-schleudern von Kohle und/oder Gestein. Gebirgsschläge können sich auch auf unmittelbare Neben-gesteinsschichten auswirken. Bei Gebirgsschlägen ist mit dem plötzlichen Freiwerden großerGrubengasmengen zu rechnen.
Gebirgsschläge werden durch hohe Spannungen des Gebirges um Grubenbaue verursacht.Voraussetzungen für das Auftreten von Gebirgsschlägen sind hoher Gebirgsdruck, wie er sich ausdem Teufendruck und druckerhöhenden Grubenbausituationen ergibt, sowie energiespeicherfähigeKohle und festes Nebengestein, z. B. dickbankige Sandsteinschichten im Hangenden des Flözes.
Gefährdet sind insbesondere Grubenbaue mit anstehender Kohle. Schädliche Einwirkungen beiGebirgsschlägen entstehen im wesentlichen durch Flözvorschub oder Kohleauswurf. DieseEinwirkungen können sehr verschieden sein und reichen von geringfügigen örtlichen Schäden bishin zu großräumigen Zerstörungen. 4 Planung und betriebliche Voraussetzungen
4.1 Planung von Grubenbauen
Bereits bei der Planung von Grubenbauen ist zu prüfen, ob Voraussetzungen für eine Gebirgs-schlaggefahr vorliegen.
Liegen Voraussetzungen für eine mögliche Gebirgsschlaggefahr vor und können die geplantenGrubenbaue nicht in einen ungefährdeten Bereich verlegt werden, so sind bei der Planungspannungsmindernde Maßnahmen zu berücksichtigen.
Zur Verringerung der Gebirgsschlaggefahr können u.a. nachstehende Maßnahmen in Betrachtkommen:
Abbaubetriebe sollten nicht in Richtung auf den Alten Mann bzw. auf Basisstrecken, Auf- undAbhauen oder andere Grubenbaue im Abbauvorfeld zugeführt werden.
Streckenvortriebe in der Kohle sowie Auf- und Abhauen sollten in Abständen von wenigerals 5 m oder mehr als 20 M, mindestens 40 m zum Alten Mann oder zu Störungen aufgefahrenwerden.
Grubenbaue sollten dem Abbaukantendruck oder dem Druck aus Restpfeilern nach Möglichkeitnicht ausgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Strebbetriebe während der Anlaufzeit und fürVortriebe in der Kohle, die nach Möglichkeit unter die abgebaute Flözseite gelegt werden sollten.
Druckzonen sollten so wenig wie möglich durchörtert werden. Dies gilt insbesondere für Strecken-kreuzungen, Gesteinsbergabzweige, Parallelstrecken, Gegenortsbetriebe sowie für Streckenvor-triebe in der Kohle oder Auf- und Abhauen über oder unter Gesteinsstrecken.
Streckenauffahrungen vorbeschriebener Art sollten außerhalb der Einwirkungsbereiche von Rest-pfeilern, Kohleninseln, Störungen, Abbaukanten und Abbaueinwirkungen liegen.
Beim Schwenken von Strebbetrieben sollten ungünstige Pfeilerbildungen sowie andere sich ausder Schwenkgeometrie ergebende ungünstige Zuordnungen von Grubenbauen vermieden werden.
Strebbetriebe sollten so geführt werden, daß sich ungünstige gegenseitige Beeinflussungen nichtergeben. Bei Einwirkungen aus mehreren laufenden Abbaubetrieben sollten gefährdete Gruben-baue verlegt oder die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, den Abbau vorübergehend ganzoder teilweise einzustellen.
Im übrigen sollten Grubenbaue in Bereichen möglicher Gebirgsschlaggefahr so geplant werden,daß gegebenenfalls zu überwachende Bereiche möglichst klein gehalten bzw. diese zu gegebenerZeit gegen Betreten gesperrt oder explosionsfest abgedämmt werden können.
Beim Vorliegen besonders ungünstiger Voraussetzungen ist zu prüfen, ob sich Druckkonzentrationendurch den Abbau eines Schutzflözes im Hangenden oder im Liegenden vermeiden lassen.
In Bereichen, in denen eine Gebirgsschlaggefahr erkannt worden ist, ist im Einzelfall zu prüfen, obdie Sicherheit der dort beschäftigten Personen, auch nach erfolgter Entspannungsmaßnahme, durchvorsorgliche Schutzmaßnahmen verbessert werden kann.
In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob in den angegebenen Bereichen beim Vortrieb oder beider Hereingewinnung von Kohle auf die Anwesenheit von Personen verzichtet werden kann undggf. nach erfolgtem Vortrieb oder erfolgter Gewinnung eine Wartezeit bis zum Betreten desGefahrenbereiches einzuhalten ist.
4.3 Stein- und Kohlenfall
Zur Vermeidung von Unfällen durch Stein- und Kohlenfall ist sicherzustellen, daß bei Test- undEntspannungsarbeiten, soweit erforderlich, Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, mit derenHilfe ein gefahrloses Arbeiten am Kohlenstoß ermöglicht wird oder daß Einrichtungen verwendetwerden, die Arbeiten im Gefahrenbereich entbehrlich machen.
4.4 Selbstentzündungsgefahren
In Flözen, die zur Selbstentzündung neigen, sollen die Test- und Entspannungsbohrlöcher mit hierfürgeeigneten Stoffen verschlossen werden. Auch durch die Behandlung der Bohrlöcher mit Staub-bindemitteln kann einer Selbstentzündungsgefahr entgegengewirkt werden.
4.5 Gefahren durch Grubengas
Bei Entspannungsmaßnahmen sind die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit der zulässigeGrubengasgehalt in den Wettern nicht überschritten wird.
Wenn bei Test- oder Entspannungsbohrungen Grubengas ausbläst, ist der Gasausbruchsbeauftragtedes Bergwerks zu benachrichtigen. Fallen Maßnahmen nach den Gasausbruchs- und Gebirgs-schlagrichtlinien zusammen, ist eine fachübergreifende Überwachung und Koordinierung erforderlich.
4.6 Testprogramme
Liegen die Merkmale für eine mögliche Gebirgsschtaggefahr nach Abschnitt 5.1 vor, sindTestprogramme aufzustellen, die Bestandteil des Betriebsplans sind.
Die Testprogramme sollen angeben, welche Maßnahmen zum Erkennen einer Gebirgsschlaggefahr(Testmaßnahmen) durchgeführt werden.
Bereiche möglicher Gebirgsschlaggefahr liegen vor:
Wenn im zu beurteilenden Flöz unter gleichwertigen geologischen und grubengeometrischenVoraussetzungen im selben oder in benachbarten Baufeldern ein Gebirgsschlag bereitsaufgetreten oder eine Gebirgsschlaggefahr bereits erkannt worden ist. Wenn eine mehr als 5 m mächtige Bank aus Sandstein oder ein Schichtenpaket vergleichbarerFestigkeit weniger als 10 m über einem Flöz beginnt und eine oder mehrere der folgendengeologischen und grubengeometrischen Voraussetzungen gegeben sind: a) anlaufender Streb bis zum Setzen des Haupthangenden,b) Abbau oder Auffahren von Grubenbauen im Umkreis von 20 M, mindestens 40 m zu - einer benachbarten abgebauten Bauhöhe oder - einem anderen Grubenbau oder - einer geologischen Störung,c) Restpfeiler oder Abbaukanten im Hangenden oder Liegenden des Flözes bis zu einem bankrechten oder seigeren Abstand von 200 m (Die Abbaukanten sind bis zu einem Flözeinfallen von 40 gon bankrecht, bei größerem Einfallen bankrecht und seiger zu projizieren und zu beurteilen. Die Änderung der Versatzart hat die Wirkung einer Abbaukante.),d) spitzwinklige Stellung (Winkel unter 80 gon) offener Grubenbaue mit anstehender Kohle zueinander,e) Flözeinklemmungen, z.B. verursacht durch erfahrungsgemäß wechselnde Flözmächtigkeit (Flözverschmälerungen um mehr als 20 % innerhalb einer Erstreckung von 10 m) oder durch welliges Hangendes,f) mächtige Bank aus Sandstein oder einem Schichtenpaket vergleichbarer Festigkeit weniger als 5 m unter dem Flöz.
5.2 Beurteilung des Nebengesteins
Mit Hilfe der vorhandenen Aufschlüsse ist das Nebengestein nach Abschnitt 5.1 Nr. 2 flächendeckendzu beurteilen. Dabei sind auch unmittelbar im Hangenden oder Liegenden befindliche Flöze miteinzubeziehen. Bestehen Zweifel über den Aufbau des Gebirges bzw. seine Festigkeitseigenschaften,so sind die Schichten durch Kernbohrungen aufzuschließen; andernfalls ist festes Nebengestein zuunterstellen. Die Bohrkerne sollten nach dem Solid-Rock-Dia-*) oder durch vergleichbare Verfahrenbeurteilt werden.
*)Ein von der DMT-Fachstelle für Gebirgsschlagverhütung entwickeltes Auswerteverfahren für Kernbohrungen zur Beurteilung einer Gebirgsschlaggefahr.
5.3 Maßnahmen in Bereichen möglicher Gebirgsschlaggefahr
5.3.1 Grundsätze
Liegen Voraussetzungen für eine mögliche Gebirgsschlaggefahr nach Abschnitt 5.1 vor, so sindrechtzeitig Maßnahmen zum Erkennen einer Gebirgsschlaggefahr (Testmaßnahmen nach Testprogramm)durchzuführen. Testmaßnahmen sind so durchzuführen, daß der gesamte Bereich einer möglichenGebirgsschlaggefahr erfaßt wird.
Als Testmaßnahmen kommen das Testbohrverfahren nach Abschnitt 5.3.2 sowie ergänzend dazustationäre Überwachungsverfahren nach den Abschnitten 5.3.9 und 5.3.10 in Betracht.
5.3.2 Testbohrverfahren
Standardverfahren für das Erkennen einer Gebirgsschlaggefahr ist das Testbohren. Die Testbohrungensind nach einem Testprogramm durchzuführen, das u.a. Angaben über Art, Zahl, Tiefe, Durchmesser,örtliche Abstände und zeitliche Abfolge der Bohrlöcher enthalten soll (s. Anlagen 1 und 2).
Im weiteren gelten folgende Anforderungen:
Der Durchmesser der Testbohrungen soll 50 mm betragen. In Ausnahmefällen sindDurchmesser von 42 mm und 46 mm zulässig.
Testbohrungen sollen möglichst in der Mitte des Flözes verlaufen.
Die Bohrkleinmengen sind für jeden Bohrmeter mit einer Genauigkeit von 0,5 l zu ermitteln.
Die Bohrlochtiefe muß, rechtwinklig zum fortschreitenden Stoß gemessen, wenigstens3 M + A betragen. In stehenden Stößen muß die Bohrlochtiefe 4 M, mindestens jedoch5 m, betragen.
Testbohrungen sind abzubrechen, wenn sie die im Abschnitt 6.1 aufgeführten Ergebnisse zeigen.
Testbohrungen sind ebenfalls abzubrechen, wenn der Bohrkleinanfall 15 l/m überschreitet.Sofern Kontrolltestbohrungen einen höheren Bohrkleinanfall als 15 l/m bestätigen, sind dieSofortmaßnahmen nach Abschnitt 6.2 durchzuführen, oder das weitere Vorgehen ist inAbstimmung mit dem Bergamt unter Beteiligung des Sachverständigen festzulegen.
Kontrolltestbohrungen dürfen nur in Anwesenheit einer fachkundigen verantwortlichen Persondurchgeführt werden.
5.3.3 Testen fortschreitender und stehender Stöße
Fortschreitende Stöße sind wenigstens arbeitstäglich zu testen. Nach Tagen des Stillstandesfortschreitender Stöße sind die arbeitstäglichen Testbohrungen unmittelbar vor Aufnahme derGewinnungs-, Vortriebsoder Nachreißarbeiten herzustellen.
Stehende Stöße offener Grubenbaue sind wenigstens wöchentlich durch Testbohrungen oderVerfahren nach den Abschnitten 5.3.9 und 5.3.10 zu überwachen. Solange bei Testbohrungendie Spannungsfreiheit von 4 M Tiefe nicht nachgewiesen werden kann, ist das Testprogramm indiesem Bereich entsprechend den Testergebnissen zeitlich und ggf. örtlich zu verdichten. Dabeiist wenigstens arbeitstäglich auf 3 M Tiefe zu testen, bis die Testbohrlochtiefe von 4 M,mindestens 5 m wieder erreicht wird.
5.3.4 Testen nach und während Stillstandszeiten
Nach Stillstandszeiten, die länger als die im Testprogramm festgelegten zeitlichen Abstände fürdas Testen der rückwärtigen Stöße angedauert haben, sind unmittelbar vor Wiederaufnahmeder Arbeiten zuerst die rückwärtigen Stöße des Grubenbaus nach Testprogramm zu testen.
Während Stillstandszeiten, die länger als die im Testprogramm festgelegten zeitlichen Abständefür das Testen rückwärtiger Stöße andauern, sind die Grubenbaue zum Schutz der mit derÜberwachung dieser Grubenbaue beauftragten Personen vorsorglich durch stichprobenartigeTestbohrungen oder stationäre Verfahren zu überwachen.
Wenn in fortschreitenden Stößen und den angrenzenden Teilen der stehenden Stöße nacherfolgten Entspannungsmaßnahmen und anschließender Gewinnung oder Vortriebsarbeit längerals 24 Stunden nicht mehr getestet worden ist, dürfen in den betreffenden Bereichen Arbeitenerst dann wieder aufgenommen werden, wenn durch unmittelbar zuvor durchgeführte Test-maßnahmen Spannungsfreiheit nachgewiesen worden ist.
5.3.5 Beeinflussung durch andere Grubenbaue
Grubenbaue in Bereichen möglicher Gebirgsschlaggefahr, die durch andere Grubenbauebeeinflußt werden können, sind durch Testmaßnahmen zu überwachen.
Wenn Grubenbaue in einem Abstand von weniger als 20 M, mindestens 40 m aufeinanderzugeführt werden, sind Vortriebs-, Gewinnungs- und Nachreißarbeiten sowie Testmaßnahmenin den betroffenen Grubenbauen so aufeinander abzustimmen, daß Gefährdungen von Personen,die in den jeweiligen Grubenbauen beschäftigt sind, ausgeschlossen werden können. Ggf. isteiner der Grubenbaue vorübergehend zu sperren.
5.3.6 Verdichten des Testprogramms
Testbohrungen sind zeitlich und örtlich zu verdichten, wenn sich der Bohrkleinanfall und/oderandere Anzeichen, die auf hohe Gebirgsspannungen hinweisen, von Testreihe zu Testreihe erhöhen.
Sofern eine Gebirgsschlaggefahr nach Abschnitt 6.1 erstmals erkannt wird, sind die Testmaß-nahmen ebenfalls zeitlich und örtlich zu verdichten. In diesem Fall ist auch zu prüfen, ob und ggf.in welchem Umfang weitere Grubenbaue in die Testmaßnahmen mit einzubeziehen sind.
Im Flözeckenbereich sind die Streb- und Streckenstöße wenigstens arbeitstäglich zu testen,wenn eine Gebirgsschlaggefahr erstmals erkannt wird oder eine Gebirgsschlaggefahr untergleichartigen Bedingungen im selben Flöz erkannt worden war. Bei Abbaufortschritten >4 m/dsind im Flözeckenbereich Zwischentestbohrungen vorzusehen.
5.3.7 Einschränken oder Einstellen der Testmaßnahmen
Testmaßnahmen, die über einen längeren Zeitraum keine Hinweise auf erhöhte Gebirgsspannungenanzeigen, können mit Zustimmung des Bergamtes eingeschränkt oder eingestellt werden, solangesich die Merkmale für eine mögliche Gebirgsschlaggefahr nach Abschnitt 5.1 nicht zum Ungünstigenhin verändern und solange neue Merkmale nicht hinzutreten.
5.3.8 Stichprobenartige Testbohrungen
Stichprobenartige Testbohrungen kommen dann in Betracht, wenn in Einzelfällen Zweifeldarüber bestehen, ob Spannungsfreiheit gegeben ist.
Dies gilt z. B. in Strecken oder Aufhauen, in denen das Liegende die Voraussetzungen nachAbschnitt 5.1 Nr. 2f) aufweist und ein oder mehrere druckerhöhende Faktoren vorliegen sowiein Grubenbauen, die bei fehlenden Nebengesteinsvoraussetzungen nach Abschnitt 5.1 Nr. 2 untergeometrisch ungünstigen Bedingungen aufgefahren werden oder nachträglich unter Druckein-wirkungen gelangen.
Zur Überwachung stehender Stöße kann das Drehrohrverfahren unter folgenden Voraussetzungenangewendet werden:
Es dürfen nur Drehrohre und ggf. Hilfsmittel eingesetzt werden, deren Eignung für denvorgesehenen Zweck nachgewiesen ist (Standarddrehrohr siehe Anlage 3a). Das Drehrohr ist so einzubringen, daß es von Hand oder ggf. mit zulässigen Hilfsmitteln überseine gesamte Länge drehbar ist und nicht herausgezogen werden kann. Das Drehrohr darf nicht in solche Testbohrlöcher eingebracht werden, bei deren Herstellung(Bohrlochtiefe 4 M) in der vom Drehrohr zu überwachenden Tiefe von 3 Ma) mehr als 6 l Bohrklein pro Bohrmeter angefallen sind oderb) ein oder mehrere Knälle aufgetreten sind oderc) das Bohrgestänge einzog oder festklemmte. Der Drehtest ist mindestens arbeitstäglich durchzuführen, soweit im Testprogramm nichtausdrücklich andere Fristen festgelegt sind. Wird beim Drehtest ein Festsitzen des Drehrohres festgestellt, so ist sicherzustellen, daßbei einem Drehrohrabstanda) £ 10 m in 2-3 m Abstand vom Drehrohransatzpunkt eine Kontrolltestbohrungb) > 10 m in 2-3 m Abstand beiderseits des Drehrohransatzpunktes Kontrolltestbohrungenauf 4 M Tiefe unverzüglich hergestellt und beurteilt werden. Falls diese Testbohrlöcher wieder zur Aufnahme von Drehrohren dienen sollen, müssen dieVoraussetzungen nach Abschnitt 5.3.9 Nr. 3 erfüllt sein, andernfalls hat die weitere Über-wachung durch Testbohrungen zu erfolgen.
5.3.10 Drehrüttelverfahren
Zur Überwachung stehender Stöße kann das Drehrüttelverfahren unter folgenden Voraussetzungenangewendet werden:
Neben dem Eignungsnachweis nach Abschnitt 5.3.9 Nr. 1 ist vor dem Ersteinsatz zusätzlichder Nachweis zu erbringen, daß sich die Kohle bei erhöhtem Gebirgsdruck in den vor-gesehenen Bereichen für den Einsatz von Drehrüttelrohren eignet (Standard-Drehrüttelrohrsiehe Anlage 3b). Testbohrlöcher zur Aufnahme von Drehrüttelrohren müssen bei der Herstellung dieAnforderungen nach Abschnitt 5.3.9 Nr. 3 erfüllen. Das Drehrüttelrohr ist so einzubringen, daß es von Hand oder ggf. mit zulässigen Hilfsmittelnüber die gesamte Länge drehbar bzw. rüttelbar ist, und weder das Außen- noch das Innenrohraus dem Bohrloch herausgezogen werden können. Der Kohlenstoß muß sowohl durch das Außenrohr (Drehtest) als auch durch das Innenrohr(Rütteltest) auf eine Tiefe von wenigstens 3 M überwacht werden. Der Drehtest bzw. der Rütteltest ist mindestens arbeitstäglich durchzuführen, soweit imTestprogramm nicht ausdrücklich andere Fristen festgelegt worden sind. Bei festsitzendem Außenrohr ist in Betracht zu ziehen, ob ergänzend zum Rütteltest unterBerücksichtigung der jeweiligen grubengeometrischen Situation stichprobenartige Test-bohrungen durchzuführen sind. Bei festsitzendem Rüttelrohr ist unverzüglich beidseitig vom Drehrüttelrohr je eine Kontroll-testbohrung in 2-3 m Abstand zu stoßen. Falls diese Testbohrlöcher wieder zur Aufnahmevon Drehrüttelrohren dienen sollen, müssen die Voraussetzungen nach Abschnitt 5.3.9 Nr. 3erfüllt sein, andernfalls hat die weitere Überwachung durch Testbohrungen zu erfolgen. Bei Flözen mit Selbstentzündungsgefahr sollte der Ringraum zwischen Außenrohr und Bohrlochbeim Einbringen oder ggf. nach dem Einbringen wetterdicht verschlossen werden.
5.3.11 Sonstige Verfahren
Betriebspläne über die Anwendung anderer Verfahren für das Erkennen von Gebirgsschlaggefahren,z.B. die Überwachung stehender Stöße mittels Bohrlochverformungs-Sonden, sind vor Zulassungdem Landesoberbergamt NRW vorzulegen. Dies gilt nicht, wenn solche Verfahren in Kombinationmit anderen Überwachungsmaßnahmen nach Abschnitten 5.3.2, 5.3.9 und 5.3.10 angewendetwerden sollen.
5.3.12 Schriftliche Aufzeichnungen
Bei Testbohrungen sind je Meter Bohrfortschritt folgende Ergebnisse schriftlich festzuhalten:
Bohrkleinmengen,
Entspannungsgeräusche (Knälle oder Arbeiten in der Kohle),
Festklemmen des Bohrgestänges durch Gebirgsdruck,
Hineinziehen des Bohrgestänges in das Bohrloch,
im Bohrloch verbliebenes Bohrgestänge,
Ausblasen von Grubengas,
Bohrklein feucht/naß,
Stein angebohrt.
Die Aufzeichnungen müssen ggf. Angaben darüber enthalten, warum die Sollbohrlochtiefenicht erreicht worden ist.
Bei der Anwendung des Drehrohr- oder Drehrüttelverfahrens sind die Ergebnisse derDreh- bzw. Rütteltests aufzuzeichnen.
Darüber hinaus muß das Bohrlochprotokoll folgende Angaben enthalten:
Datum und Uhrzeit der Bohrung, Ort der Bohrung, Name des Testers und der verantwortlichenPerson.
Die Aufzeichnungen sind mindestens bis zum Abwerfen des jeweiligen Grubenbaues aufzubewahren.Eine kürzere Aufbewahrungsfrist bedarf der Zustimmung des Bergamts.
6.1 Beurteilung der Bohrergebnisse
Eine Gebirgsschlaggefahr gilt als erkannt, wenn eine Testbohrung sowie unmittelbar nachfolgendeKontrolltestbohrungen (im Regelfall 1 bis 2 Kontrolltestbohrungen) innerhalb der Bohrlochtiefevon 3 M bei stehenden Stößen und von 3 M + A bei fortschreitenden Stößen zu folgendenErgebnissen führen:
Erhöhter Bohrkleinanfall (mehr als 8 l/m bei 50 mm Durchmesser, mehr als 7 l/m bei 46 mm Durchmesser, mehr als 6 l/m bei 42 mm Durchmesser) und Vorliegen anderer Anzeichen, die auf hohe Gebirgsspannungen hinweisen, wie- Entspannungsgeräusche (Knälle oder Arbeiten in der Kohle),- Hineinziehen des Bohrgestänges in das Bohrloch oder Festklemmen des Bohrgestänges durch Gebirgsdruck oder Auslösen heftiger Entspannungsgeräusche (100-m-Knälle) beim Bohren.
Ist eine Gebirgsschlaggefahr nach Abschnitt 6.1 erkannt oder werden heftige Flözreaktionenwie Flözvorschub oder Kohleauswurf festgestellt, sind sofort folgende Maßnahmen durchzuführen:
Einstellen aller Arbeiten, die nicht der Sicherung des Arbeitsplatzes und der Beseitigung derGebirgsschlaggefahr dienen, Einstellung jeglicher Abbauhammerarbeit,
Räumen der Grubenbaue mit erkannter Gebirgsschlaggefahr und Sichern gegen unbefugtesBetreten,
Abgrenzen des gefährdeten Bereiches durch weitere Testbohrungen von spannungsfreienBereichen aus,
Sperren anderer Grubenbaue im Einflußbereich der Entspannungsmaßnahme,
Durchführen der Entspannungsmaßnahmen oder explosionsfestes Abdämmen des betroffenenBereiches.
Die Abgrenzung des Gefahrenbereiches sowie die Entspannungsmaßnahmen dürfen nur inAnwesenheit einer fachkundigen verantwortlichen Person durchgeführt werden. Entspannungs-maßnahmen sind so durchzuführen, daß der gesamte Bereich einer erkannten Gebirgsschlaggefahrerfaßt wird.
Die nach Abschnitt 6.2, Nr.1 und Nr.4 festgelegten Einschränkungen dürfen erst wieder zurück-genommen werden, wenn der Erfolg der Entspannungsmaßnahme nach Abschnitt 6.4 erreicht ist.
6.3 Entspannungsverfahren
6.3.1 Entspannungsbohren
Standardverfahren für das Beseitigen von Gebirgsschlaggefahren ist das Entspannungsbohren.
Hierfür gelten nachstehende Anforderungen:
Entspannungsbohrungen sind von nachweislich spannungsfreien Bereichen ausgehend anzusetzen.Die Bohrungen sollen nicht mehr als 10 m auseinander liegen. Die Richtung der Ent-spannungsbohrungen soll im Regelfall der Richtung von Test- und Kontrolltestbohrungenentsprechen. Während des Bohrvorganges ist zwischen Steuerstand und Bohrmaschine ein Sicherheitsabstandvon mindestens 20 m einzuhalten.
Entspannuhgsbohrungen müssen einen Durchmesser von mindestens 95 mm haben. Dabei darfnur einwandfreies Entspannungsbohrgestänge verwendet werden. Die Bohrmannschaftensind in regelmäßigen Zeitabständen über die ordnungsgemäße Verwendung dieses Bohrgestängeszu unterweisen.
Die Tiefe der Entspannungsbohrungen ist so zu bemessen, daß der Kohlenstoß stets, auchnach der Gewinnung oder dem Vortrieb, auf eine Tiefe von 3 M abgebohrt ist. Dabei ist jedochanzustreben, die Hochdruckzone zu durchbohren. In stehenden Stößen soll die Bohrlochtiefe wenigstens 4 M, mindestens jedoch 5 m betragen. Die Bohrergebnisse sind nach Maßgabe des Abschnittes 5.3.12 aufzuzeichnen. Im Bereich von Flözecken sollte dem Entspannungsbohren vor anderen Entspannungsverfahrender Vorzug gegeben werden.
Da durch Entspannungsbohrungen in reinen Ankertrecken bzw. in Streckenabschnitten ohne Unterstützungsausbau (Kombi-A) deren Standsicherheit beeinflusst werden kann, ist hierüberder Ankeringenieur oder ggfls. ein Sachverständiger nach Abschnitt 7 der Anker-Richtlinien unverzüglich durch den Test- und Entspannungsbeauftragten zu informieren.
6.3.2 Entspannungssprengen
Bei der Anwendung des Entspannungssprengens sind die Richtlinien über technische undorganisatorische Maßnahmen bei der Durchführung des Entspannungssprengens in Bereichenerkannter Gebirgsschlaggefahr (Entspannungssprengen-Richtlinien) vom 6.6.1995 - 18.22.3-8-7 -(Sammeiblatt A 2.15) zugrunde zu legen.
6.3.3 Sonstige Entspannungsverfahren
Betriebspläne über die Anwendung sonstiger Entspannungsverfahren, z.B. durch Tränken, sindvor Zulassung dem Landesoberbergamt NRW vorzulegen.
6.4 Uberprüfung des Entspannungserfolges
Das Gebirge gilt als entspannt, wenn die im Anschluß an Entspannungsmaßnahmen durchgeführtenNachtestbohrungen keine kritischen Testbohrergebnisse nach Abschnitt 6.1 bzw. keinen Bohr-kleinanfall von mehr als 15 l/m erbracht haben.
Bei Anwendung des Entspannungsbohrens sind an Stößen die Nachtestbohrungen mittigzwischen dem Entspannungsbohrloch und dem letzten spannungsfreien Testbohrloch herzustellen,wobei die Bohrlochlänge dem Testprogramm entsprechen muß.
In Vortrieben sind die Nachtestbohrungen mittig, bzw. winkelhalbierend zwischen dem letztenspannungsfreien Testbohrloch und dem Entspannungsbohrloch sowie zwischen den Ent-spannungsbohrungen anzusetzen. Die Bohrlochlänge der nur leicht aus der Auffahrrichtungabgewinkelten Bohrungen beträgt 3 M + A und der anderen Bohrung mindestens 3 M x 1,4.
Bei Anwendung des Entspannungssprengens sind die Ansatzpunkte und Bohrlochlängen derNachtestbohrungen entsprechend festzulegen.
Nachtestbohrungen müssen erkennen lassen, ob der Stoß auf die erforderliche Tiefe entspanntworden ist. Es ist auch zu prüfen, ob seitliche Verlagerungen der Hochdruckzone in zuvorspannungsfreie Bereiche stattgefunden haben.
Entsprechende Prüfungen sollten auch in anderen Grubenbauen durchgeführt werden, soweitdiese im Einflußbereich der Entspannungsmaßnahmen liegen.
Nachtestbohrungen dürfen nur in Anwesenheit einer fachkundigen verantwortlichen Persondurchgeführt werden.
6.5 Zusatzmaßnahmen nach erfolgter Entspannung
Abbauhammerarbeit darf nur zu Hilfszwecken durchgeführt werden. Eine planmäßigeAbbauhammerarbeit bedarf der Zustimmung des Bergamts.
Auf die Abschnitte 4.2 (Schutzmaßnahmen) und 5.3.6 (Verdichten des Testprogrammes)wird besonders hingewiesen.
Die Außerbetriebnahme der Erschütterungsschalter nach Abschnitt 8.1 sowie der zusätzlichenCH4-Meßeinrichtung und Einrichtungen der Atemluftversorgung nach Abschnitt 8.2 bedarf derZustimmung des Bergamts.
7. Sachverständige, Beauftragte und beschäftige Personen
7.1 Beteiligung des Sachverständigen
Ein Sachverständiger ist zu beteiligen, wenn
ein Gebirgsschlag aufgetreten ist,
nach Abschnitt 5.3.2, Nr. 6, bei einem Bohrkleinanfall von mehr als 15 l/m keine Sofort-maßnahmen nach Abschnitt 6.2 durchgeführt werden sollen,
nach Abschnitt 6.1 Zweifel an der Beurteilung der Bohrergebnisse bestehen,
nach Abschnitt 6.3 erstmalig Entspannungsmaßnahmen durchgeführt werden oder
nach Abschnitt 6.1 die Testbohrergebnisse anders zu beurteilen sind und abweichendvon Abschnitt 6.2 der Abbau oder Vortrieb über die erweiterte Schutzzone von 4 M(siehe Anlage 4) fortgeführt werden soll.
Bei der Abfassung und ggf. Änderung von Testprogrammen nach Abschnitt 4.6 sollte ein Sach-verständiger beteiligt werden.
Über eingeleitete Entspannungsmaßnahmen nach Abschnitt 6.3 und über alle besonderenVorkommnisse bei Test- und Entspannungsmaßnahmen ist ein Sachverständiger unverzüglichzu informieren.
23.12.199911.1-1999-4
Betr.: Gebirgsschlag-Richtlinien
hier: Überwachung stehender Stöße mittels Bohrlochverformungs-Sonden
Nach Abschnitt 5.3.11 der Gebirgsschlag-Richtlinien vom 10. 11. 1997 durfte eine Überwachung stehender Stöße mittels Bohrlochverformungs-Sonden (BV-Sonden) bisher nur in Kombination mit anderen zugelassenen Überwachungsmaßnahmen erfolgen.
Nachdem seit 1993 dieses Verfahren in Kombination mit anderen bereits zugelassenen Verfahren unter Begleitung der Fachstelle für Gebirgsschlagverhütung der DMT GmbH, Essen, in zahlreichen Betriebspunkten auf 8 verschiedenen Bergwerken des Bezirkes erfolgreich durchgeführt wurde, ist eine Verwendung von BV-Sonden nunmehr auch als alleiniges Verfahren zur Überwachung stehender Stöße zulässig. Eine entsprechende Betriebsan-weisung wurde zwischenzeitlich von der vorgenannten Fachstelle in Abstimmung mit der DSK und dem Landesoberbergamt NRW erstellt. Diese Betriebsanweisung ist auch Gegenstand der derzeit in Überarbeitung befindlichen "Betriebsempfehlungen zur Gebirgsschlagverhütung" (Nr. 21.1; 7. Auflage).
Betriebspläne über die Verwendung von BV-Sonden zur alleinigen Überwachung stehender Stöße brauchen daher dem Landesoberbergamt NRW künftig nicht mehr vorgelegt zu werden.
Dortmund, den 23. 12. 1999
v. B a r d e l e b e n 31.10.2000
18.7-2000-7
Betr.: Schutz vor Wasserdurchbrüchen beim Lösen von Standwasser
Bezug: Mitteilung unter gleichem Datum in Abschnitt M 1 des Sammelblatts
Zur Vermeidung von Wasserdurchbrüchen sind bei der Planung und Durchführung von Wasser-lösungsbohrungen insbesondere
gestörte Bereiche,
Auflockerungszonen und
zur Auskesselung neigende Schichten
im Gebirge zu beachten.
Zur Auskesselung neigen insbesondere Schichten aus wasserempfindlichen und quellfähigenSchiefertonen, durchwurzelte Schiefertone sowie Wurzelböden.
Daher wird bereits bei der Planung von Wasserlösungsbohrungen folgende Verfahrensweisefür erforderlich gehalten:
Auswertung des Rißwerks in bezug auf Störungsaufschlüsse,
Auswertung der aufgenommenen Tektonik und der Aufnahme der Gebirgsschichten inden Auffahrungsbereichen, von denen aus die Wasserlösungsbohrungen angesetzt werdensollen;
Auswahl der Ansatzpunkte von Wasserlösungsbohrungen derart, dass gestörte Bereiche,Auflockerungszonen und zur Auskesselung neigende Schichten möglichst gemieden werden.Ist dies nicht möglich, sind geeignete Maßnahmen (z.B. Verrohrung, Zementierung) vorzusehen,um eine Wasserwegsamkeit im Gebirge um das Bohrloch zu vermeiden.
Bei der Bohrarbeit auftretende Spülungsverluste sind ein Hinweis auf im Gebirge vorhandeneWasserwegsamkeiten.
Sie werden gebeten, die Bergwerke zu veranlassen, dass Betriebsplänen über Wasserlösungs-bohrungen ein Nachweis des zuständigen Markscheiders beigefügt wird, dass die vorgenanntenGesichtspunkte beachtet worden sind.
Im Rahmen der Durchführung von Wasserlösungsbohrungen ist die Standfestigkeit des Standrohreszu prüfen; der angesetzte Prüfdruck sollte etwa doppelt so hoch wie der zu erwartende maximaleWasserdruck sein.
Die zu erwartende Wassermenge und die tatsächlich abgezogene Wassermenge sind durch denMarkscheider zu vergleichen. Außerdem ist der Druck des angebohrten Standwassers zu messenund mit der abgezogenen Wassermenge in Beziehung zu setzen. Bestehen Unsicherheiten hinsichtlichder vollständigen Lösung des Standwassers, ist durch nachträgliche Bohrungen der Erfolg derMaßnahme zu überprüfen.
Mit Inkrafttreten der Neufassung der Bergverordnung des Landesoberbergamts NRW für dieSteinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 10.01.2000 entfiel der vormalige Erlaubnisvorbehalt fürdas Lösen von Standwasser. Damit sind die Anforderungen an Wasserlösungsbohrungen künftigausschließlich im Betriebsplanverfahren festzulegen. Die vorstehende Rundverfügung wurdeentsprechend modifiziert.
Dortmund, den 31.10.2000
18.22.3-2000-1
Entspannungssprengen-Richtlinien A 2.15
Betr.: Richtlinien über technische und organisatorische Maßnahmen bei der Durchführung des Entspannungssprengens in Bereichen erkannter Gebirgsschlaggefahr - Entspannungssprengen-Richtlinien-*)
Bezug: Gebirgsschlag-Richtlinien vom 10.11.1997 - 11.1-8-23 - (Sammelblatt des Landes- oberbergamts NRW, Abschnitt A 2.15)
Unter Bezugnahme auf Abschnitt 6.3.2 der Gebirgsschlag-Richtlinien vom 10.11.1997 werden hiermit die Richtlinien über technische und organisatorische Maßnahmen bei der Durchführung des Entspannungssprengens in Bereichen erkannter Gebirgsschlaggefahr - Entspannungssprengen-Richtlinien - bekanntgemacht. Die Richtlinien sind mit der Fachstelle für Gebirgsschlagverhütung und der Fachstelle für Sprengwesen der DMT-GmbH, Essen, abgestimmt. In die Richtlinien wurden bewährte Regelungen aus früheren Einzelbewilligungen übernommen sowie Erkenntnisse aus Versuchen und langjährigen Betriebserfahrungen eingebracht.
Die Richtlinien sind bei der Zulassung von Betriebsplänen über Entspannungssprengen in Bereichen erkannter Gebirgsschlaggefahr zur Geltung zu bringen. Zu den Richtlinien sind im einzelnen noch folgende Hinweise und Erläuterungen zu geben:
Im Hinblick auf Druck- und Konvergenzauswirkungen auf das Bohrloch und den im allgemeinen üblichen Patronendurchmesser von 30 bis 32 mm hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die für das Entspannungssprengen verwendeten Test- und Sprengbohrlöcher mit Bohrkronendurchmessern von 50 mm zu erstellen.
Eine größtmögliche Entspannungswirkung ist dann zu erzielen, wenn die Ladung möglichst intensiv und großflächig auf die Hochspannungszone einwirkt. Das heißt, je näher die Ladung an die kritische Spannungszone herangebracht wird und je größer die Sprengenergie der detonierten Ladung ist, um so größer sind Reichweite und Wirksamkeit der Entspannung.
Die Verfahrensanwendung hat ergeben, daß die Prüfung auf Gängigkeit von Entspannungsspreng-bohrlöchern mit herkömmlichen Ladestöcken nicht genügt.
Zur Prüfung auf ausreichende Gängigkeit sind deshalb eigens hierfür entwickelte, zylindrisch ausgebildete Bohrlochsondierköpfe zu verwenden, die auf einen entsprechend vorgerichteten Ladestock oder andere geeignete Hilfsmittel (z.B. Drehrohre) aufgesteckt bzw. aufgeschraubt werden.
Weil Entspannungssprengbohrlöcher im Gegensatz zu Abschlagsprengbohrlöchern stets bis an eine Zone erhöhter Druckspannungen im Flöz heranreichen, sind Maßnahmen zu treffen, die ein Desensibilisieren der Ladesäule infolge des Zusammendrückens der Sprengstoffpatronen ausschließen.
Damit mögliche Bohrlochkonvergenzen abklingen können - nach bisherigen Erfahrungen ist dies in einem Zeitraum von 20 Minuten zu erwarten - ist zwischen dem Ende des Bohrens und dem Beginn des Einbringens der Ladesäule eine Wartezeit von 30 Minuten einzuhalten. So wird erreicht, daß sich die Ladesäule während ihrer anschließenden Verweildauer in einem standfesten Teil des Bohrloches befindet.
Im Unterschied zum Abschlagssprengen wird beim Entspannungssprengen die Vorgabe nicht geworfen; somit besteht auch keine Gefahr der Zündung von Schlagwettern unter Kanten-bedingungen. Von daher bestehen sicherheitstechnisch auch keine Bedenken, die brisanteren Wettersprengstoffe der Klassen II oder I zu verwenden, soweit die wetter- und ausgasungs-technischen Voraussetzungen dieses zulassen.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, über die gesamte Länge der Ladesäule Wettersprengschnur beizuladen. Gezündet wird aus dem Bohrlochtiefsten über einen Sprengmomentzünder, der mit der Sprengschnur fest verbunden ist und außen an der Schlagpatrone anliegt. Das Zünden der gesamten Ladesäule mit Sprengschnur verbessert die Detonationswirkung und erhöht die sprengtechnische Sicherheit. Teilversager werden auf diese Weise ausgeschlossen.
Da nur Sprengmomentzünder verwendet werden dürfen, kann auch eine Sprengbeeinflussung von Nachbarladungen nicht erfolgen.
Zur Vermeidung von Vollversagern müssen die Zünderdrähte höheren Anforderungen entsprechen als die sonst in Sprengbetrieben üblichen Zünderdrähte.
Aufgrund von Untersuchungsergebnissen der Fachstelle für Sprengwesen ist es unbedenklich, beim Entspannungssprengen die nach Vorschrift verpackungsmäßig eingeschlauchten Wetter-sprengstoffpatronen von außen durch den mitgelieferten Kunststoff-Folienschlauch mit Wetter-sprengschnur zu zünden.
Zu 5.8
Die Detonationsfähigkeit der Sprengstoffpatronen kann durch Wassereinwirkung nachteilig beeinflußt werden. Für das Entspannungssprengen bedeutet dies, daß durch entsprechendes Einschlauchen der Ladung dafür Sorge getragen werden muß, daß kein Wasser in den Sprengstoff eindringt.
Durchgeführte Versuche der Fachstelle für Sprengwesen mit langen Mörsern und langen Leerräumen vor der Ladung haben ergeben, daß mit deutlich geringeren Zündgefahren von Schlagwettern dann zu rechnen ist, wenn am Bohrlochmund eine zusätzliche Besatzpatrone eingebracht wird.
Die nach Abschnitt 5.10 einzubringende Besatzpatrone am Bohrlochmund ist auch bezüglich der Versagerkontrolle ein weiteres Merkmal dafür, daß die Ladung detoniert ist.
Liegt der nach dem Zünden gemessene Widerstand der Zünderdrähte um mindestens 0,4 Ohm unter dem Wert vor dem Zünden oder ist der Widerstand unendlich, so ist davon auszugehen, daß der Zünder und somit die Ladesäule detoniert ist.
Hat sich der Widerstand nicht oder nur unwesentlich verändert, handelt es sich um eine Versagersprengladung.
Nach der Überarbeitung und Veröffentlichung der Gebirgsschlag-Richtlinien vom 10.11.1997 - 11.1-8-23 - und Inkrafttreten der Bergverordnung des Landesoberbergamts NRW für die Steinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 10.01.2000 wurden die Entspannungssprengen-Richtlinien sowie die zugehörige Begleitverfügung entsprechend modifiziert.
R i c h t l i n i e nüber technische und organisatorische Maßnahmenbei der Durchführung des Entspannungssprengensin Bereichen erkannter Gebirgsschlaggefahr- Entspannungssprengen-Richtlinien -
1. Zweck, Anwendungsbereich
Das Entspannungssprengen ist ein Entspannungsverfahren, mit dem durch Erschütterungen gefährliche Spannungszonen aus dem Nahbereich von Grubenbauen ins ungefährliche Vorfeld verlagert werden.
Beim Entspannungssprengen werden Testbohrlöcher in Kohlenstößen, die eine Gebirgsschlaggefahranzeigen, möglichst dicht an der Spannungszone mit nichtwerfenden Sprengladungen aus Wetter-sprengstoffen geladen und mit Sprengmomentzündern gezündet.
2.1 Bei der Anwendung des Entspannungssprengens sind die "Richtlinien des LandesoberbergamtesNordrhein-Westfalen zum Schutz für Gefahren durch Gebirgsschläge (Gebirgsschlag-Richtlinien) " vom 10.11.1997 - 11.1-8-23 - zugrunde zu legen.
Dies gilt nicht für Abweichungen, die sich durch das Entspannungssprengen ergeben.
2.2 Test- und Entspannungsmaßnahmen in Grubenbauen, in denen das Entspannungssprengen erstmalig angewendet werden soll, sind unter Beratung der Fachstelle für Gebirgsschlagverhütungdurchzuführen. Gegebenenfalls ist auch die Fachstelle für Sprengwesen der DMT-GmbH hinzuzuziehen.Sofern andere als die vorgenannten Stellen hinzugezogen werden müssen diese die entsprechenden qualitativen Nachweise dem Landesoberbergamt NRW erbracht haben.
Liegen bereits Erfahrungen und gleichartige Verhältnisse vor, kann auf eine Beratung verzichtet werden.
2.3 Die Maßnahmen zur Gebirgsschlagverhütung sind nach einem gültigen Test- und Entspannungs-programm durchzuführen. Die erstellten Testbohrungen können für das Entspannungssprengen benutztwerden.
2.4 Vor Aufnahme der Entspannungsmaßnahmen müssen die rückwärtigen Stöße spannungsfrei sein.Mit den Entspannungsmaßnahmen ist von spannungsfreien Bereichen aus zu beginnen.
2.5 Das Entspannungssprengen darf nicht angewendet werden, wenn in dem zu entspannenden Bereichdie Spannungsfreiheit geringer als 3 M ist (M = anstehende Flözmächtigkeit in Metern einschließlich der mit dem Flöz zum Auswandern neigenden Schichten). Beim Auftreten erhöhter Spannungen in Bereichen zwischen 2 M und 3 M ist die weitere Vorgehensweise mit dem Bergamt und der Fachstellefür Gebirgsschlagverhütung abzustimmen.
3.1 Entspannungssprengen und Nachtestbohrungen dürfen nur in Anwesenheit einer fachkundigen verantwortlichen Person ausgeführt werden.
3.2 Die beteiligten Personen - wie Test- und Entspannungsbeauftragte, Teststeiger, Sprengsteiger, Sprengbeauftragte und fachkundige verantwortliche Personen - müssen durch die Fachstelle für Gebirgsschlagverhütung sowie durch die Fachstelle für Sprengwesen für die Durchführung des Entspannungssprengens ausgebildet sein.
Sie müssen in Zeitabständen von längstens 3 Jahren erneut unterwiesen werden. Ihnen ist eine Dienstanweisung auszuhändigen.
3.3 Bei den Vorbereitungsarbeiten zum Entspannungssprengen und dem Laden der Bohrlöcher dürfenSprenghelfer beteiligt werden. Diese Personen dürfen selbst jedoch nur die Sprengstoffladesäule undden Besatz einbringen.
4. Grundsätze für das Erstellen und Laden der Bohrlöcher
4.1 Testbohrlöcher, die für das Entspannungssprengen vorgesehen sind, sollten mit einem Bohr-kronendurchmesser von 50 mm erstellt werden.
4.2 Der Abstand der Testbohrlöcher, die zum Entspannungssprengen benutzt werden sollen, darf 10 Meter nicht überschreiten.
4.3 Weitere Testbohrlöcher im Nahbereich von kritischen Testbohrlöchern dürfen erstellt werden, um an dieser Stelle die Entspannungswirkung zu erhöhen.
Der Abstand und die Anordnung der Entspannungssprengbohrlöcher ist so zu wählen, daß ein Nachtesten des anschließend gesprengten Bereichs möglich ist, ohne dass durch Nachtest-bohrungen bereits vorher benutzte Sprengbohrlöcher angebohrt werden.
4.4 Unmittelbar vor dem Laden der Sprengbohrlöcher sind diese mit einem Bohrlochsondiergerät auf Gängigkeit zu prüfen.
4.5 Der Freiraum zwischen dem Ladesäulenende und dem Bohrlochmund darf bei der Bemessungder Ladesäulenlänge einen Wert von 1,5 M nicht unterschreiten, damit die Vorgabe nicht geworfenwird. Bei Flözen mit einer gesamten Mächtigkeit größer 2 Meter reicht ein Freiraum von 3 Metern aus.
4.6 Das Laden der Bohrlöcher darf frühestens 30 Minuten*) nach deren Fertigstellung erfolgen. Die Sprengarbeit ist so zu organisieren, daß der Zeitraum zwischen Laden und Zünden nicht mehrals 60 Minuten*) beträgt.
*) Nach Vorliegen von Erfahrungen über die Standsicherheit von Bohrlöchern können diese Zeiträume mit zustimmung des Bergamts geändert werden.
5. Handhabung und Durchführung des Sprengvorgangs
5.1 Die Sprengladung je Sprengbohrloch sollte im allgemeinen aus 20 Patronen entsprechend einer Ladesäule von 2,5 Meter Länge eines Wettersprengstoffes der Klasse lll bestehen.
5.2 Abweichend von Abschnitt 5.1 darf zur Verstärkung der Erschütterungseinwirkungen auch ein Wettersprengstoff einer niedrigeren Klasse verwendet werden, falls dies am jeweiligen Betriebspunktnach der Sprengtabelle für das herkömmliche Sprengen zulässig ist.
5.3 Zum Zwecke einer zuverlässigen Detonationsübertragung ist über die gesamte Länge der LadesäuleWettersprengschnur beizuladen. In begründeten Fällen darf hiervon abgewichen werden, wenn durch andere geeignete Hilfsmittel, wie z. B. Halbschalen oder Hartstäbe, eine geschlossene Ladesäule gewährleistet wird.
5.4 Die Zünderdrähte müssen aus Kupfer mit verstärkter Isolierung bestehen.
5.5 Der elektrische Widerstand der einzelnen Sprengmomentzünder ist vor der Verwendung mit einemZündkreisprüfer mit Digitalanzeige und einer Auflösung von 0,1 Ohm zu messen. Der Meßwert für denjeweiligen Zünder ist festzuhalten.
5.6 Der Zünder muß mit der Wettersprengschnur fest verbunden werden (Umwickeln mit Isolierband oder ähnlichem). Dabei muß der Zünder mit dem freien Ende der Wettersprengschnur abschließen.
Der Zünderboden muß nach dem späteren Einbringen der Gesamtladung zum Bohrlochmund zeigen.
5.7 Die Kombination aus Zünder und Sprengschnur ist außen an der ersten Patrone der Wetterspreng-stoffpatronensäule zu befestigen.
5.8 Die gefertigte Kombination von Patronen/Zünder/Sprengschnur ist in einen Ladeschlauch aus verstärktem Hüllenmaterial entsprechender Länge einzubringen. Die Sprengstoffpatronen müssen hierbei im Schlauch eine geschlossene Ladesäule bilden.
5.9 Die eingeschlauchte Ladung ist mit einer Gleitschutzhülse zu versehen und mit der Schlagpatrone zuerst in das Bohrloch einzuführen.
5.10 In jedes Bohrloch ist eine Wasserbesatzpatrone unmittelbar auf die Ladesäule aufzubringen. Am Bohrlochmund ist eine zweite Wasserbesatzpatrone einzubringen.
5.11 Über alle Bohrlöcher sind Aufzeichnungen gemäß Abschnitt 5.3.12 der Gebirgsschlag-Richtlinienanzufertigen. Die Lage der Ladesäule von der ersten bis zur letzten Patrone ist beim Ladevorgang festzustellen und in den Aufzeichnungen festzuhalten.
5.12 In einem Zündgang dürfen nicht mehr als 20 Ladungen gezündet werden. In sonderbewettertenBetrieben darf die Länge des durch Entspannungssprengen zu entspannenden Bereichs 50 Meter nicht überschreiten.
5.13 Der Sicherheitsabstand zwischen Zünd- und Sprengstelle ist so festzulegen, daß die Zündstellein einem ungefährdeten Bereich liegt. Der Sicherheitsabstand muß mindestens 100 Meter betragen.
6. Maßnahmen nach dem Sprengen
6.1 Nach dem Zünden der Ladungen darf die Sprengstelle erst wieder betreten werden, wenn durchdas Sprengen ausgelöste Entspannungserscheinungen (Gebirgsknälle) mit Kohlenauswurf und Kohlenvorschub) nicht mehr wahrgenommen werden. Es ist eine Wartezeit von mindestens 15 Minuten einzuhalten.
6.2 Aus dem Zustand der Zünderdrähte (z. B. durch detonierten Sprengstoff verschmorte Drahtisolation)sind Schlußfolgerungen darüber zu ziehen, ob die Ladung durchdetoniert ist oder nicht.
6.3 Lassen sich die Zünderdrähte nicht oder nur schwer ziehen, ist ihr Widerstand mit einem Zündkreisprüfer zu messen und mit dem Wert der Messung vor der Sprengung nach Abschnitt 5.5zu vergleichen.
6.4 Die Wirkung der Entspannungsmaßnahmen ist in jedem Fall durch Nachtestbohrungen nachzuweisen. Die Ergebnisse sind nach den Gebirgsschlag-Richtlinien zu beurteilen.
7 Sprengversager
7.1 Ist aufgrund der Ergebnisse der Prüfung nach den Abschnitten 6.2 und 6.3 davon auszugehen, daß ein Sprengversager vorliegt, ist der Sprengsteiger hinzuzuziehen, der über die zu ergreifenden Maßnahmen entscheidet.
7.2 Sprengversager dürfen nicht angebohrt werden oder bei späteren Gewinnungsvorgängen nicht in den Arbeitsbereich der Gewinnungsmaschine gelangen.
7.3 Bei Sprengversagern, die nicht beseitigt werden können, ist das Bergamt unverzüglich zu benachrichtigen.
13.01.200683.18.8-2000-12
An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalens (außer Düren)
Rundverfügungen vom 21.04.1971, 15.03.1979 und 20.12.1985 - 18.13.1-2-1 -
Mit den nachfolgend bekannt gemachten Richtlinien werden die bisherigen Abdämmungs-Richtlinien sowie zugehörige Ergänzungsverfügungen aktualisiert.
Die unter Beteiligung der Deutschen Steinkohle AG und der Bergämter erarbeitete Neufassung war geboten, da sich der Stand der Technik beim Erstellen von Abschlussdämmen in Bezug auf die bisherigen Richtlinien wesentlich geändert hat. Darüber hinaus enthielten die vormaligen Richtlinien umfangreiche Anforderungen an das Sperren aufgegebener Grubenbaue, das nach der geltenden Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke (BVOSt) nicht mehr zulässig ist.
Ich bitte die aktualisierten Abdämmungs-Richtlinien betriebsplanmäßig zur Geltung zu bringen.
Die bisherigen „Richtlinien für Sperrung und Abdämmung von Grubenbauen im Steinkohlenbergbau“ vom 21.4.1971, - 18.13.1-2-1 - und zugehörige Ergänzungsverfügungen vom 15.3.1979 sowie vom 20.12.1985 werden hiermit aufgehoben.
Richtlinien der Bezirksregierung Arnsberg über das explosionsfeste Abdämmen von aufgegebenen Grubenbauen(Abdämmungs-Richtlinien)
3. Planung und Errichtung explosionsfester Dämme
4. Überwachung explosionsfester Dämme4.1 Prüfung nach Fertigstellung4.2 Folgeprüfungen
Anlage 1 Standardberechnung explosionsfester Kurzdämme
Anlage 2 DSK-Regelungen zum Einsatz von mineralischen Baustoffen unter Tage
Anlage 3 Betriebsempfehlung: Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen
Anlage 4 Dammtafel
Diese Richtlinien gelten für das explosionsfeste Abdämmen von aufgegebenen Grubenbauen im nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbau nach § 26 Abs. 1 BVOSt. Die Anforderungen an die Überwachung und Dokumentation nach den Abschnitten 4 und 5 gelten auch für bereits vorhandene Abschlussdämme.
Diese Richtlinien gelten nicht für Spezialdämme ( z. B. Brand- oder Wasserdämme ) sowie für das Abdämmen und/oder Verfüllen aufgegebener Tagesschächte.
Explosionsfeste Dämme:
Dämme in söhligen und geneigten Grubenbauen gelten als explosionsfest, wenn sie rechnerisch einer statischen Druckbelastung von mindestens 5 bar in Richtung der Streckenachse standhalten.
In seigeren Grubenbauen müssen explosionsfeste Dämme einer statischen Druckbelastung von mindestens 8 bar, die von oben auf den Damm wirkt, standhalten.
Der Wetteringenieur ist sowohl bei der Wahl des Standortes von Abschlussdämmen und eventuell erforderlicher Zusatzmaßnahmen, wie Verpressarbeiten vor Aufnahme der Dammbauarbeiten, als auch bei der Festlegung der Einbauten ( Entgasungs- und Entwässerungsleitung, Dammrohre ) maßgeblich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Auf Grund von Wetternetzberechnungen und betrieblichen Erfahrungen hat der Wetteringenieur vor der Festlegung der Dammbaustelle und der erforderlichen Dammeinbauten festzulegen, in welche Kategorie der Abschlussdamm voraussichtlich eingestuft werden muss. Hiervon ausgehend ist nach dem nachfolgend dargestellten Entscheid-ungsweg vorzugehen. Explosionsfeste Abschlussdämme werden üblicherweise als Kurzdämme aus mineralischen Dammbaustoffen mit hoher Biegezugfestigkeit errichtet. Die erforderliche Festigkeit dieser Dämme ist rechnerisch nachzuweisen. Dabei sind zu erwartende Einwirkungen des Gebirgsdrucks auf den Damm zu berücksichtigen. Bauweise, Material und Einbauten der Abschlussdämme müssen so beschaffen sein, dass äußere Einflüsse (z.B. aggressive Wässer, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur) die Explosionsfestigkeit nicht beeinflussen können. Die Standardberechnungsverfahren sind in der Anlage 1 dargestellt. Abweichungen von den Standardberechnungsverfahren bedürfen einer Prüfung durch einen dafür anerkannten Sachverständigen oder einer anerkannten sachverständigen Stelle.
Abschlussdämme sind mit einer ausreichenden Anzahl von Dammrohren zur Bewetterung sowie mit Schnüffelrohren zu versehen. Alle durch den Damm führenden Rohre und ihre Armaturen müssen einer statischen Druckbelastung von mindestens 5 bar standhalten. Die Rohre sind so einzubauen, dass sie von der befahrbaren Seite jederzeit zugänglich sind.
Bei der Errichtung der Dämme sind die „DSK-Regelungen zum Einsatz von mineralischen Baustoffen unter Tage“ (s. Anlage 2) zu berücksichtigen.
4. Überwachung explosionsfester Dämme
Zur Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen ist die Betriebsempfehlung „Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen“ zu beachten (s. Anlage 3). Zusätzlich ist Folgendes zu beachten: 4.1 Prüfung nach Fertigstellung
Spätestens 14 Tage nach Beendigung der Abdämmungsarbeiten muss eine Prüfung nach § 4 Abs. 2 BVOSt durch eine verantwortliche Person erfolgen. Dabei sind festzustellen:
der Zustand des Dammes und des umgebenden Gebirges sowie des Dammanschlusses an das Gebirge,
das Wetterdruckgefälle am Damm (Unterschied der statischen Drücke vor und hinter dem Damm),
die Wirksamkeit des Dammabschlusses durch Prüfung auf Wettereintritts- oder Gasaustrittsstellen,
der Gehalt der Wetter vor dem Damm an CH4 und anderen schädlichen Gasen; die Feststellung des Gehalts an anderen schädlichen Gasen kann entfallen, wenn die zuständige verantwortliche Person (Brandschutz- und Wettersteiger) es nach den örtlichen Gegebenheiten nicht für notwendig hält,
bei ausziehenden Dämmen die Gehalte an CH4 und anderen schädlichen Gasen - insbesondere CO - im geöffneten Schnüffelrohr. Bei Dämmen, die zum Abschluss vorher nicht durchschlägiger Grubenbaue dienen, können die Feststellungen nach den Buchstaben b. und c. entfallen.
4.2 Folgeprüfungen
Weitere Prüfungen nach § 4 Abs. 2 BVOSt sind in Abständen von 14 Tagen über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen entsprechend Abschnitt 4.1 a. bis e. vorzunehmen. Daran anschließend ist entsprechend Abschnitt 4.1. a. bis e. mindestens jährlich zu prüfen. Über die jährlichen Prüfungen nach Abschnitt 4.1 b. hinaus ist das Wetterdruckgefälle am Damm nach wesentlichen Änderungen der Wetter- oder Druckverteilung zu ermitteln (z.B. Druckänderungen im Bereich von Dämmen).
Besteht die Gefahr, dass die Dichtheit oder Explosionsfestigkeit eines Dammes durch äußere Einflüsse, z.B. durch Abbaueinwirkungen beeinträch-tigt wird, so sind für die Überwachung kürzere Fristen festzulegen.
Bei Dämmen, die zum Abschluss vorher nicht durchschlägiger Grubenbaue dienen, können die Feststellungen nach Abschnitt 4.1 b. und c. auch bei den weiteren Prüfungen entfallen.
Für jeden Abschlussdamm sind Nachweise mit folgenden Angaben zu füh-ren und verfügbar zu halten:
Maße des Grubenbaues an der Einbaustelle (größte Höhe und Breite nach Lüften des Verzuges ohne Auskerbungen für die Widerlager bzw. Stützwände),
Bauart (z. B. Länge des Dammkerns, verwendeter Baustoff),
Datum der Fertigstellung,
Datum und Ergebnis der Prüfung nach Abschnitt 4.1,
Datum und Ergebnisse der Folgeprüfungen nach Abschnitt 4.2,
nachträgliche bauliche Änderungen und Abdichtungsmaßnahmen.
Die Nachweise für Dämme sind auch dann weiterhin aufzubewahren, wenn der Damm selbst nicht mehr zugänglich ist.
Abschlussdämme sind durch Tafeln (s. Anlage 4) mit Angaben zum Datum, der Richtung des ermittelten Wetterdruckgefälles, Dammnummer und Unterschrift des Prüfers zu kennzeichnen.
Abschlussdämme sind dem Markscheider zu melden und in das Grubenbild einzutragen sowie gem. § 16 Abs. 6 ABBergV im Bewetterungsplan darzustellen.
Diese Regelungen gelten für alle Grubenbaue der Bergwerke in der DSK. Sie beschreiben die grundsätzlichen, zu berücksichtigenden Gesichtspunkte beim Einsatz von mineralischen Baustoffen gemäß nachfolgender Definitionen. Vom Anwendungsbereich ausgenommen sind die maschinen-technischen Aspekte, die Einrichtungen zum Einbringen von Baustoffen gemäß Anlage 1, sowie Sonderbaustoffe, wie z.B. Injektions- und Ankermörtel.
Hinterfüllen: Verfüllen von Hohlräumen zwischen den mit Verzugsmatten und Abdichtgewebe (z.B. Jute) hinterlegten Stahlbögen und dem Gebirge.
Durchspritzen: Verfüllen von Hohlräumen zwischen den mit offenen Verzugsmatten versehenen Stahlbögen und dem Gebirge durch radialen Auftrag des Baustoffes. Hierbei kann der Verzug mit eingespritzt werden.
Versiegeln: Verschließen von Rissen und Klüften durch Auftrag mit nicht weiter definierter Spritzstärke, um dichte Oberflächen zu schaffen.
Anspritzen / Torkretieren: Auftragen von anhaftendem Baustoff mit oder ohne bewehrende(n) Fasern in definierter Spritzstärke. Konsolidieren: Anspritzen freigelegter Gesteinsflächen mit soforttragenden Baustoffen ( 5 N/mm² nach 1 h ) zur schnelleren Sicherung gegen Stein- und Kohlenfall.
Das Auftragen/Einbringen des Baustoffes hat aus gesichertem Bereich heraus zu erfolgen. Spritzschatten sind - so weit wie möglich - zu vermeiden.
Beim Auftreten von Besonderheiten - wie z.B. bei Wasserzufluss oder Konvergenz - hat die zuständige verantwortliche Person entsprechende Maßnahmen festzulegen. Die für Arbeiten mit Baustoffen vorgesehenen persönlichen Schutzausrüstungen sind zu tragen. Die Arbeitsschutzmaßnahmen der "Betriebsanweisung für Personen, die mit hydraulisch abbindenden Baustoffen umgehen" (Handbuch Arbeitssicherheit Nr. 849203), sind zu beachten (siehe Anlage 2).
4 Besondere Anforderungen bei der Anwendung der Spritzverfahren
Funktion und Zustand der Mischeinrichtung sind vor Aufnahme und nach Ende der Spritzarbeiten zu prüfen. Die vorgegebene Wasserzugabemenge ist unbedingt einzuhalten, um die geforderten technologischen Eigenschaften (Festigkeit, Abbindeverhalten) zu gewährleisten.
Bei Hinterfüllarbeiten ist darauf zu achten, dass das Abdichtgewebe ordnungsgemäß eingebracht ist und dicht abschließt. Größere Spülwassermengen sind vorzugsweise in Absetzbecken oder in abgeworfene Grubenräume zu leiten. Das in Absetzbecken vom Feststoff befreite Spülwasser kann der Baustoffmischeinrichtung wieder zugeführt werden.
Bei der Anwendung des Trockenspritzverfahrens (pneumatische Verarbeitung) ist insbesondere zu beachten, dass die Funktion und der Zustand der Bedüsungseinrichtung unmittelbar vor Aufnahme und sowie nach Ende der Spritzarbeiten geprüft werden. Anlagen
Ausgabe: Juli 1989RAG-Nr. 849203
1.1 Diese Betriebsanweisung gilt für Personen, die mit Baustoffen umgehen. Zum Beispiel bei dem Herstellen von Streckenbegleitdämmen, dem Hinterfüllen von Streckenausbau,
1.3 Die meisten hydraulisch abbindenden Bau- und Zumischstoffe können durch ihre ätzende Wirkung Schädigungen der Haut hervorrufen. Besonders gefährdet sind Augen, Schleimhäute und Wunden sowie Reib- und Schwitzstellen.
1.4 Betriebsanleitung, Betätigungs- und Wartungsanweisung des Herstellers der Maschine sowie die Verarbeitungshinweise für den Baustoff sind zu beachten.
1.6 Undichte Maschinen und Leitungen könne zu Verletzungen und Staubentwicklungen führen. Festgestellte Mängel an Maschinen oder Leitungen sofort beseitigen. Ist dies nicht möglich, die zuständige Aufsichtsperson benachrichtigen. Können durch Mängel Personen gefährdet werden, muß die Anlage außer Betrieb genommen werden.
2.1 Beim Umgang mit Baustoffen müssen persönliche Körperschutzmittel getragen werden (z. B. Augen-/Gesichtsschutz, Atemschutz, Schutzkleidung, Stulpenhandschuhe).
3.1 Augenspritzer sind mit viel Wasser auszuspülen. Der werksärztliche Dienst ist unverzüglich aufzusuchen.
4.1 Vor Aufnahme des Betriebes den sicheren Standort und die ordnungsgemäße Installation der Anlage überprüfen (besonders bei mobilen Anlagen). Sicherstellen, daß ausreichende Betätigungs- freiräume vorhanden sind.
Frischwasseranschlüsse an den Arbeitsstellen, Befestigung des Baustoffaustrages,
4.2 Bei zentraler Baustoffversorgung auf die richtige Anwahl der anfordernden Betriebe achten (Rohrleitungsweiche).
6.1 Störungsbeseitigungen, Wartungs- und Reparaturarbeiten dürfen nur bei stillgesetzter und druckentlasteter Anlage durchgeführt werden.Die Anlage gegen unbefugtes Wiedereinschalten sichern.
Die Leitungs-Trennstelle so sichern, daß Personen nicht gefährdet werden können.Vor dem Trennen von Schlauchleitungen die Schlauchenden zusätzlich gegen unkontrolliertes Herumschlagen sichern.
Beim Beseitigen von Leitungsverstopfern, den Ausblasbereich so absichern, daß Personen nicht gefährdet und Betriebsmittel nicht beschädigt werden.
Leitungen gründlich reinigen, Maschine und Arbeitsbereiche säubern.
Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen
Diese Betriebsempfehlung soll den Wetteringenieuren einen Leitfaden für die Auslegung und Überwachung der Bewetterung an Abschlussdämmen geben, so dass Gefahren durch Austreten von CH4 oder anderen schädlichen Gasen schon frühzeitig in der Planungsphase und im laufenden Betrieb vermieden werden können.
Gemäß § 16 Absatz 1 ABBergV hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass alle untertägigen Arbeitsstätten mit einem ausreichendem Sicherheitsspielraum so bewettert werden, dass eine Atmosphäre aufrechterhalten bleibt, die- für die Sicherheit und Gesundheit unbedenklich ist,- den durch Explosionen und atembare Stäube bedingten Gefahren Rechnung trägt,- den Arbeitsbedingungen während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der angewandten Arbeitsmethoden und körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten angemessen ist.
Gemäß § 32 Absatz 2 BVOSt müssen nicht durchschlägige Grubenbaue durch Sonderlüfter oder durch gleichwertige Einrichtungen (Stoßlutten) bewettert werden (Sonderbewetterung). Dies gilt nicht für söhlige Grubenbaue bis zu 6 m Länge und Schachtsümpfe, wenn der zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder anderen schädlichen Gasen nicht überschritten wird 1) .
Desweiteren müssen gemäß § 26 BVOSt aufgegebene Grubenbaue an den Zugängen durch explosionsfeste Dämme abgeschlossen werden. Die Bauart dieser explosionsfesten Dämme und deren Überwachung sind in den Richtlinien des Landesoberbergamtes Nordrhein-Westfalen für die Sperrung und Abdämmung von Grubenbauen im Steinkohlenbergbau vom 21.04.1971 in der Fassung vom 20.12.1985 – 18.13.1 II 1 – (Dammbau-Richtlinien) geregelt.
1) Änderung gemäß BVOSt vom 10.01.2000 in der Fassung vom 01.05.2001: "Dies gilt nicht für söhlige Grubenbaue bis zu 6 m Länge ohne anschließende Abschlussdämme und Schacht- sümpfe, wenn der zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder anderen schädlichen Gasen nicht überschritten wird."
Die im Grubengebäude vorhandenen Abschlussdämme lassen sich in mehrere Kategorien einteilen. Es liegt in der Verantwortung des Wetteringenieurs diese Einteilung vorzunehmen. Diese Einteilung muss nach relevanten Änderungen in der Wetterverteilung erneut vorgenommen werden und die entsprechenden Maßnahmen festgelegt werden.
Einziehende Abschlussdämme zeichnen sich dadurch aus, dass unabhängig von Luftdruck-schwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druckschwankungen im Grubengebäude das Druckgefälle immer in Richtung des abgedämmten Grubenbaues gerichtet ist.
Ausziehende Abschlussdämme zeichnen sich dadurch aus, dass unabhängig von Luftdruck-schwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druckschwankungen im Grubengebäude das Druckgefälle immer in Richtung des offenen Grubengebäudes gerichtet ist.
Abschlussdämme mit wechselndem Druckgefälle zeichnen sich dadurch aus, dass abhängig von Luftdruckschwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druck-schwankungen im Grubengebäude das Druckgefälle sowohl in Richtung des offenen Gruben-gebäudes als auch in Richtung des abgedämmten Grubenbaues gerichtet sein kann.
Maßnahmen vor Errichtung von Abschlussdämmen
Der Wetteringenieur ist sowohl bei der Wahl des Standortes von Abschlussdämmen und eventuell erforderlicher Zusatzmaßnahmen, wie Verpressarbeiten vor Aufnahme der Dammbauarbeiten, als auch bei der Festlegung der Einbauten (Entgasungs- und Entwässerungsleitung; Dammrohre) maßgeblich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Auf Grund von Wetternetzberechungen und betrieblichen Erfahrungen hat der Wetteringenieur vor der Festlegung der Dammbaustelle und den erforderlichen Dammeinbauten festzulegen, in welche Kategorie der Abschlussdamm voraussichtlich eingestuft werden muß. Hiervon ausgehend ist nach oben dargestellten Entscheidungsbaum vorzugehen.
Bewetterung von Abschlussdämmen
Gemäß § 32 Absatz 1 BVOSt ist die Bewetterung von Grubenbauen, hier Streckenstümpfen vor Abschlussdämmen, so auszulegen, dass der zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder anderen schädlichen Gasen nicht überschritten wird. Bei der Auswahl der Bewetterungsform sind durch den Wetteringenieur folgende Aspekte mit einzubeziehen:
die Länge, der Querschnitt des Streckenstumpfes,
Stellung des Streckenstumpfes zur durchgehend bewetterten Strecke,
die mittlere Wettergeschwindigkeit in der durchgehenden Bewetterung,
strömungstechnisch relevante Einbauten (Windschattenbildung),
die Größe des zu erwartenden Wetteraustausches (Turbulenzen/Verwirbelungen),
das am Abschlussdamm anliegende Druckgefälle (Einordnung in die oben genannten Kategorien),
zu erwartender Gaszustrom.
Sind Gefahren durch CH4-Zuströme oder Zuströme durch andere schädliche Gase nicht auszuschließen, können, gemäß der Entscheidung des Wetteringenieurs, die folgenden Zusatzmaßnahmen zur Anwendung kommen:
Einsatz von Leiteinrichtungen z.B. Umlenkbleche oder Segel,
Einsatz von Wetterdüsen,
Einbau einer Sonderbewetterungsanlage (z.B. auch Stoßlutten),
vorziehen des Abschlussdammes an den offenen Grubenbau,
konzentrationsabhängiges Absaugen des Grubengases hinter dem Abschlussdamm,
Überwachung des CH4-Gehaltes der Wetter vor dem Damm mit Hilfe einer stationären Messeinrichtung,
Überwachung des Druckgefälles am Damm mit Hilfe einer stationären Messeinrichtung.
Die Überwachung mit Hilfe stationärer Messeinrichtungen ist so zu gestalten, dass bei Erreichen der vorgeschriebenen Grenzwerte an einer ständig besetzten Stelle Warnsignale ausgelöst werden.
Bei Erreichen unzulässiger CH4-Gehalte ist sicherzustellen, dass die gegebenenfalls im Streckenstumpf vorhandenen nicht eigensicheren elektrischen Betriebsmittel unverzögert abgeschaltet werden. Bei Neuinstallationen elektrischer Betriebsmittel muß eine selbsttätige Abschaltung vorgesehen werden.
Maßnahmen nach Errichtung von Abschlussdämmen
Nach der Fertigstellung von Abschlussdämmen ist eine Abnahme gemäß Abschnitt 5.4 der Dammbau-Richtlinien durch eine hierfür bestellte verantwortliche Person erforderlich. In Abschnitt 5.4 der Dammbau-Richtlinien wird sowohl die Abnahme als auch die weitere Überwachung der Abschlussdämme geregelt. Somit können eventuell erforderliche Nachdicht-maßnahmen unverzüglich festgelegt und in die Wege geleitet werden. Es wird hier die Kontrolle des äußeren Zustandes der Dämme, Bestimmung des Druckgefälles an den Dämmen, Kontrolle der Dichtigkeit sowie die Überwachung hinsichtlich CH4 oder anderer schädlicher Gase vor den Dämmen und auch hinter den Dämmen (Schnüffelrohr-Probe) gefordert. Bei Abdämmungen von nicht durchschlägigen Grubenbauen brauchen die Prüfungen nicht im vollen Umfang durchgeführt werden. Diese Prüfungen müssen spätestens 14 Tage nach Beendigung der Abdämmarbeiten und dann anschließend in Abständen von 14 Tagen über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen durchgeführt werden. Danach müssen die Prüfungen in mindestens jährlichen Abständen wiederholt werden. Diese Intervalle müssen verkürzt werden, wenn die Dichtigkeit oder Widerstandsfähigkeit eines Dammes beeinträchtigt wird.
Die hierfür bestellte verantwortliche Person nimmt die Bewetterungsmaßnahmen ab.
Gemäß Abschnitt 3.3.3 der Wetterdruck-Richtlinien vom 06.12.1972 ist der Druckabfall der Wetter im Grubengebäude nach wesentlichen Änderungen der Wetterverteilung zu ermitteln. Nach Abschnitt 5.2 der Richtlinie ist bei Änderungen der Druckverteilung zu beachten, dass in abgedämmten Grubenbauen der bestehende Zustand gestört oder die Brandgefahr durch verstärkte Schleichwetter-ströme erhöht werden kann. In Abschnitt 5.5 der Dammbau-Richtlinien wird darauf hingewiesen, dass die Auswertung der Überwachungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Wetterüberwachung des gesamten Grubengebäudes zu sehen ist. In diesem Zusammenhang sind auch Abbaueinwirkungen auf die abgedämmten Grubenbaue, Änderungen des barometrischen Luftdruckes sowie Änderungen im Wetternetz mit in die Bewertungen einzubeziehen. Vor Wetterumstellungen ist daher die Beeinflussung der Abschlussdämme zu ermitteln und eventuell erforderliche Maßnahmen festzulegen. Hierzu kann es erforderlich werden, die Bewetterungsform des Streckenstumpfes den neuen Gegebenheiten anzupassen.
Nach erfolgter Wetterumstellung sind die beeinflussten Dämme zu überprüfen.
Erhebliche Beeinflussungen im Ausgasungsverhalten von Dämmen können sich durch Abdämmungs-maßnahmen von Nachbarbergwerken ergeben. Werden Grubenbaue – insbesondere Ausziehschächte – abgedämmt oder abgeworfen, so können sich über weitverzweigte untertägige Verbindungen und Dämme zusätzliche Gaszuströme einstellen. Ein enger Informationsaustausch zwischen den betroffenen Bergwerken ist unbedingt herzustellen.