Source: http://www.gbstern.at/service-und-beratung/wohnrecht/immobilienmaklerin/
Timestamp: 2017-08-23 23:12:25
Document Index: 355886489

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 30', '§30', '§11', '§11', '§11', '§11']

GB* Gebietsbetreuung Stadterneuerung: ImmobilienmaklerIn
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Hier finden Sie grundlegende Informationen zum Thema ImmobilienmaklerInnen und Beauftragung, Rechte, Pflichten, Vermittlungsprovision etc.
ImmobilienmaklerIn ist, wer gewerbsmäßig Geschäfte über unbewegliche Sachen mit einem Dritten vermittelt. Die Maklerin/der Makler vermittelt also fremde Geschäfte. Sie/er bringt Leute, die z.B. eine Wohnung suchen, mit Leuten zusammen, die eine Wohnung abzugeben haben (vermieten oder verkaufen möchten).
Zumeist stehen MaklerInnen in Österreich sowohl mit der/dem Wohnungssuchenden als auch mit der Abgeberin/dem Abgeber in einem Auftragsverhältnis. Bei erfolgreicher Geschäftsvermittlung ist der Maklerin/dem Makler daher grundsätzlich von beiden Vertragsparteien eine Provision zu bezahlen.
Was ist ein Vermittlungsauftrag?
Ein schlichter Vermittlungsauftrag (Maklervertrag) wird auf unbefristete Zeit abgeschlossen und ist von der Auftraggeberin/dem Auftraggeber wie von der Maklerin/dem Makler jederzeit kündbar. Für die Maklerin/den Makler besteht hier keine Tätigkeitspflicht. Umgekehrt ist die Auftraggeberin/der Auftraggeber grundsätzlich nicht verpflichtet, ein angebahntes Geschäft abzuschließen. Provisionspflicht besteht – von wenigen Ausnahmen abgesehen - nur im Erfolgsfall. Ein schlichter Vermittlungsauftrag kann auch mehreren MaklerInnen nebeneinander erteilt werden.
Anderes gilt für den Alleinvermittlungsauftrag. Dieser wird befristet abgeschlossen. Die einseitige vorzeitige Beendigung ist nur aus wichtigem Grund möglich (z.B. wegen grober Pflichtverletzungen der Maklerin/des Maklers). Das Konsumentenschutzgesetz sieht bei Wohnungsmiete grundsätzlich eine Höchstdauer von drei Monaten und beim Wohnungskauf eine solche von sechs Monaten für Alleinvermittlungsaufträge vor. Überdies können Alleinvermittlungsaufträge nach dem Konsumentenschutzgesetz nur schriftlich abgeschlossen werden.
Die Schutzbestimmungen des Konsumentenschutzgesetzes gelten allerdings nur für Verbrauchergeschäfte, das heißt, für die Auftraggeberin/den Auftraggeber der Maklerin/des Maklers muss es sich um ein Privatgeschäft handeln. Wegen der Bindung an nur eine Maklerin/einen Makler besteht für diese/diesen beim Alleinvermittlungsauftrag Tätigkeitspflicht. In der Praxis sind Alleinvermittlungsaufträge mit AbgeberInnen nicht selten. Vorsicht: Der Auftraggeberin/dem Auftraggeber sind hier während der Befristung die Hände gebunden und Provisionspflicht besteht zumeist auch dann, wenn die Auftraggeberin/der Auftraggeber während der Laufzeit selber eine Interessentin/einen Interessenten findet.
Dürfen mehrere ImmobilienmaklerInnen gleichzeitig beauftragt werden?
Nur beim Alleinvermittlungsauftrag ist man an eine Maklerin/einen Makler gebunden.
Mit schlichten Vermittlungsaufträgen können hingegen auch mehrere MaklerInnen parallel beauftragt werden. Kommt es auf diese Weise dazu, dass die Provisionsvoraussetzungen mehrerer MaklerInnen vorliegen (mehr als eine Maklerin/ein Makler hat am Zustandekommen des Geschäfts mitgewirkt), braucht die Auftraggeberin/der Auftraggeber die Provision dennoch nur einmal bezahlen. Und zwar an jene Maklerin/jenen Makler, deren/dessen Verdienstlichkeit überwiegt. Ist nicht klar, wer mehr für das Zustandekommen des Geschäfts getan hat, darf die Provision auch zu gleichen Teilen an die beteiligten MaklerInnen ausbezahlt werden. Diese Vorgehensweise hat für die Auftraggeberin/den Auftraggeber schuldbefreiende Wirkung, außer eine/einer der MaklerInnen wird dadurch klar und eindeutig benachteiligt. Meint eine/einer von mehreren MaklerInnen, dass ihr/ihm ein höherer Anteil von der Provision zusteht, muss sie/er sich das mit ihren/seinen KollegInnen ausstreiten.
Dürfen ImmobilienmaklerInnen Zahlungen für die Auftraggeberin/den Auftraggeber entgegen nehmen bzw. in deren/dessen Namen Vertragserklärungen abgeben?
Ein Vermittlungsauftrag (Maklervertrag) berechtigt die Maklerin/den Makler nicht, das vermittelte Geschäft im Namen der Auftraggeberin/des Auftraggebers abzuschließen oder Zahlungen des Dritten für die Auftraggeberin/den Auftraggeber entgegen zu nehmen. Eine Inkasso- oder Abschlussvollmacht müsste der Maklerin/dem Makler also gesondert eingeräumt werden. In der Praxis kommt das äußerst selten vor, am ehesten noch bei Ortsabwesenheit der Abgeberin/des Abgebers.
Dürfen ImmobilienmaklerInnen Aufwandsersatz verlangen?
Der Maklerin/dem Makler steht grundsätzlich kein Aufwandsersatz zu. Ein solcher müsste gesondert vereinbart werden und wäre nur hinsichtlich untypischer Aufwendungen (z.B. ganzseitiges Inserat) zulässig. Im Geltungsbereich des Konsumentenschutzgesetzes (also wenn es sich für die Auftraggeberin/den Auftraggeber um ein Privatgeschäft handelt) ist eine solche Vereinbarung überdies nur wirksam, wenn sie schriftlich erfolgt.
Was ist der Unterschied zwischen Besichtigungsschein und Miet- bzw. Kaufanbot?
Mit der Unterzeichnung eines Besichtigungsscheins wird von der/dem Wohnungssuchenden der Maklerin/dem Makler gegenüber bloß die Wohnungsbesichtigung unverbindlich bestätigt. Oft stellt der Besichtigungsschein zugleich auch den schriftlichen Vermittlungsauftrag (Maklervertrag) dar. Es entsteht damit noch keine Verpflichtung, die Wohnung anzumieten bzw. sie zu kaufen. Auch ist mit Unterzeichnung eines Besichtigungsscheins noch keine Provision zu bezahlen.
Ein Miet- oder Kaufanbot ist hingegen bereits eine verbindliche Vertragserklärung, von der Wohnungssuchende nicht nach Belieben Abstand nehmen können. Von der Maklerin/dem Makler vorformulierte schriftliche Anbote werden in der Praxis sehr oft vorschnell von Wohnungssuchenden unterschrieben. Die Maklerin/der Makler legt ein von der/dem Wohnungssuchenden unterschriebenes Anbot in der Folge der Abgeberin/dem Abgeber vor, die/der entscheiden kann, ob sie/er das Anbot annimmt oder nicht. Mit rechtzeitiger Annahme des Anbots durch die Abgeberin/dem Abgeber kommt bereits ein vertragliches Verhältnis zustande, das sowohl die Wohnungssuchende/den Wohnungssuchenden als auch die Abgeberin/den Abgeber bindet. In einem schriftlichen Anbot sollten daher bereits alle wichtigen Haupt- und Nebenpunkte enthalten sein.
Bei Unterzeichnung eines Anbots ist zunächst einmal nur die/der Wohnungssuchende für einen „angemessenen Zeitraum“ (im Regelfall nicht länger als vierzehn Tage) daran gebunden. Die Bindungsdauer kann auch ausdrücklich im Anbot angeführt sein. Nimmt die Abgeberin/der Abgeber das Anbot nicht fristgerecht an, ist noch ein provisionsfreies Abstehen vom Geschäft möglich. Ein Anbot stellt übrigens nie eine „Reservierung“ der Wohnung für die Wohnungssuchende/den Wohnungssuchenden dar. Das wäre nur der Fall, wenn die Gegenzeichnung (Annahme) durch die Abgeberin/den Abgeber gleich an Ort und Stelle erfolgt.
Wann ist ein Rücktritt von einem Miet- bzw. Kaufanbot möglich?
Ein provisionsfreier Rücktritt ist jedenfalls möglich, wenn die Vertragserklärung (Miet- oder Kaufanbot) gleich am Tag der Erstbesichtigung der Wohnung abgegeben worden ist. Für solche Fälle gibt es ein eigenes Rücktrittsrecht (§ 30 Konsumentenschutzgesetz), das Wohnungssuchende vor übereilten Vertragserklärungen schützt. Voraussetzung für einen solchen Rücktritt vom Miet- bzw. Kaufanbot ist allerdings, dass das Objekt zur Deckung eines dringenden Wohnbedürfnisses der/des Erklärenden oder naher Angehöriger dienen sollte. Das Rücktrittsrecht gilt also nicht bei Ferienwohnungen.
Das Rücktrittsrecht nach § 30a Konsumentenschutzgesetz muss binnen einer Woche ab Erhalt der Zweitschrift und Rücktrittsbelehrung (Datum des Poststempels) schriftlich (mit eingeschriebenem Brief) ausgeübt werden. Ohne schriftliche Rücktrittsbelehrung läuft die Frist einen Monat nach Vertragserklärung ab. Ein Rücktritt nach §30a KSchG beendet gleichzeitig auch den Maklervertrag.
In Einzelfällen kann ein provisionsfreier Rücktritt vom Miet- oder Kaufanbot (nach anderen Gesetzesstellen) auch noch in Betracht kommen, wenn ein Miet- bzw. Kaufanbot erst nach dem Tag der Erstbesichtigung abgegeben worden ist.
Seit Inkrafttreten des Fern- und Auswärtsgeschäfte Gesetz (FAGG) am 13.6.2014 besteht für Verbraucher i.S. des Konsumentenschutzgesetzes zudem ein neues Rücktrittsrecht bei Abschluss des Maklervertrages außerhalb der Geschäftsräume der Maklerin/des Maklers oder ausschließlich über Fernabsatz (z.B. Internet). Dieses Rücktrittsrecht nach §11 FAGG bezieht sich allerdings nicht auf Miet- oder Kaufanbote sondern bloß auf den Maklervertrag. Die Rücktrittsfrist beträgt 14 Tage und beginnt mit Abschluss des Maklervertrages zu laufen. Der Rücktritt kann mit einem (von der Maklerin/vom Makler auszuhändigenden) Muster-Widerrufsformular, aber auch in anderer Weise (nachweisbar) ausgeübt werden. Ohne ordnungsgemäßer Belehrung über das Rücktrittsrecht verlängert sich die Frist auf ein Jahr und 14 Tage.
Der Rücktritt nach §11 FAGG ist nicht mehr möglich, wenn die Maklerin/der Makler ihre/seine Dienstleistung noch vor Ablauf der vierzehntägigen Frist vollständig erbracht hat, vorausgesetzt, die Maklerin/der Makler hat den Auftraggeber ordnungsgemäß belehrt und ist aufgrund einer ausdrücklichen Aufforderung des Auftraggebers "vorzeitig" tätig geworden.
Was sind die Pflichten von ImmobilienmaklerInnen?
Die Maklerin/der Makler hat die Interessen der Auftraggeberin/des Auftraggebers zu wahren und die erforderlichen Nachrichten zu geben. Sie/er gilt als Sachverständige/Sachverständiger für Grundstücksangelegenheiten, weshalb von ihr/ihm erwartet werden kann, über einschlägige Probleme Bescheid zu wissen und richtige Auskünfte zu erteilen.
Die Auftraggeberin/der Auftraggeber ist jedenfalls über sämtliche Umstände zu unterrichten, die für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind. So sind etwa bei Vermittlung zu Geschäftszwecken Erkundigungen über das Bestehen einer Gewerbeberechtigung anzustellen. Die Maklerin/der Makler sollte auch über die örtlichen Preise Bescheid wissen, ebenso über Widmungen und allfällige Förderungen bzw. zumindest auf die Relevanz dieser Fragen hinweisen.
Im Verbrauchergeschäft (für die Auftraggeberin/den Auftraggeber handelt es sich um ein Privatgeschäft) sind die zur Beurteilung des beabsichtigten Geschäftes wesentlichen Umstände der Auftraggeberin/dem Auftraggeber schriftlich mitzuteilen. Aus der von der Maklerin/dem Makler schriftlich zu überreichenden Übersicht müssen sämtliche zu erwartenden Nebenkosten, einschließlich der Vermittlungsprovision, hervorgehen. Zusätzliche Informationspflichten bestehen seit Inkrafttreten des Fern- und Auswärtsgeschäfte Gesetzes (FAGG) am 13.6.2014, wenn der Maklervertrag außerhalb der Geschäftsräume der Maklerin/des Maklers oder ausschließlich über Fernabsatz (z.B. Internet) abgeschlossen wurde.
Falls zwischen der Maklerin/dem Makler und der Abgeberin/dem Abgeber ein wirtschaftliches oder familiäres Naheverhältnis besteht, ist die Auftraggeberin/der Auftraggeber darauf hinzuweisen.
Eine besondere Nachforschungspflicht trifft die Maklerin/den Makler grundsätzlich aber nicht. Bis zu einem gewissen Grad darf sie/er den Angaben der Abgeberin/des Abgebers vertrauen und diese Informationen weitergeben. Auch eine Aufklärungspflicht, die einer anwaltlichen Beratung gleichkommt, besteht für MaklerInnen nicht.
Wie sind Pflichtverstöße von ImmobilienmaklerInnen sanktioniert?
Bei fehlenden oder unrichtigen Informationen der Maklerin/des Maklers kommt eine Provisionsminderung in Betracht, dies unabhängig davon, ob ein konkreter Schaden entstanden ist. Die Höhe der Provisionsminderung hängt von der Schwere der Pflichtverletzung ab und wird von Gerichten im jeweiligen Einzelfall entschieden. Daneben sind auch Schadenersatzansprüche denkbar.
Besteht zwischen der Maklerin/dem Makler und der/dem vermittelten Dritten ein wirtschaftliches oder familiäres Naheverhältnis, ist die Auftraggeberin/der Auftraggeber unverzüglich darauf hinzuweisen, ansonsten verliert die Maklerin/der Makler den Provisionsanspruch zur Gänze. Im Verbrauchergeschäft (für die Auftraggeberin/den Auftraggeber handelt es sich um ein Privatgeschäft) muss dieser Hinweis schriftlich erfolgen.
Eine nicht ordnungsgemäße Belehrung über bestehende Rücktrittsrechte führt grundsätzlich zur Verlängerung der Rücktrittsfristen. Wenn der Maklervertrag außerhalb der Geschäftsräume der Maklerin/des Maklers oder ausschließlich über Fernabsatz (z.B. Internet) abgeschlossen wurde, können Verstöße gegen Informationspflichten im Falle eines Rücktritts des Auftraggebers nach §11 FAGG selbst dann zum Verlust des Provisionsanspruches führen, wenn das Hauptgeschäft (Mietvertrag, Kaufvertrag) planmäßig zustande kommt.
Wann steht ImmobilienmaklerInnen eine Vermittlungsprovision zu?
Eine Provision steht ImmobilienmaklerInnen zu, wenn ein Maklervertrag abgeschlossen wurde, die Maklerin/der Makler verdienstlich tätig war und der Vermittlungserfolg (bzw. ein zweckgleiches Geschäft) zustande gekommen ist, wobei die Tätigkeit der Maklerin/des Maklers kausal bzw. adäquat für den Geschäftsabschluss gewesen sein muss.
Eine Provisionspflicht ohne Vermittlungserfolg kann vertraglich nur für die im Maklergesetz vorgesehenen Ausnahmefälle vereinbart werden, welche sich im wesentlichen auf Pflichtverletzungen der Auftraggeberin/des Auftraggebers beziehen. Häufigster diesbezüglicher Anwendungsfall wäre, dass das Geschäft wider Treu und Glauben nicht zustande kommt, weil die Auftraggeberin/der Auftraggeber entgegen dem bisherigen Verhandlungsverlauf (z.B. Mietanbot bereits unterschrieben) einen für das Zustandekommen des Geschäfts erforderlichen Rechtsakt (z.B Unterzeichnung der Mietvertragsurkunde) ohne beachtenswerten Grund unterlässt.
Für die Verdienstlichkeit der Maklerin/des Maklers kann u.U. schon die bloße Namhaftmachung des Dritten (der Geschäftsgelegenheit) ausreichen. Die Bemühungen der Maklerin/des Maklers müssen das Geschäft aber zumindest mit veranlasst haben. Auch bei Wohnungen, welche die Auftraggeberin/der Auftraggeber schon vorher kannte, kann es zur Provisionspflicht kommen, wenn die Maklerin/der Makler den Kenntnisstand der Auftraggeberin/des Auftraggebers erweitert hat, und es in der Folge zur Anmietung (zum Ankauf) kommt.
Nicht erforderlich ist, dass der Abschluss eines vermittelten Geschäftes in den Zeitraum des aufrechten Vermittlungsvertrags fällt. Entscheidend ist lediglich, ob MaklerInnen ihre vertragsgemäße Vermittlungstätigkeit während des Bestehens des Vermittlungsvertrags erbracht haben. Die Auftraggeberin/der Auftraggeber kann also durch Zuwarten mit dem Geschäftsabschluss das Entstehen eines Provisionsanspruchs nicht verhindern. Wenn der Maklervertrag außerhalb der Geschäftsräume der Maklerin/des Maklers oder ausschließlich über Fernabsatz (z.B. Internet) abgeschlossen wurde, können Verstöße gegen Informationspflichten im Falle eines Rücktritts des Auftraggebers nach §11 FAGG selbst dann zum Verlust des Provisionanspruchs führen, wenn das Hauptgeschäft (Mietvertrag, Kaufvertrag) planmäßig zustande kommt.
Voraussetzung für den Provisionsanspruch ist aber immer, dass zwischen der Tätigkeit der Maklerin/des Maklers und dem Zustandekommen des Geschäfts ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dieser wäre zum Beispiel nicht mehr gegeben, wenn das angestrebte Rechtsgeschäft erst nach dem endgültigen Scheitern der Bemühungen der Maklerin/des Maklers ausschließlich aufgrund anderer Umstände - wie etwa durch die spätere Tätigkeit einer dritten Person – zustande kommt.
Bei einem Eigengeschäft der Maklerin/des Maklers (rechtliche Identität von MaklerIn und AbgeberIn) steht eine Vermittlungsprovision nie zu. Ebenso wenig, wenn das Geschäft aufgrund gesellschaftlicher Verflechtung (beherrschender Einfluss der Maklerfirma auf die Vermieter- oder Verkäuferfirma) wirtschaftlich einem Eigengeschäft der Maklerin/des Maklers gleichkommt. Bei einem bloßen wirtschaftlichen (oder familiären) Naheverhältnis zwischen MaklerIn und AbgeberIn besteht ein Provisionsanspruch nur, wenn die Abgeberin/der Abgeber auf das Naheverhältnis hingewiesen wurde. Wobei im Verbrauchergeschäft (für die Auftraggeberin/den Auftraggeber handelt es sich um ein Privatgeschäft) dieser Hinweis schriftlich erfolgen muss.
Wann ist die Vermittlungsprovision fällig?
Die Provision wird mit Rechtswirksamkeit des vermittelten Geschäfts fällig, also mit Zustandekommen des Hauptgeschäfts. Dieses kommt mitunter bereits zustande, bevor die formelle Vertragsurkunde (Miet- oder Kaufvertrag) unterzeichnet wird.
Bei Unterzeichnung eines Miet- oder Kaufanbots z.B. meist schon mit der Annahmeerklärung des/der AbgeberIn. Bei Verwendung eines Miet- oder Kaufanbots ist es daher sinnvoll, einen späteren Fälligkeitstermin zu vereinbaren (z.B. Fälligkeit erst bei Unterzeichnung der formellen Vertragsurkunde).
Noch keine Fälligkeit liegt vor, wenn erst ein Vorvertrag abgeschlossen wird, oder das Hauptgeschäft unter einer aufschiebenden Bedingung steht, die noch nicht eingetreten ist. Einen Anspruch auf eine Anzahlung für die Provision (Vorschuss) haben MaklerInnen nicht.
Kann ein bereits entstandener Provisionsanspruch von ImmobilienmaklerInnen rückwirkend wieder entfallen?
Ein einmal entstandener Provisionsanspruch der Maklerin/des Maklers entfällt später, wenn feststeht, dass der Vertrag zwischen der Auftraggeberin/dem Auftraggeber und der/dem Dritten aus nicht von der Auftraggeberin/dem Auftraggeber zu vertretenden Gründen nicht ausgeführt wird. Ein Beispiel hierfür wäre z.B. die erfolgreiche gerichtliche Anfechtung eines Kaufvertrags durch die Wohnungskäuferin/den Wohnungskäufer. Ein anderes Beispiel dafür wäre, dass es trotz Mietvertrags nicht zur Übergabe der Mietwohnung kommt und die Gründe dafür bei der Vermieterin/dem Vermieter liegen.
Eine gerichtliche Anfechtung des bereits geschlossenen Miet- oder Kaufvertrags ist für den rückwirkenden Entfall der Vermittlungsprovision also nicht unbedingt erforderlich. Auch eine einvernehmliche Auflösung des Vertrags reicht dazu aus, wenn tatsächlich ein Anfechtungsgrund vorliegt. Wird das Geschäft einseitig - wegen Leistungsverzugs der Vertragspartnerin/des Vertragspartners - nicht ausgeführt, hat die Auftraggeberin/der Auftraggeber allerdings nachzuweisen, dass alle zumutbaren Schritte unternommen wurden, um die Vertragspartnerin/den Vertragspartner doch noch zur Übergabe der Wohnung zu veranlassen.
Wie hoch darf die Provision von MaklerInnen sein?
Die Provisionshöhe richtet sich nach der Vereinbarung bzw. nach ortsüblichem Entgelt. In der Immobilienmaklerverordnung sind für Vereinbarungen mit Wohnungssuchenden und Abgebern österreichweit geltende Höchstbeträge festgelegt, zu denen jeweils noch 20 Prozent Umsatzsteuer kommen.
Höchstprovision bei Miete
Mit 1.9.2010 wurden die Höchstbeträge für die Vermittlung von Mietverträgen geändert. Für MieterInnen ist die Wohnungssuche damit günstiger geworden.
Haupt- und Untermiete (Wohnzwecke)
unbefristet oder länger als drei Jahre befristet:
MieterIn: 2 Bruttomonatsmieten
VermieterIn: 3 Bruttomonatsmieten
bis zu drei Jahren befristet:
MieterIn: 1 Bruttomonatsmiete
Bei Vermittlung einer Untermiete an einzelnen Räumen steht allerdings nie mehr als eine Bruttomonatsmiete an Provision zu.
Haupt- und Untermiete (Wohnzwecke), wenn die Maklerin/der Makler gleichzeitig HausverwalterIn der Anlage ist. (Diese Sonderregelung gilt jedoch nicht, wenn an der vermittelten Wohnung Wohnungseigentum besteht und die Abgeberin/der Abgeber nicht MehrheitseigentümerIn ist)
VermieterIn: 2 Bruttomonatsmieten
mindestens zwei Jahre aber nicht länger als drei Jahre befristet:
MieterIn: 1/2 Bruttomonatsmiete
kürzer als zwei Jahre befristet:
VermieterIn: 1 Bruttomonatsmiete
Haupt- und Untermiete (Geschäftszwecke)
MieterIn: 3 Bruttomonatsmieten
mindestens zwei Jahre aber nicht mehr als drei Jahre befristet:
Bei Doppeltätigkeit der Maklerin/des Maklers kann in Ausnahmefällen mit einer/einem der beiden AuftraggeberInnen insoweit ein die Provisionshöchstsätze überschreitender Betrag vereinbart werden, als mit der anderen Auftraggeberin/dem anderen Auftraggeber keine oder eine geringere Provision vereinbart wird. Das gilt aber keinesfalls, wenn eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus (Wohnzwecke) Gegenstand der Vermittlung ist.
Bruttomonatsmiete bedeutet hier, dass grundsätzlich sämtliche Mietzinsbestandteile außer der Umsatzsteuer aus der monatlichen Mietzinsvorschreibung zu berücksichtigen sind. Allerdings sind bei Wohnungsmiete auch noch eventuell enthaltene Heizkosten aus der monatlichen Mietzinsvorschreibung heraus zu rechnen, wenn für das Mietverhältnis Mietzinsobergrenzen gelten. Eine zeitlich befristete Mietzinsreduktion (gestaffelter Mietzins) bleibt unberücksichtigt.
Bei Vermietung zu Wohn- und Geschäftszwecken kann (im Vorhinein) eine Ergänzungsprovision für den Fall der Verlängerung des Mietverhältnisses oder der Umwandlung in ein unbefristetes Mietverhältnisses vereinbart werden. Die Ergänzung auf den Höchstbetrag bei Berücksichtigung der gesamten Vertragsdauer ist jedoch nur bei Vermietung zu Geschäftszwecken möglich, ansonsten darf die Ergänzung nie mehr als eine halbe Bruttomonatsmiete betragen.
Die Höchstprovision für die Vermittlung einer Investitionsablöse beträgt 5 Prozent der Ablösesumme und darf nur von der Abgeberin/dem Abgeber oder der Vormieterin/dem Vormieter eingehoben werden.
Höchstprovision beim Wohnungskauf
Kaufpreis bis 36.336,42 Euro: 4 Prozent
Kaufpreis zwischen 36.336,42 Euro und 48.448,49 Euro: 1.453,46 Euro
Kaufpreis über 48.448,49 Euro: 3 Prozent
Der Wert von Einrichtungsgegenständen ist einzurechnen, falls er nicht bereits im Kaufpreis enthalten ist, ebenso eine eventuelle Schuldübernahme der Käuferin/des Käufers. Spätere Preisnachlässe durch die Abgeberin/den Abgeber mindern die Provision grundsätzlich nicht.
Bei Doppeltätigkeit der Maklerin/des Maklers kann in Ausnahmefällen mit einem der beiden AuftraggeberInnen insoweit ein die Provisionshöchstsätze überschreitender Betrag vereinbart werden, als mit der anderen Auftraggeberin/dem anderen Auftraggeber keine oder eine geringere Provision vereinbart wird. Das gilt aber keinesfalls, wenn eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus (Wohnzwecke) Gegenstand der Vermittlung ist.
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