Source: https://www.peterlang.com/view/9783653955910/chapter1.xhtml
Timestamp: 2018-08-18 19:52:51
Document Index: 368879053

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 140', 'Art. 2', '§ 140', '§ 140', '§ 140']

§ 1. Einleitung : Die Konversion
§ 1. Einleitung : Die ...
In der mit § 140 BGB geregelten Konversion wird bisweilen eine der „elegantesten Denkfiguren der Jurisprudenz“1 gesehen. Als Ausfluss der verfassungsrechtlich garantierten Privatautonomie2 (Art. 2 Abs. 1 GG) kann durch sie nicht selten3 ein nichtiges Rechtsgeschäft aufrechterhalten werden. Dabei verbirgt sich hinter dem einfach anmutenden Wortlaut der Norm eine Vielzahl rein akademisch, aber auch praktisch relevanter Problemfälle,4 welche bei nichtigen Verfügungen von Todes wegen5 ebenfalls virulent werden. Diesbezüglich scheint die besondere Bedeutung des Erblasserwillens6 fast schon derart zwingend, dass jedwede nichtige Verfügung als wirksame zu erhalten ist. Gerade dies mag indes zu Problemen führen, da die Relevanz des Erblasserwillens nicht über den ← 1 | 2 → Umstand hinwegtäuschen sollte, dass der eigentlich getroffenen Regelung von der Rechtsordnung keine Rechtskraft zugesprochen wurde.
Gegenstand der Arbeit ist die Analyse des § 140 BGB im Allgemeinen sowie hinsichtlich nichtiger und wirkungsloser Verfügungen von Todes wegen und Nachfolgeklauseln in Personengesellschaften. Insofern obliegt es der Arbeit zunächst, die neuralgischen Punkte des § 140 BGB aufzuarbeiten und zu ihrer Klärung beizutragen, was insbesondere für die Dogmatik und die Tatbestandsvoraussetzungen der Norm gilt. Die hierzu gefundenen Ergebnisse sollen sodann auf das Erbrecht übertragen werden, um auch hierbei die Berechtigung verschiedenster Kontroversen zur Anwendung des § 140 BGB auf nichtige Verfügungen von Todes wegen zu hinterfragen. Zwar sind insofern bereits monographische Ausarbeitungen existent.7 Allerdings stellen diese entweder das Erbrecht nicht in den...