Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-88624-8_13
Timestamp: 2019-08-20 05:59:41
Document Index: 225716009

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 393', 'Art. 3', '§ 1', '§ 3', '§ 6', '§ 99', '§ 12', 'BVerG', '§ 1']

Betriebliche Verteilung von Arbeitsplätzen — Die personalpolitische Bedeutung und Problematik von Flexibilisierungsstragien am Beispiel der Leiharbeit | Springer for Research & Development
Verteilungsprobleme in Industriegesellschaften pp 218-230 | Cite as
Betriebliche Verteilung von Arbeitsplätzen — Die personalpolitische Bedeutung und Problematik von Flexibilisierungsstragien am Beispiel der Leiharbeit
Im Rahmen betrieblicher Personalpolitik kommt neben den personellen Auswirkungen technischer und arbeitsorganisatorischer Rationalisierungsmaßnahmen in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung den sogenannten Flexibilisierungsstrategien zu.1 Dazu gehört einmal eine verstärkte Diskussion um Arbeitszeitflexibilisierung,2 die etwa im Einzelhandel in Form der kapazitätsorientierten variablen Arbeitszeit bereits ihren praktischen Niederschlag gefunden hat.3 Dazu gehört auf der anderen Seite aber auch eine zunehmende Flexibilisierung des Personals durch eine Segmentierung der Beschäftigten in eine feste Stamm- und eine flexible Randbelegschaft. Dabei bilden den Kern der Stammbelegschaft die Facharbeiter und auf einem vergleichbaren Niveau qualifizierte Arbeitskräfte, während sich die sogenann-te Randbelegschaft aus un- und angelernten Arbeitskräften rekrutiert, die einfache, häufig repetitive und schnell erlernbare Arbeitsvorgänge verrichten. Verschiedene Untersuchungen haben einen Trend festgestellt, die sogenannte Stammbelegschaft möglichst konstant zu halten, sie innerbetrieblich weiterzuqualifizieren und durch innerbetriebliche Bildungsmaßnahmen veränderten Anforderungen des Produktionsprozesses anzupassen.4 Dies ergibt natürlich auch Teilen der Randbelegschaft innerbetriebliche Aufstiegsmöglichkeiten und ermöglicht ihnen das Vordringen „zur Stammbelegschaft“ Die zur Randbelegschaft gerechneten Arbeitskräfte werden in der Regel über den externen Arbeitsmarkt eingeworben.
vgl. dazu Lutz/Sengenberger, Arbeitsmarktstrukturen und öffentliche Arbeitsmarkpolitik, 1974, S. 6 f.Google Scholar
Freiburghaus/Schmidt, Theorie der Segmentierung von Arbeitskräften, Leviathan 1975, S. 417 f.Google Scholar
Dombois/Osterland, Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes statt Arbeitszeitverkürzung, GewMH 1982, S. 116Google Scholar
Bäcker/Seifert, Arbeitszeitverkürzung durch ind. Flexibilität oder tarifvertragliche Regelung? WSi-Mitteilungen 1982, S. 123.Google Scholar
Vgl. nur Terriet, Freiheit zurückgeben, BArbBl 1981, S. 20f.;ders. WSi-Mitteilungen 1980, S. 713 f. Zur besonders aktuellen Form des Job-Sharings vgl. Schwarz u. a. Job-Sharing — ein Modell „neuer Arbeitsmarktpolitik?“ GewMH 1982, S. 106.Google Scholar
Vgl. dazu Rudolph u. a., Chancen und Risiken neuer Arbeitszeitsysteme, WSi-Mitteilungen 1981, S. 205 f.Google Scholar
Glaubitz u. a., Rationalisierung im Einzelhandel, WSi-Mitteilungen 1980, S. 440 f.Google Scholar
Buttler/Biehler/Brandes, Beschäftigungspolitik und betriebliche Reaktionen, in: Ehreiser/ Nick, Betrieb und Arbeitsmarkt, 1978, S. 25 f.CrossRefGoogle Scholar
Zu diesem Problemkreis vgl. Mayer/Ralfs, Rationalisierung und Rationalisierungsschutz 1981, S. 105 f.Google Scholar
Vgl. Etwa Möller-Lücking, Gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung — Neuordnung oder Verbot?, in: Das Arbeitsrecht der Gegenwart, Bd. 11, 1974, S. 55; für weitgehende Liberalisierung des ANÜ-Gewerbes dagegen C. Küchenhoff, SGb 1971, S. 453 f., Schubel-Engelbrecht, Komm, zum AUG, 1973, § 3 Anm. 4; Becker, BlStSozArbR 1972, S. 113 f.Google Scholar
BtDS 8/4479; die folgenden Ausführungen lehnen sich an meine Darstellung in BB 1981, S. 1839 fan.Google Scholar
BVerfGE Bd. 21, S. 261 f.Google Scholar
So in dem am gleichen Tag ergangenen Urteil zur privaten Arbeitsvermitdung von Führungskräften, BVerfGE Bd. 21, S. 253 f.Google Scholar
Diese Anforderung wurde später vom BSG weiter konkretisiert, BB 1970, S. 1398Google Scholar
Zur Situation vor dem AÜG vgl. etwa Kindereit, RdA 1971, S. 207, Leve SozArb. 1972, S. 384;Duda SozSich. 1973, S. 71;0VG Münster, NJW 1972, S. 1635Google Scholar
§§ 1–5 AÜGGoogle Scholar
§ 393 Abs. 3 RVO, eingefügt durch Art. 3 § 1 AÜGGoogle Scholar
§ 3 Abs. 1 Ziff. 6 AÜGGoogle Scholar
So zu Recht auch Becker AuR 1980, S. 12Google Scholar
Nach Berechnungen von Steinbach, WSi-Mitteilungen 1980, S. 268Google Scholar
Der Werkvertrag stellte von Anfang an das wichtigste Umgehungsinstrument des AÜG dar — wurde bereits in den Gesetzesberatungen problematisiert. Der Ausschuß für Arbeits- und Sozialordnung hielt es jedoch für ausreichend, wenn Abgrenzungsfragen von der BA per Dienstanweisung geregelt würden, vgl. den Bericht zu BTDS VI/3505 S. 2; ferner Krüger/Wahsner, Illegaler Arbeitskräfteverleih u. Scheinwerkverträge, in: Mitteilungsblatt der ZWE Arbeit + Betrieb (Bremen) 2/1981, S. 60 f.Google Scholar
Dieses Manko wurde bereits früh kritisiert, vgl. Göbel BlStSozArbR 1973, S. 309 f. Nach dem Bericht sind immerhin 2473 Entleih-Unternehmen überprüft worden, doppelt soviel wie im vorangegangenen BerichtszeitraumGoogle Scholar
Vgl. Erfahrungsbericht der BA vom 1.4.1980 unter Hinweis etwa auf AG Gütersloh AZ 8 Gs 541/78; AG Bergisch-Gladbach AZ 2 Gs 164/77Google Scholar
Dies betrifft vor allem ausländische Arbeitnehmer, die für die Arbeit als Leih-Arbeitnehmer nach § 6 Abs. 1 AEVO keine Arbeitserlaubnis bekommenGoogle Scholar
Erfahrungsbericht S. 16Google Scholar
Erfahrungsbericht S. 17Google Scholar
Zu dieser Personalpolitik vgl. etwa Bahl GewMH 1979, S. 443. Oltmanns, Personaleinsatz, Personalbedarfs- und Personalstrukturplanung unter bes. Berücksichtigung des Personalleasing, 1977Google Scholar
Erfahrungsberichts. 17Google Scholar
Stellungnahme der BA (Anm. 19)Google Scholar
Zum Diskussionsstand nach Inkrafttreten des AÜG vgl. Franßen/Haesen, Kommentar zum AÜG, 1974, Einl. Anm. 36 f.; Mayer, AuR 1974, S. 353 f.Google Scholar
Vgl. dazu im einzelnen Becker BlStSozArbR 1976, S. 228 f.Google Scholar
BAG AP Nr. 2 zu § 99 BetrVGGoogle Scholar
BAG AP Nr. 6 zu BetrVGGoogle Scholar
Vgl. zu dieser Möglichkeit auch Möller-Lücking, Quelle 1980, S. 351 f.Google Scholar
Wiedergegeben im Erfahrungsbericht S. 18 f.Google Scholar
AFG-Konsolidierungsgesetz vom 22.12.1981, BGBl I S. 1497. 32aBegründung zu § 12 a, BR-Dr. 369/81, S. 35Google Scholar
vom 15.12.1981, BGBl I S. 1390.Google Scholar
Kritisch auch Becker ZRP 1981, S. 262 f; zur bisherigen Mitbestimmungspraxis der Betriebsräte vgl. auch instruktiv Frerichs/Möller/Ulber, Leiharbeit und betriebliche Interessenvertretung, 1981, S. 63 fGoogle Scholar
Becker, Leiharbeit und betriebliche Interessenvertretung, 1981, S. 63 fGoogle Scholar
Knopp, Probleme des Arbeitsmarktes und die gesetzliche Neuregelung, DB 1982, S. 111 f.Google Scholar
Dazu auch Becker AuR 1980, S. 12 f.Google Scholar
Vgl. die Zusammenstellung bei N. Reich, Markt und Recht, 1977, S. 96 f.; ferner die Kritik dieser RSpr bei Ridder, Die soziale Ordnung des GG, 1975, S. 100 f., 122 f.Google Scholar
Grundlegend BVerfGE Bd. 7, S. 377; Bd. 11, S. 168Google Scholar
Zum Prognosespielraum etwa BVerGE Bd. 17, 269 f. (ArzneimittelG); BVerfGE Bd. 25, S. 1 f. (Mühlengesetz); BVerfGE Bd. 37, S. 1 (Stabilisierungsfonds)Google Scholar
Wie weit die damit zugestandene wirtschaftspolitische Entscheidungsfreiheit reicht, ist durchaus umstritten, vgl. U. Scheuner (Hrsg.), Die staatliche Einwirkung auf die Wirtschaft, 1971, insbes. S. 37 f.Google Scholar
Rittstieg, in Klönne u. a. Lebendige Verfassung — Das GG in Perspektive, 1981, S. 37 f.Google Scholar
BVerfG AP Nr. 1 zu § 1 MitbG; Zu den bei der Mitbestimmung dabei auftauchenden Problemen vgl. einerseits Pernthaler, Ist Mitbestimmung verfassungsrechdich meßbar? 1980, S. 122; andererseits M. Kittner, GewMH 1979, S. 332Google Scholar
BVerfG, Bd. 21, S. 245 f.Google Scholar
Wirtschaftlich lag der Schwerpunkt schon immer bei Arbeitsvermitdung, so bereits Monjau, AuR 1968, S. 257 und Hessel BB 1970, S. 307Google Scholar
BVerfGE Bd. 21, S. 245 f.Google Scholar
Angaben nach Becker (Anm. 35), S. 19Google Scholar
BGBl II (1954) S. 457Google Scholar
Vgl. den Überblick bei Becker, Kommentar zum AÜG, 2. Aufl. 1981, EinführungGoogle Scholar
Erfahrungsbericht, S. 44Google Scholar
Vgl. Im einzelnen Mayer/Raasch, Internationales Recht der Arbeit und Wirtschaft, 1980, S. 210 f.CrossRefGoogle Scholar
Für rechtl. Irrelevanz Engelbrecht, Die Abgrenzung der Arbeitnehmerüberlassung von der Arbeitsvermittlung, Diss. Hamburg 1979, S. 31 f.Google Scholar
Mayer U. (1982) Betriebliche Verteilung von Arbeitsplätzen — Die personalpolitische Bedeutung und Problematik von Flexibilisierungsstragien am Beispiel der Leiharbeit. In: Verteilungsprobleme in Industriegesellschaften. Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-88624-8_13