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Timestamp: 2016-10-23 18:11:38
Document Index: 114193533

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 7', 'Art. 74', 'Art. 74', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 274', 'Art. 301', 'Art. 343', 'BGE', 'Art. 85', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 61', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 61', 'Art. 61', 'Art. 11', 'Art. 13']

vertreten durch Advokatin Renate J�ggi,
Y.________ (Arbeitnehmer) war seit Oktober 2008 mit einem Arbeitspensum von 100 % als Telefonist bei der Z.________ (Arbeitgeberin) in Genf angestellt. Zwischen ihr und der X.________ (Versicherung) besteht seit dem 1. Januar 1996 ein Kollektiv-Krankenversicherungsvertrag. In der ab 1. Januar 2008 g�ltigen Fassung des Vertrages, der Allgemeine Bedingungen (AB) umfasst, ist f�r das Personal der Arbeitgeberin ein Krankentaggeld im Umfang von 90 % des versicherten Verdienstes ab einer Wartefrist von 7 Tagen f�r eine Dauer von 730 Tagen versichert.
Am 1. Juni 2009 meldete die Arbeitgeberin der Versicherung die krankheitsbedingte Abwesenheit des Arbeitnehmers seit 26. November 2008. Die Versicherung erbrachte ab 3. Dezember 2008 ein Taggeld basierend auf einer Arbeitsunf�higkeit von 100 %, veranlasste jedoch eine Untersuchung des Arbeitnehmers bei Dr. med. W.________ in Genf. Dieser untersuchte den Arbeitnehmer am 30. August 2009. In seinem Gutachten vom 21. September 2009 kam er bez�glich der bisherigen Arbeitst�tigkeit zum Ergebnis, die Abh�ngigkeit von Beruhigungsmitteln sei das Haupthindernis f�r die Wiederaufnahme der Arbeit. Diese Abh�ngigkeit des Arbeitnehmers und die vorliegende depressive Episode mittleren Grades beschr�nke seine Arbeitsf�higkeit zu 50 %. Nach dem Absetzen der Beruhigungsmittel sollte der Arbeitnehmer im Idealfall nach drei Wochen einer gut gef�hrten antidepressiven Behandlung seine volle Arbeitsf�higkeit wiedererlangen (S. 15 Ziff. 8 und 10).
Mit vom 18. September 2009 datiertem Schreiben teilte die Versicherung dem Arbeitnehmer mit Bezug auf die �rztliche Untersuchung vom 31. August 2009 mit, gem�ss dem Bericht, der im Besitz ihrer medizinischen Abteilung sei, k�nne er seine Berufst�tigkeit ab dem Tag der Unterredung zu 50 % und drei Wochen sp�ter zu 100 % aus�ben. Folglich werde ab 21. September 2009 ein Taggeld beruhend auf einer Arbeitsf�higkeit von 50 % ausgerichtet. Ab 19. Oktober 2009 sei von einer Arbeitsf�higkeit von 100 % auszugehen. Ab diesem Datum stellte die Versicherung ihre Taggeldzahlungen ein.
Am 1. und 2. Oktober 2009 war der Arbeitnehmer in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik, Liestal, hospitalisiert. Ab dem 21. Oktober 2009 war er bei Dr. med. V.________, Allschwil, in psychiatrischer Behandlung. Dieser kritisierte in seiner Stellungnahme vom 17. November 2009 das Gutachten von Dr. med. W.________. Zu dieser Kritik nahmen Dr. med. W.________ und Dr. med. U.________ im Auftrag der Versicherung mit Schreiben vom 14. Mai 2010 Stellung. Dazu hat sich Dr. med. V.________ mit Schreiben vom 22. Juni 2010 ge�ussert.
Am 11. November 2010 klagte der Arbeitnehmer (Kl�ger) beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt gegen die Versicherung (Beklagte) auf Zahlung von Fr. 50�633.15 zuz�glich Zins zu 5 % ab 24. April 2010. Zur Begr�ndung f�hrte der Kl�ger an, er sei gem�ss Arztzeugnissen verschiedener ihn behandelnder �rzte (Dr. med. T.________, Dr. med. S.________, Dr. R.________ und Dr. med. V.________) seit 26. November 2008 ganz und ab 1. Mai 2010 zu 75 % arbeitsunf�hig, weshalb ihm nach Ablauf der Wartefrist von sieben Tagen, das heisst ab 3. Dezember 2008 bis 30. April 2010 ein Taggeld beruhend auf einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % zustehe. Ab. 1. Mai 2010 bis 19. November 2010 sei ein Taggeld basierend auf einer Arbeitsunf�higkeit von 75 % geschuldet. Die Beklagte schloss auf Abweisung der Klage und wendete ein, sie habe dem Kl�ger f�r die Periode ab 3. Dezember 2008 bis 20. September 2009 ein um 50 % zu hohes Taggeld ausgerichtet, da er w�hrend dieser Zeit nicht 100 %, sondern lediglich 50 % arbeitsunf�hig gewesen sei. F�r die Zeit vom 21. September 2009 bis 15. November 2009 anerkenne sie eine Arbeitsunf�higkeit von 50 %. Danach h�tte der Arbeitnehmer bei Wahrung seiner Schadenminderungspflicht zu 100 % arbeiten k�nnen.
Die Beklagte (Beschwerdef�hrerin) erhebt Beschwerde in Zivilsachen mit den Begehren, den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 9. Dezember 2011 aufzuheben und die Klage abzuweisen. Zudem stellte die Beschwerdef�hrerin ein Gesuch um aufschiebende Wirkung, das mit Pr�sidialverf�gung vom 17. Februar 2012 gutgeheissen wurde.
Der Kl�ger (Beschwerdegegner) schliesst auf Abweisung der Beschwerde, eventuell auf R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz.
Die Beschwerdef�hrerin hat eine Replik und der Beschwerdegegner eine Duplik eingereicht.
1.2 Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt hat als einzige kantonale Instanz im Sinne von Art. 7 ZPO entschieden, weshalb die Beschwerde in verm�gensrechtlichen Angelegenheiten gem�ss Art. 74 Abs. 2 lit. b BGG unabh�ngig von der Erreichung der Streitwertgrenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG zul�ssig ist (vgl. BGE 138 III 2 E. 1.2.2).
1.3 Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde grunds�tzlich einzutreten.
1.4 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 135 III 397 E. 1.5). Die beschwerdef�hrende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1, 462 E. 2.4). Soweit die beschwerdef�hrende Partei den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_526/2008 vom 21. Januar 2009 E. 3.2). Wird Willk�r in der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht, ist zu beachten, dass dem Sachrichter in der Beweisw�rdigung ein breiter Ermessensspielraum zusteht. Die beschwerdef�hrende Partei hat daher darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse gezogen, erhebliche Beweise �bersehen oder willk�rlich ausser Acht gelassen habe (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, namentlich auf bloss appellatorische Vorbringen, ist nicht einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3, 396 E. 3.1 S. 399).
2.1 Die Vorinstanz kam zum Ergebnis, die Beschwerdef�hrerin habe die durch verschiedene Bescheinigungen der behandelnden �rzte best�tigte Arbeitsunf�higkeit des Beschwerdef�hrers nicht durch beweistaugliche Unterlagen widerlegen k�nnen, zumal das dazu eingereichte Gutachten von Dr. med. W.________ nicht �berzeugend sei. Zweifel an den Schlussfolgerungen von Dr. med. W.________ seien zun�chst mit Blick auf die festgestellte Arbeitsf�higkeit von 50 % angebracht, soweit er diese r�ckwirkend. d.h. ab Leistungsbeginn im Dezember 2008 formuliere. Auch Dr. med. W.________ bezeichne diese lediglich als m�glich. Demnach k�nne die Beklagte ihren Standpunkt, sie habe ab 3. Dezember 2008 bis 20. September 2009 zu Unrecht Taggeldleistungen basierend auf einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % erbracht, nicht auf eine zuverl�ssige gutachterliche �usserung st�tzten.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin gibt diese Feststellung als willk�rlich aus und f�hrt an, bei willk�rfreier Beweisw�rdigung und Rechtsanwendung h�tte die Vorinstanz zum Schluss kommen m�ssen, ab Leistungsbeginn habe lediglich eine 50 %-ige Arbeitsunf�higkeit bestanden. Das Gutachten von Dr. med. W.________ habe sich bei richtigem Verst�ndnis mit dieser Periode gar nicht befasst. Dieser Einwand vermag der Beschwerdef�hrerin jedoch nicht zu helfen, da er die vorinstanzliche Feststellung, wonach insoweit eine zuverl�ssige gutachterliche �usserung fehlt, best�tigt.
2.3 Weiter wendet die Beschwerdef�hrerin ein, die Vorinstanz habe �bersehen, dass sie in der Klageantwort vom 4. Februar 2011 die 100%-ige Arbeitsunf�higkeit auch deshalb bestritten habe, weil Betreuer der "Etablissements publics pour l'int�gration", (EPI), Genf, wo der Beschwerdegegner vom 22. Juni bis zum 17. Juli 2009 zur beruflichen Abkl�rung geweilt habe, zumindest in einer angepassten T�tigkeit von einer halbt�gigen Arbeitsf�higkeit ausgegangen seien und der Beschwerdef�hrer sich f�r konkrete Stellen beworben habe. Auch beziehe die Vorinstanz den Bericht des EPI vom 24. Juli 2009 nicht in die Beweisw�rdigung ein, obwohl sich darin eindeutige Hinweise daf�r bef�nden, dass der Beschwerdegegner zumindest teilarbeitsf�hig gewesen sei.
2.4 Wie die Beschwerdef�hrerin erkennt, k�nnen dem angerufenen Bericht h�chstens Indizien f�r eine m�gliche Teilarbeitsf�higkeit entnommen werden, zumal darin ausgef�hrt wird, der Beschwerdef�hrer sei trotz seinen Anstrengungen nicht in der Lage gewesen, einen regelm�ssigen Arbeitsrhythmus zu befolgen, er sei zwei bis dreimal in der Woche versp�tet erschienen und habe grosse Erm�dbarkeit bzw. Konzentrationsschwierigkeiten gezeigt. Die Vorinstanz hat demnach das Willk�rverbot offensichtlich nicht verletzt, wenn sie diesen Bericht nicht als entscheidrelevante Urkunde qualifizierte. Auch hat sie entgegen der Annahme der Beschwerdef�hrerin deren rechtliches Geh�r nicht verletzt, wenn sie sich mit der darauf gest�tzten Argumentation nicht ausdr�cklich auseinandersetzte, da die aus dem rechtlichen Geh�r abgeleitete Begr�ndungspflicht nicht verlangt, dass sich ein Gericht mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausdr�cklich auseinandersetzt (BGE 134 I 83 E. 4.1; 136 I 229 E. 5.2; je mit Hinweisen).
3.1 Weiter erwog die Vorinstanz, die Beschwerdef�hrerin habe die Beendigung ihrer Leistungen auf den 20. September 2009 im Wesentlichen mit der Prognose von Dr. med. W.________ begr�ndet, wonach im Idealfall nach einer dreiw�chigen antidepressiven Behandlung damit zu rechnen sei, dass die Arbeitsf�higkeit 100 % betrage. Dr. med. V.________ habe jedoch mit gut nachvollziehbaren Darlegungen die Zuverl�ssigkeit dieser Prognose in Frage gestellt. Diese habe sich auch nicht erf�llt, wie dies der Austrittsbericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Liestal vom 20. November 2009 in �bereinstimmung mit den Berichten der behandelnden �rzte belege. Es blieben daher auch hinsichtlich der von Dr. med. W.________ prognostizierten Entwicklung Zweifel an seinem Gutachten. Demnach verf�ge die Beschwerdef�hrerin aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht �ber eine taugliche Grundlage f�r die Reduktion bzw. Einstellung der Taggeldleistungen.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe ihre Begr�ndungspflicht verletzt, da sie nicht aufzeige, auf welche Darlegungen von Dr. med. V.________ sie sich beziehe.
3.3 Diese R�ge ist unbegr�ndet, zumal die Vorinstanz die Kritik von Dr. med. V.________ am Gutachten von Dr. med. W.________ im angefochtenen Urteil wiedergibt .
3.4 Sodann bringt die Beschwerdef�hrerin vor, die Vorinstanz �bersehe, dass Dr. med. W.________ eine Verbesserung der Arbeitsf�higkeit des Beschwerdegegners erst nach dem Entzug der Beruhigungsmittel als m�glich gehalten habe. Ein solcher habe aber gem�ss Angaben des Beschwerdegegners anl�sslich der Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2012 nicht stattgefunden. Die offenbar gegenteilige Feststellung der Vorinstanz sei somit aktenwidrig und willk�rlich. Entsprechend sei auch der R�ckschluss, auf das Gutachten von Dr. med. W.________ k�nne nicht abgestellt werden, weil sich die darin gemachte Prognose nicht bewahrheitet habe, unhaltbar. Zudem sei willk�rlich, einem Gutachten allein deshalb die Beweistauglichkeit abzusprechen, weil sich retrospektiv eine gestellte Verlaufsprognose nicht eingestellt hat.
3.5 Dr. med. V.________ f�hrt in seiner Stellungnahme vom 17. November 2009 zum Gutachten von Dr. med. W.________ bez�glich der Heilungsprognosen aus, dass ein Benzodiazepinentzug nicht einfach durchgef�hrt werden k�nne und deshalb h�ufig l�nger als drei Wochen dauere. F�r einen ambulanten Entzug brauche es vor allem einen stabilen Rahmen (famili�res Umfeld, Wohnsituation), der beim Beschwerdegegner nicht gegeben sei. Nach dem k�rperlichen Entzug sei eine l�ngere Entw�hnungsbehandlung zur Herstellung der psychischen und sozialen Integration notwendig. Zudem sei wenig wahrscheinlich, dass die festgestellte Depression nach einem Entzug entfallen w�rde. Selbst Dr. med. U.________ und Dr. med. W.________ f�hren in ihrer Stellungnahme vom 14. Mai 2010 (S. 2 f.) aus, die Depression werde nach dem Entzug nicht zwingend verschwinden. Unter diesen Umst�nden ist die Vorinstanz unabh�ngig davon, ob der Beschwerdegegner einen Entzug der Beruhigungsmittel vornahm, nicht in Willk�r verfallen, wenn sie nicht auf die Heilungsprognosen von Dr. med. W.________ abstellte.
3.6 Soweit die Beschwerdef�hrerin vorbringt, die von den behandelnden �rzten attestierte 100%-ige Arbeitsunf�higkeit sei nirgends begr�ndet und widerspreche der Einsch�tzung des EPI sowie den Einsch�tzungen des Gutachters Dr. med. W.________, der die Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit sorgf�ltig hergeleitet habe, �bt sie an der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung bloss appellatorisch Kritik, auf welche nicht einzutreten ist. Soweit sie anf�hrt, Dr. med. W.________ sei objektiver als Dr. med. V.________, der den Beschwerdegegner behandelt habe, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz vom Gutachten von Dr. med. W.________ abwich, weil sie es inhaltlich als nicht �berzeugend erachtete, wogegen sie die Ausf�hrungen von Dr. med. V.________ als nachvollziehbar qualifizierte.
4.1 Art. 85 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 2004 betreffend die Aufsicht �ber Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG; AS 2005 5295) sah bis zum Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung f�r Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz �ber die Krankenversicherung ein einfaches und rasches Verfahren vor, in dem das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und die Beweise nach freiem Ermessen w�rdigt.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe gegen Art. 85 aAbs. 2 VAG verstossen, indem sie zur Kl�rung des umstrittenen Grades der Arbeitsunf�higkeit ab Leistungsbeginn am 3. Dezember 2008 bis zur Begutachtung durch Dr. med. W.________ trotz der Argumentation der Beschwerdef�hrerin kein Gutachten veranlasst habe. Dasselbe gelte bez�glich der Zeit danach.
4.3 Der Gesetzgeber hat die in Art. 85 aAbs. 2 VAG vorgesehene Untersuchungsmaxime in Anlehnung an die entsprechenden sozialpolitisch motivierten Regelungen f�r Miet- und Pachtstreitigkeiten (Art. 274d Abs. 3 sowie Art. 301 aOR) sowie f�r arbeitsrechtliche Streitigkeiten bis Fr. 30'000.-- (Art. 343 Abs. 4 aOR) eingef�hrt (Urteil 5C.20/2007 vom 2. August 2007 E. 6.2, nicht publ. in: BGE 133 III 607). Beim sozialpolitisch begr�ndeten Untersuchungsgrundsatz geht es darum, die wirtschaftlich schw�chere Partei zu sch�tzen, die Gleichheit zwischen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Parteien sind dagegen nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen. Sie tragen vielmehr auch im Bereich des Untersuchungsgrundsatzes die Verantwortung f�r die Sachverhaltsermittlung. Der soziale Untersuchungsgrundsatz weist den Richter nicht an, den ihm unterbreiteten Streitfall von Amtes wegen zu instruieren, wenn eine Partei darauf verzichtet, ihren Standpunkt darzulegen. Das Gericht hat lediglich seine Fragepflicht auszu�ben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen von Beweisen hinzuweisen (Urteile 4C.418/1996 vom 1. Mai 1997 E. 1a; 4A_338/2011 vom 14. Dezember 2011 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies gilt auch in Bezug auf Art. 85 aAbs. 2 VAG (Urteil 5C.20/2007 vom 2. August 2007 E. 6.2 und 6.3, nicht publ. in: BGE 133 III 607).
4.4 Da die Beschwerdef�hrerin als Versicherungsunternehmen keine sozial schwache Partei war und sie im kantonalen Verfahren durch zwei Personen mit Anwaltspatent vertreten wurde, hat die Vorinstanz angesichts der dargelegten Mitwirkungspflicht gegen�ber der Beschwerdef�hrerin Art. 85 aAbs. 2 VAG nicht verletzt, wenn sie nicht von Amtes wegen Beweiserhebungen vornahm.
5.1 Art. 61 VVG sieht im Kapitel II. Besondere Bestimmungen �ber die Schadensversicherung folgende Schadenminderungsobliegenheit vor:
1 "Der Anspruchsberechtigte ist verpflichtet, nach Eintritt des bef�rchteten Ereignisses tunlichst f�r Minderung des Schadens zu sorgen. Er muss, wenn nicht Gefahr im Verzuge liegt, �ber die zu ergreifenden Massregeln die Weisung des Versicherers einholen und befolgen.
2 Hat der Anspruchsberechtigte diese Pflichten in nicht zu entschuldigender Weise verletzt, so ist der Versicherer berechtigt, die Entsch�digung um den Betrag zu k�rzen, um den sie sich bei Erf�llung jener Obliegenheiten vermindert h�tte."
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 61 VVG muss der Versicherer, der vom Versicherten zur Erf�llung seiner Schadenminderungsobliegenheit einen Berufswechsel erwartete, dies dem Versicherten mitteilen und ihm dazu eine angemessene Frist ansetzen, um sich anzupassen und eine Stelle zu finden (BGE 133 III 527 E. 3.2.1 S. 531).
Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bestimmt:
"Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsf�higkeit oder eine neue Erwerbsm�glichkeit verspricht, oder tr�gt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so k�nnen ihr die Leistungen vor�bergehend oder dauernd gek�rzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzur�umen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr f�r Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar."
Diese Regelung, welche in Anlehnung an die genannte Rechtsprechung zu Art. 61 VVG erlassen wurde, ist als Konkretisierung des Grundsatzes von Treu und Glauben auch f�r Privatversicherungen anwendbar. Von einem Versicherer, der einem Versicherten zun�chst Taggelder ausrichtet, dann jedoch davon ausgeht, dessen Arbeitsunf�higkeit sei beendet, ist daher zu erwarten, dass er den Versicherten dar�ber informiert und er die Leistungen w�hrend der Frist weiterzahlt, welche zur tats�chlichen Wiederaufnahme der Berufst�tigkeit erforderlich ist (Urteil 4A_111/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.2 Die Vorinstanz kam zum Ergebnis, der Beschwerdegegner habe seine Schadenminderungsobliegenheit nicht verletzt. Zur Begr�ndung f�hrte sie aus, in analoger Anwendung der Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen der Versicherer dem Versicherten einen Berufswechsel zumuten kann, h�tte die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner auffordern m�ssen, die von Dr. med. W.________ empfohlenen Behandlungsmassnahmen innert einer angemessenen Frist umzusetzen, dies mit der Androhung, dass ansonsten bei Ablauf der Frist von einer Besserung und Widererlangung der Arbeitsf�higkeit ausgegangen werde. Dies habe die Beschwerdef�hrerin nicht getan.
5.3 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz �bersehe, dass eine Fristansetzung mit Androhung der Rechtsfolge nicht in jedem Fall geboten sei, um die berechtigten Interessen des Versicherten zu sch�tzen. Ergebe sich - wie im vorliegenden Fall - dass die versicherte Person in ihrer angestammten T�tigkeit zu 50 % arbeitsf�hig sei, sei eine entsprechende Mitteilung mit dem Hinweis, per wann die Taggelder angepasst werden, absolut hinreichend. Zudem habe der Versicherte, sofern f�r ihn Handlungsbedarf erkennbar sei, den Versicherer von sich aus um entsprechende Anweisungen anzugehen und diese zu befolgen, um der Schadenminderungspflicht gem�ss Art. 61 VVG zu entsprechen. Eine vorg�ngige Abmahnung des Versicherten durch den Versicherer sei gesetzlich nicht vorgesehen. Der Beschwerdegegner habe seit September 2009 gewusst, dass eine Wiedererlangung der vollen Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit nur �ber einen Entzug der Beruhigungsmittel m�glich gewesen sei. Dass ein solcher von ihm erwartet wurde, habe er dem Gutachten von Dr. med. W.________ sowie dem Umstand entnehmen k�nnen, dass die Beschwerdef�hrerin die Taggeldleistungen erst nach einer Wartefrist von gut vier Wochen definitiv eingestellt habe. H�tten diesbez�glich Unsicherheiten bestanden, h�tte sich der Beschwerdegegner an die Beschwerdef�hrerin wenden m�ssen. Da ihm jedoch klar gewesen sei, bzw. h�tte sein m�ssen, welche Massnahmen zur Schadenminderung die Beschwerdef�hrerin von ihm erwartet, k�nne der Umstand, dass ihm keine explizite Frist zur Umsetzung dieser Massnahmen angesetzt worden sei, nicht dazu f�hren, dass die Beschwerdef�hrerin bis zum Ende der Genussdauer Taggelder basierend auf einer 100%-igen Arbeitsunf�higkeit auszurichten habe.
5.4 Gem�ss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz war der Beschwerdegegner in seiner bisherigen Arbeitst�tigkeit entgegen den Angaben im Schreiben der Beschwerdef�hrerin vom 18. September 2009 ab dem 30. August 2009 nicht zu 50 %, sondern zu 100 % arbeitsunf�hig, weshalb der Beschwerdef�hrer dieses Schreiben insoweit als unbeachtlich betrachten durfte. Soweit darin ausgef�hrt wird, gem�ss dem Gutachten k�nne der Beschwerdegegner drei Wochen nach der �rztlichen Untersuchung seine berufliche T�tigkeit zu 100 % aus�ben, kann darin keine schriftliche Aufforderung gesehen werden, bestimmte Behandlungen vorzunehmen, zumal solche im Schreiben vom 18. September 2009 nicht genannt werden. Im Gutachten von Dr. med. W.________ wird zwar eine progressive Reduktion der Beruhigungsmittel vorgeschlagen, welche durch die Verschreibung von sedativen und/oder anxilolytischen Neuroleptika unterst�tzt werden k�nne, wobei nach der Entzugsperiode eine anhaltende Behandlung mit Antidepressiva unter Beibehaltung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung erforderlich sei (S. 14 Ziff. 5). Da jedoch im Gutachten Angaben zur Dauer der vorgeschlagenen progressiven Reduktion der Beruhigungsmittel fehlen und nur Empfehlungen abgegeben werden, war f�r den Beschwerdef�hrer, der sich bereits in �rztlicher Behandlung befand, selbst unter Beizug des Gutachtens nicht erkennbar, welche konkreten Behandlungsschritte die Beschwerdef�hrerin von ihm zwingend verlangte, zumal die Beschwerdef�hrerin keine Bedenk- und Umsetzungsfrist nannte. Unter diesen Umst�nden ist die Vorinstanz bundesrechtskonform davon ausgegangen, dass insoweit keine gen�gende Abmahnung erfolgte und damit auch keine entsprechende Verletzung der Schadenminderungsobliegenheit vorlag.
6.1 Schliesslich bringt die Beschwerdef�hrerin vor, der Beschwerdegegner sei gem�ss Art. 11. Ziff. 1 lit. a AB verpflichtet, �rztliche Anordnungen zu befolgen. Die schuldhafte Verletzung dieser vertraglich �bernommenen Obliegenheit berechtige gem�ss Art. 13 AB die Versicherung, ihre Leistungen zu k�rzen oder zu verweigern. Die Vorinstanz habe �bersehen, dass der Beschwerdegegner dieser Obliegenheit nicht nachgelebt habe, weil er gem�ss den anl�sslich der Begutachtung bei Dr. med. W.________ veranlassten Laboruntersuchungen das ihm verschriebene Antidepressivum nicht eingenommen habe. Dies habe die Beschwerdef�hrerin bereits in der Klageantwort vom 4. Februar 2011 in ad. III. Begr�ndung ad 6 geltend gemacht.
6.2 An der angegebenen Stelle in der Klageantwort gab die Beschwerdef�hrerin zwar an, der Beschwerdegegner habe gegen die Schadenminderungspflicht verstossen, weil er die ihm verschriebenen Antidepressiva zumindest bis Ende 2009 nicht eingenommen habe. Die Beschwerdef�hrerin legt jedoch weder in der Klageantwort noch in der Beschwerde in Zivilsachen dar, inwiefern ihm dabei ein Verschulden angelastet werden kann. Die Vorinstanz hat daher kein Bundesrecht verletzt, wenn sie insoweit nicht auf eine Verletzung der Schadenminderungsobliegenheit schloss (vgl. Urteil 4A_349/2010 vom 29. September 2010 E. 4.2).