Source: https://www.rechtsanwalt-louis.de/hauptverfahren-tipps-und-tricks/
Timestamp: 2019-03-25 14:55:05
Document Index: 312402297

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 377', '§ 268', '§ 275', '§ 275', '§ 264', '§ 267', '§ 267']

Hauptverfahren - Tipps und Tricks - Louis & Michaelis Rechtsanwälte und Strafverteidiger
Hauptverfahren – Tipps und Tricks
Feststellung, ob Angeklagter und Verteidiger anwesend und Beweismittel herbeigeschafft sind
Zeugen werden belehrt und verlassen Sitzungssaal
Verlesung des Anklagesatzes durch StA
Belehrung des Angeklagten über Schweigerecht
Schlussvorträge (sog. Plädoyers)
Kanzlei Louis & Michaelis Rechtsanwälte und Strafverteidiger
Muss man sich vor Gericht als Angeklagter „zur Sache einlassen“?
Hier wird jedoch deutlich, wie wichtig es ist, vor der Verhandlung mit einem Verteidiger eine Verhandlungsstrategie zu entwickeln. Man kann nicht pauschal sagen, ob Schweigen oder sich zur Sache einzulassen vorteilhafter ist. Dies hängt von Ihrem individuellen Fall ab.
Ein Geständnis hat die praktische Folge, dass das Gericht, ohne eine langwierige Verhandlung, Sie verurteilen kann. Ein Geständnis muss auch immer strafmildernd berücksichtigt werden. Gerichte mögen geständige Angeklagte. Dies spricht dafür, dass ein Geständnis oft erhebliche Pluspunkte bei der Ermittlung des Strafmaßes mit sich bringen kann.
Genau dies ist der Grund, warum Sie einen Verteidiger zur Seite haben sollten. Kaum ein Angeklagter wird abwägen können, ob und / oder wann er sich zur Sache einlassen sollte. Unterschätzen Sie diesen Aspekt nicht, welcher den schmalen Grat zwischen Freispruch und Verurteilung ausmachen könnte.
Ein Zeugnisverweigerungsrecht haben (geschiedene) Ehegatten, Kinder, Eltern, Geschwister.
Der berühmte Satz „Sind Sie verwandt oder verschwägert mit dem Angeklagten?“ ist wichtig, denn wenn Sie das sind, dann müssen Sie über Ihr Schweigerecht als Zeuge auch belehrt werden.
Ob von diesem letztendlich Gebrauch gemacht wird, kann Ihnen ein Strafverteidiger in einer Beratung erklären.
Der Zeuge ist das häufigste und wichtigste Beweismittel, jedoch auch das unzuverlässigste. Die Aussage kann erheblich den Ausgang eines Verfahrens beeinflussen. In der Praxis hören wir häufig, ich kann doch gar nicht verurteilt werden, nur weil diese Person gegen mich aussagt. Doch. Unter Umständen reicht die Aussage einer Person. Die Zeugenaussage ist ein Beweismittel.
Die Befragung der Zeugen ist ein wichtiges Mittel des Strafverteidigers, um einen Teilbeitrag zur Wahrheitsfindung beizutragen. Dieses Recht darf er jedoch nur über einen Rechtsanwalt ausüben lassen.
Angeklagte ohne Verteidiger verzichten regelmäßig darauf, sich im letzten Wort zu äußern. Andere zeigen dem Gericht ein letztes Mal ihre Uneinsichtigkeit, was das Gericht in seinem Gesamteindruck bestärken kann. Dies sind nur zwei Beispiele, welche Folgen das Verhalten des Angeklagten für das Urteil haben kann.
In einer Beratung kann ich mit Ihnen besprechen, ob es sinnvoll ist, sich meinem Plädoyer anzuschließen oder sich selber an das Gericht zu wenden. Mit dem letzten Wort können Sie viele Fehler machen, die es zu vermeiden gilt.
Achten Sie darauf, dass eine Rechtsmittelbelehrung durch das Gericht ergeht. Sie können nämlich Rechtsmittel gegen das Urteil des erkennenden Gericht einlegen.
Bedenken Sie auch, dass die Staatsanwaltschaft ebenfalls z.B. in Berufung gehen kann. Dies hat zur Folge, dass Sie möglicherweise auch noch härter bestraft werden können.
Lassen Sie sich in einer Hauptverhandlung demnach immer vertreten, um Ihre Chancen zu wahren. Verzichten Sie auf Rechtsmittel „nehmen das Urteil an“, dann können Ihnen möglicherweise schwerwiegende Nachteile entstehen.
Voraussetzung dieser Rüge ist ein in erster Instanz rechtzeitig vorgebrachte Ablehnungsgesuch.
Ein Richter darf jedoch auch nach dem vorbenannten Zeitpunkt abgelehnt werden, wenn die Umstände auf welche die Ablehnung gestützt wird, erst später eintreten
Dies muss jedoch dann „unverzüglich“ i.S.v. § 25 II StPO nach Kenntnis der Sachlage geschehen und vor Urteilsfindung der Richter.
Anders als der Richter, kann der Staatsanwalt nicht wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden, denn zum einen gibt es keine entsprechende Regelung wie für Richter und die Regelung wird auch nicht entsprechend angewandt.
Zum anderen kann im Unterschied zum Richter der befangene Staatsanwalt kraft dienstbehördlichen Weisungsrechts durch den Vorgesetzten abgelöst werden.
Es besteht jedoch letztendlich die Möglichkeit, der Revision nach § 377 StPO, wenn nicht auszuschließen ist, dass das Urteil auf Mitwirkung des befangenen Staatsanwalts basiert.
Dies gilt nicht nur für das unzulässig verworfene Ablehnungsgesuche, sondern auch für das als unbegründet zurückgewiesene Ablehnungsgesuch.
Aus dem gesagten ergibt sich, dass eine Revision nur dann Erfolg versprechend ist, wenn ein Ablehnungsgesuch vorlag.
Strafverfahren werden häufig mit einem Urteil beendet
– im Namen des Volkes (§ 268 I StPO)
Angabe zur Person des Angeklagten
Angabe der Straftat
Termin der Sitzung (§ 275 III StPO)
Mitwirkende Personen (§ 275 III StPO)
– Schuldspruch
– Rechtsfolgenausspruch
– Hauptstrafe
– Nebenstrafe
Kostenentscheidung (§ 264 II, 465 StPO)
Ggf. Grundentscheidung über die
Persönliche Verhältnisse des Angeklagten
Erwiesener SV (§ 267 I 1 StPO)
Rechtliche Würdigung d. angewendeten Strafgesetze, § 267 III StPO
Begründung der ausgesprochenen Rechtsfolgen
Ggfs. Begründung der Entscheidung über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen
Tags: Anklage Gericht Gerichtstermin Hauptverhandlung Strafe