Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20AZR%20175/04
Timestamp: 2019-07-23 12:46:37
Document Index: 9018645

Matched Legal Cases: ['§ 812', '§ 814', '§ 818', '§ 301', '§ 818', '§ 814', 'BGH', '§ 615', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 818', '§ 199', '§ 310', '§ 307', '§ 611', '§ 818', '§ 611', '§ 814', '§ 814']

BAG, 09.02.2005 - 5 AZR 175/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1288
BAG, 09.02.2005 - 5 AZR 175/04 (https://dejure.org/2005,1288)
BAG, Entscheidung vom 09.02.2005 - 5 AZR 175/04 (https://dejure.org/2005,1288)
BAG, Entscheidung vom 09. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 (https://dejure.org/2005,1288)
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Rückzahlung überzahlter Honorare - Rückwirkende Feststellung eines Arbeitsverhältnisses
Rückzahlung überzahlter Honorare, Rückwirkende Feststellung eines Arbeitsverhältnisses
BGB § 812 Abs. 1 § 814 § 818 Abs. 3; ZPO § 301
Anspruch auf Rückzahlung überzahlter Honorare bei nachträglicher Feststellung eines Arbeitsverhältnisses
ArbG Köln, 17.07.2003 - 14 Ca 178/02
LAG Köln, 27.02.2004 - 12 (13) Sa 945/03
NJW 2005, 3082 (Ls.)
NZA 2005, 814
NZA 2005, 817
Der Begriff der Fälligkeit wird dabei von den Gerichten für Arbeitssachen unter Einbeziehung des Kenntnisstandes des Gläubigers und subjektiver Zurechnungsgesichtspunkte interessengerecht ausgelegt (vgl. zuletzt BAG 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - NZA 2005, 817, zu III 5 c der Gründe mwN).
Der Begriff der Fälligkeit wird dabei von den Gerichten für Arbeitssachen unter Einbeziehung des Kenntnisstandes des Gläubigers und subjektiver Zurechnungsgesichtspunkte interessengerecht ausgelegt (vgl. zuletzt BAG 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 5 c der Gründe mwN).
Ein Bereicherungsanspruch ist nach § 814 BGB nur ausgeschlossen, wenn der Bereicherungsgläubiger positive Kenntnis von der Nichtschuld hat, aus den ihm möglicherweise bekannten Umstände mithin im Rahmen einer Parallelwertung in der Laiensphäre auch die richtigen Schlüsse gezogen hat (…BGH, Urt. v. 7. Mai 1997, IV ZR 35/96, NJW 1997, 2381, 2382; v. 20. Juli 2005, VIII ZR 199/04, NJW-RR 2005, 1464, 1466; BAG NZA 2005, 814, 816).
Damit ist ein Gesamtvergleich der Entgelte im Überlassungszeitraum anzustellen (…vgl. zu entsprechenden Saldierungen in anderen Regelungszusammenhängen: BAG 22. November 2005 - 1 AZR 407/04 - Rn. 22, 23 mwN, BAGE 116, 246 zu § 615 BGB; 29. Mai 2002 - 5 AZR 680/00 - BAGE 101, 247 und 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1 jeweils zum rückwirkend festgestellten Arbeitnehmerstatus) .
Die Beklagte muss sich im Hinblick auf die Rechtsprechung des Senats zum Umfang des Bereicherungsanspruchs (29. Mai 2002 - 5 AZR 680/00 - BAGE 101, 247, 250, 256; 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 3 der Gründe) dazu erklären, ob sie die Überzahlungen abschließend für die vom Kläger geltend gemachte Zeit des Bestehens eines Arbeitsverhältnisses verlangt.
Das Landesarbeitsgericht ist zutreffend von der Rechtsprechung des Senats zur Rückzahlung überzahlter Honorare nach einer Feststellung des Arbeitnehmerstatus ausgegangen (vgl. 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 1 a der Gründe mwN).
Das ist nur der Fall, wenn er aus den ihm bekannten Tatsachen auch eine im Ergebnis zutreffende rechtliche Schlussfolgerung zieht, wobei allerdings eine entsprechende "Parallelwertung in der Laiensphäre" genügt (Senat 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 2 a der Gründe mwN; 1. Februar 2006 - 5 AZR 395/05 - ZTR 2006, 319, zu I 3 a der Gründe).
Soweit sich der Kläger auf einen Wegfall der Bereicherung beruft, kann auf die Rechtsprechung des Senats zu § 818 Abs. 3 BGB verwiesen werden (vgl. nur 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 4 der Gründe mwN).
Der Senat hält an seiner Rechtsprechung fest, dass die Frist erst zu laufen beginnt, wenn feststeht, dass das Vertragsverhältnis kein freier Dienstvertrag, sondern ein Arbeitsverhältnis war (vgl. zuletzt 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 5 c aa der Gründe mwN).
Er hat aus den ihm bekannten Tatsachen eine im Ergebnis zutreffende rechtliche Schlussfolgerung zu ziehen, wobei allerdings eine entsprechende "Parallelwertung in der Laiensphäre" genügt (BAG 1. Februar 2006 - 5 AZR 395/05 - zu I 3 a der Gründe, ZTR 2006, 319; 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - zu III 2 a der Gründe, AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1) .
BAG, 01.03.2006 - 5 AZR 511/05
Ausschlussfristen - AGB-Kontrolle
Der Begriff der Fälligkeit wird dabei von den Gerichten für Arbeitssachen unter Einbeziehung des Kenntnisstandes des Gläubigers und subjektiver Zurechnungsgesichtspunkte interessengerecht ausgelegt (vgl. Senat 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 5 c der Gründe mwN).
Das entspricht im Grundsatz der Wertung des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB nF (st. Rspr.; zuletzt BAG 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - AP BGB § 310 Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 3, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen, zu IV 7 c der Gründe; 9. Februar 2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 818 Nr. 1, zu III 5 c aa der Gründe, jeweils mwN).
Der Begriff der Fälligkeit wird dabei von den Gerichten für Arbeitssachen unter Einbeziehung des Kenntnisstandes des Gläubigers und subjektiver Zurechnungsgesichtspunkte interessengerecht ausgelegt (vgl. BAG v. 09.02.2005 - 5 AZR 175/04 - AP BGB § 611 Lohnrückzahlung Nr. 12 mwN).
Dem Gläubiger muss die Geltendmachung aber auch zumutbar sein, was unter Umständen eine rechtskräftige Entscheidung über Vorfragen voraussetzen kann (vgl. BAG vom 09.02.2005 - 5 AZR 175/04 - a.a.O.).
LG Köln, 29.03.2012 - 1 S 176/11
Anspruch auf Rückzahlung überbezahlter Miete nach Mietminderung
§ 814 BGB erfordert positive Kenntnis der Nichtschuld; es genügt nicht die Kenntnis der Tatsachen, aus denen sich das Fehlen der rechtlichen Verpflichtung ergibt, vielmehr muss der Leistende, ggf. auf Grund einer "Parallelwertung in der Laiensphäre", auch die zutreffende rechtliche Folgerung daraus ziehen (…Palandt/ Sprau , BGB, 71. Auflage 2012, § 814 Rn. 3; BAG NJW 2005, 3082).
LAG Baden-Württemberg, 30.10.2017 - 11 Sa 66/16
Rückforderung überzahlter Honorare nach Feststellung eines …
LAG Köln, 08.05.2006 - 2 TaBV 22/06
Untersagung Betriebsratswahl Betriebsteil Nichtigkeit
LAG Rheinland-Pfalz, 01.06.2017 - 7 Sa 246/16
Auslegung einer Vergütungsvereinbarung bei von den Parteien als freies …
LAG Berlin-Brandenburg, 10.07.2007 - 3 Sa 765/07
Zum Rückzahlungsanspruch hinsichtlich einer nach dem Tarifvertrag zur sozialen …
LAG München, 24.02.2011 - 4 Sa 1056/10
Vergütungsrückzahlungsanspruch
LAG Rheinland-Pfalz, 08.12.2016 - 6 Sa 245/16