Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2002/02'7'03.htm
Timestamp: 2018-01-23 09:51:53
Document Index: 80800288

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 77', 'Art. 2', '§ 10', '§ 14', '§ 66']

12. Jahrgang, Nr. 7 vom 30. Juli 2002, S. 13
Studienordnung für den Studiengang Ethik Lehramt an Sekundarschulen
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes zur Änderung des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt und des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 3. April 2001 (GVBl. LSA S. 141), hat der Senat der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg in seiner Sitzung am 14.11.2001 die folgende Studienordnung für den Studiengang Ethik Lehramt an Sekundarschulen am Institut für Philosophie des Fachbereiches Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften beschlossen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA S. 488) und der dritten Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 29.12.1999 (GVBl. LSA 2000, S. 2) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Sekundarschulen im Unterrichtsfach Ethik an der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg.
Das Studium im Unterrichtsfach Ethik ist in der Regel mit jedem Unterrichtsfach der Sekundarschule kombinierbar. Ausgeschlossen wird die Fächerkombination Ethik/Religion. In der Verbindung mit dem Unterrichtsfach Ethik kann Religion nur als Erweiterungsfach gewählt werden. Ebenso kann in der Verbindung mit dem Unterrichtsfach Religion dann Ethik nur als Erweiterungsfach gewählt werden. Das Nähere regelt die Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt.
Studienleistungen und Studienzeiten aus anderen Studiengängen oder von anderen Hochschulen können auf Antrag anerkannt werden. Dies geschieht auf der Grundlage der Verordnung über Erste Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt in Absprache mit dem Landesprüfungsamt. Über die Anrechenbarkeit einzelner Studienleistungen im Grundstudium entscheidet der Prüfungsausschuss des Institutes für Philosophie oder ein von ihm beauftragter Mitarbeiter bzw. eine von ihm beauftragte Mitarbeiterin.
(1) Ziel des Studiums ist es, die für den Beruf des Ethiklehrers bzw. der Ethiklehrerin an Sekundarschulen notwendigen fachlichen und ethikdidaktischen Kompetenzen zu erwerben. Das Studium soll die Studierenden befähigen, die Lehr- und Lernziele des Faches im Unterricht eigenständig und unter pädagogischen und fachdidaktischen Gesichtspunkten angemessen zu vermitteln.
(2) Das Fach Ethik wird in enger Verbindung zum Fach Philosophie studiert. Der Zusammenhang von Ethik und Philosophie ist historisch und systematisch begründet. Historisch ist die Ethik eine Disziplin der Philosophie, systematisch gewinnt die Ethik ihr methodisches und begriffliches Potential aus der Philosophie. Deshalb ist sowohl der Zusammenhang von Ethik und Praktischer Philosophie Gegenstand des Ethikstudiums als auch der Zusammenhang von Praktischer und Theoretischer Philosophie. Hinzu kommen Grundkenntnisse der Logik und über die Weltreligionen.
(3) Das Grundstudium soll in fachwissenschaftliche und fachdidaktische Probleme einführen, so dass die methodische, begriffliche und systematische Verflechtung der verschiedenen Gebiete der Ethik untereinander und mit den anderen Gebieten der Philosophie deutlich wird.
(4) Das Hauptstudium dient der Erweiterung, Differenzierung und Spezialisierung ethischer Fragestellungen und fachdidaktischer Kenntnisse und Fähigkeiten. Das schließt die Fähigkeit ein, sich selbständig unter Berücksichtigung der einschlägigen Forschungsliteratur in ein ethisches Gebiet einzuarbeiten und seine Grundzüge didaktisch zu reflektieren.
(D) Religion und Ethik,
(E) Fachdidaktik Ethik.
(2) Theoretische Philosophie (B) umfasst u.a. Ontologie, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Sprachphilosophie und Wissenschaftstheorie. Praktische Philosophie (C) umfasst u.a. die Gebiete Ethik, Rechts- und Staatsphilosophie, Sozialphilosophie, Politische Philosophie und Handlungstheorie.
(3) Aus dem Bereich der Logik (A) werden Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe sowie logisch-semantische Propädeutik gelehrt. In den Bereichen (B) und (C) werden historische und systematische Kenntnisse der jeweiligen Fragestellungen und Argumentationsformen vermittelt. Zu dem Bereich (D) gehören nicht nur religionskundliche Kenntnisse, sondern auch philosophische Antwortversuche auf die Grundfragen des Menschen- und Weltverständnisses, die Bekanntschaft mit religiösen Fragestellungen und Argumentationen aus der Geistesgeschichte sowie religionsphilosophische und religionskritische Probleme.
Die schulpraktischen Übungen werden im Grundstudium absolviert. Das Schulpraktikum I kann bereits in der vorlesungsfreien Zeit am Ende des Grundstudiums abgelegt werden. Das Schulpraktikum II wird in der vorlesungsfreien Zeit während des Hauptstudiums absolviert.
Das Studium des Unterrichtsfaches Ethik für das Lehramt an Sekundarschulen umfasst 58 SWS einschließlich der Fachdidaktik (10 SWS), davon entfallen auf das Grundstudium 30 SWS und auf das Hauptstudium 28 SWS. Das Grundstudium wird mit einer Zwischenprüfung - in der Regel nach dem 4. Semester - abgeschlossen. Den Abschluss des Studiums bildet die Erste Staatsprüfung.
Vorlesungen 12
Proseminare 2 Didaktik 14
ingesamt: 4 26
Haupt-/Oberseminare 6 Didaktik 14
ingesamt: 6 22
(5) Schulpraktische Übungen (SPÜ) sollen die Studierenden in die Fachpraxis der gewählten Unterrichtsfächer einführen. Dies soll unter Berücksichtigung der allgemeinen schulischen Bedingungen und unter Anknüpfung an die bereits im Studium erworbenen Kenntnisse erfolgen.
Die 30 Semesterwochenstunden (SWS) der Pflicht- (P) und Wahlpflichtveranstaltungen (WP) verteilen sich im Grundstudium wie folgt.
Bereich Zahl der SWS Lehrveranstaltungen Verbindlichkeit Leistungs- und Studiennachweise
Theoretische Philosophie / Logik 12 V/PS WP 1 LN
Praktische Philosophie 10 V/PS WP 2 LN
Religion und Ethik 4 V/PS WP 1 LN
Voraussetzung für die Zulassung zur Zwischenprüfung ist der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an den für das Grundstudium vorgesehenen Lehrveranstaltungen in den Bereichen (A) bis (E) (§ 10). Neben den Teilnahmescheinen sind 4 Leistungsnachweise und 1 Studiennachweis zu erbringen (§ 14).
An die Stelle der Klausur kann ein fünfter Leistungsnachweis treten, der in einem der Proseminare erworben wurde.
Die schriftliche Zwischenprüfung kann auf Antrag (an den Prüfungsausschuss des Institutes) auch durch Erweiterung und Vertiefung einer bereits vorhandenen Seminararbeit absolviert werden.
Der Kandidat bzw. die Kandidatin kann bis zu drei Schwerpunkte aus den Bereichen (A) bis (D) sowie den entsprechenden Gebieten angeben. Für die mündliche Prüfung stehen 30 Minuten zur Verfügung.
Das Thema der Klausur darf nicht Gegenstand der mündlichen Prüfung sein.
Die Ergebnisse der Zwischenprüfung sind in einem Zeugnis von der Studienabteilung des Fachbereiches Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften bestätigen zu lassen.
Die 28 SWS der Pflicht- (P) und Wahlpflichtveranstaltungen (WP) verteilen sich im Hauptstudium wie folgt:
Theoretische Philosophie / Logik 10 V/HS oder OS WP
Praktische Philosophie 10 V/HS oder OS WP 2 LN
Religion und Ethik 2 V/HS oder OS WP
Fachdidaktik 6 HS P 1 LN / 2 SN
Nachweis der Fähigkeit, moralische Probleme zu erkennen und Positionen argumentativ angemessen unter Berücksichtigung der erworbenen philosophischen Kenntnisse zu entwickeln;
Kenntnisse aus mindestens drei Epochen der Geschichte der Ethik und der entsprechenden exemplarischen Texte;
Kenntnisse zu disziplinübergreifenden Problemfeldern ethischen Denkens, insbesondere zu Problemen der Ethikanwendung.
(E) Fachdidaktik Ethik
Nachweis der Fähigkeit, Ziele und Auswahl der Inhalte des Ethikunterrichtes in Sekundarschulen zu begründen;
Wird die wissenschaftliche Hausarbeit im Unterrichtsfach Ethik geschrieben, kann der Kandidat bzw. die Kandidatin einen der Bereiche (A) bis (E) angeben, aus dem das Thema gestellt werden soll.
Für die Anfertigung der Hausarbeit stehen drei Monate zur Verfügung.
a) die schriftliche Prüfung - Arbeit unter Aufsicht (Klausur)
Das Thema der Klausur liegt im Bereich der Theoretischen Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Ethik oder im Bereich der Praktischen Philosophie. Das Thema der Klausur wird vom Kandidaten bzw. von der Kandidatin aus 3 Alternativen ausgewählt. Für die Anfertigung der Klausur stehen 4 Stunden zur Verfügung.
bestehen aus der fachwissenschaftlichen Prüfung (Ethik) und der fachdidaktischen Prüfung (Didaktik des Ethikunterrichtes).
Der Kandidat bzw. die Kandidatin kann für die fachwissenschaftliche Prüfung bis zu drei Schwerpunkte aus den Bereichen (A) - (C) angeben. Das Thema der wissenschaftlichen Hausarbeit und der Arbeit unter Aufsicht darf nicht Gegenstand der mündlichen Prüfung sein. Für die mündliche Prüfung in der Fachwissenschaft stehen 60 Minuten zur Verfügung, für die mündliche Prüfung in der Fachdidaktik 30 Minuten.
ein Leistungsnachweis aus einem Proseminar zur Logik (A) oder aus einem Proseminar zur Theoretischen Philosophie (B),
zwei Leistungsnachweise aus je einem Proseminar zur Praktischen Philosophie (C), davon einer zur philosophischen Ethik,
ein Leistungsnachweis aus einem Proseminar zu Religion und Ethik (D).
zwei Leistungsnachweise aus je einem Hauptseminar oder Oberseminar zur Praktischen Philosophie (C), davon mindestens einer zur Ethik,
Wird ein Leistungsnachweis zur Logik angestrebt, ist eine dreistündige Klausur zu schreiben, in der einfache Aufgaben aus den Gebieten der elementaren Logik (Aussagenlogik, Prädikatenlogik erster Stufe) zu bearbeiten sind. Das Ergebnis einer nicht bestandenen Logik-Klausur kann durch eine anschließende mündliche Prüfung vor dem Prüfer bzw. der Prüferin, der bzw. die die Klausur bewertet hat, und einem sachkundigen Beisitzer bzw. einer sachkundigen Beisitzerin korrigiert werden. Der Beisitzer bzw. die Beisitzerin führt Protokoll über die wesentlichen Gegenstände und das Ergebnis der Prüfung.
(1) Eine Beratung in allgemeinen Studienangelegenheiten erfolgt durch die Allgemeine Studienberatung der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg. Sie erstreckt sich auf Fragen der Studieneignung sowie insbesondere auf die Unterrichtung über Studienmöglichkeiten, Studieninhalte, Studienaufbau und Studienanforderungen. Die Allgemeine Studienberatung sollte insbesondere
bei Wahl von Fächerkombinationen
Übergangsregelungen ergeben sich aus § 66a 1. LPVO und werden durch Aushang veröffentlicht.