Source: https://sessionnet.grafing.de/bi/to0050.php?__ktonr=3344
Timestamp: 2019-10-22 08:53:21
Document Index: 112576543

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35']

TOP Ö 5: Bauantrag zur Umnutzung einer bestehenden landwirtschaftlichen Lagerhalle und Teile des alten Kuhstalles zu einer gewerblichen Lagerhalle auf dem Grundstück Fl.Nr. 535/0 der Gemarkung Nettelkofen (Ebersberger Straße 18)
Die Antragsunterlagen wurden vom Vertreter der Verwaltung vorgestellt. Beantragt ist die Umnutzung des Stallgebäudes für eine gewerbliche Nutzung durch einen Lagerbetrieb (sog. Lagerhaus i.S.d. § 8 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 2 BauNVO). Gelagert werden dort unterschiedlichste Wirtschaftsgüter, wie z.B. Fahrzeugteile, Akten, Möbel, Bodenbeläge, u.v.m.
Das Vorhaben liegt im planungsrechtlichen Außenbereich und beurteilt sich nach § 35 BauGB. Die erstmalige Umnutzung vormals landwirtschaftlich genutzter Gebäude (Entprivilegierung) ist bauplanungsrechtlich begünstigt nach § 35 Abs. 4 Nr. 1 BauGB. Das gilt nicht nur bei einer Gesamtaufgabe des Betriebs, sondern auch für freiwerdende Flächen aufgrund Betriebsumstellungen.
Die maßgeblichen Tatbestandsvoraussetzungen für die erleichterte Zulassung liegen vor, insbesondere ist das Gebäude erhaltenswert und vor mehr als 7 Jahren zulässigerweise errichtet worden. Es liegt im räumlichen Zusammenhang der Hofstelle und wird in der äußeren Gebäudegestalt nicht wesentlich verändert.
Die Umnutzung ist auch außenbereichsverträglich, was durch die gute verkehrliche Erreichbarkeit unmittelbar an der Staatsstraße St 2351 begünstigt wird. Hier bewirkt der zusätzliche Betriebsverkehr keine Beeinträchtigung öffentlicher Belange. Auch beschränkt sich die Umnutzung auf die Flächen innerhalb des Gebäudes; flächenintensive Firmenstellplätze und Lade- und Lagerplätze im Freien sind nicht erforderlich. Damit ist auch nicht zu befürchten, dass unzumutbare Umwelteinwirkungen ausgelöst werden.
Sonstige, nicht von § 35 Abs. 4 BauGB ausgenommene öffentliche Belange werden nicht beeinträchtigt.
Der Verzicht auf Neubebauung als Ersatz für die Umnutzung der landwirtschaftlichen Lagerhalle ist noch vorzulegen (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe g BauGB).
Für die gewerbliche Nutzung entsteht ein zusätzlicher Bedarf von 7 Stellplätzen.
Lagerhalle 665 m² Nutzfläche – 1 Stpl. – 100 m² = 6,65 Stpl. gerundet 7 Stellplätze.
Hierfür stehen auf dem Grundstück ausreichend Flächen zur Verfügung. Die Lage der Stellplätze ist aber in den Antragsunterlagen zu ergänzen.
Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Umnutzung einer bestehenden landwirtschaftlichen Lagerhalle und Teile des alten Kuhstalles zu einer gewerblichen Lagerhalle auf dem Grundstück Fl.Nr. 535/0 der Gemarkung Nettelkofen, Ebersberger Straße 18, das gemeindliche Einvernehmen unter der Verpflichtung des Verzichts auf Neubebauung als Ersatz für die Umnutzung (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe g BauGB) zu erteilen.