Source: https://www.haufe.de/finance/jahresabschluss-bilanzierung/gwg-sammelposten-2018-was-sie-beachten-muessen_188_429272.html
Timestamp: 2020-08-15 07:25:02
Document Index: 370327415

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

GWG Sammelposten 2018: was Sie beachten müssen | Finance | Haufe
Bild: MEV-Verlag, Germany Für geringwertige Wirtschaftsgüter gelten seit 1.1.2018 geänderte Werte.
Seit dem 1.1.2018 müssen Wirtschaftsgüter zwischen 250 und 1.000 EUR bei Anwendung des § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt werden (Poolabschreibung). Βei den DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 erfolgt die Buchung auf das Konto "Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 EUR" 0485 (SKR 03) bzw. 0675 (SKR 04).
Der Sammelposten ist über 5 Jahre aufzulösen. Βei den DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 erfolgt die Buchung auf das Konto "Abschreibungen auf den Sammelposten Wirtschaftsgüter" 4862 (SKR 03) bzw. 6264 (SKR 04).
Es gibt Ausnahmen von der "normalen" Abschreibung
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens müssen gem. § 7 Abs. 1 EStG verteilt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Bei der Festlegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ist von den amtlichen AfA-Tabellen auszugehen.
Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer spielt keine Rolle, wenn es sich um
geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 EUR netto handelt. Diese können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sofort zu 100 % als Betriebsausgaben abgezogen werden und
bei Wirtschaftsgütern, deren Anschaffungskosten mehr als 250 EUR, aber nicht mehr als 1.000 EUR betragen (Sammelposten). Diese sind bei Anwendung der Poolabschreibung verteilt über 5 Jahre als Betriebsausgaben abzuziehen.
Alternativ zu den vorstehenden Varianten können Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 EUR netto als geringwertige Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung zu 100 % abgeschrieben werden.
GWG Sammelposten 2018: Wirtschaftsgüter von mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR
Bei Anwendung des § 6 Abs. 2a EStG müssen alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens,
beweglich, abnutzbar und selbstständig (= für sich allein) nutzbar sind,
zu einem Sammelposten zusammengefasst werden.
Dieser Sammelposten muss im Jahr der Bildung und in den folgenden 4 Jahren mit jeweils 1/5 gewinnmindernd aufgelöst werden. Diese Regelung ist zwingend anzuwenden, Ausnahmen existieren nicht. Für die Anschaffungen muss für jedes Jahr bei Anwendung der Poolabschreibung jeweils ein eigener Sammelposten gebildet werden.
Anschaffungskosten 1. Variante
Abschreibung (§ 6 Abs. 2 EStG) 2. Variante
Abschreibung (§ 6 Abs. 2a EStG) 3. Variante
Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer
mehr als 250 EUR bis 800 EUR
Poolabschreibung über 5 Jahre
mehr als 800 EUR bis 1.000 EUR
Es gibt, wie die vorhergehende Übersicht zeigt, verschiedene Varianten.
1. Variante: Unternehmer können selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100 % abschreiben, wenn
die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut nicht mehr als 800 EUR netto betragen.
Bei dieser Variante entfällt die Möglichkeit, Wirtschaftsgüter bis 1.000 EUR gem. § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten einzustellen.
2. Variante: Unternehmer, die selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen oder herstellen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten
nicht mehr als 250 EUR betragen, dürfen diese sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100 % abschreiben,
mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR betragen, müssen diese dann in einen Sammelposten einstellen, der gleichmäßig auf 5 Jahre verteilt wird (= Poolabschreibung).
Statt der Poolabschreibung können also Wirtschaftsgüter bis 800 EUR voll abgeschrieben werden. Wer sich für die 800-EUR-Abschreibung entscheidet, muss Wirtschaftsgüter mit darüberhinausgehenden Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abschreiben.
Bei der Anwendung der Poolabschreibung werden alle Anschaffungen von mehr als 250 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR auf das Konto "Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 EUR (Sammelposten)" gebucht.
Für die Einstellung in den Sammelposten ist immer der Nettobetrag maßgebend. Das gilt auch für nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmer. So schließen z. B. Umsätze für die Heilbehandlungen durch einen Arzt den Vorsteuerabzug aus. Die Auflösung sieht dann wie folgt aus:
Berechtigung zum Vorsteuerabzug Keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug
3.167,00 EUR
3.768,73 EUR
Auflösung (AfA) 1/5 in 01
Auflösung (AfA) 1/5 in 02
Auflösung (AfA) 1/5 in 03
Auflösung (AfA) 1/5 in 04
Auflösung (AfA) 1/5 in 05
Ausführlichere Informationen finden Sie auch in unserem Top-Thema:
Schlagworte zum Thema: Geringwertiges Wirtschaftsgut, Jahresabschluss, Abschreibung
Wo die Probleme sind: Das richtige Konto Höhe der Anschaffung/Herstellungskosten Bewegliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter Selbstständige Nutzbarkeit 1 So kontieren Sie richtig!