Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15355314/1/
Timestamp: 2020-02-27 08:15:55
Document Index: 101498018

Matched Legal Cases: ['§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 171', '§ 137', '§ 139', '§ 171']

Ludwigshafen: West - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes "Soziale Stadt"
Ludwigshafen: West
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-110349
Full text: Ludwigshafen: West
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-110349
Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts „Soziale Stadt“
im Auftrag der Stadt Ludwigshafen
Sozioökonomische Forschung und Beratung Zwick und Schmidt-Fink GbR Saarbrücken Berlin
Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung Kaiserslautern Berlin Dresden Saarbrücken
Martin-Luther-Straße 20 66111 Saarbrücken Telefon 0681/9 36 46-0 Telefax 0681/9 36 46-11 e-Mail consult@isoplan.de Internet www.isoplan.de Reinhardtstraße 27 C 10117 Berlin Telefon 030/28 04 60 91 oder 92 Telefax 030/28 04 60 93 e-Mail berlin@isoplan.de
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Autoren: Dr. Manfred Werth, Vanessa Franz, Martin Zwick (isoplan CONSULT) Sabine Herz, Meike Dommes (FIRU)
Mit dem hier vorgelegten „Integrierten Handlungskonzept“ für das Programmgebiet West wird die inhaltliche Grundlage für die Fortsetzung des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ geschaffen, das im Jahr 2001 in diesem Ludwigshafener Stadtteil begonnen wurde. Nachdem der im Zuge der Programmumsetzung bisher erreichte Zustand in einer Zwischenevaluierung im Juni 2006 (Betrachtungsstand der investiven Projekte: April 2006) festgestellt worden war, stellte sich anschließend die Aufgabe, vor dem Hintergrund der Bewertungsergebnisse die existierenden Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des Stadtteils West und über einzelne Vorhaben systematisch zu ordnen und in ein konsistentes Ziel-Maßnahmen-Tableau, gegliedert nach Entwicklungsschwerpunkten, zu übertragen. Die Entwurfsfassung des IHK´s wurde im September 2006 vorgelegt, der Endbericht im März 2007. Kleinere Änderungen und Ergänzungen,die sich aus dem Beteiligungsverfahren und verwaltungsinternen Abstimmungen ergeben hatten, wurden im Oktober 2007 eingefügt. In die Entwicklung des Konzepts sind neben den fachlichen Inputs des Gutachters – der Arbeitsgemeinschaft isoplan CONSULT/FIRU – zahlreiche Anregungen von Seiten der Programmsteuerung und am Programm Beteiligter innerhalb der Verwaltung sowie von externen Experten eingeflossen. Allen Personen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sei von dieser Stelle herzlich gedankt.
Saarbrücken und Kaiserslautern, September 2006/ März 2007/ Oktober 2007
isoplan CONSULT GbR Dr. Manfred Werth Martin Zwick Vanessa Franz
Sabine Herz Meike Dommes
INHALTSVERZEICHNIS 1 Hintergrund und Aufgabenstellung..................................................................... 1 1.1 1.2 1.3 1.4 2 Ziele des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ .......................................... 1 Umsetzungsstand im Programmgebiet West..................................................... 4 Zentrale Ergebnisse der Evaluierung ................................................................ 7 Fragestellungen und Methodik des Handlungskonzepts ................................... 9
Stärken-Schwächen-Analyse............................................................................. 11 2.1 2.2 2.3 Ausgangslage: die wichtigsten sozioökonomischen und städtebaulichen Entwicklungstrends ......................................................................................... 11 Stärken und Potenziale ................................................................................... 14 Schwächen und Risiken.................................................................................. 15
Entwicklungsstrategie Ludwigshafen West ..................................................... 17 3.1 3.2 Leitbild für den Stadtteil West im gesamtstädtischen Kontext.......................... 17 Ziele und Entwicklungsschwerpunkte.............................................................. 17
3.2.1 Interventionslogik des Integrierten Handlungskonzepts .............................. 17 3.2.2 Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen ................................... 19 3.3 4 Abgrenzung des Programmgebiets ................................................................. 23
Maßnahmen- und Programmplanung ............................................................... 24 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 Städtebau, Umwelt, Verkehr ........................................................................... 25 Wohnen und Wohnumfeld............................................................................... 30 Soziale Infrastruktur ........................................................................................ 32 Soziale Integration und lokale Ökonomie ........................................................ 34 Querschnittsaufgaben ..................................................................................... 37 Verstetigung und Nachhaltigkeit des Programms............................................ 39
Strukturkonzept.................................................................................................. 40 5.1 5.2 Konzept........................................................................................................... 41 Investive Leitprojekte ...................................................................................... 43
Programmsteuerung .......................................................................................... 45 6.1 6.2 6.3 Struktur und Organisation ............................................................................... 46 Quartiersmanagement .................................................................................... 47 Zukünftige Struktur der Programmsteuerung .................................................. 48
Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit .................................................... 51 Kosten- und Finanzierungsübersicht................................................................ 53 Empfehlungen zur Prozessbegleitung und Fortschreibung des Handlungskonzepts............................................................................................ 58
ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Gebietsabgrenzungen Soziale Stadt Ludwigshafen-West und Sanierungsgebiet............................................................................... 3 Abbildung 2: Vorbereitende Untersuchungen Ludwigshafen Stadtteil West Abgrenzung des Untersuchungsgebietes mit Teilbereichen (Stand der VU: November 2000)...................................................... 13 Abbildung 3: Zielsystem, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen „Soziale Stadt“ Ludwigshafen West............................................... 22 Abbildung 4: Die Mitglieder des Lenkungskreises .............................................. 46 Abbildung 5 Aufgabenspektrum des Stadtteilmanagements............................. 48 Abbildung 6: Beteiligungsformen ......................................................................... 52
Tabelle 1: Tabelle 2: Tabelle 3:
Kosten- und Finanzierungsübersicht Stadtteil West (Stand 2006) ................................................................................................... 4 Finanz- und Umsetzungsstatus der investiven Projekte (Stand 04/2006) .................................................................................. 5 Kosten-und Finanzierungsplan 2006-2010..................................... 53
Ziele des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“
Der Stadtteil Ludwigshafen-West wurde als bisher letztes der vier Programmgebiete 2001 in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Es konnte dabei darauf aufgebaut werden, dass bereits in einem aus städtischen Mitteln finanzierten Vorläuferprogramm („Sofortprogramm West“ 1997-1999) die komplexe Aufgabenstellung der Aufwertung eines städtebaulich und soziostrukturell problematischen Stadtteils in Angriff genommen wurde und umfangreiche vorbereitende Untersuchungen zur Stadtsanierung sowie ein Rahmenplan mit konkreten Maßnahmen vorlagen, die eine gute Grundlage für Vorhaben im Sinne des Programms „Soziale Stadt“ bildeten.1 Seit 2001 wird das Sofortprogramm West mit Mitteln der „Sozialen Stadt“ fortgesetzt. Ein förmlicher Beschluss über die Abgrenzung des Gebiets erfolgte durch den Stadtrat am 28. Mai 2001, eine endgültige erweiterte Abgrenzung im Juli 2001. Im Gegensatz zu den anderen Soziale-Stadt-Gebieten in Ludwigshafen wurde ein Teil der rund 40 ha großen Fläche bereits vorab als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Eine förmliche Festlegung mit Satzungsbeschluss erfolgte im Jahr 2001. Seit Anfang 2003 stehen den Eigentümerinnen und Eigentümern von Immobilien im Gebiet West – neben Beratungs- und Betreuungsleistungen – Fördermittel zur Modernisierung von Gebäuden und Wohnungen zur Verfügung (vgl. Evaluierung). Unabhängig von der grundsätzlichen Fördermöglichkeit im Hinblick auf Modernisierungsmaßnahmen wird dies in anderen SST-Quartieren aus Personalkapazitätsgründen in der Regel nicht praktiziert. Die Grundsätze des Programms „Soziale Stadt“ brauchen hier nicht noch einmal im Einzelnen erläutert werden. Das Programm ist integrierter Bestandteil der Städtebauförderung, setzt jedoch gegenüber der „klassischen“ Städtebauförderung deutlich andere Akzente.2 Übergeordnetes Ziel des Programms ist es, stabilisierende Entwicklungsprozesse in städtischen Problemgebieten, die ins soziale Abseits zu rutschen drohen, in Gang zu setzen. Die angestrebten Quartiersentwicklungsprozesse zielen dabei in erster Linie auf: die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Quartieren, die Schaffung stabiler Sozialstrukturen sowie die Verbesserung der Lebenschancen für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Eine Schlüsselrolle spielen in der Strategie des Programms:
Vgl. hierzu Rittmannsperger & Partner GmbH; Darmstadt; Vorbereitende Untersuchungen und Rahmenplanung Ludwigshafen Stadtteil West, Ergebnisbericht 2000 Vgl. hierzu auch Leitfaden zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“ sowie § 171 BauGB
die Vernetzung mit anderen stadtentwicklungspolitisch relevanten Politikfeldern und Ressourcen, die Verknüpfung investiver und nicht-investiver Maßnahmen, die Beteiligung der Betroffenen bei der Entwicklung und Umsetzung des Programms sowie ein effizientes Stadtteilmanagement.
Das integrierte Programm soll eine Steuerungs- und Scharnierfunktion für die gesamte Quartierentwicklung übernehmen, wobei für die Umsetzung Integrierte Handlungskonzepte mit Kosten- und Finanzierungsübersichten zu erarbeiten sind (Entwicklungskonzepte im Sinne des § 171 e Abs. 4 Bau-Gesetzbuch). Wie die durch Bund und Länder in Auftrag gegebenen Evaluationen gezeigt haben, ist ein regelmäßig fortzuschreibendes Integriertes Handlungskonzept eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahmen. In diesem Sinn wird auf der Grundlage der im Juni 2006 vorgelegten Zwischenevaluierung für den Stadtteil West ein Handlungskonzept erarbeitet, das für die kommenden Jahre Bestand haben soll. Das Handlungskonzept bezieht sich räumlich auf das im Juli 2001 festgelegte Programmgebiet. Innerhalb dieser Gebietsabgrenzung liegt das Sanierungsgebiet West, das in weiten Teilen mit dem Soziale Stadt-Gebiet deckungsgleich ist (vgl. Karte)
Abbildung 1: Gebietsabgrenzungen Soziale Stadt Ludwigshafen-West und Sanierungsgebiet
Umsetzungsstand im Programmgebiet West
Der Stand der in den Jahren 2001 bis 2005 im Programmgebiet West realisierten investiven und nicht-investiven Projekte wurde in dem Bericht zur Zwischenevaluierung ausführlich dokumentiert. Insgesamt wurden bisher (ohne Verfügungsfonds) zehn investive Maßnahmen durchgeführt, wobei – gemessen am finanziellen Gesamtvolumen – die privaten Anschubfinanzierungen zur Modernisierung an erster Stellen stehen, gefolgt von baulichen Maßnahmen zur Umgestaltung des Straßenraums, Begrünungsmaßnahmen sowie die Aufwertung von Spielplätzen und Schulhöfen. Die förderfähigen Gesamtkosten der bis Ende 2005 bewilligten Maßnahmen beliefen sich auf 2,135 Mio. €.
Kosten- und Finanzierungsübersicht Stadtteil West (Stand 2006) 2.134.830,63 € 1.707.264,51 €
Förderfähige Gesamtkosten: Bund/Land-Anteil (aktuell: 80 %)
Förderfähige Kosten € 526.630,63 502.500,00 722.000,00 146.200,00 187.500,00 2.134.830,63
Bewilligungsbescheide Bund € 263.655,07 219.000,00 400.000,00 55.000,00 62.000,00 999.655,07 157.649,44 183.000,00 217.000,00 61.960,00 88.000,00 707.609,44 Land €
Summe Bund/Land 421.304,51 402.000,00 617.000,00 116.960,00 150.000,00 1.707.264,51
2000 2001 2002 2003 2004 2005 Insgesamt
Die Gesamtsumme der bis März 2006 zur Auszahlung beantragten und ausgezahlten Mittel (Bund-Land-Anteil) belief sich nach Angabe der Stadt auf rund 1,043 Mio. €. Davon entfielen auf investive Maßnahmen rund 896.000 €. Als bauliche Leitprojekte (Leuchtturmprojekte) im Sinne des Programms „Soziale Stadt“ können neben der Sanierung einzelner privater Wohngebäude insbesondere die Gestaltung des Spielplatzes Volkerstraße sowie die Anlage des Fußball- und Beachvolleyballfeldes in der Waltraudenstraße bezeichnet werden, an deren Planung und Gestaltung die Betroffenen, d.h. Kinder, Jugendliche und Bewohner des Quartiers, unmittelbar beteiligt waren. Im Bereich der nicht-investiven Maßnahmen wurde neben der Einrichtung eines Quartiersmanagements sowie eines Bürgerbüros eine Reihe von sozial integrativ wirkenden Projekten unterschiedlichster Art durchgeführt. Ab dem Jahr 2004 konnten
für die Finanzierung nicht-investiver Maßnahmen auch Mittel des Programms LOS (Lokales Kapitel für soziale Zwecke) eingesetzt werden.
Finanz- und Umsetzungsstatus der investiven Projekte (Stand 04/2006)
Projekt Gesamtkosten € Abgerechnete Kosten € Stand der Maßnahme
1) Private Modernisierungen und Ordnungsmaßnahmen 2) Umgestaltung Friedhofseingang und Parkplatz Brunhildenstraße 3) Straßeneinengung Burgundenstraße 4) Schulhofsanierung Theodor-Heuss-Gymnasium/ Anne Frank-Realschule 5) Begrünungsmaßnahme Frankenthaler Straße/ Rohrlachstraße/Marienkirche 6) Spielplatz Volkerstraße 7) Bolzplatz Waltraudenstraße 8) Jugendspielplatz 3 Waltraudenstraße 9) Umbau Kreuzung Margarethen-/Gudrunstraße 10) Wirtschaftsweg Gudrunstraße 13 11) Verfügungsfonds
321.247 192.714
321.247 189.878
53.979 38.440 10.782
30.170 38.440 10.782
abgeschlossen abgeschlossen abgeschossen
Planung vorliegend, Bau geplant 5.516 abgeschlossen
3.478 896.174
2.358 823.563
Maßnahme wurde bereits im Vorläuferprogramm Sofortprogramm West umgesetzt, im Rahmen von Soziale Stadt wurden Spielgeräte ergänzt (Quelle: Stadt Ludwigshafen)
In einem ersten Arbeitsschritt zur Entwicklung des vorliegenden Handlungskonzepts wurde im Frühjahr 2006 die bisherige Umsetzung des Programms einer Evaluierung unterzogen.4 Hauptaufgabe der Evaluierung war es, festzustellen, in wie weit die bisherige Umsetzung des Programms den Zielen und strategischen Ansätzen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ entspricht; festzustellen, welche messbaren Ergebnisse und Wirkungen sowohl im städtebaulichen als auch im sozialen Bereich erzielt wurden und zu prüfen, welche Schlussfolgerungen hieraus abgeleitet werden können bezüglich der Fortführung des Programms. Im Ergebnis kam die Zwischenevaluierung zu folgenden Schlussfolgerungen bzw. Empfehlungen: (1) Im Hinblick auf die in den Jahren 2000/2001 gegebene städtebauliche und soziale Situation erscheint ex post die Überführung des Sofortprogramms West bzw. des Sanierungsgebiets West als „Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf“ in das Bund-Länder-Programm gerechtfertigt. Wiewohl ein Integriertes Handlungskonzept im Sinne des Leitfadens der ARGEBAU zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“ zu Beginn des Programms nicht erstellt wurde, kann festgestellt werden, dass im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchung zur Sanierung ein sehr detaillierter Rahmenplan erstellt wurde, der eine umfangreiche Diagnose der Problemlage sowie daraus abgeleitete Ziele enthält; diese entsprechen weitgehend auch dem Gesamtziel und den strategischen Ansatzpunkten des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. (2) Die Gebietsabgrenzung erfolgte problemadäquat anhand städtebaulicher und sozioökonomischer Kriterien. (3) Die Entwicklung der zentralen sozialen Kontextindikatoren deutet darauf hin, dass eine gewisse soziale Stabilisierung erreicht wurde. Dennoch kann das Gebiet angesichts des nach wie vor hohen Stands der Arbeitslosigkeit und des hohen Ausmaßes der Fluktuation und den nach wie vor bestehenden städtebaulichen Defiziten nicht aus dem Programm entlassen werden, zumindest nicht so lange, bis nicht die genannten Sozialindikatoren – sprich Fluktuation und Arbeitslosigkeit – auf den städtischen Durchschnitt zurückgegangen sind. (4) Gemessen an den Zielen des Programms und den Handlungsfeldern des ARGEBAU-Leitfadens greifen die gewählten Handlungsfelder und Maßnahmen die Programmvorgaben weitgehend auf.
Vgl. hierzu isoplan/FIRU, Bericht zur Zwischenevaluierung des Programmgebiets West, Juni 2006
Grundsätzlich entsprechen die definierten Ziele und Entwicklungsschwerpunkte sowie die Strategie der Umsetzung der Zielsetzung des Programms „Soziale Stadt“, d.h. dem Gebot der Kohärenz und Relevanz. Durch die Maßnahmen konnten Gebietseffekte erzielt werden, die auch durch die Bevölkerung positiv wahrgenommen werden (Wahrnehmungseffekte) und das Image des Quartiers verbessern. (5) Die Bestandsaufnahme der städtebaulichen Situation hat gezeigt, dass durch die Maßnahmen im investiven Bereich eine sichtbare städtebauliche Aufwertung und Verbesserung des Wohnungsbestandes sowie des Wohnumfeldes erzielt werden konnte. Dennoch sind nach wie vor erhebliche Defizite insbesondere im Bereich der sozialen Infrastruktur (Spielflächen für Klein- und Schulkinder) zu verzeichnen. Zur Zeit stehen keine geeigneten Flächen zur Verfügung. Im Falle von freiwerdenden Flächen, z.B. durch Abriss, Entkernung oder in Randbereichen, sollte dem Bedarf nach zusätzlichen Frei- und Spielflächen für Klein- und Schulkinder Rechnung getragen werden. (6) Die Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften sollte verbessert werden, um investive Maßnahmen und die Aktivitäten im Wohnungsbau stärker zu verzahnen, insbesondere bezüglich zielgruppenspezifischer Bedürfnisse. (7) Nachdem die investiven Maßnahmen weitgehend abgeschlossen sind (zukünftige Projekte betreffen schwerpunktmäßig Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmen), wird in Zukunft ein stärkeres Gewicht auf die Durchführung nicht-investiver Maßnahmen zu legen sein, um die erwünschten sozioökonomischen Effekte zu verstärken. Dies betrifft die Fortsetzung sozial integrativer und identitätsstiftender Projekte, insbesondere aber auch die Verstärkung von Maßnahmen zur Qualifizierung und Integration benachteiligter Personengruppen (arbeitslose Jugendliche, Personengruppen mit Migrationshintergrund). (8) Die gewählte Form der Programmsteuerung entspricht dem strategischen Ansatz einer beteiligungsorientierten, ressortübergreifenden Steuerung (GovernanceEffekt). (9) Im Sinne der Programmstrategie wurde durch das Quartiersmanagement eine große Zahl sozial integrativer und identitätsstiftender Maßnahmen eingeleitet und betreut. Positiv ausgewirkt hat sich dabei die Tatsache der ungewöhnlichen Kontinuität und damit verbundene Vertrauensbildung bei der Bevölkerung des Quartiers. Die Kontinuität des Quartiersmanagements sollte in jedem Fall gewahrt bleiben (vgl. Kap. 4.6). (10) Handlungsbedarf ist aus Sicht der Gutachter im Bereich der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit zu sehen. Die bisherige Berichterstattung (z.B. im Rahmen der Neuen Lu) ist ausbaufähig, auch die zielgruppenspezifische Verteilung von Flyern etc. (11) Aufbauend auf den vorhandenen Datengrundlagen soll nach einheitlichen Indikatoren künftig ein Monitoring-System sowie ein System zur Verlaufs- und Erfolgskontrolle eingerichtet werden.
(12) Im Sinne des § 171 BauGB sind sowohl die Betroffenen als auch die öffentlichen Aufgabenträger bei der Erarbeitung und Umsetzung des Entwicklungskonzepts zu beteiligen. Das vorliegende Konzept ist dementsprechend öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Fragestellungen und Methodik des Handlungskonzepts
Das nachstehende Integrierte Handlungskonzept für das Programmgebiet West baut auf der Zwischenevaluierung der Programmumsetzung auf und umfasst folgende Teilbereiche: a) Analyse der Kontextindikatoren und Problemdiagnose in Form einer StärkenSchwächen-Analyse; Strategie und Zielformulierung: Erarbeitung einer integrierten und ressortübergreifenden Strategie, Darstellung strategischer Oberziele und spezifischer Ziele, Definition von Handlungsfeldern; Maßnahmenkonzept: Herleitung zielorientierter Maßnahmen, Zeitplan; Strukturkonzepte: räumliche Verortung und Darstellung der Vernetzung der geplanten Maßnahmen; Durchführungsmodalitäten: Aussagen zu den Themenbereichen Programmsteuerung, Quartiersmanagement, Stadtteilforum, Öffentlichkeitsarbeit, begleitende Evaluierung und Erfolgskontrolle; Kosten- und Finanzierungsübersicht: Rahmen für ein mittelfristiges Finanzkonzept, Aussage über mögliche Mittelbündelungen; Beteiligungsprozess: Einbindung öffentlicher und privater Akteure und der Bevölkerung, Sicherstellung der Akzeptanz des Programms.
Methodisch basiert die Untersuchung auf der Auswertung von Sekundärmaterial und eigenen Erhebungsschritten. Folgende Sekundärdaten wurden herangezogen: Allgemeine Programmdokumente (insbesondere Leitfaden ARGEBAU etc.), Zwischenevaluierung auf Bundesebene (lfS) und Fragebögen der Programmbegleitung (difu), Vorbereitende Untersuchungen zur Sanierung (Rahmenplan), Projekt- und Kostenübersichten, ergänzende Materialien der Quartiersmanager/innen.
Darüber hinaus hat die Arbeitsgemeinschaft isoplan/FIRU folgende Erhebungsschritte durchgeführt: Begehungen der vier Programmgebiete und Besichtigung wichtiger Schlüsselprojekte, Expertengespräche mit der Bereichs- und Projektleitung sowie der Quartiersmanagerin, eine schriftliche Befragung der Akteure im Quartier (Träger von Institutionen, Kooperationspartner, Vereine, Schulen etc.), eine schriftliche Befragung der im Steuerungsteam vertretenen Ressorts der Stadtverwaltung hinsichtlich Zielen, Maßnahmen und Projekte für das Programmgebiet West.
Ausgangslage: die wichtigsten sozioökonomischen und städtebaulichen Entwicklungstrends
Im Bericht zur Zwischenevaluierung der Umsetzung des Programms im Programmgebiet West erfolgte eine detaillierte Darstellung der Entwicklung der wichtigsten sozioökonomischen Kontextindikatoren sowie der gegebenen städtebaulichen Situation. Im Hinblick auf die zukünftige Programmgestaltung bildet die daraus ableitbare StärkenSchwächen-Analyse die Grundlage einer problemorientierten Entwicklungsstrategie. Die wichtigsten Aussagen können wie folgt zusammengefasst werden.
Bevölkerung und Sozialstruktur Im Jahr 2005 lebten 3.682 Einwohner im Programmgebiet West. Dies entspricht rund 2,2 % der Einwohner der Stadt Ludwigshafen (167.425 E). Im Vergleich zur Gesamtstadt verzeichnete der Stadtteil im Zeitraum 2000 - 2005 einen leicht höheren Bevölkerungszuwachs (3 %). Ein Indikator für eine vergleichsweise hohe soziale Instabilität ist das extrem hohe Ausmaß der jährlichen Fluktuation, d.h. das Volumen der Zu- und Abwanderungen (37,5 %/anno). Eine Erklärung hierfür könnte zum Teil in dem hohen Anteil (mobiler) Single-Haushalte sowie kinderloser Hauhalte zu sehen sein. Der Ausländeranteil liegt mit 28,3 % deutlich über dem Durchschnitt der Stadt (19,7 %). Räumlich konzentriert sich die ausländische Wohnbevölkerung in den Bereichen der Frankenthaler Straße, dem Quartier Amalienstraße sowie dem Wohnblock nördlich der so genannten Valentin-Bauer-Siedlung (Sieglindenstraße / Burgundenstraße), in denen die Ausländeranteile zum Teil über 50 % liegen. Die Zusammensetzung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist vergleichsweise heterogen (36 % türkischer Herkunft, 18 % Osteuropa, je rund 13 % Afrika und Italien), eine Tatsache, die sich auch im multikulturell geprägten Straßenbild bemerkbar macht.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Programmgebiet ist leicht rückläufig, die Arbeitslosenquote stieg im Zeitraum 2000 - 2004 von 19 % auf 24 %. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger lag 2004 bei rund 8% und damit drei Punkte über dem Durchschnitt der Stadt. Angesichts der gegebenen Situation wird es im Sinne des Programms „Soziale Stadt“ in erster Linie darauf ankommen, den im Quartier beobachtbaren Tendenzen einer sozialen Segregation entgegenzuwirken, ein höheres Maß sozialer Stabilität zu erreichen und den Arbeitsmarkt in Ludwigshafen insgesamt zu stärken.
Städtebauliche Situation und Wohnen Auch bezüglich der städtebaulichen Situation und Wohnsituation ist das Quartier durch eine starke Heterogenität gekennzeichnet: Zum Teil ist es reines Wohngebiet, zum Teil – insbesondere im Bereich der stark verkehrsbelasteten Frankenthaler Straße – handelt es sich um ein „nutzungsgemischtes Gebiet“. Im Rahmen der VU im Jahr 2000 wurden folgerichtig drei bzw. vier strukturell unterschiedliche Teilgebiete ausgewiesen (vgl. nachfolgende Abbildung): 1) Kernbereich West mit den Teilen 1.1 1.2 1.3 1.4 2) 3) 4) Rudolf-Hoffmann-Platz Kernbereich Valentin-Bauer-Siedlung Bahngelände Eilgutbahnhof
Mischgebiet Frankenthaler Straße Gewerbegebiet Lagerplatzweg Siedlung Bayreuther Straße
Die Siedlung Bayreuther Straße wurde aufgrund ihrer isolierten Lage und spezifischen sozialen Problemlage (sozialer Brennpunkt) bei der endgültigen Abgrenzung des Gebiets ausgeklammert – ebenso das Güterbahnhofsgelände.
Abbildung 2: Vorbereitende Untersuchungen Ludwigshafen Stadtteil West Abgrenzung des Untersuchungsgebietes mit Teilbereichen (Stand der VU: November 2000)
Die Gebäudestruktur weist zum Teil erhebliche Mängel auf, zum Teil ist sie auch in gutem Zustand. Der Anteil von Kleinwohnungen ist überdurchschnittlich hoch. Ein grundsätzlicher Mangel ist in der isolierten Lage und starken Verkehrsbelastung und Lärmbelästigung zu sehen (z.B. Frankenthaler Straße), die den Vorteil der innenstadtnahen Lage aufheben. Eine Aufwertung konnte durch die Modernisierung des Wohnungsbestandes in einzelnen Teilen des Quartiers erreicht werden. Unabhängig davon ist jedoch ein Leerstand von rund 10,5 % der Wohnungen zu verzeichnen. Beträchtliche Teile des Wohnungsbestandes im Programmgebiet befinden sich im Eigentum von Wohnungsbaugesellschaften (GAG / Valentin-Bauer-Siedlung und sonstiger Bereich Waltrauendstraße), so dass der Kooperation mit diesen auch im Rahmen der weiteren Umsetzung des Programms eine hohe Bedeutung zukommt. Die Ausstattung mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur ist kritisch zu bewerten: Trotz einer Sanierung vorhandener Spielflächen aus Mitteln des Programms besteht nach wie vor ein Defizit an Spielplätzen (rund 1.600 m²). Andere Baulichkeiten (Kindergarten Heilig-Kreuz / Ecke Burgundenstraße) sind dringend sanierungsbedürftig bzw. müssen einer neuen Nutzung zugeführt werden (Kirche Heilig-Kreuz, Bunker Valentin-Bauer-Straße). Auch Räumlichkeiten für Jugendliche fehlen. Derzeit ist im Gebiet keine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit angesiedelt, ebenso fehlen Angebote der verbandlichen Jugendarbeit. Die Bereiche der Erweiterung des Soziale Stadt- Gebietes Frankenthaler Straße, Vorplatz Hauptfriedhof und Theodor-Heuss-Gymnasium und Realschule waren nicht Gegenstand der vorliegenden VU vom November 2000. Aus diesem Grund können in diesem Rahmen detaillierte Aussagen hierzu nur eingeschränkt getroffen werden.
Die Stärken des Programmgebiets liegen in erster Linie in seiner innenstadtnahen Lage sowie seiner guten Verkehrsanbindung (sowohl Individualverkehr als auch Öffentlicher Verkehr mit Straßenbahn und Bus). Auch die vorhandene Bausubstanz und gegebene Nutzungsmischungen bieten trotz nach wie vor vorhandener Mängel eine gute Grundlage für die Entwicklung eines stabilen Wohnquartiers, das mit weiteren Nutzungen wie Einzelhandel, Dienstleistungen sowie sozialen Einrichtungen durchsetzt ist. Auch durch das Vorhandensein einiger öffentlicher Einrichtungen stellt sich der Stadtteil somit als relativ vielschichtig dar. Die Nahversorgung der Einwohner des Gebiets sowie die Versorgung mit Ärzten und sonstigen Dienstleistungen ist mit Einschränkungen als ausreichend anzusehen. Nach den Ergebnissen der Erhebung der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. befinden sich zur Zeit noch 31 Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlicher Art im Gebiet. Die so genannte „Nahversorgungsdichte“, d.h. die Geschäftsfläche pro Einwohner ist jedoch
mit rund 0,7 m²/E vergleichsweise niedrig (Bundesdurchschnitt: 1,3 m²/E; vergleichbare Innenstädte ca. 1,5 - 2,0 m²/E). Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass es sich bei dem Programmgebiet um ein innenstadtnahes Wohngebiet handelt, d.h. die Versorgung der Bevölkerung grundsätzlich gewährleistet, jedoch verbesserungsfähig ist. In sozialer Hinsicht ist der relativ hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen, vor allem aber auch an Bewohnern im erwerbsfähigen Alter als Potenzial zu sehen, wenn es gelingt, diese stärker an das Quartier zu binden. Als Stärke und stabilisierender Faktor kann auch der multikulturelle Charakter des Quartiers gesehen werden. Ziel muss es sein, die darin liegenden Potenziale z.B. durch eine Unterstützung der lokalen Ökonomie zu aktivieren. Positiv zu bewerten ist das Vorhandensein von Bürgerinitiativen, wenngleich die Maß an Mitwirkungsbereitschaft im Quartier noch ausbaufähig ist.
Die größte Schwäche des Gebiets liegt aus städtebaulicher Sicht in erster Linie in seiner vom restlichen Stadtgebiet abgehängten Lage und seiner räumlichen Abtrennungen (z.B. durch Straßen, fehlende funktionale Zusammenhänge), die sich aus folgenden Eingrenzungen ergibt: Theodor-Heuss-Gymnasium und Realschule, Hauptfriedhof, Gewerbegebiet, Bahnlinien, Güterbahnhof sowie Hochstraßen. Dementsprechend ist eine hohe Verkehrs- und Lärmbelastung durch Verkehrsströme vor allem im Bereich der Frankenthaler Straße sowie in den an das Bahngebiet angrenzenden Wohnbereichen zu verzeichnen, was die Qualität des Wohnens mindert und zu Nutzungskonflikten innerhalb des Gebiets führt. Auch ist eine ungenügende Gestaltung der Stadtteileingänge von Oggersheim sowie von Süden her zu bemerken. Des Weiteren bestehen gestalterische und nutzungsbezogene Defizite im Bereich des öffentlichen Raums wie beispielsweise fehlende Straßenbegrünungen. Auch die schlechte Erreichbarkeit der Grundschule Bliesschule (z.B. Querung von Straßen), die sich außerhalb des Programmgebiets befindet, ist als stadträumliches Defizit einzuordnen. Im sozialen Bereich ist es in erster Linie das Problem der extrem hohen Bevölkerungsfluktuation, dem entgegenzuwirken ist – darüber hinaus die Tendenz der sozialen Segregation zwischen deutschen Bewohnern und Einwohnern mit Migrationshintergrund – das Ganze vor dem Hintergrund einer Arbeitslosigkeit von rund 24 %, die im Vergleich der Programmgebiete in Ludwigshafen nur noch durch das Gebiet Westend übertroffen wird.
Zusammenfassung der Stärken-Schwächen-Analyse Städtebau, Wohnen, Umwelt, Verkehr
Stärken/Potenziale • • • • • Innenstadtnahe Lage Gute Verkehrsanbindung (IV und ÖPNV) z.T. gute Bausubstanz/Wohnraumangebot Mischnutzung Ausreichende, jedoch ausbaufähige Versorgung mit Gütern des kurzfristigen Bedarfs sowie Ärzten und Dienstleistungen Schwächen/Risiken • • • • • • Abgehängte Lage Hoher Anteil von Kleinwohnungen Leestände (Wohnungen/Kirche) Verkehrsbelastung, Lärmbelastung Nutzungskonflikte Gestaltungsdefizite Stadtteilzugänge von Oggersheim und Süden
Stärken/Potenziale • • • . Hoher Anteil an Kindern, Jugendlichen und Personen im erwerbsfähigen Alter Nutzung des hohen Anteils an Migranten als Chance im Sinne der Vielfalt Mitwirkungsbereitschaft der Bewohner Schwächen/Risiken • • • • Extrem hohe Fluktuation Hoher Anteil an Migranten, dadurch Gefahr der Segregation Defizite im Bereich des Spielplatzangebots Soziale Brennpunkt „Bayreuther Straße“ in der Nähe des Gebiets
Stärken/Potenziale • Nahversorgung sowie Versorgung mit Ärzten und Dienstleistungen ist vorhanden, aber ausbaufähig Potenziale der ethnischen Ökonomie Schwächen/Risiken • • • • • Hohe Arbeitslosenquote Hoher Anteil von Langzeitarbeitslosen Hoher Anteil an Sozialhilfeempfängern Sehr hoher Anteil an arbeitslosen Migranten Zum Teil Ladenleerstände
Entwicklungsstrategie Ludwigshafen West
Leitbild für den Stadtteil West im gesamtstädtischen Kontext
Wie die im 1. Halbjahr 2006 durchgeführte Zwischenevaluierung gezeigt hat, entspricht die im Gebiet West bislang verfolgte Strategie der Zielsetzung des Programms „Soziale Stadt“. Durch die investiven und nicht-investiven Projekte, die im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ in den vergangenen Jahren realisiert wurden, konnten spürbare Impulse zur Aufwertung des Stadtteils gegeben werden. Zugleich wurde jedoch kritisch festgestellt, dass ein Bezug zwischen der Entwicklungsstrategie für das Programmgebiet und einer übergeordneten gesamtstädtischen Entwicklungsstrategie nur schwer erkennbar ist. Unabhängig davon, welche Funktion dem Stadtteil West im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung in Zukunft zugemessen wird, ist unter den gegebenen Bedingungen davon auszugehen, dass das primäre Ziel für die kommende Projektphase darin liegt, die Wohn- und Lebensqualität des Programmgebiets zeitgemäß zu erhalten, zu beleben und weiterzuentwickeln und die Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier zu stärken. Im gesamtstädtischen Kontext kann der Stadtteil West sich an dem Leitbild eines multikulturell geprägten innenstadtnahen Wohnstandorts mit einer guten Infrastruktur für mittlere Bevölkerungsschichten, insbesondere für jüngere Familien orientieren.
Ziele und Entwicklungsschwerpunkte
Interventionslogik des Integrierten Handlungskonzepts
Die Interventionslogik des vorliegenden Integrierten Handlungskonzepts basiert zum einen inhaltlich auf einem vernetzten, mehrere Politikbereiche umfassenden Förderansatz, zum anderen auf einem spezifisch auf das Fördergebiet ausgerichteten Zielsystem. Dieses umfasst das übergeordnete Globalziel, spezifische Ziele, Entwicklungsschwerpunkte, Maßnahmen und Projekte. Im Sinne der integrierten Vorgehensweise sollen die Entwicklungsschwerpunkte, Maßnahmen und Projekte nicht nur zu einem, sondern zu mehreren spezifischen Zielen einen Beitrag leisten.
(1) Die Einzelprojekte verfolgen ein Das Projekt „Bolzplatz Waltraujeweils bestimmtes Projektziel denstraße“ verfolgt das Ziel, das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche zu verbessern (2) Die Einzelprojekte sind bestimm- Das Projekt ist Teil der Maßnahme ten Maßnahmen zugeordnet. „Verbesserung des Infrastrukturangebots für Kinder und Jugendliche“. (3) Die Maßnahmen sind einem Entwicklungsschwerpunkt zugeordnet, der zu den spezifischen Zielen mit unterschiedlichem Gewicht beiträgt. (4) Die spezifischen Ziele sind Bestandteile der Gesamtstrategie und tragen gemeinsam zu deren Oberziel bei. Damit wird ein Beitrag zu den spezifischen Zielen des Entwicklungsschwerpunktes „Soziale Infrastruktur“ sowie der sozialen Integration und Aufwertung des Wohnumfeldes geleistet. Gemeinsam tragen die spezifischen Ziele zu dem Globalziel „Nachhaltige Stärkung des Wohn- und Programmgebiets“ bei.
Bei der Formulierung der Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen integrierter Handlungskonzepte für die Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ sind, so der Leitfaden der ARGEBAU, eine Reihe spezifischer Aspekte zu beachten, die das Programm gegenüber der herkömmlichen Städtebauförderung abgrenzen. Dies sind in erster Linie: (a) Die Integrierten Handlungskonzepte sollen im Sinne einer offenen Rahmenplanung konzipiert werden, die während des Stadtteilentwicklungsprozesses in erster Linie von den örtlichen Akteuren (Bevölkerung, Gewerbetreibende, Grundstückeigentümer, örtliche Institutionen) mit möglichst viel Eigeninitiative auszufüllen ist. Die Kosten- und Finanzierungsübersichten sollen einen gebündelten Mitteleinsatz aus unterschiedlichen privaten und öffentlichen Quellen widerspiegeln. Die Konzepte bilden die Basis für den Mittel- und Personaleinsatz aller betroffenen Fachressorts/Ämter. Sie müssen daher sorgfältig zwischen diesen abgestimmt werden. Die Städte und Gemeinden haben die Aufgabe, ein leistungsfähiges Stadtteilmanagement sicherzustellen. Das ausgeweitete Zielspektrum, das relativ offene Integrierte Handlungskonzept und die hohen Ansprüche an die Mitwirkung der örtlichen Akteure und der lokalen Wirtschaft erfordern besonders qualifizierte Träger, Gebietsmanager oder Entwicklungsgesellschaften zur Lenkung des Stadtentwicklungsprozesses vor Ort. Den Gemeinden obliegt es, eine umfassende Mitwirkung der Bevölkerung sicherzustellen. Dabei ist während der Laufzeit der Förderung auch darauf hinzuarbeiten, dass die in Gang gekommenen Beteiligungsprozesse im Quartier dauerhaft weiterwirken. Nach bisher vorliegenden Erfahrungen benötigt das
kommunale Quartiersmanagement zur Ingangsetzung von Beteiligungs- und Erneuerungsprozessen sowie für kurzfristig notwendig werdende Interventionen und Aktionen kleinere Verfügungsfonds.5 Auf die vorhandenen Rechtsinstrumente im Bereich des Städtebaurechts und des Wohnungsrechts, die bei der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ zur Geltung kommen, braucht an dieser Stelle nicht näher eingegangen zu werden.6 Wie in § 171 e Abs. 4 festgelegt, hat das gemeindliche Entwicklungskonzept (Integriertes Handlungskonzept) die Ziele und Maßnahmen schriftlich darzustellen. Gesetzlich vorformuliertes Ziel für die Entwicklungskonzepte sind dabei insbesondere Maßnahmen, die der Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der Schaffung und Erhaltung sozial stabiler Bewohnerstrukturen dienen (Abs. 4 Satz 2). In der nachstehenden Zielsystematik für den Stadtteil Ludwigshafen West fließen sowohl die allgemeinen strategischen Vorgaben des Bund-Länder-Programms als auch die spezifischen Probleme des Stadtteils West ein.
Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen
Wie im Bericht zur Zwischenevaluierung im Einzelnen erläutert, stützte sich die bislang verfolgte Strategie im Stadtteil West auf die im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchung zur Stadtsanierung im Jahr 2000 definierten Ziele. Orientiert an den Oberzielen a) b) negative Entwicklungstendenzen des Stadtteils West zu stoppen und die Bedeutung des Viertels im Zusammenhang mit der Gesamtstadt zu stärken
wurden fünf Entwicklungsschwerpunkte sowie eine Reihe von Unterzielen bzw. Maßnahmen der Sanierung formuliert, die in das Programm „Soziale Stadt“ übernommen wurden: Entwicklungsschwerpunkte wurden dabei gesehen in: 1) 2) 3) 4) 5) Stärkung der Wohnfunktion, Verbesserung des Gewerbestandorts Frankenthaler Straße, Stärkung der Identität/Image des Viertels, Verbesserung der sozialen Verhältnisse und Erhaltung und Verbesserung der Umweltqualität (Entsiegelung, Begrünung).
Zu den einzelnen Schwerpunkten wurde eine Reihe von Unterzielen bzw. Maßnahmen vorgeschlagen, die der Einlösung der genannten Oberziele dienen sollten. Diese fanden Eingang in den Rahmenplan Sanierung West.
Arbeitsgemeinschaft der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU): Leitfaden zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“, Abschnitt 4.2 ebenda, Abschnitt 5
Eine Reihe der ursprünglich geplanten Projekte ist zwischenzeitlich realisiert (vgl. Bericht zur Evaluierung S. 35); andere Projekte befinden sich in der Planung. Wie auch in den anderen Programmgebieten wurden im Rahmen der Erstellung dieses Konzepts alle im Steuerungsteam beteiligten Bereiche der Stadtverwaltung dahingehend befragt, an welchen übergeordneten Zielen das Integrierte Handlungskonzept ausgerichtet werden soll. Aus den Anmerkungen der beteiligten Ressorts können folgende Prioritäten abgeleitet werden: 1) Verbesserung der städtischen Infrastruktur, Schaffung von zeitgemäßen Wohnund Lebensbedingungen (insbesondere für Familien, Kinder und Jugendliche) zur Sicherung des Quartiers als Wohnstandort; Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten und Integration; Bürgermitwirkung in der Stadtteilentwicklung, Verbesserung des Quartiersimages, Herstellung einer Stadtteilidentität; Bildung selbsttragender Strukturen im Stadtteil.
Ergänzend hierzu wurden durch die beteiligten Ressorts eine Reihe von Anregungen zur Definition spezifischer Ziele und wünschenswerter Maßnahmen sowohl in den Bereichen „Städtebau, Verkehr und Wohnen“ als auch in den Bereichen „Soziales, Kultur und Freizeit“ sowie „Wirtschaft und Beschäftigung“ (lokale Ökonomie) formuliert. In Verbindung mit der durch die Gutachter erstellten Bestandsaufnahme und StärkenSchwächen-Analyse lassen sich für das Programmgebiet West die folgenden (in der Grafik zusammengefassten) spezifischen Ziele in insgesamt vier Entwicklungsschwerpunkten definieren, die umgesetzt werden sollen. Im ersten Entwicklungsschwerpunkt (Städtebau) geht es darum, die noch vorhandenen städtebaulichen Missstände weiter abzubauen. Vorrangige Maßnahmen sind neben der Aufwertung defizitärer Straßenbereiche und ungeordneter Kreuzungsbereiche die Aufwertung der Stadtportale sowie die Sanierung und Umnutzung leerstehender Baulichkeiten. Wie in der Vergangenheit soll in einem zweiten Entwicklungsschwerpunkt (Wohnen und Wohnumfeld) die vorhandene Bausubstanz saniert und an zeitgemäße Qualitätsstandards angepasst werden. Im Rahmen des dritten Entwicklungsschwerpunkts (soziale Infrastruktur) soll das Angebot an sozialen Infrastrukturangeboten insbesondere für Kinder und Jugendliche, z.B. durch Räumlichkeiten für Jugendliche, das Angebot der Hausaufgabenhilfe etc. weiter verbessert werden. Der vierte, im Wesentlichen durch nicht-investive Maßnahmen geprägte Entwicklungsschwerpunkt (soziale Integration und lokale Ökonomie) zielt auf die soziale Stabilisierung und Imageverbesserung des Quartiers sowie auf die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen ab. Ergänzt wird das Maßnahmenpaket durch eine Reihe von Querschnittsaufgaben, angefangen von den Aufgaben des Quartiersmanagements über die in dem Programm
„Soziale Stadt“ zwingend vorgeschriebenen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung (§ 171e BauGB) und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur prozessbegleitenden Evaluierung und Maßnahmen des Gender Mainstreaming. Den einzelnen Maßnahmen sind konkrete Projekte zugeordnet, auf die in Kapitel 4 näher eingegangen wird. Die Liste der in der nachstehenden Grafik benannten Maßnahmen und Querschnittsaufgaben ist dabei nicht abschließend und sollte auch in Zukunft kontinuierlich geprüft und an die sich wandelnden Rahmenbedingungen angepasst fortgeschrieben werden.
Abbildung 3: Zielsystem, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen „Soziale Stadt“ Ludwigshafen West
Soziale Stadt Ludwigshafen West: Strategische Ziele, Entwicklungsschwerpunkte und Maßnahmen
Globalziel spezifische Ziele
Nachhaltige Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität und soziale Stabilisierung im Quartier
Abbau städtebaulicher Missstände Stärkung der Wohnattraktivität vor allem für Familien Verbesserung der städtischen Infrastruktur Integration benachteiligter Gruppen und Unterstützung selbst tragender Strukturen
1. Städtebau, Umwelt, Verkehr
2. Wohnen und Wohnumfeld
4. Soziale Integration und lokale Ökonomie
1.1 Städtebauliche Aufwertung des Straßenraums 1.2 Sanierung/ Umnutzung leer stehender Gebäude
2.1 Private Sanierungs-/ Modernisierungsmaßnahmen 2.2 Wohnraumsanierung durch Wohnungsbaugesellschaften 2.3 Innovatives Wohnen
3.1 Verbesserung des Infrastrukturangebots für Kinder 3.2 Räumlichkeiten für Jugendliche
4.1 Förderung der Beschäftigungsfähigkeit 4.2 Soziale Integration 4.3 Maßnahmen zur Stärkung der Stadtteilkultur Identifikation mit dem Quartier
Querschittsaufgaben
Stadtteilmanagement Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit Verfügungsfonds, Mikroprojekte Gender Mainstreaming Monitoring und Evaluierung Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts
Grafik: © 05/2006
Bei der Umsetzung der Ziele und Maßnahmen ist zu beachten, dass diese immer an so genannten Querschnittszielen orientiert sein sollen, d.h. insbesondere: Die Mitwirkung der lokalen Bevölkerung an der Umsetzung des Handlungskonzepts soll deren bürgerschaftliches Engagement im Programmgebiet fördern. 1) 2) Die Vernetzung von Zielen, Aktivitäten und Akteuren soll hinsichtlich der Erzeugung von Synergieeffekten wesentlicher Bestandteil des Programms sein. Die Projekte sollen möglichst als Mehrzielprojekte ausgestaltet werden, um dem integrierten Charakter des Handlungskonzeptes gerecht zu werden. Ferner soll die Verknüpfung investiver und nicht-investiver Projekte verfolgt werden. Die Finanzierung durch das Programm „Soziale Stadt“ kann nur einen Teilbeitrag zur erfolgreichen Umsetzung leisten. Wichtig ist darüber hinaus die Ausschöpfung weiterer öffentlicher und privater Finanzierungsmittel. Integrierte Handlungskonzepte im Sinne der „Sozialen Stadt“ beziehen sich zwar auf ein Programmgebiet, sollen jedoch grundsätzlich in die gesamte kommunale Entwicklung eingebunden sein und positiv zu dieser beitragen.
Abgrenzung des Programmgebiets
Wie im Rahmen der Zwischenevaluierung festgestellt, erfolgte die Abgrenzung des Programmgebiets West auf der Grundlage der im Jahr 2000 durchgeführten Vorbereitenden Untersuchung zur Stadtsanierung. Diese beiden Bereiche sind jedoch nicht deckungsgleich, sondern das Soziale Stadt-Gebiet geht über die Abgrenzungen des Sanierungsgebietes hinaus. Die dabei zugrunde gelegten städtebaulichen und sozialen Kriterien entsprechen grundsätzlich dem einschlägigen § 171e BauGB, nach dem es sich bei den Programmgebieten „Soziale Stadt“ um „von durch soziale Missstände benachteiligte Ortsteile handeln soll, in denen ein besonderer Entwicklungsbedarf besteht.“ „Soziale Missstände“, heißt es in § 171e, Abs. 2 weiter, „liegen insbesondere vor, wenn ein Gebiet auf Grund der Zusammensetzung und wirtschaftlichen Situation der darin lebenden und arbeitenden Menschen erheblich benachteiligt ist. Ein besonderer Entwicklungsbedarf liegt insbesondere vor, wenn es sich um benachteiligte innerstädtische oder innenstadtnah gelegene Gebiete oder verdichtete Wohn- und Mischgebiete handelt, in denen es einer aufeinander abgestimmten Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen bedarf“. Die genannten Tatbestände sind wie in der Evaluierung nachgewiesen, im Programmgebiet West nach wie vor gegeben.
Im Hinblick auf die Umsetzung der o.g. strategischen Ziele und für die weitere Maßnahmenplanung von großer Bedeutung ist die Tatsache, dass im Fall Ludwigshafen West ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet in das Programmgebiet „Soziale Stadt“ integriert ist, d.h. dass dort das Instrumentarium des Sanierungsrechts zum Tragen kommen kann. Dabei sind diese Gebiete jedoch nicht vollständig identisch (vgl. Abbildung 1, Seite 3). Sowohl aus inhaltlichen Gründen als auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit (§ 171 e, Abs. 3 BauGB) ist eine Änderung der Gebietsabgrenzung nicht vorgesehen.
Maßnahmen- und Programmplanung
Zur Umsetzung der Ziele des integrierten Handlungskonzepts „Soziale Stadt“ werden für die vom Gutachter vorgeschlagene Projektphase – d.h. den Zeitraum 2006 bis 2010 - insgesamt 13 investive und nicht-investive Maßnahmen vorgesehen. Hinzu kommt eine Reihe von primär in der Verantwortung des Stadtteilmanagements liegenden Querschnittsaufgaben. Jedem der vier Entwicklungsschwerpunkte wurden mehrere Maßnahmen zugeordnet, die durch ein oder mehrere Projekte ausgefüllt werden. Sowohl inhaltlich wie organisatorisch kommt der Vernetzung der Entwicklungsschwerpunkte auf der Maßnahmenebene eine große Bedeutung zu. Jede der Maßnahmen trägt – auch wenn sie formal nur einem Schwerpunkt zugeordnet ist – zu mehreren Zielen bei. Die Maßnahmen und Einzelprojekte haben derzeit einen unterschiedlichen Konkretisierungsgrad, der in den nachstehenden Übersichten gekennzeichnet ist. Diese beinhalten im Wesentlichen drei Projekttypen: • Laufende Projekte (z.B. Wohnungsmodernisierungen), die im kommenden Förderzeitraum fortgesetzt und fertig gestellt werden sollen. Projekte in Planung, d.h. Projekte, die bereits soweit konkretisiert sind, dass ihre Umsetzung in Kürze in Angriff genommen werden kann Projektideen, d.h. vorläufige Überlegungen zu Projekten, die angesichts der gegebenen Problemlage sinnvoll erscheinen, deren Machbarkeit und Finanzierung jedoch noch geprüft werden muss (z.B. Projektidee: „Innovatives Wohnen“ oder „Stadtportale“).
Die einzelnen Projekte werden im nachfolgenden Kapitel in komprimierter Form vorgestellt. Die nicht-investiven Projekte sind bewusst nicht bis ins Detail durchgeplant, so dass dem Quartiersmanagement an dieser Stelle Handlungsspielraum gelassen wird. Generell sollen bei den noch zu beantragenden Projekten die sozialen Aspekte stärker berücksichtigt werden (nicht-investive Begleitmaßnahmen).
Die Realisierung der nachstehend genannten Projekte ist in einem Zeitraum bis 2010 vorgesehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass mit diesem Jahr ein „Endpunkt“ der Programmumsetzung gesetzt wird. Die Umsetzung des Globalen Ziels einer nachhaltigen Stabilisierung und Aufwertung des Quartiers erfordert mit Sicherheit längere Planungszeiträume. Aufgabe des jetzt vorliegenden Handlungskonzepts ist es, den Fahrplan der Programmumsetzung so genau wie möglich zu beschreiben und finanziell zu untermauern. Gleichsam hat die Fortschreibung des Handlungskonzepts (2009) zur Aufgabe, das bis dahin umgesetzte Paket an Schwerpunkten und Maßnahmen kritisch zu beleuchten und ggf. die Ziele und Maßnahmen des Programms z.B. an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass die Sanierungsmaßnahmen auf insgesamt 15 Jahre angelegt sind, d.h. der Abschluss der Sanierung ist für das Jahr 2016 vorgesehen.
Städtebau, Umwelt, Verkehr
Im Bereich des Entwicklungsschwerpunktes Städtebau, Verkehr und Umwelt sind vor allem investive Maßnahmen gefordert, die für eine qualitative und für die Bewohner sichtbare Veränderung sorgen und so einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz des Programms "Soziale Stadt" in der Bevölkerung leisten. In diesem Zusammenhang ist auch weiterhin die Aufwertung von Plätzen und Freiräumen von Belang, da so Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum geschaffen und für die Bereitstellung von Kommunikations- und Begegnungsorten gesorgt wird. Des Weiteren ist die Gebäudesanierung in privatem Rahmen ein weiterer Schwerpunkt der investiven Maßnahmen im Programmgebiet West, da so das Wohnniveau und die Stadtgestalt des Quartiers weiter verbessert werden kann. Die Optimierung der Verkehrsbedingungen, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, sorgt für eine bessere Anbindung und Erreichbarkeit und damit bessere Einbindung des Programmgebietes in den gesamtstädtischen Kontext. Auch wird so für eine bessere Erreichbarkeit (z.B. Bliesschule, Naherholungsgebiet Blies, Ebertpark) und verbesserte Austauschbeziehungen innerhalb des Programmgebiets an sich gesorgt. Die im Rahmenkonzept vorhandenen Ansätze bezüglich der Verbesserung der Radund Fußwege werden dabei aufgenommen (z.B. Zugänglichkeit Friedhof, Anbindung Innenstadt). Des Weiteren kann die Umsetzung der städtebaulichen investiven Projekte das Abschwächen von Nutzungskonflikten bewirken und ein angenehmeres "Wohnklima" sowie ein verbessertes Wohnumfeld schaffen, so dass zu Erhaltung und Entwicklung der typischen quartiersbezogenen Nutzungsmischung beigetragen wird. Schwerpunkte der zukünftigen Maßnahmen liegen somit hauptsächlich in der Verbesserung der verkehrlichen Situation bzw. Aufwertung von Straßenräumen und Kreuzungsbereichen sowie der Umnutzung leerstehender Gebäude. Des Weiteren sollte
der Bedarf an Flächen für den ruhenden Verkehr z.B. in Form einer Quartiersgarage geprüft werden.7 Insgesamt sind mittel- und langfristig im Entwicklungsschwerpunkt 1 drei Maßnahmen geplant, in dessen Rahmen zur Zeit neun konkrete Projekte verfolgt werden. Vier davon beziehen sich auf die dringend erforderliche Aufwertung des Straßenraums und die Beseitigung von Nutzungskonflikten, die sich vor allem im Bereich der Frankenthaler Straße negativ bemerkbar machen.
Ein zweites zentrales Projekt betrifft die Neuordnung des Kreuzungsbereichs Frankenthaler Straße / Rohrlachstraße. Bereits in der VU im Jahr 2000 wurde festgestellt, dass der Bereich sowohl aus gesamtstädtischer Sicht wie aus Stadtteilsicht einer umfassenden Überplanung bedarf. „Städteräumlichen Anforderungen“, so das damalige Gutachten, wie der Funktion als Tor oder „Visitenkarte“ für den Stadtteil West wird der Bereich nicht gerecht, weil er sich baulich nur als Restfläche präsentiert. Die Unwirtlichkeit des „Bereiches Rudolf-Hoffmann-Platz“ wird durch die Grünanlage nicht gemildert, weil sie nicht geeignet ist, das Verkehrsgeschehen und andere Beeinträchtigungen räumlich und optisch abzutrennen. (VU 2000, Seite 170) Die sehr große, freie Fläche und die zahlreichen Baulücken eröffnen jedoch zugleich die Möglichkeit, durch bauliche und gestalterische Maßnahmen den Anforderung an Benutzungsqualität und Stadtteileingang gerecht zu werden.
Kreuzungsbereich Rudolph-Hoffmann-Platz
Auch stehen noch Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation, Entsiegelung und Schaffung einer Aufenthalts- und Freifläche auf der kleinen Platzfläche Margarethen- / Deutsche Straße aus. Eine weitere Projektidee betrifft die städtebauliche Aufwertung der Stadtportale des Programmgebiets. Hier sollten durch bauliche und gestalterische Maßnahmen Stadtteileingänge geschaffen werden, die den funktionalen Anforderungen gerecht und auch als solche erkannt werden. Besonders gravierende Missstände weist dabei der Stadtteileingang südliche Valentin-Bauer-Straße auf. In unmittelbarer Nähe zum Rudolf-Hoffmann-Platz markiert ein mehrstöckiger Bunker den nördlichen Eingang zum Quartier. Die Sanierung, des unter Denkmalschutz stehende Bunkers sowie z.B. dessen kulturell Nutzung im Sinne jährlicher Events (z.B. Kunstevents, Ausstellungen) wäre denkbar. Lösungen für die äußere Gestaltung könnten dabei im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs entwickelt werden. Allerdings darf dabei das äußere Erscheinungsbild des Bunkers nur sehr sensibel verändert werden. Angestrebt wird, die Verantwortung für die Nutzung in die Hände eines selbstorganisierten Fördervereins zu übertragen.
Valentin-Bauer-Straße
Valentin-Bauer-Straße8
Bislang ungeklärt ist die Frage der zukünftigen Nutzung der nach wie vor im Kirchenbesitz befindlichen Heilig-Kreuz-Kirche. Die Baulichkeiten könnten in ein multifunktionales Bürgerhaus umgestaltet werden. Aus Gutachtersicht ist jedoch diese Möglichkeit aus Kostengründen voraussichtlich als nicht wirtschaftlich anzusehen. Als sinnvoller wird aus jetziger Sicht ein Abriss des Gebäudes und eine Neubebauung der Fläche, evtl. durch ein Mehrgenerationenhaus oder seniorengerechtes Wohnen, eingeschätzt. Eine weitere Möglichkeit kann in Verbindung mit der Sanierung des Kindergartens Burgundenstraße 2 (vgl. hierzu Maßnahme 3.3) eine Erweiterung des vorhandenen Kindergartengebäudes sowie der Freifläche sein. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie sollte aus Sicht des Gutachters kurzfristig in Auftrag gegeben werden. In diesem Zusammenhang ist auch das Engagement der BASF im Hinblick auf das Projekt „Natur Pur“ zur Gestaltung naturnaher Spielbereiche an Kindertagesstätten einzubeziehen.
Quelle Bild 2 (Bunker): Stadt Ludwigshafen
Entwicklungsschwerpunkt 1: Städtebau, Umwelt, Verkehr
Projekt Projektinhalt Projektstatus Maßnahme 1.1: Städtebauliche Aufwertung des Straßenraums Projekt 1.1.1: Frankenthaler Straße 70-124 / Lagerplatzweg Für das Wohn-Gewerbe Mischgebiet soll ein Blockkonzept erstellt werden. Ziel ist es u.a., die Stadtgestalt (Bauflucht und Bauhöhe definieren und Straßenabwicklung erstellen) zu verbessern und vor allem bezüglich des Gewerbes die Nutzung zu definieren, die mit der dortigen unmittelbar angrenzenden Wohnnutzung verträglich sind. Autohändler sollen 10 soweit möglich ausgelagert werden. Ebenso soll für den Bereich Lagerplatzweg ein Blockkonzept mit ähnlicher Zielsetzung erarbeitet werden. Zur Fortschreibung und Aktualisierung des Rahmenplans Sanierung sollen in den nächsten Jahren von Seiten der Stadterneuerung weitere 11 Blockkonzepte folgen. . Projekt 1.1.2: Bereich Rudolf-Hoffmann-Platz Strukturelle Neuordnung des Kreuzungsbereichs im Bereich der Eisenbahnbrücken sowie Gliederung durch Grünordnungsmaßnahmen und ggf. mit ergänzenden Nutzungen im Randbereich. Die Erarbeitung von Konzepten sollte baldmöglichst erfolgen und im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens mit der Bevölkerung und den Aufgabenträgern diskutiert werden. Für kleine Platzfläche ist eine Veränderung der Verkehrsführung als Hauptmaßnahme vorgesehen. Des Weiteren sollen Flächen entsiegelt und begrünt werden. Auch ist zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität die Schaffung von Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Idee gepl.
Projekt 1.1.3: Kleine Platzfläche Deutsche Str./Margarethenstr.
Quelle Bild 2 (Heilig-Kreuz-Kirche): Stadt Ludwigshafen Quelle: Stadt Ludwigshafen 11 Quelle: Stadt Ludwigshafen, Oktober 2007
Projekt 1.1.4: Neugestaltung Stadtportale
Durch die Durchführung verschiedener baulicher und gestalterischer Maßnahmen (wie z.B. Aufpflasterungen, Baumpflanzungen, Lückenschluss) sollen erkennbare Stadtteileingänge geschaffen werden, die den funktionalen Anforderungen gerecht werden. Begrünungsmaßnahmen in diesen Bereichen wären wünschenswert.
Projekt 1.1.5: Begrünungsmaßnahmen Frankenthaler Straße sowie nördliche Gudrunstraße Projekt 1.1.6: Fußgänger- und Radwege
Idee Projekt ist technisch schwer zu realisieren und wurde deshalb zurückgestellt. Idee
Optimierung von Verbindungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer (v.a. Verbindung Innenstadt, Erreichbarkeit Bliesschule, Naherholungsgebiet Blies, Ebertpark sowie Zugänglichkeit Friedhof), um eine bessere Einbindung und Erreichbarkeit des Stadtteils West zu erreichen und so die bestehende abgehängte Lage abzuschwächen und zu verbessern. Begrünungsmaßnahmen in diesen Bereichen zur Verbesserung des Wohnumfelds.
Projekt 1.1.7: Begrünungsmaßnahmen Deut-
sche Straße und öffentliche Grünfläche Valentin – BauerStraße
Maßnahme 1.2: Sanierung / Umnutzung leerstehender Gebäude Projekt 1.2.1: Bunker Valentin-Bauer-Str. 2 Sanierung des Bunkers beispielsweise als Möglichkeit einer kulturellen Nutzung durch z.B. jährliche Events oder Ausstellungen. Durchführung von Künstlerwettbewerben für die äußere Gestaltung. Nutzungsorganisation durch selbstorganisierten Förderverein. Durchführung einer Wirtschaftlichkeits- bzw. Machbarkeitsstudie aus Sicht des Gutachters zur Umnutzung der leerstehenden Kirche als Gemeindeeinrichtung bzw. Neunutzung des Geländes bei einem Abriss der Baulichkeiten. Denkbar als Neubebauung wäre ein Mehrgenerationenhaus, seniorengerechtes Wohnen oder eine Erweiterung des vorhandenen Kindergartengebäudes Burgundenstraße sowie der Freifläche. geplant
Projekt 1.2.2: Heilig-Kreuz-Kirche
Maßnahme 1.3: Ruhender Verkehr Projekt 1.3.1: Parkplatzstudie Bedarfsstudie Stellplätze im Quartier geplant
Im Entwicklungsschwerpunkt Wohnen und Wohnumfeld liegt das Augenmerk auf einer umfassenden Modernisierung der Wohnungen, energetischen Verbesserungen und einer Anpassung an heutige Anforderungen und Bedürfnisse zur Verbesserung der Wohnqualität im Stadtteil West. So wird versucht, eine heterogene Bewohnerstruktur im Gebiet zu schaffen, um eine höchstmögliche Attraktivität des Programmgebiets als innenstadtnaher Wohnstandort zu gewährleisten. Durch gemeinsame Projekte der Stadt Ludwigshafen mit GAG und anderen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ sowie weiteren privaten Sanierungen können diese angestrebten Effekte weiter verstärkt und unterstützt werden. Auch im Rahmen der Bürgerbeteiligung West am 24.09.2007 wurde der Wunsch nach verstärkter Tätigkeit der GAG sowie der Wohnungsbaugesellschaften, ähnlich wie dies im Soziale Stadt- Quartier Westend durchgeführt wurde und wird, seitens der Bürger deutlich zum Ausdruck gebracht.
In den Jahren 1999 bis 2005 wurden durch die Siedlungsgesellschaft GAG insgesamt 6,7 Mio. € in die Sanierung und Modernisierung von Wohnungen investiert. Insgesamt flossen rund 46 % der verfügbaren Soziale Stadt-Mittel in den Förderschwerpunkt „private Sanierungs-, Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmen.“ Angesichts der bislang punktuell sichtbaren Erfolge (Hebeleffekt ca. 1:7 bzw. bis zu 1:812), der aber nach wie vor im Gebiet West gegebenen Mängel der Wohnungssubstanz stellt die Anschubfinanzierung für private Modernisierungsmaßnahmen – verbunden mit Maßnahmen der GAG – auch in Zukunft einen wesentlichen Schwerpunkt der Förderung dar. Bereits parallel zum Programm West hatte die GAG als großer Wohnungseigentümer im Gebiet begonnen, einen Teil ihrer Häuser zu sanieren und zu modernisieren. Seit 2002 werden diese Maßnahmen durch die Unterstützung privater Sanierungsmaßnahmen ergänzt. Damit kann in West privater Wohnraum aufgewertet werden. Ausgleichsbeiträge, die aufgrund der Sanierungssatzung (Ausnahme: Valentin-BauerSiedlung – vereinfachtes Verfahren) erhoben werden, fließen wieder in die Aufwertung des Wohnumfeldes ein. Diese Sanierungen blieben bisher jedoch punktuell. Eine grundlegende Veränderung der Wohnraumsituation kann hauptsächlich von den Wohnungsbaugesellschaften ausgehen. Auch hier gilt es, wie in den anderen Quartieren bedarfsgerechte Sanierung, verstärkte Einbeziehung der Mieter, neue Modellansätze bei überforderten Nachbarschaften und neue Wohnmodelle gemeinsam mit den Gesellschaften zu diskutieren. Zwischen der GAG und der Projektleitung soll daher in der kommenden Projektphase die Kooperation weiter verstärkt werden. Angestrebt wird eine energetische Modernisierung aller Gebäude. Darüber hinaus sollte ein Umzugsmanagement etabliert werden, das verhindern soll, dass durch die Umsiedlung der bisherigen Bewohner sanier-
Quelle: Stadt Ludwigshafen, Bereich Stadterneuerung
ter Gebäude in unsanierte Wohnungen lediglich eine Verlagerung oder gar Verschärfung der „Brennpunkt“-Problematik erfolgt. Durch die Anschubfinanzierung von Sanierungsmaßnahmen für private Hauseigentümer wird erfahrungsgemäß ein Vielfaches an privaten Investitionen ausgelöst (Hebeleffekt). Ergänzend zu den geplanten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollen weiterhin auch Modelle neuer Wohnformen (Innovatives Wohnen) erprobt werden, so z.B. durch die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses (z.B. Fläche Heilig KreuzKirche), die Bereitstellung seniorengerechter Wohnungen oder die versuchsweise Umsetzung des Konzepts der so genannten „Selbstnutzerimmobilie“. Unter Selbstnutzerimmobilie versteht man die Verwirklichung eines Bauprojektes durch einen Bauherren oder eine Bauherrengemeinschaft zur Selbstnutzung, wobei das Grundstück direkt erworben und mit dem Architekten zusammen gearbeitet wird ohne einen Bauträger einzubinden.
Entwicklungsschwerpunkt 2: Wohnen und Wohnumfeld
Projekt Zielgruppe Projektinhalt Projektstatus
Maßnahme 2.1: Private Sanierungs-/Modernisierungsmaßnahmen Projekt 2.1.1: Baumaßnahmen und Ordnungsmaßnahmen Eigentümer Förderung im Rahmen der klassischen Sanierung durch Unterstützung privater Sanierungsmaßnahmen etc. Schwerpunkt soll hier der Bereich Sieglinden-, Gudrun-, Deutsche-, Freia-, Walkürenstraße 13 sein. geplant
Maßnahme 2.2: Wohnraumsanierung der Wohnungsbaugesellschaften Projekt 2.2.1: GAG und andere Mieter Weiterführung Wohnungssanierungen der Wohnungsbaugesellschaften, z.B. Weiterführung der Sanierungen der Wohnblöcke in der Valentin-Bauer-Straße durch die GAG. geplant
Maßnahme 2.3: Innovatives Wohnen Projekt 2.3.1: Mehrgenerationenhaus Junge Familien und Senioren Eine Zukunftsform des Wohnens soll durch die Verwirklichung eines Integrierten Wohnprojektes, das Wohnraum für mehrere Generationen unter einem Dach bietet, umgesetzt werden. Möglicher Standort kann nach Gebäudeabriss das Kirchengelände sein. Um der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen ist es notwendig, seniorengerechten innenstadtnahen Wohnraum im Programmgebiet zu schaffen. Für das Programmgebiet sollen entsprechende Standorte gefunden werden und innovative Konzepte erarbeitet werden. Als möglicher Standort wäre auch hier nach Gebäudeabriss das Kirchengelände zu prüfen. Projektidee
Projekt 2.3.2: Seniorengerechtes Wohnen
Die Verbesserung der sozialen Infrastrukturangebote insbesondere für benachteiligte Personengruppen ist eines der zentralen Anliegen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. In der vergangenen Programmperiode konnten diesbezüglich im Programmgebiet West beachtliche Fortschritte erzielt werden. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang insbesondere der Ausbau von Spielplätzen (z.B. Bolzplatz Waltraudenstraße, Spielplatz Volkerstraße).
Wie im Evaluierungsbericht betont, besteht im Bereich des sozialen Infrastrukturangebots jedoch nach wie vor ein Handlungsbedarf. Dies betrifft in erster Linie das Defizit an Spielplatzflächen im südöstlichen Bereich des Programmgebietes sowie die Notwendigkeit der Sanierung des Kindergartens Burgundenstraße 2, der in jedem Fall erhalten werden sollte, da ein entsprechender Bedarf besteht. Insbesondere bei der Weiterentwicklung einer bedarfs- und bedürfnisgerechten sozialen Infrastruktur kommt der Beteiligung der Bevölkerung und der Einbindung der bestehenden lokalen Netzwerke eine Schlüsselrolle zu. Das in der Valentin-Bauer-Straße bestehende Bürgerbüro soll daher aufrecht erhalten bleiben.
Kindergarten Burgundenstraße 2
Entwicklungsschwerpunkt 3: Soziale Infrastruktur
Maßnahme 3.1: Verbesserung des Infrastrukturangebots für Kinder Projekt 3.1.1: Kindergarten Burgundenstr. 2 Kinder Sanierung des Kindergartens (mit Freiflächen); Sanierung der Freiflächen im Rahmen der Aktion „Natur pur“ der BASF Projekt 3.1.2: Erweiterung des Spielplatzangebots Kinder / Jugendliche Bedarfsgerechter Ausbau des vorhandenen Spielplatzangebots (Abbau des Defizits von rund 1.630 m²) bei möglicher Flächenverfügbarkeit durch z.B. Abriss von Gebäuden oder Entkernung von Blockinnenbereichen. Eine genaue Verortung möglicher Flächen kann zur Zeit nicht vorgenommen werden. geplant
Maßnahme 3.2: Räumlichkeiten für Jugendliche Projekt 3.3.1: Jugendräume und Hausaufgabenhilfe Jugendliche Konzeptentwicklung und Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten Bereitstellung von Hausaufgabenhilfe Idee
Soziale Integration und lokale Ökonomie
Die Förderung der sozialen Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen, insbesondere von arbeitslosen Jugendlichen, Frauen und Personen mit Migrationshintergrund und damit verbunden der Abbau von Phänomenen der sozialen Segregation gehört zu den Kernanliegen des Programms „Soziale Stadt“. Eine Schlüsselrolle kommt diesem Zusammenhang auch der Förderung der lokalen Ökonomie zu. Vorhandene Ansatzpunkte und Potenziale in diesem Sektor sollen durch nichtinvestive Maßnahmen zukünftig verstärkt gefördert werden. Dies betrifft angesichts der hohen Zahl von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern in erster Linie die Verbesserung des Angebots an bedarfsgerechten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten bzw. beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen, aber auch die Integrationsförderung von Migranten. Nachdem das Programm „Job XXL“ nicht mehr fortgeführt werden konnte, werden derzeit Beschäftigungsprojekte aus der „Strukturhilfe Grün“ und aus dem Programm LOS gefördert. Die Förderperiode des Programms LOS, aus dem bisher eine Vielzahl sinnvoller Mikroprojekte geförderte wurden, läuft am 03.06.2007 aus, ob und wie das Programm weitergeführt wird, ist noch nicht entschieden. Insbesondere bei einem Wegfall von LOS sind neue Finanzierungsquellen für Beschäftigungsmaßnahmen zu erschließen (vgl. Kapitel 8). Neben der Förderung arbeitsloser Jugendlicher soll ein Schwerpunkt auf der Beratung und Qualifizierung von Frauen – vornehmlich allein erziehender Mütter – liegen. Ergänzend hierzu soll der Versuch unternommen werden mit Unterstützung des BMFSFJ lokale Bündnisse für Familien ins Leben zu rufen, die sich vor Ort durch gemeinsame Projekte für die Belange von Familien einsetzen (vgl. hierzu die Homepage des Familienministeriums www.bmfsfj.de/Politikbereiche/familie). Angesichts eines Ausländeranteils von rund 28 % sollen auch verstärkte Anstrengungen unternommen werden zur Integration von Personen bzw. Familien mit Migrationshintergrund. Um ein abgestimmtes und zielorientiertes Vorgehen bei den Integrationsmaßnahmen zu ermöglichen, sollte ein stadtteilbezogenes Integrationskonzept auf Basis einer aktuellen Bestandsaufnahme erarbeitet werden. Darüber hinaus sollen in Abstimmung mit der VHS sowie mit Kindergärten und Schulen Sprachkurse für Migranten angeboten werden. Der Schwerpunkt sollte auf der Zielgruppe erwachsener Migranten liegen, das Angebot sollte aber auch auf Kinder, insbesondere im Kindergarten- und Vorschulalter, ausgedehnt werden. Geprüft werden sollte die Möglichkeit der Initiierung gemeinsamer Projekte zwischen Migranten und deutschen Quartiersbewohnern. Auch diesbezüglich gibt es in anderen Städten gute Beispiele für erfolgreiche Projekte wie z.B. die Förderung von Sportvereinen (siehe z.B. das Programm „Integration durch Sport“, gefördert vom Bundesministerium des Innern und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; Projektbeispiele nach Bundesländern geordnet: www.integration-durch-sport.de).
Im Rahmen der Ressortbefragung angeregt wurde auch die Einrichtung eines „Runden Tischs“ für jugendrelevante Themen, so z.B. die Vernetzung der Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie die Integration ausländischer Jugendlicher durch Hilfe bei der Jobsuche. Die Anregung ist auch auf dem Hintergrund der Tatsache zu würdigen, dass die katholische Kirche ihre Gebäude im Gebiet veräußert und ungeklärt ist, was mit den bisherigen Jugendangeboten wird. (Eine Pfadfindergruppe konnte vorübergehend im Bürgertreff West aufgenommen werden, danach bei der Matthäuskirchengemeinde und bleibt damit dem Stadtteil erhalten.) Ein erfahrungsgemäß schwieriger Interventionsbereich ist der der lokalen Ökonomie, da dieser, den Gesetzen des Marktes folgend, nur schwer beeinflussbar ist durch Maßnahmen der öffentlichen Hand. Auch im Programmgebiet West erscheint der Handlungsspielraum begrenzt. Ggf. mögliche Verlagerungen störender Betriebe aus dem Bereich der Frankenthaler Straße auf andere Flächen im Programmgebiet sind nicht möglich. Bezüglich der Nahversorgungslage bestehen in Teilbereichen Defizite, z.B. durch den Mangel an einem Vollsortimentseinzelhandel. Sinnvoll erscheinen vor diesem Hintergrund gezielte Anstoßmaßnahmen, die zu einer Belebung des Gebiets führen können, so z.B. der Versuch der Wiederbelebung leerstehender Ladenlokale, die bereits im Rahmen der Sanierung (Beschluss 2001, Laufzeit bis 2016) angegangen wird, die Entwicklung eines imagefördernden stadtteilbezogenen Marketingkonzepts und generell die Initiierung von Projekten der Public-Private-Partnership. In Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer und sonstigen privaten Trägern soll darüber hinaus testweise ggf. in den Räumlichkeiten des Stadtteilbüros eine Existenzgründungsberatungsstelle eingerichtet werden. Eine vierte Maßnahme umfasst Projekte zur Förderung der Stadtteilkultur und zur Unterstützung selbsttragender Strukturen. Wie in einem internen Arbeitspapier der Projektleitung betont, ist die Stadtteilkultur ein wichtiger Bestandteil des Projekts, da sie in besonderem Maße geeignet ist, den Zusammenhalt und die Kommunikation unter Bürger/innen und Bürgern unterschiedlicher Herkunftsländer zu fördern. Hier wurde in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet, die sich in der Gründung von zwei Bürgerinitiativen (IG West und Freundeskreis West) widerspiegelt, die sich ehrenamtlich an der Verbesserung des Zusammenlebens im Quartier beteiligen. Die bisherigen vielfältigen Einzelprojekte in diesem Bereich sollen weitergeführt werden. Ergänzt werden soll die Palette bewährter Projekte durch weitere themenspezifische Aktionstage, insbesondere durch die gesamtstädtischen „Tage der Sicherheit“, die zu einer verbesserten Aufklärung der Bevölkerung beitragen. Grundsätzlich, so lehrt die Erfahrung, ist davon auszugehen, dass die Bildung nachhaltiger selbsttragender Strukturen ein schwieriger Prozess ist, der über lange Zeit der flankierenden externen Betreuung und in der Regel auch der finanziellen Unterstützung bedarf, z. B. durch Bereitstellung eines Verfügungsfonds; (vgl. hierzu auch Kapitel 4.5, 4.6 und 6.)
Entwicklungsschwerpunkt 4: Soziale Integration und lokale Ökonomie
Maßnahme 4.1: Förderung der Beschäftigungsfähigkeit Projekt 4.1.1: Qualifizierung von Jugendlichen arbeitslose Jugendliche In der ersten Programmphase war die Umsetzung der „Sozialen Stadt“ verknüpft mit dem Programm LOS und der „Strukturhilfemaßnahme Grün.“ Diese flankierenden Maßnahmen sollten - sofern ein Folgeprogramm aufgelegt wird – in West fortgeführt werden. In Zusammenarbeit mit der ARGE soll ein spezifisches Informations-, Qualifizierungs- und Vermittlungsangebot für allein erziehende Mütter entwickelt werden (Idee des Gutachters). geplant
Projekt 4.1.2: Beratung und Qualifizierung von Frauen
Maßnahme 4.2: Soziale Integration Projekt 4.2.1: lokale Bündnisse für Familien Projekt 4.2.2: Integration von Migranten Projekt 4.2.3.: Runder Tisch Maßnahme 4.3: Lokale Ökonomie Projekt 4.3.1: Stadtteilmarketing und Leerstandsmanagement lokale Gewerbetreibende, Medien, Öffentlichkeit potenzielle Existenzgründer Alle Zielgruppen Entwicklung eines Marketingkonzepts in Zusammenarbeit mit der LUKOM unter besonderer Berücksichtigung der ethnischen Ökonomie; Leerstandsbelebung Beratungsangebot in Kooperation mit der IHK Ziel des Programms „Soziale Stadt muss es sein, private Unternehmen für die Beteiligung an der Stadtteilentwicklung zu gewinnen. Dies gilt für unterschiedliche Formen der PPP bis hin zu Projekten des „Social Sponsoring“. Diesbezüglich sollte ein erster Informationsaustausch darüber erfolgen, was überhaupt wünschenswert und machbar erscheint, so z.B. Patenschaften von Betrieben für Schulen sowie Sponsoring von Schulprojekten. Idee Familien Initiativprogramm des BMFSFJ zur Förderung familienfreundlicher Projekte, z.B. Gesundheitsberatung Stadtteilbezogenes Integrationskonzept; Sprachkurse; Gemeinschaftsprojekte Koordination des Angebots jugendrelevanter Themen, Initiativen und Förderungsmaßnahmen Idee
Projekt 4.3.2: Existenzgründungsberatung Projekt 4.3.3: Projekte der Public Private Partnership
Maßnahme 4.4: Maßnahme zur Stärkung der Stadtteilkultur und Förderung selbsttragender Strukturen Projekt 4.4.1: Stadtteilkultur Quartiersbewohner Fortführung der erfolgreichen Aktionen wie „Straßenfest West“, „West blüht“, „West leuchtet“, „Frauenfrühstück laufend
Projekt 4.4.2: Quartiersforum
Quartiersbevölkerung, Institutionen, soziale Akteure etc.
Das Quartiersforum, dem neben dem Quartiersmanager sowohl Bürger als auch „Quartiersakteure“ angehören, verfügt über den Verfügungsfonds und entscheidet maßgeblich über die Bewilligung von nicht-investiven Projekten. Dies hat zum Ziel, den Blick für das Quartier bei Bürgern und Institutionen zu schärfen und diese für ein nachhaltiges Engagement zu gewinnen. Themenspezifische Aktionstage z.B. zum Thema „Sicherheit“, „Gesundheitsvorsorge“ u.a.
Projekt 4.4.3: Aktionstage (vgl. auch Maßnahme 5.3)
Quartiersbewohner
Zum unverzichtbaren Bestandteil des Programms „Soziale Stadt“ gehört neben einer zielorientierten, ressortübergreifenden Projektleitung ein funktionsfähiges Stadtteilmanagement als „Scharnier zwischen der Verwaltung und der Bevölkerung des Programmgebiets“ (vgl. hierzu auch Kapitel 6). Die erfolgreiche Betreuung des Programmgebiets durch die Quartiersmanagerin sollte von daher im bisherigen Umfang fortgeführt werden. Gleiches gilt für den „Bürgertreff West“, der sich als Anlaufstelle hoher Beliebtheit erfreut. Ein weiteres Schlüsselelement liegt in der Aktivierung und Beteiligung der Bevölkerung bei der Planung und Umsetzung einzelner Projekte, verbunden mit einer kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit (vgl. Kapitel 7). Auch diesbezüglich sollten die bisherigen vielfältigen Formen der Bürgerbeteiligung weitergeführt werden, unterstützt durch gezielte Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Nachdem die Herausgabe einer eigenen Quartierszeitung aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden konnte, soll neben den laufenden Informationen der Bevölkerung in der „neuen LU“ zukünftig das Informationsmedium „Internet“ noch stärker im Sinne eines Informationsmediums genutzt werden. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es einerseits, zu einer Imageverbesserung des Quartiers beizutragen, die ihrerseits zu einer stärkeren Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil führt und andererseits gleichzeitig die Beteiligung von Bürgern an Quartiersentwicklungsprozessen zu fördern. Indirekt kann damit in Grenzen der Zuzug sozial stabiler Mieter erleichtert und die zur Zeit hohe Fluktuation gemindert werden. Als wirksames und unverzichtbares Mittel der Aktivierung hat sich dabei die Einrichtung eines Verfügungsfonds für die Unterstützung Identität stiftender nicht-investiver Projekte erwiesen. Der bestehende Fonds soll im bisherigen Umfang weitergeführt werden (15.000 €/anno). Darüber hinaus gilt im Rahmen der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ Gender Mainstreaming als wichtiges Querschnittsziel. Dies bedeutet: Im Rahmen der
„Sozialen Stadt“ sollen zum einen Frauen gleichberechtigt in die Planung von Projekten einbezogen werden als auch die Auswirkungen auf die Chancengleichheit bei der Vorbereitung, Durchführung, Begleitung und Bewertung aller Projekte berücksichtigt werden: „Gender Mainstreaming bedeutet, alle politischen Maßnahmen und Entscheidungen so zu gestalten, dass die Beteiligten die Gleichstellung von Frauen und Männern bzw. von Mädchen und Jungen in der Planung, der Durchführung, der Begleitung und Bewertung von Anfang an in allen Bereichen und auf allen Ebenen einbeziehen.“14 In Kapitel 9 wird ein Vorschlag für die Etablierung einer EDV-gestützten Datenbank sowie einen einfach handhabbaren Katalog von Kontext-, Ergebnis- und Wirkungsindikatoren vorgestellt, der in Zukunft im Rahmen jährlicher Durchführungsberichte Anwendung finden soll. Auf der Grundlage des Evaluationssystems wird es der Verwaltungsspitze, der Programmsteuerung, aber auch den Fördermittelgebern möglich sein, zu beurteilen, ob und in welchem Maß die gesetzten Ziele erreicht wurden und ob ggf. eine Anpassung der Programmplanung erforderlich wird. Spätestens nach Ablauf von drei Jahren sollte das vorliegende Integrierte Handlungskonzept den geänderten Rahmenbedingungen und zwischenzeitlich erzielten Erfolge entsprechend überarbeitet werden (Fortschreibung).
Entwicklungsschwerpunkt 5: Querschnittsaufgaben
Maßnahme 5.1: Stadtteilmanagement Projekt 5.1.1: Quartiersmanagement Projekt 5.1.2: Stadtteilbüro Quartiersbewohner Fortführung der Tätigkeit des Stadtteilmanagements; Weiterführung des „Bürgertreff West“ laufend
Maßnahme 5.2: Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit Projekt 5.2.1: Bürgerbeteiligung Projekt 5.2.2: Pressearbeit/ Öffentlichkeitsarbeit (inkl. „neue LU“) Projekt 5.2.3: Internet Quartierbebewohner Öffentlichkeit Fortführung der bisherigen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung in Verbindung mit Projekt 4.4.2 Fortführung der Informationsarbeit in der „neuen LU“ sowie Pressearbeit; Flyer Fortlaufende Homepage Aktualisierung der laufend
Quartiersbebewohner
Maßnahme 5.3: Verfügungsfonds Projekt 5.3.1: Verfügungsfonds Quartiersbevölkerung Pauschal 15.000 € für diverse Aktivitäten und nicht-investive Projekte mit Bürgerbeteiligung (Feste, Aktionstage, usw.) laufend
Maßnahme 5.4: Erfolgskontrolle und wissenschaftliche Begleitung Projekt 5.4.1: Datenbank ● Aufbau einer Projektdatenbank; ● Einrichtung eines Systems der permanenten Verlaufs- und ErProjekt 5.4.2: folgskontrolle anhand eines einfaJahresbericht chen Indikatoren-Katalogs als Basis der Entscheidungen der Projekt 5.4.3: Verwaltungsspitze, Projektleitung Erfahrungsaustausch und Fördermittelgeber; ● Jährliche Fortschrittsberichte ggf. mit Unterstützung externer Sachverständiger Maßnahme 5.5: Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts Projekt 5.5.1: IHK Projektleitung 2. Fortschreibung des Konzepts im Jahr 2009 Projektleitung; Fördermittelgeber geplant
Idee/neu
Verstetigung und Nachhaltigkeit des Programms
Bei der Umsetzung aller mit öffentlichen Mitteln geförderten Programme wird im Rahmen der Bewertung zunehmend stärkeres Augenmerk auf die Themen Verstetigung und Nachhaltigkeit gelegt. Diesbezüglich sollten folgende Fragen berücksichtigt werden: Inwiefern werden mit dem Programm Strukturen aufgebaut, die sich nach Auslaufen der Förderung selbst tragen können? Inwiefern werden mit dem Programm Prozesse sowohl in städtebaulicher als auch in sozialer Hinsicht in Gang gesetzt, die langfristig positiv auf den Stadtteil ausstrahlen?
Zum jetzigen Zeitpunkt kann konstatiert werden, dass die Nachhaltigkeit, der in den vergangenen Jahren durchgeführten städtebaulichen Projekte ohne Zweifel belegt ist, da diese Maßnahmen zu einer sichtbaren Aufwertung des Quartiers beigetragen haben. Bei baulichen Projekten kann aufgrund ihrer langfristig orientierten zeitlichen Ausrichtung grundsätzlich eine Verstetigung bzw. Nachhaltigkeit unterstellt werden. Diese Nachhaltigkeit kann und soll dadurch verstärkt werden, dass diese Projekte vielfältig und für mehrere Generationen nutzbar sind, da so positive Effekte in Bezug auf die Stabilisierung und Verbesserung des Soziale-Stadt- Gebietes erzielt werden können. Bei der Umsetzung baulicher Maßnahmen muss vor allem auch darauf geachtet werden, dass diese zukunftsfähig sind, vorhandene Ressourcen nutzen und dem Aufwand angemessen sind. Weiterhin muss bei der Umsetzung der Maßnahmen ein räumliches und inhaltliches Gleichgewicht gefunden bzw. vorhandene Unausgewogenheiten gemindert werden, um eine gleichwertige nachhaltige Entwicklung für alle Teile des Soziale Stadt- Gebietes zu bewirken.
In sozialer Hinsicht wurden seit der Einrichtung des Quartiersmanagements zahlreiche, die investiven Projekte begleitende und ergänzende Maßnahmen umgesetzt, die an den wesentlichen sozialen Missständen ansetzen bzw. die wichtigsten Zielgruppen des Quartiers einbeziehen. Die bereits vorhandenen sozialen Angebote im Quartier wurden so auf sinnvolle und notwendige Weise ergänzt. Aus Gutachtersicht hat sich das Quartiersmanagement zu einer wichtigen Anlaufstelle für unterschiedliche Bürgerbelange entwickelt. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist dies insofern positiv zu werten, da neue Kontakte aufgebaut und bestehende intensiviert wurden. Gleichzeitig ist eine Einrichtung wie das Quartiersmanagement bzw. dessen personelle Besetzung auf die Förderung über das Programm „Soziale Stadt“ angewiesen, wenn nicht die Stadt selbst für derartige Institutionen aufkommen kann. Im Rahmen der künftigen Programmumsetzung sollte die bisher erfolgreiche Arbeit – sowohl hinsichtlich investiver Projekte als auch im sozialen Bereich – unbedingt fortgesetzt werden. Eine weitere Intensivierung der aufgebauten Netzwerk- und Kooperationsstrukturen trägt dabei dem Ziel der Nachhaltigkeit Rechnung. Auch die Bürgerbeteiligung ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Nachhaltigkeit, da so die Identität mit dem Stadtteil gestärkt wird.
Das Strukturkonzept für das Programmgebiet West dient der Zusammenfassung aller angestrebten Erneuerungsmaßnahmen, die räumlich verortbar sind. In diesem Sinne stellt das Konzept eine Zielplanung mit Planungsgrundsätzen dar. Mit dem Strukturkonzept können so die funktionalen Vernetzungen der Einzelmaßnahmen dargestellt und ihre Zuordnung und Verträglichkeit untereinander überprüft werden. Basis des Strukturkonzepts bildet der Sanierungsrahmenplan (Laufzeit 15 Jahre, bis 2016), der von der Stadt Ludwigshafen als Satzung beschlossen wurde und dessen Inhalten das Strukturkonzept folgt. Weitere fachlich-inhaltliche Grundlagen ergeben sich aus der Zielanalyse und der Bewertung der Ergebnisse und Wirkungen sowie aus der Erstellung des Zielkonzepts und der Maßnahmenbenennung. Dabei werden alle für das Quartier vorhandenen städtebaulich- räumlichen Planungen und Zielvorstellungen auf ihre Relevanz und Gültigkeit überprüft. Das Strukturkonzept orientiert sich an den herausgearbeiteten Entwicklungsschwerpunkten. Es deckt jedoch v.a. die Bereiche Städtebau, Verkehr und Umwelt sowie Wohnen und Wohnumfeld ab. Dargestellt werden z.B. Gebäudemodernisierung, Neuund Umnutzungen, Aufwertung von sozialer Infrastruktur, zu erneuernde Plätze, Wohnumfeldverbesserungen, zu ergänzende Grünflächen und Begrünungen. Die neben den baulichen Aktivitäten wesentlichen sozialen Aspekte und weitergehenden Handlungsbereiche werden – sofern räumlich darstellbar – ebenfalls berücksichtigt.
Neben den im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" angestrebten Maßnahmen werden auch solche Maßnahmenbereiche angesprochen, die diese ergänzen bzw. verstärken können bzw. zu deren Unterstützung erforderlich sind. Die zeichnerische Darstellung erfolgt im Originalmaßstab 1:2.00015 entsprechend abstrahiert und wird durch nachfolgende Erläuterungen sowie durch die Beschreibungen einzelner Leitprojekte ergänzt.
Das Strukturkonzept folgt dem Leitbild für das Programmgebiet, das Quartier als gemischten Wohnstandort für mittlere Bevölkerungsschichten zu erhalten und zu entwickeln und hierfür die Wohnformen und -angebote dem vorhandenen Bedarf anzupassen, die soziale Infrastruktur und Versorgung sicherzustellen und zu stärken und ausreichend Grün- und Freiräume zu schaffen bzw. zu verbessern. Das Strukturkonzept zeigt daher die Gesamtheit der diesem Ziel dienenden Maßnahmen auf. Verbesserungen im Wohnumfeld sind erforderlich, um das Wohnen im Quartier attraktiver zu machen. Aber auch im öffentlichen Raum sind zusätzlich zu den bereits erfolgten Maßnahmen weitere Qualitätsverbesserungen anzustreben. Verbesserungsmaßnahmen im Straßenraum sowie die Aufwertung von Grünanlagen, Plätzen und Straßensituationen sind vorzunehmen, um eine optische Verbesserung zu erreichen. Im Strukturkonzept wird die Verzahnung von investiven Maßnahmen und sozialen Einrichtungen deutlich. Als zentrale Steuerungs- und Anlauf- bzw. Vermittlungsstelle dient das Quartiersmanagement im Quartiersbüro. Ihm fällt die Aufgabe zu, die verstreut im und um das Programmgebiet liegenden und agierenden sozialen Einrichtungen und Initiativen zu integrieren, zu motivieren und deren Potenziale für das soziale Miteinander zu bündeln. Die Kindergärten bzw. -tagesstätten sowie Schulen spielen dabei eine herausragende Rolle, um die Kinder- und Jugendarbeit ebenso wie die Integrationsarbeit zu fördern. Die in den Entwicklungsschwerpunkten genannten Maßnahmen und Einzelprojekte haben ebenso wie das Strukturkonzept einen längerfristigen Planungs- und Umsetzungshorizont. Dieser reicht mindestens bis ins Jahr 2010, eher darüber hinaus. Wichtig sind hier auch die Rahmenplanung Sanierung, die 2001 beschlossen wurde (Laufzeit ca. 15 Jahre = 2016). Die Arbeit der Sanierung bildet in West einen wichtigen und integrativen Bestandteil des Programms SST. Aus diesen Gründen sind die Konkretisierungsgrade der dargestellten Projekte entsprechend unterschiedlich.
Der in diesem Bericht enthaltene DIN A 3 Ausdruck ist unmaßstäblich verkleinert.
Investive Leitprojekte
Für die wichtigsten investiven Leitprojekte folgen nachstehend Kurzbeschreibungen. Eine vollständige Liste aller vorgeschlagenen Maßnahmen findet sich im Kapitel 4.
Investive Leitprojekte in Ludwigshafen West im Zeitraum 2010 Projektname Standort/ Lage des Projekts Projektinhalt Sanierung und Umnutzung Bunker Valentin-Bauer-Str.
Im Bereich der Valentin-Bauer-Straße befindet sich ein unter Denkmalschutz stehender Bunker, der Entwicklungspotential für den Stadtteil West bietet. Hier könnte durch eine Sanierung des Luftschutzbunkers eine neue Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes geschaffen werden. Der mehrstöckige Bunker stellt ein imagewirksames Alleinstellungsmerkmal für den Stadtteil West dar. Durch Sanierung und teilweisen Umbau könnte eine kulturelle Nutzung im Sinne von jährlich stattfindenden Events oder Ausstellungen erfolgen. Die äußere Gestaltung könnte mit Hilfe von Künstlerwettbewerben vorgenommen werden, wobei der Umgang mit der Veränderung der äußeren Erscheinung sensibel zu handhaben ist. Die Umsetzung dieses Gesamtprojekts könnte unter Federführung eines selbstorganisierten Fördervereins erzielt werden, der anschließend auch die Verantwortung für die Nutzung übernimmt. Weitere prinzipielle Nutzungsmöglichkeiten sind zu klären
Projektkosten Laufzeit (geschätzt)
100.000 € für Sanierungsmaßnahmen 2006 - 2010
Projektname Standort Projektinhalt
Kleine Platzfläche Deutsche Straße, Margarethenstraße und Gudrunstraße Im Kreuzungsbereich Deutsche Straße, Margarethenstraße und Gudrunstraße soll eine Neuordnung der verkehrlichen Situation erfolgen. Dazu wird die Verkehrsführung geändert sowie eine neue Grünfläche geschaffen werden. Um mit dieser Maßnahme auch eine Wohnumfeldverbesserung zu erreichen, wird die Aufenthaltsqualität durch Sitzgelegenheiten sowie weitere Begrünungsmaßnahmen erhöht werden.
2006: 173.000 EUR 2006 - 2007
Projektname Standort/Lage des Projektes
Anschubfinanzierung privater Investoren Weiterhin soll die Anschubfinanzierung privater Investoren zur Weiterführung von Wohnungssanierungen als Leitprojekt fortgesetzt werden. Schwerpunkt hierbei soll der Bereich Sieglinden-, Gudrun-, Freia-, Walküren- und Deutsche Straße bilden, jedoch besteht auch in den übrigen Bereichen des Programmgebietes noch Bedarf an Anschubfinanzierung.
Pro anno 250.000 € 2007-2016
Im Leitfaden der ARGEBAU zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“ wird mehrfach betont, dass der „gebündelte und zielgenaue Einsatz aller verfügbaren Ressourcen“ Grundvoraussetzung ist für die erfolgreiche Umsetzung des Programms und dass hierfür „optimale Organisationsformen zu entwickeln sind, durch die eine Gesamtkoordination des Quartiersentwicklungsprozesses gewährleistet wird. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Städte und Gemeinden, ein leistungsfähiges Quartiersmanagement sicherzustellen. Die Einrichtung eines Quartiersmanagement bildet insofern den Rahmen für die übergeordnete und zielgebende Steuerung des integrierten Programms, um seine ressortübergreifende und vernetzte Planung und Umsetzung sowie die umfassende Mitwirkung der Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern. Quartiersmanagement ist ein strategischer Ansatz, der in eine gesamtstädtische Entwicklungspolitik integriert und bereichsübergreifend angelegt ist. Durch den gezielten Einsatz vorhandener kommunaler Ressourcen sollen systematisch selbsttragende und nachhaltig wirksame personelle und materielle Strukturen zur Entwicklung eines städtischen Quartiers aufgebaut werden.16 Die Anforderungen an die damit umrissene Form der Programmumsetzung haben dabei rechtsverbindlichen Charakter. „Mit dem Gesetz zur Anpassung des Baugesetzbuches an EU-Richtlinien (Europarechtsanpassungsgesetz Bau-EAG Bau) vom 24.06.2004 wurde für die soziale Stadt eine eigenständige rechtliche Regelung zur Verfügung gestellt. Mit § 171 e BauGB ist bezweckt, die Programmziele des im Jahre 1999 eingeleiteten Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ wirkungsvoll zu unterstützen und dabei insbesondere geeignete Beteiligungs- und vor allem Mitwirkungsmöglichkeiten zu verankern und die Bündelung des Mitteleinsatzes zu verbessern. In § 171 e BauGB werden diese Zwecke mit einer gesetzlichen Formulierung des Anwendungsbereichs sowie des Gebietsbezugs in das besondere Städtebaurecht integriert und somit ihr bodenrechtlicher Bezug verdeutlicht.“17 Als Ergebnis der Zwischenevaluierung des Programms im Gebiet Ludwigshafen West wurde u.a. festgestellt, dass die bisherige Form der Programmsteuerung und Programmumsetzung dem strategischen Ansatz einer beteiligungsorientierten, ressortübergreifenden Steuerung entspricht. Bezüglich der Fortführung des Programms ergeben sich daraus die im Folgenden dargestellten Schlussfolgerungen.
ARGEBAU: Leitfaden zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“, Kap.4, S. 12 ff Leitfaden….,a.a.O., D.2
Die Steuerung des Programms in Ludwigshafen West hat sich in ihrer bisherigen Struktur bewährt und sollte dementsprechend beibehalten werden. Sie zeichnet sich der Philosophie des Programms entsprechend sowohl durch eine verwaltungsinterne Vernetzung als auch eine Vernetzung mit externen lokalen Aktivitäten aus. Gleichzeitig kann die Funktionalität der geschaffenen Gremien – wie bereits in der Evaluation angemerkt – verbessert werden. Die Arbeit in den Gremien wird bislang zu sehr von der Diskussion von Einzelprojekten dominiert. Insbesondere der Strategie, Zielfindungsund Erfolgsdiskussion sollte breiterer Raum eingeräumt werden. (a) Die Projektleitung ist im Bereich Steuerung des Sozialdezernats angesiedelt. Ihr obliegen die Koordinierung und das Projektmanagement. Darüber hinaus nimmt sie Aufgaben in folgenden Bereichen wahr: Antragstellung/Haushalt, Organisation/Moderation, Präsentation/Öffentlichkeitsarbeit sowie Ausarbeitung der Beschlussvorlagen für stadträtliche Gremien. Die Entscheidungsbefugnisse der Projektleitung bei projektbezogenen Einzelentscheidungen, z.B. im Hinblick auf Beteiligungsverfahren oder im Hinblick auf Schwerpunktsetzungen innerhalb eines Projekts sollen gestärkt werden. (b) Die AG Bau als städtisches Gremium ist zuständig für die Beratung investiver Projekte. Bewährt hat sich nach Ansicht des Gutachters, dass alle vier Quartiere gemeinsam besprochen werden, so dass auf dieser Ebene ein Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Lernprozess ermöglicht wird. (c) Der Lenkungskreis (Politik, Verwaltung, Quartiersmanagement, städtische Institutionen etc.) ist das strategische Entscheidungsgremium des Programms. Die bisherige Praxis der Zusammensetzung zwischen ständigen Mitgliedern und fallweise (optional) berufenen Mitgliedern sollte beibehalten bleiben. Abbildung 4: Die Mitglieder des Lenkungskreises
beraten und entscheiden über geplante Maßnahmen im Quartier entscheiden über die Verwendung eines Verfügungsfonds informieren über laufende und geplante Projekte
je 2 Vertreter CDU/SPD
Andere Stadtratfraktionen
je 1 Vertreter
beraten die stimmberechtigten Mitglieder geben das Votum an die zuständigen Dezernenten weiter
Städt. Institutionen
(Schulen, Kitas etc.) (optional vertreten)
Ortsvorsteher /innen
(optional vertreten)
© 03/06
(d) Das verwaltungsinterne Steuerungsteam, in dem auch das Quartiersmanagement vertreten ist, ist als fachübergreifendes Kommunikationsgremium konzipiert, das die grundlegenden Umsetzungsmodalitäten des Programms erörtert. Positiv zu bewerten ist die ressortübergreifende Zusammensetzung und Arbeitsweise, die unbedingt beibehalten werden sollte. (e) Seit dem Jahr 2000 ist in Ludwigshafen West eine Quartiersmanagerin (unterstützt durch eine Halbtags-Verwaltungskraft) eingesetzt (vgl. Kapitel 6.2), die im Wesentlichen für die Bewohneraktivierung, die Vernetzung lokaler Akteure vor Ort sowie die Vorbereitung und Umsetzung der durch das Programm LOS unterstützten Aktivitäten zuständig ist. Den Empfehlungen der Evaluierung folgend sollte die Kontinuität des Quartiersmanagements gewahrt bleiben. (f) Ein wesentliches Element der Programmdurchführung bildet die Einbindung lokaler Akteure. Diese bezieht sich im Gebiet West auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Bürgerinitiativen, aber auch auf andere Akteure wie die vor Ort bestehenden Schulen, Vereine, die Kirche und verschiedene Privatinitiativen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften soll zukünftig intensiviert werden. (g) Der Beteiligung der lokalen Bevölkerung wurde im bisherigen Programmverlauf ein hoher Stellenwert beigemessen. Diesem Anspruch soll die Programmsumsetzung zukünftig genügen. (h) Eine wissenschaftliche Begleitung des Programms erfolgte bis 2005 nicht. Aufbauend auf der Zwischenevaluierung der Programmumsetzung im 1. Halbjahr 2006 soll zukünftig ein System der ständigen Verlaufs- und Erfolgskontrolle etabliert werden (vgl. Kapitel 9), das neben seiner Funktion als Instrument des Projektmanagements auch der Evaluierung der eingeschlagenen Strategie dient.
Das Quartiersmanagement stellt eines der zentralen Aufgabenfelder im Kontext einer integrierten Stadtteilerneuerung dar. Es steht für eine innovative Quartiersentwicklung, die sich an den Grundsätzen der Bewohneraktivierung, der Vernetzung lokaler Akteure und der Verknüpfung verschiedener Politik- und Handlungsbereiche orientiert. Über eine stadtteilbezogene Gemeinwesenarbeit hinaus ist das Quartiersmanagement als ein Instrument zu verstehen, das mit der Organisation und Koordination des gesamten Erneuerungsprozesses des Quartiers befasst ist.
Abbildung 5 Aufgabenspektrum des Stadtteilmanagements
Imagearbeit für den Stadtteil leisten (Gemeinwesen-) Projekte entwickeln
Vernetzung anregen Aushandlungsprozesse unterstützen
selbsttragende Strukturen aufbauen
Kommunikationsstrukturen aufbauen
lokale Ökonomie fördern
Aufgaben des Stadtteilmanagements
Quartiersentwicklung steuern
(Kultur-) Angebote organisieren Bewohner aktivieren
Quelle: ils überarbeitet: isoplan
endogene Potentiale ausloten
Bürger und Verwaltung informieren und beraten
Im Gebiet West arbeitet das Quartiersmanagement seit dem Jahr 2001 erfolgreich und kompetent an der Umsetzung des Programms. Bei investiven Leitprojekten erfolgte eine angemessene Bürgerbeteiligung. Soziale Prozesse, z.B. die Stärkung von Nachbarschaftskontakten, wurden in Gang gesetzt. Als Anlaufstelle für die Quartiersbevölkerung steht in der Valentin-Bauer-Straße ein Büro zur Verfügung (Bürgertreff West). Die Arbeit des Quartiersmanagements soll in bewährter Weise fortgeführt werden. Die Aufgaben des Quartiersmanagements sind im Leitfaden „Soziale Stadt“ RheinlandPfalz (siehe Kapitel 6.3) ausführlich dargelegt. Danach erfüllt das Quartiersmanagement in West seine Aufgaben entsprechend dieser Empfehlungen.
Zukünftige Struktur der Programmsteuerung
Zu den Modalitäten der Programmsteuerung hat das Ministerium des Innern und für Sport im Sommer 2006 einen Leitfaden herausgegeben. In diesem werden Empfehlungen zur Organisation des Planungs- und Umsetzungsprozesses sowie zum Quartiersmanagement und zur Partizipation gegeben18. Danach zählen zum Grundmodell der Organisation im Rahmen der „Sozialen Stadt“:
Ministerium des Innern und für Sport: Leitfaden Soziale Stadt, Mainz 2006
ein Programmverantwortlicher: entspricht in Ludwigshafen der Projektleitung, eine Lenkungsgruppe: ist in Ludwigshafen vorhanden, das Stadtteilmanagement: das Quartiersmanagement in West arbeitet seit Jahren erfolgreich, eine „Stadtteilkonferenz“: diese gibt es in Ludwigshafen bislang nicht sowie ein Forum für weitere Akteure, beispielsweise die Vertreter von Institutionen, in deren Interesse die Aufwertung des Stadtteils liegt: dieses Forum gibt es in Ludwigshafen nicht.
Zu letztgenanntem Gremium heißt es weiter: „Stadtteilforen als umfassende Vernetzungsgremien der organisierten Akteure im Quartier haben die Handlungspotenziale der relevanten Akteure für das Quartier erschlossen und ihre Zusammenarbeit erkennbar verbessert. Es wäre sinnvoll, ein Stadtteilforum auch in den Programmgebieten einzurichten, in denen es ein solches Gremium bislang noch nicht gibt.“19 Zusammenfassend lässt sich demnach feststellen: Das in Ludwigshafen praktizierte Verfahren hat sich – wie bereits in der Zwischenevaluierung herausgearbeitet – im Sinne der ressortübergreifenden Arbeitsweise nach Ansicht des Gutachters weitestgehend bewährt. Durch die Beteiligung verschiedener Ressorts und Ebenen (Verwaltung, Politik, externe Experten etc.) wird der Programmphilosophie Rechung getragen. Insgesamt sollten die beschriebenen Durchführungsmodalitäten demnach auch in der bevorstehenden Programmlaufzeit beibehalten werden, gleichzeitig sollte eine Verbesserung der Funktionalität des Verfahrens angestrebt werden. Insbesondere sollte der Strategiediskussion mehr Gewicht beigemessen werden. Darüber hinaus sollte in den Quartieren der „Sozialen Stadt“ nach oben genanntem Muster so genannte Quartiersforen eingerichtet werden. Insgesamt werden folgende Verbesserungen seitens des Gutachters vorgeschlagen: Die Federführung des Programms liegt im Bereich „Steuerung“ (5-11). Alle Maßnahmen werden erst nach Information und Abstimmung mit diesem Bereich eingeleitet. Der Projektleitung obliegt die organisatorische Steuerung des Programms. Die ressortübergreifenden Strukturen sollten im weiteren Verlauf noch stärker belebt werden. Insbesondere die AG Bau hat in der Vergangenheit nur noch in unregelmäßigen Abständen getagt und sollte wieder stärker aktiv werden. Aus Gutachtersicht wird befürwortet, dass im Steuerungsteam alle vier Soziale StadtQuartiere gemeinsam behandelt werden. Der Tendenz, einzelne Maßnahmen zu punktuell zu betrachten und der Strategiediskussion wenig Raum einzuräumen, wird empfohlen, das Steuerungsteam aufzuwerten. Im Steuerungsteam sollte Einvernehmen über die grundsätzliche Strategie des Programms erzielt werden. Das Gremium sollte demnach sowohl zuMinisterium des Innern und für Sport: Leitfaden Soziale Stadt, S.25, zitiert nach: IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, Die Soziale Stadt – Ergebnisse der Zwischenevaluierung, Berlin, Dezember 2004, S. 92
ständig sein für die Diskussion der Strategie als auch für die Aufnahme der Maßnahmen in das Programm. Demzufolge handelte es sich bei dem Steuerungsteam gleichermaßen um ein strategisches wie um ein „Arbeitsgremium“ im engeren Sinne. Auf der Grundlage der im vorliegenden Handlungskonzept ausgearbeiteten Strategie sollte der Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung zukünftig stärkere Bedeutung beigemessen wird. Hierfür sollte eine „Kontrollliste“ erarbeitet werden. Die Zuständigkeit hierfür sollte primär im Steuerungsteam angesiedelt sein. Der Lenkungskreis sollte als Beteiligungsgremium beibehalten werden. Ein ca. vierteljährlicher Tagungsrhythmus scheint angemessen. Die Funktion des Lenkungskreises hingegen sollte anders gewichtet werden als bisher praktiziert: In seiner zum Teil politischen Besetzung sollte er sich nicht zu sehr in der „Detailarbeit“ verlieren. Nicht jede einzelne Maßnahme muss dem Lenkungskreis vorgestellt werden. Ziel sollte es vielmehr sein, den Lenkungskreis als eine Art Controllinggremium einzurichten. Dies bedeutet, dass auf der Grundlage der vom Steuerungsteam durchgeführten Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung dem Lenkungskreis in regelmäßigen Abständen eine Art Controllingbericht inklusive einer Beschreibung über den Verlauf des Programms insgesamt vorgestellt werden sollte, auf deren Grundlage die Zielerreichung kritisch hinterfragt werden sollte. Gleichsam sollte der Lenkungskreis Anregungen für Strategieänderungen einbringen dürfen. Die Diskussionen im Lenkungskreis sollten grundsätzlich eher auf der Schwerpunkt- oder Maßnahmenebene angesiedelt sein denn auf der Projektebene. Im Zuge der Diskussion des IHK´s Oggersheim West hat sich gezeigt, dass die Verwaltungskonferenz der Stadt Ludwigshafen dafür plädiert, den Lenkungskreis in seiner bisherigen Funktion und Aufgabenstruktur beizubehalten. Es sollte ein Quartiersforum errichtet werden, in dem neben der Quartiersmanagerin sowohl Bürger als auch Vertreter von Institutionen und sozialen Akteuren beteiligt sind. Dem Quartiersforum obliegt die Aufgabe, über die Mittelvergabe aus einem Verfügungsfonds (ausgestattet mit 15.000 € pro Jahr) zur Förderung nichtinvestiver Projekte zu entscheiden.
Das Programm „Soziale Stadt“ verfolgt wie mehrfach betont, einen integrativen, beteiligungsorientierten Förderansatz. Dies bedeutet nicht, dass die betroffenen Bürger des Stadtteils über die Ziele, angedachten Projekte und den jeweils aktuellen Stand der Umsetzung des Programms informiert werden. Vielmehr sollen Lösungen auf Quartiersebene möglichst im Konsens mit betroffenen Bürgern gesucht werden oder von diesen selbst angeregt werden. Im § 171 e, Abs. 4 BauGB ist unter Bezug auf § 137 bzw. § 139 die Beteiligung der Betroffenen sowie der öffentlichen Auftraggeber bereits in der Vorbereitungsphase rechtlich verankert. In § 171 e, Abs. 5 heißt es ergänzend „Bei der Erstellung des Entwicklungskonzeptes und bei seiner Umsetzung sollen die Beteiligten in geeigneter Form einbezogen und zur Mitwirkung angeregt werden. Die Gemeinde soll die Beteiligten im Rahmen des Möglichen fortlaufend beraten und unterstützen.“ Den Bewohnern soll damit die Möglichkeit eröffnet werden, sich frühzeitig an der Mitgestaltung des Programms zu beteiligen. Ziel ist es, damit die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen und das Engagement der Bürger zu fördern. Verbunden hiermit wird angestrebt, dass Bewohner und andere Akteure im Quartier sich selbst organisieren und über Selbsthilfe und Kooperation selbsttragende Strukturen im Stadtteil schaffen. Um diese Ziele der Bürgerbeteiligung zu erreichen, können unterschiedliche Instrumente eingesetzt werden (siehe folgende Abbildung). So dient z.B. eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit (etwa über die örtliche Presse oder Informationsveranstaltungen) der Information der Bewohner. Die Form der Bürgerbeteiligung reicht dabei von Einzelgesprächen über Workshops bis hin zu Bürgerbefragungen. Die gewählten Beteiligungsverfahren können unterschiedliche Bezugsebenen haben: Sie können z.B. projekt- oder themenbezogenen, zielgruppenorientiert oder quartiersbezogen sein.20
Vgl. Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Analyse der Umsetzung des integrierten Handlungsprogramms für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, Dortmund 2000, S.46f.
Abbildung 6: Beteiligungsformen
ZIELE, INSTRUMENTE und BEZUGSEBENEN der Bürgerbeteiligung
- Infoblätter - Informationsveranstaltungen - örtliche Presse - Stadtteilzeitungen - etc.
Haustürgespräche Diskussionsrunden Stadtteilfeste etc..
3. Mitgestaltung 4. Selbstorganisation
Bürgerbefragungen Workshops Arbeitsgruppen etc.. - Bürgerinitiativen - Arbeitskreise - (Mieter-)Beiräte - etc..
PROJEKT-/ THEMENSPEZIFISCHE BETEILIGUNG ZIELGRUPPENSPEZIFISCHE BETEILIGUNG
STADTTEILBEZOGENE BETEILIGUNG
In Ludwigshafen West wurden bisher unterschiedliche Formen der Bürgerbeteiligungen verwirklicht. Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitgestaltung im Programm „Soziale Stadt“ wurden der Bevölkerung dadurch eingeräumt, dass sie bei zahlreichen Gesprächsrunden konkrete Verbesserungsvorschläge für ihr Quartier einbringen konnten. Darüber hinaus wurde die Bewohnerschaft an der Ausgestaltung von investiven Projekten beteiligt (vgl. dazu die Zwischenevaluierung zur Programmumsetzung). Auch für die Zukunft sind weitere Beteiligungen dieser Art geplant. Im Hinblick auf die zielgruppenspezifische Beteiligung bescheinigte die Evaluation dem Programm im Gebiet West eine bislang recht ausgewogene Vorgehensweise, die sowohl Jugendliche, Frauen, als auch Migranten in die Programmumsetzung einbezieht. Verbesserungsfähig erscheint die gezielte Beteiligung von Senioren. Die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit soll den Empfehlungen der Evaluierung folgend insbesondere durch eine Verstärkung der Pressearbeit und eine fortlaufende Information über die Internet-Homepage intensiviert werden.
Wie in Kapitel 1.2 dargestellt, beliefen sich die förderfähigen Gesamtkosten der in den Jahren 2001 -2005 im Programmgebiet West bewilligten Projekte auf rund 2,13 Mio. €. Der Anteil der Zuschussmittel von Bund und Land betrug 1,707 Mio. € (80 %). Für die Realisierung der in dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept vorgeschlagenen Maßnahmen im Zeitraum 2007 – 2010 werden Gesamtkosten in Höhe von rund 3,387 Mio. € veranschlagt. Es muss dabei betont werden, dass es sich bei den in der nachstehenden Übersicht genannten Kosten zunächst um grobe, auf Erfahrungswerten (z.T. auch auf Angaben der Stadt) beruhende Kostenschätzungen handelt, die im Zuge der Programmumsetzung zu überprüfen und zu detaillieren sind. Wie im Leitfaden der ARGEBAU betont, soll im Rahmen der „Sozialen Stadt“ eine „integrierende Zusammenführung von Aufgaben und Förderprogrammen für investive und nicht-investive Maßnahmen“ erfolgen. Vorrangig sollen die bestehenden Programme der beteiligten Fachressorts bzw. Ämter herangezogen werden. Anzustreben ist „die Bündelung aller für die Stadtteilentwicklung relevanten Finanzen und Maßnahmen (Städtebau- und Wohnraumförderung, Wohnungswesen, Bildung und Soziales, Familien- und Jugendhilfe, Arbeits- und Ausbildungsförderung, Sicherheit, Frauen, Wirtschaft, Verkehr, Umwelt, Gesundheit, Stadtteilkultur, Freizeit)“.21 Im Programmgebiet West wurde – wie im Bericht zur Zwischenevaluierung festgestellt – dieser Forderung grundsätzlich entsprochen, indem Mittel der „Sozialen Stadt“ mit anderen Förderprogrammen gekoppelt wurden (Wohnraumförderung, LOS, Mittel der Arbeitsverwaltung). Um einen möglichst großen Effekt für das Programmgebiet zu erzielen, sollen auch zukünftig soweit möglich Synergien in Form der Mittelbündelung mit andern Förderprogrammen (z.B. EU-Mittel, Beschäftigungsmaßnahmen, E&C22, LOS, Mittel der Wirtschaftsförderung, von Wohnungsunternehmern, aber auch sozialer Träger und Stiftungen, Mittel zur Förderung von Energieeinsparungen, Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW oder Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetztes) genutzt werden. Nach den Ergebnissen der bundesweiten Evaluierung des Programms „Soziale Stadt“ und den Ergebnissen der Befragung des difu23 werden neben den traditionell im Rahmen der Städtebauförderung eingesetzten Mittel im Rahmen des Bund—LänderProgramms zunehmend auch andere Ressourcen in Anspruch genommen, die nicht regelmäßig mit der Städtebauförderung verbunden waren („Neue Mittelbündelung“). Zu den traditionell im Rahmen der Städtebauförderung eingesetzten Mitteln gehören:
Leitfaden, a.a.O., S.19 Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten, ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Vgl. hierzu die homepage der difu-Bundestransferstelle www.sozialestadt.de
Mittel aus Bund-Länder-Programmen: Städtebauförderung, Förderung der städtebaulichen Weiterentwicklung großer Neubaugebiete (WENG), städtebaulicher Denkmalschutz und Stadtumbau Ost/West Bundesmittel: Wohnungsbauförderungsmittel, Mittel des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt), Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG); Landesmittel: Wohnungsbauförderung, Modernisierungs- und Instandsetzungsförderung, Förderung der Stadtentwicklung/-erneuerung, Förderung der Wohnumfeldverbesserung, Denkmalschutzförderung und Mittel nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG); Mittel aus Gemeinschaftsaufgaben: Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes; Andere Mittel: Mittel der Wohnungswirtschaft und Mittel von Privaten.
Zu den Mitteln, die bisher nicht regelmäßig mit der Städtebauförderung verbunden wurden zählen vor allem: > EU-Mittel: Strukturfonds-Mittel aus EFRE/Ziel 1/Ziel 2, Strukturfonds-Mittel aus ESF/Ziel 1/Ziel 2 (XENOS und andere), Mittel aus Gemeinschaftsinitiativen (INTERREG, EQUAL, LEADER+) und Mittel aus Aktionsprogrammen (SAVE, DAPHNE, JUGEND, LIFE, Programm „Drittes System und Beschäftigung“ und andere), Bundesmittel: Ausbildungsförderung, Freiwillige soziales Trainingsjahr (FSTJ) des E & C-Programms (BMFSFJ), Integration von Aussiedlern (BMI) Mittel der Arbeitsverwaltung: Strukturhilfe Grün; Landesmittel: Wirtschaftsförderung, Förderung von Schule/Hochschule und Ausbildung, Jugendförderung aus dem Landesjugendplan, Förderung von nichtinvestiven sozialen Maßnahmen im Rahmen der „Sozialen Stadt“, Kommunale Mittel: Hilfe zum Lebensunterhalt (nach BSHG), Mittel aus Gemeinschaftsaufgaben: Förderung der regionales Wirtschaftsstruktur; Mittel für Naturschutzprojekte: z.B. Natur pur; Andere Mittel: Mittel von Wirtschaftsunternehmen, freien Trägern und Stiftungen.
Inwieweit die genannten Programme für die Umsetzung der im Gebiet West geplanten Maßnahmen herangezogen werden können, muss im Einzelfall geprüft werden. Unabhängig davon ist abschließend noch einmal darauf hinzuweisen, dass das vorliegende Maßnahmenpaket Prioritäten zur Behebung städtebaulicher und sozialer Missstände definiert, jedoch nicht den Anspruch erhebt, dass damit alle im Programmgebiet vorfindbaren Probleme gelöst werden könnten. Vorgesehen ist, dass auf der Grundlage der Kosten- und Finanzierungsübersicht die Konkretisierung und ggf. Modifizierung in einem gemeinsamen Prozess zwischen Stadtverwaltung und Quartiersmanagement erfolgt.
Kosten und Finanzierungsplan IHK Soziale Stadt Ludwigshafen West (Stand: Oktober 2007; z.T. Schätzungen)
SP Priorität Projekt
Maßn./
Kostenschätzung in €
Finanzierungsanteil Stadt Zuschuss Land/Bund
1 Städtebau, Verkehr und Umwelt 1.1 Städtebauliche Aufwertung des Straßenraums 1.1.1 Blockkonzept Frankenthaler Straße, Lagerplatzweg und weitere; mind. 1.1.2 Kreuzungsbereich am Rudolf-Hoffmann-Platz; mind. 1.1.3 Kleine Platzfläche Deutsche Str./ Margarethenstraße 1.1.4 Neugestaltung Stadtportale mind. Begrünungsmaßnahmen Frankenthaler Straße/ Gudrunstraße (Projekt wurde aus 1.1.5 technischen Gründen zurückgezogen) 1.1.6 Fußgänger- und Radwege (ca. 1km/ ca. 100 €/ m) 1.1.7 Begrünungsmaßnahmen Deutsche Straße und Freifläche Valentin-Bauer-Straße 1.2 Sanierung/Umnutzung leerstehender Gebäude 1.2.1 Bunker Valentin-Bauer-Straße 1.2.2 Heilig-Kreuz-Kirche (Machbarkeitsstudie) 1.3 Ruhender Verkehr 1.3.1 Bedarfsstudie über Stellplätze im Quartier Summe SP 1: Städtebau, Verkehr und Umwelt 2 Wohnen und Wohnumfeld 2.1 Private Sanierung/Modernisierung und Ordnungsmaßnahmen 2.1.1 Baumaßnahmen und Ordnungsmaßnahmen 2.2 Wohnraumsanierung der Wohnungsbaugesellschaften 2.2.1 GAG u.a. 2.3 Innovatives Wohnen 2.3.1 Mehrgenerationenhaus 2.3.2 Seniorengerechtes Wohnen Summe SP 2: Wohnen und Wohnumfeld
* zzgl. Drittmittel
100.000 500.000 173.000 300.000 0 100.000 50.000 100.000 30.000 20.000 1.373.000
20.000 100.000 34.600 60.000
80.000 400.000 138.400 240.000
40.000 250.000 173.000 100.000
20.000 250.000 100.000 100.000
20.000 10.000 20.000 6.000 4.000 274.600
80.000 40.000 80.000 24.000 16.000 1.098.400 0
25.000 50.000 40.000 30.000 20.000
1.000.000 GAG GAG* GAG 1.000.000
3 Soziale Infrastruktur 3.1 Verbesserung des Angebots für Kinder 3.1.1 Kindergarten Burgundenstraße 2 (Gebäudesanierung) 3.1.2 Erweiterung des Spielplatzangebots (bei Flächenverfügbarkeit) 3.2 Räumlichkeiten für Jugendliche 3.2.2 Räumlichkeiten für Jugendliche Summe SP 3: Soziale Infrastruktur 4 Soziale Integration und lokale Ökonomie 4.1 Förderung der Beschäftigungsfähigkeit 4.1.1 Qualifizierung von Jugendlichen 4.1.2 Beratung/Qualifizierung von Frauen 4.2 Soziale Integration 4.2.1 lokale Bündnisse für Familien 4.2.2 Integration von Migranten 4.2.3 Runder Tisch "Jugendliche" 4.3 Lokale Ökonomie 4.3.1 Stadtteilmarketing/Leerstandsmanagement 4.3.2 Existenzgründungsberatung 4.3.3 PPP 4.4 Stadtteilkultur und selbsttragende Strukturen 4.4.1 Stadtteilkultur 4.4.2 Förderung selbsttragender Strukturen 4.4.3 Aktionstage Summe SP 4: Soziale Integration / lokale Ökonomie 200.000
40.000 160.000
250.000 (?) 150.000 400.000
120.000 320.000 50.000
150.000 275.000 50.000 125.000 50.000 50.000
Verf.fonds
Verfügungsfonds 200.000 40.000 160.000 0 50.000 50.000 50.000 50.000
5 Querschnittsaufgaben 5.1 Stadtteilmanagement 5.1.1 Quartiersmanagement (Personalkosten) 5.1.2 Bürgertreff West 5.2 Bürgerbeteiligung / Öffentlichkeitsarbiet 5.2.1 BT-Aktionen 5.2.2 Pressearbeit/Öffentlichkeitsarbeit 5.2.3 Ausbau Internet 5.3 Verfügungsfonds/Quartiersforum 5.3.1 pauschal pro anno 15.000 5.4 Erfolgskontrolle und wissenschaftliche Begleitung 5.4.1 Datenbank/Implementierung 5.4.2 Jahresberichte (z.T. extern) 5.4.3 Erfahrungsaustausch 5.5 5.5.1 Fortschreibung des IHK Summe SP 5: Querschnittsaufgaben Summe SP 1 - SP 5
Quelle: ARGE isoplan CONSULT/FIRU mbH
Verf.fonds 20.000 5.000 60.000 10.000 20.000 4.000 15.000 414.000 3.387.000
4.000 1.000 12.000 2.000 4.000 800 3.000 82.800 677.400
16.000 4.000 48.000 8.000 16.000 3.200 12.000 331.200 2.709.600 0 0
5.000 5.000 15.000 10.000 5.000 1.000 111.000
5.000 1.000 96.000
5.000 1.000 15.000 111.000
5.000 1.000 96.000 521.000
536.000 1.399.000 931.000
zzgl. Beschäftigungsförderung
Empfehlungen zur Prozessbegleitung und Fortschreibung des Handlungskonzepts
Im Bericht zur Zwischenevaluierung des Programms im Gebiet Ludwigshafen West wurde als eine der Schwachstellung der bisherigen Programmumsetzung festgestellt, dass eine systematische Verlaufs- und Erfolgskontrolle bislang nicht existiert. Im Leitfaden der ARGEBAU wird dagegen zurecht betont, dass eine prozessbegleitende Evaluation als „integraler und aktiver Bestandteil des Programms“ etabliert werden sollte, da nur so Hinweise zur Überprüfung der Zielerreichung sowie zur „verbesserten Steuerung und Weiterentwicklung an Erneuerungsansätze“ gewonnen und – durch Rückkopplung der Untersuchungsergebnisse – Lernprozess in den Stadtteilen angeregt werden können“.24 Auf die umfangreichen Untersuchungen zur Evaluierung des Programms auf der Ebene des Bundes und der Länder25, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung im Modellgebiet (in Ludwigshafen das Programmgebiet Westend) oder gar die Fülle der wissenschaftlichen Literatur zur Methodik von Evaluationen kann an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Die ARGEBAU empfiehlt für ein Evaluierungskonzept, das dem inhaltlichen Spektrum integrierter Stadtteilerneuerungen gerecht wird und eine ausgewogenen Kombination quantitativer und qualitativer Untersuchungsmethoden gewährleistet vier Bausteine: ● „Zielentwicklung und Beobachtung der Zielerreichung: Intendiert ist zunächst, die Zielformulierung in den Programmgebieten zu fördern und zu qualifizieren. Mit Hilfe von in den Kommunen in Eigenverantwortung anzuwendenden Verfahren soll eine Selbstevaluation der Ergebnisse und Wirkungen der Erneuerungsansätze ermöglicht werden. Eine solche prozessbegleitende Beobachtung der Zielerreichung liefert einen Zugewinn an steuerungsrelevanten Informationen und ist damit zugleich eine wichtige Grundlage für die interne Projektsteuerung und Weiterentwicklung der Ansätze. Sozialraum-Monitoring: Im Programmgebiet sollen aufbauend auf den vorhandenen Datengrundlagen nach einheitlichen Kriterien regelmäßig Kontextindikatoren erhoben werden, die vor allem die soziodemografische und -ökonomische Situation in den betroffenen Gebieten beschreiben und einen Vergleich mit der Gesamtstadt bzw. anderen Stadtteilen der jeweiligen Kommune ermöglichen. Ziel ist es, Entwicklungstendenzen in den Gebieten zu erfassen und handlungsrelevante Rahmenbedingungen der Erneuerungsansätze darzustellen.26
Leitfaden, a.a.O., S. 22 U.a.: IfS: Die Soziale Stadt, a.a.o., difu: Die Soziale Stadt. Eine erste Bilanz des Bund-LänderProgramms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“, Berlin 2002, difu: Strategien für die Soziale Stadt. Erfahrungen und Perspektiven – Umsetzung des Bund-LänderProgramms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“, Berlin 2003 Die inhaltlichen Grundlagen für das Sozialraum-Monitoring finden sich im Kapitel 2 der Zwischenevaluierung (April 2006): Bevölkerungsentwicklung, Wanderungen, Altersstruktur, Anteile von Migranten, Sozialhilfeempfänger, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Wohnungsbestand und Wohndichte, Leerstände. Auch hier sind weitere Ergänzungen denkbar und mit dem Bereich Statistik der Stadt Ludwigshafen abzustimmen.
Analyse qualitativer Prozesse: Mittels diskursiver Untersuchungsmethoden wie Bewohnerbefragungen, Experteninterviews und Diskussionen mit örtlichen Akteuren sollen Einschätzungen zur Entwicklung in den Stadtteilen gewonnen werden. Im Blickpunkt stehen dabei zentrale Verfahrensqualitäten und „weiche“ Erfolgskriterien wie Organisations- und Kooperationsstrukturen, integrierte Projektentwicklung, Bewohnerbeteiligung und Imagewandel. Fallstudien: Um das Gesamtbild zu vervollständigen, bedarf es ggf. zusätzlich tiefergehender Einzelfalluntersuchungen.“
Ziel der prozessbegleitenden Evaluation ist es dabei immer, die ursprüngliche Zielsetzung zu hinterfragen, den Programmfortschritt zu überprüfen und ggf. erforderliche Umsteuerungsprozesse einzuleiten. Die Frage, anhand welcher Indikatoren der Grad der Zielerreichung bzw. Wirkungen beurteilt bzw. „gemessen“ werden können, ist nicht generell zu beantworten. Zum Teil können quantitative Indikatoren herangezogen werden (so z.B. Größe geschaffener Grünflächen etc.), zum Teil muss sich die Bewertung auf eine qualitative Einschätzung beschränken. Empfohlen wird in diesem Zusammenhang die Etablierung einer raumbezogenen Datenbank, in die sowohl quantitative wie qualitative Erfolgskriterien einfließen. In die Datenbank sollten regelmäßig Daten der amtlichen Statistik (Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Daten zur sozialen Infrastruktur und Bildungssituation usw. ) eingespeist werden. (Sozialraummonitoring von Kontextindikatoren). In einem zweiten Teil der Datenbank sollten zentrale Ergebnis -und Wirkungsindikatoren erfasst werden, die auf laufenden Beobachtungen und Befragungen beruhen. Spätestens nach Ablauf von drei Jahren sollte auf der Grundlage der prozessbegleitenden Evaluierung eine Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzepts erfolgen. Unabhängig davon regen die Gutachter an, verstärkt an landes- und bundesweiten Erfahrungsaustauschen teilzunehmen. Sowohl für die Projektleitung wie für die Quartiersmanager bieten diese Austausche eine gute Möglichkeit, sich über innovative Projektideen zu informieren, Anregungen einzuholen und andere Beteiligungsund Vernetzungsstrukturen kennen zu lernen.
Ludwigshafen: Oggersheim West
Ludwigshafen: Westend
Ludwigshafen: Mundenheim Südost