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Timestamp: 2020-01-21 22:50:12
Document Index: 291291806

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12']

Landesrecht BW RegGO BW | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Geschäftsordnung der Regierung des Landes Baden-Württemberg vom 6. März 2007 | gültig ab: 29.03.2007
Geschäftsordnung der Regierung des Landes Baden-Württemberg...
juris-Abkürzung: RegGO BW
Ausfertigungsdatum: 06.03.2007
Gültig ab: 29.03.2007
Fundstelle: GBl. 2007, 185
Geschäftsordnung der Regierung des Landes Baden-Württemberg
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 5 geändert durch Beschluss vom 27. Juli 2010 (GBl. S. 529)
Geschäftsordnung der Regierung des Landes Baden-Württemberg vom 6. März 2007 29.03.2007
Eingangsformel 29.03.2007
§ 1 - Aufgaben und Vertretung des Ministerpräsidenten 29.03.2007
§ 2 - Unterrichtung des Ministerpräsidenten 29.03.2007
§ 3 - Staatsministerium und Vertretung des Landes nach außen 20.03.2010
§ 4 - Art der Beschlussfassung 29.03.2007
§ 5 - Vorherige Beratung, Vorkonferenz 01.01.2011
§ 6 - Einberufung der Sitzungen, Vertraulichkeit 29.03.2007
§ 7 - Vorsitz, Teilnahme 29.03.2007
§ 8 - Beschlussfähigkeit, Beschlussfassung 29.03.2007
§ 9 - Niederschrift über die Sitzung der Landesregierung 29.03.2007
§ 10 - Kabinettsausschüsse 29.03.2007
§ 11 - Geschäftsverkehr mit dem Bund und der Europäischen Union 29.03.2007
§ 12 - Inkrafttreten 29.03.2007
Auf Grund von Artikel 49 Abs. 1 Satz 2 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg vom 11. November 1953 (GBl. S. 173) hat die Landesregierung am 6. März 2007 folgende Geschäftsordnung beschlossen:
Aufgaben und Vertretung des Ministerpräsidenten
(1) Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und trägt dafür die politische Verantwortung.
(2) Die Beschlüsse der Landesregierung sind im Regelfall im Landtag und in der Öffentlichkeit einheitlich zu vertreten.
(3) Innerhalb der Richtlinien der Regierungspolitik leitet jeder Minister seinen Geschäftsbereich selbstständig unter eigener Verantwortung.
(4) Der Ministerpräsident führt den Vorsitz in der Regierung und leitet ihre Geschäfte.
(5) Ist der Ministerpräsident dauerhaft an der Wahrnehmung der Geschäfte verhindert, werden sie von dem von ihm bestellten Vertreter (stellvertretenden Ministerpräsidenten), bei dessen Verhinderung von den Ministern in der vom Ministerpräsidenten bestimmten Reihenfolge wahrgenommen.
(1) Der Ministerpräsident ist aus den Geschäftsbereichen der einzelnen Ministerien über alle Maßnahmen, die für die Richtlinien der Politik und die Leitung der Regierungsgeschäfte von Bedeutung sind, fortlaufend zu unterrichten.
(2) Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen kann der Ministerpräsident von den Ministern Auskünfte sowie wesentliche Unterlagen verlangen.
Staatsministerium und Vertretung des Landes nach außen
(1) Der Ministerpräsident bedient sich zur Führung seiner Geschäfte des Staatsministeriums. Dessen Leitung obliegt nach Weisung des Ministerpräsidenten dem beamteten Staatssekretär des Staatsministeriums.
(2) Dem Minister für Europa-Angelegenheiten ist unbeschadet des Vertretungsrechts des Ministerpräsidenten nach außen (Artikel 50 Satz 1 der Landesverfassung) die ständige Wahrnehmung der Aufgaben und Interessen des Landes gegenüber den Organen und Institutionen der Europäischen Union übertragen.
(3) Der Bevollmächtigte des Landes beim Bund wird vom Ministerpräsidenten bestellt. Ihm obliegt nach Weisung des Ministerpräsidenten die Leitung der Vertretung des Landes beim Bund und die ständige Wahrnehmung der Aufgaben und Interessen des Landes gegenüber den Organen und Institutionen der Bundesrepublik Deutschland.
Art der Beschlussfassung
(1) Die Landesregierung fasst ihre Beschlüsse in der Regel nach mündlicher Beratung in einer Sitzung des Ministerrats.
(2) In eiligen Angelegenheiten oder in Angelegenheiten, in denen eine mündliche Beratung nicht erforderlich ist, kann der beamtete Staatssekretär des Staatsministeriums die schriftliche Zustimmung der Mitglieder der Landesregierung einholen (Umlaufverfahren).
Bestehen Zweifel, ob eine Beschlussfassung ohne mündliche Beratung angezeigt ist, hat er die Entscheidung des Ministerpräsidenten einzuholen. Die im Umlaufverfahren gefassten Beschlüsse werden unverzüglich vom Staatsministerium den anderen Ministerien zugeleitet.
Vorherige Beratung, Vorkonferenz
(1) Angelegenheiten, die den Geschäftsbereich mehrerer Ministerien berühren, sind vor ihrer Beratung durch die Landesregierung zwischen den zuständigen Ressorts abzustimmen. In den Kabinettsvorlagen ist darzustellen, ob deren Folgen einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen. Das Nähere regelt die Verwaltungsvorschrift der Landesregierung und der Ministerien zur Erarbeitung von Regelungen (VwV Regelungen).
(2) Meinungsverschiedenheiten über Fragen, die den Geschäftsbereich mehrerer Ministerien berühren, dürfen in der Regel dem Ministerrat erst dann zur Beratung und Entscheidung unterbreitet werden, wenn ein Verständigungsversuch zwischen den beteiligten Ministern ohne Erfolg geblieben ist.
(3) Kabinettsvorlagen, die für die Richtlinien der Politik und die Leitung der Regierungsgeschäfte von Bedeutung sein können, sind vorab mit dem Staatsministerium zu erörtern. Sämtliche Kabinettsvorlagen sind im Rahmen der Ressortabstimmung auch dem Staatsministerium zuzuleiten.
(4) Die Sitzungen des Ministerrats werden durch die Vorkonferenz der Ministerialdirektoren der Ressorts unter Vorsitz des beamteten Staatssekretärs des Staatsministeriums vorbereitet.
(5) Kabinettsvorlagen sind rechtzeitig vor der Vorkonferenz sämtlichen Mitgliedern der Landesregierung zuzuleiten.
Einberufung der Sitzungen, Vertraulichkeit
(1) Die Sitzungen des Ministerrats und deren Tagesordnung werden durch den beamteten Staatssekretär des Staatsministeriums nach näherer Anweisung des Ministerpräsidenten festgesetzt. Das Staatsministerium veranlasst die rechtzeitige Einladung zu den Sitzungen unter Beifügung der Tagesordnung.
(2) Die Sitzungen der Landesregierung und der Vorkonferenz sind streng vertraulich.
Vorsitz, Teilnahme
(1) Die Sitzungen des Ministerrats finden unter Vorsitz des Ministerpräsidenten statt.
(2) An den Sitzungen der Landesregierung nehmen außer den Mitgliedern in der Regel teil:
der beamtete Staatssekretär des Staatsministeriums,
die politischen Staatssekretäre,
die Abteilungsleiter des Staatsministeriums,
im Verhinderungsfall eines Regierungsmitglieds, dessen Ressort über keinen politischen Staatssekretär verfügt, der Ministerialdirektor, sofern der Ministerpräsident im Einzelfall keine andere Anordnung trifft.
(3) Weitere Personen können im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten hinzugezogen werden.
(1) Die Landesregierung ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte ihrer Mitglieder anwesend ist.
(2) Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Ministerpräsidenten.
Niederschrift über die Sitzung der Landesregierung
(1) Über die Sitzung der Landesregierung wird eine Niederschrift gefertigt, die vom beamteten Staatssekretär des Staatsministeriums unterzeichnet wird. Die Niederschrift hält die Anwesenheit in der Sitzung und den Wortlaut der Ministerratsbeschlüsse fest. Mehrfertigungen der Niederschrift werden unverzüglich den Regierungsmitgliedern zugeleitet. Die Niederschrift gilt als genehmigt, wenn nicht gegen sie binnen zwei Wochen nach Zugang von den Regierungsmitgliedern Einwendungen erhoben werden.
(2) Die Niederschriften der Sitzungen der Landesregierung und der Vorkonferenz sind streng vertraulich.
(1) Der Ministerrat kann Kabinettsausschüsse einsetzen. Die Kabinettsausschüsse wirken an der Vorbereitung von Kabinettsentscheidungen mit.
(2) Vorsitzender der Kabinettsausschüsse ist der Ministerpräsident. Der Vorsitz kann auf ein Mitglied der Landesregierung übertragen werden.
(3) Ständige Mitglieder eines Kabinettsausschusses sind die Mitglieder der Landesregierung, deren Geschäftsbereich regelmäßig und nicht nur unwesentlich betroffen ist. Andere Mitglieder der Landesregierung werden von Fall zu Fall hinzugezogen, wenn Gegenstände ihres Geschäftsbereichs beraten werden.
(4) Im Übrigen gelten für die Arbeitsweise und Durchführung der Sitzungen die Vorschriften über die Sitzungen des Ministerrats entsprechend.
Geschäftsverkehr mit dem Bund und der Europäischen Union
Die Ministerien verkehren mit den Organen und Behörden von Bund und der Europäischen Union unmittelbar, soweit es sich nicht um Angelegenheiten handelt, die in ihrer Bedeutung über den Verantwortungsbereich des einzelnen Ministeriums hinausgehen. In politisch bedeutsamen Fällen sind dabei zur Sicherstellung der Einheitlichkeit von Erklärungen und Maßnahmen des Landes andere Ministerien, deren Zuständigkeit berührt ist, und das Staatsministerium zu beteiligen.
Die Geschäftsordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.
STUTTGART, den 6. März 2007
POF. DR. REINHART