Source: https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/mr_eu_32004r0853_hi_ABl_L_2004_0139_0055_2004_04_29
Timestamp: 2019-07-21 09:55:47
Document Index: 388605926

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 20', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1']

Verordnung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs*
(ABl. 2004 Nr. L 139/55), zul. ber. durch ABl. 2019 Nr. L 13/12 vom 16.1.2019
ABl. L 2004 Nr. 226, S. 22
(ber. durch ABl. L 2013 Nr. 160, S. 15 und ABl. L 2015 Nr. 66, S. 22)
Art. 8 der VO (EG) Nr. 2074/2005
Art. 20 der VO (EG) Nr. 2076/2005
Art. 1 der VO (EG) Nr. 1662/2006
(ber. durch ABl. L 2010 Nr. 77, S. 59)
Art. 1 der VO (EG) Nr. 1243/2007
ABl. L 2007 Nr. 281, S. 8
ABl. L 2008 Nr. 46, S. 50
Erwägungsgründe, Art. 1, Art. 4, Anhang I, Anhang III
Art. 1 und Art. 2 der VO (EG) Nr. 1020/2008
ABl. L 2008 Nr. 277, S. 8
Anh. Nr. 6.8 der VO (EG) Nr. 219/2009
Art. 3, Art. 8, Art. 9, Art. 10, Art. 11, Art. 12
Art. 1 der VO (EG) Nr. 1161/2009
ABl. L 2009 Nr. 314, S. 8
Änderung m.W.v. 01.01.2010
ABl. L 2010 Nr. 119, S. 26
Berichtigung m.W.v. 13.05.2010
Art. 1 der VO (EU) Nr. 558/2010
ABl. L 2010 Nr. 159, S. 18
Änderung m.W.v. 15.07.2010
Art. 1 der VO (EU) Nr. 150/2011
ABl. L 2011 Nr. 46, S. 14
Art. 1 der VO (EU) Nr. 1276/2011
ABl. L 2011 Nr. 327, S. 39
Änderung m.W.v. 29.12.2011
Art. 1 der VO (EU) Nr. 16/2012
ABl. L 2012 Nr. 8, S. 29
Änderung m.W.v. 01.07.2012
Art. 1 der VO (EU) Nr. 786/2013
ABl. L 2013 Nr. 220, S. 14
Änderung m.W.v. 06.09.2013
Art. 1 der VO (EU) Nr. 218/2014
Art. 1 der VO (EU) Nr. 633/2014
(ber. durch ABl. L 2015 Nr. 29, S. 16)
Art. 1 der VO (EU) Nr. 1137/2014
ABl. L 2014 Nr. 307, S. 28
Änderung m.W.v. 17.11.2014
Art. 1 der VO (EU) 2016/355
ABl. L 2016 Nr. 67, S. 22
Änderung m.W.v. 01.04.2016
Art. 1 der VO (EU) 2017/1978
ABl. L 2017 Nr. 285, S. 3
Art. 1 der VO (EU) 2017/1981
ABl. L 2017 Nr. 285, S. 10
Änderung m.W.v. 21.11.2017
ABl. L 2019 Nr. 13, S. 12
Art. 1, Anhang III Abschnitt VI
Berichtigung m.W.v. 16.01.2019
Kapitel II Verpflichtungen des Lebensmittelunternehmers
Artikel 3 Allgemeine Verpflichtungen
Artikel 4 Eintragung und Zulassung von Betrieben
Artikel 5 Genusstauglichkeits- und Identitätskennzeichnung
Artikel 6 Erzeugnisse tierischen Ursprungs von außerhalb der Gemeinschaft
Kapitel III Handel
Artikel 7 Dokumente
Artikel 8 Besondere Garantien
Artikel 10 Änderung und Anpassung der Anhänge II und III
Artikel 11 Besondere Beschlüsse
Artikel 12 Ausschussverfahren
Artikel 13 Konsultation der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
Artikel 14 Bericht an das Europäische Parlament und den Rat
Anhang I Begriffsbestimmungen
2. Lebende Muscheln
3. Fischereierzeugnisse
6. Froschschenkel und Schnecken
7. Verarbeitungserzeugnisse
8. Sonstige Definitionen
Anhang II Vorschriften für mehrere Erzeugnisse tierischen Ursprungs
Abschnitt I: Identitätskennzeichnung
A. Anbringung des Identitätskennzeichens
B. Form des Identitätskennzeichens
C. Kennzeichnungsmethode
Abschnitt II: Zweck der HACCP-Verfahren
Abschnitt III: Informationen zur Lebensmittelkette
Abschnitt IV: Vorschriften für gefrorene Lebensmittel tierischen Ursprungs
Anhang III Besondere Anforderungen
Abschnitt I: Fleisch von als Haustiere gehaltenen Huftieren
Kapitel I: Beförderung von lebenden Tieren zum Schlachthof
Kapitel II: Vorschriften für Schlachthöfe
Kapitel III: Vorschriften für Zerlegungsbetriebe
Kapitel IV: Schlachthygiene
Kapitel V: Zerlegungs- und Entbeinungshygiene
Kapitel VI: Notschlachtung außerhalb des Schlachthofes
Kapitel VII: Lagerung und Beförderung
Abschnitt II: Fleisch von Geflügel und Hasentieren
Kapitel V: Hygiene beim und nach dem Zerlegen und Entbeinen
Kapitel VI: Schlachtung im Haltungsbetrieb
Kapitel VII: Wasserbinder
Abschnitt III: Farmwildfleisch
Abschnitt IV: Fleisch von frei lebendem Wild
Kapitel I: Ausbildung von Jägern in Gesundheits- und Hygienefragen
Kapitel II: Umgang mit frei lebendem Großwild
Kapitel III: Umgang mit frei lebendem Kleinwild
Abschnitt V: Hackfleisch/Faschiertes, Fleischzubereitungen und Separatorenfleisch
Kapitel I: Vorschriften für Herstellungsbetriebe
Kapitel II: Vorschriften für Rohstoffe
Kapitel III: Hygiene während und nach der Herstellung
Kapitel IV: Kennzeichnung
Abschnitt VI: Fleischerzeugnisse
Abschnitt VII: Lebende Muscheln
Kapitel I: Allgemeine Vorschriften für das Inverkehrbringen von lebenden Muscheln
Kapitel II: Hygienevorschriften für die Erzeugung und Ernte lebender Muscheln
A. Vorschriften für Erzeugungsgebiete
B. Vorschriften für die Ernte und die Behandlung nach der Ernte
C. Vorschriften für das Umsetzen lebender Muscheln
Kapitel III: Strukturelle Anforderungen an Versand- und Reinigungszentren
Kapitel IV: Hygienevorschriften für Reinigungs- und Versandzentren
A. Vorschriften für Reinigungszentren
B. Vorschriften für Versandzentren
Kapitel V: Hygienevorschriften für lebende Muscheln
Kapitel VI: Umhüllen und Verpacken lebender Muscheln
Kapitel VII: Identitätskennzeichnung und Etikettierung
Kapitel VIII: Sonstige Vorschriften
Kapitel IX: Sondervorschriften für außerhalb eingestufter Erzeugungsgebiete geerntete Kammmuscheln (Pectinidae) Meeresschnecken und Stachelhäuter, die keine Filtrierer sind
Abschnitt VIII: Fischereierzeugnisse
Kapitel I: Anforderungen an Fischereifahrzeuge
I. Anforderungen an Konzeption und Ausrüstung
A. Anforderungen an alle Fischereifahrzeuge
B. Anforderungen an Fischereifahrzeuge, die so konzipiert und ausgerüstet sind, dass Fischereierzeugnisse für mehr als 24 Stunden haltbar gemacht werden können
C. Anforderungen an Gefrierschiffe
D. Anforderungen an Fabrikschiffe
II. Hygieneanforderungen
Kapitel II: Anforderungen während und nach der Anlandung
Kapitel III: Vorschriften für Betriebe, einschließlich Fischereifahrzeuge, die Fischereierzeugnisse bearbeiten
A. Vorschriften für frische Fischereierzeugnisse
B. Vorschriften für gefrorene Erzeugnisse
C. Vorschriften für durch maschinelles Ablösen von Fleisch gewonnene Fischereierzeugnisse
Kapitel IV: Anforderungen an bestimmte verarbeitete Fischereierzeugnisse
A. Anforderungen an das Abkochen von Krebstieren und Weichtieren
B. Anforderungen an Fischöl für den menschlichen Verzehr
Kapitel V: Hygienenormen für Fischereierzeugnisse
A. Organoleptische Merkmale von Fischereierzeugnissen
C. Flüchtiger basischer Stickstoff
D. Parasiten
E. Gesundheitsschädliche Toxine
Kapitel VI: Umhüllung und Verpackung von Fischereierzeugnissen
Kapitel VII: Lagerung von Fischereierzeugnissen
Kapitel VIII: Beförderung von Fischereierzeugnissen
Abschnitt IX: Rohmilch, Kolostrum, verarbeitete Milcherzeugnisse und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis
Kapitel I: Rohmilch und Kolostrum – Primärproduktion
I. Hygienevorschriften für die Rohmilch- und Kolostrumerzeugung
II. Hygienevorschriften für Milch- und Kolostrumerzeugerbetriebe
A. Vorschriften für Betriebsstätten und Ausrüstungen
B. Hygienevorschriften für das Melken, die Abholung/Sammlung und Beförderung
C. Personalhygiene
III. Kriterien für Rohmilch und Kolostrum
Kapitel II: Vorschriften für Milcherzeugnisse und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis
I. Temperaturvorschriften
II. Vorschriften für die Wärmebehandlung
III. Kriterien für rohe Kuhmilch
Kapitel III: Umhüllung und Verpackung
Kapitel IV: Etikettierung
Kapitel V: Identitätskennzeichnung
Abschnitt X: Eier und Eiprodukte
Kapitel I: Eier
Kapitel II: Eiprodukte
I. Vorschriften für Betriebe
II. Rohstoffe für die Herstellung von Eiprodukten
III. Besondere Hygienevorschriften für die Herstellung von Eiprodukten
IV. Analysespezifikationen
V. Etikettierung und Identitätskennzeichnung
Abschnitt XI: Froschschenkel und Schnecken
Abschnitt XII: Ausgeschmolzene tierische Fette und Grieben
Kapitel I: Vorschriften für Betriebe, die Rohstoffe sammeln oder verarbeiten
Kapitel II: Hygienevorschriften für die Gewinnung von ausgeschmolzenen tierischen Fetten und Grieben
Abschnitt XIII: Bearbeitete Mägen, Blasen und Därme
Abschnitt XIV: Gelatine
Kapitel I: Vorschriften für Rohstoffe
Kapitel II: Beförderung und Lagerung von Rohstoffen
Kapitel III: Vorschriften für die Gelatineherstellung
Kapitel IV: Vorschriften für Enderzeugnisse
Kapitel V: Etikettierung
Abschnitt XV: Kollagen
Kapitel III: Vorschriften für die Kollagenherstellung
Abschnitt XVI: Hochverarbeitete Erzeugnisse Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure, andere hydrolysierte Knorpelprodukte, Chitosan, Glucosamin, Lab, Hausenblase und Aminosäuren
Anlage zu ANHANG III Begleitdokument für Rohstoffe für die Herstellung von Gelatine oder Kollagen für den menschlichen Verzehr (Muster)
(1) Mit der Verordnung (EG) Nr. 852/20044 haben das Europäische Parlament und der Rat von Lebensmittelunternehmern einzuhaltende allgemeine Hygienevorschriften für Lebensmittel festgelegt.
(3) Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik sind zahlreiche Richtlinien erlassen worden, in denen spezifische Hygienevorschriften für die Produktion und das Inverkehrbringen der in Anhang I des Vertrags aufgeführten Erzeugnisse festgelegt wurden. Diese Hygienevorschriften haben Hemmnisse im Handel mit den betreffenden Erzeugnissen reduziert und so zur Schaffung des Binnenmarktes beigetragen und gleichzeitig für den Verbraucher ein hohes Gesundheitsschutzniveau gewährleistet.
(5) Diese Grundregeln bilden die allgemeine Grundlage für die hygienische Herstellung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs und ermöglichen eine Vereinfachung der geltenden Richtlinien.
(6) Es ist wünschenswert, eine weitere Vereinfachung dadurch herbeizuführen, dass dieselben Regeln, wo immer dies angezeigt ist, auf alle Erzeugnisse tierischen Ursprungs angewandt werden.
(7) Die Anforderung der Verordnung (EG) Nr. 852/2004, wonach Lebensmittelunternehmer, die auf den der Gewinnung von Primärerzeugnissen und damit zusammenhängenden Vorgängen nachgeordneten Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen von Lebensmitteln tätig sind, Verfahren einrichten, durchführen und aufrechterhalten müssen, die auf den Grundsätzen der Gefahrenanalyse und der Überwachung kritischer Kontrollpunkte (HACCP-Grundsätze) beruhen, dient ebenfalls der Vereinfachung.
(8) Diese Elemente rechtfertigen es zusammen, die in den geltenden Richtlinien enthaltenen spezifischen Hygienevorschriften neu zu fassen.
(9) Die wesentlichen Ziele der Neufassung bestehen darin, in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit ein hohes Verbraucherschutzniveau sicherzustellen, indem insbesondere alle Lebensmittelunternehmer in der Gemeinschaft denselben Regeln unterworfen werden, und das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes für Erzeugnisse tierischen Ursprungs zu gewährleisten und damit zur Verwirklichung der Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik beizutragen.
(10) Es müssen detaillierte Hygienevorschriften für Erzeugnisse tierischen Ursprungs beibehalten und, falls zur Sicherstellung des Verbraucherschutzes erforderlich, verschärft werden.
(11) Die Gemeinschaftsvorschriften sollten weder für die Primärproduktion für den privaten häuslichen Gebrauch noch für die häusliche Verarbeitung, Handhabung oder Lagerung von Lebensmitteln zum häuslichen privaten Verbrauch gelten. Außerdem ist es bei der direkten Abgabe kleiner Mengen von Primärerzeugnissen oder bestimmten Arten von Fleisch durch den erzeugenden Lebensmittelunternehmer an den Endverbraucher oder an einen örtlichen Betrieb des Einzelhandels angezeigt, die öffentliche Gesundheit durch einzelstaatliche Rechtsvorschriften zu schützen, und zwar insbesondere aufgrund der engen Beziehungen zwischen Erzeuger und Verbraucher.
(12) Die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 sind in der Regel ausreichend, um die Lebensmittelsicherheit in Betrieben des Einzelhandels sicherzustellen, die Lebensmittel tierischen Ursprungs direkt an den Endverbraucher verkaufen bzw. abgeben. Die vorliegende Verordnung sollte generell für den Großhandel gelten (d. h. für Fälle, in denen ein Einzelhandelsunternehmen Lebensmittel tierischen Ursprungs an ein anderes Unternehmen abgibt). Abgesehen von den spezifischen Temperaturvorschriften der vorliegenden Verordnung dürften die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 jedoch für Großhandelstätigkeiten, die sich auf die Lagerung und den Transport beschränken, ausreichen.
(13) Die Mitgliedstaaten sollten über einen gewissen Ermessensspielraum verfügen, wenn es darum geht, die Anwendung der Bestimmungen der vorliegenden Verordnung nach innerstaatlichem Recht auf den Einzelhandel auszudehnen oder einzuschränken. Sie dürfen die Anwendung jedoch nur einschränken, wenn sie der Auffassung sind, dass die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 zur Erfüllung der Ziele der Lebensmittelhygiene ausreichen, und wenn die Abgabe von Lebensmitteln von einem Betrieb des Einzelhandels an einen anderen Betrieb eine nebensächliche Tätigkeit auf lokaler Ebene von beschränktem Umfang ist. Diese Lieferungen sollten daher nur einen kleinen Teil der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ausmachen, die belieferten Unternehmen sollten sich in seiner unmittelbaren Nachbarschaft befinden, und die Lieferungen sollten sich auf bestimmte Arten von Erzeugnissen oder Unternehmen beschränken.
(14) Gemäß Artikel 10 des Vertrags müssen die Mitgliedstaaten alle geeigneten Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, dass die Lebensmittelunternehmer die Verpflichtungen dieser Verordnung erfüllen.
(15) Ein wesentlicher Aspekt der Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln. Zusätzlich zur Einhaltung der allgemeinen Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 178/20025 sollten Lebensmittelunternehmer, die für gemäß dieser Verordnung zulassungspflichtige Betriebe verantwortlich sind, sicherstellen, dass alle Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die sie in Verkehr bringen, mit einem Genusstauglichkeitskennzeichen oder einem Identitätskennzeichen versehen sind.
(16) In die Gemeinschaft eingeführte Lebensmittel müssen den allgemeinen Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 genügen oder müssen Bestimmungen entsprechen, die den Gemeinschaftsbestimmungen gleichwertig sind. Die vorliegende Verordnung regelt spezifische Hygieneanforderungen für in die Gemeinschaft eingeführte Lebensmittel tierischen Ursprungs.
(17) Durch die Annahme dieser Verordnung sollte das Gesundheitsschutzniveau nicht reduziert werden, das durch die für Finnland und Schweden bei ihrem Beitritt zur Gemeinschaft vereinbarten und durch die Entscheidungen 94/968/EG6, 95/50/EG7, 95/160/EG8, 95/161/EG9, 95/168/EG10, 95/409/EG11, 95/410/EG12 und 95/411/EG13 bestätigten zusätzlichen Garantien festgelegt wurde. Sie sollte ein Verfahren vorsehen, nach dem für eine Übergangszeit jedem Mitgliedstaat, der für die betreffenden Lebensmittel tierischen Ursprungs über ein genehmigtes nationales Kontrollprogramm verfügt, das denen für Finnland und Schweden gleichwertig ist, Garantien gewährt werden. Die Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 zur Bekämpfung von Salmonellen und bestimmten anderen durch Lebensmittel übertragbaren Zoonoseerregern14 sieht für lebende Tiere und Bruteier ein ähnliches Verfahren vor.
(18) Die Struktur- und Hygienevorschriften dieser Verordnung sollten für alle Arten von Unternehmen, einschließlich kleiner Betriebe und mobiler Schlachteinheiten, gelten.
(19) Flexibilität ist angezeigt, damit traditionelle Methoden auf allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen von Lebensmitteln weiterhin angewandt werden können, wie auch in Bezug auf strukturelle Anforderungen an die Betriebe. Flexibilität ist für Regionen in schwieriger geografischer Lage, einschließlich der in Artikel 299 Absatz 2 des Vertrags aufgeführten Gebiete in äußerster Randlage, von besonderer Bedeutung. Die Flexibilität sollte jedoch die Ziele der Lebensmittelhygiene nicht in Frage stellen. Außerdem sollte das Verfahren, das den Mitgliedstaaten die Möglichkeit der Flexibilität einräumt, vollkommen transparent sein, da sich die nach den Hygienevorschriften hergestellten Lebensmittel in der Regel in der gesamten Gemeinschaft im freien Verkehr befinden werden. Dabei sollte vorgesehen werden, dass etwaige Meinungsverschiedenheiten in dem durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 eingesetzten Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit erörtert und gelöst werden und dass die Kommission das Verfahren koordiniert und geeignete Maßnahmen ergreift.
(20) Die Definition von Separatorenfleisch sollte so allgemein gefasst sein, dass sie alle Verfahren des mechanischen Ablösens abdeckt. Die rasche technologische Entwicklung in diesem Bereich lässt eine flexible Definition angebracht erscheinen. Ausgehend von einer Risikobewertung für die aus den unterschiedlichen Verfahren resultierenden Erzeugnisse sollten sich jedoch die technischen Anforderungen für Separatorenfleisch voneinander unterscheiden.
(21) Die Lebensmittelunternehmer, einschließlich der des Futtermittelsektors, stehen in einer Wechselbeziehung zueinander, und die Belange der Tiergesundheit, des Tierschutzes und der öffentlichen Gesundheit sind auf allen Stufen der Produktion, der Verarbeitung und des Vertriebs miteinander verflochten. Daher ist eine angemessene Kommunikation zwischen den verschiedenen Interessengruppen des Lebensmittelsektors von der Primärproduktion bis zum Einzelhandel erforderlich.
(22) Zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Kontrolle des auf dem Gemeinschaftsmarkt in Verkehr gebrachten Wildbrets sollten die Tierkörper und ihre Eingeweide zur amtlichen Fleischuntersuchung in einem Wildverarbeitungsbetrieb vorgelegt werden. Um jedoch bestimmte Jagdtraditionen zu wahren, ohne die Lebensmittelsicherheit zu gefährden, sollte für eine entsprechende Ausbildung der Jäger gesorgt werden, die Wild für den menschlichen Verzehr in Verkehr bringen. Dies sollte die Jäger in die Lage versetzen, eine erste Untersuchung des erlegten Wilds an Ort und Stelle durchzuführen. In diesen Fällen ist es nicht notwendig, dass ausgebildete Jäger dem Wildverarbeitungsbetrieb alle Eingeweide im Hinblick auf eine Fleischuntersuchung zukommen lassen, wenn sie diese erste Untersuchung durchführen und keine Anomalien oder Gesundheitsgefahren ermitteln. Die Mitgliedstaaten sollten jedoch die Möglichkeit haben, in ihrem Hoheitsgebiet strengere Vorschriften festzulegen, um spezifischen Risiken Rechnung zu tragen.
(23) In dieser Verordnung sollten Kriterien für Rohmilch festgelegt werden, bis neue Vorschriften für ihr Inverkehrbringen angenommen werden. Bei diesen Kriterien sollte es sich um Auslösewerte handeln, was bedeutet, dass die Lebensmittelunternehmer im Fall einer Überschreitung Abhilfe zu schaffen und die zuständige Behörde zu benachrichtigen haben. Bei den Kriterien sollte es sich nicht um Grenzwerte handeln, oberhalb deren Rohmilch nicht mehr in Verkehr gebracht werden kann. Dies bedeutet, dass unter bestimmten Umständen Rohmilch, die den Kriterien nicht vollständig entspricht, für den menschlichen Verzehr unbedenklich sein kann, falls entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Bei Rohmilch und Rohrahm, die für den unmittelbaren menschlichen Verzehr bestimmt sind, ist es angebracht, jedem Mitgliedstaat zu erlauben, geeignete Gesundheitsmaßnahmen beizubehalten oder einzuführen, mit denen die Ziele dieser Verordnung in seinem Hoheitsgebiet erreicht werden sollen.
(24) Das Kriterium für Rohmilch, die zur Herstellung von Milcherzeugnissen verwendet wird, sollte dreimal so hoch sein wie das Kriterium für im landwirtschaftlichen Betrieb gesammelte Rohmilch. Das Kriterium für Milch, aus der verarbeitete Milcherzeugnisse hergestellt werden sollen, stellt einen absoluten Wert dar, während es sich bei dem Kriterium für im landwirtschaftlichen Betrieb gesammelte Rohmilch um einen Durchschnittswert handelt. Mit der Erfüllung der Temperaturvorschriften dieser Verordnung wird nicht dem gesamten Bakterienwachstum während des Transports und der Lagerung Einhalt geboten.
(25) Aufgrund dieser Neufassung können die geltenden Hygienevorschriften aufgehoben werden. Dies erfolgt mit der Richtlinie 2004/41/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. April 2004 zur Aufhebung bestimmter Richtlinien über Lebensmittelhygiene und Hygienevorschriften für die Herstellung und das Inverkehrbringen von bestimmten, zum menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs15.
(26) Ferner treten die in dieser Verordnung enthaltenen Vorschriften für Eier an die Stelle derjenigen der Entscheidung 94/371/EG des Rates vom 20. Juni 1994 zur Festlegung spezifischer Hygienevorschriften für die Vermarktung bestimmter Eierkategorien16, die durch die Aufhebung des Anhangs II der Richtlinie 92/118/EWG des Rates17 erlöschen.
(27) Die Lebensmittelhygienevorschriften der Gemeinschaft sollten wissenschaftlich fundiert sein. Zu diesem Zweck sollte erforderlichenfalls die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit konsultiert werden.
(28) Um dem technischen und wissenschaftlichen Fortschritt Rechnung zu tragen, sollte im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit eine enge und effiziente Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten sichergestellt werden.
(29) Die Anforderungen dieser Verordnung sollten nicht gelten, bevor nicht alle Teile der neuen Lebensmittelhygienevorschriften in Kraft getreten sind. Ferner ist es angezeigt, einen Zeitraum von mindestens 18 Monaten zwischen dem Inkrafttreten und der Anwendung der neuen Vorschriften vorzusehen, um den betroffenen Wirtschaftszweigen Zeit zur Anpassung zu lassen.
(30) Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen sollten gemäß dem Beschluss 1999/468/EG des Rates vom 28. Juni 1999 zur Festlegung der Modalitäten für die Ausübung der der Kommission übertragenen Durchführungsbefugnisse erlassen werden18 –
Die Änderung durch VO (EU) 2017/1978 ist textlich nicht erfasst; die Verordnung gilt ab dem 1.1.2019.
ABl. C 365 E vom 19.12.2000, S. 58.
ABl. C 155 vom 29.5.2001, S. 39.
Stellungnahme des Europäischen Parlaments vom 15. Mai 2002 (ABl. C 180 E vom 31.7.2003, S. 288), Gemeinsamer Standpunkt des Rates vom 27. Oktober 2003 (ABl. C 48 E vom 24.2.2004, S. 23), Standpunkt des Europäischen Parlaments vom 30. März 2004 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht) und Beschluss des Rates vom 16. April 2004.
Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit (ABl. L 31 vom 1. 2. 2002, S. 1). Geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1642/2003 (ABl. L 245 vom 29. 9. 2003, S. 4).
ABl. L 371 vom 31. 12. 1994, S. 36.
ABl. L 53 vom 9. 3. 1995, S. 31.
ABl. L 105 vom 9. 5. 1995, S. 40.
ABl. L 105 vom 9. 5. 1995, S. 44.
ABl. L 109 vom 16. 5. 1995, S. 44.
ABl. L 243 vom 11. 10. 1995, S. 21.
ABl. L 243 vom 11. 10. 1995, S. 25.
ABl. L 243 vom 11. 10. 1995, S. 29.
ABl. L 325 vom 12. 12. 2003, S. 1.
ABl. L 157 vom 30. 4. 2004, S. 33.
ABl. L 168 vom 2. 7. 1994, S. 34.
Richtlinie 92/118/EWG des Rates vom 17. Dezember 1992 über die tierseuchenrechtlichen und gesundheitlichen Bedingungen für den Handel mit Erzeugnissen tierischen Ursprungs in der Gemeinschaft sowie für ihre Einfuhr in die Gemeinschaft, soweit sie diesbezüglich nicht den spezifischen Gemeinschaftsregelungen nach Anhang A Kapitel I der Richtlinie 89/662/EWG und – in Bezug auf Krankheitserreger – der Richtlinie 90/425/EWG unterliegen (ABl. L 62 vom 15. 3. 1993, S. 49). Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 445/2004 der Kommission (ABl. L 72 vom 11. 3. 2004, S. 60).