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Timestamp: 2016-10-21 23:51:35
Document Index: 282170237

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9']

8C_647/2012 (28.09.2012)
O.________, geboren 1956, arbeitet als Physiotherapeutin in der Schule X.________, wo sie k�rperbehinderte Kinder betreut und etwa auch zum Schwimmunterricht begleitet. Sie ist bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 19. Januar 2011 besuchte sie im Hallenbad den von der Arbeitgeberin ausgeschriebenen Kurs "Brevet Basis Pool" und tauchte dort bei einer �bung auf drei Meter Tiefe ab. In der Folge traten Ohrenschmerzen auf und der am n�chsten Tag konsultierte Dr. med. S.________, Innere Medizin FMH, diagnostizierte eine Trommelfellperforation im linken Ohr. Frau Dr. med. P.________, Spezial�rztin FMH f�r ORL, berichtete am 31. Januar 2011 von einer kontrollbed�rftigen Schallleitungsst�rung; gem�ss den Angaben der Versicherten vom 16. M�rz 2011 hatte die �rztliche Behandlung zwischenzeitlich abgeschlossen werden k�nnen. Mit Verf�gung vom 18. April 2011 und Einspracheentscheid vom 17. Juni 2011 lehnte die AXA ihre Leistungspflicht ab mit der Begr�ndung, dass das Geschehen weder als Unfall im Rechtssinne noch als unfall�hnliche K�rpersch�digung zu qualifizieren sei.
O.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die AXA zur �bernahme der Heilbehandlung zu verpflichten.
2.1 Unfall ist die pl�tzliche, nicht beabsichtigte sch�digende Einwirkung eines ungew�hnlichen �usseren Faktors auf den menschlichen K�rper, die eine Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).
2.2 Gem�ss dem - gest�tzt auf Art. 6 Abs. 2 UVG erlassenen - Art. 9 Abs. 2 UVV sind verschiedene K�rpersch�digungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zur�ckzuf�hren sind, auch ohne ungew�hnliche �ussere Einwirkung Unf�llen gleichgestellt. Dazu geh�ren insbesondere auch Trommelfellverletzungen (lit. h).
Mit Ausnahme der Ungew�hnlichkeit m�ssen auch bei den unfall�hnlichen K�rpersch�digungen die �brigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs und namentlich auch der �ussere Faktor erf�llt sein (BGE 129 V 466). Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung eines �usseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des K�rpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnf�lligen, eben unfall�hnlichen Vorfalles. Wo ein solches �usseres Ereignis mit Einwirkung auf den K�rper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Ausl�ser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgez�hlten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitssch�digung vor (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467; RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332, U 398/00 E. 2c).
Verwaltung und Vorinstanz haben die Einwirkung eines �usseren Faktors beim Vorfall vom 19. Januar 2011 und damit die Leistungspflicht des Unfallversicherers zufolge eines Unfalls im Rechtssinne oder einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung verneint.
Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, vermag an dieser Beurteilung nichts zu �ndern.
Entscheidwesentlich ist, dass rechtsprechungsgem�ss der normale Wasserdruck auf den K�rper kein relevanter �usserer Faktor ist. Dies gilt namentlich auch f�r die Druckver�nderung, die durch den normalen Bewegungsablauf des Tauchers beim Ab- und Auftauchen bewirkt wird. Von einem �usseren Faktor k�nnte erst dann gesprochen werden, wenn ein in der Aussenwelt auftretendes Ereignis den normalen Bewegungsvorgang des Tauchers beeinflussen w�rde (RKUV 2005 Nr. U 539 S. 119, U 203/04 E. 2.2; Urteil U 220/96 vom 13. Juli 1998 E. 5b).
Dass sich beim Bewegungsablauf im Rahmen der �bung im Hallenbad, bei der auf drei Meter Tiefe abgetaucht wurde, etwas Besonderes im Sinne der dargelegten Rechtsprechung ereignet h�tte, wird nicht geltend gemacht. Es fehlt somit an einem ausserhalb des K�rpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnf�lligen, eben unfall�hnlichen Vorfall. Dem Einwand, es sei f�r die Qualifikation eines Ereignisses als unfall�hnliche K�rpersch�digung kein �usserer Faktor vorausgesetzt, kann nicht gefolgt werden, nachdem das Bundesgericht an diesem Erfordernis in konstanter Rechtsprechung festgehalten hat (BGE 123 V 43 E. 2b S. 44 f.; RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332, U 398/00 E. 2; BGE 129 V 466). Zwar ging es in den oben erw�hnten F�llen davon aus, dass bei "programmwidriger" Beeinflussung des normalen Bewegungsvorganges der �ussere Faktor zugleich ein ungew�hnlicher w�re (wobei in beiden Urteilen der Dekompressionsschaden beim Tauchen nicht als Unfall zu qualifizieren war und eine Leistungspflicht aus Art. 9 Abs. 2 UVV mangels einer entsprechenden K�rpersch�digung ausser Betracht fiel); daraus l�sst sich jedoch mit Blick auf die dargelegten Erw�gungen nicht schliessen, dass, wie hier, bei Fehlen einer Programmwidrigkeit eine Einwirkung eines �usseren Faktors trotzdem gegeben und eine unfall�hnliche K�rpersch�digung daher zu bejahen w�re, wie die Beschwerdef�hrerin geltend macht. Schliesslich l�sst sich das Abtauchen auf drei Meter Tiefe entgegen der Auffassung der Versicherten auch nicht mit dem in EVGE 1964 S. 65 beurteilten Sprung vom Zehnmeterbrett vergleichen, der sich wie ein Schlag auf das Trommelfell ausgewirkt hatte.
Die weiteren Voraussetzungen f�r eine Leistungspflicht des Unfallversicherers sind bei diesem Ergebnis nicht zu pr�fen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Schaffhausen und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.