Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20S%202118/05
Timestamp: 2020-04-04 14:50:33
Document Index: 254245267

Matched Legal Cases: ['Art 2', '§ 15', 'Art. 2', '§ 15', '§ 6', 'Art. 2', 'Art. 2', '§ 2', '§ 14', '§ 15', 'Art. 2', '§ 6', '§ 14', 'Art. 2', '§ 2', '§ 14', '§ 15']

VGH Baden-Württemberg, 29.03.2007 - 1 S 2118/05 - dejure.org
VGH Baden-Württemberg, 29.03.2007 - 1 S 2118/05
https://dejure.org/2007,11441
VGH Baden-Württemberg, 29.03.2007 - 1 S 2118/05 (https://dejure.org/2007,11441)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 29.03.2007 - 1 S 2118/05 (https://dejure.org/2007,11441)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 29. März 2007 - 1 S 2118/05 (https://dejure.org/2007,11441)
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Zulässigkeit besonderer Gestaltungsvorschriften in einer Friedhofssatzung
Art 2 Abs 1 GG, § 15 Abs 1 BestattG BW
allgemeine Handlungsfreiheit, Friedhofssatzung, Grabgestaltung, besondere Gestaltungsvorschriften, Traditionspflege, Ausweichmöglichkeit
GG Art. 2 Abs. 1; BestattG § 15 Abs. 1
Rechtmäßigkeit von Gestaltungsvorschriften in einer Friedhofssatzung; Errichtung von Grabmalen nach eigener Gestaltung als Ausprägung der allgemeinen Handlungsfreiheit; Umfang der Beschränkbarkeit der Rechte von Friedhofsnutzern
VBlBW 2007, 414
Die Gewährleistung einer ungehinderten Leichenverwesung innerhalb der Ruhezeiten nach § 6 Abs. 1 BestattG ist ein allgemeiner Friedhofszweck, der es rechtfertigen kann, das durch Art. 2 Abs. 1 GG geschützte Recht naher Angehöriger eines Verstorbenen, des Toten nach eigenen Vorstellungen zu gedenken und hierzu auch Grabmale nach eigener Gestaltung zu errichten, einzuschränken (Bestätigung der Senatsrechtsprechung, vgl. Senat, Urteil vom 29.03.2007 - 1 S 2118/05 - VBlBW 2007, 473).
50 a) Die allgemeine Handlungsfreiheit nach Art. 2 Abs. 1 GG schützt den Wunsch naher Angehöriger eines Verstorbenen, des Toten nach eigenen Vorstellungen zu gedenken und hierzu auch Grabmale nach eigener Gestaltung zu errichten (…vgl. nur BVerwG, Urt. v. 13.05.2004, a.a.O.).Die Gestaltungsfreiheit der Friedhofsbenutzer findet ihre Grenzen von vornherein in solchen Gestaltungsvorschriften, die dem allgemeinen Zweck des Friedhofs nach § 2 Abs. 1 Satz 1, § 14 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1, § 15 Abs. 1 Satz 2 BestattG dienen, eine geordnete und würdige Bestattung der Toten und ein ungestörtes Totengedenken zu gewährleisten (vgl. Senat, Urt. v. 29.03.2007 - 1 S 2118/05 - VBlBW 2007, 473, m.w.N.;… ebenso: BVerwG, Urt. v. 08.11.1963 - VII C 148.60 - BVerwGE 17, 119 ;… Urt. v. 26.09.1986 - 7 C 27.85 -NVwZ 1987, 679;… Beschl. v. 07.12.1990 - 7 B 160.90 - juris Rn. 4;… Beschl. v. 29.09.2000 - 3 B 156.00 - juris Rn. 7;… Urt. v. 23.05.2004, a.a.O.).
Zu den allgemeinen Friedhofszwecken, die Art. 2 Abs. 1 GG begrenzen können, gehören zudem die Gewährleistung einer ungehinderten Leichenverwesung innerhalb der Ruhezeiten (§ 6 Abs. 1 BestattG) und die Verkehrssicherheit, insbesondere die Standsicherheit der Grabausstattungen (§ 14 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 2 BestattG) (vgl. Senat, Urt. v. 29.03.2007, a.a.O.;… ebenso BVerwG, Urt. v. 23.05.2004, a.a.O., m.w.N., zu vergleichbaren, bundesrechtlich unbedenklichen Friedhofszwecken in NRW).
a) Die allgemeine Handlungsfreiheit nach Art. 2 Abs. 1 GG schützt den Wunsch naher Angehöriger eines Verstorbenen, des Toten nach eigenen Vorstellungen zu gedenken und hierzu auch Grabmale nach eigener Gestaltung zu errichten (…vgl. nur BVerwG, Urt. v. 13.05.2004, a.a.O.).Die Gestaltungsfreiheit der Friedhofsbenutzer findet ihre Grenzen von vornherein in solchen Gestaltungsvorschriften, die dem allgemeinen Zweck des Friedhofs nach § 2 Abs. 1 Satz 1, § 14 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 1, § 15 Abs. 1 Satz 2 BestattG dienen, eine geordnete und würdige Bestattung der Toten und ein ungestörtes Totengedenken zu gewährleisten (vgl. Senat, Urt. v. 29.03.2007 - 1 S 2118/05 - VBlBW 2007, 473, m.w.N.;… ebenso: BVerwG, Urt. v. 08.11.1963 - VII C 148.60 - BVerwGE 17, 119 ;… Urt. v. 26.09.1986 - 7 C 27.85 -NVwZ 1987, 679;… Beschl. v. 07.12.1990 - 7 B 160.90 - juris Rn. 4;… Beschl. v. 29.09.2000 - 3 B 156.00 - juris Rn. 7;… Urt. v. 23.05.2004, a.a.O.).
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.09.2012 - 19 E 986/11
Streitwert für Streitigkeiten um die Grabgestaltung (etwa durch Grabmale, …
vgl. dazu einerseits Bay. VGH, Beschluss vom 27. Juli 2009 4 N 09.1300 , juris, Rdn. 23 (15.000 Euro); andererseits VGH Bad.-Württ., Urteil vom 29. März 2007 1 S 2118/05 , juris, Rdn. 39 (Auffangwert).