Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20140,%20263
Timestamp: 2020-05-28 01:52:21
Document Index: 306495117

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BGH, 14.01.1999 - VII ZR 277/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,412
BGH, 14.01.1999 - VII ZR 277/97 (https://dejure.org/1999,412)
BGH, Entscheidung vom 14.01.1999 - VII ZR 277/97 (https://dejure.org/1999,412)
BGH, Entscheidung vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97 (https://dejure.org/1999,412)
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Vergütungsanspruch - Kalkulation - Ersparte Aufwendungen - Darlegungslast
Substanziierte Darlegung durch übliche Kalkulation von Vergütung und ersparten Aufwendungen des Werkunternehmers bei vorzeitiger Kündigung des Bestellers
Vorzeitig beendeter Werkvertrag; Kalkulation ersparter Kosten; verkürzter Vergütungsanspruch
Abrechnung bei vorzeitiger Vertragskündigung: Darlegung ersparter Aufwendungen auf der Grundlage der Kalkulation
Bauvertrag; Darlegung der ersparten Aufwendungen im Kündigungsfall durch den Unternehmer
Offenlegung der Kalkulation: Wie genau? (IBR 1999, 148)
BGHZ 140, 263
NJW 1999, 1253
NJW-RR 1999, 745 (Ls.)
ZIP 1999, 536
MDR 1999, 672
WM 1999, 806
BB 1999, 926
DB 1999, 894
BauR 1999, 642
ZfBR 1999, 191
Im Allgemeinen genügt der Unternehmer den Anforderungen, die sich aus dem Rechtsbewahrungsinteresse des Bestellers ergeben, wenn er ersparte Aufwendungen unter Zugrundelegung seiner Kalkulation vorträgt, die nach System und Differenzierung für Aufträge der vorliegenden Art gebräuchlich sind (BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 230).
Ähnlich hat der Senat bereits in anderem Zusammenhang entschieden ( Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 266 f.).
Maßstab hierfür ist das Informations- und Kontrollbedürfnis des Bestellers, das wiederum durch die Vertragsgestaltung und den Vertragsinhalt beeinflusst ist ( BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, aaO).
Erst dann ist es Sache des Bestellers, dazulegen und zu beweisen, dass der Unternehmer höhere Aufwendungen erspart bzw. höhere Erlöse erzielt hat als vom Unternehmer behauptet (BGH, Urt. 14.1.99, Az. VII ZR 277/97, = NJW 99, 1253).
Ausreichend ist dabei allerdings nicht allein die Rüge, die Rechnung sei nicht prüffähig (vgl. BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 266).
Dabei sind unter anderem auch die Vertragsgestaltung und der Vertragsinhalt von Bedeutung (BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 266 f.).
Das erfordert allerdings mehr als den Hinweis der Gegenseite, der Vortrag des Unternehmers sei nicht schlüssig (BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, aaO S. 266).
Dieser ermittelt sich - worauf das Berufungsgericht hingewiesen hat - als Differenz zwischen der für die nicht ausgeführten Leistungen vereinbarten Vergütung einerseits und ersparten Aufwendungen und anderweitigem Erwerb andererseits (BGH, Urteil vom 23. Oktober 1980 - VII ZR 324/79, BauR 1981, 198, 199; Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 265).
Gewinn und Allgemeine Geschäftskosten, die nicht projektbezogen anfallen, sind nicht erspart (BGH…, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, aaO;… Urteil vom 30. September 1999 - VII ZR 206/98, BauR 2000, 126, 128, juris Rn. 13 = NZBau 2000, 140; Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 269, juris Rn. 25).
Bei Abrechnung nach § 649 BGB sind neben den bereits geleisteten vertragsbezogenen Personal- und Sachkosten auch der kalkulierte Gewinn (vgl. BGH, Urteil vom 30. Oktober 1997 - VII ZR 222/96, BauR 1998, 185 = ZfBR 1998, 79) und die allgemeinen Gemeinkosten (BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 269) zu erstatten.
Sie hat vielmehr durchgehend darauf hingewiesen, dass es - was nicht in Frage steht - allein dem Unternehmer möglich ist, die Ersparnis darzulegen, die Darlegung so erfolgen muss, dass dem Besteller eine sachgerechte Rechtswahrung möglich ist, und an diese Darlegung keine überzogenen Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. nur BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 266 ff.; Urteil vom 11. Februar 1999 VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365, 368 ff.).
a) Als erspart sind diejenigen Aufwendungen abzuziehen, die durch die Nichtausführung des konkreten Vertrages entfallen sind (BGH, Urteil vom 21. Dezember 1995 - VII ZR 198/94 = BGHZ 131, 362, 365; Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97 = BGHZ 140, 263; Urteil vom 11. Februar 1999 - VII ZR 399/97 = BGHZ 140, 365).
Gewinn und Allgemeine Geschäftskosten, die nicht projektbezogen anfallen, sind nicht erspart (BGH, Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97 = BGHZ 140, 263; Urteil vom 30. September 1999 - VII ZR 206/98).
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