Source: https://www.strittmatterundpartner.de/unternehmenskauf-und-umstrukturierung.html
Timestamp: 2018-10-21 09:51:57
Document Index: 264920505

Matched Legal Cases: ['§20', '§20', '§15', '§2', '§2', '§14', '§27', '§291', '§14', '§3']

Unternehmenskauf und Umstrukturierung Kapitalgesellschaften
Unter Umstrukturierung versteht man die Änderung der Struktur der Firma in rechtlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht sowie die Neugestaltung aktueller Geschäftsprozesse. Umstrukturierungen werden häufig notwendig, wenn persönliche Haftungen auf das Unternehmensvermögen beschränkt werden sollen. Häufig wird Umstrukturierung als Umwandlung bezeichnet.
Die richtige Gesellschaftsform zu haben, kann existenziell von großer Bedeutung sein. Aber auch die steuerlichen Vorteile der passenden Gesellschaftsform zu erkennen und für den individuellen Einsatz zu prüfen, ist unsere große Leidenschaft. Den Weg dahin in steuerneutralster Weise zu finden, ist eine wichtige Aufgabe, die Strittmatter und Partner mit großer und langjähriger Erfahrung auf diesem Gebiet für Sie erfüllt.
Beispielm Umwandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften
Max Mustermann ist Inhaber eines Kranverleihs. Er führt die Firma seit Jahrzehnten als Einzelunternehmer. Max Mustermann ist sich der vollen persönlichen Haftung nicht bewusst. Auf Anraten seines Beraters entschließt er sich, seine Firma möglichst steueroptimiert in eine Kapitalgesellschaft umzuwandeln. Nach einer umfangreichen Beratung über die möglichen Gesellschaftsformen und deren steuerlicher Besonderheit, entschließt sich Max Mustermann zur Umwandlung seines Einzelunternehmens in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Umwandlung soll zum Jahreswechsel erfolgen. Das Eigenkapital zum 31.12.2010 beträgt 150.000 EUR.
Als Lösung wird die Umwandlung nach §20 UmwStG empfohlen. Voraussetzung hierfür ist, dass Max Mustermann seinen gesamten Betrieb mit allen wesentlichen Betriebsgrundlagen in das Unternehmen miteinbringt. Die Kapitalgesellschaft (hier: GmbH) wird mit einem Stammkapital von 25.000 EUR ausgestattet. Das Stammkapital darf in diesem Fall nicht einbezahlt werden, sondern gilt aufgrund der Einbringung des Betriebs als eingezahlt.
Das Registergericht prüft nach dem Notartermin, ob der Wert des eingebrachten Betriebs ausreicht, um die Stammeinlage zu erbringen. Das Unternehmen hat hierzu einen Sachgründungsbericht zu erstellen. Wenn alle Voraussetzungen der gesetzlichen Vorschrift des §20 UmwStG erfüllt werden, kann die Einbringung auf Antrag zum Buchwert erfolgen. Dadurch werden keine stillen Reserven aufgedeckt und es entsteht keine Besteuerung aufgrund der Umwandlung.
Vorsicht bei Betriebsgrundstücken
Sind im bisherigen Unternehmen Grundstücke enthalten, ist besondere Vorsicht zu gewähren. Bei der Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH wechselt das Betriebsgrundstück den Eigentümer. Vor der Umwandlung war Eigentümer des Grundstücks Max Mustermann, nach der Umwandlung ist Eigentümerin des Grundstücks die Max Mustermann GmbH. Durch den Rechtsträgerwechsel beim Grundstück entsteht Grunderwerbsteuer von derzeit 3,5% auf den Grundstückswert (Gemeiner Wert).
Max Mustermann entschließt sich aufgrund der negativen steuerlichen Konsequenzen – verursacht durch das Betriebsgrundstück – eine Umwandlung in eine GmbH & Co. KG vorzunehmen. Hierbei kann die Grunderwerbsteuer vollständig vermieden werden.
Im Gegenzug liegt jedoch eine Personengesellschaft vor, welche nach KapCoRiLiG als Kapitalgesellschaft handelsrechtlich beurteilt wird. Steuerrechtlich wird die GmbH & Co. KG als Mitunternehmerschaft behandelt und der Gewinn gilt bei den Gesellschaftern als Einkünfte aus Gewerbebetrieb im Sinne des §15 EStG.
Deutschland ist mittlerweile ein interessanter Investitionsstandort geworden. Aufgrund zahlreicher Unternehmenssteuergesetze wurde der Steuersatz für Körperschaften auf 15% gesenkt. Da Kapitalgesellschaften in der Regel auch der Gewerbesteuer unterliegen, summiert sich die Gesamtsteuerbelastung auf etwa 29% vom steuerpflichtigen Gewinn.
Das kann sich international sehen lassen. Deutschland hat im internationalen Vergleich einen vorderen Mittelplatz im Besteuerungsvergleich eingenommen. Insbesondere ausländische Konzerne haben dies mittlerweile festgestellt und investieren vermehrt in Deutschland.
Eine sinnvolle Gestaltung für ausländische Unternehmen kann die Gründung einer inländischen Tochtergesellschaft sein. Diese kann als Kapitalgesellschaft oder als Personengesellschaft ausgestaltet werden. Je nach Eigenkapitalausstattung kann sogar der Gewinn des inländischen Tochterunternehmens durch Zinszahlungen legal gesteuert werden. Grenzen bilden lediglich die Mindestbesteuerungsvorschriften (Zinsschranke).
Statt einer guten Eigenkapitalausstattung könnte dem Tochterunternehmen auch ein Darlehen gegeben werden. Die Zinsen verringern somit den inländischen Gewinn. Ferner können angemessene Gehälter bezahlt werden, welche ebenfalls den steuerpflichtigen Gewinn reduzieren. Eine vorausschauende Beratung kann sehr hilfreich und steueroptimierend sein. Gerne beraten wir Sie mit unserem Fachwissen.
Ein Unternehmen zu erwerben bzw. zu verkaufen bedarf einer ausführlichen Entscheidungsgrundlage. Sehr umfangreiche Problematiken gilt es zu erkennen, nach Lösungen muss gesucht werden, zwei Parteien haben sich zu einigen, etc. Mit unseren erfahrenen Beratern sowie der langjährigen Mediationserfahrung meistern wir mit Ihnen diese Aufgabe.
Beispiel: Herbert Pfiffig ist geschäftsführender Gesellschafter seines Medienkonzerns (Pfiffig Media GmbH). Herr Pfiffig hält 80,00% der Gesellschaftsanteile neben seiner Ehefrau Roswitha Pfiffig, welche weitere 20,00% der Gesellschaftsanteile hält. Herbert und Roswitha Pfiffig beabsichtigen ihre Anteile an der Pfiffig Media GmbH zu veräußern und Herr Pfiffig möchte auch seine Verantwortung in jüngere Hände abgeben. Er möchte die Geschäftsführung abgeben. Der langjährige Mitarbeiter Peter Fleiß möchte das Unternehmen übernehmen.
Eine klassische M&A-Aufgabe stellt sich dem Berater (Mergers & Acquisitions). Im ersten Schritt werden die beiden Parteien sich einigen, zu welchem Kaufpreis die Übernahme erfolgen kann. Im zweiten Schritt werden Finanzierungslösungen für die Übernahme gesucht, auf steuerliche und wirtschaftliche Machbarkeit hin untersucht und mit allen Beteiligten besprochen. Rechtliche Prüfungen bzw. Vertragsgestaltungen sind unabdingbar und werden von unseren Kooperationsanwaltskanzleien gerne übernommen. Im letzten Schritt erfolgt die Vollzugsphase (Notar, Vertragsunterzeichnungen, Kaufpreiszahlung, etc.). Insbesondere die Nachbetreuung des Übernehmers ist eine oft vernachlässigte Angelegenheit, denn insbesondere der noch geschäftlich unerfahrene Erwerber benötigt eine umfassende und stetige Beratung, welche wir gerne übernehmen.
Zahlreiche M&A-Aktionen haben wir in den vergangenen Jahren erfolgreich betreut. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihre Aufgaben für Sie erfolgreich und zur vollsten Zufriedenheit lösen dürften, sprechen Sie uns an.
Aufbau und Optimierung von Unternehmensstrukturen
Holdingkonzepte
Konzernstrukturierung
Organschaften entstehen gewollt oder ungewollt. Selbstverständlich helfen wir Ihnen dabei, dass diese nur gewollt entstehen bzw. gewollt nicht entstehen.
Zu unterscheiden sind ertragsteuerliche Organschaften (Gewerbe- und Körperschaftsteuer) sowie umsatzsteuerliche Organschaften.
Eine umsatzsteuerliche Organschaft liegt nach §2 UStG vor, wenn eine juristische Person, die nach außen selbständig auftritt, nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in ein Unternehmen eingegliedert ist.
Es ist nicht erforderlich, dass alle drei Eingliederungsmerkmale gleichermaßen ausgeprägt sind. Organschaft kann auch gegeben sein, wenn die Eingliederung auf einem der Gebiete nicht vollkommen, dafür auf den anderen Gebieten umso eindeutiger ist.
Die Wirkungen der Organschaft treten genau in dem Moment ein, in dem die Eingliederungsmerkmale erfüllt sind. Eine Kenntnis der Beteiligten ist unbeachtlich (vgl. BFH 29.10.2008 XI R 74/07, BStBl. II 2009, 256).
Nach dem jüngsten Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22.4.2010 V R 9/09 liegt eine finanzielle Eingliederung nicht mehr vor, wenn lediglich eine Personengesamtheit gemeinsam über die Anteilsmehrheit einer GmbH verfügt.
Wirkung der umsatzsteuerlichen Organschaft
Die Organgesellschaft ist nach §2 UStG ein unselbständiger Betriebsteil des Organträgers. Unternehmer ist allein der Organträger. Zu seinem Unternehmen gehört die Tochtergesellschaft. Leistungen zwischen Organträger und Organgesellschaft oder zwischen mehreren Organgesellschaften sind Innenumsätze. Auch wenn gegenseitig Rechnungen gestellt und Vergütungen gezahlt werden, wird keine USt nach §14c Abs. 2 UStG geschuldet und kann keine Vorsteuer abgezogen werden. Umsätze des Organträgers und der Organgesellschaften an fremde Dritte sind Umsätze des Organträgers.
Die Organgesellschaft hat ihre eigenen Umsätze unter der Steuernummer des Organträgers anzumelden und abzuführen. Es empfiehlt sich, in der Rechnung der Organgesellschaft, die Steuernummer des Organträgers anzugeben. Dem Bundeszentralamt für Steuern ist dies mitzuteilen.
Die Organgesellschaft erhält eine eigene Umsatzsteueridentifikationsnummer, welche in der Rechnung anzugeben ist. Entgegen dem Verfahren bei der Umsatzsteuer, ist die Zusammenfassende Meldung nicht konsolidiert elektronisch einzureichen. Organträger als auch Organgesellschaft haben eigene Zusammenfassende Meldungen zu erstellen und elektronisch einzureichen.
Was müssen Organgesellschaften beachten?
Organkreise erhalten auf Antrag gem. §27a Abs. 1 Satz 4 UStG eine gesonderte USt-IdNr. für den Organträger und jede einzelne Organgesellschaft. Der Antrag ist vom Organträger zu stellen und muss folgende Angaben enthalten:
Steuernummer, unter der der Organkreis umsatzsteuerlich geführt wird
USt-IdNr. des Organträgers (soweit bereits erteilt)
Bezeichnung des Finanzamtes, bei dem der Organkreis umsatzsteuerlich geführt wird
Namen und Anschriften der einzelnen Organgesellschaften, die am innergemeinschaftlichen Handelsverkehr teilnehmen
Steuernummern, unter denen die Organgesellschaften ertragssteuerlich geführt werden
Bezeichnung der zuständigen Finanzämter, bei denen die Organgesellschaften ertragssteuerlich geführt werden
Organschaften können sehr belastend sein, da der Organträger für die ordentliche Abführung der Umsatzsteuer der Organgesellschaft haftet. Bei besonderen Sachverhalten macht die Gestaltung einer umsatzsteuerlichen Organschaft sogar Sinn. Wenn die Organgesellschaft ausschließlich den Vorsteuerabzug ausschliessende Umsätze ausführt, erhält der Organträger dennoch den Vorsteuerabzug. Dies kann zu Umsatzsteuervorteilen führen, welche im Einzelfall genau geprüft werden müssen.
Ertragsteuerliche Organschaften
Von einer körperschaftsteuerlichen Organschaft spricht man, wenn ein Unternehmen finanziell in ein anderes Unternehmen eingegliedert ist. Organträger muss ein inländisches gewerbliches Unternehmen sein (auch Einzelunternehmen).
Die Organgesellschaft muss jedoch eine Kapitalgesellschaft sein (AG, GmbH, UG, KgaA) mit Geschäftsleitung im Inland. Als weitere Voraussetzung zur Annahme einer Organschaft muss ein Gewinnabführungsvertrag (§291 AktG) vorliegen.
Das Einkommen der Organgesellschaft wird dem Einkommen des Organträgers zugerechnet (§14 KStG).
Diese Regelung kann Sinn machen, wenn der Gesellschafter Aufwendungen für den Erwerb der Beteilung getragen hat, diese aber aufgrund der Beschränkungen des §3c EStG nicht steuerlich geltend machen könnte.
Durch Gestaltung einer Organschaft können die Gewinne des Betriebsunternehmens auf der Ebene 1 (Organgesellschaft) mit den Aufwendungen der Ebene 2 (Organträger) verrechnet werden. Das Gleiche gilt selbstverständlich bei Verlusten. Durch Begründung einer Organschaft kann der Verlust einer Betriebsgesellschaft mit dem Ergebnis des Organträgers verrechnet werden.