Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/methamphetamin-und-die-gehandelte-menge-in-der-strafzumessung-3200233
Timestamp: 2020-08-12 03:14:29
Document Index: 38418871

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Danach hat aber der Umstand, dass sich die Tat des Ange­klag­ten auf eine „har­te“ Dro­ge, mit­hin auf eine sol­che bezieht, die auf der von der Recht­spre­chung gebil­de­ten Gefähr­lich­keits­ska­la einen vor­de­ren Platz ein­nimmt [22], in ganz maß­geb­li­chem Umfang schon bei der Gewich­tung des kon­kre­ten Viel­fa­chen der nicht gerin­gen Men­ge Berück­sich­ti­gung gefun­den.
Mit der straf­schär­fen­den Berück­sich­ti­gung der 13, 4fachen Über16 schrei­tung des Grenz­werts für Metham­phet­amin­Ba­se ist dem Gewicht des Angriffs auf das geschütz­te Rechts­gut des­we­gen hier bereits im Grund­satz Rech­nung getra­gen. Dies schließt es zwar auch für Metham­phet­amin nicht aus, zusätz­li­che Aspek­te der Gefähr­lich­keit oder der kri­mi­nel­len Ener­gie dane­ben zu berück­sich­ti­gen. Hier lässt aber die kon­kre­te Straf­zu­mes­sung besor­gen, dass es der Wech­sel­wir­kung zwi­schen der Über­schrei­tung des Grenz­wer­tes um ein Viel­fa­ches und der Ein­ord­nung von Metham­phet­amin­Ba­se als „har­te Dro­ge“ nicht Rech­nung getra­gen und des­we­gen eine höhe­re Stra­fe ver­hängt hat als bei ange­mes­se­ner Berück­sich­ti­gung des Gefähr­lich­keits­po­ten­ti­als der tat­ge­gen­ständ­li­chen Metham­phet­amin­men­ge. Denn jeden­falls dann, wenn – wie hier – eine sehr hohe Stra­fe ver­hängt wird, muss für das Revi­si­ons­ge­richt ersicht­lich sein, dass das Land­ge­richt die straf­schär­fen­den Fak­to­ren zutref­fend gewich­tet hat.
vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 28.06.1990 – 2 StR 275/​90, BGHR BtMG § 29 Straf­zu­mes­sung 12 unter Hin­weis auf ein „Regel­tat­bild“; vom 10.02.1993 – 2 StR 20/​93, BGHR BtMG § 29 Straf­zu­mes­sung 24; vom 30.10.1996 – 2 StR 508/​96 Rn. 2; vom 26.03.2014 – 2 StR 202/​13 Rn. 14; vom 14.06.2017 – 3 StR 97/​17 Rn. 13; vom 20.11.2018 – 4 StR 329/​18 Rn. 7; und vom 26.03.2019 – 1 StR 677/​18 Rn. 6[↩]
vgl. hier­zu einer­seits BGH, Beschluss vom 09.07.2015 – 1 StR 7/​15 Rn. 39: sehr gefähr­li­che Dro­ge mit hohem Sucht­po­ten­ti­al; Beschluss vom 26.04.2017 – 5 StR 87/​17: Gefähr­dungs­po­ten­ti­al von Crys­tal mit dem der „har­ten“ Dro­ge Crack im Wesent­li­chen gleich zu bewer­ten; ande­rer­seits BGH, Beschlüs­se vom 15.06.2016 – 1 StR 72/​16 Rn. 13; und vom 08.12 2016 – 1 StR 499/​16 Rn. 7, die Wer­tung als extrem gefähr­li­che Dro­ge bean­stan­dend; dem­ge­gen­über BGH, Beschluss vom 06.02.2019 – 2 StR 593/​18 Rn. 5, offen las­send, ob die Wer­tung, dass es sich um eine der gefähr­lichs­ten Dro­gen auf dem Markt han­de­le, rechts­feh­ler­frei ist[↩]