Source: http://www.aok-business.de/tools-service/expertenforum/aforum/thema/cforum/forum/thread/56827/themennummer/56827/
Timestamp: 2018-01-16 11:23:37
Document Index: 234653084

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40']

Themenbereich Altersteilzeit Altersvorsorge Arbeitsentgelt Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Ausbildung Befreiung Beitragsberechnung Beitragssatz Beitragszuschuss Beiträge Beschäftigung älterer Arbeitnehmer Beschäftigungsverbot Betriebliche Altersversorgung Einmalzahlungen Elterngeld/Elternzeit Entgeltfortzahlung Entgeltfortzahlungsversicherung Entsendungen Existenzgründer Familienversicherung Freiwillige Versicherung Geringfügige Beschäftigung Gleitzone Jahresarbeitsentgelt Krankengeld Kurzfristige Beschäftigung Künstler Meldungen Minijobs Mutterschaftsgeld Mutterschutz Pflegezeit Saisonkräfte Studenten/Praktikanten/Schüler Versicherungspflicht/-freiheit Werkstudenten Zuwanderung
Themenbereiche: Beiträge, Geringfügige Beschäftigung
ein gutes neues Jahr vorab!
Es geht darum, dass ein normal sozialversicherungspflichtig Angestellter nebenher 2 geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ausführen möchte, die bei Zusammenrechnung unter 450 € liegen.
Das 2. geringfügige Beschäftigungsverhältnis soll dabei mit 20% nach § 40a EStG pauschaliert besteuert werden.
Fallen zusätzlich SV-Abgaben an?
Wie ist das anzumelden?
Andreas Leyers
Re: geringfügige Beschäftigungen
Hallo Herr Leyers,
werden mehrere für sich alleine betrachtet geringfügig entlohnte Beschäftigungen neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeübt, sind der pauschale Krankenversicherungsbeitrag und der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung in der ersten geringfügig entlohnten Beschäftigung zu zahlen. In der weiteren, für sich allein betrachteten geringfügig entlohnten Beschäftigung, entsteht Versicherungspflicht zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. In der Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungsfreiheit.
Nach § 40a Abs. 2a EStG besteht die Möglichkeit der Pauschalierung für geringfügige Beschäftigungen in Unternehmen und in Privathaushalten, wenn der Arbeitgeber keine pauschalen Beiträge zu entrichten hat. Die Pauschalierung nach § 40a Abs. 2a EStG greift also bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen ein, für die der Arbeitgeber die vollen Beiträge zur Sozialversicherung zu leisten hat.
Dieser Fall tritt ein, wenn die Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR infolge der Zusammenrechnung mehrerer Beschäftigungsverhältnisse überschritten wird und dies zu einer Versicherungspflicht des Arbeitnehmers für die einzelnen Beschäftigungsverhältnisse führt. In diesem Fall kann eine Pauschalierung nach § 40a Abs. 2a EStG für diejenigen (geringfügigen) Beschäftigungsverhältnisse erfolgen, deren Arbeitsentgelt ohne Zusammenrechnung die Höchstgrenze von 450 EUR pro Monat nicht übersteigt. Die Pauschalierung nach § 40a Abs. 2a EStG kann damit für mehrere geringfügige Beschäftigungen eines Arbeitnehmers vorgenommen werden.
Übt der Arbeitnehmer eine nicht geringfügige Beschäftigung (Hauptbeschäftigung) aus, so kommt für eine geringfügige Beschäftigung auch dann die Pauschalierung nach § 40a Abs. 2 EStG in Betracht, wenn daneben weitere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse bestehen. Für diese (also die zweite und alle weiteren) geringfügigen Beschäftigungen kann nur eine Pauschalierung nach § 40a Abs. 2a EStG erfolgen.
In den Fällen der Pauschalierung nach § 40a Abs. 2a EStG tritt aufgrund der „Versicherungspflicht des Arbeitnehmers“ neben die pauschale Lohnsteuer die Verpflichtung zur Zahlung von Beiträgen zur Sozialversicherung.
In Ihrem Fall besteht somit Versicherungspflicht zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Meldung ist mit dem Beitragsgruppenschlüssel 1101 zu erstellen.