Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=14.10.1999&Aktenzeichen=2%20Ws%20596/99
Timestamp: 2020-01-25 21:06:55
Document Index: 374608743

Matched Legal Cases: ['§ 85', '§ 89', '§ 454', '§ 57', '§ 451', '§ 454', '§ 78', '§ 454', '§ 57', '§ 454', '§ 454', '§ 89', '§ 454', '§ 85', '§ 85', '§ 88', '§ 88', '§ 85']

OLG Dresden, 14.10.1999 - 2 Ws 596/99 - dejure.org
https://dejure.org/1999,2701
OLG Dresden, 14.10.1999 - 2 Ws 596/99 (https://dejure.org/1999,2701)
OLG Dresden, Entscheidung vom 14.10.1999 - 2 Ws 596/99 (https://dejure.org/1999,2701)
OLG Dresden, Entscheidung vom 14. Januar 1999 - 2 Ws 596/99 (https://dejure.org/1999,2701)
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Jugendstrafe; Strafrestaussetzung; Strafaussetzung; Prüfungszeitpunkt; Zeitpunkt; Unterbrechung
JGG § 85 Abs. 6, § 89 a; StPO § 454b; StGB § 57
LG Bautzen - 4 StVK 395/99
NStZ-RR 2000, 381
Damit geht die Vollstreckungsleitung auf die Staatsanwaltschaft über (§ 451 StPO; vgl. Hamann Rpfleger 1991, 406, 407 f.;… Neubacher GA 2006, 737, 746), während die von der Strafprozessordnung den Gerichten übertragenen Aufgaben (vgl. §§ 454, 458 StPO) von den Strafvollstreckungskammern (§ 78 a GVG) übernommen werden (OLG Zweibrücken NStE Nr. 16 zu § 454b StPO; OLG Dresden NStZ-RR 2000, 381; OLG Rostock I Ws 430/02, bei JURIS; Kühn NStZ 1992, 526, 527; Heinrich NStZ 2002, 182, 183 f.;… Neubacher GA 2006, 737, 739, 747).
Da deshalb die Fristen für die Verbüßungsdauer aus § 57 StGB nicht zur Anwendung kommen, ist bei gleichzeitig zu vollstreckender Freiheitsstrafe die zur Erreichung eines gemeinsamen Entscheidungszeitpunkts für eine Reststrafenaussetzung (vgl. § 454 b Abs. 3 StPO) geforderte Unterbrechung der Jugendstrafe nicht nach § 454 b Abs. 2 StPO, sondern nach § 89 a JGG vorzunehmen (OLG Dresden NStZ-RR 2000, 381; 2 Ws 364/06, bei JURIS; vgl. auch OLG Zweibrücken NStE Nr. 16 zu § 454b StPO; OLG Karlsruhe Justiz 1998, 602; Kühn NStZ 1992, 526, 527; a.A. Hamann, Rpfleger 1991, 406, 407).
Die Unterbrechung der Jugendstrafe ist deshalb Aufgabe der Staatsanwaltschaft (OLG Dresden NStZ-RR 2000, 381; 2 Ws 364/06, bei JURIS; Kühn NStZ 1992, 526, 527; Eisenberg, JGG, zu § 85 Rn 17a; a.A. offensichtlich, allerdings ohne nähere Begründung Schleswig-Holsteinisches OLG SchlHA 2004, 262).
(Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung des Senats, vgl. Beschluss vom 14. Oktober 1999, NStZ-RR 2000, 381).
Der Senat gibt insoweit seine im Beschluss vom 14. Oktober 1999 (NStZ-RR 2000, 381) dargelegte gegenteilige und bislang in Übereinstimmung mit der herrschenden Meinung befindliche Auffassung ausdrücklich auf.
Mit weiterem Schreiben vom 21.10.2008 begründete sie die sofortige Beschwerde damit, dass auch dann, wenn - wie hier - der Verurteilte aus dem Jugendstrafvollzug herausgenommen und die Vollstreckung der Jugendstrafe nach § 85 Abs. 6 Satz 1 JGG an die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde nach den Vorschriften des Strafvollzugs für Erwachsene abgegeben worden ist, eine Aussetzung eines Restes der Jugendstrafe materiell-rechtlich nur nach den Regelungen der §§ 88 ff. JGG möglich sei (OLG Dresden, NStZ-RR 2000, 381).
Ungeachtet dessen, dass nach ständiger Rechtsprechung des Senats (NStZ-RR 2000, 381, mit Hinweis auf die Gesetzesentstehung) der materiellrechtliche Charakter der Sanktion als Jugendstrafe auch nach Herausnahme des Verurteilten aus dem Jugendvollzug und Übertragung der Vollstreckungszuständigkeit auf die Staatsanwaltschaft erhalten bleibt und sich die Aussetzung ihrer Vollstreckung materiellrechlich daher an den Vorschriften der flexibleren (vgl. Schleswig-Holsteinisches OLG in ZJJ 2009, 59 f.) §§ 88, 89 a JGG zu orientieren hat (h.M.; OLG Hamm StV 1996, 277 f.;… OLG Schleswig Beschluss vom 22. Oktober 2003 - 1 Ws 392/03 - Eisenberg JGG 13. Aufl. § 85 Rdnr. 17 a mit umfassenden weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung; a.A. OLG Düsseldorf JR 1997, 212 f.; OLG München StraFo 2009, 125 ff.;… offengelassen Schleswig-Holsteinisches OLG a.a.O), weshalb das Abstellen auf einen dem Jugendstrafrecht fremden "Zweidrittelzeitpunkt" regelmäßig verfehlt erscheint, geht auch die Strafvollstreckungskammer - zu Recht - davon aus, dass auch in vorliegender Sache eine Strafrestaussetzung nicht von vornherein ausscheidet, vgl. BA S. 3.
OLG Dresden, 28.07.2006 - 2 Ws 364/06