Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20U%2043/04
Timestamp: 2020-08-10 21:49:06
Document Index: 236510640

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 323', '§ 347', '§ 437', '§ 476', 'BGH', '§ 476', '§ 477', 'BGH', '§ 476', '§ 477', '§ 292', '§ 476', '§ 477', 'BGH', '§ 476', '§ 477', 'BGH', 'BGH', '§ 347', '§ 347', '§ 476', '§ 476', '§ 476']

Rechtsprechung: 11 U 43/04 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Hamm, 02.03.2007 | OLG Hamm
https://dejure.org/2005,7532
OLG Hamm, 01.07.2005 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2005,7532)
OLG Hamm, Entscheidung vom 01.07.2005 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2005,7532)
OLG Hamm, Entscheidung vom 01. Juli 2005 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2005,7532)
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§§ 13, 14, 326 Abs. 5, 346, 434, 435, 437 Nr. 1, Nr. 2, 446, 474, 476 BGB
BGB § 323, 326 § 347 § 437 § 476
Pferderecht - Erkrankung eines gekauften Pferdes (Sommerekzem)
Rückabwicklung eines Kaufvertrages über ein Pferd und Ersatz der Aufwendungen; Mangelhaftigkeit des Pferdes auf Grund der fehlenden gesundheitlichen Möglichkeit zu den vertraglich vereinbarten Distanzritten; Beschaffenheitsvereinbarung auf Grund einer öffentlichen ...
Sommerekzem erkranktes Pferd?
hippologie.net (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
BGH, 07.02.2007 - VIII ZR 266/06
Mangelhaftigkeit eines Reitpferds wegen Abweichung von der "physiologischen Norm"
Röntgenbefunde der Klasse II und III bei Reitpferden ohne klinische Symptome werden daher in der obergerichtlichen Rechtsprechung nicht als Sachmangel eingeordnet (OLG Hamm, NJOZ 2006, 4207, 4208 sowie Urteil vom 1. Juli 2005 - 11 U 43/04 (juris), Tz. 22, insoweit in ZGS 2006, 156 nicht abgedruckt; wohl auch OLG Oldenburg RdL 2006, 319, 320, das allerdings Sklerosierungen bereits als klinische Symptome ansieht).
Bei einem derartigen Verbrauchsgüterkauf wird aber, falls ein Sachmangel innerhalb von 6 Monaten nach Gefahrübergang auftritt, grundsätzlich vermutet, dass das Tier bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, da mittlerweile allgemein anerkannt ist, dass die Bestimmung des § 476 a.F. BGB (§ 477 n.F. BGB) auch auf den Verkauf von Tieren/Hunden anwendbar ist (BGH, Urteil vom 29.03.2006, Az.: VIII ZR 173/05, u.a. in: NJW 2006, Seiten 2250 ff.; OLG München, Urteil vom 26.01.2018, Az.: 3 U 3421/16, u.a. in: "juris"; OLG Stuttgart, Urteil vom 08.11.2007, Az.: 19 U 52/07, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 05403 = "juris"; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.; LG Ingolstadt, Urteil vom 31.05.2017, Az.: 33 O 109/15, teilw.
in: "juris") und dass die Vermutung nach § 476 a.F. BGB (§ 477 n.F. BGB) vom Verkäufer nicht nur erschüttert, sondern im Sinne von § 292 ZPO widerlegt werden muss, wenn er die Rechtsfolgen des § 476 a.F. BGB (§ 477 n.F. BGB) abwenden will (BGH, Urteil vom 29.03.2006, Az.: VIII ZR 173/05, u.a. in: NJW 2006, Seiten 2250 ff.; OLG München, Urteil vom 26.01.2018, Az.: 3 U 3421/16, u.a. in: "juris"; OLG Stuttgart, Urteil vom 08.11.2007, Az.: 19 U 52/07, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 05403 = "juris"; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.; LG Ingolstadt, Urteil vom 31.05.2017, Az.: 33 O 109/15, teilw.
Zeigt sich somit innerhalb von 6 Monaten seit Besitz- und Gefahrübergang ein Sachmangel - so wie hier -, so ist grundsätzlich zu vermuten, dass das Tier bereits bei Besitz- und Gefahrübergang mangelhaft war, so dass die Beklagte diese Vermutung hier hätte widerlegen müssen (§ 476 a.F. BGB [§ 477 n.F. BGB]; OLG Stuttgart, Urteil vom 08.11.2007, Az.: 19 U 52/07, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 05403 = "juris"; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.; LG Ingolstadt, Urteil vom 31.05.2017, Az.: 33 O 109/15, teilw. in: "juris").
Verwendungen sind Vermögensaufwendungen, die dem Tier zugutekommen, indem sie seiner Wiederherstellung, Erhaltung oder Verbesserung dienen (OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.).
Notwendig ist eine solche Verwendung aber auch nur, wenn sie zur Erhaltung oder ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der Tiere nach objektivem Maßstab zur Zeit der Vornahme erforderlich war (BGH, Urteil vom 24.11.1995, Az.: V ZR 88/95, u.a. in: NJW 1996, Seiten 921 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.).
Die Beklagte war auch nicht verpflichtet, vor dem Verkauf eine kernspintomografische Untersuchung (wie nunmehr hier im gerichtlichen Verfahren durch den Sachverständigen ausgeführt) durchführen zu lassen (OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04, u.a. in: ZGS 2006, Seiten 156 ff.) - wie bereits oben näher dargelegt -, so dass die Beklagte als "Hobbyzüchterin" schon dem Grunde nach hier nicht die Tierarztkosten für diese kranke Hündin übernehmen muss und es dem entsprechend sogar dahingestellt bleiben kann, ob eine Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvov und Zwingerhusten sowie eine Injektion gegen Flöhe durch die Tierärztin Dr. M... überhaupt insoweit als Schadenersatz erstattungsfähig gewesen wären.
Entgegen der Auffassung der Klägerin reicht für die Annahme eines Sachmangels allerdings nicht bereits grundsätzlich ein von der physiologischen Norm abweichender sogenannter Röntgenbefund der Klasse II oder III, wie ihn hier der Sachverständige Dr. X bestätigt hat, aus, wenn keine klinischen Symptome vorliegen (BGH, Urteil vom 07.02.2007, Az: VIII ZR 266/06, zitiert bei juris, dort Randnr. 16; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az: 11 U 43/04, zitiert bei juris, dort Randnr. 22).
Der Anspruch insoweit folgt aus §§ 347 Abs. 2, 437 Abs. 2, da es sich insoweit um Verwendungen i.S. des § 347 BGB handelt (OLG Hamm, Urteil vom 02.03.2007, Az: 11 U 43/04, zitiert bei juris, dort Randnr. 60 f.).
OLG Hamm, 04.08.2006 - 11 U 142/05
Abgesehen davon, dass es sich bei den festgestellten Veränderungen - so der Sachverständigen C (GA 94) - zum Teil um nur geringgradige Abweichungen von der Norm handelt(e), stellen diese für sich genommen, d.h. ohne Hinzutreten hierauf beruhender klinischer Erscheinungen, noch keinen Sachmangel dar (Senat, Urteil vom 01.07.2005 - 11 U 43/04 - BeckRS 2005 Nr. 10910).
LG Stendal, 18.05.2009 - 22 S 148/08
Röntgenbefunde ab Klasse II bei Reitpferden ohne klinische Symptome werden daher in der obergerichtlichen Rechtsprechung nicht als Sachmangel eingeordnet (vgl. OLG Hamm, NJOZ 2006, 4207, 4208 sowie Urteil vom 1. Juli 2005 - 11 U 43/04 (Juris), Tz. 22, insoweit in ZGS 2006, 156 nicht abgedruckt; wohl auch OLG Oldenburg RdL 2006, 319, 320, das allerdings Sklerosierungen bereits als klinische Symptome ansieht).
LG Köln, 03.11.2005 - 29 O 290/04
§ 476 BGB ist auf den Tierkauf anzuwenden (… vgl. Palandt- Putzo, BGB, 64. Aufl., § 476 Rdnr. 3; OLG Hamm, Urteil vom 01.07.2005, Az.: 11 U 43/04 ).
https://dejure.org/2007,14961
OLG Hamm, 02.03.2007 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2007,14961)
OLG Hamm, Entscheidung vom 02.03.2007 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2007,14961)
OLG Hamm, Entscheidung vom 02. März 2007 - 11 U 43/04 (https://dejure.org/2007,14961)
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Rücktritt vom Kaufvertrag eines Pferdes unter Berufung auf eine aufgetretene Allergie (sog. Sommerekzem) als gesundheitlicher Mangel des Tieres; Erstattungspflicht aller künftigen durch die Haltung des Pferdes entstehenden Kosten i.R.d. Rückabwicklung des Kaufvertrages; ...
Beweislastumkehr hinsichtlich der Mangelhaftigkeit gem. § 476 BGB bei einem Tier - Umfang des Ersatzes der notwendigen Aufwendungen bei einem Pferd
https://dejure.org/9999,98722
OLG Hamm - 11 U 43/04 (https://dejure.org/9999,98722)
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OLG Hamm - 11 U 43/04 (anhängig)