Source: https://www.dasbibliothekswissen.de/Gefahrenschutz-f%C3%BCr-Schwangere%3A-Gestaltung-des-Arbeitsplatzes-%28%C2%A7-2-MuSchG%29.html
Timestamp: 2020-02-22 06:43:30
Document Index: 366498863

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 11', '§ 315']

﻿ Gefahrenschutz für Schwangere: Gestaltung des Arbeitsplatzes (§ 2 MuSchG) | www.dasbibliothekswissen.de - Ihr Fachwissen online
Gefahrenschutz für Schwangere: Gestaltung des Arbeitsplatzes (§ 2 MuSchG)
12.12.2011, Klaus Rischar, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Klaus Rischar: Gefahrenschutz für Schwangere: Gestaltung des Arbeitsplatzes (§ 2 MuSchG) (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 6.5.1.3.1)
Klaus Rischar: Gesetzliche Bestimmungen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 6.5.1.3.1.1)
Rechtsquellen sind z.B. die
Arbeitsstättenordnung, zuletzt geändert am 18.12.2008
Mutterschutzrichtlinie
Arbeitsschutzrichtlinie 89/391/EWG, zuletzt geändert am 29.09.2003
Bildschirmrichtlinie 90/270/EWG vom 29.05.1990.
Klaus Rischar: Begriff des Arbeitsplatzes (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 6.5.1.3.1.2)
Zum Arbeitsplatz zählt auch die nähere Umgebung z.B.
Hindernisse auf dem Weg zum Arbeitsplatz.
Schutz vor einseitiger Belastung
Klaus Rischar: Schutz vor einseitiger Belastung (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 6.5.1.3.1.3)
Die Arbeitnehmerin darf nicht einseitig zu stark belastet werden; so muss sich eine Verkäuferin wegen ihrer ständigen stehenden Beschäftigung hinsetzen, eine dagegen immer sitzende Arbeitnehmerin für kurze Arbeitsunterbrechungen aufstehen dürfen (§ 2 II; III MuSchG).
Es muss Liege- und Ausruhmöglichkeiten in besonderen Räumen für Schwangere und Stillende geben, auf denen sie sich während der Pausen, aber auch während der Arbeitszeit ausruhen können. Die Zahl der Liegen muss der Mitarbeiterzahl entsprechen (§ 2 IV MuSchG).
Das gilt nicht bei der Zurückhaltung der Arbeitsleistung durch die Arbeitnehmerin (BAG 17.07.1970: DB 1970 S. 2220).
Mit dem Begriff der Unterbrechung der sitzenden Tätigkeit der Frauen ist darüber hinaus mehr gemeint als ein kurzes Aufstehen. Die Frau soll sich frei bewegen können bzw. auch die Liegemöglichkeiten gebrauchen können.
Erfasst sind nicht nur Büro- und Schreibkräfte, sondern auch Arbeitnehmerinnen, die sitzend an Fließbändern und Maschinen beschäftigt sind.
Übernahme anderer Aufgaben
Klaus Rischar: Übernahme anderer Aufgaben (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 6.5.1.3.1.4)
Im Falle eines Beschäftigungsverbots nach § 8 MuSchG kann der Arbeitgeber die Frau mit anderen Arbeiten beschäftigen, sie ggfs. auch umsetzen. Die Frau muss die angebotenen anderen Arbeiten ausführen, wenn sie ihren Entgeltanspruch gem. § 11 MuSchG nicht verlieren will, die andere Beschäftigung muss erlaubt und zumutbar sein.
Um die finanziellen Belastungen des Arbeitgebers möglichst gering zu halten, muss die Arbeitnehmerin auch solche Tätigkeiten annehmen, die ihr der Arbeitgeber sonst nicht im Rahmen seines Direktionsrechts anweisen könnte, z.B. Aufgaben außerhalb des Ausbildungsberufsbildes. Andererseits muss die angebotene Ersatzarbeit
dem besonderen Zustand der Schwangeren
ihre persönlichen Belange auch außerhalb der unmittelbaren Arbeitsbeziehung berücksichtigen.
Die Zuweisung einer anderen Tätigkeit muss billiges Ermessen wahren (vgl. § 315 BGB) und darf die Schwangere nicht über Gebühr belasten (BAG 22.04.1998 – 5 AZR 478/97).