Source: https://kirchenrecht-ekd.de/document/43469
Timestamp: 2019-08-20 03:23:07
Document Index: 42715175

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 6', '§ 4']

8.2.5 Rahmenstudien- u. RahmenprüfungsO Weiterbildungsstudiengang »Master of Theological Studies« - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
8.2.5 Rahmenstudien- u. RahmenprüfungsO Weiterbildungsstudiengang »Master of Theological Studies«
I. Studienbezogene Bestimmungen § 1 – Allgemeines
§ 3 – Aufnahmeverfahren
§ 4 – Studienumfang und Modulstrukturierung
§ 5 – Regelstudienzeit
II. Prüfungsbezogene Bestimmungen § 6 – Prüfung zum »Master of Theological Studies« – Allgemeines
§ 8 – Prüfungsamt bzw. Prüfungsausschuss
§ 9 – Prüfende und Beisitzende
§ 10 – Abschluss des Studiengangs »Master of Theological Studies«
§ 11 – Art und Umfang der Masterarbeit
§ 12 – Bewertung der Prüfungsleistungen, Bildung und Gewichtung der Noten
§ 13 – Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß
§ 14 – Bestehen, Nicht-Bestehen, Nachprüfungen, Wiederholung
§ 15 – Anrechnung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen
§ 16 – Zeugnis und Masterurkunde
§ 17 – Ungültigkeit der Prüfung zum »Master of Theological Studies«
§ 18 – Einsicht in die Prüfungsakten
Rahmenstudienordnung und Rahmenprüfungsordnung für den Weiterbildungsstudiengang Evangelische Theologie mit dem Abschluss
( 4 ) Durch Übereinkunft unter den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (Beschluss der Kirchenkonferenz) kann der erfolgreiche Abschluss eines gemäß dieser Rahmenordnung gestalteten Masterstudiengangs als Voraussetzung für den kirchlichen Vorbereitungsdienst anerkannt werden. Die einzelnen Landeskirchen unterziehen diejenigen Absolventinnen und Absolventen, die sich um Aufnahme in den Vorbereitungsdienst ihrer Kirche bewerben, einem Auswahlverfahren einschließlich Kolloquium. Daher setzen die Einrichtung eines solchen Masterstudiengangs und der Erlass entsprechender Studien- und Prüfungsordnungen das Einvernehmen mit der Landeskirche am Sitz der Fakultät und ggfs. die verbindliche Kooperation mit weiteren Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) voraus.
Der Masterstudiengang erschließt Kenntnisse und Fertigkeiten, die vom Umfang und Vertiefungsgrad her nicht den in einem grundständigen Theologiestudium (»Magister Theologiae«) erworbenen entsprechen. Dient der Masterstudiengang als erster, universitärer Teil des Ausbildungsweges im Rahmen eines berufsbegleitenden Zugangs zum Pfarrdienst, sollen die Absolventinnen und Absolventen deshalb ihre im Masterstudiengang erworbenen wissenschaftlich-theologischen Kenntnisse und Kompetenzen im Rahmen des Vorbereitungsdienstes und der Fortbildung in den ersten Amtsjahren (FEA) vertiefen. Für die Implementierung entsprechender Vertiefungsmöglichkeiten im Rahmen individuell zugeschnittener Ausbildungspläne tragen die aufnehmenden Landeskirchen Sorge. Zur Ausgestaltung dieser Vertiefungsangebote sind die dieser Rahmenordnung als Anhang beigegebenen »Richtlinien für die Ausgestaltung der Vertiefungsoptionen wissenschaftlich-theologischer Kompetenz von Absolventinnen und Absolventen des »Master of theological studies« in Vikariat und Probedienst bzw. Fortbildung in den ersten Amtsjahren« zu beachten.
In allen drei Phasen, Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildung in den ersten Amtsjahren, sind die aus vorangegangener akademischer Qualifikation und Berufstätigkeit mitgebrachten Kompetenzen und Erfahrungen zu berücksichtigen.
( 5 ) Der Masterstudiengang will die Studierenden dazu qualifizieren, aus evangelisch-theologischer Perspektive
Zur Erreichung dieses Profils zielt der Masterstudiengang auf den Erwerb fachspezifischer Methoden und Kenntnisse und die Entwicklung fachübergreifender Kompetenzen (z.B. theologisch-hermeneutische und kommunikative Kompetenz, Methoden- und Medienkompetenz).
( 7 ) Ein gemäß dieser Rahmenordnung eingerichteter Masterstudiengang sowie die weiterführenden Studien im Rahmen von Vorbereitungsdienst und Fortbildung sind nach sechs Jahren zu evaluieren. Die Ergebnisse sind dem Evangelisch-Theologischen Fakultätentag und den betreffenden Landeskirchen vorzulegen.
( 1 ) Zum Masterstudiengang kann nur zugelassen werden, wer
einen ersten Hochschulabschluss, etwa einen Bachelor oder einen vergleichbaren in- oder ausländischen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, nachweist. Dieser Hochschulabschluss darf nicht mehrheitlich im Fachgebiet Ev. Theologie/ Ev. Religion erworben sein. Eine Mindestnote kann als Zulassungsbedingung festgelegt werden. Nicht zugelassen wird, wer den Prüfungsanspruch in einem anderen theologischen Studiengang, namentlich in einem Studiengang »Magister Theologiae« oder Lehramt »Evangelische Religion«, verwirkt hat. Außerhalb des Masterstudiengangs absolvierte Studienleistungen werden – Einschlägigkeit vorausgesetzt – höchstens im Umfang von 20 ECTS-Punkten angerechnet.
Nachweis einer mindestens fünfjährigen Berufstätigkeit, die auf dem abgeschlossenen ersten Hochschulstudium basiert. Auf Antrag können Tätigkeiten wie Pflege- und Erziehungszeiten o.Ä. als äquivalent anerkannt werden, allerdings nur bis zu einem Umfang von 50 Prozent.
Nachweis über die Zugehörigkeit zu einer evangelischen oder einer dem ÖRK angehörenden Kirche. Über die ausnahmsweise Zulassung einer Kandidatin oder eines Kandidaten, die oder der Mitglied einer anderen christlichen Kirche oder Denomination ist, entscheidet der Prüfungsausschuss.
Das Aufnahmeverfahren prüft:
Nach Bestehen des Aufnahmeverfahrens ist eine individuelle Beratung und Begleitung der Studierenden vorzusehen.
( 2 ) Der Masterstudiengang gliedert sich in verpflichtende Basis- und Aufbaumodule, die gleichgewichtig aus den Disziplinen Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Praktische Theologie und Religionswissenschaft /Interkulturelle Theologie gespeist werden.1# Die Module können – sofern die hochschulrechtlichen Bestimmungen der Bundesländer dies zulassen – auf die Angebote des grundständigen Studiums zurückgreifen. Vor allem in den Aufbaumodulen ist eine fächerübergreifende theologische Reflexion anzuregen, die sich in interdisziplinären Lehrangeboten niederschlägt. Dabei ist auf eine ausgewogene Berücksichtigung aller theologischen Disziplinen zu achten.
( 4 ) Der Masterstudiengang setzt Sprachkenntnisse in Hebräisch und Griechisch im Umfang von mindestens 24 LP (12 LP für Hebräisch und 12 LP für Griechisch) voraus, von denen 20 LP nicht auf die unter (1) genannte Punktzahl des Studiums angerechnet werden. Die Sprachkenntnisse sind durch geeignete Sprachprüfungen nachzuweisen. Sofern diese Kenntnisse nicht bei Studienbeginn vorliegen, müssen sie studienbegleitend erworben werden.
Die Sprachkenntnisse sollen im Rahmen von und in Verbindung mit Lehrveranstaltungen eingesetzt und vertieft werden. Die Sprachlernangebote sollten so konzipiert sein, dass die Studierenden mit Hilfe passender Anschlussangebote das Hebraicum und das Graecum erwerben können.
§ 6 – Prüfung zum »Master of Theological Studies« – Allgemeines
( 2 ) Die Prüfung zum »Master of Theological Studies« (Masterarbeit) wird nach Maßgabe staatlichen Rechts durchgeführt. Im Rahmen staatskirchenrechtlich geregelter Beteiligungsverfahren werden die Landeskirche am Sitz der Fakultät und die kooperierenden Gliedkirchen der EKD den Ordnungen für die Prüfung zum »Master of Theological Studies« zustimmen, wenn diese den Anforderungen dieser Rahmenordnung entsprechen. Es ist auf die inhaltliche und formale Gleichwertigkeit der Prüfungen an den verschiedenen Fakultäten bzw. Kirchlichen Hochschulen zu achten. Die Gleichwertigkeit ist Voraussetzung der gegenseitigen Anerkennungsfähigkeit im Bereich der EKD.
( 1 ) Zu Prüfenden werden in der Regel nur Professorinnen bzw. Professoren und andere nach Landesrecht oder Kirchenrecht prüfungsberechtigte Personen bestellt. Zur Beisitzerin bzw. zum Beisitzer darf nur bestellt werden, wer die Erste Theologische Prüfung/die Prüfung zum Magister Theologiae oder eine vergleichbare Prüfung abgelegt hat. Die Prüfungsordnungen können Möglichkeiten zur Wahl von Prüferinnen/Prüfern durch die Kandidatinnen/Kandidaten einräumen.
Die Masterarbeit ist Bestandteil des Studiengangs und bildet ein eigenständiges Abschlussmodul. Ihr Thema geht aus einem der in § 4 Absatz 2 genannten Fächer hervor. Spezialfächer sind mit dem Prüfungsausschuss abzusprechen. Die Masterarbeit darf 144.000 Zeichen inklusive Leerzeichen nicht überschreiten.
Die Bearbeitungszeit beträgt 12 Wochen, es sei denn, lokale Vorgaben sehen andere Regelungen vor. Das Thema kann nur einmal und zwar innerhalb der ersten beiden Wochen der Bearbeitungszeit zurückgegeben werden; die Rückgabe zählt nicht als Fehlversuch. Eine Verlängerung der Bearbeitungszeit ist auf begründeten Antrag hin um bis zu vier Wochen möglich. Die Prüfungsordnungen können für die in Satz 5 bis 7 genannten Fristen jeweils bis zu doppelt so lange Zeiträume vorsehen, sofern das Studium in Teilzeit und/oder berufsbegleitend erfolgt. Die Masterarbeit ist fristgemäß beim Prüfungsausschuss abzugeben. Bei Nichtbestehen ist eine Wiederholung der Masterarbeit einmal möglich. Eine zweite Wiederholung ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Die Entscheidung hierüber trifft das Prüfungsamt bzw. der Prüfungsausschuss.
( 1 ) Über den erfolgreichen Abschluss des Studiengangs erhält die Kandidatin/der Kandidat jeweils unverzüglich, möglichst innerhalb von vier Wochen, ein Zeugnis. In das Zeugnis der Prüfung zum »Master of Theological Studies« sind die Beurteilung der Modulprüfungen, das Thema der Masterarbeit und deren Note sowie die Gesamtnote aufzunehmen. Gegebenenfalls können ferner die Studienschwerpunkte, die Pflicht- und Wahlpflichtbereichen des Studiums und die bis zum Abschluss der Prüfung zum »Master of Theological Studies« benötigte Fachstudiendauer in das Zeugnis aufgenommen werden. Auf Antrag der Kandidatin/des Kandidaten sind in einem Beiblatt zum Zeugnis die Noten des jeweiligen Prüfungsjahrganges (Notenspiegel, Rangzahl), soweit landesrechtlich die Voraussetzungen hierfür bestehen, anzugeben.
( 4 ) Die Kandidatin/der Kandidat erhält ergänzend zu Zeugnis und Urkunde zusätzlich ein Diploma Supplement entsprechend dem »Diploma Supplement Modell« von Europäischer Union /Europarat /UNESCO sowie englischsprachige Übersetzungen der Urkunde und des Zeugnisses.
Die Prüfungsordnungen regeln die Zuständigkeiten. Sie regeln insbesondere, wer Zeugnisse und Urkunden ausstellt und wer entscheidet
Der Erwerb der 24 LP (Hebräisch und Griechisch) geschieht entweder vor dem Studienbeginn (in Form von Fern- oder Ferienkursen) oder während des Studiums. Die bestehenden und bewährten Angebote reichen von Fernkursen mit einer Arbeitsbelastung von 10–12 Stunden pro Woche (berufsbegleitendes Angebot), über Kompaktkurse zu den regulären Sprachkursen an den Fakultäten.
Die Abschlussklausur besteht aus einer Textübersetzung (ca. 60–80 Wörter), der Zusatzfragen beigegeben werden, in denen einzelne grammatische Phänomene (z.B. Genitivus Absolutus) abgefragt werden. Der Schwerpunkt der Abschlussklausur liegt auf der Textübersetzung.
Ziel der zweiten Ausbildungsphase ist der Erwerb »theologisch-pastoraler Kompetenz«, d.h. der Fähigkeit, die Aufgaben eines Pfarrers oder einer Pfarrerin in den Handlungsfeldern des Pfarrberufs angemessen wahrzunehmen.2#
»Das Curriculum der 2. Ausbildungsphase sollte [sc. für Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs »Master of Theological Studies«] auf der Grundlage einer Beschreibung vorhandener und zu erwerbender Fähigkeiten die Entwicklung individuell zugeschnittener Ausbildungspläne vorsehen, die die spezifischen Qualifikationen, Erfahrungen und Fähigkeiten der Kandidaten und Kandidatinnen des ‚berufsbegleitenden Zugangs‘ in das Ausbildungsprogramm einbeziehen und die individuelle Schwerpunktsetzung fördern.«3#
Die Fortbildung in den ersten Amtsjahren dient der Reflexion der pastoralen Tätigkeit und der Vertiefung und Erweiterung der durch die theologische Ausbildung erworbenen theologisch-pastoralen Kompetenz.4#
»Der pfarramtliche Probedienst (3. Phase) hat den bisher erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten der berufsbegleitend Ausgebildeten Rechnung zu tragen. (…) Unter Berücksichtigung der spezifischen Voraussetzungen des berufsbegleitenden Zugangs ist als Grundlage der 3. Phase ein auf die konkreten Bedingungen des pfarramtlichen Probedienstes und auf die spezifischen individuellen Voraussetzungen abgestimmtes Fort- und Weiterbildungsprogramm zu entwickeln.«5#
1 ↑ Zur Beschreibung der Disziplinen vgl. die »Empfehlungen der Gemischten Kommission /Fachkommission I für den Studiengang Evangelische Theologie (Pfarramt /Diplom /Magister Theologiae)«, in: Michael Beintker /Michael Wöller (Hg.), Theologische Ausbildung in der EKD. Dokumente und Texte 2005 – 2013, 69-76, sowie die Übersicht über die Gegenstände des Studiums der Evangelischen Theologie, a.a.O., Leipzig 2014, 103-108.
2 ↑ Vgl. »Standards und Kompetenzmatrix für die zweite Ausbildungsphase« (2009), in: Michael Beintker /Michael Wöller (Hg.), Theologische Ausbildung in der EKD. Dokumente und Texte 2005 – 2013,137-144, hier 137.
3 ↑ »Eckpunkte für einen berufsbegleitenden Zugang zum Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin in den Gliedkirchen der EKD« (Beschluss Nr. 6 des E-TFT 2015, 5).
4 ↑ »Fortbildung für das ordinationsgebundene Amt in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa« (2016).
5 ↑ »Eckpunkte für einen berufsbegleitenden Zugang zum Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin in den Gliedkirchen der EKD« (Beschluss Nr. 6 des E-TFT 2015, 5).