Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=03.06.1997&Aktenzeichen=1%20C%2018.96
Timestamp: 2019-07-22 06:56:34
Document Index: 24638925

Matched Legal Cases: ['Art. 8', '§ 8', 'Art. 8', '§ 8', 'Art. 8', '§ 8', 'EGMR', '§ 6', '§ 5', '§ 27', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 8', '§ 10', '§ 11', '§ 5', '§ 5', '§ 10', '§ 39', '§ 5', '§ 4', '§ 9', '§ 8', '§ 99', '§ 3', '§ 39', '§ 8', '§ 8', '§ 10', '§ 10']

BVerwG, 03.06.1997 - 1 C 18.96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,237
BVerwG, 03.06.1997 - 1 C 18.96 (https://dejure.org/1997,237)
BVerwG, Entscheidung vom 03.06.1997 - 1 C 18.96 (https://dejure.org/1997,237)
BVerwG, Entscheidung vom 03. Juni 1997 - 1 C 18.96 (https://dejure.org/1997,237)
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Achtung des Familienlebens - Anrechnung - Asylantrag - Asylbewerber - Asylunabhängiger Zweck - Asylverfahren - Aufenthaltsbefugnis - Aufenthaltserlaubnis - Aufenthaltsgenehmigung - Aufenthaltsgestattung - Bürgerkrieg - Bürgerkriegsflüchtling - Einreise ohne Visum - Einreisevorschriften - Erforderliches Visum - Erlaubte Einreise - Familienangehörige - Nachzug - Positivstaater - Rechtmäßiger Aufenthalt - Rechtsanspruch - Sperrwirkung - Visumszwang
VG Ansbach, 25.01.1995 - AN 9 K 94.47294
NVwZ 1997, 777
NVwZ 1998, 189
Vermittelt, wie dargelegt, Art. 8 EMRK keinen Schutz vor einer Abschiebung, läßt sich aus dieser Vorschrift erst recht kein unmittelbarer Anspruch des Klägers auf Erteilung einer von den Vorschriften des Ausländergesetzes losgelösten Aufenthaltsgenehmigung ableiten (vgl. hierzu Urteil vom 3. Juni 1997 - BVerwG 1 C 18.96 - Buchholz 402.240 § 8 AuslG 1990 Nr. 11, S. 18 f.).
Ob ein Ausländer nach Art. 8 EMRK einen Anspruch auf Schutz seines Familienlebens im Bundesgebiet besitzt, kann sich allenfalls dann ergeben, wenn feststeht, ob der weitere Aufenthalt des Angehörigen, mit dem der erfolglose Asylsuchende sein Familienleben fortsetzen möchte, im Bundesgebiet gesichert ist (vgl. Urteil vom 3. Juni 1997 - BVerwG 1 C 18.96 - Buchholz 402.240 § 8 AuslG Nr. 11).
Wesentliches Ziel des Art. 8 EMRK ist der Schutz des einzelnen vor willkürlicher Einmischung der öffentlichen Gewalt in das Privat- und Familienleben (vgl. Urteile vom 18. Juni 1996 - BVerwG 1 C 17.95 - und vom 3. Juni 1997 - BVerwG 1 C 18.96 - Buchholz 402.240 § 8 AuslG 1990 Nr. 9 bzw. Nr. 11; EGMR, InfAuslR 1996, 245).
Zum anderen erfüllt der Antragsteller die - auch für erfolglos gebliebene Asylbewerber geltende (vgl. BVerwG, Urteil vom 03.06.1997 - 1 C 18.96 - NVwZ 1998, 198) - nationale Visumpflicht für längerfristige Aufenthalte gemäß § 6 Abs. 4 AufenthG nicht, da er - auch nach der Eheschließung in Schweden - nicht mit dem insoweit erforderlichen Visum zur Familienzusammenführung eingereist ist (§ 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AufenthG).
Ist die Versagung eines Aufenthaltsrechts aus familiären Gründen nach §§ 27 ff. AufenthG danach auch unter Beachtung der Schutzpflichten aus Art. 6 GG und Art. 8 EMRK rechtmäßig, verstoßen grundsätzlich weder die damit einhergehende Ausreisepflicht noch deren zwangsweise Durchsetzung gegen Art. 6 GG oder Art. 8 EMRK (vgl. BVerwG, Urteil vom 03.06.1997, a. a. O.; Urteil vom 18.06.1996 - 1 C 17.95 - BVerwGE 101, 265).
Auch § 10 Abs. 1 AufenthG, kraft dessen unter bestimmten Voraussetzungen während des Asylverfahrens Aufenthaltserlaubnisse erteilt werden können, zwingt nicht zu dem Schluss, Asylbewerber seien auch nach Abschluss ihres Asylverfahrens im Hinblick auf einen asylunabhängigen Aufenthaltszweck von der Beachtung bestehender Visumsvorschriften befreit (vgl. BVerwG, Urt. v. 3.6.1997 - BVerwG 1 C 18.96 -, juris Rn. 48, zur Vorläufernorm in § 11 Abs. 1 AuslG 1990).
OVG Sachsen, 16.10.2008 - 3 A 94/08
Aufenthaltserlaubnis; abgelehnter Asylbewerber; Einreise mit dem erforderlichen …
Auch abgelehnte Asylbewerber müssen grundsätzlich eine - asylunabhängige - Aufenthaltserlaubnis im Sichtvermerksverfahren einholen, wenn sie nicht aus anderen Gründen davon befreit sind oder die Aufenthaltserlaubnis nach der Einreise einholen dürfen (vgl. BVerwG, Urt. v. 3.6.1997, NVwZ 1998, 189).
Die dort geregelten Ausnahmen sollen zusätzlich zu den im Aufenthaltsgesetz eröffneten Möglichkeiten (z. B. nach § 5 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 Halbsatz 2) und Verpflichtungen (z. B. nach § 5 Abs. 3 Halbsatz 1, § 10 Abs. 3), vom Visumserfordernis abzusehen, gelten, worauf die Eingangsformulierung "über die im Aufenthaltsgesetz geregelten Fälle hinaus" hinweise (vgl. BR-Drs. 731/04 zu § 39 AufenthV;… Kloesel/Christ/Häußer, Kommentar zum Ausländerrecht, § 5 AufenthG Rn. 53, Renner, Ausländerrecht, 8. Aufl. 2005, § 4 AufenthG Rn. 36 und 38; Nr. 5.2.1.1 Vorläufige Anwendungshinweise des Bundesministerium des Innern; OVG NRW, Beschl. v. 21.12.2007 - 18 B 1535/07 - zitiert nach JURIS; VGH BW, Beschl. v. 14.3.2006, VBlBW 2006, 357, vgl. zu den Vorgängervorschriften in § 9 Abs. 2 Nr. 1 DVAuslG und § 8 Abs. 1 Nr. 1 AuslG: BVerwG, Urt. v. 3.6.1997, NVwZ 1998, 189).
Die Verordnungsermächtigung in § 99 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG entspricht derjenigen in § 3 Abs. 3 Satz 2 AuslG, deren hinreichende Bestimmtheit in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgericht nicht in Frage gestellt worden ist (vgl. BVerwG, Urt. v. 3.6.1997, a. a. O.) Der Einwand des Beklagten greift auch deshalb nicht durch, weil die dem Verordnungsgeber erteilte Ermächtigung, zu bestimmen, dass der Aufenthaltstitel vor der Einreise bei der Ausländerbehörde oder nach der Einreise eingeholt werden kann, inhaltlich gleichbedeutend ist mit der Ermächtigung, vom Visumserfordernis in weiteren als den im Gesetz selbst geregelten Fällen zu suspendieren (vgl. die oben zitierten Nachweise zur Begründung des § 39 AufenthV).
Nach der Rechtsprechung des Senats sperrt § 8 Abs. 1 AuslG die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung nicht für Rechtsansprüche, die auf anderen Rechtsgrundlagen als denen des Ausländergesetzes beruhen (vgl. Urteile vom 3. Juni 1997 - BVerwG 1 C 18.96 - und vom 9. September 1997 - BVerwG 1 C 20.97 - Buchholz 402.24 § 8 AuslG 1990 Nr. 11 und 14).
Ein Eingriff in das Privat- und Familienleben durch Versagung des Aufenthalts setzt zudem voraus, dass das Privat- oder Familienleben des Ausländers in dem betreffenden Staat fest verankert ist und sich nicht auf eine lose Verbindung beschränkt (BVerwG, Urteil vom 27.02.1996 - BVerwG 1 C 41.93 - BVerwGE 100, 287 [297]; BVerwG, Urteil vom 03.06.1997 - BVerwG 1 C 18.96 - NVwZ 1998, 189).
OVG Niedersachsen, 27.04.2006 - 5 LC 110/05
Familiennachzug eines abgelehnten Asylbewerbers zur deutschen Ehegattin
VGH Baden-Württemberg, 16.08.2000 - 13 S 2186/99
Ehegattennachzug - Versagungsgrund
VGH Bayern, 07.01.2013 - 10 CE 13.36
Titelerteilungssperre des § 10 Abs. 3 Satz 1 AufenthG; kein Rechtsanspruch auf …
VG Ansbach, 17.09.1998 - AN 5 K 98.01143
Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Ehegattennachzug; Einreise ohne …
OVG Berlin-Brandenburg, 09.08.2018 - 11 M 22.18
Aufenthaltserlaubnis; Titelerteilungssperre gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 AufenthG; …
VGH Baden-Württemberg, 17.03.2004 - 11 S 1216/02
Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis bei Versagungsgründen; Rechtsanspruch auf …
OVG Nordrhein-Westfalen, 25.02.2005 - 18 B 348/05
Visum abgelehnter Asylbewerber Einreise Ehe eheliche Lebensgemeinschaft
OVG Sachsen, 12.12.2001 - 3 BS 159/01
Entfallen der Fiktionswirkung bei Fehlen eines gesetzlichen Anspruchs auf …
VGH Hessen, 16.04.1998 - 3 TG 3890/97
Aufenthaltsgenehmigung zum Zwecke des gebotenen Schutzes von Ehe und Familie - …
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.03.2005 - 18 B 503/05
VG Aachen, 11.09.2003 - 8 L 1029/03
D (A), Ausländer, Minderjährige, Kinder, in Deutschland geborene Kinder, …