Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Betriebsrat_BAG_7ABR72-06.html
Timestamp: 2018-06-25 05:52:16
Document Index: 236969170

Matched Legal Cases: ['§ 118', '§ 2', '§ 81', '§ 83', '§ 118', '§ 4', '§ 5', '§ 118', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 83', '§ 19', '§ 19', '§ 5', '§ 5', '§ 83', '§ 82', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 81', '§ 83', '§ 83', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 83', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 140', '§ 118', 'Art. 4', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 118', '§ 66', '§ 66', '§ 67', '§ 80', '§ 2', '§ 81', '§ 83', '§ 87', '§ 99', '§ 99', '§ 83', '§ 83', '§ 83', '§ 83', '§ 66', '§ 80', '§ 80', '§ 81', '§ 2', '§ 80', '§ 2', '§ 81', '§ 83', '§ 2', '§ 83', '§ 66', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', '§ 118', '§ 118', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 118', 'Art. 140', '§ 611', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 140', 'Art. 140', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', 'Art. 140', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 2', '§ 4', '§ 11', '§ 12', '§ 14', '§ 4', '§ 13', '§ 16', '§ 118', '§ 5', '§ 5', '§ 15', '§ 118', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 563', '§ 563', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118']

HENSCHE Arbeitsrecht: 7 ABR 72/06
Schlag­worte: Betriebsrat, Religionsgemeinschaft, Tendenzbetrieb
Akten­zeichen: 7 ABR 72/06
Ent­scheid­ungs­datum: 05.12.2007
1. Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung auf Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und die ih­nen zu­ge­ord­ne­ten ka­ri­ta­ti­ven und er­zie­he­ri­schen Ein­rich­tun­gen. Die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs.2 Be­trVG setzt ei­ne in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung zwi­schen der Kir­che und der Ein­rich­tung vor­aus, auf Grund de­rer die Kir­che über ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten verfügt, um auf Dau­er ei­ne Übe­rein­stim­mung der re­li­giösen Betäti­gung der Ein­rich­tung mit kirch­li­chen Vor­stel­lun­gen gewähr­leis­ten zu können.
2. Das er­for­der­li­che Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che auf die re­li­giöse Tätig­keit in der Ein­rich­tung wird nicht al­lein durch die Mit­glied­schaft der Ein­rich­tung oder ih­res Recht­strägers im Dia­ko­ni­schen Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che be­gründet. Dies ist nur der Fall, wenn das Dia­ko­ni­sche Werk sei­ner­seits über ent­spre­chen­de Ein­flussmöglich­kei­ten ge­genüber der Ein­rich­tung oder ih­rem Recht­sträger verfügt.
3. Die Her­an­zie­hung der Vor­schrif­ten der ZPO über die Ne­benin­ter­ven­ti­on ist im ar­beits­ge­richt­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG durch die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen in § 81, § 83 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 ArbGG aus­ge­schlos­sen.
8 TaBV 58/06
5. De­zem­ber 2007
hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der Be­ra­tung vom 5. De­zem­ber 2007 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dörner, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Koch so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Ger­scher­mann und Güner für Recht er­kannt:
1. Die Rechts­be­schwer­de des Dia­ko­ni­schen Wer­kes der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land e.V. ge­gen den Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 29. Au­gust 2006 - 8 TaBV 58/06 - wird als un­zulässig ver­wor­fen.
2. Auf die Rechts­be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin wird der Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 29. Au­gust 2006 - 8 TaBV 58/06 - auf­ge­ho­ben.
Das Ver­fah­ren wird zur neu­en Anhörung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.
A. Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob das von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­ne Kran­ken­haus ei­ne gemäß § 118 Abs. 2 Be­trVG vom Gel­tungs­be­reich des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes aus­ge­nom­me­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft und dem­zu­fol­ge kein Be­triebs­rat zu wählen ist.
Die Ar­beit­ge­be­rin be­treibt seit et­wa 1980 das A Kran­ken­haus. Al­lei­ni­ge Ge­sell­schaf­te­rin der Ar­beit­ge­be­rin ist die A Stif­tung. Bis zum 31. De­zem­ber 2005 wur­de das Kran­ken­haus als ge­meinnützi­ges Kran­ken­haus oh­ne je­de kirch­li­che Bin­dung geführt. Im Rah­men ei­nes Zer­ti­fi­ka­ti­ons­pro­zes­ses für
Kran­kenhäuser hat sich die Ar­beit­ge­be­rin ei­ne Ziel­set­zung im Sinn ei­nes ka­ri­ta­ti­ven und welt­li­chen Leit­bil­des ge­ge­ben. Im Ju­li 2005 wur­de in dem Kran­ken­haus der aus 15 Mit­glie­dern be­ste­hen­de Be­triebs­rat, der An­trag­stel­ler des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens, neu gewählt.
Die Ar­beit­ge­be­rin wur­de auf ih­ren An­trag vom 15. De­zem­ber 2005 am 20. De­zem­ber 2005 mit Wir­kung zum 1. Ja­nu­ar 2006 als Mit­glied im Dia­ko­ni­schen Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land e.V. (im Fol­gen­den: Dia­ko­ni­sches Werk) auf­ge­nom­men. Durch den Ge­sell­schaf­ter­be­schluss vom 15. De­zem­ber 2005 er­hielt der Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin die nach­fol­gend aus­zugs­wei­se wie­der­ge­ge­be­ne Fas­sung:
Ge­gen­stand und Zweck des Un­ter­neh­mens
(3) Das Un­ter­neh­men dient aus­sch­ließlich und un­mit­tel­bar ge­meinnützi­gen Zwe­cken und wird un­ter Be­ach­tung der staat­li­chen Be­stim­mun­gen über die Ge­meinnützig­keit für die öffent­li­che Ge­sund­heits­pfle­ge so­wie zur Förde­rung der Wis­sen­schaft und der Aus- und Wei­ter­bil­dung geführt. Das Un­ter­neh­men ist selbst­los tätig; es ver­folgt nicht in ers­ter Li­nie ei­gen­wirt­schaft­li­che Zie­le.
(4) Hier­bei hat das Un­ter­neh­men in be­son­de­rem Maße der min­der­be­mit­tel­ten Bevölke­rung zu die­nen. Es wird tätig im Sin­ne der Dia­ko­nie als We­sens- und Le­bensäußerung der Evan­ge­li­schen Kir­che.
(5) Die Mit­tel der Ge­sell­schaft dürfen nur für die sat­zungsmäßigen Zwe­cke ver­wen­det wer­den. Die Ge­sell­schaf­ter als sol­che er­hal­ten kei­ne Zu­wen­dun­gen aus Mit­teln der Ge­sell­schaft.
(6) Die Ge­sell­schaft ist Mit­glied des als Spit­zen­ver­band der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge an­er­kann­ten Dia­ko­ni­schen Wer­kes der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land und da­mit zu­gleich dem Dia­ko­ni­schen Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land an­ge­schlos­sen.
Or­ga­ne der Ge­sell­schaft
Die Or­ga­ne der Ge­sell­schaft sind
a) die Geschäftsführung
b) die Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung
Mit­glie­der der Or­ga­ne und Mit­ar­bei­ter sol­len ei­nem evan­ge­li­schen oder dem Be­kennt­nis ei­ner Kir­che an­gehören, die Mit­glied der Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen ist.
(1) Die Ge­sell­schaf­ter können ei­nen Bei­rat ein­be­ru­fen. Er berät die Or­ga­ne in phil­an­thro­pi­schen Fra­gen, Kon­fes­si­ons­fra­gen so­wie in sol­chen Fra­gen, die das Verhält­nis der Ge­sell­schaft zu den christ­li­chen Kir­chen berühren.
(2) Dem Bei­rat gehören bis zu 5 Per­so­nen an. Sie wer­den von den Ge­sell­schaf­tern be­ru­fen und ab­be­ru­fen. Die Be­ru­fung er­folgt für die Dau­er von drei Jah­ren. Ei­ne er­neu­te Be­ru­fung ist möglich. Un­ter den Mit­glie­dern müssen min­des­tens zwei Mit­glie­der sein, die dem Be­kennt­nis ei­ner Kir­che an­gehören, die Mit­glied der Ar­beits­ge­mein­schaft christ­li­cher Kir­chen ist, da­von min­des­tens ein Mit­glied, das ein Amt für die Kir­che und Dia­ko­nie im Rhein­land ausübt.
Sat­zungsände­rung
Sat­zungsände­run­gen, die die Zu­ord­nung zum Dia­ko­ni­schen Werk verändern so­wie der Be­schluss über die Auflösung der Ge­sell­schaft wer­den recht­zei­tig vor­her dem Dia­ko­ni­schen Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land an­ge­zeigt.“
Die Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes vom 18. No­vem­ber 1999 lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:
Die Dia­ko­nie ist We­sens- und Le­bensäußerung der Kir­che. Sie ge­schieht in der Bin­dung an die Hei­li­ge Schrift und die Übe­rein­stim­mung mit den Grund­ar­ti­keln der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land.
Mit­glied­schaft und Rech­te der Mit­glie­der
(1)a) Die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land, ih­re Kir­chen­krei­se und Kir­chen­ge­mein­den sind Mit­glie­der auf­grund des Kir­chen­ge­set­zes vom 18. Ja­nu­ar 1963
(KABl. EKiR 1963, S. 203).
b) Fer­ner können Mit­glie­der sol­che ju­ris­ti­schen Per­so­nen sein, die Zweck und Auf­ga­ben des Dia­ko­ni­schen Wer­kes an­er­ken­nen und fördern so­wie be­reit sind, die Mit­glied­schafts­pflich­ten zu erfüllen, und zwar ins­be­son­de­re:
Nach der Sat­zung, Stif­tungs­ur­kun­de oder sons­ti­gen Ver­fas­sung so­wie nach der tatsächli­chen Geschäftsführung muss Auf­ga­be der Or­ga­ni­sa­ti­on oder Ein­rich­tung die Erfüllung des dia­ko­nisch-mis­sio­na­ri­schen Diens­tes auf der Grund­la­ge des Evan­ge­li­ums sein, und zwar im Rah­men der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land oder ei­ner evan­ge­li­schen Frei­kir­che oder in öku­me­ni­scher Träger­schaft; ...
b) Mit­glie­der gemäß Ab­satz 1 b), die die Vor­aus­set­zun­gen für die Mit­glied­schaft nicht mehr erfüllen oder in sons­ti­ger Wei­se den In­ter­es­sen des Dia­ko­ni­schen Wer­kes der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land zu­wi­der­han­deln, können auf Vor­schlag des Vor­stan­des durch den Dia­ko­ni­schen Rat aus­ge­schlos­sen wer­den.
Pflich­ten der Mit­glie­der
(1)a) Die Sat­zun­gen und sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der müssen den Min­dest­an­for­de­run­gen ent­spre­chen, die für den Be­reich des Dia­ko­ni­schen Wer­kes gel­ten.
Von je­der Sat­zungsände­rung ist dem Werk Mit­tei­lung zu ma­chen.
(3) Ge­genüber Mit­glie­dern, die den Mit­glied­schafts­pflich­ten nach Ab­satz 1 und 2 nicht nach­kom­men, sind nach er­folg­lo­ser Er­in­ne­rung durch den Vor­stand fol­gen­de Maßnah­men zulässig:
a) Er­mah­nung durch den Vor­stand oder
b) Fest­stel­lung durch den Vor­stand, dass die Mit­glied­schafts­rech­te ganz oder teil­wei­se ru­hen, oder
c) Aus­schluss durch den Dia­ko­ni­schen Rat ge-
mäß § 4 Ab­satz 2 b).“
In den Be­stim­mun­gen über die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Sat­zun­gen und sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes, auf wel­che § 5 Abs. 1 Buchst. a) der Sat­zung Be­zug nimmt, ist ua. fol­gen­des ge­re­gelt:
„I. Ab­schnitt
Zu­ord­nung zur Kir­che
Die Zu­ord­nung zur Kir­che ist in den Sat­zun­gen und sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der min­des­tens auf fol­gen­de Wei­se si­cher­zu­stel­len:
2. Be­stim­mung über die Be­kennt­nis­zu­gehörig­keit der Mit­ar­bei­ter
a) Es ist in der Sat­zung fest­zu­le­gen, dass die Mit­ar­bei­ter der Or­ga­ne und die Mit­ar­bei­ter in lei­ten­der Stel­lung in der Re­gel ei­ner Kir­che evan­ge­li­schen Be­kennt­nis­ses an­gehören müssen.
b) Für die übri­gen Mit­ar­bei­ter ist fest­zu­le­gen, dass sie in der Re­gel ei­ner Kir­che an­gehören, die in der Ar­beits­ge­mein­schaft christ­li­cher Kir­chen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und Ber­lin (West) mit­ar­bei­tet.
c) Gehören Mit­ar­bei­ter aus­nahms­wei­se kei­nem christ­li­chen Be­kennt­nis an, so müssen sie den Auf­trag und die kon­fes­sio­nel­le Grund­aus­rich­tung des Trägers ach­ten.
3. Be­stim­mung über die Zu­ord­nung zur ver­fass­ten Kir­che
a) In der Sat­zung muss ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­tei­li­gung von Ver­tre­tern der ört­li­chen kirch­li­chen Körper­schaf­ten (Kir­chen­ge­mein­den, Kir­chen­krei­se, Kir­chen­verbände) in den Or­ga­nen der Ein­rich­tung si­cher­ge­stellt sein.
c) In den Sat­zun­gen ist vor­zu­se­hen, dass Sat­zungsände­run­gen, die den Zweck der Ein­rich­tung, die Zuständig­keit ih­rer Or­ga­ne oder die Be­stim­mun­gen über die Zu­ord­nung zur
Kir­che verändern, so­wie Be­schlüsse über die Auflösung der Ein­rich­tung der Zu­stim­mung der­je­ni­gen Kir­che bedürfen, der die Ein­rich­tung zu­zu­ord­nen ist.
Be­gründung
Der Be­griff ‚Min­dest­an­for­de­run­gen’ be­deu­tet, dass die hierfür vor­ge­se­he­nen Be­stim­mun­gen ein Min­dest­maß an Be­stimmt­heit zur Ver­deut­li­chung des kirch­li­chen Be­zu­ges ent­hal­ten. Ein Zurück­ge­hen hin­ter die­se Be­stim­mun­gen ist da­mit aus­ge­schlos­sen. Im übri­gen sind nicht al­le Be­stim­mun­gen in ab­so­lu­te Muss­vor­schrif­ten ge­klei­det wor­den, so dass in­so­weit ein Ab­wei­chen von der Re­gel in ein­zel­nen Fällen möglich ist.“
Mit Schrei­ben vom 3. Ja­nu­ar 2006 wand­te sich die Ar­beit­ge­be­rin an die Be­triebs­rats­mit­glie­der und teil­te die­sen mit, dass es sich bei dem Kran­ken­haus nach ih­rem Bei­tritt zum Dia­ko­ni­schen Werk um ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG han­de­le, auf die das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz kei­ne An­wen­dung mehr fin­de. Die Man­da­te des Be­triebs­rats und der Ju­gend- und Aus­zu­bil­den­den­ver­tre­tung sei­en mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2005 be­en­det.
Der Be­triebs­rat hat sich mit sei­nem am 12. Ja­nu­ar 2006 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen An­trag ge­gen die von der Ar­beit­ge­be­rin ver­tre­te­ne Auf­fas­sung ge­wandt und ge­meint, bei dem von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­haus han­de­le es sich nicht um ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land. Für die Zu­ord­nung zur Evan­ge­li­schen Kir­che rei­che die Mit­glied­schaft der Ar­beit­ge­be­rin im Dia­ko­ni­schen Werk nicht aus. Der Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin genüge nicht den Min­dest­an­for­de­run­gen an die Sat­zun­gen und sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes. Der Be­trieb des Kran­ken­hau­ses sei nach dem Bei­tritt un­verändert fort­geführt wor­den. Der En­de des Jah­res 2005 ab­ge­schlos­se­ne Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess ha­be noch zu ei­nem ka­ri­ta­ti­ven, aber welt­li­chen Leit­bild geführt.
fest­zu­stel­len, dass auf den Be­trieb der An­trags­geg­ne­rin die Vor­schrif­ten des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes An­wen­dung fin­den.
Sie hat ge­meint, das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz sei nach ih­rem Bei­tritt zum Dia­ko­ni­schen Werk auf das Kran­ken­haus nicht mehr an­zu­wen­den. Die Evan­ge­li­sche Kir­che verfüge be­reits auf Grund der Mit­glied­schaft im Dia­ko­ni­schen Werk über das er­for­der­li­che Maß an Ein­flussmöglich­kei­ten auf die re­li­giöse Tätig­keit in der Ein­rich­tung. Für die Be­ur­tei­lung ih­rer Zu­ord­nung zur Evan­ge­li­schen Kir­che ha­be das Zurück­blei­ben ih­res Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen des Dia­ko­ni­schen Wer­kes außer Acht zu blei­ben, da ei­ne sol­che Über­prüfung un­zulässi­ger­wei­se in das Selbst­ver­wal­tungs­recht der Kir­che ein­grei­fen würde. Zu­dem er­ge­be ein Ver­gleich des Ge­sell­schafts­ver­trags mit den Min­dest­an­for­de­run­gen kei­ne we­sent­li­chen Ab­wei­chun­gen, die ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten der Kir­che in Fra­ge stel­len könn­ten.
Das Ar­beits­ge­richt hat den An­trag des Be­triebs­rats mit Be­schluss vom 16. Fe­bru­ar 2006 zurück­ge­wie­sen.
Am 1. März 2006 wur­de auf Initia­ti­ve der Ar­beit­ge­be­rin für das A Kran­ken­haus ei­ne Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung gewählt.
Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­rats vom 13. Ju­ni 2006 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem An­trag ent­spro­chen. Mit der Rechts­be­schwer­de be­gehrt die Ar­beit­ge­be­rin die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung.
Ne­ben der Ar­beit­ge­be­rin hat das von den Vor­in­stan­zen nicht be­tei­lig­te Dia­ko­ni­sche Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che e. V. un­ter Be­ru­fung auf das kirch­li­che Selbst­ver­wal­tungs­recht nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV Rechts­be­schwer­de ein­ge­legt und die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung be­an­tragt.
Der Be­triebs­rat be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Rechts­be­schwer­den.
B. Die Rechts­be­schwer­de des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ist un­zulässig, da das Dia­ko­ni­sche Werk nicht rechts­be­schwer­de­be­fugt ist. Sei­ne Rechts­mit­tel­be­fug­nis folgt we­der aus ei­ner Be­tei­lig­ten­stel­lung iSd. § 83 Abs. 3 ArbGG noch aus dem in der Rechts­be­schwer­de­schrift hilfs­wei­se erklärten Bei­tritt als Ne­benin­ter­ve­ni­ent.
I. Die Rechts­mit­tel­be­fug­nis im Be­schluss­ver­fah­ren folgt der Be­tei­li­gungs­be­fug­nis (BAG 4. De­zem­ber 1986 - 6 ABR 48/85 - BA­GE 53, 385 = AP Be­trVG 1972 § 19 Nr. 13 = EzA Be­trVG 1972 § 19 Nr. 24, zu II 1 der Gründe mwN). Des­halb ist nur rechts­be­schwer­de­be­fugt, wer be­tei­li­gungs­be­fugt ist (zur Be­schwer­de­be­fug­nis: BAG 20. März 1996 - 7 ABR 34/95 - AP Be­trVG 1972 § 5 Aus­bil­dung Nr. 10 = EzA Be­trVG 1972 § 5 Nr. 60, zu C der Gründe). Die Be­tei­li­gungs­be­fug­nis hängt nicht von der Be­tei­li­gung durch die Vor­in­stan­zen ab. Be­tei­li­gungs- und da­mit rechts­mit­tel­be­fugt kann auch ei­ne von den In­stanz­ge­rich­ten nicht be­tei­lig­te Stel­le sein. Um­ge­kehrt ist ei­ne zu Un­recht am Ver­fah­ren be­tei­lig­te Stel­le nicht rechts­mit­tel­be­fugt. Die feh­ler­haf­te Be­tei­li­gung kann da­her die Rechts­mit­tel­be­fug­nis nicht be­gründen (BAG 8. Au­gust 2007 - 7 ABR 43/06 - Rn. 16 mwN). Die Be­tei­lig­ten­stel­lung ist in je­der La­ge des Ver­fah­rens und da­her auch in der Rechts­be­schwer­de­instanz zu be­ach­ten.
Nach § 83 Abs. 3 ArbGG sind in ei­nem Be­schluss­ver­fah­ren ne­ben dem An­trag­stel­ler, dem Ar­beit­ge­ber und den Ar­beit­neh­mern die­je­ni­gen Stel­len an­zuhören, die nach dem Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz oder den an­de­ren in der Norm ge­nann­ten Ge­set­zen im ein­zel­nen Fall be­tei­ligt sind. Als Be­tei­lig­te in An­ge­le­gen­hei­ten des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes ist je­de Stel­le an­zu­se­hen, die durch die be­gehr­te Ent­schei­dung in ih­rer be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­stel­lung un­mit­tel­bar be­trof­fen ist (BAG 18. April 2007 - 7 ABR 30/06 - Rn. 15, EzA ArbGG 1979 § 82 Nr. 2 mwN). Die Be­tei­lig­ten­stel­lung ist ma­te­ri­ell-recht­lich de­ter­mi­niert (BAG 20. April 1999 - 1 ABR 13/98 - BA­GE 91, 235 = AP ArbGG 1979 § 81 Nr. 43 = EzA ArbGG 1979 § 81 Nr. 17, zu B II der Gründe) und hängt da­her nicht vom Wil­len des Be­trof­fe­nen oder von Hand­lun­gen des Ge­richts ab. Das bloße In­ter­es­se an der ge­richt­li­chen Klärung ei­ner um-
strit­te­nen Rechts­fra­ge be­gründet kei­ne Be­tei­lig­ten­stel­lung (BAG 31. Ja­nu­ar 1989 - 1 ABR 60/87 - AP ArbGG 1979 § 81 Nr. 12 = EzA ArbGG 1979 § 81 Nr. 14, zu B I 2 b der Gründe).
II. Nach die­sen Grundsätzen fehlt es an der Rechts­be­schwer­de­be­fug­nis des Dia­ko­ni­schen Wer­kes, da das Dia­ko­ni­sche Werk im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nicht als Be­tei­lig­ter iSd. § 83 Abs. 3 ArbGG an­zu­se­hen ist.
1. Das Dia­ko­ni­sche Werk wird durch das über die Zu­ord­nung der Ar­beit­ge­be­rin zur Evan­ge­li­schen Kir­che geführ­te Ver­fah­ren nicht in ei­ner ei­ge­nen be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­po­si­ti­on be­trof­fen. Der an­trag­stel­len­de Be­triebs­rat ist nicht in ih­rem Be­trieb, son­dern im Be­trieb der Ar­beit­ge­be­rin gewählt wor­den. Die Ar­beits­verhält­nis­se der vom Be­triebs­rat oder von ei­ner bei der Ar­beit­ge­be­rin zu bil­den­den Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung re­präsen­tier­ten Ar­beit­neh­mer be­ste­hen nicht mit dem Dia­ko­ni­schen Werk, son­dern mit der Ar­beit­ge­be­rin. Selbst wenn der im Be­trieb der Ar­beit­ge­be­rin ge­bil­de­te Be­triebs­rat nach ih­rem Bei­tritt zum Dia­ko­ni­schen Werk wei­ter be­ste­hen würde, weil das Be­trVG wei­ter­hin An­wen­dung fände, beträfe ei­ne ent­spre­chen­de Ent­schei­dung nur die be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Rechts­stel­lung der Ar­beit­ge­be­rin, nicht aber die des Dia­ko­ni­schen Wer­kes. Das sich aus der ver­eins­recht­li­chen Be­zie­hung zwi­schen dem Dia­ko­ni­schen Werk und der Ar­beit­ge­be­rin er­ge­ben­de In­ter­es­se an der Fra­ge, auf wel­che Wei­se sich die Mit­be­stim­mung der Ar­beit­neh­mer bei der Ar­beit­ge­be­rin voll­zieht, ver­mag die Stel­lung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes als Be­tei­lig­ter iSd. § 83 Abs. 3 ArbGG eben­so we­nig wie an­de­re ver­eins­recht­li­che In­ter­es­sen zu be­gründen.
2. Das Dia­ko­ni­sche Werk ist nicht von Ver­fas­sungs we­gen am Ver­fah­ren be­tei­ligt. Das den Kir­chen durch Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV ga­ran­tier­te Selbst­be­stim­mungs­recht ge­bie­tet es nicht, das Dia­ko­ni­sche Werk als Teil der Evan­ge­li­schen Kir­che an dem Ver­fah­ren um die Zu­ord­nung des von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­hau­ses iSd. § 83 Abs. 3 ArbGG zu be­tei­li­gen.
a) Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV ga­ran­tiert den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, al­so auch den Kir­chen, die Frei­heit, ih­re An­ge­le­gen­hei­ten selbständig in­ner­halb der Schran­ken der für al­le gel­ten­den Ge­set­ze zu ord­nen und zu ver­wal­ten. Das ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­te Selbst­be­stim­mungs­recht steht den Kir­chen nicht nur hin­sicht­lich ih­rer körper­schaft­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on und Ämter zu, son­dern auch hin­sicht­lich ih­rer Ver­ei­ni­gun­gen, die sich nicht die all­sei­ti­ge, son­dern nur die par­ti­el­le Pfle­ge des re­li­giösen oder welt­an­schau­li­chen Le­bens ih­rer Mit­glie­der zum Ziel ge­setzt ha­ben (BVerfG 25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 391 f. = AP GG Art. 140 Nr. 6; 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 85 ff. = AP GG Art. 140 Nr. 1). Die ih­nen zu­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen sind selbst Teil der Kir­che (BVerfG 25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 392 f. = AP aaO). Sie können sich in ei­nem Be­schluss­ver­fah­ren über die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG oh­ne Be­tei­li­gung der Amts­kir­che oder ih­rer Glie­dor­ga­ni­sa­tio­nen auf ih­re Zu­gehörig­keit zur ver­fass­ten Kir­che be­ru­fen und ei­ne Ver­let­zung des Grund­rechts der Re­li­gi­ons­ausübungs­frei­heit aus Art. 4 Abs. 2 GG gel­tend ma­chen (vgl. BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 83 = AP aaO).
b) Es be­darf da­nach kei­ner Be­tei­li­gung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes in Form ei­ner ver­fah­rens­recht­li­chen Ein­be­zie­hung zum Schutz der den Kir­chen und ih­ren Ver­ei­ni­gun­gen ga­ran­tier­ten Selbst­ord­nungs- und Selbst­ver­wal­tungs­ga­ran­tie nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV. Die­ses kann die Ar­beit­ge­be­rin im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren selbst gel­tend ma­chen. Ih­re pro­zes­sua­le oder ma­te­ri­ell-recht­li­che Stel­lung als Ver­fah­rens­sub­jekt wird durch ei­ne Ein­be­zie­hung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes nicht ver­bes­sert.
Die Ent­schei­dung über die Zu­ord­nung der Ar­beit­ge­be­rin iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG greift auch we­der un­mit­tel­bar noch mit­tel­bar in das Selbst-be­stim­mungs­recht des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ein. Die Ent­schei­dung über die Zu­ord­nung der Ar­beit­ge­be­rin zur Evan­ge­li­schen Kir­che hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die be­ste­hen­den ver­eins­recht­li­chen Be­zie­hun­gen zwi­schen dem Dia­ko­ni­schen Werk und der Ar­beit­ge­be­rin. Die Mit­glied­schaft wird durch ei­nen dem An­trag statt­ge­ben­den Be­schluss nicht berührt. Würde die Zu­ord­nung der
Ar­beit­ge­be­rin zur Evan­ge­li­schen Kir­che ver­neint, ob­liegt es al­lein den nach der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes zuständi­gen Or­ga­nen, über ei­nen ver­eins­recht­li­chen Hand­lungs­be­darf zu ent­schei­den.
III. Die Rechts­be­schwer­de­be­fug­nis des Dia­ko­ni­schen Wer­kes folgt nicht aus sei­nem in der Rechts­be­schwer­de­schrift hilfs­wei­se erklärten Bei­tritt als Ne­benin­ter­ve­ni­ent zur Un­terstützung der Ar­beit­ge­be­rin gem. § 66 ZPO. Als Ne­benin­ter­ve­ni­ent könn­te es zwar gem. § 66 Abs. 2 ZPO iVm. § 67 ZPO das der Haupt­par­tei zu­ste­hen­de Rechts­mit­tel ein­le­gen. Die Her­an­zie­hung der Vor­schrif­ten der ZPO über die Ne­benin­ter­ven­ti­on wird aber nach § 80 Abs. 2 Satz 1 letz­ter Halbs. ArbGG in An­ge­le­gen­hei­ten aus dem Be­trVG gem. § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG durch die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen in § 81, § 83 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 ArbGG aus­ge­schlos­sen (LAG Frank­furt 24. Ok­to­ber 1989 - 5 TaBV­Ga 155/89 - LA­GE Be­trVG 1972 § 87 Ar­beits­zeit Nr. 17 = DB 1990, 2126, zu II 1 der Gründe; of­fen­ge­las­sen von BAG 12. Ju­li 1988 - 1 ABR 85/86 - AP Be­trVG 1972 § 99 Nr. 54 = EzA Be­trVG 1972 § 99 Nr. 59, zu B I 4 der Gründe; wie hier Mat­thes in Ger­mel­mann/Mat­thes/Prütting/Müller-Glöge ArbGG 5. Aufl. § 83 Rn. 23 ff.; ErfK/Ei­se­mann 8. Aufl. § 83 ArbGG Rn. 8; BCF/Fried­rich ArbGG 4. Aufl. § 83 Rn. 2; an­ders Schwab/Weth-Weth ArbGG § 83 Rn. 97 f.; Ho­y­nin­gen-Hue­ne RdA 1992, 355, 363; Laux, Die An­trags- und Be­tei­li­gungs­be­fug­nis im ar­beits­ge­richt­li­chen Be­schluss­ver­fah­ren, S. 74).
Das Ar­beits­ge­richts­ge­setz enthält kei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung über die Zulässig­keit der Ne­benin­ter­ven­ti­on im Be­schluss­ver­fah­ren. Die §§ 66 ff. ZPO wer­den von der Ver­wei­sung in § 80 Abs. 2 Satz 1 ArbGG auf die Vor­schrif­ten über das Ur­teils­ver­fah­ren nicht er­fasst. Darüber hin­aus enthält § 80 Abs. 2 Satz 1 letz­ter Halbs. ArbGG aus­drück­lich die Ein­schränkung, dass die Be­stim­mun­gen des Ur­teils­ver­fah­rens nur an­wend­bar sind, so­weit sich aus den §§ 81 - 84 ArbGG nichts an­de­res er­gibt. Für das ar­beits­ge­richt­li­che Be­schluss­ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG hat der Ge­setz­ge­ber be­son­de­re Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen über die am Ver­fah­ren Be­tei­lig­ten ge­trof­fen, die nach § 80 Abs. 2 Satz 1 letz­ter Halbs. ArbGG ei­ner Her­an­zie­hung der Re­ge­lun­gen über die Ne­benin­ter­ven­ti­on ent­ge­gen­ste­hen. Das Ge­setz sieht als Ver­fah­rens-
sub­jek­te für die Be­schluss­ver­fah­ren über Strei­tig­kei­ten aus den in § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG auf­geführ­ten Ver­fah­rens­ge­genständen nur ei­nen An­trag­stel­ler (§ 81 ArbGG) und die sons­ti­gen nach § 83 Abs. 3 ArbGG an­zuhören­den oder am Ver­fah­ren zu be­tei­li­gen­den Stel­len vor. Für die Zu­las­sung ei­ner Ne­benin­ter­ven­ti­on be­steht kein prak­ti­sches Bedürf­nis. Ge­gen­stand des Be­schluss­ver­fah­rens nach § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG sind be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Strei­tig­kei­ten. Be­tei­lig­te die­ser Ver­fah­ren sind be­reits kraft Ge­set­zes die­je­ni­gen Per­so­nen oder Stel­len, die durch die Ent­schei­dung un­mit­tel­bar in ih­rer be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­stel­lung be­trof­fen sind. Durch die Aus­ge­stal­tung der Be­tei­lig­ten­stel­lung ist da­her die Ein­be­zie­hung und Mit­wir­kung (§ 83 Abs. 1 Satz 2 ArbGG) der un­mit­tel­bar von der Ent­schei­dung be­trof­fe­nen Ver­fah­rens­sub­jek­te gewähr­leis­tet. Die Gel­tung der §§ 66 ff. ZPO im Be­schluss­ver­fah­ren würde dem­ge­genüber zu ei­ner sys­tem­wid­ri­gen Ein­wir­kungsmöglich­keit von wei­te­ren, nicht un­mit­tel­bar von dem Aus­gang des Ver­fah­rens be­trof­fe­nen Ver­fah­rens­sub­jek­ten führen, de­ren Ein­be­zie­hung nicht von dem Ver­fah­rens­ge­gen­stand, son­dern von dem Wil­len ei­nes Be­tei­lig­ten abhängt.
C. Die Rechts­be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin ist im Sin­ne ei­ner Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung be­gründet. Das Be­schwer­de­ge­richt hat zwar zu­tref­fend aus­geführt, dass das von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­ne Kran­ken­haus ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG ist. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist auch zu Recht da­von aus­ge­gan­gen, dass die die An­wen­dung des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes aus­sch­ließen­de Zu­ord­nung des Kran­ken­hau­ses zur Evan­ge­li­schen Kir­che ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Ar­beit­ge­be­rin nicht be­reits aus ih­rem Bei­tritt zum Dia­ko­ni­schen Werk folgt. Die durch die ver­eins­recht­li­che Zu­gehörig­keit der Ar­beit­ge­be­rin zum Dia­ko­ni­schen Werk ver­mit­tel­te Bin­dung an den Auf­trag der Evan­ge­li­schen Kir­che ist al­lein für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG nicht aus­rei­chend. Auch nach dem Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin und der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes be­ste­hen kei­ne aus­rei­chen­den An­halts­punk­te für die nach § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­chen in­halt­li­chen und per­so­nel­len Ein­flussmöglich­kei­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land auf die re­li­giöse Tätig­keit in dem A Kran­ken­haus. Des­sen Zu­ord­nung zur Evan­ge­li­schen Kir­che kann aber ent­ge­gen der An­nah­me des Lan­des-
ar­beits­ge­richts nicht al­lein auf das Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags der Ar­beit­ge­be­rin hin­ter den vom Dia­ko­ni­schen Werk auf­ge­stell­ten Min­dest­an­for­de­run­gen an die Sat­zun­gen und die sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ver­neint wer­den. Die nur un­zu­rei­chen­de Um­set­zung der Min­dest­an­for­de­run­gen im Ge­sell­schafts­ver­trag schließt es nicht aus, dass die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land auf Grund der in der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ent­hal­te­nen Sank­ti­onsmöglich­kei­ten und ih­res tatsächli­chen Ein­flus­ses auf Dau­er ei­ne Übe­rein­stim­mung der re­li­giösen Betäti­gung des Kran­ken­hau­ses mit kirch­li­chen Vor­stel­lun­gen gewähr­leis­ten kann.
Die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung un­ter­liegt da­her der Auf­he­bung. Der Se­nat kann über den An­trag des Be­triebs­rats al­ler­dings nicht ab­sch­ließend zu Guns­ten ei­nes der Be­tei­lig­ten ent­schei­den. Der Rechts­streit ist an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen, um der Ar­beit­ge­be­rin Ge­le­gen­heit zu ge­ben, die in­halt­li­chen und per­so­nel­len Ein­flussmöglich­kei­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che auf die re­li­giöse Tätig­keit im A Kran­ken­haus zu ver­deut­li­chen und dem Be­schwer­de­ge­richt ei­ne ab­sch­ließen­de Würdi­gung über die Zu­ord­nung der Ar­beit­ge­be­rin zur Evan­ge­li­schen Kir­che zu ermögli­chen.
I. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­terfällt ei­ne ka­ri­ta­ti­ve und er­zie­he­ri­sche Ein­rich­tung ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft nicht dem Gel­tungs­be­reich des Be­trVG, wenn sie der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG zu­ge­ord­net ist. Hier­zu be­darf es ei­ner in­sti­tu­tio­nel­len Ver­bin­dung zwi­schen der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft und der Ein­rich­tung, auf Grund de­rer die Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft über ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten verfügt, um auf Dau­er ei­ne Übe­rein­stim­mung der re­li­giösen Betäti­gung der Ein­rich­tung mit ih­ren Vor­stel­lun­gen gewähr­leis­ten zu können.
1. Nach § 118 Abs. 2 Be­trVG fin­det das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz kei­ne An­wen­dung auf Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und de­ren ka­ri­ta­ti­ve und er­zie­he­ri­sche Ein­rich­tun­gen un­be­scha­det de­ren Rechts­form. Dies be­ruht auf dem den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten durch Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV gewähr­leis­te­ten Recht, ih­re An­ge­le­gen­hei­ten in­ner­halb der Schran­ken der für
al­le gel­ten­den Ge­set­ze zu ord­nen und zu ver­wal­ten (BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 95 = AP GG Art. 140 Nr. 1). Der Ge­setz­ge­ber des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes hat mit die­ser Vor­schrift dem den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ver­fas­sungsmäßig ga­ran­tier­ten Frei­heits­raum Rech­nung ge­tra­gen, der sie be­rech­tigt, ih­re An­ge­le­gen­hei­ten selbst zu ord­nen und zu ver­wal­ten. Zu die­sen An­ge­le­gen­hei­ten gehört auch das Recht, Ver­tre­tungs­or­ga­ne ent­spre­chend dem Cha­rak­ter der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten für die bei ihr täti­gen Ar­beit­neh­mer ein­zu­rich­ten und zu ge­stal­ten (BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 94 = AP aaO; BAG 6. De­zem­ber 1977 - 1 ABR 28/77 - BA­GE 29, 405 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 10, zu III 2 der Gründe). Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz nimmt da­her mit der Re­ge­lung in § 118 Abs. 2 Be­trVG auf das ver­fas­sungs­recht­li­che Ge­bot aus Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV Rück­sicht. Un­ter § 118 Abs. 2 Be­trVG fal­len da­her nicht nur die or­ga­ni­sier­te Kir­che und ih­re recht­lich selbständi­gen Tei­le, son­dern al­le der Kir­che in be­stimm­ter Wei­se zu­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen oh­ne Rück­sicht auf ih­re Rechts­form, wenn die Ein­rich­tung nach kirch­li­chem Selbst­verständ­nis ih­rem Zweck oder ih­ren Auf­ga­ben ent­spre­chend be­ru­fen ist, ein Stück Auf­trag der Kir­che in die­ser Welt wahr­zu­neh­men und zu erfüllen (BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 85 = AP aaO; BAG 24. Ju­li 1991 - 7 ABR 34/90 - BA­GE 68, 170 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 48 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 58, zu B II 2 der Gründe). Die ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­te Frei­heit der Kir­che im Staat schließt es ein, dass sich die Kir­che zur Erfüllung ih­res Auf­trags auch der Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men des staat­li­chen Rechts be­die­nen kann, oh­ne dass da­durch die Zu­gehörig­keit der auf die­ser Rechts­grund­la­ge be­gründe­ten Ein­rich­tun­gen zur Kir­che auf­ge­ho­ben würde (BAG 24. Ju­li 1991 - 7 ABR 34/90 - aaO mwN).
2. Für die Zu­ord­nung ei­ner recht­lich selbständi­gen Ein­rich­tung zur Kir­che ist es al­ler­dings nicht aus­rei­chend, dass die Ein­rich­tung ih­rem Zweck nach auf die Ver­wirk­li­chung ei­nes kirch­li­chen Auf­trags ge­rich­tet ist. Aus dem Verhält­nis von § 118 Abs. 2 Be­trVG zu Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV folgt da­ne­ben noch die Not­wen­dig­keit ei­ner aus­rei­chen­den in­sti­tu­tio­nel­len Ver­bin­dung zwi­schen der durch Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV ge-
schütz­ten Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft und der Ein­rich­tung (BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 87 = AP GG Art. 140 Nr. 1). Die­se setzt ein Min­dest­maß an Ord­nungs- und Ver­wal­tungstätig­keit der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft über die Ein­rich­tung vor­aus. Erst die ver­wal­tungsmäßige Ver­flech­tung zwi­schen der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft und „ih­rer“ Ein­rich­tung recht­fer­tigt den Aus­schluss des staat­li­chen Mit­be­stim­mungs­rechts (BAG 14. April 1988 - 6 ABR 36/86 - BA­GE 58, 92 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 36 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 42, zu B II 2 b dd der Gründe).
Die für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG not­wen­di­ge in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung liegt vor, wenn die Kir­che über ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten verfügt, um auf Dau­er ei­ne Übe­rein­stim­mung der re­li­giösen Betäti­gung der Ein­rich­tung mit kirch­li­chen Vor­stel­lun­gen gewähr-leis­ten zu können. Da­bei be­darf der ord­nen­de Ein­fluss der Kir­che zwar kei­ner sat­zungsmäßigen Ab­si­che­rung. Die Kir­che muss aber in der La­ge sein, ei­nen et­wai­gen Dis­sens in re­li­giösen An­ge­le­gen­hei­ten zwi­schen ihr und der Ein­rich­tung zu un­ter­bin­den (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 31. Ju­li 2002 - 7 ABR 12/01 - BA­GE 102, 74 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 70 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 74, zu B II 1 b der Gründe; 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 60 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 66, zu B 2 der Gründe mwN). Be­ste­hen da­nach aus­rei­chen­de in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­flussmöglich­kei­ten der Kir­che auf die re­li­giöse Tätig­keit der Ein­rich­tung, ist das tatsächli­che Maß der Ein­fluss­nah­me oder Kon­trol­le durch die Amts­kir­che oh­ne Be­deu­tung für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG. Es gehört zu den We­sens­merk­ma­len der ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten Kir­chen­au­to­no­mie, An­lass und In­ten­sität ih­rer Kon­trol­le und Ein­fluss­nah­me auf ih­re Ein­rich­tun­gen in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung zu be­stim­men. Sie muss nur si­cher­stel­len können, dass die re­li­giöse Betäti­gung der Ein­rich­tung in Übe­rein­stim­mung mit ih­ren ei­ge­nen re­li­giösen Vor­stel­lun­gen er­folgt (BAG 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - aaO, zu B 3 c cc der Gründe).
3. a) Die den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten durch Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV ver­lie­he­ne Selbst­ord­nungs- und Selbst­ver­wal­tungs­ga­ran­tie hat
nicht zur Fol­ge, dass die Zu­ord­nung ei­ner Ein­rich­tung zu ei­ner Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG ei­ner Kon­trol­le durch die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen ent­zo­gen ist. Das kirch­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht um­fasst al­le Maßnah­men, die in Ver­fol­gung der vom kirch­li­chen Grund­auf­trag her be­stimm­ten ka­ri­ta­tiv-dia­ko­ni­schen Auf­ga­ben zu tref­fen sind. Hier­zu gehören von Ver­fas­sungs we­gen et­wa Vor­ga­ben struk­tu­rel­ler Art, die Per­so­nal­aus­wahl und die mit die­sen Ent­schei­dun­gen un­trenn­bar ver­bun­de­ne Vor­sor­ge zur Si­cher­stel­lung der re­li­giösen Di­men­si­on des Wir­kens im Sin­ne kirch­li­chen Selbst­verständ­nis­ses. Die Ga­ran­tie frei­er Ord­nung und Ver­wal­tung der ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten stellt die not­wen­di­ge recht­lich selbständi­ge Gewähr­leis­tung dar, die der Frei­heit des re­li­giösen Le­bens und Wir­kens der Kir­che die zur Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben un­erläss­li­che Frei­heit der Be­stim­mung über Or­ga­ni­sa­ti­on, Norm­set­zung und Ver­wal­tung hin­zufügt (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 - BVerfGE 70, 138, 164 = AP GG Art. 140 Nr. 24 = EzA BGB § 611 Kirch­li­che Ar­beit­neh­mer Nr. 24).
b) Nicht von dem ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­ten Selbst­be­stim­mungs­recht um­fasst ist die Ent­schei­dung darüber, ob zwi­schen der ver­fass­ten Kir­che und ei­ner Ein­rich­tung die für die Zu­ord­nung er­for­der­li­che in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung be­steht. Das für die Zu­gehörig­keit nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 WRV er­for­der­li­che Aus­maß der Ord­nungs- und Ver­wal­tungstätig­keit der Kir­che über die Ein­rich­tung un­ter­liegt der Kon­trol­le durch die staat­li­chen Ge­rich­te. Die­se ha­ben in ei­ner zwei­stu­fi­gen Prüfung darüber zu be­fin­den, ob über­haupt ei­ne ver­wal­tungsmäßige Ver­flech­tung zwi­schen der Kir­che und der Ein­rich­tung be­steht und ob die Kir­che auf Grund die­ser Ver­bin­dung über ein Min­dest­maß an Ein­flussmöglich­kei­ten verfügt, um auf Dau­er ei­ne Übe­rein­stim­mung der re­li­giösen Betäti­gung der Ein­rich­tung mit ih­ren Vor­stel­lun­gen gewähr­leis­ten zu können. Grund­la­ge für die Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung ist die in den Sta­tu­ten fest­ge­schrie­be­ne Zweck­be­stim­mung und die Struk­tur der Ein­rich­tung (BVerfG 25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 394 = AP GG Art. 140 Nr. 6).
c) Das Vor­lie­gen ei­ner in­sti­tu­tio­nel­len Ver­bin­dung zwi­schen der Kir­che und der Ein­rich­tung be­ur­teilt sich nach dem Ein­fluss der ver­fass­ten Kir­che in den Or­ga­nen der Ein­rich­tung, der sich aus ei­ner kon­fes­sio­nel­len Aus­rich­tung ih­rer geschäftsführen­den Mit­glie­der er­ge­ben kann, aus der Auf­ga­ben­erfüllung durch An­gehöri­ge der Kir­che so­wie ih­rer Ein­fluss­nah­me auf die Tätig­keit der Ein­rich­tung (BVerfG 25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 394 ff. = AP GG Art. 140 Nr. 6) und auf Ände­run­gen des Sta­tuts (BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 89 f. = AP GG Art. 140 Nr. 1). Darüber hin­aus hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Wirt­schaftsführung (11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 93 f. = AP aaO), die Ge­winn­ver­wen­dung (25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 397 = AP aaO) so­wie den An­fall des Ge­sell­schafts­vermögens bei Auflösung oder Erfüllung des in der Sat­zung vor­ge­se­he­nen Zwecks (25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 394, 396 f. = AP aaO) berück­sich­tigt. Sch­ließlich ist für die Zu­ord­nung der Zeit­raum der in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den Ein­bin­dung der Ein­rich­tung in die kirch­li­che Glau­bens­ge­mein­schaft von Be­deu­tung (da­zu ins­be­son­de­re BVerfG 11. Ok­to­ber 1977 - 2 BvR 209/76 - BVerfGE 46, 73, 87 ff. = AP aaO).
4. Die Mit­glied­schaft des Recht­strägers ei­ner Ein­rich­tung im Dia­ko­ni­schen Werk kann nach der Recht­spre­chung des Se­nats das nach § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­che Maß an Ein­fluss­nah­me der Evan­ge­li­schen Kir­che auf die re­li­giöse Betäti­gung der Ein­rich­tung be­gründen. Da­zu muss die Amts­kir­che über ei­ne in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­flussmöglich­keit auf das Dia­ko­ni­sche Werk verfügen, die sich über des­sen Sat­zung ge­genüber den Mit­glie­dern des Dia­ko­ni­schen Wer­kes fort­setzt (BAG 31. Ju­li 2002 - 7 ABR 12/01 - BA­GE 102, 74 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 70 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 74, zu B II 2 b aa und bb der Gründe; 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 60 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 66, zu B 3 c aa und bb der Gründe).
Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­ord­nung ei­ner Ein­rich­tung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG sind nicht be­reits durch ei­ne Auf­nah­me des Recht­strägers der Ein­rich­tung in das Dia­ko­ni­sche Werk erfüllt. Die nach der Recht­spre­chung des
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts für die Zu­ord­nung er­for­der­li­che in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung der Ein­rich­tung zu der Amts­kir­che setzt ei­ne in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­flussmöglich­keit der Kir­che vor­aus, die über die ver­eins­recht­li­che Bin­dung ver­mit­telt wer­den muss. Der Se­nat hat des­halb in sei­nen bis­he­ri­gen Ent­schei­dun­gen zu ka­ri­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen der Evan­ge­li­schen Kir­che den Tat­be­stand des § 118 Abs. 2 Be­trVG nicht be­reits bei Be­ste­hen ei­ner Mit­glied­schaft ih­res Recht­strägers im Dia­ko­ni­schen Werk als erfüllt an­ge­se­hen. Er hat bei der Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG viel­mehr auf die durch die Mit­glied­schaft im Dia­ko­ni­schen Werk ver­mit­tel­te Bin­dung der Ein­rich­tung bzw. ih­res Recht­strägers an den Auf­trag der Kir­che ab­ge­stellt. So hat es der Se­nat in sei­ner Ent­schei­dung vom 30. April 1997 (- 7 ABR 60/95 - AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 60 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 66) als we­sent­lich an­ge­se­hen, dass die Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ver­pflich­tet sind, durch ei­ne Sat­zung oder Ord­nung ih­re Bin­dung an den dia­ko­nisch-mis­sio­na­ri­schen Auf­trag der Kir­che fest­zu­le­gen und in ih­rer Geschäftsführung die Erfüllung die­ser Auf­ga­ben an­zu­stre­ben. Darüber hin­aus hat er es für ent­schei­dungs­er­heb­lich ge­hal­ten, dass die Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes dafür Sor­ge zu tra­gen ha­ben, dass ih­ren Vorständen und sons­ti­gen Lei­tungs­or­ga­nen nur Per­so­nen an­gehören, die Mit­glie­der der Evan­ge­li­schen Kir­che oder ei­ner an­de­ren in der Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen in Deutsch­land e.V. zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Kir­chen sind (BAG 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - aaO, zu B 3 c bb der Gründe). Die in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­flussmöglich­keit der Amts­kir­che hat der Se­nat in sei­ner Ein­schei­dung vom 31. Ju­li 2002 (- 7 ABR 12/01 - BA­GE 102, 74 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 70 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 74) als ge­ge­ben an­ge­se­hen, weil die Ar­beit­ge­be­rin auf Grund der Sat­zung ua. in ih­re lei­ten­den Or­ga­ne grundsätz­lich nur sol­che Per­so­nen be­ru­fen durf­te, die ei­ner christ­li­chen Kir­che an­gehören und bei ei­ner Aus­nah­me der lei­ten­de Mit­ar­bei­ter sich aus­drück­lich be­reit erklären muss­te, die Lei­tungstätig­keit im Sin­ne kirch­li­cher Dia­ko­nie wahr­zu­neh­men. Den über die Mit­glied­schaft gewähr­leis­te­ten maßgeb­li­chen Ein­fluss der Amts­kir­che hat der Se­nat auch in der Ver­pflich­tung der Ar­beit­ge­be­rin ge­se­hen, zu ei­ner Sat­zungsände­rung die Zu­stim­mung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ein­zu­ho­len, die da­von
abhängig ist, dass durch die Sat­zungsände­rung das kirch­li­che Pro­pri­um nicht tan­giert wird (BAG 31. Ju­li 2002 - 7 ABR 12/01 - aaO, zu B II 2 b bb der Gründe).
II. Der Se­nat ver­mag auf Grund der bis­her vom Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen nicht zu ent­schei­den, ob die Ar­beit­ge­be­rin nach die­sen Grundsätzen ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land be­treibt und ihr Kran­ken­haus des­halb nach § 118 Abs. 2 Be­trVG nicht dem Gel­tungs­be­reich des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes un­terfällt. Das Kran­ken­haus stellt zwar ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG dar. Es kann aber nicht ab­sch­ließend be­ur­teilt wer­den, ob es sich da­bei um ei­ne Ein­rich­tung der Evan­ge­li­schen Kir­che han­delt. Zwi­schen der Ar­beit­ge­be­rin und der Evan­ge­li­schen Kir­che be­steht zwar auf Grund der Mit­glied­schaft der Ar­beit­ge­be­rin im Dia­ko­ni­schen Werk ei­ne in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung. Der Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin ver­mit­telt der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land aber nicht das für ei­ne Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG not­wen­di­ge Maß an in­halt­li­cher und per­so­nel­ler Ein­fluss­nah­me auf die re­li­giöse Tätig­keit im A Kran­ken­haus. Der Ge­sell­schafts­ver­trag erfüllt auch nicht die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Sat­zun­gen und die sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt durf­te al­ler­dings die Zu­ord­nung nicht al­lein mit dem Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen ver­nei­nen. So­wohl die nur un­genügen­de recht­lich ab­ge­si­cher­te Ein­fluss­nah­me der Evan­ge­li­schen Kir­che wie auch das Zurück-blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags der Ar­beit­ge­be­rin hin­ter den Vor­ga­ben der Min­dest­an­for­de­run­gen schließen es aber ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht aus, dass die­se auf Grund der dem Dia­ko­ni­schen Werk zur Verfügung ste­hen­den ver­eins­recht­li­chen Möglich­kei­ten und der tatsächli­chen Verhält­nis­se in der La­ge ist, sich bei ei­nem et­wai­gen Dis­sens in re­li­giösen An­ge­le­gen­hei­ten ge­genüber der Geschäftsführung und der Ge­sell­schaf­te­rin der Ar­beit­ge­be­rin durch­zu­set­zen.
1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass es sich bei dem von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­haus um ei­ne ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung
han­delt und die ka­ri­ta­ti­ve Betäti­gung in der Kran­ken­pfle­ge nach dem Selbst­verständ­nis der Evan­ge­li­schen Kir­che zu ih­ren dia­ko­ni­schen Auf­ga­ben zählt. Dies ent­spricht der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (25. März 1980 - 2 BvR 208/76 - BVerfGE 53, 366, 392 f. = AP GG Art. 140 Nr. 6) und des Bun­des­ar­beits­ge­richts (31. Ju­li 2002 - 7 ABR 12/01 - BA­GE 102, 74 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 70 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 74, zu B II 2 a der Gründe) und wird von dem Be­triebs­rat nicht in Zwei­fel ge­zo­gen.
2. Zwi­schen der Evan­ge­li­schen Kir­che und der Ar­beit­ge­be­rin be­steht auf Grund ih­rer Mit­glied­schaft im Dia­ko­ni­schen Werk die für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­che in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung. We­der der Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin noch die Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ver­mit­teln der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land je­doch das für ei­ne Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG not­wen­di­ge Maß an Ein­fluss­nah­me auf die re­li­giöse Tätig­keit im A Kran­ken­haus.
a) Die al­lein auf Grund der Mit­glied­schaft der Ar­beit­ge­be­rin im Dia­ko­ni­schen Werk ver­mit­tel­te Bin­dung an den Auf­trag der Evan­ge­li­schen Kir­che reicht für die Zu­ord­nung des Kran­ken­hau­ses zur Evan­ge­li­schen Kir­che nicht aus. Zwar be­steht zwi­schen der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land und der Ar­beit­ge­be­rin auf Grund ih­rer Mit­glied­schaft im Dia­ko­ni­schen Werk die für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­che in­sti­tu­tio­nel­le Ver­bin­dung. Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG wer­den durch die ver­eins­recht­li­che Zu­gehörig­keit der Ar­beit­ge­be­rin zum Dia­ko­ni­schen Werk aber nicht erfüllt, weil hier­durch kei­ne ver­wal­tungsmäßige Ver­flech­tung zwi­schen der Evan­ge­li­schen Kir­che bzw. ih­rem Dia­ko­ni­schen Werk und dem Kran­ken­haus ent­steht.
b) Nach dem Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin und der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes be­ste­hen kei­ne An­halts­punk­te für die Möglich­keit der Evan­ge­li­schen Kir­che, über ihr Dia­ko­ni­sches Werk den für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG not­wen­di­gen Ein­fluss auf die re­li­giöse Tätig­keit der Ar­beit­ge­be­rin zu neh­men.
aa) Das Kir­chen­ge­setz über das Dia­ko­ni­sche Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land und die Zu­sam­men­ar­beit in der Dia­ko­nie (Dia­ko­nie­ge­setz) vom 14. Ja­nu­ar 2005 und die Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes si­chern der Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land zwar ein aus­rei­chen­des Maß an in­halt­li­cher und per­so­nel­ler Ein­fluss­nah­me auf das Dia­ko­ni­sche Werk.
Gem. § 2 Abs. 1 des Dia­ko­nie­ge­set­zes ist das Dia­ko­ni­sche Werk der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land e.V. das der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land zu­ge­ord­ne­te kirch­li­che Werk. Nach § 4 Abs. 1 des Dia­ko­nie­ge­set­zes müssen die Or­gan­mit­glie­der und die lei­ten­den Mit­ar­bei­ten­den des Dia­ko­ni­schen Wer­kes grundsätz­lich ei­nem evan­ge­li­schen Be­kennt­nis an­gehören. Darüber hin­aus si­chern § 11 Abs. 1, § 12 des Dia­ko­nie­ge­set­zes der Amts­kir­che ei­nen per­so­nel­len Ein­fluss bei der Be­set­zung der Or­ga­ne des Dia­ko­ni­schen Wer­kes. Nach § 14 des Dia­ko­nie­ge­set­zes un­ter­lie­gen die dort ge­nann­ten Sat­zungsände­run­gen der Zu­stim­mung der Kir­chen­lei­tung. Die Ein­fluss­nah­me der Evan­ge­li­schen Kir­che auf das Wir­ken sei­nes Dia­ko­ni­schen Wer­kes ist sat­zungsmäßig ab­ge­si­chert. Nach der der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes vor­an­ge­stell­ten Ein­lei­tung ist die Dia­ko­nie We­sens- und Le­bensäußerung der Kir­che, die ua. in Übe­rein­stim­mung mit dem Grund­ar­ti­kel der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land ge­schieht. Die per­so­nel­le Ein­fluss­nah­me ist über die Mit­glied­schaft der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land so­wie ih­rer Krei­se und Kir­chen­ge­mein­den im Dia­ko­ni­schen Werk (§ 4 Abs. 1 Buchst. a der Sat­zung), die Be­tei­li­gung der Kir­chen­lei­tung im Dia­ko­ni­schen Rat (§ 13 Abs. 1 Buchst. a der Sat­zung) und die Zu­sam­men­set­zung des Vor­stands (§ 16 Abs. 1 der Sat­zung) aus­rei­chend ab­ge­si­chert.
bb) Das Dia­ko­ni­sche Werk oder die Evan­ge­li­sche Kir­che selbst verfügen nach dem Ge­sell­schafts­ver­trag der Ar­beit­ge­be­rin nicht über die für ei­ne Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG aus­rei­chen­de in­halt­li­che oder per­so­nel­le Ein­flussmöglich­keit auf die re­li­giöse Tätig­keit in dem A Kran­ken­haus.
Ei­ne Be­tei­li­gung von Ver­tre­tern der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land oder ih­res Dia­ko­ni­schen Wer­kes in den nach Ge­sell­schafts­recht ent­schei­dungs­be­fug­ten Or­ga­nen der Ar­beit­ge­be­rin ist nicht vor­ge­se­hen. Nach § 5
Satz 1 des durch den Be­schluss der Al­lein­ge­sell­schaf­te­rin vom 15. De­zem­ber 2005 geänder­ten Ge­sell­schafts­ver­trags sind Or­ga­ne der Ar­beit­ge­be­rin die Geschäftsführung und die Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung. Der Geschäftsführung müssen we­der haupt­amt­li­che Kir­chen­ver­tre­ter an­gehören noch ist die Zu­gehörig­keit der Mit­glie­der der Geschäftsführung zur Evan­ge­li­schen Kir­che zwin­gend vor­ge­schrie­ben. Nach § 5 Satz 2 des Ge­sell­schafts­ver­trags sol­len Mit­glie­der der Or­ga­ne, dh. der Geschäftsführung, le­dig­lich ei­nem evan­ge­li­schen oder dem Be­kennt­nis ei­ner Kir­che an­gehören, die Mit­glied der Ar­beits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen ist. An der Be­stel­lung der Geschäftsführung oder der Ein­stel­lung von lei­ten­den Mit­ar­bei­tern ist das Dia­ko­ni­sche Werk nicht be­tei­ligt. Die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land kann auch nicht über ei­nen der Kir­che zu­gehöri­gen Ge­sell­schaf­ter über des­sen Ge­sell­schafts­an­tei­le auf die re­li­giöse Tätig­keit des Kran­ken­hau­ses Ein­fluss neh­men. Al­lei­ni­ger Ge­sell­schaf­ter der Ar­beit­ge­be­rin ist die A Stif­tung, die nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts mit der Evan­ge­li­schen Kir­che we­der or­ga­ni­sa­to­risch, noch recht­lich oder per­so­nell ver­bun­den ist. Le­dig­lich in dem von den Ge­sell­schaf­tern fa­kul­ta­tiv ein­zu­be­ru­fen­den und aus bis zu fünf Mit­glie­dern be­ste­hen­den Bei­rat ist die Mit­wir­kung ei­nes Ver­tre­ters der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land vor­ge­schrie­ben, wo­bei dem Bei­rat ge­genüber der Geschäftsführung und der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung nur ei­ne Be­ra­tungs­funk­ti­on zu­kommt.
Die Evan­ge­li­sche Kir­che im Rhein­land hat auch nach den wei­te­ren Re­ge­lun­gen des Ge­sell­schafts­ver­trags der Ar­beit­ge­be­rin kei­ne er­kenn­ba­re Möglich­keit zur Ein­wir­kung auf die re­li­giöse Tätig­keit im Kran­ken­haus. Für zukünf­ti­ge Ände­run­gen des Ge­sell­schafts­ver­trags be­steht kein Zu­stim­mungs­vor­be­halt des Dia­ko­ni­schen Wer­kes. Nach § 15 des Ge­sell­schafts­ver­trags müssen ne­ben dem Be­schluss über die Auflösung der Ge­sell­schaft „Sat­zungsände­run­gen“ dem Dia­ko­ni­schen Werk nur recht­zei­tig vor­her an­ge­zeigt wer­den, wenn sie die Zu­ord­nung zum Dia­ko­ni­schen Werk verändern, dh. grundsätz­lich in Fra­ge stel­len. Der Ge­sell­schafts­ver­trag enthält kei­ne Fest­le­gun­gen über ei­ne un­ter der Auf­sicht der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land oder ih­res Dia­ko­ni­schen Wer­kes ste­hen­de Vermögens­ver­wal­tung und Wirt­schaftsführung
der Ar­beit­ge­be­rin. Eben­so­we­nig be­steht ei­ne An­fall­klau­sel zu­guns­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che für den Fall der Auflösung der Ge­sell­schaft oder bei Be­en­di­gung der kirch­li­chen Zu­ord­nung.
cc) Die für die Zu­ord­nung des von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­hau­ses nach § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­che in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­flussmöglich­keit der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land folgt nach den bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts auch nicht aus den Sank­ti­onsmöglich­kei­ten in § 4 Abs. 2 Buchst. b so­wie § 5 Abs. 3 der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land e. V. vom 18. No­vem­ber 1999.
Da­nach können Mit­glie­der, die die Vor­aus­set­zun­gen für die Mit­glied­schaft nicht mehr erfüllen oder in sons­ti­ger Wei­se den In­ter­es­sen des Dia­ko­ni­schen Wer­kes zu­wi­der­han­deln, auf Vor­schlag des Vor­stands durch den Dia­ko­ni­schen Rat aus­ge­schlos­sen wer­den (§ 4 Abs. 2 Buchst. b der Sat­zung). Ge­genüber Mit­glie­dern, die den Mit­glied­schafts­pflich­ten nach § 5 Abs. 1 und 2 der Sat­zung nicht nach­kom­men, sind nach er­folg­lo­ser Er­in­ne­rung durch den Vor­stand die in § 5 Abs. 3 ge­nann­ten Maßnah­men zulässig, die bis zum Aus­schluss aus dem Dia­ko­ni­schen Werk rei­chen. Der Se­nat hat zwar ei­ne in der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ent­hal­te­ne Aus­schlussmöglich­keit in der Ver­gan­gen­heit für ein ge­eig­ne­tes Mit­tel ge­hal­ten, auf die re­li­giöse Tätig­keit des Mit­glieds Ein­fluss zu neh­men (BAG 31. Ju­li 2002 - 7 ABR 12/01 - BA­GE 102, 74 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 70 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 74, zu B II 2 b bb der Gründe; 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 60 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 66, zu B 3 c bb der Gründe). Die­se Erwägung be­ruht auf der An­nah­me, dass der Aus­schluss ei­nes Mit­glieds aus dem Dia­ko­ni­schen Werk re­gelmäßig ei­nen schwer­wie­gen­den Nach­teil für den Be­stand oder die Tätig­keit der kirch­li­chen Ein­rich­tung dar­stellt, der ge­eig­net ist, das Mit­glied zur Ein­hal­tung sei­ner ver­eins­recht­li­chen Pflich­ten an­zu­hal­ten. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn die Ur­sa­che für den Kon­flikt auf ei­nem Dis­sens in re­li­giösen Fra­gen zwi­schen dem Dia­ko­ni­schen Werk und ei­nem sei­ner Mit­glie­der be­ruht und der Streit aus Sicht des Dia­ko­ni­schen Wer­kes nicht auf
we­ni­ger ein­schnei­den­de Wei­se als durch die Be­en­di­gung der Mit­glied­schaft be­sei­tigt wer­den kann. Im Streit­fall be­ste­hen aber Be­son­der­hei­ten, die bei der Be­ur­tei­lung der Ge­eig­net­heit der dem Dia­ko­ni­schen Werk zu Verfügung ste­hen­den Sank­ti­ons­mit­tel zu würdi­gen sind. Die Ar­beit­ge­be­rin ist im Ge­gen­satz zu den kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen, über die der Se­nat in der Ver­gan­gen­heit zu be­fin­den hat­te, kein his­to­risch mit der Evan­ge­li­schen Kir­che ver­bun­de­ner Ver­band, der bei ei­nem Kon­flikt bei der Ausübung sei­ner re­li­giösen Tätig­keit und der da­mit ver­bun­de­nen Ge­fahr, aus dem Dia­ko­ni­schen Werk aus¬ge­schlos­sen zu wer­den, we­gen sei­ner bis­he­ri­gen kirch­li­chen Ver­bun­den­heit um sei­ne Glaubwürdig­keit und da­mit um sei­nen Be­stand fürch­ten müss­te (vgl. da­zu BAG 14. April 1988 - 6 ABR 36/86 - BA­GE 58, 92 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 36 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 42, zu B II 2 c bb der Gründe). Bei ei­nem Aus­schluss aus dem Dia­ko­ni­schen Werk müss­te die Ar­beit­ge­be­rin kei­ne un­mit­tel­bar nach­tei­li­gen wirt­schaft­li­chen Fol­gen ge­genwärti­gen, da ihr Vermögen we­gen des Feh­lens ei­ner ent­spre­chen­den Klau­sel im Ge­sell­schafts­ver­trag nicht der Evan­ge­li­schen Kir­che an­fie­le.
3. Die Zu­ord­nung der Ar­beit­ge­be­rin zur Evan­ge­li­schen Kir­che kann zwar nicht mit ei­ner auf die Be­stim­mun­gen des Ge­sell­schafts­ver­trags oder der Sat­zung des Dia­ko­ni­schen Wer­kes gestütz­ten Möglich­keit der Ein­fluss­nah­me auf die re­li­giöse Tätig­keit in dem A Kran­ken­haus be­gründet wer­den. Die Zu­ord­nung kann aber nicht mit dem Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den Be­stim­mun­gen über die Min­dest­an­for­de­run­gen des Dia­ko­ni­schen Wer­kes an die Sat­zun­gen und die sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes und der un­ter­blie­be­nen Sank­tio­nie­rung durch das Dia­ko­ni­sche Werk ver­neint wer­den, wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt meint. Das Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags der Ar­beit­ge­be­rin hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen schließt ei­ne durch die Mit­glied­schaft der Ar­beit­ge­be­rin im Dia­ko­ni­schen Werk ver­mit­tel­te in­halt­li­che und per­so­nel­le Ein­fluss­nah­me der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land auf die re­li­giöse Betäti­gung des Kran­ken­hau­ses auf Grund ih­res tatsächli­chen Ein­flus­ses nicht aus. Die Ent­schei­dung darüber, ob die zuständi­gen Or­ga­ne des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ge­genüber Mit­glie­dern, de­ren in­ne­re Ord­nun­gen hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen zurück-
blei­ben, die in der Sat­zung vor­ge­se­he­nen Maßnah­men er­grei­fen, ist nach den bis­her vom Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen für die Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung oh­ne Be­deu­tung.
a) Das Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen für die Sat­zun­gen und sons­ti­gen Ord­nun­gen der Mit­glie­der des Dia­ko­ni­schen Wer­kes ist für sich al­lein ge­nom­men nicht ge­eig­net, die für die Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG not­wen­di­ge Ein­fluss­nah­me der Evan­ge­li­schen Kir­che in Fra­ge zu stel­len. Die­ser Um­stand kann le­dig­lich als ein An­halts­punkt bei der Prüfung der für die Zu­ord­nung maßgeb­li­chen Umstände zu berück­sich­ti­gen sein. Da der ord­nen­de und ver­wal­ten­de Ein­fluss der Kir­che auf die Ein­rich­tung nicht sat­zungsmäßig ab­ge­si­chert sein muss, kann er sich bei ei­ner be­ste­hen­den in­sti­tu­tio­nel­len Ver­bin­dung zwi­schen der Kir­che und der Ein­rich­tung auch aus an­de­ren Umständen er­ge­ben, die das Zurück­blei­ben des Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den Min­dest­an­for­de­run­gen als ver­nachlässi­gens­wert er­schei­nen las­sen. Dies kann zB der Fall sein, wenn für den Dis­pens von der Ein­hal­tung der Min­dest­an­for­de­run­gen plau­si­ble Gründe be­stan­den ha­ben, weil das Maß der nach § 118 Abs. 2 Be­trVG er­for­der­li­chen Ein­fluss­nah­me aus Sicht des Dia­ko­ni­schen Wer­kes auf an­de­re Wei­se si­cher­ge­stellt ist.
b) Hin­ge­gen durf­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt für die Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG die bis­her un­ter­blie­be­ne Sank­tio­nie­rung der Ar­beit­ge­be­rin durch das Dia­ko­ni­sche Werk we­gen des Zurück­blei­bens hin­ter den von ihm fest­ge­leg­ten Min­dest­an­for­de­run­gen oh­ne wei­te­re Sach­aufklärung nicht berück­sich­ti­gen. Die tatsächli­che Ein­fluss­nah­me der Kir­che auf ei­ne ihr zu­ge­ord­ne­te Ein­rich­tung ist ei­ner Würdi­gung durch die staat­li­chen Ge­rich­te ent­zo­gen. Zu dem ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­ten Selbst­be­stim­mungs­recht der Evan­ge­li­schen Kir­che zählt nicht nur die Ent­schei­dung über die Auf­nah­me der Ar­beit­ge­be­rin in ihr Dia­ko­ni­sches Werk, son­dern auch über das Maß der Ein­fluss­nah­me ge­genüber den Ver­eins­mit­glie­dern. Das feh­len­de Ein­schrei­ten des Dia­ko­ni­schen Wer­kes hätte vom Lan­des­ar­beits­ge­richt für die Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung nur berück­sich­tigt wer­den können, wenn feststünde, dass es auf der feh­len­den Möglich­keit der Evan­ge­li­schen Kir­che be­ruht, auf die
re­li­giöse Tätig­keit in der Ein­rich­tung Ein­fluss zu neh­men. Ei­nen sol­chen Zu­sam­men­hang hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt aber nicht fest­ge­stellt.
III. Der an­ge­foch­te­ne Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist da­nach auf­zu­he­ben und das Ver­fah­ren an das Be­schwer­de­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen, § 563 Abs. 1 ZPO. Der Se­nat kann über die Zu­ord­nung des von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­hau­ses nicht ab­sch­ließend ent­schei­den, weil die Vor­aus­set­zun­gen des § 563 Abs. 3 ZPO nicht ge­ge­ben sind. Für die Be­ur­tei­lung der Zu­ord­nung nach § 118 Abs. 2 Be­trVG be­darf es wei­te­rer tatsäch­li­cher Fest­stel­lun­gen und ei­ner er­neu­ten tatrich­ter­li­chen Würdi­gung durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt. Für die neue Anhörung ver­mag der Se­nat kei­ne ab­sch­ließen­den Hin­wei­se zu ge­ben. Al­ler­dings soll­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt Fol­gen­des be­ach­ten:
Die Ent­schei­dung über die Zu­ord­nung des von der Ar­beit­ge­be­rin be­trie­be­nen Kran­ken­hau­ses zur Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land hängt da­von ab, dass die Ar­beit­ge­be­rin ver­deut­licht, in wel­cher Form die evan­ge­li­sche Kir­che auf die re­li­giöse Tätig­keit in der Ein­rich­tung Ein­fluss neh­men kann und ob und ggf. auf wel­che Wei­se sich die Kir­che bei ei­nem et­wai­gen Dis­sens in re­li­giösen An­ge­le­gen­hei­ten ge­genüber der Geschäftsführung und der Ge­sell­schaf­te­rin der Ar­beit­ge­be­rin durch­set­zen kann. Da­zu sind die feh­len­den Fest­stel­lun­gen über die Auf­ga­ben­erfüllung durch An­gehöri­ge der Kir­che und die tatsächli­che Ein­fluss­nah­me der Kir­che auf die re­li­giöse Tätig­keit in der Ein­rich­tung nach­zu­ho­len. Da­ne­ben ist der Ar­beit­ge­be­rin Ge­le­gen­heit zu ergänzen­dem Vor­trag zur Be­deu­tung der Sank­ti­onsmöglich­kei­ten des Dia­ko­ni­schen Wer­kes und zu den Gründen für die Auf­nah­me der Ar­beit­ge­be­rin trotz des Zurück­blei­bens des Ge­sell­schafts­ver­trags hin­ter den vom Dia­ko­ni­schen Werk auf­ge­stell­ten Min­dest­vor­ga­ben für die in­ne­re Ord­nung sei­ner Mit­glie­der zu ge­ben. Sch­ließlich wird zu würdi­gen sein, dass es sich bei dem Kran­ken­haus nicht um ei­ne his­to­risch mit der Evan­ge­li­schen Kir­che ver­bun­de­ne Ein­rich­tung han­delt, was dafür spre­chen könn­te, dass es ge­ra­de in ei­ner Über­g­angs­zeit für die Zu­ord­nung ei­nes ord­nen­den Ein­flus­ses der Evan­ge­li­schen Kir­che be­durft hätte (vgl. BAG 14. April 1988 - 6 ABR 36/86 - BA­GE 58, 92 =
AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 36 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 42, zu B II 2 b dd der Gründe).
Hin­ge­gen ist die feh­len­de Ab­kehr der Ar­beit­ge­be­rin von dem bis­her ver­folg­ten ka­ri­ta­ti­ven und welt­li­chen Leit­bild ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats kein In­diz für das Feh­len ei­ner aus­rei­chen­den Ver­flech­tung mit der Amts­kir­che. In wel­chem Maß und mit wel­cher In­ten­sität die Ar­beit­ge­be­rin den evan­ge­lisch-christ­li­chen Cha­rak­ter des Kran­ken­hau­ses nach außen in Er­schei­nung tre­ten lässt, un­ter­liegt bei ei­ner Zu­ord­nung iSd. § 118 Abs. 2 Be­trVG als Aus­fluss des kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­rechts ih­rer Ent­schei­dung (BAG 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 60 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 66, zu B 3 c cc der Gründe). Die Zu­ord­nung zur Evan­ge­li­schen Kir­che setzt auch - an­ders als der Be­triebs­rat meint - nicht das Be­ste­hen ei­ner christ­lich mo­ti­vier­ten Dienst­ge­mein­schaft zwi­schen dem kirch­li­chen Ar­beit­ge­ber und sei­nen Mit­ar­bei­tern vor­aus (BAG 30. April 1997 - 7 ABR 60/95 - aaO; 9. Fe­bru­ar 1982 - 1 ABR 36/80 - BA­GE 41, 5 = AP Be­trVG 1972 § 118 Nr. 24 = EzA Be­trVG 1972 § 118 Nr. 33, zu B II 3 der Gründe).
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