Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FGPrax%202012,%20229
Timestamp: 2019-10-14 00:05:13
Document Index: 284945658

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 4', '§ 8', 'BGH', '§ 7', '§ 7', '§ 8', 'BGH', 'BGH']

OLG Hamm, 23.05.2012 - I-15 W 409/11 - dejure.org
OLG Hamm, 23.05.2012 - I-15 W 409/11
https://dejure.org/2012,21485
OLG Hamm, 23.05.2012 - I-15 W 409/11 (https://dejure.org/2012,21485)
OLG Hamm, Entscheidung vom 23.05.2012 - I-15 W 409/11 (https://dejure.org/2012,21485)
OLG Hamm, Entscheidung vom 23. Mai 2012 - I-15 W 409/11 (https://dejure.org/2012,21485)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,21485) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zwangsversteigerung bei nachrangiger Reallast
AG Bielefeld, 29.07.2011 - 41 C 578/11
FGPrax 2012, 229
Allein der dinglich gesicherte Erbbauzins gehöre deshalb zu dem mit der Bestellung des Erbbaurechts verfolgten Zweck (vgl. OLG Hamm, FGPrax 2012, 229, 230;… BeckOK ErbbauRG/Maaß, 41. Edition, § 7 Rn. 7;… Soergel/Stürner, BGB, 13. Aufl., § 7 ErbbauVO Rn. 3; Hagemann, Rpfleger 1985, 203, 204).
Diese ergeben sich in erster Linie aus dem Inhalt des Erbbaurechtsvertrags und den Umständen seines Zustandekommens (vgl. BayObLGZ 1972, 260, 263; OLG Hamm, FGPrax 2012, 229;… Lemke/Czub, Immobilienrecht, 2. Aufl., § 7 ErbbauRG Rn. 5;… BeckOK ErbbauRG/Maaß, 41. Edition, § 7 Rn. 5;… MüKoBGB/Heinemann, 7. Aufl., ErbbauRG § 7 Rn. 5;… Ingenstau/Hustedt, ErbbauRG, 10. Aufl., § 7 Rn. 9;… Linde/Richter, Erbbaurecht und Erbbauzins, 3. Aufl., Rn. 132;… v. Oefele/Winkler/Schlögel, Handbuch Erbbaurecht, 6. Aufl., § 4 Rn. 198, 206;… ähnlich Staudinger/Rapp, BGB [2017], § 7 ErbbauRG Rn. 26: Geschäftsgrundlage).
Dem Grundstückseigentümer sei zuzumuten, bei der Zustimmung zur Belastung des Erbbaurechts mit einem Grundpfandrecht das zur Wahrung seiner Rechte Erforderliche selbst zu veranlassen (OLG Hamm, FGPrax 2012, 229, 230;… vgl. v. Oefele/Winkler/Schlögel, Handbuch Erbbaurecht, 6. Aufl., § 4 Rn. 207; im Ergebnis auch Hagemann, Rpfleger 1985, 203, 204 f.).
Ist es mithin nach der Beschlagnahme allein der betreibende Gläubiger, der darüber entscheidet, ob eine "Verfügung" durch das Vollstreckungsgericht erfolgt, so erscheint es auch dem Sinn der §§ 8, 7 Abs. 1 und 3 ErbbauRG entsprechend, ihn nicht auf den Weg zu verweisen, den Zustimmungsanspruch des Erbbauberechtigten zu pfänden und sich zur Einziehung überweisen zu lassen (so noch BGHZ 33, 76, 83), sondern ihm vielmehr sowohl die Ausübung des in § 7 Abs. 1 ErbbauRG normierten Zustimmungsanspruchs als auch ein Antragsrecht im Sinne des § 7 Abs. 3 ErbbauRG zuzugestehen (…vgl. Palandt-Bassenge, a.a.O., § 8 ErbbauRG Rn. 4; BGH NJW 1987, 1942,1943 mit zahlreichen Nachweisen aus Rechtsprechung und Literatur; OLG Hamm, Beschluss vom 23. Mai 2012, I-15 W 409/11, Rn. 14, zitiert nach juris).
aa)Für die Gegebenheiten in der Zwangsversteigerung selbst hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGHZ 100, 107 ff.; dem folgend OLG Frankfurt FGPrax 2012, S. 89 f. und OLG Hamm FGPrax 2012, S. 229 f.), dass die erforderliche Zustimmung des Grundstückseigentümers ohne ausreichenden Grund verweigert werde und zu ersetzen sei, falls der Grundstückseigentümer der Belastung des Erbbaurechts mit einem gegenüber der Erbbauzinsreallast vorrangigen Grundpfandrecht zugestimmt habe, aus diesem Grundpfandrecht die Zwangsversteigerung betrieben werde und der Eigentümer die Verweigerung seiner Zustimmung für den Zuschlag lediglich darauf stütze, dass die Erbbauzinsreallast infolge dieses Zuschlages erlösche und der Meistbietende nicht bereit sei, in die schuldrechtlichen Verpflichtungen des Erbbauberechtigten hinsichtlich des Erbbauzinses einzutreten.