Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+44,+158
Timestamp: 2018-12-16 00:10:14
Document Index: 136004251

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 245', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 157', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.07.1965 - II ZR 118/63 - dejure.org
Übertragung aller einem Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft nach Gesetz und Vertrag zustehenden gesellschaftlichen Rechte auf einen Treuhänder - Pflicht eines persönlich haftenden Gesellschafters, die Jahresbilanz zu unterzeichnen als öffentlichrechtliche, höchstpersönliche Pflicht - Wahrnehmung aller gesellschaftlichen Rechte durch einen Treuhänder - Auswahl eines Treuhänders
BGHZ 44, 158
MDR 1965, 978
DB 1965, 1513
§ 245 Satz 2 HGB betrifft allein die öffentlich-rechtliche Pflicht zur Unterzeichnung der Bilanz (vgl. dazu BGH, Urt. v. 3. November 1975 - II ZR 87/74, BB 1975, 1605, 1606 im Anschluß an BGHZ 44, 158, 160;… Ulmer in FS Hefermehl aaO., S. 212).
Eine solche liegt vor, wenn der Sicherungsnehmer den Sicherungsgeber durch die Inanspruchnahme der Sicherheiten in seiner wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit übermäßig einengt (BGHZ 19, 12, 18; 44, 158, 161; 83, 313, 316;… BGH, Urt. v. 7. Januar 1993 - IX ZR 199/91, NJW 1993, 1587, 1588).
Eine ergänzende Vertragsauslegung nach § 157 BGB oder eine entsprechende Anwendung von § 139 BGB kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein wegen eines sittenwidrigen Verhältnisses von Leistung und Gegenleistung nichtiges Rechtsgeschäft grundsätzlich nicht durch Anpassung der Leistungen auf ein noch vertretbares Maß aufrechterhalten werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 30. Mai 1958 - V ZR 280/56, NJW 1958, 1772; Urteil vom 12. Juli 1965 - II ZR 118/63, BGHZ 44, 158, 162; Urteil vom 21. März 1977 - II ZR 96/75, BGHZ 68, 204, 207).
aa) Die Entscheidung BGHZ 44, 158ff. ist nicht einschlägig.
Eine Abrede über einen Treuhandvertrag mag nichtig sein, wenn der Treugeber keinen Einfluss auf die Person des Treuhänders hat (BGHZ 44, 158, 159f.).
Eine sittenwidrige Knebelung liegt vor, wenn die wirtschaftliche Entfaltung einer Vertragspartei in einem Maße beschnitten wird, daß diese ihre Selbständigkeit und wirtschaftliche Entschließungsfreiheit im ganzen oder in einem wesentlichen Teil einbüßt (vgl. RGZ 130, 143, 145; BGHZ 44, 158, 161 [BGH 12.07.1965 - II ZR 118/63];… BGH, Urt. v. 28. Juni 1974 - V ZR 169/72, LM BGB § 138 Bc Nr. 13; auch BGHZ 19, 12, 18).
Dies führt in der Regel zur Nichtigkeit des gesamten Rechtsgeschäftes (vgl. BGHZ 44, 158, 162; BGHZ 68, 204, 206 f.).
Dessen Anwendung setzt voraus, daß das Vereinbarte teilbar ist; der nach Entfernung des unwirksamen Teils verbleibende Inhalt des Vertrages (oder der Gesamtvereinbarung) muß, ohne daß es einer Anpassung oder Ergänzung durch richterliche Vertragshilfe bedarf, für sich allein eine sinnvolle Regelung darstellen (BGHZ 44, 158, 162 [BGH 12.07.1965 - II ZR 118/63]; BGHZ 68, 204, 207; BGHZ 107, 351, 355;… BGH, Urt. v. 22. Dezember 1953 - IV ZR 87/53, LM BGB § 139 Nr. 8).
Ein sittenwidrig überhöhtes Entgelt kann nicht durch gerichtliche Festsetzung auf eine gerade noch vertretbare und damit sittengemäße Höhe zurückgeführt werden (vgl. BGHZ 44, 158, 162 [BGH 12.07.1965 - II ZR 118/63]; 68, 204, 207) [BGH 21.03.1977 - II ZR 96/75].
Dort, wo eine solche eindeutige Ausscheidung des sittenwidrigen Vertragsinhalts nicht möglich war, weil außer der langen Vertragsdauer die vertraglichen Vereinbarungen noch in anderer Hinsicht zu beanstanden waren, ist mangels Teilbarkeit des Rechtsgeschäfts der ganze Vertrag als nichtig angesehen worden (…BGH, Urt. v. 17.10.1973 - VIII ZR 91/72, LM BGB § 138 [Bb] Nr. 35; vgl. auch Sen. Urt. BGHZ 44, 158, 162).
Die Annahme einer zur Sittenwidrigkeit eines Vertrages führenden Knebelung setzt voraus, dass die wirtschaftliche Entfaltung eines Vertragspartners durch die vertraglich getroffenen Absprachen in einem Maße beschnitten wird, dass er seine Selbständigkeit und wirtschaftliche Entschließungsfreiheit im ganzen oder in einem wesentlichen Teil einbüßt (RGZ 130, 143; BGHZ 44, 158; BGHZ 19, 12; BGH NJW 1993, 1587).