Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/littmannbitzpust-das-einkommensteuerrecht-estg-17-b-ebene-des-gesellschafters_idesk_PI16039_HI11002044.html
Timestamp: 2019-11-15 22:54:09
Document Index: 343483209

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 20', '§ 17', '§ 17', '§ 3', '§ 20']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 17 ... / b) Ebene des Gesellschafters | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Auf Ebene des Gesellschafters ist die Veräußerung eigener Anteile an die eigene Gesellschaft eine "normale" Veräußerung iSd § 17 Abs 1 EStG (BMF v 27.11.2013, BStBl I 2013, 1615 Rz 20; Gosch in Kirchhof, § 17 EStG Rz 55; Weber-Grellet in Schmidt, § 17 EStG Rz 102; aA Jäschke in Lademann, § 17 EStG Rz 368). Ist der Kaufpreis überhöht (unangemessen), so muss der Gesellschafter neben einem Veräußerungsgewinn noch eine vGA iSd § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG versteuern (BMF v 27.11.2013, aaO Rz 12; glA Eilers/ R Schmidt in H/H/R, § 17 EStG Rz 91).
Nach Ansicht des FG Sachsen-Anhalt liegt jedoch keine vGA vor, wenn der Erwerb von einem lästigen Gesellschafter erfolgt, der auch der Gesellschaft lästig ist (FG SAnh v 29.04.2003, 3 V 74/02, EFG 2003, 1267 rkr).
Der Gesellschafter G1 ist an der T-GmbH mit 50 % beteiligt. Das Nennkapital beträgt EUR 25 000 (Nennbetrag der Anteile EUR 12 500), u der Verkehrswert der Anteile beträgt EUR 15 000. Die T-GmbH erwirbt die Anteile (zum Zwecke der Weiterveräußerung) für EUR 20 000.
Beim Gesellschafter G1 liegt ein Veräußerungsgeschäft vor. Der Veräußerungspreis ist der angemessene Verkehrswert von EUR 15 000. Der Veräußerungsgewinn iSd § 17 EStG beträgt daher EUR 2 500. Nach § 3 Nr 40 Buchst c EStG sind 40 % steuerfrei u die verbleibenden 60 % sind mit dem persönlichen Steuersatz des G1 zu versteuern.
Hinsichtlich des überhöhten Kaufpreises liegt eine vGA vor, so dass EUR 5 000 bei G1 als Einkünfte aus KapVerm gem § 20 Abs 1 Nr 1 S 2 EStG mit 25 % (AbgSt) zu versteuern sind.
Insb für ausl oder steuerbefreite inl Anteilseigener kann der Erwerb eigener Anteile eine steuerlich optimierte Alternative zu einer Ausschüttung sein, die zu einer definitiven Belastung mit KapSt führt (Prinz/von Freeden, FR 2005, 533ff).