Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%20148/73
Timestamp: 2019-09-21 01:50:11
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Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 194', '§ 16']

BFH, 21.02.1978 - VIII R 148/73 - dejure.org
https://dejure.org/1978,560
BFH, 21.02.1978 - VIII R 148/73 (https://dejure.org/1978,560)
BFH, Entscheidung vom 21.02.1978 - VIII R 148/73 (https://dejure.org/1978,560)
BFH, Entscheidung vom 21. Februar 1978 - VIII R 148/73 (https://dejure.org/1978,560)
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Aufwendung - Miete - Aktivierungspflichtiges Wirtschaftsgut - Scheinbestandteil - Herstellungsaufwand
EStG § 4 Abs. 4, § 5, § 6 Abs. 1 Nr. 1
BFHE 124, 454
BStBl II 1978, 345
Davon ist der BFH - wenn auch mit unterschiedlicher Begründung - in ständiger Rechtsprechung ausgegangen (vgl. u. a. - für die Aktivierung als Nutzungs- oder Gebrauchsvorteil oder als Nutzungsmöglichkeit - BFH-Urteile in BFHE 115, 238, BStBl II 1975, 443; vom 31. Oktober 1978 VIII R 182/75, BFHE 127, 163, BStBl II 1979, 399; vom 31. Oktober 1978 VIII R 146/75, BFHE 127, 501, BStBl II 1979, 507; vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345;… vom 28. Juli 1994 IV R 89/93, BFH/NV 1995, 379 oder - für die Aktivierung als Nutzungsrecht - Urteile vom 22. Januar 1980 VIII R 74/77, BFHE 129, 485, BStBl II 1980, 244, m. w. N.; vom 17. März 1989 III R 58/87, BFHE 157, 83, BStBl II 1990, 6; vom 15. März 1990 IV R 30/88, BFHE 160, 244, BStBl II 1990, 623;… vom 15. April 1992 III R 65/91, BFH/NV 1993, 431, m. w. N. oder - für die Aktivierung als Ausgleichsanspruch - Urteile in BFHE 127, 163, BStBl II 1979, 399; vom 11. Dezember 1987 III R 188/81, BFHE 152, 125, BStBl II 1988, 493; in BFHE 160, 244, BStBl II 1990, 623;… vom 13. Juli 1989 IV R 137/88, BFH/NV 1990, 422, m. w. N.;… vom 6. März 1991 X R 6/88, BFH/NV 1991, 525;… vom 16. Dezember 1992 X R 15/91, BFH/NV 1993, 411;… vom 19. Oktober 1995 IV R 136/90, BFH/NV 1996, 306).
Herstellungskosten liegen u. a. dann vor, wenn die angemieteten Räume durch den Umbau in ihrem Wesen verändert werden (ständige Rechtsprechung, vgl. z. B. BFH-Beschluß vom 22. August 1966 GrS 2/66, BFHE 86, 792, BStBl III 1966, 672, und Urteile vom 10. Juni 1975 VIII R 114/71, BFHE 116, 469, BStBl II 1975, 878; in BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345, und die weiteren Nachweise bei Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, 20. Aufl., § 6 EStG Anm. 482;… Blümich/Ehmcke, Einkommensteuergesetz, Kommentar, 15. Aufl., § 6 Rdnr. 396, 397;… Schmidt/Glanegger, Einkommensteuergesetz, Kommentar, 15. Aufl., § 6 Rdnr. 198, 199, m. w. N.).
Bei dieser Beurteilung geht der Senat davon aus, daß die Baumaßnahme auch dann zu Herstellungskosten geführt hätte, wenn sie vom Gebäudeeigentümer selbst durchgeführt worden wäre (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345; vom 14. Dezember 1989 III R 183/85, BFHE 160, 291, BStBl II 1990, 450; vom 14. November 1989 III R 84/85, BFHE 159, 293, BStBl II 1990, 286;… vom 2. Februar 1990 III R 188/85, BFH/NV 1990, 732).
Mietereinbauten können im Betriebsvermögen des Mieters aktiviert werden, wenn es sich um Herstellungsaufwand handelt und die Einbauten als gegenüber dem Gebäude selbständige Wirtschaftsgüter zu qualifizieren sind (Anschluß an BFH-Urteil vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) können Mietereinbauten im Betriebsvermögen des Mieters aktiviert werden, wenn es sich um Herstellungsaufwand handelt (BFH-Urteil vom 23. Juni 1966 IV 75/64, BFHE 86, 625, BStBl III 1966, 589) und die Einbauten als gegenüber dem Gebäude selbständige Wirtschaftsgüter zu qualifizieren sind (BFH-Entscheidung vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345, 346).
Die Aufwendungen der Kläger sind Herstellungskosten, da die als Praxisräume genutzten Räume durch die Einbauten über ihren bisherigen Zustand erheblich verbessert wurden (BFH-Urteile vom 10. Juni 1975 VIII R 114/71, BFHE 116, 469, BStBl II 1975, 878; in BFHE 124, 454, 456, BStBl II 1978, 345, 346).
Soweit ersichtlich, haben sämtliche in diesem Zeitraum veröffentlichten Entscheidungen von Landgerichten und Oberlandesgerichten eine Belehrungspflicht verneint (OLG Stuttgart StB 1977, 263, Berufungsurteil zu dem vorher StB 1977, 80 veröffentlichten, die Belehrungspflicht ebenfalls verneinenden Urteil der 27. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart, ebenso LG Stuttgart 27. Zivilkammer StB 1977, 82, anders, aber nicht veröffentlicht, die 10. Zivilkammer des LG Stuttgart am 10. Juni 1975; LG Frankfurt StB 1978, 14; LG Koblenz DStR 1978, 162; OLG Celle StB 1979, 12 = DStR 1978, 612 [BFH 21.02.1978 - VIII R 148/73] und StB 1979, 13; OLG Koblenz StB 1979, 195 = DStR 1979, 265; OLG Stuttgart VersR 1980, 54; OLG Hamm DStR 1981, 55, OLG Zweibrücken StB 1982, 66).
Soweit sich Autoren überhaupt mit dieser Frage befaßten, kamen sie fast alle zur Verneinung (Messmer DStR 1977, 269 [OLG München 21.10.1976 - 24 U 791/76]; Bartelt DStR 1978, 520 [BFH 21.02.1978 - VIII R 148/73], der ein unveröffentlichtes, ebenfalls verneinendes Urteil des OLG München vom 21. Oktober 1976 zitiert;… Späth, Steuerberater 1976, 233, 236 und »Die zivilrechtliche Haftung des Steuerberaters« 2. Aufl. 1979 Rdn. 179-181, sowie in zahlreichen Urteilsanmerkungen in StB und DStR; ab 1981 Palandt/Heinrichs vor § 194 Anm. 3 c).
Die betriebliche Veranlassung kann sich insbesondere daraus ergeben, daß der Mieter die gemieteten Räume für seine betrieblichen Zwecke herrichtet, ohne gegen den Vermieter einen entsprechenden Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen zu haben (vgl. BFH-Urteil vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345), um die Räume weiterhin nutzen zu können oder die bestehenden Nutzungsmöglichkeiten zu verbessern.
Wird die Kaufpreisforderung jedoch, wovon die herrschende Meinung noch ausgeht, Privatvermögen, so können sowohl die Zins- als auch die Erhöhungsbeträge nur als Einnahmen aus Kapitalvermögen erfaßt werden; denn mit der Veräußerung des Betriebes endet die betriebliche Tätigkeit, sofern nicht die Zuflußbesteuerung gewählt worden ist (vgl. Friele/Spiegels, DStR 1978, 395, 399 [BFH 21.02.1978 - VIII R 148/73];… Blümich, a.a.O., § 16 Tz.133).
BFH, 24.08.1984 - III R 33/81
Betriebsvermögen - Einheitsbewertung des Betriebsvermögens - Immaterielles …
Außerdem handle es sich bei den Aufwendungen um Erhaltungsaufwand, der nach der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345) bei Einbauten und Umbauten eines Mieters nicht zur Annahme eines aktivierungspflichtigen immateriellen Wirtschaftsguts führe.
Auch bei Erhaltungsaufwand kann ein Nutzungsvorteil und damit ein immaterielles Wirtschaftsgut vorliegen (vgl. BFH-Urteile vom 4. Juli 1968 IV 298/63, BFHE 93, 66, BStBl II 1968, 681, und in BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345).
Das gleiche gilt, wenn die Baumaßnahmen des Mieters Erhaltungsaufwand darstellen (BFH-Urteil vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, BStBl II 1978, 345).
Diese Auffassung ist jedoch durch die neuere Rechtsprechung des BFH im Anschluß an die Entscheidung des Großen Senats des BFH in BFHE 111, 242, BStBl II 1974, 132 überholt (vgl. Urteil vom 21. Februar 1978 VIII R 148/73, BFHE 124, 454, 456, BStBl II 1978, 345).
Denn die Aktivierung von Mietereinbauten setzt - unabhängig von den weiteren Voraussetzungen - voraus, dass es sich bei dem Aufwand um Herstellungskosten, nicht um Erhaltungsaufwand handelt (BFH Urteil vom 21.02.1978 VIII R 148/73 BFHE 124, 454, BStBl 1978, 345).
BFH, 23.06.1981 - VIII R 43/79
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