Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20118,%20194
Timestamp: 2020-08-04 20:13:14
Document Index: 285652609

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 535', '§ 536', '§ 537', 'BGH', '§ 5', '§ 305', 'BGH', 'BGH', '§ 537', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 536', '§ 28', 'BGH', 'BGH', '§ 537', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH']

BGH, 06.05.1992 - VIII ZR 129/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,647
BGH, 06.05.1992 - VIII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,647)
BGH, Entscheidung vom 06.05.1992 - VIII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,647)
BGH, Entscheidung vom 06. Mai 1992 - VIII ZR 129/91 (https://dejure.org/1992,647)
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Vertragsklausel - Formularmietvertrag - Mietvertrag - Kleinreparaturen - Reparaturpflicht - Benachteiligung des Mieters - Beschränkung der Reparaturpflicht - AGB
Unwirksamkeit der Kleinreparaturklausel eines Mietvertrages trotz gegenständlicher und betragsmäßiger Beschränkung
Kleinreparaturklausel; Abwälzung der Reparaturpflicht auf den Mieter; Formularklausel; Kostenerstattungsklausel; Vornahmeklausel; Instandhaltungspflicht
Zur Zulässigkeit von Kleinreparaturklauseln
AGBG § 9; BGB § 535, § 536, § 537
Mietrecht; Unzulässigkeit einer formularmäßigen Überwälzung der Reparaturpflicht auf den Mieter
Reparaturpflicht des Mieters? (IBR 1992, 257)
BGHZ 118, 194
NJW 1992, 1759
ZIP 1992, 771
MDR 1992, 669
NJ 1992, 503
WM 1992, 1111
BB 1992, 1815
Bei der gemäß § 5 AGBG a.F. (§ 305c Abs. 2 BGB n.F.) gebotenen "kundenfeindlichsten" Auslegung sind vom Vermieter gestellte Vornahmeklauseln indes dahingehend auszulegen, dass dem Mieter Gewährleistungsrechte nicht zustehen, sofern und solange er den ihm übertragenen Instandsetzungs- und Instandhaltungspflichten nicht nachkommt (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194 (zu § 537 Abs. 3 BGB a.F.)).
Die Anwendung der Unklarheitenregelung zu Lasten des Vermieters ist auch nicht etwa deshalb ausgeschlossen, weil das dem Mieter günstige Auslegungsergebnis lediglich einen bei der Auslegung außer Acht zu lassenden Sonderfall beträfe (so noch BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194).
Denn ein daraus erwachsender Gewährleistungsausschluss würde einerseits die - hier nicht gegebene - Wirksamkeit der Abwälzungsvereinbarung voraussetzen (vgl. Kraemer, NZM 2003, 418, 419) und andererseits allenfalls das vom Klauselverwender (gemäß § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB n.F.) zu beachtende Transparenzgebot, nicht aber die Auslegung der Klausel selbst betreffen (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194).
Das entspricht im Ergebnis auch der Rechtsprechung des BGH, der die umfassende und zwingende Verbotswirkung des § 536 Abs. 4 BGB bei der Beurteilung der auf den Mieter abgewälzten Kleinreparaturlast ebenfalls nicht - im Umfang der in § 28 II. BV geregelten Instandhaltungslast - für eingeschränkt erachtet (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194 (zu § 537 Abs. 3 BGB a.F.)).
Die damit verbundene tatsächliche und wirtschaftliche Belastung des Mieters gebietet zur Vermeidung unangemessener Nachteile nicht anders als bei einer unrenoviert überlassenen Mietsache entweder eine kostenmäßige Begrenzung (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194 (zur Kleinreparatur)) oder die Gewährung eines angemessenen Ausgleichs durch den Vermieter (…vgl. BGH, Urt. v. 18. März 2015 - VIII ZR 185/14, NJW 2015, 1594, Tz. 35 f. (zur unrenovierten Überlassung)).
Denn auch die formularvertraglich abgewälzte Pflicht zur Beseitigung von Gebrauchsspuren, die allein auf einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache durch den Mieter zurückzuführen sind, führt ohne vertragliche Begrenzung oder Gewährung eines angemessenen Ausgleichs zur Unwirksamkeit der Klausel wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters (vgl. BGH, Urt. v. 6. Mai 1992 - VIII ZR 129/91, BGHZ 118, 194;… Urt. v. 13. Januar 2010 - VIII ZR 48/09, NJW 2010, 674).
Solche Klauseln werden von den Mietvertragsparteien übereinstimmend im Sinne einer Abwälzung lediglich der Reparaturkosten verstanden, soweit der Mietvertrag nicht ausdrücklich eine Vornahmeverpflichtung enthält (vgl. hierzu Senatsurteil BGHZ 118, 194).
Nach der Rechtsprechung des Senats sind Reparaturklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur wirksam, wenn sie gegenständlich und betragsmäßig in dem gebotenen Umfang beschränkt sind (BGHZ 108, 1, 8 ff.; 118, 194, 196).
Ihre Unwirksamkeit ergibt sich, wie das Berufungsgericht im Ergebnis zu Recht angenommen hat, aus § 307 Abs. 1 BGB, weil die Klausel gegen zwingendes Recht verstößt und die Vertragspartner der Beklagten aus diesem Grunde unangemessen benachteiligt (BGHZ 118, 194, 198; 152, 121, 133, jew. m.w.N.).
AG Brandenburg, 06.03.2008 - 31 C 306/07
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