Source: https://www.diebewertung.de/rene-lezard-mode-ag/
Timestamp: 2020-01-20 05:55:35
Document Index: 92617776

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 312', '§267', '§252', '§ 272', '§ 286', '§ 7', '§ 322']

RENÉ LEZARD Mode AG - Diebewertung
Start Meine Meinung Bilanzen RENÉ LEZARD Mode AG
(vormals: Berlin)
zum Geschäftsjahr vom 1.1. bis zum 31.3.2018
ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES FÜR DAS RUMPFGESCHÄFTSJAHR UND DES LAGEBERICHTS FÜR DAS RUMPFGESCHÄFTSJAHR
VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. MÄRZ 2018
für das Geschäftsjahr zum 31.3.2018
RENÉ LEZARD Mode AG, Schwarzach am Main
a) Geschäftsmodell
Die RENÉ LEZARD Mode AG produziert und vertreibt hochwertige Textilien und Waren, insbesondere Bekleidung für Damen und Herren und Accessoires, unter der Bezeichnung RENÉ LEZARD in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Die Waren sind als Premiumtextilien im hochpreisigen Segment angesiedelt und umfassen Damenoberbekleidung und Herrenbekleidung für den gehobenen Freizeitbereich und geschäftliche Anlässe. Zielgruppe der RENÉ LEZARD Mode AG sind Männer und Frauen, die einen hohen Anspruch an Qualität und Stil haben.
Der Vertrieb der RENÉ LEZARD Mode AG ruht national wie international auf zwei Säulen, dem Wholesale-Geschäft und dem Eigenvertrieb. Im Wholesale-Geschäft verkauft die RENÉ LEZARD Mode AG ihre Produkte an hochwertige Einzelhändler, die im Premiumsegment tätig sind. Der Eigenvertrieb umfasst zunächst eigene Einzelhandelsgeschäfte (auch Stores genannt), über die ausschließlich die eigene Ware vertrieben wird. Eigene Ware, die nicht in den eigenen Stores veräußert werden konnte oder von Einzelhandelskunden zurückgenommen wurde, wird in Factory Outlet Stores nach Ende der Saison verbilligt angeboten. Darüber hinaus vertreibt die RENÉ LEZARD Mode AG ihre Waren auch online über einen Internet-Shop. Außerdem arbeitet die RENÉ LEZARD Mode AG auch mit großen Modevertreibern zusammen.
Die RENÉ LEZARD Mode AG wird den Umsatz durch verstärkte Ansprache von „Platzhirschen“ – Key-Playern im Wholesale-Bereich steigern und durch Erhöhung der Profitabilität bei Depotkunden Umsatz, mit gesteigerten Marketing-Aktivitäten, den Absatz im eigenem Retail erhöhen. Im Bereich Factory Outlet Center (FOC) wird die Umsatzentwicklung durch eine angepasste Einkaufspolitik an die veränderte Kundenerwartung und durch verstärkte Marketing-Aktivitäten gesteigert.
Die Beschaffung erfolgt zum einen durch die passive Lohnveredelung (PLV) und zum anderen durch den Vollkauf. Bei der passiven Lohnveredelung werden alle Zutaten und Einzelteile (z.B. Knöpfe und Reißverschlüsse) vorab von der RENÉ LEZARD eingekauft und für die Fertigung zur Verfügung gestellt. Somit erfolgt lediglich die eigentliche Fertigung durch externe Produktionspartner. Beim Vollkauf werden die Produkte komplett von den Partnern zusammengestellt und erstellt. Die Partner sind somit auch für die Beschaffung verantwortlich. Zukünftig wird eine deutliche Verlagerung der Beschaffung von der passiven Lohnveredelung hin zum Vollkauf erfolgen. Ziel ist eine erhebliche Reduzierung der Komplexität innerhalb der internen Struktur und eine Erhöhung der Schnelligkeit in der Beschaffung.
Eine deutliche Erweiterung der Marketing-Aktivitäten wird angestoßen. Diese Aktivitäten beinhalten u.a. Event-Konzepte, digitales Marketing (Newsletter, Instagram, Facebook), durchgängige Schaufenster-Konzepte und Customer-Relationship-Management (Ausrichtung auf die Kundenanforderungen).
b) Forschung und Entwicklung
Der Kollektionsentwicklungsprozess wird auf Basis einer detaillierten – Kollektionsrahmenplanung, welcher die Markbedürfnisse der unterschiedlichen Vertriebskanäle in angebotenen Produkten, Preis und markenspezifischen Charakteristika abbildet. Diese Planung dient als Basis für den kreativen Prozess (Design).
Die Produktentwicklung wird sowohl mit internen erfahrenen Fachkräften (Modellmachern, Rohwarenentwickler, Beschaffern) als auch mit externen Spezialisten realisiert und die Qualität und Passform da mit garantiert. Neue marktgerechte Produktentwicklungen (z.B. besonders leichte Verarbeitung „THE CLOUD SACCO“) können somit umgesetzt werden und stellen sicher, dass die Marke relevant im Mitbewerberumfeld ist.
Der Qualitätsprozess begleitet die Entwicklung bis zum Versand der Ware und gewährleistet die Erfüllung der Kundenerwartung im Premium Segment.
a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das Wachstum der Weltwirtschaft übertraf laut Schätzung des IWF im Jahr 2017 mit 3,7% um 30 Basispunkte die Erwartungen zu Jahresbeginn und lag da mit auch über dem im Vorjahr erzielte Wachstum (2016: 3,2%). Die Wirtschaft der Eurozone wuchs laut Schätzung des IWF im Jahr 2017 um 2,4% und war da mit ebenfalls über den Erwartungen (2016: 1,8%). Das weltwirtschaftliche Wachstum wird in 2018 höher ausfallen als im Vorjahr. Der IWF erwartet, in seinem Weltwirtschaftsbericht vom Juli 2018 weiterhin einen Anstieg von 3,9% und in 2019 ebenfalls von 3,9%. Jedoch senkte der Fonds den Ausblick für die Industrieländer um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent im laufenden Jahr. Für 2019 blieb er auch bei den Industrieländern bei seiner Voraussage von 2,2 Prozent. Die Schwellenländer sollen in diesem Jahr um 4,9 Prozent und 2019 dann um 5,1 Prozent wachsen. Im Euroraum erhöhte sich, einer Schnellschätzung von Eurostat zufolge, das reale BIP im zweiten Quartal 2018 saisonbereinigt um 0,4% gegenüber dem ersten Quartal 2018. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,2%. Es verfestigte sich da mit das Bild eines konjunkturellen Tempoverlustes im Jahr 2018 gegenüber den im Vorjahr beobachteten Wachstumsraten. Die gesamtwirtschaftliche Leistung nahm im ersten Halbjahr 2018 vermutlich nicht mehr schneller zu als die Kapazitäten. Hierfür war vor allem die verringerte Dynamik des Auslandsgeschäfts verantwortlich, analysiert die Deutsche Bundesbank.
Der DAX® lag Anfang Juli 2017 bei rund 12.325 Punkten. Anfang des Jahres 2018 notierte der Index bei rund 12.865. Der DAX® hat innerhalb eines halben Jahres um fast 4,4% zugelegt. Die starke Volatilität im Markt zeigt u.a., dass der Index Anfang November 2017 bei fast 13.500 Punkten lag. Der MDAX® lag Anfang Juli 2017 bei rund 24.500 Punkten, Ende des Jahres 2017 bei rund 26.100 Punkten. Da mit hat dieser Index in der zweiten Jahreshälfte 2017 eine Steigerung von rund 6,5% vollzogen.
In einer gemeinsamen Studie schätzen The Business of Fashion und die Unternehmensberatung McKinsey & Company, dass die Umsätze der globalen Bekleidungsindustrie im Jahr 2017 um währungsbereinigt 2,5% bis 3,5% gestiegen sind. Wie zu Jahresbeginn erwartet fiel das Wachstum da mit leicht höher aus als noch im Vorjahr (2016: 1,5%). In Deutschland sind die Umsätze der Bekleidungsindustrie fast gleich gegenüber dem Jahr 2017 geblieben und liegen bei rund EUR 12,3 Milliarden.
Im gehobenen Premiumsegment der Bekleidungsindustrie schätzen The Business of Fashion und McKinsey & Company, dass dieses Segment im Jahr 2017 weltweit um währungsbereinigt 3,5% bis 4,5% und da mit im Vergleich zur Gesamtbranche wie erwartet leicht überdurchschnittlich gewachsen ist (2016: 3,0% bis 3,5%). Die Umsatzsteigerung beruhte vor allem auf höheren Absatzvolumina und weniger auf Preiserhöhungen. Generell war die Branchenentwicklung von deutlichen regionalen wie auch unternehmensindividuellen Unterschieden geprägt. Der Abstand zwischen einerseits erfolgreichen und andererseits unter Umsatz- und Profitabilitätsrückgang leidenden Marktteilnehmern wuchs an.
b) Geschäftsverlauf
Die RENÉ LEZARD Mode AG wurde aus einer Vorratsaktiengesellschaft heraus durch Einlage des Geschäftsbetriebes der insolventen RENÉ LEZARD Mode GmbH im November 2017 wirtschaftlich neu gegründet. Anfang Oktober 2017 erfolgte die Einzahlung der restlichen Einlage von EUR 37.500 auf EUR 50.000. In der Hauptversammlung vom 12. Oktober 2017 wurde eine Kapitalerhöhung um EUR 100.000 auf EUR 150.000 durch Ausgabe von 100.000 neuen Inhaber-Stückaktien durch Einlage des Geschäftsbetriebs der RENÉ LEZARD Mode GmbH beschlossen.
Der Geschäftsbetrieb erfolgt über den Wholesale sowie über acht eigene Stores in Deutschland. Sieben Factory-Outlet-Center werden in Deutschland betrieben. Zudem betreibt das 100-prozentige Tochterunternehmen in der Niederlande ein Factory Outlet Center in Roermond und das 100-prozentige Tochterunternehmen in Österreich zwei Factory-Outlet-Center in Parndorf und Salzburg.
Das Unternehmen hat seine Geschäftstätigkeit im November 2017 aufgenommen. Im Rumpf-Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.03.2018 erzielte die RENÉ LEZARD Mode AG mit dem Vertrieb moderner Freizeitbekleidung, Business- und Abendbekleidung, sowie Accessoires einen Umsatz von insgesamt TEUR 7.808.
Das Geschäftsjahr war geprägt von der Neuausrichtung des Geschäftbetriebs. Im Berichtsjahr ist zur Ausrichtung des Unternehmens die Neubesetzung der Vorstandspositionen (CEO und CFO) erfolgt.
c) Ertragslage
Im Geschäftsjahr konnten Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 7.808 (Vj.: TEUR 5.677) erzielt werden. Davon entfielen TEUR 4.940 (Vj. TEUR 2.051) auf den Wholesale-Bereich. Das Segment Retail erzielte Umsatzerlöse von TEUR 2.577 (Vj. TEUR 3.361), wobei TEUR 1.163 (Vj. TEUR 1.669) auf die Retail-Stores und TEUR 1.414 (Vj. TEUR 1.692) auf die Factory Outlet Center (FOC) entfielen. Der Online-Shop erzielte Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 291 (Vj. TEUR 265).
Die Inlandsumsätze betragen im betrachteten Geschäftsjahr TEUR 7.091 (Vj. TEUR 4.929). Der Kundenumsatz mit dem Ausland beträgt TEUR 717 (Vj. TEUR 748 TEUR).
Der Materialaufwand des Rumpf-Geschäftsjahres 2018 beläuft sich auf TEUR 2.869 (Vj. TEUR 1.989), die Materialeinsatzquote beträgt 36,7 % (Vj. 35,0 %).
Der Personalaufwand für 257 beschäftige Mitarbeiter (per 31.03.2018; davon 12 Auszubildende und 34 Minijober) beträgt TEUR 2.140 (Vj. TEUR 1.424). Da mit ergibt sich eine Personalaufwandsquote von 27,4 % (Vj. 25,1 %).
Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) beträgt TEUR -1.142 (Vj. TEUR -19).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen insgesamt TEUR 3.172 (Vj. TEUR 2.317 und beinhalten im Wesentlichen Mietaufwendungen (TEUR 1.275; Vj. TEUR 836), Kostenerstattungen an Tochterunternehmen (TEUR 457, Vj. TEUR 316), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 275; Vj. TEUR 221) und Werbung/Marketing (TEUR 182, Vj. TEUR 150).
Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel mit TEUR -1.231 deutlich negativer als im Vorjahr (TEUR -78) aus. Insgesamt wurde ein Jahresfehlbetrag von TEUR -1.243 (Vj. TEUR -73) erzielt. Da mit entsprechen die Ergebnisse in etwa der Vorjahresprognose.
Die Ertragslage wird insgesamt unter Berücksichtigung der kürzlichen Insolvenz des Geschäftsbetriebes als unzufriedenstellend betrachtet.
Der Umsatz ist eine zentrale Steuerungsgröße von RENÉ LEZARD. Die Zusammensetzung nach Vertriebskanälen (Wholesale, Retail, FOC sowie eCommerce) bzw. nach Bereichen (Damen und Herren) ist ebenfalls ein bedeutsamer Leistungsindikator. Er gibt Auskunft über die Entwicklung nach Bereichen und Vertriebskanälen. Eine weitere Steuerungsgröße ist die Umsatzentwicklung auf vergleichbarer Retail-Fläche (Retail und FOC). Als vergleichbare Fläche wird da bei diejenige Fläche bezeichnet, die im Vergleichsra um einen Umsatz erzielt hat. Die Profitabilität wird insbesondere anhand des operativen Ergebnisses gemessen. Insofern sind das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) bzw. das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wichtige Steuerungsgrößen.
d) Finanzlage
Bei einer Bilanzsumme von TEUR 13.970 (Vj. TEUR 15.260) und einem Eigenkapital von TEUR 11.223 (Vj. TEUR 13.157) ergibt sich eine Eigenkapitalquote 80,3 % (Vj. 86,2 %). Die hohe Eigenkapitalquote ist durch die Einlage des Geschäftsbetriebs begründet und hat sich durch den erzielten Jahresfehlbetrag reduziert.
Die Schulden bestehen weiterhin im Wesentlichen aus sonstigen Rückstellungen (TEUR 1.253; Vj. TEUR 1.315) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 677; TEUR 634). Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 729, Vj. TEUR 52) resultiert im Wesentlichen aus erhöhter Umsatzsteuerzahlast sowie gestiegenen kreditorischen Debitoren.
Zum Stichtag bestanden liquide Mittel von TEUR 538 (Vj. TEUR 411). Die Finanzierung erfolgte durch die laufenden Cashflows der Geschäftstätigkeit.
Im Geschäftsjahr wurden keinen wesentlichen Investitionen getätigt.
e) Vermögenslage
Die Vermögenslage ist durch die Vorräte (TEUR 9.779; Vj. TEUR 10.877,70,0 % (Vj. 71,3 %) der Bilanzsumme) geprägt. Davon betreffen TEUR 7.984 (Vj. TEUR 8.500) fertige Produkte.
Die Anlagenintensität beträgt wie im Vorjahr 6,7 %.
Die Forderungen sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag leicht um TEUR 70 gestiegen (TEUR 2.448, Vj. TEUR 2.378). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um TEUR 113 auf TEUR 1.141 (Vj. TEUR 1.027. Die sonstigen Forderungen (TEUR 815, Vj. TEUR 747) bestehen im Wesentlichen aus noch nicht ausgezahlten Kreditkartenabrechnungen der Stores (TEUR 272; Vj. TEUR 260) sowie debitorischen Kreditoren (TEUR 518; Vj. TEUR 462).
Bereits bezahlte Mietvorauszahlungen wurden als Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt.
f) Gesamtaussage zur Lage des Unternehmens
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und wird als derzeit nicht zufriedenstellend beurteilt. Der operative Geschäftsbetrieb erzielt weiterhin negative Ergebnisse, so dass weitere Restrukturierungsmaßnahmen notwendig sind (vgl. dazu Ausführungen im Prognosebericht).
a) Prognosebericht
Der Modeeinzelhandel befindet sich seit Jahren in einer Phase des Umbruchs. Die Kundenfrequenzen in den Innenstädten und Einkaufs-Centern sind stetig gesunken und andere Produkte und Dienstleitungen (z.B. Elektro-Geräte, Ausgabe für Freizeitaktivitäten) haben Bekleidung als einen der Hauptausgabefaktoren abgelöst. Strukturelle Marktveränderungen wie der zunehmende Verkauf von Mode über digitale Kanäle (insbesondere Online-Handel) und zeitpunktgerechter Wareneinsteuerung führen zu notwendigen Veränderungen innerhalb der Branche.
Die RENÉ LEZARD Mode AG hat im Geschäftsjahr 2018/2019 (01.04.2018 – 31.03.2019) mit der Neuausrichtung des Geschäftsmodells begonnen, um so verstärkt auf die veränderten Marktgegebenheiten und Kundenverhalten einzugehen. Somit soll das langfristige Wachstum von RENÉ LEZARD gesichert werden.
Mit der CEMSEL TEKSTIL SANYI VE TICARET S.A. konnte im Oktober 2018 ein Investor gefunden werden, mit dem positiv in die Zukunft geschaut werden kann. Durch die zukünftige und bereits begonnene enge Zusammenarbeit wird die Sanierung des Geschäftsbetriebs angestrebt.
Das Umsetzungsprogramm zur Neuausrichtung bzw. Anpassung des Geschäftsmodells beinhaltet folgende Punkte:
Anpassung der Kollektionsausrichtung (DOB / Damenoberbekleidung)
Retail (Retail-Flächen und Factory Outlet Center) optimieren
Wholesale stärken
Marke modernisieren (inklusive eCommerce-Aktivitäten)
Beschaffungsorganisation optimieren
Strukturen und Prozesse anpassen
Eine Darstellung der Zielsetzungen kann dem Kapitel „Geschäftsmodell“ dieses Lageberichtes entnommen werden.
Im Fokus des Handels steht die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden sowie die bedarfsgerechte Bestückung unserer Verkaufsflächen. Attraktive Kollektionen, Stärkung des Wholesale-Bereiches sowie höchste Qualitäts- und Serviceleistungen stehen im Fokus. Schwerpunkt der Ausrichtung wird die Optimierung der Prozesse zur Beschaffung, Produktentwicklung sowie zur Sortimentsgestaltung unter Berücksichtigung der digitalen Möglichkeiten sein.
Aufgrund der vorgenannten Maßnahmen ergeben sich folgende strategische Handlungsfelder:
Schärfung des Markenprofils / der Kollektionsausrichtung
Weiterentwicklung und Optimierung der Vertriebskanäle
Aufgrund der beschriebenen Marktbedingungen und den Auswirkungen der Insolvenz der René Lezard Mode GmbH geht der Vorstand von einem Konzernumsatz für das Geschäftsjahr 2018/2019 von 31,4 Mio. EUR aus. Die im Rahmen der Insolvenz eingeleiteten Maßnahmen können den weiteren Umsatzrückgang nicht kompensieren.
Durch die Abweichungen zum Plan in den Monaten April bis August 2018 aufgrund der geringeren Akzeptanz der Sommer-Kollektion 2018 (Entwicklung in 2017), der Wetterextreme und der allgemein schwächeren Marktentwicklung gehen wir von einem Umsatzrückgang von ca. 2,2 Mio. EUR aus. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung gehen wir von einem EBITDA von ca. -3,5 Mio. EUR aus.
Die Liquiditätslage der RENÉ LEZARD AG ist sehr angespannt.
Zur Absicherung der Finanzierung konnte im Oktober 2017 ein Kontokorrentkredit mit der Hausbank in Höhe von 500 TEUR abgeschlossen werden.
Aufgrund der schlechteren Geschäftsentwicklung gegenüber den Planansätzen mussten nach dem 31. März 2018 einige Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität durchgeführt werden, so dass die Zahlungsverpflichtungen nachgekommen werden konnte. So wurde Anfang Juni 2018 eine Kapitalerhöhung mit einem Liquiditätszufluss in Höhe von TEUR 750 durchgeführt. Zur weiteren Absicherung und Verhinderung von Liquiditätsengpässen wurde ein Drittdarlehen in Höhe von 1,0 Mio. EUR vereinbart. Da die RENÉ LEZRAD Mode AG die operativen Tätigkeiten der insolventen RENÉ LEZARD Mode GmbH übernommen hat, war zunächst noch eine gewisse Unsicherheit bei den Lieferanten und Produzenten zu verzeichnen. In den nachfolgenden Monaten konnte aber eine Stabilität herbeigeführt werden und so konnten teilweise auch wieder längere Zahlungsziele vereinbart werden. Diese Maßnahme führte ebenfalls zu einer Entlastung der Liquidität.
Trotzdem ist die Liquiditätslage stark angespannt. Zur Überwindung der Krise sind weiterer Maßnahmen notwendig und deren Umsetzung zusammen mit dem Investor geplant:
Bezug von Waren über den Investor mit ausgeweitetem Zahlungsziel (Warenkredit)
Aufrechterhaltung des Kontokorrentkredites in Höhe von TEUR 500
Miet- und Nebenkostenstundungen
Wesentliche Personalreduktion und deutlicher Personalabba u. Mittel- bis langfristige Maßnahmen:
Kapitalerhöhung im April 2019 und da mit Einstieg des Investors in beherrschende Gesellschafterstellung
Steigende Umsatzerlöse durch die neue Kollektion ab April 2019
Vollständige Neuausrichtung der Produktionskette; da durch wird eine Verbesserung des Wareneinsatzes erwartet.
Nutzung von weiteren Synergieeffekten durch Kooperation mit dem Investor
Der Bezug der Waren über den Investor ist gestartet. Mit der Substitution der passiven Lohnveredelung durch den Vollkauf wurde begonnen. Diese Maßnahmen zeigen bereits positive Entwicklungen.
Der Kontokorrentkredit besteht weiterhin.
Die Miet- und Nebenkosten sind für die Zeiträume November und Dezember 2018 gestundet. Stundungen für weitere Zeiträume sind vereinbart.
Die Trennung von 47 Mitarbeiter am Standort Schwarzach, die alle über einen, mit dem Betriebsrat ausgehandelten, Sozialplan und Interessenausgleich abgesichert sind, wurde bekanntgegeben, eine Massenentlassungsanzeige gestellt.
Am 17.12.2018 fand eine außerordentliche Hauptversammlung statt, in der die Durchführung der Kapitalerhöhung und die Möglichkeit des Einstiegs des Investors beschlossen wurde. Im Letter of Intent ist vorgesehen, dass der strategische Investor nach der Kapitalerhöhung 60% der Aktien der Gesellschaft hält. Dafür müssten Cemsel 80% der Aktien aus der Kapitalerhöhung angedient werden.
An der Neuausrichtung der Produktionskette wurde bereits zusammen mit dem Investor gearbeitet. Die Umsetzung ist im Gage.
Der Einstieg des Investors ist an Bedingungen gebunden. Sollten die genannten Maßnahmen nicht durchgeführt oder den geplanten Erfolg hervorbringen oder der Geschäftsverlauf von der Planung signifikant negativ abweichen, besteht das bestandsgefährdende Risiko der Insolvenz.
b) Risiken- und Chancenbericht
Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Sicherung der Liquidität, der kontinuierlichen Entwicklung der Rentabilität sowie einem nachhaltigen und profitablen Umsatzwachstum.
Zu den Marktrisiken zählen hauptsächlich die Absatzrisiken sowie Beschaffungsmarktrisiken.
Konjunkturelle oder vom Modetrend abhängige Veränderungen über einen längeren Zeitra um können in gleichem Maß Chancen und Risiken beinhalten. Durch die hohe Marktdynamik im Bekleidungssegment sieht sich die RENÉ LEZARD Mode AG mit jeder Saison dem Risiko ausgesetzt, dass bestimmte Teile der Kollektionen nicht im erwarteten Maß abgesetzt werden können. Dieses Risiko mindert die RENÉ LEZARD Mode AG durch ständige Untersuchung der Markterfordernisse und -trends sowie unterjährige Teilkollektionen.
Die vertikale Ausrichtung des Unternehmens minimiert Risiken und ermöglicht die erfolgreiche Kooperation mit dem Einzelhandel. Darüber hinaus ermöglicht die Präsentation der Kollektion in den eigenen Stores die adäquate Präsentation der Marke. Mit dem Ausbau des Filialnetzes sind weitere Risiken, wie z. B. hohe Anfangsinvestitionen und langfristige Miet- und Leasingverträge, verbunden. Diese werden im zentralen Retail-Controlling mittels eines Planungs-, Steuerungs- und Informationssystems sowie durch intensive Standortprüfungen kontrolliert. Zusätzlich trägt eine standardisierte und damit universell ersetzbare Ladenbauausstattung der Stores zur Risikominderung bei. Die Stärkung der Marke, die Verringerung von Reaktionszeiten auf den Bedarf von Kunden und Handel, die Verschlankung von Prozessen und das geplante Wachstum in nationale und internationale Märkte tragen zusätzlich zur Minderung des Absatzrisikos bei. Sollten zukünftige Kollektionen nicht den Markterwartungen treffen und da mit nicht im ausreichenden Maße verkauft werden, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für die aktuelle Kollektion und das Ausmaß wird als hoch eingeschätzt. Für die Kollektionen Frühja hr/Sommer 2019 (Auslieferung a b Ende November 2018) wird die Eintrittswahrscheinlichkeit auf Basis der bisherigen Vorbestellungen als mittel und die Auswirkung als mittel eingestuft. Sollten die Kollektionen ab Herbst/Winter 2019 (Auslieferung ab Ende Mai 2019) den Markterwartungen entsprechen entstehen da durch zukünftig Chancen die Absätze zu erhöhen.
Im Hinblick auf das Beschaffungsmarktrisiko wird die Entwicklung der Beschaffungsmärkte regelmäßig kontrolliert. Im Rahmen der Neuausrichtung des Unternehmens fokussieren wir uns bei der Beschaffung auf die Nutzung von Synergien über den Investor. Daher wird der Vollkauf der Ware über den Investor angestrebt. Diese Konzentration auf einen Lieferanten birgt das Risiko der Abhängigkeit von diesem Lieferanten. Ziel ist es aber vor allem die Beschaffungsprozesse deutlich zu vereinfachen und die Synergien, Kompetenzen, Skaleneffekte über den Investor zu nutzen. Das Beschaffungsrisiko wird a ls gering angesehen.
Die Strategische Markenausrichtung ist eine zentrale und wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der RENÉ LEZARD Mode AG. In den letzten Jahren kam es zu Umsatzeinbrüchen und schließlich zur Insolvenz der René Lezard Mode GmbH. Das Marketingkonzept wird neu entwickelt. Ziel ist es, die Marke klar zu positionieren und die Sympathien der verlorenen Kunden durch kontinuierliches Design der zielgruppengerechten Kollektionen wieder zurückzugewinnen und die Marke neu im Premiumsegment zu positionieren. Gelingt dies nicht, kann die Rentabilität des Unternehmens nicht sichergestellt werden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als mittel eingeschätzt. Die Auswirkungen können bestandsgefährdend sein. Auf der anderen Seite besteht bei erfolgreicher Umsetzung auch die Chance die Geschäftsaktivitäten deutlich auszuweiten.
Es gilt die internen Prozesse zu modernisieren, vereinfachen und da bei die Einsparmöglichkeiten durch Verringerung der Komplexität zu nutzen. Durch die Fokussierung auf Kernprodukte soll die Komplexität verringert und da durch die Kosten gesenkt werden. An die Stelle der bislang praktizierten passiven Lohnveredlung wird zukünftig ein Vollkauf treten. Die Produktentwicklung, Produktion und Lieferung der Kollektionen werden nicht mehr in Schwarzach vorgenommen, sondern extern vergeben. Die Umstellung betrifft in der Hauptverwaltung vorallem die Bereiche Produktion/Logistik, Retoure/Zoll, Einkauf und CAD/Lagebild. Die Eintrittswahrscheinlichkeit nicht konkurrenzfähiger Prozesse wird als mittel angesehen. Die Auswirkungen daraus werden ebenfalls als mittel angesehen.
Der Geschäftsbetrieb hat in der Vergangenheit nachhaltig negative Cashflows erwirtschaftet. Durch die Insolvenz konnten einige Zahlungsverpflichtungen und unrentable Verkaufsstellen abgestoßen werden, jedoch ist die finanzielle Situation weiterhin angespannt. Der derzeitige Geschäftsbetrieb erzielt noch immer Verluste. Durch die Umsetzung der verbesserten Strategie, Zurückgewinnung von verlorenen Kunden, besserer Marktakzeptanz und verschlankten Prozessen soll der Turnaround vollzogen werden. Um dies umzusetzen ist Kapital notwendig (vgl. dazu die Ausführungen im Prognosebericht). Es besteht das bestandsgefährdende Risiko, die notwendige Liquidität nicht aufbringen zu können, insbesondere wenn der Vorvertrag mit dem Investor nicht zur Realisierung führen sollte. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als mittel angesehen.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen Risiken im Bereich Compliance. Diesen begegnet die Gesellschaft durch die Einhaltung und Überwachung interner und externer Normen. Zur Vermeidung der Risiken wurde die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister für Complianceüberwachungen angestoßen.
Durch nationale und internationale Vertragsabschlüsse entstehen rechtliche Risiken für das Unternehmen. Mittels Prüfung von Verträgen durch Sachverständige und die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips wird sichergestellt, dass vertragliche Risiken gesteuert und überwacht werden können.
Veränderungen in der Rechtslage von Beschaffungs- und Absatzmärkten werden durch die entsprechenden Fachabteilungen ständig beobachtet und zusätzlich über Schulungsmaßnahmen vermittelt. So werden Änderungen schnell erkannt und frühestmöglich Maßnahmen eingeleitet, um darauf reagieren zu können.
Die Währungsrisiken der RENÉ LEZARD resultieren aus der internationalen Ausrichtung der geschäftlichen Aktivitäten, insbesondere der Beschaffung außerhalb der Eurozone. Die Risiken im Devisenbereich mindert RENÉ LEZARD durch eine zentral geführte Preiskalkulation für Auslandsmärkte nach festgelegten Richtlinien. Der Vorteil der zentralen Organisation liegt in der jederzeit vorliegenden Übersicht der Risikopositionen und der Möglichkeit, gegenläufige Währungsströme zu verrechnen. Weiterhin dienen marktübliche Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen zur Absicherung von Währungsrisiken, soweit dies fallweise erforderlich erscheint. Das Ausmaß an Währungsschwankungen auf der Beschaffungsseite schätzt die RENÉ LEZARD aufgrund des geringen Beschaffungsvolumen in USD als nicht wesentlich ein. Insgesamt wird das Währungsrisiko als gering eingeschätzt.
Die Fähigkeiten und das Engagement der Mitarbeiter sowie das von den Mitarbeitern aufgebaute Wissen sind entscheidende Faktoren für die RENÉ LEZARD-Gruppe. Risiken im Personalbereich ergeben sich insbesondere durch die Fluktuation, die Personalbeschaffung und die mangelnde Qualifikation. Scheiden Mitarbeiter aus Schlüsselpositionen aus oder stehen krankheitsbedingt nicht zur Verfügung, so steht wichtiges Know-how, Kompetenz und Erfahrung nicht zur Verfügung. Dies kann intern und extern zu Unsicherheiten führen. Um diese Risiken zu begrenzen werden u.a. folgende Ansätze verfolgt:
Flexible Arbeitszeitmodelle und attraktive Vergütungsmodelle
Ausbau von fachspezifischen Praktika
Aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit wird die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Ausmaß als gering angesehen.
Gesamtbild der Risiko- und Chancenlage
Die Liquiditätslage ist stark angespannt. Eine Insolvenz kann nur durch weitere Sanierungsmaßnahmen vermieden werden. Diese sind zusammen mit dem Investor geplant und befinden sich in Umsetzung. Durch die Umsetzung können Synergien mit dem Investor gehoben werden, sodass sich daraus auch deutliche Chancen ergeben.
Erklärung des Vorstands nach § 312 Abs. 3 AktG
Der Vorstand der Gesellschaft hat einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG erstellt. In diesem wurde folgende Schlusserklärung abgegeben:
„Wir erklären, dass die RENÉ LEZARD Mode AG, Schwarzach am Main, nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und da durch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.“
Schwarzach am Main, 19.12.2018
Isabella Hierl
Bilanz zum 31. März 2018
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 97.984,53 91.629,00
97.984,53 91.629,00
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 373.235,00 408.438,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.188,00 5.806,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 404.767,00 451.628,00
783.190,00 865.872,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 63.000,00 63.000,00
63.000,00 63.000,00
944.174,53 1.020.501,00
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.511.281,28 1.674.255,29
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 283.400,00 702.503,00
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 7.984.001,00 8.500.206,00
9.778.682,28 10.876.964,29
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.140.743,06 1.027.344,26
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 492.261,58 603.916,47
3. Sonstige Vermögensgegenstände 814.894,80 746.900,14
2.447.899,44 2.378.160,87
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 537.975,94 411.244,56
12.764.557,66 13.666.369,72
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 261.431,42 572.761,35
13.970.163,61 15.259.632,07
I. Gezeichnetes Kapital 150.000,00 150.000,00
II. Kapitalrücklage 12.389.394,19 13.079.676,52
III. Verlustvortrag -72.999,37 0,00
IV. Jahresfehlbetrag -1.242.907,78 -72.999,37
11.223.487,04 13.156.677,15
1. Sonstige Rückstellungen 1.252.825,00 1.314.670,00
1.252.825,00 1.314.670,00
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9,59 8.740,18
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 676.662,80 633.675,13
3. Sonstige Verbindlichkeiten 729.178,99 51.869,45
1.405.851,38 694.284,76
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 88.000,19 94.000,16
Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. März 2018
Rumpfgeschäftsjahr 2018
1. Umsatzerlöse 7.807.915,01 5.677.010,29
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -935.308,00 -20.266,00
a) Andere sonstige betriebliche Erträge 167.975,25 54.782,27
167.975,25 54.782,27
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.898.409,57 -1.374.039,31
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -970.639,87 -614.850,48
-2.869.049,44 -1.988.889,79
a) Löhne und Gehälter -1.784.295,02 -1.175.973,50
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -356.673,26 -248.213,03
-2.140.968,28 -1.424.186,53
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -97.788,01 -61.890,79
-97.788,01 -61.890,79
a) Andere sonstige betriebliche Aufwendungen -3.172.331,80 -2.317.455,15
-3.172.331,80 -2.317.455,15
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.300,00 9.929,95
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -8.352,51 -2.066,29
10. Ergebnis nach Steuern -1.242.607,78 -73.032,04
11. Sonstige Steuern -300,00 32,67
12. Jahresfehlbetrag -1.242.907,78 -72.999,37
Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1.2018 bis 31.3.2018
Der Jahresabschluss der RENÉ LEZARD Mode AG (nachfolgend: René Lezard), welche unter HRB 14104 beim Amtsgericht Würzburg eingetragen ist, für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1.2018 bis 31.3.2018 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes aufgestellt.
Er ist in EUR (€) aufgestellt. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist.
Es wird kaufmännisch gerundet, weshalb es zu Rundungsdifferenzen kommen kann.
Die Gesellschaft ist zum Stichtag eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.d. §267 Abs. 2 HGB, da durch die Einbringung des Geschäftsbetriebes und die damit verbundene Neugründung die Verhältnisse des Geschäftsbetriebes zum Stichtag maßgeblich sind. Von größenabhängigen Aufstellungserleichterungen wird teilweise Gebrauch gemacht.
Durch die Einlage des Geschäftsbetriebes zum 1. November 2017 wurde die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Die Vorjahreswerte sind daher nicht vergleichbar.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden sämtliche Davon-Vermerke im Anhang angegeben.
Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung gemäß §252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt. Zur Liquiditäts- und Erfolgssituation verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Lagebericht des Geschäftsjahres.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung entsprechender Nebenkosten aktiviert und – soweit abnutzbar – entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.
Die Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Bei den Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer planmäßige Abschreibungen vorgenommen. Beim Vorliegen dauerhafter Wertminderungen werden zudem außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe für die außerplanmäßigen Abschreibungen entfallen, werden entsprechend Zuschreibungen durchgeführt.
Zugänge im laufenden Geschäftsjahr werden nach Maßgabe des Zugangsmonats und unter Anwendung der pro rata temporis Regel abgeschrieben.
Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 250,00 werden zum Zeitpunkt der Anschaffung direkt aufwandswirksam erfasst. Anlagegüter, deren Anschaffungswert zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 liegt, werden im Jahr des Zugangs in einem Sammelposten aktiviert und über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben.
Das Finanzanlagevermögen ist zu den Anschaffungskosten inkl. Anschaffungsnebenkosten bilanziert.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Waren werden einzeln zu Anschaffungskosten inkl. Anschaffungsnebenkosten auf Basis eines gleitenden gewogenen Durchschnitts bzw. zu den niedrigeren Tageswerten aktiviert. In Abhängigkeit von der Lagerdauer und qualitativen Merkmalen werden bei verminderter Verwertungsmöglichkeit entsprechende Abschläge vorgenommen.
Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. In die Herstellungskosten werden die Fertigungs- und Materialkosten, die Sondereinzelkosten der Fertigung sowie ein angemessener Teil der Fertigungs- und Materialgemeinkosten einbezogen, soweit diese den Erzeugnissen direkt zurechenbar sind. Darüber hinaus wird der Wertverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet. Die Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs für freiwillige soziale Leistungen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
Den Grundsätzen einer verlustfreien Bewertung wird Rechnung getragen.
Die Bewertung gegenüber den Vorjahren wurde nicht verändert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit dem Nennwert unter Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen für erkennbare Risiken ausgewiesen, uneinbringliche Forderungen werden sofort ergebniswirksam abgeschrieben. Das strenge Niederstwertprinzip wird beachtet. Unverzinsliche langfristige Forderungen werden auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bewertet.
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Diese Abgrenzungsposten werden entsprechend periodengerecht wieder aufgelöst.
Zum Stichtag besteht ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Vom Wahlrecht der Aktivierung wurde kein Gebrauch gemacht.
Die Einbringung des Geschäftsbetriebs der RENÉ LEZARD Mode GmbH erfolgte unter der Verwendung der Buchwertfortführung des letzten Ansatzes des Geschäftsbetriebes zum 1.11.2017.
Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen sind einzeln in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist und dem Erfüllungsbetrag entspricht. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Erträge und Aufwendungen aus der Auf- bzw. Abzinsung von Rückstellungen werden unter den Posten „sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ sowie „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ ausgewiesen.
Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag angesetzt.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden zur periodengerechten Abbildung von Erträgen gebildet und periodengerecht aufgelöst.
Eine von den gesamten Anschaffungskosten ausgehende Darstellung der Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ist als Anlage zum Anhang dargestellt.
b) Anteilsbesitz
% Eigenkapital 31.03.2018
TEUR Jahresergebnis 2017/2018
RENÉ LEZARD Austria Handels GmbH Salzburg, Österreich 100,0 -126 8
RENÉ LEZARD Niederlande Handels B.V. Roermond, Niederlande 100,0 47 8
c) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Finanzbeziehungen in Höhe von TEUR 15 (Vj. TEUR 10) enthalten. Die übrigen Forderungen sind aus Lieferungen und Leistungen.
Mit Ausnahme von TEUR 22 (Vj. TEUR 22) für Mietkautionen beträgt die Restlaufzeit bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Vermögensgegenständen weniger als ein Jahr.
d) Eigenkapital
Das Grundkapital zum Stichtag beträgt TEUR 150 (Vj. TEUR 150), welches sich aus 150.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1 EUR/Aktie zusammensetzt. Sämtliche Aktien lauten auf den Inhaber.
Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Oktober 2017 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. November 2022 um insgesamt bis zu EUR 75.000 durch ein – oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 75.000 Stück neuer Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017).
Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB beinhaltet den der Grundkapitalerhöhung übersteigenden Betrag der im vorangegangenen Geschäftsjahr vollzogenen Einbringung des Geschäftsbetriebs der RENÉ LEZARD Mode GmbH als Ganzes. Der Wert der Einbringung wurde durch nachträgliche Ereignisse angepasst und beträgt zum Stichtag TEUR 12.389 (Vj. TEUR 13.080).
Jahresfehlbetrag/Bilanzverlust
Der Bilanzverlust zum 31. März 2018 setzt sich aus dem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 1.243 und dem Verlustvortrag in Höhe von TEUR 73 zusammen.
e) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.253 (Vj. TEUR 1.315) beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen (TEUR 236, Vj. TEUR 207), Gewährleistungsrückstellungen (TEUR 313, Vj. TEUR 273), Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen (TEUR 260, Vj. TEUR 267) und Rückstellungen für noch ausstehende Rechnungen (TEUR 202, Vj. TEUR 395).
f) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten zum 31.03.2018 setzen sich wie folgt zusammen:
< 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre Summe
31.03.2018 31.12.2017 31.03.2018 31.12.2017 31.03.2018 31.12.2017 31.03.2018 31.12.2017
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9,59 8.740,18 0,00 0,00 0,00 0,00 9,59 8.740,18
Verbindlichkeiten aus LuL 676.662,80 633.675,13 0,00 0,00 0,00 0,00 676.662,80 633.675,13
sonstige Verbindlichkeiten 724.545,59 47.236,05 4.633,40 4.633,40 0,00 0,00 729.178,99 51.869,45
davon aus Steuern 576.779,23 -3.214,30 0,00 0,00 0,00 0,00 576.779,23 -3.214,30
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 769,22 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 769,22
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
SUMME Verbindlichkeiten 1.401.217,98 689.651,36 4.633,40 4.633,40 0,00 0,00 1.405.851,38 694.284,76
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
a) sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 168 (Vj. TEUR 55) sind im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 119 (Vj. TEUR 32) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 12 (Vj. TEUR 2) enthalten.
b) Fremdwährungsgeschäfte
Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst und unter dem Posten „sonstige betriebliche Erträge“ bzw. „sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen. Im Rumpfgeschäftsjahr zum 31.3.2018 sind insgesamt Fremdwährungsgewinne in Höhe von TEUR 3 (Vj. TEUR 1) sowie Fremdwährungsverluste in Höhe von TEUR 3 (Vj. TEUR 1) entstanden.
c) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die sonstigen Zinsen enthalten Zinserträge von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 5 (Vj. TEUR 10).
d) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Für Zinsaufwendungen fallen im Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1.2018 bis 31.3.2018 TEUR 8 (Vj. TEUR 2) an. Davon sind Zinsen i.H.v. TEUR 1 (Vj. TEUR 1) für das Factoring angefallen.
a) Haftungsverhältnisse und Sicherheitenstellung
Zur Besicherung der Mietbürgschaften wurden Vorräte im Gesamtwert von TEUR 2.235 im Rahmen eines Sicherungsübereignungsvertrags vom 8.1.2018 abgetreten. Sollte die RENE LEZARD Mode AG ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, wird der Bürge von der Sicherung Gebrauch machen.
Am 10. Juli 2018 wurde der Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von TEUR 1.000 gewährt. Zur Sicherung des Darlehens wurde der Bestand an Vorräten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung der verschiedenen Verkaufsflächen und Stores an den Darlehensgeber mit Sicherungsübereignungsvertrag vom 10. Juli 2018 übertragen. Sollte die RENÉ LEZARD Mode AG ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, wird der Bürge von der Sicherung Gebrauch machen.
Gemäß Factoringvertrag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu Sicherungszwecken gegenüber dem Factor abgetreten.
b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen in Höhe von TEUR 21.643 gliedert sich zum Bilanzstichtag wie folgt auf:
innerhalb 1 Jahres zwischen 1 und 5 Jahren nach 5 Jahren Summe
Mieten 4.089 11.850 4.890 20.830
Leasing 248 354 11 613
Beratung/Service 200 0 0 200
Summe 4.538 12.204 4.901 21.643
Der Auftragsbestand beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 4.331), das Bestellobligo TEUR 2.764.
c) Geschäfte mit nahestehenden Personen
Die Produkte werden an die Tochterunternehmen zu 65% des Verkaufspreises im Vergleich zu Dritten veräußert. Mit den beiden Tochterunternehmen bestehen Cost Plus Vereinbarungen. Danach stehen bei den Töchtern die Materialaufwendungen den Umsatzerlösen in gleicher Höhe gegenüber. Für alle Aufwendungen, die darüber hinaus anfallen, werden die Töchterunternehmen mit einem Aufschlag von 5 % kompensiert und vereinnahmen diese Zahlungen als sonstige betriebliche Erträge. Im Rumpfgeschäftsjahr zum 31.3.2018 ergaben sich so Aufwendungen bei der RENÉ LEZARD Mode AG in Höhe von insgesamt TEUR 458.
d) Organe der Gesellschaft und Organbezüge
Bernd Kowalewski, Witzhave (bis 15.02.2018)
Isabella Hierl, München (ab 29.01.2018)
Thorsten Luig, Werne (ab 29.01.2018
Die Gesellschaft macht vom Wahlrecht gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.
Dr. h.c. Hans Michael Bourjau, selbständiger Sanierungsberater (ab 12. Oktober 2017; Aufsichtsratsvorsitzender)
Ralf Meinerzag, Chief Investment Officer der Steubing AG (ab. 12. Oktober 2017, Stellvertretender Aufsichtratsvorsitzender)
Victor Seuwen, Diplom-Betriebswirt (ab. 12. Oktober 2017)
Mattea Sciolla, Bankkaufmann (ab. 12. Oktober 2017)
Armin Weckert, Wirtschaftsinformatiker (ab. 12. Oktober 2017)
Michael Günther, Finanzberater (ab. 12. Oktober 2017)
Der Aufsichtsrat erhielt im Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1.2018 bis zum 31.3.2018 für seine Tätigkeit eine Vergütung von TEUR 14.
e) Personalentwicklung
Die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter zum Stichtag betrug 257, davon 10 Auszubildende und 34 Minijobber. Der Rest setzt sich aus Voll- und Teilzeitkräften zusammen.
f) Ergebnisverwendung
Aufgrund des Bilanzverlustes steht kein verwendbares Ergebnis zur Verfügung.
g) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Der aus der insolventen RENÉ LEZARD Mode GmbH übernommene Geschäftsbetrieb erzielt weiterhin erhebliche operative Verluste. Im Geschäftsjahr 2018/2019 wird mit einem EBITDA von -3,5 Mio EUR gerechnet. Wir verweisen auf die Ausführungen im Prognosebericht des Lageberichts.
Auf Grund der von der Hauptversammlung vom 12.12.2017 erteilten Ermächtigung ist die Erhöhung des Grundkapitals um 50.000,00 auf 200.000,00 EUR durchgeführt. Durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 09.05.2018 ist die Satzung in § 7 (Grundkapital) geändert. Der den rechnerischen Wert am Grundkapital übersteigende Betrag in Höhe von TEUR 700 wurde als Agio in die Kapitalrücklage eingestellt.
Das Genehmigte Kapital vom 12.12.2017 (Genehmigtes Kapital 2017/I) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung noch 25.000,00 EUR.
Der Finanzvorstand Hr. Thorsten Luig wird das Unternehmen zum 31.12.2018 verlassen.
Mit außerordentlicher Hauptversammlung am 17.12.2018 wurden folgende Beschlüsse gefasst:
Das Grundkapital der Gesellschaft wird gegen Bareinlagen um einen Betrag von bis zu EUR 800.000,00 erhöht durch Ausgabe von bis zu 800.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien (die „Neuen Aktien“) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von EUR 1,00 je Aktie. Der Ausgabebetrag der Neuen Aktien beträgt EUR 1,00 je Aktie, der Gesamtausgabebetrag mithin bis zu EUR 800.000,00. Die Neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gewinnberechtigt.
Den Aktionären wird das gesetzliche Bezugsrecht gewährt. Die Bezugsfrist wird mindestens zwei Wochen ab Bekanntmachung des Bezugsangebots betragen. Das Bezugsverhältnis beträgt 1:4, d. h. für 1 alte Aktie können 4 Neue Aktien bezogen werden. Die Aktionäre erhalten ihr Bezugsrecht in Form des mittelbaren Bezugsrechts. Die Neuen Aktien, die nicht von den Aktionären der Gesellschaft im Rahmen des Bezugsangebots gezeichnet wurden, werden der CEMSEL TEKSTIL SANYI VE TICARET S.A. zur Zeichnung gegen Bareinlage zum Bezugspreis angeboten.
Mit Wirkung ab dem Zeitpunkt der Eintragung in das Handelsregister und unter gleichzeitiger Aufhebung des zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden und noch nicht ausgenutzten Genehmigten Kapitals 2017 gemäß Ziffer 7.3 der Satzung einschließlich der hierfür erteilten Ermächtigung, wird der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 16. Dezember 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt bis zu EUR 400.000,00 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 400.000 neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018).
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen. Der Ausschluss des Bezugsrechts ist dabei nur in den folgenden Fällen zulässig:
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen und Beteiligungen an Unternehmen, gewerblichen Schutzrechten, wie z.B. Patenten, Marken oder hierauf gerichtete Lizenzen, oder sonstigen Produktrechten oder sonstigen Sacheinlagen, auch Schuldverschreibungen, Wandelschuldverschreibungen und sonstigen Finanzinstrumenten
soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft oder ihren Konzerngesellschaften ausgegebenen Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung ihres Options- oder Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung einer Options- bzw. Wandlungspflicht zustünde
für Spitzenbeträge, die infolge des Bezugsverhältnisses entstehen oder
in sonstigen Fällen, die im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegen.
Änderung der Satzung in Ziffer 13.1 hinsichtlich der Anzahl an Aufsichtsratsmitgliedern auf drei. Als Aufsichtsratsmitglieder wurden im Wege der Einzelwahl gewählt:
Herr Dr. h.c. Michael Bourjau, selbständiger Sanierungsberater, wohnhaft in Tegernsee,
Herr Ralf Meinerzag, Chief Investment Officer der Steubing AG, wohnhaft in Bad Orb, und
Herr Herbert Schick, Industriekaufmann, wohnhaft in Grasbrunn.
Schwarzach am Main, den 19. Dezember 2018
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM RUMPFGESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. MÄRZ 2018
EUR 31. Mär. 2018
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 99.979,00 1.441,16 0,00 101.420,16
Geleistete Anzahlungen 0,00 17.346,53 0,00 17.346,53
99.979,00 18.787,69 0,00 118.766,69
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 427.013,00 0,00 0,00 427.013,00
Technische Anlagen und Maschinen 6.217,00 0,00 0,00 6.217,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 486.182,79 3.050,85 -587,00 488.646,64
919.412,79 3.050,85 -587,00 921.876,64
Anteile an verbundenen Unternehmen 63.000,00 0,00 0,00 63.000,00
63.000,00 0,00 0,00 63.000,00
1.082.391,79 21.838,54 -587,00 1.103.643,33
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.350,00 12.432,16 0,00 20.782,16
Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
8.350,00 12.432,16 0,00 20.782,16
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.575,00 35.203,00 0,00 53.778,00
Technische Anlagen und Maschinen 411,00 618,00 0,00 1.029,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 34.554,79 49.534,85 -210,00 83.879,64
53.540,79 85.355,85 -210,00 138.686,64
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
61.890,79 97.788,01 -210,00 159.468,80
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 80.638,00 91.629,00
Geleistete Anzahlungen 17.346,53 0,00
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 373.235,00 408.438,00
Technische Anlagen und Maschinen 5.188,00 5.806,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 404.767,00 451.628,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 63.000,00 63.000,00
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RENÉ LEZARD Mode AG für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. März 2018 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter im Lagebericht hin. Dort ist im Prognosebericht dargelegt, dass der Fortbestand der Gesellschaft aufgrund angespannter Liquidität bedroht ist. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.
Würzburg, 19. Dezember 2018
Gez. Helmut Beck, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. März 2018
der RENÉ LEZARD Mode AG, Würzburg
Das Rumpfgeschäftsjahr ist nicht repräsentativ für das Gesamtjahr und daher wenig aussagefähig.
Der Aufsichtsrat tagte in dieser Periode im Rahmen von drei Sitzungen am Ort der Gesellschaft. Das Gremium ließ sich laufend über den Fortschritt der Sanierung berichten und informierte sich gründlich über den Verlauf des Geschäftes. Die Suche eines neuen Vorstandes (CFO & CEO) hatte in dieser Zeit einen besonderen Focus. Ein branchenerfahrener Vorstand war eine Grundbedingung für eine erfolgreiche Fortführung. Am 06.04.2018 erfolgte die Eintragung des neuen Vorstandes in das Handelsregister.
Die Entwicklung des ersten Quartals (Umsatz 7,8 Mio. EUR/Jahresfehlbetrag -1,2 Mio. EUR) führte im Aufsichtsrat zu ersten Überlegungen zu zukünftigen Alternativen einer weiter zu überarbeitenden Ausrichtung des Unternehmens.
Würzburg, im Januar 2019
Dr. Michael Bourjau, Vorsitzender
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