Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20136/76
Timestamp: 2019-06-17 23:57:32
Document Index: 300658991

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.06.1978 - III ZR 136/76 - dejure.org
https://dejure.org/1978,191
BGH, 08.06.1978 - III ZR 136/76 (https://dejure.org/1978,191)
BGH, Entscheidung vom 08.06.1978 - III ZR 136/76 (https://dejure.org/1978,191)
BGH, Entscheidung vom 08. Juni 1978 - III ZR 136/76 (https://dejure.org/1978,191)
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Nichtigkeit eines Darlehensvertrages wegen Sittenwidrigkeit - Anfechtung eines Darlehensvertrages wegen arglistiger Täuschung - Schadensersatzanspruch aus Verschulden bei Vertragsschluss wegen der Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten
BGHZ 72, 92
NJW 1978, 2145
MDR 1979, 36
Es ist davon auszugehen, dass sich der Beklagte "aufklärungsrichtig" verhalten hätte (vgl. Palandt/Heinrichs aaO § 280 Rdn. 39 unter Hinweis auf BGHZ 72, 92, 106; 124, 151, 159).
Diese Beweislastregel wurde in der Folgezeit auch bei anderen Vertragstypen angewandt (vgl. BGHZ 72, 92, 106; 89, 95, 103;… BGH, Urt. v. 1. Juli 1980 - VI ZR 112/79, NJW 1980, 2186, 2187; v. 28. November 1983 - II ZR 72/83, NJW 1984, 1688, 1689; v. 31. Mai 1990 - VII ZR 340/88, NJW 1990, 2461, 2463) [BGH 31.05.1990 - VII ZR 340/88].
Handelt es sich bei dem eingegangenen Vertrag um einen Darlehensvertrag, ist dieser rückgängig zu machen (vgl. BGH 8. Juni 1978 - III ZR 136/76 - BGHZ 72, 92; 18. April 1988 - II ZR 251/87 - WM 1988, 895; 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99 - WM 2000, 1685).
Wie den insoweit unangegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts zu entnehmen ist, wußte sie jedenfalls aufgrund eines von der früheren Streithelferin herausgegebenen Prospekts und ihrer Verhandlungen mit der Schweizer Bank, daß die ihr von der früheren Streithelferin vermittelten Kunden, also auch der Ehemann der Klägerin, die Lebensversicherung nicht aus vorhandenem Vermögen bezahlen, sondern ein fremdfinanziertes Anlagemodell eingehen wollten, dessen Rentabilität auf dem prospektierten Zinsgefälle zwischen der von ihr gewährten Effektivverzinsung der Versicherungsbeiträge und dem Schweizer Kreditzins beruhte (zur Frage der Zurechnung vgl. auch Senatsurteil BGHZ 72, 92, 99 f).
Die Rechtsgrundsätze des Einwendungsdurchgriffs beschränken sich nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats nicht auf finanzierte Abzahlungskäufe beweglicher Sachen im Sinne des § 1 AbzG, sondern können bei gleicher Interessenlage auch auf andere fremdfinanzierte Rechtsgeschäfte, darunter auch auf Bauträger- und Werkverträge Anwendung finden (Senatsurteilevom 12. Juli 1979 - III ZR 18/78 = WM 1979, 1054;vom 19. November 1981 - III ZR 87/80 = WM 1982, 150 = ZIP 1982, 155 m.w. Nachw.; vgl. fernerSenatsurteil vom 8. Juni 1978 - III ZR 136/76 = NJW 1978, 2145).
Die zitierten Senatsurteile, bei denen es um den Bau einer Eigentumswohnung (…Urteil vom 12. Juli 1979 aaO), die Anlage eines Tennisplatzes (…Urteil vom 19. November 1981 aaO) und die Beteiligung von Arbeitnehmern an der Arbeitgeberfirma (Urteil vom 8. Juni 1978 aaO) geht, zeigen auch, daß sich der Einwendungsdurchgriff nicht auf finanzierte Geschäfte beschränkt, die der Beschaffung von Konsumgütern dienen.
Inhalt und Umfang vorvertraglicher Aufklärungspflichten bestimmen sich nach den konkreten Umständen, insbesondere den Gefahren, die dem Vertragspartner aus dem Vertragsabschluß typischerweise drohen (BGHZ 72, 92, 103 zur finanzierten Unternehmensbeteiligung von Arbeitnehmern), aber auch nach seiner Lebens- und Geschäftserfahrung (…BGH, Urt. v. 27. Februar 1974 - V ZR 85/72, WM 1974, 512, 514 f.).
BGH, 27.06.1989 - XI ZR 52/88
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