Source: http://www.lsvd.de/recht/rechtsprechung/lebenspartnerschaft/einzelne-aspekte-des-lpartg/hinterbliebenenversorgung/index.html
Timestamp: 2014-04-24 18:20:00
Document Index: 364859314

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 157', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 10', '§ 10', 'Art. 2', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', 'EuG', 'Art. 2', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'EuG', '§ 40', 'Art. 3', 'Art. 6', 'EuG', '§ 45', 'Art. 3', '§ 29', 'Art. 3', '§ 19', '§ 9', '§ 9', '§ 46', 'Art. 3', 'EuG', '§ 63', '§ 97', 'Art. 3', '§ 19', '§ 19', '§46', '§ 46', '§ 38', '§ 10']

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InhaltEuropäischer GerichtshofBundesverfassungsgerichtBundesverwaltungsgericht und VerwaltungsgerichteBundesarbeitsgerichtArbeistgerichteZivilgerichteSozialgerichteVersorgungspartnerschaftEuropäischer GerichtshofEine Hinterbliebenenversorgung, die im Rahmen eines berufsständischen Versorgungssystems wie der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen gewährt wird, fällt in den Geltungsbereich der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf. Art. 1 in Verbindung mit Art. 2 der Richtlinie 2000/78 steht einer Regelung wie der im Ausgangsverfahren entgegen, wonach der überlebende Partner nach Versterben seines Lebenspartners keine Hinterbliebenenversorgung entsprechend einem überlebenden Ehegatten erhält, obwohl die Lebenspartnerschaft nach nationalem Recht Personen gleichen Geschlechts in eine Situation versetzt, die in Bezug auf diese Hinterbliebenenversorgung mit der Situation von Ehegatten vergleichbar ist. Es ist Sache des vorlegenden Gerichts, zu prüfen, ob sich ein überlebender Lebenspartner in einer Situation befindet, die mit der eines Ehegatten, der die Hinterbliebenenversorgung aus dem berufsständischen Versorgungssystem der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen erhält, vergleichbar ist. EuGH (Große Kammer), Urt. v. 01.04.2008 - C-267/06 (Rs. Maruko) - Schlussanträge; Slg I 2008, 01757; NJW 2008, 1649, m. Aufs. Lembke, Mark, 1631, Aufs. Bruns, Manfred, 1929; JZ 2008, 787, m. Anm. Brinktrine, Ralf, 790; NZA 2008, 459; FamRZ 2008, 957; FPR 2010, 236; BetrAV 2008, 305; ZTR 2008, 336; NVwZ 2008, 537; DB 2008, 996; BB 2008, 1180; ZBR 2008, 375; NZS 2009, 31; EuZW 2008, 314, m. Anm. Mahlmann, Matthias, 318, und Bruns, Manfred, 257; EuGRZ 2008, 294; Anm. Roetteken, Torsten von, juris PraxisReport Arbeitsrecht, 24/2008 Anm. 1; Aufs. Stüber, Stephan, NVwZ 2008, 750; Aufs. Bruns, Manfred, NVwZ-Extra 4/2009Die Schlussanträge sind veröffentlicht in BetrAV 2008, 90Folgeentscheidung:VG München, Urt. v. 30.10.2008 - M 12 K 08.1484Die Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf ist dahin auszulegen, dass Zusatzversorgungsbezüge wie diejenigen, die ehemaligen Angestellten und Arbeitern der Freien und Hansestadt Hamburg sowie deren Hinterbliebenen auf der Grundlage des Hamburgischen Gesetzes über die zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung für Angestellte und Arbeiter der Freien und Hansestadt Hamburg (Erstes Ruhegeldgesetz der Freien und Hansestadt Hamburg) in der Fassung vom 30. Mai 1995 gewährt werden, weder wegen Art. 3 Abs. 3 noch wegen des 22. Erwägungsgrundes der Richtlinie 2000/78 aus dem sachlichen Geltungsbereich dieser Richtlinie herausfallen, wenn sie Entgelt im Sinne des Art. 157 AEUV darstellen. Art. 1 in Verbindung mit den Art. 2 und 3 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2000/78 steht einer nationalen Bestimmung wie § 10 Abs. 6 des genannten Hamburgischen Gesetzes, aufgrund deren ein in einer Lebenspartnerschaft lebender Versorgungsempfänger Zusatzversorgungsbezüge in geringerer Höhe erhält als ein nicht dauernd getrennt lebender verheirateter Versorgungsempfänger, entgegen, wenn - im betreffenden Mitgliedstaat die Ehe Personen unterschiedlichen Geschlechts vorbehalten ist und neben einer Lebenspartnerschaft wie der nach dem Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft vom 16. Februar 2001, die Personen gleichen Geschlechts vorbehalten ist, besteht und – eine unmittelbare Diskriminierung wegen der sexuellen Ausrichtung vorliegt, weil sich der genannte Lebenspartner im nationalen Recht hinsichtlich dieser Bezüge in einer rechtlichen und tatsächlichen Situation befindet, die mit der einer verheirateten Person vergleichbar ist. Die Beurteilung der Vergleichbarkeit fällt in die Zuständigkeit des vorlegenden Gerichts und hat sich auf die jeweiligen, unter Berücksichtigung des Zwecks und der Voraussetzungen für die Gewährung der fraglichen Leistung relevanten Rechte und Pflichten der Ehegatten und der in einer Lebenspartnerschaft lebenden Personen zu konzentrieren, wie sie im Rahmen der entsprechenden Rechtsinstitute geregelt sind. Sollte § 10 Abs. 6 des Hamburgischen Gesetzes über die zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung für Angestellte und Arbeiter der Freien und Hansestadt Hamburg in der Fassung vom 30. Mai 1995 eine Diskriminierung im Sinne des Art. 2 der Richtlinie 2000/78 darstellen, kann ein Einzelner wie der Kläger des Ausgangsverfahrens das Recht auf Gleichbehandlung frühestens ab Ablauf der Umsetzungsfrist für diese Richtlinie, also ab dem 3. Dezember 2003, geltend machen, wobei er nicht abwarten muss, dass der nationale Gesetzgeber diese Bestimmung mit dem Unionsrecht in Einklang bringt. EuGH (Große Kammer), Urt. v. 10.05.2011 - C-147/08 (Rs. Römer); NJW 2011, 2187; NZA 2011, 557; DB 2011, 1169; BetrAV 2011, 399; ZTR 2011, 437; EuZW 2011, 432; EuGRZ 2011, 278 - Schlussanträge; Kurzbesprechung der Schlussanträge Reich, Norbert, EuZW 2010, 685Art. 3 Abs. 1 Buchst. c und Abs. 3 der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. 11.2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf ist dahin auszulegen, dass eine Beihilfe für Beamte in Krankheitsfällen, wie sie den Beamten der Bundesrepublik Deutschland nach dem Bundesbeamtengesetz gewährt wird, in den Geltungsbereich dieser Richtlinie fällt, wenn ihre Finanzierung dem Staat als öffentlichem Arbeitgeber obliegt, was zu prüfen Sache des nationalen Gerichts ist.EuGH (Dritte Kammer), Urt. v. 06.12.2012 - C-124/11, C-125/11 und C-143/11 (Rs. Dittrich u.a.) - Schlussanträge; NVwZ 2013, 132; ZBR 2013, 199Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. 11.2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf ist dahin auszulegen, dass er einer Tarifvertragsbestimmung wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden entgegensteht, nach der ein Arbeitnehmer, der einen zivilen Solidaritätspakt mit einer Person gleichen Geschlechts schließt, von dem Anspruch auf Vergünstigungen wie Sonderurlaubstage und eine Gehaltsprämie ausgeschlossen ist, die Arbeitnehmern aus Anlass ihrer Eheschließung gewährt werden, wenn die nationale Regelung des betreffenden Mitgliedstaats Personen gleichen Geschlechts die Eheschließung nicht gestattet, da der betroffene Arbeitnehmer sich unter Berücksichtigung des Zwecks und der Voraussetzungen der Gewährung dieser Vergünstigungen in einer Situation befindet, die mit der eines Arbeitnehmers, der eine Ehe schließt, vergleichbar ist.EuGH (Fünfte Kammer), Urt. v. 12.12.2013 - C-267/12 (Rs. Frédéric Hay); NZA 2014, 153; BB 2014, 380, m. Anm. Andrea Mehrer, 384; Anm. Gerrit Forst, EWiR 2014, 25Zum InhaltsverzeichnisBundesverfassungsgerichtDie Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft im Bereich der betrieblichen Hinterbliebenenversorgung für Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes, die bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder zusatzversichert sind, ist mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar. Geht die Privilegierung der Ehe mit einer Benachteiligung anderer Lebensformen einher, obgleich diese nach dem geregelten Lebenssachverhalt und den mit der Normierung verfolgten Zielen der Ehe vergleichbar sind, rechtfertigt der bloße Verweis auf das Schutzgebot der Ehe gemäß Art. 6 Abs. 1 GG eine solche Differenzierung nicht. BVerfG, Beschl. v. 07.07.2009 - 1 BvR 1164/07; BVerfGE 124, 199; NJW 2010, 1439, m. Aufs. Wiemann, Rebekka, 1427; Henkel, Jörg, NJW 2011, 259; DVBl 2009, 1510, m. Anm. Hoppe, Tilman, 1516; FamRZ 2009, 1977, m. Anm. Grziwotz, Herbert, 1982; JZ 2010, 37, m. Anm. Hillgruber, Christian, 41, Erwiderung Classen, Claus Dieter, 411; DB 2009, 2441; ZTR 2009, 642; VersR 2009, 1607; FPR 2010, 240; STREIT 2009, 170; Anm. Hopfner, Sebastian, BetrAV 2009, 772; Anm. Bongers, Frank, ArbR 2009, 160; Anm. Roettken, Torsten von, jurisPR-ArbR 48/2009 Anm. 2; Aufs. Wenzel, Sebastian, DStR 2009, 2403; Aufs. Kemper, Rainer, ZFE 2010, 44; Aufs. Hoppe, Tilman, ZBR 2010, 189; Aufs. Grünberger, Michael, FPR 2010, 203; Aufs. Classen, FPR 2010, 200; Aufs. Voelzke, Thomas/Schlegel, Rainer, jurisPR-SozR 15/2010, Anm. 5; Aufs. Siegfried, Dirk, NJW-aktuell, Heft 11/2010, 10; Krings, Günter, NVwZ 2011, 26; Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen BundestagesFolgeentscheidungen des BGH: BGH, Urt. v. 07.07.2010 - IV ZR 267/04; FamRZ 2010, 1545; VerSR 2010, 1207; MDR 2010, 1186BGH, Urt. v. 07.07.2010 - IV ZR 16/09; FamRZ 2010, 1546; VRS 2010, 1208; MDR 2010, 1185ebenso AG Karlsruhe, Urt. v. 05.05.2009 - 2 C 16/09 Die Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung ist mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar. BVerfG, Beschl. v. 21.07.2010 - 1 BvR 611 u. 2464/07; BVerfGE 126, 400; NJW 2010, 2783, m. Aufs. Michael, Lothar, 3537; FamRZ 2010, 1525, m. Anm. Grziwotz, Herbert, 1531; DStR 2010, 1721, m. Aufs. Messener, Michael, 1875; EuGRZ 2010, 520; Anm. Wachter, Thomas, DB 2010, 1863; BetrAV 2010, 599; ZEV 2010, 482; HFR 2010, 1225; FuR 2010, 994; Aufs. Beck, Volker, NJW-aktuell, Heft 36/20101. Die Ungleichbehandlung von verheirateten und in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebenden Beamten beim Familienzuschlag der Stufe 1 (§ 40 Abs. 1 Nr. 1 BBesG) stellt eine am allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG zu messende mittelbare Ungleichbehandlung wegen der sexuellen Orientierung dar.2. Geht die Privilegierung der Ehe mit einer Benachteiligung anderer, in vergleichbarer Weise rechtlich verbindlich verfasster Lebensformen einher, obgleich diese nach dem geregelten Lebenssachverhalt und den mit der Normierung verfolgten Zwecken vergleichbar sind, rechtfertigt der bloße Verweis auf das Schutzgebot der Ehe keine Differenzierungen. Vielmehr bedarf es in solchen Fällen jenseits der bloßen Berufung auf Art. 6 Abs. 1 GG eines hinreichend gewichtigen Sachgrundes, der gemessen am jeweiligen Regelungsgegenstand und -ziel die Benachteiligung dieser anderen Lebensformen rechtfertigt (vgl. BVerfGE 124, 199 <226>).BVerfG, Beschl. v. 19.06.2012 - 2 BvR 1397/09; FamRZ 2012, 1472, m. Anm. Herbert Grziwotz, 407; EuGRZ 2012, 547; FuR 2012, 538; NVwZ 2012, 1304; ZBR 2013, 31; ZTR 2012, 667; Streit 2012, 119; Aufsatz Regina Bömelburg, NJW 2012, 2753; Besprechung Anne Sanders, FF 2012, 391 siehe dazu die Urteile der Instanzgerichte und die Umsetzungsakte auf der Seite "Gleichbehandlung von Ehe und Lebenspartnerschaft"sowie die Rechtsprechung in dem nachfolgenden Abschnitt "Zeitnahe Geltendmachung von Vesorgungs- und Versorgungsansprüchen" Zum InhaltsverzeichnisBundesverwaltungsgericht und VerwaltungsgerichteBundesverwaltungsgericht:Nach dem Tod eines Beamten hat der hinterbliebene Lebenspartner, der mit dem Beamten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt hat, Anspruch auf Leistungen der Hinterbliebenenversorgung wie hinterbliebene Ehepartner von Beamten. BVerwG, Urt. v. 28.10.2010 - 2 C 47.09; ZBR 2011, 304; ZTR 2011, 192; NVwZ 2011, 499; PersR 2011, 223Vorinstanz:VG Berlin, Urt. v. 06.05.2009 - 5 A 99.08ebenso:VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 03.04.2012 - 4 S 1773/09 juris (Hinterbliebenenpension, jedenfalls seit dem 01.01.2005); RiA 2012, 170, m. Anm. Stefan Braun, 173; IÖD 2012, 112; ZBR 2013, 48Die Revision gegen dieses Urteil ist beim Bundesverwaltungsgericht unter dem Aktenzeichen 2 C 13.12 anhängig.OVG Bremen, Urt. v. 16.05.2013 - 2 A 409/05 juris (Hinterbliebenenpension ab 21.04.2004 und Sterbegeld)VG Stuttgart, Urt. v. 31.01.2011 - 3 K 4627/10VG Koblenz, Urt. v. 08.02.2011 - 6 K 456/10.KO Siehe zu dem Urteil des BVerwG vom 28.10.2010 auch: RdSchr. des BMI v. 17.12.2010 - D3-221 400/45 (GMBl 2011, 6):Besoldungs- und Versorgungsleistungen für Beamte, Soldaten und Richter in LebenspartnerschaftenRdSchr. des BMI v. 12.12.2011- D3-221 400/45/D4-223 140/5:Durchführungshinweise zu den besoldungs-und versorgungsrechtlichen Regelungen des Gesetzes zur Übertragung ehebezogener Regelungen im öffentlichen Dienstrecht auf Lebenspartnerschaften vom 14.11.2011 (BGBI. I S. 2219)RdSchr. des BMI v. 04.01.2011 - D5 - 220 210 – 2/45: Auslandsbezüge gemäß § 45 (Bund) Nr. 8 TVöD-BT-VRdSchr. des BMI v. 29.10.2013 - D 3 - 30200/108#10Besoldungs- und Versorgungsleistungen für Beamte, Soldaten und Richter in Lebenspartnerschaften; hier: AltfälleRdErl. des nordrhein-westfälischen FM v. 15.03.2011 - B 2020 - 40.1.2 - IV 1: Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe im Besoldungs- und Versorgungsrecht, hier: Bezüge für Beamtinnen und Beamte sowie Richterinnen und Richter in eingetragenen Lebenspartnerschaften RdErl. des niedersächsischen FM v. 30.3.2011 — 25-11 40/8, 26-2050/37 (Nds.MBl. Nr. 2011, 277): Besoldungs- und Versorgungsleistungen für Beamtinnen, Beamte, Richterinnen und Richter in LebenspartnerschaftenRdErl. des sächsischen Staatministerium der Finanzen v. 09.03.2012 - 15-P1512-23/27-36649/16-P1700-46/9-27639: Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe im Besoldungs-, Versorgungs-, Reisekosten-, Umzugskosten- und Trennungsgeldrecht - Teil 1 - Teil 2 - Teil 3RdErl. des sächsischen Staatministerium der Finanzen v. 22.05.2012 - 16-P1700-46/9-27639: Ergänzung Folgende Verwaltungsgerichte haben schon vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 28.10.2010 ohne Einschränkung zugunsten verpartnerter Beamter entschieden: Hinterbliebenenpension:VG Stuttgart, Urt. v. 16.07.2009 - 4 K 2711/08; ZBR 2010, 102Berufständische Versorgungswerke der freien Berufe: Zur Hinterbliebenenrente der bayerischen Ärzteversogung VG München, Urt. v. 12.11.2009 - M 12 K 09.26724 Zur Hinterbliebenenrente des Versorgungswerks der Architektenkammer NRW OVG Münster, Urteil vom 23.09.2010 - 17 A 674/08 Die durch den Landesgesetzgeber angeordnete rückwirkende Gleichstellung von hinterbliebenen Lebenspartnern mit hinterbliebenen Ehegatten ist für die Versorgunsgwerke verbindlich. Der Eingriff des Landesgesetzgebers verstößt weder gegen das Recht auf Selbstverwaltung der Versorgungswerke noch gefährdet er ihre Funktions- und Leistungsfähigkeit. Die Versorgungswerke genießen keinen Grundrechtsschutz. VG Berlin, Urt. v. 22.09.2009 - 13 A 42.07 Wenn ein Versorgungswerk den mit der Klage geltend gemachten Anspruch eines hinterbliebenen Lebenspartners auf Zahlung einer Hinterbliebenenrente anerkennt und die Parteien den Rechtsstreit daraufhin übereinstimmend für erledigt erklären, sind die Kosten des Verfahrens dem Versorgungswerk aufzuerlegen, weil die Klage aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes des Art. 3 Abs. 1 GG von Anfang an begründet war. VG Berlin, Urt. v. 10.11.2010 - 9 K 52.09VG Cottbus, Beschl. v. 04.01.2010 - 7 K 82/10 Zum InhaltsverzeichnisBundesarbeitsgerichtEingetragene Lebenspartner sind in der betrieblichen Altersversorgung hinsichtlich der Hinterbliebenenversorgung Ehegatten gleichzustellen, soweit am 1. Januar 2005 zwischen dem Versorgungsberechtigten und dem Versorgungsschuldner noch ein Rechtsverhältnis bestand. BAG, Urt. v. 14.01.2009 - 3 AZR 20/07; BAGE 129, 105; NZA 2009, 489, m. Aufs. Bruns, Manfred, NZA 2009, 596; BB 2009, 954, m. Anm. Böhm, Verena, 959; BetrAv 2009, 259; ZTR 2009, 365; MDR 2009, 698 Vorinstanz: LAG Köln, Urt. v. 19.07.2006 - 7 Sa 139/06BAG, Urt. v. 15.09.2009 - 3 AZR 294/09; NZA 2010, 216; ZTR 2010, 164BAG, Urt. v. 15.09.2009 - 3 AZR 797/08; FamRZ 2010, 374; DB 2010, 231; BetrAV 2010, 176Es ist nicht erforderlich, dass zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber zum maßgeblichen Zeitpunkt noch ein Arbeitsverhältnis besteht. Ausreichend ist vielmehr, wenn der Arbeitnehmer mit unverfallbaren Anwartschaften aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden oder Betriebsrentner ist und das damit begründete Rechtsverhältnis bei oder nach Inkrafttreten des AGG noch besteht. Bestand ein derartiges Rechtsverhältnis zwar nicht bei oder nach Inkrafttreten des AGG, jedoch zum oder nach dem Zeitpunkt, ab dem zwischen hinterbliebenen Lebenspartnern und hinterbliebenen Ehegatten durch Gesetz eine vergleichbare Lage hergestellt wurde, folgen dem AGG entsprechende Ansprüche aus einer europarechtskonformen Auslegung der Grundsätze, die eine Gleichbehandlung im Arbeitsrecht verlangen. Die vergleichbare Situation entfällt nicht deshalb, weil die Parteien hinsichtlich der Hinterbliebenenversorgung auf das Beamtenrecht verwiesen haben und dort Lebenspartner noch nicht mit Ehegatten gleichgestellt worden sind. BAG, Urt. v. 15.09.2009 - 3 AZR 294/09; NZA 2010, 216; ZTR 2010, 164Vorinstanz:LAG Niedersachsen, Urt. v. 24.02.2009 - 3 Sa 833/08 B; BetrAV 2009, 473ebenso für einen "Dienstordnungsangestellten", bei dem die "Dienstordnung" "für Geld- und geldwerte Leistungen und die Versorgung (...) die Vorschriften für Beamte des Bundes" für entsprechend anwendbar erklärt hatte.LArbG Niedersachsen, Urt. v. 28.09.2010 - 3 Sa 540/10 B Vorinstanz:ArbG Hannover, Urt. v. 03.02.2010 - 8 Ca 199/09 ÖBeschränkt eine Versorgungsordnung die Hinterbliebenenversorgung auf Ehegatten, die vor Eintritt des Versorgungsfalles mit dem Versorgungsberechtigten verheiratet waren, kann ein hinterbliebener Lebenspartner Hinterbliebenenversorgung nur verlangen, wenn diese vor dem Versorgungsfall eingetragen war. Das gilt auch dann, wenn eine frühere Eintragung der Lebenspartnerschaft allein daran scheiterte, dass ein entsprechendes Gesetz nicht früher existierte. BAG, Urt. v. 15.09.2009 - 3 AZR 797/08; FamRZ 2010, 374; DB 2010, 231; BetrAV 2010, 176Vorinstanz:LAG Hessen, Urt. v. 25.06.2008 - 8 Sa 1592/07; BetrAV 2009, 171Wenn ein Tarifvertrag für verheiratete Angestellte einen Auslandszuschlag vorsieht, muss verpartnerten Angestellten derselbe Auslandszuschlag gewährt werden. Es ist unerheblich, dass die Tarivvertragsparteien hinsichtlich des Auslandszuschlags auf das Beamtenrecht verwiesen haben und dass dort Lebenspartner noch nicht mit Ehegatten gleichgestellt worden sind. BAG, Urt. v. 18.03.2010 - 6 AZR 434/07; FamRZ 2010, 1333Vorinstanz:LAG München, Urt. v. 10.05.2007 - 2 Sa 1253/06§ 29 Abschn. B Abs. 3 BAT-O benachteiligte eingetragene Lebenspartner gleichheitswidrig und war deshalb gemäß Art. 3 Abs. 1 GG unwirksam, soweit diese Bestimmung Angestellten, die Kinder ihres eingetragenen Lebenspartners in ihren Haushalt aufgenommen hatten, den Anspruch auf den kinderbezogenen Entgeltbestandteil im Ortszuschlag verwehrte. BAG, Urt. v. 18.03.2010 - 6 AZR 156/09; FamRZ 2010, 1335; NZA 2010, 8241. Sieht die Dienstordnung einer Berufsgenossenschaft für die Hinterbliebenenversorgung die entsprechende Geltung der Vorschriften über die Versorgung für Beamte des Bundes vor, so hat der hinterbliebene eingetragene Lebenspartner des Dienstordnungsangestellten seit dem 1. Januar 2005 einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung wie Hinterbliebene verheirateter Dienstordnungsangestellter.2. § 19 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 und 2 BeamtVG in seiner bis 31.12.2008 geltenden Fassung, der eine Hinterbliebenenversorgung nur für Ehepartner, nicht aber für eingetragene Lebenspartner vorsah, hält einer Prüfung anhand der RIchtlinie 2000/78/EG nicht stand. Dieser Ausschluss des Lebenspartners von der Gewährung der Hinterbliebenenversorgung stellt jedenfalls ab dem 1.1.2005 eine unmittelbare Diskriminierung im Sinne der Richtlinie 2000/78/EG wegen der sexuellen Ausrichtung dar.3. Weil die RIchtlinie 2000/8/EG hinsichtlich der Hinterbliebenenversorgung bis zum 31.12.2008 nicht vollständig in deutsches Recht umgesetzt wurde, ist sie unmittelbar anwendbar.BAG, Urt. v. 11.12.2012 - 3 AZR 684/10; DB 2013, 1063; Anm. Alexander Raif, ArbR 2013, 265Vorinstanzen:LArbG Niedersachsen, Urt. v. 28.09.2010 - 3 Sa 540/10 BArbG Hannover, Urt. v. 03.02.2010 - 8 Ca 199/09 Öausdrücklich gegen das BAG:OVG Bremen, Urt. v. 16.05.2013 - 2 A 409/05 juris (Hinterbliebenenpension ab 21.04.2004 und Sterbegeld)Zum InhaltsverzeichnisArbeistgerichte§ 9 AGG findet nicht auf die Evangelische Zusatzversorgungskasse Anwendung, da es sich nicht um die einer Religionsgemeinschaft im Sinne des § 9 Abs. 1 AGG zugeordnete Einrichtung handelt. LAG Hessen, Urt. v. 08.07.2011 - 3 Sa 742/10Zum InhaltsverzeichnisZivilgerichteDie Kirchliche ZusatzVersorgungsKasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands muss hinterbliebenen Lebenspartnern von Arbeitnehmern, die bei einer Einrichtung der Katholischen Kirche beschäftigt waren, dieselbe Hinterbliebenenrente gewähren wie hinterbliebenen Ehegatten.LG Köln, Urt. v. 01.10.2012 - 20 O 180/12LG Köln, Urt. v. 01.10.2012 - 20 0 203/12Zum InhaltsverzeichnisSozialgerichteAuch wenn durch das BVerfG die Unvereinbarkeit der bis 31.12.2004 geltenden Vorschrift des § 46 SGB VI, die eine Hinterbliebenenversorgung für einen Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorsah, mit Art. 3 Abs. 1 GG festgestellt würde, kann ein Neuregelungsauftrag an den Gesetzgeber durch das BVerfG allenfalls für die Zeit ab der Feststellung einer Unvereinbarkeit ergehen. Für die Zeit vor dem 1.1.2005 liegen diese Voraussetzungen nicht vor, sodass für eine Verfassungsbeschwerde, die sich auf diesen Zeitraum bezieht, die Annahmevoraussetzungen fehlen. BVerfG (3, Kammer des Ersten Senats), Beschl. v. 11.06.2010 - 1 BvR 170/06; DVBl 2010, 1098, m. Anm. Hoppe, Tilman, 1102; FamRZ 2010, 1309; EuGRZ 2010, 529Vorinstanz:Der Ausschluss von Lebenspartnern aus dem Anwendungsbereich der gesetzlichen Hinterbliebenenversicherung bis zum 31.12.2004 ist nicht verfassungswidrig. BSG, Urt. v. 13.12.2005 - B 4 RA 14/05 R; FamRZ 2006, 620Ein eingetragener Lebenspartner hat keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung nach § 63 Abs. 1 und 2 SGB VII, wenn sein Lebenspartner vor dem 01.01.2005 verstorben ist. BSG, Urt. v. 16.03.2010 - B 2 U 8/09 RVorinstanz:LSG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 17.02.2009 - L 3 U 292/06 (bei juris aufrufbar)SG Koblenz, Urt. v. 16.10.2006, S 1 U 361/05Hinterbliebene Lebenspartner von Landwirten haben Anspruch dieselbe Hinterbliebenenrente unter Berücksichtigung des Zuschlags nach § 97 ALG wie hinterbliebene Ehegatten.SG Braunschweig, Urt. v. 15.07.2013 - S 5 LW 4/10Nach dem Inkrafttreten des Überarbeitngsgesetzes am 01.01.2005 hätte die Rentenversicherung die ihr bekannten Hinterbliebenen von verstorbenen Lebenspartnern über das Inkrafttreten der Gleichstellung beraten müssen. Sie kann deshalb Hinterbliebenen, die sich erst einige Jahre später melden, nicht entgegenhalten, dass sie den Antrag auf die Hinterbliebenenrente zu spät gestellt habe.SG Gießen, Urt. v. 19.06.2013 - S 4 R 403/10____________________ altes Recht: Ein versicherter eingetragener Lebenspartner kann wie ein versicherter Ehegatte nicht zulässig darauf klagen, den Träger zu einer Zusicherung zu verpflichten oder gerichtlich festzustellen, dass einem hinterbliebenen Partner Witwer-/Witwenrente wie einem hinterbliebenen Ehegatten zu gewähren seí. BSG, Urt. v. 29.01.2004 - B 4 RA 29/03 R.; BSGE 92, 113 Urteil der Vorinstanz: LSG NRW, Urt. v. 07.05.2003 - L 8 RA 2/03 Hinterbliebene Lebenspartner haben bis zum 31.12.2004 keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Hessisches Landessotzialgericht, Urt. v. 29.07.2004 - L 12 RJ 12/04. SG Oldenburg, Urt. v. 16.11.2004 - S 5 RA 88/03 Die Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung fungiert als Ersatz für den vom verstorbenen Partner geschuldeten Unterhalt. Deshalb haben auch hinterbliebene Lebenspartner Anspruch auf die Witwerrente. Das gebietet der Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG. SG Düsseldorf, Urt. v. 23.10.2003 - S 27 RA 99/02; Betrifft JUSTIZ 2004, 285; Aufs. Heidemann, Jörg; Letzner, Peggy, DRV 2004, 123Zum InhaltsverzeichnisVersorgungspartnerschaftVerwaltungsgerichte:Ein berufsständisches Versorgungswerk verstößt nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, wenn es die Gewährung von Hinterbliebenenversorgung (Witwen-, Witwerrente) bei sog. versorgungsnahen Ehen, bei denen das versorgungsberechtigte Mitglied im Zeitpunkt der Eheschließung das 62. Lebensjahr vollendet hatte, an die Voraussetzung einer Mindestehebestandszeit von drei Jahren knüpft und die Möglichkeit der Widerlegung ausschließt, es habe sich um eine Versorgungsehe gehandelt.BVerwG, Urt. v. 27.05.2009 - 8 CN 1/09; NJW 2009, 3316; BetrAV 2009, 769; DStR 2009, 2623; DStR-E 2010, 259 Zur Widerlegung der gesetzlichen Vermutung des Versorgungszwecks einer Eheschließung in § 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BeamtVG.HessVGH, Beschl. v. 16.02.2007 - 1 UZ 1948/06; FamRZ 2007, 1771; DÖV 2007, 754OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 17.12.2007 - 2 A 10800/07.OVG; FamRZ 2008, 2066Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen die gesetzliche Vermutung einer so genannten Versorgungsehe (§ 19 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BeamtVG) widerlegt ist.OVG Niedersachsen, Beschl. v. 21.12.2009 - 5 LA 481/08; DÖD 2010, 151; RiA 2010, 94; NVwZ-RR 2010, 278Eine ärztliche Versorgungseinrichtung kann den Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente davon abhängig machen, dass die Ehe vor der Vollendung des 65. Lebensjahres des Mitgliedes geschlossen worden ist.OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 26.05.2010 - 6 A 10320/10.OVG; DStRE 2010, 1339Die gesetzliche Vermutung, wonach eine Ehe, die weniger als ein Jahr gedauert hat, als eine „Versorgungsehe“ anzusehen ist, greift regelmäßig, wenn die Heirat in Kenntnis einer schweren Erkrankung sowie der deshalb eingeschränkten Lebenserwartung eines Ehepartners geschlossen wird. Das gilt aber nicht, wenn nachgewiesen wird, dass der Heiratsentschluss bereits vor Bekanntwerden der lebensbedrohlichen Erkrankung gefasst worden war. OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 29. 10.2013 - 2 A 11261/12.OVG Sozialgerichte:Bei der Prüfung, ob eine die Hinterbliebenenrente ausschließende Versorgungsehe vorliegt, sind alle zur Eheschließung führenden Motive der Ehegatten zu berücksichtigen und in ihrer Bedeutung gegeneinander abzuwägen. Die Annahme einer Versorgungsehe ist nur dann nicht gerechtfertigt, wenn die von der Versorgungsabsicht verschiedenen Beweggründe beider Ehegatten insgesamt gesehen überwiegen oder zumindest gleichwertig sind.BSG, Urt. v. 05.05.2005 - B 13 R 55/08 R; BSGE 103, 91; FamRZ 2009, 1667BSG, Urt. v. 06.05.2010, B 13 R 134/08 R§46 Abs. IIa SGB VI enthält die gesetzliche Vermutung einer Versorgungsehe. Diese Vermutung ist nur durch den Vollbeweis des Gegenteils zu widerlegen. Heiratet ein seit 22 Jahren eheähnlich zusammenlebendes Paar zwischen zwei in engem zeitlichen und kausalen Zusammenhang stehenden Operationen des Mannes, ist der Vollbeweis für eine Liebesheirat nicht erbracht — auch wenn zu der Zeit die Lebensbedrohlichkeit der Krebserkrankung medizinisch noch nicht eindeutig prognostiziert war und die spätere Witwe wirtschaftlich abgesichert erschien. LSG SchlH., Urt. v. 07.12.2006 - L 1 R 99/06; NZS 2007, 321Auch bei einer nur 10-tägigen Ehedauer einer schwer krebskranken Versicherten bis zu ihrem Tod ist die Widerlegung der Versorgungsvermutung nicht generell ausgeschlossen. „Besondere Umstände des Falls", die gegen das Überwiegen des Missbrauchs der Ehe von Versorgungsabsicht sprechen, können sein:Dauer der zuvor bestehenden nichtehelichen Lebensgemeinschaft; Heiratsabsicht vor Ausbruch der Krankheit als Plan für die Zukunft; Versuch, neuen Lebensmut und Motivation zu geben im Kampf gegen den Krebs; Demonstration der Zusammengehörigkeit und der Unterstützung; ausreichend eigene Versorgung des Witwers; geringe Höhe der Versorgung; annähernd gleiches Einkommen des Witwers und der Versicherten. LSG SchlH., Urt. v. 07.03.2007 - L 8 R 207/06Zur Widerlegung der gesetzlichen Vermutung des Versorgungszwecks der Begründung einer Lebenspartnerschaft in § 46 Abs. 2a SGB VI. SG Oldenburg, Urt. v. 12.02.2008 - S R 53/06Ein hinterbliebener Ehegatte hat keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente, wenn die erst kurz vor dem Tod des Versicherten geschlossene Ehe vor allem der Versorgung des hinterbliebenen Ehegatten dient. Insoweit ist allein entscheidend, ob die Hochzeit vorrangig aus Versorgungsgesichtspunkten erfolgt. Auf die Art der Versorgung kommt es hingegen nicht an. Deshalb liegt eine Versorgungsehe auch dann vor, wenn die Versorgung des hinterbliebenen Ehegatten durch Übertragung privater Vermögenswerte erfolgt. Unerheblich ist, ob der Versicherte und sein hinterbliebener Ehegagtte bei der Heirat die Witwenrente und ihre Höhe n ihre Überlegungen einbezogen haben.LSG Baden-Württemberg, Urt. v. 12.04.2011 - L 13 R 203/11Die gesetzliche Vermutung einer Versorgungsehe ist nicht widerlegt, wenn der Versicherte bereits im Zeitpunkt der Eheschließung an einer sowohl ihm als auch seiner Ehefrau bewusst gewesenen lebensbedrohlichen Krankheit gelitten hat und keine von der Versorgung verschiedenen Beweggründe nachgewiesen werden können, die den Versorgungszweck der Ehe überwogen haben oder ihm zumindest gleichwertig waren.LSG Hessen, Urt. v. 16.11.2011 - L 5 R 320/10Die Gründe, die gegen eine Versorgungsehe sprechen sollen, müssen um so gewichtiger sein, je offenkundiger und lebensbedrohlicher die Krankheit des Versicherten zum Zeitpunkt der Eheschließung gewesen ist (vgl. zuletzt BSG Urteil vom 06.05.2010 - B 13 R 134/08 R). Die Absicht, durch Heirat die Pflege des Versicherten sicher zu stellen (sog. Pflegeehe), kann nur dann eine Versorgungsehe ausschließen, wenn das Ableben des Versicherten aufgrund seiner gesundheitlichen Verhältnisse zur Zeit der Eheschließung nicht in absehbarer Zeit zu erwarten war, mithin die Ehe, wie es ihrem Wesen entspricht, auf unbegrenzte Zeit - auf Lebenszeit - geschlossen worden ist (vgl. BSG vom 03.09.1986 - 9a RV 8/84 - SozR 3100 § 38 Nr 5).LSG Bayern, Urt. v. 13.07.2011 - L 19 R 498/09Zivilgerichte:Bei einer Ehedauer von weniger als zwölf Monaten steht der überlebenden Ehefrau eine VBL-Witwenrente in Gestalt einer Betriebsrente zu, wenn nach den von ihr darzulegenden und gegebenenfalls zu beweisenden Umständen die Ehe nicht ausschließlich oder überwiegend dazu gedient hat, ihr diese Betriebsrente zu verschaffen. Auf von anderen Trägern stammende Hinterbliebenenbezüge kommt es insoweit nicht an. Die Feststellung dieser Umstände im streitigen Verfahren ist im Hinblick auf den damit angesprochenen Lebensbereich jeglicher schematischen Herangehensweise entzogen. OLG Karlsruhe, Urt. v. 17.07.2008 - 12 U 207/07; VersR 2009, 56; MDR 2008, 1271; Anm. Borth, Helmut, FamRZ 2009, 885ArbeitsgerichteDie Bestimmung in einer vom Arbeitgeber geschaffenen Versorgungsordnung, wonach ein Anspruch auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nur besteht, wenn der Arbeitnehmer eine mindestens 15-jährige Betriebszugehörigkeit bis zur Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung zurücklegen kann, ist wirksam. Sie verstößt nicht gegen das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters oder des Geschlechts.BAG, Urt. v. 12.2.2013 - 3 AZR 100/11; NZA 2013, 733; DB 2013, 1245; ZIP 2013, 1090; MDR 2013, 725; Anm. Stefan Lingemann, ArbR 2013, 298; Anm. Johannes Schipp, ArbRB 2013, 179 Die Spätehenklausel in einer Versorgungsordnung, die einen Witwenrentenanspruch davon abhängig macht, dass die Ehe mit dem Arbeitenden zum Zeitpunkt des Beginns der Rentenzahlung an diesen aus der Versorgungsordnung bereits geschlossen worden sein muss, begegnet keinen rechtlichen Bedenken. Sie verstößt nicht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, weil der Arbeitgeber zulässigerweise sein Versorgungsrisiko begrenzt. Die Klausel stellt auch keine Diskriminierung wegen des Alters oder des Geschlechts dar; selbst wenn sie eine entsprechende Benachteiligung beinhalten würde, wäre diese im Hinblick auf § 10 AGG unschädlich. LAG Baden-Württemberg, Urt. v. 12.11.2009 - 11 Sa 41/091. Eine Regelung in einer Versorgungsordnung, die den Anspruch auf Witwen-/Witwerrente davon abhängig macht, dass die Ehe vor Eintritt des Versorgungsfalls beim versorgungsberechtigten Arbeitnehmer geschlossen wurde, verstößt nicht gegen das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters.2. Macht eine Versorgungszusage den Anspruch auf Witwen-/Witwerversorgung davon abhängig, dass die Ehe vor dem Eintritt des Versorgungsfalls beim versorgungsberechtigten Arbeitnehmer geschlossen wurde, sind nicht nur diejenigen Versorgungsberechtigten von der Hinterbliebenenversorgung ausgeschlossen, die nach Eintritt des Versorgungsfalls erstmalig eine Ehe schließen. Auch Versorgungsberechtigte, die nach Eintritt des Versorgungsfalls geschieden werden und sich wiederverheiraten, haben keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenversorgung. Dies gilt auch dann, wenn sie ihren geschiedenen Ehegatten erneut heiraten.BAG, Urt. v. 15.10.2013 - 3 AZR 294/11BAG, Urt. v. 15.10.2013, 3 AZR 653/11; NZA 2014, 308; ZTR 2014, 181; BetrAV 2014, 197 BAG, Urt. v. 15.10.2013 - 3 AZR 707/11Zum Inhaltsverzeichnis