Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20R%2028/10
Timestamp: 2019-06-27 05:07:22
Document Index: 79959711

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 17', '§ 17', '§ 52', '§ 17', '§ 17', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 52', '§ 52']

BFH, 06.04.2011 - IX R 28/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,5354
BFH, 06.04.2011 - IX R 28/10 (https://dejure.org/2011,5354)
BFH, Entscheidung vom 06.04.2011 - IX R 28/10 (https://dejure.org/2011,5354)
BFH, Entscheidung vom 06. April 2011 - IX R 28/10 (https://dejure.org/2011,5354)
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§ 3 Nr 40 Buchst c EStG 2002, § 3c Abs 2 EStG 2002, § 17 Abs 1 EStG 2002, § 17 Abs 4 EStG 2002, § 52 Abs 4b EStG 2002
Keine Anwendung des Halbabzugsverbots bei dem Anrechnungsverfahren unterliegenden Einnahmen
Zur Anwendung des Halbabzugsverbots i. R. v. § 17 EStG
Halbabzugsverbot und Anrechnungsverfahren
BFHE 233, 439
DB 2011, 2011
BStBl II 2011, 814
NZG 2011, 1078
Der Abzug von Erwerbsaufwand, insbesondere von (nachträglichen) Anschaffungskosten, ist im Rahmen der Ermittlung von Einkünften aus § 17 Abs. 1 und 4 EStG dann nicht gemäß § 3c Abs. 2 EStG begrenzt, wenn der Steuerpflichtige --wie im Streitfall vom FG festgestellt-- keinerlei durch seine Beteiligung vermittelten Einnahmen erzielt hat (vgl. BFH-Urteil vom 6. April 2011 IX R 28/10, BFHE 233, 439, BStBl II 2011, 814).
Da im Streitfall bereits der hälftige Ansatz der zum Auflösungsverlust des Klägers führenden Anschaffungskosten zu einer Steuer von 0 EUR führt, kommt es im vorliegenden Verfahren nicht darauf an, dass diese Aufwendungen nicht dem Halbabzugsverbot des § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG unterliegen, weil der Kläger keine dem Halbeinkünfteverfahren unterliegenden Einnahmen aus der Beteiligung an der GmbH erhalten hat (vgl. BFH-Urteil vom 6. April 2011 IX R 28/10, BFHE 233, 439, BStBl II 2011, 814).
Seine Beteiligung hat er bereits im Jahr 2001 veräußert (vgl. BFH-Urteil vom 06.04.2011 IX R 28/10, BStBl II 2011, 814).
Da die Kläger aus ihren Beteiligungen an der GmbH aber niemals Einnahmen erzielt haben, die nach § 3 Nr. 40 EStG teilweise steuerfrei waren, würde § 3c Abs. 2 EStG einem vollen Abzug der Schuldzinsen nicht entgegen stehen (vgl. BFH-Urteil vom 6. April 2011 IX R 28/10, BFHE 233, 439, BStBl II 2011, 814).
Zur weiteren Begründung verweist der Senat auf sein Urteil vom 6. April 2011 in der Sache IX R 28/10, BFHE 233, 439.
Die der Klägerin vor Geltung des Halb- bzw. Teileinkünfteverfahrens (§ 52 Abs. 8a EStG i.V.m. § 52 Abs. 4b Nr. 2 EStG) zugeflossen Gewinnausschüttungen können die Anwendung des Halbabzugsverbots nicht rechtfertigen, da es insoweit an der das Halbabzugsverbot rechtfertigenden systematischen Korrespondenz mit nur zur Hälfte/zum Teil besteuerten Einnahmen fehlt (vgl. BFH-Urteil vom 6. April 2011 - IX R 28/10, BStBl. II 2011, 814).
Dies entspricht dem Gesetzeszweck des Halbabzugsverbots, eine Doppelbegünstigung auszuschließen (BFH v. 06.04.2011 - IX R 28/10, BStBl II 2011, 814, II. 1. der Gründe m. w. N.).
Zur Einkunftsermittlung wird auf das BFH-Urteil vom 06.10.2001 IX R 28/10, BStBl II 2011, 814 verwiesen.