Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-87167-2_11
Timestamp: 2018-07-20 11:37:30
Document Index: 302106193

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 20', '§ 10', '§ 18', 'Art. 11', '§ 34', '§ 35', '§ 40', '§ 37', '§ 38', '§ 36', '§ 38', '§ 37', '§ 36', '§ 489', '§ 36', '§ 4', '§ 36', '§ 36', '§39', '§ 36', '§ 36', '§ 2', '§ 18', '§ 4', '§ 2', '§ 4', '§ 31', '§ 33', '§ 33', '§ 31', '§ 33', '§ 39', '§ 39', '§ 31', '§ 33', '§ 33', '§ 40', '§ 32', '§ 31', '§ 30']

Ausblick: Aufleben und Verbreitung des Seelteils: Der Seelteil als allgemein europäische Institution | Springer for Research & Development
Kirchenväter und Soziales Erbrecht
Kirchenväter und Soziales Erbrecht pp 257-281 | Cite as
Ausblick: Aufleben und Verbreitung des Seelteils: Der Seelteil als allgemein europäische Institution
Von den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts an tritt die Quote für die Seele in vielen europäischen Ländern auf. Sie begegnet u. a. im nördlichen und westlichen Frankreich, nunmehr in ganz England, ferner in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, in den skandinavischen Ländern, im Königreich Sizilien und Spanien.1 Im Osten erscheint sie z. B. in Ungarn, in Polen und in Litauen.2 Die Quote für die Seele wird nunmehr zu einer allgemein europäischen Institution. Sie tritt im testamentarischen wie im gesetzlichen Erbrecht auf, zuweilen zum kirchlichen Pflichtteil ausgestaltet.3 Vom 14. Jahrhundert an beginnt sie zurückzutreten, um sich dann nur noch in Resten zu erhalten.
Vgl. Brunner, Z. Sav. St., Germ. Abt., 19, S. 107 ff. (= Abh., II, S. 279 ff.); Gdl, ebenda, 32, S. 297 ff., Rietschel, ebenda, 32, S. 225 ff., H. Henrici, Über Schenkungen an die Kirche, S. 10 ff., und besonders Alfred Schnitze, S. 93 ff. und passim, die in ihren Ergebnissen allerdings voneinander abweichen. — In der Literatur, die sich mit der Geschichte der Quote befaßt, werden die beiden Stufen der Entwicklung: die internationale Verbreitung der Quote seit dem 12. Jahrhundert und die Vorläufer dieser Bewegung, die sich im wesentlichen auf die „fringes“ Europas beschränkte, nicht genügend geschieden. Die Gründe für das allgemein europäische Auftreten der Quote vom 12. Jahrhundert ab treten nicht deutlich hervor. Die verbreitete Meinung, daß die Kirche die Quote „gefördert“ habe — besonders in der Augustinischen Gestalt — übersimplifiziert den historischen Verlauf und trägt dazu bei, den Unterschied zwischen den beiden Stufen zu verwischen (vgl. oben, § 37, Anm. 1).Google Scholar
K. Koranyi, a. a. O. (vgl. oben, S. 7, Anm. 7) und Zur Geschichte des Seelteils im Slawischen Recht (Przewodnik Historyczno Prawny, IV, S. 87 f.); Heinrich Felix Schmid, Z. Sav. St., Germ. Abt., 51, S. 780 ff.; F. von Bossowski, Das Vermächtnis im russischen und ostpolnischen Recht, Zeitschrift für Ostrecht, VI, 1932, S. 690 ff. — Eine umfassende Darstellung der Geschichte des Seelteils in den slawischen Rechten fehlt.Google Scholar
Eine Intestatquote für die Seele begegnet bekanntlich besonders in Fällen, in denen es sich um den Nachlaß von Fremden handelt, bei denen ein Erbe fehlt, aber auch in anderen Fällen des Todes ohne Testament. Wegen der Intestatportion konkurrierte die Kirche zuweilen mit Königen oder Grundherren. Ihr Betrag war der testamentarischen Quote nachgebildet, häufig belief sie sich auf ein Drittel, z. B. in der Bretagne (s. unten, S. 262), in Sizilien (unten, S. 272), auch in vielen Stadt-rechten Österreichs, Böhmens, Mährens, Ungarns und Süddeutschlands (Gál, S. 230 ff.). — Ein Vorläufer begegnete im späten byzantinischen Recht (oben, § 20, I). — Weniger häufig ist diese Intestat-Seelquote dem Augustinischen Sohnesanteil nachgebildet, z. B. in den süddeutschen Spiegeln (Brunner, S. 121, Anm. 2 = Abh., II, S. 294; Gál, S. 227; Schnitze, S. 63). — In der Realität des Lebens wird der Unterschied zwischen der auf Rechtssatz beruhenden Intestatquote und der im Testament angeordneten Quote dadurch vermindert, daß die Gabe für die Seele im letzten Willen nach mittelalterlichem Denken nicht dem freien Willen des Testators überlassen war. Die alte Auffassung der Kirchenväter von der „Freiwilligkeit“ der Gabe und vom „Fröhlichen Geber“ (s. oben, § 10 bei Anm. 8–10 und § 18, I bei Anm. 23) war längst aufgegeben worden. Der Kirche im Testamente zu gedenken war religiöse Pflicht, und die Kirche hielt darauf, daß sie beachtet wurde.Google Scholar
Es handelte sich darum „à revendiquer pour l’autorité monarchique une indépendance totale à l’égard de l’autorité spirituelle... Le mouvement d’idées, né de l’opposition antigrégorienne, a eu une indiscutable influence et contribué largement à créer une atmosphère nouvelle“ (Augustin Fliche, La réforme Grégorienne, III, L’opposition antigrégorienne, Louvain, 1937, S. 322 f.).Google Scholar
Fournier-Le Bras, II, S. 399. — Von der Habsucht der Geistlichen sprechen sogar Synoden, z.B. die Synode von Paris von 1212 oder 1213, 1. Teil, c. 11 (Hefele, Histoire des Conciles, übersetzt von Delarc, VIII, S. 105, siehe Henry Auffroy, Évolution du testament en France des origines au XIIIe siècle, Paris, 1899, S. 382, Anm. 2). Das Konzil bestimmte, daß die Laien in ihren Testamenten keine zu große Zahl von Seelenmessen und entsprechend hohe Zuwendungen anzuordnen brauchten. Den Priestern wurde verboten, dies zu fordern. „Les sacraments et les sacramentaux ne doivent pas être vendus.“ — Streitigkeiten um Legate waren häufig, zwischen Klerikern untereinander wie zwischen Geistlichen und Klöstern, z. B. in der Schweiz (Henrici, S. 29, 53, Anm. 104, 105) und in England (Haensel, Deutsche Zeitschrift für Kirchenrecht, 20, 1911, S. 191 f.).Google Scholar
Ausdruck Werminghoffs, Kirchenverfassung Deutschlands im Mittelalter, I, 1905, S. 286, der aber auf den Seelteil in diesem Zusammenhange nicht eingeht.Google Scholar
Vgl. den Text der „Verteidigungsschrift“ Nr. 16, 17, 18, abgedruckt bei Ho-meyer, Johannes Kienkok wider den Sachsenspiegel, Berliner Akademie-Abhandlungen 1855 (1856), S. 419, vgl. hierzu, ebenda, S. 387, 389, 415. — Weitere Literatur über Kienkok siehe bei von Schwerin-Thieme, Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte, 4. Aufl., 1950, S. 139, Anm. 12.Google Scholar
„Verteidigungsschrift“, Art. 11, 12 (Homeyer, S. 418 f., vgl. ebenda, S. 386, 415).Google Scholar
Homeyer, S. 389, 418 f.Google Scholar
Text der Bulle, Nr. 2–4 und Nr. 13 und 14 (bei Homeyer, S. 424, 426, vgl. S. 399 f., 415). — (Vgl. Hans Thieme, Eike von Repgow, in „Die großen Deutschen“, Deutsche Biographie, Berlin, 1956, S. 199.)Google Scholar
Werminghoff, S. 264, Anm. 2, 281; Henrici, S. 53, Anm. 104.Google Scholar
Zum Beispiel in Lübeck (1220–1226), Werminghoff, S. 281.Google Scholar
Zum Beispiel in Eßlingen, 1327, in Heilbronn, 1378, in Österreichischen Stadtrechten im letzten Drittel des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Karl IV. ordnete 1376 für Frankfurt am Main an, daß die Geistlichkeit alle Grundstücke und Gülten, die sie auf Grund von Seelgeräten erworben hatte, binnen Jahresfrist an weltliche Personen veräußern müsse, widrigenfalls der Rat befugt sei, sie ohne weiteres zu veräußern (Werminghoff, S. 281 f.).Google Scholar
Werminghoff, a.a.O.; Heinrich von Srbik, Die Beziehungen von Staat und Kirche in Österreich während des Mittelalters, Innsbruck, 1904, S. 189.Google Scholar
Werminghoff, S.281.Google Scholar
So in c. 4, X. de immunitate ecclesiarum 3, 49 (Condi. Lateran. III. vom Jahre 1179, c. 19: „tot onera frequenter imponunt ecclesiis..., ut deterioris con-ditionis factum sub eis sacerdotium videatur, quam sub Pharaone fuerit, qui legis divinae notitiam non habebat“) ; ferner c. 7, X. de immunitate ecclesiarum 3, 49 (Concil. Lateran. IV. vom Jahre 1215, c. 46) (E. Friedberg, Lehrbuch des Kirchenrechts, 5. Aufl., S. 521 f., Werminghoff, S. 279, Anm. 1).Google Scholar
In dem bei Dom Gui Alexis Lobineau, Histoire de Bretagne, II, Paris, 1707, S. 375, abgedruckten Briefe heißt es: „Comes Britanniae... revocabit in irritum banna quae fecit contra libertates et antiquas Ecclesie Nannetensis consuetudines, de lignis non vendendis nisi de foreste sua, de pane non faciendo nisi de farina sua, de sale non vendendo nisi de suo“.Google Scholar
Vgl. oben, Anm. 3.Google Scholar
Siehe den Brief Gregors IX. (nach Lobineau 1230, nach Dom Morice 1238) bei Lobineau, Histoire de Bretagne, II, S. 381 f., und bei Dom Hyacinthe Morice, Mémoires pour servir de preuves à l’histoire ecclésiastique et civile de Bretagne, I, Paris, 1742, S. 909. — In Gregors Brief wird die Quote als „tercia judicii mor-tuorum“ bezeichnet. — Die Kämpfe um die Tercia gingen aber weiter. Mauclercs Sohn Jean de la Roux erkannte — unter dem Druck einer Kommunikationssentenz — eidlich an, daß die „tertia pars iuris defunctorum secundum terrae consuetu-dinem approbatem libere et integre persolventur ecclesiis“ (Konkordat von 1256, Dom Morice, I, S. 963). — Aber in einem Konkordat von 1308 sah sich Clemens V. gezwungen, in eine Herabsetzung des Drittels auf ein Neuntel (Neufme) einzuwilligen (abgedruckt bei Dom Morice, I, S. 1216; vgl. Brunner, Z. Sav. St., Germ. Abt., 19, S. 122 f. = Abhandlungen, II, S. 294 f.; Haensel, Deutsche Zeitschrift für Kirchenrecht, 20, S. 33, Anm. 2; Schnitze, S. 65). — Später wurde das Neuntel lokal noch weiter herabgesetzt, z. B. in Quimperlé auf 1/27. In manchen Orten verschwand es vollständig (André Perraud, Étude sur le testament d’après la coutume de Bretagne, Thèse, Rennes 1921, S. 56, Anm. 1).Google Scholar
Zum Beispiel in Augsburg, wo 1291 Bestimmungen über die Besteuerung der Käufe und Verkäufe der Angestellten der Geistlichkeit erlassen wurden (Werming-hoff, S. 280), war wenige Jahre vorher (1276) der Seelteil auf einen Kinderteil festgesetzt worden. In Regensburg, wo Streitigkeiten über finanzielle Fragen zwischen Stadt und Klerus schwebten (Werminghoff, a. a. O.), setzte das Ratsstatut (von 1410) den Seelteil auf ein Neuntel herab (s. oben, § 34, VI). — Über ähnliche Vorgänge in Österreich siehe von Srbik, a. a. O., S. 172 ff. — Über Richmond in Yorkshire (1245) s. oben, § 35, VI.Google Scholar
H. E. Feine, Kirchliche Rechtsgeschichte, 2. Aufl., S. 348. — Diese Entwicklung wird z.B. für die Stadt Glatz in Schlesien dargetan von Fritz Schubert, Das älteste Glatzer Stadtbuch, Z. Sav. St., Germ. Abt., 14, 1925, S. 297 ff.Google Scholar
Siegfried Reiche, Das deutsche Spital und sein Recht im Mittelalter, Kirchenrechtliche Abhandlungen, hersg. von Stutz und Heckel, 111 und 112, 1932, I, S. 196 ff.Google Scholar
Siehe u. a. Huizinga, Der Herbst des Mittelalters, S. 26, 46, 67 ff., 82, 193 ff., 211, 216; Werminghoff, S. 277; Henrich S.27f.; Perraud, a.a.O., S. 51 ff. — Für wie selbstverständlich die Fürsorge für das Seelenheil angesehen wurde, wird durch die Tatsache bewiesen, daß sie selbst bei weltlichen Geschäften auftritt, bei denen man es am wenigsten erwarten sollte. So werden z.B. in dem Rechnungsbuch des Lübecker Kommissionärs Johann Wittenberg aus dem 14. Jahrhundert vom Erlös einer Verkaufskommission die Auslagen für das Jahresgedächtnis der Eltern des Kommittenten abgesetzt (Otto Prausnitz, Die Geschichte der Forderungsverrechnung [Aufrechnung, Kontokorrent, Skontration], Arbeiten zum Handels-, Gewerbe-und Landwirtschaftsrecht, Nr. 49, hersg. von Ernst Heymann, Marburg, 1928, S. 65, 117, 125).Google Scholar
Vgl. z. B. die Glosse zum Sachsenspiegel, I, 23 und dazu Henrici, S. 28, 52, Anm. 101. — Diese Auffassung begegnet nicht bloß im Mittelalter. Auch bei Griechen und Römern war das Testament von Haus aus ein religiöses Geschäft und behielt noch lange Züge, die aus dieser Auffassung entsprangen (Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 157 ff., 173 ff., 190 ff., 271 ff.). Gleiches gilt auch von Chinesen und Indern (Bruck, Über römisches Recht im Rahmen der Kulturgeschichte, 1954, S. 33 f., Anm. 33 und 34).Google Scholar
Vgl. oben, S. 154.Google Scholar
S. sein Testament und dazu Pollock und Maitland, II, S. 334.Google Scholar
So im Sachsenspiegel, Landrecht, I, 52, 2 (oben bei Anm. 5) und anderen deutschen Rechten (Gál, Z. Sav. St., Germ. Abt., 29, S. 232 ff.). — In einem Rats-beschluß von Basel (1401), heißt es: „...so mag ein yeklich persone durch siner seien heil willen ein bescheiden selgerete in sinem totbette besetzen, machen und ordenen“ (abgedruckt bei Henrici, S. 27 und S. 51, Anm. 91).Google Scholar
Siehe u. a. Werminghoff, S. 139, 148, 271 f., 282; Brooke, The English Church and the Papacy, S. 228; Pollock und Maitland, II, S. 348 ff.Google Scholar
de Laplanche, S. 144 f., vgl. unten, § 40, IV.Google Scholar
Werminghoff, S. 282; Henrici, S. 23, 50, Anm. 76 und 77. Google Scholar
Siehe die Aufzählung bei Schnitze, S. 93 ff. 1 Siehe oben, S. VI f. und § 37, Anm. 1.Google Scholar
Oben, § 38, I.Google Scholar
Oben, §§ 36, II und 37, I.Google Scholar
Brooke, England and the Papacy, S. 244.Google Scholar
Brooke, S. 95, 106 ff.Google Scholar
Oben, § 38, III.Google Scholar
Schnitze, Augustin, S. 145 und Atti, S. 212.Google Scholar
In Süddeutschland im Schwabenspiegel, im Deutschen Spiegel und dem verwandten Stadtrecht von Augsburg (Gál, S. 227 ff., 230; Schultze, Augustin, S. 65, 136 f.).Google Scholar
Siehe die in § 37, Anm. 1 zitierten Autoren, vor allem Schultze. Google Scholar
S. oben, S. VII, Anm. 7.Google Scholar
In der Bretagne, Normandie, Anjou, Maine, Touraine, Poitou, auch in Sois-sons und der Champagne, und wahrscheinlich auch in Flandern (Warnkönig und Stein, Französische Staats- und Rechtsgeschichte, 2. Aufl., 1875, II, S. 490; de Laplanche, S. 115 ff., 161 ff.; Schultze, S. 104). Vgl. oben, § 36, II.Google Scholar
Vorwiegend im Bassin von Paris (Warnkönig und Stein, II, § 489, Anm. 1 ; Kohler, Berliner Festgabe für Dernburg, 1900, S. 245 ff.; de Laplanche, S. 161, Anm. 2; Schultze, S. 104). Vgl. unten bei Anm. 22–24.Google Scholar
Vgl. oben, § 36, III.Google Scholar
Was die Zeit des Aufkommens der quotité disponible in Nord- und Westfrankreich anlangt, so wird sie von de Laplanche (S. 152), der das urkundliche Material gesammelt hat, in die Jahre 1175 bis 1250 gesetzt. Er beginnt mit einer Urkunde aus dem Jahre 1175, dem Legat eines Vikars in Paris, der ein Fünftel eines Hauses dem Kapitel von Notre Dame de Paris hinterließ (Cartulaire de Notre Dame de Paris, IV, S. 161, Nr. 273; de Laplanche, S. 119) — im Bassin de Paris belief sich das disponible auf ein Fünftel (oben, Anm. 12). Der nächste Fall betrifft ein Drittel von Land (tertiam partem totius tenementi met), das ein normannischer Edelmann, de Vado, im Jahre 1190 einem Kloster hinterließ (Chartes de l’abbaye de Jumièges, II, S. 106 f., Nr. 159; de Laplanche, S. 135 f.). — Wenige Jahre später folgte die Bestimmung des Très ancien coutumier de Normandie (gemäß Paul Viollet, Les coutumiers de Normandie, Histoire littéraire de la France, XXXIII, Paris, 1906, S. 49: „redigé ou retouché 1203–1204“), Kap. 57, § 4: „Quis-quis homo potest dare de terra sua in elemosinam usque ad terciam partem sue hereditatis.“ — In Anjou ist die Tercia (Terce) von Land zum ersten Male im Jahre 1230 in einem Schiedsspruch nachweisbar, der ein Landgut und Lehen betrifft, das Geoffroy de Ramefort, unter Übergehung seiner Tochter, dem Hospital Saint Jean in Angers in elemosynam hinterläßt (de Laplanche, S. 138–140). Die Entscheidung erwähnt ausdrücklich ein Gewohnheitsrecht, nach dem Geoffroy berechtigt war, dem Hospital bis zu einem Drittel (usque ad terciam) seines Landes zu hinterlassen. — Ein Vorläufer begegnet in Anjou in den Jahren 1050–1055, in einem Schiedsspruch des Grafen von Anjou, der die Quote auf die Hälfte festsetzt (Cartularium monasterii Beatae Mariae Caritatis Andegavensis, Archives d’Anjou, III, 1854, S. 154, Nr. 240, zitiert bei de Laplanche, S. 86, Anm. 2; dazu Schultze, S. 107 f.). Dieser Fall betraf allerdings eine Witwe mit zwei Töchtern, die deshalb über eine Hälfte verfügen durfte. — Die festen Quoten an Land begannen danach wahrscheinlich vor 1175 aufzutreten, was zu der allgemeinen Lage passen würde.Google Scholar
Oben, § 36, II.Google Scholar
Brunner, Beiträge zur Geschichte des germanischen Wartrechts, Festgabe für Dernburg, S. 60 = Abhandlungen, II, S. 240; vgl. Schnitze, S. 106 f. (mit Bezug auf normannisches Recht). — Die Theorie Brunners (oben, S. VI), daß das Drittel auf die germanische Grabbeigabe zurückging, ist in unserem Zusammenhang ohne Belang. Hier handelt es sich nur um die Brücken zwischen dem fränkischen Drittel und dem Drittel in den Coutumes. Google Scholar
16a H. Mitteis, Z. Sav. St., germ. Abt., 63, S. 137 ff., und Berl. Ak. Abh., 1947, S. 14, hat überdies auf den starken fränkischen Einschlag der nordfranzösischen Contumes hingewiesen.Google Scholar
Vgl. oben, § 36, III. — Gemäß der Très ancienne coutume de Bretagne (éd. Planiol), Kap. 42, 207 (Anfang des 14. Jahrhunderts), gilt das Drittel „par coutume“ für bourgeois et gens de basse condition. Dabei handelt es sich allerdings um Intestatnachlässe, die den Adel nicht betrafen (vgl. Brunner, Z. Sav. St., 19, S. 111 = Abh., II, S. 282). — Über das Drittel in den Stadtrechten des normannischen Sizilien sowie in den Assizes des Bourgeois, I, S. 49, von Antiochia, siehe unten bei Anm. 33.Google Scholar
De Laplancbe, S. 117 f., 147 f. — Es liegt in der Natur der Sache, und es wird durch die vergleichende Rechtsgeschichte bestätigt, daß im Verlauf der Rechtsgeschichte die Verfügung über selbsterworbenes Gut, der Verfügung über ererbte Güter vorausgeht und das häufigere Geschäft bleibt; Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 75–110; Walther Schönfeld, Das Rechtsbewußtsein der Langobarden auf Grund ihres Edikts, Festschrift für Alfred Schultze, 1934, S. 368 f.Google Scholar
Oben, Anm. 14.Google Scholar
Apparatus in quinque libros decretalium ad, c. 42 X. 5, 3. Nach Rietschel (Z. Sav. St., germ. Abt., 32, 1911, S. 308, Anm. 2 und 3) bedeutet „Britannia“ im Kurialstil des 13. Jahrhunderts, insbesondere im Stile Innocenz’ IV. nicht, wie manchmal angenommen worden ist (z. B. von Pollock und Maitland, II, 2. Aufl., S. 359, und Brunner, Z. Sav. St., 19, S. 108 = Abh., II, S. 280) England, das „Anglia“ genannt wird, sondern die französische Bretagne. — Auch in weltlichen Urkunden, z.B. in einem Vergleich zwischen zwei Edelleuten der Bretagne von 1204, heißt es von einem Lehen in England: „Totum feodum de Anglia“ (bei Dom Morice, Mémoires pour servir de preuves à l’histoire ecclésiastique et civile de la Bretagne, I, col. 798).Google Scholar
Oben, §39, Anm. 18, 19.Google Scholar
Oben, Anm. 12.Google Scholar
Dagegen Schultze, S. 104, wegen der „vollkommenen Eingeschlossenheit seines Geltungsgebietes“ im Bassin der Paris. Begegnen Entlehnungen aber nur in unmittelbar benachbarten Ländern?Google Scholar
von Schubert, S. 707. — Zu Beginn des 13. Jahrhunderts bestanden wieder Beziehungen zwischen dem Bassin de Paris und dem früheren Septimanien — aber diesmal in umgekehrter Richtung. Im Jahre 1212 bestimmte Simon de Montfort, einer der Führer des Kreuzzugs gegen die Albigenser, in den Gesetzen, die er für die Bevölkerung von Alby, Béziers, Carcassonne, Riez und andere Ortschaften erließ, daß ein Fünftel des Nachlasses als quotité disponible hinterlassen werden dürfe, „gemäß der coutume und dem Brauch Frankreichs in der Umgebung von Paris“ („usque ad quintam partem, ad consuetudinem et usum Franciae, circa Pa-risios“, de Laplanche, S. 121, Anm. 4).Google Scholar
Siehe unten, Anm. 47.Google Scholar
Oben, § 36, III.Google Scholar
Cartulaire de l’abbaye de la Sainte Trinité du Mont de Rouen, ed. A. Deville, Collection des cartulaires de France, III, Paris, 1840, S. 403–487. — Über die Zuwendungen von Fürsten und Edelleuten an Klöster s. Heinrich Böhmer, Kirche und Staat in England und der Normandie im 11. und 12. Jahrhundert, Leipzig, 1899, S. 6 f.Google Scholar
Ch. H. Haskins, Norman Institutions, Cambridge, Mass., 1918, S. 14. Immer wieder betont er die „paucity“ der frühen normannischen Quellen (S. 40, 58, 85, 110, 135).Google Scholar
Zum Beispiel Gregor von Tours, Historia Francorum, III, 18, am Ende. — Vgl. Henrici, S. 13; von Schubert, S. 155; Jacques Flach, Les origines de l’ancienne France, Paris, 1917, IV, S. 195, Anm. 2, vgl. S. 192, Anm. 1, S. 202, Anm. 4.Google Scholar
Karl von Amira, Die Anfänge des normannischen Rechts, Historische Zeitschrift, 39 (1878), S. 268; Brunner, Entstehung der Schwurgerichte, 1872, S. 138 f., und Grundlagen der französischen, normannischen und englischen Rechtsentwicklung, Holtzendorffs Enzyklopädie, 5. Aufl., 1890, S. 324; Heinrich Böhmer, a. a. O., S.5.Google Scholar
Siehe darüber oben, § 36, Anm. 12–14, wie über andere irische Überbleibsel in der Normandie. — Es sei daran erinnert, daß der anonyme Verfasser eines berühmten Manuskripts, der „York Tractates“, kürzlich als ein normannischer Kleriker bezeichnet worden ist. Unter den „clues“ für diese Annahme weist das gelehrte Buch von George H.Williams, The Norman Anonymus of 1100 A.D. (Harvard Theological Studies, XVIII, Cambridge, Mass., 1951, S. 47 ff.) gerade auf die Tatsache hin, daß der Anonymus Stellen aus der Hibernensis verwertet, und „in examining the history of the transmission of the Hibernensis we may conclude that Normandy was a much more likely place for a writer of the early XIIth century Google Scholar
to make use of surviving Irish materials than England, even York“ (S. 49) (von mir gesperrt).Google Scholar
von Brünneck, Siziliens mittelalterliche Stadtrechte, 1881, S. 6 f.; Brunner, 2. Sav. St., germ. Abt., 19, S. 111 = Abh., II, S. 282; Ficker, III, S. 388 ff.; Schultze, S. 208, Anm. 937.Google Scholar
In den allerdings erst von Wilhelm II. (um 1170–1175) erlassenen Assise regum regni Sicilie (Codice Cassinese), c. 37, wird anstelle des bisherigen Intestat-regals bestimmt, daß die Kinder oder, bei Fehlen von Kindern, sonstige Verwandte erben sollten, aber daß tertia pars omnium rerum eius pro ipsius anima erogetur; ferner heißt es in der Instruktion an den Magister Dohane de Secretis (übernommen in die Constitutiones von Melfi, lib. I, lit. 61, § 2), daß die Güter der ohne Testament und ohne gesetzliche Erben Verstorbenen zugunsten des Fiskus versteigert werden sollten, aber daß tertia pars predii, pro qua vendita fuerit, pro mo-rientis anima pauperibus erogetur (Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 322 ff.).Google Scholar
Brunner, 2. Sav. St., germ. Abt., 19, S. 111 f. = Abh., II, S. 283 f. 2ustim-mend Viollet, a. a. O., S. 41, Schultze, S. 105 f.Google Scholar
Brandileone, II diritto Greco-Romano nell’Italia meridionale sotto la domina-zione Normanna, Archivio giuridico, XXXVI, 1886, S. 62 ff., 238 ff., und II diritto Byzantino e la storia del diritto Italiano, I, 1928, S. 337; Giannino Ferrari, I documenti greci medioaevali di diritto privato dell’Italia meridionale, 1910, S. 142; Bruck, Totenteil und Seelgerät, S. 322 ff.; Schultze, S. 122. — Auch zwischen der Kunst Süditaliens und von Byzanz bestanden 2usammenhänge (Ch. Diehl, L’art byzantin dans l’Italie méridionale, Paris, 1894, vgl. I. Strzygowski, Byzantinische Zeitschrift, V, 1896, S. 660; Orsi, ebenda, V S. 567).Google Scholar
Siehe oben, § 18, I und 20, I und II.Google Scholar
Lib. VII, Kap. 5, § 4 (Woodbine, S. 105). 89 Pollock und Maitland, II, S. 347 f.Google Scholar
Im wesentlichen übereinstimmend Magna Carta, c. 26, und Bracton, fol. 60 f. (Woodbine, II, S. 180). Bracton fügt aber hinzu, daß diese Bestimmung durch lokales Gewohnheitsrecht aufgehoben werden könne, z. B. in der Stadt London, wo im Falle der Frau eine certa dos zugesichert ist, sie nur diesen Betrag beanspruchen kann, obwohl weitere Zuwendungen an sie de gratia et voluntate viri sui zugelassen sind. Bracton lobt diesen Brauch mit der kuriosen Begründung, daß Frauen, die mit Sicherheit nur auf ihre dos rechnen können, durch die Aussicht auf weitere Zuwendungen zu gutem Betragen und zur Tugend angehalten werden (per hoc enim tollet maleficium animabit ad virtutem). Google Scholar
Nach lokalem Gewohnheitsrecht besaß die Kirche zuweilen ein gesetzliches Erbrecht hinsichtlich bestimmter Mobilien, das sog. mortuarium (Glanvill, VII, 5; Bracton, fol. 60). Es wurde erstattet aus dem Drittel, über das der Erblasser verfügen durfte: „quod de portione, quae defunctum contingit ecclesia ius percipiet consuetum“ (Concilium Lambethense von 1261. Vgl. Haensel, Die mittelalterlichen Erbschaftssteuern, Deutsche Zeitschrift für Kirchenrecht, XIX, S. 395, und Schnitze, S.87).Google Scholar
Pollock und Maitland, II, S. 322 f.Google Scholar
In XVI, 1, § 2, bezeichnet Glanvill die pars rationabilis als ein Drittel, allerdings nur mit Bezug auf die dos („appellatur rationabilis pars cuiuslibet mulieris tertia pars totius liberi tenementi viri sui“). — Vgl. Glanvill, VII, 1, § 4: „Licet autem ita generaliter cuilibet de terra sua rationabilem partem pro sua voluntate cuicumque voluerit libere in vita sua donare.“ Dies betraf Verfügungen über Land zu Lebzeiten des Erblassers, Vergabungen, die später ausgeschlossen waren, als das Erstgeburtsrecht eingeführt wurde, aber zulässig blieben, wenn es sich um städtische Grundstücke (burgagia) handelte.Google Scholar
Glanvill, VII, 7: „Rex vicecomiti salutem. Praecipio tibi quod iuste et sine delatione facias stare rationabilem divisam. N. sicut rationabiliter monstrari poterit quod earn fecerit et quod ipsa stare debeat. Teste...“ etc.Google Scholar
Glanvill, XII, 17: „Rex vicecomiti salutem. Praecipio tibi quod iuste et sine dilatione facias tenere rationabilem divisam R. quam fecit fratribus hospitalis de Jerusalem de catallis suis sicut rationabiliter monstrari poterit quod earn fecit et teneri debeat. Teste...“ etc. Über Erwähnungen des writ in den Registern s. Mait-land, The History of the Register of Original Writs, Harvard Law Review, III, 1890, S. 161, 167–169. Verschiedene Register erwähnen ihn nicht (Elsa de Haas, An Early XIIIth-Century Register of Writs, University of Toronto Law Journal, VII, 1947, S. 196 ff.).Google Scholar
Pollock und Maitland, II, S. 352.Google Scholar
Brunner (2. Sav. St., germ. Abt., 19, S. 110 f. = Abt. II, S. 281 ff.) vertrat die Ansicht, daß die Normannen die Drittelteilung zur Zeit der Eroberung nach England brachten. — Pollock und Maitland (II, 2. Aufl., S. 347 ff., 627 f.) widersprach, da der Beweis fehle, daß die Dreiteilung in der Normandie vor der Eroberung existierte. — Holdsworth (II, 3. Aufl., S. 146, III, 530 f.) verwarf ebenfalls die Theorie vom normannischen Import und erwog, ob eine Verbindung mit dem von Beda berichteten Fall in Northumberland bestand (oben, § 31). Er hielt es für erwiesen, daß der writ entstand, ehe die kirchliche Gerichtsbarkeit in Testamentsachen konsolidiert war, „when the King could still grant an action on the basis of a legacy.“ — Alfred Schultze (Augustin, S. 95 f.) hielt es im Hinblick auf das Edikt von Chester (s. den folgenden Text unter a) für möglich, daß die Drittelteilung „von den Eroberern bereits im angelsächsischen Recht, entweder allgemein oder im partikulären Gewohnheitsrecht, etwa der nördlichen Grafschaften, vorgefunden war und von ihnen nur in ihrer Anwendung verstärkt und rechtlich fester durchgebildet worden ist.“ — Koranyi (a. a. O., S. 197 f.) glaubte, daß die Drittelquote auf Erzbischof Theodor zurückging (dagegen oben, § 33, IV, bei Anmerkung 46–53).Google Scholar
Dugdale, Monasticon Anglicanum, II, 1846, S. 386; Pollock und Maitlandy II2, S. 324, Anm. 4; Liebermann, Gesetze der Angelsachsen, II, 2, Glossar zu „Seelschatz“, Nr. Ia (S. 647); Schnitze, S. 94 ff.Google Scholar
„Substantia“ bezeichnet nur bewegliche Sachen (Liebermann, II, 2, Nr. 4, S. 647). Im Hinblick auf Land wird bestimmt, daß nicht mehr als „centum solidate terrae“ der Abtei übertragen werden durften (Schuitze, S. 95).Google Scholar
Siehe oben bei Anm. 37.Google Scholar
von Schubert, I, S. 267; vgl. oben, § 33, Anm. 24.Google Scholar
Oben, § 31, vgl. § 33, Anm. 24. — Über eine „pars“ in Burton, Staffordshire (früher zu Mercia gehörig), ferner über eine Ausnahme zugunsten von Chester, s. unten, Anm. 71.Google Scholar
Pollock und Maitland, II, S. 349; Holdsworth, III, S. 552. — Über den Unterschied zwischen den beiden englischen Kirchenprovinzen im allgemeinen s. Brooke, S. 17.Google Scholar
Haskins, Norman Institutions, S. 23. Ebenso Maitland, Art. English Law, Encyclopedia Britannica, VIII, S. 564.Google Scholar
Vgl. Plucknett, Concise History of Common Law, 2. Aufl., 1936, S. 15: „The period of Anglo-Saxon law extended later than the Norman conquest, and at least as late as the year 1100 or thereabouts... In the reign of Henry I the law was substantially Anglo-Saxon and administered by the sheriffs locally according to ancient custom (which was certainly not the same all over country). As yet there was little that could be called ‚common law‘.“Google Scholar
Gallia Christiana, XI, Nr. 65 ff. (das Gesetz wird in anderem Zusammenhange erwähnt bei Brunner, die Entstehung der Schwurgerichte, S. 131, Anm. 3).Google Scholar
Nur eine beschränkte Zahl von Testamenten ist aus dieser Zeit erhalten (Pollock und Maitland, II2, S. 337 ff.).Google Scholar
„Et si quis baronum vel hominum meorum infirmabitur, sicut ipse dabit vel dare disponet pecuniam suam, ita datum esse concedo.“ Vgl. Stubbs, Select Charters, S. 96, und Constitutional History of England, I, 5. Aufl., S. 331; Pollock und Maitland, II, S. 332 f., 356; W. S. McKechnie, Magna Carta, S. 324, Anm. 3.Google Scholar
„Quodsi ipse, preventus vel armis vel infirmitate, pecuniam suam non dederit nec dare disponerit, uxor sive liberi aut parentes aut legitimi homines eius earn pro anima eius dividant, sicut eis melius visum fuerit.“ Vgl. die Zitate in der vorausgehenden Anmerkung, und bei Pollock und Maitland, II, 2. Aufl., S. 356.Google Scholar
„Si vero morte preoccupatus fuerit, pro salute eius ecclesia consilio eadem fiat distribution Vgl. Stubbs, Constitutional History, I, S. 348.Google Scholar
Brooke, S. 175 ff.Google Scholar
Siehe oben, bei Anm. 28.Google Scholar
Oben, § 39.Google Scholar
Plucknett, S. 16 und passim.Google Scholar
Über das Auftreten der elemosyna rationabilis in Frankreich, dieses „droit intermédiaire“, „système transitoire“, siehe de Laplanche, S. 162 ff., und dazu Schnitze, S. 101, 103 ff., und Mitteis, 2. Sav. St., germ. Abt., 49, S. 656 f.Google Scholar
Cartulaires de la Manche, Cartulaire de la Lucerne, S. 3, Nr. 5 (1158–1162): „Henricus rex Anglorum, dux Normannorum et Aquitanorum, comes Andegavorum... sciatis me concessisse et confirmasse in perpetuam elemosynam Deo et ecclesie sancte Trinitatis de Lucerna et regularibus canonicis ibidem Deo servien-tibus, quidquid eis rationabiliter datum est scilicet ex dono Harnulphi de Suligneio, qui prefatam ecclesiam fundavit, quidquid in villa de Lucerna dictus Harnulphus possidebat...“ Ebenda, S. 38, Nr. 31 (1195): „Henricus Dei gracia rex Anglie, dux Normannie... sciatis nos concessisse et praesenti carta nostra confirmasse abbatis sancte Trinitatis de Lucerne... omnes rationabiles donationes quos Willelmus de Sancto Johanne et Hasculphus de Soligneio eis dederunt... et omnes alias rationabiles donationes eis factas, a quocumque eis facte sunt, sicut eis rationabiliter facte sunt.“ (Zitiert bei de Laplanche, S. 164, Anm. 2.)Google Scholar
Über Heinrichs II. Reformen — allerdings ohne die pars rationabilis zu erwähnen — siehe Pollock und Maitland, I2, S. 136.Google Scholar
Brooke, S. 198.Google Scholar
Siehe oben, § 39, Anm. 5. — Die Konstitutionen von Clarendon (1164), die während des Kampfes mit Erzbischof Thomas Becket erlassen wurden, erwähnen den writ de rationabili parte nicht; sie betreffen in erster Linie den Streit zwischen päpstlicher und königlicher Autorität, u. a. die Definition der Grenzen zwischen weltlicher und kirchlicher Gerichtsbarkeit (Holdsworth, I, 3. Aufl., S. 627; Brooke, S. 201–203. Vgl. Stubbs, Constitutional History, I, 6. Aufl., 1897, S. 502). — In diesem Zusammenhang werden jedoch auch Fragen behandelt, die mit dem Eigentumsrecht zusammenhängen. So wird (in Klausel I) bestimmt, daß „disputes as to advowson and presentationes (always classed as property in England) were to be dealt with in the King’s court“ (Brooke, S. 204). Der writ de rationabili parte liegt in derselben Richtung wie die Zuweisung der Streitigkeiten über Eigentum an die weltlichen Gerichte. Indem Heinrich II. in einem writ Frau und Kindern ein Erbrecht gewährte, schränkte er das testamentarische Erbrecht der Kirche ein. Damit nahm er einen wichtigen Teil des Erbrechts für die weltliche Gewalt und ihre Gerichtsbarkeit in Anspruch.Google Scholar
Dugdale, Monasticon Anglicanum, IV, 147, und dazu Pollock und Maitland, II, S. 327, Anm. 2. — Das Erstgeburtsrecht, das Vermächtnisse von Land allgemein ausschloß, existierte in Glanvills Zeit noch nicht.Google Scholar
Vgl. Pollock und Maitlandy II2, S. 348 f.: „We have every reason to believe that the general law of the thirteenth century sanctioned some such scheme as that which obtained in the province of York until the year 1692 and which obtains in Scotland at this present day.“ — Siehe über das Drittel in Northumbria oben, § 31, in Wessex, § 33, II, Mercia, § 33, Anm. 24 und § 40 bei Anm. 51–53 und in Schottland, § 32. — In diesem Zusammenhange kommen auch die aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammenden Urkunden von Bur ton Abbey, Staffordshire, in Betracht, das zu Mercia gehörte (J. Horace Round, The Burton Abbey Surveys, English Historical Review, XX, 1905, S. 274 ff.). Dort übertrugen die Äbte Land mit der Bestimmung, daß nach dem Tode der Pächter ihre Leichname nach Burton gebracht werden sollten, zusammen mit einem Teile ihres beweglichen Vermögens (pars sua de pecunia sua), der allerdings nicht zahlenmäßig bezeichnet ist. McKechnie, Magna Charta, a Commentary on the Great Charter of King John, 2. Aufl., Glasgow, 1914, S. 325, nimmt an, daß er ein Drittel betrug. Vgl. auch F. Cramer, Magna Charta, Phil. Diss., Zürich, 1937, S. 139. — Für die Verbreitung des Drittels im nördlichen England ist bezeichnend, daß es selbst später, als seine rechtliche Grundlage bestritten wurde, gerade vom Bischof von Durham (im Jahre 1313) genannt wurde: „the custom of the realm of England“ und „the custom of the English Church“ (Pollock und Maitland, II, S. 354). Ebenso heißt es in einem Testament aus York aus dem 14. Jahrhundert von den Quoten von Frau und Kindern: „prout legem et consuetudinem regni Angliae“ (Test. Ebor., I, 357; Holdsworth, III, S. 552, Anm. 1). — Als das Statut von 1692 die Einwohner der Provinz York ermächtigte, über ihr gesamtes Vermögen durch Testament zu verfügen, entgegen dem bisherigen Brauch, wurde eine Ausnahme gerade für die Städte York und Chester gemacht (Richard Burn, Ecclesiastical Law, 9. Aufl., London, 1842, Bd. IV, S. 565).Google Scholar
Oben, § 31, III und IV. — Zu S. 200, Anm. 20, sei noch nachgetragen: Stenton, Anglo-Saxon, England, 2. Aufl., Oxford, 1950, S. 124 f.: „Many features of Irish Christianity, such as its asceticism and its insistence on penitential discipline, profoundly affected the later development of the English Church.“Google Scholar
Siehe oben, § 30.Google Scholar
Ludwig Curtius, Komposition, Die Antike, VIII, 1932, S. 305 f.Google Scholar
Bruck E.F. (1956) Ausblick: Aufleben und Verbreitung des Seelteils: Der Seelteil als allgemein europäische Institution. In: Kirchenväter und Soziales Erbrecht. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-87167-2_11