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Timestamp: 2019-09-18 18:16:08
Document Index: 130884008

Matched Legal Cases: ['Art. 27', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 27', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 27', 'EuG', 'BGH', 'Art. 27', 'EuG', 'Art. 6']

Das verfahrenseinleitende Schriftstück in Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ, Lugano-Übereinkommen und in Art. 6 Haager Unterhaltsübereinkommen 1973 | Duncker & Humblot
Das verfahrenseinleitende Schriftstück in Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ, Lugano-Übereinkommen und in Art. 6 Haager Unterhaltsübereinkommen 1973
Begriffsbestimmung auf der Grundlage einer rechtsvergleichenden Untersuchung zu Verfahrensänderungen und deren Mitteilung an den abwesenden Beklagten im Recht der Mitgliedstaaten
Schriften zum Prozessrecht (PR), Band 135
1998. 237 S.
ISBN 978-3-428-09244-4
ISBN 978-3-428-49244-2
Der Autor behandelt die praktisch wichtige Frage, was in internationalen Vollstreckungsübereinkommen bei Vollstreckbarerklärung von Versäumnisentscheidungen unter Zustellung des "verfahrenseinleitenden Schriftstücks" zu verstehen ist. Dabei wird untersucht, ob sich der Begriff des verfahrenseinleitenden Schriftstücks nur auf den formalen Verfahrensbeginn bezieht oder auch spätere Änderungen des Verfahrens umfassen kann. Methodisch geht der Verfasser so vor, daß er zunächst in den wichtigsten nationalen Rechten die Verfahrenseinleitung mit allen ihren Modalitäten behandelt (Änderungen, Säumnis des Beklagten, Anhangsverfahren, Adhäsionsverfahren), um dann nach einer gesamteuropäischen Lösung zu suchen.
Bei der Analyse war festzustellen, daß alle untersuchten Rechtsordnungen schon im verfahrenseinleitenden Schriftstück ausreichende Angaben zum Streitgegenstand des Prozesses verlangen. Für spätere Änderungen ist zur Gewährleistung rechtlichen Gehörs zumindest bei Anträgen, die die Identität des Verfahrens berühren, neue Zustellung wie zur Verfahrenseinleitung erforderlich, wobei die Abgrenzung zwischen Identitätsänderungen und einfachen Änderungen allerdings recht verschieden verläuft.
Im "europäischen" Teil der Arbeit zeigt sich anhand der Analyse der Rechtsprechung zu Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ zunächst, daß der formale Verfahrensbegriff, wie ihn der BGH bisher vertrat, als überholt gelten muß. Gegen ein solches Verständnis spricht vor allem der gemeineuropäische Gedanke, daß in der Säumnis des Beklagten lediglich ein Rechtsverzicht bezogen auf den jeweiligen Verfahrensstand liegt. Nach autonomer Auslegung liegt ein neu einzuleitendes Verfahren vor, wenn sich die Verfahrensidentität ändert, deren Bestimmung sich am vertragsautonomen Streitgegenstand orientiert: Gegenstand und Grundlage des Anspruchs als wesentliche Elemente des Rechtsstreits.
Inhaltsübersicht: Einführung und Gang der Darstellung - 1. Änderungen im laufenden Verfahren nach innerstaatlichem Recht: A. Verfahrenseinleitung im Zivilverfahren - B. Änderungen im Zivilverfahren - C. Verfahren ohne Beteiligung des Beklagten - D. Anhangsverfahren - E. Zivilansprüche im Strafverfahren - 2. Die Auslegung des Verfahrensbegriffs in Art. 27 Nr. 2 EuGVÜ, LugÜ und Art. 6 UVÜ 1973: A. Formaler Verfahrensbegriff?: Darstellung des Meinungsstandes - Vertragsautonome Auslegung oder Verweis auf nationales Recht? - Auslegung des Verfahrensbegriffs - B. Inhalt des Verfahrensbegriffs: Vorfrage: Beschränkung auf Adhäsionsverfahren? - Vertragsautonome Auslegung oder Verweis auf nationales Recht? - Europäischer Begriff der Verfahrensidentität - Zusammenfassung - Gesamtergebnis - Literaturverzeichnis - Sachwortregister
Mitgliedsstaaten Streitgegenstand Versäumnisverfahren Urteilsanerkennung Europarecht