Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=25.11.1999&Aktenzeichen=4%20CN%2012.98
Timestamp: 2019-02-23 18:09:05
Document Index: 331183354

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 215', '§ 47', '§ 34', '§ 10', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 215', '§ 47', '§ 215']

BVerwG, 25.11.1999 - 4 CN 12.98 - dejure.org
BauGB § 3 Abs. 2 Satz 4, § 215 a; VwGO § 47 Abs. 5 Satz 4
Bebauungsplan; Normenkontrolle; Prüfung von Anregungen; Satzungsbeschluß; Abwägungsfehler; Verfahrensfehler nach Landesrecht; Fehlerbehebung durch ergänzendes Verfahren; Feststellung der Nichtwirksamkeit des Plans.
Nichtigkeit einer Satzung - Mangel einer Satzung - Bebauungsplan - Verfahrensfehler nach Landesrecht - Ergänzendes Verfahren - Behebung des Mangels
Normenkontrolle: Behebung eines Satzungsmangels
Zuständigkeit des Gemeinderates im Bebauungsplanverfahren
Baurecht, Anwendung auf B-Plan-Satzungsfehler nach GO
OVG Niedersachsen, 22.04.1998 - 1 K 2132/96
OVG Niedersachsen, 22.10.1998 - 1 K 2132/96
BVerwGE 110, 118
NVwZ 2000, 676
DVBl 2000, 798
DÖV 2000, 469
BauR 2000, 845
ZfBR 2000, 197
Nach Lage des Einzelfalles können dazu auch die Beurteilung der Art und Weise von tatsächlichen Ermittlungen, aber auch die fallbezogene Bewertung der entsprechenden Ergebnisse gerechnet werden (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - BVerwGE 110, 118 ).
Der Verwaltungsgerichtshof sei mit dem Rechtssatz, maßgebend für die ausreichende Information des Gemeinderats sei § 34 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 2 GemO, vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - (BVerwGE 110, 118 = NVwZ 2000, 676) abgewichen.
Die Divergenzrüge scheitert überdies daran, dass sich das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 25. November 1999 (a.a.O.) nicht dazu geäußert hat, ob die vorgebrachten Anregungen dem Gemeinderat in vollem Wortlaut zur Kenntnis gebracht werden müssen oder ob eine zusammengefasste Darstellung unter Beschränkung auf die relevanten Punkte ausreicht.
Wenn aber sogar der Satzungsbeschluss nach § 10 Abs. 1 BauGB dem Gemeinderat nicht durch Bundesrecht zugewiesen ist (vgl. auch Urteil vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - ZfBR 2000, 197), so lässt sich dem Bundesrecht erst recht nicht die Zuständigkeit des Gemeinderats für die rückwirkende Inkraftsetzung nach § 215 a Abs. 2 BauGB entnehmen (für § 215 Abs. 3 BauGB 1987 noch offen gelassen im Beschluss vom 24. Mai 1989 - BVerwG 4 NB 10.89 - Buchholz 406.11 § 215 BauGB Nr. 1 = NVwZ 1990, 258).
Nach der Senatsrechtsprechung (Urteil vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - BVerwGE 110, 118 ) ist die nach § 3 Abs. 2 Satz 4 BauGB gebotene Prüfung der vorgebrachten Bedenken und Anregungen untrennbar mit dem Abwägungsgebot verbunden.
Eine Vorbereitung durch Gemeindeausschüsse hat der Senat (Urteil vom 25. November 1999 a.a.O.) ausdrücklich gebilligt.
Ermittlungsfehler und - je nach den Umständen des Einzelfalls - auch Gewichtungsfehler im Abwägungsvorgang liegen erst vor, wenn dem Rat abwägungserhebliche Inhalte vorenthalten worden sind, oder wenn der Rat die vorgebrachten Anregungen, soweit sie abwägungserheblich waren, aus sonstigen Gründen nicht in seine Abwägung eingestellt hat (Urteil vom 25. November 1999 a.a.O.).
Dass das Ergebnis dieser Prüfung durch einen vor oder neben dem Satzungsbeschluss (§ 10 Abs. 1 BauGB) ergehenden Beschluss festzustellen wäre, ergibt sich aus Bundesrecht nicht (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - 4 CN 12/98 -, BVerwGE 110, 118).
Bundesrecht schließt zwar nicht aus, dass Landesrecht dies bestimmt (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - a.a.O. -).
Ihre abschließende Prüfung ist somit Bestandteil des Abwägungsvorgangs und geht in das Abwägungsergebnis ein: Die abschließende Entscheidung über Anregungen ist daher dem Satzungsbeschluss vorbehalten (§§ 10 Abs. 1, 214 Abs. 3 Satz 1 BauGB; BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - a.a.O. -).
Bebauungsplan; Normenkontrolle; Prüfung von Anregungen; Mitteilung des …
§ 3 Abs. 2 Satz 4 BauGB verlangt nicht, dass das Ergebnis der Prüfung der fristgemäß eingegangenen Anregungen zum Entwurf eines Bebauungsplans den Einwendern vor dem Satzungsbeschluss mitgeteilt wird (Ergänzung zu BVerwGE 110, 118 ).
Das bedeutet aber nicht, dass es eines eigenständigen vorherigen Beschlusses über die Anregungen bedarf (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - BVerwGE 110, 118 ).
Das dort geregelte "ergänzende Verfahren", das der Gemeinde auch eine Behebung von Mängeln auf landesrechtlicher Grundlage ermöglicht,(vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - 4 CN 12.98 -, BRS 62 Nr. 45) ist kein rechtlich eigenständiges Verfahren, sondern lediglich die Fortsetzung eines von der planenden Gemeinde wegen eines wirksamkeitsrelevanten Mangels zuvor nur scheinbar abgeschlossenen Bauleitplanverfahrens.(vgl. hierzu etwa zuletzt BVerwG, Beschluss vom 8.3.2010 - 4 BN 42.09 -, BRS 76 Nr. 50) Dieses wird "ergänzend" ab dem Verfahrensschritt fortgesetzt, bei dem der Fehler unterlaufen ist.(vgl. BVerwG, Beschluss vom 25.2.1997 - 4 NB 40.96 -, BRS 59 Nr. 31) Vorangegangene korrekte Verfahrensschritte müssen nicht wiederholt werden.
Unbeschadet des Umstands, dass damit weniger die formelle Seite, sondern vielmehr die materielle Abwägungsfehlerfreiheit des Bebauungsplans angesprochen ist, vgl. insoweit BVerwG, Urteil vom 25. November 1999 - 4 CN 12.98 -, BVerwGE 110, 118 = BRS 62 Nr. 45 = juris Rn. 23; Krautzberger, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Band I, Loseblatt, Stand März 2007, § 3 Rn. 58, ist die Ausgestaltung des Abwägungsvorgangs durch die Antragsgegnerin keinen Bedenken ausgesetzt.
vgl. BVerwG, Urteil vom 25. November 1999 - 4 CN 12.98 -, BVerwGE 110, 118 = BRS 62 Nr. 45 = juris Rn. 23; OVG NRW, Urteil vom 14. Februar 2007 - 10 D 31/04.NE -, juris Rn. 29, Beschluss vom 16. Oktober 2003 - 10a B 2515/02.NE -, BRS 66 Nr. 27 = juris Rn. 16; Krautzberger, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Band I, Loseblatt, Stand März 2007, § 3 Rn. 58.
Auch wenn die Niederschrift über den Satzungsbeschluss lediglich auf die Anlage zur Sitzungsvorlage Nr. 0291/08 Bezug nimmt, vgl. zur prinzipiellen Zulässigkeit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Rats durch ein anderes Gemeindeorgan: BVerwG, Urteil vom 25. November 1999 - 4 CN 12.98 -, BVerwGE 110, 118 = BRS 62 Nr. 45 = juris Rn. 23; Krautzberger, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/.
OVG Nordrhein-Westfalen, 25.01.2008 - 7 B 1743/07
Außervollzugsetzung eines Bebauungsplanes
zu alledem: BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - 4 CN 12.98 -, BRS 62 Nr. 45.
hierzu gleichfalls: BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - 4 CN 12.98 -, a. a. O.
So bereits: BVerwG, Urteil vom 25.11.1999 - 4 CN 12.98 -, a. a. O.
Nach § 215 a Abs. 1 Satz 1 BauGB 1998 führten Mängel der Satzung, die nicht unbeachtlich waren und die durch ein ergänzendes Verfahren behoben werden könnten, nicht zur Nichtigkeit; bei Vorliegen eines im ergänzenden Verfahren behebbaren Mangels war die Satzung gemäß § 47 Abs. 5 Satz 4 VwGO i.d.F. des BauROG lediglich für nicht wirksam zu erklären (vgl. BVerwG, Urteile vom 8. Oktober 1998 - BVerwG 4 CN 7.97 - Buchholz 406.11 § 215 a BauGB Nr. 1 und vom 25. November 1999 - BVerwG 4 CN 12.98 - BVerwGE 110, 118).
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BVerwG, 20.11.2003 - 4 BN 42.03
Erforderlichkeit eines Bebauungsplanes - Verhinderung zulässiger Bauvorhaben auf …
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Unwirksamkeit des Bebauungsplans aufgrund Abwägungsmangel; Entscheidung des Rates …