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Timestamp: 2020-02-23 01:37:52
Document Index: 232807692

Matched Legal Cases: ['Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 143', 'Art. 93', 'Art. 144', 'Art. 143', 'Art. 143', 'Art. 107', 'Art. 93', 'Art. 93']

Verlustvortrag bei juristischen Personen - TaxInfo - Kanton Bern
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Verlustvortrag bei juristischen Personen
Vom Reingewinn der Steuerperiode können Verluste aus sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des steuerbaren Reingewinnes dieser Jahre nicht haben berücksichtigt werden können
Art. 93 Abs. 1 StG.
Mit Leistungen zum Ausgleich einer Unterbilanz im Rahmen einer Sanierung, die nicht Kapitaleinlagen nach Artikel 87 sind, können auch Verluste verrechnet werden, die in früheren Geschäftsjahren entstanden sind und noch nicht mit Gewinnen haben verrechnet werden können Art. 93 Abs. 3 StG.
Verluste aus der Veräusserung von Grundstücken sind abziehbar, soweit eine Verrechnung mit Grundstückgewinnen nicht möglich ist. Nachträgliche Änderungen in der Anrechnung von Grundstückverlusten nach Art. 143 Abs. 1 StG werden mit einer Ergänzung der Veranlagung berücksichtigt Art. 93 Abs. 4 und 5 StG.
2 Änderung der Praxis aufgrund des Bundesgerichtsurteils 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018
Gemäss dem Bundesgerichtsurteil 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 ist ein Verlustvortrag ausschliesslich anhand der handelsrechtlich massgeblichen Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung allfälliger steuerlicher Korrekturen zu ermitteln. Kantonale Besonderheiten der Grundstückgewinnbesteuerung, wie der Besitzesdauerabzug gemäss Art. 144 StG, dürfen sich demnach nicht mehr auf die Ermittlung des Verlustvortrags auswirken. Ist der steuerbare Gewinn auf Grundstücken, die zum Geschäftsvermögen gehören, kleiner als der gemäss Art. 143 Abs. 2 und 3 StG mit dem Grundstückgewinn verrechenbare Geschäftsverlust, so kann der verbleibende Verlustüberschuss gemäss neuer Praxis nur noch soweit vorgetragen werden, als der verrechenbare Geschäftsverlust den Rohgewinn übersteigt.
Die neue Praxis wird im Kanton Bern auf Veranlagungen ab dem Geschäftsjahr 2017 angewandt. Entsprechend ist Artikel 4 Abs. 2 der Verordnung über den Verlustvortrag bei geschäftlichen Betreiben (VV) ab dem Geschäftsjahr 2017 nicht mehr anwendbar. Bereits bestehende Verlustvorträge aus früheren Steuerperioden werden nicht neu berechnet.
Beispiele zur Anrechnung von Betriebsverlusten an den Grundstückgewinn
Berechnungstool zur Verlustverrechnung nach Art. 143 Abs. 2 StG
3 Bei Fusion
Eine übernehmende Gesellschaft kann im Rahmen des zulässigen Verlustvortrages zusätzlich zu ihren eigenen Verlusten auch die steuerlich noch nicht berücksichtigen Verluste aus früheren Geschäftsjahren der übernommenen Gesellschaft geltend machen.
Erfolgt die Fusion während eines laufenden Geschäftsjahres der übernehmenden Gesellschaft ("unterjährige Fusion"), so wird ein allfälliger Verlust des letzten Geschäftsjahres der übernommenen Person bei der Veranlagung der übernehmenden Person als Vorperiodenverlust behandelt. Dieses Vorgehen entspricht den gesetzlichen Vorgaben, wonach bei juristischen Personen die Steuerperiode nicht dem Kalenderjahr, sondern dem Geschäftsjahr entspricht (Art. 107 Abs. 2 StG, Art. 93 Abs. 1 StG). Folglich werden bei "unterjährigen Fusionen" allfällig vorhandene Verlustvorträge aus der übernommenen Gesellschaft um ein Jahr "zurückverschoben".
Die Geschäftsjahre der Gesellschaften A und B entsprechen jeweils dem Kalenderjahr. Die Gesellschaft A wird per 30.09. des Jahres n von der Gesellschaft B übernommen. Folglich werden die Verlustvorträge der übernommenen Gesellschaft bei der Veranlagung der übernehmenden Gesellschaft per 31.12. des Jahres n um ein Jahr "zurückverschoben" berücksichtigt:
An dieser Beurteilung würde sich auch im Falle einer rückwirkenden Fusion nichts ändern, also z. B. wenn der Handelsregistereintrag für die vorstehend beschriebene Fusion erst im Folgejahr n+1 unter Einhaltung der Rückwirkungsfrist von maximal 6 Monaten im Handelsregister eingetragen würde.
4 Interkantonale Steuerausscheidung
Im interkantonalen Verhältnis kommt die Methode der Gesamtverlustverrechnung zur Anwendung. Bei der Gesamtverlustverrechnung wird der Reingewinn der Steuerperiode gemäss kantonalem Recht ermittelt. Vom gesamten Reingewinn der Bemessungsperiode werden die steuerlich noch verrechenbaren Gesamtverluste der früheren Perioden abgezogen. Verluste aus Kapitalanlageliegenschaften fallen in die Gesamtverlustverrechnung. Dies ergibt den steuerbaren Gesamtgewinn der Steuerperiode, von dem jeder Kanton die ihm gemäss interkantonalem Recht zustehende Quote besteuern kann.
Mit der Methode der Gesamtverlustverrechnung werden die Verluste aufgrund der im Jahr der Verrechnung gültigen Quoten auf die einzelnen Kantone verteilt
Die Methode der Gesamtverlustverrechnung gilt auch für die Übernahme ausserkantonal erlittener Vorjahresverluste bei Sitzverlegungen Art. 93 Abs. 2 StG und bei Fusionen von Gesellschaften mit Geschäftsorten in verschiedenen Kantonen.
Zur Vermeidung von Ausscheidungsverlusten in der interkantonalen Steuerausscheidung:
siehe Kreisschreiben Nr. 27 der SSK vom 15. März 2007
Zur Verrechnung von Vorjahresverlusten in der interkantonalen Steuerausscheidung:
siehe Kreisschreiben Nr. 24 der SSK vom 17. Dezember 2003