Source: https://www.energielupe.de/erneuerbare-energie/photovoltaikanlage-als-mietereinbauten-und-die-umsatzsteuer-64068
Timestamp: 2020-08-12 11:53:40
Document Index: 51704699

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 946', '§ 3', 'Art. 14', 'EuG']

Photovoltaikanlage als Mietereinbauten - und die Umsatzsteuer | Energielupe
Photovoltaikanlage als Mietereinbauten - und die Umsatzsteuer
Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge als Mie­ter­ein­bau­ten – und die Umsatz­steu­er
Ein Mie­ter, der Aus­bau­ten, Umbau­ten und Ein­bau­ten auf eige­ne Kos­ten vor­nimmt oder auf dem gemie­te­ten Grund­stück ein Gebäu­de errich­tet [1], führt eben­so wie der Unter­neh­mer, der auf einem ihm nicht gehö­ren­den Grund­stück ein Gebäu­de errich­tet und das Gebäu­de dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer über­gibt [2], oder der auf öffent­li­chen Flä­chen einer Gemein­de Erschlie­ßungs­an­la­gen her­stellt [3], grund­sätz­lich eine Werk­lie­fe­rung gemäß § 3 Abs. 4 UStG aus [4].
Nach die­sen Grund­sät­zen hat der Mie­ter mit der Sanie­rung des Daches der für ihn frem­den Reit­hal­le eine Werk­lie­fe­rung i.S. von § 3 Abs. 4 Satz 2 UStG an die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer (Ver­mie­ter) erbracht. Zwar besteht kein all­ge­mei­ner Rechts­satz, dass ein Mie­ter, der auf dem gemie­te­ten Grund­stück ein Gebäu­de auf eige­ne Rech­nung errich­tet und für Zwe­cke sei­nes Unter­neh­mens nutzt, die Ver­fü­gungs­macht an dem Gebäu­de wei­ter über­trägt. Maß­geb­lich ist viel­mehr eine Wür­di­gung der Gesamt­um­stän­de des Ein­zel­falls [5].
Vor­lie­gend hat der Mie­ter der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer (Ver­mie­ter) aber nicht nur das Eigen­tum an den durch die Dach­sa­nie­rung erstell­ten Dach­tei­len ver­schafft (§ 946 des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs ‑BGB-), was allein auch noch nicht zu einer Lie­fe­rung füh­ren muss, weil der zivil­recht­li­che Eigen­tums­über­gang nicht zwin­gend die von § 3 Abs. 1 UStG und Art. 14 Abs. 1 MwSt­Sys­tRL vor­aus­ge­setz­te Ver­schaf­fung eigen­tü­mer­ähn­li­cher Ver­fü­gungs­macht bewirkt [6]. Viel­mehr hat der Mie­ter dar­über hin­aus ‑was das Finanz­ge­richt nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt hat- der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer (Ver­mie­ter) unmit­tel­bar einen von die­ser auch tat­säch­lich genutz­ten wirt­schaft­li­chen Vor­teil zuge­wandt. Denn neben dem Mie­ter, der das Dach zum Betrieb der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge benö­tigt, nutzt auch die Grund­stücks­ei­gen­tü­mer (Ver­mie­ter) das Dach im Rah­men der Ver­mie­tung der Reit­hal­le. Ob sie ihrer­seits ihrem Mie­ter gegen­über zu den Sanie­rungs­maß­nah­men ver­pflich­tet war, spielt inso­weit kei­ne Rol­le.
BFH, Urtei­le vom 22.08.2013 – V R 37/​10, BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128, Rz 37; vom 24.07.1969 – V R 9/​66, BFHE 97, 196, BStBl II 1970, 71[↩]
BFH, Urteil vom 22.07.2010 – V R 14/​09, BFHE 231, 273, BStBl II 2012, 428, Leit­satz 1[↩]
BFH, Urteil in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128, Rz 37[↩]
vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 25.11.2015 – V R 66/​14, BFHE 251, 526, Rz 16; vom 16.04.2008 – XI R 56/​06, BFHE 221, 475, BStBl II 2008, 909, Rz 25 f.; EuGH, Urteil Eon Aset Men­idj­m­unt vom 16.02.2012 – C‑118/​11, EU:C:2012:97, Rz 39[↩]
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