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Timestamp: 2017-08-19 09:20:27
Document Index: 334761382

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 823', 'BGH', 'BGH']

Empfehlungsmarketing im Internet: Die "tell-a-friend – Funktion" als ein werberechtliches Wagnis Wettbewerbsrecht 123recht.net
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6.10.2010 | Ratgeber - Wettbewerbsrecht
Wettbewerbsrecht Rubrik, Empfehlungsmarketing, tell-a-friend, Werbung
Viele Online-Portale benutzen die so genannte „tell-a-friend-Funktion“ für Webseiten- und Produktempfehlungen per Email. Mit dieser Funktion können Webseitennutzer einen Internetauftritt oder bestimmte Produkte an Freunde, Bekannte und Kollegen weiterempfehlen. Dazu gibt man die E-Mail-Adresse eines Bekannten, den eigenen Namen und zumeist auch eine eigene Botschaft in ein Formular ein. Der Webseitenbetreiber versendet sodann die Empfehlung an den Dritten. Die „tell-a-friend-Funktion“ stellt sich dabei als wirkungsvolles Werbeinstrument dar, da dem Empfehlungsempfänger der Urheber der Empfehlungsmail bekannt ist und der Nachricht damit mehr Vertrauen und Beachtung geschenkt wird, als einer üblichen Werbemail. Das unaufgeforderte Versenden von Werbeemails ist allgemein unzulässig und kann unangenehme rechtliche Konsequenzen (insbesondere eine kostenpflichtige Abmahnung) nach sich ziehen. Der Trick hinter der „tell-a-friend-Funktion“ soll deshalb darin bestehen, das Verdikt der unzulässigen Werbung zu umgehen, weil Absender der Empfehlungsmail eben nicht das werbende Unternehmen, sondern ein Nutzer oder Kunde einer Webseite ist. Dieser Trick ist jedoch rechtlich riskant. Mehrere Gerichte haben in der Vergangenheit bereits festgestellt, dass auch das Empfehlungsmarketing per Email eine unzulässige Werbung sein kann. Die Rechtslage, die Risiken sowie die werberechtlichen Möglichkeiten sollen nachfolgend skizziert werden.
a) Für das Empfehlungsmarketing sind zwei Rechtsbereiche maßgeblich. Zum einen ist das Wettbewerbsrecht und damit die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zu prüfen. Nach § 7 Abs. 1 UWG sind nämlich Werbemaßnahmen unlauter (und damit verboten), die den Empfänger unzumutbar belästigen. Für die Werbung per E-Mail trifft das UWG in § 7 Abs. 2 und 3 UWG weitere besondere Bestimmungen, nämlich
- das Einwilligungserfordernis des Verbrauchers (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG),
- das Verbot zur Verschleierung der Identität des Absenders (§ 7 Abs. 3 Nr. 4 UWG)
- und Ausnahmen von dem Einwilligungserfordernis (§ 7 Abs. 3 UWG).
b) Zum Weiteren kann das Persönlichkeitsrecht des jeweiligen E-Mail-Empfängers tangiert sein, so dass die Haftungsvorschrift des § 823 Abs. 2 BGB ebenfalls einer Prüfung bedarf. Wünscht der Empfänger keine Empfehlungen, kann das betreffende Unternehmen als Veranlasser der Empfehlungsemail (als so genannter Störer) in Anspruch genommen werden.
4. Praktische Hinweise für die Implementierung einer „tell-a-friend-Funktion“.
ich habe Ihren Artikel " Empfehlungsmarketing im Internet: Die "tell-a-friend – Funktion" als ein werberechtliches Wagnis" gelesen und würde darüber gerne mit Ihnen sprechen.	Kontakt aufnehmen
von RuthH am 02.04.2014 14:45:52# 1
Ende letzten Jahres hat sich zu diesem Thema etwas getan.
Es gab eine Entscheidung des BGHs, dass eine solche Email wettbewerbswidrig war.
Einen kurzen Überblick zum Urteil hier:
http://www.melchers-law.com/tell_a_friend.html
von RuthH am 02.04.2014 14:46:43# 2
Ende letzten Jahres gab es ein BGH Urteil genau zu diesem Thema.
von RuthH am 02.04.2014 14:47:34# 3
Näheres im aktuellen Melchers Law Infobrief (März/April 2014).
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