Source: http://www.hp.heimat-schoemberg.de/Texte/Archiv/GP42_43.htm
Timestamp: 2020-02-23 04:28:25
Document Index: 367650034

Matched Legal Cases: ['§7', '§13', '§16', '§3', '§8', '§1', '§3', '§1']

Gemeinderatsprotokoll 1942/ 1943
Der Bürgermeister gibt den Beigeordneten und den Gemeinderäten Kenntnis von seinen Entschließungen.
§7 Schule – Webstühle
Als ein Lehrmittel wird die Beschaffung von Webstühlen empfohlen. Die Beschaffung solcher liegt zweifellos auch im volkswirtschaftlichen Interesse.
Die Gemeinderäte sprechen sich für die Beschaffung aus.
§13 Kurverwaltung – Sitzbänke
Für die Kurgäste mangelt es bei ihren Spaziergängen noch an Sitzgelegenheiten. Bänke mit eisernen Füßen, wie sie hier üblich sind, können aus wehrwirtschaftlichen Gründen nicht hergestellt werden.
Es werden deshalb Bänke mit Eisenbetonfüßen beschafft.
§16 Sputum – Desinfektion
Der Sputumdesinfektor Johannes Kraft ist seit längerer Zeit krank und hat seine Invalidierung beantragt.
Kraft versah diesen Dienst vom August 1929 an. Es wird ihm Anerkennung und der Dank für seine Dienste ausgesprochen.
Zu Beginn der Beratungen widmet der Bürgermeister dem am 24. April 1942 in Heidelberg verstorbenen Ehrenbürger Chefarzt Dr. med. Georg Schröder einen Nachruf unter Hervorhebung der Verdienste des Verstorbenen und die Entwicklung Schömbergs.
§3 Geldanlage
Weitere 20000 RM werden in 3 ½ %igen Reichsschatzanweisungen angelegt.
§8 Grunderwerb von Friedrich Bauer
Zur Korrektion der Talstraße soll gekauft werden: Das Gebäude 4a und Teile des Hofes von Gebäude 4.
Weiter ist von Seiten der Kurverwaltung vorgesehen, entlang dem Eulenbachtal vom Schröder Weg an einen Weg zu führen. Dieser würde über die Grundstücke des Bauer (Paz. 188/ und 188/2 führen.
Diese Grundstücke sollen gekauft werden.
5. Mai 1942 Fliegerangriff auf Schömberg (keine Eintragungen im Protokoll)
Die Rechnung der Gemeinde für das Jahr 1941 wird nach dem Hauptbuch der Gemeindepflege mit einem größeren Überschuß abschließen. Hinsichtlich der Verwendung desselben faßt der Bürgermeister dir Entschließung: von den Überschüssen den Rücklagen für einzelne Vorhaben 18000 RM zuzuweisen.
Dafür werden weitere 25000 RM Schatzanweisungen gekauft.
Zur Kenntnis wird gebracht:
Der Erlaß des Herrn Landrats in Calw vom 7. 7. 1942 betr. Beauftragung des Bürgermeisters Hermann hier mit der Besorgung der Verwaltungsakturiatsgeschäfte für die Gemeinde Langenbrand für die Dauer der Einberufung des Bgm. Rottner in Engelsbrand.
Der ordentliche Haushaltsplan für 1942 schließt in den Ausgaben mit 156970 RM ab.
Der außerordentliche Haushaltsplan mit 0,-- RM
§1 Fliegerschaden Friedhofhalle
Bei dem feindlichen Fliegerangriff auf Schömberg in der Nacht zum 5. Mai 1942 wurde u. a. auch das Leichenhaus der Gemeinde im Friedhof durch Brandbomben zerstört. Der Schaden wurde der Feststellungsbehörde gemeldet.
§3 Arbeitsheilstätte – Verwaltungsbeitrag
Der Verein für Volksheilstätten in Württemberg betreibt hier in den Häusern "Kurhaus Waldeck" "Kurheim Schwarzwald" eine Arbeitsheilstätte. Aufgenommen werden Kranke, bei denen die Kosten von Fürsorgeverbänden oder anderen öffentlichen Kostenträgern übernommen werden. Die Kranken haben neben ihrer Kur noch während einiger Stunden im Tag leichtere Arbeiten zu verrichten.
Der Bürgermeister ist an den Verein wegen Entrichtung einer Kurtaxe herangetreten. Im Hinblick auf den Charakter der Heilstätte bittet diese aber von der Erhebung einer solchen abzusehen. Er hat sich jedoch bereit erklärt, einen Verwaltungskostenbeitrag zu zahlen.
Längere Abhandlung über die Vermögensübertragung Elektrizitätszweckverband Teinach Station auf die EVS
§1 Geldanlage
Wieder werden 25000 RM angelegt.
Im Jahre 1919 wurde ein Kurverein gegründet, der ins Vereinsregister eingetragen worden ist.
Zur Durchführung seiner Zwecke erhob der Verein Mitgliedsbeiträge nach der Zahl der Fremdenbetten und außerordentliche Beiträge. Die Gemeinde erhob eine Kurtaxe, die sie dem Kurverein zum gleichen Zweck überließ. Dieses Verfahren wurde von der Aufsichtsbehörde beanstandet.
Die Erfüllung der Kurortaufgaben wurde mehr und mehr von der Gemeinde übernommen, die die Geschäfte als Kurverwaltung weiter führte.
Der Kurverein hat noch ein Kapitalvermögen von 18000 RM. Er hat dieses Vermögen der Gemeinde überlassen.
Weg zur Charlottenhöhe
Die auf Markung Schömberg liegende Volksheilstätte Charlottenhöhe steht auf einem Gelände. das der Staatsforstverwaltung im Forstbezirk Langenbrand – dem Hengstberg – gehört. Zu ihr führen auch nur forsteigene Wege, und nur 2 Strecken und zwar die alte Auffahrt, abzweigend von dem Hörnlesbergsträßchen und die neue Auffahrt, abzweigend von der Reichsstraße Höfen – Calmbach, sind von der Forstverwaltung freigegeben. Der nächste Weg von Schömberg zur Charlottenhöhe führt über den Schleifweg, FW. Nr. 20. Auch dieser ist forsteigen. Er ist gesperrt und auch für den Heilstättenverkehr geschlossen. So muß man um zur Charlottenhöhe zu kommen große Umwege fahren. Dieser Zustand ist sehr unbefriedigend und nicht mehr zeitgemäß. Die Heilstätte muß näher an den Mutterort herangebracht werden, um die verwaltungsmäßigen und die wirtschaftlichen Beziehungen enger zu gestalten. Ein Mittel dazu ist die Schaffung besserer Wegverbindungen. Hieran ist die Charlottenhöhe auch selbst deshalb interessiert, weil die hier und in Schwarzenberg "Arbeitsheilstätten" unterhält.
Wegen Freigabe des "Schleifwegs" ist der Bürgermeister an die Staatsforstverwaltung Forstamt Langenbrand herangetreten. Diese hat sich nun bereit erklärt, der Gemeinde die Benützung des Fahrwegs zur Charlottenhöhe über den Schleifweg unter gewissen Bedingungen einzuräumen.
Die Übereinkunft soll auf die Dauer von vorläufig 10 Jahren, bis 30. 9. 1953, abgeschlossen werden.
7. Sept. 1943
Haushaltsplan 1943
Ausgaben im ordentlichen Haushalt 169794 RM
Ausgaben im außerordentlichen Haushalt 0,00RM
24. Dez. 1943
Die Kriegszeit und der Mangel an Arbeitskräften stellte auch an die Angestellten der Gemeinde erhöhte Anforderungen. Sie wurden diesen durch Mehrbelastungen gerecht.
Als Anerkennung hält der Bürgermeister die Gewährung einer Weihnachtsgabe für geboten.
Otto Gengenbach, Karl Kappler, Christian Bäuerle, Lieselotte Hermann und Ruth Kraft