Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=04.07.1984&Aktenzeichen=3%20StR%2096%2F84
Timestamp: 2019-07-20 06:29:00
Document Index: 360612998

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 216', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Sie geht auf der Grundlage der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHSt 32, 367) davon aus, dass der Angeschuldigte sich des Vergehens nach § 216 StGB durch Unterlassen (§ 13 StGB) schuldig gemacht hat.
Die Selbstmordforschung zeige, dass "gerade derjenige, der die suizidale Situation so einrichtet, dass zwischen Selbsttötungshandlung und Todeseintritt eine längere Zeitperiode liegt, in der Dritte hinzukommen können, oftmals gerade nicht in einem unerschütterlichen Todeswillen, sondern in der unterschwelligen Hoffnung, dass sein 'verzweifelter Schrei nach menschlichem Beistand erhört wird' (BGHSt 32, 367)", handele.
Soweit der Bundesgerichtshof in der - von der Staatsanwaltschaft im Aktenvermerk vom 31.05.2012 (Bl. 54 ff.) zur Beurteilung der Rechtslage zitierten - Entscheidung vom 04.07.1984 (sogen. "Peterle-Entscheidung", BGHSt 32, 367 = NJW 1984, 2639 [BGH 04.07.1984 - 3 StR 96/84]) den behandelnden Arzt auch gegenüber einem freiverantwortlich handelnden Suizidenten zu lebensrettenden Maßnahmen verpflichtet sah, sobald dieser infolge Bewusstlosigkeit die Tatherrschaft über das Geschehen verloren hatte, folgt dem die Kammer nicht.