Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20169,%2098
Timestamp: 2019-12-16 08:14:29
Document Index: 103713317

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 107', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 30', '§ 35', '§ 38', '§ 107', '§ 111', '§ 27', '§ 30', '§ 38', 'BGH', 'BGH', '§ 22', '§ 30', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', 'Art. 103', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 60', 'Art. 103', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 111', '§ 116', 'BGH', 'BGH', '§ 111', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', '§ 3', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 22', 'BGH', 'BGH', '§ 30', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.09.2006 - II ZR 137/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,519
BGH, 18.09.2006 - II ZR 137/05 (https://dejure.org/2006,519)
BGH, Entscheidung vom 18.09.2006 - II ZR 137/05 (https://dejure.org/2006,519)
BGH, Entscheidung vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 (https://dejure.org/2006,519)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,519) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
WpÜG §§ 30 Abs. 2 Satz 1, 35 Abs. 1, 2, 38 - WMF - AktG §§ 107 Abs. 1, 111 Abs. 5
Keine Zurechnung von Stimmrechten und damit keine Verpflichtung zur Abgabe eines Übernahmeangebotes bei abgestimmtem Verhalten im Aufsichtsrat (WMF)
Ausübung von Stimmrechten aus Aktien der Zielgesellschaft; Stimmrechtsausübung in der Hauptversammlung; Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden aus der Mitte des Aufsichtsrats; Anwendung des § 30 Absatz 2 Satz 1 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) auf ...
Kein acting in concert bei Abstimmungsvorgängen innerhalb des Aufsichtsrats ("WMF")
Anwendung der Zurechnungsnorm des § 30 Abs. 2 Satz 1 WpÜG nur auf Vereinbarungen, die sich auf die Ausübung des Stimmrechts in der Hauptversammlung der Zielgesellschaft beziehen; keine Anspruchsberechtigung aus 38 WpÜG für einen Aktionär der Zielgesellschaft, der selbst ...
Zur Problematik abgestimmten Verhaltens zwischen Großaktionären
Sachlicher Geltungsbereich der Zurechnungsnorm des § 30 WpÜG)
Zurechnung nur von Stimmen in der Hauptversammlung
Wahl als "acting in concert"
Wahl als acting in concert
WpÜG § 30 Abs. 2 Satz 1, § 35 Abs. 1, 2, § 38; AktG § 107 Abs. 1, § 111 Abs. 5; MitbestG § 27
heuking.de , S. 3 (Ausführliche Zusammenfassung)
Abgesprochene Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden kein "acting in concert" gem. § 30 Abs. 2 WpÜG
Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden kein abgestimmtes Verhalten; Zinsanspruch nach § 38 WpÜG
Acting in concert nach WpÜG - Nicht bei Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden einer AG
Kurznachricht zu "Kommentar zum Urteil des BGH vom 18.09.2006, Az.: II ZR 137/05 (Acting in concert - Zurechnung von Stimmrechten bei Stimmrechtsausübungsvereinbarungen und Aufsichtsratsvorsitzendenwahlen)" von RA Dr. Dirk Kocher, LL.M., original erschienen in: BB 2006, 2346.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.09.2006, Az.: II ZR 137/05 (Zur Problematik abgestimmten Verhaltens zwischen Großaktionären)" von Dr. Andreas Englert, LL.M., original erschienen in: JZ 2007, 311 - 316.
Zusammenfassung von "Gegen den Gleichlauf des Acting in concert nach § 22 WpHG und § 30 WpÜG" von RA Dr. Henrik Drinkuth, original erschienen in: ZIP 2008, 676 - 679.
Zusammenfassung von "Zum Begriff des "acting in concert" - Das Verhältnis zwischen den §§ 2 V und 30 II WpÜG und die Auswirkungen der geplanten Änderungen durch das Risikobegrenzungsgesetz -" von RA Dr. Martin Schockerhoff und RA Dr. Eric Wagner, original erschienen in: ...
Zusammenfassung von "Acting in Concert: Vom Schreckgespenst zur praxistauglichen Zurechnungsnorm" von Prof. Dr. Georg Borges, original erschienen in: ZIP 2007, 357 - 365.
LG München I, 11.03.2004 - 5 HKO 16972/03
BGHZ 169, 98
NJW-RR 2007, 1179
ZIP 2006, 2077
WM 2006, 2080
BB 2006, 2432
DB 2006, 16
DB 2006, 2452
K&R 2006, 2432
NZG 2006, 945
Zwar trifft es zu, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates dem Interesse der Gesellschaft verpflichtet sind und im Grundsatz ohne Bindung an Weisungen agieren müssen (vgl. zum aktienrechtlichen Grundsatz BGHZ 36, 296 ; BGHZ 169, 98 ;… Habersack, in: Münchener Kommentar zum Aktiengesetz, 4. Aufl. 2014, § 111 Rn. 136 ff. m.w.N.).
LG Köln, 20.10.2017 - 82 O 11/15
Unerheblich sei, auf welchen Motiven die Abstimmung beruht (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 14 "WMF" = BGHZ 169, 98-109 = DStR 2006, 2042-2045 = BB 2006, 2432-2435 = DB 2006, 2452-2456 = WM 2006, 2080-2084 = ZIP 2006, 2077-2080 = Der Konzern 2006, 763-766).
Die Vorschrift erfasse nach ihrem Wortlaut nur solche Vereinbarungen, die sich auf die Ausübung von Stimmrechten aus Aktien der Zielgesellschaft, d.h. nur auf die Stimmrechtsausübung in der Hauptversammlung beziehen (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 14 "WMF" mit weiteren Nachweisen).
Die Zurechnungsbestimmung sei im Hinblick auf die Bußgeldvorschrift der §§ 60 WpÜG i.V.m. Art. 103 Abs. 2 GG und § 3 OWiG wortgetreu auszulegen, womit Analogien ausgeschlossen seien (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 17 "WMF").
Nicht darunter fielen beispielsweise allgemein gehaltene Vorstellungen darüber, die Interessen von Investoren und des Unternehmens zu vertreten, etwa durch ein geschlossenes Auftreten der Anteilseigner im Aufsichtsrat o. ä. (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 23 ff. "WMF").
Die Zurechnungsbestimmungen gemäß § 30 Abs. 1, 2 WpÜG seien wortlautgemäß zu verstehen im Hinblick auf die Bußgeldbewehrung gemäß § 60 WpÜG i.V.m. Art. 103 Abs. 2 GG und § 3 OWiG (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 17 "WMF").
Bei der gebotenen formalen Betrachtungsweise ist die Einzelfallausnahme anzunehmen, wenn sich die Stimmrechtsausübung auf einen isolierten Beschlussgegenstand in der Hauptversammlung der Gesellschaft bezieht (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 20 "WMF" mit weiteren Nachweisen;… Steinmeyer in: Steinmeyer/Häger, WpÜG, § 30 Zurechnung von Stimmrechten, Rz. 60).
Maßgebend ist die formale Betrachtung des Einzelfalls, bezogen auf die Häufigkeit des Abstimmungsverhaltens (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 20 "WMF" mit weiteren Nachweisen).
Für eine formale Bestimmung des Einzelfalls spricht nicht nur der Wortlaut der Norm, sondern auch der Aspekt der Rechtssicherheit (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 -, juris Rz. 21 "WMF").
Aufsichtsrat; Aufsichtsrat, fakultativer; Aufsichtsratsmitglied; Auslegung; …
Zu diesen Regelungen gehören auch § 111 Abs. 5 AktG und §§ 116, 93 AktG, aus denen der aktienrechtliche Grundsatz hergeleitet wird, dass Aufsichtsratsmitglieder allein dem Unternehmensinteresse verpflichtet sind und im Rahmen der ihnen persönlich obliegenden Amtsführung keinen Weisungen unterliegen (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05 - BGHZ 169, 98 m.w.N.).
Dass Aufsichtsratsmitglieder allein dem Unternehmensinteresse verpflicht sind und keinen Weisungen unterliegen, ist ein Grundsatz des Aktienrechts, der auf § 111 Abs. 5 AktG gestützt wird und damit zugleich normativ verankert ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. September 2006 a.a.O. Rn. 18).
Der Senat hat bereits in einem Fall, in dem es um einen Zinsanspruch als Folge eines Verstoßes gegen § 35 Abs. 2 WpÜG ging, ausgeführt, es sei zweifelhaft, ob ein solcher Zinsanspruch "unabhängig von der selbst nicht individuell einklagbaren 'Gegenleistung' " bestehe (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 Rn. 9 - WMF).
(b) Die zuletzt genannte Meinung ist zutreffend, wie der Senat schon in seinem Urteil vom 18. September 2006 (II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 Rn. 9 - WMF) angedeutet hat, dort aber noch offenlassen konnte.
Nach der bis zu dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken (Risikobegrenzungsgesetz) vom 12.08.2008 (BGBl. I 2008 Nr. 36, S.1666) mit Wirkung ab 19.08.2008 geltenden Fassung des § 30 Abs. 2 WpÜG setzte ein abgestimmtes Verhalten eine Verständigung über die Ausübung von Stimmrechten in der Hauptversammlung voraus (vgl. BGH II ZR 137/05, BGHZ 169, 98, juris Rn. 17).
Aktiengesellschaft: Unterbrechung von Beschlussmängelverfahren durch Eröffnung …
Wenn aber nach Art. 103 Abs. 2 GG, § 3 OWiG insoweit eine über den Wortlaut hinausgehende Anwendung der §§ 21, 22 WpHG nicht zulässig ist, kommt eine andersartige ("gespaltene") Auslegung oder analoge Anwendung auch für den Bereich des Zivilrechts grundsätzlich nicht in Betracht (Veil/Dolff, AG 2010, 385, 389 f.; Fleischer/Bedkowski, DStR 2010, 933, 936 f.; von Bülow/Petersen, NZG 2009, 1373, 1375 f.; Widder/Kocher, ZIP 2010, 457, 459; siehe auch BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 Rn. 17 - WMF).
Die vom Bundesgerichtshof bislang offengelassene Frage (vgl. BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 Rn. 20 f. mwN - WMF, zu § 30 Abs. 2 WpÜG), wie der Begriff des Einzelfalls in § 22 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2 WpHG aF zu bestimmen ist, wird in Rechtsprechung und Literatur nicht einheitlich beantwortet.
Würde man die Vereinbarung zu einer einzelnen Abstimmung bereits für ausreichend erachten, sofern diese Abstimmung nur eine hinreichend nachhaltige Wirkung in der Zukunft zeitigt, so wäre unsicher, welchen Abstimmungsgegenständen eine derart hinreichende Bedeutung beizumessen wäre (BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 Rn. 20 f. mwN - WMF, zu § 30 Abs. 2 WpÜG).
OLG Frankfurt, 22.05.2007 - 5 U 33/06
Gemäß § 30 Abs. 2 S. 1 WpÜG waren der A des weiteren die Stimmrechte der X AG aus deren Aktien der Beklagten in voller Höhe zuzurechnen, weil das Tochterunternehmen YZ der A durch Abschluss des Stimmbindungsvertrages vom 07. März 2000 (gemäß Anlage B 3, Bl. 162 ff d. A.) sein Verhalten in Bezug auf die Zielgesellschaft - die Beklagte - aufgrund der genannten Vereinbarung nicht lediglich betreffend die Ausübung von Stimmrechten in Einzelfällen, sondern im Hinblick auf die vereinbarte Abhaltung einer Poolversammlung vor jeder Hauptversammlung mit der X AG grundsätzlich abgestimmt hat (vgl. BGH, Urteil vom 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98, Juris-Rz. 17), was die Parteien nicht in Zweifel ziehen.
Der Bundesgerichtshof hat im Rahmen der WMF-Entscheidung vom 18.09.2009 (BGH, Urteil vom 18.09.2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 = DStR 2006, 2042) ausgeführt:.
Dann wäre das auf Zahlung von Zinsen gerichtete Begehren von Aktionären der Zielgesellschaft von vornherein unbegründet, wenn von dem Kontrollerwerber ein öffentliches Angebot nicht unterbreitet wurde und ein daraus resultierender Hauptanspruch noch nicht entstanden ist (BGH, Urteil vom 18.09.2006 - II ZR 137/05 "WMF", DStR 2006, 2042, 2043).
Dass sich die Vereinbarungen der Mitglieder des Pool-Vertrages 2001 auf die Ausübung von Stimmrechten aus Aktien der Beklagten in deren Hauptversammlungen bezogen, und sie folglich den Anforderungen der sogenannten WMF-Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Urteil v. 18. September 2006 - II ZR 137/05, BGHZ 169, 98 ff. = WM 2006, 2080 ff.) genügten, ist unstreitig.
Anfechtungsklage gegen Beschluss über Verwendung des Bilanzgewinns