Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201970,%20899
Timestamp: 2019-06-16 21:56:41
Document Index: 119384296

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1542', 'BGH']

BGH, 30.06.1970 - VI ZR 5/69 - dejure.org
BGH, 30.06.1970 - VI ZR 5/69
https://dejure.org/1970,929
BGH, 30.06.1970 - VI ZR 5/69 (https://dejure.org/1970,929)
BGH, Entscheidung vom 30.06.1970 - VI ZR 5/69 (https://dejure.org/1970,929)
BGH, Entscheidung vom 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 (https://dejure.org/1970,929)
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Klage auf Schadensersatz wegen Verursachung eines Verkehrsunfalls - Rückgriff der Versicherung auf den Unfallverursacher
NJW 1970, 1685
MDR 1970, 1000
VersR 1970, 899
DB 1970, 1683
Im Einzelfall können auch die Aufwendungen für den Bau oder Ausbau eines der Behinderung angepaßten Eigenheims (…Senatsurteil vom 19. Mai 1981 - VI ZR 108/79 - aaO; OLG Frankfurt, VersR 1990, 912; OLG Düsseldorf, VersR 1995, 1449; OLG Stuttgart, VersR 1998, 366) oder die Kosten für die Anschaffung eines Kraftfahrzeugs ersatzpflichtig sein, nämlich dann, wenn der Verletzte dadurch überhaupt erst in die Lage versetzt wird, seinen Arbeitsplatz aufzusuchen (Senatsurteil vom 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 - aaO; OLG München, VersR 1984, 245).
Im Einzelfall können auch die Aufwendungen für den Bau oder Ausbau eines der Behinderung angepassten Eigenheims (BGH…, Urteil vom 19.05.1981 a. a. O.; Urteil vom 12.07.2005 - VI ZR 83/04, BGHZ 163, 351; OLG Frankfurt, VersR 1990, 912; OLG Düsseldorf, VersR 1995, 1449; OLG Stuttgart, VersR 1998, 366) oder die Kosten für die Anschaffung eines Kraftfahrzeugs ersatzpflichtig sein, nämlich dann, wenn der Verletzte dadurch überhaupt erst in die Lage versetzt wird, seinen Arbeitsplatz aufzusuchen (BGH, Urteil vom 30.06.1979 - VI ZR 5/69, NJW 1970, 1685; OLG München, VersR 1984, 245).
Der Begriff der "Vermehrung der Bedürfnisse" umfasst nach der Rechtsprechung alle unfallbedingten Mehraufwendungen, die den Zweck haben, diejenigen Nachteile auszugleichen, die dem Verletzten infolge dauernder Beeinträchtigung seines körperlichen Wohlbefindens entstehen (BGH VersR 1958, 454; VersR 1970, 899).
Daraus folgt, daß die von der Beklagten gezahlte Erwerbsunfähigkeitsrente jedenfalls dann nicht dem Schadensersatzanspruch der Klägerin kongruent ist, wenn dieser sich - wie das Berufungsgericht meint - auf den Ausgleich vermehrter Bedürfnisse bezieht (einhellige Meinung; vgl. BGH Urt. v. 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 = VersR 1970, 899 m.w.Nachw.).
Daneben zahlt die Unfallkasse auch den konkreten, von ihr ermittelten Differenzbetrag zwischen dem ausbezahlten Nettolohn vor dem Unfallereignis und danach (…insoweit anders BGH, a.a.O., zitiert nach Juris Rn. 14; NJW 1970, 1685 mit entspr. Unterscheidung).
Dies ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes seit langem anerkannt (Senatsurteile vom 10. November 1964 - VI ZR 186/63 - VersR 1964, 1307, 1308 = NJW 1965, 102; vom 23. Februar 1965 - VI ZR 30/64 - VersR 1965, 563; vom 13. Januar 1970 - VI ZR 124/68 - VersR 1970, 1034; vom 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 - NJW 1970, 1685; ferner BGH Urteile vom 26. Januar 1970 - III ZR 80/69 - VersR 1970, 369, 370, 371 und vom 4. Juli 1974 - III ZR 63/72 - VersR 1974, 1180, 1181) und entspricht auch der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes (BSGE 30, 21, 25 und 48, 217, 218 sowie 50, 196, 199) und des Bundesverwaltungsgerichtes (BVerwGE 19, 198, 201).
Deshalb stehen nach gefestigten Rechtsprechungsgrundsätzen dem Sozialversicherungsträger für seinen Regreß beim Schädiger nach § 1542 RVO wegen der Verletztenrente ausschließlich Ersatzansprüche wegen des Verdienstausfalls des Verletzten, nicht wegen anderer materieller oder gar immaterieller Nachteile zur Verfügung (Senatsurteilevom 20. Mai 1958 - VI ZR 130/57 = VersR 1958, 454, 456;vom 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 = VersR 1970, 899, 900), auch wenn das dazu führt, daß der Sozialversicherungsträger mangels eines konkreten Erwerbsschadens des Versicherten wegen dieser Versicherungsleistung keinen Rückgriff beim Schädiger nehmen kann (so schon BGHZ (GrS) 9, 179, 189).
Solcher Unterschied kann dazu führen, daß nur Teilkongruenz vorliegt, der öffentliche Leistungsträger daher die Schadensersatzforderung zum Rückgriff nur wegen eines gegebenenfalls durch Schätzung zu ermittelnden Teiles der Leistungs "pauschale" in Anspruch nehmen kann (vgl. dazu Senatsurteilevom 10. November 1964 - VI ZR 186/63 = VersR 1964, 1307, 1308;vom 30. Juni 1970 - VI ZR 5/69 = NJW 1970, 1685;vom 22. September 1970 - VI ZR 270/69 = VersR 1970, 1053, 1055 m.w.Nachw.).