Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-12-07/xii-zr-151_09
Timestamp: 2017-11-20 20:08:53
Document Index: 107768665

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1581', '§ 1615', 'BGH', '§ 1578', '§ 1581', 'BGH', '§ 1609']

BGH, 07.12.2011 - XII ZR 151/09 - Berücksichtigung von Unterhaltspflichten für neue Ehegatten sowie für nachehelich geborene Kinder bei Bemessung des Unterhaltsbedarfs eines geschiedenen Ehegatten | anwalt24.de
Urt. v. 07.12.2011, Az.: XII ZR 151/09
Referenz: JurionRS 2011, 31508
Aktenzeichen: XII ZR 151/09
AG Aschaffenburg - 30.09.2008 - AZ: 4 F 619/08
OLG Bamberg - 14.05.2009 - AZ: 2 UF 238/08
§ 1581 S. 1 BGB
§ 1615 S. 1 BGB
BGHZ 192, 45 - 67
DNotZ 2012, 692-705
FamRB 2012, 71-73
FamRBint 2012, 29-30
FF 2012, 118-119
FF 2012, 257
FK 2012, 37-38
FPR 2012, 176-182
FuR 2012, 180-181
JA 2012, 388
JR 2012, 513-520
JurBüro 2012, 273
JuS 2012, 1129
JZ 2012, 745-750
MDR 2012, 156-161
NJW 2012, 384-390
NJW-Spezial 2012, 133
ZAP 2012, 201
ZAP 2012, 417-426
ZAP EN-Nr. 122/2012
ZNotP 2012, 141-148
Die ehelichen Lebensverhältnisse im Sinne von § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB werden grundsätzlich durch die Umstände bestimmt, die bis zur Rechtskraft der Ehescheidung eingetreten sind. Nacheheliche Entwicklungen wirken sich auf die Bedarfsbemessung nach den ehelichen Lebensverhältnissen aus, wenn sie auch bei fortbestehender Ehe eingetreten wären oder in anderer Weise in der Ehe angelegt und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten waren (im Anschluss an BVerfG FamRZ 2011, 437).
Im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen nach § 1581 BGB ist der Halbteilungsgrundsatz zu beachten, was zu einem relativen Mangelfall führen kann, wenn dem Unterhaltspflichtigen für den eigenen Unterhalt weniger verbleibt, als der Unterhaltsberechtigte mit dem Unterhalt zur Verfügung hat. Sonstige Verpflichtungen gegenüber anderen Unterhaltsberechtigten, die nicht bereits den Bedarf des Unterhaltsberechtigten beeinflusst haben, sind entsprechend ihrem Rang zu berücksichtigen (im Anschluss an das Senatsurteil BGHZ 109, 72 = FamRZ 1990, 260).
Sind ein geschiedener und ein neuer Ehegatte nach § 1609 BGB gleichrangig, ist im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen eine Billigkeitsabwägung in Form einer Dreiteilung des gesamten unterhaltsrelevanten Einkommens revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Das schließt eine Berücksichtigung weiterer individueller Billigkeitserwägungen nicht aus.