Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/erbst/die-mietzahlung-gmbh-3128922
Timestamp: 2019-12-16 05:11:20
Document Index: 184814284

Matched Legal Cases: ['§ 362', '§ 185', '§ 362', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 15']

Die über­höh­te Miet­zah­lung der GmbH – an die Ehe­frau des Gesell­schaf­ters | Rechtslupe
Durch die Mit­wir­kung des Gesell­schaf­ters bei dem zwi­schen GmbH und nahe­ste­hen­der Per­son abge­schlos­se­nen Ver­trag ver­schafft er der ihm nahe­ste­hen­den Per­son einen Ver­mö­gens­vor­teil und ver­fügt damit ‑abge­se­hen von wider­recht­li­chen Hand­lun­gen- über sei­nen künf­ti­gen Gewinn­aus­schüt­tungs­an­spruch oder übt sein aus der Sat­zung oder einem ent­spre­chen­den Gesell­schaf­ter­be­schluss fol­gen­des Ent­nah­me­recht gegen­über der GmbH aus. Dadurch min­dert sich in Höhe des Aus­schüt­tungs­be­trags bzw. in Höhe des Ent­nah­me­werts das künf­ti­ge Gewinn­aus­schüt­tungs­vo­lu­men der GmbH zu sei­nen Las­ten. Zugleich ermäch­tigt der Gesell­schaf­ter die GmbH, an die nahe­ste­hen­de Per­son mit befrei­en­der Wir­kung zu leis­ten (sog. abge­kürz­ter Zah­lungs­weg, vgl. § 362 Abs. 2, § 185 BGB; Palandt/​Grüneberg, Bür­ger­li­ches Gesetz­buch, 76. Aufl., § 362 Rz 5; Dara­gan, DStR 2011, 2079).
Nach die­sen Grund­sät­zen sah der Bun­des­fi­nanz­hof im hier ent­schie­de­nen Fall in den Miet­zins­zah­lun­gen der M‑GmbH an den Ver­mie­ter in Höhe des unan­ge­mes­se­nen Teils kei­ne frei­ge­bi­gen Zuwen­dun­gen der M‑GmbH an den Ver­mie­ter:
Die M‑GmbH han­del­te unter Mit­wir­kung der Allein­ge­sell­schaf­te­rin der M‑GmbH, die die Miet­ver­trä­ge mit­un­ter­schrie­ben hat. Die Miet­zins­zah­lun­gen stel­len in Höhe des unan­ge­mes­se­nen Teils Leis­tun­gen der M‑GmbH an die Bei­gela­de­ne dar, die auf dem Gesell­schafts­ver­hält­nis beru­hen. Inso­weit lie­gen Ent­nah­men der Bei­gela­de­nen bzw. Vor­ab­zah­lun­gen auf den künf­ti­gen Gewinn­aus­schüt­tungs­an­spruch der Bei­gela­de­nen vor, wobei die Zah­lun­gen ver­ein­ba­rungs­ge­mäß nicht an die Bei­gela­de­ne, son­dern an ihren Ehe­mann, den Ver­mie­ter, geleis­tet wur­den. Da sowohl eine Vor­ab­aus­schüt­tung an die Bei­gela­de­ne als auch eine Ent­nah­me der Bei­gela­de­nen als Gesell­schaf­te­rin auf dem Gesell­schafts­ver­hält­nis beru­hen, kann letzt­lich dahin­ste­hen, auf wel­chem der bei­den gesell­schafts­recht­li­chen Vor­gän­ge im Streit­fall die Ver­schaf­fung des Ver­mö­gens­vor­teils zuguns­ten des Ver­mie­ters beruht.
Der Bun­des­fi­nanz­hof ging bis­her davon aus, dass bei der Zah­lung eines über­höh­ten Ent­gelts an eine dem Gesell­schaf­ter nahe­ste­hen­de Per­son in Höhe des unan­ge­mes­se­nen Teils des Ent­gelts, der ertrag­steu­er­recht­lich beim Gesell­schaf­ter eine vGA dar­stellt, kei­ne frei­ge­bi­ge Zuwen­dung des Gesell­schaf­ters an die nahe­ste­hen­de Per­son vor­lie­ge. In einem sol­chen Fall feh­le es an der für eine frei­ge­bi­ge Zuwen­dung erfor­der­li­chen Ver­mö­gens­ver­schie­bung zwi­schen dem Gesell­schaf­ter und der nahe­ste­hen­den Per­son 25.
Da im Streit­fall eine frei­ge­bi­ge Zuwen­dung der M‑GmbH an den Ver­mie­ter besteu­ert wur­de, ist nicht zu ent­schei­den, ob eine frei­ge­bi­ge Zuwen­dung der Allein­ge­sell­schaf­te­rin an den Ver­mie­ter vor­liegt.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Sep­tem­ber 2017 – II R 54/​15
vgl. Fischer, in Fischer/​Pahlke/​Wachter, ErbStG, 6. Aufl., § 7 Rz 255b; Geck in Kapp/​Ebeling, § 7 ErbStG, Rz 209; Holthusen/​Burgmann, in: Tiedt­ke, ErbStG, 2009, § 7 Rz 51; Viskorf/​Haag/​Kerstan, NWB Steu­er- und Wirt­schafts­recht 2012, 927; a.A. Meincke, Erb­schaft­steu­er- und Schen­kungsteu­er­ge­setz, Kom­men­tar, 16. Auf­la­ge § 7 Rz 74c; Götz in Wilms/​Jochum, Erb­schaft­steu­er- und Schen­kungsteu­er­ge­setz, § 15 Rz 188 f. Stand März 2015; Erkis, DStR 2016, 350; van Lishaut, Zeit­schrift für Erbrecht und Ver­mö­gens­nach­fol­ge ‑ZEV- 2016, 19[↩]