Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2024/83
Timestamp: 2020-04-07 17:46:43
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.03.1984 - III ZR 24/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,177
BGH, 29.03.1984 - III ZR 24/83 (https://dejure.org/1984,177)
BGH, Entscheidung vom 29.03.1984 - III ZR 24/83 (https://dejure.org/1984,177)
BGH, Entscheidung vom 29. März 1984 - III ZR 24/83 (https://dejure.org/1984,177)
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Bewertung eines Darlehensvertrages als Teilstück eines finanzierten Abzahlungskaufs - Anwendbarkeit der Vorschriften des Abzahlungsgesetzes - Wirtschaftliche Einheit zwischen Kaufvertrag und Darlehensvertrag
Widerrufsrecht des Käufers beim finanzierten Abzahlungskauf auch hinsichtlich des Darlehensvertrages
AbzG § 1 b, 1 d, 6
BGHZ 91, 9
NJW 1984, 1755
ZIP 1984, 682
WM 1984, 649
BB 1984, 1119
Schon unter der Geltung des Abzahlungsgesetzes entsprach es der Rechtsprechung, dass bei einem verbundenen Geschäft dem Darlehensgeber nach einem Widerruf kein Anspruch gegen den Verbraucher auf Rückzahlung des an den Unternehmer geflossenen Darlehens zustand (BGH, Urteil vom 29. März 1984 - III ZR 24/83, BGHZ 91, 9, 18 f).
Dieser Schutzzweck würde gefährdet, wenn der Widerrufende dem Darlehensgeber den - dem Verkäufer zugeflossenen - Kreditbetrag erstatten müßte und seinerseits auf einen entsprechenden gegen den Verkäufer gerichteten Anspruch angewiesen wäre, also das Risiko seiner Durchsetzung tragen müßte (BGHZ 91, 9, 17/18).
Es kann sogar ausreichend sein, wenn zunächst ein Bargeschäft geschlossen und erst nachträglich eine Finanzierung über Kredit vereinbart wird, sofern nur - wie hier der Fall - die Lieferung der Kaufsache erst nach der Finanzierungszusage erfolgte (BGHZ 91, 9, 13 für einen Abzahlungskauf).
Eine entsprechende Anwendung dieser Vorschrift gemäß § 6 AbzG ist nur bei finanzierten Abzahlungskäufen geboten, wenn Kauf und Kreditvertrag eine wirtschaftliche Einheit bilden (vgl. Senatsurteil BGHZ 91, 9, 11 m. w. Nachw.).
Mit den genannten Entscheidungen hat der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes auf die frühere Rechtsprechung zum alten Abzahlungsgesetz zurückgegriffen, wonach beim finanzierten Abzahlungskauf im Falle des Widerrufs durch den Käufer das Kreditinstitut den bereicherungsrechtlichen Ausgleich wegen der von ihm ausgezahlten Darlehensvaluta beim Verkäufer suchen muss und vom Käufer nur den Kaufgegenstand als "empfangene Leistung" zurückverlangen kann (…BGH, Urt. v. 6.12.1979 - III ZR 46/78, NJW 1980, 938, 940 unter I 7; Urt. v. 29.3.1984 -III ZR 24/83, BGHZ 91, 9, 17 ff., unter II 1 und 2;… zust. BGH, Urt. v. 17.9.1996 - XI ZR 164/95, BGHZ 133, 254, 263 unter Hinweis auf Urt. v. 25.5.1993 - XI ZR 140/92, WM 1993, 1236, 1237 unter II 4).
BGH, 14.06.1984 - III ZR 110/83
Widerruf beim finanzierten Abzahlungskauf
Die objektiven und subjektiven Voraussetzungen, unter denen nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. BGHZ 83, 301, 304 [BGH 25.03.1982 - III ZR 198/80] m.w.Nachw.;Urteil vom 29. März 1984 - III ZR 24/83 = ZIP 1984, 682, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) Kauf- und Kreditvertrag trotz ihrer rechtlichen Selbständigkeit eine wirtschaftliche Einheit bilden, liegen nach den Feststellungen des Berufungsgerichts vor.
Beide Verträge werden erst wirksam, wenn der Käufer/Darlehensnehmer von seinem Widerrufsrecht nicht innerhalb der Frist des § 1 b Abs. 1 AbzG Gebrauch gemacht hat (Senatsurteil vom 29. März 1984 aaO).
Beim finanzierten Abzahlungskauf reicht es dazu nicht aus, daß die Kaufsache geliefert und die Darlehensvaluta an den Verkäufer ausgezahlt worden ist; notwendig ist vielmehr die vollständige Tilgung der Darlehensraten (Senatsurteil vom 29. März 1984 a.a.O. zu I. 2. b) dd).
Ob die Widerrufserklärung gegenüber dem Verkäufer schon genügt, um auch das Wirksamwerden des Darlehensantrages endgültig zu verhindern, hat der Senat in seinem Urteil vom 29. März 1984 (a.a.O. zu I. 2. b) aa) noch offengelassen.
Das ergibt sich aus dem Wesen des finanzierten Abzahlungskaufs: Es gehört zu dessen Voraussetzungen, daß beide Verträge wirtschaftlich derart miteinander verbunden sind, daß keiner ohne den anderen geschlossen worden wäre oder jeder von beiden seinen Sinn erst durch den anderen erhält (Senatsurteil vom 29. März 1984 a.a.O. zu I. 1. m.w.Nachw.).
Auch aus § 1 d AbzG oder § 812 BGB kann die Klägerin nicht die Rückzahlung des Darlehensbetrages verlangen (Senatsurteil vom 29. März 1984 a.a.O. zu II.).
Das Vorliegen einer wirtschaftlichen Einheit zwischen Darlehensvertrag und finanziertem Rechtsgeschäft setzt voraus, daß beide Vereinbarungen über ein Zweck-Mittel-Verhältnis hinaus derart miteinander verbunden sind, daß kein Geschäft ohne das andere geschlossen worden wäre oder jeder der Verträge seinen Sinn erst durch den anderen erhält (BGHZ 91, 9, 11;… BGH, Urt. v. 15. Mai 1990, XI ZR 205/88, NJW-RR 1990, 1072, 1073 m.w.N.;… v. 5. Mai 1992, XI ZR 242/91, aaO).
Diese Feststellung setzt voraus, daß objektiv bestimmte Umstände (Verbindungselemente) vorliegen und dadurch subjektiv beim Darlehensnehmer - für den Darlehensgeber erkennbar - der Eindruck, erweckt wird, Verkäufer und Darlehensgeber stünden ihm gemeinsam als Vertragspartner gegenüber (BGHZ 83, 301, 304 [BGH 25.03.1982 - III ZR 198/80]; 91, 9, 11 f. [BGH 29.03.1984 - III ZR 24/83]; 91, 338, 341 [BGH 14.06.1984 - III ZR 110/83]; BGH, Urteil vom 15. Januar 1987 - III ZR 222/85, WM 1987, 365, 366;Senatsurteil vom 15. Mai 1990 - XI ZR 205/88, WM 1990, 1234).
Das steht nicht nur in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (so ausdrücklich Urteil vom 25.04.2006 - XI ZR 193/04 Tz. 19, 20 m.w.N. - Widerruf des Darlehensvertrags), sondern auch im Einklang mit der früheren Rechtsprechung zum finanzierten Abzahlungskauf (BGHZ 91, 9, 17/18).
BGH, 15.05.1990 - XI ZR 205/88
BGH, 24.04.1985 - VIII ZR 73/84
Mietvertrag als verdecktes Abzahlungsgeschäft - Form des Widerrufs