Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2089,%20369
Timestamp: 2019-08-24 23:29:36
Document Index: 242226270

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 134', 'BGH', '§ 134', 'BGH']

BGH, 19.01.1984 - VII ZR 121/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,186
BGH, 19.01.1984 - VII ZR 121/83 (https://dejure.org/1984,186)
BGH, Entscheidung vom 19.01.1984 - VII ZR 121/83 (https://dejure.org/1984,186)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 1984 - VII ZR 121/83 (https://dejure.org/1984,186)
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Keine Nichtigkeit eines Werkvertrages bei Unkenntnis des Bestellers von Verstoß des Unternehmers gegen Schwarzarbeitsverbot
Keine Nichtigkeit eines Vertrages bei einseitigen Verstoß gegen das SchwarzArbG
Schwarzarbeit als Nichtigkeitsgrund?
§ 134 BGB; §§ 1, 2 BGBl 11252
Zur Nichtigkeit von Verträgen bei einseitigem Verstoß gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit
Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot - Werkvertrag - Schwarzarbeit - Kenntnis des Vertragspartners
BGHZ 89, 369
BGHZ 89, 379
NJW 1984, 1175
ZIP 1984, 455
MDR 1984, 480
BB 1984, 1002
BB 1984, 637
JR 1985, 146
JR 1985, 148
BauR 1984, 290
Nachdem zu diesem Zeitpunkt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Übereinstimmung mit der ganz herrschenden Meinung (vgl. die Nachweise bei BGH, Urteil vom 19. Januar 1984 - VII ZR 121/83, aaO, S. 375) schon die frühere Fassung des Gesetzes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erforderte, dass Verträge, die den Ordnungswidrigkeitstatbeständen zugrunde lagen, bei bestimmter Beteiligung beider Vertragspartner nichtig waren, gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass diese Rechtsfolge nunmehr mit dem neuen Gesetz nicht mehr eintreten sollte.
Richtet sich ein gesetzliches Verbot hingegen nur gegen einen Geschäftspartner, so tritt Nichtigkeit nur ausnahmsweise ein (BGH NJW 1981, 1204, 1205; NJW 1984, 230, 231; NJW 1984, 1175, 1176, jeweils m.w.N.; BGHZ 93, 264, 267).
Die vom Berufungsgericht in diesem Zusammenhang zitierten Urteile des Bundesgerichtshofes (NJW 1981, 387 [BGH 23.10.1980 - IVa ZR 33/80]; NJW 1984, 230, 231 und NJW 1983, 109; NJW 1984, 1175) betreffen nicht vergleichbare Sonderfälle.
Lediglich im Falle eines Werkvertrages bei nur einseitigem Gesetzesverstoß durch den Unternehmer wurde ausnahmsweise die Ungültigkeit des Vertrages dann verneint, wenn der Besteller den Gesetzesverstoß der Gegenseite nicht kannte (BGH NJW 1984, 1175, 1176).
Vielmehr habe der subjektiv rechtmäßig handelnde Besteller "die Wahl, ob er den Vertrag durchführen, aus wichtigem Grunde kündigen oder wegen des arglistigen Verhaltens seines Vertragspartners gar anfechten" wolle (BGHZ 89, 369, 374 f; NJW 85, 2403, 2404 unter 3. b).
Er ist aber in all diesen Fällen von der generellen Gültigkeit des Werkvertrages ausgegangen und hat es für ausreichend gehalten, den Unternehmer allein ordnungsrechtlich zur Verantwortung zu ziehen (BGHZ 89, 369, 375; NJW 85, 2403, 2404; ebenso Benöhr, BB 75, 232, 235; NJW 75, 1970; Sonnenschein, JZ 76, 497, 502 f.; Köhler, JZ 90, 466, 467 f.; LG Leipzig, BauR 99, 923;… a.A. (Teilnichtigkeit): Canaris, NJW 85, 2404 f., Münchner Kommentar/Mayer-Maly, 3. Aufl., BGB § 134 Rn. 64;… Staudinger/Sack, 13. Aufl., BGB § 134 Rn. 279/280; LG Mainz, NJW-RR 98, 48; LG Bonn, NJW-RR 91, 180).
Zwar ist in bestimmten Fällen trotz der Verletzung eines gesetzlichen Verbotes eine Nichtigkeit des Rechtsgeschäftes nur eingeschränkt anzunehmen, etwa für den Fall eines einseitigen Verstoßes des Auftragnehmers gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ohne Wissen des Auftraggebers (BGH BauR 1984, S. 290).
Sollte das Verbot nur die Gemeinde treffen, so führe ein Verstoß nur dann zur Nichtigkeit des Rechtsgeschäfts nach § 134 BGB, wenn dem Verbot ein Zweck zugrunde liege, der gleichwohl die Nichtigkeit des ganzen Rechtsgeschäfts erfordere (vgl. BGHZ 78, 269 ff.; 89, 369 ff.; 115, 123 ff.; 143, 283 ff.).
OLG Düsseldorf, 18.12.2008 - 5 U 84/08
Nichtigkeit eines Werkvertrages wegen Schwarzarbeit; Darlegungs- und Beweislast …
LG Bonn, 08.04.2004 - 13 O 202/02
Keine Gewährleistung beim Schwarzarbeit-Bauvertrag!