Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1207.htm
Timestamp: 2018-12-15 05:14:52
Document Index: 89636156

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 24', '§ 4', '§ 2', '§ 4']

1.207 Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Hammers­bachtal nordöstlich von Westgartshausen« und das zugehörige Landschaftsschutzgebiet »Retzklinge Ebnet -Frauenberg und Umgebung« vom 15. März 1995 (GBl. v. 17.05.1995, S. 340).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz vorn 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), wird verordnet:
1. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen«;
das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Retzklinge - Ebnet - Frauenberg und Umgebung«.
(1) Das Naturschutzgebiet »Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen« hat eine Größe von ca. 15,4 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 28. Juli 1994 auf dem Gebiet der Stadt Crailsheim, Gemarkung Westgartshausen, im wesentlichen das Tal des Hammersbaches östlich von Westgartshausen sowie dessen nördlichen Talhang und Teile des südlichen Talbereiches.
Nrn. 93, 95, 97, 100, 101, 109, 110, 1048, 1050, 1051, 1053-1056, 1060, 1065/2, 1065/3, 1065/4, 1066, 1067/5, 1071/1, 1127/1, 1132;
Nrn. 89, 91, 105, 106, 107, 108, 137 (Weg), 142, 143, 174, 175, 1061, 1062, 1067/1, 1071/2, 1072 (Weg), 1072/5, 1093/1, 1115, 1115/1, 1126 (Weg), 1126/1 (Weg), 1133/1, 1133/2, 1134, 1136.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet »Retzklinge - Ebnet Frauenberg und Umgebung« hat eine Größe von ca. 40,2 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 28. Juli 1994 auf dem Gebiet der Stadt Crailsheim, Gemarkungen Goldbach und Westgartshausen, Flächen des Keuperstufenrandes (vorwiegend Schichten des Gipskeupers) auf Gemarkung Westgartshausen im Anschluß an das Naturschutzgebiet »Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen«. Dazu sind von Norden nach Süden folgende Gewanne und Teile der Gewanne zu zählen:
Deckersgreut, Hägelesäcker, Gemeindewald, Ebnet, Frauenberg, Retzklinge, Steinernes Kreuz.
(3) Das Naturschutzgebiet und das Landschaftsschutzgebiet sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28. Juli 1994 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 1) bzw. flächig grün angelegt (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28.Juli 1994 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 1) bzw. grün angeschummert (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart, beim Landratsamt Schwäbisch Hall in Schwäbisch Hall sowie beim Bürgermeisteramt Crailsheim in Crailsheim auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt,
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes § 2 Abs. 1) ist:
die Erhaltung des landschaftlich reizvollen Tales des Hammersbachs nordöstlich von Westgartshausen, das mit seinem feuchten Talgrund mit typischer Feucht- und Auevegetation einen ökologisch und landschaftlich wertvollen Gegensatz zu den trockenen Heidegebieten an den Hängen bildet;
2. die Erhaltung und Sicherung der vielfältigen Lebensräume von Tieren und Pflanzen, dazu sind insbesondere die Erlenbruchwälder im Auebereich, die Großseggenriede im Bereich der Seen, die trockenen heideähnlichen Talhänge, die wertvollen Baumbestände und alle Übergangsbereiche dazwischen zu zählen,
3. die Erhaltung eines ökologischen Ausgleichs- und Regenerationsraumes;
4. der Schutz der kulturhistorisch bedeutsamen Nutzung der Hänge in diesem Raum durch die Beweidung mit Schafen und der damit verbundenen typischen Vegetation und des dadurch geprägten Landschaftsbildes.
2. die Erhaltung und Sicherung des Keuperstufenrandes mit seiner typischen, durch Schafbeweidung entstandenen Vegetation, bzw. anderen extensiven Nutzungen in Form von Wald und Grünländern vor allem magerer, aber auch feuchter Ausprägung;
12. Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen, unberührt bleibt die Errichtung von Ruhebänken im Einvernehmen mit dem zuständigen Naturschutzbeauftragten;
5. der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert (in der Vorlage:... zweck!) der Landschaft beeinträchtigt wird.
2. Errichtung von Einfriedigungen, ausgenommen Einfriedigungen in Ausübung einer ordnungsgemäßen Land- oder Forstwirtschaft;
3. Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art, ausgenommen sind einfache Drainagen außerhalb von geschützten Feuchtgebieten gemäß § 24a NatSchG;
(1) § 4 Abs. 1 und 2 gilt in dem Naturschutzgebiet (§ 2 Abs. 1) nicht:
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Ziff. 9 und mit der Maßgabe, daß die Verbote der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 19. Dezember 1980 (BGBI.1 S.2335), geändert durch die Zweite Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 21.März 1986 (BGBI.I S. 363) zu beachten sind;
3. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit den Maßgaben, daß
d) im öffentlichen Wald die vorhandenen Nadelbaumbestände langfristig in naturnahe, standortgerechte Laubbaumbestände umgebaut werden;
(2) Gleichzeitig tritt die Landschaftsschutzgebietsverordnung des Landratsamtes Crailsheim »Steinernes Kreuz bei Westgartshausen« vom 1.September 1969, veröffentlicht im Hohenloher Tagblatt vom 4. September 1969, außer Kraft, soweit sie den Geltungsbereich dieser Verordnung betrifft. Ebenso tritt die Naturdenkmalverordnung des Landkreises Schwäbisch Hall vom 24. Oktober 1983 außer Kraft, soweit sie das Naturdenkmal »Kirchsee« Nr.5/36, veröffentlicht am 2.November 1983 im Hohenloher Tagblatt, in der Gaildorfer Rundschau und im Haller Tagblatt, betrifft.