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Timestamp: 2019-05-22 01:15:51
Document Index: 13474625

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BGH bestätigt Vorgehen von Unitymedia: Aktiver Widerspruch gegen öffentliches WLAN in privaten Routern reicht aus | hr3.de | Themen
BGH bestätigt Vorgehen von Unitymedia: Aktiver Widerspruch gegen öffentliches WLAN in privaten Routern reicht aus
Streit um öffentliches WLAN bei privaten Routern BGH bestätigt Vorgehen von Unitymedia
Veröffentlicht am 25.04.19 um 05:00 Uhr
Dient der eigene WLAN-Router bald auch Fremden im öffentlichen Netz? Bild © picture-alliance/dpa
Der Bundesgerichtshof hat Unitymedia in letzter Instanz Recht gegeben: Das Unternehmen stellt über private WLAN-Router ein zweites, öffentliches WLAN-Signal bereit. Wie sie das ihren Kunden mitgeteilt haben, ist laut BGH rechtens. Und keine Sorge: Eure Surfgeschwindigkeit wird nicht gemindert.
Die Meldung sorgte Anfang des Jahres für Diskussionen: Unitymedia, das in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg das Kabelnetz betreibt, möchte für seine Kunden teilöffentliche Hotspots anbieten – über die Router seiner Privatkunden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen reichte daraufhin Klage ein.
Die Verbraucherschützer stören sich daran, dass öffentliches Internet über private Router zur Verfügung gestellt werden soll und stützen sich auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Sie verlangen, dass ein Kunde der Zusatznutzung ausdrücklich zustimmen muss. Unitymedia-Kunden haben vor drei Jahren Briefe mit der Info zu dem WLAN-Hotspot bekommen. Und wer das nicht wollte, musste aktiv Widerspruch einlegen. Das sei nicht ausreichend und ein ungefragter Zugriff auf die Infrastruktur der Kundenwohnung unzulässig, argumentierte die Verbraucherzentrale.
BGH bestätigt das Vorgehen von Unitymedia
Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr3 Redakteur Jonathan erklärt, was hinter dem Urteil steckt[Audioseite]
Der BGH hat Unitymedia jetzt in letzter Instanz Recht gegeben. Das heißt nicht nur, dass Unitymedia diese öffentlichen Hotspots schalten darf, sondern vor allem, dass es okay ist, wie das Unternehmen das seinen Kunden mitgeteilt hat.
Die Richter haben ihr Urteil damit bekräftigt, dass Kunden auch noch nachträglich Widerspruch einlegen können. Dafür gibt es ganz einfach ein Blanko-Formular im Netz.
Warum will Unitymedia überhaupt öffentliches WLAN für seine Kunden anbieten?
Unitymedia will damit die "Immer-und-überall-online-sein"-Mentalität unterstützen. Interessant für den Internetanbieter sind zum Beispiel Menschen, die über einem Café wohnen – damit die WLAN-Leistung dort verstärkt wird und nicht alle Gäste über das Café-Netzwerk online gehen müssen. Besonders praktisch: Wenn wir auch unterwegs öfter WLAN haben, sparen wir unser Datenvolumen.
Wie soll dieses teilöffentliche WLAN-Netz umgesetzt werden?
In den meisten Fällen sind die WLAN-Router für die Vertragsdauer vom Kabelnetzbetreiber geliehen. Sie gehören faktisch also ihm. Auf diesen Routern möchte Unitymedia ein zweites, separates WLAN – zusätzlich zu Eurem privat genutzten – zur Verfügung stellen. Das dient als öffentlicher Hotspot für Unitymedia-Kunden – deshalb wäre das Netz auch nur teilöffentlich.
Woran erkenne ich, ob ich einen entsprechend genutzten Router Zuhause habe?
Im Prinzip geht’s erst mal um alle Router von Unitymedia, vor allem aber um neuere Modelle. Die Kunden, auf deren Geräten Unitymedia ein zweites, öffentliches Netz einrichten will, werden laut Unitymedia vorher informiert.
Seit 2016 hat Unitymedia seine Kunden per Post darüber informiert, dass sie ein teilöffentliches Netzwerk über die Kundenrouter aufbauen wollen. In diesem Schreiben wurde den Kunden ein Widerrufsrecht eingeräumt. Wer das nicht wollte, hatte vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, von der Ihr auch jetzt noch Gebrauch machen könnt: nämlich den geliehenen Unitymedia-Router zurückgeben und einen eigenen kaufen.
Macht das mein Internet langsamer, wenn noch jemand über meinen Router surft?
Nein! Die eigene Geschwindigkeit wird nicht beeinträchtigt und durch die Trennung der beiden Netze sind auch die Daten sicher.
Wenn jemand im Internet etwas Illegales über meinen Router macht, klingelt die Polizei dann bei mir?
Ebenfalls Nein. Dadurch, dass die beiden Einrichtungen technisch strikt voneinander getrennt sind, lässt sich gut nachvollziehen, ob von einem privaten oder von einem öffentlichen Zugang aus "Schindluder" betrieben wurde.
Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 25.04.2019, 05:00 Uhr
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