Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BeckRS%202011,%2029798
Timestamp: 2019-07-23 10:16:16
Document Index: 157246301

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 4', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.10.2011 - VI ZR 139/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,1018
BGH, 25.10.2011 - VI ZR 139/10 (https://dejure.org/2011,1018)
BGH, Entscheidung vom 25.10.2011 - VI ZR 139/10 (https://dejure.org/2011,1018)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2011 - VI ZR 139/10 (https://dejure.org/2011,1018)
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Behandlungsfehler (grober) - Voraussetzungen
christmann-law.de (Volltext und Entscheidungsanmerkung)
Arzthaftung: Gericht muss bei Widerspruch im Gutachten nachfragen
Medizinrecht - Einstufung als Behandlungsfehler
Qualifizierung eines Behandlungsfehlers als "grob fehlerhaft" setzt keine subjektive Vorwerfbarkeit voraus
Herzinfarkt-Patient falsch behandelt? - BGH zum "groben Behandlungsfehler" und der daraus folgenden "Beweislastumkehr"
Wer ausschert, riskiert groben Behandlungsfehler
Grober Behandlungsfehler nach objektiven Kriterien zu bewerten
LG Limburg, 24.08.2009 - 4 O 20/07
OLG Frankfurt, 18.05.2010 - 8 U 181/09
NJW 2012, 227
MDR 2012, 150
AnwBl 2012, 127
JR 2012, 427
BeckRS 2011, 29798
Entgegen der Auffassung der Revision hat das Berufungsgericht nicht verkannt, dass die Beurteilung, ob ein Behandlungsfehler als grob oder nicht grob einzustufen ist, eine juristische Wertung ist, die dem Tatrichter und nicht dem Sachverständigen obliegt (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362 Rn. 9 mwN).
Um den Grad des Verschuldens eines Sachverständigen zuverlässig beurteilen zu können, bedarf es vielfach - und so auch hier - der Hinzuziehung eines Sachverständigen für das betroffene Fachgebiet; dessen Einschätzung ist für den Tatrichter zwar nicht bindend, doch muss er sich hiermit nachvollziehbar auseinandersetzen (vgl. zur Beurteilung eines Behandlungsfehlers als "grob": BGH, Urteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, NJW 2012, 227, 228 Rn. 9 mwN).
b) Bei der Einstufung eines ärztlichen Fehlverhaltens als grob handelt es sich um eine juristische Wertung, die dem Tatrichter und nicht dem Sachverständigen obliegt (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362 Rn. 9 mwN).
Ein Behandlungsfehler ist nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats nur dann als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. etwa Senatsurteil vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362 Rn. 8 mwN).
Insoweit ist nur nachprüfbar, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt und ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff außer Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gewürdigt hat (…st. Rspr., vgl. etwa Senatsurteile vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 24;… vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 8; vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362 Rn. 7, jeweils mwN).
a) Ein Behandlungsfehler ist nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (Senatsurteile vom 25. Oktober 2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362 Rn. 8;… vom 17. November 2015 - VI ZR 476/14, NJW 2016, 563 Rn. 14).
Bei der Einstufung eines ärztlichen Fehlverhaltens als grob handelt es sich um eine juristische Wertung, die dem Tatrichter und nicht dem Sachverständigen obliegt (vgl. Senatsurteil vom 25. Oktober 2011, aaO Rn. 9 mwN).
Grob ist ein Behandlungsfehler dann, wenn er aus objektiver ärztlicher Sicht bei Anlegung des für einen Arzt geltenden Ausbildungs- und Wissensmaßstabes nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint, weil ein solcher Fehler dem behandelnden Arzt aus dieser Sicht schlechterdings nicht unterlaufen darf (BGH, NJW 2012, 227f;… Katzenmeier, in: Laufs / Katzenmeier / Lipp, Arztrecht, 7. Auflage 2015, Abschnitt XI Rdn. 72).
aa) Nach Ansicht des Senats, die er sich nach kritischer Prüfung der entsprechenden Bewertung des Sachverständigen auf der tatsächlichen Grundlage seiner Ausführungen unter Berücksichtigung aller Umstände gebildet hat (vgl. dazu BGH, NJW 2012, 227 f.; BGH, VersR 2004, 645, 647; BGH, VersR 2008, 644, 645; BGH, VersR 2009, 1406, 1408), liegt ein grober Behandlungsfehler hier nicht vor.
Insbesondere stellt das Unterlassen der Blutuntersuchung als solches keinen groben Behandlungsfehler dar, also ein medizinisches Fehlverhalten, das aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil ein solcher Fehler dem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. BGH, NJW 2012, 227 f.; BGH, VersR 2007, 995; BGH, VersR 2004, 909).
c) Mit der zutreffenden Begründung des Landgerichts ist davon auszugehen, dass die in §§ 1 Abs. 1, 5 Abs. 1 Pkw-EnVKV geregelten Informationspflichten Marktverhaltensregelungen im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG darstellen, die ihre Grundlage im Unionsrecht, insbesondere in der Richtlinie 1999/94/EG vom 13.12.1999 über die Bereitstellung von Verbraucherinformationen über den Kraftstoffverbrauch und CO 2 -Emissionen beim Marketing für neue Personenkraftwagen (EG-Abl. Nr. L 12/16), haben (vgl. nur BGH NJW 2012, 227 Tz. 16 - Neue Personenkraftwagen; Senat, Beschl. v. 3.6.2009 - 6 W 60/09, MMR 2010, 103;… Köhler/Bornkamm, UWG, 33. Aufl. 2015, § 4 Rn. 11.131a).
Andernfalls bietet der erhobene Sachverständigenbeweis keine ausreichende Grundlage für die tatrichterliche Überzeugungsbildung (BGH, NJW 2012, 227 f., Tz. 12 m.w.N.).
OLG Hamm, 16.12.2014 - 26 U 81/14
"Nur" 4.000 Euro Schmerzensgeld für behandlungsfehlerhafte zahnprothetische …
Ein Behandlungsfehler ist als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und dadurch einen Fehler begangen hat, der aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil ein solcher Fehler einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. BGH Urt. v. 25.10.2011 - VI ZR 139/10, VersR 2012, 362;… BGH Urt. v. 20.09.2011 - VI ZR 55/09, VersR 2011, 1569;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Aufl. B. Rdn. 252).
OLG Nürnberg, 15.07.2016 - 5 U 294/15
Zum Frage des Vorliegens eines groben Behandlungsfehlers durch Unterlassen einer …
OLG Köln, 15.06.2015 - 5 U 186/14
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OLG Koblenz, 04.12.2013 - 5 U 1018/13
Infektion unklarer Genese nach Applikation einer Infusionszubereitung
OLG Köln, 10.09.2014 - 5 U 97/14
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OLG Köln, 10.09.2012 - 5 U 49/12
Schadensersatz- und Schmerzensgeldbegehren aufgrund eines ärztlichen …
OLG Koblenz, 27.10.2014 - 5 U 497/14
Schmerzensgeldbemessung für überflüssige, aber folgenlose Knieoperation - patella …
OLG Koblenz, 02.01.2013 - 5 U 1298/12
Abweisung der Arzthaftungsklage wegen Refixierung einer knöchernen …
OLG Koblenz, 05.05.2014 - 5 U 44/144
Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der Kausalität eines Diagnosefehlers bei …