Source: http://cpm-steuerberater.de/2017/05/29/festsetzung-der-schenkungssteuer-gegen-den-schenker/
Timestamp: 2018-06-20 12:46:30
Document Index: 242588255

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 44', '§ 5', '§ 121', '§ 425', '§ 421', '§ 421']

Festsetzung der Schenkungssteuer gegen den Schenker - Steuerberater Müller HamburgSteuerberater Müller Hamburg
← BFH, 16.11. 2016, II R 29/13
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Der BFH hatte in einem Urteil vom 08.03.2017 (II R 31/15) über die mögliche Festsetzung der Schenkungssteuer gegen den Schenker nach Falschfestsetzung der Schenkungssteuer gegen den Beschenkten zu entscheiden.
Hat der Schenker im Verhältnis zum Beschenkten die Entrichtung der Schenkungsteuer vertraglich übernommen, ist es nach Ansicht der Richter nicht ermessensfehlerhaft, wenn die Finanzbehörde nach einer zu niedrigen Festsetzung der Steuer gegen den Beschenkten für die Differenz zu der rechtmäßig festzusetzenden Steuer den Schenker in Anspruch nimmt.
Nach § 20 Abs. 1 Satz 1 ErbStG schulden sowohl Schenker als auch Beschenkter die Schenkungsteuer und sind daher Gesamtschuldner nach § 44 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO).
Jeder der Gesamtschuldner schuldet die gesamte Leistung. Die Entscheidung, gegen welchen der Gesamtschuldner die Schenkungsteuer festgesetzt wird, hat das Finanzamt nach pflichtgemäßem Ermessen zu treffen (§ 5 AO).
Die Ermessensentscheidung bedarf jedoch einer Begründung, soweit diese zum Verständnis des Steuerbescheids erforderlich und die Begründung nicht nach § 121 Abs. 2 AO entbehrlich ist.
Hat die Finanzbehörde trotz der Selbstverpflichtung des Schenkers einen Steuerbescheid gegen den Beschenkten erlassen, muss der Schenker mit dem Erlass eines Bescheids an ihn selbst rechnen, falls die Steuer dem Beschenkten gegenüber zu niedrig festgesetzt worden ist.
Ein bestandskräftiger Steuerbescheid entspricht einem rechtskräftigen Urteil, welches nur für oder gegen denjenigen Gesamtschuldner wirkt, der es erstritten hat (§ 425 Abs. 2 BGB).
Der auch im Steuerrecht geltende § 421 BGB setzt nicht voraus, dass die Finanzbehörde gegenüber den Steuerschuldnern ihre Forderung stets in voller Höhe und nicht „scheibchenweise“ geltend macht. Nach dem Wortlaut des § 421 BGB kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder „zu einem Teile“ fordern.
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