Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=04.05.1999&Aktenzeichen=1%20B%2034.99
Timestamp: 2019-11-18 09:23:25
Document Index: 169858395

Matched Legal Cases: ['§ 8', 'Art. 70', 'Art. 80', 'Art. 70', '§ 2', 'Art. 22', '§ 9', '§ 9', '§ 1', '§ 9', '§ 11']

BVerwG, 04.05.1999 - 1 B 34.99 - dejure.org
https://dejure.org/1999,2954
BVerwG, 04.05.1999 - 1 B 34.99 (https://dejure.org/1999,2954)
BVerwG, Entscheidung vom 04.05.1999 - 1 B 34.99 (https://dejure.org/1999,2954)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Mai 1999 - 1 B 34.99 (https://dejure.org/1999,2954)
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Preise, Preisrecht, Preise bei öffentlichen Aufträgen, öffentliche Aufträge, Betreten von Geschäftsräumen, Auskunftserteilung, Verordnung, Ermächtigungsgrundlage, Gesetz, Obsoletwerden eines Gesetzes, Bundesrat, Zustimmung des Bundesrates, Preisstand, gesamter
Revisionszulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Sache - Wirksamkeit einer Anordnungsverfügung über das Betreten von Geschäftsräumen zur Prüfung der geschäftlichen Unterlagen und dem Auskunftsverlangen - Verfassungsmäßigkeit der Ermächtigung zum Erlass von ...
Preise, Preisrecht, Preise bei öffentlichen Aufträgen, öffentliche Aufträge, Betreten von Geschäftsräumen, Auskunftserteilung, Verordnung, Ermächtigungsgrundlage, Gesetz, Obsoletwerden eines Gesetzes, Bundesrat, Zustimmung des Bundesrates, Preisstand, gesamter ...
VG Darmstadt, 16.06.1994 - 3 E 1524/91
VGH Hessen, 11.01.1999 - 8 UE 3270/94
NVwZ 1999, 1112
DVBl 1999, 1364
Die Vorschrift des § 8 der Verordnung PR Nr. 30/53 über die Preise bei öffentlichen Aufträgen vom 21. November 1953 (BAnz. 1953 Nr. 244), zuletzt geändert durch Art. 70 des Gesetzes vom 8. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1864), - VO PR Nr. 30/53 - ist zwar Bestandteil einer Rechtsverordnung des Bundes und damit grundsätzlich revisibel (vgl. BVerwG, Beschluss vom 4. Mai 1999 - 1 B 34.99 - Buchholz 11 Art. 80 GG Nr. 24 S. 2).
Maßstab für die Rechtmäßigkeit des angefochtenen Bescheides ist die Verordnung PR Nr. 30/53 über die Preise bei öffentlichen Aufträgen vom 21. November 1953 (BAnz 1953 Nr. 244), zuletzt geändert durch Art. 70 des Gesetzes vom 8. Dezember 2010 (BGBl I 1864) - im folgenden VO PR Nr. 30/53. Die VO PR Nr. 30/53 ist formell und materiell rechtmäßig, sie findet ihre Grundlage in § 2 des Übergangsgesetzes über Preisbildung und Preisüberwachung - Preisgesetz - vom 10. April 1948 (WiGBl S. 27), zuletzt geändert durch Art. 22 des Gesetzes vom 18. Februar 1986 (BGBl I 265), der zum Erlass von Rechtsverordnungen auf dem Gebiet der Preise bei öffentlichen Aufträgen ermächtigt (vgl. BVerwG vom 4.5.1999 Az. 1 B 34/99 m.w.N. - juris; ThürOVG vom 13.4.1999 Az. 2 ZEO 18/99 - juris; HessVGH vom 11.1.1999 Az. 8 UE 3300/94 - juris).
Grundlage für die Preisbildung durch die MVA sollten demnach die jeweils geltenden Regelungen über die Preise bei öffentlichen Aufträgen - insbesondere die nach wie vor gültige Verordnung PR 30/53 über die Preise bei öffentlichen Auftragen, zuletzt geändert am 13. Juni 1989 - sein, vgl. zu den Grundlagen und der Geltung dieser Verordnung BVerwG, Urteil vom 21. Februar 1995 - 1 C 36/92 -, NVwZ-RR 1995, 425, Urteil vom 4. Mai 1999 - 1 B 34/99 - NVwZ 1999, 1112; HessVGH, Urteil vom 11. Januar 1999 - 8 UE 3300/94 -, HessVGRspr 1999, 74.
Obwohl es sich somit bei einer Preisprüfung nicht um ein Verwaltungsverfahren im Sinne des Teils II des HVwVfG handeln kann, da in § 9 HVwVfG das Verwaltungsverfahren in Sinne dieses Gesetzes als die nach außen wirkende Tätigkeit der Behörde, die auf die Prüfung der Voraussetzungen, die Vorbereitung und den Erlass eines Verwaltungsakts oder auf den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages gerichtet ist, definiert wird, werden behördliche Maßnahmen, mit denen die in § 9 Abs. 3 VO PR Nr. 30/53 bestimmten Rechte der für die Preisbildung und Preisüberwachung zuständigen Behörden, Unterlagen einzusehen, Abschriften oder Auszüge aus diesen Unterlagen anfertigen zu lassen und Betriebe zu besichtigten, zwangsweise durchgesetzt werden sollen, von der Rechtsprechung - ohne dies näher problematisieren - überwiegend als Verwaltungsakte angesehen (vgl. Hess. VGH, B. v. 11.01.1999 - 8 UE 3300/94 - HessVGRspr 1999, 74; Hess. VGH, B. v. 11.01.1999 - 8 UE 3270/94 -, bestätigt durch BVerwG, B. v. 04.05.1999 - 1 B 34/99 - GewArch 1999, 380; Thüringer OVG, B. v. 13.04.1999 - 2 ZEO 187/99 - ThürVGRspr 1999, 150;… Ebisch/Gottschalk/Hoffjahn/Müller/Waldmann, § 1 VO PR 30/53, Rdnr. 93 und § 9 VO PR Nr. 30/53, Rdnr. 133 m. w. N.).
Der Wegfall bzw. die Änderung der Ermächtigungsgrundlage für den Erlass der BTOElt lässt deren Wirksamkeit unberührt, es sei denn, die Regelungen ständen im Widerspruch zu höherrangigem Recht, vgl. nur Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 21. Februar 1995 - 1 C 36.92 -, Deutsches Verwaltungsblatt (DVBl.) 1996, 149 ff., sowie Beschluss vom 4. Mai 1999 - 1 B 34.99 -, DVBl. 1999, 1364 (1365jbhh Urteil vom 30.04.1992 - 7 C 25.91 -, m. w. Nachw.), was hier aber wegen der Fortschreibung der Ermächtigung in § 11 Abs. 1 Satz 1 EnWG ersichtlich nicht der Fall ist.