Source: https://www.paritaetischer.de/kreisverbaende/unsere-dienstleistungen/pflegerische-dienste/pflegeversicherung/einstufungsverfahren-fuer-pflegeversicherungsleistungen/die-kriterien-fuer-einen-pflegegrad/
Timestamp: 2019-11-19 10:11:48
Document Index: 71079475

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 15', '§ 15']

Die Kriterien für einen Pflegegrad - Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.
"Krankheiten oder Behinderungen im Sinne des Absatzes 1 sind:
Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen." (§ 14 Abs. 2 SGB XI)
"auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate" (§ 14 Abs. 1 SGB XI)
Ein doppelter Armbruch (rechts und links) führt zwar zur zeitweiligen Pflegebedürftigkeit, diese dauert aber nicht länger als sechs Monate. Darum sind keine Leistungen der Pflegeversicherung möglich, aber Leistungen der Häuslichen Krankenpflege wie evtl. Krankenhausverkürzung.
Der Antrag auf Pflegebedürftigkeit wird gestellt, aber als der MDK nach fünf Wochen kommen will, ist der Antragsteller bereits verstorben. Der Antragsteller bzw. seine Erben bekommen dann, wenn nach Aktenlage eine/die Pflegestufe erreicht worden wäre, für fünf Wochen Leistungen der Pflegeversicherung. Die Diagnose der (tödlichen) Krankheit hätte über sechs Monate Bestand gehabt.
"Die Hilfe im Sinne des Absatzes 1 besteht in der
Unterstützung, in der
teilweisen oder
vollständigen Übernahme der Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens oder in der
Beaufsichtigung oder
Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen." (§ 14 Abs. 3 SGB XI)
Die geleistete Hilfe kann nicht nur in der tatsächlich zupackenden Hilfe (teilweise, vollständige Übernahme oder Unterstützung) bestehen, sondern auch in der Anleitung und Beaufsichtigung. Dabei beginnt die Hilfe schon, wenn der Pflegebedürftige beispielsweise nur im Beisein etwas isst, selbst wenn er völlig selbständig essen kann. Er würde nur nicht allein essen. Die Hilfe 'hört auf' bei der vollständigen Übernahme, d.h. dem Pflegebedürftigen wird das Essen löffelweise angereicht ("gefüttert"). An diesem Beispiel wird das Spektrum deutlich was unter den verschiedenen Hilfearten zu verstehen ist.
"Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen" im Sinne des Absatzes 1 sind:
im Bereich der Körperpflege: das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung,
im Bereich der Ernährung: das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung,
im Bereich der Mobilität: das selbständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung: das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen." (§ 14 Abs. 4 SGB XI)
Dieser Verrichtungskatalog ist abschließend vom Gesetzgeber festgelegt. Nur ein Hilfebedarf bei diesen Tätigkeiten kann für die Einstufung berücksichtigt werden. Das hier nicht erwähnte "Haarewaschen" gehört inhaltlich zum Duschen/Baden und wird bei diesen Verrichtungen mit berücksichtigt.
Die Pflegebedürftigkeit wird in drei Stufen eingeteilt, dazu gibt es als Ergänzung der Pflegestufe 3 die Härtefallregelung. Die Abgrenzung der Pflegestufen erfolgt über den Zeitaufwand der Hilfeleistungen bei den oben aufgezählten Verrichtungen. Als Maßstab für den festgelegten Zeitaufwand wird die Zeit genommen, die ein Familienangehöriger oder eine andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson (also z.B. keine Krankenschwester) für die Durchführung benötigen würde. Entscheidend für die Pflegestufe ist allein der Zeitaufwand für die Grundpflegeverrichtungen.
Gesamtbedarf von 90 Minuten, dabei mindestens 45 Minuten im Bereich der Grundpflege (§ 15 Abs. Abs. 1, 1. SGB XI)
Hinweis: täglich allein Bedarf beim Baden reicht nicht aus, da es nur eine Verrichtung ist.
Gesamtbedarf von 180 Minuten, dabei mindestens 120 Minuten im Bereich der Grundpflege (§ 15 Abs. Abs. 1, 1. SGB XI)
Hinweis: Morgens, Mittags und Abends Hilfebedarf bei der Grundpflege.
Hinweis: Lagerungsbedarf auch in der Nacht um 3.00 Uhr.
Achtung!: Ohne nächtlichen Hilfebedarf (in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr) keine Pflegestufe 3, selbst wenn der Grundpflegeaufwand in der übrigen Zeit beispielsweise 300 Minuten beträgt!!!
Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität von mindestens 6 Stunden täglich, davon mindestens dreimal in der Nacht, erforderlich (bei Pflegebedürftigen in vollstationären Pflegeeinrichtungen ist auch die auf Dauer bestehende medizinische Behandlungspflege zeitlich mit zu berücksichtigen) oder