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Timestamp: 2016-10-26 00:30:37
Document Index: 252102539

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 72', 'Art. 73', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 73', 'BGE', 'Art. 114', 'BGE', 'Art. 114', 'Art. 73', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 24', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 24', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 127', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 127', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 34', 'Art. 34', 'BGE', 'BGE', 'Art. 108', 'Art. 34', 'Art. 31', 'Art. 2', 'Art. 30', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 153', 'Art. 156', 'Art. 159']

2A.211/2005 (12.04.2006)
2A.211/2005 /vje
Hauptstrasse 11/17, 8750 Glarus,
Verwaltungsgericht des Kantons Glarus, I. Kammer, Spielhof 1, Postfach 835, 8750 Glarus.
Staats- und Gemeindesteuern 2001,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus, I. Kammer, vom 15. M�rz 2005.
X.________ ist Eigent�mer einer Liegenschaft im Kanton Glarus, die er als Zweitwohnung nutzt. An seinem Hauptsteuerdomizil im Kanton Bern lebt er in einer Mietwohnung. Am 25. April 2003 veranlagte ihn die Steuerverwaltung des Kantons Glarus f�r seine Eink�nfte und sein Verm�gen aus Grundeigentum im Kanton Glarus f�r die Steuerperiode 2001. Den steuerbaren Eigenmietwert setzte sie entsprechend dem Marktmietwert auf Fr. 14'400.-- fest.
Auf Einsprache hin reduzierte die Steuerverwaltung den ebenfalls angefochtenen Verm�genssteuerwert der Liegenschaft, beliess aber den steuerbaren Eigenmietwert auf Fr. 14'400.--. In seinem von der Steuerrekurskommission des Kantons Glarus abgewiesenen Rekurs bestritt X.________ den Marktmietwert nicht, verlangte aber unter anderem, dass der Eigenmietwert seiner Liegenschaft f�r die kantonale Steuer auf 60 % des Marktmietwerts herabgesetzt werde.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus hiess seine Beschwerde am 15. M�rz 2005 teilweise gut und hob den angefochtenen Rekursentscheid sowie den damit best�tigten Einspracheentscheid insoweit auf, "als die Sache zur erg�nzenden Begr�ndung der Landwertberechnung im Rahmen der Verkehrswertschatzung der Liegenschaft und zur Neuer�ffnung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung des Kantons Glarus zur�ckgewiesen wird". Die Verkehrswertberechnung sei ungen�gend begr�ndet, weshalb eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vorliege. Im �brigen wurde die Beschwerde abgewiesen und dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte pauschale Gerichtsgeb�hr auferlegt.
Mit "verwaltungsrechtliche[r] Beschwerde" (richtig: Verwaltungsgerichtsbeschwerde) vom 12. April 2005 beantragt X.________ dem Bundesgericht, Dispositiv Ziff. 1 Abs. 2 und Ziff. 2 des verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 15. M�rz 2005 aufzuheben und den Eigenmietwert seiner Liegenschaft "auf 60 % des Markt-Mietwertes (60 % von CHF 14'400 = CHF 8'640) herabzusetzen". Die Unterscheidung "zwischen selbstgenutztem Wohneigentum am Wohnsitz und selbst genutztem Wohneigentum an einem andern Ort (Zweitwohnung)" verletze das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 BV. Auch fehle es an einer zureichenden gesetzlichen Grundlage f�r die Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitwohnungen bzw. f�r die Besteuerung von Zweitwohnungen zum vollen Marktmietwert.
Die kantonale Steuerverwaltung verzichtet auf eine Vernehmlassung. Das Verwaltungsgericht und die Eidgen�ssische Steuerverwaltung beantragen die Abweisung der Beschwerde.
1.1 Seit dem 1. Januar 2001 ist die den Kantonen zur Anpassung ihrer Gesetzgebung an das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (Steuerharmonisierungsgesetz, StHG; SR 642.14) einger�umte Frist gem�ss Art. 72 Abs. 1 StHG abgelaufen. Der Beschwerdef�hrer macht eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots bei der Festsetzung des Eigenmietwerts in der Steuerperiode 2001 geltend. Bei der Besteuerung des Eigenmietwerts handelt es sich um eine im zweiten Titel des Steuerharmonisierungsgesetzes geregelte Materie, weshalb die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 73 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 StHG zul�ssig ist. Der Beschwerdef�hrer ist als Steuerpflichtiger durch das kantonal letztinstanzliche Urteil des Glarner Verwaltungsgerichts beschwert und zur Beschwerdef�hrung legitimiert. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist grunds�tzlich einzutreten (vgl. BGE 131 II 1 E. 2.1 S. 4; 130 II 202 E. 1 S. 204; 128 II 56 E. 1a S. 58 f.).
1.2 Das Bundesgericht pr�ft bei der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 73 StHG frei, ob das kantonale Recht und dessen Anwendung durch die kantonalen Instanzen mit den Vorgaben des Steuerharmonisierungsgesetzes �bereinstimmen. Soweit das Steuerharmonisierungsgesetz dem kantonalen Gesetzgeber einen Gestaltungsspielraum einr�umt, richtet sich die Pr�fungsbefugnis des Bundesgerichts auch im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach den f�r die staatsrechtliche Beschwerde geltenden Grunds�tzen (BGE 131 II 710 E. 1.2 S. 713 mit Hinweisen).
1.3 Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wendet das Bundesgericht das massgebende Bundesrecht von Amtes wegen an, ohne an die Begr�ndung der Parteibegehren gebunden zu sein (Art. 114 Abs. 1 OG); es kann die Beschwerde auch aus andern als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 131 II 1 E. 2.3 S. 4 f. mit Hinweis).
1.4 Hebt das Bundesgericht in verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren das angefochtene Urteil auf, so entscheidet es selbst in der Sache oder weist diese zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ck (Art. 114 Abs. 2 Satz 1 OG). Demgegen�ber hat die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 73 StHG in Bezug auf die kantonalen Steuern nur kassatorische Wirkung. Das Bundesgericht kann bei Gutheissung lediglich den angefochtenen Entscheid aufheben und die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckweisen (BGE 131 II 1 E. 2.3 S. 5; 130 II 509 E. 8.3 S. 511). Dar�ber hinausgehende Antr�ge sind nicht zul�ssig.
2.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die landr�tliche Verordnung bilde keine ausreichende gesetzliche Grundlage f�r die unterschiedliche Besteuerung von Erst- und Zweitwohnungen, d.h. f�r die Unterscheidung zwischen der selbstgenutzten Liegenschaft, wo der Steuerpflichtige sein Hauptsteuerdomizil hat (Erstwohnung), und Ferien- und Wochenendh�usern (Zweitwohnung).
2.2 Das Erfordernis der gesetzlichen Grundlage (Legalit�tsprinzip) im Abgaberecht ist ein selbst�ndiges verfassungsm�ssiges Recht, dessen Verletzung unmittelbar gest�tzt auf Art. 127 Abs. 1 BV (Art. 4 aBV) geltend gemacht werden kann. Danach bed�rfen �ffentliche Abgaben einer formellgesetzlichen Regelung - zumindest in den Grundz�gen - �ber ihre Ausgestaltung, namentlich den Kreis der Steuerpflichtigen, den Gegenstand der Steuer und deren Bemessung (BGE 131 II 562 E. 3.1 S. 565; 129 I 346 E. 5.1 S. 353 f.; 128 I 317 E. 2.2.1 S. 320 f. mit Hinweisen). Als Gesetze im formellen Sinn gelten vorab die einem obligatorischen oder fakultativen Referendum unterworfenen kantonalen Erlasse. Doch k�nnen auch vom Parlament allein beschlossene Erlasse die Funktion des formellen Gesetzes erf�llen, wenn die kantonale Verfassung selber f�r die betreffende Materie die abschliessende Zust�ndigkeit des Parlaments vorsieht oder aber Raum daf�r l�sst, dass der Gesetzgeber die betreffende Rechtsetzungskompetenz an das Parlament delegiert. Die in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an die Vorgaben im formellen Gesetz, auf welche sich Abgabeerlasse nachgeordneter Beh�rden st�tzen m�ssen, gelten dementsprechend nur f�r die Delegation der Regelungskompetenz an Exekutivbeh�rden, nicht aber dort, wo das Parlament, sei es von Verfassungs wegen oder aufgrund einer Gesetzesdelegation, zur Festsetzung von Abgaben zust�ndig ist (BGE 126 I 180 E. 2 S. 182; 124 I 216 E. 3a S. 218 f.; 118 Ia 245 E. 3b S. 247 ff.). Ob die einer kantonalen Gesetzesvorschrift gegebene Auslegung zul�ssig ist, beurteilt das Bundesgericht auch bei Anrufung des speziellen abgaberechtlichen Legalit�tsprinzips nur unter dem Gesichtswinkel der Willk�r; mit freier Kognition pr�ft es dagegen auf entsprechende R�ge hin, ob die aus der Bundesverfassung folgenden Anforderungen an die Ausgestaltung und Bestimmtheit der formellgesetzlichen Vorgaben und die damit zusammenh�ngenden Delegationsschranken eingehalten sind (BGE 126 I 180 E. 2a/aa S. 182 mit Hinweisen).
2.3 Das von der Glarner Landsgemeinde verabschiedete Steuergesetz vom 7. Mai 2000 (StG/GL) sieht f�r die Besteuerung unbeweglichen Verm�gens Folgendes vor:
1 Steuerbar sind alle Ertr�ge aus unbeweglichem Verm�gen, insbesondere:
2. der Mietwert von Liegenschaften oder Liegenschaftsteilen, die dem Steuerpflichtigen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts f�r den Eigengebrauch zur Verf�gung stehen; ...
2 Der Eigenmietwert ist unter Ber�cksichtigung des Marktwertes, der F�rderung von Eigentumsbildung und Selbstvorsorge massvoll festzulegen. Der Landrat regelt die Einzelheiten durch eine Verordnung.
Zum Eigenmietwert bestimmt der Glarner Landrat in der Verordnung vom 22. November 2000 �ber die Bewertung der Grundst�cke (GstBV):
1 Der Eigenmietwert von selbstgenutzten Liegenschaften wie Einfamilienhaus, Stockwerkeigentum, Wohnung im Mehrfamilien- und Gesch�ftshaus sowie Nutzniessungen hieran ist massvoll (60 % des Marktwertes) festzulegen. F�r Ferien- und Weekendh�user ist der Marktwert heranzuziehen. Artikel 18 findet sinngem�ss Anwendung.
2.4 In der Beschwerde wird nicht oder jedenfalls nicht hinreichend dargetan, dass und inwiefern die vom Landrat gest�tzt auf die Erm�chtigung in Art. 21 StG/GL erlassene streitige Verordnungsbestimmung, sei es in Bezug auf die Stufe dieses Erlasses oder in Bezug auf die Bestimmtheit des Inhalts, im Sinn der vorerw�hnten Rechtsprechung den Anforderungen des abgaberechtlichen Legalit�tsprinzips nicht zu gen�gen verm�ge. Der Beschwerdef�hrer begn�gt sich in diesem Zusammenhang mit der Behauptung, der Eigenmietwert von Zweitwohnungen werde "lediglich gest�tzt auf eine Verordnung" zu 100 % der Marktmiete besteuert. Ausf�hrungen zum erw�hnten Problemkreis er�brigen sich daher.
Zu pr�fen bleibt, ob die Vorschrift des Landrates gegen die Vorgaben des Steuergesetzes verst�sst, was nach dem Gesagten lediglich unter dem Gesichtswinkel der Willk�r zu beurteilen ist.
2.5 Nach Art. 21 Abs. 2 StG/GL ist der Eigenmietwert "unter Ber�cksichtigung des Marktwertes, der F�rderung von Eigentumsbildung und Selbstvorsorge massvoll festzulegen". Der Landrat unterscheidet in seiner Grundst�ckbewertungsverordnung zwischen "selbstgenutzten Liegenschaften" sowie "Ferien- und Weekendh�usern", indem er den Eigenmietwert von "selbstgenutzten Liegenschaften" auf 60 % des Marktwertes ("massvoll") festlegt, w�hrend f�r Ferien- und Wochenendh�user der Marktwert heranzuziehen ist (Art. 24 Abs. 1 GstBV).
2.6 Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Glarner Steuergesetz kenne den Begriff der Zweitwohnung nicht. Das Verwaltungsgericht verweist im angefochtenen Entscheid auf Art. 18 Abs. 2 Ziff. 3 des bis Ende 2000 geltenden Gesetzes �ber das Steuerwesen vom 10. Mai 1970, wonach insbesondere steuerbar waren "alle Eink�nfte aus unbeweglichem Verm�gen, die aus ... Eigengebrauch ... entstehen ...; ein m�ssiger Mietwert der eigenen Wohnung im eigenen oder in einem zur Nutzung �berlassenen Haus, wobei der F�rderung des privaten Wohneigentums Rechnung zu tragen ist; f�r Zweitwohnungen ist als Mietwert der Betrag anzurechnen, den der Wohneigent�mer als Miete f�r eine gleichwertige Wohnung im gleichen Wohngebiet bezahlen m�sste; die Richtlinien werden vom Landrat in einer Verordnung festgesetzt".
Im Memorial f�r die Landsgemeinde 2000 wurde denn auch keine �nderung der bisherigen Regelung bei der Eigenmietwertbesteuerung angek�ndigt. Vielmehr wurde mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung darauf hingewiesen, dass "die kantonale Regelung, den Eigenmietwert auf 2/3 des Marktwertes festzulegen, weiterhin toleriert werden" d�rfte (Memorial 2000 S. 25).
2.7 Unter diesen Umst�nden kann nicht von einer willk�rlichen Verletzung von Art. 21 StG/GL gesprochen werden, wenn der Landrat die Neufassung der gesetzlichen Bestimmungen �ber den Eigenmietwert lediglich als redaktionelle �nderung verstand und Art. 24 Abs. 1 der Verordnung �ber die Bewertung der Grundst�cke vom 22. November 2000 gleich beliess wie in der bis Ende 2000 g�ltigen Fassung vom 24. Juni 1992, ausser dass der "massvolle" Eigenmietwert von zwei Drittel (1992) auf 60 % (2000) herabgesetzt wurde.
3.1 Zu untersuchen bleibt, ob die vom Landrat getroffene Regelung mit dem �bergeordneten Steuerharmonisierungsrecht vereinbar ist.
3.2 Nach Art. 7 Abs. 1 StHG unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und einmaligen Eink�nfte, insbesondere solche aus unselbst�ndiger und selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit, aus Verm�gensertrag, eingeschlossen die Eigennutzung von Grundst�cken, aus Vorsorgeeinrichtungen sowie aus Leibrenten.
3.3 Mit dieser Regelung ist den Kantonen die Besteuerung des Eigenmietwerts von Grundst�cken ausdr�cklich vorgeschrieben. W�hrend bei der direkten Bundessteuer ausschliesslich der objektive Marktwert massgebend ist (der sich jedoch innerhalb einer gewissen Bandbreite bewegen darf; vgl. BGE 123 II 9 E. 4b S. 14 f.), kann der Eigenmietwert f�r die kantonalen Steuern tiefer angesetzt werden (BGE 116 Ia 321 E. 3g S. 325), sofern er im Einzelfall die verfassungsrechtliche Untergrenze von 60 % der Marktmiete nicht unterschreitet (BGE 124 I 145 E. 4d S. 156 f.). Insofern sind die direkte Bundessteuer und die kantonalen Steuern vertikal nicht harmonisiert. Das Steuerharmonisierungsgesetz als Rahmengesetz sieht weder eine unterschiedliche Besteuerung von Erst- und Zweitwohnungen vor, noch schliesst es eine solche aus, sondern bel�sst dem kantonalen Gesetzgeber einen Gestaltungsspielraum. Art. 7 Abs. 1 StHG enth�lt f�r die Kantone bei der Bemessung des Eigenmietwerts in der genannten Bandbreite grunds�tzlich keine engeren Schranken, als sich auch aus dem verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 BV und den Besteuerungsgrunds�tzen von Art. 127 Abs. 2 BV ergeben (vgl. BGE 131 I 377 E. 2.2 S. 381; 128 I 240 E. 2.2 S. 242 f.; 124 I 145 E. 3b/c S. 152 ff. mit Hinweis auf das Gesetzgebungsverfahren; vgl. auch Danielle Yersin, L'imp�t sur le revenu. Etendue et limites de l'harmonisation, ASA 61 S. 295-308, 305, 307).
4.1 Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf das Rechtsgleichheitsgebot. Dieses Gebot ist verletzt, wenn ein Erlass rechtliche Unterscheidungen trifft, f�r die ein vern�nftiger Grund in den zu regelnden Verh�ltnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterl�sst, die sich aufgrund der Verh�ltnisse aufdr�ngen; er verst�sst gegen das Willk�rverbot, wenn er sich nicht auf ernsthafte sachliche Gr�nde st�tzen l�sst oder sinn- und zwecklos ist. Die Rechtsgleichheit ist insbesondere verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Dem Gesetzgeber bleibt im Rahmen der aufgef�hrten Grunds�tze ein weiter Spielraum der Gestaltung, den das Bundesgericht nicht durch eigene Gestaltungsvorstellungen schm�lert (BGE 110 Ia 7 E. 2b S. 13 f. mit Hinweisen). Der Grundsatz der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV) wird im Steuerrecht konkretisiert durch die Grunds�tze der Allgemeinheit und Gleichm�ssigkeit der Besteuerung sowie durch das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit (Art. 127 Abs. 2 BV).
4.2 F�r die Anwendung des Gleichheitssatzes spielt die Vergleichbarkeit der Sachverhalte eine betr�chtliche Rolle (BGE 110 Ia 7 E. 2b S. 13 f.). Die Vergleichbarkeit in vertikaler Richtung, zwischen Personen in verschiedenen finanziellen Verh�ltnissen, ist bez�glich der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit geringer als in horizontaler Richtung, bei Personen gleicher wirtschaftlicher Leistungsf�higkeit (BGE 124 I 193 E. 3a S. 194 f.), wo die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers entsprechend enger ist (Urteil 2P.44/1993 vom 17. M�rz 1995, publ. in: ASA 64 S. 662, E. 3a; BGE 112 Ia 240 E. 4b S. 244). Das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit verlangt aber auch im horizontalen Verh�ltnis keine absolut gleiche Besteuerung, da auch hier die Vergleichbarkeit beschr�nkt ist. Der Verfassungsrichter muss sich daher bei der �berpr�fung der unvermeidlich nicht vollkommenen gesetzlichen Regelung eine gewisse Zur�ckhaltung auferlegen, l�uft er doch stets Gefahr, neue Ungleichheiten zu schaffen, wenn er im Hinblick auf zwei Kategorien von Steuerpflichtigen Gleichheit erzielen will (BGE 126 I 76 E. 2a S. 78 mit Hinweisen; 128 I 240 E. 2.3 S. 243; zu den praktischen Bedenken bei den Reformbem�hungen zur Eigenmietwertbesteuerung vgl. Peter Gurtner/Peter Locher, Theoretische Aspekte der Eigenmietwertbesteuerung, ASA 69 S. 597-616, 599).
4.3 Die Gleichbehandlung im horizontalen Vergleich hat das Bundesgericht bei der Eigenmietwertbesteuerung bereits unter verschiedenen Aspekten gepr�ft, namentlich zwischen Wohneigent�mern und Mietern (zuletzt in BGE 131 I 377), und innerhalb der Eigent�mergruppen zwischen selbst- und fremdfinanzierenden Eigent�mern (BGE 123 II 9), zwischen Neuerwerbern und Eigent�mern von Altliegenschaften (Urteil A.280/1985 vom 25. April 1986, publ. in: ASA 55 S. 617, E. 3), vermietenden und selbstbewohnenden Eigent�mern (Urteil P.428/1982 vom 13. April 1983 i.S. AVLOCA gegen Kanton Waadt, publ. in: ASA 53 S. 383, z.T. publ. in: BGE 109 Ia 252) sowie zwischen Selbstnutzungseink�nften (Eigenmiete als Naturaleinkommen) und �brigen Eink�nften (BGE 124 I 159; 114 Ia 221; 99 Ia 344; ASA 42 S. 479).
4.4 So wird auch aus dem Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 BV die Pflicht des Gemeinwesens abgeleitet, bei Wohnungseigent�mern den Eigenmietwert zu besteuern (BGE 131 I 377 E. 2.1 S. 380 mit Hinweisen). Dieser Eigenmietwert hat grunds�tzlich dem Marktmietwert zu entsprechen, er kann auch tiefer festgesetzt werden, darf aber die Grenze von 60 % nicht unterschreiten (BGE 128 I 240 E. 2.4 S. 243 mit Hinweisen).
4.5 Das Bundesgericht hat verschiedene Gr�nde angef�hrt, die bei der Festsetzung des Eigenmietwerts einen Abzug gegen�ber dem Marktmietwert zu rechtfertigen verm�gen. Genannt wurden wirtschafts- und sozialpolitische Gr�nde (vgl. BGE 124 I 159 E. 2e S. 165), die fiskalische F�rderung der Eigentumsbildung (vgl. BGE 125 I 65 E. 3c S. 68; 124 I 159 E. 2h S. 167), die geringere Disponibilit�t in der Nutzung des Eigentums (BGE 116 Ia 321 E. 3g S. 325; 123 II 9 E. 4a S. 13 f.) oder dass die Selbstnutzung anderer Verm�genswerte auch nicht besteuert wird (BGE 125 I 65 E. 3c S. 68; 124 I 193 E. 3a S. 194 f.; 116 Ia 321 E. 3f/g S. 324 f.).
5.1 Der Beschwerdef�hrer stellt nicht grunds�tzlich in Frage, dass der Eigenmietwert unter dem Marktmietwert liegen kann. Er verlangt aber die gleiche "massvolle" Reduktion des Eigenmietwerts f�r Ferien- bzw. Wochenendh�user wie f�r selbstgenutztes Wohneigentum am Hauptwohnsitz.
5.2 Das Verwaltungsgericht hat die Beschr�nkung der Reduktion auf Erstwohnungen und die unterschiedliche Behandlung von Zweitwohnungen im Wesentlichen mit der vom Gesetzgeber gew�nschten fiskalischen F�rderung der Eigentumsbildung begr�ndet.
Das Bundesgericht hat mehrfach best�tigt, dass das Anliegen, die Selbstvorsorge durch Eigentumsbildung fiskalisch zu f�rdern (Art. 108 BV; fr�her: Art. 34quater Abs. 6 sowie Art. 34sexies aBV), einen zul�ssigen Grund f�r eine tiefere Festsetzung des Eigenmietwerts unter den Marktmietwert darstellt (BGE 125 I 65 E. 3c S. 68 mit Hinweisen). Das bedeutet allerdings nicht, dass der Eigenmietwert f�r s�mtliche Haus- und Wohnungseigent�mer gleich (tief) zu berechnen ist (vgl. BGE 103 Ia 107 und Urteil P.1364/1979 vom 18. M�rz 1983, publ. in: ASA 54 S. 81, zur unterschiedlichen Bemessungsmethode des Eigenmietwerts f�r Einfamilienh�user und Stockwerkeigentum).
5.3 Aus dem Gedanken der Wohneigentumsf�rderung und der Notwendigkeit einer Wohnung hat das Bundesgericht vielmehr abgeleitet, dass die Unterscheidung zwischen Eigent�mern, die ihre Liegenschaft als Hauptwohnsitz nutzen, und Zweitwohnungseigent�mern zul�ssig ist (Urteil vom 13. April 1983 i.S. AVLOCA gegen Kanton Waadt, publ. in: StR 39/1984 S. 135, E. 5e). F�r diese Unterscheidung spricht auch, dass das verfassungsm�ssig vorgesehene Konzept der Wohneigentumsf�rderung (Art. 108 BV, fr�her: Art. 34sexies aBV; vgl. auch Art. 31 KV/GL) sich nicht auf Zweitwohnungen erstreckt, weil hier gewisse Zielkonflikte mit der haush�lterischen Bodennutzung (namentlich bei langem Leerstand der Zweitwohnungen) bestehen. In diesem Zusammenhang f�hrte ein tiefer Eigenmietwert f�r Zweitwohnungen zu dem bodenpolitisch unerw�nschten Anreiz, eine Zweitwohnung eher leer stehen zu lassen, statt sie zu vermieten und damit eine h�here Besteuerung zu riskieren. Entsprechend sind Zweit- und Ferienwohnungen ausdr�cklich vom Anwendungsbereich des Wohnbau- und Eigentumsf�rderungsgesetzes vom 4. Oktober 1974 (WEG; SR 843) ausgeschlossen (Art. 2 Abs. 3 WEG; vgl. auch Bericht der Expertenkommission zur Pr�fung des Einsatzes des Steuerrechts f�r wohnungs- und bodenpolitische Ziele [Expertenkommission Locher], Bern 1994, S. 8 und 44; Anton Alfred Amonn, Besteuerung von Zweitwohnungen, Diss. Bern 1997, S. 212 f.). Ebenso ist der Vorbezug von Mitteln der gebundenen Vorsorge f�r Ferien- und Zweitwohnungen nicht zul�ssig (vgl. Art. 30c Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 �ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] in Verbindung mit Art. 2 und 4 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 �ber die Wohneigentumsf�rderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge [WEFV; SR. 831.411]; Carl Helbling, Personalvorsorge und BVG, 8. Aufl., Bern 2006, S. 293).
5.4 Sind aber Zweitwohnungen nicht Gegenstand der Wohneigentumsf�rderung, ist die Beschr�nkung der massvollen Besteuerung auf Erstwohnungen nicht zu beanstanden. Wenn der Kanton Glarus demnach die beiden Eigent�mergruppen nicht gleich behandelt, so verst�sst er damit nicht gegen das Rechtsgleichheitsgebot, denn die Unterscheidung beruht auf vern�nftigen Gr�nden, auf die sich auch der Bundesgesetzgeber beim Erlass des Wohnbau- und Eigentumsf�rderungsgesetzes gest�tzt hat.
Auch mit der allenfalls beschr�nkten Disponibilit�t kann keine Reduktion des Eigenmietwerts von Zweitwohnungen begr�ndet werden. Das Bundesgericht erachtete es in BGE 116 Ia 321 E. 3g S. 325 als zul�ssig, der kleineren Disponibilit�t des Nutzens einer eigenen Wohnung bei der Festsetzung des Mietwerts Rechnung zu tragen, weil ein Eigent�mer im Vergleich zum Mieter mit seiner Wohnung enger verbunden ist. Das Argument versagt aber bei Zweitwohnungen. Diesbez�glich ist der Eigent�mer flexibel, denn er kann die Zweitwohnung entweder selbst ben�tzen oder vermieten oder beides kombinieren und seine Ferien/Freizeit bisweilen anderswo verbringen (Amonn, a.a.O., S. 210). Aus boden- und wohnungspolitischen Gr�nden ist es zudem nicht w�nschenswert, dass der selbstnutzende Zweitwohnungseigent�mer gegen�ber dem vermietenden Eigent�mer, der den vollen Mietertrag zu versteuern hat, besser gestellt wird (vgl. Expertenkommission Locher, a.a.O., S. 44).
Der Beschwerdef�hrer bringt schliesslich vor, er bewohne an seinem Hauptsteuerdomizil lediglich eine Mietwohnung. Damit eine rechtliche Differenzierung vertretbar ist, hat sie an einen erheblichen tats�chlichen Unterschied anzukn�pfen. Wenn die fragliche Regelung im Kanton Glarus unber�cksichtigt l�sst, ob ein Eigent�mer eines Ferien- oder Wochenendhauses an seinem Hauptwohnsitz ebenfalls �ber Wohneigentum verf�gt, ist das zumindest nicht willk�rlich und stimmt auch mit der vom Bund im Zusammenhang mit dem Wohnbau- und Eigentumsf�rderungsgesetz getroffenen L�sung �berein.
8.1 Zusammengefasst verst�sst somit die unterschiedliche Eigenmietwertbesteuerung von Erst- und Zweitwohnungen weder gegen das Rechtsgleichheitsgebot noch gegen das Willk�rverbot, weil die getroffene Unterscheidung sich auf vern�nftige, sachliche Gr�nde st�tzen kann. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich daher als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
8.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 153 und 153a in Verbindung mit Art. 156 Abs. 1 OG), der f�r den Fall einer Abweisung darum ersucht, ihm keine Kosten aufzuerlegen oder bei deren Festlegung zu ber�cksichtigen, dass er sich zur Prozessf�hrung in guten Treuen veranlasst gesehen habe. Eine Parteientsch�digung ist nicht zu entrichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Steuerverwaltung und dem Verwaltungsgericht, I. Kammer, des Kantons Glarus sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.