Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20R%2018/03
Timestamp: 2020-04-09 01:23:54
Document Index: 386210212

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 90', '§ 15', '§ 227', '§ 227', '§ 227', '§ 74', '§ 31', '§ 21', '§ 11', '§ 227', '§ 59', '§ 10', '§ 22', '§ 10', '§ 74', '§ 15']

OVG Saarland, 25.08.2003 - 2 R 18/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,16443
OVG Saarland, 25.08.2003 - 2 R 18/03 (https://dejure.org/2003,16443)
OVG Saarland, Entscheidung vom 25.08.2003 - 2 R 18/03 (https://dejure.org/2003,16443)
OVG Saarland, Entscheidung vom 25. August 2003 - 2 R 18/03 (https://dejure.org/2003,16443)
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Ortspolizeibehörde, Bestattung, Bestattungspflicht, Bestattungspflichtiger, Angehöriger, Naher, Gefahr, Bestattungsfrist, Ersatzvornahme, Kosten, Billigkeit, Billigkeitserlass, Härte, Unbeabsichtigte
Bestattungskosten; Erstattung von Bestattungskosten; Polizeiliche Bestattung; Bestattungspflicht
S. 2158, eine Aussage hierzu nicht getroffen hatte vgl. Urteil des VG des Saarlandes vom 6.3.2001 -10 K 112/00- und Urteil des OVG des Saarlandes vom 25.8.2003 -2 R 18/03-, AS 30, 439, wonach nach der bisherigen Regelung im Saarland die Bestattungspflicht gewohnheitsrechtlich den zur Totenfürsorge verpflichteten nächsten Angehörigen des Verstorbenen oblag.
Die von dem Verwaltungsgericht angeführte Entscheidung des 2. Senats des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes Urteil vom 25.8.2003 -2 R 18/03-, a.a.O., in welcher zur Rechtslage vor Inkrafttreten des Bestattungsgesetzes zum Verhältnis von § 15 BSHG zur Inanspruchnahme des Bestattungspflichtigen für die Kosten der Ersatzvornahme aufgrund von §§ 90 Abs. 1, 46 Abs. 1 Satz 2 SPolG, wonach die Kostenerhebung bei der Ersatzvornahme in das Ermessen der Behörde gestellt ist, festgestellt wurde, dass § 15 BSHG nicht zwingend eine Entlastung des Bedürftigen von den gesamten Bestattungskosten gewähre, sondern von vornherein nur die Möglichkeit eines bloßen Kostenzuschusses vorsehe, weswegen der Bestattungspflichtige nicht auf den Sozialhilfeanspruch verwiesen werden könne, ist wegen der aufgrund des Inkrafttretens des Bestattungsgesetzes zum 1.1.2004 geänderten Gesetzes- und Rechtslage nicht (mehr) einschlägig.
OVG Saarl., Urteil vom 25.8.2003 - 2 R 18/03 -, juris, Rdn. 75; zu § 227 AO: von Groll, in: Hübsch-mann/Hepp/Spitaler, AO, 2009, § 227, Rz. 380; Koch/Scholtz, AO, 4. Aufl., 1993, § 227, Rdn. 53.
Deshalb kann ein etwaiger Anspruchsinhaber nicht auf einen "vermutlich" bestehenden, aber ungewissen Anspruch aus § 74 SGB XII verwiesen werden (OVG Saarland, Urt. v. 25.08.2003 - 2 R 18/03 - ).
Ein auf § 31 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 und § 21 Abs. 1 Nr. 1 BestattG beruhender Leistungsbescheid kann deshalb im Einzelfall trotz der gesetzlichen Regelung von Ausgleichsansprüchen unverhältnismäßig sein (OVG Saarland, Urt. v. 25.08.2003 - 2 R 18/03 - ;… vgl. VG Stade, Urt. v. 27.07.2006 - 1 A 539/05 - ; im Ergebnis ebenso OVG NW, Beschl. v. 02.02.1996 - 19 A 3802/95 -, NVwZ-RR 1997, 99 ff.;… a.A. für Bayerisches Landesrecht VG Ansbach, Urt. v. 07.07.2005 - AN 4 K 05.02104 - ).
Als Rechtsgrundlage für die von der Klägerin unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung anderer Obergerichte (vgl. OVG Münster, Beschl. v. 15.10.2001 - 19 A 571/00 -, NVwZ 2002, 996 ff., OVGE 48, 228 ff., m. w. N., sowie v. 2.2.1996 - 19 A 3802/95 -, NVwZ-RR 1997, 99 ff.; OVG Saarlouis, Urt. v. 25.8.2003 - 2 R 18/03 -, AS RP-SL 30, 439 ff.) sinngemäß geltend gemachte Berücksichtigung von Billigkeitserwägungen kommt nach dem maßgeblichen niedersächsischen Landesrecht allenfalls § 11 Abs. 2 Satz 2 NVwKostG in Betracht.
OVG Hamburg, 26.05.2010 - 5 Bf 34/10
Bestattungspflicht; Berücksichtigung zerrütteter Familienverhältnisse
Die im angefochtenen Urteil ebenfalls zitierte frühere Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis (Urt. v. 25.8.2003, 2 R 18/03, juris) war zur Rechtslage vor Inkrafttreten des jetzigen Saarländischen Bestattungsgesetzes ergangen (…vgl. hierzu auch OVG Saarlouis, Urt. v. 27.12.2007, a.a.O., Rn. 100 - 102).
Einer verfassungskonformen Einschränkung der Bestattungspflicht in besonderen Ausnahmefällen völliger Unzumutbarkeit der Kostentragungspflicht für einen Angehörigen (so aber Verwaltungsgericht Gießen, Urteil vom 5.4.2000, NVwZ-RR 2000, 795 ff. ; OVG Lüneburg, Beschluss vom 19.5.2003, FamRZ 2004, 458) bedarf es deshalb nicht, wie auch kein analoger Rückgriff auf die Billigkeitsbestimmungen des Abgaben- und Vollstreckungsrechts - hier § 227 Abgabenordnung oder § 59 Abs. 1 Nr. 1 Landeshaushaltsordnung - erforderlich ist (so aber OVG Münster…, Beschluss vom 2.2.1996, NVwZ-RR 1997, 99 ff., Juris Rn. 17 ff. …und Beschluss vom 15.10.2001, NVwZ-RR 2002, 996 ff., Juris Rn. 65 ff.; OVG Saarlouis, Urteil vom 25.8.2003 - 2 R 18/03, Juris Rn. 60 ff.).
Zum anderen knüpft sowohl die Regelung des § 10 Abs. 1 Satz 3 als auch die Rangfolge des § 22 Abs. 4 Bestattungsgesetz an die den nächsten Angehörigen gewohnheitsrechtlich obliegende Totenfürsorge an (VGH Mannheim…, Urteil vom 19.10.2004, - 1 S 681/04 -, Juris Rn. 24 zur entsprechenden landesrechtlichen Regelung; siehe auch OVG Saarlouis, Urteil vom 25.8. 2003, - 2 R 18/03 -, Juris Rn. 17, welches die Bestattungs- und Kostentragungspflicht wegen Fehlens einer dem § 10 Abs. 1 Satz 3 Bestattungsgesetz entsprechenden Regelung im Saarland direkt auf die gewohnheitsrechtliche Totenfürsorge der nächsten Angehörigen stützt; zum Ganzen Stelkens/Cohrs, NVwZ 2002, 917 ).
Inhaber des Anspruchs aus § 74 SGB XII ist derjenige, der verpflichtet ist, die Bestattungskosten zu tragen (vgl. BVerwG…, Urteil vom 31.8.1966, - 5 C 162.65 -, BVerwGE 25, 23 ff., Juris Rn. 13 ff.; BVerwG…, Urteil vom 5.6. 1997, - 5 C 13.96 -, BVerwGE 105, 51 ff., Juris Rn. 10; siehe zuletzt auch OVG Saarlouis, Urteil vom 25.8.2003, - 2 R 18/03 -, Juris Rn. 51, 55 - jeweils zur wortgleichen Vorschrift des § 15 BSHG), hier also die Klägerin.
Damit konnte der polizeiliche Zweck der Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr für die öffentliche Sicherheit durch Erlass einer entsprechenden Bestattungsanordnung gegenüber der Klägerin nicht mehr rechtzeitig erreicht werden, da unter den gegebenen Umständen innerhalb eines Tages keine (sofort vollziehbare) Anordnung erlassen, zugestellt und ausgeführt werden konnte (vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 15.11.2007, VBlBW 2008, 137 [138] undOVG Saarlouis, Urt. v. 25.08.2003 - 2 R 18/03 - [...], RdNr. 36 ff.;…VG Aachen, Urt. v. 20.08.2007 - 6 K 1554/06 - [...], RdNr. 24).
2010, 186; OVG des Saarlandes, Urt. vom 25.08.2003, Az. 2 R 18/03; VG Hamburg, Urt. vom 16.12.2009, Az. 9 K 280/09; die grundsätzliche Möglichkeit des Billigkeitserlasses gerade für Fälle wie den vorliegenden erkennt auch VG Gießen, NVwZ-RR 2000, 795, an; ähnlich auch Niedersächsisches OVG, FamRZ 2004, 458).
dazu Drews/Wacke/Vogel/Martens, Gefahrenabwehr, 9. Auflage 1986, Seite 484 ff; Urteil des Senats vom 25.8.2003 - 2 R 18/03 -, Bl. 15 des amtl.