Source: https://studylibde.com/doc/890650/kinderkrankengeld-
Timestamp: 2020-07-05 11:23:11
Document Index: 81056124

Matched Legal Cases: ['§ 616', '§ 45', '§ 23', '§ 24', '§ 3', '§ 6', '§ 15', '§ 15']

Ausgabe 2/April 2015
Ab sofort umfassendere
Prüfungen­
Beiträge richtig aufteilen
Wenn die Eltern zuhause bleiben müssen
Sie halten gerade die letzte Ausgabe unseres Arbeitgebermagazins SVinside in den Händen.
Grund für die nun anstehende schöpferische Pause ist ein kompletter Relaunch unserer
bisherigen Informationsangebote für Arbeitgeber. Dazu gehört selbstverständlich auch künftig
ein Magazin mit den wichtigsten Informationen zu gesetzlichen Neuerungen sowie Tipps & Tricks
für Ihre tägliche Arbeit. Es wird erstmals im Herbst 2015 erscheinen. Wie das Magazin genau
aussehen­wird und in welchem Rhythmus Sie es erhalten, steht derzeit noch nicht fest.
Herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für die unkomplizierte Zusammenarbeit bei dem
bisherigen Redaktionsteam der inside partner Verlag und Agentur GmbH. Wir freuen uns sehr, dass der
Verlag die BKK Wirtschaft & Finanzen auch künftig bei weiteren Projekten unterstützt, so dass die
langjährige Zusammenarbeit erfolgreich fortgesetzt wird.
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SVinside – April 2015
Auf den ersten Blick: Neuigkeiten zur Sozialversicherung
Kinderkrankengeld: Wenn die Eltern zuhause bleiben müssen
Künstlersozialabgabe: Ab sofort umfassendere Prüfungen
Aktuelles aus der Rechtsprechung8
Zahlen, Daten, Fakten9
Mehrfachbeschäftigte: Beiträge richtig aufteilen und berechnen 12 bis 13
Arbeitsrecht: Die wichtigsten Urteile aus 2014
Mit vier zusätzlichen Seiten in der
Aus Freigrenze wurde
Freibetrag­
Zuwendungen des Arbeitgebers an
die Arbeitnehmer bei herkömmlichen
Betriebsveranstaltungen gehören als
Leistungen im ganz überwiegenden
betrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht zum Arbeitslohn.
Ursprünglich sollte die lohnsteuer­
liche Freigrenze für Betriebsveranstaltungen ab 2015 von 110 Euro
auf 150 Euro angehoben werden
(siehe SVinside 1/2015). Dieses Vorhaben wurde in letzter Minute aufgegeben; zu einer Änderung kam
es dennoch. So wurde die bis Ende
2014 geltende Steuerfreigrenze von
110 Euro in einen Steuerfreibetrag
von 110 Euro umgewandelt. Dies
bedeutet: Bei Aufwendungen des
Arbeitgebers von mehr als 110 Euro
pro Person wird nicht mehr der
Gesamtbetrag lohn­s teuer­pflich­tig,
sondern nur der über 110 Euro liegende Teilbetrag. Dieser kann dann
mit 25 Prozent pauschal versteuert
In der ersten Jahreshälfte räumen
viele Steuerzahler auf und schaffen
Platz für neue Quittungen und Be­
lege. Dabei sollte nicht alles, was
sich über die Jahre angesammelt
hat, blindlings weggeworfen werden. Hierüber informiert der Bund
der Steuerzahler Deutschland e. V.
in einer Pressemitteilung. Ein Unter­
nehmer muss Geschäftsbücher, In­
tare, Bilanzen und sonstige zu
führende Bücher zehn Jahre lang
aufbewahren. Auch für digitale Aufzeich­
nungen gilt die zehnjährige
Speicherfrist. Bücher, Aufzeichnun­gen etc. mit der letzten Eintragung
aus dem Jahr 2004 oder früheren
Datums können daher entsorgt werden. Empfangene oder abgesandte
Handels- und Geschäfts­briefe müssen hingegen grundsätzlich nur
sechs Jahre lang auf­bewahrt werden. Schriftwechsel, der bis zum
31. Dezember 2008 oder früher eingegangen ist, kann also ebenfalls
aussortiert werden. Privatpersonen
müssen Rechnungen und sonstige
Belege im Regelfall nicht archivieren.
Wurden sie dem Finanzamt vorgelegt und ist der Steuerbescheid in
Ordnung, können die Belege entsorgt werden.
Gibt der Steuerzahler seine Steuererklärung elektronisch ab, so müssen
die Belege bis zur Bestandskraft
des Steuerbescheides aufbewahrt
werden. In der Regel können die
Unterlagen daher einen Monat nach
vernichtet werden. Eine Sonderregelung gibt es für Steuerzahler,
die gut verdient haben. Wer im
Jahr 2014 positive Einkünfte aus
Kapitalvermögen, Vermietung und
Verpachtung, nichtselbstständiger
Arbeit oder sonstige Einkünfte von
mehr als 500.000 Euro erzielt hat,
muss die entsprechenden Unterlagen sechs Jahre lang aufbewahren.
Eine weitere Sonderregel gibt es für
Häuslebauer und Renovierer. Danach
müssen Rechnungen, die für Arbeiten oder Dienstleistungen an einem
Haus, einer Wohnung oder einem
Grundstück ausgestellt werden, zwei
Jahre lang vom Mieter oder Hausbesitzer aufbewahrt werden.
Wenn die Eltern zuhause
Claudia M. ist gesetzlich krankenversichert und wird
aufgrund der Erkrankung­ihrer 10-jährigen Tochter für 3
Tage unbezahlt von der Arbeit­freigestellt. Sie hat in den
vergangenen 12 Monaten keine Einmalzahlung­erhalten.
Entgangenes Nettoarbeitsentgelt
während der 3-tägigen Freistellung: 100 €
Brutto-Kinderkrankengeld (90 % von 100 €)
Von den 90 € werden noch Versicherten­an­teile
zur Renten-, Arbeits­losen­- und Pflege­versicherung
abgezogen. Der Arbeit­geberanteil wird von der
Kranken­kasse­ übernommen.
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf Anfang 2015
wurde­die Berechnung des Krankengeldes bei Erkrankung eines Kindes neu geregelt. Nachfolgend die
wichtigsten­Informationen zum Thema.
Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) besteht ein
Anspruch auf bezahlte Freistellung – also unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts –, wenn jemand „durch einen
in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden“ (§ 616 BGB) für unerhebliche Zeit an der Arbeit
verhindert ist. Zu den „in seiner Person liegenden“
Gründen ohne eigenes Verschulden zählt grundsätzlich
auch die Pflege eines kranken Kindes, wenn keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht.
Dieser Anspruch auf bezahlte Freistellung zur Pflege­
eines kranken Kindes ist jedoch häufig durch eine tarif­
vertragliche oder arbeitsvertragliche Regelung ausge­
schlossen. In diesem Fall besteht ein Anspruch auf
bezahlte Freistellung nach § 45 SGB V sowie auf
Kinder­krankengeld. Hierfür müssen allerdings verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden:
s besteht gegen dem Arbeitgeber kein Anspruch
auf Entgeltfortzahlung (bezahlte Freistellung).
Der betroffene Elternteil ist – mit Krankengeldanspruch – gesetzlich krankenversichert bzw. das
erkrankte­Kind ist selbst- oder familienversichert.
Die Pflegebedürftigkeit des Kindes wird durch ein
ärztliches Attest bestätigt.
Im Haushalt kann niemand anderes die Betreuung
und Pflege des erkrankten Kindes übernehmen.
Privatversicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld; wenn ein
Elternteil privat und der andere pflichtversichert ist, gilt
die Versicherung, bei welcher das Kind mitversichert ist.
Die beschriebene Höchstanspruchsdauer gilt jedoch nicht
bei schwerstkranken Kindern mit begrenzter Lebens­
er­wartung­. Hier erfolgt die Berechnung und Höhe des
Krankengeldes unverändert analog der Berechnung von
Krankengeld bei eigener Arbeitsunfähigkeit.
Die Berechnung der Höhe des Kinderkrankengeldes
wurde zum 1. Januar 2015 geändert. Zuvor wurde es wie
das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit nach dem regel­
mäßig erzielten Arbeitsentgelts vor der Freistellung wegen der Kinderbetreuung berechnet. Nunmehr wird das
während der Freistellung ausgefallene Arbeitsentgelt
herangezogen. Die Berechnung soll dadurch transparenter,
gerechter und unbürokratischer werden.
Ausgangswert für die Berechnung des Kinderkrankengeldes ist das während der Freistellung ausgefallene
Nettoarbeitsentgelt. Das (Brutto-) Kinderkrankengeld
beträgt 90 % dieses ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.
Hat der Beschäftigte in den letzten 12 Monaten vor der
Freistellung beitragspflichtige Einmalzahlungen im Sinne
von § 23a SGB IV erhalten, so beträgt das Kinderkrankengeld 100 % des während der Freistellung ausgefallenen
Nettoarbeitsentgeltes – und zwar unabhängig davon,
wie hoch die Einmalzahlungen waren. Das kalendertägliche Krankengeld darf 70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung
nicht übersteigen (2015 = 96,25 Euro).
Von dem Kinderkrankengeld werden Beiträge zur Pflege-,
Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt.
Die Anzahl der möglichen Freistellungstage bezieht
sich jeweils auf ein Kalenderjahr und gilt nur für Kinder
unter zwölf Jahren – es sei denn, dass erkrankte Kind ist
behindert und hilfebedürftig.
Aufgrund der beschriebenen Änderungen konnte das
zum 1. Januar 2015 neu geplante Datenaustauschverfahren zwischen Arbeitgeber und Krankenkassen nicht
eingesetzt werden. Daher wird seit Jahresbeginn auf
eine für alle Krankenkassen einheitliche Entgeltbescheinigung in Papierform zurückgegriffen. Diese beschränkt
sich im Wesentlichen auf folgende Angaben:
•Wenn Mutter und Vater berufstätig sind, haben beide
Elternteile Anspruch darauf, jeweils zehn Arbeitstage
für die Pflege ihres kranken Kindes freigestellt zu
•Berufstätige alleinerziehende Mütter oder Väter haben
Anspruch darauf, insgesamt 20 Arbeitstage für die
Pflege ihres kranken Kindes von der Arbeit freigestellt
•Bei mehreren Kindern unter zwölf Jahren erhöhen
sich die möglichen Freistellungstage pro Elternteil
auf maximal 25 Arbeitstage im Kalenderjahr.
•Für Alleinerziehende erhöht sich bei mehreren Kindern
unter zwölf Jahren der Anspruch auf Freistellung auf
maximal 50 Arbeitstage pro Kalenderjahr.
• Angaben zum Mitglied und zum erkrankten Kind
• Ausgefallenes Arbeitsentgelt (brutto/netto)
• Freistellungszeitraum von der Arbeit
•Zahl der ausgefallenen Arbeitstage zur
Berücksichtigung­der Höchstanspruchsdauer
•Beitragspflichtige Einmalzahlungen in den letzten 12
Kalendermonaten vor der Freistellung (ja/nein)
Voraussichtlich ab 2016 soll dann wieder ein elektronisches
Verfahren zum Datenaustausch zur Verfügung stehen.
Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, hat der
Gesetzgeber Mitte 2014 das so genannte Gesetz
zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes
(KSAStabG) beschlossen. In diesem Zusammenhang
wird die Deutsche Rentenversicherung die Prüfung
der Künstlersozialabgabe bei den Arbeitgebern ab
sofort erheblich ausweiten – von bisher rund 70.000
Prüfungen auf künftig rund 400.000 pro Jahr.
Das neue Gesetz gibt in diesem
Zusammenhang­vor, dass die Ren­
ten­versicherung die Künstlersozial­
abgabe im Rahmen der mindestens
alle vier Jahre stattfindenden Ar­
beit­­­geberprüfungen mit prüft, be­
zie­­hungs­weise die Arbeitgeber in­
miert und berät. Hierbei gelten
•Arbeitgeber, die als abgabepflichtige Verwerter bei der
Künstlersozialkasse erfasst
sind, werden regelmäßig im
Rahmen der turnusmäßig statt­
findenden Arbeitgeberprüfungen
auch im Hinblick auf die Künstlersozialabgabe geprüft.
•Dasselbe gilt für Arbeitgeber mit
mindestens 20 Beschäftigten.
Bei diesen Arbeitgebern ist die
Abgabepflicht wahrscheinlicher
als bei kleinen Arbeitgebern.
Das zeigen die Erfahrungen aus
den bisherigen Prüfungen.
•Bei Arbeitgebern mit weniger
als 20 Beschäftigten wird ein
jährliches Prüfkontingent ge­bil­
det. Die Künstlersozialabgabe
wird bei mindestens 40 % dieser­
Arbeitgeber mit geprüft.
•Die übrigen Arbeitgeber werden
beraten – und müssen in diesen
Fällen bestätigen, dass sie die
Information erhalten haben und
abgabepflichtige Sachverhalte­
melden werden. Gibt der Arbeit­
geber diese Bestätigung nicht ab,
muss der Rentenversicherungsträger eine Künstlersozialabgabeprüfung vornehmen.
•Die jeweilige Prüfung der
Arbeit­geber umfasst immer alle
Haupt- und Unterbetriebe.
Eigenes Prüfrecht für
Ebenfalls neu: Die Künstlersozial­
kasse (KSK) hat seit Anfang des
Jahres­wieder ein eigenes Prüfrecht
bei Arbeitgebern, um branchenspezifische Schwerpunktprüfungen­
und anlassbezogene Prüfungen
selbst durchzuführen. Seit 2007 war
das Prüfrecht der KSK ausschließlich auf Prüfungen bei Unter­nehmen
ohne Beschäftigte sowie bei Ausgleichsvereinigungen beschränkt.
Um Überschneidungen bei den
Betriebsprüfungen zu vermeiden,
sollen sich die Künstlersozialkasse
und die Träger der Deutschen Rentenversicherung eng miteinander
Mit dem neuen Gesetz soll zudem
die Anwendung des Künstlersozial­
versicherungsgesetzes (KSVG) erleichtert werden. So hat der bisher
unbestimmte Rechtsbegriff der
„nicht nur gelegentlichen“ Auftragserteilung vor allem kleinen Betrieben – die nicht zu den typischen
Kulturverwertern zählen, jedoch
Die Künstlersozialabgabe wird in Form eines jährlich
festgesetzten Prozentsatzes von den Entgeltzahlungen an selbstständige
Künstler und Publizisten erhoben.
Wurde die Abgabe nicht oder nicht vollständig abgeführt, kann diese bis zu
fünf Jahre nachgefordert werden. Zudem wurde der Bußgeld­rahmen für
vorsätzliche oder fahrlässige Verstöße gegen die Melde, Auskunfts- oder
Vorlagepflichten nach dem KSVG auf 50.000 Euro erhöht.
Entgelt an Künstler
Nachzahlung (ohne Bußgeld, Säumniszuschläge …) 1.610,50 €
Grund genug, das Thema ernst zu nehmen und sich einen Überblick über die
wichtigsten Regelungen zu verschaffen. Andernfalls kann es schnell teuer
kleine Werbeaufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten
vergeben, oftmals Schwierigkeiten
Gesamtheit­der Aufträge. Für die
so genannten typischen Verwerter
(abgabepflichtige Unternehmen nach
§ 24 Abs. 1 Satz 1 KSVG) gilt die
Geringfügigkeitsgrenze­ nicht.
Deshalb wurde durch das KSAStabG
zum 1. Januar 2015 eine Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro im
Kalenderjahr eingeführt. Sie gilt für
Eigenwerber und für Unternehmen,
die der Abgabepflicht nach der sogenannten Generalklausel unterliegen. Durch diese Neuregelung wird
das Merkmal der nur gelegentlichen
Auftragserteilung in zeitlicher und
wirtschaftlicher Hinsicht konkretisiert. Die betroffenen Betriebe sollen
hierdurch mehr Rechtsklarheit und
-sicherheit erhalten.
Welche Entgelte sind
Abgabepflichtig sind demnach Un­
nehmen im Bereich der Eigen­
werbung und im Bereich der Gene­
ralklausel, wenn die Summe der
gezahlten Entgelte in einem Kalenderjahr 450 Euro übersteigt. Die
Ge­ringfügigkeitsgrenze wirkt somit
nicht bezogen auf jeden Einzelauftrag, sondern bezogen auf die
Alle Entgelte, die an einen selbstständigen Künstler oder Publizisten
für eine künstlerische oder publizistische Leistung gezahlt werden,
unterliegen der Abgabeschuld. Außerdem gehören auch Zahlungen
an Künstler/Publizisten, die als Gewerbetreibende, Einzelunternehmer
oder Personengesellschaften (zum
Wichtig: Die Meldung für das
Kalen­
derjahr 2014 (Abgabefrist:
31.3.2015) ist von der Gesetzes­
änderung zum 1. Januar 2015 nicht
betroffen. Die beschriebene Neu­
regelung wird daher erst für die
Meldung des Kalenderjahres 2015
(Abgabefrist: 31.3.2016) bedeutsam.
Beispiel GbR, OHG oder KG) am
Markt auftreten, zum maßgebenden
Ferner sind sämtliche Auslagen und
Nebenkosten, die einem Künstler
oder Publizisten erstattet werden,
z. B. für Material, Transport, Telefon
und nicht künstlerische Nebenleistungen, dem abgabepflichtigen Entgelt hinzuzurechnen.
Nicht zum Entgelt gehören z. B.:
•Zahlungen an juristische
Personen­,
•die gesondert ausgewiesene
•steuerfreie Aufwands­
•die Übungsleiterpauschale nach
§ 3 Nummer 26 EStG.
Renteneintritt: Befristete Fortsetzung des
Arbeitsverhältnisses­
Vereinbaren die Arbeitsvertragsparteien nach Erreichen des Renteneintrittsalters des Arbeitnehmers die befristete­
Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, kann die Befristung sachlich gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitnehmer
Altersrente­aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht und die befristete Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses
der Einarbeitung einer Nachwuchskraft dient.
Der am 21. Januar 1945 geborene Kläger, der seit Vollendung seines 65. Lebensjahres am 21. Januar 2010 gesetzliche
Altersrente bezieht, war bei der Beklagten langjährig beschäftigt. Sein Arbeitsvertrag sah keine Regelung über die
Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters vor. Am 22. Januar 2010
vereinbarten die Parteien, dass das Arbeitsverhältnis am 31. Dezember 2010 ende. Dieser Vertrag wurde zweimal
verlängert. Nachdem der Kläger um eine Weiterbeschäftigung gebeten hatte, vereinbarten die Parteien zuletzt am
29. Juli 2011, dass der Arbeitsvertrag ab 1. August 2011 mit veränderten Konditionen weitergeführt werde und
am 31. Dezember 2011 ende. Der Vertrag enthält die Abrede, dass der Kläger eine noch einzustellende Ersatzkraft
einarbeitet. Der Kläger hat die Feststellung begehrt, dass sein Arbeitsverhältnis nicht durch die Befristung am 31.
Dezember 2011 geendet hat.
Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Die Revision des Klägers hatte vor dem Siebten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg. Die Sache wurde zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Landesarbeitsgericht
zurückverwiesen. Der Bezug von gesetzlicher Altersrente allein rechtfertigt die Befristung des Arbeitsverhältnisses
aus in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen nicht. Erforderlich ist in diesem Fall vielmehr zusätzlich,
dass die Befristung einer konkreten Nachwuchsplanung der Beklagten diente (BAG – AZ: 7 AZR 17/13).
Nach § 6 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz (BurlG) besteht der Anspruch auf Urlaub nicht, soweit dem Arbeitnehmer für
das laufende Kalenderjahr bereits von einem früheren Arbeitgeber Urlaub gewährt worden ist. Wechselt ein Arbeitnehmer im Kalenderjahr in ein neues Arbeitsverhältnis und beantragt er Urlaub, muss er deshalb mitteilen, dass sein
früherer Arbeitgeber seinen Urlaubsanspruch für das laufende Kalenderjahr noch nicht (vollständig oder teilweise)
erfüllt hat. Der Arbeitnehmer kann diese Voraussetzung für seinen Urlaubsanspruch im neuen Arbeits­verhältnis
grundsätzlich durch die Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung seines früheren Arbeitgebers nachweisen.
Der Kläger war ab dem 12. April 2010 im Lebensmittelmarkt des Beklagten beschäftigt. Der Beklagte lehnte nach der
Beendigung des Arbeitsverhältnisses die vom Kläger verlangte Abgeltung seines Urlaubs u.a. mit der Begründung­
ab, dem Kläger sei bereits von seinem früheren Arbeitgeber für das Jahr 2010 Urlaub gewährt worden. Eine Urlaubs­
bescheinigung seines früheren Arbeitgebers legte der Kläger dem Beklagten nicht vor.
Das Arbeitsgericht hat dem Kläger die beanspruchte Urlaubsabgeltung zugesprochen. Das Landesarbeitsgericht
hat auf die Berufung des Beklagten das Urteil des Arbeitsgerichts abgeändert und die Klage abgewiesen. Es hielt
den Urlaubsabgeltungsanspruch des Klägers aufgrund einer vertraglichen Ausschlussfrist für verfallen.
Die Revision des Klägers hatte vor dem Neunten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg. Allerdings ist der Rechtsstreit nicht zur Endentscheidung reif. Das Landesarbeitsgericht hat nach der Zurückverweisung der Sache u. a.
dem Kläger Gelegenheit zu geben nachzuweisen, dass sein früherer Arbeitgeber seinen Urlaubsanspruch für das
Kalender­jahr 2010 nicht (vollständig oder teilweise) erfüllt oder abgegolten hat (BAG – AZ: 9 AZR 295/13).
SVinside – Januar 2015
„Betriebliche
Gesundheitsförderung“,
kurz BGF, wird für die
Daher exklusiv für Sie:
etwa 80 Prozent aller Deutschen haben regelmäßig Rückenschmerzen. Jedes Jahr erleiden sogar circa 500.000
Menschen einen Bandscheibenvorfall. Als Hauptursache gilt zwar mangelnde Bewegung. Aber auch falsches oder
zu viel Essen sowie zu wenig Flüssigkeit können dahinter stecken.
Nützliche Hinweise und Tipps, wie man seinen Rücken stärken und Schmerzen wirksam vorbeugen kann, finden Sie
auf den folgenden Seiten. Für weitere Informationen zum Thema stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Mit Rückenschmerzen macht fast jeder­
­Bekanntschaft;­meistens sitzt die Pein in der Gegend oberhalb des Gesäßes.
Rückenschmerzen­, auch der Hexenschuss im Kreuz, entstehen vor allem durch
strapazierte­Muskeln und Bänder oder Verschleiß der Wirbelsäule und Bandscheiben.
Aber auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle spielen. Lesen Sie hier,
wie Sie mit dem richtigen Lebensstil auch Ihren Rücken pflegen können.
Wenn das “WUNDERWERK“ schmerzt
Wie es zu RÜCKENSCHMERZEN kommt
Meist merken wir erst dann, wenn er sich mit Schmerzen
meldet, was für ein filigranes Wunderwerk unser Rücken
ist. Dank ihm sind wir die einzigen Lebewesen, die lange
Zeit aufrecht gehen können. Ermöglicht wird dies durch
das Zusammenspiel von sieben Halswirbeln, zwölf
Brust­wirbeln, fünf Lendenwirbeln, Kreuz- und Steißbein
sowie vieler Muskeln und Sehnen. Dazwischen dämpfen
Bandscheiben unsere Bewegungen.
Sie haben viele Ursachen wie etwa Stress, Entzündungen
an Sehnen und Muskeln, Gewebeablagerungen­, nicht
ausgeheilte Er­käl­tungen, falsche Ernäh­rung- und Trinkgewohnheiten sowie ein Mangel an Bewegung. Letzteres
führt zur Erschlaffung der Rückenmuskulatur und häufig
auch zu Übergewicht, einem weiteren Grund für Rücken­
Der richtige Lebensstil für
Wann die BANDSCHEIBEN plagen
Sie wirken normalerweise wie Stoßdämpfer­zwischen den
Wirbelkörpern des Rückgrats und bestehen aus Faserring sowie einem weichen­Gallertkern­. Durch eine Öffnung zwischen jeweils­zwei Wirbeln verlässt auf beiden
Seiten eine Nerven­wurzel den Rückenmarkkanal. Tritt
aber der Gallertkern aus, kommt es zu heftigen Schmerzen­
und nicht selten zu Lähmungs­
erscheinungen in den
Beinen­und Armen.
Warum Sie IN BEWEGUNG BLEIBEN sollten
Was und wie viel wir essen, beeinflusst nicht nur unser
Gewicht, sondern auch den Zustand der Organe. Zudem
gelangen die aus der Nahrung gelösten Nährstoffe über
die Kollagenfasern des Bindegewebes auch bis in die
Knochen und Knorpel des Rückens. Damit dieser Prozess
reibungslos funktioniert, braucht der Körper bestimmte
Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Vor allem
Vitamin C, Kupfer und Zink.
Nicht nur, um die Rückenmuskulatur zu trainieren und
damit das Rückgrat zu stabilisieren, ist Bewegung wichtig.
Körperliche Betätigung hilft den Bandscheiben auch,
Nährstoffe aus dem Essen optimal aufzunehmen. Durch
Bewegung bleiben sie agil und gut durchblutet. Mit den
folgenden Bewegungstipps können Sie Rückenschmerzen wirksam vorbeugen:
Wer seinen Rücken pflegen möchte, sollte daher täglich
Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte essen. Nahrungsmittel und Substanzen, die direkt oder indirekt
den Knochenaufbau behindern oder den Knochenabbau fördern­, sollten seltener auf dem Speiseplan stehen.
Dazu gehören beispielsweise Alkohol und auch Fett.
Alkohol­schädigt die Knochenzellen und die Leber, die
für die Bildung von aktivem Vitamin D verantwortlich
ist. Viel Fett in der Nahrung behindert die Aufnahme von
Kalzium über den Darm und ist außerdem ein Risikofaktor für Übergewicht. Vorsicht geboten ist zudem bei
allen Weißmehlprodukten und Zucker. Sie übersäuern
das Bindegewebe. Als Folge bauen sich die Gelenkknorpel ab und der Rücken schmerzt.
•Bevorzugen Sie Rücken schonende Sportarten wie
Rückenschwimmen, Walken, Skilanglauf, Inlineskaten.
•Sitzen Sie möglichst gerade, stellen Sie dabei die
Beine locker auf den Boden.
•Vermeiden Sie stundenlanges und unbewegliches
Sitzen im Büro oder vor dem Computer.
•Arbeiten oder telefonieren Sie zwischendurch auch
mal im Stehen. Machen Sie kleine Bewegungsübungen. Hierdurch wird nicht nur der Rücken entlastet, sondern auch Ihre Konzentrationsfähigkeit
einen SCHMERZFREIEN
Warum VIEL TRINKEN so wichtig ist
Der Gallertkern der Bandscheibe besteht aus einer elastischen Masse (Glykosaminoglykanen), die auch Wasser
bindet. Mit zunehmendem Alter verändern sich diese
Elemente und werden durch Dermatansulfat ersetzt,
das kaum noch Wasser binden kann. Die Folge: Der
Gallert­kern schrumpft und verliert seine Pufferfunktion.
Und das kann auch schon dann passieren, wenn man
über einen längeren Zeitraum zu wenig trinkt.
Man weiß heute, dass es einen Zusammenhang gibt
zwischen Wassermangel und Rückenschmerzen, vor
allem­im Lendenwirbel-Bereich. Denn bei Wassermangel
trocknen die Bandscheiben und Gelenke aus. Sie sind
die stillen Wasser-Reservoirs des Körpers und werden
bei Mangel am schnellsten „angezapft“. Studien belegen,
dass schon acht große Gläser Wasser täglich bei 80 Prozent
der Patienten die Rückenschmerzen deutlich verringern.
•Tragen Sie Lasten (Einkäufe) gleichmäßig auf beide
Körperhälften verteilt. Heben Sie schwere Gegenstände nie mit gebeugter Wirbelsäule. Gehen Sie
dazu mit geradem Rücken leicht in die Knie, lassen
Sie den Gegenstand (z. B. einen Kasten Sprudel) mit
beiden Händen an, spannen Sie Rumpf- und Bauchmuskulatur kräftig an und achten Sie darauf, den
Gegenstand körpernah anzuheben. Auf diese Weise
•Beim Ausruhen die Beine anwinkeln, z. B. auf einen
Hocker legen. Beim Schlafen darf die Wirbelsäule
nicht abknicken. Deshalb für eine gute Matratze, einen
Lattenrost und ggf. orthopädisches Schlafkissen
•Betreiben Sie regelmäßig spezielle Rückengymnastik.
Durch das regelmäßige Bewegungstraining wird die
Rückenmuskulatur gestärkt. Am besten macht man
das Training unter fachgerechter Anleitung und Betreuung bei einem Physiotherapeuten. Dieser passt
die Übungen an Ihre individuellen Erfordernisse an.
Neben den Bandscheiben hält ein Geflecht aus Bändern
und Sehnen den Rücken stabil. Um diese hauptsächlich
aus Kollagen bestehenden Fasern elastisch und fest zu
erhalten, sind bestimmte Nährstoffe entscheidend.
VITAMIN C für das Kollagen
Vielen ist seine Bedeutung für Zellstoffwechsel und
Immunsystem­bekannt. Doch es ist auch äußerst wichtig
für die Knochenbildung. Denn es ist an der Kollagenbildung beteiligt. Der Tagesbedarf liegt bei 50 bis 75 mg.
Gute Vitamin-C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Papaya,
Blumenkohl, Petersilie, Brokkoli, Paprika, Tomaten und
KUPFER fürs Bindegewebe
Als Bestandteil verschiedener Proteine und Enzyme
ist es u. a. am Aufbau des Bindegewebes beteiligt und
hält unser „Korsett“ stabil. Der Tagesbedarf liegt bei 2
bis 4 mg. Gute Kupferlieferanten sind Fisch, Innereien,
Schalentiere­
, Nüsse, grünes Gemüse (Brokkoli, Artischocken) sowie Kakao.
ZINK für feste Knochen
Zink ist ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme, wirkt
bei der Knochenstruktur mit und ist für Immunsystem
und Wundheilung wichtig. Der Tagesbedarf liegt bei 12
bis 15 mg. Gute Zinklieferanten sind Schalentiere, Fisch
Innereien, Muskelfleisch, Milchprodukte sowie Vollkornprodukte und Kürbiskerne.
Sie verhindern ein „Zuviel“ an Säuren, die sich sonst an
Rückenwirbeln und Gelenken ablagern und Schmerzen
verursachen könnten. Zudem liefern sie das für Knochen
so wichtige Kalzium (Tagesbedarf liegt bei 1.200-1.500 mg).
Wer den Rücken pflegen möchte, sollte auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt achten. Also statt
fett- und eiweißreiche Ernährung (50 g Eiweiß pro Tag
reichen) viele basische Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Fisch essen. Viel Kalzium
enthalten fettarme Milchprodukte (Milch, Hartkäse),
frisches Gemüse, Obst, Getreideprodukte und Mineralwasser.
ZAHLEN /DATEN/
Einfluss auf Gesundheit von
Das Führungsverhalten von Vorge­
setzten ist bedeutsam für die Gesundheit der Beschäftigten. Zu
diesem Schluss kommt eine neue
(BAuA), die die Ergebnisse eines
über dreijährigen europäischen Ver­bundprojekts bündelt. Für das Projekt
„Rewarding and Sustainable Health
Promoting Leadership“ (deutscher
Titel: Wertschätzende und nachhal­
tige gesundheitsförderliche Führung)
haben deutsche, schwedische und
finnische Forschungsgruppen je zwei
verschiedene Studien durchgeführt
und ihre Ergebnisse zusammengetragen.
Im Ergebnis zeigte sich, dass eine
gesundheitsförderliche Führung lang­anhaltende Effekte auf das Engage­
ment und die psychische Gesundheit
der Beschäftigten hat. Für Betriebe­
ist eine gesundheitsförderliche Füh­
rung­aus zwei Gründen von Bedeutung. Erstens stabilisiert sie deutlich
das psychische Wohlbefinden der
Beschäftigten und die Arbeitszu­frie­
denheit der Beschäftigten. Zweitens
können Unternehmen auf diese
Weise engagierte Mitarbeiter binden
und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken.
Krank am Feiertag:
116 117 hilft­
Starke Bauchschmerzen oder hohes
Fieber am Feiertag – wer hierzulande
dringend medizinische Hilfe benötigt, kann sich an den ärztlichen
Bereitschaftsdienst der Kassenärzt­
lichen Vereinigungen (KVen) wenden.
Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen
Fällen ambulant behandeln – auch
nachts, an Wochenenden und an
Feiertagen. Der Bereitschaftsdienst
ist seit einigen Jahren unter der
bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 zu erreichen.
Die Rufnummer funktioniert ohne
Vorwahl, gilt deutschlandweit und
ist kostenlos, egal ob Patienten
von zu Hause aus oder mit dem
Mobiltelefon anrufen. Der ärztliche
Bereitschaftsdienst ist zuständig
wenn Arztpraxen geschlossen sind
und darf nicht mit dem Notruf ver­
wechselt werden. Bei medizinischen Notfällen­gilt auch weiterhin
Belegschaft setzt auf
Erfahrung­
Der typische Betriebsrat in Deutschland ist männlich und über 46 Jahre
alt. Das zeigt die Betriebsratswahlbefragung 2014 des Instituts der
deutschen Wirtschaft Köln (IW).
Frauen haben demnach im vergangenen Jahr im Durchschnitt
nur ein Viertel der Mandate errungen. Aller­
dings entspricht die
Quote weiblicher Mandatsträger
damit meist dem Frauenanteil in
den unter­suchten Unternehmen. In
lediglich­9 Prozent der Firmen sind
Frauen im Betriebsrat tatsächlich
unterrepräsentiert. Der zentrale
Grund dafür: Es gibt oft zu wenig
weibliche Beschäftige, die für ein
Betriebsratsmandat kandidieren.
Bei ihrer Entscheidung setzen die
Wahlberechtigten auf Kontinuität:
Durchschnittlich wählten sie zwei
Drittel der Betriebsräte wieder. Das
hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der
Betriebsräte nach Altersgruppen­
Denn die hohe und steigende
Wiederwahlquote­führt zu einem
immer größeren Anteil der 46- bis
59-jährigen Mandatsträger. Offenbar setzen die Belegschaften auf
Lebens- und Berufserfahrung. Der
sehr große Anteil älterer Betriebsratsmitglieder und -vorsitzender
signalisiert in den Augen der IWExperten aber auch, dass für manchen eine Karriere als betrieblicher
Interessenvertreter ansprechender
ist als im angestammten Beruf.
Die Etiketten in der modernen Arbeitswelt sind zwar lockerer
geworden­. Dennoch gibt es bestimmte Regeln für den Umgang mit
Chef und Kollegen, die man einhalten sollte. Hier die wichtigsten
Benimm­-Regeln im Überblick.
Selbstverständlich kommt es im Berufsleben vor allem
auf die persönlichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse
an. Doch wer von Chef und Kollegen gleichermaßen
geschätzt werden möchte, sollte sich um eine gewisse
Kontinuität im täglichen Auftreten bemühen. Und die
wird von drei Grundsätzen geprägt – nämlich Freundlichkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit.
Bloß nicht zu cool
Gerade wer neu in ein Team kommt, sollte seine verständliche Scheu nicht hinter einer Fassade der Coolness verstecken. Besonders lautstarkes Gebaren und
sogar Geprahle mögen weder Chefs noch Kollegen. Viel
geschickter ist es, durch Leistung, statt durch Worte­zu
„glänzen“. Auch hier sind es wieder drei Verhaltensweisen,
auf die man setzen sollte. Nämlich: Zurückhaltung, Respekt
und Anerkennung. Halten Sie sich mit Ihrer Meinung
eher zurück. Beweisen Sie der Leistung anderer gegenüber Respekt und kennen Sie neidlos an, wenn andere
gute Ergebnisse erzielen. Dabei dürfen Sie sogar gelegentlich und wenn es tatsächlich angebracht ist andere­loben.
Nicht gleich duzen
Nur in ganz speziellen Branchen (wie z. B. Medien,
Werbung­) wird fast nur noch geduzt. Dort auf ein „Sie“
zu bestehen, wäre lächerlich. Ansonsten gilt aber nach
wie vor: Nur der Ranghöhere, nicht etwa der Ältere, darf
das „Du“ anbieten. Das kann man zwar streng genommen
ablehnen, ratsam ist es jedoch nicht. Es könnte als Zurückweisung empfunden werden. Wurde das Duzen bei
einer Betriebsfeier begonnen, sollte man am anderen
Tag auf die Anrede des Chefs warten und schauen, ob
er noch dabei bleibt.
Besser auf Abstand bleiben
Man spricht hierbei von der beruflichen Distanzzone
und die beträgt in Deutschland etwa eine Armlänge.
Selbst dann, wenn Sie privat ein sehr kontaktfreudiger
Mensch sind, sollten Sie im Beruf diese körperliche
Distanz­wahren. Das gilt in besonderem Maße zu Beginn
der Jobaufnahme. Vermeiden Sie es auch, Ihren Gesprächspartner beispielsweise am Arm zu berühren.
Selbst dann, wenn er Ihnen sympathisch ist. Zum Chef
sollte der körperliche Abstand sogar mindestens zwei
Auch, wenn gerade buchstäblich „die Hölle brennt“
und Sie unter enormem Stress stehen, sollten Sie stets
Ruhe und Respekt bewahren. Wutverzerrte Mimik und
Schreien kommen niemals gut an. Auch wer sich nur ein
einziges Mal „vergisst“, wird diesen Makel nur schwer
wieder los. Denn leider gräbt sich gerade so ein FehlVerhalten besonders lange ins Gedächtnis der Anderen
ein. Nehmen Sie auch Kritik stets ruhig und aufmerksam an. Und üben Sie selbst Kritik anderen gegenüber
immer nur unter vier Augen und in höflichem Ton.
Ordnung ist auch das halbe Jobleben­
Egal, wie der Arbeitsplatz generell beschaffen ist, Sie
sollten hier unbedingt für Ordnung sorgen und diese
vor allem zum Feierabend hin schaffen. Ein aufgeräumter
Arbeitsplatz signalisiert auch dem Chef: Hier arbeitet
jemand­­gewissenhaft. Mal ganz abgehen davon, dass auch
Sie selbst in einem Chaos schnell die Übersicht verlieren.
fürs Büro: Der korrekte
WAS SIE BEIM MAILEN
Geschäftliche Mails ersetzen heute immer
mehr Telefonate oder gar persönliche Gespräche­.
Eine Tatsache, über die man nicht unbedingt glücklich­
sein muss, doch einstellen sollte man sich darauf
dennoch. Auch für den Mail-Verkehr gibt es einige
grundlegende Regeln.
Besonders all jene, die mit anderen in einem Büro
arbeiten­, sollten ihr Handy ausschalten oder zumindest
auf „stumm“ stellen. Denn Anrufe und Gespräche sowie­
SMS-Getippe sind nicht nur lästig für die Kollegen­
Sie halten diese und auch den Betroffenen von der
konzentrierten­Arbeit ab. In Besprechungen sind sie sogar
völlig tabu, lästiges Handy-Klingeln ist ausgesprochen
MIT SORGFALT SCHREIBEN
Machen Sie sich stets bewusst, dass die E-Mail ja eine
Art Brief ist, der von Ihnen verschickt wird. Wählen Sie
also die Worte mit Bedacht. Vermeiden Sie häufige
Wortwiederholungen sowie Ketten- bzw. Schachtelsätze. Und natürlich müssen auch hier Rechtschreibung
und Grammatik stimmen.
Weiß der Adressat auch mit Sicherheit, was sich dahinter verbirgt? Um Missverständnissen vorzubeugen,
sollte selbst die ganz profane Wortwahl stets mit Blick
auf das eindeutige Verständnis des Empfängers überprüft werden. Deshalb sind auch kryptische Abkürzungen
in Job-Mails immer tabu.
ZITIERTE ANTWORT EINSTELLEN
Beim Beantworten der Mail sollte die zitierte Antwort
mit eingestellt werden. So sehen Absender und Empfänger, worauf Bezug genommen wird. Und auch bei
einem mehrfachen Mail-Verkehr sollte nicht auf die
Anrede­verzichtet werden. Denn anders als im MessangerProgramm wird hier das Gespräch immer wieder neu
BETREFF STETS ANGEBEN
So weiß die angemailte Person schon auf den ersten
Blick, worum es in der Mail geht. Das ist nicht nur nützlich, sondern wirklich gutes Benehmen.
BEI KOMPLIZIERTEN SACHVERHALTEN TELEFONIEREN
Schwierige oder sehr komplexe Angelegenheiten sollten
besser nicht per Mail diskutiert werden. Greifen Sie
dann lieber zum Telefonhörer oder suchen Sie den Geschäftspartner – wenn möglich – persönlich auf. Eine
positive Klärung ist immer noch am besten durch den
persönlichen Kontakt zu bewerkstelligen.
BITTE KEINE SMILEYS
Die sehen zwar hübsch aus. Doch im Berufsgebaren
„gehen“ sie wirklich nur, wenn man den Adressaten
sehr gut kennt und eventuell auch privat befreundet ist.
In der geschäftlichen Kommunikation haben Smileys
und ähnliches nichts verloren.
Umgang in der Arbeitswelt
In der Ausgabe 1/2015 berichteten
wir darüber, dass es seit dem 1.
Januar­2015 einen neuen Melde­
dialog im Falle einer versicherungspflichtigen Mehrfachbeschäftigung­
gibt. Im Ergebnis kann dieser dazu
führen, dass die Arbeitgeber eine
anteilmäßige Aufteilung der Arbeits­
entgelte vornehmen müssen. Doch
wie funktioniert eine solche Auf­
teilung überhaupt?
Aufteilung von laufendem
Arbeitsentgelt­
Eine verhältnismäßige Aufteilung
ist regelmäßig dann vorzunehmen,
wenn die dem jeweiligen Kalendermonat beitragsrechtlich zuzuordnenden laufenden Arbeitsentgelte
aus den versicherungspflichtigen
Beschäftigungsverhältnissen in der
Summe die jeweilige monatliche
Beitragsbemessungsgrenze überschreiten.
Um festzustellen, in welcher Höhe
die Arbeitsentgelte der Beitragsbe-
Beispiel 1 (R
messung jeweils zugrunde zu legen
sind, sind sie nach dem Verhältnis
ihrer Höhe zueinander so zu mindern, dass sie in der Summe die
maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht übersteigen
(Beispiel 1).
echtskreis W
es t, Kranken
Monatliche B
spflicht best
BG (K V/PV)
eht)
BG (RV/AlV)
rbeitsentgel
t Arbeitgeber
A (Monat Mai
B (Monat Mai
Gesamtentge
lt (2.350,0 0 €
+ 1.90 0,00 €
=) Ermit tlung de
r Beitragsbem
essungsgrund
lagen (K V/PV
) für Monat M
A: 2.350,00 € x
4.125,00 € 4.250,00 €
= 2.280, 88 €
B: 1.90 0,00 € x
= 1.84 4,12 €
r Beiträge zu
r Renten - un
keine anteilm
äßige Auf teilu
nversicherun
der Arbeitsen
tgelte die maß der Arbeitsentgelte stat
t, da die Sum
bende Beitrag
sbemessung
sgrenze nich
In die Berechnung sind die Arbeits­
entgelte aus den jeweiligen Beschäf­
tigungen nicht in unbegrenzter Höhe
zu berücksichtigen, sondern nur
bis zu dem Betrag der jeweiligen
Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bleiben bei der
anteilmäßigen Aufteilung unberücksichtigt (Beispiel 2).
Hinzutritt oder Wegfall eines
Versicherungsverhältnisses­ im
Laufe eines Kalendermonats
Tritt zu einem bestehenden versiche­
rungspflichtigen Beschäftigungsver­
hältnis im Laufe eines Monats eine
weitere versicherungspflichtige Beschäftigung hinzu, sind für Zwecke
der Aufteilung der beitragspflichtigen
Einnahmen aus Vereinfachungsgrün­
den die Arbeitsentgelte unabhängig­
vom Zeitpunkt des Beginns des
Versicherungsverhältnisses dem ge­samten Kalendermonat des Hinzutritts zuzuordnen. Entsprechendes
gilt für den Fall, dass bei Fortbestehen eines Versicherungsverhältnisses eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung im Laufe
eines Monats wegfällt. Gleiches gilt
auch, wenn bei Fortbestehen eines
Versicherungsverhältnisses eine wei­
tere versicherungspflichtige Beschäf­
tigung im Laufe eines Monats hinzutritt und noch im Laufe desselben
Monats wegfällt.
t besteht nich
herungspflich
est, Kra
Beispiel 2 (R
6.50 0,00 €
onat Mai) (M
1.00 0,00 €
t Arbei
+ 1.00 0,
lt (6.050,0 0 €*
r Monat Mai
n (RV/AlV) fü
= 5.191, 84 €
Ermit tlung de
6.050,00 €* x
A: Arbeitgeber
= 858,16 €
0,00 € 05
1.00 0,
zum Be trag
nung nur bis
für die Bere ch
tgelt von Arbe
itgeb er A wird
* Das Arbeitsenessungsgrenze (RV/AlV) berü
Beitragsb em
Arbeitsentgelt aus geringfügiger­
und versicherungspflichtiger
Beschäftigung­
Übt ein Arbeitnehmer neben einer
mehr als geringfügigen versiche­
rungs­pflichtigen Beschäftigung eine
geringfügige (weitere) Beschäfti­gung
aus und übersteigt das Arbeitsentgelt aus beiden Beschäftigungen die
maßgebende Beitragsbemessungsgrenze, findet für die Bemessung der
Beiträge zur Kranken-, Pflege- und
Arbeitslosenversicherung eine Auf­teilung der beitragspflichtigen Einnahmen nicht statt, da keine beitragspflichtigen Einnahmen aus
Versicherungsverhält­
nissen zusammentreffen.
Für die Bemessung der Renten­ver­
sicherungsbeiträge sind die Arbeits­
entgelte aus einer geringfügig
entlohnten Beschäf­tigung und aus
einer mehr als geringfügigen ver­
sicherungspflichtigen Beschäftigung
daher aufzuteilen, wenn sie zusammen die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze übersteigen. Eine Auf­
teilung der Arbeitsentgelte ist jedoch
nicht vorzunehmen, wenn sich der
von der Rentenversicherungspflicht
hat befreien lassen.
In der Rentenversicherung un­ter­lie­gen geringfügig entlohnte Beschäf­
tigungen der Versiche­rungspflicht.
Fällt das Bundesarbeitsgericht (BAG) in
Erfurt ein Urteil, ist es für ganz Deutschland rechtskräftig. Es gilt dann als Grundsatzurteil,
an dem sich die untergeordneten Instanzen orientieren, sprich der Rechtsauffassung folgen
müssen. Deshalb sind Urteile des BAG gleichermaßen bedeutsam für Unternehmen
und Beschäftigte­. Hier die wichtigsten aus 2014.
Frage nach Gewerkschaftszugehörigkeit­
Die Aufforderung eines Arbeitgebers an die in seinem
Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer zu erklären,
ob sie einer bestimmten Gewerkschaft angehören, kann
die Koalitionsbetätigungsfreiheit der betroffenen­Gewerkschaft unzulässig einschränken. Geklagt hatte die
Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL). In einem
Tarifstreit waren ihre Mitglieder von der Arbeitgeberin
(gehört zum Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern
e. V.) in einem Schreiben aufgefordert worden, unter­
Angabe von Name und Personalnummer mitzuteilen, ob man in der GDL ist oder nicht (Urteil vom 18.
November­2014 – AZ: 1 AZR 257/13).
keine­ Diskriminierung
Ab dem 58. Lebensjahr haben Arbeitnehmer eines Schuh­
herstellers in Rheinland- Pfalz 36 Tage Urlaub im Jahr.
Wer jünger ist, muss sich mit 34 Tagen begnügen. Das
BAG hat an dieser Praxis nichts auszusetzen. Schließlich stehe dem Unternehmen eine Einschätzungs­
prärogative zu. Arbeitgeber können älteren Beschäftigten
mehr Urlaub gewähren als jüngeren Mitarbeitern. Die
Klage von sieben jüngeren Angestellten des Schuh­
herstellers wurde abgewiesen (Urteil vom 21. Oktober
2014 – AZ: 9 AZR 956/12).
Pilot muss keine Uniformmütze tragen­
In buchstäblich letzter Instanz setzte ein Pilot seinen
Unwillen gegen die Pflicht durch, auf dem Flughafen
seine Uniformmütze tragen zu müssen, während Pilo-
SVinside – Oktober 2014
tinnen frei darüber entscheiden dürfen. Er kritisierte,
für Pilotinnen stelle die Mütze nur ein Accessoire dar,
während sie für Männer obligatorisch sei. Doch diese
Regelung verstößt gegen den betriebsverfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz und ist damit
unwirksam – so das BAG. Die richterliche Begründung:
Für eine personenbezogene Ungleichbehandlung muss
es fundierte Sachgründe geben. Traditionen des Unternehmens und der Schutz von Damenfrisuren seien keine
ausreichenden Gründe für die Ungleichbehandlung
(Urteil vom 30. September 2014 – AZ: 1 AZR 1083/12).
Kopftuch in kirchlichem Klinikum verletzt
Nach der Elternzeit wollte eine muslimische Kran­ken­­schwester im Bochumer Augusta-Klinikum ihre Arbeit­
nur noch mit Kopftuch verrichten. Das BAG hatte dafür­
kein Verständnis: Wer ein Kopftuch als Symbol seines­
muslimischen Glaubens bei der Krankenpflege im Evan­
gelischen­Krankenhaus tragen möchte, verstößt gegen
seine arbeitsvertragliche Nebenpflicht zu neutralem
Ver­halten. Anlass des Verfahrens war nicht etwa eine
Kündigung des Klinikums, sondern die Nichtzulassung
der klagenden Krankenschwester zur Arbeit, solange sie
diese nur mit dem islamischen Kopftuch verrichten wollte
(Urteil vom 24. September 2014 – AZ: 5 AZR 611/12).
Längere Kündigungsfristen für ältere
Arbeitnehmer­ erlaubt
Je länger jemand mit einer Firma „verheiratet“ ist, desto
größer ist die Trennungszeit, die ihm bei einer Entlassung
eingeräumt wird. Die Kündigungsfristen von Arbeitnehmern dürfen sich auch künftig mit zunehmender
Urteile aus
Beschäftigungszeit erhöhen, entschied das BAG. Die
obersten Richter sahen keine mittelbare Diskriminierung
von jüngeren Beschäftigten. Die Staffelung von Kündi­
gungsfristen verstößt nicht gegen die europäische
Gleichbehandlungsrichtlinie (Urteil vom 18. September
2014 – AZ: 6 AZR 636/13).
Altersgrenze bei Wartezeit für
Betriebsrente­ist unwirksam
Ruht das Arbeitsverhältnis aufgrund einer beiderseitigen
Vereinbarung, darf der Arbeitgeber den gesetzlichen
Urlaub nicht kürzen. Damit war eine Klägerin aus Berlin
erfolgreich, die nach einer neunmonatigen Pflegezeit
auf Abgeltung von 15 Urlaubstagen bestand. Laut Gesetz
sind Kürzungen des Urlaubs zwar bei Elternzeit oder
Wehrdienst möglich. Eine solche Regelung gebe es jedoch
für das Arbeitsverhältnis während einer Pflegezeit nicht
(Urteil vom 6. Mai 2014 – AZ: 9 AZR 678/12).
Ein Anspruch auf eine betriebliche Altersrente besteht
unabhängig vom zwischenzeitlich erreichten Alter. Und
zwar auch dann, wenn eine Klausel in der Versorgungsordnung besagt, dass der Arbeitnehmer bei Erfüllung
der hierfür vorgesehenen Wartezeit nicht älter sein darf
als 55 Jahre. Eine solche Bestimmung verstößt gegen
das Verbot der Diskriminierung wegen des Alters. Die
dem Fall zugrunde liegende Versorgungsordnung sieht
die Gewährung einer Altersrente nach Vollendung des
65. Lebensjahres vor. Versorgungsberechtigt sollten
allerdings­nur Mitarbeiter sein, die eine mindestens
zehnjährige Dienstzeit (Wartezeit) erreicht und zum
Zeitpunkt der Erfüllung der Wartezeit das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Da eine Mitarbeiterin
dieses Alter überschritten hatte, wurde ihr die Altersrente nicht gewährt. Zu Unrecht, die Klausel ist unwirksam (Urteil vom 18. März 2014 – AZ: 3 AZR 69/12).
Ohne Nachtschichten nicht generell
arbeitsunfähig­
Kein Entschädigungsanspruch gegen
Personal­vermittler
Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tauglich
ist, Nachtschichten zu absolvieren, ist damit nicht generell arbeitsunfähig. So das Urteil für eine klagende
Kranken­schwester. Obwohl ihr Arbeitsvertrag mit einem
Kran­ken­haus zwar die Pflicht zur Sonntags-, Feiertags-,
Nacht-, Wechselschicht- und Schichtarbeit statuiere,
sei die Krankenschwester nicht als arbeitsunfähig anzu­
sehen, entschieden die Richter. Ihre Arbeitsleistung sei
schließlich nicht unmöglich geworden, da sie tagsüber
eingesetzt werden könne und dies auch angeboten hat
(Urteil vom 9. April 2014 – AZ: 10 AZR 637/13).
Wer sich durch eine Bewerbungsabsage diskriminiert
fühlt, muss aufpassen, gegen wen er seine Entschädigungsansprüche richtet. Ein Personalvermittler haftet
nämlich nicht. Mit diesem Urteil stellte das BAG klar,
dass immaterielle Entschädigungsansprüche nach § 15
Abs. 2 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
nur gegen den „Arbeitgeber“ gerichtet werden können.
Beauftragt dieser einen Personalvermittler, so haftet er
nicht für Ansprüche aus § 15 Abs. 2 AGG. Offen blieb
aber, ob gegen Personalvermittler andere Ansprüche
bestehen können (Urteil vom 23. Januar 2014 – AZ:
8 AZR 118/13).
Voller Urlaubsanspruch auch nach
Sonderurlaub­
nkt angelangt,
„„„In Europa sind wir inzwisch en an einem Pu
chbarer Nähe
an dem es keine dunklen Orte mehr in errei
ch sch nell aus,
gibt. (...) Die Lichtversch mutzung breitet si
aber eben nicht sch nell genug, um die Leute
ir mach en uns einfach
dass sofortiges Handeln gefragt ist. (...) W
auf, oh ne einen Begriff
nicht bewuss
die Milchstrasse zu seh en.
muss, (...)
Und das sind Dinge, die man geseh en haben
ren“.
Dinge, die deine Seele und dein Herz berüh
Paul Bogard, Die Nacht – Reise in eine verschwindende Welt
Antrag auf Werbung in der Stadionzeitung
Berufsbildende Schulen III Halle
a) Bedeutung der Künstlersozialabgabe für „normale“ Unternehmen
Minijob-Vertrag 450
Antrag auf Förderung einer Bildungsmaßnahme
Preisträger des Jahres 2015 - Friedrich und Isabel Vogel
Musterbrief_Urteil_ausführlich
Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung vergibt fünf Preise für
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"Information zur Künstlersozialabgabe"