Source: http://de.slideshare.net/slideshare-scriptomed/haaner-themengarten-band-4-kinder-kinder
Timestamp: 2016-12-11 02:25:19
Document Index: 190777846

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 8', '§ 7', '§ 32', 'Art. 6']

unter dem Titel Haaner Themengarten
erscheint eine Broschürenreihe, die al-
len Bürgerinnen und Bürgern in Haan,
Gruiten und Umgebung alltagsnahe In-
formationen und Tipps liefert.
Die ausgesprochen positive Resonanz,
die wir zu unseren bisher erschienenen
Bänden - “Gesundheit”, “Recht und
Ordnung” und “Trautes Heim - Glück
allein” - erfahren durften, zeigt, dass wir
mit der sorgfältigen Auswahl und Re-
cherche der Inhalte den Finger auf den
Punkt gelegt haben.
Sie blättern gerade im 4. Band, der den
Titel “Kinder, Kinder” trägt. Was gibt
es Schöneres als ein Kind zu bekom-
men! Gleichzeitig ist kaum eine andere
Aufgabe so verantwortungsvoll. Unser
Kind sollte umsorgt werden, bedin-
gungslos geliebt und behütet aufwach-
sen. Ebenso wichtig sind Bildung und
die Vermittlung sozialer Werte, die es
befähigen, seinen Platz in der Gesell-
schaft auszufüllen.
Ideen und Anregungen wechseln sich
ab mit informativen Beiträgen. Was
bedeutet Kind sein aus gesetzlicher
Sicht? Wie kann ich mein Kind fördern?
Hilfe, mein Kind spricht Kauderwelsch
und stellen soziale Netzwerke Potential
oder Gefahr dar?
Die Lektüre dieser Broschüre gibt Ihnen
Tipps und Anregungen, was Sie für Ihr
Kind tun können. Oder Sie erlangen ein
besseres Verständnis für Ihr Kind. Viel-
leicht entdecken Sie neue Wege oder
kommen sogar der Lösung eines Pro-
blems auf die Spur. In jedem Fall aber
werden Sie informiert und motiviert.
Mitwirkenden und unseren Sponsoren,
die unsere Arbeit unterstützt haben.
Ihr SCRiPT-ART-Team
Was bedeutet Kindheit? ......................................................................................... 6
Junge VHS........................................................................................................... 15
Die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung............................................................... 16
Gemeinsames Sorgerecht - wenn die Eltern kein Paar mehr sind......................... 18
Bewegung macht Kinder fit für die Schule............................................................ 20
Interview mit Frau Marisa Herzog.......................................................................... 22
1:1 Ein Schüler - Ein Mentor............................................................................... 28
„Ich lerne was, was du nicht lernst…“................................................................... 29
Der Sportverband stellt sich vor............................................................................ 32
Sport ist Mord! - Stimmt das?............................................................................... 34
Mit Sport die Entwicklung fördern......................................................................... 36
So lange es Bälle gibt, werden Kinder Fußball spielen .......................................... 38
Brauche ich eine teure Sportausrüstung? ............................................................ 42
Tennis - das Spiel des Lebens.............................................................................. 44
Hilfe, mein Kind spricht Kauderwelsch.................................................................. 47
Karate Do – (D)ein persönlicher Weg!.................................................................... 48
Ein Tier ist der Spiegel unseres Selbst.................................................................. 50
Helikopter-Eltern - wie Kinder wirklich selbstverantwortlich werden....................... 52
Kinder- und Jugendarbeit des CVJM Haan e.V..................................................... 57
Das Jugendparlament.......................................................................................... 60
Meine Kinder in sozialen Netzwerken.................................................................... 62
Kulturprogramm 2015/2016................................................................................. 70
UN-Kinderrechtskonvention.................................................................................. 74
Standorte............................................................................................................. 78
Impressum........................................................................................................... 80
Notizen................................................................................................................. 82
Bereits erschienen................................................................................................ 83
Als Kindheit bezeichnet man den Zeit-
raum im Leben eines Menschen von der
Geburt bis zur geschlechtlichen Ent-
wicklung (Pubertät). Kindheit ist dabei
mehr ein kultureller, sozialer Begriff als
ein biologischer. Im engeren Sinne folgt
die Kindheit auf das Kleinkindalter (2.
und 3. Lebensjahr) und gliedert sich in
die frühe Kindheit (4–6. Lebensjahr), die
mittlere Kindheit (7.–10. Lebensjahr) und
die späte Kindheit (11.–14. Lebensjahr).
Nach der Kindheit folgt die Phase des
Jugendalters, der Adoleszenz. Mit dem
4. Lebensjahr ist etwa die doppelte Ge-
burtslänge erreicht.
In der Kindheit hat der Mensch eine be-
sondere rechtliche Stellung. Diese ist
durch eine Reihe von Deutschen Bun-
desgesetzen und international durch die
UN-Kinderrechte geregelt. Die Rechts-
fähigkeit des Kindes beginnt in der Bun-
desrepublik Deutschland gemäß (BGB)
§ 1 „mit der Vollendung der Geburt“,
seine bedingte Geschäftsfähigkeit erlangt
es stufenweise später.
Nach der Geburt wird einem Kind mit der
Ausstellung einer dementsprechenden
Urkunde die Aufnahme in die Gesell-
schaft dokumentiert.
Die Krankenakte eines neugeborenen
Kindes ist Bestandteil der mütterlichen
Krankenakte, bis das Kind versiche-
rungsrechtlich als auch lebend das Kran-
kenhaus zum ersten Mal verlassen hat.
Da jedem lebend geborenen Kind eine
Geburtsurkunde zusteht, kommt den
Aufzeichnungen im Kreißsaal besonde-
re Bedeutung zu, unabhängig davon,
ob das Kind lebend das Krankenhaus
verlassen hat. Nach der Kinderrechts-
konvention der UNO ist Kind, wer das
Nach deutschem Recht ist Kind, wer
noch nicht 14, Jugendlicher, wer 14,
aber noch nicht 18 Jahre alt ist (siehe § 1
Jugendschutzgesetz). Im Jugendarbeits-
schutzgesetz § 2 ist die Grenze jedoch
erst bei 15 Jahren gezogen. Im Kontext
(§ 8 SGB VIII), des so genannten Kin-
der- und Jugendhilfegesetzes (KJHG),
ist Kind, „wer noch nicht 14 Jahre alt ist“
(§ 7 Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII) – mit Ausnah-
me der Bestimmungen zur Pflege und Er-
ziehung der Kinder als Recht und Pflicht
der Eltern (Kind in diesem Sinne ist, „wer
noch nicht 18 Jahre alt ist“) und zur An-
nahme als Kind (Kind in diesem Sinn
(BGB Familienrecht) sind „Personen, die
das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet
haben“); Kinder gehören zu den im SGB VIII
definierten jungen Menschen. Nach § 32
Aufenthaltsgesetz gilt als minderjähriges
„Kind“, wer das 16. Lebensjahr noch
nicht vollendet hat.
Allgemein werden in der Entwicklungs-
psychologie nach dem Stand der biolo-
gischen, psychischen und sozialen Ent-
wicklung folgende Entwicklungsabschnitte
unterschieden:Neugeborenes(bis28.Lebens-
tag), Säuglingsalter (1. Lebensjahr), Klein-
kindalter (2. und 3. Lebensjahr), frühe
Kindheit (4.–6. Lebensjahr), mittlere Kind-
heit (7.–10. Lebensjahr) und späte Kind-
heit (11.–14. Lebensjahr). Daraufhin folgt
die Phase der Adoleszenz.
Mit den Entwicklungsstufen verbindet
häufig auch die Vorstellung von Entwick-
lungsaufgaben. Das sind Aufgaben, die
Kinder (Menschen) dem Alter entspre-
chend bearbeiten und lösen müssen, um
ein soziales Dasein in der nächsthöheren
Stufe bestreiten zu können (Havighurst;
siehe vor allem dazu: Rolf Oerter/Leo
Montada: Entwicklungspsychologie). Al-
tersstufen haben ihre entsprechenden
Entwicklungsaufgaben, die zur Bearbei-
tung für jeden anstehen.
Spuren einer Kindheitsphase sind aus
der Steinzeit bislang nur wenige be-
kannt, da archäologische Nachweise
hierfür schwierig sind. Belege für Kinder-
spiel bieten jungpaläolithische Felsbilder
mit kindlichen Fingerabdrücken aus der
Höhle von Rouffignac, die zeigen, dass
Kinder hier spielerisch ihre Spuren hin-
terließen. Weitere Indizien gibt es mit
figürlichen Grabbeigaben in Kindergrä-
bern, wie das geschnitzte Pferdchen in
der jungpaläolithischen Doppelbestat-
tung zweier Jugendlicher von Sungir
(Russland). Hierbei kann es sich – statt
um Spielzeuge – jedoch auch um Totem-
Objekte handeln, wie das für die mehr als
30.000 Jahre alten Elfenbeinfiguren aus
der schwäbischen Vogelherdhöhle ver-
mutet wird. Dasselbe gilt für kleine Tier-
figuren aus gebrannten Löss, die in den
archäologischen Fundplätzen Krems-
Wachtberg, Pavlov und Dolní Věstonice
Miniaturgegenstände der europäischen
Jungsteinzeit werden zuweilen als Spiel-
zeuge gedeutet, wie die Miniaturaxt vom
Motzenstein (Oberfranken), die aus der
Kultur mit Schnurkeramik stammt. Auch
von früh verstorbenen ägyptischen Pha-
raonen sind Grabbeigaben bekannt, die
als Spielzeuge gedeutet werden und da-
mit eine kindgerechte materielle Ausstat-
tung belegen.
Konzepte einer allgemeinen Erziehung
der Kinder kommen erst mit der griechi-
schen und römischen Antike auf – zumin-
dest soweit es überlieferte Quellen her-
geben. Ein besonders drastisches und
aus heutiger Sicht abstoßendes Beispiel
liefert der griechische Stadtstaat Sparta.
Die dort herrschende Kriegerkaste hatte
ein Interesse daran, abgehärtete Kämp-
fer heranzuziehen. Die Grundsätze dieser
spartanischen Erziehung soll der legen-
däre Gesetzgeber Lykurg gelegt haben.
Demnach wurden die kräftigsten Männer
und Frauen ausgewählt, um gemeinsam
Nachwuchs zu zeugen. Ein älterer Mann
durfte dazu seine jüngere Frau auch ei-
nem anderen Mann geben und anschlie-
ßend das Kind als sein eigenes anerken-
Schon früh wurden die so gezeugten Kin-
der im Spiel und im Sportunterricht ge-
stählt. Ammen kümmerten sich um ihre
Erziehung. Der Dichter Plutarch berich-
tet: „Die Ammen gewöhnten die Kinder
daran, mit jeder Speise vorliebzunehmen
und alleingelassen selbst im Dunkeln
ohne Furcht zu bleiben.“ Mit zwölf Jahren
verließen die Jungen das Elternhaus und
wurden in Jugendkasernen von älteren
Jungen aufgezogen. Prügelstrafen wa-
ren üblich. Die jungen Kadetten mussten
ohne Decken schlafen und wurden im
Kampf unterrichtet. Nach dem Abschluss
dieser Schulung gingen die Jungen in die
Obhut eines erfahrenen Mentors über,
gewöhnlich ein älterer Kämpfer. Dieser
lehrte seinen Knappen das Kriegerhand-
werk. Diese bis zum 18. Lebensjahr wäh-
rende Einführung schloss auch sexuel-
le Beziehungen zwischen Meister und
Auch den Mädchen wurde eine harte
Kur zuteil. Sie sollten abgehärtet werden,
um gesunde, kräftige Kinder zu gebä-
ren. Griechen aus anderen Stadtstaaten
fiel vor allem die leichte Bekleidung der
spartanischen Sportlerinnen auf, die als
„Schenkelzeigerinnen“ verspottet wur-
den. Rechte hatten weder Jungen noch
Mädchen, ebenso wenig die Eltern. Die
Kinder gehörten laut Lykurgs Ausführun-
gen dem Staat. Anders ging es in Athen
zu. Ein Zitat des Athener Philosophen
Sokrates (469–399 v. Chr.) lässt zumin-
dest darauf schließen: „Die Kinder von
heute sind Tyrannen. Sie widersprechen
ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und
ärgern ihre Lehrer.“ Züchtigungen waren
aber auch in Athen an der Tagesordnung.
So empfiehlt der Philosoph Platon (427–
347 v. Chr.), ungehorsame Kinder „mit
Drohungen und Schlägen wie ein Stück
verzogenes Holz“ zurechtzubiegen. Kin-
der, die ungewollt oder missgestaltet
waren, wurden ausgesetzt. Beispiele
dafür finden sich auch in griechischen
Tragödien, wie etwa Ödipus beweist.
Die Griechen werden im Allgemeinen als
Erfinder der allgemeinen Schule ange-
sehen. Diese war aber zumeist – wie in
Athen – männlichen Bürgerkindern vor-
behalten. Diese kamen mit sieben Jahren
in die Schule, die meist von einem ein-
zelnen Lehrer abgehalten wurde. Fächer
waren Schrift und Mathematik, Lyrik und
Sport. Die Schulzeit dauerte in der Regel
bis zum 16. Lebensjahr. Ältere Schüler
wurden von Philosophen und Sophisten
in Rhetorik und Naturwissenschaften
weitergebildet. Diese verlangten für ihre
Vorträge Geld. Herrscherkinder wie Alex-
ander der Große wurden von berühmten
Lehrern erzogen. Alexanders Lehrmeister
war beispielsweise Aristoteles (384–322
v. Chr.). Mädchen wurden zu Hause auf-
gezogen. Zugang zur Schule hatten sie
Die Beziehung zu den Eltern war nicht
immer innig. Wer es sich leisten konn-
te, betraute Ammen und Sklaven mit
der Aufzucht des Nachwuchses. In ihrer
Obhut war eine unbeschwerte Kindheit
aber durchaus möglich. Das belegen
Vasenbilder mit spielenden Kindern und
überlieferte Fabeln für den Nachwuchs.
Sklavenkinder hatten ebenso wenig zu
erwarten wie der Nachwuchs zugereister
Fremder, die in Athen nicht das Bürger-
recht genossen.
Viele Aspekte der griechischen Erziehung
finden sich auch im antiken Rom wieder.
Die Römer holten sich nach der Erobe-
rung Griechenlands zahlreiche griechi-
sche Lehrer für ihre Kinder ins Haus oder
schickten den Nachwuchs auf griechi-
sche Schulen. So finden sich auch viele
Aspekte des griechischen Familienlebens
in Rom wieder. Rechte hatte nur der pa-
ter familias, das männliche Familienober-
haupt. Er ließ sich nach der Geburt das
Neugeborene bringen und entschied, ob
er es als sein Kind annahm oder nicht.
Ausschlusskriterien waren dabei nicht nur
körperliche Missbildungen, sondern auch
rein praktische Erwägungen: Konnte der
Vater es sich leisten, noch ein Mädchen
aufzunehmen, für dessen Heirat spä-
ter eine Mitgift gezahlt werden musste?
Kindsaussetzungen waren gerade bei
armen Familien auch ein einfaches Mit-
tel der Geburtenbeschränkung. Die ab-
seits gelegenen Plätze, an denen unge-
wollte Kinder ausgesetzt wurden, waren
allgemein bekannt. Kinderlose Frauen
konnten dort ungewollte Babys an sich
nehmen. Waisen, die weniger Glück hat-
ten, wurden von Unternehmern als billige
Arbeitskräfte aufgenommen. Auch Bor-
delle fanden dort Nachwuchs. Selbst die
Gründer des römischen Staates waren –
der Sage nach – Waisen. Romulus und
Remus wurden ausgesetzt und von einer
Wölfin gesäugt.
Hatte der Vater ein Kind angenommen,
hängte man ihm die bulla, ein Amulett
um, das es vor Schaden schützen soll-
te. Die Kindersterblichkeit war hoch.
Das drückte den Altersschnitt. Wer das
fünfte Lebensjahr überstand, hatte aber
große Chancen, 60 Jahre und älter zu
werden. Zum Ausgleich der hohen Kin-
dersterblichkeit waren große Familien mit
sechs bis sieben Kindern üblich. Wie in
Griechenland waren auch in Rom Am-
men beliebt. Sie kamen meist aus dem
Sklavenstand und kümmerten sich auch
dann noch um das Kind, wenn es nicht
mehr die Brust bekam. Zur Ernährung der
Kleinkinder setzte man auf Ziegenmilch.
Körperliche Züchtigung war üblich. 374
wurde erstmals ein Gesetz erlassen, das
die Kindestötung verbietet. Diese neue
Idee fand in den folgenden Jahrzehnten
allerdings wenig Beachtung.
Mit der Ausbreitung des Christentums in
Europa setzte sich ein durchaus zwie-
gespaltenes Verhältnis der Gesellschaft
zu Kindern durch. Zwar waren Kinder
durchaus weiter gewollt und willkom-
men. Schließlich galt die Zeugung von
Nachwuchs als höchstes Ziel der christli-
chen Ehe. Zugleich wuchs aber auch die
Skepsis gegenüber Neugeborenen und
Kleinkindern. Der Kirchenvater Augus-
tinus von Hippo (354–430) wies darauf
hin, dass Säuglinge in Sünde geboren
werden, da sie der sündigen Fleisches-
lust von Mann und Frau entspringen. Sie
seien mit der Erbsünde Adams und Evas
behaftet. Zudem sind sie laut, launisch,
eifersüchtig und triebhaft. „Schwach und
unschuldig sind nur die kindlichen Glie-
der, nicht des Kindes Seele“, schreibt
Augustinus. Der verbreitete Aberglaube
ging davon aus, dass der Teufel und Feen
versuchen, Besitz von Säuglingen zu er-
greifen. Deshalb legte man größten Wert
darauf, dass die Kinder spätestens nach
einer Woche getauft wurden. Säuglinge,
die nach oder während der Geburt zu
sterben drohten, sollten ebenfalls noch
rasch getauft werden. Die Nottaufe durfte
jeder Erwachsene vollziehen. Ungetaufte
Kinder kamen nach mittelalterlicher Auf-
fassung in den Limbus.
Weit verbreitet war das Wickeln des ge-
samten Körpers von Säuglingen in den
ersten sechs Lebensmonaten. Gerüch-
te besagten, dass sich die Kleinen bei
frei beweglichen Händen ansonsten die
Augen auskratzen, Knochen verrenken
oder Ohren abreißen würden. Anstelle
von Schnullern kannte man im Mittelalter
sogenannte Lutschbeutel, die mit Mohn
gefüllt waren, was das Schlafbedürfnis
der Säuglinge förderte. Verbreitet war
auch die Praxis, Kindern möglichst viel zu
essen zu geben. Das entsprach der Er-
fahrung häufig drohender Hungersnöte.
Kindern, die in guten Zeiten viel zu essen
bekamen, traute man eher zu, schlechte
Ammen waren auch im Mittelalter weit
verbreitet. Begüterte Familien leisteten
sich eine eigene Amme. Wer weniger Geld
hatte, gab das Kleinkind einer Amme, die
gleich mehrere Mäuler zu stopfen hatte.
In adeligen Kreisen ging das mancherorts
sogar so weit, dass Kinder die ersten
beiden Lebensjahre komplett bei einer
Amme verbrachten und erst dann zu ih-
ren Eltern zurückkehrten. Das erleichterte
es den Müttern, in rascher Folge Kinder
zu bekommen, was wegen der hohen
Kindersterblichkeit nach wie vor Ziel war.
Gleichwohl gab es aber auch Familien,
die um Geburtenkontrolle bemüht waren.
Verhütung galt allerdings als heidnischer
Zauber und Todsünde. Abtreibung, Aus-
setzung und Kindstötung galten ebenso
wie Empfängnisverhütung als Mord. Den-
noch waren sie nicht unüblich. Im süd-
deutschen Raum herrschte angeblich
das Ertränken ungewollter Säuglinge vor.
Im norddeutschen Raum kam es häufiger
zu Lebendigbegrabungen mit Pfählung.
Das sollte verhindern, dass die Geister
der Toten zurückkehrten. Verlässliche
Aussagen zur Häufigkeit solcher Vorfälle
Ein besonders abschreckendes Experi-
ment berichtet eine Chronik von Salim-
bene von Parma aus dem Jahr 1285
über Kaiser Friedrich II. (1194–1250).
Er wollte herausfinden, welche Sprache
Kinder sprechen, wenn ihnen niemand
etwa vorspricht, von dem sie lernen kön-
nen. Friedrichs Vermutung ging in Rich-
tung des Hebräischen als ältester Spra-
che. Aber auch Griechisch, Latein oder
Arabisch hätten möglich sein können.
Um das herauszufinden, ließ der Kaiser
Neugeborene in einen Turm bringen. Dort
durften die Ammen und Pflegerinnen ih-
nen Milch geben, sie stillen, baden und
trockenlegen, aber auf keinen Fall sie
liebkosen oder mit ihnen sprechen. Das
Ergebnis war niederschmetternd: Keines
der Kinder überlebte.
Das Recht über die Kinder hatte der Va-
ter. Er hatte für seinen Nachwuchs zu
sorgen, auch wenn er einer unehelichen
Beziehung entsprungen war. So war es
gerade in Städten nicht unüblich, dass im
Haushalt eine Reihe von Kindern lebte,
die der Vater mit verschiedenen Frauen
gezeugt hatte. Uneheliche Mütter konn-
ten den Vater ihres Kindes sogar vor
einem Kirchengericht auf Alimente ver-
klagen. Im 15. Jahrhundert galt es vor
allem im französischen Hochadel gar als
schick, zahlreiche Bastarde zu zeugen.
Diese konnten durchaus herausragende
Positionen in Kirche und Militär erlangen.
Eheliche Kinder erhielten jedoch stets
den Vorzug. Gleichwohl gab es auch im
Mittelalter Waisenhäuser, die solche Kin-
der aufnahmen, die keinen Anschluss
Die Kindheit teilte sich im Mittelalter ge-
nerell in drei Phasen: infantia, puertia und
adolescentia. Jede dauerte ungefähr sie-
ben Jahre. Die ersten sieben Jahre ver-
brachte der Nachwuchs zuhause. Sie
sind am ehesten mit heutigen Vorstel-
lungen von Kindheit zu vergleichen. Die
Kleinen wurden zuhause von ihren Eltern
erzogen und noch weitgehend aus den
häuslichen Pflichten herausgehalten.
Mit sieben Jahren stand die endgültige
Entscheidung an, ob der Sohn einen
kirchlichen oder weltlichen Weg einschla-
gen sollte. In jedem Fall stand mit sieben
der Beginn der Schulzeit oder Ausbil-
dung an. Auch in den Waisenhäusern ließ
man Kindern bis zum siebten Lebensjahr
Fürsorge zuteil werden. Mit sieben waren
sie dann aber auf sich alleine gestellt. In
vielen Bauern- oder Handwerkerfamili-
en war es allerdings auch schon mit vier
bis fünf Jahren für Kinder an der Tages-
ordnung, ihre Mutter bei den täglichen
Pflichten zu entlasten. Ab dem siebten
Lebensjahr übernahm dann der Vater
die Ausbildung seiner Söhne. Töchter
wurden in der Regel auf das Führen des
Haushalts hin ausgebildet. Allerdings gab
es gerade in jungen Jahren sehr viele Tä-
tigkeiten, die Jungen wie Mädchen glei-
chermaßen zu verrichten hatten. Später
mussten schließlich auch die Frauen auf
dem Feld mitarbeiten.
Ziel der Erziehung sollte der fromme, im
Dienst Gottes lebende Mensch sein. Da-
bei gehörte Züchtigung durchaus zu ei-
nem gebräuchlichen Mittel der Erziehung.
Auf bildlichen Darstellungen von Lehrern
findet sich häufig die Rute als wichtigs-
tes Attribut. Der heilige Augustinus soll im
Alter von 62 Jahren gesagt haben, er
wolle lieber den Tod erleiden, als noch-
mals in die Schule zu gehen. Auch im
Elternhaus war die Züchtigung wohl ver-
breitet. So schreibt Berthold von Regens-
burg 1260 in seinen Predigten: „Von der
Zeit an, wenn das Kind die ersten bösen
Worte spricht, sollt ihr ein kleines Rütlein
bereithalten. Ihr sollt es aber nicht mit der
Hand an den bloßen Schläfen schlagen,
sonst könntet ihr es zu einem Toren ma-
Schulen waren im frühen Mittelalter pri-
vate Einrichtungen, für die Schulgeld be-
zahlt werden musste. Dorfpfarrer gaben
gewöhnlich aber ein bis zwei begabten
Kindern kostenlosen Unterricht. Zum
Ausgleich waren die Kinder zu Ministran-
tendiensten in der Kirche oder zur Haus-
haltshilfe bei ihrem Lehrer verpflichtet.
Unterrichtssprache war zunächst Latein.
Erst ab dem 13. Jahrhundert kam Unter-
richt in Volkssprache auf. Mit dem dritten
und vierten Laterankonzil erleichterte sich
zudem der Zugang zu kirchlichen Schu-
len. Kindern ärmerer Familien wurde das
Schulgeld erlassen. Unterrichtsinhalt war
Lesen, Schreiben und ein wenig Mathe-
matik. Begabte Schüler oder solche von
reichen Familien konnten nach der Ele-
mentarschule höhere Lateinschulen be-
suchen. Ziel war hier vor allem das flüssi-
ge Erlernen der Gelehrtensprache Latein.
Erst ab dem 16. Lebensjahr war der Be-
such einer Hochschule üblich. Dies war
aber nur sehr wenigen vorbehalten.
Neben der weltlichen war auch eine
kirchliche Laufbahn für Kinder möglich.
Vor allem reiche und adlige Familien ga-
ben häufig eines oder mehrere ihrer Kin-
der in ein Kloster. Dafür wurden vor al-
lem Jungen ausgewählt, die zu schwach
für eine Ritterausbildung erschienen. Oft
waren es auch jüngere Geschwister, die
keine Aussicht mehr auf einen Teil des
Erbes hatten. Auch Mädchen wurden ins
Kloster gegeben, wenn sie nicht für eine
Heirat vorgesehen waren. Für solche No-
vizinnen mussten die Eltern eine Mitgift
zahlen. Sie fiel aber kleiner aus als bei ei-
ner Eheschließung. Auch die Ausbildung
zum Priester blieb meist den Sprösslin-
gen des Adels oder der städtischen Be-
völkerung vorbehalten. Schon mit sieben
Jahren konnten Kinder die ersten, niede-
ren Weihen empfangen.
Es gab aber auch angenehme Seiten der
Kindheit im Mittelalter. So gibt es viele
Hinweise auf Spielzeuge, die den Kindern
zugänglich waren. In schriftlichen Quellen
wird aber immer wieder auf „geziemen-
de“ Spiele hingewiesen, die auf keinen
Fall „unsittlich“ sein dürfen. Weit verbrei-
tet dürfte das Steckenpferd gewesen
sein. Auch für Ball-, Fang und Tanzspiele
gibt es Belege. Original erhaltene Spiel-
zeuge sind im Wesentlichen Puppen und
Figuren aus Ton. Sie fanden sich nicht nur
in herrschaftlichen Anwesen, sondern
auch in Städten und Dörfern. Auch das
Murmelspiel mit Tonkügelchen scheint
beliebt gewesen zu sein. In einer Nürn-
berger Polizeiordnung aus dem 14. Jahr-
hundert ist derartiges „Wälzen“ und das
Herumschießen von kleinen Geldstücken
verboten. Offenbar waren solche Spiele
aber auch bei den Erwachsenen beliebt.
Kindheit ist in vielen Kulturen durch Er-
werbsfreiheit und Lernen gekennzeich-
net, wobei die Rechte der Kinder auf
Schutz, Erziehung und Entfaltung ihrer
Persönlichkeit ausgebaut werden. In der
Kindheitsforschung setzt sich zuneh-
mend die Auffassung durch, dass Kinder
nicht mehr nur „Menschen in Entwick-
lung“ seien, sondern auch „Personen aus
eigenem Recht“. Entwicklung wird als
Metapher der Bevormundung zurückge-
wiesen, da durch sie Kindheit zu einem
Übergangstadium zum Erwachsensein
reduziert werde. Die subjektiven Bedürf-
nisse, Wünsche und Interessen des Kin-
des werden hervorgehoben.
Hinter dem Wandel der Einschätzungen
stehen laut Prof. em. Dr. phil. Jürgen
Franz Zinnecker (Erziehungswissen-
schaftler) zwei Leitideen: Partizipation
und Glaubwürdigkeit. Da es dem pro-
gressiven (Selbst-)Verständnis einer de-
mokratischen Gesellschaft widerspräche,
wenn ganze Bevölkerungsgruppen von
der politischen Gestaltung ausgenom-
men werden, sei es nur natürlich, dass
die Bemühungen, die Gruppe der Kinder
in diese einzubeziehen, stärker werden.
Kinder werden außerdem zunehmend als
„Autoritäten in eigener Sache“ betrach-
tet. Es werden beispielsweise nicht mehr
nur erwachsene Experten des Kinder-
lebens befragt, sondern Kinder werden
selbst in Untersuchungen einbezogen.
Die Grundlage für diese Leitideen bildet
vor allem die sich durchsetzende Vor-
stellung Kindheit als Konstruktion. „Kon-
struktionen von Kindheit sind soziale Re-
präsentationen, die durch die Werte, die
eine Gesellschaft Kindern zumisst, die
Meinungen, die sie über Kinder hat usw.
geschaffen werden“.
Gabriele Glogger-Tippelt & Rudolf Tip-
pelt (Psychologen) begründen die Be-
trachtung von Kindheit als soziale Kon-
struktion anhand von zwei Argumenten.
Eine Erklärung sehen sie darin, dass
unterschiedliche historische Epochen
verschiedene Vorstellungen von Kind-
heit und kindlicher Entwicklung hervor-
gebracht haben. Ein zweites Argument
sehen sie in den unterschiedlichen Vor-
stellungen von Kindheit und kindlicher
Entwicklung in verschiedenen Kulturen.
•	Uneheliche Kinder: Auch wenn keine
Ehe mehr besteht, aber eine Ehe 306
Tage vor Geburt des Kindes bestand,
so gilt dieses Kind als ehelich gebo-
•	Eheliche Kinder: Erkennt der Vater
das Kind als seines nicht an, erfolgt
gegebenenfalls durch ein Abstam-
mungsgutachten und die Vaterschaft
wird durch das Familiengericht
•	Angenommene Kinder (Adoptivkin-
der): Diese Kinder werden ab dem
Tage, an dem die Adoption ausge-
sprochen wird, wie eheliche Kinder
behandelt. Die Verwandtschaftsver-
hältnisse zur bisherigen Familie wer-
den aufgehoben und es besteht eine
Verwandtschaft zu den Adoptiveltern.
Kinderarmut bezeichnet die Armut von
Personen eines vorgegebenen Alters-
rahmens. Dieser wird im Allgemeinen
so definiert, dass Kinder ab Geburt und
Jugendliche bis 18 Jahre berücksichtigt
werden. In Deutschland ist die Kinder-
armut in den vergangenen Jahrzehnten
stark angestiegen. Auf großes Medienin-
teresse stieß dabei 2007 die Feststellung
einer Verdopplung der Zahl sozialhilfebe-
dürftiger Kinder alle zehn Jahre, bezogen
auf den Zeitraum seit 1965.
Für Kinder in Deutschland herrscht
Schulpflicht. Diese ist nicht im Grundge-
setz (GG) oder einem anderen Bundes-
gesetz geregelt, sondern – als Ausdruck
der Kulturhoheit der Länder – nur in den
einzelnen Landesverfassungen. Schulen
in privater oder kirchlicher Trägerschaft
bieten eine Alternative zur staatlichen
Schule. Einige der nicht-staatlichen
Schulen setzen bewusst auch auf al-
ternative Unterrichtsmethoden wie z. B.
Waldorfpädagogik oder Montessoripä-
dagogik, oder sind Internate. Die meisten
Schulen in freier Trägerschaft erheben ein
von den Eltern zu zahlendes Schulgeld,
weil der Staat diese Schulen nur teilweise
finanziert. Die Schulpflicht in Deutschland
wurde im Laufe ihrer Geschichte immer
wieder kritisiert. Von konservativ religi-
öser Seite werden der soziale Umgang
und einzelne Unterrichtsinhalte (wie z.
B. der Schwimmunterricht oder die Evo-
lutionstheorie) abgelehnt. Aus libertärer
Sicht wird die Schulpflicht als unzuläs-
siger Eingriff in die persönliche Freiheit
und Indoktrination abgelehnt. Der UN-
Bildung Vernor Muñoz äußerte sich in
seinem in Berlin veröffentlichten Bericht
vom 21. Februar 2006 besorgt darüber,
dass die restriktive deutsche Schulpflicht
die Inanspruchnahme des Rechtes auf
Bildung mittels alternativer Lernformen
wie Hausunterricht kriminalisiert.
Unter Bildungsbenachteiligung wird ver-
standen, dass eine Gruppe von Kindern
oder Erwachsenen im Bildungssystem
systematisch weniger Möglichkeiten hat,
ein Bildungsziel zu erreichen als andere.
In Deutschland wurde aufgrund der IG-
LU-Studie und der PISA-Studie eine Bil-
dungsbenachteiligung konstatiert. Davon
sind Arbeiterkinder und Migrantenkinder
Die VHS Hilden-Haan hat im Jahr 2009
einen eigenen Fachbereich Junge VHS
eingerichtet, in dem pro Semester rund
40 Kurse oder Seminare für Kinder und
Jugendliche unterschiedlicher Altersstu-
fen angeboten werden. Hier besteht die
Möglichkeit, sich mit neuen oder unge-
wöhnlichen Lerninhalten zu beschäftigen,
abseitsvonderSchuleeigeneStärkenund
Interessen zu erproben, zu experimentie-
ren sowie sich handlungsorientiert mit
der eigenen Lebenswirklichkeit ausein-
Bei Kindern bis 10 Jahre ist die Reihe
„Kinder und Wissenschaft“ (KiWi), sehr
beliebt. Altersgerechte Experimente aus
der Physik und Chemie, die Erkundung
der Pflanzenwelt, die Erforschung der
Elemente Wasser und Feuer oder hand-
werkliche Tätigkeiten bis zum Instrumen-
tenbau – spannende Themen für den Ent-
deckergeist stehen bei KiWi im Vorder-
grund. Für die Jüngeren gibt es darüber
hinaus Kochkurse oder Abenteuertouren
in die Umgebung von Haan und Hilden.
Und je nach Jahreszeit sind die Kinder
eingeladen, in der Winterkunstkiste, der
Osterkunstkiste oder der Sommerkunst-
kiste ihre eigenen originellen Kunstwerke
zu gestalten – immer mit der Unterstüt-
zung durch eine erfahrene Fachkraft.
Jugendliche, die auf die weiterführende
Schule gehen, können ihre sportlichen
oder kreativen Fähigkeiten erweitern, den
Babysitter-Führerschein erwerben oder
in Seminaren mehr über Konzentrations-
training und Selbstpräsentation erfahren.
Sehr beliebt ist auch der Tastschreibkurs
über 4 Stunden für Kinder und Jugend-
Schließlich sollen die jungen Menschen
pädagogisch sinnvoll an die Nutzung des
Computers herangeführt werden. Hier
bietet die VHS regelmäßig Ferienkurse
für Kinder im Grundschulalter an. Grund-
kenntnisse, die Nutzung altersgerechter
Programme und ein vorsichtiger Umgang
mit dem Internet stehen im Mittelpunkt
Die Veranstaltungen der Volkshochschu-
le Hilden-Haan für die Jüngeren finden in
der Regel am Wochenende oder manch-
mal als Ferienangebot statt.
Tel. 02129 - 94 10 20 | Fax 02129 - 94 10 55
info@vhs-hilden-haan.de
Tel. 02129-941026
kerzel-kohn@vhs-hilden-haan.de
Ein Baby wird 9 Monate im Bauch der
Mutter getragen. Dort fühlt es sich ge-
borgen durch die Enge und Dunkelheit
der Gebärmutter. Die mütterlichen Be-
wegungen lassen es sanft auf- und ab-
schaukeln. Es hört die Herztöne der Mut-
ter. Geräusche von außen dringen nur
gedämpft zu ihm. Im Bauch der Mutter
ist es schön warm.
Durch die Geburt ändert sich für das
Baby plötzlich alles. Es ist bitterlich kalt.
Das Licht ist grell. Es ist laut. Statt der
vertrauten Enge ist alles unendlich weit
und grenzenlos.
Wenn die Mutter die Möglichkeit dazu
hat, wird sie ihr Baby instinktiv nach der
Geburt zu sich auf die nackte Brust neh-
men. Dort wird das Baby gewärmt und
hört den vertrauten Herzschlag der Mut-
ter wieder. Es wird sich direkt geborgen
und gehalten fühlen. Geht es dem Baby
gut und finden keine Interventionen von
außen statt, wird es innerhalb von 60 Mi-
nuten selber den Weg zur mütterlichen
Brust finden und mit dem Stillen begin-
nen. Diesen Vorgang nennt man „Bon-
ding“, was so viel bedeutet wie „Bindung
Babys haben einen enormen Wunsch
nach Geborgenheit. Sie wollen nicht al-
lein sein und brauchen die Nähe und Zu-
wendung von ihnen vertrauten Personen.
Sobald sie sich alleine fühlen, fangen sie
an zu weinen. Wenn sie auf den Arm
genommen werden, beruhigen sie sich.
Die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung
Bindung entsteht hauptsächlich durch
die Erfahrungen, die das Baby und sei-
ne Eltern miteinander in den ersten Le-
benswochen und -monaten machen. Sie
werden zu seinen Bezugspersonen. Bei
ihnen sucht es Nähe, Zuwendung und
Schutz und es entsteht eine emotionale
und körperliche Abhängigkeit.
Die frühkindlichen Bindungserfahrungen
haben Auswirkungen auf das gesam-
te Leben eines Menschen, z.B. auf eine
spätere Partnerschaft. Eine gute Bindung
zu den Eltern gibt dem Kind Orientierung
Das Tragen im Tragetuch oder in einer
Tragehilfe stärkt die Bindung zwischen
Eltern und Kind. Das Baby fühlt sich da-
bei geborgen, denn es wird geschaukelt
und hat engen Körperkontakt. Tragen
wirkt sich positiv auf die gesamte Ent-
wicklung eines Säuglings aus. Babys, die
täglich für einige Zeit getragen werden,
weinen im Durchschnitt wesentlich weni-
ger als Babys, die nicht getragen werden.
Unterstützung beim Binden eines Trage-
tuchs oder beim Einstellen einer Trage-
hilfe erhält man bei einer ausgebildeten
Trageberaterin.
Stillen nach Bedarf trägt als natürlicher
Prozess intensiv dazu bei, die Bindung
zwischen Mutter und Kind zu verinner-
lichen. Kompetente Ansprechpartnerin
hierbei ist die Hebamme, die die frisch-
gebackenen Eltern nach der Entbin-
dung zu Hause besucht und die Familie
unterstützt. Auch eine Stillberaterin gibt
gute Tipps und steht bei Schwierigkei-
ten hilfreich zur Seite. Sollte das Stillen
doch nicht klappen, gibt es gute Metho-
den, auch beim Fläschchen geben das
Bindungsverhalten zu unterstützen: bei-
spielsweise kann man das Baby dabei
im Arm halten und sein Köpfchen in der
eigenen, nackten Armbeuge stützen.
Darüber hinaus kann man mit Babymas-
sage die Bindung zum Baby weiterhin
stärken. Eine liebevolle Berührung be-
deutet für Eltern und Baby Körperkon-
takt. Durch diesen Körperkontakt spürt
das Kind die Liebe seiner Eltern. So
wird sein Selbstbewusstsein gestärkt,
es nimmt sich und seinen Körper besser
wahr und lernt mit der Zeit, seine Bedürf-
nisse deutlicher mitzuteilen. Durch die
körperliche Erfahrung der elterlichen Lie-
be wird das Kind für sein Leben geprägt.
Der Besuch eines bindungsorientierten
Fabel®-Kurses, einem Kurs für Mama
und Baby im ersten Lebensjahr, hilft El-
tern dabei, immer besser in ihre neue
„rund&herum“,diePraxisfürFamilienbegleitung
Telefon: 02129- 578 2393
E-Mail: info@rundundherum.de
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Voormann, Christina und Dandekar, Govin Dr.med.
„Babymassage“ ISBN 978-3-8338-1391-7
Schneider, Vimala „Babymassage“
ISBN 978-3-466-34452-9
Largo, Remo H. „Babyjahre“
Klaus, Marshall H. und Phyllis H. „Das Wunder der
ersten Lebenswochen“ISBN 978-3-442-16266-6
Alberti, Bettina„Die Seele fühlt von Anfang an“
Kirkilonis, Evelin „Ein Baby will getragen sein“ ISBN 978-3-466-34576-2
Rolle hineinzuwachsen. Durch vielfältige
Angebote wird hier die Elternkompetenz
Eltern, die eine enge Bindung zu ihren
Kindern aufgebaut haben, erkennen in
kurzer Zeit, was ihr Kind gerade braucht
– und zwar bevor das Baby angefangen
hat zu weinen!
Wenn Eltern sich trennen, haben diese
eigentlich immer den Wunsch, dass ihre
Kinder nicht unter der Trennung leiden sol-
len. Dennoch gelingt es vielen Paaren zu-
mindest am Anfang nicht, zwischen ihrer
Paarbeziehung und ihrer Elternbeziehung
zu unterscheiden. Emotionen und un-
terschiedliche Auffassungen erschweren
dann die gemeinsame elterliche Sorge.
Die wichtigsten Teile des Sorgerechts
sind das Aufenthaltsbestimmungsrecht,
die Entscheidung in schulischen Ange-
legenheiten, die Bestimmung über die
religiöse Erziehung, die Entscheidung in
medizinischen Fragen und die Vermö-
genssorge.
Davon zu unterscheiden ist das Um-
gangsrecht des Elternteils, bei dem das
Kind nicht dauerhaft lebt. Dies ist unab-
hängig vom gemeinsamen Sorgerecht zu
Bis 1998 hatte das Familiengericht mit
der Ehescheidung zu entscheiden, wel-
ches Elternteil die alleinige Sorge ausübt.
Seit der Gesetzesreform im Jahr 1998
bleibt es nach einer Ehescheidung beim
gemeinsamen Sorgerecht. Das alleinige
Sorgerecht muss ausdrücklich beantragt
werden, wenn ein Elternteil dies wünscht.
Das Familiengericht prüft im ersten
Schritt, ob die Aufhebung der gemeinsa-
men elterlichen Sorge dem Kindeswohl
entspricht. Voraussetzung ist, dass ein
Elternteil nicht zur Pflege und Erziehung
des Kindes geeignet ist. Dies gilt zum
Gemeinsames Sorgerecht – wenn die
Eltern kein Paar mehr sind
Beispiel bei Gewaltanwendung und bei
psychischen Erkrankungen oder Sucht-
erkrankungen. Zur Beurteilung dieser
Frage wird das Familiengericht aber in
der Regel einen psychologischen Sach-
verständigen hinzuziehen.
Auch wenn zwischen den Eltern über-
haupt keine Kooperationsbereitschaft
besteht oder aber ein Elternteil Desinter-
esse am Umgang und wichtigen Ent-
scheidungen zeigt, kann die Aufhebung
der gemeinsamen elterlichen Sorge ge-
boten sein.
Im zweiten Schritt prüft das Familienge-
richt dann, ob die Übertragung des allei-
nigen Sorgerechts für den antragsstellen-
den Elternteil dem Wohl des Kindes am
Besten entspricht. Kriterien hierfür sind
die Bindung des Kindes zu seinen Eltern
oder anderen Personen in der Familie
sowie die Kontinuität der bestehenden
Situation. Ab einem gewissen Alter wird
auch der Kindeswille vermehrt berück-
sichtigt, wobei Kinder sich meist wenig
unter dem Begriff der elterlichen Sorge
vorstellen können. Das Familiengericht
hört die Kinder ohne Beteiligung von El-
tern und Anwälten an, um einen allgemei-
nen Eindruck zu bekommen. Das Kind
bekommt in Verfahren über Sorge- oder
Umgangsrecht immer einen Verfahrens-
beistand, quasi einen eigenen Anwalt.
Dieser Verfahrensbeistand ist bei der An-
hörung anwesend, also eine Person, die
noch einmal besonders die Interessen
des Kindes im Auge hat.
Wenn Eltern nicht miteinander verheiratet
sind, kommt es zur gemeinsamen elterli-
chen Sorge, wenn sie eine gemeinsame
Sorgeerklärung abgeben. Bis zur Ent-
scheidung des Bundesverfassungsge-
richts vom 21.07.2010 musste die Kin-
desmutter hierzu ausdrücklich zustim-
men. Das Bundesverfassungsgericht hat
jedoch entschieden, dass diese gesetz-
liche Regelung mit Art. 6 Abs. 2 Grund-
gesetz unvereinbar ist.
2013 wurde dann die elterliche Sorge
gesetzlich neu geregelt und die Rolle der
nicht-ehelichen Väter gestärkt. Die Ge-
setzesänderung hat dazu geführt, dass
der Vater die Mitsorge auch ohne die Zu-
stimmung der Mutter erhalten kann. Er
muss dies beim Familiengericht beantra-
gen, in dem Verfahren jedoch nicht mehr
nachweisen, dass das gemeinsame Sor-
gerecht dem Kindeswohl zugutekommt.
Vielmehr gilt das Prinzip der negativen
Kindeswohlprüfung: Die Richter spre-
chen den Eltern das gemeinsame Sorge-
recht zu, falls dies dem Kindeswohl nicht
Allerdings ist zu bedenken, dass die ge-
meinsame Ausübung des Sorgerechts
wahrscheinlich problembehaftet sein
kann, wenn diese gerichtlich erstritten
werden muss. Aus diesem Grund ist es
betroffenen Müttern und Vätern immer
zu raten, die Beratungsangebote des
Jugendamtes oder anderer Stellen in
Anspruch zu nehmen, um eine Eltern-
beziehung herzustellen. Denn eine gute
Kommunikation ist immer erforderlich,
um gemeinsam Entscheidungen zum
Kindeswohl treffen zu können.
Erst wenn die Bemühungen hierfür ge-
scheitert sind, sollte der Weg über die
anwaltliche Beratung zum Familienge-
richt gewählt werden.
Ihre Anwaltskanzlei in Haan-Gruiten
Tel.: 02104 / 83 37 59-0
Bewegung ist gut für die Entwicklung der
Kinder, das ist allgemein bekannt. Doch
hat Bewegung auch einen positiven Ein-
fluss auf das Lernen in der Schule?
Ja, denn Lernen und Bewegung sind eng
mit einander verknüpft! Effektives Lernen
geht weit über das starre Sitzen am Tisch
hinaus. Gerade in den ersten Lebens-
jahren greifen und begreifen die Kinder
ihre Umwelt mit allen Sinnen. Bewegung,
Handlung und Wahrnehmung sind hier-
bei elementar, was auch Entwicklungs-
psychologe Jean Piaget bestätigt.
Bewegung trainiert die sogenannten
Teilleistungen (z.B. Eigenwahrnehmung,
Mengenbewusstsein, Gleichgewicht,
Fühlen, Körperkoordination uvm.), die
wie kleine Puzzleteile zusammengehö-
ren und als Ganzes die Basis für wichtige
Lernprozesse bilden.
Singen, Reimen und Silben klatschen
sind nur einige Beispiele für Übungen,
die Spaß machen und sich leicht in den
Alltag integrieren lassen. Was auf den
ersten Blick vielleicht nur nach Spiel und
Spaß aussieht, ist weit mehr. Diese Spie-
le erleichtern den Einstieg in die Welt der
Schriftsprache und beugen Lese-Recht-
schreib-Schwierigkeiten vor.
Auch Eltern können ihre Kinder auf einen
guten Start in der Schule vorbereiten, in-
dem sie die Zeit vor dem Fernseher et-
was reduzieren und die Kinder in ihren
Bewegung macht Kinder fit für die Schule
Aktivitäten begleiten; egal, ob es sich
dabei um malen, puzzlen, klettern oder
singen handelt – das wichtigste Erfolgs-
geheimnis lautet Spaß, denn so lernen
die Kinder am besten!
Beim Bauen mit Bauklötzen erfassen die
Kinder Mengen und Formen, entwickeln
ein Verständnis für Strukturen und Grö-
ßenzuordnung. Auch das logische Den-
ken wird angeregt – hierbei handelt es
sich um spielerische Vorbereitung auf den
Mathematikunterricht. Erst das konkrete
Handeln mit Gegenständen führt dazu,
dass das Kind mathematische Grundbe-
griffe auch bildlich vor Augen hat.
Bälle haben einen hohen Aufforderungs-
charakter. Das Spielen macht riesigen
Spaß und fördert auch noch mehrere
Teilleistungen zugleich: Die Hand-Auge-
Koordination, die beispielsweise beim
Schreiben nötig ist, um den Stift richtig zu
führen. Auch das Fixieren sowie das Ver-
folgen des Balls mit den Augen werden
trainiert. In der Schule ist dieses wichtig,
um die Buchstaben und Wörter beim Le-
sen zu verfolgen. Auch die Zahlen beim
Rechnen müssen in richtiger Reihenfolge
verfolgt werden, um zum richtigen Ergeb-
nis zu erlangen.
Was tun bei Lernproblemen in der
Stundenlanges Üben von Leistungen, die
man nicht kann, macht keinen Spaß und
kann nicht zum gewünschten Erfolg führen,
wenn die Voraussetzungen nicht da sind.
Wichtig ist, dass man zunächst nach der
Ursache schaut und Lernblockaden löst,
um Stress abzubauen und Frustration
zu vermeiden. Anschließend sollte man
gemeinsam individuelle Lernstrategien
entwickeln. Bei der Förderung ist es am
effektivsten, wenn die Kinder mit Freude
dabei sind, d.h. wenn man an den Stär-
ken und Interessen der Kinder ansetzt.
Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches
Lernen werden bereits im frühen Kindes-
alter geschaffen, beispielsweise beim
Krabbeln. Dabei finden Überkreuzbewe-
gungen statt, die die Zusammenarbeit
unserer beiden Gehirnhälften verbes-
sern. Nur dann ist das Gehirn dazu in der
Lage, die optimale Leistungsfähigkeit zu
erbringen. Dies ist vor allem in Stresssitu-
ationen wie Klassenarbeiten von großer
Bedeutung, da sonst die Gefahr besteht,
dass nur auf die dominante Gehirnhälfte
zurück gegriffen wird.
Neurowissenschaftler, wie Manfred Spit-
zer, erlangen ständig neue Erkenntnisse
über den Zusammenhang von körperli-
cher Bewegung und der Gehirnaktivität.
Während der Bewegung ist das Gehirn
in Interaktion mit unseren Sinnesorganen.
Das Gehirn als plastisches Organ passt
sich seinen Anforderungen an. Durch
körperliche Belastung wird die Durch-
blutung des Gehirns angeregt, sowie die
Neubildung und Vernetzung von Nerven-
zellen unterstützt. Dies hat einen positi-
ven Einfluss auf unsere Gedächtnisleis-
tungen, das Lernvermögen und auf emo-
tionale Prozesse. Diese Synapsenbildung
findet vor allem in den Ruhephasen und
im Schlaf statt.
Daher ist nicht nur ein geregelter Tages-
ablauf mit genügend Schlaf wichtig, son-
dern auch ausreichendes Trinken und
Jeder Mensch verfügt über verschiedene
Wahrnehmungskanäle, über die er die
Informationen seiner Umwelt am besten
aufnehmen und verarbeiten kann. Dazu
gehören das Hören, das Sehen und das
Spüren über den Körper. Je mehr Sin-
nesorgane angeregt werden, desto mehr
Wissen kann gespeichert werden.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind genügend
Bewegung hat und Spiele spielt, die ihm
Spaß machen – damit machen Sie auch
Ihr Kind fit für die Schule!
Maja Gläser
(Motopädin und Lerntrainerin)
Inh. Maja Gläser
Bollenheide 4 . 42781 Haan
Tel. 0178-5142385 | E-Mail: majaglaeser@web.de
www.majasbewegungszentrum.de
1. Frau Herzog, Sie sind beruflich
hochqualifiziert und engagieren sich
für die Bildung unserer Kinder, insbe-
sondere in der Erstellung und Publi-
kation kindgerechter Lehrmittel. Wie
sind Sie zu dieser Ausrichtung ge-
kommen und was genau ist die Defi-
nition von „kindgerecht“?
Ich habe viele Jahre lang Kinder mit
Lernschwierigkeiten unterrichtet
und gefördert. Viele von ihnen
sind erst in meine Klassen
eingetreten, als sie mit
den anderen Kindern
nicht mehr mithal-
ten konnten, waren
also bereits ent-
mutigt. Ihnen woll-
te ich zeigen, dass
auch sie Freude
an der Schule ha-
ben können und
dass sie durchaus
in der Lage sind, ihre
Lernziele zu erreichen.
Viele dieser Kinder lassen
sich – wie ich selber übrigens
auch – von hübsch gestalteten Lehr-
mitteln ansprechen. Das diente mir stets
als Leitlinie. Dank meiner Ausbildung und
Erfahrung als schulische Heilpädagogin
konnte ich die Lehrmittel auch didaktisch
so aufbauen, dass sie den persönlichen
Anforderungen jedes einzelnen Kindes
gerecht werden und dass durch das
schrittweise Vorgehen im individuellen
Lerntempo am Ende ein Erfolgserlebnis
Da ich dank mehrjähriger Tätigkeit in der
Privatwirtschaft schon sehr früh mit dem
Computer und seinen vielseitigen Mög-
lichkeiten vertraut war, begann ich gleich
nach meiner Rückkehr ins Schulwesen,
Lehrmittel zu kreieren und mit meinen Kol-
leginnen und Kollegen im Lehrerzimmer
zu teilen. So machte der relativ gro-
ße Aufwand für die Erstellung
der Materialien Sinn und
ich konnte damit nicht
nur den Kindern ei-
nen Dienst erweisen,
vielen Lehrperso-
nen die Unter-
richtsvorbereitung
2. Beziehen sich
Ihre Arbeiten rein
auf schulische Lern-
inhalte oder werden
auch soziale Werte vermit-
Grundsätzlich fordert der Lehrplan schu-
lische Lerninhalte. Ich bin jedoch der
Meinung, dass der Freiraum bei der Ge-
staltung des Unterrichts und damit auch
bei den verwendeten Lehrmitteln so groß
ist, dass die beiden Aspekte durchaus
miteinander verbunden werden können
Interview mit Frau Marisa Herzog
von www.lehrmittelperlen.net & www.lehrmittelboutique.net
Bei sprachlichen Themen und Lesestof-
fen ist es klar: In jeder Geschichte kom-
men verschiedenartige Menschen vor,
Beziehungen oder Gefühle werden the-
matisiert. Doch auch in der Mathematik
wird geteilt, wird verbunden, muss man
sich an Regeln halten. Und im Sachun-
terricht wird z.B. die Liebe zur Natur ge-
weckt, das Staunen über das Universum
und die Erde, auf der wir leben, und es
wird vermittelt, dass wir alle Verantwor-
tung tragen, unserer Umwelt, wie auch
unseren Mitmenschen und uns selber
3. Sind Ihre Publikationen nur für
Schüler geeignet?
Eine schöne Frage. Ist das Märchen
vom Mädchen mit den Schwefelhölzern
nur für Schüler geeignet? Sind die Hef-
te über das Leben im Mittelalter, über
Kunst, über Musik, über aktuelle Themen
(Ukraine, Habicht/Vogel des Jahres) nur
für Schüler geeignet? Ich selber lerne bei
jedem Heft, das ich schreibe, sehr, sehr
viel dazu. Und ich stelle mir vor, dass
auch Eltern, Großeltern, Berufstätige und
Rentnerinnen und Rentner Freude an den
vielfältigen Themen haben.
4. In einem Onlinebeitrag schreiben
Sie, dass Denkgeschichten mehr als
nur eine Anforderung an ihre Leser
stellen, also – salopp gesprochen
– mehrere Fliegen mit einer Klappe
geschlagen werden. Wie funktioniert
Das zeige ich Ihnen gerne gleich anhand
einer solchen Denkgeschichte: Schauen
Sie sich bitte die Aufgabe auf dem Bild
an. Die eher kleineren Schüler müssen
lesen können, den Text verstehen, die
Tiere kennen, über die Körperformen der
Tiere Bescheid wissen, mathematische
Ausdrücke kennen und rechnen können.
5. Sie betreiben 2 Webseiten: www.
lehrmittelperlen.net und www.lehr-
mittelboutique.net. Bitte beschreiben
Sie kurz deren Inhalte.
Die Inhalte sind im Prinzip dieselben. Die
Lehrmittel Boutique habe ich zuerst ge-
schaffen und darauf alle Lehrmittel kos-
tenlos abgegeben. Das ist bis heute so
geblieben. Es war und ist mir stets wich-
tig, dass keine Werbung auf der Seite
erscheint, dass sie reibungslos läuft und
jederzeit erreichbar ist. Da die Lehrmittel
Boutique enorm schnell gewachsen ist
und das System den vielen Besuchen
und Downloads nicht mehr standhalten
konnte, stiegen auch die Kosten für den
Unterhalt der Seite und ich musste sie
verkleinern, schaute mich aber gleichzei-
tig nach einer neuen Lösung um.
Daraus entstand dann die Idee, ausge-
wählte Hefte kostenpflichtig abzugeben:
Die Lehrmittel Perlen sind eine hoch-
wertige Plattform für Lehrpersonen aller
Stufen von der 1. bis zur 6. Klasse. Auch
diese Webseite ist absolut werbefrei.
Bei den Lehrmittel Perlen können weit
mehr als tausend Lehrmittel von den Mit-
gliedern ohne Einschränkung herunter-
geladen und genutzt werden. Die Quali-
tät entspricht den Lehrmitteln im Buch-
handel, für sämtliche Aufgaben werden
Lösungsblätter geliefert und die Inhalte
wie auch die Gestaltung werden ständig
Im Perlen Blog erhalten alle interessierten
Leserinnen und Leser – auch Nichtmit-
glieder – täglich Tipps und Ideen, Bastel-
vorschläge, sie werden zum Nachdenken
eingeladen oder finden Links zu kosten-
freien Materialien.
Die Lehrmittel Boutique dient heute als
Schwesterseite, auf der sich Interessen-
ten einen Einblick in einige Materialien der
Perlen verschaffen können.
6. Was besagt das Ampelsystem?
Die heutigen Schulklassen sind sehr he-
terogen. Die Schülerinnen und Schüler
mit unterschiedlichen Lernvoraussetzun-
gen und Leistungsvermögen, Motivatio-
nen und Interessen sind Herausforderun-
gen, mit denen sich die Lehrpersonen
Mit Hilfe der Ampelhefte kann eine Klas-
se das gleiche Thema auf verschiedenen
Schwierigkeitsniveaus bearbeiten.
Mit dem Ampelheft Rot können gute
Schülerinnen und Schüler anspruchsvol-
le Inhalte erarbeiten. Das Ampelheft Gelb
enthält die gleichen Texte in leicht gekürz-
ter Form und mit dem Ampelheft Grün
können auch langsamere Kinder mit Tex-
ten in einfacherer Sprache am Unterricht
teilnehmen und Aufgaben in angepasster
Form lösen.
Als Beispiel eine Frage aus den Ampel-
heften „Kuckuck“:
Rot: Wie nennt man die Vögel, denen ein
Kuckucksei ins Nest gelegt wird?
Gelb: Wie nennt man die Vögel, denen
ein Kuckucksei ins Nest gelegt wird?
	Raubvögel
	Wirtvögel
	Nestvögel
Grün: Welches der beiden Kinder auf
dem Bild hat Recht?
7. Auf www.lehrmittelperlen.net kann
man sich anmelden und einer Com-
munity beitreten. Kann jeder teilneh-
Ja, jedes Mitglied ist Teil unserer Com-
munity. Bei diesem virtuellen Treffpunkt
werden neue Freunde gefunden oder
bereits bestehende Kontakte gepflegt,
die Mitglieder kommunizieren miteinan-
der, teilen Interessen oder nützliche In-
formationen und erhalten Hilfestellungen.
Die Aktivitäten sind freiwillig, wer an der
Perlen-Community teilnimmt, schafft sich
ein persönliches Netzwerk unter Gleich-
gesinnten.
8. Ist die Mitgliedschaft kostenpflichtig?
Ja, die Lehrmittel Perlen sind nicht gratis.
Mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag von
19,90 Euro bis 24,90 Euro tragen die Mit-
glieder zum hohen Niveau der Lehrmittel
Perlen bei und bekommen dafür unein-
geschränkten Zugang zu den vielen aktu-
ellen Materialien, zur Teacher-Community
und zu diversen Aktionen.
Schulen und größere Gruppen, die sich
anmelden, profitieren von ansehnlichen
Rabatten. Auch Leserinnen und Leser
des Haaner Themengartens können der-
zeit von einer Vergünstigung von 20%
9. Sie wohnen in der Schweiz. Sind
die Lern- und Lehrinhalte in Deutsch-
land und der Schweiz gleich?
Jein. Im Prinzip ist natürlich der Lernstoff
der Grundschulen in beiden Ländern
gleich. Der Unterschied beginnt aber be-
reits beim Rechnen mit Euro oder Franken
und ist besonders auffällig in der Recht-
schreibung. Es gibt weitere länderspezifi-
sche Eigenheiten, die zu berücksichtigen
sind, damit alle Unterlagen absolut richtig
und fehlerfrei abgegeben werden kön-
nen. Sämtliche Hefte stehen deshalb bei
den Lehrmittel Perlen in zweifacher Aus-
führung zur Verfügung: eine Version für
deutsche und österreichische Schulen,
die von einer österreichischen Kollegin
lektoriert wird, und eine für schweize-
rische Klassen. So bleibt auch die gute
Qualität der Lehrmittel gesichert.
Die ersten 20 Leserinnen und Leser des
Haaner Themengartens, die sich bei den
Lehrmittel Perlen als Mitglied anmelden,
erhalteneineVergünstigungvon20%.Bitte
geben Sie bei der Registrierung den Code
HaanerTG-2015 ein.
Frau Herzog , vielen Dank für das
informative Gespräch.
E-Mail: marisa.herzog@lehrmittelperlen.net
Quelle Grafiken: Clipart.com, clker.com,
Lovin Lit, Melonheadz
Unter dem Motto: „Haaner für Haan“ wur-
de die Idee für den „Haaner Sommer“ ge-
boren, um in der Ferienzeit die Innenstadt
zu beleben. Was in ganz kleinem Rahmen
im Jahre 2007 begann, ist bis heute zu
einer weit über die Stadtgrenzen hinaus
bekannten Veranstaltung geworden. Der
Strand im Häusermeer mit 150 Tonnen
Sand ist ein einzigartiges Event mit über
100 Programmpunkten verteilt auf 7 Wo-
chen. Man findet ihn sogar bei GoogleTM
Earth und Wikipedia®
Sport und Spiel auf 370 qm, Unterhaltung
und Erholung auf 280 qm Liegefläche, be-
stückt mit Liegestühlen und Sonnenschir-
men. Ein überdachter Bereich von 120 qm
bietet Raum für Konzerte und Lesungen,
sowie für Auftritte von Theater- und Tanz-
gruppen. So wird der Haaner Sommer
zum beliebten Treffpunkt für Groß und
Klein, für Jung und Alt. 7 Wochen Strand-
leben als Kulturlandschaft. Täglich Ur-
laubsatmosphäre am „Haaner Strand“.
Der Haaner Sommer ist eine
nichtkommerzielle Veranstaltung. Alle
Aufführungen und Aktivitäten sind
kostenfrei. Möglich wird dies nur durch
die ehrenamtliche Tätigkeit vieler
Mitbürger, durch zahlreiche Spenden von
Unternehmern und Privatleuten und nicht
zuletzt dank der Unterstützung durch die
Der Haaner Sommer ist eine Bürgerver-
anstaltung, bei der jeder mitmachen kann.
s. Karte Seite 78/79, Feld: 5G
Über die Hälfte aller Schüler und Schü-
lerinnen sind nicht in der Lage sinnerfas-
send zu lesen. Das wollen wir, - Mentor,
die Leselernhelfer -, ändern. Seit 2010
arbeiten wir in Reaktion auf die Pisa-
Studie an allen Grundschulen und der
Hauptschule in Haan.
Die in der Pisa-Studie aufgetretenen De-
fizite im sprachlichen Bereich haben ne-
gative Auswirkungen auf die berufliche
Entwicklung und soziale Integration der
Deshalb lesen wir als Mentoren in den
Schulen mit den Schülern altersgemäße
Texte. So entwickeln sie Spaß am Lesen.
Die förderungsbedürftigen Schüler wer-
den mit Zustimmung ihrer Eltern und in
enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräf-
ten vor Ort ausgesucht.
Seit Februar 2011 gibt es die Mento-
ren als eingetragenen Verein unter der
Schirmherrschaft von Frau Angelika vom
Bovert-Zybura.
Ein Schüler - Ein Mentor
Mentor- die Leselernhelfer in Haan
Mentor – Die Leselernhelfer Haan e.V.
Der Verein versteht sich nicht als in sich
geschlossen, sondern ruft engagierte
Menschen mit einem Herzen für Kinder
zur Mitarbeit auf. Seit dem Schuljahr
2014/15 begleiten wir auch das Lese-
projekt an der Emil Barth Realschule. Die
Universität Münster hat im Fachbereich
Germanistik dieses Projekt initiiert und
die Realschule hat sich erfolgreich an-
geschlossen. Es läuft unter dem Namen
Der Verein ist als gemeinnützig aner-
kannt. Das heißt: Spendenquittungen
Kto. -Nr.: IBAN DE 56303512200091313734
BIC: WELADED 1HAA
Gudrun Obermeier, Tel. 02129/ 50942
Barbara Olbertz, Tel. 02129/52051
Lesen und Schreiben sind die wichtigs-
ten Kulturtechniken des Menschen. Erst
Lesen und Schreiben eröffnen dem Men-
schen Zugang zu Bildung und damit Le-
bensperspektiven. Lesen und Schreiben
lernen Kinder in den ersten Schulklassen.
Doch nicht selten müssen Eltern erleben,
dass gerade ihr Kind das Lesen, das
Schreiben oder beides nicht ausreichend
gut in der Schule lernt.
„Ihr Kind hat eine Lese-/Recht-
schreibschwäche (LRS)!“
Nicht wenige Eltern erschrecken bei die-
ser Diagnose oder sind doch zumindest
tief verunsichert. Termine bei Fachärzten,
beim Kinderpsychologen und diverse
Gespräche und Tests in der Schule und
bei Experten reihen sich aneinander und
nicht selten wird das betroffene Kind
dadurch zusätzlich verunsichert und be-
lastet. Dabei wollen die Eltern nur eines:
Ihrem Kind soll geholfen werden!
Die richtige Förderung bringt Erfolg
Kann eine LRS denn überwunden wer-
den? Die Antwort auf diese Frage lau-
tet eindeutig ja! Dazu ist allerdings eine
spezielle Förderung notwendig, mit wis-
senschaftlich fundierten Methoden und
besonders ausgebildeten Pädagogen.
In Fachkreisen wird diese Förderung Pä-
dagogische Therapie genannt; sie zielt,
im Unterschied zur klinisch-psychologi-
schen Therapie, nicht in erster Linie auf
die Veränderung der Persönlichkeit ab,
sondern auf das Lesen- und Schreiben-
„Ich lerne was, was du nicht lernst…“
Pädagogische Therapie bei Legasthenie/LRS
lernen. Im Gegensatz zum Nachhilfeun-
terricht wird nicht der Schulstoff vertie-
fend wiederholt, sondern tiefer liegende
Defizite werden aufgearbeitet.
Die Pädagogische Therapie zeichnet sich
•	Diagnose der Lernausgangsleistung
mit einem evaluierten Testverfahren
(z. B. Hamburger Schreibprobe oder
schreib.on)
•	planmäßige und systematische
•	regelmäßige Überprüfung
•	Dokumentation der Förderschritte und
der erzielten Förderergebnisse
Wohnortnahe LRS-Förderung in
Haan und Umgebung
Seit Beginn dieses Jahres können Schü-
ler mit einer LRS auch in Haan und Um-
gebung wohnortnah mit einer Pädago-
gischen Therapie gefördert werden: In
Hochdahl wurde ein Lehrinstitut für Or-
thographie und Sprachkompetenz, kurz
LOS, eröffnet. Seit 1982 geht es in der
LOS-Förderung nur um eines: Kindern
mit Problemen im Lesen und Schreiben
frühzeitig und effektiv dabei zu helfen,
ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Das
LOS vermittelt diesen Kindern einfühlsam
die Kompetenz, um Sprache automa-
tisch und richtig anzuwenden.
Die LRS-Förderung im LOS
Zu Beginn einer jeden Förderung steht ein
kostenloses Beratungsgespräch, bei dem
auch die Rechtschreibleistung des Kindes
mit dem Testprogramm schreib.on über-
prüft wird. In familiärer Atmosphäre wird
das Kind am Nachmittag oder Samstag-
vormittag von speziell geschulten päda-
gogischen Fachkräften in Kleingruppen
gefördert und kompetent an die gefor-
derten Leistungen seiner Klassenstufe
Systematisch und differenziert werden
die Rechtschreibregeln in kleinen Schrit-
ten eingeübt. Das LOS in Hochdahl nutzt
dazu die bewährten, nach neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen entwi-
ckelten LOS-Fördermaterialien und LOS-
Computerprogramme. Alle sechs Mona-
te wird die Rechtschreibleistung erneut
getestet und das Förderprogramm ggf.
angepasst. Wichtig ist auch der inten-
sive Austausch des LOS mit Eltern und
Lehrern. Mehrmals im Jahr bietet das
LOS in Hochdahl Fortbildungsveranstal-
tungen und Symposien für Eltern, Lehrer
und Ärzte an. Anerkannte Experten aus
Wissenschaft und Praxis referieren über
Themen rund um LRS und Schule.
Eine Pädagogische Therapie dauert i. d.
R. zwischen einem und drei Jahren. Aber
schon nach kurzer Zeit verbessert sich
nicht nur die gesamte Sprachkompetenz
des Kindes, viele Eltern berichten auch,
dass es ihren Kindern seit der LOS-För-
derung viel besser geht. Der Druck ist
nicht mehr so groß und die Hausaufga-
ben fallen viel leichter. Letztlich befähigt
der Förderunterricht die Schüler, einen
ihrer Neigung und Begabung entspre-
chenden schulischen und beruflichen
Abschluss zu erreichen. Dies belegt auch
eine Studie mit 48.000 LOS-Schülern: Im
Verlauf der Förderung erzielten sie einen
deutlichen kontinuierlichen Leistungszu-
wachs und erreichten nach zwei Jahren
nahezu die gleichen Schreibleistungen
wie der Durchschnitt der Schüler.
Alternativen: Ferienkurse und LOS-
Durch den Ganztagsbetrieb in vielen
Schulen ist es für einige Schüler schwie-
rig, nachmittags den LOS-Förderunter-
richt zu besuchen. Der LOS-Verbund
bietet deshalb die Nutzung der bewähr-
ten LOS-Computerprogramme auch für
zu Hause an. Nach der Erstellung des
individuellen Förderplans arbeiten die
Kinder dann zu Hause am heimischen
Computer. Regelmäßige Gespräche mit
LOS-Pädagogen sorgen auch hier dafür,
dass die Förderung in den richtigen Bah-
nen verläuft und erfolgreich abgeschlos-
sen werden kann. Voraussetzung für die
Förderung zu Hause ist aber in jedem Fall
ein großes Maß an Selbstdisziplin und
Ferien-Intensivkurse im LOS sind eine
weitere Alternative, erfolgreich eine LRS
zu überwinden, wenn die Kinder in der
Schulzeit nur unter großem Aufwand das
LOS besuchen können.
Schimmelbuschstraße 9 | 40699 Erkrath-Hochdahl
Tel.: (02104) 301 49 33 | Fax: (02104) 301 49 34
s. Karte Seite 78/79, Feld: 2L
Der Sportverband Haan e.V. ist der
freiwil­lige Zusam­menschluss von 18
Sportverei­nen in Haan, aber keine städti­
sche Insti­tution.
Er ist die örtliche Inter­essenvertretung
der Haaner Sportver­eine und steht dem
Rat und der Verwal­tung der Stadt Haan
bei vereinsübergrei­fenden Themen fach-
und sachkundig zur Seite.
Dies betrifft die Konzeption der Pläne, wie
die Vergabe der Trainings- und Spielzei­
ten in den städtischen Sporthal­len, auf
den Sportplätzen und die Bera­tung bei
Sportinvestitionen.
Auch die Richtlinien für die Sportlereh­
rung und deren Durchführung ist ein Ge­
meinschaftswerk des Sportverbandes
mit der Stadtverwaltung.
Das vielfältige Sportangebot für alle Al­
tersgruppen liegt in der Verantwor­tung
und Durchführung der Sportver­eine.
In den 18 Vereinen sind rund 8.000
Mit­glieder, davon rund 2.600 Kinder
zwischen 2 und 14 Jahren.
Der Sportverband nimmt nicht nur die
Interessen auf lokaler Ebene wahr, son­
dern vertritt Haan beim Kreissport­bund
Mettmann wie auch beim Landess­port-
bund NRW.
Besonders im Vordergrund der Aktivitäten
des Sportverbandes steht die Förderung
des Breitensports in Haan und hier beson­
ders bei den Kindern. Dazu prädestiniert
ist das Sportabzeichen, weil es in allen
Altersgruppen erworben werden kann.
Gemeinsam mit Haaner Kindergärten,
dem Kreisgesundheitsamt und dem
Kreissportbund organisiert der Sportver­
band das Kindersportfest:
„Lott jonn“, das ist eine Initiative für
Kinder- und Jugendgesundheit mit dem
Ziel die Kinder alters- und entwicklungs­
gerecht an körperliche Aktivierung her­
anzuführen. Das Motto für die Jüngsten:
„Ganz doll bewegen; Ganz weit oder
hoch springen; Ganz schnell laufen;
Ganz weit oder hoch werfen und ganz
lange laufen“.
Die gleiche Intention verfolgt der Sport­
verband mit dem jährlichen „Familien­
sportabzeichentag“, der über die wö­
chentlichen Prüfungstermine für die
Sportabzeichenerwerber zusätzlich ein­
geführt wurde. Sport für Kinder und El­
tern steht in der Priorität ganz oben.
Der Haaner Erfolg (über 70% der Kin-
der und Jugendlichen sind in einem
Sportverein) ist mit der engen Zusam-
menarbeit von Kindergärten, Grund­
schulen und weiterführenden Schulen
sowie den Sportvereinen begründet.
Diese leisten eine hervorragende Sport-
förderung vom Eltern-/Kindturnen bis zum
leistungsorientierten Meisterschaftssport.
Erstmalig koordiniert 2015 der Sportver­
band drei traditionelle Sportveranstaltun­
gen - Schwimmmeisterschaften (DLRG),
Brunnenlauf (HTV-Leichtathletik) und
Radtour Rund um Haan (Wir für Haan
e.V.) - zu einem Haaner Triathlon. Hier ist
die Motivation, dass Kinder und Eltern
gemeinsam vielseitig Sport betreiben und
auch die lokale Vernetzung zu erhöhen.
Ob Elternwille oder Kinderwunsch, auch
in Haan zieht der Fußball die meisten
Kinder an, gefolgt von den traditionellen
Sportarten wie Handball, Schwimmen,
Leichtathletik,Turnen und Tanzen.
Jedoch gibt es in Haan auch zahlreiche
Sportarten, die häufig als „Randsport-
arten“ bezeichnet werden und die eine
hohe Anziehungskraft ausüben.
Wünsche und Hoffnungen können erfüllt
Vorsitzender Sportverband Haan e.V.
Für Kleinkinder, Vorschulkinder, Schüle-
rinnen und Schüler gibt es ein vielfältiges
Sportangebot in den Haaner Sportverei-
Eltern-Kindturnen, Einradfahren,
Gerätturnen, Golf,
Handball, Hip-Hop,
Jazztanz, Judo,
Karate, Kindertanz,
Klettern, Kung Fu,
Parkour, PEKIP,
Radsport, Reiten,
Rhythm & Dance,
Schießsport, Schwimmen,
Sport- und Spielgruppen,
Tanzen, Taek won Do,
Tauchen, Tennis,
Tischtennis, Trampolin,
Tricking, Turnen,
Haaner Sportvereine an.
In Haan sind schon fast 600 Kinder
unter 6 Jahre in Vereinen, d.h.55 %.
bis 14 Jahre sind es über 80%.
Sportverband Haan e. V.
Telefon: 0212/4908315
Mail: sportverband-haan@t-online.de
Das missbrauchte Churchill-Zitat
Sport ist Mord! – Stimmt das?
Sports“ wird durch die Realität der vielfäl-
tigen sportlichen Erfahrungen des jungen
Churchill aufgehoben - nur wer nimmt da-
von gern Kenntnis, wenn die Wirklichkeit
die schönen Vorurteile entkräftet?
Ein Blick auf die ungewöhnliche Karrie-
re Churchills beweist das Gegenteil von
„No sports“ -nämlich „Many sports“. Als
durchaus fauler Schüler in Harrow wid-
mete er sich weniger der Mathematik
oder den Lateinstudien, wo dem späteren
Literatur-Nobelpreisträger null Kenntnisse
attestiert werden mussten, verachtete die
einem englischen Adligen heilige Sportart
Kricket. Er freundete sich auch mit Fuß-
ball nicht an. Doch sein sportliches Multi-
talent entwickelte er als Fechter, Schütze
und begeisterter Reiter. Diese Aktivitäten
bildeten die Grundlage der speziellen Vor-
bereitung auf die Militärschule, deren Auf-
nahmeexamen er erst im dritten Anlauf be-
stand. Er wurde Mitglied eines Rifle Clubs,
vervollkommnete sich im Reiten, Fechten
und Schwimmen und stellte sich - gar
nicht gentlemanlike -furchtlos im Boxring
seinen Konkurrenten. Eine glänzende Vor-
schule fiir die spätere meisterliche Bewäh-
rung beim verbalen Schlagabtausch der
Parlamentsdebatten.
Sport hat freilich den anfälligen Churchill
in der Jugend nicht gerade vor Krank-
heiten bewahrt, aber seine Kondition
stabilisiert und sich als Lebensschule
bewährt. 1889 gewann er trotz seiner
bescheidenen 1,66 m mit seiner Schule
die Schwimmmeisterschaft fiir Mann-
schaften. Seine geistige und körperliche
„No sports“- kaum ein anderes geflügeltes
Wort von Winston Spencer-Churchill wird
so oft zitiert, wenn es Sportgegner nicht
nur ähnlicher Leibesfülle mit gelegentlich
hämischem Vergnügen als schlagenden
Beweis gegen sportliche Aktivität ins Feld
führen. Doch Zitate lassen sich bekannt-
lich durch Zitate entkräften. Das ist auch
bei Sir Winston der Fall, denn der zigar-
renrauchende Whisky- und Champag-
ner-Liebhaber Churchill hat aus eigener
Erfahrung das ganze Gegenteil konsta-
tiert: „Keine Stunde, die man mit Sport
verbringt, ist verloren.“ Die Ironie von „No
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/No_Sports
DSB PRESSE Nr. 19/08.05.2001, Hans- Dieter Krebs
http://www.uni-trier.de/index.php?id=16659
Präsenz bewies der 17-Jährige, als er
ohne Niederlage Inter-College-Meister im
Fechten gegen teils erfahrenere Gegner
wurde. Dank seiner schwimmerischen
Kapazität und ohne vorherige Schulung
rettete er 1893 während der Ferien in
der Schweiz einem Freund das Leben,
als er den Erschöpften aus dem Genfer
See ans sichere Ufer schleppte. In seiner
knapp bemessenen Freizeit ist Sir Win-
ston stets gern geschwommen.
Auf der Offiziersschule in Sandhurst, für
Churchill sozusagen der Ersatzdienst für
das in seinen Kreisen übliche Universi-
tätsstudium, wurde das Reiten zur Passi-
on neben Fechten und Pistolenschießen.
Er ging keinem Risiko aus dem Wege, ritt
ohne Sattel, Zügel und Steigbügel, stieg
vom trabenden Pferd auf und ab. Fast
natürlich war sein Geschick beim Hinder-
nisreiten. Von diesen Erfahrungen zehrte
er als über Siebzigjähriger bei Fuchs-
jagden querfeldein mit der Hundemeute
nach seinem Ausscheiden aus dem Amt
des Premiers nach 1945.
Eine unvergessene Glanztat vollbrachte
der Polospieler Churchill. Der junge Leut-
nant gehörte in Indien zum Team seines
4. Husaren - Regiments. Gerade nach
der Rückkehr vom Urlaub bei einer Eu-
ropareise trat er 1899 untrainiert und mit
verletzter rechter Hand beim Turnier der
besten Militärteams in Meerut bei Delhi
an, die traditionellerweise sich nur aus
Offizieren rekrutierten. Der „Terrier“ Chur-
chill erzielte trotz der Handblessur drei
Tore zum Außenseitersieg über das favo-
risierte 4. Dragoner-Regiment. Churchill
als der Matchwinner dieser Krone der
„Religion Polo“ (wie es der französische
Historiker Francois Kersaudy umschrieb)
gewann die Bewunderung der britischen
Zivilisten und Soldaten in Indien. Er nutz-
te indes diesen Ruhm nicht aus, denn er
reichte kurz danach seinen Abschied von
der Offizierslaufbahn ein.
Es lässt sich streiten, ob die außerge-
wöhnliche Kondition Churchills, für den
überbordend ausgefüllte 18-Stunden-Ta-
ge fast die Regel waren, auf genetisches
Erbe oder auf die im Sport erworbene
Ausdauer zurückzuführen ist. Die aben-
teuerliche und strapaziöse Flucht des
Journalisten Churchill zu Fuß aus der Ge-
fangenschaft der Buren 1899 galt unter
den Zeitgenossen auch als eine körperli-
che Glanzleistung.
„No Sports“ bleibt ein zumeist aus Un-
kenntnis missbrauchtes Zitat. Der iro-
nische Unterton, der Widerspruch der
sportlichen Lebensgeschichte Churchills
und die aus Erfahrung geprägte Sentenz
„Keine Stunde, die man mit Sport ver-
bringt, ist verloren“ machen im Gegenteil
Churchill zu einem überzeugenden An-
walt für „Yes Sports!“.
Früher bewegten sich Kinder - alleine,
oder mit Freunden - sehr viel mehr drau-
ßen auf der Straße. Sie tollten herum und
testeten die eigenen Fähigkeiten. Ihre
Freiräume werden jedoch räumlich und
auch zeitlich immer mehr eingeschränkt
– mit den entsprechenden negativen Fol-
gen. Die Sportvereine können den Eltern
helfen hier durch qualifizierte Bewegungs-
angebote gegenzusteuern – soziale För-
derung inklusive.
Beim freien Spielen mit- und gegeneinan-
der sammeln Kinder wichtige soziale Er-
fahrungen. Sie treten mit Gleichaltrigen in
Kontakt, lernen sich durchzusetzen oder
nachzugeben, Absprachen zu treffen,
Kompromisse zu finden und sich gegen-
seitig zu helfen. Sie streiten sich, versöh-
nen sich, erleben „Siege“, müssen „Nie-
derlagen“ hinnehmen und mit beidem
adäquat umgehen. Im Spiel mit Gleichalt-
rigen erwerben Kinder Regelverständnis,
Kontakt- und Kooperationsbereitschaft,
Toleranz und Rücksichtnahme, Konflikt-
fähigkeit sowie soziale Sensibilität.
Dies sind soziale Fähigkeiten, die als
Schlüsselqualifikationen für das Leben in
der Gesellschaft, für die Entwicklung von
Körper, Geist und Seele von entschei-
dender Bedeutung sind.
Kinder haben in der heutigen Zeit immer
weniger Platz zum Spielen und Toben, sie
werden häufig sogar mit dem Auto von
den Eltern zu Kindergarten und Schule
gebracht, der nachschulische Austausch
mit den Gleichgesinnten fällt aus. Darü-
Mit Sport die Entwicklung fördern
ber hinaus werden sie von immer mehr
optischen und akustischen Reizen über-
Um dies zu kompensieren, sind die
Sportvereine mehr denn je gefragt, denn
die Bewegung ist gerade für die Kinder
von so hoher Wichtigkeit. Die Bewe-
gungsschleifen werden angelegt, das
Abschätzen von Distanzen, Geschwin-
digkeiten und die Vorstellung von Räu-
men, alle diese Elemente erlernen Kinder
spielerisch durch Bewegung. Diese per-
manenten Reize braucht unser Gehirn,
um die entsprechenden Befehle an den
Körper zu leiten.
Im Sportverein können Kinder toben,
springen, hüpfen, fallen und wieder auf-
stehen. Sie entwickeln ein Gefühl für ih-
ren Körper, denn die Bewegung und die
Wahrnehmung sind sehr eng miteinander
verbunden. Während es den Kindern ein-
fach Spaß macht über eine „Wackelbrü-
cke“ zu laufen, ist dies für die Entwick-
lung ihrer koordinativen Fähigkeiten ein
nicht zu unterschätzender Aspekt. Es ist
wichtig, dass Kinder Wagnisse eingehen
und bewältigen, um Risikokompetenz,
zu entwickeln. Der Haaner Turnverein legt
daher großen Wert auf ein umfassendes
Kinder- und Jugendsportangebot durch
qualifizierte Übungsleiter.
Darüber hinaus sind koordinationsschwa-
che, oder im Volksmund „ungeschickte“,
Kinder sehr viel unfallgefährdeter als an-
dere Kinder, denn sie können sich bei
einem Sturz nicht so gut abfangen, wie
bewegliche Kinder und es kann leichter
zu Verletzungen führen. Es ist schon lan-
ge wissenschaftlich nachgewiesen, dass
Kinder, die sich viel bewegen, besser ler-
nen als andere. Dies gilt nicht nur für die
Vorstellung im Zahlenbereich.
Kindern tut es einfach gut, wenn sie ge-
meinsam mit ihren Freunden in einem
Sportverein tätig sind und wir Erwachse-
ne sind gefordert ihnen dieses zu ermög-
Turnstraße 25 // 42781 Haan
Telefon 02129-5655-0 // Fax 02129-5655-29
kontakt@haaner-tv.de // www.haaner-tv.de
HTV Fitness- und Gesundheitszentrum CityFit:
Turnstraße 25 a // 42781 Haan
Telefon 02129-5655-14 // Fax 02129-5655-29
cityfit@haaner-tv.de // www.haaner-tv.de
Haaner Turnverein 1863 e.V. / Turnstraße 25 / 02129-5655-0 / kontakt@haaner-tv.de
FITNESS / KURSE / REHA
BabySport, Eltern-Kind-Turnen, Turn-
und Spielgruppen, Trampolin,
Judo, Leichtathletik, Lauftreff,
Rhythm & Dance, Cheerleading,
Funktionelle Gymnastik, ,
Badminton, Basketball, Handball,
Prellball, Tischtennis, Volleyball, Fitness-
und Gesundheitszentrum CityFit
(Geräte, Kurse, RehaSport) und vieles
Kinder / Erwachsene / Senioren
s. Karte Seite 78/79, Feld: 5H
„Alles, was ich über Moral und
Verpflichtungen weiß, verdanke ich
dem Fußball“ – schrieb Albert Camus
einmal und fasste seine Leidenschaft
für diesen Sport so zusammen: „Am
Sonntag fieberte ich dem Donnerstag
entgegen, wenn wir Training hatten, und
ab Donnerstag dem Sonntag, wenn wir
Spiel hatten“. Und Albert Camus steht
damit nicht allein, spätestens seit der
Entstehung des modernen Fußballs
Mitte des 19. Jahrhunderts fesselt
dieser Sport die Menschen und hat
Erdkugel angetreten. Trotz Gameboy und
Nintendo wachsen die Kids auch heute
noch in den Straßen damit auf. Weil
dieser Sport pure Leidenschaft ist und
es nicht viel mehr als ein ballähnliches
Spielgerät und eine freie Fläche dafür
braucht. Fußball geht über Länder-,
Kultur- und Sprachgrenzen hinweg, da
seine Regeln einfach und weltweit sind.
Kinder können manchmal kein Wort
miteinander wechseln, aber sie spielen
Fußball zusammen. In dieser großen
Tradition sieht sich die Jugendabteilung
der sechs Jahre nach dem Deutschen
So lange es Bälle gibt,
werden Kinder Fußball spielen
Fußballbund gegründeten Sport- und
Spielvereinigung Haan e.V.
Auch wenn der Fußball in Haan schon
immer eine große Anziehungskraft hatte,
so merkten wir nach der Eröffnung un-
seres Kunstrasenplatzes 2009, dass sich
diese Anziehungskraft noch steigern ließ.
Hatten wir in der Saison 2007/2008 noch
zwölf Jugendmannschaften, so waren
es in der Saison 2012/13 bereits 21 Ju-
gendmannschaften. In der aktuellen Sai-
son sind es 22 Jugendmannschaften und
eine Eltern-Kind-Gruppe. Doch abgese-
hen von koordinativen Herausforderun-
gen haben sich die Anforderungen an die
Jugendleiter und –trainer in den letzten
Jahren verändert. Denn Fußball ist Abbild
der Gesellschaft und nicht in einer Blase
der Glückseligkeit eingeschlossen. Zwar
trainieren und spielen ganz natürlich Kin-
der mit und ohne Migrationshintergrund
bei uns. Doch leider erleben wir es auch,
dass Spieler auf und neben dem Platz
rassistische Beleidigungen erfahren.
Dankbar nahmen wir daher Dani Alves‘
Bananen-Aktion im Jahre 2014 an und
forderten unsere Jugendmannschaft auf,
unter den Hashtags „saynotoracism“,
„weallmonkeys“ und „respect“ mit einer
Banane auf unserer Facebookseite zu
posieren. Sicher nur ein ganz kleines Zei-
chen, aber die überwältigende Mehrheit
unserer Mannschaften zeigte, dass sie
jeglichen Rassismus verurteilen.
Ein weiteres wichtiges Thema für die
Jugendabteilung ist es, „Kinder stark zu
machen – für ein Leben ohne Sucht und
Drogen“. Deshalb verzichten wir seit dem
Jahr 2013 konsequent bei allen Jugend-
turnieren auf jeglichen Alkoholausschank.
Dies ist, wenn man auf anderen Jugend-
turnieren schaut, leider noch nicht selbst-
verständlich. Auf die Wichtigkeit des
Themas „Suchtprävention“ machte der
Besuch der ehemaligen Fußballnatio-
nalspielerin Nia Künzer durch ihren Be-
such bei uns aufmerksam. Nia trainierte
zunächst mit unseren E-Junioren/innen
und stellte sich dann einer Diskussions-
runde zum Thema „Leben ohne Sucht
und Drogen“ in unserem Vereinsheim un-
ter Leitung der Sportbild. Hier nahm ne-
ben Trainern aus dem Verein auch unser
derzeit erfolgreichster Frauennachwuchs
Laura Leluschko (aktuell bei Bayer 04 Le-
verkusen unter Vertrag) teil. Im Jahr 2014
schafften wir es zudem, dass die „Kinder
stark machen“-Aktion Teil unseres alljähr-
lichen Sommerturniers „Haaner Zwer-
gen Cup“ wurde. Die Animateure boten
ein buntes Programm aus Übungen und
Spielen rund um das Thema Selbstver-
trauen. Außerdem wurde unsere Jugend-
abteilung 2014 durch die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung für ihre
hervorragende Jugendarbeit ausge-
zeichnet. Das macht uns umso stolzer,
da 2014 außer uns deutschlandweit nur
noch ein weiterer Verein diese Auszeich-
nung bekam.
Ein gemeinnütziger Verein wie der unse-
re lebt vom ehrenamtlichen Engagement
und meistens sind es Väter oder Mütter
unserer Junioren, die sich engagieren.
Die Allermeisten spielten oder spielen
selbst in Vereinen. Doch Kindertraining ist
kein Erwachsenentraining light, sondern
es muss auf die Altersgruppen der Kinder
angepasst sein. So sieht ein Fußballtrai-
ning bei den Bambinis (5 bis 7-Jährige)
und bei unserer Eltern-Kind-Gruppe (3
bis 5-Jährige) sehr spielerisch aus, wäh-
rend es bei den Größeren immer mehr
nach professionellem Training aussieht.
Umso wichtiger ist, dass die Ehrenamtler
auch vernünftig ausgebildet werden und
so freuen wir uns, dass die allermeisten
Trainer einen Kindertrainerschein oder
sogar die C-Lizenz haben. Denn nur gut
ausgebildete Trainer können auch ein gu-
tes Training machen. Die SSVg finanziert
selbstverständlich diese Schulungen.
Um dem wachsenden Ansturm der Mäd-
chen gerecht zu werden (aktuell sind drei
reine Mädchenteams im Spielbetrieb bei
uns), haben wir 2015 einen eigenen Ko-
ordinator „Mädchenfußball“ installiert. Als
besondere Events in den letzten Jahren
im Mädchenbereich sind sicher der Ein-
satz unserer U15 als Ballmädchen beim
Frauen-Bundesliga-Spiel VfL Wolfsburg
gegen Bayer Leverkusen sowie das
Freundschaftsspiel unserer U13 gegen
die U13 des 1. FC Köln zu sehen. Unser
Koordinator hat aber neben reinen Mäd-
chenfußballcamps noch ganz viele wei-
tere Ideen, was er in Zukunft umsetzen
Doch wir wollen mehr als nur Fußball-
spielen und –trainieren sein. Deshalb
organisieren die Trainer und Eltern un-
serer Mannschaften immer wieder ver-
schiedenste Events. Da gibt es für die
Größeren gemeinsame Reisen inner-
halb Deutschlands oder ins benachbar-
te Ausland (Tschechien, Holland) inkl.
Freundschaftsturnieren, für die Kleineren
Zeltfahrten oder auch Besuche von Bun-
desligaspielen etc. und natürlich Weih-
nachts- und Saisonabschlussfeiern/-
fahrten. Außerdem unterstützen wir seit
Jahren den „Hildener Herzlauf zu Guns-
Postfach 16 33 | 42760 Haan
E-Mail:	info@ssvg-06-haan.de
ten des Kinderhospizes Regenbogen-
land“. Jedes Jahr gibt es das traditionelle
„Neujahrsturnier“ und im Sommer den
„Haaner Zwergen Cup“. Auch unsere re-
gelmäßigen Fußballcamps werden immer
Die Vereinsarbeit im Fußball wird immer
wieder gesellschaftlichen und kulturellen
Wandlungen unterliegen, aber am Ende
bleibt es der schönste Sport der Welt un-
ter dem Motto: „Nur gemeinsam sind wir
stark“.
Zentrum für Tanz,
In unseren neuen Räumlichkeiten bie-
ten wir Euch ein umfangreiches Kurspro-
gramm im Bewegungs- und Gesund-
heitsbereich an. Tanzen, Fitness und
Gesundheitssport sind unsere Schwer-
Wir möchten Menschen jeden Alters
in Bewegung bringen. Dabei stehen vor
allem Freude an der Bewegung und ein
individuell zugeschnittener Stundeninhalt
Die Kleinsten beginnen in den Kursen Fit
mit Baby oder Bewegung und Spiel,
in denen Eltern und Kinder gemeinsam
in Bewegung kommen und etwas für ihre
Gesundheit bzw. ihre Entwicklung tun.
Weiter geht es beispielsweise mit unse-
ren Tanzkursen: Was macht mehr Spaß
als mit seinen Freunden gemeinsam zu
seiner Lieblingsmusik zu tanzen? – Egal
in welchem Alter! Ab 2 Jahren gemein-
sam mit den Eltern im Eltern-Kind-
Tanzen, ab 3 Jahren im Kindertanz,
ab 4 Jahren im Ballett oder ab 6 Jahren
im Streetdance. Ganz nebenbei werden
auch noch Musikalität, Körperhaltung
und Koordination geschult. Sogar Euren
Kindergeburtstag könnt Ihr bei uns feiern.
Auch für Erwachsene hat Bewegung ei-
nen wichtigen Stellenwert! Bodystyling
formt und strafft den Körper - Yoga, Pi-
lates und Entspannung hingegen lassen
euch vom Alltagsstress erholen. Prä-
ventionskurse können von den Kran-
kenkassen bezuschusst werden und
die Kosten für den Reha-Sport werden
Gelenkschonende Übungen kräftigen die
Muskulatur und stabilisieren die Körper-
haltung. Natürlich gehören auch Koor-
dination, Mobilisation und das Dehnen
dazu. Rücken- und Gelenkbeschwerden
sollen langfristig verhindert bzw. gelindert
werden und zu einem besseres Wohlbe-
finden beitragen.
Tel. 0178-5142385
E-Mail: majaglaeser@web.de
Zentrum für Tanz, Fitness
s. Karte Seite 78/79, Feld: 1L
Was ist, wenn mein Kind Sport treiben
möchte? Welche Kosten kommen auf
mich zu? Klar, wenn es im Verein Sport
treibt, wird ein Mitgliedsbeitrag fällig.
Aber was ist mit der Sportausrüstung?
Was wird gebraucht und muss es teuer
sein? Eigentlich doch nicht. Sicher, es
hängt von der Sportart ab, die mein Kind
gewählt hat. In vielen Sportarten reichen
T-Shirt, eine einfache kurze oder lange
Hose und Sportschuhe aus. Wichtig ist,
zweckmäßige Sportkleidung zu haben
und dass mein Kind sich darin wohlfühlt
- die Eignung und Qualität der Sportklei-
dung lässt sich nicht am Preis ablesen.
Kommen - je nach Sportart - noch weite-
re Ausrüstungsgegenstände dazu?
Leichtathletik, Fußball, Handball und Vol-
leyball wird neben der Bekleidung keine
weitere Ausrüstung benötigen, bzw. sie
ist in der Sporthalle oder auf dem Sport-
platz vorhanden. Auch bei den anderen
Sportarten, die der TSV anbietet wie
Schwimmen, Turnen und Gymnastik ist
dies der Fall. Eine Ausnahme bilden die
Aktivitäten der Tischtennisabteilung. Hier
benötigt der Spieler zusätzlich einen pri-
vaten Schläger.
Eine weitere Ausnahme: mein Kind möch-
te Einrad fahren lernen. Hier werden als
Ausrüstung noch ein Fahrradhelm und
ein Einrad benötigt. Und jetzt? Auch hier
wird mir die Angst vor hohen Kosten ge-
nommen. Meinem Kind wird bei Bedarf
ein Fahrradhelm und ein Einrad leihweise
Brauche ich eine teure Sportausrüstung?
zur Verfügung gestellt. Ich kann die An-
schaffung eines Einrades hinauszögern
und sicher auch günstig gebraucht er-
werben. Der Fahrradhelm ist kein speziel-
ler Helm, sondern ein ganz gewöhnlicher,
den es auch trägt, wenn es Fahrrad fährt.
Aber was ist, wenn mein Kind auch an
Wettkämpfen und Meisterschaften teil-
nimmt? Dort treten die Mannschaften
doch alle im einheitlichen Dress auf?
Auch hier entstehen den Familien in den
meisten Fällen keine weiteren Kosten.
Der TSV Gruiten versucht die Kosten
für die Mannschaftskleidung über Spon-
soren zu finanzieren, so dass mir als El-
ternteil keine weiteren Kosten entstehen.
Können die Kosten nicht über Sponsoren
abgedeckt werden, wird vor der Anschaf-
fung ein Stimmungsbild in der Eltern-
schaft erstellt.
Da der TSV Gruiten es sich zum Ziel ge-
setzt hat, Sport unabhängig vom Ein-
kommen der Eltern zu ermöglichen, wird
er im Rahmen seiner Möglichkeiten un-
terstützend zur Seite stehen.
Neben der Zweckmäßigkeit der Ausrüs-
tung sollte sie vor allem sicher sein, um
das Verletzungsrisiko, was sich im Sport
nicht ausschließen lässt, möglichst ge-
ring zu halten.
Sportliches Können zeigt sich nicht „im
sportlichen Outfit“ sondern im Kind. Die
Ausrüstung ersetzt auf keinen Fall die
stetige Übung, die Lust und Willensstär-
ke sich zu bewegen und hat keine Aus-
wirkung auf das Gemeinschaftsgefühl,
das mein Kind erlebt.
	Einrad
	Fußball
	Handball
	Leichtathletik
	Schwimmen/Aqualtik
	Tischtennis
Telefon 02104 / 62121
E-Mail Geschäftsstelle: tsvgruiten@tsvgruiten.de
	Triathlon
	Turnen, die Abteilung bietet immer wieder
Trendsportarten im Rahmenprogramm oder als
Kurs an, z.B. Zumba, Drums Alive, Step Aero-
bic, Yoga und Fun-Sport. Weiterhin gibt es Se-
niorensportgruppen und Präventionsangebot
wie z.B. Wirbelsäulengymnastik. In den großen
Ferien finden diverse Ausflugsangebote für die
erwachsenen Mitglieder statt.
	Volleyball
Aktuelle Informationen über unsere Angebote finden Sie auf unserer Home-
page unter www.tsvgruiten.de. Unsere Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstel-
le beraten Sie gerne und senden Ihnen das aktuelle Infoblatt nach Hause. Sie
erreichen die Geschäftsstelle unter der Rufnummer 02104 / 62121.
Der TSV Gruiten 1884 e. V. bietet folgende Sportarten an:
s. Karte Seite 78/79, Feld: 1B
Tennis - das Spiel des Lebens!
Im Leben geht es darum Entscheidungen
zu treffen und mit deren Konsequenzen
umgehen zu lernen. Aus diesem und vie-
len weiteren Gründen ist Tennis so ein
wundervolles Spiegelbild des Lebens.
„Sport formt den Charakter“
Ob Longline oder Cross, Slice oder Top-
spin, ans Netz aufrücken oder abwarten?
Niemand kann einem diese Entscheidun-
gen während eines Matches abnehmen.
Und nur möglichst viele richtige Entschei-
dungen führen zum Sieg. Der Umgang
mit Sieg oder Niederlage fällt auf der
siegreichen Seite umso leichter. Man ist
auf diesen 23,77 m Länge und 10,97 m
Breite auf sich alleine gestellt und erfährt
eine Menge über seinen Charakter, denn
man ist nur sich selbst Rechenschaft
schuldig. Man kann die Verantwortung
für einen Fehler auf niemanden schieben,
aber man verdient sich auch jeden ein-
zelnen Punktgewinn. Vor allem für Kinder
wird hier der Umgang mit Drucksituatio-
nen, Eigenverantwortung, Konzentration
und Durchsetzungsvermögen auf spie-
lerische Art und Weise ausprobiert und
gibt ihnen ein großes Stück Selbstbe-
wusstsein. Ja, Sport formt den Charakter
und Tennis nimmt einen ganz besonde-
ren Stellenwert ein. Denn diese Sportart
fordert nicht nur den Körper.
seiner Teile“
Tennis ist ein Spiel vieler Variablen. Es
reicht nicht aus auf jeden Schlag des
Gegners eine passende Antwort parat zu
haben. Dieser Sport besteht aus so viel
mehr als „Laufen und Schlagen“. Es ist
ein Spiel, das vor allem im Kopf stattfin-
det. Auf dem Tennisplatz kann man seiner
Persönlichkeit freien Lauf lassen, denn
nur so wird man erfolgreich sein. Eine
Rolle zu spielen wird auf der roten Asche
ebenso wenig funktionieren wie im richti-
gen Leben. Man muss Körper und Geist
in Einklang bringen. Ein Tennismatch zu
bestreiten erfordert ein gewisses Maß an
Fitness, aber eben auch eine psycholo-
gische Resistenz gegenüber Einflüssen
von außen, negativen Gedanken, den
Willen sich selbst immer wieder zu über-
zeugen und sich dem nächsten Punkt zu
stellen. Kommende Herausforderungen
mit Freude und Zuversicht anzugehen -
auch darum geht es im Alltag.
„Wer die Welt bewegen will, sollte
sich erst selbst bewegen“!
Tennis ist keine leicht zu erlernende
Sportart. Aber wie so oft im Leben wird
man dafür belohnt, wenn man Hemm-
nisse und Ängste überwindet. Der erste
Ball, der genau dort landet, wohin man
ihn spielen wollte, der erste Punktgewinn,
der erste Sieg - all das sind Erfolge, an
denen man wächst und weiß, wofür man
trainiert. Den ersten Schritt wagen und
sich in Bewegung setzen! Nur so erlebt
man, wie viel Freude dieser Sport macht!
Und keine Scheu, wer einen Ball über den
Zaun schlägt erntet eher ein mitfühlendes
Lachen als strafende Blicke. Denn auch
der Tennissport an sich hat sich bewegt.
Weg vom weißen, elitären Clubleben hin
zum Freizeiterlebnis für die ganze Familie.
Das Drumherum in einem Club ist eben-
so wichtig wie der sportliche Aspekt.
Man muss sich auf dem Platz und dane-
ben wohlfühlen. Nur so kann man seine
optimale Leistung auf der Asche abrufen
und mit einem zufriedenen Gefühl nach
Hause gehen. Und falls es mal nicht so
gut läuft, dann sorgen spätestens ein kal-
tes Getränk auf der Terrasse und ein paar
nette Gespräche mit den anderen Spie-
lern und Spielerinnen für gute Laune.
„Man ist nicht bloß ein einzelner
Mensch, man gehört einem Ganzen an“
Auch wenn man während eines Einzels
alleine auf dem Platz steht und sich nur
selbst helfen kann, wäre es falsch, die-
ses großartige Spiel nur als Einzelsport-
art zu betrachten. Man ist nicht alleine!
Obgleich es während eines Matches mal
eng werden sollte, eine Niederlage zu be-
klagen oder es einen Sieg zu feiern gilt
- die eigene Tennismannschaft, Trainer,
Clubmitglieder und Zuschauer unter-
stützen, wo sie können, und bilden ein
verlässliches Gefühl von Gemeinschaft.
Ob man sich nun mit seinem Club, sei-
ner Mannschaft identifiziert, sich seinem
Mixed- oder Doppelpartner/in verpflichtet
fühlt, man ist doch wieder Teil eines Gan-
zen und hat nicht nur für sich das Ziel,
„Man lernt nie aus“!
Egal in welchem Alter man mit dem
Tennisspiel beginnt oder wie lange man
bereits spielt, man lernt nie aus! Es gibt
immer etwas an der Technik, der Bein-
arbeit, der Taktik oder an der eigenen
Einstellung zu verbessern. Es gibt immer
einen Schlag zu verfeinern, einen Gegner
zu besiegen oder einen Titel zu erringen.
Aber auch ohne diese konkreten Ziele
und greifbaren Ergebnisse verfeinert man
sein Spiel, damit es leichter fällt und so-
mit noch mehr Spaß macht.
„Alles was Spaß macht, hält jung!“!
Ob nun mit 4 oder 94 Jahren. Das Al-
ter spielt keine Rolle! Die Ranglisten des
Deutschen Tennisbundes (DTB) führen
Altersklassen von unter 12 bis über 90
Jahre. Solange man an dieser Sportart
Freude hat und der Körper mitmacht, hält
Tennis immer wieder neue Herausforde-
rungen bereit und besitzt eine Tiefe, wie
kaum eine andere Sportart. Tennis ist ein
Sport fürs Leben!
Und der TC Gruiten ist ein Club fürs Le-
ben! Jedes Jahr halten wir unsere Mitglie-
derzahl oder wachsen sogar ein wenig.
Unser am Breitensport orientierter Famili-
enclub stellt 14 Erwachsenen- und 4 Ju-
gendmannschaften. Dieser hohe Anteil an
Mannschaftsspielern erleichtert Neumit-
gliedern die Integration in den Verein, da
für jede Spielstärke und Altersklasse eine
Mannschaft zur Verfügung steht und man
so schnellstmöglich Anschluss an das
Clubleben findet. Darüber hinaus veran-
stalten wir jährliche Clubmeisterschaften
im Erwachsenen- und Jugendbereich,
die rege Teilnahme erfahren. Ebenso
öffnet sich der Club nach außen. Aktive
Spieler haben die Gelegenheit während
unserer Leistungsklassenturniere vom
4.-5. Juli sowie 1.-2. August 2015 nicht
nur LK-Punkte zu sammeln, sondern
sich auch vom einladenden Charme un-
seres Tennisclubs überzeugen zu lassen.
Tennisclub Gruiten e.V.
Neandertalweg 6
Tel. 02104 62972
Natürlich wird die Jugend nicht verges-
sen! Ein Leistungsklassenturnier für Mäd-
chen und Jungen (7.-9. August 2015)
in 4 verschiedenen Altersklassen bis 16
Jahre und 2 Jugendtenniscamps bieten
Abwechslung in der ersten und letzten
Woche der Sommerferien. Schnupper-
mitgliedschaften, die Möglichkeit als
Gast mit einem Mitglied zu spielen, das
alljährliche Mixedturnier am 18. Juli 2015
sind weitere Angebote um den Einstieg in
den Tennissport zu starten und das Club-
leben des TC Gruiten kennenzulernen.
Doch auch Gäste, die nicht zwingend
der gelben Filzkugel hinterherjagen wol-
len, kommen auf ihre Kosten. Eine offene
Gastronomie mit herrlicher Sonnenter-
rasse und freundlichem Wirt sorgen für
Ihr leibliches Wohl. Und auch sportliche
Alternativen werden in Form eines Boule-
platzes und einer, in Planung befind-
lichen, multifunktionalen Beachanlage
geboten. Bewegung ist Leben, bewegen
Ihr TC Gruiten Team
www.tc-gruiten.de
www.facebook.com/tennisclub.gruiten
www.facebook.com/tennisbuettner
Ey Digga, checkste nich, was hier läuft?
Jenseits der Dreißiger haben so manche
ein echtes Problem, die sogenannte Ju-
gendsprache zu entschlüsseln. Das liegt
in der Natur der Dinge, denn der Slang, in
dem Jugendliche miteinander kommuni-
zieren, soll abgrenzen, soll cool sein, dient
der Identitätsfindung. Dabei ist er einem
stetigen Wandel unterlegen, orientiert sich
an Gruppen und regionalen Sprachunter-
Immer wieder entbrennen Debatten über
den Niedergang der deutschen Sprach-
kultur. Aber kann die Jugendsprache
tatsächlich dafür verantwortlich gemacht
werden? Und hemmt permanente Musik-
beschallung per Ohrstecker die Kreativi-
tät? Dagegen spricht, dass die Jugendli-
chen sehr einfallsreich sind, wenn es um
ihre Sprache als Mittel der Kommunikati-
on untereinander geht. Da gibt es Wort-
spiele, aus Substantiven werden Verben,
Wörter erhalten neue Bedeutungszuord-
nungen, werden verändert, vereinfacht,
mit Fremdsprachen gemischt oder gar
neu erfunden. Inzwischen gibt es sogar
Lexika zu diesem Thema. Der Wirtschaft
ist die Jugendsprache jedenfalls zu Gute
Und Hand auf’s Herz, wenn Sie jenseits
der 30 sind: Haben Sie nicht früher auch
eine diebische Freude empfunden, wenn
Sie beim Gebrauch des damaligen Jar-
gons genau wussten, worum es geht,
während die Erwachsenen mit fragenden
Gesichtern daneben standen?
Um wenigstens ein bisschen mitreden zu
können, finden Sie im Folgenden einige
Stilblüten. Bitte bedenken Sie, dass auch
diese morgen schon wieder von gestern
sind oder Sie kennen Sie noch aus Ihrer
abcoolen = sich beruhigen
Allround-Laie = totaler Versager
Babo = Boss
Bauern-Metal = Volksmusik
beachen = an den Strand gehen
bläken = schreien, jähzornig brüllen
Blaupause = alkoholbedingter Schlaf
Eisbeutel = gefühlskalter Mensch
Erdnuckel = kleiner Mensch
Erpelkutte = Gänsehaut
Felfie = Foto von sich selbst mit dem Ku-
scheltier
Gripsräver = Schnelldenker
hämmern = hart arbeiten
Lotter = Spaßvogel, Witzbold
müllen = dummes Zeug reden
overlappt = total uncool
Stangenwald =Mädchen in Modelshow
Supporter = Eltern
Tofu – etwas, das schief gegangen ist
Trällerfisch = Person, die viel redet
Wiksen = etwas bei Wikipedia kopieren