Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20L%20441/04
Timestamp: 2019-10-15 00:39:00
Document Index: 308510519

Matched Legal Cases: ['§ 38', '§ 37', '§ 264', '§ 28', '§ 61', '§ 31', '§ 61', '§ 60', '§ 62']

Rechtsprechung: 4 L 441/04 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: VG Neustadt, 17.02.2004
VG Neustadt, 17.02.2004 - 4 L 441/04.NW
https://dejure.org/2004,15277
VG Neustadt, 17.02.2004 - 4 L 441/04.NW (https://dejure.org/2004,15277)
VG Neustadt, Entscheidung vom 17.02.2004 - 4 L 441/04.NW (https://dejure.org/2004,15277)
VG Neustadt, Entscheidung vom 17. Februar 2004 - 4 L 441/04.NW (https://dejure.org/2004,15277)
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123recht.net (Kurzinformation, 24.2.2004)
Keine Übernahme der Praxisgebühr durch Sozialamt // Praxisgebühr ist durch die Anpassung der Regelsätze bereits in Sozialhilfe enthalten
Mit den dargestellten Änderungen des § 38 BSHG und der Regelsatzverordnung hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die Kosten der Krankenbehandlung, soweit sie nicht von § 37 Abs. 1 Satz 2 BSHG i.V.m. § 264 SGB V erfasst sind, d.h. insbesondere die neu eingeführte Praxisgebühr (§ 28 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. § 61 Satz 2 SGB V), die Zuzahlung für Arznei und Verbandmittelkosten (§ 31 Abs. 3 i.V.m. § 61 Satz 1 SGB V) sowie der vom Versicherten selbst zu tragende Fahrkostenanteil (§§ 60, 61 SGB V), bis zur Belastungsgrenze aus dem Regelsatz gedeckt werden müssen (ebenso VG Neustadt, Beschl. v. 17.2.2004 - 4 L 441/04.NW -, V.n.b.).
Daher ist infolge der Änderung der Regelsatzverordnung ein Sozialhilfeempfänger nunmehr verpflichtet, einen Eigenanteil an den Kosten seiner gesundheitlichen Versorgung - zu dem auch die Fahrtkosten zählen - aus der ihm bewilligten Hilfe zum Lebensunterhalt bis zur Belastungsgrenze nach § 62 Abs. 1 Satz 2 SGB V selbst aufzubringen (s. VG Neustadt, Beschluss vom 17. Februar 2004 - 4 L 441/04.NW; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 9. März 2004 - 12 ME 64/04 - , NJW 2004, 1817; VG Hannover, Beschluss vom 28. Januar 2004 - 7 B 432/04 - , NdsRpfl 2004, 110; VG Frankfurt, Beschluss vom 27. Mai 2004 - 3 G 2025/04 - ).
Da die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung einen Eigenanteil von 2% ihres jeweiligen Bruttoeinkommens leisten müssen, wird der Empfänger von Sozialhilfe nicht ausgegrenzt, wenn er ebenfalls einen Eigenanteil von 2% des Regelsatzes eines Haushaltsvorstandes leisten muss (vgl. zu dem Vorstehenden insgesamt VG Neustadt an der Weinstraße, Beschluss v. 17.02.2004 - 4 L 441/04.NW).