Source: https://www.fluechtlinge-in-kerken.de/infos-fakten
Timestamp: 2019-08-26 03:38:32
Document Index: 1522231

Matched Legal Cases: ['Art. 16', '§3', '§4', '§60', '§25', '§55', '§60', 'Art. 16', '§ 60']

Infos & Fakten - Flüchlinge in Kerken
Wie viele Migranten muss die Gemeinde Kerken aufnehmen? Was ist eine Aufenthaltsgestattung und was ein Aufenthaltstitel? Welche Rechte und Pflichten haben Asylbewerber? Welche Leistungen erhalten sie? An dieser Stelle haben wir die wichtigsten Fakten für Sie übersichtlich zusammengestellt:
Flüchtlinge, Asylsuchende, Asylberechtigung, Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz, Aufenthaltserlaubnis u.v.a. Das Grundgesetz, Asyl- und Aufenthaltsgesetz sind voll von unterschiedlichen Begriffsbestimmungen. Hier finden Sie eine kurze Übersicht der wichtigsten Themen.
Flüchtling Im Alltag Synonym für geflüchtete Menschen, im Verständnis des Asylrechts jedoch ausschließlich anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention.
Asylsuchende Personen, die beabsichtigen, einen Asylantrag zu stellen und die noch nicht als Asylantragstellende beim Bundesamt erfasst sind.
Asylantragstellende Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die sich im Asylverfahren befinden und deren Verfahren noch nicht entschieden wurde.
Schutz- und Bleibeberechtigte Personen, die eine Asylberechtigung, den Flüchtlingsschutz oder einen subsidiären Schutz erhalten oder aufgrund eines Abschiebungsverbots in Deutschland bleiben dürfen.
Asylberechtigung Art. 16a GG Asylberechtigte sind politisch Verfolgte, die im Falle der Rückkehr in ihr Herkunftsland einer schwerwiegenden Menschenrechtsverletzung ausgesetzt sein werden.
Flüchtlingsschutz §3 AsylG Der Flüchtlingsschutz ist umfangreicher als die Asylberechtigung und basiert auf der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie greift auch bei der Verfolgung von nichtstaatlichen Akteuren ein.
Subsidiärer Schutz §4 AsylG Der subsidiäre Schutz greift ein, wenn weder der Flüchtlingsschutz noch die Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht.
Abschiebungsverbot §60 AufenthG Ein schutzsuchender Mensch darf nicht rückgeführt werden, wenn die Rückführung in den Zielstaat eine Verletzung der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) darstellt, oder dort eine erhebliche konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit besteht.
Aufenthaltserlaubnis §§25,26 AufenthH Asylberechtigte erhalten von ihrer Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre. Dasselbe gilt, wenn die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden ist.
Aufenthaltsgestattung §55 AsylG
Duldung §60 AufenthG Personen, die sich nicht (mehr) im Asylverfahren befinden bzw. einen negativen Bescheid erhalten haben, aber bei denen die Abschiebung ausgesetzt wurde, erhalten von der Ausländerbehörde eine "Bescheinigung für die Aussetzung einer Abschiebung", die Duldung genannt wird.
Folgende Ausweisdokumente (MUSTER) werden vergeben:
> 50% entscheidend
Menschen, die aus Herkunftsländern mit einer Schutzquote von über 50 Prozent kommen, haben eine gute Bleibeperspektive. 2016 trifft dies auf die Herkunftsländer Eritrea, Irak, Iran, Somalia und Syrien zu. Welche Herkunftsländer das Kriterium Schutzquote >/= 50 % erfüllen, wird halbjährlich festgelegt.
Zu den "sicheren Herkunftsländern" hingegen zählen Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazodonien, Montenegro, Senegal Serbien.
Gerüchte über Asylsuchende
Die Internetseite www.hoaxmap.org ist entstanden, um eine zunehmene Zahl von - teilweise bewusst gestreuten - Gerüchten aufzuklären und deren Richtigstellung zu erleichtern. Sämtliche "Auflösungen" sind dabei etablierten Medien entnommen und zu eben diesen verlinkt. Sofern kein Datum für den jeweiligen Vorfall aufgeführt ist, wurde das Datum des Artikels übernommen. In den wenigen Fällen, in denen kein konkreter Ort angegeben war, wurde die Hauptstadt des Landkreises bzw. Bundeslandes übernommen.
In der bundesweiten Sammlung tauchen auch einige Gerüchte auf, die sich nicht direkt auf Asylsuchende beziehen. Zum einen wurden einige Fälle mit Gerüchten über Menschen mit "südländischem Aussehen" oder "nichtdeutschem Akzent" aufgenommen. Diese Art von Beschreibungen wird aktuell häufig mit Geflüchteten in Verbindung gebracht. Zum anderen sind auch angebliche Straftaten oder Repressionsmaßnahmen gegen Teilnehmer rassistischer Demonstrationen aufgeführt. Diese wurden mit aufgenommen, weil sie ebenfalls das Narrativ der Meinungsunterdrückung und das Weltbild der Gerüchteerzähler bestärken.
"Es gibt uralte Vorurteile und Stereotype, die das Fremde als Bedrohung betrachten“, sagt Lena Frischlich, Medien- und Sozialpsychologin an der Uni Köln. „Solche Falschmeldungen sind eine Bestätigung dieser Vorurteile. Es passt in das vorgefertigte Bild. Man wurde immer wieder vor „dem Wolf“ gewarnt, und plötzlich ist er da.“
(Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 02.02.2016)
In der folgenden Übersicht finden Sie den derzeitig gültigen Status aller der Gemeinde Kerken zugewiesenen Migranten (Stand: Juni 2019).
Migranten gesamt Familien Kinder Erwachsene Herkunft
138 25 46 92 Afghanistan Guinea Pakistan
Algerien Indien Russland
Armenien Irak Serbien
Bangladesch Kamerun Sri Lanka
China Kirgisistan Syrien
Eritrea Marokko Türkei
Georgien Mazedonien
Die Hauptherkunftsländer der in den letzten Jahren nach Deutschland eingereisten Migranten stellt die folgende Grafik dar.
Im Jahr 2015 sind sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, die Bund, Länder und Kommunen vor eine große Herausforderung gestellt haben.
Ziel des Verfahrens ist die gute und schnelle Integration der anerkannten Migranten bzw. derer mit einer hohen Bleibeperspektive. Allen diesen Flüchtlingen wird ein Integrationskurs angeboten, damit sie zeitnah deutsche Sprachkenntnisse und Wissen über die deutsche Kultur erwerben. Wichtig in diesem Konzept ist auch eine nahtlose Aufnahme in den deutschen Arbeitsmarkt.
Die Unterbringung der etwa 250 erwarteten Flüchtlinge erfolgt an verschiedenen Standorten in Containeren (nur vorübergehend), Blockhäusern und in von der Gemeinde gemieteten bzw. noch zu errichteten Wohnräumen. Folgende Standorte sind dabei zunächst vorgesehen:
Hochstr. 44 20 bestehende Einrichtung
Hubertusstr. 38 12 ggü. Raiffeisenzentrale
Am Aermen Düwel² 40 11 nur vorübergehender Standort²
Am Weinberg 64 38
Friedensstr. 13 04
Schulstr. 08 06
Südstr. 12 07
Grauelsweg 30 16
Slousenweg 09 04 bestehende Einrichtung
Alte Schule 24 04 bestehende Einrichtung
diverse 16 von anerkannten Flüchtlingen selbst angemietet
Gesamt 274 138 Stand: 05.07.2019
Wir versuchen in den Planungen, die Belegungszahl der unterschiedlichen Einrichtungen für die Bewohner und die Anwohner so sozialverträglich wie möglich zu bemessen. Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Geschlechter, Herkunftsarten und Ethnien und achten bei der Zuweisung besonders auf schützenswerte Gruppen, wie z.B. Familien mit Kindern. Je nach Entwicklung der weiteren Zahl und der Art der Zuweisungen - auf die die Gemeinde keinen Einfluss hat - kann es jederzeit zu Abweichungen von den o.a. Planzahlen kommen.
Der Standort Am Aermen Düwel dient nur der vorübergehenden Unterbringung und soll nach Fertigstellung von Häusern in massiver Bauweise durch die Standorte Am Weinberg und am Grauelsweg ersetzt werden.
Bebauungsbeispiel für Blockhäuser
Die Voraussetzungen für die Aufnahme politisch verfolgter sowie anderer schutzsuchender Personen sind in Art. 16 a Grundgesetz (GG), im Asylgesetz (AsylG) sowie in § 60 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) geregelt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet über die Asylanträge. Die Aufenthaltsregelung während und nach dem Abschluss des Asylverfahrens fällt in die Zuständigkeit der Ausländerbehörden der Bundesländer.
Seit 1953 stellten rd. 5,6 Millionen Menschen in Deutschland einen Asylantrag, davon 4,7 Millionen seit 1990. Lediglich 16,8 % der gestellten Asylanträge entfallen auf den Betrachtungszeitraum bis 1989. Der große Anteil aller Asylanträge (83,2 %) wurde seit 1990 gestellt. Nach steigenden Zugangszahlen bis 1992 (438.191) war die Zahl der Asylanträge bis zum Jahr 2008 (28.018 Asylanträge) stark rückläufig. Seither zeigt sich eine deutliche Steigerung der jährlichen Zugangszahlen. Im Jahr 2016 wurden Asylanträge von insgesamt 745.545 Personen in Deutschland verzeichnet. Dies ist der höchste Jahreswert seit Bestehen des Bundesamtes. Im Jahr 2017 haben insgesamt 222.683 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Im Vergleich zum Vorjahr (745.545) ergibt sich ein Rückgang von 70,1 %.
Die folgenden Tabellen und Grafiken zeigen die Entwicklungen der Flüchtlingszahlen der vergangenen Jahre.
bis 6 Jahre 27
bis 10 Jahre 13
bis 14 Jahre 09
minderjährig 51
volljährig 93