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Timestamp: 2016-10-27 10:56:16
Document Index: 2698973

Matched Legal Cases: ['Art. 308', 'Art. 307', 'Art. 308', 'Art. 307', 'Art. 308', 'Art. 75', 'Art. 298', 'Art. 311', 'Art. 72', 'Art. 72', 'Art. 311', 'Art. 298', 'Art. 296', 'Art. 298', 'Art. 298', 'Art. 298', 'Art. 298', 'Art. 298', 'Art. 12', 'Art. 298', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 273', 'Art. 276', 'Art. 276', 'Art. 296', 'Art. 270', 'Art. 298', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 67']

5A_22/2016 � � Urteil vom 2. September 2016
A.________ (geb. 1976; norwegischer Staatsangeh�riger) und B.________ (geb. 1979; US-amerikanische Staatsangeh�rige) sind die nicht miteinander verheirateten Eltern der Tochter C.________ (geb. 2007). Die Eltern zogen im Juli 2009 von T.________ (Niederlande) nach U.________ (GE). Im Herbst 2009 trat die Mutter eine Stelle in V.________ (Vereinigtes K�nigreich) an. Sie kehrte ein Jahr sp�ter in die Schweiz zur�ck und mietete in W.________ (GE) eine Wohnung. C.________ lebte von Oktober 2009 bis zu den Sommerferien 2011 bei ihrem Vater in U.________ und danach bei ihrer Mutter in W.________. Im Jahr 2012 verm�hlten sich beide Eltern mit je einem neuen Partner; aus der neuen Verbindung der Mutter ging C.________s Halbbruder F.________ (geb. 2012) hervor.
Mit Entscheid vom 22. Dezember 2011 ordnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde X.________ f�r C.________ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB an. Ausserdem verf�gte sie eine Weisung nach Art. 307 Abs. 3 ZGB. Die Cour de Justice des Kantons Genf best�tigte diesen Entscheid am 30. Mai 2012. In der Folge versuchte A.________ vergeblich zu erwirken, dass der Mutter die Obhut �ber C.________ entzogen und das Kind bei ihm platziert wird. Das Bundesgericht best�tigte den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde X.________ vom 21. Dezember 2012, wonach die Voraussetzungen f�r einen Entzug der Obhut nicht erf�llt seien (vgl. Urteil 5A_869/2013 vom 24. M�rz 2014).
Nachdem B.________ nach Y.________ (LU) umgezogen war, �bernahm mit Entscheid vom 20. Mai 2014 die Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde Z.________ (im Folgenden KESB Z.________) die f�r C.________ gef�hrten Kindesschutzmassnahmen. Die KESB Z.________ setzte einen neuen Beistand ein, hob die Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB sowie die Weisung nach Art. 307 Abs. 3 ZGB ersatzlos auf und definierte gest�tzt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB die Aufgaben des Beistandes neu.
D.a.�Am 18. Juli 2014 beantragte A.________ die gemeinsame elterliche Sorge f�r C.________, evtl. das alleinige Sorgerecht. Am 5. November 2014 ersuchte der Beistand um Erteilung der Prozessvollmacht f�r die klageweise Geltendmachung von Kinderunterhaltsbeitr�gen f�r C.________. Darauf reagierte A.________ mit dem Antrag, einen anderen Beistand einzusetzen.
D.b.�Mit Entscheid vom 30. Juni 2015 wies die KESB Z.________ die Antr�ge von A.________ ab.
D.c.�Gegen diesen Entscheid erhob A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht Luzern. Dieses wies das Rechtsmittel mit Urteil vom 23. November 2015 ab, sowohl was das Begehren betreffend die gemeinsame elterliche Sorge angeht als auch mit Bezug auf das Eventualbegehren um Zuteilung des alleinigen Sorgerechts.
E.a.�Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 13. Januar 2016 wendet sich A.________ (Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht. Er beantragt, die elterliche Sorge �ber die gemeinsame Tochter C.________ den Parteien gemeinsam zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das Kantonsgericht zur�ckzuweisen, damit dieses die gemeinsame elterliche Sorge f�r C.________ den Parteien gemeinsam erteilt. Zudem verlangt der Beschwerdef�hrer, die Verfahrenskosten der KESB Z.________ und des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens B.________ (Beschwerdegegnerin) aufzuerlegen.
E.b.�Eingeladen, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen, beantragt die Beschwerdegegnerin, alle Antr�ge des Beschwerdef�hrers abzuweisen (Eingabe vom 20. Mai 2016). Das Kantonsgericht Luzern liess sich nicht vernehmen. Am 6. Juni 2016 liess der Beschwerdef�hrer eine Replik einreichen, in der er an seinen Beschwerdebegehren festh�lt. Im �brigen hat sich das Bundesgericht die vorinstanzlichen Akten �berweisen lassen.
Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, die als oberes Gericht geurteilt hat (Art. 75 und 90 BGG). Der angefochtene Entscheid st�tzt sich auf Art. 298b Abs. 2 ZGB und nicht auf Art. 311 ZGB, weshalb eine Zivilsache im Sinn von Art. 72 Abs. 1 BGG und nicht eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zivilrecht gem�ss Art. 72 Abs. 2 Bst. b Ziff. 6 BGG vorliegt. Die Eintretensvoraussetzungen geben im �brigen zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Umstritten ist vor Bundesgericht ausschliesslich, ob die KESB Z.________ zu Recht an der alleinigen elterlichen Sorge der Beschwerdegegnerin festh�lt und sich weigert, die gemeinsame elterliche Sorge �ber C.________ zu verf�gen.
3.1.�Das Kantonsgericht stellt fest, dass zwischen den Eltern seit Jahren eine "hoch konfliktreiche" Beziehung bestehe. Es erinnert namentlich an die erstinstanzliche Feststellung, wonach die Kinderpsychiaterin aufgrund des heftigen Elternkonflikts beim Kind verschiedene Symptome festgestellt habe. Die �rztliche Erkenntnis, dass das Kind im Konflikt der Eltern gefangen sei und - um zu schmerzhafte Gef�hle der Ohnmacht zu vermeiden - nicht sachgem�sse Aussagen mache, h�lt das Kantonsgericht f�r nachvollziehbar; sie zeige, wie sich C.________ in Missachtung der eigenen Pers�nlichkeit verbiege und sich verleugnen m�sse. Darin erblickt das Kantonsgericht eine "manifeste und damit bewiesene Verletzung des Kindeswohls". Anl�sslich ihrer Anh�rung vom 12. M�rz 2015 habe C.________ �berdies selbst zu verstehen gegeben, dass ihr das gegenseitige Schlechtmachen der Eltern in ihrer Anwesenheit nicht gefalle. Das Kantonsgericht erkl�rt, die manifeste Gef�hrdung aus dem Elternkonflikt gen�ge f�r sich alleine bereits, um eine gemeinsame elterliche Sorge in Frage zu stellen. Zur Begr�ndung verweist es auf seine Praxis, wonach f�r die Erteilung der gemeinsamen Sorge "unabdingbar" sei, dass von einem funktionierenden Besuchsrecht ausgegangen werden kann und das Kind zumindest in dieser Frage nicht einem Loyalit�tskonflikt ausgesetzt ist. Davon k�nne bei C.________s Eltern nicht die Rede sein. Als weitere Kindeswohlgef�hrdung nennt die Vorinstanz den Umstand, dass f�r C.________ noch keine feste Unterhaltsregelung bestehe und sich der Beschwerdef�hrer dagegen wehre, dem Beistand eine entsprechende Prozessf�hrungsbewilligung zu erteilen. Dass sich der Beschwerdef�hrer der Durchsetzung des Unterhaltsanspruchs widersetze und am Wechsel des Beistands festhalte, sei "geradezu stossend und unverst�ndlich". Auch bez�glich der Unterhaltsbelange zeige sich eine ungel�ste Streitsituation, was klarerweise gegen eine gemeinsame elterliche Sorge spreche.
Das Kantonsgericht anerkennt, dass die gemeinsame Aus�bung der elterlichen Sorge hinsichtlich einzelner Teilgehalte das Kindeswohl nicht beeintr�chtigen w�rde. Allerdings sei nicht auszumachen, inwiefern die behauptete Verweigerung der schulrelevanten Informationen durch die Beschwerdegegnerin ein Argument f�r das gemeinsame Sorgerecht darstellen soll. Der Beschwerdef�hrer r�ume selbst ein, dass Probleme mit Bezug auf Fragen von Pflege und Erziehung sowie Vertretungsrechte denkbar seien. Nachvollziehbar erinnere die Beschwerdegegnerin an das grosse Konfliktpotential, das darauf zur�ckzuf�hren sei, dass ihr der Beschwerdef�hrer seit l�ngerem mangelnde Erziehungsf�higkeit vorwerfe. Der Konflikt, der sich aus den verschiedenen Ansichten zur Erziehungsf�higkeit ergebe, werde eindr�cklich durch das bundesgerichtliche Verfahren 5A_869/2013 zur Obhuts- und Besuchsrechtsfrage und durch die gegenseitig erhobenen Gef�hrdungsmeldungen belegt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers k�nnten die Schwierigkeiten bei der Besuchsrechtsaus�bung nicht von der Sorgerechtsfrage getrennt werden. Das Gleiche gelte f�r die ungel�ste Unterhaltsfrage. Denn in diesen Bereichen sei das Kind zentral vom chronisch andauernden Konflikt der Eltern betroffen; hier sei der Loyalit�tskonflikt, der per se dem Kindeswohl Abbruch tue, manifest. Wenn der Beschwerdef�hrer bez�glich absehbarer Uneinigkeiten in medizinischen Fragen darauf hoffe, das die Parteien gest�tzt auf Expertenmeinungen zu einer �bereinstimmenden Meinung kommen k�nnten, erscheine dies zu vage, was ebenfalls gegen ein gemeinsames Sorgerecht spreche. Schliesslich ist dem angefochtenen Entscheid zufolge auch nicht weiter von Bedeutung, dass fr�her thematisierte Entf�hrungs�ngste aktuell offensichtlich keine Rolle mehr spielen w�rden.
Zum Schluss wirft das Kantonsgericht die Frage auf, ob die gemeinsame elterliche Sorge etwas an der "hochkonflikthaften Beziehung" zwischen den Eltern und an der "fehlenden Kommunikationskultur" �ndern w�rde. Es h�lt eine "Wendung zum Guten" diesbez�glich f�r nicht absehbar. Aufgrund der Akten und der daraus erscheinenden "massiven Streitkultur zwischen den Parteien" geht die Vorinstanz davon aus, dass sich die Probleme mit der gemeinsamen Sorge verst�rken w�rden, weil dem Beschwerdef�hrer "gleichsam ein zus�tzliches Einfallstor in die Erziehungsaufgabe der Beschwerdegegnerin ge�ffnet w�rde", was deren Aufgaben zuwiderliefe. Auch wenn die Voraussetzungen von Art. 311 ZGB f�r die Begr�ndung einer Alleinsorge der Beschwerdegegnerin nicht erf�llt seien, begr�nde sich diese doch aus dem schwerwiegenden chronischen Dauerkonflikt und der anhaltenden Kommunikationsunf�higkeit der Eltern. Deshalb sei zur Wahrung des Kindeswohls im Sinne von Art. 298b Abs. 2 ZGB an der alleinigen Sorge der Beschwerdegegnerin festzuhalten.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer wirft dem Kantonsgericht vor, den Ausnahmecharakter der alleinigen elterlichen Sorge bundesrechtswidrig zu verkennen. Er argumentiert, ein Dauerkonflikt k�nne eine Alleinzuteilung nur rechtfertigen, wenn sich dadurch negative Auswirkungen auf das Kind verbessern. Diese Voraussetzung sei hier nicht erf�llt, denn die aktuell bestehenden Probleme und Auswirkungen auf C.________ best�nden schon mit der alleinigen elterlichen Sorge der Beschwerdegegnerin. Dass sich die aktuelle Situation durch die Beibehaltung der alleinigen elterlichen Sorge der Beschwerdegegnerin verbessern w�rde, sei nicht ersichtlich und werde im angefochtenen Entscheid auch nicht begr�ndet. Nachdem die Beschwerdegegnerin die alleinige elterliche Sorge seit mehreren Jahren innehabe, stehe die Frage im Zentrum, ob die gemeinsame elterliche Sorge eine Verschlechterung der aktuellen Situation bewirken w�rde. Dies sei zu verneinen. Entgegen den Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung begr�nde weder das Kantonsgericht noch die Beschwerdegegnerin, wie sich die gemeinsame elterliche Sorge negativ auswirken w�rde. Allein die abstrakte Behauptung, bei der Erteilung des gemeinsamen Sorgerechts sei eine Ausweitung des Konflikts vorprogrammiert, sei nach der Rechtsprechung kein gen�gender Grund f�r die Zuteilung der Alleinsorge. Das Bundesgericht verlange eine konkrete Begr�ndung, wie sich die gemeinsame elterliche Sorge negativ auswirken wird. Indem das Kantonsgericht die bestrittene Ausweitung des Konflikts nicht begr�nde und selbst erhebliche Zweifel daran eingestehe, dass die Voraussetzung einer Verschlechterung der Situation erf�llt sei, verletze es das Bundesrecht.
Der Beschwerdef�hrer verwahrt sich auch gegen die vorinstanzliche Erkenntnis, wonach ihm die gemeinsame elterliche Sorge ein zus�tzliches Einfallstor in die Erziehungsaufgaben der Beschwerdegegnerin �ffnen w�rde. Zum einen lege das Kantonsgericht allein damit nicht konkret dar, inwiefern sich die gemeinsame elterliche Sorge negativ auswirken sollte. Zum andern k�nne eine solche Auswirkung auch nicht gesehen werden, da ihm die gemeinsame elterliche Sorge keine zus�tzlichen Befugnisse verschaffen w�rde, mit denen er das Alltagsleben der Beschwerdegegnerin und der Tochter beeinflussen k�nnte. Bundesrechtswidrig sei auch die vorinstanzliche Forderung, dass f�r die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge zumindest das Besuchsrecht funktionieren m�sse. Eine solche Voraussetzung ergebe sich weder aus dem Gesetz noch aus der Rechtsprechung. Das Bundesgericht verlange, dass durch die Zuteilung der Alleinsorge eine Verbesserung der Situation eintreten m�sse. Entsprechend m�ssten die bei der Besuchsrechtsaus�bung bestehenden Probleme durch die Alleinsorge behoben oder verringert werden k�nnen. Dies sei hier "bewiesenermassen gerade nicht der Fall", da diese Probleme unter dem Regime der Alleinsorge entstanden seien. Indem das Kantonsgericht davon ausgehe, dass die alleinige elterliche Sorge eine Verbesserung br�chte, w�rdige es die Beweise willk�rlich, denn der Konflikt bestehe unabh�ngig von der Sorgerechtsregelung weiter.
Schliesslich bestreitet der Beschwerdef�hrer auch, dass die fehlende Unterhaltsregelung eine Kindeswohlgef�hrdung darstelle, welche die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Beschwerdegegnerin rechtfertige. Die Beschwerdegegnerin lebe unbestrittenermassen in sehr guten finanziellen Verh�ltnissen, weshalb eine Gef�hrdung "nicht gesehen werden" k�nne. Eine Unterhaltsregelung sei unter anderem deshalb nicht zustande gekommen, weil die Beschwerdegegnerin unter Sch�tzenhilfe des Beistands ihre eigenen finanziellen Verh�ltnisse nicht offen lege. Die vorinstanzliche Schuldzuweisung gehe somit fehl. Hinzu komme, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung prozessuale Auseinandersetzungen f�r sich genommen noch kein Grund f�r die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge sind.
4.1.�Am 1. Juli 2014 ist die Gesetzes�nderung betreffend das elterliche Sorgerecht in Kraft getreten. Demnach steht den Eltern die Sorge �ber ihre minderj�hrigen Kinder gemeinsam zu (Art. 296 Abs. 2, Art. 298a Abs. 1, Art. 298b Abs. 2 und Art. 298d Abs. 1 ZGB). Ausnahmen sind zul�ssig, wenn das Kindeswohl sie gebietet (vgl. Art. 298 Abs. 1 und Art. 298b Abs. 2 ZGB). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die elterliche Sorge, die sie bisher allein innehatte, neu mit dem Beschwerdef�hrer gemeinsam aus�ben muss. Gem�ss Art. 12 Abs. 4 SchlT ZGB ist die Streitfrage in sinngem�sser Anwendung von Art. 298b Abs. 2 ZGB zu beantworten.
4.2.�Das neue Recht fusst auf der Annahme, dass dem Wohl der Kinder am besten gedient ist, wenn die Eltern das Sorgerecht gemeinsam aus�ben. Von diesem Grundsatz soll nur dann abgewichen werden, wenn eine andere L�sung die Interessen ausnahmsweise besser wahrt. Die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein muss deshalb eine eng begrenzte Ausnahme bleiben. Eine solche Ausnahme f�llt in Betracht, wenn die Eltern in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend kommunikationsunf�hig sind. Vorausgesetzt ist weiter, dass die Probleme zwischen den Eltern das Kindeswohl konkret in einer negativen Weise beeintr�chtigen. Drittens setzt die Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge voraus, dass Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situation herbeizuf�hren (BGE 142 III 197 E. 3.5 S. 199; 142 III 1 E. 3.3 S. 5 f.; 141 III 472 E. 4.6 S. 478). Das Bundesgericht hat klargestellt, dass die zuletzt erw�hnte Voraussetzung nicht nur in jenen F�llen gilt, in denen dar�ber zu befinden ist, ob die bisher gemeinsam ausge�bte elterliche Sorge durch ein alleiniges Sorgerecht zu ersetzen ist, weil die Alleinzuteilung eine Verbesserung der Lage verspricht. Auch in der gegenteiligen Konstellation, da sich der Streit um einen Wechsel von der Alleinsorge eines Elternteils zur gemeinsamen Sorge dreht, ist einem Elternteil das alleinige Sorgerecht nur zu belassen, wenn damit eine bef�rchtete Verschlechterung f�r das Kind abgewendet werden kann (BGE 142 III 197 E. 3.7 S. 201). Damit ist zwangsl�ufig eine Prognose dar�ber verbunden, wie sich das Verh�ltnis zwischen den Eltern entwickeln wird. Allein die Bef�rchtung, dass sich der verlangte Wechsel zur gemeinsamen elterlichen Sorge zu Lasten des Kindeswohls auswirken werde, gen�gt freilich nicht. Vielmehr m�ssen der Wahrscheinlichkeitsaussage �ber die k�nftige Entwicklung konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, die aktenm�ssig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasierten Sachverhaltsprognose gepr�ft werden, ob der Wechsel zum gemeinsamen Sorgerecht eine erhebliche Beeintr�chtigung des Kindeswohls bef�rchten l�sst (vgl. Urteil 5A_186/2016 vom 2. Mai 2016 E. 4). Damit tr�gt die Rechtsprechung dem Willen des Gesetzgebers Rechnung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort ausgesprochen werden darf, wo sie dem Kindeswohl am besten gerecht w�rde. Das Parlament hat das Konzept der freien richterlichen Sorgerechtszuteilung ausdr�cklich verworfen (AB 2012 N 1635; vgl. BGE 142 III 197 E. 3.7 S. 201).
4.3.�Vor diesem Hintergrund erachtete das Bundesgericht die Voraussetzungen f�r die Belassung des alleinigen Sorgerechts namentlich dort als erf�llt, wo das Kind zum nicht sorgeberechtigten Elternteil seit etlichen Jahren �berhaupt keinen Kontakt mehr hatte, sei es, dass die ablehnende Haltung des 15-j�hrigen Kindes zur vollst�ndigen Blockade des sorgeberechtigten Elternteils hinzutrat (Urteil 5A_926/2014 vom 28. August 2015 E. 3.4), sei es, dass der nicht sorgeberechtigte Vater zufolge kompletter m�tterlicher Blockade seit Jahren vollst�ndig aus dem Leben der inzwischen 6-j�hrigen Tochter ausgeschlossen war (BGE 142 III 197 E. 3.6 S. 200). Zum gleichen Schluss kam das Bundesgericht in einem Fall, in welchem die Kommunikation zwischen den Eltern komplett blockiert war und sich der chronifizierte Konflikt auf verschiedene Lebensbereiche des Kindes erstreckte, in denen ein Zusammenwirken erforderlich w�re, so dass in verschiedener Hinsicht anstehende Entscheide nicht m�glich waren, insbesondere auch in Bezug auf eine notwendige Therapie. In tats�chlicher Hinsicht war in jenem Fall erstellt, dass der Vater einen gegen die Mutter gerichteten Machtkampf �ber das Kind austrug, dass das Kind unter diesem Missbrauch und allgemein unter dem Elternkonflikt stark litt und dass bei ihm eine darauf zur�ckzuf�hrende psychische St�rung diagnostiziert wurde. Das Bundesgericht r�umte ein, dass in einer solchen Situation von der Alleinzuteilung des Sorgerechts an die Mutter keine Wunder erwartet werden d�rfen, weil die v�terliche Obsession in Bezug auf das m�tterliche Verhalten dadurch nicht einfach verschwinden w�rde. Es befand aber, dass eine alleinige Entscheidzust�ndigkeit den Druck auf das Kind voraussichtlich doch mindern d�rfte, weil mit der Alleinsorge weniger Boden f�r die dem Wohl des Kindes in hohem Mass abtr�gliche Instrumentalisierung besteht und n�tige Entscheide nicht mehr verschleppt werden oder unterbleiben, sondern rasch gefasst und umgesetzt werden k�nnen (Urteil 5A_89/2016 vom 2. Mai 2016 E. 3 f.).
4.4.�Demgegen�ber verneinte das Bundesgericht die Voraussetzungen f�r eine Alleinzuteilung in einem Fall, wo sich die Eltern im Rahmen eines heftigen Dauerkonflikts mit chronischer Kommunikationsunf�higkeit zwar gegenseitig mit Vorw�rfen �berh�uften und gegeneinander auch eine Gef�hrdungsmeldung bzw. eine Strafanzeige eingereicht hatten, sich aber in Bezug auf das Besuchsrecht doch einigen konnten, so dass dieses ohne nennenswerte Probleme ausge�bt werden konnte. Das Bundesgericht erwog, die von der Mutter vorgebrachten stark divergierenden Erziehungsansichten bzw. Erziehungsstile bez�gen sich prim�r auf die Kindesbetreuung und w�rden f�r sich genommen noch keinen Grund zur Alleinsorge darstellen. Ferner war nach Ansicht des Bundesgerichts nicht davon auszugehen, dass sich der Loyalit�tskonflikt, dem die Kinder aufgrund der Streitereien zwischen den Eltern ausgesetzt waren, unter einer gemeinsamen Sorge in entscheidender Weise verst�rken w�rde (Urteil 5A_186/2016 vom 2. Mai 2016 E. 4). In gleicher Weise widersprach das Bundesgericht einer Mutter, die trotz ersichtlichen Defiziten beim Vater die Tochter nicht loslassen und eine normale Aus�bung des Besuchsrechts nicht zulassen konnte. Der Streit um das Besuchsrecht war in jenem Fall heftig und chronisch und die Eltern hatten Strafanzeigen gegeneinander eingereicht. Die Besuchsrechtsbeistandschaft war �usserst aufw�ndig; eine interventionsorientierte Begutachtung war im Gang. Der Vater sah die Tochter aber einigermassen regelm�ssig, wenn auch unter erschwerten Umst�nden. Eine Ausweitung des sich bislang auf das Besuchsrecht konzentrierenden Streites auf die Belange, welche sich aus einem gemeinsamen Sorgerecht ergeben, und eine zus�tzliche Belastung f�r das Kind waren nicht unbedingt indiziert; allerdings ging das Bundesgericht angesichts der Grunds�tzlichkeit, mit welcher die Mutter auch den Sorgerechtsprozess f�hrte und eine Ausweitung des Konfliktes in Aussicht stellte, von einem Grenzfall aus (Urteil 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 E. 5).
Was den konkreten Fall angeht, ergibt sich aus den dargelegten Grunds�tzen und der einschl�gigen Rechtsprechung, was folgt:
5.1.�Dass das Verh�ltnis zwischen den Eltern seit Jahren in hohem Masse mit Konflikten belastet ist und die Eltern nicht oder nur mit M�he bzw. mit Unterst�tzung des Beistandes miteinander kommunizieren k�nnen, kann als unbestritten gelten. Ferner steht fest, dass C.________ unter der Konfliktsituation leidet. Die Kinderpsychiaterin hat beim Kind verschiedene Symptome ausgemacht, die sie auf den heftigen Elternkonflikt zur�ckf�hrt. Dass diese tats�chlichen Erkenntnisse des Kantonsgerichts im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG offensichtlich unrichtig (s. E. 2) w�ren, tut der Beschwerdef�hrer nicht dar.
5.2.�Zu Recht legt der Beschwerdef�hrer aber den Finger auf die Art und Weise, wie die Vorinstanz den Wechsel von der alleinigen zur gemeinsamen elterlichen Sorge bundesrechtswidrig von bestimmten Bedingungen abh�ngig macht: Wie das erst vor kurzem ergangene Urteil 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 zeigt, setzt das gemeinsame elterliche Sorgerecht entgegen der Auffassung des Kantonsgerichts nicht gleichsam unabdingbar voraus, dass die Aus�bung des Besuchsrechts reibungslos funktioniert (E. 4.3). Soweit Schwierigkeiten bei der Besuchsrechtsaus�bung das Kindeswohl - wie hier (E. 5.1) - beeintr�chtigen, sind sie auf der entsprechenden Stufe, das heisst im Rahmen der Regelung des pers�nlichen Verkehrs (Art. 273 ff. ZPO) zu l�sen und nicht im Streit um die elterliche Sorge. Nichts anderes gilt, soweit das Kantonsgericht als Ursache der Konfliktsituation bzw. als Grund f�r die Fortf�hrung der elterlichen Sorge bei der Beschwerdegegnerin die Differenzen ins Feld f�hrt, welche die Eltern hinsichtlich ihrer jeweiligen Erziehungsf�higkeit entzweien. Diese Spannungen betreffen prim�r C.________s allt�gliche Pflege und Erziehung, also die elterliche Obhut (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Sie rechtfertigen f�r sich allein noch keine Ausnahme von der gemeinsamen elterlichen Sorge (E. 4.3). Dass die Eltern in Belangen, die nicht die t�gliche Betreuung des Kindes, sondern die elterliche Sorge beschlagen, trotz Unterst�tzung durch den Beistand zu keinem gemeinsamen Nenner finden k�nnten, l�sst sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen.
5.3.�Weiter ist dem Beschwerdef�hrer darin beizupflichten, dass auch der Konflikt um den Kindesunterhalt kein Argument sein kann, um die elterliche Sorge ausnahmsweise bei der Beschwerdegegnerin zu belassen. Die Unterhaltsfrage betrifft ausschliesslich finanzielle Aspekte. Sie hat keinen Zusammenhang mit der Frage, ob die Eltern f�hig sind, die elterliche Sorge zum Wohl des Kindes gemeinsam auszu�ben. Der Unterhaltsstreit h�ngt mit der Sorgerechtsfrage auch nicht indirekt zusammen. Denn welcher Elternteil in welchem Umfang finanzielle Leistungen erbringen muss, bestimmt sich nach der Obhutsregelung bzw. den jeweiligen Anteilen der Eltern an der Betreuung (s. Art. 276 Abs. 2 ZGB) und nicht danach, unter wessen elterlicher Sorge das Kind nach Massgabe von Art. 296 ff. ZGB steht. Auch hier trifft das Kantonsgericht der Vorwurf, verschiedene Teilaspekte des Kindesverh�ltnisses (Art. 270 ff. ZGB) miteinander zu vermengen, die gar nicht zusammengeh�ren.
5.4.�Mit gutem Grund besteht der Beschwerdef�hrer sodann auf einer konkreten Begr�ndung, weshalb die gemeinsame elterliche Sorge eine Verschlechterung der aktuellen Situation mit sich br�chte. Das Kantonsgericht begn�gt sich mit der Mutmassung, dass die gemeinsame elterliche Sorge dem Beschwerdef�hrer ein zus�tzliches Einfallstor in die Erziehungsaufgabe er�ffne. Nicht nur bringt es damit erneut Elemente ins Spiel, die C.________s allt�gliche Pflege und Erziehung und nicht die elterliche Sorge betreffen. Dem Kantonsgericht scheint entgangen zu sein, dass die gemeinsame Erziehung in der heutigen Gesellschaft die Regel ist. Auch unter diesem Gesichtspunkt kann dem Beschwerdef�hrer als Vater nicht die abstrakte Bef�rchtung entgegengehalten werden, dass er sich in Erziehungsfragen "einmischen" k�nnte. Um eine Ausnahme vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge zu rechtfertigen, m�ssten nach dem Gesagten konkrete Feststellungen die Bef�rchtung nahelegen, dass sich der Elternkonflikt aller Wahrscheinlichkeit nach auf gemeinsam zu regelnde Kindesbelange ausweiten, der Wechsel zur gemeinsamen elterlichen Sorge also zu einer Verschlechterung der Situation f�hren w�rde, zum Beispiel weil sich der Konflikt bereits in so gravierender Weise auf verschiedene Lebensbereiche des Kindes ausgewirkt hat, dass n�tige Entscheidungen nicht getroffen oder verschleppt wurden (E. 4.3). Zu Recht beklagt sich der Beschwerdef�hrer dar�ber, dass das Kantonsgericht seinem Entscheid entgegen den Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine tatsachenbasierte Sachverhaltsprognose zugrunde legt, also keine konkreten Feststellungen trifft, die Schl�sse auf die k�nftige Entwicklung erm�glichen.
5.5.�Zusammengefasst folgt aus dem angefochtenen Entscheid zwar, dass sich C.________ bereits jetzt, also auch ohne gemeinsame elterliche Sorge, in einem Loyalit�tskonflikt befindet und dass sie stark unter diesem Konflikt leidet (E. 5.1). Hingegen ist aktenm�ssig weder erstellt, dass die Beibehaltung der alleinigen elterlichen Sorge bei der Beschwerdegegnerin eine wesentliche Verbesserung der Situation erwarten l�sst, noch finden sich in tats�chlicher Hinsicht Anhaltspunkte daf�r, dass der bestehende Loyalit�tskonflikt und die dadurch verursachte Belastung des Kindes aller Wahrscheinlichkeit nach in entscheidender Weise verst�rkt w�rde, falls die elterliche Sorge beiden Eltern gemeinsam �bertragen wird. Auch wenn sich die Eltern im konkreten Fall heftig streiten, fehlt es an einem stichhaltigen Grund, die Alleinsorge der Mutter beizubehalten. Der Vorwurf des Beschwerdef�hrers, dass sich der angefochtene Entscheid mit dem Bundesrecht nicht vertr�gt, ist begr�ndet. Das Kantonsgericht weicht in verschiedener Hinsicht ohne ersichtlichen Grund von den Beurteilungskriterien ab, anhand derer nach bundesgerichtlicher Praxis zu entscheiden ist, ob es bei der Regel der gemeinsamen elterlichen Sorge bleibt oder ausnahmsweise das Sorgerecht einem Elternteil allein zuzuteilen ist. Damit aber erweist sich die vorinstanzliche Aus�bung des Ermessens als bundesrechtswidrig (s. E. 2), und der angefochtene Entscheid kann so, wie ihn das Kantonsgericht begr�ndet hat, nicht stehen bleiben. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, sich das Wohl ihrer Tochter C.________ vor Augen zu halten und sich eingedenk dessen die Kooperation in Kinderbelangen zu Herzen zu nehmen, sowohl im Verh�ltnis untereinander als auch gegen�ber den Beh�rden und Beist�nden. Andernfalls laufen sie Gefahr, dass sich der Streit um das Sorgerecht fr�her oder sp�ter erneut entfacht.
Die Beschwerde ist also gutzuheissen. Entsprechend dem Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers verf�gt das Bundesgericht gest�tzt auf Art. 298b Abs. 2 ZGB die gemeinsame elterliche Sorge �ber C.________. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat deshalb f�r die Verfahrenskosten aufzukommen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG) und den Beschwerdef�hrer zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). �ber die Kosten und Entsch�digungen des kantonalen Verfahrens wird das Kantonsgericht neu zu befinden haben (Art. 67 und 68 Abs. 5 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts Luzern, 2. Abteilung, vom 23. November 2015 wird aufgehoben. Die elterliche Sorge �ber C.________, geb. 2007, wird der Mutter B.________ und dem Vater A.________ gemeinsam zugeteilt.
Die Sache wird zur Neuverteilung der Kosten und der Parteientsch�digungen des vorangegangenen Verfahrens an das Kantonsgericht Luzern, 2. Abteilung, zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Luzern, 2. Abteilung, und der Kindes- und Erwachsenenschutzbeh�rde Z.________ schriftlich mitgeteilt.