Source: http://vereinigung-sportrecht.de/cms/index.php?folder=1055&id=275
Timestamp: 2019-02-17 13:28:33
Document Index: 228403551

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art. 267', 'Art. 102', 'EuG', 'Art. 165', 'Art. 101', 'Art. 8']

Heft 2/2018 (März/April)
Im Editorial „Europarecht und Sport: Berufsfreiheit und Kartellrecht“ regt R. Streinz, München, eine stärkere Kontrolle der Weltsportverbände wie z. B. im IOC durch den EuGH durch ein Vorlageverfahren nach Art. 267 AEUV wegen der kartellrechtlichen Relevanz, Art. 102 AEUV an. Wegen der vielen Maßnahmen und Sanktionen, z. B. Untersagung der Teilnahme an aktuellen Olympischen Spielen, der Bewertung von Maßnahmen, wie des russischen Systemdopings dränge sich derartiges geradezu auf, ebenso wie eine Kontrolle des „Weltsportgerichts“ CAS hinsichtlich des viel diskutierten Schiedszwanges der Athleten. Es wurden zwar das BVerfG sowie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte angerufen, eine Vorlage an den EuGH jedoch unterblieb, obwohl die kartellrechtliche Relevanz sich aufdrängt. Der Art. 165 AEUV enthält sicherlich keine Bereichsausnahme des Sports, sondern mache nur deutlich, dass die Besonderheiten des Sports auch im Kartellrecht zu berücksichtigen seien. Zu schützen ist insbesondere die Berufsfreiheit der Athleten, was sich ja bereits im Falle Bosmann 1995 zeigte. Der Fall Meca-Medina habe gezeigt, dass eine kartellrechtliche Prüfung gerechtfertigt war. Auch im jüngst vorliegenden Fall der Sperrung von Athleten durch die ISU haben sich der Zusammenhang zwischen Berufsfreiheit und Kartellrecht bestätigt (Art. 101, 102 AEUV), worauf bereits Kornbeck in SpuRt 2018, 22, 24 hingewiesen habe.
T. Schumacher, Wolfsburg und K. Schumacher, Bergisch Gladbach, weisen in ihrem Beitrag „Compliance–Management–Systeme im Sport (Teil 1)“ auf die dringende Notwendigkeit hin, in den Sportversbänden ein Compliance-Management-System (CMS) zu führen. Hierauf wies bereits Kubiciel in seinem Beitrag über die Haftungsrisiken bei Spielmanipulationen in SpuRt 2017, 188, 193 hin.
Schumacher/Schumacher sprechen deutlich ihre Verwunderung aus, dass die Sportverbände in ihrer Organisation noch keine CMS eingeführt haben. Nach den großen Skandalen in der deutschen Industrie (z.B. Siemens) hätte man hier die Notwendigkeit erkannt, nicht allerdings in den nationalen und internationalen Sportverbänden wie IOC, FIFA und UEFA, welche schon längst ebenfalls als Wirtschaftsunternehmen agieren und von vergleichbaren Skandalen heimgesucht werden.
D. Frey, Köln, setzt seinen Beitrag „e-Sports – Rechtsfragen eines komplexen Ökosystems im Überblick“ aus SpuRt 2018/1 ff. fort. Dort wird die fehlende rechtliche Anerkennung als Sport in Deutschland thematisiert mit der Folge, dass der Anschluss an internationale Wettkämpfe schwierig sei. Dieser Sportart fehle der traditionelle Unterbau gemeinwohl- und breitensportorientierte Vereine.
Im Beitrag „Außenansicht: Der Videobeweis im Profifußball – eine Zwischenbilanz“ fasst A. Feuerherdt, Köln, ein Schiedsrichterexperte, die bisherigen Problempunkte des Videobeweises zusammen: Nutzung von Videoaufnahmen zur Überprüfung von Entscheidungen des Schiedsrichters während eines Spiels durch dafür ausgebildete Video Assistant Referees (VAR) wurden ja bereits am 05.03.2016 von der FIFA beschlossen. Zentral sei dafür zum einen, dass es die Möglichkeit einer Überprüfung nur in Spielsituationen gibt, die einen gravierenden Einfluss auf die Partei und ihren Verlauf haben können, nämlich bei Torerzielungen, Strafraumsituation, roten Karten und Spielerverwechslungen. Die Kernfragen seien hierbei nicht: „War die Entscheidung korrekt? Sondern: War die Entscheidung des Schiedsrichters eindeutig falsch?“ Die VAR sind also Assistenten, Mitglieder des Schiedsrichterteams wie die Helfer an den Seitenlinien und die vierten Offiziellen. Dies wird oft missverstanden. Wichtig ist: Das letzte Wort hat wie bisher der Unparteiische auf dem Platz. Der Autor erläutert die Einzelheiten des Vorgehens und die bekannten zwischenzeitlich aufgetauchten Fragen zum VAR-System.
Art. 8 EMR
Stellt ein Personaltrainer eine Preiserhöhung der Trainingsleistung und gleichzeitig ein Abstandnehmen von der Trainingsleistung derzeit den Leistungsempfänger in den Raum, kann darin ein Angebot auf Vertragsaufhebung gesehen werden.