Source: https://gesetze-in-app.de/StGB/56f
Timestamp: 2020-01-23 01:31:06
Document Index: 114245555

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56']

§ 56f StGB: Widerruf der Strafaussetzung
1.in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, daß die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat,
2.gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der Aufsicht und Leitung der Bewährungshelferin oder des Bewährungshelfers beharrlich entzieht und dadurch Anlaß zu der Besorgnis gibt, daß sie erneut Straftaten begehen wird, oder
3.gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt. Satz 1 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn die Tat in der Zeit zwischen der Entscheidung über die Strafaussetzung und deren Rechtskraft oder bei nachträglicher Gesamtstrafenbildung in der Zeit zwischen der Entscheidung über die Strafaussetzung in einem einbezogenen Urteil und der Rechtskraft der Entscheidung über die Gesamtstrafe begangen worden ist.
1.weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, insbesondere die verurteilte Person einer Bewährungshelferin oder einem Bewährungshelfer zu unterstellen, oder
2.die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängern. In den Fällen der Nummer 2 darf die Bewährungszeit nicht um mehr als die Hälfte der zunächst bestimmten Bewährungszeit verlängert werden.
OLG Nürnberg, Beschluss vom 3.3.2011, Az. 1 Ws 147/11 Danach rechtfertigen eine oder mehrere während der Bewährungszeit begangene Straftaten gemäß § 56f Abs. 1 Nr. 1 StGB einen Widerruf, wenn eine neue in die Zukunft gerichtete Prognose zu dem Ergebnis führt, dass die der Aussetzungsentscheidung zugrunde liegende Erwartung in ein künftiges positives Legalverhalten des Verurteilten nicht mit mehr zu rechtfertigen ist (OLG Düsseldorf NStZ-RR 1996, 185; OLG Stuttgart StV 2003, 346f.;Hubrach in: LK 12. Aufl. § 56f Rdn. 14 mit weiteren Nachweisen).
BVerfG, vom 5.11.1988, Az. 2 BvR 168/95 Er stehe deshalb subjektiv nicht unter dem Druck, sich bewähren zu müssen, und dürfe daher mit der nachträglichen Konsequenz des Widerrufs, nicht überrascht werden (vgl. OLG Schleswig, NStZ 1986, S. 363; KG, StV 1986, S. 165; Gribbohm in: LK, a.a.O., § 56f StGB Rn. 43; Dreher/Tröndle, a.a.O., § 56f StGB Rn. 8; Stree in: Schönke/Schröder, a.a.O., § 56f StGB Rn. 10).
BVerfG, vom 5.11.1988, Az. 2 BvR 168/95 Deshalb war es den Gerichten jedenfalls aus Gründen der Verfassung nicht verwehrt die zwischen dem (vorläufigen) Ende der Bewährungszeit und der Verlängerung liegende neue Straftat zu dem Anlaß für einen späteren Widerruf zu nehmen (vgl. insofern auch OLG Hamburg, MDR 1980, S. 600; Stree in: Schönke/Schröder, a.a.O., § 56f StGB Rn. 10).