Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20140626_OGH0002_0080OB00057_14M0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2020-01-22 22:57:17
Document Index: 114700898

Matched Legal Cases: ['OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 871', 'OGH', 'OGH', '§ 871', 'OGH', '§ 871', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§377', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 863', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§870', 'OGH', 'OGH', '§347', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§519', '§526', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 519', '§ 502', '§ 872', '§ 871', '§ 871', '§ 871', '§ 871', '§ 502', '§ 41', 'OGH', 'OGH']

RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 8Ob57/14m - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 3Ob443/53 2Ob186/62 5Ob...
RS0016230
3Ob443/53; 2Ob186/62; 5Ob297/64; 5Ob331/65; 8Ob122/66; 7Ob138/67; 7Ob55/74; 7Ob131/75; 6Ob601/80; 7Ob587/80; 5Ob695/82; 1Ob653/83; 6Ob878/82; 3Ob612/83; 7Ob526/85; 7Ob596/88; 7Ob568/95; 8Ob2361/96f; 1Ob34/98a; 6Ob334/00m; 5Ob19/02h; 1Ob23/04w; 8Ob57/14m; 4Ob29/17v
Gemeinsamer Irrtum.
3 Ob 443/53
Entscheidungstext OGH 01.07.1953 3 Ob 443/53
Veröff: 1953/388 S 492
2 Ob 186/62
Entscheidungstext OGH 22.06.1962 2 Ob 186/62
5 Ob 331/65
Entscheidungstext OGH 20.01.1966 5 Ob 331/65
8 Ob 122/66
Entscheidungstext OGH 26.04.1966 8 Ob 122/66
Beisatz: Voraussetzungen des § 871 ABGB zur Vertragsaufhebung nicht erforderlich. (Irrtum über Urheberschaft eine Gemäldes). (T1)
Veröff: EvBl 1966/352 S 461
7 Ob 138/67
Entscheidungstext OGH 19.09.1967 7 Ob 138/67
7 Ob 55/74
Entscheidungstext OGH 18.04.1974 7 Ob 55/74
Beis wie T1 nur: Voraussetzungen des § 871 ABGB zur Vertragsaufhebung nicht erforderlich. (T2)
Veröff: VerRdSch 1975,193 (Baumann)
7 Ob 131/75
Entscheidungstext OGH 04.09.1975 7 Ob 131/75
Beisatz: Gemeinsamer wesentlicher Geschäftsirrtum bewirkt Unverbindlichkeit des Vertrages unabhängig von Voraussetzungen des § 871 ABGB. (T3)
6 Ob 601/80
Entscheidungstext OGH 18.06.1980 6 Ob 601/80
7 Ob 587/80
Entscheidungstext OGH 11.09.1980 7 Ob 587/80
Beis wie T2; Beisatz: Dies gilt auch bei der Vergleichsanfechtung wegen Irrtums. (T4)
1 Ob 653/83
Entscheidungstext OGH 15.06.1983 1 Ob 653/83
Beis wie T2; Beisatz: Einer gerichtlichen Anfechtung wegen (gemeinsamen) Irrtums bedarf es nicht, wenn die Parteien den Vertrag einvernehmlich aufheben. (T5)
Veröff: SZ 56/96
3 Ob 612/83
Entscheidungstext OGH 13.06.1984 3 Ob 612/83
Beis wie T5; Veröff: SZ 57/108 = JBl 1985,677
7 Ob 596/88
Entscheidungstext OGH 14.07.1988 7 Ob 596/88
1 Ob 34/98a
Entscheidungstext OGH 19.05.1998 1 Ob 34/98a
6 Ob 334/00m
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 334/00m
Beisatz: Irrtumsanfechtung ist auch möglich, wenn der Anfechtungsgegner den Irrtum nicht veranlasst hat. (T6)
5 Ob 19/02h
Entscheidungstext OGH 26.02.2002 5 Ob 19/02h
Beisatz: Auch ein gemeinsamer Geschäftsirrtum der Vertragspartner kann die Anfechtung oder Anpassung des Vertrags rechtfertigen. (T7)
4 Ob 29/17v
Entscheidungstext OGH 28.03.2017 4 Ob 29/17v
ECLI:AT:OGH0002:1953:RS0016230
JJR_19530701_OGH0002_0030OB00443_5300000_001
Rechtssatz für 7Ob330/62 5Ob8/63 6Ob27...
RS0014810
7Ob330/62; 5Ob8/63; 6Ob271/71; 5Ob128/73; 7Ob148/74; 1Ob188/75; 1Ob708/77; 1Ob599/78; 7Ob579/81 (7Ob580/81); 4Ob524/85; 1Ob698/87; 6Ob735/88; 4Ob606/88; 6Ob614/89; 1Ob617/95; 5Ob144/98g; 9Ob213/02t; 5Ob4/03d; 1Ob119/04p; 3Ob111/09h; 8Ob57/14m
Die Geltendmachung von Arglist enthält die Anfechtung wegen Irrtums.
7 Ob 330/62
Entscheidungstext OGH 28.11.1962 7 Ob 330/62
5 Ob 8/63
Entscheidungstext OGH 07.02.1963 5 Ob 8/63
Beisatz: Wenn ein Vertrag wegen Irreführung angefochten wurde, kann nach dem Klagebegehren auf Grund der Feststellung, dass eine gemeinschaftlicher Irrtum vorlag, entschieden werden. (T1) Veröff: SZ 36/22
6 Ob 271/71
Entscheidungstext OGH 10.11.1971 6 Ob 271/71
5 Ob 128/73
Entscheidungstext OGH 05.09.1973 5 Ob 128/73
Veröff: SZ 46/84 = EvBl 1974/182 S 398
7 Ob 148/74
Entscheidungstext OGH 10.10.1974 7 Ob 148/74
Beisatz: Weil List ein Sonderfall des Irrtums ist. (T2)
Beisatz: Wenn das Tatsachenvorbringen auch die Voraussetzungen für die Irrtumsanfechtung enthält. (T3)
7 Ob 579/81
Entscheidungstext OGH 11.06.1981 7 Ob 579/81
Beisatz: Die gilt jedoch nicht umgekehrt, weil die List zusätzliche Tatbestandmerkmale erfordert, die beim Irrtum nicht vorhanden sein müssen (so schon 1 Ob 188/75). (T4)
4 Ob 524/85
Entscheidungstext OGH 15.10.1985 4 Ob 524/85
Vgl auch; Beisatz: In der Behauptung der Irreführung ist auch der Einwand der List enthalten. (T5) Veröff: SZ 58/153 = RdW 1986,40
Beisatz: Das gilt jedoch nur, wenn das Tatsachenvorbringen des Anfechtenden auch die Voraussetzungen der Irrtumsanfechtung trägt. Das mag in der Regel bei dem vom anderen Teil veranlassten Irrtum gelten, nicht aber auch dann, wenn List behauptet, aber nur gemeinschaftlicher Irrtum festgestellt ist. (T6) Veröff: SZ 60/2884 = JBl 1988,57
6 Ob 735/88
Entscheidungstext OGH 12.01.1989 6 Ob 735/88
4 Ob 606/88
Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 606/88
6 Ob 614/89
Entscheidungstext OGH 13.07.1989 6 Ob 614/89
5 Ob 144/98g
Entscheidungstext OGH 26.05.1998 5 Ob 144/98g
Auch; Beis wie T6; Beisatz: Die Anfechtung eines Vertrages wegen listiger Irreführung schließt zwar eine solche wegen veranlassten Irrtums ein, nicht jedoch wegen gemeinsamen Irrtums. Eine Anfechtung wegen gemeinsamen Irrtums ist nämlich mit der Behauptung, getäuscht worden zu sein, begrifflich unvereinbar (SZ 60/288), sodass sie besonders geltend gemacht werden muss. (T7)
9 Ob 213/02t
Entscheidungstext OGH 04.12.2002 9 Ob 213/02t
Auch; Beis ähnlich wie T7 nur: Die Anfechtung eines Vertrages wegen listiger Irreführung schließt zwar eine solche wegen veranlassten Irrtums ein. (T8)
1 Ob 119/04p
Entscheidungstext OGH 25.01.2005 1 Ob 119/04p
Vgl; Beis ähnlich wie T7; nur: Eine Anfechtung bzw Anpassung wegen gemeinsamen Irrtums ist mit der Behauptung, (arglistig) getäuscht worden zu sein, begrifflich unvereinbar. (T9)
ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0014810
JJR_19621128_OGH0002_0070OB00330_6200000_001
Rechtssatz für 7Ob40/78 8Ob57/14m 4Ob2...
RS0016226
7Ob40/78; 8Ob57/14m; 4Ob29/17v
Ein "gemeinsamer Irrtum" setzt voraus, dass beide Parteien demselben Irrtum unterliegen.
7 Ob 40/78
Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 40/78
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0016226
JJR_19780907_OGH0002_0070OB00040_7800000_001
Rechtssatz für 5Ob524/79 3Ob613/81 1Ob...
RS0014811
5Ob524/79; 3Ob613/81; 1Ob778/81; 7Ob792/81; 3Ob651/82; 2Ob1501/83; 8Ob23/84; 3Ob553/87; 7Ob553/88; 2Ob113/89; 8Ob597/90; 7Ob529/91; 7Ob625/91; 1Ob529/92 (1Ob530/92); 1Ob548/92; 1Ob1574/92; 4Ob510/93; 7Ob575/93; 1Ob564/95; 1Ob1538/95; 1Ob617/95; 6Ob635/95; 2Ob2140/96m; 10Ob2066/96p; 9Ob312/97s; 4Ob301/97m; 2Ob382/97h; 10Ob70/98m; 2Ob509/96; 4Ob183/98k; 5Ob28/99z; 4Ob265/99w; 7Ob169/99z; 2Ob17/00i; 10Ob88/00i; 7Ob154/00y; 1Ob183/00v; 10Ob297/00z; 8Ob284/01z; 2Ob151/02y (2Ob152/02w); 7Ob140/02t; 3Ob25/03b; 2Ob254/04y; 6Ob27/05x; 7Ob129/06f; 6Ob132/06i; 8Ob36/07p; 4Ob130/09k; 3Ob111/09h; 6Ob268/09v; 9Ob50/10h; 10Ob30/11a; 2Ob176/10m; 8Ob19/12w; 4Ob11/13s; 7Ob23/13b; 3Ob23/13y; 8Ob57/14m; 1Ob191/15t; 9ObA10/16k; 1Ob56/17t; 6Ob52/18t; 9ObA67/18w; 8Ob1/19h
HGB §377 Abs5 B
Es besteht zwar keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entschließung einen Einfluss haben können, doch ist sie dann zu bejahen, wenn der andere Teil nach den Grundsätzen des redlichen Geschäftsverkehrs eine Aufklärung erwarten durfte.
5 Ob 524/79
Entscheidungstext OGH 20.02.1979 5 Ob 524/79
Veröff: SZ 52/22 = JBl 1980,424 (krit Bydlinski)
3 Ob 613/81
Entscheidungstext OGH 13.01.1982 3 Ob 613/81
Ähnlich; Beisatz: Wenn ansonsten der Vertragszweck des Partners gefährdet würde oder diesem ein Schaden droht. Der Verkäufer verschweigt, dass mit der Erteilung einer Baugenehmigung nicht gerechnet werden kann, obwohl ihn aus wiederholten Äußerung des Käufers sein Bauabsicht bekannt war. (T1)
7 Ob 792/81
Entscheidungstext OGH 01.07.1982 7 Ob 792/81
3 Ob 651/82
Entscheidungstext OGH 12.01.1983 3 Ob 651/82
Auch; Beisatz: Keine Belehrungspflicht des Verkäufers, wenn Käufer keinen bestimmten Verwendungszweck genannt hat. (T2) Veröff: JBl 1984,41
2 Ob 1501/83
Entscheidungstext OGH 12.07.1983 2 Ob 1501/83
8 Ob 23/84
Entscheidungstext OGH 23.05.1984 8 Ob 23/84
3 Ob 553/87
Entscheidungstext OGH 18.05.1988 3 Ob 553/87
7 Ob 553/88
Entscheidungstext OGH 16.06.1988 7 Ob 553/88
Beisatz: Beim Kauf eines Unternehmens genügt zur Erfüllung der Offenlegungspflicht im allgemeinen die Überlassung derjenigen Unterlagen, aus denen sich die für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wesentlichen Umstände ergeben. (T3) Veröff: WBl 1988,341
2 Ob 113/89
Entscheidungstext OGH 28.11.1989 2 Ob 113/89
Beisatz: Diese Schutzpflicht endet an der Grenze objektiver Vorhersehbarkeit einer Gefährdung der Interessen des Gegners. (T4)
8 Ob 597/90
Entscheidungstext OGH 24.01.1991 8 Ob 597/90
7 Ob 529/91
Entscheidungstext OGH 04.04.1991 7 Ob 529/91
7 Ob 625/91
Entscheidungstext OGH 12.12.1991 7 Ob 625/91
Auch; Beis wie T1 nur: Wenn ansonsten der Vertragszweck des Partners gefährdet würde oder diesem ein Schaden droht. (T5) Veröff: JBl 1992,450
Auch; Beisatz: Jeder Teil muss somit grundsätzlich die eigenen Interessen selbst wahrnehmen. (T6) Veröff: ÖBA 1993,408 (Koch) = JBl 1992,711 = ecolex 1993,157
1 Ob 1574/92
Entscheidungstext OGH 09.06.1992 1 Ob 1574/92
Auch; Beisatz: Generelle Aussagen, wann eine Aufklärungspflicht besteht, sind kaum möglich, vielmehr kommt es auf die Übung des redlichen Verkehrs an. (T7) Veröff: RZ 1993/95 S 280
Auch; Beis wie T7; Beisatz: Absichtliches Verschweigen eines erheblichen Umstandes bedeutet List, wenn der andere nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten (§ 863 ABGB) oder aus besonderen Gründen verpflichtet ist, den Irrenden aufzuklären. (T8)
Auch; Beis wie T4; Veröff: ÖBA 1994,156
Beis wie T7; Veröff: SZ 68/105
6 Ob 635/95
Entscheidungstext OGH 12.10.1995 6 Ob 635/95
10 Ob 2066/96p
Entscheidungstext OGH 11.02.1997 10 Ob 2066/96p
Beis wie T4; Beis wie T7; Beis wie T8
9 Ob 312/97s
Entscheidungstext OGH 01.10.1997 9 Ob 312/97s
Auch; Beis wie T7; Beisatz: Aufklärungspflicht weiters dann zu bejahen, wenn der andere aus besonderen Gründen verpflichtet ist, den Irrenden aufzuklären. (T9)
nur: Es besteht keine allgemeine Rechtspflicht, den Geschäftspartner über alle Umstände aufzuklären, die auf seine Entschließung einen Einfluss haben können. (T10); Beis wie T3
Vgl; Veröff: SZ 71/125
5 Ob 28/99z
Entscheidungstext OGH 23.02.1999 5 Ob 28/99z
4 Ob 265/99w
Entscheidungstext OGH 19.10.1999 4 Ob 265/99w
7 Ob 169/99z
Entscheidungstext OGH 14.12.1999 7 Ob 169/99z
2 Ob 17/00i
Entscheidungstext OGH 22.02.2000 2 Ob 17/00i
10 Ob 88/00i
Entscheidungstext OGH 23.05.2000 10 Ob 88/00i
nur T10; Beis wie T3; Beis wie T7; Beis ähnlich wie T8
7 Ob 154/00y
Entscheidungstext OGH 15.09.2000 7 Ob 154/00y
10 Ob 297/00z
Entscheidungstext OGH 28.06.2001 10 Ob 297/00z
Vgl; Beis wie T7 nur: Generelle Aussagen, wann eine Aufklärungspflicht besteht, sind kaum möglich. (T11)
Vgl auch; Beisatz: Ob und in welchem Umfang eine Aufklärungspflicht besteht, ist eine Frage des Einzelfalles. (T12)
2 Ob 254/04y
Entscheidungstext OGH 11.11.2004 2 Ob 254/04y
6 Ob 27/05x
Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 27/05x
Auch; nur T2; Beisatz: Es besteht keine allgemeine Aufklärungspflicht des Verkäufers, den Geschäftspartner über alle abstrakten Gefährdungsmöglichkeiten aufzuklären. (T13)
8 Ob 36/07p
Entscheidungstext OGH 21.05.2007 8 Ob 36/07p
Vgl auch; Beisatz: Hier: Zur Haftung des Veräußerers einer Liegenschaft für Altlasten (Bodenkontamination). (T14); Beisatz: Mit Darstellung der Rechtsprechung und Lehre zur Frage, wann bei Liegenschaftskontaminierungen eine Aufklärungspflicht besteht. (Da sich hier aber aus den Feststellungen gerade kein Hinweis für eine konkrete Verdachtslage im Hinblick auf die Möglichkeit einer Bodenkontamination ableiten ließ, lagen die Voraussetzungen einer Haftung selbst unter Zugrundelegung jener Auffassungen, die eine Haftung des Veräußerers für Altlasten bereits bei Bestehen einer entsprechenden Verdachtslage bejahen, nicht vor.) (T15)
Auch; Beisatz: Hier: Die beklagte Reiseveranstalterin musste darauf hinweisen, dass die angebotene Reise in die Hurrikansaison fiel. (T16)
6 Ob 268/09v
Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 268/09v
Bem: Hier: Verschweigen des Umstands, dass der Nachbar der Kaufliegenschaft äußerst streitsüchtig sei, ca 40 bis 50 Gerichtsverfahren anhängig gemacht habe und es Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Zufahrt zur Garage und mit der Schneeräumung gebe stellt Arglist dar. (T17)
Auch; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Bei Unterlassung einer nach Treu und Glauben berechtigt erwarteten Aufklärung - wie hier über die Bodenbeschaffenheit - darf nicht ohne weiteres eine schlüssige Zusage angenommen werden, wenn der Erwerber keine Auskünfte oder Belehrungen verlangt. (T18); Veröff: SZ 2010/91
Vgl auch; Beis wie T11; Veröff: SZ 2011/68
4 Ob 11/13s
Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 11/13s
7 Ob 23/13b
Entscheidungstext OGH 23.05.2013 7 Ob 23/13b
Beis wie T14; Beis wie T15; Beisatz: Hier: Aufklärung über Bodenkontaminationen beim Liegenschaftsverkauf geboten. (T19)
1 Ob 191/15t
Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 191/15t
Auch; Beisatz: Hier: Vertragshändler. Aufklärungspflicht über die beabsichtigte Platzierung eines eigenen Konkurrenzprodukts bejaht. (T20)
9 ObA 10/16k
Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 10/16k
1 Ob 56/17t
Entscheidungstext OGH 26.04.2017 1 Ob 56/17t
Vgl auch; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T11; Beis wie T12; Beisatz: In der Regel ist ein umso strengerer Maßstab anzulegen, je größer die potenziellen Schadensfolgen aus einem bestimmten Risiko sind (so schon 1 Ob 141/10g). (T21)
Beisatz: Hier: Werkvertrag. Aufklärungspflicht zur Hintanhaltung von Schäden an der Bausubstanz. (T22)
6 Ob 52/18t
Entscheidungstext OGH 28.03.2018 6 Ob 52/18t
Auch; Beisatz: Hier: Unterlassene Aufklärung darüber, dass es sich bei dem verkauften PKW um einen „aufgebauten Unfallwagen“ handelte, bei dem eine Umkarosserierung stattgefunden hatte und der deshalb für die Herstellergarantie gesperrt war. (T23)
Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T10; Beis wie T18; Beisatz: Verweigert der Gefragte die Informationserteilung, kann hierin eine Einschränkung der berechtigten Erwartung des Fragenden, vom anderen informiert zu werden, liegen. Antwortet der Gefragte, kann der andere hingegen grundsätzlich von der Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Information ausgehen. (T24)
Beisatz: Besondere Umstände“ liegen auch in einer Situation vor, in der sich der andere zwar grundsätzlich selbst informieren könnte und müsste, seinem Gegenüber aber der Umstand, dessen Relevanz für die Entscheidungsfindung des anderen und dessen aktuelles Nichtwissen vom Umstand bekannt ist. Hier wäre es unbillig, dürfte der Wissende den anderen in Unkenntnis lassen. In einem solchen Fall liegt eine subsidiäre Informationspflicht des Wissenden vor, mag die Verletzung der Obliegenheit zur Selbstinformation dem anderen auch zum Mitverschulden gereichen. (T25)
ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0014811
JJR_19790220_OGH0002_0050OB00524_7900000_003
Rechtssatz für 6Ob669/86 1Ob564/95 6Ob...
RS0018569
6Ob669/86; 1Ob564/95; 6Ob27/05x; 8Ob57/14m; 2Ob234/14x
Hat sich der Käufer frei entschieden, haftet der Verkäufer grundsätzlich für eine besondere Beschaffenheit nicht. Der Käufer kann durch die bloß allgemein gehaltene Mitteilung des Verwendungszweckes das an die freie Auswahl der gewünschten Ware gebundene Eigenrisiko grundsätzlich nicht auf den Verkäufer überwälzen.
Veröff: JBl 1987,315
nur: Hat sich der Käufer frei entschieden, haftet der Verkäufer grundsätzlich für eine besondere Beschaffenheit nicht. (T1)
Ähnlich; Beisatz: Hier: Käufer nannte keinen Verwendungszweck. (T2)
Auch; nur: Durch die allgemein gehaltene Mitteilung des Verwendungszwecks kann der Käufer das an die freie Auswahl des Kaufgegenstands geknüpfte Eigenrisiko grundsätzlich nicht auf den Verkäufer überwälzen. (T3)
2 Ob 234/14x
Entscheidungstext OGH 21.10.2015 2 Ob 234/14x
Beisatz: Hier: Keine Lieferung von Steinen mit besonderer Qualität, also „Wasserbausteinen“, vereinbart. (T4)
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0018569
JJR_19861113_OGH0002_0060OB00669_8600000_003
Rechtssatz für 1Ob698/87 10Ob2066/96p...
RS0014766
1Ob698/87; 10Ob2066/96p; 1Ob377/97s; 5Ob144/98g; 8Ob57/14m; 4Ob29/17v
ABGB §870 CI
Die Behauptung, der Gegner habe den Vertragsabschluss durch List veranlasst, beinhaltet die Anfechtung wegen Irrtums nur unter der für jeder Klagsvorbringen unabdingbaren Voraussetzung, dass das tatsächliche Vorbringen des Anfechtenden auch die Voraussetzungen der Irrtumsanfechtung trägt. Das mag in der Regel bei vom anderen Teil veranlassten Irrtum gelten, nicht aber auch dann, wenn List behauptet, aber nur gemeinschaftlicher Irrtum festgestellt ist.
Veröff: SZ 60/288 = JBl 1988,374
Vgl auch; Beisatz: Eine Anfechtung wegen gemeinsamen Irrtums ist nämlich mit der Behauptung, getäuscht worden zu sein, begrifflich unvereinbar (SZ 60/288), sodass sie besonders geltend gemacht werden muss. (T1)
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Das tatsächliche Vorbringen zu einer arglistigen Irreführung oder einem veranlassten Irrtum schließt grundsätzlich nicht auch die rechtserzeugenden Tatsachen in Bezug auf einen gemeinsamen Irrtum mit ein. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0014766
JJR_19871221_OGH0002_0010OB00698_8700000_001
Rechtssatz für 7Ob23/90 2Ob593/93 1Ob5...
RS0018468
7Ob23/90; 2Ob593/93; 1Ob564/95; 1Ob414/97g; 9Ob50/10h; 2Ob135/10g; 7Ob23/13b; 8Ob57/14m; 2Ob234/14x; 10Ob72/16k
HGB §347
Kennt aus der Sicht des Erwerbers der Veräußerer die gewünschte Eigenschaft oder muss er sie erkennen, so ist bei Nichtaufklärung über die Untauglichkeit die Eignung als stillschweigend zugesagt anzusehen.
7 Ob 23/90
Entscheidungstext OGH 20.09.1990 7 Ob 23/90
Veröff: SZ 63/160 = VerRdSch 1991,175 = ZVR 1992/58 S 121
2 Ob 593/93
Entscheidungstext OGH 17.02.1994 2 Ob 593/93
Auch; Veröff: SZ 71/88
Veröff: SZ 2011/45
Auch; Beisatz: Hier: Traktor, der nicht die altersentsprechend zu erwartende Motorleistung hatte. (T1)
Vgl auch; Beisatz: Wenn der Verkäufer die Wichtigkeit der tatsächlich fehlenden Eigenschaft für den Käufer kennt oder diese zumindest erkennen muss, ist er bei Nichtaufklärung über das Fehlen der berechtigt erwarteten Eigenschaft grundsätzlich gewährleistungspflichtig. (T2)
Beisatz: Hier wurde beim telefonischen Vertragsabschluss über die Frost‑Tau‑Beständigkeit und Salzkristallisationsbeständigkeit bzw den der klagenden Partei bekannten Unterschied zwischen Wurf‑ und Wasserbausteinen nicht gesprochen. (T3)
10 Ob 72/16k
Entscheidungstext OGH 11.11.2016 10 Ob 72/16k
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0018468
JJR_19900920_OGH0002_0070OB00023_9000000_001
Rechtssatz für 2Ob535/90 1Ob564/95 1Ob...
2Ob535/90; 1Ob564/95; 1Ob140/00w; 3Ob127/04d; 6Ob27/05x; 1Ob14/05y; 3Ob24/05h; 4Ob227/06w; 8Ob46/07h; 1Ob262/07x; 9Ob50/10h; 1Ob42/11z; 4Ob191/10g; 9Ob61/11b; 3Ob143/12v; 1Ob14/13k; 2Ob196/13g; 3Ob191/13d; 4Ob44/14w; 8Ob57/14m; 7Ob4/16p; 9Ob64/16a; 1Ob239/16b; 7Ob45/17v; 9Ob45/17h; 2Ob206/16g; 6Ob90/18f; 4Ob168/18m; 5Ob7/19v; 6Ob106/19k
2 Ob 535/90
Entscheidungstext OGH 10.10.1990 2 Ob 535/90
1 Ob 140/00w
Entscheidungstext OGH 24.10.2000 1 Ob 140/00w
3 Ob 127/04d
Entscheidungstext OGH 24.11.2004 3 Ob 127/04d
1 Ob 14/05y
Entscheidungstext OGH 24.05.2005 1 Ob 14/05y
3 Ob 24/05h
Entscheidungstext OGH 20.10.2005 3 Ob 24/05h
8 Ob 46/07h
Entscheidungstext OGH 21.05.2007 8 Ob 46/07h
9 Ob 61/11b
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 9 Ob 61/11b
1 Ob 14/13k
Entscheidungstext OGH 27.06.2013 1 Ob 14/13k
2 Ob 196/13g
Entscheidungstext OGH 19.12.2013 2 Ob 196/13g
7 Ob 4/16p
Entscheidungstext OGH 16.03.2016 7 Ob 4/16p
9 Ob 64/16a
Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 Ob 64/16a
6 Ob 90/18f
Entscheidungstext OGH 28.06.2018 6 Ob 90/18f
4 Ob 168/18m
Entscheidungstext OGH 20.12.2018 4 Ob 168/18m
6 Ob 106/19k
Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 106/19k
JJR_19901010_OGH0002_0020OB00535_9000000_001
Rechtssatz für 8Ob2/95 8Ob24/95 1Ob610...
RS0048272
8Ob2/95; 8Ob24/95; 1Ob610/95; 4Ob604/95; 6Ob2341/96z; 6Ob41/98t; 1Ob127/98b; 9ObA101/99i; 9ObA112/99g; 9ObA331/99p; 8Ob37/00z; 3Ob159/01f; 5Ob127/01i; 1Ob59/02m; 6Ob82/02f; 1Ob71/02a; 3Ob212/03b; 6Ob271/03a; 10ObS185/03h; 8ObA90/04z; 1Ob85/03m; 10Ob21/04t; 10Ob74/05p; 10Ob43/05d; 8Ob79/06k; 8Ob145/06s; 6Ob271/06f; 8Ob125/06z; 8Ob149/06d; 6Ob226/06p; 9Ob43/07z; 2Ob82/06g; 8Ob62/07m; 8Ob57/08b; 10Ob103/07f; 10Ob10/08f; 4Ob140/08d; 6Ob122/07w; 10ObS20/09b; 8Ob62/09i; 5Ob91/09g; 6Ob238/09g; 6Ob113/09z; 9Ob7/10k; 10ObS37/10d; 8Ob41/10b; 3Ob21/10z; 9ObA82/10i; 4Ob97/10h; 1Ob162/10w; 5Ob9/11a; 1Ob51/11y; 5Ob103/11z; 6Ob109/11i; 9Ob55/10v; 9ObA132/10t; 10Ob61/11k; 10Ob63/12f; 3Ob90/13a; 8ObA29/13t; 10Ob11/13k; 9Ob54/13a; 2Ob235/13t; 4Ob197/13v; 8Ob91/13k; 5Ob40/14i; 8Ob57/14m; 9ObA61/14g; 1Ob135/14f; 1Ob172/14x; 7Ob21/15m; 8ObA20/15x; 9ObA81/15z; 9ObA133/15x; 10Ob36/16s; 1Ob204/17g; 3Ob131/18p; 5Ob123/18a; 3Ob184/19h
ZPO §519 Abs2 H
ZPO §526 Abs2 E
3 Ob 131/18p
Entscheidungstext OGH 14.08.2018 3 Ob 131/18p
Beis wie T1; nur T3
JJR_19950511_OGH0002_0080OB00002_9500000_001
Rechtssatz für 1Ob140/00w 1Ob14/05y 8O...
RS0114333
1Ob140/00w; 1Ob14/05y; 8Ob63/05f; 9Ob50/10h; 2Ob7/10h; 2Ob135/10g; 2Ob176/10m; 9Ob61/11b; 8Ob60/12z; 2Ob196/13g; 8Ob57/14m; 1Ob71/15w; 4Ob198/15v; 8Ob126/15k; 7Ob156/16s; 10Ob72/16k; 1Ob239/16b; 9Ob45/17h; 7Ob40/18k; 4Ob168/18m
Ob eine Eigenschaft im Sinne des Gesetzes als gewöhnlich vorausgesetzt anzusehen ist, hängt nicht davon ab, was der Erklärende wollte, sondern davon, was der Erklärungsempfänger nach Treu und Glauben aus der Erklärung erschließen durfte und ist daher an der Verkehrsauffassung zu messen.
nur: Ob eine Eigenschaft im Sinne des Gesetzes als gewöhnlich vorausgesetzt anzusehen ist, ist an der Verkehrsauffassung zu messen. (T1)
8 Ob 63/05f
Entscheidungstext OGH 21.07.2005 8 Ob 63/05f
nur T1; Beisatz: Weist ein Fahrzeug mit Klimaanlage nur eine Heizleistung von „höchstens" 20Grad auf, fehlt ihm eine gewöhnlich vorausgesetzte Eigenschaft. (T2)
Beisatz: Der Kaufgegenstand muss auch der Natur des Geschäfts oder der geschlossenen Verabredung entsprechend benützt und verwendet werden können. (T3)
Auch; Beisatz: Für die Konkretisierung des Leistungsinhalts im Einzelnen sind die Verkehrsauffassung und die Natur des Geschäfts von Bedeutung. (T4)
Auch; Auch Beis wie T3; Beis wie T4
8 Ob 60/12z
Entscheidungstext OGH 13.09.2012 8 Ob 60/12z
Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Ob eine Eigenschaft als zugesichert anzusehen ist, hängt nicht davon ab, was der Erklärende wollte, sondern was der Erklärungsempfänger nach Treu und Glauben aus der Erklärung des Vertragspartners erschließen durfte. Seine berechtigte Erwartung ist an der Verkehrsauffassung zu messen. (T5)
1 Ob 71/15w
Entscheidungstext OGH 23.04.2015 1 Ob 71/15w
Vgl; Veröff: SZ 2015/36
4 Ob 198/15v
Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 198/15v
Beisatz: Dass es sich beim konkreten Mangel um einen Serienfehler handelt, ändert am grundsätzlichen Bestehen des Gewährleistungsanspruchs nichts. (T6)
Beis wie T4; Beisatz: Diese Grundsätze sind auch auf den Kauf einer Jahrzehnte alten Wohnung anzuwenden, sodass Mängel und Alterserscheinungen, die nach Bauart und Alter einer Wohnung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind, vom Käufer hingenommen werden müssen. (T7)
Beisatz: Beim Kauf einer als „unsaniert“ bezeichneten Wohnung in einem im Jahr 1945 erbauten Haus kann nicht ohne weiteres erwartet werden, dass die Elektroinstallationen dem Stand der Technik im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses entsprechen. (T8)
ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0114333
JJR_20001024_OGH0002_0010OB00140_00W0000_003
Entscheidungstext 8Ob57/14m
Zak 2014/597 S 315 - Zak 2014,315 = ZVB 2014/134 S 456 (Wagner) - ZVB 2014,456 (Wagner) = bbl 2014,266/227 - bbl 2014/227 = MietSlg 66.129
8Ob57/14m
Der Oberste Gerichtshof hat als Rekursgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Prof. Dr. Spenling als Vorsitzenden sowie den Hofrat Hon.-Prof. Dr. Kuras, die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner und die Hofräte Mag. Ziegelbauer und Dr. Brenn als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B***** Baugesellschaft mbH, *****, vertreten durch Mag. Christian Posch, Rechtsanwalt in Salzburg, gegen die beklagte Partei H***** P*****, vertreten durch Dr. Roland Reichl, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen 200.000 EUR sA und Feststellung (Gesamtstreitwert 210.000 EUR), über den Rekurs der klagenden Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 13. März 2014, GZ 3 R 35/14h-12, mit dem das Urteil des Landesgerichts Wels vom 17. Dezember 2013, GZ 36 Cg 53/14t-9, aufgehoben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 2.430,54 EUR (darin enthalten 405,09 EUR USt) bestimmten Kosten der Rekursbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Mit Kaufvertrag vom 22. 7. 2010 erwarb die Klägerin vom Beklagten ein Baugrundstück mit einer Fläche von 3.074 m² zum Kaufpreis von 260.000 EUR. Am 2. 5. 2011 wurde der Klägerin von der zuständigen Gemeinde die Bauplatz- und Baubewilligung zur Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit je sechs Wohnungen erteilt. Im Zuge der Baumaßnahmen stellte sich heraus, dass das Grundstück im Einflussbereich der Gleitflächen witterungsbedingter Hangbewegungen (Kriechhang) liegt.
Das Grundstück weist eine Neigung auf, die offenkundig war. Nach dem Flächenwidmungsplan ist das Grundstück als Bauland gewidmet. Unmittelbar angrenzend an dieses befinden sich zahlreiche Einfamilienhäuser. Im Kaufvertrag wurde der Klägerin das Recht eingeräumt, die zur Prüfung der Bebaubarkeit der Liegenschaft erforderlichen Maßnahmen zu treffen. In einer von der Klägerin eingeholten (vor-)gutachterlichen Stellungnahme wurde festgehalten, dass das Grundstück aus geotechnischer Sicht als bebaubar angesehen werden könne. Im Rahmen des Bauverfahrens verlangte die Baubehörde von der Klägerin die Vorlage eines geotechnischen Bodengutachtens. In diesem Gutachten wurde ausgeführt, dass der Untergrund grundsätzlich als standsicher bezeichnet werden könne. Aufgrund der doch großen Aushubtiefen seien entsprechende Sicherungsmaßnahmen erforderlich.
Die Klägerin begehrte Preisminderung aus dem Titel der Gewährleistung, in eventu Vertragsanpassung wegen listiger Irreführung bzw wegen Irrtums; zudem erhob sie ein Feststellungsbegehren. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich im Bereich des fraglichen Grundstücks wiederholt Kriechbewegungen und Rutschvorgänge in unterschiedlicher Intensität ereignet. Der Beklagte habe seine Aufklärungspflichten verletzt, zumal er von der geologischen Problematik des Kaufgegenstands gewusst habe. Die durch die Hangrutschungen erforderlichen Sanierungskosten würden rund 1 Million EUR betragen.
Der Beklagte entgegnete, dass ihm die Kriechbewegungen bzw Hangrutschungen nicht bekannt gewesen seien. Die vereinbarte Baulandwidmung sei gegeben. Alle Vertragspflichten seien von ihm ordnungsgemäß erfüllt worden. Der Umstand, dass die Kosten für eine Bebauung des Grundstücks wahrscheinlich höher als vorgesehen seien, begründe eine Fehlkalkulation der Klägerin, für die er nicht einzustehen habe. Der Klägerin sei sogar die Vollmacht erteilt worden, die für die Prüfung der Bebaubarkeit der Liegenschaft erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
Das Erstgericht wies das Klagebegehren zur Gänze ab. Die Gewährleistungsverpflichtungen des Beklagten seien im Kaufvertrag taxativ aufgezählt worden. Ein Gewährleistungsfall liege nicht vor. Zudem könne dem Beklagten auch keine Verletzung der Aufklärungspflicht angelastet werden.
Das Berufungsgericht gab der Berufung der Klägerin Folge, hob das angefochtene Urteil des Erstgerichts auf und verwies die Rechtssache zur neuerlichen Entscheidung nach Verfahrensergänzung an das Erstgericht zurück. Der Ansicht des Erstgerichts, dass der Beklagte nur für die im Kaufvertrag ausdrücklich angeführten Fallgestaltungen gewährleistungsrechtlich einzustehen habe, sei nicht zu folgen. Ein Gewährleistungsverzicht sei im Kaufvertrag nicht vereinbart worden. Grundsätzlich habe die Klägerin als Käuferin des als Bauland gewidmeten Grundstücks das Baugrundrisiko und damit die im Rahmen der Bauführung aus einer unerwarteten Bodenbeschaffenheit resultierenden Mehrkosten zu tragen. Dies gelte nur dann nicht, wenn die Bauführung bei objektiver Betrachtung mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln, also wirtschaftlich vernünftig, nicht möglich sei. Dagegen spreche allerdings, dass die Klägerin von der Weiterverfolgung des Projekts nicht Abstand genommen habe. Aus diesem Grund komme ein auf Gewährleistung gegründeter Preisminderungsanspruch nicht in Betracht, es sei denn, der Beklagte hätte im Übergabezeitpunkt von einer allenfalls gegebenen „Rutschhangeigenschaft“ (Kriechhang) Kenntnis gehabt. Da es das Erstgericht unterlassen habe, zu dieser Frage die als Zeugen angebotenen Anrainer einzuvernehmen, liege ein relevanter Verfahrensmangel vor. Aus diesem Grund sei das angefochtene Urteil des Erstgerichts aufzuheben. Eine Irrtumsanfechtung infolge gemeinsamen Irrtums sei von der Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren nicht geltend gemacht worden. Die entsprechenden Berufungsausführungen verstießen gegen das Neuerungsverbot. Die geltend gemachte Schadenersatzforderung sei mit der Klägerin zu erörtern. Für den Fall, dass sie ihren Preisminderungsanspruch aufrechterhalte, seien jene Beträge aus dem Schadenersatzbegehren auszuscheiden, die auf die Hangsicherungskosten zur Herbeiführung der Bebaubarkeit des Grundstücks zurückzuführen seien. Der Rekurs an den Obersten Gerichtshof sei zulässig, weil zur Reichweite der gewährleistungsrechtlichen Einstandspflicht eines Verkäufers eines als Bauland gewidmeten Grundstücks bei im Rahmen der Bauführung auftretenden Mehrkosten, die aus einer unerwarteten Bodenbeschaffenheit resultierten, höchstgerichtliche Rechtsprechung fehle.
Gegen den Aufhebungsbeschluss richtet sich der Rekurs der Klägerin, die auf eine Bejahung ihres Preisminderungsanspruchs, in eventu ihres Vertragsanpassungsanspruchs, abzielt.
Mit seiner Rekursbeantwortung beantragt der Beklagte, den Rekurs zurückzuweisen, in eventu, diesem den Erfolg zu versagen.
1. Aufgrund eines Zulässigkeitsausspruchs des Berufungsgerichts im Sinn des § 519 Abs 1 Z 2 ZPO wird ein Aufhebungsbeschluss grundsätzlich anfechtbar. Der Zweck des Rekurses besteht allerdings in der Überprüfung der Rechtsansicht des Berufungsgerichts durch den Obersten Gerichtshof. Dementsprechend muss im Rekurs eine erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO geltend gemacht werden. Ist dies nicht der Fall, so muss der Rekurs zurückgewiesen werden (8 Ob 101/11b mwN).
Die Grundsätze zur Beurteilung der vom Berufungsgericht als erheblich qualifizierten Rechtsfrage sind in der Rechtsprechung längst geklärt. Auch sonst zeigt die Klägerin in ihrem Rekurs keine erhebliche Rechtsfrage auf.
2.1 Die Klägerin stützt sich in ihrem Rekurs in erster Linie auf einen Preisminderungsanspruch aus dem Titel der Gewährleistung und in eventu auf eine Vertragsanpassung nach § 872 ABGB zufolge eines gemeinsamen Irrtums.
Eine Mangelhaftigkeit im Sinne einer Vertragswidrigkeit besteht in einer qualitativen oder quantitativen Abweichung der Leistung vom vertraglich Geschuldeten. Der geschuldete Vertragsgegenstand wird durch die gewöhnlich vorausgesetzten oder die ausdrücklich oder stillschweigend zugesicherten Eigenschaften bestimmt. Ob eine Eigenschaft als zugesichert anzusehen ist, hängt nicht davon ab, was der Erklärende wollte, sondern was der Erklärungsempfänger nach Treu und Glauben aus der Erklärung des Vertragspartners erschließen durfte. Seine berechtigte Erwartung ist an der Verkehrsauffassung zu messen. Der Kaufgegenstand muss auch der Natur des Geschäfts oder der geschlossenen Verabredung entsprechend benützt und verwendet werden können. Die Vertragswidrigkeit eines Leistungsgegenstands ist allerdings nicht abstrakt, sondern immer aufgrund des konkreten Veräußerungsvertrags zu beurteilen (9 Ob 50/10h).
Aus diesen Grundsätzen folgt, dass beim Erwerb eines Baugrundstücks ohne Hinweis auf eine besondere Bodenbeschaffenheit im Allgemeinen ein natürlich gewachsener Untergrund erwartet werden kann (vgl 9 Ob 50/10h). Geschuldet wird die objektive Bebaubarkeit. Durch die allgemein gehaltene Mitteilung des Verwendungszwecks kann der Käufer das an die freie Auswahl des Kaufgegenstands geknüpfte Eigenrisiko grundsätzlich aber nicht auf den Verkäufer überwälzen (RIS-Justiz RS0018569). Den Vorinstanzen ist daher darin beizupflichten, dass für die Möglichkeit des Bauens nach einem bestimmten Plan oder zu einer bestimmten Zeit grundsätzlich nicht Gewähr zu leisten ist. Das Risiko erhöhter Baukosten trägt mangels gegenteiliger Vereinbarung grundsätzlich der Käufer.
2.2 Die objektive Bebaubarkeit des Grundstücks war im Anlassfall zweifellos gegeben. Dafür spricht schon die Baulandwidmung des hier fraglichen Grundstücks sowie der Umstand, dass der Klägerin für die Verwirklichung ihres Bauprojekts eine Baubewilligung erteilt wurde. Im Anlassfall kommt entscheidend hinzu, dass die Klägerin zunächst - entsprechend der Vertragslage - eine (vor-)gutachterliche Stellungnahme eingeholt hat. Danach wurde das Grundstück aus geotechnischer Sicht als bebaubar angesehen; größere Aushubtiefen sollten vermieden werden, um ein Nachrutschen der benachbarten Böschung auszuschließen. Im Rahmen des Bauverfahrens wurde von der Klägerin die Vorlage eines geotechnischen Bodengutachtens verlangt. Darin wurde der Untergrund grundsätzlich als standsicher bezeichnet. Aufgrund der großen Aushubtiefen wurde auf das Erfordernis entsprechender Sicherungsmaßnahmen hingewiesen.
2.3 Aus der zugrunde liegenden Vertragslage ergibt sich keine andere Risikoverteilung. Vielmehr wurde im Kaufvertrag ausdrücklich die Prüfung der Bebaubarkeit durch die Klägerin vorgesehen. Nach den Feststellungen machte der Beklagte auch keinerlei Äußerungen und Zusagen zur Bebaubarkeit des Grundstücks.
2.4 Die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass - für den Fall, dass der Beklagte keine Kenntnis von der Rutschhangeigenschaft (Kriechhang) des Grundstücks hatte - ein Gewährleistungsanspruch (Preisminderungsanspruch) nicht in Betracht kommt, erweist sich damit als nicht korrekturbedürftig.
3.1 Bei Unterlassung einer nach Treu und Glauben berechtigt erwarteten Aufklärung - hier über die allenfalls bekannte Bodenbeschaffenheit - darf nicht ohne weiteres eine schlüssige Zusage angenommen werden, wenn der Erwerber keine Auskünfte oder Belehrungen verlangt. Wenn aber der Verkäufer die Wichtigkeit der tatsächlich fehlenden Eigenschaft für den Käufer kennt oder diese zumindest erkennen muss, ist er bei Nichtaufklärung über das Fehlen der berechtigt erwarteten Eigenschaft grundsätzlich gewährleistungspflichtig (vgl RIS-Justiz RS0018468; 9 Ob 50/10h).
3.2 Das Erstgericht hat dazu festgestellt, dass der Beklagte zu keiner Zeit in Kenntnis von allfälligen Hangrutschungen oder Kriechbewegungen gewesen sei; er sei auch nicht von den Grundnachbarn auf solche Umstände angesprochen oder gar mit Ansprüchen konfrontiert worden. Zudem wurde festgestellt, dass sich unmittelbar angrenzend an das fragliche Grundstück zahlreiche Einfamilienhäuser befinden, die zum Teil mehrgeschossig ausgeführt sind.
Das Berufungsgericht bejahte in diesem Zusammenhang das Vorliegen eines relevanten Verfahrensmangels, den es darin begründet sah, dass es das Erstgericht unterlassen habe, einer Reihe von Anrainern zur Frage der Kenntnis des Beklagten über die Bodenbeschaffenheit bzw die Kriechbewegungen im Bereich des Grundstücks einzuvernehmen. Aus diesem Grund erachtete es das erstinstanzliche Verfahren als ergänzungsbedürftig.
Ist die dem Aufhebungsbeschluss zugrunde liegende Rechtsansicht des Berufungsgerichts - wie hier - nicht zu beanstanden, so kann der Oberste Gerichtshof, der nicht Tatsacheninstanz ist, nicht überprüfen, ob sich die vom Berufungsgericht angeordnete Ergänzung des Verfahrens oder der Feststellungen tatsächlich als notwendig erweist (RIS-Justiz RS0042179; RS0043414). Der zugrunde liegenden Beurteilung des Berufungsgerichts kann somit nicht entgegengetreten werden.
4.1 Zu dem im Rekurs der Klägerin thematisierten gemeinsamen Irrtum ist in der Rechtsprechung - trotz Kritik in der Lehre (vgl Rummel in Rummel³ § 871 ABGB Rz 18; Apathy/Riedler in Schwimann³ § 871 ABGB Rz 28; Bollenberger in KBB³ § 871 ABGB Rz 17; Pletzer in Kletečka/Schauer, ABGB-ON 1.01 § 871 Rz 57) - anerkannt, dass auch ein gemeinsamer Geschäftsirrtum der Vertragspartner die Anfechtung oder Anpassung des Vertrags rechtfertigen kann (RIS-Justiz RS0016230; 1 Ob 23/04w). Ein gemeinsamer Irrtum setzt voraus, dass beide Parteien demselben Irrtum unterliegen (RIS-Justiz RS0016226). Eine Anfechtung bzw Anpassung wegen gemeinsamen Irrtums ist daher mit der Behauptung, (arglistig) getäuscht worden zu sein, begrifflich unvereinbar (5 Ob 144/98g). Das tatsächliche Vorbringen zu einer arglistigen Irreführung oder einem veranlassten Irrtum schließt daher grundsätzlich nicht auch die rechtserzeugenden Tatsachen in Bezug auf einen gemeinsamen Irrtum mit ein (vgl RIS-Justiz RS0014766; 5 Ob 144/98g).
4.2 Im Anlassfall hat sich die Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren auf eine arglistige Irreführung durch den Beklagten sowie auf Irrtum berufen und dazu vorgetragen, dass den Bewohnern in der Umgebung die Bewegungen des Hanges in den letzten Jahrzehnten ebenso wie dem Beklagten bekannt gewesen seien und der Beklagte diesen Umstand gegenüber der Klägerin anlässlich der Verkaufsgespräche arglistig verschwiegen habe.
Die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass eine Irrtumsanfechtung wegen gemeinsamen Irrtums von der Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren nicht geltend gemacht wurde und ihre diesbezüglichen Ausführungen in der Berufung gegen das Neuerungsverbot verstoßen, erweist sich jedenfalls als nicht korrekturbedürftig.
5. Insgesamt ist der Rekurs der Klägerin trotz Zulässigkeitsausspruchs des Berufungsgerichts mangels Geltendmachung einer erheblichen Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO zurückzuweisen. Die Entscheidung über die Kosten des Rekursverfahrens gründet sich auf §§ 41, 50 ZPO. Der Beklagte hat auf die Unzulässigkeit des Rekurses hingewiesen (vgl RIS-Justiz RS0123222).
E108176
ECLI:AT:OGH0002:2014:0080OB00057.14M.0626.000
JJT_20140626_OGH0002_0080OB00057_14M0000_000