Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.12.2011&Aktenzeichen=2%20StR%20509/10
Timestamp: 2020-06-01 03:09:36
Document Index: 284488192

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 100', 'Art 1', 'Art 2', '§ 100', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 100', 'Art. 1', '§ 100', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 2', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.12.2011 - 2 StR 509/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,114
BGH, 22.12.2011 - 2 StR 509/10 (https://dejure.org/2011,114)
BGH, Entscheidung vom 22.12.2011 - 2 StR 509/10 (https://dejure.org/2011,114)
BGH, Entscheidung vom 22. Dezember 2011 - 2 StR 509/10 (https://dejure.org/2011,114)
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Art. 1 Abs. 1 GG; Art. 2 Abs. 1 GG; § 100 f StPO
Verfassungsunmittelbares (selbständiges) Beweisverwertungsverbot für ein mittels akustischer Überwachung in einem Kraftfahrzeug aufgezeichnetes Selbstgespräch (Schutz für Mitangeklagte; geschützter Kernbereich; Menschenwürde; Tagebuchentscheidung)
Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, § 100f StPO
GG Art. 1 Abs. 1; GG Art. 2 Abs. 1; StPO § 100f.
Selbstgespräche gelten vor Gericht nicht als Beweis
Art. 1, 2 GG; § 100 f StPO
Absolute Unverwertbarkeit abgehörter Selbstgespräche
keienborg.de (Entscheidungsanmerkung)
Kurznachricht zu "Tagebuchfall revisited - Der Bundesgerichtshof, die Gedankenfreiheit und ein Selbstgespräch im Auto" von RiOLG Prof. Dr. Matthias Jahn und Wiss. Mit. Elena Geck, original erschienen in: JZ 2012, 561 - 567.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.12.2011, Az.: 2 StR 509/10 (Unverwertbarkeit von mittels akustischer Überwachung aufgezeichneten Selbstgesprächen)" von AkR a.Z. Dr. Manuel Ladiges, LL.M. (Edinburgh), original erschienen in: StV 2012, 517 - 519.
Kurznachricht zu "Strafprozessual unantastbare "Kommunikation mit sich selbst"" von Prof. Dr. Wolfgang Mitsch, original erschienen in: NJW 2012, 1486 - 1488.
Kurznachricht zu "Anmerkungen zum Kernbereich privater Lebensgestaltung - Zugleich Besprechung von BGH, Urteil vom 22.12.2011 (2 StR 509/10), NStZ 2012, 277 -" von RegDir Dr. Gunter Warg, original erschienen in: NStZ 2012, 237 - 242.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.12.2011, Az.: 2 StR 509/10 (Strafprozessuale Unverwertbarkeit eines Sebstgespräches im Auto)" von StA Dr. Peter Allgayer, original erschienen in: NStZ 2012, 399 - 400.
StV 2012, 269
StV 2012, 517
AnwBl 2012, 159
JR 2012, 386
Nach Aufhebung dieses Urteils und Zurückverweisung der Sache an das Landgericht durch Urteil des Senats vom 22. Dezember 2011 - 2 StR 509/10 (BGHSt 57, 71 ff.) hat es den Angeklagten S. K. erneut wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, die Angeklagten W. und I. K. aber freigesprochen.
cc) Danach kann es dahinstehen, ob das Arzt-Patienten-Gespräch wie im vorliegenden Fall nicht ohnehin einem absoluten Verwertungsverbot wegen einer Verletzung des Kernbereichsschutzes unterliegt (…vgl. BGH, Urteile vom 10. August 2005 - 1 StR 140/05 Rn. 15, BGHSt 50, 206, 210 und vom 22. Dezember 2011 - 2 StR 509/10, BGHSt 57, 71, 74 ff. Rn. 13 ff.).
Der absolut geschützte Kernbereich der Persönlichkeitsentfaltung (Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) ist durch eine solche Verwertung nicht berührt, weil das öffentliche Interesse an einer umfassenden Aufklärung der Straftat überwiegt (vgl. dazu Senat, Urteil vom 22. Dezember 2011 - 2 StR 509/10, BGHSt 57, 71).
Dieses Urteil wurde durch Urteil des Bundesgerichtshofes vom 22.12.2011 - 2 StR 509/10 - mit den Feststellungen aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an das Landgericht Köln zurückverwiesen.
Selbstständige Beweisverwertungsverbote (Gespräch über konkret begangene …
Ergänzend zur Stellungnahme des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat: Dass das Landgericht von der durch die Nebenklägerin heimlich gefertigten Audioaufzeichnung des mit dem Angeklagten am 10. Februar 2017 geführten Telefongesprächs zu Beweiszwecken Gebrauch gemacht hat, begründet nach Abwägung der widerstreitenden Interessen kein Beweisverwertungsverbot; entgegen der Auffassung der Revision gehören Gespräche, die Angaben über konkret begangene Straftaten enthalten, nicht zum unantastbaren Kern privater Lebensgestaltung (BVerfG, Urteil vom 3. März 2004 - 1 BvR 2378/98, 1084/99, BVerfGE 109, 279, 319; Beschluss vom 26. Juni 2008 - 2 BvR 219/08, StraFo 2008, 421; BGH, Urteil vom 10. August 2005 - 1 StR 140/05, BGHSt 50, 206, 212; Senat, Urteil vom 22. Dezember 2011 - 2 StR 509/10, BGHSt 57, 71, 77 Rn. 18).
Selbst schwerwiegende Interessen der Allgemeinheit können Eingriffe in diesen Bereich nicht rechtfertigen (vgl. zum Selbstgespräch BGHSt 57, 71 ff); eine Abwägung nach Maßgabe des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes findet in diesen Fällen nicht statt.