Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202002,%203027
Timestamp: 2019-11-20 10:20:58
Document Index: 225008772

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 212', 'BGH', '§ 212', 'BGH', '§ 212', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 174', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH']

BGH, 18.06.2002 - VI ZR 448/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,974
BGH, 18.06.2002 - VI ZR 448/01 (https://dejure.org/2002,974)
BGH, Entscheidung vom 18.06.2002 - VI ZR 448/01 (https://dejure.org/2002,974)
BGH, Entscheidung vom 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 (https://dejure.org/2002,974)
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ZPO §§ 212a, 547 a. F.
Revision - Schadensersatz - Anlagebetrug - Urteilszustellung - Empfangsbekenntnis - Aufgestempeltes Eingangsdatum - Gegenbeweis
Gegenbeweis zum Empfangsbekenntnis
ZPO §§ 212a 547 (a.F.)
Verfahrensrecht - Unrichtige Angaben im Empfangsbekenntnis
Unrichtigkeit des Empfangsbekenntnisses
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brak-mitteilungen.de , S. 14 (Kurzanmerkung)
NJW 2002, 3027
MDR 2002, 1332
FamRZ 2002, 1470
VersR 2002, 1171
Allerdings erbringt ein datiertes und unterschriebenes Empfangsbekenntnis grundsätzlich den vollen Beweis nicht nur für die Entgegennahme des darin bezeichneten Schriftstücks als zugestellt, sondern auch für den Zeitpunkt dieser Entgegennahme (vgl. etwa BGH 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 - LM ZPO § 212a Nr. 35, zu II 1 der Gründe, mwN).
Da hiernach der Beweiswert des Empfangsbekenntnisses gemindert ist, bedarf es zur Widerlegung des in ihm beurkundeten Empfangsdatums nicht des andernfalls erforderlichen, strengen Anforderungen unterliegenden Gegenbeweises (vgl. dazu BAG 28. Mai 2000 - 3 AZR 500/01 -, zu A der Gründe; BGH 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 - LM ZPO § 212a Nr. 35, zu II 2 der Gründe).
Allerdings ist der Gegenbeweis der Unrichtigkeit des im Empfangsbekenntnis angegebenen Datums zulässig (BGH 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 - NJW 2002, 3027).
Der Gegenbeweis ist nur erbracht, wenn die Beweiswirkung des § 212a ZPO vollständig entkräftet und jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, dass die Angaben des Empfangsbekenntnisses richtig sein können (BGH 18. Juni 2002 aaO; BGH 13. Juni 1996 - VII ZB 7/96 - NJW 1996, 2514; 17. Oktober 1986 - V ZR 8/86 - NJW 1987, 325; 17. Januar 1980 - VII ZB 16/79 - NJW 1980, 998).
Er verlangt, daß die Beweiswirkung des § 212a ZPO a. F. vollständig entkräftet und jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß die Angaben des Empfangsbekenntnisses richtig sein können; hingegen ist der Beweis des Gegenteils nicht schon dann geführt, wenn lediglich die Möglichkeit der Unrichtigkeit besteht, die Richtigkeit der Angaben also nur erschüttert ist (…vgl. z. B. Senatsurteile vom 24. April 2001 - VI ZR 258/00 - aaO und vom 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 - VersR 2002, 1171 f.).
Dieser Gegenbeweis setzt allerdings voraus, dass die Beweiswirkung des § 174 ZPO vollständig entkräftet und jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, dass die Datumsangaben im Empfangsbekenntnis richtig sein können; hingegen ist der Gegenbeweis nicht schon dann geführt, wenn lediglich die Möglichkeit der Unrichtigkeit besteht, die Richtigkeit der Angaben also nur erschüttert ist (BGH, Urteil vom 18. Januar 2006 - VIII ZR 114/05, NJW 2006, 1206; Urteil vom 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01, NJW 2002, 3027).
Das aber genügt - wie auch die Rechtsbeschwerde nicht verkennt - zum Beweis der Unrichtigkeit der in dem Empfangsbekenntnis enthaltenen Angaben, an den strenge Anforderungen zu stellen sind, nicht (BGH, Beschluß vom 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01, NJW 2002, 3027, 3028 m.w.Nachw.).
Er verlangt, daß die Beweiswirkung des § 212a ZPO a.F. vollständig entkräftet und jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß die Angaben des Empfangsbekenntnisses richtig sein können; hingegen ist der Beweis des Gegenteils nicht schon dann geführt, wenn lediglich die Möglichkeit der Unrichtigkeit besteht, die Richtigkeit der Angaben also nur erschüttert ist (…vgl. z.B. Senatsurteile vom 24. April 2001 - VI ZR 258/00 - aaO und vom 18. Juni 2002 - VI ZR 448/01 - VersR 2002, 1171 f.).
Dieses Empfangsbekenntnis erbringt den Beweis für die Entgegennahme des bezeichneten Schriftstücks als zugestellt und für den Zeitpunkt der Entgegennahme der Zustellung (Bundesverfassungsgericht NJW 2001 S. 1563 f., 1564; BGH NJW 1990 S. 2125; NJW 2001 S. 2722 f., 2723; NJW 2002 S. 3027 f., 3028 und NJW 2003 S. 2460).
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