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Timestamp: 2016-10-26 17:10:49
Document Index: 268861621

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 16', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 64']

T.________, geboren 1966, hatte sich am 14. Dezember 2000 bei einer Auffahrkollision eine Distorsion der Halswirbels�ule zugezogen. Gem�ss Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ vom 24. Juni 2005 war er unfallbedingt zu 35% arbeitsunf�hig. Die "Winterthur" Schweizerische Versicherungsgesellschaft, heute AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA), bei welcher er f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert war, sprach ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 2005 eine Invalidenrente basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 38% zu (Verf�gung vom 11. Oktober 2005 und Einspracheentscheid vom 22. Juni 2006). Im Zuge eines Revisionsverfahrens holte die Invalidenversicherung ein Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ vom 5. August 2010 ein, welches dem Versicherten nunmehr eine volle Arbeitsf�higkeit attestierte. Gest�tzt darauf hob die AXA die Rente mit Wirkung ab dem 1. April 2011 auf (Verf�gung vom 11. April 2011 und Einspracheentscheid vom 20. September 2011).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 16. August 2012 teilweise gut und sprach dem Versicherten ab dem 11. April 2011 eine Invalidenrente basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 15% zu.
Die AXA f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Des Weiteren ersucht sie um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde.
W�hrend T.________ auf Abweisung der Beschwerde schliessen und um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 3. Dezember 2012 hat der Instruktionsrichter dem Antrag der AXA betreffend aufschiebende Wirkung stattgegeben, nachdem sich der Beschwerdegegner damit einverstanden erkl�rt hat.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG), zu den Begriffen der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 ATSG), zur Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG), zur Rentenrevision (Art. 17 ATSG) sowie zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99; 125 V 256 E. 4 S. 261 f.; vgl. auch AHI 2002 S. 62, I 82/01 E. 4b/cc) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Nach den vorinstanzlichen Erw�gungen sind die �rzte der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ in somatischer Hinsicht trotz im Wesentlichen unver�nderter Situation zu einer anderen Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit gelangt als die Vorgutachter, was jedoch nach Auffassung des kantonalen Gerichts - insoweit - eine Rentenrevision nicht zu rechtfertigen vermag.
Gem�ss den Ausf�hrungen der Gutachter der Medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ vom 24. Juni 2005 konnten die als v�llig invalidisierend empfundenen Beschwerden anl�sslich der damaligen Abkl�rungsuntersuchungen nicht vollumf�nglich durch objektivierbare Befunde unterlegt werden. Es wurden eine Fehlform beziehungsweise Fehlhaltung, degenerative Ver�nderungen und Diskusprotrusionen an der Halswirbels�ule festgestellt, zervikale Beschwerden seien jedoch erst im Anschluss an die bei der Auffahrkollision durchgemachte Verletzung aufgetreten. Der Versicherte litt des Weiteren unter Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden; die diesbez�gliche neurologische Abkl�rung war unergiebig bei v�llig normalen klinisch-neurologischen Untersuchungsbefunden. Schliesslich wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4) und eine anhaltende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) diagnostiziert. Nicht unfallbedingt waren die lumbalen Beschwerden.
Die Gutachter der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ sind zum Schluss gelangt, dass keine Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit mehr bestehe. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, waren die somatischen Befunde gegen�ber dem Vorgutachten unver�ndert. In psychischer Hinsicht hatte sich eine erhebliche Verbesserung eingestellt, was auch der Versicherte selber nicht bestreitet; die Gutachter der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ haben keine psychiatrischen Diagnosen mehr erhoben.
Die Beschwerdef�hrerin hatte mit Verf�gung vom 11. Oktober 2005 und Einspracheentscheid vom 22. Juni 2006 ihre Leistungspflicht f�r das Unfallereignis vom 14. Dezember 2000 anerkannt und dem Versicherten zufolge der Distorsion der Halswirbels�ule, welche er sich dabei zugezogen hatte, und der anhaltenden, f�r eine solche Verletzung typischen Beschwerden eine Invalidenrente zugesprochen. Damit haftete sie gem�ss der sogenannten Schleudertrauma-Praxis f�r ein "buntes" Beschwerdebild, welches - ausgehend von den Ergebnissen der medizinischen Forschung - einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbels�ule zugeschrieben werden und eine Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit verursachen kann, auch wenn die festgestellten Funktionsausf�lle organisch nicht nachweisbar sind (SVR 2010 UV Nr. 30 S. 120, 8C_537/2009 E. 6.2).
Entscheidwesentlich, bei der vorinstanzlichen Beurteilung jedoch unber�cksichtigt geblieben ist, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht geltend macht, dass es sich bei der gesundheitlichen Beeintr�chtigung um die geltend gemachten Folgen des am 14. Dezember 2000 erlittenen Schleudertraumas handelt, organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen aber gem�ss �bereinstimmenden gutachtlichen Einsch�tzungen nicht vorliegen. Dass nach Einsch�tzung der Gutachter der Medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ dennoch eine betr�chtliche Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bestand, fand seine Begr�ndung in den dort erhobenen psychischen Befunden. In dieser Hinsicht jedoch hat sich seit der urspr�nglichen Rentenzusprechung, bei unver�nderten organisch objektiv nicht ausgewiesenen Befunden, unbestrittenerweise eine erhebliche Verbesserung eingestellt. Es zeigten sich anl�sslich der Untersuchung in der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ keinerlei psychische Krankheitszeichen oder Defizite. Unter diesen Umst�nden sprechen keine konkreten Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der neuen Expertise und die Einsch�tzung einer zumutbaren vollen Arbeitsf�higkeit durch die Gutachter Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).
Eine neue medizinische Beurteilung, die mit der Entwicklung der Rechtspraxis zur Invalidit�t bei psychosomatischen Leiden (BGE 131 V 49; 130 V 352; 136 V 279) begr�ndet wird, k�nnte weder unter dem Gesichtspunkt von Art. 17 ATSG noch unter einem anderen Anpassungstitel eine neue Beurteilung des Anspruchs veranlassen. Hier jedoch ist mit der erheblichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes, welcher bei der urspr�nglichen Rentenzusprechung mit Blick auf die geklagten organisch objektiv nicht ausgewiesenen Beschwerden ausschlaggebend war f�r die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit, eine wesentliche �nderung in den tats�chlichen Verh�ltnissen eingetreten. Im Rahmen der festgestellten erheblichen Tatsachen�nderung darf eine zwischenzeitlich ver�nderte Rechtspraxis ber�cksichtigt werden (BGE 136 V 279; 130 V 352; SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.1; Urteil 8C_459/2012 vom 8. November 2012 E. 4.2.1).
Da gem�ss Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle Y.________ unfallbedingt keine Limitierung der Arbeitsf�higkeit in der zuvor ausge�bten T�tigkeit als Lagerist besteht, er�brigen sich Weiterungen in erwerblicher Hinsicht. Die Aufhebung der Rente durch die Beschwerdef�hrerin erweist sich damit als rechtens.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die Gerichtskosten werden dem unterliegenden Beschwerdegegner auferlegt (Art. 65 Abs. 4 lit. a in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 BGG). Die unentgeltliche Rechtspflege (im Sinne der vorl�ufigen Befreiung von den Gerichtskosten und der unentgeltlichen Verbeist�ndung, Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 BGG) kann gew�hrt werden, weil die Bed�rftigkeit aktenkundig ist und die Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanw�ltin geboten war. Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 16. August 2012 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 20. September 2011 best�tigt.
Dem Beschwerdegegner wird die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt und Rechtsanwalt Dr. Beat Frischkopf wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdegegners wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.