Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211960
Timestamp: 2018-12-13 03:26:23
Document Index: 266161029

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 5', '§ 21', '§ 11', '§ 11', '§ 1', '§ 73', '§ 4', '§ 74', '§ 29', '§ 2', '§ 31', '§ 39', '§ 37']

(GVBl.II/02, [Nr. 20], S.434)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Seeburger Fenn - Sümpelfichten”.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 93 Hektar. Es umfasst Flächen in den Gemarkungen:
Groß-Glienicke Flure 1, 2;
Seeburg Flure 2, 3.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, sowie beim Landkreis Potsdam-Mittelmark, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
die Sicherung und Entwicklung einer strukturreichen Landschaft mit Feuchtgebieten und Kleinge- wässern;
die Sicherung von Standorten für typische, seltene und in ihrem Bestand gefährdete wild wachsende Pflanzengesellschaften, insbesondere von wechselfeuchten Wiesen und Erlenbruchwäldern;
der Erhalt eines mannigfaltigen Komplexes von Stillgewässern und Niedermooren unterschiedlicher Trophie mit dem Vorkommen seltener, gefährdeter und charakteristischer Lebensgemeinschaften, insbesondere der Wasserpflanzengesellschaften, Röhrichte und Seggenriede der Zwischen- und Hochmoorgesellschaften und der Moor- und Bruchwälder;
der Erhalt von Lebensraum typischer, seltener und in ihrem Bestand gefährdeter Tierarten der Feuchtgebiete, insbesondere für Greifvögel und Arten gemäß § 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, sowie die Sicherung eines weiträumigen Waldgebietes als Schutz- und Pufferzone für störungsempfindliche Tierarten, sowie die Sicherung eines Wiederausbreitungszentrums für die benachbarten Schutzgebiete;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes aus ökologischen Gründen und zur Herstellung des Biotopverbundes vom Naturschutzgebiet „Döberitzer Heide” zu den Schutzgebieten der Gatower Heide bis zum Breitehorn am Havelufer;
die Erhaltung der Sukzessionsflächen für die wissenschaftliche Beobachtung der natürlichen Vegetationsdynamik, der Wald-Ökosystemforschung und der Lebensräume auf derartige Flächen spezialisierter Pflanzen- und Tierarten.
(1) Vorbehaltlich der nach § 5 zulässigen Handlungen sind in dem Naturschutzgebiet gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können. (2) Es ist insbesondere verboten:
Wiesen oder Weiden oder sonstiges Grünland umzubrechen oder einzusäen;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen;
bei der Bestandsgründung der Naturverjüngung über natürliche Sukzession der Vorrang gegenüber Pflanzung einzuräumen ist,
die Gehölz- und Waldentwicklung in und im Umkreis von 50 Metern um die Moore fortwirtschaftlich nicht beeinflusst wird,
der Anteil von Alt- und Totholz rund 10 vom Hundert des stehenden Vorrats nicht unterschreiten soll,
keine Horst- oder Höhlenbäume entfernt werden dürfen;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung auf den bisher rechtmäßig genutzten Flächen;
die Neuanlage von Wildäckern oder Ansaatwildwiesen verboten ist,
die Anlage von Kirrungen in Feuchtgebieten, im Flechten-Kiefernwald oder auf Trockenrasen verboten ist;
Die Kiefernforste sollen langfristig in naturnahe, reich strukturierte Mischwaldbestände mit standortheimischen Laubbaumarten oder in den Flechten-Kiefernwald übergeführt werden.
Entlang der vorhandenen Feld- und Wirtschaftswege sollen mittelfristig Gehölzstreifen angelegt werden. Die Strukturen der Waldsäume sollen durch Pflegemaßnahmen entwickelt werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften des § 4 zuwiderhandelt. (2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu 51 129,19 Euro (in Worten: einundfünfzigtausendeinhundertneunundzwanzig Euro, neunzehn Cent) geahndet werden.
(1) Die Aufstellung einer Behandlungsrichtlinie zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzwecks sowie die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes. (2) Die Vorschriften dieser Verordnung gehen anderen naturschutzrechtlichen Schutzgebietsausweisungen im Bereich des in § 2 genannten Gebietes vor. (3) Soweit diese Verordnung keine weiter gehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wild lebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 39 bis 55 des Bundesnaturschutzgesetzes, §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Seeburger Fenn - Sümpelfichten"
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 93 Hektar. Es umfasst folgende Flächen:
Groß-Glienicke 1 7, 16, 28, 29 (anteilig), 30 (anteilig), 32 (anteilig), 68/1 (anteilig), 74 (anteilig), 75 (anteilig), 77, 78, 79, 80, 81, 101 (anteilig);
2 2/1 (anteilig), 11/1 (anteilig), 11/2, 12/1, 12/2, 14/2, 15, 32/1, 32/2, 32/5 (anteilig), 33, 34/1, 34/2, 35-46, 56, 57 (anteilig), 58 (anteilig), 59-63, 69-71, 74-75, 81-84, 85/2, 86-89, 98/2, 102-120, 128 (anteilig), 129;
Seeburg 2 97 (anteilig), 98/1 (anteilig), 103, 106/1, 107-114;
3 117/1, 117/2, 118/1, 118/2, 119-124, 125 (anteilig), 126-131.