Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%20141,%20262
Timestamp: 2020-04-01 11:01:12
Document Index: 91046103

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 43', '§ 2', 'Art. 12', '§ 43', 'Art 12', '§ 44', '§ 2', '§ 43', 'Art 12', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 43', '§ 2', 'Art. 12', '§ 44', '§ 43', 'Art. 12', '§ 44', '§ 44', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'Art. 12', '§ 31', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 43', '§ 2']

BVerwG, 13.12.2011 - 8 C 24.10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,3577
BVerwG, 13.12.2011 - 8 C 24.10 (https://dejure.org/2011,3577)
BVerwG, Entscheidung vom 13.12.2011 - 8 C 24.10 (https://dejure.org/2011,3577)
BVerwG, Entscheidung vom 13. Dezember 2011 - 8 C 24.10 (https://dejure.org/2011,3577)
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KWG § 44c Abs. 1 Satz 1; BRAO § 43a Abs. 2; BORA § 2; GG Art. 12 Abs. 1
Dauerverwaltungsakt; Auskunftspflicht; Vorlagepflicht; Geschäftsunterlagen; Geschäfte; unerlaubt; Rechtsanwalt; Unternehmen; Beschränkung; Ausschluss; Vorrang; Verschwiegenheit; Verschwiegenheitspflicht; anwaltliche Tätigkeit; Regelung; spezifische; Ermessen; geeignet; ...
§ 43a Abs 2 BRAO, Art 12 Abs 1 GG, § 44c Abs 1 S 1 KredWG, § 2 RABerufsO
Anwaltliche Verschwiegenheit und Pflicht zur Auskunftserteilung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Beschränkung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht durch Auskunftspflicht gegenüber der BaFin
Zur Auskunftserteilung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
§ 43a BRAO, Art 12 GG, § 44c KredWG
Kreditwesengesetz und anwaltliche Verschwiegenheit
Auskunftsverlangen der BaFin verfassungskonform?
Auskunftsersuchen nach § 44c KWG gegen einen Rechtsanwalt
KWG § 44c; BRAO § 43a Abs. 2; BORA § 2; GG Art. 12
Anwaltliche Verschwiegenheit gegenüber der BaFin
KWG § 44c Abs. 1 Satz 1; BRAO § 43a Abs. 2; GG Art. 12 Abs. 1
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 13.12.2011, Az.: 8 C 24/10 (Auskunftsersuchen nach § 44c KWG gegen einen Rechtsanwalt)" von RA Dr. Dirk Weitze und Ass. iur. Hermann Hoffmann, original erschienen in: DStR 2012, 1474 - 1475.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 13.12.2011, Az.: 8 C 24/10 (Rechtsanwälte können trotz Verschwiegenheit zu Auskünften nach § 44c KWG verpflichtet sein)" von RA/FAStR Prof. Dr. Axel Pestke, original erschienen in: Stbg 2012, 562 - 567.
BVerwGE 141, 262
NJW 2012, 1241
ZIP 2012, 830
AnwBl 2012, 655
AnwBl Online 2012, 205
Mit Beschlüssen vom 23. September 2009 hat der Senat die Revisionsverfahren - BVerwG 8 C 24.10 bis 31.09 - zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung unter dem Aktenzeichen BVerwG 8 C 24.09 verbunden.
c) Im Streitfall kann offen bleiben, ob die in § 18a UStG unter den dort genannten Voraussetzungen allgemein für sämtliche Unternehmen gesetzlich normierte Pflicht zur Abgabe einer Zusammenfassenden Meldung nicht ohnehin die anwaltliche Schweigepflicht zulässigerweise einschränkt (vgl. dazu BVerwG-Urteil in BVerwGE 141, 262, DStR 2012, 1474, Rz 25 f., 30 ff.).
In diesem Zusammenhang werde Bezug genommen auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2011 (8 C 24.10, ZIP 2012, 830).
Insoweit werde Bezug genommen auf das BVerwG-Urteil vom 13. Dezember 2011 (8 C 24/10, Rn. 21).
Die Erfüllung allgemeiner gesetzlichen Pflichten könne nicht unter Berufung auf anwaltliche Verschwiegenheit verweigert werden (BVerwG-Urteil vom 13. Dezember 2011, a.a.O., Rn. 24, 25).
Soweit sich die Klägerin auf das BVerwG-Urteil vom 13. Dezember 2011 (8 C 24/10, BVerwGE 141, 262; ZIP 2012, 830) beruft, ist ihr entgegenzuhalten, dass das BVerwG in dieser Entscheidung u.a. hervorgehoben hat, dass die Pflicht des Rechtsanwalts zur Verschwiegenheit nicht ausnahmslos gilt.
Auskunftspflichten, die das Gesetz jedermann oder einer nicht nach dem Beruf abgegrenzten Gruppe auferlegt, treffen grundsätzlich auch Rechtsanwälte (vgl. BVerwG-Urteil vom 13. Dezember 2011 - 8 C 24/10, BVerwGE 141, 262; ZIP 2012, 830).
Nach § 2 Abs. 2 und 3 BORA gilt die Pflicht zur Verschwiegenheit auch dann nicht, sofern Gesetz und Recht eine Ausnahme fordern oder zulassen (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - BVerwG 8 C 24.10 - juris Rn. 24 ff. zu § 2 Abs. 3 BORA a.F.) oder wenn der Mandant in die Informationspreisgabe einwilligt.
Zwar dient die anwaltliche Schweigepflicht auch dem Interesse der Allgemeinheit an einer wirksamen und rechtsstaatlich geordneten Rechtspflege (BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - BVerwG 8 C 24.10 - juris Rn. 29).
Durch die rechtsanwaltliche Pflicht zur Verschwiegenheit geschützt sind insbesondere die Identität des Mandanten, die Tatsache seiner Beratung sowie diesbezügliche Unterlagen (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.12.2011, 8 C 24.10, juris Rn. 28;… Urt. v. 30.9.2009, 2 A 1.08, BVerwGE 135, 77, juris Rn. 37 m.w.N.;… zum Zeugnisverweigerungsrecht des Steuerberaters: BFH, Urt. v. 14.5.2002, IX R 31/00, BFHE 198, 319, juris Rn. 14 ff.).
Sie zielt auch für den Rechtsanwalt auf eine möglichst unreglementierte berufliche Tätigkeit ab (…vgl. BVerfG, Urt. v. 30.3.2004, 2 BvR 1520, 1521/01, BVerfGE 110, 226, juris Rn. 99; BVerwG, Urt. v. 13.12.2011, 8 C 24.10, BVerwGE 141, 262, juris Rn. 28).
Zum einen sind Ausnahmen von der beruflich bestimmten Pflicht des § 2 Abs. 3 BORA dann möglich, wenn sie ihre Grundlage in einer allgemeinen, nicht berufsspezifischen Regelung finden, die das Gesetz jedermann und nicht nur einer nach dem Beruf abgegrenzten Gruppe auferlegt (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.12.2011, BVerwGE 141, 262, juris Rn. 25;… BFH, Urt. v. 26.2.2004, IV R 50/01, BFHE 205, 234, juris Rn. 14).
Die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht bezieht sich auf alles, was dem Rechtsanwalt gerade in Ausübung seines Berufs als Anwalt bekannt geworden ist (BVerwG, Urteil vom 13.12.2011, 8 C 24/10, juris Rn. 21).
Integrität, Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit des Anwalts sind die Grundbedingungen dafür, dass dieses Vertrauen entstehen kann (BVerfG…, Urteil vom 30.3.2004, 2 BvR 1520/01, BVerfGE 110, 26 ff., juris Rn. 101; BVerwG, Urteil vom 13.12.2011, 8 C 24/10, juris Rn. 28).
Diese Auskunftspflichten treffen grundsätzlich auch Rechtsanwälte (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.12.2011, 8 C 24/10, juris Rn. 25).
Die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht, die Teil der durch Art. 12 Abs. 1 GG gewährleisteten Freiheit der Berufsausübung ist (BVerwG, Urteil vom 13.12.2011, 8 C 24/10, juris Rn. 28), dürfte deshalb nur dann berührt werden können, wenn der Fahrer des ihm vom Anwalt überlassenen Kraftfahrzeugs unerkannt eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat damit begeht und hinsichtlich dieser anschließend den Fahrzeughalter als Verteidiger beauftragt.
Ein solches widerspräche dem Sinn und Zweck des § 31a StVZO, einer Vorschrift, die legitime Gründe des allgemeinen Wohls verfolgt und deshalb grundsätzlich geeignet ist, auch das Grundrecht des Rechtsanwalts auf freie Berufsausübung einzuschränken (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.12.2011, 8 C 24/10, juris Rn. 31).
Auch eine Ausnahme, die ihre Grundlage in einer allgemeinen, nicht berufsspezifischen Regelung findet (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - 8 C 24.10 - BVerwGE 141, 262, juris Rn. 25), ist nicht einschlägig.
Zwar müssen Ausnahmen der anwaltlichen Schweigepflicht im Gesetz nicht speziell geregelt sein (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011, a.a.O. Rn. 26), so dass es unschädlich ist, dass die vom Verwaltungsgericht angenommene Grenze der Verschwiegenheitspflicht über den angeführten Regelungsinhalt des § 2 Abs. 2 BORA hinausgehen dürfte.
BGH, 18.06.2018 - AnwZ (Brfg) 61/17
Erteilung einer berufsrechtlichen Belehrung wegen einer Verletzung der Pflicht …
Er verweist weiter auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2011 (8 C 24/10, NJW 2012, 1241).
Die Einschränkung des Grundrechts von Rechtsanwälten auf Verschwiegenheit durch Auskunfts- und Vorlageersuchen der BaFin hat das Bundesverwaltungsgericht in der Entscheidung vom 13. Dezember 2011 (8 C 24.10, NJW 2012, 1241) dem Grunde nach ausdrücklich als verhältnismäßig erkannt.
Nach § 2 Abs. 3 BORA gilt die Pflicht zur Verschwiegenheit nicht, wenn andere Rechtsvorschriften Ausnahmen zulassen, wobei diese nicht im Gesetz speziell geregelt sein müssen (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - BVerwG 8 C 24.10 - Juris Rn. 24 ff.).
Ein Recht des Anwalts zur Verschwiegenheit aus § 43a BRAO bzw. § 2 BORA besteht nur, soweit er dazu auch verpflichtet ist (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - BVerwG 8 C 24/10 - Juris Rn. 28 f. "dementsprechend").