Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/59106,0.html
Timestamp: 2019-12-06 15:38:41
Document Index: 35554892

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 34', '§ 32', '§ 32', '§ 34', '§ 32']

Normative Einschränkung von Arglosigkeit
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Normative Einschränkung von Arglosigkeit
Verfasst am: 09 März 2006 - 17:09:32 Titel: Normative Einschränkung von Arglosigkeit
Ich brauch dringenst eure hilfe!!!!!
Ich versteh diese normative einschränkung einfach nicht. Kann mir die bitte jemand so erklären, dass ich die auch verstehe....
ich kann es mir einfach nicht selbst erklären...
und warum ist diese bei Dauergefahr abzulehnen?
Verfasst am: 09 März 2006 - 21:59:37 Titel: Re: Normative Einschränkung von Arglosigkeit
Nee, nicht Du brauchst Hilfe, der BGH braucht Hilfe... Mit dieser (guten) Fragestellung bist Du eigentlich schon "im" Problem.
So manche Stimme in der Literatur kann gerade diese Differenzierung auch nicht nachvollziehen.
Der BGH geht davon aus, daß im Falle einer Notwehrlage (Inzidentfrage) das Heimtückemerkmal normativ einzuschränken sei, überträgt diesen Gedankengang aber nicht auf Fälle des § 34 (s. "Raubkopien" vs. "Familientyrann"). Das heißt nichts anderes, als daß man neben der rein tatsächlich vorliegenden Arglosigkeit auch noch in wertender Betrachtung unter Berücksichtigung des § 32 fragt, ob der denn auch arglos sein DURFTE.
Die Unterscheidung mag man mit den unterschiedlichen Regelungssituationen bei § 32 und § 34 rechtfertigen (§ 32: ein Angreifer und dessen Rechtsgüter, "Zuspitzung"), angesichts der angezeigten restriktiven Auslegung der Mordmerkmale, brennendes Problem gerade der Heimtücke, kann man das im Ergebnis auch für wenig nachvollziehbar halten. Das ergibt sich schon daraus, daß es sich im Kern eben um eine Wertungsfrage handelt.