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Timestamp: 2020-07-06 06:10:02
Document Index: 35137909

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 14', '§ 58', '§ 5', '§ 2', '§ 8', '§ 1', '§ 26', '§ 1', '§ 26', '§ 26', '§ 32', '§ 32', '§ 52', '§ 32', '§ 52', '§ 32', '§ 24', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 65', '§ 66']

EStG § 32 Kinder, Freibeträge für Kinder - NWB Gesetze
EStG § 32 i.d.F. 29.06.2020
§ 32 Kinder, Freibeträge für Kinder [1]
(1) Kinder sind
im ersten Grad mit dem Steuerpflichtigen verwandte Kinder,
Pflegekinder (Personen, mit denen der Steuerpflichtige durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den Eltern nicht mehr besteht).
(2) 1Besteht bei einem angenommenen Kind das Kindschaftsverhältnis zu den leiblichen Eltern weiter, ist es vorrangig als angenommenes Kind zu berücksichtigen. 2Ist ein im ersten Grad mit dem Steuerpflichtigen verwandtes Kind zugleich ein Pflegekind, ist es vorrangig als Pflegekind zu berücksichtigen.
(3) Ein Kind wird in dem Kalendermonat, in dem es lebend geboren wurde, und in jedem folgenden Kalendermonat, zu dessen Beginn es das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, berücksichtigt.
(4) 1Ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, wird berücksichtigt, wenn es
noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat, nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht und bei einer Agentur für Arbeit im Inland als Arbeitsuchender gemeldet ist oder
noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat und
für einen Beruf ausgebildet wird oder
sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten befindet, die zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehr- oder Zivildienstes, einer vom Wehr- oder Zivildienst befreienden Tätigkeit als Entwicklungshelfer oder als Dienstleistender im Ausland nach § 14b des Zivildienstgesetzes oder der Ableistung des freiwilligen Wehrdienstes nach § 58b des Soldatengesetzes oder der Ableistung eines freiwilligen Dienstes im Sinne des Buchstaben d liegt, oder
eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann oder
ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder eine Freiwilligenaktivität im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 2018/1475 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2. Oktober 2018 zur Festlegung des rechtlichen Rahmens des Europäischen Solidaritätskorps sowie zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1288/2013 und der Verordnung (EU) Nr. 1293/2013 sowie des Beschlusses Nr. 1313/2013/EU (ABI L 250 vom 4.10.2018 , S. 1) oder einen anderen Dienst im Ausland im Sinne von § 5 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes oder einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ im Sinne der Förderleitlinie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 1. Januar 2016 oder einen Freiwilligendienst aller Generationen im Sinne von § 2 Absatz 1a des Siebten Buches Sozialgesetzbuch oder einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst im Sinne der Richtlinie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 25. Mai 2018 (GMBl S. 545) oder einen Bundesfreiwilligendienst im Sinne des Bundesfreiwilligendienstgesetzes leistet oder
[2] wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten; Voraussetzung ist, dass die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.
2Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 nur berücksichtigt, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. 3Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Sinne der §§ 8 und 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch sind unschädlich.
(5) [3] 1In den Fällen des Absatzes 4 Satz 1 Nummer 1 oder Nummer 2 Buchstabe a und b wird ein Kind, das
den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet hat, oder
sich anstelle des gesetzlichen Grundwehrdienstes freiwillig für die Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet hat, oder
eine vom gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst befreiende Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes ausgeübt hat,
für einen der Dauer dieser Dienste oder der Tätigkeit entsprechenden Zeitraum, höchstens für die Dauer des inländischen gesetzlichen Grundwehrdienstes oder bei anerkannten Kriegsdienstverweigerern für die Dauer des inländischen gesetzlichen Zivildienstes über das 21. oder 25. Lebensjahr hinaus berücksichtigt. 2Wird der gesetzliche Grundwehrdienst oder Zivildienst in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, geleistet, so ist die Dauer dieses Dienstes maßgebend. 3Absatz 4 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.
(6) 1Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer wird für jedes zu berücksichtigende Kind des Steuerpflichtigen ein Freibetrag von 2 586 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (Kinderfreibetrag) sowie ein Freibetrag von 1 320 Euro für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes vom Einkommen abgezogen. 2Bei Ehegatten, die nach den §§ 26, 26b zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, verdoppeln sich die Beträge nach Satz 1, wenn das Kind zu beiden Ehegatten in einem Kindschaftsverhältnis steht. 3Die Beträge nach Satz 2 stehen dem Steuerpflichtigen auch dann zu, wenn
der andere Elternteil verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder
der Steuerpflichtige allein das Kind angenommen hat oder das Kind nur zu ihm in einem Pflegekindschaftsverhältnis steht.
4Für ein nicht nach § 1 Absatz 1 oder 2 unbeschränkt einkommensteuerpflichtiges Kind können die Beträge nach den Sätzen 1 bis 3 nur abgezogen werden, soweit sie nach den Verhältnissen seines Wohnsitzstaates notwendig und angemessen sind. 5Für jeden Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für einen Freibetrag nach den Sätzen 1 bis 4 nicht vorliegen, ermäßigen sich die dort genannten Beträge um ein Zwölftel. 6Abweichend von Satz 1 wird bei einem unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Elternpaar, bei dem die Voraussetzungen des § 26 Absatz 1 Satz 1 nicht vorliegen, auf Antrag eines Elternteils der dem anderen Elternteil zustehende Kinderfreibetrag auf ihn übertragen, wenn er, nicht jedoch der andere Elternteil, seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind für das Kalenderjahr im Wesentlichen nachkommt oder der andere Elternteil mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist. 7Eine Übertragung nach Satz 6 scheidet für Zeiträume aus, für die Unterhaltsleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gezahlt werden. 8Bei minderjährigen Kindern wird der dem Elternteil, in dessen Wohnung das Kind nicht gemeldet ist, zustehende Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auf Antrag des anderen Elternteils auf diesen übertragen, wenn bei dem Elternpaar die Voraussetzungen des § 26 Absatz 1 Satz 1 nicht vorliegen. 9Eine Übertragung nach Satz 8 scheidet aus, wenn der Übertragung widersprochen wird, weil der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut. 10Die den Eltern nach den Sätzen 1 bis 9 zustehenden Freibeträge können auf Antrag auch auf einen Stiefelternteil oder Großelternteil übertragen werden, wenn dieser das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat oder dieser einer Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind unterliegt. 11Die Übertragung nach Satz 10 kann auch mit Zustimmung des berechtigten Elternteils erfolgen, die nur für künftige Kalenderjahre widerrufen werden kann.
1Anm. d. Red.: § 32 Abs. 4 i. d. F. des Gesetzes v. 11. 7. 2019 (BGBl I S. 1066) mit Wirkung v. 18. 7. 2019 ; Abs. 5 i. d. F. des Gesetzes v. 1. 11. 2011 (BGBl I S. 2131) mit Wirkung v. 1. 1. 2012 ; Abs. 6 i. d. F. des Gesetzes v. 29. 11. 2018 (BGBl I S. 2210) mit Wirkung v. 1. 1. 2020 .
2Anm. d. Red.: Zur Anwendung des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 siehe § 52 Abs. 32 Satz 1.
3Anm. d. Red.: Zur Anwendung des § 32 Abs. 5 siehe § 52 Abs. 32 Satz 2.
Meier, Kindergeld, infoCenter
Meier, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, infoCenter
Meier, Familienleistungsausgleich, infoCenter
Meier, Kinderfreibetrag, infoCenter
Krönauer/Kießling, Kindergeld bei mehraktigen Ausbildungsabschnitten, NWB 42/2019 S. 3056
BFH-Rechtsprechung zur Einkommensteuer im 3. Vierteljahr 2000, NWB 23/2001 S. 1921
BFH-Rechtsprechung zur Einkommensteuer im 2. Vierteljahr 2000, NWB 16/2001 S. 1271
NWB 40/2000 S. 3628
BFH-Rechtsprechung zur Einkommensteuer im 4. Vierteljahr 1999, NWB 38/2000 S. 3483
BFH-Rechtsprechung zur Einkommensteuer im 2. Vierteljahr 1999, NWB 13/2000 S. 1169
BFH-Rechtsprechung zur Einkommensteuer im 2. Vierteljahr 1998, NWB 3/1999 S. 197
KKB/Hillmoth, § 32 EStG, 5. Aufl.
Friebel/Schneider/Schoor, Fallsammlung Einkommensteuer - Kapitel 6: Familienleistungsausgleich, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§§ 24b, 31, 32, 62-78 EStG)
KKB/Hillmoth, § 32 EStG, 4. Aufl.
KKB/Hillmoth, § 32 EStG, 3. Aufl.
KKB/Hillmoth, § 32 EStG, 2. Aufl.
KKB/Kanzler, § 32c EStG, 2. Aufl.
KKB/Egner/Quinten, § 32a EStG, 1. Aufl.
KKB/Egner/Quinten, § 32c EStG, 1. Aufl.
KKB/Egner/Quinten, § 32b EStG, 1. Aufl.
EStDV § 65
EStDV § 66
H. 32 LStH
BFH - III R 15/20, Verfahrensverlauf
BFH - III R 13/20, Verfahrensverlauf
BFH - III R 51/19, Verfahrensverlauf
BFH - III R 48/19, Verfahrensverlauf
BFH - III R 43/19, Verfahrensverlauf
Die Ausbildung zur Bankkauffrau und das nachfolgende Fortbildungsstudium zum „Fachwirt BankColleg“ und zum „Bankbetriebswirt BankColleg“ stellt keine einheitliche erstmalige Berufsausbildung dar, Mustereinspruch
Anerkennung eines Pflegekindschaftsverhältnisses infolge des Bestehens eines familienähnlichen Bandes, Mustereinspruch
Ein Hochschulstudium gilt bereits mit der mündlichen Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses als beendet?, Mustereinspruch
Ausbildungswilligkeit des Kindes kann durch nachträgliche Erklärung des Kindes nachgewiesen werden, Mustereinspruch
Bei der Günstigerprüfung ist die tarifliche Einkommensteuer mit und ohne Kinderfreibetrag gegenüber zu stellen, Mustereinspruch
Eine während des zweiten Ausbildungsabschnittes parallel ausgeübte Erwerbstätigkeit bildet nicht zwangsläufig eine schädliche Zäsur, die eine Erstausbildung entfallen lässt, Mustereinspruch
Bei den Ausbildungen zum Verwaltungsfachangestellten und anschließend zum Verwaltungsfachwirt handelt es sich um eine einheitliche Ausbildung, Mustereinspruch