Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=22.10.1996&Aktenzeichen=10%20S%208/96
Timestamp: 2018-10-24 03:59:55
Document Index: 196092288

Matched Legal Cases: ['Art 12', '§ 16', '§ 16', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 11', '§ 60', '§ 16', '§ 2']

VGH Baden-Württemberg, 22.10.1996 - 10 S 8/96 - dejure.org
VGH Baden-Württemberg, 22.10.1996 - 10 S 8/96
Genehmigung von Krankentransporten durch private Anbieter - Gewährleistung der Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlich organisierten Rettungsdienstes
Art 12 GG, § 16 RettDG BW
VG Sigmaringen, 13.12.1994 - 4 K 676/93
NVwZ-RR 1998, 110
VBlBW 1997, 42 (Ls.)
VGH Baden-Württemberg, 21.02.1997 - 10 S 3346/96
Genehmigung von Krankentransporten durch private Anbieter - Gewährleistung der …
Zu den rechtlichen Anforderungen an die von der Genehmigungsbehörde zu treffende Prognoseentscheidung, ob durch den Gebrauch der von einem privaten Anbieter beantragten Genehmigung zur Notfallrettung und zum Krankentransport das öffentliche Interesse an einem funktionsfähigen Rettungsdienst erheblich beeinträchtigt wird (im Anschluß an das Urteil des Senats vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 -).
Es kommt aber lediglich ein Anspruch der Antragstellerin auf Neubescheidung ihres Genehmigungsantrags in Betracht, da nach der Rechtsprechung des Senats § 16 Abs. 2 Rettungsdienstgesetz - RDG - eine Prognose über die Auswirkungen der Genehmigung auf die Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlich organisierten Rettungsdienstes im jeweiligen Rettungsdienstbereich verlangt, bei der der Genehmigungsbehörde ein gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbarer Beurteilungsspielraum eingeräumt ist (Urteil des Senats vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 - im Anschluß an die Rechtsprechung des BVerwG zum strukturell vergleichbaren § 13 Abs. 4 PBefG, der die Zulassung zum Taxenverkehr betrifft - BVerwGE 87, 295; 79, 208).
Wie der Senat ebenfalls in seinem Urteil vom 22.10.1996 (a.a.O.) ausgeführt hat, haben private Anbieter nach dieser Bestimmung einen Anspruch auf Genehmigungserteilung bis zur Grenze der Verträglichkeit mit der Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlich organisierten Rettungsdienstes; sie sind dagegen nicht lediglich darauf verwiesen, daß ein Bedarf für ihre Tätigkeit besteht, weil der öffentlich-rechtlich organisierte Rettungsdienst eine bedarfsgerechte Versorgung mit Rettungsmitteln selbst nicht zu gewährleisten vermag.
Wie der Senat im Urteil vom 22.10.1996 (a.a.O.) weiter dargelegt hat, hat sie, wenn eine geringere Auslastung des öffentlich-rechtlich organisierten Rettungsdienstes beim Hinzutreten eines privaten Anbieters geltend gemacht wird, zunächst prognostisch zu beurteilen, ob der Bedarf an Rettungstransporten in den kommenden Jahren zunehmen und der private Anbieter damit gewissermaßen vom Zuwachs an Rettungstransporten leben könnte.
Soweit die Beantwortung der Frage, wieviele Rettungswagen privater Anbieter zugelassen werden können, nicht ohnedies von einer Würdigung der konkreten Umstände im einzelnen Rettungsdienstbereich abhängt, dürfte zuvörderst die oberste Landesbehörde dazu berufen sein, der Genehmigungsbehörde allgemeine Hinweise für eine Konkretisierung der Grenzziehung zu geben, etwa dahin, daß die Grenze bei einem bestimmten Anteil der für private Anbieter zugelassenen Rettungswagen an dem Gesamtbestand der im Rettungsdienstbereich zugelassenen Fahrzeuge erreicht ist (vgl. im einzelnen das Urteil vom 22.10.1996, a.a.O.).
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.06.2008 - 13 A 1779/06
Anspruch auf Erteilung einer Genehmigung zum qualifizierten Krankentransport mit …
zur Unzulässigkeit einer Bedarfsprüfung VGH Bad.-Württ., Urteil vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, NVwZ-RR 1998, 110, sowie Beschluss vom 21.2.1997 - 10 S 3346/96 -, DÖV 1997, 694; OVG Schl.-H., Urteil vom 22.10.2003 - 4 LB 21/03 -, juris; vgl. demgegenüber aber auch BVerwG, Urteil vom 17.6.1999 - 3 C 20.98 -, a. a. O.: Die hess.
Das bedeutet entsprechend den vom BVerwG, Urteile vom 7.9.1989 - 7 C 44.88 u.a. -, BVerwGE 82, 295, sowie vom 15.4.1988 - 7 C 94.86 -, BVerwGE 79, 208, zur Funktionsschutzklausel des § 13 Abs. 4 PBefG entwickelten und hier entsprechend anwendbaren Grundsätzen, vgl. auch Bay. VGH, Beschluss vom 8.3.1995 - 4 CE 94.3940 -, a. a. O., VGH Bad.-Württ., Urteil vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, a.a.O., Nds. OVG, Beschluss vom 17.6.1994 - 7 M 3231/94 -, Nds. VBl.
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.09.2008 - 13 A 1557/06
Durchführung der rettungsdienstlichen Aufgabe des Krankentransports; Verlängerung …
vgl. zur Unzulässigkeit einer Bedarfsprüfung VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 22. Oktober 1996 - 10 S 8/96 -, NVwZ-RR 1998, 110, sowie Beschluss vom 21. Februar 1997 - 10 S 3346/96 -, DÖV 1997, 694; OVG Schl.-Holst., Urteil vom 22. Oktober 2003 - 4 LB 21/03 -, juris; vgl. demgegenüber aber auch BVerwG, Urteil vom 17. Juni 1999 - 3 C 20.98 -, a.a.O.: Die hess.
Das bedeutet entsprechend den vom Bundesverwaltungsgericht, Urteile vom 7. September 1989 - 7 C 44.88 u.a. -, BVerwGE 82, 295 sowie vom 15. April 1988 - 7 C 94.86 -, BVerwGE 79, 208, zur Funktionsschutzklausel des § 13 Abs. 4 PBefG entwickelten und hier entsprechend anwendbaren Grundsätzen, vgl. auch BayVGH, Beschluss vom 8. März 1995 - 4 CE 94.3940 -, a.a.O., VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 22. Oktober 1996 - 10 S 8/96 -, a.a.O., Nieders.
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.09.2008 - 13 A 2763/06
Erteilung einer Genehmigung zum Krankentransport für zwei Fahrzeuge; Erteilung …
OVG Schleswig-Holstein, 13.10.2016 - 4 LB 6/13
Brand- und Katastrophenschutz einschl. Rettungsdienstrecht
Dies ergibt sich aus dem Wortlaut des § 11 Abs. 3 S. 1 RDG, der davon spricht, dass eine entsprechende Beeinträchtigung "zu erwarten" sein muss (…OVG Schleswig, Urt. v. 22.10.2003 - 4 LB 21/03 -, NordÖR 2004, 495; OVG Lüneburg, Urt. v. 24.06.1999 - 11 L 719/98 -, juris unter Verweis auf einen vergleichbaren Gesetzeswortlaut sowie VGH Mannheim, Urt. v. 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, NVwZ-RR 1998, 110, 111).
Diese Auslegung der Funktionsschutzklausel entspricht grundsätzlich dem Verständnis auch der anderen Obergerichte in den Ländern, in denen das sogenannte Trennungsmodell vorgesehen ist (…vgl. Münster, Urt. v. 10.06.2008 - 13 A 1779/06 -, juris; OVG Lüneburg, Beschl. v. 17.02.2003 - 11 LA 323/02 -, juris;… OVG Saarlouis, Urt. v. 26.10.1999 - 2 R 12/98 -, juris; OVG Mannheim, Urt. v. 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, juris).
VG Minden, 07.11.2012 - 7 K 2165/10
94.3940 -, a.a.O., VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 22. Oktober 1996 - 10 S 8/96 -, a.a.O., Nieders.
Die privaten Unternehmer unterlagen dem hiervon verschiedenen Vereinbarungssystem der §§ 60, 133 Abs. 1 und 3 SGB V (vom 20.12.1988, BGBl. I, S. 2477), das insoweit durch die begrenzten Regelungen des Rettungsdienstgesetzes nicht verdrängt war und auch nicht verdrängt werden sollte (vgl. hierzu die Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für das SGB V in BT-Drs. 11/2493, S. 19 f. Anm. 51;… ebenso SG Konstanz, Urt. v. 27.02.1989 - S 2 Kr 109/89 -, ArztuR 1990, Nr. 10, 14;… OLG Karlsruhe, Urt. v. 10.02.1993 - 6 U 79/92 - IURIS; zur alten Rechtslage auch VGH Bad.-Württ., Urt. v. 22.10.1996, NVwZ-RR 1998, 110, 112; Beschl. v. 21.02.1997, DÖV 1997, 694, 695).
So dürfte es regelmäßig eine Frage der mittelfristigen Entwicklung sein, dass bestehende Kapazitäten privater Notfallrettungsdienste den Bedarf an Vorhaltungen im öffentlichen Rettungsdienstwesen mindern, und eine dann dennoch bestehende Überkapazität wäre auch mit ihrer Konsequenz für die Belastung der Kostenträger als Folge des gesetzlich begründeten Nebeneinanders von öffentlichem und (bestandsgeschütztem) privatem Rettungsdienst hinzunehmen (vgl. insoweit zur alten Rechtslage VGH Bad.-Württ., Urt. v. 22.10.1996, a.a.O. …sowie Beschl. v. 21.02.1997, a.a.O. und BSG, Urt. v. 29.11.1995, BSGE 77, 119, 123 f.).
VGH Baden-Württemberg, 14.07.1998 - 10 S 1165/98
Genehmigung zur Ausübung der Notfallrettung: Funktionsfähigkeit des …
Soweit er sich zur Begründung eines Drittschutzes auf eigene wirtschaftliche Interessen beruft, dürfte ein solcher Drittschutz schon daran scheitern, daß die von § 16 Abs. 2 RDG vorgegebene Verträglichkeitsgrenze (vgl. zu dieser das Urteil des Senats vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, GewArch 1997, 251, und den Beschluß des Senats vom 21.02.1997 - 10 S 3346/96 -, DÖV 1997, 694 = NZV 1997, 287) nicht im Interesse eines der Leistungsträger (§ 2 RDG), sondern allein im öffentlichen Interesse an der Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Rettungsdienstes besteht.
Denn es müßte einem Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben, diesem Vorbringen unter Berücksichtigung des gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbaren Beurteilungsspielraums, der der Antragsgegnerin bei ihrer Prognose eingeräumt ist (vgl. das Urteil des Senats vom 22.10.1996 - 10 S 8/96 -, a.a.O.), im einzelnen nachzugehen.
VG Düsseldorf, 14.05.2014 - 7 K 4350/12
Keine isolierte Anfechtbarkeit von Inhaltsbestimmungen; Beeinträchtigung des …
OVG Saarland, 26.10.1999 - 2 R 13/98
Notfallrettung und Krankentransport durch Privatunternehmer; Genehmigungspflicht …
VG Düsseldorf, 05.12.2014 - 7 K 8443/12
Erteilung von Genehmigungen zur Durchführung von Krankentransporten mit …
OVG Brandenburg, 18.12.2003 - 4 A 12/01
Rettungsdienst, Berufungsverfahren, Zulassung zum Krankentransport, Zur …
OVG Niedersachsen, 19.06.2000 - 11 M 1026/00
Zulassung qualifizierten Krankentransports außerhalb des öffentlichen …
OVG Niedersachsen, 24.06.1999 - 11 L 719/98
Qualifizierter Krankentransport außerhalb des Rettungsdienstes; Einnahmeausfälle; …
OVG Schleswig-Holstein, 22.10.2003 - 4 LB 21/03
Zulässigkeit der Durchführung der Notfallrettung und des qualifizierten …
VG Schleswig, 26.10.2012 - 3 A 16/10
Zulassung zum Rettungsdienst
OVG Saarland, 26.10.1999 - 2 R 12/98
Betrieb eines Krankentransports; Betriebs einer Notfallrettung; Selbstständige …
VG Düsseldorf, 30.05.2012 - 7 K 3304/11
Sekundärtransport Wettbewerb Auflage Querspaltung Rettungswagen Betriebsbereich …
VG Düsseldorf, 20.06.2011 - 7 K 574/10
Ernstliche und schwerwiegende Beeinträchtigungen des öffentlichen Interesses an …
OVG Schleswig-Holstein, 22.10.2003 - 4 LB 22/03