Source: https://flightx.net/index.php?thread/95371-gebrauchte-lizenzen/&postID=982176&s=68244e8713353877b829ca9aa3fa6a723000758a
Timestamp: 2017-12-13 18:37:03
Document Index: 9518907

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

gebrauchte Lizenzen - Meinungen, Tratsch & Sonstiges - FlightX.net - das größte deutschsprachige Forum der Flugsimulation
Ich möchte einmal einen Thread zum Anlass nehmen, der von der Moderation heute kurzerhand geschlossen wurde, weil der Verdacht bestand, dass da jemand eine illegale Lizenz gekauft habe.
Ich finde, dass dies ein Fehler war, denn es war ja noch lange nicht geklärt, ob es sich um eine solche illegale Kopie gehandelt hätte. Es wird zwar immer wieder (und auch in anderen Foren anderer Art) gebetsmühlenartig wiederholt, dass Downloadsoftware NICHT verkauft werden dürfe. Das mag ja für den außereuropäischen Markt gelten, aber in einem EuGH Urteil vom 03.12.2012 wurde ganz klar geurteilt, dass wenn jemand in der EU ein Softwareprodukt vertreibt, er sich gegen einen Weiterverkauf nicht wehren kann. Und damit wird eine gekaufte Lizenz nicht zu einer illegalen Lizenz. Und in diesem Urteil wurde festgehalten, dass ein Softwarehersteller sich NICHT dagegen wehren kann, wenn ein Softwarekäufer eine Downloadsoftware weiterverkauft. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass der Verkäufer weder eine Kopie davon zurückhält, noch dass er sie weiterhin auf einem Rechner installiert haben darf, noch dass er Teile davon zurückbehält und weiterhin nutzt.
Ich habe das Urteil einmal hier als PDF angehängt und ich wäre dankbar dafür, wenn künftig, sollten sich solche Threads wiederholen, dass jemand eine Lizenz gekauft hat und nicht eindeutig geklärt ist, ob es sich bei dem Kauf um eine Raubkopie handelt oder nicht, solch ein Thread nicht einfach von der Moderation geschlossen wird. Und m.E. war das noch nicht eindeutig geklärt, weil der Ersteller des Posts keine Möglichkeit mehr hatte zu berichten, ob der Verkäufer auch die Software bereitstellen würde.
Stattdessen wurde der Thread mit der Begründung geschlossen, dass es sich um eine nicht gerade legale Weitergabe des Lizenzschlüssels gehandelt habe.
Es handelte sich dabei um diesen Thread hier: PMDG B777 Serial-Code
Also, nach europäischem Recht und der Rechtssprechung des EuGH, darf auch Downloadsoftware zusammen mit der Lizenz verkauft werden, ganz gleich, was da irgendwelche AGBs von irgendwelchen Händlern, und seien sie auch noch so renommiert, aussagen. Urteil EuGh Downloadsoftware.pdf
Na dann sollten wir doch mal ein Verkaufsthread für Download-Software aufmachen ,würde ja gerne mein FSL A320 für P3D v4 für schmales Geld verramschen ,da ich von P3D komplett weg möchte!
1:Ryzen 1700@4Ghz - Zotac GTX 1080 OC - 16GB Ram 2:i5 8600k@5Ghz Gtx 1080OC
Ich weiß von Aerosoft, dass man dort einfach mitteilen soll, dass man seine Lizenz verkaufen will. Dann wird sie dort deaktiviert und für den neuen Käufer wieder zur Verfügung gestellt, vorausgesetzt, es ist deren Eigenprodukt.
Wie das die einzelnen Hersteller handhaben, weiß ich nicht, auch nicht bei deinen Produkten. da müsstest du das erst mal abklären.
Ich habe z.B. auch eine sehr teure Videosoftware. Wenn ich die nicht mehr haben und verkaufen will, geht das völlig problemlos. Einfach die Software im Programm selbst deaktivieren. Dabei wird die Lizenz auf dem Server des Herstellers auf meinem Account als wieder "jungfräulich" behandelt und die installierte Version zur Demoversion. Außerdem kann ich sie dann einfach auf einem anderen Rechner wieder installieren und mit der gleichen Nummer wieder aktivieren. Ich darf die Software sogar auf unendlich vielen Rechnern installieren. Aber immer nur auf einem aktiv nutzen. Deshalb auch die einfache Aktivierung und Deaktivierung. Wenn ich dann eine Mail sende mit dem neuen Käufer, so wird die Lizenz einfach auf den neuen Käufer per Mausklick übertragen. Kosten: 0 Euro.
Jap,Cubase (Recording Software) habe ich auch gebraucht gekauft,die habe sogar extra ein "Resale Wizard" dafür!
Auf eines möchte ich aber auch noch hinweisen, leider finde ich gerade das Urteil dazu nicht. Der Verkäufer ist dann auch dafür verantwortlich, dass die Software auch läuft, sprich, er muss dafür sorgen, dass die Lizenz auch nutzbar ist, sonst macht er sich schuldig, den Kaufvertrag nicht zu erfüllen. Wenn ich das Urteil wiederfinde, poste ich es gern.
Woher ich das weiß? ein guter Freund ist Urheberrechtsanwalt Mal sehen, ob der das irgendwo rumfliegen hat. Wenn er Zeit hat, mailt er es mir bestimmt.
Ich schreibe nachher mal die Griechen an ,mal schauen was die sagen das ich ihren Bus Verkaufen will!
Ja, rechtlich sieht es so aus, dass man Software wie anderes Eigentum weiter verkaufen darf. Wenn man Software von ausserhalb der EU kauft, ist man aber trotz Recht am kürzeren Hebel. Wenn beispielsweise ein amerikanischer Hersteller einem die Lizenz nicht zurücksetzen will, kann man wohl kaum etwas dagegen ausrichten.
Am Besten, Du verweist auf das Urteil des EuGH. Das dürfte es auch in englischer Sprache geben, falls sie sich weigern sollten.
Hier mal der Link direkt zu den Dokumenten, die darüber in den verschiedenen Sprachen, auch griechisch, downloadbar sind.
curia.europa.eu/juris/documents.jsf?num=C-128/11
Das Datum 3.7. ist da zu beachten, denn darin befindet sich er Urteilstext des EuGH.
Wenn ein amerikanischer Händler die Lizenz nicht zurücksetzen will, hat man möglicherweise schlechte Karten, wenn man über einen amerikanischen Shop einkauft. Sobald man jedoch in einem europäischen Onlineshop einkauft, gilt meiner Meinung nach auch europäisches Recht, denn es ist ja egal, ob es sich um eine Soft- oder um eine Hardware handelt.
Wenn ich in einem europäischen Onlineshop einen Pullover kaufe, der in China hergestellt wurde, kann der Händler nicht darauf verweisen, dass der Hersteller ja in China sei und daher chinesisches Recht gelten würde. Das wäre ja absurd.
In dem Fall ist der Onlineshop mein Vertragspartner, der sich an europäisches Recht zu halten hat. Und das ist eindeutig diesbezüglich. Da muss der Händler dem Lizenzgeber eben klar machen, was Sache ist. Wenn der dann die Software halt nicht über den Shop verkaufen will, dann ist das so.
Ich bin aber kein Anwalt und mache lediglich von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch, nur falls jemand auf die Idee kommen sollte, mich wegen Rechtsberatung abmahnen zu wollen
Man muss ja seine Addons nicht unbedingt in den USA kaufen. Simmarket hat ein deutsches Impressum, Aerosoft ebenso. Und daneben gibt es jede Menge europäischer Hersteller. Und für alle die gilt nun einmal EU Recht.
Habe den Sonnenanbetern jetzt mal geschrieben,bin mal gespannt was da kommt!
Ich auch. Berichte mal darüber, was die so geschrieben haben.
Ich würde dir deinen Flieger auch abkaufen, aber leider besteht mein Homecockpit, was ich baue, aus Boeingkomponenten.
Also, nach europäischem Recht und der Rechtssprechung des EuGH, darf auch Downloadsoftware zusammen mit der Lizenz verkauft werden,
Du schreibst es doch auch selber, beides zusammen wäre möglicherweise keine illegale Weitergabe, aber du hast nunmal nur eine einzelne Seriennummer OHNE die dazugehörende Software gekauft, also hast du somit eine illegale Weitergabe der Seriennummer erworben. Und bei solchen Dingen werden wir hier keine Hilfe leisten, aus diesem Grund wurde das von dir angesprochene Thema geschlossen.
Wie verhält es sich nun mit PMDG? Auch hier wurde mein Verkauf geschlossen, obwohl es sich um legale Produkte handelte. Mit diesem Urteil, sollten die Mods hier unsere Möglichkeiten nochmal überdenken. Wenn man seine gekauft gedownloadeten Produkte in diesem Flightforum nicht loswerden kann; und der Markt ist schon schmal, wo dann? Also bitte!
ich habe zu dem Thema schon mehrfach hier im Forum geschrieben (Disclaimer: ich bin kein (!) Jurist, nicht mal Hobby-Jurist. Nur ein Leser von IT-Fachzeitschriften... ), ebenso in anderen Foren. Meiner Meinung nach ist der Verweis auf das einschlägig bekannte EuGH-Urteil zu einfach und nicht zwingend richtig. Ich kopiere nochmal meinen Text von forum.eulenandfriends.de/forum…&postID=383436#post383436
Die relevante Aussage steht unten in blau und fett.
"der Verweis auf das EuGH-Urteil ist prinzipiell richtig. Leider ist es nicht ganz so einfach, wie ich bereits http://flightx.net/index.php?t…darf-man-die-weitergeben/ in einem anderem Forum geschrieben habe.
Kurz nochmal zusammengefasst.
- das EuGH-Urteil von 2012 erlaubt grundsätzlich den Verkauf auch von gebrauchter Download-Software
- wenn man bei PMDG direkt (d.h. im Downloadshop) gekauft hat, kann die Argumentation nicht greifen, da man in den USA bei einer amerikanischen Firma nach dortigen Lizenzen kauft. (Und die verbieten Weiterveräußerung explizit.)
- für eine Aerosoft-BOX mit PMDG drinnen, kann man über die Anwendbarkeit des Erschöpfungsgrundsatzes nachdenken, aber was hilft das, wenn die PMDG über PMDG aktiviert werden muss und die sich querstellen?
- Interessant noch ein Hinweis auf die sog. Nintendo-Entscheidung vom EuGh aus dem Jahr 2014 z.B. in der c't Ausgabe 5/2016:
"Das Urteil [...] lautet, dass Software-Hersteller den Weiterverkauf von Lizenzen nicht verbieten können. [...] Der EuGH hat 2014 aber auch entschieden, dass man Computerspiele nicht mit Anwendungsprogrammen vergleichen könne. Bei Computerspielen handelt es sich um vielschichtige kreative Werke, für die neben dem urheberrechtlichen Schutz auch der Werkschutz gilt. Demzufolge ist das Urteil aus dem UsedSoft-Fall [Anm.: EuGH-Urteil 2012] nicht auf Computerspiele übertragbar."
(siehe auch http://www.telemedicus.info/article/2710-Die-Nintendo-Entscheidung-des-EuGH-und-ihre-Auswirkungen-auf-Computerspiele.html )
Das heißt aber konkret, daß unter Umständen der Verkauf von PMDG-Lizenzen, auch wenn sie als Box vorliegen, nicht zwingend auf Basis der EuGH-Entscheidung von 2012 erlaubt ist. Die Entscheidung aus dem Jahr 2014 kann hier den Ausschlag zu einer gegenteiligen Bewertungen geben.
Natürlich gibt es hierzu keine Urteile, so dass man sich rechtlich wohl in einer Grauzone befindet. Ich halte es aber für sicher zu sagen, dass die Argumentation pro "Verkauf ist erlaubt" alleine auf Basis der 2012er-Entscheidung inzwischen angreifbar ist.
Bis dahin hilft nur ausprobieren und schauen was passiert (ob sich Käufer finden, und ob die Käufer Ihren Kauf aktivieren können)."
Ja, aber du hast den Thread geschlossen ohne dass er antworten konnte, ob der Verkäufer nun auch noch die Software liefert oder nicht. Wir kennen ja gar nicht den Verkaufstext und schon gar nicht den Käufer.
So ist es bei Sims4 z.B. so, dass man reine Lizenskeys kaufen und dann beim Hersteller die Software mithilfe des Keys herunterladen kann. Diese Keys sind um gut 30% billiger als wenn ich sie direkt beim Softwarehersteller kaufe. Keine Ahnung, warum das da so gemacht wird, aber das ist ganz legal.
Wenn der Käufer nun ein Anfänger ist und sich gedacht hat, dass dies ähnlich geht, dann ist es nicht gerade schön, ihn als absichtlichen Käufer von Raubkopien zu verdächtigen.
Sorry aber das hat nichts mit irgendwelchem Urteil zu tun, sondern wir schließen nunmal die Weitergabe von Downloadprodukten über unseren Marktplatz aus, so steht es auch deutlich in den geltenden Nutzungsbestimmungen, die jeder Benutzer aktiv als gelesen markieren mußte, also auch Du, Das hatte ich dir auch schon damals so erklärt. Und nur aus diesem Grund werden dann solche Marktplatzangebote entfernt.
@Markus V: Ich habe irgendwo im Aerosoftforum gelesen, dass ein Staffmember geschrieben hat, dass sie die Lizenzen übertragen, wenn es sich dabei um Produkte handelt, die über ihre Webseite gekauft wurden. Ist aber schon länger her und leider finde ich den dazugehörigen Thread nicht mehr.
Wie dem auch sei. Eine Grauzone ist es möglicherweise. Und wenn es keine einschlägigen Urteile darüber gibt (ich frage mal meinen Kumpel, den Urheberrechtsanwalt, wie der das sieht und melde mich darauf, wenn er was dazu gesagt hat) kann man nicht einfach ein Generalverbot für solche Threads aussprechen, meine ich.
Da heutzutage bei den Aktivierungen es sowieso nur möglich ist, eine Lizenz auf einem Rechner zu haben, weil bei der Aktivierung geprüft wird, ob diese Lizenz schon woanders aktiv ist, sind Schwarzkopien kaum möglich. Von daher allein spricht nichts dagegen, wenn jemand seine Lizenz verkauft. Und wer sie ehrlich erworben hat, dürfte kaum Schwierigkeiten haben, den Kaufbeleg nachzuweisen.
Und wenn eine Firma sich nicht weigert, die Lizenz zu aktivieren, kann man ja wohl davon ausgehen, dass sie auch nichts dagegen haben.