Source: https://gesetze-in-app.de/UrhG/50
Timestamp: 2020-02-26 07:24:51
Document Index: 261787744

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§ 50 UrhG: Berichterstattung über Tagesereignisse
BGH, URTEIL vom 4.11.2015, Az. I ZR 69/14 Auf Ereignisse, bei denen es der Öffentlichkeit auf eine zeitnahe Berichterstattung nicht ankommt, ist § 50 UrhG nicht anzuwenden (vgl. BGHZ 175, 135 Rn. 48 - TV Total).
BGH, URTEIL vom 2.9.2010, Az. I ZR 127/09 Die Verfolgung eines Zitatzwecks im Sinne des § 50 UrhG erfordert daher, dass der Zitierende eine innere Verbindung zwischen dem fremden Werk und den eigenen Gedanken herstellt und das Zitat als Belegstelle oder Erörterungsgrundlage für selbstständige Ausführungen des Zitierenden erscheint (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 2007 -1 ZR 42/05, BGHZ 175, 135 Rn. 42 - TV Total, mwN).
LG Köln, Urteil vom 3.4.2009, Az. 28 O 811/08 28Hierbei ist zu berücksichtigen, dass § 50 UrhG als Ausnahmevorschrift wie alle Schrankenbestimmungen des 6. Abschnitts eng auszulegen ist (BGH GRUR 2002, 1050, 1051; Lüft in Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 3. Aufl., § 50 Rn. 1).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. I ZR 285/99 a)	Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß § 50 UrhG wie alle auf der Sozialbindung des geistigen Eigentums beruhenden Schrankenbestimmungen der §§45 ff. UrhG grundsätzlich eng auszulegen ist (st. Rspr.; BGHZ 85, 1, 4f. - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe I; 144, 232, 235 f. - Parfumflakon; BGH, Urt. v. 24.1.2002 - I ZR 102/99, GRUR 2002, 605 f. = WRP 2002, 712 - Verhüllter Reichstag, zu dem Abdruck in BGHZ bestimmt).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. I ZR 285/99 Die Schranke des § 50 UrhG trägt der Meinungs- und Pressefreiheit sowie dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit Rechnung und stellt das Ergebnis einer vom Gesetzgeber vorgenommenen, grundsätzlich abschließenden Abwägung zweier verfassungsrechtlich geschützter Positionen dar (vgl. zu den Schrankenregelungen im allgemeinen BGH GRUR 2002, 605, 606 -Verhüllter Reichstag, m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. I ZR 285/99 aa) Ein Tagesereignis ist jedes aktuelle Geschehen, das für die Öffentlichkeit von allgemeinem Interesse ist (vgl. v. Gamm, UrhG, § 50 Rdn. 3; SchrickerA/ogel, Urheberrecht, 2. Aufl., §50 UrhG Rdn. 6f.;Engels in Möhring/Nicolini, UrhG, 2. Aufl., § 50 Rdn. 5; ferner BGHZ 85, 1, 9 - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe I; BGH, Urt. v. 1.7.1982 -1ZR 119/80, GRUR 1983, 28, 29 - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe II).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. I ZR 285/99 Nicht privilegiert ist dagegen eine Berichterstattung, die das Werk selbst zu dem Gegenstand hat (vgl. BGHZ 85, 1, 6 - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe I; BGH GRUR 1983, 28, 30 - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe II; OLG Frankfurt a.M. GRUR 1985, 380, 382; Schricker/Vogel aaO § 50 UrhG Rdn. 15; Engels in Möhring/Nicolini aaO § 50 Rdn. 12).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. I ZR 285/99 § 50 UrhG enthält keine Einschränkung dahin, daß Werke nur bruchstückhaft oder nur im Zusammenhang mit einem anderen das Tagesereignis darstellenden Vorgang wahrnehmbar gemacht werden dürfen (BGHZ 85, 1, 4 f. - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe I).
BGH, URTEIL vom 2.0.1985, Az. VI ZR 28/83 In gleicher Weise vermag auch die nach § 50 UrhG zulässige Bild- und Tonberichterstattung über Tagesereignisse in den dort aufgezeigten Grenzen (dazu BGH, Urteil vom 1. Juli 1982 - I ZR 119/80 - GRUR 1983, 28, 29 f) lediglich Urheberrechte an den gezeigten Werken, nicht aber Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen einzuschränken.
BGH, URTEIL vom 4.6.1982, Az. I ZR 118/80 Die Anschlußrevision verkennt, daß der Begriff der Wahrnehmbarmachung ein Hör- oder Sichtbarmachen erfordert (so die Fassung des Gesetzes zur Erleichterung der Filmberichterstattung vom 30. April 1936 - RGBl I 404, dem § 50 UrhG insoweit folgt; vgl. auch BGHZ 37, 1, 9; 38, 356, 364).