Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202009,%20833
Timestamp: 2019-07-16 01:20:18
Document Index: 171468579

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 676', '§ 115', '§ 676', '§ 21', '§ 676', '§ 21', '§ 676', 'BGH', 'BGH', '§ 82', '§ 82', '§ 82', 'BGH', '§ 24', '§ 24', '§ 314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.02.2009 - IX ZR 78/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,538
BGH, 05.02.2009 - IX ZR 78/07 (https://dejure.org/2009,538)
BGH, Entscheidung vom 05.02.2009 - IX ZR 78/07 (https://dejure.org/2009,538)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 2009 - IX ZR 78/07 (https://dejure.org/2009,538)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,538) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
InsO §§ 21, 22, 82, 115, 116, 129; BGB § 676a ff.
InsO §§ 115, 116, 129, 21, 22, 82; BGB § 676a ff
Überweisungsvertrag nach Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt
Berechtigung der Bank zur Belastung des Kontos des Schuldners auf der Grundlage eines nach Insolvenzeröffnung abgeschlossenen und deshalb unwirksamen Überweisungsvertrages; Rechte eines vorläufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt i.F.d. Abschlusses eines Überweisungsvertrags mit der Bank durch den Schuldner vor Insolvenzeröffnung; Möglichkeit der Einordnung einer Belastung des Kontos eines Schuldners durch die Bank mit der Rückgriffsforderung aus der Inanspruchnahme einer Bürgschaft als eine der Anfechtung entzogene Bardeckung; Erlöschen des zwischen dem Schuldner und der Bank bestehenden Girovertrags nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens
Zu den Rechtsfolgen von vor und nach Insolvenzeröffnung abgeschlossenen Überweisungsverträgen zwischen Bank und Schuldner
Keine Berechtigung der Bank, das Schuldnerkonto wegen eines nach Insolvenzeröffnung abgeschlossenen Überweisungsvertrages zu belasten; keine Einstellung eines Überweisungsbetrags in das Kontokorrent ohne Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt; kein Anfechtungsanspruch nach Verweigerung der Genehmigung einer Lastschrift auf debitorischem Konto
Belastung des Kontos mit unwirksamem Überweisungsvertrag
Bankkonto und Insolvenz
Überweisungsvertrag und Kontokorrent; Verweigerung der Genehmigung einer Lastschrift
InsO §§ 21, 22, 82, 115, 116, 129 ff.; BGB §§ 676a ff.
Insolvenzrecht - Insolvenzverfahren - Wirksamkeit von Überweisungsverträgen
InsO § 21; BGB § 676a
Überweisungsverträge in der Insolvenz
LG Siegen, 13.04.2006 - 5 O 27/04
OLG Hamm, 07.02.2007 - 25 U 63/06
NJW 2009, 2769
NJW-RR 2009, 981
ZIP 2009, 673
MDR 2009, 833
NZI 2009, 307
WM 2009, 662
Führt die Zahlstelle einen ihr vor Insolvenzeröffnung mittels SEPA-Mandat erteilten konkreten Zahlungsauftrag nach Verfahrenseröffnung aus, erwirbt sie daher einen Aufwendungsersatzanspruch gegen die Masse (für die Zahlung mittels Überweisung BGH, Urteil vom 5. Februar 2009 - IX ZR 78/07, WM 2009, 662, Tz. 18 m.w.N.).
Danach ist die Bank grundsätzlich berechtigt, trotz der Einsetzung eines schwachen vorläufigen Verwalters mit dem (späteren) Schuldner einen Überweisungsvertrag zu schließen (BGH, Urteil vom 5. Februar 2009 - IX ZR 78/07, WM 2009, 662 Rn. 21 mwN;… HK-InsO/Kayser, 6. Aufl., § 82 Rn. 23;… HmbKomm-InsO/Kuleisa, 4. Aufl., § 82 Rn. 10;… Jaeger/Windel, InsO, § 82 Rn. 23).
Ohne die Zustimmung des vorläufigen Verwalters kann sie den Überweisungsbetrag jedoch nicht mehr in das Kontokorrent einstellen (BGH, Urteil vom 5. Februar 2009 - IX ZR 78/07, NZI 2009, 307 Rn. 21;… Jaeger/Gerhardt, InsO, § 24 Rn. 6;… HK-InsO/Kirchhof, 6. Aufl., § 24 Rn. 5 a.E.).
Diese tatbestandliche Feststellung (§ 314 ZPO) ist mangels eines von dem Kläger gestellten Tatbestandberichtigungsantrags für das Revisionsverfahren bindend (BGH, Urt. v. 5. Februar 2009 - IX ZR 78/07, WM 2009, 662, 663 Rn. 13).
Das Rechtsbeschwerdegericht ist an die beanstandeten tatsächlichen Feststellungen gebunden, weil der Schuldner es versäumt hat, einen Tatbestandsberichtigungsantrag zu stellen (vgl. BGH, Urt. v. 5. Februar 2009 - IX ZR 78/07, WM 2009, 662, 663 Rn. 13;… Urt. v. 10. Dezember 2009 - IX ZR 206/08, ZInsO 2010, 82, 84 Rn. 11).
Ohne die spätere Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters zur Belastung des Kontos hätte die Bank eine Belastungsbuchung sowieso gar nicht vornehmen dürfen (Hinweis auf BGH, Urteil v. 05.02.2009, IX ZR 78/07, juris).
Der vorläufige Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt ist vor allem berechtigt, die Genehmigung von Überweisungsaufträgen und von Belastungsbuchungen im Einzugsermächtigungsverfahren zu verhindern (vgl. BGH, Urteil v. 04.11.2004, IX ZR 22/03, juris; v. 05.02.2009, IX ZR 78/07, juris).
Die Bank hätte bei einer entsprechenden Verwendungsbestimmung die Guthaben aber nur noch zu Gunsten des vorläufigen Insolvenzverwalters auszahlen dürfen (vgl. entsprechend dem Rechtsgedanken des BGH, Urteil v. 05.02.2009, IX ZR 78/07, juris).
OLG Köln, 08.04.2011 - 2 U 137/10
LG Hamburg, 22.03.2010 - 321 O 74/09
Haftung des Insolvenzverwalters: Widerspruch gegen eine Abbuchung im …