Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2061,%20338
Timestamp: 2020-02-19 00:10:49
Document Index: 381003392

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705', '§ 812', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 427', 'BGH', '§ 714', '§ 718', 'BGH', '§ 427', 'BGH', 'BGH', '§ 421', 'BGH', 'BGH', '§ 812', '§ 427', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 427', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.10.1973 - II ZR 149/71 - dejure.org
https://dejure.org/1973,430
BGH, 15.10.1973 - II ZR 149/71 (https://dejure.org/1973,430)
BGH, Entscheidung vom 15.10.1973 - II ZR 149/71 (https://dejure.org/1973,430)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 1973 - II ZR 149/71 (https://dejure.org/1973,430)
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ARGE Autobahn
Bereicherungshaftung der BGB-Gesellschafter, § 705, §§ 812, 818 Abs. 3 BGB
Verpflichtung der Gesellschafter einer bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft wegen einer zunächst dem Gesellschaftsvermögen zugeflossenen ungerechtfertigten Bereicherung einzustehen - Gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter auf den vollen Betrag über das Empfangene ...
BGHZ 61, 338
NJW 1974, 451
MDR 1974, 384
Der Senat befindet sich mit seiner Beurteilung im Ergebnis in Übereinstimmung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung in Zivilsachen zur Gesellschafterhaftung bei gesetzlichen Schuldverhältnissen (vgl. Reichsgericht - RG -, Urteil vom 19. Dezember 1907 VI. 178/07, RGZ 67, 260; BGH-Urteile vom 15. Oktober 1973 II ZR 149/71, BGHZ 61, 338; vom 16. März 1983 VIII ZR 346/81, NJW 1983, 1905, und vom 12. November 1984 II ZR 96/84, NJW 1985, 1828), der er sich schon mit seinem Urteil in BFHE 145, 13, BStBl II 1986, 156 angeschlossen hatte.
Der für die Entscheidung des BGH in BGHZ 61, 338 ausschlaggebende Grundgedanke, der sachliche Zusammenhang des bereicherungsrechtlichen Anspruchs mit einem Rechtsgeschäft (vgl. dazu Anmerkung von Reinhardt in Juristenzeitung - JZ - 1974, 768, 769), ist gleicherweise steuerrechtlich relevant.
So hat der Bundesgerichtshof - BGH - (vgl. Urteile vom 15. Oktober 1973 II ZR 149/71, BGHZ 61, 338, und vom 16. März 1983 VIII ZR 346/81, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 1983, 1905) wiederholt entschieden, daß die Gesellschafter einer GbR unter bestimmten Voraussetzungen für Bereicherungsansprüche, die durch rechtsgrundlose Leistungen des Gläubigers an die GbR entstanden sind, haften, obwohl der BGH eine ausdrückliche Vorschrift darüber im BGB vermißt.
Zur Begründung hat der BGH in BGHZ 61, 338, 343 f. ausgeführt, bei einer Inanspruchnahme der Schuldner nach § 427 BGB brauche der Gläubiger sich nicht um die inneren Rechtsverhältnisse und Beteiligungsquoten seiner Vertragspartner zu kümmern.
Für diesen Fall hat der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes eine gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter auf den vollen Betrag der im Zusammenhang mit einem Vertragsverhältnis an die Gesellschaft erbrachten Leistung grundsätzlich für geboten gehalten (vgl. BGHZ 61, 338, 343 f.;… zustimmend z.B. MünchKomm/Ulmer § 714 Rdn. 40;… im Ergebnis ebenso z.B. Flume a.a.O. 141 f.;… Palandt/Thomas § 718 Rdn. 4 a; Reinhardt JZ 1974, 768 [BGH 15.10.1973 - II ZR 149/71]).
Die Beklagten zu 1) und 2) haften als Gesellschafter der Arbeitsgemeinschaft als Gesamtschuldner gemäß § 427 BGB analog für diesen Anspruch (BGHZ 61, 338).
Dabei hat das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Urteil vom 13. August 1993 (…- BVerwG 8 C 64.90 - a.a.O.) die Grundlage für eine gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter einer BGB-Gesellschaft für deren Steuerschulden in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFHE 145, 13/15; 158, 1/2 ff.; 161, 390/391 f.) und des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 61, 338/343; 74, 240/243) aus dem Rechtsgedanken der §§ 421, 427, 719 BGB hergeleitet.
Er hat aber für diesen Fall die uneingeschränkte Gesellschafterhaftung daraus hergeleitet, daß der Gläubiger, der seine Leistung in der Erwartung erbracht hat, ihm würden alle Gesellschafter voll einzustehen haben, auf diese Haftung ebenso soll zurückgreifen können, wenn eine vertragliche Verpflichtung zwar nicht begründet worden ist, die Gesellschafter aber die zur Rückzahlung verpflichtende Leistung gemeinschaftlich (oder durch einen von ihnen für alle) entgegengenommen haben (BGHZ 61, 338, 343 [BGH 15.10.1973 - II ZR 149/71]/344;…Urt. v. 03.07.1975 - II ZR 71/73 = VRS Bd. 49, 417, 421/422;…Urt. v. 16.03.1983 - VIII ZR 346/81 = LM BGB § 812 Nr. 160 unter III 2 b bb).
Der von der Revision hervorgehobene Umstand, daß die Beklagten nach ihrer Behauptung aus dem Gesellschaftsvermögen niemals irgendwelche Zahlungen erhalten haben, spricht nicht gegen ihre Inanspruchnahme, weil es gerade der Zweck des § 427 BGB ist, den Gläubiger einer Schuldnermehrheit davor zu bewahren, sich um deren innere Verhältnisse kümmern zu müssen (BGHZ 61, 338, 343) [BGH 15.10.1973 - II ZR 149/71].
Es muß vielmehr hinzukommen, daß der Berechtigte unter Umständen bzw. Verhältnissen untätig bleibt, unter denen vernünftigerweise etwas zur Wahrung des Rechts unternommen zu werden pflegt (sog. Umstandsmoment); erst dadurch wird eine Situation geschaffen, auf die der jeweilige Gegner vertrauen, sich einstellen und einrichten darf (BVerfG WPM 1972, 382; BGH WPM 1969, 688/689; 1976, 1194/1195; NJW 1974, 451 [BGH 15.10.1973 - II ZR 149/71] /452).
Ist die öffentliche Hand Auftraggeber, so kann vor dem Ablauf der Zeit, die für die Rechnungsprüfung erforderlich ist, im allgemeinen keine Verwirkung eintreten (…OLG Köln und Meyer-Höver a.a.O.; ebenso im Falle der Überprüfung von Baurechnungen BGH NJW 1974, 451 [BGH 15.10.1973 - II ZR 149/71] /452 und BauR 1975, 424/427).
ImUrteil vom 15. Oktober 1973 (- II ZR 149/71 - BGHZ 61, 338, 342 ff.) hat er eine gesamtschuldnerische Haftung der Gesellschafter auf den vollen Betrag in entsprechender Anwendung des § 427 BGB für geboten erachtet, wenn der Bereicherungsgläubiger im Zusammenhang mit einem Vertragsverhältnis etwas ohne rechtlichen Grund an die Gesellschaft geleistet hat, die Gesellschaft danach aufgelöst, das Gesamthandsvermögen verteilt und die dort eingetretene Bereicherung an die Gesellschafter ausgeschüttet oder in ihrem Interesse verwendet worden ist.
Diese vom Bundesfinanzhof im Anschluß an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 23, 307 [313]; 61, 338 [343]; 74, 240 [243]) entwickelten Grundsätze zur Haftung des BGB-Gesellschafters für Umsatzsteuerschulden der GbR sind nach Auffassung des Senats auch auf Gewerbesteuerschulden anzuwenden.
BGH, 14.01.1982 - VII ZR 296/80
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BGH, 03.07.1975 - II ZR 71/73
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