Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/die-unvollstaendige-widerrufsbelehrung-345142
Timestamp: 2020-02-25 09:22:47
Document Index: 277265740

Matched Legal Cases: ['§ 312', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 360', 'BGH', 'BGH']

Die unvoll­stän­di­ge Wider­rufs­be­leh­rung | Rechtslupe
Die unvollständige Widerrufsbelehrung
Die unvoll­stän­di­ge Wider­rufs­be­leh­rung
Bei einem Haus­tür­ge­schäft wird durch eine Wider­rufs­be­leh­rung, die nur auf die aus der Erklä­rung des Wider­rufs fol­gen­den Pflich­ten des Ver­brau­chers hin­weist, nicht jedoch dar­auf, wie sich die Erklä­rung des Wider­rufs auf sei­ne (etwai­gen) Rech­te aus­wirkt, die Frist zur Erklä­rung des Wider­rufs nicht in Gang gesetzt.
Die erteil­te Wider­rufs­be­leh­rung ent­spricht in einem sol­chen Fall nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen (hier: §§ 312, 355 BGB). Der Schutz des Ver­brau­chers erfor­dert nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine mög­lichst umfas­sen­de, unmiss­ver­ständ­li­che und aus dem Ver­ständ­nis der Ver­brau­cher ein­deu­ti­ge Beleh­rung 1. Die Wider­rufs­be­leh­rung hat dem Ver­brau­cher die ihm durch den Wider­ruf eröff­ne­ten wesent­li­chen Rech­te und Pflich­ten bewusst zu machen; in ihr sind die tat­säch­li­chen mate­ri­el­len Rechts­fol­gen der Erklä­rung des Wider­rufs abzu­bil­den 2.
Die­sen Anfor­de­run­gen genügt im hier ent­schie­de­nen Fall die erteil­te Beleh­rung nicht, ohne dass der Bun­des­ge­richts­hof an die­ser Stel­le ent­schei­den müss­te, wie die Wider­rufs­be­leh­rung im Fal­le des Wider­rufs einer Betei­li­gung an einer Anla­ge­ge­sell­schaft im Ein­zel­nen for­mu­liert wer­den muss 3. Die Beleh­rung ent­spricht schon des­halb nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen, weil sie ledig­lich auf aus dem Wider­ruf fol­gen­de Pflich­ten der Beklag­ten hin­weist, nicht jedoch dar­auf, wie sich der Wider­ruf auf (etwai­ge) Rech­te der Beklag­ten im Hin­blick auf von ihr bereits an die Klä­ge­rin geleis­te­te Zah­lun­gen aus­wirkt. Ein sol­cher Hin­weis war unent­behr­lich, weil der Ver­trags­part­ner nach den ver­trag­li­chen Fäl­lig­keits­be­stim­mun­gen Zah­lun­gen bereits vor Ablauf der Wider­rufs­frist leis­ten muss­te.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Mai 2012 – II ZR 1/​11
Wirk­sam­keit einer Wider­rufs­er­klä­rung Eine Wider­rufs­be­leh­rung, die den Anfor­de­run­gen einer Erklä­rung über die Rechts­fol­gen genügt, kann sich nicht dar­auf beschrän­ken, allein die Ver­pflich­tun­gen des Wider­ru­fen­den wie­der­zu­ge­ben. Eine voll­stän­di­ge Beleh­rung…
Post­fach­adres­se in der Wider­rufs­be­leh­rung Eine ord­nungs­ge­mä­ße Wider­rufs­be­leh­rung liegt bei Fern­ab­satz­ver­trä­gen auch dann vor, wenn als Wider­rufs­adres­se ein Post­fach ange­ge­ben ist. In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Rechts­streit schloss der…
sie­he nur BGH, Urteil vom 04.07.2002 – I ZR 55/​00, ZIP 2002, 1730, 1731; Urteil vom 12.04.2007 – VII ZR 122/​06, BGHZ 172, 58 Rn. 13; Urteil vom 10.03.2009 – XI ZR 33/​08, BGHZ 180, 183 Rn. 14; sie­he nun­mehr § 360 Abs. 1 BGB[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.04.2007 – VII ZR 122/​06, BGHZ 172, 58 Rn. 11, 13 ff.; Urteil vom 02.02.2011 – VIII ZR 103/​10, ZIP 2011, 572 Rn. 17[↩]
Pro­ble­me inso­weit auf­zei­gend Pode­wils, MDR 2010, 117 ff.; Gug­gen­ber­ger, ZGS 2011, 397 ff.[↩]
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