Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/die-zurueckgezogene-ebay-auktion-371491
Timestamp: 2020-02-21 04:01:59
Document Index: 239998585

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 145', '§ 10', '§ 133', '§ 145', '§ 145', '§ 119', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die zurück­ge­zo­ge­ne eBay-Auk­ti­on | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Der Erklä­rungs­in­halt eines im Rah­men einer Inter­net­auk­ti­on abge­ge­be­nen Ver­kaufs­an­ge­bots ist unter Berück­sich­ti­gung der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen des Unter­neh­mens zu bestim­men, das auf sei­ner inter­net­platt­form das Forum für die Auk­ti­on bie­tet. Kommt nach die­sen All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen im Fal­le der Rück­nah­me des Ange­bots ein Kauf­ver­trag mit dem zu die­ser Zeit Höchst­bie­ten­den nicht zustan­de, sofern der Anbie­ten­de gesetz­lich dazu berech­tigt war, sein Ange­bot zurück­zu­zie­hen, ist dies aus der Sicht der an der Inter­net­auk­ti­on teil­neh­men­den Bie­ter dahin zu ver­ste­hen, dass das Ange­bot des Ver­käu­fers unter dem Vor­be­halt einer berech­tig­ten Ange­bots­rück­nah­me steht 1.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der Erklä­rungs­in­halt eines im Rah­men einer Inter­net­auk­ti­on abge­ge­be­nen Ver­kaufs­an­ge­bots unter Berück­sich­ti­gung der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen des Unter­neh­mens zu bestim­men, das auf sei­ner Inter­net­platt­form das Forum für die Auk­ti­on bie­tet 2.
Nach § 10 Zif­fer 1 Satz 5 der im Streit­fall gel­ten­den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen von eBay kommt ein Kauf­ver­trag bei Ablauf der Auk­ti­on oder bei vor­zei­ti­ger Been­di­gung des Ange­bots – inso­weit über­ein­stim­mend mit den §§ 145 ff. BGB – durch Annah­me des Ver­kaufs­an­ge­bots durch den Höchst­bie­ten­den zustan­de, es sei denn, der Anbie­ter war gesetz­lich dazu berech­tigt, das Ange­bot zurück­zu­neh­men und die vor­lie­gen­den Gebo­te zu strei­chen. Unter wel­chen Umstän­den der Anbie­ten­de sein Ange­bot zurück­zie­hen kann, wird in § 10 Zif­fer 7 der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen und den dar­an anknüp­fen­den "Wei­te­ren Infor­ma­tio­nen" näher erläu­tert.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat in sei­nem Urteil vom 8. Juni 2011 3, bei dem inhalt­lich gleich­lau­ten­de Bestim­mun­gen zu beur­tei­len waren, aus­ge­führt, dass auf der Grund­la­ge die­ser Rege­lun­gen kein Kauf­ver­trag zustan­de kommt, sofern der Anbie­ten­de gesetz­lich dazu berech­tigt war, sein Ange­bot zurück­zu­zie­hen. Denn auf­grund der genann­ten Bestim­mun­gen ist das Ange­bot des Ver­käu­fers aus der Sicht der an der Auk­ti­on teil­neh­men­den Bie­ter (§§ 133, 157 BGB) dahin zu ver­ste­hen, dass es unter dem Vor­be­halt einer berech­tig­ten Ange­bots­rück­nah­me steht. Ein sol­cher Vor­be­halt, der die Bin­dungs­wir­kung des Ver­kaufs­an­ge­bots ein­schränkt, ver­stößt nicht gegen Grund­sät­ze über die Bin­dungs­wir­kung von Ange­bo­ten (§§ 145, 148 BGB), son­dern ist zuläs­sig. Denn gemäß § 145 BGB kann der Antra­gen­de die Bin­dungs­wir­kung sei­nes Ange­bots aus­schlie­ßen; eben­so kann er sie ein­schrän­ken, in dem er sich den Wider­ruf vor­be­hält 4.
Die­se recht­li­chen Vor­ga­ben wird die Auf­fas­sung, dass ein Kauf­ver­trag unge­ach­tet der Ange­bots­rück­nah­me selbst dann zustan­de gekom­men sei, wenn dem Anbie­ten­den ein Anfech­tungs­recht nach § 119 BGB wegen Irr­tums über eine ver­kehrs­we­sent­li­che Eigen­schaft des ange­bo­te­nen Motors (feh­len­de Zulas­sung für den Stra­ßen­ver­kehr) zuge­stan­den habe, nicht gerecht. Die­se Ansicht über­sieht, dass nach § 10 Zif­fer 1 Satz 5 der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen von eBay schon das Ange­bot des Ver­käu­fers nicht bin­dend ist, wenn ein Tat­be­stand vor­liegt, der den Ver­käu­fer bei einem zustan­de gekom­me­nen Ver­trag zur Lösung vom Ver­trag berech­ti­gen wür­de.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Janu­ar 2014 – VIII ZR 63/​13
Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, NJW 2011, 2643[↩]
BGH, Urteil vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, NJW 2011, 2643 Rn. 15 ff.[↩]
(BGH, Urteil vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, aaO[↩]
BGH, Urteil vom 08.06.2011 – VIII ZR 305/​10, aaO Rn. 17[↩]