Source: https://www.gegen-hartz.de/urteile/hartz-iv-wenn-darlehen-oder-zu-viel-gezahltes-alg-ii-angerechnet-werden
Timestamp: 2019-10-22 02:26:35
Document Index: 268315133

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 44', '§ 50', '§ 45', '§ 42', '§ 43']

Hartz IV: Wenn Darlehen oder zu viel gezahltes ALG II angerechnet wird
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Veröffentlicht am 8. August 2019 8. August 2019 von gegen-hartz.de
Ergeben sich dabei Änderungen zu Ungunsten des Hartz IV Leistungsbeziehers, muss dieser i.d.R. die zuviel erhaltene Leistung zurück zahlen. Dafür gibt es unterschiedliche Fristen: lt. § 45 SGB X können Leistungen nur innerhalb von 2 Jahren , bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, Bedrohung, Bestechung, etc. (Verschulden des Bedürftigen) 10 Jahre.
Die §§ 44 bis 49 SGB X regeln nur die Aufhebung (Widerruf, Rücknahme) von Verwaltungsakten, § 50 SGB X regelt die Erstattung zu Unrecht erbrachter Leistungen, wenn Verwaltungsakte aufgehoben wurden. Für Rückforderungen ohne aktuellen Leistungsbezug gilt das Schuldrecht des BGB (öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch) und die dort genannten Fristen.
Allgemeines zu Rückforderungen durch Jobcenter – Ausschlußkriterien
Bei “rechtswidrigen begünstigenden” Verwaltungsakten, welche nach § 45 SGB X zurückgenommen werden, kann die zuviel gezahlte Leistung i.d.R. nicht zurückgefordert werden, wenn:
Ein Verwaltungsakt ist dann “rechtswidrig” i.S.d. SGB X, wenn er auf Angaben beruht, die zum Zeitpunkt seines Erlasses falsch waren und der Leistungsträger Kenntnis davon hatte, oder bei erforderlicher Sorgfalt hätte haben müssen, dass die Angaben falsch sind.
Aufrechnung von Überzahlungen – Höhe der monatlichen Aufrechnung
Dieser begrenzt diese Aufrechnung auf 10% des für den Hilfebedürftigen maßgeblichen Regelbedarfs. Wenn die Überzahlung jedoch durch vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtige oder unvollständige Angaben erfolge, kann ist die Aufrechnung auf 30% des für den Hilfebedürftigen maßgeblichen Regelbedarfs begrenzt. Erfolgen mehrere Aufrechnungen parallel, ist die Höhe ebenfalls auf 30% des für den Hilfebedürftigen maßgeblichen Regelbedarfs begrenzt.
Aufrechnung von Darlehen – Höhe der monatlichen Aufrechnung
Die Aufrechnung von Darlehen mit laufendem ALG II regelt § 42a Abs. 2 SGB II. Danach ist die monatliche Aufrechnung für Darlehen auf 10% der für den Hilfebedürftigen maßgeblichen Regelleistung begrenzt, wobei die die Anzahl der aufzurechnenden Darlehen unrelevant ist.
Aufrechnung von Überzahlungen und Darlehen – Höhe der monatlichen Aufrechnung
§ 43 Abs. 3 SGB II regelt ergänzend, dass – wenn Aufrechnungen wegen Darlehen und wegen Überzahlungen parallel laufen – die Aufrechnung insgesamt auf 30% der Regelleistung begrenzt ist, wobei Aufrechnungen wegen Überzahlungen vorgehen. (aus unserem Forum hartz.info)
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