Source: https://www.profis-seminare.de/brwahl/durchfuehrung/
Timestamp: 2018-12-15 05:15:51
Document Index: 145039179

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 21', '§ 16', '§ 13', '§ 16', '§ 37', '§ 20', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 20', '§ 14', '§ 14', '§ 16', '§ 17']

Profis - Seminare für Betriebsräte | Durchführung Betriebsratswahl
BR-Wahl Durchführung
BR-Wahl - wie geht's?
Was muss man bei der Durchführung der BR-Wahl beachten? Hier das Wichtigste in Kürze.
Der amtliche Wahlzeitraum ist der vom 1. März bis 31. Mai 2018. (§ 13,1 BetrVG)
Wann endet die Amtszeit des jetzigen Betriebsrats?
Die regelmäßige Amtszeit des Betriebsrats beträgt vier Jahre (§ 21 Satz 1 BetrVG).
Die Amtszeit beginnt mit der Bekanntgabe des neugewählten Betriebsrats oder - wenn zu diesem Zeitpunkt noch ein Betriebsrat besteht - mit Ablauf von dessen Amtszeit.
Hat die Bekanntgabe des neugewählten Betriebsrats z. B. am 21.04.2014 stattgefunden, so endet die Amtszeit vier Jahre später am 21.04.2018.
Die Stimmabgabe muss also vor diesem Termin liegen, d. h. die Stimmabgabe sollte spätestens 1 Woche vor Ablauf der Amtszeit des amtierenden Betriebsrats liegen.
Wir verfügen nicht mehr über die erforderliche Anzahl BR-Mitglieder - was tun?
Der jetzige Betriebsrat muss - unverzüglich - Neuwahlen einleiten, hat aber bis zur Neuwahl ein Übergangsmandat, so dass keine betriebsratslose Zeit entsteht. (§ 16 BetrVG).
In unserem Betrieb hat die Zahl der Beschäftigten stark abgenommen. Müssen wir neu wählen?
Nur wenn innerhalb der ersten 24 Monate nach der Wahl die Zahl der Beschäftigten um die Hälfte (mindestens aber um 50 Personen) steigt oder sinkt, muss neu gewählt werden (§ 13 Abs. 2 BetrVG). Danach kann die Zahl der Beschäftigten auch erheblich sinken oder steigen, ohne dass neu gewählt werden muss. Entscheidend ist also, ob die Veränderung in der ersten oder der zweiten Amtshälfte eintritt (Stichtag: 24 Monate nach dem Tag der Wahl).
Wann und wie müssen wir für die Neuwahlen aktiv werden?
Ende 2017 ist es so weit - dann beruft der BR eine Sitzung ein und bestellt einen Wahlvorstand, der aus BR-Mitgliedern bestehen kann, aber nicht muss. Beschluss nicht vergessen! Kandidaten sollten schon vorher gesucht werden! (§ 16 BetrVG)
Woher bekommt der Wahlvorstand seine Informationen?
Der Arbeitgeber muss dem Wahlvorstand alle nötigen Informationen zur Verfügung stellen. Zudem hat der Wahlvorstand ein Recht darauf, Seminare zur BR-Wahl zu besuchen und nötige Literatur gestellt zu bekommen.
Müssen wir all die komplizierten Vorschriften einhalten?
Auf jeden Fall: Eine BR-Wahl, bei der entscheidende Fehler gemacht werden, ist nichtig, und damit auch alle Beschlüsse, die der neue BR fasst. Das kann böse Folgen haben, z. B. bei Sozialplänen ...
Wie ist der Seminarbesuch zur BR-Wahl geregelt?
Den Beschluss über den Seminarbesuch fasst der Wahlvorstand nach seiner Konstituierung, nicht der Betriebsrat, und teilt ihn dem Arbeitgeber mit (Vorgehen wie bei Betriebsratsseminaren nach § 37 Abs. 6 BetrVG) (§ 20 Abs. 3 BetrVG). Der Betriebsrat kann schon jetzt Plätze unverbindlich reservieren.
In Betrieben mit bis zu 50 Arbeitnehmern besucht der Wahlvorstand Seminare zum vereinfachten Wahlverfahren (§ 14a Abs. 1 BetrVG)
In Betrieben ab 101 Arbeitnehmern besucht der Wahlvorstand Seminare zum normalen Wahlverfahren
In Betrieben von 51 - 100 Arbeitnehmern vereinbart der Wahlvorstand mit dem Arbeitgeber, welches Wahlverfahren angewendet wird; erst dann kann das richtige Seminar ausgewählt werden. (§ 14a Abs. 5 BetrVG)
Wir haben noch keinen Betriebsrat - wie gehen wir vor?
In diesem Fall kann eine Betriebsversammlung oder, falls vorhanden, der Gesamtbetriebsrat oder Konzernbetriebsrat - notfalls sogar das Arbeitsgericht - einen Wahlvorstand bestellen.
Am besten bei der zuständigen Fachgewerkschaft Rat einholen! (§ 17 BetrVG)
Der Arbeitgeber (§ 20 Abs. 3 BetrVG)
Darf man im Betrieb Wahlwerbung machen?
Ja, und zwar sowohl für die Wahl selbst, als auch für Kandidaten oder Listen.
Was tun, wenn sich zu wenig in den Betriebsrat trauen?
Das wäre schade - schließlich ist der Betriebsrat ein wichtiger Schutz für die Arbeitnehmer! Der "alte" Betriebsrat sollte also ausführlich über seine Rechte und Aufgaben zum Schutz der Arbeitnehmer informieren und rechtzeitig vor der Wahl geeignete Kandidaten ansprechen.
Dürfen wir das vereinfachte Wahlverfahren anwenden?
In Betrieben bis 50 Arbeitnehmer wird nach dem vereinfachten Wahlverfahren gewählt. (§ 14a Abs. 1 BetrVG)
In Betrieben ab 101 Arbeitnehmer ist das nicht möglich.
In Betrieben mit 51 - 100 Arbeitnehmern können Wahlvorstand und Arbeitgeber das vereinfachte Wahlverfahren vereinbaren - am besten schriftlich! (§ 14a Abs. 5 BetrVG)
Der Betriebsrat bestimmt spätestens 10 Wochen vor Ende seiner Amtszeit (besser: früher) einen Wahlvorstand, bestehend aus 3 Wahlberechtigten (bei Bedarf mehr). (§ 16 BetrVG)
Beim vereinfachten Wahlverfahren reichen 4 Wochen aus (mindestens, besser mehr!). (§ 17a BetrVG)
Empfehlung: Die Wahlvorstandsmitglieder müssen nicht Mitglied des BR sein; es ist jedoch empfehlenswert, einen Platz mit einem erfahrenen BR-Mitglied zu besetzen.