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Timestamp: 2018-01-21 22:33:54
Document Index: 292153571

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 17', '§ 613', '§ 613', '§61', '§ 6', '§ 20', '§ 102', '§ 9', '§95', '§93']

 Abfindung
Abfindungen sind Entschädigungen, die gezahlt werden, wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeit verliert.
 Abmahnung
Mit einer Abmahnung weist der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auf die Verletzung vertraglicher Pflichten hin, um weitere Vertragsverstöße zu vermeiden. Mit der Abmahnung gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zu verstehen, dass er mit einem bestimmten Verhalten nicht einverstanden ist. Bei verhaltensbedingten Kündigungen ist eine vorangegangene Abmahnung grundsätzlich Kündigungsvoraussetzung. Die Abmahnung ist hier eine Vorstufe zur Kündigung.
 Änderungskündigung
Eine Änderungskündigung ist eine normale Vertragskündigung. Eine übliche Änderungskündigung hat etwa folgenden Wortlaut: "Hiermit kündige ich Ihren Arbeitsvertrag fristgemäß zum ... Gleichzeitig biete ich Ihnen einen neuen Arbeitsvertrag zu folgenden Bedingungen an:..."
 Allgemeines Gleichstellungsgesetz
Was ist das Allgemeine Gleichstellungsgesetz?
Das AGG soll vor Diskriminierungen im Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis schützen sowie im Vorfeld des Beschäftigungsverhältnisses, also zum Beispiel im Bewerbungsverfahren. Sein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Prozessen der Personalentwicklung: Einstellung, Beförderung, Weiterbildung etc.
Es darf niemand aufgrund seines Alters, seines Geschlechts, seiner ethnischen Herkunft, seiner Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden. Sollten doch Ungleichbehandlungen vorkommen, kennt der Gesetzgeber verschiedene Gegenmaßnahmen, erlaubt Klage vor Gericht und sieht Entschädigungen und Schadenersatz vor.
Wie kann ich eine Ungleichbehandlung nachweisen?
Sie müssen Indizien für eine Diskriminierung darlegen und beweisen. Der Arbeitgeber muss die Indizien dann widerlegen und beweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt.
 Akkordarbeit
Akkordarbeit ist leistungsabhängiges Arbeiten. Eine bestimmte Anzahl von Produkten muss in einer festgelegten Zeit erreicht werden.
Wer darf keine Akkordarbeit verrichten?
Da Akkordarbeit in der Regel mit besonderen gesundheitlichen Gefahren verbunden ist, ist sie für bestimmte Gruppen verboten: zum Beispiel für schwangere Frauen sowie Jugendliche unter 18 Jahren (Jugendarbeitsschutzgesetz JArbSchG § 23). Berufsausbildungen, die Akkordarbeit vorsehen, bilden die Ausnahme.
Was ist ein Anerkennungstarifvertrag?
Ein Anerkennungstarifvertrag ist ein Tarifvertrag mit einem (nicht tarifgebundenen) Arbeitgeber, in dem die geltenden Tarifverträge einer Branche vereinbart ("anerkannt") werden. Verbesserungen im Flächentarifvertrag kommen den Mitgliedern des Betriebs automatisch zugute. Es können alle Referenztarifverträge aus der Fläche anerkannt werden oder aber auch nur bestimmte Tarifverträge (zum Beispiel Manteltarifvertrag). Je nach Gestaltung können die Beschäftigten auch bei der Tarifbewegung ihrer Branche aktiv mitmachen (hierzu rechtzeitig die IG Metall Bezirksleitung fragen).
und der Industriegewerkschaft Metall, Bezirksleitung Hannover,
Dieser Tarifvertrag gilt räumlich: für die Betriebe der T ... Kunststoff GmbH und der T ... Formenbau GmbH
(1) Die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Tarifvertrages geltenden Tarifverträge für Arbeiter/innen, Angestellte und Auszubildende der Metallindustrie des Tarifgebietes Niedersachsen (ausschließlich nordwestliches Niedersachsen und Osnabrück), abgeschlossen zwischen der Industriegewerkschaft Metall, Bezirksleitung Hannover oder Vorstand einerseits, und dem Verband der Metallindustriellen Niedersachsens e.V. bzw. Gesamtmetall andererseits, sind Bestandteil dieses Tarifvertrages.
 Altersvorsorgewirksame Leistungen
Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) Altersvorsorge ist in aller Munde, nicht nur bei älteren, sondern auch bei jungen Kolleginnen und Kollegen. Doch welche Möglichkeiten gibt es?
Und was müssen Sparwillige dabei beachten?
Hier das Beispiel AVWL.
Mit TV AVWL ist der bundesweit gültige Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen zwischen IG Metall und Gesamtmetall gemeint. Gewerkschafter in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie haben einen monatlichen Anspruch auf 26,59 Euro (Azubis 13,29 Euro), um fürs Alter vorzusorgen. Es gibt drei Wege, die alle tarifvertraglich festgeschrieben sind.
Die private Altersvorsorge mit Riesterförderung. Diese können Arbeitnehmer mit zusätzlichen Mitteln aus ihrem versteuerten Einkommen aufstocken. Die zweite Möglichkeit: Die Nutzung der AVWL zur Entgeltumwandlung. Hier können jährlich 2592 Euro steuer- und beitragsfrei in eine Altersversorgungszusage des Arbeitgebers umgewandelt werden. Die dritte Alternative ist eine direkte Arbeitgeberzusage statt AVWL. Hierfür müssen Betriebsrat und Arbeitgeber zuvor eine Vereinbarung abschließen. Der Vorteil: Zusätzlich kann die zweite Alternative in vollem Umfang ausgeschöpft werden. Bei allen Alternativen eignen sich die Produkte und Angebote der "MetallRente", eine gemeinsamen Einrichtung von Gesamtmetall und IG Metall.
Welche der Alternativen die günstigste ist, kommt auf die individuellen Verhältnisse an. Dabei gilt: Je geringer das Einkommen und je höher die Kinderzahl, umso vorteilhafter ist es, zu "riestern". Ein Durchschnittsverdiener ohne Kinder fährt meist besser mit einer Entgeltumwandlung. Achtung Azubis: Die Entgeltumwandlung kann das Kindergeld retten. Wer durch Umwandlung unter die Einkommensfreigrenze von 8004 Euro im Jahr fällt, erhält weiter volles Kindergeld.
Alle drei Modelle sind beim Arbeitgeber zu beantragen. Zudem ist bei der ersten und zweiten Alternative ein Vertrag mit einem entsprechenden Versicherungsanbieter notwendig. Der Tarifvertrag über AVWL ist die Weiterführung des Tarifvertrages über vermögenswirksame Leistungen, kurz VWL. Die entscheidende Veränderung: Beschäftigte können die Leistungen nur noch zur Altersvorsorge nutzen. Bestehende Alt-Verträge bleiben gültig, können aber nicht mehr verlängert werden. Wer nach Ablauf in den Genuss von AVWL kommen will, muss einen neuen Vertrag abschließen. Mehr Informationen erhaltet Ihr beim Betriebsrat, bei der Jugendvertretung oder in Eurer IG Metall-Verwaltungsstelle.
 Arbeitsmedizin
Die Arbeitsmedizin versteht sich als medizinisches Fachgebiet, das sich nicht in erster Linie um die Therapie von Erkrankungen, sondern um die Vorsorge (Prävention) in der Arbeitswelt kümmert.
Womit befasst sich die Arbeitsmedizin?
Arbeitsmedizin befasst sich mit der Untersuchung, Bewertung, Begutachtung und Beeinflussung der Wechselbeziehungen zwischen Anforderungen, Bedingungen, Organisation der Arbeit und dem Menschen.
Arbeitsmedizin ist Teil des Arbeitsschutzes und kann daher auch als "medizinischer Arbeitsschutz" bezeichnet werden.
 Arbeitnehmerhaftung
Was ist Arbeitnehmerhaftung?
Unter Arbeitnehmerhaftung versteht man üblicherweise die Rechtsfolgen von Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers bei seiner beruflichen Tätigkeit.
Verletzen Sie als Arbeitnehmer im Rahmen des Arbeitsverhältnisses schuldhaft die Ihnen obliegenden arbeitsvertraglichen Pflichten - die Arbeitspflicht oder eine der Nebenpflichten (Schutz- und Rücksichtnahmeplichten) - und verursachen dadurch dem Arbeitgeber einen Schaden, können Sie haftend gemacht werden. Der Schaden muss in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen. Grundsätzlich liegt die Beweislast beim Arbeitgeber. Er hat den Beweis zu führen, dass der Arbeitnehmer den Schaden verschuldet hat. Kann er diesen Nachweis nicht führen, haftet er für den Schaden.
 ArbeitnehmerInnen
Die Gesamtheit der unter den persönlichen Geltungsbereich eines Tarifvertrages fallenden ArbeitnehmerInnen umfasst in der Regel gewerbliche ArbeitnehmerInnen (ArbeiterInnen), Angestellte und Auszubildende. Ausgenommen ist meist (entweder teilweise oder aus der Gesamtheit der Regelungen) die Gruppe der leitenden Angestellten. Grundsätzlich können Tarifverträge für alle oder mehrere Arbeitnehmergruppen oder für jede Gruppe einzeln gelten (zum Beispiel Lohn-TV für gewerbliche AN, Gehalts-TV für Angestellte oder Ausbildungsvergütungs-TV für Auszubildende).
Der Begriff Arbeitnehmer/in wird auch verwendet, wenn Tarifverträge nicht (mehr) nach gewerblichen ArbeitnehmerInnen und Angestellten im sozialversicherungsrechtlichen Sinn unterscheiden (zum Beispiel Entgelt-TV für ArbeitnehmerInnen).
 Arbeitsstättenausschuss
Was ist der Arbeitsstättenausschuss?
Der Arbeitsstättenausschuss ist einer von fünf staatlichen Gremien, die sich um den Arbeitsschutz kümmern. In ihnen sind Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitgeber, der Unfallversicherungen, der Länder und der Wissenschaft vertreten.
Was macht der Arbeitsstättenausschuss?
Mit Arbeitsstättenregeln konkretisieren sie die Arbeitsstättenverordnung. Sie legen unter anderem fest, wie warm oder kalt es an einem Arbeitsplatz höchstens sein darf, oder wie groß ein Büro mindestens sein muss. Eigentlich sollten die knapp 20 Regeln bis 2010 verabschiedet sein. Bislang konnte sich der Ausschuss erst auf drei einigen. Für Andrea Fergen von der IG Metall und Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses zeigt das, wie umkämpft die Grenzwerte und Vorgaben sind. Arbeitgeber wollen möglichst wenig konkret regeln. Denn es geht ums Geld.
 Arbeitsunfähigkeit
Sie sind arbeitsunfähig, wenn Sie aufgrund Ihres Gesundheitszustandes Ihre zuletzt ausgeübte oder eine ähnlich geartete Beschäftigung nicht mehr ausüben können. Arbeitsunfähigkeit liegt auch vor, wenn Sie sich im Krankenhaus oder zur medizinischen Rehabilitation befinden.
 Arbeitszeitkonto
 Aufhebungsvertrag
In einem Aufhebungsvertrag wird eine einvernehmliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses, vertraglich geregelt. Als Arbeitnehmer sollten Sie den Aufhebungsvertrag vor der Unterzeichnung gründlich prüfen, da es kein gesetzliches Widerrufsrecht gibt und der Vertrag in aller Regel nicht rückgängig gemacht werden kann. Wenn unabdingbare gesetzliche Schutzbestimmungen, tarifliche Vereinbarungen oder Betriebsvereinbarungen betroffen sind, sollten Sie den Betriebsrat oder die Mitarbeitervertretung informieren. Da Aufhebungsverträge wie eigene Kündigungen bei der Agentur für Arbeit gewertet werden, drohen immer Sperrfristen der Agentur für Arbeit beim Bezug von Arbeitslosengeld wegen Arbeitsaufgabe.
 Ausbildungsnachweis
Der Ausbildungsnachweis ist das ausgefüllte Berichtsheft. Dort werden alle Tätigkeiten eingetragen, die die/der Auszubildende während der Berufsausbildung erlernt. Das Führen des Berichtsheftes ist Teil der Ausbildung und darf während der Arbeitszeit erledigt werden.
Warum ist ein Ausbildungsnachweis so wichtig?
Das ordentlich geführte und unterschriebene Berichtsheft ist Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung.
 Ausbildungsvergütung
Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen (§ 17 BBiG). Ab welchem Betrag eine Vergütung angemessen ist, sagt das Gesetz nicht. Gibt es einen Tarifvertrag ist die Sache einfach: Findet ein Tarifvertrag auf das Ausbildungsverhältnis Anwendung, gilt die darin vereinbarte Ausbildungsvergütung stets als angemessen. Kompliziert wird es dann wenn keine Tarifvertrag besteht: Besteht keine Tarifbindung ist die Ausbildungsvergütung frei aushandelbar.
 Ausbildungsvertrag
Den Ausbildungsvertrag muss der Arbeitgeber der/der Auszubildenden vor Beginn der Ausbildung schriftlich vorlegen. Der Ausbildungsvertrag wird von beiden Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) unterschrieben. Er regelt die Bedingungen unter denen die Ausbildung absolviert wird.
 Ausgleichsquittung
Ausgleichsquittung nennt man das Schriftstück, das Ihnen Ihr Arbeitgeber beim Ausscheiden aus dem Unternehmen zur Unterschrift vorlegt. Sie sollen damit zum Beispiel den Erhalt Ihrer Arbeitspapiere bestätigen oder dass Sie keine Ansprüche mehr an das Unternehmen haben.
 Außertarifliche Bezahlung
Was ist außertarifliche Bezahlung (AT)?
In vielen IG Metall-Tarifverträgen ist festgelegt, wer als AT gilt.
Überstunden sind meist mit einem AT-Vertrag abgegolten. Nach den IG Metall-Tarifverträgen sind meistens 35 Stunden pro Woche geregelt. Falls ein Vertrag mit einer 40-Stunden- Woche angeboten wird, muss das Jahresentgelt in der Regel auf 40 Stunden hochgerechnet werden.
Tariferhöhungen gibt es bei einem AT-Vertrag nicht. Trotzdem haben Sie Einfluss auf das Gehalt eines AT-Mitarbeiters: Wenn das Entgelt der höchsten Tarifgruppe durch eine Tariferhöhung steigt, wird damit die Berechnungsgrundlage für einen AT-Mitarbeiter angehoben.
 Bagatellkündigung
Bagatellkündigung.
Nein, es ist keine Bagatelle, dem Chef 1,30 Euro zu unterschlagen. Aber es ist auch kein zwingender Grund für eine Kündigung. Mit seiner Entscheidung im Fall "Emmily" hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) seine bisherige Rechtsprechung geändert. Galt bislang oft der Grundsatz: "Wer stiehlt, fliegt." heißt es nun: "Kommt drauf an." Im Fall der Kassiererin entschieden die Richter, dass ihr Arbeitgeber sie weiter beschäftigen muss. Schließlich arbeitete sie 31 Jahre bei ihm. Vertrauen, das in so langer Zeit gewachsen ist, kann nicht vollständig durch das unerlaubte Einlösen von Pfandbons über 1,30 Euro eingebüßt werden.
Dieses Urteil ist kein Freibrief für kleine Straftaten am Arbeitsplatz. Auch wer kleinere Schäden anrichtet, riskiert seinen Job. Das Urteil bedeutet aber auch, dass bei einer Kündigung alle Interessen abgewogen werden müssen. Selbst dann, wenn ein Arbeitnehmer tatsächlich gestohlen hat. Denn dem Schaden und Vertrauensverlusts des Arbeitgebers stehen die schwerwiegenden Folgen für den Gekündigten gegenüber. Ob eine Kündigung gerechtfertigt ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Delikt den Kernbereich der Arbeitsaufgaben berührt und ob es sich eignet, das erworbene Vertrauen endgültig zu zerstören. Im Fall "Emmily" entschied das Gericht: 31 Dienstjahre ohne Fehltritt wiegen schwerer als ein unerlaubt eingelöster Pfandbon. Eine Abmahnung reiche aus. Die Entscheidung des BAG wirkt sich übrigens nicht nur auf Diebstähle aus. Auch vor anderen verhaltensbedingten Kündigungen - wie etwa bei Rangeleien oder Beleidigungen - müssen alle Umstände berücksichtigt werden.
 Befristung
Möglich machten den Boom der befristeten Verträge mehrere Gesetzesänderungen seit Mitte der 90er-Jahre. Sie erleichtern es Arbeitgebern, Beschäftigte über längere Zeit befristet einzustellen. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz gibt es zwei Möglichkeiten, Arbeitnehmer nur für eine bestimmte Zeit einzustellen. Es kann erstens sachliche Gründe dafür geben. So kann ein Arbeitgeber einen Beschäftigten nicht unbefristet einstellen, wenn er eine Schwangerschaftsvertretung braucht. Auch bei Projekten, für die bestimmte Qualifikationen nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt werden, ist eine Befristung nachvollziehbar.
Der Gesetzgeber hat zudem die Möglichkeit der "sachgrundlosen Befristung" geschaffen und sie seit Mitte der 90er-Jahre erweitert. Inzwischen können Arbeitgeber, Beschäftigte ohne Angabe von Gründen bis zu zwei Jahre befristet einstellen. Dabei dürfen sie den Vertrag innerhalb der zwei Jahre dreimal verlängern. Das Arbeitsverhältnis darf aber nicht unterbrochen werden, auch nicht für einen Tag.
 Berufsschule
Im Dualen System lernen Auszubildende im Betrieb oder Unternehmen sowie in der Berufsschule. Aber auch Auszubildende in anderen Modellen müssen in die Berufsschule. Die Berufsschule hat die Aufgabe, das im Betrieb oder beim Bildungsträger erlangte Wissen zu vertiefen und auszubauen.
Gibt es für den Unterricht ausreichend viele Lehrmittel?
Fallen viele Unterrichtsstunden aus?
 Beschäftigungssicherung
Was versteht man unter Beschäftigungssicherung?
Beschäftigungssicherung bezeichnet alle Formen der Sicherung von Arbeitsplätzen in den Betrieben durch betriebliche oder tarifliche Regelungen.
Welche Formen der Beschäftigungssicherung gibt es?
Es gibt "harte" Regelungen, nach denen eine feste Anzahl von Arbeitsplätzen im Betrieb erhalten bleiben muss. Häufiger wird der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für einen bestimmten Zeitraum vereinbart. "Sozialverträglicher" Abbau, etwa über freiwilliges Ausscheiden, Altersübergänge oder Einstellungsstopp ist dann jedoch möglich. In der derzeitigen Krise überwiegen "weiche" Regelungen wie die Kurzarbeit oder abgesenkte Arbeitszeit nach dem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung. Sie können Kündigungen kurzfristig vermeiden, schließen diese jedoch nicht aus.
 Betriebsrat
Betriebsräte vertreten die Arbeitnehmer im Betrieb. Bei Einstellungen, Entlassungen oder Veränderungen der Betriebsorganisation können sie mit entscheiden. Auch in alltäglichen Fragen bestimmen Betriebsräte mit - ob es um Parkordnung oder Rauchverbot geht. Die Mitwirkungsrechte sind unterschiedlich stark ausgeprägt: vom Anspruch auf Information bis zum definitiven Vetorecht.
Betriebsräte sind heute nicht mehr nur Vertreter der Arbeitnehmer. Sie sind Moderatoren, die das Wissen der Belegschaft transportieren und so das Unternehmen stützten können. Auch wenn alles gut läuft im Unternehmen, sind Betriebsräte wichtig. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber achten sie auf viele Dinge, die das Arbeitsleben der Angestellten beeinflussen:
Einsicht in die Bilanzen, wenn Arbeitsplätze bedroht sind durch wirtschaftliche Schieflache
Lösungen zur Arbeitszeit, die den Arbeitnehmern zugute kommen
Alltägliches wie Parkplätze, Rauchverbot, Radio hören
 Betriebsrätegesetz
Was ist das Betriebsrätegesetz?
Am 4. Februar 1920 wurde erstmals eine gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer rechtlich verankert. Das Betriebsrätegesetz forderte für Betriebe mit mehr als zwanzig Beschäftigten einen Betriebsrat. Die Arbeit des Betriebsrats beschränkte sich jedoch auf soziale und beratende Funktionen, eine Mitbestimmung in wirtschaftlichen Angelegenheiten sah das Gesetz nicht vor.
Zwei Jahre später folgte dann das "Gesetz über die Entsendung von Betriebsräten in den Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaften". 1922 galten also für Betriebsratsmitglieder die gleichen rechtlichen Regelungen wie für alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats.
Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wurde das Betriebsrätegesetz 1934 ausser Kraft gesetzt und durch das "Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" ersetzt. Adolf Hitler sollte nicht nur militärisch, sondern in allen politischen und rechtlichen Gebieten die oberste Befehlsgewalt haben, ohne kontrollierende Instanzen. Das Führerprinzip ordnete alles und jeden ohne Einschränkung den Entscheidungen Hitlers unter.
Mit dem Ende der Hitler-Diktatur wurde im April 1946 durch die Alliierten das "Kontrollratsgesetz 22" geschaffen. Die Betriebsräte in Deutschland durften ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das "Kontrollratsgesetz" orientierte sich am Betriebsrätegesetz von 1920 und setzte die Rahmenbedingungen für eine Betriebsverfassung.
Am 14. November 1952 trat schließlich das Betriebsverfassungsgesetz in Kraft.
Eine erste grundlegende Reform folgte 1972. Das Gesetz ist seitdem in zahlreichen Punkten überarbeitet und angepasst worden, zuletzt mit der Novellierung vom 27. Juli 2001.
 Betriebsratswahl
Ein Betriebsrat ist in allen Betrieben ab fünf wahlberechtigten Beschäftigten wählbar. Betriebsratswahlen finden regelmäßig alle vier Jahre statt - das nächste Mal in den kommenden Wochen. Betriebe, die noch keinen Betriebsrat haben, können jederzeit erstmals wählen.
Wahlberechtigt sind alle zum Betrieb gehörenden Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion - auch Beschäftigte im Außendienst sowie Leihbeschäftigte, die seit mindestens drei Monaten im Betrieb sind. Kandidieren dürfen nur Beschäftigte, die dem Betrieb seit mindestens sechs Monaten angehören. Wenn bereits ein Betriebsrat (oder ein Konzern- oder Gesamtbetriebsrat) besteht, setzt dieser vier, ab 51 Beschäftigten zehn Wochen vor Ende der Amtszeit einen Wahlvorstand aus drei wählbaren Beschäftigten ein, der die Wahl organisiert: Termine, Ausschreiben, Wähler- und Kandidatenlisten - und mehr. Ansonsten können auch drei wahlberechtigte Beschäftigte oder eine Gewerkschaft mit Mitgliedern im Betrieb zur Wahlversammlung einladen. Dort wählen die Beschäftigten dann den Wahlvorstand.
Wahl ist Grundrecht
Die Betriebsratswahl ist gesetzlich geschützt. Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern oder beeinflussen. Mitglieder des Wahlvorstands und Kandidaten sind vor Kündigung geschützt, ebenso wie die späteren Betriebsrats- Mitglieder. Geschützt sind auch die drei einladenden Beschäftigten - aber nur eingeschränkt: ab Aushang der Einladung bis zum Ergebnis. Deshalb: Vorsicht. Und unbedingt mit Gewerkschaft. Auch die Beschäftigten der IG Metall wählen jetzt wieder ihren Betriebsrat. Denn: Mit Betriebsrat geht es besser. Nur wer wählen geht, sorgt für gelebte Demokratie. Kreuzchen machen! Weitere Informationen zur Betriebsratswahl und zahlreiche Praxisbeispiele gibt es auf www.igmetall.de/br-wahlen2010.
Beim Betriebsübergang wechselt der Inhaber eines Betriebs oder eines Betriebsteils. Zwar behalten die Arbeitnehmer, die auf den neuen Betriebsinhaber übergehen, alle Rechte aus ihrem Arbeitsverhältnis. Trotzdem entstehen Risiken für die betroffenen Arbeitnehmer. Der Tarifbereich kann sich ändern. Die Anwendbarkeit von Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen kann in Frage gestellt sein. Manchmal versucht ein Arbeitgeber, sich dem Tarifvertrag mit Hilfe eines Betriebsübergangs zu entziehen. Diese für die Beschäftigten besondere Situation des Betriebsübergangs regelt § 613a BGB. Er zielt darauf ab, den sozialen Besitzstand der Arbeitnehmer zu erhalten und ihnen einen lückenlosen Bestandsschutz zu gewähren. Doch § 613a gibt den Arbeitnehmer nur einen sehr unvollkommenen Schutz. Soweit ein Betriebsrat existiert, sollte dieser versuchen, den gesetzlichen Mindestschutz nachzubessern. So kann etwa vereinbart werden, betriebsbedingte Kündigungen für einen gewissen Zeitraum nach dem Übergang auszuschließen.
Arbeitnehmer können nicht gezwungen werden, durch einen Betriebsübergang auf einen anderen Inhaber zu wechseln. Sie können dem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses widersprechen.
Bei rechtzeitigem Widerspruch geht das Arbeitsverhältnis nicht auf den Betriebserwerber über, sondern er bleibt weiterhin Arbeitnehmer des Betriebsveräußerer. Dadurch besteht für den widersprechenden Arbeitnehmer aber das Risiko einer betriebsbedingten Kündigung.
Der Übergang der Arbeitsverhältnisse auf einen neuen Arbeitgeber bedeutet nicht, dass die Arbeitnehmer auch einen neuen Arbeitsvertrag erhalten. Sie sollten sich auch weigern, einen neuen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, denn der wird häufig schlechter sein als der alte Arbeitsvertrag.
Ansprüche der Beschäftigten auf betriebliche Altersversorgung gehen auf den Erwerber über.
Es bietet sich an, eine Überleitungsbetriebsvereinbarung für die Betriebsvereinbarungen abzuschließen oder einen Überleitungstarifvertrag zu vereinbaren, wenn sich der Tarifbereich ändert. Denn Inhalte von Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen können ein Jahr nach dem Betriebsübergang geändert werden. Mit einem Streik können die Beschäftigten versuchen, beim Erwerber einen Haustarifvertrag oder Tarifbindung durchzusetzen.
 Betriebsvereinbarung
Im Gegensatz zu Tarifverträgen werden Betriebsvereinbarungen von den Betriebsparteien, dem Betriebsrat und dem einzelnen Arbeitgeber, abgeschlossen. Gegenstand von Betriebsvereinbarungs-Regelungen können die Arbeitsbedingungen im Betrieb oder auch Entgelte sein, soweit diese nicht durch Tarifverträge geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden (Tarifvorrang). Eine Betriebsvereinbarung kann sich auch auf die Umsetzung oder Konkretisierung tariflicher (Rahmen-)Regelungen beziehen.
 Betriebsverfassungsgesetz
Was ist das Betriebsverfassungsgesetz ?
Das BetrVG ist in acht Abschnitte unterteilt. Zum Beispiel "Allgemeine Vorschriften", "Betriebsrat, Betriebsversammlung, Gesamt- und Konzernbetriebsrat" und "Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer". Diese Gesetze ordnen das Verhältnis zwischen der Arbeitnehmervertretung und dem Arbeitgeber. Beide Seiten müssen sich daran halten. Für einen Betriebsrat ist damit geregelt, welche Anhörungsrechte er hat (etwa bei einer Kündigung), welche Informationsrechte er hat (zum Beispiel beim Bau einer neuen Produktionsanlage) und welche zwingenden Mitbestimmungsrechte er hat.
 Bewerbung
Mit einer Bewerbung bekundet ein Arbeitnehmer gegenüber einem Betrieb oder Unternehmen sein Interesse an einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Bewerbungen erfolgen in der Regel schriftlich oder online, zunehmend auch über Bewerberdatenbanken.
Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Bewerbung finden Sie hier.
 Bewerbungsurlaub
Was ist Bewerbungsurlaub?
Um möglichst schnell einen neuen Job zu finden, können gekündigte Arbeitnehmer Bewerbungsurlaub in Anspruch nehmen. In dieser Zeit können Sie Vorstellungsgespräche und Bewerbertests absolvieren oder auch das Arbeitsamt aufsuchen.
 Bildungsurlaub
In den meisten Bundesländern wird ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit geboten, sich für eine bestimmte Zeit von ihrer Berufstätigkeit freistellen zu lassen, um Gelegenheiten zur Weiterbildung wahrzunehmen. Dies wird als "Bildungsurlaub" beziehungsweise "Bildungsfreistellung" bezeichnet.
 Diversity Managemen
In den meisten Fällen schließen Unternehmen per Betriebsvereinbarung "Diversity-Richtlinien" oder "Diversity-Management-Programme" ab. Darin bekennt sich ein Betrieb etwa zu Respekt, Wertschätzung und Förderung aller Beschäftigten, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder ethnischer Herkunft. Das Unternehmen verpflichtet sich, ein Arbeitsumfeld ohne Vorurteile zu schaffen. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Frauen im Management oder Mitarbeiter über 45 sowie die Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung, können unter dem Begriff "Diversity Management" zusammengefasst werden. Denn wenn die unterschiedlichen Beschäftigten besser in das Unternehmen integriert sind, steigt auch ihre Motivation und Zufriedenheit. Es gibt weniger Reibungsverluste durch Diskriminierung, was sich für Unternehmen nicht zuletzt kostensenkend auswirken kann. So haben beispielsweise die Ford- Werke in Köln ein türkisches Mitarbeiter-Netzwerk gegründet. Die "Turkish Resource Group" will türkische und deutsche Mitarbeiter und Kunden in Deutschland und der Türkei ansprechen, um die Marke Ford noch attraktiver zu machen.
 Easy Economy
Easy Economy.
Der Büroalltag von morgen wird heute schon mancherorts praktiziert: Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr. Wer nicht gerade auf Dienstreise ist und die Firma betritt, holt sich seinen Rollcontainer mit Laptop und persönlichen Unterlagen. Der Beschäftigte geht an einen freien Schreibtisch. Vorbei sind die Zeiten, in denen Grünpflanzen und das persönliche Familienfoto den eigenen Schreibtisch schmückten, denn den gibt es nicht mehr. Auch der tägliche vertraute Umgang mit denselben Kollegen ist vorbei. Easy Economy heißt diese neue Form der Arbeitsorganisation nach dem Grundprinzip: Es ist egal, wer wann wo arbeitet, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Easy Economy stellt die traditionellen Arbeitsmodelle vor allem im Angestelltenbereich in Frage, die sich durch starre Anwesenheitspflicht, Acht- Stunden-Tag und lange Meetings auszeichnen. Formuliert wurde der Begriff (auf Deutsch: "einfache Wirtschaft") 2008. Vor allem in IT-Unternehmen wie IBM, bei Versicherungen und Beratungsfirmen wird Easy Economy angewandt. Auch kleinere Unternehmen testen diese Arbeitsform für bestimmte Abteilungen wie Außendienst und Entwicklung, weil sie glauben, Effizienz steigern und Kosten drücken zu können.
Easy Economy klingt jedoch einfacher und harmloser als es ist. Arbeitszeitforscher warnen vor den Schattenseiten, den psychischen Belastungen und sozialen Konsequenzen. Arbeitnehmer können durch flexibles Arbeiten zerrieben werden. Freizeit und Arbeitszeit vermischen sich immer mehr. Die Gefahr ist groß, dass Menschen keine richtigen Entspannungszeiten mehr haben und arbeiten bis zum Umfallen. Die Anonymität steigt, Beschäftigte werden - überspitzt formuliert - zu Arbeitsnomaden in einer globalisierten Welt.
 EBR-Richtlinie
Was ist die EBR-Richtlinie?
Die EBR-Richtlinie (94/45 EG) schaffte 1994 den Rahmen für eine grenzübergreifende Arbeitnehmervertretung in Europa. Seither haben Arbeitnehmervertreter Anspruch, einen Europäischen Betriebsrat (EBR) zu gründen. Gegenüber dem Arbeitgeber hat der EBR ein Informations- und Anhörungsrecht.
Da die Richtlinie sich in der Praxis als zu schwammig erwiesen hat, wurde im Dezember 2008 neu formuliert. Die neue Richtlinie (2008/38 EG) enthält Mindestvorschriften zu den Aufgaben des EBR und definiert etwa "Information" und "Anhörung" besser. So muss die Information es dem EBR ermöglichen, eine Angelegenheit gründlich zu überprüfen. Und er muss so rechtzeitig und angemessen angehört werden, dass der Arbeitgeber seine Stellungnahme berücksichtigen kann. Nach der Neufassung haben EBR-Mitglieder nun Anspruch darauf, für Qualifizierungen bezahlt freigestellt zu werden. Außerdem will die EU die Abstimmung zwischen den nationalen und europäischen Ebenen der Arbeitnehmervertretung klarer regeln. Auf diese Rechte können sich alle bestehenden EBR berufen, die sich nach 1996 gegründet haben.
Grundsätzlich ist die neugefasste Richtlinie erst nach ihrer Umsetzung in nationalem Recht anwendbar (5. Juni 2011). Vorsicht bei laufenden Verhandlungen oder Überarbeitungen von EBR-Vereinbarungen. Fragen Sie hier am besten bei Ihrer IG Metall vor Ort oder unserem EBR-Team nach.
 Effektivlohn
Was ist ein Effektivlohn?
Der Effektivlohn ist der tatsächlich erzielte Arbeitsverdienst, der sich aus der tariflichen Grundvergütung, den sonstigen tariflichen Leistungen (z.B. Zulagen/Zuschläge) sowie übertariflichen Einkommensbestandteilen zusammensetzt.
 Eingruppierung
 ELStAM
Elektronische-Lohn-Steuer-Abzugs-Merkmale (ELStAM).
Nach 85 Jahren ist Schluss: Die Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient. Neue werden nicht mehr verschickt. Der Karton wird 2012 durch das Verfahren "Elektronische-Lohn-Steuer-Abzugs- Merkmale", kurz ELStAM, ersetzt. Weil sich das jedoch verzögert, bleibt die Karte von 2010 samt aller Abzugsmerkmale auch 2011 gültig. Sie ist nur dann anzupassen, wenn sich der Kinderfreibetrag oder andere Freibeträge (wie etwa die Kilometerpauschale), ändern oder man in eine höhere Steuerklasse rutscht. Für alle Änderungen auf der Lohnsteuerkarte ist jetzt das Finanzamt zuständig und nicht mehr die Gemeinde.
Wer 2011 den Arbeitgeber wechselt nimmt die alte Karte einfach mit. Wer erstmals eine Steuerkarte benötigt, erhält vom Finanzamt eine Ersatzbescheinigung. Ausnahme: Ledige, die 2011 ein Ausbildung beginnen. Sie stuft der Arbeitgeber automatisch in Steuerklasse I, wenn Azubis ihre Steuer-Identifikationsnummer (IdNr.), das Geburtsdatum sowie die Religionszugehörigkeit mitteilen und gleichzeitig schriftlich bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. 2012 soll dann ELStAM starten. Eine Datenbank, in der Finanzämter Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, sonstige Freibeträge sowie Religionszugehörigkeit von Beschäftigten speichern und sie Arbeitgebern elektronisch übermitteln. Um ELStAM abrufen zu können, müssen sich Betriebe über ein Online-Portal registrieren sowie die IdNr. und das Geburtsdatum des Arbeitnehmers eingeben. Bei bestehenden Beschäftigungsverhältnissen hat der Arbeitgeber diese Infos bereits. Übrigens: ELStAM-Daten abrufen darf nur der aktuelle Arbeitgeber. Bei einem Jobende oder -wechsel erlischt die Berechtigung.
 ELENA
Wer glaubt, hinter dem Namen Elena stecke eine hübsche Blondine, der irrt. Das Kürzel "Elena" steht für Elektronischer Entgeltnachweis. Das Verfahren soll ermöglichen, dass sich Beschäftigte ab 2012 nicht mehr an ihren Arbeitgeber wenden müssen, wenn sie einen Gehaltsnachweis benötigen. Zum Beispiel weil sie staatliche Leistungen wie Sozialhilfe, Wohn- oder Elterngeld beantragen. Darum melden seit Januar alle Arbeitgeber die Entgeltdaten von etwa 40 Millionen Beschäftigten gemäß einer Liste an die Zentrale Speicherstelle (ZSS).
60 Seiten sensible Daten
Neben den Gehaltsangaben durch den Arbeitgeber, entpuppt sich Elena als neugierige, sammelwütige Datenkrake. Die Liste hat etwa 60 Seiten und umfasst auch Angaben zu Abmahnungen oder Streikteilnahmen. Das stößt bei Gewerkschaftern auf heftige Kritik. Denn während bestimmte Angaben lediglich über das Eingeben eines Häkchens zu beantworten sind, hat der Arbeitgeber beim Streik formlose Erläuterungen zu verfassen. Und zwar, ob die Teilnahme eines streikenden Beschäftigten rechtmäßig war oder als Vertragsbruch einzustufen ist.
Das Gesetz ist zwar in Kraft. Details müssen aber noch beschlossen werden. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will jetzt die Erfassung bei den Streikzeiten ändern. Das geht Urban nicht weit genug. Er fordert, auch bei den Fehlzeiten und Abmahnungen Korrekturen.
 Elternzeit
Sie können bis zu drei Jahre lang ganz oder teilweise aus dem Berufsleben aussteigen, um sich der Betreuung und Erziehung Ihres Kindes zu widmen. Nach dieser Zeit lebt ihr ursprüngliches Arbeitsverhältnis wieder auf. D.h. Sie haben ein Recht darauf, von Ihrem Arbeitgeber weiterbeschäftigt zu werden, und zwar in einer Ihrer früheren Arbeitsstelle vergleichbaren Position. Außerdem genießen Sie für die Dauer der Elternzeit einen besonderen Kündigungsschutz. Rechtsgrundlage der Elternzeit ist das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG).
Sie bekommen Informationen von der IG Metall, insbesondere die Broschüre "Elterngeld - Neue Chancen für Väter und Mütter", zu beziehen über den Betriebsrat oder die zuständige IG Metall-Verwaltungsstelle. Oder beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hier online direkt zum Thema "Elternzeit" oder über ein Stichwortverzeichnis.
 Entgeltrahmenabkommen
Was ist das Entgeltrahmenabkommen?
Mit dem Entgeltrahmenabkommen (ERA) haben die IG Metall und die Metallarbeitgeberverbände eine neue, einheitliche Grundlage für die Entgeltgestaltung der Arbeiter/innen und Angestellte in der Metall- und Elektroindustrie geschaffen. Der erste regionale ERA-Tarifvertrag wurde 2003 in Baden-Württemberg abgeschlossen. Die Einführung von ERA in den Betrieben wird sich bis Ende 2009 erstrecken.
Wie hilft die IG Metall?
Wir bieten Betriebsräten und Vertrauensleuten Arbeitshilfen rund um das Thema ERA. Fragen Sie am besten dort nach oder wenden Sie sich direkt an Ihre IG Metall vor Ort. Entgeltrahmenabkommen (ERA)
Wir bieten Betriebsräten und Vertrauensleuten Arbeitshilfen rund um das Thema ERA. Fragen Sie am besten dort nach oder wenden Sie sich direkt an Ihre IG Metall vor Ort.
 Entsendegesetz
 Erstuntersuchung
Die Erstuntersuchung dient dazu, den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers vor dem Arbeitsbeginn festzustellen.
Wie sieht das bei den Auszubildenden aus?
Jugendliche Auszubildende müssen sich vor der Ausbildung sowie nach einem Jahr ärztlich untersuchen lassen. Damit wird der Gesundheits- und Entwicklungsstand festgestellt, insbesondere auch, ob die Gesundheit durch die Ausübung bestimmter Arbeiten gefährdet werden könnte. Vorgeschrieben werden dabei eine Erstuntersuchung zu Beginn der Ausbildung und weitere Nachuntersuchungen während der Ausbildung.
 Europa AG
 Fachabitur
Wer ein Fachabitur hat, hat deutschlandweit den allgemeinen Zugang zu Fachhochschulen.
Wo wird das Fachabitur erworben?
Das Fachabitur kann an der Fachoberschule erworben werden. Diese Schulen setzen in der Regel einen Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus.
 Fehlzeiten
Für das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit, das die Fehlzeiten seit Jahren untersucht, sind krankheitsbedingte Abwesenheiten vom Arbeitsplatz, also Krankenstände, Fehlzeiten im engen Sinn. Im weiteren Sinne zählt das Nürnberger Institut unentschuldigtes Fehlen und Freistellungen für Behördengänge oder Familienangelegenheiten dazu, im weitesten Sinne auch Kuren, Mutterschutz und Bildungsurlaub. In Personalabteilungen ist der Begriff mitunter so weit gefasst, dass sogar Auslandseinsätze oder Wehrübungen mitgezählt werden.
 Gender Pay Gap
Gender Pay Gap beschreibt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Diese beträgt in Deutschland etwa 23 Prozent. Der Begriff setzt sich zusammen aus:
gender = soziokulturelles Geschlecht. Also nicht das biologische Geschlecht, sondern die "Geschlechterrolle", die eine Gesellschaft Männern und Frauen zuschreibt.
pay = Lohn, Gehalt
gap = Lücke, Abstand
Es gibt einige Fakten, die dazu führen, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen: Sie arbeiten überproportional oft in schlechter bezahlten Berufen. Sie arbeiten mehr in Teilzeit als Männer. Und die Formalqualifikationen (Bildungsgrad durch Schule, Ausbildung und Studium) sind geringer als bei Männern.
Aber: Selbst wenn man diese Faktoren aus der Gender Pay Gap herausrechnet, bleibt immer noch ein Teil ungeklärt, den Experten dann der geschlechterspezifischen Lohndiskriminierung zuschreiben. An die 40 Prozent der Lohnlücke gehören zu diesem "blinden Fleck". Was also tun?
Deutschland wollte die Lohnlücke eigentlich bis 2010 auf 15 Prozent schrumpfen lassen. Da ist auf politischer Ebene nicht viel passiert. Umso wichtiger ist es für Betriebsräte, sich auf Betriebsebene für gerechte Entlohnung stark zumachen. Basis dafür sind die Paragrafen 45, 80 und 92 BetrVG.
Der Betriebsrat darf auf Betriebsversammlungen "Fragen der Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern" behandeln. Zu seinen allgemeinen Aufgaben gehört die "Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern". Und der Arbeitgeber muss den Betriebsrat über seine Personalplanung unterrichten. Gerade hier ist der beste Ansatzpunkt: Bei Neueinstellungen und Stellenwechseln im Betrieb aufzupassen, ob das Gehalt stimmt. Damit zum Beispiel die Kollegin nicht weniger verdient als ihr männlicher Vorgänger.
Eine Gewerkschaft ist ein Zusammenschluss abhängig Beschäftigter.
Eine Gewerkschaft vertritt die Interessen der in ihr zusammengefassten Beschäftigten aber auch die der Beschäftigten im Allgemeinen. Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist freiwillig - aber sinnvoll. Sie kostet in der Regel ein Prozent vom Bruttolohn.
Mehr zu den Leistungen der IG Metall erfahren Sie hier.
 Gläubigerausschuss
Was ist ein Gläubigerausschuss?
Während des Insolvenzverfahrens sucht der Insolvenzverwalter nach Investoren, die das angeschlagene Unternehmen oder Teile davon übernehmen möchten. Bei der Aufstellung eines Insolvenzplans wirken die Arbeitnehmer über den Betriebsrat oder den Gläubigerausschuss mit. In den Gläubigerausschuss kann ein Betriebsratsmitglied oder ein Gewerkschaftsvertreter berufen werden.
 Gleitzeit
Gleitzeit oder gleitende Arbeitszeit bezeichnet eine in gewissem Rahmen frei geregelte Arbeitszeit. Regelungen zur Gleitzeit werden in Deutschland zumeist zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat festgelegt. Das geschieht über eine Betriebsvereinbarung. In der Regel besteht eine Kernzeit (oft zwischen 9 und 15 Uhr). In dieser Kernzeit müssen die Mitarbeiter anwesend sein. Die Arbeitszeiten vor und nach der Kernzeit sind dem Einzelnen überlassen, doch muss er sich insgesamt im Durchschnitt an die vereinbarte Wochen-Arbeitszeit halten.
 Hartz IV
Am 1. Januar 2005 trat "Hartz IV" in Kraft. Der offizielle Name "Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" verschleiert allerdings, um was es dabei geht: Neben Änderungen am Arbeitslosengeld (I) wurde die Arbeitslosenhilfe mit der niedrigeren Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II (ALG II) verschmolzen - auf einem Niveau unter der damaligen Sozialhilfe.
Wer von "Hartz IV" redet, meint meist "ALG II". Nach fünf Jahren Erfahrungen mit Hartz IV halten alle Parteien Reformen für erforderlich. Zwei Punkte stellt die Regierung auf den Prüfstand:
Zuverdienstgrenzen: Sie sollen erhöht werden - als "Anreiz" für Arbeitslose, Jobs anzunehmen.
Zumutbare Arbeit. Auch die Kriterien für "zumutbare" Arbeit müssen geändert werden, fordert IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Sie haben Lohndumping und menschenunwürdige Armutslöhne gefördert.
Das Bundesverfassungsgericht wird die Regelsätze bei Hartz IV vermutlich beanstanden. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass sie rückwirkend nachgebessert werden. Trotzdem sollten bisherige Hart-IV-Empfänger vorsorglich bei ihren Leistungsträgern (Arbeitsagentur oder Kommune) Überprüfungsanträge stellen. Und zwar schnell - bevor das Bundesverfassungsgericht entscheidet.
 Holding
Es gibt verschiedene Formen von Holdings: Operative Holding: Muttergesellschaft, selbst wirtschaftlich tätig, übt starken Einfluss auf ihre Töchter aus, die die Aktivitäten der Mutter meist nur ergänzen (z.B. Auslandsniederlassungen); Management-Holding: ist nicht selbst operativ tätig, sondern für die strategische Steuerung der Geschäftsfelder und des Kapitalflusses zuständig und besetzt Führungspositionen. DieTöchter sind relativ eigenständig in ihren Geschäftsfeldern; Finanzholding: verwaltet das Vermögen, teilt den Töchtern Finanzmittel zu, gibt wirtschaftliche Zielgrößen vor, aber übernimmt keine strategische oder operative Leitung.
 Inklusion
Seit 2006 ist die Inklusion in einer UN-Behindertenrechtskonvention vorgeschrieben. Seit März 2009 ist die Konvention auch in Deutschland als Gesetz umgesetzt. Behinderte sind nicht mehr nur Fürsorge- oder Problemfälle, sondern Bürger. Das bedeutet: keine Barrieren im öffentlichen Leben, keine Zwangseinweisung in Sonderschulen mehr - und: Betriebe müssen bei Personalplanung und Arbeitsgestaltung Behinderte von Anfang an mit einplanen. Deutschland hinkt bei der Inklusion international noch hinterher. Menschen mit Behinderung werden immer noch in speziellen Kindergärten und Schulen isoliert. Nur wenige finden den Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Die meisten landen in Behindertenwerkstätten. In der Metallindustrie, vor allem in der Autoindustrie, haben Schwerbehindertenvertreter und Betriebsräte in den letzten Jahren zahlreiche Verbesserungen und eine Erhöhung des Anteils behinderter Beschäftigter erreicht.
Gerade in der Autoindustrie müssen auch die Unternehmen Interesse an mehr Inklusion haben: Das Durchschnittsalter der Belegschaften liegt längst über 40 Jahren - und steigt weiter. Und mit dem Alter nehmen auch die gesundheitlichen Einschränkungen zu. Behinderungsgerechte Personalplanung und Arbeitsgestaltung ist daher immer auch "altersgerecht" und existenziell für die Produktion der Zukunft. "Inklusion" ist somit nicht nur menschenrechtlich sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich.
 Insolvenz
Insolvenz bezeichnet die dauernde Unfähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Geldschulden zu bezahlen. Das Insolvenzverfahren soll die Ansprüche der Gläubiger zahlungsunfähiger Schuldner möglichst gleichmäßig bedienen. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, erhält der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter das Verfügungsrecht über das Vermögen des Schuldners, um es zu verwerten. Einigen sich die Gläubiger auf einen Insolvenzplan, kann das Unternehmen auch saniert werden.
 Investivlohn
 Jahresarbeitszeitkonto
Mit diesem Begriff werden verschiedene Flexi-Regelungen bezeichnet. Es kann einfach die durch Tarifverträge eingeräumte Möglichkeit gemeint sein, die Arbeitszeit innerhalb von 12 Monaten ungleichmäßig zu verteilen. Oder das bei Arbeitgebern beliebte Modell, nur noch das jährliche Arbeitszeitvolumen festzulegen; dabei bestimmen sie, wie es auf die einzelnen Tage und Wochen verteilt wird.
 Jahreseinkommen
Was ist das Jahreseinkommen?
Das Jahreseinkommen ist das in einem Jahr insgesamt erzielte Tarifeinkommen.
Was zählt alles zum Jahreseinkommen?
Zu den monatlich wiederkehrenden Bestandteilen gehören die Grundvergütung, die Zulagen und Zuschläge sowie ggf. die vermögenswirksame Leistung. Einmal jährlich werden in den meisten Tarifbereichen das Urlaubsgeld und die Jahressonderzahlung ("Weihnachtsgeld") gezahlt. Außerdem gibt es anlas- und fallbezogen einmalige Zahlungen wie z.B. Jubiläumszuwendungen. Alle Komponenten zusammengenommen ergeben das tarifliche Jahreseinkommen.
 Jugendarbeitsabschutzgesetz
Was ist das Jugendarbeitsabschutzgesetz?
Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) gilt für alle Beschäftigten, die jünger als 18 Jahre sind - egal ob Auszubildende, Hilfskräfte, Praktikanten und Praktikantinnen oder ausgelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Das Gesetz schränkt zum Schutz der Jugendlichen u. a. Arbeitszeiten und Betätigungsfelder ein und setzt einen höheren Mindeststandard für Pausen, Urlaub etc.
 JAV
Die JAV ist wie der Betriebsrat als Gremium zur Vertretung der Interessen der Beschäftigten im Betriebsverfassungsgesetz (§§61-71) verankert.
Voraussetzungen für die Wahl einer JAV sind ein bestehender Betriebsrat, der den Wahlvorstand bestellt, sowie mindestens fünf Wahlberechtigte. Wahlberechtigt sind Jugendliche unter 18 Jahren und Azubis unter 25 Jahren. Bei bis zu 20 Wahlberechtigten kann ein Jugend- und Auszubildenvertreter (JAVi) gewählt werden, bei 21 bis 50 Wahlberechtigten drei - und darüber gestaffelt bis zu 15 JAVis ab 1000 Wahlberechtigten. Als JAVi kandidieren können alle Beschäftigten unter 25 Jahren. Die JAV wird alle zwei Jahre gewählt. Die JAV soll alle Beschäftigtengruppen abdecken, sowie betriebsanteilig aus Männern und Frauen bestehen.
Die Einhaltung von Gesetzen und Tarifverträge überwachen. 3 Die Qualität der Ausbildung überwachen, ob beispielsweise Azubis ausbildungsfremde Tätigkeiten machen müssen oder ungerecht beurteilt werden. 3 Maßnahmen für Azubis beantragen, beispielsweise die Übernahme nach der Ausbildung. 3 Die Integration ausländischer
Jugendlicher und Azubis fördern, das heißt gegen Rechtsradikalismus zu stehen.
 Kindergeld
Kindergeld ist eine staatliche Zahlung an die Erziehungsberechtigten, die in Abhängigkeit von der Zahl und dem Alter der Kinder geleistet wird.
Kindergeld wird normalerweise für Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Es kann aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs weiter gezahlt werden, solange man sich in der Ausbildung (Schule, Berufsausbildung oder Studium) befindet und nicht mehr als 7680 Euro im Jahr beziehungsweise 640 Euro monatlich verdient.
Was Auszubildende bezüglich Kindergeld und Kinderzuschlag beachten müssen, haben wir hier zusammengefasst.
 Kurzarbeitergeld
Was ist konjunkturelles Kurzarbeitergeld?
Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird gewährt, wenn ein Betriebe oder Unternehmen auf Grund von wirtschaftlichen Ursachen die regelmäßige betriebsübliche Wochenarbeitszeit verkürzen und Kurzarbeit einführt.
 Kündigung
 Kurzarbeit
 Langzeitkonto
Bei diesem Modell können Zeitguthaben über mehrere Jahre angespart werden, um eine längerfristige Freistellung zu ermöglichen, etwa für Weiterbildung oder private Wünsche.
 Lean Office
Grundsätzlich gibt es keine einheitliche Praxis. Mal werden allein einzelne Arbeitsplätze umgestaltet, mal wird die Zusammenarbeit von Beschäftigten in den Büros mit denen in der Fertigung betrachtet. Grundsätzlich wird zwischen Wertschöpfung und Verschwendung unterschieden. Verschwendungen sind zum Beispiel das Warten auf Unterlagen, Rückfragen, mehrfach bearbeitete gleiche Vorgänge oder auch das Erstellen nutzloser Dokumentationen.
 Leerverkäufe
Was würde ein Kunde tun, dem ein Obsthändler auf dem Wochenmarkt Erdbeeren anbietet, die er nicht hat?
Wenn ihm der Händler vorschlägt: "Du bekommst das Schälchen für 2,90 Euro - soviel kosten sie bei der Konkurrenz - und ich liefere nächste Woche." Denn der Händler glaubt: AmWochenende scheint die Sonne. Es werden viele Erdbeeren gepflückt, die dann nur 1,90 pro Schälchen kosten. Wahrscheinlich würde der Kunde zur Konkurrenz gehen, Erdbeeren kaufen und essen.
Auf dem Wochenmarkt funktioniert die Methode wohl nicht, auf dem Finanzmarkt schon. Denn Leerverkäufe sind nur eine etwas andere Erdbeerkörbchenwette. Dabei verhält sich der Wertpapierhändler umgekehrt zum "normalen" Aktienkäufer. Normalerweise will der Aktienkäufer Papiere möglichst billig einkaufen und sie teuer verkaufen. Der Leerverkäufer bietet ein Wertpapier dagegen an, wenn es teuer ist. Er schließt einen Vertrag ab. Geliefert wird die Ware später, möglichst wenn der Kurs im Keller ist. Bei ungedeckten Leerverkäufen besitzt der Verkäufer die Papiere nicht. Bei gedeckten Leerverkäufen leiht er sie aus, gibt sie später zurück und deckt sich mit billigeren Papieren ein. Während bei "normalen" Aktiengeschäften der Verlust auf den Kaufpreis beschränkt ist - die Aktie kann maximal wertlos werden -, ist das Risiko bei Leerverkäufen unbegrenzt. Niemand weiß, wie teuer ein Papier plötzlich wird. Im Mai hat die Finanzaufsicht Bafin ungedeckte Leerverkäufe in Deutschland verboten. Zwar ist es zunächst das Risiko des Obsthändlers, wenn es am Wochenende aus Eimern schüttet und sich der Erdbeerkörbchenpreis verdoppelt. Anders sieht es aber aus, wenn der Obsthändler eine Bank ist, die Pleite dieser Bank eine ganze Wirtschaft gefährdet und der Staat sie retten muss. Dann zahlen alle für riskante Leerverkäufe.
 Leiharbeit
Leiharbeit (Zeitarbeit, Personalleasing oder auch Arbeitnehmerüberlassung) liegt immer dann vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Beschäftigten (Leiharbeitnehmer) einem Dritten (Entleiher) zur Erbringung einer Arbeitsleistung überlässt.
Das Besondere an diesem Arbeitsverhältnis ist die Dreiecksbeziehung zwischen den beteiligten Parteien. Die Leiharbeitsfirma ist der Arbeitgeber im Sinne des Gesetzes. Tatsächlich aber wird die Arbeitsleistung bei einer anderen Firma erbracht, die gegenüber der Leiharbeitskraft weisungsbefugt ist.
Wer ist ein/e Leiharbeitnehmer/in?
Beschäftigte, die einen Arbeitsvertrag mit einer Leiharbeitsfirma haben und an Entleihbetriebe überlassen werden. Die IG Metall ist die Gewerkschaft für Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, der Textil- und Bekleidungswirtschaft sowie der Holzbearbeitung, Holzverarbeitung und Kunststoffverarbeitung.
 Listenwahl
Die Listenwahl bezeichnet neben der Personenwahl eine Form der Wahl des Betriebsrates.
Wie funktioniert eine Listenwahl?
Bei der Listenwahl werden von den im Betrieb vertretenen Interessengruppen Listen mit Kandidatinnen und Kandidaten "in erkennbarer Reihenfolge" (§ 6 Absatz 3 WO) aufgestellt und zur Wahl eingereicht. Die Wähler haben in diesem Falle jeweils nur eine Stimme, die sie der Liste ihrer Wahl geben können. Die Wähler können also keine einzelnen Personen wählen und sie können nicht eine bestimmte Person aus der Liste ankreuzen. Die Sitze im Betriebsrat werden auf die Listen nach dem Anteil der erreichten Stimmen verteilt.
 Lohnausgleich
Was ist Lohnausgleich?
 Meldepflicht
Sie müssen sich spätestens drei Monate vor dem Ende Ihres Arbeitsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit als Arbeit suchend melden.
Sie haben die Kündigung so spät erhalten, dass weniger als drei Monate bis zum Beendigungszeitpunkt liegen?
Dann müssen Sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunkts melden. Ansonsten können Sie finanzielle Ansprüche verlieren.
Das gilt auch bei Befristungen.
 Mitarbeitergespräch
Was erwartet mich im Mitarbeitergespräch?
Gut vorbereitet bietet so ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten vor allem auch Chancen. Mitarbeitergespräche heißen auch Jahresgespräche oder Zielvereinbarungsgespräche. Üblich ist, dass sie einmal im Jahr zwischen dem Vorgesetzten und dem Beschäftigte stattfinden, unter vier Augen. Ein guter Chef erklärt vorher, was er von diesem Gespräch erwartet, wie beide sich vorbereiten sollten und wie der Ablauf sein wird. Tut er das nicht, ist es legitim, das einzufordern.
Die Gesprächsqualität erkennt man auch daran, dass es keinen Top-down-Charakter hat nach dem Motto "Chef macht Ansage". Gut ist, wenn er die Strategie der Abteilung erklärt, zusammen mit dem Beschäftigten dessen Aufgaben aktualisiert und neue Ziele so vereinbart, dass man sie auch versteht. Achtung: Wer nicht aufpasst, hat schnell einen Sack voller Arbeit oder Aufgaben, für die man gar nicht gerüstet ist. Deswegen überlegen: Bin ich diesen Aufgaben gewachsen?
Brauche ich dafür Schulungen oder Material?
Wenn es überraschenderweise zu großen Änderungen bei den Aufgaben kommt, ist es okay, sich Bedenkzeit zu erbeten.
Gehalt und Fortbildungen
Mitarbeitergespräche sind immer auch eine Chance. Zum Beispiel, um eine Prämie oder ein höheres Gehalt einzufordern, um über Fortbildungen zu sprechen oder sogar um den Wunsch zu äußern, sich in eine andere Richtung als bisher zu entwickeln. Zudem ist der Zeitpunkt gut, um von Problemen zu berichten, etwa wenn man mehr Informationen braucht. Auf sachliche Weise kann man auch Kritik am Chef üben und konstruktiv schildern, was man sich für die Zusammenarbeit wünscht. Wer seine Bedürfnisse nicht einbringt, verpasst die Gelegenheit, seinen Arbeitsplatz mitzugestalten. Im schlechtesten Fall für ein ganzes Jahr.
Selbstbewusst fordern Frauen verhandeln schlechter als Männer. Sie glauben etwa, eine Fortbildung sei eine Belohnung, Männer finden das selbstverständlich. Also: Selbstbewusst rein, mit Fortbildung in der Tasche raus!
 Mitbestimmung
 Mobbing
 Mutterschutz
 Niedriglohn
"Niedriglöhner" arbeiten zum Teil für unter sechs Euro pro Stunde. In Deutschland ist davon bereits jeder Fünfte betroffen. Und das häufig trotz abgeschlossener Berufsausbildung.
 Nullmonat
Was ist ein Nullmonat?
 Offshoring
Offshoring bezeichnet eine geographische Form der Verlagerung von Funktionen und Prozessen aus inländischen Unternehmen ins Ausland. In der Regel wollen Unternehmen damit Kosten einsparen.
 Outsourcing
Outsourcing bezeichnet die organisatorische Verlagerung von Funktionen und Prozessen in Unternehmen. Diese Unternehmensaufgaben werden in der Regel an Drittunternehmen abgegeben um Kosten einzusparen.
 Personalakte
In Ihrer Personalakte kann Ihr Arbeitgeber alls Vorgänge und Urkunden sammeln, die sich auf Ihre betrieblichen und persönlichen Vorgänge beziehen, die im Zusammenhang mit Ihren Arbeitsverhältnis stehen. Ihre Personalakte darf nur mit Ihrer und gegebenenfalls der Zustimmung Ihres Betriebsrates vervielfältigt werden. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch, Ihre Personalakte ohne Angabe von Gründen, einzusehen. Zur Einsichtnahme kann ein Rechtsanwalt oder ein Mitglied des Betriebsrats hinzugezogen werden.
 Personenwahl
Die Personenwahl bezeichnet neben der Listenwahl eine Form, den Betriebsrat in einem Unternehmen zu wählen.
Wie funktioniert eine Personenwahl?
Bei der Personenwahl stehen einzelne Personen (und keine Listen) zur Wahl. Jeder Wähler hat so viele Stimmen wie es Sitze im Betriebsrat zu verteilen gibt (§ 20 Absatz 3 WO). Diese kann er oder sie auf die Personen seines oder ihres Vertrauens verteilen; pro Person kann er oder sie jedoch nur eine Stimme vergeben, eine Stimmenhäufung ist im Wahlrecht für den Betriebsrat nicht vorgesehen. Gewählt sind die Personen, die die meisten Stimmen erhalten haben.
 Poka Yoke
Poka Yoke hat, auch wenn es so klingt, nichts mit Spiel und Spaß zu tun (Poker und Jokus), sondern eher mit dem Gegenteil davon: Es steht - wie viele japanische Ausdrücke, die Eingang in die deutsche Sprache fanden - für Konzepte, Arbeit effektiver, schneller und kostengünstiger zu machen. Poka Yoke heißt auf Deutsch: dumme Fehler (Poka) vermeiden (yokeru).
Wo und wie wird Poka Yoke angewendet?
Es ist Teil des sogenannten Toyota-Produktionssystems, das in immer mehr Betrieben Einzug hält. Ziel von Toyota ist die "verschwendungsfreie" Produktion. Als verschwenderisch gelten zum Beispiel Wartezeiten, etwa durch Störungen, vermeidbare Wege - oder Fehler. Ein "Faktor", der den reibungslosen Fluss durch Fehler stören kann, ist der Mensch. Da setzt Poka Yoke an: Das Konzept besteht darin, Arbeitsschritte, Werkzeuge und Maschinen so zu gestalten, dass der Mensch nicht mehr viele Spielräume hat und nicht mehr darüber nachdenken muss, was er tut. Er wird durch die Vorgaben gezwungen, bestimmte Handgriffe zu tun. So sollen Fehler ausgeschaltet werden. So wie beim Tankdeckel, den niemand mehr auf der Zapfsäule liegen lassen kann, seit er am Auto festhängt.
Jürgen Klippert, Wissenschaftler der Uni Kassel, sieht Gefahren:Der einzelne Mensch verliert Handlungsspielräume. Seine Motivation leidet. Seine Qualifikation ist bald nichts mehr wert. Und wenn seine Tätigkeit schlechter bewertet wird, kann sich das auch aufs Entgelt auswirken.
 Praktikum
Als Praktikum wird eine Tätigkeit im Rahmen des Studiums, einer beruflichen Ausbildung oder der Schule bezeichnet, bei der praktische Erfahrungen im künftigen Beruf gesammelt werden können. Optimal ist es, wenn bei Beginn des Praktikums ein Praktikums- oder Ausbildungsplan besteht. Aus diesem sollten die zeitliche Gliederung in Bezug auf die wesentlichen Inhalte des Praktikums sowie Angaben zu den Abteilungen und den jeweiligen Betreuenden bzw. Ausbildungsbeauftragten hervorgehen. Für ein Pflichtpraktikum ist darauf zu achten, dass der Praktikumsplan auch tatsächlich diejenigen Arbeitsinhalte ausweist, die zu einer Anerkennung des Praktikums führen. Wer keinen Praktikumsplan erhalten hat, sollte sich bei den Zuständigen danach erkundigen.
 Prekäre Beschäftigung
Der Begriff der Prekarisierung der Arbeit beschreibt eine Entwicklung der Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen mit geringer Arbeitsplatzsicherheit und niedriger Entlohnung. Prekär Beschäftigte unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko.
 Präsentismus
Präsentismus nennen Wissenschaftler ein Phänomen, dass sie immer häufiger in der Arbeitswelt beobachten: Beschäftigte gehen zur Arbeit, auch wenn sie krank sind. Repräsentative Studien aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Skandinavien belegen, dass es diesen Trend gibt. In Deutschland waren Anfang der 60er-Jahre im Jahresdurchschnitt über sechs Prozent der Beschäftigten krank gemeldet, in den 70er-Jahren noch über fünf Prozent. Seit 2000 liegt der Krankenstand stabil unter vier Prozent, im Krisenjahr 2007 sank er auf das Rekordtief von 3,2 Prozent. Ursache waren nicht nur gesündere Arbeitsbedingungen, sondern auch der Präsentismus. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK von 2007 ergab, dass jeder Dritte gegen den Rat seines Arztes krank im Betrieb erscheint. In Unternehmen, die Personal abbauen wollen, sind es sogar 79,2 Prozent. Ursachen: Angst vor Jobverlust oder beruflichen Nachteilen, Angst, vereinbarte Ziele nicht zu erreichen oder hoher Leistungsdruck wegen zu dünner Personaldecken. Es ist aber ein Trugschluss zu meinen, dass Firmen durch Präsentismus Kosten sparen. Im Gegenteil: Eine gerade erschienene Studie der Unternehmensberatung Booz &amp; Company bestätigt,was schon frühere Untersuchungen ergaben. Kranke, die arbeiten, verursachen zwei bis dreimal so hohe Kosten wie Entgeltfortzahlung bei Fehltagen. Weil Kranke weniger leisten können, mehr Fehler machen, möglicherweise Kollegen anstecken und weil sie ihre eigene Genesung verzögern.
Das zeigt: Die Gesundheit zu schützen rechnet sich nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für ihre Unternehmen. Also Krankheiten auskurieren. Und wichtiger noch: Auf betriebliche Gesundheitsvorsorge drängen, sodass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen.
 Probezeit
Bei einem Arbeitsverhältnis bezeichnet die Probezeit den Zeitraum, innerhalb dessen eine Kündigung von Arbeitgeberseite oder auch vom Arbeitgeber grundlos ausgesprochen werden kann.
Wie lange besteht eine Probezeit?
Üblich aber nicht zwingend ist eine Dauer von drei bis sechs Monaten. Für Auszubildende gilt generell und wenn nicht anders vereinbart eine Probezeit von vier Monaten.
Während der Probezeit können kürzere als die normalen Kündigungsfristen vereinbart werden, mindestens jedoch eine Kündigungsfrist von 2 Wochen. Eine Kündigung während der Probezeit beim unbefristeten Arbeitsverhältnis bedarf der Anhörung des Betriebsrates nach § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Für Schwangere in der Probezeit besteht der besondere Kündigungsschutz nach § 9 Mutterschutzgesetz (MuSchG).
 RFID
Das Potenzial neuer Technologien entwickelt sich ständig weiter. Es ist Aufgabe von Betriebsräten, Beschäftigte vor negativen Folgen beim Einsatz von RFID-Technologien zu schützen und betriebliche Regelungen nach dem Betriebsverfassungsgesetz zu vereinbaren. Das können sie unter anderem nach:
 Reallohn
Was ist ein Reallohn?
Reallöhne sind die Netto- oder Bruttolöhne nach Abzug der Preissteigerungsrate; sie zeigen an, wie viel sich der einzelne von seinem Einkommen kaufen kann. Klettern die Preise schneller als die Nettolöhne - etwa durch Inflation, sinken die Reallöhne und -gehälter und damit die Kaufkraft. Steigen die Nettolöhne zum Beispiel um vier Prozent, die Preise aber im gleichen Zeitraum um fünf Prozent, sinkt der Reallohn um ein Prozent.
 Remanenzkosten
Der Begriff Remanenzkosten schwirrt überall dort durch die Kalkulationen, wo kurzgearbeitet wird. Dahinter verbirgt sich Folgendes: Die Lohnkosten für Beschäftigte in Kurzarbeit sinken nicht proportional zu den wegfallenden Arbeitsstunden.
Was beeinflusst die Höhe der Remanenzkosten?
Es fallen die sogenannten "remanenten" Kosten an, die dem Arbeitgeber bleiben. Sie können von drei Kostenfaktoren beeinflusst werden:
tarifliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, die der Arbeitgeber zahlt
Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber in den ersten sechs Monaten zu 50 Prozent trägt
weitere Entgeltbestandteile, die in voller Höhe erhalten bleiben, zum Beispiel Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Wie können die Unternehmen die Remanenzkosten senken?
Eine Möglichkeit, die Kosten der Kurzarbeit zu mindern, ist folgende: Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das der Betrieb auch den Kurzarbeitern zu 100 Prozent zahlen muss, wird für ein ganzes Jahr auf das Monatseinkommen aufgeteilt. Aus Jahreszahlungen werden Monatszahlungen. Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld geht nicht ganz verloren: Die Beschäftigten können höheres Kurzarbeitergeld beanspruchen. Der Betrieb spart so die Remanenzkosten.
Wie berechnet ein Unternehmen Remanenzkosten?
Remanenzkosten kann ein Unternehmen konkret berechnen: Angenommen, ein Mitarbeiter "kostet" normalerweise 28,61 Euro pro Stunde. Dabei werden alle Lohnbestandteile innerhalb eines Jahres zugrunde gelegt. Geht er in Kurzarbeit, so verbleiben dem Arbeitgeber von diesem Betrag 35 Prozent Remanenzkosten, also gut 10 Euro pro entfallener Stunde. Nach einem halben Jahr Kurzarbeit sinken sie auf 24 Prozent, da die Sozialversicherungsbeiträge dann zu 100 Prozent von der Agentur für Arbeit kommen.
Machen Remanenzkosten Kurzarbeit zu teuer?
Die Remanenzkosten allein rechtfertigen aber nicht zu sagen "Kurzarbeit ist uns zu teuer". Denn der Unternehmer muss ihnen die Kosten gegenüberstellen, die durch Entlassungen mit Abfindungen entstehen würden. Und die hätte, wenn er nach einer Entlassungswellewieder neue Mitarbeiter mühsam suchen und anlernen müsste (sogenannte Opportunitätskosten). Für die IG Metall bleibt die Kurzarbeit daher das beste Instrument in der Krise. Die Lösung für Betriebe, die Kurzarbeit ausgeschöpft haben, sieht die IG Metall in neuen Tarifverträgen zur Beschäftigungssicherung. Bei ihrer Anwendung entstehen keine Remanenzkosten, weil alle Entgeltbestandteile proportional zur Arbeitszeit sinken.
 Schichtarbeit
 Schwerbehindertenvertretung
Die Schwerbehindertenvertretung (SBV) ist die gewählte Interessenvertretung der schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Beschäftigten (§95 Abs. 1 SGB IX).
Die SBV fördert die Teilhabe schwerbehinderter Beschäftigter, überwacht Vorschriften und beantragt Maßnahmen.
Wo kann eine Schwerbehindertenvertretung gewählt werden?
Wählen können Betriebe mit mindestens fünf schwerbehinderten oder gleichgestellten regelmäßig Beschäftigten. Gewählt werden: eine Schwerbehinderten-Vertrauensperson und wenigstens ein Stellvertreter. Betriebsräte wirken auf die SBV-Wahl hin (§93 SGB IX).
 Solidarität
Solidarität ist, wenn sich Menschen füreinander einsetzen und sich bei der Umsetzung ihrer Interessen unterstützen, auch wenn sie im Augenblick von einem Problem nicht betroffen sind. Solidarität ist das wichtigste Grundprinzip von Gewerkschaften.
 Sozialauswahl
Vor jeder ordentlichen Kündigung hat der Betriebsrat zu prüfen, ob der Arbeitgeber "soziale Gesichtspunkte" ausreichend berücksichtigt hat. Erfolgt diese Sozialauswahl falsch oder gar nicht, kann und sollte der Betriebsrat innerhalb einer Woche der Kündigung widersprechen. Wenn gegen die Kriterien einer Sozialauswahl verstoßen wird, können Sie als Arbeitnehmer klagen. Sind Sie betroffen, sollten Sie sich unbedingt mit Ihrem Betriebsrat beraten.
 Sperrzeit
Was ist Sperrzeit?
Bei einer Sperrzeit zahlt die Arbeitsagentur eine Zeitlang kein Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II. Dabei wird die Auszahlung nicht um ein paar Monate verschoben, sondern es verringert sich die Gesamtzeit, in der Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird.
 Synchronisationsverbot
 Tarifliches Kurzarbeitergeld
Was ist tarifliches Kurzarbeitergeld?
Tarifliches Kurzarbeitergeld kann das gesetzliche oder konjunkturelle Kurzarbeitergeld ergänzen. Es umfasst einen Teillohnausgleich, damit die Absenkung der Arbeitszeit für die Beschäftigten finanziell zumutbar bleibt.
 Tarifpolitik
In der Tarifpolitik werden von Gewerkschaften und Arbeitgebern in der Regel Tarifverträge ausgehandelt, die die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den entsprechenden Tarifgebieten und Branchen regeln.
Alle Begriff rund um die Tarifpolitik haben wir in unserem Tarifglossar für Sie zusammengefasst.
 Tarifvertrag Beschäftigungssicherung
Tarifvertrag Beschäftigungssicherung.
Schon seit 1994 bestehen für die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, kurz Tarifvertrag Beschäftigungssicherung. Sie wurden abgeschlossen für den Fall, dass Betriebe nicht mehr genug Arbeit haben und Kurzarbeit nicht mehr möglich ist. Die Tarifvertrag Beschäftigungssicherung ermöglichen es, über freiwillige Betriebsvereinbarungen die Arbeitszeit vorübergehend zu senken, um Entlassungen zu vermeiden.
Absenken der Arbeitszeit
So lange Arbeitnehmer kürzer arbeiten, sind sie vor Kündigungen geschützt. Die Arbeitszeit kann für alle gesenkt werden oder nur für einzelne Abteilungen oder Gruppen. Und zwar in ostdeutschen Metall- und Elektrobetrieben auf 32 bis 33 Stunden in der Woche, in den meisten westdeutschen auf 30, in Bayern und Niedersachsen auf 29 Stunden und in der Stahlindustrie auf 28 Stunden. Arbeitet jemand zehn Prozent weniger, erhält er auch zehn Prozent weniger Entgelt. Auch die Sozialversicherungsbeiträge verringern sich entsprechend. Ein Teillohnausgleich ist derzeit nur für Stahl geregelt. Es kann aber betrieblich vereinbart werden, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf das Monatsentgelt umzulegen, um die monatlichen Abzüge gering zu halten.
Kein Ersatz für Kurzarbeit
Anders als bei Kurzarbeit zahlen die Metall-Beschäftigten Arbeitszeitverkürzungen nach dem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung also allein. Darum sieht die IG Metall in ihnen keinen Ersatz für Kurzarbeit. Der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung soll nur dann zum Zuge kommen, wenn Kurzarbeit nicht (mehr) geht. In der IG Metall wird zurzeit darüber diskutiert, die Tarifvertrag Beschäftigungssicherung zu ändern: Die Arbeitszeit soll um weitere Stunden sinken können. Dann aber sollen die Arbeitgeber einen Teillohnausgleich zahlen. Die Politik soll dafür sorgen, dass darauf keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen.
 Tarifvertrag Qualifizierung
Was ist der Tarifvertrag Qualifizierung?
In der Weiterbildung von Beschäftigten hinkt die Bundesrepublik hinter anderen Industrieländern her, hat die OECD ermittelt. "Wenn Deutschland gestärkt aus dieser Wirtschaftskrise hervorgehen will, dann ist jetzt der Zeitpunkt, in Bildung und höhere Qualifikation zu investieren", sagt die OECD-Direktorin für Bildung, Barbara Ischinger. Auch die IG Metall appelliert an die Betriebe, die Krise zu nutzen,um ihre Belegschaften systematisch zu qualifizieren. Mit den Tarifverträgen, die es seit 2006 bundesweit gibt, hat sie ein Instrument dafür geschaffen.
Wir funktioniert der Tarifvertrag Qualifizierung?
Für Weiterbildung, die sein Wissen erhalten oder an veränderte Anforderungen anpassen soll,wird er von der Arbeit freigestellt. Der Arbeitgeber zahlt sein Entgelt weiter und übernimmt die Kosten. Dasselbe gilt für Maßnahmen, die ihn für neue Arbeiten qualifizieren, wenn bisherige wegfallen. Soll die Qualifizierung dem Beschäftigten helfen, höherwertige Aufgaben übernehmen zu können, wird er nur zumTeil dafür freigestellt (in der Regel zu 50 Prozent).
 Teilzeit
Ein Arbeitnehmer arbeitet in Teilzeit, wenn er oder sie weniger als die betriebliche Regelarbeitszeit arbeitet.
Von zeitlich sehr geringen Beschäftigungsverhältnissen (zum Beispiel 10 bis 15 Stunden pro Woche) über die traditionelle Halbtagsarbeit bis zu vollzeitnahen Teilzeitverträgen (oberhalb von 30 Stunden) können Beschäftigte ihr Arbeitszeitmodell auswählen.
 Toyota-Produktionssystem
Was ist das Toyota-Produktionssystem?
Seit Mitte der 90er Jahre breitet sich das Toyota-Produktionssystem aus. Nach der Autoindustrie hat es inzwischen auch die Zulieferer erfasst und andere Branchen (wie Maschinenbau), kleinere Betriebe und nach der Produktion auch Verwaltungen.
Ziel ist eine möglichst "verschwendungsfreie" Produktion. Als verschwenderisch gelten Wartezeiten (etwa durch Störungen oder fehlendes Material), Lagerbestände, überflüssige Bewegungen, Transporte und überflüssige Arbeitsgänge.
Produziert wird "ziehend", "im Kundentakt": Die Beschäftigten stellen nur das her, was der nachfolgende Arbeitsprozess an Vorprodukten braucht, die Endmontage liefert soviel, wie der Kunde in gleicher Zeit abnimmt. Das Material ist permanent in Bearbeitung. Das verringert Wartezeiten und Lagerhaltung. Tätigkeiten, die nicht wertschöpfend sind - wie Gehwege und Transporte, werden systematisch verringert. Jede Verbesserung wird als neuer verbindlich einzuhaltender Standard festgeschrieben. Schnelles, flexibles Umrüsten ermöglicht kleine Mengen oder Einzelstückfertigung.
In der Reinform sieht das Toyota-System vor, dass die Beschäftigten das Werkstück von einem Arbeitsschritt zum nächsten begleiten, also unterschiedliche Arbeiten beherrschen. Sie sind in die kontinuierlichenVerbesserungsprozesse einbezogen. In Deutschland wird Toyota aber oftmit Taylorismus vermischt: Zerstückeln der Arbeit in monotone Tätigkeiten und ständig kürzere Taktzeiten. Folgen: Entwertung der Qualifikationen, Arbeitsverdichtung, Stress und Gesundheitsverschleiß.
Betriebsräte können die Einführung mitgestalten. Dabei sollten sie zuerst ein Leitbild für die Arbeitsgestaltung entwickeln und sich über Mindestbedingungen verständigen. Lernförderlichkeit und Alternsgerechtigkeit sind wichtige Aspekte. Die Chancen mitzugestalten sind am größten, wenn es gelingt, Beteiligungsrechte in Betriebsvereinbarungen festzuhalten.
 Transaktionssteuer
Wie aber könnte diese Steuer gefährliche Spekulationen verhindern?
Die Kosten je Transaktion würden steigen.Und je höher die Kosten, desto geringer der Gewinn aus der jeweiligen Spekulation. Und desto weniger lohnt es sich, zu spekulieren. Die Bundesregierung steht der Transaktionssteuer widersprüchlich und konzeptionslos gegenüber: Im Frühjahr war die Bundeskanzlerin für eine Finanztransaktionssteuer. Dann hielt sie diese international nicht mehr für durchsetzbar und betont dies auf dem Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds Mitte Mai. Einen Tag später kündigt sie einen nationalen Vorstoß für die Transaktionssteuer an. Dann erklärt kurze Zeit später der Koalitionspartner FDP, er sei dagegen. Bis heute gibt es keinen Beschluss der Regierung. Und damit wurden auch die Ursachen der Finanzkrise nicht behoben. Den Beschäftigen wurde die Milliarden-Rechnung der Finanzkrise präsentiert. Die Verursacher haben jedoch bisher nichts beigetragen.
 Transfergesellschaft
Transfergesellschaften, auch Beschäftigungsgesellschaften genannt, sind Unternehmen, die Menschen helfen, wieder einen Job zu finden. Das Angebot der Transfergesellschaft ist freiwillig und kann flexibel genutzt werden. Bewerbungstraining, Weiterbildungskurse und Unterstützung bei der Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Jobs sind die Standardaufgaben.
Mit wem schließt der Arbeitnehmer den Vertrag?
Die Jobsuchenden schließen einen Arbeitsvertrag mit der Transfergesellschaft. Je besser der Sozialplan ist, desto länger die Verweildauer (maximal ein Jahr).
Wer bezahlt den Arbeitnehmer in der Transfergesellschaft?
Bezahlt werden die Arbeitnehmer vom Arbeitsamt und - je nach Sozialplan - zusätzlich vom Arbeitgeber.
 Übernahme
 Urlaubsanspruch
Arbeiter und Angestellte sowie Auszubildende haben in jedem Kalenderjahr einen gerichtlich einklagbaren Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Dieser Urlaubsanspruch entsteht in jedem Jahr neu, unabhängig davon, ob und wie viel Urlaub der Arbeitnehmer im letzten Urlaubsjahr hatte. In Deutschland gibt es einen gesetzlichen Mindestanspruch von 24 Urlaubstagen.
Der Urlaub muss grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden. Teilurlaub ist auf Verlangen des Arbeitnehmers auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.
 Urlaubsgeld
Im Gegensatz zum gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Urlaub ist das zusätzliche Urlaubsgeld eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Es ist für die meisten Beschäftigten in Tarifverträgen geregelt, seltener nur in Arbeitsverträgen. Tarifliches Urlaubsgeld kann nur per Sanierungs-Tarifvertrag ganz oder teilweise gestrichen werden. Das Unternehmen muss dann aber glaubhaft belegen, dass es wirtschaftliche Probleme hat und Gegenleistungen bieten, wie Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.
 Urlaub
 Vertrauensleute
Vertrauensleute sind neben dem Betriebsrat Ansprechpartner für die Beschäftigten im Betrieb. Vertrauensleute sind nicht gesetzlich institutionalisiert und haben trotzdem eine große Bedeutung: weil sie meist näher dran sind an der täglichen Arbeit der Beschäftigten und damit auch an deren Sorgen und Anliegen.
Was machen Vertrauensleute?
Sie nehmen an gewerkschaftlichen Veranstaltungen teil und qualifizieren sich in Seminaren der IG Metall.
 VW-Gesetz
Das VW-Gesetz begrenzt das Stimmrecht jedes Aktionärs auf maximal 20 Prozent des Grundkapitals. Also auch wenn ein Aktionär einen höheren Anteil erwerben würde, bliebe sein Stimmrecht bei 20 Prozent. Das Land Niedersachsen hält etwa 20,2 Prozent der Stimmrechte und hat damit eine Sperrminorität, da in Aktionärsversammlungen nur mit mindestens 80 Prozent Mehrheit beschlossen werden kann.
In den letzten Jahren verlangten EU und Kapitalvertreter die Abschaffung des VW-Gesetzes. Doch IG Metall, Betriebsrat und Belegschaft kämpften, vor allem für die erweiterte Mitbestimmung bei Standortfragen, die der Europäische Gerichtshof auch gar nicht moniert hatte. Ihr Argument: VW ist kein Konzern wie jeder andere. Die Nazis haben das Volkswagenwerk 1938 mit dem geraubten Vermögen der Gewerkschaften aufgebaut. Die Gewerkschaften stimmten daher 1959 der Privatisierung nur unter der Bedingung zu, dass Arbeitnehmer bei VW eine erweiterte Mitbestimmung haben.
Ein zentrales Ziel ist erreicht: Im Dezember 2008 beschloss der Bundestag eine fast unveränderte Neufassung des Gesetzes, das nun sicherer gegen neue Angriffe aus EU und Wirtschaft ist.
 Wegeunfall
 Weihnachtsgeld
 Weiterwirkende Verpflichtungen
Was sind weiterwirkende Verpflichtungen?
Auch wenn Ihr Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß beendet wurde, wirken trotzdem noch einige Verpflichtungen weiter. Dazu zählen insbesondere:
die Geheimhaltungs- und Schweigepflicht.
die Pflichten aus einem Wettbewerbsverbot.
Urlaubstage, die Sie aus betrieblichen Gründen oder wegen Krankheit nicht vor Ablauf Ihres Arbeitsverhältnisses nehmen konnten, müssen Ihnen ausbezahlt werden. Haben Sie dagegen mehr Urlaub gehabt als Ihnen zustand?
Dann brauchen Sie das Urlaubsentgelt nicht zurückzuzahlen. Sie müssen aber das zu viel gezahlte Urlaubsgeld erstatten, wenn es der Arbeitgeber zurückfordert oder verrechnet.
 Werkvertrag
"Arbeit - sicher und fair" - unter diesem Motto wendet sich die IG Metall gegen alle Formen ungesicherter Arbeit. Dazu gehören auch Werkverträge. Das sind Arbeiten, bei denen eine Fremdfirma von einem Betrieb den Auftrag übernimmt, ein bestimmtes "Werk" eigenständig auszuführen. Anders als bei Leiharbeit muss der Betriebsrat nicht zustimmen. Betriebe schließen darum gerne Werkverträge ab, um die Rechte des Betriebsrats zu umgehen.
 Wirtschaftsdemokratie
Um sich gegen eine derartig rücksichtslose Praxis wehren zu können, muss die Mitbestimmung erweitert werden. Dabei geht es um mehr Einfluss auf die Investitionen der Unternehmen, denn sie entscheiden über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Die IG Metall tut dies bereits durch "Besser statt billiger"-Vereinbarungen. Das VW-Gesetz bindet Standortentscheidungen an die Zustimmung der Arbeitnehmer. Wirtschaftliche Beschlüsse entscheiden über das Lebensschicksal vieler Menschen. Sie dürfen nicht allein die Sache weniger Manager und Kapitalbesitzer sein. Deswegen fordert die IG Metall mehr Demokratie in der Wirtschaft. Auch das Grundgesetz sieht eine Sozialbindung des Eigentums vor ( Artikel 14, Abs. 2).
Es gibt verschiedene Wege, Wirtschaftsdemokratie auszuweiten. Das kann zum Beispiel über eineÄnderung des Aktienrechts geschehen, mit der die zustimmungspflichtigen Geschäfte erweitert werden. Wirtschaftsdemokratie muss außerdem auf verschiedenen Ebenen ansetzen: Von der Mitbestimmung am Arbeitsplatz über das Unternehmen, die Branchen und Regionen, die nationale Ebene bis hin zu einer europäischen Wirtschaftsregierung und demokratisch bestimmten internationalen Institutionen, um die Finanzmärkte stärker zu kontrollieren.
 Zeitarbeit
Mit dem Begriff Zeitarbeit wird die Beschäftigungsform Leiharbeit (manchmal auch Arbeitnehmerüberlassung oder Personalleasing) bezeichnet. Leiharbeit liegt immer dann vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Beschäftigten (Leiharbeitnehmer) einem Dritten (Entleiher) zur Erbringung einer Arbeitsleistung überlässt.
Ist Zeitarbeit Leiharbeit?
Ja. Der Begriff Zeitarbeit wird gerne von Arbeitgebern und ihren Verbänden verwendet. Häufig wird er mit "befristeter Beschäftigung" verwechselt. Deshalb verwendet die IG Metall den Begriff Leiharbeit. Dies entspricht auch den gesetzlich definierten Begrifflichkeiten des AÜG.
 Zeitkonto
Ein Zeitkonto wird auch als Arbeitszeitkonto bezeichnet.
 Zeugnis
Grundsätzlich bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Auch wenn es sich um eine fristlose Kündigung handelt. Sie können ein einfaches oder ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. Im letzteren wird zusätzlich Ihre Führung und Leistung bewertet. Der Arbeitgeber muss Ihnen das Zeugnis rechtzeitig ausstellen, damit Sie es für Bewerbungen nutzen können.
 Zielvereinbarung
Mit Zielvereinbarungen werden Leistungs-, Verhaltens- oder Projektziele festgelegt, die innerhalb einer zuvor bestimmten Frist erreicht werden sollen.