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Timestamp: 2019-06-26 15:20:36
Document Index: 295926448

Matched Legal Cases: ['§ 122', '§ 60', '§ 17', '§ 7', '§ 421', '§ 60']

BFH, 08.12.1976 - I R 240/74 - dejure.org
https://dejure.org/1976,232
BFH, 08.12.1976 - I R 240/74 (https://dejure.org/1976,232)
BFH, Entscheidung vom 08.12.1976 - I R 240/74 (https://dejure.org/1976,232)
BFH, Entscheidung vom 08. Dezember 1976 - I R 240/74 (https://dejure.org/1976,232)
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Zusammenveranlagung von Eheleuten - Rechtsbehelfsverfahren - Notwendige Beiladung - Einkommensteuerbescheid - Eigene Einkünfte der Ehefrau - Grundgesetzverstoß - Rechtzeitigkeit des Einspruchs - Feststellungslast
BFHE 121, 142
DB 1977, 708
BStBl II 1977, 321
Auf diese Weise würde das von der Behörde als Absender zu beweisende gesetzliche Erfordernis des Zugangs (§ 122 Abs. 2 AO 1977) praktisch durch den bloßen Nachweis der Absendung ersetzt; denn der Empfänger kann in der Regel nicht substantiiert einen anderen, atypischen Geschehensablauf darlegen (so im Ergebnis auch BFH- Urteile vom 23. September 1966 III 226/63, BFHE 87, 203, BStBl III 1967, 99; vom 5. Dezember 1974 V R 111/74, BFHE 114, 176, BStBl II 1975, 286; und vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321, III 1 a bb der Gründe).
Die Bekanntgabe erfordert den Zugang des Leistungsbescheids, den in Zweifelsfällen die Verwaltung nachzuweisen hat; zur Begründung dieser Nachweispflicht reicht es grundsätzlich aus, daß der Zugang schlechthin bestritten wird (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, 147, BStBl II 1977, 321, und vom 12. August 1981 I R 140/78, BFHE 134, 213, BStBl II 1982, 102).
Die Feststellungslast für die (fristgerechte) tatsächliche Erhebung des Einspruchs bei der Behörde trägt der Kläger (BFH, Urteil vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BStBl II 1977, 321-325, BFHE 121, 142-151; BFH, Beschluss vom 24. Juli 2008 VII B 41/08, juris).
Die Zusammenveranlagung von Ehegatten erfordert entgegen der Annahme des Klägers im vorliegenden Fall keine Beiladung des Ehegatten (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321; vom 12. August 1977 VI R 61/75, BFHE 123, 172, BStBl II 1977, 870).
Das FG war nach ständiger Rechtsprechung des BFH nicht gehalten, den Ehemann im Hinblick auf die beabsichtigte Saldierung zum Prozess i.S. von § 60 Abs. 3 FGO notwendig beizuladen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27. Februar 1969 IV R 263/66, BFHE 95, 148, BStBl II 1969, 343; vom 5. Februar 1971 VI R 301/66, BFHE 101, 358, BStBl II 1971, 331; vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321; vom 12. August 1977 VI R 61/75, BFHE 123, 172, BStBl II 1977, 870, unter 1. der Gründe;… vom 12. Mai 1992 VIII R 33/88, BFH/NV 1992, 793, unter 1. der Gründe; BFH-Beschluss vom 20. Januar 1972 I B 51/68, BFHE 104, 45, BStBl II 1972, 287).
BFH, 14.02.2012 - V S 1/12
Zugangsvermutung bei Bekanntgabe von Verwaltungsakten; Verteilung der Beweislast, …
Denn der BFH hat bereits im Urteil vom 8. Dezember 1976 I R 240/74 (BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321) die Verfassungsmäßigkeit der inhaltsgleichen Vorgängernorm (§ 17 des Verwaltungszustellungsgesetzes) ausdrücklich bejaht.
Sollte sich ergeben, daß trotz umfassender Untersuchungen durch das FG der Sachverhalt unklar bleibt, so trifft den Kläger die Feststellungslast dafür, daß er die Klageschrift rechtzeitig in den Hausbriefkasten des FA eingeworfen hat (für die außergerichtliche Rechtsbehelfsschrift BFH-Urteil vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321).
Daß zusammenzuveranlagende Personen gemäß § 7 Abs. 2 StAnpG Gesamtschuldner sind, schließt die Möglichkeit verschiedener Entscheidungen ihnen gegenüber nicht aus, wie sich aus §§ 421 ff. BGB ergibt (BFH-Urteil vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321; BFH-Beschluß vom 20. Januar 1972 I B 51/68, BFHE 104, 45, BStBl II 1972, 287; Urteil VI R 301/66).
Daher bestehen Zweifel an dem erwartungsgemäßen Zugang des Bescheides nicht (BFH…, Urteil vom 04.03.1977, a.a.O.; BFH…, Urteil vom 14.08.1975, a.a.O.; BFH…, Urteil vom 12.08.1981, a.a.O.; BFH, Urteil vom 08.12.1976, a.a.O.; BVerwG…, Beschluss vom 24.04.1997, a.a.O.; LSG Mecklenburg-Vorpommern…, Urteil vom 14.07.1999, a.a.O.;… LSG Niedersachsen-Bremen, a.a.O.).
Werden Ehegatten zur Einkommensteuer zusammen veranlagt, so ist die Ehefrau zu dem allein vom Ehemann betriebenen Rechtsbehelfsverfahren auch dann nicht notwendig beizuladen, wenn im Einkommensteuerbescheid der Eheleute eigene Einkünfte der Ehefrau enthalten sind (§ 60 Abs. 3 FGO, zuletzt Urteil des BFH vom 8. Dezember 1976 I R 240/74, BFHE 121, 142, BStBl II 1977, 321).
BFH, 12.07.1983 - VIII R 202/80
Erhöhte Absetzung - Begünstigung - Dauernutzung - Wohnzweck
BFH, 12.08.1981 - I R 140/78
Bekanntgabe - Steuerbescheid - Postzustellung
BFH, 21.08.2007 - II K 1/07
Zuständigkeit für Klage auf Wiederaufnahme des Verfahrens
BFH, 07.11.1985 - V R 3/83
Nachweispflicht der Behörde für den Zeitpunkt des Zugangs eines Verwaltungsakts - …
BFH, 19.09.1989 - IV R 136/88
Fehler auf der Ladung zum Erörterungstermin
BFH, 15.09.1988 - IV R 134/86
Anforderungen an Aufklärung eines Sachverhalts durch das Finanzgericht
BFH, 10.10.1988 - IV R 202/85
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Fristversäumnis
BFH, 21.04.1988 - IV R 200/85
BFH, 18.10.1989 - I R 107/85
Versäumung der Rechtsbehelfsfrist für die Einlegung eines wirksamen Einspruchs; …
FG München, 24.06.2004 - 15 K 3929/02
Nachweis der Wahrung der Einspruchsfrist; Einkommensteuer 1984, 1985, 1986, 1988, …
BFH, 26.05.1987 - IV S 17/86
Voraussetzungen für die Gewährung von Prozesskostenhilfe - Hinreichende Aussicht …
BFH, 07.10.1986 - IX R 125/86
Rüge der unterlassenen Beiladung als absoluter Revisionsgrund
BFH, 26.05.1987 - IV S 16/86
Beurteilung der Erfolgsaussichten in der Hauptsache als Voraussetzung der Gewähr …
BFH, 29.07.1983 - VI R 46/80
BFH, 08.06.1982 - VIII R 201/79