Source: https://studium.ruhr-uni-bochum.de/de/wann-und-wie-beantrage-ich-bafoeg
Timestamp: 2020-02-25 03:57:11
Document Index: 327019119

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 51', '§ 8', '§ 22', '§ 25', '§ 60', '§ 30', '§ 32', '§ 10', '§ 7', '§ 10', '§ 1610', '§ 46']

Wann und wie beantrage ich BAföG?
Stellen Sie Ihren BAföG-Antrag am besten sofort nach der Immatrikulation.
Zuständig für die Förderung der Bochumer und Gelsenkirchener Studierenden ist die Abteilung Ausbildungsförderung des Akademischen Förderungswerkes (AKAFÖ). Zur Fristwahrung genügt zunächst ein formloser Antrag.
Formloser Antrag des AKAFÖ
Den Antrag auf BAföG können Sie mittlerweile auch online stellen.
Ansonsten benötigen Sie neben Ihrer Studienbescheinigung für die erstmalige Beantragung von BAföG folgende Formblätter:
Formblatt 1- Antrag auf Ausbildungsförderung
Anlage 1 zu Formblatt 1- Schulischer und beruflicher Werdegang ( Nur auszufüllen beim Erstantrag)
Anlage 2 zu Formblatt 1- Zusatzblatt für den Kinderbetreuungszuschlag
Formblatt 2- Besuch einer Ausbildungsstätte, die Teilnahme an einem Praktikum
Formblatt 3- Einkommenserklärung der Eltern
Formblatt 4- Erklärung der Eltern/ Elternteils
Formblatt 5- Leistungsbescheinigung ( Nur von der Ausbildungsstätte auszufüllen! - ECTS- Leistungspunkte)
Formblatt 6- Zusatzblatt für eine Ausbildung im Ausland
Formblatt 7 – den Antrag auf Aktualisierung füllen Sie bitte zusätzlich den aus, wenn sich Änderungen bei Ihrem Einkommen oder dem Ihrer Eltern ergeben (nach § 24 Abs. 3 BAföG
Formblatt 8 – Antrag auf Vorausleistungen (etwa wenn ein Elternteil die Auskunft verweigert oder die Eltern ihre Unterhaltsverpflichtung bereits erfüllt haben)
Wir empfehlen, den Antrag online zu stellen oder persönlich beim BAföG-Amt abzugeben. So können Sie sich den Erhalt der vollständigen Antragsunterlagen quittieren lassen und eventuelle Fragen direkt vor Ort klären. Ihre Ansprüche auf eine Abschlagszahlung, falls die Bearbeitung eines Erstantrages länger als sechs Wochen dauern sollte, regelt § 51 Abs. 2 BAföG.
Dann wenden Sie sich an die BAföG-Grundberatung beim AKAFÖ, wo Sie auch Ihren Antrag stellen. Sie finden die Grundberatung im Studierendenhaus auf dem RUB-Campus, 1. Etage, Raum 121-160.
Die Höhe der BAföG-Förderung hängt vom Einkommen der Eltern, des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners sowie vom Einkommen, Vermögen und Bedarf des Studierenden ab. Zudem werden bei der Berechnung des BAföGs unter anderem der Familienstand der Eltern, die Zahl der Geschwister und deren Ausbildungsart sowie Unterhaltszahlungen an Großeltern berücksichtigt.
Merkblatt Einkommen des Auszubildenden
Grundsätzliche Bedarfssätze
bei den oder im Eigentum der Eltern wohnend, ohne eigene Krankenversicherung (weil noch familienversichert)
> 451 Euro monatlich
bei den oder im Eigentum der Eltern wohnend, mit eigener Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
> 537 Euro monatlich
eigene Wohnung/WG, aber ohne eigene Krankenversicherung (weil noch familienversichert)
> 649 Euro monatlich
eigene Wohnung/WG, aber mit eigener Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
> 735 Euro monatlich
BAföG-Empfänger, die ein Kind unter zehn Jahren in ihrem Haushalt betreuen, erhalten monatlich einen zusätzlichen Kinderzuschlag von 130 Euro für jedes Kind.
Berechnungszeitraum und Leistungszeitraum
BAföG wird in der Regel immer nach den Einkommensverhältnissen des vorletzten Kalenderjahres berechnet. Ist das aktuelle Einkommen der Eltern oder des Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartners der Auszubildenden deutlich geringer als im vorvergangenen Jahr, kann der Berechnungszeitraum aktualisiert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Merkblatt Einkommensaktualisierung.
Auch Studierende mit Fluchthintergrund können unter Umständen einen Anspruch auf BAföG-Förderung haben. Wichtig ist hierbei entweder ein dauerhafter Aufenthaltsrecht oder eine Aufenthaltserlaubnis mit Bleibeperspektive. Das Asylverfahren sollte in jedem Fall bereits vor Beginn des Studiums abgeschlossen sein, denn die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen müssen zu Beginn des Studiums vorliegen.
Wer lediglich geduldet ist, muss sich zusätzlich bereits vor Beginn des Studiums seit mindestens 15 Monaten ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet in Deutschland aufhalten, bevor er oder sie BAföG-berechtigt ist.
BAföG–Ausnahmen für ausländische Studierende (gemäß § 8 BAföG) bestehen für:
Unionsbürger mit Daueraufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis
Flüchtlinge nach §§ 22 bis 26 AufenthG (ohne weitere Voraussetzungen)
Flüchtlinge nach § 25 III-V AufenthG nur, wenn sie sich vor Studienbeginn mind. 15 Monate ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet im Bundesgebiet aufgehalten haben.
Geduldete Ausländer (§ 60a AufenthG), mit ständigem Wohnsitz im Inland und, wenn sie sich vor Studienbeginn mind. 15 Monate ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet im Bundesgebiet aufgehalten haben.
Ehegatte/Lebenspartner oder Kind eines Ausländers mit Niederlassungserlaubnis, die nach § 30 oder §§ 32 bis 34 AufenthG eine Aufenthaltserlaubnis besitzen.
Eine Förderung mit BAföG ist grundsätzlich nur möglich, wenn die Altersgrenzen nach § 10 BAföG nicht überschritten werden.
Beginn des zu fördernden Bachelor-Studiums vor dem 30. Geburtstag
Beginn des zu fördernden Master-Studiums vor dem 35. Geburtstag
Ausnahmen von dieser Altersgrenze sind allerdings nur, möglich wenn das Studium unverzüglich nach Erreichen der Zugangsvoraussetzungen oder dem Wegfall der unten genannten Hinderungsgründe aufgenommen wird.
Zugangsvoraussetzungen auf dem Zweiten Bildungsweg erworben
Studium ohne Hochschulzugangsberechtigung mit Einschreibung auf Grund der beruflichen Qualifikation
Notwendiges (!) Aufbaustudium gem. § 7 Abs. 2 Nr. 2 BAföG
persönliche oder familiäre Gründe; insbes. wenn bei Erreichen der Altersgrenzen bis zur Aufnahme der Ausbildung ein eigenes Kind unter zehn Jahren ohne Unterbrechung erzogen und während dieser Zeit höchstens 30 Wochenstunden im Monat gearbeitet wurde; Alleinerziehende dürfen auch mehr als 30 Wochenstunden erwerbstätig sein, wenn dadurch Unterstützung durch Leistungen nach SGB II vermieden werden.
Grundsätzlich erfolgt die Förderung in Abhängigkeit des anrechenbaren Einkommens der Eltern.
nach fünf Jahren Erwerbstätigkeit mit mindestens 760 Euro Monatsbrutto;
Berufsausbildung mit mindestens 3-jähriger Erwerbstätigkeit und entsprechendem Mindesteinkommen in den gesamten sechs Jahren;
Erwerb der allgemeinen Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg;
Beginn des Studiums mit über 30 Jahren und die Bedingungen des § 10 BAföG erfüllt sind;
Aufenthaltsort der Eltern ist unbekannt oder sie sind rechtlich oder tatsächlich gehindert, im Inland Unterhalt zu leisten;
Merkblatt Elternunabhängige Förderung
Darüber hinaus gibt es eine Regelungslücke für Studierende, die die oben genannten Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen, aber die Eltern nach den Bestimmungen des § 1610 II BGB nicht mehr unterhaltspflichtig sind. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Eltern bereits eine erste Berufsausbildung unterstützt haben und das folgende Studium weder mit ihnen abgesprochen noch in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der abgeschlossenen Berufsausbildung steht. Hier ist allerdings die Verwaltungsvorschrift VwV 37.1.14
Umweg der Vorausleistung für beruflich Qualifizierte
Gut zu wissen: Befreiung vom Rundfunkbeitrag
BAföG-Empfänger, die nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnen, können sich von der Zahlungspflicht des Rundfunkbeitrags befreien lassen.
Anpassungen der 25. BAföG-Reform zum Wintersemester 2016/17
Erhöhung der Bedarfssätze um 7%
Erhöhung der Einkommensfreibeträge von jährlich 4.800 € auf 5.400 €
Erhöhung der Vermögensfreibeträge von 5.200 Euro auf 7.500 Euro.
Förderungslücken zwischen Bachelor- und Masterstudium werden geschlossen: Gefördert wird bis zur Bekanntgabe des Abschlussergebnisses und bereits ab vorläufiger Zulassung zum Masterstudium, sofern innerhalb von einem Jahr eine endgültige Zulassung erfolgt.
Zur Verbesserung der Planbarkeit kann vor einem Masterstudium ein Vorabentscheid über die Förderfähigkeit dem Grunde nach beantragt werden. (§ 46 Absatz 5 BAföG)
Wird BAföG auf andere Sozialleistungen angerechnet?
Bei einer "gemischten Bedarfsgemeinschaft" kann es passieren, dass Leistungen nach dem BAföG auf Hartz IV angerechnet werden. Lesen Sie hierzu den aktuellen Rechtstipp der Seite anwalt.de.
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