Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201974,%202247
Timestamp: 2020-04-04 21:42:27
Document Index: 96433273

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 242', '§ 19', '§ 93']

BVerwG, 18.12.1973 - I C 34.72 - dejure.org
BVerwG, 18.12.1973 - I C 34.72
https://dejure.org/1973,403
BVerwG, 18.12.1973 - I C 34.72 (https://dejure.org/1973,403)
BVerwG, Entscheidung vom 18.12.1973 - I C 34.72 (https://dejure.org/1973,403)
BVerwG, Entscheidung vom 18. Dezember 1973 - I C 34.72 (https://dejure.org/1973,403)
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Erstattung eines Teilbetrages für Aufwendungen zur Erfüllung der Beimischungspflicht in der Zeit von 1953 bis 1957 - Förderung der Landwirtschaft durch Beimischungszwang und Subventionen in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag - Erstattung des durch den Ankauf von Rüböl ...
NJW 1974, 2201
NJW 1974, 2247
Auf ihn kann sich nicht nur der Bürger, sondern auch der Staat berufen (vgl. BVerwG, Urteile vom 18. Dezember 1973, a.a.O., …und vom 13. Dezember 1984, a.a.O., …sowie Beschluss vom 5. März 1998, a.a.O.).
Anspruchsvernichtende Wirkung kann ihm insbesondere zukommen, wenn der Anspruchsteller in seine Rechtsposition unter Verletzung eigener Rechtspflichten gelangt ist (vgl. Urteil vom 18. Dezember 1973 - BVerwG 1 C 34.72 - Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2 S. 9 ).
Sie teilen die Rechtsqualität des ihnen entsprechenden Leistungsanspruchs (vgl. Urteil vom 18. Dezember 1973 - BVerwG I C 34.72 - Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2 S. 9 [11]).
Daß sich auch Erstattungsansprüche dem Verbot des Rechtsmißbrauchs nicht entziehen, hat der I. Senat des Bundesverwaltungsgerichts bereits in den obenerwähnten Urteilen vom 18. Dezember 1973 (BVerwG I C 29.72 a.a.O. S. 5 und BVerwG I C 34.72 a.a.O. S. 12 f.) entschieden.
Er begründet im Rahmen eines Schuldverhältnisses nicht nur Pflichten, sondern begrenzt auch die Ausübung der Rechte (BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1973 - I C 34.72 -, Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2).
Der Rechtsgedanke von Treu und Glauben kann dazu führen, dass eine Leistung, die auf Grund eines unwirksamen öffentlich-rechtlichen Vertrages bewirkt wurde, nicht mehr zurückgefordert werden kann (BVerwG, Urteil vom 18. Dezember 1973 - I C 34.72 -, Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2).
Der Grundsatz von Treu und Glauben gilt als allgemeiner Rechtsgedanke auch im Verwaltungsrecht (vgl. z. B. Urteil vom 18. Dezember 1973 - BVerwG 1 C 34.72 - Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2 = NJW 1974, 2247 (2248)).
Er ist u. a. als Ergänzung von Bundesrecht revisibel (BVerwGE 55, 337 (339) [BVerwG 14.04.1978 - 4 C 6/76]; Urteil vom 18. Dezember 1973, a.a.O.).
Der Grundsatz von Treu und Glauben, der für das Zivilrecht in § 242 BGB normiert ist, gilt nach ständiger Rechtsprechung gewohnheitsrechtlich oder als allgemeiner Rechtsgedanke auch im Verwaltungsrecht (vgl. etwa Urteile vom 18. Dezember 1973 - BVerwG 1 C 34.72 - Buchholz 451.52 § 19 MuFG Nr. 2, vom 23. November 1993 - BVerwG 1 C 21.92 - BVerwGE 94, 294 = Buchholz 451.64 BBankG Nr. 3 und vom 11. Oktober 2012 - BVerwG 5 C 22.11 - BVerwGE 144, 313 = Buchholz 436.511 § 93 SGB VIII Nr. 3).
Nicht mehr klärungsbedürftig ist, daß auch der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch durch Treu und Glauben begrenzt wird; dies hat das Berufungsgericht unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Dezember 1973 - BVerwG 1 C 34.72 - (NJW 1974, 2247) zutreffend ausgeführt.
In dieser besonderen Fallkonstellation kann für die Frage nach der endgültigen Zuordnung der angefallenen Aufwendungen nach der vorläufigen Auffassung des Senats der auch im öffentlichen Recht geltende Grundsatz von Treu und Glauben nicht außer Betracht bleiben (vgl. zum Grundsatz von Treu und Glauben im Fall eines Erstattungsanspruchs im Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung BVerwG, Beschluß vom 5.3.1998 - 4 B 3/98 - NJW 1974, 2247).