Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/114756,0.html
Timestamp: 2019-08-25 16:58:36
Document Index: 174365841

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 229', 'in dubio', '§ 315', '§ 212', '§ 303', '§ 221', '§ 221', '§ 315', '§ 315', '§ 323', '§ 212', '§ 223', '§ 240', '§ 303', '§ 212', '§ 303']

Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Nötigung?
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 11:55:46 Titel: Nötigung?
Wenn A und B steine von der Brücke werfen und dadurch C ins Schleudern bringen mit einer Platzwunde.
Kann man behaupten das dies eine Nötigung war?
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 14:37:49 Titel:
1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Ich würde sagen, dass keine Nötigung vorliegt, da jemand zu einer Handlug, Duldung oder Unterassung genötigt werden muss.
C wird zwar ins Schleudern gebracht, ich glaube aber, dass er ins schleudern gerät weil er ja wahrscheinlich das Lenkrad rumreißt.
Die praktische Bedeutung eines strafrechtlichen Handlungsbegriffs liegt im Übrigen v. a. darin, dass vom Willen unbeherrschbare Verhaltensweisen (reine Körperreflexe, Bewegungen in willensunfähigem Zustand, wie z. B. Schlaf) als Nichthandlung strafrechtlich von vornherein für irrelevant erklärt werden. – Im Zivilrecht ist Handlung ein bewusstes Verhalten (also kein Tun im Schlaf oder unter Hypnose), das bestimmte Rechtsfolgen herbeiführt. Die unerlaubte rechtswidrige Handlung löst Schadensersatzansprüche aus.
Ich würde da eher an eine Körperverletzung denken. (wahrscheinlich schwere Körperverletzung, weil die Steine ein gefährliches Werkzeug darstellen)
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 17:03:48 Titel:
Wenn jetzt dadruch das C ins schleudern gekommen ist und verursacht mit einem anderen Verkehrsteilnehmer ein Unfall?
Sind dann A und B auch wegen §§ 212, 22, 23 I, 13 I, 25 II bzw. B tritt zurück da er noch versucht Hilfe zu rufen.
Ich hab da Probl. mit dem Vorsatz weil sie ja nur einen Schrecken den Autofahrer machen wollten, aber nicht mit so einem Ausgang gerechnet hatt. ???
Bitted ringend um Hilfe...
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 18:04:56 Titel:
Wenn C dadurch ins Schleudern kommt und einen Unfall verursacht kann er nicht Schuld sein, da der Vorsatz fehlt und auch Fahrlässigkeit kommt nicht in Betracht. Auch eine Nötigung liegt dann nicht vor.
Vorsatz ist ja zumindest dann dolus evantualis weil sie damit hätten rechnen müssen das soetwas passiert.
Beim Rücktritt ist das ja auch kein Rücktritt von der Tat an sich. Die Steine sind schon geschmissen. Das ist höchtens ein Rücktritt von der Flucht bzw ein Rücktritt von der unterlassenen Hilfeleistung (aber bei Rücktritt kenn ich mich jetzt auch nicht so gut aus). Ein Rücktritt ist nur möglich, wenn die Tat noch nicht vollendet ist (vollendet und beendet ist auch nochmal ein Unterschied).
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 19:06:13 Titel:
Nun ja, Maria, so abwegig ist eine fahrlässige Körperverletzung durch C am anderen Autofahrer auch nicht. Fuhr er beispielsweise zu schnell oder reagierte er völlig inadäquat (z.B. hektisches Herumreißen des Lenkrads) kann man da sehr wohl einen Fahrlässigkeitsvorwurf konstruieren. Ist vergleichbar mit den Wildunfall-Fällen: Springt ein Reh auf die Straße und der Autofahrer reagiert in Panik völlig falsch, z.B. indem er in die Gegenfahrbahn lenkt und verursacht er dadurch einen Verletzungserfolg, hat er dafür u.U. aus fahrlässiger Körperverletzung bzw. Tötung einzustehen. Mit dem Handlungsbegriff bekommen wir da übrigens keine Probleme, da ja wir auch bei Kurzschluss- oder Panikhandlungen ein willensgetragenes Verhalten haben und somit die Minimalanforderungen erfüllt sind. Anderes würde sich z.B. beim Herumreißen des Lenkrades aufgrund eines Bienenstichs (Reflex) oder vis absoluta ergeben.
@lina-ratlos
Zur zuletzt genannten Abwandlung: Das Verhalten der beiden ist so gefährlich, dass man auf jeden Fall auf einen versuchten Totschlag einzugehen hat. Kommt man dazu, dass kein Tatentschluss bzgl. der Tötung eines Menschen besteht, hat man dann Körperverletzung zu prüfen. Verneint man diese auch (was ich schon sehr lebensfern fände), ist an eine fahrlässige Körperverletzung zu denken. Nebenbei ist eine Sachbeschädigung zu prüfen (mindestens im Hinblick auf kaputte Reifen o.a.). Weiter ist an einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b I Nr. 3 StGB ggf. i.V.m. §§ 315b III, 315 III Nr. 1a StGB) zu denken, der auf jeden Fall verwirklicht sein sollte, beachte ggf. Abs. 4 und 5.
Rücktritt ist für beide nicht mehr möglich, da der Taterfolg ja bereits eingetreten ist (Versuchstat beendet, welche auch immer man nun bejaht hat).
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 19:41:45 Titel:
Hallo erstmals danke...
§§ 315 c muss nicht geprüft werden...
Das ist so ich prüfe gerade versuchter Totschlag gegenüber D nur weiß ich nicht wie ich dies im Vorsatz ausdrücken soll muss ich da den Streitstand zw. bedingtem Vorsatz und bewußter Fahrlässigkeit..
Wenn ich ich das nämlich verneine (bedingter Vorsatz) bleibt ja nur noch die schwere ? Körperverletzung
Und wie kann ich B Rücktritt einbauen, den er hat schließlich hilfe gehollt, obwohl C weg fuhr und A teilweise dagegen war...
Ach ja ich hab vergessen zu sagen das C zu schnell unterwegs war, aber auch bei einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass er ins schleudern kam.
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 19:53:45 Titel:
Also ich hab bei C:
§ 229 (-) wg. in dubio pro ero
§ 315 c I Nr. 2, 3 Nr. 2 (-) kein grob verkrswidriges und rüchsichtsloses Vehalten
§§ 212 I, 22, 23 I, 13 an D weil er zunächst weg ging, aber zurück kam (Rücktritt)
§ 303 (-) weg. Fahrlässigkeit
Kann man einen Rücktritt bejahen, obwohl schon Hilfe beim Opfer ist (anmerk. bevorer ging leistet er Erste Hilfe)
§ 221 I Nr.2 (+)
§§ 221 I Nr. , III, 22, 23 I ??? zurückgetretten??
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 19:54:18 Titel:
(Zum 1. Posting:) Ich denke du meinst § 315 b StGB bzgl. A und B? § 315c ist abwegig.
Ja, wie gesagt. Ich halte eine fahrlässige Körperverletzung für nicht fernliegend. Wenn im Sachverhalt sogar noch etwas von überhöhter Geschwindigkeit steht, erst recht! Also auch vormerken. Kausalitätsproblem!
Vorsatzdiskussionen sind fast nie einfach bei einem solchen Tatgeschehen. Da musst du sehen, was dir der Sachverhalt anbietet. Es gibt gewisse Schlagwörter für den Abgrenzungsstreit dolus eventualis/luxuria, wenn die nicht fallen, wäre ich vorsichtig mit einem großen Streit. Hier kann einem schnell falsche Schwerpunktsetzung angekreidet werden. Im Zweifelsfall lieber den Vorsatz mangels dafürsprechender Angaben direkt verneinen verbunden mit der Aussage, dass selbst ein objektiv hochgefährliches Verhalten nicht über den Vorsatz als subjektives Element hinwegtäuschen kann.
Danach bleiben immernoch Körperverletzung und fahrlässige Körperverletzung.
Es liegt nach den hier geschilderten Angaben kein Rücktritt vor. Vorsichtig mit diesem Terminus umgehen! Wie du Bs Hilfe einbauen kannst, weiß ich auch nicht. Dafür müsste man den kompletten Sachverhalt lesen oder mal eine präzise Zusammenfassung haben...
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 19:58:00 Titel:
danke für deine Hilfe schreib die Ha allein und das ist meine zweite schon..bin ein wenig durch den wind...
den SV findest dum im Internet bei www.jura.uni-mannheim.de, Srafrecht bei Burkhadrt...wenn du lust und Zeit hast kannst mal schauen..
Verfasst am: 13 Feb 2007 - 20:07:05 Titel:
Bei C noch§ 323 c (-)
Bei A und B würde ich sagen:
§§ 212, 22, 23 I, 25 II zum Nachteil an C (+)
§§ 223 I, 224 I Nr. 2, 4, 5 (+)
§§ 240 I, 25 II (-)
§§ 303, 35 II (+)
zum Nachteil an D
§§ 212 , 22, 23 25 II ???
§§ 303 I, 25 II
A hat kurzzeitig das Handy von B weggenommen danach freiwillig wieder hergegeben, muss ich das kurz ansprechen weg Diebstahl und dann gleich wieder verneinen