Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.04.1985&Aktenzeichen=III%20ZR%2026/84
Timestamp: 2019-07-18 12:39:43
Document Index: 361485215

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.04.1985 - III ZR 26/84 - dejure.org
https://dejure.org/1985,5975
BGH, 25.04.1985 - III ZR 26/84 (https://dejure.org/1985,5975)
BGH, Entscheidung vom 25.04.1985 - III ZR 26/84 (https://dejure.org/1985,5975)
BGH, Entscheidung vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 (https://dejure.org/1985,5975)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1985,5975) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kreditaufnahme zur Beteiligung an einer Abschreibungsgesellschaft - Nichtigkeit des Darlehnsvertrages - Verstoß gegen gewerberechtliche Vorschriften - Im Reisgewerbe vermittelter Darlehensvertrag - Schadensersatzanspruch wegen Verlustes des Anlagebetrages - Verschulden bei Vertragsabschluss - Prospekthaftungsanspruch - Vorvertragliche Aufklärungspflichten über wirtschaftliche Risiken der Anlage
Grundsätzlich keine Aufklärungspflicht einer Bank über sofortige Umbuchung eines Anteils der auf Treuhandkonto ausgezahlten Darlehensvaluta auf Sonderkonto des Treuhänders mit Sperrvermerk zugunsten der Bank
ZIP 1985, 670
Der Senat hat sich - nach Erlaß des angefochtenen Urteils - bereits in mehreren Fällen, die andere von der TOM GmbH und ihrem Alleingesellschafter G. initiierte und betreute Grundstücks-Abschreibungsgesellschaften betrafen, mit den entscheidenden Rechtsfragen befaßt und folgende Grundsätze aufgestellt, für deren Begründung im einzelnen insbesondere auf die Senatsurteile vom 17. Januar 1985 (BGHZ 93, 264) und vom 25. April 1985 (III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670) verwiesen wird:.
Schließlich kann der Beklagte die Klägerin auch nicht darauf verweisen, sie müsse ihre Befriedigung zunächst aus dem zur Sicherung ihres Anspruchs gegen die TOM GmbH und ihren Alleingesellschafter G. angelegten Sperrkonto suchen (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670 zu II. 7.).
Der Senat hat bereits in einem Parallelfall die Auffassung abgelehnt, die Klägerin habe ihre vorvertragliche Aufklärungspflicht verletzt, wenn sie ihre Kreditnehmer nicht darauf hinwies, daß die Treuhänderin TOM ihr gegenüber eine Einstandspflicht für die Darlehensrückzahlung übernommen und sich verpflichtet hatte, als Sicherheit sofort 10 % des auf das Treuhandkonto überwiesenen Darlehensbetrages auf ein zugunsten der Klägerin gesperrtes Sonderkonto der Treuhänderin zu buchen (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670, 672 zu II 5 b.bb; vgl. ferner Senatsurteil vom 17. Januar 1985 - III ZR 135/83 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83] ).
Nach gefestigter Senatsrechtsprechung sind diese Grundsätze auf den drittfinanzierten Beitritt zu einer Abschreibungsgesellschaft nicht anwendbar (Senatsurteile vom 13. November 1980 - III ZR 96/79 = NJW 1981, 389; vom 17. Januar 1985 - III ZR 135/83 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83] und vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670).
Eine solche Gefährdung hat der Senat für das Projekt Eislaufcenter Kiel mit Urteil vom 25. April 1985 (aaO) verneint.
Schließlich kann der Beklagte zu 1) die Klägerin auch nicht darauf verweisen, sie müsse ihre Befriedigung zunächst aus dem zur Sicherung ihres Anspruchs gegen die TOM GmbH und ihren Alleingesellschafter G. angelegten Sperrkonto suchen (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670 zu II. 7.).
Schließlich kann der Beklagte die Klägerin auch nicht darauf verweisen, sie müsse ihre Befriedigung zunächst aus dem zur Sicherung ihres Anspruchs gegen die TON GmbH und ihren Alleingesellschafter G. angelegten Sperrkonto suchen (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670 zu II. 7.).
Der Senat hat bereits in einem Parallelfall (EC Kiel) die Auffassung abgelehnt, die Klägerin habe ihre vorvertragliche Aufklärungspflicht verletzt, wenn sie ihre Kreditnehmer nicht darauf hinwies, daß die Treuhänderin TOM ihr gegenüber eine Einstandspflicht für die Darlehensrückzahlung übernommen und sich verpflichtet hatte, als Sicherheit sofort 10 % des auf das Treuhandkonto überwiesenen Darlehensbetrages auf ein zugunsten der Klägerin gesperrtes Sonderkonto der Treuhänderin zu buchen (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = ZIP 1985, 670, 672 zu II 5 b.bb; vgl. ferner Senatsurteil vom 17. Januar 1985 - III ZR 135/83 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83]).
Der Senat hat eine entsprechende Aufklärungspflicht verneint, weil der Darlehensnehmer mit der Zinszahlung durch die Treuhänderin rechnen mußte und die Klägerin davon ausgehen durfte, daß die T.-GmbH auch gegenüber den Gesellschaftern zur freien Verfügung sogar über mehr als 10 % der Darlehenssumme berechtigt war (Senatsurteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = WM 1985, 910 zu II, 5 b;… Senatsbeschluß vom 11. Juli 1985 a.a.O. zu 1).
Die Revision verkennt nicht, daß das Berufungsurteil im Einklang mit der inzwischen gefestigten Senatsrechtsprechung steht, wenn es die Wirksamkeit des Darlehensvertrages bejaht und eine allgemeine Pflicht der Bank, den Kreditnehmer über die zivil- und steuerrechtlichen Risiken der Beteiligung an einem steuersparenden Bauherrenmodell aufzuklären, verneint, weil insoweit das notwendige besondere Schutzbedürfnis regelmäßig fehlt (vgl. Senatsurteile vom 17. Januar 1985 - III ZR 135/83 = WM 1985, 221 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83] , vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = WM 1985, 910 = ZIP 1985, 670 und vom 7. November 1985 - III ZR 128/84 = WM 1986, 8).
Der Senat hat sich bereits mehrfach mit den Rechtsfragen des finanzierten Beitritts zu einer Abschreibungsgesellschaft beschäftigt (BGHZ 93, 264, vollständig in WM 1985, 221 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83] ; Urteil vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = WM 1985, 910), speziell auch schon Darlehensrückzahlungsansprüche der Klägerin gegen Mitglieder der Grundstücksgemeinschaft Eislaufcenter Oldenburg bejaht (Urteile vom 7. November 1985 - III ZR 104/85, 129/85 und 128/85 = WM 1986, 8 = ZIP 1986, 21).
Der Senat hat bereits in mehreren Parallelverfahren entschieden, daß der Darlehensnehmer den vollen Darlehensbetrag zurückzahlen muß, auch wenn sofort nach der Überweisung auf ein Konto der Treuhänderin 20 % der Darlehenssumme zur Sicherung von Ansprüchen der Darlehensgeberin gegen die Treuhänderin und ihren Alleingesellschafter auf ein Sperrkonto festgelegt worden sind (Beschluß vom 11. Juli 1985 - III ZR 131/84, WM 1985, 1287; Urteile vom 25. April 1985 - III ZR 26/84 = WM 1985, 910 - ZIP 1985, 670 zu II 7 und vom 7. November 1985 - III ZR 128/84 = ZIP 1986, 21 ff. zu II 5 und 8).