Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.04.1994&Aktenzeichen=I%20ZR%2031%2F92
Timestamp: 2019-02-20 02:11:16
Document Index: 337526556

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 73', 'EuG', '§ 125', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 120', 'Art. 5', 'Art. 6', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 177', 'BGH', 'Art. 177', 'BGH', 'BGH', '§ 129', '§ 85', 'BGH', '§ 120', '§ 126', 'Art. 6', '§ 125', 'Art. 6', 'EuG', 'BGH', 'BGH', '§ 129', '§ 85', 'BGH', '§ 120', '§ 126', 'Art. 6', 'EuG', 'BGH', '§ 242', 'BGH']

BGH, 21.04.1994 - I ZR 31/92 - dejure.org
BGH, 21.04.1994 - I ZR 31/92
Urheberrecht - Europäische Gemeinschaft - Länderübergreifender Schutz - Gemeinschaftsrecht - Europäischer Gerichtshof - Vorabentscheidung - Ex tunc-Wirkung
§§ 73 ff., 85, 96 Abs. 1, 97, 125, 129 UrhG
Inlandschutz für Tonträger einer aus britischen Staatsangehörigen bestehenden Musikgruppe ("Rolling Stones")
Nationales Urheberrecht zum Schutz des ausübenden Künstlers und Diskriminierungsverbot
wolfgangkilian.de
Urheberschutz und gemeinschaftsrechtliches Diskriminierungsverbot
"Rolling Stones"; Bindungswirkung von Vorabentscheidungen des EuGH
Urheberrechtsgesetz § 125
BGHZ 125, 382
NJW 1994, 2607
NJW-RR 1994, 1463 (Ls.)
ZIP 1994, 1384
MDR 1994, 1199
GRUR 1994, 794
GRUR Int. 1995, 65
BB 1994, 870
DB 1994, 2132
ZUM 1994, 581
a) Nach der im Streitfall bindenden Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union (vgl. BGH, Urteil vom 21. April 1994 - I ZR 31/92, BGHZ 125, 382 - Rolling Stones) ist davon auszugehen, dass die Vergabe von Rettungsdienstleistungen nach dem Bayerischen Rettungsdienstgesetz durch vertragliche Dienstleistungskonzession erfolgt.
Dies steht allerdings einer Anwendung des § 120 Abs. 1 UrhG hier - ungeachtet dessen, daß vorliegend eine Inländerbehandlung auch aufgrund des Art. 5 Abs. 1 RBÜ (Fassung Paris) in Betracht kommt - nicht entgegen, da nach Art. 6 Abs. 1 EGV die Angehörigen anderer EU-Mitgliedstaaten den deutschen Staatsangehörigen gleichzustellen sind (vgl. EuGH GRUR 1994, 280 ff. - Collins/Imtrat; auch BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 31/92, GRUR 1994, 794 ff. [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] - Rolling Stones).
Der im Vorlagebeschluß gegebenen Begründung ist nichts hinzuzufügen (vgl. auch BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 31/92, GRUR 1994, 794 [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] = WRP 1994, 750, 751 - Rolling Stones).
Die von der Revision in den Vordergrund gestellten verfassungsrechtlichen Bedenken sind inhaltlich weitgehend mit denen identisch, die in dem Revisionsverfahren I ZR 31/92 vorgetragen worden sind und mit denen der Senat sich bereits in seinem Urteil vom 21. April 1994 befaßt hat (BGH GRUR 1994, 794 [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] = WRP 1994, 750, 752 f. - Rolling Stones).
Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 21. April 1994 (BGH GRUR 1994, 794 [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] = WRP 1994, 750, 752 f. - Rolling Stones) ausgeführt hat, mögen in der Vorabentscheidung gewisse begriffliche Unklarheiten hinsichtlich des Diskriminierungsverbots bestehen, das Auslegungsergebnis selbst sei jedoch eindeutig und nicht mit Zweifeln behaftet, die eine erneute Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften geboten erscheinen lassen.
Der Senat hat dazu bereits in seinem Urteil vom 21. April 1994 (BGH GRUR 1994, 794 [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] = WRP 1994, 750, 754 - Rolling Stones) die Auffassung vertreten, daß Vorabentscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften zur Auslegung einer Bestimmung des Gemeinschaftsrechts grundsätzlich ex tunc-Wirkung haben.
Zu einer solchen Begrenzung hat der Senat in der Rolling-Stones-Entscheidung (BGH GRUR 1994, 794 [BGH 21.04.1994 - I ZR 31/92] = WRP 1994, 750, 754), in der es auch um Bereicherungsansprüche ging, noch keine Veranlassung gesehen, da die Verletzungshandlungen nur wenige Jahre zurücklagen (nicht vor 1989).
Zwar binden die aufgrund des Art. 177 EGV ergangenen Vorabentscheidungen grundsätzlich nur die im Ausgangsverfahren befaßten Gerichte (BGHZ 125, 382, 385 - Rolling Stones).
So sind jedenfalls die letztinstanzlichen Gerichte im Sinne des Art. 177 Abs. 3 EGV gehalten, das Gemeinschaftsrecht in der vom Europäischen Gerichtshof gegebenen Auslegung anzuwenden oder aber erneut vorzulegen (vgl. BGHZ 125, 382, 388 f. - Rolling Stones, m.w.N.).
Denn in einer Reihe von Verfahren wurde - so auch von der Beklagten im vorliegenden Verfahren - der Standpunkt vertreten, daß der Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaften keine rückwirkende Kraft zukommen könne (vgl. BGHZ 125, 382 - Rolling Stones) und die Rechtmäßigkeit bereits vor Oktober 1993 im Markt befindlicher Produkte durch die Entscheidung nicht berührt werde.
Tonträger aus Drittstaaten
Die Rückwirkung des Genfer Tonträger-Abkommens reicht nicht weiter als der Inlandsschutz, der nach § 129 Abs. 1 UrhG hinsichtlich der Rechte der Tonträgerhersteller aus § 85 UrhG keine Rückwirkung über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Urheberrechtsgesetzes hinaus vorsieht und damit erst ab 1. Januar 1966 eingreift (vgl. BGHZ 123, 356 - Beatles; 125, 382, 386 - Rolling Stones;… vgl. weiter Schricker/Katzenberger, Urheberrecht, 3. Aufl., Vor §§ 120 ff. UrhG Rdn. 95;… Dreier in Dreier/Schulze, UrhG, 2. Aufl., § 126 Rdn. 9; Schack, JZ 1994, 360, 363).
BVerfG, 15.02.2001 - 2 BvR 1319/96
Urheberrechtliche Gleichstellung von EU-Ausländern
Zur Begründung verweisen die angegriffenen Entscheidungen im Wesentlichen auf Art. 6 Abs. 1 EGV, der eine Ausdehnung des in § 125 Abs. 1 UrhG für Deutsche vorgesehenen Schutzes auf EU-Ausländer fordere; diese Anwendung des Art. 6 Abs. 1 EGV im Bereich des Urheberrechts beruhe auf Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, verbundene Rechtssache C - 92/92 und C - 326/92 - Phil Collins u. a. - Slg. 1993, I-5171) und des Bundesgerichtshofs (BGHZ 125, 382).
Es ist nicht ersichtlich, dass der Europäische Gerichtshof mit dieser Auslegung des EG-Vertrages seine rechtswahrende Aufgabe überschritten hätte (dazu auch BGHZ 125, 382 [390 ff.]).
Wirksame Übertragung von "etwaigen" Rechten an Aufnahmen des Tonträgerherstellers …
Die Rückwirkung des Genfer Tonträger-Abkommens reicht nicht weiter als der Inlandsschutz, der nach § 129 Abs. 1 UrhG hinsichtlich der Rechte der Tonträgerhersteller aus § 85 UrhG keine Rückwirkung über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Urheberrechtsgesetzes hinaus vorsieht und damit erst ab 1. Januar 1966 eingreift (vgl. BGHZ 123, 356 - Beatles; 125, 382, 386 - Rolling Stones;… vgl. weiter Schricker/Katzenberger, Urheberrecht, 3. Aufl., Vor §§ 120 ff. UrhG Rdn. 95;… Dreier in Dreier/Schulze, UrhG, 3. Aufl., § 126 Rdn. 9; Schack, JZ 1994, 360, 363).
Vorstehende Erwägungen, die sich auch in der neueren Rechtsprechung zu Art. 6 Abs. 1 EGV finden (vgl. EuGH GRUR 1994, 280 ff. - Collins/Imtrat; BGH, Urt. v. 21.4.1994 - I ZR 31/92, GRUR 1994, 794 ff. - Rolling Stones), stehen auch der von der Revisionserwiderung weiter vertretenen Ansicht entgegen, Rechtsausübungsschranken im Heimatland seien jedenfalls gemäß § 242 BGB auch im Inland beachtlich.
Da es sich hierbei um eine Beschreibung des geltenden Rechts handelt, kommt dem Urteil - wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat - rückwirkende Kraft zu (BGHZ 125, 382, 393 f. - Rolling Stones).
LAG Schleswig-Holstein, 10.02.1995 - 6 Sa 236/94
Betriebsübergang; Kaufhausunternehmen; Technischer Kundendienst; …
LAG Berlin, 18.11.1994 - 6 Sa 113/94
Arbeitsverhältnis: Befristung - Verstoß gegen Europäisches Recht