Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/littmannbitzpust-das-einkommensteuerrecht-estg-56-sondervorschriften-fuer-steuerpflichtige-in-dem-in-artikel3-des-einigungsvertrages-genannten-gebiet_idesk_PI16039_HI6371364.html
Timestamp: 2020-03-28 18:49:27
Document Index: 67393500

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', 'Art 8', '§ 56', '§ 57', 'Art 1', '§ 56', '§ 52', '§ 56', '§ 56', '§ 7', '§ 56', '§ 8', '§ 9', 'Art 3', 'Art 3', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 56', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 2', '§ 7', '§ 2', 'Art 8', '§ 119']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 56 Sondervorschriften für Steuerpflichtige in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 56 Sondervorschriften für Steuerpflichtige in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet
Beule, Einkünfte aus VuV bei Objekten in den ostdeutschen Bundesländern, DB 1991, 134;
Fischer, Sonderregelungen im ESt-Recht, NWB-DDR Fach 3, 41 (1/1991);
Mickschas, Sondervorschriften für die neuen Bundesländer, StLex 3, 56 – 59, 1 (4/1991);
Stein, Nutzungswertbesteuerung – zur analogen Anwendung der sog großen Übergangsregelung in den neuen Bundesländern, DStZ 1998, 579;
Hahn, Anmerkung zum BFH-Urt v 21.10.1997, IX R 29/95, DStZ 1998, 403;
Warnke, Anmerkung zum BFH-Urt v 21.10.1997, IX R 29/95, BuW 1998, 898;
Grube, Gebäudeabschreibung – BV, LSW Gruppe 4/134, 1 (12/2000).
Ursprünglich waren in § 56 EStG andere Rechtsmaterien geregelt. In den Jahren 1925 – 1933 enthielt die Vorschrift eine Steuerermäßigungsregelung für besondere wirtschaftliche Verhältnisse, insb ag Belastungen (vgl EStG 1925 v 10.08.1925, RGBl I 1925, 189). Durch das EStRG v 05.08.1974 (BGBl I 1974, 1769) wurde in § 56 EStG mit Wirkung ab 11.08.1974 eine Programmvorschrift installiert, in der die Einführung eines ESt-Tarifs mit durchgehendem Progressionsverlauf in Aussicht gestellt wurde. Da die Umsetzung ausblieb, wurde § 56 EStG durch das StÄndG 1979 v 30.11.1978 (BGBl I 1978, 1849) mit Wirkung ab 03.12.1978 wieder gestrichen. In den Jahren 1934 – 1973 u 1979 – 1989 war § 56 EStG nicht besetzt.
Durch das EinigungsvertragsG v 23.09.1990 (BGBl I 1990, 885) iVm Art 8 Anl I Kapitel IV Sachgebiet B Abschn II Nr 16 Buchst k des Einigungsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland u der Deutschen Demokratischen Republik v 31.08.1990 (BGBl II 1990, 889) wurde § 56 EStG neu belebt u zusammen mit den §§ 57 – 59 EStG mit Wirkung v 29.09.1990 in das EStG eingefügt. Durch Art 1 Nr 41 des StBereinG 1999 v 22.12.1999 (BGBl I 1999, 2601) wurde die Vorschrift des § 56 Nr 2 EStG aF mit Wirkung ab 01.01.1999 aufgehoben. Infolge der Bereinigung des § 52 EStG durch das StEntlG 1999/2000/2002 v 24.03.1999 (BGBl I 1999, 402) hatte der Gesetzgeber sie als überholt gewertet (vgl BT-Drucks 14/2070, 23).
§ 56 EStG idF der Bekanntmachung v 08.10.2009 (BGBl I 2009, 3366) bzw § 56 Nr 1 EStG aF beschränkt den Anwendungsbereich der degressiven Gebäudeabschreibung nach § 7 Abs 5 EStG für in den neuen Bundesländern gelegene Gebäude ehemaliger DDR-Bürger auf solche, die ab 1991 hergestellt o angeschafft worden sind.
Anzuwenden ist die Vorschrift des § 56 EStG nur auf StPfl, die
- am 31.12.1990 einen Wohnsitz (vgl § 8 AO) o ihren gewöhnlichen Aufenthalt (vgl § 9 AO) in dem in Art 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet sowie
- im Jahr 1990 weder einen Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt im bis dahin maßgebenden Geltungsbereich des EStG hatten.
Unter dem in Art 3 des Einigungsvertrages v 31.08.1990 genannten Gebiet ist das sog Beitrittsgebiet zu verstehen. Darunter fallen die neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Berlin-Ost, dh das gesamte Gebiet der ehemaligen DDR.
Betroffen von der Regelung in § 56 EStG sind demnach sämtliche Bewohner der ehemaligen DDR, die am 31.12.1990 ihren Wohnsitz o gewöhnlichen Aufenthalt im Beitrittsgebiet hatten u zudem während des Kj 1990 keinen Wohnsitz o gewöhnlichen Aufenthalt in den alten Bundesländern besaßen. Die Anwendung des § 56 EStG setzt das Vorliegen beider Merkmale voraus.
Dementsprechend scheidet die Anwendung des § 56 EStG aus, wenn im Jahr 1990 ein Wohnsitz o gewöhnlicher Aufenthalt in den alten Bundesländern zu bejahen war. Aus demselben Grund kommt § 56 EStG nicht in Betracht, wenn im Laufe des Jahres 1990 Bürger der ehemaligen DDR in die alten Bundesländer o Bürger der alten in die neuen Bundesländer übersiedelt sind. Keine Anwendung findet § 56 EStG ferner auf in den alten Bundesländern belegene Gebäude.
Für StPfl aus den alten Bundesländern war durch das WWSUG v 25.06.1990 (BGBl II 1990, 518) iVm dem Vertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- u Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland u der Deutschen Demokratischen Republik v 18.05.1990 (WWSUVtr, BGBl II 1990, 537) bereits 1990 die Möglichkeit geschaffen worden, für in der ehemaligen DDR einschließlich Berlin (Ost) belegene Gebäude die erhöhte (degressive) AfA gem § 7 Abs 5 EStG geltend zu machen. Dies war dadurch umgesetzt worden, dass in § 7 Abs 5 EStG mit Wirkung ab 01.07.1990 ein S 4 eingefügt wurde, der § 7 Abs 5 S 1-3 EStG für entsprechend anwendbar erklärte. Ferner wurde aufgrund des § 4 DDR-IG vom 26.06.1990 (BGBl I 1990, 1143) mit Wirkung ab 29.06.1990 ein neuer Abs 6 in § 2a EStG eingefügt, der den Abzug von aus dem Gebiet der ehemaligen DDR einschließlich Berlin (Ost) bezogenen negativen Einkünften aus VuV v Gesamtbetrag der Einkünfte zuließ.
Sowohl § 7 Abs 5 S 4 EStG aF als auch § 2a Abs 6 EStG aF wurden zwar durch das EinigungsvertragsG v 23.09.1990 iVm Art 8 Anl I Kapitel IV Sachgeb...
Sachenrechtsbereinigungsgesetz / § 119 Fortbestehende Rechte, andere Ansprüche