Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20318/95
Timestamp: 2020-01-23 22:16:25
Document Index: 178470999

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.09.1996 - VII ZR 318/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,421
BGH, 26.09.1996 - VII ZR 318/95 (https://dejure.org/1996,421)
BGH, Entscheidung vom 26.09.1996 - VII ZR 318/95 (https://dejure.org/1996,421)
BGH, Entscheidung vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95 (https://dejure.org/1996,421)
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Gebäudeerrichtung - Generalunternehmervertrag - AGB - Vorformulierung - Ausschreibung
Kein AGB-Charakter einer Vertragsstrafenklausel in Ausschreibungsbedingungen einer LVA trotz Geltung für mehrere Bieter
AGBG §§ 1, 8
AGB: Voraussetzungen; Leistungsbeschreibung
Allgemeine Geschäftsbedingungen; einmal wiederholte Anwendung einer Vertragsklausel
Keine AGB-Kontrolle der Leistungsbeschreibung! (IBR 1997, 46)
Nicht jede vorformulierte Bauvertragsklausel unterliegt der Inhaltskontrolle nach dem AGB-Gesetz! (IBR 1997, 54)
NJW 1997, 135
ZIP 1997, 78
MDR 1997, 140
WM 1997, 126
BB 1996, 2535
DB 1997, 89
BauR 1997, 123
ZfBR 1997, 33
Von einem Aushandeln in diesem Sinne kann nur dann gesprochen werden, wenn der Verwender zunächst den in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen "gesetzesfremden Kerngehalt", also die den wesentlichen Inhalt der gesetzlichen Regelung ändernden oder ergänzenden Bestimmungen, inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (BGH, Urteil vom 16. Juli 1998 - VII ZR 9/97, BauR 1998, 1094, 1095 = ZfBR 1998, 308; Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123, 124 = ZfBR 1997, 33).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann von einem Aushandeln nur dann gesprochen werden, wenn der Verwender zunächst den in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen "gesetzesfremden Kerngehalt", also die den wesentlichen Inhalt der gesetzlichen Regelung ändernden oder ergänzenden Bestimmungen, inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (…BGH, Urt. v. 23.1.2003, VII ZR 210/01;… Urt. v. 16.7.1998, BauR 1998, 1094, 1095; Urt. v. 26.9.1996, BauR 1997, 123, 124).
Von einem Aushandeln in diesem Sinne kann nur dann gesprochen werden, wenn der Verwender zunächst den in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen gesetzesfremden Kerngehalt, also die den wesentlichen Inhalt der gesetzlichen Regelung ändernden oder ergänzenden Bestimmungen, inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (BGH, Urteil vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 321; Urteil vom 16. Juli 1998 - VII ZR 9/97, BauR 1998, 1094, 1095 = ZfBR 1998, 308; Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123, 124 = ZfBR 1997, 33).
Die Vereinbarung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass eine Vertragsstrafe unabhängig von dem Verschulden des Verwendungsgegners verwirkt werden kann, benachteiligt diesen unangemessen, § 9 Abs. 1 AGBG (vgl. BGH, Urteil vom 24. April 1991 - VIII ZR 180/90, NJW-RR 1991, 1013, 1015; BGH, Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123 = ZfBR 1997, 33).
Ob Vertragsbedingungen dabei für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert sind, ist hingegen eine Frage des jeweiligen Einzelfalles, die unter Berücksichtigung aller (Begleit-)Umstände zu beantworten ist (BGH NJW 1997, 135 ; NJW 1998, 2286, 2287).
Dabei spricht eine mehrfache Verwendung dafür, dass die Klausel für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert worden ist (BGH NJW 1997, 135 ), wobei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Verwendung in mindestens drei Fällen stattgefunden haben muss (BGH NJW 1998, 2286, 2287;… siehe auch Palandt/Grüneberg, BGB , 74. Auflage, § 305 Rdz. 9).
Eine Vereinbarung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wonach eine Vertragsstrafe unabhängig von dem Verschulden des Vertragspartners verwirkt werden kann, benachteiligt diesen unangemessen (…BGH, Urteile vom 6. Dezember 2007 - VII ZR 28/07, BauR 2008, 509 = NZBau 2008, 376 Rn. 9; vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123 = ZfBR 1997, 23 unter I 2 a).
Die Vorformulierung setzt voraus, dass die Vertragsbestimmungen nicht für den konkreten Vertragsschluss entworfen, sondern als Grundlage oder Rahmen für gleichartige Rechtsverhältnisse aufgestellt sind (vgl. BGH, Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123, juris Rn. 8).
Zutreffend ist das Berufungsgericht allerdings davon ausgegangen, dass die Verwendung eines Vertragsmusters für eine Ausschreibung gegenüber mehreren Bietern keine Mehrfachverwendung im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 1 AGBG ist (vgl. BGH, Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, BauR 1997, 123 = ZfBR 1997, 33).
Voraussetzung für Allgemeine Geschäftsbedingungen sind neben der Vorformulierung ohne individuelles Aushandeln, daß die Vertragsbedingungen von dem Verwender "für eine Vielzahl" von Verträgen vorformuliert sind (BGH, Urteil vom 26. September 1996 - VII ZR 318/95, ZfBR 1997, 78 = BauR 1997, 123).
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