Source: http://ratsinfo.remscheid.de/sessionnet/bi/vo0050.php?__kvonr=4541&voselect=799
Timestamp: 2020-08-09 13:41:32
Document Index: 270090553

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 9', '§ 18', '§ 20', '§ 13', '§ 13', '§ 19', '§ 15', '§ 9', '§ 15', '§ 17', '§ 43', '§ 9', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 9']

Sachstandsbericht 2013 zur bergischen Kooperation der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal auf dem Gebiet des Gesundheitswesens
Name: 15/0488
Betreff: Sachstandsbericht 2013 zur bergischen Kooperation der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal auf dem Gebiet des Gesundheitswesens
Mitteilungsvorlage 415 KB
Sachstandsbericht für das Jahr 2013 zur bergischen Kooperation der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid auf dem Gebiet des Gesundheitswesens
Seit dem 01.04.2012 arbeiten die bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zusammen. Die Zusammenarbeit wird in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung geregelt.
Für die nachfolgend aufgeführten Teilaufgaben des Gesundheitswesens erfolgt eine zentrale Aufgabenwahrnehmung:
Die Stadt Remscheid ist verantwortlich für die Aufgabe
- der amtsärztlichen bzw. ärztlichen Leichenschau nach dem Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen
- der Prüfung der Todesbescheinigungen
Die Stadt Solingen ist zuständig für die Aufgabe
- der Belehrungen nach § 43 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG)
- der Beratung bei gesundheitlichen Risiken (§ 9 Abs. 1 ÖGDG)
- der Erfassung und Überwachung von Berufen des Gesundheitswesens inklusive Prüfung der nicht ärztlichen Heilberufe und Heilpraktiker (§ 18 ÖGDG)
Die Stadt Wuppertal ist verantwortlich für die Aufgabe
- der Arzneimittelüberwachung und Sozialpharmazie (§ 20 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGDG)
- der Durchführung der Zahnfluoridierung (§ 13 Abs. 2 ÖGDG)
- der Organisation und Durchführung der Zahnreihenuntersuchung (§ 13 ÖGDG)
- der Erstellung zahnärztlicher Gutachten (§ 19 S. 1 ÖGDG)
- der Durchführung von individuellen anonymen HIV-Untersuchungen sowie STD-Untersuchungen (§§ 15 Abs. 2 und 23 ÖGDG)
Mit dem 1. Quartal 2013 wurde eine zentrale Zusammenführung wesentlicher Kennzahlen der bergischen Kooperation der Gesundheitsämter eingeführt. Einzelne Kennzahlen werden in den nachfolgenden, textlichen Ausführungen der Gesundheitsämter / Fachdienste Gesundheitswesen bereits benannt. Zur besseren Übersicht wird dem Sachstandsbericht für das Jahr 2013 auch die Kennzahlenzusammenfassung für das erste bis vierte Quartal 2013 beigefügt.
Stadt Remscheid, Fachdienst Gesundheitswesen
Zentrale Aufgabenwahrnehmung der Prozesse „amtsärztliche und ärztliche Leichenschau sowie Prüfung von Todesbescheinigungen“
Die gesetzlichen Grundlagen für die Aufgabenwahrnehmung sind das Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen § 9, § 15 und § 17 sowie die öffentlich rechtliche Vereinbarung der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal.
Bei der Aufgabenwahrnehmung handelt es sich um die Sicherstellung der amtsärztlichen Leichenschau bei Feuerbestattungen, Auslandsüberführungen und in Sonderfällen.
Die meisten amtsärztlichen Leichenschauen werden im Rahmen der Feuerbestattung im Krematorium in Wuppertal - Vohwinkel vorgenommen.
Darüber hinaus existieren Untersuchungsmöglichkeiten in den Städten Solingen und Wup­pertal in den dortigen Pathologien vor Ort, um bei dringlichen Maßnahmen handlungsfähig zu bleiben.
Die Untersuchungen werden durchgehend an allen Werktagen angeboten.
Neben eigenem Personal (Ärzte u. Verwaltungsmitarbeiter) werden zur Aufgabensicherstellung externe Gutachter vor Ort eingesetzt.
In der Zeit vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013 wurden insgesamt 5.093 amtsärztliche Leichenschauen durch den FD Gesundheitswesen in Remscheid durchgeführt. In der Zeit vom 01.04.2012 bis 31.12.2012 wurden insgesamt 3.048 amtsärztliche Leichenschauen durchgeführt.
Die Anzahl der vom 01.01.2013 bis 31.12.2013 ausgestellten Todesbescheinigungen liegt bei 7.898 (Remscheid: 1.196, Solingen: 2.362 und Wuppertal: 4.340).
Begleitend wurde ein Qualitätsmanagement mit Einrichtung eines Qualitätszirkels eingerichtet, der sich ca. dreimal im Jahr unter Leitung des Rechtsmedizinischen Institutes der Universität Düsseldorf und unter Einbindung der örtlichen Polizeibehörde trifft.
Probleme hinsichtlich der Organisation und der Durchführung der Aufgabe sind seit der Aufgabenübernahme nicht aufgetreten. Von Seiten der Kooperationspartner wurde uns rückgemeldet, dass die Aufgabe gut organisiert sei.
Zentrale Aufgabenwahrnehmung der Prozesse „Belehrungen nach § 43 Infektionsschutzgesetz, Beratung bei gesundheitlichen Risiken nach § 9 Abs. 1 ÖGDG durch allgemeine Aufklärung und Beratung bei übertragbaren Krankheiten, das Hinwirken auf ausreichende Impfangebote und die Förderung des Durchimpfungsgrades sowie Erfassung und Überwachung von Berufen des Gesundheitswesens inkl. Prüfung nichtärztlicher Heilberufe und Heilpraktiker“
Prozess „Belehrungen nach § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG)“
Der SD Gesundheit führt die Belehrungen nach § 43 IfSG durch. Eine solche Belehrung benötigen Personen, die gewerbsmäßig mit der Herstellung, Verarbeitung oder Verteilung von bestimmten Lebensmitteln beschäftigt sind, zwingend vor der Arbeitsaufnahme.
Wegen der langfristigen Vakanz einer Vollzeitstelle (von insgesamt 2,5) konnten Termine für gebührenpflichtige Belehrungen nach § 43 IfSG im 4. Quartal 2013 nur in reduziertem Umfang angeboten werden, was zu entsprechenden Gebührenmindereinnahmen führte. Durch die Stellenvakanz verringerten sich allerdings auch die Personalaufwendungen für den Prozess.
Die telefonischen Anmeldungen zu den Belehrungsveranstaltungen nimmt das gemeinsame ServiceCenter der Stadt Wuppertal entgegen. Hierzu wird eine internetfähige Fachsoftware eingesetzt, mit der sich auch Interessenten über ihren PC anmelden können. 2013 nahmen 4.903 Personen an gebührenpflichtigen Belehrungsveranstaltungen teil, die grundsätzlich in den Räumen des Stadtdienstes Gesundheit durchgeführt werden.
Die Belehrungen nach § 43 IfSG von Schülern / Schülerinnen aus Remscheid und Wuppertal, die im Rahmen eines Schulpraktikums die Teilnahme an einer Belehrungsveranstaltung vorweisen müssen, erfolgen vor Ort; die Schüler / Schülerinnen Solinger Schulen werden beim SD Gesundheit belehrt. Im Jahr 2013 nahmen 2.259 Schülerinnen und Schüler an Belehrungsveranstaltungen teil (Remscheid: 458, Solingen: 703 und Wuppertal: 1.098).
Prozess: „Beratung bei gesundheitlichen Risiken nach § 9 Abs. 1 ÖGDG durch allgemeine Aufklärung und Beratung bei übertragbaren Krankheiten, das Hinwirken auf ausreichende Impfangebote und die Förderung des Durchimpfungsgrades“
Die Beratung bei gesundheitlichen Risiken durch allgemeine Aufklärung ist Aufgabe des SD Gesundheit.
Eine Mitarbeiterin des SD Gesundheit führt regelmäßig telefonisch allgemeine Beratungen zu allen mit Impfungen zusammenhängenden Fragen durch. Im Einzelnen wurden Beratungen zu Grundimmunisierungen, Reiseimpfungen, Impfungen bei Risiken, saisonalen Impfungen und Auffrischungsimpfungen gegeben. Ratsuchende wurden auf entsprechende Impfangebote bei niedergelassenen Ärzten und Gelbfieberimpfstellen verwiesen.
Es wurde mit der Erstellung eines Impfkonzeptes begonnen, dass nach Fertigstellung auch den Städten Remscheid und Wuppertal zur Verfügung gestellt wird. Inhalt dieses Konzeptes ist die Feststellung des Impfstatus sowie die anschließende individuelle Impfberatung von Menschen, die in besonderen Lebensumständen und Wohnverhältnissen leben, wie beispielweise Flüchtlinge in Wohnheimen.
Über die Pressestellen der drei Städte wurden die Medien über aktuelle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und zur Grippeschutzimpfung versorgt.
Prozess „Erfassung und Überwachung von Berufen des Gesundheitswesens inkl. Prüfung der nichtärztlichen Heilberufe und Heilpraktiker“
Der SD Gesundheit erfasst und überwacht Angehörige nichtärztlicher Heilberufe, in Altenpflegeeinrichtungen, in Kliniken, bei Rettungsdiensten (Privatunternehmen), Hebammen / Entbindungspfleger, Dienstleister aus anderen EU-Staaten sowie Heilpraktiker.
Für folgende nichtärztlichen Heilberufe organisiert der SD Gesundheit das staatliche Prüfungsverfahren: Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Krankenpflegeassistenz, Fachweiterbildungen in Intensivpflege, Anästhesie, Fachweiterbildungen in der psychiatrischen Kranken- und Altenpflege, Rettungsassistenz, Rettungssanitätsdienst, Entbindungspflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Medizinisch-Technische Assistenz. Hierbei arbeitet der SD Gesundheit mit neun Ausbildungseinrichtungen in den drei Städten zusammen. Der Vorsitz in den staatlichen Prüfungen wird regelmäßig durch eine Ärztin / einen Arzt des SD Gesundheit wahrgenommen. Die zum Zeitpunkt der Übernahme der Aufgabe durch die Stadt Solingen unterschiedlichen Verwaltungsabläufe werden sukzessiv harmonisiert und wenn erforderlich optimiert. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Ausbildungseinrichtungen.
Die für das Jahr 2013 von den Ausbildungseinrichtungen vorgesehenen Prüfungen konnten alle fristgerecht ohne nennenswerte Probleme durchgeführt werden. Insgesamt wurden 472 Schülerinnen und Schüler in nichtärztlichen Heilberufen geprüft.
Bei der Zahl der Anträge auf Erlaubnisse zu Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche Bestellung (Heilpraktiker) hat sich 2013 der rückläufige Trend des Vorjahres bestätigt. In den beiden Überprüfungsterminen wurden 158 schriftliche und 100 mündliche Überprüfungen durchgeführt. Zusätzlich wurden acht Anträge nach Aktenlage entschieden. Aufgrund der im Vergleich zur seinerzeitigen Prognose doch deutlich zurückbleibenden Nachfrage bleiben auch die Gebühreneinnahmen unter der formulierten Erwartung. Die Entwicklung der Antragszahlen ist in anderen Gesundheitsämtern entsprechend der Solinger festzustellen. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Zahl der Anträge in sinusförmigen Zyklen verläuft.
Seit einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2009 ist die Ausübung der Heilkunde auch im Gebiet der Physiotherapie möglich. Da die Zahl dieser Anträge recht niedrig ist, der Verwaltungsaufwand demgegenüber aber sehr hoch, haben die drei Kooperationspartner diese Aufgabe, wie die meisten anderen Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen, an die Stadt Düsseldorf übertragen.
Zentrale Aufgabenwahrnehmung der Prozesse „Arzneimittelsicherheit und Sozialpharmazie, Durchführung der Zahnfluoridierung (Remscheid und Wuppertal), Organisation und Durchführung der Zahnreihenuntersuchungen, Erstellung zahnärztlicher Gutachten sowie Durchführung von individuellen anonymen HIV-Untersuchungen sowie STD-Untersuchungen“
Prozess „Arzneimittelsicherheit und Sozialpharmazie“
Die Aufgaben des Kompetenzzentrums Arzneimittelsicherheit und Sozialpharmazie werden mit folgenden Stellenanteilen wahrgenommen:
2 Amtsapothekerin/Amtsapotheker 0,55 VK/1,0 VK
1 Verwaltungskraft 0,7 VK
Es wurden u.a. Apothekenbesichtigungen in folgendem Umfang durchgeführt:
Das Ausschreibungsverfahren für den Einsatz von Sachverständigen zur Revision von Apotheken zur Kompensation von nicht mehr nachbesetzten Stellenanteilen in Solingen konnte noch nicht abgeschlossen werden, da versicherungsrechtliche Fragen für die Sachverständigen bis zum Jahresende ungeklärt blieben. Anfang 2014 werden die Sachverständigen ihre Tätigkeit aufnehmen können. Die 2013 vorgesehenen Apothekenrevisionen durch Sachverständige sollen durch diese in 2014 nachgeholt werden.
Unabhängig von anlassbezogenen Teilrevisionen von Apotheken, die z.B. durch die neue Apothekenbetriebsordnung generiert werden, soll 2014 in insgesamt 54 Apotheken eine Regelinspektion durchgeführt werden:
Durch den Einsatz von zwei Sachverständigen für Apothekenrevisionen steht seit März 2014 mehr Arbeitskapazität für Überprüfungen frei verkäuflicher Arzneimittel im Einzelhandel zur Verfügung.
Gemäß der PTA- Ausbildungs- und Prüfungsverordnung obliegt der Prüfungsvorsitz dem jeweiligen Amtsapotheker. Die Aufgabe wird durch die Remscheider Amtsapothekerin wahrgenommen, der Wuppertaler Amtsapotheker ist zum Stellvertreter ernannt worden. Obgleich es aus Gründen der Aufwands- und Zeitersparnis sinnvoll wäre, schülerbezogene Verwaltungsaufgaben im Walter-Bremer-Institut durchzuführen, muss für den schülerbezogenen Schriftverkehr (z.B. bei Unvollständigkeit von Anträgen auf Zulassung zur Prüfung) der normale Postweg gewählt werden. Dies impliziert Verzögerungen in der Bearbeitung.
Prozesse „Zahnfluoridierung, Organisation und Durchführung von Zahnreihenuntersuchungen sowie Erstellung zahnärztlicher Gutachten“
Im Juli 2013 konnten die Anfang 2013 noch vakanten Zahnarztstellen wieder besetzt werden. Durch diese personellen Veränderungen konnte eine Wiederaufnahme der zahnärztlichen Begutachtung sichergestellt werden. Auch die Reihenuntersuchungen konnten an allen drei Standorten wieder aufgenommen werden.
Tab. 1: VK-Anteile
VK Zahl
Abteilungsleiter Zahnarzt
0,55 (n.b.)
Die zahnärztliche Begutachtung konnte ebenfalls seit Juli 2013 wieder vollständig aufgenommen werden. Die Begutachtungen erfolgen schwerpunktmäßig für kommunale und externe Beihilfestellen nach der Beihilfeverordnung. Darüber hinaus erfolgt die Gutachtenerstellung für die kommunalen Sozialämter und Ausländerbehörden, sowie für Jugendhilfeeinrichtungen. Die zu prüfenden Therapieformen umfassen das gesamte zahnärztliche Spektrum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch im Bereich der dentalimplantologischen Behandlungen. Dieser Schwerpunkt ist durch die Besonderheit des sogenannten Voranerkennungsverfahrens im Rahmen dentalimplantologischer Maßnahmen zu erklären. Auf eigenen Wunsch wurde die schwerpunktmäßig in Solingen tätige Zahnärztin zunächst von der gutachterlichen Tätigkeit freigestellt. Kompensatorisch erfolgt dafür die Übernahme von Untersuchungen in Remscheid und Wuppertal. Für das Jahr 2014 ist eine Überprüfung der durchschnittlichen Bearbeitungszeit im Bereich der zahnärztlichen Begutachtung geplant, um ggf. Abläufe im Zusammenhang mit der Gutachtenerstellung noch weiter optimieren zu können. Insgesamt wurden im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres 212 zahnärztliche Gutachten erstellt.
Organisation und Durchführung der zahnärztlichen Untersuchungen in Kindertagesstätten und Schulen
Die zahnärztlichen Untersuchungen in Remscheid werden überwiegend von einer in Remscheid angestellten Arzthelferin und einem in Wuppertal angestellten Zahnarzt erbracht. Die Untersuchungen in Solingen werden wie bisher von zwei in Solingen angestellten Mitarbeiterinnen, einer Zahnärztin und einer Zahnmedizinischen Fachangestellten durchgeführt. Die Untersuchungen in Wuppertal werden in erster Linie von einer in Wuppertal angestellten Zahnärztin und dem Abteilungsleiter in Zusammenarbeit mit der in Wuppertal angestellten Zahnmedizinischen Fachangestellten vorgenommen. Die zahnärztlichen Untersuchungen in Kitas im Stadtgebiet Wuppertal sind an einen externen Zahnarzt vergeben. Die zahnärztlichen Untersuchungen in Remscheid und Wuppertal erfolgen mit Dokumentation des sogenannten DMFT-Indexes, der eine internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht. Ab 2014 wird das entsprechende Verfahren auch in Solingen angewandt werden. Die Auswertung der modernen Befunde ist aber ohne EDV sehr zeitaufwändig, sodass für 2014 geplant ist, eine Software anzuschaffen, die eine elektronische Dokumentation der Befunde in der Einrichtung zulässt. Die anschließende statistische Auswertung der Daten wäre durch diese Lösung ebenfalls erheblich vereinfacht. Auf dem Boden dieser Ergebnisse lassen sich dann strukturierte Prophylaxeprogramme entwickeln, denn die Arbeit der Arbeitskreise erfolgt zur Zeit noch überwiegend flächendeckend einheitlich, könnte aber im Hinblick auf eine bestmögliche Nutzung der vorhandenen Ressourcen vor allem in den Brennpunkteinrichtungen intensiviert werden.
Tab 2: Erreichte Untersuchungszahlen in den drei Standorten des bergischen Kompetenzcenters
Die relativen Ungleichgewichte bei den Untersuchungszahlen sind hauptsächlich durch die zahnärztlichen Stellenvakanzen im 1. Halbjahr 2013 und die Sonderreglung hinsichtlich der zahnärztlichen Einsatzzeiten für Solingen bedingt. Zusätzlich kam es zu relevanten krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Trotzdem gelang es insbesondere in Remscheid, aufgrund der geringeren Einwohnerzahl und durch flexible Planung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine gute Annäherung an den Proporz herzustellen.
In Bezug auf die Instrumentenaufbereitung war eine Neuregelung erforderlich. Im Rahmen einer Wartung des bisher genutzten Reinigung- und Desinfektionsautomaten waren sicherheitsrelevante Schäden festgestellt worden, die zu einer sofortigen Stilllegung des Gerätes geführt haben. Da aufgrund der zu erwartenden Kosten eine wirtschaftliche Reparatur nicht möglich war, wurde durch den Abteilungsleiter ein Konzept mit einer Kostenaufteilung zwischen dem AK Zahngesundheit und dem Gesundheitsamt Wuppertal erstellt. Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl von aufzubereitenden Instrumenten, wurde eine Beteiligung des AK Zahngesundheit in Höhe der hälftigen Anschaffungskosten des Reinigungs- und Desinfektionsautomaten vereinbart. Im Gegenzug wurde von Seiten der Stadt die Übernahme der laufenden Kosten für zehn Jahre zugesichert. Durch dieses für beide Parteien wesentlich günstigere Konzept, im Vergleich zu einer Einzellösung an den Standorten Neviandtstraße und Willy-Brandt-Platz, konnte ein maschinell-validiertes Verfahren zur Aufbereitung des zahnärztlichen Instrumentariums implementiert werden. Diese Art der Instrumentenaufbereitung entspricht den höchsten Anforderungen bezüglich der Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zur Infektionsprävention in der Zahnheilkunde. Die für die Untersuchungen in Remscheid erforderlichen Instrumente werden ebenfalls am Standort Wuppertal aufbereitet. Die Instrumente, die am Standort Solingen anfallen, werden zurzeit noch im Klinikum Solingen aufbereitet. Hierfür soll eine kostengünstige und langfristige Alternativlösung zeitnah entwickelt werden.
Prozess „Durchführung von individuellen anonymen HIV-Untersuchungen sowie STD-Untersuchungen“
Die Aufgaben der AIDS-Koordination werden mit 0,45 VK durch eine Ärztin durchgeführt.
Folgende Aufgaben wurden im Rahmen der bergischen Kooperation wahrgenommen:
- Durchführung des Arbeitskreises (AK) AIDS in der Stadt Wuppertal
- Organisation und Durchführung von 6 Koordinierungstreffen mit den relevanten Akteuren im AIDS-Bereich zur Feststellung des aktuellen Ist-Zustands und der weiteren Planung der Arbeitsschwerpunkte und Kooperation im AIDS-Bereich
- Austausch mit den Akteuren im Drogenbereich
- Austausch mit den Schwerpunkttherapeuten
Veranstaltungsreihe zum Welt-AIDS-Tag
AK Kirche und AIDS
- Vorstellung der HIV/AIDS-bezogenen Arbeit in der Gesundheits- und Pflegekonferenz
- „Komm auf Tour“
- Stärkung der Eigenverantwortlichkeit Jugendlicher
- Kooperation mit der AIDS-Hilfe Solingen
- Aktionen zum Welt-AIDS-Tag in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Solingen
- Sexualpädagogische Vernetzung
Gründung und Leitung des AK Sexualpädagogik in Solingen
Planung der 1. Solinger Sex-o-menta mit den Solinger Sexualpädagogen
- Vorstellung der Sex-o-menta und sexualpädagogischer Methoden in der Fachkonferenz Biologie an der Friedrich-Albert-Langen- Gesamtschule in Kooperation mit der pro familia
- Kooperation mit der Geschäftsführerin der Gesundheits- und Pflegekonferenz
- Kooperation mit der pro familia
- Austausch mit dem Sucht -Koordinator
- Austausch mit dem AK Suchtprävention und dessen Interimsleiter
- Besuch der Jugendarrestanstalt
Planung möglicher HIV/STI- Präventionsangebote für inhaftierte Jugendliche
Vermittlung des Sexualpädagogen der pro familia für die Durchführung
Vorstellung des Themas „Sexuelle Gesundheit“ in der Gesundheits- und Pflegekonferenz,
Versuch der Installation einer Arbeitsgruppe „Sexuelle Gesundheit“
- Aufgrund mangelnden Interesses nicht zustande gekommen
- Versuch der Organisation eines Treffens der Sexualpädagogen
- Aufgrund mangelnder Resonanz und Interesses nicht zustande gekommen
- Seminar für Krankenpflegeschüler/innen
- Pressemitteilung zum Welt-AIDS-Tag
Kooperation im Städtedreieck
- Überwachung der epidemiologischen Situation
- Information der Fachkolleg/innen über interessante und relevante Themen und Neuigkeiten
- Organisation der gut besuchten Fachfortbildung für Gynäkologen und Gynäkologinnen im Städtedreieck: „HIV in der Gynäkologie und Geburtshilfe“ in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Wuppertal
- Regelmäßiger Austausch mit den amtsärztlich tätigen Kolleg/innen in RS, SG und W über den Themenkomplex
Sexuelle Gesundheit/ Fachtag
(Virtuelle) Vernetzung
LAG AIDS/STI im ÖGD in NRW
Austausch mit dem MGEPA
Fachtagung für AIDS-Fachkräfte und AIDS-KoordinatorInnen
Kampagne „Wie auch immer“
AK sexuelle Gesundheit im LZG ( vorher LIGA)
Qualitätszirkel Düsseldorf
Teilweise mussten Projekte nicht nur koordiniert, sondern auch aufgrund fehlender Fremdressourcen mit durchgeführt werden.
Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit/AIDS Beratung
Die Aufgabe der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit/AIDS-beratung wird mit folgenden Stellenanteilen durchgeführt:
1 Sozialarbeiterin 0,88 VK
2 Ärztinnen 0,18 VK
1 Arzthelferin 0,33 VK
KC Beratungsstelle für AIDS und STI
Es wurden nur die HIV Tests gezählt, da in Wuppertal noch 8 weitere Untersuchungen angeboten werden.
Anzahl der durchgeführten Untersuchungen und Beratungen
Summe je Stadt:
Anzahl der durchgeführten Bordellbesuche
- Gemeinsamen Flyer für die Berg. Kooperation erneuert und verteilt
- Gemeinsamer Internetauftritt (jeweils durch städtische Gesundheitsamtsseite aufrufbar)
- Teilnahme an Studien des Landesgesundheitsinstitutes in Münster
- Teilnahme an einer HIT Studie des RKI
- Gemeinsame Fahrt mit dem Medimobil
- Kooperation mit Beratungsstellen wie Profamilia, Familienberatungsstelle. und Clubbesuche mit den Kolleginnen des RS Caritas
- Kooperation mit der Polizei: KK21(Berg. Land) Rotlicht/Menschenhandel/Organisierte Kriminalität, regelmäßige Treffen
- Präventionsveranstaltung Sexualpädagogische Rallye mit Schulklassen zum "Tag des Kusses" in W
- Kooperation mit Beratungsstellen wie Profamilia, Familienberatungsstelle und Donum Vitae sowie niedergelassenen Ärzten
- Clubbesuche mit den Kolleginnen des Caritas (EVA/MAGDALENA)
- Clubbesuche zum Welt-AIDS-Tag in allen drei Städten
- Gespräche mit den Krankenkassen zur Möglichkeit der Kooperation
- Gemeinsame Clubbesuche zum WAT mit dem WDR, Sendung in der Lokalzeit vom 28.11.2013
Planungen für 2014:
- Präventionsveranstaltungen mit Schulklassen
- Runder Tisch Prostitution in Wuppertal
- Durchführung der Sexo-menta im Januar 2014 in Solingen
Insgesamt ist eindeutig zu sehen, dass Remscheider und Solinger Bürger das Untersuchungsangebot in Wuppertal 2013 vermehrt aufgesucht haben, da dort auch Untersuchungen zu verschiedenen STI’s angeboten werden und dies durch öffentliche Kampagnen den Betroffenen als dringlich erscheint.