Source: https://newslettercollector.com/newsletter/bfg-newsletter-2017-02/
Timestamp: 2018-12-17 10:15:50
Document Index: 119229800

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 18', '§ 30', '§ 30', '§ 18', '§ 2', '§ 18', '§ 30', 'Art. 1', '§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 23', '§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 19', '§ 23', 'EuG', '§ 3', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 3', '§ 11', '§ 12', 'EuG', 'Art. 2', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 26', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 23', '§ 184', '§ 23', '§ 209', '§ 1', '§ 3', '§ 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 296', '§ 86', '§ 293', '§ 22', '§ 85', '§ 6', '§ 6', '§ 22', '§ 12', '§ 11', '§ 11', '§ 270', '§ 270', '§ 17', 'EuG', '§ 17', 'EuG', '§ 17', '§ 7', '§ 9', '§ 80', '§ 224', '§ 248', '§ 20', '§ 78', '§ 21', '§ 21', '§ 15', '§ 21', '§ 40', '§ 11', 'Art. 28', 'Art. 7', 'Art. 7', '§ 12', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 188', '§ 184', '§ 81', '§ 2', 'Art. 28', '§ 274', '§ 1175', '§ 863', '§ 22', '§ 21', 'Art. 267', '§ 22', '§ 4', '§ 2', '§ 183', '§ 2', '§ 2', 'Art. 28', '§ 21', '§ 253', '§ 85', '§ 85', '§ 92', '§ 260', '§ 267', '§ 25', '§ 295', '§ 295', '§ 209', 'Art. 133', 'Art. 10', 'Art. 296', '§ 2', '§ 279', 'EuG', '§ 267', 'Art. 133', '§ 53', '§ 52', '§ 35', '§ 24', '§ 28', '§ 31', '§ 35', '§ 90', '§ 90', '§ 90', '§ 90', '§ 90', '§ 90', '§ 90', 'Art. 20', 'Art. 20', '§ 90', '§ 90', '§ 53', '§ 50', '§ 53', '§ 60', '§ 90', '§ 30', '§ 6', '§ 90', '§ 284', '§ 90', '§ 284', '§ 90', '§ 217', '§ 217', '§ 283', '§ 283', '§ 231', '§ 231', '§ 231', '§ 283', '§ 201', '§ 20', '§ 235', '§ 323', '§ 235', '§ 206', '§ 262', '§ 262', '§ 323', '§ 262', '§ 205', '§ 205', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 264', '§ 97', '§ 97', '§ 260', '§ 264', '§ 17', '§ 17', '§ 9', '§ 80', '§ 80', '§ 9', '§ 212', '§ 217', '§ 217', '§ 217', '§ 217', '§ 9', '§ 80', '§ 26', '§ 89', '§ 146', '§ 7', '§ 12', '§ 144', '§ 26', '§ 7', '§ 12', '§ 144', '§ 46', '§ 166', '§ 217', '§ 217', '§ 217', '§ 217', '§ 217', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 7', '§ 108', '§ 108', 'Art. 220', '§ 279', '§ 108', '§ 205', '§ 205']

BFG-Newsletter 2017/02 | bfg.gv.at
BFG-Newsletter 2017/02
HÃ¶he des Unterhaltsabsetzbetrages, Reihung der KinderÂ§ 33 Abs. 4 Z 3 EStG 1988BFG vom 09.06.2017, RV/7100102/2017 (teilweise Stattgabe; Revision zugelassen)
1. Die GewÃ¤hrung des Unterhaltsabsetzbetrages ist an die tatsÃ¤chliche Leistung des Unterhalts geknÃ¼pft.
2. Die Anzahl der Monate ergibt sich aus der ErfÃ¼llung des Unterhaltspflichten im Entscheidungszeitpunkt des Bundesfinanzgerichtes.
3. Die Reihung der Kinder hinsichtlich der Staffelung der AbsetzbetrÃ¤ge hat zu erfolgen, inwieweit der Unterhaltsverpflichtete seiner Verpflichtung fÃ¼r das jeweilige Kind nachgekommen ist. Das "erste" alimentierte Kind im Sinne des Â§ 33 Abs. 4 Z 3 EStG 1988 ist jenes, fÃ¼r welches der Unterhaltsverpflichtete die Unterhaltsverpflichtung im hÃ¶chsten AusmaÃ erfÃ¼llt hat, das "zweite" alimentierte Kind jenes, fÃ¼r das die Unterhaltsverpflichtung im zweithÃ¶chsten AusmaÃ erfÃ¼llt wurde, das "dritte" alimentierte Kind jenes, fÃ¼r das die Unterhaltsverpflichtung im dritthÃ¶chsten AusmaÃ erfÃ¼llt wurde.
Private GrundstÃ¼cksverÃ¤uÃerungen: Keine Einrechnung der Zeiten der Nutzung einer Eigentumswohnung als Bestandnehmer in die Frist fÃ¼r die Hauptwohnsitzbefreiung
Â§ 18 Abs. 1 Z 3 EStG 1988, Â§ 30 Abs. 2 Z 1 EStG 1988BFG vom 08.06.2017, RV/5100561/2017 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Durch die AnknÃ¼pfung des Â§ 30 Abs. 2 Z 1 EStG 1988 an den Begriff der Eigentumswohnung iSd Â§ 18 Abs.Â 1 Z 3 lit b EStG 1988 stellt die Hauptwohnsitzbefreiung iZm privaten GrundstÃ¼cksverkÃ¤ufen auf das Vorliegen einer Eigentumswohnung nach Â§ 2 Abs. 2 WEG 2002 ab. Nach der Judikatur liegt eine Eigentumswohnung iSd Â§ 18 Abs. 1 Z 3 lit b EStG 1988 nur dann vor, wenn das GebÃ¤ude im Eigentum oder Miteigentum des Errichters bzw. Erwerbers steht. Das auÃerbÃ¼cherliche Eigentum muss zumindest Ã¼berÂ­gegangen oder der Vertrag Ã¼ber die EinrÃ¤umung des Wohnungseigentums abgeschlossen sein (VwGH 24.6.1999, 94/15/0213).
Wenn aber das Eigentum am GrundstÃ¼ck ein zwingender Definitionsbestandteil einer Eigentumswohnung ist, ist dies auch fÃ¼r die Hauptwohnsitzbefreiung iZm privaten GrundstÃ¼cksverÃ¤uÃerungen erforderlich. WÃ¤hrend beim Sonderausgabenabzug das Eigentum des Errichters bzw. Erwerbers relevant ist, stellt im Bereich der privaten GrundstÃ¼cksbefreiungen die Hauptwohnsitzbefreiung auf den VerÃ¤uÃerer ab, womit fÃ¼r die Inanspruchnahme des Befreiungstatbestandes dessen Eigentum am verÃ¤uÃerten GrundstÃ¼ck (der Eigentumswohnung) vorliegen muss. Ein bloÃ durch einen Bestandvertrag begrÃ¼ndeter Hauptwohnsitz vermag somit â selbst bei grundsÃ¤tzlichem Vorliegen der Fristen gemÃ¤Ã Â§ 30 Abs. 2 Z 1 EStG 1988 â mangels EigentÃ¼merstellung eine Hauptwohnsitzbefreiung nicht zu begrÃ¼nden.
1.Â Keine widerrechtliche Verwendung bei monatlichen AusbringungenÂ Â
2.Â Innergemeinschaftlicher Erwerb eines neuen Fahrzeuges bei zunÃ¤chst beabsichtigtem Standort des Fahrzeuges im Inland und ungewisser Verwendung in der Folge
Art. 1 UStG 1994 â Anhang (Binnenmarkt)BFG vom 20.06.2017, RV/5100333/2015 (teilweise Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Wenn im Zeitpunkt der Lieferung die Absicht des Erwerbers feststeht, das erworbene neue Fahrzeug zu seinem Familienwohnsitz nach Ãsterreich zu verbringen und von dort aus zu verwenden, ist als Standort des Fahrzeuges iSe "Verbrauchsortes" der Familienwohnsitz im Inland anzunehmen. Eine im Erwerbszeitpunkt ungewisse Verwendung in weiterer Folge Ã¤ndert daran nichts. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn die dann tatsÃ¤chlich im Inland erfolgte Verwendung als Indiz fÃ¼r die schon beim Erwerb vorhandene Verwendungsabsicht herangezogen werden kann.
Keine Leistungseinheit bei Eintrittsberechtigungen in Ãsterreich und steuerfreien grenzÃ¼berschreitenden Flusskreuzfahrten
Â§ 6 Abs. 1 Z 3 lit. d UStG 1994, Â§ 3a Abs. 11a UStG 1994, Â§ 3a Abs. 4 UStG 1994BFG vom 25.04.2017, RV/2100445/2016 (Abweisung; Revision zugelassen)
RechtssatzÂ 1: FÃ¼hrt ein im Gemeinschaftsgebiet ansÃ¤ssiges Unternehmen echt steuerfreie grenzÃ¼berschreitende Flusskreuzfahrten an Unternehmer aus, dann stellt die Besorgung von Eintrittsberechtigungen in Ãsterreich im Zusammenhang mit LandausflÃ¼gen keine einheitliche Leistung dar. Verschiedene Reiseleistungen an Unternehmer fallen nicht unter Â§ 23 UStG 1994 alte Fassung. Jede Leistung ist umsatzsteuerlich fÃ¼r sich zu beurteilen.Â
Die im Â§ 6 Abs. 1 Z 3 lit. d UStG 1994 geregelte echte Steuerfreiheit fÃ¼r grenzÃ¼berschreitende PersonenbefÃ¶rderung auf Schiffen stellt einen Gesetzesvorbehalt Ãsterreichs anlÃ¤sslich des Beitritts zur Union dar. Derartige Vorbehalte, die vom Gemeinschaftsrecht abweichen, dÃ¼rfen nur sehr eng ausgelegt werden. Eine Ausweitung auf andere TatbestÃ¤nde wie etwa Eintrittsberechtigungen ist nicht zulÃ¤ssig.
RechtssatzÂ 2: Die Besorgung von Eintrittsberechtigungen in ein Ã¶sterreichisches Stift oder Schloss stellt steuerbare und steuerpflichtige sonstige Leistungen in Ãsterreich dar.Â
Derartige UmsÃ¤tze in Ãsterreich fÃ¼hren zum Ausschluss der Erstattung von Ã¶sterreichischen Vorsteuern an auslÃ¤ndische Unternehmer.
Verfahren fÃ¼r die Erstattung der abziehbaren Vorsteuern, BGBl. Nr. 279/1995; Â Â Â Â
Â§ 3a Abs. 6 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 11a UStG 1994, Â§ 19 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 07.04.2017, RV/2101546/2015 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Der bloÃe Weiterverkauf von Reisevorleistungen wie z.B. Beherbergungen, Eintritts- und Schiliftkarten, PersonenbefÃ¶rderungen etc. an einen Unternehmer stellt keine einheitliche Leistung i.S. der allgemeinen Bestimmungen des UStG 1994, sondern einen Verkauf von Einzelleistungen dar. Die Sondervorschriften des Â§ 23 UStG 1994, wonach eine einheitliche (Reise-)Leistung anzunehmen ist, sind nicht anwendbar. Eine ausdrÃ¼ckliche Berufung auf das Unionsrecht (Rs. EuGH 26.9.2013, C-189/11, Kommission gegen Spanien) ist infolge des anzuwendenden Vorsteuerausschlusses nicht erfolgt.
Â§ 3 Abs. 8 UStG 1994, Art. 3 Abs. 8 UStG 1994, Art. 6 Abs. 1 UStG 1994, Art. 7 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 11.05.2017, RV/2101813/2014 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Wird bei einem ReihengeschÃ¤ft von Mitgliedstaat 1 nach Mitgliedstaat 3 der Liefervorgang lediglich zur Neutralisierung der Ware (wie Entfernung des Absenders) im Mitgliedstaat 2 unterbrochen und dann der Transport an den bereits bestimmten Abnehmer im Mitgliedstaat 3 fortgesetzt, liegt eine einheitliche Lieferung (in mehreren Teilabschnitten) vor.
Der Ort des innergemeinschaftlichen Erwerbs nach Art. 3 Abs. 8 UStG 1994 liegt dabei im Mitgliedstaat, in welchem die BefÃ¶rderung endet, und nicht im Mitgliedstaat, in welchem der Zwischenstopp zur NeutraliÂ­sierung der Ware erfolgte.
Rechnungsberichtigung wirkt ex tunc
Â§ 11 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 12 UStG 1994BFG vom 01.06.2017, RV/2100294/2015 (Stattgabe; Revision zugelassen)
Folgerechtssatz (wie RV/2100032/2016-RS1): Eine Rechnungsberichtigung ist in jedem Stadium des offenen Verfahrens fÃ¼r Zwecke des Vorsteuerabzugs zu berÃ¼cksichtigen. Eine BeschrÃ¤nkung auf die AuÃenprÃ¼fung wÃ¤re unsachlich. Diese Rechtsfolge ergibt sich aus den Urteilen des EuGH vom 15.08.2016, Rs. C-516/14 - Barlis 06 und Rs. C-518/14 - Senatex.
Art. 2 Z 1, Art. 5 Z 1, Art. 6 Z 1, Art. 9 Z 2 lit. a, Art. 9 Z 1, Art. 26 6. Mehrwertsteuer-Richtlinie;
Â§ 1 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Â§ 3 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 1 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 6 UStG 1994, Â§ 23 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 184 Abs. 1 BAO, Â§ 23 Abs. 9 UStG 1994, Â§ 209 Abs. 3 BAO, Â§Â 209a Abs. 1 BAOBFG vom 19.06.2017, RV/1100141/2013 (teilweise Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
FÃ¼hrt ein deutsches ReisebÃ¼ro im Rahmen von Pauschalreisen Beherbergungen in einem von diesem in Ãsterreich gepachteten Gasthof durch, so liegt insoweit eine Eigenleistung des ReisebÃ¼ros vor, die nach den allgemeinen Bestimmungen des Umsatzsteuergesetzes zu beurteilen ist. Der Ort dieser Leistung richtet sich nach dem Ort des Gasthofs, es gelangt der ermÃ¤Ãigte Steuersatz zur Anwendung.
Demontage und Montage einer schweren Maschine in verschiedenen Mitgliedstaaten â einheitliche Leistung?
Â§ 1 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 6 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 8 lit. c UStG 1994BFG vom 28.02.2017, RV/4100175/2012 (Stattgabe; Revision zugelassen)
Wird eine Anlage an einem Standort demontiert und an einem anderen Standort wieder montiert, wobei nur derjenige, der die Demontage durchgefÃ¼hrt hat, auch die Montage durchfÃ¼hren kann und wobei die Demontage nur der DurchfÃ¼hrung der darauf folgenden Montage dient, so ist die Demontage die unselbststÃ¤ndige Nebenleistung der Montage (vgl. EuGH vom 12.6.1979, Rs 126/78 Nederlandse Spoorwegen; vgl. EuGH 11.1.2001, Rs C-76/99 Kommission/Frankreich; vgl. EuGH vom 15.5.2001, C-34/99 Primback; vgl. VwGH 24.6.2004, 2000/15/0140; vgl. VwGH 30.3.2006, 2002/15/0075).
1. Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung als Antrag auf Regelbesteuerung gemÃ¤Ã 22 Abs. 6 UStG 1994Â Â
Art. 296 RL 2006/112/EG, Â§ 86a Abs. 1 BAO, Â§ 293b BAO, Â§ 22 Abs. 6 UStG 1994, Â§ 85 Abs. 1 BAO, Â§ 6 Abs. 3 UStG 1994BFG vom 08.02.2017, RV/5100087/2015 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Eine ErklÃ¤rung gemÃ¤Ã Â§ 6 Abs. 3 UStG 1994 kann auch als ErklÃ¤rung iSd Â§ 22 Abs. 6 UStG 1994 gewertet werden, muss aber fristgerecht eingebracht werden. Das Fristenrisiko trÃ¤gt bei Einbringungen mittels Telefax der Einbringer.
Â§ 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Â§ 11 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 11 Abs. 1 Z 3 UStG 1994, Â§ 270 BAOBFG vom 09.05.2017, RV/7102673/2013 (teilweise Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Da gemÃ¤Ã Â§ 270 BAO vor dem Bundesfinanzgericht kein Neuerungsverbot besteht, ist auch vor dem BFG eine Rechnungsberichtigung ex-tunc mÃ¶glich.
Â§ 17 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 27.04.2017, RV/7102827/2016 (Abweisung; Revision zugelassen)
Nach Ansicht des BMF (UStR 2000 Rz 2452) ergibt sich (auch unter Hinweis auf EuGH 16.10.2008, Â Â Â Â
Rs C-253/07, Canterbury Hockey Club), dass in unionsrechtskonformer Interpretation auch planende Baumeister, die ihr Unternehmen in Form einer Kapitalgesellschaft fÃ¼hren, die Istbesteuerung iSd Â§ 17 Abs.Â 1 UStG dann in Anspruch nehmen kÃ¶nnen, wenn die Gesellschaft ausschlieÃlich eine unmittelbar ziviltechnikerÃ¤hnliche TÃ¤tigkeit ausÃ¼bt.
Die von der Bf. durchgefÃ¼hrte BautrÃ¤gertÃ¤tigkeit, insbesondere die Vermarktung und Verwertung der von ihr errichteten GebÃ¤ude, geht Ã¼ber eine ziviltechnikerÃ¤hnliche TÃ¤tigkeit hinaus. Deshalb erÃ¼brigt sich eine weitere Auseinandersetzung damit, ob nicht bereits die aus EuGH 16.10.2008, Rs C-253/07, abgeleitete Interpretation des Â§ 17 Abs .1 UStG durch die UStR zu weit gefasst ist.
AusfÃ¼hrliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2017, 276
Vertreterhaftung fÃ¼r mit Jahresbescheid festgesetzte Umsatzsteuer-Nachforderungen
Â§ 7 BAO, Â§ 9 Abs. 1 BAO, Â§ 80 Abs. 1 BAO, Â§ 224 Abs. 1 BAO, Â§ 248 BAO, Â§ 20 BAO, Â§ 78 Abs. 3 EStG 1988, Â§ 21 Abs. 3 UStG 1994, Â§ 21 Abs. 5 UStG 1994, Â§ 15 Abs. 1 AVOGBFG vom 15.03.2017, RV/5100950/2013 (teilweise Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Bei Selbstbemessungsabgaben wie der Umsatzsteuer ist nach der Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes maÃgebend, wann die Abgaben bei ordnungsgemÃ¤Ãer Selbstberechnung abzufÃ¼hren gewesen wÃ¤ren (VwGH 17.8.1998, 98/17/0038); maÃgebend ist daher ausschlieÃlich der Zeitpunkt ihrer FÃ¤lligkeit (VwGH 25.10.1996, 93/17/0280). GemÃ¤Ã der im gegenstÃ¤ndlichen Fall zur Anwendung kommenden Bestimmung des Â§ 21 Abs. 5 UStG 1994 wird durch eine Nachforderung auf Grund der Veranlagung keine von Abs. 1 und 3 abweichende FÃ¤lligkeit begrÃ¼ndet. Das bedeutet, dass nicht der Zeitpunkt der bescheidmÃ¤Ãigen FestÂ­setzung der Umsatzsteuernachzahlung fÃ¼r die FÃ¤lligkeit relevant ist, sondern die entsprechende gesetzliche Bestimmung, die besagt, dass sich im Fall rÃ¼ckstÃ¤ndiger Vorauszahlungen der 15. des auf den betreffenden Voranmeldungszeitraum zweitfolgenden Kalendermonates als FÃ¤lligkeitstag ergibt.
Kein Vorsteuerabzug, wenn neben einer Gutschrift des LeistungsempfÃ¤ngers eine (mangelhafte) Rechnung ausgestellt und kein Einvernehmen hergestellt wird
Â§ 40 BWG, Â§ 11 Abs. 1 UStG 1994, Art. 28 Abs. 2 UStG 1994, Art. 7 Abs. 4 UStG 1994, Art. 7 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 12 Abs. 1 Satz 3 UStG 1994, Â§ 11 UStG 1994, Â§ 11 Abs. 8 Z 2 UStG 1994BFG vom 03.02.2017, RV/7101808/2013 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Erstellt der EmpfÃ¤nger einer Leistung eine Gutschrift i.S.d. UStG und erhÃ¤lt er kurz danach vom Leistungserbringer eine (wenn auch mangelhafte) Rechnung, so ist von keinem Einvernehmen zwischen GutschriftsÂ­aussteller und Leistenden i.S.d. Â§ 11 (8) Z 2 UStG 1994 auszugehen.
Liegen umsatzsteuerlich und ertragsteuerlich mehrere GesBR oder eine einzige GesBR vor?
Â§ 188 BAO, Â§ 184 BAO, Â§ 81 Abs. 2 BAO, Â§ 2 UStG 1994, Art. 28 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 274 BAO, Â§ 1175 ABGB, Â§ 863 ABGB, Â§ 22 BAO, Â§Â§ 21 bis 24 BAO, Art. 267 AEUV, Â§ 22 UStG 1994, Â§ 4 Abs. 1 Z 3 KontRegG, Â§ 2a BAO, Â§ 183 Abs. 2 Satz 2 BAO, Â§ 2 Abs. 1 Z 1 KontRegG, Â§ 2 Abs. 1 Z 3 KontRegG, Art. 28 UStG 1994, Â§ 21 EStG 1988, Â§ 253 BAO, Â§ 85 Abs. 1 BAO, Â§ 85a BAO, Â§ 92 BAO, Â§ 260 Abs. 1 lit. a BAO, Â§ 267 BAO, Â§ 25 Abs. 1 BFGG, Â§Â 282 BAO, Â§ 295 Abs. 1 BAO, Â§ 295 Abs. 4 BAO, Â§ 209a Abs. 2 BAO, Art. 133 Abs. 4 B-VG, Â§Â 256 Abs. 3 BAO, Art. 10 RL 2006/112/EG, Art. 296 RL 2006/112/EG, Â§ 2 Abs. 3 EStG 1988BFG vom 27.03.2017, RV/7103204/2012 (Stattgabe; Revision zugelassen)
RechtssatzÂ 1: Zufolge des Urteiles des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Union vom 12. 10. 2016, C-340/15, ECLI:EU:C:2016:764 liegen im gegenstÃ¤ndlichen Fall drei GesBR als mehrwertsteuerpflichtige eigenÂ­stÃ¤ndige Unternehmer vor.
Zusatztext: Da nicht eine "Gesamtgesellschaft", sondern die drei "Einzelgesellschaften" Unternehmer sind, sind die an die vom Finanzamt angenommene "Gesamtgesellschaft" ergangenen Umsatzsteuerjahresbescheide 2005,2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 gemÃ¤Ã Â§ 279 BAO ersatzlos aufzuÂ­heben.
RechtssatzÂ 2: Ist die BeschwerdefÃ¼hrerin zufolge des Urteiles des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Union vom 12. 10. 2016, C-340/15, ECLI:EU:C:2016:764 als mehrwertsteuerpflichtige eigenstÃ¤ndige UnterÂ­nehmerin anzusehen und liegen die Ã¼brigen Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Umsatzsteueridentifikationsnummer unstrittig vor, ist der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Umsatzsteueridentifikationsnummer zu erteilen bzw. die Begrenzung der Umsatzsteueridentifikationsnummer aufzuheben.
RechtssatzÂ 3: Betrieb ist zusammengefasst eine wirtschaftliche Einheit, die sich aus der Summe aller WirtschaftsgÃ¼ter bzw. sachlicher Produktionsmittel und TÃ¤tigkeiten bzw. menschlicher Arbeitskraft zusammensetzt, die in einer organisatorisch zusammengefassten Form einem bestimmten erwerbswirtschaftlichen totalgewinnfÃ¤higen Zweck im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, eines freien Berufes oder einer sonstigen selbstÃ¤ndigen Arbeit oder im gewerblichen Bereich dienen. Der Betrieb kann aus verschiedenen relativ selbstÃ¤ndigen Untereinheiten (Teilbetrieben) zusammengesetzt sein. Mehrere im Ã¤uÃeren Erscheinungsbild von Betrieben unterhaltene wirtschaftliche Einheiten eines Steuerpflichtigen sind nach objektiven Kriterien i.S.d. Verkehrsauffassung auf eine Betriebseinheit oder -mehrheit zu prÃ¼fen.
RechtssatzÂ 4: Ob mehrere BetÃ¤tigungen zu einer steuerlichen Einheit zusammenzufassen sind, hÃ¤ngt davon ab, ob die Bindungen zwischen den Betrieben nach objektiv gegebenen Merkmalen (der wirtschaftlichen, technischen oder organisatorischen Verflechtung) so eng sind, dass die Betriebe nach der Verkehrsauffassung als eine Einheit anzusehen sind.
RechtssatzÂ 5: Eine Mitunternehmerschaft muss zwischen den Mitunternehmern ausdrÃ¼cklich oder schlÃ¼ssig vertraglich begrÃ¼ndet werden. Die Annahme einer rein faktischen Mitunternehmerschaft ohne zumindest einem konkludenten GemeinschaftsverhÃ¤ltnis ist der Steuerrechtsordnung grundsÃ¤tzlich fremd. Gegen den erklÃ¤rten Willen der vermeintlichen Mitunternehmer kommt daher keine Mitunternehmerschaft zustande, es sei denn, die WillenserklÃ¤rung ist als bloÃ zum Schein abgegeben anzusehen.
RechtssatzÂ 6: Auch wenn das Urteil des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Union vom 12. 10. 2016, C-340/15, ECLI:EU:C:2016:764 zur Umsatzsteuer ergangen ist, hat dieser damit klar ausgesprochen, dass die getrennte Bewirtschaftung eigener oder â ebenfalls getrennt â zugepachteter WeingÃ¤rten, die Verwendung so gut wie ausschlieÃlich eigener Produktionsmittel der "Einzelgesellschaften", die BeschÃ¤ftigung eigener Arbeitnehmer sowie der eigenstÃ¤ndige Auftritt gegenÃ¼ber ihren Lieferanten, gegenÃ¼ber Ã¶ffentlichen Stellen und zu einem gewissen Grad gegenÃ¼ber ihren Kunden davon zeuge, "dass jede dieser Gesellschaften eine TÃ¤tigkeit im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und in eigener Verantwortung ausÃ¼bt". Das Bestehen einer gewissen Zusammenarbeit zwischen solchen Gesellschaften bÃ¼rgerlichen Rechts und einer KapitalÂ­gesellschaft u. a. hinsichtlich des Vertriebs ihrer Produkte unter einer gemeinsamen Marke reiche nicht aus, um die EigenstÃ¤ndigkeit dieser Gesellschaften bÃ¼rgerlichen Rechts in Frage zu stellen. Weder die ÃberÂ­tragung eines Teils ihrer TÃ¤tigkeiten auf Dritte noch die bestimmende Rolle eines Mitglieds einer (oder mehrerer) dieser Gesellschaften bei der Vinzifizierung und der Vertretung dieser Gesellschaften stehe dem Vorliegen eigenstÃ¤ndiger "Einzelgesellschaften" entgegen. Damit hat der EuGH die maÃgebende VerkehrsÂ­auffassung auch in Bezug auf das Vorliegen von EinkÃ¼nften aus Land- und Forstwirtschaft klar dargelegt.
RechtssatzÂ 7: Es ist denkunmÃ¶glich, dass ein einziger (ertragsteuerlicher) Betrieb sich aus mehreren (umsatzsteuerlichen) Unternehmen zusammensetzt. Steht fest, dass mehrere umsatzsteuerliche Unternehmen vorliegen, dann sind ertragsteuerlich zumindest so viele Betriebe gegeben als Unternehmen bestehen.
RechtssatzÂ 8: Wurden Bescheide an "[Vorname] [Zuname] und Mitges." oder an alle (vermeintlichen) mit ihrem Namen angefÃ¼hrten Mitgesellschafter erlassen und existieren, wenngleich in anderer Zusammensetzung als von der BehÃ¶rde angenommen, Mitunternehmerschaften dieser Gesellschafter als Steuersubjekte, ist im Sinne der Rechtssicherheit von einer Wirksamkeit der Bescheide auszugehen. Diese Bescheide kÃ¶nnen daher Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens sein.
RechtssatzÂ 9: Mit EinverstÃ¤ndnis aller Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens kann auch Ã¼ber den Anwendungsbereich des Â§ 267 BAO hinausgehend eine einzige Entscheidung des Verwaltungsgerichts als Sammelentscheidung erlassen werden, die allen Parteien zuzustellen ist.
RechtssatzÂ 10: Nach Ansicht des Bundesfinanzgerichts ist Art. 133 Abs. 4 B-VG dahingehend teleologisch zu reduzieren, dass in dem Fall, dass eine Rechtsfrage eindeutig und keinen Zweifel offenlassend vom Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Union beantwortet wurde, ab diesem Zeitpunkt eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung nicht mehr vorliegt.
Beachte: Amtsrevision eingebracht. Beim VwGH anhÃ¤ngig zur Zahl Ro 2017/13/0012.
AusfÃ¼hrliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2017, 184; siehe auch BFGjournal 2017, 238
Das Verfahren betreffend eine MaÃnahmenbeschwerde wegen einer vorlÃ¤ufigen Beschlagnahme von GlÃ¼cksspielgerÃ¤ten ist nach Ergehen des Beschlagnahmebescheides einzustellen
Â§ 53 Abs. 2 GSpG, Â§ 52 Abs. 1 GSpG, Â§ 35 VwGVG, Â§ 24 Abs. 2 VwGVG, Â§ 28 Abs. 1 VwGVG, Â§ 31 Abs. 1 VwGVGBFG vom 22.05.2017, RM/2100002/2017 (Einstellung; Revision nicht zugelassen)
RechtssatzÂ 1: Eine Beschwerde gegen einen Akt verwaltungsbehÃ¶rdlicher Befehls- und Zwangsgewalt in Form der vorlÃ¤ufigen Beschlagnahme von GegenstÃ¤nden (Spielapparaten) ist einzustellen, wenn der die Beschlagnahme anordnende Bescheid nachfolgend erlassen wird.Â
Durch die Bescheiderlassung ist die faktische Amtshandlung als solche rechtlich nicht mehr selbstÃ¤ndig existent und daher auch nicht mehr unmittelbar Objekt einer MaÃnahmenbeschwerde.Â
Das Verfahren ist daher mittels Beschluss einzustellen.
RechtssatzÂ 2: Folge der Gegenstandslosigkeit einer MaÃnahmenbeschwerde ist die Einstellung des Verfahrens. In einem solchen Fall steht kein Kostenersatz gemÃ¤Ã Â§ 35 Abs. 3 VwGVG zu, weil es keine obsiegende Partei gibt.
Ist der Ausschluss von ErledigungsentwÃ¼rfen von der Akteneinsicht unbedingt?
Â§ 90 Abs. 2 BAOBFG vom 15.03.2017, RV/1100662/2016 (Stattgabe; Revision zugelassen)
Im konkreten Fall kann es dahin gestellt bleiben, ob Â§ 90 BAO im Sinne der von der Bf. zitierten Rechtsmeinungen (Ritz, BAO5, Â§ 90 Tz 8; BMF 5.11.2003, Gz. 05 0701/1-IV/5/03; Ellinger/Iro/Kramer/Sutter/Urtz, BAO3 Â§ 90 Anm 16) eher weit oder im Sinne von Stoll (BAO-Kommentar 897) ein wenig enger auszulegen ist. Denn auch bei etwas engerer Auslegung von Â§ 90 BAO und selbst unter der Annahme, dass es auch einem Amt (insbesondere einer hierarchisch strukturierten, letztlich in Ministerverantwortung gefÃ¼hrten BehÃ¶rde) erlaubt sein soll, vorbereitende Gedanken und Meinungen im Sinne eines Brainstormings frei, ohne Wertung und PrÃ¼fung durch die Partei, ohne Pflicht zur Dokumentation bzw. spÃ¤teren Offenlegung, sowohl horizontal als auch vertikal, auszutauschen, soll Â§ 90 BAO nach Ãberzeugung des Gerichts zumindest nach Beendigung des Abgabenverfahrens einem Abgabepflichtigen die MÃ¶glichkeit bieten, alle bezughabenden Aktenteile einzusehen und im Hinblick auf deren Relevanz (somit auch im Hinblick auf deren Irrelevanz) fÃ¼r ein Amtshaftungsverfahren zu prÃ¼fen.
Anmerkungen: Zum Umfang des Rechts auf Akteneinsicht gemÃ¤Ã Â§ 90 BAO gibt es keine hÃ¶chstÂ­gerichtliche Judikatur, die auf die Novellierung des Art. 20 Abs. 3 B-VG durch BGBl 285/1987 Bezug nimmt. Auch wenn das Gericht die restriktive Auslegung durch die belangte BehÃ¶rde im angefochtenen Bescheid nicht teilt und als Ã¼berholt erachtet, so vermag sich dieser Standpunkt doch auf hÃ¶chstgerichtliche Judikatur, ergangen nach der Novellierung von Art. 20 Abs. 3 B-VG (VwGH 25.6.1992, 91/16/0057), auf eine Entscheidung des UnabhÃ¤ngigen Finanzsenates (UFS 2.2.2010, RV/1371-L/09), auf Fischerlehner (Abgabenverfahren2 2016) Â§ 90 Anm.3) und nicht zuletzt auf den aktuell gÃ¼ltigen Wortlaut des Â§ 90 Abs. 2 BAO zu berufen. Im Hinblick darauf kann der entschiedenen Rechtsfrage eine grundsÃ¤tzliche Bedeutung nicht abgesprochen werden.
Beachte: Revision eingebracht (Amtsrevision). Beim VwGH anhÃ¤ngig zur Zahl Ro 2017/15/0021.
1. Abtransport vorlÃ¤ufig beschlagnahmter GlÃ¼cksspielgerÃ¤te, obwohl vorerst deren Verbleib an Ort und Stelle verfÃ¼gt worden war, als Teil der vorlÃ¤ufigen Beschlagnahme durch die FinanzpolizeiÂ Â
2. Einstellung des diesbezÃ¼glichen Beschwerdeverfahrens nach Ergehen eines Beschlagnahmebescheides
Â§ 53 Abs. 2 GSpG, Â§ 50 Abs. 3 GSpG, Â§ 53 Abs. 4 GSpG, Â§ 60 Abs. 25 Z 2 GSpGBFG vom 28.03.2017, RM/7100034/2015 (Einstellung; Revision nicht zugelassen)
Wird hinsichtlich vorlÃ¤ufig beschlagnahmter GlÃ¼cksspielgerÃ¤te durch die einschreitende Finanzpolizei vorerst verfÃ¼gt, dass diese an Ort und Stelle belassen werden, dann aber doch noch wÃ¤hrend der Amtshandlung oder in unmittelbarem Anschluss daran der Abtransport der GerÃ¤te zur behÃ¶rdlichen Verwahrung angeÂ­ordnet, wird mit dem Abtransport nicht mehr in Rechte des vormaligen Inhabers der GerÃ¤te (vor der vorÂ­lÃ¤ufigen Beschlagnahme) eingegriffen.
Der Vorgang selbst ist noch ein Teil des Handlungsablaufes anlÃ¤sslich einer vorlÃ¤ufigen Beschlagnahme, weshalb ein diesbezÃ¼gliches Beschwerdeverfahren nach Ergehen eines Beschlagnahmebescheides (hier: durch die LPD Wien) einzustellen ist.
Â§ 90 BAO, Â§ 30 Abs. 2 VwGG, Â§ 6 Abs. 1 AHGBFG vom 11.05.2017, AW/1100002/2017 (Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Durch die eingebrachte Revision soll (soweit erkennbar erstmalig) hÃ¶chstgerichtlich geklÃ¤rt werden, wieweit das Recht auf Akteneinsicht gem. Â§ 90 BAO im Spannungsfeld zwischen der vom Abgabepflichtigen begehrten Transparenz und der von der BehÃ¶rde fÃ¼r geboten erachteten Vertraulichkeit im Rahmen der breitbasierten und ergebnisoffenen Entscheidungsfindung reicht. Es ist zutreffend, dass ein sofortiger Vollzug des in Revision gezogenen Erkenntnisses der Antragstellerin einen irreversiblen Nachteil aufbÃ¼rden wÃ¼rde, wÃ¤hrend der Nachteil der mitbeteiligten Partei (im Falle einer BestÃ¤tigung durch den VwGH) nur in einem zeitlich befristeten Vollzugsaufschub besteht. Aus der Besonderheit des Revisionsgegenstandes ergibt sich sohin, dass die Voraussetzungen fÃ¼r die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung vorliegen.
SÃ¤umnisbeschwerde wegen Nichterledigung des Antrages auf Zustellung einer Beschwerdevorentscheidung, bei widersprÃ¼chlichen Bescheiden derogiert der jÃ¼ngere Bescheid den Ã¤lteren
Â§ 284 Abs. 1 BAOBFG vom 21.04.2017, RS/7100047/2017 (ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zugelassen)
RechtssatzÂ 1: Wenn zwei rechtswirksame Bescheide im Widerspruch stehen, dann derogiert bei IdentitÃ¤t der Sache der spÃ¤tere Bescheid den frÃ¼her erlassenen (VwGH 22.5.2014, Ro 2014/15/0008; VwGH 18.9.2007, 2007/16/0078).
Da jedoch nicht von der endgÃ¼ltigen Derogation ausgegangen werden kann (VwGH 21.5.2001, 2001/17/0043), lebt im Falle der Aufhebung des rechtswidrig ergangenen spÃ¤teren Bescheides insoweit der frÃ¼her erlassene Bescheid wieder auf.
RechtssatzÂ 2: Ein Antrag auf Zustellung eines unwirksamen Bescheides unterliegt nicht der Entscheidungspflicht, da faktische Amtshandlungen nicht erzwungen werden kÃ¶nnen (vgl. VwGH 22.6.2001, 2001/13/0146).
Keine Entscheidungspflicht (und damit SÃ¤umnis) der AbgabenbehÃ¶rde bei Antrag auf GewÃ¤hrung der Akteneinsicht
Â§ 90 BAO, Â§ 284 BAOBFG vom 04.05.2017, RS/3100007/2017 (ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zugelassen)
Das Bundesfinanzgericht kann aus dem Titel der Verletzung der Entscheidungspflicht nur dann angerufen werden, wenn eine BehÃ¶rde mit einer gegenÃ¼ber der Partei zu erlassenden Sachentscheidung in Verzug geblieben ist. Das Verlangen nach Setzung eines tatsÃ¤chlichen Vorganges (etwa die GewÃ¤hrung von Akteneinsicht) fÃ¼r sich genommen lÃ¶st keine Verpflichtung der BehÃ¶rde zur Erlassung einer Sachentscheidung aus. Ein tatsÃ¤chliches Verhalten kÃ¶nnte vom Bundesfinanzgericht in Stattgebung der SÃ¤umnisbeschwerde nicht an Stelle der belangten BehÃ¶rde gesetzt werden (vgl. VwGH 5.9.2012, 2012/15/0166; vgl. auch Fischerlehner, AbgabenverfahrenÂ² (2016), Â§ 90 Anm 5).
SÃ¤umniszuschlag, Antrag auf Herabsetzung, grobes Verschulden bei verspÃ¤teter Zahlung infolge lÃ¤ngeren Auslandsaufenthaltes
Â§ 217 Abs. 1 BAO, Â§ 217 Abs. 7 BAOBFG vom 02.05.2017, RV/7105504/2016 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Im Falle eines lÃ¤ngerfristigen Auslandsaufenthaltes ist auch bei nicht vorhersehbaren Nachforderungen der Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs erhÃ¶hte Aufmerksamkeit zu schenken. Abgabepflichtige mÃ¼ssen dafÃ¼r Sorge tragen, dass die ErfÃ¼llung ihrer Zahlungsverpflichtungen, somit auch die rechtzeitige Abgabenentrichtung, trotz Auslandsaufenthaltes gesichert ist.
1. Mitteilung Ã¼ber die Wiederaufnahme einer Einbringung kein Gegenstand einer MaÃnahmenbeschwerde nach Â§ 283 BAO: ZurÃ¼ckweisung der BeschwerdeÂ Â
2. Bindungswirkung eines Einstellungsbeschlusses einer Staatsanwaltschaft
Â§ 283 BAO, Â§ 231 Abs. 2 BAOBFG vom 24.03.2017, RM/7100013/2016 (ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zugelassen)
Die Nachricht an einen Abgabepflichtigen mittels Buchungsmitteilung Ã¼ber den Umstand, dass sich eine AbgabenbehÃ¶rde mittels interner Willensbildung entschlossen hat, hinsichtlich diesen die nach Â§ 231 Abs. 1 BAO ausgesetzt gewesene Einbringung des AbgabenrÃ¼ckstandes fÃ¼r einen bestimmten Teil wiederaufzunehmen (Â§ 231 Abs. 2 BAO), ist keine ausgeÃ¼bte unmittelbare abgabenbehÃ¶rdliche Befehls- und Zwangsgewalt im Sinne des Â§ 283 BAO.
Uneinbringlichkeit einer GebÃ¼hr
Â§ 201 Abs. 1 BAO, Â§ 20 BAO, Â§ 235 BAOBFG vom 18.05.2017, RV/5100622/2013 (Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Die Bemessung der GebÃ¼hr erfolgt zwar nach den gebÃ¼hrenrechtlichen Vorschriften im Zeitpunkt der von der belangten BehÃ¶rde behaupteten Entstehung der Abgabe, die Festsetzung erfolgt jedoch auf Grund der derzeitigen Verfahrensrechtslage, welche sich aus Â§ 323 Abs. 37 und 40 BAO ergibt. Im gegenstÃ¤ndlichen Fall ist die Uneinbringlichkeit der von der belangten BehÃ¶rde festgesetzten GebÃ¼hr unstrittig. Gegen die Festsetzung der GebÃ¼hr spricht, dass die Nachforderung uneinbringlich (iSd Â§ 235 BAO) wÃ¤re. Aus der Systematik der Bundesabgabenordnung ergibt sich, dass zwecklose Abgabenfestsetzungen vermieden werden sollten. So sieht etwa Â§ 206 Abs. 1 lit. b BAO vor, dass im Einzelfall nicht durchsetzbare Abgabenforderungen nicht festgesetzt werden sollen. Gleiches ergibt sich auch bei der Anwendung der im Ermessen der AbgabenbehÃ¶rde stehenden erstmaligen Festsetzung von Selbstberechnungsabgaben.
UnzustÃ¤ndigkeit des BFG wegen unterlassener Beschwerdevorentscheidung â Verfassungs- oder Gesetzwidrigkeit einer Norm nicht in Beschwerde geltend gemacht
Â§ 262 Abs. 2 BAO, Â§ 262 Abs. 1 BAO, Â§ 323 Abs. 42 BAOBFG vom 05.04.2017, RV/7100636/2014 (Einstellung; Revision nicht zugelassen)
FÃ¼r das Absehen von der Erlassung einer Beschwerdevorentscheidung nach Â§ 262 Abs. 3 BAO reicht es nicht, dass in der Beschwerde neben eines Widerspruches zur stÃ¤ndigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch eine verfassungswidrige Vorgehensweise des Finanzamtes gerÃ¼gt wird, da damit keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine dem Bescheid zugrundeliegende Norm geltend gemacht werden.
AusfÃ¼hrliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2017, 236
Rechtsmittelverfahren: Keine Beschwerdezinsen fÃ¼r strittige (erst mit RechtsmittelÂ­erledigung) gewÃ¤hrte Abgabengutschriften
Â§ 205a Abs. 1 BAOBFG vom 29.05.2017, RV/2100484/2013 (Abweisung; Revision zugelassen)
Es ist dem BeschwerdefÃ¼hrer beizupflichten, dass er fÃ¼r die Dauer des Rechtsmittelverfahrens durch das Warten auf die Abgabengutschrift in gleichem MaÃe wirtschaftlich belastet ist wie ein Abgabepflichtiger, der einen strittigen Abgabenbetrag entrichtet hat. Nicht beipflichten kann das erkennende Gericht jedoch der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers, dass es sich um eine sprachliche Ungenauigkeit im Gesetzestext handle. Denn auch wenn aus den ErlÃ¤uternden Bemerkungen zum Gesetzestext herauszulesen ist, dass das "ungerechte" einseitige Zinsrisiko des Abgabenpï¬ichtigen durch Â§ 205a BAO habe beseitigt werden sollen und der Abgabenpï¬ichtige nicht durch eine falsche Beurteilung eines Sachverhaltes durch die AbgabenÂ­behÃ¶rde, der er nur mit einer Berufung entgegentreten kann, finanziell geschÃ¤digt werden sollte, so findet diese herauszulesende Intention im Fall des BeschwerdefÃ¼hrers aufgrund des diesbezÃ¼glich klaren Wortlauts des Gesetzes ("bereits entrichtete Abgabenschuldigkeit") ihre Grenze.
VerspÃ¤teter Vorlageantrag bei Zustellung durch Hinterlegung und Unkenntnis des BeschwerdefÃ¼hrers darÃ¼ber
Â§ 17 Abs. 1 ZustG, Â§ 17 Abs. 2 ZustG, Â§ 17 Abs. 3 ZustG, Â§ 17 Abs. 4 ZustG, Â§ 264 Abs. 1 BAO, Â§ 97 BAO, Â§ 97 Abs. 1 BAO, Â§ 260 Abs. 1 BAO, Â§ 264 Abs. 4 BAOBFG vom 14.06.2017, RV/3100396/2017 (ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zugelassen)
Die im Wege der Hinterlegung vorgenommene Zustellung ist gemÃ¤Ã Â§ 17 Abs. 4 ZustG auch dann gÃ¼ltig, wenn die im Â§ 17 Abs. 2 ZustG genannte VerstÃ¤ndigung beschÃ¤digt oder entfernt wurde. Die Unkenntnis von einer gesetzmÃ¤Ãigen Zustellung kann allenfalls ein Grund fÃ¼r die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Â§Â 308 BAO) sein, die Unwirksamkeit der Zustellung kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden.
Haftung einer proforma GeschÃ¤ftsfÃ¼hrerin fÃ¼r Kommunalabgabe und Dienstgeberbeitrag
Â§ 9 BAO, Â§ 80 Abs. 1 BAOBFG vom 26.06.2017, RV/7400024/2017 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Behauptet jemand, im Firmenbuch nur "proforma" als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer eingetragen zu sein, so haftet dieser dennoch nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung des VwGH (z.B. VwGH vom 19.3.2015, 2013/16/0166) gem. Â§ 80 Abs. 1 BAO iVm Â§ 9 BAO fÃ¼r alle ihn treffenden abgabenrechtlichen Verpflichtungen.
Zahlungserleichterung: Zum Entscheidungszeitpunkt ist beantragte Frist schon abgelaufen
Â§ 212 BAOBFG vom 22.06.2017, RV/7104588/2016 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Wenn der im Zahlungserleichterungsansuchen bzw. in der Berufung oder im Vorlageantrag begehrte letzte Zahlungstermin im Zeitpunkt der Entscheidung Ã¼ber die Berufung (Beschwerde) bereits abgelaufen ist, ist die Berufung (Beschwerde) als gegenstandslos abzuweisen (VwGH 24.5.1985, 85/17/0074), weil die Bewilligung von Zahlungserleichterungen nicht Ã¼ber den beantragten Rahmen, insbesondere Ã¼ber den zeitlichen, hinausgehen darf, da Zahlungserleichterungsbescheide antragsgebundene Verwaltungsakte sind und die BehÃ¶rde im Falle der Bewilligung von Zahlungserleichterungen ohne Vorliegen eines darauf gerichteten Antrages eine ihr nicht zukommende ZustÃ¤ndigkeit in Anspruch nehmen wÃ¼rde (VwGH 17.12.2002, 2002/17/0273).
SÃ¤umniszuschlag bei Rechtsirrtum
Â§ 217 Abs. 1 BAO, Â§ 217 Abs. 7 BAO, Â§ 217 Abs. 2 BAOBFG vom 09.06.2017, RV/2100632/2016 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Wenn ein Abgabenpflichtiger ein Fahrzeug als Kleinbus behandelt, obwohl dieses kein kastenfÃ¶rmiges ÃuÃeres hat und sich auch nicht bei der zustÃ¤ndigen FinanzbehÃ¶rde zur Frage, ob ein Kleinbus vorliegt erkundigt, kann nicht von einer vertretbaren Rechtsansicht ausgegangen werden.Â
SÃ¤umnisfolgen fÃ¼r Abgabennachforderungen auf Grund eines Rechtsirrtums kÃ¶nnen nur dann gemÃ¤Ã Â§ 217 Abs. 7 BAO zum Wegfall des SÃ¤umniszuschlages fÃ¼hren, wenn eine irrtÃ¼mliche aber vertretbare Rechtsansicht zur Nachbelastung fÃ¼hrt.
Auch Abgabennachforderungen auf Grund eines Sicherheitszuschlages sind haftungsÂ­relevant
Â§ 9 BAO, Â§ 80 BAOBFG vom 20.06.2017, RV/2100151/2016 (teilweise Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Kommt es zur rechtskrÃ¤ftigen Festsetzung von Steuernachforderungen auf Grund von SicherheitsÂ­zuschlÃ¤gen, kann die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrerin nicht erfolgreich entgegenhalten, dass die HÃ¶he dieser AbgabenÂ­nachforderungen zum FÃ¤lligkeitszeitpunkt noch nicht bekannt gewesen wÃ¤re und sie deshalb fÃ¼r deren Entrichtung nicht Vorsorge habe leisten kÃ¶nnen.Â
Abgaben, die auf SchÃ¤tzungen oder SicherheitszuschlÃ¤gen beruhen, sind jedenfalls auch haftungsrelevant.
Betreten eines GrundstÃ¼ckes und Anfertigen von Fotos fÃ¼r Beweiszwecke als AusÃ¼bung unmittelbarer verwaltungsbehÃ¶rdlicher Befehls- und Zwangsgewalt?
Â§ 26 Abs. 2 AuslBG, Â§ 89 Abs. 3 EStG 1988, Â§ 146 BAO, Â§ 7b Abs. 6 AVRAG, Â§ 12 Abs. 1 AVOG, Â§ 144 Abs. 2 BAOBFG vom 09.06.2017, RM/7100007/2016 (ZurÃ¼ckweisung bzw. Abweisung; Revision nicht zugelassen)
RechtssatzÂ 1: Wird fÃ¼r Zwecke einer Baustellenkontrolle durch Organe der Finanzpolizei ein GrundstÃ¼ck betreten, ist dies eine AusÃ¼bung einer unmittelbaren verwaltungsbehÃ¶rdlichen Befehls- und Zwangsgewalt. Der LiegenschaftseigentÃ¼mer ist zur Erhebung einer MaÃnahmenbeschwerde berechtigt. Die formal zulÃ¤ssige Beschwerde ist aber in Anbetracht der gesetzlichen ErmÃ¤chtigung (Â§Â§ 26 Abs. 2 AuslBG, Â§ 7b Abs. 6 AVRAG, Â§ 12 Abs. 1 AVOG, Â§ 144 BAO) bei zweckdienlicher und verhÃ¤ltnismÃ¤Ãiger AusÃ¼bung des Betretungsrechtes der Beamten als unbegrÃ¼ndet abzuweisen.
RechtssatzÂ 2: Werden im Zuge einer Amtshandlung (bspw. im Zuge einer Baustellenkontrolle durch Organe der Finanzpolizei) zur Dokumentation der am Einsatzort vorgefundenen relevanten UmstÃ¤nde bzw. fÃ¼r Beweiszwecke (Â§ 46 AVG, Â§ 166 BAO) in den sich anschlieÃenden Verwaltungsverfahren Fotos angefertigt, ohne dass zur Durchsetzung der Aufnahmen etwa KÃ¶rperkraft eingesetzt oder Gewalt angedroht werden muss, liegt im "schlichten Fotografieren" noch keine AusÃ¼bung einer unmittelbaren verwaltungsbehÃ¶rdlichen Befehls- und Zwangsgewalt.Â
Wird zur Durchsetzung der Aufnahmen Zwang eingesetzt oder angedroht oder auch nur den Betroffenen nach ihrem ausdrÃ¼cklichen Widerspruch (etwa in mÃ¼ndlicher Form oder auch bereits vorab in Form von Aufschriften auf Hinweistafeln) erklÃ¤rt, dass sie solches jedenfalls zu erdulden haben, liegt ausgeÃ¼bte Befehls- und Zwangsgewalt vor.Â
Erweist sich die Anfertigung von Fotos zu Beweiszwecken aber als tatsÃ¤chlich zweckmÃ¤Ãig und verhÃ¤ltnismÃ¤Ãig, liegt auch in der AusÃ¼bung der MaÃnahme rechtmÃ¤Ãiges Verwaltungshandeln vor.
Urlaub der fÃ¼r steuerrechtliche Angelegenheiten zustÃ¤ndigen Mitarbeiterin ist kein SchuldausschlieÃungsgrund fÃ¼r Wegfall des SÃ¤umniszuschlages
Â§ 217 Abs. 5 BAO, Â§ 217 Abs. 1 BAO, Â§ 217 Abs. 2 BAO, Â§ 217 Abs. 7 BAOBFG vom 01.06.2017, RV/2100798/2011 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Kommt es infolge des Urlaubes der verantwortlichen Mitarbeiterin zu einer verspÃ¤teten Entrichtung einer Abgabenschuld, liegt grobes Verschulden des Unternehmers an der verspÃ¤teten Entrichtung vor.Â
FÃ¼r den Fall der Abwesenheit der Mitarbeiterin mÃ¼ssen entsprechende organisatorische MaÃnahmen und Vorkehrungen getroffen werden, die die Einhaltung der steuerrechtlichen Pflichten sichern.Â
Unterbleiben entsprechende Vorkehrungen und kommt es deshalb in der Folge zur Festsetzung eines SÃ¤umniszuschlages, liegt kein Grund zur antragsgemÃ¤Ãen Nichtfestsetzung des SÃ¤umniszuschlages im Sinne des Â§ 217 Abs. 7 BAO vor.
Angabe von unrichtigen Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in Zollanmeldungen
Art. 6 Abs. 3 UStG 1994, Art. 7 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 29.05.2017, RV/1200036/2014 (Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Die Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer nach Art. 6 Abs. 3 UStG 1994 (BMR) kann nicht allein aus dem Grund versagt werden, dass in der Zollanmeldung eine unrichtige UID-Nr. und/oder kein Hinweis auf den BefÃ¶rderungsnachweis angegeben worden ist, wenn keine konkreten Anhaltspunkte fÃ¼r eine Steuerhinterziehung bestehen und feststeht, dass die materiell-rechtlichen Voraussetzungen nach Art. 7 UStG 1994 fÃ¼r die Befreiung von der Umsatzsteuer der innergemeinschaftlichen Anschlusslieferung erfÃ¼llt sind.
Beachte: Revision eingebracht (Amtsrevision). Beim VwGH anhÃ¤ngig zur Zahl Ra 2017/16/0121.
RechtmÃ¤Ãigkeit einer AbgabenerhÃ¶hung gemÃ¤Ã Â§ 108 Abs. 1 ZollR-DG nach Aufhebung dieser Bestimmung
Â§ 108 Abs. 1 ZollR-DG, Art. 220 Abs. 1 ZKBFG vom 11.05.2017, RV/6200004/2017 (Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Folgerechtssatz (wie RV/1200073/2015-RS1): Das Bundesfinanzgericht hat grundsÃ¤tzlich auf Grund der zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung gegebenen Sach- und Rechtslage zu entscheiden (Â§ 279 BAO), soweit sich nicht insbesondere aus dem Grundsatz der Zeitbezogenheit von Abgabenvorschriften das Gebot zur Anwendung der zu einem bestimmten frÃ¼heren Zeitpunkt maÃgebenden Rechtslage ergibt oder ein Sachverhalt zu einem in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt zugrunde zu legen ist. Im Falle einer Festsetzung einer AbgabenerhÃ¶hung (nach dem frÃ¼heren Â§ 108 Abs. 1 ZollR-DG) hat das VerwaltungsÂ­gericht von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt seiner Entscheidung auszugehen, da der AbgabenÂ­anspruch der AbgabenerhÃ¶hung erst mit der Festsetzung entsteht.
Beachte: Revision eingebracht (Amtsrevision). Beim VwGH anhÃ¤ngig zur Zahl Ra 2017/16/0103.
Anspruchszinsen â keine analoge Anwendung auf AltlastenbeitrÃ¤ge
Â§ 205 BAOBFG vom 21.02.2017, RV/7200073/2014 (Abweisung; Revision nicht zugelassen)
Folgerechtssatz (wie RV/7200053/2015-RS1): Es war die eindeutige und unzweifelhafte Absicht des Gesetzgebers, mit der Bestimmung des Â§ 205 BAO (GewÃ¤hrung von Anspruchszinsen) eine speziell auf die Besonderheiten der Einkommen- und KÃ¶rperschaftsteuer zugeschnittene Regelung zu schaffen, weshalb mangels Vorliegens einer echten GesetzeslÃ¼cke eine analoge Anwendung dieser Bestimmung auf andere Abgaben nicht zulÃ¤ssig ist.