Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.10.1998&Aktenzeichen=XI%20R%2063/97
Timestamp: 2018-01-21 00:40:13
Document Index: 289563922

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 24', '§ 34', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 9', '§ 34', '§ 16', '§ 34', '§ 34']

BFH, 29.10.1998 - XI R 63/97 - dejure.org
BFH, 29.10.1998 - XI R 63/97
Arbeitnehmer-Pauschbetrag - Begünstigte außerordentliche Einkünfte - Abzug
EStG § 9a, § 24 Nr. 1, § 34 Abs. 1, 2
EStG §§ 9 a, 24 Nr. 1, 34 Abs. 1 und 2
Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrages bei Vorliegen laufender und außerordentlicher Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit vorrangig bei den laufenden Einkünften
FG Köln, 12.03.1997 - 2 K 4934/95
BFHE 188, 143
BB 1999, 1146
DB 1999, 1359
BStBl II 1999, 588
NZA-RR 1999, 538
Diese stellen eine besondere Art von Einkünften innerhalb einer Einkunftsart dar; sie sind von anderen Einkünften der gleichen Einkunftsart zu trennen (vgl. BFH-Urteil vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
Sollte die Rechtsprechung des XI. Senats (vgl. z.B. die BFH-Urteile vom 10. Oktober 2001 XI R 54/00, BFHE 197, 54, BStBl II 2002, 181, …und vom 12. April 2000 XI R 1/99, BFH/NV 2000, 1195, m.w.N.) jedoch so verstanden werden, wie dies das FG und das FA in dem Sinne getan haben, eine Entschädigung setze voraus, das zugrunde liegende Arbeitsverhältnis müsse --in vollem Umfang-- beendet werden (anders aber --ohne Begründung im Sinne der oben dargestellten Grundsätze-- BFH-Urteil vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588, bei Ausgleichszahlungen aus Anlass einer betriebsinternen Umsetzung auf einen geringer entlohnten Arbeitsplatz), könnte der erkennende Senat dem nicht folgen.
Voraussetzung ist nach § 9a Satz 2 EStG lediglich, dass die Jahreseinnahmen aus nichtselbständiger Arbeit den Betrag von 2 000 DM übersteigen (soweit ersichtlich allgemeine Meinung vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 7. November 2000 III R 79/97, BFHE 193, 536, BStBl II 2001, 702; vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588;… Schmidt/Drenseck, EStG, 27. Aufl., § 9a Rz 1;… v. Bornhaupt in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 9a Rz A 75, A 85 und B 13; Hildesheim in Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, § 9a Rz 2; Prinz in Herrmann/ Heuer/Raupach --HHR--, § 9a EStG Rz 12 und 22; Blümich/ Thürmer, § 9a EStG Rz 48; Claßen in Lademann, EStG, § 9a EStG Rz 4; Damrau-Schröter in Bordewin/Brandt, § 9a EStG Rz 19 f.;… Frotscher in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., § 9a Rz 3).
Die nach § 34 EStG begünstigten Einkünfte stellen innerhalb der Summe der Einkünfte bzw. der jeweiligen Einkunftsart eine "besondere Abteilung" dar (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 29. Juli 1966 IV 299/65, BFHE 86, 486, BStBl II 1966, 544, und vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
Um eine weitestgehende Wirkung zu erzielen, ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH bei den der ermäßigten Besteuerung des § 34 EStG unterliegenden außerordentlichen Einkünften ein Verlustausgleich in der Regel nicht vorzunehmen, solange hierfür tariflich voll zu besteuernde Einkünfte zur Verfügung stehen (BFH in BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588, m.w.N., und in BFHE 177, 71, BStBl II 1995, 467).
aa) Es entspricht der ständigen BFH-Rechtsprechung, dass die nach § 34 EStG begünstigten Einkünfte innerhalb der Summe der Einkünfte bzw. der jeweiligen Einkunftsart eine "besondere Abteilung" darstellen (z.B. Urteile vom 29. Juli 1966 IV 299/65, BFHE 86, 486, BStBl III 1966, 544, und vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
Vielmehr ist dieser Pauschbetrag in erster Linie von den tariflich zu besteuernden Einkünften abzuziehen, soweit solche zur Verfügung stehen (BFH-Urteil in BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
b) Der mit der Pauschbetragsregelung des § 9a EStG verfolgte Vereinfachungszweck (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588) kann nicht mehr erreicht werden, wenn die Werbungskosten bereits konkret ermittelt wurden.
Vielmehr ist dieser Pauschbetrag in vollem Umfang von den tariflich zu besteuernden Einkünften abzuziehen, sofern nichtbegünstigte Einnahmen dieser Einkunftsart in Höhe des Pauschbetrags zur Verfügung stehen (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
Die nach § 34 EStG begünstigten Einkünfte stellen innerhalb der Summe der Einkünfte bzw. der jeweiligen Einkunftsart eine "besondere Abteilung" dar (ständige Rechtsprechung, z.B. Urteil des Senats vom 29. Juli 1966 IV 299/65, BFHE 86, 486, BStBl III 1966, 544, und Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BFHE 188, 143, BStBl II 1999, 588).
FG Niedersachsen, 12.11.2008 - 3 K 21/06
Zum Verhältnis von §§ 16, 34 EStG zum Halbeinkünfteverfahren
Weiterhin wurde bereits entschieden, dass der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bei den nach § 34 Abs. 1 und 2 EStG begünstigten außerordentlichen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit nur insoweit abzuziehen ist, als tariflich voll zu besteuernde Einnahmen dieser Einkunftsart dafür nicht mehr zur Verfügung stehen (Urteil des BFH vom 29. Oktober 1998 XI R 63/97, BStBl II 1999, 588).
FG München, 19.07.2002 - 8 K 5026/01
Zur Ermittlung der Ausgangsgröße für die Tarifermäßigung nach § 34 Abs. 1 EStG …