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Timestamp: 2018-08-20 01:24:34
Document Index: 193727081

Matched Legal Cases: ['§ 631', '§ 632', '§ 641', '§ 641', '§ 648', '§ 648', '§ 643', '§ 648', '§ 649', '§ 649', '§ 649', '§ 649', '§ 648', '§ 648', '§ 648', '§ 648', '§ 648', '§ 1', '§ 823', '§ 1', '§ 1', '§ 307']

Herzlich willkommen zum Vortrag der Kanzlei Schlachter und Kollegen über die Sicherung von Werkunternehmeransprüchen Verbesserte Durchsetzung von Forderungen. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Eberhard Landherr Geändert vor über 4 Jahren
Präsentation zum Thema: "Herzlich willkommen zum Vortrag der Kanzlei Schlachter und Kollegen über die Sicherung von Werkunternehmeransprüchen Verbesserte Durchsetzung von Forderungen."— Präsentation transkript:
1 Herzlich willkommen zum Vortrag der Kanzlei Schlachter und Kollegen über die Sicherung von Werkunternehmeransprüchen Verbesserte Durchsetzung von Forderungen nach dem Forderungssicherungsgesetz (FoSiG)
2 Vergütungssystem beim Werkvertrag (§§ 631 ff. BGB) Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 20092Schlachter und Kollegen
3 Reformansätze Vorverlegung von Zahlungen Abschlagszahlungen Durchgriffsfälligkeit (Vorverlagerung der Abnahme) Reduzierung des Druckzuschlags 10. März 20093Schlachter und Kollegen
4 Reformansätze Sicherung von Zahlungen Sicherheit (Bürgschaft) Ausstieg (Kündigung) Sicherungshypothek 10. März 20094Schlachter und Kollegen
5 Reformansätze Baugeld Ende der Privilegierung der VOB/B 10. März 20095Schlachter und Kollegen
6 Vorverlegung von Zahlungen (Abschlagszahlungen) Fall: Hugo Häusler beauftragt Bruno Bau mit Rohbauarbeiten an seinem Einfamilienhaus. Als die Kellerdecke betoniert ist, will Bau eine Abschlagszahlung von 30.000,00 ; die Gesamtbausumme für sein Gewerk beträgt 120.000,00. Was muss er beachten? 10. März 20096Schlachter und Kollegen
7 Vorverlegung von Zahlungen (Abschlagszahlungen) § 632 a BGB a.F.: Der Unternehmer kann von dem Besteller für in sich abgeschlossene Teile des Werkes Abschlagszahlungen für die erbrachten vertragsmäßigen Leistungen verlangen. n.F.: (1) Der Unternehmer kann von dem Besteller für eine vertragsgemäß erbrachte Leistung eine Abschlagszahlung in der Höhe verlangen, in der der Besteller durch die Leistung einen Wertzuwachs erlangt hat. 10. März 20097Schlachter und Kollegen
8 Vorverlegung von Zahlungen (Abschlagszahlungen) Wegen unwesentlicher Mängel kann die Abschlagszahlung nicht verweigert werden. (3) Ist der Besteller ein Verbraucher und hat der Vertrag die Errichtung oder den Umbau eines Hauses oder eines vergleichbaren Bauwerks zum Gegenstand, ist dem Besteller bei der ersten Abschlagszahlung eine Sicherheit für die rechtzeitige Herstellung des Werkes ohne wesentliche Mängel in Höhe von 5 vom Hundert des Vergütungsanspruchs zu leisten. 10. März 20098Schlachter und Kollegen
9 Vorverlegung von Zahlungen (Abschlagszahlungen) Prüfungsschema: 1.) Liegt durch die Baumaßnahme ein Wertzuwachs vor? 2.)Sind keine wesentlichen Mängel vorhanden? 3.)Besteht ein Zurückbehaltungsrecht? 4.)Liegt ein Bauträgervertrag vor? 5.) Achtung: Wenn am Vertrag ein Verbraucher beteiligt ist, sind 5 Prozent der Bausumme als Sicherheit zu stellen! 10. März 20099Schlachter und Kollegen
10 Vorverlegung von Zahlungen (Abschlagszahlungen) Lösung: Nach neuem Recht kann Bruno Bau eine Abschlagsrechnung über 30.000,00 stellen, wenn keine Mängel vorliegen und er eine Bankbürgschaft über 6.000,00 stellt. 10. März 200910Schlachter und Kollegen
11 Vergütungssystem beim Werkvertrag - Übersicht - Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 200911Schlachter und Kollegen
12 Vorverlegung von Zahlungen (Durchgriffsfälligkeit) Fall: Bruno Bau hat für Günther Ufer, einen Generalunternehmer, Estrich und Natursteinarbeiten durchgeführt, dieser verweigert die Abnahme wegen angeblicher Mängel. Bau hat gehört, dass Bauherr Hugo Häusler schon seit zwei Monaten im Haus wohnt. Wie verhält er sich? 10. März 200912Schlachter und Kollegen
13 Vorverlegung von Zahlungen (Durchgriffsfälligkeit) § 641 Abs. 2 BGB a.F.: Die Vergütung des Unternehmers für ein Werk, dessen Herstellung der Besteller einem Dritten versprochen hat, wird spätestens fällig, wenn und soweit der Besteller von dem Dritten für das versprochene Werk wegen dessen Herstellung seine Vergütung oder Teile davon erhalten hat. Hat der Besteller dem Dritten wegen möglicher Mängel des Werkes Sicherheit geleistet, gilt dies nur, wenn der Unternehmer dem Besteller Sicherheit in entsprechender Höhe leistet. n.F.: Die Vergütung des Unternehmers für ein Werk, dessen Herstellung der Besteller einem Dritten versprochen hat, wird spätestens fällig, 1. soweit der Besteller von dem Dritten für das versprochene Werk wegen dessen Herstellung seine Vergütung oder Teile davon erhalten hat, 2. soweit das Werk des Bestellers von dem Dritten abgenommen worden ist oder als abgenommen gilt oder 3. wenn der Unternehmer dem Besteller erfolglos eine angemessene Frist zur Auskunft über die in den Nummern 1 und 2 bezeichneten Umstände bestimmt hat. Hat der Besteller dem Dritten wegen möglicher Mängel des Werks Sicherheit geleistet, gilt Satz 1 nur, wenn der Unternehmer dem Besteller entsprechende Sicherheit leistet. 10. März 200913Schlachter und Kollegen
14 Vorverlegung von Zahlungen (Durchgriffsfälligkeit) Prüfungsschema: 1.) Hat der Auftraggeber den GU bezahlt? 2.)Hat der Auftraggeber das Werk des GU abgenommen oder gilt es als abgenommen? 3.)Falls hier keine Klarheit vorherrscht: besteht ein Auskunftsanspruch? 4.) Hat der GU Sicherheit geleistet, so dass ein Zurückbehaltungsrecht besteht? 10. März 200914Schlachter und Kollegen
15 Vorverlegung von Zahlungen (Durchgriffsfälligkeit) Lösung: Bruno Bau fordert Günther Ufer auf, über die Frage der Bezahlung bzw. der Abnahme von Hugo Häusler Auskunft zu erteilen. Tut er das nicht, ist die Werklohnforderung von Bau fällig. Im Rechtsstreit kann Ufer ein Zurückbehaltungsrecht in Höhe des Betrages geltend machen, für den er Häusler Sicherheit geleistet hat. Die Forderung wird jedoch insgesamt fällig, wenn Bau seinerseits (entsprechende) Sicherheit leistet. 10. März 200915Schlachter und Kollegen
16 Vergütungssystem beim Werkvertrag - Übersicht - Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 200916Schlachter und Kollegen
17 Vorverlegung von Zahlungen (Druckzuschlag) Fall: Bruno Bau hat für Hugo Häusler vor zwei Jahren eine Doppelhaushälfte erstellt; Häusler ist unzufrieden damit: im Keller ist es feucht, die Wände sind schief. Die Mängelbeseitigungskosten belaufen sich voraussichtlich auf 20.000,00 Euro. Bau hat bereits Schlussrechnung über 200.000,00 Euro gelegt. Häusler fragt sich, wie viel er zahlen muss. 10. März 200917Schlachter und Kollegen
18 Vorverlegung von Zahlungen (Druckzuschlag) § 641 Abs. 3 BGB a.F.: Kann der Besteller die Beseitigung eines Mangels verlangen, so kann er nach der Abnahme die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern, mindestens in Höhe des Dreifachen der für die Beseitigung des Mangels erforderlichen Kosten. n.F.: Kann der Besteller die Beseitigung eines Mangels verlangen, so kann er nach der Fälligkeit die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern; angemessen ist in der Regel das Doppelte der für die Beseitigung des Mangels erforderlichen Kosten. 10. März 200918Schlachter und Kollegen
19 Vorverlegung von Zahlungen (Druckzuschlag) Lösung: Häusler kann nur noch 40.000,00 Euro einbehalten (und muss 160.000,00 Euro zahlen), nicht wie früher 60.000,00 Euro (bei einer Zahlung von 140.000,00 Euro). 10. März 200919Schlachter und Kollegen
20 Vergütungssystem beim Werkvertrag - Übersicht - Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 200920Schlachter und Kollegen
21 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) Fall: Bruno Bau soll für Hugo Häusler ein Doppelhaus errichten. Beim Werkunternehmerstammtisch erzählt ihm sein Freund Bertram Bauer, dass Häusler seinen Mercedes verkauft hat und jetzt mit einem rostigen Golf durch die Stadt kurvt. Bau hat Angst, dass Häusler nicht zahlen kann, und fragt sich, wie er sich absichern kann. 10. März 200921Schlachter und Kollegen
22 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) § 648 a BGB a.F.: Der Unternehmer eines Bauwerks... kann vom Besteller Sicherheit für die von ihm zu erbringenden Vorleistungen einschließlich dazugehöriger Nebenforderungen in der Weise verlangen, dass er dem Besteller zur Leistung der Sicherheit eine angemessene Frist mit der Erklärung bestimmt, dass er nach dem Ablauf der Frist seine Leistung verweigere. Sicherheit kann bis zur Höhe des voraussichtlichen Vergütungsanspruchs, wie er sich aus dem Vertrag oder einem nachträglichen Zusatzauftrag ergibt, sowie wegen Nebenforderungen verlangt werden; die Nebenforderungen sind mit 10 vom Hundert des zu sichernden Vergütungsanspruchs anzusetzen. n.F.: Der Unternehmer eines Bauwerks... kann vom Besteller Sicherheit für die auch in Zusatzaufträgen vereinbarte und noch nicht gezahlte Vergütung einschließlich dazugehöriger Nebenforderungen, die mit 10 vom Hundert des zu sichernden Vergütungsanspruchs anzusetzen sind, verlangen. Satz 1 gilt in demselben Umfang auch für Ansprüche, die an die Stelle der Vergütung treten. Ansprüche, mit denen der Besteller gegen den Anspruch des Unternehmers auf Vergütung aufrechnen kann, bleiben bei der Berechnung der Vergütung unberücksichtigt, es sei denn, sie sind unstreitig oder rechtskräftig festgestellt. 10. März 200922Schlachter und Kollegen
23 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) Lösung: In seiner neuen Fassung gewährt § 648 a Abs. 1 BGB dem Auftragnehmer Bau einen echten Anspruch auf Sicherheit. Diese kann jederzeit eingeklagt werden. Eine solche Klage kann zu einem schnellen Urteil führen, weil bei der Berechnung der zu sichernden Vergütung etwaige Mängel und zur Aufrechnung gestellte streitige Gegenansprüche unberücksichtigt bleiben (Abs. 1 Satz 4). So kann nicht nur der offene Werklohn gesichert, sondern auch getestet werden, ob Häusler überhaupt noch solvent ist. 10. März 200923Schlachter und Kollegen
24 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) Durch die Verurteilung, Sicherheit zu leisten, wird Auftraggeber Häusler verpflichtet, eine Handlung vorzunehmen, die auch durch einen Dritten erfolgen kann. Da er von seinem Wahlrecht zwischen den verschiedenen Arten der Sicherheitsleistung keinen Gebrauch gemacht hat, geht dieses Recht auf Unternehmer Bau über. Er kann beantragen, (1.) ihn zu ermächtigen, die Sicherheit durch Hinterlegung von Geld zu leisten, und (2.) den Auftraggeber zur Vorauszahlung des dafür erforderlichen Betrags zu verurteilen. 10. März 200924Schlachter und Kollegen
25 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) Leistet der Besteller die Sicherheit nicht fristgemäß, so bestimmen sich die Rechte des Unternehmers nach den §§ 643 und 645 Abs. 1. Gilt der Vertrag danach als aufgehoben, kann der Unternehmer auch Ersatz des Schadens verlangen, den er dadurch erleidet, dass er auf die Gültigkeit des Vertrags vertraut hat. Dasselbe gilt, wenn der Besteller in zeitlichem Zusammenhang mit dem Sicherheitsverlangen gemäß Absatz 1 kündigt, es sei denn, die Kündigung ist nicht erfolgt, um der Stellung der Sicherheit zu entgehen. Es wird vermutet, dass der Schaden 5 Prozent der Vergütung beträgt. Hat der Unternehmer dem Besteller erfolglos eine angemessene Frist zur Leistung der Sicherheit nach Absatz 1 bestimmt, so kann der Unternehmer die Leistung verweigern oder den Vertrag kündigen. Kündigt er den Vertrag, ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrages an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder böswillig zu erwerben unterlässt. Es wird vermutet, dass danach dem Unternehmer 5 vom Hundert der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entfallenden vereinbarten Vergütung zustehen. 10. März 200925Schlachter und Kollegen
26 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherung) Vorsicht Falle! Die Ausgestaltung des § 648 a BGB als Sicherungsanspruch hat auch zur Folge, dass dieser den Verjährungsvorschriften unterliegt. Man sollte also nicht vergessen, dass dieser Anspruch drei Jahre ab Schluss des Jahres, in das der Vertragsschluss fällt, nicht mehr durchgesetzt werden kann. 10. März 2009Schlachter und Kollegen26
27 Sicherung von Zahlungen (Vergütung nach freier Kündigung) Fall: Auftraggeber Häusler ist über Baus Mutmaßungen erbost. Er meint, mit jemandem, der an seiner Liquidität zweifelt, kann er nicht zusammen arbeiten. So kündigt er Bau den Vertrag. 10. März 200927Schlachter und Kollegen
28 Sicherung von Zahlungen (Vergütung nach freier Kündigung) § 649 Satz 3 BGB n.F.: Es wird vermutet, dass danach dem Unternehmer 5 vom Hundert der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entfallenden vereinbarten Vergütung zustehen. 10. März 2009Schlachter und Kollegen28
29 Sicherung von Zahlungen (Vergütung nach freier Kündigung) Lösung: Nach § 649 Satz 1 BGB kann der Besteller (Häusler) den Vertrag bis zur Vollendung des Werkes jederzeit kündigen. Bau kann trotzdem die vereinbarte Vergütung verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt (§ 649 Satz 2 BGB). Die Rechtsprechung hatte die Anforderungen an die Darlegung dieses Vergütungsanspruchs (hinsichtlich des abzusetzenden ersparten Aufwands) in der Vergangenheit so hoch angesetzt, dass er praktisch kaum durchzusetzen war. § 649 Satz 3 BGB n.F. erleichtert nun die Voraussetzungen für die Darlegung des nach einer freien Kündigung bestehenden Vergütungsanspruchs mit einer Vermutung (5 %). 10. März 200929Schlachter und Kollegen
30 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherungshypothek) Fall: Bei seinem nächsten Bauvorhaben will es Bau nun anders machen. An der Bauhandwerkersicherung nach § 648 a BGB stört ihn auch, dass die üblichen Kosten der Sicherheitsleistung - bis zu einem Höchstsatz von 2 % p.a. – bei ihm bleiben (§ 648 a Abs. 3 Satz 1 BGB). Er geht zu RA Rudi Ratvoll und erkundigt sich nach Alternativen. 10. März 200930Schlachter und Kollegen
31 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherungshypothek) Lösung: Bau kann für seine Forderungen aus dem Vertrag auch die Einräumung einer Sicherungshypothek am Baugrundstück des Bestellers verlangen, § 648 Satz 1 BGB. Zur Sicherung dieses Anspruchs kann eine Vormerkung ins Grundbuch eingetragen werden; soweit der Betroffene deren Eintragung nicht bewilligt, kann sie auf Grund einer einstweiligen Verfügung erfolgen. 10. März 200931Schlachter und Kollegen
32 Sicherung von Zahlungen (Bauhandwerkersicherungshypothek) Anders als bei der Bauhandwerkersicherung (§ 648 a BGB) hilft die Bauhandwerkersicherungshypothek (§ 648 BGB) nur weiter, wenn der Besteller Eigentümer des Baugrundstücks ist und der Bauunternehmer seine Bauleistung mangelfrei erbracht hat. Trotzdem sollte die Druckwirkung der Bauhandwerkersicherungshypothek, nicht unterschätzt werden. Sie kann nur erlangt werden, soweit Unternehmer Bau für seinen Vergütungsanspruch keine Bauhandwerkersicherung erhalten hat. 10. März 200932Schlachter und Kollegen
33 Vergütungssystem beim Werkvertrag - Übersicht - Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 200933Schlachter und Kollegen
34 Baugeld Fall 1: Malermeister Michael Maler wurde von der Bauträger GmbH (vertr. dr. GF Gerd Geldweg) mit Malerarbeiten beauftragt, für eine Vergütung von 20.000,00. Nachdem die Bauträger GmbH nicht zahlte, führte Maler einen Prozess gegen sie, den er auch gewann. Noch bevor er aber erfolgreich vollstrecken konnte, meldete die Bauträger GmbH Insolvenz an. Maler begibt sich zu Rechtsanwalt Bert Sondersschlau, der einen Blick ins Grundbuch wirft. Er stellt fest, dass zur Finanzierung des Bauvorhabens eine Grundschuld in Höhe von 500.000,00 eingetragen wurde. Die Bauträger GmbH hat also ein Darlehen von 500.000,00 erhalten, welches sie – offensichtlich – nicht zu Gunsten der auf der Baustelle tätigen Handwerker, Lieferanten oder Arbeitskräfte eingesetzt hat. Was kann Maler tun? 10. März 200934Schlachter und Kollegen
35 Baugeld Lösung zu Fall 1: Da § 1 Abs. 1 BauFordSiG ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB ist, haftet Gerd Geldweg als Geschäftsführer der Bauträger GmbH (neben dieser) auch persönlich. Da er als Geschäftsführer der Bauträger GmbH mit der Finanzierung des Bauvorhabens befasst war (sein musste), wusste er auch, dass es sich bei dem gewährten Geld um Baugeld handelte. Dieses hat er zweckwidrig verwendet, was schon wegen der gesetzlichen Vermutungsregelung nach § 1 Abs. 4 BauFordSiG anzunehmen ist. Als Schaden schuldet er deshalb die Vergütungsforderung des Michael Maler, weshalb Rechtsanwalt B. Sondersschlau empfehlen wird, gegen Geldweg persönlich vorzugehen. In diesem Zusammenhang wird er auch raten, Geldweg auf die strafbaren Folgen seines Verhaltens hinzuweisen. Womöglich auch darauf, dass sich ein zügiger Ausgleich der Forderung evtl. strafmildernd auswirkt. 10. März 200935Schlachter und Kollegen
36 Vergütungssystem beim Werkvertrag - Übersicht - Vertragsschluss Errichtungs- phase Abnahme = Fälligkeit der Werklohn- forderung Gewähr- leistungsphase 10. März 200936Schlachter und Kollegen
37 Baugeld Fall 2: Der Generalunternehmer Gierig + Untreu GmbH (ebenfalls vertr. dr. Geschäftsführer Gerd Geldweg) erhält eine Abschlagszahlung des Bauherrn in Höhe von 60.000,00. Malermeister Michael Maler, der sein Geld nicht erhalten hat (wie oben), nimmt nun Geschäftsführer Geldweg persönlich in Anspruch. Dieser verteidigt sich im Prozess damit, dass die Zahlung für andere Leistungen, die aus einem anderen Bauvorhaben herrühren, geleistet wurden. Die Rechnungshöhe sei nur zufällig identisch. Zum Beweis bietet er Zeugen und Urkunden an. Kommt er damit durch? 10. März 200937Schlachter und Kollegen
38 Baugeld Lösung zu Fall 2: Nein. Einer Beweisaufnahme bedarf es hier nicht. Nach § 1 Abs. 3 S. 2 BauFordSiG ist die Abschlagszahlung Baugeld. Geldweg haftet persönlich. 10. März 2009Schlachter und Kollegen38
39 VOB/B - Praxistipp - Wenn kein Verbraucher beteiligt ist: Wenn die Vertragsparteien die VOB/B insgesamt vereinbart haben, kann keine individuelle Klauselkontrolle am Maßstab der §§ 307 ff BGB stattfinden. Möglich bleibt aber eine Kontrolle der VOB/B als Ganzes. Wenn ein Verbraucher beteiligt ist: Bei der Verwendung der VOB/B gegenüber Verbrauchern unterliegt die VOB/B der vollständigen Inhaltskontrolle. 10. März 200939Schlachter und Kollegen
40 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Noch Fragen? 10. März 200940Schlachter und Kollegen
41 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!...und bleiben Sie unsere Gäste bei einem kleinen Imbiss! 10. März 200941Schlachter und Kollegen
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