Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+32,+357
Timestamp: 2018-11-18 19:41:14
Document Index: 27056610

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 37', '§ 1191', '§ 1191', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 816', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.05.1960 - VII ZR 257/59 - dejure.org
BGH, 30.05.1960 - VII ZR 257/59
BGHZ 32, 357
NJW 1960, 1712
MDR 1960, 754
WM 1960, 855
DB 1960, 871
b) Dieser vertragliche Anspruch des Sicherungsgebers auf Rückgabe nicht mehr benötigter Sicherheiten besteht auch dann, wenn der Sicherungsvertrag eine ausdrückliche Freigaberegelung nicht enthält (so schon BGH, Urteile v. 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, WM 1960, 855, 856; v. 5. November 1964 - VII ZR 2/63, WM 1965, 84, 85; v. 4. Oktober 1965 - VII ZR 185/63, WM I966, 13, 15): Die Beteiligten können zwar, müssen aber nicht eine ausdrückliche Regelung treffen.
Wie der VII. Zivilsenat in seiner älteren Rechtsprechung anerkannt hat (BGH, Urteile v. 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, WM 1960, 855, 856; v. 5. November 1964 - VII ZR 2/63, WM 1965, 84, 85; v. 4. Oktober 1965 - VII ZR 185/63, WM 1966, 13, 15;… s. auch Urt. v. 7. März 1974 - VII ZR 110/72, WM 1974, 389, 390), steht dieser Anspruch einer Annahme der Sittenwidrigkeit revolvierender Globalsicherheiten wegen nachträglicher Übersicherung sogar dann entgegen, wenn eine zahlenmäßig bestimmte Deckungsgrenze im Sicherungsvertrag nicht festgelegt ist.
In diesen Fällen muß der Zahlungsempfänger - bei Wirksamkeit der Erstzession - den Gegenwert der Forderung an den Erstzessionar herausgeben (BGHZ 26, 185, 193; 32, 357, 360;… BGH, Urt. v. 7. März 1974 - VII ZR 110/72, NJW 1974, 944 f;… s. ferner Urt. v. 10. Februar 1993 - XII ZR 239/91, NJW 1993, 1788, 1789).
Dann ist das weitere Verbleiben der überschießenden Deckung beim Sicherungsnehmer durch den Sicherungszweck nicht mehr gerechtfertigt und dieser zur Teilfreigabe verpflichtet (st.Rspr.; vgl. BGHZ 110, 241, 246; BGH, Urteil vom 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, WM 1960, 855, 856 f.; BGH, Urteil vom 8. Dezember 1989 - V ZR 53/88, WM 1990, 423, 424).
Allerdings hat der Bundesgerichtshof im Urteil vom 30. Mai 1960 (VII ZR 257/59 = WM 1960, 855, 856 = NJW 1960, 1712, 1714 unter II 3 b) ausgesprochen, auch ohne ausdrückliche Freigabeklausel in den Geschäftsbedingungen sei dem Kunden für den Fall eines groben Mißverhältnisses zwischen sichernden und gesicherten Forderungen gemäß § 242 BGB ein Freigabeanspruch zuzubilligen.
Übersteigt der Wert der übereigneten Gegenstände im Laufe der Zeit die Höhe der Verbindlichkeit deutlich und sind die berechtigten Interessen des Gläubigers gewahrt, wenn ihm nur ein Teil der übereigneten Sachen verbleibt, so ist ein entsprechender Freigabeanspruch des Sicherungsgebers nach Treu und Glauben zu bejahen; denn der Sicherungsnehmer handelt rechtsmißbräuchlich, wenn er sich ohne Eigeninteresse auf die formale Position des Eigentums beruft (vgl. BGH, Urt. v. 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, NJW 1960, 1712, 1714; v. 5. November 1964 - VII ZR 2/63, WM 1965, 84, 85; Serick, Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübertragung Bd. III S. 438 f).
Eine solche Einziehungsermächtigung umfaßt grundsätzlich nicht die Befugnis zur nochmaligen Abtretung der Forderung an einen Dritten, um weiteren Kredit zu erhalten oder um andere Schulden abzusichern bzw. abzudecken (BGHZ 32, 357, 360 für Vorausabtretungen bei verlängertem Eigentumsvorbehalt).
Eine nochmalige Lohnabtretung würde infolgedessen die Erfüllung der Darlehensverpflichtung des Schuldners infrage stellen und damit dem Interesse des Erstzessionars ebenso zuwiderlaufen, wie das beim verlängerten Eigentumsvorbehalt der Fall ist, wenn innerhalb der Finanzierung des Weiterverkaufs der Vorbehaltsware der Kaufpreisanspruch gegen einen Kunden an die Finanzierungsbank erneut abgetreten wird (BGHZ 32, 357).
Dann ist das weitere Verbleiben der überschießenden Deckung beim Sicherungsnehmer durch den Sicherungszweck nicht mehr gerechtfertigt und dieser zur Teilfreigabe verpflichtet (ständ. Rspr.; vgl. BGHZ 110, 241, 246 [BGH 09.02.1990 - V ZR 200/88]; BGH, Urteil vom 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, WM 1960, 855, 856 f.; BGH, Urteil vom 10. Juni 1983 - V ZR 252/80, WM 1983, 961, 963; BGH, Urteil vom 8. Dezember 1989 - V ZR 53/88, WM 1990, 423, 424).
Er ergibt sich bereits aus der Sicherungsabrede (vgl. BGHZ 110, 241, 246 [BGH 09.02.1990 - V ZR 200/88]; BGH, Urt. v. 30. Mai 1960 - VII ZR 257/59, WM 1960, 855, 856, insoweit in BGHZ 32, 357 n. abgedr.; v. 4. Oktober 1965 - VII ZR 185/63, WM 1966, 13, 15; v. 3. November 1965 - Ib ZR 137/63, WM 1966, 115, 118; v. 10. Juni 1983 - V ZR 252/80, WM 1983, 961, 963; v. 8. Dezember 1989 - V ZR 53/88, WM 1990, 423, 424;… Serick, Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübertragung 2. Aufl. III § 37 IV 2 (S. 438);… MünchKomm-BGB/Eickmann, 2. Aufl. § 1191 Rdnr. 81;… Erman/Räfle, BGB 9. Aufl. § 1191 Rdnr. 25;… Scholz/Lwowski, Das Recht der Kreditsicherung 6. Aufl. Rdnr. 230; Huber, Die Sicherungsgrundschuld 1965 S. 180;… Gaberdiel, Kreditsicherung durch Grundschulden 5. Aufl. Rdnr. 13.62;… Wolf, Festschrift Baur S. 147, 164; Derleder JuS 1971, 90, 92).
Daher ist dem Grundsatz nach nichts gegen den Standpunkt des Berufungsgerichts einzuwenden, daß die Beklagte die Schuldnerin zu ihrem Vertragsbruch verleitet (vgl. BGHZ 32, 357, 360 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]; 51, 113, 118) [BGH 28.11.1968 - VII ZR 157/66]und mit ihr bewußt zum Nachteil der Klägerin zusammengewirkt habe.
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