Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/der-streit-mit-der-branchenspezifischen-pensionskasse-und-der-richtige-rechtsweg-3142946
Timestamp: 2019-09-21 05:17:31
Document Index: 34012061

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 13', '§ 2', '§ 2', 'BGH']

Der Streit mit der bran­chen­spe­zi­fi­schen Pen­si­ons­kas­se – und der rich­ti­ge Rechts­weg | Rechtslupe
Der Streit mit der branchenspezifischen Pensionskasse - und der richtige Rechtsweg
Der Streit mit der bran­chen­spe­zi­fi­schen Pen­si­ons­kas­se – und der rich­ti­ge Rechts­weg
Begehrt ein Arbeit­neh­mer von einer bran­chen­spe­zi­fi­schen Pen­si­ons­kas­se in Form eines Ver­si­che­rungs­ver­eins auf Gegen­sei­tig­keit die Zah­lung einer Berufs­un­fä­hig­keits­ren­te, so ist hier­für nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs der Rechts­weg zu den ordent­li­chen Gerich­ten eröff­net. Dies gilt auch dann, wenn die Ver­si­che­rung über die Arbeit­ge­be­rin, die Mit­glieds­un­ter­neh­men bei der Pen­si­ons­kas­se ist, erfolg­te.
Der Bun­des­ge­richts­hof hob einen anders lau­ten­de Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Karls­ru­he1 auf, in der das Ober­lan­des­ge­richt den Rechts­weg zu den ordent­li­chen Gerich­ten als nicht eröff­net ansah. Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b ArbGG sei, so das OLG, viel­mehr die Zustän­dig­keit der Arbeits­ge­rich­te gege­ben. Bei der Pen­si­ons­kas­se Beklag­ten han­de­le es sich um eine Sozi­al­ein­rich­tung des pri­va­ten Rechts. Inso­weit fol­ge das OLG Karls­ru­he der Auf­fas­sung des Kam­mer­ge­richts Ber­lin2. Maß­geb­lich sei die sat­zungs­ge­mä­ße Auf­ga­be des Ver­si­che­rungs­ver­eins, Ange­stell­te von Ban­ken durch Ren­ten­leis­tun­gen sozi­al abzu­si­chern, sowie der Umstand, dass der Ver­si­che­rungs­ver­ein aus­schließ­lich von Arbeit­ge­bern der betref­fen­den Bran­che finan­ziert wer­de. Dage­gen kom­me es nicht dar­auf an, dass der Beklag­te als Pen­si­ons­kas­se nicht nur für ein ein­zel­nes Unter­nehm en oder einen ein­zel­nen Kon­zern zustän­dig sei. § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b) ArbGG ent­hal­te kei­ne ent­spre­chen­de Beschrän­kung des Begriffs der Sozi­al­ein­rich­tung.
Die­se Ansicht hielt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs recht­li­cher Nach­prü­fung nicht stand. Gemäß § 13 GVG ist der vom Arbeit­ne­hemr beschrit­te­ne Rechts­weg zu den ordent­li­chen Gerich­ten zuläs­sig. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des OLG Karls­ru­he und des Ber­li­ner Kam­mer­ge­richts3 sind die Vor­aus­set­zun­gen des § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b) ArbGG nicht erfüllt, da es sich bei dem hier beklag­ten Ver­si­che­rungs­ver­ein auf Gegen­sei­tig­keit nicht um eine Sozi­al­ein­rich­tung im Sin­ne des § 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b) ArbGG han­delt4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. April 2019 – IV ZB 32/​18
OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 28.11.2018 9 W 26/​18, BeckRS 2018, 35911 [↩]
KG, VersR 2003, 1194 und DB 2018, 2123 [↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 03.04.2019 – IV ZB 17/​18 [↩]
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