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Timestamp: 2016-10-27 08:57:08
Document Index: 310380042

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art 4', 'Art. 4', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 19', 'Art. 40', 'Art. 61', 'Art. 95', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 152']

I 542/05 (17.11.2006)
I 542/05
Urteil vom 17. November 2006
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter Seiler und nebenamtlicher Richter B�hler; Gerichtsschreiber Scartazzini
R.________, 1956, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno H�fliger, Schwanenplatz 7, 6004 Luzern,
(Entscheid vom 3. August 2005)
Der 1956 geborene R.________ absolvierte eine Berufslehre als Mechaniker und erwarb 1980 den Fachausweis als Betriebsfachmann. Von 1982 bis 1992 war er als Automechaniker selbst�ndig erwerbst�tig. In der Folge nahm er keine Erwerbst�tigkeit mehr auf und absolvierte von August 1994 bis Juni 1995 bei den Schulen X.________ AG, eine kaufm�nnische Ausbildung, die er mit dem "Handelsdiplom VSH Berufsbegleitend" abschloss. Am 1. Oktober 1996 liess er im Handelsregister des Kantons Luzern eine Einzelfirma mit dem Zweck der Wirtschafts- und Finanzberatung eintragen. Er leidet an einer manifesten Femoro-Patellararthrose links mit leichter Quadrizepsathrophie und diskreter schmerzbedingter Bewegungseinschr�nkung unter Belastung sowie an einem chronischen lumbovertebragenen und cervikothorakalen Schmerzsyndrom.
Am 10. August 1994 meldete sich R.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Im Rahmen der ihm zugesprochenen Umschulungsmassnahmen �bernahm die Invalidenversicherung die Kosten der Ausbildung zum Treuh�nder mit Eidgen�ssischem F�higkeitsausweis an der Schule Y.________ in der Zeit von April 1996 bis September 1999 (Verf�gungen vom 23. April 1996, 28. Januar 1997, 1. Mai 1998 und 24. Februar 1999), doch bestand er zwei Mal die Abschlusspr�fung nicht. Die IV-Stelle Luzern verf�gte hierauf nach Beizug der Akten der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft und der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA), welche f�r die Folgen der bei zwei Auffahrkollisionen vom 27. November 1997 und 5. Januar 2000 erlittenen HWS-Distorsionstraumata aufkamen, sowie des im Auftrag der Milit�rversicherung von der MEDAS Zentralschweiz erstatteten Gutachtens vom 17. Juli 2000 den Fallabschluss (Verf�gung vom 22. November 2000). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 27. Mai 2002 in dem Sinne gut, dass es die Sache zu erg�nzender Sachverhaltsabkl�rung und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zur�ckwies.
Die IV-Stelle holte ein neuropsychologisches Gutachten von Prof. Dr. phil. P.________, vom 16. August 2001 ein, zog die im Auftrag der Krankenkasse Hermes erstatteten Gutachten des Psychiaters Dr. med. F.________, vom 12. Februar 2002 sowie des Rheumatologen Dr. med. A.________, vom 12. November 2001 bei und liess die Leistungsf�higkeit des Versicherten durch das Zentrum f�r berufliche Abkl�rung, abkl�ren (Bericht vom 27. November 2002). Gest�tzt darauf ermittelte die IV-Stelle einen Invalidit�tsgrad von 57 % und sprach R.________ mit Verf�gungen vom 28. Juli 2003 und 25. September 2003 r�ckwirkend ab 1. Oktober 1999 eine halbe Invalidenrente zu. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies sie mit Einspracheentscheid vom 5. Februar 2004 ab.
Beschwerdeweise liess R.________ die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 80 % beantragen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 3. August 2005 teilweise gut und sprach dem Versicherten ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelrente bei einem Invalidit�tsgrad von 61 % zu.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ sein vorinstanzliches Rechtsbegehren erneuern. Ausserdem ersucht er um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat keine Vernehmlassung eingereicht.
Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und am 1. Januar 2004 die �nderungen des Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 21. M�rz 2003 (4. IV-Revision) in Kraft getreten. Das kantonale Gericht ist intertemporalrechtlich zutreffend davon ausgegangen, dass nach den allgemeinen �bergangsrechtlichen Regeln (vgl. BGE 130 V 447 Erw. 1.2.1 mit Hinweisen) der streitige Rentenanspruch f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 nach den bis zu diesem Zeitpunkt g�ltigen Normen, f�r die Zeit vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2003 nach den neuen Normen des ATSG und f�r die Zeit ab 1. Januar 2004 nach den mit der 4. IV-Revision in Kraft getretenen Rechts�nderungen zu beurteilen ist.
2.1 F�r die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln �ber den Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nachtr�glichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverh�ltnis, welches - im Rahmen des durch die Verf�gung bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verf�gungsgegenstand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand sind identisch, wenn die Verf�gung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegen�ber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verf�gung bestimmten Rechtsverh�ltnisse, geh�ren die nicht beanstandeten Rechtsverh�ltnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
Die begriffliche Unterscheidung von Streit- und Anfechtungsgegenstand erfolgt demnach auf der Ebene von Rechtsverh�ltnissen. F�r die Umschreibung des Streitgegenstandes und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand nicht von Bedeutung sind die bestimmenden Elemente ("Teilaspekte") des verf�gungsweise festgelegten Rechtsverh�ltnisses. Dazu z�hlen bei der Zusprechung von Versicherungsleistungen unter anderem die f�r die Anspruchsberechtigung als solche massgebenden Gesichtspunkte, wie die versicherungsm�ssigen Voraussetzungen, ferner die einzelnen Faktoren f�r die (massliche und zeitliche) Festsetzung der Leistung, bei Invalidenrenten insbesondere der Invalidit�tsgrad, die Rentenberechnung und der Rentenbeginn. Teilaspekte eines verf�gungsweise festgelegten Rechtsverh�ltnisses dienen in der Regel lediglich der Begr�ndung der Verf�gung und sind daher grunds�tzlich nicht selbstst�ndig anfechtbar. Die Beschwerdeinstanz �berpr�ft den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstandete Elemente indes nur, wenn hiezu auf Grund der Vorbringen der Parteien oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Zieht der Richter an sich nicht bestrittene Aspekte des streitigen Rechtsverh�ltnisses in die Pr�fung mit ein, hat er bei seinem Entscheid je nachdem die Verfahrensrechte der am Prozess Beteiligten, insbesondere das Anh�rungsrecht der von einer m�glichen Schlechterstellung bedrohten Partei, oder den grunds�tzlichen Anspruch auf den doppelten Instanzenzug zu beachten (BGE 130 V 502 Erw. 1.1, 125 V 415 Erw. 2 mit Hinweisen).
2.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird einzig der von der Vorinstanz ermittelte Invalidit�tsgrad, somit die H�he des Anspruchs auf eine Invalidenrente beanstandet. Nach den dargelegten Regeln zur begrifflichen Umschreibung des Streitgegenstandes bedeutet diese Beschr�nkung des Beschwerdethemas nicht, dass die nicht angefochtenen Teilelemente des den Streitgegenstand ausmachenden Invalidenrentenanspruches der richterlichen �berpr�fung entzogen sind. Das gilt namentlich f�r die Anspruchsberechtigung als solche. Streitig und zu pr�fen sind daher auch die Voraussetzungen des Rentenanspruches, insbesondere das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit.
3.1 Das kantonale Gericht hat die Begriffe der Invalidit�t (Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art 4 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2003 g�ltigen Fassung; Art. 4 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2002 g�ltigen Fassung) und der Arbeitsunf�higkeit (Art. 6 ATSG; in BGE 130 V 345 Erw. 3.1 zitierte, bis 31. Dezember 2002 massgebende Rechtsprechung) zutreffend wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden.
Die Zusprechung einer Invalidenrente setzt Arbeitsunf�higkeit voraus. Wer nicht mindestens teilweise arbeitsunf�hig ist, kann nicht invalid im Sinne des IVG sein (BGE 105 V 141 Erw. 1b; vgl. auch BGE 115 V 133 Erw. 2). Es ist Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten diese arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1).
3.2 Im Rahmen des das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren beherrschenden Grundsatzes der freien Beweisw�rdigung (Art. 55 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 19 VwVG und Art. 40 BZPO; Art. 61 lit. c ATSG; Art. 95 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG) kommt auch den aus anderen Verfahren beigezogenen medizinischen Berichten und Gutachten Beweiskraft zu, sofern dem Versicherten umfassend Gelegenheit einger�umt worden ist, dazu Stellung zu nehmen (BGE 125 V 337 Erw. 4b). Nach dieser Verfahrensmaxime haben Verwaltung und Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel frei, d.h. ohne Bindung an gesetzliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen und unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind. Ausschlaggebend f�r den Beweiswert ist grunds�tzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c mit Hinweisen).
4.1 In k�rperlicher Hinsicht leidet der Beschwerdef�hrer an einer Femoropatellararthrose links mit leichter Quadrizepsatrophie und diskreter, schmerzbedingter Bewegungseinschr�nkung unter Belastung, einem chronischen lumbovertebragenen Syndrom und einem chronischen cervikothorakalen Schmerzsyndrom. Unmittelbar im Anschluss an den zweiten Auffahrunfall vom 5. Januar 2000 wurde der Beschwerdef�hrer am 28. Januar 2000 im Auftrag der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft von Oberassistent Dr. med. D.________ von der Neurologischen Poliklinik des Universit�tsspitals B.________ untersucht. In seinem Gutachten vom 19. April 2000 und Erg�nzungsgutachten vom 12. Juli 2000 kam dieser neurologische Facharzt in umfassender W�rdigung der von ihm selbst und von Dritten erhobenen medizinischen Befunde zum Schluss, das vom Versicherten geklagte, chronifizierte Beschwerdebild sei neurologisch nicht erkl�rbar und deshalb die Bejahung einer l�nger dauernden, signifikanten Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit als selbst�ndiger Treuh�nder aus neurologischer Sicht nicht zul�ssig. Die �rzte der MEDAS Zentralschweiz, welche den Beschwerdef�hrer im Juni/Juli 2000 im Auftrag der Milit�rversicherung polydisziplin�r begutachteten, erachteten eine Einschr�nkung seiner Arbeitsf�higkeit aufgrund des Knieleidens und des Lumbovertebralsyndroms als "schon seit mehreren Jahren" nicht mehr gegeben. Lediglich im Zusammenhang mit dem cervikothorakalen Schmerzsyndrom attestierten ihm die �rzte der MEDAS Zentralschweiz noch eine 50%ige Arbeitsunf�higkeit als Treuh�nder, weil er sich damals noch in einer Subakutphase des am 5. Januar 2000 erlittenen HWS-Distorsionstraumas befand. Sie stellten aber auch mit Bezug auf die diesbez�glichen Beschwerden und Befunde eine g�nstige Prognose. In dem rund 1 � Jahre sp�ter im Auftrag der Krankenkasse Hermes erstatteten Gutachten des Rheumatologen Dr. med. A.________ vom 12. November 2001 wurde eine Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit aufgrund des diagnostizierten chronischen Cervikalsyndroms bei degenerativen Ver�nderungen der HWS wiederum verneint
Weitere �rztliche Stellungnahmen zu der dem Beschwerdef�hrer aufgrund seiner k�rperlichen Gesundheitsst�rungen und unter Ber�cksichtigung der beiden am 27. November 1995 und 5. Januar 2000 erlittenen HWS-Distorsionstraumata noch zumutbaren Arbeitsf�higkeit liegen nicht vor. Namentlich darf hief�r nicht auf die Ergebnisse der drei von lic. phil. C.________, Rheuma- und Rehabilitationsklinik L.________, Prof. Dr. phil. P.________ und Dr. phil. W.________, durchgef�hrten neuropsychologischen Untersuchungen vom 18. Januar 2000, 24. Mai 2000 und 16. August 2001 abgestellt werden. Denn die Neuropsychologie vermag es nach derzeitigem Wissensstand nicht, die hirnorganische Kausalit�t eines Beschwerdebildes selbst und abschliessend vorzunehmen. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind daher im Rahmen einer gesamthaften Beweisw�rdigung nur insoweit bedeutsam, als sie �berpr�f- und nachvollziehbar sind und sich in die �brigen medizinischen Abkl�rungsergebnisse schl�ssig einf�gen (BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). Zwischen der von den erw�hnten Neuropsychologen diagnostizierten leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsst�rung (neuropsychologische Funktionsst�rung) und den fach�rztlich festgestellten, vorstehend dargelegten k�rperlichen Gesundheitsst�rungen des Beschwerdef�hrers besteht aber eine so auff�llige Diskrepanz, dass der abweichenden Arbeitsf�higkeitsbeurteilung von Seiten der Neuropsychologie keine Beweiskraft beigemessen werden kann.
4.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass durch die vorliegenden medizinischen Untersuchungsberichte und Gutachten ein somatischer Gesundheitsschaden mit dauerhafter Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit nicht ausgewiesen ist.
5.1 In psychischer Hinsicht ist davon auszugehen, dass der von der Krankenkasse Hermes beauftragte psychiatrische Gutachter Dr. med. F.________ beim Beschwerdef�hrer eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD 10 F 45.4) diagnostiziert hat (Gutachten vom 12. Februar 2002). Differentialdiagnostisch zog dieser Gutachter auch eine Pers�nlichkeitsst�rung in Betracht.
5.2.1 Beeintr�chtigungen der psychischen Gesundheit k�nnen in gleicher Weise wie k�rperliche Gesundheitssch�den eine Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschr�nkungen der Erwerbsf�higkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsf�higkeit zu verwerten, abwenden k�nnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung, setzt zun�chst eine fach�rztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6). Wie jede andere psychische Beeintr�chtigung begr�ndet indes auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzst�rung als solche noch keine Invalidit�t. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzst�rung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung �berwindbar sind. Bestimmte Umst�nde, welche die Schmerzbew�ltigung intensiv und konstant behindern, k�nnen den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht �ber die f�r den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verf�gt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer. Massgebend sein k�nnen auch weitere Faktoren, so: chronische k�rperliche Begleiterkrankungen; ein mehrj�hriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerdauernde R�ckbildung; ein sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgepr�gter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen f�r eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunf�higkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunf�higkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
Beruht die Leistungseinschr�nkung auf Aggravation oder einer �hnlichen Konstellation, liegt regelm�ssig keine versicherte Gesundheitssch�digung vor (siehe Meyer-Blaser, a.a.O., S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverst�ndigen unglaubw�rdig wirken; schwere Einschr�nkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klipstein, Im Graubereich zwischen K�rper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten, in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1997, S. 1434, mit Hinweis auf eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; zum Ganzen: BGE 131 V 49; BGE 131 V 50 f. Erw. 1.2).
5.2.2 Es ist Aufgabe der begutachtenden Fachperson f�r Psychiatrie, durch die ihr zur Verf�gung stehenden diagnostischen M�glichkeiten fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person �ber psychische Ressourcen verf�gt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die M�glichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 355 Erw. 2.2.4 mit Hinweisen auf nicht publizierte Urteile).
Die �rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbietung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbliebenen Arbeitskraft zumutbar ist. Bejaht die begutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit, haben die Verwaltung und im Streitfall das Gericht mit besonderer Sorgfalt zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 127 V 299 Erw. 5a; AHI 2000 S. 153 Erw. 3), und ob die �rztlicherseits anerkannte (Teil-)Arbeitsunf�higkeit auch im Lichte der f�r eine Un�berwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen Kriterien (Erw. 5.2.1 oben) standh�lt (BGE 130 V 355 f. Erw. 2.2.5).
5.3 Eine diesen Anforderungen entsprechende fach�rztliche Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers aus psychiatrischer Sicht ist in den vorliegenden Akten nicht zu finden. Der psychiatrische Gutachter der MEDAS Zentralschweiz, Dr. med. U.________, hat zwar in seinem Teilgutachten vom 15. Juni 2000 den Beschwerdef�hrer f�r jede in Frage kommende berufliche T�tigkeit als voll arbeitsf�hig erachtet, weil er keinen psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert fand; die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD 10 F 45-4) bezeichnete dieser psychiatrische Facharzt aber ausdr�cklich als fraglich und f�r die im Rorschach-Test in Erscheinung getretene, neurotische Pers�nlichkeitsstruktur konnte er keine entsprechenden klinischen Befunde erheben. Gerade umgekehrt hat der psychiatrische Facharzt Dr. med. F.________ in seinem der Krankenkasse Hermes erstatteten Gutachten vom 12. Februar 2002 die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung eindeutig bejaht, hingegen zur Frage der Schmerz�berwindung und Zumutbarkeit der Verwertung der k�rperlichen Arbeitskraft nicht Stellung genommen. Er tat dies nicht, weil er �ber keine verl�sslichen Angaben zum beruflichen Anforderungsprofil verf�gte, das der Arbeitsf�higkeitsbeurteilung zugrunde zu legen war. Diesbez�glich hat indessen der von der IV-Stelle eingeholte berufliche Abkl�rungsbericht vom 17. November 2002 eine klare Ausgangslage geschaffen. Die im Zentrum f�r berufliche Abkl�rung durchgef�hrten Arbeitsproben ergaben, dass der Beschwerdef�hrer in der T�tigkeit als Treuh�nder eindeutig �berfordert, hingegen aufgrund seiner F�higkeiten ohne weiteres im B�robereich eingesetzt werden kann; und zwar auf mittlerem Anforderungsniveau und mit wechselnder Aufgabenstellung.
Davon abgesehen ist aber die im Abkl�rungsbericht vom 27. November 2002 enthaltene Beurteilung der Leistungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers nicht beweistauglich, da sie auf einer von diesem selbst festgelegten Arbeitsbelastung w�hrend lediglich vier Stunden pro Tag und ausschliesslich auf den von ihm geklagten, subjektiven Beschwerden beruht. Denn f�r das Vorliegen einer invalidisierenden Arbeitsunf�higkeit ist - wie dargelegt - allein massgebend, in welchem Umfang dem Versicherten die f�r ihn in Frage kommende berufliche T�tigkeit unter objektiven medizinischen Gesichtspunkten zugemutet werden kann. Geht es wie hier um die invalidisierenden Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens, ist hief�r die fach�rztliche Einsch�tzung eines Psychiaters unerl�sslich.
5.4 Die Streitsache erweist sich demgem�ss mit Bezug auf das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens nicht als spruchreif. Sie ist daher unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides vom 5. Februar 2004 an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit diese ein psychiatrisches Gutachten oder Erg�nzungsgutachten einerseits zur Frage des Vorliegens einer psychischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer sowie anderseits zur Frage der Zumutbarkeit der Verwertung der k�rperlichen Arbeitskraft in einer nicht besonders anspruchsvollen, wechselnde Aufgaben umfassenden B�rot�tigkeit (z.B. administrative Arbeiten bei gleichzeitigem Kundenkontakt) im Sinne der vorstehenden Erw�gung 5.2.1 einholt. Ausserdem wird der psychiatrische Facharzt im vorliegenden Fall zur Frage Stellung zu nehmen haben, ob und in welcher Intensit�t f�r den Beschwerdef�hrer aus seiner psychischen Krankheit ein sekund�rer Krankheitsgewinn resultiert, was die Bejahung einer invalidisierenden Arbeitsunf�higkeit ausschl�sse (Urteil U. vom 10. Dezember 2001, I 663/00; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 93/94). Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdef�hrer seit der Aufgabe seiner Erwerbst�tigkeit im Jahre 1992 ausser von der Invalidenversicherung von sechs weiteren Versicherungen (Milit�rversicherung, SUVA, Arbeitslosenkasse der Unabh�ngigen, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Krankenkasse Hermes und Pax Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft) Leistungen bezogen hat, hingegen seither, wenn �berhaupt, nur ein geringf�giges (selbst�ndiges) Erwerbseinkommen erzielt hat. Dies wirft die Frage auf, ob den allenfalls invalidisierenden Auswirkungen der somatoformen Schmerzst�rung auf die Arbeitsf�higkeit des Versicherten nicht ein sekund�rer Krankheitsgewinn in Form einer Rente entgegen steht.
In erwerblicher Hinsicht ist festzuhalten, dass die Vorinstanz mit Recht das Valideneinkommen als Automechaniker angenommen hat. Der Beschwerdef�hrer hat sich bereits im Jahr 1994 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet und bezog seither Taggelder. Unter diesen Umst�nden kann es nicht angehen, dass die Invalidenversicherung f�r die Kosten einer letztlich erfolglosen Zusatzausbildung aufkommt und das Einkommen, welches die versicherte Person dank dieser an sich zu Unrecht bezahlten Ausbildung h�tte verdienen k�nnen, als Valideneinkommen ber�cksichtigt wird. Richtig hat das kantonale Gericht ferner entschieden, der leidensbedingte Abzug (vgl. BGE 126 V 78 ff. Erw. 5) k�nne im vorliegenden Fall h�chstens 10 % betragen. Zu beachten ist in dieser Hinsicht, dass ein h�herer Abzug jedenfalls nicht gerechtfertigt w�re, da davon auszugehen ist, dass selbst wenn sie objektiv erstellt w�re, eine reduzierte Leistungsf�higkeit bereits in die Annahme einer bloss 35,7 %igen Arbeitsf�higkeit eingeflossen ist.
7.1 Die blosse M�glichkeit einer Schlechterstellung der beschwerdef�hrenden Partei infolge Aufhebung des angefochtenen Entscheides oder der Verwaltungsverf�gung verbunden mit R�ckweisung zu erg�nzender Sachverhaltsfeststellung sowie zu neuer Beurteilung der Sache gilt gem�ss st�ndiger Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts nicht als reformatio in peius (ARV 1995 Nr. 23 S. 138 Erw. 3a mit Hinweis auf ZAK 1988 S. 615 Erw. 2b), es sei denn, die R�ckweisung an die Verwaltung habe mit Sicherheit eine Verschlechterung der Rechtsstellung des Beschwerdef�hrers zur Folge (ARV 1995 Nr. 23 S. 139 Erw. 3b).
7.2 Da f�r den Rentenanspruch des Beschwerdef�hrers als solchen sowie f�r dessen Umfang das Ergebnis der notwendigen Aktenerg�nzung von ausschlaggebender Bedeutung ist, erscheint es zwar m�glich, dass im R�ckweisungsverfahren dem Beschwerdef�hrer keine oder eine geringere Rente gew�hrt wird als die vom kantonalen Gericht zugesprochene Dreiviertelrente. Mit Sicherheit steht dieser Verfahrensausgang aber nicht fest, weshalb dem Beschwerdef�hrer nicht Gelegenheit zum R�ckzug der Verwaltungsgerichtsbeschwerde infolge drohender reformatio in peius gegeben werden muss.
Gem�ss dem vom Beschwerdef�hrer mit seinem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung eingereichten Versicherungsausweis der EGK-Gesundheitskasse Luzern hat er bei seiner Krankenkasse eine Patienten-Rechtsschutz-Versicherung als Zusatzversicherung abgeschlossen, welche bei Krankheit und Unfall Anwalts- Expertise-, Gerichts- und Verfahrenskosten sowie Prozessentsch�digungen und Inkassokosten bis max. Fr. 250'000.- deckt. Nach erfolgter Abkl�rung, dass diese Versicherung die Anwaltskosten des vorliegenden Sozialversicherungsprozesses nicht �bernimmt, kann dem Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung entsprochen werden, weil die Bed�rftigkeit nach den eingereichten Unterlagen ausgewiesen ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen ist und die Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanw�ltin geboten war (BGE 125 V 372 Erw. 5b mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 3. August 2005 und der Einspracheentscheid der IV-Stelle Luzern vom 5. Februar 2004 werden aufgehoben und die Sache wird an die IV-Stelle Luzern zur�ckgewiesen, damit sie nach erg�nzender Sachverhaltsabkl�rung im Sinne von Erw. 5 �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente neu entscheide.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanwalt Bruno H�fliger, Luzern, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der Ausgleichskasse Luzern und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 17. November 2006
Die Pr�sidentin der II. Kammer: Der Gerichtsschreiber: