Source: https://forumnachhaltigeimmobilien.com/2019/03/29/die-teilabnahme-beim-bauvertrag-nur-bei-klarer-vereinbarung/
Timestamp: 2019-04-26 03:37:19
Document Index: 192406811

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 641', 'BGH']

Die Teilabnahme beim Bauvertrag – nur bei klarer Vereinbarung – Forum Nachhaltige Immobilien
Verfasst von Dr. Elmar BickertVeröffentlicht am 29. März 2019 1. April 2019
Zum Architekten- und Ingenieurvertrag hatte der BGH zuletzt herausgestellt, dass eine Teilabnahme eine vertragliche Vereinbarung voraussetzt, in welcher der Wille des Bauherrn zur Vorwegnahme der schwerwiegenden Folgen der Abnahme klar zum Ausdruck kommen muss.
Siehe schon: Planung, Überwachung und Baubetreuung – Zur Unwirksamkeit von Verjährungsklauseln und zur Teilabnahme bei Architekten- und Ingenieurverträgen
Siehe aber auch zur Teilabnahme nach der gesetzlichen Neuregelung zum Architekten- und Ingenieurrecht 2018
Nach den gesetzlichen Vorschriften begründet die Abnahme die Zäsur zwischen Herstellungsphase einerseits und Gewährleistungsphase andererseits. Mit der Abnahme
geht die Leistungsgefahr auf den Auftraggeber über (siehe dazu schon hier: BGH bestätigt Mangelhaftung des Bauunternehmers für Funktionsdefizite unabhängig vom Verschulden),
geht die Beweislast für das Vorliegen von Mängeln auf den Auftraggeber über,
sind nicht mehr Erfüllungs-, sondern Nacherfüllungs- bzw. sonstige Gewährleistungsansprüche einschlägig (Mängelrechte vor Abnahme? BGH erlässt Grundsatzurteil zum BGB-Bauvertrag).
Der BGH hat nun auch zum Bauvertrag nochmals klargestellt, dass Teilabnahmen im Sinne von § 641 Abs. 1 Satz 2 BGB eine entsprechende vertragliche Vereinbarung hierüber voraussetzen.
Dem Auftragnehmer obliegt die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen einer vereinbarten Teilabnahme.
Der Wille des Auftraggebers zur Teilabnahme muss wegen ihrer gravierenden Folgen klar zum Ausdruck kommen.
Regelmäßig kann allein dem Weiterbau im Rahmen eines Bauvorhabens kein Erklärungswert beigemessen werden. Insbesondere auch die Beauftragung und Durchführung von Nachfolgegewerken lässt allein nicht den Schluss auf den Willen des Auftraggebers zu, eine Teilabnahme der Leistungen des Auftragnehmers zu erklären.
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