Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.01.2011&Aktenzeichen=IX%20ZR%2058%2F10
Timestamp: 2019-03-26 21:37:32
Document Index: 306279320

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 129', '§ 131', '§ 129', '§ 131', '§ 131', '§ 129', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.01.2011 - IX ZR 58/10 - dejure.org
BGH, 20.01.2011 - IX ZR 58/10
InsO § 129 Abs. 1, § 131 Abs. 1
§ 129 Abs 1 InsO, § 131 Abs 1 InsO
Insolvenzanfechtung: Direktzahlung des Endmieters an den Vermieter auf Anweisung des zahlungsunfähigen Zwischenmieters
Gewährung einer inkongruenten Deckung durch eine auf Anweisung des zahlungsunfähigen Zwischenmieters erfolgten Direktzahlung eines Endmieters an den Vermieter
Gläubigerbenachteiligung durch Direktzahlung des Endmieters an Vermieter auf Anweisung des zahlungsunfähigen Zwischenmieters
Anfechtbare Direktzahlung des Endmieters an den Vermieter bei zahlungsunfähigem Zwischenmieter; Gläubigerbenachteiligung; inkongruente Deckung
Auf Anweisung des zahlungsunfähigen Zwischenmieters erfolgte Direktzahlung des Endmieters an den Vermieter als inkongruente, gläubigerbenachteiligende Deckung
Gläubigerbenachteiligung bei Zwischenmiete
Der zahlungsunfähige Zwischenmieter
Mietrecht - Zwischenmieter zahlungsunfähig - Direktzahlung des Endmieters zulässig?
InsO § 131 Abs. 1, § 129 Abs. 1
Insolvenzanfechtung von Direktzahlungen des Untermieters an den Vermieter
Insolvenzanfechtung bei Direktzahlungen des Endmieters an Vermieter! (IMR 2011, 165)
AG Albstadt, 31.07.2009 - 1 C 645/08
LG Hechingen, 17.03.2010 - 3 S 38/09
NJW-RR 2011, 630
ZIP 2011, 438
NZI 2011, 141
NZM 2011, 408
WM 2011, 371
DB 2011, 2915
Eine Gläubigerbenachteiligung liegt vor, wenn die Rechtshandlung entweder die Schuldenmasse vermehrt oder die Aktivmasse verkürzt und dadurch den Zugriff auf das Vermögen des Schuldners vereitelt, erschwert oder verzögert hat, sich somit die Befriedigungsmöglichkeiten der Insolvenzgläubiger ohne die Handlung bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise günstiger gestaltet hätten (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 12;… vom 17. März 2011 - IX ZR 166/08, WM 2011, 803 Rn. 8;… vom 29. September 2011 - IX ZR 74/09, WM 2011, 2293 Rn. 6; ständige Rechtsprechung).
Eine Verkürzung der Masse kann insbesondere dann eintreten, wenn eine dem Schuldner zustehende Forderung durch Zahlung an einen Dritten getilgt wird, weil der Schuldner für die Befriedigung des Zahlungsempfängers einen Vermögensgegenstand aufgibt, der anderenfalls den Gläubigern insgesamt zur Verfügung gestanden hätte (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, NZI 2011, 141 Rn. 12).
Für hypothetische, nur gedachte Kausalverläufe ist insoweit kein Raum (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, NZI 2011, 141 Rn. 14).
Befriedigungen, die nicht in der Art erbracht werden, in der sie geschuldet sind, gewähren eine inkongruente Deckung im Sinne von § 131 Abs. 1 InsO (BGH, Beschluss vom 6. Juni 2002 - IX ZR 425/99, ZInsO 2002, 766;… Urteil vom 16. Oktober 2008 - IX ZR 2/05, NZI 2009, 55 Rn. 13; vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, NZI 2011, 141 Rn. 17).
Die Insolvenzgläubiger benachteiligende nicht geschuldete Direktzahlungen, die ein Dritter auf Anweisung des Schuldners erbringt, sind deswegen dem Empfänger gegenüber als inkongruente Deckung anfechtbar (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011, aaO).
Derartige Direktzahlungen sind zudem besonders verdächtig, wenn sie - wie auch hier - an einen Zahlungsverzug des Auftragnehmers und Käufers und damit typischerweise an dessen Liquiditätsschwierigkeiten anknüpfen (BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2008, aaO Rn. 13; vom 20. Januar 2011, aaO).
Für hypothetische, nur gedachte Kausalverläufe ist insoweit kein Raum (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 14;… vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, WM 2014, 1588 Rn. 13;… vom 4. Februar 2016 - IX ZR 77/15, WM 2016, 518 Rn. 17).
Für hypothetische, nur gedachte Kausalverläufe ist insoweit kein Raum (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 14;… vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, WM 2014, 1588 Rn. 13;… vom 4. Februar 2016 - IX ZR 77/15, WM 2016, 518 Rn. 17;… vom 9. Juni 2016 - IX ZR 153/15, WM 2016, 1455 Rn. 30).
Danach ist für nur gedachte Kausalverläufe kein Raum (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, NZI 2011, 141 Rn. 14;… vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, ZIP 2014, 1595 Rn. 13).
Ein Bargeschäft setzt eine Vereinbarung zwischen Schuldner und Anfechtungsgegner über die beiderseits zu erbringenden Leistungen voraus, die im Fall einer inkongruenten Deckung - einer Leistung, die so nicht geschuldet war (§ 131 Abs. 1 InsO) - gerade fehlt (st. Rspr. des BGH 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05 - Rn. 10; 8. März 2007 - IX ZR 127/05 - Rn. 22; 7. Mai 2009 - IX ZR 140/08 - Rn. 13; 11. Februar 2010 - IX ZR 104/07 - Rn. 29; 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10 - Rn. 18) .
Für hypothetische, nur gedachte Kausalverläufe ist insoweit kein Raum (BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 14;… vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, WM 2014, 1588 Rn. 13;… vom 4. Februar 2016, aaO Rn. 17;… vom 9. Juni 2016 - IX ZR 153/15, WM 2016, 1455 Rn. 30).
Wird die Zulassung, wie hier, nicht im Tenor beschränkt, kann eine Zulassungsbeschränkung nur dann angenommen werden, wenn aus den Gründen klar und eindeutig hervorgeht, dass das Berufungsgericht die Möglichkeit einer Nachprüfung im Revisionsverfahren nur wegen eines abtrennbaren Teils seiner Entscheidung eröffnen wollte (vgl. BGH…, Beschluss vom 14. Mai 2008 - XII ZB 78/12, NJW 2008, 2351 Rn. 16;… Urteil vom 30. September 2010 - IX ZR 178/09, ZInsO 2010, 2089 Rn. 6; vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 5;… vom 25. April 2013 - IX ZR 62/12, ZInsO 2013, 1081 Rn. 7).
(2) Anders verhält es sich, wenn der Gläubiger weitergehend verlangt, dass durch die Kongruenzvereinbarung in seiner Person ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Dritten erzeugt wird (vgl. BGH, Urteil vom 21. April 2005 - IX ZR 24/04, WM 2005, 1033, 1034; vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10, WM 2011, 371 Rn. 13).
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