Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201965,%20Seite%202397
Timestamp: 2020-02-20 19:08:37
Document Index: 156160557

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.09.1965 - VI ZR 94/64 - dejure.org
BGH, 28.09.1965 - VI ZR 94/64
https://dejure.org/1965,2675
BGH, 28.09.1965 - VI ZR 94/64 (https://dejure.org/1965,2675)
BGH, Entscheidung vom 28.09.1965 - VI ZR 94/64 (https://dejure.org/1965,2675)
BGH, Entscheidung vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 (https://dejure.org/1965,2675)
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NJW 1965, 2397
MDR 1966, 139
VersR 1965, 1102
Da der Grund der besonderen Regelung der Tierhalterhaftung - wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 = aaO ausgesprochen hat - in der Unberechenbarkeit des Verhaltens eines Tieres und der dadurch hervorgerufenen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter liegt, muss der Tierhalter für all das einstehen, was infolge dieser tierischen Unberechenbarkeit an Schaden entsteht.
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der von der Beklagten vorgelegten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 28.09.1965 (abgedruckt in: NJW 1965, S. 2397).
Sowohl das Reichsgericht als auch der Bundesgerichtshof haben deshalb außer dem Kausalzusammenhang zwischen einem tierischen Verhalten und dem Schaden immer geprüft, ob der Schaden auf eine "spezifische" Tiergefahr (so RGZ 60, 65, 69; Senatsurteil vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 = VersR 1975, 522) oder auf eine "eigentliche" (so RGZ 141, 406, 407) bzw. "typische" Tiergefahr (so Senatsurteile vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 = VersR 1965, 1102, 1103 und vom 13. November 1973 - VI ZR 152/72 = VersR 1974, 356) zurückzuführen ist.
Da der Grund der besonderen Regelung der Tierhalterhaftung - wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 = aaO ausgesprochen hat - in der Unberechenbarkeit des Verhaltens eines Tieres und der dadurch hervorgerufenen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter liegt, muß der Tierhalter für all das einstehen, was infolge dieser tierischen Unberechenbarkeit an Schaden entsteht.
Sie endet zwar nicht mit dem Entlaufen des Tieres, weil gerade darin die besondere Tiergefahr sich verwirklicht (BGH, Urteil v. 28. September 1963 - VI ZR 94/64 - NJW 1965, 2397), jedoch in dem Zeitpunkt, in dem der bisherige Halter oder Mithalter die tatsächliche Herrschaft über das Tier tatsächlich einem anderen vollständig überläßt.
Zum unberechenbaren Tierverhalten zählen insbesondere auch abweichende Verhalten, namentlich das Losreißen (OLG Köln, VersR 1972, 177 (178)) und auch das Beißen eines Hundes (BGH, NJW 1965, 2397; NJW 1983, 1311; OLG Stuttgart, VersR 1978, 1123 (1124)).