Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20231/94
Timestamp: 2019-05-22 07:54:56
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1581', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 1581', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 2']

BGH, 15.11.1995 - XII ZR 231/94 - dejure.org
BGH, 15.11.1995 - XII ZR 231/94
https://dejure.org/1995,200
BGH, 15.11.1995 - XII ZR 231/94 (https://dejure.org/1995,200)
BGH, Entscheidung vom 15.11.1995 - XII ZR 231/94 (https://dejure.org/1995,200)
BGH, Entscheidung vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 (https://dejure.org/1995,200)
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Unterhalsverpflichteter - Einkommensanrechnung - Arbeitslosigkeit
BGB § 1581; ZPO § 323
Rechtsfolgen der Arbeitslosigkeit des Unterhaltsschuldners
NJW 1996, 517
MDR 1996, 281
NJ 1996, 421
FamRZ 1996, 345
Diesem ist - im Gegensatz zu Erwachsenen - wegen seines Alters von vornherein die Möglichkeit verschlossen, durch eigene Anstrengungen zur Deckung seines notwendigen Lebensbedarfs beizutragen (Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346 f. mwN).
BGH, 22.01.2014 - XII ZB 185/12
Leistungsfähigkeit beim Kindesunterhalt: Reale Beschäftigungschance bei …
aa) Das Oberlandesgericht ist noch zutreffend davon ausgegangen, dass die Darlegungs- und Beweislast für seine mangelnde Leistungsfähigkeit beim Unterhaltspflichtigen liegt, was auch für das Fehlen einer realen Beschäftigungschance gilt (…vgl. Senatsurteile vom 18. Januar 2012 - XII ZR 178/09 - FamRZ 2012, 517 Rn. 30; vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 346 …und vom 30. Juli 2008 - XII ZR 78/08 - FamRZ 2008, 2104 Rn. 24; BVerfG FamRZ 2008, 1145, 1146, jeweils betreffend den Ehegattenunterhalt).
b) Für (gleichrangige) Kinder ist insoweit ein Betrag in Höhe von 135 % des Regelbetrags nach der Regelbetrag-Verordnung zugrunde zu legen (in Abweichung von u.a. Senatsurteilen BGHZ 104, 158 ff.; vom 11. Januar 1995 - XII ZR 122/93 - FamRZ 1995, 346 ff.; vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345 ff.; und vom 16. April 1997 - XII ZR 233/95 - FamRZ 1997, 806).
Denn die Bemessung des Kindesunterhalts nach Tabellenwerten rechtfertige es auch im echten Mangelfall nicht, den Unterhalt des Ehegatten auf einen Mindestbedarfssatz zu erhöhen, weil sich dies zu Lasten der als besonders schutzwürdig anzusehenden Kinder auswirke (Senatsurteile vom 14. Januar 1987 - IVb ZR 93/85 - FamRZ 1987, 266, 267; BGHZ 104, 158, 168; vom 11. Januar 1995 - XII ZR 122/93 - FamRZ 1995, 346, 347; vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346 und vom 16. April 1997 - XII ZR 233/95 - FamRZ 1997, 806, 808).
Dieser Beurteilung kann nicht mehr uneingeschränkt mit dem Argument begegnet werden, eine drohende Verkürzung der Unterhaltsansprüche von Ehegatten sei grundsätzlich hinzunehmen, während eine solche gegenüber den Unterhaltsansprüchen minderjähriger Kinder u.a. deshalb nicht gerechtfertigt erscheine, weil ihnen - im Gegensatz zu Erwachsenen - wegen ihres Alters von vornherein jede Möglichkeit verschlossen sei, durch eigene Anstrengungen zur Deckung ihres notwendigen Lebensbedarfs beizutragen (vgl. Senatsurteil vom 15. November 1995 aaO S. 346 f. m.w.N.).
Auch wenn eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse vorliegt, ist die Entscheidung unter Wahrung ihrer Grundlagen anzupassen (st. Rspr. vgl. Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345; vgl. jetzt auch § 323 Abs. 4 ZPO).
Der Senat hat diese Frage bislang offen gelassen (Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 347).
Nur diese wahrt bei der Abänderung eines Versäumnisurteils wegen veränderter Einkommensverhältnisse die Rechtskraft des abzuändernden Versäumnisurteils (offen gelassen noch im Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 347).
Dies hat der Senat für streitige Urteile wegen der zu wahrenden Rechtskraft aber stets abgelehnt (st. Rspr. vgl. Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345).
b) Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen einem Unterhaltspflichtigen, der krankheitsbedingt seinen früheren Arbeitsplatz aufgegeben hat und nunmehr erheblich weniger verdient als zuvor, ein höheres fiktives Erwerbseinkommen zugerechnet werden kann (im Anschluß an Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345).
Dabei wird insbesondere eine Rolle spielen, ob der Beklagte angesichts der Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt und seiner persönlichen Eigenschaften (Alter, Gesundheitszustand und ähnliches) überhaupt eine reale anderweitige Beschäftigungschance hatte und ob ihm gegebenenfalls die Aufgabe seiner bisherigen Tätigkeit angesichts seines Gesundheitszustandes zumutbar war (vgl. - für den Fall des Unterhaltsbedürftigen - BGH, Urteile vom 1. April 1987 - IVb ZR 33/86 - FamRZ 1987, 691, 693; vom 8. April 1987 - IVb ZR 39/86 - FamRZ 1987, 912, 913 jeweils m.w.N.; - für den Fall des Unterhaltspflichtigen - Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346; OLG Hamm, FamRZ 1998, 623;… Kalthoener/Büttner/Niepmann, Die Rechtsprechung zur Höhe des Unterhalts 8. Aufl. Rdn. 622;… Heiß/Heiß, Unterhaltsrecht I 3. Kap. Rdn. 170;… Wendl/Scholz, Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis 5. Aufl. § 2, Rdn. 145).
Vielmehr kommt es auch insofern vorwiegend auf die individuellen Verhältnisse an, die vom Familiengericht aufgrund des - ggf. beweisbedürftigen - Parteivortrags und der offenkundigen Umstände umfassend zu würdigen sind (vgl. auch Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/91 - FamRZ 1996, 345, 346 mwN zur entsprechenden Lage beim Unterhaltspflichtigen).
Die zunächst noch offengelassene Frage, ob dies im Hinblick auf die Übung, auch die konkurrierenden Unterhaltsansprüche der Kinder nach Tabellenwerten zu bemessen und in die Berechnung einzustellen, auch in einem sogenannten echten Mangelfall gelte, der durch die mangelnde Fähigkeit des Unterhaltsverpflichteten gekennzeichnet sei, den ungedeckten Unterhaltsbedarf gleichrangiger Unterhaltsberechtigter zu decken (…vgl. Urteil vom 11. Januar 1995 a.a.O. S. 347), hat der Senat inzwischen ebenfalls im obigen Sinne entschieden (Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346 f.) [BGH 15.11.1995 - XII ZR 231/94].
Denn die Bemessung des Kindesunterhalts nach Tabellenwerten rechtfertigt es auch im echten Mangelfall nicht, den Unterhalt des geschiedenen Ehegatten auf einen Mindestbedarfssatz zu erhöhen, weil dies im Ergebnis zu einer nicht gerechtfertigten Verzerrung des Verhältnisses der einzelnen Unterhaltsansprüche zu Lasten der Kinder führen würde, die im Gegensatz zu Erwachsenen ihren eigenen Lebensbedarf auch nicht teilweise decken können und daher besonders schutzwürdig sind (Senatsurteil vom 15. November 1995 a.a.O.).
Erst in einer weiteren vierten Stufe ist das im Rahmen der Mangelverteilung gewonnene Ergebnis darauf zu überprüfen, ob im konkreten Einzelfall die Aufteilung des verfügbaren Einkommens auf die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigte Ehefrau - auch im Hinblick auf dieser evtl. anzurechnende eigene Einkünfte - insgesamt billig und angemessen ist (§ 1581 BGB; vgl. zuletzt Senatsurteil vom 15. November 1995 a.a.O. S. 347 m.w.N.).
Zum anderen müssen die zur Erfüllung der Unterhaltspflichten erforderlichen Einkünfte für den Verpflichteten objektiv überhaupt erzielbar sein, was von seinen persönlichen Voraussetzungen wie beispielsweise Alter, beruflicher Qualifikation, Erwerbsbiographie und Gesundheitszustand und dem Vorhandensein entsprechender Arbeitsstellen abhängt (vgl. BVerfGK 7, 135 ; 9, 437 ; BGH, Urteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 -, juris Rn. 18; BGH…, Urteil vom 30. Juli 2008 - XII ZR 126/06 -, juris Rn. 22).
Um seiner Darlegungs- und Beweislast für hinreichende Bemühungen zu genügen, muß der Unterhaltspflichtige auch in nachprüfbarer Weise vortragen, welche Schritte er im einzelnen unternommen hat, um eine Arbeitsstelle zu finden (Senatsurteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346).
BGH, 21.01.1998 - XII ZR 117/96
Bemessung des Betreuungsunterhalts; Anrechnung der Einkünfte aus …
Eine solche Vorgehensweise entspricht nicht der gesetzlichen Regelung (ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. u.a. BGHZ 104, 158, 168 [BGH 13.04.1988 - IVb ZR 34/87] = FamRZ 1988, 705, 708; Urteil vom 11. Januar 1995 - XII ZR 122/93 - FamRZ 1995, 346, 347; Urteil vom 15. November 1995 - XII ZR 231/94 - FamRZ 1996, 345, 346 [BGH 15.11.1995 - XII ZR 231/94]; Urteil vom 16. April 1997 - XII ZR 233/95 - FamRZ 1997, 806, 808).
BGH, 09.06.2004 - XII ZR 277/02
Unterhaltsberechnung bei Bestimmung der ehelichen Lebensverhältnisse durch …
BVerfG, 11.03.2010 - 1 BvR 3031/08
BVerfG, 18.03.2008 - 1 BvR 125/06
Verletzung der wirtschaftlichen Handlungsfreiheit iSv Art 2 Abs 1 GG durch …
BVerfG, 16.04.2008 - 1 BvR 2253/07
Annahme einer fiktiven Leistungsfähigkeit bei unzureichender Arbeitssuche; …
OLG Köln, 12.02.1997 - 14 WF 14/97
Anforderungen an die Bemühungen des Unterhaltsverpflichteten um Arbeit; Darlegung …
OLG Dresden, 06.02.2003 - 10 UF 771/02
Ersatzhaftung; Leistungsfähigkeit; Selbstbehalt
OLG Hamm, 30.06.2004 - 11 UF 184/03
Auswirkungen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des …
BVerfG, 20.11.2006 - 1 BvR 346/06
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Beurteilung der Erfolgsaussicht der …
OLG Hamm, 30.06.2004 - 11 UF 184/02
Verpflichtung zu rückwirkenden Unterhaltszahlungen im Fall der Eröffnung eines …
OLG Hamm, 09.06.2004 - 11 UF 184/02
Verurteilung zur Zahlung rückständigen Kindesunterhalts; Eröffnung des …
OLG Hamm, 12.04.2002 - 11 WF 1/02
OLG Brandenburg, 06.02.2007 - 10 UF 157/06
Abänderungsklage des minderjährigen Kindes auf Erhöhung titulierten Unterhalts: …
OLG Hamm, 12.11.1999 - 11 UF 151/99
OLG Jena, 16.10.2003 - 1 UF 101/03
Kindesunterhalt, Leistungsunfähigkeit, Umschulung, Interessenabwägung
OLG Hamm, 03.03.2010 - 5 UF 145/09
Umfang der Erwerbsobliegenheit des Unterhaltsberechtigten; Erwerbschancen einer …
OLG Hamm, 30.07.2007 - 8 UF 90/07
Zur Leistungsfähigkeit des zum Kindesunterhalt Verpflichteten nach Aufgabe einer …
OLG Hamm, 24.03.2004 - 11 UF 48/04
Gewährung von Kindesunterhalt - zum Nachweis der fehlenden bzw. eingeschränkten …
OLG Brandenburg, 13.11.2007 - 10 UF 88/07
Kindesunterhalt: Zurechnung eines fiktiven Einkommens
OLG Jena, 11.03.2005 - 1 UF 391/04
Unterhalt des minderjährigen Kindes: Leistungsunfähigkeit des …
OLG Hamm, 07.02.2003 - 9 UF 314/01
Anforderungen an die Bemühungen eines arbeitslosen Unterhaltsschuldners um Arbeit
OLG Brandenburg, 22.04.2002 - 10 WF 57/01
Umfang der einem Anwalt erteilten Prozessvollmacht hinsichtlich Scheidungsfolgen …
OLG Brandenburg, 15.12.2005 - 10 WF 287/05
Minderjährigenunterhalt: Fiktive Zurechnung des früher erzielten Einkommens des …
KG, 22.10.1997 - 3 UF 1976/97
Hinderung an der Einlegung eines Rechtsmittels wegen Mittellosigkeit; …
OLG Saarbrücken, 26.08.1999 - 6 UF 46/99
RMaßgebliches Verfahrensrecht Abänderung der Entscheidung über den Regelunterhalt …
OLG Köln, 08.08.1997 - 4 WF 202/97
VGH Bayern, 12.10.2012 - 14 B 11.780
Die Anrechnung eines nachehelichen Unterhaltsanspruchs wegen Erwerbslosigkeit auf …
KG, 08.01.2003 - 3 UF 213/02
Kindesunterhalt: Voraussetzungen für die Zurechnung fiktiver Einkünfte im …
OLG Karlsruhe, 25.01.2002 - 16 UF 127/01
Bemessung der Höhe von Kindesunterhalt
OLG Dresden, 09.08.1999 - 20 WF 386/99
Kriterien zur Feststellung des Fehlens einer die Leistungsfähigkeit des …
OLG Dresden, 21.05.1997 - 20 UF 17/97
Unterhaltsverpflichtung für ein Kind während der Dauer eines Scheidungsverfahrens …
OLG Frankfurt, 26.01.2007 - 3 UF 75/06
Rückforderung von Unterhaltsvorschussleistungen vom Kindsvater
KG, 13.10.2004 - 3 UF 57/04
Kindesunterhalt: Prüfung des erzielbaren Arbeitseinkommens im Rahmen der …
OLG Brandenburg, 18.05.2000 - 9 UF 238/99
Abänderung einer gerichtlichen Entscheidung; Unterhaltsansprüche und …