Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-29783-4_27
Timestamp: 2018-07-16 16:53:33
Document Index: 48448452

Matched Legal Cases: ['§ 216', '§ 218', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 617', '§ 195', '§ 212', '§ 214', '§ 212', '§ 199']

Rechtsstellung des Erben | Springer for Research & Development
Römisches Privatrecht pp 337-346 | Cite as
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 2/3)
Über die sog. bonorum possessio decretalis (Ulp. D. 38, 9, 1, 7), die anscheinend nicht nach den Normen des Edikts, sondern auf Grund einer individuellen Würdigung des Einzelfalles und demnach wohl erst nach näherer Prüfung erteilt wurde, vgl. VANOEROW: Pand. II 7211f.; LEIST b. GLÜCK: Komm. z. d. Pand. 37, 38 II 193ff., 264ff.; SCHIRM ER: Erbr. I 82ff, und (auf inter¬polationenkrit. Grundlage) SOLAZZI: Arch. giur. 100, 17ff.Google Scholar
Einjährige Ersitzungsfrist auch für NachlaBgrundstücke: Gai. 2, 54.Google Scholar
Gai. 4, 34; vgl. LENEL: Ed. perp. 3 182f. I FRANCKE: Kommentar üb. d. Pandektentitel de her, pet., 1864; LAMMraoMM: Z. Gesch. d. Erbschaftskl., 1887; BESELER: Beitr. IV 4ff.; LENEL: ZSSt. 46,1 ff.; Ed. perp. 3176ff.; G. LONG}O Riv. ital. sc. giur.Google Scholar
NS 4, 171ff.; L’hereditatis petitio (Studi di dir. priv. 11, 1933); PEROZZI: Ist. II2 643ff.; SIBER: Röm. R. I1389ff.; BONFANTE: Corso dir. rom. VI 424ff.Google Scholar
Über die der her, pet. nachgebildete Klage des Universalfideikommissars (her. pet. fidei-commissaria) vgl. LENEL: Ed. perp. a 183ff.; über die sog. her. pet. Possessoria des bonorum possessor s. u. § 216, 1.Google Scholar
Über das Verhältnis der her. pet. zu den Einzelklagen, die dem Erben aus den ererbten Rechten (Eigentum, Forderungsrechte usw) zustanden, vgl. DERNBURa: D. Verhältnis d. her. pet. zu den erbschaftlichen Singularklagen, 1852; LEVY: Konkurrenz d. Aktionen u. Personen I 122ff.; SIBER: Röm. R. II 393ff.Google Scholar
Über die (nicht überlieferte) ProzeBformel der her. pet. vgl. LENEL: Ed. perp. 6 176ff. (mit Lit.); dazu G. LONGO: L’hereditatis petitio 20ff.Google Scholar
Vgl. bes. LENEL: ZSSt. 46, 4ff. Nach D. 5, 3, 11 könnte es freilich den Anschein haben, als ob auch derjenige Erbschaftsbesitzer, der wider besseres Wissen Erbe zu sein behauptet, ein possessor pro herede (und nicht pro possessore) sei; die Stelle ist jedoch sicher in entstellter Form überliefert.Google Scholar
Ulp. D. 5, 3, 13, 15. Der Begriff der possessio iuris dürfte hier und sonst im Bereich der her. pet. unklassisch sein; vgl. zuerst DI MARZO: Studi Moriani II 25ff.Google Scholar
Es handelt sich um eine vindicatio caducorum (vgl. § 218, 3) zugunsten des aerarium populi Romani; die Erwähnung des fiscus im Texte des Senatsbeschlusses wird auf Grund des späteren Rechtszustands interpoliert sein.Google Scholar
Ob das senatus consultum von vornherein auch auf private Erbschaftsprozesse betraf und ob, wenn dies nicht der Fall war, schon die klassische Jurisprudenz seine Vorschriften auch auf solche Prozesse bezog, ist äußerst bestritten und noch nicht endgültig aufgeklärt. WLASSAK: Anklage u. Streitbefestigung 153ff. (dem Jöxs: i. d. Voraufl. 238f. und G. LONGO: L’hereditatis petitio 104 beitreten) vermutet, daß der überlieferte Text des senatus consultum aus zwei ver¬schiedenen Stücken zusammengesetzt sei, von denen sich das eine (§ 6a u. 6d) auf den o. Anm.Google Scholar
erwähnten Rechtsstreit des Ärars bezogen, das andere dagegen allgemeine Vorschriften für private Erbschaftsprozesse enthalten habe; dies ist jedoch nicht wahrscheinlich, vgl. LEWALD: ZSSt. 48, 639f. Noch minder glaubhaft ist die Ansicht von DÉNOYEZ: Le sénatus-consulte Juventien, 1926, der ganze § 6c sei interpoliert und die Regelung des senatus consultum ursprüng¬lich nur für fiskalische Prozesse bestimmt gewesen, dann aber zuerst in den Provinzen, später in Rom, auch für die Behandlung privater Erbschaftstreitigkeiten maßgebend geworden; hierzu LEwALD: Z SSt. 48, 640f., 642.Google Scholar
ESELER: Beitr. IV 13ff hingegen, dem SreEa: Röm. R. II 389ff. im wesentlichen folgt und dessen Meinung auch LEwALD: ZSSt. 48, 642 zuneigt, hält nur die auf den ordentlichen Prozeß unter Privaten anspielende Erwähnung der litis contestatio in § 6c für interpoliert, glaubt aber, daß die Grundsätze des senatus consultum in klassischer Zeit stets auf den fiskalischen Prozeß beschränkt geblieben seien, und muß von diesem Standpunkt aus Ulp. D. 5, 3, 20, 9 und Antoninus Pius C. 3, 31, 1 pr., zwei Stellen, die ausdrücklich die An¬wendbarkeit des senatus consultum auf Privatprozesse bezeugen, als interpoliert aus dem Wege räumen. Eine derart radikale Textkritik vermeidet wiederum APPLETON: RH. 4. Ser., 9, 1ff. durch die — freilich auch recht zweifelhafte — Annahme, daß die Kompilatoren das luven¬tianum (nach A. kein eigentlicher Senatsbeschluß) mit dem bei Gai. 2, 57 erwähnten Senatus¬konsult verwechselt und auf diese Weise unabsichtlich die Erstreckung der juventianischen Grundsätze herbeigeführt hätten. — Nur eine erneute eindringende Untersuchung der spat-klassischen Kasuistik kann weiterführen; auf Grund einer Prüfung dieses Materials ist neusten G. LONGO: L’her. pet. 108ff.) zu der Auffassung gelangt, daß schon das klassische Recht die juventianischen Grundsätze auf Privatprozesse angewendet habe.Google Scholar
Der entscheidende Schlußteil von D. 5, 3, 40 pr. ist freilich nachklassischer Überarbeitung stark verdächtig.Google Scholar
Lit, bei WIND3cHEID-KrPP: Pand. III 9 557 (§ 617): vgl. LEVEL: Ed. perp. 3 452.Google Scholar
Wenn nämlich verschiedene Personen zur zivilen Erbfolge und zur bonorum possession berufen waren. Der zivile Erbe unterlag im Interdiktenverfahren sogar dem bonorum possessor sine re (vgl. § 195, 5); er mochte sein Recht mit der hereditatis petitio geltend machen, nachdem er zunächst einmal den Nachlaß herausgegeben hatte (vgl. Ziff.2).Google Scholar
Vermöge einer besonderen Klausel des Interdikts drang der bonorum possessor auch gegen denjenigen durch, der die in seinem Besitz befindlichen Nachlaßgegenstände bereits durch usucapio pro herede ersessen hatte (§ 212, 2); dies war schon deshalb erforderlich, weil der präto¬rische Erbe die bonorum possessio infolge der sukzessiven Berufung (§ 214, 2) oft erst geraume Zeit nach dem Erbf all erlangen konnte.Google Scholar
Vgl LEVEL: Ed. perp. 3 180ff. (mit weiteren Hinweisen).Google Scholar
Vorausgesetzt, daß es sich um einen bonorum possessor cum re handelte (vgl. o. Anm.2).Google Scholar
Cels. D. 32, 80:… totam hereditatem… singulis data esse, partes gutem concursu fieri.Google Scholar
Daß der Satz schon dem Zwölftafelrecht angehöre, ist mehrfach bezweifelt worden, am entschiedensten von KoROSEL: D. Erbenhaftung n. röm. R. (Leipz. rechtswiss. Stud. 29) 52ff. Doch ist seiner radikalen Kritik nicht beizutreten; vgl. BONFANTE: Arch. giur. 100, 131 ff.; BABEL: ZSSt. 49, 584; SoLAZZI: Dir. ered. rom. I 77ff. Für KOROsEC: SIDER: Röm. R. II 399 (mit m. E. unhaltbaren weiteren Vermutungen).Google Scholar
Vgl. BONFANTE: Corso dir. röm. VI 253ff. (hier 253, Anm. 1, ältere Lit.).Google Scholar
Wer als Rechtsnachfolger des Berufenen in die noch unerledigte Berufung eintrat (§ 212, 5), ging sowohl dem Ersatzerben wie den Anwachsungsberechtigten vor.Google Scholar
Beispiel: Titius et Maevius ex parte dimidia heredes sunto; Sempronius ex parte dimidia heres esto. Fiel hier Titius weg, so wuchs sein Teil nur dem Maevius an; erst wenn sowohl Titius wie Maevius wegfielen, war Sempronius anwachsungsberechtigt.Google Scholar
Vgl. hierzu Paul. D. 50, 16, 142.Google Scholar
Beispiel: Titius ex parte dimidia heres esto, Seius ex parte, qua Titium heredem institui, heres esto; Sempronius ex parte dimidia heres esto; Iul. bei Paul. D. 50, 16, 142. Beispiel: Titius heres esto; aaius et Maevius aequis ex partibus heredes sunto; vgl. Pomp. D. 28, 5, 67.Google Scholar
Das gleiche muß im justinianischen Recht für die in demselben Stamm berufenen Aszen¬denten (§ 199, 1) gelten.Google Scholar
So, wenn der Bedachte ausschlug oder starb, oder wenn die Bedingung ausfiel, an die die Zuwendung geknüpft war. Einzelheiten können hier nicht erörtert werden. Vgl. JöRS: Üb. d. Verhältnis d. lex Iulia de maritandis ordinibus zur lex Papia Poppaea (Diss. Bonn 1882) 46f.Google Scholar
Ausnahmsweise aufrecht erhalten wurde das „ius antiquum“ für die Vorfahren und Nach¬kommen des Erblassers bis zum dritten Grade: Ulp. 18.Google Scholar
Und zwar ursprünglich das aerarium populi Romani, seit Caracalla der Fiskus; vgl. Ulp. 17, 2, vgl. zur Auslegung dieser Stelle GIRARD-v. MAYR: Gesch. u. Syst. d. röm. R. 961, Anm. 3; SCHULZ: Epitome Ulpiani ad h. 1. (mit weiteren Literaturangaben).Google Scholar
FEIN: D. Recht d. Collation, 1842; LEIST b. GLitCH: Komm. z. d. Pand. 37–38 III 201 ff. Zu Ziff. 1 u.2 vgl. ferner LENEL: Ed. perp.3 345f., 346.Google Scholar
Über das Verfahren bei der collatio dotis sind wir schlecht unterrichtet. Auch hier bildete offenbar die Verpflichtung durch Stipulation die Regel.Google Scholar
Die militia wird in dieser Beziehung nicht erwähnt, ist aber zweifellos im Sinne Justinians hinzuzufügen.Google Scholar
BONFANTE: Corso dir. rom. VI 118f., 125ff., 344ff.; Arch. giur. 100, 129ff.; SIBER: Acta academiae universalis iurisprudentiae comparativae I 986ff.; Röm. R. II396ff.; Kon dEc: D. Erbenhaftung n. röm. R. (Leipz. rechtswiss. Stud. 29,1927); BABEL: ZSSt. 49, 580ff.; A. SEORÈ: Ricerche di dir. ered. rom. 112ff., 1930; SoLAZZi: Dir. ered. rom. II 202ff.Google Scholar
Jungen Ursprung der Erbenhaftung (im honorarischen Recht!) behauptet KoROâEC: (s. o. Anm. 1). Das ist nicht haltbar; vgl. BONFANTE: Arch. giur. (s. o. Anm. 1), RABEL: (s. o. Anm 1) und A. SEGn: (s. o. Anm. 1). Die von K. 85ff. für das altrömische Zivilrecht angenommene Leichnamshaftung ist erst im 4. Jahrh. n.Chr. nachweisbar (Ambrosius, de Tobia 10), ihr römischer Ursprung keineswegs sicher; vgl. MrrTFIs: Röm. Privatr. I 98, Anm 11, dessen Beurteibmg beizutreten ist.Google Scholar
Allerdings zweifelt BONFANTE: Corso dir. rom. VI 127, ob die Unvererblichkeit der Delikts¬bußen ursprünglich sei. Sichere Anhaltspunkte für das Gegenteil bestehen jedoch nicht; vielmehr spricht die Rechtsvergleichung für eine ursprüngliche Unvererblichkeit: vgl. für das deutsche Recht v. ScnwERn: Dtsche Rechtsgesch. 2 143 und die dort Zitierten.Google Scholar
BONFANTE: Scr. giur. var. 1363ff.; Corso dir. rom. VI 354ff.; BAVIERA: Studi e documenti di storia e diritto 20, 1899, 1 ff.; Il commodum separationis 11 ff., 1901; FERRruI: Opere IV 167ff., 175ff., 183ff.; SoLAZZI: Bull. 13, 247ff.; TUaMEDET: La separazione dei beni ereditari (Sem. giur. Bologna 5, 1917; mit starker Betonung des geltenden Rechts); SISER: Röm. R. II 397; LENEL: Ed. perp.3 433. — ÍUber die gleichfalls im Edikt vorgesehene Gläubigersicherung durch Sicher¬heitsleistung des heres suspectas (d. h. des Erben, gegen den der Verdacht besteht, daß er den Nachlaß zum Schaden des Gläubigers verschlechtern werde) vgl. BONFANTE: Corso dir. rom. VI 351ff.; LENEL: Ed. perp. 3 421. — Auf die einzelnen Streitfragen, die bezüglich der separatio bonorum und der Sicherheitsleistung des heres suspectus bestehen, kann hier nicht eingegangen werden.Google Scholar
Dies führte dazu, daß sich der Erbe vielfach vor dem Erwerb der Erbschaft von den Gläu¬bigern eine Beschränkung ihrer Forderungen zusichern ließ; Ulp. D. 2, 14, 7, 17; Iul. D. 17, 1, 32; Ulp. D. 44, 4, 4 pr. Über die juristischen Gestaltungsmöglichkeiten solcher Abreden (mandatum, pactum) vgl. BONFANTE: Corso dir. rom. VI 394ff.; SoLAZZI: L’estinzione della obbligazione 179ff., 1931.Google Scholar
In einem Einzelfall (dem des miles, qui per ignorantiam hereditatem adierit) hatte schon Gordian eine auf den Nachlaß beschränkte Haftung eingeführt; vgl. Iust. C. 6, 30, 22 pr. Der Bearbeiter entscheidet sich in dem Streit um die Natur der justinianischen Erben¬haftung für die Annahme einer auf den Nachlaß als solchen, also gegenständlich beschränkten Haftung (cum viribus hereditatis). Das Gesetz Justinians ist freilich in diesem Punkte wenig klar, und die Worte in quantum res subsiantiae ad eoc devolutae valsant sprechen bei strenger Auslegung zugunsten einer Haftung in Höhe des Nachlaßwertes (pro viribus hereditatis); aber eine so wörtliche Auslegung ist bei der mangelhaften Präzision der justinianischen Gesetzes¬sprache nicht angebracht, und der Gesamtinhalt des Gesetzes zeigt deutlich, daß der Kaiser nur die Befriedigung der Gläubiger mit Mitteln des Nachlasses im Auge hatte; vgl. des näheren BONFANTE: Corso dir. rom. VI 398ff., der ebenso urteilt. Anders die herrschende Meinung, auch JöRS, der die hier vertretene Ansicht ausdrücklich ablehnt (Vorauf1.243, Anm. 3). Zweifelnd SIBER: Röm. R. II 399, Anm. 32. — Die gemeinschaftliche Praxis nahm eine gegenständlich beschränkte Haftung an (cum viribus hereditatis).Google Scholar
Im Regelfalle mußte die Errichtung des Inventars binnen 30 Tagen nach Kenntnis der Berufung zur Erbfolge begonnen und binnen weiterer 60 Tage vollendet sein.Google Scholar
Es bedurfte also insbesondere nicht — wie im gemeinen Recht — eines Vorbehalts bei der Antretung der Erbschaft.Google Scholar
Jörs P. (1935) Rechtsstellung des Erben. In: Römisches Privatrecht. Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft, vol 2/3. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-29783-4_27
Print ISBN 978-3-662-28265-6
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