Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2073/02
Timestamp: 2019-12-06 02:04:31
Document Index: 20748610

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 49', '§ 50', '§ 73', '§ 73', '§ 49', '§ 49', '§ 22', '§ 12', '§ 21', '§ 49', '§ 49', '§ 50', '§ 49', '§ 22', '§ 12', '§ 21', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 49', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 22', '§ 12', '§ 21', '§ 49', '§ 49', '§ 73', '§ 168', '§ 50', '§ 50']

BFH, 28.01.2004 - I R 73/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,826
BFH, 28.01.2004 - I R 73/02 (https://dejure.org/2004,826)
BFH, Entscheidung vom 28.01.2004 - I R 73/02 (https://dejure.org/2004,826)
BFH, Entscheidung vom 28. Januar 2004 - I R 73/02 (https://dejure.org/2004,826)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,826) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG 1997 § 21 Abs. 1 Nr. 3, § 49 Abs. 1 Nr. 6 und Abs. 2, § 50a Abs. 4 Satz 1 und 2; EStDV 1997 § 73e
Inhalt und Wirkung einer Steueranmeldung gem. § 73e EStDV 1997
Einlegung eines Rechtsbehelfs des Steuervergütungsschuldners gegen die Steueranmeldung ; Voraussetzungen für den Steuerabzug bei beschränkt Steuerpflichtigen; Annahme unterschiedlicher Einkünfte wegen verschiedener Leistungen (isolierende Betrachtungsweise); Überlassung ...
Besteuerung von Werbeverträgen beschränkt steuerpflichtiger Künstler und Sportler
BFH schafft Klarheit bei der Besteuerung beschränkt Steuerpflichtiger
Zusammenfassung von "Mehr Klarheit bei der Besteuerung beschränkt Steuerpflichtiger - Anm. zum BFH-Urt. v. 28.1.2004 - I R 73/02" von StB Dipl.-Bw.(FH) Oliver Christian Schroen, original erschienen in: NWB 2004, 2067 - 2068.
Kurznachricht zu "Beschränkte Steuerpflicht bei Rechteüberlassung durch den originären Inhaber des Rechts?" von Ole Schmidt-Heß, original erschienen in: IStR 2006, 690 - 694.
Zusammenfassung von "Stellungnahme zu dem Beitrag von Schauhoff über 'Endlich Rechtssicherheit bei der Besteuerung von Werbeverträgen mit beschränkt Steuerpflichtigen'" von VorsRiBFH Prof. Dr. Franz Wassermeyer, original erschienen in: IStR 2004, 709 - 710.
Zusammenfassung von "Endlich Rechtssicherheit bei der Besteuerung von Werbeverträgen mit beschränkt Steuerpflichtigen - Grundsatzurteil zum Quellensteuerabzug" von Dr. Stephan Schlauhoff, original erschienen in: IStR 2004, 706 - 709.
BFHE 205, 174
BB 2004, 1041
DB 2004, 1403
BStBl II 2005, 550
Überlässt ein im Ausland ansässiger Berufssportler einem anderen Rechte an seiner Person (Namensrecht, Recht am eigenen Bild), so unterliegen die dafür gezahlten Vergütungen unbeschadet des gewerblichen Charakters der Rechteüberlassung dann der "einfach" beschränkten Steuerpflicht gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG, wenn es sich um eine bloß passive Nutzungsüberlassung handelt, die im Grundsatz nicht mit aktiven Dienstleistungen verbunden ist (Anschluss und Abgrenzung von dem Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Zum anderen aber auch im Hinblick auf jene Einkünfte, welche --unbeschadet ihres als solchen gewerblichen Charakters (vgl. dazu Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550;… Gosch in Gocke/Gosch/Lang [Hrsg.], Körperschaftsteuer, Internationales Steuerrecht, Doppelbesteuerung, Festschrift für Wassermeyer, 2005, S. 263)-- aus der zeitlich begrenzten Überlassung seiner Persönlichkeitsrechte gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG 1990 resultieren und in einer inländischen Betriebsstätte verwertet wurden.
Hierunter fällt nach verbreiteter Auffassung auch die Überlassung von Persönlichkeitsrechten wie des Rechts am eigenen Bild (§§ 22 ff. des Kunsturhebergesetzes) und des Namens (§ 12 des Bürgerlichen Gesetzbuches --BGB--), da der Wortlaut des § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG 1990 keine abschließende, sondern nur eine beispielhafte Aufzählung der überlassenen Rechte enthält (Senatsurteil in BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550; FG Düsseldorf, Urteil vom 11. Dezember 2001 8 K 2521/01 E, EFG 2002, 470;… Gosch in Kirchhof, EStG, 7. Aufl., § 49 Rz 43;… anders z.B. Hidien in Kirchhof/Söhn/ Mellinghoff, a.a.O., § 49 Rz I 201 Stichwort Namensrecht; Wild/Eigelshoven/Reinfeld, DB 2003, 1867;… Muszynska/Tumpel, Die Verwertung von Rechten in inländischen Betriebsstätten in Gassner/Lang/Lechner/Schuch/Staringer [Hrsg.], Die beschränkte Steuerpflicht im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht, 2004, S. 185, 192).
Der Senat verweist dazu auf sein Urteil in BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550.
Der Senat nimmt dazu abermals auf sein Urteil in BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550 Bezug.
Für die Antragstellerin war erkennbar der Umfang der dem Steuerabzug unterliegenden Einkünfte im Streit, wie dies ihre vorsorgliche Kontaktaufnahme mit dem FA vor Auszahlung der Vergütung angesichts des Vertragsschlusses mit Blick auf das damals aktuelle BFH-Urteil in BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550 und der von ihr gegen die Steueranmeldung eingelegte Einspruch belegen.
E als (möglicher) Vergütungsgläubiger ist zwar prinzipiell berechtigt, diesen Bescheid aus eigenem Recht anzufechten (vgl. Senatsbeschlüsse vom 13. August 1997 I B 30/97, BFHE 184, 92, BStBl II 1997, 700; vom 25. November 2002 I B 69/02, BFHE 201, 114, BStBl II 2003, 189;… Gosch in Kirchhof, EStG, 7. Aufl., § 50a Rz 46, jeweils m.w.N.; abgrenzend Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Der Steuersatz, dem der beschränkt Steuerpflichtige unterworfen ist, ist hiermit zu vergleichen; seine inländischen Einkünfte dürfen nur dem niedrigeren der beiden Steuersätze unterworfen werden (vgl. auch Senatsurteile vom 19. November 2003 I R 34/02, BFHE 204, 449, BStBl II 2004, 773; vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550; Bundesministerium der Finanzen --BMF--, Schreiben vom 10. September 2004, BStBl I 2004, 860; vgl. auch Erkenntnis des Österreichischen Verwaltungsgerichtshofs vom 19. Oktober 2006 Zl. 2006/14/0109, Beilage zur Österreichischen Steuer-Zeitung 2007, 117).
Zur Begründung verweist der Kläger auf die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 5. November 1992 I R 41/92 und vom 28. Januar 2004 I R 73/02.
Nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 28. Januar 2004 I R 73/02 (Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFHE - 205, 174, Bundessteuerblatt - BStBl - II 2005, 550) richtet sich im Rahmen des § 49 Abs. 1 EStG die Zuordnung der Einkünfte nur nach dem objektiven Erscheinungsbild der jeweiligen im Inland verwirklichten Einkünfteerzielung.
Eine Aufteilung scheidet nur dann aus, wenn ein Leistungsanteil gegenüber dem anderen von untergeordneter Bedeutung ist, also z. B. nicht mehr als 10 % beträgt und deshalb als durch den anderen Teil mitveranlasst anzusehen ist (BFH, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Hierunter fällt nach vorherrschender Auffassung auch die Überlassung von Persönlichkeitsrechten wie des Rechts am eigenen Bild (§§ 22 ff. des Kunsturhebergesetzes) und des Namens (§ 12 des Bürgerlichen Gesetzbuches), da der Wortlaut des § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG keine abschließende, sondern nur eine beispielhafte Aufzählung der überlassenen Rechte enthält (BFH, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550; Finanzgericht Düsseldorf Urteil vom 11. Dezember 2001 8 K 2521/01 E,Entscheidungen der Finanzgerichte 2002, 470;… Gosch in Kirchhof, EStG, 4. Aufl., § 49 Rn 43;… verneinend Hidien in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, Kommentar, § 49 Rdnr. I 201 (Namensrecht); Wild/Eigelshoven/Reinfeld, DB 2003, 1867).
Nach der Rechtsprechung des BFH stellt die Überlassung der Persönlichkeitsrechte durch den Sportler selbst als Inhaber der an seiner Person bestehenden "Nutzungsrechte", also bei originärer Nutzungsüberlassung, jedoch keine Verwertung i. S. des § 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG dar (BFH, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550, obiter dictum unter Verweis auf das Urteil vom 5. November 1992 I R 41/92, BFHE 170, 204, BStBl II 1993, 407; zustimmend: Schauhoff, IStR 2004, 706;… Hidien, a. a. O.; dagegen BMF-Schreiben vom 2. Juni 2005 IV C 8-S 2411-8/05, BStBl I 2005, 844; M. Klein in Herrmann/Hepp/Raupach, Kommentar zum EStG und KStG, § 49 EStG Anm. 955).
Denn nach Auffassung des Senats sind die Ausführungen des BFH im Urteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02 (BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550) zur Behandlung der Rechte an Bild und Namen als Rechte i. S. des § 21 Abs. 1 Nr. 3 EStG und damit als abspaltbare Rechte nur auf den Fall der Verwertung der von einem Dritten erworbenen und damit isolierten Rechte, nicht aber auf die Nutzungsüberlassung durch den Sportler selbst zu beziehen.
Das lässt es gerechtfertigt erscheinen, ihr die Befugnis zur Anfechtung der Feststellung des steuerlichen Einlagekontos zuzugestehen; sie kann insoweit auch nicht auf das Haftungsverfahren verwiesen werden; die Überlegungen zur Anfechtung einer vom Vergütungsschuldner abgegebenen Steueranmeldung (vgl. dazu Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550) gelten in diesem Zusammenhang entsprechend.
Das gilt auch für solche Einkunftsarten, die zueinander im Verhältnis der Subsidiarität stehen (vgl. § 21 Abs. 3 EStG 1990/1997; Bestätigung des Senatsurteils vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Das gilt auch für solche Einkunftsarten, die --wie hier nach § 21 Abs. 3 EStG 1990/1997 Vermietungseinkünfte gegenüber solchen aus Gewerbebetrieb-- zueinander im Verhältnis der Subsidiarität stehen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Hierunter fällt nach vorherrschender Auffassung auch die Überlassung von Persönlichkeitsrechten wie des Rechts am eigenen Bild (§§ 22 ff. des Kunsturhebergesetzes) und des Namens (§ 12 des Bürgerlichen Gesetzbuches), da der Wortlaut des § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG keine abschließende, sondern nur eine beispielhafte Aufzählung der überlassenen Rechte enthält (BFH, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550; Finanzgericht Düsseldorf Urteil vom 11. Dezember 2001 8 K 2521/01 E, Entscheidungen der Finanzgerichte 2002, 470;… Gosch in Kirchhof, EStG, 4. Aufl., § 49 Rn 43;… verneinend Hidien in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, Kommentar, § 49 Rdnr. I 201 (Namensrecht); Wild/Eigelshoven/Reinfeld, DB 2003, 1867).
Die Klägerin war als Steuerschuldnerin berechtigt, die von der Beigeladenen als Vergütungsschuldnerin dem FA gemäß § 73e Satz 2 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV 1997) übersandte und nach § 168 Satz 1 der Abgabenordnung einer Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung gleichstehende Steueranmeldung über den Gläubiger und die Höhe der Vergütungen i.S. des § 50a EStG 1997 und die Höhe des Steuerabzugs aus eigenem Recht anzufechten (vgl. Senatsbeschlüsse vom 13. August 1997 I B 30/97, BFHE 184, 92, BStBl II 1997, 700; vom 25. November 2002 I B 69/02, BFHE 201, 114, BStBl II 2003, 189;… Gosch in Kirchhof, EStG, 7. Aufl., § 50a Rz 46, jeweils m.w.N.; abgrenzend auch Senatsurteil vom 28. Januar 2004 I R 73/02, BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).
Dass der Vergütungsschuldner, wie die Klägerin im Streitfall für die Beigeladene geltend macht, dem Rechtsbehelf des Vergütungsgläubigers "zugestimmt" hat, ändert an dieser Verfahrensrechtslage nichts, solange es an der Durchführung eines eigenständigen Rechtsbehelfsverfahrens durch den Vergütungsschuldner fehlt (vgl. Senatsurteil in BFHE 205, 174, BStBl II 2005, 550).