Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZB%2016/06
Timestamp: 2019-07-17 19:54:19
Document Index: 54747912

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 576', '§ 89', '§ 576', '§ 89', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', '§ 114', 'BGH', 'BGH', '§ 114', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 148', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 36', 'BGH', 'BGH', '§ 576', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 89', '§ 89', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', 'BGH']

BGH, 27.09.2007 - IX ZB 16/06 - dejure.org
BGH, 27.09.2007 - IX ZB 16/06
https://dejure.org/2007,934
BGH, 27.09.2007 - IX ZB 16/06 (https://dejure.org/2007,934)
BGH, Entscheidung vom 27.09.2007 - IX ZB 16/06 (https://dejure.org/2007,934)
BGH, Entscheidung vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06 (https://dejure.org/2007,934)
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InsO § 89 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3; ZPO § 576 Abs. 2
Vollstreckung in die erweitert pfändbaren Bezüge eines Schuldners durch Unterhaltsgläubiger und Deliktsgläubiger; Ausschluss von am Insolvenzverfahren teilnehmenden Unterhaltsgläubigern und Deliktsgläubigern
Zur Zuständigkeit des Insolvenzgerichts für Einwendungen gegen Vollstreckungsmaßnahmen in der Insolvenz
Zulässigkeit der Vollstreckung in erweitert pfändbares Vermögen nach Insolvenzeröffnung nur bei Neugläubigern von Unterhalts- und Deliktsansprüchen
Vollstreckung in die erweitert pfändbaren Bezüge des Insolvenzschuldners nur für Neugläubiger von Unterhalts- und Deliktsansprüchen zulässig
InsO § 89 Abs. 2 S. 2, Abs. 3; ZPO § 576 Abs. 2
Zulässigkeit der Vollstreckung von Alt-Unterhalts- und Deliktsgläubigern in die erweitert pfändbaren Bezüge des Schuldners; Entscheidung des Insolvenzgerichts über Einwendungen gegen die Zulässigkeit der Zwangsvollstreckung
Vollstreckung in erweitert pfändbare Bezüge
Zulässigkeit der Vollstreckung in erweitert pfändbare Bezüge; Zuständigkeit des Insolvenzgerichts
Gerichtliche Zuständigkeit zur Entscheidung über Einwendungen gegen die Zulässigkeit der Zwangsvollstreckung
Vollstreckung Unterhalts- und Deliktsansprüche
Lohnpfändung - Bevorrechtigte Vollstreckung während der Insolvenz gilt nur für Neugläubiger
Keine Vollstreckungsprivilegien für Insolvenzgläubiger nach § 89 Abs. 2 Satz 2 InsO
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.09.2007, Az.: IX ZB 16/06 (Einzelzwangsvollstreckung gegen den Insolvenzschuldner wegen vor Verfahrenseröffnung vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung)" von RA am BGH Dr. Joachim Kummer, original erschienen in: AnwBl Beilage 2008, 25 - 26.
AG Schwäbisch Hall, 21.11.2005 - 1 M 1876/05
LG Heilbronn, 16.01.2006 - 1 T 530/05
NJW-RR 2008, 294
MDR 2008, 108
NZI 2008, 19
FamRZ 2008, 142
WM 2007, 2300
AnwBl 2008, 25
Rpfleger 2008, 93
Für Deliktsgläubiger, die zu den Insolvenzgläubigern zählen, bleibt es beim allgemeinen Vollstreckungsverbot des § 89 Abs. 1 InsO (BGH, Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06, WM 2007, 2300 Rn. 10).
Diese Möglichkeit besteht durch die Einbeziehung des Neuerwerbs in die Insolvenzmasse nach § 35 InsO nicht mehr (BGH 27. September 2007- IX ZB 16/06 - Rn. 10, NZI 2008, 50).
Dieser zusätzliche Vollstreckungszugriff ist den Gläubigern rückständiger Unterhaltsansprüche, die als Insolvenzgläubiger ohnehin an der gemeinschaftlichen Befriedigung im Insolvenzverfahren beteiligt sind, dagegen nicht eröffnet (BGH 27. September 2007 - IX ZB 16/06 - Rn. 10 f., NZI 2008, 50;… 20. Dezember 2007 - IX ZB 280/04 - Rn. 7, FamRZ 2008, 684; BT-Drucks. 12/2443 S. 124, 137 f., 150 f.;… MünchKommInsO/Breuer 2. Aufl. § 89 Rn. 7, 36).
Die Privilegierungen des § 89 Abs. 2 Satz 2 InsO und § 114 Abs. 3 Satz 3 Halbs. 2 InsO erfassen nach der Rechtsprechung des BGH also nur Neugläubiger von laufenden Unterhaltsansprüchen, nicht aber Unterhaltsgläubiger, die wie die Klägerin mit rückständigen Unterhaltsansprüchen als Insolvenzgläubiger am Insolvenzverfahren teilnehmen (BGH st. Rspr. seit 27. September 2007 - IX ZB 16/06 - NZI 2008, 50;… zuletzt 20. Dezember 2007 - IX ZB 280/04 - Rn. 4, FamRZ 2008, 684).
Entgegen der Auffassung der Klägerin kann § 114 Abs. 3 Satz 3 Halbs. 2 InsO nicht die Wertentscheidung entnommen werden, das Vollstreckungsprivileg des § 89 Abs. 2 Satz 2 InsO über die Neugläubiger hinaus sämtlichen Unterhalts- und Deliktsgläubigern zugute kommen zu lassen (BGH 27. September 2007 - IX ZB 16/06 - Rn. 11, aaO.).
Vielmehr ist nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens aus Gründen der Gleichbehandlung aller Gläubiger eine Einzelvollstreckung wegen Unterhaltsforderungen, die Insolvenzforderungen sind, grundsätzlich untersagt (vgl. BGH 27. September 2007 - IX ZB 16/06 - Rn. 13, NZI 2008, 50).
Mit diesen Zuständigkeitszuweisungen trägt der Gesetzgeber der besonderen Sachnähe des Insolvenzgerichts im Insolvenzverfahren Rechnung (BGH, Beschl. v. 27. September 2007 - IX ZB 16/05, ZIP 2007, 2330), die auch im vorliegenden Zusammenhang eines Vollstreckungsschutzantrages nach § 765a ZPO im Rahmen einer Vollstreckung des Insolvenzverwalters gegen den Schuldner nach § 148 Abs. 2 InsO gegeben ist.
BGH, 12.12.2007 - XII ZR 23/06
Keine Obliegenheit des Unterhaltsschuldners zur Einleitung der …
aa) Die Einleitung der Verbraucherinsolvenz mit der Möglichkeit der Restschuldbefreiung führt stets zu einem Vorrang der laufenden Unterhaltsansprüche gegenüber den Insolvenzforderungen, einschließlich des rückständigen Unterhalts (vgl. insoweit BGH Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Dieses Privileg bezieht sich aber nur auf die insolvenzrechtliche Nachhaftung, ohne dem Gläubiger schon innerhalb des Insolvenz- oder Restschuldbefreiungsverfahrens eine Sonderstellung zuzuweisen (BGH, Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06, ZInsO 2007, 1226 Rn. 12 mwN).
Dies schließt an den Zuschnitt des Vollstreckungsverbots während der Dauer des Verfahrens nach § 89 Abs. 2 InsO an, dessen Satz 2 keine Deliktsgläubiger privilegiert, die an dem Verfahren teilnehmen (BGH, Beschluss vom 27. September 2007, aaO Rn. 10).
Dass im Streitfall anstelle des Insolvenzgerichts unter Verletzung des § 36 Abs. 4 Satz 1 InsO das Vollstreckungsgericht über die Anträge des Schuldners entschieden hat, ist unschädlich, weil auch die Beachtung der funktionellen Zuständigkeit (BGH, Beschl. v. 26. Juni 2003 - III ZR 91/03, NJW 2003, 2917; BGH, Beschl. v. 27. September 2007 - IX ZB 16/06 Tz. 4 zur Veröffentlichung bestimmt) der Prüfung des Rechtsbeschwerdegerichts entzogen ist (§ 576 Abs. 2 ZPO).
Vereinfachtes Insolvenzverfahren: Auslösung der Rückschlagsperre durch einen …
Dies gilt auch für die funktionelle Zuständigkeit (BGH, Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06, ZIP 2007, 2330 Rn. 4 mwN).
Erweiterte Pfändbarkeit der Bezüge des Schuldners durch Unterhalts- und …
Der Senat hat mit Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06 (ZInsO 2007, 1226, bestätigt durch Beschlüsse vom 15. November 2007 - IX ZB 226/05 sowie IX ZB 4/06) entschieden, dass die Vollstreckung in die erweitert pfändbaren Bezüge des Schuldners nur Neugläubigern von Unterhalts- und Deliktsansprüchen, nicht aber Unterhalts- und Deliktsgläubigern gestattet ist, die an dem Insolvenzverfahren teilnehmen.
Mit Hilfe dieser Regelung soll der Schuldner in den Stand gesetzt werden, nach Verfahrensbeendigung seine pfändbaren Forderungen auf Bezüge aus einem Dienstverhältnis zum Zwecke der Restschuldbefreiung an einen Treuhänder abzutreten (§ 287 Abs. 2 InsO; BGH, Beschl. v. 27. September 2007, aaO;… FK-InsO/App, 4. Aufl. § 89 Rn. 13;… MünchKomm-InsO/Breuer, 2. Aufl. § 89 Rn. 35).
Die Besserstellung durch § 89 Abs. 2 Satz 2 InsO gilt - wie die tatbestandliche Anknüpfung an § 89 Abs. 2 Satz 1 InsO unzweideutig zum Ausdruck bringt - nur für Neugläubiger von Unterhalts- und Deliktsansprüchen, aber nicht auch für Unterhalts- und Deliktsgläubiger, die an dem Insolvenzverfahren teilnehmen (BGH, Beschl. v. 28. Juni 2006 - VII ZB 161/05, ZInsO 2006, 1166; Beschl. v. 27. September 2007, aaO).
Da die Gläubiger zu den im Verfahren zu berücksichtigenden Insolvenzgläubigern gehören, können sie sich nicht auf den Ausnahmetatbestand des § 89 Abs. 2 Satz 2 InsO berufen (vgl. BGH, Beschl. v. 27. September 2007, aaO).
BGH, 21.02.2008 - IX ZR 202/06
Zuständigkeit des Insolvenzgerichts für Pfändungsschutz hinsichtlich des …
Mit dieser Zuständigkeitszuweisung trägt der Gesetzgeber der besonderen Sachnähe des Insolvenzgerichts Rechnung (BGH, Beschl. v. 27. September 2007 - IX ZB 16/06, ZIP 2007, 2330).
BGH, 11.07.2013 - IX ZR 286/12
Negative Feststellungsklage einer schuldnerischen GmbH hinsichtlich der …
Während der Dauer des Insolvenzverfahrens kann zwar gemäß § 89 Abs. 1 InsO nicht in den freigegebenen Vermögensgegenstand vollstreckt werden (BGH, Beschluss vom 27. September 2007 - IX ZB 16/06, ZIP 2007, 2330 Rn. 8).
LAG Nürnberg, 16.04.2008 - 3 Sa 551/07
Drittschuldnerklage - Zwangsvollstreckung wegen Unterhaltsansprüchen - …
LG Saarbrücken, 18.04.2012 - 5 T 203/12
Über Vollstreckungserinnerungen nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens vor Ende …
AG Essen, 19.12.2008 - 32 M 686/07
Unterhaltsrückstand Arbeitseinkommen Rückschlagsperre
AG Göttingen, 29.09.2009 - 74 IN 410/02
Insolvenz: Berücksichtigung von Unterhaltsforderungen im Insolvenzverfahren
LG Frankenthal, 26.11.2009 - 1 T 228/09
Verbot der Zwangsvollstreckung im laufenden Insolvenzverfahren: Pfändung von …