Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20247/78
Timestamp: 2019-12-16 10:17:20
Document Index: 223687840

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 611', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 611', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: VI ZR 247/78 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 18.03.1980
https://dejure.org/1980,87
BGH, 18.03.1980 - VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,87)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1980 - VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,87)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,87)
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Höhe und Dauer der Ersatzpflicht für ungewolltes Kind
Arzthaftung; Sterilisationsversuch; Schwangerschaft; Körperverletzung; Schmerzensgeld
Unterhaltsbelastung als Schadensersatz auch für den Vater bei Geburt eines Kindes nach fehlgeschlagener Sterilisation
Schmerzensgeld - Sterilisation - Fehlerhafte Sterilisation - Ungewollte Schwangerschaft
LG Freiburg, 18.11.1976 - 7 O 117/76
OLG Karlsruhe, 19.10.1978 - 4 U 3/77
BGHZ 76, 259
NJW 1980, 1452
MDR 1980, 745
VersR 1980, 558
DB 1980, 2184
(1.) Der Angeklagte hat mit jedem seiner Patienten einen wirksamen, als Dienstleistungsvertrag zu qualifizierenden (vgl. BGH, Urteil vom 25. März 1986 - VI ZR 90/85; BGH, Urteil vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78;… Müller-Glöge in MüKomm-BGB, 5. Aufl., § 611 Rn. 79; OLG Stuttgart, VersR 2003, 992; Gercke/Leimenstoll, MedR 2010, 695 jew. mwN) Behandlungsvertrag geschlossen.
Der zugebilligte Schadensersatzanspruch setzt keine Abwendung vom Kind voraus (vgl. BGHZ 76, 249 ; 76, 259 und die Stellungnahme des Bundesgerichtshofs in diesem Verfahren).
Zwar hat der erkennende Senat in seinem Urteil vom 18. März 1980 (BGHZ 76, 259, 265) beiläufig ausgeführt, in den nicht seltenen Fällen, in denen ein junges Ehepaar - etwa um zunächst die wirtschaftlichen Grundlagen der Familie zu festigen oder den Ausbildungsabschluss eines Elternteils zu erleichtern - nur zunächst ein Kind nicht haben wolle, könne aus der Durchkreuzung des derzeitigen Zeitplans nicht schon auf eine nachhaltige Planwidrigkeit des demnach zur Unzeit geborenen Kindes geschlossen werden.
Die Haftung des Arztes entfällt nur dann, wenn im Einzelfall der innere Grund der haftungsrechtlichen Zurechnung, nämlich die Störung der Familienplanung, nachträglich weggefallen ist (vgl. Senatsurteile BGHZ 76, 249, 258; 76, 259, 264 f. …und vom 19. Juni 1984 - VI ZR 76/83 - aaO, Seite 865), was der beklagte Arzt darzulegen und zu beweisen hat (Senatsurteil BGHZ 76, 259, 265).
Dies gilt nicht nur bei ehelicher Vaterschaft (Senatsurteil, BGHZ 76, 259, 262), sondern auch bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften und Partnerschaften, die bei Durchführung der Behandlung bestehen und deren auch wirtschaftlichem Schutz die Behandlung gerade dienen soll.
b) Hinsichtlich des Wertes der Betreuungsleistungen hat der erkennende Senat es nicht beanstandet, dass der Tatrichter einen Zuschlag in Höhe des Barunterhalts zuerkennt (Senatsurteile BGHZ 76, 259, 270 f.;… vom 4. März 1997 - VI ZR 354/95 - aaO, S. 699).
Daran, dass der Zuschlag die Höhe des Barunterhalts nicht erreichen muss, wohl aber erreichen kann (Senatsurteil BGHZ 76, 259, 270 f.), ist festzuhalten.
Er umfasst jeden unbefugten, weil von der Einwilligung des Rechtsträgers nicht gedeckten Eingriff in die Integrität der körperlichen Befindlichkeit (vgl. Senatsurteile vom 9. November 1993 - VI ZR 62/93, BGHZ 124, 52, 54 und vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78, VersR 1980, 558, 559, insoweit in BGHZ 76, 259 nicht abgedruckt;… vgl. auch Senatsurteil vom 12. Februar 2008 - VI ZR 221/06, VersR 2008, 644 Rn. 9).
Das hat der Senat u. a. für Fälle der Sterilisation aus Gründen einer Familienplanung bejaht (Senatsurteile BGHZ 76, 249, 256; 76, 259, 263 f. [BGH 18.03.1980 - VI ZR 247/78];… vom 18. März 1980 - aaO;… vom 2. Dezember 1980 - aaO S. 279;… vom 10. März 1981 - aaO …und vom 19. Juni 1984 - aaO).
b) Der Kassenarzt erbringt ärztliche Leistungen aufgrund eines Behandlungsvertrages dienstvertraglichen Charakters mit dem jeweiligen Patienten (BGHZ 76, 259, 261; 97, 273, 276;… Bamberger/Roth/Fuchs, BGB Vor § 611 Rn. 13; Uhlenbruck, ZVI 2002, 49, 51; Ries, ZInsO 2003, 1079, 1081).
Die für den Kläger allein in Frage stehenden vertraglichen Ansprüche entfielen aus den für die Zweitklägerin dargelegten Gründen, obwohl er in den Schutzbereich des Vertrages zwischen der Zweitklägerin und dem Beklagten einbezogen gewesen sei (BGHZ 76, 259,262).
Damit hat der Beklagte nicht durch die Zufügung einer ungewollten Entbindung unmittelbar in die körperliche Befindlichkeit der Zweitklägerin (anders im Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78 - VersR 1980, 558, insoweit in BGHZ nicht abgedruckt) eingegriffen.
Die im Senatsurteil BGHZ 76, 259,262 ausgesprochenen Grundsätze gelten hier in gleicher Weise.
BGH, 09.11.1993 - VI ZR 62/93
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Organisationsverschulden, …
Er versteht das Recht am eigenen Körper als gesetzlich ausgeformten Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und erblickt eine Verletzung des Körpers, die § 823 Abs. 1 BGB ausdrücklich neben der Verletzung der Gesundheit erwähnt, in jedem unbefugten, weil von der Einwilligung des Rechtsträgers nicht gedeckten Eingriff in die Integrität der körperlichen Befindlichkeit (vgl.Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78 - NJW 1980, 1452, 1453, insoweit in BGHZ 76, 259 [BGH 18.03.1980 - VI ZR 247/78] nicht abgedruckt).
Der Senat hat ferner ausgesprochen, dass die Herbeiführung einer ungewollten Schwangerschaft selbst dann, wenn diese ohne pathologische Begleiterscheinungen verläuft, einen Schmerzensgeldanspruch der Frau auslösen kann (vgl. Senat, Urteil vom 18. März 1980 - VI ZR 247/78 - VersR 1980, 558, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 76, 259 ff.).
BGH, 18.03.1980 - VI ZR 105/78
Verurteilung zur Zahlung von zukünftigem Erbbauzins bei Vereinbarung einer …
BGH, 22.09.1981 - VI ZR 257/80
Anforderungen an die Bezeichnung des Klagegegenstandes in der Klageschrift
BGH, 25.02.1992 - VI ZR 44/91
Ersatzpflicht des Arztes für elterlichen Unterhalt bei fehlgeschlagenen …
OLG Hamm, 23.06.1997 - 3 U 206/96
OLG Stuttgart, 28.01.1987 - 13 U 9/85
Schadensersatz wegen Mißlingens des Versuches des Schwangerschaftsabbruches; …
BGH, 18.03.1980 - VI ZR 105/78, VI ZR 247/78
https://dejure.org/1980,112
BGH, 18.03.1980 - VI ZR 105/78, VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,112)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1980 - VI ZR 105/78, VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,112)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1980 - VI ZR 105/78, VI ZR 247/78 (https://dejure.org/1980,112)
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Unterhaltsaufwand für ungewolltes Kind als Schaden
Unterhaltsbelastung als Schadensersatz bei Geburt eines Kindes nach fehlgeschlagener Sterilisation
Sterilisationseingriff - Geburt - Mutter - Unterhalt - Schadensersatzanspruch
Schwangerschaft nach fehlgeschlagener Sterilisation: wofür muß der Arzt haften? (Albin Eser, Hans-Georg Koch; Deutsches Ärzteblatt 1981, 1673)
BGHZ 76, 249
NJW 1980, 1450
MDR 1980, 744
VersR 1980, 555
JR 1980, 366
Sie sind ein obiter dictum und entbehren darüber hinaus der erforderlichen Auseinandersetzung mit den eingehenden Ausführungen, mit denen der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs begründet hat, unter welchen - dort eingegrenzten - Voraussetzungen die Möglichkeit eines Vermögensschadens bestehen kann (BGHZ 76, 249 [253 ff.], BGH, NJW 1984, S. 2625 f.).
Der Senat halte es schon seit seinem Leiturteil vom 18. März 1980 (BGHZ 76, 249 ) für unzulässig, die Existenz des Kindes selbst als Schaden anzusehen.
Auch wenn diesen Ausführungen keine Bindungswirkung beikommt und der erkennende Senat seine Rechtsprechung schon mehrfach kritischer Prüfung unterzogen hat (vgl. z. B. Senatsurteile BGHZ 76, 249, 252 …sowie vom 19. Juni 1984 - aaO), machen sie doch eine neuerliche eingehende Prüfung der Rechtslage erforderlich.
Auch der Senat hat dies schon wiederholt zum Ausdruck gebracht (BGHZ 76, 249, 253 f.;… Senatsurteil vom 19. Juli 1994 aaO).
Der Senat hat indes bereits in seinem Leiturteil BGHZ 76, 249, 253 darauf hingewiesen, daß insoweit das Schlagwort "Kind als Schaden" eine unangemessene und aus rechtlicher Sicht auch untaugliche Betrachtungsweise darstelle, und demgegenüber in dem genannten Urteil wie auch in späteren Entscheidungen, insbesondere im Urteil vom 19. Juni 1984 - aaO S. 365 dargelegt, daß der Schaden in dem durch die planwidrige Geburt des Kindes ausgelösten Unterhaltsaufwand bestehe.
Soweit der Gläubiger das nicht kann, ist ein Freistellungsantrag unzulässig und stattdessen auf Feststellung zu klagen (vgl. BGH, Urt. v. 18. März 1980 - VI ZR 105/78, NJW 1980, 1450 = BGHZ 76, 249, insoweit dort nicht abgedruckt; BGHZ 79, 76, 77 f.; v. 4. Juni 1996 - VI ZR 123/95, ZIP 1996, 395, 1396; v. 23. September 2004 - IX ZR 137/03, NJW-RR 2005, 494, 497 a.E.).
Sie gingen dabei davon aus, Sv. S. sei im Sinne der Entscheidungen des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 18. März 1980 (BGHZ 76, 249; 259) [BGH 18.03.1980 - VI ZR 247/78]ein aus Gründen der Familienplanung unerwünschtes Kind.
Ein Schadensersatzanspruch des Klägers folge nicht schon aus den Gründen der von dem Bundesgerichtshof am 18. März 1980 (BGHZ 76, 249; 259) [BGH 18.03.1980 - VI ZR 247/78]entschiedenen sogenannten Sterilisationsfälle.
Die Kläger haben den Beklagten nach ihrem eigenen Vorbringen auf der Grundlage der Entscheidung des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 18. März 1980 (BGHZ 76, 249; 259) [BGH 18.03.1980 - VI ZR 247/78]beraten.
Jedenfalls träfen die vom erkennenden Senat in seinen beiden Urteilen vom 18. März 1980 (BGHZ 76, 249 und 259) entwickelten Grundsätze hier nicht zu.
(Für die Ersatzfähigkeit unterhaltsrechtlich geschuldeter Aufwendungen vgl. Senatsurteile vom 18. März 1980 - BGHZ 76, 249 und 259.).
Daraus ergibt sich, daß - ebenso wie bei einem planwidrig geborenen Kind - auch bei einem Kind, das so, d. h. in seinem behinderten Zustand, nach dem Wunsch der Mutter nicht hatte geboren werden sollen, jedenfalls die durch die Behinderung bedingten Mehraufwendungen (in BGHZ 76, 249,258 noch offengelassen) als ersatzfähiger Schaden in Frage kommen können.
Auch ein auf Freistellung von allen öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen gerichteter Antrag, wie ihn die Klägerin im Berufungsrechtszug hilfsweise angekündigt hatte, wäre nicht als prozeßrechtlich zulässiger Leistungsantrag möglich, sondern der Sache nach als Feststellungsbegehren anzusehen gewesen (vgl. dazu Senatsurteil vom 18. März 1980 - VI ZR 105/78 aaO.).
Arzthaftung: Fehlgeschlagene Familienplanung einer Erstgebärenden; …
LG Bonn, 20.01.1999 - 16 O 32/97
BGH, 18.10.2017 - IV ZR 227/15
OLG Naumburg, 24.07.2003 - 1 W 28/03
Zum Bestimmtheitserfordernis im Rahmen der Zwangsvollstreckung
OLG Hamburg, 03.01.2000 - 14 W 85/99
Anforderungen an die Bestimmtheit eines Freistellungsantrages im …
OLG Köln, 19.09.1995 - 3 U 227/94