Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%202005,%201026
Timestamp: 2019-02-19 18:04:45
Document Index: 265026588

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 266', '§ 64', '§ 266', '§ 823', '§ 823', '§ 266', '§ 823', '§ 266', '§ 266', '§ 823', '§ 64', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 92', '§ 64', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 266', '§ 34', '§ 266', '§ 92', '§ 92', '§ 92', '§ 266', '§ 823', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 64', 'BGH', '§ 64', '§ 823', '§ 266', '§ 69', 'BGH', '§ 129', 'BGH']

Rechtsprechung: ZIP 2005, 1026 - dejure.org
BGB § 823 Abs. 2 i. V. m. StGB § 266a; GmbHG § 64 Abs. 2
Beweislast bei Haftung eines GmbH-Geschäftsführers
Haftung der Geschäftsführung für die Nichtabführung von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung; Darlegungslast und Beweislast für die Unmöglichkeit normgemäßen Verhaltens im Deliktsrecht; Verletzung der Insolvenzantragspflicht durch den Geschäftsführer unter dem Aspekt der Erhöhung der sekundären Darlegungslast des Geschäftsführers; Besondere Dokumentationspflicht zur Abwehr einer möglichen Haftung des Geschäftsführers; Kausalität des Schadens im Fall der Anfechtbarkeit von Zahlungen an die Sozialkasse durch den Insolvenzverwalter nach der Insolvenzordnung (InsO); Handeln eines Geschäftsführers einer GmbH als ordentlicher Geschäftsmann im Fall der drohenden Insolvenz unter dem Aspekt des Gebots der Massesicherung; Vorrang der Ansprüche der Sozialkasse in der Insolvenz; Verwertung von Auskünften eines organschaftlichen Vertreters gegen dessen Willen
Zur Haftung des Geschäftsführers einer insolvenzreifen GmbH wegen Nichtabführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung
Persönliche Haftung des GmbH-Geschäftsführers für nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge
Zur Darlegungs- und Beweislast im Schadensersatzprozess wegen Nichtabführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung; zur Frage, ob die Nichtabführung der Beiträge deshalb zu keinem Schaden geführt hat, weil der Insolvenzverwalter die Zahlung an die Sozialkasse hätte anfechten können
Strafbarkeit des GmbH-Geschäftsführers wegen der Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen
Arbeit & Soziales - § 266a StGB Schutzgesetz i.S.d. § § 823 Abs. 2 BGB
64 Satz 1 GmbHG, Anfechtbarkeit der Zahlung, Darlegungs- und Beweislast, Innenhaftung, Zahlung nach Insolvenzreife
Zur Haftung des Geschäftsführers
Insolvenzrecht: Zahlungen des Schuldners an Sozialversicherungsträger vor Fälligkeit können inkongruent und damit anfechtbar sein.
§ 823 BGB; § 266a StGB; $ 64 GmbHG
Der GmbH-Geschäftsführer in Not - Haftung aus § 823 Abs. 2 BGB iVm § 266 a StGB (Dr. Frederik Karsten; Neue Justiz 12/2005, S. 534-538)
StGB § 266a; BGB § 823 Abs. 2; GmbHG § 64 Abs. 2
Abführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zum BGH vom 18.04.2005 - Az.: II ZR 61/03 - Kein Vorrang der Ansprüche der Sozialkassen bei Insolvenzreife des GmbH" von RA Dr. Wolfram Sitzenfrei, original erschienen in: BB 2005, 1905 - 1908.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.04.2005, Az.: II ZR 61/03 (Haftung des Geschäftsführers einer insolvenzreifen GmbH wegen Nichtabführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung)" von RA Sascha Kuhn, original erschienen in: EWiR 2005, 743 - 744.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.04.2005, Az.: II ZR 61/03 (Strafbarkeit des GmbH-Geschäftsführers wegen Nichtabführens von Sozialversicherungsbeiträgen" von Prof. Dr. Brigitte Tag, original erschienen in: JZ 11/2005, 1115 - 1120.
NJW 2005, 2546
ZIP 2003, 360
ZIP 2005, 2165
MDR 2005, 1167 (Ls.)
NZI 2005, 447
NZS 2005, 654 (Ls.)
WM 2005, 1180
BB 2005, 1905
DB 2005, 1321
NZG 2005, 600
NZG 2005, 768 (Ls.)
An die Erfüllung der sekundären Darlegungslast dürfen keine die Verteilung der Vortragslast umkehrenden Anforderungen gestellt werden (vgl. BGH, Urteil vom 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026, 1028).
a) Ein organschaftlicher Vertreter, der bei Insolvenzreife der Gesellschaft den sozial- oder steuerrechtlichen Normbefehlen folgend Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung oder Lohnsteuer abführt, handelt mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters und ist nicht nach § 92 Abs. 3 AktG oder § 64 Abs. 2 GmbHG der Gesellschaft gegenüber erstattungspflichtig (…- insoweit - Aufgabe von BGH, Urt. v. 8. Januar 2002 - II ZR 88/99, BGHZ 146, 264; Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026).
Dabei hat der Senat wiederholt (s. zuletzt Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026, 1029) erwogen, das Bestreben des Vertretungsorgans, durch Zahlungen von Sozialleistungen und Steuern sich einer persönlichen deliktischen Haftung aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 266 a StGB, aus §§ 34, 69 AO oder der Bestrafung nach § 266 a StGB zu entziehen, sei kein im Rahmen der §§ 92 Abs. 3 AktG, 64 Abs. 2 GmbHG beachtlicher Umstand; vielmehr müsse in einem Fall einer durch die unterschiedlichen Normbefehle ausgelösten Pflichtenkollision das deliktische Verschulden verneint (bzw. i.S. des strafrechtlichen Normbefehls das Verhalten als gerechtfertigt angesehen) werden, wenn sich das Vertretungsorgan - gemessen am Maßstab der den Interessen der Gesamtheit der Gesellschaftsgläubiger dienenden Spezialnormen der §§ 92 Abs. 3 AktG, 64 Abs. 2 GmbHG - normgerecht verhält.
Aus dieser Sicht des mit §§ 92 Abs. 3 AktG, 64 Abs. 2 GmbHG verfolgten Zwecks erschien es dem Senat näher liegend, die in diesen Vorschriften niedergelegten Pflichten als allgemeinem Interesse dienend im Rahmen der Pflichtenkollision des Vertretungsorgans - trotz der fehlenden Strafbewehrung - vorrangig anzusehen, zumal nach der Abschaffung des Vorrangs der Forderungen der Sozial- und Finanzkassen durch die Einführung der Insolvenzordnung keine Rechtfertigung mehr dafür bestehe, der Pflicht zur Erfüllung der dort bestehenden Forderungen deswegen durchschlagende Bedeutung beizumessen, weil sie sich hinsichtlich der Sozialversicherungsforderungen auf die Strafvorschrift des § 266 a StGB zurückführen ließe (vgl. Sen.Urt. v. 18. April 2005 aaO).
Ein nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 266a Abs. 1 StGB ersatzfähiger Schaden des Sozialversicherungsträgers entfällt jedoch, wenn pflichtgemäß geleistete Zahlungen anfechtungsrechtlich keinen Bestand gehabt hätten (…BGH, Urt. v. 14. November 2000 - VI ZR 149/99, WM 2001, 162, 164; v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, WM 2005, 1180, 1182;… vgl. auch BGH, Urt. v. 25. Oktober 2001 - IX ZR 17/01, BGHZ 149, 100, 107 a.E.;… v. 29. September 2008 - II ZR 162/07, ZIP 2008, 2220 Rn. 14; v. 9. August 2005 - 5 StR 67/05, ZIP 2005, 1678, 1679; OLG München NZI 2010, 943, 944 f).
Neben dem geringeren Gewicht der Taten (die Einzelstrafen betrugen jeweils drei Monate Freiheitsstrafe für W B und 20 Tagessätze für K B ) und der weiteren Verfahrensverzögerung durch eine neuerliche Zurückverweisung spielt insoweit auch der Umstand eine Rolle, dass der II. Zivilsenat mit Urteil vom 18. April 2005 - II ZR 61/03 - (BGH DStR 2005, 978) entschieden hat, dass den Sozialversicherungsbeiträgen im Sinne des § 266a Abs. 1 StGB kein Vorrang zukomme und der Grundsatz der Massesicherung (§ 64 Abs. 2 GmbHG) es dem Geschäftsführer nicht gestatte, in der Phase der Insolvenzreife noch Zahlungen aus der Masse zu leisten.
Denn er befinde sich --auch nach Auffassung des BGH (Urteil vom 18. April 2005 II ZR 61/03, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2005, 978, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht --ZIP-- 2005, 1026)-- in einer Pflichtenkollision: im Falle einer Zahlung drohe ihm die Ersatzpflicht gegenüber der Gesamtheit der Gläubiger nach § 64 Abs. 2 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG).
Die Erfüllung dieser Pflicht war der I. GmbH möglich, wie sich aus dem Umstand ergibt, dass die Gesellschaft am 22. Januar und 20. Februar 2001 noch Zahlungen für Miete in einer die Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung übersteigenden Höhe geleistet hat (vgl. dazu Sen.Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026;… Urt. v. 25. September 2006 - II ZR 108/05, ZIP 2006, 2127).
Der Senat hatte u.a. aus Gründen der insolvenzrechtlichen Gleichbehandlung aller Gesellschaftsgläubiger erwogen, wegen dieser Pflichtenkollision seien das deliktische Verschulden des Geschäftsführers bzw. seine steuerrechtliche Haftung ausgeschlossen und der Geschäftsführer sei daher nicht nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 266 a StGB der Einzugsstelle gegenüber schadensersatzpflichtig bzw. nach §§ 69, 34 AO dem Finanzamt gegenüber haftbar (BGHZ 146, 264, 274 f.; Sen.Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026, 1028 f.).
Der Beklagte könnte sich auch nicht darauf berufen, dass bei einem rechtmäßigen Verhalten kein Schaden bei der Klägerin entstanden wäre, weil der Insolvenzverwalter eine Zahlung an die Klägerin nach §§ 129 ff. InsO angefochten hätte (…vgl. BGH, Urt. v. 14. November 2000 - VI ZR 149/99, ZIP 2001, 80, 82; v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026, 1029).
OLG Brandenburg, 26.09.2007 - 4 U 70/07
Schadensersatzansprüche gegen den Arbeitgeber wegen vorenthaltener …
LG Berlin, 13.12.2004 - 101 O 124/04
BSG, 25.02.2008 - B 13 R 19/08 B
LG Hamburg, 09.01.2007 - 303 O 112/06
Haftung des Geschäftsführers einer GmbH: Schadenersatzanspruch wegen nicht …