Source: http://wuerstchenundbier.com/127fe49e49986f61.html
Timestamp: 2018-12-13 11:44:57
Document Index: 19713465

Matched Legal Cases: ['§ 2197', '§ 2203', '§ 2204', '§ 2209', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH']

﻿ Testamentsvollstrecker
Der Testamentsvollstrecker ist die eine i.d.R. vom Erblasser ernannte Person, die die letztwilligen Verfügungen des Erblassers zur Ausführung zu bringen hat. Die Regelungen zur Testamentsvollstreckung finden sich in §§ 2197 ff. des BGB.
2 Motivation für Ernennung eines Testamentsvollstreckers
3 Arten der Testamentsvollstreckung
4 Folgen der Testamentsvollstreckung
5 Probleme bei der Wahl eines geeigneten Testamentsvollstreckers
Motivation für Ernennung eines Testamentsvollstreckers
Mit der Einsetzung eines Testamentsvollstreckers kann der Erblasser eine Absicherung seines testamentarischen Willens und - insbesondere bei mehreren Erben und Vermächtnisnehmern - eine ordnungsgemäße Abwicklung des Nachlasses erreichen. Die Testamentsvollstreckung kann helfen, Ansprüche von Erben und Vermächtnisnehmern zu schützen sowie ungewollte Einflußnahmen "böswilliger" Erben auf den Nachlass und dessen Auseinandersetzung zu verhindern. Auch kann der Erblasser bei Anordnung andauernder Verwaltung des Nachlasses durch den Testamentsvollstecker eine Zerschlagung seines Nachlasses langfristig verhindern.
Das Gesetz unterscheidet die sog. Auseinander- oder Abwicklungsvollstreckung (§ 2203, § 2204 BGB), die letztlich auf die Auseinandersetzung des Nachlasses gerichtet ist, sowie die sog. Verwaltungs- bzw. Dauervollstreckung (§ 2209 BGB), bei denen die Verwaltung des Nachlasses im Vordergrund steht.
Folgen der Testamentsvollstreckung
Für die Führung seines Amtes kann der Testamentsvollstrecker eine angemessene Vergütung verlangen. Vorrangig kann der Erblasser das "ob" und die Höhe der Vergütung in der letzwilligen Verfügung festlegen.
Probleme bei der Wahl eines geeigneten Testamentsvollstreckers
Der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Testamentsvollstreckers liegt auf der Besorgung wirtschaftlicher Belange und damit nicht im Bereich der Rechtsberatung. Daher hat der Bundesgerichtshof 2004 entschieden, dass die Testamentsvollstreckung keine Rechtsberatung im Sinne des Art. 1 § 1 Abs. 1 des Rechtsberatungsgesetzes ist. Sie kann somit von jedermann auch geschäftsmäßig betrieben werden.[1]
Nach den bisher vorliegenden Entwürfen zum Rechtsdienstleistungsgesetz soll sich an dieser Rechtslage nichts ändern. Der Gesetzgeber will im Gegenteil die geschäftsmäßige Testamentsvollstreckung durch jedermann ausdrücklich ermöglichen und es dem freien Wettbewerb überlassen, ungeeignete Testamentsvollstrecker auszusondern.
Um für mehr Transparenz auf dem Markt der Testamentsvollstrecker zu sorgen, haben es sich einige private Vereine zur Aufgabe gemacht, spezielle Lehrgänge für Testamentsvollstrecker anzubieten und diesen, sofern sie bestimmte Kriterien erfüllen, die (staatlich nicht geschützte) Bezeichnung "Zertifizierter Testamentsvollstrecker" zu verleihen. Vereine dieser Art sind die Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge (AGT) e.V. sowie die Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DVEV). Diese Vereine führen überdies ein Register zu den Personen, die ihre Lehrgänge absolviert haben.
Haegele/Winkler: Der Testamentsvollstrecker; Walhalla-Fachverlag, ISBN 3802974530
Rott/Kornau/Zimmermann: Testamentsvollstreckung; Gabler Verlag, ISBN 3834907219
↑ BGH: Urteil des Bundesgerichtshofs vom 11. November 2004, Aktenzeichen I ZR 213/01 und I ZR 182/02