Source: https://www.ihk-muenchen.de/de/Aus-und-Weiterbildung/Ausbildung/Coronavirus-was-ist-mit-meiner-Pruefung/
Timestamp: 2020-05-31 19:35:38
Document Index: 13850736

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 15', '§ 19', '§ 6', '§ 7', '§ 17', '§ 19', '§ 27', '§ 29', '§ 17', '§ 20', '§ 32']

Coronavirus und Prüfungen
Coronavirus: Was ist mit meiner Prüfung? Was ist mit meinem Ausbildungsverhältnis?
IHK-Prüfungen und Ausbildungsverhältnis - Stand 29.04.2020, 15:00 Uhr
Die IHK-Organisation sieht sich angesichts der momentanen Lage gezwungen, die bundeseinheitlichen schriftlichen Abschlussprüfungen Sommer 2020 in allen Ausbildungsberufen zu verschieben. Die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen ist objektiv nicht mehr möglich. Daher werden bis Ende Mai auch keine schriftlichen IHK-Fortbildungsprüfungen inkl. AdA-Prüfungen stattfinden.
Sach- und Fachkundeprüfungen sowie die Unterrichtungen sind ab 04.05.2020 wieder eingeschränkt möglich. Informationen zu den einzelnen Prüfungen und Unterrichtungen finden Sie hier
Mit der Absage der Prüfungen leisten wir einen Beitrag zum gemeinsamen Aufruf der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten/-innen der Länder, alle nicht notwendigen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zwingend und solche mit weniger Teilnehmern möglichst abzusagen. Dies dient dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, um besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.
FAQs zu Prüfungen und Ausbildungen
Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Informationen nur für die Zeit der Corona-Krise gelten.
Welche IHK-Prüfungen wurden abgesagt? Welche IHK-Prüfungen finden statt?
Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sind folgende IHK-Prüfungen abgesagt:
Im Ausbildungsbereich vom 16.03.2020 bis 31.05.2020
alle kaufmännischen, kfm.-verwandten und gewerblich-technischen Zwischenprüfungen, die im Frühjahr 2020 hätten stattfinden sollen,
alle kaufmännischen, kfm.-verwandten und gewerblich-technischen Abschlussprüfungen Teil 1, die im Frühjahr 2020 hätten stattfinden sollen,
alle schriftlichen kaufmännischen und kfm.-verwandten Abschlussprüfungen/Abschlussprüfungen Teil 2 -- ursprünglich geplant für den 28./29.04.2020.
alle schriftlichen gewerblich-technischen Abschlussprüfungen/Abschlussprüfungen Teil 2 --ursprünglich geplant am 12./13.05.2020.
Im Fortbildungsbereich vom 16.03.2020 bis 31.05.2020
alle schriftlichen Fortbildungsprüfungen
alle schriftlichen AEVO-Prüfungen
Fortbildungsprüfungen (inklusive AEVO-Prüfung) deren Durchführung ab dem 01.06.2020 vorgesehen ist, finden nach aktueller Planung wie vorgesehen statt. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass sich wegen der Corona-Pandemie weiterhin kurzfristige Absagen ergeben können.
Im Sach- und Fachkundebereich bis mindestens 24. April 2020
alle Prüfungen und Unterrichtungen
Hier finden Sie eine Liste der betroffenen Sach-/Fachkundeprüfungen und Unterrichtungen.
Meine IHK-Abschlussprüfung/-Abschlussprüfung Teil 2 im Ausbildungsbereich ist abgesagt. Wie geht es jetzt weiter?
Die kaufmännischen, kfm.-verwandten sowie gewerblich-technischen Abschlussprüfungen/ Abschlussprüfungen Teil 2 werden nach derzeitiger Planung in der KW 25 durchgeführt:
16./17.06.2020: gewerblich-technische Ausbildungsberufe
18./19.06.2020: kaufmännische und kfm.-verwandte Ausbildungsberufe
Wann wird in den IHK-Ausbildungsberufen die im März/April 2020 ausgefallene Abschlussprüfung Teil 1 nachgeholt?
Alle Auszubildenden, deren Abschlussprüfung Teil 1 im März 2020 abgesagt wurde, erhalten die Möglichkeit, diese Prüfung im Herbst 2020 nachzuholen.
Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Antwort der nächsten Frage ("Wann muss ich in den Ausbildungsberufen meine IHK-Abschlussprüfung Teil 1 nachholen, ..."). In Zweifelsfällen nehmen Sie bitte mit uns direkt Kontakt auf.
Wann muss ich in den Ausbildungsberufen meine IHK-Abschlussprüfung Teil 1 nachholen, wenn ich bereits im Sommer 2020 die Abschlussprüfung Teil 2 ablegen muss?
Hier wird die IHK eine individuelle Lösung für Sie anbieten, sobald Termine feststehen. Wir werden Sie hierüber rechtzeitig vor Ihrer Abschlussprüfung Teil 2 informieren. Derzeit wird eine Abnahme der Prüfungen Teil 1 im Zeitraum von 15.06. bis 19.06.2020 angestrebt.
Kfm./kfm.-verwandte Berufe: Zeitplan 18./19.06.2020
Finden die IHK-Zwischenprüfungen in den kaufmännischen, kfm.-verwandten sowie gewerblich-technischen Ausbildungsberufen im Herbst 2020 statt?
Es ist derzeit geplant, die Zwischenprüfungen im Herbst 2020 durchzuführen. Sollte sich in Folge der von uns permanent vorgenommenen Risikoeinschätzung etwas ändern, informieren wir darüber auf dieser Homepage.
Finden die künftigen IHK-Abschlussprüfungen im Ausbildungsbereich statt?
Nach aktueller Planung finden die zukünftigen Abschlussprüfungen statt.
In den Ausbildungsprüfungen müssen für verschiedene Berufe Projektarbeiten, Reports, betriebliche Aufträge oder ähnliche Unterlagen eingereicht werden. Auch wenn die Prüfungen nicht stattfinden sollten, müssen die für das Einreichen der Projektarbeiten festgelegten Fristen eingehalten werden. Bitte beachten Sie dieTerminpläne. Wir beobachten die Entwicklung der Corona-Epidemie fortlaufend und versuchen, die Fristen großzügiger zu gestalten. Auf dieser Grundlage wird eine Risikoabwägung getroffen. Sollte es zu weiteren Absagen kommen, informieren wir zeitnah auf dieser Seite.
Warum sollen die schriftlichen Prüfungen in der Ausbildung so viel später als die praktischen Prüfungen stattfinden? Letztere beginnen voraussichtlich bereits im Mai 2020.
Diese zeitliche Verschiebung dient dem Schutz der Gesundheit der Prüflinge: Denn die schriftlichen Prüfungen finden an bundesweit einheitlich festgelegten Terminen statt, bei denen viele Teilnehmer in großen Räumen ihre schriftliche Prüfung ablegen und deshalb besteht eine hohe Gefahr der Übertragung von Krankheiten.
Schriftliche Prüfungen müssen deshalb so lange verschoben werden, bis diese aktuell hohe Ansteckungsgefahr nicht das übliche Maß übersteigt.
Bei praktischen Prüfungen sieht die Situation je nach Beruf anders aus. Es ist denkbar, dass der Auszubildende bei der Durchführung seiner praktischen Prüfung mit nur sehr wenigen oder gar keiner dritten Person in physischen Kontakt kommt. Die praktischen Prüfungen können deshalb - unter Berücksichtigung des Einzelfalls - in der Regel zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden.
Wann gilt meine Ausbildung als abgeschlossen?
Die Termine der schriftlichen Abschlussprüfung sind bekannt. Die mündlichen Prüfungen finden teilweise bereits eine Woche später statt. Somit sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung bei den meisten Prüflingen an dem Tag der mündlichen Prüfung nicht bekannt.
Das Ergebnis bestanden / nicht bestanden wird per Post an den Auszubildenden sowie an den Ausbildungsbetrieb gesendet. An dem Tag, an dem der Ausbildungsbetrieb das positive Ergebnis erfährt, gilt als letzter Tag der Ausbildung.
Wann werden ausgefallene schriftliche IHK-Prüfungen im Bereich der Fortbildung nachgeholt?
Die regulär für Juni 2020 geplanten schriftlichen IHK-Fortbildungsprüfungen finden zu diesen Terminen auch statt.
Ab dem 22. Juni 2020 starten die Nachholtermine für die nicht erfolgten schrifftlichen März-Prüfungen sowie die verschobenen schriftlichen Fortbildungsprüfungen, die für April und Mai 2020 anberaumt waren.
Bis Ende August 2020 werden die ausgefallenen bzw. verschobenen Prüfungen nachgeholt sein. Die genauen Termine finden Sie hier.
Was gilt bei den IHK-Zwischenprüfungen in den Ausbildungsberufen, die im Frühjahr 2020 ausgefallen sind?
Die zuständigen IHK-Gremien haben sich darauf verständigt, die zwischen dem 16.03. und Ende April 2020 ausgefallenen Zwischenprüfungen ersatzlos entfallen zu lassen. Auf ein nachträgliches Ablegen der Zwischenprüfung wird vom Frühjahr 2020 wird bei den betroffenen Prüflingen verzichtet, da die Prüfungsleistung der Zwischenprüfung auch nicht in das Endergebnis einfließt. Die entsprechenden Prüfungsaufgaben werden wiederverwendet und bleiben deshalb unter Verschluss.
Für die Prüflinge entsteht durch den ersatzlosen Wegfall der Zwischenprüfung kein Nachteil, da sie von der zuständigen IHK dennoch zur Abschlussprüfung zugelassen werden, sofern die übrigen Zulassungskriterien vorliegen.
Zwischenprüfungen, die vor dem 16.03.2020 komplett abgelegt wurden, sind davon nicht betroffen. Sie erhalten die Ergebnisse nach Auswertung auf dem Postweg.
Muss ich meine Projektarbeit für die IHK-Fortbildungsprüfung trotz der abgesagten Prüfungstermine einreichen?
In den Fortbildungsprüfungen müssen für verschiedene Abschlüsse Projektarbeiten eingereicht werden (z. B. Betriebswirt, Technischer Betriebswirt, IT-Prüfungen). Auch wenn die Termine für die schriftlichen Prüfungen abgesagt wurden, muss die für das Einreichen der Projektarbeit festgelegte Frist eingehalten werden.
Wie erhalte ich Informationen über den Nachholtermin und das weitere Prozedere meiner Fortbildungsprüfung?
Haben Sie noch ein paar Tage Geduld, spezifische Informationen, die Ihre Prüfung betreffen, erhalten Sie zeitnah von Ihrem/Ihrer Prüfungskoordinator/in.
Bitte sehen Sie zwischenzeitlich von telefonischen Anfragen ab.
Muss ich den Nachholtermin meiner schriftlichen IHK-Prüfung im Bereich der Fortbildung annehmen oder kann ich die Prüfung auch im Herbst 2020 oder zu einem späteren Zeitpunkt ablegen?
Sie können den Nachholtermin annehmen und müssen dann nichts weiter unternehmen.
Sofern Sie den Nachholtermin nicht wahrnehmen wollen, müssen Sie uns dies schriftlich unter Angabe des neuen gewünschten Prüfungstermins mitteilen. Sie erhalten dann ein neues Anmeldeformular, mit dem Sie sich erneut anmelden müssen.
Muss ich mich zum Nachholtermin für die Prüfung erneut anmelden?
Aus- und Fortbildungsprüfungen
Für die abgesagten Aus- und Fortbildungsprüfungen (inklusive AdA-Prüfung), die bis Ende Mai 2020 stattfinden sollten, müssen Sie sich nicht erneut anmelden.
Für die abgesagten Sachkundeprüfungen müssen Sie sich zu einem neuen Prüfungstermin anmelden. Die IHK prüft, ob zusätzliche Prüfungstermine angeboten werden können.
Sind bereits Gebühren angefallen? Wie gehe ich mit erhaltenen/bezahlten Gebührenbescheiden um?
Hier ist zwischen Ausbildungs-, Fortbildungs- sowie Sach- und Fachkundeprüfungen zu unterscheiden:
Für die ausgefallenen Zwischenprüfungen werden die Ausbildungsunternehmen keinen Gebührenbescheid erhalten. Die Frage einer Gebühr stellt sich somit nicht. Die Gebührenbescheide für die Abnahme der Abschlussprüfung/Abschlussprüfung Teil 1 und/oder Teil 2 werden erst nach erfolgter Durchführung der Prüfung an die Ausbildungsunternehmen versandt. Der Ausfall der Abschlussprüfung Teil 1 in der KW 12 löst ebenfalls keine Gebührenpflicht bei den Ausbildungsunternehmen aus.
Bei den Fortbildungsprüfungen, die bis zum 24.04.2020 stattfinden sollten, bleiben die Gebührenbescheide bestehen und gelten somit automatisch für Nachholtermin der Prüfung. Soweit Sie die durch den Bescheid festgelegten Gebühren noch nicht bezahlt haben, wird die Fälligkeit bis zur Wiederaufnahme der Prüfungsdurchführung aufgeschoben. Sollten Sie eine Rückzahlung des Geldes wünschen bzw. die Prüfung nicht zum Nachholtermin ablegen wollen, gehen Sie bitte direkt auf Ihren Ansprechpartner bei der IHK zu.
Sach- und Fachkunde:
Für die ausgefallenen Sach- und Fachkundeprüfungen sowie Unterrichtungen werden die bereits gezahlten Gebühren schnellstmöglich gutgeschrieben und dem Gebührenschuldner zurück erstattet.
Ich befinde mich aktuell in einem Berufsausbildungsverhältnis. Muss ich meinen geplanten Jahresurlaub verschieben, wenn der von der IHK angebotene Termin mit meinem Urlaub kollidiert? Wird in einem solchen Fall ein Ersatztermin angeboten?
Der Prüfling kann vor Beginn der Prüfung von dieser zurücktreten. Ersatztermine werden nicht angeboten. Die Prüfung kann beim nächsten regulären Prüfungstermin abgelegt werden. Dies sollte jedoch aufgrund der vertraglichen Auswirkungen mit dem Ausbildungsbetrieb geklärt werden.
Verlängert sich die Ausbildungszeit, wenn die Abschlussprüfung verschoben wird?
Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht. Die Ausbildung endet laut Gesetz mit dem Ablauf der Ausbildungsdauer (in der Regel zwei, drei oder dreieinhalb Jahre), also mit Ablauf des im Ausbildungsvertrag vereinbarten letzten Ausbildungstages. In der Regel bestehen Auszubildende aber vor Ablauf der Ausbildungsdauer die Abschlussprüfung. Im Falle des Bestehens der Abschlussprüfung endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses. Im Falle des Nichtbestehens der Abschlussprüfung endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Ablauf des im Ausbildungsvertrag vereinbarten letzten Ausbildungstages.
Auf Antrag des Azubis bei der IHK kann jedoch eine Verlängerung der Ausbildungszeit beantragt werden. Voraussetzung: Die Verlängerung ist erforderlich, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Diese kann bei einer längeren Corona-bedingten Ausfallzeit der Berufsausbildung im Betrieb oder in der Berufsschule durchaus der Fall sein.
Der Betrieb wurde durch die Behörden geschlossen. Wie soll nun ausgebildet werden?
Sollte der Betrieb komplett geschlossen und eine Umsetzung in eine andere Abteilung nicht möglich sein, können den Auszubildenden Ausbildungsinhaltefür die Erarbeitung zu Hause geben werden. Allerdings darf dies keine ausbildungsfremde Tätigkeit sein. Auch zusätzliche Lernzeit für die Berufsschule ist eine Möglichkeit, die Zeit jetzt sinnvoll zu nutzen.
Kann die Ausbildung beispielsweise bei einer vorübergehenden coronabedingten Betriebsschließung im Verbund weitergeführt werden?
Viele Ausbildungsbetriebe können ihre Auszubildenden derzeit aufgrund fehlender Arbeit oder gar vorübergehender Betriebsschließung nicht mehr praxisgerecht ausbilden. Andererseits gibt es Betriebe, die gerne zusätzliche Auszubildende einsetzen würden. Angedacht werden kann der Einsatz der Auszubildenden in anderen Bereichen oder Betrieben, wenn dies insgesamt für die Ausbildung im weitesten Sinne zweckdienlich und aufgrund der momentanen Situation vertretbar ist.
Die kooperative Ausbildung (Verbundausbildung) ermöglicht die Fortführung der Berufsausbildung und gewährleistet die Vermittlung der Ausbildungsinhalte.
Nehmen Sie in diesen Fällen bitte zu gegebener Zeit Kontakt mit Ihrem IHK-Bildungsberater und IHK-Integrationsberater auf.
Müssen Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule geschlossen hat?
Ja, denn Auszubildende sind gemäß § 9 Absatz 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) bzw. § 15 Absatz 1 BBiG nur für die Teilnahme am Berufsschulunterricht von der Ausbildung freigestellt. Die Freistellung der Auszubildenden durch ihre Ausbildenden endet jedoch, wenn ein Besuch der Berufsschule unterbleiben muss.
Auch wenn die Berufsschule als Ersatz einen Online-Unterricht anbietet, darf der Auszubildende nicht einfach zu Hause bleiben. Die Entscheidung darüber, ob der Auszubildende am Online-Unterricht im Betrieb oder an anderer Stelle teilnimmt, trifft der Betrieb. Im Idealfall natürlich in Abstimmung mit dem/der Auszubildenden.
Welche Regelungen gelten ab dem 27.04.2020 für den Berufsschulbesuch? Für wen?
Durch die Allgemeinverfügung "Schulen" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) vom 24.04.2020 wird eine sukzessive Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs ermöglicht. U. a. wird festgelegt, dass der Unterricht an den Berufsschulen und den entsprechenden Schulen zur sonderpädagogischen Förderung in den Klassen mit anstehender Kammerprüfung im Jahr 2020 wieder stattfinden kann. Für andere Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen gilt weiterhin ein Betretungsverbot für die betroffene Einrichtung (nach aktuellem Stand bis einschließlich 10.05.2020).
Im Betrieb gab es einen Verdacht auf Corona, sodass alle Mitarbeiter/-innen und Auszubildenden nach Hause geschickt wurden. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt. Besteht für die Auszubildenden ein Anspruch auf Vergütung?
Ja, hier liegt ein Fall von § 19 Absatz 1 Nummer 2 lit. a BBiG vor. Danach haben Ausbildende die Vergütung bis zu einer Zeit von 6 Wochen auch zu zahlen, wenn die Auszubildenden sich für die Berufsausbildung bereithalten, diese aber ausfällt.
Ein Betrieb plant zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres erstmals auszubilden, jedoch verfügt noch niemand im Betrieb über die Ausbildereignungsbescheinigung. Da AEVO-Prüfungen derzeit nicht stattfinden, stellt sich die Frage, ob aus diesem Grund nicht ausgebildet werden darf.
Gemäß § 6 Absatz 4 AEVO kann die zuständige IHK vom Nachweis der AEVO befreien. Die Befreiung ist auch unter Auflagen möglich. In diesem Fall ist eine Auflage, dass die AEVO-Prüfung in einem festgelegten Zeitraum (z. B. sechs oder zwölf Monate) nachgeholt wird, angemessen.
Der Betrieb hat kaum Aufträge. Kann die tägliche Ausbildungszeit reduziert werden?
Es wird empfohlen, mit den Auszubildenden über die Situation zu sprechen. Es gibt die Möglichkeit, mit den Auszubildenden durch eine Änderung des Ausbildungsvertrages eine Teilzeitberufsausbildung nach § 7a BBiG zu vereinbaren und dadurch die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Die Ausbildungsvergütung kann entsprechend gekürzt werden (§ 17 Absatz 5 BBiG). Allerdings verlängert sich dann die vertraglich vereinbarte Ausbildungsdauer entsprechend.
Einsatz in anderen Unternehmensbereichen
Versetzung in die Lehrwerkstatt
Ziel aller Maßnahmen muss es sein, dass die Auszubildenden ihre Berufsausbildung erfolgreich zu Ende führen und die Abschlussprüfung absolvieren können. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.
Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Absatz 1 Nummer 2 BBiG) gegenüber dem Ausbildungsbetrieb. Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.
Darf ein Betrieb, bei dem Kurzarbeit stattfindet, Ausbildungsverträge für das kommende Ausbildungsjahr schließen?
Da Auszubildende grundsätzlich von Kurzarbeit ausgeschlossen sind, dürfen sie eingestellt und ausgebildet werden, wenn die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung und trotz Kurzarbeit geeignet ist (§ 27 Absatz 1 BBiG). Auch berührt die aus unternehmerischer Sicht notwendige Kurzarbeit einzelner Mitarbeiter eines Unternehmens nicht die persönliche Eignung und persönliche Integrität von Ausbildenden gemäß § 29 BBiG.
Benötige ich bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld für Auszubildende eine schriftliche Bestätigung meiner IHK?
Nein, im Falle der Beantragung von Kurzarbeitergeld für Auszubildende ist eine schriftliche Bestätigung der zuständigen Industrie- und Handelskammer nicht mehr zwingend vorgeschrieben.
Die Arbeitsagenturen in Bayern gehen aktuell davon aus, dass Ausbildungsbetriebe alle
erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung von Kurzarbeit getroffen haben, wenn Sie
Kurzarbeitergeld beantragen.
Kann für Auszubildende Urlaub / Betriebsurlaub angeordnet werden?
Auszubildende können nicht pauschal in „Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall. Auch eine Freistellung des Auszubildenden ohne Vergütung ist nicht möglich.
Betriebsurlaub kann vom Ausbildenden im Rahmen seines Direktionsrechts nach den Grundsätzen der höchstrichterlichen Rechtsprechung (BAG, Urt. v. 28.07.81, Az. 1 ABR 79/79) angeordnet werden. Allerdings nicht nur für Auszubildende. Es muss sich dann um eine generelle Regelung für den gesamten Ausbildungsbetrieb oder zumindest für organisatorisch klar abgegrenzte Betriebsteile handeln, auf die sich die betriebliche Sondersituation auswirkt.
Dürfen Auszubildende im Homeoffice arbeiten?
Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit einer Ausbilderin oder eines Ausbilders ist grundsätzlich keine Dauerlösung. In der aktuellen Situation ist es jedoch vertretbar, dass Auszubildende im Homeoffice arbeiten, wenn dies betrieblich ermöglicht werden kann. Auch im Homeoffice sind Auszubildende aber auszubilden und anzuleiten. Ausbilder müssen ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es wird deshalb empfohlen, Kontakt mit den Auszubildenen zu halten, konkrete Arbeitsaufträge zu erteilen und miteinander zu kommunizieren, insbesondere darüber, wie sich die Ausbildungsfortschritte gestalten. Der Ausbildungsnachweis sollte weiterhin geführt werden.
Was ist mit dem Auszubildenden, wenn aufgrund Erkrankung oder Quarantäne kein Ausbilder mehr im Betrieb ist?
Vorübergehend ist es ausreichend, wenn eine andere Fachkraft zur Verfügung steht.
Wie unterstützt die IHK Auszubildende bei der Prüfungsvorbereitung?
Aufgrund der Vielzahl an Ausbildungsberufen ist es der IHK selbst nicht möglich, Unterricht oder Prüfungsvorbereitung zu organisieren. Auszubildenden und Betrieben ist es aber möglich, Unterlagen zur Prüfungsvorbereitung (z. B. komplette Prüfungssätze alter Prüfungen) im Internet zu bestellen. Gewerblich-technische Auszubildende finden umfangreiches Material unter www.christiani.de, kaufmännische Auszubildende unter www.u-form-shop.de.
Sind Auszubildende berechtigt, aufgrund der mit der Corona-Pandemie einhergehenden Ansteckungsgefahr der betrieblichen Ausbildung fernzubleiben?
Grundsätzlich dürfen Auszubildender die betriebliche Ausbildung nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte.
Insbesondere ist jedes eigenmächtige Fernbleiben von Auszubildenden von der betrieblichen oder schulischen Ausbildung ein Verstoß gegen ihre vertragliche und ge­setzliche Verpflichtung, sich zu bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben und kann sowohl arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen als auch die Zulassung zur Abschlussprüfung wegen Fehlzeiten gefährden. Ein Fernbleiben von der Ausbildung ist deshalb nur im Einvernehmen mit dem Ausbildenden möglich oder sofern ein behördliches Verbot bzw. ein gesetz­licher / vertraglicher Anspruch darauf besteht.
Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (z. B. das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause durchzuführen.
Muss die Ausbildungszeit verlängert werden, wenn der Auszubildende vorübergehend nicht ausgebildet werden konnte und verschiebt sich dadurch die Abschlussprüfung?
Das ist abhängig davon, wie lange die Unterbrechung der Ausbildung gedauert hat und ob dennoch alle Ausbildungsinhalte vermittelt werden konnten. Grundsätzlich bestätigen Betrieb und der Auszubildende durch ihre Unterschrift auf der Prüfungsanmeldung, ob alle Inhalte vermittelt wurden und die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit besteht. Unterbrechungen von mehreren Wochen führen also nicht automatisch zu einer Verlängerung der Ausbildungszeit. Nehmen Sie in diesen Fällen bitte zu gegebener Zeit Kontakt mit Ihrem IHK-Bildungsberater auf.
Was bedeutet eine Insolvenz für das Ausbildungsverhältnis?
Weder eine drohende Insolvenz noch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben direkte Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag. Die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Rechte und Pflichten bleiben weiter bestehen. Sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, tritt allerdings in der Regel der Insolvenzverwalter an die Stelle des Ausbildungsbetriebes (im Falle der Eigenverwaltung der sog. Eigenverwaltende Schuldner). Alle aus dem Ausbildungsvertrag bestehenden Ansprüche sind an ihn zu richten.
Der Ausbildende bzw. der Insolvenzverwalter sind dazu verpflichtet, die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Pflichten weiter zu erfüllen. Hierzu zählt insbesondere die Zahlung der vereinbarten Ausbildungsvergütung. Grundsätzlich können sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung einigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein (§ 17 Absatz 1 BBiG).
Darf einem Auszubildenden mangels Aufträgen, behördlich angeordneter Betriebsschließung, Kurzarbeit oder drohender Insolvenz gekündigt werden?
Ein Mangel an Aufträgen, behördlich angeordnete Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder eine drohende Insolvenz sind grundsätzlich keine Gründe für eine Kündigung.
Sollte der Ausbildungsbetrieb jedoch für längere Zeit vollständig zum Erliegen kommen und ist auch auf absehbare Zeit keine Perspektive gegeben, dass eine Besserung der Umstände eintritt und die Ausbildung wieder aufgenommen werden könnte, ist ein wichtiger Grund zur Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses gegeben. Unter diesen Umständen kann die berufliche Handlungsfähigkeit nicht mehr vermittelt werden.
Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung des/der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbildende sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.
Kann die Probezeit der Auszubildenden verlängert werden, wenn die Ausbildung während der Probezeit Corona-bedingt unterbrochen werden muss oder nur eingeschränkt möglich ist?
Grundsätzlich muss die Probezeit mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen (§ 20 BBiG). Die Probezeit verlängert sich nicht automatisch bei Ausfall der Ausbildung um die Dauer der Unterbrechung. Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen, kann jedoch die Probezeit vertraglich um den Zeitraum der Unterbrechung verlängert werden. Die Vertragsparteien können sich auf eine solche Vereinbarung etwa dann nicht berufen, wenn die Unterbrechung der Ausbildung selbst vertragswidrig herbeigeführt wurde.
Die nach § 32 Absatz 1 JArbSchG vorgeschriebene Erstuntersuchung bei jugendlichen Auszubildenden kann nicht durchgeführt werden. Was ist zu tun?
Ein Jugendlicher, der in das Berufsleben eintritt, darf nur beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten vierzehn Monate von einem Arzt untersucht worden ist (Erstuntersuchung) und dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorliegt.
Sollte die gesetzlich vorgeschriebene Erstuntersuchung derzeit nicht möglich sein, muss die Bescheinigung bis spätestens bis zum 1. Arbeitstag nachgereicht werden, da anderenfalls ein Beschäftigungsverbot vorliegt.
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