Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/die-heimatsprache-rechtsmittelbelehrung-3124977
Timestamp: 2019-12-08 20:32:59
Document Index: 101862480

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 45', '§ 45', '§ 45', 'BGH', 'BGH', '§ 45', '§ 45', '§ 45']

Die in die Mut­ter­spra­che über­setz­te Rechts­mit­tel­be­leh­rung – und die Wie­der­ein­set­zung | Rechtslupe
Die in die Muttersprache übersetzte Rechtsmittelbelehrung - und die Wiedereinsetzung
Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand ist dem­je­ni­gen zu gewäh­ren, der ohne Ver­schul­den ver­hin­dert war, eine Frist ein­zu­hal­ten (§ 44 Satz 1 StPO). Der Antrag ist bin­nen einer Woche nach Weg­fall des Hin­der­nis­ses zu stel­len (§ 45 Abs. 1 Satz 1 StPO).
Die für die Gewäh­rung der Wie­der­ein­set­zung erfor­der­li­chen Anga­ben sind eben­so wie ihre Glaub­haft­ma­chung Zuläs­sig­keits­vor­aus­set­zun­gen des Antrags 1.
Dar­zu­le­gen und glaub­haft zu machen sind auch die­je­ni­gen Umstän­de, aus denen sich ergibt, dass der Antrag­stel­ler ohne eige­nes Ver­schul­den gehin­dert war, die ver­säum­te Rechts­mit­tel­frist ein­zu­hal­ten 2. Dazu gehört der Vor­trag eines Lebens­sach­ver­halts, der das feh­len­de Ver­schul­den an der Säum­nis belegt und Alter­na­ti­ven aus­schließt, die der Wie­der­ein­set­zung sonst ent­ge­gen­ste­hen 3.
Soweit sich der Ange­klag­te dar­auf beruft, die Beleh­rung des Vor­sit­zen­den bezüg­lich der ein­wö­chi­gen Frist zur Ein­le­gung der Revi­si­on und deren Über­set­zung in die tür­ki­sche Spra­che über­haupt nicht ver­stan­den zu haben, zeigt dies abge­se­hen von der Nicht­ein­hal­tung der Wochen­frist aus § 45 Abs. 1 Satz 1 StPO eben­falls kei­nen Sach­ver­halt auf, auf­grund des­sen der Ange­klag­te unver­schul­det an der Ein­hal­tung der Revi­si­ons­ein­le­gungs­frist gehin­dert gewe­sen wäre. Ohne nähe­re Dar­le­gun­gen dazu, war­um er die Über­set­zung in sei­ne Mut­ter­spra­che nicht ver­stan­den habe, ist den in § 45 Abs. 2 Satz 1 StPO gere­gel­ten Begrün­dungs­an­for­de­run­gen nicht genügt 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2017 – 1 StR 240/​17
BGH, Beschlüs­se vom 24.07.2012 – 1 StR 341/​12; vom 07.06.2013 – 1 StR 232/​13; vom 14.01.2015 – 1 StR 573/​14, NStZ-RR 2015, 145 f.; und vom 21.11.2016 – 1 StR 526/​16 [in NStZ-RR 2017, 48 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz] mwN[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 14.01.2015 – 1 StR 573/​14, NStZ-RR 2015, 145 f.; und vom 21.11.2016 – 1 StR 526/​16 [in NStZ-RR 2017, 48 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz] mwN; vgl. auch Beck­OK StPO/​Cirener, 27. Edi­ti­on, § 45 Rn. 6; Maul in KK-StPO, 7. Aufl., § 45 Rn. 6[↩]
Beck­OK StPO/​Cirener aaO[↩]
dazu OLG Olden­burg, Beschluss vom 18.01.2008 – 1 Ws 41/​08, NStZ-RR 2008, 150; sie­he auch Maul in KK-StPO aaO § 45 Rn. 7[↩]
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