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Timestamp: 2016-10-26 23:21:16
Document Index: 173888173

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

U 47/04 (04.10.2004)
B.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin lic. iur. Petra Oehmke, Bahnhofplatz 9, 8910 Affoltern am Albis,
Der 1966 geborene B.________ war als Bauhandlanger/Hilfsarbeiter bei der Firma A.________ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfallfolgen versichert. Am 27. November 1986 st�rzte er von einer Rampe und quetschte sich die dominante linke Hand. Nach zwei R�ckf�llen gew�hrte die SUVA mit Verf�gung vom 2. Juni 1997 eine ab 1. Juli 1996 laufende Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 15 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 10 %.
Eine erneute Traumatisierung der linken Hand f�hrte am 28. April 1999 zu einer im Kantonsspital Schaffhausen durchgef�hrten Arthrodese des linken Handgelenks, worauf die SUVA mit Verf�gung vom 16. M�rz 2001 und sp�ter mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2001 die Integrit�tseinbusse neu auf 15 % festsetze. Der Einspracheentscheid blieb unangefochten. Bez�glich der von B.________ beantragten Rentenerh�hung stellte sich die SUVA dagegen am 8. September 2001 auf den Standpunkt, die gesundheitlichen Ver�nderungen seien ohne Auswirkungen auf die bisherige Erwerbsf�higkeit. Mit Einspracheentscheid vom 30. Januar 2002 hielt die Anstalt an dieser Auffassung fest.
B.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides sei ihm anstelle der bisherigen Rente eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 37 %, eventuell von 30 %, zuzusprechen.
Die SUVA beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung, verzichtet auf eine Stellungnahme.
Das kantonale Gericht hat zun�chst richtig ausgef�hrt, dass f�r die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht die Bestimmungen des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, sondern die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar sind (BGE 129 V 4 Erw. 1.2). Zutreffend dargelegt hat es sodann die f�r die Revision laufender Renten der obligatorischen Unfallversicherung nach (alt) Art. 22 Abs. 1 UVG und der Rechtsprechung (BGE 119 V 478, 112 V 372 Erw. 2b 109 V 265 Erw. 4a mit Hinweisen; RKUV 1987 Nr. U 32 S. 446) geltenden Regeln. Darauf kann verwiesen werden.
Die Vorinstanz zeigt sodann in zutreffender W�rdigung der ihr zur Verf�gung gestandenen Akten und Parteivorbringen auf, dass der Gesundheitszustand seit der erstmaligen Rentenfestsetzung insoweit eine Ver�nderung erfahren hat, als mit der linken Hand nunmehr nicht mehr s�mtliche Arbeiten m�glich sind und die Handkraft herabgesetzt ist. Deswegen sind dem Beschwerdef�hrer zwar nach wie vor leichte k�rperliche T�tigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten �ber 10 kg mit der linken Hand, ohne T�tigkeiten mit Vibrationen und Schl�gen sowie extremen K�lteexpositionen vollzeitig zumutbar. Indessen k�nnen auch nicht mehr s�mtliche feinmotorischen Arbeiten ausgef�hrt und kann die linke Hand nicht mehr als St�tze f�r �berkopfarbeiten eingesetzt werden. Zus�tzliche Einschr�nkungen bestehen bei Rotationsbewegungen des linken Handgelenks. Auf die diesbez�glichen vorinstanzlichen Erw�gungen kann verwiesen werden.
Der Beschwerdef�hrer beruft sich letztinstanzlich neu auf den vom Facharzt f�r Orthop�die, Dr. M.________, im Rahmen der von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen interdisziplin�ren Begutachtung bei der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS), erstatteten Bericht �ber das orthop�dische Konsilium vom 30. September 2003. Neue medizinische Erkenntnisse sind darin nicht zu finden, obwohl zwischenzeitlich diverse neue R�ntgenaufnahmen der beiden Handgelenke gemacht worden sind. Auch f�llt auf, dass sich die Untersuchung und die Bewertung schwergewichtig auf die im Rahmen eines Arbeitsprogramms der IV-Stelle geklagten Leidens an der rechten Hand konzentriert. Diese konnten indessen nicht objektiviert werden. In diesem Kontext ist auch die Einsch�tzung des zumutbaren Arbeitspensums zu sehen, wenn Dr. M.________ ausf�hrt, es sei nicht objektivierbar, dass diese T�tigkeit (gemeint ist jene im Arbeitsprogramm) nach vier Stunden auf Grund von Beschwerden in der rechten Hand nicht mehr m�glich sein sollte, und anschliessend von einer zumutbaren Arbeit von 2 x ca. 4 Stunden t�glich schreibt. Nicht dass Dr. M.________ nicht auch die verbliebene Einsatzm�glichkeit der linken Hand gesch�tzt h�tte. Diesbez�glich f�hrt er aus, sie k�nne die rechte Hand bei leichten Arbeiten (lediglich) geringgradig unterst�tzen. Damit weicht Dr. M.________ aber von der �berzeugend begr�ndeten, die Einsatzm�glichkeiten der linken Hand detailliert umschreibenden Einsch�tzung von Dr. X.________, SUVA-Kreisarzt und Facharzt f�r Chirurgie, vom 10. Januar 2001 ab, ohne sich mit dieser n�her auseinander zu setzen, oder wenigstens darauf Bezug zu nehmen. Ebenso wenig �ussert er sich zum Bericht des dem �rzteteam Unfallmedizin der SUVA angeh�rigen Facharztes f�r Chirurgie, Dr. Y.________, vom 14. Dezember 2001, worin die Restarbeitsf�higkeit noch weniger vorsichtig als von Dr. X.________ eingesch�tzt bestimmt ist. Da die SUVA zudem ausschliesslich f�r unfallbedingte Beschwerden leistungspflichtig ist und der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides (BGE 129 V 4) massgebend ist, besteht keine Veranlassung, von der nachvollziehbaren, schl�ssig erscheinenden Einsch�tzung von Dr. X.________ abzuweichen.
Bei der Ermittlung des ohne Invalidit�t erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b) als Gesunder tats�chlich verdienen w�rde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie m�glich zu erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person auf Grund ihrer beruflichen F�higkeiten und pers�nlichen Umst�nde unter Ber�cksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hief�r hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt h�tte (AHI 1998 S. 171 Erw. 5a mit Hinweisen). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige T�tigkeit im Gesundheitsfall weitergef�hrt worden w�re, ist Ankn�pfungspunkt f�r die Bestimmung des Valideneinkommens h�ufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c).
3.1 Der Versicherte war zum Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 27. November 1986 als Bauhandlanger angestellt und verdiente dabei gem�ss der von der damaligen Arbeitgeberin am 4. Dezember 1986 ausgef�llten Unfallmeldung UVG Fr. 14.- (zuz�glich 8,3 % Ferien-/ Feiertagsentsch�digung und 8,3 % 13. Monatslohn). Dies entspricht mit Fr. 16.30 etwa dem in der Lohn- und Gehaltsstatistik des BIGA (heute: seco) vom Oktober 1987 f�r 1986 ausgewiesenen durchschnittlichen Verdienst f�r ungelernte Arbeit im Bauhauptgewerbe von Fr. 16.14 (einschliesslich aller Zulagen). F�r den behaupteten Aufstieg zum Baufacharbeiter bestehen keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte (vgl. hierzu: AHI 1998 S. 171 Erw. 5a mit Hinweisen). Allein aus den Berufserfahrungen kann darauf nicht geschlossen werden. Es ist somit danach zu fragen, was der Versicherte im Jahre 2001 mutmasslicherweise als gesunder Bauhilfsarbeiter erzielt h�tte.
3.2 Da seine Entl�hnung beim Unfall im Wesentlichen dem statistischen Durchschnittsentgelt entsprach und er anschliessend nicht mehr oder nicht mehr regelm�ssig arbeitete, ist das Valideneinkommen auf Grund der (nunmehr) vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu ermitteln. Danach erzielte ein im Bauhauptgewerbe einfache und repetitive Arbeiten ausf�hrender Mann im Jahr 2000 mit 40 Wochenarbeitsstunden monatlich Fr. 4544.- (LSE 2000 S. 31 TA1 S Ziff. 45). Der Nominallohnerh�hung von 2,8 % sowie der durchschnittlichen Arbeitszeit im Baugewerbe von 42 Stunden angepasst, f�hrt dies zu einem auf ein Jahr hochgerechnetes Valideneinkommen von Fr. 58'858.- (4544.- x 12 Monate / 40 x 42 x 1.028; Die Volkswirtschaft 2003, Heft 5, S. 82 f. Tabellen B9.2 und B10.2).
4.1 Zur Festsetzung des Invalideneinkommens hat das kantonale Gericht die LSE aus dem Jahre 2000 beigezogen. Gem�ss Tabelle A1 der LSE 2000 belief sich der Durchschnittslohn f�r die mit einfachen und repetitiven Arbeiten besch�ftigen M�nner im privaten Sektor 2000 f�r eine 40-Stundenwoche auf Fr. 4437.- (einschliesslich 13. Monatslohn), was bei einer betriebs�blichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 2003, Heft 5, S. 82 Tabelle B9.2) und in Ber�cksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahre 2001 von 2,5 % (a.a.O., S. 83 Tabelle B 10.2) einen Jahreslohn von Fr. 56'895.- ergibt.
4.2 In einem n�chsten Schritt reduzierte die Vorinstanz den Tabellenlohn um 15 % unter dem Titel der leidensbedingten Einschr�nkung, weil der Beschwerdef�hrer zufolge der gesundheitlichen Beeintr�chtigung auch im Rahmen einer angepassten leichten T�tigkeit eingeschr�nkt sei. Der Versicherte erachtet diesen Abzug in Anbetracht des Gesundheitsschadens f�r unzureichend.
Zwar ist die Kraft der dominanten linken Hand vermindert und die Feinmotorik herabgesetzt. Auch sind �berkopfarbeiten wie auch Rotationsbewegungen des Handgelenks untersagt. Extremer K�lte, Schl�gen und Vibrationen darf die Hand ebenso wenig ausgesetzt sein. Auf der anderen Seite kann die linke Hand bei leichteren Arbeiten nach wie vor intensiver als nur im Sinne einer Zuf�hrhand eingesetzt werden. Ebenso wird die adominante rechte Hand nach einer gewissen Anpassungszeit in einem gesteigerten Masse Aufgaben der (bisher) dominanten linken Hand �bernehmen k�nnen. Da im �brigen keine weiteren lohnwirksamen Faktoren auszumachen sind, ist gesamthaft gesehen der von der Vorinstanz vorgenommene Abzug von 15 % als angemessen zu betrachten. Das trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung noch zumutbare Einkommen betr�gt daher mindestens Fr. 48'361.- (Fr. 56'895 x 0.85). Im Vergleich zum Valideneinkommen f�r das Jahr 2001 von Fr. 58'858.- f�hrt dies zu einem Invalidit�tsgrad von 17,83 % (1 - 48'361 / 58'858). Damit ist die Rente zufolge Verschlimmerung des Gesundheitsschadens mit zus�tzlicher Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit revisionsweise auf 18 % zu erh�hen (BGE 130 V 121).
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Entsprechend dem Prozessausgang steht dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG; BGE 110 V 57 Erw. 3a mit Hinweisen).
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 31. Dezember 2003 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt vom 30. Januar 2002 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 18 % hat.