Source: http://www.rechtsindex.de/mietrecht/4765-bgh-urteil-viii-zr-186-14-mietverhaeltnis-aufgrund-zigarettengestanks-gekuendigt
Timestamp: 2017-03-29 22:49:28
Document Index: 128904359

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 569', '§ 573', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH-Urteil zur Sache Friedhelm A. - Mietverhältnis aufgrund Zigarettengestanks gekündigt (BGH, Az. VIII ZR 186/14)
Suchen...	Aktuelle Seite: Alle Urteile Mietrecht BGH-Urteil zur Sache Friedhelm A. - Mietverhältnis aufgrund Zigarettengestanks gekündigt
Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2015 - VIII ZR 186/14 BGH-Urteil zur Sache Friedhelm A. - Mietverhältnis aufgrund Zigarettengestanks gekündigt
Der BGH hat sich in seinem Urteil mit der Frage beschäftigt, ob der Vermieter ein Wohnraummietverhältnis wegen Störung des Hausfriedens in einem Mehrfamilien- und Bürohaus kündigen kann, wenn es im Treppenhaus durch Zigarettengerüche aus der Wohnung des rauchenden Mieters zu Beeinträchtigungen anderer Mieter kommt. Der Sachverhalt
Der durch die Medien bekannt gewordene Friedhelm A. ist seit 40 Jahren Mieter einer Wohnung der Klägerin in Düsseldorf. Die Klägerin hat das Mietverhältnis fristlos und hilfsweise fristgemäß gekündigt, weil aus der Wohnung "Zigarettengestank" in das Treppenhaus gelange. Dies liege daran, dass der Mieter seine Wohnung nicht ausreichend über die Fenster lüfte und die Aschenbecher in seiner Wohnung nicht leere. Das Amtsgericht hat der Räumungsklage stattgegeben, das Landgericht hat die Berufung des Beklagten zurückgewiesen.
Die vom Landgericht zugelassene Revision hatte Erfolg und führte zur Zurückverweisung des Rechtsstreits an eine andere Kammer des Berufungsgerichts.
Das Urteil des Bundesgerichtshofs (VIII ZR 186/14)
Der Bundesgerichtshof hat durch Urteil (VIII ZR 186/14) entschieden, dass eine Geruchsbelästigung der Mitmieter durch Zigarettenrauch, die ein Mieter durch einfache und zumutbare Maßnahmen (etwa die Lüftung über die Fenster) verhindern könnte, im Einzelfall zwar eine Störung des Hausfriedens und eine Verletzung vertraglicher Nebenpflichten des Mieters (Gebot der Rücksichtnahme) darstellen kann, insbesondere, wenn die Intensität der Beeinträchtigungen ein unerträgliches und gesundheitsgefährdendes Ausmaß erreicht.
Im Streitfall war dem Bundesgerichtshof allerdings eine Beurteilung, ob eine die fristlose Kündigung gemäß § 569 Abs. 2 BGB rechtfertigende "nachhaltige Störung des Hausfriedens" oder auch nur eine die ordentliche Kündigung nach § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB rechtfertigende "schuldhafte nicht unerhebliche Verletzung vertraglicher Pflichten des Mieters" vorlag, nicht möglich, weil die vom Berufungsgericht vorgenommene Würdigung auf einer lückenhaften und unter Verletzung prozessualer Vorschriften erfolgten Tatsachenfeststellung beruhte. Der Bundesgerichtshof hat die Sache deshalb an eine andere Kammer des Berufungsgerichts zurückverwiesen, damit die erforderlichen Feststellungen nachgeholt werden.
Gericht:Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2015 - VIII ZR 186/14
Vorinstanz:Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 31.07.2013 - 24 C 1355/13Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 26.06.2014 - 21 S 240/13
BGH, PMRechtsindex - Recht & Urteile
Dieses Urteil wurde am 18. Februar 2015 eingetragen und wurde 5687 mal gelesen
BGH-Urteil: Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung aus Härtegründen LG Düsseldorf: Raucher Friedhelm A. darf in der Mietwohnung bleiben Wohnraummietrecht: Wann liegt eine Überbelegung der Mietwohnung vor? Mieter erstattet Strafanzeige gegen den Vermieter BGH-Urteil: Nachbar raucht auf dem Balkon - Störender Zigarettenqualm Vermieter betritt Wohnung ohne Zustimmung - Fristlose Kündigung durch Mieter? Impressum |