Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.03.1979&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2015/78
Timestamp: 2020-02-27 12:18:30
Document Index: 61705686

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', '§ 326', '§ 326', '§ 326']

BGH, 28.03.1979 - VIII ZR 15/78 - dejure.org
https://dejure.org/1979,11702
BGH, 28.03.1979 - VIII ZR 15/78 (https://dejure.org/1979,11702)
BGH, Entscheidung vom 28.03.1979 - VIII ZR 15/78 (https://dejure.org/1979,11702)
BGH, Entscheidung vom 28. März 1979 - VIII ZR 15/78 (https://dejure.org/1979,11702)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1979,11702) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Rücktritt als Kündigung eines wirksam geschlossenen Sukzessivlieferungsvertrages - Bestimmung der Leistung durch eine Partei - Bestehen einer positiven Vertragsverletzung - Erforderlichkeit einer Nachfristsetzung
WM 1979, 674
DB 1979, 1648
Auch bei positiver Vertragsverletzung bedarf das Vorgehen des Vertragsgegners nach § 326 BGB grundsätzlich der mit der Ablehnungsandrohung verbundenen Fristsetzung, um dem Schuldner die Folgen seiner Vertragsverletzung vor Augen zu führen(Senatsurteil vom 28. März 1979 - VIII ZR 15/78 = WM 1979, 674).
Ein solcher Vertrag wird, sofern sich ein Partner wegen einer Vertragsverletzung des anderen hinsichtlich der noch nicht erbrachten Leistungen von ihm lösen will, nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats nicht durch Kündigung, sondern durch - allerdings nur für die Zukunft wirkenden - Rücktritt unter den Voraussetzungen des § 326 BGB beendet (Senatsurteil vom 28. März 1979 - VIII ZR 15/78 - WM 1979, 674 - zu II 2 und 3 m.w.Nachw.).
Entsprechend § 326 Abs. 1 BGB darf sie den Vertragspartner aber nicht mit der Rücktrittserklärung überraschen, sondern muß grundsätzlich durch Nachfristsetzung und Ablehnungsandrohung eine klare Rechtssituation schaffen und dem Partner Gelegenheit geben, das Versäumte nachzuholen bzw. die künftige Vertragserfüllung zu sichern und dadurch dem angedrohten Rücktritt zu entgehen (…Senatsurteil vom 10. November 1976 aaO; vgl. ferner Senatsurteile vom 10. Dezember 1975 - VIII ZR 147/74 - LM BGB § 326 (Dc) Nr. 4 - WM 1976, 75 sowie vom 28. März 1979 a.a.O. zu II 3).
Ob in einer solchen Erklärung ein Rücktritt oder das Verlangen nach Schadensersatz zu sehen ist, ist an sich Sache der tatrichterlichen Auslegung (Senatsurteil vom 28. März 1979 - VIII ZR 15/78 = WM 1979, 674 unter II 3 a).
Daß im Streitfall ein Sukzessivlieferungsvertrag vorlag, in dessen Rahmen bei vorbestimmter Gesamtleistungsmenge die einzelnen Lieferungen in wechselseitiger Bindung in Raten erfolgen sollten (vgl. Senatsurteil vom 28. März 1979 - VIII ZR 15/78 = WM 1979, 674 unter II 2; Senatsurteil vom 5. November 1980 - VIII ZR 232/79 = WM 1981, 95 unter II 2. jeweils m.w.Nachw.), hat das Berufungsgericht jedoch nicht festgestellt.