Source: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/darlehen-29385/version-252994
Timestamp: 2019-06-25 11:44:36
Document Index: 113809552

Matched Legal Cases: ['§ 488', '§ 607', '§ 19', '§ 246', '§ 491', '§ 513', '§ 492', '§ 355', '§ 495', '§ 498']

Revision von Darlehen vom Mo., 19.02.2018 - 16:47 • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/darlehen-29385/version-252994
(alternative Schreibweise: Darlehn); 1. Begriff: schuldrechtlicher Vertrag, durch den einem Darlehensnehmer Geld (Gelddarlehen §§ 488-505e BGB) oder vertretbare Sachen (Sachdarlehen (§§ 607-609 BGB) auf Zeit zum Gebrauch überlassen werden. Im allg. Sprachgebrauch werden die Begriffe Darlehen und Kredit im gleichen Sinn gebraucht. Im Kreditgewerbe versteht man unter Darlehen mittel- und langfristige Kredite, die in einer Summe ausgezahlt und für die eine regelmäßige Tilgung vereinbart werden. Damit reicht der rechtliche Begriff des Darlehens weiter als die bankgeschäftliche Bezeichnung. Jedoch wird auch der Kreditbegriff rechtlich sehr weit gefasst (§ 19 KWG), so gibt es neben den vielen Kreditarten, die auch Darlehen sind, noch andere Formen wie Garantien und Bürgschaften, die keine Darlehen sind.
b) Zinsen und Entgelte: Im Regelfall hat der Darlehensnehmer für das Darlehen Zinsen zu zahlen. Allerdings kann ein Darlehen auch zinslos gewährt werden. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach den getroffenen Vereinbarungen oder den Sätzen im Preisverzeichnis, fehlen solche, so ergibt sich der Zins aus § 246 BGB (gesetzlicher Zinssatz). Zulässig und banküblich ist es, neben den Zinszahlungen zusätzlich Entgelte zu verlangen (z.B. Bereitstellungszins). Darüber hinaus ist die Angabe des effektiven Jahreszinses (Effektivzins) verpflichtend, durch den die Gesamtbelastung als Prozentsatz ausgedrückt wird.
d) Sondervorschriften für Verbraucher: Gemäß §§ 491 ff. BGB gibt es zum Schutz von Verbrauchern bes. Vorschriften für Verbraucherdarlehen, worunter entgeltliche Darlehen zwischen Unternehmern und Verbrauchern zu verstehen sind, die in erster Linie für Konsumzwecke aufgenommen werden (Ausnahme: Existenzgründer gemäß § 513 BGB, die ein Darlehen bis 75.000 Euro für eine gewerbliche oder selbstständige berufliche Tätigkeit aufnehmen.). Ein Verbraucherdarlehensvertrag kommt nur bei Einhalten der Formvorschriften und Mindestangaben wirksam zustande (§ 492 I BGB). Außerdem gilt explizit das Widerrufsrecht gemäß § 355 BGB (§ 495 I BGB). Gerät ein Verbraucher in Zahlungsverzug, ist bei Teilzahlungsdarlehen das außerordentliche Kündigungsrecht des Darlehensgeber eingeschränkt (§ 498 BGB).