Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2087/51
Timestamp: 2020-08-11 17:00:04
Document Index: 334917286

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 116', '§ 823', '§ 823', 'BGH', '§ 1004', '§ 823', 'BGH', '§ 1004', '§ 823', 'BGH', '§ 823', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 1004', '§ 812', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 20', 'OGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.01.1952 - I ZR 87/51 - dejure.org
https://dejure.org/1952,389
BGH, 18.01.1952 - I ZR 87/51 (https://dejure.org/1952,389)
BGH, Entscheidung vom 18.01.1952 - I ZR 87/51 (https://dejure.org/1952,389)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1952 - I ZR 87/51 (https://dejure.org/1952,389)
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§§ 116, 123, 812 ff., 823, 824, 1004 BGB
NJW 1952, 417
Der negatorische Schutz wird vielmehr sämtlichen absoluten Rechten zuerkannt und auf alle deliktsrechtlich unmittelbar nach § 823 Abs. 1 BGB oder durch Gesetze im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB geschützten Rechtsgüter ausgedehnt (Senat, Urteil vom 13. März 1998 - V ZR 190/97, NJW 1998, 2058, 2059; BGH, Urteil vom 18. Januar 1952 - I ZR 87/51, NJW 1952, 417;… Urteil vom 17. Juli 2008 - I ZR 219/05, NJW 2008, 3565 Rn. 12).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann in entsprechender Anwendung des § 1004 Abs. 1 BGB die Unterlassung objektiv rechtswidriger Eingriffe auch in geschützte Rechtsgüter im Sinne des § 823 Abs. 2 Satz 1 BGB verlangt werden (BGH, Urt. v. 18.1.1952 - I ZR 87/51, NJW 1952, 417, 418 - Nadelfabrikanten;… vgl. ferner Palandt/Bassenge, BGB, 67. Aufl., § 1004 Rdn. 4 m.w.N.).
Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Unterlassungspflicht - anders als die Ersatzpflicht (§ 823 Abs. 2 Satz 2 BGB) - auch ohne ein Verschulden des Verletzers ein (BGH NJW 1952, 417, 418 - Nadelfabrikanten;… Palandt/Sprau aaO Einf v § 823 Rdn. 19).
Aus einer analogen Anwendung von § 1004 Absatz 1 Satz 2 BGB folgt, dass auf Unterlassung geklagt werden kann, wenn weitere Beeinträchtigungen aus der Verletzung deliktisch geschützter Rechtsgüter zu besorgen sind (BGH…, Urteil vom 16. Januar 2015 - V ZR 110/14, juris Rn. 20; BGH, Urteil vom 18. Januar 1952 - I ZR 87/51, juris Rn. 22).
Zu den rechtlich geschützten Interessen in diesem Sinne gehören Rechtsgüter, die durch ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB geschützt sind (vgl. etwa BGH 13. März 1998 - V ZR 190/97 - LM § 1004 BGB Nr. 234, zu II 2 a der Gründe, 18. Januar 1952 - I ZR 87/51 LM § 812 BGB Nr. 6, mwN).
Der Anspruch ist ein aus § 1004 BGB hergeleiteter negatorischer Anspruch auf Beseitigung fortbestehender Folgen eines objektiv rechtswidrigen Eingriffs in ein geschütztes Rechtsgut, der von dem Nachweis eines Verschuldens des Verletzers und einer Wiederholungsgefahr unabhängig ist (BGH NJW 1952, 417, 418) [BGH 18.01.1952 - I ZR 87/51] .
Für den Widerrufsantrag hat das Berufungsgericht unter Bezugnahme auf eine Entscheidung des Reichsgerichts in DR 1930, 2009 sowie des Bundesgerichtshofs in NJW 1952, 417 die Auffassung vertreten, daß die Interessen des Verbreitenden jedenfalls dann aufhörten, berechtigt zu sein, wenn die Unwahrheit der verbreiteten Behauptung feststehe.
In der Entscheidung in NJW 52, 417 sowie in der von dem Kläger in der mündlichen Verhandlung zitierten Entscheidung GRUR 1951, 283 ff hat der Senat erklärt, daß der Schutz der Wahrnehmung berechtigter Interessen seine Grenze an der Aufstellung unwahrer Behauptungen finde.
Mit dem durch § 1004 BGB gewährten Schutz ist es nicht vereinbar, wenn der Verletzte den Widerrufsantrag etwa mit dem Ziele der Demütigung des Gegners verfolgen würde und die Beseitigung der schädigenden Folgen auch ohne solche Demütigung oder Kränkung zu erreichen wäre (BGH NJW 1952, 417, 418) [BGH 18.01.1952 - I ZR 87/51] .
BGH, 13.05.1952 - I ZR 147/51
Notstandshaftung des Schiffsausrüsters
Unter solchen sind aber nur die auf einen rechtlichen Erfolg gerichteten privaten Willenserklärungen zu verstehen, bei denen die Wirkung entsprechend dem auf sie gerichteten und geäußerten Parteiwillen eintritt (BGH NJW 1952, 417 und Lehmann Allgemeiner Teil zum BGB 5. Aufl § 20 zu V 1 b S 95).
Das entspricht der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 148, 114 [123]; 163, 210 [214]), der sich auch der oberste Gerichtshof für die britische Zone (OGHZ 1, 182) und der Bundesgerichtshof angeschlossen haben (BGH NJW 1952, 417 und BGHZ 10, 104).
BGH, 01.12.1953 - I ZR 271/52
Der Widerruf soll als deliktischer Schadensersatzanspruch den durch die Äußerung des Beklagten geschmälerten Kredit der Klägerin wiederherstellen (§ 249 BGB), während er als negatorischer Beseitigungsanspruch (§ 1004 BGB) verhindern soll, daß weitere Beeinträchtigungen des Rufes der Klägerin von den in ihrer störenden Wirkung noch fortlebenden verletzenden Äußerungen des Beklagten ausgehen (RGZ 163, 210 [215]; 170, 317 [320]; GRUR 1941, 53 [55] BGH vom 18. Januar 1952, NJW 1952, 417; vom 17. Juni 1953 BGHZ 10, 104 [105]).
Das Berufungsgericht führt dazu aus, es sei zwar anerkannt, daß auch bei solchen einmaligen Äußerungen dann das Rechtsschutzbedurfnis des Betroffenen am Widerrufe bejaht werden müsse, wenn der Beklagte im gewerblichen Klägerin ausgemerzt werden (§ 249 BGB), die durch das störende Verhalten des Beklagten verursacht worden sind (vgl. RGZ 163, 210 [217]; BGH vom 18. Januar 1952, NJW 1952, 417).
BGH, 22.10.1954 - V ZR 60/53