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Timestamp: 2018-11-21 20:13:29
Document Index: 94394771

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Hausbrand Komplettschaden durch Brand im Nachbarhaus Schadensersatz Forum 123recht.de
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Hausbrand Komplettschaden durch Brand im Nachbarhaus
5.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Schaden Versicherung
Frage vom 5.1.2017 | 09:15
Ich Habe das Problem das bei einem Großbrand im Nachbarhaus das Feuer auf mein Gebäude übersprang und komplett abgebrannt ist. Die Gebäudeversicherung reguliert den Gebäudeschaden. Ich hatte eine Singlewohnung uns keine Hausratversicherung. Der Verursacher ist das Nachbargebäude. Der Grundstückseigentümer hat sich nicht gemeldet. Wie kann ichSchadensersatzansprüche geltend machen, an wen kann ich mich wenden ? Muss ich den Schaden bei einer Haftpflichtvers. des Verursachers melden, und wie kriege ich raus welche das ist wenn sich der Eigentümer stur stellt?
Antwort vom 5.1.2017 | 10:52
Unbeschreiblich (62378 Beiträge, 30615x hilfreich)
Zitat (von Abgebrannt):
Wie kann ichSchadensersatzansprüche geltend machen,
In dem man eine Liste der venichteten Gegenstände erstellt und auch am besten Beweis führen kann, das man Eigentümer derselben war.
A) an die zuständige Versicherung
B) an den Verursacher
C) an den Grundstückseigentümer
Muss ich den Schaden bei einer Haftpflichtvers. des Verursachers melden,
Wenn es denn einen Verursacher gibt.
Wenn es denn eine Haftpflichtversicherung des Verursachers gibt.
Denn wenn es keinen Verursacher gibt, dann hat man Pech.
Und wenn es einen Verursacher gibt, der aber keine Haftpflichtversicherung dann hat man in der Regel auch Pech, weil die Leute meist kein ausreichendes Vermögen besitzen um die Schäden anzudecken.
und wie kriege ich raus welche das ist wenn sich der Eigentümer stur stellt?
Wenn der Eigentümer nicht der Verursacher ist, dann muss er sich gar nicht mit diesbezüglichen Nachforschungen befassen.
Wie man die herausbekommt: Man fragt den Veursacher. Weigert sich dieser, dann muss man ihn notfalls verklagen.
Ich dachte der Eigentümer haftet für die Gefahren die von seinen Grundstück ausgehen.
Zitat aus rechtstipps.
"Wenn das Feuer aufs Nachbarhaus übergeht, kann es richtig teuer werden
Brennt ein Reihenhaus, geht das Feuer leicht auf das Nachbarhaus über. Fraglich ist hier vor allen Dingen, wer kommt für den Schaden am Nachbarhaus auf, wenn der Eigentümer des brennenden Hauses den Brand nicht verschuldet hat. Der Bundesgerichtshof macht ihn trotzdem haftbar.
Im Schlafzimmer eines Reihenhauses brach Feuer aus. Hinterher wurde mit der Versicherung darüber gestritten, ob sich die Eigentümer, ein Ehepaar, leichtsinnig verhalten hatten. Das Ehepaar verneinte das und behauptete, der elektrische Motor zum Verstellen der Liegefläche des Bettes sei defekt gewesen. Fest stand jedenfalls: Das Feuer hatte auch die Nachbarhäuser ergriffen und beschädigt.
Der Gebäudeversicherer des Ehepaares regulierte den Schaden der benachbarten Hauseigentümer und forderte den Betrag von den Versicherungsnehmern zurück. Dass sie den Brand schuldhaft ausgelöst hätten, sei nicht bewiesen, hielten diese der Versicherung entgegen und zahlten nicht.
Die Versicherung klagte auf Schadenersatz - mit Erfolg. Auf die Frage, wer oder was den Brand verursacht hat, kommt es hier nicht an, stellte der Bundesgerichtshof fest. Wird das Eigentum von Nachbarn beschädigt, haftet der Grundstückseigentümer, von dessen Anwesen das Ganze ausgeht. Denn der Anspruch der Nachbarn auf finanziellen Ausgleich besteht unabhängig vom Verschulden (BGH, Urteil vom 1.4.2011, Az. V ZR 193/10). "
Antwort vom 5.1.2017 | 11:11
Der Verursacher ist das Nachbargebäude.
Na, ein Gebäude kann kein Verursacher sein.
An den Verursacher, also die Person, die das Feuer verursacht hat.
Wichtig: Die Tatsache, dass das Feuer vom Nachbargebäude ausging, macht den Eigentümer des Nachbargebäudes nicht automatisch zu Verursacher.
Es muss also klar sein, wie das Feuer entstanden ist, und wer dafür die "Schuld" trägt. Von dem können Sie dann Schadensersatz verlangen. Ob derjenige eine Versicherung hat, werden Sie dann ja feststellen. Wenn derjenige keine Versicherung hat und auch kein Geld den Schaden aus eigener Tasche zu begleichen, dann bleiben Sie auf dem Schaden sitzen.
-- Editiert von drkabo am 05.01.2017 11:12
Antwort vom 5.1.2017 | 11:18
technischer defekt war die Ursache lt. Polizeiermittlung
Antwort vom 5.1.2017 | 11:23
Die Versicherung klagte auf Schadenersatz - mit Erfolg. Auf die Frage, wer oder was den Brand verursacht hat, kommt es hier nicht an, stellte der Bundesgerichtshof fest. Wird das Eigentum von Nachbarn beschädigt, haftet der Grundstückseigentümer, von dessen Anwesen das Ganze ausgeht. Denn der Anspruch der Nachbarn auf finanziellen Ausgleich besteht unabhängig vom Verschulden (BGH, Urteil vom 1.4.2011, Az. V ZR 193/10 ). "
Haben Sie das Urteil vollständig gelesen? Die von Ihnen wiedergegebene Zusammenfassung stellt nämlich eine ziemliche Verkürzung des Sachverhalts dar. Dass es völlig egal ist, wer oder was den Brand ausgelöst hat, steht in dem Urteil nämlich gerade nicht.
-- Editiert von drkabo am 05.01.2017 11:34
Antwort vom 5.1.2017 | 11:34
Dann müssen Sie nur noch herausbekommen, wo der technische Defekt war, und wer für das brandauslösende technische Gerät verantwortlich war (das muss nicht zwangsläufig der Eigentümer des Gundstücks sein, vgl. BGH V ZR 26/05).
Antwort vom 5.1.2017 | 12:36
also komme ich ohne Rechtsanwalt nicht weiter.
Antwort vom 5.1.2017 | 14:14
Der wird auch nichts anderes sagen.
Das "Problem" ist: eine Gebäudeversicherung kommt tatsächlich nur für Schäden am versicherten Gebäude auf, also hier für die abgefackelten Häuser. Nicht jedoch für die Wohnungseinrichtungen in diesen Häusern.
Es muß tatsächlich ein Verursacher (eine Person) gefunden werden. Ein "technischer Defekt" an einem Gerät ist vielleicht die Ursache gewesen, aber den "Technischen Defekt" kann man nicht haftbar machen. Technische Defekte können jederzeit und immer auftreten und gehören zum "Lebensrisiko".
Wenn der Blitz eingeschlagen wäre und das Nachbarhaus dadurch abgebrannt wäre, könnte man den Blitz ja auch nicht zum Schadenersatz heranziehen.
Etwas anderes wäre, wenn jemand z.B. einen Heizlüfter anschaltet und die Austrittsöffnungen mit einem Handtuch (zum Trocknen) zuhängt.
Oder offenes Feuer in geschlossenen Räumen unbeaufsichtigt läßt (brennende Wachskerzen am Tannenbaum).
Da könnte man evtl. über die Schiene " grobe Fahrlässigkeit" eine Person greifen und haftbar machen.
Oder wenn zwingend vorgeschriebene Wartungsarbeiten an technischen Geräten nicht durchgeführt wurden und die sich dann in Rauch auflösen, könnte man evtl. den "Verantwortlichen für die Wartungsarbeiten" rankriegen wegen Schadenersatz.
Die Polizei hat scheinbar ihre Brandermittlungen abgeschlossen und die Gebäudeversicherung zahlt - der Zug ist also aus der Halle. Es gibt scheinbar keinen "Verursacher" (zündelnde Pyromanen, Brandstifter oder was man sich sonst vorstellen kann).
Das ist leider so. Wer keine eigene (Hausrat) Versicherung hat, trägt seinen Schaden selbst.
-- Editiert von BudWiser am 05.01.2017 14:19
Antwort vom 5.1.2017 | 14:59
Etwas großzügiger ist der BGH da schon. In BGH, V ZR 193/10 ist das schön aufgedröselt. Eine Haftung resultiert nicht nur aus Verschulden, sondern aus Gefährdungshaftung und nachbarrechtlichem Abwehranspruch gegen Störer (Feuer ist eine Emission wie Lärm - ein Nachbar muss es nicht hinnehmen, dass Emissionen ungewollt auf sein Grundstück einwirken - Nachbar kann die Einwirkung auf sein Grundstück im Regelfall schuldlos nicht verhindern - Nachbar kann Schadensersatz für die Einwirkung der Emission verlangen, und zwar von demjenigen, der durch das Feuer stört)
Technische Defekte können jederzeit und immer auftreten und gehören zum "Lebensrisiko".
Zumindest nach der BGH-Rechtsprechung (die ich im übrigen nicht sehr überzeugend finde) ist das nicht so. Bei einem technischen Defekt wird man denjenigen, der für das brandauslösende Gerät verantwortlich war, in die Haftung nehmen können.
Das ist allerdings richtig. Etwa das wollte ich in Antwort #5 andeuten.
Aus der Tatsache, dass die Gebäudeversicherung zahlt, würde ich nicht zwangsläufig schließen, dass die Ermittlungen abgeschlossen sind und kein Verursacher ausfindig gemacht werden konnte. Im Regelfall tritt die Gebäudeversicherung in Vorleistung und holt sich den Schaden dann später vom Verursacher wieder. (Man schließt ja auch gerade deshalb eine Gebäudeversicherung ab, damit man im Brandfall schnell eine Versicherungsleistung erhält und nicht auf die Klärung der Veraqntwortlichkeit warten muss.)
Wer keine eigene (Hausrat) Versicherung hat, trägt seinen Schaden selbst.
Wie gesagt - es besteht noch Hoffnung, dass etwas Geld von demjenigen fließt, in dessen Verantwortungsbereich sich der technische Defekt ereignet hat.
Aber: Eine Hausratversicherung hätte im Regelfall den Wiederbeschaffungswert ersetzt, so dass man sich als Geschädigter gleichwertiges Inventar neu kaufen kann. Wenn hier ein Verantwortlicher ausfindig gemacht werden kann, so muss der nur den Zeitwert ersetzen. Und bei typischem Wohnungsinventar ist die Differenz beträchtlich. Die verbrannten Möbel und Kleidungsstücke sind zum Brandzeitpunkt gebraucht gewesen. Gebrauchte Möbel und gebrauchte Kleidung sind monetär gesehen wenig wert - und nur diesen monetären Wert muss der Brandverursacher erstatten. Davon kann man sich weder neue Möbel noch neue Kleidung kaufen. Allein deshalb hätte sich eine Hausratsversicherung schon gelohnt.
Antwort vom 5.1.2017 | 18:19
Das sind viele Meinungen, ist noch die Frage ob meine Privatrechtschutz eine Deckungszusage macht. Es handelt sich ja um Schadensersatz für meine Privaten Sachen. Der Rechtsanwalt mit dem ich gerade gesprochen habe, hat mir Hofnung gemacht wenigstens einen teil vom Grundstückseigentümer oder dessen Haftpflicht zu erhalten.
Antwort vom 5.1.2017 | 18:44
hat mir Hofnung gemacht wenigstens einen teil vom Grundstückseigentümer oder dessen Haftpflicht zu erhalten.
Na so ganz passt dies nicht, die Haftung wird von der Haftpflicht übernommen, damit ist der Grundstückeigentümer nicht mehr in Regress zu nehmen, und der Gegner würde die private Haftpflicht sein, nicht besonders leicht.
Wenn der Nachbar was vermietet hatte, wäre oft eine Gebäudehaftplicht im Spiel, da könnte mehr zu machen sein.
Gebrauchte Möbel und gebrauchte Kleidung sind monetär gesehen wenig wert - und nur diesen monetären Wert muss der Brandverursacher erstatten.
Genau das ist es für den Geschädigten so, eine Wohnzimmereinrichtung kann gut und gern 30.000€ kosten, Gebraucht kann man die fast geschenkt bekommen, also rein fast nichts.
Antwort vom 5.1.2017 | 19:37
Eine Haftung resultiert nicht nur aus Verschulden, sondern aus Gefährdungshaftung und nachbarrechtlichem Abwehranspruch gegen Störer (Feuer ist eine Emission wie Lärm - ein Nachbar muss es nicht hinnehmen, dass Emissionen ungewollt auf sein Grundstück einwirken - Nachbar kann die Einwirkung auf sein Grundstück im Regelfall schuldlos nicht verhindern - Nachbar kann Schadensersatz für die Einwirkung der Emission verlangen, und zwar von demjenigen, der durch das Feuer stört)
Gefährdungshaftung ist ein guter Hinweis.
Die Frage wäre dabei, ob ein z.B. Heizlüfter an sich schon genügend Gefährdungspotential hat oder ob dann noch eine altersschwache Elektroinstallation dazukommen muß. Früher wurden 0,75² verlegt, mit ein oder zwei Steckdosen dran und das war ausreichend für Stehleuchte und Glotze. Heute hängen da über Mehrfachverteiler dann Toaster, Wasserkocher, Plasmafernseher, Heizlüfter und weiß der Geier was dran, oftmals gleichzeitig eingeschaltet.
Ein Abwehranspruch gegen Rauch von "privaten Müllverbrennungseinrichtungen" (Lagerfeuer) oder aus Kaminöfen besteht sicherlich, weil hier der "Störer" etwas abstellen kann. Die Möglichkeit gibt es leider nicht beim Schadenfeuer des Nachbarhauses - wenn durch Funkenflug das Feuer übergreift, ist auch die Feuerwehr machtlos.
Interessant wäre noch, zu erfahren, ob eine Rechtsschutzversicherung eine Deckungszusage macht. Das machen die nur, wenn hinreichend Aussicht auf Erfolg besteht, egal was ein Anwalt erzählt.
Vielleicht berichtet @Abgebrannt ja mal, wie es weitergeht. Würde mich schon interessieren.
Antwort vom 5.1.2017 | 20:31
das mache ich. In dem Nachbargebäude wohnte nicht der Eigentümer des Gebäudes. Der Bewohner ist verstorben.
unter FB abgebrannt hibu ist ein video zu sehen. und auch sonst kursieren einige im netz.
Die Rechtschutzvers. hat noch keine Auskunft gegeben.
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