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Timestamp: 2020-08-15 07:59:31
Document Index: 211473328

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 246', '§ 29', '§ 31', '§ 705', '§ 719', '§ 105', '§ 105', '§ 19', '§ 121', '§ 167', '§ 167', '§ 13', '§ 13', '§ 6', '§ 5', '§ 11', '§ 5', '§ 264']

Optimale Rechtsformwahl im Rahmen der Existenzgründung – firma.de
Optimale Rechtsformwahl im Rahmen der Existenzgründung
firma.de aktualisiert am 31. Juli 2018 33 Minuten zu lesen
Von unserer Partnerin Christiane Riermeier, von der CM Treuhandgesellschaft Regensburg mbH: Die Wahl der Rechtsform ist eine essentielle Entscheidung bei der Gründung eines Unternehmens. In Abhängigkeit von der Rechtsform ergeben sich unterschiedliche Auswirkungen unter anderem in Bezug auf Haftung, Unternehmensvermögen, Entnahmerechte, Geschäftsführung sowie Gewinnbesteuerung und Rechnungslegung.
Der zeitliche und finanzielle Aufwand bei der Gründung und der Auflösung des Unternehmens sollte bei der Wahl der Rechtsform mit einbezogen werden. In Abhängigkeit von der jeweiligen Anzahl der Unternehmensgründer steht eine Mehrzahl von alternativen Rechtsformen zur Verfügung. Im Folgenden werden die für Existenzgründer in Frage kommende Rechtsformen insbesondere in Bezug auf die oben genannten Kriterien erläutert.
Die beliebteste Rechtsform bei Existenzgründern ist das Einzelunternehmen. Unter einem Einzelunternehmen versteht man ein Unternehmen, das von einer einzelnen Person geführt wird.
Unternehmensvermögen und Haftung: Ein Einzelunternehmen kann rechtlich nicht selbstständig sein. Es kann daher weder Träger von Rechten noch von Pflichten sein. Diese trägt stets der Unternehmer als natürliche Person selbst. Er haftet uneingeschränkt und persönlich mit seinem gesamten Vermögen für sämtliche Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens. Die Einbringung von Kapital ist aufgrund dieser Tatsache nicht vorgeschrieben.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Ein Unternehmen ist jede gewerbliche oder wirtschaftliche Tätigkeit, die auf Dauer ausgelegt ist und selbstständig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird. Ein Unternehmer kann entweder ein Gewerbe (z.B. Handel, Handwerk und Produktion) oder einen freien Beruf (Arzt, Architekt, Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer) ausüben. Ist er gewerblich tätig und unterhält er einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb, so ist er Kaufmann kraft Gesetz (Istkaufmann, § 1 Abs. 2 HGB). Der Istkaufmann ist nicht verpflichtet, sich in das Handelsregister einzutragen. Eine freiwillige Eintragung hat lediglich deklaratorische Wirkung. Unternehmer, die nicht kraft Gesetz Kaufleute sind, können dies durch Eintragung in das Handelsregister werden (Kannkaufmann, § 2 HGB). Die Kaufmannseigenschaft entscheidet über die Frage, ob die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (z.B. Buchführungspflicht, Führung einer Firma, u.a.) Anwendung finden.
Firma ist der Name, unter der ein Kaufmann sein Geschäft betreibt und die Unterschrift abgibt (§ 17 HGB). Die Firma kann aus dem Namen des Unternehmers oder aus dem Unternehmensgegenstand bestehen. Unter gewissen Voraussetzungen ist auch die Bildung einer Phantasiefirma zulässig. Die Firma muss jedoch zur Kennzeichnung des Kaufmanns geeignet sein, sich von anderen Firmen unterscheiden und darf nicht irreführend sein (§ 18 HGB). Sie muss außerdem den Zusatz der Rechtsform enthalten. Im Falle eines Kaufmanns ist dies die Bezeichnung „eingetragener Kaufmann (Kauffrau)“ oder die Abkürzung „e.K.“, „e.Kfm.“ oder „e.Kfr.“ (§ 19 HGB).
Gewinn- und Verlustbeteiligung, Entnahmen: Der Gewinn bzw. Verlust des Einzelunternehmens wird dem Unternehmer unmittelbar und vollständig zugerechnet. Hinsichtlich der Entnahme und der Einlage ist der Unternehmer frei; es bestehen bei dieser Rechtsform keine rechtlichen Beschränkungen.
Geschäftsführung: Der Einzelunternehmer ist allein zur Geschäftsführung und zur Vertretung des Unternehmens gegenüber Dritten berechtigt.
Rechnungslegung und Offenlegung: Sofern der Unternehmer ein Kaufmann ist, ist er nach dem deutschen Handelsgesetzbuch verpflichtet, Bücher zu führen, ein Inventar aufzustellen und zum Beginn seiner Tätigkeit als auch zum Schluss jedes Geschäftsjahres eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Die anzuwendenden Bewertungs- und Bilanzierungsvorschriften ergeben sich aus dem Handelsgesetzbuch (§§ 246-256 HGB). Ein Einzelunternehmer ist nicht verpflichtet, einen Anhang und einen Lagebericht zu erstellen. Auch von der Offenlegungspflicht im Handelsregister bzw. Bundesanzeiger ist er befreit.
Gründung und Auflösung: Die Gründung eines Einzelunternehmens ist relativ einfach, kostengünstig und formlos. Das Gewerbe muss lediglich beim Gewerbeamt angemeldet werden; ggf. müssen andere Meldepflichten für bestimmte Branchen beachtet werden. Die Firma ist im Handelsregister anzumelden, sofern es sich bei dem Unternehmer um einen Kaufmann handelt (§ 29 HGB). Die Auflösung geschieht, indem der Unternehmer seine gewerbliche Tätigkeit einstellt und alle Zahlungsverpflichtungen befriedigt. Bei eingetragenen Kaufleuten ist die Löschung beim Handelsregister anzumelden (§ 31 Abs. 2 HGB).
Gewinnbesteuerung: Der Gewinn bzw. Verlust aus dem Einzelunternehmen wird dem Unternehmer vollständig zugerechnet. Er wird im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung berücksichtigt und unterliegt dem individuellen Einkommensteuersatz des Unternehmers. Des Weiteren ist der Gewinn gewerbesteuerpflichtig. Dem Einzelunternehmer steht bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag in Höhe von EUR 24.500 zu. Die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer ist grundsätzlich bei der Einkommensteuer anrechenbar.
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Die GbR ist die Grundform der Personengesellschaft. Sie ist eine nichtrechtsfähige Personenvereinigung, bestehend aus mindestens zwei Personen, die auf die Erreichung eines gemeinsam verfolgten Zwecks gerichtet ist (§ 705 BGB). Die GbR ist ein eigenständiges Rechtssubjekt und kann am allgemeinen Geschäftsverkehr teilnehmen sowie Rechte und Pflichten begründen.
Unternehmensvermögen und Haftung: Das Vermögen der Gesellschaft steht den Gesellschaftern zur gesamten Hand zu (Gesamthandsvermögen, § 719 BGB) und existiert als selbstständiges, vom Privatvermögen der Gesellschafter losgelöstes Sondervermögen. Zum Gesellschaftsvermögen gehören neben den eingebrachten Wirtschaftsgütern auch die von der GbR eingegangenen Verbindlichkeiten. Die Gesellschafter der GbR haften mit dem Gesellschaftsvermögen, des Weiteren aber auch unmittelbar und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Aufgrund der persönlichen Haftung wird auch bei der GbR die Einzahlung eines Mindestkapitals in das Gesellschaftsvermögen als entbehrlich erachtet.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Die GbR kommt für Unternehmer in Frage, die keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb benötigen (z.B. Gaststätten, Handelsvertreter, kleine Handwerksbetriebe) oder die freiberuflich tätig sind (z.B. Steuerberater, Ärzte, Anwälte). Für Kaufleute steht diese Rechtsform nicht zur Verfügung. Schließen sie sich mit dem Unternehmenszweck, ein Handelsgewerbe zu betreiben, zusammen, so begründen sie eine OHG.
Da eine GbR kein Kaufmann ist, kann sie auch keine Firma in das Handelsregister eintragen lassen. Gegenüber Dritten kann der GbR jedoch ein Name gegeben werden. In der Praxis hat es sich durchgesetzt, dass eine GbR den Vor- und Nachnamen der Gesellschafter mit dem Zusatz „GbR“ enthält.
Gewinn- und Verlustbeteiligung, Entnahmen: Der Gewinn bzw. Verlust wird den Gesellschaftern, soweit vertraglich nichts anderes geregelt ist, nach Ablauf des Geschäftsjahres nach Köpfen zugerechnet. Für Entnahmen bestehen aufgrund der persönlichen Haftung keine gesetzlichen Beschränkungen.
Geschäftsführung: Grundsätzlich gilt das Prinzip der Gesamtvertretungsbefugnis. Alle Gesellschafter sind gemeinsam zur Geschäftsführung bevollmächtigt. Es besteht jedoch generell die Möglichkeit, im Gesellschaftsvertrag abweichende Regelungen zu treffen.
Rechnungslegung und Offenlegung: Da eine GbR kein Kaufmann sein kann, ist sie auch nicht zur Buchführung nach handelsrechtlichen Vorschriften verpflichtet. Des Weiteren besteht auch keine Pflicht zur Offenlegung.
Gründung und Auflösung: Voraussetzung für die Gründung einer GbR ist ein Gesellschaftsvertrag. Dieser kann grundsätzlich formlos geschlossen werden, ein schriftlicher Vertrag ist jedoch in jedem Fall zu empfehlen. Des Weiteren ergeben sich Meldepflichten (z.B. Gewerbeamt), die sich mit denen des Einzelunternehmens decken. Die Kosten für die Gründung sind wie beim Einzelunternehmen gering.
Die Auflösung kann aus mehreren Gründen geschehen. Die Gesellschaft kann z.B. durch Zeitablauf oder (Nicht-)Erreichen des Gesellschaftszwecks enden. Zu einer Liquidation kommt es auch durch den Beschluss der Gesellschafter oder den Tod eines Gesellschafters. Scheidet ein Gesellschafter aus, können die verbleibenden Gesellschafter die Weiterführung der Gesellschaft vereinbaren. Bei der Auflösung bekommen die Gesellschafter ihre geleisteten Einlagen zurückerstattet. Der verbleibende Gewinn bzw. Verlust wird, soweit nicht anders vereinbart, nach Köpfen verteilt.
Gewinnbesteuerung: Die GbR ist eine nichtrechtsfähige Personenvereinigung und als solche weder einkommensteuer- noch körperschaftsteuerpflichtig. Ihr Gewinn wird den beteiligten Gesellschaftern im Verhältnis ihrer Anteile zugerechnet und unterliegt bei diesen der tariflichen Einkommensteuer. Die GbR als solche unterliegt, sofern sie einen Gewerbebetrieb unterhält, der Gewerbesteuer. Sie ist Schuldner der Gewerbesteuer. Ein Freibetrag in Höhe von EUR 24.500 steht ihr als Personengesellschaft zu. Der auf die einzelnen Gesellschafter entfallende Anteil der Gewerbesteuer ist bei diesen im Rahmen der Einkommensteuer grundsätzlich anrechenbar.
Die OHG ist eine Handelsgesellschaft, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist. Die Gesellschafter haften unbeschränkt gegenüber den Gesellschaftsgläubigern (§ 105 HGB). Die rechtlichen Vorschriften der GbR sind auf die OHG analog anwendbar, soweit §§ 105 – 160 HGB nichts anderes vorschreiben.
Unternehmensvermögen und Haftung: Wie bei der GbR stellt auch das Gesellschaftsvermögen ein vom Privatvermögen der Gesellschafter losgelöstes Sondervermögen dar. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten im Gesellschaftsvermögen stehen im Eigentum der OHG. Jeder Gesellschafter haftet für Schulden der OHG unbeschränkt mit seinem Privatvermögen. Aus diesem Grund ist auch bei dieser Rechtsform ein Mindestkapital nicht erforderlich.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Voraussetzung für die Gründung einer OHG ist ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb. Die OHG ist somit selbst ein (Ist-)Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuches. Sie kann jedoch durch deklaratorische Eintragung ins Handelsregister auch Kannkaufmann sein.
Die Firma kann eine Personen-, Sach- oder Phantasiefirma sein. Der Name muss den Zusatz „offene Handelsgesellschaft“ oder „OHG“ beinhalten (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 HGB).
Gewinn- und Verlustbeteiligung, Entnahmen: Richtet sich die Gewinn- und Verlustverteilung nach den gesetzlichen Regelungen, so wird der Gewinn nach Abzug von 4 % für die Verzinsung des Kapitalanteils nach Köpfen verteilt. Ein Verlust wird ausschließlich nach Köpfen verteilt. Die Erfolgsverteilung kann durch Gesellschaftsvertrag an die persönlichen Vorstellungen der Gesellschafter angepasst werden. So kommt es beispielsweise häufig vor, dass Sonderleistungen einzelner Gesellschafter vorab mit der Zuweisung eines Teils des Gewinns abgegolten werden; der verbleibende Gewinn wird den Gesellschaftern anschließend nach Köpfen zugewiesen.
Entnahmen dürfen die Gesellschafter nach der gesetzlichen Bestimmung des § 121 HGB nur in Höhe von 4 % ihres Kapitalanteils und, soweit es nicht zum Schaden der OHG ist, in Höhe des diesen Betrag übersteigenden Anteils am Vorjahresgewinn tätigen. Auch hier besteht die Möglichkeit, im Gesellschaftsvertrag eine abweichende Regelung zu treffen.
Geschäftsführung: Im Gegensatz zur GbR gilt bei der OHG das Prinzip der Einzelvertretungsbefugnis. Jeder Gesellschafter ist zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet. Schließt er mit Dritten Geschäfte des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs ab, so steht den restlichen Gesellschaftern ein Widerspruchsrecht zu. Für außergewöhnliche Geschäfte bedarf es eines Gesellschafterbeschlusses. Wie bei der GbR können auch bei der OHG von der gesetzlichen Bestimmung abweichende Regelungen im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden.
Rechnungslegung und Offenlegung: Die OHG ist als Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und einen Jahresabschluss zu erstellen. Auf die Aufstellung eines Anhangs und eines Lageberichts kann verzichtet werden. Eine Offenlegungspflicht besteht für diese Rechtsform nicht.
Gründung und Auflösung: Zur Gründung einer OHG wird ein grundsätzlich formloser Gesellschaftsvertrag benötigt. Der Abschluss eines schriftlichen Vertrages wird jedoch in jedem Fall empfohlen. Des Weiteren ist die OHG zur Eintragung ins Handelsregister anzumelden. Weitere Meldepflichten sind zu beachten. Die Kosten für die Gründung einer OHG sind relativ gering.
Die Auflösung der OHG erfolgt in einem Liquidationsverfahren. Die Gesellschafter haben die laufenden Geschäfte zu beenden, das Vermögen zu veräußern und alle Forderungen einzuziehen bzw. Schulden zu begleichen. Das verbleibende Vermögen wird den Gesellschaftern anteilig zugewiesen. Nach dieser Abwicklung kann die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht werden. Scheidet nur ein Gesellschafter aus der OHG aus, so wird diese durch die übrigen Gesellschafter weitergeführt.
Gewinnbesteuerung: Die Besteuerung der OHG erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei der GbR.
Die KG ist wie die OHG eine Handelsgesellschaft. Der wesentliche Unterschied zur OHG besteht in Bezug auf die Haftungsverhältnisse. Mindestens ein Gesellschafter der KG, der Komplementär, muss für die Verbindlichkeiten der KG persönlich und unbeschränkt haften. Die weiteren Gesellschafter haften als Kommanditisten nur in Höhe der im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Hafteinlage.
Unternehmensvermögen und Haftung: Das Vermögen der KG ist wie bei der OHG Gesamthandsvermögen der Gesellschafter. Unbeschränkt und persönlich mit ihrem gesamten Vermögen haften bei der KG jedoch nur die Komplementäre. Die Kommanditisten haften ausschließlich in Höhe ihrer Hafteinlage. Die Höhe der einzelnen Hafteinlagen ist zum Gläubigerschutz in das Handelsregister einzutragen. Der Kommanditist haftet, solange er seine Einlage noch nicht geleistet hat, in dieser Höhe mit seinem gesamten Vermögen. Wurde die Einlage erbracht, erlischt die persönliche Haftung und beschränkt sich ab diesem Zeitpunkt auf die eingebrachte Einlage.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Die KG ist in das Handelsregister einzutragen und somit stets Kaufmann. Für die Firmenfindung gelten dieselben Grundsätze wie bei der OHG. Die KG ist verpflichtet, den Zusatz „Kommanditgesellschaft“ bzw. „KG“ zu führen.
Gewinn– und Verlustbeteiligung, Entnahmen: Das Jahresergebnis ist nach einer 4 %igen Kapitalverzinsung der Kapitalkonten in einem den Umständen angemessenen Verhältnis zu verteilen (§§ 167, 168 HGB). Die Gewinne werden dem Kapitalkonto des Komplementärs gutgeschrieben. Dem Kommanditisten werden sie nur so lange gutgeschrieben, als diese den Betrag der bedungenen Einlage nicht erreichen (§ 167 Abs. 2 HGB). Für Gewinnanteile, die über die Einlage hinausgehen, kann der Kommanditist die Auszahlung verlangen. Verlustanteile mindern sowohl beim Komplementär als auch beim Kommanditisten das Kapitalkonto. Nachfolgende Gewinne werden dem Kapitalkonto des Kommanditisten so lange gutgeschrieben, bis seine vereinbarte Einlage wieder erreicht wurde.
Der Komplementär hat dieselben Entnahmerechte wie der Gesellschafter der OHG. Der Kommanditist wiederum hat generell kein Entnahmerecht. Er kann lediglich die Auszahlung seines Gewinnanteils verlangen, sofern dieser sein Kapitalkonto übersteigt.
Geschäftsführung: Die Geschäftsführung bei der KG obliegt den Komplementären. Bei außergewöhnlichen Geschäften ist die Zustimmung der Kommanditisten einzuholen. Diesen steht außerdem ein Kontrollrecht zu. Durch Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag kann auch der Kommanditist zur Geschäftsführung berechtigt werden. Dieses Recht wirkt jedoch ausschließlich im Innenverhältnis. Im Außenverhältnis ist stets der Komplementär zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt und verpflichtet.
Rechnungslegung und Offenlegung: Für die KG gelten die gleichen Vorschriften hinsichtlich Rechnungslegung und Offenlegung wie bei der OHG.
Gründung und Auflösung: Die Schritte der Gründung und der Auflösung entsprechen im Wesentlichen denen bei der OHG.
Gewinnbesteuerung: Die Besteuerung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei der GbR und der OHG.
Die GmbH ist als Kapitalgesellschaft eine eigenständige juristische Person. Sie hat selbstständig Rechte und Pflichten und haftet den Gläubigern gegenüber mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Die GmbH und ihre Gesellschafter stehen sich als eigenständige Rechtssubjekte gegenüber (§ 13 GmbHG). Eine GmbH kann beliebig viele Gesellschafter haben, sie kann jedoch auch nur von einer einzelnen Person gegründet werden (Einmann-GmbH).
Unternehmensvermögen und Haftung: Da die GmbH eine eigenständige juristische Person ist, ist eine rechtliche Trennung zwischen dem Gesellschaftsvermögen und dem Privatvermögen der Gesellschafter geboten. Es ist daher unabdingbar, eine eindeutige Zuordnung der einzelnen Wirtschaftsgüter zum Gesellschaftsvermögen oder zum Privatvermögen vorzunehmen. Für Verbindlichkeiten der GmbH haftet grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen. Eine persönliche Haftung der Gesellschafter gegenüber den Gläubigern ist bei der GmbH ausgeschlossen. Die Haftung der einzelnen Gesellschafter beschränkt sich auf ihre erbrachte Einlage.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Eine GmbH gilt unabhängig von ihrer Tätigkeit als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG). Sie ist daher handelsrechtlich ein Kaufmann (Formkaufmann, § 6 HGB). Die Eintragung in das Handelsregister ist obligatorisch. Wie bei den anderen Rechtsformen auch, gelten für die Firmenfindung die allgemeinen Anforderungen. Zusätzlich muss die Gesellschaft die Bezeichnung „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ bzw. „GmbH“ führen.
Gewinn- und Verlustbeteiligung, Entnahmen: Gewinn und Verluste entstehen ausschließlich auf der Ebene der GmbH. Die Gesellschafter haben einen Anspruch auf Auszahlung des Gewinns, soweit gesetzlich oder gesellschaftsvertraglich nichts anderes vorgeschrieben ist. Sie haben außerdem die Möglichkeit, den Gewinn in Gewinnrücklagen einzustellen oder ihn in das nächste Geschäftsjahr vorzutragen. Soll der Gewinn ausgezahlt werden, bedarf es eines Ausschüttungsbeschlusses der Gesellschafter. Darüber hinausgehende Entnahmen sind nicht erlaubt. Die Gesellschafter sind rechtlich nicht verpflichtet, Verluste der GmbH auszugleichen.
Geschäftsführung: Der (bzw. die) Geschäftsführer muss nicht zwingend Gesellschafter sein. Er wird entweder durch den Gesellschaftsvertrag oder durch Beschluss der Gesellschafterversammlung bestellt. Er führt die Geschäfte der GmbH und vertritt sie im Außenverhältnis.
Rechnungslegung und Offenlegung: Die GmbH ist buchführungspflichtig und zur Aufstellung eines erweiterten Jahresabschlusses (inklusive Anhang) und eines Lageberichts verpflichtet. Der Jahresabschluss muss offengelegt werden. Der Umfang der Publizitätspflichten ist abhängig von den Größenmerkmalen der GmbH.
Gründung und Auflösung: Die Gründung einer GmbH erfordert einen Gesellschaftsvertrag. Dieser ist notariell zu beurkunden. Das Stammkapital der Gesellschaft muss mindestens EUR 25.000 betragen, der Nennbetrag jedes Geschäftsanteils muss auf volle Euro lauten (§ 5 GmbHG). Die GmbH entsteht als eigenständige juristische Person erst mit der Eintragung in das Handelsregister (§ 11 Abs. 1 GmbHG). Bevor die Eintragung vorgenommen wird, müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein, so zum Beispiel der Abschluss eines Gesellschaftsvertrags, die Aufbringung des Stammkapitals und die Bestellung des Geschäftsführers. Die Gründungskosten sind durch die notarielle Beurkundung etwas höher als bei der Gründung einer Personengesellschaft oder eines Einzelunternehmens.
Die geplante Liquidation der Gesellschaft erfolgt im Rahmen eines Abwicklungsverfahrens. Die Auflösung ist beim Handelsregister anzumelden. Nach Beendigung aller Geschäfte und der Erfüllung aller Verpflichtungen bleibt die GmbH zum Gläubigerschutz noch ein Jahr bestehen. Erst nach Ablauf dieses Sperrjahres darf das verbleibende Vermögen an die Gesellschafter verteilt werden. Danach erfolgt die Löschung der GmbH im Handelsregister.
Gewinnbesteuerung: Die GmbH ist ein eigenständiges Rechtssubjekt und daher steuerpflichtig. Ihr Gewinn unterliegt der Körperschaftsteuer in Höhe von aktuell 15 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags (5,5 %) sowie der Gewerbesteuer. Die Höhe der Gewerbesteuer ist abhängig vom Hebesatz der erhebungsberechtigten Gemeinde.
Soll der Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, so unterliegt der ausgeschüttete Betrag auf Ebene der einzelnen Gesellschafter grundsätzlich der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 %), soweit es sich bei den Gesellschaftern um Privatpersonen handelt.
Die UG wurde im Jahre 2008 eingeführt und sollte eine deutsche Alternative zur englischen Limited darstellen. Sie entspricht der Rechtsform einer GmbH. Die gesetzlichen Vorschriften des GmbHG sind auf sie analog anzuwenden. Die Besonderheit ist, dass für die Gründung einer UG nicht das sonst erforderliche Stammkapital in Höhe von EUR 25.000 aufzubringen ist, sondern dass eine Gründung bereits ab einem Euro Stammkapital möglich ist (§ 5a GmbHG). Die Firma muss den Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ tragen. Als weitere Besonderheit hat die UG eine Rücklage zu bilden, die so lange mit einem Viertel des Jahresüberschusses zu befüllen ist, bis sie zusammen mit dem eingezahlten Stammkapital die Höhe von EUR 25.000 erreicht. Ist diese Summe erreicht, hat die UG die Möglichkeit, sich in eine GmbH umzufirmieren. Auf die oben stehenden Ausführungen zur GmbH wird verwiesen.
Die AG ist wie die GmbH eine Kapitalgesellschaft und juristische Person. Durch den Zugang zur Börse ist bei dieser Rechtsform die Eigenkapitalbeschaffung leichter. Aus diesem Grund ist die Rechtsform der AG in der Regel nur vorteilhaft für größere Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf. Das Grundkapital ist in Aktien zerlegt, die von den Gesellschaftern (Aktionären) gehalten werden.
Da die AG grundsätzlich nicht im Rahmen einer Existenzgründung in Frage kommt, wird auf weitere Ausführungen verzichtet.
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Das Gesellschaftsrecht lässt gewisse Mischformen aus verschiedensten Rechtsformen der Personen- und Kapitalgesellschaften zu. Die wohl am häufigsten vorkommende Mischform ist die GmbH & Co.KG. Bei dieser Rechtsform handelt es sich im Prinzip um eine Personengesellschaft in Form einer KG. Die Besonderheit ist, dass es sich bei dem persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementär) um eine GmbH handelt. In der Regel ist bei dieser Mischform die GmbH die einzige Komplementärin. Kommanditisten sind zumeist natürliche Personen.
Unternehmensvermögen und Haftung: Das Gesellschaftsvermögen der KG ist zum einen von dem Gesellschaftsvermögen der GmbH und zum anderen vom Privatvermögen der Kommanditisten zu trennen. Für die Schulden der GmbH & Co.KG haftet diese mit ihrem eigenen Gesellschaftsvermögen, die Kommanditisten jeweils mit ihrer Hafteinlage und die GmbH als Komplementärin unbeschränkt mit ihrem Gesellschaftsvermögen.
Kaufmannseigenschaft und Firma: Die GmbH & Co.KG ist stets Kaufmann. Sie ist zwingend ins Handelsregister einzutragen. Die Grundsätze der Firmenbildung entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des Handelsrechts. Es ist jedoch zwingend ein Hinweis erforderlich, dass es sich bei dem persönlich haftenden Gesellschafter nicht um eine natürliche Person handelt. In der Regel wird das durch den Zusatz „GmbH & Co.KG“ gekennzeichnet.
Hinsichtlich der Gewinn- und Verlustbeteiligung, Entnahmen und der Geschäftsführung gelten die gleichen gesetzlichen Vorschriften wie bei der KG.
Rechnungslegung und Offenlegung: Sowohl die KG als auch die GmbH als Komplementärin sind jeweils für sich buchführungspflichtig. Für die Komplementär-GmbH gelten die allgemeinen handelsrechtlichen Vorschriften für die Rechnungslegung und Publizität einer GmbH. Für die GmbH & Co.KG gelten die erweiterten gesetzlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften bezüglich Offenlegung und Jahresabschlusserstellung (§ 264a HGB), sofern die GmbH ihre einzige persönlich haftende Gesellschafterin ist.
Gründung und Auflösung: Für die Gründung und Auflösung der Komplementär-GmbH gelten die gesetzlichen Regelungen für die Gründung und Liquidation einer GmbH. Auf die GmbH & Co.KG sind die Vorschriften der KG anwendbar. Zu einer Besonderheit dieser Rechtsform kommt es, wenn die Komplementär-GmbH liquidiert wird. Ist kein weiterer Komplementär vorhanden bzw. tritt kein neuer in die Gesellschaft ein, so kommt es zwangsweise auch zu einer Auflösung der GmbH & Co.KG.
Gewinnbesteuerung: Die Vorschriften über die Besteuerung bei der KG sind anwendbar. DerGewinnanteil, der der Komplementär-GmbH zugerechnet wird, unterliegt bei dieser der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag. Der auf die Kommanditisten entfallende Gewinnanteil wird, soweit es sich bei ihnen um Privatpersonen handelt, in ihrer Einkommensteuer berücksichtigt. Die auf sie anteilig entfallende Gewerbesteuer ist in ihrer Einkommensteuer anrechenbar.
Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, dass die Wahl der Rechtsform im Rahmen der Unternehmensgründung durchaus keine leichte Entscheidung ist. Um die optimale Rechtsform für das neue Unternehmen zu finden, müssen vielschichtige Überlegungen mit einbezogen werden.
Der wohl wichtigste Aspekt ist meist die Haftungsthematik. Soll das Privatvermögen von der Haftung ausgeschlossen werden, so kommt man häufig zu der Entscheidung, eine GmbH oder eine UG zu gründen. Der Gründungsaufwand ist relativ gering und die Haftung beschränkt sich auf das Gesellschaftsvermögen. Bevor man sich für diese Rechtsform entscheidet, sollte jedoch überlegt werden, ob das Haftungsrisiko des neuen Unternehmens tatsächlich so hoch ist, als dass es diese Entscheidung rechtfertigt. Zu bedenken ist auch, dass ein Gesellschafter einer GmbH / UG zwar nicht privat haftet; sollte er jedoch Fremdkapital benötigen, so wird ein Kapitalgeber in der Regel dementsprechende Sicherheiten verlangen, die dann häufig auch auf das Privatvermögen zurückgreifen.
Auch andere zivilrechtliche und gesetzliche Aspekte, wie zum Beispiel der Kapitalbedarf, die Gründungs- und laufende Kosten, der Aufwand bei der Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften, sowie die Steuerlast sind in die Rechtsformwahl mit einzubeziehen.
Es bleibt festzustellen, dass es nicht die eine optimale Rechtsform gibt. Bei einer geplanten Unternehmensgründung sollte dies nach Abwägung der persönlichen Vor- und Nachteile immer eine Einzelfallentscheidung bleiben.