Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201989,%20714
Timestamp: 2020-02-17 06:48:34
Document Index: 275556395

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 6', '§ 15', '§ 5', 'BGH', 'BGH']

BFH, 08.03.1989 - X R 9/86 - dejure.org
https://dejure.org/1989,97
BFH, 08.03.1989 - X R 9/86 (https://dejure.org/1989,97)
BFH, Entscheidung vom 08.03.1989 - X R 9/86 (https://dejure.org/1989,97)
BFH, Entscheidung vom 08. März 1989 - X R 9/86 (https://dejure.org/1989,97)
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EStG § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 Nr. 2, § 15
Gewerbebetrieb - Betriebsaufspaltung - Bilanzierung - Gewinnausschüttung
§§ 5, 6, 15 EStG
Einkommensteuer; Gewinnausschüttungsansprüche bei Mehrheitsbeteiligung
BFHE 156, 443
BB 1989, 1246
BStBl II 1989, 714
Der Große Senat folgt in dieser Frage nicht der Rechtsauffassung des X. Senats in dessen Urteil vom 8. März 1989 X R 9/86 (BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
Derjenige, der keinen Gewinn ermitteln will, hat nach ständiger Rechtsprechung des BFH aber auch (durch schlüssiges Verhalten) keine Wahl zwischen den Gewinnermittlungsarten getroffen (BFH-Urteile in BFHE 132, 228, BStBl II 1981, 301; in BFHE 156, 443, 445, BStBl II 1989, 714, 715;… in BFH/NV 1986, 158;… vom 11. Dezember 1987 III R 204/84, BFH/NV 1988, 296;… vom 20. Mai 1988 III R 217/84, BFH/NV 1990, 17, 18;… in BFH/NV 1993, 346, 348;… vom 1. Oktober 1996 VIII R 40/94, BFH/NV 1997, 403, und in BFH/NV 1999, 1195).
Zutreffend geht der Bundesfinanzhof (Urt. v. 8. März 1989 - X R 9/86, BStBl. II, 1989, S. 714, 717) daher davon aus, daß der Gewinnverwendungsbeschluß einen sicheren Rückschluß auf die für den Stichtag maßgebende Absicht des beteiligten Unternehmens zuläßt und diese gleichsam "in einer objektiv nachprüfbaren Weise erhellt".
Danach sind Konzern- oder Holdinggesellschaften, die zumindest mehrheitlich an anderen Kapitalgesellschaften beteiligt sind, in Fällen, die den vorliegenden vergleichbar sind, berechtigt, aber nicht verpflichtet, von ihren Tochtergesellschaften ausgeschüttete Gewinne phasengleich in ihren Jahresabschluß aufzunehmen (…sog. Ansatzwahlrecht, vgl. BFH, Urt. v. 2. April 1980 - I R 75/76, BStBl. 1980, Teil 2, S. 702, 703;… Urt. v. 3. Dezember 1980 - I R 125/77, BStBl. 1981, Teil 2, S. 184, 185; Urt. v. 8. März 1989 - X R 9/86, BStBl. 1989, Teil 2, S. 714, 718;… Urt. v. 19. Februar 1991 - VIII R 106/87, BStBl. 1991, Teil 2, S. 569).
Später hat er diese Rechtsprechung auf diejenigen Fälle ausgedehnt, in denen die Mehrheitsbeteiligung an einer Kapitalgesellschaft durch einen Einzelunternehmer gehalten wird (Urteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
aaa) Der X. Senat des BFH hat es für möglich erachtet, von einer vorgezogenen (phasengleichen) Aktivierung abzusehen, falls zwischen Bilanzstichtag (des beherrschenden Unternehmens) und Bilanzierung (des beherrschten Unternehmens) unvorhersehbare wesentliche Umstände eingetreten sind (Urteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714, 718; ebenso z.B. Haselmann/Schick, DB 1996, 1529, 1532).
Deshalb werden auch Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Unternehmen in den jeweiligen Steuerbilanzen ausgewiesen, wobei es keinen Grundsatz gibt, dass beide Unternehmen durchgängig korrespondierend bilanzieren müssten (BFH-Urteile in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714; vom 26. November 1998 IV R 52/96, BFHE 187, 492, BStBl II 1999, 547).
Gleichwohl hat der BFH aber dem Umstand Bedeutung beigemessen, dass die hinter den beiden Unternehmen stehende Person oder Personengruppe ihren einheitlichen geschäftlichen Betätigungswillen in beiden Unternehmen durchsetzt (BFH-Urteil in BFHE 156, 443, 448, BStBl II 1989, 714, zu 2.c. der Gründe).
Selbst wenn sie wertaufhellende Umstände gewesen sein sollten, konnten sie den laufenden Gewinn nicht beeinflussen, weil sie erst nach dem Tag eingetreten waren, an dem der Kläger spätestens eine Bilanz hätte erstellen müssen (Urteil des erkennenden Senats vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, 451, BStBl II 1989, 714).
Der erkennende Senat hat für den Fall eines nichtbilanzierenden Besitzunternehmens im Rahmen einer Betriebsaufspaltung auf die Bilanzierung des Betriebsunternehmens vor Ablauf eines Jahres abgestellt (BFHE 156, 443, 452, BStBl II 1989, 714).
a) Eine Betriebsaufspaltung bewirkt steuerrechtlich, daß die ihrer Art nach vermögensverwaltende und damit nicht gewerbliche Betätigung (das Vermieten oder Verpachten von Wirtschaftsgütern) durch die personelle und sachliche Verflechtung zweier rechtlich selbständiger Unternehmen --Besitz- und Betriebsunternehmen-- zum Gewerbebetrieb wird (BFH-Beschluß vom 8. November 1971 GrS 2/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteile vom 22. Oktober 1986 I R 180/82, BFHE 148, 272, BStBl II 1987, 117, 118, und vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
Ebensowenig besteht ein allgemeiner Grundsatz, daß bei einer Betriebsaufspaltung Besitz- und Betriebsunternehmen korrespondierend bilanzieren müßten (Senatsurteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
Der X. Senat des BFH hat die Pflicht zur phasengleichen Aktivierung von Gewinnansprüchen auf jegliche gewerbliche Mehrheitsbeteiligung an einer Kapitalgesellschaft ausgedehnt, gleichviel, ob Mehrheitsgesellschafter eine Kapitalgesellschaft, eine Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmer ist (Urteil vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
Dieser Wille wird nach Auffassung der derzeitigen Rechtsprechung des BGH und BFH spätestens durch den Gewinnverwendungsbeschluß in einer objektiv nachprüfbaren Weise erhellt (BFH-Urteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714; BGH-Beschluß vom 21. Juli 1994 II ZR 82/93, BB 1994, 1673).
Unter diesen Umständen muß auch im Streitjahr als Zeitpunkt, zu dem über die Erfassung des Gewinnanspruchs zu entscheiden war, der der Aufstellung der Gesellschaftsbilanz angesehen werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714).
Das ist nach dem Urteil des X. Senats des BFH in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714 nicht der Fall.
Der Senat weicht ferner nicht vom BFH-Urteil in BFHE 156, 443, BStBl II 1989, 714 ab.
Der Rechtsprechung des BFH ist zu entnehmen, dass der Wertaufhellungszeitraum an dem Tag endet, an dem der Bilanzierende spätestens eine Bilanz hätte erstellen müssen (BFH-Urteile vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, 451, BStBl II 1989, 714; vom 3. Juli 1991 X R 163-164/87, BStBl II 1991, 805).
Der Rechtsprechung des BFH ist dabei auch zu entnehmen, dass der Wertaufhellungszeitraum an dem Tag endet, an dem der Kläger spätestens eine Bilanz hätte erstellen müssen (BFH-Urteile vom 8. März 1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, 451, BStBl II 1989, 714; vom 3. Juli 1991 X R 163-164/87, BFHE 164, 556, BStBl II 1991, 802;… vom 22. August 2012 X R 23/10, BFHE 238, 173, BFH/NV 2012, 1877).
Zeitpunkt in Aktivierung von Gewinnanteilen eines beherrschten Unternehmens
FG Münster, 06.05.1996 - 4 K 1370/93
FG Nürnberg, 16.02.2001 - VII 162/00
FG Niedersachsen, 26.01.1998 - VI 381/97
Entstehung der KapESt bei Dividenden im Rahmen einer Betriebsaufspaltung; Antrag …