Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Befristung_Arbeitgeberwechsel_Missbrauch_BAG_7AZR527-12.html
Timestamp: 2017-06-23 10:19:43
Document Index: 214931389

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 14', '§ 1', '§ 256', '§ 17', '§ 253', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', 'EuG', 'EuG', '§ 3', '§ 242', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 138', '§ 138', '§ 14', '§ 562', '§ 563', '§ 242', '§ 14']

HENSCHE Arbeitsrecht: 7 AZR 527/12
Kettenbefristung, Befristung: Kettenbefristung, Befristung: Missbrauch
Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 7.7.2011 - 17 Ca 502/11Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 9.3.2012 - 4 Sa 1184/11
7 AZR 527/12 4 Sa 1184/11Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln Im Na­men des Vol­kes!
hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. März 2014 durch den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Zwan­zi­ger als Vor­sit­zen­den, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Kiel, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Schmidt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Glock und Klen­ter für Recht er­kannt: - 2 - Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln vom 9. März 2012 - 4 Sa 1184/11 - auf­ge­ho­ben.
Im Mai 2008 ver­ein­bar­ten die Bun­des­agen­tur für Ar­beit und die Kläge­rin ei­nen (neu­en) Ar­beits­ver­trag, wo­nach die Kläge­rin ab 1. Au­gust 2008 als Teil­zeit­beschäftig­te mit ei­ner durch­schnitt­li­chen re­gelmäßigen wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 20 St­un­den ein­ge­stellt und das Ar­beits­verhält­nis bis zum 31. Ju­li 2009 be­fris­tet wor­den ist. Nach § 2 Satz 1 die­ses Ar­beits­ver­trags be­stimm­te - 3 - sich das Ar­beits­verhält­nis nach den Re­ge­lun­gen des TV-BA; § 4 Satz 1 des Ver­trags weist ei­ne Ein­grup­pie­rung der Kläge­rin in der Tätig­keits­ebe­ne V (§ 14 Abs. 1 TV-BA) aus. Et­wa fünf Wo­chen vor En­de die­ses Ver­trags fand in den Räum­en des Ser­vice­cen­ters ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung statt. Die Kläge­rin hat hier­zu vor­ge­tra­gen, die da­ma­li­ge Stand­ort­lei­te­rin Frau C ha­be sämt­li­chen be­fris­tet beschäftig­ten Mit­ar­bei­tern der Bun­des­agen­tur für Ar­beit neue Ar­beits­verträge mit der be­klag­ten Stadt in Aus­sicht ge­stellt. Die be­klag­te Stadt hat be­haup­tet, in der Be­triebs­ver­samm­lung sei al­len­falls be­kannt ge­ge­ben wor­den, dass ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit we­gen ei­ner Erschöpfung des Stel­len­kon­tin­gents nicht möglich sei, al­ler­dings ei­ne von der Eig­nung des je­wei­li­gen Mit­ar­bei­ters abhängig zu ma­chen­de „Über­nah­me“ der be­fris­tet Beschäftig­ten durch die Be­klag­te er­fol­gen könne.
Mit Ar­beits­ver­trag vom 14./27. Ju­li 2009 wur­de die Kläge­rin bei der Be­klag­ten ein­ge­stellt. Der Ar­beits­ver­trag hat aus­zugs­wei­se fol­gen­den Wort­laut: „§ 1
Das Ar­beits­verhält­nis be­stimmt sich nach dem Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) für die Ver­wal­tung und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen in der für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) je­weils gel­ten­den Fas­sung ein­sch­ließlich des Ta­rif­ver­tra­ges zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber in den TVÖD und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts (TVÜ-VKA). Außer­dem fin­den die im Be­reich des Ar­beit­ge­bers je­weils gel­ten­den sons­ti­gen ein­schlägi­gen Ta­rif­verträge An­wen­dung. - 4 - ...
Die Kläge­rin hat be­an­tragt fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen ihr und der Be­klag­ten nicht auf­grund der Be­fris­tung zum 31. De­zem­ber 2010 ge­en­det hat, son­dern als un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis über den 31. De­zem­ber 2010 hin­aus fort­be­steht. - 5 -
- 6 - Fest­stel­lungs­kla­ge nach § 256 Abs. 1 ZPO zu. Dies er­gibt die Aus­le­gung des Kla­ge­an­trags un­ter Hin­zu­zie­hung der Kla­ge­be­gründung. Streit­ge­gen­stand ist (al­lein) die Kon­trol­le der im Ar­beits­ver­trag vom 14./27. Ju­li 2009 ver­ein­bar­ten frist­be­stimm­ten Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zum 31. De­zem­ber 2010. An­de­re Be­en­di­gungs­tat­bestände sind zwi­schen den Par­tei­en nicht im Streit. Der Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG ist fer­ner hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Die an­ge­grif­fe­ne Be­fris­tung ist kon­kret be­zeich­net.
- 7 - aa) Ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG ist nach § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG nicht zulässig, wenn mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber be­reits zu­vor ein be­fris­te­tes oder un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis be­stan­den hat.
(1) „Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ist der Ver­trags­ar­beit­ge­ber. Das ist die natürli­che oder ju­ris­ti­sche Per­son, die mit dem Ar­beit­neh­mer den Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen hat. Ein vor­her­ge­hen­der Ar­beits­ver­trag hat des­halb nur dann mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber be­stan­den, wenn Ver­trags­part­ner des Ar­beit­neh­mers bei bei­den Verträgen die­sel­be natürli­che oder ju­ris­ti­sche Per­son ist (st. Rspr. des Se­nats vgl. zu­letzt BAG 4. De­zem­ber 2013 - 7 AZR 290/12 - Rn. 17 f.; 9. März 2011 - 7 AZR 657/09 - Rn. 18 mwN; 18. Ok­to­ber 2006 - 7 AZR 145/06 - Rn. 13 mwN, BA­GE 120, 34). Das An­schluss­ver­bot ist nicht mit dem Beschäfti­gungs­be­trieb oder dem Ar­beits­platz ver­knüpft (vgl. hier¬zu BAG 16. Ju­li 2008 - 7 AZR 278/07 - Rn. 13, BA­GE 127, 140; 17. Ja­nu­ar 2007 - 7 AZR 20/06 - Rn. 30, BA­GE 121, 18). Der Ge­setz­ge­ber hat für die Zulässig­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung auf den recht­li­chen Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Ver­trags­ar­beit­ge­ber ab­ge­stellt, nicht auf ei­ne Beschäfti­gung für den Be­triebs­in­ha­ber oder -träger (ausf. BAG 18. Ok­to­ber 2006 - 7 AZR 145/06 - Rn. 26, aaO). An­ders als von der Kläge­rin in der Re­vi­si­ons­er­wi­de­rung aus­geführt, ge­bie­tet auch der Wort­laut des § 14 Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 Tz­B­fG kein an­de­res Verständ­nis. Es ist rich­tig, dass der bei dem An­schluss­ver­bot des § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG ver­wand­te Aus­druck „Ar­beits­verhält­nis“ ein an­de­rer ist als der bei der Zulässig­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung in § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG ver­wand­te Be­griff ei­nes „Ar­beits­ver­tra­ges“. Bei dem An­schluss­ver­bot ist aber auch der sprach­li­che Aus­druck „mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber“ ver­wandt. In der Wort­be­deu­tung drückt die­se For­mu­lie­rung („dem­sel­ben“) ge­ra­de aus, dass ein zu­vor be­stan­de­nes „Ar­beits­verhält­nis“ mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber der Zulässig­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung nicht ent­ge­gen­ste­hen soll. - 8 -
- 9 - Prüfung, ob die Aus­nut­zung der durch das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz vor­ge­se­he­nen Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten rechts­miss­bräuch­lich ist, sind die uni­ons­recht­li­chen Vor­ga­ben zu be­ach­ten (vgl. BAG 9. März 2011 - 7 AZR 657/09 - Rn. 21). Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Möglich­keit, miss­bräuch­li­che Ge­stal­tun­gen zu prüfen und zu ver­hin­dern, wi­der­spricht es nicht dem Ziel der Rah­men­ver­ein­ba­rung im An­hang zur Richt­li­nie 1999/70 - den Miss­brauch durch auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge oder Beschäfti­gungs­verhält­nis­se zu ver­hin­dern (vgl. ua. den 14. Erwägungs­grund der Richt­li­nie 1999/70) -, un­ter „dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG nur den Ver­trags­ar­beit­ge­ber zu ver­ste­hen (vgl. BAG 4. De­zem­ber 2013 - 7 AZR 290/12 - Rn. 21).
(aa) Die Mit­glied­staa­ten sind für den wirk­sa­men Schutz der aus dem Uni­ons­recht fol­gen­den Rech­te in je­dem Ein­zel­fall ver­ant­wort­lich. Da­bei dürfen die Ver­fah­rens­mo­da­litäten für Kla­gen, die den Schutz der den Ein­zel­nen aus dem Uni­ons­recht er­wach­sen­den Rech­te gewähr­leis­ten sol­len, nicht we­ni­ger güns­tig aus­ge­stal­tet sein als die für ent­spre­chen­de in­ner­staat­li­che Kla­gen (Grund­satz der Gleich­wer­tig­keit, auch: Äqui­va­lenz­grund­satz) und die Ausübung der durch die Uni­ons­rechts­ord­nung ver­lie­he­nen Rech­te nicht prak­tisch unmöglich ma­chen oder übermäßig er­schwe­ren (Grund­satz der Ef­fek­ti­vität, vgl. - mit Be­zug auf die Rah­men­ver­ein­ba­rung im An­hang der Be­fris­tungs­richt­li­nie - EuGH 15. April 2008 - C-268/06 - [Im­pact] Rn. 46 mwN, Slg. 2008, I-2483). Hin­sicht­lich des Ef­fek­ti­vitäts­grund­sat­zes hat der Ge­richts­hof mehr­fach aus­geführt, dass je­der Fall, in dem sich die Fra­ge stellt, ob ei­ne na­tio­na­le Ver­fah­rens­vor­schrift die An­wen­dung des Uni­on­rechts unmöglich macht oder übermäßig er­schwert, un­ter Berück­sich­ti­gung der Stel­lung die­ser Vor­schrift im ge­sam­ten Ver­fah­ren, des Ver­fah­rens­ab­laufs und der Be­son­der­hei­ten des Ver­fah­rens vor den ver­schie­de­nen na­tio­na­len Stel­len zu prüfen ist. Da­bei sind ge­ge­be­nen­falls die Grundsätze zu berück­sich­ti­gen, die dem na­tio­na­len Rechts­schutz­sys­tem zu­grun­de lie­gen, wie zB der - 10 - Schutz der Ver­tei­di­gungs­rech­te, der Grund­satz der Rechts­si­cher­heit und der ord­nungs­gemäße Ab­lauf des Ver­fah­rens (EuGH 5. De­zem­ber 2013 - C-413/12 - [Aso­ci­a­ción de Con­su­mi­do­res In­de­pen­dien­tes de Cas­til­la y León] Rn. 34 mwN; 15. April 2008 - C-268/06 - [Im­pact] Rn. 46, aaO; 13. März 2007 - C-432/05 - [Uni­bet] Rn. 43, Slg. 2007, I-2271; 16. De­zem­ber 1976 - 33/76 - [Rewe-Zen­tral­fi­nanz und Rewe-Zen­tral] Rn. 5; vgl. zur Aus­le­gung von § 3 Abs. 2 AGG ent­spre­chend dem uni­ons­recht­li­chen Ge­bot des ef­fet uti­le BAG 27. Ja­nu­ar 2011 - 6 AZR 526/09 - Rn. 27, BA­GE 137, 80).
(aaa) Der Grund­satz von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) be­schränkt als Ge­bot der Red­lich­keit und all­ge­mei­ne Schran­ke der Rechts­ausübung so­wohl sub­jek­ti­ve Rech­te als auch die In­an­spruch­nah­me von Rechts­in­sti­tu­ten und Nor­men. Die sich aus ei­nem Rechts­in­sti­tut oder ei­ner Rechts­norm an sich er­ge­ben­den Rechts­fol­gen müssen zurück­tre­ten, wenn sie zu ei­nem mit Treu und Glau­ben un­ver­ein­ba­ren Er­geb­nis führen. Dies ist ua. der Fall, wenn ein Ver­trags­part­ner ei­ne an sich recht­lich mögli­che Ge­stal­tung in ei­ner mit Treu und Glau­ben un­ver­ein­ba­ren Wei­se nur da­zu ver­wen­det, sich zum Nach­teil des an­de­ren Ver­trags­part­ners Vor­tei­le zu ver­schaf­fen, die nach dem Zweck der Norm und des Rechts­in­sti­tuts nicht vor­ge­se­hen sind. Auch die Aus­nut­zung der durch das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz vor­ge­se­he­nen Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten kann un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen rechts­miss­bräuch­lich sein, et­wa wenn meh­re­re recht­lich und tatsächlich ver­bun­de­ne Ver­trags­ar­beit­ge­ber in be­wuss­tem und ge­woll­tem Zu­sam­men­wir­ken auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge mit ei­nem Ar­beit­neh­mer aus­sch­ließlich des­halb schließen, um auf die­se Wei­se über die nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG vor­ge­se­he­nen Be­fris­tungsmöglich­kei­ten hin­aus sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen an­ein­an­der­rei­hen zu können - 11 - (vgl. BAG 15. Mai 2013 - 7 AZR 525/11 - Rn. 17 mwN; zum Beschäfti­gungsförde­rungs­ge­setz vgl. BAG 25. April 2001 - 7 AZR 376/00 - zu IV 1 a der Gründe, BA­GE 97, 317). Bei ei­ner rechts­miss­bräuch­li­chen Aus­nut­zung der Zulässig­keit sach­grund­lo­ser Be­fris­tungsmöglich­kei­ten nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG - kon­kret: bei ei­ner Um­ge­hung des An­schluss­ver­bots nach § 14 Abs. 2 Satz 2 Tz­B­fG - be­steht die mit Treu und Glau­ben nicht zu ver­ein­ba­ren­de Rechts­fol­ge nicht in dem Ver­trags­schluss „an sich“, son­dern in der Recht­fer­ti­gung der in dem Ver­trag ver­ein­bar­ten Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG. Der un­red­li­che Ver­trags­part­ner kann sich auf ei­ne sol­che Be­fris­tung nicht be­ru­fen (ausf. BAG 15. Mai 2013 - 7 AZR 525/11 - Rn. 26 mwN).
- 12 - § 138 Abs. 2 ZPO im Ein­zel­nen auf die­sen Vor­trag ein­las­sen. Er kann ein­zel­ne Tat­sa­chen kon­kret be­strei­ten oder Umstände vor­tra­gen, wel­che den Sach­ver­halt in ei­nem an­de­ren Licht er­schei­nen las­sen. Ins­be­son­de­re kann er da­bei auch die - für den Ar­beit­neh­mer häufig nicht oh­ne wei­te­res er­kenn­ba­ren - Gründe für den Ar­beit­ge­ber­wech­sel dar­le­gen. Trägt der Ar­beit­ge­ber nichts vor oder lässt er sich nicht sub­stan­ti­iert ein, gilt der schlüssi­ge Sach­vor­trag des Ar­beit­neh­mers gemäß § 138 Abs. 3 ZPO als zu­ge­stan­den. Ge­lingt es dem Ar­beit­ge­ber, die vom Ar­beit­neh­mer vor­ge­tra­ge­nen In­di­zi­en für ein miss­bräuch­li­ches Vor­ge­hen zu erschüttern, bleibt es bei dem Grund­satz, dass der Ar­beit­neh­mer dar­le­gen und be­wei­sen muss, der letz­te Ver­trags­ar­beit­ge­ber ha­be die Be­fris­tung in be­wuss­tem und ge­woll­tem Zu­sam­men­wir­ken mit dem vor­ma­li­gen Ver­trags­ar­beit­ge­ber nur des­halb ver­ein­bart, um auf die­se Wei­se über die nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG vor­ge­se­he­nen Be­fris­tungsmöglich­kei­ten hin­aus sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen an­ein­an­der­rei­hen zu können (BAG 4. De­zem­ber 2013 - 7 AZR 290/12 - Rn. 26). Die­se ab­ge­stuf­te Dar­le­gungs- und Be­weis­last trägt (auch) dem Ge­bot des ef­fet uti­le Rech­nung. An­ge­sichts der Dar­le­gungs­er­leich­te­run­gen für den Ar­beit­neh­mer ist die Ausübung des durch die Rah­men­ver­ein­ba­rung im An­hang zur Richt­li­nie 1999/70 vor­ge­ge­be­nen Rechts­ziels nicht prak­tisch unmöglich oder übermäßig er­schwert.
c) Der Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts be­dingt die Auf­he­bung der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung (§ 562 Abs. 1 ZPO). Die Sa­che ist nicht zur End­ent­schei­dung reif (§ 563 Abs. 3 ZPO). Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat - von sei­nem Stand­punkt aus kon­se­quent - nicht ge­prüft, ob es der Be­klag­ten nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) ver­wehrt ist, sich auf die Be­fris­tungsmöglich­keit des § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG zu be­ru­fen. Dem­zu­fol­ge hat es auch die ei­ner Miss- - 13 - brauchsprüfung zu­grun­de lie­gen­den Tat­sa­chen zu­min­dest nicht ab­sch­ließend fest­ge­stellt. Dies wird es - un­ter Berück­sich­ti­gung vor al­lem der in der Ent­schei­dung des Se­nats vom 4. De­zem­ber 2013 (- 7 AZR 290/12 -) auf­ge­stell­ten Grundsätze - nach­zu­ho­len ha­ben.
Zwan­zi­ger Kiel Schmidt
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