Source: http://mbagsba.ch/or106/cscredit_001.htm
Timestamp: 2017-09-23 11:01:34
Document Index: 247126564

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 27', 'Art. 68', 'Art. 106']

OR 106 der MBAGSBA index dazu
Weshalb MBAGSBA zum Thema
Was weiss Rudolf Fischer, Cablecom Chef?
Was weiss ein MBA Absolvent zu diesem dieses Thema?
Der Verzugsschaden den Inkassofirmen geltend machen ist normalerweise nicht geschuldet
Was sagen die Konsumentenschutz Organisationen?
Es besteht keine Verpflichtung.
Was sagt eine Kundin von C & S Credit Management AG dazu?
Was lehrt ein Institut seine bei ihm im Hinblick auf BBA MBA MSc etc. Studierenden?
Beispiel C & S Credit Management AG
Die Firma verlangt Mahnkosten und einen Verzugsschaden mit Verweis auf Art. 106 OR.
Beispiel Creditreform
Die Zusammenstellung der in Rechnung gestellten Kosten sei ein internes Papier
Die wirklich bezahlten Verzugsschadensummen gehen als zusätzliche Einnahme zu Gunsten der Inkassofirma.
Zwei sind die Grösste im Land, da kann etwas nicht stimmen.
Intrum Justizia oder Creditreform, wer hat recht?
Kann ein Inkassoinstitut einfach so mit Verweis auf Art. 106 OR unter dem Titel Verzugsschaden Geld einfordern?
Ein Praxisbeispiel anhand einer Forderung die durch die Firma C & S Credit Management AG eingetrieben werden soll.
Kleine Anmerkung betreffend dem Firmennamen, die Firma heisst gemäss Handelsregister so wie vorstehend geschrieben, die Firma selbst schreibt jedoch C&S Credit Management AG, das Handelsregister könnte sich an dieser falschen Schreibweise stören, aber das wäre Material welches in einem anderen Living Case durchgespielt werden kann.
Wir befassen uns hier mit einem Thema, welches in SchKG Kursen regelmässig Fragen aufwirft.
Die Antwort zur anfänglich gestellten Frage lautet: Ja sie kann, aber Nein es ist nichts geschuldet. Begründung siehe nachstehend.
Was soll ein Schuldner da machen? Einfach nicht reagieren ist sicher eine Variante, aber cscredit.ch tönt ja fast wie die Mailadresse einer Grossbank. Also tut der vermeintliche Schuldner nachfragen.
eMail an info@cscredit.ch:
bitte teilen sie mir per mail mit, wie sich die fr. 1479.50 verzugsschaden, die fr. 5.38 mahnkosten und fr. 2.15 admin. gebühren zusammensetzen und weshalb ich diese schuldig sein soll.
Das Mail scheint eine knifflige Frage zu beinhalten, deshalb nach drei Tagen angerufen und die das Telefon betreuende Frau Ringer um eine Antwort gebeten. Die telefonisch in Aussicht gestellte Antwort kam nicht.
Drei Tage später nochmals angefragt, diesmal kam eine Antwort von Frau Fabienne Ringer:
Der Verzugsschaden sind unsere Umtriebsspresen die wir gemäss VSI (Verband
Schweizerischer Inkassoinstitute) erheben dürfen.
Für weitere Auskünfte bitten wir Sie, sich direkt beim VSI zu erkundigen.
Mit anderen Worten stellt die C & S Credit Management AG Spesen in Rechnung die, wenn sie sich im Detail zum Grund für diese Spesen äussern sollte, nicht erläutern kann. Sie verweist auf einen Verband der ihr erlaube, diese zu erheben.
Gleichzeitig räumt Frau Ringer auch ein, dass die Zahlung der Grundforderung auch auf das Konto der Gläubigerin erfolgen könne. Das wäre schon ein erster Hinweis darauf, dass dieser Verzugsschaden gemäss Art. 106 OR gar keine klagbare Forderung darstellt.
Deshalb der Klarheit halber nochmals nachdoppeln mit der Frage:
danke für die info, haben sie ein klagbares recht die umtriebsspesen gemäss VSI einzukassieren?
und haben sie eine begründung für die übrigen auf ihrem schreiben aufgeführten spesen?
Wir warten gespannt auf die Antwort, sie wird wohl mitteilen müssen, dass sie keinerlei Anspruch auf einen solchen Betrag hat, so wie dies auch in den Publikationen der Konsumentenschutzorganisationen nachzulesen ist.
Aber Frau Ringer kann hier nachlesen, woher der Betrag von Fr. 1479.50 stammt:
Der VSI, eben der Interessen-Verband der Inkassostellen, hat einen Tarif für seine Mitglieder herausgegeben, dieser hat jedoch keinerlei amtliche Wirkung oder staatlich verordnete Gültigkeit.
Frau Ringers Betrag in Höhe von Fr. 1'479.50 entspricht Fr. 1'375.00 zuzüglich 7.6% MWST. Entspricht eine solche Pauschale dem gemäss Gesetz zu belegenden Schaden. Antwort: Nein, es ist eine Tabelle eines privaten Verbandes und keinerlei gesetzliche Pflicht.
Auf my-money.ch - eine Site welche von einem Inkasso-Institut betrieben wird - ist bei den FAQ zu lesen
15. Muss ich zusätzliche Kosten bezahlen?
Gemäss Artikel 106 des Obligationenrechts sind Sie dazu verpflichtet, die Zusatzkosten zu übernehmen.
Ich meine: FALSCH, ES BESTEHT KEINE PFLICHT WIE ES DIE INKASSOINSTITUTE GERNE HÄTTEN
(siehe nachfolgenden Auszug aus einem Urteil)
16. Was ist ein Verzugsschaden?
Das sind Kosten, die dem Gläubiger aufgrund der Nichtbezahlung der Rechnung entstanden sind.
Die Voraussetzungen für die Geltendmachung des Verzugsschadens sind in Art. 106 OR aufgeführt. Gemäss dieser Rechtsnorm soll der Schuldner für den gesamten, von ihm zu verantwortende Verspätungsschaden (Verzugsschaden) aufkommen.
17. Wie setzt sich der Verzugsschaden zusammen?
Der Verzugsschaden wird gemäß den Richtlinien und der offiziellen Verzugsschadentabelle des Verbandes Schweizerischer Inkasso- und Treuhandinstitute (VSI) ermittelt.
ALLES FALSCH UND UNTER DEM DECKMANTEL EINER SCHULDENSANIERUNGS-SITE SO FORMULIERT, DASS ES DEM KONTO DES INKASSO-BÜROS GUT GEHT.
ES BESTEHT KEINE PFLICHT, SPESEN GEMÄSS EINER VSI TABELLE ZU BEZAHLEN
Ein Richter schrieb dazu in einem Urteil vom 16.10.2001.
Art. 106 Abs. 1 OR. Art. 27 Abs. 2 SchKG. Art. 68 Abs. 2 SchKG. Der Ersatz für Aufwendungen im Rahmen des Inkassos beschränkt sich auf die Betreibungskosten. Allfällige darüberhinausgehende Spesen für das Inkasso können dagegen nicht als Verzugsschaden geltend gemacht werden.
Nur in ganz wenigen Fällen, in denen die Gläubiger einen Schaden - und nicht Inkassospesen - klar nachweisen konnten, ist eine Zahlung geschuldet. Ein Aufwand für ein Inkasso ist kein Schaden, sondern eine normale Tätigkeit eines Unternehmens. Es handelt sich also bei einem pauschalen Verzugsschaden vielmehr um ein Zusatzeinkommen von Geldeintreibungsinstituten, welches diese vom ahnungslosen Schuldner bezahlt haben möchten.
Mit anderen Worten und insbesondere mit Blick auf die AGB der Trust-Inkasso: Wer diesen Betrag bezahlt, füllt die Schatulle der Inkassoinstitute ganz ohne dass dazu eine Verpflichtung besteht.
Und siehe da, nüd lugg laa gwünnt. Nach der Dritten Nachfrage, wie sich die sogar auf Rappen genau in Rechnung gestellten Spesen zusammensetzten schreibt Frau Ringer:
Wir beziehen uns auf obige Angelegenheit sowie Ihre diversen Mails.
Wir teilen Ihnen mit, dass wir auf die folgenden Kosten verzichten:
Verzugsschaden von Fr. 1479.50
Mahnkosten von Fr. 5.38
Admin. Gebühren von Fr. 2.15
Und somit ist klar, die C & S Credit Management AG wusste schon von Beginn weg, dass die in Rechnung gestellten Spesen jeglicher rechtlich durchsetzbarer Grundlage entbehrten.
Danke den hier mitarbeitenden für diesen wunderbaren Living Case zum Thema SchKG und Verzugsschaden nach Art. 106 OR.