Source: https://www.uelzener.de/blog/tier/weiderisiko-ein-verzwicktes-thema.html
Timestamp: 2019-04-18 17:14:38
Document Index: 165699624

Matched Legal Cases: ['§833', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§834']

Weiderisiko - ein verzwicktes Thema - Uelzener Versicherungen
Wenn der Weidegang im Desaster endet, weil die Pferde sich untereinander gekabbelt und verletzt haben oder sie womöglich von der Weide ausgebrochen sind, dann sind Pferdebesitzer nach dem Gesetz für Schäden an Dritten haftbar. Auch wenn den Besitzer des Tieres keine eigentliche Schuld trifft, muss er aus der sogenannten „Gefährdungshaftung“ heraus für entstandenen Schaden aufkommen (§833 BGB). Aus diesem Grund ist es essentiell eine gute Pferdehalterhaftpflichtversicherung zu haben, in der das Weiderisiko berücksichtigt ist.
Als Spezial-Tierversicherer haben wir viele Jahre Erfahrung und wissen, dass immer etwas passieren kann. Daher ist der Weidegang in unserer Pferdehalter-Haftpflichtversicherung natürlich mit abgesichert.
Es gibt allerdings gerade im Falle der Weideunfälle oftmals kniffelige Fälle. Hier ist es wichtig zu wissen wie der Gesetzgeber diese Dinge betrachtet. Durch die "typische Tiergefahr" haftet jeder Pferdehalter und zwar verschuldensunabhängig. Wir möchten gerne informieren, wie es in der Praxis aussieht.
Oftmals zum Streitpunkt wird es, wenn ein Pferd verletzt von der Wiese kommt. Hat niemand gesehen, wie der Vorfall geschehen ist und waren nur zwei Pferde zusammen, so wird meist so entschieden, dass die "eigene Tiergefahr" des geschädigten Pferdes prozentual angerechnet wird. In der Regel wird der Schaden zu 50 % reguliert, da hier beide Pferde am entstandenen Schaden beteiligt waren, auch wenn letztendlich nur eines der Pferde verletzt wurde. Der Halter des verletzten Pferdes muss daher 50 % des Schadens an seinem Pferd selbst tragen.
Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt. Ein gesundes Pferd wird jedoch niemals grundlos ein anderes Pferd angreifen.
Häufig kommt es auch dazu, dass Pferde in größeren Gruppen gehalten werden und eines der Tiere verletzt wird, ohne dass sich feststellen lässt, welches andere Tier beteiligt war. Es gibt für diese Fälle keine einheitliche Rechtsprechung, die herrschende Rechtsprechung geht davon aus, dass eine Haftungsgrundlage nicht gegeben ist. Eine Grundsatzentscheidung des BGH steht leider bis heute aus.
Ein weiterer, durchaus häufiger auftretender Schadenfall, ist das Ausbrechen der Pferde aus der Koppel. Erst im Mai 2015 brachen in Dortmund mehr als 20 Pferde aus und legten den Verkehr auf einer Bundesstraße fast zwei Stunden lahm. Mehr ist hier glücklicherweise nicht geschehen, aber es gibt zahlreiche Beispiele die nicht so glimpflich abgelaufen sind. Auch in solchen Fällen haften die Besitzer der Pferde. Ohne Haftpflichtversicherung kann das schnell den finanziellen Ruin bedeuten.
Es gibt Versicherer, die schreiben zum Thema Weiderisiko in ihren Bedingungen genau vor, wie der Weidezaun beschaffen sein muss. Aus unserer langjährigen Erfahrung heraus wissen wir, dass es die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt Pferdeweiden sicher einzuzäunen und haben auf ein solches „Regelwerk“ verzichtet. Dennoch setzen wir voraus, dass die Einzäunung sicher und pferdegerecht ist, denn schließlich dient dies ja auch dem Schutz der eigenen Pferde. Es kann sogar strafrechtliche Folgen haben, wenn fahrlässiges Verhalten in dieser Frage nachgewiesen werden kann. Wer sich hier genau informieren möchte, der kann zum Beispiel mit der AID-Infodienst Broschüre Ernährung/ Landwirtschaft / Verbraucherschutz „Sichere Weidezäune“ anfordern oder in den Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (Band 4) nachlesen. Ob die Pferde letztendlich mit z.B. Holz, Elektrolitze, Metallstreben oder Förderband eingezäunt werden, das überlassen wir den Haltern selber – Stacheldraht eignet sich aus der Verletzungsgefahr am Zaun selber übrigens für Pferde generell gar nicht.
Seit 2009 gibt es eine BGH-Rechtsprechung (VI ZR 266/08) die sich damit befasst, dass es nicht ausreicht, die Sorgfaltspflichten nur auf die Umzäunung der Weide abzustellen. Hinzu kommt, dass durch die Weidehaltung der Herdeninstinkt der Tiere geweckt wird. Panik kann in einer Herde dazu führen, dass es zu einem gemeinsamen Fluchtverhalten kommt. Ist die Weide ausreichend groß, so ist die Chance höher, dass sich die Tiere wieder beruhigen, wenn die Panik auslösenden Hormone abgebaut sind und sie sich „ausgaloppiert“ haben. Ist die Weide aber flächenmäßig sehr klein, kann das schneller dazu führen, dass die Tiere sich nicht auslaufen können und so die Gefahr höher ist, dass sie durch den Zaun brechen. Der BGH hat bekannt gegeben, dass die erforderliche Hütesicherheit nicht allein durch eine ordnungsgemäße Umzäunung der Weide sichergestellt werden könne, sondern dazu auch die Auswahl einer entsprechend großen Weide zählt.
Panik in Pferdeherden ist gerade in den letzten Monaten im Zusammenhang mit der Diskussion über die Wölfe zum Thema geworden. Die Gefahr besteht, dass Pferde auf der Weide in Panik geraten, wenn Wölfe auftauchen und im schlimmsten Fall durch den Zaun gehen. Auch hier haftet, wenn ein Schaden gegen Dritte entsteht, der Pferdebesitzer.
Die Größe der Weide oder des Paddocks ist generell beachtenswert um die Verletzungsgefahr untereinander zu minimieren. Haben die Pferde genügend Raum, so können sie im Falle von Streitigkeiten besser ausweichen. Es gibt ein Urteil zu einem Verletzungsunfall zwischen Pferden, bei dem die Klage auf Schadensersatz abgewiesen wurde, da der Raum, der einer vierköpfigen Pferdegruppe zur Verfügung stand mit ca. 250 m² als zu gering beurteilt wurde. Dem Anspruch der Besitzerin wurde aufgrund „Handeln auf eigene Gefahr“ nicht stattgegeben, da sie um die räumliche Enge wusste (OLG Köln Az.: 18 U 98/13). Dies ist sicher ein Einzelfall, zeigt aber, dass vor Gericht wirklich im Einzelfall entschieden wird. Auch hier ist es sehr wichtig eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, in der das Weiderisiko berücksichtigt ist und die vor den ungerechtfertigten Ansprüchen Dritter bewahrt.
Franzi kommentierte am 23.03.2016 um 11:12
Muss mein Pferd auf der Koppel ein Halfter tragen ?
Das Redaktionsteam kommentierte am 23.03.2016 um 12:00
Liebe Franzi, Ihr Pferd muss auf der Weide kein Halfter tragen, um unseren Versicherungsschutz genießen. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Das Redaktionsteam kommentierte am 23.03.2016 um 12:50
Liebe Franzi, Ihr Pferd muss auf der Weide kein Halfter tragen, um unseren Versicherungsschutz zu genießen. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Desiree kommentierte am 15.04.2016 um 12:00
Kommt ein Pferd verletzt von der Weide, müssen alle Halter deren Pferde in der Herde stehen zu gleichen Teilen haften, insofern keine Zeugen verfügbar sind. Kommt die Uelzener dann für meinen Anteil der Haftung auf?
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.04.2016 um 11:52
wenn Pferde mehrerer Halter in größeren Gruppen gehalten werden und eines der Tiere verletzt wird, ohne dass sich feststellen lässt, welches andere Tier beteiligt war, haften die Halter nicht zwingend anteilig. Es gibt für diese Fälle derzeit leider keine einheitliche Rechtsprechung, allerdings geht die herrschende Rechtsprechung davon aus, dass eine Haftungsgrundlage nicht gegeben ist.
Sollte ein Halter, dessen Pferd das andere Pferd verletzt haben könnte, auf Schadenersatz verklagt werden, so stehen wir für diesen ein, sofern er bei uns versichert ist.
Moni kommentierte am 27.05.2016 um 23:11
Greift eine Haftplichtvers. auch, wenn der Halter vielleicht nicht genügend Vorsorge getroffen hat?
Z.B. ein Pferd beschädigt auf der Koppel den Zaun vom Nachbargrundstück. Der Halter hat versäumt, dort einen eigenen Zaun aufzustellen. Kommt die Haftpflicht nun für den entstandenen Schaden auf oder muss der Halter selbst zahlen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 30.05.2016 um 12:52
Liebe Moni, Sie können beruhigt sein - auch für diesen Fall gewähren wir Ihnen Versicherungsschutz. Ob und in welchem Umfang Sie verpflichtet sind, Ihr Pferd einzuzäunen, gibt Ihnen die zuständige Verwaltungsbehörde Auskunft. Von unserer Seite gibt es grundsätzlich keinerlei Vorschriften für die Zäunung der Pferde und Sie haben Versicherungsschutz.
Mary kommentierte am 31.05.2016 um 23:25
Ein Pferd hat ein anderes Pferd beim auskeilen am Bein verletzt. Es wurde beobachtet welches Pferd es war, die beiden beteiligten Pferde haben zusammen gespielt es waren aber noch zwei andere Pferde auf der Koppel die unbeteiligt waren.
Mel kommentierte am 28.06.2016 um 19:07
Mein Perd wurde von einem anderen Pferd im offenstall, überraschend angegriffen, in die ecke getrieben, großer Holzzaun mit zwei Balken und Strom, und danach durch diesen Zaun geschlagen. mein Pferd war dann ausserhalb total panisch und hatte an 3 Beinen offene große Wunden. Die Halterin des anderen Pferdes sowie Ihre Versicherung bezahlen nur 50%. Komentar dazu mein Pferd ist selbst schuld, hätte dem anderen fernbleiben müssen. oder ich hätte ihn an der leine halten müssen. Oberste Frechheit ist, das mir diese Versicherung geraten hat ich solle doch den Stall wechseln, in dem mein Pferd alleine steht.
Sine kommentierte am 05.07.2016 um 13:45
Hallo, man für ein Pferd den kompletten Schutz bei Ihnen abschließt, also Haftpflicht, Op-Versicherung, werden dann kosten für einen Unfall auf der Weide übernommen? Eine Freundin hatte diesen Fall kürzlich und Sie möchte ihr Pferd nun für alles Fälle versichern lassen. Wie sich das Pferd in ihrem Fall verletzt hat ist unklar.
Das Redaktionsteam kommentierte am 06.07.2016 um 12:51
mit der Kombination aus Pferdehalter-Haftpflicht und OP-Versicherung sind Sie rundum abgesichert. Die OP-Versicherung leistet bei einem versicherten Eingriff gemäß der Allgemeinen Bedingungen unabhängig, ob es ein Unfall oder eine Erkrankung ist. Es muss eine Operation gemäß des abgeschlossenen Tarifs unter mindestens Standnarkose durchgeführt werden.
Wenn das Pferd aufgrund einer Verletzung auf der Weide operiert werden muss, würde die OP-Versicherung also greifen. Sollte ein anderes Pferd nachweislich für den Schaden haftbar gemacht werden können, würden wir aus der OP-Versicherung bei der Haftpflicht-Versicherung des verursachenden Pferdes Regress nehmen.
Darüber hinaus gibt es noch die Pferde-VOLL-Schutz, bei der auch Tierarztbehandlungen abgedeckt sind.
Sabine kommentierte am 21.07.2016 um 20:43
wenn Reiter flott an einer Pferdekoppel vorbei reiten und die Pferde in der Koppel anfangen zu toben und durch den Zaun ausbrechen und sich verletzen… wer haftet dann?
Das Redaktionsteam kommentierte am 22.07.2016 um 07:58
Das Vorbeireiten an Koppeln ist ein „normales“ Ereignis und somit liegt kein Verschulden der vorbeireitenden Reiter vor. Der Halter muss daher selbst für Verletzungen der ausbrechenden Pferde aufkommen.
Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn das Durchreiten explizit verboten ist. In diesem Fall haftet der vorbeireitende Reiter aus Verschulden.
Thomas kommentierte am 22.07.2016 um 22:14
wie ist die Sachlage, wenn eine Gruppe Reiter auf einer organisierten Veranstaltung und offiziellen Straße an einer Pferdekoppel vorbei galloppieren und die Pferde sich in der Koppel verletzen oder ausbrechen und zu Schaden kommen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 25.07.2016 um 08:50
Hallo Thomas, gern beantworten wir Ihnen hier Ihre Fragen, doch bitte haben Sie Verständnis, dass unsere Antworten keine Leistungszusagen sind und jeder Fall immer von Ihrem Versicherer individuell geprüft werden muss.
Allgemein lässt sich sagen, dass auch bei einer organisierten Veranstaltung kein Verschulden der Vorbeireitenden besteht. Durch die Verwirklichung der Tiergefahr der Pferde auf der Weide haftet der Pferdehalter selbst für die Schäden und Verletzungen.
Maren Kreutz kommentierte am 04.08.2016 um 19:44
Hallo, eine Frage: gibt es Vorschriften wie hoch der Weide zaun sein muss? Gibt es für Hengste andere Vorschriften? Danke u. Grüsse Maren
Das Redaktionsteam kommentierte am 05.08.2016 um 07:51
Hallo Maren, Vorschriften gibt es generell nicht, aber die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) spricht Empfehlungen aus. Pauschal lässt sich Ihre Frage dennoch nicht beantworten, denn in manchen Landkreisen werden an stark befahrenen Straßen Auflagen zur Zäunung von Weidetieren gestellt. Dieses ist aber keine generelle Regelung, sondern nur eine örtliche Auflage. Wenn Sie Gewissheit haben möchten informieren Sie sich am besten vor Ort. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Gerda kommentierte am 10.08.2016 um 21:24
Bei Verletzungen des Pferdes durch einen Gegenstand auf der Koppel. Wer haftet? Herzlichen Dank!
Das Redaktionsteam kommentierte am 11.08.2016 um 09:29
Hallo Gerda, es haftet i.d.R. derjenige, der die Gefahr eingebracht hat: Steht zum Beispiel ein scharfkantiges Tränkebecken auf der Weide und ein Pensionspferd verletzt sich daran, kommt es darauf an, ob diese Gefahr hätte erkannt werden müssen (wie lange steht die Tränke bereits dort, hätten die Halter der Pensionspferde die Gefahr erkennen können, in wessen Verantwortung liegt die Tränke, usw…). Wie Sie sehen kann man Ihre Frage nicht generell beantworten, es muss immer der konkrete Fall betrachtet werden. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Lena kommentierte am 16.08.2016 um 12:48
Hallo, ich habe mit einer Bekannten zusammen eine Koppel gepachtet und unsere Pferde sind Haftpflicht versichert, eine Betriebshaftpflicht haben wir nicht. Wie verhält es sich nun, wenn Nachbars Kinder auf der Koppel sind und verletzt werden? Lg
Das Redaktionsteam kommentierte am 16.08.2016 um 16:23
Hallo Lena, es kommt hier natürlich darauf an, wodurch sich die Kinder verletzen. Wenn die Verletzung durch die Pferde entsteht, ist die Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung zuständig. Verletzungen durch einen Verstoß der Verkehrssicherungspflicht gehen zu Lasten des Grundstückseigentümers. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Daniela kommentierte am 18.08.2016 um 12:20
wie ist das mit der kostenübernahme beim weideunfall von zwei Pferden wenn die sich zanken und einer verletzt wird und man hat das gesehen?
Welche Kosten werden da übernommen? Oder besser welche Versicherung greift da?
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.08.2016 um 13:23
Hallo Danie, bei einem Weideunfall von zwei Pferden muss sich der geschädigte Pferdehalter die sogenannte Tiergefahr seines (verletzten) Pferdes anrechnen lassen (Haftungsquote 50 %). Zuständig ist die Haftpflichtversicherung der schädigenden Pferdes. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Lisa kommentierte am 21.09.2016 um 09:28
mein Pferd hat durch den Weidezaun hindruch ein anderes Pferd getreten und verletzt. Die Besitzerin des anderen Pferdes hat die ganze Zeit beobachtet, wie meine Stute ihren über den Zaun hinweg gedroht hat, da ihr Pferd und der Weidepartner meines Pferdes sich gekrault haben.
Bereits im August hatten wir den Zwischenfall, dass meine Stute ihren durch einen Tritt stark verletzt hat als sie noch zusammen standen. Die Abneigung der beiden zueinander war also bekannt, deshalb stehen sie ja auch jetzt getrennt.
wer haftet in dem aktuellen Fall?
Ich als Halterin
Die Stallbesitzer, da offensichtlich nicht genug Strom auf den Zäunen war um die Pferde auseinander zu halten.
Die Besitzerin des geschädigten Pferdes, da sie die ganze Zeit dabei war und den Tritt hätte kommen sehen müssen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.09.2016 um 12:12
Sie als Halterin des schädigenden Pferdes haften zunächst verschuldensunabhängig, weil Ihr Pferd das andere getreten hat.
Die Halterin des geschädigten Pferdes muss sich allerdings die sogenannte Tiergefahr anrechnen lassen (50 %), d.h. hier liegt eine Gefährdungshaftung vor.
Wenn man der Tierhüterin, also der Stallbesitzerin, ein Verschulden nachweisen kann (kein Strom etc.) haftet diese aus Verschulden. Und da Verschuldenshaftung vor Gefährdungshaftung geht, müsste die Tierhüterin vollständig zahlen.
Markus kommentierte am 29.09.2016 um 13:29
wenn man pferde von der weide holt, unser und noch drei andere und ich Verletze mich beim rein hohlen der anderen Pferde, welche Vesicherung kommt dafür auf?
Das Redaktionsteam kommentierte am 30.09.2016 um 10:43
wenn Sie durch ein anderes Pferd verletzt werden, tritt die Haftpflicht-Versicherung des schadenverursachenden Pferdes ein.
Elisabeth kommentierte am 18.10.2016 um 21:32
könnten Sie mir folgenden Fall beantworten?
Wer haftet: Ich hole mein Pferd von der Wiese und es hat eine lange offene Wunde am Kopf, die genäht werden muss. Der Tierazt beurteilt die Wunde so, dass sie nicht von einem Huf eines anderen Pferdes der Herde herrühren konnte. Es werden mehrere herausragende, rostige Nägel gefunden auf der Wiese gefunden. Haftet der Stallinhaber, da er die Wiese nicht ordnungsgemäß und sorgfältig gepflegt hat? Wer muss beweisen, dass meine Stute sich dort verletzt hat?
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.10.2016 um 13:49
wenn der Tierarzt bestätigt, dass die vorgefundene Verletzung von einem nicht ordnungsgemäßen Gegenstand (z.B. ein herausragender, rostiger Nagel) auf der Weide verursacht wurde, ist der Beweis erbracht. In diesem Fall muss der Stallbetreiber haften.
Manuela kommentierte am 21.10.2016 um 10:31
Hallo, mein Pferd sollte in die Herde integriert werden,was anfangs auch gut aussah. Die Stallbetreberin ging in ihr Haus ,kurz darauf kam es zum Kampf zwischen meiner Stute+Herdenchef. Sie wurde in die Ecke gedrängt,er ließ nicht von ihr ab...
Manuela kommentierte am 21.10.2016 um 10:33
Sie verteidigte sich,er jagte sie übers Paddock,sie viel hin,verletzte sich leicht.Er erlitt Brüche am Griffelbein.Die Stallbesitzerin trennte die Tiere.Wer trägt hier die Verantwortung?Eine Haftpflichtversicherung besteht für beide Tiere.Vielen Dank
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.10.2016 um 13:22
Hallo Manuela, die Haftpflichtversicherung des schädigenden Pferdes trägt, so wie Sie den Fall hier schildern, 50% der regulierungspflichtigen Kosten (da beide Pferde einvernehmlich zusammengestellt wurden). Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Manuela kommentierte am 21.10.2016 um 13:50
Liebes Redaktionsteam, vielen Dank für die schnelle Antwort.Das bedeutet also,dass die Stallbesitzerin keine Schuld trägt (Aufsichtspflicht?) und die Behandlungskosten für den Wallach,der zuerst meine Stute angriff,geteilt werden?VG
Das Redaktionsteam kommentierte am 24.10.2016 um 09:04
Hallo Manuela, richtig, der Stallbetreiberin kann man kein Verschulden anlasten. Wenn man Pferde erstmalig zusammen stellt, muss man leider mit „Reibereien“ rechnen...schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Martina kommentierte am 16.11.2016 um 19:51
auf unserem Offenstallpaddock stehen zwei Wahlnussbäume. Unsere Pferde haben davon die Blätter gefressen. Eines der Pferde so viele, dass er Vergiftungserscheinungen hatte (Fieber, Durchfall, Rehe) . Durch Blutuntersuchung wurde das auch vom Tierarzt bestädigt. Der Tierarzt musste die Pferde deswegen behandeln. Haftet der Stallbetreiben mit seiner Hütehaftpflichtversicherung. Angeblich wusste er nicht, dass Wahlnussbäume giftig für Pferde sind. Uns war es bis dahin auch nicht bekannt, da wir erst seit kurzem in diesem Stall sind und vorher keine Bäume auf den Koppeln oder Paddock hatten.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.11.2016 um 11:45
Liebe Martina, eigentlich gilt die Walnuss als unbedenklich – lediglich das Kernholz ist für Pferde giftig (nur bei gefällten Bäumen auf der Weide problematisch). Die Fruchtschale der Walnuss kann von Pilzen befallen sein, die Giftstoffe bilden und deshalb Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen können. Dem Stallbesitzer hier ein Verschulden anzulasten ist schwierig, da die Walnuss im Allgemeinen als nicht gefährlich gilt. Im Zweifelsfall kann der Stallbetreiber natürlich den Vorfall trotzdem bei seiner Hütehaftpflicht melden und der Fall wird vom Versicherer geprüft. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Anika kommentierte am 26.11.2016 um 08:50
Hallo mein Pferd hat sich in die Outdoordecke eines anderen Pferdes gehängt, diese ist nun gerissen. Mein Pferd ist Haftpflichtversichert, wird der Schaden übernommen? LG Anja
Das Redaktionsteam kommentierte am 28.11.2016 um 10:45
Hallo, bei Ihrem geschilderten Schaden handelt es sich um einen erstattungsfähigen Leistungsfall Ihrer Pferdhalter-Haftpflichtversicherung. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Ann-Christin kommentierte am 09.12.2016 um 07:55
Guten Tag. Weideverletzungen wurden bereits diskutiert. Aber wie verhält es sich in einem Offenstall der ja nun mal aus Weide besteht. Hier wird ebenfalls ein Pferd nachweislich von einem anderen verletzt. Werden auch dann nur 50% übernommen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 12.12.2016 um 11:44
Liebe Ann-Christin, es ist unerheblich, wo sich die Pferde befinden, ob auf der Weide, im Paddock, im Offenstall oder Auslauf - sobald Pferde zusammen stehen, gilt generell die 50 %-Regelung. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Micha Hafi kommentierte am 17.12.2016 um 17:35
Angenommen ein Besitzer hat für sein Pferd 5000 Euro bezahlt. Angenommen das Pferd wird verletzt, und es gibt einen 100% Haftungsanspruch. Die OP in der Klinik kostet (sagen wir mal) 10000 Euro.
Welcher Betrag wird dann erstattet?
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.12.2016 um 12:16
Hallo, wenn die Kosten der notwendigen Operation den eigentlichen Wert des Pferdes übersteigen, wird der doppelte bis maximal der dreifache Wert des Tieres gezahlt. In Ihrem geschilderten Fall würden bei einer 100% Erstattung die OP-Kosten von 10.000 € erstattet werden. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Nadja kommentierte am 20.12.2016 um 21:12
Hallo, mein Pferd wurde im Offenstall als ich sie holen wollte verhauen von einem anderen...Mit Absicht, das andere kam plötzlich angerannt und hat getreten, meine wurde doof erwischt mit Haariss im Gleichbein...haftet da die Versicherung der anderen, da wir es gesehen haben?
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.12.2016 um 13:19
Hallo Nadja, nur wenn beobachtet wurde und eindeutig bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt. Ein gesundes Pferd wird jedoch niemals grundlos ein anderes Pferd angreifen. Sollte der Beweis nicht erbracht werden können, werden i.d.R. 50% übernommen, da sich Ihr geschilderter Vorfall in einem Offenstall ereignet hat. Viele Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Karin kommentierte am 22.12.2016 um 14:10
Wenn unser Alpaka auf eine Weide (andere Eigentümer) steht und einer der da anwesende Alpakas (nicht unsere) verletzt, sind wir dann dafür versichert?
Das Redaktionsteam kommentierte am 22.12.2016 um 16:18
Hallo Karin, ja, wenn eine normale Tierhalter-Haftpflicht-Versicherung besteht, ist dies hierüber versichert. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Mara kommentierte am 20.01.2017 um 16:24
Meine islandstute steht im offenstall. Da sie probleme mit der lunge hat und leicht friert trägt sie im winter i.d.R. eine Regendecke die sorgfältig eingestellt ist. Schlaufen sehr eng so dass sie meon pferd gerade so nicht reiben. Nun hatte sie eine auseinandersetuung mit einer anderen Stute (B). Ich nehme an zwischen durch haben sichet beide getreten, allerdings verhakte sich B als sie ein weiteres mal nach meiner stute trat in der beinschlaufe der regendecke meiner stute. Da diese irgendwann weg wollte und nicht konnte und stute B damit hinterher zog. Stute B fiel hin und wurde von 2 damen befreit. Alles in allem scheint alles glimpflich ausgeganen und nur eine oberflächliche fleischwunde entstanden zu sein. Nun meine frage wer haftet, denn hätte stute B nicht nach meiner getreten wäre sie nie hängen geblieben.
Danke für eone info.
Das Redaktionsteam kommentierte am 23.01.2017 um 13:12
Hallo Mara, auch hier greift die 50/50-Regelung, das heißt jeder der beteiligten Besitzer haftet zu gleichen Teilen. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Gert kommentierte am 30.01.2017 um 21:17
meine drei Pferde standen über Nacht auf der ordnungsgemäß eingezäunten Koppel.
In der Nacht ist ein Pferd auf ungeklärte Art aus der Koppel entwichen und wurde auf einer ca. 500 Meter entfernten Landstraße von einem PKW am Morgen in der Dämmerung angefahren. Dabei wurde das Pferd schwer verletzt und der PKW beschädigt.
Der PKW Eigentümer will von mir Schadenersatz. Ich bin jedoch der Meinung, dass er vielleicht zu schnell war und nur dadurch nicht rechtzeitig zum stehen kam und deshalb zumindest eine Mitschuld trägt.
Meine Frage ist muss ich haften?
Das Redaktionsteam kommentierte am 31.01.2017 um 10:41
Hallo Gert, wir hoffen dass Ihr Pferd seine Verletzungen gut überstanden hat und sich auf dem Weg der Besserung befindet…leider ist der Sachverhalt so, dass zuerst Sie als Halter des Pferdes in Haftung treten (also Ihre Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung), da das Pferd, wie auch immer, ausbrechen konnte und freilaufend auf die Straße gelangt ist. Ein Mitverschulden des PKW-Fahrers wäre von Ihnen zu beweisen – das gelingt aber meist nur, wenn Zeugen den Unfall beobachtet haben. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
kommentierte am 11.02.2017 um 17:32
mein Pferd steht aktuell in einem Berittstall und hat dort 3 Weidepaneels ( Metal) verbogen. Nun will der Stallbesitzer , dass ich ihm diese kaputten Zäune ersetze. Kommt meine Haftpflicht dafür auf ( ich bin bei Ihnen versichert).
Das Redaktionsteam kommentierte am 13.02.2017 um 10:37
Hallo, hierbei handelt es sich um einen Schaden, der über Ihre Pferdehalter-Haftpflicht bei uns abgewickelt werden kann. Melden Sie sich gern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Gela kommentierte am 15.02.2017 um 08:03
Hallo. Mein Pferd steht in einem Offenstall. Als man die Pferde gestern von der Koppel (über einen Treibweg) reingeholt hat, blieb meine Stute einfach stehen und hat für uns aus unerklärlichen Gründen einfach auf das Pferd hinter ihr mehrfach ausgetreten. Zahlt hier meine Haftplfichtversicherung?
Der Vorfall wurde von der Stallbesitzerin (welche die Pferde reingeholt hat) gesehen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 15.02.2017 um 09:47
Hallo Gela, hierbei handelt es sich um einen Schaden, der über Ihre Pferdehalter-Haftpflicht geregelt werden kann. Hier greift die 50/50-Regelung, das heißt jeder der beteiligten Besitzer zu gleichen Teilen haftet, weil ein Pferd selten grundlos ausschlägt. Falls Sie bei uns versichert sind, melden Sie sich gern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Meli kommentierte am 20.02.2017 um 08:52
ich hab auch eine unangenehmen Frage. Mein Pferd hat auf der Koppel nach einem anderen Pferd mehrmals ausgeschlagen (hab ich gesehen, kam gerade an der Koppel an). Hier kam auch gleich der Tierarzt da das andere Pferd beim reinholen nicht richtig gelaufen ist. Aber bis auf Fiber und eine Beule vorne an der Brust konnte man nichts feststellen. Am nächsten Tag ging es dem verletzten Pferd anscheinend schon wieder besser (durfet wieder mit auf die Koppel). Am übernächsten Tag hatte das Pferd wieder hohes fieber und müsste am darauffolgenden Tag eingeschläfter werden. Nun wird vermutet dass das Pferd aufgrund der Schläge von meinem Pferd Innere Verletzungen zugezogen hat. Wie ist hier der Sachverhalt?
Das Redaktionsteam kommentierte am 20.02.2017 um 13:35
Hallo Meli, oh je - das ist wirklich traurig. Melden Sie den Fall umgehend Ihrer Pferdhalter-Haftpflicht-Versicherung. Die Leistungsabteilung wird sich um alles kümmern und den Schadenfall prüfen. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
M.M. kommentierte am 07.03.2017 um 20:14
Hallo, aus aktuellem Anlass hätte ich eine wirklich zermürbende Frage.
Wir möchten möglichst ein verunfalltes Pferd nach langer Genesungszeit im Sommer wieder in die Herde integrieren. Das Pferd hat eine schwerwiegende Wirbelsäulenverletzung (Dornfortsätze sind an mehreren Wirbeln gebrochen, das Pferd ist leicht bewegungseingeschränkt, aber laut TA wieder schmerzfrei) und soll auf eine Weide in eine größere Herde zurück. Durch Neueinstallungen können in der Zukunft gegebenenfalls aber auch neue Pferde in die Herde integriert werden. Wie sieht es da mit der Haftung aus, sollte es warum auch immer (Toben, Rangkämpfe, Kabbeleien) zu einer Verschlechterung der Wirbelsäulenverletzung kommen? Und macht es dann einen Unterschied ob feststeht, welches andere Pferd beteiligt war?
M.M. kommentierte am 07.03.2017 um 20:15
Wird hier hinsichtlich der Haftbarkeit unterschieden, da das Pferd ja schon eine schwerwiegende und auch bewegungseinschränkende Verletzung hat?
Oder müssen Stallbesitzer und/oder die übrigen Pferdebesitzer sich in diesem Fall aktiv provisorisch um eine schriftliche Regelung der Schadensregulierung bzw. einen Haftungsausschluss kümmern?
Das Redaktionsteam kommentierte am 09.03.2017 um 09:11
Guten Morgen. Grundsätzlich ist eine Integration in einen bestehenden Herdenverband mit Risiken verbunden. Die Rangordnung wird neu zu regeln sein, insbesondere wenn das zu integrierende Pferd vorher als dominant aufgetreten ist. Die Verletzung wird hier auch eine entscheidende Rolle spielen, da das Pferd die Auswirkungen der Verletzung hinsichtlich der vorherigen Rangordnung erst erlernen und akzeptieren muss.
Die Vorschädigung wird in einem Schadenfall zu berücksichtigen sein. Es werden nur Verletzungsfolgen der Auseinandersetzung anzuerkennen sein, die Haftungsquote wird mindestens bei 50 % angesetzt.
Kann nicht ermittelt werden, welches der Pferde aus der Herde die Verletzung verursacht hat, werden Sie keine Ersatzansprüche anmelden können.
Hinweis: Stallbetreiber sind gut beraten, alle Parteien über die Risiken vorab zu informieren.
Kirsten kommentierte am 12.03.2017 um 16:03
ich möchte meine Koppel einer Freundin für ihre drei Pferde zur Verfügung stellen (nicht gewerblich). Sie selber sorgt für die Umzäunung. Welche Versicherung(en) muss/müssen für so eine Gegebenheit abgeschlossen werden?
Das Redaktionsteam kommentierte am 16.03.2017 um 13:34
Hallo Kirsten, ohne weitere Details zu kennen ist dies schwierig für uns zu beurteilen. Am besten lassen Sie sich von einem Versicherungsvertreter bei Ihnen vor Ort beraten. In dem Gespräch können alle Einzelheiten besprochen werden. Hier finden Sie schnell und einfach einen Berater in Ihrer Nähe: www.uelzener.de/kontakt/beraterfinder
Anke kommentierte am 29.03.2017 um 10:17
Mein Pferd wurde mit einer großen offenen Wunde am Bug/Brust von der Weide geholt. Es hing ein großer Hautlappen und Muskeln herunter. Bei genauer Kontrolle der Weide konnte man an der Einzäunung mit Stahlrohren erkennen, dass an den Stangen der Unfall verursacht wurde. Es waren Haare und Fleischstücke dran. Auf alten Fotos kann man sehen, dass die Stange dort gebrochen war und die Stangen übereinander lagen. Nach dem Unfall waren sie eine knappe Handbreit auseinander.
Nun wurde das Pferd vor Ort behandelt und auch in der Klinik. Die Kosten sind immens.
Muss nicht der Hofbesitzer mit einer Tierhüter Haftpflichtversicherung für so was gerade stehen?
Vielen Dank voarb für eine baldige Antwort
Das Redaktionsteam kommentierte am 29.03.2017 um 14:01
Liebe Anke, oje, die Verletzungen hören sich ja böse an :-( Wenn man dem Tierhüter, also dem Stallbesitzer, ein Verschulden nachweisen kann (z.B. eine nicht ordnungsgemäße Instandhaltung des Zaunes), haftet dieser aus Verschulden – aber bitte bedenken Sie, dass wir den Fall nur aus der Ferne beurteilen können und die rechtliche Prüfung vor Ort nicht ersetzt.
Karina kommentierte am 12.04.2017 um 19:21
Sie schreiben, es gebe kein Grundsatzurteil zu Verletzungen im Offenstall, bei denen es keine menschlichen Zeugen gibt. Es handelt sich um eine Verletzung am Huf, die meines Erachtens durch Fremdeinwirkung passiert sein muss; und das auf einem Paddock, der für die Anzahl der Pferde eher knapp ausfällt, und an einem Tag, als neue Pferde in die Herde kamen (ohne mein Beisein, da es nicht angekündigt wurde). Was kann man als Geschädigter denn dann tun? Bleibt da nur der Weg über den Anwalt (den man natürlich in einer freundlichen Stallgemeinschaft nicht haben möchte...)?
Das Redaktionsteam kommentierte am 13.04.2017 um 09:05
so eine Verletzung ist wirklich ärgerlich. Wir hoffen sehr, dass das Pferd schnell wieder „auf die Hufe kommt“. Leider geht die Tendenz in der Rechtsprechung dahin, dass kein Schadenersatz gefordert werden kann, wenn kein „Verursacher“ festzustellen ist.
Hier haben wir einige Urteile für Sie zusammengestellt: (LG Lübeck 14 S 178/07, LG Duisburg 10 O 93/07, LG Köln 27 O 31/13, OLG Köln 18 U 98/13, AG Helmstedt 3 C 64/13 (3a), LG Lüneburg 5 O 285/13, AG Regensburg 11 C 692/13, AG Freising 7 C 682/14, LG Landshut 14 S 2734/14, LG Fulda 4 O 408/14, LG Rostock 3 O 963/14, OLG Frankfurt 14 U 14/15, OLG Düsseldorf I-5 U63/16)
Diese Angelegenheit ist nun zum BGH gereicht worden. Man erhofft sich von dort eine Grundsatzentscheidung. Das kann aber leider noch dauern :(
Romy kommentierte am 13.04.2017 um 09:57
Dürfen Stallbesitzer ein Halfter vorschreiben? Vor allem ein Halfter in der Box? (Dabei soll es darum gehen, dass Pferde aus brennenden Ställen so schneller gerettet werden können...)
Wer haftet, wenn etwas ohne Halfter passiert, macht das einen Unterschied ob mit oder ohne?
Das Redaktionsteam kommentierte am 13.04.2017 um 14:37
so etwas hören wir zum ersten Mal. Unseres Wissens gibt es diesbezüglich keine Vorschriften. Die meisten Pferde stehen jedoch ohne Halfter in der Box, damit sie sich nicht an irgendetwas aufhängen.
Eine Haftung hierfür ist für uns nicht ersichtlich. Die Meinung des Redaktionsteams: Wenn es im Stall brennt, lassen sich die Pferde bestimmt nicht friedlich am Halfter aus der Box führen. In einem solchen Fall werden wohl eher die Boxen aufgemacht und die Pferde laufen ungeführt ins Freie.
Sylvia kommentierte am 20.04.2017 um 12:07
Muss mein Pferd auf dem Weg zur Koppel oder beim Spazieren gehen eine Trense tragen oder reicht ein Halfter aus? Darf ich Gebisslos ins Gelände gehen? Greift die Haftpflicht auch dann, wenn dadurch ein Schaden entsteht?
Das Redaktionsteam kommentierte am 20.04.2017 um 16:34
Liebe Sylvia, wir machen hier keinerlei Auflagen :) Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Christine kommentierte am 21.04.2017 um 17:29
Hallo liebes Redakionsteam,
das Pferd von der Nachbarin ist gestern durch den Zaun und hat meine Herde aufgemischt. Die wurden so verrückt das die Stuten geschlagen haben. In der Herde war ein Jährling der geschlagen wurde und sich dabei den Ellenbogen gebrochen hat. Wir haben ihn heute eingeschläfert. Wie ist das rechtlich? Muss die Haftpflichtversicherung der Nachbarin haften?
Das Redaktionsteam kommentierte am 24.04.2017 um 12:30
es tut uns sehr leid, dass es für Sie keine andere Möglichkeit mehr gab, als den Jährling einzuschläfern. So wie Sie den Fall schildern, liegt eine Haftung Ihrer Nachbarin vor. Sie muss den Schaden ihrer Haftpflichtversicherung melden, die dann alles Weitere genau prüfen wird. Konkrete Aussagen, wie und in welcher Höhe reguliert wird, kann man hierzu vorab leider nicht machen.
Nicole kommentierte am 03.05.2017 um 13:39
mein Pferd steht im Offenstall. Eine Besitzerin eines anderen Pferdes hat in den Fressständern ihrem Pferd Kraftfutter gegeben, obwohl die anderen Pferde keines hatten. Daraufhin gab es Ärger und mein Pferd hat das Pferd der anderen Besitzerin schwerer verletzt. Gilt hier auch die 50/50 Regel?
Das Redaktionsteam kommentierte am 08.05.2017 um 12:05
diesen Fall müsste die Fachabteilung prüfen, insbesondere wie die Futtermöglichkeiten vor Ort aussehen, ob eine höhere Quote als 50/50 möglich ist. Da man allerdings zunächst nur von „allgemeinem“ Futterneid ausgehen muss, würde die 50/50-Regelung greifen.
Ohne Namen kommentierte am 08.05.2017 um 22:28
Hallo welche Versicherung Haftet wenn mein Pferd einen Unfall verurscht weil es aus einer nicht genügend gesicherten Weide ausgebrochen ist? ( Pensionspferdehaltung )
Das Redaktionsteam kommentierte am 10.05.2017 um 11:59
grundsätzlich ist es so, dass ein Tierhalter immer verschuldensunabhängig für die sogenannte Tiergefahr haften muss. Wenn aber dem Weidebesitzer eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nachzuweisen ist, haftet er für diese Fahrlässigkeit. Der Geschädigte kann sich aber für seine Ansprüche an jeden der beiden wenden - die Haftpflichtversicherungen können den Fall untereinander klären.
Sonja S. kommentierte am 12.05.2017 um 15:57
Wenn mein Wallach im gemischten Offenstall auf eine Stute springt und sie dabei verletzt, würde üblicher Weise die Haftung bei der Besitzerin des Wallachs liegen, wenn ich es richtig verstanden habe. Wie ist es, wenn im Einstellvertrag geregelt wird, dass jeder selbst für sein Pferd bei Verletzungen aufkommt? Gilt diese Regelung überhaupt?
Das Redaktionsteam kommentierte am 17.05.2017 um 11:55
diese Regelung im Einstellvertrag gilt nur für die Haftung des Pensionsgebers. Keiner der Einsteller kann gegen den Pensionsgeber Ansprüche aus solchen Verletzungen erheben, das gilt aber nicht für die Einsteller untereinander.
Wenn feststeht, dass der Wallach auf die Stute gesprungen ist, so haftet der Halter des Wallachs unter Berücksichtigung der sogenannten Tiergefahr der verletzten Stute.
Brigitte kommentierte am 17.05.2017 um 13:23
welches Weideband, Seil sollte man nehmen und würde dies im Zweifelfall auch angeschaut werden ?.
Hätte Ihnen jetzt gerne ein Bild mit gesende. geht aber leider nicht.
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.05.2017 um 09:20
wir machen bezüglich des Materials der Einzäunung keinerlei Auflagen und können hierzu auch leider keine Empfehlung aussprechen.
Dagmar kommentierte am 18.05.2017 um 15:09
Hallo, in der von Ihnen genannten Broschüre steht, dass Blankdraht für Pferdeweiden tierschutzwidrig ist. In dem Betrieb, in dem mein Pferd eingestallt ist, wird ausschließlich Blankdraht verwendet. Könnte das im Schadensfall dazu führen, dass die Versicherungen nicht zahlen? Vielen Dank!
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.05.2017 um 16:35
Hallo Dagmar, der Blankdraht stellt bei uns bedingungsgemäß keinen Haftungsausschluss dar. Wenn wir jedoch einen Schadenfall gemeldet bekommen, bei dem sich ein Pferd an einem solchen Draht verletzt, wird der Besitzer der Weide, bzw. der Tierhüter zur Rechenschaft gezogen und der Vorgang zudem als Verstoss gegen das Tierschutzgesetzt zur Anzeige gebracht. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Elvira kommentierte am 28.05.2017 um 11:52
ein Wallach ist im Offenstall auf meine Stute gesprungen. Sie hat sich beim Ausweichen vertreten u lahmt nun. Eine Röntgendiagnostik steht an.
Kann ich die TA Kosten bei der Halterin des Wallachs geltend machen und zu wieviel Prozent? Vielen Dank für Ihre Antwort. Lg Elvira
Sylvia kommentierte am 28.05.2017 um 23:02
Hallo, die Pferde stehen bei den heissen Temperaturen nachts auf der Koppel, bzw bei angenehmeren Graden auch 24 Stunden. Besteht Versicherungsschutz, wenn sie dort nachts ausbrechen?
3fach Strom-Einzäunung, Wasser und zusätzlich Heu stehen zur Verfügung......
Das Redaktionsteam kommentierte am 29.05.2017 um 10:01
Sie können die Tierarztkosten bei der Halterin des Wallachs zu 50% geltend machen. Wir wünschen Ihrer Stute eine gute Genesung.
Das Redaktionsteam kommentierte am 29.05.2017 um 10:18
bitte seien Sie beruhigt - es besteht Versicherungsschutz. Wir machen bezüglich des Materials der Einzäunung keinerlei Auflagen.
Nadine kommentierte am 30.05.2017 um 13:50
am vergangenen Wochenende tauchten unsere zwei Rentnerwallache plötzlich am Stall auf. Wir hatten sie fünf Stunden zuvor auf die Weide gebracht.
das komplette Areal ist umzäunt mit einem 2 m hohen Wilddraht. Ausserdem zusätzlich 2 - 3 reihig mit Litze UND Strom gesichert!
Ich hielt es die vergangenen 25 Jahre für ausbruchsicher.
An einer Stelle war dann der Wildzaun heruntergetreten und die beiden Pferde durchbrachen zweimal die Litze.
Die genaue Ursache kennen wir natürlich nicht. Es ist zu vermuten, dass die Pferde Panik bekamen. Evtl. durch plötzlich auftauchendes Wild etc.
Sie mussten, um zurück zum Stall zu gelangen eine Kreisstrasse über ca 2 km passieren. Zum Glück ist nichts passiert.
Ich als Stallbetreiber habe jetzt natürlich große Sorge.
1. Haftet im Schadensfall meine Betriebshaftpflicht, welche auch die Pferdehaftpflicht beinhaltet, oder sollte ich eine zusätzliche Versicherung abschließen?
2. Haftet auch die Haftpflicht des Weidepartners?
Das Redaktionsteam kommentierte am 31.05.2017 um 11:12
wie Sie schon sagten, zum Glück ist nichts passiert. Im Schadenfall wäre Ihre Betriebshaftpflicht sowohl aus Verschulden als auch aus der Gefährdungshaftung aufgekommen.
Zu gleichen Teilen haftet die Haftpflicht-Versicherung des Weidepartners, da wie hier beschrieben kein schuldhaftes Verhalten (kaputter Zaun o. ä.) vorliegt.
Anna kommentierte am 05.06.2017 um 01:05
Hallo liebes Uelzener-Team
Ich habe da eine Frage zu folgenden Fall.
Auf dem Stuten- Paddock kam es zwischen meiner und einer anderen Stute zur keilerei. Dies haben mehrere Einsteller beobachtet und die "Zicken" erstmal getrennt, dann wurde ich und dann der Tierarzt benachrichtigt. Mein Pony wurde dabei so sehr verletzt, dass die Wunde getackert werden musste, Schmerzmittel etc.
Steffi kommentierte am 07.06.2017 um 23:05
Mein Pferd ( Wallach) ist von seiner Wiese auf die Nachbar Wiese gelangt.
Auf dieser Nachbarwiese stehen Stuten. Beim reinholen der Pferde stellte man fest, daß eine Stute verletzt ist. Der Tierarzt diagnostizierte einen Anbruch des Virderbeines.
Niemand hat gesehen, wie sich die Stute verletzt hat.
Jetzt wird gesagt, daß mein Wallach die Verletzung verursacht hat., weil er auf diese Stutenwiese gelangt ist. Aber niemand hat etwas gesehen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 09.06.2017 um 09:01
vielen Dank für Ihre Frage. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf 50% der Tierarztkosten.
50% sind es, da Sie sich die Tiergefahr Ihres eigenen Pferdes anrechnen lassen müssen, da sich dieses mit der anderen Stute „gestritten“ hat.
Freundliche Grüße, Ihr Social Media-Team der Uelzener
Das Redaktionsteam kommentierte am 09.06.2017 um 09:37
dies ist leider kein eindeutiger Fall. Es wäre zu vermuten, dass der Wallach ursächlich geworden ist, nachweisen kann es jedoch niemand! Daher ist die rechtliche Bewertung von dem jeweiligen Gericht abhängig. Die Tendenz der Gerichte geht jedoch dahin, dass eine Haftung des Halters vom Wallach verneint wird.
Yvonne kommentierte am 16.06.2017 um 14:28
Hallo liebes Uelzener-Team! Wenn ein neues Pferd vom Stallbesitzer ohne Wissen der anderen Pferdehalter in die Herde stellt und es passiert irgendwas, wer haftet dann? Vielen Dank im voraus
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.06.2017 um 16:19
in diesem Fall haftet eher derjenige, der ohne Einverständnis der anderen Pferdehalter ein neues Pferd in die Herde gestellt hat, da man hier damit rechnen muss, dass es zu Streitigkeiten zwischen den Pferden kommen kann.
Viele Grüße, Ihr Social Media-Team der Uelzener
Laura kommentierte am 21.06.2017 um 08:22
Hallo liebes Uelzener-Team,
auf unserer Koppel wurde ein Pferd durch einen Tritt verletzt. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 7 Pferde auf der Koppel. Jedoch hat niemand gesehen wie es zu dem Unfall gekommen ist und somit ist unklar welches Pferd das andere verletzt hat. Wer haftet nun?
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.06.2017 um 15:58
wenn nicht ermittelt werden kann, welches Pferd den Schaden / die Verletzung verursacht hat, kann nach aktueller Rechtsprechung leider auch keiner der anderen Pferdehalter haftbar gemacht werden.
In diesem Fall müsste der Halter des verletzten Pferdes die Behandlungskosten selber tragen.
Christian Thiemann kommentierte am 26.06.2017 um 07:17
Zwei Pferde stehen in der Nähe der Heuraufe. Das eine Pferd schießt nach vorne, um das andere Pferd von der Heuraufe zu verscheuchen. Damit stürzt das "gejagte" Pferd ziemlich arg und verletzt sich. Die linke Hinterhand kann durch das verletzte Pferd nicht mehr belastet werden. Der gerufene Tierarzt prüft, röngt und weist das Tier dann in eine Pferdeklinik ein, weil die Verletzung nicht zweifelsfrei geklärt werden kann. In der Klinik werden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen und auch ein mehrtägiger Klinikaufenthalt ist notwendig.
Das "jagende" Pferd ist bei der Uelzener versichert. Kommt die Haftpflicht auch für diesen "Unfall" auf?! Das heißt werden alle Kosten der Geschädigten übernommen?! (Tierarzt und Klinik)
Der Unfallhergang wurde durch mehrere Miteinstaller zusätzlich beobachtet, so dass sich genau sagen lässt, welches Pferd das verletzte Pferd gejagt hat.
Das Redaktionsteam kommentierte am 26.06.2017 um 09:40
vielen Dank für die ausführliche Schilderung. Wir hoffen dem verletzten Pferd geht es wieder besser.
Eine konkrete Prüfung des Falls können wir hier leider nicht gewährleisten. Wir bitten Sie darum den „normalen“ Weg zu gehen und die Schadenmeldung an info@uelzener.de zu senden, am besten mit Nennung der Versicherungsscheinnummer oder weiterer Daten zum Versicherungsnehmer. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
I. Behrends kommentierte am 26.06.2017 um 20:34
Eines meiner pferde hat ein weidezelt beschädigt. Ist mit dem Halfter dran hängen geblieben und hat es umgeworfen. Das Pferd ist bei ihnen versichert. Wie sieht die Haftung aus?
Das Redaktionsteam kommentierte am 27.06.2017 um 15:05
Hallo Herr/Frau Behrends,
das hört sich nach einem „klassischen“ Leistungsfall an. Der Fall müsste allerdings noch einmal genau geprüft werden. Am besten melden Sie den Schaden direkt bei unserer Zentrale.
Hannah Killian kommentierte am 28.06.2017 um 21:12
unsere Pferde dürfen - nach einer angeblichen "Koppel-Rauferei" mit einem Neuling - nicht mehr mit den anderen Pferden auf die Koppel. Unsere Bitte, für unsere Pferde doch dann einen Teil der Koppel mittels E-Zaun abzutrennen, wurde abgelehnt. Unsere Pferde stehen nun auf allein auf einem Paddock - ohne Schatten und ohne direkten Kontakt zu Artgenossen. Die Pferde leiden sichtlich unter diesem Zustand - hierauf haben wir den Stallbesitzer bereits mehrfach per SMS aufmerksam gemacht. Begründet wurde dies damit, dass "wer sich als Pferd nicht benehmen kann, eben aus dem Herdenverband fliegt..." (O-Ton Stallbesitzer). Unser Einstellervertrag ist bereits fristgerecht zum 1.8.2017 gekündigt - jedoch würden wir aufgrund der dargestellten nicht pferdegerechten Änderung der Einstellungsbedingungen den bestehenden Vertrag - zum Wohl unserer Pferde - gerne fristlos kündigen. Besteht hier ein Sonderkündigungsrecht?
Für Ihre Mühe besten Dank und freundliche Grüße!
Das Redaktionsteam kommentierte am 29.06.2017 um 11:26
Sehr geehrte Frau Killian,
vielen Dank für Ihre Frage. Leider erfordert es hier einer juristischen Antwort.
Gern können Sie sich mit unserer Rechtsschutz-Abteilung telefonisch unter 0581 8070-0 in Verbindung setzen.
Unsere Kollegen werden sich dann mit Ihrem Fall auseinandersetzen.
Yvonne kommentierte am 01.07.2017 um 00:21
Liebes Redaktionsteam, mein Pferd ist an einer Eibenvergiftung auf der Wiese verstorben. Er stand dort in Vollpension. Mir war nicht bekannt,dass am Rand der Wiese eine Eibe wächst, die nicht ausreichend zurückgeschnitten war (es handelt sich um einen kleinen Baum am Rand einer großen Wiese, von dem die Stallbetreiber aber Kenntnis hatten). Noch dazu hatten es die Stallbetreiber versäumt, das Stromgerät aufzuladen (!), sodass mein Pferd ungehindert fressen konnte und an den Folgen verstorben ist. Haftet hierfür die Versicherung des Stallbetreibers, obwohl es sich um ein derart fahrlässiges Verhalten handelt? Sie wollen mir die 50%ige Tiergefahr anlasten!? Vielen Dank für Ihre Mühe, Yvonne.
Das Redaktionsteam kommentierte am 04.07.2017 um 13:14
Liebe Yvonne, was wir hier hören, tut uns furchtbar leid. Unser Mitgefühl lässt sich gar nicht in die richtigen Worte fassen.
Für uns hört sich das nach Fahrlässigkeit an, denn der Stallbetreiber hat eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir vom Redaktionsteam keine verbindliche Beratung vornehmen können. Unser Tipp: holen Sie sich am besten anwaltlichen Rat. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Iris kommentierte am 02.08.2017 um 15:03
Hallo, sind Pferd nachts auf der Koppel eigentlich auch versichert? Viele Stallbetreiber scheuen aus versicherungsrechtlichen Gründen die Möglichkeit. Leider habe ich dazu noch nirgends was gefunden...
Das Redaktionsteam kommentierte am 03.08.2017 um 08:14
Liebe Iris, solange in den Bedingungen nichts Gegenteiliges steht, genießen die Pferde auch nachts auf der Weide Versicherungsschutz :)
S. kommentierte am 11.08.2017 um 22:18
Hallo liebes Uelzener Team
Meine Stute stand ca. zwei Monate mit noch 6 anderen Stuten nachts auf der Koppel. Meine Stute fing an plötzlich ein paar Stuten zu besteigen.dies habe ich auch gesehen.meine Stute wurde bereits vom Arzt untersucht und hat wahrscheinlich Zysten an den Eierstöcken,was so ein Verhalten hervorrufen kann. Nun wurde eine der bestiegenen Stuten hinten an der fessel verletzt.der unfall wurde nicht gesehen, jedoch wird davon ausgegangen, das meine Stute die Verletzung der anderen Stute zugetragen hat (nach dem besteigen abgerutscht).die wunde hat sich bereits entzündet und evtl muss diese Stute in die Klinik um über die venen Antibiotika verbreicht zu bekommen
Wie sieht es da mit der Haftung aus?
Das Redaktionsteam kommentierte am 15.08.2017 um 09:10
Hallo S., auch wenn aufgrund der vergangenen Erfahrungen Ihr Pferd stark im Verdacht steht, die Verletzung bei der anderen Stute hervorgerufen zu haben, wird im Normalfall ohne einen konkreten Zeugen die Forderung zurückgewiesen. Hierzu gibt es bereits allerhand Gerichtsurteile, zum Beispiel: LG Lübeck 14 S 178/07, LG Duisburg 10 O 93/07, OLG Köln 18 U 98/13, AG Regensburg 11 C 692/13, oder OLG Frankfurt 14 U 14/15 (und noch einige mehr…). Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Claudia kommentierte am 15.08.2017 um 18:59
Hallo liebes Uelzener Team,
wie verhält es sich wenn 2 Pferde gemeinsam auf einer Koppel stehen, Pferdebesitzerin A möchte ihr Pferd A von der Koppel holen. Pferd B trängt sich dazwischen und schlägt nach Pferdebesitzerin A und trifft diese mit dem Hinterhuf am Unterarm (gebrochen). Muss hier die Versicherung von Pferd B zahlen? Oder trifft Pferdebesitzerin A eine Mitschuld?
Das Redaktionsteam kommentierte am 16.08.2017 um 11:52
Liebe Claudia, ganz pauschal kann man das leider nicht beantworten, auch wenn sich der Sachverhalt zunächst einfach anhört. Grundsätzlich ist die Pferdebesitzerin von Pferd B für einen solchen Schaden haftbar zu machen. Ob es ein Mitverschulden der Pferdebesitzerin A gibt, muss im Einzelfall entschieden werden. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Milena kommentierte am 18.08.2017 um 14:26
mein Pferd steht mit nur einem weiteren Pferd auf der Koppel. Mein Pferd kam mit sehr schweren Verletzungen von der Koppel und musste anschließend auch in die Klinik. es ist klar, dass es nur ein Pferd sein kann, welches mein Pferd so "hingerichtet" hat. Allerdings hat es niemand beobachtet wie es passiert ist. Gilt hierbei dann die Regelung, bei der jeder Pferdehalter 50% der Schäden trägt?
Das Redaktionsteam kommentierte am 23.08.2017 um 10:27
Hallo Milena, wir hoffen, Ihr Pferd konnte sich mittlerweile von seinen Verletzungen erholen? Wenn eine Selbstverletzung ausgeschlossen werden kann und klar ist, dass die Verletzungen durch ein/das andere Pferd verursacht wurden, dann greift wahrscheinlich die 50% Entschädigung. Aber ohne z. B. ein Gutachten kann man leider keine verbindliche Aussage treffen, da muss jeder Fall individuell geprüft werden. Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Peter Struwel kommentierte am 25.08.2017 um 13:50
in unserem Fall hat eine Stute friedlich grasend in ca 2-4 Meter Abstand zum Hinterteil einer anderen gestanden.Zur Zeit der Koppelabholung bewegte sich das vordere Pferd unvermittelt rückwärts auf das grasende Pferd zu, trat plötzlich aus und erwischte das hintere Pferd am Schädel. Die Pferde stehen schon seit Jahren, ohne Zwischenfälle zusammen auf der ausreichend großen Koppel. Wie sieht die Haftungsverteilung aus, bzw. schreiben Sie in Ihrem eingehenden Kommentar:"Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann, dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist, so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt.Dies ist z.B. der Fall,wenn ein Pferd aus Übermut oder Freude nach hinten ausschlägt." Es gab Zeugen und die verletzte Stute hatte keine Reize gesetzt, die zu dem übermütigen Verhalten des anderen geführt haben könnten. Gibt es zu diesem Fall des "Übermut oder Freude" eine Rechtsprechung? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, viele Grüße, Peter
Gabi kommentierte am 27.08.2017 um 01:08
Hallo was ist wenn sich ein Pferd am Zaun verletzt und der Fuß genäht werden muss in Standnarkose und gespühlt ect. hat wieder einmal keiner gesehen und war auch niemand übernimmt das meine OP Premium oder Haftpflicht oder Weiderisiko ?
Das Redaktionsteam kommentierte am 30.08.2017 um 10:38
Hallo Peter, Danke für die ausführliche Schilderung. Wir hoffen, dass es Ihrer Stute besser geht. Generell gilt, wenn mehrere Pferde gemeinsam auf einer umzäunten Weide laufen, mehrere Tiergefahren aufeinander treffen. Jedes Pferd birgt die Gefahr des unberechenbaren tierischen Verhaltens in sich. Wenn es bei Pferden, die sich außerhalb der unmittelbaren Kontrolle des Menschen befinden, zu artgerechten Rangordnungskämpfen oder Aggressionen kommt, oder wenn ein Pferd die von einem anderen Pferd beanspruchte Individualdistanz unterschreitet, so ist die "Verschuldensfrage" nicht zu beantworten. Jeder Pferdehalter muss sich der Gefahr bewusst sein, dass sein Pferd bei Gruppenhaltung verletzt werden kann oder es andere Pferde verletzen kann. Aufgrund der von seinem Pferd ausgehenden Tiergefahr wird dem Eigentümer 50 % des Gesamtschadens auferlegt. In dem geschilderten Fall ist davon auszugehen, dass das schlagende Pferd auf das andere reagiert hat, weil sich dieses zu dicht (Individualbereich) hinter dem Pferd aufgehalten hat. Schöne Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Das Redaktionsteam kommentierte am 30.08.2017 um 10:40
Hallo Gabi, wenn der Zaun nicht in Ordnung war, steht der Tierhüter bzw. dessen Haftpflicht-Versicherung in der Haftung. Die OP-Versicherung greift bei unfallbedingter Wundnaht an einem stehend sedierten Pferd (Standnarkose). Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener
Peter Struwel kommentierte am 17.09.2017 um 16:38
zunächst vielen Dank für Ihre Kommentierung meines Schadenfalls.
Wobei mich Ihre Antwort allerdings etwas stutzig macht. Sie schreiben doch: "Nur wenn beobachtet wurde und bewiesen werden kann (bei uns der Fall), dass das geschädigte Pferd zweifelsfrei und ohne Grund verletzt worden ist (bei uns der Fall), so wird der Schaden zu 100 Prozent dem Besitzer des angreifenden Pferdes zur Last gelegt."
Das austretende Pferd näherte sich rückwärts dem geschädigten, sodass es selbst den "Individualraum" reduzierte und, wie Sie es selbst beschreiben, ein "Angreifer" war, .
Welchen realistischen Beweis sollte man noch beibringen?
Über eine Antwort würde ich mich erneut freuen,
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.09.2017 um 08:04
vielen Dank für Ihre Rückfrage. Bitte beachten Sie, dass wir grundsätzlich nur eine Einschätzung zu den geschilderten Sachverhältnissen geben und jeder Fall natürlich mit all seinen Details individuell beurteilt werden muss.
Generell ist ein Abstand von 2 - 4 Meter bei Pferden sehr nah. Allein der Schlagradius liegt bei einem Pferd bei 1,5 bis 2,5 Metern (je nach Größe der Tiere). Die Individualdistanz ist bei jedem Pferd und der Position in der Rangordnung unterschiedlich. Manche dulden den Herdenpartner sehr dicht (sogar bis zur Berührung), andere hingegen vertreiben den Herdenpartner bereits bei 10 Metern Abstand.
In dem hier vorliegenden Fall muss man davon ausgehen, dass das Pferd gezielt auf das andere losgegangen ist. Es hat auf das dahinter grasende Pferd reagiert. Hier ist davon auszugehen, dass ein typisches Beispiel für die Nichteinhaltung der erforderlichen Individualdistanz vorliegt, sodass dem Eigentümer 50 % des Gesamtschadens auferlegt wird.
Claudia kommentierte am 21.09.2017 um 10:54
Liebe Uelzener,
Der Zaun besteht aus einer Litze, zt nur kniehoch. Die Pferde brechen aus. Wer haftet? Stallbetreiber oder auch ich als Eigentümer, zumal mir der Zustand bekannt war?
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.09.2017 um 11:16
vielen Dank für Ihre Frage. Grundsätzlich gilt: Verschuldenshaftung geht vor Gefährdungshaftung. Ist der Ausbruch des Pferdes auf ein Verschulden des Tierhüters zurückzuführen, so haftet dieser gegenüber den Dritten.
Ein nur Kniehoher Zaun ist nicht hütesicher. Daher würde in Ihrem geschilderten Fall der Tierhüter haften.
Michelle kommentierte am 05.11.2017 um 18:40
mein Pferd ist Nachts aus ihrer Box ausgebrochen und hat 2 Decken zerstört unf etliche Kleinteile. Die beiden Pferdebesitzer wollen die Decken ersetzt haben. Pferd ist Haftpflicht versichert. Gilt dies auch, weil das Pferd ausgebrochen ist. Viele Grüße
Das Redaktionsteam kommentierte am 07.11.2017 um 07:28
vielen Dank für Ihre Frage und die Schilderung des Falles.
Obwohl das Pferd ausgebrochen ist, handelt es sich anhand Ihrer Darstellung um einen regulierungspflichtigen Schadenfall. Sollten Sie bei der Uelzener versichert sein, können Sie diesen gern melden.
Matthias kommentierte am 08.11.2017 um 20:21
Hallo, unser Pferd stand eingestellt in einem Offenstall auf der Weide, also Fremdeingestellt als Zustellpferd. Dabei sind vor 2 Wochen alle Pferde auf dieser Koppel durch eine Eibevergiftung gestorben. Die beiden Pferde der Weidebesitzerin und das unsere. Da es auf dieser Koppel keine Eibe gab ist Fremdverschulden nicht auszuschließen. Wenn kein Täter festgestellt werden kann greift dan in diesem Fall die Weideversicherung der Weidebesitzerin? LG Matthias
Das Redaktionsteam kommentierte am 09.11.2017 um 08:21
vielen Dank für Ihren Kommentar. Zuerst einmal möchten wir Ihnen unser Beileid zum Verlust Ihres Pferdes aussprechen.
In einem solchen Fall, wie von Ihnen geschildert, gilt das Verschuldensprinzip. Wenn keinem Dritten ein Verschulden oder ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflichten nachgewiesen werden kann, kann leider niemand haftbar gemacht werden.
Jana kommentierte am 29.11.2017 um 22:34
mein Wallach stand normal im Laufstall mit weiteren bekannten Pferden. Es entstand eine spielerische Rangelei, er wurde von einer Stute am rechten Vorderfuss getreten. Das wurde beobachtet. Er lahmte leicht, hatte eine leichte Schwellung und wurde tierärztlich auf Bänderzerrung behandelt. Ich habe keine Schadensmeldung von dem Stutenhalter eingefordert, da ich die Versicherung nicht belasten wollte. Nun ist der Vorfall 8 Wochen her, das Lahmen ist in den letzten beiden Wochen stärker geworden und es besteht seitens der Tierärztin der Verdacht auf einen Gelenkchip und sie würde ihn gern in die Klinik überweisen. Kann ich nach so langer Zeit noch einen Schadensanspruch an den Stutenhalter stellen? Auch auf die vorangegeangenen Behandlungskosten?
Besorgte Grüße Jana
Das Redaktionsteam kommentierte am 30.11.2017 um 10:48
vielen Dank für Ihre Nachricht. Zuerst einmal wünschen wir Ihrem Pferd gute Besserung und eine schnelle Genesung.
Sie können auch jetzt noch die Forderungen stellen, sofern nachweisbar ist, dass die jetzigen Beschwerden Ihres Pferdes von dem Schadenereignis stammen.
Die Haftungsquote wird in diesem Fall bei 50 % liegen. Aufgrund der spielerischen Auseinandersetzung wird Ihnen die von Ihrem Pferd ausgehende Tiergefahr und somit die Hälfte des Schadens auferlegt.
Lisa kommentierte am 04.12.2017 um 11:15
ich habe zwei Pferde, die nachts zusammen auf einem recht kleinen Paddock mit einem Unterstand stehen (tagsüber in der Herde auf der Weide). Ich habe gelesen, dass wenn sich meine Pferde gegenseitig verletzen die Haftpflicht meiner beiden Pferde (jeweils bei der selben Versicherung) nicht greift, weil in jedem Fall ich der Geschädigte bin und kein Dritter. Stimmt das? Dann ist es nicht besonders schlau seine eigenen Pferde zusammen zu stellen!?
Anna kommentierte am 17.12.2017 um 18:01
mein Pferd kam von der Weide aufs Paddock und hatte einen Riss über dem Auge, der genäht werden musste. Es war nicht ersichtlich, wie der Riss entstanden ist, weder wurde beobachtet, dass ein anderes Pferd getreten/gebissen hat, noch wurden scharfkantige Gegenstände entdeckt.
Meine Frage: zahle ich die Tierarztkosten für Standnarkose und klammern der Wunde einschl. Nachbehandlung und Klammern ziehen oder werden die Kosten von meiner Versicherung übernommen. Ich habe die Pferdeversicherung mit dem Versicherungsumfang premium.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.12.2017 um 15:03
ja, das ist leider richtig. Solange man sichergehen kann, dass die Gefahr von einem Ihrer zwei Pferde ausgegangen ist, kann kein Versicherungsschutz gewährt werden.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.12.2017 um 15:13
Es kommt ganz darauf an, ob Sie eine OP- oder eine Krankenversicherung bei uns abgeschlossen haben und ob es sich um eine Vorerkrankung handelt. Ansonsten sind die Kosten in unserer Krankenversicherung bedingungsgemäß mitversichert. :-)
Viele Grüße, Ihr Redaktionsteam der Uelzener
Gela kommentierte am 03.01.2018 um 10:18
ich habe eine Frage. Ich habe ein Reitbeteiligung welche nun von meinem Pferd gefallen ist und sich das Bein gebrochen hat. Sie ist mit dem Pferd durch die Halle geritten welches aufeinmal gescheut und angefangen hat zu buckeln. Das Pferd ist bei euch Haftpflicht versichert sowie die Reiterunfallversicherung. Reitbeteiligung ist bei euch gemeldet.
Wer kommt nun hier für den Schaden auf?
Das Redaktionsteam kommentierte am 04.01.2018 um 07:54
vielen Dank für Ihre Rückfrage zu unserem Blogbeitrag.
So wie Sie den Vorfall schildern, greift Ihre Versicherung - bitte melden Sie bei uns einen Schaden. Sowohl für Ihre Reiterunfallversicherung, als auch für die Haftpflicht.
Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie unter www.uelzener.de/unternehmen/tipps-im-leistungsfall.
Veronika kommentierte am 19.01.2018 um 10:26
Hallo, ich hätte eine - theoretische - Frage:
Wer haftet, wenn die Pferde auf der Weide in Panik versetzt werden (z.B. wenn ein Jäger in der Nähe einen Schuss abgibt) und daher durch den Zaun gehen?
Hat die Person (in dem Fall der Jäger) nicht auch Teilschuld, da er wissen müsste, dass Pferde Fluchttiere sind?
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.01.2018 um 14:04
vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Frage zu unserem Beitrag.
Wenn es nachgewiesen werden kann, dass ein Dritter (in Ihrem Fall der Jäger) die Pferde in Panik versetzt hat und die Person dieses zudem fahrlässig verursacht hat, so ist er für den Ausbruch der Pferde haftbar zu machen.
Nicki kommentierte am 19.01.2018 um 20:38
Wie sieht das aus wenn ein Pferd getreten wurde und ganz offensichtlich ein Pferd mit Eisen getreten haben muss ( auch durch Tierarzt bestätigt ) und nur ein Pferd auf der Weide auf der Hinterland beschlagen ist?
Kommt die haft.vers. auch dafür auf?
Das Redaktionsteam kommentierte am 22.01.2018 um 08:27
Wenn eindeutig nachweisbar ist, dass das Pferd durch das eisenbeschlagene Pferd verletzt wurde, so muss dessen Haftpflicht-Versicherung hierfür aufkommen.
Marina kommentierte am 31.01.2018 um 11:30
Hallo, folgender Fall hat sich gerade bei uns ereignet:
Über die Boxenwand hat sich mein Pferd mit dem Boxennachbar am Kopf gekabbelt. Beide Pferde hatten ihre Halfter auf. Dabei hat sich das Nachbarpferd stark am Auge verletzt und muss nun behandelt werden. Übernimmt meine Versicherung dann die Tierarztkosten, da mein Pferd ja die Verletzung verursacht hat? Haben wir auch gesehen.
Ayshe kommentierte am 21.02.2018 um 20:11
Liebes Uelzener-Team!
Haftet in den folgenden Fällen eine Tierhalterhaftpflicht, die das Weiderisiko mit einschließt, oder muss der Stallbesitzer haften?
1. Pferde brechen aus der Weide aus, weil der Zaun schadhaft war oder das Weidetor offen stand und verursachen einen Autounfall
2. Pferde brechen in Panik durch einen ordnungsgemäßen Weidezaun und verursachen einen Autounfall
Bettina kommentierte am 14.03.2018 um 10:21
das Pferd steht in einem Pensionsbetrieb und wird vom Stallbetreiber nach dem Weidegang - in der Herde freilaufend - in den Stall gelassen und verletzt sich dabei schwer. Wer haftet für den entstandenen Schaden und welchen Versicherungsschutz müsste der Stallbetreiber haben um eine Haftung durch die Versicherung abgedeckt zu haben?
Das Redaktionsteam kommentierte am 22.03.2018 um 14:47
sofern der Stallbesitzer den Schadenfall verursacht hat, haftet er nach §834 BGB im Rahmen des Tierhüters aus Verschulden. Sollte er also das Tor offen gelassen haben, oder den Zaun nicht auf Schäden kontrolliert haben, ist er in der Haftung für einen eventuellen Schaden.
Sollten die Pferde aus einer ordnungsgemäß eingezäunten Weide ausbrechen (Der Zaun ist im Gegensatz zum ersten Beispiel nicht defekt und das Tor ordentlich geschlossen) haftet der jeweilige Halter des Pferdes, welches den Schaden verursacht hat. Wenn mehrere Pferde ausbrechen und einen Schadenfall verursachen, wird der Schaden unter den Haltern bzw. den Versicherern der beteiligten Pferde aufgeteilt.
für den geschilderten Fall besteht prinzipiell Versicherungsschutz. Da sich aber bei Pferde "gekabbelt" haben, muss sich der Besitzer des geschädigten Pferdes jedoch die Tiergefahr haftungsmindernd anrechnen lassen. Das bedeutet, dass der Besitzer des geschädigten Pferdes einen Teil der Schadensumme selbst tragen muss, da sich sein Pferd in diesem Beispiel genauso an der "Kabbelei" beteiligt hat.
Das Redaktionsteam kommentierte am 22.03.2018 um 14:49
Bei dem geschilderten Fall kommt es darauf an, ob die Verletzung vom Stallbetreiber durch Unterlassung oder Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht verursacht wurde. In diesem Fall würde der Stallbetreiber in der Verantwortung stehen und müsste für den Schaden am eingestellten Pferd aufkommen. Bei Selbstverletzung des Pferdes haftet der Tierhalter selbst.
katharina kommentierte am 31.03.2018 um 13:33
mein Pferd steht mit 3 weiteren Pferden auf der Koppel...nun habe ich von der einen Besitzerin die Nachricht bekommen, dass sie gesehen hätte, wie mein Pferd in die neue Decke ihres eigenen Pferd gebissen hätte. Die Decke hat jetzt ein mittelgroßes(eher kleineres) Loch. würde die Versicherung die Kosten für eine neue Decke tragen?
Meli kommentierte am 17.04.2018 um 14:25
unsere Pferde haben auf der Weide ein Wasserfass stehen. Als ich gestern nach der Arbeit im Stall angekommen bin, habe ich schon von weiten gesehen, dass das Wasserfass hochkannt aufs Tränkebecken gekippt war.Das Tränkebecken ist dadurch kaputt gegangen. Wie es genau passiert ist hat leider keine gesehen. Jedoch fand man die Fressbremse von meiner Stute zerstört neben dem Tränkebecken.
Haftet hier meine Haftpflichtversicherung von meiner Stute oder muss ich hier selber für den Schaden aufkommen bzw. der Stallbetreiber?
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.04.2018 um 09:15
da in Ihrem geschilderten Fall keine mitwirkende Tiergefahr eines weiteren Pferdes erkennbar ist und man Ihr Pferd eindeutig als „Verursacher“ identifizieren kann, würden wir als Haftpflichtversicherer den Schaden in voller Höhe bezahlen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.04.2018 um 09:48
sofern nur Ihre Pferde auf der Weide stehen, gibt es auch keine andere plausible Erklärung, als dass der Schaden auch von Ihren Pferden verursacht wurde. Sollte dies der Fall sein, sind Sie in der Haftung und somit würde Versicherungsschutz bestehen.
Sollten auch fremde Pferde zusammen mit Ihren Pferden auf der Weide stehen, müsste geprüft werden, ob die zerstörte Fressbremse Ihrer Stute als Indiz für eine Schadenverursachung ausreicht. Eine pauschale Antwort ist bei dieser Konstellation leider nicht möglich.
Detlef kommentierte am 19.04.2018 um 19:33
Hallo, unser Pferd hat sich ohne Fremdeinwirkung auf der Weide an einen Draht so verletzt, das es eingeschläfert werden mußte. Unser Pferd stand in einem Stahl mit Einstellungsvertrag ohne Einschränkung. Nicht das Seelische Schmerz groß für meine Tochter ist aber wer trägt den Schaden, Klinikkosten und Wert des Pferdes ??
Das Redaktionsteam kommentierte am 20.04.2018 um 13:13
zuerst einmal möchten wir Ihnen unser Beileid zum Verlust Ihres Pferdes aussprechen.
Wenn die Weide nicht verkehrssicher war, muss der Weidebesitzer haften. Sie müssen hier beweisen, dass die Weide nicht ordnungsgemäß ist, z.B. weil ein Draht hervorstand oder der Zaun defekt war, wodurch ein höheres Verletzungsrisiko entstanden ist.
War der Zaun in Ordnung liegt leider ein schicksalhaftes Geschehen vor, wofür niemand haftbar gemacht werden kann.
Handelt es sich nicht um einen „Zaununfall“, ist zu prüfen, ob der Weidebesitzer den Draht, der nicht auf eine Pferdeweide gehört, entdecken und beseitigen konnte. Hier gibt Kontrollpflichten für den Weidebesitzer.
Manuela kommentierte am 23.04.2018 um 20:53
wir haben einen gut eingezäunten Paddock. Leider klettert das Enkelkind (ca.3-4 J) der Nachbarin immer wieder hindurch, um die Pferde zu streicheln. Wir haben unsere Nachbarin mehrfach auf die Gefahr hingewiesen und den Zutritt verboten. Leider ohne Erfolg.
Wer haftet, wenn dem Kind etwas passiert?
Tina H. kommentierte am 25.04.2018 um 22:06
Hallo unsere zwei Pferde stehen in einem Offenstall. Bei der morgendlichen Raufutterfütterung soll eines meiner Pferde die ganz kleine Tochter (ich glaube um die zwei Jahre alt) der Stallbetreiberin umgeschubst und verletzt haben, nachdem die kleine direkt hinter dem Pferd gestanden hat. Das Pferd ist Gott sei Dank sofort stehen geblieben nachdem es die kleine bemerkt hat, dennoch kam es zu Verletzungen, nachdem die kleine hingefallen ist und sie musste ärztlich behandelt werden. Wie verhält es sich hier mit der Versicherung?
Das Redaktionsteam kommentierte am 27.04.2018 um 10:16
trotz des fahrlässigen Verhaltens Ihrer Nachbarin, sind Sie als Tierhalterin, in der Haftung. Sollte es zu einem Schadenfall kommen, bestünde Versicherungsschutz im Rahmen der Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung.
Allerdings gilt es zu beachten, dass der Versicherer, aufgrund des fahrlässigen Verhaltens Ihrer Nachbarin, den Fall auf ein anspruchminderndes oder gar anspruchvernichtendes Eigenverschulden prüft. Dies bedeutet, dass Ihre Nachbarin anteilig selbst haften muss bzw. bei einem überwiegendem Eigenverschulden, die komplette Haftung übernehmen muss.
Das Redaktionsteam kommentierte am 27.04.2018 um 10:29
in diesem Fall sind Sie als Pferdehalterin grundsätzlich in der Haftung und Ihre Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung eintrittspflichtig, sodass Versicherungsschutz besteht.
Da ein zweijähriges Kind selbst nicht verschuldensfähig ist, prüft der Versicherer eine eventuelle Aufsichtspflichtverletzung der Erziehungsberechtigten. Sollte eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden können und somit ein Verschulden der Erziehungsberechtigten festgestellt werden, könnte sich dies anspruchmindernd auswirken, sodass Sie nicht in der vollen Haftung sind.
Sarah kommentierte am 31.05.2018 um 13:49
wir haben seit 10 Jahren 1,5 Hektar Land mit kleinen Stall für den Eigenbedarf gepachtet und planen kurzfristig zwei Einsteller dazu zu nehmen. Nun fragen wir uns, ob dies einen erweiterten Versicherungsschutz bedarf. Wir beabsichtigen bisher nicht, Einstellerverträge dgl. zu schließen, sondern als eine Art Haltergemeinschaft zu agieren. Die Einstellungskosten pro Tier decken in Summe lediglich die Pacht und Nebenkosten sowie die Versorgung der Tiere. Gewinne werden nicht erzielt. Im Internet sind wir auf die Stichworte Betriebs- und Tierhüteversicherung gestoßen, sind jedoch verunsichert, ob dies auf uns zutrifft. Unsere drei Pferde als auch die der potentiellen neuen Einsteller sind alle Privathaftpflicht versichert.
Viele Grüße aus Sarah
Marlen H. kommentierte am 07.06.2018 um 09:28
Guteb Tag.
Wir stehen in den Stallungen eines Reitvereins in Selbstversorgung. Der Reitverein fordert nun, dass wir beim Weidegang unserer Pferde auf der Anlage anwesend sind. Das wäre aus versicherungsgründen so. Stimmt das?
Das Redaktionsteam kommentierte am 07.06.2018 um 09:42
eine gesonderte Absicherung ist hier nicht erforderlich. Das gegenseitige private "Hüter-Risiko" ist bereits über die jeweiligen Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherungen der Pferdebesitzer (SIe natürlich eingeschlossen) abgesichert.
Marlen H. kommentierte am 07.06.2018 um 20:59
Evelyn kommentierte am 12.06.2018 um 20:10
gilt meine Tochter, welche mittlerweile einen eigenen Haushalt führt, als Fremdreiter und oder Pferdeführer und ist somit über meine Pferdehaftpflichversicherung abgesichert falls ihr etwas passiert? Oder muss sie dafür auch verheiratet sein, wie ich vor einiger Zeit mal gehört habe?
Das Redaktionsteam kommentierte am 13.06.2018 um 08:30
sofern mehrer Pferde von verschiedenen Besitzern auf einer Weide stehen, lässt sich im Schadenfall schwer nachweisen, welches Pferd diesen Schaden verursacht hat. In solchen Fällen einigen sich die Versicherer der jeweiligen Pferde oft untereinander und teilen den Schaden auf. Sie als Pferdesbesitzer oder auch der Reitverein, bekommen von diesem Prozedere i.d.R. nichts mit.
Weshalb eine anwesend von Ihnen als notwendig erachtet wird, ist uns auch schleierhaft, dies sollte Ihnen am besten der Versicherer Ihres Reitvereins einmal erklären, da wir leider auch nicht wissen was der Reitverein genau versichert hat.
Freundliche Grüße, das Redaktionsteam der Uelzener.
Das Redaktionsteam kommentierte am 13.06.2018 um 08:32
Ihre Tochter ist als Fremd- bzw. Gastreiter über die Pferdehalter-Haftpflicht mitversichert.
Eva kommentierte am 27.06.2018 um 08:04
in unsere Gruppenhaltung im Offenstall sollen 2 neue Pferde integriert werden. Die Stallbetreuerin hat ihnen leider empfohlen beschlagen zu kommen, da man bei uns nicht so schnell einen Schmiedtermin bekäme. Ich habe sie gebeten die Eisen hinten zu entfernen, um das Verletzungsrisiko zu verringern. Das ist nicht passiert, unter Berufung auf die Empfehlung.
Wer zahlt die Tierarztkosten? Die Aufsicht beim Zusammenbringen ist nur lückenhaft, nachts der Zaun zwischen den Gruppen nur eine Litze, nicht ausreichend unter Strom...erste Prügeleien mit Schrammen haben bereits stattgefunden. Für mich ist es auch eine Frage des Tierschutzes. Vermeidbare Schäden werden hier bewusst in Kauf genommen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 28.06.2018 um 08:27
hier muss an den Stallinhaber / Pensionsgeber heran getreten werden. Dieser ist schriftlich über die Missstände zu informieren. Tritt dann ein Schaden ein, kann er in Regress genommen werden.
Wenn festgestellt werden kann, welches der Pferde einen Schaden verursacht hat, ist auch der entsprechende Tierhalter haftbar.
Claudia kommentierte am 07.08.2018 um 09:16
mein Pferd wurde auf dem Reitplatz von einem anderen Pferd getreten.Die Besitzerin hat ihre Stute longiert und ich wollte ebenfalls zum longieren auf den Reitplatz.Das hat bis dahin immer prima geklappt, der Reitplatz ist ja groß genug. Als ich diesmal mein Pferd auf den Reitplatz führte hat sich die schon auf dem Reitplatz befindliche Stute vor einem vorbeifahrenden Motorrad erschreckt und beim Auskleilen mein Pferd am Bein verletzt. Sie sieht es in so einem Fall mit der Haftung aus?
Freudliche Grüße Claudia
Das Redaktionsteam kommentierte am 08.08.2018 um 11:25
in diesem Fall kommt es darauf an, wie das getroffene Pferd an dem ausschlagenden vorbeigeführt wurde. Grundsätzlich steht das ausschlagende Pferd in der Haftung. Wenn kein ausreichender Sicherheitsabstand von dem Halter des geschädigten Pferdes eingehalten wurde, muss ein Mitverschulden angerechnet werden.
Claudia kommentierte am 08.08.2018 um 12:58
Was heißt denn ausreichender Sicherheitsabstand? Gibt es da ein Mindestmaß?
Das Redaktionsteam kommentierte am 09.08.2018 um 09:30
grundsätzlich ist zu einem Pferd eine Pferdelänge Abstand zu halten. Je nach Größe des Pferdes sind dieses zwischen 1,5 bis 2,5 Meter.
Misa kommentierte am 23.08.2018 um 15:25
Hallo, wer ist denn hier mit "Pferdebesitzer" gemeint - der Eigentümer oder der Stallbetreiber, in dessen Besitz sich ja das Pferd durch das Einstellen befindet?
Das Redaktionsteam kommentierte am 24.08.2018 um 11:34
der Stallinhaber wird nicht Besitzer des Pferdes, das bei ihm eingestellt wird. Wenn er ein Pferd in Obhut, also in Pension nimmt, wird er Tierhüter. Der Pferdebesitzer ist weiterhin der Eigentümer des Pferdes.
Silvia kommentierte am 04.09.2018 um 08:50
Hallo liebes Team der Uelzener,
ist es realistisch, dass eine Tierhalterhaftpflichtversicherung bei einem Weideschaden von zwei zusammenstehenden Pferden die Schadenregulierung ablehnt, wenn die Tierhalter wussten, dass die Pferde sich ab und zu kabbeln bzw wild spielen?
Beide Pferde haben sich gebissen und getreten, beobachtet wurde es nicht direkt. das eine pferd hat kleine bissverletzungen, das andere musste genähnt und geröngt werden.
ist in einem solchen fall auch die 50 % üblich? oder kann eine der beiden versicherungen die haftung vollständig ablehnen? sind gelegentliche rangordnungskabbeleien ein grund die haftung komplett auszuschliessen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 04.09.2018 um 11:57
wir würden in diesem Fall die 50 % Regelung anwenden, können aber leider nicht pauschal sagen, ob dies andere Versicherer genauso handhaben.
Sylvia kommentierte am 17.09.2018 um 10:33
wir haben 5 pferde, die täglich auf die weide kommen....
- eingezäunt 3 litzen mit strom (batterie) . wie vehält es sich, wenn die batterie ausfällt bzw. kein strom mehr da ist und die pferde gehen durch den zaun?
- gibt es da unterschiede zwischen "Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung" und "Mehrpferde-Haftpflicht-Versicherung" oder ist die leistung bei beiden gleich?
Julia kommentierte am 18.09.2018 um 09:54
Hallo liebes Team Uelzener,
eine Einstellerin bei uns im Stall hat ihr Pferd ohne vorherige Absprache mit uns oder der Stallbetreiberin und ohne vorherige Eingewöhnung in unsere Offenstallherde gebracht. Ihr Pferd stand vorher 2 Wochen ohne Auslauf oder Bewegung in der Box und war daher auch ziemlich aufgeregt und hat meine Stute bedrängt, die dem anderen Pferd dann gedroht hat. Infolge dessen hat das Pferd ausgeschlagen und meiner Stute das Griffelbein gebrochen. Kommt in einem solchen Fall ebenfalls die 50% Regelung zum Tragen oder muss die Besitzerin des anderen Pferdes bzw. deren Versicherung komplett für den enstandenen Schaden aufkommen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.09.2018 um 10:39
versicherungstechnisch ändert sich nichts wenn der Strom der Litze ausfällt.
Die Mehrpferde-Haftpflicht bedeutet lediglich, dass mehrere Pferde bei uns versichert sind und wir dafür einen Rabatt gewähren – der Versicherungsumfang ist der gleiche.
Das Redaktionsteam kommentierte am 18.09.2018 um 11:45
bitte beachten Sie, dass jeder Schadenfall gesondert zu sehen ist und der genaue Schadenhergang. von der Fachabteilung geprüft werden muss.
Wenn, wie hier von Ihnen geschildert, ein Verschulden vorliegt (Zusammenstellung der Pferde ohne Absprache und Eingewöhnung), ist kein Mitverschulden von Ihnen oder den anderen Besitzern erkennbar und die Haftung wäre vollständig bei der Einstellerin.
Kathrin kommentierte am 18.09.2018 um 16:41
ich besitze zwei eigene Pferde und habe - da ich den Platz habe - 4 Plätze in meinem Offenstall vermietet. Ich habe eine Agrar-Police, die die Haftpflicht für meine beiden eigenen Pferde einschließt. Wie ist es zu begründen dass in meiner Police unter der Auflistung der versicherten Leistungen bei meiner Haftpflicht für meine beiden Pferde steht: "Schäden an den Pensionspferden sind nicht versichert". Wenn nun also eines meiner Pferde eines meiner eingestellten Pferde verletzt, dann trägt das Risiko der Pferdebesitzer selbst? Wie ist diese Regelung gesetztlich begründet - ich glaube dass die wenigsten Pensionsbetreiber von dieser Regelung wissen. Viele haben ihre eigenen mit den Pensionspferden zusammen in Stall und Weide stehen.
Über eine Antwort und eine verständliche Erklärung wäre ich sehr dankbar.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.09.2018 um 08:35
die gesetzliche Begründung finden Sie in Punkt 7.6 der AHB (Allgemeine Haftpflicht Bedingungen). Es liegt ein sogenannter „Verwahrungsvertrag“ vor, weil die Pensionspferde von Ihnen in „Verwahrung“ genommen wurden. Wenn „Schäden an den Pensionspferden“ versichert sind, bedeutet dieses, dass wenn Sie als Pensionsgeber den Pensionspferden einen Schaden zufügen (beispielsweise durch falsche Fütterung oder durch Tritt eines Ihrer Pferde) dieses versichert wäre.
Bei uns sind die „Schäden an Pensionspferden“ zusätzlich zur Pensionspferdehaftpflicht versicherbar.
Julia kommentierte am 29.09.2018 um 19:09
wie ist denn die Lage, wenn mein Pferd auf der Koppel bei Rangeleinen in der Herde einen anderen Menschen tritt und dieser verletzt wird? Tritt da auch meine Pferdehaftpflicht verschuldensunabhängig ein? Die betroffene Einstellerin hält sich oft lange Zeit grundlos zwischen den anderen Pferden auf, um bei Rangeleien ihr Pferd zu "beschützen". Sie wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Aufenthalt in der Pferdeherde gefährlich und nicht erwünscht ist. Und gilt auch hier das Weiderisiko von 50%?
Herzlichen Dank für eine Info, Julia
Das Redaktionsteam kommentierte am 05.10.2018 um 12:48
Versicherungsschutz aus der Haftpflicht Ihres Pferdes besteht auch für solche Fälle. Hier muss sich der/die Geschädigte je nach Ereignis ein eveventuelles Mitverschulden anrechnen lassen. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Weiderisiko.
Manuela kommentierte am 23.10.2018 um 09:41
zunächst einmal vielen Dank für diesen tollen Service.
Mein Pferd wurde von einem anderen Pferd auf der Koppel in die Ecke gedrängt und mit Tritten und Bissen stark verletzt. Als es versuchte, der Situation zu entkommen, stürzte es schwer. Es gibt Zeugen. Mein Pferd lahmte stark und wurde tierärztlich versorgt. Das ist jetzt mehrere Wochen her. Seit dem ist mein Pferd nie wieder ganz gesund geworden und zeigte immer wieder Anzeichen von Lahmheit. Eine Haftung für den Schaden wollte die Eigentümerin des anderen Pferdes bisher nicht übernehmen. Wir haben jetzt einen Termin in der Klinik zur endgültigen Klärung und ich rechne mit einem sehr schlechten Befund. Habe ich überhaupt noch die Möglichkeit nach dieser Zeit die Eigentümerin des anderen Pferdes zur Haftung heran zu ziehen?
Das Redaktionsteam kommentierte am 23.10.2018 um 11:35
zunächst einmal herzlichen Dank für Ihr Lob :-)
Ein Schadenfall kann auch noch später gemeldet werden. Sofern die Eigentümerin nicht bereit ist, den Schaden selbst zu melden, können Sie sich ebenfalls an den Versicherer wenden.
Wir drücken Ihnen die Daumen, dass der Befund nicht schlecht ausfällt.
Pedi kommentierte am 05.11.2018 um 22:38
was bedeutet genau, weiderisiko ist mitversichert? Wird mein Anteil von 50 % übernommen wenn das Weiderisiko mitversichert ist?
Das Redaktionsteam kommentierte am 07.11.2018 um 14:19
das Weiderisiko umfasst alles was in und um den Weideaufenthalt eines Pferdes an Sach- und Personenschäden Dritten gegenüber entstehen kann.
Sabine kommentierte am 13.11.2018 um 17:23
mein Pferd ist durch einen Sturz mit dem Kopf in der Heuraufe hängen geblieben und hat einige zum Teil schwere Verletzungen im Kopfbereich. Musste aber nicht operiert werden. Ob nun durch andere Pferde oder wie auch immer ist nicht zu ersehen. Kein Mangel an der Heuraufe. Würde dabei die Versicherung des Betreibers zum Zuge kommen, die eigene Haftpflicht, oder die eigene OP Versicherung ?
Schonmal vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
Klaus kommentierte am 16.11.2018 um 20:15
mein Pferd steht auf einer durch Stromzaun gesicherten Weide - soweit alles ok.
Andere Pferdebesitzer holen regelmäßig ihre Pferde zum Reiten von der Weide runter und schalten hierzu tlw. für einen längeren Zeitraum den Strom ab bzw. vergessen anschließend den Strom wieder einzuschalten; diese Vorgehensweise wird vom Stallbesitzer akzeptiert.
Mein Pferd nutzt diese "stromfreie" Zeit regelmäßig aus, um auszubrechen - bislang ohne einen Schaden zu verursachen.
Wer aber haftet im Schadensfall, sei es, dass mein Pferd sich selbst oder andere Pferde verletzt oder das sogar Personen, z.B. bei einem Verkehrsunfall, zu Schaden kommen.
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.11.2018 um 10:17
dem Pensionsgeber müsste ein Verschulden (z.B. Mangel an der Heuraufe) nachzuweisen sein damit er haftet. Da man nicht weiß, ob ein anderes Pferd an der Verletzung Ihres Pferdes beteiligt war, kann kein anderer Pferdehalter haftbar gemacht werden. In diesem Fall käme die eigene OP-Versicherung zum Tragen, da die Pferdehalter-Haftpflicht-Versicherung lediglich bei Schäden gegenüber Dritten (Personen- und Sachschäden) eintritt.
Das Redaktionsteam kommentierte am 19.11.2018 um 10:21
in Ihrem beschriebenen Fall haftet der Stallbetreiber, weil dieser für die ordnungsgemäße Unterbringung der Pensionspferde verantwortlich ist.
Susanne kommentierte am 05.12.2018 um 08:08
mein Pferd steht in Pension, Weide und Gemeinschaftspaddok, nachts Paddockbox. Es war immer klar, dass hinten beschlagene Pferde nicht gewünscht sind. Nun hat eine Miteinstallerin mit Wissen des Betreibers ihr Pferd hinten beschlagen lassen. Der Betreiber, der dies im Sommer noch ausgeschlossen hatte, hat es erlaubt und das beschlagene Pferd, mit in die Herde gestellt.Wir wurden nicht informiert. Es ist bekannt und auch schon beobachtet worden, dass dieses Pferd nach hinten auskeilt. Außerdem handelt es sich um eine Stute, die regelmäßig rosst und schon von daher die Wallache annimiert, sich ihnen dann auch von alleine im Rückwärtsgang nähert....um dann aber wieder plötzlich auszukeilen. Lt. Stallbetreiber hat man ja seine Paddockbox als sichere Alternative...Dies ist für mich indiskutabel. Meine Frage ... wer haftet bei einem Schaden? Kann der Betreiber von mir verlangen, mein Pferd auf der Paddockbox zu halten/ ist dies zulässig (Tierschutz). Muss ich unter diesen einseitig geänderten Absprachen überhaupt noch den vollen Preis zahlen ?
Das Redaktionsteam kommentierte am 05.12.2018 um 12:32
wenn der Stallbetreiber neue Regeln aufstellt, können Sie als Einstaller leider nichts daran ändern. Ein einem Schadenfall durch das Pferd mit den Eisen, läuft die Haftung dann ganz normal.
christiane kommentierte am 10.12.2018 um 08:47
Hallo ich würde gern wissen ob die Versicherung dafür aufkommt wenn mein Pferd was ich von der weide führe von einem anderen so gebissen wird das die decke zerreißt. Beide Besitzer vor Ort und das geschädigte Pferd an halfter und strick.
Das Redaktionsteam kommentierte am 11.12.2018 um 12:02
der von Ihnen geschilderte Schadenhergang ist ein ganz normaler Fall für die Pferdehalter-Haftpflicht.
Selina kommentierte am 04.01.2019 um 13:57
ich habe eine kurze Frage. Meine ist mitlerweile 20 Jahre alt. Aufgrund starker Athrose wird Sie von mir (Erwachsener) nicht mehr geritten. Eine Stallkollegin hat eine 6 jahre alte Tochter, diese würde gerne meine Stute (in meinem Beisein) gerne ab und zu etwas bewegen / reiten, Mutter wäre einverstanden. Was für meine Stute super wäre da Sie dadurch noch eine Aufgabe hat und das Kind im vergleich nichts wiegt.
Nun Frage ich mich was passiert wenn Sie aus irgendeinem Grund vom Pferd fallen sollen. Wer muss hier haften bzw. zahlt hier meine Versicherung (Haftplficht oder Reiterunfall welche aufs pferd bezogen ist)
Das Redaktionsteam kommentierte am 07.01.2019 um 12:10
sofern Sie Ihr Pferd noch als Reitpferd versichert haben, ist das gelegentliche und unentgeltliche Reiten automatisch mitversichert. Da Sie auch eine Reiterunfall bezogen auf das Pferd haben, wäre das Kind auch hierüber abgesichert. Am besten ist es, wenn wir In Ihren Vertrag schauen könnten, um genau sagen zu können, was versichert ist.
Brigitte kommentierte am 18.01.2019 um 10:33
Unsere vier Isis stehen gegenüber einer fünfköpfigen Warmblutstutenherde. Ab und zu dürfen die auf eine ca. 5000 qm großen Weide. Der Paddock in der Mitte, auf dem sie normalerweise stehen, ist mit Strom eingezäunt, der Rest der Weide ist auf Bughöhe, teilweise nur mit Strohkordel, ohne Strom eingezäunt. Wenn wir in den Wald reiten wollen, müssen wir gezwungenermaßen an deren Weide vorbei, wobei die Pferde sehr aufgedreht und neugierig nah an den Zaun kommen und rüberblicken. Meine Sorge ist, dass die Pferde merken, dass sie problemlos den Zaun überwinden könnten. Daher meine Frage:
Was soll ich tun, wenn plötzlich fünf Warmblutstuten um unsere Wallache toben um mich versicherungstechnisch korrekt zu verhalten? Meine Reitbeteiligungen sind 12 und 11 Jahre alt und mein Mann ist auch nicht sehr pferdeerfahren. Allerdings hätte wohl jeder Reiter ein großes Problem mit so einer Situation.
Das Redaktionsteam kommentierte am 21.01.2019 um 09:15
ein versicherungstechnisch korrektes Verhalten oder eine Empfehlung diesbezüglich gibt es leider nicht. Wir können Ihnen hierzu leider keine Tipps geben.
lou kommentierte am 05.04.2019 um 23:21
Hallo , habe seid kurzem meine Ponys bei einem Landwirt in Offenstallvollpension stehen , da dieser sich direkt an einer Schnellstraße befindet , mehrere Einsteller vorhanden sind stellt sich bei mir die Frage was wäre im Falle eines Falles? Angenommen ein Pony flutscht beim rausnehmen eines anderem mit raus oder geht aus unerklärlichen Grund durch den Zaun und läuft auf die Strase , es kommt zu einem Unfall (wir wollen es nie hoffen ) aber wer haftet ? Trägt meine Tierhalterversicherung die Schäden oder die Betriebshaftpflicht des Landwirtes?
Viele Grüsse Lou
Das Redaktionsteam kommentierte am 10.04.2019 um 11:12
die Haftung aus der Tierhalter-Haftpflichtversicherung wäre im beschriebenen Fall gegeben. Wenn dem Stallbetreiber allerdings ein Verschulden am Ausbruch des Pferdes trifft, haftet dieser aus Verschulden mit der Betriebshaftpflicht-Versicherung.