Source: https://www.safetyxperts.de/arbeitsschutz/unterweisung/unterweisung-mitarbeiterunterweisung/
Timestamp: 2019-12-11 18:58:30
Document Index: 234894619

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 14', '§ 12', '§ 12', '§ 14', '§ 12', '§ 14', '§ 12', '§ 5', '§ 36', '§ 38', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§36', '§ 38', '§ 12', '§ 5', '§ 12', '§ 5', '§ 36', '§ 38', '§ 8']

Warum ist die Unterweisung mehr als nur gesetzliche Pflicht? - Safety Xperts
Safety Xperts > Arbeitsschutz > Unterweisung > Unterweisung – mehr als nur gesetzliche Pflicht
Unterweisungen sind für Unternehmen mehr als nur eine gesetzliche Vorgabe. Mit jeder Unterweisung werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich geschult und qualifiziert. Dadurch optimieren Firmen jeglicher Größenordnung die Gesundheitsförderung und binden die Beschäftigten optimal in den ohnehin vorhandenen betrieblichen Arbeitsschutz ein. Wir bieten Ihnen hier eine Übersicht über alle wichtigen Themen der Unterweisung.
Was ist eine Unterweisung und welches Ziel hat sie?
Eine Unterweisung soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einem Betrieb dabei helfen, sicherer und gesundheitsgerechter zu arbeiten. Für die Unterweisungen gibt es unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. Sie sind in die großen Themenbereiche Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz eingebunden.
Unterweisungen können auf ganz unterschiedliche Art erfolgen, zum Beispiel als Vortrag, Seminar, Praxiskurs oder mit Hilfe von Broschüren und Filmen. Grundsätzlich soll im Rahmen dieser besonderen Schulungsmaßnahme über mögliche Gesundheitsgefahren beim Arbeiten aufgeklärt werden. Gleichzeitig liefern diese Veranstaltungen die Möglichkeit, eigene Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Arbeitsschutz oder Arbeitssicherheit zu erwerben und aufzufrischen.
Jedes Unternehmen schafft mit Unterweisungen Vorbilder, sodass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenseitig stärken und helfen können, wenn es um Arbeitsschutz geht.
Unterweisung vs. Einweisung
Im beruflichen Alltag besteht oftmals Verwirrung, was die Bezeichnungen „Unterweisung“ und „Einweisung“ betrifft. Dabei ist es ganz einfach: Die Unterweisung ist eine im Arbeitsgesetz und anderen gesetzlichen Grundlagen festgeschriebene Schulungsmaßnahme zur Steigerung der Arbeitssicherheit. Die Einweisung wiederum kann Teil der Unterweisung sein.
Ein Beispiel: Im Rahmen der betrieblichen Unterweisung erfolgt für die Bediener einer Maschine eine Einweisung in die korrekte Nutzung dieses Geräts.
Gesetzliche Vorschriften für die Unterweisung
Es gibt verschiedene gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung im Betrieb. Hier eine Übersicht der wichtigsten Paragraphen:
Arbeitsschutzgesetz ArbSchG Paragraph 12 „Unterweisung“
Jugendarbeitsschutzgesetz JArbSchG Paragraph 29 „Unterweisung über Gefahren“
Mutterschutzgesetz MuSchG Paragraph 14 „Dokumentation und Information durch den Arbeitgeber“
Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ DGUV Paragraph 4 „Unterweisung der Versicherten“
Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV Paragraph 12 „Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten“
Gefahrstoffverordnung GefStoffV Paragraph 14 „Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten“
Biostoffverordnung BioStoffV 2013 Paragraph 12 „Unterrichtung der Beschäftigten“ und Paragraph 14, „Betriebsanweisung und Unterweisung von Beschäftigten“
Wie oft sollten Unterweisungen erfolgen?
Arbeitsschutz ist ein wichtiges und zentrales Thema für Unternehmen jeglicher Branchen. Aus diesem Grund sollten Unterweisungen mindestens 1 Mal pro Jahr erfolgen. Je jünger die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, zum Beispiel Azubis, mindestens 2 Unterweisungen im Jahr, durchzuführen.
Im Rahmen der gesetzlichen Fürsorgepflicht sind Führungskräfte und das Management in Unternehmen für die Durchführung von Unterweisungen verantwortlich. Im Rahmen dieser Schulungsmaßnahmen muss die Unternehmensführung die Beschäftigten über mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz aufklären. Darüber hinaus müssen Unternehmenslenker ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Berufskrankheiten oder einem Arbeitsunfall im Betrieb schützen.
Die Pflicht zur Unterweisung nach § 12 ArbSchG bietet Unternehmen aber zugleich auch die Möglichkeit, Betriebsabläufe zu verbessern, indem Risiken verringert und Gefahren minimiert werden. Gleichzeitig sind besser geschulte und ausgebildete Beschäftigte meist motivierter und erledigen ihre Aufgaben gewissenhafter.
Die Grundlage für die Unterweisung im Betrieb ist immer die Gefährdungsbeurteilung, die im Rahmen der Arbeitsschutzmaßnahmen zum Beispiel auch zum Ermitteln der psychischen Belastung durchgeführt wird. Eine Gefährdungsbeurteilung kann in 7 Schritten erstellt werden.
Wer führt eine Unterweisung durch?
Kleinere Unternehmen haben meist nicht die Mittel und das Personal, um Unterweisungen von spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführen zu lassen. In diesem Fall erfolgt die Schulung in der Regel durch die Unternehmensführung selbst.
In größeren Unternehmen mit mehreren Abteilungen wird die Unterweisung meist durch die Führungskräfte der jeweiligen Abteilungen durchgeführt. Voraussetzung dafür ist, dass die Führungskräfte ausreichende Weisungsrechte haben. Gleiches gilt für den Betriebsarzt oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die ebenfalls Sicherheitsschulungen durchführen können. Um gezielte Schulungen für Maschinen oder Arbeitsbereiche anzubieten, können Unternehmen auch auf weisungsbefugte Dritte zurückgreifen.
Grundsätzlich können aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Ausgestaltung der Unterweisungsmaßnahmen beteiligt werden. Die Beteiligung ist sogar von Vorteil, denn die Beschäftigten kennen wichtige Aspekte der Betriebs- und Arbeitssicherheit in ihrem Bereich meist besser als die Geschäftsführung.
Einer Unterweisung sollte immer eine Gefährdungsbeurteilung vorausgehen. Anhand dieser Bestandsaufnahme lassen sich alle wichtigen Maßnahmen ableiten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgiebig zu schulen und über potenzielle Gefahren aufzuklären.
Die Gefährdungsbeurteilung gehört wie die Unterweisung selbst zu den gesetzlichen Pflichten des Arbeitgebers.
Unterweisung als Teil der Unternehmensführung
Unterweisungen sind mehr als nur die Weitergabe von Fachwissen. Denn diese Maßnahmen können als Teil der Unternehmenskultur bzw. der Unternehmensphilosophie betrachtet werden. Dementsprechend sind sie Teil des Führungsstils und repräsentieren den Respekt, den die Unternehmensführung gegenüber ihren Beschäftigten hat.
Führungskräfte sind ähnlich wie beim betrieblichen Gesundheitsmanagement wichtige Vorbilder für die Belegschaft. Gleichzeitig zeigt die Unternehmensführung durch die Behandlung von Themen, welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten, dass ihr die Gesundheit der Beschäftigten am Herzen liegt.
Von Vorteil ist es grundsätzlich, wenn Unternehmenslenker die Unterweisung in ihr eigenes Verhalten integrieren. So können sie allen Beteiligten anschaulich Betriebssicherheit und Gesundheit „vorleben“. Dadurch steigt auch bei den Beschäftigten die Motivation zur Unterweisung.
Wird die Unterweisung als Teil der Unternehmenskultur begriffen, gehört es auch dazu, die Resultate der Unterweisung regelmäßig zu kontrollieren. So verstehen alle Beschäftigten, dass den Verantwortlichen das Thema wirklich wichtig ist.
Empfehlenswert ist es, wenn Unternehmen eigenes Knowhow im Bereich Arbeitssicherheit aufbauen und das Personal dafür aufstocken. Unterweisungen können dann vom Betriebsarzt bzw. der Betriebsärztin, den Fachkräften für Arbeitssicherheit oder Hygienefachkräften unterstützt werden. Ebenso sind ein Brandschutzbeauftragter oder ein Sicherheitsbeauftragter hervorragende Ansprechpartner zur Durchführung von Sicherheitsschulungen auf ihrem Expertengebiet oder in ihrer Abteilung.
Externe Unterstützung für Unterweisungen finden Unternehmen außerdem bei:
Herstellern von Geräten, die im Unternehmen eingesetzt werden
Wichtig: Unabhängig davon, wer noch in die Unterweisung mit eingebunden wird: In letzter Instanz trägt immer die Unternehmensführung die Verantwortung für alle durchgeführten Maßnahmen.
Vorteile der Unterweisung für Unternehmen
Die Unterweisung ist nicht nur gesetzliche Pflicht. Unternehmen können zugleich von folgenden Vorteilen profitieren:
Möglichkeit, mit gezielten Maßnahmen Information und Motivation der Beschäftigten zu erreichen
gemeinsame Optimierung von Arbeitsabläufen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz
Reduzierung von Arbeitsunterbrechungen durch Störungen
Verringerung der Arbeitsbelastung von Beschäftigten
geringere Verletzungsrate durch bessere Risikoeinschätzung der Beschäftigten
höhere Produktivität und Zufriedenheit der Beschäftigten
Unabhängig vom empfohlenen jährigen Intervall für die Unterweisung gibt es besondere Anlässe, an welchen die Mitarbeiterschulung als „Erstunterweisung“ erforderlich ist.
Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Jedes neue Teammitglied sollte umfassend zur Arbeitssicherheit und Arbeitsgesundheit in seinem Bereich geschult werden, bevor es mit der Arbeit beginnt.
Änderung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsaufgabe: Wechseln Beschäftigte betriebsintern den Arbeitsplatz oder bekommen sie eine neue Aufgabe zugewiesen, sollte immer dann eine adäquate Erstunterweisung erfolgen.
Einführung von neuen Geräten oder Arbeitsmitteln: Gibt es neue Geräte im Betrieb, ist eine Erstunterweisung nicht nur für die Arbeitssicherheit wichtig, sondern auch für die korrekte Bedienung der Geräte. Somit kann die Unterweisung zum Beispiel in herkömmliche Mitarbeiterschulungen integriert werden.
Neue Ergebnisse aus der Gefährdungsbeurteilung: Hat eine neue Gefährdungsbeurteilung neue Maßnahmen ergeben, die durchgeführt werden müssen, ist eine erneute Unterweisung aller Beteiligten erforderlich.
gestörte Arbeitsabläufe: Eine Unterweisung kann auch genutzt werden, wenn Führungskräfte eine Arbeitshaltung beobachten, die die Gesundheit der Beschäftigten gefährden könnte, zum Beispiel der nachlässige Umgang mit gefährlichen Materialien oder Maschinen.
Änderungen bei gesetzlichen Vorgaben oder Verordnungen: Gibt es Änderungen am gesetzlichen Rahmen zur Arbeitssicherheit, sind diese Änderungen im Rahmen einer Erstunterweisung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitzuteilen.
Unfälle oder Beinahe-Unfälle: Gab es einen Unfall im Unternehmen oder wurde beinahe ein gefährlicher Unfall verursacht, bietet das Ereignis eine gute Gelegenheit zur Unterweisung. In diesem Rahmen können mögliche Gefährdungspotenziale nochmals aufgedeckt und veranschaulicht werden.
Diese Bereiche können mit der Unterweisung abgedeckt werden
Eine Unterweisung kann sich auf ganz unterschiedliche Themen der Arbeitssicherheit und betrieblichen Gesundheitsförderung beziehen. Hier folgt eine kleine Auswahl an möglichen Themen für Unterweisungen:
Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Arbeitsunfällen durch Erste Hilfe
Einführung in die Verwendung des Erste-Hilfe-Koffers
Schulung in der Anwendung eines AEDs
Schulung zum ergonomischen Arbeiten/Sitzen am Arbeitsplatz
Information über gesunde Ernährung am Arbeitsplatz
Durchführung von Entspannungsübungen unter Anleitung
Erläuterung zur Verbesserung der Work-Life-Balance
Tipps zum gesundheitsfördernden Pausenverhalten
Schulung zum Ersthelfer im Betrieb
Diskussion über betriebliche Gesundheitsförderung
Tipps zu Hautschutz und Hautpflege
Schulung zur Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung
Erläuterung des Desinfektion- und Hygieneplans
Einführung in die Verwendung von Geräten oder Fahrzeugen
Bedienerschulung für Kräne oder Hebebühnen
Schulung zur Arbeitsorganisation
Das sind nur einige von vielen verschiedenen Möglichkeiten der Unterweisung im Betrieb. Da jedes Unternehmen spezifische Anforderungen an den Gesundheits- und Arbeitsschutz hat, müssen die Maßnahmen im Rahmen der Unterweisung individuell angepasst werden. Denn für den Arbeitsschutz in Deutschland gelten strenge Regeln und Gesetze.
Wichtige Hilfsmittel für Unterweisungen
Unterweisungsprotokoll: Mit Hilfe des Unterweisungsprotokolls können Sie allen Teilnehmenden ein Dokument an die Hand geben, mit welchem diese nachweisen können, dass sie an der Unterweisung teilgenommen haben. Auf dem Protokoll sollten neben dem Thema auch der Anlass, das Datum sowie eine Unterschrift der teilnehmenden Person zu finden sein. Auf der Basis des Protokolls kann die Unternehmensführung außerdem belegen, dass die Unterweisung durchgeführt wurde.
Unterweisungsplan: Mit einem Unterweisungsplan können alle kommenden Unterweisungen sinnvoll aufgeführt und konzipiert werden. Darüber hinaus haben die Beschäftigten die Möglichkeit, sich bereits im Vorfeld über die Themen der Schulungen zu informieren.
Branchenspezifische, gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung
Branche Gesetzliche Grundlagen
Gesundheit/Beauty/Wellness Diese Grundlagen gelten für die Unterweisung
in diesem Bereich. Das können Beschäftigte in Schönheitssalons oder der Industrie sein:Gefährdungen am Arbeitsplatz und
Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)Umgang mit gefährlichen Stoffen
(BioStoffV § 14)
Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen
(BetrSichV § 12)
Bildung Für Schulen, Universitäten, Bildungseinrichtungen, Kindergärten oder andere Einrichtungen
gelten folgende Vorschriften:Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/VerbandbuchGefährdungen amArbeitsplatz und
Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)
Beratung und Betreuung Diese Regeln gelten zum Beispiel für Beschäftigte in Krankenhäusern, der Unfallrettung oder dem Arbeitsschutz im Labor
Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)
Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)
Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)
Humanmedizin Eine Unterweisung in Krankenhäusern basiert zum Beispiel auf folgenden rechtlichen Grundlagen:
Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch/Nadelstichverletzungen
Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten, Anlagen und Medizinprodukten (BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)
Umgang mit Röntgenstrahlen und/oder radioaktiven Substanzen (RöV § 36 und/oder StrlSchV § 38)
Friseurhandwerk Friseure müssen bei Unterweisungen folgende Regelungen beachten:
Kinderbetreuung Für Unterweisungen in Kitas oder Kinderkrippen sowie Vorschulen gelten folgende Richtlinien:
Pflege/Healthcare In Kliniken, Altersheimen oder Hospizen können folgende gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung gelten:
Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14), insbesondere Vorgehen bei Nadelstichverletzungen
Landwirtschaft/Schädlingsbekämpfung Landwirte, landwirtschaftliche Forschungseinrichtungen oder Landschaftspfleger müssen bei Unterweisungen auf diese Rechtsgrundlagen achten:
Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14),
Therapeutische Praxen In Physio- oder Psychotherapiepraxen können folgende Regelungen bei Unterweisungen Anwendung finden:
Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14), z.B. Verletzungen durch Nadeln
Veterinärmedizin Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tierkliniken sollten bei Unterweisungen folgende Regelungen im Blick behalten:
Umgang mit Röntgenstrahlen und/oder radioaktiven Substanzen nach RöV §36 und/oder StrlSchV § 38
Pharmazie In der Pharmaindustrie oder in Apotheken müssen folgende gesetzliche Regelungen für die Unterweisung beachtet werden:
(BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)
Zahnmedizin Zahnärzte oder Zahntechnische Assistentinnen und Assistenten müssen bei Unterweisungen auf folgende Richtlinien achten:
Arbeitsmittelumgang, Geräten, Anlagen und Medizinprodukten (BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)
Umgang mit Röntgenstrahlen (ionisierender Strahlung) und/oder radioaktiven Substanzen (RöV § 36 und/oder StrlSchV § 38)
Umgang mit Laserstrahlung (OStrV § 8)
Unterweisung planen und organisieren: Praktische Tipps
Damit eine Unterweisung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überhaupt angenommen wird, können folgende Fragen beim Formulieren der Ziele helfen:
Was will ich mit der Unterweisung genau erreichen?
Will ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eher allgemein für ein Thema sensibilisieren oder ein konkretes Thema behandeln?
Gibt es neue Erkenntnisse, die ich präsentieren möchte oder muss?
Gibt es bereits Vorkenntnisse seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Sollen mit der Unterweisung auch bestimmte Fähigkeiten erworben oder gefestigt werden?
Steht die Motivierung oder Wissensvermittlung im Vordergrund?
Abhängig von den Zielen können anschließend die passenden Methoden für die durchgeführte Unterweisung ausgewählt werden.
Gängige Methoden und Medien für die Unterweisung
Art der Unterweisung Vorteile/Nachteile Wann geeignet?
Vorträge Vorteile:
Sie erreichen schnell viele Personen
Vorträge lassen sich flexibel an unterschiedliche Gruppengrößen anpassen
Vortragsunterlagen lassen sich einfach weiterverwenden und zu Broschüren oder Infoblättern verarbeiten
Vorträge können z.B. als Impulsvortrag sehr stark motivierend wirken
Vorträge sind meist nur einseitige Kommunikation ohne Beteiligung der Zuhörer
Ohne Rückmeldung ist es schwierig zu kontrollieren, ob die Zuhörer alle Inhalte verstanden und angenommen haben Vorträge sind gut als Einstieg in die Unterweisung geeignet. So kann einem Vortrag zum Beispiel noch ein Kurs oder eine Schulung angegliedert werden.
Gruppen und Partnerarbeit Vorteile:
Alle Teilnehmenden werden aktiv in die Schulung eingebunden
Themen können selbst erarbeitet werden, wodurch sie sich besser festigen
Teilnehmende können sich besser mit den behandelten Themen identifizieren, wodurch die Aufmerksamkeit höher ist
durch Gruppenarbeit wird die Sozialkompetenz der Mitarbeiter gestärkt
Stärkung von Motivation und Eigeninitiative
Ergebnisse von Gruppenarbeiten können nur schwer oder gar nicht vorhergesagt werden
Gegebenenfalls müssen Ergebnisse von Gruppenarbeiten korrigiert werden
Diese Methode ist sehr zeitintensiv Diese Methode ist gut geeignet, um den Gruppenzusammenhalt sowie die Sozialkompetenz im Team im Rahmen der Unterweisung zu stärken.
Übungen im praktischen Alltag Vorteile:
Verfahren oder gewünschte Verhaltensweisen werden am Arbeitsplatz angewandt und festigen sich so besser
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können direkt Feedback geben
Der Lernerfolg ist erwartungsgemäß hoch
Übungen setzen ein gewisses Vorwissen voraus
Methode eignet sich nur für Maßnahmen, die auch direkt am Arbeitsplatz geübt werden können
Zeit- und personalintensive Methode Diese Methode bietet sich für kleinere Gruppen sehr gut an, da die Erfolgskontrolle so sehr einfach ist.
Diskussionsrunden Vorteile:
alle Teilnehmenden können sich aktiv einbringen
alle Teilnehmenden können auf der Basis ihrer persönlichen Erfahrungen etwas beitragen
subjektive Meinungen können aufgenommen und thematisiert werden
Ergebnisse lassen sich meist nicht genau vorhersagen
Diskussion kann sich in eine Richtung entwickeln, die nicht gewünscht ist
Diskutierende können sich in für die Arbeitssicherheit irrelevanten Details verlieren Diskussionen sind ideal, um die Vor- und Nachteile einer Sache zu beleuchten. Darüber hinaus können Diskussionsrunden motivierend für eher zurückhaltende Mitarbeitergruppen sein.
Aushändigen von Infomaterial Vorteile:
Infoblätter lassen sich gut wiederverwenden
Arbeitsblätter lassen sich einfach aus Vorträgen heraus erstellen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wichtige Aspekte noch einmal nachlesen
Material wirkt „verbindlicher“
Infoblätter können sehr „trocken“ wirken Infomaterial ist sehr gut als Unterstützung zu Vorträgen oder Präsentationen geeignet. Außerdem lassen sich Ergebnisse aus Gruppenarbeiten als Infomaterial zusammenfassen.
Präsentationen Vorteile:
veranschaulicht ein Thema besser durch Bilder oder Abbildungen
kann von Teilnehmenden oder Führungskräften erstellt werden
geeignete Technik (Beamer, Tontechnik) muss vorhanden sein
erfordert Übung Ideal, um einen Vortrag noch anschaulicher zu machen oder Ergebnisse von einer Gruppenarbeit zu präsentieren.
Pinnwand Vorteile:
spontane Visualisierung möglich
Pinnwände sind sehr gut geeignet, um die Ergebnisse von Diskussionen oder Gruppenarbeit für alle sichtbar zu sammeln.
Unterweisung für Menschen mit geistigem Handicap
Selbstverständlich gilt auch in Werkstätten mit geistig behinderten Menschen die Pflicht zur Unterweisung durch den Arbeitgeber. Da häufig Konzentrationsfähigkeit oder Auffassungsgabe auf Seiten der Beschäftigten begrenzt sind, liegt es an der Unternehmensführung, Methoden und die Art der Vermittlung an die bestehenden Verhältnisse anzupassen.
Hilfe können zum Beispiel Infomaterialien in leichter Sprache oder bebilderte Infoblätter bieten. Darüber hinaus sollten diese einfach gehaltenen Informationen einen konkreten Bezug zu den jeweiligen Arbeiten beinhalten. So ist es zum Beispiel von Vorteil, wenn die bebilderten Anleitungen mit Fotos aus der eigenen Werkstatt angereichert werden und Personen abgebildet werden, die tatsächlich im Betrieb arbeiten.
Wie lässt sich eine Erfolgskontrolle durchführen?
Unterweisungen sind nur dann erfolgreich, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die in den Schulungen vermittelten Methoden und Handlungen auch in der Berufspraxis umsetzen. Um die Erfolge der Unterweisung zu kontrollieren und dokumentieren, bieten sich verschiedene Methoden an:
regelmäßiges Nachfragen: Indem Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig fragen, ob getroffene Vereinbarungen eingehalten werden oder wie sie die Vereinbarungen umsetzen, zeigen Sie Interesse. Gleichzeitig können Sie kontrollieren, ob Ihre Schulungen Erfolg hatten.
Fragebögen: Für die Erfolgskontrolle können auch Fragebögen ausgeteilt werden. In diesen wird zum Beispiel gefragt, warum bestimmte Verhaltensänderungen noch nicht erfolgt sind oder ob es am nötigen Wissen liegt, dass Sicherheitsempfehlungen nicht eingehalten werden.
Wichtig ist, dass die Unternehmensführung sich immer der Tatsache bewusst ist, dass eine Verhaltensänderung meist viel Zeit braucht. Aber gerade deshalb sollte die Evaluation von Unterweisungen immer wieder erfolgen.
Sollte es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, die nicht ausreichend partizipieren und die in den Schulungen und Vorträgen vermittelten Verhaltensweisen grundsätzlich nicht akzeptieren, kann an die Mitwirkungspflicht erinnert werden. Denn diese besteht zum Beispiel laut DGUV Vorschrift.
Aber viel wichtiger ist es, dass allen Beteiligten bewusst ist, dass die Unterweisung nur zum Vorteil für alle ist. Denn von einem Plus an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz profitieren Unternehmensführung wie Belegschaft gleichermaßen.