Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20103,%2072
Timestamp: 2020-08-08 06:03:39
Document Index: 372504937

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 5', '§ 426', '§ 1191', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1192', '§ 1157', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 774', '§ 426', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1157', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 892', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.01.1988 - V ZR 183/86 - dejure.org
https://dejure.org/1988,115
BGH, 15.01.1988 - V ZR 183/86 (https://dejure.org/1988,115)
BGH, Entscheidung vom 15.01.1988 - V ZR 183/86 (https://dejure.org/1988,115)
BGH, Entscheidung vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86 (https://dejure.org/1988,115)
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Auslegung - Bevollmächtigung - Willenserklärungen - Gesamtgrundschuld - Bruchteilseigentümer
Sicherungszweckwidrige Abtretung einer Gesamtgrundschuld auf Veranlassung eines der wechselseitig bevollmächtigten Grundstücksmiteigentümer (BGB-Gesellschafter)
AGBG § 3, § 5; BGB § 426 Abs. 2, § 1191
Gesamtschuldnerausgleich in der Auseinandersetzung einer BGB -Gesellschaft; Auslegung einer formularmäßigen Zweckerklärung
BGHZ 103, 72
NJW 1988, 1375
ZIP 1988, 899
MDR 1988, 569
DNotZ 1988, 492
WM 1988, 446
DB 1988, 852
JR 1989, 104
JR 1989, 107
Dies gilt auch dann, wenn der Zessionar nicht nur die Sicherungsgrundschuld, sondern zugleich auch die gesicherte Forderung erwirbt (vgl. BGHZ 103, 72, 81 f.; BGH, Urteil vom 16. Januar 2001 - XI ZR 41/00, WM 2001, 453, 454).
Dies hat zur Folge, dass dem Zessionar Einwendungen oder Einreden aus dem Sicherungsvertrag gemäß § 1192 Abs. 1, §§ 1157, 892 BGB aF nur dann entgegengehalten werden können, wenn deren Tatbestand zum Zeitpunkt der Abtretung bereits vollständig verwirklicht war (BGHZ 85, 388, 390; BGH, Urteil vom 4. Juli 1986 - V ZR 238/84, WM 1986, 1386, 1387) und dem Erwerber sowohl der Sicherungscharakter der Grundschuld, als auch die konkrete Einwendung zum Zeitpunkt der Abtretung bekannt war oder letztere aus dem Grundbuch ersichtlich gewesen ist (BGHZ 59, 1, 2; 85, 388, 390; 103, 72, 81 f.; BGH, Urteile vom 18. Mai 1973 - V ZR 75/72, WM 1973, 840, vom 7. Dezember 1989 - IX ZR 281/88, WM 1990, 305, 306 f. und vom 16. Januar 2001 - XI ZR 41/00, WM 2001, 453, 454).
Es ist daher im Zweifel nicht nur für den Ausgleichsanspruch persönlich haftender Gesellschafter (vgl. nur BGHZ 103, 72, 76), sondern auch in dem Verhältnis mehrerer - nicht notwendig aller (so schon RG, WarnRspr 1914 Nr. 247) - Mitgesellschafter maßgebend, die sich für eine Verbindlichkeit ihrer GmbH verbürgt haben (…BGH, Urt. v. 11. Juli 1973, VIII ZR 178/72, LM § 774 BGB Nr. 9;… Urt. v. 19. Dezember 1988, II ZR 101/88, NJW-RR 1989, 685;… Staudinger/Noack, aaO, § 426 Rdn. 198).
Wurden die Aufträge für die Gesellschaft abgewickelt und waren die Gesellschafter - wie der Beklagte behauptet - zu gleichen Teilen an Gewinn und Verlust der an die Projektgemeinschaft vergebenen Aufträge beteiligt, ist dieser Maßstab grundsätzlich auch für den Ausgleich im Innenverhältnis maßgeblich (…Sen.Urt. v. 17. Dezember 2001 aaO; BGHZ 103, 72, 76).
Bei einem auf konkrete Tatsachen gestützten Verdacht, der Zessionar habe bei dem Erwerb einer Grundschuld gewusst, dass der Zedent sich diese durch Betrug verschafft hat oder sie treuwidrig verwendet, trifft den Zessionar eine sekundäre Darlegungslast über die Umstände seines Erwerbs und über den mit diesem verfolgten Zweck (Fortführung von Senat, Urteil vom 15. Januar 1988, V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 82).
(1) Für die vor diesem Zeitpunkt erfolgten Abtretungen von Sicherungsgrundschulden entspricht es ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass der Zessionar in Bezug auf die sich aus dem Sicherungsvertrag ergebenden Einreden nur dann als bösgläubig anzusehen ist, wenn er im Zeitpunkt des Erwerbs nicht nur den Sicherungszweck der Grundschuld gekannt, sondern auch gewusst hat, dass die gesicherte Forderung nicht besteht oder einredebehaftet ist (vgl. Senat, Urteil vom 21. April 1972 - V ZR 52/70, BGHZ 59, 1, 2 und vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 82 und BGH…, Urteil vom 30. März 2010 - XI ZR 200/09, BGHZ 185, 133 Rn. 36).
Der Senat hat bereits entschieden, dass der Zessionar ein Wort der Erklärung finden muss, dass mit der Abtretung ein anderer Zweck als derjenige verfolgt wurde, dem Eigentümer die Einreden gegen die Grundschuld nach § 1157 Satz 2 BGB abzuschneiden, wenn auffällige Umstände (wie mehrfache, schnell hintereinander erfolgte Abtretungen der Grundschuld unter Einschaltung eines Zwischenerwerbers) einen solchen Verdacht nahelegen (Senat, Urteil vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 82).
Kenntnis von der Einrede hat der Zessionar nämlich nicht nur, wenn er die Einrede bei dem Erwerb positiv kennt, sondern auch dann, wenn er bewusst die Augen davor verschließt, dass solche Einreden bestehen (ähnlich im Rahmen des § 826 BGB: Senat, Urteil vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 82;… Clemente, Recht der Sicherungsgrundschuld, 4. Aufl., Rn. 751; vgl. zur Einschränkung des Gutglaubensschutzes im Fall vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung: OLG Stuttgart, OLGZ 1969, 477, 481; RGZ 117, 180, 189;… Soergel/Stürner, BGB, 13. Aufl., § 892 Rn. 31).
Anderenfalls erhalte der Gesellschafter-Gläubiger etwas, das er unter Umständen zurückgewähren müsse und was damit die dolo agit-Einrede begründe (RG, Urteil vom 16. Juni 1914 - III 37/13, RGZ 85, 157, 162 f.; Urteil vom 5. Januar 1937 - II 182/36, RGZ 153, 305, 313 f.; dem folgend BGH, Urteil vom 1. Dezember 1982 - VIII ZR 206/81, WM 1983, 30, 32; Urteil vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 76).
BGH, 24.09.2013 - II ZR 391/12
Gesellschaft bürgerlichen Rechts: Voraussetzungen der eingeschränkten Haftung der …
Dieser Maßstab ist grundsätzlich auch für den Ausgleich im Innenverhältnis maßgebend (BGH, Urteil vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 76; Urteil vom 17. Dezember 2001 - II ZR 382/99, ZIP 2002, 394, 396;… Urteil vom 15. Oktober 2007 - II ZR 136/06, ZIP 2007, 2313 Rn. 25;… Beschluss vom 9. Juni 2008 - II ZR 268/07, ZIP 2008, 1915 Rn. 2).
Sicherungsgrundschuld: Einrede des Eigentümers aus dem Sicherungsvertrag bei …
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats reicht allein die Kenntnis von dem Sicherungscharakter der Grundschuld nicht aus, um die Bösgläubigkeit hinsichtlich der fehlenden Valutierung zu begründen (Senat, Urteil vom 21. April 1972 - V ZR 52/70, BGHZ 59, 1 ff.; Urteil vom 15. Januar 1988 - V ZR 183/86, BGHZ 103, 72, 82, jeweils mwN).
Diese Senate halten bei Sicherungsgrundschulden für Tilgungsdarlehen die formularmäßige Erweiterung der dinglichen Haftung auf alle bestehenden und künftigen Verbindlichkeiten des Dritten grundsätzlich insoweit für überraschend, als sie über den Anlaß des Sicherungsvertrages hinausgehen (BGHZ 83, 56, 59 f [BGH 29.01.1982 - V ZR 82/81]; 100, 82, 85 f [BGH 20.02.1987 - V ZR 249/85]; 102, 152, 160 ff; 103, 72, 80 [BGH 15.01.1988 - V ZR 183/86]; 106, 19, 23 f; 109, 197, 201;… BGH, Urt. v. 18. Februar 1992 - XI ZR 126/91, NJW 1992, 1822; v. 14. Juli 1992 - XI ZR 256/91, WM 1992, 1648, 1649 [BGH 14.07.1992 - XI ZR 256/91]; v. 28. März 1995 - XI ZR 151/94, WM 1995, 790, 791) [BGH 28.03.1995 - XI ZR 151/94].
Da der Kläger insofern eine Drittgläubigerforderung verfolgt, ist er auch nicht, wie bei der Verfolgung seines eigenen Anspruchs, gehalten, aus gesellschaftsrechtlichen Gründen Rücksicht auf den Beklagten zu 2 zu nehmen (…vgl. Urt. v. 1. Dezember 1982 - VIII ZR 206/81, NJW 1983, 749; BGHZ 103, 72, 76).
a) Die Klägerin und W. hatten an dem ihnen ursprünglich zu je 1/2 gehörenden Grundstück eine Gesamtgrundschuld bestellt (vgl. BGHZ 106, 19, 22; BGHZ 103, 72, 80).
BGH, 09.06.2008 - II ZR 268/07
Alleinhaftung des schuldhaft handelnden Gesellschafters einer BGB-Gesellschaft
BGH, 31.01.1995 - XI ZR 30/94
Durch Grundschuld gesichertes Darlehen mehrerer Miteigentümer:
BGH, 01.12.2003 - II ZR 202/01
Umfang einer Gewinnabführungsvereinbarung; Ausgleich von Steuerzahlungen für die …
BGH, 16.01.2001 - XI ZR 41/00
OLG Saarbrücken, 19.03.2009 - 8 U 197/08
Berechtigung eines Bruchteilseigentümers zur Erweiterung der Zweckvereinbarung …
OLG München, 16.01.2008 - 7 U 3972/07
OLG Köln, 08.11.2007 - 18 U 71/05
Auseinandersetzung des Vermögens einer BGB-Gesellschaft; Missbräuchliche …
OLG Köln, 28.02.1992 - 19 U 188/91
Ausgleichsanspruch Gesellschafter Gesellschaft
OLG Frankfurt, 12.07.2006 - 1 U 12/06
Deliktische Haftung eines Rechtsanwalts: Vorsätzliche sittenwidrige Schädigung …
OLG Hamm, 16.01.2003 - 27 U 208/01
Der Zahlungsanspruch einer KG in Liquidation gegen einen ehemaligen …
OLG München, 02.04.2008 - 7 U 3972/07
Gesamtschuldnerausgleich: Anspruch auf Zahlung anteiligen Honorars für ein …
LG Bamberg, 12.03.2012 - 1 O 24/11
Kommanditgesellschaft: Pflicht des Gesellschafters zur vorrangigen …
OLG Düsseldorf, 21.01.2009 - 3 U 16/08
Vorliegen der Voraussetzungen eines Ausgleichsanspruchs durch Erbringen einer …
LG Nürnberg-Fürth, 22.03.1990 - 7 O 8531/88
Anspruch auf Schadensersatz aus unerlaubter Handlung
BGH, 20.10.1988 - IX ZR 277/87
Rechtmäßigkeit der Zuteilung des Zinsbetrages aus einer Grundschuld an die …