Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20123/86
Timestamp: 2019-12-10 10:58:09
Document Index: 302584061

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 242', 'BGH', '§ 765', 'BGH', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 313', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.06.1987 - IX ZR 123/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1463
BGH, 04.06.1987 - IX ZR 123/86 (https://dejure.org/1987,1463)
BGH, Entscheidung vom 04.06.1987 - IX ZR 123/86 (https://dejure.org/1987,1463)
BGH, Entscheidung vom 04. Juni 1987 - IX ZR 123/86 (https://dejure.org/1987,1463)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,1463) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Möglichkeit der Berufung auf eine rechtsmißbräuchliche Inanspruchnahme eines Bürgen - Wegfall der Geschäftsgrundlage einer Bürgschaftsverpflichtung wegen Schlechtleistung des Gläubigers - Beweislastverteilung für die Fehlerhaftigkeit der Hauptschuld
Keine rechtsmißbräuchliche Inanspruchnahme des Bürgen bei verspäteter Mängelrüge des Hauptschuldners
BGB §§ 765 ff., § 242
NJW-RR 1987, 1188
ZIP 1987, 1035
BB 1987, 1697
Die bleibende Leistungsfähigkeit des Hauptschuldners ist nie Geschäftsgrundlage einer Bürgschaft (Senatsurt. v. 4. Juni 1987 - IX ZR 123/86, BGHR BGB § 765 - Geschäftsgrundlage 1 = ZIP 1987, 1035, 1036; v. 15. Oktober 1987 - IX ZR 218/86, WM 1987, 1420;… v. 22. Oktober 1987 - IX ZR 267/86, BGHR BGB § 765 Abs. 1 - Nebenpflichten 2 = WM 1987, 1481).
Denn bei solchen Geschäften übernimmt der eine Teil schlechthin und uneingeschränkt das Risiko, daß der Schuldner bei Fälligkeit der Schuld leistungsfähig und leistungswillig ist (BGHZ 88, 185, 191 [BGH 14.07.1983 - IX ZR 40/82]; 107, 92, 104;… BGH, Urt. v. 16. März 1983 - VIII ZR 347/81, WM 1983, 499, 500; v. 4. Juni 1987 - IX ZR 123/86, WM 1987, 1006, 1007).
Davon geht auch das Senatsurt. v. 4. Juni 1987 - IX ZR 123/86, ZIP 1987, 1035, 1037 aus.
Die Geschäftsgrundlage eines Vertrags (§ 242 a.F. BGB; jetzt § 313 n.F. BGB) wird gebildet durch die nicht zum Vertragsinhalt erhobenen, aber beim Vertragsschluß zutage getretenen, dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen des einen Vertragsteils oder durch die gemeinsamen Vorstellungen beider Teile vom Vorhandensein und künftigen Eintritt gewisser Umstände, sofern der Geschäftswille auf diesen Vorstellungen aufbaut (BGH NJW 1994, 2146; NJW-RR 1987, 1188).
Nach herrschender Meinung in der Rechtsprechung wird die Geschäftsgrundlage eines Vertrages gebildet durch die nicht zum eigentlichen Vertragsinhalt erhobenen, aber bei Vertragsschluß zutage getretenen gemeinschaftlichen Vorstellungen beider Parteien oder die dem Geschäftsgegner erkennbaren und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der einen Vertragspartei von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt oder dem Fortbestand gewisser Umstände, auf denen der Geschäfts-(Vertrags-)wille der Parteien sich aufbaut (…ständige Rechtsprechung seit RG, Urt. v. 3.2.1922 - II 640/21 = RGZ 103, 328 [332];… BGH, Urt. v.10.10.1984 - VII ZR 152/83 - = NJW 1985, 313 [314]; BGH, Urt. v.4.6.1987 - IX ZR 123/86 - = NJW-RR 1987, 1188;… BGH, Urt. v.14.7.1983 - IX ZR 40/82 - = BGHZ 88, 185 [191];… BGH, Urt. v.15.12.1983 - III ZR 226/82 - = BGHZ 89, 226 (231)).
Nur unter ganz außergewöhnlichen Umständen ist dies dem Bürgen möglich ( BGH, MDR 1988, 49).