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Timestamp: 2016-10-22 11:48:23
Document Index: 168163774

Matched Legal Cases: ['Art. 127', 'Art. 127', 'Art. 72', 'Art. 73', 'Art. 89', 'Art. 127', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 88', 'Art. 108', 'Art. 127', 'BGE', 'Art. 127', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 46', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 23', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 159']

2P.159/2006 (14.11.2006)
2P.159/2006/fco
vertreten durch B&P tax and legal AG,
Postfach 8334, 3001 Bern.
Art. 127 Abs. 3 BV (Steuerrechtlicher Wohnsitz f�r die Steuerperiode 2003),
Staatsrechtliche Beschwerde gegen die Verf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006.
Der 1969 geborene X.________ wuchs in A.________/SO auf, wo er die obligatorischen Schulen besuchte. Danach absolvierte er eine Lehre als Mechaniker bei einer Firma in C.________/SO und arbeitete sodann dort in leitender Stellung bis 1995. W�hrend der folgenden vier Jahre war er in B.________/AG t�tig, wobei er stets im Elternhaus in A.________/SO wohnte. Von 1999 bis 2001 war er bei einer Firma in Z�rich besch�ftigt, wo er als Wochenaufenthalter angemeldet war.
Seit dem 1. Mai 2001 ist X.________, der sich zum Betriebstechniker TS und im Bereich der Qualit�tssicherung weitergebildet hat, bei der Y.________ AG in Bern t�tig und dort f�r das Qualit�tsmanagement verantwortlich. Er hat ein Arbeitspensum von 100 %, arbeitet regelm�ssig bis 20.00 Uhr, manchmal sogar bis 22.00 Uhr. Daneben besucht er ein Nachdiplomstudium zur Erlangung eines MBA und unterrichtet an rund 20 Abenden pro Jahr Umwelttechnik und Qualit�tsmanagement in C.________.
In Bern bewohnt er seit dem 17. April 2001 eine 4-Zimmer-Wohnung und ist seit dem 17. April 2002 als Wochenaufenthalter in der Stadt Bern angemeldet. Die Wochenenden verbringt er regelm�ssig im ger�umigen Elternhaus in A.________, wo seine betagte Mutter lebt; dieses Elternhaus gedenkt X.________ dereinst zu Alleineigentum zu �bernehmen.
Mit seiner Familie (Mutter, Bruder und Schwester) und insbesondere mit der Gemeinde A.________ blieb X.________ stets eng verbunden, �bt er doch dort zwei politische �mter aus (Pr�sident der Wasserversorgungskommission [zeitlicher Aufwand: 6 Stunden pro Woche] und Mitglied der Gemeindeorganisation) und ist gesellschaftlich engagiert (Mitglied der �rtlichen CVP, Mitglied des Sch�tzenvereins, Passivmitglied der Musikgesellschaft). Um diesen Verpflichtungen nachzukommen, begibt er sich h�ufig w�hrend der Woche nach A.________, um dann am gleichen Abend wieder nach Bern zu fahren.
Am 6. September 2002 verf�gte die Steuerverwaltung des Kantons Bern, der steuerrechtliche Wohnsitz von X.________ befinde sich f�r die Steuerperiode 2002 in der Stadt Bern. Diese Feststellungsverf�gung best�tigte die Steuerrekurskommission des Kantons Bern am 19. Oktober 2004. Gest�tzt darauf wurde X.________ am 9. M�rz 2005 die definitive Veranlagung f�r die Steuerperiode 2002 durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern zugestellt. Dagegen erhob er fristgem�ss Einsprache, welche immer noch pendent ist.
Im Kanton Solothurn wurde X.________ am 12. Juli 2004 von der Veranlagungsbeh�rde Thal/G�u f�r die Steuerperiode 2003 auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 128'333.-- und ein steuerbares Verm�gen von Fr. 285'689.-- veranlagt. Diese Verf�gung blieb unangefochten und erwuchs in Rechtskraft.
Am 12. Mai 2006 verf�gte die Steuerverwaltung des Kantons Bern, der steuerrechtliche Wohnsitz von X.________ befinde sich f�r die Steuerperiode 2003 in der Stadt Bern.
Gegen diese Verf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Bern erhebt X.________ mit Eingabe vom 13. Juni 2006 staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV mit dem Begehren, die Verf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006 zur Festsetzung des steuerrechtlichen Wohnsitzes sei aufzuheben und der Kanton Bern sei anzuweisen, von der Beanspruchung der Steuerpflicht f�r Einkommen und Verm�gen f�r das Steuerjahr 2003 abzusehen. Eventuell sei die Veranlagungsverf�gung des Kantons Solothurn aufzuheben und der Kanton Solothurn anzuweisen, von der Beanspruchung der Steuerpflicht f�r Einkommen und Verm�gen f�r das Steuerjahr 2003 abzusehen, und die im Kanton Solothurn f�r die Steuerperiode 2003 bezahlten Staats-, Gemeinde-, Kirchen- und direkten Bundessteuern von total Fr. 37'516.70 seien zur�ckzuerstatten.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, und das Steueramt des Kantons Solothurn beantragt, die Beschwerde sei bez�glich Hauptbegehren gutzuheissen und bez�glich Eventualbegehren abzuweisen.
1.1 Die angefochtene Verf�gung betrifft mit der Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes f�r die Steuerperiode 2003 einen Sachverhalt, der in die Zeit nach der in Art. 72 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG, SR 642.14) vorgesehenen, am 31. Dezember 2000 abgelaufenen Frist zur Anpassung der kantonalen Gesetzgebung an das StHG f�llt. Vorliegend handelt es sich mit der Verf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006 jedoch nicht um einen Entscheid der letzten kantonalen Instanz im Sinn von Art. 73 Abs. 1 StHG, so dass hier weiterhin - und ausschliesslich - die staatsrechtliche Beschwerde offen steht (vgl. Urteil 2P.2/2003 vom 7. Januar 2004, publ. in: ASA 73 420, E. 1.1.1). Im �brigen kann die bereits rechtskr�ftige Veranlagung des erstverf�genden Kantons nur mit staatsrechtlicher Beschwerde nach Art. 89 Abs. 3 OG mit angefochten werden (Urteil 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005, E. 1.1).
1.2 Bestreitet eine zur Veranlagung herangezogene Person die Steuerhoheit des Kantons, muss grunds�tzlich in einem Vorentscheid rechtskr�ftig �ber die Steuerpflicht entschieden werden, bevor das Veranlagungsverfahren fortgesetzt werden darf. Ein solcher Steuerdomizilentscheid kann - wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV - ohne Ersch�pfung des kantonalen Instanzenzugs direkt mit staatsrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (Art. 86 Abs. 2 OG; BGE 131 I 145 E. 2.1 S. 147). Die gegen den Feststellungsentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006 fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher zul�ssig. Dabei kann die bereits rechtskr�ftige Veranlagung des Kantons Solothurn vom 12. Juli 2004 betreffend die Steuerperiode 2003 mit angefochten werden (Art. 89 Abs. 3 OG; vgl. BGE 131 I 145 E. 2.1 S. 147).
1.3 Die staatsrechtliche Beschwerde ist grunds�tzlich kassatorischer Natur. Eine Ausnahme besteht bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV. Hier kann das Bundesgericht zusammen mit der Aufhebung des kantonalen Hoheitsaktes Feststellungen treffen und den beteiligten Kantonen verbindliche Weisungen erteilen (vgl. Urteile 2P.2/2003 vom 7. Januar 2004, publ. in: ASA 73 420, E. 1.3; 2P.14/2003 vom 10. Dezember 2003, publ. in: ASA 73 247, E. 1.2). Die Begehren des gem�ss Art. 88 OG legitimierten Beschwerdef�hrers sind daher grunds�tzlich zul�ssig, auch wenn darin mehr verlangt wird als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Soweit allerdings auch die R�ckerstattung der bezahlten direkten Bundessteuer verlangt wird, kann auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden (Kurt Locher/Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Band: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, � 2, II C 4 Nr. 2), ist es doch Sache der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung, den Veranlagungsort f�r die direkte Bundessteuer zu bestimmen (Art. 108 des Bundesgesetzes �ber die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG; SR 642.11).
1.4 Bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV pr�ft das Bundesgericht Rechts- und Tatfragen frei, und es k�nnen auch neue Tatsachen und Beweismittel vorgebracht werden (BGE 131 I 145 E. 2.4 S. 149 mit Hinweisen). Dies gilt ebenfalls bei der staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen Steuerdomizilentscheid.
2.1 Eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV verstossende Doppelbesteuerung liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht im vollen Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (BGE 132 I 220 E. 2.1 S. 222 f. mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdef�hrer bereits f�r den Zeitraum vom 1. Januar bis Ende 2003 vom Kanton Solothurn rechtskr�ftig veranlagt, und er soll aufgrund des angefochtenen Steuerdomizilentscheids auch im Kanton Bern ab dem 1. Januar 2003 der unbeschr�nkten Steuerpflicht unterstellt werden. W�rde diese Feststellungsverf�gung gesch�tzt, resultierte eine aktuelle Doppelbesteuerung.
2.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV (bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV) ist der steuerrechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbst�ndig erwerbenden Person derjenige Ort, wo sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufh�lt (vgl. auch Art. 3 Abs. 2 StHG, Art. 3 Abs. 2 DBG und Art. 23 Abs. 1 ZGB) bzw. wo sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet. Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausge�bt werden, kommt dagegen keine entscheidende Bedeutung zu. Das sind bloss �ussere Merkmale, die ein Indiz f�r den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden k�nnen, wenn auch das �brige Verhalten der Person daf�r spricht (BGE 123 I 289 E. 2a S. 293 f. mit Hinweisen). Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufh�lt, namentlich wenn ihr Arbeitsort und ihr sonstiger Aufenthaltsort auseinanderfallen, ist f�r die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die st�rkeren Beziehungen unterh�lt (BGE 132 I 29 E. 4.2 S. 36). Bei unselbst�ndig erwerbenden Steuerpflichtigen ist das gew�hnlich der Ort, wo sie f�r l�ngere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der t�glichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebensunterhalts dauernder Natur (BGE 132 I 29 E. 4.2 S. 36; 125 I 54 E. 2b S. 56 ff. mit Hinweisen). Der Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich f�r die Steuerhoheit nach der Gesamtheit der objektiven, �usseren Umst�nde, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erkl�rten W�nschen der steuerpflichtigen Person. Auf die gef�hlsm�ssige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei w�hlbar (BGE 132 I 29 E. 4.1 S. 36; 123 I 289 E. 2b S. 294). Die Frage, zu welchem der Aufenthaltsorte die steuerpflichtige Person die st�rkeren Beziehungen unterh�lt, ist jeweils auf Grund der Gesamtheit der Umst�nde des Einzelfalles zu beurteilen.
Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die pers�nlichen und famili�ren Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und Kinder) aufh�lt, als st�rker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbst�ndig erwerbst�tig sind und t�glich oder an den Wochenenden regelm�ssig an den Familienort zur�ckkehren. Demnach unterstehen verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter grunds�tzlich ausschliesslich der Steuerhoheit desjenigen Kantons, in dem sich ihre Familie aufh�lt (BGE 132 I 29 E. 4.2 S. 36 f.); anders verh�lt es sich nur, wenn sie in leitender Stellung t�tig sind (vgl. dazu BGE 132 I 29 E. 4 und 5 S. 37 ff.)
Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, z�hlt die Rechtsprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des Steuerpflichtigen. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht entscheidet, wann anstelle des Arbeitsorts der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, besonders streng gehandhabt; dies folgt aus der Erfahrung, dass die Bindung zur elterlichen Familie regelm�ssig lockerer ist als jene unter Ehegatten. Bei ledigen Steuerpflichtigen ist vermehrt noch als bei verheirateten Personen zu ber�cksichtigen, ob weitere als nur famili�re Beziehungen zum einen oder anderen Ort ein �bergewicht begr�nden. Dadurch erh�lt der Grundsatz, wonach das Hauptsteuerdomizil von Unselbst�ndigerwerbenden am Arbeitsort liegt, gr�sseres Gewicht: Selbst wenn ledige Steuerpflichtige allw�chentlich zu den Eltern oder Geschwistern zur�ckkehren, k�nnen die Beziehungen zum Arbeitsort �berwiegen. Dies kann namentlich dann zutreffen, wenn sie sich am Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder dort �ber einen besonderen Freundes- und Bekanntenkreis verf�gen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammenhang auch die Dauer des Arbeitsverh�ltnisses und das Alter des Steuerpflichtigen (Urteil 2P.179/2003 vom 17. Juni 2004, publ. in: RDAF 2004 II S. 281, E. 2.3 mit Hinweisen).
2.3 In Bezug auf die Beweisf�hrung sind folgende Grunds�tze massgebend: Der Umstand, dass der unverheiratete Steuerpflichtige vom Ort aus, wo er sich w�hrend der Woche aufh�lt, eine unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit aus�bt, begr�ndet nach der Rechtsprechung die nat�rliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Hauptsteuerdomizil hat. Diese Vermutung l�sst sich nur entkr�ften, wenn er regelm�ssig, mindestens ein Mal pro Woche, an den Ort zur�ckkehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus bestimmten Gr�nden besonders eng verbunden ist, und wo er andere pers�nliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Nur wenn der steuerpflichtigen Person der Nachweis solcher famili�rer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo die Familie wohnt, gelingt, obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder Arbeitsorts nachzuweisen, dass die Person gewichtige wirtschaftliche und allenfalls pers�nliche Beziehungen zu diesem Ort unterh�lt (Urteile 2P.260/2004 vom 28. April 2005, E. 2.3; 2P.179/2003 vom 17. Juni 2004, E. 2.4; BGE 125 I 54 E. 3a S. 58; publ. in: Locher/Locher, a.a.O., � 3, I B, 2b Nr. 34, 32 und 27).
Vorliegend ist zu pr�fen, ob der Kanton Bern die unbeschr�nkte Steuerpflicht des Beschwerdef�hrers f�r die Steuerperiode 2003 (Stichtag 31. Dezember 2003) zu Recht beansprucht.
3.1 Der 1969 geborene Beschwerdef�hrer wohnt w�hrend der Woche in Bern, wo er seit 1. Mai 2001 eine Stelle bei der Y.________ AG hat und dort f�r das Qualit�tsmanagement verantwortlich ist. W�hrend der Woche wohnt er in einer 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt Bern. In der Steuerperiode 2003 spricht die nat�rliche Vermutung (vgl. 2.3) mithin f�r einen steuerrechtlichen Wohnsitz des Beschwerdef�hrers in Bern.
3.2 Auf der andern Seite ist der Beschwerdef�hrer besonders eng mit A.________/SO verbunden. Er verbringt die Wochenenden regelm�ssig im Elternhaus in A.________, wo seine betagte Mutter lebt. In D.________/SO wohnt auch sein Bruder, w�hrend die Schwester in E.________/LU lebt. Wenn der Beschwerdef�hrer in einem - nicht bei den Akten liegenden - Schreiben vom 31. August 2003 zuhanden der Steuerrekurskommission des Kantons Bern erkl�rt haben soll, er habe sich vom Elternhaus "emanzipiert", so schliesst dies famili�re Bindungen keineswegs aus. In der Gemeinde A.________ �bt der Beschwerdef�hrer zwei wichtige politische �mter aus: Er ist sowohl Pr�sident der Wasserversorgungskommission, welches Amt ihn etwa 6 Stunden pro Woche beansprucht, wie auch Mitglied der Gemeindeorganisation. Zudem ist er gesellschaftlich engagiert als Mitglied der �rtlichen CVP und des dortigen Sch�tzenvereins sowie als Passivmitglied einer lokalen Musikgesellschaft. Um diesen Engagements nachzukommen, begibt er sich h�ufig w�hrend der Woche nach A.________, um dann am gleichen Abend wieder nach Bern zu fahren. An rund 20 Abenden pro Jahr unterrichtet er zudem in C.________ Umwelttechnik und Qualit�tsmanagement, um anschliessend ebenfalls wieder nach Bern zu fahren. Sein privater Freundeskreis erstreckt sich ausschliesslich auf A.________ und Umgebung. Im �brigen bildet er sich fachlich weiter (MBA-Nachdiplomstudium), was seine restliche Freizeit absorbiert. Seinen Hausarzt, seine Versicherung und seine Bankverbindungen hat er in A.________, dazu den Zahnarzt in C.________. Insbesondere aufgrund des grossen Engagements des Beschwerdef�hrers f�r die Gemeinde A.________, das nur jemand auf sich nimmt, der sich �beraus stark mit einem Gemeinwesen verbunden f�hlt, erweist sich die nat�rliche Vermutung zugunsten der Stadt bzw. des Kantons Bern als entkr�ftet. Damit stellt sich weiter die Frage, ob der Wochenaufenthalts- bzw. Arbeitsort darzutun vermag, der Beschwerdef�hrer unterhalte gewichtige wirtschaftliche oder allenfalls pers�nliche Beziehungen zu Bern.
3.3.1 Der Kanton Bern stellt einmal das Alter des Beschwerdef�hrers in den Vordergrund, zumal dieser in der fraglichen Steuerperiode bereits 34-j�hrig war. Bei allein stehenden Wochenaufenthaltern, welche das 30. Altersjahr �berschritten haben oder deren Wochenaufenthalt bereits mehr als f�nf Jahre andauert, sei anzunehmen, dass die pers�nlichen und wirtschaftlichen Beziehungen am Arbeitsort �berwiegen.
Einer solchen Betrachtungsweise hat das Bundesgericht eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen, immerhin einschr�nkend festgehalten, bei der Pr�fung der Steuerhoheit sei die Gesamtheit der objektiven Umst�nde des konkreten Einzelfalles zu w�rdigen (Urteil 2P.170/1996 vom 24. M�rz 1998, publ. in: Locher/Locher, a.a.O., � 3, I B, 2b Nr. 26, E. 2b; Urteil 2P.148/1993 vom 24. April 1995, publ. in: NStP 49/1995 S. 86, E. 3c; Urteil 2P.25/1993 vom 20. Januar 1994, publ. in: ASA 63 836, E. 3c; Urteil 2P.26/1993 vom 20. Januar 1994, publ. in: StR 54/1994 584, E. 3c). Der Beschwerdef�hrer arbeitete am Stichtag 31. Dezember 2003 erst rund zweieinhalb Jahre bei der Y.________ AG. Er hatte sein berufliches R�stzeug w�hrend all der Jahre st�ndig verbessert und absolviert auch heute noch ein anspruchsvolles Nachdiplomstudium. Insoweit steht er mit seinen 34 Jahren erst am Anfang einer erfolgversprechenden Karriere. Dazu behauptet der Kanton Bern zu Recht nicht, der erst seit etwa zweieinhalb Jahren w�hrend der Woche in Bern wohnende Beschwerdef�hrer unterhalte dort eine feste Beziehung bzw. habe sich am Arbeitsort einen Freundeskreis aufgebaut und sei gesellschaftlich aktiv. Im �brigen vermag der Beschwerdef�hrer mangels gen�gender Freizeit die kulturellen Einrichtungen in Bern und ganz allgemein die lokale Infrastruktur nur wenig zu nutzen.
3.3.2 Weiter werden die Wohnverh�ltnisse des allein stehenden Beschwerdef�hrers als Indiz f�r eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Bern aufgef�hrt. In der Tat lebt er in Bern in einer 4-Zimmer-Wohnung f�r eine Monatsmiete von Fr. 2'200.--. Hierbei handle es sich nicht mehr um ein "pied-�-terre", welches bloss als Schlafgelegenheit diene.
Allerdings ging es dem Beschwerdef�hrer vor allem darum, m�glichst nahe an seinem Arbeitsplatz zu wohnen. Aufgrund seiner finanziellen Lage war er nicht auf eine m�glichst kleine und preisg�nstige Wohnung angewiesen. Die Wohnung verf�gt �ber ein Schlaf- und ein Wohnzimmer, ein B�ro sowie ein G�stezimmer f�r gelegentliche Besuche von Kollegen aus A.________ und Umgebung. Einen Telefonanschluss (Festnetz) hat die Wohnung nicht. Das Arbeitszimmer d�rfte dem Studium im Hinblick auf den MBA-Abschluss dienen. Wohl hat das Bundesgericht im Urteil 2P.171/2005 vom 25. Januar 2006 (publ. in: NStP 60/2006 S. 1) der Miete einer g�nstigen 3�-Zimmer-Wohnung am Arbeitsort durch eine allein stehende Person erhebliche Beachtung geschenkt. Allerdings waren dort nicht vergleichbare politische und gesellschaftliche Bindungen zum Familienort gegeben wie im vorliegenden Fall, weshalb am Ende die Wohnsituation besonderes Gewicht erhielt (vgl. auch BGE 131 I 145 E. 5 S. 150 f.). Im vorliegenden Zusammenhang kommt jedoch diesem Aspekt nicht gleichermassen Bedeutung zu. Andererseits kann der Beschwerdef�hrer in A.________ im ger�umigen Elternhaus wohnen, das er dereinst zu Alleineigentum zu erwerben gedenkt.
3.3.3 Nach Auffassung der Berner Steuerverwaltung werde der Arbeitsort zum Lebensmittelpunkt, wenn die t�gliche R�ckkehr an den Familienort (Pendeln) aufgrund der kurzen Reisedauer vom Arbeits- zum Familienort (bis zu einer Stunde Fahrt, vgl. BGE 113 Ia 465 E. 4d S. 467 f.) zumutbar erscheine. Die Fahrzeit mit dem Auto betrage hier rund 45 Minuten und liege damit unter dem bundesgerichtlichen Toleranzwert. In einem solchen Fall halte sich die betroffene Person einzig aus pers�nlichen Gr�nden w�hrend der Woche am Arbeitsort auf, was f�r den Lebensmittelpunkt spreche.
Allerdings zieht die Vorinstanz aus dem erw�hnten Entscheid (BGE 113 Ia 465 ff.) unzutreffende Schl�sse bezogen auf den vorliegenden Fall. Dort zog es eine allein stehende Frau vor, w�hrend der Woche den Abend und die Freizeit in Basel zu verbringen statt im nahe gelegenen Familienort Binningen/BL, wo sie �bers Wochenende verweilte. Hier w�hlte der Beschwerdef�hrer den �bernachtungsort Bern w�hrend der Woche kaum wegen des m�glicherweise besseren kulturellen Angebots und attraktiverer M�glichkeiten der Freizeitbesch�ftigung, sondern einzig im Interesse seiner anspruchsvollen beruflichen T�tigkeit, n�mlich um ausgeruhter zur Arbeit zu erscheinen. Denn neben dem Beruf, der Weiterbildung und den politischen und gesellschaftlichen Verpflichtungen in A.________ bleibt ihm nur wenig Zeit, um von den Angeboten in Bern zu profitieren.
Was sodann die Frage anbetrifft, ob der Beschwerdef�hrer ein echter oder ein unechter Wochenaufenthalter ist, weil ihm ein t�gliches Pendeln zumutbar w�re, weist das kantonale Steueramt Solothurn zu Recht darauf hin, dass gem�ss Twix Route f�r die Strecke vom Elternhaus in A.________ an den Arbeitsort in Bern 43 Minuten notwendig sind. Rechnet man noch 15 Minuten zwischen Parkhaus und Arbeitsort hinzu, steigt der Zeitaufwand auf 58 Minuten. Dabei bleibt der notorische Stau auf der Autobahn A1 w�hrend des Morgen- bzw. Abendverkehrs unber�cksichtigt. Wird eine obligate Stauzeit miteinkalkuliert, betr�gt die t�gliche Fahrzeit zwischen Familien- und Arbeitsort �ber eine Stunde und ist damit kaum mehr zumutbar. In diesem Lichte ist auch der Umstand zu w�rdigen, dass der Beschwerdef�hrer selbst dann in Bern �bernachtet, wenn er an einem Abend w�hrend der Woche in A.________ engagiert ist. Daraus sind keine besonders engen Verbindungen zu Bern abzuleiten, vielmehr scheinen Effizienz�berlegungen, die im Arbeitsverh�ltnis begr�ndet sind, im Vordergrund zu stehen.
Ist f�r den Arbeitsort als Hauptsteuerdomizil massgebend, ob der Beschwerdef�hrer die Stadt Bern durch neue pers�nliche und gesellschaftliche Beziehungen zum Zentrum seiner Lebensinteressen gemacht hat, so ist dies jedenfalls f�r die hier in Frage stehende Steuerperiode 2003 aufgrund der von der Steuerverwaltung des Kantons Bern aufgef�hrten Gr�nde nicht der Fall.
Das Hauptsteuerdomizil des Beschwerdef�hrers befand sich demnach in der Steuerperiode 2003 im Kanton Solothurn, weshalb die staatsrechtliche Beschwerde gegen�ber dem Kanton Bern gutzuheissen und der Entscheid der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006 aufzuheben ist.
Bei diesem Verfahrensausgang werden die bundesgerichtlichen Kosten dem Kanton Bern, der Verm�gensinteressen verfolgt, auferlegt (Art. 156 Abs. 1 und 2 OG in Verbindung mit Art. 153 und 153a OG). Er hat dem Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 159 OG).
Die staatsrechtliche Beschwerde gegen den Kanton Bern wird gutgeheissen, und der Feststellungsentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 12. Mai 2006 wird aufgehoben.
Die staatsrechtliche Beschwerde gegen den Kanton Solothurn wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem Kanton Bern auferlegt.
Der Kanton Bern hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von Fr. 2'000.-- auszurichten.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Steueramt des Kantons Solothurn und der Steuerverwaltung des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.