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Timestamp: 2019-02-23 10:09:09
Document Index: 341144531

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 14', '§26', '§26', '§ 3', '§ 5', '§ 14']

Begriffe aus Brandschutz und Baurecht – Reinhard Eberl-Pacan – Architekten + Ingenieure Brandschutz, Berlin
Glossar: Begriffe aus Brandschutz und Baurecht
Ein Führer durch das “Fachchinesisch” im Brandschutz
Häufig werden im Bereich des Brandschutzes und des Baurechts Begriffe benutzt, die nicht jedermann geläufig sind. Zudem kommt es immer wieder vor, dass diese ungewohnten Begriffe auch noch verschieden eingesetzt und interpretiert werden.
Hier möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass viele Begriffe erläutert und in ihrer Interpretation möglichst eindeutig geklärt werden.
Natürlich handelt es sich dabei manchmal um eine eigenständige Meinung unseres Büros, die zu einer Diskussion und Klärung beitragen soll.
Die bauaufsichtlichen Anforderungen an Aufzüge sind im § 39 “Aufzüge” der Musterbauordnung (MBO) festgelegt. Darin heißt es u. a.:
(1) Aufzüge im Innern von Gebäuden müssen eigene Fahrschächte haben, um eine Brandausbreitung in andere Geschosse ausreichend lang zu verhindern. …
Besonders hinsichtlich der zunehmenden Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes entstand eine Debatte über die Entrauchung von Aufzugsschächten und dem Widerspruch zu den Forderungen der Energieeinsparverordnung.
„Vor der Baugenehmigung ist alles erlaubt was nicht verboten ist; nach der Baugenehmigung ist alles verboten was nicht erlaubt ist.“ (Reinhard Eberl-Pacan)
Trotz aller „Verwaltungsvereinfachung“ ist die Baugenehmigung weiterhin ein zentrales Element des Baurechts. In der Musterbauordnung lesen wir dazu:
Prof. Dr. Rudolf Schäfer, ehemaliger Leiter des Fachgebiets Baurecht und Bauverwaltungslehre am Institut für Architektur der Technischen Universität (TU) Berlin, lieferte in der Vorlesung für das Erstsemester eine Definition für Baurecht, die sich bei vielen Studenten für immer einprägte:
“Baurecht ist ein Motorrad, auf dem zwei Personen sitzen, ein Fahrer und ein Sozius. Der Fahrer blickt nach vorne und steuert das Motorrad. Der Sozius blickt nach hinten und schaut sich, was bei der Fahrt hinten alles so raus kommt.”
“Fährt der Fahrer Hühner tot, sieht er sie auf der Straße liegen und ruft nach vorne zum Fahrer: ‘keine Hühner mehr totfahren!’”
Das ist Baurecht.
Das Bauteil ist im Bauwesen ein Teil einer baulichen Anlage (z. B. eines Gebäudes).
Der Bauteil (Gebäudeteil) als „funktionelles Element eines Gebäudes“ ist hier nicht gemeint.
Bauteile sind z. B. Wände, Decken oder Dächer. Sie werden aus Baustoffen in einer Bauart zusammengefügt.
Chilehaus Hamburg Fassade - Foto: Wolfgang Meinhart
Brand eines Dachstuhls in der Boddinstraße in Berlin Foto: Andreas Meyer
Brandabschitt
Ein „Brandabschnitt“ ist der Raum zwischen Brandwänden innerhalb von Gebäuden oder zwischen verschiedenen Gebäuden, die dem Schutzziel dienen „der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorzubeugen“.
Im engeren Sinn ist der Brandabschnitt auch der Bereich zwischen anderen Brandabschottungen, die der Ausbreitung von Bränden widerstehen können (Wände und Decken).
Unterteilung eines ausgedehnten Gebäudes in Brandabschnitte
Die EN (Europäische Norm) 2 teilt brennbare Stoffe in Brandklassen ein.
Die EN 2 löste 2005 die nationalen Normen, wie die DIN 14406 oder ÖNORM F 1003, ab.
Die Brandklasse richtet sich nach den Eigenschaften der brennbaren Stoffe (z. B. fest, flüssig, gasförmig). Sie bestimmt, welche Feuerlöscher bei bestimmten Bränden eingesetzt werden dürfen.
Brandklassen sind nicht mit Baustoffklassen zu verwechseln (z. B. nichtbrennbar oder Baustoffklasse A – diese werden manchmal auch Brandschutzklassen genannt).
Automatische Brandmeldeanlagen haben die Aufgabe, einen Brand in der frühen Entstehungsphase selbständig anhand von Begleiterscheinungen wie Rauch, Flammen, Hitze, Gase zu erkennen, die Nutzer des Gebäudes zu alarmieren und die Brandmeldung an eine Hilfe leistende Stelle (Feuerwehr) weiterzuleiten.
Brandschutz: Der Brandentstehung und -ausbreitung vorbeugen, die Rettung von Menschen und Löscharbeiten ermöglichen. Foto: Archiv
Schutzziele nach § 14 Musterbauordnung (MBO)
Das Brandschutzkonzept beinhaltet die objektspezifische Gesamtheit aller erforderlichen Brandschutzmaßnahmen, um die vorhandenen Risiken zu beherrschen und die relevanten bzw. definierten Schutzziele zu erreichen.
Das Brandschutzkonzept wird – je nach Bundesland, Behörde oder Organisation – häufig mit dem Brandschutznachweis gleich gestellt. Das kann zu Verwechslungen führen.
Der Brandschutznachweis ist der bautechnische Nachweis, dass bei der Ausführung der Bauarbeiten gemäß beantragter Baugenehmigung alle Anforderungen der Bauordnung und weiterer einschlägiger Verordnungen und Richtlinien eingehalten werden.
Brandwände sind raumabschließende Bauteile zum Abschluss von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die eine Brandausbreitung auf andere Gebäude oder Brandabschnitte „ausreichend lange“ verhindern.
Logo des Deutschen Instituts für vorbeugenden Brandschutz
Eine Reihe von Verbänden, Vereinigungen, Firmen und Einzelmitglieder gründete am Freitag, 24. Februar 2012, in Nürnberg das „Deutsche Institut für den vorbeugenden Brandschutz“ (DIvB).
Das Institut will die verbandsübergreifenden Themen koordinieren und die Interessen der Brandschutzbranche gegenüber Politik, Behörden und anderen Gruppen vertreten.
Fassade eines Berliner Altbaus Foto: Common Share
Die Fassade besteht baurechtlich gesehen (nach Musterbauordnung – MBO) aus mindesten zwei „Schichten“, der nichttragenden Außenwand (bzw. den nichttragenden Teilen einer Außenwand) und der Oberfläche.
Dazu können sich – je nach Ausführung – noch weitere Schichten addieren. Für alle Schichten bestehen aus dem Baurecht durchaus verschiedene Anforderungen, die es unter einen „Hut“ zu bringen gilt.
Bauaufsichtlicher Begriff
In dem bauaufsichtlichen Begriff „feuerbeständig“ fasst die Musterbauordnung (MBO 2002) in §26 zwei qualitative Anforderungen des Brandschutzes an tragende und raumabschießende Bauteile zusammen:
die Widerstandsfähigkeit gegen einen Brand (Feuer und Rauch) muss „beständig“ (keine zeitliche Definition), nicht nur „hemmend“ (siehe „feuerhemmend“) sein und
tragende und aussteifende Bauteile müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und raumabschließende Bauteile müssen eine in Bauteilebene durchgehende Schicht aus nichtbrennbaren Baustoffen haben.
Solar Array photo by Voice0Reason on Flickr
ein Blick in die Welt des Brandschutzes
Moderne Baustoffe oder Bauteile, z. B. Kunststoffe in Wärmedämmfassaden oder Photovoltaikanlagen auf Hausdächern stellen den vorbeugenden Brandschutz und die Feuerwehr oft vor neue Herausforderungen.
Es gilt deshalb, mögliche Gefahren und Belastungen, die von der Weiterentwicklung von Produkten oder Installationen ausgehen können, frühzeitig zu erforschen.
Die Feuerwehr Reportage.3sat – Die Feuerforscher zeigt z. B., wie die Bundesanstalt für Materialforschung in Berlin Gegenstände und Materialien auf ihre Feuerfestigkeit testet.
Der bauaufsichtliche Begriff „feuerhemmend“ wird in der Musterbauordnung (MBO 2002) in §26 zwar aufzählend erwähnt, aber nicht weiter definiert. Daraus folgt nur, dass Bauteile, die feuerhemmend sein müssen auch aus brennbaren Baustoffen (nicht leicht entflammbar) bestehen dürfen.
Tagtäglich brennt es in mehr als 5.000 Wohnungen in Deutschland. Die ersten Minuten sind entscheidend für die Bekämpfung des entstehenden Brandes. Fachleuten glauben, dass bis zu 90% aller Brände bereits in der Entstehungsphase gelöscht werden könnten – wenn ein Feuerlöscher zur Stelle wäre.
Quelle: Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen der Schweiz: Brandschutznorm
Als Fluchtweg gilt der kürzeste Weg, der Personen zur Verfügung steht, um von einer beliebigen Stelle in Bauten und Anlagen an einen sicheren Ort ins Freie oder an einen sicheren Ort im Gebäude zu gelangen.
In den deutschen Landesbauordnungen werden Flucht- und Rettungswege unter dem Begriff „Rettungsweg“ zusammengefasst (s. Begriff Rettungswege)
Nach § 3 der Arbeitsstättenverordnung vom 12. August 2004 (BGBl. I S. 2179), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 19. Juli 2010 (BGBl. I S. 960) geändert worden ist (ArbSchV) und § 5 Arbeitsschutzgesetz vom 7. August 1996 (BGBl. I S. 1246), das zuletzt durch Artikel 8 des Gesetzes vom 19. Oktober 2013 (BGBl. I S. 3836) geändert worden ist (ArbSchG) muss der Arbeitgeber (AG) die Gefährdungen am Arbeitsplatz ermitteln und beurteilen.
Er hat die sich daraus ergebenden Arbeitsschutzmaßnahmen eigenverantwortlich festzulegen und deren Wirksamkeit zu überprüfen.
Grundlagen Brandschutz I
Brandschutz ist ein integraler Bestandteil der Planung und Bauausführung eines Gebäudes.
Der Architekt (Entwurfsverfasser und/oder Bauleiter) trägt als Vertreter des Bauherrn und als Koordinator eine hohe Verantwortung für die Konzeption und Umsetzung aller geforderten Brandschutzmaßnahmen. Bei höheren Gebäudeklassen (4 und 5) oder bei Sonderbauten wird er dabei i. d. R. von einem Fachplaner für Brandschutz unterstützt, der auch den nach Bauordnung notwendigen bautechnischen Nachweis für den Brandschutz erstellt.
Ähnlich wie bei der Gebäudestatik ist jedoch für die Koordination und Plausibilitätsprüfung des Brandschutzes ein Wissen über die Grundlagen des Brandschutzes erforderlich.
Der Brandschutz gliedert sich in vier Bereiche, die für den Architekten unterschiedlich wichtig sind:
Grundlagen Brandschutz II
Durch Gesetze, Vorschriften und Richtlinien zum Brandschutz sollen „gesellschaftlich vereinbarte“ Schutzziele erreicht werden, auf die jeder Bewohner oder Benutzer einer baulichen Anlage einen Anspruch hat.
Grundlagen Brandschutz III
Bauordnung und Gebäudeklassen
Der für bauliche Anlagen (Gebäude etc.) erforderliche Brandschutz ist im „öffentlichen Baurecht“ in weitgehend hierarchisch geordneten Gesetzen festgelegt. Die Landesbauordnungen legen i. d. R. die Anforderungen an Normalbauten fest.
Grundlagen Brandschutz IV
Verordnungen und Sonderbauten
Während die Landesbauordnungen hauptsächlich die Anforderungen an Normalbauten (Wohn- oder Bürogebäude) bis zur Hochhausgrenze (max. 22 m Höhe des obersten Fußbodens) behandeln, können an Sonderbauten, wie Hochhäuser, Industriebauten, Verkaufsstätten, Versammlungsstätten, Krankenhäuser oder Schulen, besondere Anforderungen gestellt oder Erleichterungen gestattet werden.
Diese Anforderungen oder Erleichterungen werden z. T. in Sonderbauverordnungen bestimmt, wie z. B. in der Verkaufsstättenverordnung oder in der Versammlungsstättenverordnung. Andere sind in Richtlinien gefasst, wie z. B. in der Hochhausrichtlinie oder in der Schulbaurichtlinie.
Muster-Holzbaurichtlinie Bild 1: Anschluss Decke an tragende Wand (Ausschnitt)
Eine Richtlinie für Holzbauten in hochfeuerhemmender Bauweise
Die „Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise – M-HFHHolzR“ vom Juli 2004 regelt besondere Anforderungen und die Bauausführung von „Gebäuden, (Gebäudeklasse 4) deren tragende, aussteifende oder raumabschließende Teile aus Holz oder Holzwerkstoffen bestehen, die nach bauaufsichtlichen Vorschriften
hochfeuerhemmend sein müssen,
allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen haben müssen und
deren Dämmstoffe nur aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen dürfen.”
Die brandschutztechnischen Anforderungen der Landesbauordnungen an Gebäude beziehen sich im engeren Sinn auf Wohngebäude oder vergleichbare Nutzungen (z. B. Bürogebäude). Für großflächige Industriebauten mit erheblichen Risiken auf der einen Seite oder für Hallenbauten mit geringen Brandlasten und geringem Risiko für Personen auf der anderen Seite ist es meist weder sinnvoll noch notwendig, diese Anforderungen anzuwenden. Je nach industrieller Nutzung ist jedoch für jeden Einzelfall den allgemeinen Schutzzielen des baulichen Brandschutzes Rechnung zu tragen.
Trockenes Löschen mit Gaslöschanlagen
Bei empfindlicher Elektronik oder Hightech-Ausstattung, z. B. in Serverräumen, ist Wasser als Löschmittel nicht geeignet. Hier werden verschiedene Gaslöschsysteme mit sog. Inertgasen eingesetzt.
Inertgase (inert = untätig, unbeteiligt) sind Gase, die – im Gegensatz z. B. zu Sauerstoff – sehr schlecht mit anderen Stoffen reagieren. Dazu gehören Stickstoff oder sämtliche Edelgase (Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon). In Gaslöschanlagen finden sich oft Gasmischungen wie z. B. INERGEN® von TOTAL WALTHER (eine Marke von Tyco Fire & Security), das aus Argon, Stickstoff und Kohlendioxid besteht.
I. d. R. dienen Inertgase dazu, den Sauerstoff in der Luft zu reduzieren oder ganz zu verdrängen bzw. die Reaktionswärme eines beginnenden Brandes aufzunehmen, so dass dieser erstickt wird.
WOODCUBE Siegerbeitrag im Auswahlverfahren der IBA Hamburg Illustration: IfuH
“Radikaler Holzbau“ für die Innenstädte
“Den Holzbau radikalisieren” ist das Motto von vier Architekten (Philipp Koch, Matthias Schrimpf, Christoph Roedig und Daniel Rozynski), die sich 2008 als Partner zum Institut für urbanen Holzbau (IfuH) zusammengeschlossen haben.
Das IfuH ging 2008 aus der Forschungsinitiative „fertighauscity5+“ an der TU Braunschweig hervor. Durch diese Initiative wurde bereits im Jahr 2007 eine theoretische Grundlage für den seriellen Bau von mehrgeschossigen Wohnhäusern in der Innenstadt erarbeitet.
Das IfuH beschäftigt sich mit Forschung, Projektentwicklung und Realisierung von vorgefertigten Holzbauten im urbanen Kontext. Individuell konfigurierte Vorfertigung mit Nutzerbeteiligung lautet das zentrale Stichwort.
Dichter schwarzer Rauch = Qualm (royalty free stock photo)
Brandgas und Rauchgas
Rauch ist ein meist durch Verbrennungsprozesse entstehendes Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas.
Staubpartikel (z. B. Ruß, Flugasche) und Nebeltröpfchen (Wasser, Öldämpfe, Säuredämpfe)schweben in feinstverteilter Form in Abgasen.
Undurchsichtiger, dunkler Rauch wird als Qualm bezeichnet.
Brandgas ist Rauch oder Abgas aus Bränden, Rauchgas entsteht bei Verbrennung in technischen Verbrennungsanlagen.
Rauch ist für Mensch und Umwelt in der Regel ein Schadstoff, insbesondere bei unkontrollierten Verbrennungen (Brandereignis, Schadfeuer).
Kontrollierte Verbrennungen finden daher normalerweise in geschlossenen Behältern (wie Maschinen, Öfen oder Lampen) statt. Die Rauchgase werden durch eine entsprechende Öffnung (Auspuff, Schornstein, Saugzug) kontrolliert abgeleitet. Bei industriellen Anlagen wird das Rauchgas zuvor gereinigt, sodass neben Stickstoff praktisch nur noch Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid den Schornstein verlassen.
Räume mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr
Hilfestellungen zur korrekten Einstufung
Für Räume mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr gelten besondere Anforderungen hinsichtlich ihrer Trennwände zu anderen Räumen oder anderen Nutzungseinheiten.
Was verbirgt sich jedoch hinter dem Begriff Räume mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr?
Als Fluchtwege werden Wege und Ausgänge ins Freie bezeichnet. Foto: Gaf.arq
Rettungswege im strengen Sinn sind Zugänge und Wege für Einsatzkräfte z. B. der Feuerwehr, über die die Bergung (Fremdrettung) von z. B. verletzten Personen und Tieren sowie die Brandbekämpfung (Löscharbeiten) möglich sind (siehe § 14 MBO).
Als Fluchtwege werden üblicherweise Wege (z. B. Flure, Treppen) und Ausgänge ins Freie bezeichnet, über die Menschen und Tiere im Gefahrenfall (z. B. Brand) bauliche Anlagen verlassen und sich in Sicherheit bringen können (Selbstrettung).
Allgemein werden in den Bauordnungen die beiden Begriffe unter dem Begriff „Rettungsweg“ zusammengefasst. In Sonderbauverordnungen können dagegen Unterscheide bei den beiden Begriffen auftreten. So können Rettungswege zum Teil solche Wege sein, die nur von Rettungskräften betreten werden dürfen.
Nachfolgend wird für den allgemeinen Begriff „Rettungsweg“ der Bauordnung entweder der Begriff „Flucht- und Rettungsweg“ oder „bauaufsichtlicher Rettungsweg“ verwendet.
Simulation (Brandsimulation)
Simulation oder Simulierung dient der Analyse von Vorgängen oder Systemen, die praktisch nicht erprobt werden können (z. B. Unfälle oder Brände) oder die zu komplex für eine theoretische oder formelmäßige Behandlung sind. Bei der Simulation werden die Experimente an verkleinerten oder virtuellen Modellen durchgeführt, um Erkenntnisse über das reale Geschehen zu gewinnen.
Mit Hilfe der Simulation eines zu erwartenden Brandgeschehens können z. B. alternative Lösungen zur Erfüllung baurechtlicher Forderungen oder Begründungen von Abweichungen erarbeitet werden. So ist es oft möglich, sichere und wirtschaftliche Lösungen zu finden, ohne die geforderten Schutzziele zu vernachlässigen.
Sprachalarmierung ist die automatische Übermittlung vorbereiteter oder direkter Nachrichten bei außerordentlichen Ereignissen – z. B. im Brandfall – durch Sicherheitsverantwortliche oder die Feuerwehr. Für eine wirksame und optimale Sprachalarmierung sorgt i. d. R. eine Sprachalarmanlage (SAA).
Erker an einem Haus in München Foto: Rufus46 unter Wikipedia Commons
Untergeordnete vortretende Bauteile
Vorbauten vor Gebäuden sind in der Regel untergeordnete Gebäudeteile (auch Bauteile genannt), die „vor die Außenwand“ treten, wie Erker, Loggien oder Wintergärten.
Vorbauten und die Anforderungen an Vorbauten werden in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen verschieden definiert und festgelegt. Hier ein paar Beispiele:
Zweckentfremdung Foto: © Klaus Sellmann powered by fotocommunity
Bedeutung: etwas so benutzen, wofür es eigentlich nicht vorgesehen, gemacht ist
Beispiel: Der Autofahrer hat die Nylonstrumpfhose seiner Frau als Keilriemen zweckentfremdet.
Quelle: Wiktionary, das freie Wörterbuch
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