Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=02.04.2008&Aktenzeichen=II%20R%2053/06
Timestamp: 2019-10-18 05:24:48
Document Index: 387967117

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 5', '§ 8', 'Art. 33', '§ 5', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 5']

BFH, 02.04.2008 - II R 53/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,749
BFH, 02.04.2008 - II R 53/06 (https://dejure.org/2008,749)
BFH, Entscheidung vom 02.04.2008 - II R 53/06 (https://dejure.org/2008,749)
BFH, Entscheidung vom 02. April 2008 - II R 53/06 (https://dejure.org/2008,749)
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GrEStG (Fassung bis 31. Dezember 1996) § 1 Abs. 3, § 5 Abs. 1, § 8 Abs. 2 Nr. 2; Richtlinie 77/388/EWG Art. 33 Abs. 1; Richtlinie 69/335/EWG
Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand nicht gemäß § 5 Abs. 1 GrEStG begünstigt; keine Übermaßbesteuerung bei Zugrundelegung des Einheitswertes als Bemessungsgrundlage; § 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG verstößt nicht gegen europäisches Gemeinschaftsrecht
Keine entsprechende Anwendung von § 5 GrEStG bei Anteilsvereinigung in einer Gesamthand
Grunderwerbsteuerpflicht bei durch Anteilsvereinigung erlangter mittelbarer Sachherrschaft an Grundstücken
Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand nicht gemäß § 5 Abs. 1 GrEStG begünstigt
Übertragung der GmbH-Anteile auf eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als steuerbare Vereinigung aller Anteile in der Hand der GbR nach grunderwerbssteuerrechtlichen Vorschriften; Anwendbarkeit der Vergünstigung des § 5 Abs. 1 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) bei ...
Anteilsvereinigung in Person einer Gesamthand ist nicht nach § 5 Abs. 1 GrEStG begünstigt
Vergünstigung nach § 5 Abs.1 GrEStG ist auf Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand nicht anwendbar
Vermittlung von Umsätzen i.S.d. § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 2.4.2008, Az.: II R 53/06 (Keine Begünstigung einer Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand - kein Verstoß gegen Gemeinschaftsrecht)" von RA/StB/ Dipl.-Kfm. Dr. Tobias Klass, original erschienen in: GmbHR 2008 Heft ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 02.04.2008, Az.: II R 53/06 (Grunderwerbsteuerfreiheit bei Anteilsvereinigung)" von RiFG Dr. Nils Trossen, original erschienen in: GmbH-StB 2008, 195 - 196.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 02.04.2008, Az.: II R 53/06 (BFH: Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand nicht gemäß § 5 Abs. 1 GrEStG begünstigt)" von RA/StB Sebastian Köhler, original erschienen in: BB 2008, 1774 - 1775.
Zusammenfassung von "Die Anwendbarkeit der Vergünstigungsvorschriften der §§ 5 und 6 GrEStG auf die Tatbestände des § 1 Abs. 3 GrEStG" von RA Marcel Mies und RAin Jana Greiser, original erschienen in: DStR 2008, 1319 - 1323.
BFHE 220, 550
BB 2008, 1772
BStBl II 2009, 544
Mit dem Anteilserwerb wird grunderwerbsteuerrechtlich derjenige, in dessen Hand sich die Anteile vereinigen, so behandelt, als habe er die Grundstücke von der Gesellschaft erworben, deren Anteile sich in seiner Hand vereinigen (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 II R 53/06, BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544, m.w.N.).
Die auf Erwerbsvorgänge i.S. des § 1 Abs. 3 Nr. 3 und 4 GrEStG beschränkte Anwendung des § 3 Nr. 6 GrEStG trägt den sachlichen Unterschieden zwischen einer Anteilsvereinigung i.S. des § 1 Abs. 3 Nr. 1 und 2 GrEStG und einer Anteilsübertragung i.S. des § 1 Abs. 3 Nr. 3 und 4 GrEStG Rechnung (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544, zur Anwendung des § 5 GrEStG bei einer Anteilsvereinigung in der Person einer Gesamthand).
Diesen Steuertatbeständen liegt ein (fingierter) Grundstückserwerb von dem die Anteile übertragenden Gesellschafter zugrunde (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544).
Allein wegen dieser grunderwerbsteuerrechtlichen Fiktion ist die Veräußerung von mindestens 95 % der bereits vereinigten Anteile einer grundbesitzenden Gesellschaft wie eine Veräußerung des Grundstücks selbst zu behandeln (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544).
Mit dem Anteilserwerb wird grunderwerbsteuerrechtlich derjenige, in dessen Hand sich die Anteile vereinigen, so behandelt, als habe er die Grundstücke von der Gesellschaft erworben, deren Anteile sich in seiner Hand vereinigen (BFH-Urteil vom 2. April 2008 II R 53/06, BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544, m.w.N.).
§ 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG stellt nämlich den Erwerb der (in einer Hand vereinigten) GmbH-Anteile dem Erwerb der Grundstücke, die der GmbH zwar zivilrechtlich gehören, die dem Gesellschafter aufgrund der Anteilsvereinigung aber grunderwerbsteuerrechtlich zuzurechnen sind, gleich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544).
c) Diese Rechtsprechung zur Übertragung der bereits vereinigten Anteile (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 und 4 GrEStG) auf eine Gesamthand ist auf eine erst in der Person der Gesamthand eintretende Anteilsvereinigung (§ 1 Abs. 3 Nr. 1 und 2 GrEStG) nicht anwendbar (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544).
Diese grunderwerbsteuerrechtliche Fiktion rechtfertigt es, bei einer Übertragung aller (bereits vereinigten) Anteile auf eine Gesamthand die Steuervergünstigung des § 5 GrEStG zu gewähren (…vgl. BFH-Urteile vom 16. Januar 2002 II R 52/00, BFH/NV 2002, 1053; in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544;… Viskorf in Boruttau, a.a.O., § 5 Rz 17; Pahlke, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 5. Aufl., § 5 Rz 13).
Dieser (fiktive) Grundstückserwerb kann nicht dem Erwerb von Miteigentumsanteilen i.S. des § 5 Abs. 1 GrEStG gleichgestellt werden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544, m.w.N.).
Sie behandeln den Erwerber der Anteile so, als habe er die zum Vermögen der Gesellschaft gehörenden Grundstücke erworben (BFH-Urteil vom 2. April 2008 II R 53/06, BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544, m.w.N.).
d) Diese Erwägungen gelten in gleicher Weise für die nach deutschem Recht erhobene Grunderwerbsteuer und schließen es aus, dieser den Charakter einer Umsatzsteuer beizulegen (vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 II R 53/06, BFH/NV 2008, 1268).
Sollte das FG zu dem Ergebnis gelangen, dass die Vertreter der Klägerin zumindest leichtfertig Steuern verkürzt haben, wird es --was das FA übersehen hat-- zu beachten haben, dass bei einem Erwerb nach § 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG die Befreiungsvorschriften der §§ 5, 6 GrEStG anwendbar sind (…BFH-Urteile vom 16. Januar 2002 II R 52/00, BFH/NV 2002, 1053; vom 2. April 2008 II R 53/06, BFHE 220, 550, BFH/NV 2008, 1268).