Source: http://www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/AblaufAsylv/Entscheidung/entscheidung-node.html;jsessionid=24E1DECE6035100661DCDA7D46CB0D47.1_cid294
Timestamp: 2018-02-25 07:30:52
Document Index: 245063800

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 4', '§ 60', '§ 29', '§ 27', '§ 29', '§ 32', '§33', '§ 71']

BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Entscheidung des Bundesamtes
Auf Basis der persönlichen Anhörung und der eingehenden Überprüfung von Dokumenten und Beweismitteln entscheidet das Bundesamt über den Asylantrag. Dabei gilt das Einzelschicksal als maßgeblich. Die Entscheidung wird schriftlich begründet und gegebenenfalls mit einer Rechtsbehelfsbelehrung sowie einer Übersetzung des Tenors der Entscheidung den Beteiligten, den Antragstellenden oder Verfahrensbevollmächtigten sowie den zuständigen Ausländerbehörden zugestellt.
Bei Bedarf sind vor der Entscheidung weitere Ermittlungen zur Aufklärung des Sachverhaltes erforderlich. Dazu besteht die Zugriffsmöglichkeit auf das Informationszentrum Asyl und Migration des Bundesamtes und dessen Datenbanksystem "MILo". Hier werden Informationen und Analysen über das Weltflüchtlings- und Migrationsgeschehen sowie über Herkunfts- und Transitstaaten bereitgestellt. Darüber hinausgehende Recherchemöglichkeiten ergeben sich z. B. über individuelle Anfragen an das Auswärtige Amt, Sprach- und Textanalysen (siehe Identitätsprüfung), physikalisch-technische Urkundenuntersuchungen (PTU) sowie die Einholung medizinischer oder sonstiger Gutachten. Leitsätze für die wichtigsten Herkunftsländer geben Hilfen für die Entscheidungsfindung.
Bei jedem Asylantrag prüft das Bundesamt auf Grundlage des Asylgesetzes, ob eine der Schutzformen - Asylberechtigung, Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz oder ein Abschiebungsverbot - vorliegt. Liegt eine Schutzberechtigung vor, erhalten Antragstellende einen positiven Bescheid (siehe Schutzformen).
Nur wenn keine der Schutzformen in Frage kommt, wird der Asylantrag abgelehnt. Dabei wird zwischen einer einfachen Ablehnung und einer Ablehnung als "offensichtlich unbegründet" unterschieden (siehe Aufenthaltsbeendigung).
Als unzulässig wird ein Asylantrag erklärt, wenn ein anderer Mitgliedsstaat zuständig ist (siehe Prüfung des Dublin-Verfahrens).
Ein Asylverfahren kann auch eingestellt werden. Dies ist der Fall, wenn
der Asylantrag zurückgezogen wird oder
die betroffene Person das Verfahren nicht betreibt, d.h. zur persönlichen Anhörung nicht erscheint, unauffindbar ist oder während des Asylverfahrens in ihr Herkunftsland gereist ist.
Nach einem unanfechtbar abgeschlossenen Asylverfahren kann erneut ein Asylantrag gestellt werden. Mit diesem sogenannten Folgeantrag wird eine Änderung der Sach- oder Rechtslage nach der unanfechtbaren Entscheidung geltend gemacht (siehe Erst- , Zweit- und Folgeanträge).
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention (§ 3 Abs. 1 AsylG)
Zuerkennung von subsidiärem Schutz (§ 4 Abs. 1 AsylG)
Feststellung eines Abschiebungsverbots (§ 60 Abs. 5 oder 7 AufenthG)
Ablehnung des Asylantrages als unbegründet; wenn keine Anerkennung nach den Punkten 1 – 4 erfolgen kann
Ablehnung des Asylantrages als offensichtlich unbegründet (§§ 29a, 30 AsylG)
Ablehnung wegen Unzulässigkeit des Asylantrages auf Grund der Zuständigkeit eines anderen Staates (§ 27a AsylG)
Ablehnung des Asylantrages wegen Unbeachtlichkeit auf Grund offensichtlicher Schutzgewährung in einem sonstigen Drittstaat oder der Möglichkeit dort Schutz zu finden (§ 29 (1) AsylG)
Einstellung des Asylverfahrens in Folge einer Antragsrücknahme (§ 32 AsylG)
Nichtbetreiben des Asylverfahrens (§33 AsylG)
Ablehnung der Durchführung eines weiteren Asylverfahrens (§§ 71, 71a AsylG)