Source: https://ockenheim.hypotheses.org/category/kurmainzer-zeit-983-1792/page/2
Timestamp: 2019-12-11 03:26:04
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Matched Legal Cases: ['§ 66', '§ 116', '§ 66', '§ 116', '§ 66', '§ 116']

Kurmainzer Zeit (983-1792) | Eine Zeitreise durch die Ockenheimer Geschichte | Seite 2
Der Mainzer Erzbischof Gerlach erstellte als Dank für geleistete Dienste für Bürger in Bingen und “armen lude” im Rheingau, Gau-Algesheim und Ockenheim mit dem Binger Johann Schultheißen als Fürsprecher auf der einen und den Binger Juden mit dem Binger Mynneman von Lynne auf der anderen Seite folgenden Handel: Die Schultheißen der jeweiligen Ämter von Bingen, Ockenheim, Gau-Algesheim und dem Rheingau setzen sich mit Mynneman von Lynne zusammen, um die Höhe der Schulden jeder Person festzustellen. Jeder Schuldner soll etwa die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel sogleich bezahlen, den Rest bis zu einer Frist (ein Jahr und ein Tag = 1. Januar 1369). Was bis dahin nicht bezahlt wurde, wird um ein Drittel erhöht. Um etwas Druck auf die jüdischen Geldgeber auszuüben, wurde in der Satzung ergänzt, dass sie sich mit ihren Schuldnern bis Halbfasten (= 19. März 1368) einigen mussten, damit die Satzung Gültigkeit bewahrt. Als Schiedsmann wählt der Mainzer Erzbischof den Ritter Heinrich von Rüdesheim.
11/05/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Ein weiteres Zeichen als die schon erwähnten Veränderungen im 14. Jahrhundert war der Bau einer Ortsbefestigung, einer Mauer um das Dorf. Um das Unterfangen finanziell überhaupt stemmen zu können, befreite der Mainzer Erzbischof alle Ockenheimer Einwohner für zehn Jahre von Abgaben und Einquartierungen.
Datum: 1363-04-08 (“sabbato ante dominicam quasi modo 1363”)
EB. Gerlach freit alle Bürger, die in seinem Dorfe Ockenheim wohnen oder noch dorthin ziehen werden, auf 10 Jahre. Sie brauchen in dieser Zeit nicht Bede, Steuer noch Schoß (geschoz) zu geben und sollen nicht mit Gastung (legere oder herbergen) belästigt werden, damit sie ihr Dorf befestigen (begraben und befesten und bemuren) können; sie sollen das tun nach Rat und mit Wissen seines Vitztums im Rheingau und des Schreibers zu Bingen (Byng-). [aus: Reg. MZ Ebf. II,1, S. 364, #1622.]
Sauer, Nass. UB I,3, S. 343, #3073.
Reg. MZ Ebf. II,1, S. 364, #1622,
Roth, Nass.Gesch.quellen I, S. 285, #1.
Zu den Besitzungen der Grafen von Sponheim in Ockenheim
01/05/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Mitte des 14. Jahrhunderts bestand die Lehensherrschaft der Grafen von Sponheim noch.
Ein Zweiteil sowie zwei Stücke auf dem Weg nach Ockenheim waren an Siegfried Barfuß aus (Groß-)Winternheim verpachtet und Emmerich von Ockenheim war Lehensmann der Sponheimer.
Datum: zwischen 1340 und 1350
Mannen, die ihre Lehen von Heinrich und Johann, Söhne des + Philipp Grafen von Sp. Empfangen haben“
[…] § 66: “Emmerich von Ockenheim (Vckins-)“
[…] § 116: “Siegfried Barfuß [von Wintersheim] hat von dem Junckern von Sp. […] 1 Zweiteil zu Ockenheim, […] 2 [Stücke] auf dem Weg nach Ockenheim.
[aus: Mötsch IV, S. 330-334, #4744, § 66 und § 116.]
Mötsch IV, S. 330-334, #4744, § 66 und § 116.
25/04/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Die schon Ende des 13. Jahrhunderts begonnenen Veränderungen (der erste Schultheiß 1263 und Burgherren einer anderen, weiteren Burg 1268) setzten sich auch im 14. Jahrhundert fort.
Im Falle der Herren von Ockenheim hatte sich im 13. Jahrhundert das (Dienst-)Lehen zu einem erblichen Lehen verändert. Die Überreste der Unfreiheit gingen weiter zurück, aus den Ministerialen entwickelte sich der Stand des niederen Adels (Dorf) oder des städtischen Patriziats (Stadt), die allerdings in ihrer sozialen und ökonomischen Stellung sehr unterschiedlich waren.
Im 14. Jahrhundert scheint die dynastische Familie der Herren von Ockenheim entweder ausgestorben zu sein oder sich auf andere Burgen konzentriert zu haben – Burg Layen (siehe 1268) und die Ingelheimer Burgkirche (beispielsweise Wilhelm II. von Ingelheim, genannt von Ockenheim, dessen Epitaph in der Burgkirche steht) sind die Möglichkeiten, deren Besitz für Ockenheimer Herren urkundlich verbürgt ist. Die Ockenheimer Burg wurde wieder von vom Mainzer Bischof instruiert: Im Januar 1314 zunächst Heinrich von Selzen, der voran den Zusatz “zu Ockenheim” trug, und im Juli 1314 die Brüder Gebinus, Karl, Philipp und Giselbert von Bierstadt.
In Urkunden der folgenden Jahrzehnten wird es schwierig, zu erkennen, ob es sich bei Personen mit dem Suffix “von Ockenheim” um Burgherren handelt, ihren Vasallen, dem Schultheißen oder ob es als Herkunftsbezeichnung eines Ortsbewohners verwendet wurde.
Außerdem verlagerte sich der Dorfmittelpunkt vom kölnischen Unterdorf (mit der Pfarrkirche / heutigem Friedhof) zum mainzischen Oberdorf (mit Burg und dem Hof von Altmünster). Denn durch den Gütertausch zwischen dem Kölner Andreasstift und dem Mainzer Liebfrauenstift gingen die kölnischen Güter, zu denen unter anderem die Pfarrkirche auf dem heutigen Friedhof gehörte, an das Liebfrauenstift in Mainz (4. Mai 1323).
Seit dem 10. Jahrhundert war das Kölner Andreasstift im Besitz der Ockenheimer Pfarrkirche nachweisbar, doch das Patrozinium St. Peter weist auf noch ältere Rechte des Kölner Erzbischofs hin1.
Die Quelle zu Heinrich von Selzen zu Ockenheim als Ockenheimer Burgherr:
Heinrich von Selzen zu Ockenheim lässt für empfangenes Geld (30 kölnische Denare) den Zehnt an Einkünften gewisses Grundbesitzes als Burglehen auf, das heißt, er übergibt Erzbischof Peter diesen Zehnt, um von ihm die Ockenheimer Burg als Lehen zu erhalten. Es handelte sich um Einkünfte seiner Besitzungen in:
Am oberen Teil in der alten Helde: 5,5 Morgen Weinberg
Auf dem Annenland: ein Zweiteil
An der Halde: ein Zweiteil
Das Lehen sollte, wenn Heinrich keine Söhne bekam, an seine Tochter übergehen. Offensichtlich tat es das aber nicht, sondern hatte sechs Monate später (war Heinrich zwischenzeitlich verstorben?) ein Brüderquartett als Nachfolger.
Datum: 1314-01-30 (“1314 fer. IV. ante purific. b. marie virg.”)
Heinrich von Selzen (Selsin) zu Ockenheim läßt dem EB. Peter für empfangene 30 M. Kölner Denare (1 Denar = 3 Heller) auf seinen Eigengütern – nämlich in Ockenheim „in der alten helden in superiori parte 5 ½ iugera vinearum, uff an de lande eyn zwey deyle, offe de haldunge an der heldin eyn zwey deyle – drei M. Einkünfte auf, um sie als Burglehen, in Ockenheim von dem Erzbischof inne zu haben; das Lehen soll, ewenn er keine Söhne bekommt, auf seine Tochter übergehen. Siegler: die edlen Herren Arnold von Schönburg (Schonen-) und Arnold Rot (Rubenus), milites. – D. 1314 fer. IV. ante purific. b. Marie virg. [aus: Reg. MZ Ebf. I,1, S. 291, #1634.]
Würdtwein, Dipl. Magun. II, S. 64.
Reg. MZ Ebf. I,1, S. 291, #1634,
Scriba III, S. 159, #2389.
Die Quelle zu den Brüdern Gebinus, Karl, Philipp und Giselbert von Bierstadt als Burgherren:
Die Brüder Gebinus, Karl, Philipp und Giselbert von Bierstadt überlassen einige ihrer Einkünfte dem Mainzer Erzbischof. Diese überlassenen Einkünfte sind Zinsen für ein Gut in Geisenheim („in Angia sita in Theno prope Maguntiam d. Virmansmat”) und Güter in Gau-Algesheim im Wer von drei kölnischen Denaren als Lehen für die Ockenheimer Burg.
Datum: 1314-07-13 (“1314 III. id. Jul.”)
Die Brüder Gebinus, Karl, Philipp und Giselbert von Bierstadt verzichten auf die Einkünfte von 3 [Kürzel. Für Mark? Heller? Wie zwei ll mit Punkt dazwischen und Kreis über oberer Hälfte] Heller, die sie von den Zinsen des EB. P(eter) in dem Dorfe Geisenheim jährlich erhalten haben, und auf die Wiesen der „Viermansmat“ genannten Rheinau bei Mainz, die sie von Mainz zu Lehen hatten; außerdem läßt Gebinus 3 M. Kölner Denare (1. Denar = 3 heller) Einkünfte von seinen Gütern in Algesheim auf, um sie als Erbburglehen auf der Burg Ockenheim zu verdienen. – D. Pinguio 1314 III. id. Jul. [aus: Reg. MZ Ebf. I,1, S. 300, #1663.]
Würdtwein, Dipl. Mogunt. II, S. 79,
Roth, Nass. UB I, S. 336, #35,
Sauer, Nass. UB I,3, S. 88, #1544.
Reg. MZ Ebf. I,1, S. 300, #1663,
Scriba III, S. 159, #2397.
Vgl. Schmitt, Sigrid: Ländliche Rechtsquellen aus den kurmainzischen Ämtern Olm und Algesheim (= Geschichtliche Landeskunde 44). Stuttgart 1996. S. 152; vgl auch Staab, Franz: Ockenheim im Früh- und Hochmittelalter. Von der Vielzahl der Grundherren zur Mainzer Ortsherrschaft. In: Benediktinermissionare Jakobsberg (Hg.): Der Jakobsberg. Band 2. St. Ottilien 1987. S.169-207, hier S. 183-184 [↩]
23/04/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Möglich, dass der 1268 genannte Friedrich von Layen (“Leigen”) personengleich mit dem 1250 genannten Friedrich von Ockenheim ist, der damals über die Burg Layen verfügte. Er stammte auf jeden Fall aus der mittlerweile erblichen Dynastie der Herren von Ockenheim, die die dortige Burg bewohnten, da er auf die Lehensbeziehung zwischen Ockenheim und dem Mainzer Altmünsterkloster Bezug nimmt (siehe dazu auch 1150-xx-xx): Friedrich gibt wie seine Vorfahren an des Altmünsterkloster (“ab abbatissa et conuentu veteris monasterii”) in Mainz, mittlerweile ein Zisterzienserkloster, mehrere Güter und Zinsen als Lehen: einen Fuder hunnischen Wein aus Ockenheim und vieles weitere (“alia plura”) sowie eigenen Wein, Blich genannt.
Datum: 1268-xx-xx (“anno domini MCCLXVIII”)
Fridericus de Leigen. Ad noticiam uniuersorum cupimus peruenire, quod cum nos et nostri progenitores ab abbatissa et conuentu veteris monasterii in Maguntia, ordinis cysterciennsis, carratam hunici in Ockenheim et alia plura haberemus in foedo, et nos ipsam uini dicto Blich et suis progenitoribus etiam infeodassent. [aus: Mrh UB IV, S. 742, #1101.]
Mrh UB IV, S. 742, #1101,
HUB V, #61.
HStA DA A2.
Weitere Besitzungen der Herren von Bolanden in Ockenheim
17/04/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Das Güterverzeichnis der Herren von Bolanden weist Güter der Herren in Ockenheim nach. Diese finden sich an drei verschiedenen Stellen und halten folgendes schriftlich fest:
Heinrich von Ockenheim hat zur Hälfte das Amt eines Richters (“iudicum”) in Genheim mit allen zugehörigen Gütern und 17 Malter Winterweizen vom Zehnt in “Hippinsheim” (möglicherweise Heppenheim im Loch bei Alzey).
Die Söhne von Heinrich und Ockenheim [möglicherweise Friedrich und Philipp] besitzen die Burg Layen bei Rümmelsheim.
Friedrich von Ockenheim besitzt die Burg Layen und alles, was zu ihr gehört. Philipp von Ockenheim hat das gleiche.
Datum: [um 1250]
Text (aus Sauer):
Item Heinricus de Okkenheim habet iudicium dimidium in Gugenheim [Jugenheim] cum omnibus bonis, que ibidem possidet et XVII. Maldra silig. de decima in Hippinsheim .
[aus: Sauer, Bolanden, S. 40.]
Item filii Heinrici de Okkenheim quicquid habent in castro Leigen.
[aus: Sauer, Bolanden, S. 45.]
Item Fridericus de Okkenheim habet in castro Leigen et quicquid ad ipsam domum pertinet. Item Philippi de Okkenheim habent tantundem.
[aus: Sauer, Bolanden, S. 47.]
Sauer, Bolanden, S. 40, 45, 47. (Lehensbuch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.)
15/04/2018 Petra Tabarelli	Schreibe einen Kommentar
Auch die ehemalige hochmittelalterliche Höhenburg und heutige Ruine Steincallenfels bei Kirn gehörte zum Teil den Herren von Ockenheim. Dies bezeugt nur eine Urkunde: Friedrich von Ockenheim gab seinen Anteil an der erstmals 1158 erwähnten Höhenburg ohne Nennung eines Grundes 1241 ab. Der anteilige Besitz ergab sich durch seine Hochzeit mit Christine, der Schwester des Herren von Stein(callenfels).
Steincallenfels – heute ist Kallenfels ein Ortsteil von Kirn – liegt knapp 50 km bzw. etwa zehn Stunden zu Fuß von Ockenheim entfernt.
Datum: 1241-xx-xx
Friederich v. Ockenheim verkauft seinen Anteil an der Burg Steincallenfels (Lapis) mit Consens seines Schwagers (sororii) F.(riderich v. Steincallenfels) de Lapide mit seiner Gemahlin Christine an seinen Schwager Anshelm. [aus: Mrh Reg. III, S. 60, #267.]
Mrh Reg. III, S. 60, #267.