Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2003/03'7'10.html
Timestamp: 2018-01-22 04:30:00
Document Index: 29416732

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 77', '§ 7', '§ 17', '§ 21', '§ 17']

13. Jahrgang, Nr. 7 vom 11. November 2003, S. 28
Studienordnung für den Studiengang Informatik-Diplom
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Anlage laufende Nummer 219 zum Vierten Rechtsbereinigungsgesetz vom 19. März 2002 (GVBl. LSA S. 130), hat die Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg die folgende Studienordnung für den Studiengang Informatik-Diplom am Fachbereich Mathematik und Informatik erlassen.
(1) Diese Studienordnung regelt in Verbindung mit der Prüfungsordnung Ziel, Aufbau und Ablauf des Studienganges Informatik-Diplom an der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg.
(2) Das Studium der Informatik soll die Grundlagen des Faches in theoretischer, praktischer sowie anwendungsorientierter Hinsicht vermitteln. Es soll die Studierenden befähigen, selbständig Probleme zu lösen, die im Zusammenhang mit der Entwicklung, dem Einsatz und der Anwendung von informationsverarbeitenden Systemen auftreten.
(3) Von Absolventinnen und Absolventen des Studienganges Informatik-Diplom wird erwartet, dass sie dem wissenschaftlichen Standard ihres Faches genügen und in der Lage sind, komplexe, aus den Anwendungen kommende Probleme zu erfassen, sie mit Mitteln der Informatik hinreichend abstrakt zu formulieren und unter Kenntnis der Möglichkeiten von Hardware und Software einer Lösung zuzuführen.
Das setzt das Verständnis präziser Beschreibungsformen und das Verstehen des Ablaufs und der Effizienz von maschinellen Informationsverarbeitungsprozessen voraus. Die Absolventinnen und Absolventen müssen sich den wandelnden Bedingungen der Praxis der Informationsverarbeitung anpassen können und bereit und in der Lage sein, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.
Für Informatikerinnen und Informatiker ist die Bereitschaft und Fähigkeit zur Kommunikation und Kooperation besonders wichtig. Für die Zusammenarbeit mit Anwendern und als deren Partner bei der Lösung von Problemen mit Hilfe der Informationsverarbeitung muss die Diplom-Informatikerin bzw. der Diplom-Informatiker in der Lage sei, in der Fachsprache eines Anwendungsgebiets abgefasste Problemstellungen sachgemäß so zu formulieren, dass sie mit den gegebenen Mitteln der Informatik behandelt werden können.
(2) Das Studium ist unterteilt in das Grundstudium (Regelstudienzeit vier Semester), das mit der Diplomvorprüfung abschließt, und das Hauptstudium (Regelstudienzeit fünf Semester), das mit der Diplomprüfung endet. Das Studium erstreckt sich über Lehrveranstaltungen des Pflicht- und Wahlpflichtbereiches im Gesamtumfang von höchstens 160 Semesterwochenstunden, die sich in etwa gleichmäßig auf das Grund- und Hauptstudium verteilen, sowie Lehrveranstaltungen nach freier Wahl der Studierenden. Davon unberührt ist der Arbeitsaufwand zur Anfertigung der Diplomarbeit.
Das Hauptstudium hat einerseits die Aufgabe, die grundlegenden Kenntnisse zu erweitern, und hat andererseits eine individuelle Ausrichtung der Ausbildung zu ermöglichen. Letzterem dienen die durch die Studierenden zu wählenden Vertiefungsrichtungen.
(3) Durch die Belegung eines Wahlpflichtfaches sollen die Grundlagen eines Anwendungsgebietes der Informatik vermittelt werden. Als Wahlpflichtfach kann auf der Grundlage der Prüfungsordnung jedes an der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg vertretene Fachgebiet gewählt werden, das mit der Studienrichtung Informatik eine sinnvolle Fächerkombination ergibt.
Die Entscheidung über die Wahl eines Wahlpflichtfaches soll zu Beginn des ersten Fachsemesters erfolgen und dem Prüfungsamt des Fachbereiches schriftlich mitgeteilt werden.
Für das Wahlpflichtfach muss in der Regel ein zwischen dem Fachbereich bzw. der Fakultät, die bzw. der für deren Ausbildung verantwortlich zeichnet, und dem Fachbereich Mathematik und Informatik abgestimmter Studienplan vorliegen.
Wird ein Wahlpflichtfach gewählt, für das ein solcher Studienplan noch nicht vereinbart wurde, so ist hierzu ein schriftlicher Antrag an den Prüfungsausschuss des Fachbereiches Mathematik und Informatik zu stellen. Dieser Antrag muss einen Vorschlag für einen detaillierten Studienplan enthalten, der mit dem betreffenden Fachbereich abgestimmt worden ist.
Bei einem Wechsel des Wahlpflichtfaches während des Hauptstudiums ist das Grundstudium in diesem neuen Wahlpflichtbereich nachzuholen.
Im Falle des Bestehens einer Prüfung wird dem Kreditpunktkonto die Kreditpunktezahl derjenigen Lehrveranstaltungen gutgeschrieben, die Gegenstand der Prüfung waren (vergleiche §§ 7, 17, 22 der Prüfungsordnung).
Für alle zur Diplomvorprüfung oder Diplomprüfung zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten wird ein Kreditpunktekonto für die erbrachten Leistungen bei den Akten des Prüfungsausschusses eingerichtet sowie Buch geführt über bestandene und nicht bestandene Prüfungen.
Im Falle des Bestehens einer Prüfung wird deren Kreditpunktezahl dem Kreditpunktekonto gut geschrieben.
Die Fachprüfung in einem Prüfungsfach ist bestanden, sobald die Anzahl der Kreditpunkte, die in diesem Prüfungsfach gesammelt wurden, größer oder gleich der vorgegebenen Schranke ist. Die vorgegebenen Schranken und der Aufbau der Fachprüfungen für das Grundstudium sind in § 17, für das Hauptstudium in §§ 21 und 22 der Prüfungsordnung bestimmt.
(1) Das Grundstudium ist geprägt durch obligatorische Lehrveranstaltungen im Gesamtumfang von 82 SWS, hiervon 38 SWS Informatik, 28 SWS Mathematik und 16 SWS Wahlpflichtfach, und dient der Vermittlung der Grundlagen der Informatik und der mathematischen Methoden, die in der Informatik Anwendung finden. Von wesentlicher Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung des Grundstudiums ist die intensive Beteiligung an den Übungen und Praktika. Das Grundstudium erstreckt sich über vier Semester und hat die in Anlage 1 dargestellte Struktur.
(2) Proseminare werden sowohl im Sommer- als auch im Wintersemester angeboten. Die Teilnahme an einem Proseminar ist deshalb im dritten oder vierten Semester möglich.
Informatik I (Programmiersprachen),
Informatik II (Datenstrukturen und effiziente Algorithmen I),
Informatik III (Technische Informatik I),
Informatik IV (Theoretische Informatik I),
Hardwareentwurfspraktikum,
Physikalisch-elektronische Grundlagen der Informatik.
(4) Für Studierende mit einem anderen Wahlpflichtfach als Mathematik, beträgt die Ausbildung in Mathematik im Grundstudium 28 SWS.
Mathematik IV,
Ausgewählte Kapitel der Mathematik.
(6) Für Studierende mit Wahlpflichtfach Mathematik beträgt die Ausbildung in Mathematik im Grundstudium 44 SWS und umfasst die Gebiete Analysis, Lineare Algebra und Analytische Geometrie, Diskrete Mathematik, Numerische Mathematik und Stochastik.
Lineare Algebra und Analytische Geometrie I,
Lineare Algebra und Analytische Geometrie II,
Die Fachprüfungen Informatik werden in der Regel studienbegleitend in Teilprüfungen zu Lehrveranstaltungen durchgeführt. Die Fachprüfungen in Informatik und Mathematik sind bestanden, wenn die in § 17 der Prüfungsordnung aufgeführten Kreditpunktzahlen erworben wurden.
(1) Während des Hauptstudiums werden die im Grundstudium erworbenen Kenntnisse vertieft. Die Veranstaltungen des Hauptstudiums vermitteln Kenntnisse in mehreren Spezialgebieten der Informatik und führen innerhalb von Vertiefungsrichtungen bis zu aktuellen Forschungsthemen. Die Palette der wählbaren Vertiefungsrichtungen ist abhängig von den am Institut vertretenen Informationsprofessuren. Anlage 2 gibt einen Überblick über die den einzelnen Lehrgebieten zugeordneten Vertiefungsrichtungen.
(2) Der Gesamtstundenumfang im Hauptstudium umfasst 64 SWS wahlobligatorischer Lehrveranstaltungen zur Informatik, davon 12 SWS für die Arbeit in einer Projektgruppe und 12 SWS im Wahlpflichtbereich. Der Gesamtstundenumfang ergibt sich aufgrund der für das Bestehen der Diplomprüfung notwenigen Kreditpunktzahl.
(3) Durch Mitarbeit in einer Projektgruppe im Umfang von 12 SWS ist eine größere Aufgabe zu bearbeiten. Bei der Themenvergabe werden Studierende des 7. Semesters vorrangig berücksichtigt. Ziel ist es, den Studierenden die Möglichkeit zu bieten, schon während des Studiums Erfahrungen bei der Bearbeitung komplexer Probleme im Team zu sammeln, und somit auf die Berufspraxis der Informatikerin bzw. des Informatikers zu orientieren. Der erfolgreiche Abschluss der Arbeit in der Projektgruppe mit der Vorlage des gemeinsamen Abschlussberichts ist Voraussetzung für die Vergabe eines Diplomthemas.
(5) Die Diplomprüfung bildet den Abschluss des Diplomstudienganges Informatik. Durch die Diplomprüfung sollen die Studierenden nachweisen, dass sie die für den Übergang in die Berufspraxis notwendigen Fachkenntnisse erworben haben, die Zusammenhänge ihres Faches überblicken und die Fähigkeit besitzen, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse der Informatik anzuwenden. Sie besteht aus der Diplomarbeit und vier Fachprüfungen:
Die Fachprüfung im Wahlpflichtfach nach Punkt c) muss auf dem gleichen Studienfach aufbauen, das bereits in der Diplomvorprüfung Prüfungsgegenstand war; andernfalls ist die Diplomvorprüfung entsprechend zu ergänzen.
Diese Studienordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Martin-Luther-Universität Halle–Wittenberg in Kraft. Gleichzeitig tritt die Studienordnung vom 19.08.1997 (Abl. 1997, Nr. 10, S. 25) außer Kraft.
Vom Akademischen Senat am 11.06.2003 beschlossen und vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt am 17.09.2003 zu Kenntnis genommen.
Vorlesung/Übung Mathematik Praktikum/Seminar
(4+2) Mathematische Grundlagen der Informatik
Phsikalisch-elektronische Grundlagen
(2+2) Mathematik II 4
3 Informatik III
(4+2) Mathematik III Proseminar
4 Informatik IV
(4+2) Mathematik IV
(3+1) Hardwareentwurfspraktikum
28 28 10 16
Vertiefungsrichtungen zu den einzelnen Gebieten
Theoretische Informatik mit den Schwerpunkten algorithmische Informationstheorie und formale Sprachen
Datenbanken – Modellierung und Technologie
Software – Engineering und Programmiersprachen:
Parallele und verteilte Algorithmen und Programmierung
Technische Informatik mit den Schwerpunkten Synthese und Verifikation digitaler Schaltungen und Hardwarealgorithmen
Musterklassifikation und Bildverarbeitung
Computergrafik und virtuelle Welten