Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=07.02.1962&Aktenzeichen=II%20137/60%20U
Timestamp: 2019-06-19 20:20:41
Document Index: 249846375

Matched Legal Cases: ['§ 169', '§ 147', '§ 91', '§ 91', '§ 116', '§ 122', '§ 122']

BFH, 07.02.1962 - II 137/60 U - dejure.org
https://dejure.org/1962,391
BFH, 07.02.1962 - II 137/60 U (https://dejure.org/1962,391)
BFH, Entscheidung vom 07.02.1962 - II 137/60 U (https://dejure.org/1962,391)
BFH, Entscheidung vom 07. Februar 1962 - II 137/60 U (https://dejure.org/1962,391)
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Unterbrechung der Verjährungsfrist in Bezug auf die Grunderwerbsteuer durch ein diesbezügliches an den Steuerpflichtigen gesandtes Schreiben
BFHE 75, 628
DB 1962, 1428
BStBl III 1962, 496
aa) Unter Geltung der Reichsabgabenordnung (AO) war umstritten, ob es für die Wahrung der Festsetzungsfrist auf den Zeitpunkt des Zugangs des Steuerbescheids oder den Zeitpunkt der Absendung durch die Finanzbehörde ankommt (vgl. die BFH-Urteile vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496, und vom 6. Mai 1975 VII R 109/72, BFHE 116, 2, BStBl II 1975, 723).
Der BFH habe wiederholt zu Sonderformen der Zustellung durch die Bundespost entschieden, z.B. durch Urteil vom 26. Juni 1996 X R 97/95 (…BFH/NV 1997, 90), vom 7. Februar 1962 II 137/60 U (BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496), ferner Urteil des FG Düsseldorf vom 18. September 1970 I 179/69 L (EFG 1971, 210).
In diesem Kontext regelt § 169 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 AO 1977 die unter der Geltung der Reichsabgabenordnung (AO) noch umstrittene Frage, ob für die Fristwahrung auf den Zeitpunkt des Zugangs der Steuerfestsetzung oder auf deren Absendung durch die zuständige Finanzbehörde abzustellen ist (vgl. zur AO: BFH-Urteile vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496, sowie vom 6. Mai 1975 VII R 109/72, BFHE 116, 2, BStBl II 1975, 723).
Es müssen vielmehr Zweifel berechtigt sein, sei es nach den Umständen des Falles, sei es nach dem schlüssigen oder jedenfalls vernünftig begründeten Vorbringen des Steuerpflichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496, und das Urteil des Oberverwaltungsgerichts --OVG-- für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster vom 28. März 1995 15 A 3217/94, Die öffentliche Verwaltung --DÖV-- 1995, 785).
a) Das Rechtsinstitut der Verwirkung gilt als Ausfluß der die gesamte Rechtsordnung beherrschenden Grundsätze von Treu und Glauben auch im Steuerrecht (ständige Rechtsprechung; vgl. z. B. BFH-Urteile vom 14. September 1977 II R 74/76, BFHE 123, 299 [304], BStBl II 1978, 168; I R 171/74; vom 30. Juni 1972 III R 133/71, BFHE 106, 233, BStBl II 1972, 779; vom 16. September 1965 V 91/63 U, BFHE 83, 441, BStBl III 1965, 657; vom 14. Februar 1967 II 15/64, BFHE 88, 42; vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496).
Der Kläger kann sich auch nicht darauf berufen, daß das Postfach am Samstag nicht geleert worden ist (vgl. BFH-Urteil vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496), weil samstags in der Kanzlei der Bevollmächtigten lediglich Rechtsanwälte, nicht aber Sekretariatspersonal tätig sind.
BFH, 06.05.1975 - VII R 109/72
Schriftliche Zahlungsaufforderung - Verjährung - Verjährungsunterbrechung - …
Das HZA führt aus: Das FG habe den Wortlaut des § 147 AO, wonach die Verjährung durch schriftliche Zahlungsaufforderung unterbrochen werde, nur unter Hinweis auf die Bestimmung des § 91 AO ausgelegt und sich dabei auf das Urteil des BFH vom 7. Februar 1962 II 137/60 U (BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496) bezogen.
Demgegenüber hat der BFH mit Urteil II 137/60 U unter Hinweis auf § 91 AO den Standpunkt vertreten, daß bei Handlungen, die sich nicht gegen, sondern an den Steuerschuldner wenden, die Unterbrechung der Verjährung erst in dem Zeitpunkt wirksam wird, in dem der Steuerpflichtige von der verjährungsunterbrechenden Handlung Kenntnis erhält, bei Steuerbescheiden also im Zeitpunkt des Zuganges des Bescheides.
Anforderungen an eine Besetzungsrüge i. S. des § 116 Abs. 1 Nr. 1 FGO bei …
Dementsprechend hat die Rechtsprechung auch in den vergleichbar gelagerten Fällen, in denen der Adressat eines mit einfachem Brief versandten Verwaltungsakts zwar nicht den Zugang als solchen, wohl aber den fristgerechten Zugang (Zugang innerhalb der Dreitagesfrist des § 122 Abs. 2 Nr. 1 AO 1977) bestreitet, verlangt, daß der Empfänger den verspäteten Zugang durch substantiierte Erklärungen darlegt (vgl. BFH-Urteile vom 7. Februar 1962 II 137/60 U, BFHE 75, 628, BStBl III 1962, 496; vom 5. Dezember 1974 V R 111/74, BFHE 114, 176, BStBl II 1975, 286;… vom 7. November 1985 V R 3/83, BFH/NV 1987, 274;… vgl. auch Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 15. Aufl., § 122 AO 1977 Rdnr. 23).
Es genügt vielmehr, wenn sich ein Steuerpflichtiger infolge eines positiven Verhaltens des FA darauf einrichten durfte, daß er mit einer Steuernachforderung nicht mehr zu rechnen brauchte, und wenn seitdem ein längerer Zeitraum verstrichen ist (vgl. Urteil des BFH II 137/60 U vom 7. Februar 1962, BFH 75, 628, BStBl III 1962, 496).
BFH, 14.02.1967 - II 15/64
Zeitliche Grenze für die Geltendmachung eines Steueranspruches
FG Hamburg, 18.01.2006 - VI 90/05
BFH, 04.04.1967 - II 143/62
Einordnung der Einräumung eines überhöhten Gewinnanteils an einer KG durch …