Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20V%20226/11
Timestamp: 2019-08-18 08:08:36
Document Index: 84016434

Matched Legal Cases: ['§ 233', '§ 12', '§ 20', '§ 52', 'Art 20', '§ 233', '§ 233', '§ 233', '§ 233', '§ 20', '§ 20', '§ 20', 'Art. 60', 'Art. 60']

FG Schleswig-Holstein, 27.01.2012 - 1 V 226/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,3237
FG Schleswig-Holstein, 27.01.2012 - 1 V 226/11 (https://dejure.org/2012,3237)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 27.01.2012 - 1 V 226/11 (https://dejure.org/2012,3237)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 27. Januar 2012 - 1 V 226/11 (https://dejure.org/2012,3237)
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§ 233a AO, § 12 Nr 3 EStG 2009, § 20 Abs 1 Nr 7 S 3 EStG 2009, § 52a Abs 8 S 2 EStG 2009, Art 20 Abs 3 GG
Berücksichtigung von Erstattungszinsen i.S.d. § 233a AO bei der Einkommensteuerveranlagung als Einnahmen aus Kapitalvermögen
Rechtmäßigkeit der Besteuerung im VZ 2009 zugeflossener Zinsen i. S. d. § 233a AO auf Einkommensteuererstattungen zweifelhaft
Berücksichtigung von Erstattungszinsen i.S.d. § 233a AO bei der ESt-Veranlagung als Einnahmen aus Kapitalvermögen
Rechtmäßigkeit der Besteuerung im Veranlagungszeitraum 2009 zugeflossener Zinsen i.S.d. § 233a AO auf Einkommensteuererstattungen auf der Grundlage des § 20 Abs. 1 Nr. 7 S. 3 EStG
EFG 2012, 619
Zumindest werden Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Rückwirkung angemeldet (vgl. Beschlüsse des FG Düsseldorf vom 5. September 2011 1 V 2325/11 A(E), EFG 2012, 120, 122; des FG Münster in EFG 2012, 118, 119; des Schleswig-Holsteinischen FG vom 27. Januar 2012 1 V 226/11, EFG 2012, 619, 621; Panzer/Gebert, DStR 2011, 741, 743 f.; Rublack, FR 2011, 173, 175).
Sowohl das FG Düsseldorf als auch das Schleswig-Holsteinische FG bezweifelten in ihren Beschlüssen vom 05.09.2011, 1 V 2325/11 A (E) EFG 2012, 120 und vom 27.01.2012 1 V 226/11, EFG 2012, 619, ob durch die Einführung des § 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 3 EStG n.F. ein Rechtszustand bzw. eine Gesetzeslage wieder hergestellt worden sei, die vor Ergehen des BFH-Urteils vom 15.06.2010 VIII R 33/07, aaO bestanden habe.
Sowohl das FG Düsseldorf als auch das Schleswig-Holsteinische FG bezweifelten in ihren Beschlüssen vom 05.09.2011, 1 V 2325 (E), EFG 2012, 120 und vom 27.01.2012 1 V 226/11, EFG 2012, 619, ob durch die die Einführung des § 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 3 EStG n.V. ein Rechtszustand bzw. eine Gesetzeslage wieder hergestellt worden sei, die vor Ergehen des BFH-Urteils vom 15.06.2010 VIII R 33/07, aaO bestanden habe.
Das Gericht folgt der in der erstinstanzlichen Rechtsprechung der Finanzgerichte ganz überwiegend vertretenen Auffassung, dass die in Art. 60 Abs. 1 Satz 2 der Durchführungs-Verordnung (EG) Nr. 987/2009 (VO Nr. 987/2009) getroffene Regelung nicht bezweckt, einen unstreitig bestehenden Kindergeldanspruch dem Anspruchsinhaber unter Hinweis auf seine Familienangehörigen zu versagen [ausführlich FG Düsseldorf, Urteil vom 09. Februar 2012 16 K 1564/11 Kg, EFG 2012, 1369; so beispielsweise auch FG Münster, Urteil vom 14. August 2013 2 K 4354/10 Kg, juris, Revision BFH III R 45/13; FG Düsseldorf, Urteil vom 25. Juli 2013 16 K 4228/12 Kg, juris; Bauhaus, EFG 2012, 619 mit zahlreichen Nachweisen aus der Rechtsprechung; a.A. FG Bremen, Urteil vom 10. November 2011 3 K 26/11 (1), EFG 2012, 143].
Das Gericht folgt der in der erstinstanzlichen Rechtsprechung der Finanzgerichte ganz überwiegend vertretenen Auffassung, dass die in Art. 60 Abs. 1 Satz 2 der Durchführungs-Verordnung (EG) Nr. 987/2009 getroffene Regelung nicht bezweckt, einen unstreitig bestehenden Kindergeldanspruch dem Anspruchsinhaber unter Hinweis auf seine Familienangehörigen zu versagen [ausführlich FG Düsseldorf, Urteil vom 09. Februar 2012 16 K 1564/11 Kg, EFG 2012, 1369; so beispielsweise auch FG Münster, Urteil vom 14. August 2013 2 K 4354/10 Kg, juris, Revision BFH III R 45/13; FG Düsseldorf, Urteil vom 25. Juli 2013 16 K 4228/12 Kg, juris; Bauhaus, EFG 2012, 619 mit zahlreichen Nachweisen aus der Rechtsprechung; a.A. FG Bremen, Urteil vom 10. November 2011 3 K 26/11 (1), EFG 2012, 143].
Gegen die durch das JStG 2010 eingefügte Neufassung des Gesetzes werden sowohl einfachrechtliche als auch verfassungsrechtliche Bedenken, insbesondere wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Rückwirkungsverbot, erhoben (vgl. FG Düsseldorf, Beschluss vom 05.09.2011 - 1 V 2325/11 A(E) -, EFG 2012, 120, dazu Büchter-Hole EFG 2012, 122; FG Münster, Beschluss vom 27.10.2011 - 2 V 913/11 E -, EFG 2012, 118; Schleswig-Holsteinisches FG, Beschluss vom 27.01.2012 - 1 V 226/11 - in juris; ähnlich Zimmermann EFG 2011, 651).