Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.05.1987&Aktenzeichen=IX%20ZR%20201%2F86
Timestamp: 2019-03-26 05:25:11
Document Index: 27711342

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 836', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 836', 'BGH', '§ 315', '§ 315', 'BGH', '§ 836', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 816', 'BGH']

BGH, 26.05.1987 - IX ZR 201/86 - dejure.org
Inhaber einer gepfändeten und überwiesenen Forderung - Leistung des Drittschuldners an den Pfändungsgläubiger auf eigene Gefahr - Pfändung einer nicht dem Schuldner zustehenden Forderung - Bestehen einer Forderung des Schuldners gegen den Drittschuldner im Zeitpunkt der Pfändung - Bestimmung des Vollstreckungsschuldners - Genehmigung einer Verfügung durch den Berechtigten - Pfändung einer Forderung wegen erheblicher Steuerschulden - Pfändung eines Sparbuchs
NJW 1988, 495
MDR 1987, 1021
WM 1987, 979
Rpfleger 1987, 464
Er kann, weil es sich um einen staatlichen Hoheitsakt handelt, vom Revisionsgericht eigenständig ausgelegt werden (BGH, Urteile vom 14. Januar 2000 - V ZR 269/98 - WM 2000, 489 unter II 2; vom 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86 - WM 1987, 979 unter II 1).
Leistet der Drittschuldner - wie hier der Beklagte - dennoch, wird er dadurch von seiner Leistungspflicht gegenüber dem wahren Gläubiger nicht frei; § 836 Abs. 2 ZPO hat keine Geltung (BGH, Urteil vom 26. Mai 1987, aaO unter II 2).
Desweiteren hat der Senat ausgesprochen, daß ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluß Zweifel, ob der Vollstreckungsschuldner der Gläubiger der gepfändeten Forderung ist, nicht ausräumt (…Urt. v. 5. Februar 1987 - IX ZR 161/85, NJW 1987, 1703, 1705; v. 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495).
Allein nach der Kontoinhaberschaft bestimmt sich grundsätzlich, zu wessen Haftungsmasse die Einlageforderung gehört (BGH 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86 - WM 1987, 979).
BGH, 10.12.2004 - V ZR 340/03
Voraussetzungen und Wirksamkeit der Hinterlegung bei Angabe eines weiteren …
Erfolgte die Zession nämlich, wie in der privatschriftlichen Abtretungsvereinbarung angegeben, bereits am 29. Dezember 1998, so hätte die Mutter des Beklagten bereits zu diesem Zeitpunkt ihre Gläubigerstellung verloren und die nachfolgende Forderungspfändung durch das Finanzamt wäre ins Leere gegangen (vgl. BGH, Urt. v. 26. Mai 1987, IX ZR 201/86, NJW 1988, 495).
Der Drittschuldner wird durch Zahlung an den Vollstreckungsgläubiger grundsätzlich nicht frei (BGH, Urt. v. 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495 f).
a) Zutreffend ist der Ausgangspunkt der Revision, dass die Pfändung einer Forderung oder eines Rechts nichtig ist, wenn Forderung oder Recht im Zeitpunkt der Pfändung nicht bestehen oder dem Vollstreckungsschuldner nicht zustehen (BGHZ 100, 36, 42; BGH, Urt. v. 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495; v. 12. Dezember 2001 - IV ZR 47/01, NJW 2002, 755, 757).
Soll die Pfändung eines Anspruchs Wirkungen äußern, so setzt dies notwendig eine im Zeitpunkt der Pfändung bestehende Forderung des Vollstreckungsschuldners gegen den Drittschuldner voraus, deren Erfüllung diesem verboten werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 26.05.1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495; Schreiber, JK 88, ZPO § 836/1).
Diese Bestimmung schützt nämlich - wie bereits der Wortlaut deutlich macht - den guten Glauben des Drittschuldners nur im Verhältnis zum Vollstreckungsschuldner (vgl. BGH, Urteil vom 26.05.1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495, 495 f.;… Fritsch, in: Pahlke/Koenig, AO, 2. Aufl. 2009, § 315, Rdnr. 3).
In einem solchen Fall befreit § 315 Abs. 1 Satz 3 AO den Drittschuldner - hier: den Beklagten - nicht von seiner Leistungspflicht (vgl. BGH, Urteil vom 26.05.1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495, 496;… Seiler, in: Thomas/Putzo, ZPO, 34. Aufl. 2013, § 836, Rdnr. 10).
Deshalb ist der Beklagte ebensowenig schutzwürdig wie jeder andere Schuldner, von dem zwei Forderungsprätendenten Leistung verlangen und der nicht weiß, wer der wahre Gläubiger ist (vgl. BGH, Urteil vom 26.05.1987 - IX ZR 201/86, NJW 1988, 495, 496).
Die Einziehung der Leistung durch den Nichtberechtigten ist damit einer Verfügung über die Forderung gleichgestellt (BGH Urteil vom 26. Mai 1987 - IX ZR 201/86 - BGHR BGB § 816 Abs. 2 - Pfändungsgläubiger 1).
Die Genehmigung kann in der Geltendmachung des »Ausgleichs«anspruches und der Erhebung der Klage liegen (BGH Urteile vom 15. Mai 1986 - VII ZR 211/85 - NJW 1986, 2430 und vom 26. Mai 1987 aaO).
LG Köln, 09.12.1997 - 11 T 237/97
Pflicht zur Auszahlung eines hinterlegten Betrages nach seiner Abtretung und …
Aufrechnung bei Geltendmachung einer Forderung eines Dritten in …
OLG Celle, 17.12.1996 - 3 Ws 291/96
FG Baden-Württemberg, 09.08.1995 - 2 K 100/93
Anspruch auf Rückforderung eines aufgrund eines Pfändungsbeschlusses und …