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Timestamp: 2016-12-07 10:40:20
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Matched Legal Cases: ['EGMR', '§ 92', '§ 102', '§ 99', '§ 102', '§ 102', '§ 5', '§ 94', '§ 135', '§ 102', '§ 99', 'OGH', 'Art 10', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 94', '§ 139', 'EuG', 'EuG']

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Vorratsdatenspeicherung: TKG-Novelle zur Umsetzung der Data Retention RL Vorarlberger Juristische Gesellschaft 21. Juni 2010 Ing. Mag. Christof Tschohl Wissenschaftlicher Mitarbeiter des BIM 3
BMVIT-Entwurf zur TKG-Novelle 2007 starke Kritik von vielen Seiten gleich zu Beginn ländervergleichende Studie des BIM im März 2008 Kritik der VDS-Richtlinie bzgl. Rechtssprechung des EGMR Anfrage des BMVIT im Februar 2009 Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet (Zeitdruck) Erfahrung und Überblick durch die Studie Kombination Technik und Recht neutrale Institution, die alle betroffenen Kreise einbinden soll Kritik an der Beauftragung des BIM seitens BM.I und BMJ: Bekannte Kritiker der RL (Bock zum Gärtner) seitens Zivilgesellschaft (NGO´s): Menschenrechts-Institut als Feigenblatt Hintergrund zum Auftrag: Weshalb das BIM ein Gesetz entwerfen soll 4
Warum übernahm das BIM den Auftrag? flächendeckende, verdachtsunabhängige Speicherung an sich sehr problematisch ABER: Ausgestaltung entscheidend für die Schwere des Eingriffs in die Privatsphäre! Transparenz Datensicherheit Rechtssicherheit Balance zwischen Sicherheit und Freiheit Wie verlief die Entstehung des Gesetzesentwurfes? regelmäßige und transparente Einbindung aller beteiligten Kreise Beachtung der technischen Aspekte bei der Formulierung von Rechtsnormen Beachtung der Notwendigkeiten im Alltag von Ermittlungs- und Justizbehörden Wer war in den Entstehungsprozess eingebunden? Ministerien (BMVIT, BM.I, BMJ); Richtervereinigung; Datenschutzkommission Vertreter der Telekom-Branche (WKO, ISPA, VTA, Zivilgesellschaft durch Repräsentanten von NGO´s BIM-Arbeitsgruppe: Strafrechts- und Kriminologieexpertin, Techniker, Datenschutzexperten Zugang des BIM: Warum, Wie, Wer? 5
Vorratsdaten keine neue Kategorie (iSv Verkehrsdaten, Inhaltsdaten, Stammdaten) Unterscheidung bezogen auf den Zweck (§ 92 Abs 3 Z 6b; § 102a) Verwendungszwecke der Daten im TKG abschließend geregelt (Rechtssicherheit) keine Berechtigung /Verpflichtung zur Speicherung aus anderen Normen (§ 99 Abs 1) kleine Unternehmen nicht speicherpflichtig (KMU-Definition der EU-Kommission, § 102a Abs 6) ZB Internet Cafe, WLAN für Kunden (administrativ/wirtschaftlich unverhältnismäßig) speicherpflichtige Anbieter sind Auftraggeber des öffentlichen Bereichs (§ 102a Abs 9) Rechtsschutz vor der DSK ohne Prozesskostenrisiko, staatl. Verantwortung (§ 5 DSG) Kosten der technischen Umsetzung zu einem angemessenen Teil vom Bund zu tragen (VfGH Judikatur zum Investitionskostenersatz für legal interception, § 94) Grundzüge des Entwurfs I 6
Übermittlung von Vorratsdaten: gerichtliche Bewilligung (vgl § 135 StPO) ausdrücklicher Bezug auf § 102a TKG nur für Ermittlung, Feststellung und Verfolgung schwerer Straftaten nach der StPO Billing-Daten nach wie vor verfügbar (§ 99 Abs 5 Z1) Sonderproblem IP-Adressen: Verkehrs- oder Stammdaten? Zuletzt OGH (LSG gg Tele2, 4Ob41/09x), Rechtssatz: Dynamische, dh nur für eine bestimmte Zeit zugewiesene IP-Adressen sind in die Kategorie der Zugangs- und damit der Verkehrsdaten einzuordnen. Obiter Dictum: IP-Logs dürften gar nicht so lange gespeichert werden; VwGH zu GZ 2007/05/0280 : Fernmeldegeheimnis des Art 10a StGG für IP- Adressen anwendbar Richtervorbehalt! Definition nach TKG-Entwurf: IP-Adressen = Zugangsdaten (statische IP-Adressen sind zugleich Stammdaten und Zugangsdaten - Doppelnatur) bereinigt Judikaturdivergenz zwischen Zivil- (4Ob41/09x) und Strafsenat (11 Os 57/05) Konsequenz: IP-Logs sind nur wenige Wochen im Live-System beim Provider notwendig/vorhanden, danach Vorratsdaten mit allen Einschränkungen (schwere Straftat) Grundzüge des Entwurfs II – Verwendungszwecke 7
Trennung: Betriebsnotwendige und auf Vorrat gespeicherte Daten besondere Sicherungsmaßnahmen (§ 102c Abs 1) Kontrolle der Datenschutzkommission übertragen (§ 102c Abs 1) Anfrage, Zugriff und Auskunft sind zu protokollieren (§ 102c Abs 2 und 3) Verordnungsermächtigung für Schnittstellendefinition (§ 94 Abs 4) verschlüsselte Übermittlung per im CSV-Format keine Umsetzung des ETSI-Data-Retention Standards keine (logisch) zentrale Speicherung, kein Data-Mining Ausblick für Kompromiss - notwendige Anpassungen in SPG/StPO: Verwendungszwecke müssen bestimmt und eingeschränkt sein Informationspflichten und Rechtsschutz müssen im SPG vorgesehen werden IP-Log Auskünfte nach StPO ins Informations- und Rechtsschutzregime des § 139 StPO vor der Begutachtung keine Bereitschaft für SPG/StPO Anpassungen bei BM.I und BMJ daher im Entwurf auch keine Öffnung der strittigen Anwendungsbereiche nach der Begutachtung: Ausdrücklicher Auftrag dazu von BKA-VD Grundzüge des Entwurfs III Datensicherheit – Übermittlung - Dokumentation 8
Entscheidung des dt. BVerfG als Maßstab für eine Umsetzung nur Umsetzung grundgesetzwidrig, VDS an sich nicht unzulässig Entwurf enthält die meisten Punkte, die im dt. Urteil kritisiert wurden wesentliche Bestimmungen die in Deutschland zur Aufhebung geführt haben, müssen in Österreich in SPG und StPO angepasst werden Konkretisierung des Sorgfaltsmaßstabes durch Verordnung wahrscheinlich Andere höchstgerichtliche Verfahren in Europa Verfassungsgerichte in Rumänien und Bulgarien kippen die Umsetzung Vertragsverletzungs-Urteile des EuGH gegen Griechenland, Schweden und Tschechische Republik noch keine Verurteilung Österreichs Grundrechtsbedenken eingewendet, mündliche Verhandlung beantragt (noch keine Antwort) Vorabentscheidungsverfahren durch den HighCourt von Irland vor dem EuGH Politische Entwicklung in Europa Evaluierung der Richtlinie bis Mitte September 2009 durch die Kommission kritische öffentliche Äußerungen der Kommissarinen für Inneres und Justiz neues Regierungsprogramm in GB sieht Abschaffung der Data Retention vor Entwicklung in anderen Mitgliedsstaaten und auf europäischer Ebene 9
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