Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%2042/94
Timestamp: 2019-10-14 04:57:47
Document Index: 6543457

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 15', '§ 4', '§ 4', '§ 15', '§ 76', '§ 118', '§ 15', '§ 230']

BFH, 26.11.1996 - VIII R 42/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,302
BFH, 26.11.1996 - VIII R 42/94 (https://dejure.org/1996,302)
BFH, Entscheidung vom 26.11.1996 - VIII R 42/94 (https://dejure.org/1996,302)
BFH, Entscheidung vom 26. November 1996 - VIII R 42/94 (https://dejure.org/1996,302)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,302) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG §§ 4 Abs. 1, 15 Abs. 1 Nr. 2, 15 Abs. 3 Nr. 2
EStG § 4 Abs. 1, § 15 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 Nr. 2
Schwester-Personengesellschaften - Einkommensteuer - Atypische stille Gesellschaft
§§ 4 Abs. 1, 15 Abs. 1 Nr. 2, 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG
Einkommensteuer; Beteiligung einer gewerblich geprägten atypischen stillen Gesellschaft an gesellschafteridentischer Personengesellschaft
EStG § 4 Abs 1, EStG § 15 Abs 1 Nr 2, FGO § 76 Abs 1
Sonderbetriebsvermögen; Stille Gesellschaft; Zurechnung
FG Schleswig-Holstein, 07.06.1994 - V 106/93
BFHE 182, 101
NJW 1997, 2003
BB 1997, 1131
BB 1997, 1987
DB 1997, 1060
BStBl II 1998, 328
Es genügt aber, daß die Verbindlichkeiten des tätigen Gesellschafters im Innenverhältnis allen Gesellschaftern entsprechend ihrem Beteiligungsverhältnis zugerechnet werden (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328).
Der Große Senat hat hinsichtlich der Frage, ob eine Personengesellschaft ein gewerbliches Unternehmen betreibt, allein auf deren Tätigkeit, wie sie sich in der gemeinschaftlichen Betätigung ihrer Gesellschafter widerspiegelt, abgestellt (ferner Beschlüsse des Großen Senats des BFH vom 3. Juli 1995 GrS 1/93, BFHE 178, 86, BStBl II 1995, 617, 621; vom 11. April 2005 GrS 2/02, BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, zur sog. Zebragesellschaft, wonach grundsätzlich für die einkommensteuerrechtliche Qualifizierung der Einkünfte der Gesellschafter einer Personengesellschaft maßgeblich ist, welche Einkunftsart durch die Tätigkeit der Gesellschaft, d.h. der Gesellschafter in ihrer gesamthänderischen Verbundenheit, verwirklicht wird; ferner BFH-Urteil vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328).
Er führt die Geschäfte im Außenverhältnis zu den Teilnehmern am Rechtsverkehr; im zivilrechtlichen Sinn gibt es daher keine Tätigkeit der stillen Gesellschaft (BFH-Urteil vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328).
Sie ist selbständiges "Subjekt der Gewinnerzielung, Gewinnermittlung und Einkünftequalifikation" (BFH-Urteil in BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328).
Die im Außenverhältnis bestehenden Verbindlichkeiten des Inhabers des Handelsgeschäfts werden daher bei der atypisch stillen Gesellschaft dem ertragsteuerrechtlich maßgebenden Innenverhältnis entsprechend allen Gesellschaftern je nach der Höhe ihrer Beteiligung am Kapital der atypisch stillen Gesellschaft zugerechnet (BFH-Urteile in BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328, und vom 15. Oktober 1998 IV R 18/98, BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286, unter I.1.).
Wie bereits ausgeführt, sind nach der Rechtsprechung des BFH (Urteile in BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328, und in BFHE 187, 250, BStBl II 1999, 286, unter I.1.) bei der atypisch stillen Gesellschaft die Verbindlichkeiten des Inhabers des Geschäftsbetriebs im Innenverhältnis allen Gesellschaftern entsprechend ihrem Beteiligungsverhältnis zuzurechnen.
Sie selbst hat als grundsätzlich eigenständiges Subjekt der Gewinnerzielung, Gewinnermittlung und Einkünftequalifikation (vgl. BFH-Urteil vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328, m.w.N.) keine Ingenieuraufträge angenommen, erfüllt, abgerechnet und die entsprechenden Honorare vereinnahmt.
Die zwischen den Vertragsparteien vereinbarte Errichtung und Veräußerung der Ferienappartements erfüllte nach den tatsächlichen Feststellungen des FG, an die der Senat gebunden ist (§ 118 Abs. 2 FGO), die Voraussetzungen einer Mitunternehmerschaft nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, da die gewerbliche Tätigkeit der Klägerin nach dem GV vom 5. März 1990 auch der H-GmbH sowie der C-GmbH als Mitunternehmerinnen zuzurechnen war (vgl. Senatsurteil vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328).
Eine BGB-Innengesellschaft ist auch die atypisch stille Gesellschaft (vgl. u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. November 1996 VIII R 42/94, BFHE 182, 101, BStBl II 1998, 328;… Karsten Schmidt, Gesellschaftsrecht, 3. Aufl., S. 1837 ff., m.w.N.); sie ist aber nach § 230 HGB nicht nur durch die Merkmale einer Innengesellschaft, sondern auch dadurch gekennzeichnet, dass der stille Gesellschafter am Handelsgewerbe des Geschäftsinhabers beteiligt ist und die Einlage des stillen Gesellschafters keiner gesamthänderischen Bindung unterliegt, sondern in das Vermögen des Geschäftsinhabers zu leisten ist (…vgl. u.a. BFH-Urteil vom 13. Mai 1998 VIII R 81/96, BFH/NV 1999, 355).