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Timestamp: 2016-10-24 20:06:38
Document Index: 156313700

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 175']

Investitionsabzugsbetrag/ Ansparabschreibung
Lexikon Steuerrecht Investitionsabzugsbetrag/ Ansparabschreibung
Berechnung des Investitionsabzugsbetrages
Sonderregelung wegen der Wirtschaftskrise in 2009 und 2010
Voraussetzungen des Investitionsabzugsbetrages Kleinere und mittlere Betriebe können für die Investitionen oder die Erstellung bestimmter Wirtschaftsgüter einen sogenannten Investitionsabzugsbetrag von ihrem Gewinn abziehen. Dieser wird als gewinnmindernde Rücklage (vor 2008 auch als Ansparabschreibung) bezeichnet. Mit der Unternehmensteuerreform 2008 wurde der maßgebliche § 7g EStG geändert und aus der "Ansparabschreibung" wurde der "Investitionsabzugsbetrag" eingeführt. Ein Abzug ist nur bei Betrieben möglich, die die folgenden Größenmerkmale erfüllen:
Bilanzierende Gewerbebetriebe oder bilanzierende freiberufliche Betriebe mit einem Betriebsvermögen von maximal 235.000 €, Betriebe der Land- und Forstwirtschaft mit einem Wirtschaftswert oder Ersatzwirtschaftswert von maximal 125.000 €, Betriebe, die ihren Gewinn durch einen Einnahme-Überschuß-Rechnung ermitteln, mit einem Gewinn von maximal 100.000 € vor Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrages, Der Investitionsabzugsbetrag kann bis zu 40 % der geplanten Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines neuen oder gebrauchten, beweglichen Wirtschaftsgutes betragen (§ 7g Abs. 1 Satz 1 EStG). Der Höchstbetrag für die insgesamt am Bilanzstichtag abgezogenen Beträge beträgt € 200.000. Es muss die Anschaffung eines Wirtschaftgutes in den folgenden drei Jahren nach Abzug des Investitionsabzugsbetrages geplant sein. Das Wirtschaftsgut muss "seiner Funktion nach" bezeichnet werden. Berechnung des Investitionsabzugsbetrages Im Zeitpunkt der Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt zwingend eine außerbilanzielle Hinzurechnung in Höhe von 40 % der Anschaffungskosten beziehungsweise Herstellungskosten, maximal jedoch in Höhe des geltend gemachten Abzugsbetrag (§ 7g Abs. 2 EStG). Gleichzeitig können die Anschaffungskosten/ Herstellungskosten des Wirtschaftsguts entsprechend gekürzt werden. Damit ergibt sich im Wirtschaftsjahr der Anschaffung keine Gewinnauswirkung, wenn der tatsächliche Investitionsaufwand dem prognostizierten Investitionsbetrag entspricht und das Wahlrecht zur Kürzung der Anschaffungskosten ausgeübt wird. Der verbleibende Betrag ist nun AfA-Bemessungsgrundlage. Gegebenenfalls ist eine Mittelstandssonderabschreibung von insgesamt maximal 20 % neben der normalen AfA möglich. Das Wirtschaftsgut muss mindestens bis zum Ende des auf die Anschaffung folgenden Wirtschaftsjahres in einer inländischen Betriebsstätte betrieblich genutzt werden. Jedes Wirtschaftsgut ist einzeln zu dokumentieren (keine Bildung von Sammelposten). War der Investitionsabzugsbetrag zu hoch und erfolgen auch innerhalb des verbleibenden Investitionszeitraums keine weiteren Investitionen, ist der Restbetrag nach Ablauf der Investitionsfrist rückwirkend gewinnerhöhend aufzulösen. Unterbleibt die Investition (§ 7g Abs. 3 EStG) oder wird die Nutzungsfrist nicht eingehalten (§ 7g Abs. 4 EStG), ist der Investitionsabzugsbetrag rückgängig zu machen. Durch die neue Regelung kommt es bei fehlender Investition nicht im Jahr der Auflösung der Rücklage zu einer Gewinnerhöhung, sondern zu einer rückwirkenden Änderung des Steuerbescheids gemäß § 175 Abgabenordnung für das Jahr der Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags. Eine sich daraus ergebende Steuernachforderung wird mit 6 % im Jahr verzinst, beginnend ab dem 16. Folgemonat der Steuerentstehung (ESt 2007: Verzinsung ab 1. April 2009). Sonderregelung wegen der Wirtschaftskrise in 2009 und 2010 Bedingt durch das Konjunkturpaket gegen die Auswirkungen der Finanzkrise ergeben sich in den Jahren 2009 und 2010 nachfolgende, auf die beiden genannten Jahre befristete Änderungen: Die Gewinngrenze wird von € 100.000 auf € 200.000 angehoben (nur bei Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschußrechnung). Das Betriebsvermögen darf anstatt € 235.000 nun bis € 335.000 betragen (nur bei Bilanzierenden).Lesen Sie auch :
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