Source: https://reihengeschaeftrechner.de/U1_versendet/Reihengeschaeft_FR-DE-PL-kA.php
Timestamp: 2019-02-16 13:40:00
Document Index: 177995877

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 25', '§ 4', '§ 6', 'Art. 138', '§ 25', 'Art. 141', '§ 25', 'Art. 197', '§ 25', '§ 25', '§ 25']

Reihengeschäftrechner Deutschland / FR-DE-PL / U1 versendet
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Ein polnischer Unternehmer U3 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U2 (=1. Abnehmer) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim französischen Großhändler U1 (=erster Lieferer) und weist diesen an, die Maschine direkt an den polnischen Unternehmer U3 zu liefern.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (§ 25b UStG) ist für den ersten Abnehmer U2 keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.
"Lieferung 1" von U1 (Frankreich) an U2 (Deutschland)
Steuerbare Lieferung in Polen (U3)
Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG: Die Steuerschuld des deutschen Unternehmers U2 geht auf den polnischen Unternehmer U3 über (Reverse-Charge-Verfahren).
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen (französischen) UID-Nummer sowie der (deutschen) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U2.
Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U2.
Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Polen.
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit (aus deutscher Sicht) in der deutschen UVA nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U2 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U3 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
Bei Dreiecksgeschäften hat der 1. Abnehmer U2 keine Meldepflicht.
Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 141 der Richtlinie 2006/112/EC) und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 197 der Richtlinie 2006/112/EC) (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (deutschen) UID-Nummer die UID-Nummer des polnischen Unternehmers U3 angegeben werden.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den polnischen Unternehmer U3 über. Der Wert der Ausgangsrechnung muss aber dennoch in Zeile 38/KZ 42 erfasst werden (aus deutscher Sicht).
Erfassung des Umsatzgeschäfts an die UID-Nummer des polnischen Unternehmers U3 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.
Aus der Sicht des letzten Abnehmers U3 (aus Polen):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der polnische Unternehmer U3 hat daher die Steuer nach den polnischen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG und andererseits als Vorsteuern aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.
Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Frankreich und in Polen die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!
Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Dreiecksgeschäften finden Sie unter www.dreiecksgeschaeft.de.
Die englische Version finden Sie im chaintransaction-calculator.de.