Source: https://www.rechtsanwaelte-arbeitsrecht-lw.de/Abfindung-H%C3%B6he-und-Berechnung/
Timestamp: 2019-08-23 07:50:02
Document Index: 396413568

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 24', '§ 34', '§ 1']

Abfindung einfach berechnen - Formel / Steuer / Höhe
Formel / Steuer / Höhe
Formel zur Berechnung der Abfindung
Abfindung berechnen – Formel / Steuer / Höhe
Formeln um die Abfindung zu berechnen:
Die gängigste Formel zur Berechnung der Höhe einer Abfindung ist die aus § 1a KSchG: 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr.
Darüber hinaus ist auch das Alter zu berücksichtigen. Dazu gibt es folgende Faustformel, die das Alter des Arbeitnehmers mit berücksichtigt:
bis zu 39 Jahren: 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr (entspricht § 1 a KSchG)
40 – 49 Jahre: 0,75 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr
ab 50 Jahre: 1 Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr
Beispiel: Abfindung nach 15 Jahren
Dargestellt wird die Berechnung einer Abfindung nach vorgenannten Formeln am Beispiel eines 45-jährigen Arbeitnehmers, welcher nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt wurde. Das letzte Bruttomonatsgehalt betrug 3.000 €.
gemäß § 1 a KSchG
15 x 3.000 € x 0,5 = 22.500 €
gemäß der Altersformel
15 x 3.000 € x 0,75 = 33.750 €
Steuern auf die Abfindung
Wenn ein Arbeitnehmer auf Veranlassung des Arbeitgebers ausscheidet und in diesem Zusammenhang eine Abfindung erhält, gilt die sogenannte “Fünftel Regelung”. Dies ist eine Steuerbegünstigung nach § 24 Nr 1 in Verbindung mit § 34 Abs. 1 + 2 Einkommenssteuergesetz (EStG). Pauschal gesagt, wird die Abfindungssumme “durch 5” geteilt, um zunächst die Progression festzustellen. Dieser Steuersatz findet dann Anwendung auf die gesamte Abfindung.
Hat ein Arbeitnehmer/in beispielsweise ein Jahresbruttoeinkommen i.H.v. 50.000 € im Jahr des Ausscheidens und erhält einer Brutto-Abfindung i.H.v. 50.000 € wird steuerlich die Progression angewandt, die sich aus 50.000 € (Jahresbruttoeinkommen) + (50.000 € (Brutto-Abfindung) / 5 = 10.000 €) = 60.000 € ergibt. Mit der niedrigeren Progression, die bei 60.000 € angewandt wird, wird die gesamte Abfindung i.H.v. 50.000 € versteuert.
Ab wann bekommt man eine Abfindung?
Ein Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses keinen automatischen Anspruch auf eine Abfindung. Man bekommt sie nur, wenn sie zuvor mit dem Arbeitgeber ausgehandelt wurde. Ausnahmen gibt es in Fällen, in denen bereits im Arbeitsvertrag für den Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung vorgesehen ist. In seltenen Ausnahmefällen gibt es eine gesetzlich garantierte Abfindung.
Weitere Fälle, in denen eine Abfindung durchaus üblich ist, sind der Aufhebungsvertrag und die Betriebsbedingte Kündigung.
Da es keine Pflicht zur Zahlung einer Abfindung gibt, ist auch die Höhe einer Abfindung nicht vorgeschrieben. Die Abfindung ist immer so hoch, wie sie ausgehandelt wurde. Die Höhe sollte man stets schriftlich festhalten.
Die Abfindung berechnen
Auch wenn die Höhe Abfindung immer frei gewählt werden kann, dient § 1a KSchG oft als Orientierungshilfe. Hier werden genauere Ausführungen über die Abfindung nach einer betriebsbedingten Kündigung gemacht. Die Norm legt fest, dass pro Beschäftigungsjahr ein halbes Bruttomonatsgehalt als Abfindung zu zahlen ist. Hat der Arbeitnehmer ein weiteres Beschäftigungsjahr angebrochen, so wird ab einem Zeitraum von 6 Monaten auf ein volles Jahr aufgerundet. D.h. war ein Arbeitnehmer 7 Jahre und 8 Monate in einem Unternehmen, so bekommt er 4 Bruttomonatsgehälter als Abfindung. Waren es nur 7 Jahre und 3 Monate, so bekommt er 3,5 Bruttomonatsgehälter.