Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2037,%20366
Timestamp: 2020-07-07 11:28:05
Document Index: 110622831

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'Art. 31', '§ 28', '§ 28', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 121', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 22', '§ 28', '§ 15', '§ 19', 'BGH', 'BGH', '§ 28', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.04.1991 - 4 StR 518/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,681
BGH, 18.04.1991 - 4 StR 518/90 (https://dejure.org/1991,681)
BGH, Entscheidung vom 18.04.1991 - 4 StR 518/90 (https://dejure.org/1991,681)
BGH, Entscheidung vom 18. April 1991 - 4 StR 518/90 (https://dejure.org/1991,681)
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Kommunaler Leinenzwang
Art. 3 GG;
Art. 31, 74 Nr. 22 GG, § 28 StVO, Verkehrsbezogenheit
Ordnungsbehördliche Verordnung - Kommune - Verstoß gegen Bundesrecht - Anleinzwang - Hundeanleinpflicht - Verkehrsbezogener Zweck - Öffentlicher Straßenraum
StVO § 28 Abs. 1
OLG Hamm, 19.09.1990 - 2 Ss OWi 373/90
BGHSt 37, 366
NJW 1991, 1691
MDR 1991, 683
NVwZ 1991, 711 (Ls.)
NZV 1991, 277
DÖV 1991, 697
Die Rechtsfrage, in welchem Verhältnis die Vorschriften der §§ 32, 33 StVO zu den (jeweiligen) landesstraßenrechtlichen Bestimmungen der Sondernutzung stehen, ist daher identisch und bedarf einheitlicher Beantwortung (vgl. auch BGHSt 37, 366, 368; 42, 79, 81 jeweils m.w.N.;… Franke in Löwe/Rosenberg StPO 25. Aufl. § 121 GVG Rdn. 54;… Kissel GVG 3. Aufl. § 121 Rdn. 15).
Der Bund hat von der konkurrierenden Gesetzgebungskompetenz für das Straßenverkehrsrecht insbesondere im Straßenverkehrsgesetz und zu dessen Ausfüllung u.a. in der Straßenverkehrsordnung weitgehend abschließend Gebrauch gemacht (vgl. BVerfGE 32, 319, 326 ff.; 67, 299, 320 f.; BGHSt 37, 366, 370).
Anders liegt es indessen, wie der Senat bereits für den vergleichbaren Fall eines durch kommunale Verordnung angeordneten Leinenzwangs für Hunde auf öffentlichen Straßen entschieden hat (vgl. BGHSt 37, 366), wenn mit einer landesrechtlichen Norm des Straßen- und Wegerechts nicht straßenverkehrsbezogene, sondern sonstige ordnungsrechtliche Zwecke verfolgt werden (vgl. BVerfGE 67, 299, 322 f.; s. bereits Evers NJW 1962, 1033, 1035, 1037).
Zudem besteht für gehorchende Hunde auch kein Leinenzwang (BGH NJW 91, 1691).
Bundesgerichtshof - BGH -, Beschluss vom 18. April 1991 - 4 StR 518/90 -, NJW 1991, S. 1691 - 1692; VG Gelsenkirchen, Urteil vom 24. März 2005 - 16 K 659/02 - .
BGH, Beschluss vom 18. April 1991 - 4 StR 518/90 -, NJW 1991, S. 1691 - 1692; Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 8. April 2001 - 5 Ss OWi 1225/00 -, NVwZ 2002, S. 765 f.
BGH, Beschluss vom 18. April 1991 - 4 StR 518/90 -, NJW 1991, S. 1691 - 1692; Oberlandesgericht Düsseldorf, Beschluss vom 9. August 1991 - 5 Ss (OWi) 297/91 - (OWi) 125/91 I, NVwZ-RR 1992, S. 301 - 302.
Gleichwohl durfte der Verordnungsgeber im Interesse einer praktikablen und damit auch effektiven Regelung von differenzierenden Ausnahmen vom Leinenzwang für bestimmte Gebiete und bestimmte Hundearten im Sinne des § 3 Abs. 1 Nrn. 2 - 4 VO absehen (zur Geeignetheit und Verhältnismäßigkeit eines generalisierenden Leinenzwangs s. Normenkontrollbeschl. d. Senats v. 6.7.1989, NVwZ-RR 1990, 16 sowie BGH, NJW 1991, 1691, ferner zur allgemeinen Zulässigkeit des Leinenzwangs für die Abwehr hundetypischer Gefahren: Beschl. d. Senats v. 15.7.1967, ESVGH 18, 19/21 f.; Beschl. v. 31.1.1980, BWVPr. 1980, 167, ebenso OLG Hamm, Beschl. v. 3.12.1987, NVwZ 1988, 671).
Durch diese Entscheidungen ist für die Tatgerichte der Rahmen für die Beurteilung der Wirksamkeit von kommunalen Regelungen zum Leinenzwang für Hunde abgesteckt (vgl. im Übrigen auch BGHSt 37, 366: die Bestimmung einer kommunalen ordnungsbehördlichen Verordnung, nach der Hunde auf Straßen nur angeleint geführt werden dürfen, verstößt nicht gegen Bundesrecht, soweit der Leinenzwang dem allgemeinen Ordnungsrecht zuzurechnen ist).
Soweit Überschneidungen der Regelungsbereiche denkbar sind, sind wie in § 3 Abs. 4 HundehV weitergehende (kommunale) Regelungen vorbehalten (vgl. z.B. § 22 Abs. 1 BbgJagdG) und/oder die Regelungszwecke unterscheiden sich jeweils wesentlich (z.B. die Bestimmungen zum Führen von Haustieren auf der Straße in § 28 Abs. 1 StVO [vgl. hierzu Beschluss des Bundesgerichtshof vom 18. April 1991 - 4 StR 518/90 -, juris Rn. 11 ff.], die Anleinpflicht nach § 15 Abs. 8 LWaldG oder Schutzausweisungen nach §§ 19 ff. BbgNatSchG).
OLG Dresden, 07.02.2007 - Ss OWi 395/06
So hatte bereits der Bundesgerichtshof in der Vorlageentscheidung vom 18. April 1991, 4 StR 518/90 (BGHSt 37, 366 ff. = NJW 91, 1691 f.) hinsichtlich des Leinenzwangs für Hunde ausgeführt, dass im Zusammenhang mit allgemeinem Ordnungsrecht vielfältige Gefahren von Hunden ausgehen können, so für Menschen, die sie verletzen, beschmutzen oder auch nur erschrecken können; aber auch für die Kleidung sowie mitgeführte und abgestellte Sachen, die sie zerstören, beschädigen und unkontrolliert verunreinigen können; für sonstige Tiere, namentlich auch andere Hunde; schließlich für die Sauberkeit öffentlicher und angrenzender Flächen und Wege.
OLG Dresden, 07.02.2007 - Ss OWi 188/06
Demgemäß hatte bereits der Bundesgerichtshof in der Vorlageentscheidung vom 18. April 1991, 4 StR 518/90 (BGHSt 37, 366 bis 373 = NJW 91, 1691 bis 1692) hinsichtlich des Leinenzwangs für Hunde ausgeführt, dass im Zusammenhang mit allgemeinem Ordnungsrecht vielfältige Gefahren von Hunden ausgehen können, so für Menschen, die sie verletzen, beschmutzen oder auch nur erschrecken können; aber auch für die Kleidung sowie mitgeführte und abgestellte Sachen, die sie zerstören, beschädigen und unkontrolliert verunreinigen können; für sonstige Tiere, namentlich auch andere Hunde; schließlich für die Sauberkeit öffentlicher und angrenzender Flächen und Wege.
OVG Saarland, 08.05.2006 - 3 N 2/05
Kostenentscheidung nach Erledigung der Hauptsache in einem …
b) Zur Frage, ob für eine Vorschrift in einer Polizeiverordnung, die Leinenzwang für Hunde auf öffentlichen Straßen vorschreibt, in Anbetracht von § 28 StVO Raum ist, wenn die ordnungsrechtliche Regelung mit der Gefährdung des Straßenverkehrs durch unangeleinte Hunde begründet wird (hier offen gelassen; vgl. BGH, Beschluss vom 18.4.1991 - 4 StR 518/96 - NJW 1991, 1691).
Das mag zwar die Begründung eines Leinenzwanges auch auf öffentlichen Straßen aus sonstigen ordnungsrechtlichen Gründen nicht ausschließen, mit dem Hinweis auf die Gefährdung des Straßenverkehrs durch unangeleinte Hunde dürfte sich die umstrittene Regelung jedoch nicht rechtfertigen lassen BGH, Beschluss vom 18.4.1991 - 4 StR 518/96 - NJW 1991, 1691, zitiert nach Juris.
OLG Düsseldorf, 09.08.1991 - 5 Ss OWi 297/91
KG, 04.01.2006 - 5 Ws (B) 626/05
Leinenzwang: Verfassungsmäßigkeit der Anleinpflicht für Hunde in öffentlichen …