Source: http://rechnungswesen-info.de/passive_rechnungsabgrenzung.html
Timestamp: 2017-09-25 17:05:06
Document Index: 76019649

Matched Legal Cases: ['§ 250', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 250', '§ 5']

Der § 250 HGB legt fest:
Der § 5 Abs. 5 EStG legt fest:
Die Passive Rechnungsabgrenzung ist hervorgehoben.
Transitorische Posten (hinüberreichend)
Der erfolgswirksame Betrag wird mit Hilfe der Bilanz ins neue Jahr genommen.
Die Zahlung erfolgt im alten Jahr. Aktive Rechnungs­abgrenzung (ARA) Ausgabe Aufwand Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 5 Abs. 5 Nr. 1 EStG).
Passive Rechnungs­abgrenzung (PRA) Einnahme Ertrag Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 5 Abs. 5 Nr. 2 EStG).
Antizipative Posten (vorwegnehmend)
Der erfolgswirksame Vorgang wird vor dem Zahlungszeitpunkt berücksichtigt.
Sonstige Verbindlichkeiten Aufwand Ausgabe Aufwendungen die ins Abschlussjahr gehören, als Ausgaben aber erst im Folgejahr anfallen.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten dienen damit der Periodenabgrenzung von Einnahmen im aktuellen Jahr und Erträgen im Folgejahr. Passive Rechnungsabgrenzungsposten verkörpern damit noch ausstehende Verpflichtungen.
Beispiele für die Passive Rechnungsabgrenzung
im Voraus erhaltene Miete
im Voraus erhaltene Zinsen
im Voraus erhaltene Provisionen
Passive Rechnungsabgrenzung buchen
Die Periodenabgrenzungen können zum Abschlussstichtag oder bei der Erfassung der Einnahmen (Zahlungszeitpunkt) erfolgen.
Bildung der passiven Rechnungsabgrenzung im Zahlungszeitpunkt
Bildung der passiven Rechnungsabgrenzung am Jahresende
Bank (Gesamtbetrag)
an Ertragskonto (Betrag altes Jahr)
an Passive Rechnungsabgrenzung (Betrag neues Jahr) Im Zahlungszeitpunkt wurde Ertrag gebucht. Der Teil, der das neue Jahr betrifft, wird abgegrenzt.
Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres ist die Passive Rechnungsabgrenzung wieder aufzulösen.
Buchungssatz: Passive Rechnungsabgrenzung an Ertragskonto
Wir vermieten einen Teil unseres Bürogebäudes an eine andere Firma. Die Firma muss 1.000 € pro Monat an uns zahlen.
Die Büromiete ist für zwei Monate im Voraus zu überweisen
Buchung am 01.12. für Dezember und Januar
Bank 2.000 € (Gesamtbetrag)
an Mieterträge 1.000 € (Betrag für Dezember)
an Passive Rechnungsabgrenzung 1.000 € (Betrag für Januar)
Buchungssatz im Zahlungszeitpunkt
Bank 2.000 € an Mieterträge 2.000 € (Gesamtbetrag)
Buchungssatz am Jahresende
Mieterträge 1.000 € an Passive Rechnungsabgrenzung 1.000 €
Mieterträge im alten Jahr 1.000 €
Zahlungseingang Bankkonto 2.000 €
Passive Rechnungsabgrenzung 1.000 €
Buchungssatz: Passive Rechnungsabgrenzung 1.000 € an Mieterträge 1.000 €
Der im alten Jahr im Voraus erhaltene Ertrag, wurde mit Hilfe der Bilanz ins neue Jahr genommen.
Mieterträge im neuen Jahr 1.000 €
Das Konto Passive Rechnungsabgrenzung ist ausgeglichen.
Die Passive Rechnungsabgrenzung ist ihrem Wesen nach eine Leistungsverbindlichkeit. So begründet die erhaltene Mietvorauszahlung aus dem obigen Beispiel eine Verpflichtung auf weitere Überlassung der gemieteten Räume im neuen Geschäftsjahr.
Urteil vom 19.9.2012, IV R 45/09
Eine Berücksichtigung der streitigen Beträge als passive Rechnungsabgrenzungsposten kommt ebenfalls nicht in Betracht (anderer Ansicht Krüger, Deutsches Steuerrecht 2011, 1095). Nach § 250 Abs. 2 HGB i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG sind auf der Passivseite als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Diese Voraussetzungen sind im Jahr der Gutscheinausgabe nicht erfüllt. Die Kunden haben den "normalen" Preis für die in Anspruch genommenen Dienstleistungen bezahlt. Sie erhielten die Gutscheine von der GmbH als Zugabe. Das entsprach auch dem Verständnis der GmbH, die die Gutscheine ausdrücklich als Weihnachtsgeschenk und Dankeschön für die Treue der Kunden ausgegeben hat. Damit lässt sich nicht vereinbaren, einen Teil des Entgelts für die im Ausgabejahr bezogene Dienstleistung dem Gutschein bzw. einer im begünstigten Zeitraum des Folgejahres in Anspruch genommenen Dienstleistung zuzuordnen.