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Timestamp: 2016-10-23 18:09:07
Document Index: 16151060

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Bundesrichter R�edi, Lustenberger und Kernen; Gerichtsschreiber Lanz
J.________, 1967, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Hans Suppiger, Seidenhofstrasse 12, 6003 Luzern,
Der 1967 geborene J.________ ist als Serviceangestellter t�tig und �ber seine Arbeitgeberin bei der SWICA Versicherungen AG (nachfolgend: SWICA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 6. Juni 2001 wurde er im Rahmen einer Razzia von der Polizei festgenommen, was sich im Nachhinein als ungerechtfertigt herausstellte. Gegen�ber dem am 8. Juni 2001 aufgesuchten Hausarzt klagte J.________ �ber Schmerzen unter anderem im Unterbauch als Folge von Gewalteinwirkung bei der Verhaftungsaktion. Auf Veranlassung des Untersuchungsrichteramtes wurde der Versicherte am 25. September 2001 durch den Amtsarzt abgekl�rt. Am 30. April 2002 meldete J.________ der SWICA einen rechtsseitigen Leistenbruch, welcher auf das Ereignis vom 6. Juni 2001 zur�ckzuf�hren sei. Die Hernie wurde am 1. Mai 2002 am Spital X.________ operativ versorgt, und es folgte eine mehrw�chige Arbeitsunf�higkeit. Nachdem J.________ die �bernahme der Heilbehandlung durch den Unfallversicherer verlangt hatte, verneinte dieser eine Leistungspflicht mit der Begr�ndung, der gemeldete Gesundheitsschaden sei nicht traumatisch bedingt (Verf�gung vom 14. August 2002). Daran hielt die SWICA auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 6. Januar 2003).
J.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei in Aufhebung des kantonalen Entscheides festzustellen, dass die Behandlung der Leistenhernie aufgrund des Unfalls vom 6. Juni 2001 notwendig geworden sei, und die SWICA zu verpflichten, hief�r die vertraglichen (recte wohl: gesetzlichen) Leistungen zu erbringen.
Die SWICA beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, ohne sich weiter zur Sache zu �ussern. Das Bundesamt f�r Gesundheit hat sich nicht vernehmen lassen.
Streitig ist die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers im Zusammenhang mit der Leistenbruch-Operation vom 1. Mai 2002 und dabei die Frage, ob dem Ereignis vom 6. Juni 2001 eine kausale Bedeutung f�r das mit dem Eingriff behandelte Leiden zukommt.
Da in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), ist das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil der Sozialversicherung vom 6. Oktober 2000 (ATSG) nicht anwendbar. Daran �ndert nichts, dass der Einspracheentscheid der SWICA - der an die Stelle der Verf�gung tritt (BGE 119 V 350 Erw. 1b mit Hinweisen) - erst im Januar 2003 ergangen ist.
Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie die Grunds�tze �ber den f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit; Invalidit�t; Tod; BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen), wobei eine Teilurs�chlichkeit gen�gt (BGE 121 V 329 Erw. 2a), den zu beachtenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen) und den neben dem nat�rlichen weiter erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 129 V 181 Erw. 3.2 mit Hinweisen) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1 Die Vorinstanz erachtet eine urs�chliche Bedeutung des Vorfalles vom 6. Juni 2001 f�r das operativ angegangene Leiden als nicht �berwiegend wahrscheinlich und verneint deswegen eine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Diese Beurteilung beruht auf einer sorgf�ltigen W�rdigung der im angefochtenen Entscheid einl�sslich dargelegten medizinischen Akten und ist nicht zu beanstanden. Hervorzuheben ist, dass gem�ss Bericht des Amtsarztes vom 13. Oktober 2001 im Zeitpunkt der Untersuchung vom 25. September 2001 klinisch kein Leistenbruch vorhanden war. Sodann bezeichneten die �rzte, welche den Eingriff vom 1. Mai 2002 durchf�hrten, aufgrund des Erscheinungsbildes der Hernie eine traumatische Genese als eher fraglich (Operationsbericht vom 4. Juni 2002).
3.2 Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragen wird, f�hrt zu keinem anderen Ergebnis.
3.2.1 Soweit geltend gemacht wird, der Versicherte sei bis zum Ereignis vom 6. Juni 2001 beschwerdefrei gewesen, ist festzuhalten, dass eine gesundheitliche Sch�digung nicht schon deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 342 Erw. 2b/bb; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 359).
3.2.2 Der Beschwerdef�hrer beruft sich zur St�tzung seines Standpunktes sodann auf seinen Hausarzt. Dessen Aussagen bieten aber, abgesehen davon, dass Stellungnahmen von Haus�rzten aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten ohnehin zur�ckhaltend zu gewichten sind (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc), auch inhaltlich keinen Anlass f�r eine von der vorinstanzlichen abweichende Betrachtungsweise: Der Hausarzt konnte bei der Befunderhebung vom 8. Juni 2001 keine Hernie feststellen (Bericht vom 11. Juni 2001). Sp�ter �usserte er sich zun�chst dahingehend, es habe eventuell eine asymptomatische Leistenhernie vorbestanden (Arztzeugnis vom 19. Mai 2002), um in der Folge auszuf�hren, die physische Einwirkung bei der Verhaftungsaktion vom 6. Juni 2001 habe zu einer Intensivierung von Beschwerden aus einem vorbestandenen Leistenbruch gef�hrt (Stellungnahmen vom 12. August 2002 und 20. Mai 2003). Diese Aussagen relativierte der Arzt in den letztinstanzlich aufgelegten Stellungnahmen vom 22. April und 6. Mai 2004 wiederum deutlich. Er best�tigte zum einen, dass er bei der Untersuchung vom 8. Juni 2001 keine Hernie habe erkennen k�nnen, und zum anderen, dass er von einem vorbestandenen Leistenbruch nichts wisse. Sodann vertrat er die Ansicht, dass nicht die Hernie, sondern die allgemeine Gewebetraumatisierung Ursache der Schmerzen war.
Anhaltspunkte daf�r, dass das Ereignis vom 6. Juni 2001 zur Verschlimmerung einer (vorbestandenen) Hernie gef�hrt oder eine solche gar hervorgerufen hat, ergeben sich aus den nicht widerspruchsfreien und in Bezug auf die Kausalit�t des operativ behandelten Leidens weitgehend auf Vermutungen beruhenden Aussagen des Hausarztes nicht. Was die von ihm weiter angesprochene M�glichkeit betrifft, eine allf�llige Hernie sei bei der Untersuchung vom 8. Juni 2001 wegen der unmittelbar nach dem Vorfall vom 6. Juni 2001 aufgetretenen Schwellung nicht erkennbar gewesen, hat es mit dem Hinweis sein Bewenden, dass auch bei der amts�rztlichen Abkl�rung, welche �ber drei Monate danach stattfand, kein Leistenbruch festgestellt werden konnte.
3.2.3 Von der durch den Beschwerdef�hrer letztinstanzlich erneut beantragten erg�nzenden medizinischen Abkl�rung ist kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss zu erwarten, weshalb davon mit der Vorinstanz in antizipierter Beweisw�rdigung (BGE 124 V 94 Erw. 4b; 119 V 344 Erw. 3c; RKUV 2002 Nr. U 469 S. 527 Erw. 2c) abzusehen ist.