Source: https://www.familienrecht.net/ehe/
Timestamp: 2018-09-24 16:03:46
Document Index: 210070111

Matched Legal Cases: ['§ 1313', '§ 1309', '§ 1312', '§ 1355', '§ 1363', '§ 9', '§ 1579']

Eheannullierung Hochzeit Gleichgeschlechtliche Ehe Kinderehe Scheinehe Zwangsheirat Ehe- und Familienberatung kirchliche Trauung standesamtliche Trauung Verlobung
1 Was bedeutet Ehe: Das Ehegesetz in Deutschland
1.1 Voraussetzungen für die Eheschließung in Deutschland
1.1.1 Heirat mit einem Ausländer: Diese Besonderheiten sind zu beachten
1.2 Hochzeit im Standesamt
1.2.1 Welche Unterlagen sind einzureichen?
1.3 Hochzeit in Deutschland: Rechtliche Veränderungen & eheliche Pflichten
1.3.1 Güterstände in der Ehe
1.4 Lebenspartnerschaftsgesetz
1.5 Wenn eine glückliche Ehe zu Ende geht: Die Scheidung
1.5.1 Ehe- und Familienberatung
1.6 Wann kann eine Aufhebung der Ehe erfolgen?
1.7 Im Ausland heiraten: Wird die Ehe in Deutschland anerkannt?
2 Kirchliche Trauung: Grundlagen zum Kirchenrecht
2.1 Christliche Ehe: evangelisch oder katholisch heiraten
2.2 Die Ehe im Islam
2.3 Vermählung im Judentum
3 Ein Blick rund um den Globus: Sind Kinderehen erlaubt?
Nimmt ein Standesbeamter trotz eines bestehenden Eheverbots eine Eheschließung vor, ist diese zwar wirksam, allerdings besteht die Option, diese anzufechten. So kann eine Ehe wegen einer Adoptivverwandtschaft durch ein Eheaufhebungsverfahren (§§ 1313 ff. BGB) beendet werden.
Nach § 1309 BGB verliert dieses Ehefähigkeitszeugnis sechs Monate nach der Ausstellung seine Gültigkeit. Beinhaltet das Zeugnis eine kürzere Geltungsdauer, ist diese ausschlaggebend. Kann ein Staat kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellen oder der Verlobte ist staatenlos mit gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland, kann der Präsident des Oberlandesgerichtes, in dessen Bezirk das zuständige Standesamt liegt, eine Befreiung erteilen. Auch dieses Dokument gilt sechs Monate.
§ 1312 BGB legt fest, dass der Standesbeamte beide Partner einzeln zur Ehe befragt. Bejahen die Ehepartner diese Frage, spricht der Beamte aus, dass die Eheschließenden nun kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass Trauzeugen anwesend sein müssen. Diese Entscheidung steht den Verlobten frei.
Den Anträgen für binationale Ehen sind Ehefähigkeitszeugnisse beizulegen. Möchte ein Ausländer eine Lebenspartnerschaft eingehen, gilt abweichend das deutsche Recht und nicht das des Heimatlandes.
Während der Heirat haben die Eheleute die Möglichkeit, einen gemeinsamen Familiennamen zu bestimmen (§ 1355 BGB). Wählen sie diese Option nicht, führt jeder Ehegatte seinen Nachnamen weiter. Als Ehename kann ein Geburtsname oder der aktuell getragene Nachname des Mannes oder der Frau gewählt werden. Grundsätzlich kann diese Entscheidung auch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, allerdings bedarf es dann einer öffentlichen Beglaubigung.
Vereinbaren die Ehegatten durch einen Ehevertrag nichts abweichendes, leben sie in dem Güterstand der Zugewinngemeinschaft (§ 1363 BGB). Erwirtschaften die Eheleute während der Ehe einen Zugewinn, ist dieser bei einer Scheidung durch einen Zugewinnausgleich zu verteilen. Das Vermögen, welches ein Ehegatte in die Ehe mit einbringt, gehört nicht zum gemeinschaftlichen Vermögen.
Beide Lebenspartner verpflichten sind, durch ihre Arbeit oder ihr Vermögen zum Unterhalt der partnerschaftlichen Lebensgemeinschaft beizutragen. Schließen sie keinen Lebenspartnerschaftsvertrag, gilt der Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Nach wie vor ist es den Partnern nicht gestattet, gemeinsam ein Kind zu adoptieren. Es bleibt also nur die Option, dass einer alleine adoptiert, er benötigt allerdings dafür die Zustimmung seines Lebenspartners (§ 9 LPartG). Bringt einer der beiden ein Kind mit in die Beziehung, kann der andere eine Stiefkindadoption durchführen.
Seit einigen Jahren ist eine eingetragene Partnerschaft – auch steuerrechtlich – der Ehe gleichgestellt. Konkret bedeutet dies, die Partner können ihre Steuerklassen entsprechend anpassen und von dem Splittingverfahren profitieren.
Ein geschiedener Ehegatte kann nur Unterhalt verlangen, wenn er auch bedürftig ist. Eventuelle Einkünfte und Vermögen sind entsprechend auf den Unterhaltsanspruch anzurechnen. Darüber hinaus kann der Unterhalt versagt werden, wenn eine grobe Unbilligkeit vorliegt (§ 1579 BGB).
Nach dem katholischen Verständnis ist der Ehebund nicht auflösbar, weswegen ein katholisch Getrauter nicht erneut katholisch heiraten kann. Dies ist nur möglich, wenn der Ehegatte verstorben ist oder die Ehe ungültig geschlossen wurde. Im letzteren Fall kann ein katholisches Gericht die Ehe annullieren.
die Heirat mit einer anderen jüdischen Frau, die noch nicht geschieden ist
Während sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen darf, hat dieses Recht die Ehefrau nicht. Die Scheidung wird von drei Rabbinern vor einem Rabbinatsgericht durchgeführt. Darüber hinaus sind ein Schreiber und zwei Zeugen anwesend.
In Deutschland sind Kinderehen eher die Ausnahme und werden widerrechtlich nur von sehr traditionell lebenden Familien heimlich durchgeführt. Spätestens seit dem Aufkommen der Flüchtlingskrise, beschäftigt sich allerdings nun auch die hiesige Politik mit dem Thema.
5 thoughts on “Ehe und Eherecht in Deutschland: Den Bund fürs Leben schließen”
familienrecht.net 18. April 2017