Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20260/90
Timestamp: 2019-11-17 08:00:12
Document Index: 149437016

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 138', '§ 166', '§ 166', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1']

BGH, 08.11.1991 - V ZR 260/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,29
BGH, 08.11.1991 - V ZR 260/90 (https://dejure.org/1991,29)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1991 - V ZR 260/90 (https://dejure.org/1991,29)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1991 - V ZR 260/90 (https://dejure.org/1991,29)
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Sittenwidrigkeit - Grobes Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung - Verwerfliche Gesinnung - Handlungsgehilfe - Willensmängel - Kenntnis - Stellvertreter - Vertretungsmacht - Vollmacht - Genehmigung durch den Vertretenen - Sittenwidriges Rechtsgeschäft - ...
Sittenwidriger Grundstücksverkauf (IBR 1992, 121)
Sittenwidriger Kaufvertrag: Kommt es auf Kenntnis des Maklers an? (IBR 1992, 126)
NJW 1992, 899
MDR 1992, 343
DNotZ 1993, 164
WM 1992, 441
DB 1992, 1040
Von einem solchermaßen groben Mißverhältnis, das den Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung zuläßt, ist bei Grundstücksgeschäften bereits dann auszugehen, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung (Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO; v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… v. 4. Februar 2000, aaO, v. 8. Dezember 2000, aaO;… vgl. für den Kauf beweglicher Sachen auch BGH, Urt. v. 26. November 1997, VIII ZR 322/96, NJW-RR 1998, 1065, 1066;… Urt. v. 22. Dezember 1999, VIII ZR 111/99, NJW 2000, 1254, 1255).
Die hieran anknüpfende Schlußfolgerung leitet sich aus dem Erfahrungssatz her, daß in der Regel außergewöhnliche Leistungen nicht ohne Not - oder nicht ohne einen anderen den Benachteiligten hemmenden Umstand - zugestanden werden und auch der Begünstigte diese Erfahrung teilt (vgl. Senatsurt. v. 28. Mai 1976, V ZR 170/74, LM § 138 (Aa) Nr. 22; v. 12. Dezember 1986, V ZR 100/85, WM 1987, 353, 354 mit zust. Anm. von Emmerich, WuB IV A § 138 BGB 2.87; v. 8. November 1991, aaO; v. 21. März 1997, V ZR 355/95, WM 1997, 1155, 1156; v. 8. Dezember 2000, V ZR 270/99, Umdruck S. 6 f;… Staudinger/Sack, BGB [1996], § 138 Rdn. 237;… Soergel/Hefermehl, BGB, 13. Aufl., § 138 Rdn. 86).
Mit Senatsurteil vom 8. November 1991 (aaO) wurde zwar das Berufungsgericht aufgefordert, nach der Zurückverweisung der Sache Feststellungen zur Kenntnis des dortigen Beklagten vom Wert der verkauften Wohnungen zu treffen.
Die Beklagten haben ihren - auf das Privatgutachten des Sachverständigen N. vom 30. August 1991 gestützten - Vortrag aus dem ersten Rechtszug, der Wert der von ihnen gekauften Grundstücke habe sich auf lediglich 340.000 DM belaufen, in der Berufungsinstanz nicht weiterverfolgt und nun auf der Grundlage des vom Landgericht eingeholten Sachverständigengutachtens ausdrücklich auch zum 15. Mai 1990 - dem maßgeblichen Termin des Vertragsabschlusses (vgl. Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO) - einen Grundstückswert von 441.660 DM und eigene Gegenleistungen in Höhe von insgesamt 224.000 DM behauptet.
Da die Beklagte zu 2 den Beklagten zu 1, ihren Ehemann, nach ihrer Aussage als Partei ersichtlich mit der Verhandlungsführung betraut hatte, muß sie sich dessen Kenntnisstand auch im Rahmen von § 138 Abs. 1 BGB zurechnen lassen (vgl. Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO).
Die Beklagte muss sich grundsätzlich über § 166 Abs. 1 BGB die Kenntnis ihres Vorstandes von den die Sittenwidrigkeit begründenden Umständen zurechnen lassen (…Palandt/Ellenberger, BGB, 75. Auflage, § 166 Rn. 4;… Gehrlein/Weinland in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, § 166 BGB Rn. 5; BGH, Urteil vom 08. November 1991 - V ZR 260/90 - NJW 1992, 899 ff., juris Rn. 18).
Ein auffälliges Mißverhältnis legt den Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung desjenigen nahe, der sich die überhöhte Vergütung hat versprechen lassen (BGHZ 125, 135, 140; BGH, Urt. v. 8. November 1991, aaO;… v. 26. November 1997, aaO).
Ist das Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besonders grob - hiervon ist bei Grundstücksgeschäften bereits dann auszugehen, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung -, lässt dies den Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten zu (Senat, BGHZ 146, 298, 305; BGHZ 160, 8, 14; Urt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900;… Urt. v. 23. Juni 1995, V ZR 265/93, NJW 1995, 2635, 2636, insoweit in BGHZ 130, 101 nicht abgedruckt;… Urt. v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, NJW 2000, 1487, 1488;… Urt. v. 5. Oktober 2001, V ZR 237/00, NJW 2002, 429, 430;… Urt. v. 19. Juli 2002, V ZR 240/01, NJW 2002, 3165, 3166).
Mit einer Verkehrswertüberschreitung von 57, 59 v.H. (56.667,74 EUR = 110.832,46 DM Verkehrswert, 174.665 DM Kaufpreis) bzw. bei Übernahme der Abrundung durch den Sachverständigen auf 55.000 EUR (= 107.570,65 DM) von 62, 37 v.H. bleibt der Leistungsaustausch der Parteien außerhalb des Bereichs eines besonders groben Mißverhältnisses, das der Senat erst bei einer Verzerrung um knapp das Doppelte bejaht (Urt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900; v. 4. Februar 2000, V ZR 146/98, NJW 2000, 1487, 1488).
Dem Erblasser wäre die Kenntnis des Sohnes als seines Verhandlungsgehilfen zuzurechnen (Senatsurt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, WM 1992, 441).
Führt der Verkäufer die Vertragsverhandlungen nicht selbst, sondern überläßt sie einem Dritten (hier dem Makler), so haftet er einerseits für Verstöße gegen vorvertragliche Aufklärungspflichten, die sich der Dritte zu Schulden kommen läßt (Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO), andererseits ist es ihm aber auch als eigenes Verschulden anzurechnen, wenn er den Dritten nicht über die Umstände informiert, die dem Käufer zu offenbaren sind.
Der Gesichtspunkt der Aufgabenübertragung kommt als Grundlage der Wissenszurechnung nicht nur dann in Frage, wenn sie für den Einzelfall (BGHZ 83, 293; Senatsurt. v. 8. November 1991, aaO) erfolgt; auch eine allgemeine Aufgabenüberlassung kann Anlaß für die Zurechnung sein.
Mithin besteht für den Verkäufer grundsätzlich selbst dann keine Pflicht zur Offenlegung über den Wert des Kaufobjektes, wenn dieser erheblich unter dem geforderten Preis liegt (Senat, Urt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, NJW 1992, 899, 900).
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats kann von einem groben Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung, das den Schluß auf eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten zuläßt, bereits dann ausgegangen werden, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist, wie der Wert der Gegenleistung (vgl. z.B. Senatsurt. v. 8. November 1991, V ZR 260/90, WM 1992, 441, 442 m.w.N.).
BGH, 16.02.1994 - IV ZR 35/93
Sittenwidrigkeit einer überhöhten Maklerprovision; Vereinbarung einer …
AG Bonn, 03.12.2009 - 2 C 237/08
Schlüsseldienst, Notöffnung
OLG Koblenz, 23.03.2001 - 8 U 1165/00
OLG Köln, 11.01.2001 - 1 U 74/00
Unechtes Versäumnisurteils gegen den Kläger im schriftlichen Vorverfahren
OLG Köln, 31.05.1996 - 19 U 80/94
OLG München, 10.11.1993 - 7 U 2879/93
Sittenwidrigkeit eines Rechtsgeschäfts bei besonders groben Mißverhältnis
OLG Düsseldorf, 23.01.1998 - 22 U 114/97
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Klage gegen die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch verhaltensbedingte …