Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20126/90
Timestamp: 2019-07-20 21:11:47
Document Index: 384035357

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 195', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 194', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 214', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.12.1990 - VII ZR 126/90 - dejure.org
https://dejure.org/1990,226
BGH, 06.12.1990 - VII ZR 126/90 (https://dejure.org/1990,226)
BGH, Entscheidung vom 06.12.1990 - VII ZR 126/90 (https://dejure.org/1990,226)
BGH, Entscheidung vom 06. Dezember 1990 - VII ZR 126/90 (https://dejure.org/1990,226)
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Anspruch des Gläubigers - Verjährung - Verzicht - Treu und Glauben
BGB §§ 195 ff., § 242
Verzicht auf Verjährungseinrede - Dauer
Was bedeutet Verzicht auf die Einrede der Verjährung? (IBR 1991, 111)
NJW 1991, 974
MDR 1991, 902
WM 1991, 738
DB 1991, 593
BauR 1991, 215
ZfBR 1991, 69
In der Mehrzahl der "durchschnittlichen" Fälle wird allgemein zutreffend ein Monat für ausreichend gehalten (zur Fristbestimmung BGH v. 06.12.1990 - VII ZR 126/90, juris; BGH v. 14.10.1963 - III ZR 69/62, VersR 1964, 66, 68; BGH v. 18.12.1981 - V ZR 220/80, VersR 1982, 365;… Palandt/Ellenberger, Vor § 194 Rz. 20).
Zwar ist es richtig, daß eine nach Erklärung eines Verjährungsverzichts bestehende Einrede der unzulässigen Rechtsausübung für sich genommen nicht zu einer Hemmung der Verjährung führt (vgl. BGH, Urteil vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90 - NJW 1991, 974, 975).
Die Frist, innerhalb der der Gläubiger, beispielsweise nach dem Scheitern von Vergleichsverhandlungen, verjährungsunterbrechende Maßnahmen ergreifen muß, um einer vom Schuldner erhobenen Verjährungseinrede den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung entgegenhalten zu können, ist nach den jeweiligen Umständen des Falles zu bestimmen (Senatsurteil vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, ZfBR 1991, 69, 70 = BauR 1991, 215 = NJW 1991, 974, 975 m.w.N.).
Nach dem Wegfall der die Unzulässigkeit der Rechtsausübung begründenden Umstände bestimmt sich die Frist für die Geltendmachung des Anspruchs nach den Anforderungen des redlichen Geschäftsverkehrs und den Umständen des einzelnen Falles, wobei die dem Gläubiger zuzubilligende Frist im Hinblick auf den Zweck der Vorlegungsfrist knapp zu bemessen ist (vgl. BGH, Urteile vom 14. Oktober 1958 - VI ZR 183/57, NJW 1959, 96, vom 5. Juni 1975 - II ZR 131/73, WM 1975, 793, 794, vom 14. Februar 1978 - VI ZR 78/77, WM 1978, 415, 416 und vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, WM 1991, 738, 739).
Nach Ablauf der angemessenen Klagefrist verstößt die Verjährungseinrede des Schuldners nicht mehr gegen Treu und Glauben (…BGH, Urt. v. 14. Oktober 1958 - VI ZR 183/57, NJW 1959, 96; v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, NJW 1991, 974, 975;… v. 29. Februar 1996 - IX ZR 180/95, aaO 1108).
In der Mehrzahl der durchschnittlichen Fälle wird eine Klagefrist von einem Monat als ausreichend angesehen (BGH, Urt. v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, aaO m.w.N.; v. 4. November 1997 - VI ZR 375/96, Umdruck 10 f, z.V.b.).
Diese Frist wurde kurz bemessen, denn sie diente nur dazu zu verhindern, dass der Gläubiger infolge einer überraschenden Wendung der Dinge seinen Anspruch noch verlor; eine großzügige Bemessung dieser Frist hätte im Widerspruch zum Zweck der bereits eingetretenen Verjährung gestanden (BGH, Urteil vom 20. Januar 1976 - VI ZR 15/74, VersR 1976, 565; vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, NJW 1991, 974, 975; vom 4. November 1997 - VI ZR 375/96, NJW 1998, 902, 903 f;… Bamberger/Roth/Henrich, aaO § 214 Rn. 12;… Chab, aaO Rn. 1448).
Dieser Vertrauensschutz reicht aber nur so weit und gilt nur so lange, wie die den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung begründenden Umstände fortdauern und den Gläubiger von der rechtzeitigen Klageerhebung abhalten (vgl. statt vieler BGH Urteil vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90 - NJW 1991, 974, 975 m.N.).
Wird er - etwa durch die endgültige Ablehnung der Ersatzpflicht - zerstört, vermag lediglich eine alsbaldige Klageerhebung die Durchsetzbarkeit des Anspruchs zu wahren (vgl. BGH, Urt. v. 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90, NJW 1991, 974, 975 m.w.N.).
Dies stellt nach Lage des Falles keinen Verstoß gegen Treu und Glauben dar, zumal die Klägerin hierauf erst im August 1996 durch Streitverkündung an die jetzige Streithelferin als Trägerin der Universitätsklinik reagiert hat, obwohl ihr seit September 1992 bekannt war, daß sich das Land auf seine fehlende Passivlegitimation berief (vgl. auch BGH, Urteil vom 6. Dezember 1990 - VII ZR 126/90 - NJW 1991, 975, 976 m.w.N.).
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