Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20163/84
Timestamp: 2019-03-23 15:41:17
Document Index: 353460766

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 9', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', '§ 651']

BGH, 17.01.1985 - VII ZR 163/84 - dejure.org
BGH, 17.01.1985 - VII ZR 163/84
Zur Rechtsnatur eines auf die Bereitstellung einer Ferienimmobilie gerichteten Vertrages
Ferienhausaufenthalte - Formularmäßige Vermittlerklausel - Ferienunterkunft - Entschädigung wegen vertanen Urlaubs - Bereitstellung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung zu Urlaubszwecken - Voraussetzungen eines Reisevertrages - Ferienreiseerfolg als Bestandteil des Vertragszwecks - Unbeachtlichkeit von Vermittlerklauseln bei einzelnen Reiseleistungen - Pflicht des Reiseveranstalters zur Verschaffung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung - Nichterfüllung oder mangelhafte Erfüllung eines Reisevertrages
Zur Anwendbarkeit der Reisevertragsbestimmungen bei Vermittlung eines Ferienhauses
immehackmann.de (Leitsatz)
Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit beim Ferienhausvertrag
BGB § 651 a Abs. 2, § 651 f Abs. 2
NJW 1985, 906
MDR 1985, 569
WM 1985, 319
BB 1985, 551
Das Angebot einer Vielzahl von Ferienunterkünften in einem Katalog spricht aus Sicht eines Kunden bereits dafür, dass der Reiseunternehmer nicht für eine Vielzahl von verschiedenen Eigentümern der Immobilien handeln will, sondern die Überlassung der Wohnungen in eigener Verantwortung übernimmt, hierfür selbst einstehen will und eine eigene Vertrauenswerbung entfaltet (vgl. zur Verwendung eines Katalogs BGH, Urteil vom 9. Juli 1992 - VII ZR 7/92, BGHZ 119, 152, 160; Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84, NJW 1985, 906).
Er kann sich aber auch als Veranstalter gegenüber dem Urlauber selbst verpflichten, für die Bereitstellung des Ferienhauses oder der Ferienwohnung zu sorgen (Senat, Urteil vom 18. Oktober 1973 - VII ZR 247/72 = BGHZ 61, 275, 279; Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320; Senat, Urteil vom 12. Oktober 1989 - VII ZR 339/88 = BGHZ 109, 29, 38).
Hierbei ist der Grundsatz des § 651 a Abs. 2 BGB, nach dem die Erklärung des Anbieters, nur Verträge zu vermitteln, im Hinblick auf die sonstigen Umstände unbeachtlich sein kann, bei der Buchung eines Aufenthalts in einer Ferienunterkunft als alleiniger Reiseleistung entsprechend anzuwenden (Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320 m.N.).
a) Eine unmittelbare Anwendung der Vorschriften des Reisevertragsrechts auf Veranstaltungsverträge, die auf die Bereitstellung einer Ferienunterkunft als alleiniger Reiseleistung gerichtet sind, scheidet allerdings aus, da es an einer Gesamtheit von Reiseleistungen (§ 651 a Abs. 1 Satz 1 BGB) fehlt (vgl. Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320; Senat, Urteil vom 12. Oktober 1989 - VII ZR 339/88 - BGHZ 109, 29, 38).
b) Der Senat hat bisher die Frage, ob auf solche Verträge die Vorschriften des Reisevertragsrechts insgesamt entsprechend anzuwenden sind, offengelassen (Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 321).
Er hat allerdings die Vorschriften der §§ 651 a Abs. 2, 651 f Abs. 2 BGB auf eine bloße Ferienhausbuchung entsprechend angewandt und ausgeführt, für die Haftung des Reiseveranstalters könne es im Grunde nicht darauf ankommen, wie viele Reiseleistungen er zu erbringen habe; entscheidend sei vielmehr, ob der Anbieter selbst die Verantwortung übernehme oder nur fremde Leistungen vermittele (Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320 f).
Mit der Regelung in § 651 a Abs. 1 Satz 1 BGB ist es dem Gesetzgeber nicht gelungen, den ins Auge gefaßten Anwendungsbereich des Reisevertragsgesetzes genau zu beschreiben (vgl. Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320).
Dem Gesetzgeber ging es der Sache nach darum, den Reiseveranstaltungsvertrag als einen Vertrag mit gesteigerter Haftung und Verantwortung vom Reisevermittlungsvertrag abzugrenzen, der vom Reisevertragsrecht nicht erfaßt werden sollte (vgl. Entwurf der Bundesregierung für ein Gesetz über den Reiseveranstaltungsvertrag, BTDrucks. 8/786, Begründung S. 12, 14; Beschlußempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses, BTDrucks. 8/2343 S. 7; Protokoll für die 49. Sitzung des Rechtsausschusses vom 4. Oktober 1978 S. 22-25; ferner Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320).
BGH, 30.09.2003 - X ZR 244/02
Vermittlungsklauseln der vorliegenden Art benachteiligen daher den Reisenden entgegen Treu und Glauben in unangemessener Weise, wenn sie Leistungen erfassen, bezüglich derer insbesondere durch die Reisebeschreibung bei den mit ihr angesprochenen durchschnittlichen Reiseinteressenten der Eindruck erweckt wird, die fragliche Leistung gehöre zum Leistungsumfang des Pauschalreisevertrages (BGH Urt. v. 17.1.1985 - VII ZR 163/84, NJW 1985, 907; BGHZ 119, 152, 161;… Sen. Urt. v. 14.12.1999 - X ZR 122/97, NJW 2000, 1188, 1189 m.w.N.;… vgl. auch Brandner, aaO Anh. §§ 9-11 AGBG Rdn. 597;… Staudinger/Eckert, BGB Bearb. 2001, § 651 a BGB Rdn. 91;… Tonner, aaO, § 651 a BGB Rdn. 73;… Soergel/Eckert, BGB 12. Aufl., § 651 a BGB Rdn. 55;… Wolf, aaO, § 9 AGBG Rdn. R 5;… Führich, aaO, § 5 Rdn. 126).
BGH, 29.06.1995 - VII ZR 201/94
Anwendung des Reisevertragsrechts auf Charter einer Hochseeyacht
Der Senat wendet das Reisevertragsrecht entsprechend auf Fälle an, in denen nicht eine Gesamtheit von Reiseleistungen geschuldet wird, sondern lediglich eine einzelne Reiseleistung, welche darin besteht, daß ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zu Urlaubszwecken bereitgestellt wird (Senatsurteile vom 9. Juli 1992 - VII ZR 7/92 - BGHZ 119, 152, und vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 - NJW 1985, 906).
Der Veranstalter verspricht mit ihr eine bestimmte Gestaltung der Reise, zum Beispiel der Urlaubsreise und dort dann auch der erhofften Urlaubsfreude (vgl. Senatsurteil vom 17. Januar 1985 aaO. S. 907).
Er vermittelt nicht nur Fremdleistungen, sondern übernimmt selbst die Haftung für deren Erfolg, soweit dieser von seinen Leistungen abhängt (BGH, Urt. v. 17.01.1985 - VII ZR 163/84, NJW 1985, 906, 907; BGHZ 130, 128, 132).
Der Reisevertrag muss mit anderen Worten mindestens zwei einzelne Reiseleistungen umfassen, während die Erbringung einer einzelnen Reiseleistung, die z.B. auch in der Überlassung einer Ferienwohnung bestehen kann, aus dem Anwendungsbereich der §§ 651a - I BGB ausgeschlossen ist (BGH NJW 1985, 906;… Münchener Kommentar-Tonner, BGB, 3. Aufl. 1999, § 651a, Rz. 10).
Zwar ist nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung eine Analogie in den Fällen möglich, in denen Veranstaltungsverträge auf die Bereitstellung einer Ferienunterkunft als alleinige Reiseleistung gerichtet sind (BGH NJW 1985, 906 f., Z 119, 152, 161 ff;… zustimmend Soergel-Eckert, BGB, 12. Aufl. 1999, § 651f Rz. 12).
Doch ist mit dem Bundesgerichtshof (BGH NJW 1985, 906, 907; Z 119, 152, 161 f.) davon auszugehen, dass es dem Gesetzgeber nicht gelungen ist, mit der Regelung des § 651a I I BGB den ins Auge gefassten Anwendungsbereich des Reisevertragsgesetzes genau zu beschreiben.
Da aber § 651 f II BGB der Festschreibung und Erweiterung der bisherigen Rechtsprechung dient (BGH NJW 1983, 218, 220; 1985, 906 f.), ist davon auszugehen, dass sich diese nunmehr im Rahmen der (analogen) Anwendung dieser Norm bewegt.
Der nur auf die Bereitstellung von Ferienhäusern und Ferienwohnungen gerichtete Vertrag ist kein Reisevertrag im Sinne des § 651 a Abs. 1 BGB, weil die Beklagte nicht eine Gesamtheit von Reiseleistungen, sondern lediglich eine Leistung zu erbringen hat (Senatsurteil NJW 1985, 906).
FG Hessen, 21.07.1998 - 6 K 3092/93
Inanspruchnahme als Organträger im Wege der Besteuerung von Reiseleistungen; …
Hierbei ist der Grundsatz des § 651 a Abs. 2 BGB, nach dem die Erklärung des Anbieters, nur Verträge zu vermitteln, im Hinblick auf die sonstigen Umstände unbeachtlich sein kann, bei der Buchung eines Aufenthalts in einer Ferienunterkunft als alleinige Reiseleistung entsprechend anzuwenden (Senat, Urteil vom 17. Januar 1985 - VII ZR 163/84 = WM 1985, 319, 320 m.N.).
LG Stuttgart, 25.01.2007 - 12 O 488/06
Reisevertrag: Vorliegen von Reiseleistungen bei Beschaffung von Flugtickets und …
Die Rechtsprechung befürwortet die analoge Anwendung dieser Vorschriften bei Vorliegen auch nur einer einzelnen Reiseleistung (BGHZ 119, 152, 163; 130, 128, 131; BGH NJW 1985, 906, 907) und begründet dies mit derselben Interessenlage wie beim Erwerb einer Gesamtheit von Reiseleistungen.
Voraussetzung für eine solche Annahme ist aber, dass der Vertragspartner (zumeist ein Reisebüro) aus Sicht des Reisenden die Leistung als eigenverantwortlicher Veranstalter, d.h. mit Verantwortung für den Erfolg, anbietet und nicht nur fremde Leistungen vermittelt (BGHZ 119, 152, 163; BGH NJW 1985, 906, 907;… Palandt-Sprau, 66. Aufl., Einf v § 651a BGB Rdnr. 5).
Nach der Kodifizierung des Reiserechts in § 651a ff BGB kann auch der in der früheren Rechtsprechung ausgeführte Kommerzialisierungsgedanke (BGHZ 63, 98, 101; 77, 116, 120; 86, 212, 215; BGH NJW 1985, 906 f.) nicht zur Begründung eines immateriellen Schadens heran gezogen werden.
OLG München, 08.01.1991 - 25 U 2694/90
OLG Schleswig, 28.07.1994 - 2 U 41/93
Anwendbarkeit von Reisevertragsrecht auf die Charter einer Segelyacht
OLG Frankfurt, 06.06.1990 - 23 U 111/89
Abgrenzung zwischen Reiseveranstalter und -vermittler; …
LG Frankfurt/Main, 21.04.1986 - 24 S 133/85
Zur rechtlichen Einordnung eines Vertrags über den Aufenthalt in einem Ferienhaus
OLG Düsseldorf, 24.04.1997 - 18 U 135/96
Begriff des Reiseveranstalters
OLG Saarbrücken, 14.04.1999 - 5 U 855/98
Erstattung des Reisepreises für nicht in Anspruch genommene Reiseleistungen; …
LG Düsseldorf, 29.10.2004 - 22 S 37/04
Berufung wegen rechtsfehlerhafter Anwendung des § 651 f Abs. 2 BGB; …
LG Berlin, 07.07.2004 - 33 O 130/03
Reiseveranstalter und Reisevermittler unterliegen nicht einem zweiwöchigen …
OLG München, 02.07.1993 - 21 U 1566/93
Miet- statt Reisevertragsrechts-Anwendung auf einen Mietvertrag ohne …
LG Frankfurt/Main, 09.11.1992 - 24 S 68/91
AG Münster, 28.06.2013 - 28 C 2302/10
LG Frankfurt/Main, 18.06.1990 - 24 S 306/89