Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-II-95%3Afr
Timestamp: 2016-10-23 16:22:15
Document Index: 373031689

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'BGE', 'Art. 48', 'BGE', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE', 'Art. 336', 'Art. 345', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE']

112 II 9517. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 15. April 1986 i.S. G. AG gegen S. (Berufung)
D�cision finale susceptible de recours en r�forme, pouvoir d'examen (art. 48 al. 1, 63 al. 1 et 3 OJ; art. 336 ss CPC Glaris). Lorsque l'autorit� cantonale, saisie d'un recours extraordinaire, rend elle-m�me un nouveau jugement au fond, il s'agit d'une d�cision finale susceptible de recours en r�forme. L'autorit� cantonale jouit alors d'une pleine cognition, en droit, tout comme le Tribunal f�d�ral en instance de r�forme (consid. 2). Consid�rants � partir de page 95
Dieses Urteil des Obergerichts ist von der Beklagten mit Berufung angefochten worden. Zudem haben der Kl�ger S. und die Beklagte dagegen staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 4 BV gef�hrt (vgl. BGE 112 Ia 25 ff.).
2. Das Urteil des Obergerichts ist nach Ansicht der Beklagten ein Endentscheid im Sinn von Art. 48 Abs. 1 OG, weil er in einer verm�gensrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeit mit einem Fr. 8'000.-- �bersteigenden BGE 112 II 95 S. 96Streitwert ergangen sei. Der Kl�ger bestreitet dies und wendet ein, das Obergericht k�nne nicht durch Verletzung der ihm auferlegten beschr�nkten Kognition einen Endentscheid im Sinn von Art. 48 Abs. 1 OG herbeif�hren.
Nach st�ndiger Rechtsprechung gelten Entscheide, die aufgrund eines ausserordentlichen kantonalen Rechtsmittels ergangen sind, nicht als berufungsf�hige Endurteile, es sei denn, die Rechtsmittelinstanz entscheide neu in der Sache selbst (BGE 93 II 284 E. 1, BGE 84 II 139 f.; GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Auflage 1979, S. 543 A. 15, WURZBURGER, Les conditions objectives du recours en r�forme au Tribunal f�d�ral, Th�se, Lausanne 1964, S. 188, BIRCHMEIER, Organisation der Bundesrechtspflege, S. 170). Der angefochtene Entscheid ist auf eine Nichtigkeitsbeschwerde gem�ss Art. 336 ff. ZPO/GL ergangen, also auf ein ausserordentliches Rechtsmittel mit beschr�nkter Kognition im Sinn der zitierten Rechtsprechung. Das Obergericht ist bei Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde befugt, anstelle des aufgehobenen ein neues Urteil zu f�llen, wenn die Akten vollst�ndig sind und der Fall spruchreif ist (Art. 345 Abs. 1 ZPO/GL).
F�llt die Kassationsinstanz einen neuen Sachentscheid anstelle des aufgehobenen Urteils, steht ihr insoweit von Bundesrechts wegen in rechtlicher Hinsicht die n�mliche volle Kognition wie dem Bundesgericht zu (BGE 107 II 122 E. 2a und namentlich hinsichtlich Zust�ndigkeitsschranken BGE 92 II 312 E. 5, BGE 91 II 65 E. 2). Es fragt sich, ob das Obergericht dies �bersehen hat, da es den angefochtenen Entscheid durchwegs nur auf Verletzung klaren Rechts pr�ft und gewisse R�gen ausdr�cklich f�r das Nichtigkeitsbeschwerdeverfahren ausschliesst, die in einem Appellationsverfahren allenfalls zul�ssig w�ren. Das k�nnte, wenn �ber die Berufung zu entscheiden w�re, eine Aufhebung des angefochtenen Urteils und die R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz im Sinn von Art. 52 OG rechtfertigen.
3. Die I. Zivilabteilung hat indes in ihrer heutigen Sitzung die staatsrechtliche Beschwerde der Beklagten teilweise, diejenige des Kl�gers g�nzlich gutgeheissen und das angefochtene Urteil aufgehoben (BGE 112 Ia 25 ff.). Dadurch ist die vorliegende Berufung gegenstandslos geworden.
112 IA 25,
84 II 139,
art. 336 ss CPC,