Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2065/03
Timestamp: 2019-08-17 18:26:09
Document Index: 247107105

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', '§ 307', 'BGH', '§ 9', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.03.2006 - I ZR 65/03 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1391
BGH, 16.03.2006 - I ZR 65/03 (https://dejure.org/2006,1391)
BGH, Entscheidung vom 16.03.2006 - I ZR 65/03 (https://dejure.org/2006,1391)
BGH, Entscheidung vom 16. März 2006 - I ZR 65/03 (https://dejure.org/2006,1391)
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Wirksamkeit der Einbeziehung mehrerer Klauselwerke in einen Vertrag
Einbeziehung der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp) in Einzelverträge über Schwerlasttransporte ; Zulässigkeit der Einbeziehung mehrerer Klauselwerke in ein und denselben Vertrag
AGBG (a.F.) § 5
Zur Einbeziehung mehrerer Klauselwerke
Allgemeinen Geschäftsbedingungen - in ein und denselben Vertrag bei unklarem Rangverhältnis gleichartiger und konkurrierender Regelungen, § 5 AGBG a.F.
Einbeziehung von mehreren AGB in Verträge
Verwendung mehrerer Klauselwerke zulässig? (IBR 2006, 1535)
LG Nürnberg-Fürth, 14.05.2002 - 2 HKO 10940/01
NJW-RR 2006, 1350
MDR 2006, 1300
NZBau 2006, 508 (Ls.)
DB 2006, 2176 (Ls.)
Der Bundesgerichtshof hat vergleichbare Klauseln, nach denen die Aufrechnung nur mit solchen Forderungen zulässig sein sollte, die von dem Verwender anerkannt oder rechtskräftig festgestellt worden sind, wiederholt für unwirksam erklärt, weil sie dahin auszulegen sind, dass sie die Zulässigkeit der Aufrechnung mit unbestrittenen Gegenforderungen von deren Anerkennung durch den Verwender abhängig machen (BGH Urteile vom 1. Dezember 1993 ­ VIII ZR 41/93 ­ NJW 1994, 657, 658; vom 16. März 2006 ­ I ZR 65/03 ­ NJW-RR 2006, 1350).
Die Voraussetzungen des Aufrechnungsverbots gemäß Nr. 19 ADSp, gegen dessen Wirksamkeit keine Bedenken bestehen (vgl. BGH, Urt. v. 16.3.2006 - I ZR 65/03, TranspR 2006, 359, 361 = NJW-RR 2006, 1350 unter Bezugnahme auf BGH, Urt. v. 6.5.1999 - I ZR 84/97, TranspR 1999, 347, 348 = NJW 1999, 3629 m.w.N. zu § 32 ADSp i.d.F. v. 1.3.1989), liegen vor.
Die Verwendung mehrerer Klauselwerke wird nur dann unzulässig, wenn dies dazu führt, dass trotz Auslegung der Vereinbarungen unklar bleibt, welche darin enthaltenen konkurrierenden Regelungen gelten sollen (BGH, Urt. v. 16.3.2006 - I ZR 65/03, TranspR 2006, 359, 361).
Der Mieter von Geschäftsräumen wird durch eine Formularklausel, die dahingehend ausgelegt werden kann, dass die Möglichkeit der Aufrechnung mit einer unbestrittenen Forderung zusätzlich von deren Anerkennung durch den Vermieter abhängig ist, im Sinne von § 307 BGB unangemessen benachteiligt, so dass die Klausel insgesamt unwirksam ist (vgl. Senatsurteil vom 27. Juni 2007 - XII ZR 54/05 - NJW 2007, 3421, 3422; vgl. auch BGH Urteile vom 16. März 2006 - I ZR 65/03 -NJW-RR 2006, 1350, 1351 und vom 1. Dezember 1993 - VIII ZR 41/93 - NJW 1994, 657 f.).
Der vertraglich vereinbarte Aufrechnungsausschluss war jedoch nach den Maßstäben des § 9 AGBG (heute geregelt in § 307 BGB) nichtig, weil eine Ausnahme von dem Aufrechnungsverbot lediglich für anerkannte und rechtskräftig festgestellte, nicht aber ergänzend für unbestrittene Ansprüche zugelassen wurde (BGH NJW 1994, 657, 658; BGH NJW-RR 2006, 1350; vgl. auch BGH NJW 2002, 2779; anders noch BGH NJW-RR 1993, 519, 520).
OLG Düsseldorf, 04.02.2014 - 23 U 22/13
Annahme eines einheitlichen, aus mehreren Rechnungsposten bestehenden …
Führt die Verwendung mehrerer Klauseln dazu, dass unklar ist, welche der darin enthaltenen konkurrierenden Regelungen gelten soll, kann keine der Bestimmungen angewendet werden mit der Folge, dass die gesetzlichen Vorschriften zur Anwendung kommen (vgl. BGH, Urt. v. 16.03.2006 - I ZR 65/03, NJW-RR 2006, 1350 für die Verwendung mehrerer Klauselwerke;… OLG Schleswig, Urt. v. 14.08.2009 - 14 U 7/09, NJOZ 2010, 2415).
OLG Frankfurt, 02.02.2012 - 26 Sch 16/11
Erst wenn auch danach ein eindeutiger Parteiwille nicht festzustellen ist, muss auf die gesetzliche Regelung zurückgegriffen werden (vgl. BGH, NJW-RR 2006, 1350, 1351).