Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2032/98
Timestamp: 2019-06-20 02:14:56
Document Index: 203656624

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 739', '§ 739', 'BGH', '§ 739', 'BGH', '§ 120', '§ 120', '§ 120', 'BGH', '§ 273', '§ 756', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 735', '§ 739', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 120', 'BGH']

BGH, 03.05.1999 - II ZR 32/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,1424
BGH, 03.05.1999 - II ZR 32/98 (https://dejure.org/1999,1424)
BGH, Entscheidung vom 03.05.1999 - II ZR 32/98 (https://dejure.org/1999,1424)
BGH, Entscheidung vom 03. Mai 1999 - II ZR 32/98 (https://dejure.org/1999,1424)
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Abschichtungsbilanz und Bedeutung des negativen Kapitalkontos bei der
(Fehlbetrags-)Haftung eines aus einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ausgeschiedenen Gesellschafters; Anspruch auf Verlustausgleich entsprechend § 739 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in Form des Ausgleichs eines negativen Kapitalkontos; Vorliegen eines selbst geschaffenen Geschäfts- oder Firmenwerts des Unternehmens; Gerichtliche Korrektur einer als Vermögensstatus erstellten Abschichtungsbilanz
Passivierungspflicht für privat aufgenommene, dem Gesellschaftszweck dienende Gesellschafterdarlehen bei Auseinandersetzung einer GbR
Abschichtungsbilanz und Bedeutung des negativen Kapitalkontos bei der Fehlbetragshaftung
NJW 1999, 2438
ZIP 1999, 1003
WM 1999, 1213
Auch bei einer - ursprünglich mehrgliedrigen oder wie hier von Anfang an nur - zweigliedrigen Gesellschaft bürgerlichen Rechts führt im Falle des Vorhandenseins einer Fortsetzungs- oder Übernahmeklausel das Ausscheiden eines Gesellschafters zur Anwendbarkeit von § 739 BGB, d.h. zu einer Fehlbetragshaftung des Ausscheidenden, soweit die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind (vgl. BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 32/98, ZIP 1999, 1003;… Münch KommBGB/Ulmer/Schäfer, 5. Aufl., § 739 Rn. 2 m.w.N.).
Es zeigt bei der Auflösung oder Auseinandersetzung der Gesellschaft durch Ausscheiden eines Gesellschafters lediglich an, in welcher Höhe der betreffende Gesellschafter seinen Mitgesellschaftern "gegebenenfalls" ausgleichspflichtig ist (BGH, Urteil vom 3. Mai 1999 - II ZR 32/98, ZIP 1999, 1003 m.w.N.).
c) Der Kapitalanteil als solcher stellt lediglich eine Rechnungsgröße in der Bilanz und --im Gegensatz zur Mitgliedschaft-- kein selbständig übertragbares, subjektives Recht dar (ganz herrschende Meinung, z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 3. Mai 1999 II ZR 32/98; Huber, Vermögensanteil, Kapitalanteil und Gesellschaftsanteil an Personalgesellschaften des Handelsrechts, S. 215, 230;… MünchKommHGB/Priester, 4. Aufl., § 120 Rz 87;… Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Ehricke, Handelsgesetzbuch, 3. Aufl., § 120 Rz 58 f.;… Baumbach/Hopt/Roth, HGB, 38. Aufl., § 120 Rz 13, jeweils m.w.N.).
Jeder Gesellschafter kann und muss seine etwaige Ausgleichsforderung persönlich geltend machen, und zwar in Form einer sog. einfachen Auseinandersetzungsrechnung gegenüber den übrigen Gesellschaftern (BGHZ 26, 126, 128 f. ;… Sen. Urt. v. 14. April 1966 - II ZR 34/64, WM 1966, 706 f.; v. 5. Juni 1993 - II ZR 234/92, ZIP 1993, 1307, 1309; v. 21. November 2005 - II ZR 17/04, ZIP 2006, 232 f.; siehe zu einem vergleichbaren Fall der Abrechnung nach Kapitalkonten insbesondere auch Sen. Urt. v. 3. Mai 1999 - II ZR 32/98, ZIP 1999, 1003 f.).
Noch zutreffend ist der Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, dass eine hinreichende Konkretisierung der ein Zurückbehaltungsrecht des Beklagten gemäß § 273 BGB begründenden Gesellschaftsverbindlichkeiten für eine etwaige Zwangsvollstreckung (§ 756 ZPO) erforderlich ist (siehe Sen. Urt. v. 3. Mai 1999 - II ZR 32/98, ZIP 1999, 1003, 1004).
Etwas anderes ergibt sich entgegen der Ansicht des Beklagten nicht aus der Entscheidung des BGH vom 03.05.1999, II ZR 32/98 (NJW 1999, S. 2438).
Der BGH hat im Hinblick hierauf ausgesprochen, dass bei der Auseinandersetzung der Gesellschaft Ansprüche auf Rückzahlung unzulässiger Entnahmen regelmäßig nicht mehr selbständig geltend gemacht werden können (BGH Urt. v. 03. Mai 1999, II ZR 32/98, juris Rz. 9 = NJW 1999, 2438 ff.;… vgl. auch OLG Frankfurt 19 U 9/06, juris Rz. 22 = OLGR Frankfurt 2007, 97 f.).
Gerade für unzulässige Entnahmen, denen nicht selten der Vorwurf der Treuepflichtverletzung oder gar der unerlaubten Handlung anhaften wird, hat aber der Bundesgerichtshof entschieden, dass die hierauf gerichteten Rückzahlungsansprüche regelmäßig nicht selbstständig geltend gemacht werden können, sondern der Durchsetzungssperre unterliegen (BGH, WM 1974, 834; BGH, NJW 1999, 2438 Rn. 9).
51 § 735 BGB statuiert - ebenso wie § 739 BGB für den Fall des ausscheidenden Gesellschafters (vgl. dazu BGH-Urteil vom 3. Mai 1999 II ZR 32/98, Der Betrieb - DB - 1999, 1313) - eine sog. "Fehlbetragshaftung" desjenigen Gesellschafters, dessen Kapitalkonto im Zeitpunkt der Auflösung der GbR negativ ist.
Das ist herrschende Meinung in Rechtssprechung und Lehre (vgl. BGH Urteil vom 10.02.1977, BGHZ 68, 225 ff., BGH Urteil vom 21.01.1982, NJW 1982, 2065 f., BGH Urteil vom 03.05.1999, NJW 1999, 2438 ff., Baumbach/Hopt, Kommentar zum Handelsgesetzbuch, 31. Auflage, zu § 120, R. 12 ff.).
Dies gilt grundsätzlich auch für gesellschaftsvertragliche Schadensersatzansprüche (vgl. BGH, NJW 1999, 2438 Rn. 9 zu unzulässigen Entnahmen).