Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2041,%20341
Timestamp: 2019-06-25 00:48:16
Document Index: 62196624

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 556', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', '§ 817', 'BGH', '§ 817', '§ 138', 'BGH', '§ 817', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 817', '§ 985', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 994']

BGH, 20.05.1964 - VIII ZR 56/63 - dejure.org
https://dejure.org/1964,278
BGH, 20.05.1964 - VIII ZR 56/63 (https://dejure.org/1964,278)
BGH, Entscheidung vom 20.05.1964 - VIII ZR 56/63 (https://dejure.org/1964,278)
BGH, Entscheidung vom 20. Mai 1964 - VIII ZR 56/63 (https://dejure.org/1964,278)
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BGHZ 41, 341
NJW 1964, 1791
MDR 1964, 752
Zwar ist ein Zurückbehaltungsrecht gegenüber Vindikationsansprüchen nicht ausgeschlossen, da § 556 Abs. 2 BGB insoweit nicht gilt (BGHZ 41, 341, 347).
Diese Vorschrift ist aufgrund ihres Ausnahmecharakters eng auszulegen und außerhalb des Bereicherungsrechts, etwa auf vertragliche Ansprüche, nicht anwendbar (BGHZ 41, 341, 349 f.; 44, 1, 6 f. und Urteil vom 27. September 1955 - I ZR 212/53, WM 1955, 1614).
Der Bundesgerichtshof legt den als Ausnahmevorschrift verstandenen § 817 Satz 2 BGB seit langem einschränkend aus und lehnt seine ausdehnende Anwendung ab (vgl. etwa BGHZ 8, 348, 371; 39, 87, 91; 41, 341, 349; 44, 1, 6; 50, 90, 92; 63, 365, 369; BGH Urteil vom 23. März 1964 - VIII ZR 205/62 = LM BGB § 817 Nr. 20).
In der Einstellung zu sexualen Prägen ist in weiten Kreisen der Bevölkerung ein Wandel zu verzeichnen, der dazu Anlaß gibt, auch in der Beurteilung der Sittenwidrigkeit von Rechtsgeschäften mit Bezug auf Prostitution eine von der früheren höchstrichterlichen Rechtsprechung, auf die sich das Berufungsgericht bezogen hat (BGZ 63, 346 ff; 68, 97-99; Senatsurteil vom 20. Mai 1964 - VIII ZR 56/63 = BGHZ 41, 341; BGH Urteil vom 9. Juni 1969 - VII ZR 52/67 = WM 1969, 1083), abweichende Grenzziehung vorzunehmen.
Allerdings kann in diesem Zusammenhang nicht auf die besonderen Gesichtspunkte zurückgegriffen werden, die den erkennenden Senat veranlaßt haben auszusprechen, daß der Rückgabeklage des Verpächters der Pächter, dem der Pachtgegenstand zu sittenwidriger Nutzung überlassen ist, nicht den Einwand aus § 817 Satz 2 BGB entgegensetzen kann (Senatsurteil vom 20. Mai 1964 - VIII ZR 56/63 = BGHZ 41, 341 ff).
Insoweit gebührt, wie der Bundesgerichtshof bereits früher entschieden hat, im Widerstreit zwischen der rechtspolitisch problematischen und in ihrem Anwendungsbereich umstrittenen Vorschrift des § 817 Satz 2 BGB und der Generalklausel des § 138 Abs. 1 BGB der letzteren der Vorrang (BGHZ 41, 341, 344).
Konkurs des Versicherungsnehmers. Feuerversicherung
So hat der Bundesgerichtshof, darin dem Reichsgericht folgend, es wiederholt abgelehnt, in § 817 Satz 2 BGB einen allgemeinen Rechtsgedanken aussehen und eine entsprechende Anwendung auf Rechtsverhältnisse außerhalb des Bereicherungsrechts in Betracht zu ziehen (vgl. BGHZ 41, 341, 349 [BGH 20.05.1964 - VIII ZR 56/63] m.w.N.).
Sie entspricht der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Bundesgerichtshofs zu der Frage der Nichtigkeit von Bordellkauf- und Pachtverträgen (u.a. RGZ 63, 346, 351; 68, 97, 98; BGHZ 41, 341, 342 [BGH 20.05.1964 - VIII ZR 56/63];… Staudinger BGB, 11. Aufl. § 138 San. 19 Z. aa).
Das hat der Bundesgerichtshof bereits mehrfach ausgesprochen (u.a. BGH LM Nr. 1 zu § 817 BGB zu Ansprüchen aus §§ 985, 989, 990, 823 BGB; BGHZ 39, 87, 91 [BGH 31.01.1963 - VII ZR 284/61] zu Ansprüchen aus Geschäftsführung ohne Auftrag; BGHZ 41, 341, 349 [BGH 20.05.1964 - VIII ZR 56/63] zu Ansprüchen aus §§ 994 ff BGB).
OLG Hamburg, 02.04.2004 - 1 U 119/00