Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZB%2030/02
Timestamp: 2019-09-18 18:50:02
Document Index: 72322551

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 494', '§ 494', 'BGH', '§ 494', 'BGH', 'BGH', '§ 494', 'BGH', '§ 494', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 91', 'BGH', '§ 494', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 494', 'BGH']

BGH, 22.05.2003 - VII ZB 30/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,855
BGH, 22.05.2003 - VII ZB 30/02 (https://dejure.org/2003,855)
BGH, Entscheidung vom 22.05.2003 - VII ZB 30/02 (https://dejure.org/2003,855)
BGH, Entscheidung vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02 (https://dejure.org/2003,855)
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Kostenentscheidung für selbständiges Beweisverfahren bei Verzicht auf Hauptsacheklage; Auslegung eines Widerklagebegehrens als Erhebung einer Klage in der Hauptsache; Vergleichbarkeit von Widerklage und Hauptsacheklage; Sinn und Zweck von § 494a Zivilprozessordnung (ZPO)
§ 494a ZPO: Widerklage steht Klage gleich
Keine eigene Kostenentscheidung im selbständigen Beweisverfahren, wenn Gutachten im Hauptverfahren nicht verwertet wird! (IBR 2003, 459)
LG Frankenthal, 18.05.2004 - 3 O 403/02
NJW-RR 2003, 1240
NZBau 2003, 500
BauR 2003, 1255
ZfBR 2003, 566
Das soll nicht dazu führen, daß der Antragsteller der Kostenpflicht entgeht, die sich aus der Abweisung der Klage in der Hauptsache ergäbe (BGH, Beschl. v. 22. Mai 2003, VII ZB 30/02, BRAGOreport 2003, 144).
Verzichtet der Antragsteller wegen des ihm ungünstigen Beweisergebnisses auf die Erhebung einer Klage, will § 494a Abs. 2 ZPO verhindern, dass er damit zugleich der Kostenpflicht entgeht, die sich aus der Abweisung einer solchen Klage ergäbe (BGH, Beschluss vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02, BauR 2003, 1255, 1256 = NZBau 2003, 500 = ZfBR 2003, 566).
Der Antragsgegner ist kostenrechtlich so zu behandeln, als habe er im Prozess obsiegt (BT-Drucks. 11/8283, 48; BGH, Beschluss vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02, aaO).
Soweit es heißt (s. BT-Drucks. 11/8283, 48), die Formulierung solle auch die Fälle erfassen, in denen die Klage zurückgenommen worden sei, findet diese Auffassung nach einhelliger Ansicht im Wortlaut des § 494 a ZPO keinen hinreichenden Ausdruck (BGH Beschluss vom 22. Mai 2003 ­ VII ZB 30/02 ­ NJW-RR 2003, 1240, 1241;… Hansens aaO;… Schreiber aaO 2602;… Zöller/Herget aaO § 494 a Rdn. 4 a).
Der Antragsteller soll dadurch nicht der Kostenpflicht entgehen, die sich bei Abweisung einer solchen Klage ergeben würde (BGH, Beschluß vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02, BauR 2003, 1255, 1256 = ZfBR 2003, 566, 567 = NZBau 2003, 500).
Sie will den Antragsgegner bei unterbliebener Hauptsacheklage so stellen, als habe er in der Hauptsache obsiegt (BGH, Beschl. v. 22. Mai 2003, VII ZB 30/02, NJW-RR 2003, 1240, 1241).
Der Antragsteller soll durch das Unterlassen der Hauptsacheklage nicht der Kostenpflicht entgehen, die sich bei Abweisung einer solchen Klage ergeben würde (BGH, Beschlüsse vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02 …und vom 24. Juni 2004 - VII ZB 11/03 je aaO).
Die Einbeziehung der gerichtlichen Kosten des selbständigen Beweisverfahrens in den im Rahmen des Kostenfestsetzungsverfahrens der Hauptsache vorzunehmenden Kostenausgleich kann nicht mit der Begründung verneint werden, mangels Verwertung des Beweisergebnisses seien die Kosten nicht notwendig im Sinne des § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO (vgl. BGH, Beschluß vom 22. Mai 2003 - VII ZB 30/02, BauR 2003, 1255 = ZfBR 2003, 566 = NZBau 2003, 500).
§ 494a ZPO liegt der Rechtsgedanke zugrunde, dass einem Antragsteller nur dann die Kosten eines selbstständigen Beweisverfahrens auferlegt werden sollen, wenn er es ohne Hinzutreten weiterer Umstände - unterlässt, den Hauptanspruch durchzusetzen, der mit dem selbstständigen Beweisverfahren vorbereitet werden sollte (vgl. BGH, NJW-RR 2003, 1240).
Wird das selbstständige Beweisverfahren jedoch Gegenstand des Hauptsacheverfahrens, ist über die Kosten des selbstständigen Beweisverfahrens im Hauptprozess mitzuentscheiden (BGH NJW-RR 2005, 1688; BGH BauR 2003, 1255).
Voraussetzung für eine Entscheidung über die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens im Rahmen der Kostenentscheidung des Hauptsacheprozesses ist allerdings die Identität der Parteien und - zumindest teilweise - auch des Streitgegenstandes (BGH, Beschluss v. 09.02.2006, VII ZB 59/05, NJW-RR 2006, 810 f.); hierfür reicht die Erhebung einer Widerklage (BGH, Beschluss v. 22.05.2003, VII ZB 30/02, NJW-RR 2003, 1240 f.), die Erhebung einer Teilklage (BGH, Beschluss v. 21.10.2004, V ZB 28/04, NJW 2005, 294 f.; Beschluss v. 24.06.2004, VII ZB 11/03, NJW 2004, 3121) und auch die Geltendmachung einer Aufrechnung (BGH, Beschluss v. 25.08.2005, VII ZB 35/04, NJW-RR 2005, 1688 f.).
Ist das nicht der Fall, so liegt der auf Antrag nach § 494 Abs. 2 ZPO auszusprechenden Kostentragungspflicht der Gedanke zugrunde, dass der Antragsteller nicht durch Unterlassen der Hauptsacheklage der Kostenpflicht entgehen soll, die sich bei Abweisung einer solchen Klage ergeben würde (BGH, Beschluss v. 22.05.2003, VII ZB 30/02, NJW-RR 2003, 1240 f.).
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