Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=25.10.2018&Aktenzeichen=7%20C%206.17
Timestamp: 2020-08-12 20:30:23
Document Index: 262488632

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 38', 'Art. 46', 'Art. 48', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', '§ 475', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 46']

BVerwG, 25.10.2018 - 7 C 6.17 - dejure.org
https://dejure.org/2018,34434
BVerwG, 25.10.2018 - 7 C 6.17 (https://dejure.org/2018,34434)
BVerwG, Entscheidung vom 25.10.2018 - 7 C 6.17 (https://dejure.org/2018,34434)
BVerwG, Entscheidung vom 25. Januar 2018 - 7 C 6.17 (https://dejure.org/2018,34434)
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GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 38 Abs. 3, Art. 46 Abs. 2, 3, 4, Art. 48 Abs. 3; EMRK Art. 10
Immunitätsangelegenheiten des Deutschen Bundestages - und der Auskunftsanspruch der Presse
Zu Auskünftsansprüchen gegen den Bundestag: Keine Informationen über Immunitätsangelegenheiten
Presse hat keinen Auskunftsanspruch zu Immunitätsangelegenheiten des Deutschen Bundestages
Kurznachricht zu "Grenzen des verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruchs - Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 25.10.2018 - 7 C 6/17" von Andreas Hofmann, original erschienen in: NVwZ 2019, 479 - 483.
VG Berlin - 27 K 110.04
BVerfG - 1 BvR 393/19 (anhängig)
NVwZ 2019, 479
afp 2019, 159
Aus Art. 10 EMRK ergeben sich hier wie regelmäßig auch sonst keine weitergehenden Rechte (…vgl. allgemein: BVerwG, Urteile vom 24. Januar 2018 - 6 A 8.16 - Buchholz 402.71 BNDG Nr. 7 Rn. 34 und vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6.17 [ECLI:DE:BVerwG:2018:251018U7C6.17.0] - NVwZ 2019, 479 Rn. 18).
Auch wenn das klägerische Zugangsbegehren von der Garantie des Art. 10 Abs. 1 EMRK erfasst sein sollte, ist nichts dafür ersichtlich, dass die nach innerstaatlichem Recht zum Schutz der Rechtspflege bestehenden Einschränkungen des Informationszugangsanspruchs im Informationsfreiheitsgesetz und die Ausgestaltung des Auskunftsrechts nach § 475 StPO bei Beachtung des den Konventionsstaaten zuzubilligenden Beurteilungsspielraums den Anforderungen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes gemäß Art. 10 Abs. 2 EMRK nicht genügen (…vgl. BVerwG, Urteile vom 16. März 2016 - 6 C 65.14 - BVerwGE 154, 222 Rn. 29…, vom 29. Juni 2017 - 7 C 24.15 - BVerwGE 159, 194 Rn. 45 und vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6.17 - juris Rn. 18).
Auf der Grundlage der ständigen Rechtsprechung des Senats ist aber nichts dafür ersichtlich, dass die nach innerstaatlichem Recht bestehenden Einschränkungen des Auskunftsrechts bei Beachtung des den Konventionsstaaten zuzubilligenden Beurteilungsspielraumes den Anforderungen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes gemäß Art. 10 Abs. 2 EMRK nicht genügen (vgl. BVerwG, Urteile vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6.17 - NVwZ 2019, 479 Rn. 18 …und vom 28. Februar 2019 - 7 C 23.17 - NVwZ 2019, 978 Rn. 22 jeweils m.w.N.).
2.3.1 Das Grundrecht der Pressefreiheit verleiht in Ermangelung einer einfachgesetzlichen Regelung des Bundesgesetzgebers einen - im Ergebnis mit den Gewährleistungen des Art. 10 EMRK gleichlaufenden (vgl. BVerwG…, Urteil vom 30.01.2020 - BVerwG 10 C 18.19 - juris, Rn. 37) - verfassungsunmittelbaren Anspruch auf Auskunft gegenüber Bundesbehörden im funktionalen Sinne (BVerwG, Urteil vom 28.10.2018 - BVerwG 7 C 6.17 - juris, Rn. 15 m.w.N.), soweit die Landespressegesetze wegen einer entgegenstehenden Gesetzgebungskompetenz des Bundes nicht anwendbar sind (st. Rspr.; vgl. BVerwG, Urteil vom 25.10.2018 - BVerwG 7 C 6.17 - juris, Rn. 11 m.w.N.).
Aufgrund des in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG verankerten verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruchs können Pressevertreter in geeigneter Form behördliche Auskünfte verlangen, soweit berechtigte schutzwürdige Interessen privater oder öffentlicher Stellen an der Vertraulichkeit von Informationen nicht entgegenstehen (st. Rspr.; BVerwG, Urteil vom 25.10.2018 - BVerwG 7 C 6.17 - juris, Rn. 13 m.w.N.;… Urteil vom 20.02.2013 - BVerwG 6 A 2.12 - juris, Rn. 29).
Hiernach unterfällt die Wahrnehmung der rechtsprechenden Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts nicht dem Anwendungsbereich des presserechtlichen Auskunftsanspruchs aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG (vgl. BVerwG, Urteil vom 28.10.2018 -BVerwG 7 C 6.17 - juris, Rn. 15 ff. für die Immunitätsangelegenheiten als Teil der parlamentarischen Aufgaben des Deutschen Bundestages).
Angesichts der einfachrechtlichen Normierung in Art. 4 BayPrG ist für den von der Klägerseite angesprochenen verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruch der Presse von vornherein kein Raum (vgl. etwa BVerwG, U.v. 25.10.2018 - 7 C 6.17 - NVwZ 2019, 479 Rn. 11 m.w.N.).
OVG Berlin-Brandenburg, 07.07.2020 - 6 N 43.20
Berufungszulassungsantrag; verfassungsunmittelbarer presserechtlicher …
Anders als bei den Immunitätsangelegenheiten des Deutschen Bundestages, die Teil der parlamentarischen Angelegenheiten sind, da materiell das Immunitätsrecht der Abgeordneten nach Art. 46 Abs. 2 bis 4 GG in Rede steht (siehe im Einzelnen BVerwG, Urteil vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6/17 - juris Rn. 17), gehören Angaben dazu, welche Mitglieder des Bundesrates in den Jahren 2015 und 2016 eine Netzkarte bekommen und an keiner auswertbaren Sitzung des Bundesrates teilgenommen haben, nicht zum Kernbereich der verfassungsrechtlich begründeten Parlaments- und Geschäftsautonomie des Bundesrates.
OVG Berlin-Brandenburg, 17.01.2020 - 6 S 68.19
Parlamentarische Angelegenheiten sind von dem verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruch der Presse nicht erfasst (Anschluss an BVerwG, Urteil vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6.17 -).
Hierzu zählen namentlich Immunitätsangelegenheiten (BVerwG, Urteil vom 25. Oktober 2018 - 7 C 6.17 -, NVwZ 2019, S. 479 ff., Rn. 14).