Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2087,%20309
Timestamp: 2020-04-03 02:29:35
Document Index: 370486552

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 656', '§ 656', 'BGH', 'BGH', '§ 656', '§ 656', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 656', 'BGH', 'BGH', '§ 656', '§ 627', '§ 656', 'BGH', '§ 628', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.05.1983 - IVa ZR 182/81 - dejure.org
BGH, 25.05.1983 - IVa ZR 182/81
https://dejure.org/1983,488
BGH, 25.05.1983 - IVa ZR 182/81 (https://dejure.org/1983,488)
BGH, Entscheidung vom 25.05.1983 - IVa ZR 182/81 (https://dejure.org/1983,488)
BGH, Entscheidung vom 25. Mai 1983 - IVa ZR 182/81 (https://dejure.org/1983,488)
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Rechtliche Bewertung eines Ehevermittlungsauftrages - Vorhandensein dienstvertraglicher Elemente in einem Ehemäklervertrag - Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit eines Eheanbahnungsvertrages
Wirksamkeit einer erfolgsunabhängigen Provisionsvereinbarung in AGB
Zum Rechtsverhältnis beim Ehevermittlungsvertrag
BGH, 06.07.1983 - IVa ZR 182/81
BGHZ 87, 309
NJW 1983, 2817
MDR 1983, 915
Auch für ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung (vgl. zum Eheanbahnungsdienstvertrag BGHZ 87, 309, 316 ff.), auf das sich der Kläger in den Tatsacheninstanzen berufen hat und das im landgerichtlichen Urteil geprüft und verneint worden ist, geben die Feststellungen des Berufungsgerichts nichts her.
Die Kritik, die in erster Linie daran anknüpft, daß sich die Beurteilung der Ehe- und Partnerschaftsvermittlung in der Gesellschaft erheblich verändert habe und die ursprünglich behauptete sittliche Anstößigkeit der entgeltlichen gewerblichen Ehevermittlung überholt sei (vgl. BGHZ 87, 309, 315 f) - wodurch allerdings nicht alle Vorbehalte entfallen sind, derentwegen der Gesetzgeber die Ehevermittlung als unerwünscht behandelt hat (vgl. BGHZ 112, 122, 125) - , richtet sich im Kern gegen die Weitergeltung des § 656 BGB selbst (…vgl. etwa Peters aaO S. 2553: "§ 656 BGB ist schon lange obsolet ...").
Diese tatrichterliche Würdigung ist nicht zu beanstanden und wird von der Revisionserwiderung auch nicht angegriffen (vgl. auch BGHZ 87, 309, 314 - 318).
Der Senat hat die entsprechende Anwendung dieser Vorschrift auf Verträge, durch die sich der eine Vertragspartner zu einer auf Herbeiführung einer Eheschließung gerichteten Tätigkeit (Eheanbahnungssdienstverträge) verpflichtet, bereits bejaht (BGHZ 87, 309, 313, dazu Dehner in Anm. LM BGB § 656 Nr. 3; Urteil vom 4.12.1985 - IVa ZR 75/84 - NJW 1986, 927 = LM BGB § 656 Nr. 5 = FamRZ 1986, 240).
Dem steht das von der Revision herangezogene Senatsurteil vom 25. Mai 1983 (BGHZ 87, 309) zum Ehevermittlungsvertrag nicht entgegen.
Es behandelt den vom Ehemäklervertrag zu unterscheidenden ernstlich gewollten Eheanbahnungsdienstvertrag (BGHZ 87, 309, 313 f.).
Zwar gehen die Normen des dispositiven Gesetzesrechtes der ergänzenden Vertragsauslegung vor (BGH, Urteile vom 3. April 1957 - IV ZR 291/56 = LM BGB § 133 (A) Nr. 5 undvom 25. Mai 1983 - IVa ZR 182/81 = BGHZ 87, 309, 321 [BGH 25.05.1983 - IVa ZR 182/81];… Larenz a.a.O. § 29 II S. 538; Henckel AcP 159, 122;… Medicus, Allgemeiner Teil des BGB, Rdn. 344).
Der IVa-Zivilsenat hat in seinem Urteil vom 25. Mai 1983 (BGHZ 87, 309, 321) [BGH 25.05.1983 - IVa ZR 182/81] die Auffassung vertreten, das Gericht sei nicht berechtigt, durch ergänzende Vertragsauslegung an die Stelle einer unzulässigen Klausel diejenige - zulässige - Klausel zu setzen, die der Verwender der Geschäftsbedingungen voraussichtlich gewählt hätte, wenn ihm die Unzulässigkeit der beanstandeten Klausel bekannt gewesen wäre.
Diese Vorschrift findet zwar auch auf Eheanbahnungsdienstverträge Anwendung (BGHZ 25, 124, 126; 87, 309, 313; BGH Urteil vom 4. Dezember 1985 - IV a ZR 75/84 - NJW 1986, 927 = FamRZ 1986, 240); sie schließt jedoch nur solche Rückzahlungsansprüche aus, die darauf gestützt werden, daß der Auftraggeber nach § 656 Abs. 1 BGB nicht hätte zur Leistung gezwungen werden können (BGHZ 87, 309, 316 unter Ziffer II 2; BGH Urteil vom 9. Mai 1984 - IV a ZR 113/82 - NJW 1984, 2407 = FamRZ 1984, 763 = LM Nr. 4 zu § 656 BGB).
Kündigt der Kunde einen Partnervermittlungsvertrag nach § 627 BGB, so kann er, wenn er - wie dies im Hinblick auf die fehlende Klagbarkeit der Vergütungsansprüche des Vermittlungsinstituts gemäß § 656 BGB üblicherweise und ohne Verstoß gegen das AGB-Gesetz vereinbart wird (BGHZ 87, 309, 318 f) - bereits zu Beginn des Vertragsverhältnisses oder - wie hier - des Verlängerungszeitraums die volle Vergütung bezahlt hat, nach § 628 Abs. 1 Satz 3 BGB Rückerstattung des im Zeitpunkt der Kündigung noch nicht verbrauchten bzw. verdienten Entgeltanteils verlangen.
Darüber greift die von der Klägerin verwandte formularmäßige Regelung indes hinaus und unterliegt deshalb dem Klauselverbot des § 10 AGBG (vgl. BGHZ 87, 309, 319).
BGH, 09.05.1984 - IVa ZR 113/82
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