Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Abri%C3%9F-Doppelhaushaelfte-Frage-zur-Waermedaemmung--f291247.html
Timestamp: 2019-11-19 07:17:51
Document Index: 180007180

Matched Legal Cases: ['§921', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 922', '§ 9', '§ 14']

Abriß Doppelhaushälfte Frage zur Wärmedämmung - frag-einen-anwalt.de
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26.09.2016 22:52 |
Zusammenfassung: Wärmedämmung der Nachbarwand nach Abriß der Doppelhaushälfte
Ich habe eine Doppelhaushälfte abreißen lassen. Das Gebäude besaß eine gemeinsame Trennwand auf der Grundstücksgrenze. Aus praktischen Gründen ist diese gemeinsame Trennwand vollständig stehen geblieben. Da Sie nunmehr zu einer Außenmauer geworden ist, bekommt sie von mir einen Außenputz.
Der Nachbar verlangt nun von mir die Erstellung eines Wärmedämmverbundsystems nach aktueller Energieeinsparverordnung für diese Wand. Begründet wird dies wahlweise mit dem §921BGB, der Bauordnung (Standort NRW) sowie einem BGH-Urteil in welchem von einer adäquaten zu realisierenden Wärmedämmung die Rede ist. Was ist hier mit adäquat gemeint? Das Nachbargebäude verfügt über keinerlei Wärmedämmung (ca. Baujahr 1957), die stehengebliebene gemeinsame ehemalige Trennwand hat die gleiche Dicke wie die Außenwände des Nachbargebäudes. Der Nachbar meint aber ein Anrecht auf eine beheizte Trennwand zu haben, die er aber während des Leerstandes der nunmehr abgerissen Doppelhaushälfte gegen die Vorbesitzer auch nicht geltend gemacht hat. Wie ist die Rechtslage?
Sollte ein Anspruch auf Erstellung eines Wärmedämmverbundsystems durch mich für die gemeinsame ehemals innere nun äußere Wand existieren,
wonach bemisst sich dieser? Der Nachbar fordert pauschal 6cm Wärmedämmung, eine Wärmeschutzberechnung liegt nicht vor. Aus meiner Sicht als Laie ist es relativ sinnfrei für eine Gebäudewand die Herstellung aktueller energetische Vorgaben zu fordern, während der gesamte restliche Baukörper dies nicht hat.
Nachbar Wärmedämmung
tasächlich hat der BGH mit dem Urteil V ZR 2/12 entschieden, dass eine Nachbarwand nach Abriß einer Doppelhaushälfte auf Kosten des abreißenden Nachbarn zu dämmen ist, um dem verbleibenden Nachbargebäude einen Ersatz für die vom bisherigen Gebäude bewirkten Isolationseffekt zu verschaffen. Dies leitet der BGH aus § 922 Satz 3 BGB her. Die Verpfichtung zur Dämmung trifft in Ihrem Fall Sie.
Das Maß der Dämmung würde sich ansich aus der Qualität der bisherigen Dämmung durch die abgerissene Haushälfte herleiten. Allerdings sind Sie, da Sie die Außenwand neu verputzen, sowieso nach § 9 ENEV 2014 verpflichtet, eine Wärmedämmung nach den Maßgaben der ENEV herzustellen.
Welche Dicke der Dämmung demnach erfoderlich ist, ist am besten von einem Fachberater zu beantworten. Sofern Sie für den Putz einen Unternehmer an der Hand haben, wird der Ihnen wahrscheinlich schon hierüber Auskunft geben können.
EnEV § 14
Handwerkerhaftung ENeV