Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/buergschaft-und-der-streitwert-einer-positiven-feststellungsklage-3199662
Timestamp: 2020-05-28 15:24:27
Document Index: 101603371

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 26', '§ 6', '§ 6', '§ 511', 'BGH', 'BGH']

Bürgschaft - und der Streitwert einer positiven Feststellungsklage | Rechtslupe
Bürgschaft - und der Streitwert einer positiven Feststellungsklage
Bei einer posi­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge zu Ansprü­chen aus einer Bürg­schaft ist vom Nenn­wert der gel­tend gemach­ten For­de­rung der übli­che Abschlag von 20% vor­zu­neh­men 1.
Denn das Kla­ge­ziel eines Fest­stel­lungs­an­trags bleibt auch in die­sem Fall hin­ter dem eines Leis­tungs­an­trags zurück, weil der Klä­ger das Risi­ko einer Rea­li­sie­rung der zunächst nur fest­ge­stell­ten For­de­rung trägt.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist des­we­gen bei der Bestim­mung des Wer­tes einer posi­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­ge von dem Wert einer ent­spre­chen­den Leis­tungs­kla­ge ein Abschlag von 20% vor­zu­neh­men.
Eine Dif­fe­ren­zie­rung danach, ob der Klä­ger mit der Fest­stel­lungs­kla­ge obsiegt hat oder unter­le­gen ist 2, erfolgt nicht 3.
Dem Fest­stel­lungs­an­trag kann auch nicht des­we­gen der vol­le Wert der Bürg­schafts­for­de­rung zugrun­de gelegt wer­den, weil die Bürg­schafts­for­de­rung ins­ge­samt vom Fest­stel­lungs­an­trag erfasst wird. Selbst wenn ange­nom­men wür­de, der Zah­lungs­an­trag sowie der Fest­stel­lungs­an­trag sei­en bei­de auf die­sel­be Teil­for­de­rung aus der Bürg­schaft gerich­tet, käme eine dop­pel­te Berück­sich­ti­gung die­ses Wer­tes nicht in Betracht, denn dann bestün­de zwi­schen bei­den Anträ­gen inso­weit wirt­schaft­li­che Iden­ti­tät im Sin­ne von § 45 Abs. 1 Satz 3 GKG, die auch im Rah­men von § 26 Nr. 8 EGZPO einer Zusam­men­rech­nung der Wer­te ent­ge­gen­steht 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Okto­ber 2019 – XI ZR 160/​19
vgl. Münch­Komm-ZPO/­Wöst­mann, 6. Aufl., § 6 Rn. 11 mwN; aA Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 23. Aufl., § 6 Rn. 14[↩]
so Münch­Komm-ZPO/Rim­mels­pa­cher, 5. Aufl., vor § 511 Rn. 42[↩]
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.10.2008 XII ZB 75/​08, NJW-RR 2009, 156 Rn. 8; vom 10.12 2014 – IV ZR 116/​14, VersR 2015, 912 Rn. 1; vom 21.02.2017 – XI ZR 88/​16, WM 2017, 804 Rn. 18; und vom 21.08.2018 – VIII ZB 1/​18 21[↩]
vgl. dazu BGH, Beschluss vom 05.06.2018 – XI ZR 364/​17, juris mwN[↩]
Straf­schär­fen­de Unbe­lehr­bar­keit – oder zuläs­si­ges… Ein Straf­aus­spruch ist inso­weit rechts­feh­ler­haft als das Land­ge­richt zu Las­ten des Ange­klag­ten eine "erheb­li­che Unbe­lehr­bar­keit" berück­sich­tigt hat, die sich dar­in mani­fes­tie­re, "dass er allein sei­ne…
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