Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%201988%20II%20S.%20588
Timestamp: 2019-03-20 14:55:08
Document Index: 3759851

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 15', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 119', 'BGH']

BFH, 03.02.1988 - I R 134/84 - dejure.org
KStG 1968 §§ 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 Nr. 1; EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2
KG - Ausländische KG - Beschränkt körperschaftsteuerpflichtig - Leitende Gedanken des Einkommensteuerrechts - Leitende Gedanken des Körperschaftsteuerrechts - Vergleichbarkeit - Juristische Person
Zur beschränkten Körperschaftsteuerpflicht nach § 2 Nr. 1 KStG einer ausländischen Kommanditgesellschaft
BFHE 153, 14
DB 1988, 1527
BStBl II 1988, 588
a) Die höchstrichterliche Rechtsprechung stellt bei rechtsfähigen ausländischen Gesellschaften mit Sitz und Geschäftsleitung im Ausland darauf ab, ob sie dem Typ nach einer unter § 1 Abs. 1 Nrn. 1 bzw. 4 KStG fallenden Kapitalgesellschaft oder sonstigen juristischen Personen des privaten Rechts entsprechen (grundlegend Urteil des Reichsfinanzhofs - RFH - vom 12. Februar 1930 VI A 899/27, RFHE 27, 73, RStBl 1930, 444 - Leitsatz - ferner Urteile in BFHE 93, 1, BStBl II 1968, 695; vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588, zu § 2 Abs. 1 KStG; zur Gewerbesteuer Urteil in BFHE 132, 93, BStBl II 1981, 220).
In diesem Fall sind die von ihr erzielten Einkünfte für Zwecke der deutschen Besteuerung nach den für Personengesellschaften geltenden Regeln zu beurteilen (vgl. Senatsurteil vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588, m.w.N.).
Der Senat folgt insoweit der Entscheidung des I. Senats vom 3. Februar 1988 I R 134/84 (BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588), der die Frage der beschränkten Körperschaftsteuerpflicht einer Personengesellschaft nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) 1968 - im Streitfall handelte es sich um eine ausländische KG - nur unter der Voraussetzung bejaht hat, daß die Personengesellschaft nach den leitenden Gedanken des deutschen Einkommen- und Körperschaftsteuerrechts einer der in § 1 Abs. 1 Nrn. 1 bis 5 KStG 1968 genannten Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen vergleichbar ist; das gelte auch dann, wenn die ausländische Personengesellschaft (KG) im Sitzstaat zivilrechtlich als juristische Person anerkannt sei.
Zwar trifft der Einwand des FA zu, daß sich der I. Senat in seinem Urteil in BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588 auch auf § 3 KStG gestützt hat, durch den er seine Auffassung bestätigt sieht, daß auch nichtrechtsfähige Personenvereinigungen der beschränkten Körperschaftsteuerpflicht nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 KStG unterliegen können.
Die Entscheidung über die ertragsteuerliche Behandlung einer ausländischen juristischen Person ist vielmehr nach den leitenden Gedanken des deutschen Einkommen- und Körperschaftsteuerrechts zu treffen (BFH-Urteil vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588).
Ob aber die Klägerin, die dem Recht des Fürstentums Liechtenstein untersteht, nach ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur --ungeachtet einer ggf. nach ausländischem Recht bestehenden Rechtspersönlichkeit (Senatsurteile vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BFHE 153, 14, BStBl II 1988, 588;… vom 26. August 1993 I R 44/92, BFH/NV 1994, 318)-- einem deutschen Körperschaftsteuersubjekt entspricht (sog. Typenvergleich, vgl. zuletzt Senatsurteil vom 25. Oktober 2016 I R 54/14, BFHE 256, 66, m.w.N. aus der Rechtsprechung) und damit eine beschränkt steuerpflichtige Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse i.S. des § 2 Nr. 1 KStG darstellt, lässt sich anhand der vom FG getroffenen Feststellungen nicht beurteilen.
Die Einordnung der Inanspruchnahme als eine solche für Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer setzte zwar eine rechtliche Qualifizierung der Rechtsform der Vertragspartner nach der Wertung des deutschen Rechts voraus (vgl. BFH Urteile vom 03.02.1988 I R 134/84, BStBl II 1988, 588), die nicht allein im Wege der Auslegung in die eine oder andere Richtung vorgenommen werden kann.
Vorliegend fehlt zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung des Rechtsstreits überhaupt jede Begründung, so dass § 119 Nr. 6 FGO eingreift (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 23. Januar 1985 I R 292/81, BStBl II 1985, 417; vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BStBl II 1988, 588;… Beschluss vom 4. April 2003 V B 145/02, BFH/NV 2003, 1096; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. Dezember 1962 I ZB 27/62, BGHZ 39, 333, 337).
Es kommt vielmehr auch darauf an, ob die ausländische Gesellschaft nach rechtlichem Aufbau und wirtschaftlicher Gestaltung einem der Rechtsgebilde entspricht, die selbst körperschaftsteuerpflichtig sind; nur dann, wenn die leitenden Gedanken des Einkommen- und Körperschaftsteuerrechts gegen eine Mitunternehmerschaft sprechen, ist das KStG anzuwenden (Reichsfinanzhof -RFH- Urteil vom 12. Februar 1930 VI A 899/27 Reichssteuerblatt -RStBl- S. 444, - sog. Venezuela-Fall - BFH Urteil vom 6. November 1981 IV R 182/77, BStBl II 1981, 220; vom 3. Februar 1988 I R 134/84, BStBl II 1988, 588).
BFH, 17.12.1998 - I R 56/98
FG Hamburg, 22.08.2006 - 7 K 134/03