Source: http://dedocz.com/doc/1026606/betriebs-berater-f%C3%BCr-medien-telekommunikation-multimedia-3
Timestamp: 2016-12-04 04:01:23
Document Index: 290096159

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 5']

Betriebs-Berater für Medien Telekommunikation Multimedia 3
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&amp;Recht
Betriebs-Berater f&uuml;r
Medien Telekommunikation Multimedia
Editorial: Offenes WLAN und offene Haftung
Dr. Christian Volkmann
145 Big Data und der datenschutzrechtliche Grundsatz der Zweckbindung
150 eBay &amp; Recht – Rechtsprechungs&uuml;bersicht zum Jahr 2014
Dr. Uwe Schl&ouml;mer und J&ouml;rg Dittrich
158 Die Entwicklung des Datenschutzrechts im Jahr 2014
166 Die „GEMA-Vermutung“ auf dem Pr&uuml;fstand &middot; Dr. G&uuml;nter Poll
171 Fenster ohne W&auml;nde? &middot; Stephanie Eggerath und Markus Oermann
174 L&auml;nderreport USA &middot; Clemens Kochinke
177 EuGH: Flug-Endpreis im Internet muss bereits vor Buchungsbeginn
179 EuGH: &Uuml;bernahme von Flugdaten aus fremder Datenbank kann
durch AGB eingeschr&auml;nkt werden
mit Kommentar von Askan Deutsch
183 EuGH: Gerichtsstand und Schadensersatzumfang
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185 BGH: CT-Paradies: Urhebervermutung und L&ouml;schungsumfang
bei unzul&auml;ssiger eBay-Fotonutzung
190 BGH: K-Theory: Zeitschriftenherausgeber hat Anspruch
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192 BGH: Beschwer bei L&ouml;schungsanspruch gegen
ver&ouml;ffentlichte E-Mail
205 Hanseatisches OLG Hamburg: Vertrieb von Bot-Software
f&uuml;r Online-Rollenspiel wettbewerbswidrig
mit Kommentar von Sebastian Telle
18. Jahrgang
M&auml;rz 2015
Seiten 145 – 216
„Transparenz – Grnde und Grenzen‘‘
Informationsfreiheit und staatliche Transparenz
(tk) Am Mittwoch den 25. Mrz 2015 ldt die Landesregierung
Rheinland-Pfalz und der Landesbeauftragte fr den Datenschutz
und die Informationsfreiheit in den Plenarsaal des Landtages zur
Veranstaltung „Transparenz – Grnde und Grenzen‘‘.
Transparenz soll dazu beitragen, dass Vorgnge und Entscheidungen
in Politik, Verwaltung und Justiz von au&szlig;en nachvollziehbar gemacht werden k&ccedil;nnen. Eine freie Presse, &ccedil;ffentliche Parlamentsdebatten, &ccedil;ffentliche Gerichtsverhandlungen und die Informationsfreiheit sind Systembestandteile eines demokratischen Staates, denn sie
sind Grundlage fr freie Willensbildung, fundierte Wahlentscheidungen und lebendige Partizipation in &ccedil;ffentlichen Angelegenheiten.
Weiter sind sie Instrument gegen Machtmissbrauch und Herrschaftswissen. Allerdings hat staatliche Transparenz auch in einem demokratischen Rechtsstaat Grenzen. Sie ergeben sich aus der Welt der
Geheimnisse: aus privaten Geheimnissen, Betriebs- und Geschftsgeheimnissen und auch aus Staats- und Dienstgeheimnissen. Wo diese Grenzen im Einzelnen verlaufen, steht nicht ein fr alle Mal fest.
Sie werden in Staat und Gesellschaft immer wieder neu verhandelt,
so wie auch immer wieder neu darber nachgedacht werden muss,
wie Transparenz und Offenheit gewhrleisten werden k&ccedil;nnen.
In unserer durch das Internet geprgten Informationsgesellschaft ergeben sich dafr ganz neue M&ccedil;glichkeiten. Sie werden durch den
Begriff Transparenz 2.0 umschrieben und sind auch Gegenstand
des geplanten rheinland-pflzischen Transparenzgesetzes, dessen
Entwurf gegenwrtig in der ffentlichkeit diskutiert wird. Somit
steht die Veranstaltung auch im Zusammenhang mit dem geplanten
Gesetzeserlass, mit dem Rheinland-Pfalz das erste Flchenland sein
wird, in dem ein Transparenzgesetz nach Hamburger Vorbild in
Kraft tritt.
Begr&szlig;t werden die Teilnehmer der Veranstaltung von Edgar Wagner (Landesbeauftragten fr den Datenschutz und die Informationsfreiheit) und durch den Landtagsprsidenten Joachim Mertes. Den
Einfhrungsvortrag hlt die Ministerprsidentin Malu Dreyer. An
der Podiumsdiskussion nehmen nachfolgende Pers&ccedil;nlichkeiten teil:
Roland Jahn war Mitbegrnder der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena. Er protestierte gegen fehlende Meinungsfreiheit und die
zunehmende Militarisierung in der DDR. Nach seiner Kritik an der
Ausbrgerung Wolf Biermanns wurde er 1977 vom Studium der
Wirtschaftswissenschaften exmatrikuliert. Im Januar 2011 wurde er
zum neuen Bundesbeauftragten fr die Stasi-Unterlagen gewhlt.
Terry Martin, geboren in Kanada, studierte in den USA Englisch und
Philosophie und ist heute als Journalist vor allem in Deutschland ttig. Seit 1990 lebt er in Berlin, wo er fr verschiedene Zeitschriften
gearbeitet hat und auch als Fernsehmoderator u. a. fr CNN und die
Deutsche Welle ttig ist. Er hat au&szlig;erdem fr unterschiedliche Radiostationen wie American Public Radio, BBC World Service,
World Radio Switzerland, Deutsche Welle Radio und Canada’s
CBC gearbeitet.
Dr. Manfred Redelfs hat Politikwissenschaft und Journalistik studiert. Nach einem Volontariat beim NDR war er mehrere Jahre als
Journalist ttig und hat parallel ber Recherchejournalismus in den
USA promoviert. Seit 1996 leitet er die Rechercheabteilung von
Greenpeace Deutschland. Er ist Lehrbeauftragter an der Universitt
Lneburg und der Hamburg Media School fr das Thema Recherche
sowie Dozent an der Akademie fr Publizistik.
Prof. Dr. Friedrich Schoch wurde 1988 als Prof. fr Staats- und Verwaltungsrecht an die Universitt Mnster und 1992 an die Universitt Freiburg berufen. Seit 1998 ist er Richter im Nebenamt am Verwaltungsgerichtshof Baden-Wrttemberg. Dort geh&ccedil;rt er dem
10. Senat an, der u. a. fr Entscheidungen zum Umweltinformationsrecht sowie zum Allgemeinen Informationsfreiheitsrecht zustndig
ist. Neben seinem Kommentar zum Informationsfreiheitsgesetz des
Bundes hat er mit zahlreichen Publikationen wesentlich zur Klrung
von Fragen rund um die Informationsfreiheit beigetragen.
Erna Viktoria Xalter begann ihre Richterlaufbahn 1989 beim VG
Karlsruhe. Von 1994 bis 1996 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesverwaltungsgericht und ab 1998 als Richterin beim
K &amp;R
VG Berlin. Im Oktober 2003 wurde sie zur Vizeprsidentin des OVG
Berlin-Brandenburg ernannt. Seit Mrz 2006 ist sie Prsidentin des
VG Berlin. Sie hat an einer Reihe von bekannten Gerichtsentscheidungen zur Informationsfreiheit mitgewirkt.
Im berblick:
Termin: Mittwoch, 25. Mrz 2015, ab 18:00 Uhr
Ort: Plenarsaal des Landtages Rheinland-Pfalz, Platz der Mainzer
Republik 1, 55116 Mainz
Weitere Informationen: www.rlp.de; www.informationsfreiheit.
Anmeldung: Online ber http://s.rlp.de/tgg
Ansprechpartner: Sonja Wirtz beim Landesbeauftragten fr den
Datenschutz und die Informationsfreiheit, Tel.: 06131-2082587,
Sonstiges: Aus Sicherheitsgrnden k&ccedil;nnen beim Besuch im Landtag
Personalausweiskontrollen durchgefhrt werden.
Impressionen vom 4. Presserechtsforum
Recht auf Vergessenwerden, zwei Seiten
des Pers&ccedil;nlichkeitsschutzes im Internet und
Das zum 4. Mal gemeinschaftlich von der Kommunikation &amp; Recht
und der Hamburger Soziett DAMM &amp; MANN organisierte Presserechtsforum drfte sich mittlerweile seinen Platz im Kalender deutscher Presse- und Medienrechtler gesichert haben. Es zeichnet sich
bekanntlich dadurch aus, dass die Referenten (je zwei pro Themenkomplex) keine langen, „akademischen‘‘ Vortrge, sondern kurze
Impulsreferate halten und der Fokus auf der Diskussion zwischen
Referenten und Auditorium liegt. Das funktioniert hervorragend.
Zum einen, weil die Teilnehmerzahl beschrnkt ist – auch um den
Preis, nicht alle Anmeldewnsche erfllen zu k&ccedil;nnen. Zum anderen,
weil die Offenheit der Debatte, woran Torsten Kutschke, Chefredakteur der Kommunikation &amp; Recht, und Prof. Dr. Roger Mann, Namenspartner von DAMM &amp; MANN, im Rahmen ihrer Begr&szlig;ung erinnerten, frei nach dem Motto: „What’s being said at the Press Law
Forum, stays at the Press Law Forum!‘‘, durch den Konsens gesichert wird, dass niemand sich irgendwann soll vorhalten lassen mssen, wie er sich im Rahmen der Diskussion positioniert hat.
1. Das Google-Urteil des EuGH: Fluch oder Rettung
fr Online Archive?
Den Auftakt machten Jan Siegel, Leiter der Rechtsabteilung des
SPIEGEL-Verlags und Jan Albrecht, MdEP und seit Mrz 2012 Verhandlungsfhrer des Europischen Parlaments fr die neue EU-Datenschutzgrundverordnung, mit einem besonderen Aspekt des Google-Urteils (EuGH, 13. 5. 2014 – C-131/12, K&amp;R 2014, 502), nmlich den Auswirkungen der darin unter bestimmten Voraussetzungen
etablierten Pflicht zur Sperrung personenbezogener Suchergebnisse
auf Online Archive.
Siegel lieferte zunchst ein paar Daten und Fakten rund um das Google-Urteil. Seiner Ansicht nach sei das Judikat im Grunde positiv zu
bewerten. In seiner Eingriffsintensitt liege es zwar ber der Haltung
des BGH, der seit der Sedlmayr-Entscheidung (15. 12. 2009 –
VI ZR 227/08) grosso modo davon ausgehe, dass zulssige Berichte
auch online archiviert werden k&ccedil;nnen, weil der Zugang zu Beitrgen
ber eine Suchmaschine danach durchaus „unterbrochen‘‘ werden
k&ccedil;nne, und zwar selbst dann, wenn der Beitrag zulssig war. Dies
aber eben nur, soweit der Name gesucht werde. Wenn der Suchlink
zu dem Namen gesperrt werde, hei&szlig;e das noch lange nicht, dass der
gesamte Artikel nicht mehr gefunden werden k&ccedil;nne. Man komme
also zwar nicht mehr ber die Person zur Information, aber durchaus
ber die Information zur Person. Abzuwarten bleibe freilich, ob diese Einschtzung auch noch nach einem den SPIEGEL betreffenden
Judikat des BVerfG in Sachen Apollonia (1 BvR 16/13) gelten oder
ob das BVerfG gar engere Grenzen ziehen werde. Dessen ungeachtet
sei einstweilen freilich zu kritisieren, dass der EuGH unvollstndig
abgewogen habe; indem er die Entscheidung ber die L&ccedil;schung exklusiv dem Suchmaschinenbetreiber zuweise, lasse er die Interessen
(Forts. auf S. V)
(Forts. von S. IV)
der Betreiber von Online-Archiven unbercksichtigt. Dabei werde in
die Betrachtung nicht nur nicht einbezogen, dass der verlinkte Inhalt
m&ccedil;glicherweise das Ergebnis eines durch das Medienprivileg geschtzten Vorgangs war, sondern es werde dem Suchmaschinenbetreiber au&szlig;erdem aufgegeben, eine Entscheidung ohne das n&ccedil;tige
Wissen um den Sachverhalt und die zeitgeschichtliche Relevanz
treffen zu mssen. Der Gesetzgeber sei vor diesem Hintergrund aufgerufen, den aktuellen Entwurf der Datenschutzgrundverordnung zu
ergnzen, um bei redaktionellen Beitrgen eine Beteiligung des Seitenbetreibers sicherzustellen.
Bevor er an seinen Vorredner anknpfte, war es Albrecht zunchst
daran gelegen, mit einigen Missverstndnissen aufzurumen, die
nach dem Google-Urteil seiner Ansicht nach zu Tage getreten seien.
Es gehe insoweit nicht um L&ccedil;schung, sondern um Sperrung. Zudem
nehme der EuGH ausschlie&szlig;lich Datenschutzrecht in den Blick. Dort
wrden Suchmaschinen nicht privilegiert, whrend das bei Seitenbetreibern im Fall redaktioneller Inhalte anders sei. Dann stelle sich
aber die Frage, wie dieser Unterscheidung Rechnung getragen werden k&ccedil;nne, wenn nur der Suchmaschinenbetreiber entscheide.
Albrecht pflichtete Siegel darin bei, dass es notwendig sei, gesetzlich
klarzustellen, bis wohin der Suchmaschinenbetreiber selbst entscheiden k&ccedil;nne und ab wann Dritte beigezogen werden mssten. In Betracht kme die Einsetzung eines Gremiums, das die grundrechtliche
Relevanz redaktioneller Inhalte im Wege einer unabhngigen Aufsicht absichere oder – aus der Sicht Albrechts vorzugswrdig – ein
Kooperationsmechanismus.
Die bereinstimmende Schlussfolgerung der beiden Referenten
wurde in der Diskussion ebenso ganz berwiegend geteilt, wie die
Beobachtung, dass es sich Google als bedeutendster Suchmaschinenbetreiber mit der Bearbeitung von „L&ccedil;schanfragen‘‘ augenscheinlich
deutlich schwerer mache, als das bisweilen vermutet worden war.
Kritisch wurde zum Teil aber auch angemerkt, dass die rein datenschutzrechtliche Einordnung nicht so recht dazu passe, dass Suchmaschinen nicht g&ccedil;ttlich objektiv seien, sondern ber einen Spielraum
verfgten, der berprfbar sein msse. Jenseits dessen wurde aber
insbesondere deutlich, wie viele Folgefragen der EuGH aufgeworfen
hat, die der Beantwortung harren. Etwa, ob im nationalen Recht etwas anderes gelten k&ccedil;nne, oder ob das Urteil abschlie&szlig;end sei; oder
aber ob das Urteil bspw. fr Google bedeute, dass von einer europischen IP-Adresse nicht mehr ungefiltert auf google.com gesucht
werden k&ccedil;nne oder anders gewendet: ob es sein k&ccedil;nne, dass die
strengste Rechtsordnung fr eine weltweite Sperrung sorgt. Angesichts dessen bedeute fr Suchmaschinenbetreiber mit dem Urteil
des EuGH umzugehen, sich gleichsam vorsichtig auf unsicherem
Grund vorzutasten.
2. Vermummungsverbot oder Recht auf Anonymitt
Wo ist der „verantwortliche Redakteur‘‘?
In der zweiten „Runde‘‘ standen sich die Rechtsanwlte Thomas
Stadler, Blawgger und Namenspartner der Kanzlei AFS Rechtsanwlte und Gernot Lehr, Partner bei Redeker Sellner Dahs und Mitherausgeber der AfP gegenber, um Denkanst&ccedil;&szlig;e Fr und Wider die
Anonymitt im Internet zu liefern.
In fnf Thesen brach Stadler eine Lanze fr die Anonymitt im Netz.
Seiner Ansicht nach bestehe ohne Anonymitt (1.) die Gefahr von
chilling effects fr die freie Rede, die Gefahr also, dass Nutzer ihre
Meinung nicht mehr frei u&szlig;erten. Menschen die Anonymisierungsdienste nutzten, wollten (2.) regelm&szlig;ig nur verhindern, dass ihr gesamtes Nutzungsverhalten durchleuchtet und nachvollzogen werde,
machten mithin nur von ihrem Recht auf informationelle Selbstbestimmung Gebrauch. Es gebe (3.) kein Bedrfnis, die Anonymitt
aufzuheben, weil der kennzeichnungspflichtige Diensteanbieter auf
Beseitigung und Unterlassung hafte. Eine Klarnamenpflicht funktioniere (4.) schlicht und einfach nicht, weil sich im Rahmen des Praktikablen nicht verhindern lasse, dass Nutzer Fantasienamen verwendeten. Schlie&szlig;lich gebe es (5.) nur wenige Flle offensichtlicher
Rechtsverletzungen; die meisten Konstellationen erforderten eine
differenzierte Abwgung der kollidierenden Interessen.
Lehr konstatierte demgegenber zunchst, dass sich das Kommunikationsverhalten im Internet drastisch verndert habe und veranschaulichte dies anhand zweier Beispiele; es msse klar sein, so
Lehr, von welchen Lebenssachverhalten hier auszugehen sei – Lebenssachverhalte nmlich, die durch eine bisweilen extreme Intensitt des Eingriffs in Pers&ccedil;nlichkeitsrechte Betroffener gekennzeichnet
seien. Umgekehrt habe die verdeckte u&szlig;erung im Internet im Hin-
blick auf die Meinungsu&szlig;erungsfreiheit weniger Gewicht. Ausnahmen mssten – wider die Gefahr einer Selbstzensur – nur dort gemacht werden, wo Repressalien oder sonstige negative Auswirkungen drohten. Am Ende des Tages entscheide letztlich die Haftungsfrage ber die Wirksamkeit der (Pers&ccedil;nlichkeits)Rechtsdurchsetzung, daher sei der Gesetzgeber gefordert, im TMG einen Auskunftsanspruch zu verankern (so in der Tendenz auch BGH, 1. 7.
2014 – VI ZR 345/13, K&amp;R 2014, 589 m. zust. Anm. Palzer, MMR
2014, 706). Was das geltende Recht anbelangt, vertrat Lehr in grundstzlicher bereinstimmung mit dem BGH im Hinblick auf die praktisch sehr bedeutsame Haftung von Host-Providern die Auffassung,
dass das „Ping-Pong-Spiel‘‘ des sog. notice and take down-Verfahrens (vgl. BGH, 25. 10. 2011 – VI ZR 93/10, K&amp;R 2012, 217) lediglich bei nicht evidenten Rechtsverletzungen Platz greifen k&ccedil;nne. Darber hinaus mssten sich die Rechtm&szlig;igkeitsanforderungen in
Grenzfllen bei Anonymitt des u&szlig;ernden zu Gunsten des Betroffenen – gleichsam im Zweifel fr das Pers&ccedil;nlichkeitsrecht – verschieben.
In der u&szlig;erst lebhaften Diskussion zeigte sich schnell, dass es sich
insoweit letztlich um eine Glaubensfrage, bzw. eine Frage des jeweiligen Vorverstndnisses handelt. So wurde einerseits der Eindruck
geu&szlig;ert, man sei sich der freien Meinungsu&szlig;erung mittlerweile so
sicher, dass man sie – auch vor dem Hintergrund, dass die M&ccedil;glichkeit der Rechtsdurchsetzung gegenber Intermediren den Betroffenen nicht rechtlos stelle – allzu leichtfertig preisgebe; festzustellen
sei also gleichsam eine Art der Wohlstandsverwahrlosung. Andererseits wurde argumentiert, die Forderung nach einem Auskunftsanspruch sei keineswegs ein populistischer Schnellschuss la „hard cases make bad law‘‘, der den Einzelfall zum gesetzlichen Standard erheben wolle, sondern vielmehr ein verfassungsrechtliches Gebot.
Denn die St&ccedil;rerhaftung reiche gerade nicht aus, um einen wirksamen
Schutz zu gewhrleisten, weil sie nicht verhindere, dass dieselbe
Aussage immer wieder verbreitetet werde. Daher sei das Unterma&szlig;verbot verletzt und der Gesetzgeber msse Abhilfe schaffen.
3. Zu eigen gemachte ehrverletzende u&szlig;erungen
Dritter im Internet – wer haftet wofr?
Anschlie&szlig;end kam Dr. Verena Hoene, Partnerin der Soziett Heuking Khn Ler Wojtek und Mitherausgeberin der AfP und Prof.
Dr. Georgios Gounalakis, Inhaber des Lehrstuhls fr Brgerliches
Recht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Medienrecht der Universitt Marburg die Aufgabe zu, vor dem Hintergrund
der stern.de-Entscheidung des BGH (17. 12. 2013 – VI ZR 211/12,
K&amp;R 2014, 265) erste Impulse fr eine m&ccedil;glichst fruchtbare Diskussion zu liefern. Im Kern ging es dabei um die Frage der Subsidiaritt
des Geldentschdigungsanspruches und inwiefern sich die virale
Verbreitung des Ausgangsbeitrags auf diesen auswirkt.
Hoene verteidigte – freilich gewisserma&szlig;en als advocatus diaboli
(teilweise krit. nmlich dies., AfP 2014, 123) – das Judikat der Karlsruher Richter: Zwar sei richtig, dass Rechtsverletzungen im Internet
nicht grundstzlich schwerer w&ccedil;gen, als in der analogen Welt. Der
Verbreitungsgrad, der ber das Internet erreicht werde, msse aber
bercksichtigt werden. Bei der Verbreitung durch Dritte handle es
sich um ein selbststndiges Dazwischentreten, so dass sich die Frage
stelle, ob hierdurch die Kausalitt durchbrochen werde. Anhand einiger Beispiele aus der Rechtsprechung des BGH aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen zeigte Hoene auf, dass der BGH
bei dieser Frage eine deutliche Zurckhaltung an den Tag legt. In
der vorliegenden Entscheidung zu einer anderen Bewertung zu gelangen und die Weiterverbreitung nicht zuzurechnen, htte aus Sicht
des BGH daher gewisserma&szlig;en eine Sonderkausalittsbetrachtung
zu Gunsten der Presse dargestellt.
Gounalakis ordnete die stern.de-Entscheidung zunchst dogmatisch
als Fall der Haftung eines Intermedirs ein und fhrte kurz in das dem
Gesetz insoweit zu Grunde liegende Haftungskonzept ein. Sodann
stellte er in drei Thesen seine Haltung zum vorliegenden Themenkomplex dar (vgl. ausfhrlicher ders., NJW 2014, 2000): Sofern der
u&szlig;ernde (1.) nicht ausreichend kenntlich mache, dass es sich um
eine fremde u&szlig;erung handle, mache er sich diese zu eigen. Ein
selbststndiges Dazwischentreten Dritter durchbreche (2.) den Kausalverlauf nicht. Der BGH habe sich (3.) bereits in der Caroline I-Entscheidung (5. 12. 1995 – VI ZR 332/94, NJW 1996, 984) vom Grundsatz der Subsidiaritt der Geldentschdigung verabschiedet.
Seitens des Auditoriums wurde vor allem die Zurechnung der Weiterverbreitung durch Dritte kritisch gesehen, da sie zu einem nicht
mehr kalkulierbaren Haftungsrisiko fhre. Es handle sich hierbei
(Forts. auf S. VI)
(Forts. von S. V)
um eine extreme Ausweitung eines ursprnglich als letztes Mittel
konzipierten Anspruchsziels. Das Risiko werde noch dadurch verstrkt, dass schon die Frage der Haftung als solche hufig von wachsweichen Kriterien abhnge und daher schwer zu beurteilen sei. Insgesamt k&ccedil;nne es dadurch im schlimmsten Fall zu einer, in Anbetracht
der Bedeutung der Presse, bedenklichen „Angststarre‘‘ kommen.
Dem wurde entgegengehalten, dass der Widerruf in der Praxis hufig
nicht das erste Mittel sei, weil es lange dauere, ihn durchzusetzen; das
msse auch bei der Frage der Subsidiaritt bercksichtigt werden, also dabei, ob ein schwerwiegender Eingriff in das Pers&ccedil;nlichkeitsrecht
auch auf andere Weise als durch Geldzahlung aufgefangen werden
k&ccedil;nne. Zudem sei zu bercksichtigen, dass das Risiko einer hohen
Geldentschdigung vor allem bei einer besonders spektakulren und
fr den Betroffenen besonders einschneidenden Berichterstattung
drohe. Wenn man dann noch bercksichtige, dass Presseunternehmen
nicht ausschlie&szlig;lich Hter des Grals „Pressefreiheit‘‘ seien, sondern
auch Wirtschaftsunternehmen, dann sei die Entscheidung fr eine
solche Berichterstattung auch immer eine Abwgungsentscheidung
zu Gunsten einer hohen Auflage – und zu Lasten des Betroffenen.
Whrend man sich auf dem Podium darauf einigen konnte, uneinig
zu sein, wird in dieser Frage vermutlich dem BGH das letzte Wort
zukommen. Insofern handelte es sich um eine nicht immer ganz
spannungsfreie, fr das Auditorium aber durchaus packende Momentaufnahme.
Die Aufarbeitung der Ver&ccedil;ffentlichung der „Kohl-Protokolle‘‘ ist,
auch angesichts der zeitgeschichtlichen Bedeutung des Dokuments
und seines Protagonisten, eine juristische Delikatesse. Nicht nur deswegen drfte es sich beim diesjhrigen Presserechtsforum um ein
Highlight in der juristischen Tagungslandschaft gehandelt haben.
Wer es verpasst hat: Eine Veranstaltung, deren Markenkern es darstellt, aktuelle Themen, durch namhafte Referenten eingeleitet, breit
im Teilnehmerkreis zu diskutieren, kann man nur wrmstens empfehlen.
Wiss. Mitarb., Mag. jur. Christoph Palzer, Bayreuth
4. Podiumsdiskussion: „Vertrauensbruch‘‘ bei
Ver&ccedil;ffentlichungen von Journalisten?
Das Verfahren Dr. Helmut Kohl gegen
Dr. Heribert Schwan/Heyne Verlag
Keine Angst – vor keiner Kontrolle!
Den Abschluss und fr viele Teilnehmer wohl zugleich auch den H&ccedil;hepunkt der Tagung sollte eine Podiumsdiskussion zu einem Thema
bilden, das seit Monaten den Bltterwald zum Rauschen gebracht
hatte: Die verschiedenen Rechtsstreitigkeiten (Herausgabe der Tonbnder: LG K&ccedil;ln, 12. 12. 2013 – 14 O 612/12, BeckRS 2014, 17342;
OLG K&ccedil;ln, 1. 8. 2014 – I-6 U 20/14, AfP 2014, 465; Revision anhngig unter Az.: V ZR 206/14; (teilweise) Untersagung der Buchver&ccedil;ffentlichung: LG K&ccedil;ln, 7. 10. 2014 – 28 O 434/14, AfP 2014, 546; LG
K&ccedil;ln, 13. 11. 2014 – 14 O 315/14, AfP 2014, 553; Berufung anhngig unter Az.: 15 U 193/14; Klage auf Herausgabe smtlicher Kopien
und Abschriften anhngig beim LG K&ccedil;ln) zwischen Bundeskanzler
a.D., Dr. Helmut Kohl, und dessen ehemaligem Biografen, Dr. Heribert Schwan (sowie dessen Mitautoren Tilman Jens), bzw. der Verlagsgruppe Random House anlsslich der Ver&ccedil;ffentlichung des Buches „Vermchtnis – Die Kohl-Protokolle‘‘.
Auf dem Podium hatten sich – neben dem Autoren des streitbefangenen Werkes himself – Rainer Dresen, Justiziar der Verlagsgruppe
Random House, die bereits erwhnten Herren Gounalakis und Lehr
sowie Tagungsveranstalter Kutschke zusammengefunden. Kutschke,
der durch die Diskussion fhrte, war es eingangs daran gelegen, klarzustellen, dass von Seiten der Veranstalter (vergebens) versucht worden sei, auch die Gegenseite auf dem Podium vertreten zu sehen, bevor er sich zunchst ausschlie&szlig;lich an Schwan richtete. Dieser berichtete davon, wie es zu der Zusammenarbeit mit Kohl gekommen sei,
wie sehr ihn als Historiker die Arbeit gereizt habe, weil sie ihm den
Zugang zu ansonsten unzugnglichen Dokumenten er&ccedil;ffnet habe,
dass lange vertrauensvoll zusammengearbeitet worden sei, ohne dass
es eine Vertraulichkeitsklausel gegeben habe (Kohl habe aber jeweils
entschieden, was ver&ccedil;ffentlicht wird und was nicht), bis es anlsslich
der Freigabe eines Buches zu einer St&ccedil;rung des Verhltnisses durch
Kohls Ehefrau, Maike Kohl-Richter, gekommen sei. Anschlie&szlig;end
sei die Zusammenarbeit gekndigt worden, ohne dass freilich eine
Vereinbarung etwa bezglich der Herausgabe der Tonbnder getroffen worden oder Schwan zu Verschwiegenheit verpflichtet worden
sei. Das sei erst nachtrglich vor Gericht geltend gemacht worden.
Die Podiumsdiskussion war, wenig berraschend, von der Frage geprgt, ob Schwan die ihm von Kohl anvertrauten Informationen habe
ver&ccedil;ffentlichen drfen. Dresen vertrat den Standpunkt, es habe sich
bei Kohl nicht etwa um ein „Opfer‘‘ gehandelt, das von Schwan hinters Licht gefhrt worden sei; vielmehr sei versumt worden, zu regeln, was nach dem Ende der Zusammenarbeit mit den Informationen geschehen sollte. Lehr gab dagegen zu bedenken, ob nicht die
Funktion des Ghostwriters selbst ein Vertragsverhltnis begrnde
(ausdrcklich hatten Kohl und Schwan keinen Vertrag geschlossen),
fr das – angesichts der dienenden Funktion des Ghostwriters – Vertraulichkeit kennzeichnend sei (so der Sache nach auch LG K&ccedil;ln,
13. 11. 2014 – 14 O 315/14, AfP 2014, 553). Schwan wehrte sich indes gegen den Eindruck, er sei ein einfacher Stenograph gewesen;
vielmehr habe er wesentlich durch seine Fragen das Gesprch mit
Kohl gesteuert und zudem um historische Fakten angereichert bzw.
fehlerhafte Erinnerungen von Kohl bereinigt.
„Es kann doch nicht sein ...‘‘, dass dieses Internet die zivilisierte
Welt zerst&ccedil;rt! So lsst sich – freilich berspitzt – der Eindruck zusammenfassen, den der Verfasser von einer sehr interessanten Veranstaltung im Hause des Deutschen Fachverlags in Frankfurt am
Main mitnehmen konnte: Dem 4. Presserechtsforum. Eine lohnende
Veranstaltung und gute Gelegenheit mit einem tollen Querschnitt an
Fachjuristen und Kollegen ber spannende Themen – diesmal an der
„hei&szlig;en‘‘ Schnittmenge von Informations- und Kommunikationstechnologie, der Digitalisierung und dem „klassischen‘‘ Presserecht –
in den Diskurs zu kommen; mit einem ungew&ccedil;hnlichen Konzept fr
gewinnbringende Diskussionen. Ganz „nebenbei‘‘ endete die Veranstaltung mit einer mitunter polarisierenden Podiumsdiskussion mit
dem Autoren und Journalisten Dr. Heribert Schwan um „seine‘‘
Kohl-Protokolle. Dem „Vermchtnis‘‘.
Diffamierende u&szlig;erungen, Kreditgefhrdung, Pers&ccedil;nlichkeitsrechtsverletzungen und hnliches mehr sind ein gro&szlig;es praktisches
und leider alltgliches Problem. Fr Privatpersonen und Prominente
gleicherma&szlig;en wie fr Unternehmen, gerade im Zusammenhang mit
diesem „Internetz‘‘ – und dann auch noch im Schutze der Anonymitt. Fr viele ist das Netz der Netze wohl insoweit gar Ursache allen
bels, dem dringend Einhalt zu gebieten ist. Wenn es sein muss
[sic!], dann eben mit – neuen – gesetzlichen Regelungen. Zum Beispiel mit einem Auskunftsanspruch im Telemediengesetz, um die
„Tter‘‘ unmittelbar, pers&ccedil;nlich greifen zu k&ccedil;nnen. Im Interesse der
Betroffenen! Immer! Dann doch mit Richtervorbehalt. Immerhin.
Der Ruf nach weiteren rechtlichen Mechanismen wird laut in einem
Umfeld von St&ccedil;rerhaftung, Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch und nicht zuletzt auch strafrechtlichen Verfolgungs- und
Sanktionsm&ccedil;glichkeiten; wird laut in einem System, in dem grundstzlich jedes relevante Internetmedium gesetzlich seinen verantwortlichen Diensteanbieter und/oder inhaltlich Verantwortlichen zu
benennen hat. Die Forderung nach einem „mehr‘‘ wird also laut in
einem Umfeld, in dem es eigentlich schon vieles gibt, um Betroffene
zu schtzen – und das durchaus auch effektiv. Und: in Ansehung dessen, dass die Schaffung eines Auskunftsanspruchs im Telemediengesetz im augenscheinlichen Konflikt zur gesetzgeberischen Wertung
von &sect; 13 Abs. 6 TMG und auch der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Internet-Bewertungsplattformen (BGH, WRP
2014, 1473 = K&amp;R 2014, 802 – jameda.de, Rn. 41 m. w. N.) steht:
Die anonyme Nutzung ist dem Internet immanent und sie ist gewollt!
Auch und gerade im Lichte der Grundrechte, insbesondere Art. 5 GG.
Bei der Diskussion stellt sich mitunter die Frage, welche Motivation
diejenigen treibt, die einen derartigen Auskunftsanspruch fordern.
Ob es mehr ist, als ein „Es kann doch nicht sein, dass (...)‘‘ jemand
im Schutze der Anonymitt Schmhkritik bt, andere beleidigt, ein
Unternehmen schlecht bewertet, schlimmste Hetze treibt, Personen
mit Umstnden in Verbindung bringt, mit denen diese gar nicht in
Verbindung stehen oder stehen m&ccedil;chten. „Es kann doch nicht sein,
dass (...)‘‘ der Betroffene im Fall einer klaren Rechtsverletzung auf
den Unterlassungsanspruch gegen den Diensteanbieter verwiesen ist
oder gar auf das trge Einschreiten der Strafverfolgungsbeh&ccedil;rden.
Doch, es kann sein! Es fhlt sich fr den einen oder anderen viel-
Zur Notwendigkeit eines Auskunftsanspruchs
im Telemediengesetz
leicht einfach nur anders an in diesen „unendlichen Weiten‘‘ des Internet. Die m&ccedil;glicherweise treibende Sorge oder gar Angst vor
einem – vermeintlichen – Kontrollverlust in einer kommunikativ
und sozial vernderten und digitalisierten Welt ist aber ein schlechter
Ratgeber fr gesetzgeberisches Handeln und rechtspolitische Forderungen. „Es kann doch nicht sein (...)‘‘ ist kein juristisches und auch
kein politisches Argument. Die Akzeptanz einer vernderten Realitt
und Tatschlichkeit – die wir uns im brigen auch selbst gegeben
haben und diese auch selbst vorantreiben – muss nicht nur die Politik, sondern eben auch die Justiz und den Juristen erreichen. Subjektive Betroffenheit und das Individual-Unrechtsbewusstsein einiger
sind sicherlich nicht geeignet, bestehende, rechtsstaatliche, politische und gesetzgeberische Grundentscheidungen, die im Kern ihre
Begrndung in den manifesten Grundlagen der deutschen Verfassung und der freiheitlichen Grundordnung haben, in Frage zu stellen
oder zu gefhrden. Ausfluss dieser Grundhaltung ist eben auch der
nahezu ebenbrtige Schutz anonymer Meinungsu&szlig;erungen, wenn
diese nunmehr auch im Internet zu finden sind. Schmhkritik, Hetze,
Angriffe Einzelner bedrfen einer Reaktion und die Betroffenen
mssen die M&ccedil;glichkeit haben, entschieden dagegen vorgehen zu
k&ccedil;nnen. Dies wird niemand ernsthaft in Frage stellen wollen. Diese
M&ccedil;glichkeiten bestehen, aber eben nicht „schrankenlos‘‘. Vielleicht
und wahrscheinlich bedarf es an manchen Stellen der „Justierung‘‘
der Bedienbarkeit, der Effektivitt von Bestehendem. Auch hier
spaltet sich der Begriff von Gerechtigkeit wie hufig in subjektives
Wollen und rechtstaatliches K&ccedil;nnen.
Die neue alte digitale Welt und Realitt ist letztlich doch gar nicht so
anders, wie der „gute alte‘‘ analoge Wahnsinn. Die vollstndige
Konvergenz dieser „zwei Welten‘‘ ist lngst Realitt, dies zu akzeptieren und danach zu handeln wohl (noch immer) nicht. Dies aber
wre m&ccedil;glicherweise der nachhaltigere Ansatz, anstatt mit immer
neuen rechtlichen Handlungsm&ccedil;glichkeiten und Normen neues Unsicherheitspotential zu schaffen. Weniger ist – wie so oft – doch
manchmal mehr. Aktionismus ist meist zuviel.
RA Thomas Ch. Gramespacher, Bonn
Ohly, Ansgar/Sosnitza, Olaf: UWG – Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb mit Preisabgabenverordnung – Kommentar –
Mnchen: Verlag C. H. Beck, 6. Auflage 2014, 1299 S., Ln.,
Ohly und Sosnitza informieren in der vorliegenden 6. neubearbeiteten Auflage des Kommentars schnell, bersichtlich und in kompakter Form ber das gesamte Recht gegen den unlauteren Wettbewerb
und tragen dabei in ihren Ausfhrungen den bestndigen Entwicklungen des Lauterkeitsrechts insbesondere auch bezogen auf die neuen Medien Rechnung. In besonderem Ma&szlig;e wird dabei auch auf die
St&ccedil;rerhaftung im Internet eingegangen. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb wird dabei umfassend kommentiert und die allgemeinen Bestimmungen sowie Rechtsfolgen und Verfahrens-, Strafund Bu&szlig;geldvorschriften besprochen. Auch auf die Preisabgabenverordnung wird ausfhrlich eingegangen. Dabei wurde auch das
Unionsrecht vor dem Hintergrund der Richtlinie 2005/29/EU ber
unlautere Geschftspraktiken, der Richtlinie 2006/114/EG ber irrefhrende und vergleichende Werbung, der Richtlinie 2000/31/EG
ber den elektronischen Geschftsverkehr und der Richtlinie 2002/
58/EG ber die Verarbeitung personenbezogener Daten und den
Schutz der Privatsphre in der elektronischen Kommunikation ausfhrlich eingearbeitet und kommentiert. Aber auch weitere deutsche
Gesetzestexte wie das Arzneimittelgesetz und das Telemediengesetz
sind abgedruckt. Der im Anhang stehende Auszug des Gesetzes zur
Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie und zur nderung des
Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung sowie das umfassende Stichwortverzeichnis runden die Darstellung ab. Besonders
praxisnah wird die konzentrierte Kommentierung schlussendlich
vor allem durch die bersichtliche Systematik, die an Fallgruppen
orientiert ist und durch die knappen und auf die wesentlichen Aussagen konzentrierten Darstellungen. Die Auswertung der europischen und nationalen Rechtsprechung sowie die konkrete Auseinandersetzung mit Literaturansichten runden die Ausfhrungen zu einer
aktuellen Gesamtdarstellung des Lauterkeitsrechts ab.
Kommunikation &amp; Recht
Zitierweise K&amp;R
ISSN 1434-6354
Verlag: Deutscher Fachverlag GmbH
Geschftsfhrung: Angela Wisken (Sprecherin), Peter Esser, Markus Gotta,
Peter Kley, Holger Knapp, S&ccedil;nke Reimers
Aufsichtsrat: Klaus Kottmeier, Andreas Lorch, Catrin Lorch, Peter Ru&szlig;
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