Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=OLGR%202002,%20304
Timestamp: 2019-02-17 04:40:44
Document Index: 237035748

Matched Legal Cases: ['§ 567', '§ 321', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 281', '§ 269', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 269', '§ 12', '§ 34', 'BGH', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 281', 'BGH', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 281', 'BGH', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 281', 'BGH', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 281', 'BGH', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 281', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 765', '§ 592', 'BGH']

Rechtsprechung: OLG-Report 2002, 304 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Frankfurt, 18.07.2002 | OLG Celle, 24.09.2002 | OLG Hamburg, 18.04.2002 | OLG Brandenburg, 27.12.2001
Zivilprozessreform: Wegfall des außerordentlichen Rechtsbehelfs der weiteren Beschwerde
Kein außerordentlicher Rechtsbehelf gegen unanfechtbare Entscheidung des Beschwerdegerichts nach ZPO-Reform
Kein außerordentlicher Rechtsbehelf der "weiteren Beschwerde" nach In-Kraft-Treten des Zivilprozessreformgesetzes 2001
Wegfall des außergerichtlichen Rechtsbehelfs der weiteren Beschwerde; Möglichkeit der Selbstkorrektur bei der Verletzung von Verfahrensgrundrechten mittels fristgebundener Gegenvorstellung; Vorliegen eines Falles der greifbaren Gesetzeswidrigkeit
ZPO § 567 Abs. 1, § 321a
AG Lüneburg, 11.02.2002 - 12 C 338/01
LG Lüneburg, 24.05.2002 - 6 T 55/02
NJW 2002, 3715
ZIP 2002, 2058
NZI 2003, 55
BauR 2003, 138
Deshalb ist die vom Bundesgerichtshof (NJW 2002, 1577 = MDR 2002, 901) zum Zivilverfahren vertretene Auffassung (vgl. auch OLG Celle ZIP 2002, 2058; KG MDR 2002, 2086), wonach eine Fehlerkorrektur innerhalb der Instanz der Eröffnung eines außerordentlichen Rechtsmittels zum übergeordneten Gericht vorzuziehen ist, auch auf das Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu übertragen (vgl. Senat, Beschluss vom 2. Juni 2004 - 3 W 99/04-; OLG Frankfurt, Beschluss vom 14. Mai 2003 -20 W 155/03, zitiert nach juris und BayObLG MDR 2003, 410; KG FGPrax 2005, 66, jeweils für die Zeit vor Inkrafttreten des § 29 a FGG).
Ebenso wie zuvor bereits andere Obergerichte (so OLG Celle InVo 2002, 496 u. InVo 2002, 499 = NJW 2002, 3715-3717 = OLGR Celle 2002, 304-307) schließt sich auch der Senat dem Bundesgerichtshof an, und zwar dahingehend, dass nicht nur in Fällen von Verstößen gegen Verfahrensgrundrechte, sondern in allen Fällen, die bisher mit dem Begriff der "greifbaren Gesetzwidrigkeit" umschrieben wurden, nur noch eine Selbstkorrektur durch das Gericht, das die Entscheidung erlassen hat, möglich ist.
Das OLG Celle (ZIP 2002, 2058) und das KG (MDR 2002, 1086) haben sich dieser Auffassung angeschlossen, ebenso das BVerwG für den Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit (NJW 2002, 2657).
Nachdem nach der Neuregelung des Beschwerderechts durch das Zivilprozessreformgesetz ein außerordentliches Rechtsmittel zum Bundesgerichtshof nicht mehr statthaft ist, und zwar selbst dann nicht, wenn die Entscheidung ein Verfahrensgrundrecht des Beschwerdeführers verletzt oder aus sonstigen Gründen "greifbar gesetzwidrig" ist (vgl. BGH NJW 2002, 1577; BGH FuR 2004, 139; OLG Celle NJW 2002, 3715), ist in einem solchen Fall die Gegenvorstellung als möglich anzusehen.
Der Senat sieht insoweit in der neuen ZPO das Prinzip des Vorrangs der Selbstkorrektur der Ausgangsinstanz (…dazu Kreft, in: Festgabe für Graßhof, 1998, S. 185 ff.) bei der Verletzung von Verfahrensgrundrechten und der Nichtbeachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör verankert, wie er bereits im Zusammenhang mit der Unzulässigkeit weiterer außerordentlicher Beschwerden wegen greifbarer Gesetzwidrigkeit nach neuen Zivilprozessrecht entschieden hat (s. Senat, Beschl. v. 24.09.2002 - 2 W 57/02, Nds. Rpfl. 2003, 119).
Die Gegenvorstellung ist ein im Gesetz nicht geregelter, gleichwohl allgemein anerkannter Rechtsbehelf, dessen Anwendungsbereich durch die neuere Rechtsprechung noch erweitert wurde (vgl. BGH, NJW 2002, 1577; OLG Celle, NJW 2002, 3715; Senatsbeschluss vom 27. Juni 2003 - 16 WF 85/03 - nicht veröffentlicht).
OLG Celle, 09.12.2002 - 16 W 72/02
Vorläufige Vollstreckbarkeit: Ermessensspielraum bei der einstweiligen …
Bindungswirkung eines gerichtlichen Verweisungsbeschlusses; Erfüllungsort am Kanzleisitz des Rechtsanwalts; Honorarklage eines Rechtsanwalts
Gerichtsstand - anwaltliche Honorarklage
MDR 2002, 1210
Dies gilt erst recht für - im Ergebnis - vertretbare Entscheidungen (s. dazu etwa OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210;… OLG Frankfurt/Main, NJW 2001, S. 1583;… Baumbach/Hartmann, aaO., § 281 Rdn. 39;… Tombrink, NJW 2003, S. 2364 ff., 2366, 2367;… noch weitergehender ["Willkür" erst bei vorsätzlichem Rechtsbruch]: Endell, DRiZ 2003, S. 133, 135;… strenger aber Fischer, MDR 2002, S. 1401 ff., 1405).
Diese Ansicht ist aber zunehmend umstritten; eine wachsende Gegenmeinung lehnt einen gemeinsamen Erfüllungsort ab und verweist auf die gesetzliche Regelung in §§ 269, 270 BGB, wonach Erfüllungsort für Honoraransprüche des Rechtsanwalts der Wohnsitz des Mandanten zur Zeit der Mandatierung ist (…s. etwa OLG Karlsruhe, NJW 2003, S. 2174, 2175;… LG Frankfurt/Main, NJW 2001, S. 2640; zum Streitstand s. etwa auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Fischer, MDR 2002, S. 1401, 1402;… Zöller/ Vollkommer, aaO., § 29 Rdn. 25;… Baumbach/Hartmann, aaO., § 29 Rdn. 18;… Thomas/Putzo, aaO., § 29 Rdn. 6;… Palandt/Heinrichs, BGB, 63. Aufl. 2004, § 269 Rdn. 13, 14).
Die Annahme, der Erfüllungsort für Honorarforderungen des Rechtsanwalts liege nicht am Sitz seiner Kanzlei, sondern am Wohnsitz des Mandanten, ist danach jedenfalls vertretbar und eine darauf gegründete Verweisung an das nach §§ 12, 13 oder § 34 ZPO zuständige Gericht nicht willkürlich (…s. schon Senat, OLG-NL 2001, S. 70 f.;… OLG Frankfurt/Main, NJW 2001, S. 1583; OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210;… Fischer, MDR 2002, S. 1401, 1402).
Die Abweichung von einer (bisher) "herrschenden Meinung" oder einer "(fast) einhelligen Ansicht" rechtfertigt für sich allein die Annahme von objektiver Willkür nicht; entscheidend ist, ob die Verweisung im Ergebnis noch "vertretbar" ist (…vgl. etwa BGH MDR 2002, S. 1450, 1451;… NJW-RR 2002, S. 1498 f.;… NJW 2003, S. 3201 f.;… BayObLG NJW 2003, S. 1196, 1197; Senat, ebd.;… Baumbach/Hartmann, aaO., § 281 Rdn. 39 m.w.Nw.; vgl. auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Zöller/Greger, aaO., § 281 Rdn. 17;… Musielak/Foerste, aaO., § 281 Rdn. 17;… Thomas/Putzo/ Reichold, aaO., § 281 Rdn. 12).
Die Abweichung von einer (bisher) "herrschenden Meinung" oder einer "(fast) einhelligen Ansicht" rechtfertigt für sich allein die Annahme von objektiver Willkür nicht; entscheidend ist, ob die Verweisung im Ergebnis noch "vertretbar" ist (…vgl. etwa BGH MDR 2002, S. 1450, 1451;… NJW-RR 2002, S. 1498 f.;… NJW 2003, S. 3201 f.;… BayObLG NJW 2003, S. 1196, 1197; Senat, ebd.;… Baumbach/ Hartmann, a.a.O., § 281 Rdn. 39 m.w.Nw.; vgl. auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Zöller/Greger, a.a.O., § 281 Rdn. 17;… Musielak/Foerste, a.a.O., § 281 Rdn. 17;… Thomas/Putzo/ Reichold, a.a.O., § 281 Rdn. 12).
Ist hingegen die dem Verweisungsbeschluss zugrunde liegende Rechtsauffassung vertretbar, so kommt die Einstufung als willkürlich nicht in Betracht (Hans. OLG Hamburg, MDR 2002, 1210; OLG Karlsruhe, Beschluss v. 16.2.2004, Az. 15 AR 1/04).
Die Abweichung von einer (bisher) "herrschenden Meinung" oder einer "(fast) einhelligen Ansicht" rechtfertigt für sich allein die Annahme von objektiver Willkür nicht; entscheidend ist, ob die Verweisung im Ergebnis noch "vertretbar" ist (…vgl. etwa BGH MDR 2002, S. 1450, 1451;… NJW-RR 2002, S. 1498 f.;… NJW 2003, S. 3201 f.;… BayObLG NJW 2003, S. 1196, 1197; Senat, ebd.;… Baumbach/Hartmann, aaO., § 281 Rdn. 39 m.w.Nw.; vgl. auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Zöller/Greger, aaO., § 281 Rdn. 17;… Musielak/Foerste, aaO., § 281 Rdn. 17;… Thomas/Putzo/Reichold, aaO., § 281 Rdn. 12).
Die Abweichung von einer (bisher) "herrschenden Meinung" oder einer "(fast) einhelligen Ansicht" rechtfertigt für sich allein die Annahme von objektiver Willkür nicht; entscheidend ist, ob sich die Verweisung im Ergebnis noch als "vertretbar" darstellt (…vgl. etwa BGH MDR 2002, S. 1450, 1451;… NJW-RR 2002, S. 1498 f.;… NJW 2003, S. 3201 f.;… BayObLG NJW 2003, S. 1196, 1197; Senat, ebd.;… Baumbach/Hartmann, a.a.O., § 281 Rdn. 39 m.w.Nw.; vgl. auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Zöller/Greger, a. a.O., § 281 Rdn. 17;… Musielak/Foerste, a.a.O., § 281 Rdn. 17;… Thomas/Putzo/Reichold, a.a.O., § 281 Rdn. 12).
Die Abweichung von einer (bisher) "herrschenden Meinung" oder einer "(fast) einhelligen Ansicht" rechtfertigt für sich allein die Annahme von objektiver Willkür nicht; entscheidend ist, ob die Verweisung im Ergebnis noch "vertretbar" ist (…vgl. etwa BGH MDR 2002, S. 1450, 1451;… NJW-RR 2002, S. 1498 f.;… NJW 2003, S. 3201 f.;… BayObLG NJW 2003, S. 1196, 1197; Senat, ebd.;… Baumbach/Hartmann, a.a.O., § 281 Rdnr. 39 m.w.Nw.; vgl. auch OLG Hamburg, MDR 2002, S. 1210 f.;… Zöller/Greger, a.a.O., § 281 Rdnr. 17;… Musielak/Foerste, a.a.O., § 281 Rdnr. 17;… Thomas/Putzo/Reichold, a.a.O., § 281 Rdnr. 12).
In einem solchen Fall entfaltet ein Verweisungsbeschluss nach Auffassung des Senats keine Bindungswirkung (vgl. auch OLG Karlsruhe OLGR 1998, 281 f.; Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg GuT 2002, 114; OLG Frankfurt OLGR 2001, 242 ff.; OLG Köln NJW-RR 2002, 426 f.; Brandenburgisches Oberlandesgericht OLGR 2001, 247 ff;… MüKo-Wolf, aaO, RN 4 zu § 102 GVG;… Musielak-Wittschier, aaO, RN 3 zu § 102 GVG;… Zöller-Gummer, ZPO, 23. Auflage, RN 6 zu § 102 GVG).
Bürgschaft auf erstes Anfordern bei Insolvenz des Bürgschaftsgläubigers
Bürgschaftsrecht - Bürgschaft a.e.A. bei Insolvenz des Gläubigers
Prozesskostenhilfe (PKH); Verzicht auf Einrede der Vorausklage; Bürgschaftserklärung; Einwendungsausschluss; Rechtsmissbräuchliche Inanspruchnahme des Bürgen
BGB §§ 765, 770; ZPO §§ 592, 600, 767
LG Potsdam, 21.08.2000 - 2 O 203/01
WM 2002, 2160
So weitgehende Einschränkungen des Anspruchs lassen sich mit dem von der Bürgschaft auf erstes Anfordern verfolgten Zweck nicht vereinbaren (…so auch Eleftheriadis, Die Bürgschaft auf erstes Anfordern, 2001, S. 118, 123;… Oettmeier, Bürgschaften auf erstes Anfordern, 1996, S. 102; zu pauschal OLG Brandenburg InVo 2002, 289 f).
OLG Rostock, 16.04.2008 - 1 W 26/08
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Geltendmachung des Zahlungsanspruchs eines in …
Soweit hier von Interesse, ist dies auch dann der Fall, wenn sich der Gläubiger in masseloser Insolvenz befindet oder der Insolvenzverwalter Masseunzulänglichkeit angezeigt hat, weil der Gläubiger dann mangels weiterer wirtschaftlicher Tätigkeit nicht mehr auf Liquidität angewiesen ist und deshalb kein schützenswertes Interesse an einer Leistung auf erstes Anfordern hat (BGHZ 151, 236 = NJW 2002, 3170 = WM 2002, 1794;… Schmitz/ Wassermann/Nobbe, a.a.O., Rn. 230; vgl. auch - z.T. weiter gehend - OLG Brandenburg, OLGR 2002, 304 = ZInsO 2002, 882 = InVo 2002, 289).