Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%204%20AS%2059/13%20R
Timestamp: 2019-01-18 17:01:44
Document Index: 104867234

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 7', '§ 7', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 27', 'Art. 1', '§ 7', '§ 23']

Den Entscheidungen des Bundessozialgerichtes, u. a. vom 03.12.2015 (Az. B 4 AS 59/13 R), wonach erwerbsfähigen Unionsbürgern (und deren Angehörigen) nach dem europäischen Fürsorgeabkommen bzw. gemäß § 23 Absatz 1 S. 3 SGB XII Leistungen der Sozialhilfe nach dem dritten Kapitel des SGB XII gewährt werden könnten bzw. zu gewähren seien, werde nicht gefolgt.
Der zuletzt formulierte Klageantrag, der sich auf eine Verurteilung der Beigeladenen bezieht, erfolgte vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidungen des Bundessozialgerichts (insbesondere Urteil vom 03.12.2015 B 4 AS 59/13 R, juris).
Die Vorschrift des § 7 Abs. 1 S. 2 SGB II ist insoweit planwidrig lückenhaft, als sie nicht ausdrücklich den Ausschluss auch derjenigen normiert, denen keine materielle Freizügigkeitsberechtigung oder ein anderes materielles Aufenthaltsrecht zusteht, weil sie einen Leistungsausschluss schon für solche Ausländer anordnet, die sich auf eine solche materielle Freizügigkeitsberechtigung im Sinne des FreizügG/EU berufen können (vgl. ausführlich BSG…, Urteil vom 3.12.2015 - B 4 AS 44/15 R , juris, Rn. 19 ff.; BSG, Urteil vom 03. Dezember 2015 - B 4 AS 59/13 R, juris, Rn. 14).
Zu den Vertragsschließenden des EFA gehört neben Deutschland Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien, Türkei und dem Vereinten Königreich auch Italien, so dass die Klägerinnen zwar - vorbehaltlich der Feststellung eines "erlaubten" Aufenthaltes (dazu: BSG, Urteil vom 03.12.2015 - B 4 AS 59/13 R, Rn. 21 ff., juris; BVerwG…, Urteil vom 18. Mai 2000 - 5 C 29/98 -, BVerwGE 111, 200-213, Rn. 13) in der Bundesrepublik - in den persönlichen Anwendungsbereich fallen könnten.
c) Soweit ersichtlich, wird nach den Entscheidungen des BSG zum Themenkomplex des Leistungsausschlusses nach § 7 Absatz 1 S. 2 SGB II seit Dezember 2015, nach denen Angehörige eines EFA-Signatarstaates aufgrund des Gleichbehandlungsgebotes mit Inländern, im Übrigen als (gebundene) Ermessensleistung nach § 23 Abs. 1 S. 3 SGB XII, einen Anspruch auf Existenzsicherung durch Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII haben (können) (BSG, Urteile vom 03.12.2015 - B 4 AS 59/13 R, B 4 AS 44/15 R, Urteile vom 16.12.2015 - B 14 AS 15/14 R, B 14 AS 18/14 R, B 14 AS 33/14 R, Urteile vom 20.01.2016 - B 14 AS 15/15 R, B 14 AS 35/15 R, Urteil vom 17.02.2016 - B 4 AS 24/14 R, Urteil vom 17.03.2016 - B 4 AS 32/15 R), der Beurteilung des BSG zur Nichtanwendbarkeit des EFA auf Leistungen nach dem SGB II aufgrund des erklärten Vorbehaltes in der übrigen Rechtsprechung gefolgt.
Die Kammer folgt insoweit nicht der Rechtsauffassung des 4. und des 14. Senats des Bundessozialgerichts (BSG), wie sie sich den Urteilen vom 03.12.2015 (Az.: B 4 AS 59/13 R, B 4 AS 44/15 R und B 4 AS 43/15 R), vom 16.12.2015 (Az.: B 14 AS 15/14 R, B 14 AS 18/14 R und B 14 AS 33/14 R), vom 20.01.2016 (Az.: B 14 AS 15/15 R und B 14 AS 35/15 R), vom 17.02.2016 (Az.: B 4 AS 24/14 R) und vom 17.03.2015 (Az.: B 4 AS 32/15 R) entnehmen lässt, und nach der hier zumindest ein Anspruch auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung über die Gewährung von Leistungen nach § 23 Abs. 1 Satz 3 SGB XII, ggf. aber auch aufgrund einer Ermessensreduzierung auf Null ein (quasi) gebundener Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt nach § 23 Abs. 1 Satz 3 SGB XII i. V. m. §§ 27 ff. SGB XII ( i. V. m. Art. 1 EFA - vgl.BSG, Urteil vom 03. Dezember 2015 - B 4 AS 59/13 R, Rn. 20 ff., juris) gegen die Beigeladene als insoweit örtlich und sachlich zuständigem Leistungsträger bestehen würde, weil der Leistungsausschluss gem. § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II eingreift (dem BSG folgend: LSG NRW v. 24.02.2016 - L 19 AS 1834/15 B ER, L 19 AS 1835/15 B;… Coseriu in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB XII, 2. Aufl. 2014, § 23 SGB XII, Rn. 63.21).