Source: https://www.immoverkauf24.de/immobilienverkauf/erbschaft/erben-a-z/erbteil-verkaufen/
Timestamp: 2019-05-23 17:36:47
Document Index: 330040776

Matched Legal Cases: ['§ 2094', '§ 2033', '§ 2317', '§ 2033', '§ 2034', '§ 3']

Erbteil verkaufen – wie geht das? - immoverkauf24.de
Erbteil verkaufen – wie geht das?
Erbt mehr als eine Person den Nachlass eines Verstorbenen, kommt eine Erbengemeinschaft zustande. Die Miterben sind vielfach uneinig darüber, wie der Nachlass aufzuteilen ist. Vor allem, wenn Immobilien oder Grundstücke zur Erbmasse gehören, kann die Erbauseinandersetzung langwierig sein. Eine Möglichkeit für Erben, eher an ihren Anteil am Erbe zu kommen, besteht neben der Abschichtung oder der zumeist nachteiligen Teilungsversteigerung darin, den Erbteil zu verkaufen und vergleichsweise zeitnah auszahlen zu lassen. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengestellt.
Sie denken darüber nach Ihren Erbteil zu verkaufen? Lassen Sie sich jetzt von unseren Experten zu diesem Thema beraten.
Kann ich auf meinen Erbteil gegen Abfindung verzichten?
Darf ich meinen Erbteil verkaufen und wann ist dies sinnvoll?
Wer sind die potenziellen Käufer meines Erbteils?
Wie ist der Ablauf beim Verkauf des Erbteils?
Was sollte der Erbteilskaufvertrag enthalten?
Sonderfall: Grundstücke und Immobilien verkaufen
Was sind die Vor- und Nachteile beim Verkauf des Erbteils?
1. Was ist der Erbteil?
Der Erbanteil (auch als Erbteil bezeichnet) ist der Anteil am Nachlass, der einem Erben zusteht. Wie hoch dieser ausfällt, hängt davon ab, ob ein Testament oder Erbvertrag vorliegt oder nicht. Existiert eine solche Verfügung von Todes wegen nicht, hängt die Höhe des gesetzlichen Erbteils von der Erbenstellung innerhalb der gesetzlichen Erbfolge ab. Andernfalls kann der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Erbteile festlegen.
Existiert kein Testament und hinterlässt ein Ehemann nach seinem Tod Ehefrau und zwei Kinder, erhält die Ehefrau beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft die Hälfte und die beiden Kinder jeweils ein Viertel des Nachlasses als gesetzlichen Erbanteil. Hat der Ehemann hingegen mit seiner Ehefrau ein Berliner Testament verfasst, ist sie Alleinerbe und die Kinder erhalten nichts. Sie erben erst, nachdem auch die Ehefrau gestorben ist.
2. Kann ich auf meinen Erbteil gegen Abfindung verzichten?
Es ist möglich, auf den Erbteil gegen Abfindung zu verzichten. Dies wird auch als Abschichtung bezeichnet und führt dazu, dass der Erbteil der Miterben gemäß § 2094 BGB in der Erbengemeinschaft anwächst. Konkret wird ausschließlich auf die Rechte innerhalb der Erbengemeinschaft verzichtet. Diese Möglichkeit setzt allerdings voraus, dass die Miterben auch in der Lage sind, eine Abfindung zu zahlen. Zudem erhöht sich damit auch ihr Aufwand bezüglich der Verwaltung des Nachlasses bis zur Erbauseinandersetzung, wofür in der Regel ein Abschlag einkalkuliert wird.
Unterm Strich fällt damit die Abfindungszahlung im Vergleich zum Verkauf des Erbteils möglicherweise geringer aus. Vorteilhaft ist bei dieser Lösung allerdings, dass keine notarielle Beurkundung erforderlich ist. Gleichwohl ist es zur Absicherung sinnvoll, die Abschichtungsvereinbarung notariell zu beurkunden.
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3. Darf ich meinen Erbteil verkaufen und wann ist dies sinnvoll?
Das Erbrecht sieht gemäß § 2033 BGB die Möglichkeit vor, dass Mitglieder einer Erbengemeinschaft ihren Erbteil verkaufen können. Der Paragraph regelt zudem, dass Erben nicht über einzelne Nachlassgegenstände verfügen können. Für den Verkauf des Erbteils ist keine Zustimmung der Miterben erforderlich, gemäß § 2317 BGB kann übrigens auch der Pflichtteil verkauft werden.
Der Erbteil kann auch verpfändet werden. Allerdings besteht im ungünstigen Fall die Gefahr, dass der Gläubiger seine Ansprüche gegenüber der Erbengemeinschaft geltend macht. Dies kann zu Konflikten mit den Miterben führen – vor allem dann, wenn beispielsweise eine Immobilie zum Nachlass gehört.
4. Wer sind die potenziellen Käufer meines Erbteils?
Erben können ihren Erbteil an Miterben verkaufen, aber auch Dritte kommen hierfür in Betracht. Wichtig in diesem Zusammenhang zu wissen: Miterben haben ein Vorkaufsrecht und können daher den Erbteil zu den Konditionen übernehmen, zu denen ein Dritter sie kaufen würde. Hierfür müssen sie lediglich innerhalb der Vorkaufsfrist eine formlose Erklärung abgeben.
Alternativ können Erben ihren Erbteil auch an eine Bank verkaufen, falls sie ein interessiertes Institut finden. Zudem haben sich einige Unternehmen auf den Ankauf von Erbteilen spezialisiert. Fachanwälte können mitunter ebenfalls vermitteln.
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5. Wie ist der Ablauf beim Verkauf des Erbteils?
Die Besonderheit beim Verkauf des Erbteils: Der Käufer wird nicht zum Erben, sondern erwirbt lediglich die Vermögensrechte und somit alle Rechte und Verpflichtungen, die damit im Zusammenhang stehen. Dies hat zur Folge, dass Erben, die ihren Erbteil verkaufen, trotzdem weiterhin im Erbschein genannt werden. Damit ein Erbteil verkauft werden kann, müssen folgende Vorgaben erfüllt sein:
Es steht fest, wer zur Erbengemeinschaft gehört
Es liegt ein Erbschein vor
Es stehen alle Vermögenswerte (einschließlich Schulden) fest
Ist ein Käufer gefunden, wird der Erbteilskaufvertrag aufgesetzt. Gemäß § 2033 BGB muss der Verkauf des Erbteils notariell beurkundet werden. Gehören Immobilien oder Grundstücke zum Erbteil, ist daher keine gesonderte notarielle Beurkundung erforderlich.
Nach Abschluss des Kaufvertrags ist die Erbengemeinschaft über den Verkauf des Erbteils zu informieren. Dies ist wichtig, da die Miterben gemäß § 2034 BGB ein Vorkaufsrecht haben.
Ein Erbteilsverkauf zieht sich unter anderem aufgrund des Vorkaufsrechts durch die Miterben über mehrere Monate hin. Wenn Sie schnell Geld benötigen, müssen Sie daher damit rechnen, dass Sie nicht sofort über die Liquidität verfügen, die Ihnen der Erbteilsverkauf verschafft.
6. Was sollte der Erbteilskaufvertrag enthalten?
Der Erbteilskaufvertrag sollte möglichst genaue Angaben zu den getroffenen Vereinbarungen enthalten, um Missverständnissen vorzubeugen:
Übernahme der Kosten – wer zahlt diese?
Haftungsübernahme bei Altlasten
Angaben zum Vorkaufsrecht – welche Fristen sollen gelten?
Gegenleistung für den Erbteilsverkauf
Was wird konkret verkauft?
Ein Erbteilskaufvertrag muss individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Unsere Experten beraten Sie gern dazu – kostenlos und unverbindlich.
7. Sonderfall: Grundstücke und Immobilien verkaufen
Die Veräußerung von Immobilien oder Grundstücken im Rahmen des Erbteilsverkaufs ist nicht möglich, solange noch kein Teilungsplan für die Erbauseinandersetzung vorliegt. Dies liegt daran, dass zum Nachlass gehörendes Grundvermögen allen Miterben gehört und somit kein Erbe allein über den Verkauf bestimmen kann. Hat sich die Erbengemeinschaft jedoch darauf verständigt, dass ein Miteigentümer eine zur Erbmasse gehörende Immobilie erhält, kann dieser sie nach vollzogener Aufteilung problemlos veräußern.
Kann sich die Erbengemeinschaft nicht über die weitere Verwendung von Immobilien im Nachlass einigen, bleibt einzelnen Miterben neben dem Verkauf des Erbteils oder der Abschichtung die Teilungsversteigerung als Ausweg, um die Erbengemeinschaft zu verlassen und ihren Anteil am Grundvermögen zu Geld zu machen.
Gehören Immobilien zum Nachlass, müssen Dritte anteilig für den Immobilienanteil Grunderwerbsteuer zahlen, Miterben sowie Ehegatten und in gerader Linie Verwandte des Erbteilsverkäufers sowie seine Stiefkinder, Stiefenkel und deren Ehegatten müssen gemäß § 3 GrEStG keine Grunderwerbsteuer zahlen.
8. Was sind die Vor- und Nachteile beim Verkauf des Erbteils?
Möchten Erben die Erbauseinandersetzung nicht abwarten und eher aus der Erbengemeinschaft ausscheiden, um sich den Erbteil eher auszahlen zu lassen, ist der Verkauf des Erbteils eine mögliche Option. Die Vor- und Nachteile im Überblick:
Der Erbe erhält schneller Kapital Die Erbengemeinschaft muss damit rechnen, dass Dritte hinzukommen
Der Erbe muss sich nicht mehr mit den Miterben auseinandersetzen Das Vorkaufsrecht kann nur kurz ausgeübt werden
Der Erbe muss sich nicht mehr an der Verwaltung des Nachlasses beteiligen Erben, die verkaufen, widersetzen sich ggf. dem Wunsch des Erblassers
Miterben müssen nicht zustimmen Vielfach verschulden sich Miterben, indem sie das Vorkaufsrecht nutzen, um Dritte aus der Erbengemeinschaft heraus zu halten
Eine in der Regel für alle nachteilige Teilungsversteigerung wird vermieden ./.
Miterben können über das Vorkaufsrecht vermeiden, dass Dritte in die Erbengemeinschaft eintreten ./.
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