Source: http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/BremkSteinbNatSchGebV_SL.htm
Timestamp: 2020-01-26 18:27:32
Document Index: 310347477

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 31', '§ 3', '§ 4', '§ 8', '§ 1']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bremerkopf bei Steinberg“ N 6407-306
Fundstelle: Amtsblatt 2016, S. 461
§§ 3, 4 und 8 geändert durch Artikel 68 der Verordnung vom 5. November 2019 (Amtsbl. I S. 886)
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 564,62 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Bremerkopf bei Steinberg“ (N 6407-306) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22. 07. 1992 S. 7) in der geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt im Gebiet der Stadt Wadern, Gemarkungen Steinberg, Untermorscholz, Wadrill und Wedern sowie in der Gemeinde Weiskirchen, dort in den Gemarkungen Konfeld und Weiskirchen. Das Schutzgebiet grenzt westlich an Rheinland-Pfalz, liegt nördlich von Weiskirchen und Morscholz und westlich von Steinberg und Wadrill.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in Detailkarten 1:1.500, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung sind, mit Flurstücknummern und Randsignatur, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Stadt Wadern sowie der Gemeinde Weiskirchen. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
(3) In den Detailkarten werden, soweit dies für die Anwendbarkeit nachfolgender Regelungen erforderlich ist, die Lebensraumtypen und deren Erhaltungszustände nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG dargestellt.
6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf den europäischen Festland) auf Silikatböden
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis; Sanguisorba officinalis)
9110 Hainsimsen-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)
9180 Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion,
der Art und ihrer Lebensräume:
1163 Groppe (Cottus gobio).
Schutzzweck ist zudem die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des Biotopkomplexes aus einem landesweit einzigartigen dystrophen Bachtal mit dazu gehörigen Quellbereichen und Zuflüssen sowie der standörtlichen Lebensgemeinschaften und eines repräsentativen Waldgebietes mit typischen anmoorigen Nasstälern, oligo-mesotrophen Hochstaudenfluren, Waldwiesen und Bruchwäldern, der zahlreichen gefährdeten Arten einen Lebensraum bietet.
Beweidung, ausschließlich auf Flächen außerhalb des ehemaligen Naturschutzgebietes „Unteres Wahnbachtal-Kirmesbruch“ vom 2. Dezember 1987 (siehe Detailkarten), unter Beachtung des § 3 Absatz 2 und des § 4 Absätze 1 und 2,
Anpflanzungen mit Obstbäumen, ausgenommen auf Flächen mit den Lebensraumtypen 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A) und 6230 Borstgrasrasen; auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand B und C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
Jagd, und zu diesem Zweck auch die Errichtung von an die Landschaft angepassten Hochsitzen in einfacher Holzbauweise sowie die Unterhaltung bestehender Jagdschneisen und Wildäcker, die Anlage von Jagdschneisen auf Flächen ohne Lebensraumtypen und auf Flächen mit Lebensraumtypen, soweit der günstige Erhaltungszustand nicht beeinträchtigt wird,
Freilauf von Hunden, sofern es sich um Jagdhunde im jagdlichen Einsatz in der Zeit vom 1. September bis zum 31. Januar sowie ganzjährig zur Nachsuche, um Hütehunde im Rahmen der Weideführung oder um Diensthunde im Einsatz, soweit erforderlich, handelt, darüber hinaus auf bestehenden Wegen Freilauf von Hunden in Sichtweite und im tatsächlichen Einwirkungsbereich der Halter oder Aufsichtspersonen,
Nutzung und zweckgebundene Beschilderung rechtmäßig bestehender Wege - einschließlich ökopädagogisch ausgerichteter Lehr- und Erlebnispfade, Straßen, Leitungen und Einrichtungen,
fischereiliche Nutzung der Gewässer im bisherigen Umfang im Rahmen bestehender Nutzungsrechte und Pachtverträge unter der Maßgabe, dass keine Besatzmaßnahmen im „Wahnbach“ durchgeführt werden und dort auch keine Fütterung der Fische erfolgt und, soweit erforderlich, die zweckgebundene Beschilderung,
bei Gefahr in Verzug,
für die Unterhaltung und Instandsetzung von Forstwirtschaftswegen, soweit erhebliche Störungen oder sonstige Beeinträchtigungen besonders geschützter Tierarten ausgeschlossen werden können,
Arbeiten zur Unterhaltung von Gewässern, in der Zeit vom 15. Juli bis 15. Oktober, unter der Maßgabe, dass kein Umbruch in der Aue des „Wahnbachs“ erfolgt. Die Arbeiten sind dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz spätestens vier Wochen vor Beginn anzuzeigen. Bei Gefahr im Verzug gelten die Fristen nicht,
Erdarbeiten zur Sicherung, wissenschaftlichen Dokumentation und Bergung von Bodendenkmälern nach § 8 des Saarländischen Denkmalschutzgesetzes vom 13. Juni 2018 (Amtsbl. I S. 358) in der derzeit geltenden Fassung im Einvernehmen mit der Obersten Naturschutzbehörde,
auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6230 artenreiche submontane Borstgrasrasen:
Die Beweidung bestehender Dauerweiden kann, sofern hierdurch der Erhaltungszustand des Lebensraumtyps gewahrt bleibt, im Rahmen eines mit den bewirtschaftenden Landwirten abgestimmten Managementplans geregelt werden. Die darin vereinbarten Maßnahmen sind durch die Oberste Naturschutzbehörde oder die von ihr beauftragte Stelle spätestens nach Ablauf von sechs Jahren zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen,
Walzen oder Eggen ausschließlich zur Beseitigung von Wildschäden,
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen.
Die Beweidung bestehender Dauerweiden kann, sofern hierdurch der günstige Erhaltungszustand des Lebensraumtyps gewahrt bleibt, im Rahmen eines mit den bewirtschaftenden Landwirten abgestimmten Managementplans geregelt werden. Die darin vereinbarten Maßnahmen sind durch die Oberste Naturschutzbehörde oder die von ihr beauftragte Stelle spätestens nach Ablauf von sechs Jahren zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen,
Wiesen-Klee(Trifolium pratense)
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen,
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht Steckbriefe der unter Nummer 1 bis 4 genannten Arten mit Bildern und Beschreibungen auf seiner Homepage. Auf Wunsch werden diese auch in Druckform zur Verfügung gestellt.
Auf Flächen mit den Lebensraumtypen 9110 Hainsimsen-Buchenwälder, 9180 Schlucht und Hangmischwälder und 91E0 Erlen-Eschen-Auewälder, die Bewirtschaftung unter Beachtung folgender Maßgaben:
es erfolgt keine künstliche Erhöhung des Anteils nicht heimischer oder nicht lebensraumtypischer Baumarten, bei Erhaltungszustand A über 10%, bei Erhaltungszustand B über 20% und bei Erhaltungszustand C über 50%, soweit dadurch der Erhaltungszustand gemäß Detailkarten zur Verordnung nicht verschlechtert wird.
Ergänzend zu Satz 1 ist die Nutzung von Waldbeständen auf Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Oberes Wahnbachtal“ vom 10. Dezember 2002 (siehe Detailkarten), nur unter Beachtung folgender Maßgaben erlaubt:
Bestände werden einzelstammweise genutzt,
es erfolgt keine Aufforstung,
ein Totholzanteil von mindestens 10% des Holzvorrates der Waldgesellschaften verbleibt auf der Fläche,
es erfolgt keine Nutzung an Gewässerrandstreifen des „Wahnbachs“ von 10 Meter je Ufer,
Fichten- und Douglasienbestände dürfen flächig entnommen werden.
Ergänzend zu Satz 1 ist die Nutzung von Waldbeständen auf Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Unteres Wahnbachtal-Kirmesbruch“ vom 2. Dezember 1987 (siehe Detailkarten), nur unter Beachtung folgender Maßgaben erlaubt:
Laubgehölze werden nicht flächenhaft genutzt,
in Talbereichen sind Laubgehölze plenterartig zu nutzen,
in den übrigen Waldbereichen erfolgt die Nutzung von Laubgehölzen durch Femelschlag,
es dürfen keine Erstaufforstungen vorgenommen werden,
es erfolgen keine Aufforstungen, die zu Reinkulturen führen,
nicht standortgemäße Altholzbestände sind landschaftsschonend zu nutzen bzw. umzuwandeln.
Flächen über die bestehende Art und den erforderlichen Umfang hinaus trocken zu legen, einschließlich dem Bau neuer Drainagen und Gräben,
Oberflächen- oder Grundwasser im ehemaligen Naturschutzgebiet „Unteres Wahnbachtal-Kirmesbruch“ ein- oder abzuleiten,
Säume und dauerhaft brachgefallene Flächen zu mähen; davon ausgenommen sind Pflegeschnitte, die die flächenbezogenen Vorgaben des Managementplans beachten,
Schwimm- und Tauchblattpflanzen im „Wahnbach“ zu mähen oder zu entfernen,
auf Flächen der ehemaligen Naturschutzgebiete „Oberes Wahnbachtal“ vom 10. Dezember 2002 und „Unteres Wahnbachtal-Kirmesbruch“ vom 2. Dezember 1987 (siehe Detailkarten) zu düngen oder chemische Mittel anzuwenden,
zu baden und die Wasseroberflächen mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren,
wasserwirtschaftliche oder wasserbauliche Maßnahmen am „Wahnbach“ durchzuführen, auch solche, die keiner Anzeige oder Genehmigung bedürfen,
auf Flächen mit dem Lebensraumtyp
3150 Natürliche eutrophe Seen mit Vegetation vom Typ Magnopotamion oder Hydrocharition,
das Gewässer und seine Ufer zu kalken,
Flächen mit den Lebensraumtypen 6230 Borstgrasrasen und 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A)
(3) Soweit durch Maßnahmen oder Handlungen eine Beeinträchtigung des Erhaltungszustandes eines Lebensraumtyps oder der Art eingetreten ist oder begründet zu erwarten ist, kann das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz Anordnungen treffen, um die Erhaltung oder Wiederherstellung des Erhaltungszustandes sicher zu stellen.
Gleichzeitig treten die Verordnungen zu den Naturschutzgebieten „Oberes Wahnbachtal“ vom 10. Dezember 2002 (Amtsbl. S. 2598) und „Unteres Wahnbachtal-Kirmesbruch“ vom 2. Dezember 1987 (Amtsbl. 1988, S. 2) in der jeweils geltenden Fassung außer Kraft.
Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die „Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Saarland“ vom 1. März 1952 (Amtsbl. S. 602) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.