Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.07.2013&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20388/12
Timestamp: 2019-07-21 18:06:14
Document Index: 202556930

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 575', '§ 133', '§ 157', '§ 573', '§ 575', '§ 575', '§ 137', '§ 573', '§ 575', '§ 575', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.07.2013 - VIII ZR 388/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,15577
BGH, 10.07.2013 - VIII ZR 388/12 (https://dejure.org/2013,15577)
BGH, Entscheidung vom 10.07.2013 - VIII ZR 388/12 (https://dejure.org/2013,15577)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 2013 - VIII ZR 388/12 (https://dejure.org/2013,15577)
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§ 575 Abs. 1 Satz 2 BGB
§ 133 BGB, § 157 BGB, § 573c BGB, § 575 Abs 1 S 1 BGB, § 575 Abs 1 S 2 BGB
BGB § 137; BGB § 573c; BGB § 575
Ergänzende Vertragauslegung hinsichtlich der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer ordentlichen Kündigung (hier: wegen Eigenbedarf) bei Unwirksamkeit der vereinbarten Befristung über ein Wohnraummietverhältnis
Unwirksame Befristung eines Wohnungsmietvertrages und ergänzende Vertragsauslegung; Ausschluss der Kündigung auf Zeit; Kündigungsfristen
Beiderseitiger Kündigungsverzicht als Ausfüllung planwidriger Regelungslücke bei unwirksamem Zeitmietvertrag
BGB § 575 Abs. 1 S. 2
Unwirksame Befristung = Kündigungsverzicht
Mietrecht - Ergänzende Vertragsauslegung bei unwirksamer Befristung des Mietvertrages
BGH zur Umdeutung einer unwirksamen Befristung in einen wechselseitigen Kündigungsausschluss
Zur ergänzenden Vertragsauslegung bei unwirksamer Befristung des Mietvertrags
Vertragsauslegung bei unwirksamer Befristung des Mietvertrages
Keine Kündigung trotz unwirksamen Zeitmietvertrags
Befristeter Mietvertrag - unwirksame Befristung
Unwirksame Befristung führt zu wirksamen gegenseitigen Kündigungsverzicht
Unwirksame Befristung im Mietvertrag führt zu Kündigungsverzicht
Erschwernis der normalen Kündigung von unwirksamen Zeitmietverträgen
Wer ist schuld, wenn etwas schiefgeht? - Interessante Urteile für Mieter
Selbst falsche Befristung schützt
Mietrecht - Ergänzende Vertragsauslegung bei unwirksamer Befristung des Mietvertrags
Unwirksamer Zeitmietvertrag - alles umsonst oder doch "heilbar"?
Unwirksamkeit einer vereinbarten Befristung in einem Mietvertrag legt beiderseitigen Kündigungsverzichts nahe
Ausschluss der ordentlichen Kündigung trotz unwirksamer Befristungsabrede im Mietvertrag
Ergänzende Vertragsauslegung im Falle der Unwirksamkeit einer Befristung des Mietvertrages
Unwirksamer Zeitmietvertrag = Kündigungsverzichtsvereinbarung? (IMR 2013, 396)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.07.2013, Az.: VIII ZR 388/12 (Zur ergänzenden Vertragsauslegung im Falle der Unwirksamkeit einer Befristung des Mietvertrags)" von RA Karl Friedrich Wiek, original erschienen in: WuM 2013, 617 - 623.
AG Waldshut-Tiengen, 29.06.2012 - 7 C 280/11
LG Waldshut-Tiengen, 08.11.2012 - 2 S 39/12
NJW 2013, 2820
MDR 2013, 1089
NZM 2013, 646
ZMR 2013, 952
Will er das Risiko künftiger Entwicklungen nicht auf sich nehmen, kann er vielmehr mit dem Vermieter für einen gewissen Zeitraum einen beiderseitigen Ausschluss der ordentlichen Kündigung oder einen einseitigen Ausschluss der Eigenbedarfskündigung vereinbaren (…vgl. auch Senatsurteile vom 21. Januar 2009 - VIII ZR 62/08, aaO;… vom 20. März 2013 - VIII ZR 233/12, aaO;… vom 11. Dezember 2013 - VIII ZR 235/12, NZM 2014, 235 Rn. 12; vom 13. Juli 2013 - VIII ZR 388/12, NJW 2013, 2820 Rn. 17 [zur Zulässigkeit eines längerfristigen Kündigungsausschluss durch Individualvereinbarung]; AG Hamburg…, Urteil vom 5. Juni 2009 - 46 C 21/09, juris Rn. 43).
Wie der Senat bereits entschieden und das Berufungsgericht insoweit auch nicht verkannt hat, können die Vertragsparteien die ordentliche Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses im Wege der Individualvereinbarung auch für sehr lange Zeiträume ausschließen (vgl. Senatsurteile vom 10. Juli 2013 - VIII ZR 388/12, NJW 2013, 2820 Rn. 17;… vom 13. Oktober 2010 - VIII ZR 98/10, NJW 2011, 59 Rn. 25; vom 22. Dezember 2003 - VIII ZR 81/03, NJW 2004, 1448 unter II 1).
Wohnraummietvertrag: Ergänzende Vertragsauslegung bei Unwirksamkeit eine …
Wie der Senat nach Erlass des Berufungsurteils entschieden hat, ist die Lücke in derartigen Fällen im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung (§§ 133, 157 BGB) unter Berücksichtigung dessen zu schließen, was die Parteien redlicherweise vereinbart hätten, wenn ihnen die Unwirksamkeit der vereinbarten Vertragsbestimmung bekannt gewesen wäre (Senatsurteil vom 10. Juli 2013 - VIII ZR 388/12, NJW 2013, 2820 Rn. 12 ff. mwN).
Zwar kann ein Kündigungsausschluss im Wege der individualvertraglichen Vereinbarung auch für einen Zeitraum vereinbart werden, welcher über den bei einer formularmäßigen Vertragsbedingung zulässigen Zeitraum von vier Jahren hinausgeht (vgl. BGH, Urteil v. 10.07.2013, VIII ZR 388/12, juris, Rn. 17).
So hat der Bundesgerichtshof beispielsweise einen individualvertraglichen Kündigungsausschluss von 13 Jahren als noch zulässig erachtet (vgl. BGH, Urteil v. 10.07.2013, VIII ZR 388/12, juris, Rn. 17).
Diese Lücke ist in derartigen Fällen im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung (§§ 133, 157 BGB) unter Berücksichtigung dessen zu schließen, was die Parteien redlicherweise vereinbart hätten, wenn ihnen die Unwirksamkeit der vereinbarten Vertragsbestimmung bekannt gewesen wäre (BGH in NJW-RR 2014, 397 [BGH 11.12.2013 - VIII ZR 235/12] f und NJW 2013, 2820 [BGH 10.07.2013 - VIII ZR 388/12] f).
Erstens kommt es darauf an, ob der im vorliegenden Verfahren geltend gemachte Unterlassungsanspruch der Verfügungsklägerin höchstpersönlicher Natur ist, was der Senat verneint; zweitens handelt es sich bei der Vertragsfreiheit um einen der tragenden Grundsätze des Zivilrechts (vgl. zum "Grundsatz der Vertragsfreiheit" zum Beispiel BGH Urteil vom 10. Juli 2013, Aktenzeichen: VIII ZR 388/12, zitiert nach Juris, Rz. 17).
Mit Urteil vom 10.07.- (VIII ZR 388/12) habe der Bundesgerichtshof diese Rechtsprechung dahingehend weiter entwickelt, dass infolge einer Unwirksamkeit der Befristung eine planwidrige Vertragslücke entstehe, die durch ergänzende Vertragsauslegung zu füllen sei.
Allerdings ist durch die Unwirksamkeit der vereinbarten Befristung des Mietvertrages eine ausfüllungsbedürftige Vertragslücke entstanden, die im Wege einer ergänzenden Vertragsauslegung dahin zu schließen ist, dass anstelle der unwirksamen Befristung für deren Dauer ein beiderseitiger Kündigungsverzicht tritt (vgl. BGH, Urteil vom 10.07.2013, Az. VIII ZR 388/12; bestätigt durch BGH, Urteil vom 11.12.2013, Az. VIII ZR 235/12):.