Source: https://www2.deloitte.com/at/de/seiten/wirtschaftspruefung/dienstleistungen/NaDiVeG.html
Timestamp: 2019-02-18 19:25:14
Document Index: 295251786

Matched Legal Cases: ['§ 189', '§ 221', '§ 243', '§ 267', '§ 243', '§ 267', '§ 243', '§ 267']

Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz | Deloitte Österreich
NaDiVeG - Österreichische Umsetzung der EU-weiten Mindeststandards für nichtfinanzielle Berichterstattung
Mit dem am 17. Jänner 2017 veröffentlichten Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (kurz: NaDiVeG) wurde die Richtlinie 2014/95/EU (kurz: NFI-Richtlinie) in das österreichische Recht umgesetzt.
Durch die nähere Präzisierung der bereits nach geltendem Recht offenzulegenden nichtfinanziellen Informationen sollen deren Relevanz, Konsistenz und Vergleichbarkeit erhöht werden.
Der Vorstand hat aufgrund des NaDiVeG zukünftig über Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie über Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu berichten. Der Aufsichtsrat hat diese Berichtslegung des Vorstandes zu prüfen und einen Bericht an die Hauptversammlung zu erstatten. Betroffen sind Unternehmen, bei denen an den Abschlussstichtagen kumulativ folgende Voraussetzungen vorliegen:
das Unternehmen ist ein PIE im Sinne des § 189a Z 1 UGB,
hat in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mehr als 500 Mitarbeiter und
ist groß im Sinne des § 221 Abs. 3 UGB.
NaDiVeG Monitoring
Die Nachhaltingkeits-berichterstattung im Fokus:
eine Vergleichsstudie zur Umsetzung der Berichtspflicht in den ATX-20 Unternehmen im Vergleich zu DAX-30 Unternehmen.
open in new window Zur Analyse
Diese Unternehmen haben eine nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufzunehmen oder einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht zu erstellen (§ 243b Abs. 1 und 6 UGB). Außerdem haben Mutternehmen, die ein PIE sind, und die auf konsolidierter Basis mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen, in den Konzernlagebericht eine konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung aufzunehmen oder einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht zu erstellen (§ 267a Abs. 1 und 6 UGB). Ausnahmen gibt es für (Mutter)Unternehmen, die in den Konzernlagebericht oder gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht eines Mutterunternehmens einbezogen sind (§ 243b Abs. 7 sowie § 267a Abs. 7 UGB).
Produktinformation zum NaDiVeG
Die Berichterstattung hat sich mindestens auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, auf die Achtung der Menschenrechte sowie auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu beziehen.
Die Angaben haben zu umfassen:
eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells,
eine Beschreibung der in Bezug auf die zu berichtenden Belange verfolgten Konzepte,
die Ergebnisse dieser Konzepte,
die angewandten Due-Diligence- Prozesse,
die wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf diese Belange haben werden, und die Handhabung dieser Risiken, und zwar
soweit sie aus der eigenen Geschäftstätigkeit entstehen und,
wenn dies relevant und verhältnismäßig ist, soweit sie aus den Geschäftsbeziehungen, den Erzeugnissen oder den Dienstleistungen entstehen
Wird in Bezug auf einen oder mehrere der offenzulegenden Belange kein Konzept verfolgt, so hat eine klare Begründung hierfür zu erfolgen.
Die Verpflichtung zur Berichterstattung bedeutet daher nicht gleichzeitig eine Verpflichtung zur Verfolgung eines Konzeptes in allen Belangen, sondern normiert vielmehr einen „comply or explain“-Ansatz (§ 243b Abs. 2 und 3 sowie § 267a Abs. 2 und 3 UGB).
Aufstellung und Prüfung
Die nichtfinanzielle Erklärung bzw. der gesonderte nichtfinanzielle Bericht ist von den gesetzlichen Vertretern aufzustellen und von sämtlichen gesetzlichen Vertretern zu unterzeichnen.
Der Aufsichtsrat hat die nichtfinanzielle Erklärung bzw. den gesonderten nicht- finanziellen Bericht zu prüfen, sich gegenüber dem Vorstand darüber zu erklären und einen Bericht an die Hauptversammlung zu erstatten.
Vom Abschlussprüfer ist lediglich zu prüfen, ob eine nichtfinanzielle Erklärung bzw. ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht aufgestellt worden sind; eine inhaltliche Prüfung ist im Rahmen der Abschlussprüfung gesetzlich nicht gefordert.