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Timestamp: 2018-12-11 22:55:59
Document Index: 71601215

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 9']

Nutzungsfreie Wälder und Klimaschutz - PDF
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1 Nutzungsfreie Wälder und Klimaschutz 3. Erfurter Forstpolitisches Kolloquium, Nico Frischbier, Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK-Gotha)
2 Kernaussagen (1) Wälder leisten (regional bis global) wichtige Beiträge für das Klima und den Klimaschutz. Mit globaler Perspektive sind Walderhalt / -schutz deshalb sinnvolle Instrumente zur Bewahrung dieser Klimaschutzleistung. (2) In vorratsreichen Wäldern, die bereits nachhaltig mit hohen Standards bewirtschaftet werden, ist der komplexe Klimaschutzeffekt aus Waldwirtschaft, Holznutzung und -verwendung gegenüber der bloßen Vorratsmaximierung bei Stilllegung (mittel- u. langfristig) überlegen. 2
3 Klimawandel (I) 3
4 Klimawandel (I) 4
5 Klimawandel (II) 5
6 Klimawandel (III) 6
7 Wald und Klimaschutz (I) 7
8 Wald und Klimaschutz (I) in Wäldern der Erde: wird CO 2 durch Fotosynthese in C-Verbindungen eingelagert ist C langfristig gespeichert wird jährlich C gebunden und dadurch die Belastung der Atmosphäre reduziert (sog. kompensiert) European Commission (2016) 479 draft: The Paris Agreement [ ] spells out that the contribution from land use and forests in reaching the long term climate mitigation objectives will be critical. 8
9 Wald und Klimaschutz (I) Kohlenstoffspeicher Biomasse ober- u. unterirdisch (Art. 6) Aufforstungen / Entwaldungen (Art. 8) bewirtschaftete Wälder Streu Totholz org. Kohlenstoff im Boden (Art. 9) Holzernte / Holzprodukte Papier / HWS / Schnittholz Sonstige sofortige Oxidation European Commission (2016) 479 draft: The Paris Agreement [ ] spells out that the contribution from land use and forests in reaching the long term climate mitigation objectives will be critical. 9
10 Wald und Klimaschutz (II) Δ Kohlenstoffspeicher Biomasse ober- u. unterirdisch (Art. 6) Aufforstungen / Entwaldungen (Art. 8) bewirtschaftete Wälder Streu Totholz org. Kohlenstoff im Boden (Art. 9) Holzernte / Holzprodukte Papier / HWS / Schnittholz Sonstige sofortige Oxidation Substitution energieintensive Materialien, z.b. Alu, Stahl,PVC, Beton, (Ersatz) außer- durch Holzwerkstoffe 1 tc Holz : 1,5 tc (0,1-8,4 tc) halb LULUCF Energieträger (Gas, Öl, Kohle) 1 tc Holz : 0,67 tc (0,5-0,7 tc) 10
11 Wald und Klimaschutz (III) Δ Kohlenstoffspeicher Biomasse ober- u. unterirdisch (Art. 6) Aufforstungen / Entwaldungen (Art. 8) bewirtschaftete Wälder Streu Totholz org. Kohlenstoff im Boden (Art. 9) Holzernte / Holzprodukte Papier / HWS / Schnittholz Sonstige sofortige Oxidation Substitution energieintensive Materialien, z.b. Alu, Stahl,PVC, Beton, (Ersatz) außer- durch Holzwerkstoffe 1 tc Holz : 1,5 tc (0,1-8,4 tc) halb LULUCF Energieträger (Gas, Öl, Kohle) 1 tc Holz : 0,67 tc (0,5-0,7 tc) 11
12 Wald und Klimaschutz (IV) EU-28 BRD Thüringen THG 1 -Summe Mio.tCO 2Äq a -1 ca davon Wald Mio.tCO 2Äq a ,0 Wald kompensiert % 6,4 bis 10 6,8 13 zusätzl. Potential Mio.tCO 2Äq a (durch Wald + Holz) 1 THG = Treibhausgase 12
14 Wald-Stilllegung und Klimaschutz (I) global sind Wälder gefährdet, häufig nicht ausreichend geschützt, z.b. vor Rodung, Bränden, (Über-)Nutzung, und an Änderungen angepasst Trumbore et al. (2015) FAO (2015) 14 / 35 Kleinschmit et al. (2016)
15 Wald-Stilllegung und Klimaschutz (II) global sind Wälder gefährdet, häufig nicht ausreichend geschützt, z.b. vor Rodung, Bränden, (Über-)Nutzung, und an Änderungen angepasst dagegen ist Wald und seine Klimaschutzleistung in Thüringen durch hohe Standards (WaldG, Umwelt- u. Planungsrecht, Zertifizierung, Waldschutz) qualitativ und quantitativ gesichert, Wald wird vielfältiger, strukturierter, naturnah, ökologisch wertvoll, vorratsreich, störungsarm (Fachpersonal, planmäß. & vorbildlich & nachhaltig, Leitbilder auf Basis neuester Forschung) und gezielt aktiv angepasst (an Klimawandel, Stoffeinträge, Bedürfnisse der Gesellschaft, neue Erkenntnisse aus der Forschung) 15
16 Wald-Stilllegung und Klimaschutz (III) Wald-Stilllegung im wissenschaftlichen Konsens (BAUHUS ET AL. 2016): C-Senkeneffekte ausschließlich durch Steigerung der Biomasse unterschiedliche C-Effekte in Boden und Streu sind wiss. nicht belegt Die Steigerung der C-Biomasse ist endlich (Gleichgewicht zwischen Aufbau und Zerfall/Mortalität) u.z.t. sogar reversibel (Totholzverrottung) C-Emissionen aus Kalamitäten nicht vermeidbar oder zu beseitigen Es kommt zu Ausweichverhalten bei Material, Energie und Holz Stilllegung unterliegt stets gegenüber Alternativen (KUP, Aufforstung, angepasste Waldwirtschaft inkl. Holznutzung) 16
17 Wald-Stilllegung und Klimaschutz (IV) Wald-Stilllegung in Thüringen (MUND et al.2015,frisch. u BENKENSTEIN 2017) In laubholzgeprägten Modellregionen ist die C-Bilanz bei Waldbewirtschaftung statt Stilllegung höher (+ 1,0 tc ha -1 a -1 ) tc ha -1 a -1 bei 5 % Stilllegung Wald-Stilllegung ca. 3 Verzicht auf ca. Wald-Wirtschaft + Holzverwendung ca tco 2 a -1 Holz der kurzen Wege (Ø 65 km) Transport + Waldwirtschaft kosten nur 1 % des C-Potentials vom Holz 17
18 Ausblick (I) 18
19 Ausblick (I) Klimawandel und Klimaschutz werden uns viel abverlangen. Neben politischen Vereinbarungen sind umfassender Verzicht und Vernunft nötig, sowie vollkommen neue technische Lösungen. Klimaschutz durch Wald (-Erhalt, -Mehrung, -Verbesserung) und Holznutzung und -verwendung (nachhaltig, ökologisch, langfristig, mehrfach, inkl. Recycling und therm. Verwendung) sind wichtige Bausteine, die je nach Situation, Naturraum, Waldtyp etc. unterschiedlich gewichtet sein können aber i.s.d. Klimas unbedingt alle gemeinsam genutzt werden müssen (globale Allianz statt sektorale Konkurrenz). 19
20 Kernaussagen (1) Wälder leisten (regional bis global) wichtige Beiträge für das Klima und den Klimaschutz. Mit globaler Perspektive sind Walderhalt / -schutz deshalb sinnvolle Instrumente zur Bewahrung dieser Klimaschutzleistung. (2) In vorratsreichen Wäldern, die bereits nachhaltig mit hohen Standards bewirtschaftet werden, ist der komplexe Klimaschutzeffekt aus Waldwirtschaft, Holznutzung und -verwendung gegenüber der bloßen Vorratsmaximierung bei Stilllegung (mittel- u. langfristig) überlegen. 20
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