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Timestamp: 2019-10-15 00:37:11
Document Index: 288738916

Matched Legal Cases: ['§ 321', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 288', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 288', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 288', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 522', '§ 522', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1991, 1683 - dejure.org
mit Ablauf der Frist des § 321 Abs. 2 ZPO erlischt die Rechtshängigkeit (§ 261 ZPO) eines nicht beschiedenen Anspruchs (jedoch ...
Das Gericht darf nicht zusprechen, was nicht zur Entscheidung gestellt ist (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1990 - I ZR 45/89, NJW 1991, 1683 f).
Eine derartige Heilungsmöglichkeit scheidet für das Revisionsverfahren grundsätzlich aus, weil insoweit eine Klageerweiterung vorliegen würde, die in der Revisionsinstanz unzulässig ist (BGH, Urteil vom 29. November 1990 - I ZR 45/89, NJW 1991, 1683 f).
https://dejure.org/1991,902
BGH, 12.03.1991 - XI ZR 85/90 (https://dejure.org/1991,902)
BGH, Entscheidung vom 12.03.1991 - XI ZR 85/90 (https://dejure.org/1991,902)
BGH, Entscheidung vom 12. März 1991 - XI ZR 85/90 (https://dejure.org/1991,902)
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Gerichtliches Geständnis - Konkludenter Geständniswille - Prüfungspflicht des Revisionsgerichtes - Vortrag der Gegenseite
ZPO §§ 138, 288
MDR 1991, 791
Denn ein Geständnis i.S.d. § 288 ZPO ist zu unterscheiden von einer lediglich zugestandenen Tatsache i.S.d. § 138 ZPO und erfordert einen zumindest konkludent zum Ausdruck kommenden Geständniswillen (BGH, Urteil vom 12.03.1991, XI ZR 85/90, zitiert nach juris, Rz. 12).
Ein Geständnis in diesem Sinne liegt nur vor, wenn sich der Einlassung der Partei auf den Vortrag der Gegenseite ein zumindest konkludent zum Ausdruck gebrachter Geständniswille entnehmen lässt; dies hat das Revisionsgericht selbständig zu überprüfen (st. Rspr.; BGH, Urteile vom 12. März 1991 - XI ZR 85/90, NJW 1991, 1683 unter II 1; vom 22. Mai 2001 - VI ZR 74/00, NJW 2001, 2550 unter II 3).
Bei dieser Sachlage könnte ein Geständnis im Sinne des § 288 Abs. 1 ZPO, das vorliegt, wenn die Parteien sich mindestens in einer mündlichen Verhandlung über eine Frage einig waren (…BGH, Urt. v. 29.09.1999 - XII ZR 243/97, BGHR ZPO 288 Abs. 1 - Vorbringen, widerrufenes 1), weil eine Partei mit entsprechendem Willen (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 12.03.1991 - XI ZR 85/90, NJW 1991, 1683) eine Erklärung abgegeben hat, dass die vom Gegner behauptete, ihr im Rechtssinne ungünstige Tatsache wahr sei (…BGH, Urt. v. 19.05.2005 - III ZR 265/04, MDR 2005, 1307), nur in Ansehung der lösungsmittelfreien Variante in Betracht kommen.
Doch genügt ein Stillschweigen auf gegnerische Behauptungen nicht (vgl. BGH, Urt. v. 12. März 1991 - XI ZR 85/90, BGHR ZPO § 288 - Geständniswille 1 m.w.N.).
Ein Zugeständnis im Sinne des § 138 Abs. 3 ZPO, das trotz eines fehlenden Geständnisses in Betracht kommen könnte (vgl. BGH, Urt. v. 12. März 1991 - XI ZR 85/90 aaO), ist ebenfalls nicht ersichtlich.
Bis dahin kann es von dem Berufungsbeklagten noch bestritten werden, ein vorheriges Nichtbestreiten in vorbereitenden Schriftsätzen bindet ihn nicht BGH, Urteil vom 12. März 1991 - XI ZR 85/90, NJW 1991, 1683; vgl. auch MünchKomm-ZPO/Rimmelspacher, § 522 Rn. 21 zu § 522 Abs. 2 ZPO).
Mit dieser Erklärung, die der Senat frei und selbständig zu prüfen und auszulegen hat, weil es sich um eine prozessuale Willenserklärung handelt (vgl. BGH, Urt. v. 12.3.1991, XI ZR 85/90, NJW 1991, 1683), ist nicht etwa nur - wie die Klägerin in der Revisionsverhandlung vorgetragen hat - zum Ausdruck gebracht worden, daß das angegriffene Pflanzenschutzmittel dem Schutzbereich des Klagepatents unterliegt, sondern zugestanden worden, daß es sich bei diesem um ein Originalprodukt handelt (§§ 138 Abs. 3, 288 ZPO).
Dies kann der Senat, der das Parteivorbringen frei und selbständig auslegen kann (vgl. Senatsurteil vom 12. März 1991 - XI ZR 85/90 = NJW 1991, 1683), nachholen, weil weitere Feststellungen nicht zu erwarten sind.
Prozeßhandlungen, wie hier die Rücknahmeerklärung, unterliegen der uneingeschränkten Nachprüfung des Revisionsgerichts (…BGHZ 4 aaO, 334, BGH, Urteil vom 12. März 1991 - XI ZR 85/90 - NJW 1991, 1683).
Dem Verhalten der Prozesspartei muss ein konkludenter Geständniswille zu entnehmen sein (vgl. BGH, NJW 1991, S. 1683).
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