Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-266%3Afr
Timestamp: 2016-10-22 23:40:36
Document Index: 125760311

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 22', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 24', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 24']

120 Ib 26638. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 7. Oktober 1994 i.S. A. gegen Gemeinderat X., Regierungsrat und Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 16, 22 et 24 LAT; horticulture: conformit� � la zone agricole de serres en plastique. L'installation de serres en mati�re plastique, servant principalement � la culture de plants pour pr�parer la production en plein air, est conforme � l'art. 16 LAT, si ces serres ont seulement une fonction accessoire pour l'utilisation du sol dans des conditions naturelles (consid. 2, 3b). Consid�r� dans son ensemble, ce mode de production reste conforme � l'affectation de la zone, malgr� la possibilit� de prolonger l�g�rement la p�riode de production (consid. 3b). Questions relevant du devoir de planification et de la protection du paysage (consid. 3e). Faits � partir de page 267
A. betreibt in X. auf verschiedenen Grundst�cken in der kantonalen Landwirtschaftszone eine Kr�uterg�rtnerei. Der Betrieb umfasst insgesamt rund 8,3 ha Landwirtschaftsland, wovon etwa 6 ha dem Anbau von Kr�utern dienen; die verbleibenden 2,3 ha werden f�r die Pflanzung von Gr�nd�nger und die Fruchtfolge genutzt. Die heute auf dem Betrieb bestehenden Geb�ude und Gew�chsh�user wurden als zonenkonforme landwirtschaftliche Bauten und Anlagen bewilligt. Zur Rationalisierung der Setzlingsaufzucht und zur besseren Nutzung der Betriebsfl�che beabsichtigt A., zwei bestehende Plastikgew�chsh�user mit einer Fl�che von zusammen 1'458 m2 abzubrechen und an deren Stelle zehn neue Plastikgew�chsh�user mit einer Gesamtfl�che von 5'780 m2 zu errichten. Damit w�rde die Treibhausfl�che des Betriebs von heute 2'646 m2 (= 3% der gesamten Anbaufl�che) um 4'322 m2 auf 6'968 m2 (= 8% der gesamten Anbaufl�che) erh�ht.
Am 8. Januar 1992 verweigerte die Direktion der �ffentlichen Bauten des Kantons Z�rich (Baudirektion) die Ausnahmebewilligung f�r die Erstellung der zehn Plastikgew�chsh�user. Die Baudirektion verneinte die Zonenkonformit�t der Gew�chsh�user und hielt diese auch nicht f�r standortgebunden.
Den gegen diesen Entscheid von A. erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat des Kantons Z�rich mit Beschluss vom 6. Januar 1993 ab. Gegen diesen Entscheid des Regierungsrats gelangte A. an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Er beantragte die Anerkennung der Zonenkonformit�t seines Vorhabens; eventualiter sei eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 Abs. 1 RPG zu erteilen. Das Verwaltungsgericht fragte den Beschwerdef�hrer an, ob die Plastikgew�chsh�user in der Zeit, da der Kr�uteranbau nicht erfolgen k�nne, demontiert oder allenfalls anderweitig genutzt w�rden. Der Beschwerdef�hrer gab an, er beabsichtige, in den Gew�chsh�usern w�hrend des ganzen Winters k�lteresistente Kr�uter anzubauen. Eine Demontage sei daher nicht vorgesehen. Der Ab- und Wiederaufbau der Plastiktreibh�user sei im �brigen weder �kologisch noch �konomisch vertretbar; die aufgezogenen BGE 120 Ib 266 S. 268Plastikfolien h�tten eine Lebensdauer von vier bis f�nf Jahren; bei einer Demontage w�rden sie indessen zwangsl�ufig zerst�rt.
2. Die Grundst�cke, auf welchen die umstrittenen Plastikgew�chsh�user geplant sind, liegen in der kantonalen Landwirtschaftszone nach � 36 des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Z�rich vom 7. September 1975 (PBG). Es stellt sich die Frage, ob die umstrittenen Bauten dem Zweck der Landwirtschaftszone entsprechen. Dabei sind in erster Linie die Regeln des Bundesrechts (Art. 16 i.V.m. Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG; SR 700) massgebend. Dem kantonalen und kommunalen Recht kommt nur Bedeutung zu, soweit es die bundesrechtlichen Regeln versch�rft oder in anderer Weise erg�nzt (vgl. BGE 112 Ib 270 E. 3 und 5). Solches erg�nzendes Recht besteht im vorliegenden Fall nicht.
a) Art. 16 RPG umschreibt Zweck und Inhalt der Landwirtschaftszonen: Diese umfassen Land, das sich f�r die landwirtschaftliche Nutzung oder den Gartenbau eignet oder im Gesamtinteresse landwirtschaftlich genutzt werden soll (Art. 16 Abs. 1 lit. a und b RPG). Bauten und Anlagen in diesen Gebieten m�ssen nach Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG dem Zweck der Landwirtschaftszone entsprechen. Das trifft zu, wenn f�r die bestimmungsgem�sse Nutzung dieser Bauten und Anlagen der Boden als Produktionsfaktor unentbehrlich ist; wo landwirtschaftliche Erzeugnisse bodenunabh�ngig gewonnen werden, liegt keine landwirtschaftliche Nutzung im Sinne von Art. 16 RPG vor (BGE 117 Ib 270 E. 3a S. 279, 502 E. 4a, je mit Hinweisen; EJPD/BRP, Erl�uterungen RPG, N. 9 zu Art. 16 RPG).
In Art. 16 RPG wird ausdr�cklich auch der Gartenbau erw�hnt. Das ist indessen nicht so zu verstehen, dass diesem neben der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung eine selbst�ndige, privilegierte Bedeutung zuk�me. Gartenbau passt bloss dann in die Landwirtschaftszone, wenn zur Bewirtschaftung freien Landes eine hinreichend enge Beziehung besteht. Dies BGE 120 Ib 266 S. 269trifft etwa auf Freilandg�rtnereien zu, welche Pflanzen in Treibhausanlagen bloss vorziehen und sp�ter in offenes Land versetzen und dort auswachsen lassen. Betriebe, die �berwiegend mit k�nstlichem Klima unter st�ndigen, festen Abdeckungen arbeiten, entsprechen nicht dem Zweck der Landwirtschaftszone. Somit ist derjenige Gartenbau in einer Landwirtschaftszone als zonenkonform anzuerkennen, der in Arbeitsweise und Landbedarf mit der landwirtschaftlichen Nutzung vergleichbar ist und zur Bewirtschaftung freien Landes eine hinreichend enge Beziehung hat; als zonenkonform kann somit nur der �berwiegend bodenabh�ngig produzierende Gartenbau bezeichnet werden. Bodenabh�ngig ist ein solcher Betrieb, wenn er bei einer gesamthaften Betrachtung seines langfristigen Bewirtschaftungskonzepts und der zu dessen Realisierung eingesetzten Mittel als Freilandbetrieb bezeichnet werden kann (BGE 116 Ib 131 E. 3a-d mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil vom 4. Juni 1991 i.S. BRP, E. 3b).
b) Das Verwaltungsgericht f�hrt im angefochtenen Entscheid zur grunds�tzlichen Frage der Zonenkonformit�t aus, der Ausdruck "bodenunabh�ngig" beschreibe das massgebliche Kriterium nur unvollst�ndig. Entscheidend f�r die Beantwortung der Frage, inwiefern die Gew�chshausproduktion in der Landwirtschaftszone als zonenkonform gelten k�nne, sei nicht nur, ob der Boden als nat�rlicher Produktionsfaktor eingesetzt werde; ebenso komme es darauf an, ob dies unter (einigermassen) nat�rlichen Bedingungen erfolge (vgl. BGE 116 Ib 137, EJPD/BRP, Erl�uterungen zum Bundesgesetz �ber die Raumplanung, Art. 3 N. 24, Art. 16 N. 9 und 22). Dies k�nne, so das Verwaltungsgericht weiter, nur dann bejaht werden, wenn die Pflanzenproduktion haupts�chlich im Freiland entsprechend den jahreszeitlichen Gegebenheiten erfolge. Eine davon losgel�ste Erzeugung im Gew�chshaus lasse sich kaum anders als industriell bezeichnen und sei daher grunds�tzlich in einer entsprechenden Zone anzusiedeln (�hnlich BANDLI, Bauen ausserhalb der Bauzonen, 1989, S. 162 f.). Gew�chsh�user seien in der Landwirtschaftszone daher nur dann zonenkonform, wenn ihnen eine blosse Hilfsfunktion f�r die nat�rliche Freilandproduktion zukomme. Dabei gen�ge ein lediglich betriebswirtschaftlicher Zusammenhang nicht; Gew�chsh�user m�ssten vielmehr der Vorbereitung der grunds�tzlich im Freiland erfolgenden Pflanzenproduktion dienen. Bei Gew�chsh�usern, in denen die Pflanzen von der Saat bis zum Verkauf verblieben, fehle dieser Bezug; sie stellten keine landwirtschaftlichen Bauten dar, selbst wenn die BGE 120 Ib 266 S. 270Pflanzen direkt im gewachsenen Boden des Gew�chshauses gezogen w�rden.
Diese Erw�gungen des Verwaltungsgerichts stimmen mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grunds�tzlich �berein.
c) In bezug auf die vorliegende Angelegenheit f�hrt das Verwaltungsgericht weiter aus, rein fl�chenm�ssig betrachtet produziere der Betrieb des Beschwerdef�hrers - mit oder ohne Projekt - �berwiegend bodenabh�ngig, doch w�rden bei Realisierung des Vorhabens auf der knapp dreifachen Gew�chshausfl�che ungef�hr 20'000 kg Kr�uter erzielt, was mehr als einem Drittel der bisherigen Gesamtproduktion entspreche. Es sei davon auszugehen, dass in den geplanten Gew�chsh�usern w�hrend rund acht Monaten, wenn der Freilandanbau f�r die empfindlichen Kr�uter nicht in Frage komme, unter k�nstlich geschaffenen Bedingungen Kr�uter bis zur Erntereife produziert w�rden. Damit liege eine selbst�ndige, abgeschlossene Pflanzenproduktion vor, die nicht mehr auf eine blosse Hilfsfunktion im Betriebsablauf ausgerichtet sei. Auch wenn die Anbaumethoden weitgehend mit denjenigen im Freien vergleichbar seien, wird damit nach Meinung des Verwaltungsgerichts noch kein hinreichender Bezug zur Freilandproduktion hergestellt. Die Pflanzen verblieben vielmehr von der Saat bis zur Erntereife im Gew�chshaus, weil die klimatischen Bedingungen den Freilandanbau eben nicht zuliessen. Der Einsatz der Gew�chsh�user gehe denn auch �ber die eigentliche Saisonverl�ngerung hinaus. So werde beim Basilikumanbau verglichen mit der auf die Sommermonate beschr�nkten Freilanderzeugung sogar eine dreimal so lange Saison erreicht. Zus�tzlich werde sodann die M�glichkeit geschaffen, im Winter k�lteresistente Kr�uter wie Kerbel, Thymian und Salbei zu ziehen. Der Regierungsrat habe daher zutreffend festgestellt, dass erst die �berdeckung es erlaube, den Boden wie vorgesehen als Produktionsfaktor zu nutzen. Die Plastikgew�chsh�user w�rden somit f�r den fraglichen Produktionszweig praktisch zur Hauptvoraussetzung. Mithin sei der Regierungsrat zu Recht von einer selbst�ndigen, abgeschlossenen Produktion ausgegangen. Von einer Hilfsfunktion, die die geplanten Plastikgew�chsh�user als landwirtschaftliche Bauten qualifizieren w�rde, k�nne nicht gesprochen werden. Weder die �kologisch begr�ssenswerten Produktionsmethoden noch der betriebswirtschaftliche Nutzen begr�ndeten einen hinreichenden Zusammenhang mit der Freilandproduktion. Obwohl grunds�tzlich von einem Freilandbetrieb auszugehen sei, m�sse im Sinne von BGE 116 Ib 137 E. 2e festgestellt BGE 120 Ib 266 S. 271werden, dass sich das Neubauvorhaben nicht als notwendige, sondern h�chstens w�nschbare Erg�nzung in das verfolgte Betriebswirtschaftskonzept einf�ge und die neuen Bauten den Charakter des Unternehmens als eines bodenabh�ngigen Gartenbaubetriebs nachhaltig ver�ndern w�rden. Dies werde vor allem durch die zu erwartende Ertragssteigerung belegt. Das Projekt erweise sich daher in der Landwirtschaftszone nicht als zonenkonform, weshalb der Regierungsrat eine (ordentliche) Bewilligung gem�ss Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG zu Recht verweigert habe. Auch eine Bewilligung nach Art. 24 RPG komme im �brigen nicht in Frage.
3. a) Am Augenschein einer Delegation des Bundesgerichts hat sich best�tigt, dass der Beschwerdef�hrer auf seiner Kr�uterg�rtnerei in der Landwirtschaftszone �berwiegend bodenabh�ngigen Gartenbau betreibt und auch weiterhin betreiben will. Die Kr�uterproduktion beginnt ab M�rz mit der Aussaat von Samen in Aussaatschalen, die in zwei bestehenden geheizten Plastikgew�chsh�usern auf Tischen vorgetrieben werden. Die daraus entstehenden Setzlinge werden nach einer Abh�rtungsphase im Freien auf die Felder ausgebracht. W�hrend die einj�hrigen Kr�utersorten regelm�ssig an unterschiedlichen Standorten im Freiland angepflanzt werden, verbleiben die mehrj�hrigen Sorten an ihren Standorten. Je nach Bedarf wird zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit eine Gr�nd�ngung ges�t, oder die Fl�chen liegen eine gewisse Zeit brach (Fruchtfolgekonzept). Auf diese Weise kann nach den Angaben des Beschwerdef�hrers auf chemische Zus�tze praktisch ganz verzichtet werden. Nach der Ernte werden die Kr�uter auf dem Betriebsgel�nde verpackt und zum Versand vorbereitet.
Im umstrittenen Projekt ist die Errichtung von zehn je 8 m breiten doppelwandigen Plastikgew�chsh�usern mit Seitenl�ftung vorgesehen. Ein Ventilator dient der Senkung der Luftfeuchtigkeit, was der F�ulnisbildung vorbeugt. In den geplanten Plastikgew�chsh�usern sollen im bestehenden Boden vor allem Kr�utersetzlinge gezogen werden, die anschliessend im Freiland auswachsen. Die Treibh�user sind nach den Angaben des Beschwerdef�hrers indessen auch erforderlich, um bei ung�nstigen Witterungsverh�ltnissen im Fr�hling und im Sp�tsommer/Fr�hherbst Kr�uter im Gew�chshaus produzieren zu k�nnen. Der Betrieb ist aus Konkurrenzgr�nden darauf angewiesen, auch bei schlechter Witterung in der �bergangszeit eine gewisse Kontinuit�t des Angebots zu gew�hrleisten. Es soll jedoch in den Gew�chsh�usern keine Heizung und keine k�nstliche Beleuchtung installiert werden; das Vorhaben dient ausschliesslich einer besseren Nutzung des BGE 120 Ib 266 S. 272nat�rlichen Sonnenlichts und der dadurch unter der Plastikfolie entstehenden W�rme. Bei sommerlicher Witterung erlaubt die Seitenl�ftung der hier geplanten Treibh�user im �brigen ein Freilandklima.
b) Nach der vorne in E. 2a genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist f�r die Anerkennung der Zonenkonformit�t eines Gartenbaubetriebs, der u.a. mit Treibhausanlagen arbeitet, wesentlich, ob bei einer gesamthaften Betrachtung des Betriebs von einer �berwiegend bodenabh�ngigen Produktion gesprochen werden kann. Dabei z�hlt eine gesamthafte, mehr an qualitativen denn an quantitativen Faktoren ankn�pfende Betrachtungsweise: Den Betriebsbauten und Treibh�usern darf nur eine Hilfsfunktion bei der unter nat�rlichen Bedingungen erfolgenden Kultivierung des Bodens zukommen. Aufgrund seines langfristigen Bewirtschaftungskonzepts und der zu dessen Realisierung eingesetzten Mittel muss der Betrieb grunds�tzlich als Freilandbetrieb erscheinen (BGE 116 Ib 131 E. 3c/cc S. 136 f.; vgl. P. TSCHANNEN, Zweierlei Landwirtschaft, in ZSR 1992, 1. Halbband, S. 143).
Diese Anforderungen sind im vorliegenden Fall erf�llt. Unter Ber�cksichtigung der geschilderten Betriebsabl�ufe ergibt sich, dass der Beschwerdef�hrer mit den geplanten Plastikgew�chsh�usern nicht die Errichtung eines neuen bodenunabh�ngigen Betriebszweigs anstrebt, wie dies das Verwaltungsgericht annimmt; vielmehr geht es im wesentlichen um eine Verbesserung der Betriebsorganisation. Heute geschieht die Setzlingsaufzucht auf sehr engem Raum, was bis zur Auspflanzung ins Freiland eine t�gliche Umschichtung erfordert. Die Plastikgew�chsh�user sollen ab M�rz w�hrend der gesamten Pflanzsaison (d.h. bis Mitte September) prim�r dem Heranziehen von Setzlingen dienen, welche anschliessend auf den betriebseigenen Feldern im Freiland bis zur Ernte weiterwachsen. Die Verwirklichung des umstrittenen Projekts w�rde somit insbesondere die Optimierung der Setzlingsaufzucht erm�glichen. In den Monaten April, Mai und September sollen die Treibh�user zudem zur Aufzucht von Basilikum verwendet werden und zwischen Oktober und M�rz teils mit k�lteresistenten Kr�utern bepflanzt werden. Entsprechend dem Fruchtfolgekonzept werden sie zeitweise entweder mit Gr�nd�nger anges�t oder brachliegen. Die geplanten Gew�chsh�user sind somit aufs engste mit dem Freilandbetrieb verbunden; es handelt sich um eine betrieblich notwendige Erg�nzung zu einem bodenabh�ngigen Gartenbaubetrieb. Den Plastikgew�chsh�usern kommt lediglich eine Hilfsfunktion f�r den ganzen Betrieb zu, da die Setzlinge auf dem BGE 120 Ib 266 S. 273Betrieb bis zur Ernte �berwiegend im Freiland auswachsen.
Die in den bisherigen Plastiktreibh�usern produzierten 8'000 kg Kr�uter stellen im Verh�ltnis zu den 40'000 - 50'000 kg aus dem Freilandanbau etwa 1/6 der heutigen Gesamtproduktion dar. Dieses Verh�ltnis soll nach den Ergebnissen des Augenscheins entgegen der Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid nicht wesentlich ver�ndert werden; es kann diesbez�glich bei der vorliegenden Betriebsgr�sse jedenfalls nicht von einem selbst�ndigen Betriebszweig gesprochen werden. Rund 40% der Gesamtproduktion des Betriebs entfallen auf den Basilikum. Diese Pflanze kann in den Monaten Juni, Juli und August in X. in der Regel problemlos im Freien gezogen werden. Im Fr�hling und Sp�tsommer/Fr�hherbst muss indessen zur Gew�hrleistung eines minimalen Angebots je nach Witterung auf die Gew�chsh�user ausgewichen werden. Auf den Winter hin k�nnen in den gleichen Gew�chsh�usern ohne Einbau einer Heizung k�lteresistente Kr�uter in den nat�rlichen Boden gepflanzt werden. Damit wird indessen nicht die vom Verwaltungsgericht bef�rchtete ann�hernde Verdoppelung der bisherigen Kr�uterproduktion in den Treibh�usern erm�glicht, da das Vorhaben nach dem Betriebskonzept prim�r der Optimierung der Setzlingsaufzucht und nicht der Kr�uterproduktion bis zur Erntereife unter Plastik dient. Die Fruchtbarkeit des Bodens soll nach der Absicht des Beschwerdef�hrers im �brigen mit Wechselkulturen erhalten werden. Die geplanten Gew�chsh�user geben ihm die notwendige Flexibilit�t, um das Fruchtfolgekonzept konsequent durchzuf�hren und damit auf k�nstliche D�ngung zu verzichten. Sie erscheinen zur Erreichung der nach dem Betriebskonzept angestrebten Ziele sowie im Verh�ltnis zur bestehenden Freilandfl�che nicht als �berdimensioniert.
Weiter ist von Bedeutung, dass die Grundfl�che der zehn Treibh�user von 5'780 m2 an sich wohl nicht ohne weiteres mit einer Nichtbauzone vereinbar scheint. Doch plant der Beschwerdef�hrer die Errichtung von Leichtbauten (mit Plastik bespannte leichte Metalltr�ger), welche eine beschr�nkte Lebensdauer aufweisen und n�tigenfalls ohne grossen Aufwand wieder beseitigt werden k�nnten.
Die geplanten Plastiktreibh�user entsprechen bei gesamthafter Betrachtung des ganzen Betriebs auf l�ngere Sicht dem Zweck der Landwirtschaftszone gem�ss Art. 16 RPG, weshalb sie grunds�tzlich im Baubewilligungsverfahren nach Art. 22 RPG bewilligt werden k�nnen, soweit die �brigen BGE 120 Ib 266 S. 274Bewilligungsvoraussetzungen erf�llt sind.
c) Die vorliegende Kr�uterg�rtnerei unterscheidet sich wesentlich von dem in BGE 116 Ib 131 ff. beurteilten Schnittblumenbetrieb. Zwar wurde auch dort ein betr�chtlicher Teil der Pflanzen in den Gew�chsh�usern direkt im gewachsenen Boden gezogen; die Pflanzen verblieben indessen bis zur Schnittreife im Gew�chshaus. Zudem wuchsen die Blumen in den Treibh�usern weithin unter k�nstlichen Bedingungen (k�nstliche Boden- und Lufterw�rmung, Luftanreicherung mit CO2, automatisierte Giessung und Fl�ssigd�ngung sowie gesteuerte Belichtung/Beschattung). Dieser Betrieb verfolgte ein bodenunabh�ngiges Bewirtschaftungskonzept, und es konnte auch nicht von einer dem Freilandanbau dienenden Funktion der Gew�chsh�user gesprochen werden (BGE 116 Ib 138). In der vorliegenden Angelegenheit verh�lt es sich wie erw�hnt v�llig anders. Der Beschwerdef�hrer verf�gt �ber ein Bewirtschaftungskonzept, das auf die bodenabh�ngige Kr�uterproduktion im Freiland ausgerichtet ist. Die in den Treibh�usern unter weitgehend nat�rlichen Bedingungen gewonnenen Produkte werden �berwiegend f�r die weitere Kr�uterproduktion verwendet (Setzlinge und Gr�nd�nger). Ihnen kommt eine klare Hilfsfunktion f�r die Freilandbewirtschaftung zu. Gesamthaft gesehen untergeordnete und in zul�ssigem Mass erg�nzende Bedeutung haben hingegen die Produktion erntereifer Kr�uter im Treibhaus bei ung�nstiger Witterung in den Monaten April, Mai und September sowie die Kultivierung k�lteresistenter Kr�uter w�hrend des Winters.
d) Im Hinblick auf das Ausmass des Vorhabens und dessen Auswirkungen auf die Umwelt stellt sich jedoch die Frage, ob es nur in einem Planungsverfahren angemessen erfasst werden kann und deshalb der bundesrechtlichen Planungspflicht unterliegt (vgl. BGE 117 Ib 270 E. 2 S. 278, BGE 116 Ib 131 E. 4 S. 139, je mit weiteren Hinweisen). Dies ist aufgrund der konkreten Umst�nde, namentlich auch unter Ber�cksichtigung der Einordnung ins Landschaftsbild (s. hinten E. 3e) sowie der einfachen Entfernbarkeit der Konstruktionen (Leichtbauten), zu verneinen, obwohl das Projekt eine Erweiterung der Gew�chshausfl�che von bisher 2'646 m2 auf neu 6'968 m2 vorsieht. Indessen w�re es zu begr�ssen, wenn Gemeinden und Kantone im Rahmen ihrer Nutzungsplanung auf die Besonderheiten der G�rtnereien Bedacht n�hmen, etwa durch Schaffung besonderer f�r G�rtnereibetriebe geeigneter Nutzungszonen im Sinne von Art. 18 Abs. 1 RPG BGE 120 Ib 266 S. 275(vgl. BGE 112 Ib 270 E. 3 S. 274). Dieses Bed�rfnis kann sich insbesondere in Gebieten ergeben, in welchen wie in X. und Umgebung zahlreiche Betriebe mit grossfl�chigen Treibhausanlagen arbeiten.
e) Im Hinblick auf die vom Verwaltungsgericht nicht gepr�fte Frage des Landschaftsschutzes hat sich am bundesgerichtlichen Augenschein ergeben, dass die Grenze des BLN-Schutzobjekts Nr. 1011 "L�gerengebiet" gem�ss der Verordnung �ber das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler vom 10. August 1977 (VBLN; SR 451.11) rund 1 km n�rdlich der hier betroffenen Parzellen auf der anderen Talseite verl�uft. F�r die hier betroffenen Parzellen besteht kein formeller Schutz; indessen liegen sie in einem landschaftlich empfindlichen Gebiet. Die geplanten Gew�chsh�user werden von der gegen�berliegenden n�rdlichen Talseite, die mit einigen Einfamilienh�usern �berbaut ist, sichtbar sein. Ihre Errichtung unmittelbar am Rand des Siedlungsgebiets von X. erscheint indessen unter �sthetischen Gesichtspunkten als vertretbar. Mit der vorgesehenen Anordnung (nicht quer, sondern l�ngs zum Hang) und Bepflanzung (Gr�nstreifen zwischen den einzelnen Gew�chsh�usern, B�sche, B�ume) kann ein befriedigendes Gesamtbild erreicht werden.
Die Gemeinde wird in der kommunalen baurechtlichen Bewilligung zur �sthetischen Optimierung des Vorhabens Auflagen vorsehen. Sie ist bei der Erkl�rung ihrer Vertreter am Augenschein zu behaften, wonach seitens der Gemeinde angeordnet werde, dass die Folientunnels auf der Nordseite mit B�schen und einzelnen B�umen kaschiert werden m�ssen. Der Beschwerdef�hrer hat am Augenschein seine Bereitschaft erkl�rt, alles zu tun, was einer �sthetischen Verbesserung diene, soweit der mit den Treibh�usern verfolgte Zweck nicht beeintr�chtigt werde.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass das Vorhaben des Beschwerdef�hrers am vorgesehenen Standort dem Zweck der Landwirtschaftszone entspricht. Damit ist die Bewilligungsvoraussetzung der Zonenkonformit�t gem�ss Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG erf�llt, und die Frage nach einer Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 RPG stellt sich nicht mehr. Es ist allerdings zu beachten, dass sich bei einer allf�lligen rechtlich relevanten Ver�nderung des diesem Entscheid zugrundeliegenden Sachverhalts (z.B. erhebliche �nderung des Betriebskonzepts) die Frage nach einer neuen Bewilligung stellt.
116 IB 137 suite... ,
116 IB 138