Source: https://issuu.com/bureaurama/docs/05_bf_04_bildschirmarbeit
Timestamp: 2017-05-28 17:50:43
Document Index: 224119179

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 12', '§ 15', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

I N F O R M AT I O N S S C H R I F T D E S D E U T S C H E N B Ü R O M Ö B E L F O R U M S4.Bildschirmarbeit
Das „Gesundheitsgesetz“ für die Bildschirmarbeit.
Hinweise zur Gestaltung vorschriftsmäßiger Bildschirmarbeitsplätze.Aktualisierte Auflage 2006D E U T S C H E SB Ü R O M Ö B E LF O R U MBildschirmarbeit
Hinweise zur Gestaltung vorschriftsmäßiger Bildschirmarbeitsplätze.
Von Werner HungenbergInhalt
Das „Gesundheitsgesetz“ für die Bildschirmarbeit! .........................3Die aktuelle Arbeitsschutz-Gesetzgebung und ihre
Auswirkungen auf die Bürogestaltung! ..............................................4Die Rechtslage ............................................................................4Das Arbeitsschutzgesetz .............................................................6Die Bildschirmarbeitsverordnung ..............................................7Anforderungen an die
Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen ..................................9Der vorschriftsmäßige Bildschirmarbeitsplatz .......................... 24Impressum .......................................................................................... 26EINE INFORMATION DES DEUTSCHEN BÜROMÖBEL FORUMSDas „Gesundheitsgesetz“
für die Bildschirmarbeit!
Rund 6,75 Millionen deutsche Büroarbeitsplätze entsprechen nicht den einschlägigen Vorschriften. Das ist
das Ergebnis einer im Februar 1999 von der BBE-Unternehmensberatung, Köln, vorgenommenen
„Zielgruppenbefragung Büromöbel 1999“.
Dieser Beurteilung liegen die für Sicherheit und Gesundheitsschutz
bei der Arbeit geltenden gesetzlichen Regelungen zu Grunde:
● das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 7. August 1996,
das Pflichten und Rechte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern regelt – nicht nur, aber auch für das Büro,
● die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) vom
4. Dezember 1996, die die allgemeinen Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes auf die Welt des Büros fokussiert – speziell auf die
Anforderungen an die Gestaltung der Bildschirmarbeit,
● sowie andere einschlägige Regelwerke, die der Ergänzung bzw.
Konkretisierung der genannten Gesetze dienen.
Diese Broschüre informiert über die aktuellen Vorschriften zur
Gestaltung von Büroarbeitsplätzen:
● die Seiten 4 bis 8 geben einen kurzen Überblick über die Rechtslage
und beschreiben die wichtigsten Bestimmungen, soweit sie für den
Bürobereich relevant sind,
● die nachfolgenden Seiten erläutern die Vorschriften der Bildschirmarbeitsverordnung und konkretisieren die wichtigsten Anforderungen an die
Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen nach den von VBG und BAuA
aufgestellten Kriterien1).
Die Ausführungen helfen bei der kritischen Beurteilung vorhandener und bei
der Auswahl neuer Büromöbel. Denn nur Arbeitsplätze, die den Bestimmungen
der Bildschirmarbeitsverordnung entsprechen, beugen Gesundheitsgefahren
vor, erhalten und fördern die Leistung – und geben Ihnen Sicherheit gegen
Regressansprüche bzw. Sanktionen.
Im Übrigen – trotz Dominanz der Technik ist der wichtigste Leistungsträger
im Büro nach wie vor der Mensch! Verstehen wir deshalb die neue Gesetzgebung nicht als „bürokratische Gängelung“, sondern als positiven Beitrag
zur Gesunderhaltung aller am Bildschirm Beschäftigten und somit auch zur
Förderung der Arbeitsqualität und zur Senkung der Bürokosten!1)Sie sind zusammengefasst in der Berufsgenossenschaftlichen Information (BGI) „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze; Leitfaden für die Gestaltung – BGI 650“, einer von der
VBG (Verwaltungsberufsgenossenschaft, Hamburg) und der BAuA (Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund) gemeinsam erarbeiteten Konkretisierung
einschlägiger Regelwerke.3Die aktuelle ArbeitsschutzGesetzgebung und
die Bürogestaltung!
Etwa 6,75 Millionen Bildschirmarbeitsplätze erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen – bei insgesamt rund 17 Millionen eine
erschreckende Anzahl. Sie entsprechen nicht in allen Punkten dem
Stand der Technik bzw. den gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen – bieten bei Kontrollen also Anlass zu Beanstandungen und
Nachbesserungs-Auflagen!
Auf Grund geltender Gesetze müssen regelmäßige Arbeitssicherheitsprüfungen vorgenommen werden, für die der Arbeitgeber qualifizierte Grundlagen
(Arbeitsplatzanalyse) zu erbringen hat. Er ist es, der in der Verantwortung
steht, wenn auch der Arbeitnehmer einer Mitwirkungspflicht bei der Beachtung
von Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzvorschriften unterliegt! Und in
letzter Konsequenz liegt es auch im Interesse des Arbeitgebers, Gesundheit
und Leistungskraft seiner Mitarbeiter zu schützen und damit einen Beitrag zur
Verbesserung der Produktivität im Büro zu leisten!
Was ist also zu tun? Welche Regelwerke sind in diesem Zusammenhang
primär zu beachten? Wie ist ihre Verbindlichkeit? Zu welchen Aktivitäten sind
die Unternehmen verpflichtet? Welche Termine sind einzuhalten?§
Neues Recht löst
EU-Richtlinien ab4Die Rechtslage
Im Rahmen der Harmonisierung ihrer Rechtsvorschriften hat die Europäische
Union die Initiative für ein einheitliches Arbeitsrecht ergriffen, das in allen
Mitgliedsstaaten gleiche Bedingungen schaffen soll. Schon 1989 veröffentlichte sie die Richtlinie 89/391/EWG, die sogenannte „EG-Rahmenrichtlinie“,
eine Art „Grundgesetz“ der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes, und auf
dieser Grundlage wurden die „EG-Bildschirmrichtlinie“ 90/270/EWG und die
„EG-Betriebssicherheitsrichtlinie“ 89/655/EWG erlassen. Bis zur Umsetzung
ihrer Bestimmungen in nationales Recht galten sie auch in Deutschland als
verbindliche Vorschriften zur Gestaltung und zum Betrieb von Arbeitsplätzen
aller Art, sofern das nationale Recht nicht schärfere Bestimmungen enthielt.
Inzwischen – ihre Regelungen sind inzwischen im deutschen Recht fest verankert – haben sie für die Praxis an Bedeutung verloren und sind eher als
„historische“ Dokumente zu werten.Die RechtslageEURahmenrichtlinie
89/391/EWGUmsetzung
durchDGesetzliche UnfallversicherungArbeitsschutzgesetzUnfallverhütungsvorschrift BGV A1
Prävention“Betriebssicherheitsrichtlinie
89/655/EWGUmsetzung
durchBetriebssicherheitsverordnungBildschirmrichtlinie
90/270/EWGUmsetzung
durchBildschirmarbeitsverordnungAllgemeine Regelungen für
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung
von Arbeitsmitteln und
deren Benutzung bei der
Konkretisierung durchBerufsgenossenschaftliche
BGI 650Spezielle Regelungen für
Arbeit für BildschirmarbeitFür die Gestaltung von Arbeitsplätzen in Deutschland gelten verbindliche
Gesetze und Verordnungen, die durch Normen, Unfallverhütungsvorschriften, Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI) u. dgl. konkretisiert
werden. Für den Bürobereich sind es u. a. die folgenden Regelwerke, wobei
nur die wichtigsten aufgeführt sind.
● Grundlage des Arbeitsschutzes ist das „Gesetz über die Durchführung von
des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit“ – das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) – vom 7. August 1996, das am 21. August 1996
in Kraft gesetzt wurde. Es regelt Pflichten und Rechte von Arbeitgebern
und Arbeitnehmern sowie die Verfahren zur Umsetzung spezieller Bestimmungen – nicht nur, aber auch im Büro. Und es ermächtigt die Bundesregierung zum Erlass von Einzelverordnungen für Arbeitsplätze mit spezifischen Gefährdungssituationen.
● Für das Büro ist dies die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten“ – die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) – vom 4. Dezember 1996.
Sie trat am 20. Dezember 1996 in Kraft und formuliert, in Analogie zur
EG-Bildschirmrichtlinie 90/270/EWG, mehr oder weniger konkrete Mindestanforderungen, die bei der Einrichtung und beim Betrieb von Bildschirmarbeitsplätzen verbindlich anzuwenden sind.
● Darüber hinaus ist die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz
bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der
Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und
über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes“ – die Betriebssicherheitsverordnung – auch für die Gestaltung von Büroarbeitsplätzen
Im Verbund mit anderen Gesetzen, Normen, Berufsgenossenschaftlichen
Informationen (BGI) u. dgl. nehmen sie Einfluss auf die Arbeitsplatzgestaltung
im Büro. Dieser Auszug behandelt nur die wichtigsten Bestimmungen:Die Rechtslage5Das Arbeitsschutzgesetz
Das Arbeitsschutzgesetz legt die Rahmenbedingungen „der Sicherheit und
des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten“ fest. Sie umfassen sowohl
Verpflichtungen beider Partner als auch die Definition von Rechtsgrundlagen
und Verfahrensvorschriften.
● Sein Geltungsbereich umfasst Wirtschaft und Öffentliche Verwaltung –
andere Rechtsvorschriften des Arbeitsschutzes sind ausdrücklich
einbezogen (§ 2).
● Der Arbeitgeber ist verpflichtet für eine „geeignete Organisation“ zu
sorgen und sicherzustellen, dass die Arbeitsschutzmaßnahmen „in die
betrieblichen Führungsstrukturen“ eingebunden und in der Praxis auch
„beachtet werden“, damit die Mitarbeiter ihren „Mitwirkungspflichten
nachkommen können“ (§ 3).
Es muss also von einer erweiterten Führungsaufgabe ausgegangen werden: Die Führungskräfte – in diesem Fall Gruppen- und Abteilungsleiter –
sind verantwortlich für die Beachtung der Arbeitsschutzmaßnahmen bzw.
die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften durch die Mitarbeiter!
Eine weitere Vorschrift muss in diesem Kontext gesehen werden: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die
Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz
„ausreichend und angemessen“ zu unterweisen sind
(§ 12) und dass die Beschäftigten „verpflichtet“ sind,
„nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung und Anweisung des Arbeitgebers für ihre
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu
tragen“ (§ 15). Hier geht es also um Akzeptanz
durch Einsicht, damit die Mitarbeiter ggf. unbequeme Arbeitsschutzmaßnahmen nicht unterlaufen!An der Quelle
Sehschwäche – Rückenleiden – Durchblutungsstörungen – KonzentrationsmängelEine Novität im Büro:
Arbeitsschutz!§ 4 AllgemeineGrundsätze
schutzes von fo t bei Maßnahmen des Arbeits
lgenden allgem
einen Grundsät
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sind an ihrer Qu
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und Hygiene so d von Technik,
gesicherte arbe
itswissenschaftl e sonstige
iche Erkenntnisse zu berück
sichtigen:● In den allgemeinen Grundsätzen wird verlangt, dass „Gefahren ... an ihrer
Quelle zu bekämpfen“ sind (§ 4, Ziff. 2). Für das Büro bedeutet das zum
Beispiel, dass den Mitarbeitern die Chance für eine ergonomisch optimale
Körperhaltung im Sitzen und im Stehen anzubieten ist, dass die Bildschirme belastungsfrei aufzustellen, Störungen auszuschließen bzw.
zu reduzieren sowie Maßnahmen zur Reduzierung von physischen und
psychischen Belastungen zu treffen sind.
● In einem für die Bürowelt besonders wichtigen Abschnitt sind die Grundlagen beschrieben, die der Konkretisierung eher allgemein und zielorientiert formulierter Gesetzestexte dienen (§ 4, Ziff. 3): Danach hat der
Arbeitgeber bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes „den Stand von Technik,
Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse“ zu berücksichtigen.BGI, UVV und
Vorschriften!6Mit dieser Anforderung werden Regelwerke zu verbindlichen Vorschriften
erklärt, die keine eigene Gesetzeskraft haben, jedoch als Konkretisierungen allgemeiner Bestimmungen gelten. – Im Büro sind dies zum Beispiel
Normen, Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI), einschlägige
Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und ähnliche Dokumentationen, die Ausführungsbestimmungen zur Bildschirmarbeitsverordnung enthalten.Das Arbeitsschutzgesetz● Eine der wichtigsten neuen Vorschriften ist die Verpflichtung der Arbeitgeber, eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Arbeitsplatzanalyse) ihrer Mitarbeiter vorzunehmen (§ 5). Sie hat das Ziel, Arbeitssicherheits- und
Gesundheitsschutzmängel zu erkennen und abzustellen
sowie den Prüfgremien qualifizierte Unterlagen geben zu
können. Dieser Vorschrift unterliegen alle Arbeitsplätze
im Unternehmen, und im Büro sind nicht nur die Bildschirmarbeitsplätze betroffen!§ 5 Beurteilungder Arbeitsbedi
(1) Der Arbeitg
eber hat durch
für die Beschäfti
denen Gefährdu en mit ihrer Arbeit verbunng zu ermitteln
, welche Maßnahmen des Ar
beitsschutzes er
forderlich sind.● Die Gefährdungsbeurteilung ist in einer qualifizierten Dokumentation
festzuhalten, aus der das Ergebnis (Arbeitsplatzanalyse), die vom Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes (Mängelbeseitigung)
und das Ergebnis ihrer Überprüfung (Wirkungskontrolle) ersichtlich sind
(§ 6). Lediglich Betriebe mit zehn oder weniger Beschäftigten sind von
der Dokumentationspflicht – nicht jedoch von der Beurteilung – befreit.
Im Rahmen dieser generellen Vorschriften sind bei der Gestaltung von Büroarbeitsplätzen die konkreten Anforderungen der Bildschirmarbeitsverordnung
zu Grunde zu legen.Die Bildschirmarbeitsverordnung
Für die Bürogestaltung ist die Bildschirmarbeitsverordnung wichtigste Grundlage. Sie besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Gesetzestext, der die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes an die Belange des Büros adaptiert und
einem „Anhang über an Bildschirmarbeitsplätze zu stellende Anforderungen“,
der 22 Themen behandelt.
● Auch die Bildschirmarbeitsverordnung verlangt die „Beurteilung der
Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes“, ergänzt dessen
Anforderungen jedoch um einige bürospezifische Themen, wie die Beurteilung der Gefährdung des Sehvermögens und psychischer Belastungen
(§ 3). Ferner werden die Organisation des täglichen Arbeitsablaufs (§ 5)
sowie augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen der mit Bildschirmarbeit
betrauten Mitarbeiter (§ 6) vorgeschrieben.
● Lapidar wird der Arbeitgeber aufgefordert, „geeignete
Maßnahmen zu treffen, damit die Bildschirmarbeitsplätze den Anforderungen des Anhangs und sonstiger
Rechtsvorschriften entsprechen“ (§ 4, Abs. 1). Alle
Arbeitsplätze, die nach dem 20. Dezember 1996
in Betrieb genommen oder verändert wurden,
müssen ab dem Tag ihrer Nutzung die gestellten
Anforderungen erfüllen.Das Arbeitsschutzgesetz, Die Bildschirmarbeitsverordnung§ 4 Anforderungen an die Gest
eber hat geeigne
te Maß
treffen, damit di
e Bildschirmarbe nahmen zu
des Anhangs un plätze den
d sonstiger
Rechtsvorschrif
ten entspreche
n.7Der „Anhang über an Bildschirmarbeitsplätze zu stellende Anforderungen“ enthält eine umfangreiche Liste von Gestaltungskriterien für Bildschirmarbeitsplätze. Sie sind zielorientiert formuliert und bedürfen konkreter Ausführungsbestimmungen. Diese finden sich in verschiedenen Regelwerken, wie
zum BeispielVerschiedene
Regelwerke dienen
der Konkretisierung
der Bildschirmarbeitsverordnung● Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV)
mit Arbeitsstättenrichtlinien (ASR),
● „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung
beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes“ (Betriebssicherheitsverordnung),
● Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI), hier speziell die BGI 650:
„Bildschirm- und Büroarbeitsplätze; Leitfaden für die Gestaltung,
● DIN EN 527, Teil 1 bis 3; „Büromöbel, Büro-Arbeitstische; Maße; Mechanische Sicherheitsanforderungen; Prüfverfahren“,
● DIN 16550, Teil 1; „Büro-Arbeitstische für stehende Tätigkeiten; Maße“,
● DIN 4543 – „Büroarbeitsplätze – Teil 1: Flächen für die Aufstellung
und Benutzung von Büromöbeln; Sicherheitstechnische Anforderungen,
Prüfung“,
● DIN EN 1335, Teil 1 bis 3; „Büromöbel, Büro-Arbeitsstuhl; Maße; Sicherheitsanforderungen, Prüfungen“,
● einschlägige Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin,
● Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ und
Sofern sie keine eigene Gesetzeskraft haben, leiten sie ihre Verbindlichkeit aus
dem Arbeitsschutzgesetz ab, weil sie sowohl den Stand der Technik als auch
gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse dokumentieren. So erhalten bisher eher als unverbindliche Empfehlungen eingestufte Regelwerke ihren verpflichtenden Charakter!
Dies trifft besonders auch für die von VBG (Verwaltungsberufsgenossenschaft,
Hamburg) und BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin,
Dortmund) gemeinsam erarbeitete Berufsgenossenschaftliche Information
„Bildschirm- und Büroarbeitsplätze; Leitfaden für die Gestaltung (BGI 650)“
zu. – Unter Einbeziehung des allgemein anerkannten Stands der Technik und
gesicherter arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse fußen ihre Handlungsanleitungen
● auf der staatlichen Arbeitsschutz-Gesetzgebung (Arbeitsschutzgesetz,
Bildschirmarbeitsverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Arbeitsstättenverordnung u. a.), den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften und
den Erfahrungen berufsgenossenschaftlicher Präventionsarbeit.BGI 650 – Handbuch
bei der Bildschirmarbeit8BGI 650 ist ein „Handbuch für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei
der Bildschirmarbeit“, das dem Betreiber von Büroarbeitsplätzen die Sicherheit
gibt, alle einschlägigen Anforderungen zu erfüllen.Die BildschirmarbeitsverordnungAnforderungen an die Gestaltung von
Die Anforderungen an die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind im
Anhang zu § 4 der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) in vier Sachgruppen und insgesamt 22 Vorschriften niedergelegt (blauer Text). Grundlage
der Konkretisierungen sind primär BGI 650 und ggf. andere einschlägige
Regelwerke.1. Bildschirm und TastaturDer BildschirmDie Tastatur1.1 Die auf dem Bildschirm dargestellten Zeichen müssen scharf,
deutlich und ausreichend groß sein sowie einen angemessenen
Zeichen- und Zeilenabstand haben (§ 4, Ziff. 1).
1.2 Das auf dem Bildschirm dargestellte Bild muss stabil und frei
von Flimmern sein; es darf keine Verzerrungen aufweisen (§ 4, Ziff. 2).
1.3 Die Helligkeit der Bildschirmanzeige und der Kontrast zwischen
Zeichen und Zeichenuntergrund auf dem Bildschirm müssen einfach
einstellbar sein und den Verhältnissen der Arbeitsumgebung angepasst
werden können (§ 4, Ziff. 3).
1.4 Der Bildschirm muss frei von störenden Reflexionen und Blendungen
sein (§ 4, Ziff. 4). (s. hierzu auch Abschnitt 3.2 und 3.3)
1.5 Das Bildschirmgerät muss frei und leicht drehbar und neigbar sein
(§ 4, Ziff. 5).
1.6 Die Tastatur muss vom Bildschirmgerät getrennt und neigbar
sein, damit die Benutzer eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung einnehmen können (§ 4, Ziff. 6). (s. hierzu auch Abschnitt 2.1)
1.7 Die Tastatur und die sonstigen Eingabemittel müssen auf
der Arbeitsfläche variabel angeordnet werden können. Die
Arbeitsfläche vor der Tastatur muss ein Auflegen der Hände
ermöglichen (§ 4, Ziff. 7). (s. hierzu auch Abschnitt 2.12)
1.8 Die Tastatur muss eine reflexionsarme Oberfläche
haben (§ 4, Ziff. 8).
1.9 Form und Anschlag der Tasten müssen eine ergonomische
Bedienung der Tastatur ermöglichen. Die Beschriftung der
Tasten muss sich vom Untergrund deutlich abheben und bei
normaler Arbeitshaltung lesbar sein (§ 4, Ziff. 9).Nur wenige der hier erhobenen Anforderungen an Bildschirm und Tastatur,
wie zum Beispiel diejenigen nach Ziff. 4 und 7, fallen in den Aufgabenbereich
der Büroplanung und werden im Zusammenhang mit anderen Vorschriften
besprochen – die meisten Leistungsmerkmale sind jedoch nur bedingt durch
den Benutzer veränderbar.
Zur Erläuterung und Konkretisierung bespricht BGI 650 – unter Bezugnahme
auf spezielle Regelwerke – realistische Umsetzungsmaßnahmen und Beurteilungskriterien. Zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 ArbSchG ist
es sinnvoll, sich von seinem Gerätehersteller die Übereinstimmung mit den
einschlägigen Vorschriften zertifizieren zu lassen.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Bildschirm und Tastatur92. Sonstige Arbeitsmittel
2.1 Der Arbeitstisch bzw. die Arbeitsfläche muss eine ausreichend große und
reflexionsarme Oberfläche besitzen und eine flexible Anordnung des Bildschirmgeräts, der Tastatur, des Schriftguts und der sonstigen Arbeitsmittel
ermöglichen. Ausreichender Raum für eine ergonomisch günstige
Arbeitshaltung muss vorhanden sein. Ein separater Ständer für das Bildschirmgerät kann verwendet werden. (§ 4, Ziff. 10)
Eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung aber, dies stellt die BGI 650 ausdrücklich fest, „setzt voraus, dass bei Anordnung und Einstellung der Arbeitsmittel die Körpermaße des Benutzers berücksichtigt werden“ – dass also die
Arbeitsmittel individuellen Bedürfnissen anpassbar sind. Und hierzu sind eine
Reihe von Kriterien zu berücksichtigen.2.11ArbeitsflächenZur Konkretisierung der Anforderungen an die Größe der Arbeitsflächen dienen
DIN 4543-1, die sogenannte „Flächen-DIN“ und BGI 650. Ihre Verbindlichkeiten
sind durch § 4, Ziff. 3 des Arbeitsschutzgesetzes begründet.Größe der
Arbeitsfläche● Danach sind Arbeitsflächen „ausreichend groß“, wenn ihre
Maße „mindestens 1600 x 800 mm (Breite x Tiefe) betragen“. Größere Arbeitsflächen werden bei wechselnden Tätigkeiten und „Verwendung zusätzlicher Arbeitsmittel“ als
„erforderlich“ bezeichnet. – „Unter Beachtung der Mindestabmessungen sowie der erforderlichen Bein- und Fußräume“
sind Arbeitsflächenkombinationen und Freiformflächen
zulässig; wobei diese eine Gesamtfläche von mindestens
1,28 m2 haben müssen, die an keiner Stelle weniger als
800 mm tief sein darf.Die Konsequenz: Plattenbereiche, die über 800 mm Tiefe
hinausgehen, bleiben bei der Größenbestimmung einer
Arbeitsfläche unberücksichtigt. So kann zum Beispiel die
größere Tiefe eine evtl. fehlende Breite nicht ersetzen.
Arbeitsflächen mit einer geringeren Tiefe als 800 mm
dürfen nur als Zusatzelemente eingesetzt werden.
● Grundsätzlich wird gefordert, dass als Ansitzbreite
mindestens „eine ungeteilte Arbeitsfläche von 800 mm“
vorzusehen ist. – Nur im Eckbereich darf sie an der
Vorderseite auf bis zu 565 mm reduziert sein.Arbeitstische mit
geringem Arbeitsflächenbedarf10● „Arbeitsplätze mit geringem Arbeitsflächenbedarf“ können ausnahmsweise um bis zu 400 mm auf eine Mindestbreite von 1200 mm reduziert
werden. BGI 650 beschreibt diese als Arbeitsplätze, die nur mit einem
Bildschirmgerät ausgerüstet sind, an denen Schriftgut nur in geringem
Umfang verwendet wird und an denen keine manuellen und Bildschirmtätigkeiten gleichzeitig ausgeübt werden. Die nutzbare Arbeitsfläche muss
jedoch mindestens 0,96 m2 betragen.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Sonstige Arbeitsmittel, Arbeitsflächen2.12PlattentiefeNach BGI 650 ist die Tiefe der Arbeitsflächen von drei Faktoren abhängig: von
den erforderlichen Sehabständen, den Bautiefen der eingesetzten Geräte sowie
einem ausreichenden Freiraum zur Handauflage vor den Eingabemitteln.Sehabstände zwischen
500 und 800 mmBildschirmtiefeHandauflage● Sehabstände müssen – der Sehaufgabe sowie Zeichengröße, -gestalt und
-abständen entsprechend – variabel einstellbar sein, sollen jedoch „mindestens 500 mm betragen“. Bei gleichzeitiger Verwendung mehrer Bildschirme oder solchen mit größeren Displays bzw. entsprechenden Zeichengrößen können „Sehabstände bis 800 mm erforderlich“ werden.
● Bildschirmgeräte dürfen einschließlich ihrer Stecker nicht über die hintere Tischkante hinaus in den Bewegungsraum der Menschen ragen.
Daher entscheidet auch das Gehäuse des Bildschirms über die Tiefe
der Arbeitsfläche. Nach bisherigen Erfahrungen reicht für moderne
Flachbildschirme – aber auch für Geräte mit Kathodenstrahlröhren bis
zu einer Diagonalen von 15" – eine Arbeitsfläche von 800 mm Tiefe
aus; größere Geräte, etwa mit einer Diagonalen von 17", 19" oder 21",
benötigen Arbeitsflächen von 900 bis 1200 mm Tiefe.
● Zum Auflegen von Händen und Armen ist zwischen Platten-Vorderkante
und Tastatur ein Abstand von 100 bis 150 mm vorzusehen.Die Konsequenz: Zwar prägen inzwischen die Flachbildschirme, für die i.d.R.
eine Tischtiefe von 800 mm ausreicht, das Bild des Büros. Trotzdem werden,
wenn auch nur noch für kurze Zeit, oft noch Geräte mit größeren Tiefen
benutzt, die ebenfalls ergonomisch richtig aufgestellt werden müssen. –
Daher ist es sinnvoll, grundsätzlich alle Arbeitsflächen mit einer Plattentiefe
von 800 mm auszurüsten und diese im Bedarfsfall durch Anbauplatten von
100 bis 400 mm zu vergrößern. Nach dem Austausch der Bildschirme können
sie abgebaut und die wertvolle Bodenfläche einer anderen Nutzung zugeführt
werden.2.13ArbeitshöhenDie BGI 650 stellt fest, dass eine ergonomisch günstige
Arbeitshaltung erreicht wird, „wenn am Steharbeitsplatz
die Arbeitshöhe und am Sitzarbeitsplatz zusätzlich die
Sitzhöhe den Körpermaßen des Benutzers angepasst ist“.
– Und die Arbeitshöhe sollte in beiden Fällen bei locker
herabhängenden Oberarmen etwa in Ellenbogenhöhe liegen.Variable Arbeitshöhe
für Sitzarbeitsplätze
680 bis 760 mmEine ergonomisc
wenn ... die Arbe günstige Arbeitshaltung wird
itshöhe und ...
zusätzlich die Si reicht,
den Körpermaß
tzhöhe
en des Benutze
rs angepasst sin
BGI 650● Folgerichtig empfiehlt die BGI 650 höhenverstellbare
Arbeitsflächen, um – unter Einbeziehung der Verstellmöglichkeiten des Arbeitsstuhls – die Arbeitshöhe an die
unterschiedlichen Körpermaße der Menschen anpassen
zu können. Für Deutschland beziffert sie diese zwischen
1510 mm (5. Perzentil) und 1910 mm (95. Perzentil).
Der Verstellbereich für Sitzarbeitsplätze wird daher auf
mindestens 680 bis 760 mm festgelegt.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Plattentiefe, Arbeitshöhen11Die Arbeitshöhe ist nicht
unbedingt identisch mit
der TischhöheDie Konsequenz: Nach allen Erfahrungen in der Praxis ist
jedoch festzuhalten, dass Arbeits- und Tischhöhe nicht unbedingt identisch sein müssen: bei manuellen Tätigkeiten, wie
Lesen, Schreiben, Sortieren u. dgl., liegt die Arbeitshöhe
direkt oberhalb der Tischfläche – bei Bedienung einer Tastatur
verschiebt sie sich jedoch um die Höhe der mittleren Tastenreihe nach oben. Weil sich aber die individuelle Arbeitshöhe
am Menschen orientieren, also für manuelle Arbeiten und
Bildschirmtätigkeiten gleich sein muss, ist diese Erhöhung
durch Absenkung der Arbeitsfläche nach unten auszugleichen.Feste Arbeitshöhe
720 mm● Trotz dieser gesicherten ergonomischen Erkenntnis sind höhenvariable
Arbeitsplätze nicht vorgeschrieben. – Auf Grund der mittleren Höhe von
Tastaturen ist die Arbeitshöhe für Arbeitsplätze mit nicht höhenverstellbaren Arbeitsflächen mit 720 (± 15)mm verbindlich festgelegt.Steharbeitsplätze
Steh-/Sitzarbeitsplätze● Um dem Menschen im Büro ein verbessertes dynamisches Verhalten
bei der Arbeit zu ermöglichen, gewinnen Steharbeitsplätze zunehmend
an Bedeutung. – Sind sie höhenvariabel, ist ein Verstellbereich von 950
bis 1180 mm vorgeschrieben. Nicht höhenverstellbare Tische müssen
zwischen 1030 und 1060 mm hoch sein.ArbeitshöheWeil die verfügbaren Büroflächen oft nicht ausreichen, bietet der Markt
verstärkt sogenannte „Steh-/Sitzarbeitsplätze“ an; Arbeitstische also,
die sich mittels einer sinnvollen Mechanik sowohl für sitzende als auch
für stehende Benutzung umstellen lassen. – In Übereinstimmung mit
DIN 16550-1 empfiehlt die BGI 650 hierfür einen Verstellbereich von
mindestens 680 mm bis 1180 mm.
Alle Maßangaben werden als „Mindestanforderungen“ bezeichnet. Wie arbeitsmedizinische Untersuchungen beweisen, reichen diese jedoch nicht aus um
bei der großen Bandbreite der Körperhöhen von immerhin 400 mm wirklich
jedem Menschen die Einnahme einer ergonomisch optimalen Arbeitshaltung
zu erlauben. Eine Ausweitung des Verstellbereichs nach unten und oben kann
daher sinnvoll sein2).2)12s. hierzu die Leitlinie „Qualitätskriterien für Büroarbeitsplätze“, herausgegeben vom
Deutschen Büromöbel Forum im Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V. (BSO),
40474 Düsseldorf, Kaiserswerther Straße 137Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Arbeitshöhen2.14BeinraumSoll der Mensch am Büroarbeitsplatz ausreichende Bewegungsfreiheit haben,
sind Breite und Höhe des Beinraums von entscheidender Wichtigkeit. Die
BGI 650 legt fest:
● Ein ausreichender Bein- und Fußraum ist vorhanden, wenn Beinraumbreite und -tiefe 600 mm, die Beinraumhöhe 690, mindestens jedoch
650 mm und der Fußraum über die volle Tischtiefe von 800 mm mindestens 120 mm hoch ist.
200Mindestmaße550620650120600Höhenverstellbare Arbeitstische müssen bei 720 mm hoher Arbeitsfläche mindestens dieselben Werte aufweisen, wie nicht höhenverstellbare Arbeitstische.2.15Anordnung des BildschirmsBildschirm, Eingabemittel und sonstige Arbeitsunterlagen sind so am Arbeitsplatz anzuordnen, dass die Chance für belastungsfreie Arbeitshaltungen gegeben ist.Aufgabengerechte
Aufstellung● In erster Linie ist dabei die spezielle Aufgabe zu
berücksichtigen, die am Arbeitsplatz zu erfüllen
ist. Sie beeinflusst die Aufstellung des Bildschirms auf dem Arbeitsplatz – und damit Größe
und Geometrie der Arbeitsfläche.
So sitzt der Benutzer bei systemorientierter Bildschirmarbeit, etwa bei Textverarbeitung, CADArbeit u. dgl., direkt vor dem Gerät. Bei dieser
Konstellation sind sowohl Einzeltische denkbar
als auch abgewinkelte Arbeitsplatzkombinationen,
zum Beispiel in Sekretariaten. Anders bei belegorientierten Tätigkeiten, der sogenannten bildschirmunterstützten Sachbearbeitung! Hier sitzt
der Mensch vor seinen Unterlagen und hat den
Bildschirm seitlich im Blickfeld und im Zugriff.Individuelle
Sehabstände● Der Sehabstand muss der Sehaufgabe entsprechen und mindestens
500 mm betragen. Größere Sehabstände bis 800 mm können erforderlich
werden bei Bildschirmen mit großen Anzeigeflächen – 17", 19" oder 21" –
oder bei Benutzung von mehreren Geräten.
Um unnötige und belastende Akkomodationsvorgänge durch häufige
Blickwechsel zwischen Bildschirm und sonstigen Arbeitsmitteln zu
vermeiden, soll der Abstand aller Objekte möglichst identisch sein.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Beinraum, Anordnung des Bildschirms13● Auch die Aufstellhöhe des Bildschirms beeinflusst die
belastungsarme Arbeitshaltung. Hierzu ist eine entspannte (natürliche) Kopfhaltung anzustreben, bei
der die Sehachse fast automatisch einen Winkel von
etwa 35 ° zur Waagerechten bildet. Dadurch wird Verspannungen der Schulter- und Rückenmuskulatur
entgegengewirkt.Entspannte
KopfhaltungWird die Blicklin
ie ... um ca. 35
abgesenkt, so
werden ermüden aus der Waagerechten
de und mögliche
gesundheitsschä
optimale Sehbed iche Körperhaltungen vermied eise
ingungen erreich
BGI 650Die Konsequenz: Es ist besser, der Bildschirm steht zu niedrig, als zu
hoch! Die BGI 650 bestätigt bisherige Regelwerke: Die oberste verwendbare Zeile auf dem Bildschirm darf maximal auf Augenhöhe – aber auch
darunter – liegen.2.16Ergonomisch günstige ArbeitshaltungAlle die beschriebenen Kriterien (2.11 bis 2.15) beeinflussen die Körperhaltung des Menschen bei der Arbeit. Und die BGI 650 stellt konkret fest, was
eine einwandfreie Haltung ausmacht:Einwandfreies Sitzen
am ergonomisch
einwandfrei gestalteten
ArbeitsplatzEinwandfreie Sitzhaltungen verlangen die Anordnung und Einstellung der
Arbeitsmittel in einer Form, bei der die Oberarme locker herabhängen und die
Unterarme eine waagerechte Linie in Arbeitshöhe beschreiben. Wobei, nota
bene, nicht von der Tischhöhe die Rede ist (s. a. Punkt 2.13, Seite 11).
Ober- und Unterarm sollen also, wie auch in der Praxis immer wieder empfohlen wird, einen Winkel von 90° oder größer bilden. Und der Winkel zwischen
Ober- und Unterschenkel soll bei annähernd waagerecht verlaufenden Oberschenkeln und ganzflächig aufgesetzten Füßen ebenfalls 90° oder größer sein.
Bei Benutzung von höhenverstellbaren Tischen (diese sind nicht vorgeschrieben, nach dem bisher Gesagten jedoch logische Konsequenz ist also die Sitzflächenhöhe des Arbeitsstuhls in Kniekehlenhöhe einzustellen, damit bei
ganzflächig aufgestellten Füßen eine nahezu waagerechte Oberschenkelhaltung
erreicht wird. Die Einstellung der Tischhöhe muss die zuvor beschriebene
Armhaltung ermöglichen. So wird das richtige Sitzen durch eine logische
Folge von Maßnahmen in einer Formel greifbar:
● Zuerst wird die Sitzhöhe „S“ eingestellt.
● Bei locker herabhängenden Unterarmen ergibt sich die Differenz
„D“ zwischen Sitzfläche und Ellenbogen.
● Die optimale Arbeitshöhe „A“ ergibt sich aus der Addition von S
und D abzüglich etwa 1 bis 2 cm für die Bewegungsfreiheit der
Unterarme.D
SNach diesem Verfahren sind Tischhöhe „T“ und Arbeitshöhe „A“ dann
identisch, wenn keine zusätzlichen Arbeitsmittel die Arbeitshöhe nach oben
verändern – zum Beispiel bei Schreib- und Lesetätigkeiten. Anders bei Bildschirmtätigkeiten. Hier erhöht die Tastatur die Arbeitshöhe, was durch die
Absenkung der Tischplatte nach unten auszugleichen ist (s. a. Punkt 2.13).Einwandfreies Sitzen
im ergonomisch
Arbeitsstuhl14Um während der Arbeit dynamisch sitzen
und dabei eine belastungsfreie Sitzhaltung
bewahren zu können, soll die gesamte Tiefe
der Sitzfläche zum Sitzen ausgenutzt werden. Der untere und mittlere Teil der Wirbelsäule soll durch den Lendenbausch und den
darüber liegenden Teil der Rückenlehne permanent abgestützt sein.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Anordnung des Bildschirms, Ergonomisch günstige Arbeitshaltung2.2 Der Arbeitsstuhl muss ergonomisch gestaltet und standsicher sein.
(§ 4, Ziff. 11)
Die Bildschirmarbeitsverordnung fasst sich kurz. – Die konkreten Anforderungen an „ergonomisch gestaltete und standsichere“ Arbeitsstühle sind in
der Normenreihe DIN EN 1335 „Büromöbel – Büro-Arbeitsstuhl“ verankert
und werden in der BGI 650 zu konkreten Handlungsanleitungen umgesetzt. –
Im Folgenden sind die wichtigsten Kriterien beschrieben:Dynamisch sitzen –
die Rückenlehne● Der Benutzer muss „dynamisch“ sitzen, also den Bewegungs-Freiraum aktiv nutzen können, den ihm Arbeitsplatz
und Arbeitsumwelt bieten. Hierzu ist es erforderlich, dass
die Wirbelsäule in allen Sitzhaltungen abgestützt bleibt.
Dies setzt eine neigbare Rückenlehne voraus – eine Veränderung der
Neigung der Rückenlehne gegenüber der Sitzfläche, wodurch auch eine
Veränderung der Sitztiefe erreicht wird! Die BGI 650 empfiehlt eine Synchronmechanik mit einem Bewegungsverhältnis von Sitz- und Rückenlehne von 1:2 bis 1:3 mit „individuell einstellbarer Lehnenrückstellkraft“,
um die „Anlehnkraft unterschiedlich großer und schwerer Benutzer“ ausgleichen zu können.
Die Rückenlehne soll so gestaltet sein, dass sie die
natürliche Form der Wirbelsäule in allen Sitzhaltungen unterstützt. Ihre Oberkante soll bis in den
Bereich der Schulterblätter reichen, ihr Lendenbausch die Wirbelsäule im unteren und mittleren
Bereich abstützen. Bei ausreichender Höhe muss
sie nicht verstellbar sein.Rückenlehnen,
450 mm oder m denen die Rückenlehnenobe
der Höhe verste r über dem Sitz liegt, müssen te
llbar sein.
BGI 650Sitzflächenverstellung● Zur Verstellbarkeit der Sitzfläche in der Höhe wird festgelegt, dass sie
dann ausreichend ist, „wenn Benutzer mit unterschiedlichen Körpermaßen
die Referenzhaltung (Seite 14) einnehmen können“. Der Verstellbereich
wird mit 400 bis 510 mm angegeben, wobei die Betätigung der Höhenverstellung im Sitzen möglich sein muss!Tiefenfederung● Damit „unzuträgliche Stoßbelastungen der Wirbelsäule“ vermieden werden, ist eine Sitztiefenfederung vorgeschrieben – eine Konstruktion, die
das Körpergewicht beim Hinsetzen federnd abfängt.Kippsicherheit● Die Kippsicherheit des Stuhls wird durch ein Untergestell erreicht, das
mindestens 5 Abstützpunkte besitzt. Das können Rollen oder Gleiter sein.
Bei Rollen ist, in Abhängigkeit vom Fußbodenbelag, der Rollwiderstand zu
beachten. Ferner müssen die Rollen in belastetem Zustand leichtgängig,
bei unbelastetem Stuhl hingegen schwergängig oder gebremst sein, um
unbeabsichtigtes Wegrollen zu verhindern.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Arbeitsstuhl15Mindestmaße● Die Mindestmaße relevanter Bauteile, die eine entspannte und ermüdungsfreie Körperhaltung und ausreichende Bewegungsfreiheit gewährleisten,
sind detailliert aufgeführt.Armlehnen● Armstützen sind nicht vorgeschrieben; es wird jedoch betont, dass sie
Schulter- und Nackenmuskulatur entlasten und dem Benutzer eine Hilfe
beim Aufstehen und Hinsetzen bieten.
Wobei eine optimale Anpassung an unterschiedliche Körpermaße – und
damit eine für jeden Benutzer zuträgliche ergonomische Sitzhaltung – mit
„höhen- und breitenverstellbaren“ Armlehnen am ehesten zu erreichen ist
und nicht anpassbare Armstützen mindestens eine nach vorn gerundete
Form aufweisen sollen.
Diese und andere Anforderungen sind Konstruktionsvorgaben, die in der
Praxis voll erfüllt und zum Teil übertroffen werden – dem Anwender dienen sie
als Auswahl- und Beurteilungskriterien. Auch hier wird empfohlen, sich bei der
Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 ArbSchG die entsprechenden
Qualitätskriterien zertifizieren zu lassen.2.3 Der Vorlagenhalter muss stabil und verstellbar sein
sowie so angeordnet werden können, dass unbequeme Kopf- und Augenbewegungen soweit wie möglich eingeschränkt werden. (§ 4, Ziff. 12)
Vorlagenhalter sind Hilfsmittel, die das Abschreiben von Texten erleichtern sollen. Die Vermeidung von Belastungen aus Kopf- und Augenbewegungen setzen
ihre zentrale Aufstellung in unmittelbarer Nähe des Bildschirms voraus. Bei
Auswahl und Beurteilung ist besonders auf Verstellbarkeit der Auflagefläche in
Höhe und Neigung sowie auf Vibrationsfreiheit zu achten.2.4 Eine Fußstütze ist auf Wunsch zur Verfügung zu stellen, wenn eine
ergonomisch günstige Arbeitshaltung ohne Fußstütze nicht erreicht werden
kann. (§ 4, Ziff. 13)
Nur wenn auf Grund der vorgegebenen Arbeitshöhe an nicht
höhenvariablen Arbeitsplätzen eine ermüdungsfreie Sitzhaltung
allein mit einem höhenverstellbaren Stuhl nicht erreicht werden
kann, ist der Unternehmer verpflichtet, eine Fußstütze, die den
gestellten Anforderungen entspricht, zur Verfügung zu stellen.
Wobei anzumerken bleibt, dass Fußstützen nur den Menschen
eine Hilfe sein können, für die die vorgegebene Tischhöhe zu
hoch ist.Die Konsequenz: Fußstützen sind Kompromisslösungen. Höhenvariable
Arbeitsflächen hingegen bieten Menschen aller Körpergrößen die Chance, bei
der Arbeit eine dynamische und ermüdungsfreie Sitzhaltung einzunehmen!16Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Arbeitsstuhl, Vorlagenhalter, Fußstütze3. Arbeitsumgebung3.1 Am Bildschirmarbeitsplatz muss ausreichender Raum für
wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen vorhanden sein.
(§ 4, Ziff. 14)
Die BGI 650 bezeichnet ausreichend große Arbeitsflächen als
Grundvoraussetzung zur Einhaltung dieser Vorschrift. Im Übrigen sind die Bestimmungen der Arbeitsstättenverordnung und
der DIN 4543-1 („Flächen-DIN“) anzuwenden:Freie Bewegungsfläche
am persönlich zugewiesenen Arbeitsplatz● An jedem Arbeitsplatz ist eine freie Bewegungsfläche
(Benutzerfläche) vorgeschrieben, die mindestens 1,5 m2
groß und an keiner Stelle weniger als 1 m tief ist. An allgemein genutzten Arbeitsplätzen muss die Benutzerfläche
mindestens 800 mm tief sein, dasselbe gilt für Besucherplätze. Nur letztere kann bis auf 600 mm reduziert werden,
wenn ein rückwärtiger freier Zugang (von einem Verkehrsweg) zum Besucherplatz vorhanden ist.
Die freie Bewegungsfläche am Arbeitsplatz darf von anderen Flächen nicht überlagert werden. Ausnahmen sind die
Stellfläche des Arbeitsstuhls sowie Funktionsflächen von
Möbeln eben dieses Arbeitsplatzes (z. B. Containerschubladen). Voraussetzung ist, dass dadurch die Arbeit nicht
behindert wird bzw. keine „Scher-, Quetsch- oder Stoßstellen“ (DIN 4543-1) entstehen.Benutzerflächen von
Schränken● Die Benutzerfläche von Schränken setzt sich aus Möbelfunktionsfläche (Schubladenauszüge, Flügeltürbereich) und
einem Sicherheitsabstand von 500 mm Tiefe zusammen.
Für Schiebe- oder Rolltürschränke sowie Regale, die keine
flächenrelevante Funktionsfläche besitzen, gilt ein MindestSicherheitsabstand von 800 mm.
Der Sicherheitsabstand darf von Verkehrswegeflächen im
Raum überlagert werden, wenn sichergestellt ist, dass der
Zugriff auf die Schränke nur gelegentlich erfolgt und im
Übrigen die Arbeitsabläufe dadurch nicht behindert werden.Verkehrswegeflächen
im RaumFensterzugänge● Die Breite der Verkehrswege ist abhängig von der Anzahl
der Benutzer und wird nach Arbeitsstättenverordnung,
konkretisiert in den Arbeitsstättenrichtlinien, bestimmt.
Für Verkehrswegeflächen im Raum gilt die Mindestbreite von 800 mm. Für
Zugänge zum persönlich zugewiesenen Arbeitsplatz, wenn diese nur von
einer Person benutzt werden, kann sie bis auf 600 mm reduziert werden.
Wege zur Bedienung und Überwachung haustechnischer Einrichtungen,
zum Beispiel Fensterzugänge, sollen mindestens 500 mm breit sein.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Arbeitsumgebung17● In Übereinstimmung mit früheren Regelwerken, nimmt die BGI 650 auch
zum Mindestflächenbedarf im Büro Stellung, der jedem Arbeitsplatz zur
Verfügung zu stellen ist.Mindestfläche je
ArbeitsplatzDanach soll die Fläche je Arbeitsplatz „einschließlich allgemein üblicher
Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen“ (im Raum) im Mittel nicht
weniger als 8 bis 10 m2 betragen. – Für Großräume, die „aus Gründen der
Funktionsfähigkeit“ mindestens 400 m2 groß sein sollen, wird „angesichts
des höheren Verkehrsflächenbedarfs und der größeren Störwirkungen“
ein Mittelwert von 12 bis 15 m2 gefordert.
Die Voraussetzungen für wechselnde Arbeitshaltungen zu schaffen, ist nicht
vorgeschrieben. Es wird jedoch empfohlen, nach Möglichkeit das dynamische
Verhalten der Mitarbeiter durch geeignete Einrichtungen zu unterstützen.3.2 Die Beleuchtung muss der Art der Sehaufgabe entsprechen und an
das Sehvermögen der Benutzer angepasst sein; dabei ist ein angemessener
Kontrast zwischen Bildschirm und Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
Durch die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes sowie Auslegung und
Anordnung der Beleuchtung sind störende Blendwirkungen, Reflexionen
oder Spiegelungen auf dem Bildschirm und den sonstigen Arbeitsmitteln
zu vermeiden. (§ 4, Ziff. 15)
Die Empfehlungen der BGI 650 beruhen auf weiteren einschlägigen Berufsgenossenschaftlichen Informationen, der Arbeitsstättenverordnung sowie den
für diese Problematik geltenden DIN-Normen. – Im Folgenden werden die für
Büroplanung und Arbeitsplatzanalyse wichtigsten Kriterien aufgeführt.Beleuchtungsniveau● Das Beleuchtungsniveau wird als ausreichend bezeichnet, wenn die
„horizontale Beleuchtungsstärke“ im Arbeits- und Besprechungsbereich
mindestens 500 Lux beträgt. Für den Umgebungsbereich werden
300 Lux gefordert.
Im Übrigen wird eine „teilflächenbezogene“ Beleuchtung empfohlen,
wenn es gilt, innerhalb des Arbeitsbereichs unterschiedliche Tätigkeiten
und Sehaufgaben wahrzunehmen. Für diese Teilflächen (mindestens
600 x 600 mm) werden 750 Lux gefordert, die „z. B. durch eine Arbeitsplatzleuchte“ realisiert werden können.18Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Arbeitsumgebung, BeleuchtungLeuchtdichteverteilung● Am Arbeitsplatz und im Umfeld ist für ein ausgewogenes Leuchtdichteverhältnis aller Flächen zu sorgen: Für das direkte Gesichtsfeld (Mittelfeld)
werden Kontraste im Verhältnis bis 3:1 empfohlen, für das weitere
Gesichtsfeld (Umfeld) soll das Verhältnis von 10:1 nicht
Für die Farbgestaltung raumbegrenzender Flächen
werden konkrete Lichtreflexionswerte genannt:
für die Decke 0,7 bis 0,9, für Wände 0,5 bis 0,8
und für den Boden 0,2 bis 0,4.
Für Arbeitsflächen, Einrichtungen und Geräte werden
Reflexionsgrade von 0,2 bis 0,7 bei Glanzgraden von
matt bis seidenmatt empfohlen. Zu niedrige und zu hohe
Werte (zum Beispiel schwarze oder weiße Tischplatten)
sind danach nicht mehr zulässig.Blendungsbegrenzung● Blendung entsteht durch zu hohe Leuchtdichten oder zu große
Leuchtdichten-Unterschiede. Es ist darauf zu achten, dass sowohl
Direktblendungen (durch Fenster oder Leuchten) als auch Reflexblendungen (Spiegelungen auf glänzenden Flächen, z. B. im Bildschirm)
vermieden werden. Die BGI 650 führt einige Ansatzpunkte zur Vermeidung von Reflexblendungen auf und nennt die zulässigen Leuchtdichtewerte von Leuchten und Flächen, die sich im Bildschirm spiegeln
können.Lichtfarbe –
Farbwiedergabe● Für Büroräume wird die Lichtfarbe warmweiß oder neutralweiß empfohlen, wobei eine gute Farbwiedergabequalität der
Lampen vorausgesetzt wird.3:110:1Generell sollten alle Komponenten bei der Raumplanung aufeinander abgestimmt werden: Farbgebung des Raumes, Lichtfarbe,
Farbwiedergabe im Raum, Lichtverteilung u. a.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Beleuchtung193.3 Bildschirmarbeitsplätze sind so einzurichten, dass leuchtende oder
beleuchtete Flächen keine Blendung verursachen und Reflexionen auf dem
Bildschirm soweit wie möglich vermieden werden. Die Fenster müssen mit
einer geeigneten Lichtschutzvorrichtung ausgestattet sein, durch die sich
die Stärke des Tageslichteinfalls auf den Bildschirmarbeitsplatz vermindern
lässt. (§ 4, Ziff. 16)
Eine Handlungsanweisung, die schon in alten Regelwerken zu finden war, gilt
● Bildschirmarbeitsplätze sollen im Raum so angeordnet
werden, dass die Blickrichtung der Benutzer parallel zur
Fensterfront verläuft. Dadurch werden Direkt- und Reflexblendungen auf dem Bildschirm vermieden. Zu lange
Fensterfronten, die trotzdem Blendungen verursachen,
sind durch dicht vor und/oder hinter dem Bildschirmarbeitsplatz platzierte Stellwände zu verkürzen. Das
künstliche Licht muss dieselbe Laufrichtung haben.
Kann eine solche Aufstellung nicht eingehalten werden
– zum Beispiel in Räumen mit zwei Fensterfronten – ist
die Direkt- der Reflexblendung vorzuziehen. Dies, weil
zur Unterbindung von Direktblendungen Stellwände, Vorhänge, Jalousien, Lamellenstores u. dgl. gut geeignet sind,
während sich Lichtreflexe auf der Bildschirmoberfläche
nur vermeiden lassen, wenn die Lichtquelle vollständig
abgedichtet wird (Verdunkelung).Die BildScharbV schreibt
verbindlich vor!20● Alle Räume, in denen Bildschirme betrieben werden,
müssen mit „geeigneten verstellbaren“ Lichtschutzvorrichtungen ausgestattet sein, um die Umgebungshelligkeit zu reduzieren und dadurch die Kontraste der Zeichendarstellung auf dem Bildschirm zu optimieren. „Geeignet“ ist eine Lichtschutzvorrichtung, wenn sie nur eine
geringe Lichtdurchlässigkeit hat, trotzdem aber die Sichtverbindung nach außen zulässt. „Verstellbarkeit“ der
Lichtschutzanlage wird in der Praxis dahingehend interpretiert, dass sie vom Mitarbeiter selbst, nicht jedoch
ausschließlich zentral gesteuert werden kann.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Beleuchtung3.4 Bei der Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes ist dem Lärm, der
durch die zum Bildschirmarbeitsplatz gehörenden Arbeitsmittel verursacht
wird, Rechnung zu tragen, insbesondere um eine Beeinträchtigung der
Konzentration und der Sprachverständlichkeit zu vermeiden. (§ 4, Ziff. 17)
● Abhängig von den verschiedenen Tätigkeiten gilt für Räume, in denen
überwiegend geistige Tätigkeiten ausgeübt werden – das sind i. d. R.
Büroräume – für den sogenannten „Beurteilungspegel“ ein Grenzwert
von maximal 55 dB (A) einschließlich der von außen einwirkenden
Geräusche; Die VDI 2569 empfiehlt ein Spektrum zwischen 35 und
45 dB (A). In Räumen mit geringeren Anforderungen an die Konzentration (Räume mit lauten Maschinen, wie zum Beispiel Poststraßen)
sind maximal 70 dB (A) zulässig.BeurteilungspegelBei allen Maßnahmen – aber auch bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen – ist darauf zu achten, dass die Geräuschemission von Geräten
kleiner gehalten wird, als der am Arbeitsplatz zulässige Beurteilungspegel.Sprachverständlichkeit● Konzentration und Sprachverständlichkeit können durch verschiedene
Faktoren beeinträchtigt werden, wie zum Beispiel durch Informationsgehalt von Geräuschen, durch ihre Frequenzzusammensetzung, durch
die Geräuschstärke sowie durch die zeitliche Verteilung von Störgeräuschen. Gezielte Maßnahmen sind zur Verminderung von permanent
auftretenden Störungen zu treffen.Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Lärmschutz213.5 Die Arbeitsmittel dürfen nicht zu einer erhöhten Wärmebelastung am
Bildschirmarbeitsplatz führen, die unzuträglich ist. Es ist für ausreichende
Luftfeuchtigkeit zu sorgen. (§ 4, Ziff. 18)
Für Büroräume wird eine Raumtemperatur von 20 (Minimum) bis 22°C als
behaglich und konzentrationsfördernd empfohlen. Sie soll 26°C nicht überschreiten, es sei denn temporär bei hohen Außentemperaturen und als Ausnahme. – Sie ist in der Raummitte in einer Höhe von 750 mm über dem
Fußboden zu messen.
Auch an dieser Stelle fordert die BGI 650, an Fenstern, Oberlichtern und Glaswänden „wirksame Schutzvorrichtungen gegen direkte Sonneneinstrahlung“
Die Luftgeschwindigkeit in Büroräumen soll bei der genannten Durchschnittstemperatur etwa 0,1 m/s bis 0,15 m/s nicht überschreiten. Lediglich bei
höheren Temperaturen wird die Erhöhung der Luftgeschwindigkeit als angenehm empfunden.
Aus gesundheitlichen Gründen, aber auch zur Förderung der menschlichen
Leistungsfähigkeit, muss auf eine zuträgliche Raumluft geachtet werden.
Die BGI 650 legt daher die relative Luftfeuchtigkeit auf höchstens 50% fest. –
Werte über 50% reduzieren bzw. vermeiden elektrostatische Aufladungen,
können jedoch zu gesundheitsschädlichen Schimmelpilzbildungen führen.3.6 Die Strahlung muss – mit Ausnahme des sichtbaren Teils des
elektromagnetischen Spektrums – so niedrig gehalten werden, dass sie für
Sicherheit und Gesundheit der Benutzer des Bildschirmgeräts unerheblich
ist. (§ 4, Ziff. 19)
Zu diesem Thema werden eine Reihe von Grundsatzaussagen gemacht und die
einschlägigen Vorschriften aufgeführt. Das generelle Urteil kann dahingehend
interpretiert werden, dass eine Strahlungsgefährdung am Bildschirm, wenn
dieser den Vorschriften entspricht, nicht gegeben ist. Und weil der Benutzer
i. d. R. die Eigenschaften seines Geräts kaum beeinflussen kann, sollte der
Gerätehersteller zur Zertifizierung der Unbedenklichkeit seiner Produkte herangezogen werden.22Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Raumklima, Strahlung4. Zusammenwirken Mensch – Arbeitsmittel (Software-Ergonomie)
Die BGI 650 behandelt die Software-Ergonomie nach den Spezifikationen von
DIN ISO 9241, Teile 10 bis 17 sowie BGI 852-1 bis -4. Im Hinblick auf die
Komplexität des Themas werden im Folgenden lediglich die Originaltexte der
Bildschirmarbeitsverordnung, ergänzt durch einige erläuternde Stichworte,
aufgeführt.4.1 Die Grundsätze der Ergonomie sind insbesondere auf die Verarbeitung
von Informationen durch den Menschen anzuwenden. (§ 4, Ziff. 20)4.2 Bei Entwicklung, Auswahl, Erwerb und Änderung von Software
sowie bei der Gestaltung der Tätigkeit an Bildschirmgeräten hat der Arbeitgeber den folgenden Grundsätzen insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit Rechnung zu tragen. (§ 4, Ziff. 21)
(§ 4, Ziff. 21.1) – Aufgabenangemessenheit
Die Systeme müssen den Benutzern Angaben über die jeweiligen Dialogabläufe unmittelbar und auf Verlangen machen. (§ 4, Ziff. 21.2)
Die Systeme müssen den Benutzern die Beeinflussung der jeweiligen Dialogabläufe ermöglichen sowie eventuelle Fehler bei der Handhabung beschreiben
und deren Beseitigung mit begrenztem Arbeitsaufwand erlauben.
(§ 4, Ziff. 21.3) – Steuerbarkeit – Fehlertoleranz
Die Software muss entsprechend den Kenntnissen und Erfahrungen der
Benutzer im Hinblick auf die auszuführende Aufgabe angepasst werden können. (§ 4, Ziff. 21.4) – Erwartungskonformität – Individualisierbarkeit
– Lernförderlichkeit – Anordnung und Codierung4.3 Ohne Wissen der Benutzer darf keine Vorrichtung zur qualitativen oder
quantitativen Kontrolle verwendet werden. (§ 4, Ziff. 22)Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung sind „Werkzeuge der Aufgabenerfüllung“. Ihre Optimierung darf nicht nur Vorschrift sein, sondern liegt
auch im Interesse eines jeden Kostenverantwortlichen. Ihre funktional
und ergonomisch richtige Gestaltung erleichtert die Arbeit und verhindert
Gesundheitsgefährdungen – trägt also bei zu mehr Mitarbeitermotivation,
Qualitäts- bzw. Leistungsverbesserung und Kostenminimierung!Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung: Software-Ergonomie23Der vorschriftsmäßige
Hier ein Beispiel. Die deutschen Büromöbelhersteller und der qualifizierte
Bürofachhandel bieten Ihnen Bildschirmarbeitsplätze, die allen gesetzlichen
Anforderungen entsprechen. Und mit allem, was deutsche Büromöbel auszeichnet:
Immer so individuell zu gestalten, wie es die Arbeitsaufgaben heute und
morgen erfordern!
Möbel, die sich auf den Menschen einstellen und nicht umgekehrt!
Ganz auf die Dynamik einer sich wandelnden Bürowelt ausgerichtet!
Jederzeit zu variieren, ergänzen und umzubauen.
Mit den Handschriften international arrivierter Designer!
Konsequente Systembauweise aus kompatiblen Elementen. Top Qualität
in Material und Verarbeitung. Hoher Gebrauchsnutzen für Wirtschaftlichkeit
auf lange Sicht!24Die Bildschirmarbeitsverordnung – Anforderungen an die Gestaltung:25Von den rund 80 größeren Büromöbelherstellern in Deutschland gehören
über 55 der Wirtschaftsvereinigung Büro-, Sitz- und Objektmöbel an. Diese
Wirtschaftsvereinigung wurde als Dachorganisation des Verbandes der
Deutschen Büromöbelindustrie e. V. Düsseldorf, und des Industrieverbandes
Bürositzmöbel e. V. Düsseldorf, gegründet. Sie vertritt die gemeinschaftlichen
Belange auf nationaler und internationaler Ebene. Das betrifft u. a. die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinschaftswerbung und Messepolitik. Die Wirtschaftsvereinigung vertritt die Produktbereiche Büromöbel, Bürositzmöbel,
Konferenzraumeinrichtungen und -bestuhlungen, Schrank- und Trennwände,
Bankeinrichtungen einschließlich Sicherungssysteme und angrenzende
Produktsegmente.Das Deutsche Büromöbel Forum …
… ist das Kommunikationsorgan der Wirtschaftsvereinigung und der beiden
Verbände. Zu seinen wesentlichen Aufgaben zählt es, alle Verantwortlichen
für die im Büro Beschäftigten von der richtigen Einrichtung ihrer Arbeitsplätze
zu überzeugen. Immerhin dürften hierzulande inzwischen rund 17 Millionen
Menschen an einem Büroarbeitsplatz tätig sein. Eine optimale Gestaltung
verlangt nach ganzheitlichen Lösungen; Büros müssen aus einem Guss eingerichtet sein. Als oberster Grundsatz gilt: Der Mensch steht im Mittelpunkt.Impressum:
www.buero-forum.deKonzeption/Text:
Übernahme und Veröffentlichung von Text, Bild und Inhalt nur mit Quellenhinweis gestattet!26Orgatec 2002: 22. – 26. Oktober 2002 · Orgatec 2004: 19. – 23. Oktober 20042703/2006/2.5 · KempkesEINE INFORMATION DES DEUTSCHEN BÜROMÖBEL FORUMSAll pages:12345678910111213141516171819202122232426InfoSaveLikeShareDownloadMore05_bf_04_bildschirmarbeit Published on Mar 23, 2012 DEUTSCHES BÜROMÖBEL FORUM Das „Gesundheitsgesetz“ für die Bildschirmarbeit. Hinweise zur Gestaltung vorschriftsmäßiger Bildschirmarbeitsplät...See MorebureauramaFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore