Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201997,%203371
Timestamp: 2019-06-26 19:22:13
Document Index: 329412564

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 731', 'BGH', '§ 705', 'BGH']

BGH, 25.09.1997 - II ZR 269/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,378
BGH, 25.09.1997 - II ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,378)
BGH, Entscheidung vom 25.09.1997 - II ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,378)
BGH, Entscheidung vom 25. September 1997 - II ZR 269/96 (https://dejure.org/1997,378)
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Kredittilung für Lebenspartner III
Gescheiterte nichteheliche Lebensgemeinschaft, Eigenheimfinanzierung;
Ausgleichsanspruch für geleistete Finanzierungsbeiträge zum Eigenheim im Alleineigentum des anderen Partners
Ausgleichsfähigkeit von erheblichen Beiträgen des einen Partners zur Finanzierung eines im Alleineigentum des anderen Partners stehenden Eigenheims bei gescheiterter nichtehelicher Lebensgemeinschaft - Wegfall der Geschäftsgrundlage bei Beendigung der nichtehelichen Lebensgemeinschaft - Einordnung einer Lebensgemeinschaft als Rechtsgemeinschaft
Kein GbR-Ausgleichsanspruch des Partners einer gescheiterten nichtehelichen Lebensgemeinschaft bei Tilgung eines Baudarlehens zur Senkung der monatlichen Belastung
Nichteheliche Lebensgemeinschaft: Ausgleichsanspruch für geleistete Finanzierungsbeiträge zum Eigenheim im Alleineigentum des anderen Partners
Rückforderungsansprüche bei gescheiterter nichtehelicher Lebensgemeinschaft
Ausgleichsansprüche eines Partners bei gescheiterter nichtehelicher Lebensgemeinschaft
Zu Ausgleichsansprüchen bei Scheitern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
LG Oldenburg, 28.02.1996 - 4 O 3245/95
OLG Oldenburg, 20.08.1996 - 12 U 24/96
ZIP 1997, 1962
MDR 1997, 1125
DNotZ 1998, 825
NJ 1998, 317
FamRZ 1997, 1533
WM 1997, 2259
DB 1997, 2427
NZG 1998, 24
b) Allerdings kann ein Ausgleichsanspruch nach den Vorschriften über die bürgerlich-rechtliche Gesellschaft bestehen, wenn die Partner einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten einen entsprechenden Gesellschaftsvertrag geschlossen haben (vgl. etwa BGH Urteil vom 25. September 1997 - II ZR 269/96 - FamRZ 1997, 1533).
Diese Grundsätze stehen der Annahme entgegen, das Scheitern der nichtehelichen Lebensgemeinschaft lasse die Geschäftsgrundlage für bisher erbrachte Leistungen entfallen (Sen.Urt. v. 25. September 1997 - II ZR 269/96, ZIP 1997, 1962, 1963).
Geschäftsgrundlage sind nach ständiger Rechtsprechung die bei Abschluß eines Vertrages zutage getretenen, dem anderen Teil erkennbar gewordenen und von ihm nicht beanstandeten Vorstellungen der einen Partei oder die gemeinsamen Vorstellungen beider Parteien von dem Vorhandensein oder dem künftigen Eintritt bestimmter Umstände, sofern der Geschäftswille der Parteien auf diesen Vorstellungen aufbaut (BGHZ 121, 378, 391; Sen.Urt. v. 25. September 1997 - II ZR 269/96 aaO).
Wenn die Partner nicht etwas besonderes unter sich geregelt haben, werden dementsprechend persönliche und wirtschaftliche Leistungen nicht gegeneinander aufgerechnet (BGH NJW 97, 3371 mit Hinweis auf BGHZ 77, 55, 59 = NJW 1980, 1520).
Ein Ausgleichsanspruch nach den Vorschriften über die Gesellschaft bürgerlichen Rechts kann ausnahmsweise allerdings dann bestehen, wenn die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten einen entsprechenden Gesellschaftsvertrag geschlossen haben (BGH NJW 97, 3371).
Mindestvoraussetzung dafür ist aber, dass die Parteien überhaupt die Absicht verfolgt haben, mit dem Erwerb des Vermögensgegenstandes einen - wenn auch nur wirtschaftlich - gemeinschaftlichen Wert zu schaffen, der von ihnen für die Dauer der Partnerschaft nicht nur gemeinsam benutzt werden, sondern ihnen nach ihrer Vorstellung auch gemeinsam gehören sollte (BGH NJW 1997, 3371, 3372 mit Hinweis auf BGH NJW-RR 1993, 774 m.w.N.).
Ob das der Fall ist und welche Beiträge im einzelnen eine solche Annahme rechtfertigen, lässt sich nicht generell entscheiden, sondern hängt insbesondere von der Art des geschaffenen Vermögenswertes und den finanziellen Verhältnissen beider Partner in der konkreten Lebensgemeinschaft ab (BGH NJW 1997, 3371, 3372 m.w.N.).
In einem solchen Fall kann in entsprechender Anwendung gesellschaftsrechtlicher Grundsätze ein Ausgleichsanspruch nach § 731 ff. BGB bestehen (z.B. BGH-Urteile vom 4. November 1991 II ZR 26/91, NJW 1992, 906; vom 1. Februar 1993 II ZR 106/92, Zeitschrift für das gesamte Familienrecht --FamRZ-- 1993, 939; vom 25. September 1997 II ZR 269/96, NJW 1997, 3371; vom 10. Januar 2000 II ZR 247/96, Wertpapier-Mitteilungen/Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht --WM-- 2000, 522, m.w.N.;… Palandt/Sprau, Bürgerliches Gesetzbuch, 60. Aufl., § 705 Rz. 46; Weimar, Monatsschrift für Deutsches Recht --MDR-- 1997, 713; Messerle, Juristische Schulung --JuS-- 2001, 28).
BGH, 15.01.2001 - II ZR 121/99
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