Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+110,+323
Timestamp: 2018-12-15 05:48:05
Document Index: 14843249

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 31', '§ 31', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 1004', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 823', 'BGH', '§ 823', 'BGH']

BGH, 12.03.1990 - II ZR 179/89 - dejure.org
Schadensersatzpflicht eines Vereinsvorstandes für rechtswidrig schuldhafte Eingriffe in das Mitgliedschaftsrecht eines Vereinsmitgliedes - Wertminderung eines Schiffes im Verkaufsfalle wegen Nichtzulassung als Regattayacht sowie Umbaukosten
Schadensersatzpflicht des Vereins wegen Verletzung des Mitgliedschaftsverhältnisses als "sonstiges Recht"
Schadensersatzpflicht des Vereinsvorstandes für rechtswidrig schuldhaften Eingriff in Mitgliedsrecht eines Vereinsmitglieds - vertragliche und deliktische Schadensersatzansprüche
Zur Schadensersatzpflicht des Vereinsvorstandes für rechtswidrige schuldhafte Eingriffe in das Mitgliedschaftsrecht eines Vereinsmitglieds
Gesellschaftsrecht, Haftung, Kapitalgesellschaft, Schadensersatzanspruch, Vorstand
§§ 31, 823 Abs. 1, 826, 242 BGB
Wassersport - Segeln - Regatta - Regattafähigkeit - Mitgliedsrechte und Treuepflichten gegenüber dem Verein
BGB § 31, § 823 Abs. 1
BGHZ 110, 323
NJW 1990, 2877
ZIP 1990, 1067
MDR 1990, 901
VersR 1990, 987
WM 1990, 1539
Außerdem hat das Berufungsgericht nicht erörtert, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich die Mitverschuldenseinwände des Beklagten auf den Schadensersatzanspruch auswirken; insoweit darf die Entscheidung nur dann dem Betragsverfahren vorbehalten werden, wenn bereits endgültig feststeht, daß ein Mitverschulden nicht zu einer Beseitigung des Anspruchs führt (BGHZ 110, 323, 332).
Die Garantenpflicht muss sich gerade auf den Schutz absoluter Rechte iSv. § 823 Abs. 1 BGB beziehen (vgl. zB BGH 12. März 1996 - VI ZR 90/95 - zu II 3 und III der Gründe, NJW 1996, 1535; 12. März 1990 - II ZR 179/89 - zu II 2 der Gründe, BGHZ 110, 323; 5. Dezember 1989 - VI ZR 335/88 - zu II 3 a aa der Gründe, BGHZ 109, 297).
a) Der Geschädigte hat grundsätzlich im Rahmen des § 254 BGB geeignete und zumutbare Rechtsbehelfe zu ergreifen, um den ihm drohenden Schaden anzuwenden oder zu mindern (BGHZ 90, 17, 32; BGH, Urt. v. 12. März 1990 - II ZR 179/89, WM 1990, 1539, 1541; v. 24. September 1992 - IX ZR 217/91, WM 1992, 2110, 2113).
Dabei kann der schuldhafte Nichtgebrauch von zulässigen Rechtsmitteln dazu führen, dass der Ersatz von Schaden für solche Nachteile verwehrt werden kann, den er durch den Gebrauch des Rechtsmittels hätte abwenden können (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 26. Januar 1984 - III ZR 216/82, BGHZ 90, 17, 31 ff; vom 12. März 1990 - II ZR 179/89, BGHZ 110, 323, 329 ff;… vom 15. April 2010 - IX ZR 189/09, WM 2010, 993 Rn. 16 ff;… MünchKomm-BGB/Oetker, 6. Aufl., § 254 Rn. 96 mwN).
Der Gesellschafter ist durch den Abschluss des Vergleichs nicht im Kern seiner Mitgliedschaftsrechte im Sinne von § 823 Abs. 1 BGB (vgl. BGHZ 110, 323) verletzt, wenn der Gesellschafter nach Vergleichsabschluss Bürgschaften übernommen hat, aus denen er später von der finanzierenden Bank in Anspruch genommen wird.
Der Kern der Mitgliedschaftsrechte der Kläger ist nicht betroffen (dazu BGHZ 110, 323 = NJW 1990, 2877;… Scholz-Schneider § 43 GmbHG Rn. 215 f.;… Baumbach-Hueck-Zöllner § 43 GmbHG Rn. 49;… Lutter-Hommelhoff-Kleindiek § 43 GmbHG Rn. 28;… Rowedder-Koppensteiner § 43 GmbHG Rn. 44;… weitergehend Hachenburg-Mertens § 43 GmbHG Rn. 105 und Rn. 107).
Es kann deshalb dahinstehen, ob die zum Vereinsrecht ergangene Entscheidung BGHZ 110, 323 überhaupt auf die GmbH übertragen werden kann.
Im Verhältnis zwischen Vereinsmitgliedern untereinander (anders im Verhältnis zum Vorstand) hat der Bundesgerichtshof zwar Treue- und Förderpflichten verneint (BGH, Urteil vom 12. März 1990 - II ZR 179/89, juris Rn. 20).
Außerdem trifft das (spätestens in ihrer Prozessführung zum Ausdruck kommende) Verhalten der einzelnen Ausschussmitglieder, mithin aller Beklagten, das auf Verhinderung der Teilnahme des Klägers an den Ausschusssitzungen und den sonstigen Aktivitäten gerichtet ist, das Mitgliedschaftsrecht des Klägers in seinem Kern, weswegen allen gegenüber Schadensersatzansprüche denkbar sind (vgl. zu dem vergleichbaren Fall eines Vereins, bei dem das klagende Vereinsmitglied nicht nur den Verein als solchen, sondern auch den Vorstand persönlich auf Schadensersatz in Anspruch genommen hatte, BGH, Urteil vom 12. März 1990 - II ZR 179/89 = BGHZ 110 323 ff., juris Rn. 20).
(2) Die festzustellenden Rechtsverhältnisse könnten sich zudem aus einem Unterlassungsanspruch gemäß § 823 Abs. 1 , § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog wegen Verletzung dieser Rechte als Teil des Mitgliedschaftsrechts des Klägers im Gläubigerausschuss und das in ihr verkörperte Recht auf Betätigung ergeben (…vgl. Palandt/Sprau, BGB , 77. Aufl., § 823 Rn. 21), das sich auch auf das Innenverhältnis zwischen Mitglied und Verband erstreckt (BGH, Urteil vom 12. März 1990 - II ZR 179/89 = BGHZ 110, 323 ff., juris Rn. 11f.).
Eine Schadensersatzhaftung wegen Unterlassens kommt insbesondere wegen Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht in Betracht, setzt indes voraus, dass der verfassungsmäßig berufene Vertreter als zuständiges Organmitglied eine Garantenstellung inne hat (BGH NJW 1990, 976; BGH NJW 1990, 2877; BGH VersR 1987, 935;… Bamberger/Roth, BGB, 3. Aufl., § 31 Rz. 27 ff.).
Zwar können auch Mitgliedschaftsrechte bzw. Mitgliedschafts- und Anteilsrechte an juristischen Personen ein "sonstiges Recht" im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB sein (vgl. BGH NJW 1990, 2877, 2878;… Heinrichs in: Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 61. Aufl., Rdnr. 27 zu § 823 BGB).
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