Source: http://evangelische-adoption.de/node/75
Timestamp: 2018-06-18 07:51:33
Document Index: 239836415

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 36', '§ 37', '§ 38', '§ 44', '§ 5', '§ 33']

Grundlagen der Pflegekinderhilfe | Evangelischer Verein für Adoption und Pflegekinderhilfe e.V.
Grundlagen der Pflegekinderhilfe
EVAP ist als Adoptionsvermittlungsstelle staatlich anerkannt und ist außerdem als Pflegekinderdienst überregional tätig.
EVAP ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und arbeitet als solcher mit der öffentlichen Jugendhilfe partnerschaftlich zum Wohle junger Menschen und ihrer Familien zusammen. EVAP ist befugt, in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt, Kinder in Vollzeitpflege zu vermitteln.
Bei Vollzeitpflege handelt es sich um eine so genannte „Hilfe zur Erziehung“. Personensorgeberechtigte haben einen Anspruch auf Hilfe zur Erziehung, wenn eine, dem Wohl des Minderjährigen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist. Sie haben ein so genanntes „Wunsch- und Wahlrecht“ und können mitentscheiden, wer diese Hilfe durchführen soll, die öffentliche Jugendhilfe oder ein freier Träger wie EVAP.
Die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen finden Sie im Sozialgesetzbuch, Achtes Buch (SGB VIII), Kinder- und Jugendhilfe unter folgenden Paragraphen:
§ 33 SGB VIII (Vollzeitpflege), § 36 SGB VIII (Mitwirkung Hilfeplan), § 37 SGB VIII (Zusammenarbeit bei Hilfen außerhalb der eigenen Familie), § 38 SGB VIII (Vermittlung bei Ausübung der Personensorge), § 44 SGB VIII (Erlaubnis zur Vollzeitpflege), § 5 SGB VIII (Wunsch- und Wahlrecht)
Vollzeitpflege gemäß § 33 SGB VIII ist als erzieherische Hilfe entweder zeitlich befristet oder auf Dauer angelegt.
Als zeitlich befristete erzieherische Hilfe entlastet sie die Herkunftsfamilie umfänglich und ist Unterstützung in der Krise. Sie ermöglicht über die fachlich begleitete Kooperation zwischen Herkunftsfamilie und Pflegefamilie sowie dem Beratungssystem gegebenenfalls eine Rückkehr des Kindes in die Herkunftsfamilie.
Als auf Dauer angelegte erzieherische Hilfe gibt sie dem Kind/Jugendlichen unter Berücksichtigung der Bedeutung der Herkunftsfamilie die Möglichkeit, sich im Rahmen einer längerfristigen Lebensperspektive seinen Fähigkeiten entsprechend in einem neuen familiären Kontext zu entwickeln. Neuer Lebensmittelpunkt des Kindes/des Jugendlichen wird das neue Familiensystem, das versorgende und sozial-emotionale Zuständigkeiten übernimmt.