Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/198063,0.html
Timestamp: 2019-08-25 17:04:14
Document Index: 292939221

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§35', '§34', '§35', '§35', '§34', '§ 76']

Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Genötigt
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 12:52:27 Titel: Genötigt
Muss leider nochmal auf eure Hilfe zurückgreifen. Welche Strafrechtl. Auswirkungen ergeben sich für einen Genötigten, der einem Dritten eine Körperverletzung zugefügt hat? Kenne mich da gar nicht aus
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:08:10 Titel:
Vorab: Deine Fragen sind unzureichend. Man kann immer nur raten, auf was du hinauswillst. Du solltest dir für's Forum eine präzisere Art der Fragestellung angewöhnen, sonst antwortet u.U. keiner.
Ich glaube du meinst die Fälle des sog. Nötigungsnotstandes. Schlag unter diesem Stichwort mal in einem AT-Lehrbuch nach oder in einer Kommentierung zu § 35 StGB.
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:10:05 Titel:
stichwort Nötigungsnotstand.
Dieser wird nach h.m. dem entschuldigenden Notstand nach §35 stgb zugeordnet, hebt also nicht die rechtwidrigkeit der körperverletzung, sondern nur den persönlichen schuldvorwurf auf.
€: Tobi war schneller
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:21:20 Titel:
Stimmt, hätte etwas genauer schreiben können.
Also: B droht damit, der Presse weiter zugeben, dass C ein Pfuscher sei, wenn dieser XY nicht operiert (diese ist nicht krank, oder so.... Es geht um eine Schönheitsop)
Hatte auch an §34 und §35 gedacht. §35 ist hier jedoch nicht möglich, da keine Gefahr für: Leben, Leib oder Freiheit besteht
Hatte gedacht, dass §34 nicht möglich sei, da der Eingriff gegen eine dritte Person erfolgt.
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:34:36 Titel:
Genau, dann wäre hier wohl eine Auseinandersetzung mit dem Nötigungsnotstand erforderlich. Im Ergebnis wird er scheitern, wie du auch schon festgestellt hast. Der um seine Reputation besorgte Arzt hätte hier alle Möglichkeiten gehabt, den Rechtsweg zu beschreiten. Die hinter der Tat steckende Nötigung mag sich zwar auf der Rechtsfolgenseite auswirken, nicht aber vermag sie die Tat zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.
Dabei muss die Tat selber natürlich einen Tatbestand erfüllen. Entspricht der operative Eingriff dem Willen der XY (wofür ja der Charakter als Schönheits-OP spricht), handelt er tatbestandslos (eM) bzw. gerechtfertigt (aM). Sachverhaltsfrage.
Damit ist wohl die Frage geklärt, wer Vorsitzender unserer Großen Strafkammer nach § 76 II 1 GVG ist.
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:42:54 Titel:
Viele, vielen Dank. Das hat mir sehr geholfen.
P.s. er hat dem Eingriff nicht kunstgerecht ausgeführt, daher sowieso nicht rechtmäßig.
Verfasst am: 02 Aug 2008 - 13:46:53 Titel:
Oh ja, stimmt. Die Einwilligungs-Frage wurde ja in einem anderen Thread bereits ausführlich behandelt.
Verfasst am: 03 Aug 2008 - 15:44:47 Titel:
nicht so schnell, die wichtigste qualifikation fehlt dir noch:
http://de.youtube.com/watch?v=r9-wl4a2qno