Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/kst/der-verein-verfassungsschutzbericht-3130932
Timestamp: 2019-03-26 13:05:53
Document Index: 353710392

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 51', '§ 4', '§ 51', '§ 52', '§ 63', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 52', '§ 52', '§ 20', '§ 59', '§ 52', '§ 63', '§ 10']

Islamistische Vereine – und ihre Gemeinnützigkeit – Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Der Bundesfinanzhof entschied weiter, dass die Leistungen des Vereins für das Gemeinwohl (v.a. Integration von Zuwanderern) nicht im Wege einer „Gesamtschau“ gegen Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche tatsächliche Geschäftsführung abzuwägen sind.
Der Tatbestand setzt lediglich voraus, dass die betreffende Körperschaft in einem Verfassungsschutzbericht „als extremistische Organisation aufgeführt“ ist. Nach der Rechtsprechung des I. Bundesfinanzhofs, der sich der Bundesfinanzhof anschließt, ist dies nur dann der Fall, wenn sie dort ausdrücklich als extremistisch bezeichnet wird, nicht aber, wenn die Körperschaft nur als Verdachtsfall oder sonst beiläufig Erwähnung findet1. Der Bundesfinanzhof kann offen lassen, ob es sich bei dieser Auslegung der Norm, wie im Schrifttum vereinzelt vertreten wird2, um eine unzulässige Erweiterung der Beweisreglung handelt. Denn nach den Ausführungen unter II. 2.b liegt im Streitfall eine ausdrückliche Erwähnung in den jeweiligen Verfassungsschutzberichten vor.
§ 51 Abs. 1 AO regelt die allgemeinen Voraussetzungen für Steuervergünstigungen wegen Verfolgung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke (steuerbegünstigte Zwecke). § 51 Abs. 3 Satz 1 AO erfordert zusätzlich („zudem“), dass die Körperschaft nach ihrer Satzung und ihrer tatsächlichen Geschäftsführung keine Bestrebungen i.S. des § 4 BVerfSchG fördert und dem Gedanken der Völkerverständigung nicht zuwiderhandelt. Damit folgt bereits aus dem Wortlaut der Norm, dass es sich bei § 51 Abs. 3 Satz 1 AO um eine zusätzliche (kumulative) Voraussetzung für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit handelt. Der Verein berücksichtigt insoweit nicht, dass ein Handeln für das Gemeinwohl durch Förderung eines gemeinnützigen Zweckes i.S. von § 52 Abs. 2 AO zwar notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit darstellt. Verwirklicht eine Körperschaft ihre satzungsmäßig festgelegten gemeinnützigen Ziele nicht, scheitert die Anerkennung bereits an der fehlenden Übereinstimmung von Satzung und tatsächlicher Geschäftsführung (§ 63 Abs. 1 AO).
BFH, Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 20; Anwendungserlass zur Abgabenordnung, Nr. 10 Satz 2, Nr. 11 zu § 51 Abs. 3 AO [↩]
von Lersner, DStR 2012, 1685 ff. [↩]
zum einstweiligen Rechtsschutz vgl. BayVGH, Beschluss vom 16.07.2010 – 10 CE 10.1201 Leitsatz in DöV 2012, 77 [↩]
Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 51 AO Rz 10 a.E.; vgl. auch Hüttemann, Gemeinnützigkeits- und Spendenrecht, 3. Aufl., 3.13 sowie Martini in Winheller/Geibel/Jachmann-Michel, § 51 AO Rz 68 [↩]
BVerwG, Urteil vom 24.08.1990 – 8 C 65/89, BVerwGE 85, 314 ff., Rz 19, m.w.N. [↩]
ständige Rechtsprechung, vgl. BFH, Urteile vom 24.04.2013 – XI R 7/11, BFHE 241, 459, BStBl II 2013, 648, Rz 34; vom 19.03.2009 – IV R 45/06, BFHE 225, 334, BStBl II 2009, 902; vom 20.11.2012 – VIII R 57/10, BFHE 239, 422, BStBl II 2014, 56 [↩]
vgl. Musil in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 52 AO Rz 47; Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 52 AO Rz 9; Hey in Tipke/Lang, Steuerrecht, 22. Aufl., § 20 Rz 2 [↩]
vgl. BT-Drs. 16/10189, S. 79 [↩]
BFH, Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 16; vgl. auch BFH, Urteil vom 17.05.2017 – V R 52/15, BFHE 258, 124, Rz 22 [↩]
vgl. hierzu BFH, Urteil vom 29.08.1984 – I R 215/81, BFHE 142, 243, BStBl II 1985, 106, unter II. 5.c; Hüttemann, a.a.O., Rz 4.162; von Holt in Winheller/Geibel/Jachmann-Michel, Gesamtes Gemeinnützigkeitsrecht, § 59 AO Rz 20; Brill, Der Verlust der Gemeinnützigkeit, S. 250 [↩]
zutreffend Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 52 AO Rz 10 [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 01.12 2009 – 1 BvR 2857/07, 1 BvR 2858/07, BVerfGE 125, 39, Rz 137, m.w.N. [↩]
BVerfG, Beschluss vom 27.06.2017 – 2 BvR 1333/17, NJW 2017, 2333, Rz 38, m.w.N. [↩]
BVerfG, Beschluss vom 12.05.2009 – 2 BvR 890/06, BVerfGE 123, 148, unter C.I. 1.b; sowie BFH, Urteil vom 30.06.2010 – II R 12/09, BFHE 230, 93, BStBl II 2011, 48, Rz 47 [↩]
BFH, Urteil vom 31.05.2005 – I R 105/04, BFH/NV 2005, 1741, Rz 35 [↩]
Seer in Tipke/Kruse, a.a.O., § 63 AO Rz 12; Hüttemann, a.a.O., Rz 4.163; Becker, DStR 2010, 953, unter 2.02.1; Jäschke, DStR 2009, 1669, Rz 2.4; Bott in Schauhoff, Handbuch der Gemeinnützigkeit, § 10 Rz 80 [↩]
Hüttemann, a.a.O., Rz 4.163 [↩]
zutreffend Jäschke, DStR 2009, 1669, Rz 2.4 [↩]
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