Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/154050,30.html
Timestamp: 2019-05-24 17:49:14
Document Index: 195685246

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§223', '§ 224', '§ 223', '§ 223', '§223', '§227', '§ 224', '§ 25', '§ 212', '§ 212', '§ 223']

Inzidente Prüfung des Tatmittler bei mittelbarer Täterschaft
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Inzidente Prüfung des Tatmittler bei mittelbarer Täterschaft
Verfasst am: 07 Okt 2007 - 15:29:18 Titel:
Bei mir sieht der erste Tatkomplex wie folgt aus:
A. Strafbarkeit A, § 223 I, II, 22, 23 an H
-> nicht strafbar, da freiwillig zurückgetreten
B. Strafbarkeit A, § 223, I, II, 22, 23 an O
-> strafbar, da alle Voraussetzungen gegeben; kein Rücktritt, da Versuch infolge des K.O. Schlags von O fehlgeschlagen
C. Strafbarkeit des H, 223 I, II, 22, 23, 25 I Alt. 1 an O
-> nicht strafbar, da A volldeliktisch handelte und daher kein Werkzeug des H
D. Strafbarkeit des H, § 223 I, 26 an O
-> nicht strafbar, da kein auf Vollendung der Tat gerichteter Vorsatz
E. Strafbarkeit des H, § 223 I, 25 I Alt. 1 an A
-> nicht strafbar, da fehlende Tatherrschaft (H müsste auch über A Tatherrschaft gehabt haben, da dieser durch seinen Angriff O zum Werkzeug des H machte)
F. Strafbarkeit des H, § 223 I, 26 an A
-> nicht strafbar, da keine Anstiftung des O durch Schaffen der tatanreizenden Situation
Es kann sein, dass auch noch die Strafbarkeit des H wegen Beihilfe geprüft werden muss. Das muss ich mich aber nochmal genauer anschauen.
Zuletzt bearbeitet von Al Bieno am 07 Okt 2007 - 17:58:18, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 07 Okt 2007 - 17:57:07 Titel: Re: 2. Tatkomplex Übersicht:
Schloßberg hat folgendes geschrieben:
I. Strafbarkeit des A gem. §§223 I, 224 I Nr.2 Var.2 und Nr.4 (+)
(Attacke mit dem Baseballschläger)
Mal 'ne Frage: Warum bejahst du denn § 224 I Nr. 4? Ich bin nämlich auf dem Standpunkt, dass hierzu alle Täter auf das Opfer einwirken müssen (korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liegen sollte). Das ist doch hier aber gerade nicht der Fall, da B nicht auf O einschlug, sondern zu diesem Zeitpunkt die Hunde des O mit den Würsten ablenkte.
Kerron hat folgendes geschrieben:
II. A gem. §§ 223, 227 (verneint wg. Tötungsvorsatz und weil die Schläge mit dem Baseballschläger nicht kausal waren für den Tod)
Das sehe ich anders. Die Körperverletzung ist nämlich nicht im Schlag mit dem Baseballschläger zu sehen, sondern in den Stichen mit dem Messer. Wenn ich mich nämlich nicht täusche, dann liegt in jeder Tötung gleichzeitig auch eine Körperverletzung mit Todesfolge. Diese wird aber stets durch die Tötung verdrängt (Konkurrenzen!).
Verfasst am: 07 Okt 2007 - 18:08:42 Titel:
Klappe, die dritte . Meine ursprüngliche Frage hat sich mittlerweile geklärt. Der Prüfungsaufbau sieht dann wie folgt aus:
E. Strafbarkeit des H wegen Körperverletzung an A in mittelbarer Täterschaft gem. §§ 223 I, 25 I Alt. 2
1. Keine eigenhändige Tatbegehung
2. Zurechenbarkeit der Tathandlung des Tatmittlers
a. Kausaler Verursachungsbeitrag des Hintermanns
b. Strafbarkeitsdefizit des Tatmittlers
aa. Hinsichtlich des Schlags gegen den Solarplexus
bb. Hinsichtlich des Rippenbruchs
c. Täterschaftliche Verantwortlichkeit des Hintermanns
aa. Tatherrschaftslehre
bb. Subjektive Lehre
d. Tatherrschaft bei durch Mittelmann verursachter Notwehrlage
Verfasst am: 08 Okt 2007 - 11:05:17 Titel: Guter Fang
Ich rate euch JuS 2000, S.261ff.
Dort wird eine Hausarbeit aus Dresden analysiert, die für den Aufbau der mittelbaren Täterschaft geeignet ist.
Auch sonst kann man sich dort einiges abschauen.
Verfasst am: 08 Okt 2007 - 14:38:36 Titel:
Um Gottes Willen, Al Bieno, wieviel Seiten hast du denn bitte?!
Ich bin mittlerweile mit dem Tatkomplex 2 fertig und habe da schon, trotz Kürzung 18 Seiten....
wie habt ihr denn die Gutachten verfasst?!
Verfasst am: 08 Okt 2007 - 15:36:32 Titel:
Ich überlege, ob ich die Strafbarkeit des H gem. §§223 II, 22, 23 I, 25 I Var.2 weglasse.
Den ganzen kleinen Firlefanz mit Versuch/Rücktritt vom Versuch/omnimodo facturus/§227/etc. halte ich für wichtiger. Daher fällt das oben genannte aus Platzgründen wohl weg.
Ausserdem muss ich hinzufügen, dass ich Überschriften oft weggelassen habe.
Trotzdem habe ich noch 4 Seiten über...
@Al Bierno
wie kommst du auf "Tatherrschaft bei durch Mittelmann verursachter Notwehrlage" (Literatur) und wie verneinst du das dann?
Verfasst am: 08 Okt 2007 - 16:51:16 Titel:
Kann ich gut verstehen, denn wenn ich mir so anschaue, dass es im Rücktritt bei unbeendeten Versuch einen Meinungsstreit zur Abgrenzung eines fehlgeschlagenen Versuchs besteht, kommt mir das Grauen, vor allem in Anbetracht der Seitenzahl....
Wenn ich den 3. Tatkomplex ebenfalls so gestalte, dann bin ich weit über 20 Seiten....
Verfasst am: 08 Okt 2007 - 17:18:47 Titel:
Also, da ich mich gerade mit dem Problem konfrontiert sehe muss ich eine Aussage meinerseits revidieren. § 224 I Nr. 4 ist erfüllt.
Also, ich habe noch einige Prüfungen im zweiten Tatkomplex vor mir, dann noch die Konkurrenzen. Auch muss ich im ersten Tatkomplex nochmal auf die Beihilfe eingehen und im dritten Tatkomplex, da ich die Strafbarkeit des X wegen Beihilfe bejaht habe, auch noch kurz auf Strafbarkeit wegen Unterlassen eingehen. Bisher bin ich bei 17 1/2 Seiten, werde also auch hier und da noch kürzen und weniger komplizierte Dinge im Urteilsstil abfassen müssen.
Den Meinungsstreit mit dem fehlgeschlagenen Versuch habe ich überhaupt nicht angeführt.
Ansonsten kann ich nur raten, eindeutige Gegebenheiten kurz abzuhandeln. So beispielsweise die Tötung des O durch A (hab' ich in drei Sätzen gemacht). Wie heißt es so schön: In der Kürze liegt die Würze!
Zu der Problematik mit der herbeigeführten Notwehrlage kann ich folgendes Empfehlen:
Schönke/Schröder, § 25 Rn. 28
JuS 2000, L49
Roxin, Täterschaft und Tatherrschaft, S. 166.
Verfasst am: 11 Okt 2007 - 12:55:57 Titel:
Stimmt, an der Sache mit dem Todeszeitpunkt kann ich das festmachen. Danke hierfür.
C auf Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge prüfen? Wie kommst du denn darauf?
Also ich prüfe
C, §§ 212, 25 II
-> hier keine sukzessive Mittäterschaft mehr möglich
C, §§ 212, 22, 23 (noch 25 II dazu?)
-> die Strafbarkeit wegen Versuchs ist gegeben - ich stelle mir nur die Frage, ob wegen Versuchs der Tötung in Mittäterschaft zu prüfen ist
[C, §§ 223 I, 224 I Nr. 2 Alt. 1
-> kommt nur in Frage, wenn man die tödliche Verletzung nicht mit dem Tod gleichstellt]
Verfasst am: 11 Okt 2007 - 12:58:43 Titel:
mmh, wie ihr beide schon erwähnt hatte, mit dem Schweinetrogfall....wenn A ein Tötungsdelikt vollzieht, sprich Totschlag, begeht C durch Beihilfe eine KV mit Todesfolge...