Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3234.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:24:08
Document Index: 378382041

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4']

3.234 Kohlersloch
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Kohlersloch« vom 8. April 1997 (GBl. v. 09.05.1997, S. 170).
Auf Grund der §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI.S.385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Elzach, Landkreis Emmendingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kohlersloch«.
(2) Das Gebiet liegt westlich des Ortskerns von Elzach - Oberprechtal und umfaßt nach dem Stand vom 18. Oktober 1995 auf dem Gebiet der Stadt Elzach, Gemarkung Prechtal, die Grundstücke Flst. - Nrn. 646/3 (teilweise), 658, 665 und 676/4 (teilweise).
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und beim Landratsamt Emmendingen in Emmendingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebiets ist die Erhaltung des Gebiets
· als struktur - und artenreiches Mosaik aus Magerweiden, Feuchtflächen, Gebüschen und verschiedenen Waldtypen - ,
· als Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier - und Pflanzenarten;
· als Bereich mit extensiver Weidenutzung.
1. Standorte besonders geschützter Pflanzen durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;
2. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
3. wildlebende Tiere an ihren Nist- , Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;
4. Hunde frei laufen zu lassen.
6. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen sowie das Gebiet mit Flugmodellen zu überfliegen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß
1. Landwirtschaftswege nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu angelegt oder wesentlich geändert werden;
2. Grünland nicht mit Stickstoff in Form von Handelsdünger, Flüssigmist und Jauche gedüngt wird;
3. bei der Beweidung der Viehbesatz eine Großvieheinheit pro Hektar nicht überschreitet.
Flächen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise nur eingeschränkt genutzt oder stillgelegt waren, dürfen nach Vertragsablauf wieder in die vor Vertragsbeginn zuletzt ausgeübte landwirtschaftliche Nutzung zurückgeführt werden.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß
1. langfristige Naturverjüngungsmaßnahmen nach Möglichkeit über femelschlagartige Eingriffe ausgeschöpft werden;
2. die Waldflächen nur mit standortgerechten Mischbeständen oder Laubbaumbeständen heimischer Baumarten verjüngt werden;
3. Forstwirtschaftswege nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu angelegt werden;
4. Kahlhiebe, die eine Fläche von 0,5 ha überschreiten, wobei angrenzende, noch nicht gesicherte Kulturen auf die Kahlfläche anzurechnen sind, nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde vorgenommen werden.
(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, daß
1. Hochsitze nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu errichtet werden;
2. keine Wildäcker und keine neuen Futterstellen angelegt werden; die Verlegung bestehender Futterstellen ist mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde zulässig.
(4) Für die Ausübung der Fischerei gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt.
Schutz - und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Naturschutzgebiet nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.
FREIBURG I. BR., den 8. April 1997