Source: https://www.rak-mv.de/mitgliederservice/vertretungabwicklung
Timestamp: 2018-12-16 15:14:00
Document Index: 201810634

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53', 'BGH', '§ 239', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Vertretung/Abwicklung | Rechtsanwaltskammer MV
Der Rechtsanwalt muss für seine Vertretung sorgen, wenn er länger als eine Woche daran gehindert ist, seinen Beruf auszuüben, und/oder wenn er sich länger als eine Woche von seiner Kanzlei entfernen will, § 53 Abs. 1 BRAO.
Ein Vertreter kann auch von Vornherein für alle Verhinderungsfälle, die während eines Kalenderjahres eintreten können, bestellt werden (§ 53 Abs. 2 Satz 2 BRAO).
Der Rechtsanwalt kann den Vertreter selbst bestellen, wenn der vertretende Rechtsanwalt derselben Rechtsanwaltskammer angehört, § 53 Abs. 2 Satz 1 BRAO. Eine Vertreterbestellung ist der Rechtsanwaltskammer anzuzeigen, § 53 Abs. 6 BRAO.
Ein Vertreter aus einem anderen Kammerbezirk kann nur auf Antrag des Rechtsanwaltes von der Rechtsanwaltskammer (des Antragstellers, also des Vertretenen) bestellt werden, § 53 Abs. 2 Satz 3 BRAO.
Neu hinzugekommen ist das Thema "Verhältnis zwischen Abwickler und Insolvenzverwalter". Die diesbezüglichen Ausführungen nehmen Bezug auf die maßgebliche Rechtsprechung hierzu.
Weiterführender Link: Hinweise für die Tätigkeit des Abwicklers (Stand: März 2018).
Zu entscheiden hatte der BGH darüber im Zusammenhang mit der Frage, ob das Verfahren nach dem Tod eines Rechtsanwalts, für den ein allgemeiner Vertreter bestellt worden war, unterbrochen wird (§ 239 I ZPO). Anlass war eine Honorarklage des später verstorbenen Anwalts, für den zuletzt ein allgemeiner Vertreter bestellt war, gegen seinen Mandanten. Als Leitsatz formulierte der BGH: "Verstirbt ein sich in einem Rechtsstreit selbst vertretender Rechtsanwalt, tritt eine Unterbrechung des Verfahrens auch dann ein, wenn für ihn ein allgemeiner Vertreter bestellt war, dessen Vertretungsbefugnis mit dem Tod des Rechtsanwalts endet."
Klargestellt hat der BGH zudem, dass die nach dem Tod des Rechtsanwalts erfolgte Bestellung eines Abwicklers die eingetretene Unterbrechung des Verfahrens weder rückwirkend beseitigt noch beendet (BGH, Beschl. v. 1.3.2018 - IX ZR 2/18).