Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bgh/07627588b5f6dc3cc752bdb3b0a6e5b2ab8c65d3105072193cb233e99cca1e90
Timestamp: 2018-06-19 14:18:27
Document Index: 83497687

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 244', 'BGH', '§ 344']

BGH, 2 StR 547/06: BGH (stpo, wahrheit, rüge, widerruf, treffen, form, konsultierung, hauptverhandlung, zeugenaussage, einfluss)
Urteil des BGH vom 26.07.2006, 2 StR 547/06
2 StR 547/06
BGH (stpo, wahrheit, rüge, widerruf, treffen, form, konsultierung, hauptverhandlung, zeugenaussage, einfluss)
Stpo, Wahrheit, Rüge, Widerruf, Treffen, Form, Konsultierung, Hauptverhandlung, Zeugenaussage, Einfluss
Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 2. März 2007 gemäß
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Kassel vom 26. Juli 2006 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat.
1. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Beschluss des Landgerichts, mit
dem dieses die von beiden Angeklagten beantragte Vernehmung der Zeugen
As. und Al. wegen Bedeutungslosigkeit abgelehnt hat, hinreichend ausführlich begründet ist. Jedenfalls beruht auf der Nichtvernehmung dieser beiden
Zeugen die Verurteilung der Angeklagten nicht. Selbst wenn die Zeugen die in
ihr Wissen gestellten Behauptungen bestätigt hätten, hätte dies auf die Überzeugungsbildung des Gerichts - was die Glaubwürdigkeit des Mitangeklagten
H. anbelangt - keinen Einfluss gehabt. Beide Zeugen waren bei dem im Freizeitraum der JVA Dortmund erfolgten Treffen zwischen den Angeklagten K.
und H. (UA S. 25) nicht zugegen und können demzufolge keine Angaben
dazu machen, ob der Angeklagte H. bei dieser Gelegenheit mittels Drohungen zu dem (vorübergehenden) Widerruf seiner belastenden Aussage bestimmt
2. Aus denselben Gründen dahingestellt bleiben kann, ob der Beschwerdeführer A. seine auf § 244 Abs. 3 StPO gestützte Rüge wegen Nichtvernehmung des Rechtsanwalts W. in zulässiger Form erhoben hat (vgl. dazu
BGHR StPO § 344 Abs. 2 Satz 2 Formerfordernis 1). Auch auf dessen Nichtvernehmung beruht das Urteil nicht. Rechtsanwalt W. konnte zu seiner
Konsultierung vorangegangenen Drohungen gegenüber dem Mitangeklagten
H. in der JVA keine Angaben aus eigenem Erleben machen.
Ein gesicherter Erfahrungssatz, dass die Angaben eines Zeugen gegenüber einem ihm bis dahin völlig unbekannten Rechtsanwalt eher der Wahrheit
entsprechen als dessen Zeugenaussage in einer Hauptverhandlung, in der er
zur Wahrheit verpflichtet ist, existiert entgegen der Ansicht der Revision nicht.
Rissing-van Saan Bode Fischer