Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201984,%2045
Timestamp: 2020-06-06 17:29:43
Document Index: 344185716

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 9', '§ 13', '§ 31', '§ 41', '§ 88', '§ 31', '§ 307', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', '§ 31', '§ 31', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 1', '§ 31', '§ 9', '§ 305', '§ 1', '§ 307', 'BGH', '§ 307', '§ 34', 'BGH', '§ 307', '§ 305', 'BGH', '§ 1', '§ 11', '§ 31', 'BGH', '§ 31', '§ 35', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', '§ 31', 'BGH']

BGH, 18.02.1982 - I ZR 81/80 - dejure.org
BGH, 18.02.1982 - I ZR 81/80
https://dejure.org/1982,893
BGH, 18.02.1982 - I ZR 81/80 (https://dejure.org/1982,893)
BGH, Entscheidung vom 18.02.1982 - I ZR 81/80 (https://dejure.org/1982,893)
BGH, Entscheidung vom 18. Februar 1982 - I ZR 81/80 (https://dejure.org/1982,893)
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Honorarbedingungen: Sendevertrag
AGBG § 3, § 9, §§ 13 ff.; UrhG § 31 Abs. 5, § 41 Abs. 6, § 88 Abs. 2
Honorarbedingungen: Sendever- trag
Rundfunk - Honorarbedingungen für freie Mitarbeiter - Wirksamkeit von Sendeverträgen - Verträge mit Urhebern - Besondere Vertragsbedingungen
GRUR 1984, 45
afp 1984, 62
Die Anwendung des Schutzgedankens des § 31 Abs. 5 UrhG, wonach der Urheber möglichst weitgehend an den wirtschaftlichen Früchten der Verwertung seines Werkes zu beteiligen ist, kommt als Maßstab einer Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB nicht in Betracht (Bestätigung von BGH, 18. Februar 1982, I ZR 81/80, GRUR 1984, 45 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
a) Zwar kommt in dem Auslegungsgrundsatz des § 31 Abs. 5 UrhG der Leitgedanke einer möglichst weitgehenden Beteiligung des Urhebers an den wirtschaftlichen Früchten der Verwertung seines Werkes zum Ausdruck (BGH, Urteil vom 26. April 1974 - I ZR 137/72, GRUR 1974, 786, 787 - Kassettenfilm; BGH GRUR 1984, 45, 49 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Die Bestimmung des § 31 Abs. 5 UrhG greift ihrer Natur als Auslegungsregel entsprechend erst ein, wenn es an einer ausdrücklichen vertraglichen Regelung fehlt oder über den Umfang einer Rechtseinräumung Unklarheiten bestehen (BGH, GRUR 1984, 45, 49 - Honorarbedingungen Sendevertrag; BGH, Urteil vom 22. September 1983 - I ZR 40/81, GRUR 1984, 119, 121 = WRP 1984, 131 - Synchronisationssprecher; Castendyk, ZUM 2007, 169, 172 f. mwN).
Eigene Leistungsschutzrechte werden durch sie nicht begründet (vgl. BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Der Inhaltskontrolle nach § 307 ff. BGB sind schon aus diesem Grunde enge Grenzen gesetzt (BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen Sendevertrag;… Schack aaO Rn. 1087;… J.B. Nordemann in Fromm/Nordemann, Urheberrecht, 10. Aufl., § 31 UrhG Rn. 181; Dorner, MMR 2011, 780, 783).
Soweit die Vorschrift des § 31 Abs. 5 UrhG den Vertragsparteien die Möglichkeit eröffnet, durch eine ausdrückliche vertragliche Abrede mehr als die für den konkreten Vertragszweck erforderlichen Rechte zu übertragen, ist diese gesetzgeberische Leitentscheidung zugunsten privatautonomer Vertragsgestaltung im Rahmen der Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff. BGB zu berücksichtigen (BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen Sendevertrag; Castendyk, AfP 2010, 434, 437 f.).
Insbesondere kann die Frage, ob die Leistungen des Urhebers angemessen vergütet werden, nicht abstrakt, sondern nur konkret aufgrund der jeweils getroffenen Honorarvereinbarung und in Kenntnis der in der Branche üblichen Honorarpraxis beantwortet werden (vgl. BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Die Angemessenheit einer vertraglich vereinbarten Vergütung lässt sich nicht unabhängig von den konkreten Umständen des Einzelfalls und ohne Kenntnis der konkret vereinbarten Vergütung beurteilen (BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Jedenfalls mit der abstrakt-generellen Inhaltskontrolle nach §§ 307 ff. BGB im Rahmen eines Verbandsklageverfahrens besteht deshalb keine Möglichkeit, einen Verstoß gegen den aus der verfassungsrechtlichen Garantie des geistigen Eigentums hergeleiteten Grundsatz festzustellen, nach dem der Urheber tunlichst an dem wirtschaftlichen Nutzen seines Werkes zu beteiligen ist (BGH, GRUR 1984, 45, 49 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Seiner Natur als Auslegungsregel entsprechend ist zwar Voraussetzung für seine Anwendung, dass über den Umfang der Rechtseinräumung Unklarheiten bestehen (BGH GRUR 1984, 45, 49 - Honorarbedingungen Sendevertrag).
Der Inhaltskontrolle entzogen sind daher bloße Leistungsbeschreibungen (BGH Urteil vom 18. Februar 1982 - I ZR 81/80 = LM Nr. 5 zu § 9 AGBG Bl. 2).
Nach den bisher geltenden Grundsätzen der Rechtsprechung, sollen Auslegungsregeln wie etwa § 31 Abs. 5 UrhG für die Inhaltskontrolle des AGB-Rechts nicht zu verwerten sein, da sie lediglich "Ersatzfunktion", nicht aber "Leitbildfunktion" hätten (BGH GRUR 1984, 45, 48, 49 - Honorarbedingungen: Sendevertrag).
Die grundsätzliche Zulässigkeit einer derartigen Regelung ( "Gesamthonorar" ) hatte der Bundesgerichtshof bereits in der Entscheidung "Honorarbedingungen: Sendevertrag" (BGH GRUR 1984, 45, 49 - Honorarbedingungen: Sendevertrag) festgestellt.
Gleichwohl setzt die Beurteilung der rechtlichen Wirksamkeit der streitgegenständlichen Vertragsklauseln jedenfalls im vorliegenden Fall nicht zwingend die Kenntnis der Honorarpraxis der Antragsgegnerin und die im Einzelfall getroffenen Honorarvereinbarungen voraus, wie dies der Bundesgerichtshof in der Entscheidung "Honorarbedingungen: Sendevertrag" (BGH GRUR 1984, 45, 51 - Honorarbedingungen: Sendevertrag) für notwendig erachtet hatte.
Zur Begründung wird ausgeführt, dass die Frage, ob die Leistungen des Urhebers angemessen vergütet werden, nicht abstrakt, sondern nur konkret aufgrund der jeweils getroffenen Honorarvereinbarung und in Kenntnis der in der Branche üblichen Honorarpraxis beantwortet werden könne (BGH GRUR 1984, 45 (48) - Honorarbedingungen Sendevertrag;… BGH Urteil vom 31.5.2012 - I ZR 73/10 - Honorarbedingungen Freie Journalisten a.a.O.).
Auch der Bundesgerichtshof habe in GRUR 1984, 45 ff., 52 ausgeführt, dass mittels einer AGB-Klausel nicht die Kreativleistung für gänzlich andere (filmferne) Anwendungen praktisch für "vogelfrei" erklärt werden könne.
Nach der Gegenansicht ist die Zweckübertragungsregel als reine Auslegungsregel anzusehen, die einer umfassenden Übertragung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht entgegensteht (so BGH GRUR 1984, 45 ff. für das UrhG a.F.; KG…, Urteil vom 26.03.2010 - 5 U 66/09, zitiert nach juris Rn. 61;… Kotthoff in Dreyer/Kotthoff/Meckel, UrhR, 2. Aufl., § 31 Rn. 135;… Lutz in Limper/Musiol, Urheber- und Medienrecht, 2010, 3. Kap. Rn. 541;… Berger in Berger/Wündisch, Urhebervertragsrecht, 2008, § 1 Rn. 94;… wohl auch Wandtke/Grunert in Wandtke/Bullinger, Praxiskommentar UrhG , § 31 Rn. 43).
Dementsprechend hat der Bundesgerichtshof bereits 1984 ausgeführt (GRUR 1984, 45 ff.): "Eine Unwirksamkeit nach § 9 Abs. 2 Nr. 1 AGBG entfällt .
der AGB, unwirksam, soweit der Kläger sich auf die Beurteilung des Bundesgerichtshofs in GRUR 1984, 45 ff. bezüglich der Vertonung eines Sendebeitrags im Hörfunk berufen hat.
Ob ein Verstoß gegen das Überraschungsverbot gemäß § 305 c BGB vorliegt, ist unbeachtlich, da § 1 UKlaG ausdrücklich nur den Anwendungsbereich der Überprüfung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen am Maßstab der §§ 307 bis 309 BGB eröffnet (vgl. auch BGH GRUR 1984, 45 ff.).
Soweit die vermeintliche Unzulässigkeit entsprechender Absprachen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtshofs "Honorarbedingungen: Sendevertrag" (GRUR 1984, 45 ff.), wonach derartige Klauseln, da vom gesetzlichen Leitbild der Weiterübertragung von Nutzungsrechten nur mit Zustimmung des Urhebers abweichend, gegen § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB verstießen, begründet wird (…vgl. Dreier/ Schulze aaO., § 34 Rn. 51), ist dem entgegenzuhalten, dass der Bundesgerichtshof die Klausel "Der SFB ist berechtigt, die ihm eingeräumten Rechte ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen oder diesen Nutzungsrechte einzuräumen " für sich genommen nicht beanstandet hat.
Eine andere Beurteilung ergibt sich weder aus der Entscheidung des BGH in GRUR 1984, 45 - Honorarbedingungen: Sendevertrag - noch aus der Erwägung, dass das Urhebergesetz die Zahlung eines einheitlichen Betrages als Abgeltung für alle Nutzungsarten nicht ausdrücklich verbietet, wobei - wie die Antragsgegnerin vorträgt - die Höhe des Zahlbetrages als Leistungsbeschreibung der gerichtlichen Inhaltskontrolle entzogen sei.
Im Übrigen kann offen bleiben ob an der bisherigen Auffassung bezüglich der pauschalen Einräumung umfangreicher Nutzungsrechte in AGB gegen Zahlung eines Einmalhonorars trotz des Verstoßes gegen den urheberrechtlichen Grundsatz der möglichst weitgehenden Beteiligung des Urhebers an der Verwertung seiner Werke vor dem Hintergrund des § 307 Abs. 3 BGB und der Einordnung derartiger Urheberklauseln lediglich als Leistungsbeschreibungen, die nicht der Kontrolle der §§ 305 ff. BGB unterliegen, festzuhalten ist (so BGH, GRUR 1984 45, 47 ff.;… ebenso zum Prüfungsumfang im Rahmen von § 1 UKlaG, Czychowski , in: Fromm/ Nordemann, Urheberrecht, 10. Auflage, § 11 Rn. 6).
§ 31 Abs. 5 UrhG enthält keine Leitbildfunktion, sondern eine Auslegungsregel, die nur dann zur Anwendung kommt, wenn die streitigen Nutzungsrechte im Vertrag nicht einzeln genannt worden sind (BGH, GRUR 1984, 45, 51 - Honorarbedingungen Sendevertrag, ebenso LG München I, ZUM-RD 2007, 257, 261; für vergleichbare Klauseln auch KG, GRUR 1984, 509, 513 - Honorarbedingungen: formularmäßige Einräumung keine Benachteiligung des Urhebers und mit sowohl mit §§ 31, 34 UrhG als auch § 35 UrhG vereinbar; OLG Celle, ZUM 1986, 213, 214 - Arno Schmidt: kein Verstoß gegen § 138 BGB bei unbeschränkter Einräumung aller Verlagsrechte in AGB).
Denn der Schutz des Vertragspartners vor überraschenden Klauseln ist nicht Gegenstand der abstrakten Inhaltskontrollen von AGB (BGH, GRUR 1984, 45, 48 - Honorarbedingungen: Sendevertrag).
Der Grundsatz der Zweckübertragung beruht auf dem Leitgedanken einer möglichst weitgehenden Beteiligung des Urhebers an der wirtschaftlichen Verwertung seines Werkes und einer möglichst geringen Aufgabe bzw. Übertragung seiner Ausschließlichkeitsrechte (BGH GRUR 1984, 45 [juris Tz. 139] - Honorarbedingungen Sendevertrag ; 1996, 121, 122 - Pauschale Rechtseinräumung ;… Schulze in Dreier/ Schulze, UrhG, 3. Aufl. [2008], § 31, 110;… Kotthoff in Dreyer/Kotthoff/Meckel, UrhG, 2. Aufl. [2009], § 31, 131;… Schmid/Wirth in Schmid/Wirth/Seifert, UrhG, 2. Aufl. [2009], § 31, 10).
LG Hamburg, 22.09.2009 - 312 O 411/09
Urheberrechtsverletzung: Vereinbarung eines Pauschalhonorars für freie Fotografen …
Geltendmachung des überraschenden Charakters einer Klausel im Wege der …
BGH, 22.09.1983 - I ZR 40/81
Synchronisationssprecher