Source: http://www.freudenstadt.igm.de/news/meldung.html?id=46140
Timestamp: 2019-06-17 02:47:32
Document Index: 335470007

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Sozialwahlen 2011 | IG Metall Freudenstadt
26.07.2011 Arbeitnehmer wählen direkt in den Betrieben
Gegen einen Arbeitsunfall ist keiner gefeit, aber versichert. Und zwar bei der Berufsgenossenschaft. Rund 4,5 Millionen Beschäftigte sind vom 15. August bis 5. Oktober zur Sozialwahl bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) aufgerufen. Das Besondere hier: Die Arbeitnehmer wählen (wie bei den Betriebsratswahlen) ihre Selbstverwaltung der BGHM direkt im Betrieb.
Jedes Unternehmen ist verpflichtet, Mitglied bei der zuständigen Berufsgenossenschaft zu werden. Dadurch ist der Arbeitnehmer gegen einen Arbeitsunfall oder auf dem Weg zur Arbeit versichert. Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung zahlen die Arbeitgeber. Im Gegenzug müssen sie nicht fürchten, dass ein Unfall ihren Betrieb wegen der entstehenden Kosten in den Ruin treibt.
Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften. Die größte von ihnen ist die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Etwa jedes zweite IG Metall-Mitglied ist bei der BGHM versichert. Bei der Sozialwahl tritt die IG Metall mit einer eigenen Kandidatenliste an. Wählen dürfen alle Beschäftigten und diejenigen, die von der BGHM eine Rente beziehen.
Gewählt wird im Betrieb
Das Spezielle bei dieser Sozialwahl ist: Die Beschäftigten wählen direkt im Betrieb und zwar vom 15. August bis 5. Oktober 2011. Hierzu schreibt der Bundeswahlleiter vor: "Die Wahlen bei der BGHM werden zum größten Teil in den Betrieben stattfinden. Die Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Versicherte und Arbeitnehmer unbeobachet wählen und unbefugte Personen keine Manipulationen an den Wahlurnen vornehmen können. Ab 300 Mitrbeiterinnen und Mitarbeitern müssen spezielle Wahlräume zur Verfügung gestellt werden."
Wie bereits schon in vielen Betrieben abgestimmt, ist es deshalb naheliegend, die Sozialwahl genauso wie eine Betriebsratswahl zu organisieren. Das verlangt, dass die Wahlen in den Betrieben gut vorbereitet und durchgeführt werden. Die IG Metall empfiehlt ihren Betriebsräten, sich rechtzeitig einzubringen und sich um die Durchführung der Wahlen in den Betrieben zu kümmern. Dazu hat sie rund 6200 Betriebsratsvorsitzende angeschrieben.
Die Selbstverwalter der IG Metall machen sich stark für mehr präventiven Arbeitsschutz und dafür, dass die BGHM mehr Geld in Forschung und Beratung investiert. Außerdem engagieren sie sich für eine bessere Kontrolle in den Betrieben: Die Berufsgenossenschaft muss Unternehmen gezielt kontrollieren, die fahrlässig mit der Gesundheit der Arbeitnehmer umgehen - ob mit Gefahrstoffen oder überlangen Arbeitszeiten. Auch dem "Gutachterunwesen" wollen die IG Metall-Selbstverwalter stärker zu Leibe rücken: Immer mehr Institute spezialisieren sich darauf, Gutachten im Auftrag der Berufsgenossenschaften auszustellen. Damit machen sie sich zum Handlanger ihrer Auftraggeber und die Gesundheit der Betroffenen bleibt auf der Strecke.
Die Kandidatinnen und Kandidaten der IG Metall sind Betriebsräte und Sicherheitsfachkräfte aus allen Branchen. Sie kennen sich gut aus im Arbeits- und Sozialrecht und wissen, wo der Schuh drückt und woran Arbeitnehmer im Betrieb erkranken. So entstand auf Initiative der IG Metall die Liste der Kühlschmierstoffe: Sie informiert über Stoffe, die nicht oder weniger gesundheitsschädlich sind. Unsere Selbstverwalter qualifizieren sich regelmäßig auf Seminaren und Expertentreffen und bleiben somit immer auf dem Laufenden.
Hinter unseren Kandidatinnen und Kandidaten steht eine starke Gewerkschaft. Sie setzen sich ein für den Einzelnen und machen gleichzeitig Druck auf die Politik: Damit Wegeunfälle nicht aus dem Leistungskatalog gestrichen werden. Oder damit die Unfallversicherung nicht der privaten Versicherungswirtschaft zugeschanzt wird. Damit Leistungen nicht gekürzt und Unfälle und Berufskrankheiten besser verhütet werden. Und damit Verletzte und Kranke bestens versorgt werden.
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