Source: http://news.doccheck.com/de/151788/eugh-urteil-genug-gejammert/
Timestamp: 2018-07-22 18:29:49
Document Index: 18675413

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

EuGH-Urteil: Genug gejammert - DocCheck News
Vor mehr als einer Woche haben Richter aus Luxemburg die Rx-Preisbindung für ausländische Versandapotheken gekippt. Standesvertreter rufen unisono ihren großen Bruder Gesundheitspolitik um Hilfe. Auf die eigenen Stärken bauen sie nicht.
„Für die deutschen Apothekerinnen und Apotheker ist das Urteil eine ganz böse Überraschung“, sagt ABDA-Chef Friedemann Schmidt. „Aus unserer Sicht ist jetzt die Politik am Zug.“ Deutschland solle die Hoheit zur Gestaltung des Gesundheitswesens nicht aus der Hand geben. Er spricht vom „Einfallstor für Rosinenpicker“, das „schnellstens geschlossen“ werden müsse. Einmal mehr bittet die ABDA Politiker, Apotheken vor den Widrigkeiten des Marktes zu schützen .
Szenario 1: die Verbotskeule
Deshalb verschicken Apotheker jetzt Postkarten an Wahlkreisabgeordnete oder verbreiten Weltuntergangsszenarien im Handverkauf. Großflächige Anzeigen erschienen unter anderem in der „Süddeutschen Zeitung“.
ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, DAV-Präsident Fritz Becker sowie der BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer haben sich umgehend mit Hermann Gröhe getroffen. Auch der Gesundheitsausschuss des Bundestags plant Gespräche. Standesvertreter verfolgen als Strategie, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Präparaten wieder zu unterbinden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) arbeitet auf Länderebene an einem ähnlichen Vorstoß. Unterstützung erhält sie aus Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Kampagnenmotiv der ABDA (Ausschnitt). Quelle: ABDA, Screenshot: DocCheck
„Das Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland wäre europarechtlich zulässig“, so Schmidt. Lediglich sieben von 28 EU-Mitgliedsstaaten erlauben den Versand verschreibungspflichtiger Präparate. Dazu gehören außer Deutschland noch Dänemark, Estland, Finnland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien. Der Großteil aller Länder macht vom Recht, selbst Rahmenbedingungen zu definieren, Gebrauch. Am 11. Dezember 2003 stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) klar, lediglich bei OTCs verstoße ein Verbot gegen geltendes Recht. Ähnliche Argumente sind in der EU-Richtlinie 2011/62 zu finden.
Spiels nochmal, EuGH
Ein Versandverbot müsste jedenfalls gut begründet werden. Eingriffe in die Berufsfreiheit haben vergleichsweise hohe Hürden. Daran sind Vorstöße in der Vergangenheit bereits gescheitert. Rechtssicherheit wird es auch hier erst nach Jahren geben, ein weiteres EuGH-Urteil will niemand ausschließen. In der Zwischenzeit wären zumindest keine Selektivverträge mit Versendern möglich.
Ob es Berliner Standesvertretern nur um sichere Arzneimittel geht, ist fraglich. Beispielsweise landete gefälschtes Omeprazol über die normale Lieferkette in Präsenzapotheken. Beweise, dass EU-Versandapotheken tatsächlich zu erhöhten Risiken führen, sind alle Beteiligten bislang schuldig geblieben. Friedemann Schmidt argumentiert auch eher wirtschaftlich: „Wir sollten keine weiteren Apothekenschließungen riskieren. Die Apothekendichte liegt in Deutschland schon heute unter dem europäischen Durchschnitt.“ Europaweit sind es 31 Apotheken pro 100.000 Einwohner, in Deutschland 25, in Frankreich 33, und in Italien 30. Welche Aussagekraft der Durchschnitt haben soll, ist umstritten. Der EuGH hatte sich mit pauschalen Argumenten nicht zufrieden gegeben und konkrete Zahlen eingefordert.
Szenario 2: Wunderwaffe Rahmenvertrag
Sabine Dittmar (SPD) bezweifelt, dass sich der Rx-Versandhandel einfach verbieten lässt. Sie stellt sich auch auf die Seite von Verbrauchern. „Wenn wir heute in den Supermärkten bereits Erkältungsmittel kaufen können, können wir den Verbrauchern den Versandhandel kaum wieder wegnehmen“, so Dittmar. Experten sehen noch weitere Möglichkeiten. Sie argumentieren mit dem Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach Paragraph 129 Absatz 2 SGB V.
Sowohl der Deutsche Apothekerverband als auch der GKV-Spitzenverband haben das Dokument unterzeichnet. In Paragraph 2b (Beitritt ausländischer Apotheken zum Rahmenvertrag) steht: „Für Abrechnungen unter den Voraussetzungen nach Satz 1 gelten die Preisvorschriften nach Paragraph 78 Arzneimittelgesetz sowie Paragraph 7 Heilmittelwerbegesetz (sog. Rabattverbot).“ Paragraph 78 AMG ist wiederum die Grundlage für fixe Preise bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Halten sich Versender aus anderen EU-Staaten nicht an die Regelungen, könnten die Vertragspartner, sprich der DAV und der GKV-Spitzenverband, gegen sie vorgehen. Das betrifft PKVen zwar nicht. Deren Versicherte müssten jedoch streng genommen alle Boni ihrer Versicherung melden.
Szenario 3: Freie Fahrt auf der Rx-Autobahn
Heimische Versender sind mit diesen Handlungsoptionen nicht einverstanden. „Nach diesem Urteil muss der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten“, schreibt der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) in einer Mitteilung. „Es kann nicht sein, dass es nach dem EuGH-Urteil zu einer Inländerdiskriminierung kommt. Warum sollten deutsche (Versand-)Apotheken etwas nicht dürfen, was Versender aus anderen europäischen Ländern dürfen?“ Gleichzeitig bläst der Verband zum Angriff auf die Preisbindung. „Sollte eine Versandapotheke, die Mitglied bei uns ist, Rx-Boni anbieten, abgemahnt und ggf. verklagt werden, steht der BVDVA beratend zur Seite“, heißt es weiter.
Szenario 4: Eigene Stärken ausnutzen
Bleibt als Fazit: Einmal mehr rufen Pharmazeuten nach der Legislative oder Judikative, anstatt sich auf eigene Stärken zu besinnen. Präsenzapotheken liefern Arzneimittel schnell – oftmals schneller als Versender. Sie bieten Patienten niedrigschwellige Beratungen ohne Wartezeit an. Und sie stellen Rezepturen her beziehungsweise geben BtM ab. Diese Argumente hört man von Standesvertretern derzeit nicht.
Sogar die Politik liefert ungefragt Lösungen auf dem Silbertablett. Sabine Dittmar kann sich vorstellen, apothekerliche Honorare von der Packungsabgabe zu entkoppeln. Im Mittelpunkt stehen Leistungen wie das Medikationsmanagement, Präventionsangebote oder die Beratung generell. AMTS-Projekte, Stichwort ARMIN, spielen eine zentrale Rolle. Sie befinden sich aber noch in der Testphase.
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Tags: ABDA, ARMIN, EuGH, Preisbindung, Versandapotheken
Kämpfen bis zum Schluss, Plakate aufhängen und jedem erzählen, dass es keinen Sinn mehr hat, irgendetwas in Richtung Pharmazie und speziell Apotheke(r) machen.
Umschulen und ganz schnell raus aus der Apotheke ist der einzige richtige Weg.
#24 | 31. Oktober 2016 um 14:52
inländische Apotheker werden mit diesem Urteil für einen gesetzlichen Auftrag, nämlich die Beratung und den Notdienst abgestraft. Eine gesetzliche Verpflichtung als Wettbewerbsvorteil darzustellen , wie es der EUGH tut, darf schon hinterfragt werden.Und die RX Preise gelten nicht für ausländische Versender aber für inländische Apotheken, so der EUGH, nur um sich gleich zu widersprechen-Kleine Landapotheken dürfen demnach teurer verkaufen (Ich stelle mir den Kunden vor, der im Nachtdienst statt 5€ Zuzahlung für sein Antibiotikum 50 Euro bezahlt).Wie sieht denn dann Ihr Kommentar aus, Herr van den Heuvel? Übrigens ist der RX.Versandhandel in 21 Ländern der EU-verboten. Soviel zur Zulässigkeit. Zuzahlungen sind übrigens als Regulierunginstrument eingeführt worden, um das wilde Verschreiben und Konsumieren von Arzneimitteln einzudämmen.Aber jetzt kann der HarzIVler ja zusätzlich Geld verdienen auf Kosten der Allgemeinheit, ob das gewollt ist? Übrigens: Jeder der kein Prime oder ähnliche kostenpflichtige(!) Lieferzusagen hat weiß, das Freitags bestellt eben nicht heisst Montags geliefert sondern irgendwann im Laufe der Woche, wenn denn jemand zuhause ist oder der Paketbote nicht Klingelstreich spielt, nämlich klingeln und schnell weglaufen. Bei Eis und Schnee (doch Herr van Heuvel das gibt es..) läuft mit Paketen gar nichts oder bei Streiks (soll es auch schon gegeben haben) gibt es bis zur Aufarbeitung eben keine Medikamente. Und Ausputzer werde ich nicht spielen. Immerhin ist von meinem Standort Venlo in 3 Stunden erreichbar.
#23 | 31. Oktober 2016 um 10:23
Die Bestimmungen, Gesetzgebung usw. im gesamten Apothekenrecht waren schon immer Ländersache — und sie sind es auch heute noch !!!
Die meisten der EU – Länder sehen das auch so , nur einige, unter ihnen auch Deutschland , meinen immer im vorauseilenden Gehorsam — Rechtsgrundlagen und Bestimmungen an die EU abgeben zu müssen.
Darüber müssen sich unsere Politiker klar werden und klar sein , bevor sie der Meinung sind immer mehr von unserer Gesetzgebung in den EU – Bereich verschieben zu müssen , und damit dem EU – Gerichtshof erst die Möglichkeiten geben ,in diesem Bereich ,mitbestimmen zu wollen.
Einmal von unserer Politik klar dargestellt – ist es so , und würde es so bleiben – Die Gesetzgebung im Gesundheitswesen und in der Arzneimittelversorgung ist und bleibt Ländersache.
Die meiste der EU – Länder bestehen darauf, und fahren weit besser damit.
Um die Gesetzgebung in der gesamten EU zu vereinheitlichen, und dem EU Gerichtshof Möglichkeiten zum Einschreiten zu geben , müssten die Grundvoraussetzungen in allen Ländern gleich sein — gleiche Gesetzgebung — gleiche Preisgestaltung usw.
#22 | 30. Oktober 2016 um 16:20
Dr. Jürgen Hoenicke
Ich fühle mich von diesem Urteil als Apotheker nicht betroffen, denn ich habe meinen Kindern davon abgeraten, Pharmazie zu studieren und unsere Landapotheke zu übernehmen. Sie leben heute in der Großstadt. Zum Glück habe ich noch einen Nachfolger gefunden.
Jetzt wird es besonder schwer werden, für die Landapotheken einen Nachfolger zu finden. In drei benachbarten Dörfern sind die Apotheken verschwunden. Zur nächsten Apotheke sind es im Norden und Süden je 10 km, im Westen 25 km. Im Osten wurde die nächste Apotheke in 17 km Entfernung geschlossen. Der Apothekenbote meines Nachfolgers fährt um die 100 km pro Tag. Anfangs versorgten wir als Landapotheke die Bevölkerung rund um die Uhr, 145 Stunden pro Woche. Das ist zum Glück vorbei. Jetzt haben wir nur noch jeden 13. Tag Notdienst. Die weiteste Entfernung für Patienten im Notdienst beträgt 30 km.
Aber auch die Stadtapotheken werden Schwierigkeiten haben. Fehlen die Nachfolger, wird die Apotheke geschlossen und die restlichen Apotheken müssen mehr Nachtdienst machen oder die Patienten müssen nachts weiter fahren.
Pharmazie gehört zu den MINT-Fächern. Da gibt es tolle Studienangebote. Beim Semestertreffen stellte ich fest, dass 25% der Kollegensöhne Informatiker wurden, ein Fach, das es zu meiner Studienzeit nicht gab. Mit den Gehältern der Informatiker können Apotheker nicht mithalten.
#21 | 29. Oktober 2016 um 11:39
Offenbar nimmt das EUGH mit seinem Ureteil auch schon die Bestimmungen in Ceta und TTIP vorweg.
Nachtigall , ick hör Dir trapsen…..
In der Politik geschieht kaum etwas nur ganz zufällig.
#20 | 29. Oktober 2016 um 11:22
Dass das Urteil des EuGH jeder Logik entbehrt und so einfach nicht hinnehmbar ist, steht für jeden klar denkenden Menschen außer Frage !
Aber wie soll man reagieren?
Hier ist ein kühler Kopf und eine sachliche Analyse gefragt. Schnellschüsse schaden oft mehr als sie nützen. Siehe Versandhandelserlaubnis für verschreibungspflichtige Medikamente als unnötiger, vorauseilender Gehorsam.
Der Artikel von Herrn van den Heuvel ist ganz in diesem Sinn geschrieben.
#19 | 29. Oktober 2016 um 09:35
Für alle BWL-er:
1. Auch für alle Bonus- und Rabattüberlegungen gilt die kaufmännischen Regel: „Tausche Preis gegen Menge“: also wenn wir billiger verkaufen sollen müssen wir auch mehr verkaufen dürfen. Aber sollen wir Apotheker das?
2. Im Durchschnitt gibt eine Apotheke 30 000 Rx-Packungen pro Jahr ab. Gibt diese Apotheke pro Rx-Packung 1 Euro Bonus, verliert der Inhaber 30 000 Euro an Gewinn pro Jahr – bei 2 Euro 60 000 Euro Gewinn, von dem er letztendlich lebt.
#18 | 28. Oktober 2016 um 22:27
Dem Autor ist die Sachkenntnis in dem Artikel nicht abzusprechen, auch wenn der Überbringer schlechter Nachrichten gerne kritisiert wird. Die Freigabe der Arzneimittelpreise wird nicht zu umgehen sein. Die Bundespolitik wird stolz die freie Preiskalkulation verkünden. Betroffen sind die Kommunen, die jetzt schon von Praxisschliessungen betroffen sind und um ihre Apotheke vor Ort bangen müssen. Mit 2 € Bonus/ Rx wird das Ärztehopping ein lukratives Geschäft und ein guter Nebenverdienst. Belohnt wird der Patient, der seine Mülltonne mit AM zu Lasten der Krankenkassen füttert. Das wäre ein gutes Argument für die Politik, nur man hört es kaum.
#17 | 28. Oktober 2016 um 17:40
Dieser Artikel ist peinlich, provokativ und zeugt von erschreckender Unkenntnis des Sachverhalts! Der Grund für den berechtigten Aufschrei von uns Apothekern ist ganz einfach der Umstand, dass der nur auf Profit getrimmte Versandhandel sich die Rosinen herauspickt, während wir niedergelassene Apotheken das zeitaufwendige, oft auch aufgrund der bürokratischen und gesetzlichen Zwänge, lästige Tagesgeschäft leisten, wie Rezepturen anfertigen und Notdienste leisten, Betäubungsmittel dokumentieren etc. und das noch für mau! Viele umsatzschwache Apotheken, vor allem in ländlichen Gebieten sind auf die Vergütung der Rx-Präparate angewiesen, wenn hier ein Preiskampf entfacht wird, werden diese nicht mehr rentabel sein und müssen schließen. Eine Katastrophe, für die nicht mehr mobile Bevölkerung in diesen Gegenden.
Also Hirn einschalten, wenn wieder gegen uns Apotheker geschossen wird. Die beliebte Neiddiskussion ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, denn die goldenen Zeiten für uns “Schubladenzieher” sind schon lange vorüber!
#16 | 28. Oktober 2016 um 17:35
Ouhh Herr van den Heuvel,
der Schuss (Artikel) geht ja schwer nach hinten los. Sie sollten Ihre Erkenntnisse nicht weiter aus den Kommentarspalten von Spiegel-Online und der Gleichen sammeln. Das Hinterfragen der vier Punkte von Herrn Larisch könnte schon mal EIN Anfang sein um sich darüber zu informieren in welcher Position sich die deutschen Apotheker gegenüber den ausländischen Versendern befinden.
Alles andere ist Häme und Polemik, da heul´ ich lieber weiter.
Ach ja Herr Larisch,
trotz staatlichem Versorgungsauftrag ist dies machbar. Das ist nur noch nicht genug trainiert worden.
#15 | 28. Oktober 2016 um 17:32
Die fadenscheinige Begründung des EuGh war u.a. ein “freier Warenverkehr…
wirtschaftliche Stärkung des Versenders gegen die Präsenzapotheke.. ” und mehr.
1. Die Internetapotheken machen einem ja schon die Preise im non-Rx Bereich kaputt
2. Jetzt dürfen ausländische Versender Rx Boni geben aber die deutschen Apotheken nicht- wo bleibt da gleiches Recht für alle?
3. Die Finanzierung der flächendeckenden Versorgung über Präsenzapotheken war ja vom Staat gewollt mit den derzeitigen Kneblungen wie Festbeträge, Rabattverträge, Lieferverträge, Kontrahierungszwang, Festaufschläge pro Arzneimittel, Rabattverbot etc. Daher kann eine deutsche Apotheke nie europäischen Recht unterliegen.
4. Ist Gesundheitspolitik nicht eh Sache der Mitgliedstaaten und nicht der EU? Warum entscheidet das EuGh über etwas, für was es nicht! zuständig ist? Denn Medikamente sind Ware besonderer Art und müssen geschützt werden zum Wohle der Patienten. Die Zeiten (seit 2004) sich eine goldene Nase zu verdienen sind ja vorbei (auch wenn dies auf etwas hohem Niveau gejammert ist).
Fazit: Ich werde meine Patienten/Kunden weiterhin beraten und mich als Präsenzapotheke so profilieren.
Ach ja – ein Streiktag aller Apotheken in Deutschland wäre super- aber da wir einen staatlichen Versorgungsauftrag haben ist dies nicht machbar sondern verboten. Also hat der Staat nun auch die Pflicht den Apotheken die Erfüllung ihres Auftrages zu ermöglichen.
#14 | 28. Oktober 2016 um 17:04
“Und sie stellen Rezepturen her beziehungsweise geben BtM ab. Diese Argumente hört man von Standesvertretern derzeit nicht.”
Oh mann warum man diese Argumente wohl nicht hört …
#13 | 28. Oktober 2016 um 16:49
Lieber Herr van Heuvel, wie sich ein Chemiker, der noch NIE in einer öffentlichen Apotheke gearbeitet hat, sein FALSCHES Urteil abgibt, hervorragend
#12 | 28. Oktober 2016 um 16:47
Ich hätte nicht gedacht, dass DocCheck und seine Redakteure derartig uninformiert über Tatsachen sind und auf der populistischen Seite sich zu Hause fühlen. Etwas mehr Geist und Sachkenntnis wäre ratsam. Schade.
Die Argumentation in diesem Artikel auseinanderzunehmen spare ich mir, meine Zeit ist mir dafür zu Schade.
#11 | 28. Oktober 2016 um 16:20
Journalismus ist eine Dienstleistung! (Um Sie selbst zu zitieren)
Das schließt auch die Recherche über Hintergründe, Vorgeschichte, Rahmenbedingungen in anderen EU-Staaten, Strohmannkläger etc. dieses abenteuerlichen Urteils mit ein. Danach kann man dann als Außenstehender kommentieren. Besserwisserisches Geschwätz kommt in ausreichender Menge von den üblichen Verdächtigen.
Auf naturwissenschaftliche Weise (ist das nicht auch Ihr Fach?) zur Allgemeingültigkeit weitergedacht heißt dieses Gesamtverfahren doch: Wenn mir ein Gesetzt nicht gefällt, brauche ich es auch nicht zu achten, solange ich genaug Zeit und Geld habe, mich verklagen zu lassen.
Doc Morris for President!!
#10 | 28. Oktober 2016 um 16:16
Auf welcher Sponsorseite steht eigentlich DocChek? Vielleicht muss man sich als DC-Schreiber ahnungsfrei outen ?
#9 | 28. Oktober 2016 um 15:28
Zynisch, Autor von Sachkenntniss weitest gehend verschont.
#8 | 28. Oktober 2016 um 14:36
Hier kann man erkennen, wie gut oder noch besser, wie schlecht unsere Politik ist!
Kann man von diesen angeblichen Politikern eine bessere Politik erwarten?- Nein, denn Sie machen keine Politik für unser Land!
Weshalb gehen unsere Apotheker nicht auf die Straße?
Gut organisierte Demos zeigen schnell Wirkung!
Oder lieber am Hungertuch knabbern und weiter kuschen?
#7 | 28. Oktober 2016 um 14:21
Wie kann mann denn einerseits die Herstellung von Rezeptoren und die Abgabe von Btm als Vorteil einer Präsenzapotheke aufzeigen, obwohl gerade diese unterbezahlten Bereiche niemanden einen wirtschaftlichen Vorteil bringen und nicht erkennen, dass uns die “Rosinen”des Versandhandels zur Querfinanzierung fehlen werden. M. Growitz (Präsenz-Apotheker)
#6 | 28. Oktober 2016 um 13:55
Natürlich haben wir unsere Stärken.
Diese Stärken werden aber derzeit von Bereichen querfinanziert, die der Versand abgreifen wird.
#5 | 28. Oktober 2016 um 13:40
Joachim Börner, Bad Bevensen
Umherirren im Tal der Ahnungslosen und Ignoranten
Sollte man sich die Frage stellen, ob ein Arzneimittel eine besondere Ware ist,
könnte man als Antwort ein klares “ja” erwarten.
Das würde dann bedeuten, dass -gerade wegen der Arzneimittel-Sicherheit-
ausschließlich die Apotheke vor Ort Arzneimittel beliefern darf.
Versandhandel ist für diese besondere Ware grober Unfug, denn sachgerechte
Lagerung z.B. ist bei keinem gestressten Päckchen-Zusteller garantiert. Auch
im zwischengelagerten Nachbar-Haushalt müssen vorgeschriebene Lagerkriterien nicht gegeben sein. Ein Umtauschrecht für Arzneimittel gibt es
in öffentlichen Apotheken ebenfalls nicht, geschweige denn die Möglichkeit des
Kunden, sein (Billig)-Arzneimittel wegen Nichtgefallen zurückzugeben.
Leider hat Ignoranz und Monetik UNSER (??) Gesundheitswesen dahingeführt
wo wir jetzt stehen. Das Jammern ist vermutlich zu spät.
#4 | 28. Oktober 2016 um 13:27
Die “Stärken” der Apotheke sind zwar tatsächlich vorhanden, nur leider nicht unbedingt wirtschaftlich.
Schön, nur die Apotheken dürfen BtM abgeben. Dafür müssen Abgabe, Erwerb, Retoure, evtl. Vernichtung aber auch aufwendig dokumentiert werden – wofür 26 Cent zusätzlich geltend gemacht werden dürfen, von denen der Großhandel bei Bestellung üblicherweise 1 € abzieht. Macht – 74 Cent, die mit dem Gewinn aus der Abgabe verrechnet werden.
Glücklicherweise brauchen auch nicht so viele Leute BtM, dass die Apotheken, die es bisher gibt, davon leben könnten.
Aber ja, Sie sprechen ja auch die Rezeptur noch an. Jene Dienstleistung, die Apotheker schon immer exorbitant honoriert bekommen haben – exorbitant schlecht.
Beratung, ja das ist was, das die Apotheke leisten kann. Nur wird die auch nicht honoriert (bzw. wird sie das über die Packungspauschale – doch sinkt die Packungszahl, wenn die Leute den Kram im Ausland bestellen) und oft auch nicht gewünscht.
Und ja, Apotheken mit Botendienst liefern meist unerhört schnell, dank der täglich mehrfachen Versorgung durch den Großhandel – und dank der Rabattverträge, die es oft unmöglich machen, jede Verschreibung schon direkt in der Apotheke beliefern zu können. Abgesehen davon kostet das Botenauto, das Botenpersonal und die Organisation ebenfalls Geld, das wiederum den Gewinn schmälert.
Natürlich sind das alles trotzdem gute Argumente für die Apotheke vor Ort, genau wie Nacht- und Notdienste sowie die Akutversorgung.
Aber machen Sie das mal Leuten klar, die ein paar Euro sparen können, wenn sie die Medikamente bestellen. So lange die nicht direkt betroffen sind (weil sie regelmäßig Individualrezepturen oder BtM beziehen oder ständig Beratung wollen), werden sie wohl kaum, um die Apotheken zu erhalten, auf Bestellungen mit Rabatt verzichten, gelten doch Apotheker als wohlhabend. Und ihre Überschrifte “Genug gejammert” suggeriert ebenfalls, dass es sich eher um wehleidiges Jammern als echte Existenzangst handelt.
#3 | 28. Oktober 2016 um 13:26
” Einmal mehr rufen Pharmazeuten nach der Legislative oder Judikative, anstatt sich auf eigene Stärken zu besinnen. Präsenzapotheken liefern Arzneimittel schnell – oftmals schneller als Versender. Sie bieten Patienten niedrigschwellige Beratungen ohne Wartezeit an. Und sie stellen Rezepturen her beziehungsweise geben BtM ab.”
Na klar – die Apotheker wissen, daß weder BtM noch Rezepturen kostenintensiv sind, ebensowenig die ad hoc benötigten Präprate, die im Notdienst nachgefragt werden. Es sind die hochpreisigen, lange planbaren Medikamente, bei denen sich die Bestellung im Ausland lohnt und die aus der Mischkalkulation der Apotheke jetzt entfallen – und somit deren Existenz bedrohen.
Zudem ist es zutiefst unfair, daß ausländische Apotheken etwas nach Deutschland günstiger verschicken können als deutsche Apothker das dürfen.
#2 | 28. Oktober 2016 um 13:23
Lieber Herr van den Heuvel: Ihr Fazit greift leider daneben. Die Zeichen der Zeit deuten in Richtung einer kompletten Freigabe der Preise. Da kommen dann player von einem ganz anderen Kaliber ins Spiel, Pessina – you know?! ein gutes, funktionierendes System wird auf dem Altar des EU-Versandhandels und der Börsennotierung geopfert. 2/3 aller deutschen Apotheken können da finanziell nicht mehr mithalten. Wie sieht es dann mit der Versorgung in der Fläche aus? Ein “Mithalten” ginge kurzfristig auf Kosten der Qualität – kein Notdienst, Beratung auf Versand-Niveau, keine Individual-Rezepturen. Wollen Sie das wirklich?
#1 | 28. Oktober 2016 um 12:38