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Timestamp: 2016-10-27 08:58:41
Document Index: 256417368

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

9C_890/2013 (29.04.2014)
9C_890/2013
� � Urteil vom 29. April 2014
Die 1972 geborene S.________ war vom 12. August 1991 bis zum 31. Oktober 2012 bei der Firma X.________ AG in einem 100 %-Pensum (von 1. M�rz 2008 bis 30. April 2009: 70 %-Pensum) im Montagebereich angestellt sowie ab Oktober 2002 nebenberuflich im Reinigungsdienst t�tig. Am 23. M�rz 2011 meldete sie sich unter Hinweis u.a. auf eine rheumatoide Arthritis bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach erwerblichen und medizinischen Abkl�rungen sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Zug mit Verf�gung vom 2. November 2012 eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. November 2011 zu, wobei sie den Nebenverdienst bei der Bemessung des Invalidit�tsgrades nicht ber�cksichtigte (Invalidit�tsgrad von 57%).
In Gutheissung der hiegegen von S.________ erhobenen Beschwerde hob das Verwaltungsgerichts des Kantons Zug mit Entscheid vom 24. Oktober 2013 die Verf�gung vom 2. November 2012 auf und sprach S.________ ab 1. November 2011 eine ganze Invalidenrente zu.
Die IV-Stelle erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Verf�gung vom 2. November 2012 zu best�tigen.
W�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherungen auf eine Stellungnahme verzichtet, tr�gt die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde an.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zu Grunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
Streitig ist die H�he des (hypothetischen) Einkommens im Gesundheitsfall.
Das kantonale Gericht hat die f�r den Anspruch auf eine Invalidenrente massgebenden Rechtsgrundlagen zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig wiedergegeben hat es ferner die Rechtsprechung zur Ermittlung des Valideneinkommens. Danach sind - ohne R�cksicht auf den hief�r erforderlichen zeitlichen oder leistungsm�ssigen Aufwand - namentlich auch Eink�nfte aus einer Nebenbesch�ftigung zu ber�cksichtigen, sofern sie bereits im Gesundheitsfall erzielt wurden und weiterhin erzielt worden w�ren, wenn die versicherte Person keine gesundheitliche Beeintr�chtigung erlitten h�tte (Urteil 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 4.5.2 und 4.5.3 mit Hinweisen, in: SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163).
Die Vorinstanz erwog, gest�tzt auf die Akten, wonach ab Januar 2007 vor�bergehende volle bzw. teilweise Arbeitsunf�higkeiten bescheinigt worden seien, sei davon auszugehen, dass die per 1. M�rz 2008 erfolgte Pensumsreduktion im Haupterwerb aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden erfolgt sei. Gem�ss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) vom 7. April 2011 habe die Beschwerdegegnerin seit 2003 (recte: Oktober 2002) durchgehend Nebenerwerbst�tigkeiten im Reinigungsdienst ausge�bt. Auch im Zeitraum der Pensumsreduktion bzw. dem Auftreten der gesundheitlichen Probleme habe sie die Nebenbesch�ftigungen beibehalten, ungeachtet dessen, ob sie diese selbst ausge�bt oder ob ihre Tochter diese f�r sie erledigt habe. Dies zeige, dass sie den Nebenerwerb auf keinen Fall habe verlieren wollen, in der Hoffnung, sp�ter wieder mehr arbeiten zu k�nnen. Dies sei letztlich im Jahr 2009 auch der Fall gewesen, als sie das Pensum wieder auf 100 % erh�ht und die Reinigungsarbeiten allenfalls auch (teils) wieder selbst ausgef�hrt habe. Vor diesem Hintergrund sei �berwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdegegnerin diesen Nebenbesch�ftigungen im Gesundheitsfall weiterhin nachgegangen w�re. Daher sei der Nebenverdienst von durchschnittlich Fr. 33'281.- (Durchschnitt der Jahre 2006, 2007 und 2009) bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu ber�cksichtigen. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 90'651.-, einem Invalideneinkommen von Fr. 26'684.- und unter Gew�hrung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 5 % resultiere ein Invalidit�tsgrad von 72 % und damit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
4.1.�Ob eine versicherte Person im Gesundheitsfall einer bestimmten (Nebenerwerbs-) T�tigkeit nachgehen w�rde, ist eine Tatfrage, soweit sie im Rahmen einer W�rdigung der konkreten Lage beantwortet wird (BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399). Daher wird sie von der Vorinstanz f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich gekl�rt (E. 1 hievor; Urteil 9C_45/2008 vom 3. Juli 2008 E. 4.1, Zusammenfassung in: SZS 2008 S. 569).
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, was das vorinstanzliche Beweisergebnis, welches auf einer W�rdigung der konkreten Umst�nde beruht, als offensichtlich unrichtig oder sonstwie bundesrechtswidrig erscheinen liesse. Insbesondere ist eine Beweisw�rdigung nicht bereits dann offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich (BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 63), wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.). Solches vermag die Beschwerdef�hrerin nicht darzutun. Soweit sie die Feststellung des kantonalen Gerichts, im Jahr 2009 habe die Beschwerdegegnerin die Reinigungsarbeiten allenfalls (teilweise) wieder selbst ausgef�hrt, als offensichtlich unrichtig r�gt, kann sie nicht geh�rt werden. Die Vorinstanz liess offen und hielt es explizit f�r irrelevant, ob die Reinigungsarbeiten ab 2008 von der Beschwerdegegnerin oder deren Tochter ausgef�hrt worden seien (E. 6.1.4 des angefochtenen Entscheids). Demnach ist dies f�r den Ausgang des Verfahrens nicht entscheidend (E. 1 hievor). Ferner macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Aufgabe der (selbst ausge�bten) Nebenerwerbst�tigkeit ab 2008 k�nne nicht auf gesundheitliche Probleme zur�ckgef�hrt werden, da sich diese erst im November 2010 IV-relevant ausgewirkt h�tten. Dieser Einwand ist unbehelflich. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, bereits 2007 seien mehrere Phasen teilweiser oder vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit aufgetreten. So wurde die Beschwerdegegnerin von 31. Januar bis voraussichtlich 20. M�rz 2007 zu 50 % (Zeugnisse des Dr. med. O.________, Facharzt f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 1. Februar und 1. M�rz 2007), von 20. Februar bis 30. Mai 2007 zu 50 %, von 15. bis 18. Juni 2007 zu 100 %, von 19. bis 22. Juni 2007 zu 30 % und von 20. August 2007 bis 25. Januar 2008 zu 30 % arbeitsunf�hig geschrieben (Schreiben des Dr. med. P.________, Facharzt f�r Rheumatologie und Innere Medizin FMH, vom 25. M�rz 2013). Zwar trifft zu, dass die Arbeitsunf�higkeiten nicht durchgehend waren bzw. durch eine Periode voller Arbeitsf�higkeit unterbrochen wurden (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29ter IVV) und damit f�r den Beginn des Rentenanspruchs nicht massgeblich sind. Daraus l�sst sich indes nicht ableiten, es sei offensichtlich unhaltbar anzunehmen, die Beschwerdegegnerin habe den Nebenerwerb ab 2008 wegen den gesundheitlichen Beschwerden - welche die Arbeitsf�higkeit immerhin �ber mehrere Monate reduzierten - nicht mehr selbst ausge�bt. Dies umso weniger, als der behandelnde Rheumatologe damals offenbar eine Reduktion des Arbeitspensums empfohlen hatte (Schreiben des Dr. med. P.________ vom 25. M�rz 2013). Ferner �ndert nichts am Ergebnis, dass die Beschwerdegegnerin den Nebenerwerb offenbar auch nach Erh�hung des Pensums im Haupterwerb per 1. Mai 2009 nicht wieder selbst ausge�bt hat, litt sie doch auch in dieser Zeit unter gesundheitlichen Problemen (vgl. die Bemerkungen im Mitarbeitergespr�chsbogen ["Entwicklung, F�rderung, Anerkennung] 2009 vom 27. Januar 2010 S. 2). Zumindest nicht willk�rlich ist schliesslich der vorinstanzliche Schluss, die Aufrechterhaltung des Nebenerwerbs ab 2008 trotz der bereits aufgetretenen gesundheitlichen Probleme (allenfalls) mittels Arbeitsleistung der Tochter zeige, dass die Beschwerdegegnerin diesen in der Hoffnung auf eine gesundheitliche Besserung auf keinen Fall habe verlieren wollen.
Nach dem Gesagten h�lt die Ber�cksichtigung des Nebenerwerbs bei der Ermittlung des Valideneinkommens vor Bundesrecht stand.
4.3.�Ob bei der Berechnung des durchschnittlichen Nebeneinkommens (�ber drei Jahre; gem�ss IK-Auszug vom 7. April 2011) der Verdienst des Jahres 2009 - weil dieser allenfalls nicht von der Beschwerdegegnerin erzielt wurde, sondern von ihrer Tochter - ber�cksichtigt werden darf, erscheint fraglich, kann letztlich jedoch offen bleiben. Denn auch unter Zugrundelegung des Durchschnittseinkommens aus dem Nebenerwerb der Jahre 2005-2007 (von Fr. 27'227.- [2005: Fr. 20'517.-; 2006: Fr. 31'570.-; 2007: 29'594.-]; ohne Aufindexierung pro 2011) resultiert bei einem Invalidit�tsgrad von gerundet (BGE 130 V 121) 71 % (Fr. 86'052.- [Fr. 58'825.- + Fr. 27'227.-] ./. Fr. 25'350.- / Fr. 86'052.- x 100) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Die unterliegende Beschwerdef�hrerin hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und der Beschwerdegegnerin eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.- zu entsch�digen.