Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20C%2046.72
Timestamp: 2019-06-16 11:42:27
Document Index: 368148205

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 426', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 426', '§ 1', '§ 421', '§ 1', '§ 134', '§ 191', '§ 191', '§ 134', '§ 133', '§ 134', '§ 134', '§ 27', '§ 134', '§ 43', '§ 134', '§ 134', '§ 134', '§ 134', '§ 133', '§ 134', '§ 24', '§ 134', '§ 113', '§ 134', '§ 133', '§ 134']

Rechtsprechung: IV C 46.72 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 17.11.1972
https://dejure.org/1975,182
BVerwG, 31.01.1975 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1975,182)
BVerwG, Entscheidung vom 31.01.1975 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1975,182)
BVerwG, Entscheidung vom 31. Januar 1975 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1975,182)
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Schlüssigkeit der Behauptung einer Rechtsverletzung - Verwirkung der Widerspruchsbefugnis - Entstehung der ein Grundstück betreffenden Beitragspflicht - Verletzung der Gesamtschuldner durch einen gegen einen Miteigentümer erlassenen Heranziehungsbescheid - Beitrag für ein Grundstück als öffentliche Last
Anfechtungsbefugnis bei nur an einen Miteigentümer gerichteten Erschließungsbeitragsbescheid; Vorbeugender Rechtsschutz mit Hilfe einer Feststellungsklage
Erschließungsbeitragsbescheid - Feststellungsklage - Feststellungsinteresse - Vorbeugender Rechtsschutz - Anfechtungsbefugnis - Gesamtschuldnerische Haftung - Miteigentümer - Minderung des Verkehrswertes
Zusammenfassung von "Der Miteigentümer im Verwaltungsprozess" von Richter am VG Dr. Martin Stuttmann, original erschienen in: NVwZ 2004, 805 - 808.
VG Augsburg, 08.01.1970 - 344 II 69
VGH Bayern, 23.11.1971 - 92 VI 70
BVerwG, 23.05.1972 - IV B 22.72
BVerwG, 17.11.1972 - IV C 46.72
ZMR 1975, 283
DÖV 1975, 397
Allerdings führt die in § 1 Abs. 1 Satz 2 AFWoG angeordnete Gesamtschuldnerschaft dazu, daß mangels einer anderweitigen Bestimmung (vgl. § 426 Abs. 1 Satz 1 BGB) mehrere Wohnungsinhaber im Verhältnis zueinander zu gleichen Teilen und damit zu einem Ausgleich verpflichtet sind (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 3).
Diese Ausgleichspflicht entsteht auch nicht erst mit der Leistung der Ausgleichszahlung, sondern bereits mit dem Eintritt der Gesamtschuldnerschaft, d.h. in dem Zeitpunkt, in dem die Abgabenpflicht begründet wird (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 3 f.; BGH, st. Rspr., u.a. Urteil vom 21. März 1991 - IX ZR 286/90 - NJW 1991, 1733 [BGH 21.03.1991 - IX ZR 286/90] m.weit.Nachw.).
Das Schuldverhältnis der Gesamtschuldner untereinander besteht jedoch selbständig neben dem Abgabenschuldverhältnis zwischen Abgabengläubiger und zur Fehlbelegungsabgabe herangezogenem Wohnungsinhaber (vgl. dazu Urteil vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 4 m.weit.Nachw.).
Er kann der Ausgleichsforderung vielmehr alle Einwendungen entgegenhalten, die er auch gegenüber dem ursprünglichen Gläubiger hätte geltend machen können, wenn dieser ihn zur Zahlung herangezogen hätte (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 4).
Sogar ein zwischen dem Abgabengläubiger und dem von ihm herangezogenen Gesamtschuldner ergangenes rechtskräftiges Urteil schränkt die Verteidigungsmöglichkeiten eines auf Ausgleich in Anspruch genommenen weiteren Wohnungsinhabers nicht ein (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 4, BGH Urteil vom 22. September 1969 - VII ZR 116/67 - VersR 1969, 1039 m.Hinw. auf die Rspr. des RG; OLG Düsseldorf, Urteil vom 5. Februar 1991 - 4 U 68/90 - VersR 1992, 582 [OLG Düsseldorf 05.02.1991 - 4 U 68/90];… Palandt-Heinrichs, BGB, 51. Aufl. 1992, § 426 Rdnr. 3).
Das folgt aus dem - mangels einer abweichenden Ausgestaltung des Gesamtschuldverhältnisses in § 1 Abs. 1 Satz 2 AFWoG - ergänzend heranzuziehenden § 421 BGB (vgl. Urteile vom 31. Januar 1975, a.a.O. S. 3 und vom 23. Oktober 1979 - BVerwG 1 C 48.75 - BVerwGE 59, 13 [BVerwG 23.10.1979 - 1 C 48/75]; s. auch Dyong in: Fischer-Dieskau/Pergande/Schwender, Wohnungsbaurecht, AFWoG § 1 Anm. 3 ).
Da die Duldungspflicht akzessorisch ist, setzt sie das Bestehen einer Steuerschuld voraus; die Steuerschuld muß entstanden und darf nicht wieder untergegangen sein (vgl. dazu Urteil vom 31. Januar 1975 BVerwG IV C 46.72, Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 ; Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 191 AO Tz. 3; Hübschmann/Hepp/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, § 191 AO Anm. 16, 134).
Zu Recht ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß eine öffentliche Last im Sinne des § 134 Abs. 2 BBauG von dem Zeitpunkt an auf einem Grundstück ruht, in dem die sachliche Beitragspflicht (§ 133 Abs. 2 BBauG) für dieses Grundstück entstanden ist (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 ).
Dieses Interesse ist nicht gegeben, wenn es an einer begründeten Besorgnis für die Rechtsstellung eines Klägers fehlt (BVerwG, Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG 4 C 46.72 - ).
(1) Die öffentliche Last endet mit dem Erlöschen der Gebührenschuld (vgl. BVerwG ZMR 1975, 283, 285;… Ernst in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, aaO § 134 Rn. 23, 24;… Driehaus, aaO § 27 Rn. 8 jeweils zu Beiträgen).
Ein solcher vorbeugender Ausspruch setzt ein entsprechend qualifiziertes Rechtsschutzinteresse voraus (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 [7] und Beschluß vom 13. April 1976 - BVerwG IV B 12.76 - Buchholz 310 § 43 VwGO Nr. 50 S. 2 [3]).
Maßstab der Ermessensbildung haben die Zweckmäßigkeit und die Billigkeit zu sein (vgl. Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 [3]; BFH…, Urteil vom 12. Mai 1976 a.a.O.).
Wird ein Miteigentümer von dem von der Gemeinde durch einen Heranziehungsbescheid veranlagten Beitragspflichtigen im Innenverhältnis auf Ausgleich in Anspruch genommen, kann er den Ausgleichsanspruch nicht erfolgreich mit dem Hinweis abwehren, mangels eines an ihn ergangenen Erschließungsbeitragsbescheids sei zu seinen Gunsten die Festsetzungsverjährung eingetreten (im Anschluß an Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 ff.).
Denn schon seit der Entscheidung vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - (Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 ff.) entspricht es der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und ist hinreichend geklärt, daß - entgegen dem Eindruck, den die Stellung des Abs. 1 Satz 4 1. Halbsatz im Rahmen des § 134 (nunmehr) BauGB vermitteln könnte - die von dieser Bestimmung angeordnete Gesamtschuldnerschaft nicht an die persönliche, sondern an die grundsätzlich mit der endgültigen Herstellung gemäß § 133 Abs. 2 BauGB ausgelöste sachliche Erschließungsbeitragspflicht für ein Grundstück anknüpft.
Die Ausgleichspflicht der Gesamtschuldner - so hat das Bundesverwaltungsgericht in dem genannten Urteil vom 31. Januar 1975 (BVerwG IV C 46.72, a.a.O., S. 4) erkannt - "ist ein Schuldverhältnis, das selbstständig neben dem Abgabenschuldverhältnis zwischen dem Abgabengläubiger und dem ... herangezogenen Beitragspflichtigen besteht .
Darauf gestützt hat das Bundesverwaltungsgericht die Klage der nicht zu einem Erschließungsbeitrag herangezogenen Miteigentümer eines Grundstücks gegen den an nur einen der Miteigentümer gerichteten Erschließungsbeitragsbescheid als zulässig angesehen, weil die auf dem Grundstück als öffentliche Last ruhende Beitragsforderung und eine damit zusammenhängende Zugriffsmöglichkeit des Beitragsgläubigers auf das Grundstück eine Beeinträchtigung der Rechte der Kläger jedenfalls nicht als offensichtlich ausgeschlossen erscheinen lässt (BVerwG, Urt. v. 31. Januar 1975 - IV C 46.72 -, juris Rn. 14 = Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2).
Vom Erlass eines Beitragsbescheides gegenüber einem Voreigentümer (d. h. von dessen persönlicher Beitragspflicht) hängt nur das Recht des Beitragsgläubigers ab, aus der öffentlichen Last durch Duldungsbescheid gegenüber dem neuen Grundstückseigentümer vorgehen zu dürfen (…vgl. SächsOVG, Beschl. v. 16. November 2010 - 5 B 207/10 -, juris Rn. 9;… Büchel in: SächsKAG - Komm., Stand: Mai 2012, § 24 Rn. 4; zu Erschließungsbeiträgen: BVerwG, Urt. v. 31. Januar 1975 - IV C 46.72 -, juris Rn. 22 = Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2).
Sofern Kreditinstitute, Kaufinteressenten usw. an den Erlass der Beitragsbescheide 32 eine solche Wertminderung knüpfen, ist dies hingegen nicht nur unzutreffend, sondern auch deshalb nicht geeignet, die Kläger in ihren Rechten zu verletzen, weil das Interesse der Kläger an der Verhinderung solcher wertmindernder Reaktionen des Marktes auf die Beitragsbescheide nur ein mittelbares wirtschaftliches Interesse darstellt, aber kein Recht i. S. d. § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO (so ausdrücklich: BVerwG, Urt. v. 31. Januar 1975 - IV C 46.72 -, juris Rn. 24 = Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2).
Die dingliche Sicherung einer Erschließungsbeitragsforderung beginnt mit ihrem Entstehen, d.h. mit dem Entstehen der sachlichen Erschließungsbeitragspflicht (§ 133 Abs. 2 Satz 1 BBauG), und sie endet unabhängig vom Erlaß eines Heranziehungsbescheids und dem Eintritt von dessen Bestandskraft erst mit dem Erlöschen der sachlichen Erschließungsbeitragspflicht (vgl. etwa Urteil vom 31. Januar 1975 - BVerwG IV C 46.72 - Buchholz 406.11 § 134 BBauG Nr. 2 S. 1 ).
OVG Schleswig-Holstein, 04.02.1999 - 2 M 1/99
Miteigentümer; Abgabenbescheid; Gesamtschuldner
OVG Sachsen-Anhalt, 13.02.2008 - 4 M 232/07
Zum Erlöschen einer auf dem Grundstück ruhenden öffentlichen Last
OVG Schleswig-Holstein, 06.12.2001 - 2 L 161/01
OVG Berlin-Brandenburg, 30.10.2013 - 9 N 156.12
Straßenbaubeitrag; Miteigentümer; Gesamtschuld; Heranziehung eines Miteigentümers …
VG Greifswald, 04.10.2013 - 3 A 1429/12
https://dejure.org/1972,8074
BVerwG, 17.11.1972 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1972,8074)
BVerwG, Entscheidung vom 17.11.1972 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1972,8074)
BVerwG, Entscheidung vom 17. November 1972 - IV C 46.72 (https://dejure.org/1972,8074)
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