Source: https://welt-der-bwl.de/Einkunftsarten
Timestamp: 2020-01-21 15:29:36
Document Index: 235273197

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 22', '§ 3', '§ 21', '§ 20', '§ 22', '§ 15', '§ 15']

7 Einkunftsarten: Gewinneinkünfte und Überschusseinkünfte | Steuern - Welt der BWL
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Der Einkommensteuer unterliegen die in § 2 Abs. 1 EStG abschließend in einer Übersicht aufgeführten 7 Einkunftsarten, die dann in weiteren §§ erläutert werden:
Dabei sind die zuletzt genannten sonstigen Einkünfte nicht "alle anderen möglichen Einkünfte", sondern diese sind in § 22 EStG definiert. Was nicht in die sieben Einkunftsarten "hineinpasst" – wie der berühmte Lottogewinn – unterliegt auch nicht der Einkommensteuer. Allerdings sind die 7 Einkunftsarten schon sehr umfassend. Einige Tätigkeiten / Sachverhalte, die unter die 7 Einkunftsarten fallen und damit im Grundsatz steuerbar sind, werden z.B. durch § 3 EStG steuerfrei gestellt.
Mit den 7 Einkunftsarten ist die sachliche Steuerpflicht geklärt (was unterliegt der Einkommensteuer?); zudem ist die persönliche Steuerpflicht zu klären (wer unterliegt der Einkommensteuer?).
Alternative Begriffe: Einkommensarten.
Was passiert, wenn ein Selbständiger Mieterträge aus der Untervermietung seiner Büroräume (und damit eigentlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) sowie Zinserträge aus seinem Firmenkonto (und damit eigentlich Einkünfte aus Kapitalvermögen) erzielt? — dafür gibt es sog. Subsidiaritätsklauseln (hier: § 21 Abs. 3 EStG und § 20 Abs. 8 EStG), die klarstellen, dass die Miet- und Zinseinkünfte hier den Einkünften aus selbständiger Arbeit zuzurechnen sind.
Das gilt analog für Landwirte, die Zinseinkünfte oder sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 1 Satz 1 EStG) im Rahmen ihres landwirtschaftlichen Betriebs haben.
Natürlich können Selbständige, Landwirte etc. auch privat Geld anlegen und erzielen dann daraus Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Beispiel: positive und negative Einfünfte einer Einkunftsart verrechnen
Herr Meier hat 2 Gewerbebetriebe: eine Tankstelle, die im Geschäftsjahr negative Einkünfte von 10.000 € aufwies und einen Friseursalon, der in demselben Jahr 30.000 € positive Einkünfte (aus Gewerbebetrieb) brachte.
Diese positiven und negativen Einkünfte werden verrechnet (sog. horizontaler Verlustausgleich), so dass in der Einkommensteuererklärung 20.000 € Einkünfte aus Gewerbebetrieb deklariert werden.
Beispiel: positive und negative Einfünfte verschiedener Einkunftsarten verrechnen
Herr Meier hat neben den o.g. 2 Gewerbebetrieben auch noch ein Haus, das er im Privatvermögen hält und vermietet. Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung seien negativ (10.000 € Mieteinnahmen - 15.000 € Werbungskosten = 5.000 € Verlust). Die negativen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von -5.000 € können mit den positiven Einkünften aus Gewerbebetrieb in Höhe von 20.000 € verrechnet werden (sog. vertikaler Verlustausgleich).
Die Summe der Einkünfte beträgt somit 15.000 €.
Der vertikale Verlustausgleich wird jedoch in einigen Fällen eingeschränkt, z.B. durch § 15a EStG (Verluste bei beschränkter Haftung) und § 15b EStG (Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen).
Bleiben nach horizontalem und vertikalem Verlustausgleich ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte übrig, kann ein Verlustabzug als Verlustrücktrag bzw. Verlustvortrag durchgeführt werden.
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