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Timestamp: 2016-10-22 08:52:14
Document Index: 325535270

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 30', 'Art. 44', 'Art. 30', 'Art. 45', 'Art. 44', 'Art. 337', 'Art. 346', 'BGE', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 44', 'Art. 30', 'Art. 45', 'Art. 132', 'BGE']

C 371/01 (04.06.2002)
A.- Mit Verf�gung vom 3. Oktober 2000 stellte die �ffentliche Arbeitslosenkasse Baselland die 1970 geborene B.________ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit f�r die Dauer von 45 Tagen ab 1. Mai 2000 in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentsch�digung ein.
C.- B.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt sinngem�ss die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und der Einstellungsverf�gung.
1.- Die Beschwerdef�hrerin f�hrt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aus, sie werde "alles weitere (...) auch detailliert bei Gericht zu Protokoll geben". Ob damit um Durchf�hrung einer �ffentlichen und m�ndlichen Verhandlung ersucht wird, kann offen bleiben, da einem entsprechenden Gesuch nicht zu entsprechen w�re. Die von Art. 6 Ziff. 1 EMRK geforderte und in Art. 30 Abs. 3 BV gew�hrleistete �ffentlichkeit der Verhandlung ist prim�r im erstinstanzlichen Rechtsmittelverfahren zu gew�hrleisten (BGE 122 V 54 Erw. 3 mit Hinweisen). Dies ist geschehen, indem die Vorinstanz eine �ffentliche Verhandlung durchgef�hrt hat.
2.- a) Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG), namentlich bei Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV), und die verschuldensabh�ngige Dauer der Einstellung (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 AVIV) sowie die Rechtsprechung zum arbeitslosenversicherungsrechtlichen Begriff des Selbstverschuldens (ARV 1998 Nr. 9 S. 44 Erw. 2b, 1982 Nr. 4 S. 39 Erw. 1a, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
b) Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gem�ss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses aus wichtigen Gr�nden gem�ss Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 OR voraus. Es gen�gt, dass das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur K�ndigung bzw. Entlassung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht m�ssen nicht vorgelegen haben. Das Verhalten der versicherten Person muss jedoch beweism�ssig klar feststehen und bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf nicht bloss auf die Behauptungen des Arbeitgebers abgestellt werden (BGE 112 V 245 Erw. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 Erw. 7b, 1995 Nr. 18 S. 107 Erw. 1; SVR 1996 AlV Nr. 72 S. 220 Erw. 3b/bb). Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach Art. 20 lit. b des �bereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) �ber Besch�ftigungsf�rderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822. 726.8; f�r die Schweiz in Kraft seit dem
17. Oktober 1991, AS 1991 S. 1914) vors�tzlich erfolgt sein (BGE 124 V 236 Erw. 3b; diese Rechtsprechung ist auch im Bereich von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar [Urteil M.
vom 17. Oktober 2000, C 53/00]), wobei Eventualvorsatz gen�gt (Urteil G. vom 26. April 2001, C 380/00).
3.- a) Die Beschwerdef�hrerin arbeitete ab 1. Februar 2000 als Serviceangestellte in der Bar X.________ in Y.________. Mit Schreiben vom 28. April 2000 k�ndigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverh�ltnis per 30. April 2000 und f�gte bei, die K�ndigung erfolge auf Wunsch der Beschwerdef�hrerin.
Diese Behauptung wird auf der Arbeitgeberbescheinigung vom 4. Juli 2000 wiederholt und im Schreiben der Arbeitgeberin an die Vorinstanz vom 5. Februar 2001 nochmals best�tigt. An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 15. November 2001 erkl�rte der als Auskunftsperson vorgeladene Gesch�ftsf�hrer, den Anlass zur K�ndigung habe - neben Beschwerden von G�sten �ber unfreundliches Verhalten der Versicherten - in erster Linie ein Vorfall vom 28. April 2000 geliefert. An diesem Tag sei er morgens um 10 Uhr in die Bar gekommen und habe die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Freund angetroffen. Letzterer sei angetrunken gewesen und er, der Gesch�ftsf�hrer, habe ihn deshalb aus dem Lokal gewiesen. Die Beschwerdef�hrerin selbst sei ebenfalls alkoholisiert gewesen. Darauf angesprochen, habe sie die Schl�ssel hingeworfen und den Arbeitsplatz mit der Bemerkung verlassen, sie sei offenbar nicht mehr erw�nscht.
Die Beschwerdef�hrerin, welche der vorinstanzlichen Hauptverhandlung fernblieb, bestreitet diese Darstellung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde - ebenso wie bereits in einem Schreiben an die Vorinstanz, welches bei dieser am 12. M�rz 2001 eintraf - insofern, als weder sie noch ihr Freund betrunken gewesen seien und sie das Lokal gemeinsam verlassen h�tten, ohne hinausgeworfen zu werden. Zudem habe sie die Schl�ssel nicht hingeworfen, sondern auf die Bar gelegt. Vorg�ngig habe sie gesagt, sie w�rde am liebsten alles "hinschmeissen" und gehen. In der Beschwerde an die Vorinstanz vom 5. Oktober 2000 f�hrte sie zudem aus, sie habe am Telefon, als die K�ndigung besprochen worden sei, gesagt, sie w�rde weiter ihre Arbeit machen, bis sie eine neue Stelle gefunden h�tte. Der Arbeitgeber habe es jedoch f�r besser gehalten, wenn das Arbeitsverh�ltnis per sofort aufgel�st w�rde. Im Schreiben an das kantonale Gericht (Eingang 12. M�rz 2001) erkl�rte die Beschwerdef�hrerin, anl�sslich des Telefongespr�chs gesagt zu haben, sie sei mit einer K�ndigung durch die Arbeitgeberin einverstanden.
b) Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin durch ihr Verhalten am 28. April 2000, insbesondere die Aussage, sie w�rde am liebsten alles "hinschmeissen", die Abgabe der Schl�ssel mit der Bemerkung, sie sei offenbar nicht mehr erw�nscht und das Verlassen des Arbeitsplatzes, der Arbeitgeberin begr�ndeten Anlass zur K�ndigung bot. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie diese Folge zumindest in Kauf nahm. Dies wird best�tigt durch das gleichentags telefonisch erkl�rte Einverst�ndnis mit der - ohne Einhaltung der K�ndigungsfrist erfolgten - K�ndigung. Unter diesen Umst�nden er�brigt sich die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragte Zeugeneinvernahme, da davon keine weiteren relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte daf�r, dass der Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz nicht zumutbar gewesen w�re (vgl. dazu ARV 1989 Nr. 7 S. 89 Erw. 1a mit Hinweisen; Gerhards, Kommentar zum AVIG, Bd. I, N 13 zu Art. 30). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit erfolgte daher zu Recht.
4.- Das kantonale Gericht hat das Verschulden der Beschwerdef�hrerin als schwer qualifiziert und die Einstellungsdauer innerhalb des daf�r vorgesehenen Rahmens von 31 bis 60 Tagen (Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV) auf 45 Tage festgesetzt. Dies ist nach Lage der Akten im Rahmen der Ermessenspr�fung (Art. 132 OG; vgl. BGE 123 V 152 Erw. 2 mit Hinweisen) nicht zu beanstanden.