Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FGPrax%202011,%20235
Timestamp: 2019-12-12 15:44:14
Document Index: 284365850

Matched Legal Cases: ['§ 2', 'Art 111', '§ 56', '§ 56', '§ 75', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 1960', '§ 1960', '§ 1960', '§ 2', '§ 1836']

KG, 05.04.2011 - 1 W 518/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,11190
KG, 05.04.2011 - 1 W 518/10 (https://dejure.org/2011,11190)
KG, Entscheidung vom 05.04.2011 - 1 W 518/10 (https://dejure.org/2011,11190)
KG, Entscheidung vom 05. April 2011 - 1 W 518/10 (https://dejure.org/2011,11190)
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§ 2 S 1 VBVG, Art 111 Abs 1 FGG-RG, § 56g Abs 5 S 2 FGG, § 56g Abs 7 FGG, § 75 S 1 FGG
Vergütung des Nachlasspflegers: Anforderungen an die Geltendmachung des Vergütungsanspruchs innerhalb der 15-Monats-Frist
Kein Erlöschen von Vergütungsansprüchen seitens des Nachlasspflegers im Fall der Berufspflegschaft bei fristwahrender Geltendmachung der Ansprüche; Wahrung der Ausschlussfrist für die Geltendmachung der Vergütung des Nachlasspflegers durch Übersendung der Handakte
AG Berlin-Schöneberg, 27.04.2007 - 61 VI 5001/04
LG Berlin, 17.11.2010 - 87 T 343/07
FGPrax 2011, 235
Rpfleger 2011, 605
Welche inhaltlichen Anforderungen § 2 Satz 1 VBVG an die fristgemäße Geltendmachung stellt, lässt sich weder dem Gesetzeswortlaut noch den Gesetzesmaterialien entnehmen (vgl. KG FGPrax 2011, 235, 236; OLG Hamm FGPrax 2009, 161, 162).
Auch wenn das Nachlassgericht nicht gehalten ist, auf Grund seiner allgemeinen Beratungspflicht rechtzeitig auf die Folgen einer verspäteten Antragstellung hinzuweisen, und insbesondere von einem berufsmäßig tätigen Nachlasspfleger die Kenntnis der für die Anmeldung von Vergütungs- und Aufwendungsersatzansprüchen geltenden gesetzlichen Fristen und der mit deren Ablauf verbundenen Rechtsfolgen erwartet werden kann (KG FGPrax 2011, 235, 236 m.w.N.), hindert dies im Einzelfall nicht die Annahme eines Vertrauenstatbestands zugunsten eines mit Blick auf § 2 VBVG säumigen Nachlasspflegers.
Welche inhaltlichen Anforderungen § 2 Satz 1 VBVG an die fristgemäße Geltendmachung stellt, lässt sich weder dem Gesetzeswortlaut noch den Gesetzesmaterialien entnehmen (BGH, Beschluss vom 24. Oktober 2012, IV ZB 13/12, juris; KG, FGPrax 2011, 235 [236]; OLG Hamm, FGPrax 2009, 161 [162]).
Das Nachlassgericht ist nicht gehalten, aufgrund seiner allgemeinen Beratungspflicht rechtzeitig auf die Folge einer verspäteten Antragstellung hinzuweisen (OLG Köln, Beschl. v. 30.1.2013 - 2 Wx 265/12 - zitiert nach juris; KG, FGPrax 2011, 235 jew. m.w.N.).
Die Unkenntnis der Rechtspflegerin vermag aber die Unkenntnis der Beteiligten nicht zu entschuldigen und ihren Antrag zum Erfolg zu verhelfen, weil von einer berufsmäßig tätigen Nachlasspflegerin, die dazu noch Rechtsanwältin ist, die Kenntnis der für die Anmeldung von Vergütungs- und Aufwendungsersatz-ansprüchen geltenden gesetzlichen Fristen und der mit deren Ablauf verbundenen Rechtsfolgen erwartet werden kann (…BGH a.a.O.; KG a.a.O. und Rpfleger 2011, 605), eines Hinweises des Nachlassgerichts bedarf es nicht (OLG Köln FamRZ 2013, 1837).
Da kein schutzwürdiges Interesse des Erben besteht, dass der Nachlasspfleger Leistungen zu einem besonders günstigen Stundensatz erbringt, ist der Stundensatz regelmäßig so zu bemessen, dass der Rechtsanwalt eine kostendeckende Vergütung erhält (…vgl. Palandt-Weidlich, 71. Aufl., 2012, § 1960, Rn. 23;… Burandt/Rojahn, ErbR, 2011, § 1960, Rn. 55;… MünchKomm-Leipold, BGB, 5. Aufl., 2010, § 1960, Rn. 73 ff;… Zimmermann, Die Nachlasspflegschaft, 2. Aufl., 2009, Rn. 784;… Jochum/Pohl, Nachlasspflegschaft, 3. Aufl., 2006, Rn. 837 ff; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 25.9.2012, Az. 3 Wx 308/11 = MDR 2012, 1471; Schleswig-Holsteinisches OLG, Beschluss vom 7.5.2012, Az. 3 Wx 113/11 = MDR 2012, 187; KG Berlin, Beschluss vom 5.4.2011, 1 W 518/10 = Rpfleger 2011, 605; OLG Hamm, Beschluss vom 13.1.2011, 15 W 632/10 = MDR 2011, 609; Brandenburgisches OLG, Beschluss vom 27.9.2010, Az. 6 Wx 2/10 = FamRZ 2011, 926; LG München II, Beschluss vom 8.2.2008, Az. 6 T 186/08, zitiert nach juris).
Grundsätzlich unzureichend ist deshalb die pauschale Anmeldung von Ansprüchen, die überhaupt keine Prüfung der Vergütungshöhe ermöglicht (OLG Hamm, FGPrax 2009, 161, 162; Senat, Beschluss vom 5. April 2011 - 1 W 518/10 - FGPrax 2011, 235, 236;… Wagenitz, in Münchener Kommentar, BGB, 5. Aufl., § 2 VBVG, Rdn. 3;… Bettin, in: BeckOK, BGB, 2012, § 1836, Rdn. 20).