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Timestamp: 2016-10-26 02:18:24
Document Index: 4939686

Matched Legal Cases: ['Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 132', 'Art. 132', 'Art. 132', 'Art. 114', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 28', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 21', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 21', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 156', 'Art. 135', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

I 1048/06 (13.12.2007)
I 1048/06
A.________, 1975, Beschwerdef�hrerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Vonesch, Sempacherstrasse 6, 6003 Luzern
Die 1975 geborene A.________ ist gelernte Verk�uferin und arbeitete seit 1. Mai 1999 als Serviceangestellte bei der Q.________. Am 14. Mai 1999 zog sie sich bei einem Autounfall eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) zu. Am 15. M�rz 2000 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Bern holte diverse Arztberichte sowie ein psychiatrisches/neuropsychologisches Gutachten des Spitals X.________, Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS), vom 16. Oktober 2000 ein. Mit Verf�gungen vom 22. Januar/2. April/8. Oktober 2001 und 3. Juni 2002 gew�hrte die IV-Stelle der Versicherten berufliche Massnahmen in Form einer Ausbildung zur Farbberaterin (Aura Soma). Seit November 2001 arbeitete die Versicherte zu ca. 40 % wieder als Serviceangestellte. Die IV-Stelle zog ein internistisches/rheumatologisches/psychiatrisches Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ vom 3. Oktober 2003 bei. Mit Verf�gung vom 12. November 2003 verneinte sie den Rentenanspruch. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 26. Februar 2004 ab, da der Versicherten innerhalb der n�chsten sechs Monate eine Steigerung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit auf 100 % zumutbar sei.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern ab, soweit es darauf eintrat (Entscheid vom 8. November 2006).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Versicherte die Aufhebung des kantonalen Entscheides und R�ckweisung der Sache zur Neupr�fung an das kantonale Gericht bzw. an die IV-Stelle; eventuell seien ihr medizinische Leistungen, Hilfsmittel sowie eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Ferner verlangt sie die unentgeltliche Rechtspflege f�r das letztinstanzliche Verfahren.
1.3 Es ist aufgrund der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu pr�fen, ob der angefochtene Gerichtsentscheid in der Anwendung der massgeblichen materiell- und beweisrechtlichen Grundlagen Bundesrecht verletzt (Art. 104 lit. a OG), einschliesslich einer allf�lligen rechtsfehlerhaften Tatsachenfeststellung (Art. 105 Abs. 2 OG). Hingegen hat eine freie �berpr�fung des vorinstanzlichen Entscheides in tats�chlicher Hinsicht (alt Art. 132 lit. b OG) ebenso zu unterbleiben wie eine Pr�fung der Ermessensbet�tigung (alt Art. 132 lit. a OG) nach den Grunds�tzen zur Angemessenheitskontrolle. Auch besteht (entgegen alt Art. 132 lit. c OG) Bindung an die Parteiantr�ge, handelt es sich doch nicht um eine Abgabestreitigkeit (Art. 114 Abs. 1 OG; BGE 132 V 393 E. 2.2 S. 396 mit Hinweis).
Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 sowie bis 31. Dezember 2003 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkten auf die neuen Normen des ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) bzw. der 4. IV-Revision (in Kraft seit 1. Januar 2004) und deren Ausf�hrungsverordnungen abzustellen ist (BGE 130 V 445 ff.). Weiter hat sie die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 IVG), die Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2003 g�ltig gewesenen sowie in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung), den Beginn des Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG), die Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261), den im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) sowie den Beweiswert von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U 571/06) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt zur Selbsteingliederung als Teil der allgemeinen Schadenminderungspflicht der versicherten Person (BGE 127 V 294 E. 4b/cc S. 497 f. mit Hinweisen). Richtig ist auch, dass die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeitsunf�higkeit (Art. 6), der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7), der Invalidit�t (Art. 8) und der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16) den bisherigen von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung entsprechen (BGE 130 V 343 ff.), woran die 4. IV-Revision nichts ge�ndert hat. Darauf wird verwiesen.
Die aufgrund von medizinischen Untersuchungen gerichtlich festgestellte Arbeits(un)f�higkeit ist Entscheidung �ber eine Tatfrage. Analoges gilt auch f�r die Frage, ob sich eine Arbeits(un)f�higkeit in einem bestimmten Zeitraum ver�ndert hat. Tatfrage ist weiter, in welchem Umfang eine versicherte Person vom funktionellen Leistungsverm�gen und vom Vorhandensein bzw. von der Verf�gbarkeit psychischer Ressourcen her eine (Rest-)Arbeitsf�higkeit aufweist und ihr die Aus�bung entsprechend profilierter T�tigkeiten zumutbar ist, es sei denn, andere als medizinische Gr�nde st�nden der Bejahung der Zumutbarkeit im Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Weise entgegen. Soweit die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen auf die allgemeine Lebenserfahrung gest�tzt wird, geht es um eine Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.). Die konkrete Beweisw�rdigung stellt eine Tatfrage dar. Dagegen ist die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.; Urteile I 843/06 vom 12. Oktober 2007, E. 4, und I 110/07 vom 25. Juni 2007, E. 4.2.2, je mit Hinweisen).
4.1.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. R.________, Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 16. April 2000 ein posttraumatisches Zervikalsyndrom. Eine Chronifizierung bestehe bereits. In den zuletzt ausge�bten T�tigkeiten als Serviceangestellte und Verk�uferin sei die Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunf�hig. Die bisherige Arbeit sei nicht mehr zumutbar. Die Versicherte m�sse umgeschult werden. Danach sei eine Wiederaufnahme der Erwerbst�tigkeit zu erhoffen, falls eine geeignete Arbeit gefunden werden k�nne.
4.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2000 wurde ein Beschwerdebild nach cranio-zervikalem Beschleunigstrauma im Mai 1999 diagnostiziert. Mit der jetzigen alternativen Therapie (Akupressur, Farbtherapie) sei es zu einer deutlichen Besserung gekommen; entsprechend sollten diese Massnahmen noch etwa sechs bis acht Wochen fortgef�hrt werden. Sollte es dann zu einer befriedigenden Beschwerdeverbesserung kommen, w�re eine schrittweise berufliche Reintegration sinnvoll. Andernfalls w�re eine station�re Rehabilitation mit medizinisch-medikament�ser Schmerztherapie, physikalischen Massnahmen und einem psychologischen Schmerzbew�ltigungsprogramm sinnvoll; je nach Verlauf w�re auch ein neuropsychologisches Leistungstraining erw�genswert. Erst danach bzw. nach Absch�tzung dieser therapeutischen M�glichkeiten w�rden sich berufliche Massnahmen empfehlen. Als Verk�uferin sei die Arbeitsf�higkeit etwa mit 25 % einzusch�tzen. Als Serviertochter sei von einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit auszugehen; allenfalls k�nnte nach Durchf�hrung geeigneter Massnahmen eine erh�hte Arbeitsf�higkeit erreicht werden. F�r eine angepasste T�tigkeit sollte im Anschluss an die medizinischen Massnahmen das erreichbare Leistungsniveau/Profil durch eine berufliche Abkl�rung ermittelt werden.
4.1.3 Die Medizinische Begutachtungsstelle Y.________ stellte im polydisziplin�ren Gutachten vom 3. Oktober 2003 folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit: Status nach HWS-Distorsion am 14. Mai 1999; persistierende parazervikale und Schulterg�rtel-Beschwerden beidseits bei global muskul�rer Insuffizienz, Dekonditionierung und Trainingsmangel, muskul�rer Dysbalance mit Streckhaltung und Kyphosierung C4-C6, Schwindelbeschwerden und intermittierender Nausea, anamnestisch testpsychologisch kognitiven Defiziten. Nach dem Unfall sei die Versicherte zeitweise zu 100 % arbeitsunf�hig gewesen. Diesbez�glich werde auf die Zeugnisse des Dr. med. R.________ vom 18. Mai und 3. August 1999 verwiesen. Im MEDAS-Gutachten vom 12. (recte 16.) Oktober 2000 werde die Gesamtarbeitsf�higkeit ab 1. Januar 2000 auf 25 % gesch�tzt. In Anbetracht des Berichts des Dr. med. O.________, Facharzt FMH f�r Innere Medizin, vom 4. Juni 2002, wonach die Versicherte in Ruhe und bei k�rperlicher Schonung beschwerdefrei sei und bei k�rperlicher Anstrengung unter l�ngeren Arbeiten in gleicher K�rperhaltung ziehende Schmerzen im HWS-Bereich entst�nden, sch�tzten sie ab diesem Zeitpunkt die Arbeitsf�higkeit auf 50 %. Im Zeugnis vom 4. November 2002 schreibe Dr. med. O.________, die Arbeitsunf�higkeit als Serviceangestellte betrage 100 %. Sie s�hen aufgrund der Unterlagen nicht, weshalb sich die Arbeitsf�higkeit in der Zwischenzeit verschlechtert haben sollte und glaubten, dass bis zum heutigen Tag die diesbez�gliche Arbeitsf�higkeit 50 % betragen habe. Jetzt sei eine Rekonditionierung angezeigt; sie s�hen keine invalidit�tsrelevante dauernde berufliche Einschr�nkung. Die Therapie sei nicht ausgesch�pft. F�r die erfolgreiche Wiedereingliederung werde eine rheumatologische Behandlung der parazervikalen und Schulterg�rtelbeschwerden als wichtig erachtet. Sie w�rden f�r drei Monate ein physiotherapeutisch kontrolliertes Trainingsprogramm f�r Kraft- und Konditionsausdauer empfehlen. Wesentlich sei, dass diese Aktivierung relevant zunehme, da sonst die Gefahr bestehe, dass der Residualzustand verbleibe. F�r diese Behandlung sei ein Zentrum bzw. eine Person einzusetzen, die sich in der Behandlung von HWS-Distorsionstraumen und Behandlung von zervikocephalen Syndromen mit Dekonditionierung auskenne. Bez�glich der jetzt h�chstens noch geringen kognitiven Defizite w�rden sie empfehlen, im Verlauf der n�chsten sechs Monate eine Kontrolluntersuchung durchzuf�hren; dies sei bei ihnen nicht m�glich gewesen. Innerhalb der n�chsten sechs Monate sei f�r die Versicherte theoretisch eine 100%ige Arbeitsf�higkeit erreichbar. Die jetzt 40%ige Arbeitsf�higkeit als Serviertochter sei schrittweise auf 50 % und 75 % anzuheben; in der T�tigkeit als Verk�uferin w�re eine Steigerung der Arbeitsf�higkeit von jetzt 40 % �ber 50 %, 60 % und 70 % in ca. dreimonatlichen Abst�nden m�glich. Dabei bleibe noch 25 % Zeit f�r die momentane Zusatzausbildung als Farbtherapeutin.
4.2 Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, gem�ss dem Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ vom 3. Oktober 2003 sei es der Versicherten zumutbar, im Rahmen der Selbsteingliederung durch ein Trainingsprogramm ihren Gesundheitszustand soweit zu verbessern, dass sie in ihrer angestammten T�tigkeit wieder zu 100 % arbeitsf�hig sei. Damit habe im Zeitpunkt der Begutachtung der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ keine rentenbegr�ndende Invalidit�t vorgelegen. Der Dekonditionierung komme keine invalidisierende Wirkung zu. Aufgrund der Schadenminderungspflicht sei es der Versicherten zumutbar, die empfohlenen Massnahmen zur Selbsteingliederung zu treffen. Ob sie allenfalls Anspruch auf medizinische Eingliederungsmassnahmen habe, sei nicht Verfahrensgegenstand. In der MEDAS-Expertise vom 16. Oktober 2000 sei zwar die aktuelle Arbeitsunf�higkeit als Verk�uferin auf 75 % und als Serviertochter auf 100 % gesch�tzt worden; es sei jedoch dargelegt worden, durch medizinische und berufliche Massnahmen sei eine schrittweise Reintegration in der angestammten T�tigkeit erzielbar. Auch wenn sich das MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2000 nicht zur Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit ge�ussert habe, k�nne aufgrund der sich zwischen den Jahren 2000 und 2003 nicht wesentlich ver�nderten Befunde geschlossen werden, dass bereits ab 2000 (Ablauf des Wartejahres) kein rentenbegr�ndender invalidisierender Gesundheitszustand bestanden habe. Dies werde gest�tzt durch den Bericht des Dr. med. R.________ vom 16. April 2000, worin er einen station�ren Zustand attestiert und f�r die Wiederaufnahme der Erwerbst�tigkeit nach einer Umschulung eine g�nstige Prognose gestellt habe, mithin bereits im Fr�hjahr 2000 davon ausgegangen sei, dass keine Gr�nde ersichtlich seien, die gegen die Wiederaufnahme einer Verweisungst�tigkeit spr�chen. Der Rentenanspruch sei somit zu Recht verneint worden.
In formeller Hinsicht bringt die Versicherte gegen das Gutachen der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ vom 3. Oktober 2003 vor, PD Dr. med. M.________, der es unterschrieben habe, sei Spezialist f�r Innere Medizin und somit nicht geeignet, �ber HWS-Distorsionstraumata Aussagen zu machen. Dieses Vorbringen ist nicht stichhaltig, da das Gutachten unter Mitwirkung des Rheumatologen Dr. med. J.________ und des Psychiaters Dr. med. L.________ erstattet wurde. Dass die Gutachter der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ in dieser Zusammensetzung f�r die Beurteilung des Gesundheitsschadens der Versicherten fachlich nicht kompetent seien, wird nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Unbehelflich ist der weitere Einwand der Versicherten, die Begutachter verf�gten nicht �ber eine spezialisierte Gutachterausbildung, sondern lediglich �ber die "normale FMH Spezialarztspezialisierung".
6.1 Der Rentenanspruch kann grunds�tzlich nicht entstehen, bevor Eingliederungsmassnahmen gepr�ft und gegebenenfalls durchgef�hrt wurden. Die Verwaltung ist daher in der Regel gehalten, vor dem Rentenentscheid den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen abzukl�ren (Art. 7 und Art. 16 ATSG; BGE 126 V 241 E. 5 S. 243; nicht publ. E. 4a des Urteils BGE 122 V 218 [AHI 1997 S. 36]; AHI 2001 S. 152 E. 3b, I 201/00; Urteil I 22/05 vom 6. Juni 2006, E. 7.1.1).
6.2 Nach dem Grundsatz der Selbsteingliederung hat die versicherte Person von sich aus das ihr Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsf�higkeit beizutragen, in erster Linie durch Aussch�pfung s�mtlicher medizinischer Behandlungs- und weiterer therapeutischer M�glichkeiten. Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsf�higkeit oder eine neue Erwerbsm�glichkeit verspricht, oder tr�gt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so k�nnen ihr gem�ss Art. 21 Abs. 4 ATSG die Leistungen vor�bergehend oder dauernd gek�rzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzur�umen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr f�r Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Nimmt die versicherte Person die Schadenminderungspflicht im Rahmen des ihr objektiv und subjektiv Zumutbaren wahr, indem sie beispielsweise vom verf�gbaren medizinischen Angebot Gebrauch macht, und wird dadurch eine voraussichtlich dauernde Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit erreicht, stellt dies gegebenenfalls einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. BGE 127 V 294 E. 4b/cc S. 298 mit Hinweisen; erw�hntes Urteil I 22/05, E. 7.1.2).
6.3 Nach der Rechtsprechung ist dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versicherte Person als arbeitsunf�hig erkl�rt, aber gleichzeitig festh�lt, dass nach durchgef�hrter erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsf�higkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch auf eine Rente f�r die zur�ckliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende Erwerbsunf�higkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tats�chlich behoben oder in einer f�r den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte. Der gleiche Grundsatz hat auch hinsichtlich der Massnahmen der Selbsteingliederung zu gelten, so lange solche noch nicht durchgef�hrt sind und noch keine Aufforderung zur Mitwirkung im Sinne von Art. 31 Abs. 1 IVG (in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002) bzw. nunmehr Art. 21 Abs. 4 ATSG erfolgt ist (nicht publ. E. 5a des Urteils BGE 122 V 218 [AHI 1997 S. 36]; erw�hntes Urteil I 22/05, E. 7.1.3).
7.1.1 Die Argumentation der Vorinstanz, die Versicherte sei ab Fr�hjahr 2000 bis zur Begutachtung der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ (3. Oktober 2003) in einer angepassten Verweisungst�tigkeit voll arbeitsf�hig gewesen (E. 4.2 hievor), ist offensichtlich unzutreffend. Gem�ss dem vorinstanzlich zitierten Bericht des Dr. med. R.________ vom 16. April 2000 war sie in der angestammten Arbeit als Verk�uferin/Serviceangestellte zu 100 % arbeitsunf�hig; f�r die erhoffte Wiederaufnahme der Arbeit forderte er eine Umschulung, �usserte sich aber nicht zum Grad der Arbeitsf�higkeit nach einer solchen Massnahme (E. 4.1.1 hievor). Laut dem vorinstanzlich angerufenen MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2000 war die Versicherte als Verk�uferin zu etwa 75 % und als Serviertochter zu 100 % arbeitsunf�hig; die Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit sollte im Anschluss an medizinische Massnahmen durch eine berufliche Abkl�rung ermittelt werden (E. 4.1.1 hievor). Die Medizinische Begutachtungsstelle Y.________ gab im Gutachten vom 3. Oktober 2003 an, es sei immer schwierig, lediglich aufgrund der Akten retrospektiv zur Arbeitsf�higkeit Stellung zu nehmen, da man diesbez�glich lediglich auf die Akten angewiesen sei. Es �usserte sich r�ckwirkend einzig zur Arbeitsunf�higkeit in der angestammten Arbeit als Serviceangestellte (100 % bis Ende 1999, 75 % ab 1. Januar 2000, 50 % ab 4. Juni 2002 bis 3. Oktober 2003), nicht aber zur Arbeitsf�higkeit in einer angepassten Verweisungst�tigkeit in der Zeit bis 3. Oktober 2003. Zudem sind die diesbez�glichen Angaben der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ insofern widerspr�chlich, als einerseits gesagt wurde, man glaube, die Arbeitsf�higkeit als Serviertochter betrage ab 4. Juni 2002 50 %, an anderer Stelle des Gutachtens aber ausgef�hrt wurde, sie betrage jetzt 40 % (vgl. E. 4.1.3 hievor).
7.1.2 Gem�ss dem Gutachten der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ vom 3. Oktober 2003 wurde f�r die erfolgreiche Wiedereingliederung im Rahmen einer schrittweisen Steigerung der Arbeitst�tigkeit eine rheumatologische Behandlung der parazervikalen und Schulterg�rtelbeschwerden als wichtig erachtet; empfohlen wurde ein dreimonatiges physiotherapeutisch kontrolliertes Trainingsprogramm f�r Kraft- und Konditionsausdauer mit einer hief�r spezialisierten Person oder Einrichtung, da die Therapie nicht ausgesch�pft sei (E. 4.1.3 hievor). Dass die Versicherte in korrekter Anwendung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens zur Durchf�hrung der von der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ empfohlenen Eingliederungsmassnahmen aufgefordert worden w�re (vgl. E. 6.3 hievor; erw�hntes Urteil I 22/05, E. 7.2.2), wird von der Verwaltung nicht vorgebracht und geht nicht aus den Akten hervor. Gleiches gilt auch f�r die von Dr. med. R.________ am 16. April 2000 und von der MEDAS am 16. Oktober 2000 angef�hrten Eingliederungsmassnahmen (E. 4.1.1 f. und E. 7.1.1 hievor).
Weiter ist entgegen der vorinstanzlichen Auffassung nicht erstellt, dass die Versicherte bis zum massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (26. Februar 2004; BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) auch ohne die �rztlich verlangten Eingliederungsmassnahmen in ihrer angestammten T�tigkeit zu 100 % arbeitsf�hig geworden w�re. Vielmehr legte Dr. med. O.________ im Bericht vom 10. Mai 2004 dar, die Versicherte sei bei einem Restzustand eines pseudo-neurasthenischen Syndroms nach HWS-Trauma und anamnestisch testpsychologisch kognitiven Defiziten in ihrer bisherigen T�tigkeit als Serviceangestellte nie mehr zu 100 % arbeitsf�hig gewesen. Das Spital X.________ f�hrte aufgrund der (auch von der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ am 3. Oktober 2003 zur Durchf�hrung empfohlenen) neuropsychologischen Untersuchung im Bericht vom 5. Juni 2005 aus, im Vergleich zu entsprechenden Altersnormen zeigten sich Minderleistungen von Exekutivfunktionen unklarer Ursache (Handlungsplanung/Probleml�sen, Aufmerksamkeit, vorschnell-hastige Arbeitsweise, verminderte Leistungsbeurteilung und -kontrolle); die Versicherte berichte zudem �ber eine erh�hte Em�dbarkeit; zur Arbeits(un)f�higkeit wurde in diesem Bericht nicht Stellung genommen. Der Chiropraktor Dr. E.________, bei dem die Versicherte seit 8. Oktober 2004 in Behandlung war, gab im Bericht vom 5. Juni 2005 an, eine theoretische Arbeitsf�higkeit m�sse als reduziert beurteilt werden; er w�rde zurzeit eine maximale Arbeitsf�higkeit von 40 bis 50 % attestieren.
Die Berichte des Dr. med. O.________ vom 10. Mai 2004 und des Dr. E.________ vom 5. Juni 2005 k�nnen indessen f�r sich allein nicht als massgebend gelten, da behandelnde �rzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353; Urteil I 33/06 vom 9. Januar 2007, E. 6.3); zudem machte Dr. med. O.________ am 10. Mai 2004 keine rechtsgen�glichen Angaben zur Arbeitsunf�higkeit. Auf den Berich der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________ vom 15. November 2005, wonach keine unfallbedingten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen mehr vorl�gen und der Versicherten diesbez�glich alle K�rperbelastungen/Verrichtungen/ Arbeiten m�glich seien, kann auch nicht abgestellt werden, da die Versicherte in diesem Rahmen nicht nochmals untersucht wurde.
7.2 Nach dem Gesagten enth�lt der vorinstanzliche Entscheid nicht f�r den gesamten relevanten Zeitraum rechtsgen�gliche Feststellungen zur Arbeits(un)f�higkeit, welchen mit Blick auf Art. 105 Abs. 2 OG Verbindlichkeit beigemessen werden kann. Der Sachverhalt l�sst sich diesbez�glich auch nicht gest�tzt auf die Akten vervollst�ndigen (vgl. Urteil I 785/06 vom 31. Oktober 2007, E. 7.2 mit Hinweis). Die Sache ist demnach an die Verwaltung zur�ckzuweisen, damit sie in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes die Arbeits(un)f�higkeit der Versicherten rechtsgen�glich abkl�re, n�tigenfalls in Beachtung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG die erforderlichen Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 3 IVG) anordne und hernach - auch f�r die Zeit vor dem 3. Oktober 2003 (Begutachtung der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________) - �ber den Rentenanspruch neu verf�ge (E. 6 hievor; nicht publ. E. 4c und 6 des Urteils BGE 122 V 218 [AHI 1997 S. 36]; erw�hntes Urteil I 22/05, E. 7.2.2; Urteil I 633/05 vom 3. Januar 2006, E. 4.2.4).
Anzuf�gen ist Folgendes: Nur ausnahmsweise darf von der �rztlich gesch�tzten Arbeits(un)f�higkeit ohne weiteres auf einen entsprechenden Invalidit�tsgrad geschlossen werden. Dies trifft beispielsweise bei vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit der versicherten Person zu. Eine genaue Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen er�brigt sich zum Beispiel auch, wenn sie ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen sind. Diesfalls entspricht der Invalidit�tsgrad dem Grad der Arbeitsunf�higkeit unter Ber�cksichtigung eines allf�lligen Abzugs vom Tabellenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; Urteil I 33/06 vom 9. Januar 2007, E. 4.2.2; erw�hntes Urteil I 22/05, E. 4.3.2). Demnach ist es bundesrechtswidrig, wenn die Vorinstanz f�r die Zeit ab Fr�hjahr 2000 bis 3. Oktober 2003 (Begutachtung der Medizinischen Begutachtungsstelle Y.________) argumentierte, aus der vollen Arbeitsf�higkeit in einer angepassten Verweisungst�tigkeit nach einer Umschulung k�nne geschlossen werden, dass bei der Versicherten kein invalidisierender Gesundheitsschaden bestanden habe (E. 4.2 und 7.1.1 hievor). Denn wenn erst nach einer Umschulung eine angepasste Verweisungst�tigkeit zumutbar ist, berechnen sich Validen- und Invalideneinkommen nicht von vornherein nach demselben Tabellenlohn.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 134 Satz 2 OG in der vom 1. Juli bis 31. Dezember 2006 g�ltig gewesenen Fassung). Die Gerichtskosten sind der unterliegenden IV-Stelle aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG). Die Beschwerdef�hrerin hat Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 135 OG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235), weshalb ihr Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung gegenstandslos ist.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. November 2006 und der Einspracheentscheid der IV-Stelle Bern vom 26. Februar 2004 werden aufgehoben. Die Sache wird an die IV-Stelle Bern zur�ckgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Leistungsanspruch neu verf�ge.