Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BAG_15_12_2009_9_AZR_887_08_Ermittlung_der_Hoehe_des_Urlaubs-d3942023.html
Timestamp: 2016-12-10 22:37:41
Document Index: 358443273

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 1', '§ 3', '§ 11', '§ 13', '§ 611', '§ 14', '§ 1', '§ 11', '§ 13', '§ 11', '§ 3', '§ 13', '§ 1', '§ 611', '§ 11']

BAG, 15.12.2009 - 9 AZR 887/08 - Ermittlung der Höhe des Urlaubsentgelts; Berücksichtigung der Gesamtheit tariflicher Regelungen; Grenzen tarifvertraglicher Abweichungen von § 11 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) | Urteile auf anwalt24.de
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BAG, 15.12.2009 - 9 AZR 887/08 - Ermittlung der Höhe des Urlaubsentgelts; Berücksichtigung der Gesamtheit tariflicher Regelungen; Grenzen tarifvertraglicher Abweichungen von § 11 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG)
BundesarbeitsgerichtUrt. v. 15.12.2009, Az.: 9 AZR 887/08Gericht: BAGEntscheidungsform: UrteilDatum: 15.12.2009Referenz: JurionRS 2009, 33078Aktenzeichen: 9 AZR 887/08 Verfahrensgang:vorgehend:LAG Bremen - 07.10.2008 - AZ: 1 Sa 89/08ArbG Bremen-Bremerhaven - 29.04.2008 - AZ: 3 Ca 3355/07Rechtsgrundlagen:§ 1 BUrlG§ 3 BUrlG§ 11 Abs. 1 BUrlG§ 13 Abs. 1 BUrlG§ 611 Abs. 1 BGB§ 14 Nr. 4 Manteltarifvertrag für die gewerblichen Arbeitnehmer der Firma Schweißtechnik Düsseldorf GmbH & Co. KG (Betriebsstätte Bremen)Fundstellen:ArbR 2010, 17ArbRB 2010, 1 (Pressemitteilung)ArbRB 2010, 134AuA 2010, 614AuA 2010, 115AuR 2010, 48AuR 2010, 225AUR 2010, 48AUR 2010, 225BB 2010, 51-52 (Pressemitteilung)BB 2010, 1601-1602BBK 2010, 588-589EzA-SD 26/2009, 4-5 (Pressemitteilung)EzA-SD 6/2010, 10FA 2010, 189FA 2010, 60-61 (Pressemitteilung)JR 2011, 137-138LGP 2010, 22NWB 2010, 177NWB direkt 2010, 63NZA-RR 2011, 224Personal 2010, 54PERSONALmagazin 2010, 66schnellbrief 2010, 7schnellbrief 2010, 3 (Pressemitteilung)StuB 2010, 332ZTR 2010, 251-252Orientierungssatz:1. Nach § 1 BUrlG haben Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Bei der Ermittlung der Höhe des Urlaubsentgelts sind alle im gesetzlichen Referenzzeitraum der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn gezahlten laufenden Vergütungsbestandteile mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes - zu berücksichtigen (§ 11 Abs. 1 BUrlG). Dies beinhaltet auch laufende Prämien.2. Die Tarifvertragsparteien sind gemäß § 13 Abs. 1 BUrlG berechtigt, auch zuungunsten der Arbeitnehmer von § 11 BUrlG abzuweichen. Sie sind frei, jede ihnen als angemessen erscheinende Berechnungsmethode zu wählen und zu pauschalieren. Es muss jedoch hinsichtlich des gesetzlichen Mindesturlaubsanspruchs (§ 3 BUrlG) sichergestellt sein, dass der Arbeitnehmer ein Urlaubsentgelt erhält, wie er es bei Weiterarbeit ohne Urlaubsgewährung voraussichtlich hätte erwarten können.3. Dabei ist abstrakt darauf abzustellen, ob die Gesamtheit der tariflichen Regelungen, die die Höhe des Urlaubsentgelts bestimmen (Zeit- und Geldfaktor), die Grenzen des § 13 Abs. 1 iVm. § 1 BUrlGüberschreitet. Nicht einzubeziehen in diesen abstrakten Günstigkeitsvergleich sind über das BUrlG hinaus gewährte zusätzliche Leistungen, wie zB ein zusätzliches Urlaubsgeld oder eine überschließende Anzahl von Urlaubstagen.4. Haben die Tarifvertragsparteien ihren Regelungsspielraum überschritten (hier: Herausnahme laufender Prämien ohne angemessene Kompensation), so bestimmt sich der Urlaubsentgeltanspruch des Arbeitnehmers für den gesetzlichen Mindesturlaub nach § 611 Abs. 1 BGB iVm. § 11 Abs. 1 BUrlG.In SachenKläger, Berufungskläger und Revisionskläger,pp.Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,hat der Neunte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 15. Dezember 2009 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Düwell, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Gallner, den Richter am Bundesarbeitsgericht Reinfelder sowie die ehrenamtlichen Richter Faltyn und Dr. Starke für Recht erkannt:Tenor:Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Bremen vom 7. Oktober 2008 - 1 Sa 89/08 - aufgehoben.Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisionsverfahrens - an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen.Von Rechts wegen!
BAG, 15.12.2009BAG, 15.12.2009