Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=06.10.1989&Aktenzeichen=4%20CB%2023.89
Timestamp: 2019-10-16 11:04:50
Document Index: 142150638

Matched Legal Cases: ['§ 54', '§ 54', '§ 54', '§ 138', '§ 138', '§ 173', '§ 318', '§ 54', '§ 54', '§ 54', '§ 54']

BVerwG, 06.10.1989 - 4 CB 23.89 - dejure.org
https://dejure.org/1989,711
BVerwG, 06.10.1989 - 4 CB 23.89 (https://dejure.org/1989,711)
BVerwG, Entscheidung vom 06.10.1989 - 4 CB 23.89 (https://dejure.org/1989,711)
BVerwG, Entscheidung vom 06. Januar 1989 - 4 CB 23.89 (https://dejure.org/1989,711)
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Baugenehmigung - Anfechtung - Ehrenamtlicher Richter - Ablehnung - Befangenheitsgrund
VG Schleswig, 28.01.1987 - 2 A 9/84
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 29.11.1988 - 1 A 51/87
NJW 1990, 1865 (Ls.)
MDR 1990, 397
NVwZ 1990, 460
DVBl 1990, 383
BVerwG, 19.08.2004 - 4 C 16.03
Einvernehmen; gemeindliches -; Einvernehmenserfordernis; Versagung des …
Es entspricht ständiger Rechtsprechung des Senats, dass die Vorschrift nach ihrem Wortlaut sowie ihrem Sinn und Zweck, die gemeindliche Planungshoheit zu sichern, zwei verschiedene Willensträger voraussetzt und das Einvernehmen daher jedenfalls dann entbehrlich ist, wenn in der Gemeinde die Funktionen der Baugenehmigungsbehörde und des Planungsträgers in ein und derselben Behörde gebündelt sind (vgl. Urteil vom 6. Dezember 1967 - BVerwG 4 C 94.66 - BVerwGE 28, 268 ; Beschluss vom 16. Dezember 1969 - BVerwG 4 B 121.69 - DÖV 1970, 349 ; Urteil vom 21. Juni 1974 - BVerwG 4 C 17.72 - BVerwGE 45, 207 ; Beschluss vom 6. Oktober 1989 - BVerwG 4 CB 23.89 - Buchholz 310 § 54 VwGO Nr. 42).
Der vom Gesetzgeber bewusst als Befangenheits- und nicht als Ausschlussgrund ausgestaltete § 54 Abs. 3 VwGO (BVerwG, Beschluss vom 6. Oktober 1989 - 4 CB 23.89 - Buchholz 310 § 54 VwGO Nr. 42 S. 7) ist im vorliegenden Fall mangels eines vor Urteilserlass angebrachten Befangenheitsgesuchs mit Blick auf § 138 Nr. 2 VwGO ohne Bedeutung.
Die Annahme eines Gehörsverstoßes in der hier vorliegenden Fallkonstellation kompensiert die sich aus § 138 Nr. 2 VwGO ergebende Einschränkung, dass die Besorgnis der Befangenheit nach Erlass eines Urteils und Eintritts der Bindungswirkung (§ 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 318 ZPO) mit Blick auf dessen Prozessordnungsmäßigkeit nicht mehr geltend gemacht werden kann (BVerwG, Beschluss vom 6. Oktober 1989 - 4 CB 23.89 - Buchholz 310 § 54 VwGO Nr. 42 S. 6), auch wenn sich Befangenheitsgründe erst aus der Entscheidung ergeben.
Ob sich der Vorinstanz eine nähere Aufklärung des Sachverhalts aufdrängen musste, ist dabei allein auf der Grundlage ihrer Auffassung zur materiellen Rechtslage zu beurteilen (Beschluss vom 6. Oktober 1989 - BVerwG 4 CB 23.89 - Buchholz 310 § 54 VwGO Nr. 42).
vgl. BVerwG, Beschluß vom 6. Oktober 1989 - 4 CB 23.89 -, NVwZ 1990, 460.
vgl. BVerwG, Beschluß vom 6. Oktober 1989, a.a.O..
Die Beklagte hat ergänzend auf ihre Stellungnahme im Verfahren BVerwG 4 CB 23.89 verwiesen.
Die von der Beklagten im Verfahren BVerwG 4 CB 23.89 vorgelegte Zuständigkeitsregelung zugunsten des Bauausschusses läßt auch keine vorbereitende Zuständigkeit erkennen.
Da die Beschwerde und die Revision im Verfahren BVerwG 4 CB 23.89 erfolglos bleiben, kann dahinstehen, ob die vorgenommene Trennung beider Verfahren sich auf die prozessuale Stellung des Klägers im vorliegenden Verfahren nachteilig auswirken kann.
OVG Schleswig-Holstein, 26.04.2019 - 1 LB 10/16
In diesem Fall ist die Befangenheit des ehrenamtlichen Richters gemäß § 54 Abs. 3 VwGO stets begründet, d.h. sie wird unwiderleglich vermutet (BVerwG, Beschluss vom 06.10.1989 - 4 CB 23/89 -, Rn. 15 bei juris).
Zwar formuliert das Bundesverwaltungsgericht in seinem Beschluss vom 06.10.1989 (- 4 CB 23/89 -, Rn. 15 bei juris), dass der in § 54 Abs. 3 VwGO bestimmte Befangenheitsgrund einen entsprechenden Antrag eines der Beteiligten voraussetze.
Weitere Ausschließungsgründe gibt es nicht; einer analogen Anwendung bzw. erweiternden Auslegung sind die gesetzlich geregelten Tatbestände nicht zugänglich (vgl. z. B. BVerwG…, Urteil vom 18. Oktober 1979 - 3 C 117.79 -, DÖV 1980, S. 568 f., und Beschluß vom 06. Oktober 1989 - 4 CB 23/89 -, NVwZ 1990, S. 460 f.).
Voraussetzung für Rücksichtnahmeerwägungen ist vielmehr, dass derjenige, der ein Vorhaben abwehren will, eine abwägungserheblich schutzwürdige Position gegenüber dem Vorhaben besitzt (vgl. BVerwG v. 28.10.1993 Az. 4 C 5/93, juris [RdNr. 18]; v. 6.10.1989 Az. 4 CB 23.89, juris [RdNr. 10]).
BVerwG, 22.12.1989 - 4 B 211.89
Gemeindliches Einvernehmen bei Identität von Baugenehmigungs- und Gemeindebehörde
BSG, 23.09.1997 - 2 BU 31/97
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.08.2007 - 12 E 746/07
BVerwG, 07.03.1996 - 2 C 25.95
Revisionsgerichtliche Auslegung des Begriffs des vorausgegangenen …
OVG Schleswig-Holstein, 31.10.2014 - 1 O 21/14
OVG Sachsen, 11.10.2016 - 3 D 83/16
Anhörungsrüge, Richterablehnung