Source: https://pfad.wordpress.com/2010/06/
Timestamp: 2018-04-24 01:14:30
Document Index: 76785219

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 30', '§ 72', '§ 72', '§ 171', '§ 30', '§ 30']

Juni | 2010 | Aktuelles rund um PFlege- und ADoptivkinder
Mehr als 2 500 Kinder wurden im Jahr 2009 in Bayern in Obhut genommen
Posted on Juni 30, 2010. Filed under: Bayern, Forschung, Jugendhilfe, Politik, Publikationen | Schlagwörter: Inobhutnahme, Statistik |
Im Jahr 2009 wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Bayern 2 562 Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren in Obhut genommen. Davon waren 1 436 Mädchen und 1 126 Buben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren 2 003 der Kinder und Jugendlichen Deutsche und 559 Nichtdeutsche. Bei fast der Hälfte der Inobhutnahmen war eine Überforderung der Eltern oder eines Elternteils Anlass für diese Maßnahme.
Als Inobhutnahme bezeichnet man die vorläufige Aufnahme und Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen in einer Notsituation durch das Jugendamt. Die Inobhutnahme ist eine Maßnahme zur schnellen Intervention zugunsten des Kindes. Sie dient als Klärungshilfe für Betroffene in Krisensituationen, sowie dem unmittelbaren Kindesschutz. Von den 2 562 Kindern und Jugendlichen, die in Obhut genommen wurden, waren 1 436 weiblich und 1 126 männlich. 2 003 der Kinder und Jugendlichen waren Deutsche, 559 waren keine Deutschen.In 514 Fällen fand die Inobhutnahme auf eignen Wunsch des Kindes bzw. Jugendlichen statt.
Die häufigsten Anlässe für eine Inobhutnahme durch das Jugendamt waren die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (1 249 Fälle), Beziehungsprobleme (434 Fälle), Vernachlässigung des Kindes bzw. Jugendlichen (354 Fälle) und Anzeichen für Misshandlungen (343 Fälle). In 66 Fällen waren Hinweise für einen sexuellen Missbrauch der Anlass.
Nähere Informationen und Tabellen
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung vom 29.06.2010
BRJ entwickelt Positionspapier zur Stärkung der Betroffenenrechte in der Jugendhilfe
Posted on Juni 30, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Netzwerke, Politik, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: Ombudschaft |
Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) initiierte 2002 die bundesweit erste Ombudstelle in der Jugendhilfe. 2008 hat sich ein Netzwerk verschiedener Träger gebildet, die Ombudschaft in der Jugendhilfe bundesweit anbieten.
Anlässlich der letzten Bundestagswahl hatte das vom BRJ initiierte Bundesnetzwerk 2009 alle Bundestagsfraktionen angeschrieben und anhand von ausgewählten fachpolitischen Fragen um eine Stellungnahme zur Stärkung der Betroffenenrechte in der Jugendhilfe gebeten. Als Reaktion auf die Stellungnahmen der Parteien wurde nun ein gemeinsames Positionspapier zur Stärkung der Betroffenenrechte in der Jugendhilfe entwickelt. Damit soll eine Debatte zur Notwendigkeit von unabhängigen Ombudschaftsstellen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe anstoßen werden und für die gesetzliche Verankerung sowie die strukturelle/finanzielle Sicherung von unabhängigen Ombudschaftsstellen eintreten werden. Das Positionspapier wurde an alle fünf Bundestagfraktionen verschickt. Für September sind Gespräche mit den Parteien geplant.
Caritas Münster: Weniger Kinder – mehr Probleme
Posted on Juni 29, 2010. Filed under: Erziehungsstellen, Forschung, Jugendhilfe, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie | Schlagwörter: Heimerziehung, Statistik |
Demographischer Wandel wird ausgeglichen: Heime der Caritas bleiben voll/Neuer Rekord bei Platzzahl
Münster (cpm) . Die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt. Aber die Probleme in den Familien wachsen. Im Ergebnis bleiben die Kinder- und Jugendheime der Caritas in der Diözese Münster voll. Mit 65 neu eingerichteten Plätzen im vergangenen Jahr erreichen sie mit insgesamt 1.763 einen neuen Rekord. „Die Diskussion um den Kinderschutz, ausgelöst durch den Tod des kleinen Kevin und weitere Missbrauchsfälle, hält seit drei Jahren an,“ stellt Marion Schulte beim Diözesancaritasverband Münster fest. Nach wie vor seien die Jugendämter vorsichtiger und entschieden sich eher für einen vorübergehenden Heimaufenthalt. Ebenso notwendig sind nach wie vor die Tagesgruppen. Die Annahme, dass sie mit Einführung der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) überflüssig werden könnten, habe sich nicht bestätigt. Die Platzzahl bleibe mit 204 nahezu konstant, denn bei der knappen personellen Ausstattung könne die OGS Kinder mit einem erhöhten Betreuungsbedarf nicht aufnehmen.
Häufig bleiben die Kinder und Jugendlichen nur kurz in den Einrichtungen, um nach Lösung der Probleme in ihrer Familie dorthin zurückzukehren oder in eine Pflegefamilie vermittelt zu werden. Entsprechend intensiv müsse die pädagogische Betreuung in dieser Zeit sein, in die die ganze Familie einbezogen werden, erläutert Schulte. Die Mitarbeiterzahl ist mit der Ausweitung der Platzzahl und der hohen Auslastung im vergangenen Jahr stark von 1.324 auf 1.571 gestiegen.
Fortgesetzt hat sich der Trend zu dezentralen Wohngruppen. Mittlerweile wohnen fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen nicht mehr in den großen Heimen, die in der Vergangenheit häufig eher abgelegen auf dem Land gebaut wurden, sondern wohnortnah in angemieteten Wohnungen und Häusern. Welche die geeignetere Betreuungsform sei, muss im Einzelfall entschieden werden,“ sagt Schulte. Für beide Formen gebe es gute Gründe.
Quelle: Pressemitteilung des Caritasverbandes für die Diözese Münster e.V. vom 25.06.2010
Nordrhein-Westfalen stellt Heimkinderstudie vor
Posted on Juni 29, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Publikationen, Stellungnahmen | Schlagwörter: Heimerziehung |
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat die Ergebnisse seiner Heimkinderstudie vorgestellt. Mit der im Jahre 2008 gestarteten Studie untersuchte der LVR die Vorgänge in seinen Jugendhilfe-Einrichtungen und die Rolle des Landesjugendamtes (LJA) als Heimaufsicht im Zeitraum vom Kriegsende bis in die 1970er Jahre. Das 185.000 Euro teure Projekt hat dabei erstmals die Geschichte der Heimerziehung in der Zuständigkeit eines bundesdeutschen Landesjugendamtes in Blick genommen. Beauftragt wurden unabhängige Wissenschaftler verschiedener Universitäten: Sarah Banach (Uni Siegen), Andreas Henkelmann (Uni Bochum), Uwe Kaminsky (Uni Bochum), Judith Pierlings (Uni Siegen) und Thomas Swiderek (Uni Wuppertal).
Die Studie identifiziert eine verspätete Modernisierung als Kernproblem. Diese resultierte – so die Forscherinnen und Forscher – vor allem aus einer strukturellen Unterfinanzierung sowohl des Landesjugendamtes als auch der Einrichtungen. Ebenfalls wird konstatiert, dass das LJA wie auch die Heim-Einrichtungen des LVR für ein Ordnungsdenken standen, das den Jugendlichen als Störfaktor wahrnahm und äußerst repressive Seiten hatte. Obwohl rechtliche Regelungen ausdrücklich auf Erziehung abzielten, behielt die Heimerziehung in der Praxis einen stark diskriminierenden und strafenden Charakter.
Lorenz Bahr, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, Prof. Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender des LVR-Landesjugendhilfeausschusses und LVR-Jugenddezernent Reinhard Elzer erklärten: „Politik und Verwaltung des LVR sind sich einig, den ehemaligen Heimkindern muss Gerechtigkeit widerfahren. Dazu gehören aus unserer Sicht drei Aspekte: Aufklärung, Entschuldigung und Entschädigung. Mit der heute vorgelegten Studie ist ein wesentlicher Beitrag zur Aufklärung geleistet worden. Der Landesjugendhilfeausschuss und später der Landschaftsausschuss haben sich für den LVR und seine Mitgliedskommunen entschuldigt. Diese Entschuldigung wurde heute bekräftigt. Nun erhoffen und erwarten wir eine bundeseinheitliche Regelung zur Frage der Entschädigung vom Runden Tisch in Berlin. Sie ist für Dezember diesen Jahres angekündigt.“
Quelle: Landschaftsverband Rheinland, Pressemitteilung vom 25.06.2010
Praxis ADOPTION im DIALOG mit neuer Website
Posted on Juni 28, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Hamburg, Kinder-/Jugendinfos, Verschiedenes |
Die seit 1982 tätige Hamburger Praxis ADOPTIONSDREIECK für Beratung und Begleitung von Frau Waltraut Schäfer hat sich umbenannt und präsentiert sich nun mit neuem Internetauftritt als ADOPTION im DIALOG.
Die Entwicklung des Adoptionsbereiches in den letzten Jahre, hin zum Dialog zwischen den Betroffenen, war Anlass für den neuen Namen, so Waltraut Schäfer. ADOPTION im DIALOG bietet Beratung und Begleitung für leibliche Mütter/Väter, Adoptierte, Adoptiveltern, Großeltern, (Halb)-Geschwister, Schwangere und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch.
Selbsthilfe für junge Leute
Posted on Juni 28, 2010. Filed under: Kinder-/Jugendinfos, Netzwerke, Publikationen | Schlagwörter: Selbsthilfe |
Die neue Website der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, kurz NAKOS, möchte junge Menschen für Selbsthilfegruppen gewinnen: www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de
Zielgruppengerecht wird erklärt, was gemeinschaftliche Selbsthilfe ist und wie sie wirkt. Junge Gruppen stellen sich vor und die Nutzer/innen der Webseite erfahren, wie sie eine geeignete Gruppe finden können.
LJA Bayern: Neue Materialien für Verwandtenpflege
Posted on Juni 28, 2010. Filed under: Bayern, Bewerber, Fachkräfte, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: Verwandtenpflege |
Am 14.06. veröffentlichte das Bayerische Landesjugendamt neue Arbeitsmaterialien für Verwandtenpflegebewerber:
Fragebogen für Verwandtenpflegebewerber
Informationen und Fragen zur Aufnahme des Kindes/Jugendlichen
Checkliste zur abschließenden Einschätzung der Eignung
Die Idee für die Entwicklung eines neuen Fragebogens entstand im Regionalen Arbeitskreis Oberbayern für Fachkräfte in Pflegekinderdiensten und der Adoptionsvermittlung. Bei diesen Treffen wurde auch immer wieder über das Thema „Verwandtenpflege“ diskutiert. Dabei stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest, dass der „Fragebogen für Pflege- und Adoptionsbewerber (Basisbogen)“ zu viele Fragestellungen beinhaltet, die eigentlich den Bereich der Verwandtenpflege gar nicht betreffen. In der praktischen Anwendung hatten Verwandtenpflegebewerber diesen Bogen häufig nur sehr unvollständig ausgefüllt, weil sie offenbar mit vielen Fragen nichts anfangen konnten. So entstand im Arbeitskreis die Idee, einen speziellen Fragebogen für Verwandtenpflegebewerber zu entwickeln.
Dissertation über posttraumatische Belastungsstörung bei Pflegekindern
Posted on Juni 27, 2010. Filed under: Forschung, Gesundheit, Jugendhilfe, Pflegefamilie, Publikationen | Schlagwörter: Traumatisierung |
Die Dissertation von Josephine Arnold „Prävalenz der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Pflegekindern: Psychische Belastung, posttraumatische Symptomatik und kindliche Verhaltensauffälligkeiten“ (2010) wurde nun von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der LMU München veröffentlicht.
Die in der vorliegenden Arbeit untersuchten Pflegekinder haben in ihrer Vorgeschichte eine Vielzahl von traumatischen Ereignissen erlebt, die eine Fremdplatzierung notwendig machten. Die Traumaexposition von über 90% macht deutlich, dass fast jedes Pflegekind bereits mindestens ein traumatisches Ereignis erlebt hat. Das Risiko einer Traumatisierung liegt damit ungleich höher als in der Normalbevölkerung. Daher gehören Pflegekinder zu einer Hochrisikogruppe. Aufgrund des hohen Risikos, eine traumatische Situation zu erleben, erstaunt es, dass nur 5.4% nach den klassischen DSM-IV Kriterien und nur 13.5% nach den kinderspezifischen Kriterien von Scheeringa eine PTBS-Diagnose erhielten. Aufgrund methodischer Einschränkungen ist davon auszugehen, dass die PTBS-Belastung in der vorliegenden Stichprobe eher unterschätzt wird. Eine standardisierte Eingangsdiagnostik zu Beginn des Pflegeverhältnisses könnte hier Abhilfe schaffen. Zudem darf nicht übersehen werden, dass auch eine subklinische PTBS zu funktionalen Beeinträchtigungen führen kann.
Hessen: Rund 800 gerichtliche Maßnahmen zum Entzug der elterlichen Sorge in 2009
Posted on Juni 26, 2010. Filed under: Forschung, Hessen, Jugendhilfe | Schlagwörter: Pflegeerlaubnis, Sorgerecht, Statistik, Vollzeitpflege, Vormundschaft |
Im Jahr 2009 erfolgten in Hessen 810 gerichtliche Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren dies rund vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Für 585 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen. Das entspricht einem Minus von zwölf Prozent gegenüber 2008, nachdem damals sowohl die gerichtlichen Maßnahmen als auch die Übertragung des Personensorgerechts stark gestiegen waren.
Zum Jahresende 2009 lebten 2449 Kinder und Jugendliche in Hessen unter bestellter oder gesetzlicher Vormundschaft der Jugendämter. In 399 Fällen lag eine gesetzliche Amtsvormundschaft vor, die „kraft Gesetzes“ bei der Geburt von Kindern minderjähriger lediger Mütter eintritt. 2050 Kinder und Jugendliche hatten eine durch Vormundschafts- oder Familiengericht bestellte Amtsvormundschaft. Die Zahl der bestellten Amtspflegschaften betrug 2196. Für knapp 41 200 Kinder gab es im Jahr 2009 Beistandschaften, gut ein Prozent weniger als 2008. Die Beistandschaft hilft Alleinsorgeberechtigten in bestimmten Bereichen die Rechte ihrer Kinder zu wahren, zum Beispiel bei der Durchsetzung und Festlegung von Unterhaltszahlungen. Dem Berechtigten steht es frei, dieses Angebot der Jugendämter zu nutzen.
Eine Pflegeerlaubnis für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege wurde im Laufe des Jahres 2009 für 389 Kinder und Jugendliche erteilt. Alle waren in Vollzeitpflege untergebracht.
Für 7455 Kinder und Jugendliche wurde eine Sorgeerklärung abgegeben, knapp 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamtes vom 23.06.2010
Mecklenburg-Vorpommern: Bundesweit erstes Modellprojekt der „Psychosozialen Prozessbegleitung“
Posted on Juni 23, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Meckl.-Vorpommern, Netzwerke, Rechtliches |
Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Mit dem Modellprojekt „Psychosoziale Prozessbegleitung“ setze ich mich dafür ein, dass kindlichen, jugendlichen und heranwachsenden Opfern von Gewalttaten fachliche Unterstützung vor, während und nach einer Gerichtsverhandlung kostenfrei gewährt wird. Die Ausübung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Mädchen und Jungen gehört zu den schlimmsten Straftaten.“
„Nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst,“ so Ministerin Kuder weiter, „sondern auch ihre Familienmitglieder und ihnen nahestehende Personen geraten in schwere seelische und soziale Konflikte und Unsicherheiten. Vor allem dann, wenn die Gewalt innerhalb der Familie oder des vertrauten Umfeldes stattgefunden hat. Das soziale Gefüge gerät ins Wanken!“
Die Betroffenen, die Kinder selbst oder ihre Angehörigen sind nicht sicher, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Mit der Anzeigeerstattung sind meist unangenehme Gefühle verbunden, aber auch der Wunsch nach Gerechtigkeit.
Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) verdeutlicht: „Viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, was auf sie zukommt oder haben falsche Vorstellungen von einem Gerichtsverfahren. Diese Unsicherheit macht Angst – und kann die Aussagefähigkeit beeinträchtigen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind oft die einzigen Zeuginnen und Zeugen. Daher ist der Ausgang des Verfahrens in hohem Ausmaß von ihrer Aussage abhängig. Diesen Druck möchte nehmen. Ich will den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, sich im Gerichtsverfahren zurecht zu finden“
Das Modellprojekt der Justiz wird ausschließlich von Prozessbegleiterinnen durchgeführt, die durch das Institut für Opferschutz im Strafverfahren e.V. „RECHT WÜRDE HELFEN“ unter Schirmherrschaft der Bundesjustizministerin ausgebildet wurden.
Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Das Anforderungsprofil, die Standards und der Qualitätsanspruch dieses Instituts an die Aus- und Fortbildung der Prozessbegleiterinnen haben mich überzeugt. Ich kann die Opfer und die sie unterstützenden Angehörigen nur ermutigen, von dem kostenlosen Angebot der Psychosozialen Prozessbegleitung Gebrauch zu machen – für die Kinder und Jugendlichen und auch für sie selber!“
nähere Informationen und Kontaktadressen
Quelle: Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern vom 22.06.2010
Neue Veröffentlichungen des AFET zu Kinderarmut und Migrationshintergrund in den Hilfen zur Erziehung
Posted on Juni 22, 2010. Filed under: Fachkräfte, Fortbildung, Jugendhilfe, Publikationen | Schlagwörter: Hilfen zur Erziehung, Kinderarmut, Migration |
Der Bundesverband für Erziehungsfragen e.V. (AFET) hat zwei neue Arbeitshilfen herausgebracht:
Arbeitshilfe 1/2010: Kinderarmut – Interventionsmöglichkeiten der Erziehungshilfe
Die Arbeitshilfe ist im Fachausschuss Jugendhilferecht und Jugendhilfepraxis erarbeitet worden. Sie richtet den Fokus auf die Frage, wie die Fachkräfte der Erziehungshilfe mit dem Problem „Kinderarmut“ im Alltag umgehen können.
Arbeitshilfe 2/2010: Familien mit Migrationshintergrund in der Erziehungshilfe – Arbeitshilfe für die interkulturelle Praxis
Die Arbeitshilfe, die vom Fachausschuss Theorie und Praxis der Erziehungshilfe erstellt wurde, richtet sich sowohl an die operative als auch an die Leitungsebene der öffentlichen und freien Erziehungshilfeträger und versteht sich als ein Handlungsleitfaden im Umgang mit Familien mit Migrationshintergrund.
„Umgangsrecht in der Praxis“ am 20.07. im Landkreis Lindau
Posted on Juni 21, 2010. Filed under: Jugendhilfe |
Die PFAD FÜR KINDER Ortsgruppe Lindau am Bodensee bietet am Dienstag, den 20.07. um 20 Uhr eine Fortbildung zum Thema „Umgangsrecht in der Praxis“ an. Veranstaltungsort ist das Gasthaus Stiefenhofer in Itzlings 12, 88145 Hergatz.
TV-Tipp „Mutter gegen Jugendamt – Nadine kämpft um ihre Kinder“ am 24.06.
Posted on Juni 20, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Jugendhilfe, Kinder-/Jugendinfos, Nordrhein-Westfalen, Pflegefamilie, Podcast / Online, Publikationen | Schlagwörter: Bereitschaftspflege, Film, Herkunftsfamilie, Jugendamt, leibliche Mutter |
Am 24.06 um 22.30 Uhr sendet das WDR-Fernsehen in der Reihe Menschen hautnah erneut die Dokumentation „Mutter gegen Jugendamt – Nadine kämpft um ihre Kinder“.
Der Film begleitet den Sorgerechtsstreit zwischen der 19-jährigen Mutter und dem Jugendamt über sechs Monate: in der Zeit vor dem Prozess, am Tag der Urteilsverkündung und zwei Monate später. Die Autorin Katrin Wegner zeigt darin den verzweifelten Versuch einer Mutter, Erklärungen für das Geschehene zu finden, ihre Hoffnung auf eine zweite Chance und die Position des Jugendamtes, zum Wohle des Kindes zu handeln. Auf der einen Seite steht Nadine S., die ihre Kinder liebt und sie selbst erziehen will. Auf der anderen Seite das Jugendamt, dass die Kinder vor dem gewalttätigen Vater und der scheinbar überforderten Mutter schützen will.
nähere Informationen zur Sendung
Die Sendung kann auch als Podcast online angesehen werden.
Qualitätshandbuch der Träger von Westfälischen Pflegefamilien veröffentlicht
Posted on Juni 19, 2010. Filed under: Erziehungsstellen, Fachkräfte, Forschung, Jugendhilfe, Netzwerke, Pflegefamilie, Publikationen |
Nach dem Evaluationsprojekt der Fachhochschulen Dortmund und Münster haben sich die Träger des Verbundsystems „Westfälische Pflegefamilien“ in einem dreijährigen Prozess mit der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung auseinandergesetzt. In insgesamt 7 Workshops mit externer Begleitung sind unter anderem Prozesse beschrieben, Kennzahlen entwickelt und Indikatoren für Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität benannt worden.
Ein Resultat des Prozesses ist das WPF-Qualitätshandbuch. Dieses wurde am 16.06.10 den westfälisch-lippischen Jugendämtern auf einem Fachtag in Münster vorgestellt und gemeinsam mit ihnen erörtert. Das Handbuch soll kontinuierlich fortgeschrieben werden entsprechend der Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse im fortwährenden Qualitätsentwicklungsprozess.
Daher trägt die zum Download zur Verfügung stehende Version auch noch den Titel „Arbeitsfassung“ und wird selbstverständlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit veröffentlicht. Geeignete Controllinginstrumente und ein Berichtswesen werden jetzt schrittweise eingeführt, im Haushaltsjahr 2010 konnte bereits mit einer Arbeitszeiterfassung für die im Handbuch beschriebenen Wertschöpfungsprozesse („A-Prozesse“) begonnen werden.
Download: Handbuch zu den Qualitätsstandards des Systems Westfälische Pflegefamilien (Stand 16.06.2010) (pdf)
Kontakt: LWL-Landesjugendamt Westfalen, Imke Büttner, Tel.: 0251 591 5884, imke.buettner@lwl.org
Quelle: LWL-Landesjugendamt Westfalen vom 18.06.2010
Republik Togo tritt Haager Adoptionsübereinkommen bei
Posted on Juni 19, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, International | Schlagwörter: Auslandsadoption |
Das Außenministerium der Niederlande hat mitgeteilt, dass gegen den am 12. Oktober 2009 erklärten Beitritt der Republik Togo zum Adoptionsübereinkommen von 1993 keiner der Vertragsstaaten Einspruch eingelegt hat.
Togo ist daher seit 1. Februar 2010 im Verhältnis zu allen anderen Vertragsstaaten ebenfalls Vertragsstaat. Als zentrale Behörde ist das National Committee for the Adoption of the Child in Togo benannt.
In Deutschland gibt es noch keine zugelassene Auslandsvermittlungsstelle mit Zulassung zur Adoptionsvermittlung aus Togo. Adoptionen aus der Republik Togo können daher derzeit nur mit Hilfe der zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter vermittelt werden.
Quelle: Meldung der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption vom 15.06.2010
Posted on Juni 17, 2010. Filed under: Forschung, Jugendhilfe, Kinderschutz, Rheinland-Pfalz | Schlagwörter: Hilfen zur Erziehung, Statistik |
„Die Zahl der Hilfen zur Erziehung ist weiter gestiegen“, wie Familienministerin Malu Dreyer heute in Mainz bei der Vorstellung des dritten Landesberichtes ‚Hilfen zur Erziehung in Rheinland-Pfalz’ mitteilte. Über 21.500 junge Menschen nahmen 2008 eine erzieherische Hilfe in ambulanter, teilstationärer oder stationärer Form in Anspruch. Das sind gut 6.100 Hilfen mehr als noch 2002, ein Anstieg um 40 Prozent. Besonders stark ist der Zuwachs von 2007 auf 2008 mit knapp neun Prozent. Dieser Anstieg erklärt sich nach Angaben der Ministerin nicht ausschließlich mit einem gestiegenen Bedarf, sondern auch mit einer deutlich gestiegenen Sensibilität für den Kinderschutz auf allen Ebenen. Land und Kommunen wendeten im Jahr 2008 insgesamt rund 271 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung auf, der Landesanteil lag bei rund 44,1 Millionen Euro.
Der Landesbericht ‚Hilfen zur Erziehung in Rheinland-Pfalz’ erscheint alle drei Jahre und ist Bestandteil des vom Land initiierten Projektes ‚Qualitätsentwicklung durch Berichtswesen’ im Rahmen der Erziehungshilfeoffensive. Das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) hat den Bericht erstellt. Er gebe Land und Kommunen eine wertvolle Datenbasis über die Entwicklung der Erziehungshilfefälle und der damit verbundenen Kosten als Voraussetzung für Maßnahmen der Steuerung, sagte die Ministerin. Das rheinland-pfälzische Berichtswesen habe bundesweit Vorbildcharakter.
Bei den ambulanten Hilfen stieg die Zahl der Fälle zwischen 2002 und 2008 von 5.160 auf 10.140 Hilfen, das heißt sie hat sich verdoppelt. Etwa 47 Prozent aller gewährten Hilfen wurden ambulant erbracht, also in der gewohnten Umgebung der Kinder und Jugendlichen. Gut 24 Prozent der Hilfen fanden in einer stationären Einrichtung statt. Im Jahre 2008 lebten 5.200 Kinder und Jugendliche in einem Heim. Erstmals seit Beginn des neuen Jahrhunderts wurde bei der Heimunterbringung von 2007 auf 2008 ein nennenswerter Anstieg in Höhe von 4,7 Prozent (230 Fälle) verzeichnet. Auch die Zahl der in einer Pflegefamilie untergebrachten Kinder und Jugendlichen stieg in diesem Zeitraum um 840 auf 4.100. Die Vollzeitpflege behaupte mit einem Anteil von gut 19 Prozent ihren Stellenwert im Gesamtspektrum erzieherischer Hilfen, so die Ministerin. 1.075 Kinder und Jugendliche wurden 2008 vom Jugendamt in Obhut genommen, das waren 28 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In 681 Fällen wurde den Eltern das Sorgerecht entzogen, das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
gesamte Pressemitteilung des Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz vom 09.06.2010
PFAD-Fachinformation zum Erweiterten Führungszeugnis
Posted on Juni 17, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, Erziehungsstellen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, PFAD Verband, Pflegefamilie, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: Führungszeugnis |
Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen ist im professionellen und im ehrenamtlichen Bereich der gleiche Stellenwert eingeräumt worden.
Mit der am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen Änderung des Bundeszentralregistergesetzes, die auch Adoptiv- und Pflegeeltern betrifft, ist in §§ 30a, 31 Bundeszentralregistergesetz (BZRG) ein erweitertes Führungszeugnis eingeführt worden, welches über Personen erteilt werden kann, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen.
Das erweiterte Führungszeugnis ist auf Antrag des Betreuenden ausschließlich für einen begrenzten Adressatenkreis auszustellen. Ein solches erweitertes Führungszeugnis ist nur zu erteilen, wenn dies in gesetzlichen Bestimmungen unter Bezugnahme auf § 30a BZRG vorgesehen ist oder wenn das Führungszeugnis für die Prüfung der persönlichen Eignung nach § 72a des 8. Buchs Sozialgesetzbuch, eine sonstige berufliche oder ehrenamtliche Beaufsichtigung, Betreuung, Erziehung oder Ausbildung Minderjähriger oder eine Tätigkeit benötigt wird, die in vergleichbarer Weise geeignet ist, Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen.
Der § 72a des SGB VIII führt an, dass keine Person beschäftigt werden darf, die eine Straftat nach den §§ 171, 174-174c, 176 bis 180a, 181a, 182 bis 184 f, 225, 232 bis 233a, 234, 235 oder 236 des Strafgesetzbuches begangen hat.
Dies sind Straftaten
a. gegen die sexuelle Selbstbestimmung (z.B. sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexuelle Nötigung,
Vergewaltigung, Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger, Zuhälterei, Pornografie,
b. gegen die körperliche Unversehrtheit
c. gegen die persönliche Freiheit
Bei Verurteilungen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu einer Freiheitsstrafe oder einer Jugendstrafe von mehr als einem Jahr gilt eine Tilgungsfrist von 20 Jahren.
Der Betreuende muss den Antrag nach § 30 Abs. 2 BZRG bei der zuständigen Meldebehörde stellen. Ergänzend hat er dort eine schriftliche Aufforderung der Stelle vorzulegen, die das erweiterte Führungszeugnis verlangt und in der diese bestätigt, dass die Voraussetzungen des § 30a Abs. 1 BZRG vorliegen.
Das Abfordern eines Führungszeugnisses gehörte schon bisher zur Überprüfung von Pflegeelternbewerbern und Adoptivelternbewerbern. Mit dem seit 1. Mai geltenden Gesetz zum erweiterten Führungszeugnis sind nicht automatisch alle „alten“ Führungszeugnisse ungültig. Nach einem vertretbaren Zeitraum kann die überprüfende Behörde die Vorlage eines neuen Führungszeugnisses verlangen. Von den Personen, die ehrenamtlich oder beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, liegt die Frist zwischen 3 bis 5 Jahren.
Bei der Auswahl und Vorbereitung von neuen Pflegeeltern sowie vor der Vermittlung weiterer Kinder in Pflegefamilien ist die Forderung nach einem erweiterten Führungszeugnis möglich. Auch in der Familie lebende erwachsene Pflegekinder und erwachsene leibliche Kinder haben dieses Führungszeugnis vorzulegen.
PFAD-Fachinformation zum Erweiterten Führungszeugnis vom 17.06.2010 (pdf)
PFAD Fachtag „Verlässlichkeit und Verbindlichkeit für Pflegekinder und ihre Familien“ am 18.10. in Berlin
Posted on Juni 15, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Fortbildung, Jugendhilfe, Netzwerke, PFAD Verband, Pflegefamilie, Politik, Rechtliches, Veranstaltungen | Schlagwörter: Fachtagung |
Mit der umfassenden DJI – Studie zur Pflegekinderhilfe wurde der Qualitätsdiskussion in den Hilfen zur Erziehung in Vollzeitpflege neuer Antrieb verliehen. Die Rechte der Kinder auf stabile Beziehungen und Verlässlichkeit bilden die Grundthematik für den Fachtag des PFAD Bundesverbandes „Verlässlichkeit und Verbindlichkeit für Pflegekinder und ihre Familien“, der am Montag, den 18. Oktober 2010 in Berlin in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und unter der Schirmherrschaft von Frau Marlene Rupprecht, MdB stattfinden wird.
Für die inhaltliche Gestaltung konnten mit Prof. Dr. Klaus Wolf, RAin Gila Schindler, Dr. Josef Faltermeier, Prof Dr. Ludwig Salgo, Dr. Thomas Meysen, u.a. wichtige Experten aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden.
Nach grundlegenden Referaten am Vormittag über mögliche gesetzliche Veränderungen und die Bedürfnisse von Pflegekindern und ihren Familien, werden die TeilnehmerInnen am Nachmittag in Gruppen zu speziellen Teilbereichen diskutieren und Verbesserungsvorschläge erarbeiten.
Das genaue Programm entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungsflyer.
Da die Teilnehmerplätze beschränkt sind, bitten wir um eine baldige Anmeldung bis spätestens zum 20.09.2010. Bitte verwenden Sie dafür unser Anmeldeformular.
Vormund im „Fall Kevin“ wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Posted on Juni 12, 2010. Filed under: Bremen, Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Politik, Publikationen, Rechtliches | Schlagwörter: Jugendamt, Vormundschaft |
(pfad/schulz) Am 08.06. begann in Bremen der Prozess gegen den ehemaligen, mittlerweile pensionierten Amtsvormund des kleinen Kevin, der 2006 in Bremen von seinem Ziehvater getötet wurde.
Der Tod des 2-jährigen Kindes hatte ganz Deutschland nachhaltig erschüttert und wurde zum „Symbol eines nicht funktionierenden staatlichen Kindesschutzes“. Der „Fall Kevin“ wurde ausführlich analysiert und leitete eine neue Phase des Kinderschutzes ein.
2008 wurde der Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nun muss sich auch der ehemalige staatliche Amtsvormund vor Gericht wegen des Vorwurfs der fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Eine zweite Anklage gegen den damals zuständigen Sozialarbeiter von Kevin wurde wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.
Die Fragestellung, ob hier eine individuelle Schuld eines Jugendamtsmitarbeiters vorliegt oder ein Versagen der Behörde, wird sicher wiederum von allgemeinem Interesse sein.
Artikel „Ich war dafür nicht zuständig“ von Jennifer Wilton in Welt online vom 06.06.10
Artikel „Warum sind wir im Stich gelassen worden?“ von Julia Jüttner in Spiegel online vom 08.06.2010
Artikel „Kevin und das Versagen des Amtes“ von Birgitta vom Lehn in Welt online vom 09.06.2010
Ausstellung „Verdingkinder reden – Fremdplatzierungen damals und heute“ in der Schweiz
Posted on Juni 10, 2010. Filed under: Forschung, International, Jugendhilfe, Politik, Publikationen, Veranstaltungen, Verschiedenes | Schlagwörter: Schweiz |
Noch bis Ende August 2010 wird im Historischen Museum in Baden / Schweiz die Ausstellung „Verdingkinder reden – Fremdplatzierungen damals und heute“ gezeigt. Die Dokumentation zeigt ein Stück beklemmende Sozialgeschichte der Schweiz. Mit Hörstationen und einem reichhaltigen Angebot an Veranstaltungen und Diskussionen ist sie unterwegs durch die Schweiz. Sie beleuchtet regionale Ausprägungen von Fremdplatzierungen damals und stellt die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung zur Diskussion.
Die Ausstellung „Verdingkinder reden“ will ein Kapitel der Schweizer Geschichte vor dem Vergessen bewahren und ehemalige Verding- und Heimkinder in persönlichen Berichten zu Wort kommen lassen. Im Zentrum der Ausstellung stehen Hördokumente. Sie wurden aus 300 Interviews ausgewählt, die im Rahmen zweier Forschungsprojekte über die Fremdplatzierung und das Verdingwesen in der Romandie und in der Deutschschweiz geführt wurden. Betroffene berichten über ihr Leben, ihre Erinnerungen und den Umgang mit ihren Erfahrungen.
Foto: Knaben bei der Feldarbeit. Knabenerziehungsheim Oberbipp, 1940.
Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep. GKS. © GKS. Winterthur.
Rätisches Museum Chur – 17. September 2010 – 09. Januar 2011
Historisches Museum Thurgau – 7. Mai – 16. Oktober 2011
Musée d’art et d’histoire Freiburg – April – Ende August 2012
Veranstaltungsflyer zum Ausstellungsort Baden
Nähere Informationen zum Projekt „Verdingkinder reden“
„Versorgt und Vergessen„, herausgegeben von Marco Leuenberger und Loretta Seglias,
Rotpunktverlag, Zürich 2008, ISBN 3-85869-382-0, 320 S.
Artikel „Eltern ihr Kind wegnehmen“
Posted on Juni 5, 2010. Filed under: Fachkräfte, Jugendhilfe, Kinderschutz, Nordrhein-Westfalen, Publikationen | Schlagwörter: ASD, Inobhutnahme, Jugendamt |
In ZEIT-ONLINE berichtet eine junge Sozialarbeiterin, wie sie – neu im Sozialen Dienst des Jugendamtes – Entscheidungen treffen muss, die das Leben ganzer Familien verändern.
zum Artikel „Eltern ihr Kind wegnehmen“ von Stefanie Bause in Zeit-online vom 31.05.2010
Schwerpunktkur für Mütter mit Adoptiv- und Pflegekindern
Posted on Juni 4, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Gesundheit, Pflegefamilie, Schleswig-Holstein, Veranstaltungen |
In der Klinik Schwedeneck in der Nähe von Kiel werden wie jedes Jahr Schwerpunktkuren für Pflege- und Adoptivfamilien angeboten.
Der nächste Durchgang ist vom 17.11. bis 08.12.2010. Für Anfang 2011 ist ein weiterer Termin geplant.
14. Kinder- und Jugendbericht wird Kinder- und Jugendhilfe bewerten
Posted on Juni 4, 2010. Filed under: Jugendhilfe, Politik |
Kristina Schröder beruft Sachverständigenkommission für die Erstellung des 14. Kinder- und Jugendberichts
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder hat heute im Namen der Bundesregierung zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beauftragt, den 14. Kinder- und Jugendbericht zu erstellen. Die Bundesregierung ist verpflichtet, Bundestag und Bundesrat in jeder Legislaturperiode einen Bericht über die Lage junger Menschen vorzulegen. „Es geht darum, ein aktuelles Lagebild über die Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu zeichnen“, sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Deswegen soll der 14. Kinder- und Jugendbericht fokussiert werden auf die Bewertung der Kinder- und Jugendhilfe und ihren Beitrag zu einem gelingenden Aufwachsen junger Menschen in unserer Gesellschaft.“ Der Bericht wird Bundestag und Bundesrat zusammen mit der Stellungnahme der Bundesregierung Anfang 2013 vorgelegt.
In der Kommission ist das Fachwissen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, sowie von erfahrenen Persönlichkeiten aus der Praxis versammelt. „Ihre Aufgabe als Sachverständige wird es sein, mit fundierten Vorschlägen dazu beizutragen, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft faire Chancen haben. Die Kinder- und Jugendhilfe daraufhin auszurichten, ist eine fachlich wie politisch anspruchsvolle Aufgabe. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich auf Ihr Wissen und Ihre Erfahrung zählen kann“, erklärt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Die Mitglieder der Kommission heißen:
Prof. Dr. Sabine Andresen, Universität Bielefeld, FB Pädagogik
Prof. Dr. Nadia Kutscher, Katholische Hochschule NRW, FB Sozialwesen
Prof. Klaus Schäfer, Abteilungsleiter im MGFFI (NRW), ab Juli 2010 im Ruhestand
Prof. Dr. Bernd Seidenstücker, Hochschule Darmstadt und TU Berlin
Prof. Dr. C. Katharina Spieß, FU Berlin und Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard Joachim Wabnitz, Hochschule Rhein-Main
Quelle: Pressemitteilung Nr. 33/2010 des BMFSFJ vom 04.06.2010
Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderrechte in Schleswig-Holstein stärken
Posted on Juni 3, 2010. Filed under: Netzwerke, Schleswig-Holstein, Stellungnahmen | Schlagwörter: Kinderrechte |
Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt den von der Volksinitiative „Kinderrechte stärken – Armut bekämpfen“ vorgelegten Gesetzentwurf zur Erweiterung der Kinderrechte in der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung. „Die Kinderrechte in der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung müssen deutlich gestärkt werden, damit sie jedem Kind eine starke Rechtsposition verleihen“ betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes und ehemalige Justiz- und Jugendministerin des Landes Schleswig-Holstein bei der Anhörung am 27. Mai im Landtag. „Dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten zu achten und in der Gesellschaft zu beteiligen sind, entspricht noch nicht durchgängig der allgemeinen öffentlichen Meinung, geschweige denn der täglichen Praxis in Elternhaus, Schule, öffentlichen Einrichtungen sowie Verwaltung und Politik. Schon die Diskussion um eine Erweiterung der Kinderrechte in der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung zeigt, wie wichtig es ist, die allgemeine Öffentlichkeit mit den Kinderrechten vertrauter zu machen. Dies würde durch eine entsprechende Änderung der Landesverfassung noch verstärkt“, so Lütkes weiter.
Der von der Volksinitiative „Kinderrechte stärken – Armut bekämpfen“ vorgelegte Gesetzentwurf ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, geht aber aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes an manchen Stellen nicht weit genug. Das Deutsche Kinderhilfswerk schlägt deshalb eine Verfassungsänderung vor, die den Vorrang des Kindeswohls bei allen Kindern betreffenden Entscheidungen, das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit, auf Bildung, Entwicklung und Entfaltung, auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard sowie auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad als Kernelemente berücksichtigt. Zudem muss die Verpflichtung des Staates verankert sein, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.
Insgesamt würde so der Staat stärker in die Pflicht genommen werden, wenn es um die Wahrnehmung seiner Verantwortung für kindgerechte Lebensverhältnisse und um gleiche Entwicklungschancen für alle Kinder und Jugendlichen geht. Angesichts der aktuellen Debatte über wachsende Kinderarmut, unterschiedliche Bildungschancen, ein Auseinanderdriften der Gesellschaft in Reich und Arm und häufige Fälle von Vernachlässigung wäre dies ein wichtiges Signal.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks vom 27.05.2010
Jus­tiz­mi­nis­te­rin für fle­xi­ble­re Ad­op­ti­ons­mög­lich­kei­ten
Posted on Juni 2, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, Bewerber, PFAD Verband, Politik, Publikationen, Rechtliches, Stellungnahmen | Schlagwörter: Adoptionsrecht |
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will Adoptionsmöglichkeiten flexibler gestalten. Insbesondere soll eine Adoption nicht an starre Vorgaben gebunden sein, wonach ein bestimmter Altersabstand zwischen Eltern und Kind nicht überschritten werden dürfe: „Ich setze ein Fragezeichen, wenn die Landesjugendämter in ihren Empfehlungen Bedenken gegen einen Abstand von mehr als 40 Jahren äußern“, sagte die Ministerin gegenüber der WamS. Ziel der Adoption sei ein funktionierendes Eltern-Kind-Verhältnis. Da große Altersunterschiede zwischen Eltern und Kind heute nichts Außergewöhliches mehr seien, könne man die Adoption auch nicht an starren Altersgrenzen festmachen.
Leutheusser-Schnarrenberger bekräftigte zudem ihre Unterstützung für ein Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare: „Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Kinder in einer Lebenspartnerschaft genauso gut aufwachsen und sich entwickeln können wie in anderen Lebensgemeinschaften“. In dieser Frage sei man sich mit dem Koalitionspartner allerdings uneinig.
Im Hinblick auf Forderungen, Leihmutterschaften zuzulassen, äußerte sich die Ministerin skeptisch: Man dürfe Liberalität nicht mit Beliebigkeit verwechseln. „Nicht viele Grundsätze unserer Rechtsordnung sind so klar und beständig wie die Grundregel der Abstammung: Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“
Den am 30. Mai 2010 in der Welt am Sonntag erschienenen Artikel können Sie hier nachlesen.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministerium der Justiz vom 31.05.2010
Ergänzung: Für den oben genannten Artikel der Welt am Sonntag wurde auch die PFAD Bundesvorsitzende Frau Dagmar Trautner interviewt und mit einem kurzen Statement pro Anhebung der Altersgrenze für Adoptivbewerber zitiert.
Berlin: Weiterhin Anstieg der Fälle mit Verdacht auf Kindesgefährdung
Posted on Juni 2, 2010. Filed under: Berlin, Fachkräfte, Forschung, Kinderschutz, Netzwerke, Politik, Publikationen | Schlagwörter: Frühe Hilfen, Kindeswohlgefährdung, Misshandlung, Vernachlässigung |
In Berlin wurden erneut mehr Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung gemeldet. Das zeigt der neue Bericht über die Arbeit des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) für das Berichtsjahr 2008. Danach wurde bei 1.302 Kindern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung festgestellt, 86 % von ihnen waren unter 6 Jahre. Im Jahr 2007 waren es 1.123 Kinder. Das bedeutet ein Anstieg um 16 %. 2006 waren 986 Verdachtsfälle festgestellt worden. Diese Zahlen beinhalten alle Verdachtsfälle, bei denen Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des KJGDs tätig werden.
Im Bericht wird unterschieden zwischen dem Verdacht auf Vernachlässigung (1.154 Kinder 2008, 858 Kinder 2007: Anstieg um 34 %) und dem Verdacht auf Misshandlung (139 Kinder 2008, 123 Kinder 2007: Anstieg um 13 %). Mehrfachnennungen ergeben hier die Differenz zur Gesamtzahl.
Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher dazu: „Hinter jedem bestätigten Fall verbergen sich schreckliche Erfahrungen und Leiden für das betroffene Kind. Um so notwendiger sind Aufmerksamkeit und schnelle Hilfen, um diese Kinder zu entlasten und zu schützen. Die Daten zeigen, dass das Netzwerk Kinderschutz greift und zunehmend mehr Verdachtsfälle gemeldet werden. Zur Verbesserung des Kinderschutzes beitragen wird auch das Berliner Kinderschutzgesetz, mit dem wir das verbindliche Einlade- und Rückmeldewesen für die Kinderfrüherkennungs-untersuchungen etabliert haben.“
Sehr wichtig ist der frühe Kontakt von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des KJGDs zu Familien mit Neugeborenen. 2008 waren das in Berlin 25.373 (2007: 22.946), d.h. zu 76 % aller Berliner Familien mit Neugeborenen gab es Kontakte. Im Jahr 2007 waren es 72 % aller Familien.
Jede vierte Familie, zu der nach der Geburt eines Kindes ein erster Kontakt aufgenommen wurde, befand sich in einer schwierigen Lebenslage. Im Rahmen des KJGDs konnten hier Beratungen und notwendige sozialpädagogische bzw. sozialpädiatrische Betreuungen angeboten werden.
Die Statistische Kurzinformation „Bericht über den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) in Berlin 2008“ ist im Internet abrufbar unter: http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/kurzinfo.html
Quelle: Mitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz vom 01.06.2010
PFAD wählt neuen Bundesvorstand
Posted on Juni 1, 2010. Filed under: Adoptivfamilie, PFAD Verband, Pflegefamilie | Schlagwörter: Ehrenamt |
Am 30. Mai 2010 trafen sich die Delegierten der PFAD Landesverbände in Berlin zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, um ihre neue Bundesführung zu wählen.
Frau Dagmar Trautner (LV Bayern) wurde von den Delegierten der Landesverbände im Amt der Vorsitzenden des PFAD Bundesverbandes bestätigt. Ihre neuen Stellvertreterinnen sind Frau Angela Rupp (LV Rheinland-Pfalz) und die bisherige Schriftführerin Frau Ulrike Schulz (LV Bayern). Zur Schriftführerin gewählt wurde Frau Birgitta Stumböck (LV Bayern). Den Posten des Schatzmeisters bekleidet künftig Herr Thomas Schwan (LV Baden-Württemberg).
Frau Helma Bielfeldt (LV Rheinland-Pfalz), Frau Edda Jacobs (LV Hamburg), Frau Carmen Marquis (LV Berlin-Brandenburg) und Frau Karin Schuster (LV Rheinland-Pfalz) sind nun als Beisitzerinnen tätig.
Als Rechnungsprüfer fungieren Herr Christian Laßwitz und Frau Josefine Rieß. Als Schlichter stellten sich Herr Peter Able, Frau Hildegard Götz, Frau Maria Junker, Frau Christiana Neborg und Herr Frank Wagner zur Verfügung.
Der neue Vorstand dankt den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für ihr Engagement für die Belange der Pflege- und Adoptivkinder und ihrer Familien.
sitzend: Angela Rupp, Dagmar Trautner, Ulrike Schulz
stehend: Helma Bielfeldt, Carmen Marquis, Edda Jacobs, Karin Schuster, Birgitta Stumböck
es fehlt: Thomas Schwan