Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Meldung-an-Finanzamt-bei-Geldschenkung--f168669.html
Timestamp: 2018-11-13 01:30:13
Document Index: 164203123

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 30', '§ 1', '§ 30', '§ 377', '§ 370', '§ 378']

Meldung an Finanzamt bei Geldschenkung - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Steuerrecht Finanzamt Meldung an Finanzamt bei Geldschenku...
| 12.12.2011 13:54 |
meine Frau (deutsche) erhält 1x jährlich ein Geldgeschenk von Ihren im EU-Ausland lebenden Eltern über jeweils $50.000, also ca. EUR 35.000,-. Dieses Geld erhält sie per Überweisung, wobei "Schenkung an Tochter" jeweils im Verwendungszweck angegeben ist. Die Anforderungen des Geldwäschegesetzes (Einfuhr von Geld) sind damit m.E. erfüllt.
Unklar ist mir, ob eine Meldepflicht ggü. dem Finanzamt besteht, da sie ja (auch in der 10-Jahres Betrachtung) unter der Freigrenze bleiben. In den ersten Jahren haben wir dem FA jeweils die Schenkung mit einem Schreiben angezeigt - ohne jedwede Reaktion seitens des FA. In den letzten beiden Jahren haben wir auf Anraten des Steuerberaters darauf verzichtet.
Dennoch hätte ich gerne einmal Ihre Meinung gewusst. Konkret sind die Fragen:
1. Besteht in dieser Konstellation eine Pflicht, die Schenkung beim Zuständigen FA anzuzeigen?
2. Falls ja, reicht ein formloses Schreiben?
Zu (1) bitte mit kurzer Erklärung, warum bzw. mit Hinweis auf die einschlägigen Vorschriften.
Finanzamt AO Finanzamt Jahr Schenkung
Auch wenn die Summe der Schenkungen innerhalb von 10 Jahren den Freibetrag (§ 16 ErbStG = Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz) nicht überschreitet, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, die einzelnen Schenkungen innerhalb von 3 Monaten beim Schenkungsteuerfinanzamt anzeigen, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben.
Die Verpflichtung zur Anzeige ergibt sich aus § 30 Abs. 1 ErbStG. Hiernach muss "jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb" dem Finanzamt gemeldet werden. Nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG unterliegt die Schenkung unter Lebenden der Erbschaftsteuer. Das Finanzamt soll in die Lage versetzt werden, zu prüfen, ob eine Steuer anfällt und deren Höhe festzusetzen.
Die Mitteilung können Sie dem Finanzamt in einem formlosen Schreiben machen, allerdings sollte dieses folgenden Angaben beinhalten (§ 30 Abs. 4 ErbStG):
Allerdings begehen Sie keine Steuerordnungswidrigkeit im Sinne des § 377 AO (=Abgabenordnung), wenn Sie die Mitteilung nicht abgeben. Es kommt auch weder eine Steuerhinterziehung (§ 370 AO) noch eine leichtfertige Steuerverkürzung (§ 378 AO) in Betracht, da hierfür Voraussetzung ist, dass aufgrund der fehlenden Anzeige keine Steuer festgesetzt wird obwohl sie ansonsten zu erheben gewesen wäre. Das ist nicht der Fall, wenn die Freibeträge nicht ausgeschöpft werden.
Bewertung des Fragestellers 13.12.2011 | 08:50
"Herzlichen Dank für die kompetente Antwort. Hat mir sehr geholfen."
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