Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20135,%2092
Timestamp: 2019-10-18 05:20:37
Document Index: 324730897

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 157', '§ 102', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 157', '§ 157', '§ 157', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 102', '§ 313', 'BGH', 'BGH', '§ 102', '§ 102', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', '§ 102', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.03.1997 - V ZR 9/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,709
BGH, 14.03.1997 - V ZR 9/96 (https://dejure.org/1997,709)
BGH, Entscheidung vom 14.03.1997 - V ZR 9/96 (https://dejure.org/1997,709)
BGH, Entscheidung vom 14. März 1997 - V ZR 9/96 (https://dejure.org/1997,709)
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BGB § 157; BauGB § 102
Rückübertragungspflicht eines zur Abwendung einer Enteignung verkauften Grundstücks aufgrund ergänzender Vertragsauslegung
Eintragung einer beschränkt persönlichen Dienstbarkeit - Voraussetzungen für das Vorliegen eines freihändigen Verkaufs - Unmöglichkeit zur Erfüllung von Nebenverpflichtungen
Rückübereignungsanspruch nach freihändigem Verkauf zur Abwendung der Enteignung mit Zweijahresfrist ab Kenntnis von der Aufgabe des Enteignungszwecks ("Bebauungsplan 1959")
Vertragsauslegung; Wegfall des Verwendungszwecks im freihändigen Erwerb gekaufter Grundstück wegen Änderung des Bebauungsplans
Rückübertragung von Grundstücken nach Wegfall des Verwendungszwecks
Rückübertragung eines zur Abwendung einer Enteignung verkauften Grundstücks nach Wegfall des Enteignungszwecks
Kaufvertragsrecht; Rückübertragung eines Grundstücks bei Wegfall geplanter städtebaulicher Maßnahmen
BGHZ 135, 92
NJW 1997, 2948 (Ls.)
ZIP 1997, 1067
NVwZ 1997, 570
NVwZ 1997, 932
DNotZ 1998, 54
NJ 1997, 536
WM 1997, 1118
DB 1997, 1510
Den tatsächlichen Umständen (§ 138 Abs. 1 ZPO) stehen nämlich Tatsachen in ihrer juristischen Einkleidung gleich, wenn dies durch einen einfachen Rechtsbegriff geschieht, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (Senat, BGHZ 135, 92, 95;… Senat, Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, WM 1995, 1589, 1590;… Zöller/Greger, ZPO, 24. Aufl., § 138 Rdn. 2).
Die notwendige objektive Auslegung der Gemeinschaftsordnung "aus sich selbst heraus" kann zwar im konkreten Fall dazu führen, daß sich ein bestimmter hypothetischer Parteiwille, der für die Ergänzung der getroffenen Regelungen maßgebend ist (BGHZ 126, 150, 159; 135, 92, 98), nicht feststellen läßt und mithin eine ergänzende Auslegung scheitert (…vgl. dazu Senat, Urt. v. 17. Januar 1975, V ZR 116/73, WM 1975, 498, 499;… BGH, Urt. v. 24. September 1991, XI ZR 240/90, NJW-RR 1992, 178, 179;… auch RGRK-BGB/Pieper, 12. Aufl., § 157 Rdn. 104;… Staudinger/Roth, BGB [2003], § 157 Rdn. 45;… zu weitgehend dagegen Soergel/Wolf, BGB, 13. Aufl., § 157 Rdn. 118).
Die Rechtsprechung stellt tatsächlichen Umständen Tatsachen in ihrer juristischen Einkleidung gleich, wenn dies durch einen einfachen Rechtsbegriff geschieht, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (vgl. BGH, Urteil vom 13. März 1998 - V ZR 190/97, NJW 1998, 2058, 2060; vom 14. März 1997 - V ZR 9/96, BGHZ 135, 92, 95).
Die Rechtsprechung stellt tatsächlichen Umständen zwar Tatsachen in ihrer juristischen Einkleidung gleich, wenn dies durch einen einfachen Rechtsbegriff geschieht, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (…BGH, Urteile vom 16. September 2010 - IX ZR 203/08, NJW 2010, 3576 Rn. 14; vom 14. März 1997 - V ZR 9/96, BGHZ 135, 92, 95; vom 20. März 1995 - II ZR 205/94, BGHZ 129, 136, 155).
Um einen geständnisfähigen einfachen Rechtsbegriff, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (vgl. BGHZ 135, 92, 95), ging es bei der Frage, ob der Liegenschaftsfonds anstelle des Landes B. für Vertragsverletzungen aus der Zeit vor dem 9. November 2000 einzustehen hatte, gerade nicht.
Selbst ohne eine solche Vereinbarung kann nach dem bürgerlichen Recht durch Auslegung des Vertrags im Lichte des § 102 BauGB oder unter dem Gesichtspunkt des Wegfalls der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 BGB ein Anspruch auf Rückübertragung der Grundstücke entstehen (vgl. BGHZ 84, 1; BGHZ 135, 92;… Battis / Krautzberger / Löhr BauGB 11. Aufl. § 102 RN 1 a. E.;… Schrödter-Breuer, BauGB 7. Aufl. § 102 RN 8; E/Z/B-Bielenberg/Runkel, BauGB § 43 RN 9).
Das Land Berlin wurde mit Urteil vom 14. März des Streitjahres (V ZR 9/96, BGHZ 135, 92) dazu verurteilt, das Grundstück unentgeltlich auf die P-GmbH zu übertragen und überdies Schadensersatz in Höhe von 31 Mio. DM zu leisten.
Einem Geständnis zugänglich sind darüber hinaus auch juristisch eingekleidete Tatsachen (…BGH, Urt. v. 6. Oktober 2005 - III ZR 367/04, NJW-RR 2006, 281, 282;… Urt. v. 16. Juli 2003 - XII ZR 100/00, NJW-RR 2003, 1578, 1579; BGHZ 135, 92, 95;… Sen.Urt. v. 4. November 1991 - II ZR 26/91, WM 1992, 610, 611).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gelten in der Regel auch dann, wenn außerhalb eines Enteignungsverfahrens durch den Abschluß eines Kaufvertrags oder eines Vertrags über die Einräumung von Nutzungsrechten mit dem Grundstückseigentümer, wie hier, nur die sonst zu erwartende Enteignung abgewendet werden soll, zwischen den Vertragsparteien ausschließlich die Regeln des bürgerlichen Rechts (Senatsurteile BGHZ 50, 284, 287 ff.; 84, 1, 3 f.; 95, 1, 4; 100, 329, 333; BGH, Urteil vom 5. Dezember 1980 - V ZR 160/78 - WM 1981, 309, 311; siehe auch BGHZ 135, 92, 95; BGH, Urteil vom 26. September 1997 - V ZR 186/96 - NJW-RR 1998, 589, 590).
In Betracht kommen neben rechtlichen Veränderungen, die sich aus der Vereinigung mehrerer Grundstücke oder Grundstücksteile oder der Teilung des Enteignungsgrundstücks ergeben können, auch Veränderungen tatsächlicher Art, die außer der Veränderung des Geländereliefs durch Aufschüttungen oder Abgrabungen die Errichtung von Bauwerken mit einschließen können (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Juli 1986 - BVerwG 4 C 21.84 - Buchholz 11 Art. 14 GG Nr. 232; vgl. zu § 102 Abs. 4 BauGB auch BGH, Urteil vom 14. März 1997 - V ZR 9/96 - BGHZ 135, 93).
Steht fest, dass die Wiederherstellung der ursprünglichen Eigentumsverhältnisse nicht durch einfache Umkehrung des Enteignungsvorgangs erreicht werden kann, sondern mit zusätzlichen Komplikationen verbunden ist, die die Grenzen des Zumutbaren überschreiten, so gestattet der Gesetzgeber dem ursprünglich Enteignungsbegünstigten, das Rückenteignungsverlangen im Ermessenswege abzuwehren (vgl. BVerwG…, Urteil vom 18. Juni 1986 - BVerwG 4 C 21.84 - a.a.O.; BGH, Urteil vom 14. März 1997 - V ZR 9/96 - a.a.O.; vgl. auch BVerfG, Kammerbeschluss vom 26. Februar 1998 - 1 BvR 1114/86 - NVwZ 1998, 724).
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