Source: https://eifelvulkane.wordpress.com/2013/04/14/eifelvulkane-und-kulturdenkmaler/
Timestamp: 2017-09-22 22:28:28
Document Index: 132087667

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 6', '§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 4', '§ 5', '§ 8', '§ 13', '§ 13', '§ 33', '§ 31', '§ 30', '§ 25', '§ 25']

Eifelvulkane und Kulturdenkmäler | Interessengemeinschaft Eifelvulkane
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Eifelvulkane und Kulturdenkmäler
Veröffentlicht am 14.04.2013 von bergschuetzer
Eine Betrachtung von Peter May, Koblenz Stand: 31.03.2013
Auf zahlreichen Vulkanen in der Eifel haben sich vorgeschichtliche, römerzeitliche, mittelalterliche und neuzeitliche Funde und Fundstellen erhalten, die von einer Jahrtausende alten Abbau- und Wirtschaftsgeschichte zeugen. Es handelt sich um die Überreste des alten Bergbaus wie Gruben, unterirdische Stollen, Abraumhalden sowie unfertige oder verworfene Werkstücke wie Reibsteine und Mühlsteine. Die Eifelvulkane haben erhebliche historische Bedeutung als einmalige, unersetzliche archäologische
Bodenarchive. Dies ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt und in der
bisherigen Diskussion über den verstärkten Basalt- und Lavaabbau in der
Westeifel weitgehend unberücksichtigt geblieben. Die alten Abbaustellen und
ihre vor Ort verbliebenen Erzeugnisse wie Mahl- und Mühlsteine sind als nach
dem Denkmalschutz- und Pflegegesetz geschützte Kulturdenkmäler aufzufassen. Die
aktuell geplante Erweiterung der Vorrangflächen für die Rohstoffgewinnung
(Basalt und Lava) bedroht diese Bodendenkmäler unmittelbar in ihrem Bestand. Um
dieses Konfliktpotential genauer einzuschätzen, erfolgt zunächst eine
grundsätzliche rechtliche Würdigung, sodann die Erhebung der vorhandenen
(bekannten) Denkmalsubstanz und zuletzt eine erste vorsichtige Bewertung der
konkret geplanten Erweiterungsflächen und ihre denkmalrechtliche Relevanz.
Rechtliche Einordnung der Kulturdenkmäler
Kulturdenkmäler auf vorgesehenen Rohstoffsicherungsflächen
(10) Goldberg bei Ormont
(12) Goßberg bei Walsdorf
(28) Radersberg bei Dreis-Brück
(41) Vulkan Kalem bei Birresborn
(3) Baarley bei Pelm
(8) Fuchskopf bei Daun
(13) Hangelsberg / Eselsberg bei Hinterweiler
(21) Kyller Höhe bei Hillesheim
(22) Löhley bei Üdersdorf
(36) Ruderbüsch bei Oberbettingen
(1) Aarley bei Üdersdorf
(2) Asseberg bei Waldkönigen
(5) Döhmberg bei Betteldorf
(7) Feuerberg bei Hohenfels-Essingen
(11) Goosberg bei Daun-Steinborn
(14) Hasenberg bei Üdersdorf-Trittscheid
(16) Hoher List bei Schalkenmehren
(19) Kasselburger Hahn bei Pelm
(23) Mühlenberg bei Hohenfels-Essingen
(29) Reinertsberg bei Oberehe-Stroheich (Dreis-Brück)
(31) Rockeskyller Kopf bei Rockeskyll einschließlich Giesenheld bei Dohm-Lammersdorf
(33) Rossbüsch bei Kalenborn-Scheuern / Oberbettingen / Niederbettingen
(34) Rother Hecke bei Gerolstein
(35) Rother Kopf bei Gerolstein-Roth
(40) Steineberger Ley bei Steineberg
(42) Wartgesberg bei Strohn
(44) Wetschberg/Mühlenberg bei Oberbettingen
(45) Wöllersberg bei Gerolstein-Lissingen
(9) Grube Cordel bei Gerolstein-Gees
(15) Höchstberg bei Höchstberg / Ulmen
(17) Holzmaar bei Gillenfeld
(18) Hundsbachtal bei Gerolstein-Lissingen
(20) Kreckelberg bei Gerolstein
(24) Nerother Kopf bei Daun-Neunkirchen
(25) Niveligsberg bei Drees
(26) Grube Bettendorf bei Oberstadtfeld
(27) Lavagrube Oberwinkel bei Winkel
(30) Riemerich bei Daun-Neunkirchen
(32) Römerberg bei Betteldorf
(37,38) Scharteberg-Schnellesroth und Ringseitert bei Kirchweiler
(39) Schönfeld
(43) Weinfeld bei Daun
a) Hoher Denkmalwert – nicht geeignet als Rohstoffsicherungsfläche
b) „Normaler“ oder unklarer Denkmalwert (ist noch genauer zu prüfen) – zumindest
problematische Rohstoffsicherungsfläche
c) Kein – bekannter Denkmalwert
Grundsätzliche Bedeutung der Kulturdenkmäler
Nach den Grundsätzen der Raumordnung und Landesplanung ist eine nachhaltige Raumentwicklung anzustreben. Dabei sind – grundsätzlich gleichrangig – neben den wirtschaftlichen auch die kulturellen Belange und Erfordernisse zu beachten (§ 1 Abs. 2 LPlG). Das Abwägungsgebot nach § 6 Abs. 1 LPlG ist von den Planungsbehörden zu beachten und fehlerfrei auszuüben.
Bei den Fundstellen auf den Eifelvulkanen und den Fundstücken an sich handelt es sich um Kulturdenkmäler im Sinne des § 3 des rheinland-pfälzischen Denkmalschutzgesetzes (DSchG v. 23.03.1978, GVBl 1978, 159 i. d. F. v. 28.09.2010, GVBl S. 301). Nach der dortigen Begriffsbestimmung sind Kulturdenkmäler u. a. „Gegenstände aus vergangener Zeit, die Zeugnisse des handwerklichen oder technischen Wirkens sind und an deren Erhaltung und Pflege oder wissenschaftlicher Erforschung und Dokumentation aus geschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.“
Dass die vorgeschichtlichen Getreidereibsteine und die
römerzeitlichen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Mühlsteine und auch die
dazugehörigen Abbau- und Gewinnungsstellen wie Steinbrüche, Stollen, obertägige
Schürfstellen, Abraumhalden u. ä. Gegenstände aus vergangener Zeit sind, die
Zeugnisse des handwerklichen und technischen Wirkens sind, dürfte außer Frage
stehen. Wer dies dennoch anzweifeln möchte, kann sich einen umfassenden
Überblick über das alte Steinbruch- und Steinhauerwesen von der vorrömischen
Eisenzeit bis in die jüngere Neuzeit verschaffen in der Monografie von Fridolin
Hörter: „Getreidereiben und Mühlsteine aus der Eifel – Ein Beitrag zur
Steinbruch- und Mühlengeschichte“ (Mayen, 1994, ISBN 3-930821-12-5). Auf dieses
Buch wird immer wieder zurückzukommen sein, weil es bisher die einzige
systematische, flächendeckende Untersuchung der Eifeler Vulkanvorkommen auf
alte Steingewinnung ist.
An der Erhaltung und Pflege sowie der wissenschaftlichen
Erforschung und Dokumentation besteht aus geschichtlichen und
wissenschaftlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Dieses Interesse ist
ohne weiteres evident: die alten Abbaue sind einzigartige Zeugnisse der frühen
Wirtschaftsgeschichte unseres Raumes, für die außer den Geländebefunden und den
Fundstücken an sich so gut wie keine schriftliche Überlieferung besteht. Dies
gilt um so mehr, je älter und seltener die Abbaustellen sind. Bislang ist außer
der Bestandsaufnahme durch HÖRTER (s. o.) keine weitergehende systematische
Erforschung der alten Abbaustellen erfolgt. Durch eine wissenschaftliche (archäologische,
geologische und geografische) Erforschung und Dokumentation der alten
Abbaustellen ließen sich wichtige Fragen der regionalen Wirtschafts- und Handels-
und Sozialgeschichte beantworten. Die Erhaltung und Nutzung dieser
Geschichtsquelle liegt damit im öffentlichen Interesse. Gleichzeitig sind die alten
Steinbrüche und Stollen sowie die dort hergestellten Reib- und Mühlsteine als
kulturelles Erbe der hier ansässigen Bevölkerung anzusehen. In ihnen
manifestieren sich sichtbar die Wurzeln eines uralten, bodenständigen
Steinbrecher-, Steinmetz- und Müllerhandwerks. Sie sind somit für die Bewohner
der Vulkaneifel identitätsstiftend. Die sinnlich-räumliche Wahrnehmung zum
Beispiel eines unterirdischen Mühlstein-Abbaustollens ist durch keine museale Rekonstruktion ersetzbar. Diese Geländedenkmäler müssen daher – zumindest beispielhaft – erhalten bleiben.
Das wissenschaftliche Interesse an der Erforschung und
Dokumentation zeigt sich exemplarisch an der vorgeschichtlichen Gewinnungstelle
am Ruderbüsch bei Oberbettingen, die im Jahr 2008 aufgrund akuter Gefährdung
durch den laufenden Basaltabbau auf Veranlassung der amtlichen Denkmalpflege
(Kreisverwaltung Daun als untere Denkmalschutzbehörde und Landesmuseum Trier
als Denkmalfachbehörde) vor ihrer kompletten Zerstörung archäologisch
ausgegraben und dokumentiert worden ist.
Ein anderes öffentliches Interesse an der Erhaltung der
frühen Abbaue auf den Eifelvulkanen besteht zweifellos bei den touristisch
erschlossenen ehemaligen Mühlsteinstollen wie den Eishöhlen bei Birresborn, der
an den Fernwanderweg „Eifelsteig“ angeschlossenen Mühlsteinhöhle bei
Gerolstein-Roth oder der Schwedenfeste bei Hohenfels-Essingen. In dem großen
Osteifeler Vulkangebiet (Region Pellenz um Mayen-Mendig-Andernach) hat das
Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) im Jahr 1997 einen eigenen
Forschungsbereich („Vulkanologie, Archäologie, Technikgeschichte – VAT“) eingerichtet,
in dem mehrere fest angestellte Wissenschaftler die frühe Gewinnung von
vulkanischen Gesteinen vor Ort erforschen. Die Forschungsergebnisse des VAT
sind in zahlreichen Publikationen einer breiten Öffentlichkeit unterbreitet
worden (näheres zur Tätigkeit des VAT siehe im Internet unter http://web.rgzm.de/19.html).
Von nicht unerheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist in der Osteifel die
Präsentation zahlreicher ehemaliger Abbaustellen im Gelände im Rahmen von
touristischen Reise- und Wanderrouten (Vulkanpark-Routen; Traumpfade) und
Museen (Terra Vulcania und Museumslay bei Mayen, Lava-Dome und Bierkeller bei
Mendig, Infozentrum Rauschermühle bei Saffig; Römerbergwerk Meurin bei Kretz).
Auch diese touristische In-Wert-Setzung von aufgelassenen Steinbrüchen und
Stollen, für die an den Vorkommen im Landkreis Vulkaneifel ein durchaus
vergleichbares Potential besteht, indiziert ein öffentliches Interesse an der
Erhaltung der alten Abbaustellen.
Das Vorliegen eines Kulturdenkmals im Sinne des
Denkmalschutzgesetzes zieht eine Reihe weitreichender Rechte und Pflichten nach
Eigentümer, sonstige Verfügungsberechtigte und Besitzer sind
verpflichtet, die Kulturdenkmäler im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und zu
pflegen (§ 2 Abs. 1 DSchG).
Das Land, der Bund, die Gemeinden und Gemeindeverbände und
alle Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes – also
auch und vor allem die Planungsgemeinschaft Region Trier – haben bei ihren
Maßnahmen und Planungen, insbesondere bei der Bauleitplanung, die Belange des
Denkmalschutzes und der Denkmalpflege zu berücksichtigen. Bei Maßnahmen und
Planungen, die Belange des Denkmalschutzes oder der Denkmalpflege berühren, ist
die Denkmalfachbehörde von Beginn an zu beteiligen (§ 2 Abs. 3 DSchG).
Bauliche, technische und wirtschaftliche Maßnahmen, die
Kulturdenkmäler in ihrem Bestand, ihrem Erscheinungsbild oder ihrem
wissenschaftlichen Wert gefährden oder beeinträchtigen können, sind auf den
unbedingt notwendigen Umfang zu beschränken (§ 2 Abs. 4 DSchG).
Unbewegliche Kulturdenkmäler sind unmittelbar Kraft Gesetzes
geschützt (§ 8 Abs. 1 i. V. m. § 4 Abs. 1 Nr. 1, § 5 Abs. 6 DSchG). Eine
förmliche Unterschutzstellung eines unbeweglichen Kulturdenkmals durch
Rechtsverordnung oder Verwaltungsakt ist nicht erforderlich und hat lediglich
deklaratorischen Wert (§ 8 Abs. 3 DSchG). Das heißt, dass eine alte Abbaustelle
bereits dann dem Schutz des DSchG unterliegt, wenn es die Merkmale der
Begriffsdefinition eines Kulturdenkmals erfüllt (siehe oben). Die rechtlichen
Schutz- und Sanktionswirkungen des DSchG entfalten sich also bereits weit vor der
förmlichen Ausweisung von Rohstoffsicherungsflächen. Dies sollte allen am
Planungs- und Abbauverfahren Beteiligten bewusst sein.
zerstört, abgebrochen, zerlegt oder beseitigt werden (§ 13 Abs. 1 DSchG). Eine
solche Genehmigung wird nur erteilt, wenn Belange des Denkmalschutzes nicht
entgegenstehen oder andere Erfordernisse des Gemeinwohls oder private Belange
diejenigen des Denkmalschutzes überwiegen und diesen überwiegenden Interessen
nicht auf sonstige Weise Rechnung getragen werden kann (§ 13 Abs. 2 DSchG).
Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass ordnungswidrig
handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig ein geschütztes Kulturdenkmal ohne
Genehmigung zerstört, abbricht, zerlegt oder beseitigt oder Erd- oder
Bauarbeiten, bei denen zu vermuten ist, dass Kulturdenkmäler entdeckt werden,
nicht oder nicht rechtzeitig anzeigt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer
Geldbuße von bis zu 1 Million Euro geahndet werden (§ 33 DSchG).
Für den Fall, dass ein Eigentümer aufgrund des
Vorhandenseins eines Kulturdenkmals in seiner bisherigen rechtmäßigen Nutzung
des Eigentums Einschränkungen hinnehmen muss, die über die Grenzen der
Sozialbindung hinausgehen, sieht das DSchG unter bestimmten Bedingungen einen
angemessenen Ausgleich in Geld vor (§ 31 DSchG). Im äußersten Fall ist auch
eine Enteignung zulässig, soweit auf andere zumutbare Weise nicht erreicht
werden kann, dass ein geschütztes Kulturdenkmal in seinem Bestand oder seinem
Erscheinungsbild erhalten bleibt oder wissenschaftlich ausgewertet werden kann
(§ 30 Abs. 1 DSchG). Auch diese Aspekte sollten rechtzeitig im Vorfeld bedacht
werden, um späterem Streit vorzubeugen.
Denkmalfachbehörde ist die Generaldirektion Kulturelles Erbe
(§ 25 Abs. 3 DSchG) unter der fachlichen Aufsicht des Ministeriums für Bildung,
Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. Die GDKE wird in der Region Trier durch
das Rheinische Landesmuseum Trier (RLM), Weimarer Allee 1, 54292 Trier
vertreten. Zu den gesetzlich normierten Aufgaben der Denkmalfachbehörde gehört
es, Gutachten zu Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege zu erstellen
(§ 25 Abs. 1 Nr. 7 DSchG). Das RLM Trier führt ein archäologisches Ortsarchiv. In
diesem Archiv sind für jede Gemarkung im Zuständigkeitsbereich des RLM Trier
alle bekannt gewordenen archäologischen Beobachtungen, Funde und Fundstellen
detailliert verzeichnet.
Mangels einer wünschenswerten und dringend erforderlichen
fachlichen Bewertung durch die zuständigen Denkmalschutzbehörden werden
nachfolgend die vorgesehenen Rohstoffsicherungsflächen mit den von HÖRTER (a.
a. O., siehe oben) veröffentlichten Fundstellen abgeglichen. Grundlage für die
Prüfung ist die vom Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) veröffentlichte
Karte „Vorrang- und Vorbehaltsflächen Rohstoffsicherung (Lava + Basalt) –
Teilgebiet Kreis Vulkaneifel“ mit der Nummerierung der Abbauflächen durch die
Interessengemeinschaft Eifelvulkane (Stand 10.03.2011). In Zweifelsfällen wurden
zur Lokalisierung und Benamung der Abbaustellen die Vulkanologische Karte West-
und Hocheifel 1 : 50 000 von G. Büchel, Institut für Geowissenschaften, Mainz
1994, herangezogen. Weiterhin wurde der Regionale Raumordnungsbericht 2007,
Rohstoffsicherung (ROPneuE), Karte 4.2.3. berücksichtigt. Die von HÖRTER a. a.
O. beschriebenen Fundstellen sind neben einer verbalen Verortung in der Regel
mit Gauß-Krüger-Koordinaten versehen und können auf einer kleinmaßstäbigen topografischen Karte relativ genau eingegrenzt werden. Die exakte Lage und Ausdehnung der Rohstoffsicherungsflächen können auf der interaktiven Internet-Karte des LGB
Im Ergebnis können auf den vom LGB vorgesehenen
Rohstoffsicherungsflächen folgende relevante Fundstellen identifizieren können:
Mittelalterlich-neuzeitlicher Mühlstein-Stollen
„Erst beim Lavasandabbau wurde 1958 ein 80 bis 90 m tief in
den Berg führender Stollen bekannt. Darin waren noch Mühlsteine aus grober
Schweißschlacke zu finden. Im Gelände hat sich auf der Nordwestseite des
Goldbergs die alte Stollenrösche erhalten. Hier liegen noch einige
Mühlsteinreste“ (HÖRTER a. a. O., S. 70)
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche
„In den Schweißschlacken des inzwischen weitgehend
abgebauten Goßberges waren tiefe Steinbrüche. Aus dem Abraum des modernen
Lavabruches konnte ich mehrere Mühlsteine aufmessen. Im Hang der Nordseite des
Berges ist noch ein verschütteter Eingang zu einer größeren Abbauhöhle. (…) Ein
zerbrochener Mühlstein lag 1975 noch vor der Einfahrt. (…) Im nördlichen
Lavastrom, sowohl westlich des Sportplatzes als auch unterhalb davon im Wald
„Sittert“ waren einige Kleinbrüche angelegt, in denen noch Mühlsteinfragmente
erhalten sind. Ebenfalls aus fester Basaltlava wurde am Südfuß des Goßberges
bei r 5020-5050, h 7080-7070 in mehreren Kleinbrüchen Basaltlava gewonnen. Dort
zeugt ein Mühlstein, welche Werksteine angefertigt wurden.“ (HÖRTER a. a. O.,
(keine Funde/Fundstellen bekannt)
Neuzeitliche Mühlsteinbrüche und -stollen
„An der Westseite des Berges sind unterhalb der heutigen
Bergspitze die jüngeren Gewinnungsstellen in der dunklen Schweißschlacke.
Einige Stollenreste zeigen den Abbau an. Ein sauber behauener Mühlstein mit
einem Mühlenaugen von 18 cm Weite deutet auf eine Anfertigung im 19.
Jahrhundert. Am Rundwanderweg darüber weist ein Schild auf Mühlsteinablösungen
in fester Basaltlava hin. (…) Im Schlackenwall des Gipfels befinden sich
Mühlsteinbrüche in Schweißschlacken und in harter Basaltlava. Auch an den
Rändern des Lavastromes zum Kylltal hin sind bei r 4495, h 6116 verlassene
Steinbrüche mit unvollendeten Mühlsteinen. In den beiden, dem nördlichen
Lavastrom aufsitzenden Schlackenhügeln bei r 4475, h 6130 und r 4490, h 6140
sind Mühlsteine ausgehauen worden. (…) Am Südhang des Kalems bei r 4460, h 6105
sind mehrere Steinbrüche mit zum Teil verstürzten Stollen und einigen
Mühlsteinresten in der festen Basaltlava des nach Süden geflossenen
Lavastromes. Etwas höher im Gelände ist in der Schweißschlacke ein alter
Steinbruch.“ (HÖRTER, a. a. O., S. 155)
„Hier sind Mühlsteine aus sehr fester Schweißschlacke
gehauen worden. Im Gipfelbereich des Berges sind flache Kleinbrüche, in und
unter denen Bruchstücke halbfertiger Mühlsteine liegen. Besonders auffallend
sind die Ablösespuren an dem westlichen Schweißschlackenfels „Steene Mann“.
Mühlsteinablösungen von 90 bis 170 cm d sind erkennbar.“ (HÖRTER a. a. O., S.
Mittelalterlich-neuzeitlicher Mühlsteinbruch
„NOSE (1790: 331) berichtet, dass am Hangelberg Mühlsteine hergestellt
wurden und bezeugt noch einen zerbrochenen Mühlstein in einem Steinbruch. 1975
waren bei meiner Begehung fast alle Tuffe und Schweißschlacken bis auf den
harten Basaltgang abgebaut. Im Wald der Westseite konnte ich noch eine
begonnene Ausarbeitung eines Mühlsteins beobachten.“ (HÖRTER a. a. O., 128)
Vorgeschichtlich-römerzeitlich-mittelalterliche Abbaustellen
„Eichholz, Lavastrom von der Kyller Höhe. Im Wald Eichholz,
südlich der B 421, sind einige flache, bis 2 m tiefe Steinbrüche. Erst eine
durch Windwurf hochgekippte Baumwurzelscheibe legte eine größere Schicht
Feinbearbeitungsabfälle der grobporösen Lava frei. Neben kaum erkennbaren
Rohlingen für Getreidereiben ist auch ein bei der Endbearbeitung missglückter
Reibstein (45:25:25 cm) mit deutlichen Schlagmalen beobachtet worden. Die
festgestellten Mühlsteinreste haben auffallend kleine Durchmesser. (…) Dieser
Stein und ein Rohblock nähert sich den Maßen römerzeitlicher Kraftmühlen,
während ein Segment eines Mühlsteins die Maße frühmittelalterlicher Mühlsteine
aufweist.“ (HÖRTER a. a. O., S. 114)
„Koksley-Lierswiese, Lava und Stromschlacke von der Kyller
Höhe. Westlich der Kyller Höhe zieht eine Lavaklippe zur Lierswiese hinab, in
deren Grenzbereich zur Stromschlacke geringe Steinbruchspuren zu erkennen sind.
Zwei Fragmente von Mühlsteinrohlingen zeugen davon.“ (HÖRTER a. a. O., S. 115)
Vorgeschichtliche Abbaustelle und
„Im Bereich der Liley und des Lühwaldes beschrieb DECHEN
(1886: 71) die Gewinnung von Mühlsteinen, während sonst nur die
Lavasandgewinnung zwischen Liley und Aarberg erwähnt wird. Im Bereich der Liley
wurden Mühlsteine von 133 cm d gefertigt. Im Übergangsbereich zwischen der Lava
zur Stromschlacke sind Unterhöhlungen. Davor liegt ein Mühlstein von 148 cm d,
der am bearbeiteten Rand 25 cm hoch ist. An der Nordseite des Lavastromes sind
in der Stromschlacke unterhalb der Lava Ablösespuren und Mühlsteine. In diesem
Bereich fallen auch einige kurze, tiefe Spaltrillen, ähnlich wie in
mittelalterlichen Steinbrüchen, auf. Im Lühwald an de Südseite des Lavastromes
wurden mehrere Getreidereiben in roh ausgeschlagenem Zustand und zwei
Bruchstücke beobachtet, die bei der Fertigbearbeitung zerbrachen. Leider sind
alle Belegstücke 1977 aus dem Gelände verschwunden.“ (HÖRTER a. a. O., S. 163)
mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinstollen.
Die vorgeschichtliche (eisenzeitliche) Gewinnungsstelle
(HÖRTER a. a. O., S. 99) ist 2007-2011 durch den modernen Basaltabbaubetrieb
zerstört worden. Abbaubegleitend ist auf Initiative des Verfassers hin die
Fundstelle ausgegraben und archäologisch untersucht worden; die
Grabungsdokumentation befindet sich im Rheinischen Landesmuseum Trier. Es
handelt sich um einen Werkplatz, an dem Reibsteine mit hohem Kiel (sogenannte
Napoleonshüte) und flach-bootförmige Getreidereiben aus der oberflächlich
anstehenden Lava hergestellt worden. Vor Ort fand sich unmittelbar unter der
Blätter- und Moosschicht eine bis zu 1 m mächtige Abraumhalde aus Kleinschlag
und etwa ein Dutzend verworfener Reibsteine und Rohlinge. Ein weiteres
Reibsteinfragment fand sich etwa 200 m östlich der Gewinnungsstelle, so dass
sich ein entsprechend großflächiger Tagebau andeutet. Dieser Befund ist bisher
in der Westeifel einzigartig.
Die mittelalterlich-neuzeitlichen Mühlsteinstollen im
Gipfelbereich des Ruderbüsch waren bei einer Geländebegehung im Frühling 2011
noch vorhanden. Die ehemals untertägigen Stollen sind heute weitgehend
eingestürzt; an einer Stelle ist noch ein in den Untergrund führender Stollen
zu erkennen, der bis zur Firste mit Abraum verfüllt ist. Bei der Prospektion
konnten am Nord- und Osthang des Ruderbüsch drei weitere Mühlstein-Rohlinge
„Von Mühlsteinbrüchen in den Gipfelschlacken des
Ruderbüsches schreibt STEININGER (1821, 1858). Sehr auffallend sind die großen
Steinbruchschluchten in der Gipfelregion dieses Vulkanberges, wo aus teils
grober, teils sehr dichter Schlacke, die in kompakte Lava übergeht, Mühlsteine
von 130 bis 160 cm d gewonnen wurden. Vom Gipfel aus ziehen sich den nördlichen
Hang Steinbrüche und Halden mit Mühlsteinfragmenten hinab. (…) Auf der Ostseite
des Berges bei r 4465, h 7316 sind in der Basaltlava, die hier sehr große
Augiteinschlüsse zeigt, Ablösespuren von Mühlsteinen bis 160 cm d. Die in der
Kyll zwischen Ober- und Niederbettingen gefundenen Mühlsteine mit gleichen
Einschlüssen stammen sehr wahrscheinlich von dieser Stelle am Ruderbüsch. Einer
dieser Mühlsteine steht in Hillesheim auf der „Schwedenschanz“, ein zweiter
Mühlstein gleichen Materials steht am Bergfelder Hof bei Niederbettingen.
Dieser Läuferstein hat um das Mühlenauge einen sehr großen Wulst, und gleicht
damit den Mühlsteinen des 12. Jahrhunderts aus Mayen.“ (HÖRTER a. a. O., S. 98)
Mittelalterlich-neuzeitlicher Mühlsteinbruch (?)
„Nur einzelne Kleinbrüche zeichnen sich am Hang der Aarlei
gegenüber Üdersdorf im Gelände ab. In der Nähe des Kreuzes liegen noch zwei
runde Steine von 133 cm d, die zu Mühlsteinen vorgesehen gewesen sein könnten.“
(HÖRTER a. a. O., S. 164)
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche bzw. -stollen (?)
„Vom markanten Döhmberg haben NOSE (1790) und DECHEN (1886)
die Anfertigung von Mühlsteinen in ihren geologischen Beschreibungen erwähnt.
Auf der Südseite des Berges zieht sich eine feste Schweißschlackenklippe
unterhalb des Weges durch den Hang. Mühlsteinreste haben sich erhalten.
Unterhalb der Schweißschlackenfelsen sind einige Abbaustellen leicht
unterhöhlt. Vielleicht verbergen sich unter dem Abfallgrus auch Abbaustollen.“
(HÖRTER a. a. O., S. 116).
„Der Feuerberg südlich von Hohenfels war einer der größten
Schlackenvulkane der Westeifel. Auf der Karte von Hohenfels um 1700 sind am
Feuerberg Steinbrüche als „Hohenfelser Steinkaul“ und „Mittelsteinkaul“
eingezeichnet. NOSE (1790) erwähnt Steinbrüche „am Feuerberg oder Hüppeler
Steinbruch“. In der Tranchotkarte 1809 ist dort „Carrieres de Pierres a Moulin“
eingetragen. WYCK (1826) beschreibt diesen Steinbruch und hat ihn 1829 mit 40
fertigen Mühlsteinen gezeichnet. An gleicher Stelle entstand auch die Zeichnung
„Kasselburg im Hochsteinbachtal“ (Ausstellungskatalog Von-der-Heydt-Museum
Wuppertal 1978). Nach STEININGER (1853) war im Feuerberg noch ein Steinbruch in
Betrieb. Von nur noch geringem Steinbruchbetrieb schreibt WIRTGEN (1838). Im
20. Jahrhundert scheint nicht mehr am Feuerberg gearbeitet worden sein. Die von
WYCK gezeichneten Mühlsteine sind nicht mehr in den Handel gebracht worden,
sondern lagen noch bis zur Neuzeit im Steinbruch. Heute sind sie an
verschiedenen Stellen der Gemarkung Hohenfels-Essingen aufgestellt. An der
Hohenfelser Mühle lagern noch zwei dieser aus rauhen Schweißschlacken vom
Feuerberg hergestellten Mühlsteine, die als Brückenaufleger verwendet wurden.
Wahrscheinlich sollten diese Mühlsteine, die teilweise einen Wulst um das
Mühlenauge hatten, als Kollergangsteine in den Lohmühlen der Gerbereien
verwendet werden. Außer den Mühlsteinen aus Schweißschlacke sind in der Tiefe
des Steinbruchs am Feuerberg auch Mühlsteine aus der porösen Basaltlava
hergestellt worden. Kleinere Steinbrüche sind im ganzen Wald des westlichen
Abhangs oberhalb der Straße nach Berlingen zu erkennen. In vielen dieser
Kleinbrüche liegen Bruchstücke zerbrochener Mühlsteine. Die Nordostseite des
Feuerberges ist durch Lavasandgewinnung vernichtet.“ (HÖRTER a. a. O., S. 126 f.)
„Berlingen. Lavastrom vom Feuerberg östlich des Friedhofes.
Aus mehreren Kleinbrüchen und aus anstehenden Lava-Oberköpfen bzw. ihrer oberen
Stromschlacke sind über lange Zeiträume Mühlsteine und einzelne Getreidereiben
(50:23:22 cm) hergestellt worden. Frühe Mühlsteine mit Wulst um das Mühlenauge
des Läufersteines haben 105 bis 113 cm d und sind 19 bis 30 cm hoch. Mühlsteine
in jüngeren Tiefbrüchen haben Durchmesser von 130 bis 140 cm und sind 30 cm
hoch.“ (HÖRTER a. a. O., S. 128)
Vorgeschichtlich-römerzeitlich-mittelalterlich-neuzeitliche
Gewinnungsstelle für Getreidereiben und Mühlsteine
„In der Nähe des Berges am oberen Rand des Lavastromes ist
eine kleine Gewinnungsstelle für Getreidereiben und Mühlsteine. Über dem
modernen Lavasandbruch fand ich mehrere halbfertige Getreidereiben (40:24:22
cm). In deren Nähe liegen noch zwei zugehauene Handmühlsteine (d = 38 und 40
cm, h = 13 und 14 cm). Auch zwei größere Mühlsteine von 61 und 65 bis 70 cm d,
die eine Höhe von 30 cm haben, gleichen den Maßen römerzeitlicher Kraftmühlen.
Doch fehlt die Feinbearbeitung, so dass keine sichere Aussage über die Zeitstellung
gemacht werden kann. Bei r 5508, h 6405 wurde am Rand eines Blockfeldes auch
ein Rohling für einen Mühlstein von 130 cm d gefunden.“ (HÖRTER a. a. O., S.
Mittelalterlich-neuzeitlicher Mühlsteinbruch bzw. -stollen;
„Schon bei meiner ersten Begehung 1976 war der Hasenberg im
Schlotbereich des Vulkans bis zum devonischen Gestein abgebaut. Auch an den im
Gelände verbliebenen größeren festen Schweißschlacken konnte ich keinen Hinweis
auf eine Mühlsteingewinnung mehr erkennen. STEININGER (1820) schrieb: Auf dem
Berg ist die Schlacke der westlichen Spitze aufgegraben, weil man Mühlsteine
suchte.“ DECHEN (1886) berichtet: „Hasenberg oder Geisberg oder Eichelt: In dem
großen Steinbruch der Deulkaul an der runden vorspringenden Kuppe s.w. von
Trittscheid ist das Gestein gut aufgeschlossen. Die Steinbruchwand hat eine
Höhe von 12,5 m. Oben liegen 7,8 m Strom- oder Rollschlacken, darunter stehen
plumpe, senkrechte Pfeiler aus denen versucht worden ist, Mühlsteine zu hauen“.
MEYER (1987) führt aus der Kellnereirechnung von Daun aus dem Jahre 1787 eine
Einnahme von 3 Albus aus Trittscheid für einen Mühlstein an. Im August 1976
berichtete mir ein Arbeiter in der Lavasandgrube in Oberstadtfeld, der in
Trittscheid wohnt, dass am Hasenberg in einem über 20 m tiefen Stollen
Mühlsteine gefunden worden sind.“ (HÖRTER a. a. O., S. 165)
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche bzw.
-stollen(?); eisenzeitlicher Abbau?
„Die Schweißschlackenkuppe des „Kasselburger Hahns“ ist auf
der Nord-, Ost- und Westseite durch verschieden alte Steinbrüche
aufgeschlossen. Steinbrüche befanden sich auch im Lavastrom, der sich bis zur
Kasselburg hinzieht. Die früheste Nachricht über Mühlsteingewinnung dieser
Gegend hat NEU (1972) veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Einnahmen der
Herrschaft Gerolstein von 1548 aus Mühlstein-Einnahmegelder des Kasselburger
Amtmannes, der die Steinbrüche am Hahn überwachte. NOSE (1790) erwähnt die
Mühlsteinbrüche am Hahn, die zu seiner Zeit noch betrieben wurden, während
DECHEN (1886) die Brüche im Gipfelbereich als verlassen bezeichnete. Er erwähnt
aber einen Steinbruch im Lavastrom halbwegs zu Kasselburg, der lange verlassen
war, neuerdings wieder aufgenommen wurden, und ab 1863 wieder eingestellt
worden sei. In den Steinbrüchen des Gipfelbereichs mit sehr grober
Schweißschlacke und auf dem Westhang sind Mühlsteine (d = 120 bis 160 cm) auch
mit Wülsten um das Mühlenauge hergestellt worden. Grottenartige Unterhöhlungen
und größere Halden nordwestlich am Gipfel lassen dort auch Stollenabbau
vermuten. Der große Steinbruch auf dem Osthang des Berges ist wohl die jüngere
Abbaustelle, die NOSE noch in Betrieb sah. Dort ist die Schweißschlacke auch
dichter und feiner. Abbauspuren sind auch am Rand der Grube im Steilhang.
Einzelne Mühsteine aus Lava mit Stromschlacke sind ebenso im Wald unterhalb der
steilen Abbruchkante des Lavastromes zum Kylltal gegenüber dem Rockeskyller
Kopf hergestellt worden. Dortige Mühlsteine haben 160 cm d. In dem Steinbruch
zwischen Hahn und der Kasselburg bei r 4840, h 6730 sind verschiedene
Abbautechniken mit Bohrlöchern des 18. und 19. Jahrhunderts und flache
Schrotrillen zu beobachten. Einige davon gleichen den Spät-Latène-Rillen im
Mayen-Kottenheimer Steinbruchgebiet, doch ist am „Kasselburger Hahn“ noch keine
Getreidereiben-Herstellung beobachtet worden.“ (HÖRTER a. a. O., S. 129 ff.)
Römerzeitliche Mühlsteinfunde sowie
mittelalterlich-neuzeitliche Steinbrüche und Stollen; neuzeitliche Fluchthöhle
„Mühlenberg (auch Weißlei oder Krümmel) (…) Durch seine
vielen Höhlen und der darin erhaltenen Bauernfestung [Anm.: sog. Schwedenfeste]
der frühen Neuzeit (HÖRTER 1978) und großen, zum Teil noch heute noch
betriebenen Steinbrüchen ist der Mühlenberg wohl das bekannteste
Steinbruchgebiet für Mühlsteine im Westeifler Vulkangebiet. Davon berichten
fast alle geologischen und allgemeinen Beschreibungen der Eifel. (…) Neben den
vielen Steinbrüchen, halbfertigen und zerbrochenen Mühlsteinen, den
Abbaustellen an Schweißschlacken- und Basaltlavafelsen, zeugen auch die
Wegekreuze um den Mühlenberg, die aus seiner Schweißschlacke gehauen sind, von
den Arbeiten der Hohenfelser Mühlsteinhauer. Ihre Jahreszahlen 1687, 1719,
1728, 1766 und 1782 vermitteln die Zeiten reger Steinbruchtätigkeiten und sind
Hinweis auf die gefahrvolle Arbeit. Von den Höhlen des Mühlenbergs hat LAUMANNS
(1987) auf den Tafeln 1 bis 5 maßstäbliche Karten von 6 Höhlen veröffentlicht. (…)
Da die jüngeren Steinbrüche vielfach die älteren Abbaustellen mit ihrem Abraum
überdecken, sind nur an wenigen Stellen ältere Mühlsteinformen erhalten. Bisher
kenne ich nur einen Läuferstein vom Mühlenberg, der bei 156 cm d, 28 cm
Randstärke und 43 cm Gesamthöhe einen 14 cm breiten Wulst um das 18 cm weite
Mühlenauge hat und damit an hochmittelalterliche Formen anknüpft. Auch eine
Bliedenkugel [Anm: Bliede = Steinkatapult] von 35 cm d belegt einen
mittelalterlichen Steinbruchbetrieb. An der Nordseite des Mühlenberges konnten
im Blockfeld unterhalb des noch betriebenen Großsteinbruches mehrere Rohsteine
für römerzeitliche Kraftmühlen festgestellt werden (HÖRTER 1985).“ (HÖRTER a.
a. O., S. 116-122)
Mittelalterlich-neuzeitlicher Steinbruch
„Der Gipfel des Reinertsberges ist mit viel
kleingeschlagener Schweißschlacke aus Steinbruchabfall bedeckt. Ob daraus auch
Mühlsteine hergestellt wurden, lässt lediglich ein runder Rohblock (d = 150 cm)
erahnen.“ (HÖRTER a. a. O., S. 115)
Frühmittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche
„Rockeskyller Kopf (…) An der Schlotfüllung des Rockeskyller
Kopfes sind einige Abbauspuren zu beobachten. Dabei fallen kurze Spaltrillen
von 40 cm Länge, 5 cm Breite und 6 cm Tiefe auf, wie sie aus
frühmittelalterlichen Steinbrüchen im Laacher-See-Gebiet bekannt sind. Zu
dieser Zeitstellung würde auch die Größe der dort hergestellten Mühlsteine (d =
70 bis 100 cm) passen. An der Südseite des Gipfelfelsens wurde eine
Mühlsteinablösung von 150 cm d und 28 cm Höhe versucht.“ (HÖRTER a. a. O., S.
„Giesenheld (…) An einer Geländestufe ist die Kante des
Lavastromes frei anstehend. Dort sind kleine Steinbrüche in der oberen
Stromschlacke des Basaltlavastromes zu beobachten. Ein Mühlsteinrohling liegt
oberhalb eines Kleinbruches.“ (HÖRTER a. a. O., S. 122)
Vorgeschichtliche Reibsteingewinnungsstellen;
römerzeitlicher Mühlsteinfund (?); mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche;
Abbaustollen; Dorf- und Flurwüstung
„Der Schlackenvulkan Rossbüsch mit seinen beiden Lavaströmen
in den Gemarkungen Oberbettingen, Niederbettingen und Kalenborn-Scheuern weist
das größte Grubengebiet für Getreidereiben und Mühlsteine im Westeifler
Vulkangebiet auf. In der Gemarkung Oberbettingen wurden auf dem nördlichen
Lavastrom in flachen Gruben Getreidereiben hergestellt. Aufgemessene Größen:
flache Reibplatten (…) Getreidereiben, auch Napoleonshüte genannt (…). Die
zuletzt aufgeführte Getreidereibe liegt mit anderen Rohlingen in einem 15 m
langen, 6 m breiten und 1,5 m tiefen Steinbruch, der unverändert seit der
Vorgeschichte offen liegt! Entlang der Grenze zur Gemarkung Kalenborn-Scheuern
ziehen sich viele Kleinbrüche hin, in denen nur jeweils einige Mühlsteine (d =
110 bis 145 cm) gewonnen wurden. Am nordöstlichen Lavastrom des Roßbüsch sind
an der Gemarkungsgrenze größere tiefe Steinbrüche. Dort wurden Mühlsteine von
120 bis 145 cm d bei 28 bis 35 cm Höhe hergestellt. Der östliche Lavastrom vom
Roßbüsch löst sich in der Gemarkung Niederbettingen auf. Im Grenzbereich zu den
Nachbargemarkungen sind Mühlsteinbrüche. Getreidereiben wurden an verschiedenen
Stellen auf dem Lavastrom und in seinem Blockfeld beobachtet. Der an der
Gemarkungsgrenze im Bereich der Gemeinde Kalenborn-Scheuern von 1935 bis 1941
von der Fa. Bender betriebene Steinbruch hatte seine Zufahrt über Niederbettingen.
Auf Beobachtungen der dort beschäftigten Steinbrucharbeiter aus Kottenheim
(MYK) beruht der Hinweis von LUNG (1936): „Bei Oberbettingen wurden halbfertige
Napoleonshüte gefunden. (…) In der Gemarkung Kalenborn-Scheuern befinden sich
die meisten verlassenen Steinbrüche des Vulkans Roßbüsch. Verstreut liegen im
Bereich des oberen Plateaus und im Abhang zu den nordöstlich Gemarkungsgrenzen
mißglückte Getreidereiben. Fragmente für Handmühlen sind nicht so weit fertig
gestellt, um sie einer bestimmten Zeit zuordnen zu können. Ein auf der
Oberseite konisch zugehauener Rundstein (d = 80 cm) könnte seinen Maßen
entsprechend für eine römerzeitliche Kraftmühle vorgesehen sein. Einige
Mühlsteine von 130 bis 145 cm d haben teilweise sehr ausgeprägte Wülste um das
Mühlenauge. Die beiderseits ebenen Mühlsteine können für zeitgleiche
Bodensteine oder schon für die jüngeren, unterschiedslosen mittelalterlichen
Mühlsteine bestimmt gewesen sein. In der Schweißschlacke des Gipfels sind
verstürzte Abbaustollen zu erkennen, an deren Halden vor den zu den Stollen
führenden Schluchten mißglückte Mühlsteine aus Schweißschlacke verkippt sind.
Größere Steinbrüche in der festen Basaltlava sind auf dem östlichen Lavastrom.
neben Mühlsteinfragmenten fand ich dort zwei mittelalterliche Wurfkugeln für
Blieden (d = 28 bis 32 cm). Diese können vom 13. bis ins 15. Jahrhundert nach
den Funden auf mittelalterlichen Burgen datiert werden. Das Ende der vollkommen
vergessenen Steinbruchtätigkeit des wohl größten mittelalterlichen Basaltlavagrubengebietes
der Westeifel am Roßbüsch könnte mit dem Wüstfallen der Siedlung „Herschelt“
(JANSEN 1975) zusammenfallen. Die alten verlassenen Äcker bewaldeten sich
anschließend wieder, und die darin heute noch erkennbaren ehemaligen
Köhlerplätze entstanden ca. 200 Jahre später. Diese Felder werden nicht von
Steinbruchspuren überdeckt.“ (HÖRTER a. a. O., S. 105-108).
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche und -stollen
„Auf der Ostseite des Schlackenkegels „Rother Hecke“ sind
größere Steinbrüche in fester Schweißschlacke. Die örtliche Flurbezeichnung
„Auf der Schütt“ hält die Erinnerung an die großen Abfallhalden wach. Die
Mehrzahl der dort liegenden Mühlsteinreste sind aus rauher Schweißschlacke
gefertigt. (…) Die „Franzosenhöhle“ (LAUMANNS 1987) ist der zum größten Teil
zugeschwemmte Rest eines Abbaustollens von etwa 10 m Länge. An den Wänden des
Stollens sind deutliche Spuren von Mühlsteinablösungen. (…) Am Rand der großen
Lavaplatte des „Schocken“ liegt am Südwestrand bei r 4480, h 6666 eine kleine
Gewinnungsstelle für Mühlsteine in der festen Lava. Zwei Mühlsteine liegen noch
im verlassenen Steinbruch. Im Wald des Jagen 43 bei r 4510, h 6715 ist im dort
frei erodierten Lavastrom die Rohform eines Mühlsteins von 138 cm d und 32 cm
Höhe erkennbar. An anderen ähnlichen Schürfstellen ist lediglich
Bearbeitungsabfall festzustellen.“ (HÖRTER a. a. O., S. 113)
Vorgeschichtliche Gewinnungsstelle für Getreidereiben,
römerzeitliche (?) Mühlsteinfunde, mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche
und -stollen; Eishöhle
„Durch das oft beschriebene Phänomen der Eishöhle ist die
Mühlsteingewinnung in Roth weit bekannt geworden. (…) Die Versturzsage
überliefert DOHM (1912) und ZENDER (1966). (…) LAUMANNS und FROHN haben die
Höhlen aufgemessen und auf den Tafeln 5 und 6 Höhlengrundrisse vom Rother Kopf
Im Bereich des Rother Kopfes begann die Mühlsteingewinnung
mit der Herstellung von Getreidereiben am nordwestlichen Ende des Lavastromes
über dem Lenzenhof. In diesem Bereich verdeckt mittelalterlicher Abbau
wahrscheinlich ältere Spuren. Etwas südlich der Fundstelle der Getreidereiben
haben stark verwitterte Rundsteine aus Schweißschlacke die Maße der
römerzeitlichen Kraftmühlen. (…) In flachen Gruben der Ostflanke des
Vulkankomplexes oberhalb des Dorfes fand ich einen Mühlstein (d = 115 cm, h =
20 cm) entsprechend den Maßen hochmittelalterlicher Mühlsteine. Aus dem
Basaltlavastrom nördlich vom Lenzenhof sind große Mühlsteine gewonnen worden.
Der Abbau der Schweißschlacke des Gipfelbereiches begann an den zu Tage
stehenden Felsen über den Höhlen. Dort sind Mühlsteine von 130 bis 160 cm d mit
Höhen bis zu 47 cm hergestellt worden. Zur Gewinnung konnte an einer
Abbaustelle über 400 % verhauener Abfall errechnet werden.
Um zu besseren und festerem Gestein zu gelangen, führte die
Gewinnung zum Stollenabbau. LAUMANNS und FROHN (1987) haben für die
Mühlsteinhöhle 95 m, die Eishöhle 75 m und für andere Höhlen 16, 15 und 7 m
Länge angegeben. Die ursprünglichen Einfahrten zu den großen Abbaustollen sind
nach Versturzresten oberhalb der Mühlsteinhöhle von Nordwest her anzunehmen.
Die heutigen Eingänge scheinen durch jüngere Steinbrüche zu führen. Die
Verstürze der Stollen sind Anlass zur Einsturzsage, nach der am St.
Katharinentag entgegen der örtlichen Tradition ein Mühlsteinlayer mit
Ochsenwagen in den Berg eingefahren ist und zur Strafe verschüttet wurde.
Gleich den Mayener Mühlsteinlayern war auch in Roth St. Katharina mit dem Rad
ihre Schutzpatronin.
In den Einstiegsbereichen von Eis- und Mühlsteinhöhle deuten
Bohrlöcher von 35 bis 45 mm d und bis 25 cm Tiefe auf eine Gewinnungstechnik
hin, die um 1800 üblich war. (…)“ (HÖRTER a. a. O., S. 110-112)
Die Basaltkuppe der Steineberger Ley trägt auf ihrem Südende eine
alte Befestigung. Zerfallende Mauern aus mörtellos aufgesetzten
Steinen und künstlich versteilte Kanten säumen eine sanft abfallende
Innenfläche von 2,2 ha. Vor allem am Nordende ist es schwierig, natürliche
Verwitterungshalden und künstliche Mauerführung voneinander abzugrenzen. Eine
alte Toranlage lässt sich aufgrund deutlich gegeneinander versetzten Wallenden auf der Südseite vermuten. Da noch keine
archäologische Untersuchungen stattfanden, lässt sich das Alter der Befestigung
nur im Vergleich abschätzen: Flächengröße und Mauerbauweise aus trocken
gefügten Steinen (wahrscheinlich mit einem Holzfachwerk) sprechen für eine keltische
der Zeit um 500 oder 300 – 100 vor Chr. Zu den genannten Zeiten entstehen
überall im Mittelgebirgsraum ähnliche Burgen als demonstrativ-wehrhafte
Stützpunkte rivalisierender Herren. Aus spätkeltischer (1. Jahrhundert vor
Chr.) und spätrömischer Zeit (4. Jahrhundert nach Chr.) stammen vereinzelte
Funde, die aber noch keine Aussagen über die Gründe zum Aufsuchen des Berges
erlauben. Vor dem Südfuß des Berges zieht sich ein frühkeltisches
Hügelgräberfeld hin (6.-3. Jahrhundert vor Chr.). Von etwa 90 Hügeln, die
vielfach im 19. Jahrhundert ausgegraben wurden, sind viele noch erkennbar. Burg
und Hügelgräber sind geschützte Kulturdenkmale. (Quelle: Internet-Enzyklopädie WIKIPEDIA)
Vorgeschichtliche und mittelalterlich-neuzeitliche
„Körperichsberg (…) Auf dem kleinen Kegelberg zwischen
Strohn und den Strohner Mühlen ist an dem Gipfelfels die Ablösung eines
Mühlsteines (d = 110 cm, h = 25 cm) durch eine begonnene Schalrinne versucht
worden. (…)
Lavastrom im Alftal bei Sprink (…) An den Resten des
Lavastromes sind kleine Bruchstellen für Bausteine und Straßenschotter
erkennbar. Beim Abraum liegt eine brotlaibförmige Getreidereibe (47:22:17 cm).
An der Unterseite sind Bearbeitungsspuren erkennbar, die Oberseite des Steines
ist noch bruchrauh.“ (HÖRTER a. a. O., S. 169)
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteingewinnungsstellen
„Auf der Nordseite des Mühlenberges ist in halber Höhe zum
Tieferbachtal ein kuppenartiger Basaltfels. Im Felsversturz unterhalb von
dieser Stelle liegen einige Mühlsteinfragmente (d = 134 – 160 cm, Rohstärken =
30 bis 42 cm). Wahrscheinlich ist es eine kleine Gewinnungstelle im Blockfeld,
denn am anstehenden Gestein sind keine Bearbeitungsspuren erkennbar. An der
Südseite der Kuppe liegt in der Schweißschlacke ein Mühlsteinfragment (d = 80
cm, h = 36 cm).“ (HÖRTER a. a. O., S. 103)
Altfluren. An der Nordostflanke des Berges sind im
baumfreien Gelände markante Ackerterrassen erkennbar, die mittelalterlich-neuzeitlich
sein dürften. Ansonsten keine Funde/Fundstellen bekannt
„An der Südseite ist in einem mehr schlackenartigen
Steinbruch ein halbfertiger Mühlstein (d = 155 cm, h = 35 cm) von einem
vermoderten Baumstumpf überwachsen. Zusammen mit nachgezogenen, nun schon über
60 jährigen Weißtannen und dem großen Durchmesser des Baumstumpfes dürfte dies
ein Beleg sein, dass dieser Steinbruch bereits vor 250 bis 300 Jahren
stillgelegt wurde. Unterhalb der großen Lavagrube liegen Mühlsteine von 70 bis
80 cm d, die nur 15 cm hoch sind. Im Basaltlavastrom in der Nähe des
Davitskreuzes bei r 4800, h 6335 sind Mühlsteine hergestellt worden. Ein
Mühlstein (d = 146 cm, h = 28 cm) weist ein Mühlenauge von 17 cm Weite auf,
während die Gegenseite noch unbearbeitet ist.“ (HÖRTER a. a. O., S. 143)
Unmittelbar östlich an das geplante Abbaugebietes angrenzend
liegt die bekannte keltische Ringwallanlage „Dietzenley“. Hier befinden
sich zahlreiche archäologisch bedeutsame Siedlungsfunde vom Endneolithikum bzw.
ältere Bronzezeit, der älteren Urnenfelderzeit, der älteren
Hunsrück-Eifel-Kultur, der Latènezeit und des frühen Mittelalters (vgl. HÖRTER
a. a. O., S. 150-152)
Vorgeschichtliche Reibsteingewinnung; mittelalterlich-neuzeitliche
Mühlsteinhöhlen und -stollen; spätmittelalterliche Burgruine „Freudenkoppe“
„Auch die Mühlsteingewinnung am Nerother Kopf ist durch die
Nerother Höhle weit bekannt. Schon NOSE (1790) berichtet, dass dort vier
Mühlsteinbrüche in Betrieb seien. (…) Sind somit vom Nerother Kopf mit die spätesten
Zeugnisse der Eifeler Mühlsteine aus Schweißschlacke belegt, so kann an den
Ruinen der Burg Freudenkoppe festgestellt werden, dass dort schon vor dem Bau
der Burg, die um 1340 errichtet wurde (WACKENRODER 1928), Mühlsteingruben
betrieben wurden. Dies zeigen im Mauerwerk der Burg einige typischen
Schrotrillenreste, wie sie bei der Gewinnung der Mühlsteine entstanden sind,
an. Auch der ehemalige Halsgraben der Burganlage ist in einem Steinbruch
angelegt worden, da die Grabenmauer eine ältere Mühlsteinablösung überdeckt. So
kann mangels anderer zeitbestimmender Funde oder Schriftquellen die Gewinnung
der Schweißschlackenmühlsteine bis ins 14. Jahrhundert an der Nerother
Burgruine belegt werden. (…) LAUMANNS (1986) gibt die Größe der Nerother Höhle
mit 20 m Länge an. An ihren Wänden haben sich Spuren von Mühlsteinablösungen
erhalten. (…) Ebenso wurde dort [am Westrand des Lavastromes im Fichtenwald
unterhalb des Bergkegels] eine Getreidereibe von 44:26:22 cm gefunden.“ (HÖRTER
a. a. O., S. 160-162)
Mittelalterlich-neuzeitlicher Mühl- und Werksteinbruch;
ehemalige Abbaustollen
„Nach MEYER und anderen Mitteilungen sollen in Nähe des
Basaltlavaganges größere Höhlen gewesen sein. 1976 war an dieser Stelle nur
noch Bearbeitungsabfall zu erkennen, Basaltgang und Höhlen waren dem
Lavasandabbau zum Opfer gefallen. Im Abraum der Lavaschlackengrube lag ein
Mühlstein aus schlackiger Lava. Die Oberseite ist kegelförmig. 1987 war der
Stein durch die Wiederaufnahme des Abbaubetriebes verschwunden. Auf der
Südseite des Niveligsberges waren Steinbrüche im hellbraunen Palagonittuff, aus
dem viele Häuser in Drees und der Bergfried der Nürburg errichtet wurden.“
(HÖRTER a. a. O., S. 170)
„Schon die Flurbezeichnung „In den Leien“ weist auf
Steinbruchtätigkeit hin. Am Rand eines Schlackenbruches ragt unter dem Schutt
ein zerbrochener Mühlstein hervor. Wahrscheinlich wurde er aus der
verschweißten Schlacke des Lavaganges gehauen. An diesem Lavagang unterhalb des
Weges konnten keine Beobachtungen mehr gemacht werden, da diese Stelle mit Müll
verkippt ist.“ (HÖRTER a. a. O., S. 162)
Keine Funde/Fundstellen bekannt. In der topografischen Karte
sind jedoch ca. 100 m. südlich des geplanten Abbaugebietes Hügelgräber
Mittelalterlich-neuzeitliche Mühlsteinbrüche und -stollen (?)
„In den alten verlassenen Schweißschlackengruben der
Gipfelregion des Riemerich lassen Fuchsbauten noch verschüttete Stollen
vermuten. Zeugnisse der Gewinnung konnte ich nicht feststellen. Doch legt die
Ähnlichkeit mit anderen Mühlsteinbrüchen durch die Abraumhalden mit
großblockigem Abfall gleiche Gewinnungsziele nahe. Am Südfuß des Berges
oberhalb der Straße nach Neroth konnten im Blockfeld der Lavaplatte Mühlsteine,
die in unterschiedlichen Fertigungsstadien zerbrochen sind, aufgemessen werden.
(…) Es scheinen hier auch Läufersteine mit Wulst und kegelförmiger Oberseite
angefertigt worden zu sein, doch sind diese verworfenen Rohsteine noch nicht
eindeutig genug bearbeitet.“ (HÖRTER a. a. O., S. 152 f.)
Vorgeschichtliche Gewinnungsstelle für Getreidereiben
„Südlich von Betteldorf und östlich vom Grafenfelder Hof wurde
gegenüber vom Feuerberg ein Schlackenvorkommen abgebaut. Lesesteinhaufen an den
Ackerrainen zeigen Oberköpfe einer harten, verschlackten Lava an. Aus solchem
Material lag vor dem Lavasandabbau an der angegebenen Stelle [„Auf Kellert“, r
5343, h 6826] eine missglückte Getreidereibe.“ (HÖRTER a. a. O., S. 125)
„Von den Mühlsteinbrüchen am Scharteberg liegen frühe
Nachrichten vor. (…) STEININGER (1820) erwähnt die in Betrieb befindlichen
Steinbrüche und bildete 1821 die Steinbrüche ab. Das Bild der Stolleneingänge
gleicht dem heutigen Aussehen. (…) Sagen vom „Schnellesrotter Grittchen“
berichten SCHMITZ (1858) und ZENDER (1966). DECHEN (1886) meldet verlassene und
neue Mühlsteinbrüche. Diese jüngeren Mühlsteinbrüche waren nicht mehr in der
Schweißschlacke, sondern in dem östlichen Lavastrom zur Waldgrenze der Feldflur
um den „Ringseiter“ angelegt. Ältere Mühlsteinbrüche waren im Gipfelbereich bei
der Sendeanlage. (…) In den Schlackenbrüchen westlich des Sendemastes sind
Ablösespuren von 125 bis 130 cm d. Allgemein fällt die große Stärke der
Rohblöcke auf. Die Sagen vom „Schnellesrotter Grittchen“ beziehen sich auf den
Stollenabbau in den Schweißschlackenbrüchen. Drei Stollen sind im Gelände noch
erkennbar, von einem vierten Stollen in grober Schweißschlacke südöstlich des
Sendemastes steht nur noch der Eingangsbogen. Dahinter zeichnet sich ein großer
Versturz ähnlich der Situation am Ernstberg und über den Rother Höhlen ab.
Ähnlich wie in den Steinbrüchen bei Hohenfels, die auch bis in das letzte
Jahrhundert betrieben wurden, sind am Scharteberg kaum Spuren einer sehr frühen
Mühlsteinherstellung aufzufinden. Sehr wahrscheinlich sind an beiden Orten
ältere Arbeitsspuren durch jüngeren Abbau und Halden verdeckt.“ (HÖRTER a. a.
O., S. 139 f.)
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass auf der weit
überwiegenden Zahl der vorgesehenen Rohstoffsicherungsflächen alte Abbaustellen
vorhanden sind. Die Mehrzahl datiert in die Epoche Mittelalter-Neuzeit, einige
wenige sind der Römerzeit, relativ viele der vorrömischen Eisenzeit zuzuordnen.
Nur wenige Rohstoffsicherungsflächen sind gänzlich frei von (bekannten) Kulturdenkmälern.
Die vorgenommene Sichtung der publizierten alten Abbaustellen erhebt keinen
Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit; sie kann nur ein erster Anstoß
für weitergehende fachliche Untersuchungen sein. Dennoch soll bereits hier eine
erste vorsichtige Einordnung erfolgen, a) welche Vorrang-/Vorbehaltfläche aus
Gründen des Denkmalschutzes auf gar keinen Fall für eine Ausbeutung in Betracht
gezogen werden sollte (hoher Denkmalwert / hohes Konfliktpotential), b) welche
Flächen bedingt für einen Abbau geeignet sein könnten („normaler“ Denkmalwert)
und c) welche Flächen keine kulturdenkmalrechtliche Relevanz haben.
(33) Ruderbüsch bei Oberbettingen
(33) Rossbüsch bei Kalenborn-Scheuern / Oberbettingen
/ Niederbettingen
(37,38) Scharteberg-Schnellesroth und Ringseitert bei
b) „Normaler“ oder unklarer Denkmalwert (ist noch genauer zu prüfen) – zumindest problematische Rohstoffsicherungsfläche
(31) Rockeskyller Kopf bei Rockeskyll einschließlich Giesenheld
bei Dohm-Lammersdorf
c) Kein – bekannter – Denkmalwert
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