Source: https://www.atoss.com/de-at/workforce-management/arbeitszeiterfassung/eugh-urteil-zur-arbeitszeiterfassung
Timestamp: 2020-02-26 07:50:09
Document Index: 68831066

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Alle Arbeitgeber, alle Unternehmen werden von der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung betroffen sein. So sagt es das Urteil des EuGH. Und dabei ist die Größe des Unternehmens nicht von Bedeutung. Das kommende Gesetz wird für alle gelten - vom Kleinstbetrieb bis zum großen Konzern. In vielen Betrieben, vor allem in der Produktion, ist die Zeiterfassung bereits etabliert. Allerdings: Aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofes haben die Richter allen Staaten der EU aufgetragen, nationale Regelungen rund um eine systematische Erfassung von Arbeitszeiten zu schaffen. Auch Sonderregelungen je nach Tätigkeitsbereich oder Unternehmensgröße sind nach dem EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung möglich und obliegen der nationalen Gesetzgebung.
Auch wenn das Urteil des EuGH zur täglichen Arbeitszeiterfassung im Mai gefällt wurde, so muss jeder Staat der EU eigene Regelungen und/oder Gesetze hinsichtlich der Pflicht zur Zeiterfassung schaffen. Wie schnell das geht, das bleibt am Ende jedem Land selbst überlassen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in den ARD-Tagesthemen jedoch schnell klargemacht, dass die deutsche Regierung nach dem Urteil des EuGH zur Arbeitszeiterfassung so schnell wie möglich handeln will. „Das ist eine richtige Entscheidung für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland und Europa. Wir werden das Gesetz umsetzen und wir wollen es modern umsetzen, das werden wir mit Verbänden und Gewerkschaften besprechen. Wir haben über eine Milliarde unbezahlte Überstunden, das ist nicht akzeptabel. Es geht nicht um überflüssige Bürokratie, sondern um soziale Grundrechte von Beschäftigten. Bis Ende des Jahres wollen wir das klären und das bedeutet auch eine Gesetzgebung.“
Das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet im Moment noch niemanden. Doch nach dem Urteil ist klar, dass der deutsche Gesetzgeber hier handeln wird. Wie das im Detail aussieht, bleibt abzuwarten. Doch haben Unternehmen jetzt nach dem EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung die Chance, sich zeitnah mit den neuen Vorgaben auseinanderzusetzen und die eigenen Unternehmensprozesse auf den Prüfstand zu stellen. Denn wird die Zeiterfassung in ein modernes und zukunftsfähiges Workforce Management integriert, können trotz Pflicht zur Zeiterfassung nach dem EuGH-Urteil schlummernde Potentiale in jedem Unternehmen gehoben werden – sowohl operativ als auch strategisch. Und die Angst, das EuGH-Urteil zur täglichen Arbeitszeiterfassung sei das Ende von Flexibilität und innovativen Arbeitszeitmodellen, ist unbegründet. Beides kann auch oder gerade mit einer Zeiterfassung erreicht werden. Das zeigen die Erfolgsgeschichten unserer Kunden. Mit der altbekannten Stechuhr hat die Arbeitszeiterfassung nach EuGH nichts zu tun.