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Timestamp: 2016-10-28 02:57:00
Document Index: 67320604

Matched Legal Cases: ['Art. 127', 'Art. 46', 'Art. 86', 'Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 84', 'Art. 86', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 34', 'Art. 111', 'Art. 41', 'Art. 81', 'Art. 82', 'Art. 98', 'Art. 81', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 33', 'Art. 9', 'Art. 22', 'Art. 7', 'Art. 155', 'Art. 204', 'Art. 82', 'Art. 22', 'Art. 33', 'Art. 9', 'Art. 33', 'Art. 9', 'Art. 16', 'Art. 7', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 21', 'Art. 24', 'Art. 7', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 20', 'Art. 7', 'Art. 90', 'Art. 24', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 476', 'BGE', 'Art. 476', 'BGE', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 7', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 159']

2P.5/2002 (30.06.2004)
2P.5/2002 /mks
Bundesrichter M�ller, Bundesrichterin Yersin, Bundesrichter Merkli, Ersatzrichter Cavelti, Gerichtsschreiber Schaub.
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Herrn Michael Wagner,
Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, Abgaberechtliche Abteilung, vom 3. Dezember 2001.
C.________ starb am 1. April 1996. Er hatte seinen letzten Wohnsitz im Kanton Aargau. Erben waren seine drei Kinder.
Am 4. Oktober 1996 teilte die "X.________" Lebensversicherungsgesellschaft der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung mit, den drei Nachkommen des Erblassers sei aus dem Vorsorgeverh�ltnis zweite S�ule (Police Nr. 6.....; nachfolgend: Vorsorgepolice "X.________") eine Kapitalleistung von Fr. 517'996.-- ausgerichtet worden.
Gest�tzt darauf erhob die Veranlagungsbeh�rde f�r Gewerbebetriebe und freie Berufe des Kantons Luzern (nachfolgend: Veranlagungsbeh�rde Luzern) am 1. September 1997 bei A.________, Tochter des Erblassers mit Wohnsitz im Kanton Luzern, eine Sondersteuer f�r das Jahr 1996 auf dem ihr zustehenden Drittel von Fr. 172'665.--. Diese Veranlagung blieb von der Steuerpflichtigen unangefochten. Jedoch erhob die kantonale Steuerverwaltung Luzern am 3. Dezember 1998 dagegen Einsprache (vgl. lit. D).
Das Steueramt des Kantons Aargau er�ffnete A.________ am 20. Januar 1998 die Veranlagung der Erbschaftssteuer, basierend auf einem erbsteuerrechtlichen Reinverm�gen, in dem - neben andern Guthaben und Schulden - auch Direktanspr�che der Erben aus Lebens-, Spar-, Risiko- und Erlebensfallversicherungen, die der Erblasser abgeschlossen hatte, nicht aber aus der Vorsorgepolice "X.________", enthalten waren (vgl. Steuerinventar vom 2./14. Juli 1997). Die Veranlagung wurde rechtskr�ftig.
Von diesen weiteren Kapitalleistungen erhielt die Veranlagungsbeh�rde Luzern am 23. M�rz 1998 Kenntnis. Sie erliess am 7. Mai 1998 eine neue, als "Rektifikat" bezeichnete Sonderveranlagung 1996. Diese sollte die Verf�gung vom 1. September 1997 erg�nzen und neben dem Anteil von Fr. 172'665.-- von A.________ an der Kapitalleistung aus der Vorsorgepolice "X.________" zus�tzlich die Leistungen aus f�nf Policen der Versicherungsgesellschaft Y.________ erfassen.
Dabei handelte es sich um die "gebundene Vorsorge-Police" Nr. 1..... von 1986 mit einer Versicherungssumme von Fr. 619'267.60 (nachfolgend: Vorsorgepolice 1.....), um die "Vorsorge-Police" Nr. 2..... aus dem Jahr 1986 mit einer Versicherungssumme von Fr. 153'972.30 (nachfolgend: Vorsorgepolice 2.....), um die Risikoversicherung Nr. 3..... von 1973 mit einer geleisteten Summe von Fr. 58'245.-- und einem R�ckkaufswert am Todestag von Fr. 7'799.50 (nachfolgend: Risikopolice 3.....), um die Police Nr. 4..... von 1973 (Versicherung "Risiko fallend") mit einer geleisteten Summe von Fr. 78'195.50 (Versicherungsleistung Fr. 64'174.--, Bonus Fr. 13'481.50) und einem R�ckkaufswert von Fr. 9'971.90 (nachfolgend: Risikopolice 4.....), sowie um eine "Spar- und Risikoversicherung", Police Nr. 5..... von 1971, mit gemeldeten Leistungen aus "Versicherungssumme Fr. 62'104.--", "Todesfall-Zusatzversicherung Fr. 115'335.--", einem "Bonus" von Fr. 8'695.70 und einem R�ckkaufswert von Fr. 53'362.90 (nachfolgend: Zusatzpolice 5.....). Von der letzten erfasste der Kanton Luzern nur die Leistung aus der Todesfall-Zusatzversicherung von Fr. 115'335.-- mit der Einkommenssteuer, von den �brigen Policen die gesamte Leistung. Er besteuerte die Leistungen aus der Vorsorgepolice "X.________" und aus den beiden Vorsorgepolicen 1..... und 2..... zu 100 %, diejenigen aus den beiden Risikopolicen 3..... und 4..... sowie die Leistung von Fr. 115'335.-- aus der Zusatzpolice 5..... je zu 60 %. Tabellarisch zusammengestellt ergab dies folgendes Resultat:
Anteil A.________ (Fr.)
Vorsorgepolice 1.....
619‘267
206‘422
Vorsorgepolice 2.....
153‘972
51‘324
Risikopolice 3.....
58‘245
19‘415
Risikopolice 4.....
78‘195
26‘065
15‘639
Zusatzpolice 5.....
115‘336
38‘445
23‘067
Vorsorgepolice "X."_______
172‘665
514‘336
480‘766
Von den insgesamt ausbezahlten Fr. 514‘336.-- (Anteil A.________) belegte der Kanton Luzern somit rund Fr. 480‘700.-- mit der Sondersteuer.
Gegen diese Verf�gung erhob A.________ am 19. Mai 1998 bei der Staatssteuerkommission f�r Gewerbebetriebe und freie Berufe des Kantons Luzern (nachfolgend: Steuerkommission Luzern) Einsprache. Sie machte geltend, das Doppelbesteuerungsverbot sei verletzt, weil der Kanton Aargau die neu mit der Sondersteuer erfassten Kapitalzahlungen am 20. Januar 1998 bereits der Erbschaftssteuer unterworfen habe.
Die Steuerkommission Luzern hob am 2. Februar 2001 die als "Rektifikat" bezeichnete Verf�gung vom 7. Mai 1998 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer infolge fehlender gesetzlicher Grundlage f�r den Erlass einer Berichtigung auf. F�r die Staats- und Gemeindesteuern hiess sie mit einer zweiten Verf�gung vom gleichen Tag die Einsprache der Steuerverwaltung Luzern gegen die urspr�ngliche Veranlagung vom 1. September 1997 gut und erfasste den Anteil von A.________ an den ausbezahlten Versicherungsleistungen von Fr. 514'336.-- (steuerbar Fr. 480‘700.--) mit der Sondersteuer 1996.
F�r die direkte Bundessteuer (Sonderveranlagung 1996), die nicht Gegenstand des vorliegenden bundesgerichtlichen Verfahrens ist, leitete die Steuerverwaltung Luzern am 2. Februar 2001 ein Nachsteuerverfahren ein.
A.________ beantragte der abgaberechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern (nachfolgend: Verwaltungsgericht des Kantons Luzern) am 15. Februar 2001, den Einspracheentscheid der Steuerkommission Luzern vom 2. Februar 2001 aufzuheben und die Veranlagungsbeh�rde anzuweisen, auf die nachtr�gliche, kollidierende Besteuerung zu verzichten.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wies die Beschwerde am 3. Dezember 2001 ab: Die fraglichen Kapitalzahlungen seien zu Recht der Sondersteuer 1996 nach luzernischem Steuerrecht unterworfen worden.
A.________ hat am 7. Januar 2002 beim Bundesgericht staatsrechtliche Beschwerde erhoben. Sie beantragt, es sei festzustellen, dass eine verfassungswidrige Doppelbesteuerung vorliege. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern sei aufzuheben und der Kanton Luzern anzuweisen, auf die Besteuerung der zus�tzlichen Leistungen gem�ss Einsprachebegehren vom 3. Dezember 1998 zu verzichten. Eventuell sei der Kanton Aargau anzuhalten, die Erbschaftssteuerveranlagung vom 20. Januar 1998 um die im Kanton Luzern besteuerten zus�tzlichen Kapitalleistungen von Fr. 308'101.-- zu k�rzen und die erhobenen Erbschaftssteueranteile zur�ckzuzahlen.
Das Steueramt des Kantons Aargau beantragt am 22. Februar 2002, "die staatsrechtliche Beschwerde sei abzuweisen, soweit sie sich gegen die Veranlagung des Steueramts des Kantons Aargau richtet und gutzuheissen, soweit sie sich gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern richtet". Es macht unter anderem geltend, dass ein allf�lliger Besteuerungsanspruch des Kantons Luzern verwirkt sei, da zwischen der Geltendmachung des Besteuerungsanspruchs und dem Entscheid �ber die Einsprache rund 2 3/4 Jahre verstrichen seien.
Die Schweizerische Steuerkonferenz hat sich am 25. November 2002 bzw. 11. April 2003 zur Abgrenzung von Einkommens- und Erbschaftssteuern bei Vorsorgeleistungen vernehmen lassen.
1.1 Eine staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV ist sp�testens im Anschluss an die Geltendmachung des letzten der einander ausschliessenden Steueranspr�che zu erheben, wobei der kantonale Instanzenzug nicht ausgesch�pft zu werden braucht, aber gegen�ber dem angefochtenen Entscheid die dreissigt�gige Beschwerdefrist eingehalten werden muss (Art. 86 Abs. 2 und Art. 89 Abs. 3 OG; BGE 111 Ia 44 E. 1a S. 45 f.; 104 Ia 257 E. 1; ASA 52 171, P.368/1978, E. 1, mit weiteren Hinweisen).
1.2 Durchl�uft die Steuerpflichtige den kantonalen Instanzenzug ganz oder teilweise, so hat sich die Doppelbesteuerungsbeschwerde gegen den Entscheid derjenigen kantonalen Instanz zu richten, die sich zuletzt mit der Sache befasst hat (BGE 111 Ia 44 E. 1a S. 45 f.; 83 I 95/96 E. 2; Kurt Locher/Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Band: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, � 12 III B 2 Nr. 20).
Das Bundesgericht pr�ft in Doppelbesteuerungssachen nicht von Amtes wegen, ob die von der Beschwerdef�hrerin nicht angefochtene konkurrierende Veranlagung das Verbot der Doppelbesteuerung verletzt (BGE 111 Ia 44 E. 1b S. 46; 93 I 241 E. 1; Locher/Locher, a.a.O., � 12 III A 1 Nr. 41). Die Beschwerdef�hrerin ficht den Entscheid des luzernischen Verwaltungsgerichts an. Sinngem�ss hat sie auch einen Antrag gegen die Veranlagung des Kantons Aargau gestellt. Nicht angefochten sind hingegen Entscheide des Kantons Obwalden, in dem der Erblasser eine Liegenschaft hinterlassen und gegen�ber welchem der Kanton Aargau Aktiven von 33,57% ausgeschieden hat.
Die vorliegende Beschwerde ist somit zul�ssig, soweit sie sich gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 3. Dezember 2001 sowie gegen die Erbschaftssteuerveranlagung des Kantons Aargau vom 20. Januar 1998 richtet und soweit eine Verletzung des Doppelbesteuerungsverbots geltend gemacht wird.
1.3 Die staatsrechtliche Beschwerde ist grunds�tzlich kassatorischer Natur, d.h. es kann mit ihr nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, nicht aber der Erlass positiver Anordnungen verlangt werden. Eine Ausnahme ist nur gerechtfertigt, wenn der verfassungsm�ssige Zustand nicht bereits mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids herzustellen ist (BGE 122 I 351 E. 1f S. 355; 118 Ia 184 E. 1d S. 188; 117 Ia 336 E. 1b, je mit Hinweisen). Dies ist bei Beschwerden wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV der Fall, wenn sich das Bundesgericht nicht auf die Aufhebung einer oder mehrerer kantonaler Steuerveranlagungen beschr�nken kann, sondern den betroffenen Kantonen allenfalls verbindliche Weisungen hinsichtlich der verfassungskonformen Steuerausscheidung zu erteilen hat (BGE 111 Ia 44 E. 1c S. 46, mit Hinweisen). In diesem Sinne sind die von der Beschwerdef�hrerin gestellten Antr�ge zul�ssig.
1.4 Weil das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern ein letztinstanzliches kantonales Urteil ist, ist es auch zul�ssig, in der staatsrechtlichen Beschwerde die Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu r�gen (Art. 84 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 86 Abs. 1 OG).
Aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r im Sinn von Art. 29 Abs. 2 BV folgt das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache �ussern zu k�nnen (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56 mit Hinweis).
Nach Ansicht der Beschwerdef�hrerin ist ihr rechtliches Geh�r verletzt, weil ihr die Veranlagungsbeh�rde Luzern keine Gelegenheit geboten habe, die Meldungen der Versicherungsgesellschaft zu verifizieren; erst durch das verwaltungsgerichtliche Urteil habe sie davon erfahren.
Die R�ge ist unbegr�ndet. Die fraglichen Meldungen wurden bereits im Einspracheentscheid vom 2. Februar 2001 erw�hnt. Die Beschwerdef�hrerin h�tte also die M�glichkeit gehabt, diese Akten einzusehen, um ihre Beschwerde ans Verwaltungsgericht zu begr�nden. In diesem Verfahren wusste sie daher schon, dass die Kapitalleistungen im Steuerinventar und im Einspracheentscheid unterschiedlich qualifiziert worden waren.
Vorab ist zu pr�fen, ob der Kanton Luzern seinen Besteuerungsanspruch verwirkt hat, wie der Kanton Aargau und die Beschwerdef�hrerin geltend machen.
3.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwirkt ein Kanton, der die f�r die Steuerpflicht massgebenden Tatsachen kennt oder kennen kann, das Recht auf Besteuerung, wenn er gleichwohl mit der Erhebung des Steueranspruchs ungeb�hrlich lange zuwartet und wenn �berdies ein anderer Kanton - bei Gutheissung dieses erst nachtr�glich erhobenen Steueranspruchs - zur R�ckerstattung von Steuern verpflichtet werden m�sste, die er formell ordnungsgem�ss, in guten Treuen und in Unkenntnis des kollidierenden Steueranspruchs bezogen hat (BGE 123 I 264 E. 2c S. 266; 94 I 318 E. 4b S. 321, je mit Hinweisen; ASA 64 167, 2P.160/1992, E. 5a; 56 85, P.1457/1984 E. 4b; Locher/Locher, a.a.O., � 2 IV D, namentlich Nr. 35).
Diese Einrede, die nicht nur auf die periodischen Steuern auf dem Einkommen und dem Verm�gen, sondern auch auf die Erbschaftssteuer anwendbar ist (BGE 74 I 267 E. 2 S. 271), kann nur von anderen Kantonen, nicht aber von der Steuerpflichtigen selber erhoben werden (BGE 123 I 264 E. 2c S. 266; 94 I 318 E. 4a S. 321, mit Hinweisen; Locher/ Locher, a.a.O., � 2 IV D Nr. 38).
3.2 Die vom Kanton Aargau in zul�ssiger Weise erhobene Einrede dringt vorliegend nicht durch. Die luzernische Veranlagungsbeh�rde veranlagte die Sondersteuer 1996 am 1. September 1997 und damit innerhalb eines Jahres seit der Meldung der Versicherungsgesellschaft vom 4. Oktober 1996. Die Veranlagungsbeh�rde erhielt am 23. M�rz 1998 (Eingangsstempel) Kenntnis von den zus�tzlichen Meldungen der Versicherungsgesellschaft Y.________ �ber weitere Kapitalzahlungen. Sie berichtigte ihre Sonderveranlagung am 7. Mai 1998. Dagegen erhob die Beschwerdef�hrerin am 19. Mai 1998 Einsprache. Die Veranlagung erfolgte also nur eineinhalb Monate nach Kenntnis der zus�tzlichen Kapitalzahlungen. Der Kanton Aargau hatte die Erbschaftssteuer auch erst am 20. Januar 1998 veranlagt. Von einer ungeb�hrlichen Verz�gerung der luzernischen Steuerveranlagung kann demnach nicht gesprochen werden. Dass das anschliessende Einspracheverfahren relativ lange dauerte, ist unmassgeblich.
4.1 Eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV verstossende Doppelbesteuerung liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem andern Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht in vollem Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (Schlechterstellungsverbot; Urteil des Bundesgerichts 2A.349/2002, StR 58/2003 S. 432, E. 2.1; vgl. BGE 125 I 54 E. 1b S. 55 f.; 123 I 264 E. 2a S. 265; 117 Ia 516 E. 2 S. 518; 116 Ia 127 E. 2a S. 130; 107 Ia 41 E. 1a S. 42).
4.2 Im vorliegenden Fall erhob der Kanton Aargau am 20. Januar 1998 die kantonale Erbschaftssteuer (� 83 ff. des aargauischen Steuergesetzes vom 13. Dezember 1983; StG/AG) auf einem erbsteuerrechtlichen Reinverm�gen, in dem u.a. Direktanspr�che der Erben aus zw�lf Versicherungsleistungen enthalten waren (vgl. Steuerinventar vom 2./14. Juli 1997).
Einen Teil dieser Direktanspr�che (Leistungen aus f�nf Policen der Versicherungsgesellschaft Y.________ im Umfang von Fr. 341'671.--, steuerbar im Betrag von Fr. 308'101.--, vgl. lit. C) erfasste auch der Kanton Luzern am 7. Mai 1998 mit seiner Einkommenssteuer nach � 19 Abs. 1 Ziff. 6 bzw. � 19 Abs. 1 Ziff. 7a StG/LU.
Das Bundesgericht hat sich letztmals in BGE 99 Ia 232 mit der doppelbesteuerungsrechtlichen Zuteilung von Vorsorge- bzw. Versicherungsleistungen befasst. Es hat in diesem Urteil ausgef�hrt, dass "Leistungen aus dem privaten und �ffentlich-rechtlichen Dienstverh�ltnis, namentlich Alterskapitalien und Todesfallentsch�digungen, (...) als verdient zu betrachten und aus diesem Grund als Ersatzeinkommen oder fortgesetztes Diensteinkommen wie Erwerbseinkommen zu besteuern [sind], ebenso Leistungen aus Personalf�rsorge und Personalversicherung". Das Bundesgericht hat diese Leistungen kollisionsrechtlich dem Kanton zugewiesen, der die Eink�nfte mit der Einkommenssteuer erfasst, und weiter festgehalten, es sei "eher ungew�hnlich, die genannten Leistungen mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer zu erfassen. (...) Kapitalabfindungen der hier in Frage stehenden Art [fielen] nicht vorerst in die Erbmasse, sondern direkt in das Verm�gen der anspruchsberechtigten Erben, so dass sie vom Erbgang unabh�ngig sind. Anderseits ist es abwegig, die Leistungen als Schenkung zu betrachten" (BGE 99 Ia 232 E. 3 S. 235).
Seit diesem Entscheid im Jahr 1973 ist die berufliche Vorsorge im Rahmen der Dreis�ulenkonzeption (neu) gesetzlich geregelt worden. Auch sind inzwischen steuerharmonisierungsrechtliche Bestimmungen erlassen worden, die es den Kantonen nicht mehr frei stellen, Vorsorge- und Versicherungsleistungen wahlweise mit der Einkommens- oder der Erbschaftssteuer zu erfassen.
Die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge beruht auf der so genannten Dreis�ulenkonzeption, die seit 1972 in der Bundesverfassung verankert ist (Art. 34quater aBV, Art. 111 ff. BV; Botschaft vom 1. Mai 1984 �ber die Anpassung der direkten Bundessteuer an das Bundesgesetz �ber die berufliche Vorsorge [BBl 1984 II 725 ff., S. 727]).
7.1 Die berufliche Vorsorge wurde - gest�tzt auf die verfassungsrechtlichen Grundlagen aus dem Jahr 1972 - gesetzlich mit dem Bundesgesetz vom 25. Juni 1982 (BVG) geregelt, das grunds�tzlich am 1. Januar 1985 in Kraft trat. Wegen der zweij�hrigen Veranlagung mit Vergangenheitsbemessung, wie sie damals beim Bund (Art. 41 des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer [BdBSt; BS 6,350; nachfolgend: Bundessteuerbeschluss 1940) und den meisten Kantonen f�r die nat�rlichen Personen zur Anwendung kam, wurden die entsprechenden steuerrechtlichen Bestimmungen (Art. 81 Abs. 2 und 3, Art. 82 und 83 BVG) erst per 1. Januar 1987 in Kraft gesetzt (vgl. Art. 98 BVG).
7.3 Seit der Gesetzesnovelle vom 22. M�rz 1985 konnten, entsprechend dem in Art. 81 und 83 BVG verankerten Grundsatz, wonach dem vollen Abzug der Beitr�ge an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge die Besteuerung der Leistungen in vollem Umfang gegen�ber steht (BBl 1984 II 725, S. 731; Heinz Masshardt, Kommentar, a.a.O., N. 19 a.E. zu Art. 21bis BdBSt), die gesetzlich oder reglementarisch geleisteten Einlagen, Pr�mien und andern Beitr�ge zum Erwerb von Anspr�chen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge vollst�ndig vom Einkommen abgezogen werden (neue Fassung von Art. 22 lit. h und i BdBSt).
Die Leistungen aus der beruflichen Vorsorge waren grunds�tzlich voll als Einkommen zu besteuern (Art. 21bis Abs. 4 BdBSt). Die von 1987 bis Ende 1994 geltende Regelung unterwarf Kapitalleistungen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge (Art. 21bis Abs. 4 BdBSt) einer besonderen Jahressteuer. Sozialabz�ge wurden nicht gew�hrt, aber die Steuer weiterhin zum Rentensatz berechnet, d.h. die gesonderte Besteuerung erfolgte zum Satz, der anwendbar w�re, wenn an Stelle der einmaligen Leistung eine entsprechende j�hrliche Leistung ausgerichtet w�rde (neue Fassung von Art. 40 Abs. 3 BdBSt; vgl. Masshardt, Kommentar, a.a.O., N. 13 zu Art. 40 BdBSt; Kreisschreiben Nr. 1 vom 30. Januar 1986 der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung betreffend Bundesgesetz zur Anpassung des BdBSt an das Bundesgesetz �ber die berufliche Vorsorge, Ziff. IV, publ. in: ASA 54 S. 501; Heinz Masshardt, Beilage zum Kommentar �ber die direkte Bundessteuer, Z�rich 1986, S. 21 ff.; Gotthard Steinmann, Die steuerliche Behandlung der drei S�ulen im neuen Recht der direkten Bundessteuern im Vergleich zum bisherigen Recht, StR 46/1991 S. 591-604, 597 f.; Danielle Yersin, L'�volution du droit fiscal en mati�re de pr�voyance professionnelle, ASA 62 S. 129-148, 137).
7.4 Mit der Einf�hrung des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14; in Kraft seit 1. Januar 1993; nachfolgend: Steuerharmonisierungsgesetz) und der Abl�sung des Bundessteuerbeschlusses 1940 durch das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11; in Kraft seit 1. Januar 1995; nachfolgend: Bundessteuergesetz) wurde die steuerliche Behandlung der beruflichen Vorsorge und der gebundenen Selbstvorsorge in der bisherigen Ordnung grunds�tzlich weitergef�hrt (Steinmann, a.a.O., S. 598; Yersin, a.a.O., S. 137). Die Einlagen, Pr�mien und Beitr�ge zum Erwerb von vertraglichen Anspr�chen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge k�nnen vom Einkommen abgezogen werden (Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG; Art. 9 Abs. 2 lit. d StHG), und die Leistungen werden vollst�ndig besteuert (Art. 22 Abs. 1 und 2 DBG; Art. 7 Abs. 1 StHG). Auch die �bergangsregelung von Art. 155 BdBSt wurde ins neue Recht �bernommen (vgl. Art. 204 und 205 DBG).
Einlagen, Pr�mien und Beitr�ge zum Erwerb von vertraglichen Anspr�chen aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge im Sinn und im Umfang von Art. 82 BVG sind f�r Arbeitnehmer und Selbst�ndigerwerbende, die der AHV-Pflicht unterstehen, seit Beginn der Berechnungsperiode f�r die Veranlagungsperiode 1987/88, also seit Anfang 1985, steuerlich vom Einkommen abziehbar (Art. 22 Abs. 1 lit. i BdBSt bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. e DBG; Art. 9 Abs. 2 lit. e StHG).
7.6.1 Bei der individuellen, nicht gebundenen Vorsorge der S�ule 3b sind die Abz�ge beschr�nkt. Einlagen, Pr�mien und Beitr�ge f�r die Lebensversicherung k�nnen bis zu einem bestimmten Betrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden (Art. 33 Abs. 1 lit. g DBG; Art. 9 Abs. 2 lit. g StHG). Weil der pauschalisierte Abzug aber insbesondere auch f�r die Pr�mien der Krankenkassen, der nicht obligatorischen Unfallversicherung oder die Zinsen auf Sparkapitalien gilt, verbleibt neben der Grundversicherungspr�mie f�r die Krankenkasse in der Regel (fast) kein Abzugsbetrag f�r anderweitige Versicherungen oder Sparzinsen (vgl. Bericht der Expertenkommission zur Pr�fung des Systems der direkten Steuern auf L�cken [Expertenkommission Steuerl�cken], Bern 1998, S. 107).
7.6.2 F�r die Leistungen aus der S�ule 3b gilt der allgemeine Grundsatz, dass alle wiederkehrenden und einmaligen Eink�nfte der Einkommenssteuer unterliegen (Art. 16 Abs. 1 DBG; Art. 7 Abs. 1 StHG; vgl. Art. 21 BdBSt). Steuerbar sind nach Art. 23 lit. b DBG auch einmalige oder wiederkehrende Zahlungen bei Tod sowie f�r bleibende k�rperliche oder gesundheitliche Nachteile.
Steuerfrei ist hingegen der Verm�gensanfall aus r�ckkaufsf�higer privater Kapitalversicherung, d.h. die in diesem Fall zur Auszahlung gelangende Versicherungssumme, weil der Gesetzgeber durch einen besonderen Anreiz f�r den Sparer die private Vorsorge f�rdern wollte (vgl. Art. 21bis Abs. 3 BdBSt, Art. 24 lit. b DBG, Art. 7 Abs. 4 lit. d StHG; Locher, Kommentar, a.a.O., N. 21 zu Art. 24 DBG; Peter Agner/Beat Jung/Gotthard Steinmann, Kommentar zum Gesetz �ber die direkte Bundessteuer, Z�rich 1995, N. 3 zu Art. 24 DBG; BGE 107 Ib 315 E. 3a S. 320 und E. 3b S. 321 f.; kritisch: Expertenkommission Steuerl�cken, a.a.O., S. 105 ff., insbes. S. 111 ff.). Davon ausgenommen - und damit steuerbar - sind Leistungen aus Freiz�gigkeitspolicen und privaten Kapitalversicherungen mit Einmalpr�mie, letztere soweit sie nicht der Vorsorge dienen (vgl. Art. 24 lit. b in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG; Art. 7 Abs. 4 lit. d in Verbindung mit Abs. 1ter StHG; Gladys Laffely Maillard, Les assurances sur la vie, notamment les assurances de capitaux � prime unique, et leur traitement fiscal, ASA 66 S. 593-631, 618 ff.).
R�ckkaufsf�hig ist eine Versicherung, wenn der Eintritt des versicherten Ereignisses gewiss ist (Art. 90 Abs. 2 VVG). Bei der (reinen) Risikoversicherung wird der Versicherer �berhaupt nicht leistungspflichtig, wenn sich das versicherte Risiko w�hrend der Vertragsdauer nicht verwirklicht (Alfred Maurer, Schweizerisches Privatversicherungsrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 434). Es gibt deshalb in der Regel keinen R�ckkauf bei Risikoversicherungen, sondern nur bei Versicherungen, die mit einem Sparvorgang verbunden sind und daher ein Deckungskapital ansammeln (Maurer, a.a.O., S. 444).
7.6.4 Anders als das Versicherungsvertragsgesetz unterscheiden Versicherungswirtschaft und Wissenschaft nicht nur zwischen Schadens- und Personenversicherung, sondern - etwas weitergehend - nach dem versicherten Gegenstand: Sach-, Verm�gens- oder Personenversicherungen (vgl. Moritz Kuhn/R. Luka M�ller-Studer/Martin K. Eckert, Privatversicherungsrecht, 2. Aufl., Z�rich 2002, S. 102 f.; Maurer, a.a.O., S. 427; Stephan Weber, in: M�nch/Geiser [Hrsg.], Schaden-Haftung-Versicherung, Basel/Genf/M�nchen 1999, N. 4.34 ff.; Bernard Viret, Droit des assurances priv�es, 3. Aufl., Z�rich 1991, S. 155 ff.; Expertenkommission Steuerl�cken, a.a.O., S. 94).
Die Personenversicherung deckt Gefahren oder Tatbest�nde ab, die mit Leben und Gesundheit eng zusammenh�ngen, d.h. Krankheit, Unfall, Invalidit�t und Tod. Die Personenversicherung umfasst jedoch auch die Vorsorge f�r das Alter. Innerhalb der Personenversicherung kann zwischen Kranken-, Unfall-, Invalidit�ts- und Lebensversicherungen unterschieden werden (Maurer, a.a.O., S. 430; Kuhn/M�ller-Studer/Eckert, a.a.O., S. 110 f.; Weber, a.a.O., N. 4.47; Viret, a.a.O., S. 158).
Bei Lebensversicherungen ist der Versicherungsfall regelm�ssig mit der Dauer des menschlichen Lebens verbunden: der Versicherer verspricht dem Versicherungsnehmer gegen Pr�mienzahlung, im Todesfall oder bei Erreichen eines bestimmten Alters (Erlebensfall) eine vereinbarte Summe oder eine Rente zu bezahlen. Je nach Art des Versicherungsfalles werden verschiedene Formen unterschieden (vgl. Maurer, a.a.O., S. 434 ff.; Kuhn/M�ller-Studer/Eckert, a.a.O., S. 112; Weber, a.a.O., N. 4.49 f.).
In der Todesfallversicherung muss der Versicherer die vereinbarte Leistung erbringen, wenn die Person stirbt (lebensl�ngliche Vertragsdauer) bzw. vor Ablauf der zum voraus begrenzten Versicherungsdauer stirbt (sog. tempor�re Lebensversicherung). Bei lebensl�nglicher Vertragsdauer tritt das versicherte Ereignis gewiss ein; die Versicherung ist deshalb r�ckkaufsf�hig (vgl. Maurer, a.a.O., S. 435; Viret, a.a.O., S. 192; Kuhn/M�ller-Studer/Eckert, a.a.O., S. 214 f.).
Auf der Grundlage der gemischten Versicherung wurden und werden verschiedene weitere Produkte kombiniert und entwickelt (Maurer, a.a.O., S. 436; vgl. die Vielfalt der Produkte bei Daniel Jungo/Wolfgang Maute, Lebensversicherungen und Steuern, Muri/Bern 2003, S. 79 ff. bzw. 105 ff.), deren steuerliche Qualifizierung im Einzelfall zu pr�fen ist.
7.6.5 Beruht die Versicherungsleistung nur teilweise auf einer r�ckkaufsf�higen, teilweise aber auf einer nicht r�ckkaufsf�higen Kapitalversicherung, wird die Auffassung vertreten, dass die Steuerfolgen entsprechend unterschiedlich seien: Der eine Teil der Leistung sei steuerfrei, der andere gem�ss Artikel 38 steuerbar (Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., N. 3 zu Art. 24 DBG; Laffely Maillard, a.a.O., S. 613; Merkblatt der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung vom Juni 1955 [auch publiziert in: ASA 23 S. 514], Ziff. V, in: Masshardt, a.a.O., N. 5 zu Art. 21bis BdBSt).
Versicherungsleistungen bestehen teilweise aus durch Pr�mien einbezahltem Kapital, das zur�ckerstattet wird. Der Kapitalr�ckzahlungskomponente wird bei Leibrenten mit der reduzierten Besteuerung der Zahlungen Rechnung getragen (zu 40 % seit dem 1. Januar 2001, vgl. Art. 22 Abs. 3 DBG in der Fassung vom 19. M�rz 1999; Locher, Kommentar, a.a.O., N. 52 zu Art. 22 DBG). Bei r�ckkaufsf�higen Kapitalversicherungen ist die gesamte Leistung steuerfrei, obwohl nur ein Teil davon auf einer Kapitalr�ckerstattung beruht.
Zivilrechtlich fallen Leistungen der beruflichen Vorsorge (S�ule 2a und 2b) sowie Freiz�gigkeitsleistungen im Normalfall nicht in den Nachlass und unterliegen auch nicht der Herabsetzung (vgl. ausf�hrlich zur erbrechtlichen Behandlung von Vorsorge- und Freiz�gigkeitsleistungen im Erbfall: BGE 129 III 305). F�r individuell ausgestaltete oder wesentlich �ber die normale Vorsorge hinausgehende Vertr�ge von h�heren Kadern oder Unternehmern wie auch f�r Leistungen aus der dritten S�ule hat das Bundesgericht die Frage offen gelassen (BGE 129 III 305 E. 2.7 S. 311) und auch auf wesentliche Unterschiede bei der S�ule 3a und den Lebensversicherungsvertr�gen der nicht gebundenen S�ule 3b hingewiesen (BGE 129 III 305 E. 2.3 S. 309).
Beg�nstigt der Erblasser durch eine Lebensversicherung auf seinen eigenen Tod einen Dritten, ist der R�ckkaufswert der Versicherung und nicht die tats�chlich ausbezahlte Summe zur Berechnungsmasse hinzuzuz�hlen (vgl. Art. 476 und 529 ZGB). Gesetzlich geregelt ist nur die erbrechtliche Behandlung der reinen Todesfallversicherung. Ein Grundsatz, ob und in welchem Umfang Leistungen aus Lebensversicherungen an Dritte im Allgemeinen zum Nachlass hinzuzuz�hlen sind, fehlt im Gesetz, und die Frage ist in der Literatur umstritten (vgl. die Hinweise in BGE 129 III 305 E. 2.2 S. 307 f.; Daniel Staehelin, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Schweizerisches Zivilgesetzbuch II, 2. Aufl., Basel/Genf/M�nchen 2003, N. 1 und 23 ff. zu Art. 476 ZGB).
9.1 Diese erbrechtliche Qualifikation schliesst nicht aus, dass ein kantonales Gesetz Anspr�che, die zivilrechtlich nicht in den Nachlass fallen, mit der Erbschaftssteuer erfasst (BGE 103 Ia 124; Locher, Kommentar, a.a.O., N. 29 zu Art. 24 DBG). Der kantonale Gesetzgeber kann f�r die Umschreibung der steuerbaren Arten des erbrechtlichen Verm�gens�bergangs auf die einschl�gigen zivilrechtlichen Begriffe Bezug nehmen oder eigene Begriffe verwenden, ohne dabei an die zivilrechtliche Auffassung gebunden zu sein (vgl. Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6.Aufl., Z�rich 2002, S. 206).
9.2 F�r das Doppelbesteuerungsrecht ist der Nachlass unabh�ngig von der zivilrechtlichen Definition zu bestimmen. Um eine einheitliche Regelung zu schaffen, hat sich die Kollisionsnorm an der f�r die Bundesgesetzgebung �ber die direkten Steuern (Steuerharmonisierungs-und Bundessteuergesetz) getroffenen Regelung zu orientieren (BGE 121 I 75 E. 2a S. 76; 118 Ia 277 E. 3a S. 281; StR 55/2000 S. 331, 2P.252/1998, E. 4; StR 58/2003 S. 432, 2A.349/2002, E. 2.5.2, mit Hinweisen, vgl. auch StR 54/1999 S. 414, 2P.1/1998, E. 4c).
Hingegen ist bei r�ckkaufsf�higen privaten Kapitalversicherungen, die von der Einkommenssteuer befreit sind (Art. 24 DBG; Art. 7 Abs. 4 StHG), doppelbesteuerungsrechtlich nicht massgebend, ob sie mit einer Beg�nstigungsklausel versehen sind. Diese Leistungen sind kollisionsrechtlich immer dem Nachlass zuzurechnen und dementsprechend dem Kanton am letzten Wohnsitz des Erblassers zur Besteuerung zuzuweisen.
9.6 Mit den interkantonalen Zuteilungsregeln verbunden ist auch die Frage der Schuldenverlegung: Die Nachlassschulden werden proportional zu den beweglichen und den unbeweglichen Nachlassaktiven verlegt (Kurt Locher/Peter Locher, die Praxis der Bundessteuern, III. Teil, Interkantonale Doppelbesteuerung, � 9 I B Nr. 5; Peter Locher, Einf�hrung in das interkantonale Steuerrecht, 2. Aufl., Bern 2003, S. 141; H�hn/M�usli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern/ Stuttgart/Wien 2000, � 24 N. 3 ff.; Maute/Steiner/Rufener, a.a.O., S. 290). Nach Auffassungen in der Lehre sollen nur Versicherungsanspr�che, die zum Nachlassverm�gen geh�ren, an der Passivenverteilung teilnehmen und die Direktanspr�che Dritter davon ausgeschlossen bleiben (Locher, Einf�hrung, a.a.O., S. 142; H�hn/M�usli, a.a.O., � 24 N. 5).
Soweit Vorsorge- und Versicherungsleistungen mit der Einkommenssteuer erfasst werden, fallen sie f�r die Schuldenverlegung im Verh�ltnis der Nachlassaktiven ausser Betracht. Die von der Einkommenssteuer befreiten Versicherungsleistungen stehen hingegen den Kantonen zur Besteuerung mit der Erbschaftssteuer offen. Doppelbesteuerungsrechtlich werden sie deshalb dem Kanton, in dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte, zur Besteuerung zugewiesen. Soweit ein Kanton damit die M�glichkeit erh�lt, diese Versicherungsleistungen zu besteuern, ist es folgerichtig, ihn auch anteilm�ssig an den Schulden partizipieren zu lassen. Ob der Kanton von seinem Besteuerungsrecht Gebrauch macht oder Versicherungsleistungen erbschaftssteuerfrei l�sst, ist dabei unerheblich. Massgebend ist, dass der Kanton, der das Besteuerungsrecht erh�lt, auch die entsprechenden Lasten (Schuldanteile) tr�gt. Macht ein Kanton von seinem Besteuerungsrecht der Versicherungsleistungen keinen Gebrauch, ist hinzunehmen, dass der Steuerpflichtige allenfalls nicht s�mtliche diesem Kanton zugewiesenen Schulden von dem dort steuerbaren Nachlass abziehen kann (sog. unechter Ausscheidungsverlust).
Im vorliegenden Fall ist die Besteuerungshoheit f�r die Vorsorgepolicen 1..... und 2....., die Risikopolicen 3..... und 4..... sowie die Zusatzpolice 5..... umstritten. Hingegen ist die Besteuerung der Leistungen aus der Vorsorgepolice "X.________" an die Beschwerdef�hrerin durch den Kanton Luzern unbestritten. Die Besteuerung der �brigen Versicherungsleistungen gem�ss Erbschaftsinventar durch den Kanton Aargau blieb im bisherigen Verfahren unbeanstandet und ist hier nicht weiter zu pr�fen.
10.1 Bei den beiden Vorsorgepolicen 1..... und 2..... handelt es sich auf Grund der Policen klarerweise um Versicherungen der gebundenen Vorsorge. Sie sind auch entsprechend bezeichnet ("gebundene Vorsorgepolice" bzw. "Vorsorgepolice") und auf dem Formular 563 als zur "Vorsorgeform S�ule 3a" geh�rig deklariert worden. Sie stellen bei der beg�nstigten Beschwerdef�hrerin Einkommen dar und sind ihrem Wohnsitzkanton Luzern zur Besteuerung zuzuweisen.
10.2 Bei den Risikopolicen 4..... und 3..... handelt es sich um Versicherungen mit fallendem Risiko. Die Versicherungssumme betr�gt im ersten Jahr Fr. 200‘000.-- und f�llt zu Beginn jedes folgenden Versicherungsjahres um Fr. 5'882.-- bzw. Fr. 4'545.--. Erlebt der Versicherungsnehmer den Ablauf der Versicherung, verbleibt keine auszuzahlende Sparsumme (vgl. Jungo/Maute, a.a.O., Beispiel 4 S. 86), abgesehen vom Bonus, der aber steuerlich das Schicksal der Hauptleistung teilt (vgl. vorne E. 7.6.6). Demnach ist der Eintritt des versicherten Ereignisses nicht gewiss, so dass keine r�ckkaufsf�hige, sondern eine reine Risikoversicherung vorliegt. Warum von der Versicherung auf dem Meldeformular an die Steuerverwaltung trotzdem ein R�ckkaufswert von Fr. 9'971.90 bzw. Fr. 7'799.50 ausgewiesen wurde, ist nicht nachvollziehbar.
Als reine Risikoversicherungen unterliegen die Versicherungssummen von Fr. 58'245.-- bzw. Fr. 64'174.-- sowie der Bonus von Fr. 13'481.50 bei den Beg�nstigten der Einkommenssteuer. Das Besteuerungsrecht f�r den Anteil der Beschwerdef�hrerin aus den Risikopolicen 4..... und 3..... ist deshalb dem Kanton Luzern zuzuweisen.
10.3 Die Zusatzpolice 5..... ist als "Spar- und Risikoversicherung" eine gemischte Risikoversicherung mit einem ausgewiesenen R�ckkaufswert von Fr. 53'362.90: neben einer Versicherungssumme, die sowohl im Todes- wie im Erlebensfall auszahlbar ist, wird zus�tzlich eine Leistung im Todesfall versichert. Diese r�ckkaufsf�hige private Kapitalversicherung ist als Ganzes von der Einkommenssteuer befreit und kollisionsrechtlich dem Kanton Aargau zuzuweisen. Der Kanton Luzern darf deshalb nicht den Risikoteil aus der gemischten Gesamtversicherung herausbrechen und f�r sich allein besteuern. Dass eine Steuerumgehung vorliegen w�rde, ist weder behauptet noch ersichtlich.
11.1 Demnach ist das Besteuerungsrecht f�r die Leistungen aus den beiden Vorsorgepolicen 1..... und 2..... der S�ule 3a und aus den reinen Risikoversicherungen 3..... und 4..... dem Kanton Luzern als dem Wohnsitz der Leistungsempf�ngerin zur Besteuerung mit der Einkommenssteuer zuzuweisen.
Bei der Zusatzpolice 5..... handelt es sich um eine r�ckkaufsf�hige private Kapitalversicherung, die von der Einkommenssteuer befreit und kollisionsrechtlich dem Kanton Aargau, wo der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte, zur Besteuerung mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer zuzuweisen ist.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist deshalb teilweise dahin gutzuheissen, dass das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 3. Dezember 2001 sowie die Veranlagung der Erbschaftssteuer des Steueramtes des Kantons Aargau vom 20. Januar 1998 aufzuheben und die Versicherungsleistungen den beteiligten Kantonen gem�ss den oben stehenden Ausf�hrungen zur Besteuerung zuzuweisen sind.
11.2 Entsprechend dem Verfahrensausgang werden die bundesgerichtlichen Kosten den Kantonen Aargau und Luzern je h�lftig auferlegt, da sie in ihrem Verm�gensinteresse handelten (Art. 156 in Verbindung mit Art. 153 und 153a OG). Sie haben die Beschwerdef�hrerin, die nicht anwaltschaftlich vertreten ist, f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 159 OG).
Die staatsrechtliche Beschwerde wird teilweise dahin gutgeheissen, dass das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 3. Dezember 2001 sowie die Veranlagung der Erbschaftssteuer des Steueramtes des Kantons Aargau vom 20. Januar 1998 aufgehoben werden.
Es wird festgestellt, dass die Versicherungsleistungen aus der Police der Versicherungsgesellschaft Y.________ Pol.-Nr. 5..... von Fr. 38'445.-- der aargauischen Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen.
Es wird festgestellt, dass die Versicherungsleistungen aus den Policen Versicherungsges. Y.________ Pol.-Nr. 1..... von Fr. 206'422.--,
Versicherungsges. Y.________ Pol.-Nr. 2..... von Fr. 51'324.-- ,
Versicherungsges. Y.________ Pol.-Nr. 4..... von Fr. 26'065.-- und
Versicherungsges. Y.________ Pol.-Nr. 3..... von Fr. 19'415.--
der luzernischen Einkommenssteuer unterliegen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird den Kantonen Aargau und Luzern je h�lftig auferlegt.
Die Kantone Aargau und Luzern haben der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von je Fr. 500.-- auszurichten.
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Steueramt des Kantons Aargau, der Steuerverwaltung des Kantons Luzern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Abgaberechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.