Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=02.12.2010&Aktenzeichen=1%20BvR%202414/10
Timestamp: 2019-05-27 12:48:29
Document Index: 195279326

Matched Legal Cases: ['Art 6', 'Art 6', '§ 1626', '§ 1631', '§ 1666', 'Art 6', 'Art. 22', 'Art. 6']

BVerfG, 02.12.2010 - 1 BvR 2414/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,78802
BVerfG, 02.12.2010 - 1 BvR 2414/10 (https://dejure.org/2010,78802)
BVerfG, Entscheidung vom 02.12.2010 - 1 BvR 2414/10 (https://dejure.org/2010,78802)
BVerfG, Entscheidung vom 02. Dezember 2010 - 1 BvR 2414/10 (https://dejure.org/2010,78802)
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Art 6 Abs 2 S 1 GG, Art 6 Abs 3 GG, § 1626 Abs 2 S 1 BGB, § 1631 Abs 1 BGB, § 1666a Abs 1 S 1 BGB
Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung von Art 6 Abs 1 S 2 GG durch Übertragung des Sorgerechts auf Verfahrenspfleger zwecks Fremdunterbringung eines Kindes, ohne dass das Kindeswohl gefährdet und die Maßnahme verhältnismäßig wäre - Beschwerdebefugnis auch des nicht sorgeberechtigten, jedoch von der Fremdunterbringung betroffenen Vaters - Gegenstandswertfestsetzung auf 4000 Euro bzw 8000 Euro
AG Soest, 19.07.2010 - 16 F 151/08
OLG Hamm, 13.08.2010 - 7 WF 211/10
Das Gericht behauptet nicht, dass ein in "tatsächlicher Lebensund Erziehungsgemeinschaft" mit der allein sorgeberechtigten Mutter und dem Kind lebender Vater im Hinblick auf sein Elternrecht nicht durch Art. 22 SächsVerf geschützt sei (vgl. zu Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG etwa BVerfG, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - 1 BvR 2414/10).
Dabei kann offen bleiben, ob Prozesskostenhilfe für anhörungsberechtigte Gegner des Ausgangsverfahrens unter strengen Voraussetzungen bewilligt werden kann (vgl. zum Bundesrecht: BVerfGE 92, 122 sowie BVerfG, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - 1 BvR 2414/10 -, juris Rn. 35).
Das hierfür vorausgesetzte elterliche Fehlverhalten muss ein solches Ausmaß erreichen, dass das Kind bei einem Verbleiben in der Familie in seinem körperlichen, geistigen oder seelischen Wohl nachhaltig gefährdet ist (BVerfG, Beschluss vom 02.12.2010, 1 BvR 2414/10; BVerfGE 60, 79, 91).
Der Staat muss daher nach Möglichkeit versuchen, durch helfende, unterstützende, auf Herstellung oder Wiederherstellung eines verantwortungsgerechten Verhaltens der leiblichen Eltern gerichtete Maßnahmen sein Ziel zu erreichen (BVerfGE 24, 119, 145; 60, 79, 93; Beschluss vom 02.12.2010, 1 BvR 2414/10, Rn. 24).
Dem Antrag des Beteiligten zu 2. ist nicht zu entsprechen, weil er zu den verfassungsrechtlichen Fragen des Verfahrens nichts Wesentliches beigetragen hat (vgl. zum Bundesrecht: BVerfG, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - 1 BvR 2414/10 - juris Rn. 35).