Source: https://forum.e-recht24.de/3427-download-alben-out-of.html?s=c1eed63b86a6beafdee37604977c0f05
Timestamp: 2020-07-08 07:20:45
Document Index: 43934058

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 64', '§ 53', '§ 53', '§ 53', '§ 53']

download von alben, die out of print sind?
04.11.2007, 11:16
ich hör viel musik (alten punkkram), die in den späten 70ern bis frühe 80er (oft in kleiner auflage) als vinyl erschienen ist und mittlerweile nicht mehr gepresst wird, also weder über amazon noch in läden käuflich zu erwerben ist. bei ebay oder auf flohmärkten hat man manchmal glück, meist sind die preise aber wirklich utopisch - und mir geht es um die musik und nicht darum, mir eine möglichst teure und seltene lp/ep an die wand hängen zu können. habe jetzt ein blog entdeckt, wo rapidshare/megaupload links zu ein paar schätzchen gepostet sind und mir kribbelt es in den fingern...
ich würde gerne wissen, ob es in diesem fall illegal wäre, die sachen runterzuladen (keine ahnung, wie diese rapidshare sachen rechtlich und polizeilich nachvollziehbar sind). ich bin da halt ziemlich vorsichtig, hab keinen bock auf stress und auch nicht das bedürfnis, was verbotenes zu tun und kann die situation nicht richtig einschätzen. ich würde halt denken, dass ich niemandem damit schade, weil ich die platte nicht mehr kaufen kann, auch nicht als cd-reissue und hochladen tu ich dabei ja auch nichts. abgesehen davon ist es halt auch analoge qualität und nicht digital.
soweit ich die anderen sachen hier überflogen habe, kriegt man doch hauptsächlich ärger beim hoch- und nicht beim runterladen. bzw dann auch eher bei sachen, die relevant und aktuell sind.
mach mir auch gedanken darum, dass ein vermeindlicher lp-rip vielleicht doch eine cd ist, die ich einfach nur nicht gefunden hab (oder zum beispiel eine single, die auf irgendeiner singles-collection cd ist).
das ist vielleicht alles ein bisschen überzogen,aber ich hab da gar keine ahnung von...
könnte mir hier vielleicht jemand einen tip geben?
AW: download von alben, die out of print sind?
Das Urheberrecht auf diese Songs besteht weiterhin und endet erst 70 Jahre post Mortem. Da kommt man also nicht vorbei. Jedoch besteht eine Möglichkeit nach dem UrhG, wenn Werke nicht mehr erhältlich sind nach § 53 II Abs 4 b):
Der Absatz 1 gilt dafür ebenfalls, d.h. das keine offensichtlich rechtswidrige Vorlage verwendet werden darf usw.
Genauere Fälle im Bezug auf Downloads von Filehostern unter dieser Norm sind mir aber nicht bekannt. Sofern auch kein Rechteinhaber irgendwelche Ansprüche geltend macht, passiert auch nichts.
hmmm. und was (ohne kommentare zu der ersten frage unterbinden zu wollen, da wüstte ich gerne mehr) ist mit bootlegs, demo aufnahmen oder live mitschnitten?
05.11.2007, 09:59
Vielleicht wäre es auch möglich, sich in den Kreisen umzuschauen, die solche Musik auch mögen und sich Kopien machen zu lassen. Darf man ja nach Gesetz, wenn es die Teile wirklich nicht mehr zu kaufen gibt.
habe jetzt ein blog entdeckt, wo rapidshare/megaupload links zu ein paar schätzchen gepostet sind und mir kribbelt es in den fingern...
Ändert aber nichts an der rechtlichen Situation.
ich würde gerne wissen, ob es in diesem fall illegal wäre, die sachen runterzuladen
Nicht das Download ist rechtswidrig - es ist rechtswidrig, wenn es sich um rechtswidrig hergestellte Dateien handelt. Eine Privatkopie darf jeder machen, aber nicht diese im Inertnet veröffentlichen. Und meistens ist es das, was die Datei, und damit auch den Download solcher Dateien, rechtswidrig macht.
soweit ich die anderen sachen hier überflogen habe, kriegt man doch hauptsächlich ärger beim hoch- und nicht beim runterladen.
Ich nehme an, du meinst damit die Beiträge, wo sich die Leute über ihre Abmahnungen beschwert haben ... sicherlich ist ein Download nicht ganz so "schwerwiegend" zu beurteilen, aber rechtswidrig ist es trotzdem, wenn die Datei rechtswidrig ist. Beispiele für derartige Verfolgung gibt es in der Musikbranche zwar kaum, aber in anderen Bereichen ("Handel" mit Bildern) hört man schon einiges (da das Strafmaß auch um einiges höher ist in den Bereichen wird das auch eher und intensiver verfolgt, aber das rechtliche Prinzip ist das Gleiche).
ich würde halt denken, dass ich niemandem damit schade, weil ich die platte nicht mehr kaufen kann, auch nicht als cd-reissu
Das sieht das Urheberrecht etwas anders - und der Künstler, der sehr gern noch ein paar Cent mit seinen früheren Werken verdienen würde.
und hochladen tu ich dabei ja auch nichts.
abgesehen davon ist es halt auch analoge qualität und nicht digital.
Es geht hierbei im Gesetz nicht um die Qualität sondern das Verfahren. Und Dateien sind immer digital.
mach mir auch gedanken darum, dass ein vermeindlicher lp-rip vielleicht doch eine cd ist, die ich einfach nur nicht gefunden hab
Da ist eben etwas mehr Forschergeist gefragt
was ist mit bootlegs
Das beantwortet wohl schon die Erklärung des Wortes, aus Wikipedia: "Der Begriff Bootleg bezeichnet im Deutschen nicht autorisierte Tonaufzeichnungen, die zumeist bei Konzerten entstanden sind. Häufig spricht man auch synonym von Schwarzpressung oder Raubpressung." Dazu muss manj nicht wirklich was sagen, oder?
demo aufnahmen oder live mitschnitten
Was soll damit sein? Wenn das Urheberrecht beachtet wird. Kommt eben darauf an, wer diese Mitschnitte gemacht hat und wie die Dateien entstanden. Wenn jemand mit seinem Handy das gefilmt hat und ins Netz gestellt - seine Sache, sind es aber Aufnahmen, deren Veröffentlichung der Urheber nicht explizit zugestimmt hat ist es genauso rechtswidrig wie ganz am Anfang erwähnt.
05.11.2007, 18:42
Zitat von Jimmy Jazz
hmmm. und was ist mit bootlegs, demo aufnahmen oder live mitschnitten?
Auch hier gilt das Urheberrecht. Für private Zwecke wären diese durchaus möglich, jedoch ist deren Verbreitung nach meiner Ansicht nach her ebenso unzulässig, da der Urheber dafür seine Zustimmung nicht gegeben hat.
durchaus ein interessantes thema, was ihr da habt. Nachdem was ich bisher gelesen habe liegen gerade solche Inhalte in einer Grauzone.
Styx: Was meinst du damit?: "Das Urheberrecht auf diese Songs besteht weiterhin und endet erst 70 Jahre post Mortem." Das ist doch das GEMA Recht. Wie ist das mit Interpreten die nicht über die GEMA vertreten werden? Ist die GEMA in dem Bereich überhaupt der richtige Ansprechpartner?
1. Frage.... Gibt es in den USA das Recht das eine Rechteinhaber, z.B. jemand der eine alte LP besitzt, diese in ein minderwertiges Format überführen darf, z.B. mp3 128kb und dann für informationszwecke verfügbar macht? Ich glaub so ein Gesetz gibt es dort. Wenn ich also in Deutschland aus einem US Forum solche Musik files herunterlade, worin liegt dort ein Verstoß gegen bestehendes Gesetz. Die Kopie ist offensichtlich nicht illegal erzeugt, der Inhaber hat dafür bezahlt.
2. Wie würde z.B. ein Universitätsprofessor bewertet werden, der sich aus dem Internet eine Jazz LP als mp3 files zieht, da diese tolle Platte nur in 300 Stück produziert wurde und ca. 5000 Euro kostet. Son Prof ist ja kein reicher Mann, aber diese LP ist sehr wichtig für die Forschung und wird somit wissenschaftlich verwertet.
3. ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, wo ich mir im Saturn seltene bootlegs gekauft habe. da gab es z.B. in Holland eine Plattenfirma die sich darauf spezialisiert hat.... naja wenns dem Interpreten egal war...? oder der plattenfirma doch nicht. wer will das schon wissen, nach 20 oder 30 jahren.
würde mich über eine rege diskussion freuen!
08.01.2008, 19:27
Das hat nichts mit der GEMA zu tun. Sondern einfach mit geltendem Recht aus dem UrhG. Kann jeder in § 64 dort nachlesen. Es gibt auch abweichende Regelungen, wie z.B. Verwertungsrechte für ausübende Künstler (50), Datenbanken (15), Filme (50).
Ich würde MP3 jetzt nicht als minderwertiges Format bezeichnen, es ist eher eine Digitalisierung und behält die Qualität bei, die das Originalmedium liefert, bzw. kann auch verbessert werden.
Wüsste aber jetzt unabhängig davon nichts von dieser Regelung. Kenne nur Fair Use, ob das darunter fällt, weiß ich nicht. Aber so wie du es schilderst, wäre es eine argumentative Umgehung des Urheberrechtes. Es ist nach neuem Recht ja auch egal ob sie rechtswidrig erzeugt wurde, sondern rechtswidrig zum Download bereitgestellt wurde. Dazu hatte der Inhaber der Kopie auf jeden Fall kein Recht. Ob er dafür bezahlt hat oder nicht.
Unter dem Umstand das es wirklich NUR für die Forschung verwendet würde, wobei ein Professor es sicherlich nicht über Torrent und Co. ziehen würde, könnte § 53 Abs. 2 Nr. 1 UrhG zutreffend sein.
Aber der Vergleich hinkt, ein Prof hat die Möglichkeiten auch auf anderen, legalen, weg eine solche Aufnahme zu bekommen. Dafür gibt es schließlich Archive.
Wenn es um die Geltungsdauer geht, siehe oben, bzw. UrhG etc.
08.01.2008, 20:18
danke für die superschnelle antwort! erst einmal auch von meiner Seite aus ein großes Lob für dieses Forum. Es gibt hier eine rege und qualifizierte diskussion!
aus punkt zwei resultiert die frage ob es ein inter********es Urheberrecht gibt? Angenommen es wäre so, dass in den USA eine Vervielfältigung in bestimmten Art und Weise erlaubt ist und ich dann über eine Seite aus einem wiederum anderen Land diese offensichtlich legale Kopie herunterlade, worin liegt da die Illegalität?
hier mal den Text: *17 U.S.C. 107 permits copyrighted material to be used under the "fair use" doctrine without any permission from the copyright owner. As such, as far as these files are concerned, they are CLIPS and/or LOW QUALITY REPRODUCTIONS of material; As such they should not be used as substitutes for retail copies of the material contained within. No currency or materials in-Lieu of same has changed hands during the download and/or distribution of these files. No monetary reward is expected and/or accepted for the content of these files. No pretense has been, nor will ever be, made that these files and their contents have ever been, or ever will be, of retailable quality.* und die Quelle: [url]http://myfavvouritesound.blogspot.com/[/url]
Übrigens, wenn man sich die alte Diskussion anschaut, tendieren Leute mit einem guten Gehör dazu, das CD's ein "minderwertiges" Medium zur Musikspeicherung sind. Aber das ist ja alter Kaffee...
Bei dem Beispiel mit dem Professor: Also würde der Prof zu einem Archiv gehen und sich dort ein paar mp3 files brennen lassen. Das wäre dann also legal. Ist es übrigens tatsächlich, denn das gleiche wird mit Inhalten wie Publikationen gemacht, ich suche nicht nach, aber Ausschnitte aus Werken dürfen für Zwecke der Wissensbereicherung und Lehre kopiert werden!
wird sicherlich spannend wie solche Gesetze umgesetzt werden sollen. Immerhin liegt die Beweispflicht offensichtlich beim Kläger....
08.01.2008, 20:37
Also es gibt inter********e Abkommen, wie z.B. das TRIPS, welches entsprechende Regelungen zum geistigen Eigentum enthält, u.a. auch zum Urheberrecht. Nach diesem abkommen würde ich dein Beispiel auch anzweifeln, da es den US Bürgern mehr Rechte/Vorteile gewährt, als denen in Deutschland. Dies ist nach dem TRIPS meines wissens nicht zulässig. Mal davon abgesehen, der Download findet in Deutschland statt, unabhängig von wo die Vorlage stammt. Hier gilt es das der Download verboten ist, wenn es sich um eine offensichtlich rechtswidrig zum Download bereitgestellte Vorlage handelt. Für einen deutschen Bürger, ist dies offensichtlich rechtswidrig, da nach deutschem Recht ein Upload verboten ist. Schließlich ist es ja nicht unbedingt ersichtlich von wo die Vorlage stammt. Auch läd man ja in Tauschbörsen nicht nur von einer Person herunter, sondern meist von mehreren. Läd man bei einem Filehoster herunter, kann man auch nciht erkennen von wo die Vorlage stammt.
Aber primär ist ja das deutsche Recht, für den, der herunterläd, anwendbar. Also gilt hier für mich die Regelung im § 53 UrhG, unabhängig der Herkunft.
Naja was leute mit gutem Gehör sagen, ist aber für die Rechtssprechung nicht bindend.
Naja, so war es vielleicht einmal. Nach neuem Recht, seit 01.01.08, hat sich das auch eher zum Nachteil der Lehre gewandelt. Es bedarf nun z.B. u.U. der Zustimmung der Rechteinhaber, um Kopien zu erstellen.
08.01.2008, 21:27
soweit sogut, in D-land gibt es ja auch „Schranken des Urheberrechts“, das vergleichbar ist mit "Fair Use" und das TRIPS-Abkommen versucht eine Annährung zwischen den Ländergesetzen. Hierzulande gibts demnach ja auch Einschränkungen des Urheberrechts!
Wie verstehen Sie den Absatz:
(1) Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar, noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung einer offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird. Der zur Vervielfältigung Befugte darf die Vervielfältigungsstücke auch durch einen anderen herstellen lassen, sofern dies unentgeltlich geschieht oder es sich um Vervielfältigungen auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren oder anderer Verfahren mit ähnlicher Wirkung handelt.
ich habe die interessanten Stellen markiert.
Ich beziehe das auf die inter******** gültige Absprache, (die es wohl nicht gibt) an die nicht gerüttelt wird, dass z.B. ein Forscher (also eine Person die geistige Werte schafft) ein Publikation schreibt - und publiziert, damit die Verwertungsrechte an ein "Unternehmen" (Printmedien) abgibt, aber seine Publikation sowohl selber verbreiten darf oder aber seine Einwilligung gibt um diese Publiation in speziellen abgegrenzten Communities zum downloaden anbietet (z.B. macht das jede Universität so). Ich darf dann diese geschützte Werk herunterladen, aber nicht weiter vervielfältigen. Ist das nicht die Bedeutung des Textes?
08.01.2008, 21:40
weiterhin habe ich noch das gefunden unter "http://www.urheberrecht.org/topic/Korb-2/bmj/749.pdf"
*5. Unbekannte Nutzungsarten und Öffnung der Archive
a) Der Urheber kann zur Zeit nicht vertraglich regeln, ob und wie sein Werk später in Nutzungsarten verwertet wird, die es heute noch nicht gibt. Das ist sehr hinderlich, wenn eine neue Nutzungsart – wie beispielsweise die Verwertung im Internet – entwickelt worden ist. Will der Verwerter das Werk auf diese neue Art nutzen, muss er mit viel Aufwand nach Urhebern oder ihren Erben suchen und sich mit ihnen über die Verwertung einigen. Deshalb soll der Urheber künftig über seine Rechte auch für die Zukunft verfügen können. Er erhält aber eine besondere, angemessene Vergütung, wenn sein Werk in einer neuen Nutzungsart verwertet wird. Bis zum Beginn der Verwertung in der neuen Nutzungsart kann der Urheber noch seine Meinung ändern und dieser Nutzung widersprechen.
b) Weil bisher Verträge über unbekannte Nutzungsarten unmöglich waren, haben wir heute Archivbestände von Werken, die nicht in modernen Medien verwertet werden können. Hat zum Beispiel der Autor eines Hörspiels 1960 alle Rechte zur Verwertung einem Verlag übertragen, so umfasst dies nicht die Rechte zur Nutzung seines Werks in damals unbekannten Nutzungsarten. Wenn der Verlag sein Werk heute auf CD oder im Internet vermarkten möchte, muss er die Rechte nacherwerben. Ebenso verhält es sich mit Filmen in den Archiven der Rundfunkanstalten. Der Nacherwerb von Rechten kann nach vielen Jahren, vor allem bei Produktionen, an denen viele Urheber beteiligt waren, sehr schwierig, langwierig oder auch unmöglich sein. Der Entwurf ermöglicht nun die Verwertung in der neuen Nutzungsart und gibt dem Urheber dafür einen
Anspruch auf eine besondere angemessene Vergütung. Diese Öffnung der Archive liegt im Interesse der Allgemeinheit und der Urheber, weil sie gewährleistet, dass Werke aus der Vergangenheit in den neuen Medien genutzt werden und Teil des Kulturlebens bleiben. Falls aber der Urheber nicht möchte, dass sein Werk in einer neuen Nutzungsart verwertet wird, kann er der Nutzung innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes widersprechen.*
Wie würden sie diesen Text interpretieren. Ist hierbei nicht klargestellt, das Werke die z.B. nicht einmal als CD veröffentlich werden können, frei sind von Urheberrechten für neue Medien, sofern der Urheber selber dem nicht entgegenspricht?
Beispiel: Eine Jazz kapelle aus den 60zigern nimmt ne platte auf, und überträgt die Nutzungsrechte an eine Plattenfirma "für LP's und Kasetten". Nach 45 Jahren kommt jemand auf die Idee diese LP zu rippen und als mp3 zu verbreiten, die Urheber sind tot, die Nachkommen leben anonym in den Slums. Wer würde für die mp3 files ein Urheberrecht beanspruchen???? Welcher Rechteverwerter (z.B. Sony die die rechte an LP's und Kasetten erworben haben) würde anklagen wollen...?
Ist sicherlich sehr dünnes Eis. Ich fange ja gerade heute erst mal an was rumzuschnüffeln, aber da ist sicherlich spielraum!
Geändert von antlover (08.01.2008 um 21:43 Uhr)
08.01.2008, 21:54
ich habe gerade gesehen, das es der alte gesetzentwurf ist... habe aber keine Neuregelung dieses Abschnittes gefunden... kann da jemand helfen?
08.01.2008, 22:06
hmm hab mich gerade in die elektronische weitergabe von wissenschaftlichen inhalten umgeschaut. ein sehr einfaches thema... es wird sich nix ändern. die unis haben kein geld, also wird man nur das lesen, was frei verfügbar ist, und wenn ein wissenschaftler nicht mehr gelesen wird, sucht er sich schnell einen anderen verlag. sollten die musiker genau so machen.....
08.01.2008, 22:35
Also das die Unis kein Geld haben, bezweifel ich. Die kassieren ja schließlich im Moment von den Studenten gut ab. Von daher...
Inter********e Absprachen existieren, wie z.B. das TRIPS. Das ist ein inter********es Übereinkommen, kann man wohl als "Absprache" ansehen.
Was du hier kopiert hast, ist der § 53 Abs. 1 UrhG. Dieser hat recht wenig mit den von dir angesprochenen wissenschaftlichen Publikationen zu tun. Die ein Professor nach neuem Recht auch nicht mehr so einfach Uniintern online stellen darf. Aber zurück zum § 53. Wüsste jetzt nicht was es dort groß zu interpretieren gibt. Nach der Rechtsänderung ist die große Frage, nämlich der Download, geklärt.
"Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar, noch mittelbar Erwerbszwecken dienen"
Denke das ist unproblematisch. Man darf eine Kopie eines Werkes dann erstellen, wenn es zum privaten Gebrauch ist und unentgeltlich geschieht. Das ist z.B. der Fall, wenn man von einer Original CD eine Kopie erstellt, ohne dabei einen Kopierschutz zu umgehen oder außer Kraft zu setzen. Ist dies der Fall, ist die Kopie rechtswidrig.
"soweit nicht zur Vervielfältigung einer offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird."
Der teil nach dem "oder" ist neu hinzugekommen und regelt den Download. Unter einer offensichtlich rechtswidrig hergestellten Vorlage, kann man z.B. eine Kopie verstehen, die unter Umgehung eines Kopierschutzes hergestellt wurde. Diese Kopie ist rechtswidrig. Von dieser darf somit keine weitere Kopie erstellt werden. Unter "öffentlich zugänglich gemachte Vorlage" ist z.B. eine Datei in einer Tauschbörse oder bei einem Filehoster zu verstehen. Der Uploader hat keine Rechte diese Datei öffentlich zugänglich zu machen, worunter auch das ledigliche bereitstellen gehört (also ohne Upload, sondern nur im Share-Ordner), aber auch eben der Upload selbst, was eine Verbreitung ist. Zu beidem hat dieser kein Recht. Somit ist die Vorlage von der man seine Kopie erstellt, rechtswidrig zugänglich gemacht.
So jedenfalls meine Ansicht, wiegesagt, ist neues Recht, muss man sich auch erstmal einarbeiten.
Unter unbekannte Nutzungsarten versteht man bisher noch unbekannte Medien/Datenträger.
So mussten z.B. als die DVD auf den Markt kam mit den Urhebern der Filme neue Rechte vereinbart werden, da diese bisher nur für VHS bestanden. Die alten Verträge waren jedoch nicht auf die DVD anwendbar, sie war also eine bis dahin unbekannte Nutzungsart. Als die HD-DVD kam, musste erneut neu verhandelt werden... usw.
Nach neuem Recht ist dies auch geändert worden.
Dein Beispiel ist jedoch falsch.
Besser wäre: Von der Sänger X wurde bisher der Titel T auf LP durch A verwertet. Nun erscheint das MP3 Format, A möchte in seinem Onlineshop den Titel T von X auch dort verwerten. Er muss nun mit den jeweiligen Rechteinhaber (Urheber, Label, Erben ... jenachdem) neue Nutzungsrechte vereinbaren um den Song als MP3 im Internet anbieten zu können.
Mal einfach dargestellt.
Mit rippen durch unberechtigte Personen hat das nichts zu tun. Diese haben sowieso kein Recht die Werke einfach so zu verbreiten.
Nach neuem Recht könnte A den Titel auch als MP3 verwerten, wenn er bereits für LPs berechtigt war. So in etwa jedenfalls. Was unbekannte Nutzungsarten angeht, habe ich mich auch noch nicht 100%ig neu eingearbeitet.
nun ist es aber so, das X keine lust hat weiterhin rechte abzugeben, oder X existiert einfach nicht mehr, auch seine Nachkommen nicht! Jetzt kommt aber B ins spiel (B ist ein blogschreiber der noch alte T's von X hat). Er macht daraus mp3 files. Die GEMA ist nicht interessiert für einen vollkommen unbekannten Künstler sich ins Zeug zu legen und A hat offensichtlich keine rechte an der Vermarktung auf einem damals unbekannten medium.
da sehe ich absolut keine probleme. es ist auch sicherlich nicht möglich die änderungen in "unbekannte verwertungsmedien" auf die vergangenheit zu übertragen. Oder meinst du, ab heute darf die plattenindustrie alles neu verwerten, weltweit und über die köpfe aller künstler und den damals verfaßten verträgen hinweg? Wohl kaum, soetwas wünscht sich vielleicht noch die Industrie!
meine empfehlung. nur noch urheberrechtsfeie musik herunterladen, oder auch kaufen von künstlern die faire preise machen und gute qualität liefern. vielleicht ändert sich dann ja mal was.
Übrigens, kennst du "Dialektik der Aufklärung" Theodor W. Adorno? dort wir über kunst, musik, medien und industrie geschrieben. sehr belustigend find ich das!
kultur und industrie passen nicht zusammen!
09.01.2008, 18:05
Ich sehe da schon ein Problem. B hat keine ausdrückliche Einwilligung von X oder dem Rechtsnachfolger. Somit darf er die Werke nicht verbreiten oder zugänglich machen. Einen "Erben" der Rechte findet sich eigentlich immer. Die GEMA ist hier auch unerheblich, sofern der Künstler nicht von ihr vertreten ist, muss diese nicht unbedingt eine Rolle spielen.
Das A keine Rechte an der Verwertung der Werke als MP3 hat, gibt B ja noch lange nicht das Recht. Er hat schließlich auch keine von X oder seinen Rechtsnachfolger erhalten.
Oder meinst du, ab heute darf die plattenindustrie alles neu verwerten, weltweit und über die köpfe aller künstler und den damals verfaßten verträgen hinweg? Wohl kaum, soetwas wünscht sich vielleicht noch die Industrie!
Die alten Verträge verlieren ja nicht sofort ihre Gültigkeit, es gibt schließlich keine Rückwirkung von Gesetzen. Alle von nun ab geschlossenen Verträge sind auf basis des neuen Rechtes möglich, können aber auch anders verhandelt werden. Es gibt ja schließlich eine Vertragsfreiheit.
"Urheberrechtsfreie" Musik gibt es nicht. Jedes Werk hat einen Urheber, der Urheber kann lediglich auf seine Verwertungsrechte verzichten, also sie für lau anbieten, aber dennoch bleibt er Urheber.
Kenne ich nicht, nein.
Nun, wenn du meinst das jeder Urheber in der Lage ist weltweit seine Werke entsprechend anzubieten, sicher. Ist ja im Internet schon möglich, aber vorher? Da war es wohl schwer. Selbst mit dem Internet ist es noch schwer genug. Fraglich ist auch ob man hier genug Geld mit seinen Werken verdienen kann, um zu leben. Muss eben jeder selbst wissen.
« Mitschnitt bei Internetradio legal? | Nur noch einmal um ganz sicher zu gehen. »
Sind E-Mail Zusagen rechtskräftig?
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Chaträume sind Privaträume?
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Sind solche Domains tabu?
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Welche Äußerungen sind strafbar?
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