Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4266.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:41:17
Document Index: 321154286

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

4.266 Laichinger Eichberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Laichinger Eichberg« vom 1. März 1996 (GBl. v. 30.04.1996, S 334)
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) und von § 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 12. Februar 1996 (GBl. S. 95) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Laichingen, Gemarkung Laichingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Laichinger Eichberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 22,07 ha.
(2) Es umfaßt auf Gemarkung Laichingen in den Gewannen »Eichberger Rain« und »Gründle« die Flurstücke 3634 teilweise (tw.), 3636, 3637, 3638 tw., in den Gewannen »Hauffental« und »Bei der Lehmgrube« die Flurstücke 3282, 3306 tw., 3398, im Gewann »Vor Beerenhalde« die Flurstücke 3429 und 3430 tw. und im Gewann »Kappenwinkel« die Flurstücke 3280 tw., 3404 tw., 3406 tw. und 3414.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 7. Juli 1995 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der Kalkmagerweiden mit eingestreuten, extensiv genutzten Wiesen als Zufluchtsort für zahlreiche licht‑ und wärmeliebende Tier‑ und Pflanzenarten, die in unserer heutigen Landschaft kaum noch Lebensraum finden.
· Schutz und Erhalt des auf stark beweideten Flächen vorhandenen Enzian‑Schillergrasrasens (Gentiano-Koelerietum) und der frühlingsenzianreichen Halbtrockenrasen (Gentiano vernae‑Brometum) im Verbund mit anderen Magerrasen auf der Laichinger Alb;
· Schutz und Erhalt der Flächen als Habitat der artenreichen und bedrohten Pflanzen‑ und Tiergemeinschaften der Magerrasen‑ und Heideflächen sowie der extensiv genutzten Wiesen, die im Verbund mit Feldgehölzen und Hecken für seltene Vogelarten, wie z. B. Dorngrasmücke, Rebhuhn und Neuntöter, einen idealen Brut‑ und Lebensraum bilden;
· Schutz der Heideflächen vor Umbruch, Aufforstung und Nutzungsintensivierung;
· Schutz der landschaftsprägenden Schönheit und Eigenart dieses Gebietes, das im Naturraum eine Besonderheit darstellt und als Relikt der früheren Wirtschaftsweise von hohem landeskulturellen Wert ist;
· Erhalt der Funktion als Erholungsraum mit hohem Erlebniswert;
· Erhalt der Schürfgruben als landeskulturelle sowie der Doline als erdgeschichtliche Denkmale.
(3) Schutzziel ist der Erhalt einer bedeutenden Heidefläche mittels Schafbeweidung sowie die Einbindung des Gebietes in den Heideverbund auf der Laichinger Kuppenalb.
1. Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen. zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
3. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere freizulegen;
4. wildlebende Tiere an ihren Nist‑, Brut‑ und Wohn‑ oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern; ausgenommen sind Leitungen öffentlicher Versorgungsträger und öffentlicher Verkehrsanlagen, wenn bei ihrer Planung Einvernehmen mit der für Befreiungen zuständigen Naturschutzbehörde hergestellt wird, bei Maßnahmen der Deutschen Telekom vorbehaltlich des Telegraphenwegegesetzes;
3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs‑ oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;
1. die Wege in der Zeit vom 1. Mai bis 31. August eines jeden Jahres zu verlassen; dies gilt auch für den Trampelpfad, der in der Karte für diejenige Schutzgebietsfläche eingetragen ist, die in den Gewannen »Gründle« und »Eichberger Rain« liegt;
3. außerhalb von Straßen und befestigter Wege zu reiten;
5. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;
6. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen.
4. Pflanzenschutzmittel nur auf den besonders in der Karte gekennzeichneten Ackerflächen unter Beachtung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung verwendet werden;
5. auf Heideflächen und Halbtrockenrasen keine Düngemittel ausgebracht werden;
6. keine Schafpferche errichtet werden;
7. landwirtschaftliche Produkte außerhalb landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen nicht gelagert werden;
8. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche und Bäume nicht beeinträchtigt werden. Das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war, bleibt unberührt.
(2) Für die forstwirtschaftliche Nutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität erfolgt.
(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie dem Landesjagdgesetz entspricht und
2. keine Wildäcker, Futterstellen und Kirrungen neu angelegt werden;
3. keine Fasanen eingebracht werden;
(4) Für Maßnahmen, die dazu dienen, altlastverdächtige Flächen zu erforschen oder Gefahren von Altlasten zu erkunden, einzudämmen oder zu beseitigen, gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn die Maßnahmen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde geplant und durchgeführt werden.
(5) Unberührt bleibt die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte sonstige Nutzung der Grundstücke sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
(6) Unberührt bleibt auch die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen, Gewässer und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung ‑ im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ festgelegt. § 4 der Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG oder des § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Alb‑Donau‑Kreis über das Landschaftsschutzgebiet »Öde auf dem Wäsele« vom 31. Mai 1955, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 1. März 1996