Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%201968,%20607
Timestamp: 2019-03-26 19:36:31
Document Index: 162564538

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 51', '§ 51', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 44', 'BGH', 'BGH', '§ 45', '§ 44', '§ 45', 'BGH', '§ 51', '§ 55', '§ 54', 'BGH', '§ 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.04.1968 - I ZR 83/66 - dejure.org
Begriff der Erläuterung im Rahmen der Zitierfreiheit bei kunsthistorischen Werken - Aufnahme "einzelner" Werke eines Künstlers - Vervielfältigung und gewerbsmäßige Verbreitung der Werke von Wassily Kandinsky - Buch als wissenschaftliches Werk im Sinne des § 51 Nr. 1 des Urhebergesetzes (UrhG) - Großzitat in einem wissenschaftlichen Buch - Zulässigkeit der ohne Erlaubnis des Urhebers erfolgenden Vervielfältigung und Verbreitung von Werken der bildenden Künste in einem selbstständigen wissenschaftlichen Werk - Übertragung ausschließlicher Nutzungsrechte bezüglich einzelner Werke eines Künstlers durch den Urheber oder sein Erbe an Dritte
Kandinsky I
§ 51 Nr. 1 UrhG (§ 19 Abs. 1 KUG)
BGHZ 50, 147
NJW 1968, 1875
MDR 1968, 740
GRUR 1968, 607
BB 1968, 807
DB 1968, 1486
Es ist dabei im Ansatz allerdings zutreffend davon ausgegangen, daß der sachliche Umfang des Kleinzitats durch den konkreten Zitatzweck im Rahmen des zitierenden Werks, seiner Art, seines Inhalts und Zwecks begrenzt wird (vgl. RGZ 129, 252, 254 ff. - Operettenführer; auch BGHZ 50, 147, 151 [BGH 03.04.1968 - I ZR 83/66] - Kandinsky I).
Ein Zitat ist deshalb nur zulässig, wenn es als Beleg für eigene Erörterungen des Zitierenden erscheint (BGHZ 50, 147, 155 [BGH 03.04.1968 - I ZR 83/66] - Kandinsky I; BGH GRUR 1973, 216, 218 - Handbuch moderner Zitate).
(BGHZ 50, 147, 155 Kandinsky I, BGH GRUR 1973, 216, 218 Handbuch moderner Zitate).
Dabei hat das Zitat einen inneren Bezug zu dem Inhalt des zitierenden Werkes aufzuweisen (BGHZ 50, 147, 154 - Kandinsky I).
Dass das Zitat dabei zur Vervollständigung dient, schadet nicht, solange das Zitat erläuternd an den konkreten gedanklichen Inhalt anknüpft (BGHZ 50, 147, 156 - Kandinsky I).
Ein Zitat ist deshalb nur zulässig, wenn es als ein Beleg für eigene Erörterungen des Zitierenden erscheint (BGHZ 50, 147, 155 - Kandinsky I; BGH GRUR 73, 216, 218 - Handbuch moderner Zitate).
aa) Die Vorschriften der §§ 44a ff. UrhG sind als Ausnahmetatbestände grundsätzlich eng auszulegen (GRUR 1968, 607 - Kandinsky I; GRUR 1983, 562 - Zoll- und Finanzschulen; GRUR 1994, 45 - Verteileranlagen; BGH GRUR 2001, 51 - Parfumflakon; BGH GRUR 2002, 963 - Elektronischer Pressespiegel;… Melichar in Schricker, Vor §§ 45 ff. Rn. 15 f.;… Lüft in Wandtke/Bullinger, UrhG, 2. Aufl. 2006, Vor §§ 44a ff.;… Fromm in Nordemann/ Nordemann , Vor § 45 Rn. 3).
Daß der Gesetzgeber unter dem Begriff "einzelne Vervielfältigungsstücke" - wie es auch dem allgemeinen Sprachgebrauch entspricht (vgl. BGHZ 50, 147, 158 - Kandinsky - dort zu dem Begriff "einzelne Werke" in § 51 Nr. 1 UrhG) - nur einige wenige verstanden wissen will, läßt sich aus der Begründung zu § 55 Abs. 1 Nr. 4 des Regierungsentwurfs (§ 54 Abs. 1 Nr. 4 a UrhG), BT-Drucksache IV/270, entnehmen.
Zwar hat das Zitatrecht als Einschränkung des ausschließlichen Verwertungsrechts einen Ausnahmecharakter und ist daher grundsätzlich eng auszulegen (vgl. BGHZ 50, 147, 152 f. - Kandinsky I).
Allerdings kann auch die Verletzung ideeller Interessen den Urhebers (vgl. §§ 12 bis 14 UrhG) das Zitieren von Stellen aus seinem Werk unzulässig machen (BGH, Urt. v. 3.4. 1968, BGHZ 50, S. 147 ff., 153).
BGH, 02.03.1973 - I ZR 132/71
Übergang des Verbreitungs- und des Vervielfältigungsrechts auf den neuen …