Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.05.1982&Aktenzeichen=III%20ZR%2024/81
Timestamp: 2019-06-25 21:01:07
Document Index: 258970443

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 85', '§ 87', 'BGH', '§ 214', 'BGH', '§ 85', 'BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', '§ 1', '§ 9', '§ 155', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 155']

BGH, 06.05.1982 - III ZR 24/81 - dejure.org
https://dejure.org/1982,2400
BGH, 06.05.1982 - III ZR 24/81 (https://dejure.org/1982,2400)
BGH, Entscheidung vom 06.05.1982 - III ZR 24/81 (https://dejure.org/1982,2400)
BGH, Entscheidung vom 06. Mai 1982 - III ZR 24/81 (https://dejure.org/1982,2400)
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Rechtmäßigkeit einer planakzessorischen Enteignung - Wirksamkeit eines Bebauungsplans - Anforderungen an die Abwägung der öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander - Rechtsfolgen von Mängeln im Abwägungsvorgang
NVwZ 1983, 309
WM 1982, 1058
BauR 1982, 552
#Nach der Rechtsprechung der Baulandgerichte hat die Enteignungsbehörde die Enteignungsvoraussetzungen nach § 85 Abs. 1 Nr. 1, § 87 BauGB selbständig zu prüfen; dazu gehört die inzidente Prüfung der Wirksamkeit des Bebauungsplans auch im Hinblick auf die in Frage kommenden Planungsalternativen (vgl. BGHZ 66, 322 ; 67, 320 ; Urteil vom 6. Mai 1982 - III ZR 24/81 -, WM 1982, S. 1058 f.).
Dies begegnet ebenso wenig verfassungsrechtlichen Bedenken wie der Umstand, dass die Baulandgerichte auch die Vorschriften der §§ 214, 215 BauGB über die Planerhaltung anwenden (vgl. BGH, WM 1982, S. 1058 f.;… Breuer, in: Schrödter, BauGB, 7. Aufl. 2006, § 85 Rn. 29).
BGH, 10.11.1983 - III ZR 131/82
Zulässigkeit der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen in Hofnähe in …
Das Berufungsgericht hat allerdings mit Recht geprüft, ob die Gemeinde das Gebot, "die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen" (§ 1 Abs. 4 Satz 2 des insoweit maßgeblichen BBauG 1960, heute § 1 Abs. 7 BBauG) beachtet hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 66, 322, 325 ff.; 67, 320, 325 und vom 6. Mai 1982 - III ZR 24/81 = BauR 1982, 552 = LM BBauG § 1 Nr. 6).
Auch die bloße Unvollständigkeit der Begründung des Bebauungsplans (vgl. § 9 Abs. 6 BBauG 1960) macht den Plan nicht unwirksam (Senatsurteil vom 6. Mai 1982 aaO).
Nach § 155 b Abs. 2 Satz 2 BBauG, gegen dessen Verfassungsmäßigkeit bei verfassungskonformer Auslegung keine durchgreifenden Bedenken bestehen (Senatsurteil vom 6. Mai 1982 a.a.O. im Anschluß an BVerwGE 64, 33), sind Mängel im Abwägungsvorgang allerdings nur erheblich, wenn sie offensichtlich und auf das Abwägungsergebnis von Einfluß gewesen sind.
Fehler und Irrtümer bei der Zusammenstellung des Abwägungsmaterials sind nur "von Einfluß" auf das Abwägungsergebnis, wenn nach den Umständen des Einzelfalles die konkrete Möglichkeit besteht, daß ohne den Mangel im Vorgang die Planung anders ausgefallen wäre (Senatsurteil vom 6. Mai 1982 a.a.O. m.w.Nachw.; BVerwGE 64, 33, 39 f).
Dazu gehört die inzidente Prüfung der Wirksamkeit des Bebauungsplans durch die Baulandgerichte auch im Hinblick auf die in Frage kommenden Planungsalternativen (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 8. Juli 2009 - 1 BvR 2187/07, 1 BvR 692/08 -, NVwZ 2009, 1283, juris Rn. 12; BGH…, Urteil vom 28. Mai 1976 - III ZR 137/74 -, BGHZ 66, 322, juris Rn. 13; Urteil vom 6. Mai 1982 - III ZR 24/81 -, WM 1982, S. 1058 f., juris Rn. 17).
Wegen der Höhe der Enteignungsentschädigung wurde die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Senatsurteil vom 6. Mai 1982 - III ZR 24/81).
Die Zurücknahme vorgebrachter Einwendungen kann daher allenfalls Auswirkungen auf Art und Umfang der gebotenen planerischen Interessenabwägung sowie die Anforderungen an ihre Darstellung in den Planungsvorgängen haben (vgl. hierzu das Urteil des BGH vom 6. Mai 1982, NVwZ 1983, 309, 310).
Zwar wird das Abwägungsgebot grundsätzlich nicht verletzt, wenn sich der Planungsträger im Widerstreit zwischen verschiedenen (richtig gewichteten) Belangen für die Bevorzugung des einen und damit notwendig für die Zurückstellung des anderen entscheidet (Senatsurt. v. 6. Mai 1982 - III ZR 24/81 = WM 1982, 1058 m.w.Nachw.).
Deshalb begegnet es keinen durchgreifenden rechtlichen Bedenken, daß die Vorinstanzen etwaige Mängel im Abwägungsvorgang als nach § 155 b Abs. 2 Satz 2 BBauG unerheblich angesehen haben (vgl. Senatsurteil vom 6. Mai 1982 - III ZR 24/81 = BauR 1982, 552 - ZfBR 1982, 264 = WM 1982, 1058 m.w.Nachw.).