Source: http://www.lohn-gehaltsabrechnung.com/dienstwagen-maerzklausel-10-besonderheiten-lohnabrechnung-teil-1/
Timestamp: 2017-11-24 01:46:54
Document Index: 345507348

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', '§ 95', '§ 96', '§ 97', '§ 98', '§ 4', '§ 1', '§ 20', '§22', '§ 7']

10 Besonderheiten in der Lohnabrechnung Teil 1. |
Dienstwagen, Märzklausel und Co. – 10 Besonderheiten in der Lohnabrechnung Teil 1.
17. April 2014 LDIBlogger Kommentar hinterlassen
Artikel aktualisiert am 15.Juni.2017
Die Besonderheiten einer Lohnabrechnung können vielfältig sein. Nahezu jede Abrechnung verbirgt ihre eigenen kleinen Tücken. Jede einzelne verlangt Beachtung und muss berücksichtigt werden. Im Folgenden finden Sie einen zweiteiligen Artikel der eine Auflistung von 10 ausgewählten Besonderheiten umfasst:
Früher war der Dienstwagen ein Statussymbol, welches nur für Manager, Vielverdiener und Außendienstmitarbeiter in Frage kam. Heute haben auch immer mehr „normale“ Arbeitnehmer einen Dienstwagen und sehen darin für sich einen Vorteil, doch der eigentliche Vorteil liegt beim Arbeitgeber. Auf den ersten Blick erscheint es praktisch, dass die Kosten für Reparatur, Versicherung usw. durch den Arbeitgeber bezahlt werden. Ein nicht für private Zwecke freigegebener Dienstwagen führt zu keinen Besonderheiten bei der Lohnabrechnung. Ein für die private Nutzung freigegebener Dienstwagen stellt allerdings einen geldwerten Vorteil dar, bei dem man die gewährten geldlichen Vorzüge privat versteuern muss. Bei der Versteuerung und Verbeitragung des Sachbezugs gilt meistens die 1 % Regelung oder man führt ein genaues Fahrtenbuch. Lesen Sie gern zusätzlich unseren Blog-Beitrag zu diesem Thema.
Die vom 01.01. bis 31.03. eines Jahres geleisteten Einmalzahlungen müssen dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahrs (letzter Monat des Vorjahres) zugerechnet werden, wenn das versicherungspflichtige Arbeitsverhältnis bereits im Vorjahr bestanden hat und die Einmalzahlung zusammen mit dem laufenden Arbeitsentgelt die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze des aktuellen Jahres in der Sozialversicherung übersteigt (§ 23a Abs. 4 SGB IV).
Ein Beispiel für die Berechnung der Märzklausel:
Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung 2014 (west): monatlich € 4050,00 – 2017 (west): monatlich € 4350,00
Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung 2014 (west): monatlich € 5950,00 – 2017 (west): monatlich € 6350,00
Monatliches Arbeitsentgelt: € 3000
Einmalzahlung im März: € 4500
Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt bis März 2014: € 3000,00 X 3 = € 9000,00
anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung bis März 2017:
€ 4350,00 X 3 = € 13050,00
anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung bis März 2017:
€ 6350,00 X 3 = € 19050,00
€ 9000,00 + € 4500 = € 13500,00
Die Einmalzahlung übersteigt zusammen mit dem laufenden Arbeitsentgelt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung. Somit ist die Einmalzahlung nach der Märzklausel dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres zuzurechnen. Also gelten jetzt die Beitragsbemessungsgrenzen des Vorjahres.
Einmalzahlungen sind gemäß § 23a SGB lV Zuwendungen, die dem Arbeitsentgelt zuzurechnen sind und nicht für die Arbeit in einem einzelnen Entgeltabrechnungsraum gezahlt werden. Beispiele sind Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Tantieme.
Kurzarbeitergeld wird laut § 95 SGB lll gezahlt, wenn neben einigen Regelvoraussetzungen und Mindesterfordernissen der Betrieb einen erheblichen Arbeitsausfall gemäß § 96 Abs.1 SGB lll hat, welcher zur vorrübergehenden Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit führt. Hierdurch soll der Betrieb Personalkosten einsparen und so wirtschaftlich gesehen wieder auf die Beine kommen. Ein entscheidendes Ziel dieser Förderung ist es, Entlassungen zu vermeiden.
Die betriebliche Voraussetzung für die Gewährung von Kurzarbeitergeld ist gemäß § 97 SGB lll erfüllt, wenn mindestens ein Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt ist. Des Weiteren müssen die persönlichen Voraussetzungen der Arbeitnehmer nach § 98 SGB lll erfüllt sein.
Der Arbeitsausfall muss der Agentur für Arbeit schriftlich angezeigt und damit beantragt werden. Regulär für längstens 6 Monate kann in 2014 KUG gewährt werden.
Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt durch den Arbeitgeber. Dieser muss dann nach Auszahlung die Erstattung des Kurzarbeitergeldes bei der Agentur für Arbeit beantragen.
Arbeitnehmer, die mindestens 1 Kind haben bekommen 67 % der Nettoentgeltdifferenz als Kurzarbeitergeld, alle anderen Arbeitnehmer erhalten 60 %.
Die Nettoentgeltdifferenz ist die Differenz zwischen Soll- und Istentgelt. Das Sollentelt ist das, was der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Kalendermonat Brutto erzielt hätte. Das Istentgelt ist das Arbeitsentgelt, welches in dem jeweiligen Kalendermonat tatsächlich verdient wurde z. B. inkl. Mehrarbeitszuschläge.
Weil die Förderungsfähigkeit der Altersteilzeit befristet war, zahlt die Bundesagentur für Arbeit für die Zeit ab dem 1. Januar 2010 nur dann Leistungen nach § 4 ATG, wenn die ATZ-Vereinbarung bereits vor diesem Zeitpunkt abgeschlossen wurde. In Tarifverträgen in der Chemie-Branche, im Öffentlichen Dienst oder in der Metall- und Elektroindustrie ist vorgesehen, dass der Arbeitgeber einen Zuschuss bezahlt.
§ 1 des Altersteilzeitgesetzes besagt, dass älteren Arbeitnehmern durch Altersteilzeitarbeit ein gleitender Übergang vom Erwerbsleben in die Altersrente ermöglicht werden soll. Hierdurch soll auch die Arbeitslosigkeit verringert werden, indem man versucht, Arbeitsplätze für jüngere Arbeitnehmer, die sonst arbeitslos wären, zu schaffen.
Ein Arbeitnehmer kann nur ab der Vollendung des 55. Lebensjahres in Altersteilzeit gehen und wenn er vor dem Anfang der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage in einer versicherungspflichtigen Tätigkeit beschäftigt war. Die Arbeitszeit verkürzt sich um die Hälfte der bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit, wobei das Arbeitsentgelt jedoch höchstens um 30 % des bisher gezahlten Gehaltes gekürzt werden darf. Die Agentur für Arbeit gewährt den Zuschuss zum Altersteilzeitgeld höchstens für 6 Jahre.
Man kann in der Altersteilzeit zwischen dem Blockmodell und Gleichverteilungsmodell unterscheiden.
Im Blockmodell arbeitet der Arbeitnehmer die Hälfte seiner Altersteilzeit als Vollzeitkraft weiter. Er erhält jedoch nur ein verringertes Arbeitsentgelt. In der zweiten Hälfte der Altersteilzeit braucht derjenige dann gar nicht zur Arbeit kommen, er erhält aber weiterhin dasselbe gekürzte Gehalt, wie in der ersten Hälfte. Dieses Modell kann höchstens 3 Jahre angewandt werden.
Das Gleichverteilungsmodell entspricht einer Teilzeitbeschäftigung. Die Arbeitszeit wird zwar auf die Hälfte gekürzt, aber das Gehalt darf trotzdem nur um maximal 30 % geringer ausfallen, als vor der Altersteilzeit.
Gemäß § 20 Abs. 1 SGB Xl sind alle versicherungspflichtigen Mitglieder der Krankenversicherung auch in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig.
Mitglieder der privaten Pflegeversicherung können mit einem Nachweis über diese, einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Pflegeversicherung stellen (§22 SGBXl). In diesem Fall ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet einen Zuschuss zu leisten. Dieser Zuschuss ist steuerfrei.
Laut § 7 SGB V sind geringfügig Beschäftigte Krankenversicherungs- und somit auch pflegeversicherungsfrei.
Informieren Sie sich über weitere Besonderheiten der Lohnabrechnung in unserem zweiten Artikel aus dieser Serie. Klicken Sie hier, um den Artikel aufzurufen.
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Schlagwörter: Altersteilzeit, Dienstwagen, Kurzarbeitergeld, Märzklausel, Pflegeversicherung
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