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Timestamp: 2019-01-21 17:06:30
Document Index: 3866287

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 30', '§ 30', '§ 29', '§ 3']

Inklusions-Wörterbuch: Inklusion im Land Brandenburg
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Inklusions-Wörterbuch
Geschichte der Inklusion
An dieser Stelle erklären wir Ihnen die wichtigsten Grundbegriffe der Inklusion in alphabetischer Reihenfolge. Sie können jeden einzelnen Begriff einfach "aufklappen".
Personell, sächlich und räumlich muss die Schule sich auf die Art der Behinderung des Kindes oder des Jugendlichen einstellen. Nur in Einzelfällen (z.B. Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung) benötigen Kinder und Jugendliche mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf bauliche Veränderungen.
> UN-Behindertenrechtskonvention
Behinderung bezeichnet eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe bzw. Teilnahme einer Person, verursacht durch das Zusammenspiel ungünstiger Umweltfaktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der behinderten Person, die die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen. Behindernd wirken in der Umwelt des behinderten Menschen sowohl Alltagsgegenstände und Einrichtungen (physikalische Faktoren) als auch die Einstellung anderer Menschen (soziale Faktoren). (Quelle: Wikipedia)
Behindertenpolitisches Maßnahmenpaket
Die Brandenburger Landesregierung ist – wie die Regierungen aller Bundesländer – zur Umsetzung der Inklusion laut UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Die „Schule für alle“ ist in den nächsten Jahren Brandenburgs wichtigste bildungspolitische Herausforderung – dafür braucht es tragfähige Konzepte. In ihrem Behindertenpolitischen Maßnahmenpaket hat die Landesregierung beispielsweise festgeschrieben, dass der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen oder mit sonderpädagogischem Förderbedarf weiter ausgebaut wird.
> Behindertenpolitisches Maßnahmenpaket
Bildungsgänge an Förderschulen
Es gibt Förderschulen mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Sprache“, „emotionale und soziale Entwicklung“, „geistige Entwicklung“, „Hören“, „körperliche und motorische Entwicklung“, „Sehen“ sowie Schulen für Kranke. Das sind Förderschulen für Kinder und Jugendliche, die krankheitsbedingt nicht ihre Schule besuchen können. In der Regel wird der Krankenhausunterricht in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Einrichtung angeboten.
Die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ sind Ganztagsschulen und in fünf Lernstufen gegliedert.
Die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ umfassen die Jahrgangsstufen 1 bis 10 und sind an den besonderen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern mit erheblichen Beeinträchtigungen im schulischen Lernen ausgerichtet. Diese Förderschulen vergeben eigene, bildungsgangbezogene Abschlüsse.
Die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sprache“ und „emotionale und soziale Entwicklung“ umfassen die Jahrgangsstufen 1 bis 6, werden nach den Grundschulrahmenplänen unterrichtet und haben den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler innerhalb dieser Zeit auf das Lernen in einer Regelschule vorzubereiten.
Die Kinder mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sprache“ werden auch in Förderklassen, die an Grundschulen angegliedert sind, unterrichtet. Die Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Hören“ und „Sehen“, die die Jahrgangsstufen 1 bis 10 oder 1 bis 13 umfassen können, werden nach den Rahmenlehrplänen der allgemeinen Schulen (Grundschule, weiterführende Schulen, gymnasiale Oberstufe) unterrichtet.
Die Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „körperliche und motorische Entwicklung“, die nicht im gemeinsamen Unterricht gefördert werden, besuchen in der Regel integrativ-kooperative Grund- oder Gesamtschulen.
Bei Mehrfachbehinderungen eines Kindes kann dieses auch nach dem Rahmenlehrplan der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ in diesen Schulen unterrichtet werden.
Binnendifferenzierung (auch innere Differenzierung) bezeichnet in der Pädagogik im Gegensatz zur äußeren Differenzierung eine individuelle Förderung einzelner Lernender innerhalb der bestehenden Lerngruppe. Ziel der Binnendifferenzierung ist es, die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler nicht als Last, sondern als Chance für ein produktives Lernen zu sehen. So wird die Vielfalt der Begabungen und Interessen innerhalb einer Lerngruppe im Sinne eines gegenseitigen fruchtbaren Austausches verstärkt und als lernfördernde Rahmenbedingung aufgefasst. Binnendifferenzierung kommt insbesondere da zum Zuge, wo zugunsten des gemeinsamen Lernens auf institutionelle Trennung (Regelschule/Förderschule) verzichtet werden soll.
für die Förderschwerpunkte „Lernen“, „emotionale und soziale Entwicklung“ sowie „Sprache“
Seit dem 1. August 2006 gibt es im Land Brandenburg ein neues Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Das Kernstück dieses Verfahrens ist die Förderdiagnostische Lernbeobachtung (kurz: FDL). Damit ist im Vergleich zum bisherigen Verfahren eine wesentlich gründlichere Diagnostik der Ursachen für Lern-, Verhaltens- oder Sprachauffälligkeiten möglich. Gleichzeitig wird schon im Verfahren durch Förderangebote versucht, den Ursachen mit den Möglichkeiten sonderpädagogischer Förderung entgegenzuwirken. Seit dem Schuljahr 2012/13 wird für diese Förderschwerpunkte ein standardisiertes Feststellungsverfahren vorgehalten.
> Handreichungen Feststellungsverfahren
FLEX-Flexible Eingangsphase
FLEX steht für „Flexible Eingangsphase“ in der Grundschule. In FLEX-Klassen werden die Kinder der Jahrgangsstufen 1 und 2 unterrichtet. Die Flexible Eingangsphase nimmt alle Kinder eines Einzugsbereichs (Wohnort) auf, ohne Zurückstellungen, Wiederausschulungen oder Überweisungen an Förderschulen. Die Kinder werden mit der Unterstützung von sonderpädagogisch qualifizierten Lehrkräften individuell in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen gefördert. So wird der Schulanfang optimiert, und für das Weiterlernen der Kinder ab der Jahrgangsstufe 3 werden sichere Fundamente gelegt.
> FLEX – Flexible Eingangsphase
Viele Lehrkräfte in den Pilotschulen haben bereits gute Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne besonderem Förderbedarf. Seit Beginn des Pilotprojekts „Inklusive Grundschule“ im Schuljahr 2012/13 bekommen alle Lehrkräfte der Pilotschulen gezielte Fortbildungen. Die Beraterinnen und Berater kommen in die Schule oder die Fortbildung findet gemeinsam mit anderen Pilotschulen statt, um einen regen Austausch untereinander zu fördern. Die Voraussetzungen und Fortbildungsbedürfnisse langjähriger, erfahrener Lehrkräfte sind individuell höchst unterschiedlich, deshalb bieten speziell ausgebildete Beratungsteams verschiedene, individuell veränderbare Fortbildungsmodule an.
> Studierende auf Lehramt
> Referendariat
Im Rahmen eines Förderausschusses beraten die Fachleute der Sonderpädagogischen Förder- und Beratungsstelle, der aufnehmenden Schule und die Eltern über die weiteren Fördermaßnahmen für ein Kind: Liegt sonderpädagogischer Förderbedarf vor? An welchem Lernort soll das Kind gefördert werden?
Für die Entscheidungsfindung zum geeigneten Lernort, insbesondere hinsichtlich der Bereitstellung notwendiger zusätzlicher sächlicher oder personeller Mittel, sind auch die zuständigen Kostenträger in das Förderausschussverfahren einzubeziehen.
Förderbedarf, sonderpädagogischer
Gemäß § 3 des Brandenburgischen Schulgesetzes sind die Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung besonders zu fördern. Um die individuelle Unterstützung jedes einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen bestimmen zu können, ist im Rahmen eines Feststellungsverfahrens der individuelle sonderpädagogische Förderbedarf festzustellen. Der sonderpädagogische Förderbedarf kann die besondere personelle und materielle Unterstützung sowie im Einzelfall auch bauliche Veränderungen im Schulhaus umfassen. Oft ist die Gewährung eines Nachteilsausgleichs notwendig, um ebenso behinderten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einzuräumen, die geforderten schulischen Leistungen zu erbringen.
> § 3 Brandenburgisches Schulgesetz
Förderdiagnostische Lernbegleitung
Die Förderdiagnostische Lernbeobachtung (kurz: FdL) ist eine sonderpädagogisch begleitete Unterstützung des Kindes. Sie dient der Diagnostik und Förderung von Schülerinnen und Schülern, bei denen Schwierigkeiten im Lernen, in der sozial-emotionalen Entwicklung oder der Sprache auftreten. Die Förderung beinhaltet vielfältige Übungen, die dem Kind Freude bereiten sollen. Die Diagnostik besteht aus der Analyse des Lernens, des Sozialverhaltens und der Ursachen für Fortschritte und Schwierigkeiten. Charakteristisch ist die Verbindung von Diagnostik und Förderung. Das Kind erhält möglichst passende Hilfen und Förderangebote. Gleichzeitig wird genau darauf geachtet, wie es die Lernangebote aufnimmt und die Hilfen versteht. So lernt man die Besonderheiten des Kindes immer besser kennen und man erfährt, welche Unterrichtsmethoden die besten wären.
Förderung, individuelle
Die individuelle Förderung setzt voraus, dass die Lehrerin oder der Lehrer die jeweilige Lernausgangslage, den Lernstand und den Lernbedarf der Schülerinnen und Schüler ermittelt und dann die individuell passfähige Unterstützung und Förderung einleitet. Besonders gut kann dies mit der Methodik der Wochenplanarbeit gelingen. Die Dokumentation und Auswertung der Fördermaßnahmen, die schulinterne Überprüfung ihrer Wirksamkeit und die Weiterentwicklung der Förderkonzepte sind ebenfalls wichtige Elemente der individuellen Förderung.
Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen im Land Brandenburg - wo immer möglich - gemeinsam mit anderen Kindern in der Nähe ihres Wohnortes zur Schule gehen. Dennoch kann es – je nach individueller Situation – sein, dass die Eltern den Besuch einer Förderschule oder Förderklasse für ihr Kind wünschen. Es gibt verschiedene Förderschulen mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Sprache“, „emotionale und soziale Entwicklung“, „geistige Entwicklung“, „Hören“, „körperliche und motorische Entwicklung“, „Sehen“ sowie Schulen für Kranke.
> Förderschulen
Das Brandenburgische Schulgesetz führt im § 30 die verschiedenen Förderschwerpunkte auf und benennt die Förderschwerpunkte „Lernen“, „Sprache“, „emotionale und soziale Entwicklung“, „geistige Entwicklung“, „Hören“, „Sehen“ und körperliche und motorische Entwicklung“.
> § 30 Brandenburgisches Schulgesetz
Die Schule ist mehr als Unterricht: In anderen europäischen Ländern verbringen die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit in ihren Bildungseinrichtungen.
Dies schafft Raum für eine Ausgestaltung der Schule als Lern- und Lebensort – als „Haus des Lebens und Lernens“. Beim Ausbau der Ganztagsangebote ist das Land Brandenburg auf einem guten Weg. Die Hälfte aller brandenburgischen Schulen unterbreitet schon heute Ganztagsangebote und 46 Prozent aller Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil. Bundesweit liegt dieser Anteil bei 28 Prozent. Das Land Brandenburg will schrittweise ein bedarfsgerechtes Ganztagsangebot realisieren. Das kann nur gemeinsam bewältigt werden vom Land, von den Landkreisen und Kommunen, den Trägern der Kindertagesbetreuung, Wohlfahrtsverbänden, Musikschulen und anderen kulturellen Einrichtungen, aber zugleich gemeinsam mit sozialen und Jugendhilfeverbänden, Sportvereinen, Unternehmen und ebenso den Eltern. Die Schule soll zu einem Kinder- und Jugendzentrum werden und sich weiter in ihr Umfeld öffnen. Dafür braucht es engagierte Unterstützer mit unterschiedlichsten Fähigkeiten: In einem „Haus des Lebens und Lernens“ arbeiten neben den Lehrkräften nicht nur Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, sondern auch Handwerker, Musiker, Schauspieler oder Sportler.
> Übersicht Ganztagsschulen in Brandenburg
Der gemeinsame Unterricht von Schülerinnen oder Schülern mit und ohne Behinderungen in den allgemeinbildenden Schulen des Landes Brandenburg genießt hohe Priorität in der Landespolitik. Mit dem ersten Schulreformgesetz 1991 wurde dieser Grundsatz festgeschrieben und im Brandenburgischen Schulgesetz (§ 29) bestätigt. Die Entscheidung des staatlichen Schulamtes über die Aufnahme eines behinderten Kindes oder Jugendlichen in eine Klasse mit gemeinsamem Unterricht an einer allgemeinen Schule erfolgt auf der Grundlage der Empfehlung des Förderausschusses.
> Gemeinsamer Unterricht im Schulgesetz
> Gemeinsamer Unterricht hat Vorrang
Kinder und Jugendliche lernen in heterogenen Lerngruppen. Die Schülerinnen und Schüler einer Klasse zeigen ein individuelles Leistungsvermögen. Darüber hinaus unterscheiden sich die Schülerinnen und Schüler einer Klasse durch ihre unterschiedlichen Interessen, durch deren verschieden Lernweg und individuell verschiedene Zugangsweisen zu einem Thema oder einer Aufgabenstellung. Durch die individuelle Förderung kann diese Unterschiedlichkeit der heterogenen Lerngruppe produktiv angenommen und als Lernchance genutzt werden.
Heterogenität (auch: Inhomogenität) bezeichnet die Uneinheitlichkeit der Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. In der pädagogischen Diskussion wird der Begriff der Heterogenität im Hinblick auf die Schülerinnen und Schüler in einer Lerngruppe verwendet. Er beschreibt die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich verschiedener Merkmale, die als lernrelevant eingeschätzt werden. Diskutiert werden vor allem die Heterogenität hinsichtlich der schulischen Leistungen oder Begabungen, hinsichtlich des Alters, des Geschlechts und die kulturelle Heterogenität in einer Lerngruppe. (Quelle: Wikipedia)
Der „Index für Inklusion“ ist ein nützlicher Kriterienkatalog für eine inklusive Schule. Er wurde 2003 in Großbritannien von Tony Booth und Mel Ainscow (Manchester) entwickelt und auf Initiative von Prof. Dr. Andreas Hinz und Ines Boban (Luther-Universität Halle-Wittenberg) für deutsche Verhältnisse übersetzt und adaptiert.
Der „Index für Inklusion“ gibt zahlreiche Hinweise für eine systematische Schulentwicklung und zugleich Anregungen zur Reflexion sowie Selbstevaluation von Schulen. Der Grundgedanke des Index besteht darin, die vorhandene Vielfalt in der Schule oder Kindertagesstätte wahrzunehmen, zuzulassen sowie als wertvoll und als Bereicherung zu erfahren. Damit trägt er wesentlich zur Verwirklichung des Menschenrechts auf eine inklusive Bildung bei.
Dieser Fragenkatalog wird als Selbstevaluationsinstrument zur Unterstützung oder Initiierung von Schulentwicklungsprozessen in vielen Ländern der Welt genutzt.
> Index für Inklusion
Die individuelle Förderung setzt voraus, dass die Lehrerin oder der Lehrer die jeweilige Lernausgangslage, den Lernstand sowie den Lernbedarf der Schülerinnen und Schüler ermittelt und dann die individuell passfähige Unterstützung und Förderung einleitet. Besonders gut kann dies mit der Methodik der Wochenplanarbeit gelingen. Die Dokumentation und Auswertung der Fördermaßnahmen, die schulinterne Überprüfung ihrer Wirksamkeit und die Weiterentwicklung der Förderkonzepte sind ebenfalls wichtige Elemente der individuellen Förderung.
Individuelle Lernstandsanalyse
Die Individuelle Lernstandsanalyse (kurz: ILeA) ist ein lernprozessbegleitendes Verfahren, das auf das Ermitteln von Lernausgangslagen zielt und so das Lernen von Kindern sowie das professionelle Handeln der Lehrerinnen und Lehrer unterstützt. Mit der individuellen Lernstandsanalyse können die Lernvoraussetzungen für den Erwerb grundlegender Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch (Lesen/Rechtschreibung) und Mathematik ermittelt werden. Deren Analyse bietet die Grundlage für passgenaue Angebote für Schülerinnen und Schüler, damit diese die geforderten Standards aus den Rahmenlehrplänen sicher erreichen können. Die nächsten Lernziele werden in den individuellen Lernplänen festgehalten.
> Individuelle Lern- und Entwicklungsanalyse
Das Wort „Inklusion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „Einschluss“ oder „dazu gehören“ und meint die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie verpflichtet alle Staaten, Menschen mit Behinderung die gleichberechtigte und uneingeschränkte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft zu gewährleisten. Das gilt auch für die Bildung und Schule.
Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung der Vielfalt in der Bildung und Erziehung ist. Der Begriff leitet sich ab vom lateinischen Verb includere: beinhalten, einschließen, einsperren, umzingeln. Befürworter der Inklusion betrachten Heterogenität als normale, reguläre Gegebenheit.
Inklusive Pädagogik ist damit ein Gegenmodell zur Exklusion, mit deren Ziel der Findung und Bildung homogener Lerngruppen mit einer separierenden, segregierenden, stigmatisierenden sowie selektierenden und auseinanderdividierenden Pädagogik.
Mit Thesen wie „Es ist normal, verschieden zu sein“, „Vielfalt macht stark“ oder „Jedes Kind ist besonders“ bzw. „Alle sind behindert“ geht sie über den in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in diesem Zusammenhang gebrauchten Begriff der Inklusion weiter hinaus und wird als Aufgabe mit Folgen für die gesamte Gesellschaft gesehen. (Quelle: Wikipedia)
> Inklusive Pädagogik (Wikipedia)
Seit Beginn des Schuljahres 2012/13 nehmen 84 Grundschulen am Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ im Land Brandenburg teil, darunter sind 75 Schulen in öffentlicher und 9 Schulen in freier Trägerschaft. Jede dieser Pilotschulen hat eine Inklusionsbeauftragte oder einen Inklusionsbeauftragten als Ansprechpartnerin bzw. -partner benannt.
> Inklusionsbeauftragte der Pilotschulen
Eine inklusive Schule ist eine „Schule für alle“, in der sich jedes Kind mit seinen Stärken und Schwächen individuell entfalten kann. Die „Schule für alle“ ist für Kinder und Jugendliche mit speziellen Begabungen ebenso geeignet wie für diejenigen, die einer besonderen Fürsorge und Förderung bedürfen. Ein herausragendes Merkmal der inklusiven Schule ist, dass alle Kinder unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen oder ihrer aktuellen Lebenslage gemeinsam an der Schule in ihrem Wohnumfeld lernen. Alle Kinder haben somit die gleiche Chance auf Bildung. Dies erfordert ein ausreichendes Maß an Individualisierung – immer mehr Schulen nehmen die Heterogenität ihrer Schülerschaft bewusst wahr und reagieren darauf mit veränderten Lernarrangements und -angeboten.
> Inklusive Schule
Unter dem Motto „Gemeinsam lernen – mit und ohne Behinderung“ zeichnet der „Jakob Muth-Preis für inklusive Schule“ solche Schulen aus, in denen Kinder mit und ohne Förderbedarf vorbildlich gemeinsam lernen. Projektträger sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Bertelsmann Stiftung, die Sinn-Stiftung und die Deutsche UNESCO-Kommission.
> Jakob Muth-Preis für inklusive Schule
Maßnahmenpaket, behindertenpolitisches
Monitoringstelle des Bundes
Die UN-Behindertenrechtskonvention ist seit März 2009 für Deutschland verbindlich. Es geht darum, die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland voll zu verwirklichen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte wurde mit der Begleitung der Umsetzung beauftragt. Die unabhängige Stelle dafür heißt Monitoring-Stelle.
> Monitoring-Stelle des Bundes
Pilotprojekte haben beim Aufbau inklusiver Bildungsangebote eine wichtige Brückenfunktion: Mit ihnen sollen Rahmenbedingungen erprobt, wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Von den Erfahrungen der Pilotprojekte profitieren alle Inklusions-Akteure – die Schulleitungen und Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie die Schulen ebenso wie das Bildungsministerium, die Schulträger und die außerschulischen Partner.
Als erstes landesweites Projekt wurde das Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ an 84 brandenburgischen Grundschulen gestartet. An diesen Schulen werden ab dem Schuljahr 2012/13 auch alle Schülerinnen und Schüler mit vermutetem Förderbedarf in den Bereichen „Lernen“, „sozial-emotionale Entwicklung“ und „Sprache“ aufgenommen. Für die teilnehmenden Grundschulen in öffentlicher Trägerschaft gelten für die Pilotphase einheitliche Rahmenbedingungen und sie erhalten insgesamt fast 120 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer.
> Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“
Seit dem Schuljahr 2012/13 nehmen 84 brandenburgische Schulen am Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ teil, darunter 75 Schulen in öffentlicher und 9 Schulen in freier Trägerschaft. An allen diesen Pilotschulen werden seitdem auch alle Schülerinnen und Schüler mit vermutetem Förderbedarf in den Bereichen „Lernen“, „sozial-emotionale Entwicklung“ und „Sprache“ aufgenommen. Für alle 75 Grundschulen in öffentlicher Trägerschaft, die ab dem Schuljahr 2012/13 am Pilotprojekt „Inklusive Grundschule“ teilnehmen, gelten für die Pilotphase landesweit einheitliche Rahmenbedingungen. Für den Start des Pilotprojekts „Inklusive Grundschule“ wurden zum Schuljahresbeginn 2012/13 fast 120 zusätzliche neue Lehrkräfte im Land Brandenburg eingestellt. Damit wurde für alle Pilotschulen die gleiche zusätzliche Ausstattung gesichert: Für fünf Prozent der Gesamtschülerzahl einer Pilotschule stehen zusätzlich 3,5 Lehrerwochenstunden je Schülerin oder Schüler als Basisausstattung bereit. Diese zusätzlichen Lehrerstunden werden lernprozessbegleitend für Kinder mit Auffälligkeiten im Lernen, im Verhalten oder in der Sprache zur Verfügung gestellt.
Rahmenbedingungen, inklusive
Eine inklusive Schule ist in erster Linie eine Schule, die Zugangsbarrieren abbaut, Diskriminierung und sozialer Benachteiligung entgegenwirkt sowie soziale Teilhabe und Partizipation für alle Kinder und Jugendlichen herzustellen versucht. Denn inklusiv sein heißt, Vielfalt wertzuschätzen und Barrieren in der Umsetzung des Rechtes auf Bildung für behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler abzubauen und damit Chancengleichheit zu realisieren. Dafür gilt es, die notwendigen inklusiven Rahmenbedingungen zu schaffen und damit Inklusion auch praktisch umzusetzen.
Der „Index für Inklusion“ (vgl. Prof. Dr. Andreas Hinz + Ines Boban / Universität Halle) beschreibt die inklusiven Rahmenbedingungen wie folgt: „Inklusion in Erziehung und Bildung bedeutet ...
• die Steigerung der Teilhabe aller SchülerInnen an (und den Abbau ihres Ausschlusses
von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule,
• die Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen, sodass sie besser auf die Vielfalt der SchülerInnen ihres Umfeldes eingehen,
• den Anspruch, dass Inklusion in Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der Gesellschaft ist.“
Als Regelschule bezeichnet man alle allgemeinbildenden Schulen (wie Grund-, Gesamt- und Oberschulen sowie Gymnasien), die in Trägerschaft des Landes oder der Kommunen (öffentliche Schulen) sind. Daneben gibt es Förderschulen und Schulen in freier Trägerschaft (freie Schulen).
Eine „Schule für alle“ ist eine inklusive Schule, in der sich jedes Kind mit seinen Stärken und Schwächen individuell entfalten kann. Die „Schule für alle“ ist für Kinder und Jugendliche mit speziellen Begabungen ebenso geeignet wie für diejenigen, die einer besonderen Fürsorge und Förderung bedürfen. Ein herausragendes Merkmal der inklusiven Schule ist, dass alle Kinder unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen oder ihrer aktuellen Lebenslage gemeinsam an der Schule in ihrem Wohnumfeld lernen. Alle Kinder haben somit die gleiche Chance auf Bildung. Dies erfordert ein ausreichendes Maß an Individualisierung – immer mehr Schulen nehmen die Heterogenität ihrer Schülerschaft bewusst wahr und reagieren darauf mit veränderten Lernarrangements und -angeboten.
> Schule für alle
Die Schulpsychologinnen und -psychologen kennen sich besonders mit dem Lernen und Verhalten, mit den Entwicklungs- und Erziehungsprozessen von Kindern und Jugendlichen sowie mit dem Umgang mit Gruppen aus. Schulpsychologische Fachkräfte sind daher Ansprechpartner bei Lern- und Verhaltensproblemen von Schülerinnen und Schülern.
Schulpsychologische Fachkräfte sind der psychologische Fachdienst der Schule und Ansprechpartner bei Lern- und Verhaltensproblemen von Schülerinnen und Schülern sowie bei Fragen der Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer, der Personal- und Schulentwicklung. Hierbei wenden sie schulpsychologische Methoden der Diagnostik, Intervention, Unterstützung und Fortbildung sowie ihre besondere Vernetzungskompetenz im schulischen und psychosozialen Bereich an.
> Schulpsychologische Beratung
Sonderpädagogen sind Pädagogen, die sich mit der Theorie und Praxis der Sonderpädagogik auseinandersetzen. Aufgrund der spezifischen Bereiche der Sonderpädagogik gibt es Sonderpädagogen für Blinde/Sehbehinderte, Gehörlose/Hörbehinderte, geistig Behinderte, Lern-, Sprach- oder Körperbehinderte und auch für verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler.
Gemäß § 3 des Brandenburgischen Schulgesetzes sind die Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung besonders zu fördern. Um die individuelle Unterstützung jedes einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen bestimmen zu können, ist im Rahmen eines Feststellungsverfahrens der individuelle sonderpädagogische Förderbedarf zu ermitteln. Der sonderpädagogische Förderbedarf kann die besondere personelle und materielle Unterstützung sowie im Einzelfall auch bauliche Veränderungen im Schulhaus umfassen.
Oft ist die Gewährung eines Nachteilsausgleichs notwendig, um ebenso behinderten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einzuräumen, die geforderten schulischen Leistungen zu erbringen.
Studiengang Inklusionspädagogik
Zum Wintersemester 2013/2014 wird an der Universität Potsdam der Studiengang Lehramt für die Primarstufe mit inklusionspädagogischer Schwerpunktbildung eingeführt, so hat es die Brandenburger Landesregierung im April 2012 beschlossen und damit die Weichen für inklusive Schulen und die dafür erforderliche Neuausrichtung der Lehrerausbildung gestellt. Vorgesehen sind 60 Bachelor- und 50 Master-Studienplätze pro Jahr.
> künftiges Lehramtsstudium
Teamteaching bedeutet „im Team gemeinsam unterrichten“. In dieser besonderen Unterrichtsform bereiten zwei oder mehrere Lehrerinnen oder Lehrer gemeinsam eine Unterrichtsstunde oder -einheit vor, führen sie gemeinsam durch, werten sie aus und führen sie gegebenenfalls auch gemeinsam weiter. Neben den regulären Lehrkräften können das auch Sonderschullehrkräfte oder Sozialpädagoginnen und -pädagogen sein.
> Teamteaching
Viele Lehrkräfte in den Pilotschulen haben bereits gute Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne vermuteten sonderpädagogischen Förderbedarf. Seit Beginn des Pilotprojekts „Inklusive Grundschule“ im Schuljahr 2012/13 bekommen alle Lehrkräfte der Pilotschulen gezielte Fortbildungen. Die Beratung kommt in die Schule oder findet gemeinsam mit anderen Pilotschulen statt, um einen regen Austausch untereinander zu fördern. Die Voraussetzungen und Fortbildungsbedürfnisse langjähriger, erfahrener Lehrkräfte sind individuell höchst unterschiedlich, deshalb bieten speziell ausgebildete Beratungsteams verschiedene, individuell veränderbare Fortbildungsmodule an.