Source: https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/gesundheitsfoerderung_idesk_PI434_HI670980.html
Timestamp: 2020-08-09 09:12:39
Document Index: 216227594

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 20']

Gesundheitsförderung | SGB Office Professional | Sozialwesen | Haufe
Gesundheitsförderung sind nach der WHO (Ottawa-Charta) alle Maßnahmen, die sowohl auf die Veränderung und Förderung des individuellen Verhaltens als auch der Lebensverhältnisse im positiven Sinne abzielen.
Ziel der Gesundheitsförderung ist es, bestehende Ungleichheiten mit Blick auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung unterschiedlicher sozialer Gruppen zu reduzieren. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Gesundheitsförderung als Förderung des selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns der Versicherten definiert. Abzugrenzen ist die Gesundheitsförderung von dem Begriff der "Prävention". Damit sind in der gesetzlichen Krankenversicherung Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken gemeint.
Sozialversicherung: Als Leistungen zur Gesundheitsförderung werden in der gesetzlichen Krankenversicherung Leistungen zur verhaltensbezogenen Prävention (§ 20 Abs. 5 SGB V), Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten (§ 20a SGB V), Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung (§ 20b SGB V) und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren durch die Zusammenarbeit mit den Unfallversicherungsträgern (§ 20c SGB V) angeboten.
Weitere Leistungen zur Prävention im SGB V sind Förderung der Selbsthilfe (§ 20h SGB V), Schutzimpfungen (§ 20i SGB V), Präexpositionsprophylaxe (§ 20j SGB V), Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz (§ 20k SGB V), Verhütung von Zahnerkrankungen als Gruppenprophylaxe (§ 21 SGB V), Verhütung von Zahnerkrankungen als Individualprophylaxe (§ 22 SGB V) sowie Medizinische Vorsorgeleistungen (§§ 23, 24 SGB V).
Der GKV-Spitzenverband hat gemeinsam und einheitlich prioritäre Handlungsfelder und Kriterien für die Leistungen der Primärprävention zu beschließen (§ 20 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 SGB V). Diesen gesetzlichen Auftrag hat er im Leitfaden Prävention umgesetzt (GR v. 10.12.2014 i. d. F. v. 1.10.2018).
1 Handlungsfelder Prävention
Die Krankenkassen sollen in der Satzung Leistungen zur primären Prävention vorsehen. Zielsetzung dieser Leistungen ist es, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen zu erbringen.
Die Krankenkassen haben dadurch die Möglichkeit, ihre Versicherten über Angebote und Möglichkeiten zur allgemeinen Gesundheitsförderung zu informieren. Dies betrifft z. B. die Herausgabe von Broschüren oder die Organisation von Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen.
Wesentlich bedeutsamer ist allerdings die eigene Durchführung präventiver Maßnahmen – insbesondere von Gesundheitskursen.
2.1 Kostenübernahme externer Anbieter
2.2 Präventionsempfehlungen
Bei der Entscheidung über eine Leistung zur verhaltensbezogenen Prävention berücksichtigt die Krankenkasse folgende mögliche Präventionsempfehlungen:
Präventionsempfehlung im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung,
Präventionsempfehlung im Rahmen einer Kinderuntersuchung,
Empfehlung im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Vorsorge oder
schriftlich abgegebene Empfehlung im Rahmen einer sonstigen ärztlichen Untersuchung.
Beispiel einer Satzungsregelung zur Primärprävention
Die Krankenkasse übernimmt Leistungen der primären Prävention in den Handlungsfeldern:
Entspannung/Stressregulation,