Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Urlaubsuebertragung_bei_Krankheit_ArbG_3Ca161-08.html
Timestamp: 2017-12-16 07:15:01
Document Index: 287104747

Matched Legal Cases: ['§ 125', '§ 7', '§ 253', '§ 7', '§ 1', '§ 47', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 7', '§ 55', '§ 7', 'Art. 7', '§ 7', 'EuG', 'EuG', '§ 17', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', 'EuG', '§ 125', '§ 7', '§ 47', '§ 91', '§ 61']

HENSCHE Arbeitsrecht: 3 Ca 161/08
Schlag­worte: Urlaub, Krankheit
Gericht: Arbeitsgericht Lörrach
Akten­zeichen: 3 Ca 161/08
Ent­scheid­ungs­datum: 06.02.2009
Ar­beits­ge­richt Lörrach
Ak­ten­zei­chen: 3 Ca 161/08
Verkündet am 06.02.2009
Fir­ma G. D. GmbH
hat das Ar­beits­ge­richt Lörrach - 3. Kam­mer -
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Kell­ner als Vor­sit­zen­den, d. eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Brun­ner d. eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin Ni­cke
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger für 2007 25 Ur­laubs­ta­ge zu gewähren.
3. Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird auf € 3.115,38 fest­ge­setzt.
gez. Kell­ner
gez. Brun­ner
gez. Ni­cke
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Kläger noch An­spruch auf Gewährung von Er­ho­lungs- und Zu­satz­ur­laub gern. § 125 SGB IX, der im Ka­len­der­jahr 2007 ent­stan­den war, hat.
Der 47 Jah­re al­te, schwer be­hin­der­te (GdB 50) Kläger ist seit 1979 im Be­trieb der Be­klag­ten als ge­werb­li­cher Ar­beit­neh­mer tätig. Zu­letzt be­lief sich das Mo­nats­brut­to­ge­halt des Klägers auf et­wa 2.700.- €.
Von Mit­te Ju­li 2007 bis Mit­te Mai 2008 war der Kläger durch­ge­hend ar­beits­unfähig krank; seit­dem ar­bei­tet er wie­der. In der „persönli­chen Mo­natsüber­sicht" für den Kläger vorn 12.02.08 wies das „Ur­laubs­kon­to" noch „al­ten Ur­laub 2007" von 25 Ta­gen aus. Zwi­schen den Par­tei­en ist un­strei­tig, dass es sich hier­bei um 20 Ta­ge Er­ho­lungs­ur­laub und 5 Ta­ge Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen han­del­te. In der „Mo­natsüber­sicht" vom 4.4.2008 ist die­ser „Al­t­ur­laub" nicht mehr aus­ge­wie­sen.
Der Kläger ist der An­sicht, ihm ste­he der rest­li­che Ur­laub aus 2007 nach wie vor zu. Die­ser An­spruch sei aus Rechts­gründen nicht ver­fal­len.
Der Kläger be­an­tragt (Ein­gang der Kla­ge beim Ar­beits­ge­richt per Fax am 21.05.2008):
Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger für 2007 25 Ur­laubs­ta­ge zu gewähren.
Die Be­klag­te ist der An­sicht, der hier in­ter­es­sie­ren­de Ur­laubs­an­spruch sei mit Ab­lauf des Über­tra­gungs­zeit­raums des § 7 Abs. 3 BUrIG, al­so am 31.03.2008 er­lo­schen. Die­se Re­ge­lung ver­s­toße nicht ge­gen eu­ropäisches Recht. We­gen des kla­ren Wort­lauts der na­tio­na­len ge­setz­li­chen Be­stim­mung führe auch ei­ne et­wai­ge „eu­ro­pa­rechts­kon­for­me" Aus­le­gung die­ser Be­stim­mung nicht zu dem vom Kläger gewünsch­ten Er­geb­nis.
We­gen der Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens und der von den Par­tei­en geäußer­ten Rechts­an­sich­ten wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze mit­samt An­la­gen Be­zug ge­nom­men.
Die zulässi­ge Kla­ge ist voll­umfäng­lich be­gründet. Der „Al­t­ur­laub aus 2007", den der Kläger we­gen sei­ner krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­unfähig­keit nicht bis 31.3.2008 in na­tur neh­men konn­te, ist nicht ver­fal­len.
I. Die Kla­ge ist zulässig, ins­be­son­de­re hin­rei­chend be­stimmt im Sin­ne von § 253 Abs. 1 Nr. 2 ZPO. Es han­delt sich um ei­ne Kla­ge auf Ur­laubs­gewährung oh­ne be­stimm­te Zeit­an­ga­be. Sol­che Kla­gen sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts statt­haft, da der Ar­beit­ge­ber die Be­fug­nis hat, letzt­lich die zeit­li­che La­ge des Ur­laubs zu kon­kre­ti­sie­ren (Dörner in ErfKomm, 9. Aufl. 2009, Nr. 250 BUrIG § 7 Rn 30 mit Hin­weis auf BAG 5.9.2002 AP Nr. 2 zu Son­der­urlG SL § 1 und BAG 21.02.1995 AP Nr. 7 zu § 47 SchwbG 1986). Dem schließt sich das er­ken­nen­de Ge­richt an.
II. Der Kläger hat An­spruch auf (Gewährung von) ins­ge­samt noch 25 Ta­ge Ur­laub, der aus dem Ka­len­der­jahr 2007 stammt.
1. Dass der hier in­ter­es­sie­ren­de An­spruch im Ka­len­der­jahr 2007 ent­stan­den war und auch ins Ka­len­der­jahr 2008 zunächst über­tra­gen wur­de, ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Es han­delt sich um 20 Ta­ge rest­li­chen Er­ho­lungs­ur­laub und 5 Ta­ge Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen. Die Über­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen des § 7 Abs. 3 Satz 2 BUrIG la­gen eben­falls - un­strei­tig - vor. Der Kläger war von Ju­li 2007 bis Mai 2008 un­un­ter­bro­chen ar­beits­unfähig krank. Von da­her konn­te Ur­laub nicht in na­tur gewährt wer­den.
2. Die­se Ur­laubs­ansprüche (d.h. der An­spruch auf Er­ho­lungs­ur­laub und der An­spruch auf Zu­satz­ur­laub) sind nicht er­lo­schen, be­ste­hen mit­hin fort.
wo­nach der Ur­laub auch im Fal­le der Über­tra­gung in den ers­ten drei Mo­na­ten des fol­gen­den Ka­len­der­jah­res gewährt und ge­nom­men wer­den muss, nicht den Fall, dass der Ur­laub we­gen Krank­heit im lau­fen­den Ka­len­der­jahr nicht ge­nom­men wer­den konn­te (BAG 13.11.1969 - 5 AZR 82/69 - AP Nr. 2 zu § 7 BUrIG Über­tra­gung). Die ge­setz­li­che Über­tra­gungs­re­ge­lung, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt da­mals, ge­he von dem Nor­mal­fall aus, dass die Ur­laubs­ver­wirk­li­chung in der Zeit bis zum 31.März des Nach­jah­res an sich recht­lich möglich sei, re­ge­le aber nicht den Fall, dass die Ver­wirk­li­chung des Ur­laubs im Ka­len­der­jahr oder im Über­tra­gungs­zeit­raum we­gen der Krank­heit und da­mit aus nicht zu be­he­ben­den Gründen unmöglich ge­we­sen sei. Da­bei voll­zie­he sich nicht im Sin­ne des § 7 Abs. 3 BUrIG ei­ne von be­stimm­ten Erklärun­gen oder vom Ver­hal­ten der Be­tei­lig­ten abhängi­ge Über­tra­gung des Ur­laubs auf das ers­te Vier­tel­jahr des Fol­ge­jah­res, son­dern kraft der ge­ge­be­nen Umstände un­ver­meid­bar und da­mit au­to­ma­tisch der Über­gang des Ur­laubs auf ei­nen späte­ren Zeit­raum, wel­cher aber nicht auf die ers­ten drei Mo­na­te im Fol­ge­jahr be­schränkt sein könne (na­he­zu wört­lich aus BAG aaO. un­ter 2. der Gründe).
Nach der „neu­en" Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Ur­laubs­recht, be­gin­nend mit dem Über­gang der Zuständig­keit vom 5. auf den 6. Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts im Jah­re 1978, soll der Ur­laubs­an­spruch nach §§ 1 und 7 Abs. 3 BUrIG da­ge­gen in al­len Fällen bis längs­tens 31.3. des je­wei­li­gen Fol­ge­jah­res be­fris­tet sein (grund­le­gend BAG 13.05.1982 - 6 AZR 360/80: AP Nr. 4 zu § 7 BUrIG Über­tra­gung; s. auch BAG 21.06.2005 - 9 AZR 200/04 - AP Nr. 11 zu § 55 Ins0). Dies wi­der­spre­che auch nicht den Re­ge­lun­gen des ILO-Übe­r­ein­kom­mens Nr. 132; die­se ver­lang­ten nicht ei­ne Aus­le­gung des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes da­hin, dass der Ur­laubs­an­spruch nicht am En­de des Ur­laubs­jah­res oder ei­nes Über­tra­gungs­zeit­raums ver­fal­le, ins­be­son­de­re auch nicht in den Fällen, in de­nen Ar­beit­neh­mer we­gen Krank­heit nicht in der La­ge sind, den Ur­laub zu neh­men (BAG 7.12.1993 - 9 AZR 683/92 - AP Nr. 15 zu § 7 BUrIG).
b) Der Eu­ropäische Ge­richts­hof hat am 20.01.2009 in der Rechts­sa­che „Schultz-Hoff" (C-350/06 und C-520/06) ent­schie­den, Art. 7 Abs. 1 der Richt­li­nie 2003/88 sei da­hin aus­zu­le­gen, dass er ein­zel­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­ste­he, nach de­nen der An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub bei Ab­lauf des Be­zugs­zeit­raums und/oder ei­nes im na­tio­na­len Recht fest­ge­leg­ten Über­tra­gungs­zeit­raums auch dann er­lischt, wenn der Ar­beit­neh­mer während des ge­sam­ten Be­zugs­zeit­raums oder ei­nes Teils da­von krank­ge­schrie­ben war und er des­halb sei­nen An­spruch auf be­zahl­ten Jah­res­ur­laub nicht ausüben konn­te, weil er im „Krank­heits­ur­laub" nicht be­rech­tigt ist, be­zahl­ten Jah­res­ur­laub zu neh­men.
c) Das er­ken­nen­de Ar­beits­ge­richt folgt die­ser Aus­le­gung der Richt­li­nie 2003/88 durch den Eu­ropäischen Ge­richts­hof, nicht aber der „neu­en" Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts. § 7 Abs. 3 S. 2 und 3 BUrIG las­sen ei­ne richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung im Sin­ne der Recht­spre­chung des EuGH zu. Un­ter Berück­sich­ti­gung der in der Ent­schei­dung des EuGH vom 5.10.2004 (C-397/01 Pfeif­fer - auf Vor­la­ge der er­ken­nen­den Kam­mer er­folgt) präzi­sier­ten Grundsätze zum Ge­bot ei­ner richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung kann das er­ken­nen­de Ge­richt der „neu­en" Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nicht (mehr) fol­gen. Kann der Ur­laub im lau­fen­den Ka­len­der­jahr oder in­ner­halb der ers­ten drei Mo­na­te des Fol­ge­jah­res nicht gewährt und ge­nom­men wer­den, weil der Ar­beit­neh­mer ar­beits­unfähig krank ist, so er­lischt der An­spruch nicht.
aa) Die RL 2003/88 fin­det - wie al­le Richt­li­ni­en - im Verhält­nis zwi­schen Pri­vat­per­so­nen kei­ne un­mit­tel­ba­re An­wen­dung; die Richt­li­nie wen­det sich viel­mehr an die Mit­glieds­staa­ten und muss von die­sen um­ge­setzt wer­den. Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer können sich in ei­nem ar­beits­ge­richt­li­chen Pro­zess da­her nicht un­mit­tel­bar auf ei­ne Richt­li­nie be­ru­fen (BAG 23.03.2006 ¬2 AZR 343/05 - AP Nr. 21 zu § 17 KSchG 1969, ju­ris Rn 23 mit wei­te­ren Nach­wei­sen). Die Um­set­zungs­ver­pflich­tung trifft aber nicht nur den Ge­setz­ge­ber, son­dern al­le staat­li­che Ge­walt und von da­her auch die Recht­spre­chung. Das eu­ropäische Recht ver­langt vom in­ner­staat­li­chen Ge­richt, das na­tio­na­le Ge­setz so­weit wie möglich richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen. Das setzt vor­aus, dass die na­tio­na­le Re­ge­lung ei­nen Aus­le­gungs­spiel­raum hat, der er­kenn­ba­re Wil­le des na­tio­na­len Ge­setz­ge­bers darf da­bei nicht verändert wer­den, der Grund­satz der richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung darf nicht zu ei­ner „Aus­le­gung con­tra le­gem" führen (Al­les aus BAG aaO., dort mit wei­te­ren Nach­wei­sen; zur richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung s. auch Pfeif­fer NJW 2009, Heft 7, S. 412).
bb) Der deut­sche Ge­setz­ge­ber hat - so­weit dem er­ken­nen­den Ge­richt er­sicht­lich - die Vor­schrift des § 7 BUrIG nach oder im Zu­sam­men­hang mit dem Er­lass der RL 2003/88 nicht geändert. Ein be­wuss­tes Abrücken von den Vor­ga­ben der Richt­li­nie kann hier­in aber nicht ge­se­hen wer­den, der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber hat viel­mehr kei­nen Wil­len in­so­weit kund­ge­tan.
cc) Der Wort­laut des § 7 Abs. 3 BUrIG steht ei­ner Aus­le­gung der Norm nicht ent­ge­gen. Die vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­tre­te­ne Auf­fas­sung ei­nes Erlöschens des Ur­laubs­an­spruchs ist dort nicht aus­drück­lich ge­nannt (so auch Klop­pen­burg in ju­ris­PR-ArbR 5/2009 Anm. 1; LAG Düssel­dorf 02.02.09 - 12 Sa 486/06- un­ter B.II.2.a. der Gründe). Das Bun­des­ar­beits­ge­richt
er­kennt dies eben­so, hält aber ei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung für ent­behr­lich, da der Ur­laubs­an­spruch von vorn­her­ein auf das Ur­laubs­jahr be­fris­tet sei (BAG 13.05.1982 - 6 AZR 360/80 - AP Nr. 4 zu § 7 BUrIG Über­tra­gung, ju­ris Rn 16). Ge­set­zes­sys­te­ma­tik so­wie Sinn und Zweck der Vor­schrif­ten des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes ste­hen ei­ner richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung nicht ent­ge­gen. Die An­nah­me, § 7 Abs. 3 BUrIG re­ge­le al­le denk­ba­ren Fälle nicht ge­nom­me­nen Ur­laubs ab­sch­ließend, ist nicht zwin­gend, nicht ein­mal ge­bo­ten. So geht das Bun­des­ar­beits­ge­richt in an­de­ren Fällen, nämlich der Nicht­gewährung be­an­trag­ten Ur­laubs da­von aus, dass ver­fal­le­ner Ur­laub im We­ge der Na­tu­ral­re­sti­tu­ti­on als Scha­dens­er­satz­an­spruch gel­tend ge­macht wer­den kann (Nach­wei­se bei Lei­ne­mann/Linck Ur­laubs­recht, 2. Aufl. 2001, BUrIG § 7 Rn 163 ff.). Da­mit ist der Weg zur richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung des § 7 Abs. 3 BUrIG eröff­net. Wie die Norm richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen ist, er­gibt sich aus der ge­nann­ten Ent­schei­dung des EuGH vom 20.01.09. Der Ur­laubs­an­spruch er­lischt nicht mit Ab­lauf des 31.3. des je­wei­li­gen Fol­ge­jah­res, wenn der Ar­beit­neh­mer den Ur­laub im lau­fen­den Ka­len­der­jahr nicht neh­men konn­te, weil er während des ge­sam­ten Jah­res oder ei­nes Teils da­von und während des ers­ten Quar­tals im Fol­ge­jahr krank­heits­be­dingt ar­beits­unfähig war.
3. Nach die­sen grundsätz­li­chen Über­le­gun­gen kann der Kläger die Gewährung von „Al­t­ur­laub aus 2007" im be­gehr­ten Um­fang ver­lan­gen. We­gen der von Ju­li 2007 bis Mai 2008 durch-ge­hend be­ste­hen­den krank­heits­be­ding­ten Ar­beits­unfähig­keit konn­te der Kläger den Ur­laub nicht neh­men. Nicht nur der ge­setz­li­che Min­des­t­ur­laub (aus 2007) ist nicht am 31.3.2008 er­lo­schen. Glei­ches gilt auch hin­sicht­lich ei­nes et­wai­gen ver­trag­lich ge­re­gel­ten Mehr­ur­laubs aus 2007. Denn nach dem Vor­brin­gen der Par­tei­en ist nicht er­sicht­lich, dass dies­bezüglich et­wa ei­ne an­de­re Ab­re­de ge­trof­fen wor­den sei. Sch­ließlich gilt das­sel­be Er­geb­nis auch im Hin­blick auf den Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen nach § 125 Abs. 1 SGB IX, denn die ur­laubs­recht­li­che Vor­schrift des § 7 BUrIG gilt auch für den Zu­satz­ur­laub für schwer­be­hin­der­te Men­schen (BAG 25.06.1996 - 9 AZR 182/95- AP Nr. 11 zu § 47 SchwbG 1986, ju­ris Rn 17; LAG Düssel­dorf 2.2.2009 - 12 Sa 486/06- über www.lag-du­es­sel­dorf.nrw.de/ ab­frag­bar).
III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 ZPO. Die Streit­wert­fest­set­zung be­ruht auf §§ 61 Abs. 1 ArbGG, 3 ff. ZPO. Das Ge­richt hat die Vergütung des Klägers für die be­gehr­ten 25 Ta­ge an­ge­setzt (2.700.- € brut­to/Mo­nat x 3 Mo­na­te : 65 Ar­beits­ta­ge x 25 Ur­laubs­ta­ge).
1. Ge­gen die­ses Ur­teil kann d. Bekl. Be­ru­fung ein­le­gen.
Wird das Ur­teil nicht in dem Um­fang an­ge­foch­ten, in dem d. Bekl. un­ter­le­gen ist, hängt die Zulässig­keit der Be­ru­fung da­von ab, dass der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des 600,00 EUR über­steigt oder der Be­schwer­de­ge­gen­stand das Be­ste­hen, das Nicht­be­ste­hen oder die Kündi­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses be­trifft.
Die Ein­le­gung der Be­ru­fung hat bin­nen ei­nes Mo­nats nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Frei­burg -, Habs­bur­ger­str. 103, 79104 Frei­burg i. Br. zu er­fol­gen. Die Be­ru­fungs­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Be­ru­fung ge­rich­tet wird, so­wie die Erklärung, dass ge­gen die­ses Ur­teil Be­ru­fung ein­ge­legt wer­de, ent­hal­ten. Die Be­ru­fung ist, so­fern nicht be­reits in der Be­ru­fungs­schrift er­folgt, bin­nen zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich ge­genüber dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu be­gründen.
Kell­ner
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