Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=KGR%202006,%20749
Timestamp: 2019-03-25 16:51:14
Document Index: 244339642

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 847', '§ 139', '§ 287', 'BGH', '§ 195', 'BGH', '§ 852', '§ 843', 'BGH', 'BGH', '§ 195', 'BGH', '§ 852', 'BGH', '§ 1', '§ 16', '§ 22', '§ 123']

Rechtsprechung: KGR 2006, 749 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 08.04.2005
§ 249 BGB, § 847 Abs 1 BGB vom 14.03.1990, § 139 Abs 2 ZPO, § 287 Abs 1 ZPO
Schadensersatz bei Verkehrsunfall: Angemessenes Schmerzensgeld für erstgradige, nicht verschobene offene laterale Schienbeinkopffraktur links; Verwertung von über 10Jahre alten Vergleichsentscheidungen; gerichtlicher Hinweis auf die erforderlichen Darlegungen für die Geltendmachung eines Haushaltsführungsschadens; Bemessung des Haushaltsführungsschadens eines Alleinstehenden
Grundsätze für die Bemessung von Schmerzensgeld; Berücksichtigung zwischenzeitlich eingetretener Geldentwertung und gestiegener Lebenskosten bei der Verwertung von Vergleichsentscheidungen; Schätzung des Arbeitsaufwandes des Geschädigten bei der Haushaltsführung; Berücksichtigung eines in Aussicht stehenden Beschäftigungsverhältnisses bei der Bemessung des Schmerzensgeldes; Bezifferung des Schmerzensgeldes bei erstgradiger, nicht verschobener offener lateraler Schienbeinkopffraktur; Luxation am rechten Daumengelenk; Prellungen, Hämatomen sowie Schürfwunden im Bereich des Gesäßes und linken Oberschenkels (hüftgelenksnah); Gesichtsschürfwunden und Platzwunden
Es steht einem geltend gemachten Haushaltsschadenanspruch nicht entgegen, dass der Kläger allein stehend ist und damit lediglich einen Ein-Personen-Haushalt führt. Auch dem Alleinstehenden steht ein Anspruch auf Ersatz eines Haushaltsführungsschadens grundsätzlich zu
LG Berlin, 19.01.2005 - 24 O 567/02
Eine solche Gefährdung liegt in der Regel schon darin, daß der Beklagte das Recht des Klägers ernstlich bestreitet (…BGH a. a. O.;… Senat a. a. O.), insbesondere i. V. m. der drohenden - kurzen - Verjährung nach § 195 BGB (BGH NJW 2001, 1431 [1432]; OLG Saarbrücken OLGR 2000, 452 jew. zu § 852 BGB a.F.; KG VRS 111 [2006] 16 [28];… Senat a. a. O.).
Die Möglichkeit einer fiktiven Abrechnung entbindet den Kläger nicht von der Darlegung des konkreten Schadens (vgl. nur KG Berlin, Urt. vom 04.05.2006 - 12 U 42/05 - KGR 2006, 749; OLG München…, Urt. vom 01.07.2006 - 10 U 2544/05 - SVR 2006, 180; OLG Koblenz…, Urt. vom 07.11.2005 - 12 U 1240/04 - OLGR 2006, 385; OLG Celle…, Urt. vom 14.12.2006 - 14 U 73/06 - OLGR 2007, 41).
Lediglich ergänzend verweist das Gericht darauf, dass bei einem Single-Haushalt in einem höheren Maße als in einem Mehrparteienhaushalt die Möglichkeit besteht, zeitlich disponible Arbeiten (Rasenmähen, Fensterputzen), die aufgrund einer vorübergehenden Beeinträchtigungen nicht ausgeführt werden können, "nach hinten" zu verschieben (vgl. KG, Urt. vom 04.05.2006 - 12 U 42/05 - NZV 2007, 43).
Auch verweist es darauf, dass bei der Beeinträchtigung der Haushaltsführung nicht von dem Grad der Arbeitsunfähigkeit bzw. Minderung der Erwerbsfähigkeit ausgegangen werden kann, wenn es um die Frage der Höhe einer unfallbedingten Beeinträchtigung geht (OLG Köln…, Urt. vom 18.02.2000 - 19 U 87/99 - SP 2000, 306: die abstrakte Minderung der Erwerbstätigkeit, ein Wert aus dem Sozialversicherungsrecht, hat keine Aussagekraft für den Umfang des Schadensersatzes. Ebenso KG Berlin, Urt. vom 04.05.2006 - 12 U 42/05 - KGR 2006, 749; LG Saarbrücken…, Urt. vom 21.04.2006 - 3 O 79/04 - ZfS 2006, 500).
Das Gericht kann daher dahinstehen lassen, ob bei nicht dauerhaften Beeinträchtigungen eines Single-Haushalts überhaupt ein Haushaltsführungsschaden nach § 843 BGB fiktiv berechnet werden kann (bejahend z.B. KG, Urt. vom 04.05.2006 - 12 U 42/05 - NZV 2007, 43 = OLGR 2006, 749; KG…, Urt. vom 04.12.2006 - 12 U 119/05 - MDR 2007, 887; OLG Rostock…, Urt. vom 14.06.2002 - 8 U 79/00 - ZfS 2003, 233; verneinend OLG Düsseldorf…, Urt. vom 02.09.2003 - 4 U 238/02 - unveröffentlicht (nur bei dauerhaft vermehrten Bedürfnissen); insoweit offen BGH…, Urt. vom 18.02.1992 - VI ZR 367/90 - NJW-RR 1992, 792; OLG München…, Urt. vom 27.10.1999 - 20 U 3476/99 - OLGR 2000, 91, die eine fiktive Abrechnung in einem Dauerschadensfall bejaht hatten).
Maßstab für den ersatzfähigen Haushaltsführungsschaden ist die konkrete haushaltsspezifische Behinderung der Klägerin (OLG Celle, 14 U 101/06, Urteil vom 17.01.2007; KG NZV 2007, 43; OLG Hamm NZV 2002, 571), d.h. in welchem Umfang die Klägerin bei der Ausübung der von ihr übernommenen Haushaltstätigkeiten durch die Verletzung gehindert ist.
Eine solche Gefährdung liegt in der Regel schon darin, dass der Beklagte das Recht des Klägers ernstlich bestreitet (…BGH a.a.O.), insbesondere i.V.m. der drohenden - kurzen - Verjährung nach § 195 BGB (BGH NJW 2001, 1431 [1432]; OLG Saarbrücken OLGR 2000, 452 jew. zu § 852 BGB a.F.; KG VRS 111 [2006] 16 [28]).
Hinsichtlich der Begründetheit eines solchen Anspruchs hat die Rechtsprechung stets nur maßvolle Anforderungen gestellt (OLG Saarbrücken OLGR 2000, 452 [455]; KG VRS 111 [2006] 16 [29];… Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06).
Der Feststellungsanspruch kann in Fällen dieser Art - auch hinsichtlich des immateriellen Schadens - nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (OLG Saarbrücken OLGR 2000, 452 [455]; KG VRS 111 [2006] 16 [28];… Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06); es ist nicht erforderlich, dass der Kläger von dem späteren Schaden eine bestimmte Vorstellung hat (BGH MDR 1990, 42 = DAR 1989, 379; MDR 1997, 1052 = NJW 1998, 160).
Maßstab für den ersatzfähigen Haushaltsführungsschaden ist die konkrete haushaltsspezifische Behinderung des Anspruchstellers (Senat, Urteil vom 5. Oktober 2010, Az.: I-1 U 244/09 mit Hinweis auf KG NZV 2007, 43 sowie OLG Hamm NZV 2002, 571; Wessel ZfS 2010, 183, 186).
KG, 08.04.2005 - 6 U 5/05
§ 1 BUZ, § 16 Abs 2 VVG, § 22 VVG, § 123 BGB
Berufsunfähigkeitsversicherung: Keine vorsätzliche Täuschung bei Nichtangabe einer ärztlichen Behandlung wegen eines depressiven Syndroms mangels Mitteilung der Diagnose
Voraussetzungen für die Zurückweisung einer Berufung als unbegründet; Anforderungen an die Erfolgsaussicht der mit der Berufung verfolgten Hauptsache; Voraussetzungen für das Vorliegen einer Fortbildung des Rechts oder der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung
Behandlung wegen Depression verschwiegen? - Berufsunfähigkeitsversicherung ficht Vertrag wegen arglistiger Täuschung an
ra-buechner.de (Auszüge und Kurzanmerkung)
Berufsunfähigkeitsversicherung: Rücktritt und Anfechtung durch Volkswohlbund
LG Berlin, 07.12.2004 - 7 O 150/04
NJW-RR 2005, 1614
VersR 2006, 1393