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Timestamp: 2019-11-20 19:35:16
Document Index: 236596884

Matched Legal Cases: ['§7', '§7', '§22', '§622', '§ 622', '§ 622']

Thema: Kündigen während der Probezeit
10.11.2016, 13:32:43 #1
Und zwar hat sich bei mir in der letzten Zeit einiges getan, neuen Job gefunden, währenddessen eine liebe Frau in WoW kennengelernt und mittlerweile mit Ihr in einer glücklichen (noch) Fernbeziehung, wo Ich sie alle 2 Wochen besuche und meine Urlaubstage dazu nutze sie zu besuchen etc. etc.
Da dies doch ganz schön auf die Geldbörse geht jedes mal hin & zurück 80-90€ Sprit zu Zahlen und dann will man ja auch mal was unternehmen, essen gehen usw. das übliche Halt, habe Ich mich dazu entschieden spätestens ab Februar nächsten Jahres zu Ihr zu ziehen.
Nun möchte Ich vorher noch meine Arbeitsstelle wechseln ab Dezember bis Januar da es dort mehr Geld gibt und Ich momentan jeden Cent gebrauchen kann, erst recht bei einem anstehenden Umzug über eine Entfernung von ~375km.
Deshalb habe Ich schon nachgesehen in meinem Arbeitsvertrag wie das ausschaut mit der Kündigung. Für gewöhnlich ist es ja so, dass es auch in der Probezeit eine Frist von 2 Wochen gibt. Nun steht aber in meinem Arbeitsvertrag:
§7.1 - Kündigung
Gilt nun das was im Vertrag steht, was Ich denke oder muss Ich dennoch eine Frist von 2 Wochen einhalten?
Wäre gut es genau zu wissen für meine weitere Planung und vielleicht kennt sich ja hier jemand zufällig damit etwas aus.
10.11.2016, 17:24:36 #2
Eigentlich sollte gelten, was im Vertrag steht. Also keine Kündigungsfrist. Willst du einen 'Letter of Recommendation' oder ein Arbeitszeugnis o.ä. von deinem aktuellen Arbeitgeber würde ich trotzdem mit zweiwöchiger Kündigungsfrist kündigen und das mit dem Abteilungsleiter/Chef/Meister absprechen und begründen. Werden ja keine Unmenschen sein, die dich dann sofort rauswerfen.
10.11.2016, 21:32:58 #3
Gilt das auch, wenn es zu Gunsten des Arbeitnehmers ist, der in dem Fall früher aus dem Vertrag raus könnte?
EDIT: Gut, ist in dem Fall ja gar nicht gegeben. Jedenfalls nicht ausdrücklich nur auf einer Seite.
Geändert von DaEngineer (10.11.2016 um 21:40:18 Uhr)
10.11.2016, 23:14:21 #4
Am Sinnvollsten wäre zu checken, ob du eine Rechtsschutzversicherung hast und ob diese sowas übernimmt. Dann gehst du einfach zum Anwalt und der schaut sich den Vertrag an und gibt dir eine juristisch sichere Antwort. Hier im Forum kann man ohne Kenntnis des gesamten Vertrages nur Mutmaßungen anstellen und im Zweifelsfall bist du der Depp, der auf Idiot XY aus Forum Z gehört hat.
18.11.2016, 11:35:54 #5
Erst mal herzlichen Glückwunsch zum glücklichen Privatleben.
Zum Beruflichen… für zwei Monate zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln nur, weil es da etwas mehr Geld gibt hört sich eher nach einem Desaster im Lebenslauf an. Du machst es dir damit unnötig schwer bei deiner Freundin einen Job zu finden. Bei jedem Personaler gehen die Alarmglocken an, wenn du A) innerhalb eines halben Jahres schon die dritte Stelle suchst und B) dich auch noch aus einer größeren Entfernung bewirbst.
Ich kann mir gut vorstellen, das du dir damit die ein oder andere gute Stelle in der Nähe von deiner Freundin verbaust und dann eine Stelle annehmen musst, wo du vielleicht nicht so Glücklich bist. Da wie du bereits festgestellt hast, sich das Berufsleben auch immer auf das Privatleben auswirkt, würde ich an dieser Stelle versuchen die besten Startbedingungen für deine Beziehung zu schaffen.
Einen Besuch weniger wird eure Liebe schon verkraften und wenn nicht wer sagt dir, dass die Beziehung vor Ort dann klappt? Dann müsstest du dich entscheiden, ob du in der Stadt deiner Freundin bleibst oder die 4. Stelle im dümmsten Fall innerhalb eines Jahres suchst.
Solltest du dennoch Kündigen wollen kommt es darauf an, du schreibst Job in §7.1 steht aber Berufsausbildung…
Kündigung während Berufsausbildung
Bei der Berufsausbildung gilt das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Hier hilft dir vielleicht http://www.hannover.ihk.de/ausbildun...eltnissen.html weiter. Ansonsten §22 BBiG regelt die Kündigung. Solltest du dich tatsächlich in einer Berufsausbildung befinden. Musst du nach der Probezeit aufpassen beim Wechsel, da du evtl. Schadenersatzpflichtig bist. Das könnte z.B. dadurch entstehen, wenn du den Betrieb wechselst aber die gleiche Ausbildung weiterführst. http://www.azubi.net/viewtopic.php?f=25&t=5447
Kündigung bei Arbeitsverhältnissen
Anders sieht es aus, wenn du Angestellt bist. Hier gilt §622 BGB. Da wird wie du bereits festgestellt hast eine gesetzliche Kündigungsfrist von mindestens zwei Wochen in der Probezeit vorgesehen (§ 622 Abs. 3 BGB) und eine Verkürzung ausschließlich von einem Tarifvertrag geregelt (§ 622 Abs. 4 BGB).
Gesetzlich wird immer das Minimum geregelt, vertraglich können deutlich höhere Kündigungsfristen bestimmt werden.
Eine Verkürzung der Kündigungsfrist kannst du, sofern dein Chef mitmacht, mit einer Auflösung des Vertrages im gegenseitigen Einvernehmen erzielen.
Dann gehst du einfach zum Anwalt und der schaut sich den Vertrag an und gibt dir eine juristisch sichere Antwort. Hier im Forum kann man ohne Kenntnis des gesamten Vertrages nur Mutmaßungen anstellen und im Zweifelsfall bist du der Depp, der auf Idiot XY aus Forum Z gehört hat.
Keiner hier kann dir anhand einer Zeile aus deinem Arbeitsvertrag irgendetwas erläutern. Ein Rechtsbeistand kostet nicht die Welt und eine Erstberatung schafft Fakten. Die maximale Höhe der Erstberatungsgebühr für Privatpersonen liegt bei 190 € zzgl. gesetzl. MwSt.
Geändert von Galien (18.11.2016 um 11:55:38 Uhr)
24.04.2017, 21:46:47 #6
Ich wollte mich einfach mal herzlich für die Antworten bedanken, auch wenn das reichlich spät kommt.
Im Endeffekt ist es darauf hinausgelaufen, dass Ich eh gekündigt worden bin am letzten Probetag. (30.11) ohne Angabe von Gründen.
Dann beinahe den ganzen Dezember bei meiner mittlerweile Ex-Freundin bisschen rumgegammelt mit erspartem und dann hat Sie mitte Januar per TS3 schluss gemacht, ein Tag bevor Ich bei meiner neuen Arbeitsstelle angefangen habe.
Auf alle fälle hat es sich nun so entwickelt, dass Ich 2 Monate später dafür eine umso tollere Freundin kennengelernt habe und hier ausziehen werde am 01.05 oder spätestens 01.06 je nachdem was sich ergibt in eine eigene Wohnung.
Es hat sich also doch alles zum guten gewendet.
Somit ist das Thema eigentlich auch abgeschlossen.
29.04.2017, 14:10:29 #7
Per Teamspeak? Auch Nett. Na dann schön zu hören, dass es letztendlich doch alles gut geworden ist!
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