Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2010-08-31/3-str-256_10
Timestamp: 2017-09-26 02:35:47
Document Index: 378231951

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 442', '§ 430', '§ 349', '§ 73', '§ 430', '§ 442', '§ 349']

BGH, 31.08.2010 - 3 StR 256/10 - Revision trotz fehlender negativer Auswirkungen eines Rechtsfehlers bzgl. des geschätzten Wertes einer aus einem Raub erlangten Beute für einen Angeklagten | anwalt24.de
Beschl. v. 31.08.2010, Az.: 3 StR 256/10
Revision trotz fehlender negativer Auswirkungen eines Rechtsfehlers bzgl. des geschätzten Wertes einer aus einem Raub erlangten Beute für einen Angeklagten
Referenz: JurionRS 2010, 23784
Aktenzeichen: 3 StR 256/10
LG Verden - 27.01.2010
Raub u. a.
BGH, 31.08.2010 - 3 StR 256/10
gemäß § 442 Abs. 1, § 430 Abs. 1, § 349 Abs. 2 StPO
Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Verden vom 27. Januar 2010 wird
von einem Ausspruch über den Verfall abgesehen; die Verfolgung der Tat wird auf die anderen Rechtsfolgen beschränkt;
das vorgenannte Urteil im Rechtsfolgenausspruch dahin geändert, dass die Feststellungen entfallen, die Anordnung des Verfalls unterbleibe wegen entgegenstehender Ansprüche Verletzter und dem Wert des Erlangten entspreche ein Geldbetrag in Höhe von 50.000 €.
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Raubes in Tateinheit mit Freiheitsberaubung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt und eine Adhäsionsentscheidung getroffen. Außerdem hat es festgestellt, dass die Anordnung des Verfalls wegen entgegenstehender Ansprüche Verletzter unterbleibt und dem Wert des Erlangten ein Geldbetrag in Höhe von 50.000 € entspricht; dabei hat es aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts rechtsfehlerhaft angenommen, der Angeklagte habe die gesamte, auf einen Wert von 50.000 € geschätzte Beute aus dem Raub i. S. d. § 73 Abs. 1 Satz 1 StGB erlangt. Der Senat hat deshalb auf die mit der Sachrüge begründete Revision des Angeklagten mit Zustimmung des Generalbundesanwalts den Ausspruch über den Verfall von der Verfolgung ausgenommen (§ 430 Abs. 1, § 442 Abs. 1 StPO) und den Rechtsfolgenausspruch entsprechend abgeändert. Im verbleibenden Umfang hat die Überprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).