Source: http://www.gesetze-bayern.de/(X(1)S(pbzfl3jzagm352bmbzz4yapx))/Content/Document/BayGUeVO/True?AspxAutoDetectCookieSupport=1
Timestamp: 2019-01-18 20:30:45
Document Index: 342352252

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 12', '§ 20', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 72', 'Art. 12', '§ 5', '§ 6', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 4', '§ 6', 'Art. 8', '§ 9']

Diese Verordnung regelt die Übernahme von Vermessungen bei Veränderungen im Bestand der Gebäude im Sinn von Art. 8 Abs. 3 VermKatG (Gebäudevermessungen) und gegebenenfalls von Vermessungen der damit im Zusammenhang stehenden Topographie in das Liegenschaftskataster, die von Privatpersonen, die nicht nach Art. 12 VermKatG zu Katastervermessungen befugt sind, durchgeführt werden.
(1) Die Gebäudevermessung muss grundsätzlich von eingetragenen Sachverständigen im Sinn des § 20 der Verordnung über die Prüfingenieure, Prüfämter und Prüfsachverständigen im Bauwesen beantragt und durchgeführt werden, die eine Ausnahmegenehmigung nach Art. 11 Abs. 3 VermKatG besitzen (Antragsteller).
(2) 1Antragsteller, deren Gebäudevermessungen in das Liegenschaftskataster übernommen werden sollen, haben ihre Qualifikation nach Abs. 1 gegenüber der mittleren Vermessungsbehörde nachzuweisen. 2Zu diesem Zweck errichtet diese eine Datenbank, in die die erforderlichen personenbezogenen Daten der Antragsteller aufgenommen werden. 3Die Verarbeitung und die Nutzung der personenbezogenen Daten der Antragsteller ist nur für die in dieser Verordnung genannten Zwecke sowie zum Nachweis der Ausnahmegenehmigung nach Art. 11 Abs. 3 VermKatG zulässig.
(1) 1Die Antragsteller müssen das Bauvorhaben vor seiner Errichtung vermessungstechnisch betreut haben. 2Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Antragsteller zur Errichtung des Gebäudes die Arbeiten nach Art. 72 Abs. 6 der Bayerischen Bauordnung (BayBO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. August 1997 (GVBl S. 433, BayRS 2132-1-I) in der jeweils geltenden Fassung durchgeführt haben oder durchführen.
(2) 1Vermessung und Koordinierung des Gebäudegrundrisses müssen in Bezug zu den rechtmäßigen Grenzen der von der Gebäudevermessung betroffenen Grundstücke möglich sein. 2Hierzu müssen die Grenzzeichen der maßgeblichen Grundstücksgrenzen entweder vorhanden oder durch amtliche Bezugspunkte nach dem Prinzip der Nachbarschaft örtlich mit der im Liegenschaftskataster vorgeschriebenen Genauigkeit repräsentiert sein. 3Die Herstellung des Bezugs des Gebäudes zur rechtmäßigen Grundstücksgrenze ist Aufgabe der das Liegenschaftskataster führenden Behörde (Art. 12 Abs. 4 VermKatG).
Antragstellung und Antragsbehandlung
(1) 1Die Antragsteller beantragen bei der zuständigen unteren Vermessungsbehörde1) die Durchführung der Gebäudevermessung zum Zweck der Übernahme in das Liegenschaftskataster nach den §§ 5 bis 12. 2In dem Antrag auf Übernahme der Gebäudevermessung hat der Gebäudeeigentümer unterschriftlich zu bestätigen, dass er die gebührenrechtlichen Folgen nach § 6 Abs. 2 der Verordnung über die Benutzungsgebühren der unteren Vermessungsbehörden kennt und den Antragsteller oder die Antragstellerin mit der Gebäudevermessung beauftragt.
(2) 1Der Antrag ist spätestens nach Ablauf einer Woche
nach Erstellung der Oberkante Kellerdecke bei Gebäuden mit Keller,
nach Erstellung der Bodenplatte bei Gebäuden ohne Keller
bei der zuständigen unteren Vermessungsbehörde zu stellen. 2Bei Gebäuden, die weder eine Kellerdecke noch eine Bodenplatte aufweisen, ist der Antrag auf Übernahme der Gebäudevermessung spätestens nach Ablauf einer Woche nach Fertigstellung des Gebäudes bei der zuständigen unteren Vermessungsbehörde zu stellen. 3 Die untere Vermessungsbehörde kann diese Fristen auf Antrag des Antragstellers oder der Antragstellerin um längstens vier Wochen verlängern.
(3) 1 Die untere Vermessungsbehörde kann den Antrag nach Abs. 1 ablehnen, wenn die Voraussetzungen nach § 2 nicht vorliegen. 2 Sie hat den Antrag abzulehnen, wenn die Voraussetzungen nach § 3 oder nach Abs. 1 nicht vorliegen oder der Antrag nicht fristgerecht nach Abs. 2 eingereicht wurde. 3Die Zustimmung der unteren Vermessungsbehörde zum Antrag gilt als erteilt, wenn die untere Vermessungsbehörde ihn nicht binnen drei Wochen nach Vorliegen der vollständigen Antragsunterlagen ablehnt.
(4) Stellt die untere Vermessungsbehörde fest, dass die Voraussetzungen nach § 3 Abs. 2 nicht vorliegen, können die Antragsteller innerhalb einer Frist von vier Wochen die untere Vermessungsbehörde beauftragen, diese zu schaffen.
(5) 1Die Zustimmung zum Antrag auf Übernahme der Gebäudevermessung ist auf zwei Jahre befristet. 2In begründeten Fällen kann die untere Vermessungsbehörde die Frist auf schriftlichen Antrag angemessen verlängern.
1) [Amtl. Anm.:] Die örtliche Zuständigkeit der Vermessungsämter ist in der Verordnung über die Bezeichnung, den Sitz und die Bezirke der Vermessungsämter in Bayern (BayRS 219-4-F) in der jeweils geltenden Fassung geregelt.
Grundsätzliche Übernahmevoraussetzungen
Die Ergebnisse der Gebäudevermessung der Antragsteller sind in das Liegenschaftskataster zu übernehmen, wenn
die untere Vermessungsbehörde dem Antrag nach § 4 zugestimmt hat,
die Frist nach § 4 Abs. 5 nicht abgelaufen ist und
die weiteren Voraussetzungen nach §§ 6 bis 11 gegeben sind.
Durchführung und Umfang der Gebäudevermessung
(1) 1Um die Aktualität des Liegenschaftskatasters zu gewährleisten, haben die Antragsteller das Gebäude unverzüglich nach Fertigstellung, spätestens jedoch sechs Monate nach Fertigstellung des Rohbaus zu vermessen und die Unterlagen der unteren Vermessungsbehörde vorzulegen. 2Die Vermessungsergebnisse für die einzelnen Bauobjekte sind gemäß dem Baufortschritt vorzulegen.
(2) 1Werden die Unterlagen nicht innerhalb der Frist nach Abs. 1 eingereicht, wird das Gebäude von der unteren Vermessungsbehörde von Amts wegen eingemessen (Art. 8 Abs. 4 Satz 3 VermKatG). 2Der Antragsteller oder die Antragstellerin erhalten eine Kopie der Ankündigung der Gebäudeeinmessung. 3 Die untere Vermessungsbehörde kann auf Antrag der Antragsteller eine angemessene Verlängerung der Frist nach Abs. 1 gewähren. 4Die Fristverlängerung darf längstens vier Wochen betragen.
Technische Durchführung der Gebäudevermessung
(1) 1Die Koordinierung der Gebäude ist im amtlichen Landeskoordinatensystem durchzuführen. 2Die Koordinaten der Neupunkte sind in Abhängigkeit von unmittelbar benachbarten Altpunkten (überbestimmte flächenhafte Einpassung nach dem Prinzip der Nachbarschaft) zu berechnen. 3Auf die gleichmäßige Verteilung der Anschlusspunkte ist zu achten; die einseitige Anhäufung von Anschlusspunkten sowie Extrapolationen sind nicht zulässig. 4Für einen Ansatz müssen wenigstens drei, nach Möglichkeit sollen mindestens fünf Punkte verwendet werden.
(2) Alle Eckpunkte des Gebäudes sind zentimetergenau zu bestimmen.
(3) 1Bei der Einmessung sowohl der oberirdischen als auch der unterirdischen Gebäude oder Gebäudeteile ist vom Gebäudegrundriss auszugehen, der durch die in der Örtlichkeit vorgegebenen äußeren Mauerkanten des Gebäudes bestimmt wird. 2Generalisierungen sind nicht zulässig. 3Bei Gebäuden oder Gebäudeteilen, die auf Säulen oder Stützen stehen (aufgeständerte Gebäude oder Gebäudeteile über Arkaden, Passagen oder Durchfahrten, Verbindungsbauten zwischen Obergeschoßen, Überdachungen) ergibt sich der Gebäudegrundriss dadurch, dass die Außenwände des aufgesetzten Baukörpers lotrecht auf die Erdoberfläche projiziert werden. 4Trennlinien zwischen Gebäuden sind zu erfassen.
Grundlagen der technischen Dokumentation
(1) Die Antragsteller legen der unteren Vermessungsbehörde die Ergebnisse der Gebäudevermessung und die sonstigen für die Bearbeitung notwendigen Angaben (Antragsteller/Antragstellerin, betroffenes Flurstück, Gebäudeeigentümer/Gebäudeeigentümerin, Baukosten, Art der eingereichten Unterlagen) vor und bestätigen zugleich die Richtigkeit der eingereichten Unterlagen.
(2) Die Ergebnisse der Gebäudevermessung sind durch Riss, Rechenprotokoll und in digitaler Form (Datei) nach Maßgabe der §§ 9 bis 11 zu dokumentieren.
(1) Der Riss ist grundsätzlich auf dauerhaftem Papier in DIN-Format anzufertigen.
(2) 1Der Riss muss folgenden Inhalt haben:
Alte Situation im erforderlichen Umfang in schwarzer Farbe: Name der Gemarkung, Flurstücksgrenzen und -nummern, Gebäudebestand alt, gegebenenfalls abgebrochene Gebäude, Nummern der verwendeten Ausgangspunkte;
neue Situation in roter Farbe: Gebäudegrundriss mit Punktbezeichnung der neu bestimmten Punkte, Nutzung der Gebäude, Straßenname, Hausnummer, Stockwerkszahl, Firstrichtung, Abgrenzungen der unterschiedlich genutzten Grundstücksteile einschließlich der Bezeichnung der Nutzungsarten (Hofraum, Garten, Gewässer, etc.), gemessene Spannmaße, gegebenenfalls Hinweis auf Koordinierung von Rohbaueckpunkten (z.B. Kennzeichnung mit „M.o.V.“ – Mauer ohne Verputz –);
verwendete Anschlusspunkte mit Kennzeichnung „T“ neben der Punktnummer, lagerichtiger Eintrag der T-Punkte in die Übersicht;
Datum der Bearbeitung im Außendienst;
Nordpfeil und Maßstab;
Name und Anschrift des Bauherrn.
2Für das Liegenschaftskataster nicht benötigte Informationen sind nicht darzustellen.
Rechenprotokoll
1Das Rechenprotokoll ist übersichtlich zu gestalten und mindestens mit der Flurstücksnummer und dem Namen der zugehörigen Gemarkung zu versehen. 2Die Gebäudevermessung muss nachvollziehbar sein. 3Das Rechenprotokoll muss enthalten:
Messelemente;
Einpassung (Restklaffungen);
Koordinierung und Kontrollen;
sortierte Koordinatenliste;
Datum der Erstellung.
4Überflüssige Ansätze sind aus dem Protokoll zu entfernen.
1Die Datei der Ergebnisse ist in DV-lesbarer Form im DFK-Schnittstellenformat nach den Richtlinien zum Datenaustausch für das amtliche Grundstücks- und Bodeninformationssystem – DatRi-GRUBIS – (Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen vom 25. Juni 1993, FMBl S. 339, ber. S. 384) zu übergeben. 2Sie muss die Koordinaten der verwendeten Altpunkte und der Neupunkte enthalten.
Übernahme der Ergebnisse der Gebäudevermessung in das Liegenschaftskataster
(1) Sind die vorgelegten Unterlagen nicht vollständig oder mangelhaft oder können die Ergebnisse der Gebäudevermessung wegen Mängeln nicht in das Liegenschaftskataster übernommen werden, sind die Unterlagen unter Angabe der Gründe an den Antragsteller oder die Antragstellerin zurückzugeben.
(2) 1Wenn die Antragsteller die Unterlagen innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Rückgabe gemäß Abs. 1 nicht vollständig oder mängelfrei vorlegen oder die Mängel an den Ergebnissen der Gebäudevermessung nicht beseitigen, hat die untere Vermessungsbehörde die Übernahme durch Bescheid abzulehnen und die Unterlagen an den Antragsteller oder die Antragstellerin zurückzugeben. 2 Die untere Vermessungsbehörde nimmt die Gebäudeeinmessung von Amts wegen vor.
Diese Verordnung tritt am 1. November 2005 in Kraft.
München, den 10. Oktober 2005