Source: https://www.bafoeg-aktuell.de/magazin/14526-steuererklaerung-im-studium/
Timestamp: 2020-01-17 19:39:47
Document Index: 251396710

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 9', '§ 10', '§ 32', '§ 46', '§ 152']

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Studenten Steuererklärung - Studienkosten von der Steuer absetzen
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Viele Studienkosten können steuerlich abgesetzt werden, daher kann eine Steuererklärung einem Studenten viel Geld sparen.
Studenten können ihre Ausgaben entweder als Sonderausgaben oder Werbungskosten von der Steuer absetzen. Das hängt davon ab, ob sie sich in der Erst-oder Zweitausbildung befinden.
Steuererklärung: Erstausbildung
Studierende in der Erstausbildung können ihre damit verbundenen Ausgaben nicht als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen. Als Erstausbildung sind im Studium lediglich Studienkosten als Sonderausgaben von 6.000 Euro pro Jahr steuerlich absetzbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).
Damit eine Ausbildung als Erstausbildung anerkannt wird, muss sie gemäß § 9 Abs. 6 EStG die folgenden Kriterien erfüllen:
Dauer der Ausbildung mindestens 12 Monate
Abschluss der Ausbildung durch Prüfung
Studium baut auf Ausbildung auf
Dies sind typische Erstausbildungen:
Gewechseltes Studium ohne vorangegangen Abschluss
Sonderausgaben sind Kosten, die der privaten Lebensführung zuzuschreiben sind. Hierzu gehören gemäß § 10 EStG u.a.:
Vorsorgeaufwendungen (für Angestellte und Beamte bis 1800 Euro steuerlich absetzbar; für Selbstständige bis 2.800 Euro absetzbar)
Kirchensteuer (in voller Höhe absetzbar)
Spenden und Mitgliedsbeiträge (entsprechend des Zweckes in unterschiedlicher Höhe absetzbar)
Kinderbetreuungskosten (zwei Drittel der Aufwendungen, maximal 4.000 Euro pro Kind)
Studienkosten in der Erstausbildung (bis zu 6.000 Euro jährlich absetzbar)
Wichtig: Nur Studenten, die einer steuerpflichtigen Tätigkeit nachgehen und damit Einkünfte oberhalb des Grundsteuerfreibetrags von 9.168 Euro jährlich haben, können Sonderausgaben absetzen.
Steuererklärung: Zweitausbildung
In der Zweitausbildung können Masterstudenten und Bachelorstudenten mit abgeschlossener Berufsausbildung sämtliche Studienkosten als Werbungskosten unbegrenzt steuerlich absetzen. Dies stellt gegenüber der Regelung zu Sonderausgaben einen wesentlichen Vorteil dar.
Was gilt als Zweitausbildung?
Die folgenden Ausbildungen gelten als Zweitausbildungen:
Bachelorstudium nach abgeschlossener Berufsausbildung
Mehr zum Thema Werbungskosten im Studium:
Wann muss ein Student eine Steuerklärung machen?
Ob ein Student dazu verpflichtet ist, eine Einkommenssteuererklärung anzufertigen, hängt von seinem Einkommen ab.
Verdient ein Student zum Beispiel als 450-Euro-Jobber weniger als den Steuerfreibetrag von 9.168 Euro im Jahr (§ 32a EStG, Stand 2019), muss er grundsätzlich keine Steuererklärung einreichen.
Einkommenssteuererklärung für Student Pflicht
Unter den folgenden Gesichtspunkten ist eine Steuererklärung gesetzlich vorgeschrieben:
Einkünfte aus selbständiger Arbeit liegen über dem Steuerfreibetrag für Studenten von 9.168 Euro
Mieteinnahmen/ Kapitaleinkünfte von über 9.168 € im Jahr
Student ist bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt, bzw. in VI Steuerklasse veranlagt
Student hat Steuerfreibeträge in seiner Lohnsteuerkarte eingetragen
Studenten mit Gewerbeschein und Einnahmen aus Selbstständigkeit
Welche Unterlagen für die Steuererklärung?
Für die Steuererklärung werden folgende Unterlagen benötigt:
Immaktrikulationsbescheinigung
Bescheinigungen über Lohnersatzleistungen (z.B. Elterngeld, Arbeitslosengeld, etc.)
Belege über Studienausgaben
Steuererklärung: Welche Anlagen als Student ausfüllen?
Wenn Studenten eine Steuererklärung abgeben wollen, müssen je nach Situation folgende Anlagen ausgefüllt werden:
Das sog. „Startformular“ muss jeder zwingend ausfüllen. In ihm werden u.a. Angaben zur Person und Kontoverbindung gemacht.
Anlage N wird benötigt, wenn ein Student sich in einem Angestelltenverhältnis gegen Gehalt befindet und Lohnsteuer bezahlen musste. Hier werden zudem Werbungskosten angegeben.
Diese Anlage betrifft Angaben zu selbstständigen Tätigkeiten und freien Berufen.
Wenn ein Student außerhalb des Felds der freien Berufe selbstständig tätig ist, muss er ein Gewerbe anmelden. Alle Einkünfte und möglichen Ausgaben daraus muss er hier angeben.
Hier können Studenten Angaben zu ihrem Versicherungsstatus machen. Eventuelle Beiträge in die gesetzliche/private Krankenversicherung, Haftpflicht- oder Berufsunfähigkeitsversicherung und weitere werden hierbei berücksichtigt.
Für Studenten ist diese Anlage nur relevant, wenn sie Einkünfte durch ihr Kapital haben, z.B. durch Aktien.
Wie Steuererklärung abgeben?
Möchte man als Student eine Steuererklärung abgeben, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Die Formulare für die Steuererklärung können beim Finanzamt vor Ort abgeholt werden oder von der Website des Finanzministeriums heruntergeladen werden. Anschließend müssen sie dem Finanzamt wieder ausgehändigt werden.
Ein weniger mühsamer Weg seine Steuererklärung anzufertigen, führt über das Online-Portal der deutschen Steuerverwaltungen „Elster“(kurz für „elektronische Steuererklärung“). Hierbei werden die benötigten Unterlagen online angefügt und die Angaben zum Schluss einem Plausibilitätscheck unterzogen, um ihre Genauigkeit zu überprüfen.
Computerprogramme oder Apps stellen Fragen auf deren Grundlage die Formulare ausgefüllt werden. Per Klick werden diese dann an das Finanzamt gesendet.
Abgabefrist der Steuerklärung im Studium
Die Abgabefrist der freiwilligen Steuerklärung für Studenten beträgt 4 Jahre. Wer für 2019 eine Steuerklärung anfertigen und abgeben möchte, kann dies bis zum 31. 12 2023 tun. Ist ein Student allerdings auf Grund seines Einkommens zu einer Steuererklärung verpflichtet, muss er die Erklärung bis zum 31. Mai des folgenden Jahres abgeben.
Steuererklärung nicht gemacht: Strafe
Wer zu einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss mit Konsequenzen rechnen, wenn dieser Pflicht nachgekommen wird(§ 46 EStG). Wird eine Steuererklärung zu spät abgegeben, dürfen die Finanzämter einen Verspätungszuschlag fordern (§ 152 Abgabenordnung). Wird die Steuererklärung gar nicht gemacht, werden die Einkommensverhältnisse vom Finanzamt geschätzt – großzügig zugunsten des Fiskus.
Eine Steuererklärung im Studium lohnt sich auch, wenn man keine Einkünfte hat. Studenten in der Zweitausbildung können ihre Ausgaben der letzten 7 Jahre vom Finanzamt auf zukünftige Steuern angerechnet bekommen. Dies erfolgt über einen Verlustvortrag, in dem Ausgaben während des Studiums festgehalten werden. Dieser Verlustvortrag wird vom Finanzamt bei zukünftigen Steuerverpflichtungen gegengerechnet. Studenten in der Erstausbildung können bisher keinen Gebrauch von dieser Regelung machen.
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