Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201992,%20595
Timestamp: 2020-02-21 05:59:17
Document Index: 97962245

Matched Legal Cases: ['Art. 101', 'Art. 101', '§ 338', 'Art. 103', 'Art. 101', 'BGH', 'Art. 101', '§ 57', '§ 462', '§ 57']

Rechtsprechung: MDR 1992, 595 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerfG, 20.01.1992 | OLG Karlsruhe, 03.01.1992
https://dejure.org/1992,1570
BVerfG, 10.01.1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,1570)
BVerfG, Entscheidung vom 10.01.1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,1570)
BVerfG, Entscheidung vom 10. Januar 1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,1570)
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Blinder Berufungsrichter
Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, kein Anspruch der Prozeßbeteiligten hinsichtlich persönlicher Eigenschaften des Richters, Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG enger als § 338 Nr. 1 StPO;
Art. 103 Abs. 1 GG, Erfordernis einer ausreichenden Kommunikation
Vorsitzender - Richter - Blind - Berufung
LG Kaiserslautern, 02.07.1990 - 5 Js 3591/89
OLG Zweibrücken, 25.01.1991 - 1 Ss 265/90
NJW 1992, 2075
MDR 1992, 595
NStZ 1992, 246
Das zeigt sich eindrucksvoll in dem Fall der - grundsätzlich zulässigen - Beteiligung eines blinden Richters (dazu BVerfG, NJW 1992, 2075).
Nicht jede irrtümliche Überschreitung der Kompetenzen und nicht jede fehlerhafte Anwendung des Prozessrechts verstößt zugleich gegen das Verfassungsgebot des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG (BVerfG, Beschluss vom 3. November 1992 - 1 BvR 137/92 - NJW 1993, 381 und Beschluss der 2. Kammer des 2. Senats vom 10. Januar 1992 - 2 BvR 347/91 - NJW 1992, 2075 jeweils m.w.N.).
Die von dem Antragsteller zitierte Rechtsprechung des BGH und des BVerfG ist in dem Senatsbeschluss vom 19.04.1994 bereits dargestellt und berücksichtigt worden, u. a. auch dass das BVerfG mit Beschluss vom 10.01.1992 -2 BvR 347/91= NJW 1992, 2075 entschieden hat, dass die Mitwirkung eines blinden Richters als Vorsitzenden einer Großen Strafkammer in der Berufungsverhandlung das Verfahrensgrundrecht auf den gesetzlichen Richter (Art. 101 I 2 GG) nicht verletzt.
Nicht jede irrtümliche Überschreitung der Kompetenzen und nicht jede fehlerhafte Anwendung einfachgesetzlicher Verfahrensvorschriften verstößt zugleich auch gegen das Verfassungsgebot der Gewährleistung des gesetzlichen Richters (BVerfG, Beschluß vom 3. November 1992 - 1 BvR 137/92 - NJW 1993, 381 und Beschluß der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Januar 1992 - 2 BvR 347/91 - NJW 1992, 2075, jeweils m.w.N.).
https://dejure.org/1992,5357
BVerfG, 20.01.1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,5357)
BVerfG, Entscheidung vom 20.01.1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,5357)
BVerfG, Entscheidung vom 20. Januar 1992 - 2 BvR 347/91 (https://dejure.org/1992,5357)
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OLG Karlsruhe, 03.01.1992 - 1 Ws 273/91
https://dejure.org/1992,18611
OLG Karlsruhe, 03.01.1992 - 1 Ws 273/91 (https://dejure.org/1992,18611)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 03.01.1992 - 1 Ws 273/91 (https://dejure.org/1992,18611)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 03. Januar 1992 - 1 Ws 273/91 (https://dejure.org/1992,18611)
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OLG Hamm, 18.03.2013 - 3 Ws 71/13
Eine Einwilligungserklärung mit Wirksamkeit nur für ein bestimmtes Verfahren oder nur gegenüber einem bestimmten Gericht ist der Regelung des § 57 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB fremd, gleiches gilt für die Rücknahme der Einwilligung als actus contrarius (entgegen OLG Karlsruhe, MDR 1992, 595).
Nach einer in der Rechtsprechung (OLG Karlsruhe, MDR 1992, 595) und der Literatur (…Meyer-Goßner, a.a.O., § 462a Rdnr. 12) vertretenen Auffassung endet das Befasstsein der Strafvollstreckungskammer (gemeint ist wohl: automatisch) mit der Rücknahme der Einwilligung nach § 57 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB.