Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20C%20110.95
Timestamp: 2019-08-23 19:04:02
Document Index: 57798490

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 26', '§ 1', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 6', '§ 6']

BVerwG, 04.06.1996 - 9 C 110.95 - dejure.org
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BVerwG, 04.06.1996 - 9 C 110.95 (https://dejure.org/1996,1455)
BVerwG, Entscheidung vom 04.06.1996 - 9 C 110.95 (https://dejure.org/1996,1455)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Juni 1996 - 9 C 110.95 (https://dejure.org/1996,1455)
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Bekenntnis zum deutschen Volk - Äußerer Erklärungsinhalt - Subjektives Bewußtsein - Umsiedlung
VG Sigmaringen, 30.09.1993 - 2 K 17/93
BVerwGE 101, 205
NVwZ 1997, 87 (Ls.)
NVwZ-RR 1996, 706
VBlBW 1996, 416
DVBl 1996, 1265
Ein Bekenntnis zum deutschen Volkstum im Sinne von § 6 BVFG setzte schon immer ein Bekenntnis ausschließlich zum deutschen Volkstum voraus (z.B. Urteil vom 4. Juni 1996 - BVerwG 9 C 110.95 - BVerwGE 101, 205, 208 Abs. 2: "... ausschließlich dem deutschen Volk als einer national geprägten Kulturgemeinschaft anzugehören.").
Bei einer solchen ersten Bekenntniserklärung ist in der Regel ohne Prüfung der Motive, die zur Abgabe der Erklärung geführt haben, davon auszugehen, daß dem äußeren Erklärungsinhalt auch - wie es der Bekenntnisbegriff verlangt - ein entsprechendes inneres Bewußtsein zugrunde gelegen hat (vgl. BVerwGE 92, 70 ; 101, 205 ; 102, 214 ).
Vielmehr ist - wie es der Regel entspricht - davon auszugehen, daß bei Angabe der deutschen Nationalität anläßlich der Ausstellung des ersten sowjetischen Inlandspasses dem äußeren Erklärungsinhalt auch ein entsprechendes inneres Bewußtsein zugrunde gelegen hat (vgl. Urteil vom 16. Februar 1993 - BVerwG 9 C 25.92 - BVerwGE 92, 70 ; Urteil vom 4. Juni 1996 - BVerwG 9 C 110.95 - BVerwGE 101, 205 ).
Dieser Vertriebenenstatus ist unabhängig von der Ausreise der Mutter des Klägers nach Deutschland in ihrer Person bereits in der Ukraine entstanden (vgl. BVerwG, Urteil vom 04.06.1996 - 9 C 110.95 -, BVerwGE 101, 205 ; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 20.01.1999 - 6 S 949/96 - ).
Aufgrund der Voraussetzung der Umsiedlung als deutscher Volkszugehöriger i. S. d. § 6 BVFG a.F., nach dem deutscher Volkszugehöriger i. S. d. Bundesvertriebenengesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird, bedurfte es kurz vor der Umsiedlung als dem hier maßgebenden Vertreibungsvorgang - vgl. zur Maßgeblichkeit dieses Zeitpunktes im Hinblick auf Umsiedlungen: BVerwG, Urteil vom 4. Juni 1996 - 9 C 110.95 -, BVerwGE 101, 205 ff., m. w. N.; zur Maßgeblichkeit des Zeitpunkts kurz vor Beginn der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen (in der Sowjetunion kurz vor Beginn des Krieges mit der Sowjetunion im Juni 1941) im Übrigen: BVerwG, Urteil vom 25. Juni 1991 - 9 C 22.90 -, BVerwGE 88, 312 ff. - eines Bekenntnisses zum deutschen Volkstum.
vgl. BVerwG, Urteil vom 4. Juni 1996 - 9 C 110.95 -, a. a. O.
BVerwG, 07.07.1998 - 9 B 1202.97
Anspruch auf Erteilung eines Aufnahmebescheides nach § 26 des Gesetzes über die …
Dieses Vorbringen führt auf keine in einem Revisionsverfahren klärungsbedürftige Rechtsfrage, wobei offenbleiben kann, ob die Klägerin den Vertriebenenstatus nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 BVFG über § 7 BVFG a.F. erworben hat (vgl. dazu Urteil vom 4. Juni 1996 - BVerwG 9 C 110.95 - BVerwGE 101, 205, 206, 207) [BVerwG 04.06.1996 - 9 C 110/95]und welche rechtliche Bedeutung der Aufhebung des § 7 BVFG a.F. durch das am 1. Januar 1993 in Kraft getretene Kriegsfolgenbereinigungsgesetz für Personen zukommt, die erst nach dem 31. Dezember 1992 nach Deutschland übersiedeln (…vgl. Urteil vom 4. April 1995 - BVerwG 9 C 400.94 - Buchholz 412.3 § 1 BVFG Nr. 51, S. 6).
Es kann - anders als in dem mit Urteil vom heutigen Tage entschiedenen Rechtsstreit BVerwG 9 C 110.95 - auch kein Zweifel daran bestehen, daß - wie es der Regel entspricht - hinter dieser sich äußerlich als Bekenntnis zum deutschen Volkstum darstellenden Erklärung auch subjektiv der Wille und das Bewußtsein des Vaters standen, ausschließlich dem deutschen Volk als national geprägter Kulturgemeinschaft anzugehören.
vgl. BVerwG Urteile vom 16. Februar 1993 - 9 C 25.92 -, BVerwGE 92, 70 (76), vom 4. Juni 1996 - 9 C 110.95 -, BVerwGE 101, 205 (208), vom 12. November 1996 - 9 C 8.96 -, BVerwGE 102, 214 (217) und vom 23. März 2000 - 5 C 25.99 -.
vgl. BVerwG, Urteile vom 16. Februar 1993 - 9 C 25.92 -, BVerwGE 92, 70 (76) und vom 4. Juni 1996 - 9 C 110.95 -, BVerwGE 101, 205 (208), sowie zu § 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BVFG: Urteile vom 12. November 1996 - 9 C 8.96 -, BVerwGE 102, 214 (217) und vom 23. März 2000 - 5 C 25.99 -, Buchholz, Sammel- und Nachschlagewerk der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, 412.3 § 6 BVFG Nr. 92 = DVBl. 2000, 1533.