Source: https://www.hwk-koeln.de/32,0,368.html
Timestamp: 2020-07-12 10:28:47
Document Index: 42603534

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 13', '§ 3', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 16', '§ 33', '§ 24']

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - Handwerkskammer zu Köln
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt. Sie bedeutet vielmehr eine schwere Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Sexuelle Belästigung ist leider in sämtlichen Bereichen der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst festzustellen. Die Mehrzahl der Opfer sexueller Belästigungen sind Frauen.
Jedes sexuell bestimmte Verhalten, das von den Betroffenen nicht erwünscht und von ihnen als beleidigend und abwertend empfunden wird. ( § 3 Abs.4 AGG).
Dazu gehören verbale und nonverbale, offene und versteckte Übergriffe wie zum Beispiel:
unnötiger Körperkontakt
Bemerkungen mit sexuellem Inhalt oder über das Äußere Erscheinungsbild
Androhen beruflicher Nachteile bei sexueller Verweigerung.
Die Folgen und psychischen Symptome sind vielfältig:
Schuld - und Schamgefühle
Körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen
Angstanfälle, Schlafstörungen
Psychosomatische Erkrankungen und andere physische und psychische Beschwerden.
Auch Monate nach einer Belästigung haben Betroffene oft noch Spätfolgen zu tragen.
Offene Abwehr - möglichst im Beisein anderer - ist die wirksamste Reaktion auf sexuelle Belästigung!
Ignorieren des Übergriffs ist die häufigste aber zugleich uneffektivste Umgangsweise, da sie sehr oft als Zustimmung gewertet wird. Das Verhalten der belästigenden Person wird sich hierdurch nicht ändern!
Sie sollten sich in jedem Fall an eine Person Ihres Vertrauens und/oder an die Personalvertretung wenden und mit ihrem Problem nicht alleine bleiben!
Weitere Infos www.frauen-gegen-gewalt.de﻿
Nach dem für alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst geltenden Gesetz zum Schutz der Beschäftigten vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz vom 24.06.1994 Beschäftigtenschutzgesetz ( § 13 AGG) hat grundsätzlich jede betroffene Person das Recht, sich über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu beschweren, ohne dass dies persönliche oder berufliche Nachteile für Sie zur Folge haben darf.
Geregelt ist in diesem Gesetz im Einzelnen:
die Definition sexueller Belästigung § 3 Abs.4 AGG
die Verpflichtung von Arbeitgebern und Dienstvorgesetzten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorbeugende Maßnahmen zu treffen § 12 Abs.1 AGG
die Pflicht der Arbeitgeber und Dienstvorgesetzten, die Beschwerde zu prüfen und bei Feststellung einer Belästigung unverzüglich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu beenden § 12 Abs.2 AGG
notwendige Maßnahmen, die zu diesem Zwecke ergriffen werden können, wie Abmahnung, Umsetzung, Versetzung, Kündigung § 12 Abs.3 AGG
das Beschwerderecht der Betroffenen § 13 AGG
das Leistungsverweigerungsrecht der Betroffenen und dafür notwendige Umstände § 14 AGG
das Verbot von Benachteiligungen von Betroffenen, weil sie sich gewehrt haben § 16 AGG
Der Arbeitgeber muss Beschwerden von Belästigungen nachgehen und gegen die Urheber arbeitsrechtlich vorgehen. Ist die Beschwerde beim Arbeitgeber nicht erfolgreich, so hat der Belästigte das Recht, die Arbeit teilweise oder ganz niederzulegen. Im Extremfall darf der Betroffene nach schriftlicher Ankündigung sogar zu Hause bleiben und weiter Ausbildungsvergütung beziehen. Der Auszubildende kann außerdem fristlos kündigen und ggf. Schadensersatz verlangen.
Geht die sexuelle Belästigung vom Betriebsinhaber aus, muss dieser mit der Entziehung der Ausbildereignung ( § 33 BBiG, § 24 HwO) rechnen.
Betroffene sollten sich an die Ausbildungsberatung [EM1] der Handwerkskammer und andere Ansprechpartner wie Frauennotrufe, Frauenbeauftragte, Gewerkschaften, Rechtsanwälte wenden:
Beratungstelefon: 03018-555-1865
agisra Köln e.V. - Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen - Beratung und Therapie in verschiedenen Sprachen
Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt / Diakonie Michaelshoven e.V
LOBBY FÜR MÄDCHEN - Mädchenhaus Köln e.V. Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 27 Jahren
Polizei Köln Kriminalkommissariat Vorbeugung
Tel.: 0214-4060
Tel.: 0214 206 1598
Fax: 0214 870 92 18
info@frauennotruf-lev.de
Telefon: 0228/63 55 24
Telefon: 02241/7 22 50
Telefon: 02261/2 47 92
Rhein.- Bergischer Kreis
Telefon: 02202/4 51 12