Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.05.1972&Aktenzeichen=IV%20ZR%2065/71
Timestamp: 2019-06-18 19:51:53
Document Index: 297920048

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 295', 'BGH', 'BGH', '§ 295', 'BGH', '§ 295', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 641']

BGH, 24.05.1972 - IV ZR 65/71 - dejure.org
BGH, 24.05.1972 - IV ZR 65/71
https://dejure.org/1972,426
BGH, 24.05.1972 - IV ZR 65/71 (https://dejure.org/1972,426)
BGH, Entscheidung vom 24.05.1972 - IV ZR 65/71 (https://dejure.org/1972,426)
BGH, Entscheidung vom 24. Mai 1972 - IV ZR 65/71 (https://dejure.org/1972,426)
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Anforderungen an die Erhebung einer Klage - Geltendmachung der mangelnden Zustellung
NJW 1972, 1373
MDR 1972, 767
Diese Auffassung entspricht insbesondere dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24. Mai 1972 - IV ZR 65/71, NJW 1972, 1373, 1374.
Das Verlangen, nochmals eine nicht als Entwurf bezeichnete Klageschrift dem Gericht vorzulegen und der Beklagten zustellen zu lassen, würde - ebenso wie im Fall des Urteils vom 24. Mai 1972 aaO. - auf einen überflüssigen Formalismus hinauslaufen.
Auch diese Annahme stimmt mit der Entscheidung vom 24. Mai 1972 aaO. überein.
Der IV. Zivilsenat war deshalb auch ohne Anrufung des Großen Senats für Zivilsachen nicht gehindert, in der Entscheidung vom 24. Mai 1972 aaO. dahin zu erkennen, daß in Fällen der vorliegenden Art zur Wahrung einer Ausschlußfrist eine rügelose Einlassung des Beklagten nur dann nicht genügt, wenn in dem in Bezug genommenen Schriftstück die in § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO zwingend vorgeschriebene Angabe von Klagegegenstand und Klagegrund fehlt.
Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 25, 66, 72 ff; BGH, Urt. v. 24. Mai 1972 aaO.; auch Beschl. v. 21. Dezember 1983 - IVb ZB 29/82, NJW 1984, 926 f).
Der Bundesgerichtshof ist dem für die Zustellung gefolgt (BGH Urteil vom 24. Mai 1972 - IV ZR 65/71 - NJW 1972, 1373, 1374; Urteil vom 27. Mai 1974 - II ZR 109/72 - NJW 1974, 1557, 1558), und zwar auch hinsichtlich der Wirkung einer materiell-rechtlichen Frist (Ehelichkeitsanfechtungsklage).
Durch die Stellung der Anträge im Termin vom 13. März 1981 trat jedoch eine Heilung des Zustellungsmangels gemäß § 295 Abs. 1 ZPO ein und wurde die Rechtshängigkeit der Klage begründet (vgl. BGH Urt. v. 24. Mai 1972, IV ZR 65/71, NJW 1972, 1373, 1374).
Die Zustellung der Klage gehört zu den heilbaren Verfahrensmängeln; ein Rügeverzicht ist anzunehmen, wenn die Parteien über eine den Beklagten durch formlose Übermittlung im Armenrechtsprüfungsverfahren bekannte Klage streitig verhandeln (vgl. BGH Urt. v. 24. Mai 1972, IV ZR 65/71, aaO).
Die fehlende Klagezustellung gehört zwar zu den nach § 295 Abs. 1 ZPO heilbaren Verfahrensmängeln (vgl. BGH 24. Mai 1972 - IV ZR 65/71 -) .
Daß eine Klage nicht als bedingt für den Fall der Armenrechtsbewilligung erhoben gelten kann, hat der Bundesgerichtshof mit seinem Urteil vom 24. Mai 1972 (NJW 1972, 1373) ausdrücklich entschieden.
Legt daher das Prozessrecht einer mangelhaften Klageerhebung, wenn der Mangel durch Rügeverzicht nach § 295 ZPO geheilt ist, dieselbe Wirkung wie einer einwandfreien Klageerhebung bei, dann wird auch eine mit der Klageerhebung zu wahrende materiell-rechtliche Frist mit der Heilung des Mangels gewahrt (BGH, Urt. v. 24.05.1972 - IV ZR 65/71, NJW 1972, 1373, 1374).
Fehlen der Klage die in § 253 Abs. 2 ZPO zwingend vorgeschriebenen Angaben, tritt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung "Heilung" erst vom Zeitpunkt der Behebung des Mangels ein (…BGH, Urt. v. 29.11.2956 - III ZR 235/55, BGHZ 22, 254, 257; BGH, NJW 1972, 1373, 1374;… BGH, Urt. v. 08.02.1996 - IX ZR 107/95, juris, Rn. 10 f.).
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