Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/228818,0.html
Timestamp: 2019-12-11 03:49:02
Document Index: 32427258

Matched Legal Cases: ['§932', '§816', '§932', '§935', '§ 816', '§ 816', '§ 903']

Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> gutgläubiger Eigentumserwerb
Verfasst am: 26 März 2009 - 11:22:38 Titel: gutgläubiger Eigentumserwerb
Da der Rasenmäher (Wert 50€) von Baumann (B) nicht mehr richtig funktioniert, bringt er ihn zur Reparatur in die Werkstatt des Reich (R). Als Günter (G) bei R nach einem gebrauchten Rasenmäher fragt, verkauft R dem gutgläubigem G den Mäher für 80€. Baumanns Neffe , angehender Jurastudent, klärt seinen Onkel auf, dass G nach §932 Eigentümer des Rasenmähers geworden ist. "Dann will ich wenigstens von Reich die 80€", fordert Baumann.
a) Prüfe, ob Baumann die 80€ von Reich zu Recht fordert!
b) Begründe, warum der Gesetzgeber in bestimmten Fällen den gutgläubigen Eigentumserwerb zulässt!
a) §816 Abs. 1 BGB
1) Verfügung eines Nichtberechtigten: Reich war nicht zum Verkauf des Rasenmähers berechtigt. Jetzt ist die Frage, wieso? Wenn ich einen Rasenmäher in die Werkstatt bringe, habe ich dann einen leihvertrag abgeschlossen, der die Werkstatt zum Besitz verpflichtet oder wie begründet man das?
2) Die Verfügung ist gegenüber B wirksam: Die Veräußerung war nach §932, §935 wirksam, siehe Jurastudent
Rechtsfolge: Baumann kann von Reich die Herausgabe von 80€ verlangen.
Stimmt das? bei b) komm ich leider net weiter.
Verfasst am: 26 März 2009 - 12:00:57 Titel:
1. § 816 I stimmt. Streit besteht nur darin, ob der Wert der Sache (50€) herauszugeben ist, oder das tatsächlich erlangte. M.E. sind die 80 Euro herauszugeben.
2. Versetze Dich doch mal in die Lage, daß Du von jemanden etwas kaufst. Willst Du dann das Risiko in Kauf nehmen, daß Jahre später der eigentliche Eigentümer erscheint und die Sache herausverlangt)
Geld weg, Sache weg..... Der tägliche Geschäftsverkehr wäre ganz schön gehemmt.
Im Osten Europas wird dieser gutgläubige Erwerb sogar soweit anerkannt, daß selbst gestohlene Sachen darunter fallen.
Wer weiß, ob dort die Situation des Auseinanderfallens von Eigentümer und Besitzerstellung öfter vorkommt.....
Verfasst am: 26 März 2009 - 12:07:04 Titel:
Die Berechtigung nach § 816 I ist grundsätzlich die, die auch das GEsetz und auch die Logik vorsieht.
Über eine Sache verfügen darf grundsätzlich der Eigentümer (§ 903). Durch die Übergabe an R wird kein Eigebntüm übertragen. Mit anderweitigen Berechtigungen zur Veräußerung wurde R nicht bedacht....
Verfasst am: 26 März 2009 - 12:19:52 Titel:
Vielen Dank, Meddy50!
Verfasst am: 26 März 2009 - 18:50:43 Titel:
Der Gesetzgeber sieht für manche Situationen den gutgläubigen Erwerb vor, damit das Vertrauen des Erwerbers in den Bestand des Verfügungsgeschäfs geschützt wird (würde ich sagen).