Source: https://www.ljrmv.de/ljrmv/aktuelles/meldungen/20200320_PM_CoronaJugendarbeit.php
Timestamp: 2020-06-05 08:24:36
Document Index: 219790339

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Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern – PM des Landesjugendrings M-V e.V. vom 20.03.2020
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PM des Landesjugendrings M-V e.V. vom 20.03.2020
Der Landesjugendring M-V e.V. wendet sich an die Ministerpräsidentin, an das Sozialministerium, an die jugendpolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen, an den Landkreistag M-V sowie an den Städte- und Gemeindetag M-V mit der Forderung, einen Notfallfonds für die landesweite Jugendverbandsarbeit, kommunale Jugend(sozial)arbeit, sowie Jugendfreizeitstätten und Bildungsstätten zur Verfügung zu stellen.
Der Landesjugendring M-V e.V. wendet sich an die Ministerpräsidentin, an das Sozialministerium, an die jugendpolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen, an den Landkreistag M-V sowie an den Städte- und Gemeindetag M-V mit der Forderung, einen Notfallfonds für die landesweite Jugendverbandsarbeit, kommunale Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, sowie Jugendfreizeitstätten und Bildungsstätten zur Verfügung zu stellen, um unbürokratische Unterstützung zu gewährleisten. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen öffentlichen Erlasse und Verordnungen der Bundes- und Landespolitik, sind alle Veranstaltungen und Aktivitäten der Jugendarbeit abgesagt oder verschoben worden. Diese Entscheidungen waren richtig! Dennoch drohen durch die angeordneten Schließungen und Verbote erhebliche finanzielle Ausfälle und Mehrbelastungen. Jugendeinrichtungen, Bildungsstätten, Verbände und Vereine geraten an ihre strukturellen Belastungsgrenzen. Es droht ein Wegbrechen von zivilgesellschaftlich getragenen Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Vorstand des Landesjugendringes in Mecklenburg-Vorpommern fordern daher, die zeitnahe Einrichtung eines Notfallfonds für die landesweite und kommunale Jugendarbeit (§11 SGB VIII), die Jugendverbandsarbeit (§12 SGB VIII) und die Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII), sowie für Jugendfreizeitstätten sowie Bildungsstätten um auf unbürokratischen Wegen die zusätzlichen Kosten zu decken und allen Akteuren bei ihren aktuellen Planungen und Entscheidungen Sicherheit zu geben. Zudem fordern wird das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Landkreise und kreisfreien Städte auf, die jetzt entstehenden Kosten in der Kinder- und Jugendarbeit (nach §11-§13 SGB VIII) verbindlich als komplett förderfähig anzuerkennen und dies bei den entsprechenden Abrechnungen der Fördermittel zu berücksichtigen.
gez. Christian Thönelt (Geschäftsführer) im Namen des gesamten Vorstandes
Brief an die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig,
die Sozialministerin Stefanie Drese,
die jugendpolitischen Sprecher*innen der demokratischen Landtagsfraktionen,
den Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern und
den Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin, 20.03.2020
Sehr geehrte Frau Ministerin Drese,
die aktuellen Ereignisse rund um das Corona-Virus (SARS CoV-2) verändern die Gestaltung des öffentlichen Lebens und die Planung und Durchführung von Veranstaltung mittlerweile auf einer täglichen Basis. Die Jugendarbeit (§11 SGB VIII), die Jugendverbandsarbeit (§12 SGB VIII) und die Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) lebt von zwischenmenschlichen Kontakten, dem Austausch über Landesgrenzen hinaus und das gemeinsame aktiv Sein. In Zeiten des sich ausbreitenden SARS CoV-2 ist die Sicherheit unserer Mitglieder und deren Umfeld im besonderen Fokus. Daraufhin wurden alle Veranstaltungen präventiv abgesagt oder verschoben.
In Bildungsstätten, Gruppenhäusern, Zeltlagern und vergleichbaren Jugendfreizeitstätten werden die Buchungen von Schulklassen und Jugendgruppen storniert. Jugendzentren und kleine Jugendeinrichtungen im ländlichen Raum müssen ihre Angebote zur Sicherheit ihrer Besucher*innen aussetzen und schließen aufgrund der Verordnung der Landesregierung vom 17.03.2020 bis voraussichtlich einschließlich 19.04.2020.
Die im Vorfeld stattfindenden Planungen von Veranstaltungen und Aktivitäten haben für die gesamte Kinder- und Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern Kosten verursacht, die an Förderungen gebunden sind. Durch Verschiebung von Veranstaltungen und Aktivitäten entstehen den Mitgliedern Stornokosten, die die bisherige Fördersumme erhöhen. Veranstaltungen müssen nachgeholt werden, beispielsweise Vollversammlungen der Mitglieder. Durch eine erneute Planung der Veranstaltungen und Aktivitäten entstehen hier erhöhte Kosten. Viele Mitgliedsorganisationen planen ihre Veranstaltungen und Aktivitäten weit im Voraus. Damit verbunden sind Hausbuchungen, Fahrtkosten und Materialbesorgungen, aber auch Personalkosten und Kosten für Honorarkräfte. Veranstaltungen und Aktivitäten werden aufgrund der aktuellen Lage und zur notwendigen Vorsicht gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verschoben und ein Ende der Vorsichtsmaßnahmen ist zum heutigen Stand schwer abzuschätzen. Trotzdem entstehen Kosten für die Verbände und Gruppen, insbesondere für Veranstaltungen, die zu einem späteren Zeitpunkt erneut geplant werden. Diese können nicht aus Eigenmitteln gedeckt werden. Daher muss der Mehrkostenaufwand aus den neu terminierten Veranstaltungen förderfähig bleiben, da sie zum Schutz der Teilnehmer*innen verschoben wurden. Zuschüsse und Förderungen sind zum Teil an Teilnehmer*innentage gebunden. Durch die massiven Einschränkungen im Bereich der kommunalen und landesweiten Jugendarbeit werden diese Teilnehmer*innentage einen anderen Umfang haben als bisher geplant. Wir möchten für diese Umstände sensibilisieren und Fördergeber bitten, Zuwendungen unter diesen besonderen Umständen losgelöst von Faktoren wie Teilnehmer*innentage auszuzahlen.
Kommunale Jugendfreizeitstätten sind von den umfangreichen Stornierungen betroffen. Fixkosten für Gebäude und Personal bleiben weiterhin bestehen. Diese Einrichtungen brauchen schnelle Unterstützung, damit sie nicht dauerhaft schließen müssen. Meist werden diese Freizeitstätten von gemeinnützigen Trägern betrieben, die ein Überbrücken von Einnahmeausfällen nur für einen kurzen Zeitraum leisten können, da sie seit Jahren ohnehin knapp kostendeckend arbeiten und keine entsprechenden Rücklagen bilden konnten.
Bei Jugendzentren und ähnlichen Einrichtungen der kommunalen Jugendarbeit im ländlichen Raum ist bisher noch unklar, ob öffentliche Zuschüsse gezahlt werden, wenn Einrichtungen, wie jetzt angeordnet, längerfristig geschlossen sind und geschlossen gehalten werden müssen. Hier stellt sich für viele freie Träger die Frage, ob die anfallenden Personalkosten als förderfähig durch die kommunalen bzw. landesseitigen Fördergeber anerkannt werden. Kosten, die in diesen Bereichen anfallen, sollen unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden, damit es zu keinen unnötigen Schwierigkeiten für die Akteure der Kinder- und Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern kommt, die jetzt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und ihrem Umfeld umsichtig handeln.
Wir als Vorstand des Landesjugendringes in Mecklenburg-Vorpommern fordern daher, die zeitnahe Einrichtung eines Notfallfonds für die landesweite und kommunale Jugendarbeit (§11 SGB VIII), die Jugendverbandsarbeit (§12 SGB VIII) und die Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII), sowie für Jugendfreizeitstätten sowie Bildungsstätten, um auf unbürokratischen Wegen die zusätzlichen Kosten zu decken und allen Akteuren bei ihren aktuellen Planungen und Entscheidungen Sicherheit zu geben. Zudem fordern wir das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Landkreise und kreisfreien Städte auf, die jetzt entstehenden Kosten in der Kinder- und Jugendarbeit (nach §11-§13 SGB VIII) verbindlich als komplett förderfähig anzuerkennen und dies bei den entsprechenden Abrechnungen der Fördermittel zu berücksichtigen.
Der Vorstand des LJR M-V e.V.
Marieke Bohne (BDP M-V), Henrike Stöckmann (Sportjugend M-V), Johannes Beykirch (Arbeitsgemeinschaft der Ev. Jugend M-V), Tobias Packhäuser (ver.di Jugend Nord), Ingo Trusheim (Jugendfeuerwehr M-V), Markus von Jan (Kreisjugendring Ludwigslust-Parchim e.V.), Friedrich Gottschewski (DGB Jugend Nord)
Position des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR): Gemeinsame Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit in Krisenzeiten
Der DBJR-Vorstand hat am 25. März 2020 die Position „Gemeinsame Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit in Krisenzeiten“ beschlossen. Wir leben in Zeiten einer medizinisch begründeten Ausnahmesituation, die weitreichende Maßnahmen erfordert und massive Einschränkungen im täglichen Leben mit sich bringt. Schulen und die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit müssen geschlossen bleiben. Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist zurzeit davon geprägt, dass die Kontakte zu Gleichaltrigen und Freund*innen deutlich reduziert und in der Regel nur virtuell möglich sind. Der familiäre Alltag hat sich in vielen Fällen deutlich verändert und die eigenen Freiräume haben sich verringert. Das bedeutet (auch), dass es weniger „Auszeiten“ von der eigenen Familie gibt. Gleichzeitig ist die Zeit geprägt von Unsicherheiten, Sorgen und Ängsten. Uns ist völlig klar: Gesundheit und Schutz hat an dieser Stelle Vorrang! Auch bei unserer Arbeit. Deshalb sind viele Verbände und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit bereits frühzeitig den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gefolgt und haben ihr Angebot eingeschränkt oder eingestellt. Die Angebote der Jugendverbände und Jugendringe sowie der gesamten Kinder- und Jugendarbeit sind aber für Kinder und Jugendliche und ihre Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig; gerade jetzt in der aktuellen Situation. Wir Ehren- und Hauptamtliche sowie Hauptberufliche der Kinder- und Jugendarbeit lernen gegenwärtig jeden Tag neu, wie wir mit dieser schwierigen Situation umgehen können. Wir erleben eine große Solidarität der Menschen untereinander und in vielen Einrichtungen eine große Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zu unterstützen und kreativ auf neue Formate – insbesondere digitale – umzusteigen. Die hochkomplexe Lage erzeugt zugleich bei vielen Verantwortliche Ängste vor Liquiditätsproblemen. Sie sorgen sich sehr vor rechtlichen Problemlagen. Viele Hauptberufliche haben Existenzängste, weil sie den Verlust des Arbeitsplatzes fürchten. Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, Angebote so anzupassen, dass sie in der derzeitigen Situation möglich sind. Wir schaffen neue Angebote, die durch die momentane Situation benötigt werden. Soweit es in unserer Macht steht, stellen wir sicher, dass nach dem Ende der aktuellen medizinischen Krise allen Kindern und Jugendlichen wieder die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung stehen – in der gewohnten und notwendigen Vielfalt an Werten, Konzepten, Methoden und Trägern. Dafür müssen wir als Akteure und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit unseren Partnern, allen voran den öffentlichen Trägern in den Ländern und Kommunen sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die akuten existentiellen Bedrohungen abwenden. Diese sind vor allem:
Um die nächsten Monate als Vereine, Verbände und Organisationen überstehen und anschließend diesen Übergang in die Normalität gewährleisten zu können, muss gemeinsam in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der öffentlichen Seite schnellstmöglich gehandelt werden. Formalia
Wir begrüßen in diesem Zusammenhang den im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) diskutierten Vorschlag, die Verwendung der Mittel der „Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement“ (DSEE) in den ersten Jahren auch für von Corona ausgelöste Kompensations- und Modernisierungskosten zu nutzen. Wir sind uns bewusst, dass im Bund, in den Ländern und in den Kommunen an Maßnahmen und an einer Unterstützung gearbeitet wird, etwa mit einem Sozialschutz-Paket. Manches erfüllt womöglich unsere Forderungen oder wird helfen, die Probleme der Kinder- und Jugendarbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe abzufedern. Wir fürchten aber auch, dass die Kinder- und Jugendarbeit schnell vergessen wird und damit langfristig vor allem junge Menschen viel länger unter den Folgen dieser aktuellen Notlage leiden werden. Einstimmig beschlossen im DBJR-Vorstand am 25. März 2020 in Berlin.
Position des DBJR
26.03.2020 Pressemitteilung Ministerin Drese: Land will soziale Einrichtungen weiter finanzieren
PM des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung vom 26.03.2020:
Drese: Land will soziale Einrichtungen weiter finanzieren