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Timestamp: 2019-11-13 06:45:07
Document Index: 231142578

Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 611', '§ 612', 'Art. 141', 'Art. 4', '§ 612', '§ 2', '§ 612', '§ 612', '§ 612', '§ 612', 'Art. 119', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 119', 'Art. 1', '§ 612', '§ 612', '§ 612', 'EuG', 'EuG', 'Art. 9', '§ 612']

BAG, 23.09.1992 - 4 AZR 30/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,396
BAG, 23.09.1992 - 4 AZR 30/92 (https://dejure.org/1992,396)
BAG, Entscheidung vom 23.09.1992 - 4 AZR 30/92 (https://dejure.org/1992,396)
BAG, Entscheidung vom 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 (https://dejure.org/1992,396)
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Benachteiligung wegen des Geschlechts - Unterschiedliche Entlohnung - Europäisches Gemeinschaftsrecht
Arbeitsrecht; Geschlechtsdiskriminierung beim Arbeitsentgelt
Bürgerliches Gesetzbuch, §§ 611a und 612
ArbG Oldenburg, 21.02.1991 - 1 Ca 242/90
LAG Niedersachsen, 15.11.1991 - 13 Sa 652/91
BAGE 71, 195
NJW 1993, 3091
MDR 1993, 993
NZA 1993, 891
BB 1992, 2001
BB 1993, 650
DB 1992, 2039
DB 1993, 737
Für die Interpretation richtliniendurchführender Gesetze wird dieser Grundsatz allgemein akzeptiert (BAG 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195 ff., zu II 3 c aa der Gründe; 2. April 1996 - 1 ABR 47/95 - BAGE 82, 349 ff., zu B II 2 b der Gründe mwN).
BAG, 02.04.1996 - 1 ABR 47/95
Mitbestimmung bei Bildschirmarbeit
Dieser Grundsatz wird allgemein akzeptiert (z. B. BAGE 61, 209, 216 = AP Nr. 5 zu § 611 a BGB, zu A VI 2 der Gründe; BAGE 71, 195, 205 f. = AP Nr. 1 zu § 612 BGB Diskriminierung, zu B II 3 c aa der Gründe).
BAG, 02.08.2006 - 10 AZR 425/05
Mutterschutzfristen - Entgeltkürzung
Ob daneben Art. 141 EG noch einen eigenen Anwendungsbereich hat, kann dahinstehen (vgl. BAG 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195 mwN).
Nach Art. 4 Richtlinie 75/117/EWG ist umfassend sicherzustellen, dass mit dem Grundsatz des gleichen Entgelts unvereinbare Bestimmungen in Tarifverträgen, Lohn- und Gehaltstabellen oder Vereinbarungen oder Einzelverträgen nichtig sind oder für nichtig erklärt werden können (BAG 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195).
c) Die Wahrung sozialer Besitzstände ist als sachlicher Grund zur Rechtfertigung einer unterschiedlichen Behandlung von Arbeitnehmern anerkannt (BAG 26. Mai 1993 - 4 AZR 461/92 - AP BGB § 612 Diskriminierung Nr. 2 = EzA BeschFG 1985 § 2 Nr. 28; 8. August 2000 - 9 AZR 517/99 - 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195).
Auch diese Vorschrift, die gemeinschaftsrechtskonform auszulegen ist (BAG Urteil vom 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 -, zur Veröffentlichung vorgesehen), ist nicht verletzt.
Bei Verletzung dieser Bestimmung in bezug auf die Arbeitsbedingungen hat der wegen des Geschlechts benachteiligte Arbeitnehmer Anspruch auf die Leistungen, die der bevorzugten Gruppe gewährt werden (so für § 612 Abs. 3 BGB, BAG Urteil vom 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 -, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Der Anspruch auf Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Vergütung folgt nach herrschender Meinung aus § 612 Abs. 3 BGB (Senat 10. Dezember 1997 - 4 AZR 264/96 - BAGE 87, 272, zu II 2.1 der Gründe; 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195, zu B II 2 der Gründe; BAG 23. August 1995 - 5 AZR 942/93 - BAGE 80, 343, zu II 2 b der Gründe).
Da die Vorschrift des § 612 Abs. 3 BGB erlassen worden ist, um dem europarechtlichen Gleichheitsgebot für Männer und Frauen beim Entgelt zu genügen, gebietet ihre gemeinschaftskonforme Auslegung, sie gleichwohl als Anspruchsgrundlage zu verstehen (BAG 20. August 2002 - 9 AZR 710/00 - BAGE 102, 225, zu B I der Gründe;… Senat 10. Dezember 1997- 4 AZR 264/96 - aaO; 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - aaO;… BAG 23. August 1995 - 5 AZR 942/93 - aaO).
Das Landesarbeitsgericht hat den zulässigen (vgl. zB BAG 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195) Eingruppierungsfeststellungsanträgen zu Unrecht stattgegeben.
Davon ist der Senat bereits in seinem Urteil vom 23. September 1992 (- 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195 = AP Nr. 1 zu § 612 BGB Diskriminierung) ausgegangen, ohne auf das Verhältnis dieser Vorschrift zum europarechtlichen Lohngleichheitsgebot für Männer und Frauen (Art. 119 EWG-Vertrag, Art. 1 EWG-Richtlinie Nr. 75/117) einzugehen.
Er hat denselben Standpunkt eingenommen wie der Senat in seiner Entscheidung vom 23. September 1992 (- 4 AZR 30/92 - aaO) und diesen damit begründet, der Grundsatz der Lohngleichheit für Männer und Frauen (Art. 3 Abs. 2 GG, Art. 119 EWG-Vertrag, Art. 1 EWG-Richtlinie Nr. 75/117) sei durch das arbeitsrechtliche EG-Anpassungsgesetz vom 13. August 1980 (BGBl I S. 1308) mit § 612 Abs. ff3 BGB innerstaatlich umgesetzt worden.
Da die Vorschrift des § 612 Abs. 3 BGB erlassen worden ist, um dem europarechtlichen Gleichheitsgebot für Männer und Frauen beim Entgelt zu genügen (…Urteil des Fünften Senats vom 23. August 1995 - 5 AZR 942/93 - aaO;… MünchKomm-Schaub, BGB, 3. Aufl., § 612 Rz 242), gebietet ihre gemeinschaftskonforme Auslegung (vgl. dazu das Urteil des Senats vom 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - aaO), sie gleichwohl als Anspruchsgrundlage zu verstehen.
Schon nach der früheren Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH 13. Mai 1986 - Rs 170/84 - EuGHE 1986, 1607), der sich das Bundesarbeitsgericht in ständiger Rechtsprechung angeschlossen hat (BAG 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - BAGE 71, 195 mwN), kann sich eine nach den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften über die Lohngleichheit verbotene Benachteiligung der Angehörigen eines Geschlechts daraus ergeben, dass eine Regelung oder eine Maßnahme des Arbeitgebers zwar sowohl Männer als auch Frauen nachteilig betrifft, sich unter den Benachteiligten aber - im Vergleich zur Gesamtheit der betroffenen Arbeitnehmer - wesentlich mehr Angehörige eines Geschlechts befinden.
Die Tarifvertragsparteien wollen nämlich im Zweifel Regelungen treffen, die mit zwingendem höherrangigem Recht in Einklang stehen und damit auch Bestand haben (vgl. zur verfassungskonformen Auslegung von Tarifnormen Senatsurteil vom 21. Januar 1987, BAGE 54, 113, 127 = AP Nr. 47 zu Art. 9 GG; zur gemeinschaftsrechtskonformen Auslegung Senatsurteil vom 23. September 1992 - 4 AZR 30/92 - EzA § 612 BGB Nr. 16, zu B II 3 c aa der Gründe, jeweils m.w. N., auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
BAG, 27.06.1995 - 1 ABR 62/94
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