Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.10.1954&Aktenzeichen=3%20StR%20466%2F54
Timestamp: 2019-05-23 06:14:24
Document Index: 342015813

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', '§ 251', '§ 251', '§ 251', '§ 251', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.10.1954 - 3 StR 466/54 - dejure.org
BGH, 28.10.1954 - 3 StR 466/54
https://dejure.org/1954,618
BGH, 28.10.1954 - 3 StR 466/54 (https://dejure.org/1954,618)
BGH, Entscheidung vom 28.10.1954 - 3 StR 466/54 (https://dejure.org/1954,618)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 1954 - 3 StR 466/54 (https://dejure.org/1954,618)
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Beweiskraft einer kommissarischen Vernehmung eines in der Schweiz wohnhaften Zeugen - Anwendung schweizerischen Strafverfahrensrechts bei der Ausführung des Rechtshilfeersuchens - Ordnungsgemäße Begründung des Verlesungsbeschlusses - Durchbrechung des Grundsatzes der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme - Wohnräume und Wirtschaftsräume als Teile eines zusammenhängenden Gebäudes
BGHSt 7, 15
NJW 1955, 32
Voraussetzung für die Verlesbarkeit ist allerdings, daß die Protokolle nach der einzuhaltenden Zuständigkeits- und Verfahrensordnung des Vernehmungsorts eine vergleichbare Beweisfunktion erfüllen wie diejenigen über die Vernehmung durch einen deutschen Richter und daß die Anhörung grundlegenden rechtsstaatlichen Anforderungen genügt (vgl. BGHSt 7, 15, 16/17; BGH NStZ 1983, 181;… Gollwitzer in Löwe/Rosenberg StPO 24. Aufl. § 251 Rdn. 24;… Mayr in KK-StPO 3. Aufl. § 251 Rdn. 18;… Dölling in AK-StPO § 251 Rdn. 26, jeweils zur Verlesbarkeit nach § 251 StPO).
Nach diesen Vorschriften zustande gekommene Vernehmungsprotokolle sind als richterliche Niederschriften verlesbar (§ 251 Abs. 1 StPO), wenn sie eine vergleichbare Funktion erfüllen wie Niederschriften über die Vernehmung durch einen deutschen Richter und der Vorgang der Anhörung wie auch seine Beurkundung grundlegenden rechtsstaatlichen Anforderungen genügen (BGHSt 7, 15;… KK-Mayr § 251 Rdn. 18 m.w.N.).
Die Verbalnote weist darauf hin, daß die Anhörung der Zeugen nach den Vorschriften erfolgt ist, die auch bei einer Vernehmung durch den Untersuchungsrichter angewendet worden wären (zur Bedeutung dieses Umstands vgl. BGHSt 7, 15, 17; BGH, Beschluß vom 10. April 1981 - 3 StR 236/80;… KK-Mayr a.a.O.).
Ersucht ein deutsches Gericht im Wege der Rechtshilfe eine ausländische Stelle um die Vernehmung eines Zeugen, so kann es nicht erwarten, daß bei der Ausführung des Ersuchens deutsches Strafverfahrensrecht angewendet wird; es muß sich deshalb mit der Beachtung der am Vernehmungsort geltenden Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften begnügen (BGHSt 7, 15 f).
Die Vernehmung durch ihn steht damit einer richterlichen Vernehmung im Sinne des § 251 Abs. 1 StPO gleich (vgl. BGHSt 7, 15, 17).
Deshalb war die Verlesung der über ihre Vernehmung aufgenommenen Niederschriften entgegen der Meinung der Revision zulässig (RGSt 46, 50, 53; BGHSt 7, 15, 16) [BGH 28.10.1954 - 3 StR 466/54].
Die Funktion des Bezirksanwalts in Zürich entspricht derjenigen des Ermittlungsrichters nach der deutschen Strafprozeßordnung (vgl. BGHSt 7, 15, 16; BGH…, Urt. vom 19. Dezember 1975 - 2 StR 480/73).
Eine entsprechende Befugnis des Staatsanwalts wäre zwar Voraussetzung für eine Verlesung der Niederschrift nach § 251 Abs. 1 StPO (BGHSt 2, 300, 304; 7, 15, 16 f.;… BGH GA 1964, 176 und NStZ 1983, 181), ihr Fehlen schlösse jedoch nicht aus, das Protokoll als Niederschrift über eine andere Vernehmung nach § 251 Abs. 2 StPO zu behandeln (BGHSt 22, 118, 120), da die Voraussetzungen dieser Vorschrift zweifelsfrei erfüllt sind.
Maßgebend sind die am Vernehmungsort geltenden Verfahrensvorschriften (BGHSt 7, 15, 16).
Wie der Bundesgerichtshof bereits wiederholt entschieden hat, können die deutschen Gerichte nicht erwarten, daß bei der Ausführung zwischenstaatlicher Rechtshilfeersuchen das deutsche Verfahrensrecht beachtet wird (BGHSt 1, 219, 221 [BGH 05.06.1951 - 1 StR 129/51]; 7, 15, 16 [BGH 28.10.1954 - 3 StR 466/54]; Urteil vom 18. Juli 1967, 5 StR 324/67).
Es ist zwar zutreffend, daß die Vernehmung sich grundsätzlich nach dem Prozeßrecht des Vernehmungsortes richtet (BGHSt 7, 15, 16 [BGH 28.10.1954 - 3 StR 466/54]; vgl. auch Nr. 91 RiVASt).
Bei der Prüfung, ob ein Rechtsanwalt bei ihm anvertrauten Angelegenheiten in derselben Rechtssache beiden Parteien pflichtwidrig dient, ist ein Eingehen auf Inhalt und Zweck des dem Rechtsanwalt erteilten Auftrags unerläßlich (RGSt 60, 302 [305]; BGHSt 5, 301; 7, 17 [BGH 28.10.1954 - 3 StR 466/54][20]).
BGH, 09.08.1957 - 2 StR 208/57