Source: https://www.oksh.de/informieren/positionen/aus-und-fortbildung/
Timestamp: 2020-04-02 18:20:26
Document Index: 94987235

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 40', '§ 40', '§ 2', '§ 40']

Aus- und Fortbildung | Offener Kanal Schleswig-Holstein
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Aus – und Fortbildung im Offenen Kanal (September 2009)
3.3 Theorie-Praxis Wechsel:“kleine Intervalle“
Eine der „Säulen“, auf denen der Offene Kanal steht, ist seit langem die Säule „Ausbildungs­sender“. Sie steht für die umfangreichen Aktivitäten des OKSH im Bereich der Aus- und Fortbildung im Medien­bereich (Medienausbildung). Wegen der großen Nachfrage soll die Medien­ausbildung im Offenen Kanal ausgebaut werden ohne dass dieser seine Aufgabe als Bürgersender oder als Medienkompetenzvermittler gegenüber seinen bisherigen Zielgruppen vernachlässigen will.
sich als bereits vorhandene Einrichtung sinnvoller und effektiver mit der Aufgabe Medienausbildung befassen kann als eine neu zu schaffende Einrichtung kann die Tätigkeit der Berufsbildungsinstitutionen – genau wie TIDE in Hamburg – sinnvoll ergänzen.
Medienausbildungsaktivitäten, auch wenn es um beruflich verwertbare Kenntnisse und Fertigkeiten geht, werden von der Rechtsbegrifflichkeit „Förderung und Vermittlung von Medienkompetenz“ in § 2 Abs. 1 Satz 2 OK-Gesetz umfasst. Weder das Gesetz selbst noch seine Begründung grenzen diese Aufgabenstellung ein. Nach der Gesetzesbegründung ist die Kooperation mit Bildungs­institutionen aus­drücklich gewollt. Mag der OKSH bislang eher mit Schulen als mit Berufsausbildungs­institutionen zusammen arbeiten, so ist der darauf nicht beschränkt. Die Gesetzesbegründung erwähnt denn auch die Zusammenarbeit mit Schulen nur beispielhaft.Die Aufgabenzuweisung in § 2 Abs. 1 Satz 2 OK-Gesetz ist – wie grundsätzlich alle Regelungen dieser Art im Rundfunkrecht – dynamisch. So vermerkt die Regierungs­vorlage denn auch, durch das OK-Gesetz sollen „der Bestand (des Offenen Kanals) gesichert und Entwicklungsmöglichkeiten offen gehalten werden“. Es ist Sache des OKSH, unter Berücksichtigung der Medienentwicklung darüber zu entscheiden, in welchem Bereich, gegenüber welcher Zielgruppe und mit welchen Inhalten er tätig werden will.
Medienkompetenzvermittlung gehört nach § 40 Abs. 1 Satz 4 RStV zu den sog. besonderen Aufgaben, die mit Rundfunkgebührenmitteln gefördert werden dürfen. Es ist nicht ersichtlich, dass die Begrifflichkeit in § 40 RStV einen anderen Inhalt hat als in § 2 Abs. 1 OK-Gesetz.Die Erlaubnis, Rundfunkgebührenmittel für die Medienkompetenzvermittlung einzusetzen, wurde 1999 in den Rundfunkstaatsvertrag aufgenommen, u.a. um die Finanzierung der bis dahin schon lange existierenden Medienkompetenz­aktivitäten der Landesmedienanstalten aus der Rundfunkgebühr rechtlich abzu­sichern. Schon damals waren die Aktivitäten breit gefächert, eine davon war seit 1996 der Ausbildungs- und Fortbildungskanal in Bayern. Als der Gesetzgeber den Hamburgischen Bürger- und Ausbildungskanal 2003/4 aus der Taufe hob, ließ er sich ebenfalls davon leiten, dass § 40 Abs. 1 RStV die Rundfunkgebührenfinanzierung des Projekts zulässt.
Eine Mediengesellschaft produziert grundsätzlich eine Nachfrage nach beruflich nutzbarer Medien­kompetenz. Diese Nachfrage gibt es sowohl bei denen, die mit ihrer ganzen Arbeitskraft Medien produzieren oder den Umgang mit Medien vermitteln wollen („professionell„), als auch bei denen, die in einem eigentlich medienfernen Beruf doch Medienkenntnisse oder Medienvermittlungskenntnisse benötigen („beiläufig„).
Viele, die Medien konsumieren, würden mit der Produktion von Medien gern auch ihr Einkommen bestreiten („professionelle Medienproduzenten„). Für diese Gruppe gibt es wenig verlässliche Zahlen über die Ausbildungswünsche von Schulab­gängern, doch die große Nachfrage für die Ebenen „Ausbildung“ (Mediengestalter Bild/ Ton), „Studium“ und „Studienabsolventen“ ist bekannt.
Anders als vor fünf bis zehn Jahren sind inzwischen in vielen Studiengängen Medienmodule integriert, in denen Studierende aller Fächer praktisches Medienwissen erwerben („beiläufige Medienproduzenten„). Oft finden derartige Module im Offenen Kanal oder in enger Zusammenarbeit mit ihm statt.
Bei der Ausbildung von professionellen Medienpädagogen überwiegt oft das theoretische Wissen, für die Medienpraxis fehlen Grundkenntnisse und Erfahrung. Auch Pädagogen in Kindergarten, Kita, Schule und ausserschulischer Bildung („beiläufige Medien­pädagogen„) benötigen Mediengrundwissen und Medienvermittlungswissen für ihre speziellen Bedürfnisse.
Für z.B. Cutter, damit diese Multimedia-DVD’s erstellen können oder Print-Journalisten, die Videos für die online-Ausgaben ihrer Zeitung produzieren Medien-Grundwissen in ausgewählten Bereichen
Ergänzungsmodule, die nur im Offenen Kanal möglich sind wie z.B. Licht, Ton und Kamera im Studio; Senden; Experimente mit der TV- oder Radiooberfläche.Fortbildungsmodulemedienpraktische und mediengestalterische ModuleFortbildungsmodulemedienpraktische und mediengestalterische Module
Für z.B. Referenten von Bürger- und Ausbildungsendern, Mitarbeiter von pädagogischen Instituten (Uni/ FH/ Volkshochschule), Lehrer an allgemeinbildenden Schulen, die „Medienbeauftragte“ sind etc. Medienpraxis und ausgewählte medienpädagogische Vertiefung
Erprobung „aktive Medienarbeit“
alle, die beruflich als Wissensvermittler tätig sind und dabei auch „private“ Medienkompetenz vermitteln.
Der Offene Kanal kann natürlich keine vollständigen Ausbildungsabschnitte von Hoch­schulen, Fachschulen oder beruflichen Schulen anbieten oder gar „Medienlehrkräfte“ ausbilden – das ist eindeutig eine staatliche Aufgabe. Gleichwohl kann der OKSH seine Hilfe bei der Durchführung verschiedener Module anbieten. Bei diesen Kooperationen werden die zu verabredenden Module
Die Beteiligung an einer „echten“ Produktion motiviert stärker als eine theoretische Unterweisung oder eine Produktion ohne Chance auf Verbreitung.
Die Ausbildung beim Senden („on air“) erlaubt das Trainieren von Arbeitstechniken (Telefoninterview, Livegespräche ohne Korrekturmöglichkeiten mit Gästen, verantwortliche Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen hinter der Kamera), die sonst nicht oder sehr schwer simuliert werden könnten.
Es gibt viele Wege, Verständnis über Medien zu erlangen. Im Offenen Kanal gilt das Prinzip der aktiven Medienarbeit: Wer Medien selbst macht („Partizipations­kompetenz“), nimmt Medien auch anders wahr („Rezeptionskompetenz“) und versteht Medien besser („Sach­kompetenz“). Alles zusammen bezeichnet man als „Medienkompetenz“. In der Praxis hat sich dieser vermeintliche Umweg – über die Partizipationskompetenz die Sach- und Rezeptionskompetenz zu erschließen – als der Weg erwiesen, der am meisten Spaß macht, damit am besten motiviert und die höchste Lerneffektivität mit sich bringt.
3.3 Theorie-Praxis Wechsel: „kleine Intervalle“
Das Umfeld der Lernenden, deren Interessen und Bedürfnisse, deren Herkunft, deren Vor­wissen, deren Medienerfahrungen – alles dies ist notwendig zu wissen, bevor Medien­lernen einsetzt. Diese „Anamnese“ steht am Anfang eines jeden Medienlern­prozesses und wird deshalb sinnvoller Weise mit ersten Mediennutzungen verbunden. Letztlich sollen die Medien den Lernenden dienen und nicht umgekehrt.
Genau wie Medien Inhalte brauchen, um überhaupt wahrgenommen zu werden, um überhaupt „gefüllt“ ihre digitalen Bahnen ziehen zu können, braucht jede medien­pädagogigsche Aktivität Inhalte, um überhaupt durchgeführt werden zu können. Da bietet es sich an, entweder bei – beiläufigen Befassungen – ohnehin anstehende Inhalte zu erarbeiten oder aber – bei medienzentrierten Aktivitäten – theoretische Medien­themen (z.B. Medienwirkung) als Inhalt für medienpädagogische Prozesse zu wählen.
Mediendidaktik, also die Befassung mit der Vermittlung von Medienkompetenz, muss – will sie aktuell bleiben – das Bleibende im Auge behalten.
Campus TV soll – in Kiel und in Flensburg – mit einem neuen Konzept gestartet werden. Dabei sollen in einem ersten Schritt Studierende eine regelmäßige Sendung produzieren und in diese Sendung ohnehin an der Uni/ FH entstehende Beiträge einbinden. Im Bedarsfall kann die Produktion dieser Sendung durch Praktikanten und Auszubildende des Offenen Kanals unterstützt werden. Bisher wurden die Beiträge für verschiedene Campus TV Projekte von den Studierenden eigens für die Sendung angefertigt. Wegen des hohen Arbeitsaufwands und dem wechselnden Zeitbudget der Studierenden sind die bisherigen Campus TV Projekte gescheitert.
Das in Kiel praktizierte Prinzip „jede Hochschule und Fachhochschule ein Radio­außenstudio“ soll auch in Lübeck und an der Westküste Anwendung finden.
Technisch muss in den TV-Studios in Kiel und Flensburg die Lichttechnik so modernisiert werden, dass sie Ausbildungsansprüchen genügt. Die Tontechnik ist ausreichend. Bei der Bildtechnik muss die Möglichkeit der „blue screen“ eröffnet werden. Außerdem müssen digitale Aufnahmemöglichkeiten geschaffen werden, damit eine Weiterverbreitung der Aufnahmen in digitalen Formaten möglich ist.