Source: http://www.pflege-deutschland.de/ausbildung/
Timestamp: 2019-03-22 02:14:26
Document Index: 388397135

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 6', '§ 9', '§ 60', '§ 8', '§ 7', '§ 56']

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EINHEITLICHES BERUFSBILD PFLEGE
Nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf das künftige Pflegeberufsgesetz!
Die Ausbildung der drei bisherigen Pflegeberufe Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege wird zusammengefasst und vereinheitlicht. Die eigenständige Ausbildung für jedes dieser Berufsfelder fällt weg. Es wird bundesweit eine einheitliche dreijährige Ausbildung mit einem Abschluss zur "Pflegefachfrau" und zum "Pflegefachmann" geben. Abgeschafft wird das bisher für die Ausbildung zu zahlende Schulgeld. Stattdessen wird eine Ausbildungsvergütung in ganz Deutschland eingeführt.
Pflegeberufsgesetz als Grundlage der Pflegeausbildung
Die Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufsgesetz löst die Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz ab.
Der Pflegeberuf war bereits zu Zeiten der Ausbildung zum Krankenpfleger und Altenpfleger als berufliche Fachausbildung konzipiert; die fachberufliche Ausbildung in der Pflege hat sich in Deutschland bewährt.
Die neue generalisierende berufliche Pflegeausbildung vermittelt das das Fachwissen, das für die selbstständige und prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen erforderlich ist.
Die Pflegeausbildung geht von einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit und der Befähigung zu multidisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit aus. Aus diesem Grund stellt das neue Pflegeberufsgesetz bestimmte Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung ausf.
Die Pflegeausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre. Sie setzt sich zusammen aus theoretischem und praktischem Unterricht an Pflegeschulen und einer praktischen Ausbildung.
Die berufliche Pflegeausbildung beinhaltet – wie dargestellt - theoretische und praktische Unterrichtseinheiten und eine praktischen Ausbildung. Entsprechend den Vorgaben der Berufsanerkennungsrichtlinie der EU überwiegt der praktische Ausbildungsanteil.
Die Einzelheiten des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung finden sich in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die auf § 56 Pflegeberufsgesetz basiert. Dort wird auch die staatlichen Abschlussprüfung näher geregelt.
Nach § 6 Absatz 2 Pflegeberufsgesetz muss der theoretische und praktische Unterricht an einer Pflegeschule stattfinden. Pflegeschulen sind entweder staatliche Schulen oder sie müssen staatlich anerkannt sein und den Mindestanforderungen nach § 9 Pflegeberufsgesetz genügen. § 60 Pflegeberufsgesetz enthält eine Bestandsschutzregelung für die Weitergeltung staatlicher Anerkennung von Pflegeschulen.
Der Unterricht folgt einem Lehrplan, den die jeweilige Pflegeschule erstellt.
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Die praktische Ausbildung findet für alle Auszubildenden in den Einsatzbereichen der allgemeinen Akut- und Langzeitpflege, sowohl ambulant als auch stationär sowie in der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung statt. Jeder Pflegeschüler kann mittels eines Vertiefungseinsatzes in einem dieser Bereiche einen Ausbildungsschwerpunkt setzen.
Die praktischen Pflegeausbildung erfolgt auf der Grundlage eines Ausbildungsplans, den der Träger der praktischen Ausbildung (§ 8 Pflegeberufsgesetz) erstellt. Die Auszubildenden müssen im Rahmen der praktischen Ausbildung Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege leisten sowie einen Vertiefungseinsatz und weitere Einsätze in den Einrichtungen nach § 7 Pflegeberufsgesetz.
Grundlegende Bestandteile der praktischen Ausbildung sind die Praxisanleitung in den Einrichtungen und die Praxisbegleitung durch die Pflegeschule. Die Praxisanleiter der Auszubildenden sind Beschäftigte in den Einrichtungen. Sie weisen die Auszubildenden vor Ort in die pflegerischen Aufgaben und Tätigkeiten schrittweise anhand des Ausbildungsplans ein und leiten sie an. Das bedeutet, dass die Praxisanleitung eine wesentliche Rolle beim Erwerb der nach diesem Pflegeberufsgesetz beschriebenen Kompetenzen einnimmt. Mit dem Pflegeberufsgesetz sollte bewusst eine Aufwertung der Praxisanleitung erzielt werden. Die Praxisanleitungen müssen mindestens zehn Prozent der auf den jeweiligen Einsatz entfallenden praktischen Ausbildungszeit beinhalten.
Die Pflegeschule muss die praktische Ausbildung durch die von ihr zu gewährleistende Praxisbegleitung vor Ort in angemessenem Umfang unterstützen.
Die Qualifizierung der Praxisanleiter und weitere Einzelheiten sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung auf der Grundlage von § 56 Pflegeberufsgesetz geregelt.
Es ist eine enge Zusammenarbeit der Pflegeschule, des Trägers der praktischen Ausbildung sowie den weiteren an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen vorgeschrieben. Um dies abzusichern und erfolgreich zu gestalten, müssen die Beteiligten entsprechende Kooperationsverträge abschließen. Das Pflegeberufsgesetz sieht vor, dass zwischen der Pflegeschule, insbesondere den für die Praxisbegleitung zuständigen Lehrkräften, dem Träger der praktischen Ausbildung sowie den an der praktischen Ausbildung beteiligten Einrichtungen und den Praxisanleitern l auf Grundlage der Kooperationsverträge ein regelmäßiger Austausch erfolgt.
Der Träger der praktischen Ausbildung und der Auszubildende schließen einen Ausbildungsvertrag ab. Es wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Der Träger der praktischen Ausbildung hat die Verantwortung für die Durchführung der praktischen Ausbildung.
Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche sind in aller Regel mehrere Einrichtungen an der praktischen Ausbildung beteiligt. Der Pflegeschule kommt die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterrichts mit der praktischen Ausbildung zu. Am Ende der Pflegeausbildung steht ein einheitlicher Abschluss in Form einer staatlichen Abschlussprüfung. Das Abschlusszeugnis weist den in der praktischen Ausbildung gewählte Vertiefungseinsatz aus.
Die Pflegeausbildung kann auch in Teilzeit abgeschlossen werden. Naturgemäß verlängert sich die Ausbildungsdauer entsprechend. Erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen oder Teile davon können - wenn Gleichwertigkeit gegeben ist - die berufliche Pflegeausbildung verkürzen.
Es gibt besondere Verkürzungsregelungen, die die vom Gesetzgeber als wichtig angesehene Durchlässigkeit im Übergang von Assistenz- und Helferberufen in der Pflege zur Pflegefachkraftausbildung fördern sollen. Durch das Pflegeberufsgesetz werden Qualitätsverbesserungen in der Ausbildung erreicht(beispielsweise die Aufwertung der Praxisanleitung, Anhebung der Qualifikation des Lehrpersonals).
Im Pflegeberufsgesetz wird die einheitliche Finanzierung der beruflichen Pflegeausbildung statuiert. Die Finanzierung findet statt über Ausbildungsfonds auf Landesebene, an denen sich alle Akteure des Pflegebereichs finanziell beteiligen. Es wurde ein Umlageverfahren geschaffen, das Wettbewerbsnachteile für ausbildende Betriebe im Vergleich zu nicht-ausbildenden Einrichtungen vermeidet.
Die Auszubildenden müssen für ihre Pflegeausbildung keine Kosten tragen. Im Gegenteil wird eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt. Klar, dass dies die Attraktivität der beruflichen Pflegeausbildung erhöht und damit ein wichtiges Signal zur Aufwertung des Pflegeberufs setzt, in dem immer noch überwiegend Frauen tätig sind.
Das Pflegeberufsgesetz beschreibt und regelt in den Grundzügen neben der beruflichen Pflegeausbildung an Pflegeschulen ein Pflegestudium an Hochschulen.
Im Pflegeberufsgesetz sind Übergangs- und differenzierte Inkrafttretensregelungen enthalten, so dass eine nachhaltige Umsetzung der Reform der Pflegeausbildung sowie den Erhalt der bisherigen Ausbildungsangebote bei einem angestrebten weiteren Ausbau der Ausbildungszahlen möglich sind.
Die bisherigen Berufsbezeichnungen in der Pflege nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz gelten fort. Man kann jedoch einen Antrag auf eine Umschreibung auf die neue Berufsbezeichnung stellen.
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