Source: https://www.juraforum.de/lexikon/verwertungsrechte
Timestamp: 2017-10-22 10:16:38
Document Index: 119417793

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 15', '§ 16', '§ 85', '§ 15', '§ 7', '§ 28', '§ 29', '§ 31', '§ 8', '§ 2', '§ 69', '§ 96', '§ 12', '§ 24', '§ 23']

Verwertungsrechte: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Verwertungsrechte
1. Der Urheber
3. Das ausschließliche Verwertungsrecht
II. Übersicht: Verwertungsrechte
1. Das Vervielfältigungsrecht, § 16 UrhG
2. Das Verbreitungsrecht, § 17 UrhG
3. Das Ausstellungsrecht, § 18 UrhG
4. Das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht, § 19 UrhG
5. Das Senderecht, § 20 UrhG
6. Das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger, § 21 UrhG
7. Das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung, § 22 UrhG
8. Das Recht zur Bearbeitung und Umgestaltung, § 23 UrhG
Der Begriff Verwertungsrechte stammt aus dem Urheberrecht und umschreibt diejenigen ausschließlichen und absoluten Rechte des Urhebers eines Werkes, es zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich auszustellen. Die einzelnen Verwertungsrechte werden in § 15 UrhG enumerativ – jedoch nicht abschließend (wegen dem „insbesondere“) – genannt und in den §§ 16 ff. UrhG im Einzelnen geregelt. Daneben steht gem. § 85 UrhG auch dem Hersteller von Tonträger verschiedene Verwertungsrechte zu. Der Begriff „Verwertungsrecht“ darf jedoch nicht mit dem Begriff „Nutzungsrecht“ gleichgesetzt werden, da Verwertungsrechts alle in Betracht kommenden Möglichkeiten der Verwertung des Werkes umfassen, Nutzungsrechte sich jedoch lediglich auf die konkreten Nutzungsarten beziehen.
Nach § 15 UrhG [Urheberrechtsgesetz] steht dem Urheber eines Werkes das ausschließliche Verwertungsrecht zu.
Der Urheber ist gem. § 7 UrhG der Schöpfer des Werkes. Inhaber des Urheberrechts kann gem. §§ 28, 29 UrhG aber auch dessen Gesamtrechtsnachfolger bzw. Erbe sein. Im Übrigen ist das Urheberrecht jedoch nicht übertragbar (vgl. ebenso § 29 UrhG), sodass auch die sich daraus ergebenden Verwertungsrechte nicht übertragbar sind. Der Urheber kann gem. § 31 UrhG einem Dritten jedoch etwaige Nutzungsrechte für einzelne oder alle Nutzungsarten einräumen, wenn er selbst nicht von seinen Verwertungsrechten Gebrauch machen möchte. Daneben ist zu beachten, dass ein Teil der Verwertungsrechte in der Regel von Verwertungsgesellschaften wahrgenommen werden.
Sind mehrere Personen an der geistigen und schöpferischen Erschaffung eines Werkes beteiligt, sind sie gem. § 8 Absatz 1 UrhG dann Miturheber, wenn sich ihre Anteile nicht gesondert verwerten lassen.
Das Werk ist in § 2 UrhG geregelt. In Absatz 1 findet sich eine – nicht abschließende – Aufzählung, welche Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst geschützt sind, etwa Sprachwerke, Musikwerke, pantomimische Werke, Werke der bildenden Künste, Lichtbildwerke, Filmwerke und Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art. Maßgeblich ist dabei nach Absatz 2 jedoch, dass es sich um „persönliche geistige Schöpfungen“ handelt. Eine solche Schöpfung ist dann persönlich, wenn sie von einem Menschen geschaffen wurde. Eine Schöpfung, die durch Maschinen oder von Tieren geschaffen wird, wird vom Urheberrechtsgesetz nicht geschützt. Ferner muss die Schöpfung aber auch einen geistigen Gehalt aufweisen, der in dem Werk eine wahrnehmbare Form gefunden hat. Eine reine Idee ist deshalb noch kein geschütztes Werk. Darüber hinaus wird zusätzlich gefordert, dass es sich um eine individuelle Schöpfung handelt, dass die Schöpfung also auf einer bewussten Entscheidung des Urhebers innerhalb eines Gestaltungsspielraumes beruht. Eine lediglich statistische Einmaligkeit reicht demnach nicht aus.
Das ausschließliche Verwertungsrecht ermöglicht es schließlich dem Urheber, jedem Dritten die Nutzung des Werkes zu verbieten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass insoweit jedoch ein wesentlicher Unterschied bspw. zum Patentrecht besteht. Im Patentrecht hat der Inhaber des Patentes maßgeblich das Interesse, das Schutzrecht selbst zu nutzen. Im Urheberrecht ist dies grundsätzlich nicht der Fall. Der Urheber möchte im Regelfall gerade, dass möglichst viele sein Werk verwerten. Das ausschließliche Recht des Urhebers dient deshalb nur dazu, dem Urheber die rechtliche Grundlage dafür zu geben, Art und Umfang der Nutzung seines Werkes zu überwachen und diese von der Zahlung einer Vergütung abhängig zu machen (vgl. mit der amtlichen Begründung in BT-Drs. IV/270, 28).
Der Urheber hat das umfassende Recht, über die Vervielfältigung seines Werks selbst zu entscheiden. Er soll so seine ideellen und materiellen Interessen können.
Das Vervielfältigungsrecht umfasst alle Arten von Vervielfältigungen von Werken. Es besteht lediglich eine Sonderbestimmung in § 69c UrhG hinsichtlich Computerprogramme.
Für die Zulässigkeit der Verbreitung ist jedoch stets § 96 UrhG zu beachten.
Der Urheber hat das umfassende Recht, das Original oder Vervielfältigungsstücke eines unveröffentlichten Werkes der bildenden Künste oder eines unveröffentlichten Lichtbild-werkes öffentlich zur Schau zu stellen. Damit handelt es sich bei dem Ausstellungsrecht um einen Unterfall des Veröffentlichungsrechts aus § 12 UrhG und somit zugleich um ein entsprechendes Verbot gegen jeden Dritten.
Zu beachten ist, dass dieses Ausstellungsrecht nur solange besteht, als das Werk der bildenden Künste bzw. das Lichtbildwerk noch unveröffentlicht ist.
Die Bearbeitung bzw. sonstige Umgestaltungen sind zwar selbstständige Werke. Sie bauen jedoch auf dem Werk eines anderen auf, weswegen sie zur Veröffentlichung und Verwertung der Bearbeitung der Zustimmung des Urhebers des benutzen Werkes bedürfen. Dabei ist jedoch § 24 Absatz 1 UrhG als Ausnahmevorschrift von § 23 UrhG zu beachten.
Verwertungsrechte an Übersetzungen (12.05.2013, 12:19)
Hallo allerseits, mal angenommen, man würde ein literarisches Werk übersetzen lassen. Wenn nun beispielsweise ein Regisseur auf das literarische Werk in der übersetzen Form aufmerksam wird und es verfilmen will, muss er sich dann mit dem Übersetzer oder mit dem Verfasser des Originalwerks verständigen? Wer hat in diesem Fall die...
Sicherheitsfrage 65 - Ac ht =
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