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Timestamp: 2020-05-28 13:33:28
Document Index: 207883023

Matched Legal Cases: ['Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 18', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 27', 'Art. 17']

SR 412.101.220.36 Verordnung des SBFI vom 12. Juni 2019 über die berufliche Grundbildung Forstwartin/Forstwart mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.220.36 Verordnung des SBFI vom 12. Juni 2019 über die berufliche Grundbildung Forstwartin/Forstwart mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Forstwartin EFZ / Forstwart EFZ mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
vom 12. Juni 2019 (Stand am 1. Januar 2020)
Forstwartinnen und Forstwarte auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:
Sie sind Fachleute für die Ausführung von praktischen Arbeiten in der Bewirtschaftung und Pflege des Waldes sowie anderer Ökosysteme; ein Hauptarbeitsgebiet ist die Holzernte; sie fällen Bäume und rüsten diese auf, sie arbeiten bei der Holzbringung mit und setzen dabei die geeigneten Arbeitsmittel ein; sie beurteilen auf dem eigenen Arbeitsplatz die Gefahren und Risiken und treffen die notwendigen fachlichen, organisatorischen, ökonomischen und sicherheitstechnischen Entscheide.
Sie führen Massnahmen zur Pflege und Verjüngung des Waldes sicher und fachgerecht aus; sie kennen die Bedeutung von Lebensräumen und führen Pflegearbeiten an Waldrändern, auf Sonderstandorten im Wald und in Naturschutzgebieten fachgerecht aus.
Sie setzen Massnahmen zum Schutz des Waldes um, indem sie Waldschäden erkennen, verhüten und bekämpfen.
Sie erstellen und unterhalten einfache forstliche Bauwerke und Erholungseinrichtungen und führen den Unterhalt von Waldstrassen und -wegen aus.
Sie setzen die erforderlichen Arbeitsmittel sowie Kleinmaschinen sorgfältig und zweckmässig ein und führen die notwendigen Unterhaltsarbeiten daran aus; beim Einsatz der Betriebs- und Hilfsstoffe beachten sie die geltenden Vorschriften und handhaben die Stoffe sicher, natur- und umweltschonend.
Sie wenden die Vorschriften zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt sowie zur Arbeitssicherheit an; am eigenen Arbeitsplatz erkennen sie die Gefahren und ergreifen die notwendigen Massnahmen zum Schutz der eigenen Person, der Arbeitskolleginnen und -kollegen, von Dritten, der Umwelt und von Sachwerten.
Sie arbeiten bei betrieblichen Aufgaben mit, indem sie zum Beispiel Rapporte führen oder Waldbesucherinnen und -besucher sachgerecht über den Wald und über forstliche Massnahmen informieren.
2 Inhaberinnen und Inhabern eines eidgenössischen Berufsattests Forstpraktikerin oder Forstpraktiker EBA wird das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet.
Holz ernten:
Holzeigenschaften und Holzfehler bei der Holzerei berücksichtigen,
Holzschlag organisieren und signalisieren,
bei der Holzbringung mitarbeiten,
Holz sortieren und Sortimentsliste umsetzen,
in Holzernteverfahren mitarbeiten;
Verjüngen und Pflegen von Wald und Sonderstandorten:
die Eigenschaften von Standorten bei der Waldpflege berücksichtigen,
forstbotanische und waldbauliche Kenntnisse der Bäume bei der Waldpflege berücksichtigen,
natürliche Waldverjüngung fördern,
künstliche Verjüngung ausführen,
die natürliche Bestandesentwicklung sowie die Auslesekriterien der Bäume bei der Pflege berücksichtigen,
Jungwald pflegen,
Sonderstandorte und spezielle Lebensräume erkennen und pflegen;
Umsetzen von Massnahmen des Waldschutzes:
Waldschäden erkennen und bekämpfen,
Waldschäden vorbeugen und verhüten,
invasive, gebietsfremde Arten erkennen und bekämpfen,
die Produktivität des Bodens erhalten;
Erstellen und Unterhalten forstlicher Bauwerke:
sich im Gelände anhand von Karten und Plänen orientieren sowie Messgeräte einsetzen,
Baumaterialien einsetzen,
einfache forstliche Bauwerke erstellen und unterhalten,
Waldstrassen sowie Maschinen- und Wanderwege unterhalten;
Bedienen und Unterhalten der Arbeitsmittel:
handgeführte Arbeitsmittel und Geräte bedienen,
handgeführte Arbeitsmittel instand halten,
Kleinmaschinen einsetzen und instand halten,
Betriebs- und Hilfsstoffe sicher und umweltgerecht transportieren, verwenden, lagern und entsorgen,
sich bei Arbeiten im steilen Gelände mit Absturzgefahr gegen Absturz sichern und Grundtechniken für das Besteigen von Bäumen an der Stammachse anwenden;
Einhalten der Vorschriften für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz:
Vorgaben zur Notfallplanung verstehen und einhalten sowie erste Hilfe leisten,
Vorgaben und Empfehlungen zum Gesundheitsschutz befolgen;
Mitarbeiten bei betrieblichen Aufgaben:
einfache organisatorische Arbeiten im Betrieb ausführen,
einfache Methoden und Instrumente der forstlichen Planung anwenden,
Waldbesucherinnen und -besucher über den Wald und die Waldwirtschaft informieren,
situationsgerecht und verlässlich kommunizieren.
Holz ernten
Bedienen und Unterhalten der Arbeitsmittel
Verjüngen und Pflegen von Wald und Sonderstandorten
Umsetzen von Massnahmen des Waldschutzes
Erstellen und Unterhalten forstlicher Bauwerke
Mitarbeiten bei betrieblichen Aufgaben
– Einhalten der Vorschriften für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 52 Tage zu 8 Stunden.
Handlungskompetenzbereich/Handlungskompetenzen
Einhalten der Vorschriften für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Vorgaben zur Notfallplanung verstehen und einhalten sowie erste Hilfe leisten
sich bei Arbeiten im steilen Gelände mit Absturzgefahr gegen Absturz sichern und Grundtechniken für das Besteigen von Bäumen an der Stammachse anwenden
3 Die Kurse D, E und G dauern insgesamt 20 Tage.
4 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung dürfen keine überbetrieblichen Kurse stattfinden.
1 Der Bildungsplan vom 12.06.2019 ist zu finden auf der Website des SBFI über das Berufsverzeichnis unter www.bvz.admin.ch > Berufe A–Z.
Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über ein EFZ als Forstwartin oder Forstwart mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet verfügt.
Art. 14 Leistungsdokumentation über die Bildung in beruflicher Praxis
1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält die Leistungen der lernenden Person am Ende jedes Semesters in der Form von Kompetenznachweisen fest.
3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung werden keine Kompetenznachweise dokumentiert.
Art. 15 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule
Art. 16 Leistungsdokumentation in den überbetrieblichen Kursen
1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form je eines Kompetenznachweises für die Kurse A, B, C, D und E.
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der Forstwartin und des Forstwarts EFZ erworben hat, und
Art. 18 Gegenstand
praktische Arbeit I «Holzernte», als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 8 Stunden; dafür gilt Folgendes:
der Qualifikationsbereich umfasst die Handlungskompetenzbereiche «Holz ernten» und «Einhalten der Vorschriften für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz»;
praktische Arbeit II «Waldbau und andere Forstarbeiten», als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 8 Stunden; dafür gilt Folgendes:
die Positionen gemäss Ziffer 4 beinhalten jeweils ein Fachgespräch, dieses dauert insgesamt 45 Minuten;
die Qualifikationsbereiche «praktische Arbeit I» und «praktische Arbeit II» je mindestens mit der Note 4 bewertet werden; und
praktische Arbeit I: 20 %;
praktische Arbeit II: 20 %;
3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der folgenden Noten, wobei alle Noten gleich gewichtet werden:
Note für die Bildung in beruflicher Praxis;
Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen;
Note für die überbetrieblichen Kurse.
4 Die Note für die Bildung in beruflicher Praxis ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der fünf benoteten Kompetenznachweise.
5 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten.
6 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der fünf benoteten Kompetenznachweise.
3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneute Bildung in beruflicher Praxis wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird die Bildung in beruflicher Praxis während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
Art. 22 Qualifikationen ausserhalb eines geregelten Bildungsganges (Spezialfall)
praktische Arbeit I: 30 %;
praktische Arbeit II: 30 %;
2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Forstwartin EFZ» oder « Forstwart EFZ» zu führen.
Art. 24 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität der Waldberufe
fünf bis sieben Vertreterinnen oder Vertretern der «OdA Wald Schweiz»;
Art. 25 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse
1 Trägerin für die überbetrieblichen Kurse ist die «OdA Wald Schweiz».
Die Verordnung des SBFI vom 1. Dezember 20061 über die berufliche Grundbildung Forstwartin/Forstwart mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.
1 [AS 2006 5687, 2009 6595, 2015 2445, 2017 7331 Ziff. I 25, II 25 und III 8]
Art. 27 Übergangsbestimmungen und erstmalige Anwendung einzelner Bestimmungen
1 Lernende, die ihre Bildung als Forstwartin oder Forstwart EFZ vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2024.
2 Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Forstwartin oder Forstwart EFZ bis zum 31. Dezember 2024 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.
3 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 17–23) kommen ab dem 1. Januar 2023 zur Anwendung.
AS 2019 2127
Verordnung des SBFI vom 12. Juni 2019 über die berufliche Grundbildung Forstwartin/Forstwart mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)