Source: http://www.newsudanfoundation.com/de/suedsudan/rechtswesen/der-verfassungsrechtliche-schutz-der-religionsfreiheit-in-suedsudan/
Timestamp: 2020-08-05 07:37:35
Document Index: 393497947

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 33', 'Art. 25', 'Art. 139']

Der verfassungsrechtliche Schutz der Religionsfreiheit in Südsudan – New Sudan Foundation
Zur Verteilung der Religionszugehörigkeit in Südsudan gibt es keine genauen statistischen Daten, zumal keine rechtliche Bedingung für die Bürger des Landes besteht, ihre Religionszugehörigkeit von Staats wegen registrieren zu lassen. Nach einer Untersuchung des Washingtoner Pew Research Center aus dem Jahr 2012 gehören etwa 60 % der Südsudanesen einer christlichen Glaubensgemeinschaft an. Weniger als 10 % der Südsudanesen bekennen sich nach dieser Studie zum Islam. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hängt traditionellen afrikanischen Religionsvorstellungen an. Zudem muss berücksichtigt, dass viele der südsudanesischen Christen und Muslime bei ihrer Religionsausübung Elemente der traditionellen Religionen beachten.
Zu den Kernprinzipien des Staats- und Verfassungsaufbaus der sich als säkularer Staat verstehenden Republik Südsudan gehören die Trennung von Staat und Religion (Art. 8 I der Transitional Constitution of the Republic of South Sudan, 2011), die Gleichberechtigung aller Glaubensrichtungen (Art. 8 II TC) sowie das Grundrecht der Religionsfreiheit (Art. 23 TC).
Die in Art. 23 TC garantierte Religionsausübungsfreiheit schließt unter anderem das Recht auf Errichtung von Kirchen und karitativen Einrichtungen sowie das Recht, Gottesdienste abzuhalten, ein. Durch Art. 33 TC (Rights of Ethnic and Cultural Communities) ist zudem noch besonders unterstrichen worden, dass die traditionellen afrikanischen Religionen von dem Recht der Religionsfreiheit erfasst sind. Politischen Organisationen ist es durch Art. 25 III a (Freedom of Assembly and Association) untersagt, die Aufnahme von Mitgliedern von der Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Religion abhängig zu machen. In Art. 139 I d TC ist zudem das Diskriminierungsverbot festgelegt, nach dem die öffentliche Verwaltung alle Personen unbeachtlich deren Religionszugehörigkeit gleich behandeln muss.
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