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Timestamp: 2016-10-24 01:56:38
Document Index: 39698437

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 66', 'Art. 65', 'Art. 68']

6B_806/2014 (05.05.2015)
6B_806/2014 � � Urteil vom 5. Mai 2015
Versuchter bandenm�ssiger Raub; Willk�r,
�Am Abend des 17. April 2011 fuhren A.________, X.H.________, B.________ und C.________ von V.________, wo sie an einem Hochzeitsbankett waren, nach U.________. W�hrend X.H.________ im Auto wartete, penetrierten A.________, B.________ und C.________ in das Geb�ude, in welchem sich die Wohnung der Familie I.________ befindet. Bevor sie in die Wohnung einbrachen, gingen sie zu X.H.________ zur�ck, um sich zu besprechen. Anschliessend kehrten sie ins Geb�ude zur�ck und drangen gewaltsam in die Wohnung der Familie I.________ ein, wo sie auf D.I.________ und E.I.________ stiessen. B.________ und C.________ trugen eine Spielzeugpistole respektive einen Schraubenzieher auf sich und richteten diese auf die in der Wohnung angetroffenen Personen. Nachdem sie die Wohnung erfolglos nach Beute durchsucht hatten, verliessen sie diese, kehrten zu X.H.________, welcher im Auto geblieben war, zur�ck und entfernten sich gemeinsam vom Tatort.
�Das Obergericht des Kantons Bern erkl�rte X.H.________ am 15. Januar 2014 zweitinstanzlich neben anderen Delikten des versuchten bandenm�ssigen Raubes schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 52 Monaten als Zusatzstrafe zu einem Urteil des Regionalgerichtes Bern-Mittelland vom 24. Januar 2012.
�X.H.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, er sei vom Vorwurf des versuchten bandenm�ssigen Raubes freizusprechen. Er ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
�Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht des Kantons Bern beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen.
�Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 137 III 226 E. 4.2 mit Hinweisen). Willk�r liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere L�sung oder W�rdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, gen�gt f�r die Annahme von Willk�r nicht (BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hinweisen). Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt in seiner Funktion als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor dem Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 127 I 38 E. 2a mit Hinweisen). Eine entsprechende R�ge muss klar vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 I 65 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.1.�Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer habe gewusst, dass D.I.________ sich zum Tatzeitpunkt zusammen mit ihren Kindern in der Wohnung aufhielt. Der Beschwerdef�hrer bestreitet dies. Er macht insbesondere geltend, die Gruppe sei �blicherweise nur in Gesch�fte und Restaurants eingedrungen, welche in der Nacht geschlossen und menschenleer sind. Die Vorinstanz stelle zu Unrecht auf die Aussage von F.I.________ ab, wonach Letzterer ihn dar�ber informiert haben soll, dass sich in der Wohnung Menschen befanden. Sie ber�cksichtige nicht, dass F.I.________ ein Motiv f�r eine Falschaussage hatte, zumal dieser mit seiner Cousine, G.H.________, liiert gewesen sei und diese ihn verlassen habe. F.I.________ habe angedeutet, er habe um sich zu r�chen falsch ausgesagt und sich bereit erkl�rt, seine Aussagen vor dem Obergericht richtig zu stellen. Die Vorinstanz habe seinen Antrag, F.I.________ erneut zu befragen, abgelehnt und dadurch den Grundsatz des "fair trial" verletzt.
2.2.�Hinsichtlich des Beweisantrages, F.I.________ sei erneut einzuvernehmen, erw�gt die Vorinstanz, dass Letzterer bereits befragt wurde und die Mitbeschuldigten die Gelegenheit erhielten, Fragen zu stellen. Zudem seien die Beziehungsprobleme zwischen F.I.________ und G.H.________ bereits seit 2011 bekannt gewesen und h�tten sp�testens anl�sslich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung angesprochen werden k�nnen. Es falle dar�ber hinaus auf, dass F.I.________ den Beschwerdef�hrer nicht �ber das geh�rige Mass belaste; er habe im Gegenteil gesagt, dass dieser beim Raubversuch im Auto geblieben sei (Urteil, S. 62).
2.3.�Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde F.I.________ durch das Gericht einvernommen. Er erkl�rte, er sei mit seiner Frau G.H.________ nicht mehr zusammen (kantonale Akten, pag. 5776). Im Berufungsverfahren stellte der Beschwerdef�hrer den Antrag, F.I.________ sei erneut zu befragen. Er macht geltend, Letzterer habe ein Motiv f�r eine Falschaussage gehabt, zumal dessen Beziehung zu seiner Cousine G.H.________ in der "fraglichen Phase" auseinander gegangen sei (kantonale Akten, pag. 6458). Erstmals vor Bundesgericht bringt der Beschwerdef�hrer zus�tzlich vor, F.I.________ habe w�hrend dem laufenden Verfahren innerhalb der Familie H.________ Bemerkungen gemacht, die darauf deuten w�rden, dass er um sich zu r�chen falsch ausgesagt habe und bereit w�re, seine Aussage vor Obergericht richtig zu stellen (Beschwerde, S. 4). In der Replik vom 26. Januar 2015 erkl�rt der Beschwerdef�hrer, vom Bruch der Beziehung zwischen F.I.________ und G.H.________ gewusst zu haben. F.I.________ habe aber erst nach dem erstinstanzlichen Urteil in der Verwandtschaft erkl�rt, falsch ausgesagt zu haben, um sich beim H.________-Clan zu r�chen. Aus diesem Grund habe er im vorinstanzlichen Verfahren den Antrag gestellt, F.I.________ erneut zu befragen.
�Der Beschwerdef�hrer machte im Berufungsverfahren ausschliesslich geltend, G.H.________ und F.I.________ h�tten sich getrennt. Dieser Umstand war bereits dem erstinstanzlichen Gericht bekannt. Die Vorinstanz hatte keinen Anlass, F.I.________ dazu erneut zu befragen. Dass Letzterer angedeutet haben soll, falsch ausgesagt zu haben und bereit sei, seine Darstellung zu berichtigen, erw�hnte der Beschwerdef�hrer nicht im vorinstanzlichen Verfahren, sondern erst vor Bundesgericht. Dies ist unzul�ssig (Art. 99 Abs. 1 BGG).
2.4.�Soweit der Beschwerdef�hrer im �brigen behauptet, er habe keine Kenntnis davon gehabt, dass sich in der Wohnung Menschen befanden, ersch�pfen sich seine Vorbringen in appellatorischer Kritik. Darauf ist nicht einzutreten.
�Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdef�hrer tr�gt die Kosten des Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist abzuweisen, weil die Beschwerde von vornherein aussichtslos war. Der finanziellen Lage des Beschwerdef�hrers ist mit herabgesetzten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Der Kanton Bern hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG).