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Timestamp: 2018-02-18 20:30:05
Document Index: 174711221

Matched Legal Cases: ['Art. 480', 'Art. 278', 'Art. 524', 'Art. 480', 'Art. 272', 'BGE', 'Art. 272', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 285', 'BGE']

5A_96/2008 11.07.2008
5A_96/2008/don
unentgeltliche Rechtspflege (Arrestverfahren),
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, II. Zivilappellationshof, vom 9. Januar 2008.
A.a Im Konkurs von X.________ wurden dem Kanton Bern am 21. Dezember 2005 elf Verlustscheine über insgesamt Fr. 4'975'376.30 ausgestellt. X.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde im Testament vom 2. Mai 2007 von seiner Ehegattin Y.________ unter Verweis auf Art. 480 ZGB enterbt. Y.________ verstarb am 6. Mai 2007.
A.b Auf Gesuch des Kantons Bern verarrestierte der Gerichtspräsident von Z.________ mit Verfügung 12. September 2007 den Anteil des Beschwerdeführers an der unverteilten Erbschaft von Y.________ im Umfang von Fr. 4'975'376.30. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 24. September 2007 Einsprache gemäss Art. 278 SchKG. Am selben Tag ersuchte er um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege und um Beiordnung von Fürsprecher Patrick Lafranchi als amtlichen Rechtsbeistand.
Mit Urteil vom 6. November 2007 wies der Gerichtspräsident die Einsprache ab. Mit Verfügung vom gleichen Tag verweigerte er dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege.
Der Beschwerdeführer reichte gegen den Einspracheentscheid wie auch gegen die Verfügung am 26. November 2007 Berufung beim Kantonsgericht Freiburg ein. Mit Urteil vom 9. Januar 2008 wies der II. Zivilappellationshof die Berufung ab und bestätigte die Verfügung des Gerichtspräsidenten, womit dem Beschwerdeführer im Verfahren xxx die vollständige unentgeltliche Rechtspflege verweigert wurde.
Mit Eingabe vom 13. Februar 2008 hat der Beschwerdeführer die Sache an das Bundesgericht weitergezogen. Er beantragt, der Entscheid des Kantonsgerichts sei aufzuheben, und es sei ihm für die Durchführung des vor der Zweitinstanz hängigen Arrestverfahrens die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Eventualiter ersucht er um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz.
Mit Präsidialverfügung vom 20. Februar 2008 wurde dem Gesuch um aufschiebende Wirkung entsprochen. Das Kantonsgericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet.
Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer, der gegen den Entscheid des Gerichtspräsidenten, mit dem das Begehren des Gläubigers um Verarrestierung seines Anteils aus dem Nachlass seiner Ehefrau bewilligt wurde, im Berufungsverfahren Erfolgschancen eingeräumt werden können; mit andern Worten, ob die Arrestbewilligung aller Voraussicht nach bestätigt werden muss.
3.2 Nach Auffassung des Kantonsgerichts hat der Gläubiger glaubhaft gemacht, dass der Beschwerdeführer - wenigstens teilweise - über einen Erbschaftsanspruch gegenüber seiner Ehefrau (im Umfang seines Pflichtteils) verfüge, den er oder einer seiner Gläubiger mittels Herabsetzungsklage durchsetzen könne (Art. 524 ZGB), da die (gänzliche) Enterbung ungültig sei (Art. 480 ZGB). Die Vorinstanz hat festgestellt, dass eine fällige und durch Verlustscheine beurkundete Forderung vorliege. Des Weitern sei nicht ersichtlich, dass die Forderung pfandgesichert wäre. Somit erscheine das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, der in der Hauptsache auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und des Arrestbefehls schliesse, aussichtslos.
3.3 Gemäss Art. 272 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG hat der Gläubiger glaubhaft zu machen, dass Vermögensgegenstände vorhanden sind, die dem Schuldner gehören. Die zu verarrestierenden Gegenstände müssen wirklich dem Schuldner gehören, weil dieser prinzipiell nur Verpflichtungen mit Bezug auf Vermögenswerte eingehen kann, die ihm gehören (BGE 105 III 107 E. 3 S. 112). Dennoch hat der Gesetzgeber mit der Annahme von Art. 272 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG gewollt, dass - wie unter der Herrschaft des früheren Rechts - der Gläubiger Vermögenswerte im Besitze eines Dritten verarrestieren kann, wenn er glaubhaft macht, dass diese in Wirklichkeit dem Schuldner gehören. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Dritte für vom Schuldner eingegangene Verpflichtungen verantwortlich ist, weil er mit ihm eine wirtschaftliche Einheit bildet (principe de la transparence; Durchgriff; vgl. BGE 126 III 95 E. 4a; 105 III 107 E. 3a S. 112; 102 III 365). Mit Bezug auf die Pfändung - oder Verarrestierung - eines auf den Namen des Schuldners eingetragenen Grundstücks (Art. 10 VZG) hat das Bundesgericht befunden, dass die verlangte Glaubhaftmachung des unrichtigen Grundbucheintrags gemäss Art. 10 Abs. 1 Ziff. 3 VZG, und daraus folgend, dass der Beweis, das Grundstück gehöre in Wirklichkeit dem Schuldner, in einem weiten Sinne ausgelegt werden müsse (BGE 117 III 29 E. 3 S. 31; 114 III 88 E. 3a S. 90): Er ist namentlich dann gegeben, wenn der Schuldner eine Liegenschaft veräussert hat, die nach den Umständen eine Rückerstattung gemäss Art. 285 ff. SchKG rechtfertigt, wobei der Gläubiger nur die Anfechtbarkeit der Handlung glaubhaft machen muss (BGE 114 III 88 E. 3a).