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Timestamp: 2020-01-26 13:59:41
Document Index: 77637257

Matched Legal Cases: ['Art.133', 'Art.2', 'Art.3', 'Art.8', 'Art. 133', 'Art. 21', 'Art. 10', 'Art. 1', 'Art. 46', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6']

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TE Bvwg Erkenntnis 2019/2/5 I
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1 Sie können die QR Codes nützen um später wieder auf die neuste Version eines Gesetzestexts zu gelangen. TE Bvwg Erkenntnis 2019/2/5 I JUSLINE Entscheidung Veröffentlicht am Entscheidungsdatum Norm AsylG AsylG AsylG Abs1 AsylG Abs2 AsylG Abs3 BFAVG 21 Abs7 BFAVG 52 BFAVG 9 BVG Art.133 Abs4 EMRK Art.2 EMRK Art.3 EMRK Art.8 FPG 46 FPG 50 Abs1 FPG 50 Abs2 FPG 50 Abs3 FPG 52 Abs4 Z4 FPG 52 Abs9 FPG 53 Abs1 FPG 53 Abs3 Z1 FPG 55 Abs2 FPG 55 Abs4 FPG 67 Abs1 NAG 11 Abs2 StGB 125 StGB 83 Abs1
2 VwGVG 24 VwGVG 28 Abs1 VwGVG 28 Abs2 VwGVG 8a Abs1 ZPO 64 Abs1 Z1 lita Spruch I /10E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Dr. Magdalena HONSIGERLENBURG als Einzelrichterin über die Beschwerde des XXXX, geb. XXXX, StA. Ghana, vertreten durch die ARGE Rechtsberatung Diakonie und Volkshilfe, gegen den Bescheid des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl vom , Zl. XXXX, zu Recht erkannt: A) I. Die Beschwerde wird mit der Maßgabe als unbegründet abgewiesen, dass es in Spruchpunkt III. zu lauten hat: "Gemäß 55 Abs. 2 Fremdenpolizeigesetz (FPG) beträgt die Frist für die freiwillige Ausreise 14 Tage ab Rechtskraft der Rückkehrentscheidung." II. Der Antrag auf Bewilligung der Verfahrenshilfe (im Umfang der Befreiung von der Entrichtung der Eingabengebühr) wird abgewiesen. B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 BVG nicht zulässig. Text ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang: 1. Mit Urteil des Landesgerichts XXXX vom , Zl. XXXX, wurde der Beschwerdeführer wegen des Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt nach 15, 269 Abs Fall StGB, wegen des Vergehens der Unterschlagung nach 134 Abs. 1 StGB und wegen des Vergehens der Sachbeschädigung nach 125 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten (davon 8 Monate bedingt) unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren rechtskräftig verurteilt. 2. Am wurde der Beschwerdeführer durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: BFA) zum fremdenrechtlichen Sachverhalt einvernommen und gab zusammenfassend an, dass er sich seit durchgehend in Österreich aufhalte und hier auch gearbeitet habe. Er sei geschieden und habe keine Kinder. Es wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht, dass beabsichtigt sei, auf Grund der rechtskräftigen Verurteilung eine Rückkehrentscheidung in Verbindung mit einem Einreiseverbot gegen ihn zu erlassen.
3 3. Am wurde die geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers vom BFA als Zeugin einvernommen. 4. Mit dem oben im Spruch angeführten Bescheid des BFA vom wurde dem Beschwerdeführer ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gemäß 57 Asylgesetz (AsylG) nicht erteilt und wurde gegen ihn eine Rückkehrentscheidung gemäß 52 Abs. 4 FPG ivm 9 BFAVerfahrensgesetz (BFAVG) erlassen (Spruchpunkt I.) Es wurde festgestellt, dass eine Abschiebung gemäß 46 FPG nach Ghana zulässig ist (Spruchpunkt II.). Es wurde dem Beschwerdeführer gemäß 55 Abs. 4 FPG keine Frist für die freiwillige Ausreise gewährt (Spruchpunkt III.). Einer Beschwerde gegen diese Rückkehrentscheidung wurde gemäß 18 Abs. 2 Z 1 BFAVG die aufschiebende Wirkung aberkannt (Spruchpunkt IV.) Es wurde gemäß 53 Abs. 1 ivm Abs. 3 Z 1 gegen den Beschwerdeführer ein auf die Dauer von acht Jahren befristetes Einreiseverbot erlassen (Spruchpunkt V.). Das BFA stellte fest, dass der Aufenthalt des Beschwerdeführers aufgrund einer strafrechtlichen rechtskräftigen Verurteilung nicht rechtmäßig sei und daher die gegenständliche Entscheidung zu erlassen sei. Aufgrund seines strafbaren Verhaltens sei seine sofortige Ausreise im Interesse der ö entlichen Ordnung und Sicherheit erforderlich, sodass die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde gemäß 18 Abs. 2 Z 1 BFAVG aberkannt, keine Frist für die freiwillige Ausreise gewährt und eine Einreiseverbot verhängt werde. 5. In der Folge erhob der Beschwerdeführer durch seiner Rechtsvertretung mit Schreiben vom rechtzeitig und zulässig das Rechtsmittel der Beschwerde. In dieser brachte der Beschwerdeführer u.a. vor, dass es das BFA gänzlich unterlassen habe, ihrer Entscheidung Länderfeststelllungen zur Beurteilung der Lage im Herkunftsstaat des Beschwerdeführers zugrunde zu legen. 6. Die Beschwerdevorlage langte am beim Bundesverwaltungsgericht, Außenstelle Innsbruck, ein. 7. Mit Teilerkenntnis des Bundesverwaltungsgerichtes vom wurde der Beschwerde hinsichtlich Spruchpunkt IV. des angefochtenen Bescheides Folge gegeben und dieser gemäß 28 Abs. 2 VwGVG ivm 18 Abs. 5 BFAVG ersatzlos behoben. Der Beschwerde gegen den angefochtenen Bescheid kommt somit gemäß 13 Abs. 1 VwGVG die aufschiebende Wirkung zu. 8. Mit Verständigung vom Ergebnis der Beweisaufnahme vom wurde dem Beschwerdeführer das Länderinformationsblatt der Staatendokumentation zu Ghana vom samt Aktualisierung vom zur Stellungnahme binnen zwei Wochen übermittelt. 9. Mit Stellungnahme des Beschwerdeführers vom wurde erklärt, dass angesichts der schlechten Haftbedingungen in Ghana eine Abschiebung des Beschwerdeführers, zumindest solange dieser Gefahr laufen müsse, in Ghana inhaftiert zu werden, als Verletzung der Artikel 2 und 3 EMRK zu beurteilen sei. 10. Mit Urteil des Landesgerichts XXXX vom , Zl. XXXX wurde der Beschwerdeführer wegen des Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt nach 15, 269 Abs Fall StGB, wegen des Vergehens der Sachbeschädigung nach 125 StGB und wegen des Vergehens der schweren Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten (davon 10 Monate bedingt) unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren rechtskräftig verurteilt. II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:
4 1. Feststellungen: 1.1. Der Beschwerdeführer ist ghanaischer Staatsbürger. Der Beschwerdeführer ist seit (mit Ausnahme weniger Tage im September 2012 und im Februar 2018) durchgehend in Österreich gemeldet. Vom bis und vom bis war der Beschwerdeführer obdachlos gemeldet. Seit bis laufend befindet sich der Beschwerdeführer in Haft Der Beschwerdeführer hat 2008 in Ghana eine österreichische Staatsbürgerin geheiratet, von der er seit 2012 geschieden ist erhielt er einen Aufenthaltstitel "Familienangehöriger" ausgestellt. Er verfügt aktuell über einen Aufenthaltstitel "RotWeisRot Karte plus", gültig bis XXXX Der Beschwerdeführer ging zuletzt vom bis als geringfügig beschäftigter Arbeiter und vom bis als Arbeiter einer Beschäftigung nach. Seit seiner Einreise in Österreich im Jahr 2010 war er für insgesamt neun verschiedene Dienstgeber tätig. Das kürzeste Arbeitsverhältnis dauerte drei Tage, das längste 93 Tage. Der Beschwerdeführer bezog immer wieder, zuletzt vom bis Notstandshilfe. Es kann nicht festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer über ein Einkommen oder Vermögen verfügt Der Beschwerdeführer verfügt nach seiner Scheidung über keine Familienangehörigen in Österreich Der Beschwerdeführer wurde in Österreich zweimal strafrechtlich verurteilt: 01) LG XXXX XXXX vom RK StGB 269 (1) 1. Fall StGB 134 (1) StGB 125 StGB Datum der (letzten) Tat Freiheitsstrafe 12 Monate, davon Freiheitsstrafe 8 Monate, bedingt, Probezeit 3 Jahre zu LG XXXX RK Unbedingter Teil der Freiheitsstrafe vollzogen am LG XXXX vom
5 zu LG XXXX RK Probezeit des bedingten Strafteils verlängert auf insgesamt 5 Jahre LG XXXX vom ) LG XXXX vom RK (1), 84 (2) StGB 125 StGB 15 StGB 269 (1) 1. Fall StGB Datum der (letzten) Tat Freiheitsstrafe 14 Monate, davon Freiheitsstrafe 10 Monate, bedingt, Probezeit 3 Jahre 1.6. Es konnten keine Umstände festgestellt werden, dass die Abschiebung des Beschwerdeführers nach Ghana unzulässig ist. Der Beschwerdeführer leidet an keinen schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ist erwerbsfähig Zur allgemeinen Situation in Ghana: 1. Neueste Ereignisse Integrierte Kurzinformationen KI vom : Neue Staatsführung, Update zum LIB (Abschnitt 1/Relevant für Abschnitt 2/ Politische Lage, Abschnitt 3/Sicherheitslage, Abschnitt 5/Sicherheitsbehörden, Abschnitt 8 Allgemeine Menschenrechtslage, Abschnitt 17/Medizinische Versorgung) Die sowohl im LIB als auch in dieser KI verwendeten Quellen lassen keine maßgeblich neue Lage in Ghana erkennen (USDOS ; vgl. FH , GIZ a, GIZ b, GIZ c, AI , BMEIA , AA ). Seit dem ist Nana Addo Dankwa AkufoAddo der neu gewählte Präsident der Republik Ghana. Der Kandidat der New Patriotic Party (NPP), besiegte den Kandidaten des National Democratic Congress (NDC) und den amtierenden Präsidenten John Mahama (GIZ a; vgl. USDOS ). Die Amtseinführung von Präsident Nana AkufoAddo im Jänner 2017 war bereits der dritte friedliche Machtwechsel zwischen den beiden wichtigsten Parteien des Landes: der NPP und dem NDC (FH ). Es kommt auch weiterhin zu Korruption in allen Bereichen der Regierung (USDOS ). Der neueste Korruptionsindex
6 von Transparency International zeigt eine Verschlechterung um 10 Ränge und drei Scores und weist Ghana Platz 80 unter 180 Ländern zu (GIZ b). Die Regierung hat Schritte unternommen, um Beamte, die Missbrauch begangen haben, zu verfolgen und zu bestrafen. Stra osigkeit bleibt aber ein Problem (USDOS ). Einige Schwächen in der Unabhängigkeit der Justiz und der Rechtsstaatlichkeit bestehen weiter, und die politische Korruption stellt die Leistungsfähigkeit der Regierung in Frage (FH ). Obwohl Ghana eine relativ starke Bilanz der Wahrung der bürgerlichen Freiheiten aufweist, wird die Diskriminierung von Frauen und LGBT Personen fortgesetzt (AI ; vgl. FH ; USDOS ). Zu den relevanten Menschenrechtsproblemen zählen weiterhin der übermäßige Einsatz von Gewalt durch Sicherheitsbehörden, einschließlich Folter mit Todesfolge und Verletzungen, Vergewaltigung, harte und lebensbedrohliche Haftbedingungen, Übergri e auf und Belästigung von Journalisten, mangelnde Verantwortlichkeit in Fällen von Gewalt gegen Frauen und Kinder, einschließlich weiblicher Genitalverstümmelung, Früh und Zwangsheirat, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Kindesmord an Kindern mit Behinderungen, Menschenhandel, Kriminalisierung homosexueller Handlungen und ausbeuterische Kinderarbeit, einschließlich Kinderzwangsarbeit (USDOS ; vgl. AI ). Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ist Ghana relativ sicher (BMEIA ; vgl. GIZ c). Ausnahmen von dieser seit vielen Jahren bestehenden Regel sind die seit Monaten bestehenden nächtlichen Ausgangssperren in mehreren Bezirken in der Volta und Northern Region (GIZ c). In den nördlichen Landesteilen besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko mit Gefahr von Auseinandersetzungen zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen (AA ; vgl. BMEIA ). Im Dezember 2017 kam es zum Ausbruch des Lassa ebers in einigen Ländern Westafrikas, welches bereits das erste Todesopfer in Ghana gefordert hat (AA ). AA Auswärtiges Amt Deutschland ( ): Ghana: Reise und Sicherheitshinweise, Medizinische Hinweise, Zugriff AI Amnesty International ( ): Amnesty International Report 2017/18 The State of the World's Human Rights Ghana, Zugriff BMEIA Bundesamt für Europa, Integration, Äußeres ( ): Sicherheit & Kriminalität, Zugriff FH Freedom House (1.2018): Freedom in the World 2018 Ghana, Zugri
7 GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Deutschland (5.2018a): Geschichte & Staat, Zugriff GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Deutschland (5.2018b): LänderInformationsPortal, Wirtschaft & Entwicklung, Zugriff GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Deutschland (5.2018c), Alltag, Sicherheitslage, Zugriff USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2017 Ghana, Zugriff KI vom : Präsidentschaftswahl (Abschnitt 1/Relevant für Abschnitt 2/politische Lage) Der langjährige ghanaische Oppositionsführer der New Patriotic Party (NPP) Nana AkufoAddo hat die Präsidentschaftswahl am bei seinem dritten Versuch gewonnen und besiegte somit Amtsinhaber John Mahama mit knapp 53,9% der Stimmen (VOA ; vgl. NYT ). Mit Nana AkufoAddo ist jetzt abermals ein politisches Schwergewicht gewählt worden (DS ), der bereits als Außenminister und Generalstaatsanwalt gedient hat (VOA ). Den Wandel hat sich o enbar eine Mehrheit der Wähler gewünscht. Der bisherigen Regierung ist es ihrer Meinung nach nicht gelungen, Ghanas größte Probleme in den Gri zu bekommen: die schwächelnde Wirtschaft und die massive Jugendarbeitslosigkeit. AkufoAddo hatte sich im Wahlkampf als jemand, der Ghana aus der Krise führen kann, präsentiert. Er versprach jedem der 26 Distrikte eine Fabrik und kündigte eine Umstrukturierung der Wirtschaft an (DW ). Ghana gilt als eine der stabilsten Demokratien in Afrika und hat bereits mehrere friedliche Machtübergänge erlebt (VOA ). Wahlbeobachter lobten Ghana für den transparenten und friedlichen Verlauf dieser Wahl (NYT ; vgl. DS ). DS Der Standard ( ): Jubel über friedlichen Machtwechsel in Ghana, Zugriff
8 DW Deutsche Welle ( ): Ghana: Machtwechsel zeichnet sich ab, Zugriff NYT New York Times ( ): With Election Defeat, Ghana's President Becomes Casualty of Faltering Economy, Zugri VOA Voice of America ( ): With Election Defeat, Ghana's President Becomes Casualty of Faltering Economy, Zugri Politische Lage Ghana ist eine Präsidialdemokratie. Staatspräsident und Regent der NDC (National Democratic Congress) ist John Dramani Mahama (AA ; vgl. GIZ a). Dieser wurde bei den letzten Präsidentschaftswahlen am mit 50,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum Präsidenten gewählt (AA a; vgl. AA ). Der Kandidat der größten Oppositionspartei, NPP (National Patriotic Party), kam auf 47,74 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent (AA ). Die Verfassung des Regierungssystems der Republik Ghana vom garantiert Parteienpluralismus, Gewaltenteilung und die Menschenrechte. Der Staatspräsident ist zugleich Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre, einmalige Wiederwahl ist möglich. Der Staatspräsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts, die aber vom Parlament bestätigt werden müssen (GIZ a). Neben der Regierung gibt es einen 25köp gen Staatsrat (Council of State), der bei der Gesetzgebung und wichtigen Personalentscheidungen eine beratende Funktion einnehmen kann. Des Weiteren gibt es einen Nationalen Sicherheitsrat, besetzt mit dem Staatspräsidenten, seinem Stellvertreter, mehreren Ministern, Spitzen des Militärs und der Polizei sowie der Nachrichtendienste (GIZ a). Die Legislative besteht aus einem Einkammerparlament mit derzeit 275 Abgeordneten. Darüber hinaus verfügt jede Region über ein "House of Chiefs" und "District Assemblies" (GIZ a). Für die Parlamentswahlen gilt das Mehrheitswahlrecht, somit erhält der jeweilige Wahlkreiskandidat mit den meisten Stimmen das Mandat. Wiederwahl ist unbeschränkt möglich. Die Legislaturperiode beträgt vier Jahre und deckt sich mit der Amtszeit des Staatspräsidenten. Die Wahlkommission hat durch ihre Kompetenz und Unabhängigkeit maßgeblich zur politischen Stabilisierung Ghanas beigetragen (GIZ a). Ghanas Mehrparteiensystem bietet den Oppositionsparteien reichlich Gelegenheit sich in den politischen Prozess zu beteiligen. Die NPP und NDC dominieren das politische Bild. Das Land hat zwei friedliche, demokratische Machtwechsel zwischen den Präsidenten der NPP und NDC erlebt. Der Rechtsrahmen sieht eine gleichberechtigte Teilhabe am politischen Leben für verschiedene kulturelle, religiöse und ethnische Minderheiten des Landes vor (FH ). Die drei Gewalten sind voneinander getrennt; die Regierung ist dem Parlament verantwortlich. Die richterliche Gewalt ist laut Verfassung unabhängig (AA a).
9 AA Auswärtiges Amt (7.2015a): Ghana Innenpolitik, Zugriff AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana FH Freedom House ( ): Freedom in the World 2015 Ghana, Zugriff GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ( a): Ghana Geschichte und Staat, Zugriff Sicherheitslage Ghana kann als relativ stabil bezeichnet werden (EDA ). In der Provinz Northern Region, Upper West and East, wird die Sicherheitslage durch gelegentliche gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt (AA ; vgl. EDA ; BMEIA ), in der Upper East Region (BawkuDisktrikte) haben Stammeskon ikte schon Todesopfer gefordert (EDA ). Durch die Kon ikte in den oben erwähnten Regionen kann es auch zu einer Verschlechterung der örtlichen Versorgungslage durch Schließung von Geschäften kommen. Insgesamt hat sich die Lage gebessert, jedoch ist eine baldige Lösung dieser Konflikte nicht zu erwarten (AA ). AA Auswärtiges Amt, Ghana Reise und Sicherheitshinweise ( ): Zugriff BMEIA Bundeministerium für Europa, Integration und Äußeres ( ): Ghana Reiseinformation, Zugriff EDA Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten ( ): Reisehinweise für Ghana, Zugri Rechtsschutz/Justizwesen
10 Die Justiz ist unabhängig. Richterinnen und Richter genießen Immunität bei der Ausübung der richterlichen Gewalt, wenngleich immer wieder der Vorwurf politischer Ein ussnahme der Exekutive auf die Justiz, vor allem auf das Oberste Gericht, erhoben wird. Allseits erheblich beklagt wird zudem die lange Verfahrensdauer von Strafgerichtsprozessen, denen oftmals eine sehr lange Untersuchungshaft vorangeht. Zugang zur Gerichtsbarkeit für mittellose Kläger ist nicht gewährleistet (AA ) In Ghana herrscht Rechtspluralismus, wobei das säkulare nationale Recht auf dem englischen Common Law basiert. Im Familien und Privatrecht wird oft auch nach traditionellem Recht entschieden. Die Gerichtsbarkeit gliedert sich in den Obersten Gerichtshof (Supreme Court), der auch über Verfassungsklagen entscheidet, und den nachgeordneten Instanzen (Court of Appeal), High Courts, Regional Tribunals und den Fast Track Courts (GIZ a). Die Accra Fast Track High Court und automatisierte Handelsgerichte haben die Geschwindigkeit und E zienz gerichtlicher Verfahren erhöht, während eine gerichtliche BeschwerdeEinheit aktiv Fälle von juristischen Betrug untersucht (FH ; vgl. USDOS ). AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana FH Freedom House ( ): Freedom in the World 2015 Ghana, Zugriff GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ( a): Ghana Geschichte und Staat, Zugriff USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Sicherheitsbehörden Die Tätigkeit der Polizei ist in der Verfassung verankert. Ihre Befugnisse sind im Wesentlichen im "Public Order Act" von 1994 normiert; das "Police Council" überwacht ihre Tätigkeit (AA ). Sie untersteht dem Innenministerium und ist für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung verantwortlich (USDOS ). Fallweise werden auch Militäreinheiten zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung eingesetzt (USDOS ; vgl. AA ). Die Tätigkeit des Geheimdienstes BNI (Bureau of National Investigations), der dem Nationalen Sicherheitsberater untersteht, ist im "Security and Intelligence Agencies Act" von 1996 geregelt (AA ). Das BNI behandelt Fälle, die entscheidend für die Staatsicherheit sind. Die Polizei unterhält in Accra spezialisierte Einheiten für Mord, Forensik, häusliche Gewalt,
11 Menschenhandel, Visumsbetrug, Drogen, und Cyberkriminalität. Solche Einheiten sind aufgrund von Mängeln nicht bundesweit verfügbar. Polizeigewalt, Korruption, Schlampereien, Nachlässigkeit und Stra osigkeit stellen ein Problem dar (USDOS ). Nach glaubhaften Informationen kommt es mangels ausreichender Kontrolle durch die Zivilbehörden bisweilen zu eigenmächtigem Handeln der Sicherheitskräfte. Hierbei kommt es zu Menschenrechtsverletzungen (AA ). AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Folter und unmenschliche Behandlung Folter ist durch die Verfassung verboten. Seit ist Ghana an das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (CAT) gebunden. Es gibt Presseberichte, wonach Personen im Zuge von Strafvollzug oder Strafverfolgung zur Einschüchterung oder zwecks Erpressung von Geständnissen körperlich misshandelt wurden, und zwar sowohl von der Polizei als auch von der Armee. Selbst der UN Sonderberichterstatter hat anlässlich seines Besuchs Ende 2013 Fälle von körperlicher Gewalt gegen Festgenommene konstatiert (AA ; vgl. USDOS ). Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass es sich hierbei um verbreitete und systematische Folterungen handeln, obwohl derartige Vorfälle auch durch die Commission on Human Rights and Administrative Justice (CHRAJ) bestätigt und verurteilt werden. Es kommt fast nie zur Anzeige. Die Regierung hat 2013 Sensibilisierungskampagnen lanciert, um das Problem der Folter und unmenschlichen Behandlung mehr in den Fokus der Ö entlichkeit zu rücken. In den letzten Jahren wurden mehrfach Todesfälle durch Einsatz von Polizeigewalt bei Festnahmen und Polizeieinsätzen bekannt. Alle Vorfälle wurden polizeilich untersucht und fanden ein ausführliches Medienecho (AA ). In den Medien bekannt gewordene Fälle der Misshandlung von Straftätern oder Untersuchungshäftlingen führen oft zu medienwirksamer polizeilicher Aufklärungstätigkeit. Dabei werden die beschuldigten Sicherheitskräfte von der Presse zur Schau gestellt und unehrenhaft aus dem Dienst entlassen. Über mögliche strafrechtliche Konsequenzen erfährt die Ö entlichkeit wenig (AA ). Menschenrechtsverletzungen und polizeiliches Fehlverhalten werden auch mit Hilfe der Polizeieinheit für Auskunft und berufsethische Grundsätze Police Intelligence and Professional Standards Unit (PIPS) aufgeklärt (USDOS ). AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana
12 USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Korruption Korruption ist gemäß Berichten von Medien und NGOs innerhalb der Regierung verbreitet. Gemäß der jüngsten Worldwide Governance Indicators der Weltbank ist Korruption ein Problem in Ghana (USDOS ). Der neueste Korruptionsindex (CPI) von Transparency International für Ghana zeigt eine minimale Verbesserung (GIZ b) und liegt aktuell auf Rang 61 von 174 weltweit (GIZ a). Der Kampf gegen Korruption besitzt bislang keine Priorität. Das kann sich angesichts der anstehenden Strukturreformen in enger Abstimmung mit dem IWF tendenziell ändern (GIZ b). Korruption und Untreue beim Umgang mit ö entlichen Mitteln werden in der Ö entlichkeit oft thematisiert (AA a). Trotz Berichterstattung von Korruptionsskandalen in den Medien, fehlt die Bereitschaft der Regierung rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zu schaffen um diese zu bekämpfen (FH ). Der Nationale AntiKorruptionsAktionsplan (NACAP), im Juli vom Parlament einstimmig angenommen, stellt ein Konzept zur Bekämpfung der Korruption und Durchsetzung geltender Gesetze in den ö entlichen, privaten und gemeinnützigen Sektoren dar (FH ; vgl. USDOS ). Gemäß diesem Aktionsplan der Commission on Human Rights and Administrative Justice (CHRAJ) soll gegen Menschenrechtsverletzungen, ö entliche Korruption und Machtmissbrauch vorgegangen werden. Die Kommission ist befugt, Strafen für Verstöße zu empfehlen (USDOS ). AA Auswärtiges Amt, Innenpolitik (7.2015a): Zugriff AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana FH Freedom House ( ): Freedom in the World 2015 Ghana, Zugriff GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ( a): Ghana Geschichte und Staat, Zugriff GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ( b): Ghana Wirtschaft und Entwicklung, Zugriff
13 USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Allgemeine Menschenrechtslage Die Verfassung verbietet Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Behinderung, Sprache oder gesellschaftlicher Stellung; jedoch werden diese gesetzlichen Bestimmungen in der Regel nicht umgesetzt (USDOS ). Die Grundfreiheiten und Menschenrechte sind in der Verfassung eingehend de niert und garantiert. In Art. 21 sind die politischen Grundrechte auf freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit sowie die Vereinigungs und Versammlungsfreiheit niedergelegt. Geschützt und überwacht wird die Menschenrechtslage in Ghana durch die in der Verfassung verankerte unabhängige nationale Menschenrechtskommission Commission on Human Rights and Administrative Justice (CHRAJ). In einigen Fällen ist es aufgrund der Untersuchungsergebnisse zu Rücktritten oder Amtsenthebungen der betroffenen Personen gekommen (AA ). Auch wenn Ghana den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte rati ziert hat, fehlt es noch immer an einer vollständigen Umsetzung der Vorschriften in nationales Recht. Nur wenige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte haben Verfassungsrang und selbst diese Rechte sind bisher nicht gerichtlich durchsetzbar. Seit 2011 können selbst Privatpersonen und NROs im Falle von MRVerletzungen den afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen (AA ). Zu den wichtigsten Menschenrechtsproblemen gehören Menschenhandel, ausbeuterische Kinderarbeit, einschließlich der Kinderzwangsarbeit, wie auch harte und lebensbedrohliche Bedingungen in den Gefängnissen. Weitere Menschenrechtsprobleme sind die Anwendung exzessiver Gewalt durch die Polizei, Vergewaltigung, willkürliche Festnahmen von Journalisten oder längere Untersuchungshaft, Korruption auf allen Ebenen der Regierung, gesellschaftliche Diskriminierung von Frauen, Gewalt gegen Frauen und Kinder, darunter weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C), gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und Menschen mit HIV/AIDS, so wie von Lesben, Homosexuellen, Bisexuelle und Transgender (LGBT) Personen, ethnische Diskriminierung und Selbstjustiz. Trotz Bemühungen seitens der Regierung, stellt die Straflosigkeit ein Problem dar (USDOS ). Die Meinungs und Pressefreiheit sind verfassungsrechtlich garantiert und werden auch in der Regel eingehalten (AA a; vgl. FH ; GIZ a). Ghana hat eine vielfältige und lebendige Medienlandschaft entwickelt. Das Land verfügt über staatliche und private Fernseh und Radiosender und mehrere unabhängige Zeitungen und Zeitschriften, und hat auch im elektronischen und digitalen Sektor Fortschritte vorzuweisen. Allerdings kommt es zu Einschränkungen der Pressefreiheit durch Regierungsbehörden (FH ; vgl. GIZ a). Die beiden größten Tageszeitungen sind in staatlichem Besitz, daneben erscheint eine Vielzahl (ca ) von privaten, unabhängigen Zeitungen. Mehrere oppositionsnahe und einige unabhängige Zeitungen sind extrem regierungskritisch. Kritisiert werden insbesondere die breit angelegten Einschränkungen der Pressefreiheit im Hinblick auf das Amt des Präsidenten, des Vizepräsidenten sowie des Kabinetts (AA ). Es gibt Berichte, wonach es zu Übergri en durch Militär, Polizei und Sicherheitskräfte gekommen sei. Um Repressalien zu vermeiden, kommt es vereinzelt zu Selbstzensur. Berichterstattungen über Korruption und Machtmissbrauch führen teilweise zu Zivilklagen und Verurteilungen von Journalisten und zu extrem hohen Schadenersatzzahlungen. Auch diese Entwicklung begünstigt eine wirtschaftlich motivierte Selbstzensur der Medien. Im jährlich verö entlichten Worldwide Press Freedom Index von "Reporter ohne Grenzen" belegt Ghana 2014 Rang 27 von insgesamt 180 Staaten und schneidet somit gut ab im internationalen Vergleich (AA ; vgl. GIZ a). Das Recht auf Versammlungs und Vereinigungsfreiheit sind verfassungsrechtlich garantiert und werden in der Regel eingehalten. Genehmigungen für Meetings und Demonstrationen sind nicht erforderlich (AA a; vgl. AA ; FH ). Kritik an gesellschaftlichen Zuständen, politischen Entscheidungen und in religiösen Angelegenheiten kann jederzeit öffentlich vorgebracht werden (AA ).
14 AA Auswärtiges Amt, Innenpolitik (7.2015a): Zugriff AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik GhanaFH Freedom House ( ): Freedom in the World 2015 Ghana, Zugri FH Freedom House ( ): Freedom in the World 2015 Ghana, Zugriff GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ( a): Ghana Gesichte und Staat, Zugriff USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Haftbedingungen Die Haftbedingungen sind vor allem durch Überbelegung für alle Inhaftierten sehr schlecht und mit westeuropäischen Verhältnissen nicht vergleichbar (AA ; vgl. USDOS ). Es kommt zu physischen Misshandlungen und Nahrungsmittelknappheit. Sanitäre Bedingungen und die medizinische Versorgung sind mangelhaft (USDOS ). Die Regierung gestattet Gefängnisbesuche durch lokale NGOs und die Commission on Human Rights and Administrative Justice (CHRAJ) (USDOS ). AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana
15 USDOS US Department of State ( ): Country Report on Human Rights Practices 2014 Ghana, Zugriff Todesstrafe Seit 1993 hat keine Hinrichtung mehr stattgefunden, obwohl Gerichte weiterhin Todesurteile aussprechen. Fortlaufende konstitutionelle Revisionen könnten zur Abscha ung führen (AA a; vgl. AI ). Die Regierung zeigt keine Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe, jedoch hat sich die Verfassungskommission dafür ausgesprochen (AA ). AA Auswärtiges Amt, Innenpolitik (7.2015a): Zugriff AA Auswärtiges Amt ( ): Bericht über die asyl und abschieberelevante Lage in der Republik Ghana AI Amnesty International ( ): Amnesty International Report 2014/15, Zugriff Religionsfreiheit Wie die meisten afrikanischen Staaten, ist auch Ghana ein multireligiöses Land. Weit mehr als 60 Prozent bekennen sich zum Christentum, annähernd 20 Prozent zum Islam, und auch traditionelle Religionen, verkörpert durch Könige und Chiefs, spielen nach wie vor eine gewichtige gesellschaftliche Rolle (AA a). Die Gesellschaft ist in Religionsfragen sehr tolerant, interreligiöse Kon ikte sind selten und entstehen meistens aus persönlichen Auseinandersetzungen, die keinen religiösen Hintergrund haben. Die Religionsfreiheit wird respektiert; die Regierung bemüht sich um ausgewogene Vertretung der großen Religionen und berücksichtigt christliche wie muslimische Feiertage gleichermaßen. In der amtierenden Regierung sind einige Minister muslimischen Glaubens vertreten. Fälle von Antisemitismus sind nicht bekannt (AA ; vgl. USDOS ). Religion und das Praktizieren von Religion ist keine Privatsache, sondern fester Bestandteil des Alltags, und die Religionsgemeinschaften sind zudem fester Bestandteil des politischen Systems. Dabei dominiert die christliche Religion das Straßenbild. Demgegenüber spielen der Islam und seine Selbstdarstellung in Ghana nur eine Nebenrolle. Lediglich die islamische Sondergemeinschaft der Ahmadiyya ist unübersehbar. Denn außer ihren Moscheen betreiben sie recht erfolgreich Krankenhäuser, Schulen und theologische Bildungseinrichtungen (GIZ c; vgl. USDOS ). Ghana zeichnet sich auch durch die religiöse Toleranz der Regierung und der Religionsgemeinschaften aus (AA a; vgl. USDOS ). Der Norden des Landes ist traditionell muslimisch (zumeist Sunniten, Tijanis und Ahmadis), die südliche Küstenregion eher christlich orientiert. Allerdings wenden sich die muslimischen Vertreter gegen diese Zahlen, da sie der Ansicht sind, dass etwa 30% der Bevölkerung Muslime sind, und kritisieren, dass der muslimische Bevölkerungsanteil bewusst als deutlich zu gering dargestellt wird, um diese Gruppe politisch zu marginalisieren (AA ).
16 Quelle: Bundesverwaltungsgericht BVwg, JUSLINE JUSLINE ist eine Marke der ADVOKAT Unternehmensberatung Greiter & Greiter GmbH.
Die Beschwerde wird gemäß 3, 8, 10 Abs. 1 Z 3, 57 AsylG 2005, 9, 18 BFA-VG, 52, 55 FPG als unbegründet abgewiesen.
23.08.2016 Gericht BVwG Entscheidungsdatum 23.08.2016 Geschäftszahl W184 2129417-1 Spruch W184 2129417-1/5E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Dr. Werner PIPAL als
Guinea-Bissau. Erkenntnismittelliste (Stand: 13. Februar 2018)
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