Source: https://www.steuerberaten.de/tag/steueraenderungen/
Timestamp: 2019-11-11 20:56:27
Document Index: 113809081

Matched Legal Cases: ['§ 302', '§ 14', '§ 14', '§ 25', '§ 25', '§ 13', '§ 14', '§ 14']

Steueränderungen zum Jahreswechsel 2014 - im Steuer Ratgeber erklärt
Steuerliche Änderungen zum Jahreswechsel 2014
Für 2014 ergeben sich vergleichsweise wenige Steueränderungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Änderungen bei den Reisekosten und den Kosten für doppelte Haushaltsführung.
Die bisherige 3-Stufige Regelung von 6 EUR, 12 EUR und 24 EUR wird durch eine 2 stufige Staffelung von 12 EUR und 24 EUR ersetzt. Für den Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer berufsbedingt 24 Stunden von seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstelle abwesend ist, wird wie bisher eine Pauschale von 24 EUR gewährt. Für den Anreise- und Abreisetag gibt es eine Pauschale von 12 EUR, unabhängig von der Dauer der Abwesenheit. Die Pauschale von 12 EUR gibt es ebenfalls für Tage, an denen der Arbeitnehmer mehr als 8 Stunden ohne Übernachtung von seiner Wohnung und der ersten Arbeitsstätte entfernt ist. Auch bei Auslandstätigkeit gibt es zukünftig nur noch zwei Pauschalen, die denselben Voraussetzungen wie im Inland unterliegen.
Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden gelten länderspezifische Pauschalen von 120 % und von 80 % der Auslandstagesgelder nach dem Bundesreisekostengesetz. An der Begrenzung auf 3 Monate bei längerfristiger beruflicher Tätigkeit hat sich hingegen nichts geändert. Nach vierwöchiger Unterbrechung der auswärtigen Tätigkeit beginnt die Dreimonatsfrist allerdings erneut. Werden Sie vom Arbeitgeber bzw. in dessen Auftrag von einem Dritten eingeladen, müssen die vorgenannten Pauschalen um 20 % beim Frühstück und um 40 % beim Mittag- bzw. Abendessen gekürzt werden. Erste Tätigkeitsstätte statt regelmäßiger Arbeitsstätte Der Gesetzgeber hat den Begriff regelmäßige Arbeitsstätte durch den Begriff erste Tätigkeitsstätte ersetzt. Das hat Bedeutung zB. bei den Fahrtkosten, bei der doppelten Haushaltsführung und den Verpflegungsmehraufwendungen.
Wie der Bundesfinanzhof geht jetzt auch der Gesetzgeber davon aus, dass nur eine erste Tätigkeitsstätte vorliegen kann. Dies ist entsprechend der dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegung die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist. Was tut sich bei den Fahrtkosten bei Auswärtstätigkeit? Bei beruflich veranlassten Fahrten, die nicht Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder Familienheimfahrten sind, können die tatsächlich entstandenen Kosten als Werbungskosten zukünftig angesetzt werden. Die Beschränkung der Pendlerpauschale ist nicht zu beachten.
Bei den abzugsfähigen Unterkunftskosten dürfen zukünftig die tatsächlichen Unterkunftskosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 EUR angesetzt werden. Anders als bei der doppelten Haushaltsführung im Ausland entfällt die ortsübliche Miete als Vergleichsmaßstab. Im Ausland hingegen können die tatsächlichen Mietkosten nur geltend gemacht werden, sofern sie angemessen und notwendig sind.
Auch wird der Begriff des „eigenen Hausstandes“ bei der doppelten Haushaltsführung nunmehr definiert. Neben dem Innehaben einer Wohnung ist danach nunmehr auch eine angemessene finanzielle Beteiligung anden Kosten der Lebensführung notwendig, so dass das Zimmer bei den Eltern ohne finanziellen Beitrag nicht mehr ausreicht.
Unterkunftskosten bei längerfristiger auswärtiger Tätigkeit
Die Unterkunftskosten an einer Tätigkeitsstätte, die nicht erste Tätigkeitsstätte ist, können für die Dauer einer Auswärtstätigkeit von bis zu 48 Monaten unbeschränkt abgezogen werden. Danach besteht auch die Begrenzung von 1.000 EUR wie bei der doppelten Haushaltsführung.
Der steuerfrei belassene Grundfreibetrag wird zum 1.1.2014 um weitere 224 EUR auf nunmehr 8.354 EUR angehoben.
Riester – und Rürup – Rente
Beim Wohn – Riestern ist es ab 1.1.2014 in der Ansparphase jederzeit möglich, Kapital zu entnehmen, um eine bestehende Finanzierung von Anschaffungs- oder Herstellungskosten der selbstgenutzten Immobilie ganz oder teilweise abzulösen. Auch wird zukünftig der Wohnungsumbau gefördert. Bei der Rürup – Rente gilt die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge auch für solche Verträge, die ausschließlich den Eintritt der Berufsunfähigkeit oder einer verminderten Erwerbstätigkeit absichern.
Erhöhung des Verlustrücktrages
Der Verlustrücktrag wird von 511.500 EUR bzw. 1.023.000 EUR bei Zusammenveranlagung annähernd auf 1 Mio. EUR bzw. 2 Mio. EUR verdoppelt.
Für Kapitalgesellschaften ergeben sich noch einige Änderungen bei den Organschaftsregelungen. Im Einzelnen sind dies:
Aufgabe des doppelten Inlandbezugs ( Sitz und Geschäftsleitung)
Zurechnung der Beteiligung zu einer inländischen Betriebsstätte
Einmalige Berücksichtigung des negativen Einkommens
Dynamischer Verweis auf § 302 AktG
Einführung eines Feststellungsverfahrens für das zuzurechnende Einkommen.
Daneben haben sich noch einige andere wesentliche Änderungen in 2014 ergeben, die wir an dieser Stelle im Folgenden auch weitergeben wollen.
Die Pflichtangaben in einer Rechnung sind in § 14 Abs. 4, § 14a UStG geregelt. Dass eine Rechnung alle Pflichtangaben enthält, ist insbesondere für den Vorsteuerabzug wichtig. Künftig muss eine Gutschrift ausdrücklich als solche bezeichnet werden, das (ggf. elektronische) Dokument muss also die Angabe "Gutschrift" enthalten.
Mit dem AmtshilfeRLUmsG werden auch die Pflichtangaben für die verschiedenen Anwendungsbereiche der Margenbesteuerung präzisiert. Wo bisher in der Rechnung ein Hinweis auf die Sonderregelungen genügte, muss künftig bei Reiseleistungen (§ 25 UStG) die Formulierung "Sonderregelung für Reisebüros", bei der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG (je nach Sachverhalt) die Formulierung "Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung" bzw. "Kunstgegenstände/Sonderregelung" bzw. "Sammlungsstücke und Antiquitäten / Sonderregelung" zwingend verwendet werden. Der Vorsteuerabzug setzt regelmäßig eine Rechnung mit allen Pflichtangaben voraus. Aus Rechnungen bzw. Gutschriften, die den neuen Vorgaben nicht genügen, dürfte folglich keine Vorsteuer geltend gemacht werden.
Beim sog. Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b UStG) schuldet nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Führt ein Unternehmer eine Leistung aus, die unter das Reverse-Charge-Verfahren fällt, musste er bislang in seiner Rechnung auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers "hinweisen". Für diesen Hinweis kamen diverse Formulierungen infrage.
Künftig muss eine entsprechende Rechnung zwingend die Angabe "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" enthalten. Fehlt diese Angabe oder wird stattdessen eine andere Formulierung gewählt, hat dies keine Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug, denn dieser setzt in Reverse-Charge-fällen keine ordnungsgemäße Rechnung voraus. Werden Reverse-Charge-Leistungen "über die Grenze" erbracht, stellt sich die Frage, ob die Rechnung nach in- oder ausländischem Recht erteilt werden muss. Diese Frage wird durch das AmtshilfeRLUmsG neu beantwortet. Ausländischer Unternehmer rechnet über Reverse-Charge-Leistung im Inland ab Werden Reverse-Charge-Leistungen im Inland (Deutschland) erbracht, aber von einem (EU-)ausländischen Unternehmer, sind für die Rechnungserteilung künftig die Vorschriften des ausländischen EU-Mitgliedstaates anzuwenden (§ 14 Abs. 7 UStG n.F.).
Ausländisch i. d. S. ist ein Unternehmer, wenn er weder Sitz noch Geschäftsleitung im Inland hat. Er gilt auch dann noch als ausländisch i. d. S. wenn er im Inland zwar eine Betriebsstätte hat, diese aber an der betrachteten Leistung nicht beteiligt ist. Zur Anwendung kommen dann die Vorschriften des EU-Mitgliedstaates, in dem der Unternehmer Sitz, Geschäftsleitung oder eine Betriebsstätte hat, von der aus der Umsatz ausgeführt wird. Fehlt es an einem "Sitz", sind Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt maßgeblich. Die og. Regelung gilt nicht, wenn mit Gutschrift abgerechnet wird. In diesem Fall muss der deutsche Leistungsempfänger in seiner Gutschrift die deutschen Vorgaben (§ 14 Abs. 4 UStG) beachten.
Für bestimmte Fälle wird neu geregelt, bis wann eine Rechnung erteilt werden muss. Bei B2B-Leistungen in einem anderen Mitgliedstaat, die unter das Reverse-Charge-Verfahren fallen, muss die Rechnung bis zum 15. des Folgemonats (der Umsatzausführung) ausgestellt werden.