Source: https://bravors.brandenburg.de/verwaltungsvorschriften/verwaltungsfachwirt_in_2018
Timestamp: 2020-01-23 16:36:47
Document Index: 92259999

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 54', '§ 45', '§ 48', '§ 51', '§ 80', '§ 123', '§ 48', '§ 44', '§ 50', '§ 175', '§ 6']

Rahmenplan für den Fortbildungslehrgang zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin im Land Brandenburg
(ABl./18, [Nr. 53], S.1601)
Das Ministerium des Innern und für Kommunales, zuständige Stelle nach § 7 Absatz 1 Nummer 1a und 2a der Berufsbildungszuständigkeitsverordnung vom 27. Februar 2015 (GVBl. II Nr. 10), geändert durch Verordnung vom 9. November 2018 (GVBl. II Nr. 77), erlässt folgenden Rahmenplan zur Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin nach § 54 des Berufsbildungsgesetzes:
1 Lernzielstufen
2 Methoden- und Sozialkompetenzen
Handlungsbereich Methodenkompetenz
Baustein 1: Methodenkompetenz (Moderation, Präsentation und Rhetorik, Lern- und Selbstlernkompetenz, Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens)
Handlungsbereich Kommunikation und Kooperation
Baustein 2: Kommunikation und Kooperation (Kommunikation, Verhandlungs führung, Konfliktmanagement, Bürgerorientiertes Verhalten, Teamarbeit)
Handlungsbereich Diversity und interkulturelle Kompetenz (Umgang mit Vielfalt)
Baustein 3: Diversity und interkulturelle Kompetenz (Umgang mit Vielfalt, interkulturelle Kompetenz)
3 Rechts- und politikbezogene Kompetenzen
Handlungsbereich Politik und Verwaltung
Baustein 4: Politik, Staat und Verwaltung
Baustein 5: Staats- und Europarecht
Baustein 6: Kommunalrecht
Handlungsbereich Weitere rechtliche Kompetenzen
Baustein 7: Juristische Methodenlehre
Baustein 8: Allgemeines Verwaltungsrecht
Baustein 9: Sozialrecht
Baustein 10: Polizei- und Ordnungsrecht
Baustein 11: Baurecht
Baustein 12: Bürgerliches Recht
Baustein 13: Personalrecht
Baustein 14: Einführung in das Vergaberecht
4 Wirtschaftliche und Verwaltungsmanagement Kompetenzen
Handlungsbereich Finanzwirtschaftliche Kompetenzen
Baustein 15: Öffentliches Finanzwesen
Baustein 16: Externes Rechnungswesen
Baustein 17: Abgabenrecht
Handlungsbereich Betriebs- und volkswirtschaftliche Kompetenzen
Baustein 18: Betriebswirtschaftslehre
Baustein 19: Volkswirtschaftslehre
Baustein 20: Investition und Finanzierung
Baustein 21: Internes Rechnungswesen (KLR)
Handlungsbereich Kompetenzen im Verwaltungsmanagement
Baustein 22: Grundlagen und Elemente der Verwaltungsorganisation (Organisationsmanagement, Aufbau und Ablauf der Verwaltungsorganisation, Projektmanagement)
Baustein 23: Personalmanagement
Baustein 24: Steuerungsinstrumente des Verwaltungsmanagements (Digitalisierung, E-Government und Datenschutz)
5 Anforderungen an die abzulegenden Prüfungen
6 Anforderungen an Stundenumfang und Präsenzzeiten
7 Übergangsregelung
Der Rahmenplan für den Fortbildungslehrgang zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin im Land Brandenburg regelt die Verteilung der Unterrichtseinheiten auf die einzelnen Fächer und legt fest, welche Inhalte zu vermitteln sind. Grundlegende Voraussetzung für den Besuch des Fortbildungslehrgangs sind jeweils die Kenntnisse aus der Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten.
Bis auf wenige Ausnahmen entsprechen die Inhalte dieses Rahmenplans den Inhalten des vonseiten des Bundesverbandes der Verwaltungsschulen und Studieninstitute (BVSI) am 7. November 2017 beschlossenen bundesweiten Rahmenplans. Teilweise wurden Lehrinhalte ergänzt, wie zum Beispiel „Juristische Methodenlehre“, teilweise wurden Lehrinhalte in einem einzigen Baustein zusammengeführt. In der nachfolgenden Tabelle sind die Entsprechungen im Detail dargestellt.
Die Bausteine im Rahmenplan für Brandenburg …
… entsprechen folgenden Bausteinen, des bundesweiten Rahmenplans (BVSI)
Baustein 1: Methodenkompetenz (Moderation, Präsentation und Rhetorik, Lern- und Selbstlernkompetenz, Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens) Bausteine 1 bis 4
Baustein 2: Kommunikation und Kooperation (Kommunikation, Verhandlungsführung, Konfliktmanagement, Bürgerorientiertes Verhalten, Teamarbeit) Bausteine 6 bis 10
Baustein 3: Diversity und interkulturelle Kompetenz (Umgang mit Vielfalt) Bausteine 11 bis 12
Baustein 4: Politik, Staat und Verwaltung Bausteine 13 bis 14
Baustein 5: Staats- und Europarecht Baustein 15
Baustein 6: Kommunalrecht Baustein 16
Baustein 8: Allgemeines Verwaltungsrecht Baustein 17
Baustein 9: Sozialrecht Baustein 18
Baustein 10: Polizei- und Ordnungsrecht Baustein 19
Baustein 12: Bürgerliches Recht Baustein 20
Baustein 13: Personalrecht Baustein 21
Baustein 15: Öffentliches Finanzwesen Baustein 22
Baustein 16: Externes Rechnungswesen Baustein 23
Baustein 18: Betriebswirtschaftslehre Baustein 24
Baustein 19: Volkswirtschaftslehre Baustein 24
Baustein 20: Investition und Finanzierung Baustein 25
Baustein 21: Internes Rechnungswesen (KLR) Baustein 26
Baustein 22: Grundlagen und Elemente der Verwaltungsorganisation (Organisationsmanagement, Aufbau und Ablauf der Verwaltungsorganisation, Projektmanagement) Bausteine 27, 28, 5
Baustein 23: Personalmanagement Baustein 29
Baustein 24: Steuerungsinstrumente des Verwaltungsmanagements (Digitalisierung, E-Government und Datenschutz) Bausteine 30, 31
Die in diesem Rahmenstoffplan angegebenen Lernzielstufen orientieren sich am Strukturplan des Deutschen Bildungsrates. Sie sind fachspezifisch präzisiert und beinhalten nachfolgende Ziele hinsichtlich des erwarteten Lernerfolgs:
Stufe 1 KENNEN
als gedächtnismäßige Wiedergabe des Gelernten (Reproduktion);
kennen informiert sein
Stufe 2 VERSTEHEN
als selbstständige Verarbeitung und Anordnung des Gelernten (Reorganisation);
abgrenzen aufzeigen
begreifen beschreiben
darlegen darstellen
erfassen erkennen
erklären erläutern
unterscheiden verstehen
Stufe 3 ANWENDEN
als Übertragung des Gelernten auf andere Zusammenhänge (Transfer);
anwenden bedienen
beherrschen durchführen
führen handeln
lösen nutzbar machen
Stufe 4 BEURTEILEN
als kritische Bewertung des Gelernten sowie das Finden neuer Lösungsansätze (Problemlösen);
beurteilen bewerten
einschätzen entwickeln
finden würdigen
a) Handlungsbereich Methodenkompetenz
Methodenkompetenz Baustein:
Verwaltungsfachwirt/Verwaltungsfachwirtin Abschluss:
Fachkoordinator/Fachkoordinatorin:
Unterrichtseinheiten (á 45 min.): davon Lehrveranstaltung/Übung/Projekt: Leistungsnachweis:
Pflicht Sprache:
Deutsch Stand:
Präsenz: 35
Vor- und Nachbereitung: 14
Projektarbeit: -
Vorwissen, welches vorausgesetzt wird:
Die Lernenden wissen, welchen Beitrag Moderation, Präsentation und Rhetorik in der zielgerichteten Aufgabenerfüllung der öffentlichen Verwaltung leisten kann. Sie kennen bereits Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele aus Lehre und Praxis. Die Lernenden sind in der Lage, didaktisch vorstrukturierte und Lerninhalte aufzunehmen und in Fallgestaltungen auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ anzuwenden.
Die Lernenden sind in der Lage, strukturierte textliche Darstellungen wie zum Beispiel Vermerke, Auswertungen und kleine Gutachten auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ zu erstellen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Moderationstechniken zielorientiert anwenden, verstehen die Grundsätze der Visualisierung bei der Moderation und können ausgehend von Kommunikationsregeln die wichtigsten Spielregeln der Moderation anwenden. Die grundsätzlichen Aufgaben eines Moderators/einer Moderatorin sind klar.
Die Lehrgangsteilnehmenden verfügen über Kenntnisse und Fähigkeiten zur Gestaltung mündlicher Präsentationen und können Präsentationen wirkungsvoll durchführen.
Die Lehrgangsteilnehmenden erkennen die Bedeutung, insbesondere die berufliche Notwendigkeit lebenslangen Lernens. Sie kennen unterschiedliche Methoden des Lernens (wie Skriptbearbeitung, Fallbearbeitung, Literatur- und Internetrecherche, E-Learning).
Die Lehrgangsteilnehmenden verfügen über die methodische Kompetenz, die sie für das Erstellen, Verfassen und Präsentieren einer wissenschaftlichen Arbeit (Projektarbeit/Hausarbeit) benötigen.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die jeweiligen Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit. Sie können sich dementsprechend Inhalte in Literatur, Internet und Praxis erschließen, Texte schlüssig durchstrukturieren und gliedern, verwendete Literatur korrekt zitieren und auch in der Arbeit nachweisen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, sich in der Rolle als Vortragender oder Moderator auf unterschiedliche Personen und Personengruppen einzustellen und diese ergebnisorientiert zu leiten und gegebenenfalls zu überzeugen. Sie verfügen über einen sicheren Vortragsstil und setzen Sprache, Mimik und Gestik im Rahmen von Kurzvorträgen/-präsentationen wirkungsvoll und zielgruppengerecht ein. Dazu gehört auch der Umgang mit Störungen.
Sie sind in der Lage, Präsenzveranstaltungen effektiv vor- und nachzubereiten. Darüber hinaus verfügen sie über Kenntnisse und Fähigkeiten, um abgegrenzte Lerninhalte selbstorganisiert zu erarbeiten. Dabei wenden die Lehrgangsteilnehmenden zielgerichtet passgenaue Methoden an (wie Skriptbearbeitung, Fallbearbeitung, Literatur- und Internetrecherche, E-Learning).
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, effektiv und strukturiert in Lern- und Arbeitsgruppen zu arbeiten, Sachverhalte zu analysieren, argumentativ und methodisch überzeugende Lösungen zu erarbeiten und diese klar und strukturiert zu dokumentieren.
1 Moderation (2 - 3)
- Aufgaben der Moderation
- Moderations- und Präsentationstechniken
- Vor- und Nachbereitung sowie Ergebnissicherung moderierter Veranstaltungen
2 Präsentation und Rhetorik (2 - 3)
- Aufbau von Vorträgen, Reden und Präsentationen
- Grundzüge der Dialektik
3 Lern- und Selbstlernkompetenz (2 - 3)
- Grundzüge der Theorie des Lernens
- Techniken des Lernens
- Selbstorganisiertes Lernen (Skriptbearbeitung, Fallbearbeitung, Literatur- und Internetrecherche, E-Learning)
4 Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens (3)
- Bedeutung des wissenschaftlichen Arbeitens
- Ausgewählte Methoden der empirischen Sozialforschung
- Recherche und Literaturauswertung
- Form und Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit (unter anderem Sprache, Gliederung, Zitiertechniken)
Legen Dozierende fest.
Diekmann, A. (2007): Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Rowohlt Taschenbuch Verlag.
Hofmann, E.; Löhle, M. (2016): Erfolgreich Lernen: Effiziente Lern- und Arbeitsstrategien für Schule, Studium und Beruf. Hogrefe Verlag.
Mentzel, W. (2008): Rhetorik: Wirkungsvoll sprechen - überzeugend auftreten. dtv Beck.
May, Y. (2010): Kompaktwissen Wissenschaftliches Arbeiten: Eine Anleitung zu Techniken und Schriftform. Reclam.
Mayer, H. O. (2012): Interview und schriftliche Befragung: Grundlagen und Methoden empirischer Sozialforschung. Oldenburg Wissenschaftsverlag.
Lienhart, A. (2015): Seminare, Trainings und Workshops lebendig gestalten. Haufe Lexware.
b) Handlungsbereich Kommunikation und Kooperation
Baustein 2: Kommunikation und Kooperation (Kommunikation, Verhandlungsführung, Konfliktmanagement, Bürgerorientiertes Verhalten, Teamarbeit)
Kommunikation und Kooperation Baustein:
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen Kommunikations- und Feedbackregeln und können diese im Verwaltungsalltag anwenden. Sie kennen die grundlegenden Gesprächsführungstechniken und können strukturierte Fachgespräche führen und Feedback geben.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen Strategien im Rahmen der Verhandlungsführung sowie praxisrelevante Argumentationstechniken und können diese differenzieren.
Sie kennen effektive Konfliktlösungstechniken. Sie können Konfliktgespräche führen und haben Kompetenzen im Umgang mit Beschwerden, bei der Vermittlung schlechter Nachrichten und im Umgang mit Bürgeraffekten.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen wesentliche Merkmale einer bürgerorientierten Verwaltung. Sie kennen Strategien zur Bewältigung der täglichen Stressbelastung.
Die Lehrgangsteilnehmenden haben ein Bewusstsein für die Wirkung von Körpersprache und für verständliche Verwaltungssprache entwickelt. Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, mit anderen Personen im beruflichen Umfeld konstruktiv zu kooperieren.
Die Lehrgangsteilnehmenden können Konflikte erkennen und einschätzen und Konfliktlösungstechniken einsetzen. Sie reflektieren die Erwartungshaltungen der Bürgerinnen und Bürger und nehmen diese als Kundschaft wahr. Sie gehen effektiv mit Beschwerden und Einwänden um. Die Lehrgangsteilnehmenden reflektieren Probleme und Grenzen teamorientierter Arbeitsformen. Sie verfügen über grundlegende soziale und methodische Kompetenzen für die Mitarbeit in teamorientierten Arbeitsformen und können teamorientierte Arbeitsstrukturen mitgestalten.
1 Kommunikation und Kooperation (3 - 4)
- Techniken der Kommunikation
- Störungen im Kommunikationsprozess
- Konfliktmanagement/Mediation
- Konfliktursachen
- Konfliktphasen
2 Teamarbeit (3 - 4)
Becker, F. (2016): Teamarbeit, Teampsychologie, Teamentwicklung: So führen Sie Teams! Springer.
Fritzsche, T. (2015): Souverän verhandeln: Psychologische Strategien und Methoden. Hogrefe.
Schienle, W. (2016): Psychologisches Konfliktmanagement: Professionelles Handwerkszeug für Fach- und Führungskräfte. Springer.
c) Handlungsbereich Diversity und interkulturelle Kompetenz
Baustein 3: Diversity und interkulturelle Kompetenz (Umgang mit Vielfalt)
Diversity und interkulturelle Kompetenz Baustein:
Diversity und interkulturelle Kompetenz
Präsenz: 7
Vor- und Nachbereitung: 3
Den Lernenden sind die Grundzüge der Vielfalt in Deutschland bekannt.
Die Lehrgangsteilnehmenden haben eine Vorstellung von der Aufgabenbreite der Verwaltung in einer zunehmend von Vielfalt gekennzeichneten Gesellschaft. Sie haben ein Grundverständnis für die Zusammenhänge und Notwendigkeiten des Verwaltungshandelns in Konstellationen, die von einer Vielfalt an Lebenssituationen, Lebensstilen und Kulturen geprägt sind.
Beim Thema Diversity werden folgende Dimensionen betrachtet: Kultur (Ethnie), Religion (Weltanschauung), Behinderung, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung. Für die öffentliche Verwaltung ist, neben den Spezialregelungen, zum Beispiel zum barrierefreien Bauen, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eine wesentliche Richtschnur.
Im Besonderen verfügen sie über Kenntnisse von Kulturbegriffen und Kulturtheorien. Sie kennen die wichtigsten Fakten zu Ursachen und Folgen von Migration und zur deutschen Migrations- und Asylpolitik. Sie verstehen die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen und der interkulturellen Öffnung von Verwaltung. Die Lehrgangsteilnehmenden verstehen die Kulturgebundenheit menschlichen Verhaltens.
Darüber hinaus ist den Lehrgangsteilnehmenden die Situation der Menschen mit Behinderung bewusst und sie kennen die Grundzüge der notwendigen Maßnahmen (zum Beispiel zur Schaffung von Barrierefreiheit und rechtlichen Regelungen), um diese Menschen zu integrieren.
Sie akzeptieren respektvoll Sichtweisen, die von der eigenen Perspektive beziehungsweise Lebenssituation abweichen. In diesem Kontext sind sie in der Lage, sich in den unterschiedlichen Situationen angemessen zu verhalten und erfolgreich zu kommunizieren. Die Lehrgangsteilnehmenden verfügen über das grundlegende Verständnis, dass Unterschiedlichkeit nicht nur zu respektieren ist, sondern in vielen Fällen auch positiv genutzt werden kann. Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, die eigene Kultur zu reflektieren. Sie setzen sich mit eigenen und fremden Vorurteilen und Verhaltensweisen im Kontext interkultureller Kommunikation auseinander. Sie verfügen über Verhaltenssicherheit bei der erfolgreichen Bewältigung interkultureller Überschneidungssituationen. Sie sind aber auch ganz allgemein in der Lage, die Unterschiedlichkeit von Menschen in allen Dimensionen zu akzeptieren und damit möglichst vorurteilsfrei umzugehen.
1 Umgang mit Vielfalt (1 - 2)
- Vielfalt in Deutschland
- Aufgaben der öffentlichen Verwaltung vor dem Hintergrund einer Multikulturengesellschaft
- Umgang mit unterschiedlichen Kulturen
- Umgang mit unterschiedlichen Menschen
2 Kompetenz im Umgang mit Vielfalt (1 - 2)
- Kulturbegriffe und Kulturtheorien
- Kulturgebundenheit menschlichen Verhaltens
- Ursachen für Migration und Migrationspolitik in Deutschland
- Grundlagen der Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Behinderung
a) Handlungsbereich Politik und Verwaltung
Politik und Verwaltung Baustein:
Präsenz: 14 bzw. 24*
Vor- und Nachbereitung: 6 bzw. 11*
Gesamt: 20 bzw. 35*
Die Lernenden kennen die Einbindung politischer Institutionen und Prozesse in Deutschland. Sie kennen die Grundzüge des Staatsaufbaus in Deutschland.
Sie sind in der Lage, Aufgaben mit Fragestellungen zu Politik sowie Staats- und Verwaltungsaufbau in Deutschland auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können grundlegende politische Prozesse auf globaler, europäischer, nationaler, Länder- und kommunaler Ebene erfassen und gemessen an den Verfassungsgrundsätzen der Bundesrepublik Deutschland und der Menschenrechte bewerten. Sie verstehen die Funktionsweise repräsentativer und direkter Demokratie. Sie kennen die Rolle der Parteien, der Gewerkschaften und Verbände und von Bürgerinitiativen sowie die Bedeutung der Medien und der Pressefreiheit.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die besondere Stellung und Aufgabe der öffentlichen Verwaltung in einem dem Frieden verpflichteten, demokratischen, republikanischen, auf Volkssouveränität und Gewaltenteilung basierenden Rechtsstaat, der als Bundesstaat gegliedert ist und kommunale Selbstverwaltung vorsieht. Sie setzen sich mit der Verantwortung der Verwaltung zum Schutz der verfassungsmäßigen Ordnung auseinander. Rechtskompetentes Handeln gehört zu den Kernkompetenzen der Teilnehmenden. Dazu zählen vertiefte Kenntnisse zur praktischen Anwendung der Gutachten- und Bescheidtechnik.
Die Lehrgangsteilnehmenden reflektieren ihre persönliche Mitverantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht.
Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer öffentlichen Verwaltung haben sie die Grundsätze und Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates und der verfassungsmäßigen Ordnung verinnerlicht, richten ihr eigenes Handeln danach aus und sind in der Lage, diese Bürgerinnen und Bürgern gegenüber zu erläutern und notfalls auch zu verteidigen.
1 Politik (1 - 2)
- Politikbegriffe sowie internationale, nationale, regionale und lokale Institutionen von Politik und Verwaltung
- Prinzipien und Gestaltungsformen der Demokratie
- Zusammenhänge: Gesellschaft - Politik - Staat (Begriffliche Trennung; Verhältnis zueinander)
- Parteien, Verbände, Bürgeraktivitäten, Medien
2 Staat und Verwaltung (2 - 3)
- Grundzüge der allgemeinen Staatslehre
- Staatliches Handeln
- Parlamentarisches Regierungssystem; Bedeutung der Verfassungsorgane
- Aufbau und Stellung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland
* = Zahl der UE für eine Prüfung auf Landesebene durch das Staatliche Prüfungsamt
Präsenz: 56 bzw. 86*
Vor- und Nachbereitung: 23 bzw. 36*
Gesamt: 79 bzw. 122*
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Staatsrechts.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Staatsrechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Bedeutung der Grundrechte für die Rechtsordnung in Deutschland, ihres Bundeslandes und der Europäischen Union.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Verfassungsgrundsätze im Rahmen des Verwaltungshandelns berücksichtigen. Sie wenden die Grundrechte im Rahmen des konkreten Verwaltungshandelns an und können diese dabei insbesondere im Rahmen der Ausübung des Verwaltungsermessens berücksichtigen. Sie sind auf Basis von konkreten Beispielen über die fortschreitende Europäische Integration des nationalen Verwaltungshandelns informiert. Sie kennen die entscheidenden Kriterien der Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales beziehungsweise Landesrecht. Sie kennen die wesentlichen Möglichkeiten der EU-Förderung mit Blick auf die EU-Strukturfonds und die Landwirtschaftspolitik. Sie kennen die Möglichkeiten (gesetzliche und andere) der Einflussnahme auf den EU-Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess durch die Landesebene, vor allem auch im Verbund mit anderen europäischen Regionen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, juristisch zutreffende und angemessene Argumente für einen rechtlichen Sachverhalt zu finden und diese zu kommunizieren. Sie können Verhandlungen über Interessen und Positionen nach formalisierten Verfahrensregeln führen.
1.1 Ausgewählte Strukturprinzipien des Grundgesetzes und der Landesverfassung, insbesondere (3 - 4)
- Sozialstaatsprinzip
1.2 Staatsfunktionen und Staatsorgane (3 - 4)
1.3 Ausgewählte Grundrechte (3 - 4)
- Einführung in die Grundrechtsdogmatik
- Eingriffs- und Abwehrrechte, insbesondere:
- Allgemeine Handlungsfreiheit (Artikel 2 Absatz 1 GG)
- Allgemeines Persönlichkeitsrecht (Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 GG)
- Gleichheit vor dem Gesetz (Artikel 3 GG)
- Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit (Artikel 4 Absatz 1 und 2 GG)
- Berufs- und Gewerbefreiheit (Artikel 12 Absatz 1 GG)
- Eigentumsfreiheit (Artikel 14 Absatz 1 GG)
1.4 Schutz der Grundrechte (3 - 4)
- konkrete Normenkontrolle
2 Europarecht (3 - 4)
- Europa als Alltagserfahrung
- Begriff und Gegenstand des Europarechts
- Rechtsnatur und Rechtsfähigkeit der Europäischen Union
- Ziele und Werte der EU
- Rechtsgrundlagen und Organisationsverfassung, insbesondere
- Unionsorgane und Hilfsorgane (zum Beispiel Ausschuss der Regionen)
- Beitritt, Austritt und Ausschluss aus der Europäischen Union
- Verhältnis Unionsrecht - nationales Recht, insbesondere Einwirkung des Europarechts auf mitgliedstaatlichen Vollzug und nationales Verwaltungsrecht (zum Beispiel Niederlassungsfreiheit, Freizügigkeit)
- Grundrechte in der Europäischen Union
- Umsetzung von EU-Richtlinien auf Landes- und mitgliedstaatlicher Ebene
- Ausgewählte Bereiche gemeinschaftlichen Handelns: EU-Strukturfondsförderung und EU-Förderung in der Landwirtschaftspolitik und ihre Auswirkungen auf regionaler Ebene
- Einflussnahme auf den EU-Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess durch die Landesebene(gesetzliche und andere)
- Europäisches Gesellschaftsmodell im 21. Jahrhundert
Pieroth/Schlink (2016). Grundrechte, Staatsrecht II.
Schmidt, T. (2013). Staatsrecht (Prüfe dein Wissen). C. H. Beck.
Katz, A. (2010). Staatsrecht - Grundkurs im öffentlichen Recht. C. F. Müller.
Präsenz: 70 bzw. 30*
Vor- und Nachbereitung: 28 bzw. 10*
Gesamt: 98 bzw. 40*
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Kommunalrechts.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Kommunalrechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Arten kommunaler Körperschaften und die Formen kommunaler Zusammenarbeit sowie kommunale Unternehmen. Sie können Fragen der Kommunalverfassung vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen analysieren und Lösungsansätze erarbeiten. Sie verstehen Ansätze und Aktivitäten zu Verwaltungsreformen und können die Möglichkeiten und Grenzen von unterschiedlichen Modernisierungsstrategien beurteilen.
Sie sind in der Lage Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter, Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter und Bürgerinnen und Bürger kommunalrechtlich zu beraten. Sie können Konflikte moderieren und lösen. Sie sind in der Lage kommunalrechtliche Verfahren fachlich zu begleiten und dabei flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten einzugehen. Sie entwickeln Problemlösungsfähigkeiten, Diskussions- und Urteilsfähigkeit.
1 Einführung in die kommunale Selbstverwaltung (1 - 2)
2 Grundlagen der Gemeindeverfassung (3 - 4)
- Aufgaben der kommunalen Körperschaften
- Ausgewählte Probleme des Satzungs- und Verordnungsrechts, Rechtsschutz
3 Öffentliche Einrichtung, insbesondere Zulassungsanspruch (3 - 4)
4 Die Landkreise, Gemeinden und Ämter im kommunalen und staatlichen Verwaltungsgefüge (3 - 4)
- Zustandekommen kommunaler Entscheidungen
- Schwierige Probleme im Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich kommunaler Organe
- Doppelfunktion der Hauptverwaltungsbeamten
- Verwaltungsstrukturreformen, Funktionalreformen
- Rechtsschutz, insbesondere
- Organstreitverfahren
- Kommunalverfassungsbeschwerde
5 Sonstige Gemeindeverbände und Formen kommunaler Zusammenarbeit (3 - 4)
6 Staatliche Aufsicht (3 - 4)
- Schutz und Kontrollfunktionen
- Arten der Aufsicht und Aufsichtsbehörden
- Rechtsschutz gegen Aufsichtsmaßnahmen
Beckmann/Matschke/Miltkau (2018). Kommunalrecht Brandenburg. Maximilian Verlag.
beziehungsweise vom Dozierenden festgelegt
Muth, M. (2016). Potsdamer Kommentar. Carl Link.
Schumacher/Augustesen/Benedens (2016). Kommunalverfassungsrecht Brandenburg. Kommunal- und Schul-Verlag.
b) Handlungsbereich Weitere rechtliche Kompetenzen
Weitere rechtliche Kompetenzen Baustein:
Präsenz: 28
Vor- und Nachbereitung: 11
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge der juristischen Methodik.
Sie sind in der Lage, die juristische Methodik auf Fälle der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ anzuwenden.
Die Lehrgangsteilnehmenden beherrschen die Technik der juristischen Fallbearbeitung und Grundzüge der Bescheidtechnik. Sie sind insbesondere in der Lage, die sogenannte Subsumtionstechnik und die juristischen Argumentationsfiguren (Analogie, Umkehr-, Erst-Recht-Schluss usw.) anzuwenden.
Sie kennen die Besonderheiten der Verwaltungsentscheidungen in verschiedenen Rechtsbereichen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, argumentativ und überzeugende Lösungen zu finden und sich in Diskussionen zu behaupten.
1 Recht und Rechtsordnung (1 - 2)
- Grundlagen der Rechtsordnung
- Funktionen des Rechts
- Die verschiedenen Rechtsquellen (privates und öffentliches Recht, Normsetzung, Normenhierarchie, Richterrecht)
2 Juristische Methodenlehre (3)
- Grundlagen der Rechtsanwendung/Rechtsgewinnung, Auslegungsarten
- Juristische Argumentationsfiguren: Analogie, Erst-Recht-Schluss, Umkehrschluss etc.
- Die Technik der Fallbearbeitung (Subsumtionstechnik, Gutachtenstil)
- Schwerpunktsetzung, Hilfsbegründung/-gutachten und Stilfragen
- Bescheidtechnik, Urteilsstil
3 Verwaltungsentscheidungen und deren Anfechtungsmöglichkeiten (1 - 2)
- Überblick: Widerspruchsverfahren, Klageverfahren, vorläufiger Rechtsschutz
Kohler-Gehrig, E. (2010): Einführung in das Recht: Technik und Methoden der Rechtsfindung (Recht und Verwaltung)
Taschenbuch. Kohlhammer Verlag.
Hildebrand, T. (2016): Juristischer Gutachtenstil: Ein Lehr- und Arbeitsbuch
Taschenbuch - 18. Januar 2016. Verlag: UTB GmbH.
M. J. Möllers, T. (2014): Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten: Klausur, Hausarbeit, Seminararbeit, Studienarbeit, Staatsexamen, Dissertation. Mohr Siebeck.
Bringewat, P. (2013): Methodik der juristischen Fallbearbeitung: Mit Aufbau- und Prüfungsschemata aus dem Zivil-, Strafrecht und öffentlichen Recht. Studienbücher Rechtswissenschaft. Walter de Gruyter.
Putzke, H. (2018): Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben: Klausuren, Hausarbeiten, Seminare, Bachelor- und Masterarbeiten (Jura kompakt). Felix-Verlag.
Stein, R. (2007): Bescheidtechnik (DVP Schriftenreihe). Maximilian-Verlag.
Präsenz: 119
Vor- und Nachbereitung: 48
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Allgemeinen Verwaltungsrechts.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Allgemeinen Verwaltungsrechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Handlungsformen der Verwaltung unterscheiden und für konkrete Fallgestaltungen eine rechtlich adäquate Lösung herbeiführen. Sie können die Zulässigkeit und Begründetheit von Rechtsbehelfen prüfen. Sie können das Verwaltungsvollstreckungsrecht anwenden. Sie kennen die Grundlagen besonderer Verwaltungsverfahren und können die Kenntnisse dort anwenden.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, juristisch überzeugend zu argumentieren. Sie können verwaltungsrechtliche Arbeitsprozesse und Verfahren sowie deren Ergebnisse eigenverantwortlich analysieren, bewerten und gegebenenfalls optimieren. Sie können Falllösungen selbstständig erarbeiten. Auch sind sie in der Lage, dienstliche Aufgaben politisch einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.
1 Das Verwaltungsverfahren (2 - 3)
1.1 Begriff und Bedeutung des Verwaltungsverfahrens (2 - 3)
1.2 Übersicht über die Arten des Verwaltungsverfahrens (2 - 3)
1.3 Ablauf eines nicht-förmlichen Verwaltungsverfahrens (2 - 3)
- Einleitung des Verwaltungsverfahrens
- Vorbereitung der Entscheidung, insbesondere Anhörung
- Verfahrensrechte des Beteiligten
- Beendigung des Verfahrens
1.4 Bedeutung und Formen des Verwaltungsaktes (2 - 3)
1.5 Begriff des Verwaltungsaktes (2 - 3)
1.6 Arten der Verwaltungsakte (2 - 3)
- nach dem Inhalt
- nach der Wirkung
- nach ihrer Rechtsbindung
- nach der Art der Beteiligung
1.7 Zusicherung (2 - 3)
1.8 Wirksamkeit des Verwaltungsaktes (2 - 3)
- Beginn der Wirksamkeit
- Unanfechtbarkeit
- Ende der Wirksamkeit
1.9 Bekanntgabe von Verwaltungsakten (2 - 3)
1.10 Rechtmäßigkeit und Rechtswidrigkeit von Verwaltungsakten (2 - 3)
- Grundsätzliches zur Rechtmäßigkeit und Rechtswidrigkeit
- Maßgebender Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit
- Umdeutung und offenbare Unrichtigkeit
- Überwindung formeller Fehler nach §§ 45, 46 VwVfG
1.11 Nebenbestimmungen (2 - 3)
- Abgrenzung von Nebenbestimmungen
- Arten der Nebenbestimmungen
- Zulässigkeit von Nebenbestimmungen aufgrund von Spezialgesetzen
- Zulässigkeit von Nebenbestimmungen nach dem VwVfG
- Nachträgliche Beifügung von Nebenbestimmungen
- Rechtsschutz bei Nebenbestimmungen
1.12 Die Aufhebung von Verwaltungsakten (2 - 3)
- Aufhebung auf Initiative der Behörde (§§ 48, 49 VwVfG)
- Aufhebung auf Initiative des Betroffenen im Widerspruchsverfahren
- Wiederaufgreifen des Verfahrens (§ 51 VwVfG)
2 Die Verwaltungsvollstreckung (3 - 4)
2.1 Sinn und Notwendigkeit der Verwaltungsvollstreckung (3 - 4)
- Anwendungsbereiche und Rechtsgrundlagen
2.2 Arten der Zwangsmittel (3 - 4)
- Ersatzvornahme
- Zwangsgeld
- Unmittelbarer Zwang
2.3 Zwangsmittelanwendung zur Durchsetzung eines Grund-VA (3 - 4)
2.4 Zwangsmittelanwendung ohne vorangegangenen VA (3 - 4)
- Sofortiger Vollzug
- Besonderheiten der unmittelbaren Ausführung
3 Verwaltungsrechtsschutz (3 - 4)
- Nichtförmliche und förmliche Rechtsbehelfe
- Widerspruchsverfahren (Zulässigkeit und Begründetheit)
- Klagearten und verwaltungsgerichtliche Verfahren (Zulässigkeit und Begründetheit)
- Vorläufiger Rechtsschutz (§ 80 Absatz 5 und § 123 VwGO, Zulässigkeit und Begründetheit)
4 Öffentlich-rechtliche Entschädigungen und Folgebeseitigung (Staatshaftung) (3 - 4)
- Enteignung und enteignungsgleiche Eingriffe
- Folgenbeseitigungsanspruch
5 Der öffentlich-rechtliche Vertrag (3 - 4)
- Abgrenzung zum Verwaltungsakt
6 Bescheide erstellen (3 - 4)
7 Die Ordnungsverfügung (3 - 4)
- Begriff und Arten
- Form, Inhalt und Nebenentscheidungen
8 Verwaltungszwang (3 - 4)
9 Der Leistungsbescheid (3 - 4)
10 Der Abhilfebescheid (3 - 4)
11 Der Widerspruchsbescheid (3 - 4)
Präsenz: 60
Vor- und Nachbereitung: 24
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Sozialrechts.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Sozialrechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die maßgebenden sozialrechtlichen Leistungsgesetze und können auch in schwierigeren Einzelfällen Ansprüche klären. Sie beherrschen die Grundlagen des Verwaltungsverfahrens nach dem Sozialgesetzbuch X sowie des sozialgerichtlichen Rechtsschutzes nach dem Sozialgerichtsgesetz und können Widersprüche rechtssicher bearbeiten. Sie kennen die Voraussetzungen, um bestandskräftige Verwaltungsakte zu ändern oder aufzuheben und können Rückabwicklungsansprüche klären.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, Probleme im Sozialrechts- beziehungsweise Sozialversicherungsrechtsverhältnis in der täglichen Behördenpraxis zu erkennen, zu bewerten und unter Beachtung der Rechtsordnung zu lösen. Sie können ihre eigene Position nachvollziehbar darstellen, sicher vertreten und Verhandlungen über Interessen und Positionen nach formalisierten Verfahrensregeln führen. Sie können sich flexibel in die Rolle der jeweiligen Prozessparteien hineinversetzen.
Sie können Falllösungen selbstständig erarbeiten. Auch sind sie in der Lage, dienstliche Aufgaben politisch einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.
1 Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) (3)
- Aufgabe und Ziel der Leistungen auf Sicherung des Lebensunterhalts
- Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende und Zuständigkeiten
- Nachrangprinzip
- Anspruchsvoraussetzungen
- Anspruchsberechtigter Personenkreis
- Erwerbsfähigkeit
- Hilfebedürftigkeit
- Verfügbarkeit und Zumutbarkeit
- Einkommen und Vermögen
- Zu berücksichtigendes Einkommen und Vermögen
- Regelbedarf/Sozialgeld
- Bedarf für Unterkunft und Heizung
- Bedarf für Bildung und Teilhabe
- Übergang von Ansprüchen
- Verpflichtung anderer
2 Sozialhilfe (SGB XII) (3)
- Aufgabe und Ziel der Sozialhilfe
- Träger der Sozialhilfe und Zuständigkeiten
- Grundsätze der Leistungsgewährung
- Besonderheit des Einzelfalls
- Einsetzen der Sozialhilfe
- Notwendiger Lebensunterhalt
- Unterkunft und Heizung
- Mehrbedarf
- Einmalige Bedarfe
- Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung
- Überblick über die Kapitel fünf bis zehn
- Eingliederungshilfe für Behinderte
- Hilfe in Einrichtungen
- Einsatz von Einkommen und Vermögen
- Bereinigung des Einkommens
- Nicht einzusetzendes Vermögen
- Kostenersatz, Kostenerstattung, Verwaltungsverfahren
3 Verwaltungsverfahren SGB X (3)
- Ausgangsverwaltungsakt
- Änderung in den tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen (§ 48 SGB X)
- Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden beziehungsweise nichtbegünstigenden Verwaltungsakts (§§ 44, 45 SGB X)
- Erstattung zu Unrecht gezahlter Leistungen (§ 50 SGB X)
- Verbundbescheid
Grühn, C. (2017): Einführung in das Sozialrecht: Mit Beispielen für den leichten Einstieg. Verlag: Niederle.
Kokemoor, A. (2016): Sozialrecht (Lernen im Dialog). Vahlen.
Waltermann, R. (2016): Sozialrecht (Schwerpunktbereich). Verlag: C. F. Müller.
Präsenz: 42
Vor- und Nachbereitung: 17
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Grundlagen des allgemeinen Ordnungsrechts. Sie können einfache Fälle aus dem Bereich des allgemeinen Ordnungsrechts vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen analysieren und Lösungsansätze erarbeiten.
Die Lehrgangsteilnehmenden können in den Bereichen des allgemeinen Gefahrenabwehrrechts und ausgewählten Bereichen des besonderen Ordnungsrechts die Eingriffsgrundlagen ermitteln und Ordnungsverfügungen (Bescheidtechnik) erstellen. Sie sind sich der Grundrechtsrelevanz der Eingriffe bewusst und handeln entsprechend.
Rechtsgebiete aus dem besonderen Verwaltungsrecht
Recht der Gefahrenabwehr, Umweltschutz
- Gefahrenabwehr als Verfassungsaufgabe
- Staatliches Gewaltmonopol
- Spannungsfeld zwischen Grundrechten und Gefahrenabwehr
- Trend von der Gefahrenabwehr zur Gefahrenvorsorge
- Umweltschutz als aktuelle Herausforderung an die Ordnungsverwaltung
Aufbau und Zuständigkeiten der Ordnungsbehörden und der Polizei (3 - 4)
- Ordnungsbehörden
- Allgemeine Ordnungsbehörden
- Sonderordnungsbehörden, insbesondere im Bereich des Umweltschutzes
- Polizeibehörden
- Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen Ordnungs- und Polizeibehörden
- Formen der Zusammenarbeit
- Notzuständigkeit
- Vollzugshilfe
- Aufsicht und Aufsichtsmittel
- Kontrolle über die Ordnungsbehörden (Sonderaufsicht/Allgemeine Aufsicht)
- Kontrolle über die Polizei
Verhältnis von Spezialermächtigungen zur Generalermächtigung (3 - 4)
Voraussetzungen für Maßnahmen aufgrund der Generalermächtigung (3 - 4)
Tatbestandsmerkmale (3 - 4)
- Schutzgüter der öffentlichen Sicherheit
- Problematik der öffentlichen Ordnung
- Konkrete Gefahr, Gefahrenverdacht
- Sonstige Gefahrenarten, Abgrenzung zu anderen Beeinträchtigungsformen
Rechtsfolge (3 - 4)
- Entschließungsermessen
- Reduzierung des Ermessensspielraums
- Grundsätze für die Wahl der Mittel
- Grundrechtskonformität
Adressaten (3 - 4)
- Ordnungspflichtige
- Verhaltensstörer
- Zustandsstörer
- Ordnungspflicht von Hoheitsträgern
- Rechtsnachfolge in Ordnungspflichten
- Inanspruchnahme nichtordnungspflichtiger Personen
- Auswahlermessen bezüglich des Adressaten
Maßnahmen zur Gefahrenabwehr (3 - 4)
Die Ordnungsverfügung (3 - 4)
- Wirksamkeit und Vollziehbarkeit
- Rechtsschutz, vorläufiger Rechtsschutz
- Verwaltungszwang, sofortiger Vollzug
Der Leistungsbescheid (3 - 4)
Ordnungsbehördliche Verordnungen (3 - 4)
- Abgrenzungen zu Ordnungsverfügungen und Satzungen
- Besondere und allgemeine Ermächtigungsgrundlagen
- Inhalt, Form, Inkrafttreten, Geltungsdauer
Sonstige ordnungsbehördliche Maßnahmen
- Erlaubnis, Bescheinigungen
- Ordnungsbehördliche Anordnungen
Aufgaben des Umwelt- und Gesundheitsschutzes (exemplarische Darstellung, zum Beispiel an:) (1 - 2)
- Abfallvermeidung und -beseitigung
- Lärmbekämpfung
- Der freie Warenverkehr; Inhalt und Auswirkung auf die Tätigkeit der Lebensmittelüberwachungsbehörden
- Die besondere Bedeutung verschiedener Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs zum Reinheitsgebot
- Seuchenbekämpfung
- Umweltverträglichkeitsprüfungen durch die Europäische Union
Ordnungsrechtliche Entschädigungspflicht (1 - 2)
Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten (1 - 2)
- Grundlagen, Zuständigkeiten, Verfahren
- Verwarnung, Geldbuße, Einziehung
- Einspruch und gerichtliches Verfahren
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Baurechts. Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Baurechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Teilnehmenden können komplexe Fallgestaltungen im Baurecht rechtssicher lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, juristisch überzeugend zu argumentieren. Sie können rechtliche Arbeitsprozesse und Verfahren sowie deren Ergebnisse eigenverantwortlich analysieren, bewerten und gegebenenfalls optimieren. Sie können Falllösungen selbstständig erarbeiten. Auch sind sie in der Lage, dienstliche Aufgaben einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. Sie sind in der Lage, sich flexibel in die Rolle der jeweiligen Parteien hineinzuversetzen und die behördlichen Möglichkeiten angemessen zu beurteilen.
1 Raumordnung - Landesplanung (1 - 2)
- Landesentwicklungsplan
- Gebietsentwicklungsplan
2 Landschaftsplanung (1 - 2)
- Landschaftsbehörden
3 Bauleitplanung der Gemeinden (1 - 2)
- Bebauungsplan (Aufstellungsverfahren einschließlich UVP; Inhalt)
4 Sicherung und Durchsetzung der Bauleitplanung (1 - 2)
- Sicherungsinstrumente (Veränderungssperre; Zurückstellung von Baugesuchen; Teilungsgenehmigung; Vorkaufsrecht der Gemeinde)
- Städtebauliche Gebote nach §§ 175 ff. BauGB
- Umlegung von Grundstücken
- Enteignung von Grundstücken
- Erschließung, Erschließungsbeiträge
5 Zulässigkeit von Bauvorhaben (1 - 2)
- Im Bereich eines Bebauungsplans
6 Bauordnungsrecht (1 - 2)
- Verantwortung der am Bau Beteiligten
- Das bauaufsichtliche Verfahren
- Der Schutz des Nachbarn
7 Straßenrecht (1 - 2)
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des bürgerlichen Rechts. Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des Bürgerlichen Rechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Teilnehmenden können komplexe vertragliche Ansprüche insbesondere bei Leistungsstörungen rechtssicher lösen und die der Verwaltung zustehenden Ansprüche ermitteln. Sie beherrschen die Regelungen über den Eigentumsübergang und die sich daraus ergebenden Ansprüche. Sie erkennen Ansprüche aus unerlaubter Handlung und ungerechtfertigter Bereicherung. Wesentliche Regelungsinhalte des Familien- und Erbrechts sind ihnen bekannt. Sie können Grundzüge des Zivilprozessrechts, des Mahnverfahrens und der Zwangsvollstreckung darstellen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, juristisch überzeugend zu argumentieren. Sie können rechtliche Arbeitsprozesse und Verfahren sowie deren Ergebnisse eigenverantwortlich analysieren, bewerten und gegebenenfalls optimieren. Sie können Falllösungen selbstständig erarbeiten. Auch sind sie in der Lage, dienstliche Aufgaben politisch einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. Sie sind in der Lage, sich flexibel in die Rolle der jeweiligen Prozessparteien hineinzuversetzen und die prozessualen und vollstreckungsrechtlichen Möglichkeiten angemessen zu beurteilen.
1 Kurze wiederholende Einführung (2)
- Allgemeine Regeln und Grundbegriffe des BGB
2 Schuldrecht (2 - 3)
- Grundlagen und Inhalt
- Begründung von Schuldverhältnissen
- Bestimmbarkeit der Leistung (Gattungs- und Stückschuld, Leistungsort, Leistungszeit, Zurückbehaltungsrecht des Schuldners)
- Vertrag als Verpflichtungsgeschäft
- Vertragstypen (Überblick)
- Kaufvertrag (Pflichten des Verkäufers und des Käufers; Abzahlungskauf; Finanzierter Abzahlungskauf)
- Besonderheiten bei der Vergabe öffentlicher Leistungen
- Mietvertrag (Pflichten des Vermieters und des Mieters; Besonderheiten bei Mietverhältnissen über Wohnraum)
- Unerlaubte Handlung
- Mangelhafte Leistung
- Verletzung von Nebenpflichten
- Haftung bei Vertragsabschluss
- Haftung für Dritte
3 Sachenrecht (2 - 3)
- Begriff und Funktion von Besitz und Eigentum
- Übertragung des Eigentums an beweglichen Sachen (einschließlich gutgläubiger Erwerb)
- Übertragung des Eigentums an unbeweglichen Sachen (einschließlich gutgläubiger Erwerb)
- Bedeutung und Inhalt des Grundbuches
- Erbbaurecht, Wohnungseigentum
- Sachenrechtsbereinigungsgesetz
4 Rechtsformen der Kreditsicherung (1 - 2)
- Grundpfandrechte
- Forderungsabtretung
5 Familienrecht (1 - 2)
- Eheähnliche Lebensgemeinschaft
- Kindschaftsverhältnis
- Unterhaltspflicht
- Gesetzliches Güterrecht
Bezüge des BGB zum öffentlichen Recht (2)
- Vertragsrecht des BGB und öffentliches Vertragsrecht
- Herrschaftsgewalt des Eigentümers und Recht der Gefahrenabwehr
- Rechtsgüterschutz nach zivilem und öffentlichem Recht
- Unterhaltspflicht und soziale Sicherung
- Rechtsnachfolge im privaten und öffentlichen Recht
Fritzsche, J. (2009). Fälle zum BGB, Allgemeiner Teil. München: Beck.
Kolkmann, J. (2016): Privatrecht 1. Maximilian Verlag.
Kolkmann, J. (2016): Privatrecht 2. Maximilian Verlag.
Niederle, J. (2017): Einführung in das Bürgerliche Recht. Niederle Media.
Metzler-Müller, K. (2015): Wie löse ich einen Privatrechtsfall? Aufbauschemata - Mustergutachten - Klausurschwerpunkte.
Richard Boorberg Verlag.
Muscheler, K. (2011): Kreditsicherungsrecht (Kompass Recht). Kohlhammer.
Schlüter, W. (2012): BGB-Familienrecht (Schwerpunkte Pflichtfach). Verlag: C. F. Müller.
Staudinger, A. (2017): BGB-Sachenrecht (Schwerpunkte Pflichtfach). Verlag: C. F. Müller.
Walker, W. (2010). Besonderes Schuldrecht. München: Beck.
Walker, W. (2013). Allgemeines Schuldrecht. München: Beck.
Präsenz: 70
Vor- und Nachbereitung: 28
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des Arbeitsvertragsrechts und des kollektiven Arbeitsrechts sowie die wesentlichen gesetzlichen Vorschriften zu den genannten Bereichen. Sie wissen in Grundzügen, wie Vergütungen und sonstige Zuwendungen zu berechnen sind.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des öffentlichen Dienstrechts auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können komplexe Probleme in Beschäftigten- und Beamtenrechtsverhältnissen in der täglichen Behördenpraxis erkennen und bewerten. Sie sind in der Lage, verschiedene Lösungsvorschläge zu erarbeiten, zu erörtern und unter Beachtung der Rechtsordnung zu lösen.
Sie beherrschen die den Rechtsnormen entsprechenden gerichtlichen Verfahren in Grundzügen.
Sie können Verhandlungen über Interessen und Positionen in einer Gruppe nach formalisierten Verfahrensregeln führen. Sie können Konflikte moderieren und lösen. Sie sind in der Lage, personalrechtliche Verfahren fachlich zu begleiten und dabei flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten einzugehen. Sie entwickeln Problemlösungsfähigkeiten, Diskussions- und Urteilsfähigkeit.
1 Einführung (1)
2 Arbeitsrecht (3 - 4)
- Folgen von Pflichtverletzungen
- Gesundheitsschutz/betriebliches Eingliederungsmanagement
- Kollektives Arbeitsrecht (4)
- Komplexe Problemstellungen aus dem gesamten TVöD bearbeiten
- Verschiedene Lösungsvorschläge erarbeiten und erörtern
- Personalvertretungsrecht (3 - 4)
- Mitwirkungsverfahren
- Schwierige Problemstellungen im Erörterungsverfahren
- Verfahren in der Personalvertretung einschließlich Einigungsstellenverfahren
- Arbeitskampfrecht (2)
3 Beamtenrecht (3 - 4)
- Laufbahnrecht
- Laufbahn und Laufbahngruppen
- Komplexe Probleme bei der Anwendung der Laufbahnverordnung
- Grundzüge des Disziplinarverfahrens
4 Zivilprozess- und Arbeitsgerichtsverfahren, Verwaltungsgerichtsverfahren (4)
- Zulässigkeit der Klage
- Begründetheit der Klage
- Klageerwiderung in Form einer Stellungnahme
Präsenz: 14
Vor- und Nachbereitung: 6
Die Lernenden kennen die Hintergründe dafür, dass die öffentlichen Auftraggeber bei der Beschaffung von Leistungen und Dienstleistungen besonderen Regelungen unterliegen, die einem fairen Wettbewerb und der Transparenz dienen sowie dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Grundzüge des Vergaberechts. Sie sind in der Lage, unterschiedliche Verfahrensarten und deren Anwendungsbereiche voneinander abzugrenzen und kennen die wichtigsten Verfahrensschritte. Sie haben eine Vorstellung von der Komplexität dieses Rechtsbereichs und kennen die einschlägigen Vorschriften. Sie haben eine Vorstellung davon, welche Arbeitsschritte bei der Vorbereitung und Durchführung von Vergabeverfahren theoretisch abzuarbeiten sind und wie ein Vergabeverfahren ordnungsgemäß dokumentiert wird.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, juristisch überzeugend zu argumentieren. Sie können Falllösungen selbstständig erarbeiten. Auch sind sie in der Lage, dienstliche Aufgaben politisch einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.
1 Grundlagen (1 - 2)
- Auftragsarten (Bau-, Liefer- und Dienstleistungsauftrag)
- Konzessionsvergaben
2 Die Phasen eines Vergabeverfahrens (1 - 2)
3 Nationale Vergabearten (1 - 2)
- Beschränkte Ausschreibung
- Freihändige Vergabe
4 Die wichtigsten europaweiten Vergabeverfahren (1 - 2)
- Offenes Verfahren
- Nicht offenes Verfahren
- Verhandlungsverfahren
- Wettbewerblicher Dialog
5 Praxisrelevante Einzelthemen (2 - 3)
- Elektronische Vergabe
- Produktneutrale Ausschreibung
- Nachforderung fehlender Unterlagen
- Bieterausschluss wegen früherer Schlechtleistung
- Einheitliche Europäische Eigenerklärung
- Umgang mit Unterkostenangeboten
- Ausschreibungsfreie Vertragsänderungen
- Nachtragsbeauftragungen und Vertragsverlängerungen
6 Vergabevermerk, Dokumentation (2 - 3)
7 Rechtsschutz (1 - 2)
Kenntnis folgender Vorschriften:
- Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
- Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL)
Dageförde, A. (2013): Einführung in das Vergaberecht. Lexxion Verlagsgesellschaft.
Rechten, S.; Röbke, M.; Kokew, C. (2017): Basiswissen Vergaberecht: Ein Leitfaden für Ausbildung und Praxis (Praxisratgeber Vergaberecht). Bundesanzeiger.
4 Wirtschaftliche und Verwaltungsmanagement-Kompetenzen
a) Handlungsbereich Finanzwirtschaftliche Kompetenzen
Finanzwirtschaftliche Kompetenzen Baustein:
Präsenz: 63 bzw. 91*
Vor- und Nachbereitung: 25 bzw. 36*
Gesamt: 88 bzw. 127*
Die Lernenden kennen die Grundlagen und Zusammenhänge des öffentlichen Finanzwesens. Sie sind mit der Aufstellung, Bewirtschaftung und dem Abschluss des Haushalts vertraut. Sie kennen die wesentlichen gesetzlichen Vorschriften zu dem genannten Bereich.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des öffentlichen Finanzwesens auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden verstehen schwierige haushaltsrechtliche Vorgänge und können hierzu rechtliche Fragen und Probleme lösen. Sie sind in der Lage, komplexe haushaltswirtschaftliche Vorgänge einzuordnen und finanzwirtschaftliche Auswirkungen zu beurteilen und zu beeinflussen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können (produktorientierte Teil-)Haushalte planen und ausführen. Sie sind in der Lage, den Jahresabschluss vorzubereiten und die Konsolidierung nachzuvollziehen.
1 Stellung, Ziele, Aufgaben und Rechtsgrundlagen des Öffentlichen Finanzwesens in den Kommunen des Landes Brandenburg (1 - 2)
- Gegenüberstellung finanzwirtschaftlicher Kompetenzen und betriebs-/volkswirtschaftlicher Kompetenzen
- Überblick Dreikomponentenmodell
- Betriebswirtschaftliche Strömungsgrößen
2 Übersicht über die finanzwirtschaftlichen Rechtsgrundlagen (1)
3 Allgemeine Haushaltsgrundsätze, insbesondere (3 - 4)
- Haushaltsausgleich und Haushaltssicherungskonzept
4 Haushaltssatzung und Haushaltsplan (3 - 4)
- Gesamtergebnishaushalt
- Gesamtfinanzhaushalt
- Teilpläne
- Verpflichtungsermächtigungen (VE)
- Vorläufige Haushaltsführung
5 Haushaltsplanung (3 - 4)
- Allgemeine Planungs- und Bewirtschaftungsgrundsätze
- Produktplan (Produktgliederung, Beschreibung und Definition des Haushalts)
- Kennzahlen und Ziele
- Budgetregeln
6 Ausführung des Haushalts (3 - 4)
- Zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Aufwands- und Ertragsarten
- Bewirtschaftungs- und Deckungsgrundsätze
- Verfahren des Haushaltsausgleichs
- Nachtragssatzung
- Mehrbedarfsprüfung (flexible Haushaltsführung, Bereitstellung üpl./apl. Mittel)
7 Kassenrecht (2)
- Anordnungswesen
- Stundung, Niederschlagung und Erlass
- Vollstreckung von Geldforderungen
8 Jahresabschluss und Gesamtabschluss (3 - 4)
- Bestandteile (Inventur, Inventar, Schlussbilanz)
- Beteiligungsverwaltung
Präsenz: 28 bzw. 14*
Vor- und Nachbereitung: 11 bzw. 6*
Gesamt: 39 bzw. 20*
Die Lernenden kennen die Grundlagen der doppelten Buchführung. Sie können einfache Geschäftsvorfälle buchhalterisch bearbeiten und abbilden. Sie sind mit der Kontensystematik vertraut. Sie kennen die wesentlichen Rechtsvorschriften zu dem genannten Bereich.
Sie sind in der Lage, Aufgaben im Bereich des externen Rechnungswesens auf der Niveaustufe „Angestelltenlehrgang 1“ beziehungsweise „Verwaltungsfachangestellter“ selbstständig zu lösen.
Die Lehrgangsteilnehmenden verstehen komplexe haushalts- und buchungstechnische Verfahren.
Die Lehrgangsteilnehmenden können nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) komplexe Geschäftsvorgänge buchen. Sie sind in der Lage, die Buchführung vorzubereiten und durchzuführen. Sie können den Jahresabschluss vorbereiten.
1 Bilanzierungsgrundsätze (3 - 4)
- Kontensystematik (Bestands- und Erfolgskonten)
2 Buchen in Bestands- und Erfolgskonten (3 - 4)
- Buchungssystematik
- Bestandsgleichungen
- Bildung von Schlussbeständen und Abschlusskonten (AkE, AkF)
3 Buchen von besonderen Geschäftsvorfällen (3 - 4)
4 Jahresabschlussbuchungen (3 - 4)
- Schlussbilanz
- Bilanzanalyse und Bilanzkennzahlen
- Cash-Flow-Statement nach DRS 2
5 Steuerliche Aspekte der Buchführung (2 - 3)
- Betriebe gewerblicher Art
Bausteine 20 und 21 (Investition und Finanzierung und Internes Rechnungswesen)
Die Lehrgangsteilnehmenden können das Gemeindefinanzsystem aufzeigen, die Kompetenzen bei Kommunalabgaben erkennen, die allgemeinen Voraussetzungen und Verfahren der Abgabenerhebung beschreiben, die unterschiedlichen Abgabearten rechtlich würdigen und Abgabenberechnungen durchführen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, dienstliche Aufgaben als Beschäftigte der Verwaltung und als Dienstleistende für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen einzuordnen, zu reflektieren und aktiv auf Einfluss- und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.
1 Das Gemeindefinanzsystem (2 - 3)
- Begriff und Arten der Abgaben
- Einordnungen der gemeindlichen Finanzwirtschaft in das staatliche Finanzsystem
- Rechtliche Zuständigkeiten
- Verwaltungskompetenzen und Ertragshoheit
2 Allgemeine Voraussetzungen der Abgabenerhebung (2 - 3)
- Abgabensatzung
- Abgabensubjekt
- Abgabenobjekt
- Abgabenmaßstab und Abgabensatz
3 Abgabenverfahren (2 - 3)
- Abgabenschuldverhältnis
- Ermittlung und Festsetzung von Abgaben
- Erhebung der Abgaben
- Erlöschen von Abgabenansprüchen
4 Kommunalsteuern (2 - 3)
- Realsteuern
- Steuern mit örtlich bedingtem Wirkungsbereich
5 Gebühren (2 - 3)
- Benutzungsgebühren
- Berechnungsmethoden und -verfahren
6 Spezielle Entgelte (2 - 3)
7 Beiträge (2 - 3)
- Beitragsarten
- Methoden und Verfahrensweisen
8 Umlagen und Zuweisungen (2 - 3)
9 Besonderheiten abgabenrechtlicher Bescheide (2)
10 Rechtsschutz gegen abgabenrechtliche Entscheidungen (2)
Empfohlene Arbeitsgrundlagen:
Leitfaden für die Erstellung kommunaler Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen (MIK Brandenburg)
b) Handlungsbereich Betriebs- und volkswirtschaftliche Kompetenzen
Betriebs- und volkswirtschaftliche Kompetenzen Baustein:
Präsenz: 21
Vor- und Nachbereitung: 8
Die Lehrgangsteilnehmenden können wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und erläutern sowie Folgewirkungen von betrieblichen Maßnahmen und Entscheidungen einschätzen. Sie kennen und verstehen die betrieblichen Abläufe und können die wirtschaftliche Situation eines Betriebes insbesondere im öffentlichen Sektor sachgerecht analysieren.
Die Lehrgangsteilnehmenden können eigene und fremde Verwaltungstätigkeiten im Kontext betriebswirtschaftlicher Kriterien messen, bewerten und optimieren.
1 Begriffe der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre (2)
- Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
- Effizienz und Effektivität
2 Organisations- und Handlungsformen (2)
- Unternehmensformen und Betriebstypen
- Wirtschaftliche Betätigung von Kommunen
- Rekommunalisierung von Verwaltungsleistungen
3 Der betriebliche Leistungsprozess (2)
- Absatz, Verwaltungsmarketing
4 Betriebliches Management (2)
- Managementmodelle
Die Lehrgangsteilnehmenden können volkswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und erläutern. Sie sind in der Lage Zusammenhänge zwischen kommunalen und volkswirtschaftlichen Abläufen herzustellen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können eigene und fremde Verwaltungstätigkeiten unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten einordnen. Sie sind in der Lage nachhaltige und generationengerechte Entscheidungen vorzubereiten.
1 Wirtschaftskreislauf und volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (1 - 2)
- Wirtschaftssubjekte
- Entstehungsrechnung
- Verwendungsrechnung
2 Überblick Geld und Währung (1 - 2)
- Bankensystem
- Geldpolitische Instrumentarien
3 Konjunktur- und Wirtschaftspolitik (1 - 2)
- Wirtschaftssysteme
- Ordnungsziele in Deutschland und in der EU
- Antizyklische Globalsteuerung
- Steuern und Verschuldung
Baustein 21 (Internes Rechnungswesen)
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die verschiedenen statischen und dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung und können fallbezogen das passende Verfahren für eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung auswählen. Sie sind in der Lage, die unterschiedlichen Verfahren durchzuführen und auszuwerten. Sie kennen die Möglichkeiten zur Finanzierung und können Finanzkennzahlen berechnen und auswerten.
Die Lehrgangsteilnehmenden können Sachverhalte der Verwaltung unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten einordnen, analysieren und darauf aufbauend Entscheidungen gegebenenfalls mit Bedeutung für zukünftige Jahre vorbereiten.
1 Wirtschaftlichkeitsberechnungen (3 - 4)
- Statische und dynamische Berechnungsverfahren, zum Beispiel Gewinnschwellenanalyse, Amortisationsrechnung, Kapitalwertmethode
- Nutzwertuntersuchung
2 Finanzierung und Investition (3 - 4)
- Finanzierungsformen und -methoden
- Kredite, Leasing
- Innere Darlehen
Internes Rechnungswesen (KLR)
Die Teilnehmenden kennen Strömungsgrößen, Kosten- und Leistungsbegriffe. Sie beherrschen finanzmathematische Grundlagen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können das interne Rechnungswesen als eine Methode zur Steuerungsunterstützung (Controlling) anwenden. Sie können Auswertungen fertigen und erläutern.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Bedeutung einzelner Instrumente der ergebnisorientierten Steuerung einschätzen. Sie sind in der Lage, ein internes Steuerungssystem zu verstehen und die damit gewonnenen Daten zu analysieren und zu interpretieren sowie sie für die Vorbereitung von Entscheidungen und zur Steuerung der Verwaltung zu nutzen.
1 Bausteine der ergebnisorientierten Steuerung (2 - 3)
- Produktorientierte Steuerung
- Zielsysteme, Ziele und Kennzahlen
- Dezentrale Führungs- und Organisationsstrukturen
2 Einführung in die Kosten- und Leistungsrechnung (Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung) (3 - 4)
3 Rechtsgrundlagen zur Kostenrechnung (3 - 4)
4 Statistische Aufbereitung von Zahlen (3 - 4)
5 Kostenartenrechnung/Grundlagen der statischen Kostenvergleichsrechnung (3 - 4)
- Personal- und Sachkosten
- Stück- und Gesamtkosten
- Anschaffungs- und Herstellungskosten nach KAG, KomHKV und Bewertungsleitfaden
- AfA nach KAG, KomHKV
- Kalkulatorische Zinsen
- Sonstige ansatzfähige Kosten nach § 6 Absatz 2 KAG
- Statische Kostenvergleichsrechnung
- Kritische Menge, Ergebnisanalyse und Vergabeentscheidung
- Arbeitsplatzkosten
6 Kostenstellenrechnung (3 - 4)
- Bildung von Kostenstellen
- Primärkostenverrechnung
7 Kostenträgerrechnung (3 - 4)
- Gebühren- und Entgeltkalkulation nach KAG
- Ein- und mehrstufige Divisionskalkulation
- Äquivalenzzifferkalkulation
8 Teilkostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Grenzkosten (3 - 4)
9 Controlling (3 - 4)
- Strategisches/Operatives Controlling
- Controllinginstrumente
- Kennzahlen, Benchmarking
Isemann, Rainer u. a.: Kommunale Kosten- und Leistungsrechnung. Berlin: Erich Schmidt, 2009
Schmidt, Hans-Jürgen: Betriebswirtschaftslehre und Verwaltungsmanagement. Wien: Facultas, 2009 (7. Aufl.)
c) Handlungsbereich Kompetenzen im Verwaltungsmanagement
Kompetenzen im Verwaltungsmanagement Baustein:
Grundlagen und Elemente der Verwaltungsorganisation
Präsenz: 49
Vor- und Nachbereitung: 20
Den Lehrgangsteilnehmenden sind einfache Strukturelemente einer öffentlichen Verwaltung bekannt.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Anforderungen an eine moderne Verwaltung sowie deren Aufgaben und Ziele beschreiben und praktische Beispiele hierzu aufzeigen. Sie können die Grundbegriffe der Organisation erläutern und erkennen die Bedeutung der Organisationsarbeit als Instrument des Verwaltungsmanagements.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Organisationsstruktur eines Verwaltungsbetriebes. Sie können verschiedene Organisationsmodelle darstellen und beurteilen, welches Modell für welche betrieblichen Aufgaben geeignet ist. Sie kennen die Bedeutung des Prozessmanagements für eine effiziente und effektive Aufgabenwahrnehmung.
Sie kennen weiterhin die Grundprinzipien des Projektmanagements. Sie sind in der Lage Projekte zu planen, typische Fehler zu vermeiden und sie können Methoden und Werkzeuge für eine systematische Durchführung von Projekten anwenden.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, eine Verwaltungsstruktur und deren Geschäftsprozesse zu verstehen und zu analysieren und Ansätze für deren Optimierung zu erarbeiten. Sie sind in der Lage, die Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher Modernisierungsstrategien zu beurteilen.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage, Projekte eigenverantwortlich in Arbeitsgruppen zu bewältigen. Sie können ihre Antworten zu projektbezogenen Fragestellungen argumentativ vertreten und im Wechselspiel mit anderen sowie im Dialog weiterentwickeln. Sie können sich flexibel in die Rolle der jeweiligen Prozessparteien hineinversetzen.
1 Verwaltungsorganisationslehre (3 - 4)
1.1 Grundlagen (Organisationsbegriff, Organisationsziele, Elemente der Organisation, Strukturträger)
- Organisation als Managementfunktion
- Organisationsgliederung (Aufbauorganisation)
- Zusammenwirken der Arbeitsplätze (Ablauforganisation)
- Organisationsentwicklung, Aufgabenkritik
1.2 Organisationstechniken (3 - 4)
- Aufgaben- und Arbeitsplatzanalyse
- Stellenbeschreibung/-bemessung
- Grundzüge der Stellenbewertung
- Erhebungstechniken
1.3 Organisation im Wandel (3 - 4)
- Planung und Durchführung von Organisationsuntersuchungen
2 Projektmanagement (3 - 4)
3 Qualitätsmanagement (1 - 2)
Deutsche Gesellschaft für Qualität/Arbeitsgruppe QM in der Öffentlichen Verwaltung (2005). Qualitätsmanagement in der öffentlichen Verwaltung. Berlin: Beuth.
Hopp, H.; Göbel, A. (2013): Management in der öffentlichen Verwaltung: Organisations- und Personalarbeit in modernen Kommunalverwaltungen. Verlag: Schäffer-Poeschel.
Paulic, R. (2014): Verwaltungsmanagement und Organisation. Verlag für Verwaltungswissenschaft.
Schmelzer, H. & Sesselmann, W. (2013): Geschäftsprozessmanagement in der Praxis. München: Hanser.
Siepmann, H. (2004): Verwaltungsorganisation (Verwaltung in Praxis und Wissenschaft). Deutscher Gemeindeverlag GmbH.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Handlungsfelder des Personalmanagements beschreiben und deren Instrumente exemplarisch aufzeigen sowie ihren Einsatz abwägen (zum Beispiel Instrumente der Personalentwicklung, Führungsinstrumente). Sie verstehen Hintergrund und Funktionsweise ausgewählter Instrumente.
Die Lehrgangsteilnehmenden sind in der Lage die Personalstruktur einer Verwaltung zu analysieren und Bedarfe festzustellen. Sie sind in der Lage, die Besonderheiten der praktischen Personalarbeit in öffentlichen Institutionen sowie künftige Herausforderungen aufzuzeigen und zu bewerten.
1 Personalmanagement (3 - 4)
- Personalplanung, zum Beispiel
- Personalbeschaffung unter anderem unter dem Gesichtspunkt des demografischen Wandels
- Anforderungsprofile (Schlüsselqualifikationen)
- Interne und externe Personalbeschaffung
2 Personalentwicklung (3 - 4)
- Maßnahmen und Instrumente (zum Beispiel gesteuerte Aus- und Fortbildung)
3 Strategische und operative Personalführung (3 - 4)
- Rolle und Verantwortung der Führungskraft
4 Zusammenarbeit (1 - 2)
- Beziehungen zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern
- Image des öffentlichen Dienstes und der Bediensteten in der Bevölkerung
- Probleme der Gleichstellung und Gleichbehandlung
Hopp, H. & Göbel, A. (2008). Management in der öffentlichen Verwaltung: Organisations- und Personalarbeit in modernen Kommunalverwaltungen. Schäffer-Poeschel.
Scholz, C. (2014). Grundzüge des Personalmanagements. Vahlen.
Schreyögg, G. (2010). Organisation: Grundlagen moderner Organisationsgestaltung. Mit Fallstudien. Gabler Verlag.
Steinmann, H. & Schreyögg, G. (2005). Management. Grundlagen der Unternehmensführung. Gabler Verlag.
Steuerungsinstrumente des Verwaltungsmanagements
Den Lehrgangsteilnehmenden ist zumindest bekannt, dass Themenfelder wie beispielsweise „Bürgerfreundlichkeit“, „Neues Steuerungsmodell“ oder „E-Government“ für die öffentliche Verwaltung von Bedeutung sind und man sich damit auseinandersetzt.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen wesentliche Steuerungsinstrumente des Verwaltungsmanagements wie das Veränderungsmanagement, das Qualitätsmanagement und das Wissensmanagement.
Die Lehrgangsteilnehmenden kennen die Bedeutung der Digitalisierung für die Weiterentwicklung der Verwaltung. Sie kennen beispielhafte E-Government-Anwendungen der öffentlichen Verwaltung, verstehen in Grundzügen ihren Aufbau und ihren Nutzen.
Die Lehrgangsteilnehmenden können die Zusammenhänge zwischen E-Government-Anwendungen und Geschäftsprozessoptimierung sowie Erwartungen gesellschaftlicher Akteure in Bezug auf Open Data herstellen. Sie sind in der Lage das Spannungsverhältnis zwischen reibungslosen Arbeitsabläufen und notwendigen Maßnahmen des Datenschutzes sowie der IT-Sicherheit einzuschätzen.
1 Informations- und Sicherheitsmanagement (3 - 4)
- Organisation und IT
2 E-Government (3 - 4)
- Grundlagen des E-Government
- E-Government und Geschäftsprozessoptimierung
- E-Government und politische Partizipation
- Methoden und Standards zur Einführung von E-Government-Verfahren
- Beispielhafte Nutzung von E-Government in der öffentlichen Verwaltung
3 Datenschutz im europäischen Kontext (3 - 4)
4 Akteneinsicht und Informationsrechte gegenüber der Verwaltung (3 - 4)
5 Open Data (2 - 3)
Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (Hrsg.): Die Datenschutz-Grundverordnung. Eschborn 2018
Wirtz, Bernhard: E-Government: Grundlagen, Instrumente, Strategien. Wiesbaden: Gabler, 2010
Die Anforderungen an die abzulegenden Prüfungen ergeben sich aus den jeweiligen Prüfungsordnungen.
Die vorstehend aufgeführten Präsenzzeiten und die Zeiten zur Vor- und Nachbereitung werden hier nochmals zusammenfassend dargestellt:
1 Methodenkompetenz 35 14 49
2 Kommunikation und Kooperation 35 14 49
3 Diversity und interkulturelle Kompetenz 7 3 10
4 Politik, Staat und Verwaltung* 14 6 20
5 Staats- und Europarecht* 56 23 79
6 Kommunalrecht* 70 28 98
7 Juristische Methodenlehre 28 11 39
8 Allgemeines Verwaltungsrecht 119 48 167
9 Sozialrecht 60 24 84
10 Polizei- und Ordnungsrecht 42 17 59
11 Baurecht 35 14 49
12 Bürgerliches Recht 42 17 59
13 Personalrecht 70 28 98
14 Einführung in das Vergaberecht 14 6 20
Wirtschaftliche und Verwaltungsmanagementkompetenzen
15 Öffentliches Finanzwesen* 63 25 88
16 Externes Rechnungswesen* 28 11 39
17 Abgabenrecht* 28 11 39
18 Betriebswirtschaftslehre 21 8 29
19 Volkswirtschaftslehre 21 8 29
20 Investition und Finanzierung 14 6 20
21 Internes Rechnungswesen (KLR) 42 17 59
22 Grundlagen und Elemente der Verwaltungsorganisation 49 20 69
23 Personalmanagement 42 17 59
24 Steuerungsinstrumente des Verwaltungsmanagements 35 14 49
Summe 970 390 1360
* Die Stundenaufteilung ist für diese Bereiche auf der Landesebene abweichend.
Dieser Rahmenplan gilt für die ab dem 1. Januar 2019 beginnenden Fortbildungslehrgänge.
Dieser Rahmenplan tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Gleichzeitig tritt der Rahmenplan für die Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin (Landesverwaltung) vom 12. September 1996 (ABl. S. 1042) außer Kraft.