Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%2014%20AS%20196/11%20R
Timestamp: 2020-02-21 00:10:40
Document Index: 206108757

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 40', '§ 33', '§ 38', '§ 48', '§ 40', '§ 33', '§ 38', '§ 33', '§ 33', '§ 38', '§ 33', '§ 38', '§ 33', '§ 11', '§ 33', '§ 45', '§ 11', '§ 33', '§ 33', '§ 45', '§ 48', '§ 33', '§ 38', '§ 33', '§ 33', '§ 11', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 45', '§ 41', '§ 40', '§ 33', '§ 39']

BSG, 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - dejure.org
https://dejure.org/2012,48007
BSG, 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R (https://dejure.org/2012,48007)
BSG, Entscheidung vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R (https://dejure.org/2012,48007)
BSG, Entscheidung vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R (https://dejure.org/2012,48007)
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§ 40 Abs 1 S 1 SGB 2, § 40 Abs 1 S 2 Nr 1 SGB 2, § 33 Abs 1 SGB 10, § 38 S 1 SGB 10, § 48 Abs 1 S 1 SGB 10
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Anforderungen an die Bestimmtheit von Aufhebungs- und Erstattungsbescheiden - Grundsicherung für Arbeitsuchende - Aufhebung von Bewilligungen wegen Einkommenserzielung - fehlende Nennung der Leistungsbescheide - keine monatsweise ...
SGB II § 40 Abs. 1; SGB X § 33
SG Braunschweig, 23.06.2010 - S 19 AS 1957/08
LSG Niedersachsen-Bremen, 01.11.2011 - L 9 AS 831/10
Hierbei handelt es sich um einen offensichtlichen Schreibfehler (§ 38 SGB X) , der keinen Einfluss auf die Bestimmtheit des angefochtenen Bescheids hat (§ 33 Abs. 1 SGB X; vgl BSG Urteil vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 18) .
Denn in jedem einzelnen Monat zeigt sich jeweils eine Reduzierung der Leistungen bei der Klägerin und ihrer Tochter, aufgeschlüsselt auch nach Regelbedarf und Leistungen für Kosten der Unterkunft und Heizung (zur Bestimmtheit von Aufhebungsentscheidungen unter diesem Aspekt vgl BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen) .
Es fehlt an der Offensichtlichkeit der Unrichtigkeit, das heißt einer für einen verständigen objektiven Betrachter unschwer erkennbaren Fehlbezeichnung (…Engelmann in von Wulffen/ Schütze, SGB X, 8. Aufl 2014, § 38 SGB X RdNr 6; vgl zur offensichtlichen Unrichtigkeit eines Datums BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 18) , denn auch der ausdrücklich genannte Zeitraum ist ein denkbarer und nicht offenbar als Fehler erkennbarer Aufhebungszeitraum (zur falschen Angabe von Kalenderdaten: Leopold in Schlegel/ Voelzke, JurisPK-SGB X, Online-Ausgabe Stand 30.3.2015, § 38 RdNr 37.1) .
Ausreichende Klarheit kann auch dann bestehen, wenn zur Auslegung des Verfügungssatzes auf die Begründung des Verwaltungsakts, auf früher zwischen den Beteiligten ergangene Verwaltungsakte oder auf allgemein zugängliche Unterlagen zurückgegriffen werden muss (vgl BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 16;… BSG vom 10.9.2013 - B 4 AS 89/12 R - BSGE 114, 188 = SozR 4-4200 § 11 Nr. 62, RdNr 15) .
Diese Auslegungsmöglichkeiten finden bei Aufhebungsverwaltungsakten ihre Grenze dort, wo es dem Adressaten überlassen bleibt, Gegenstand, Inhalt, Zeitpunkt und Umfang der Aufhebung zu bestimmen, weil der in begünstigende Rechtspositionen eingreifende Leistungsträger verpflichtet ist, diese Entscheidung selbst zu treffen und dem Adressaten bekanntzugeben (so - nicht zur Auslegung von Verwaltungsakten, sondern zum Maßstab für die Bestimmtheitsprüfung - BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 16;… vgl auch BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 6/12 R - BSGE 112, 221 = SozR 4-1300 § 45 Nr. 12, RdNr 26;… BSG vom 10.9.2013 - B 4 AS 89/12 R - BSGE 114, 188 = SozR 4-4200 § 11 Nr. 62, RdNr 15) .
Dieser Auslegung stehen auch die Gründe des Senats in seiner Entscheidung vom 29.11.2012 nicht entgegen (BSG vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 16 ff, insbesondere RdNr 19) , auf die sich die Vorinstanzen gestützt haben.
Einer näheren Differenzierung nach Monaten sowie nach dem Umfang der Aufhebung bezüglich der Leistungsarten (Regelleistung, Kosten der Unterkunft und Heizung) bedurfte es hier wegen der vollumfänglichen Aufhebung nicht, weil für die Klägerin erkennbar war, welche Bezugsmonate von der Aufhebung in vollem Umfang betroffen waren (vgl BSG Urteil vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R - SozR 4-1300 § 33 Nr. 2 RdNr 16) .
Jedoch hat der Beklagte im Rahmen des Widerspruchsverfahrens zutreffend erkannt, dass der unanfechtbar gewordene Bewilligungsbescheid vom 9. Februar 2012 von Anfang an rechtswidrig gewesen ist und Rechtsgrundlage für eine Korrekturentscheidung nur § 45 SGB X bilden kann, nicht jedoch § 48 SGB X (vgl. zur Abgrenzung nur BSG, Urteil vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R - juris Rdnr. 14 m.w.N.).
Das Bundessozialgericht (BSG) hat nämlich - auch nach Auffassung des Senats zutreffend - klargestellt, dass die fehlende Aufzählung sämtlicher für die betreffenden Leistungszeiträume relevanter Bewilligungsbescheide in einem Aufhebungsbescheid keine Frage von dessen hinreichender Bestimmtheit ist, sondern sich lediglich auf die Frage der Rechtmäßigkeit der Erstattungsforderung auswirken kann (BSG, Urtl. vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R, SozR 4-1300 § 33 Nr. 2).
Es handelt sich um eine offenbare Unrichtigkeit, die jederzeit beseitigt werden kann (§ 38 SGB X; vgl. zu einem vergleichbaren Fall nochmals BSG, Urtl. vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R, SozR 4-1300 § 33 Nr. 2).
Dabei bezieht sich das Erfordernis hinreichender Bestimmtheit (§ 33 Abs. 1 SGB X) auf den Verfügungssatz; ausreichend ist aber, wenn dieser unter Heranziehung der Begründung oder sonst den Beteiligten bekannter Umstände bestimmbar ist (vgl. BSG, Urtl. vom 10. September 2013 - B 4 AS 89/12 R -, SozR 4-4200 § 11 Nr. 62 und BSG, Urtl. vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R, SozR 4-1300 § 33 Nr. 2).
Auch das Urteil des BSG vom 29. November 2012 (B 14 AS 196/11 R -, SozR 4-1300 § 33 Nr. 2) gibt zu einer anderen Beurteilung keinen Anlass: Das BSG hat dort zwar eine Erstattungsverfügung als teilweise rechtswidrig angesehen, da die entsprechende Aufhebungsentscheidung nicht die Korrektur aller für den betroffenen Zeitraum ergangenen Bewilligungsbescheide ausgesprochen hatte und die auf den nicht erwähnten Bescheiden beruhende Leistungsbewilligung daher bestandskräftig sei.
Das Urteil des BSG vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R -, SozR 4-1300 § 33 Nr. 2, zu dem auf den ersten Blick eine Abweichung bestehen könnte, hatte eine Fallgestaltung zum Gegenstand, bei der - anders als hier - der Leistungsträger mit den Änderungsbescheiden eine vollständig neue Leistungsbewilligung erlassen hatte.
Die Differenzierung einer Aufhebung und Erstattung gemäß §§ 45, 48, 50 Abs. 1 Satz 1 SGB X nach den für jeden Monat zu erstattenden Beträgen wird im Bereich des SGB II aufgrund des Monatsprinzips des § 41 SGB II als erforderlich angesehen (BSG Urteil vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R;… Aubel in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, 4. Aufl. 2015, § 40, Rn. 18).
Der angefochtene Bescheid ist hinreichend bestimmt iSd § 33 Abs. 1 SGB X. Das Bestimmtheitserfordernis verlangt, dass der Verfügungssatz eines Verwaltungsakts nach seinem Regelungsgehalt in sich widerspruchsfrei ist und den Betroffenen bei Zugrundelegung der Erkenntnismöglichkeiten eines verständigen Empfängers in die Lage versetzen muss, sein Verhalten daran auszurichten (BSG Urteil vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R mwN).
Insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall maßgeblich von demjenigen, über den das BSG mit Urteil vom 29.11.2012 - B 14 AS 196/11 R zu befinden hatte, weil dort nur die aufzuhebenden Bescheide konkret aufgelistet worden waren.
Diese Aufhebung geht indes ins Leere, nachdem der Bescheid vom 23. Februar 2016, ein Dauerverwaltungsakt, bereits mit weiterem Dauerverwaltungsakt vom 3. Mai 2016 für die Zeit ab dem 1. März 2016 wegen einer Änderung der Verhältnisse aufgehoben und für die Zeit ab dem 1. April 2006 eine neue Leistungsbewilligung - unter Zugrundelegung eines höheren Einkommenseinsatzes - ausgesprochen worden war (vgl. dazu nur Bundessozialgericht , Urteil vom 29. November 2012 - B 14 AS 196/11 R - ); von dem Bescheid vom 23. Februar 2016 gehen daher hinsichtlich der Hilfe zur Pflege auf Grundlage des Bescheids vom 3. Mai 2016 seit 1. März (Aufhebung der verfügten Bewilligung für diesen Monat durch den Bescheid vom 3. Mai 2016) bzw. seit 1. April 2016 (Neufestsetzung des Einkommenseinsatzes ab 1. April 2016 durch den Bescheid vom 3. Mai 2016) keine Rechtswirkungen mehr aus, er ist vielmehr insoweit nach § 39 Abs. 2 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch (SGB X) erledigt.
LSG Niedersachsen-Bremen, 08.11.2017 - L 13 AS 37/15
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LSG Hessen, 15.07.2016 - L 7 AL 11/15
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BSG, 28.11.2014 - B 14 AS 220/14 B
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LSG Nordrhein-Westfalen, 23.05.2013 - L 7 AS 61/13
LSG Nordrhein-Westfalen, 07.04.2014 - L 2 AS 200/14
SG Hamburg, 05.04.2017 - S 44 AS 57/14
LSG Sachsen-Anhalt, 12.05.2016 - L 3 R 157/15
BSG, 20.12.2013 - B 4 AS 164/13 B
LSG Sachsen-Anhalt, 10.10.2013 - L 5 AS 479/11
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LSG Nordrhein-Westfalen, 22.07.2013 - L 2 AS 738/13
SG Dresden, 01.10.2013 - S 13 BL 5/11
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LSG Niedersachsen-Bremen, 28.08.2013 - L 13 AS 188/11
Anforderungen an die Bestimmtheit eines Aufhebungs- und Erstattungsbescheides …
SG Hannover, 11.09.2015 - S 43 AS 227/13
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SG Nordhausen, 04.12.2014 - S 17 AS 8239/11
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SG Hamburg, 16.06.2014 - S 53 AS 4467/10
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SG Hannover, 11.11.2013 - S 59 AS 1180/12
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SG Hannover, 11.11.2013 - S 59 AS 1187/12
BSG, 01.07.2013 - B 4 AS 119/13 B
SG Hildesheim, 21.10.2016 - S 35 AS 3055/14