Source: https://www.lecturio.de/jura/strafrecht-bt-1/freiheitsberaubung-tatbestand-erfolgsqualifikationen-konkurrenzen.vortrag
Timestamp: 2020-05-28 11:54:26
Document Index: 53415771

Matched Legal Cases: ['§ 239', '§ 239', '§ 239', '§ 239', '§ 263', '§ 239']

Freiheitsberaubung und ihre Erfolgsqualifikationen (§ 239 StGB)
Freiheitsberaubung und ihre Erfolgsqualifikationen (§ 239 StGB) von RA Stefan Koslowski
Der Vortrag „Freiheitsberaubung und ihre Erfolgsqualifikationen (§ 239 StGB)“ von RA Stefan Koslowski ist Bestandteil des Kurses „Strafrecht Besonderer Teil 1: Straftaten gegen Individualrechtsgüter und gegen Rechtsgüter der Allgemeinheit“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
§ 239 StGB – Merksatz und Definition
A sperrt den schlafenden B in dessen Schlafzimmer ein. Nach drei Stunden schließt er die Tür wieder auf; B hat die ganze Zeit geschlafen und von alledem nichts mitbekommen. Ist A wegen Freiheitsberaubung strafbar?
Ja. Eine potentielle Fortbewegungsfreiheit genügt. Ein aktueller Wille zur Fortbewegung wird nicht gefordert
Nein, das Opfer muss einen aktuellen Forbewegungswillen haben, denn ansonsten ist die Willensfreiheit des Opfers auch nicht beschränkt.
Wenn das Opfer schläft, liegt nur versuchte Freiheitsberaubung vor.
Eine Strafbarkeit des A ist davon abhängig, ob B Strafantrag stellt.
Kann ein Einverständnis zur Freiheitsberaubung nach der h. M. wirksam sein, wenn es an Willensmängeln leidet?
Es kommt auf die Art und Weise an. Ein durch List erschlichenes Einverständnis soll wirksam sein. Hingegen soll ein durch Täuschung erwirktes Einverständnis wegen der Nähe zum Betrug unwirksam sein. Es kann dann einzig ein Betrug nach § 263 StGB in Betracht kommen.
Es kommt allein auf den faktischen Willen des Opfers an. Deshalb steht der Wirksamkeit nichts entgegen.
Die durch List oder Täuschung beeinträchtigte Autonomie ist in anderen Delikten ausdrücklich als strafwürdig eingestuft. Allerdings kommt kein tatbestandsausschließendes Einverständnis in Betracht, sondern nur eine rechtfertigende Einwilligung des Opfers
Es handelt sich um ein Sonderdelikt
Es handelt sich um ein Zustandsdelikt
Dozent des Vortrages Freiheitsberaubung und ihre Erfolgsqualifikationen (§ 239 StGB)