Source: https://www.ellerconsulting.de/veroeffentlichungen.html?tx_news_pi1%5Bnews%5D=87&cHash=b55348c034f0ff2d9345f6e01aee1d0d
Timestamp: 2020-02-20 22:27:26
Document Index: 127206741

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 93', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 32']

Eine unabhängige Finanzberatung* ist dann gewährleistet, wenn keine Interessenkonflikte zwischen Berater und Kunde bestehen. Dies ist der Fall, wenn der Finanzberater ausschließlich vom Kunden bezahlt wird. Diese neue Art der Finanzberatung ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt und wird auch als Honorarberatung bezeichnet. Unter einer Honorarberatung versteht man eine unabhängige und provisionsfreie Finanzberatung* zu den Themen private und betriebliche Altersvorsorge, Geldanlage, und/oder Versicherungen, die nicht durch den Verkauf von Produkten (Provisionen) vergütet werden, sondern durch ein vereinbartes Honorar, wie bei einem Steuerberater oder Rechtsanwalt. Leider ist der Begriff Honorarberatung oder Honorarberater gesetzlich nicht geschützt und es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Zulassungen für Finanzdienstleister, die der Verbraucher in der Regel nicht überblickt. Um hier etwas Licht ins Dunkle zu bringen, soll der Artikel einen kurzen Überblick geben.
Sie sollten bei der Auswahl eines Honorarberaters darauf achten, dass eine Zulassung als Honorar-Finanzanlagenberater (§ 34h GewO), Honorar-Anlageberater (§ 93 Abs. 1 WpHG) und/oder Versicherungsberater (§ 34d Abs. 2 GewO) vorliegt. Nur bei diesen Zulassungen ist per Gesetz eine Annahme von Zuwendungen, wie zum Beispiel Provisionen gesetzlich verboten. Hat der Finanzberater/in hingegen eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO), Versicherungsvermittler / Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) oder Anlageberatung (§ 32 KWG) wie zum Beispiel Banken, ist dies nicht gewährleistet. Auch kommt es häufig vor, dass eine gleichzeitige Zulassung als Honorarberater und Vermittler besteht, auch hier sind Interessenkonflikte vorprogrammiert und eine saubere Trennung von Honorarberatung gegenüber Provisionsvermittlung nicht gewährleistet. Am besten Sie prüfen den Berater/in oder Vermittler/in persönlich im Vermittlerregister unter https://www.vermittlerregister.info/recherche selbst. Sollte ein Vermittler/in eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler, Versicherungsmakler oder Versicherungsvermittler haben, auch in Kombination mit einer Honorarberater Zulassung, ist aus unserer Sicht keine unabhängige Finanzberatung gewährleistet.
Ein weiteres gutes Beispiel kommt aus der betrieblichen Altersvorsorge. Dort gibt es die sogenannten versicherungsförmigen Durchführungswege, wie zum Beispiel eine Direktversicherung oder eine rückgedeckte Unterstützungskasse. Ein Versicherungsberater berät zwar unabhängig und provisionsfrei, kann aber einen „nicht versicherungsförmigen“ Durchführungsweg, wo die Altersvorsorgegelder in Form eines Fondsdepots erfolgen, nicht kompetent beraten bzw. vergleichen und schon gar nicht für das Unternehmen einrichten.
*Finanzberatung, Finanzberater:
Oberbegriff für der Anlageberatung, Versicherungsberatung, Finanzplanung, Altersvorsorgeberatung, Vermögensberatung, Finanzierungsberatung und/oder Vermögensverwaltung beinhalten kann.