Source: https://www.vsa.ch/en/fachbereiche-cc/industrie-gewerbe/stand-der-technik/antworten/
Timestamp: 2019-10-23 04:07:44
Document Index: 44683113

Matched Legal Cases: ['Art 4', 'Art. 10', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 3', 'Art. 15']

Antworten - VSA
Welche Fragen wurden vom CC-IG bereits beantwortet?
In der nachfolgenden Zusammenstellung sind die von der Arbeitsgruppe «Stand der Technik» beantworteten Anfragen aufgeführt.
Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen (6-2019)
Wir sind ein Recycling Unternehmen und haben Kunden die Grünabfälle in einem Presscontainer sammeln. Das Obst und Gemüse hat sehr hohen Flüssigkeitsanteil, dementsprechend sind die Presscontainer sehr schwer. Wir möchten vor den Presscontainer eine Entwässerungspresse platzieren. Nun meine Frage: darf man Flüssigkeit von Gemüse und Obst normal in das Abwasser leiten? Oder muss man diese Flüssigkeit irgendwie Filtern? Kennen Sie solche Anwendungen?
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 28. Juni 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA. Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle.
Um den Flüssigkeitsanteil bei Gemüse- und Obstabfällen zu reduzieren, sollen diese Abfälle gepresst und die Pressflüssigkeit in die Schmutzwasserkanalisation entsorgt werden. Ist das zulässig?
Es gilt das Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser. In der Praxis ist die Unterscheidung zwischen Abwasser und flüssigem Abfall nicht immer leicht. Deshalb hat der VSA im April 2016 das VSA-Merkblatt «Ist es Abwasser? Ist es Abfall?» veröffentlicht. Die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen ist kein Abwasser, sondern ein flüssiger Abfall und somit ist die Entsorgung in die Kanalisation nicht konform mit dem Gesetz.
Muss die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen verwertet (gefiltert, behandelt) werden?
Da es sich bei der Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen um flüssigen Abfall handelt, muss er verwertet werden.
Kennen Sie solche Anwendungen?
Die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen kann zu Biogas verwertet werden. Entweder in einer Biogasanlage (externe oder betriebseigene Anlage) oder im Faulturm einer Kläranlage.
Zudem verweisen wir auf den Leitfaden und das Merkblatt «Abwasser aus Gemüse verarbeitenden Betrieben». Beachten Sie dabei, dass die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen kein Abwasser, sondern ein flüssiger Abfall ist.
Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer SR 814.22
Art 4 Definition Abwasser
Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig damit abfliessende Wasser sowie das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser.
Umweltschutzgesetz SR 814.01
Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber entledigt oder deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten ist. Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung. Als Behandlung gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email [email protected]).
Entwässerung Waschplatz Abfallsammelfahrzeuge (5-2019)
Die Entwässerung eines Waschplatzes für Abfallsammelfahrzeuge wirft uns Fragen auf. Während des Einsammelvorganges verdichtet der LKW die Kehrichtsäcke durch ein Verdichtungssystem bzw. Pressvorgang (siehe auch hier). Die Zusammensetzung des dadurch entstehenden Abwassers kann stark variieren (falls jemand Batterien, Gewässer gefährdende Flüssigkeiten, Gifte via Kehrichtsack entsorgt). Es ist davon auszugehen, dass das Abwasser mit umwelt- bzw. gewässergefährdende Stoffe belastet ist.
Wie muss solches Abwasser vorbehandelt werden? Die LKWs werden aussen und innen (Ladevolumen) mit HD und Reinigungsmittel abgespritzt und gereinigt.
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 23. Mai 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Da bei der Reinigung von Abfallsammelfahrzeugen sehr unterschiedliche Abwässer, möglicherweise sogar mit Giftstoffen (Biozide, etc.) und emulgierten Ölen, entstehen, ist aus Sicht der Betriebssicherheit und des Gewässerschutzes für die Behandlung der Abwässer eine klassische, chemische Spaltanlage am besten geeignet. Diese Variante scheint uns die sicherste zu sein. Aus der Praxis kennen wir jedoch verschiedene Möglichkeiten.
Mögliche Vorbehandlungen aus der Praxis
In zwei Betrieben wurden klassische, chemische Spaltanlagen eingesetzt. Soweit bekannt, laufen diese Anlagen einwandfrei.
In einem Betrieb wurde ein Absetzbecken gefolgt von einem Mineralölabscheider installiert. Auch dort sind keine Störungen durch die Einleitung des Abwassers in die Schmutzwasserkanalisation bekannt. Im Gegensatz zur Spaltanlage würde dort jedoch beispielsweise ein wasserlösliches Biozid nicht zurückgehalten.
Einem bekannten Fall wird das Abwasser direkt in den Bunker der KVA geleitet und mit dem Müll verbrannt.
Bei Abwässern mit unterschiedlichen Zusammensetzungen ist auch eine Vakuumverdampfung denkbar, dort ist jedoch mit Folgebehandlungen zu rechnen, (pH, etc.).
Bei Brüdenverdampfern ist auf die Einleittemperatur zu achten.
Grüngut- und Hausmüllcontainer von Privathaushalten werden in der heutigen Praxis vor Ort ausgewaschen und des Reinigungsabwasser wird über Schlammsammler in die Schmutzwasserkanalisation entwässert. Bei dieser Praxis sind uns bis heute keine Störungen von Kläranlagen bekannt. Wichtig dabei ist die Abtrennung von Abfall (Feststoffe) aus dem Abwasser. Dies wird durch den Schlammsammler sichergestellt.
Entwässerung von Autowaschanlagen (4-2019)
Ich bin an der Planung einer Autowaschanlage im Kanton Zürich und sollte die 4 Waschplätze über einen Hofsammler entwässern.
Nun bin ich nicht sicher ob ich für die Dimensionierung der einzelnen Hofsammlers (Durchmesser + Tiefe) die gleiche Formel wie aus dem „Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung – Planung und Ausführung“ benutzen kann.
Meine Fläche beträgt 34 m2 was bedeuten würde, dass es einen Abflusswert von 1.02 l/s ergibt. Da aber am Tag mehrere Auto’s gewaschen werden können, bin ich mir nicht sicher ob diese Formel wirklich stimmt.
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 8. April 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Somit entscheided die Fachstelle über die Vorgehensweise.
Stand der Technik bei Autowaschanlagen
Dimensionierung Schlammsammler
Für die Dimensionierung empfehlen wir Ihnen die Anfrage bei einem Lieferanten einer Abwasservorbehandlung. Ansonsten können Sie sich an ein Ingenieurbüro wenden oder die Berechnung gemäss Schweizernorm SN 592'000 durchführen. Gemäss der Richtlinie und Praxishilfe Regenwasserentsorgung des Kantons Zürich müssen gewerbliche Waschplätze überdacht sein. Somit ist für die Dimensionierung nur das Waschwasser relevant. Pro Waschvorgang ist mit 150 Liter Waschwasser zu rechnen. Dies entspricht 15 l/min und Waschplatz. Also bei vier Waschplätzen 60 L/min oder 1,0 l /s. Bei Waschplätzen gelten die erhöhten Anforderungen (Sinkgeschwindigkeit 18 m/h und Aufenthaltszeit 120 s), deshalb ist gemäss SN 592'000 (Kap. 7.6.3) mindestens ein Normschacht (Schlammsammler) mit 0,60m ᴓ und 1,1 m Nutztiefe vorzusehen.
Entwässerung von Autowaschplätzen
Es wird unterschieden zwischen Autowaschplätzen,
für ausschliessliche Karosseriereinigung oder
Motor- und Chassiswäschen
Die nötigen Vorbehandlungen des Abwassers sind auf den Seiten 8 und 9 des Merkblattes Umweltschutz in ihrem Betrieb Auto- und Transportgewerbe zu finden oder in der SN 592'000 im Kapitel 6.
Empfehlungen, Merkblätter, Informationen
Wir verweisen auf folgende Dokumente:
Schweizer Norm SN 592’000
Merkblatt Umweltschutz in ihrem Betrieb Auto- und Transportgewerbe
Richtlinie Regenwasserentsorgung
Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201
Kommunale Bauordnung und Abwasserreglement
Vorbehandlung Abwasser von Wäschereien (3-2019)
Ich betreue einige Wäschereien bei uns im Kanton. Eine eigentliche Vorbehandlung der Abwässer wird bei den meisten nicht durchgeführt und die Grenzwerte für die Einleitung in die Kanalisation sind auch eingehalten. Nur eine Wäscherei filtert die „Kleiderfussel“ vor dem Einleiten in die Kanalisation heraus. Mich würde interessieren ob es einen Stand der Technik für die Behandlung von Abwässern von Wäschereien gibt.
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 15. März 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Somit entscheiden Sie über die Vorgehensweise.
Stand der Technik bei Abwasser von Wäschereien
In Wäschereibetrieben wird oft zwischen weisser und blauer Ware unterschieden. Während die Abwässer aus der weissen Ware nach einer Feststoffabtrennung (Lappen, Flusen, Knöpfe, etc.) und einer allfälligen Neutralisation (pH Wert nach Durchmischung in der Kanalisation zwischen 6.5 und 9.0) in das kommunale Abwassersystem eingeleitet werden können, ist das Abwasser von der blauen Ware öl- und metallhaltig: Daher muss es zusätzlich aufbereitet werden. Die Grösse der Kläranlage spielt auch eine Rolle. Bei kleinen Kläranlagen kann das Abwasser einer Wäscherei Störungen (Schaum, hohe pH Werte im Zulauf, Kalkablagerungen, etc.) bewirken.
Allgemein sind folgende Punkte zum Stand der Technik zu berücksichtigen:
Eine Feststoffabtrennung zur Entfernung von Flusen, Lappen, Knöpfen, etc. ist einzurichten. Ohne Feststoffabtrennung gelangen jährlich Feststoffmengen im Tonnenbereich zur Kläranlage. Zudem schützt die Feststoffabtrennung die Anlagen zur Wärmerückgewinnung.
Das Abwasser aus dem Waschprozess hat meist eine Temperatur über 60 °C. Mit Wärmetauschern oder Wärmepumpen wird dem Abwasser die Wärme entzogen und dem Frischwasser zugeführt.
Weiter ist im Kompressoren- und Pumpenraum sowie in der Fabrikationshalle mit erheblich Abwärme zu rechnen. Diese Abwärme wird mittels Wärmepumpen zur Frischwassererwärmung genutzt.
Der pH Wert von Wäschereiabwasser liegt meist über pH 9.0. Reicht die Durchmischung in der Kanalisation nicht, um den pH Wert zwischen 6.5 und 9.0 zu bringen, können Störungen der Kläranlage vorkommen. Bei hohen pH Werten können vermehrt Ablagerungen an Belüftungstellern, Leitungen und Becken auftreten. Dies führt zu höherem Energieverbrauch bei der Belüftung und zu höherem Betriebsaufwand zur Entfernung der Ablagerungen. In diesen Fällen ist eine Neutralisation zu installieren.
Abtrennung von Kohlenwasserstoffen
Bei blauer Wäsche (Reinigungslappen Auto- und Metallgewerbe, etc.) fallen Kohlenwasserstoffe an. Die Mengen an Kohlenwasserstoffen können so beträchtlich sein, dass eine Sammlung und Verwendung zu Heizzwecken wirtschaftlich ist. Die Anforderung von 20 mg/l Kohlenwasserstoff bei Einleitung in die Kanalisation ist einzuhalten (GSchV, Anhang 3.2).
Abtrennung von Metallen
Bei blauer Wäsche (Reinigungslappen Auto- und Metallgewerbe, etc.) ist mit erhöhten Metallkonzentrationen zu rechnen. Nach erfolgter Abklärung sind entsprechende Vorbehandlungen (Fällung/Flockung, Ionentauscher, Elektrodialyse, etc.) zu installieren.
Ressourceneffizienz in Textilreinigungen und Wäschereien vom Verband Textilpflege Schweiz
Energieeffizienz von Wäschereien Abschlussbericht vom Deutschen Textilreinigungs-Verband
«Erste Wäscherei ohne Abwasser» Deutsche Handwerks Zeitung 01.08.2012
Neue Technologien für Molkereiabwässer (1-2019)
Wir wurden von der Firma Bioway kontaktiert. Die preisen eine ganz neue Technologie an, die sehr viel verspricht.
Ist diese Firma bekannt?
Ist diese Technologie sinnvoll und vertrauenswürdig?
Antwort der VSA Arbeitsgruppe Stand der Technik
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Januar 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Die Firma Bioway ist uns noch nicht bekannt. Inzwischen hatten wir mit der Firma telefonischen Kontakt. Das AOP („Advanced Oxidation Processes“) – Verfahren wurde in mehreren Laborversuchen und Pilotierungen getestet, wobei neben dem von Bioway angewendeten Verfahren auch die Behandlung mit UV/H2O2 als AOP Verfahren bezeichnet wird. Industrielle Anlagen der Firma Bioway sind uns nicht bekannt. Ihre Anfrage bezieht sich somit auf ein in der Schweiz nicht erprobtes Verfahren. Deshalb wurde Ihre Anfrage an das CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA weitergeleitet. Dieses Gremium wird Ihre Anfrage bearbeiten und Ihnen spätestens in vier Wochen mitteilen, ob das Verfahren als geeignet betrachtet wird oder ob weitergehende Arbeiten des CC Industrie und Gewerbe eingeleitet werden müssen.
Bei der Bewertung des VSA handelt es sich um eine Fachmeinung. In jedem Fall entscheidet die kantonale Fachstelle über den Vollzug.
Antwort CC Industrie und Gewerbe Kernteams des VSA
Das CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA nimmt Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Januar 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Zur Technologe der Bioway
Das Verfahren ist schon lange bekannt. Es beruht auf der elektrolytischen Erzeugung von OH-Radikalen an Eisenanoden. Gleichzeitig wird von der Anode Eisen gelöst und steht für die Fällung zur Verfügung. Das Verfahren wurde vor etwa 20 Jahren bei einer Firma im Kanton Luzern angewendet und nach relativ kurzer Zeit wieder verworfen. Die Radikalausbeute ist sehr gering und die Betriebskosten hoch. Die Wirkung war unter den Erwartungen. Eine andere Methode zur OH-Radikal Erzeugung ist UV/H2O2 (wird in einer Galvanik im Kanton Luzern angewendet, starke Komplexbildner im Abwasser). Das gibt eine bessere Radikalausbeute ist aber ebenfalls sehr energieintensiv und teuer. Dann gibts noch den Fenton mit zweiwertigen Eisensalzen bei tiefem pH-Wert (die Elektrolyse der Bioway beruht auf dem selben Prinzip). Auch hier ist die Radikalausbeute sehr gering.
Die OH-Radikale funktionieren sehr gut zum Abbau von refraktären Stoffen. Die Behandlungszeit ist allerdings sehr lang (16 bis 24 h).
Dieses Verfahren für Milchabwässer einzusetzen ist wenig sinnvoll. Milchabwässer enthalten hauptsächlich leicht abbaubare Stoffe wie Milchzucker, Proteine und Fette. Diese würden mit den OH-Radikalen zwar relativ schnell oxidiert, aufgrund der hohen Belastung der Abwässer werden allerdings Unmengen der Radikale benötigt (mit den entsprechenden Kosten). Zudem würde der Energieinhalt der Abwasserinhaltsstoffe verschwendet. Das Verfahren, das bei grossen Milchverarbeitern angewendet wird, ist: Anaerobie, Flotation und nötigenfalls nachgeschaltete aerobe Biologie. In der Anaerobie wird (aufgrund der kurzen Aufenthaltszeit, einige Stunden) hauptsächlich der Milchzucker abgebaut und zu Methan und CO2 umgewandelt, das Methan wird verwendet. Die Flotation entfernt Fette und denaturierte Proteine, die Aerobstufe noch den Rest. Der Wirkungsgrad des CSB-Abbaus liegt bei rund 96 bis 98%. Die Kosten (Abschreibung und Betriebskosten) liegen dabei um die CHF 3/m3. Mit der Gasnutzung und der Ersparnis bei der ARA-Gebühr, rechnet sich das sogar, die Betriebe sparen erheblich.
Das Verfahren der Bioway für Milchabwässer ist mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht bewiligungsfähig. Falls die refraktären Stoffe nach der konventionellen biologischen Behandlung noch ein Problem sein sollten, können Verfahren mit OH-Radikalen oder auch Aktivkohle oder Ozon eine geeignete Nachbehandlung sein.
Bei der Bewertung des CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA handelt es sich um eine Fachmeinung. In jedem Fall entscheidet die kantonale Fachstelle über den Vollzug.
Bewilligungsverfahren für temporäre Ölheizungen (12-2018)
Wir erhalten immer wieder Anfragen von ausländischen Firmen bezüglich temporären Ölheizungen z.B. für Festzelte oder Bautrocknungsanlagen.In der Beilage senden wir Ihnen das Mail inkl. Foto einer solchen Anlage. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns die untenstehenden Fragen beantworten könnten. Uns ist nicht klar, wie wir solche Anfragen zukünftig korrekt beantworten. Wie wird mit solche Anlagen in anderen Kantonen umgegangen?
Gibt es ein Bewilligungsverfahren für temporäre Ölheizungen?
Wenn ja, ist es abhängig von der Nutzungsdauer?
Gibt es Vorschriften über die Prüfung der Heizungen ( Regelmäßigkeit) ?
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Dezember 2018 und beantworten diese aus Sicht des Gewässerschutzes. Die Bereiche Lufthygiene und Energie werden nicht vom VSA behandelt.
Der Heizöltank untersteht grundsätzlich der Melde- oder Bewilligungspflicht. Die Anlagen sind nach Anordnung der kantonalen Behörde zu melden oder bewilligen zu lassen. Im Kanton Aargau beispielsweise, sind temporäre Tankanlagen meldepflichtig und wenn diese länger als sechs Monate am gleichen Ort betrieben werden bewilligungspflichtig.
Im Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) wird in Artikel 22 der Umgang mit wassergefährdender Flüssigkeit umschrieben. Nachfolgend das Wichtigste aus Artikel 22:
Die Inhaber von Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten müssen dafür sorgen, dass die zum Schutz der Gewässer erforderlichen baulichen und apparativen Vorrichtungen erstellt, regelmässig kontrolliert und einwandfrei betrieben und gewartet werden.
Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten dürfen nur von Personen erstellt, geändert, kontrolliert, befüllt, gewartet, entleert und ausser Betrieb gesetzt werden, die auf Grund ihrer Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung gewährleisten, dass der Stand der Technik eingehalten wird.
Stellen der Inhaber einer Anlage mit wassergefährdenden Flüssigkeiten oder die mit dem Betrieb oder der Wartung betrauten Personen einen Flüssigkeitsverlust fest, so melden sie dies unverzüglich der Gewässerschutzpolizei. Sie treffen von sich aus alle Massnahmen, die ihnen zugemutet werden können, um drohende Gewässerverunreinigungen zu verhindern.
Die Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU) hat ein Merkblatt zur Melde- und Bewilligungspflicht herausgegeben.
Unter dieser Internetadresse finden Sie weitere Hinweise zum Umgang mit Tankanlagen und wassergefährdenden Flüssigkeiten.
Staub-/Rauchgasreinigung bei Pizzaöfen (10-2018)
In einem VSA-Merkblatt zu Feinstaubfiltern für Holzfeuerungen (2015), das auch auf Restaurants, insbesondere auf Pizzerien anwendbar ist, wird geraten, den Filterstaub trocken zu entsorgen und nicht in die Kanalisation gelangen zu lassen, wenn der Feinstaub eventuell auf nassem Wege abgeschieden wurde.
Ist der VSA in der Zwischenzeit noch näher auf das Thema eingegangen, z.B. mit konkreten Vorschlägen zu Anlagen zur Vorbehandlung dieser rauch-/staubbelasteten Abwässer? In einer Pizzeria kann ja relativ viel Feinstaub/Rauch anfallen (Ruß, PAK, Fett etc.).
Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 1. Oktober 2018 an unseren Herrn Markus Sommer.
Wir unterscheiden bei der Reinigung von Pizzaöfen drei Arten
Holzfeuerungen mit Feinstaubabscheidung
Bei Holzfeuerungen mit Feinstaubabscheidern ist darauf zu achten, dass der Filterstaub trocken als Abfall zusammen mit der normalen Holzasche entsorgt und nicht in die Kanalisation abgewaschen wird. Für Holzfeuerungen die selbstreinigende Rauchgasfilter mit Nasswäsche haben, ist eine Vorbehandlung des Abwassers nötig (gemäss VSA Empfehlung «Selbstreinigende Feinstaubfilter für Holzfeuerungen»). Die Vorbehandlung könnte über eine Spaltanlage erfolgen.
Tägliche Reinigung durch Betriebspersonal
Bei der täglichen Reinigung durch das Betriebspersonal fallen Feststoffe und Reinigungsabwasser an. Die Feststoffe dürfen nicht in die Kanalisation gespült werden, sondern sollen mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Das Abwasser ist analog zu gewerblichem Küchenabwasser zu entsorgen. Also bei fetthaltigem Abwasser und mehr als 300 Mahlzeiten pro Tag über einen Fettabscheider (siehe dazu Schweizer Norm 592'000:2012).
Alkalische Reinigung durch Kaminfeger
Bei der alkalischen Reinigung fallen flüssige Abfälle an, welche nicht in die Kanalisation eingeleitet werden dürfen. Die trockenen Rückstände dürfen dem Hauskehricht zugeführt werden. Die flüssigen Rückstände müssen gesammelt und in den Kaminfegerbetrieben von anerkannten Entsorgungsfirmen abgeholt und fachgerecht entsorgt werden oder der Kaminfeger behandelt die Rückstände über eine eigene, geprüfte Abwasservorbehandlungsanlage in seinem Betrieb.
Alkalisches Reinigungswasser aus der Reinigung von Kaminen und Pizzaöfen gilt als Sonderabfall und darf nur an Entsorgungsunternehmen weitergegeben werden, welche zur Annahme dieses Abfalles berechtigt sind. Betriebe, welche einen Sonderabfall zur Entsorgung abgeben, müssen eine Betriebsnummer nach der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) besitzen. Diese kann bei der kantonalen Fachstelle bezogen werden.
Aspekte für den Vollzug
Neben den technischen Aspekten ist für den Vollzug auch die Anzahl solcher Pizzaöfen im Einzugsgebiet der Kläranlage und die Grösse der Kläranlage wichtig. Es liegt in der Kompetenz der Vollzugsbehörde die lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
GSchV, Art. 10 , Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser
GSchV, Anhang 3.2 und Anhang 3.3
GSchG Art. 4, Definition Abwasser
USG, Art. 7, Definitionen
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18; [email protected]).
Wir empfehlen bei Fassadenreinigungen und deshalb auch bei der Verwendung des Produkt ABBAclean sowie ABBAmousses, folgende Auflagen und Massnahmen einzuhalten:
Seebaggeranlage für Sand- und Kiesabbau Ersatz Öl-Transformator (6-2018)
Auf einer Seebaggeranlage für Sand- und Kiesabbau auf dem Vierwaldstättersee soll eine Mittelspannungsanlage revidiert/ersetzt werden. Beim alten und zu entfernenden Transformator handelt es sich um einen Öl-Transformator. Es stellt sich nun grundsätzlich die Frage, ob das Amt für Umwelt den Wiedereinbau eines neuen Öl-Transformators auf dem Baggerschiff erlaubt oder ob in Anlehnung an die Gewässerschutzverordnung (Stand der Technik) ein Giessharztransformator (ohne Öl) gefordert werden darf.
Beim genannten Sachverhalt kann nicht auf den Stand der Technik verwiesen werden. Jedoch auf Art. 3 des GSchG "Sorgfaltspflicht":
Aus Sicht des Gewässer- und Umweltschutzes ist der Einsatz eines Feststofftransformators zu bevorzugen. Beispielsweise hat ein Giessharztransformator den Vorteil, dass ohne Transformatorenöl die damit verbundene Brand- und Wassergefährdung signifikant verringert werden. Folglich werden Giessharztransformatoren besonders dort eingesetzt, wo wegen der räumlichen Nähe zu Personen oder Sachwerten ölgefüllte Transformatoren nicht oder nur mit erheblichen Massnahmen zum Brandschutz, wie z. B. Brandschutzwänden, aufgestellt werden können. Auch entfallen Ölauffangvorrichtungen. Zudem sind sie weitgehend wartungsfrei, da z. B. keine Undichtigkeiten wie bei flüssigkeitsgefüllten Transformatoren auftreten können und die Problematik der Hydrolyse des Transformatorenöles und dessen eventuell notwendige Aufbereitung entfällt.
Wegen der Luftkühlung eines Feststofftransformators ist die Wärmeabfuhr schlechter als bei flüssigkeitsbefüllten Transformatoren. Deshalb liegen die Leistungsbereiche von Feststofftransformatoren in der Regel auch zwischen 50 kVA bis 40 MVA.
Da es sich im vorliegenden Fall um einen Ersatz des Transformators handelt, wird es jedoch schwierig sein, in den bestehenden Platzverhältnissen einen Feststofftransformator einzubauen. Die technische Machbarkeit muss erst abgeklärt werden. D.h. die Platzverhältnisse und Leistungsbereiche müssen stimmen, sonst ist ein Ersatz eines ölbefüllten Transformators durch einen Feststofftransformator nicht machbar.
Auch bei einem Neubau muss die technische Machbarkeit gegeben sein. Ist diese gegeben, sollte der Feststofftransformator zum Einsatz kommen.
Allenfalls könnte auch ein Trafo mit biologisch abbaubarem Öl in Frage kommen, wie dies die Empfehlung des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) über den Schutz der Gewässer bei Erstellung und Betrieb von elektrischen Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten (Version 2.19; VSE, Aarau; 1. März 2006) verlangt.
Wo erhalte ich weitere nützliche Informationen zum Stand der Technik?
In der Schweiz erhalten Vollzugsbehörden sowie Industrie- und Gewerbebetriebe Informationen und Hinweise für die Anwendung des Begriffs «Stand der Technik» bei der Beurteilung von Abwässern im Dokument Stand der Technik im Gewässerschutz.
Die eidgenössische Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 verlangt von den industriellen und gewerblichen Betrieben, dass sie bei den Produktionsprozessen und der Abwasserentsorgung die nach dem Stand der Technik erforderlichen Massnahmen treffen.
Für die EU-Staaten gilt die Richtlinie 96/61/EG des Rates vom 24. September 1996 (IVU-Richtlinie) über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (Directive 96/61/EC – Integrated Pollution Prevention and Control – Directive IPPC).
Der Stand der Technik wird in branchenbezogenen Dokumenten oder Querschnittsdokumenten, sogenannten BREF’s (BAT Reference Documents) festgehalten.
In Deutschland sind die Anforderungen gemäss BVT (Beste Verfügbare Techniken – gleichbedeutend mit Stand der Technik), in den Anhängen der Abwasserverordnung AbwV branchenbezogen aufgeführt. Diese Verordnung soll ausdrücklich der Umsetzung der Richtlinie 96/61/EG dienen.
In Österreich gilt die AAEV, Verordnung über die Allgemeine Begrenzung von Abwasseremissionen in Fliessgewässer oder öffentliche Kanalisationen. Für viele Herkunftsbereiche ist der Stand der Technik in gesonderten Verordnungen, den AEV, abgebildet. Die Auflistung der verschiedenen AEV finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes.
Welche nützlichen Dokumente bestehen zum Stand der Technik?
Zielsetzung des vorliegenden Angebotes ist es, dem Benutzer Hinweise zu Dokumenten zu geben, welche für die Bestimmung des Standes der Technik nützlich sein können. Der Entscheid darüber, was zur Zeit Stand der Technik ist, liegt bei der zuständigen Vollzugsbehörde (Art. 15 GSchV).
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