Source: https://www.schuldnerberatung-vitovec.de/privatinsolvenz.html
Timestamp: 2019-11-19 00:23:55
Document Index: 246806720

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 302', '§34', '§17', '§18', '§306']

Privatinsolvenz - Schuldnerberatung aus Krefeld
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Bei der Privatinsolvenz auch Verbraucherinsolvenz genannt, ging der Gesetzgeber davon aus, dass eine gewisse „Gleichheit“ zwischen Gläubiger und Schuldner geschaffen wird.
Um die Privatinsolvenz überhaupt einzuleiten, muss zunächst ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern durchgeführt werden. Erst wenn dieser Einigungsversuch gescheitert ist, ist die Möglichkeit gegeben über den Nachweis einer Bescheinigung des Scheiterns, die Gerichte in Anspruch zu nehmen um das Verbraucherinsolvenzverfahrens zu durchlaufen (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO).
Am Ende steht meistens die Restschuldbefreiung, sofern keine vorsätzlichen unerlaubten Handlungen begangen wurden (§ 302 Nr. 1 InsO).
Die Gläubiger versuchen meistens bei außergerichtlichen Einigungsversuchen den Schuldner bis an dessen finanzielle Schmerzgrenze zu testen, obwohl sich die Gläubiger im Klaren sind, dass sie im Verbraucherinsolvenzverfahren im Zweifelsfall weniger erhalten als bei Abschluss eines außergerichtlichen Vergleichs. Auch die Gläubiger haben im gerichtlichen Verfahren ihre Kosten selbst zu tragen, insbesondere die für die Einschaltung eines Rechtsanwaltes, sodas schon deshalb eine gewisse Motivation zur außergerichtlichen Einigung bestehen sollte.
Bei dieser Bescheinigung handelt es sich um eine Prozessvoraussetzung. Das heißt, ohne Vorlage dieser Bescheinigung wird der Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens durch das Gericht zurückgewiesen.
In der Vorbereitung eines außergerichtlichen Versuchs zur Schuldenregulierung muss schon einiges an Vorarbeit geleistet werden. Hier ist es ratsam alle Gläubigerdaten beisammen zu haben. Aufgrund der Gläubigerdaten des vom schuldner auszufüllenden Auskunftsbogen über seine persönlichen Verhältnisse und Verbindlichkeiten fordert die Schuldnerberatung von allen Gläubigern eine aktuelle Aufstellung deren Forderungen an.
Um allen Gläubigern gerecht zu werden, auch die „schlafenden" Gläubiger, sollte zwingend bei den wichtigsten Auskunfteien eine Datenübersicht nach §34 BDSG einholt werden. Die Forderungsaufstellung hat der Gläubiger kostenlos zu fertigen und aus dieser muss zu ersehen sein, wie sich die Gesamtforderung zusammensetzt und zwar in Hauptforderung, Zinsen und Kosten.
Diese Angaben über die bestehenden Verbindlichkeiten werden als Schuldenspiegel zusammengefasst. Das bedeutet, jedem Gläubiger wird ein Anteil (Quote) an der Summe aller Verbindlichkeiten des Schuldners zugewiesen. Das Angebot an die Gläubiger unterliegt keinen gesetzlichen Anforderungen und kann daher völlig frei gestaltet werden.
Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Schuldner seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann (§17 InsO). Von Zahlungsunfähigkeit bedroht ist ein Schuldner dann, wenn dieser voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen (§18 InsO).
Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens muss innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des außergerichtlichen Verfahrens gestellt werden. Das Gericht wird in aller Regel bei Vorliegen des Antrages auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zunächst vorläufige Sicherungsmaßnahmen anordnen (§306 Abs. 1 InsO).
Von diesen vorläufigen Sicherungsmaßnahmen sind auch die Gläubiger betroffen, die nicht am Insolvenzverfahren teilnehmen, weil der Schuldner übersehen hatte, diese im Schuldenbereinigungsplan zu berücksichtigen.