Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201988,%20765
Timestamp: 2020-03-31 00:18:55
Document Index: 82884642

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1018', '§ 1018', '§ 1090', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1090', '§ 1090', 'BGH', '§ 1090', '§ 1090', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 1018', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 158', '§ 139', '§ 138', '§ 138', 'BGH', '§ 305', 'BGH', '§ 1018', 'BGH', 'BGH', '§ 1092', 'BGH']

BGH, 29.01.1988 - V ZR 310/86 - dejure.org
https://dejure.org/1988,548
BGH, 29.01.1988 - V ZR 310/86 (https://dejure.org/1988,548)
BGH, Entscheidung vom 29.01.1988 - V ZR 310/86 (https://dejure.org/1988,548)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 1988 - V ZR 310/86 (https://dejure.org/1988,548)
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BGB §§ 1018, 1090, 138
Zulässige Dienstbarkeit zur Absicherung einer Getränkebezugsverpflichtung
Kauf eines Grundstücks - Sicherung einer Getränkebezugsverpflichtung durch eine (beschränkte persönliche) Verbotsdienstbarkeit - Löschungsanspruch wegen inhaltlicher Unzulässigkeit der Sicherungsdienstbarkeit - Fehlen einer Einigung über die Dienstbarkeitsbestellung - ...
BGB § 1018, § 1090, § 138
NJW 1988, 2364
NJW-RR 1988, 1231 (Ls.)
MDR 1988, 660
DNotZ 1988, 572
DNotZ 1988, 581
WM 1988, 76
WM 1988, 765
BB 1988, 1283
DB 1988, 2298
Rpfleger 1988, 403
Daher bedarf die Annahme einer Verknüpfung durch eine Bedingung deutlicher Anhaltspunkte (vgl. auch Senat, Urt. v. 29. Januar 1988, V ZR 310/86, NJW 1988, 2364;… Urt. v. 20. Januar 1989, V ZR 181/87, WM 1989, 723, 724;… BGH, Urt. v. 22. Januar 1992, VIII ZR 374/89, NJW-RR 1992, 593, 594).
Das begegnet nach der bisherigen Senatsrechtsprechung zu Tankstellen- und Brauereidienstbarkeiten (vgl. z.B. BGHZ 29, 224; 35, 378; 74, 293;… Urt. v. 13. Juli 1979, V ZR 122/77, NJW 1979, 2149;… Urt. v. 3. Mai 1985, V ZR 55/84; WM 1985, 808, 809; Urt. v. 29. Januar 1988, V ZR 310/86, WM 1988, 765;… Urt. v. 8. April 1988, V ZR 120/87, WM 1988, 1091) und zur mittelbaren dinglichen Absicherung von Fernwärmebezugspflichten (…Urt. v. 2. März 1984, aaO.) keinen rechtlichen Bedenken.
Die Dienstbarkeiten, nach denen der Berechtigte den Vertrieb von Getränken auf den belasteten Grundstücken untersagen kann, sind als unbefristete dingliche Rechte nach jetzt ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes inhaltlich selbst dann zulässig, wenn sie dem Zweck dienen sollten, damit eine Getränkebezugsverpflichtung zu erreichen oder abzusichern (BGH, Urteile vom 3. Mai 1985 - V ZR 55/84 = WM 1985, 808 = NJW 1985, 2474 unter 2 m. Anm. Paulusch EWiR § 1090 BGB 1/85, 477 und Hottenbacher WuB IV A. § 1090 BGB 1.85, vom 29. Januar 1988 - V ZR 310/86 = WM 1988, 765 = NJW 1988, 2364 [BGH 29.01.1988 - V ZR 310/86] unter II 1 a m. Anm. Klaas EWiR § 1090 BGB 1/88, 465 und Stürner/Münch WuB IV A. § 1090 BGB 1.88 und vom 8. April 1988 - V ZR 120/87 = WM 1988, 1091 = NJW 1988, 2362 [BGH 08.04.1988 - V ZR 120/87] unter 2 a m. Anm. Medicus EWiR § 138 BGB 15/88, 749; ebenso z.B. BayObLG …
Unter teilweiser Aufgabe seiner früheren Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 13. Juli 1979 - V ZR 122/77 = WM 1979, 1153 = NJW 1979, 2149 unter 1 und 3) und unter Betonung der Abstraktheit der dinglichen Dienstbarkeitsbestellung hat der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes mit seinen Urteilen vom 29. Januar 1988 (a.a.O. unter II 1c), 8. April 1988 (aaO) und 20. Januar 1989 (V ZR 181/87 = WM 1989, 723 = NJW-RR 1989, 519 unter 2 m. Anm. Reithmann WuB IV A. § 1018 BGB 2.89) entschieden, daß das dingliche Recht in seinem Bestand grundsätzlich unabhängig ist von der zugrundeliegenden schuldrechtlichen Vereinbarung.
Bei der Frage, ob der Grundstückseigentümer bei Unwirksamkeit oder Beendigung der schuldrechtlichen Bezugsverpflichtung nach Vertragsrecht oder wegen Zweckverfehlung Rückgewähr der Dienstbarkeiten verlangen kann, ist maßgeblich auf den Inhalt und die Reichweite der Sicherungsabrede abzustellen (BGH, Urteile vom 29. Januar 1988 a.a.O. unter II 2 und vom 8. April 1988 a.a.O. unter 2 b).
Da Brauerei und Gastwirtschaft bis dahin zusammen von den Eltern der Parteien betrieben wurden und künftig von ihren Söhnen weiterbetrieben werden sollten, ist das Bestreben der Vertragsparteien einleuchtend, eine von den Gaststättengrundstücken ausgehende unerwünschte Konkurrenz von der Brauerei fernzuhalten, solange diese nicht an Dritte übertragen wurde (zu diesem Gesichtspunkt vgl. auch BGH, Urteile vom 29. Januar 1988 a.a.O. unter II 2 …und vom 8. April 1988 a.a.O. unter 2 b a.E.;… OLG Karlsruhe a.a.O. 104).
Unter teilweiser Aufgabe seiner früheren Rechtsprechung hat er mit Urteil vom 29. Januar 1988 (V ZR 310/86, WM 1988, 765, 766 = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Sicherungsdienstbarkeit 1) die Abstraktheit der dinglichen Dienstbarkeitsbestellung betont und ausgesprochen, daß das dingliche Recht in seinem Bestand grundsätzlich unabhängig von der zugrundeliegenden schuldrechtlichen Vereinbarung (Sicherungsabrede, Bezugsvertrag) ist, wenn diese nicht als Bedingung Inhalt des dinglichen Rechts selbst geworden ist (§ 158 BGB) oder eine - höchst selten vorkommende - Geschäftseinheit zwischen schuldrechtlichem und dinglichem Geschäft besteht (§ 139 BGB).
Wäre das Kausalgeschäft, das der Dienstbarkeitsbestellung zugrunde liegt, nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig, so hätte dies - anders als die Nichtigkeit nach § 138 Abs. 2 BGB - nicht ohne weiteres auch die Nichtigkeit der abstrakten Dienstbarkeitsbestellung zur Folge, weil hier weder festgestellt noch behauptet ist, daß die Sittenwidrigkeit gerade im Vollzug der Leistung liegt, also mit dem dinglichen Rechtsvorgang sittenwidrige Zwecke verfolgt würden oder in ihm die Sittenwidrigkeit begründet wäre (vgl. Senatsurt. v. 29. Januar 1988 a.a.O. S. 766).
Ob der Rechtsvorgänger des Klägers auf schuldrechtlicher Grundlage von der Beklagten die Löschung der Dienstbarkeit beanspruchen kann (vgl. Senatsurteile v. 29. Januar 1988, a.a.O. S. 766, 767 = BGHR BGB § 305 - Sicherungsvereinbarung 1 und v. 8. April 1988, V ZR 120/87, WM 1988, 1091, 1093 = BGHR BGB § 1018 - Sicherungsdienstbarkeit 2), ist hier ohne Bedeutung, denn der Kläger, der das Grundstück im Wege der Zwangsversteigerung erworben hat, behauptet nicht, daß er in solche schuldrechtlichen Beziehungen eingetreten ist oder daß ihm Rückgewähransprüche in bezug auf die Dienstbarkeit abgetreten worden sind (…vgl. Senatsurt. v. 8. April 1988 aaO).
Insoweit sei nur darauf hingewiesen, daß der Senat mit dem zur Veröffentlichung vorgesehenen Urteil vom 29. Januar 1988, V ZR 310/86, unter teilweiser Aufgabe seiner Rechtsprechung im Senatsurteil vom 13. Juli 1979 (V ZR 122/77, NJW 1979, 2149, 2150) die Abstraktheit der dinglichen Dienstbarkeitsbestellung betont und daraus gefolgert hat, daß eine unbedingte und unbefristete Dienstbarkeit unbedenklich auch bestellt werden kann, um damit eine noch abzuschließende Bezugsbindung abzusichern.
Dazu kommt es maßgeblich zunächst auf den - unter Umständen durch Auslegung zu ermittelnden - Inhalt der Vereinbarungen an (vgl. das zur Veröffentlichung bestimmte Senatsurt. v. 29. Januar 1988, V ZR 310/86).
In der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 29.1.1988 (NJW 1988, 2364 ), auf die sich die Beteiligten stützten, habe es sich um ein umfassendes Verbot gehandelt.
Daß diese Form der Dienstbarkeit mittelbar zu einer Beeinträchtigung des Rechts auf freie Auswahl des Lieferanten führen kann und nach Absicht der Berechtigten führen soll, ist unerheblich; gegen eine Dienstbarkeit zur Absicherung einer schuldrechtlichen Bezugsverpflichtung ist nichts einzuwenden (BGHZ 74, 293/296; BGH NJW 1985, 2474 ; 1988, 2364; NJW-RR 1992, 593 f.).
Dies folgt bereits aus dem Umstand, dass das Gesetz ausdrücklich vorsieht, eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit zugunsten einer juristischen Person zu bestellen (§ 1092 Abs. 2 und 3 BGB; BayObLG, Beschl. v. 22.5. 2000 - 2 Z BReg. 43/00 - NJW-RR 2001, 1022, 1023; vgl. auch BGH, Urt. v. 29.1. 1988 - V ZR 310/86 - NJW 1988, 2364).
BayObLG, 22.05.2000 - 2Z BR 43/00