Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.09.2011&Aktenzeichen=VII%20ZR%20162/09
Timestamp: 2019-12-15 08:47:39
Document Index: 396628627

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH']

BGH, 29.09.2011 - VII ZR 162/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,327
BGH, 29.09.2011 - VII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,327)
BGH, Entscheidung vom 29.09.2011 - VII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,327)
BGH, Entscheidung vom 29. September 2011 - VII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,327)
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ZPO §§ 51 Abs. 1, 253 Abs. 1, 261 Abs. 1, 697 Abs. 2, 696 Abs. 3
Kein rechtsmissbräuchliches Verhalten einer vermögenslos gewordenen Gesellschaft bei Prozessfortführung nach Abtretung der Klageforderung und entsprechender Ermächtigung durch den Zessionar
Verfahrensrecht - Prozessstandschaft durch vermögensloses Bauunternehmen
Gewillkürte Prozessstandschaft durch vermögenslosen Auftragnehmer: Zulässig? (IBR 2012, 55)
LG Magdeburg, 17.04.2008 - 9 O 2304/04
OLG Naumburg, 27.08.2009 - 4 U 66/08
NJW-RR 2011, 1690
NZBau 2011, 748
NJ 2012, 246
BauR 2012, 128
ZfBR 2012, 33
Entgegen der Auffassung der Revision wird der Klägerin durch die Führung der Widerklage durch den Beklagten nicht in rechtmissbräuchlicher Weise das Risiko aufgebürdet, im Falle des Obsiegens Kostenerstattungsansprüche nicht durchsetzen zu können (zu diesem Gesichtspunkt vgl. BGH, Urteil vom 24. Oktober 1985 - VII ZR 337/84, BGHZ 96, 151, 155; vgl. auch BGH, Urteil vom 29. September 2011 - VII ZR 162/09, NJW-RR 2011, 1690 Rn. 20).
Einer überschuldeten vermögenslosen GmbH, die keine Aussicht hat, die Geschäfte fortzuführen, fehlt in aller Regel das schutzwürdige Interesse, abgetretene Forderungen nach Offenlegung der Abtretung im eigenen Namen und auf eigene Kosten mit Ermächtigung des Gläubigers zu dessen Gunsten einzuklagen (BGH, NJW-RR 2011, S. 1690, 1691;… BGH NJW 2003, S. 2231;… BGH NJW 1986, S. 850, 851).
In Anbetracht dessen ist eine unzumutbare Beeinträchtigung des Gegners darin zu sehen, dass er den ihm im Falle einer erfolglosen Klage zustehenden Erstattungsanspruch voraussichtlich nicht durchsetzen kann (BGH, NJW-RR 2011, S. 1690, 1691;… BGH NJW 2003, S. 2231).
Auch die Regelungssystematik der UN-Kinderrechtskonvention stünde einer unmittelbaren Anwendung des Vorrangprinzips nach Art. 3 Abs. 1 UN-Kinderrechtskonvention nicht entgegen (vgl. Cremer, Kinderrechte und der Vorrang des Kindeswohls, in: AnwBl. 2012, 27 f.;… Lorz-Sauer, a.a.O., S. 7 f.).
In einem solchen Fall fehlt es aber nur dann an dem schutzwürdigen Interesse des Prozessstandschafters, wenn sich der spätere Eintritt der Vermögenslosigkeit schon bei Prozesserhebung abgezeichnet hat (ebenso: BGH, Urt. v. 29.9. 2011 - VII ZR 162/09, NZBau 2011, 748).
Zwar kann eine gewillkürte Prozessstandschaft dort ihre Grenze finden, wo sie den Prozessgegner unbillig benachteiligt (BGH, Urteil vom 29.9.2011 - VII ZR 162/09 - NJW-RR 2011, 1690, juris Rn. 18 ff.) und etwa nur dazu dient, die Verwirklichung etwaiger Kostenerstattungsansprüche des Prozessgegners zu beeinträchtigen (BGH…, Urteil vom 24.10.1985 - VII ZR 337/84 - NJW 1986, 850, juris Rn. 9 ff.).
Das kann auch, worauf die Klägerin weiter zutreffend verweist, nicht schon damit gerechtfertigt werden, dass an anderer Stelle durch § 4 AVBWasserV und damit immerhin in einer Rechtsverordnung Preisanpassungen eröffnet sind, die in ihren Einzelheiten ebensowenig näher umrissen sind, wie dies vorliegend der Fall ist (vgl. BGH, Urteil vom 31.07.2013, Az.: VII ZR 162/09).