Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/vorsteuerberichtigungsansprueche-als-masseverbindlichkeiten-315338
Timestamp: 2020-01-22 16:37:47
Document Index: 173011641

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 53', '§ 15', '§ 15']

Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­sprü­che als Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten | Rechtslupe
Vorsteuerberichtigungsansprüche als Masseverbindlichkeiten
Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­sprü­che als Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten
Ansprü­che der Finanz­ver­wal­tung aus Vor­steu­er­be­rich­ti­gun­gen nach § 15a UStG, die nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens anfal­len, sind insol­venz­recht­lich Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten. Dies ent­schied jeden­falls das Finanz­ge­richt Müns­ter in bewuss­ter Abwei­chung von gegen­läu­fi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs 1.
Im Streit­fall mach­te die Steu­er­schuld­ne­rin, eine GbR, Vor­steu­er aus den Bau­er­rich­tungs­kos­ten für eine Ein­kaufs­pas­sa­ge gel­tend. Das Finanz­amt zahl­te die Vor­steu­er antei­lig in Höhe der umsatz­steu­er­pflich­ti­gen Ver­mie­tun­gen aus. In den fol­gen­den Jah­ren ver­rin­ger­te sich der steu­er­pflich­ti­ge Ver­mie­tungs­an­teil, so dass – begrenzt auf zehn Jah­re – die Vor­steu­er antei­lig zu Las­ten der Gesell­schaft zu berich­ti­gen war (§ 15a UStG). Nach­dem über deren Ver­mö­gen das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net wor­den war, for­der­te das Finanz­amt vom Insol­venz­ver­wal­ter die Rück­zah­lung von antei­lig zu Unrecht aus­ge­zahl­ter Vor­steu­er, die auf Zeit­räu­me nach Insol­venz­eröff­nung ent­fiel. Der Insol­venz­ver­wal­ter wehr­te sich mit dem Hin­weis, es han­de­le sich um zur Insol­venz­ta­bel­le anzu­mel­den­de For­de­run­gen.
Das Finanz­ge­richt Müns­ter trat der Ansicht des kla­gen­den Insol­venz­ver­wal­ters ent­ge­gen und qua­li­fi­zier­te die strei­ti­ge Vor­steu­er­rück­for­de­rung nach § 15a UStG als Mas­se­ver­bind­lich­keit, die der Insol­venz­ver­wal­ter – außer­halb der quo­ta­len Ver­tei­lung – aus der Insol­venz­mas­se zu bezah­len habe (§§ 53, 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO). Der Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch aus § 15a UStG enste­he für jedes Kalen­der­jahr, in dem sich die für den Vor­steu­er­ab­zug maß­ge­ben­den Umstän­de gegen­über dem Erst­jahr geän­dert hät­ten. Es han­de­le sich um einen eigen­stän­di­gen Steu­er­tat­be­stand, der durch die Ver­wal­tung der Insol­venz­mas­se, näm­lich die teil­wei­se steu­er­freie Ver­mie­tung des Objekts, jähr­lich neu begrün­det wer­de.
Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 8. Okto­ber 2009 – 5 K 1096/​07 U (nicht rechts­kräf­tig)
Vor­steu­er­be­rich­ti­gung im Insol­venz­fall Beruht die Berich­ti­gung nach § 15a UStG auf einer steu­er­frei­en Ver­äu­ße­rung durch den Insol­venz­ver­wal­ter im Rah­men der Ver­wal­tung und Ver­wer­tung der Mas­se, ist der Berich­ti­gungs­an­spruch…
BFH, Urteil vom 17.04.2007 – VII R 27/​06[↩]
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