Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Berlin-Brandenburg&Datum=20.03.2012&Aktenzeichen=12%20B%2027.11
Timestamp: 2019-10-17 12:04:34
Document Index: 356020452

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 3', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 33', '§ 3', '§ 4']

OVG Berlin-Brandenburg, 20.03.2012 - 12 B 27.11 - dejure.org
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OVG Berlin-Brandenburg, 20.03.2012 - 12 B 27.11 (https://dejure.org/2012,7118)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 20.03.2012 - 12 B 27.11 (https://dejure.org/2012,7118)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 20. März 2012 - 12 B 27.11 (https://dejure.org/2012,7118)
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§ 1 Abs 1 S 1 IFG, § 2 Nr 1 IFG, § 3 Nr 1c IFG, § 5 Abs 1 S 1 IFG
Informationsanspruch; Bundeskanzleramt; anspruchsverpflichtete Behörde; Terminkalender der Bundeskanzlerin; amtliche Informationen; tatsächlich noch vorhandene Informationen; Wiederbeschaffungsanspruch; Ausschlussgründe; innere Sicherheit; nachteilige Auswirkungen; ...
Anspruch auf Informationszugang zu amtlichen Informationen bei tatsächlichem Vorhandensein innerhalb der Behörde z. Ztpkt. der gerichtlichen Entscheidung
Der Blick in den Terminkalender der Bundeskanzlerin
Einsicht in den Terminkalender der Bundeskanzlerin?
Abendessen mit der Kanzlerin - Bundesregierung will Urteil zu Ackermann-Diner erst prüfen
Anspruch auf Einsicht in Unterlagen der Bundeskanzlerin
Kein Anspruch auf Einsicht in den Terminkalender der Bundeskanzlerin - Offenlegung des Terminkalenders hätte zu nachteiligen Auswirkungen auf innere Sicherheit und Sicherheit der Kanzlerin führen können
Bundesregierung muss Gästeliste zu Ackermann-Empfang offenlegen // Rechnung der Kanzlerküche darf eingesehen werden
NVwZ 2012, 1196
Außerdem trifft die Darlegungslast bezüglich des Vorliegens der Voraussetzungen eines Ausnahmetatbestandes diejenige (öffentliche) Stelle, die sich darauf beruft; dazu ist im Informationsrecht geklärt, dass der entsprechende Vortrag nicht allgemein gehalten und formelhaft sein darf, sondern unter Bezug auf den konkreten Fall substanzhaft sein muss (vgl. etwa zum IFG OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 20.3.2012 - OVG 12 B 27/11 - NVwZ 2012, 1196, 1197; HessVGH, Beschl. v. 2.3.2010 - 6 A 1684/08 - NVwZ 2010, 1036, 1039;… OVG NW, Urt. v. 26.10.2011 - 8 A 2593/10 - AfP 2012, 94, 98; im Rahmen eines in camera-Verfahrens zum IFG auch BVerwG, Beschl. v. 18.4.2012 - 20 F 7/11 - NVwZ 2012, 1488).
Auch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat den von ihm bejahten Beurteilungsspielraum der Bundesregierung bei der Prüfung, ob die Bekanntgabe von Informationen nachteilige Auswirkungen auf Belange der inneren oder äußeren Sicherheit im Sinne des § 3 Nr. 1 Buchst. c IFG haben kann, aus der Art des in Rede stehenden Rechtsguts abgeleitet: Die innere Sicherheit sei ein Schutzgut, das in besonderem Maße die Beurteilung praktischen Erfahrungswissens voraussetze, wie es nur bei der Exekutive gesammelt werden könne (OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - 12 B 27.11 - NVwZ 2012, 1196 Rn. 36).
a) Rechtsprechung und Lehre verstehen den Anspruch auf Informationszugang nach § 1 Abs. 1 IFG als grundsätzlich begrenzt auf die bei den informationspflichtigen Stellen vorhandenen Informationen (…vgl. BVerwGE 151, 1 , NVwZ 2015, S. 669 m. Anm. Gurlit; HessVGH…, Urteil vom 30. Juli 2015 - 6 A 1998/13 -, DVBl 2015, S. 1318; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27/11 -, NVwZ 2012, S. 1196 ;… Hong, NVwZ 2016, S. 953 ;… Schoch, IFG, 2. Aufl. 2016, § 1 Rn. 36 f.).
- vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - 12 B 27/11 -, juris Rn. 36 - Derartige oder vergleichbare Gründe liegen in Bezug auf § 3 Nr. 6 Alt. 1 IFG ebenso wenig vor wie in Bezug auf den Ausschlussgrund des § 3 Nr. 1e) IFG ("nachteilige Auswirkungen auf Angelegenheiten der externen Finanzkontrolle"), für den die Rechtsprechung ebenfalls keinen Beurteilungsspielraum angenommen hat.
Insoweit zu Recht hat das Verwaltungsgericht zum Landesinformationsfreiheitsgesetz ausgeführt, es enthalte keine Rechtsgrundlage, gegenüber anderen Behörden oder Privaten, die im Besitz von Informationen sind, ein Herausgabeverlangen durchzusetzen (unter Verweis auf BVerwG, Beschluss vom 27. Mai 2013 - 7 B 43/12 -, juris; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - 12 B 27.11 - ferner Beschluss des erkennenden Senats vom 4. Oktober 2013 - 10 A 10631/13 - zu § 33 GemO, alle juris).
Die Kammer kann offenlassen, ob der Antragsgegnerin insoweit ein gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbarer Einschätzungsspielraum zukommt, denn es fehlt bereits an einer jedenfalls erforderlichen plausiblen und nachvollziehbaren Prognose dazu, wie sich das Bekanntwerden der begehrten Informationen auf die Sicherheitsbelange der Bundeskanzlerin auswirken würde (zum Darlegungserfordernis im Informationsfreiheitsrecht vgl. VG Berlin…, Urteil vom 7. April 2011 - VG 2 K 39.10 - zit. nach juris, Rn. 33 f. und nachfolgend OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 - zit. nach juris, Rn. 35 ff.).
Bereits diese fehlende Erkennbarkeit steht hier einer einheitlichen Beurteilung des vorliegenden Auskunftsanspruchs mit möglichen weiteren Auskunftsansprüchen entgegen (vgl. zur Zulässigkeit einer einheitlichen Beurteilung für einen Ausschlussgrund nach § 3 IFG: BVerwG…, Urteil vom 29. Oktober 2009 - 7 C 22.08 - zit. nach juris, Rn. 24 sowie OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 a.a.O., Rn. 38).
Entscheidend ist, dass die Information in der Hand Anderer geeignet sein kann, entsprechend bekannt zu werden (BVerwG…, Urteil vom 29. Oktober 2009 - 7 C 22/08 -, juris Rn. 24; OVG NRW…, Urteil vom 19. März 2013 - 8 A 1172/11 - juris Rn. 80; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 - juris Rn. 38).
Privatisierung Leuna/Minol; Treuhandanstalt; Anspruch auf Informationszugang; …
Eine allgemeine Pflicht der auf Informationszugang in Anspruch genommenen Behörde, sich bei ihr nicht oder nicht mehr vorhandene amtliche Informationen zu beschaffen, sieht das Informationsfreiheitsgesetz nicht vor (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 27. Mai 2013 - 7 B 43.12 - juris Rn. 11; Urteil des Senats vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 - juris Rn. 40).
Für eine solche Konstellation hat der Senat zwar ausnahmsweise bei einer treuwidrigen Vereitelung des Zugangsanspruchs eine Wiederbeschaffungspflicht der Behörde anerkannt, soweit ihr dies rechtlich und tatsächlich möglich ist (Urteil vom 20. März 2012, a.a.O., Rn. 42;… vgl. zum IFG Bln Urteil vom 18. März 2010 - OVG 12 B 41.08 - juris Rn. 22 m.w.N.).
Vielmehr geht es um Daten, bei denen sich die Betroffenen in die Sphäre einer staatlichen Stelle - der Treuhandanstalt - begeben haben und bei denen sie nicht darauf vertrauen konnten, dass ihre Mitwirkung am Privatisierungsvorgang geheim gehalten wird (vgl. Urteil des Senats vom 20. März 2012, a.a.O., Rn. 26).
Betroffen ist insofern, da es sich um eine Namensnennung im Rahmen beruflicher Tätigkeit handelt, lediglich die am geringsten geschützte Sozialsphäre (vgl. hierzu BVerfG…, Beschluss vom 14. September 2010 - 1 BvR 1842/08 u.a. - juris Rn. 53 ff.; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 - juris Rn. 25 ff.).
Ebenso kann danach offen bleiben, ob der Anspruch wegen der von der Antragsgegnerin unwidersprochen vorgetragenen Tatsache, dass es über die jeweils geführten Hintergrundgespräche keine Aufzeichnungen gibt, und der Eigenart der Veranstaltungen als Information in mündlicher Form, die sich von der üblichen Form der Frontalunterrichtung im Rahmen einer allgemeinen Pressekonferenz abhebt und gerade darin ihre Berechtigung findet (…vgl. BVerwG a.a.O. juris Rn. 41; VG Bremen…, Urteil vom 27. Februar 1997 - 2 A 28/96 - juris Rn. 36;… Burkhardt a.a.O. § 4 Rz. 154), eine wahre - im Sinne nachweisbarer Richtigkeit - und vollständige - im Sinne aller Details erfassenden - Auskunft möglich wäre (vgl. zum IFG auch OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 - juris Rn. 39 ff.).
Etwaige sich aus dem dienstlichen Bewegungsprofil des Beigeladenen ergebende Erkenntnisse wären damit von vornherein nicht mehr in der Lage, die innere oder äußere Sicherheit zu beeinträchtigen ( vgl. hierzu Terminkalender der Bundeskanzlerin: OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 -, juris; vorhergehend: VG Berlin, Urteil vom 7. April 2011 - 2 K 39.10 -, juris ).
Bei der Frage, welches Gewicht der Offenbarung personenbezogener Daten zukommt, ist jedoch auf die konkreten Umstände des Einzelfalles abzustellen (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20. März 2012 - OVG 12 B 27.11 -, juris ).
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.08.2017 - 15 A 930/16
Informationsbeschaffungspflicht; Wiederbeschaffung von Informationen
VG Köln, 25.02.2016 - 13 K 3138/15
Zugang zu Informationen zur Korruptionsbekämpfung
VG Potsdam, 23.07.2015 - 9 L 1013/15