Source: http://m.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Familienzuschlag_eing_Lebenspartnerschaft_LAG-Hamm_18Sa997-06.html
Timestamp: 2018-01-17 14:24:13
Document Index: 105031913

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 17', '§ 18', '§ 17', '§ 17', '§ 3', '§ 17', '§ 4', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 7', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 7', '§ 15', '§ 17', '§ 17', '§ 242', '§ 72']

HENSCHE Arbeitsrecht: 18 Sa 997/06
Schlag­worte: Elternzeit, Urlaub
Akten­zeichen: 18 Sa 997/06
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Rheine
3 Ca 78/06
Ar­beits­ge­richt Rhei­ne 9 AZR 219/07
Ur­teil LAG auf­ge­ho­ben, Ur­teil ArbG ab­geändert 20.05.2008
Fou­zai
U1xxxx N2xxxxxxxx, B4xxx 81, 41xxx O1xxxxx,
Rechts­anwälte M1xxxx, S1xxxx und Kol­le­gen, O2xxxxxxx S2xxxx 61, 42xxx B1xxxxxx,
Fir­ma C1xxx B2xxxxxxxx GmbH & Co. KG, ver­tre­ten durch die C1xxx B2xxxxxxxx GmbH, die­se ver­tre­ten durch den Geschäftsführer D1. J1xxxx D2xxx, F1xxxxxxxx 43, 44xxx B3xxxx,
Rechts­anwälte D1. N1xxxxx & Part­ner, R1xxxxxxxxxxx 11x, 45xxx D3xxxxxx,
hat die 18. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 22.11.2006
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Knipp so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Sand­bo­the und Pe­ters
Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Rhei­ne vom 23.05.2006 – 3 Ca 78/06 – wird zurück­ge­wie­sen.
Die am 21.01.1966 ge­bo­re­ne Kläge­rin war in der Zeit vom 01.01.1988 bis zum 31.12.2005 als kaufmänni­sche An­ge­stell­te bei der Be­klag­ten tätig. Ih­re Brut­to­mo­nats­vergütung be­trug zu­letzt cir­ka 2.500,-- €. Grund­la­ge des Ar­beits­verhält­nis­ses war zu­letzt der Ar­beits­ver­trag vom 12.10.2000, in dem u.a. Fol­gen­des ver­ein­bart wur­de:
VI. Ur­laub
Ur­laubs­jahr ist das Ka­len­der­jahr. Der Ar­beit­neh­mer erhält ei­nen jähr­li­chen Ur­laub von 30 Ar­beits­ta­gen.
Die zeit­li­che La­ge des Ur­laubs ist recht­zei­tig vor An­tritt des Ur­laubs mit der Geschäfts­lei­tung ab­zu­stim­men und so zu wählen, dass die be­trieb­li­chen Be­lan­ge nicht be­ein­träch­tigt wer­den.
VIII. Ta­rif­verträge
So­weit sich aus die­sem Ver­trag nichts an­de­res er­gibt, fin­den die Haus­ta­rif­verträge der S4xxxxxxx-Grup­pe in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung An­wen­dung.
Nach dem Haus­ta­rif­ver­trag der S4xxxxxxx Grup­pe über die an­zu­wen­den­den Be­klei­dungs­flächen­ta­ri­fe vom 06.12.2002 gel­ten für kaufmänni­sche An­ge­stell­te u.a. der Man­tel­ta­rif­ver­trag für die kaufmänni­schen und tech­ni­schen An­ge­stell­ten und Meis­ter in der Be­klei­dungs­in­dus­trie West­fa­lens vom 27.04.1971, gültig ab 01.06.1971, in der Fas­sung vom 17.01.1997, aus­ge­nom­men die Zif­fer 3 des § 12.
Die­ser Man­tel­ta­rif­ver­trag enthält kei­ne spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen der Ur­laubs­ansprüche der Ar­beit­neh­mer.
Die Kläge­rin ist ver­hei­ra­tet und hat zwei Kin­der. Für das ers­te am 08.10.2001 ge­bo­re­ne Kind L1xx wur­de der Kläge­rin auf ih­ren An­trag hin El­tern­zeit für die Zeit bis zum 07.10.2004 gewährt. Für die am 19.08.2003 ge­bo­re­ne Toch­ter N3xx be­an­trag­te und er­hielt die Kläge­rin El­tern­zeit bis zum 18.08.2006 be­wil­ligt.
Mit Schrei­ben vom 15.07.2005 kündig­te die Be­klag­te das mit der Kläge­rin be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis zum 31.12.2005, nach­dem die Be­zirks­re­gie­rung M2xxxxx die Kündi­gung ge­neh­migt hat­te. Ge­gen die Kündi­gung wehr­te sich die Kläge­rin mit der Kündi­gungs­schutz­kla­ge ArbG Rhei­ne 1 Ca 1211/05. In die­sem Rechts­streit hat­te die Kläge­rin un­ter Zif­fer 3 der Kla­ge­schrift vom 26.07.2005 auch den nun­mehr mit der vor­lie­gen­den Kla­ge ver­folg­ten Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch gel­tend ge­macht. Der Kündi­gungs­rechts­streit ArbG Rhei­ne 1 Ca 1211/05 wur­de durch Ver­gleich vom 27.09.2005 be­en­det. Vor Ab­schluss des Ver­gleichs am 27.09.2005 nahm die Kläge­rin den nun­mehr mit dem Kla­ge­an­trag ver­folg­ten Ur­laubs­ab­gel­tungs­an­spruch zurück.
Die vor­lie­gen­de Kla­ge hat die Kläge­rin am 13.01.2006 er­ho­ben. Mit der Kla­ge ver­langt sie Ur­laubs­ab­gel­tung für 27,5 Ur­laubs­ta­ge.
Die Kläge­rin hat be­haup­tet, sie ha­be bei An­tritt der ers­ten El­tern­zeit noch über ei­nen Rest­ur­laubs­an­spruch von 27,5 Ta­gen aus dem Ur­laubs­jahr 2001 verfügt.
Sie hat die An­sicht ver­tre­ten, die­ser Rest­ur­laubs­an­spruch sei bis zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht un­ter­ge­gan­gen.
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 3.152,60 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.01.2006 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, falls ein Ur­laubs­an­spruch der Kläge­rin aus 2001 noch bei An­tritt der El­tern­zeit be­stan­den ha­be, sei die­ser spätes­tens mit dem 31.12.2004 er­lo­schen. Ei­ne ket­ten­ar­ti­ge, mehr­ma­li­ge In­an­spruch­nah­me von El­tern­zeit sei in § 17 des Bun­des­er­zie­hungs­ge­set­zes nicht vor­ge­se­hen. Im Übri­gen sei der An­spruch nach § 18 Zif­fer 1 und 2 des MTV für die kaufmänni­schen und tech­ni­schen An­ge­stell­ten und Meis­ter in der Be­klei­dungs­in­dus­trie West­fa­lens ver­fal­len. Wei­ter hat sich die Be­klag­te auf Ver­wir­kung be­ru­fen, da die Kläge­rin vor Ver­gleichs­ab­schluss im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren ArbG Rhei­ne 1 Ca 1211/05 die mit der vor­lie­gen­den Kla­ge ver­folg­ten Ansprüche zurück­ge­nom­men ha­be und so den Ver­trau­en­stat­be­stand ge­schaf­fen ha­be, dass die­se Ansprüche nicht mehr wei­ter­ver­folgt würden.
Durch Ur­teil vom 23.05.2006 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Den Wert des Streit­ge­gen­stan­des hat es auf 6.136,54 € fest­ge­setzt.
In den Ent­schei­dungs­gründen hat das Ar­beits­ge­richt aus­geführt, die Ur­laubs­ansprüche der Kläge­rin aus dem Ur­laubs­jahr 2001 sei­en nach § 17 Abs. 2 BErzGG über­tra­gen wor­den, aber am 31.12.2004 un­ter­ge­gan­gen. § 17 Abs. 2 BErzGG be­zie­he sich auf die ers­te El­tern­zeit. Dies ent­spre­che auch Sinn und Zweck der Re­ge­lung, da nur bei der ers­ten El­tern­zeit ein Zu­sam­men­hang mit dem vor­an­ge­gan­ge­nem Ur­laubs­jahr be­ste­he.
Ge­gen die­ses ihr am 06.06.2006 zu­ge­stell­te und we­gen der sons­ti­gen Ein­zel­hei­ten hier­mit in Be­zug ge­nom­me­ne Ur­teil hat die Kläge­rin am 14.06.2006 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 21.07.2006 be­gründet.
Die Kläge­rin greift das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil ins­ge­samt an. Sie stützt sich weit­ge­hend auf ih­ren erst­in­stanz­li­chen Vor­trag.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Rhei­ne vom 23.05.2006 – 3 Ca 78/06 – ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 3.152,60 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.01.2006 zu zah­len.
die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Rhei­ne vom 23.05.2006 – 3 Ca 78/06 – zurück­zu­wei­sen.
We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst de­ren An­la­gen Be­zug ge­nom­men. Die Ak­te des Rechts­streits zwi­schen den Par­tei­en ArbG Rhei­ne 1 Ca 1211/05 war zu In­for­ma­ti­ons­zwe­cken bei­ge­zo­gen.
A. Die zulässi­ge Be­ru­fung ist nicht be­gründet. Der Kläge­rin steht die be­gehr­te Ab­gel­tung für 27,5 Ur­laubs­ta­ge aus dem Ur­laubs­jahr 2001 nicht gemäß §§ 3 Abs. 1, 7 Abs. 4 BUrlG, § 17 Abs. 2 und 3 BErzGG in Ver­bin­dung mit dem Ar­beits­ver­trag zu.
I. Die Kläge­rin hat für das Ur­laubs­jahr 2001 nach § 4 BUrlG in Ver­bin­dung mit Zif­fer VI des Ar­beits­ver­tra­ges den vol­len Jah­res­ur­laubs­an­spruch von 30 Ar­beits­ta­gen er­wor­ben.
Die­ser An­spruch ist durch Gewährung in Höhe von 2,5 Ur­laubs­ta­gen er­lo­schen.
Dem Vor­trag der für die Erfüllung dar­le­gungs- und be­weis­pflich­ti­gen Be­klag­ten ist nicht zu ent­neh­men, dass der Kläge­rin im Ur­laubs­jahr 2001 wei­te­re Ur­laubs­ta­ge gewährt wor­den sind.
II. Der Rest­ur­laubs­an­spruch für das Ur­laubs­jahr 2001 in Höhe von 27,5 Ta­gen ist nicht gemäß § 7 Abs. 3 Satz 1 bzw. Satz 2 BUrlG mit dem 31.12.2001 bzw. 31.03.2002 er­lo­schen. Nach § 17 Abs. 2 BErzGG hat der Ar­beit­ge­ber den noch nicht gewähr­ten Ur­laub nach der El­tern­zeit in dem lau­fen­den oder im fol­gen­den Ur­laubs­jahr zu gewähren. Die Vor­schrift des § 17 Abs. 2 BErzGG stellt si­cher, dass die In­an­spruch­nah­me von El­tern­zeit nicht zum Ver­fall des Er­ho­lungs­ur­laubs führt. Sie geht als ge­setz­li­che Son­der­re­ge­lung der Ver­fall­vor­schrift des § 7 Abs. 3 BUrlG und den ent­spre­chen­den ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen vor.
Der we­gen der El­tern­zeit für das Kind L1xx 2001 nicht in An­spruch ge­nom­me­ne Ur­laub ist so nach der Be­en­di­gung der El­tern­zeit durch den Be­ginn der El­tern­zeit für das Kind N3xx auf das lau­fen­de Jahr 2003 und auf das fol­gen­de Jahr 2004 über­tra­gen wor­den.
III. Zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses am 31.12.2005 stand der Kläge­rin ein Ab­gel­tungs­an­spruch gemäß § 7 Abs. 4 BUrlG nicht zu.
1. Der Ab­gel­tungs­an­spruch setzt vor­aus, dass zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses noch ein Ur­laubs­an­spruch des Ar­beit­neh­mers be­steht.
Die­se Vor­aus­set­zung liegt nicht vor. Der nach § 17 Abs. 2 BErzGG über­tra­ge­ne Rest­ur­laubs­an­spruch der Kläge­rin aus dem Ur­laubs­jahr 2001 ist mit Ab­lauf des 31.12.2004 er­satz­los un­ter­ge­gan­gen.
2. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin und der Ent­schei­dung der 11. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 20.02.2001 - 11 Sa 1061/00 – (NZA-RR 2002, 460) ver­hin­dert ei­ne im Über­tra­gungs­zeit­raum in An­spruch ge­nom­me­ne wei­te­re El­tern­zeit nicht den Ver­fall des Er­ho­lungs­ur­laubs (vgl. z.B. BAG, Ur­teil vom 21.10.1997 – 9 AZR 267/96 – NZA 1998, 648; BAG, Ur­teil vom 23.04.1996 – 9 AZR 165/95 – NZA 1997, 44; LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 21.10.2004 – 4 Sa 346/04 – EzA-SD 2005 Nr. 1, 4; ErfK/Dörner, 7. Aufl., § 17 BErzGG Rz. 14; Buch­ner/Be­cker, 7. Aufl., § 17 BErzGG Rz 24; Mei­sel/Sow­ka, 5. Aufl., § 17 BErzGG Rz. 25; Kütt­ner/Rei­ne­cke, Per­so­nal­buch 2006, El­tern­zeit Rz. 32; Göhle-San­der, HwB AR, Er­zie­hungs­geld/El­tern­zeit, Rz. 152).
a) Schon der Ge­set­zes­wort­laut in § 17 Abs. 2 BErzGG be­zieht sich in al­len Absätzen auf ei­ne El­tern­zeit.
Das Ge­setz spricht in § 17 Abs. 2 BErzGG vom „Be­ginn der El­tern­zeit" und „nach der El­tern­zeit". Ei­ne Verlänge­rung der Ver­fall­frist des Ur­laubs für den Fall, dass un­un­ter­bro­chen wei­te­re El­tern­zei­ten fol­gen, ist ge­setz­lich nicht vor­ge­se­hen.
b) Der so ver­stan­de­ne Ge­set­zes­wort­laut ent­spricht auch dem Sinn und Zweck der Vor­schrift.
aa) § 17 Abs. 2 BErzGG will die Ar­beit­neh­me­rin durch die Verlänge­rung des Über­tra­gungs­zeit­raums begüns­ti­gen, die ih­ren noch nicht vollständig ge­nom­me­nen Ur­laub we­gen In­an­spruch­nah­me der El­tern­zeit nicht mehr an­tre­ten kann. Dies ge­schieht da­durch, dass der an­sons­ten gel­ten­de drei­mo­na­ti­ge Über­tra­gungs­zeit­raum des § 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG bis zum Ab­lauf des nächs­ten, auf die Be­en­di­gung der El­tern­zeit fol­gen­den Jah­res aus­ge­dehnt wird.
bb) Bei der Verlänge­rung der Ver­fall­frist für den Fall, dass ei­ne zwei­te El­tern­zeit in An­spruch ge­nom­men wird, ist ein Be­zug zum Rest­ur­laub, der bei In­an­spruch­nah­me der ers­ten El­tern­zeit be­stan­den hat, nicht mehr ge­ge­ben.
El­tern­zeit kann nach den Vor­schrif­ten der §§ 15, 16 BErzGG für die Be­treu­ung ei­nes Kin­des für ei­nen be­stimm­ten Ma­xi­mal­zeit­raum gewährt wer­den. Die Kläge­rin konn­te den Er­ho­lungs­ur­laub im Jahr 2001 we­gen der In­an­spruch­nah­me der El­tern­zeit für die Be­treu­ung des ers­ten Kin­des L1xx nicht in An­spruch neh­men. Die­se auf das ers­te Kind be­zo­ge­ne El­tern­zeit war kau­sal dafür, dass die Kläge­rin im Jahr 2001 nicht mehr ih­ren Rest­ur­laub neh­men konn­te. Die In­an­spruch­nah­me der er­neu­ten El­tern­zeit für das zwei­te Kind N3xx war nicht kau­sal dafür, dass die Kläge­rin ih­ren Er­ho­lungs­ur­laub im lau­fen­den Jahr 2001 nicht neh­men konn­te. Der Be­zug zum Ur­laubs­jahr 2001 ist nur her­zu­stel­len durch die El­tern­zeit, die die Kläge­rin für die Ge­burt ih­res ers­ten Kin­des in An­spruch ge­nom­men hat. Nach dem Ge­set­zes­wort­laut ist die Verlänge­rung des Zeit­raum für den Ver­fall des Ur­laubs im Ge­setz vor­ge­se­hen. So weist auch das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG, Ur­teil vom 21.10.1997, a.a.O.) zu­tref­fend dar­auf hin, dass an­de­ren­falls ei­ne ket­ten­ar­ti­ge, mehr­ma­li­ge In­an­spruch­nah­me von El­tern­zeit die Über­tra­gung so aus­wei­ten könn­te, dass der Be­zug zum Ur­laubs­jahr völlig ver­lo­ren geht.
3. Die Kläge­rin kann sich auch nicht auf § 17 Abs. 3 BErzGG stützen mit dem Ar­gu­ment, es ge­he hier nicht um In­an­spruch­nah­me von Er­ho­lungs­ur­laub, son­dern um des­sen Ab­gel­tung. Die Kläge­rin ver­kennt hier, dass nach § 17 Abs. 3 BErzGG nur der Ur­laub ab­ge­gol­ten wer­den kann, der nicht be­reits vor­her ver­fal­len ist. Aus der Tat­sa­che, dass die mehr­fa­che In­an­spruch­nah­me von El­tern­zeit ge­setz­lich zulässig ist, kann nicht auch dar­auf ge­schlos­sen wer­den, dass die mehr­fa­che Über­tra­gung von Ur­laubs­ansprüchen aus der Zeit vor der ers­ten In­an­spruch­nah­me der El­tern­zeit möglich ist.
IV. So kann es da­hin­ge­stellt blei­ben, ob der Ur­laubs­an­spruch nach den ta­rif­li­chen Vor­schrif­ten ver­fal­len oder nach § 242 BGB ver­wirkt ist.
B. Nach al­le­dem hat das Rechts­mit­tel kei­nen Er­folg.
Die Re­vi­si­on war gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG zu­zu­las­sen.
Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Kläge­rin Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den.
Sand­bo­the
Pe­ters
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