Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/146790,10.html
Timestamp: 2019-08-25 16:59:41
Document Index: 383949347

Matched Legal Cases: ['§ 423', '§ 420', '§ 426', '§ 426', '§ 426', '§ 254']

Verschulden bei Glatteis?
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Verfasst am: 17 Aug 2007 - 09:08:56 Titel:
Wieso §§ 423 ff. ???
Verfasst am: 17 Aug 2007 - 10:58:21 Titel:
Entschuldige ich meinte § 420 ff. BGB, insbesondere § 426 BGB
Im Grunde hast Du 3 Möglichkeiten das Problem zu lösen:
1. Franz zahlt den Schaden iHv 2000 €
2. Stefan (oder seine Versicherung) zahlt die 2000 € nach
3. Bezüglich des Schadens iHv. 2000 € sind Stefan und Franz Gesamtschuldner, so dass sich Max an jeden der beiden iHd ganzen Summe (2000 €) wenden kann und derjenige der an Stefan zahlt von dem anderen die Hälfte nach § 426 BGB zurückverlangen kann.
Für 2. spricht die Argumentation des F im SV, der meint, dass der zweite Schaden den ersten vollständig enthält.
Für 1. spricht, dass es Realitätsfern wäre davon auszugehen dass bei einer Schadenszunahme um "nur" 150 % der Erstschaden kein Einfluss auf den Zweitschaden genommen haben soll. Im Grunde wird bereits durch den ersten Unfall die Integrität der Karosserie verletzt, so dass bei jedem weiteren Unfall an der gleichen Stellen ein größerer Schaden entsteht, als wenn zuvor kein Unfall geschehen wäre. D.h. ohne den ersten Unfall hätte der zweite Unfall vielleicht nur zu einem Schaden von 4500 € oder weniger geführt.
Daher könnte man argumentieren, dass der erste Schaden auch vornehmlich reguliert werden muss.
Für 3. spricht, dass selbst wenn man der Argumentation zu 1. folgt, nicht festtellbar ist, in wie fern der erste Schaden tatsächlich auf den 2. Schaden Einfluss genommen hat. Um diese Ungewissheit auszugleichen bietet sich die Figur des Gesamtschuldners an, durch welche der Schaden druch Unfall Nr.1 auf F und S zu gleichen Teilen aufgeteilt wird.
Eine zusätzliche Regulierung für den Innenausgleich nach § 426 BGB, wenn z.B. durch ein Gutachten festgestellt werden würde, dass der Zweitschaden ohne den ersten z.B. 4200 € betragen hätte, könnte durch § 254 BGB erreicht werden. Das wäre angesichts des SV aber bereits Spekulation
Verfasst am: 17 Aug 2007 - 18:37:42 Titel:
Zu 1: Im SV wird ja von "gesamter Rückseite" und "in noch größerem Maße" gesprochen - da drängt sich der Vergleich und somit eine Identität der Schäden einfach zu sehr auf. Außerdem weiß man ja nicht, was genau beschädigt wurde. Eine beschädigte Stoßstange ist beispielsweise ganz ohne negative Auswirkungen für tragende Teile des Chassis zu ersetzen. Und wenn man nochmals in eine bereits beschädigte Stoßstange reinfährt, vergrößert sich dadurch ja nicht unbedingt der Schaden, denn sie hätte eh getauscht werden müssen.
Die 2. Möglichkeit halte ich auch für abwegig - sie würde ganz klar gegen die bereits erwähnte Rechtsfortsetzungstheorie (hypothetische Ereignisse) verstoßen. Das wäre meiner Meinung nach zu plump für eine Hausarbeit.
Lösung 3 wäre mit Sicherheit die eleganteste, nur geht sie m.E. weniger gut mit der Fallfrage ("oder") einher... Zumindest wären hier die Interessen und Argumente beider Parteien zum gleichen Teil gewahrt.