Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%2083,%20729
Timestamp: 2019-06-25 01:01:52
Document Index: 314647730

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.05.1983 - VI ZR 270/81 - dejure.org
BGH, 10.05.1983 - VI ZR 270/81
https://dejure.org/1983,238
BGH, 10.05.1983 - VI ZR 270/81 (https://dejure.org/1983,238)
BGH, Entscheidung vom 10.05.1983 - VI ZR 270/81 (https://dejure.org/1983,238)
BGH, Entscheidung vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81 (https://dejure.org/1983,238)
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Schadenersatz bei Erblindung aufgrund Sauerstoffüberdosierung eines Frühgeborenen - Pflicht der Ärzte die Sauerstoffdosierung zu kontrollieren - Positive Feststellung der Ursächlichkeit des Behandlungsfehlers für die Erblindung - Ausreichen eines leichten Verschuldens des Arztes - Aufklärungspflicht über das Risiko der Entstehung einer Netzhautablösung - Unterlassen der Abnahme von arteriellem Blut - Voraussetzungen für das Vorliegen eines schweren Behandlungsfehlers
Zur Frage der Annahme eines schweren Behandlungsfehlers im Arzthaftungsprozeß
BGHZ 71, 132
NJW 1983, 2080
MDR 1983, 1012
VersR 1983, 729
Der Fehler der Beklagten hat in Bezug auf die durch ihn in das Geschehen hineingetragene Aufklärungserschwernis nicht den Stellenwert eines groben Behandlungsfehlers, d.h. eines Fehlers, der au objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint (Senatsurteil vom 10. Mai 1983 VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730).
Käme der Sachverständige dann zu dem für den Verfügungskläger günstigen Ergebnis, dass ein Behandlungsfehler nicht vorliegt, d. h. seine konkrete ärztliche Behandlung dem anerkannten und gesicherten Standard der ärztlichen Wissenschaft entsprach, er also also nach den Erkenntnissen der ärztlichen Wissenschaft unter den jeweiligen Umständen die objektiv erforderliche Sorgfalt nicht außer Acht ließ ( BGH, NJW 1983, S. 2080;… OLG Hamm, NJW 2000, S. 1801;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 6. Auflage 2009, B.l. Rz. 2), wäre damit auch geklärt, dass der Verfügungskläger anlässlich der, der Bewertung zugrunde liegenden Behandlung nicht sein wirtschaftliches Interesse in den Vordergrund gestellt hat.
Die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass das der Beklagten vom Kläger angelastete Versäumnis, das Medikament "VIOXX" nicht schon im Jahr 2002 vom Markt genommen zu haben, nicht den Stellenwert eines groben Behandlungsfehlers habe, d.h. eines Fehlers, der aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint (…vgl. Senatsurteile vom 12. November 1991 - VI ZR 7/91, aaO und vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81, VersR 1983, 729, 730), steht im Einklang mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats (…vgl. Senatsurteil vom 16. März 2010 - VI ZR 64/09, aaO) und lässt keinen Rechtsfehler erkennen.
Die Beurteilung der Frage, ob ein solcher Fehler vorliegt, richtet sich nach den tatsächlichen Umständen des Einzelfalls und ist deshalb weitgehend dem Tatrichter vorbehalten (vgl. Senatsurteil vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730).
Die Würdigung muß jedoch erkennen lassen, daß der Tatrichter hierbei die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung aufgezeigten Maßstäbe zugrundegelegt, insbesondere geprüft hat, ob ein Fehlverhalten des Arztes vorliegt, das aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint, weil ein solcher Fehler dem Arzt aus dieser Sicht "schlechterdings nicht unterlaufen darf" (Senatsurteil vom 10. Mai 1983 aaO).
BGH, 04.10.1994 - VI ZR 205/93
Haftung des Arztes wegen Nichterhebung von Befunden; Begriff des groben …
Den Angaben kann nämlich nicht klar entnommen werden, daß der Beklagte, wie für einen groben Behandlungsfehler erforderlich, eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (zum Begriff des groben Behandlungsfehlers s. Senatsurteile vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730 = AHRS 6551/7; vom 3. Dezember 1985 - VI ZR 106/84 - VersR 1986, 366, 367 = AHRS 6551/10 und vom 26. November 1991 - VI ZR 389/90 - VersR 1992, 238, 239 = AHRS 6551/21).
Das der Beklagten vom Kläger angelastete Versäumnis, das Medikament "VIOXX" nicht aufgrund im Jahr 2000 vorliegender Studienergebnisse vom Markt genommen zu haben, hat nicht den Stellenwert eines groben Behandlungsfehlers, d. h. eines Fehlers, der aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich und verantwortbar erscheint (vgl. Senatsurteile BGHZ 116, 60, 76 f. und vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730).
BGH, 28.06.1988 - VI ZR 217/87
grünes Fruchtwasser - § 823 Abs. 1 BGB, Arzthaftung, Beweislast für …
Senatsurteil, VersR 83, 729 [730 f.]) oder wenn die Bekl. bei der Behandlung gegen ihre Pflicht verstoßen haben, medizinisch zweifelsfrei gebotene Befunde zu erheben und zu sichern, um den nur so zu erlangenden Aufschluß über den Geburtsverlauf zu gewinnen und daraus die erforderlichen Konsequenzen für die weitere Behandlung zu ziehen (BGHZ 99, 391 [hier: I (125) 311 c-d]).
Wenn Ausführungen in einigen Senatsurteilen (z.B. den Urteilen vom 21.12.1955 - VI ZR 127/55 - VersR 1956, 499 f = AHRS 6551/1 und vom 10.5.1983 - VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730 f = AHRS 6551/7) anders zu verstehen sein sollten, wird daran nicht festgehalten.
Ob ein ärztlicher Behandlungsfehler als grob einzustufen ist, richtet sich nach den gesamten Umständen des Einzelfalles, deren Würdigung weitgehend im tatrichterlichen Bereich liegt (vgl. u.a. Senatsurteile vom 10. Mai 1983 - VI ZR 270/81 - VersR 1983, 729, 730 f.; vom 4. Oktober 1994 - VI ZR 205/93 - VersR 1995, 46 f. und vom 19. November 1996 - VI ZR 350/95 - VersR 1997, 315, 316).
Unterlassene Wiedereinbestellung eines Patienten trotz Gebotenheit kann …
Als grober Behandlungsfehler ist dabei ein ärztliches Fehlverhalten anzusehen, das nicht etwa aus subjektiven, in der Person des handelnden Arztes liegenden Gründen, sondern aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil ein solcher Fehler dem behandelnden Arzt aus dieser Sicht "schlechterdings" nicht unterlaufen darf (BGH, NJW 1983, 2080; NJW 1992, 754 f.; NJW 1995, 778; NJW 1996, 2428 NJW 2012, 227 f., Tz. 8, juris NJW 2018, 309 ff., Tz. 13, juris).
Dies ist typischerweise dann der Fall, wenn auf eindeutige Befunde nicht nach gefestigten Regeln der ärztlichen Kunst reagiert wird oder sonst eindeutig gebotene Maßnahmen zur Bekämpfung möglicher, bekannter Risiken unterlassen werden und besondere Umstände fehlen, die den Vorwurf des Behandlungsfehlers mildern können (vgl. BGH, NJW 1983, 2080 f.).
OLG Köln, 30.05.1990 - 27 U 169/89
Unerlaubte Handlung; Unterlassen; Unterlassen der Verabreichung von Medikamenten; …
OLG Hamm, 06.05.2002 - 3 U 31/01
OLG Hamm, 27.01.1999 - 3 U 26/98
Ärztliche Sorgfaltspflicht bei Sterilisation; Verzicht auf Adrenalininjektion im …
OLG Köln, 30.01.2002 - 5 U 106/01
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, Urologie, …
OLG Frankfurt, 28.01.2011 - 1 W 37/10
Amtshaftung: Überprüfungsmaßstab für PKH-Beschluss; Maßstab grober Fehler im …
LG Braunschweig, 03.03.2004 - 4 O 2339/02
OLG Celle, 28.05.2001 - 1 U 22/00
Arzthaftung: Schadensersatz und Schmerzensgeld bei Extremitätenverlust aufgrund …
OLG Dresden, 02.05.2018 - 4 U 510/18
Darlegungs- und Beweislast bei Behauptung eines Hygienemangels in einem …
OLG Stuttgart, 04.02.1993 - 14 U 51/92
Unselbständige Anschlußberufung; Schmerzensgeld; Klageerweiterung; Klageänderung; …
OLG Hamm, 09.05.2001 - 3 U 250/99
Thromboseprophylaxe bei einer Rechtsherzkatheteruntersuchung
OLG Köln, 28.09.1995 - 5 U 174/94
Schriftliche Belehrung über notwendige Kontrolluntersuchung
OLG Zweibrücken, 10.03.2009 - 5 U 19/07
Arzthaftung: Anspruch auf Schmerzensgeld und Ersatzpflicht für Zukunftsschäden …
OLG Celle, 30.08.2000 - 9 U 19/00
Arzt- und Krankenhaushaftung: Voraussetzungen eines groben Behandlungsfehlers bei …
OLG Oldenburg, 12.04.1994 - 5 U 109/93
Muskelfaserriß, Thrombose, Aufklärung, therapeutische, Dokumentation, …
OLG Hamm, 06.05.2002 - 3 U 21/01
Schadenersatzanspruch wegen fehlerhafter Behandlung; Hypoxischer Hirnschaden …
BGH, 29.03.1990 - III ZR 325/89
Verpflichtung zur Gesundheitsfürsorge eines Strafgefangenen - …
OLG Schleswig, 24.02.1993 - 4 U 16/91
Arzthaftung wegen verspätet eingeleiteter Geburt durch Kaiserschnitt
LG Bonn, 12.11.2014 - 9 O 8/13
Voraussetzungen für einen Anspruch auf Schadensersatz wegen der Überlassung bzw. …
BGH, 18.10.1994 - VI ZR 302/93
Schmerzensgeldanspruch und Ersatzpflicht für Zukunftsschäden - Vorliegen eines …
OLG Köln, 16.05.2001 - 5 U 197/99
OLG Hamburg, 12.09.1997 - 1 U 108/96
Geltendmachung eines Anspruchs auf Zahlung eines Schmerzensgeldes wegen …
OLG Oldenburg, 15.05.1990 - 5 U 114/89
Behandlungsregeln, Behandlungsmethode, Schwangerschaft, Belegkrankenhaus, …
OLG Karlsruhe, 17.08.1988 - 7 U 36/86
Grober Behandlungsfehler bei periartikulärer Injektion
OLG Düsseldorf, 19.05.1988 - 8 U 53/86
Begriff des groben Behandlungsfehlers; Darlegungs- und Beweislast im …
OLG Celle, 09.04.2001 - 1 U 33/00
Beweislastverteilung bei Feststellung eines schweren Behandlungsfehlers; …
LG Hannover, 30.01.2003 - 19 O 3202/99