Source: https://de.scribd.com/book/266653739/Das-Wohl-des-Kindes-Neiiiin-nicht-zu-Mama-Band-4
Timestamp: 2019-08-21 17:16:20
Document Index: 11851261

Matched Legal Cases: ['§1627', '§1628', '§1631', '§1666', '§1671', '§1685', '§1686', '§1687']

Das Wohl des Kindes von Martin Orack - Online lesen
72 Seiten1 Stunde
Herausgeber: Books on DemandFreigabe: May 26, 2015ISBN: 9783739271453Formatierung: book
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Das Wohl des Kindes - Martin Orack
Die juristische Theorie und ihre Umsetzung
BGB §1627 Ausübung der elterlichen Sorge
BGB §1628 Gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern
BGB §1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge
BGB §1666 Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls
BGB §1671 Getrenntleben bei gemeinsamer elterlicher Sorge
BGB §1685 Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen
BGB §1686 Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes
BGB §1687 Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben
Das Wohl des Kindes spielt überhaupt keine Rolle
Verhalten Mutter, Vater, Kind
Gesetze und Grundsatzurteile scheinen niemanden wirklich zu interessieren. Man hat den Eindruck, dass weder Jugendamt noch Anwälte noch Familienrichter die Gesetze zu Trennung und Scheidung, insbesondere die entsprechenden §§ des BGB kennen oder zur Kenntnis nehmen oder gar anwenden.
Sie haben bisher auch noch nicht in ihrer täglichen Arbeit berücksichtigt, dass das Antidiskriminierungsgesetz die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau verbietet und dass deshalb gerade im geschilderten Fall die Kind-Vater-Beziehung zum Wohle des Kindes von besonderer Bedeutung ist.
Im folgenden werden ausschließlich die §§ des BGB zitiert, die Rechte und Pflichten aller Beteiligten zur Zeit der Trennung vor einer Scheidung behandeln. Die Scheidung, ihr Vollzug und ihre Auswirkungen sind nicht Thema dieser Darstellung.
Hier nun zunächst jeweils in direktem Bezug zu dem entsprechenden Paragrafen des BGB einige Kommentare zu diesen gesetzlichen Regelungen auf Grund eigenen Erlebens.
Zunächst einmal klingt der Text gut. Eltern haben das Recht über ihre Kinder ohne Einfluss von außen allein, aber einvernehmlich zu entscheiden.
Die Eltern haben die Pflicht, sich zu einigen und das Wohl des Kindes als ausschließliches Kriterium anzuwenden.
Aber leider ist das Wohl des Kindes dabei zunächst ein weiter Begriff, es gibt keine Anhaltspunkte, wann Außenstehende eingreifen dürfen, oder wie die Rechte und Pflichten durchgesetzt werden können.
Bei einer für das Kind unerheblichen Bedeutung einer Handlung ist die Pflicht zum Einvernehmen nicht gegeben. Es bleibt aber offen, was unerheblich ist. Vielleicht alles, was nicht durch andere §§ oder Gesetze geregelt wird?
Da aber nur Extreme gesetzlich geregelt werden, ist dann der Rahmen des Kindeswohls sehr eng gefasst, es gibt einen weiten ungeregelten Bereich, in dem die Eltern oder Elternteile einzeln frei über die Art der Betreuung und Erziehung des Kindes entscheiden können, ohne dass jemand eingreifen darf.
Ein sehr unterschiedliches Verhalten von Mutter und Vater gegenüber dem Kind kann für das Kind aber sehr belastend sein, eine Milderung oder Ergänzung der Erziehungsmaßnahmen durch gleichzeitige Anwesenheit beider Elternteile wie in einer Familie besteht ja bei wechselndem Aufenthalt und wechselnder Betreuung nicht mehr.
Ein Wechselbad ist eben kein wohltemperierte Bad mehr, das gilt auch für die Seele des Kindes.
Dieser Paragraf ist in der Wirklichkeit ohne Bedeutung, denn Jugendämter, Familiengerichte und Psychologen werten das Schlagen und Misshandeln eines Kindes durch einen Elternteil nicht. Sie sehen (gesellschaftlich nach wie vor überwiegend akzeptierte) Schläge und psychische Misshandlungen nicht als unzulässigen Schaden des Kindeswohls an, also zu Gunsten der Sorgerechtsübertragung auf den anderen Elternteil, jedenfalls mindestens dann nicht, wenn der