Source: https://www.kanzlei-hoenig.de/2019/pseudologie-ein-hinweis-des-staatsanwalts/
Timestamp: 2020-06-05 01:59:16
Document Index: 123063128

Matched Legal Cases: ['§ 1896', '§ 63', '§ 246', '§ 1896', '§ 20', '§ 63']

Pseudologie – ein Hinweis des Staatsanwalts | Psychiatrie | Kanzlei Hoenig Info | Strafverteidiger in Kreuzberg – Kanzlei Hoenig Berlin | Fachanwälte für Strafrecht
Dieser Beitrag wurde unter Psychiatrie, Staatsanwaltschaft, Verteidigung, Wirtschaftsstrafrecht veröffentlicht.
4 Antworten auf Pseudologie – ein Hinweis des Staatsanwalts
15. Mai 2019 um 08:37 Uhr
Scheint ja ein Staatsanwalt mit Augenmaß zu sein. Schön, auch sowas mal lesen zu dürfen :-).
Sieg, Hanne says:
Gemäß § 1896 Abs. 1 a BGB kann der Mandant die psychiatrische Begutachtung ablehnen, um z. B. wegen Betruges nicht den Rest seines Lebens in der Geschlossenen psychiatrischen Abteilung weggesperrt zu werden zwischen Vergewaltigern o. ä. etc.. Denn wer einem Geistesgestörten glaubt, Geld anvertraut, ist leider selbst Schuld. Als Betrüger geht der Mandant nur vergleichsweise kurz ins Gefängnis, meldet Privatinsolvenz an usw. usf.
Ganz so einfach ist es nicht, jemanden wegen eines Vermögensdelikts („Anlasstat“) nach § 63 StGB einzuweisen. Die „Gefahr“ im vorliegenden Fall ist auch sehr gering.
Zum anderen hat ein Strafrichter (z.B. im Rahmen des § 246a StPO) auch die Möglichkeit, jemanden einzuweisen, ohne dass er sich hat explorieren lassen.
Im Übrigen ist § 1896 Abs. 1a BGB zwar auch eine sehr schön formulierte Rechtsnorm, die aber im Strafprozess eher weniger angewendet wird. Und Privatinsolvenz ist kein Mittel gegen Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung (zB. Betrug). ;-)
Grundsätzlich teile ich aber Ihre (von mir unterstellten) Bedenken. Eine Verteidigung in Richtung §§ 20, 21 StGB darf niemals die §§ 63, 64 StGB aus dem Blick verlieren. crh
Wer wäre für solch ein Gutachten besser geeignet als Dr. Dr. Bartholdy … alias Gerd Postel?
Pseudo-Sachverständiger says:
18. Mai 2019 um 06:43 Uhr
Ich würde mich da als Sachverständiger anbieten – nur ein Pseudo-Sachverständiger kann schließlich eine Pseudologie feststellen