Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%202002,%2047
Timestamp: 2019-03-18 22:52:38
Document Index: 109124379

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 329', '§ 329', '§ 329', '§ 112', '§ 45', '§ 45', '§ 45', 'BGH', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 45', '§ 44', '§ 45']

Rechtsprechung: NZV 2002, 47 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 28.03.2001
KG, 03.09.2001 - 3 Ws 431/01, 1 AR 967/01
NZV 2002, 47
Der Angeklagte hat entgegen § 45 Abs. 2 StPO weder einen Sachverhalt vorgetragen, der ein der Wiedereinsetzung entgegen stehendes Verschulden an der Versäumung der Frist ausschließt (vgl. etwa KG NZV 2002, 47, 48; OLG Frankfurt NStZ-RR 2003, 204), noch den zur Begründung der Wiedereinsetzung angeführten Vortrag glaubhaft gemacht.
Der Wiedereinsetzungsantrag kann aber nur auf neue, im Verwerfungsurteil noch nicht gewürdigte Tatsachen gestützt werden (vgl. OLG Düsseldorf NJW 1985, 2207 u. NJW 1962, 2022; OLG Hamm JMBlNRW 1978, 32; KG GA 1974, 116 u. VRS 101, 377 [378] = NZV 2002, 47 [48]; OLG Koblenz VRS 64, 211; OLG Jena VRS 105, 299 [300]; st. Senatsrechtsprechung: SenE v. 23.12.1985 - Ss 553/85 = OLGSt § 329 StPO Nr. 7; SenE v. 09.02.1988 - Ss 40/88 = OLGSt § 329 StPO Nr. 11 = StV 1989, 53 = VRS 75, 113; SenE v. 25.06.1999 - Ss 255/99 - 1 Ws 15/99 = VRS 97, 362 [363]; SenE v. 01.10.1999 - Ss 449/99 - SenE v. 18.04.2000 - Ss 165/00 - SenE v. 03.04.2001 - Ss 92/01 - SenE v. 16.10.2001 - Ss 416/01 -).
Er kann andererseits nicht auf Tatsachen gestützt werden, die das Berufungsgericht - wenn auch möglicherweise rechtsfehlerhaft - im Verwerfungsurteil als nicht genügende Entschuldigung gewürdigt hat (OLG Düsseldorf VRS 97, 139; KG VRS 101, 377 [378] = NZV 2002, 47 [48]; SenE v. 01.10.1999 - Ss 449/99 - 1 Ws 24/99 -).
Der Wiedereinsetzungsantrag kann nicht auf Tatsachen gestützt werden, die das Berufungsgericht - wenn auch möglicherweise rechtsfehlerhaft - schon im Verwerfungsurteil behandelt und in diesem als nicht genügend gewürdigt hat (OLG Düsseldorf, VRS 97, 139; KG VRS 101, 377, 378; ständige Rechtsprechung auch des Senats, vgl. SenE v. 25.06.1999 - Ss 255/99 - 1 Ws 15/99 = VRS 97, 362;… Meyer-Goßner a.a.O. § 329 Rn. 42 mit weiteren Nachweisen).
Denn der Gefangene hat innerhalb der zweiwöchigen Frist (§ 112 III 1 StVollzG) zur Stellung des Wiedereinsetzungsantrags keinen Sachverhalt vorgetragen, der jedes eigene oder ihm zuzurechnende Verschulden an der Fristversäumung ausschließt (vgl. zu diesem Erfordernis Senat, Beschl. v. 28.08.2007 - 3 Ws 825/07 und v. 10.04.2007 - 3 Ws 352/07 - st. Rspr.; KG, NZV 2002, 47; OLG Düsseldorf, NStZ-RR 1996, 4, 169; OLG Karlsruhe, NStZ-RR 1997 157;… Meyer-Goßner, StPO, 50. Aufl., § 45 Rn 5 - jew. mwN).
Der Antragsteller hat einen Sachverhalt darlegt, der jedenfalls ein der Wiedereinsetzung entgegenstehendes eigenes Verschulden an der Säumnis ausschließt (vgl. OLG Düsseldorf NStZ-RR 1996, 169; OLG Karlsruhe NStZ-RR 1997, 157; KG JurBüro 2015, 43; NZV 2002, 47, 48; 2002, 51;… Meyer-Goßner/Schmitt, StPO 57. Aufl., § 45 Rdn. 5, 6), und die Tatsachen zur Antragsbegründung glaubhaft gemacht (§ 45 Abs. 2 Satz 1 StPO).
Dabei hat er die Gründe für seine angeblich unverschuldete Fristversäumung unter umfassender und genauer Darlegung der Tatsachen, die für die Frage bedeutsam sind, wie und durch welche Umstände es zu der Säumnis gekommen ist, innerhalb der einwöchigen Frist darzulegen (vgl. KG NZV 2002, 47, 51).
Zu den Zulässigkeitsvoraussetzungen eines Wiedereinsetzungsantrages gehört die Angabe des Zeitpunktes des Wegfalles des Hindernisses (vgl. BGH NStZ 1991, 295;… Meyer-Goßner, StPO 49. Aufl., § 45 Rdn. 5 mit weit. Nachw.), die Stellung des Antrages binnen einer Woche nach diesem Zeitpunkt (§ 45 Abs. 1 StPO), der genaue Vortrag eines Sachverhaltes, aus dem sich ohne weiteres ergibt, daß die Säumnis unverschuldet ist (vgl. KG NZV 2002, 47, 51 und Senat…, Beschluß vom 3. Juli 2006 - 5 Ws 377/06 Vollz - Wendisch in Löwe-Rosenberg, StPO 25. Aufl., § 45 Rdn. 13) und schließlich die Glaubhaftmachung des vorgetragenen Sachverhaltes (…vgl. Senat a.a.O.; Meyer-Goßner, § 45 StPO Rdnrn. 6, 7).
Zu den Zulässigkeitsvoraussetzungen eines Wiedereinsetzungsantrags nach §§ 44 ff. StPO gehört, dass der Antragsteller einen Sachverhalt darlegt, der ein der Wiedereinsetzung entgegenstehendes (eigenes) Verschulden an der Fristversäumung ausschließt (dazu vgl. OLG Düsseldorf NStZ-RR 1996, 169; OLG Karlsruhe NStZ-RR 1997, 157; KG NZV 2002, 47, 48; 2002, 51; Senat, Beschluss vom 21. Februar 2012 - (2) 121 Ss 20/12 (5/12) -), und die Tatsachen zur Antragsbegründung glaubhaft gemacht (§ 45 Abs. 2 Satz 1 StPO).
KG, 28.03.2001 - 2 Ss 34/01 - 3 Ws (B) 88/01
Verkehrsrecht - Geschwindigkeitsüberschreitung auf Stadtautobahn