Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20168,%20182
Timestamp: 2020-02-18 05:01:09
Document Index: 261317501

Matched Legal Cases: ['§ 535', '§ 252', '§ 5', '§ 5', '§ 535', '§ 252', '§ 2', '§ 4', '§ 252', '§ 320', '§ 252', '§ 5', '§ 266']

BFH, 20.05.1992 - X R 49/89 - dejure.org
https://dejure.org/1992,465
BFH, 20.05.1992 - X R 49/89 (https://dejure.org/1992,465)
BFH, Entscheidung vom 20.05.1992 - X R 49/89 (https://dejure.org/1992,465)
BFH, Entscheidung vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 (https://dejure.org/1992,465)
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BGB §§ 535, 536, 551; HGB § 252 Abs. 1 Nr. 4; EStG § 5 Abs. 1
Stichtagsbilanz - Miete
§ 5 EStG; §§ 535, 536, 551 BGB; § 252 HGB
Bilanzierung; Realisierung von Mieterträgen
NJW 1993, 1616 (Ls.)
DB 1992, 1911
Führten die erbrachten Leistungen beim Gesellschafter zu Gewinneinkünften i. S. von § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG und ermittelte er diese durch Vermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG, so hatte er den Vergütungsanspruch entsprechend der erbrachten Leistung bereits vor dem Forderungserlaß gewinnerhöhend zu aktivieren (vgl. BFH- Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904 betreffend Mietzins).
Wann eine vertragliche Verpflichtung in diesem Sinne erfüllt und der Schwebezustand beendet ist, bestimmt sich bei Dauerschuldverhältnissen nicht entscheidend nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts, sondern nach dem wirtschaftlichen Gehalt der Sachleistung (vgl. BFH-Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904; vom 6. April 1993 VIII R 86/91, BFHE 171, 221, BStBl II 1993, 709).
Andererseits bestand auch keine qualitativ gleich bleibende Dauerverpflichtung der Klägerin (vgl. dazu BFH-Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904, und vom 10. September 1998 IV R 80/96, BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21), die einem "Wertverzehr" unterliegen könnte.
Schuldverhältnisse, bei denen die geschuldete Leistung selbst zeitraumbezogen ist, führen demgegenüber zu einer zeitanteiligen Gewinnrealisierung, wenn für den gesamten Zeitraum eine qualitativ gleichbleibende Dauerverpflichtung besteht (BFH-Urteil in BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21, unter 1.; vgl. auch BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904, insbesondere unter 2.).
Andererseits besteht auch keine qualitativ gleich bleibende Dauerverpflichtung (BFH-Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904; vom 10. September 1998 IV R 80/96, BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21), die einem "Wertverzehr" unterliegen könnte.
Der erkennende Senat hat dies, wie ausgeführt, für die nach bürgerlichem Recht noch nicht fällige Pachterneuerungsrückstellung, der X. Senat des BFH für eine noch nicht fällige Mietforderung bestätigt (Urteil vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904).
Denn ihm gegenüber kann der Pächter --unter der Voraussetzung der Fortführung des Pachtvertrages, die nach Bilanzrecht zu unterstellen ist (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB)-- die Einrede des nicht erfüllten Vertrages nicht mehr erheben (§ 320 BGB und dazu BFH-Urteil in BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904, unter 1. e der Gründe).
Bei einem Dauernutzungsverhältnis wird der Ertrag aus den Leistungen des Nutzungsverpflichteten fortlaufend während des Erfüllungszeitraums realisiert (BFH-Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904 - betreffend Mietverhältnis -, und vom 6. April 1993 VIII R 86/91, BFHE 171, 221, BStBl II 1993, 709 - betreffend Arbeitsverhältnis -).
Dies setzt eine zumindest qualitativ gleich bleibende Dauerverpflichtung voraus (BFH-Urteile vom 20. Mai 1992 X R 49/89, BFHE 168, 182, BStBl II 1992, 904; vom 10. September 1998 IV R 80/96, BFHE 186, 429, BStBl II 1999, 21), die einem "Wertverzehr" unterliegt (BFH-Urteil vom 18. Dezember 2002 I R 17/02, BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126, m.w.N.).
Das erkennende Gericht folgt der Rechtsauffassung des Bundesfinanzhofs - BFH- im Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , wonach für Zwecke des Handels- und Steuerbilanzrechts im Rahmen von Dauerschuldverhältnissen davon auszugehen ist, daß "für den jeweils vergangenen Zeitraum eine teilweise Erfüllung eingetreten ist (vgl. BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , Bundessteuerblatt -BStBl- II 1992, 904)." Die qualitativ stets gleichbleibende Dauerverpflichtung wird nicht nach ihrem Gegenstand, sondern nur im Hinblick auf ihre zeitliche Dimension geteilt ( BFH-Urteil vom 27. Februar 1976 - III R 64/74 , BStBl II 1976, 529).
Der BFH hat hierzu entschieden, daß Vermietungsleistungen und vergleichbare Dauerschuldleistungen für Zwecke der Ertrags- und Gewinnrealisierung ( § 252 Abs. 1 Nr. 4 2. HS HGB ) die Besonderheit aufweisen, daß sie in einem Zeitraum zu erbringen sind ( BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , a.a.O.).
Soweit die Vermietungsleistungen in der Vergangenheit erbracht worden seien, sei die Forderung auf die Gegenleistung, den Mietzins, aber so gut wie sicher und daher realisiert ( BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , a.a.O.).
Dies entspricht dem Realisationsprinzip als einem handelsrechtlichen, auch für das Steuerrecht maßgebenden Grundsatz ordnungsgemäßer Bilanzierung ( § 5 EStG ; BFH-Urteil vom 20. Mai 1992, X R 49/89 , a.a.O.).
Davon zu unterscheiden ist die Abrechnungsperiode bzw. der Fälligkeitszeitpunkt ( BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , a.a.O.).
Auch im letzteren Fall verwirklicht sich der Anspruch auf die Gegenleistung mit der Folge, daß "Forderungen aus Leistungen" gemäß § 266 Abs. 2 B II HGB auszuweisen sind ( BFH-Urteil vom 20. Mai 1992 - X R 49/89 , a.a.O.).
BFH, 19.10.1993 - VIII R 87/91
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