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Timestamp: 2016-10-26 06:06:34
Document Index: 356661426

Matched Legal Cases: ['§ 1967', '§ 1967', '§ 1944', '§ 1943', '§ 119', '§ 1922']

Erbe ich Verbindlichkeiten des Schwiegervaters - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
| 29.03.2007 15:51 | Preis: ***,00 € |
Mein Schwiegervater starb 2004. Das Nachlaßgericht hat kein Nachlaßverfahren eröffnet; mein Mann hat nicht ausgeschlagen; daher also das Erbe angenommen.
Mein Mann starb 2005. Ich habe das Erbe angenommen.
Jetzt bekam ich eine Rechnung über Feststellung Totenschein des Schwiegervaters aus dem Jahre 2004 (ReVerjährung ist am 31.12.07). Ich soll als "Rechtsnachfolgerin" meines Mannes diese Rechnung einschl. Mahnkosten zahlen, da er den Arzt angeblich beauftragt hat. Der Schwiegervater ist in einem Heim verstorben; mein Mann hatte niemanden dahingehend beauftragt.
Meine Frage nun: 1.) Ist es tatsächlich so, dass ich diese Arztrechnung geerbt habe? 2.) Habe ich generell Verbindlichkeiten des Schwiegervaters geerbt? Wenn ja, kann ich dieses "Erbe" nachträglich ausschlagen. Bitte mitAngabe Rechtsgrundlage, wenn möglich. Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 1285 weitere Antworten zum Thema:
29.03.2007 | 16:35
grundsätzlich haftet der Erbe für die Verbindlichkeiten des Verstorbenen, gem § 1967 BGB.
D.h. Sie erben neben dem Vermögen Ihres Mannes auch alle seine Schulden sowie alle gesetzlichen, vertraglichen und außervertraglichen Verpflichtungen. Hatte der Arzt, der Ihnen die Rechnung geschickt hat, einen Anspruch auf Zahlung gegenüber Ihrem Mann, sind Sie als Erbe grundsätzlich verpflichtet diese Zahlung zu übernehmen.
Ein Totenschein ist auch notwendig, da dieser für die Ausstellung einer Sterberurkunde notwendig ist.
Unabhängig von der Beauftragung des Arztes durch Ihren Mann hat er als Erbe die Kosten des Totenscheins zu übernehmen; §§ 1967, 1968 BGB.
Das Erbe Ihre Schwiegervaters können Sie nicht seperat ausschlagen, da die Frist dazu (6 Wochen; gem. § 1944 BGB) bereits abgelaufen ist. Da Sie das Erbe Ihres Mannees bereits angenommen haben können Sie es auch nicht mehr ausschlagen; § 1943 BGB.
Sie könnten allerdings die Annahme der Erbschaft Ihres Mannes wegen Irrtums anfechten; § 119 BGB. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Sie sich im Umfang des Nachlasses geirrt haben, weil Sie einzelne Nachlassverbindlichkeiten nicht kannten.
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de Nachfrage vom Fragesteller	30.03.2007 | 11:33
Heißt das aber nun, dass ich auch Erbe meines Schwiegervaters geworden bin? Gibt es hierzu §§? Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
30.03.2007 | 12:01
Sie sind aber an die Stelle des Erben Ihres Schwiegervaters, nämlich Ihres Mannes getreten. Da das Vermögen Ihres Schwiegervaters in das Vermögen ihres Mannes übergegangen ist.
Damit haben Sie die Rechtsfolgen der Erbschaftsannahme durch Ihren Mann (positive wie negative) mitzutragen.
Dies ergibt sich aus §§ 1922 Absatz 1 BGB: Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.
"Mit der Antwort war ich zwar nicht sehr glücklich, aber jetzt weiß ich wenigstens im Großen und Ganzen, woran ich bin :-) "
Mit der Antwort war ich zwar nicht sehr glücklich, aber jetzt weiß ich wenigstens im Großen und Ganzen, woran ich bin :-) ANTWORT VON
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