Source: https://www.haufe.de/arbeitsschutz/arbeitsschutz-office/sicherheitsdatenblatt_idesk_PI957_HI2344768.html
Timestamp: 2020-04-08 03:33:29
Document Index: 120780890

Matched Legal Cases: ['Art. 31', '§ 7', '§ 6', 'Art. 31', '§ 5', '§ 2']

Sicherheitsdatenblatt | Arbeitsschutz Office | Arbeitsschutz | Haufe
Das Sicherheitsdatenblatt ist die zentrale Informationsquelle für den gewerblichen Anwender gefährlicher Stoffe und Gemische. Es muss v. a. Angaben darüber enthalten, um welchen Gefahrstoff es sich handelt, welche Gefährdungen bestehen und welche Maßnahmen geeignet sind, um Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Inhalt und Struktur legt die REACH-Verordnung fest. Das Sicherheitsdatenblatt ist das einzige, rechtlich verbindliche Informationssystem, das der Hersteller, Inverkehrbringer bzw. Importeur gefährlicher Stoffe oder Gemische dem gewerblichen Anwender zur Verfügung stellen muss.
Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt sind die Grundlage für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und die Erstellung von Betriebsanweisungen. Beschäftigte müssen Zugang zu den für sie relevanten Sicherheitsdatenblättern haben. Das Vorliegen eines vollständigen und fehlerfreien Sicherheitsdatenblattes ist daher für Arbeits- und Umweltschutz im Unternehmen wesentlich.
Die REACH-Verordnung 1907/2006/EG legt Inhalt und Struktur des Sicherheitsdatenblatts fest, insbesondere ist Art. 31 i. V. mit Anhang II "Leitfaden für die Erstellung des Sicherheitsdatenblatts" zu beachten.
Die "Leitlinien zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern" der ECHA erläutern, welche Verpflichtungen sich aus der REACH-Verordnung ergeben und wie sie zu erfüllen sind.
Die GHS-Verordnung 1272/2008/EG macht u. a. Vorgaben zur Einstufung gefährlicher Stoffe und Gemische in Punkt 2 "Mögliche Gefahren" des Sicherheitsdatenblattes.
Die BekGS 409 "Nutzung der REACH-Informationen für den Arbeitsschutz" liefert einen Fragen-Antworten-Katalog und zielt v. a. auf die effiziente Nutzung der Inhalte des Sicherheitsdatenblattes für die Zwecke des Arbeitsschutzes ab.
Die TRGS 220 "Nationale Aspekte beim Erstellen von Sicherheitsdatenblättern" ist eine Hilfe für den Ersteller und Anwender, um auch die nationalen Vorgaben berücksichtigen zu können.
1 Bedeutung für den Arbeits- und Umweltschutz
Das Sicherheitsdatenblatt ist die zentrale Informationsquelle für einen sicheren Umgang mit Gefahrstoffen im Unternehmen. Erschreckend hoch ist die Zahl fehlerhafter Sicherheitsdatenblätter: Im Rahmen des ECLIPS-Projektes (European Classification and Labelling Inspections of Preparations, including Data Sheets) wurde 2004 ermittelt, dass 69 % der untersuchten Sicherheitsdatenblätter Mängel aufwiesen. Im Rahmen des Projektes REACH-EN-FORCE wird die Umsetzung von REACH regelmäßig überwacht, u. a. auch die Qualität von Sicherheitsdatenblättern.
Fehleinschätzungen aufgrund fehlerhafter Angaben können zu Schäden für Mensch und Umwelt führen. Liegen dem Anwender keine Sicherheitsdatenblätter vor, muss er sie anfordern. Nur so können Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit beurteilt und geeignete Maßnahmen festgelegt werden, und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit mit Gefahrstoffen (§ 7 Abs. 1 GefStoffV). Im Gefahrstoffverzeichnis muss auf die Sicherheitsdatenblätter verwiesen werden (§ 6 Abs. 12 GefStoffV).
Folgende Angaben müssen im Sicherheitsdatenblatt enthalten sein (Art. 31 1907/2006/EG):
Bezeichnung des Stoffs bzw. des Gemisches und des Unternehmens;
Die Anforderungen an Sicherheitsdatenblätter gelten in allen europäischen Staaten gleichermaßen.
Anpassung der Sicherheitsdatenblätter
Alle neu erstellten Sicherheitsdatenblätter müssen die Anforderungen von 1907/2006/EG erfüllen. Bei Änderungen müssen Inhalt und Struktur ebenfalls an REACH angepasst werden, dies gilt z. B. bei einer veränderten Einstufung. Eine lediglich formale Anpassung an REACH ist nicht notwendig, dies gilt jedoch nur dann, wenn sich sonst nichts geändert hat. Wegen der Änderungen durch die GHS-Verordnung 1272/2008/EG, z. B. die veränderte Einstufung und Kennzeichnung, ist zu erwarten, dass nur wenige Sicherheitsdatenblätter in alter Form bestehen bleiben.
3 Bedeutung für den Hersteller, Inverkehrbringer bzw. Importeur
Sicherheitsdatenblätter müssen von einer fach- bzw. sachkundigen Person erstellt und regelmäßig aktualisiert werden. Dies soll gewährleisten, dass sie fachlich richtig und vollständig sind (vgl. § 5 Abs. 1 GefStoffV). Anforderungen an die Sachkunde regelt Anhang II 1907/2006/EG: Die sachkundige Person muss "die besonderen Erfordernisse und Kenntnisse des Verwenderkreises" berücksichtigen und "entsprechende Schulungen und Auffrischungslehrgänge" erhalten. Die Gefahrstoffverordnung verwendet anstelle von "sachkundig" den Begriff "fachkundig" (§ 2 Abs. 16 GefStoffV).
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