Source: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Verbraucher/PreiseRechnTarife/preiseundRechnungen-node.html;jsessionid=00346BB190C54C0C213C822525A02778
Timestamp: 2018-12-18 12:02:50
Document Index: 227497069

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 41', '§ 41', '§ 19', '§ 19']

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Informationen zu Strom- und Gaspreisen für Haushaltskunden
Preiserhöhung - Was kann ich tun?
Will Ihr Energieversorger den Preis erhöhen, muss er sich an bestimmte Vorschriften halten.
Er muss Sie rechtzeitig über eine Änderung der Preise informieren.
Bei Kunden in der Grundversorgung mind. 6 Wochen vor der geplanten Preiserhöhung (§ 5 Abs. 2 StromGVV bzw. § 5 Abs. 2 GasGVV).
Bei allen anderen Kunden vor Ablauf der regulären Abrechnungsperiode (§ 41 Abs. 3 EnWG).
Er muss Sie im selben Schreiben auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen.
Wenn Ihr Energielieferant die Preise erhöhen will, können Sie den Vertrag kündigen, egal wie lange er eigentlich noch laufen sollte. Dies gilt auch, wenn die Preiserhöhung auf gestiegenen Steuern, Abgaben oder Umlagen beruht.
Falls Sie in der Grundversorgung sind, können Sie unabhängig vom Sonderkündigungsrecht den Vertrag jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen beenden.
Diese Kriterien deuten auf eine versteckte Preiserhöhung hin
Form des Schreibens: Die Preisänderung ist als Werbeflyer getarnt.
Betreff: Die Überschrift ist allgemein gehalten und gibt keinen Hinweis auf eine Vertragsänderung.
Sie werden nicht auf Ihr Sonderkündigungsrecht hingewiesen.
Der Text ist sehr positiv und allgemein formuliert und verleitet den Verbraucher ihn nur kurz zu überfliegen, da er mit keinen wichtigen Informationen rechnet.
Die Preiserhöhung wird kurz vor Ende bzw. auf der letzten Seite des Schreibens erwähnt.
Die Preisänderung ist im Fließtext eines mehrseitigen Textes ohne Hervorhebung (z.B. in Großschrift oder in fett) angekündigt
Im Text wird nicht eindeutig von einer Preiserhöhung gesprochen, stattdessen wird die Preiserhöhung umschrieben bzw. sogar gleichbleibende Preise versprochen.
Das Schreiben enthält widersprüchliche Formulierungen (z.B. Schutz vor Preiserhöhungen, Preisgarantie, sehr attraktive Konditionen)
Grundsätzlich sind versteckte, intransparente und nicht verständliche Strompreiserhöhungen unzulässig. Es besteht auch dann für Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt, Sie können Ihren Vertrag zu dem Zeitpunkt kündigen, an dem die Preiserhöhung wirksam würde. Eine Kündigungsfrist besteht nicht.
Lesen Sie jedes Schreiben Ihres Energieversorgers aufmerksam durch – auch wenn es nach Werbung aussieht.
Bei einer Preiserhöhung können Sie Ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Frist und mit dem Hinweis auf Ihr Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Preiserhöhung kündigen. Nutzen Sie dafür unseren Musterbrief.
Bei Kündigungen wegen Preiserhöhungen sollten Sie diese Kündigung bei Ihrem Versorger selber vornehmen und sie nicht dem neuen Lieferanten überlassen (wie es beim Lieferantenwechsel empfohlen wird).
Die Kündigung sollten Sie immer per Einschreiben/Einwurf schicken und auf eine Bestätigung der Kündigung bestehen.
Suchen Sie sich rechtzeitig nach der Kündigung einen neuen Energielieferanten. Ansonsten fallen Sie nach Vertragsende in die Grundversorgung.
Sie entdecken die Preiserhöhung erst in Ihrer Rechnung
In vielen Fällen entdecken Verbraucherinnen und Verbraucher die bereits erfolgte Preiserhöhung erst, wenn sie ihre Jahresabrechnung kontrollieren und höhere Arbeits- und/oder Grundpreise feststellen.
Prüfen Sie die in den letzten 15 Monaten erhaltenen Schreiben (auch E-Mails) Ihres Energieversorgers, ob Sie eine Preiserhöhung übersehen oder eine versteckte Preiserhöhung erhalten haben.
Beschweren Sie sich schriftlich bei Ihrem Versorger, dass Ihre Abrechnung falsche Preise enthält und auf welchen Rechnungsbetrag Sie kommen. Nutzen Sie unseren Musterbrief.
Evtl. bietet Ihnen Ihr Energielieferant einen Vergleich an. Wenn Sie das Vergleichsangebot nicht annehmen möchten, können Sie der Rechnung auch nachträglich mit Verweis auf § 41 Abs. 3 EnWG widersprechen.
Überlegen Sie sich, ob Sie zu einem anderen Versorger wechseln möchten. Hier finden Sie Hinweise zum Lieferantenwechsel.
Entwicklung der Stromkosten (2011 - 2018)
Bei den angegebenen Werten handelt es sich um mengengewichtete Mittelwerte zum Stichtag 1. April 2018 über alle Tarife in Prozent.
Kosten für die Strombeschaffung (Erzeugung oder Einkauf), den Vertrieb und Gewinnmarge (insgesamt 22,4 %)
Nettonetzentgelt inklusive Abrechnung (23,0 %): Das Netznutzungsentgelt
Abgaben/Umlagen (30,7 %)
Diese Umlagen beinhalten:
Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG-Umlage) (22,7 %),
Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz KWKG (1,2 %),
Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung (1,2 %) und
Umlage für abschaltbare Lasten (0,1 %)
Weitere Informationen zu den staatlich veranlassten Bestandteilen des Strompreises vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und im Monitoringbericht 2018
Entwicklung der Gaskosten (2011 - 2018)
Bei den Werten handelt es sich um mengengewichtete Mittelwerte zum 1. April 2018 in Prozent.
Kosten für die Gasbeschaffung, den Vertrieb und Gewinnmarge (48,8 %)
Steuern (Gas- und Umsatzsteuer) (25 %)
Messung und Messstellenbetrieb (1,5 %): Entgelte für die Kosten der technisch notwendigen Mess- und Steuereinrichtung (zum Beispiel Zähler) und für die Ablesung und das Inkasso
Konzessionsabgabe (1,3 %)
seit 2017 ist die Marktraum-Umstellungsumlage für die beiden Marktgebiete (NCG und Gaspool) gleich hoch. Mit dieser Umlage werden alle Kosten der Umstellung von L- auf H-Gas auf alle Gaskunden verteilt. Geregelt ist dies im novellierten § 19a EnWG.
Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2018
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