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Timestamp: 2018-06-25 10:01:16
Document Index: 323778769

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 1', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 34', '§ 4']

Brauchen Rechnungen die Kundenanschrift? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Post #1268986 (2)
10.11.2012, 19:36 #1
Brauchen Rechnungen die Kundenanschrift?
ich bin gerade am herumforschen.
Benötigen Rechnungen an Kunden eigentlich eine Kundenanschrift?
Es geht in dem Fall darum, dass ein digitales Produkt verkauft wird und der Kunde z. B. direkt per PayPal bezahlt.
Dieser soll natürlich neben dem Produkt auch eine ordentliche Rechnung erhalten, die ich natürlich CC ebenfalls erhalte und entsprechend archivieren und gegenüber dem Finanzamt bzw. dem Jobcenter abrechnen muss.
Reicht es hier aus, wenn man als "Kundenanschrift" die Mailadresse im Adressfeld der Rechnung angibt oder muss der Kunde trotzdem seinen gesamten Anschriften-Summs in ein extra Formular eintragen?
Vielleicht kann das ja jemand auf den kurzen Weg beantworten :-)
Ich hab zwar auf der IHK-Stuttgart-Webseite dazu was gefunden, da steht etwas von "Kleinbetragsrechnungen" bis 150 Euro drin, das würde in diesem Fall grundsätzlich immer zutreffen, die Rechnungen fallen nicht höher als maximal 50-60 Euro aus (auch kein Abo oder ähnlicher Schmonz).
Allerdings richtet sich das Angebot an Kunden weltweit, das heisst, da werden viele Leute auch innerhalb und außerhalb der EU kaufen und aus dem juristischen Geschwurbel im UStG werde ich nicht wirklich schlau.
10.11.2012, 19:51 #2
AW: Brauchen Rechnungen die Kundenanschrift?
Wenn ich online einkaufe, bekomme ich immer eine Rechnung mit meiner Anschrift. Egal ob ich mit paypal bezahle oder eben später überweise. Meine Adresse gebe ich ja dafür an und natürlich auch für die spätere Lieferung.
Und gucke mal bitte hier:
Was muss auf einer Rechnung stehen? Aufbau einer Rechnung
10.11.2012, 19:56 #3
das hängt von der UmsatzSteuer ab.
Wenn du einem Inländer etwas verkaufst und die im Inland gültigen Mehrwertsteuersätze nimmst ist die Anschrift entbehrlich.
Auf dem Bon des Supermarkts oder beim Mediamarkt steht ja auch dein Name nicht drauf.
10.11.2012, 20:03 #4
Dagegen steht aber:
Pflichtangaben für Rechnungen - IHK Region Stuttgart
Dort steht in den Anforderungen, dass eben die Kundenanschrift nicht drauf muss.
Wie man eine ordentliche Rechnung schreibt, ist mir auch klar.
Was ist aber, wenn der Kunde seine Rechnungsanschrift nicht mitteilt, weil er eben beispielsweise per Vorkasse oder PayPal bezahlt hat und per email Digitales bestellt, das keine Lieferung, sondern nur einen Download benötigt?
Im Prinzip kann der Kunde dort auch angeben:
Goofyallee 1b
Solange die Mailadresse stimmt, erhält der Kunde seine Bestellung in jedem Fall.
Klar, wenn der Kunde seine Rechnungsadresse angibt, ist das kein Problem, die auch auf der Rechnung auszugeben.
Im Prinzip kann er da aber auch Nonsens eingeben im "schlimmsten" Fall steht dann auf der Rechnung:
sdtwerf tjsdlöjklög
sdfsdöfgsdlöjgjö 35
12323 fgfsögjk
Die Frage ist, ob das Finanzamt dann Probleme machen kann. Denn ich kann ja den Kunden nicht dazu zwingen, seine Rechnungsanschrift anzugeben.
Zu dem Zeitpunkt wo ich das feststelle, hat der Kunde das Produkt doch schon längst heruntergeladen (weil per PayPal bezahlt).
Als Kleinunternehmer hab ich mit USt derzeit nix am Hut.
Das wird erst ab dem Zeitpunkt wichtig, wenn die Umsätze die "magischen" 17.500 Euro übersteigen.
Und es geht ja gerade um Nicht-Inländer, das heisst EU- und weltweite Kunden.
10.11.2012, 20:10 #5
Keine Regel ohne Ausnahme: Rechnungen bis zu einem Wert von 150 € gelten als so genannten Kleinbetragsrechnungen. Hier reichen gem. § 33 Umsatzsteuerdurchführungs-Verordnung die Angabe dieser Positionen:
Steuersatz der im Bruttobetrag enthaltenen Umsatzsteuer (Diese Angabe ist z. B. ausreichend: „Im Rechnungsbetrag sind 19 % MwSt enthalten.“)
Diese Angaben müssen auf Rechnungen stehen - Achtung Finanzamt!
10.11.2012, 21:02 #6
Bei Rechungen an Privatpersonen ist eine Rechnung mit Lieferanschrift nicht notwendig, es sei denn es handelt sich um eine Dienstleistung/Lieferung im Zusammenhang mit einer Immobilie. Sämtliche anderen Angaben sind, schon in deinem eigenen Interesse, Pflicht. Auch für Kleinbetragsrechnungen bis 150,- EUR (Lieferant, Art und Menge der Lieferung, Rechnungsdatum, Steuersatz, Rechnungsbetrag, Steuerbetrag)
Natürlich mußt Du ein Kassenbuch führen, in dem auch rechnungsfreie Zahlungen (Barzahlungen) vermerkt werden. (Dokumentationspflicht gegenüber dem FinAmt)
Rechnungen an Unternehmen oder juristische Personen müssen alle Angaben beinhalten, da nur rechtskonforme Rechnungen zum Vorsteuerabzug heran gezogen werden können.
Versendest Du Deine "Ware" in digitaler Form, per Mail und/oder Download gilt es noch das Telemediengesetz zu beachten. Die Bestimmungen werden immer mehr zu Grund einer Abmahnung über "Testkäufe"
10.11.2012, 21:44 #7
Ebenso, wo steht, dass er ein Kassenbuch führen muss?
10.11.2012, 22:34 #8
Kassenbuch ist in dem Zusammenhang Unsinn, denn es geht ausschließlich um Verkäufe über PayPal etc. - also alles sowieso nur übers Konto, sprich Buchgeld - kein Bargeld.
Da braucht es kein Kassenbuch.
Das mit dem Immobiliendingens steht auf der Seite der IHK Stuttgart beschrieben.
Ich verkaufe mehr oder weniger erfolgreich seit über 4 Jahren Produkte über das Internet, allerdings bin ich dabei, eine neue, weitere Geschäftsidee umzusetzen und deswegen eben die Fragestellung. Es geht ja eben genau darum, dass alles "sauber" programmiert und umgesetzt wird
Detailfrage ist eben noch, ob die Kundenanschrift auf die Rechnungen drauf muss oder nicht, weil ich das, so wie das System derzeit läuft, nicht beeinflussen kann, was der Kunde da eingibt. Das heisst, "schlimmstenfalls" hab ich dann Rechnungen wie oben beschrieben, weil der Kunde eben seine Postanschrift nicht angibt, weil er/sie dafür keine Notwendigkeit sieht (und ich brauche sie im Grunde auch nicht).
Rein von der Bestellabwicklung her reicht die Mailadresse, weil: digitales Produkt. Zahlung läuft über PayPal & Co vollautomatisch, Produkt wird nach erfolgter Zahlung automatisch freigeschalten und somit ist der Kaufvertrag von beiden Seiten erfüllt.
Wenn das so funktioniert, würde es neben den anderen Anforderungen als "Rechnungsempfänger" eben nur die Mailadresse geben und eben keine volle Anschrift des Kunden (Käufers).
Die Frage ist eben, ob das ausreicht, oder ob ich den Kunden tatsächlich noch dazu nötigen kann/muss, seine Postanschrift anzugeben - was ich sogesehen ja eben nicht kann, denn selbst wenn der Unsinn angibt, kann er das Produkt nach erfolgter PayPal-Zahlung trotzdem herunterladen, auch wenn ich nur irgendwelche Kauderwelch-Adressdaten bekommen habe. Darum gehts ;-)
10.11.2012, 23:26 #9
ein metzger oder bäcker braucht doch auch nicht meine anschrift?
das einzige problem könnte das widerrufsrecht sein !
dem kunden muss sein widerrufsrecht nachweisbar zugestellt werden, fällt natürlich bei b2b weg
ansonsten siehe #5 von hartzeola
10.11.2012, 23:46 #10
Widerrufsrecht entfällt in dem Fall (Downloadprodukt) sowieso.
u. a. hier:
Widerrufsrecht für Downloads: Regelung in neuer EU-Richtlinie | WILDE BEUGER SOLMECKE Rechtsanwälte
Es ist auch davon auszugehen, dass das so bleibt. Wäre ja auch reichlich sinnlos, ein digitales gekauftes Produkt kann man nicht zurückgeben.
11.11.2012, 00:05 #11
Ich kann doch aber jetzt auch gebrauchte Software weiterverkaufen. Wenn man der Rechtsprechung folgt, dann bräuchte ich ja nur den Lizenzkey zurückgeben?
Egal.. o.T.
Wenn der Rechnungsempfänger vorsteuerabzugsberechtigt ist, wird die vollständige Anschrift nötig.
Für Verkäufe ausserhalb Deutschlands, innerhalb der EU brauchst deine Umsatzsteuer -Ident.- Nummer, und den MwSt.-Satz des Empfängerlandes, bei Verkäufen in ein Dritt-Land fällt die MwSt. im Zielland an.
11.11.2012, 00:50 #12
Öhm, kaufe mal ein Windows bei Amazon, breche das Siegel und versuche, dieses wieder zurückzugeben. Es wird nicht funktionieren.
Das gleiche gilt, wenn Du bei MediaMarkt eine DVD kaufst und die verschweisste Verpackung aufgerissen hast. Man wird das Medium nicht mehr zurücknehmen.
Du kannst Gebrauchtsoftware weiterverkaufen, aber nicht zurückgeben: Großer Unterschied, beim Weiterverkauf hat der Händler/Hersteller damit nix mehr zu tun.
Genau deswegen werden heute ja auch viele Produkte personalisiert, um den Gebrauchtmarkt zu zerschlagen, siehe Steam & Co.
Wenn Du das Produkt weiterverkaufst, machst Du es exakt 1x und gibst Produkt wie Lizenzkey weiter. Wenn es ein Downloadprodukt ist, dann ggf. nur den Lizenzkey, weil die Software selbst ohnehin frei downloadbar ist (als Shareware oder was auch immer).
Du kannst den selben Lizenzkey aber nicht öfter verkaufen, denn damit machst Du Dich dann natürlich strafbar, weil Du eben selbst nur eine gültige Lizenz besitzt.
Klar, bei der EU ist alles möglich, es wäre aber völlig inakzeptabel, wenn digitale Produkte zurückgegeben werden könnten. Denn das würde dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.
Denn dann kaufe ich Dir über Nacht den kompletten Amazon-Music-Store leer, downloade mir die Titel, pack sie auf eine externe Platte und trete dann per Widerrufsrecht vom Kauf zurück. Das heisst, 100.000 Musikstücke für lau. Dürfte wohl kaum funktionieren ;-)
Umsatzsteuer wird bei mir nicht ausgewiesen (Kleinunternehmer).
Es geht außerdem nicht um die Daten, die ICH angebe. Die sind mir wurst, ich hab in der Beziehung ja nichts zu verbergen, ich treibe keine dunkelgrauen Geschäfte und habs auch nicht vor :-)
Es geht um die Daten, die mir ein Kunde bei seiner Bestellung liefert.
Ein Kunde, der auf der Rechnung seine Geschäftsanschrift ausgewiesen braucht, weil er die Rechnung gegenüber dem Finanzamt vorsteuerabzugsberechtigt geltend machen möchte, wird seine Daten mit Sicherheit gerne freiwillig angeben.
Der Endkunde braucht das aber eben nicht, dem reicht eine gültige Mailadresse (die er sowieso braucht, denn die Daten werden ja sowieso an PayPal übermittelt).
Ich hatte schon Kunden, die sich darüber aufgeregt haben, dass ich von ihnen verlange, bei Bestellung ihre Adresse anzugeben und mich "beschuldigt", ich wäre doch nur einer von diesen Datensammlern, da doch die Adresse gar nicht notwendig ist, wenn ohnehin nur ein Downloadprodukt gekauft wurde...
... und solche Motzmails häufen sich, je öfter Sat 1 beim PornoMaier über solche Datenhändler berichtet :-)
Ich geb grundsätzlich keine Daten weiter, meine strikte Haltung gegenüber dem Jobcenter hier im Forum sollte bekannt sein. aber Kunden meckern eben trotzdem ^^
11.11.2012, 01:40 #13
Das ist aber vom Media Markt zum Media Markt unterschiedlich.
Noch nie in einen Laden ein Schweißgerät für CDs/DVDs gesehen?
11.11.2012, 08:48 #14
Das steht auf den Seiten der IHK Berlin, Stuttgart, BMF, mit den Anforderungen der Rechnung.
Bei reinen Internetgeschäften brauchts natürlich kein Kassenbuch, da da sowieso alles elektronisch abgewickelt wird.
@DeppvomDienst
Deinem Texten entnehme ich, ich kann mich aber auch irren, dass Du Deine "Ware" ausschließlich per Internet anbietest. Also eine Website betreibst. Z. B. bei Amazon oder eigener Hoster. Die MeckerMails die Du von "Kunden" bekommen hast, deuten daraufhin, dass da nicht alle Vorschriften des EMG vollständig umgesetzt sind.
Ansonsten hättest Du keine Meckerer bezüglich Datenklau/Datensammeln.
Im EMG / Fernabgabegesetz stehen eindeutig, die Anforderungen an eine geschäftliche Website mit Impressum, Datenschutzhinweis, Widerrufshinweis etc.
Sollten diese Anforderungen erfüllt sein, bist DU auf der sicheren Seite und brauchst die Meckermails nicht so ernst nehmen.
Zu den Rechnungen: Wie schon geschrieben:
Rechnungen an einen Kunden bedürfen, solange sie sogenannte Kleinbetragsrechnungen sind, keine Kundenanschrift. Die übrigen Anforderungen müssen allerdings erfüllt sein.
Ein gewerblicher Kunde wird freiwillig sich melden und von Dir eine entsprechende Rechnung fordern.
Nicht vergessen, Du bist verpflichtet sämtliche Mails im Zusammenhang mit der gewerblichen Tätigkeit 10 Jahre zu archivieren und auf Verlangen dem FinAmt, z. B. in einer Betriebsprüfung, vorzulegen bzw. den Zugriff zu gestatten.
....Sie müssen sich an die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Pru¨fbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU), sowie an die Abgabenordnung (AO) und das Handelsgesetzbuch (HGB)halten.[/QUOTE]
11.11.2012, 10:39 #15
Hallo DeppvomDienst,
du fragst im Titel und in #1:
Jetzt ist doch deine Frage schon mehrfach beantwortet worden:
In #2 schreibt dir Galadriel einen Link, in dem steht, dass du
"1. den vollständigen Namen und Anschrift ... des Leistungsempfängers" anzugeben hast.
In #4 führst du selbst einen Link an, in dem die vorherige Vorschrift nicht für Rechnungsbeträge unter € 150,00 gilt, wohl aber, wenn du bitte in deinem Link weiterlesen möchtest,
unter Ziff. 4: "das heißt Kleinunternehmer müssen in Rechnungen grundsätzlich folgende Angaben aufnehmen:
Vollständiger Name und Anschrift des ... Leistungsempfängers"
ist falsch! Und für eine diesbezügliche Auslegung gibt es keinen Spielraum. Lies die von dir verlinkte Infoseite bitte vollständig durch.
Auch Hartzeola gibt dir in #5 die richtige Antwort.
Wenn dich einige deiner Kunden einfach nur dumm anmachen wollen, #12:
Ich hatte schon Kunden, die sich darüber aufgeregt haben, dass ich von ihnen verlange, bei Bestellung ihre Adresse anzugeben
dann schreibe doch einfach "Rechnungsadresse = Lieferanschrift, wenn nicht anders angegeben".
Dann sind wirklich alle diesbezüglichen Fragen geklärt.
Ich will damit sagen, dass du die Frage nach der Rechnungsadresse total überbewertest. Programmiere ein Feld, in das dein Kunde eine (von der Lieferanschrift abweichende) Rechnungsadresse eingeben kann, und fertig!
(Oder auch umgekehrt: ein zusätzliches Feld für eine abweichende Lieferanschrift.)
Wenn dann noch einer schimpft, verweist du auf die hier bestehenden kaufmännischen und steuerrechtlichen Vorgaben.
11.11.2012, 12:21 #16
Schon alleine aus Gründen der Zustellsicherheit sollte doch wohl eine Postanschrift des Empfängers draufstehen? Und meistens sind Rechnungsanschrift und Empfängeranschrift eh identisch? Wieso also die ganze Frageproblematik hier?
Es sollte Euch doch völlig klar sein, daß Sendungen ohne Empfängerangabe, (und Nein, eine bloße E-Mail-Addy genügt da nicht), im Zweifelsfalle beim Empfänger niemals ankommen und entweder an den Absender zurückgehen oder, falls der auch nicht draufsteht, vom Zustelldienst nach Ablauf einer Frist Datenschutzgerecht vernichtet werden.
11.11.2012, 15:03 #17
Selbstverständlich kann die Rechnung ohne eine Empfängeranschrift ausgestellt werden.
Das die Adresse desjenigen an die die Rechnung geschickt werden soll auf dem Umschlag sein sollte ist wohl klar.
Es stellt sich hier natürlich die Frage ob der Fragesteller hier wirklich eine Rechnung oder eine Quittung/Bestätigung meint.
Eine Rechnung ohne die Daten des Zahlungsverpflichtigten ist wohl eher etwas unglücklich da sie kaum rechtswirksam sein dürfte.
11.11.2012, 17:14 #18
Wo bitte liegt da der Sinn?
Versendest Du eine Ware, gehört nicht nur oben auf das Päckchen bspw. die Empfängeranschrift, sondern auch auf das im Päckchen bspw. enthaltene Begleitschreiben, weil es evtl. nicht auszuschließen ist, daß die Empfängeranschrift auf dem Päckchen durch irgendeinen Umstand unleserlich wird.
Versendest Du eine Rechnung getrennt von der Ware, kommst Du ohne Anschrift dessen, der diese Rechnung erhalten soll, auch nicht aus.
11.11.2012, 19:06 #19
wo holger recht hat hat er recht, zumindest sieht die ihk in stuttgart das so, es kann aber durchaus sein das man das bei deinem finanzamt etwas entspannter sieht, dass einfachste is du rufst am montag deinem zuständigen finanzbeamten an und fragst nach und lässt uns anschliessend teilhaben.
11.11.2012, 19:47 #20
der Sinn ist vielfältig.
ich kaufe etwas bei dir, möchte aber nicht das mein Name auf der Rechnung erscheint.
ist mir tatsächlich so passiert und hat das Land Niedersachsen dann doch eine Stange Geld gekostet.
Ich kaufte einen Gegenstand (technisches Gerät).Auf dem Beleg war mein Name als Käufer aufgeführt.
Jahre später steht die Kripo bei mir und möchte den Gegenstand beschlagnahmen. Mittlerweile war der Gegenstand ein verbotender Gegenstand.
Also wurde er beschlagnahmt.
Ich hatte aber das Gerät so umgebaut das es kein verbotender Gegenstand war.
Also wurde das Verfahren eingestellt.
Da es ein wichtiges Teil meiner Betriebsausrüstung war musste ich entschädigt werden.
Deswegen möchte ich nicht immer das mein Name auf einem Beleg oder einer Rechnung steht
11.11.2012, 19:50 #21
@Holger01 - danke!
11.11.2012, 20:23 #22
Mein Gott, hört denn dieses Thema nie mehr auf??
Oh, was ist das? Kommt da ein Ruf nach "Zugabe! Zugabe!" ??
Nein, da habe ich mich wohl geirrt.
Oder doch? Ja doch!
Ok, ok, ich will man nicht so sein.
1.) Die Pflicht zur Rechnungstellung ergibt sich nicht aus IHK- oder aus Bezirks- oder Landesrecht, sondern aus dem bundesweit gültigen Umsatzsteuergesetz (UStG) und der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (USt-DV).
2.) Für "Kleinunternehmen" gibt es diesbezüglich keine Ausnahmen.
3.) Bei "Kleinbeträgen" bis € 150,00 gibt es in der Tat Ausnahmen, nämlich dass der Rechnungsempfänger nicht aufgeführt werden muss und dass die USt nicht separat auszuweisen ist.
Eine Rechnung, deren Gesamtbetrag 150 Euro nicht übersteigt, muss mindestens folgende Angaben enthalten:
4. das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz...
Quelle: § 33 USt-DV, UStDV - Einzelnorm
3.) Jetzt sei festgehalten, was der USt unterliegt:
Quelle: § 1 Abs. 1 UStG, UStG - Einzelnorm
4.) Die Pflicht des Unternehmers zur Rechnungsstellung ergibt sich hier:
2. 2 Soweit er einen Umsatz an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen oder an eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist, ausführt, ist er verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung der Leistung eine Rechnung auszustellen
(Fettdruck ist von mir.)
Quelle: § 14 Abs. 2 Ziff. 2 UStG, UStG - Einzelnorm
4) Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten:
Quelle: § 14 Abs. 4 UStG, UStG - Einzelnorm
Für die Selbständigen unter uns Foristen empfehle ich die vollständige Lektüre, auch der weiteren Ziffern 2 bis 9. Sehr wichtig bei der Prüfung von Eingangsrechnungen, aber auch für eine gute dauerhafte Kundenbeziehung. Bei Fragen schreibe ich gern mehr hierzu.
6.) Und weil hier schon Fahrkarten angesprochen wurden, hierfür gibt es eine Ausnahmeregel, wonach Name und Adresse des Leistungsempfängers nicht angegeben werden müssen:
(1) Fahrausweise, die für die Beförderung von Personen ausgegeben werden, gelten als Rechnungen im Sinne des § 14 des Gesetzes, wenn sie mindestens die folgenden Angaben enthalten:
1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des Unternehmers, der die Beförderungsleistung ausführt
Quelle: § 34 USt-DV, UStDV - Einzelnorm
7.) Und wer jetzt auch noch Gaststättenrechnungen >€ 150,00 ansprechen möchte, der sei auf diese Rechtsprechung des BFH verwiesen:
2. Die über Bewirtungen in einer Gaststätte ausgestellten Rechnungen i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG müssen, sofern es sich nicht um Rechnungen über Kleinbeträge i.S. der UStDV handelt, den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten
Quelle: BFH Urteil vom 18.04.2012, X R 57/09
http://www.bfhurteile.de/bfhurteilede/urteil.html?tx_qcombfhurteile_pi1[az]=XR5709
Achja, DerRatlose ist wieder dabei:
Das kann ich ja verstehen, es ändert aber nichts an der Pflicht des Lieferanten, eine Rechnung mit vollständigen Angaben zu erstellen.
Dir, DerRatlose, bleibt die Option, jemand anderes als Rechnungsempfänger eintragen zu lassen.
Damit nimmst du dir jedoch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs;
denn bei einem anderen Rechnungsempfänger oder auch bei einem leergelassenen Empfängerfeld wird dir spätestens bei der USt-Prüfung der Vorsteuerabzug verwehrt werden.
P.S.: Bin ja echt gespannt, wer das jetzt alles liest...
11.11.2012, 21:47 #23
@holger01
Gute Arbeit. Ich war zu faul soweit auszuholen. Jetzt sollte aber auch der Letzte dies verstanden haben.
11.11.2012, 22:57 #24
@Solanus, ok!
12.11.2012, 00:16 #25
Du Holger...
kundenanschrift, rechnungen
FW: Rechnungen per Fax und Mail sind jetzt Papier-Rechnungen gleichgestellt BiancaBerlin Existenzgründung und Selbstständigkeit 4 12.04.2012 00:43
HIlfe Rechnungen Rechnungen Rechnungen sonne100 ALG II 15 18.03.2010 08:59
Rechnungen und Kontoauszüge Doug Existenzgründung und Selbstständigkeit 8 16.10.2009 20:42
EU möchte bei Rechnungen mitlesen Mario Nette Abbau Bürgerrechte 0 29.07.2009 18:14
Rückzahlungen bezahlter Rechnungen = Einkommen ? Manu ALG II 3 30.07.2008 19:20