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Timestamp: 2020-07-06 11:33:44
Document Index: 65804722

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 2', '§ 279', '§ 2', '§ 2', '§ 37', '§ 2', '§ 3', '§ 24', '§ 3', '§ 24', '§ 3', '§ 26', '§ 12', '§ 2', '§ 8', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 8', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 34', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 35', '§ 1', '§ 16', '§ 239', '§ 108', '§ 215', '§ 214', '§ 108', '§ 33', '§ 49', '§ 12', '§ 23', '§ 20', '§ 19', '§ 93', '§ 156', '§ 49', '§ 49', '§ 33', '§ 33', '§ 23', '§ 7', '§ 7', '§ 150', '§ 134', '§ 77', '§ 98', '§ 128', 'Art. 7', '§ 18', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 25', 'Art. 3', '§ 3', '§ 428', 'Art. 1', '§ 10', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 12', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 16', 'Art. 24', 'Art. 168', '§ 4', 'Art. 73', '§ 4', 'Art. 74', '§ 2', '§ 12', '§ 269', '§ 6', 'EuG', '§ 1', '§ 1', 'Art 132', '§ 6', 'EuG', '§ 6', 'EuG', '§ 12', 'Art. 135', '§ 6', 'EuG', 'Art. 135', 'Art. 135', '§ 6', '§ 290', 'EuG', 'Art. 267', 'EuG', '§ 269', '§ 300', '§ 300', '§ 261', '§ 300', '§ 300', '§ 261', '§ 90', '§ 77', '§ 48', '§ 244', '§ 90', '§ 90', '§ 48', '§ 244', '§ 90', '§ 244', '§ 245', '§ 260', '§ 245', '§ 85', '§ 98', 'Art. 130', '§ 283', '§ 33', 'Art. 130', 'Art. 131', '§ 1', '§ 37', '§ 35', '§ 35', '§ 235', '§ 236', '§ 240', '§ 236', '§ 235', '§ 235', '§ 236', '§ 235', '§ 240', '§ 236', '§ 3', '§ 7', '§ 10']

BFG - BFG-Newsletter 2020/01
BFG-Newsletter 2020/01
Kein Eigenanspruch auf Familienbeihilfe bei gänzlicher Kostentragung durch die öffentliche Hand
§ 6 Abs. 1 FLAG 1967, § 6 Abs. 5 FLAG 1967
BFG vom 05.11.2019, RV/3100371/2019
Auf Grund der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes wurde § 6 Abs 5 FLAG 1967 rückwirkend mit 1. Jänner 2016 geändert und besteht für ein nicht erheblich behindertes Kind kein Eigenanspruch auf Familienbeihilfe, wenn die Kosten des Unterhalts zur Gänze aus öffentlichen Mitteln (zB bedarfsorientierte Mindestsicherung) geleistet werden.
Aufhebung eines Rückforderungsbescheides betreffend Familienbeihilfe und Kinderabsetzbeträge wegen erwiesener Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers
§ 2 Abs. 1 lit. a FLAG 1967, § 2 Abs. 1 lit. b FLAG 1967, § 279 Abs. 1 Satz 2 BAO
BFG vom 22.11.2019, RV/7105980/2019
Werden vom Bf. Familienbeihilfe und Kinderabsetzbeträge als für ein explizit im Spruch des Bescheides genanntes Kind rückgefordert, so steht im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren – ungeachtet der in der Begründung des angefochtenen Bescheides teilweise zum Ausdruck gebrachten Intention der belangten Behörde, wonach sich die Rückforderung in realiter auf das andere, nicht im Spruch angeführte Kind des Bf. beziehen solle – einzig und allein die im Rückforderungszeitraum bestehende/nicht bestehende Anspruchsberechtigung des Bf. für das im Spruch genannte Kind auf dem Prüfstand des BFG.
Ausführliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2020, 37.
§ 2 Abs. 1 FLAG 1967
BFG vom 07.01.2020, RV/5101377/2019
§ 2 Abs. 1 lit. d FLAG 1967, § 37 WG 2001
BFG vom 12.02.2020, RV/5100786/2019
Anmerkungen: Abweichend BFG 11.6.2014, RV/6100487/2012
§ 2 Abs. 1 lit. e FLAG 1967
BFG vom 29.01.2020, RV/5101217/2018
Rechtmäßigkeit des Aufenthaltes im Sinne des § 3 Abs. 1 FLAG bei rechtzeitiger Antragstellung auf Verlängerung des Aufenthaltstitels nach § 24 Abs. 1 3. Satz NAG
§ 3 Abs. 1 FLAG 1967, § 24 Abs. 1 NAG
BFG vom 27.11.2019, RV/7104859/2019
Der rechtzeitige Antrag auf Verlängerung des Aufenthaltstitels bewirkt, dass sich die Antragstellerin bis zur rechtskräftigen Entscheidung über ihren Antrag rechtmäßig im Sinne des § 3 Abs. 1 FLAG im Bundesgebiet aufhält.
§ 26 Abs. 1 FLAG 1967, § 12 FLAG 1967
BFG vom 02.12.2019, RV/6100157/2018
§ 2 Abs. 1 lit. c FLAG 1967, § 8 Abs. 5 ff FLAG 1967, § 6 FLAG 1967, § 6 Abs. 2 lit. g FLAG 1967, § 6 Abs. 1 lit. d FLAG 1967, § 2 Abs. 1 lit. c FLAG 1967, § 8 Abs. 5 ff FLAG 1967, § 6 FLAG 1967, § 6 Abs. 2 lit. g FLAG 1967, § 6 Abs. 1 lit. d FLAG 1967
BFG vom 02.01.2020, RV/7105948/2019
Rechtssatz 1: Selbsterhaltungsfähigkeit ist gegeben, wenn das Kind sämtliche Unterhaltsbedürfnisse im Rahmen der bestimmten konkreten Lebensverhältnisse aus eigenen Kräften zu finanzieren imstande ist, und zwar auch außerhalb des elterlichen Haushalts. Selbsterhaltungsfähig ist ein Kind nur dann, wenn es – auf sich allein gestellt – mit seinen Einkünften alle Lebensbedürfnisse, also auch den (allenfalls fiktiven) Geldaufwand zur Erlangung notwendiger Pflege- und Erziehungsleistungen, decken könnte.
Rechtssatz 5: Bescheinigt das Sozialministeriumservice lege artis das Vorliegen einer voraussichtlich dauernden Erwerbsunfähigkeit im Beschwerdezeitraum nicht, geht dies zu Lasten des Antragstellers.
BFG vom 12.12.2019, RV/7104441/2019
Assistenzhund bei behindertem Kind (Down-Syndrom) als "Heilmittel" bzw zur Förderung der "Heilbehandlung"
§ 34 Abs. 6 EStG 1988, § 2 Außergewöhnliche Belastungen, § 4 Außergewöhnliche Belastungen, § 5 Außergewöhnliche Belastungen, § 35 EStG 1988
BFG vom 03.02.2020, RV/7105827/2019
BFG vom 03.12.2019, RV/5101642/2018
Kosten der Operation eines Prostatakarzinoms nach der Nano-Knife-Methode stellen keine außergewöhnliche Belastung dar. Dieser, noch in der Erprobungsphase befindlichen, nicht ausgereiften Operationsmethode mangelt es an Zwangsläufigkeit.
§ 1 Abs. 4 Z 2a MRG, § 16 Abs. 1 Z 8 lit. e EStG 1988
BFG vom 23.01.2020, RV/7105996/2016
§ 239 BAO, § 108c EStG 1988, § 215 BAO, § 214 BAO
BFG vom 22.11.2019, RV/2100047/2019
Beachte: Revision eingebracht. Beim VwGH anhängig zur Zahl Ra 2020/15/0015.
Rechtssatz 1: Die Forschungsprämie gemäß § 108c EStG 1988 ist für Zwecke der Einordnung als Insolvenz- oder Massegutschrift nach dem Zeitpunkt der Tätigung der Aufwendungen (Ausgaben) aufzuteilen.
Ausführliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2020, 64.
§ 33 Abs. 2 lit. a FinStrG, § 49 Abs. 1 lit. a FinStrG, § 12 FinStrG, § 23 Abs. 1 FinStrG
BFG vom 27.03.2019, RV/5300023/2017
§ 20 Abs. 1 FinStrG, § 19 FinStrG
BFG vom 11.06.2019, RV/7300030/2018
(Abweisung bzw. Zurückweisung; Revision nicht zugelassen)
Gegen die Anordnung eines Spruchsenatsvorsitzenden von Durchsuchungshandlungen ist lediglich derjenige gemäß § 93 Abs. 7 FinStrG beschwerdeberechtigt, der durch diese Durchsuchung in seinem eigenen Hausrecht betroffen ist. Ist lediglich fremdes Hausrecht betroffen oder ist das zu durchsuchende Objekt gar nicht Schutzgegenstand eines Hausrechtes, ist eine dennoch solcherart erhobene Beschwerde gemäß § 156 Abs. 1 bzw Abs. 4 FinStrG als unzulässig zurückzuweisen.
Rechtssatz 2: Ob dem Beschuldigten wegen der Unterlassung der Bekanntgabe der Höhe der geschuldeten Abgabenbeträge an das Finanzamt Vorsatz vorzuwerfen wäre, ist für die Verwirklichung des Tatbestandes des § 49 Abs. 1 lit. a FinStrG unerheblich (vgl. in ständiger Rechtsprechung etwa die hg. Erkenntnisse des VwGH vom 29.9.2004, 2000/13/0151; vom 15.6.2005, 2002/13/0172; vom 20.9.2006, 2006/14/0046, jeweils mwN; vom 28.11.2007, 2007/15/0165; vom 17.12.2009, 2009/16/0188; vom 5.4. 2011, 2011/16/0080; und die bei Tannert, Finanzstrafgesetz, E 15 bis E 17 zu § 49, referierte hg. Rechtsprechung).
§ 33 Abs. 2 lit. a FinStrG, § 33 Abs. 5 FinStrG, § 23 FinStrG, § 7 Abs. 1 FinStrG
BFG vom 10.09.2019, RV/7300004/2019
Zurechnungsunfähigkeit iSd § 7 Abs. 1 FinStrG kann nur dann angenommen werden, wenn die Diskretions- oder Dispositionsfähigkeit der betreffenden Person ausgeschlossen gewesen ist (VwGH 15.03.1988, 87/14/0193; VwGH 02.07.2002, 2002/14/0052). Wer jedoch die Tätigkeit eines Rechtsanwaltes im Tatzeitraum und auch nach wie vor auszuüben vermag, bei dem kann keine Rede davon sein, dass die Diskretions- oder Dispositionsfähigkeit durch ein behauptetes Burn-out-Syndrom ausgeschlossen ist.
§ 150 Abs. 4 FinStrG, § 134 FinStrG, § 77 Abs. 1 FinStrG
Beachte: Revision eingebracht. Beim VwGH anhängig zur Zahl Ro 2020/16/0002.
§ 98 Abs. 3 FinStrG, § 128 FinStrG
BFG vom 14.01.2020, RV/7300016/2017 (Stattgabe; Revision nicht zugelassen)
Folgerechtssatz (wie RV/7300027/2014-RS1):
Art. 7 Abs. 1 UStG 1994, § 18 Abs. 8 UStG 1994, Art. 6 Abs. 1 UStG 1994, Art. 7 UStG 1994
BFG vom 19.09.2019, RV/2101113/2016
Art. 25 UStG 1994, RL 2006/112/EG, Art. 3 Abs. 8 UStG 1994
BFG vom 24.10.2019, RV/2101154/2017
Die zusätzliche umsatzsteuerliche Erfassung des mittleren Unternehmers im Bestimmungsmitglied hindert nicht die Anwendung der Dreiecksgeschäftsregelung, weil diese nicht mit einer umsatzsteuerlichen Ansässigkeit gleichgesetzt werden kann.
§ 3 UStG 1994, § 428 ABGB, Art. 1 Abs. 7 UStG 1994 - Anhang (Binnenmarkt)
BFG vom 12.11.2019, RV/5101967/2015
Aufschließungsstraße und weitere Maßnahmen zur Erschließung eines Gewerbegebietes
§ 10 Abs. 2 Z 13 UStG 1994, § 3 Abs. 2 UStG 1994, § 1 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, § 3 Abs. 1 UStG 1994, § 3a Abs. 1 UStG 1994, § 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Art. 2 RL 2006/112/EG, Art. 14 RL 2006/112/EG, Art. 16 RL 2006/112/EG, Art. 24 RL 2006/112/EG, Art. 168 RL 2006/112/EG, § 4 Abs. 1 UStG 1994, Art. 73 RL 2006/112/EG, § 4 Abs. 8 lit. a UStG 1994, Art. 74 RL 2006/112/EG, § 2 Abs. 3 UStG 1994, § 12 Abs. 2 Z 1 lit. a UStG 1994
BFG vom 10.12.2019, RV/5101938/2017
Beachte: Revisionen eingebracht (Amtsrevision und Parteienrevision).
Dass ein Unternehmer etwas zahlt, ohne sich davon einen (wirtschaftlichen) Nutzen zu versprechen, ist im Wirtschaftsleben unüblich. Die Gemeinde hat somit offensichtlich dem Beschwerdeführer einen Nutzen verschafft. Dieser liegt in der durch die Errichtung besagter Straßen und Anlagen eingeräumten Möglichkeit, die Grundstücke verkaufen zu können. Die Gemeinde ist insofern unternehmerisch tätig, weil sie nicht verpflichtet ist, besagte bauliche Maßnahmen vorzunehmen. Der Beschwerdeführer hat somit von der Gemeinde eine umsatzsteuerpflichtige Leistung erhalten, die er zur Ausführung von besteuerten Umsätzen verwendet hat.
§ 269 Abs. 3 BAO, § 6 Abs. 1 Z 14 UStG 1994
BFG vom 21.01.2020, RV/7100461/2009
Rechtssatz 1: Die Beschwerdeführerin hat die gegenständlichen (Sachsponsoring-)leistungen in Auftrag gegeben, um in weiterer Folge vom Sportverein die Werbeleistungen zu erhalten. Im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes ist im Beschwerdefall ein entsprechender Zusammenhang zwischen den Umbauleistungen des Sportplatzes des Sportvereines auf einem Grundstück, das im Eigentum der Gemeinde steht, zu bejahen, weil die Leistungen nur bewirkt wurden, um den Sponsoringvertrag erfüllen zu können und im Gegenzug die entsprechenden Werbeleistungen zu erhalten (vgl EuGH vom 14. September 2017, Iberdrola Inmobiliaria Real Estate Investments, C-132/16, Rn 34 ff).
Rechtssatz 2: Im Beschwerdefall erbringt die Beschwerdeführerin, die unstrittig kein gemeinnütziger Sportverein ist, Sachsponsoringleistungen in Erfüllung des Sponsoringvertrages gegenüber dem gemeinnützigen Sportverein. Sie erhält dafür vom Sportverein Werbeleistungen iSd § 1 des Sponsoringvertrages als äquivalente Gegenleistung. Es liegt somit ein tauschähnlicher Umsatz vor (vgl VwGH vom 18. März 2004, 2003/15/0088 sowie Ruppe/Achatz, UStG5, § 1 Tz 210).
Damit schließt schon der klare Wortlaut sowohl des Art 132 Abs. 1 Buchst m der Mehrwertsteuerrichtlinie als auch des § 6 Abs. 1 Z 14 UStG 1994 die Anwendung der Steuerbefreiung für Umsätze von gemeinnützigen Sportvereinen auf die Leistungen der Beschwerdeführerin aus (siehe auch EuGH vom 16. Oktober 2008, Canterbury Hockey Club, Canterbury Ladies Hockey Club, C-253/07). Die von der Beschwerdeführerin ins Treffen geführte unionsrechtskonforme Auslegung und Orientierung an der Zielsetzung der Befreiung – hier konkret die Förderung des Körpersportes – kann nicht gegen den Wortlaut des Unionsrechts („die Einrichtungen ohne Gewinnstreben an Personen erbringen“) erfolgen. Dies umso weniger als der Europäische Gerichtshof einen engen Auslegungsmaßstab an Steuerbefreiungen legt (vgl Ruppe/Achatz, UStG5, § 6 Tz 10/1 und die dort angeführte Judikatur des EuGH).
Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer: Einfamilienhaus als (körperschaft-)steuerneutrales und damit auch zum Ausschluss des Vorsteuerabzuges nach § 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG 1994 führendes Vermögen
BFG vom 27.12.2019, RV/2100620/2019
Beachte: VfGH-Beschwerde zur Zahl E 475/2020 anhängig.
Der/Die Beschwerdeführer/in hat anhand einer ausreichenden Anzahl von Vergleichsliegenschaften nachzuweisen, dass im Gebiet (hier: Graz) Einfamilienhäuser vergleichbarerer Gediegenheit und Exklusivität (mit vergleichbaren Kosten) errichtet (bzw. saniert) und am Markt vermietet werden, sodass das Vorliegen eines funktionierenden Mietenmarktes für solche Objekte zu bejahen ist.
Art. 135 Abs. 1 lit. g RL 2006/112/EG, § 6 Abs. 1 Z 8 lit. i UStG 1994, Anlage II RL 2009/65/EG
BFG vom 30.01.2020, RE/5100001/2020
Beachte: Beim EuGH anhängig unter C-58/20.
Ist Art. 135 Abs. 1 lit. g der RL 2006/112/EG dahin auszulegen, dass unter dem Begriff der „Verwaltung von Sondervermögen“ auch die von der Verwaltungsgesellschaft einem Dritten übertragenen steuerlichen Agenden zu verstehen sind, die darin bestehen, die gesetzeskonforme Besteuerung der Fondseinkünfte der Anteilinhaber sicherzustellen?
Zusatztext: Insbesondere stellen sich die offenen Fragen iZm der eventuell nicht investmentfondsspezifischen Zielsetzung der fraglichen Tätigkeit (gesetzeskonforme Besteuerung der Anteilinhaber statt Agenden der Portefeuille-Verwaltung) und der geforderten Eigenständigkeit der Leistung (wird hier evtl. im Zusammenspiel mit Leistungen der Depotbank, der KAG und der Bf erbracht).
Anmerkung Bereichsredaktion: Bei diesem Ersuchen geht es um die Frage der Spezifizität und hinreichenden Autonomie der ausgelagerten Leistung.
Art. 135 Abs. 1 lit. g RL 2006/112/EG, § 6 Abs. 1 Z 8 lit. i UStG 1994, § 290 Abs. 2 BAO
BFG vom 29.01.2020, RE/5100002/2020
Beachte: Beim EuGH anhängig unter C-59/20.
Anmerkung Bereichsredaktion: Bei diesem Ersuchen geht es neben der Frage der hinreichenden Autonomie der ausgelagerten Leistung auch darum, wer bei der Nutzung einer lizensierten Software die damit vorgenommenen Leistungen erbringt.
Art. 267 AEUV, ABl. Nr. C 83
BFG vom 20.12.2019, RE/7100002/2019
Beachte: Beim EuGH anhängig unter C-931/19.
Ausführliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2020, 28.
§ 269 Abs. 3 BAO, § 300 Abs. 1 BAO, § 300 Abs. 5 BAO, § 261 Abs. 1 lit. a BAO, § 300 Abs. 3 BAO
BFG vom 26.11.2019, RV/7102143/2012
(Gegenstandsloserklärung; Revision nicht zugelassen)
Durch eine Einigung der Parteien im Erörterungstermin wird das Beschwerdebegehren eingeschränkt. Mit dem innerhalb der vom Bundesfinanzgericht gesetzten Frist zu erlassenden Aufhebungsbescheid gem. § 300 BAO ist seitens der Abgabenbehörde ein ersetzender Bescheid zu verbinden. Dadurch sind die Voraussetzungen des § 261 Abs. 1 lit. a BAO erfüllt und die Beschwerde für gegenstandslos zu erklären.
BFG vom 19.12.2019, RV/3100305/2018
§ 90 BAO, §§ 77 f BAO, § 48a BAO, § 244 BAO, § 90 Abs. 3 BAO
BFG vom 15.01.2020, RV/5101754/2019
Rechtssatz 1: Die Beschwerdeführerin ist Haftungspflichtige für Kapitalertragsteuer des Primärschuldners. Sie ist damit jedenfalls als Partei im Sinne des § 90 Abs. 1 BAO anzusehen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass der Partei auch dann Gelegenheit zur Verteidigung ihrer Rechte zu geben und erforderlichenfalls Einsichtnahme in die Akten zu gewähren ist, wenn sich die Abgabenbehörde bei ihrer Entscheidung auf Akten eines Abgabenverfahrens stützt. Der Einsichtnahme des Haftungspflichtigen in die Akten des Abgabenverfahrens steht somit die abgabenrechtliche Geheimhaltungspflicht im Sinne des § 48a BAO keinesfalls entgegen (vgl. VwGH 27.2.1995, 94/16/0275).
Rechtssatz 3: Gegen nur das Verfahren betreffende Verfügungen ist nach § 244 BAO ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig. Sie können erst in der Bescheidbeschwerde gegen den die Angelegenheit abschließenden Bescheid angefochten werden. § 90 Abs. 3 BAO sieht – in Übereinstimmung mit dieser Regelung – ebenfalls vor, dass gegen die Verweigerung der Akteneinsicht ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig ist (vgl. etwa Ritz, BAO6, § 244 Tz 1; VwGH 29.5.2018, Ro 2017/15/0021).
BFG vom 14.01.2020, RV/5101732/2019
§ 245 BAO, § 260 BAO, § 245 Abs. 1 BAO, § 85 Abs. 1 BAO
BFG vom 06.11.2019, RV/1200003/2018
§ 98 Abs. 2 BAO
BFG vom 18.02.2020, RV/7102160/2013
Die FinanzOnline-Databox ist ein elektronischer Postkasten. Die „Schlüssel“ zu diesem elektronischen Postkasten sind die Zugangscodes, die beim FinanzOnline-Login einzugeben sind. Werden daher Bescheide in der FinanzOnline-Databox bereitgestellt, muss der Anwender zumindest ab diesem Tag nicht gesperrte Zugangscodes haben, damit Bescheide am Tag, ab dem sie in der FinanzOnline-Databox bereitgestellt sind, auch rechtsgültig zugestellt sind.
Art. 130 Abs. 1 Z 2 B-VG, § 283 Abs. 1 BAO
BFG vom 09.01.2020, RM/5100004/2019
BFG vom 03.01.2020, RV/7103608/2019
§ 33 LSD-BG, Art. 130 Abs. 1 Z 2 B-VG, Art. 131 Abs. 3 B-VG, § 1 Abs. 3 Z 2 BFGG, § 37 Abs. 4 VStG, § 35 VwGVG
BFG vom 06.02.2020, RM/5100005/2019
(Einstellung; Revision nicht zugelassen)
Rechtssatz 1: Nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes liegt bei einer vorläufigen Beschlagnahme, solange die Behörde die Beschlagnahme weder durch Bescheid bestätigt noch die beschlagnahmten Gegenstände tatsächlich zurückgestellt hat, eine die gesamte Dauer der Beschlagnahme umfassende Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt vor (vgl. VwGH 30.1.2013, 2012/17/0432; VwGH 23.5.1989, 89/04/0020; VwGH 26.4.1993, 90/10/0076, und VwGH 16.11.2011 ,2011/17/0190, mwN.).
Rechtssatz 2: Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes (vgl. zB. VwGH 10.8.2010, 2010/17/0091) wird ein Kostenersatz im Fall der Einstellung des Verfahrens wegen Wegfalls des Beschwerdegegenstandes nicht für gerechtfertigt erachtet. In so einem Fall ist weder eine obsiegende noch unterliegende Partei gegeben. Im Sinne des § 35 VwGVG (Kosten im Verfahren über Beschwerden wegen Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt) hat ein Kostenausspruch zu unterbleiben.
§ 235 BAO, § 236 BAO, § 240 Abs. 3 BAO
BFG vom 27.02.2020, RV/5101776/2018
Rechtssatz 1: Abschreibungen im Sinne der Bundesabgabenordnung (hier: im Sinne des § 236 Abs. 1 BAO und des auch für Nachsichten geltenden § 235 Abs. 2 BAO) sind buchungstechnische Vorgänge, die auf Abgabenkonten zu Gutschriften führen und vorangegangene entsprechende Lastschriften (kontomäßige Vorschreibungen) voraussetzen (Ellinger u.a., BAO, § 235 Anm 2 und § 236 Anm 6; Ritz, BAO, § 235 Tz 5 mit Hinweis auf VwGH 30.6.1986, 84/15/0058, 0059).
Rechtssatz 2: Das Unterlassen eines für die zweckentsprechende Rechtsverfolgung ausreichenden Erstattungsantrages nach § 240 Abs. 3 BAO begründet keine Unbilligkeit im Sinne des § 236 BAO (VwGH 4.3.2009, 2008/15/0270).
§ 3 Abs. 1 Z 1 lit. b ALSaG, § 7 Abs. 1 ALSaG, § 10 Abs. 1 ALSaG
BFG vom 20.05.2019, RV/2200006/2016