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Timestamp: 2019-01-21 04:35:52
Document Index: 151417206

Matched Legal Cases: ['§ 247', '§ 94', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 93', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 95', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

Lexikon Steuer: Gebäudeabschreibung
> Gebäudeabschreibung
Gebäude sind abnutzbare Wirtschaftsgüter. Befinden sie sich im Betriebsvermögen , können sie für eigenbetriebliche Zwecke verwendet oder für fremdbetriebliche Zwecke vermietet werden. Sie sind dann dazu bestimmt, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen und gehören zum Anlagevermögen ( § 247 Abs. 2 HGB ). Sie werden im Betrieb genutzt. Sollen Gebäude veräußert werden, rechnen sie zum Umlaufvermögen. Je nachdem, ob sie zum Anlage- oder zum Umlaufvermögen gehören, ist die Abschreibung unterschiedlich geregelt.
Gehören Gebäude zum Privatvermögen , werden sie in der Regel durch Vermietung oder Verpachtung genutzt.
Ein Gebäude ist ein Bauwerk mit folgenden Merkmalen ( R 7.1 Abs. 5 Satz 2 EStR ):
Selbstständige Gebäudeteile stehen in einem von der eigentlichen Gebäudenutzung verschiedenen Nutzungs- und Funktionszusammenhang ( R 4.2 Abs. 3 Satz 1 und 2 EStR ). Sie werden anders und in der Regel auch in einer kürzeren Zeit als die Gebäude abgeschrieben. Die beim Erwerb eines bebauten Grundstücks oder bei der Herstellung eines Gebäudes auf die selbstständigen Gebäudeteile entfallenden Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden daher vom Gebäude getrennt auf die unterschiedlichen Anlagekonten für die verschiedenen Gebäudeteile gebucht.
Betriebsvorrichtungen sind Anlagegegenstände, mit denen das Gewerbe unmittelbar betrieben wird. Das erfordert, dass zwischen der Anlage und dem Betriebsablauf ein besonders enger Zusammenhang besteht, wie er bei einer Maschine üblicherweise gegeben ist. Es reicht nicht aus, wenn eine Anlage für einen Gewerbebetrieb lediglich nützlich oder notwendig oder sogar gewerbepolizeilich vorgeschrieben ist. Sie stehen nicht in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit einem Gebäude. Sie sind auch dann bewegliche Anlagegegenstände , wenn sie wesentliche Bestandteile eines Grundstücks i. S. von § 94 BGB sind ( R 7.1 Abs.3 EStR ) Sie werden daher linear nach § 7 Abs. 1 Satz 1 bis 3 EStG , leistungsgemäß nach § 7 Abs. 1 Satz 6 EStG , degressiv nach § 7 Abs. 2 und 3 EStG abgeschrieben (siehe Abschreibung ).
Bei Bauwerken oder Teilen von Bauwerken ist zu prüfen, ob es sich um Betriebsvorrichtungen oder um Gebäude oder Gebäudeteile handelt. Richtschnur hierfür können die Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 31.03.1992 (BStBl I 1992, 342) für die Abgrenzung des Grundvermögens von den Betriebsvorrichtungen sein. Sie sind auch maßgebend für die einkommensteuerrechtliche Abgrenzung der Betriebsvorrichtungen von den Betriebsgrundstücken ( H 7.1 EStH - Betriebsvorrichtungen).
Werden bewegliche Wirtschaftsgüter in ein Gebäude eingefügt, können sie unselbstständige Bestandteile des Gebäudes werden oder selbstständige Wirtschaftsgüter bleiben. Für diese Einteilung ist nicht maßgebend, ob sie wesentliche Bestandteile ( §§ 93 , 94 BGB ) des Gebäudes im rechtlichen Sinne geworden sind.
Abgrenzung bei Einfügung von beweglichen Wirtschaftsgütern in ein Gebäude ( H 7.1 EStH - Scheinbestandteile)
Als Scheinbestandteile verlieren die eingebauten beweglichen Wirtschaftsgüter nicht ihre Eigenschaft als selbstständige bewegliche Anlagegegenstände .
Fügt ein Unternehmer bewegliche Wirtschaftsgüter in ein Gebäude ein, das er vermietet oder verpachtet hat, so bleiben sie unter den gleichen Voraussetzungen selbstständige bewegliche Anlagegegenstände. Sie bleiben aber auch dann selbstständige bewegliche Anlagegegenstände, wenn ihre Nutzungsdauer nicht länger als die Laufzeit des Vertragsverhältnisses beträgt aber für die besonderen Bedürfnisse des Mieters oder Pächters eingefügt wurden ( R 7.1 Abs. 4 Satz 2 EStR ). Sind sie auf die besonderen Bedürfnisse des Mieters oder Pächters zugeschnitten, so ist nicht damit zu rechnen, dass sie nach Beendigung des Vertragsverhältnisses noch genutzt werden. Dann ergibt sich bereits aus diesen besonderen Umständen, dass die Anlagegegenstände nur zu einem vorübergehenden Zweck eingefügt worden sind und damit als Scheinbestandteile auch nach der Einfügung in das Gebäude selbstständige bewegliche Anlagegegenstände bleiben.
Scheinbestandteile werden als bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens linear nach § 7 Abs. 1 Satz 1 bis 3 EStG , leistungsgemäß nach § 7 Abs. 1 Satz 6 EStG , degressiv nach § 7 Abs. 2 und 3 EStG abgeschrieben (siehe Abschreibung ).
Einem schnellen Wandel des modischen Geschmacks unterliegende Einbauten sind ( R 4.2 Abs. 3 Nr. 3 EStR ):
Im Einzelnen werden sie unterschiedlich bewertet :
Schaufensteranlagen dienen unmittelbar dem Gewerbebetrieb und sind damit als Betriebsvorrichtungen bewegliche Wirtschaftsgüter (siehe Abschnitt 2.2.2). Sie werden daher steuerlich linear nach § 7 Abs. 1 Satz 1 bis 3 EStG , nach Maßgabe der Leistung nach R 7 Abs. 1 Satz 6 EStR und degressiv nach § 7 Abs. 2 und 3 EStG abgeschrieben (siehe Abschreibung ).
Andere Ladeneinbauten sind daraufhin zu prüfen, ob es Einbauten für vorübergehende Zwecke sind. In diesem Fall sind es Scheinbestandteile (siehe Abschnitt 2.2.3) und damit bewegliche Wirtschaftsgüter ( § 95 BGB ). Sie werden steuerlich linear nach § 7 Abs. 1 bis 3 EStG , nach Maßgabe der Leistung nach § 7 Abs. 1 Satz 6 EStG und degressiv nach § 7 Abs. 2 und 3 EStG abgeschrieben (siehe Abschreibung ). Wurden sie nicht für vorübergehende Zwecke eingebaut, sind es sonstige selbstständige Gebäudeteile, die gemäß § 7 Abs. 5a EStG wie Gebäude abzuschreiben sind ( R 7.1 Abs. 6 EStR ).
Gaststätteneinbauten , Schalterhallen von Kreditinstituten und ähnliche Einbauten, die einem schnellen Wandel des modischen Geschmacks unterliegen, werden steuerlich gemäß § 7 Abs. 5a EStG wie Gebäude abgeschrieben ( R 7.1 Abs. 6 EStR ).
Wird ein Gebäude vom Unternehmer teils eigenbetrieblich, teils fremdbetrieblich, teils zu eigenen und teils zu fremden Wohnzwecken genutzt, steht es in unterschiedlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhängen. Es handelt sich um ein so genanntes gemischt genutztes Gebäude .
Jeder der unterschiedlich genutzten Gebäudeteile ist ein besonderes Wirtschaftsgut ( R 4.2 Abs. 4 Satz 1 EStR ). Das Gebäude kann daher zusätzlich zu den Betriebsvorrichtungen, Mietereinbauten, Scheinbestandteilen und den einem schnellem Wandel des modischen Geschmacks unterliegenden Einbauten noch in die Gebäudeteile aufgeteilt werden:
Ein eigenbetrieblich genutzter Gebäudeteil wird ausschließlich und unmittelbar für eigenbetriebliche Zwecke genutzt und gehört daher zum notwendigen Betriebsvermögen. Anteilig rechnet auch der Grund und Boden dazu ( R 4.2 Abs. 7 EStR ). Vermietet ein Unternehmer in seinem Gebäude Wohnräume an seine Arbeitnehmer, so rechnet dieser fremden Wohnzwecken dienende Gebäudeteil zu seinem notwendigen Betriebsvermögen und deshalb ebenfalls zum eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil ( R 4.2 Abs. 4 Satz 2 EStR ).
Die lineare Abschreibung richtet sich nach § 7 Abs. 4 EStG . Soweit Gebäude und Gebäudeteile zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die der Bauantrag nach dem 31.03.1985 gestellt worden ist, sind jährlich 3 %, bei Herstellungsbeginn oder Kaufvertrag vor dem 01.01.2001 4 %, abzuschreiben. Andere Gebäude und Gebäudeteile werden jährlich mit 2 %, bei Fertigstellung vor dem 01.01.1925 mit 2,5 % abgeschrieben ( § 7 Abs. 4 Satz 1 EStG ). Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer bei den Betriebsgebäuden weniger als 33 bzw. 25 Jahre und bei den anderen Gebäuden weniger als 50 bzw. 40 Jahre, so können die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungen vorgenommen werden ( § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG ).
Für die degressive Abschreibung siehe die Ausführungen in Stichwort Degressive Abschreibung .
Betriebsvorrichtungen und Scheinbestandteile sind bewegliche Wirtschaftsgüter. Soweit in den Abschnitten 2.2.2 bis 2.2.4 aufgeführte selbstständige Gebäudeteile hierzu gehören, werden sie steuerrechtlich nach den hierfür geltenden Vorschriften abgeschrieben. Für die lineare und die degressive Abschreibung dieser Wirtschaftsgüter siehe Abschreibung und Degressive Abschreibung .