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Timestamp: 2019-12-05 16:01:31
Document Index: 202768507

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 22', '§ 23', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 71', '§ 1', '§ 135', '§ 135', '§ 3', '§ 8', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

Landesrecht BW ÖKVO | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr über die Anerkennung und Anrechnung vorzeitig durchgeführter Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen (Ökokonto-Verordnung - ÖKVO) vom 19. Dezember 2010 | gültig ab: 01.04.2011
Ausfertigungsdatum: 19.12.2010
Fundstelle: GBl. 2010, 1089
Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr über die Anerkennung und Anrechnung vorzeitig durchgeführter Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen (Ökokonto-Verordnung - ÖKVO) vom 19. Dezember 2010 01.04.2011
§ 2 - Ökokonto-Maßnahmen 01.04.2011
§ 3 - Antragsverfahren 01.04.2011
§ 4 - Aufnahme in das Ökokonto-Verzeichnis 01.04.2011
§ 5 - Verzinsung 01.04.2011
§ 6 - Rechte und Pflichten des Maßnahmenträgers 01.04.2011
§ 7 - Einsicht in das Ökokonto 01.04.2011
§ 8 - Bewertung 01.04.2011
§ 9 - Zuordnung von Ökokonto-Maßnahmen 01.04.2011
§ 10 - Handelbarkeit 01.04.2011
§ 11 - Anerkannte Stellen 01.04.2011
§ 12 - Verhältnis zum Baurecht 01.04.2011
§ 13 - Übergangsvorschriften 01.04.2011
§ 14 - Inkrafttreten 01.04.2011
Anlage 1 - Ökokontofähige Maßnahmen 01.04.2011
Anlage 2 - Bewertungsregelung 01.04.2011
Abschnitt 1 - Biotope 01.04.2011
Abschnitt 2 - Förderung spezifischer Arten 01.04.2011
Abschnitt 3 - Boden und Grundwasser 01.04.2011
Abschnitt 4 - Wiederherstellung natürlicher Retentionsflächen 01.04.2011
Auf Grund von § 22 Abs. 2 und § 23 Abs. 8 Halbsatz 2 Nr. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 13. Dezember 2005 (GBl. S. 745) wird mit Zustimmung des Landtags verordnet:
Diese Verordnung regelt das Verfahren, die Zuständigkeiten, die Bewertung und Anrechnung zu vorgezogenen Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen (Ökokonto-Maßnahmen) sowie die Grundsätze über den Handel mit diesen Maßnahmen auf der Grundlage von Ökopunkten.
Aufnahme in das Ökokonto-Verzeichnis
Rechte und Pflichten des Maßnahmenträgers
(1) Der Maßnahmenträger kann bei der unteren Naturschutzbehörde bei berechtigtem Interesse eine Zustimmung zu einer Zwischenbewertung beantragen. Er legt hierzu Angaben zum Zustand der Ökokonto-Maßnahme und der Bewertung in Ökopunkten vor; § 3 Abs. 2 Nr. 5 gilt entsprechend. Ein berechtigtes Interesse liegt insbesondere vor, wenn der Maßnahmenträger beabsichtigt, die Fläche oder die Ökopunkte zu veräußern.
(2) Der Maßnahmenträger kann ohne Angabe von Gründen die Maßnahme beenden und die Löschung seiner Maßnahme aus dem Ökokonto-Verzeichnis verlangen, sofern für diese Maßnahme oder einen Teil der Maßnahme noch keine Anrechnung für einen Eingriff erfolgt ist.
(3) Vor einer Änderung des Entwicklungszieles von Ökokonto-Maßnahmen ist die Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde einzuholen. Hierzu sind Unterlagen gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 5 bis 8 vorzulegen.
Einsicht in das Ökokonto
Das Ökokonto-Verzeichnis ist über einen elektronischen Zugang der unteren Naturschutzbehörde öffentlich einsehbar. Ausgenommen sind Angaben zu personenbezogenen Daten nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und 3, es sei denn, der Maßnahmenträger und der Grundstückseigentümer oder der sonstige Berechtigte haben der öffentlichen Einsehbarkeit der sie betreffenden Angaben zugestimmt. Die Datenformate werden von der obersten Naturschutzbehörde landeseinheitlich festgelegt.
Zuordnung von Ökokonto-Maßnahmen
(1) Zur Erleichterung der Durchführung und der Handelbarkeit von Ökokonto-Maßnahmen kann die oberste Naturschutzbehörde Stellen anerkennen, die im Auftrag des Maßnahmenträgers folgende Aufgaben wahrnehmen können:
Planung und Durchführung von Ökokonto-Maßnahmen,
Pflege und Unterhaltung von Ökokonto-Maßnahmen oder
Weitergabe oder Veräußerung von Maßnahmenflächen oder Ökopunkten.
(2) Die Anerkennung kann Stellen erteilt werden, die
die Gewähr bieten, dass die Aufgaben nach Absatz 1 ordnungsgemäß erfüllt werden,
von Personen vertreten werden, die persönlich zuverlässig sind.
(3) Die Anerkennung kann auch über einen Einheitlichen Ansprechpartner im Sinne des Gesetzes über Einheitliche Ansprechpartner für das Land Baden-Württemberg abgewickelt werden; §§ 71 a bis 71 e des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes in der jeweils geltenden Fassung finden Anwendung.
(1) Diese Verordnung gilt nicht für Maßnahmen nach den § 1 a Abs. 3 und § 135 a des Baugesetzbuches (BauGB).
(2) Vorgezogene Maßnahmen einer Gemeinde nach § 135 a Abs. 2 Satz 2 Baugesetzbuch können auf naturschutzrechtliche Eingriffe angerechnet werden, wenn noch keine Anrechnung auf bauleitplanerische Eingriffe erfolgt ist. Die Vorschriften des BauGB sind zu beachten. Voraussetzung für die Zuordnung zu einem naturschutzrechtlichen Eingriff sind eine Neubewertung und die Durchführung eines Antragsverfahrens nach § 3.
Für vorgezogene Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag anerkannt wurden, kann anstelle der Bewertungsregelungen nach Anlage 2 das vertraglich vereinbarte Bewertungsmodell angewandt werden.
STUTTGART, den 19. Dezember 2010
Bewertungsregelung
Für die in § 8 vorgesehenen Bewertungen einschließlich der Wertverluste durch Eingriffe in Ökopunkten sind die folgenden Abschnitte und Tabellen maßgebend:
Biotope: Abschnitt 1 und Tabelle 1
Förderung spezifischer Arten: Abschnitt 2 und Tabelle 2
Boden und Grundwasser: Abschnitt 3 und Tabelle 3
Wiederherstellung natürlicher Retentionsflächen: Abschnitt 4.
Betreffen Maßnahmen und Eingriffe mehrere Wirkungsbereiche, sind die Bewertungen jeweils zu addieren.
Die Tabelle 1 (Biotopwertliste) enthält für alle Biotoptypen Baden-Württembergs Werte und Wertspannen, mit deren Hilfe die Bewertungen von Maßnahmen in Ökopunkten je Quadratmeter ermittelt werden. Für die Wertermittlung ist grundsätzlich das Feinmodul der Biotopwertliste zu verwenden. Bei der Planung höherwertiger Biotoptypen, die nicht unmittelbar durch die vorgesehenen Maßnahmen entstehen, ist jedoch das Planungsmodul der Biotopwertliste zu verwenden.
Sehr kleinflächige Vegetationsbestände, die als Elemente eines großflächig auftretenden Biotoptyps betrachtet werden können, werden nicht gesondert als eigener Biotoptyp bewertet.
Feinmodul mit Normalwert und Wertspanne
Das Feinmodul dient der Bestimmung des Ausgangsund des Zielwertes bei dem Wirkungsbereich Verbesserung der Biotopqualität sowie zur Bestimmung des Ausgangswertes bei dem Wirkungsbereich Schaffung höherwertiger Biotoptypen. Außerdem ist es zur Bestimmung des Zielwertes bei dem Wirkungsbereich Schaffung höherwertiger Biotoptypen heranzuziehen, soweit diese Biotoptypen im Zuge der Maßnahme in kurzer Zeit entstehen. Die angegebenen Bewertungsattribute gelten für alle Biotoptypen des jeweiligen Tabellenblocks. Das Feinmodul enthält häufig zutreffende Bewertungsattribute. Die Aufzählung der Bewertungsattribute ist nicht abschließend, im Einzelfall sind weitere Bewertungsfaktoren heranzuziehen.
Bei der Herleitung des Biotopwerts sind folgende Vorgaben zu beachten:
Normale Ausprägung des Biotoptyps
Bei normaler Ausprägung des Biotoptyps ist der angegebene Normalwert (fetter Wert) zu verwenden.
Unterdurchschnittliche oder überdurchschnittliche Ausprägung des Biotoptyps
Bei einer vom Normalwert abweichenden Biotopausprägung (auf der Grundlage auf- und abwertender Attribute) ist ein entsprechender Wert unterhalb oder oberhalb des Normalwerts, aber innerhalb der angegebenen Wertspanne zu ermitteln. Der ermittelte Wert ist fachlich zu begründen.
Eine überdurchschnittliche Ausprägung des Biotoptyps kann durch eine überdurchschnittliche Artenausstattung oder durch besondere Standortqualitäten begründet sein.
Eine überdurchschnittliche Artenausstattung kann bei jedem Biotoptyp vorliegen, wenn
eine für den Biotoptyp überdurchschnittlich hohe Artenvielfalt vorhanden ist oder
der Bestand eines Biotoptyps wegen des Auftretens von besonders wertgebenden Arten eine überdurchschnittliche Qualität besitzt; dies können insbesondere Arten des Anhangs IV der Richtlinie 92/43/EWG oder sonstige streng geschützte Arten sein.
Überdurchschnittliche Artenausstattung bei bestimmten Biotoptypen
Bei den mit einem Stern »*« gekennzeichneten Biotoptypen rechtfertigt das bodenständige Vorkommen von biotoptypischen Landesarten des Zielartenkonzepts (ZAK) Baden-Württemberg oder stark gefährdeter Pflanzenarten oder deren zukünftig zu erwartendes Auftreten nach Durchführung von Biotopaufwertungsmaßnahmen in der Regel einen Biotopwert im oberen Drittel der Wertspanne. In Frage kommen die Artengruppen des ZAK, die als Bewertungsattribut bei diesen Biotoptypen beispielhaft aufgeführt sind. Diese erhöhten Biotopwerte können jedoch nur bei konkreten Artnachweisen oder im Fall eines zu erwartenden Auftretens einer Art nach Durchführung von Biotopaufwertungsmaßnahmen mit fachlicher Begründung vergeben werden. Grundlage der Bewertung sind die im Informationssystem Zielartenkonzept (Internet: www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt.5/zak) dokumentierten Einstufungen bei Tierarten und bei Pflanzenarten die Einstufung in die Kategorien RL 0, 1, 2 oder R der aktuellen Roten Liste des Landes Baden-Württemberg. Berücksichtigt werden nur Arten, die im Planungsgebiet bodenständig sind und nur diejenigen Flächen, die eine essenzielle Funktion für die entsprechenden Arten besitzen (werden), insbesondere als Fortpflanzungs-, Aufzucht- oder spezifische Nahrungsstätte.
Außergewöhnlich bedeutsame Artvorkommen oder Standortverhältnisse
Bei außergewöhnlich bedeutsamen Artvorkommen oder Standortverhältnissen sind auch Werte außerhalb der angegebenen Wertspanne möglich. Diese Werte sind allerdings ausführlich fachlich zu begründen und mit konkreten Artnachweisen oder Standortbeschreibungen zu belegen. Eine außergewöhnlich bedeutsame Artenausstattung liegt erst dann vor, wenn ein Biotoptyp eine weit über dem Normalfall liegende Artenvielfalt besitzt oder wenn wertgebende Arten von herausragender Bedeutung auftreten.
Das Planungsmodul dient der Ermittlung des Zielwerts beim Wirkungsbereich »Schaffung höherwertiger Biotoptypen«, die im Zuge der Maßnahme erst allmählich entstehen. Bei Biotoptypen, die nicht innerhalb von 25 Jahren entwickelt werden können, entfällt der Planungswert. Bewertet wird in diesen Fällen derjenige Biotoptyp, der sich im Laufe der Entwicklung nach 25 Jahren einstellen wird.
Das Planungsmodul enthält für die Biotoptypen ebenfalls einen Normalwert (fetter Wert) und eine Wertspanne. Vom Normalwert ist dann abzuweichen, wenn davon auszugehen ist, dass die im Normalfall zu erwartende Wertigkeit nicht erreicht oder übertroffen wird, weil entweder besonders ungünstige oder besonders günstige Rahmenbedingungen vorliegen oder weil die Art der Maßnahmendurchführung eine andere Biotopbewertung rechtfertigt. Die abweichenden Werte sind zu begründen.
Ein hoher Planungswert aufgrund des zu erwartenden Auftretens von Landesarten des Zielartenkonzeptes Baden-Württemberg oder von Pflanzenarten der Gefährdungskategorien RL 0, 1, 2 oder R in der Maßnahmenfläche ist fachlich zu begründen. Er ist nur dann anwendbar, wenn konkrete, aktuelle Nachweise dieser Arten aus dem nahen Umfeld aus Biotoptypen vorliegen, die entweder selbst den Zieltyp der Maßnahme darstellen oder deren spätere Besiedlung mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann.
Soweit bei einer erneuten Bewertung der Maßnahme zu einem späteren Zeitpunkt der geplante Biotoptyp bereits entwickelt ist, erfolgt die Bewertung nicht mehr mit dem Planungsmodul, sondern mit dem Feinmodul.
Bewertung von Waldbiotoptypen
Für die Bewertung der Waldbiotoptypen sind die ergänzenden Regelungen unter Nummer 5 der Biotopwertliste zu beachten.
Bewertung von Bannwäldern und Waldrefugien
Die Schaffung von Bannwäldern und Waldrefugien wird einmalig mit 4 Ökopunkten je Quadratmeter bewertet. Eine zusätzliche Bewertung von Biotoptypen findet nicht statt.
Die Bewertung von Eingriffen erfolgt nach dem aktuellen Biotopwert.
Bewertung von Biotopen, die durch Eingriffe entstehen
Bei der Bewertung von Biotoptypen, die durch Eingriffe sofort entstehen, kann das Feinmodul dann verwendet werden, wenn angrenzend bereits entsprechende Biotoptypen in guter Ausprägung vorkommen und gutachterlich prognostiziert werden kann, dass die neu geschaffenen Biotopflächen in kurzer Zeit eine höhere als die normale Wertigkeit besitzen werden. Andernfalls ist das Planungsmodul zu verwenden.
Auswirkungen auf die Grundwassergüte
Maßnahmen, die sich positiv auf die Grundwassergüte auswirken, sind zusätzlich nach Abschnitt 3 zu bewerten.
Kleinflächige Maßnahmen mit großer Flächenwirkung
Bei kleinflächigen Ökokonto-Maßnahmen mit großer Flächenwirkung (punktuelle Maßnahmen) kann eine Bewertung über die Maßnahmenkosten erfolgen. Dabei entsprechen im Regelfall 1 Euro Maßnahmenkosten 4 Ökopunkten. Dieser Herstellungskostenansatz ist dann zulässig, wenn einer punktuellen Maßnahme eine konkrete Wirkungsfläche nicht zugeordnet werden kann. Dabei müssen die Herstellungskosten in einem adäquaten Verhältnis zum voraussichtlich erzielbaren ökologischen Aufwertungsgewinn stehen.
Zur Bewertung kleinflächiger (punktueller) Eingriffe kann der Kostenansatz nicht herangezogen werden.
Pufferflächen gegen Stoffeinträge
Die Schaffung von Pufferflächen zum Schutz vor Stoffeinträgen wird zusätzlich zur jeweiligen Biotopwertsteigerung pauschal mit 3 Ökopunkten je Quadratmeter Pufferfläche bewertet. Anrechenbar ist die Pufferfunktion auf einer Breite von maximal 10 Metern angrenzend an die immissionsempfindlichen Biotope. Die Maßnahme muss eine signifikante Verringerung von Stoffeinträgen auf die empfindlichen Biotope bewirken. Die alleinige Erklärung einer Fläche zur Pufferfläche ohne Verbesserung der Pufferfunktion ist nicht ökokontofähig. Die durch die Maßnahme erzielte Qualitätsverbesserung bei den empfindlichen Biotopen wird mit dem Feinmodul bewertet.
Maßnahmen des Wirkungsbereichs »Förderung spezifischer Arten« (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3) werden nach Tabelle 2 für die dort abschließend benannten Tier- und Pflanzenarten bewertet. Die jeweiligen Ökopunkte errechnen sich aus der Flächengröße des neu geschaffenen Bestands oder der Anzahl der neu entstandenen Populationseinheiten. Die Maßnahmen dieses Wirkungsbereichs können miteinander kombiniert werden.
Voraussetzungen für die Anerkennung von Maßnahmen des spezifischen Artenschutzes:
Es muss ein aktuelles Vorkommen der Art im artspezifisch erreichbaren Umfeld vorliegen.
Es ist eine fachliche Prognose der Maßnahmenwirksamkeit mit hohen Erfolgsaussichten vorzulegen. Dies beinhaltet insbesondere den Nachweis gut geeigneter standörtlicher Bedingungen sowie der notwendigen Habitat- und Nahrungsressourcen.
Durch die Maßnahmen müssen neue Bestände der Art entstehen. Als neu gilt sowohl ein Bestand, der räumlich vom bisherigen getrennt ist, als auch ein Bestand, der räumlich direkt an einen bestehenden anschließt.
Die Planung der Maßnahme muss die Entwicklungs- und Erhaltungspflege darstellen.
Bei Tierarten sind nur Maßnahmen anrechenbar, die eine Reproduktion der betreffenden Art auf der Maßnahmenfläche ermöglichen.
Anpflanzungen und Ansaaten von Pflanzenarten der Tabelle 2 sind nicht zulässig.
Die Durchführung der Maßnahme wird mit 20 Prozent der in Tabelle 2 aufgeführten Ökopunkte bewertet. Nach Etablierung der Art ist die volle in Tabelle 2 aufgeführte Anzahl an Ökopunkten der Bewertung zu Grunde zu legen.
Für den Wirkungsbereich »Wiederherstellung und Verbesserung von Bodenfunktionen« (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5) erfolgt die Bewertung durch einen Vergleich der Wertstufe des Bodens vor und nach der Maßnahme. Dabei entspricht die Verbesserung des Bodens um eine Wertstufe einem Gewinn von 4 Ökopunkten je Quadratmeter.
Ermittlung der Wertstufen von Böden und Herleitung der Ökopunkte
Bei der Ermittlung der Wertstufen des Bodens (Bewertung von Böden) werden folgende Bodenfunktionen betrachtet:
Sonderstandort für naturnahe Vegetation.
Mit Hilfe von Kenngrößen des Bodens werden diese Funktionen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit in die Bewertungsklassen 0 (versiegelte Flächen, keine Funktionserfüllung) bis 4 (sehr hohe Funktionserfüllung) eingeteilt. Für die Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation« werden nur Standorte der Bewertungsklasse 4 (sehr hoch) betrachtet.
keine (versiegelte Flächen)
Für die Gesamtbewertung des Bodens werden folgende Fälle unterschieden:
Erreicht die Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation« die Bewertungsklasse 4 (sehr hoch), wird der Boden bei der Gesamtbewertung in die Wertstufe 4 eingestuft.
Bewertungsklasse für die Bodenfunktion »Sonderstandort für die naturnahe Vegetation«
(Gesamtbewertung
der Böden)
In allen anderen Fällen wird die Wertstufe des Bodens über das arithmetische Mittel der Bewertungsklassen für die anderen drei Bodenfunktionen ermittelt. Die Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation« wird dann nicht einbezogen.
Die nachfolgend aufgeführten Kombinationen der Bewertungsklassen für Bodenfunktionen in Spalte 1 bilden häufige Fälle ab. Andere Kombinationen sind möglich; bei diesen sind in entsprechender Weise Wertstufe und Ökopunkte zu ermitteln.
Bewertungsklassen für
die Bodenfunktionen*
Maßnahmen, die das Schutzgut Boden betreffen, werden nach Tabelle 3 bewertet. Danach besteht der Gewinn an Ökopunkten je Quadratmeter im Regelfall in einem festen Punktwert. Im Übrigen werden in der Tabelle 3 auch Wertspannen angegeben; insoweit ist der Gewinn in Ökopunkten entsprechend der Verbesserung der Wertstufe zu ermitteln. Aufgrund der herausragenden Bedeutung von Entsiegelungsmaßnahmen für das Schutzgut Boden werden hierfür grundsätzlich 16 Ökopunkte je Quadratmeter entsiegelter Fläche festgelegt.
Maßnahmen zur »Wiederherstellung natürlicher oder naturnaher Standortverhältnisse durch Wiedervernässung und Nutzungsextensivierung« nach Tabelle 3 werden nach der Wiederherstellung der Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation« berechnet. Ökokontofähig sind Maßnahmen für Böden, die ursprünglich eine sehr hohe oder hohe Bedeutung als Sonderstandort für naturnahe Vegetation aufwiesen, jedoch in der Vergangenheit meist durch Entwässerung stark verändert wurden. Insbesondere sind hierfür entwässerte Moore und Grundwasserböden sowie gedränte Stauwasserböden zu nennen.
Bewertung von Eingriffen in Böden
Im Falle von Versiegelungen ist die Wertstufe nach dem Eingriff »0« und der Umfang des Eingriffsdefizits entspricht der Wertstufe des Bodens vor der Versiegelung. Im Falle der Freilegung des Grundwassers findet die Wasserfläche als »Ausgleichskörper für den Wasserkreislauf« Berücksichtigung.
Der Umfang des Eingriffsdefizits wird aus der Differenz der Wertstufen vor und nach dem Eingriff ermittelt.
Die Bewertung des Wirkungsbereichs »Verbesserung der Grundwassergüte« (§ 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5) erfolgt entweder im Rahmen der Bewertungsvorgabe Biotope (Abschnitt 1) oder anhand der Bewertungsvorgaben Boden und Grundwasser entsprechend folgender Regelung:
Wirkt sich eine Maßnahme zusätzlich positiv auf die Grundwassergüte aus, ergibt sich auf Standorten mit mittlerer bis sehr hoher Wasserdurchlässigkeit ein zusätzlicher Gewinn. Dieser beträgt:
1 Ökopunkt je Quadratmeter im Bereich der Hydrogeologischen Einheiten Obere Meeresmolasse, Oberkeuper und oberer Mittelkeuper, Gipskeuper und Unterkeuper, Unterer Muschelkalk, Mittlerer und Unterer Buntsandstein, Trias ungegliedert
2 Ökopunkte je Quadratmeter im Bereich der Hydrogeologischen Einheiten Quartäre und pliozäne Sande und Kiese (Oberrheingraben), Oberjura (Schwäbische Fazies), Oberjura (Racuracische Fazies), Oberer Muschelkalk
3 Ökopunkte je Quadratmeter im Bereich der Hydrogeologischen Einheiten fluvioglaziale Kiese und Sande (Alpenvorland), jungquartäre Flusskiese und Sande.
Eingriffe in das Grundwasser werden durch die Bewertung des Schutzguts Boden abgedeckt.
Die einzelnen Ziffern entsprechen der Bewertungsklasse jeweils einer der Bodenfunktionen »Natürliche Bodenfruchtbarkeit«, »Ausgleichskörper im Wasserkreislauf« und »Filter und Puffer für Schadstoffe«.
Die Bewertung im Wirkungsbereich Wiederherstellung natürlicher Retentionsflächen erfolgt durch die Ermittlung der wieder hergestellten, zuvor ausgedeichten oder überschütteten natürlichen Retentionsflächen innerhalb der Hochwasserlinie HQ 10. Für die wieder hergestellte Retentionsfläche ergibt sich ein Gewinn von 5 Ökopunkten je Quadratmeter.
Tabelle 1: Biotopwertliste
Feinmodul
Normalwerte des Feinmoduls/Planungsmoduls
Erläuterungen zur Handhabung (Angaben zu einzelnen Biotoptypen oder zu Biotoptypengruppen, bei letzterem unter der jeweiligen Hauptüberschrift, z. B. 12. Fließgewässer)
aufwertendes Attribut
abwertendes Attribut
den Normalzustand beschreibendes Attribut (nur bei Bedarf angegeben)
Das bodenständige Vorkommen von biotoptypischen Landesarten des Zielartenkonzepts oder stark gefährdeter Pflanzenarten rechtfertigt i. d. R. eine Bewertung im oberen Drittel der Wertspanne (vgl. Nr. 1.1.3).
Die Bewertung des Biotoptyps erfolgt in der Regel über den Herstellungskostenansatz.
Naturnahe Quelle [siehe Untertypen]
Der Biotoptyp wird nicht bewertet. Die Bewertung der Fläche erfolgt über die Vegetation (z. B. Nasswiese).
19 - 38 - 53
24 - 48 - 57
27 - 53 - 57
überdurchschnittliche Artenausstattung
überdurchschnittlich gut ausgebildete Makrophytenvegetation
beeinträchtigt (z. B. Viehtritt, Drainage, Stoffeintrag)
mit Störungszeigern
Bei »punktuellen« Maßnahmen erfolgt die Bewertung nach den Herstellungskosten.
Eine Herstellung ist möglich durch Renaturierung einer naturfernen Quelle.
Naturferne Quelle*
nicht vollständig verbaut (z. B. Austrittsort schachtförmig mit Naturstein ummauert)
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Quellschnecken)
durch Stoffeintrag beeinträchtigt
Die Ufervegetation an Fließgewässern wird oberhalb der Uferlinie (soweit kartiertechnisch abgrenzbar) über die entsprechenden Biotoptypen (z. B. Röhricht) bewertet. Unterhalb der Uferlinie erfolgt die Bewertung der Ufervegetation nur dann, wenn sie höherwertig ist als das Gewässer selbst. Die Tauch- und Schwimmblattvegetation wird grundsätzlich nicht eigens bewertet, sondern als Gewässerattribut berücksichtigt.
Naturnaher Bachabschnitt [alle Untertypen]*
18 - 35 - 53
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Fische, Libellen, Bachmuschel, uferbewohnende Laufkäfer)
Gewässergüteklasse besser als II
Gewässergüteklasse schlechter als II
Wasserführung beeinträchtigt
geringfügig ausgebaut oder begradigt
Der Planungswert setzt wie der Normalwert die Gewässergüteklasse II voraus. Abweichungen hiervon werden sowohl beim Ausgangs- als auch beim Planungsbiotop mit demselben Auf- bzw. Abschlag bewertet.
Punktuelle Maßnahmen mit flächenhafter Wirkung (Beseitigung Wanderungshindernisse) werden nach den Herstellungskosten bewertet.
Ausgebauter Bachabschnitt [siehe Untertypen]
Mäßig ausgebauter Bachabschnitt*
8 - 16 - 35
Stark ausgebauter Bachabschnitt*
Naturnaher Flussabschnitt*
Ausgebauter Flussabschnitt [siehe Untertypen]
Mäßig ausgebauter Flussabschnitt*
Stark ausgebauter Flussabschnitt*
Kanal [siehe Untertypen]
Schifffahrtskanal*
Mühlkanal*
2 - 8 - 27
Hochwasserentlastungskanal*
Kraftwerkskanal*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Fische, Libellen, Bachmuschel)
Gewässergüteklasse schlechter als II (beim Untertyp 12.54 bereits berücksichtigt)
vollständig befestigt
3 - 13 - 27
Entwässerungsgraben*
Bewässerungsgraben*
nicht durch Stoffeintrag belastet
durch Stoffeintrag erheblich belastet
Der Planungswert geht wie der Normalwert von einer geringen Beeinträchtigung der Wasserqualität aus. Abweichungen hiervon werden sowohl beim Ausgangs- als auch beim Planungsbiotop mit demselben Auf- bzw. Abschlag bewertet.
Der Biotoptyp wird nicht bewertet. Die Bewertung der Fläche erfolgt über die Vegetation (z. B. Ruderalvegetation).
Die Ufervegetation von Stillgewässern wird oberhalb der Uferlinie (soweit kartiertechnisch abgrenzbar) über die entsprechenden Biotoptypen bewertet. Unterhalb der Uferlinie erfolgt die Bewertung der Ufervegetation nur dann, wenn sie höherwertig ist als das Gewässer selbst. Tauch- und Schwimmblattvegetation wird grundsätzlich nicht eigens bewertet, sondern als Gewässerattribut berücksichtigt.
Stillgewässer im Moorbereich [siehe Untertypen]
Natürliches Stillgewässer im Moor
mit Störungszeigern (z. B. durch Nährstoffeintrag, Entwässerung)
Anthropogenes Stillgewässer im Moor*
15 - 30 - 39
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Libellen)
Gewässermorphologie naturfern
durch Stoffeintrag belastet
junges Gewässer (< 25 Jahre)
Tümpel oder Hüle*
13 - 26 - 53
13 - 26 - 34
weitgehend natürliches Gewässer
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Libellen, Amphibien)
Gewässermorphologie beeinträchtigt
Altarm oder Altwasser [alle Untertypen]*
21 - 42 - 53
21 - 32 - 42
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Fische, Libellen, Amphibien)
Auendynamik natürlich
Auendynamik erheblich anthropogen beeinträchtigt
Bodensee [siehe Untertypen]
Naturnaher Uferbereich des Bodensees
Die Bewertung erfolgt über die Vegetation
Naturnahe Flachwasserzone des Bodensees
27 - 53 - 64
27 - 40 - 53
Tiefenwasserzone des Bodensees
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Freizeitnutzung, Fischerei)
Naturnahe Bereiche eines Sees, Weihers oder Teichs [siehe nachfolgende Differenzierungen]
Naturnahe Bereiche eines natürlichen Stillgewässers*
24 - 40 - 53
Naturnahe Bereiche eines anthropogenen Stillgewässers*
17 - 30 - 53
17 - 30 - 39
ausgedehnte Flachwasserzonen
oligotrophes Gewässer
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Freizeitnutzung, Uferbefestigung, Störungen durch Materialabbau in angrenzenden Bereichen)
Mangel an Flachwasserzonen
Abwertung u. a. bei Folgestörungen nach Renaturierung bzw. nach Eingriffsende (z. B. Eutrophierung, Freizeitnutzung).
Bereiche anthropogener Stillgewässer mit laufendem Materialabbau (z. B. in Baggerseen) werden dem Biotoptyp 13.91 zugeordnet.
Naturferner Bereich eines Stillgewässers [siehe Untertypen]
Naturferner Bereich eines Sees, Weihers oder Teichs [siehe nachfolgende Differenzierungen]
Naturferner Bereich eines Sees, Weihers oder Teichs*
8 - 11 - 24
naturnahe Morphologie (z. B. Bereiche von Naturschwimmbädern)
stark verbaut
Klärteich oder Absetzteich (technisches Bauwerk)
Sofern es sich um Anlagen mit Pflanzenbewuchs handelt,
ist eine Bewertung nach den entsprechenden Biotoptypen möglich.
Naturfernes Kleingewässer*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Amphibien)
mit Spontanvegetation
ohne künstliche Abdichtung
Fallenwirkung für Amphibien
Terrestrisch-morphologische Biotoptypen
Offene Felsbildungen, Steilwände, Block- und Geröllhalden, Abbauflächen und Aufschüttungen
Vegetationsbewachsene Bereiche von Felsen, Steilwänden, Halden sowie von Abbau- und Aufschüttungsflächen werden über die entsprechenden Biotoptypen (z. B. Trockenrasen, Ruderalvegetation) erfasst, soweit dies im Betrachtungsmaßstab möglich ist.
Offene Felsbildung [siehe Untertypen]
Natürliche offene Felsbildung (einschließlich Felsbänder)
unterdurchschnittliche Artenausstattung
beeinträchtigt (z. B. Freizeitnutzung, Beschattung)
Anthropogen freigelegte Felsbildung (Steinbrüche, Felsanschnitte)*
4 - 23 - 41
4 - 18 - 23
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien, Schnecken)
ohne typische Arten
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Straßenverkehr, Freizeitnutzung, Beschattung)
laufender Materialabbau
geringes Alter (< 25 Jahre nach Freilegung)
Abwertung u. a. bei Folgestörungen nach Eingriffsende
(z. B. Straßenverkehr, Eutrophierung von angrenzenden Flächen).
Steilwand aus Lockergestein [alle Untertypen]*
4 - 23 - 30
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien, Wildbienen)
natürliche Steilwand
beeinträchtigt (z. B. laufender Materialabbau, Eutrophierung, Verfall)
Offene natürliche Gesteinshalde [alle Untertypen]
Anthropogene Gesteins- oder Erdhalde [siehe Untertypen]
Anthropogene Gesteinshalde*
2 - 23 - 41
2 - 18 - 23
alte, seit langem ungestörte Halde
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien, Tagfalter, Schnecken)
fortwährende oder wiederkehrende Materialumlagerung
aus standortfremdem oder anthropogenem Material
deponieartig
beeinträchtigt (z. B. Stoffeintrag von angrenzenden Flächen, Beschattung)
im dauerhaft stillgelegten Bereich einer Abbaufläche
Anthropogene Erdhalde, lehmige oder tonige Aufschüttung
aus standortfremdem Material
Kiesige oder sandige Abbaufläche beziehungsweise Aufschüttung [alle Untertypen]
Rohbodenfläche, lehmige oder tonige Abbaufläche
Aufschüttung aus standortfremdem Material
Geomorphologische Sonderformen
Höhle oder Stollen [siehe Untertypen]
(27 - 53 - 64)
(9 - 22 - 53)
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Fledermäuse)
beeinträchtigt (z. B. Freizeitnutzung, vollständige Verschließung des Eingangs)
Ein Flächenansatz ist bei der Bilanzierung nicht möglich. Aufwertungsmaßnahmen (z. B. Zugänglichkeit für Fledermäuse) werden nach den Herstellungskosten bewertet.
Offene Binnendüne
Schlucht, Tobel oder Klinge
Regelmäßig überschwemmter Bereich
Diese geomorphologischen Sonderformen als solche werden im Ökokonto nicht bewertet. Die Bewertung der Flächen erfolgt über die überlagernden Biotoptypen.
Morphologische Sonderformen anthropogenen Ursprungs
Hohlwege sowie vegetationsbewachsene Steinriegel, Lesesteinhaufen und Mauern werden über die entsprechenden Biotoptypen erfasst (z. B. Trockenrasen, Gebüsch trockenwarmer Standorte, Ruderalvegetation).
Steinriegel*
11 - 23 - 41
Lesesteinhaufen*
Trockenmauer*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien)
beeinträchtigt (z. B. Stoffeintrag von angrenzenden Flächen, Ablagerungen, Beschattung, außerdem bei Trockenmauer: Veränderung des Standorts durch Verfall)
23.40: Die Bewertung erfolgt über die Herstellungskosten.
Verfugte Mauer oder Treppe [alle Untertypen]
Gehölzarme terrestrische und semiterrestrische Biotoptypen
Hochmoor [siehe Untertypen]
Natürliches Hochmoor
beeinträchtigt (z. B. Nährstoffeintrag, Entwässerung)
Naturferner Hochmoorbereich (offener Abtorfungsbereich)*
Moorregeneration potenziell noch möglich
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien, Heuschrecken)
Natürliches Übergangs- oder Zwischenmoor
Regenerations- und Heidestadien von Hoch-, Zwischen- oder Übergangsmoor [siehe Untertypen]
Moor-Regenerationsfläche
(zum Beispiel Hochmoor-Regeneration auf Torfstich)*
25 - 39 - 50
25 - 29 - 39
Heidestadium eines Moors*
22 - 35 - 46
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Reptilien, Heuschrecken, Libellen, Tagfalter)
weitgehend regenerierter Bestand
beeinträchtigt (z. B. Nährstoffeintrag oder -mobilisation)
Eine Entwicklung ist nur möglich, wenn der Nährstoffhaushalt noch günstig ist und das typische Artenpotenzial zumindest auf Kontaktflächen vorhanden ist.
Waldfreie Niedermoore und Sümpfe
Kleinseggen-Ried basenarmer Standorte [alle Untertypen]*
22 - 40 - 53
22 - 34 - 40
Kleinseggen-Ried basenreicher Standorte [alle Untertypen]*
Waldfreier Sumpf
Waldsimsen-Sumpf
Schachtelhalm-Sumpf*
11 - 19 - 39
Sonstiger Waldfreier Sumpf*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Libellen, Laufkäfer, Schnecken)
auf sickerquelligem Standort (nur bei 32.31 - 32.33)
beeinträchtigt (z. B. Düngung, Entwässerung, Trittschäden, Brache)
artenarme Ausbildung
32.10 und 32.20: Eine Entwicklung ist nur möglich, wenn der Nährstoffhaushalt günstig ist und das typische Artenpotenzial zumindest auf Kontaktflächen vorhanden ist (z. B. Wiederbewirtschaftung von Sukzessionsflächen ehemaliger Bestände).
Nasswiese*
14 - 26 - 39
14 - 26 - 34
Nasswiese basenreicher Standorte der Tieflagen*
Nasswiese basenreicher Standorte der montanen Lagen*
Nasswiese basenarmer Standorte*
Nasswiese mit Molinion-Arten im weiteren Sinne*
20 - 33 - 46
Flutrasen*
Wirtschaftswiese mittlerer Standorte [siehe Untertypen]
12 - 21 - 32
12 - 21 - 27
Montane Magerwiese mittlerer Standorte
Weide mittlerer Standorte [siehe Untertypen]
Magerweide mittlerer Standorte
Fettweide mittlerer Standorte
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Laufkäfer, Schnecken, Heuschrecken)
auf sickerquelligem Standort (nur bei 33.20 - 33.24)
beeinträchtigt (z. B. Düngung, Trittschäden, Brache, Entwässerung)
33.10: Eine Entwicklung ist nur möglich, wenn der Nährstoffhaushalt bereits günstig ist und das typische Artenpotenzial zumindest auf Kontaktflächen vorhanden ist (z. B. Wiederbewirtschaftung von Sukzessionsflächen ehemaliger Bestände).
33.20, 33.43, 33.44 und 33.51: Günstige Bedingungen, wenn Standort nicht eutrophiert und Artenpotenzial hoch (z. B. Entwicklung aus Sukzessionsflächen ehemaliger Bestände); ungünstige Bedingungen, wenn Standort eutrophiert und Artenpotenzial gering (z. B. Entwicklung aus Acker, Intensivgrünland).
Intensivgrünland oder Grünlandansaat
Intensivwiese als Dauergrünland
Rotationsgrünland oder Grünlandansaat
Intensivweide
Trittpflanzenbestand [alle Untertypen]
Tauch- und Schwimmblattvegetation, Quellfluren, Röhrichte und Großseggen-Riede
Tauch- oder Schwimmblattvegetation
Die Tauch- oder Schwimmblattvegetation wird nicht eigens bewertet, sondern bei der Bewertung der Gewässer-Biotoptypen berücksichtigt.
Vegetation einer Kies-, Sand- oder Schlammbank [alle Untertypen]
12 - 26 - 64
12 - 26 - 34
überdurchschnittlich naturnah
aus Trivialarten
wenig naturnah (z. B. an Wegrand, auf Ackerbrache)
Bestände auf zeitweilig trocken gefallenen Gewässerflächen werden nur bewertet, wenn sie höherwertig sind als das Gewässer selbst.
Quellflur [alle Untertypen]
23 - 38 - 53
besondere Standortqualität (z. B. ohne Nutzungseinfluss)
beeinträchtigt (z. B. Nährstoffeintrag, Drainage, Beschattung, Trittschäden)
Kleinröhricht*
11 - 19 - 46
11 - 19 - 25
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Libellen, Laufkäfer)
Bestände unterhalb der Uferlinie von Gewässern werden nur bewertet, wenn sie höherwertig sind als das Gewässer selbst.
Röhricht*
Ufer-Schilfröhricht*
11 - 19 - 53
Land-Schilfröhricht*
11 - 19 - 44
Rohrkolben-Röhricht*
Teichbinsen-Röhricht*
Röhricht des Großen Wasserschwadens*
10 - 17 - 48
Rohrglanzgras-Röhricht*
Schneiden-Ried*
21 - 35 - 57
Teichschachtelhalm-Röhricht*
Sonstiges Röhricht*
Großseggen-Ried*
10 - 17 - 25
Steifseggen-Ried*
Sumpfseggen-Ried*
Schlankseggen-Ried*
Wunderseggen-Ried*
Schnabelseggen-Ried*
17 - 28 - 57
Blasenseggen-Ried*
Rispenseggen-Ried*
14 - 24 - 53
Kammseggen-Ried
Sonstiges Großseggen-Ried*
überdurchschnittlich naturnah (z. B. an natürlichen bzw. an naturnahen Gewässern)
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Vögel, Laufkäfer, Schnecken)
auf sickerquelligem Standort
mäßig naturnah (z. B. an Graben, auf Wiesenbrache)
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Grundwasserabsenkung)
wenig naturnah (z. B. auf junger Ackerbrache)
Günstige Bedingungen auf naturnahen Standorten
(z. B. renaturierte Uferbereiche), ungünstige Bedingungen auf eutrophierten, ehemaligen Landwirtschaftsflächen.
Saumvegetation, Dominanzbestände, Hochstauden- und Schlagfluren, Pionier- und Ruderalvegetation
Saumvegetation mittlerer Standorte [siehe Untertypen]
10 - 12 - 21
naturnahe Ufervegetation
11 - 19 - 32
23 - 39 - 57
23 - 28 - 39
natürliche Vegetation (nur bei 35.20, z. B. auf Fels)
beeinträchtigt (z. B. Ablagerungen, Eutrophierung, Tritt)
35.12: Günstige Bedingungen bei angrenzender extensiver Nutzung (z. B. Magerwiese, Magerrasen), ungünstige Bedingungen bei angrenzender intensiver Nutzung (z. B. Acker, Intensivgrünland).
35.20: Eine Entwicklung ist nur auf trockenwarmem, nährstoffarmem Standort möglich.
Dominanzbestand
Neophyten-Dominanzbestand
Hochstaudenflur [siehe Untertypen]
Hochstaudenflur quelliger, sumpfiger oder mooriger Standorte
Gewässerbegleitende Hochstaudenflur
Sonstige Hochstaudenflur
10 - 16 - 27
10 - 16 - 21
Hochstaudenflur hochmontaner Lagen
21 - 33 - 53
beeinträchtigt (z. B. Entwässerung, Eutrophierung)
Günstige Bedingungen, wenn Standort nicht eutrophiert, ungünstige Bedingungen, wenn Standort nachhaltig eutrophiert.
Der Biotoptyp wird in der Regel nicht bewertet, da er meist nur ein kurzes Sukzessionsstadium auf Kahlschlag- oder Windwurfflächen darstellt. Soweit sich die Fläche bereits wieder einem initialen Stadium eines Waldbiotoptyps zuordnen lässt, erfolgt die Bewertung im Feinmodul nach dem entsprechenden Typ.
Solange keine Zuordnung möglich ist, wird die Fläche mit dem Normalwert des vorangegangenen Waldbiotoptyps bewertet.
Eine Bewertung als Schlagflur erfolgt nur dann, wenn von einem dauerhaften Bestand auszugehen ist (z. B. unter einer Hochspannungsleitung).
Pionier- und Ruderalvegetation
Ausdauernde Ruderalvegetation trockenwarmer Standorte*
12 - 15 - 35
Pioniervegetation auf Sonderstandorten*
9 - 15 - 41
9 - 15 - 34
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von Arten der Zwergbinsengesellschaften oder von ZAK-Landesarten (v. a. Heuschrecken, Tagfalter, Wildbienen, Laufkäfer)
Heiden, Mager-, Sand- und Trockenrasen
22 - 37 - 50
22 - 31 - 37
Magerrasen bodensaurer Standorte
17 - 30 - 42
17 - 27 - 33
Flügelginsterweide
Besenginsterweide
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Tritt, Brache, Verbuschung)
36.10 - 36.30 und 36.41 - 36.43: Eine Entwicklung ist nur bei günstigem Nährstoffhaushalt und Vorhandensein des typischen Artenpotenzials zumindest auf Kontaktflächen möglich (z. B. Entwicklung aus Sukzessionsflächen ehemaliger Bestände).
36.40, 36.50: Günstige Bedingungen, wenn Standort nicht eutrophiert und Artenpotenzial hoch (z. B. Entwicklung aus Sukzessionsflächen ehemaliger Bestände). Ungünstige Bedingungen, wenn Standort eutrophiert und Artenpotenzial gering.
Sandrasen [siehe Untertypen]
Sandrasen kalkhaltiger Standorte*
28 - 47 - 57
28 - 38 - 47
Sandrasen kalkfreier Standorte*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Heuschrecken, Laufkäfer, Tagfalter, Schnecken)
natürliche Vegetation (nur bei 36.70, z. B. auf Fels)
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Sukzession, Tritt, Verbuschung)
artenarme Ausbildung (z. B. Initialstadien ohne wertgebende Arten)
Eine Entwicklung ist nur auf trockenem, humusarmem und nährstoffarmem Standort möglich. Zudem muss das typische Artenpotenzial zumindest auf Kontaktflächen vorhanden sein. Für die einzelnen Untertypen gilt außerdem: 36.61: nur auf sandigem, kalkhaltigem Standort (in Baden-Württemberg nur wenige Flächen), 36.62: nur auf sandigem, kalkfreiem Standort, 36.70: nur auf flachgründigem Standort.
Äcker, Sonderkulturen und Feldgärten
Acker [siehe Untertypen]
Bestände mit überdurchschnittlicher faunistischer Artenausstattung werden analog zu den Untertypen 37.12 und 37.13 bewertet, auch wenn der Untertyp 37.11 vorliegt.
Acker mit fragmentarischer Unkrautvegetation
mit Restbeständen wertgebender Arten
Acker mit Unkrautvegetation basenreicher Standorte*
9 - 12 - 23
Acker mit Unkrautvegetation basenarmer Standorte*
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Vögel, Laufkäfer)
Sonderstandort (z. B. Kalkscherbenacker, krumenfeuchter Acker)
Nutzungsextensivierung von Ackerflächen.
Mehrjährige Sonderkultur [alle Untertypen]
Grünlandunterwuchs mit standorttypischen Arten (z. B. in Kirschbaumkulturen)
mit Restvorkommen wertgebender Arten
Bei Vorkommen von Unkrautvegetation extensiv genutzter Äcker oder von wertgebenden Tierarten erfolgt die Bewertung analog zu 37.12 und 37.13.
Feldgarten (Grabeland)
Gehölzbestände und Gebüsche
10 - 17 - 27
10 - 14 - 17
Feldhecke trockenwarmer Standorte
14 - 23 - 35
14 - 18 - 23
Schlehen-Feldhecke
Hasel-Feldhecke
Holunder-Feldhecke
9 - 13 - 22
Saum, Krautschicht mit Magerkeitszeigern oder mit Waldarten
beeinträchtigt (z. B. Ablagerungen, Eutrophierung, Straßenverkehr)
Beimischung nicht standortheimischer Gehölzarten
Bei einem Anteil von über 30 % nicht standortheimischer Gehölzarten liegt ein Biotoptyp der naturraum- und standortfremden Gebüsche und Hecken (44.) vor.
Gebüsch trockenwarmer Standorte [siehe Untertypen]
Felsengebüsch
30 - 53 - 64
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Freizeitnutzung)
Sukzessionsstadium auf Sekundärstandort
Gebüsch trockenwarmer, basenarmer Standorte
Bei einem Anteil von über 30 % nicht standortheimischer Gehölzarten liegt ein Biotoptyp der naturraum- und standortfremden Gebüsche und Hecken (44) vor.
Gebüsche, die den Mantel eines naturnahen Waldbestands bilden, werden dem entsprechenden Waldbiotoptyp zugeordnet und entsprechend bewertet.
Sanddorn-Gebüsch
23 - 38 - 55
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Überalterung durch mangelnde Standortdynamik)
9 - 16 - 27
Holunder-Gebüsch
Schlehen-Gebüsch mittlerer Standorte
Schlehen-Liguster-Gebüsch mittlerer Standorte
Brombeer-Schlehen-Gebüsch mittlerer Standorte
artenarmer Bestand
Grauweiden- oder Ohrweiden-Feuchtgebüsch
Strauchbirken-Kriechweiden-Feuchtgebüsch
42 - 53 - 64
Uferweiden-Gebüsch (Auen-Gebüsch)
14 - 23 - 53
natürliche bzw. naturnahe Standortdynamik
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung, Überalterung durch mangelnde Standortdynamik
Gebüsch hochmontaner bis subalpiner Lagen [siehe Untertypen]
Krummholzgebüsch
30 - 50 - 57
Sonstiges Gebüsch hochmontaner bis subalpiner Lagen
15 - 26 - 32
15 - 21 - 26
beeinträchtigt (z. B. Eutrophierung)
Gestrüpp, Lianen- und Kletterpflanzenbestände
Himbeer-Gestrüpp
Kratzbeer-Gestrüpp
Rosen-Gestrüpp (aus niedrigwüchsigen Arten)
Lianen- oder Kletterpflanzenbestand [alle Untertypen]
naturnaher Bestand (z. B. auf Auwaldverlichtung)
sehr artenarmer Bestand
Naturraum- oder standortfremde Gebüsche und Hecken
Naturraum- oder standortfremdes Gebüsch [siehe Untertypen]
Gebüsch mit naturraum- oder standortuntypischer Artenzusammensetzung [> 30 %]
Anteil standortheimischer Arten 50 - 70 %
gut ausgebildete Krautschicht
Gebüsch aus nicht heimischen Straucharten (Zierstrauchanpflanzung)
Anteil standortheimischer Arten 30 - 50 %
Naturraum- oder standortfremde Hecke [siehe Untertypen]
Hecke mit naturraum- oder standortuntypischer Artenzusammensetzung [> 30 %]
Hecke aus nicht heimischen Straucharten
mit bzw. aus heimischen Arten
Alleen, Baumreihen, Baumgruppen, Einzelbäume und Streuobstbestand
Alleen, Baumreihen, Baumgruppen und Einzelbäume
[siehe nachfolgende Szenarien]
Die Bewertung der Biotoptypen 45.10 - 45.30 erfolgt nicht über einen Flächenansatz, sondern durch Ermittlung eines Punktwertes pro Baum. Der baumbestandene Biotoptyp (z. B. Fettwiese) wird separat bewertet. Es werden drei Szenarien differenziert.
auf sehr gering- bis geringwertigen Biotoptypen (33.60, 33.80, 35.30, 37.11, 37.30, 60.20, 60.50, 60.60)
auf mittelwertigen Biotoptypen
(33.41, 33,52, 35.11, 35.60, 37.12, 37.13, 43.10)
auf mittel- bis hochwertigen Biotoptypen (33.43, 33.44, 33.51, 35.12)
heimische Baumarten oder Obstbäume auf Sämlingsunterlage
nicht heimische Baumarten oder Obstbäume auf schwach wachsender Veredlungsunterlage
Der Wert eines Baumes errechnet sich durch Multiplikation des zutreffenden Punktwerts mit dem Stammumfang [cm].
Sofern die einzelnen Bäume nicht deutlich als Solitärbäume in Erscheinung treten, z. B. bei starker Überschneidung ihrer Kronen, bzw. wenn es sich um einen Parkwald handelt, erfolgt die Bewertung nach den Biotoptypen 41.10, 44.20 bzw. 59.
Abwertung bei nicht heimischen Baumarten oder Obstbäumen auf schwach wachsender Veredlungsunterlage.
Der Punktwert pro Baum wird ermittelt durch Multiplikation des Planungswerts mit dem Stammumfang [cm] nach 25 Jahren Entwicklungszeit. Dieser errechnet sich aus dem Stammumfang zum Pflanzzeitpunkt addiert mit dem prognostizierten Zuwachs, der je nach Wuchsstärke der Art mit 50 bis 80 cm veranschlagt wird.
Erfolgt mit der Baumpflanzung zugleich eine Änderung der Unternutzung (z. B. Umwandlung von Acker in Wiese), richtet sich der Planungswert nach dem Szenario für die geplante Nutzung.
Streuobstbestand [siehe nachfolgende Szenarien]*
auf sehr gering- bis geringwertigen Biotoptypen
(33.60, 33.80, 35.30, 37.11, 37.30, 60.60)*
+ 4 - + 8 - + 12
+ 3 - + 6
(33.41, 33.52, 35.11, 35.60, 37.12, 37.13, 43.10)*
+ 3 - + 6 - + 9
+ 2 - + 4
auf mittel- bis hochwertigen Biotoptypen (33.43, 33.44, 33.51, 35.12)*
+ 2 - + 4 - + 6
+ 1 - + 2
günstige Altersstruktur des Baumbestands
hohe Stabilität der Bäume
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Vögel)
Beimischung von Bäumen auf schwach wachsender Veredlungsunterlage
ungünstige Altersstruktur des Baumbestands
Die Bewertung von Flächen mit Streuobstbestand erfolgt durch Addition des Wertes für den Streuobstbestand zum Wert des baumbestandenen Biotoptyps (z. B. Fettwiese). Die Summe darf den oberen Grenzwert des baumbestandenen Biotoptyps überschreiten.
Abwertung bei Beimischung von Bäumen auf schwach wachsender Veredlungsunterlage.
Erfolgt zugleich eine Änderung der Unternutzung
(z. B. Umwandlung von Acker in Fettwiese), richtet sich der Planungswert nach dem Szenario für die geplante Nutzung.
Der Richtwert für die Anzahl der maximal zu pflanzenden
Bäume liegt bei 100 Stück/Hektar.
Naturnähe-Bewertung der Baumartenzusammensetzung
Sowohl die Biotoptypen der naturnahen (51. bis 57.) als auch der naturfernen (59.) Wälder können im Hinblick auf die Naturnähe beziehungsweise Naturferne ihrer Baumartenzusammensetzung erheblich variieren. Zugleich verfügt die Forstverwaltung mit den forstlichen Standortskarten und dem darauf basierenden Standortswald über detaillierte Unterlagen, die eine differenzierte Naturnähe-Bewertung der Baumartenzusammensetzung ermöglichen.
Wegen der großen Bedeutung der Baumartenzusammensetzung für die Biotopqualität wird ihr bei der Bestandsbewertung (Zustand vor Ökokonto-Maßnahme) durch einen separaten Verfahrensschritt gesondert Rechnung getragen. Erst danach erfolgt im Feinmodul die Betrachtung weiterer Bewertungsparameter (zum Beispiel Artenausstattung, Strukturreichtum).
Bei der Biotopplanung ist dagegen dieser Zwischenschritt einer differenzierten Betrachtung der Baumartenzusammensetzung nicht notwendig, weil grundsätzlich nur diejenigen Maßnahmen ökokontofähig sind, die zu einer naturnahen Bestockung entsprechend des Standortswaldes führen (ohne Beteiligung nicht standortheimischer Baumarten). Der Zielwert der Maßnahme wird deshalb direkt über das Feinmodul (Aufwertung vorhandener Bestände) beziehungsweise über das Planungsmodul (Neuplanung) ermittelt.
Sofern der Standortswald nicht bekannt ist, muss er über das südwestdeutsche Standortkundliche Verfahren hergeleitet werden. Dies ist in der Regel durch einen Fachkundigen zu leisten.
Es steht jeweils eine eigene Bewertungstabelle für die Wälder mit naturnaher sowie mit naturferner Baumartenzusammensetzung zur Verfügung. Innerhalb der Tabellen erfolgt eine weitere Differenzierung nach den Anteilen standortheimischer beziehungsweise nicht standortheimischer Baumarten.
Definition: Der Anteil der Arten des Standortswalds beträgt mindestens 50 Prozent, zudem liegt der Anteil der Hauptbaumarten bei mindestens 20 Prozent.
Bewertung (Tabelle A): Die Wertermittlung erfolgt anhand des Normalwerts des betreffenden Waldbiotoptyps und eines von der konkreten Baumartenzusammensetzung des Bestands abhängigen Bewertungsfaktors.
Die Wälder mit naturnaher Baumartenzusammensetzung umfassen neben den naturnahen Wäldern im engen Sinne (Biotoptypen 51. bis 57.) auch Bestände, die zwar eine dem Standortswald entsprechende Baumartenzusammensetzung aufweisen, aber aufgrund des Fehlens einer standortgemäßen Waldbodenflora definitionsgemäß zu den naturfernen Wäldern (59.) gehören (z. B. Aufforstungen von Offenland). Für die Bewertung herangezogen wird in diesem Falle der Wert des aufgrund des Standorts zu erwartenden naturnahen Waldbiotoptyps. Auf den nach der Baumartenzusammensetzung ermittelten Wert erfolgt ein Abschlag von 20 Prozent. Bei der weiteren Bewertung im Feinmodul wird das Attribut »Waldbodenflora« nicht mehr berücksichtigt.
Naturferne Baumartenzusammensetzung
Definition: Der Anteil nicht standortheimischer Arten liegt höher als 50 Prozent oder der Anteil der Hauptbaumarten des Standortswalds beträgt unter 20 Prozent.
Bewertung (Tabelle B): Bei den naturfernen Wäldern besitzen alle Biotoptypen den gleichen Normalwert. In der Tabelle kann deshalb der Biotopwert entsprechend der Baumartenzusammensetzung direkt abgelesen werden.
Tabelle A: Bestandsbewertung der Wälder mit naturnaher Bestockung nach der Baumartenzusammensetzung
Bestockungsanteil der Baumarten des Standortswalds
standortgemäße Waldbodenflora
vorhanden2
nicht vorhanden3
Anteil der Hauptbaumarten1
Normalwert (N) naturnahe Waldgesellschaft (51. - 57.)
> 90 - 100 %
N × 0,8
zusätzlich 20 % Abschlag
≥ 50 - 70 %
N × 0,6
Tabelle B: Bestandsbewertung der Wälder mit naturferner Bestockung (59.) nach der Baumartenzusammensetzung
Bestockungsanteil
nicht standortheimische Arten
Arten des Standortswalds
(= Normalwert)
> 60 - 80 %
> 40 - 60 %
oder ≤ 60 % und Anteil der
Hauptbaumarten < 20 %
> 20 - 40 %
und Anteil der Hauptbaumarten
Rauschbeeren-Kiefern-Moorwald [alle Untertypen]
Rauschbeeren-Fichten-Moorrandwald
überdurchschnittlich ausgebildete Waldbodenflora
überdurchschnittliches Alter
überdurchschnittlich strukturreich (z. B. plenterartig, ausgeprägte Schichtung, Habitatbäume, Uraltbäume, Totholz)
Dauerwald oder Bannwald
sehr geringes Alter
überdurchschnittlich strukturarm
(z. B. gleichaltrig, einschichtig)
Beeinträchtigung des Waldstandorts
(z. B. Grundwasserabsenkung, Nährstoffeintrag)
Bruchwald [alle Untertypen]
24 - 47 - 57
Sumpfwald (Feuchtwald) [alle Untertypen]
Auwald der Bäche und kleinen Flüsse*
16 - 28 - 53
Hainmieren-Schwarzerlen-Auwald
18 - 36 - 53
Schwarzerlen-Eschen-Wald
Gewässerbegleitender Auwaldstreifen*
16 - 28 - 45
Silberweiden-Auwald (Weichholz-Auwald)
22 - 43 - 57
Stieleichen-Ulmen-Auwald (Hartholz-Auwald)
überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Vögel, Fledermäuse, Holzkäfer)
überdurchschnittlich strukturreich (z. B. ausgeprägte Schichtung, Habitatbäume, Uraltbäume, Totholz)
sickerquelliger Standort (bei 52.20 - 52.34)
standortgemäße Waldbodenflora nicht vollständig vorhanden (z. B. auf ehemaligen Landwirtschaftsflächen)
Krautschicht aus artenarmen Neophytenbeständen
überdurchschnittlich strukturarm (z. B. gleichaltrig, einschichtig)
Beeinträchtigung des Waldstandorts (z. B. Eingriffe in den Wasserhaushalt, Nährstoffeintrag)
52.10: Eine Entwicklung ist nur auf anmoorigem oder moorigem Standort bei weitgehend intaktem Wasserhaushalt möglich.
52.20: Günstige Bedingungen bei Beseitigung einer naturfernen Bestockung oder Rückbau von Drainagen auf altem Waldstandort. Ungünstige Bedingungen bei Aufforstung von Offenland.
52.30: Günstige Bedingungen, wenn keine Beeinträchtigung durch angrenzende Nutzung vorhanden (z. B. in geschlossenem Wald, angrenzend an Extensivgrünland). Ungünstige Bedingungen, wenn Beeinträchtigung durch angrenzende Nutzung vorhanden (z. B. intensive Landwirtschaft).
52.40: Beseitigung einer naturfernen Bestockung oder Wiederherstellung einer naturnahen Auendynamik.
52.50: Günstige Bedingungen bei Beseitigung einer naturfernen Bestockung oder bei Wiederherstellung einer naturnahen Auendynamik auf altem Waldstandort. Ungünstige Bedingungen bei Aufforstung von Offenland.
Eichen- oder Hainbuchen-Eichen-Wald trockenwarmer Standorte [alle Untertypen]*
Buchen-Wald trockenwarmer Standorte [alle Untertypen]*
Seggen-Eichen-Linden-Wald*
Kiefern-Wald trockenwarmer Standorte [alle Untertypen]*
30 - 50 - 64
Beeinträchtigung des Waldstandorts (z. B. Nährstoffanreicherung, Immissionen, Freizeitnutzung)
Günstige Bedingungen bei Beseitigung einer naturfernen Bestockung auf altem Waldstandort. Ungünstige Bedingungen bei Aufforstung von Offenland.
Schlucht- oder Blockwald frischer bis feuchter Standorte
Ahorn-Eschen-Schluchtwald*
Ahorn-Eschen-Blockwald*
Drahtschmielen-Bergahorn-Blockwald*
Schlucht- oder Blockwald trockenwarmer Standorte [alle Untertypen]*
Birken-Blockwald*
Fichten-Blockwald*
Beeinträchtigung des Waldstandorts (z. B. Nährstoffanreicherung, Immissionen, Bodenverdichtung, Freizeitnutzung)
Beseitigung einer naturfernen Bestockung auf altem Waldstandort.
Buchenreiche Wälder mittlerer Standorte
Buchen-Wald basenarmer Standorte [alle Untertypen]*
17 - 33 - 50
Buchen-Wald basenreicher Standorte [alle Untertypen]*
Hochstaudenreicher Ahorn-Buchen-Wald*
Traubeneichen-Buchen-Wald*
Eichen- und Hainbuchen-Eichen-Wälder mittlerer Standorte
Hainbuchen-Wald mittlerer Standorte [alle Untertypen]*
Birken-Stieleichen-Wald mit Pfeifengras*
Hainsimsen-Traubeneichen-Wald*
Eichen-Sekundärwald*
16 - 32 - 49
Geißelmoos-Fichten-Wald*
20 - 41 - 55
Tannen- oder Fichten-Tannen-Wald*
Labkraut-Tannen-Wald*
Beerstrauch-Tannen-Wald*
Beerstrauch-Tannen-Wald mit Kiefer*
Artenreicher Tannenmischwald*
Hainsimsen-Fichten-Tannen-Wald*
Günstige Bedingungen bei Beseitigung einer naturfernen Bestockung oder Rückbau von Drainagen auf altem Waldstandort. Ungünstige Bedingungen bei Aufforstung von Offenland.
Sukzessionswälder
Sukzessionswald aus Laubbäumen [alle Untertypen]
11 - 19 - 27
Sukzessionswald aus Laub- und Nadelbäumen [alle Untertypen]
Sukzessionswald aus Nadelbäumen
Waldkiefern-Sukzessionswald (kein Moorwald)
Fichten-Sukzessionswald (kein Moorwald)
Bergkiefern-Sukzessionswald (kein Moorwald)
17 - 26 - 37
Krautschicht mit Magerkeitszeigern oder mit Waldarten
Krautschicht aus nitrophilen Ruderalarten
initialer Bestand
Günstige Bedingungen, wenn Standortpotenzial allenfalls unerheblich anthropogen überformt (z. B. Rohbodenfläche einer Abgrabung). Ungünstige Bedingungen, wenn Standortpotenzial erheblich anthropogen überformt (z. B. stark eutrophierter Standort, Aufschüttung mit standortfremdem Material).
Naturferne Waldbestände
Die für naturferne Waldbestände angegebenen Normal- und Planungswerte gelten nur bei naturferner Baumartenzusammensetzung (bei Bestandsbewertung der Regelfall). Zu den naturfernen Wäldern gehören definitionsgemäß außerdem Bestände, die zwar eine dem Standortswald entsprechende Baumartenzusammensetzung besitzen, aber keine standortgemäße Waldbodenflora aufweisen (v. a. Erstaufforstungen). In diesen Fällen erfolgt die Bewertung in Anlehnung an die Biotoptypen der naturnahen Wälder. Die Bestands- und Planungswerte werden wegen der noch fehlenden Waldbodenflora gegenüber dem jeweiligen Standortswald um 20 % reduziert (vgl. auch Hinweise unter 5., Wälder).
Laubbaum-Bestand [alle Untertypen]
9 - 14 - 22
Mischbestand aus Laub- und Nadelbäumen [alle Untertypen]
Nadelbaum-Bestand [alle Untertypen]
überdurchschnittlich strukturreich (z. B. gut ausgebildete Strauchschicht)
typisch ausgebildete Waldbodenflora
standortgemäße Waldbodenflora nicht vollständig vorhanden
keine standortgemäße Waldbodenflora vorhanden
Beeinträchtigung des Waldstandorts (Nährstoffanreicherung, Immissionen, Bodenverdichtung, Freizeitnutzung)
hoher Anteil alter Bäume
mit Waldbodenflora
intensive Unternutzungen (z. B. Bodenmelioration, Zierrasen, dichtes Wegenetz)
Biotoptypen der Siedlungs- und Infrastrukturflächen
Von Bauwerken bestandene Fläche
Straße, Weg oder Platz
Völlig versiegelte Straße oder Platz
Gepflasterte Straße oder Platz
Weg oder Platz mit wassergebundener Decke, Kies oder Schotter
mit Pflanzenbewuchs
Fläche mit Ver- oder Entsorgungsanlage [alle Untertypen]
Flächen, die unter den Biotoptypen 60.30 und 60.40 gefasst werden, können verschiedene andere Biotoptypen umfassen (z. B. Zierrasen, Ruderalvegetation, Sukzessionsgehölz), nach denen die Bewertung im Bedarfsfall erfolgen kann.
Kleine Grünfläche [alle Untertypen]
Garten [alle Untertypen]
mit Restvorkommen standorttypischer Unkrautvegetation
Ein »Garten« im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst oft verschiedene Biotoptypen (z. B. Zierrasen, Fettwiese, versiegelte Flächen). Die Fläche kann hiernach differenziert bewertet werden, soweit dies im Betrachtungsmaßstab erforderlich ist (z. B. 60 % Zierrasen, 30 % Fettwiese, 10 % versiegelte Fläche). Alternativ möglich ist eine Bewertung nach dem dominierenden Biotoptyp (z. B. Fettwiese) unter Berücksichtigung wertmindernder Nebennutzungen (z. B. Gemüsebeete).
Tabelle 2: Förderung spezifischer Arten
Unter den Voraussetzungen von Abschnitt 2 sind für die aufgelisteten Tierarten Maßnahmen zur Neuentwicklung von Fortpflanzungsstätten und für die aufgelisteten Pflanzenarten Maßnahmen zur Neuentwicklung von Populationen anrechenbar.
Arten alphabetisch nach deutschem Namen innerhalb der Artengruppen angeordnet
500 000 / Revier
300 000 / Revier
400 000 / Revier
100 000 / Revier
100 000 / Population
Enzian-Bläulinge
Maculinea alcon/rebeli
200 000 / Brutbaumgruppe
50 000 / Brutbaumgruppe
Borst-Schmiele
Blackstonia perfoliata s.l.
Flache Quellbinse
Rausamiges Quellkraut
Montia fontana subsp.
Ackervorkommen: 10 / m²
chondrosperma
Felsvorkommen: 20 / m²
Sommer-Schraubenstendel
Zwerg-Teichbinse
Tabelle 3: Bodenmaßnahmen
Ökopunkte/m²
bei Vollentsiegelung pauschal 16 Ökopunkte;
bei Teilentsiegelung 16 Ökopunkte × Entsiegelungsgrad
entsprechend der Verbesserung der Bodenfunktionen »natürliche Bodenfruchtbarkeit«, »Ausgleichskörper im Wasserkreislauf« und »Filter und Puffer für Schadstoffe«
entsprechend der Verbesserung der Bodenfunktionen »natürliche Bodenfruchtbarkeit«, »Ausgleichskörper im Wasserkreislauf« und »Filter und Puffer für Schadstoffe«, je nach Mächtigkeit und Beschaffenheit der Überdeckung, einschließlich der Begrünung von Tiefgaragen unter Verwendung von Bodenmaterial
pauschal 4 Ökopunkte; Mächtigkeit der Auftragsschicht in der Regel 20 cm; nur bei Böden, die weder bei der Funktion »natürliche Bodenfruchtbarkeit« noch bei der Funktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation« bereits eine hohe oder sehr hohe Funktionserfüllung besitzen (Bewertungsklassen 3 und 4)
pauschal 4 Ökopunkte bei Verdichtungen auf ehemaligen Lagerplätzen und ehemals genutzten Wegen etc.; nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen
abhängig von der Mächtigkeit der Auftragsschicht
Verbesserung des Wasseraufnahmevermögens*
pauschal 3 Ökopunkte bei Umwandlung von Acker in Grünland oder Wald auf verschlämmungsempfindlichen Böden und in Überschwemmungsgebieten innerhalb HQ 10
Erosionsschutz*
pauschal 4 Ökopunkte insbesondere bei Begrünung, Hangverkürzung und Anlage von Heckenstreifen
Nutzungsextensivierung*
auf Standorten der Bewertungsklasse 3 oder 4 der Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation«
Wiederherstellung natürlicher oder naturnaher Standortverhältnisse durch Wiedervernässung und Nutzungsextensivierung
maximal 8 Ökopunkte bei Wiederherstellung einer ursprünglich sehr hohen Bedeutung (Bewertungsklasse 4) der Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation«; 4 Ökopunkte bei Wiederherstellung einer ursprünglich hohen Bedeutung (Bewertungsklasse 3) der Bodenfunktion »Sonderstandort für naturnahe Vegetation«
Bei der Kombination dieser Maßnahmen bleibt es bei der Punktzahl der am höchsten bewerteten Maßnahme.
Das Kriterium »Hauptbaumarten« entfällt beim Biotoptyp Eichen-Sekundärwald (56.40). Bei den übrigen naturnahen Wäldern bezieht es sich auf das Klimaxstadium des jeweiligen Standortswaldes. Soweit bei Sukzessionsstadien des Standortswalds der Anteil an Hauptbaumarten natürlicherweise geringer ist, entfällt das Kriterium bei der Bewertung entsprechender naturnaher Sukzessionsflächen (z. B. Windwurfflächen mit Pionierbäumen des Standortswalds) ebenfalls.
Bestand entspricht einer naturnahen Waldgesellschaft (51. - 57.)
Bestand entspricht einem naturfernen Wald (59.)