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Timestamp: 2016-09-24 22:35:35
Document Index: 362362355

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 18', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 62', 'Art. 62', 'Art. 1', 'Art. 21', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_581/2015 (19.04.2016)
4A_581/2015 � � Urteil vom 19. April 2016
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland H�rlimann
und Rechtsanw�ltin Seraina Bazzani-Testa,
Kantons Aargau, 2. Kammer, vom 3. September 2015.
Mit Totalunternehmerwerkvertrag vom 6. Juni 2006 (nachfolgend: TU-Werkvertrag) betraute die B.________ AG (Bestellerin, Beklagte, Beschwerdegegnerin) die A.________ AG (Unternehmerin, Kl�gerin, Beschwerdef�hrerin) mit der Planung und Erstellung der �berbauung C.________ in U.________, umfassend den Neubau von 6 Mehrfamilienh�usern mit 54 Eigentumswohnungen und 96 Parkpl�tzen, zu einem Globalpreis von Fr. 20'586'694.-- (Werkpreis: Fr. 19'194'546.-- plus sog. Budgetbetr�ge) inkl. 7,6 % MwSt. Das Bauvorhaben wurde in mehreren Etappen erstellt: 1. Etappe: H�user C und D; 2. Etappe: Haus B; 3. Etappe: Haus E; 4. Etappe: Haus A; 5. Etappe: Haus F; die Position Infra (Infrastruktur/Umgebung) verteilte sich �ber mehrere Etappen. Die Wohnungen wurden teilweise verkauft, teilweise vermietet. Die Kl�gerin erstellte je Etappe eine eigene Schlussrechnung; jene f�r die erste, zweite und dritte Etappe datieren je vom 6. Juli 2010, jene f�r die vierte und f�nfte Etappe sowie f�r die Infra-Position datieren je vom 22. Juni 2012. Ebenfalls am 22. Juni 2012 erstellte die Kl�gerin eine Schlussabrechnung f�r versp�tete Zahlungen und eine weitere f�r zus�tzliche Leistungen.
B.a.�Mit Klage vom 27. Mai 2014 beim Handelsgericht des Kantons Aargau beantragte die Kl�gerin, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 1'483'747.60 zuz�glich Zins zu 5 % seit Klageeinreichung zu bezahlen. Sie begr�ndete ihre Forderung mit einem Anspruch auf Entrichtung der vereinbarten Teuerung gem�ss TU-Werkvertrag vom 6. Juni 2006. Mit Replik vom 13. November 2014 zog die Kl�gerin ihre Klage im Umfang von Fr. 325'090.21 zur�ck und verlangte noch die Bezahlung von Fr. 1'158'656.79 nebst Zins. Sie beanspruchte damit die Teuerung (nur noch) auf dem Werkpreis von Fr. 19'194'546.-- (ohne Budgetbetr�ge und Nachtr�ge).
B.b.�Das Handelsgericht sch�tzte die Klage mit Urteil vom 3. September 2015 im Betrag von Fr. 40'185.76 zuz�glich 5 % Verzugszins seit 27. Mai 2014. Es kam zum Schluss, teuerungsberechtigt seien Forderungen von insgesamt Fr. 8'214'291.55. Massgeblich sei der Preisstand bzw. Gesamt-Baukostenindex per 1. Januar 2008. Das ergebe einen Teuerungsanspruch von Fr. 205'185.76, von dem es eine bereits geleistete Zahlung von Fr. 165'000.-- abzog.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht, das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Aargau vom 3. September 2015 sei, soweit es die Klage abweist, kostenf�llig aufzuheben und es sei die Klage im Betrag von Fr. 948'796.78 zuz�glich 5 % Zins seit 27. Mai 2014 gutzuheissen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und zur Neuverteilung der Prozess- und Parteikosten an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Beschwerdef�hrerin macht im bundesgerichtlichen Verfahren einzig geltend, als Stichtag f�r den Beginn der Teuerungsberechnung sei das Datum der Offertabgabe massgeblich, nicht der 1. Januar 2008.
Die Beschwerdegegnerin tr�gt auf kostenf�llige Abweisung der Beschwerde an. Die Vorinstanz teilte mit zus�tzlichen Hinweisen zu ihrer Begr�ndung der Vertragsauslegung mit, dass sie an ihrem Urteil festhalte. Die Parteien haben unaufgefordert repliziert bzw. dupliziert.
Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Mit Blick auf die allgemeinen Begr�ndungsanforderungen an eine Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) behandelt es aber grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind; es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f. mit Hinweisen).
Die Begr�ndung hat in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen. Die beschwerdef�hrende Partei darf eine allf�llige Replik nicht dazu verwenden, ihre Beschwerde zu erg�nzen oder zu verbessern. Zul�ssig sind nur Vorbringen, zu denen erst die Ausf�hrungen in der Vernehmlassung eines anderen Verfahrensbeteiligten Anlass geben (vgl. BGE 135 I 19 E. 2.2 S. 21; 132 I 42 E. 3.3.4 S. 47; Urteile 4A_279/2013 vom 12. November 2013 E. 2; 4A_146/2012 vom 10. Januar 2013 E. 2.7). Ohne dies zu begr�nden, ber�cksichtigt die Beschwerdef�hrerin bei ihren Berechnungen in der Beschwerdeschrift den von der Vorinstanz vorgenommenen Abzug f�r die von der Beschwerdegegnerin bereits geleisteten Fr. 165'000.-- nicht. Erst in ihren Bemerkungen zur Beschwerdeantwort f�hrt sie aus, weshalb dieser Abzug nicht vorzunehmen sei. Anlass zu diesbez�glichen �usserungen hatte jedoch bereits das angefochtene Urteil gegeben. Damit fehlt es insofern an einer fristgerechten Begr�ndung der Beschwerde, weshalb auf diesen Punkt nicht einzutreten ist.
Zum strittigen Anspruch auf Teuerung bestehen folgende vertraglichen Vereinbarungen:
Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages vom 6. Juni 2006:
"TEUERUNG:
Die Teuerung ist bis zum 31.12.2007 eingerechnet. S�mtliche Leistungen die bis zum 31.12.07 in Arbeit sind unterliegen keiner Teuerungsbedingten Abrechnung. Offene Leistungen nach dem 01.01.2008 werden teuerungsbezogen hochgerechnet und der Werkpreis wird neu angesetzt (Pauschalisiert).
Die Teuerungsberechnung erfolgt nach den dazumal geltenden Vorschriften des VSGU."
Gem�ss Ziff. 2.1.2.1 des TU-Werkvertrages bilden die�
Allgemeinen Bedingungen (Ausgabe 1995; nachfolgend AVB) des VSGU�(Verband Schweizerischer Generalunternehmungen) Bestandteil des Vertrages.�
Ziff. 19 AVB�bestimmt unter dem Titel BAUTEUERUNG:
"19.1 Die Berechnungsart der teuerungsbedingten Mehrkosten (= Bauteuerung) ist im Werkvertrag festzulegen.
19.2 Ohne anderweitige Vereinbarung gelten folgende Regeln:
Als Ausgangspunkt f�r die Berechnung der Bauteuerung gilt der Preisstand zum Zeitpunkt der Offertabgabe.
Die Berechnung der Bauteuerung erfolgt halbj�hrlich, nach Massgabe der im betreffen den Zeitraum geleisteten Zahlungen.
F�r die Bestimmung des Preisstandes wird der Gesamt-Baukostenindex des Statistischen Amtes der Stadt Z�rich angewendet. Der Indexstand per 1. April ist massgebend f�r die erste H�lfte jedes Kalenderjahres, derjenige per 1. Oktober f�r die zweite H�lfte.
Ebenfalls Vertragsbestandteil bilden gem�ss Ziff. 2.1.2.3 des TU-Werkvertrages die sog.�
Vertragsgrundlagen. Deren�
Ziff. 2.1.3enth�lt folgende Regelung:
"ETAPPIERUNGEN
Die Etappierungen gem�ss Seite 3/4erfolgen nach technischen Gegebenheiten und nehmen die Schnittstellen f�r die problemlose Bearbeitung des Projektes auf.
Das Bauprogramm und die damit verbundenen Leistungen sind in einem Zug, resp. �berschneidenden Bauausl�sungen gerechnet worden. L�ngere Bauunterbr�che (L�nger als 1 Monat) f�hren zu einer Anpassung der offerierten Leistungen.
- Zusatzkosten f�r Standzeiten der Installationen
- Teuerung ab 01.04.2008
Die Vorinstanz stellte fest, massgebendes Abgrenzungsdatum sei nach diesen Regelungen der 31. Dezember 2007 bzw. der 1. Januar 2008. Nur nach dem letztgenannten Datum begonnene Arbeiten der Beschwerdef�hrerin seien teuerungsberechtigt. In diesem Punkt seien sich die Parteien einig. Unbestritten sei weiter, dass die offenen Leistungen nach dem 1. Januar 2008 nie teuerungsbedingt hochgerechnet und der Werkpreis neu angesetzt bzw. pauschalisiert worden sei. Streitig sei jedoch, welches die Preis- und Kalkulationsbasis f�r die Berechnung der nach dem 1. Januar 2008 begonnenen, teuerungsberechtigten Leistungen sei. Die Beschwerdef�hrerin sei der Ansicht, gem�ss Ziff. 19.2 AVB sei als Berechnungsgrundlage der Zeitpunkt der Offertabgabe massgeblich, den sie auf den 23. November 2005 datiere. Die Beschwerdegegnerin gehe demgegen�ber vom 1. April 2008 als Stichtag aus gest�tzt auf Ziff. 2.1.3 der Vertragsgrundlagen. Teilweise gebe sie allerdings auch den 1. Januar 2008 als massgebliches Datum an, gest�tzt auf Ziff. 4.2 der TU-Werkvertragsurkunde. Ein tats�chlich �bereinstimmender Wille liege nicht vor. Entsprechend sei der Vertrag nach Vertrauensprinzip auszulegen.
Im Rahmen ihrer vertrauenstheoretischen Auslegung st�tzte sich die Vorinstanz prim�r auf die Formulierung im ersten Satz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages, wonach die Teuerung bis zum 31. Dezember 2007"eingerechnet" sei. Das heisse, dass die Teuerung in den Preisen gem�ss TU-Werkvertrag bis zum 31. Dezember 2007 enthalten sei. Dies unabh�ngig davon, ob die Leistungen der Beschwerdef�hrerin bis zu diesem Zeitpunkt vollendet seien oder nicht. F�r diese Auslegung spreche auch die Entstehungsgeschichte des TU-Werkvertrages. Bereits im Vertragsentwurf sei die Teuerung bis zum 31. Dezember 2007 eingeschlossen gewesen. Im Gegensatz zur Vertrag gewordenen Regelung sei ein Teuerungsanspruch damals allerdings nur auf "offenen Leistungen" nach dem 1. Januar 2008 vorgesehen gewesen - ohne dass Leistungen, die bis zum 31. Dezember 2007 in Arbeit waren, ausdr�cklich ausgeschlossen worden w�ren. Dass die Teuerung einberechnet sein sollte, sei kein Diskussionspunkt gewesen. Auch mit Ziff. 2.2.1 Seite 5 der Vertragsgrundlagen werde die Entstehungsgeschichte des TU-Werkvertrages aufgezeigt. Daraus ergebe sich, dass die Parteien die Teuerung unter Abkehr vom Mustervertrag des VSGU regeln wollten, auch wenn dieser Mustervertrag gem�ss Ziff. 1.1.1 des TU-Werkvertrages dessen Vorbild gewesen sei. Satz 1 der jetzigen Ziff. 4.2 der TU-Werkvertragsurkunde sei damals - im Rahmen der in besagter Ziff. 2.2.1 der Vertragsgrundlagen erw�hnten Gespr�che vom 13. Dezember 2005 - noch nicht Vertragsbestandteil gewesen. Die sp�tere Aufnahme dieses Satzes 1 in den TU-Werkvertrag sei bewusst gew�hlt worden in der Absicht, etwas �ber die S�tze 2 und 3 der jetzigen Ziff. 4.2 der TU-Werkvertragsurkunde Hinausgehendes zu regeln. Ansonsten h�tten es die Parteien bei der Formulierung gem�ss den Gespr�chen vom 13. Dezember 2005 belassen k�nnen. Diese Auslegung werde schliesslich durch den Vertragszweck best�rkt. K�nnte die Beschwerdef�hrerin als Kalkulationsbasis f�r die nach dem 1. Januar 2008 begonnenen teuerungsberechtigten Leistungen auf den Zeitpunkt der Offertabgabe abstellen, h�tte dies zur Folge, dass die Beschwerdegegnerin das Teuerungsrisiko r�ckwirkend per 23. November 2005 tragen m�sste, indem die Teuerung bis zum 31. Dezember 2007 gerade nicht in den von der Kl�gerin offerierten Vertragspreisen eingerechnet w�re. Weil demnach die Vertragsurkunde eine abschliessende Teuerungsregelung enthalte, komme die Teuerungsabrechnung gem�ss AVB nicht zur Anwendung.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, diese Auslegung verletze Art. 1 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 OR.
Die Parteien stimmen darin �berein, dass keine tats�chliche Willens�bereinstimmung festgestellt werden konnte. Es ist somit die objektivierte Vertragsauslegung der Vorinstanz zu �berpr�fen. K�men hinsichtlich des Preisstands die AVB zur Anwendung, w�re nach der klaren Regelung in Ziff. 19.2 Abs. 2 AVB der Baukostenindex zum Zeitpunkt der Offertabgabe entscheidend. Diese Regel gilt aber nur "ohne anderweitige Vereinbarung" im Werkvertrag (Ziff. 19.1 und 19.2 Abs. 1 AVB). Zu pr�fen ist, ob der Werkvertrag eine anderweitige Vereinbarung enth�lt.
5.1.�Zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens sind die Erkl�rungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten. Dabei ist vom Wortlaut der Erkl�rungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem konkreten Sinngef�ge heraus zu beurteilen sind. Demnach ist der vom Erkl�renden verfolgte Regelungszweck, wie ihn der Erkl�rungsempf�nger in guten Treuen verstehen durfte und musste, massgebend. Das Bundesgericht �berpr�ft diese objektivierte Auslegung von Willenserkl�rungen als Rechtsfrage, wobei es an Feststellungen des kantonalen Richters �ber die �usseren Umst�nde sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grunds�tzlich gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666 f. mit Hinweisen).
5.2.�Vorerst ist festzustellen, dass sich weder aus der Entstehungsgeschichte des Vertrages noch aus seinem Sinn und Zweck Anhaltspunkte ergeben, die klare Schl�sse zuliessen:
5.2.1.�Betreffend die Entstehungsgeschichte bezieht sich die Vorinstanz zuerst auf Ziff. 4.2 Abs. 1 im Entwurf des TU-Werkvertrages vom 23. November 2005 gem�ss Klageantwortbeilage 154. Diese lautet: "Die Teuerung ist bis zum 31.12.2007 eingerechnet. Offene Leistungen nach dem 01.01.2008 werden teuerungsbezogen hochgerechnet und der Werkpreis wird neu angesetzt (Pauschalisiert) ". Es fehlt somit im Vergleich zum definitiven Vertragstext der zweite Satz "S�mtliche Leistungen die bis zum 31.12.2007 in Arbeit sind unterliegen keiner Teuerungsbedingten Abrechnung". Es ist allerdings nicht ersichtlich, was daraus f�r die objektivierte Auslegung des endg�ltigen Vertrages abgeleitet werden kann, zumal der erste Satz, auf den sich die Vorinstanz ja prim�r st�tzt, gerade nicht ver�ndert wurde.
In den Vertragsgrundlagen wird unter Ziff. 2.2 "Erg�nzungen zu den Vertragsgrundlagen" in Ziff. 2.2.1 die Entstehungsgeschichte des TU-Werkvertrages nachgezeichnet. Dort wird unter dem Titel "Angebot vom 23. November 2005" festgehalten, "Im Rahmen der Gespr�che vom 13. Dezember 2005 wurden folgende Leistungen ver�ndert: [...]". Beim dritten Spiegelstrich heisst es dann: "Die Teuerung wird wie folgt geregelt; Leistungen die bis zum 31.12.2007 in Arbeit sind unterliegen nicht der Teuerung. Leistungen die noch nicht angefangen wurden werden mit der Teuerungsabrechnung nach VSGU abgerechnet". Die Vorinstanz f�hrt dazu aus, die sp�tere Aufnahme des ersten Satzes in Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages zeige die bewusste Absicht, etwas �ber die S�tze 2 und 3 dieses Absatzes Hinausgehendes (den massgeblichen Referenzzeitpunkt f�r die Kostenbasis) zu regeln, ansonsten es die Parteien bei der Formulierung gem�ss den Gespr�chen vom 13. Dezember 2005 belassen h�tten. Das r�gt die Beschwerdef�hrerin zu Recht. Denn wie erw�hnt war der erste Satz schon im von der Vorinstanz zitierten Vertragsentwurf vom 23. November 2005 enthalten. Zutreffend ist zwar, dass der erste Satz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages in der Notiz �ber die Gespr�che vom 13. Dezember 2005 nicht erw�hnt wird. Doch handelt es sich bei diesen zusammenfassenden Notizen nicht um ausformulierte Vertragsbestimmungen, sodass sich aus der nicht identischen Formulierung nichts Entscheidendes ergibt.
5.2.2.�Was Sinn und Zweck von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages anbelangt, so l�sst sich sowohl die Auslegung der Beschwerdegegnerin als auch jene der Beschwerdef�hrerin vertreten. Der Unterschied besteht darin, dass die teuerungsberechtigten Arbeiten zu einem unterschiedlichen Preis abgerechnet werden. Nach den Feststellungen der Vorinstanz betrug der massgebliche Baukostenindex (Basis April 2005 = 100 Punkte) am 1. Januar 2008 109.4 Punkte. Die Lesart der Beschwerdef�hrerin bedeutet somit, dass die am 1. Januar 2008 offenen Arbeiten zu Preisen abgerechnet w�rden, die ab diesem Datum gem�ss Berechnungen der Beschwerdef�hrerin um 9,67 % h�her sind als gem�ss Pauschalwerkvertrag. Demgegen�ber sind diese Arbeiten nach Auffassung der Beschwerdegegnerin zwar grunds�tzlich ebenfalls teuerungsberechtigt, jedoch beginnt die Teuerung mit 0 % ab dem 1. Januar 2008. Bei der einen Interpretation tr�gt die Beschwerdegegnerin f�r am 1. Januar 2008 offene Arbeiten die gesamte Teuerung ab Offerteinreichung, w�hrend diese bei der anderen Interpretation zwischen den Parteien aufgeteilt wird - die Beschwerdef�hrerin tr�gt sie bis und mit 31. Dezember 2007, die Beschwerdegegnerin ab diesem Datum. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz f�hrt jedoch keine der beiden Interpretationen dazu, dass auch auf vor dem 31. Dezember 2007 begonnenen Arbeiten die Teuerung erhoben werden k�nnte, was in der Tat Sinn und Zweck der Klausel widersprechen w�rde.
5.3.�Entscheidend sind somit die Vertragsurkunde und die dazugeh�rigen Vertragsgrundlagen.
5.3.1.�Die Formulierung im ersten Satz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages "Die Teuerung ist bis zum 31.12.2007 eingerechnet" spricht f�r die vorinstanzliche Auslegung. "Eingerechnet" bedeutet, wie die Vorinstanz zutreffend darlegt, dass die vereinbarten Preise die (gesch�tzte) Teuerung bis zum 31. Dezember 2007 bereits enthalten. Diese wird dadurch also gleichsam vorweg "abgedeckt". Die Beschwerdef�hrerin macht zu Recht geltend, im Verfahren zur Ermittlung der Bauteuerung (bei Einheits-, Global- und Pauschalpreisen) m�ssten nicht nur die teuerungsberechtigten Leistungen bezeichnet werden, sondern spezifisch auch die Berechnungsmethode mit dem massgeblichen Preisstand und dem Stichtag festgelegt werden. Art. 62 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 SIA-Norm 118 (Ausgabe 1977/1991; anl�sslich der Revision 2013 insofern unver�ndert geblieben) legt diesen Stichtag ("urspr�ngliche Kostengrundlage") als Kalkulationsbasis f�r die Teuerungsabrechnung auf den Tag der Einreichung des Angebots fest; eine Regelung, die mit Ziff. 19.2 AVB �bereinstimmt. Aber es steht den Parteien frei, irgendeinen Zeitpunkt f�r die Kalkulationsbasis festzulegen, auch einen k�nftigen, und in dem Sinn Kostensteigerungen zu antizipieren. Die Formulierung, dass die Teuerung eingerechnet sei, darf und muss ohne entgegenstehende Anhaltspunkte vom verst�ndigen Vertragspartner verstanden werden als i�
n den Preiseneingerechnet. Diese sind somit schon um die erwartete k�nftige Kostensteigerung erh�ht und basieren nicht auf der (�blichen) Kostenbasis am Offerttag. Ein solches Verst�ndnis impliziert, dass der Stichtag f�r die Teuerungsberechnung das Datum ist, bis zu welchem die Teuerung bereits in den Preisen eingerechnet wurde; mit einem fr�heren Stichtag w�rde die Teuerung doppelt entsch�digt.
In einem gewissen Widerspruch zur Bedeutung des Wortes "eingerechnet" steht aber der weitere Wortlaut und die innere Systematik von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages. Darauf bezieht sich denn auch v.a. die Beschwerdef�hrerin. Die S�tze 2 und 3 des ersten Absatzes von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages grenzen die teuerungsberechtigten von den nicht teuerungsberechtigten Arbeiten ab. Der zweite Absatz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages verweist f�r die "Teuerungsberechnung" auf die AVB. Nach Ziff. 19.2 AVB geh�rt zur "Berechnung der Bauteuerung" unter anderem der Preisstand, von welchem als Basis auszugehen ist. Darauf basiert auch Art. 62 SIA-Norm 118. Die Auslegung der Vorinstanz bedeutet also, dass im ersten Absatz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages�
zwei verschiedene Fragen�geregelt sind, n�mlich einerseits die massgebliche Kostenbasis und andererseits die Abgrenzung der teuerungsberechtigten Arbeiten. Sie bedeutet zudem, dass im zweiten Absatz der Begriff "Teuerungsberechnung" in einem eingeschr�nkten Sinn zu verstehen ist, indem die hierf�r massgebliche Kostenbasis nicht davon erfasst wird. Diesem Auslegungsergebnis w�rde systematisch eine Unterteilung in drei Abs�tze entsprechen, wobei im ersten Absatz lediglich festgehalten w�re "Die Teuerung ist bis zum 31.12.2007 eingerechnet". Geht man von der jetzigen Systematik der Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages aus und versteht man den ersten Absatz als zusammengeh�riges Ganzes, so liesse sich die Formulierung "Die Teuerung ist bis zum 31.12.2007 eingerechnet" im Zusammenhang mit den n�chsten beiden S�tzen auch so verstehen, dass einfach gesagt werden soll, f�r Arbeiten bis zum 31. Dezember 2007 sei keine Teuerung geschuldet. Wo genau die Grenze liegt, l�sst dieser Satz offen, da er nicht pr�zisiert, ob auf den Arbeitsbeginn oder auf den Arbeitsabschluss abzustellen w�re. Dies wird durch Satz 2 und Satz 3 des ersten Absatzes von Ziff. 4.2 abgegrenzt und verdeutlicht. Danach w�re also der ganze erste Absatz von Ziff. 4.2 als Abgrenzung der teuerungsberechtigten Arbeitsleistungen zu verstehen, w�hrend der zweite Absatz die Teuerungsberechnung unter Verweis auf die AVB regeln w�rde. Bei einer systematischen Betrachtung ist nicht davon auszugehen, dass innerhalb des ersten Absatzes der erste Satz (auch noch) eine von der Regelung in Ziff. 19.2 AVB abweichende Bestimmung ("anderweitige Vereinbarung") des Referenzzeitpunkts f�r die Teuerungsberechnung enthalten soll. Allerdings weist der erste Satz des ersten Absatzes von Ziff. 4.2 diesfalls keinen eigenst�ndigen, �ber die S�tze 2 und 3 hinausgehenden Regelungsgehalt mehr auf, was gegen diese Betrachtungsweise spricht.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Wortlaut und die Systematik von Ziff. 4.2 der TU-Werkvertragsurkunde in einem gewissen Widerspruch zu einander stehen und daher keinen eindeutigen Schluss zulassen.
5.3.2.�Die Vorinstanz erw�hnte zwar, dass die Beschwerdegegnerin als Stichtag (Preisbasis) den 1. April 2008 angegeben habe. Sie ging aber nicht weiter darauf ein bzw. f�hrte aus, dieser Stichtag ergebe sich aus Ziff. 2.1.3 (S. 2) der Vertragsgrundlagen. Wegen der vorgesehenen Rangreihenfolge der verschiedenen Vertragsdokumente k�nne jedoch nicht darauf abgestellt werden.
Es ist unbestritten und ergibt sich aus dem TU-Werkvertrag (Ziff. 2.1, 2.1.1, 2.1.2.1, 2.1.2.3), dass bei inhaltlichen Widerspr�chen die TU-Werkvertragsurkunde den AVB vorgeht und diese wiederum den Vertragsgrundlagen vorgehen. Die SIA-Norm 118 ist erg�nzender Vertragsbestandteil, soweit sie den vorgenannten Dokumenten nicht widerspricht (Ziff. 2.3.1 TU-Werkvertrag). Hierbei handelt es sich um Widerspruchsregeln, d.h. sie gelten nur, wenn tats�chlich innervertragliche Widerspr�che bestehen, was zuerst durch Auslegung festzustellen ist. Diese Auslegung, die der Anwendung der Widerspruchsregel stets vorangehen muss, nimmt keine R�cksicht auf die formelle Zugeh�rigkeit der auszulegenden Erkl�rungen. Diesbez�glich ist daher belanglos, welchen Rang die Bestandteile, denen die Abreden zugeh�ren, einnehmen (HUBERT ST�CKLI, in: Kommentar zur SIA-Norm 118 Art. 1-37, Gauch/St�ckli [Hrsg.], 2009, N. 5.c zu Art. 21 SIA-Norm 118 S. 172). Auch aus einer nachrangigen Vorschrift k�nnen sich daher im Hinblick auf die Auslegung der vorrangigen Bestimmungen Anhaltspunkte ergeben (PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, Rz. 306). Der Vorinstanz ist somit zuzustimmen, dass zwar nicht auf den sich aus den nachrangigen Vertragsgrundlagen ergebenden 1. April 2008 als Stichtag abgestellt werden kann, wenn dieser im Widerspruch zu Stichtagen gem�ss vorrangigen Grundlagen - TU-Werkvertragsurkunde bzw. AVB - steht. Jedoch kann die Bestimmung "Teuerung ab 01.04.2008" in den Vertragsgrundlagen zur Auslegung auch der h�herrangigen Bestimmungen herangezogen werden.
Unbestritten bestimmt sich gem�ss der vertraglichen Vereinbarung (TU-Werkvertrag Ziff. 4.2 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 19.2 AVB) der Preisstand nach dem Gesamt-Baukostenindex des Statistischen Amtes der Stadt Z�rich. Der Vertrag (Ziff. 19.2 Abs. 5 AVB) sah vor, dass die Bauteuerung halbj�hrlich abgerechnet werde, wobei der Indexstand per 1. April massgebend sei f�r die erste H�lfte jedes Kalenderjahres, derjenige per 1. Oktober f�r die zweite H�lfte. Unber�cksichtigt blieb bei dieser vertraglichen Regelung allerdings, dass der Index nur noch einmal j�hrlich, am 1. April, erhoben wird. F�r den Fall, dass die Teuerung im Sinn der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin erst ab 1. Januar 2008 ber�cksichtigt werden sollte, da sie vorher in den vertraglichen Preisen enthalten war, w�re somit erstmals der Baukostenindex per 1. April 2008 f�r die Abrechnung der vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008 get�tigten Zahlungen bzw. teuerungsberechtigten Leistungen zur Anwendung gekommen. Der Hinweis auf "Teuerung ab 01.04.2008" muss daher als (verk�rzter) Hinweis auf den Baukostenindex von diesem Tag verstanden werden. "Ab" diesem Indexstand soll die Teuerung ber�cksichtigt werden. Demgegen�ber macht dieser Hinweis in den Vertragsgrundlagen keinen Sinn, wenn man nach dem Verst�ndnis der Beschwerdef�hrerin davon ausgeht, die Parteien h�tten im ersten Absatz von Ziff. 4.2 des TU-Werkvertrages lediglich die teuerungsberechtigten Leistungen abgegrenzt und gem�ss Ziff. 4.2 Abs. 2 des TU-Werkvertrages in Verbindung mit Ziff. 19.2 AVB als massgeblichen Preisstand jenen im Offertzeitpunkt vereinbart. Denn diesfalls h�tte der Hinweis in den Vertragsgrundlagen lauten m�ssen "Teuerung ab Offertzeitpunkt".
5.4.�Im Ergebnis ist daher der Vorinstanz zu folgen. Da die Beschwerdef�hrerin zwar die vorinstanzlichen Reduktionen der teuerungsberechtigten Leistungen kritisiert, jedoch dennoch ausdr�cklich gegen sich gelten l�sst, ist darauf nicht weiter einzugehen und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).