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Timestamp: 2020-07-04 02:36:53
Document Index: 248598611

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 300', '§ 301', '§ 302', '§ 54', '§ 209', '§ 4', '§ 120']

Restschuldbefreiung erlangt, nun Gerichtskosten & Treuhänderkosten ? | Erwerbslosenforum Deutschland
Restschuldbefreiung erlangt, nun Gerichtskosten & Treuhänderkosten ?
Starter*in Matze87
Datum Start 12 Dezember 2017
erlangt gerichtskosten restschuldbefreiung treuhänderkosten
heute bekam ich 2 schreiben vom amtsgericht
im ersten schreiben steht:
"aufgrund der erteilung der rechtschuldbefreiung endet die bisher gewährte kostenstundung und die entstandenen kosten im verfahren sind gem. § 4b InsO zur rückzahlung fällig."
als anlage ist dann auch ein antrag auf verfahrenskostenstundung und die kostenrechnung, diese erwähnt, dass noch 919,21€ zu zahlen sind
im zweiten schreiben steht dann:
"wird dem schuldner die restschuldbefreiung gem. § 300 Abs. 1 Satz 1 Inso erteilt. die restschuldbefreiung wirkt gegen alle insolvenzgläubiger, auch solche, die ihre forderungen nicht angemeldet haben (§§ 301, 38 InsO). von der restschuldbefreiung nicht erfasst werden die ausgenommenen forderungen gem. § 302 InsO
die dauer der laufzeit der abtretungserklärung ist am 02.11.2017 verstrichen. anträge auf versagung der restschuldbefreiung wurden nicht gestellt. dem schuldner war daher die restschuldbefreung antragsmäßig zu erteilen"
dahinter wird dann noch die vergütung vom treuhänder festgesetzt: Endbetrag 714€
"auf die festgesetzte vergütung sind vorschüsse von insg. 595€ anzurechnen. der restbetrag in höhe von 119€ kann dem vom treuhänder verwalteten kassenbestand entnommen werden"
heißt dass nun, dass ich die kosten von 919,21€ und die kosten des treuhänders von 119€ übernehmen muss ?
dachte, dass wenn die restschuldgefreiung erlangt wird, dass man dann keine kosten begleichen muss ?
woher soll ich den betrag auf eimal hernehmen ?
ich bin vorerst auch nur befristet eingestellt und mein arbeitsvertrag wurde noch bis zum 31.01.2018 verlängert.
Wäre sehhr dankbar wenn mir jemand das genau erläutern könnte
Wo hast Du denn das aufgegriffen
So denn die Insolvenzmasse nicht ausreichend war um die Kosten des Insolvenzverfahrens (§ 54 InsO) zu decken und diese Kosten sind vorrangig vor allen anderen Verbindlichkeiten, sei es Masseverbindlichkeit oder bloße Insolvenzforderung, der Insolvenzmasse zu entnehmen (§ 209 InsO), dann verschwinden diese Kosten mit erteilter Restschuldbefreiung natürlich nicht so einfach.
Reicht die Insolvenzmasse zur Deckung dieser Kosten nicht aus, dann müssten diese eigentlich von Dir oder ebend vom Schuldner getragen werden, es sei denn, man hat eine Verfahrenskostenstundung erhalten. In diesem Fall würde zunächst die Staatskasse einspringen und der Schuldner muss dann später die Kosten "ggfls." ratenweise an diese zurückzahlen.
Da die Verfahrenskosten nach der Erteilung der Restschuldbefreiung noch nicht oder nicht vollständig an die Staatskasse zurückgezahlt wurden, kann die Stundung verlängert werden und für höchstens 48 Monate Ratenzahlung bewilligt werden. Voraussetzung dafür ist, das Du nicht in der Lage bist, die noch offenen Verfahrenskosten auf einmal zu begleichen (§§ 4 b Abs. 1 InsO, 115 Abs. 1 + 2 ZPO, § 120 Abs. 2 ZPO).
So denn Du die noch offenen 919,21€ Verfahrenskosten nicht auf einmal bezahlen kannst, dann musst Du, wie dargelegt und auch als Anlage vom Amtsgericht beigefügt, eine weitere Stundung betreffend dieser beantragen.
Betreffend der von Dir hier erwähnten 119€ Kosten für den Treuhänder, nein diese musst Du nicht gesondert übernehmen,