Source: https://endlagerdialog.de/2019/01/konrad-workshop-uesiko-ohne-nachvollziehbare-dokumentation/
Timestamp: 2020-02-23 22:41:00
Document Index: 3205718

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', '§ 22', 'BGE', 'BGE']

Konrad: Workshop ÜsiKo ohne nachvollziehbare Dokumentation | endlagerdialog.de
In der Berichterstattung der BGE findet sich eine sehr frühe Einschätzung der bisherigen Arbeiten, die nicht gerade Vertrauen erweckt:
Solche Formulierungen hören sich eher wie Lobhudelei an. Hat das die BGE nötig?
Öffentlich nachvollziehbar ist diese Äußerung von Herrn Lautsch vorerst nicht. In der Berichterstattung vom Workshop wird wieder der übliche Fehler gemacht: Lediglich die Präsentationen der Vorträge werden veröffentlicht, es fehlen aber die Vortragstexte. Die Vorträge sind gerade für den interessierten Laien deshalb kaum verständlich. Transparenz und vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus. Da sollte an die alte vorbildliche Tradition des ehemaligen Asse-Betreibers Helmholtz Zentrum angeknüpft werden (siehe Asse-Archiv, zum Beispiel 10. Informationsveranstaltung, Vortrag Strömungsbarrieren, Präsentation mit ergänzendem Text) oder wenigstens Audiomitschnitte zur Verfügung gestellt werden.
Verfahrensunterlagen im Internet verfügbar machen
Weiterhin müssen die Unterlagen der Planfeststellung von 2002 nach dem Stand der Technik im Internet verfügbar gemacht werden. Auf der entsprechenden Internetseite der BGE Konrad- Dokumente findet sich nicht einmal der Planfeststellungsbeschluss. Der ist wenigstens noch versteckt unter endlager-konrad.de zu finden – siehe hier. Was jedoch vollständig für eine öffentliche Auseinandersetzung fehlt, ist der Planfeststellungsantrag und die diversen Unterlagen zu den Langzeitrisikobetrachtungen. Da reichen die Informationen unter den Kapiteln B VII und B IX im Planfeststellungsbeschluss nicht aus. Das sind laut Präsentation etwa 315 Berichten mit ca. 25.000 Seiten wie der
Planantrag (BfS 1990),
gut 270 erläuternde Unterlagen (EU) wie zum Beispiel die Langzeitsicherheitsanalyse (1986) und
etwa 40 Gutachten für die Genehmigungsbehörde.
Diese sind für die Langzeitdokumentation sowieso dokumentationstechnisch aufzuarbeiten.
Es stellt sich die Frage, ob bei einer neuerlichen Langzeitrisikobetrachtung zu Konrad im Sinne von Stand von Wissenschaft und Technik nicht transdisziplinär vorgegangen werden muss? Schließlich hat die Wissenschaft im Rahmen von ENTRIA festgestellt, dass dies angebracht ist: Klaus-Jürgen Röhlig, Anne Eckhardt (2017). „Primat der Sicherheit – Ja, aber welche Sicherheit ist gemeint?“ in: GAiA 26(2): 103-105. Dazu müssten die Verfahrensunterlagen nicht nur allgemein verfügbar gemacht, sondern im Sinne von Transparenz aufbereitet werden. Dazu kommen dann die in der ersten Phase der ÜsiKO erarbeiteten Papiere, denn es ist nicht anzunehmen, dass die Arbeiten dazu sich allein in den Vorträgen finden. Ein entsprechender IFG-Antrag wurde gestellt.
endlagerdialog.de sagt
Im Gegensatz zu Herr Lautsch sagt endlagerdialog.de:
Mit der bisherigen Herangehensweise an die ÜsiKo wurde gezeigt, dass der Weg der BGE zu einer lernenden Organisation noch sehr weit ist. Der Ansatz zum Lernen wurde lediglich vom BfS übernommen und ergibt sich sachlich zwangsweise aus der PSÜ-Regelung für nichtstaatliche kerntechnische Anlagen.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in BGE, Konrad, Transparenz von endadm. Permanenter Link des Eintrags.
3 Gedanken zu „Konrad: Workshop ÜsiKo ohne nachvollziehbare Dokumentation“
endadm sagte am 25/01/2019 um 13:42 :
Periodische Sicherheitsüberprüfung alle vier Jahre
Werden chemotoxische Abfälle untertägig langzeitgelagert, dann muss die Genehmigungsentscheidung nach § 22 Deponieverordnung alle vier Jahre überprüft werden.
So wird der sogenannte Langzeitsicherheitsnachweis der Untertagedeponie Herfa-Neurode alle vier Jahre aktualisiert, siehe Endlager – Giftig bis in alle Ewigkeit und IFG-Verfahren.
Eine Überprüfung der Langzeitrisikobetrachtungen bei einem Endlager für radioaktive Abfälle sollte also nicht alle zehn Jahre, sondern auch in kürzeren Abständen erfolgen.
Würde die Untertagedeponie für radioaktive Abfälle Konrad der Deponieverordnung unterliegen, wären statt einer ÜsiKo in Arbeit bereits vier Aktualisierungen abgeschlossen.
endadm sagte am 26/01/2019 um 13:46 :
Langzeitdokumentation Endlager Konrad
Nach der Bestimmung A.1-12 im Planfestellungsbeschluss (PDF-Seite 96f.) ist die Langzeitdokumentation schon während der Errichtung aufzustellen und dann jährlich zu ergänzen.
Was ist der Stand? Dazu siehe IFG-Antrag an die BGE (Betreiber) und an das BfE (atomrechtliche Überwachungsbehörde).
endadm sagte am 17/02/2019 um 19:11 :
Zugang zu Konrad-Unterlagen verweigert
Der IFG-Antrag auf Zurverfügungstellung der Studien zur ÜsiKo wurde abgelehnt. Verwiesen wird auf die schon oben erwähnten Präsentationen, die fachlich nicht nachvollziehbar sind. Zu den Studien wird vertröstet auf die Endfassungen, die in ein paar Wochen veröffentlicht werden sollen:
Die Berichte über die erste Phase der ÜsiKo werden voraussichtlich in ein paar Wochen veröffentlicht, wenn die Auftragnehmer die Anmerkungen des Review-Teams sowie die Diskussionsbeiträge beim ÜsiKo-Workshop am 23. Januar 2019 in Braunschweig fachlich bewertet und berücksichtigt haben. Von einer Veröffentlichung beziehungsweise Herausgabe der derzeit nicht abgeschlossenen Schriftstücke sehen wir ab.
Hier gibt es also wieder geschönte Endberichte. Der Arbeitsprozess wird in der Öffentlichkeit fachlich nicht nachvollziehbar sein.
Es wird Zeit, das AtG an die Deponieverordnung anzupassen und eine 4-jährige Aktualisierung der Langzeitriskobetrachtungen festzulegen. Dann wäre es auch Aufgabe der Endlagerüberwachung am BfE, die Arbeiten in Auftrag zu geben, und nicht der Betreiber BGE.