Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20280/07
Timestamp: 2019-11-21 01:34:20
Document Index: 395773807

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 577', '§ 566', 'BGH', '§ 985', '§ 566', '§ 566', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 566', '§ 1056', '§ 11', '§ 37', '§ 57', '§ 566', '§ 566', 'BGH', '§ 571', 'BGH', '§ 571', '§ 566', 'BGH', '§ 566', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.07.2008 - VIII ZR 280/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,856
BGH, 09.07.2008 - VIII ZR 280/07 (https://dejure.org/2008,856)
BGH, Entscheidung vom 09.07.2008 - VIII ZR 280/07 (https://dejure.org/2008,856)
BGH, Entscheidung vom 09. Juli 2008 - VIII ZR 280/07 (https://dejure.org/2008,856)
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Eintritt des neuen Eigentümers von vermietetem Wohnraum in die Rechte und Pflichten aus einem bestehenden Mietverhältnis bei Erwerb kraft Gesetzes
Eintritt in Vermieterstellung auch bei Erwerb des Grundeigentums kraft Gesetzes
Erwerb kraft Gesetzes: Erwerber tritt in Mietvertrag ein
Mietrecht - Eigentumsübergang an Wohnraum kraft Gesetzes
Eigentumsübergang an Wohnraum kraft Gesetzes
Vermieterwechsel bei Eigentumwechsel kraft Gesetz
Grundsatz "Kauf bricht nicht Miete" gilt auch bei Erwerb kraft Gesetzes
Vermieterstellung auch bei gesetzlichem Immobilienerwerb
Erwerb kraft Gesetzes: Erwerber tritt in Mietvertrag ein! (IMR 2008, 334)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 09.07.2008, Az.: VIII ZR 280/07 ("Kauf bricht nicht Miete" bei Eigentümerwechsel kraft Gesetzes)" von Prof. Dr. Siegbert Lammel, original erschienen in: ZMR 2008, 882 - 883.
LG Berlin, 15.05.2012 - 63 S 84/07
Während § 577a BGB den Mieter davor schützen soll, dass mit einem Wechsel des Rechtsträgers neuer Eigenbedarf geschaffen wird, soll § 566 BGB den Mieter, der vom Eigentümer angemietet hat, vor einer "Vertreibung" bewahren (Senatsurteile vom 22. Mai 1989 - VIII ZR 192/88, BGHZ 107, 315, 320, sowie vom 9. Juli 2008 - VIII ZR 280/07, NJW 2008, 2773 Rn. 10); denn ohne einen Übergang der Vermieterstellung könnte der Mieter dem Herausgabeanspruch eines Erwerbers (§ 985 BGB) kein Recht zum Besitz entgegen setzen.
Der Einbeziehung der Begründungsoption in den Anwendungsbereich des § 566 BGB steht auch nicht entgegen, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes - und auch schon die des Reichsgerichts - gegenüber einer analogen Anwendung des § 566 BGB restriktiv ist und sie bisher nur in wenigen Fällen zugelassen wurde (vgl. BGH, Urteil vom 09. Juli 2008 - VIII ZR 280/07 -, NJW 2008, 2773; BGH, Urteil vom 18. Februar 1998 - XII ZR 39/96 -, BGHZ 138, 82; siehe auch RGZ 103, 167), wobei der Bundesgerichtshof zu diesen Analogien betont, dass hier die Ähnlichkeit mit der in § 566 BGB vorausgesetzten Änderung der dinglichen Rechtszuständigkeit in ähnlicher Weise auf der Hand liege wie bei §§ 1056, 2135 BGB, §§ 11, 30 ErbbauRG, § 37 Abs. 2 WEG, § 57 ZVG.
Ein Grund für die Zulassung der Revision besteht nicht mehr, nachdem der Senat nach Erlass des Berufungsurteils die der Zulassung zugrunde liegende Rechtsfrage durch Urteil vom 9. Juli 2008 (VIII ZR 280/07, WuM 2008, 562) dahin entschieden hat, dass der neue Eigentümer vermieteten Wohnraums auch dann gemäß § 566 BGB anstelle des Vermieters in die Rechte und Pflichten aus bestehenden Mietverhältnissen eintritt, wenn er das Eigentum - wie vorliegend aufgrund des Gesetzes zur Gründung einer Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vom 9. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3235) - kraft Gesetzes erwirbt.
Zwar ist die Frage, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen eine entsprechende Anwendung der Ausnahmeregelung des § 566 Abs. 1 BGB (vgl. Senatsurteile vom 14. Oktober 1981 - VIII ZR 331/80, NJW 1982, 221 unter 3 b cc; vom 22. Mai 1989 - VIII ZR 192/88, BGHZ 107, 315, 319 f. [jeweils zu § 571 BGB aF]; vom 9. Juli 2008 - VIII ZR 280/07, NJW 2008, 2773 Rn. 12) bei Personenverschiedenheit von Vermieter und veräußerndem Eigentümer in Betracht kommt, höchstrichterlich noch nicht abschließend geklärt (…offen gelassen im Senatsurteil vom 20. Januar 2010 - VIII ZR 84/09, NJW-RR 2010, 1095 Rn. 16; ohne nähere Begründung verneint in BGH, Urteil vom 22. Oktober 2003 - XII ZR 119/02, NJW-RR 2004, 657 unter [II] 2 c [zu § 571 BGB aF]).
§ 566 BGB soll den Mieter davor schützen, aufgrund eines Eigentümerwechsels plötzlich einem Vermieter gegenüberzustehen, der nicht mehr Eigentümer ist (BGH Urt. v. 9.7.2008 - VII ZR 280/07 = GE 2008, 1122); in dieser Situation waren die Beklagten aber bereits mit der xxx-GmbH als Vermieterin.
§ 566 BGB soll den Mieter davor schützen, aufgrund eines Eigentümerwechsels plötzlich einem Vermieter gegenüberzustehen, der nicht mehr Eigentümer ist (BGH Urt. v. 9.7. 2008 - VII ZR 280/07 = GE 2008, 1122); in dieser Situation waren die Beklagten aber bereits mit der xxx-GmbH als Vermieterin.
Solche Rückflüsse liegen vor, wenn - wie im vorliegenden Fall - ein Vertrag über den Erwerb einer Immobilie im Wege des großen Schadensersatzes abgewickelt wird und daraufhin Anschaffungskosten zurückgezahlt werden (vgl. BGH a.a.O., BGH NJW 2008, 2773 ).
Die Vorschrift soll zum Schutz des Mieters ein Auseinanderfallen von Eigentum und Mietverhältnis verhindern (BGH NJW 2008, 2773 Tz 10).