Source: https://www.steuba.de/gmbh/gesellschafter-geschaeftsfuehrer-gehalt-verdeckte-gewinnausschuettung/
Timestamp: 2019-11-15 18:34:49
Document Index: 252254001

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 20', '§ 15', '§ 8', '§ 20', '§ 8', '§ 4', '§ 20', '§ 8', '§ 8', '§ 20', '§ 32', '§ 32']

Gesellschafter-Geschäftsführer: Wichtiges zur Vergütung und vGA
24 Okt Gesellschafter-Geschäftsführer: Wichtiges zur Vergütung und vGA
Veröffentlicht um: 12:51Uhr in GmbH	von	Michael Jonas
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Gesellschafter-Geschäftsführer: Wissenswertes zum Gehalt in Verbindung mit verdeckter Gewinnausschüttung
Wie ist die Vergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführers steuerlich einzuordnen?
Was ist die Definition einer verdeckten Gewinnausschüttung?
Vermögensminderung bei einer verdeckten Gewinnausschüttung
Vermögensminderung bzw. verhinderte Vermögensmehrung bei einer verdeckten Gewinnausschüttung
Prüfung der Vergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführer hinsichtlich einer verdeckten Gewinnausschüttung
Unterscheidung zwischen beherrschendem und nicht beherrschendem Gesellschafter-Geschäftsführer
Verdeckte Gewinnausschüttung - dreistufiges Verfahren bei der Prüfung des Gehalts
Schritt eins bei der Prüfung der Gehaltsbestandteile
Schritt zwei bei der Prüfung des Gesellschafter-Geschäftsführer Gehalts
Schritt drei der Prüfung
Was sind denn nun die Kriterien für die Prüfung der Höhe der Vergütung eines Gesellschafter-Geschäftsführers?
Was sind die Folgen einer verdeckten Gewinnausschüttung bei einem nicht angemessenen Gehalt eines Gesellschafter-Geschäftsführers?
Bei Geschäftsführern einer GmbH, die ebenso an der Kapitalgesellschaft beteiligt sind (klassische Gesellschafter-Geschäftsführer), ist es wichtig, dass der Arbeitslohn (§ 19 EStG – Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) von einer verdeckten Gewinnausschüttung (§ 20 EStG – Einkünfte aus Kapitalvermögen) abzugrenzen ist. Ebenso in diesen Bereich ist eine nahestehende Person des Gesellschafters einzuordnen. Insbesondere trifft dies auf Angehörige im Sinne des § 15 AO zu, also Lebenspartner, zu.
Alle Leistungen bzw. Vergütungskomponenten sind in die Prüfung, ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt, einzubeziehen.
Eine Begriffsbestimmung der verdeckten Gewinnausschüttung findet sich weder in § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG noch in § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG.
Eine verdeckte Gewinnausschüttung i. S. v. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH
eine (bei der Körperschaft eintretende) Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung,
sich auf die Höhe des Unterschiedsbetrags i. S. v. § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG bzw. auf die Einkünfte bei nicht buchführungspflichtigen Körperschaften auswirkt und
Außerdem muss der zu beurteilende Vorgang geeignet sein, beim Gesellschafter einen Beteiligungsertrag i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG auszulösen.
Die Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung führt nicht zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, wenn die Körperschaft bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters unter sonst gleichen Umständen auch gegenüber einem Nichtgesellschafter den Nachteil hingenommen hätte. Dies kann der Fall sein, wenn zwischen Gesellschaft und Gesellschafter ein angemessenes Entgelt in anderer Weise vereinbart worden ist.
Ob eine Vermögensminderung/verhinderte Vermögensmehrung zu einer Einkommenskorrektur führt, hängt davon ab, ob eine Minderung des steuerlichen Gewinns eingetreten ist.
Eine Hinzurechnung nach § 8 Abs. 3 KStG ist nur dann vorzunehmen, wenn sich der Sachverhalt gewinnmindernd ausgewirkt hat. Die Korrektur kann nur das erfassen, was vorher zu einer Steuerminderung geführt hat. Die Zuwendung an einen Gesellschafter ohne Auswirkung auf den bilanziellen Gewinn führt nicht zu einer verdeckten Gewinnausschüttung i. S. v. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG.
Innerhalb der Personengruppe der Gesellschafter-Geschäftsführer muss im Hinblick auf die Prüfung zwischen beherrschenden und nicht-beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern unterschieden werden.
Beherrschend ist ein Gesellschafter, wenn er den Abschluss eines Geschäfts erzwingen kann – bei beiden, also bei beherrschenden und nicht-beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern stellt eine nicht angemessene Tätigkeitsvergütung eine verdeckte Gewinnausschüttung dar. Beim beherrschenden Geschäftsführer sind die Zügel noch ein wenig mehr angezogen, insbesondere muss
der Vertrag zivilrechtlich wirksam,
und im Voraus abgeschlossen sein und
tätsächlich durchgeführt werden.
Bei der Angemessenheit gibt es aufgrund der Vielzahl der Fälle keine festen Regeln, so dass dies meist in einer Betriebsprüfung ein Diskussionspunkt ist.
Verdeckte Gewinnausschüttung – dreistufiges Verfahren bei der Prüfung des Gehalts
Um ein wenig Struktur reinzubringen gibt es bei der Prüfung der Vergütungsbestandteile ein dreistufiges Verfahren:
Zunächst sind alle Vergütungsbestandteile einzeln danach zu beurteilen, ob sie dem Grunde nach als durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst anzusehen sind. Sofern dies zu bejahen ist führt dies bei dem speziellen Gehaltsbestandteil zu einer verdeckten Gewinnausschüttung.
In der zweiten Stufe sind die einzelnen Gehaltsbestandsteile der Höhe nach zu beurteilen, dh. ob diese durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst sind oder angemessen im Sinne eines Fremdvergleichs sind.
Bei einer unangemessenen Höhe führt dies punktuell zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Insofern führt auch eine insgesamt angemessene Höhe der Vergütung dazu, dass einzelne Bestandteile unangemessen sein können.
In einem dritten Schritt wird die Summe der Vergütungen nochmals im Ganzen überprüft, ob diese der Höhe nach angemessen ist. Sobald die Höhe der Vergütung unangemessen ist, führt der übersteigende Betrag zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Der unangemessene Betrag ist dem jeweils zuletzt vereinbarten Betrag zuzurechnen.
Die Beurteilungskriterien für die Angemessenheit der Gesamtbezüge sind
die Art und der Umfang der Tätigkeit,
das Verhältnis des Geschäftsführergehalts zum Gesamt-Unternehmen und zur Eigenkapitalverzinsung sowie
Art und Höhe der Vergütungen, die im selben Betrieb oder gleichartige Betriebe gezahlt werden
Verdeckte Gewinnausschüttungen, die einem Gesellschafter-Geschäftsführer zufliessen, gehören bei ihm grundsätzlich zu seinen Einkünften aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG). Dies erfolgt durch eine Umqualifikation der Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit hin zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Grundsätzlich unterliegen die Einkünfte der Abgeltungssteuer (§ 32d EStG).
Bei der Kapitalgesellschaft sind die verdeckten Gewinnausschüttungen nicht abzugsfähig und werden dem Gewinn der Gesellschaft hinzugerechnet. Günstig ist dies natürlich bei mehreren Anteilseigner, da der höhere Gewinn von allen versteuert wird, die Ausschüttung nur dem jeweiligen Gesellschafter zusteht. (Geringerer Steuersatz durch Abgeltungssteuer)
Steuerbescheide, die die Einkommensteuer des Gesellschafter-Geschäftsführers betreffen und bereits bestandskräftig sind, können im Rahmen einer Außenprüfung verfahrensrechtlich nochmals geöffnet werden (§ 32a KStG)
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