Source: http://www.1a.net/versicherung/unisex-tarif
Timestamp: 2013-06-20 09:57:35
Document Index: 175260121

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Unisex-Tarif-Versicherungen ab 2013: Auswirkungen für Versicherte	Über unsPresseKontakt
AKTUELLES THEMA Neue Unisex-Tarife 2012/2013 Was ab jetzt bei neuen Versicherungen zu beachten ist Fordern Sie jetzt eine Beratung zu besonders betroffenen Tarifen an:
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In vielen privaten Versicherungen haben sich die Tarife für Männer und Frauen angeglichen
Seit 21.12.2012 dürfen neu abgeschlossene Tarife nur noch nach den Regelungen für Unisex-Tarife kalkuliert werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass das Geschlecht die Versicherungsbeiträge nicht mehr beeinflussen darf. Damit haben sich die Beiträge für Männer und Frauen in den einzelnen Versicherungssparten teilweise stark verändert. Frauen zum Beispiel mussten bisher in der Krankenversicherung mehr zahlen, weil sie statistisch länger leben und häufiger zum Arzt gehen. In anderen Versicherungen, wie der Kfz-Versicherung, wurden Frauen günstiger versichert als Männer. Nun haben sich die Beiträge angeglichen, denn die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein grundlegendes Prinzip der Europäischen Union. Das Unisex-Prinzip in der Versicherung
Nach Artikel 21 und 23 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ist jegliche Diskriminierung wegen des Geschlechts verboten. Deswegen verlangt die europäische Gleichstellungsrichtlinie Unisex-Tarife für Versicherungen im Grundsatz schon seit dem 21. Dezember 2007. Die bis Ende 2012 noch üblichen Abweichungen wurden laut der Luxemburger Richter als Ausnahme formuliert. „Nach Ablauf einer angemessenen Übergangszeit“ müssten solche Ausnahmen jedoch auslaufen, ansonsten werde das Ziel der Gleichbehandlung von Frauen und Männern unterlaufen, erklärte der EuGH. Mit Wirkung zum 21. Dezember 2012 wurde diese Ausnahme deshalb ungültig.
Im Video erklärt: Änderungen und Beitragsentwicklung durch Unisex-Tarife
Betroffene Versicherungstarife - Liste der verschiedenen Sparten
Die wichtigsten Versicherungen im Überblick und wie sich Unisex-Tarife auswirken.
In den alten Bisex-Tarifen mussten Frauen mehr für ihren Krankenversicherungsschutz zahlen als Männer. Durch die Gleichstellungsrichtlinie hat sich dies nun seit dem 21. Dezember 2012 geändert. Durch die Angleichung müssen männliche Neukunden mit höheren Prämien für ihre private Krankenversicherung rechnen. Beratung: Unisex für die private Krankenversicherung
Im Vergleich zu den geschlechtsspezifisch kalkulierten Tarifen sind die Unisex-Tarife in der privaten Krankenzusatzversicherung seit dem vom EuGH vorgegebenen Stichtag für Männer teurer und Frauen etwas günstiger geworden. Wer den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung plant, sollte diese Veränderungen beachten.
Mit einer privaten Pflegerentenversicherung können die finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit aufgefangen werden. Auch hier war es bisher so, dass Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung mehr Beiträge leisten mussten. Seit dem 21.12.2012 haben sich auch bei dieser Versicherung die Prämien für Männer und Frauen angeglichen.
Ebenso von der Umstellung betroffen sind die sogenannten Pflegetagegeld-Tarife der privaten Pflegezusatzversicherung. Seit dem gesetzlichen Stichtag müssen Männer das höhere statistische Risiko der Frauen mit höheren Beiträgen als bisher ausgleichen. Beratung zu Unisex-Pflegeversicherungen
Bei einer privaten Rentenversicherung musste das jeweilige Versicherungsunternehmen Frauen länger eine Monatsrente zahlen als Männern, die durchschnittlich früher sterben. Dieser Umstand führt in Bezug auf die Einführung von Unisex-Tarifen nun dazu, dass Männer mehr für ihre Altersvorsorge aufbringen müssen als Frauen.Mehr über Unisex-Tarife der privaten Rentenversicherung
Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind zunächst vor allem die Varianten Direktversicherung und Pensionskasse vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs betroffen. Die preislichen Unterschiede zwischen den Tarifen der beiden Geschlechter waren allerdings nur minimal. Daher steigen die Kosten für Männer nur geringfügig.Neue Unisex-Tarife für die betriebliche Altersvorsorge
Auch im Bereich der Risiko-und Kapitallebensversicherung mussten die Anbieter gleich machen, was vorher ungleich behandelt wurde. Durch die EuGH-Richtlinie sparen Männer, wenn sie sich ab sofort dazu entscheiden eine Lebensversicherung abzuschließen. Spezial: Unisex in der Risiko-Lebensversicherung
Wie in der privaten Krankenversicherung u.a. profitieren Frauen in der Berufsunfähigkeitsversicherung seit der Einführung der einheitlichen Beiträge von günstigeren Prämien. Männer müssen dagegen im Vergleich zu den Alttarifen mehr für ihre BU-Absicherung aufwenden.Unisex-Tarife in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Weil Männer statistisch gesehen deutlich mehr Unfälle als Frauen verursachen, wurden Frauen bisher bei der Prämienhöhe bevorteilt. Seit dem 21. Dezember 2012 gehört dies der Vergangenheit an und das weibliche Geschlecht muss seither mehr für die Autoversicherung aufwenden.
Im Bereich der Unfallversicherung müssen vornehmlich handwerklich tätige Frauen seit Ende 2012 mehr für ihren Versicherungsschutz aufbringen als noch vor der Geltung der Gleichstellungsrichtlinie.
Bei Sterbegeldversicherungen sind die Beiträge für Frauen seit dem Ende der Umstellungsfrist etwas teurer geworden. Männer sparen dementsprechend im Vergleich zu den Konditionen der bisher üblichen Bisex-Tarife.
Die frühere Regelung in der privaten Krankenversicherung ging davon aus, dass Frauen statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer und somit länger und mehr Leistungen aus der PKV beziehen. Daher lagen die PKV-Beiträge für Frauen bisher rund 15 bis 20 Prozent über denen für Männer. Weil dies nun nicht mehr zulässig ist, haben sich die Beiträge angeglichen. Das heißt: Die Beiträge für Männer sind zum Teil deutlich gestiegen, die für Frauen vorerst etwas gesunken. Gleiches gilt für die private Pflege- und Rentenversicherung sowie für die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Kosten der privaten Krankenversicherung im Vergleich Umverteilung der Kosten für die Schwangerschaft
Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschutz werden in der privaten Krankenversicherung schon seit 2008 auf Männer und Frauen aufgeteilt. Das schreibt das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vor. Allerdings bewirkte diese Gesetzesänderung damals nur eine Beitragsermäßigung für Frauen von zwei bis drei Prozent, weil:	die Lebenserwartung bei Frauen steigtdie allgemeinen Gesundheitskosten sich erhöhendie Altersgruppen, die die Schwangerschaftskosten mittragen sollten, unterschiedlich eingegrenzt wurden
Für Männer sind Lebensversicherungen günstiger geworden
Andersrum verhält es sich bei Risikolebens- sowie Kapitallebensversicherungen. Hier waren Männer bisher stark im Nachteil. Denn laut Statistik sterben sie früher als Frauen, was sich die Versicherer mit höheren Prämien vergüten ließen. Die Wahrscheinlichkeit ist hier schließlich höher, dass die Versicherungssumme tatsächlich ausgezahlt werden muss. Mit Einführung der Unisex-Tarife sind die Beiträge für Männer also zum Teil gesunken, die für Frauen im Gegenzug gestiegen.
Neue Tarife umfassend vergleichen
Auch nach den entsprechenden Beitragsangleichungen in den einzelnen Versicherungssparten bleibt der Vergleich zwischen den Tarifen der unterschiedlichen Versicherungen unerlässlich, denn die Spanne ist zum Teil enorm groß. Zunächst sollte außerdem jeder für sich überlegen, ob die Produkte unabhängig von den Unisex-Tarifen attraktiv für sich selbst sind, ermahnt der Bund der Versicherten (BdV). Ob die neuen Konditionen automatisch zu Preiserhöhungen für alle führen werden, wie es einige Verbraucherschützer prognostizieren, bleibt zudem abzuwarten. Altkunden, die Änderungen an ihren Policen planen, sollten darüber hinaus prüfen, ob der Vertragsumbau eine Umstellung in einen Unisex-Vertrag bedingen kann. Je nach Versicherungssparte und Geschlecht kann sich dies eventuell nachteilig auswirken. Höhere Kosten für weibliche Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung
Bei Kfz-Versicherungen unterschieden sich die Prämienhöhen von Männern und Frauen bisher erheblich, allerdings fast nur bei Fahranfängern im Alter von 18 bis 25 Jahren. Weil junge Männer statistisch häufiger Unfälle verursachen, mussten sie bislang auch mehr zahlen. Daher ist es für sie lohnenswert einen neuen Vertrag mit Unisex-Tarif abzuschließen. Die Beiträge sind dann vermutlich etwas niedriger als in den alten Bisex-Tarifen. Junge Frauen hingegen, die bereits vor dem 21.12. 2012 einen Vertrag abgeschlossen haben, sollten sich eher langfristig an einen Versicherer binden, der ihren Erwartungen entspricht. Denn neue Verträge sind für Autofahrerinnen wahrscheinlich teurer.
Aktuelle Tarife für Autoversicherungen finden
VersicherungsartAuswirkung auf MännerAuswirkung auf Frauen
günstigere Tarife Krankenzusatzversicherung
etwas günstigere Tarife Lebensversicherung
günstigere Tarife Beitragssteigerung
Beitragssteigerung v.a. für handwerkliche tätige Frauen
Altverträge sind nicht von der Umstellung betroffen
Alle genannten Regelungen bezüglich der Einführung der Unisex-Tarife betreffen nur Vertragsneuabschlüsse. Alle Kontrakte, die bis zum 21. Dezember 2012 abgeschlossen wurden, bleiben unangetastet. Alles andere wäre verfassungswidrig. Das hatte jedenfalls ein Gutachten des Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Dr. Josef Isensee bestätigt. Zuvor war in der Versicherungsbranche heftig darüber diskutiert worden, ob die Unisex-Tarife auch für Bestandskunden gelten sollen. Aber laut besagtem Gutachten würde das einen Eingriff in die Grundrechte wie zum Beispiel Vertragsfreiheit oder Eigentumsgarantie bedeuten.
Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Unisex-Tarife
Warum wurden die Unisex-Tarife 2012 eingeführt?
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat jegliche Art von Diskriminierung von Männern und Frauen untersagt. Dazu zählt nun auch das Versicherungswesen, in dem geschlechtsspezifische Tarife bei privaten Versicherungsverträgen bisher üblich waren.
Wann wurden die neuen Tarife eingeführt?
Bis zum 21. Dezember 2012 hatten alle privaten Versicherungen Zeit, ihre Tarife entsprechend umzustellen. Seit diesem Zeitpunkt müssen alle neu abgeschlossenen Tarife die "Unisex-Vorgaben" erfüllen. Alte Tarife, die vor Dezember 2012 in Kraft traten, bleiben in den alten Vertragsbedingungen gültig.
Welche Versicherungssparten sind von der Einführungspflicht betroffen?
Nahezu alle privaten! Kfz-Versicherungen beispielsweise werden für Frauen etwas teurer. Sie bekamen bisher einen günstigeren Tarif, weil sie statistisch nicht so viele Unfälle verursachen wie Männer. Bei der staatlich geförderten Riester-Rente gibt es schon seit 2006 einen einheitlichen Tarif für Männer und Frauen. Rentenversicherungen wiederum sind aus denselben Gründen wie die private Krankenversicherung eher für Männer teurer geworden.
Ich habe schon einen Versicherungsvertrag. Was ändert sich für mich?
Gar nichts, solange kein Tarifwechsel geplant ist. Altverträge sind nämlich von der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) nicht betroffen. Hintergrund: Würden die Neuregelungen auch für den Bestand gelten, würde dies, nach Ansicht von Rechtswissenschaftlern, eine Verfassungswidrigkeit beinhalten.
Was ist beim PKV-Wechsel zu beachten?
Männer, die bereits eine PKV-Police haben, sollten einen Wechsel genau abwägen. Hintergrund: Im Bisex-Tarif profitieren sie von günstigeren Konditionen. Im neuen Unisex-Tarif kehrt sich dieser Vorteil für sie um. Für Frauen ist der Wechsel in die PKV dagegen lohnenswert. Die neuen Einheitstarife sind für sie teilweise erst mal ein wenig billiger geworden, eignen sich also für eine Beitragsoptimierung.
Gelten die neuen Unisex-Tarife auch für gesetzlich Krankenversicherte?
Nein. Gesetzlich Versicherte zahlen einen Beitrag, der abhängig von ihrem Einkommen ist. Dieser Beitragssatz liegt derzeit einheitlich bei 15,5 Prozent. Das Geschlecht spielt nach wie vor keine Rolle. Ähnliches gilt auch für die soziale Pflege- und die gesetzliche Rentenversicherung. Gesetzlich Versicherte, die eine private Zusatzversicherung abschließen wollen, sollten allerdings genau abwägen: Denn für private Zusatzversicherungen gelten Unisex-Tarife ebenfalls seit Ende 2012.
Wovon hingen die Tarife in den privaten Versicherungen bisher ab?
Von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Weil Frauen im Schnitt länger leben und öfter zum Arzt gehen, mussten sie beispielsweise in der privaten Krankenversicherung bisher auch einen höheren Beitrag zahlen. Sie sind also ein größeres „Risiko“ als Männer, da der Versicherer statistisch auch mehr Geld für sie ausgeben muss. Genau umgekehrt verhält es sich dagegen in der Lebensversicherung. Kriterien wie das Alter und die Gesundheit bleiben aber auch weiterhin bestehen.
Letzte Aktualisierung: 10.06.2013 - Alexander Bull
Checkliste Unisex-Tarif - Wo es günstiger geworden ist (220.09 kB)
Wie finden Sie die neuen Unisex-Versicherungstarife? Gut. Endlich herrscht Gleichberechtigung.
Nicht gut. Versicherungen werden teurer.
Weiß nicht. Ich benötige weitere Infos.
Sind geschlechtsneutrale Tarife erst der Anfang der Gleichstellungswelle? Manche Versicherer fürchten, dass ihnen bald auch verboten werden könnte, Beiträge nach dem Gesundheitszustand, Behinderung und/oder Alter zu unterscheiden. Dies könnte das bisherige Geschäftsmodell und die Funktion der privaten Versicherungen noch weiter beeinträchtigen.
Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) verursacht eine Frau über 85 Jahre im Schnitt Kosten von 15.000 Euro jährlich. Ein gleichaltriger Mann jedoch Kosten von nur 11.500 Euro. Dieses statistische Risiko floss bislang in die Tarife ein, wird bei Unisex-Tarifen jedoch gleichmäßig zwischen Männern und Frauen aufgeteilt. Wussten Sie?
Unisex-Tarife gibt es übrigens schon seit 2006 - und zwar für Rentenversicherungen, die riester-förderfähig sind. Das führte damals zu einer Verschlechterung der Leistungen für Männer. Männliche Versicherte müssen seitdem bei einem Neuabschluss für die gleichen Rentenleistungen etwa 6,5 Prozent höhere Beiträge zum Riestervertrag aufwenden.
Unwandlung in Unisex-Tarif
Einige Versicherungen haben schon vor dem Stichtag Unisex-Tarife oder Übergangstarife eingeführt. Seit Anfang des Jahres 2013 haben Versicherte zudem grundsätzlich ein sogenanntes Umtauschrecht. Konkret bedeutet dies, dass Versicherungsnehmer zwischem dem 1. Januar und dem 30. Juni 2013 ihren alten geschlechtsspezifischen Tarif in einen neuen Einheitstarif umwandeln können. Der Beitrag bleibt dabei in der Regel gleich. Lediglich die Leistungen werden unter Umständen angepasst. Eine erneute Gesundheitsprüfung ist allerdings nicht erforderlich. In jedem Fall empfiehlt sich eine Beratung zu Unisex-Tarifen.
GDV wenig begeistert
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist über die neuen Unisex-Tarife wenig begeistert. Denn eine Differenzierung der Geschlechter hat bisher zu insgesamt günstigeren Beiträgen geführt. Mit der Entscheidung wurde die risikogerechte Kalkulation und damit ein zentrales Prinzip der privaten Versicherungsbranche in Frage gestellt, so der GDV. Was ungleich sei, dürfe man in der Versicherung nicht gleich behandeln.
Mögliche neue Kriterien
Kfz-Versicherer können zum Beispiel von jenen Kunden mehr verlangen, die besonders PS-starke Autos fahren. Und das sind meistens Männer, die ja bisher auch schon mehr zahlen.Bei privaten Krankenversicherungen darf beispielsweise noch nach Taillen- oder Hüftumfang unterschieden werden, weil das Rückschlüsse auf das Risiko der Fettleibigkeit zulasse. Auch geschlechtsspezifische Versicherungsprodukte für etwa Prostata- oder Gebärmutterkrebs können angeboten werden.
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