Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZA%202010,%20939
Timestamp: 2020-07-06 17:06:33
Document Index: 2469967

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 611', '§ 249', '§ 280', '§ 283', '§ 13', '§ 310', '§ 13', '§ 13', 'BGH', 'EuG', '§ 4', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 307', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 305', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', '§ 310', 'BGH', '§ 615', '§ 615', '§ 310', '§ 305', '§ 305']

BAG, 19.05.2010 - 5 AZR 253/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,200
BAG, 19.05.2010 - 5 AZR 253/09 (https://dejure.org/2010,200)
BAG, Entscheidung vom 19.05.2010 - 5 AZR 253/09 (https://dejure.org/2010,200)
BAG, Entscheidung vom 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 (https://dejure.org/2010,200)
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Geschäftsführer-Anstellungsvertrag als Verbrauchervertrag; zweistufige Ausschlussfrist; AGB-Kontrolle; Annahmeverzug
Zweistufige Ausschlussfrist in AGB eines Geschäftsführer-Anstellungsvertrags
§ 13 BGB, § 611 Abs 1 BGB, § 249 Abs 1 BGB, § 280 Abs 1 S 1 BGB, § 283 S 1 BGB
GmbH-Geschäftsführer handeln bei Abschluss ihres Dienstvertrags als Verbraucher
Beim Abschluss seines Dienstvertrages ist der Fremdgeschäftsführer einer GmbH Verbraucher i.S.v. § 13 BGB
Inhaltskontrolle eines Geschäftsführer-Anstellungsvertrags; Voraussetzungen für eine "Einflussnahme" i.S. von § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB; Fremdgeschäftsführer als "Verbraucher"; Zweistufige Ausschlussfrist im Geschäftsführerformularvertrag; Ersatzansprüche bei vertragswidrigem ...
AGB-Inhaltskontrolle der Anstellungsverträge von GmbH-Geschäftsführern
Lohnansprüche aus Annahmeverzug nach unwirksamer Kündigung
Geschäftsführer-Anstellungsvertrag als Verbrauchervertrag
Zweistufige Ausschlussfrist im Geschäftsführervertrag
Geschäftsführer als Verbraucher
Fremdgeschäftsführer ist Verbraucher im Sinne des § 13 BGB
Zweistufige Ausschlussfrist in AGB eines Geschäftsführer-Anstellungsvertrag
Anstellungsverträge von GmbH-Geschäftsführern als "Verbraucherverträge" eingestuft
BGB §§ 13, 305, 305c, 310, 615
fernuni-hagen.de (Kurzanmerkung)
BAG : BGH - GMS-OGB + BVerfG = EuGH?
Mehrstufige Ausschlussfristen - Bedeutung, Zulässigkeit und Tragweite
ArbG Marburg, 31.01.2008 - 3 Ca 149/05
LAG Hessen, 11.09.2008 - 6 Sa 665/08
NJW 2010, 2827
ZIP 2010, 1816
NZA 2010, 939
BB 2010, 2439
BB 2010, 2639
BB 2010, 2768
DB 2010, 2048
JR 2011, 551
NZG 2010, 1063
Es bedarf danach keiner weiteren Aufklärung, ob es sich bei § 4 Abs. 1 Arbeitsvertrag um eine für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingung iSv. § 305 Abs. 1 BGB handelt und deshalb § 305b BGB anzuwenden ist oder der Arbeitsvertrag als Verbrauchervertrag zu bewerten ist (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 20 ff.; 27. Juni 2012 - 5 AZR 530/11 - Rn. 14) .
Ob es sich dabei um für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen handelte (§ 305 Abs. 1 BGB) , bedarf keiner weiteren Aufklärung, denn der Arbeitsvertrag ist ein Verbrauchervertrag iSv. § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 20 ff., AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10) .
§ 307 BGB findet auf den von der Beklagten vorformulierten Fortbildungsvertrag jedenfalls gemäß § 310 Abs. 3 BGB Anwendung (vgl. zum Verbraucherbegriff: BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 21 ff.) .
Sofern der Kläger Annahmeverzugsvergütung beanspruchen kann, stehen ihm auch für die Zeit bis zum 1. Juli 2009 Verzugszinsen entgegen dem bisherigen Antrag jeweils nur abzüglich der monatlich erhaltenen Sozialleistungen zu ( vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 16 mwN, AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10) .
Die Beklagte hat selbst nicht vorgebracht, der Klägerin die Möglichkeit der Einflussnahme auf die streitgegenständliche Klausel eingeräumt zu haben (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 25 f. mwN).
aa) Allgemeine Geschäftsbedingungen sind - ausgehend vom Vertragswortlaut - nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind (st. Rspr., vgl. zB BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 30 mwN) .
Die Beklagte hat selbst nicht vorgebracht, dem Kläger die Möglichkeit der Einflussnahme auf die streitgegenständliche Klausel eingeräumt zu haben (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 25 f. mwN, AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10; 1. März 2006 - 5 AZR 363/05 - Rn. 21 mwN, BAGE 117, 155) .
Sollte nach den noch zu treffenden Feststellungen des Landesarbeitsgerichts unter Berücksichtigung der vom Beklagten tatsächlich erbrachten Zahlungen überhaupt noch ein Differenzvergütungsanspruch des Klägers bestehen, ist zu beachten, dass der Kläger Zinsen auf die verspätet erfüllten Vergütungsteile nur bis zum Eingang der Sozialleistungen und der weiteren Zahlungen verlangen kann (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 16, AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10; 19. März 2008 - 5 AZR 429/07 - Rn. 15 f., BAGE 126, 198 ) .
Ob es sich dabei um eine für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingung handelte (§ 305 Abs. 1 BGB) , bedarf keiner weiteren Aufklärung, denn der Arbeitsvertrag ist ein Verbrauchervertrag iSv. § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 20 ff.; 27. Juni 2012 - 5 AZR 530/11 - Rn. 14) .
Bereits zur Auslegung der zweiten Stufe einer in Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelten Ausschlussfrist (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 31, AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10; 19. März 2008 - 5 AZR 429/07 - Rn. 22, BAGE 126, 198) hat der Senat entschieden, dass der Wortsinn eines "Einklagens" bzw. einer "gerichtlichen Geltendmachung" der vom Ausgang der Bestandsschutzstreitigkeit abhängigen Ansprüche nicht zwingend verlange, dass gerade der Streitgegenstand "Vergütung" zum Inhalt des arbeitsgerichtlichen Verfahrens gemacht werden müsse (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 31, aaO;… 19. März 2008 - 5 AZR 429/07 - Rn. 22, aaO) .
Dieses wörtliche Angebot kann darin liegen, dass der Arbeitnehmer gegen die Beendigung des Arbeitsverhältnisses protestiert und/oder eine Bestandsschutzklage einreicht (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 13, AP BGB § 310 Nr. 13 = EzA BGB 2002 § 310 Nr. 10 ; BGH 28. Oktober 1996 - II ZR 14/96 - zu II der Gründe, NJW-RR 1997, 537; 9. Oktober 2000 - II ZR 75/99 - zu 1 der Gründe, AP BGB § 615 Nr. 88 = EzA BGB § 615 Nr. 100) .
Das Merkmal des "Einflussnehmens" in § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB entspricht dem "Aushandeln" in § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 25) .
Ist die Möglichkeit der Einflussnahme streitig, muss der Verwender - nach den Grundsätzen der abgestuften Darlegungslast - den Vortrag des Verwendungsgegners, er habe keine Einflussmöglichkeit gehabt, qualifiziert bestreiten, indem er konkret darlegt, wie er Klauseln zur Disposition gestellt hat und aus welchen Umständen darauf geschlossen werden kann, der Verwendungsgegner habe die Klauseln freiwillig akzeptiert (vgl. BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 27) .
BAG, 25.03.2015 - 5 AZR 874/12
BAG, 13.02.2013 - 5 AZR 2/12
Auslegung einer einzelvertraglichen Vergütungsabrede - dynamische Bezugnahme auf …
Auslegung einer tariflichen Mindestabstandsregelung für außertarifliche …
BAG, 18.09.2019 - 5 AZR 240/18
BAG, 29.04.2015 - 5 AZR 756/13
Annahmeverzug - Gründungszuschuss - Anspruchsübergang
LAG Hamm, 13.12.2012 - 11 Sa 1206/12
Begriff des Aushandelns im Sinne von § 305 Abs. 1 S. 3 BGB; Formularmäßige …
ArbG Karlsruhe, 13.08.2010 - 3 Ca 96/10
Voraussetzungslose Freistellungsklausel im Arbeitsvertrag - AGB-Kontrolle
LAG Rheinland-Pfalz, 05.07.2017 - 4 Sa 512/16
Widerrufsvorbehalt - Mehrarbeitszeitpauschale
Auslegung - Vertragsklausel - Anrechnung anderer Versorgungsleistung - …
LAG Hamm, 02.06.2016 - 17 Sa 1873/15
LAG Köln, 01.09.2016 - 7 Sa 1109/15
Sozialplanabfindung; Mehrarbeitsvergütung; Überstunden