Source: http://www.haerlein.de/wichtig-zu-wissen-fur-autobesitzer-wenn-sie-ihren-pkw-kaskoversichert-haben-und-der-versicherungsvertrag/
Timestamp: 2020-04-07 19:07:52
Document Index: 266019514

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 26', '§ 26', '§ 26']

Wichtig zu wissen für Autobesitzer, wenn sie ihren Pkw kaskoversichert haben und der Versicherungsvertrag - Haerlein
Startseite » Wichtig zu wissen für Autobesitzer, wenn sie ihren Pkw kaskoversichert haben und der Versicherungsvertrag
.... vorsieht, dass
das Fahrzeug nachts in einer Garage abgestellt wird bzw.
der Versicherer auf dieser Grundlage die Höhe der Versicherungsprämie kalkuliert hat.
Wird in so einem Fall
die Garage nicht als nächtlicher Abstellort für den Pkw genutzt, sondern
das Fahrzeug vor der Garage stehen gelassen,
etwa weil schlicht vergessen worden ist es noch in die Garage zu fahren,
ist der Versicherer,
wenn das Fahrzeug in der Nacht gestohlen werden sollte,
wegen grob fahrlässiger Herbeiführung des Schadensfalles
die Leistung aus der Kaskoversicherung
§§ 23 Abs. 1, 26 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über den Versicherungsvertrag (VVG)
Denn durch den Verstoß gegen die Obliegenheit,
die Garage als nächtlichen Einstellplatz für das Auto zu nutzen,
wird die Gefahr eines Diebstahls,
da der Täter, um das Fahrzeug zu entwenden, nicht mehr in die Garage eindringen muss,
Darauf hat die 11. Zivilkammer des Landgerichts (LG) Magdeburg mit Urteil vom 11.09.2018 – 11 O 217/18 – hingewiesen und in dem dieser Entscheidung zugrunde liegendem Fall eine Kürzung des Anspruchs des Versicherungsnehmers
für gerechtfertigt erachtet.
Nach § 23 Abs. 1 VVG darf der Versicherungsnehmer nach Abgabe seiner Vertragserklärung ohne Einwilligung des Versicherers keine Gefahrerhöhung vornehmen oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten.
Tritt der Versicherungsfall nach einer Gefahrerhöhung ein, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn
der Versicherungsnehmer seine Verpflichtung nach § 23 Abs. 1 VVG vorsätzlich verletzt hat (§ 26 Abs. 1 S. 1 VVG).
Im Fall einer grob fahrlässigen Verletzung ist der Versicherer berechtigt, seine Leistungen
in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis
zu kürzen, wobei die Beweislast für das
Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit
der Versicherungsnehmer trägt (§ 26 Abs. 1 S. 2 VVG).
Abweichend davon ist der Versicherer jedoch zur Leistung verpflichtet, soweit die Gefahrerhöhung nicht ursächlich war für
den Eintritt des Versicherungsfalls oder
den Umfang der Leitungspflicht (§ 26 Abs. 3 Nr. 1 VVG).