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Timestamp: 2020-05-29 01:37:40
Document Index: 89922063

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 8', '§ 12', '§ 3', '§ 22', '§ 105', '§ 3']

OLG München, Urteil v. 04.05.2017 – 29 U 335/17 - Bürgerservice
OLG München, Urteil v. 04.05.2017 – 29 U 335/17
Irreführung bei Werbung für ein homöopathisches Arzneimittel mit Erfolgsversprechen
UWG § 3, § 3a, § 5 Abs. 1 S. 1, S. 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1 S. 1, Abs. 3 Nr. 2, § 12 Abs. 2
HWG § 3 S. 2 Nr. 1, Nr. 2a
AMG § 22 Abs. 2 Nr. 2, § 105 Abs. 4a S. 2
1. Ein Verstoß gegen § 3 Satz 2 Nr. 2 lit. a) HWG setzt nicht voraus, dass ausdrücklich ein sicherer Erfolg versprochen wird. Es genügt vielmehr, dass die fraglichen Werbeaussagen einen solchen Eindruck hervorrufen. Auch ist nicht erforderlich, dass ein absoluter Heilungserfolg für alle denkbaren Krankheitsbilder versprochen wird. Ausreichend ist vielmehr, wenn damit geworben wird, dass im Regelfall ein sicherer Erfolg erwartet werden kann. (Rn. 7)
2. Wird in der Werbung für ein Arzneimittel nicht darauf hingewiesen, dass es sich um ein homöopathisches handelt, so rechnet der Verbraucher nicht mit dem Phänomen der Erstverschlimmerung, das allen Homöopathika gemein sein soll, und wird deshalb durch die Werbeaussage „ohne bekannte Neben- und Wechselwirkungen“ getäuscht. (Rn. 21)
3. Der Bezeichnung „natürlich“ bei einem Arzneimittel steht nicht entgegen, dass homöopathische Arzneimittel einen technischen Fertigungsprozess durchlaufen. (Rn. 31) (red. LS Dirk Büch)
homöopathisches Arzneimittel, Werbeaussage, Erfolgsversprechen, Durchschnittsverbraucher, Wirksamkeit, Irreführung, Umfang der Zulassung
LG München I, Endurteil vom 20.12.2016 – 33 O 15788/16
GRUR-RS 2017, 118220
WRP 2017, 1012
GRUR-Prax 2017, 449
MD 2017, 772
PharmR 2017, 353
LSK 2017, 118220
BeckRS 2017, 118220