Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VRS%2059,%20106
Timestamp: 2020-07-05 13:30:58
Document Index: 162663126

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 318', 'BGH', '§ 46', 'BGH', 'BGH', '§ 344']

OLG Frankfurt, 26.11.1979 - 3 Ss 537/79 - dejure.org
OLG Frankfurt, 26.11.1979 - 3 Ss 537/79
https://dejure.org/1979,12208
OLG Frankfurt, 26.11.1979 - 3 Ss 537/79 (https://dejure.org/1979,12208)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 26.11.1979 - 3 Ss 537/79 (https://dejure.org/1979,12208)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 26. November 1979 - 3 Ss 537/79 (https://dejure.org/1979,12208)
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VRS 59, 106
der zugleich die Strafzumessung betrifft, beide Teile der Entscheidung an demselben Irrtum leiden oder die ordnungsgemäße Feststellung doppelt relevanter Tatsachen gerügt wird (vgl. BGHSt 29, 359, 368; OLG Frankfurt NStZ-RR 1996, 309; VRS 59, 106, 110; OLG Köln VRS 61, 365, 367; KG, Beschluß vom 26. Juni 1996 - (5) 1 Ss 21/96 (21/96) .-).
Für eine solche einengende Auslegung bestünde kein Bedürfnis; sie wäre untauglich (vgl. OLG Frankfurt VRS 59, 106, 108; entgegen OLG Saarbrücken NJW 1975, 2215, .2216).
Die dem Rechtsmittelführer eingeräumte Dispositionsfreiheit, die Reichweite der Überprüfung zu bestimmen, würde in diesem Fall über Gebühr eingeschränkt (…ebenso OLG Köln, Ss 285/98 v. 4.08.1998, Rdn. 19 - juris; OLG Frankfurt VRS 59, 106, 107).
An der Trennbarkeit fehlt es nicht schon dann, wenn sich die bei der Strafzumessung und der Aussetzungsentscheidung jeweils berücksichtigten Tatsachen überschneiden (vgl. OLG Frankfurt am Main VRS 59, 106, 108).
Dabei ist insbesondere umstritten (…Grobübersicht über Meinungsstand bei Gössel in Löwe-Rosenberg, StPO, 25. Auflage, § 318 Rn. 96), ob bereits Überschneidungen der Prüfungsprogramme zur Straf- und Aussetzungsfrage (so OLG Düsseldorf in NJW 2003, 1470, 1471) oder erst bei der Prüfung entstehende Widersprüche (so OLG Frankfurt/Main in VRS 59, 106, 108 f.: Überschneidung und Doppelrelevanz unschädlich) der Beschränkung entgegenstehen, ob dabei allein auf die Wertungen oder auch auf die Feststellungen der zugrundeliegenden Tatsachen abzustellen ist und ob hierzu die amtsgerichtliche Strafzumessung mit der amtsgerichtlichen (so wohl OLG Karlsruhe in NJW 1980, 133) oder den landgerichtlichen (…so zutreffend h.M., u.a. HansOLG Hamburg, a.a.O., mit Hinweis auf die Maßgeblichkeit der Schlussberatung des Berufungsgerichts) Begründungen zur Aussetzungsfrage zu vergleichen ist.
Sie ist insbesondere dann ausgeschlossen, wenn die für die Strafaussetzung maßgebenden Gründe so eng mit den Erwägungen zur Strafhöhe verknüpft sind, dass sie sich wegen ihres inneren Zusammenhanges nicht voneinander trennen lassen (BGH bei Dallinger, MDR 1955, 394, 395; OLG Koblenz VRS 1951, 24, 25; OLG Frankfurt, VRS 59, 106 m. w. N.).
Andernfalls würde der Anwendungsbereich derartiger Rechtsmittelbeschränkungen entscheidend verengt, ohne dass sich dafür ein überzeugender Grund anführen ließe (OLG Frankfurt VRS 59, 106).
Sie ist namentlich dann unwirksam, wenn die Urteilsgründe keine Erwägungen zur Strafzumessung (§ 46 StGB) enthalten oder diese derart knapp dargestellt sind, dass sie für die Aussetzungsentscheidung keine Grundlage bieten oder aber dann, wenn Strafzumessung und Aussetzungsentscheidung in unzulässiger Weise miteinander verknüpft sind (BGH StV 1988, 295; OLG Köln 3. StS v. 08.04.81 - 3 Ss 104/81 - = VRS 61, 367; OLG Frankfurt VRS 59, 106 = GA 80, 188;SenE v. 04.08.1998 -Ss 285/98- = VRS 96, 35 [36]; SenE v. 10.12.99 - Ss 523/99 -) oder wenn das Urteil einen Fehler enthält, der beide Entscheidungen betrifft (OLG Köln 3. StS v. 08.04.81 - 3 Ss 104/81 - = VRS 61, 365 [367]; SenE v. 22.07.1997 - Ss 192/97; SenE v. 04.08.1998 - Ss 285/98 - = VRS 96, 35 [36]; SenE v. 10.12.1999 - Ss 523/99 - SenE v. 14.03.2000 - Ss 90/00 - SenE v. 08.08.2000 - Ss 340/00 - SenE v. 10.01.2003 - Ss 554/02 -).
Dies gilt nur dann nicht, wenn die Feststellungen zur Tat, also zum Schuldspruch, so unzulänglich sind, daß sie keine hinreichende Grundlage für die sachgerechte Beurteilung der Rechtsfolgenentscheidung bilden können (vgl. BGHSt 33, 59; OLG Düsseldorf NStE 1995 Nr. 16 zu § 344 StPO; OLG Frankfurt VRS 59, 106, 107;… KG aaO. …und Urteil vom 12. Juli 2002 - (5) 1 Ss 37/02 (9/02) - Meyer-Goßner aaO. m. w. Nachw.).
Dabei ist zwar im Detail umstritten, ob bereits Überschneidungen der Prüfungsprogramme zur Straf- und Aussetzungsfrage oder erst bei der Prüfung entstehende Widersprüche der Beschränkung entgegenstehen (vgl. OLG Düsseldorf NJW 2003, 1470, 1471 und dagegen OLG Frankfurt VRS 59, 106, 108 f.), ob dabei allein auf die Wertungen oder auch auf die Feststellungen der zu Grunde liegenden Tatsachen abzustellen ist und ob hierzu die amtsgerichtliche Strafzumessung mit der amtsgerichtlichen oder den landgerichtlichen Begründungen zur Aussetzungsfrage zu vergleichen ist (vgl. OLG Karlsruhe NJW 190, 133 und dagegen die wohl h. Mg. OLG Hamburg JR 1979, 258; OLG Hamburg NStZ-RR 2006, 18, 19).
OLG Köln, 07.05.2004 - Ss 177/04