Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.10.2009&Aktenzeichen=I%20ZR%20168/06
Timestamp: 2019-05-26 12:27:31
Document Index: 133501846

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 54', '§ 54', '§ 54', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.10.2009 - I ZR 168/06 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1663
BGH, 29.10.2009 - I ZR 168/06 (https://dejure.org/2009,1663)
BGH, Entscheidung vom 29.10.2009 - I ZR 168/06 (https://dejure.org/2009,1663)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 2009 - I ZR 168/06 (https://dejure.org/2009,1663)
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UrhG § 54d Abs. 1, § 54f Abs. 3, § 54g Abs. 1 (F: 25. 7. 1994)
Meldepflicht der Hersteller und Importeure von Scannern und zur Angemessenheit der Tarife der Verwertungsgesellschaften
Umfang eines urheberrechtlichen Auskunftsanspruchs gegen die zur Zahlung einer Vergütung verpflichteten Hersteller; Auskunft der Händler und Importeure über Art und Stückzahl der im Geltungsbereich des Urheberrechtsgesetz (UrhG) veräußerten oder in Verkehr gebrachten Geräte; Pflicht zur Auskunftserteilung über hergestellte und importierte Geräte; Angemessenheit der für die Vergütung von Scannern aufgestellten Tarife; Angemessenheit einer nach Kopiergeschwindigkeit und Auflösungsvermögen des Scanners gestaffelten Vergütung; Pflicht des Meldepflichtigen zur Entrichtung des doppelten Vergütungssatzes aufgrund eines schuldhaften Verstoßes gegen die Meldepflicht
Urheberrechtliche Vergütungspflicht bei "Scanner mit einer Leistungsfähigkeit von bis zu 2 Vervielfältigungen pro Minute'
Urheberrechtliche Vergütungspflicht bei "Scanner mit einer Leistungsfähigkeit von bis zu 2 Vervielfältigungen pro Minute"
Umfang eines urheberrechtlichen Auskunftsanspruchs gegen die zur Zahlung einer Vergütung verpflichteten Hersteller; Auskunft der Händler und Importeure über Art und Stückzahl der im Geltungsbereich des Urheberrechtsgesetz ( UrhG ) veräußerten oder in Verkehr gebrachten Geräte; Pflicht zur Auskunftserteilung über hergestellte und importierte Geräte; Angemessenheit der für die Vergütung von Scannern aufgestellten Tarife; Angemessenheit einer nach Kopiergeschwindigkeit und Auflösungsvermögen des Scanners gestaffelten Vergütung; Pflicht des Meldepflichtigen zur Entrichtung des doppelten Vergütungssatzes aufgrund eines schuldhaften Verstoßes gegen die Meldepflicht
Meldepflicht für Scanner bei der VG Wort
Für Scanner bestimmter Geschwindigkeit fällt urheberrechtliche Vergütung an
Urheberrecht - Auskunftsanspruch gegen Hersteller, Importeure und Händler von Geräten - Verwertungsgesellschaften Wort und Bild-Kunst
LG Düsseldorf, 27.12.2001 - 12 O 79/98
OLG Düsseldorf, 25.07.2006 - 20 U 64/02
NJW-RR 2010, 1135
GRUR 2010, 57
MMR 2010, 190
Sollte die Beklagte danach gegen ihre Unterlassungsverpflichtung verstoßen haben, wird das Berufungsgericht zu erwägen haben, ob die Beklagte auch unter Berücksichtigung der im Urheberrecht geltenden strengen Sorgfaltsanforderungen (vgl. BGH, Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, NJW-RR 2010, 1135 Rn. 42 - Scannertarif, mwN) nur ein geringes Verschulden trifft, weil sie es lediglich versäumt hat, die Fotografien von einer untergeordneten Internetseite bei eBay zu entfernen.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Erledigung der Hauptsache festzustellen; anderenfalls ist die Klage abzuweisen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2003 - I ZR 84/01, GRUR 2004, 349 = WRP 2004, 496 - Einkaufsgutschein II; Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, GRUR 2010, 57 Rn. 15 = WRP 2010, 123 - Scannertarif).
Das Verschulden der Beklagten ergibt sich daraus, dass sie sich erkennbar in einem Grenzbereich des rechtlich Zulässigen bewegt hat, in dem sie eine von der eigenen Einschätzung abweichende Beurteilung der rechtlichen Zulässigkeit ihres Verhaltens in Betracht ziehen musste (vgl. BGH, Urt. v. 29.10.2009 - I ZR 168/06, GRUR 2010, 123 Tz. 42 = WRP 2010, 57 - Scannertarif, m.w.N.).
Dabei setzt die Feststellung der Erledigung der Auskunftsansprüche voraus, dass die Klage insoweit bis zum geltend gemachten erledigenden Ereignis zulässig und begründet war und - wenn das der Fall war - durch dieses Ereignis unzulässig oder unbegründet geworden ist (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, GRUR 2010, 57 Rn. 15 = WRP 2010, 123 - Scannertarif).
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Erledigung der Hauptsache festzustellen; anderenfalls ist die Klage abzuweisen oder - wenn die Klage in der Vorinstanz erfolglos war - das Rechtsmittel zurückzuweisen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, GRUR 2010, 57 Rn. 15 = WRP 2010, 123 - Scannertarif;… Urteil vom 27. Oktober 2011 - I ZR 131/10, GRUR 2012, 651 Rn. 17 = WRP 2012, 1118 - regierung-oberfranken.de).
Eine solche einseitige (Teil-) Erledigungserklärung ist im Revisionsverfahren jedenfalls dann zulässig, wenn das Ereignis, das die Hauptsache erledigt haben soll, unstreitig ist (…vgl. BGH, Urteile vom 1. Juni 2017 - VII ZR 277/15, NJW 2017, 3521 Rn. 30;… vom 10. Dezember 2014 - VIII ZR 9/14, NJW-RR 2015, 457 Rn. 34;… vom 5. März 2014 - IV ZR 102/13, juris Rn. 12;… vom 30. Januar 2014 - I ZR 107/10, MDR 2014, 670 Rn. 13;… vom 20. Juli 2012 - V ZR 142/11, MDR 2012, 1105 Rn. 14;… vom 27. Oktober 2011 - I ZR 131/10, NJW 2012, 2279 Rn. 17; vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, NJW-RR 2010, 1135 Rn. 15;… vom 18. Dezember 2003 - I ZR 84/01, NJW 2004, 1665 Rn. 21; vom 5. Mai 1999 - XII ZR 184/97, BGHZ 141, 307, 316; vom 15. März 1996 - V ZR 316/94, NJW 1996, 1814; vom 25. Januar 1996 - VII ZR 26/95, NJW 1996, 1280, 1281; vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92, NJW-RR 1993, 1123, 1124; vom 8. Februar 1989 - IVa ZR 98/87, BGHZ 106, 359, 368).
Fahrlässig handelt daher, wer sich erkennbar in einem Grenzbereich des rechtlich Zulässigen bewegt, in dem er eine von der eigenen Einschätzung abweichende Beurteilung der rechtlichen Zulässigkeit des fraglichen Verhaltens in Betracht ziehen muss (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 6. Mai 1999 - I ZR 199/96, BGHZ 141, 329, 345 f. - Tele-Info-CD, mwN; Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06, GRUR 2010, 57 Tz. 42 = WRP 2010, 123 - Scannertarif;… Urteil vom 29. April 2010 - I ZR 68/08, GRUR 2010, 623 Rn. 32 und 55 = WRP 2010, 927 - Restwertbörse I).
Nach ständiger Rechtsprechung handelt fahrlässig, wer sich - wie hier der Beklagte - erkennbar in einem Grenzbereich des rechtlich Zulässigen bewegt, in dem er eine von der eigenen Einschätzung abweichende Beurteilung der rechtlichen Zulässigkeit des fraglichen Verhaltens in Betracht ziehen muss (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 1997 - I ZR 79/95 - Beatles-Doppel-CD; Urteil vom 23. April 1998 - I ZR 205/95 - "Bruce Springsteen and his Band"; Urteil vom 29. Oktober 2009 - I ZR 168/06 - Scannertarif Rn. 42, juris; jeweils m.w.N.; Urteil vom 18. September 2014 - I ZR 76/13 - CT-Paradies).
Sind beide Voraussetzungen erfüllt, ist die Hauptsacheerledigung festzustellen; anderenfalls ist die Klage abzuweisen (st. Rspr.; vgl. nur BGH GRUR 2004, 349 - Einkaufsgutschein; GRUR 2010, 57, 58 - Scannertarif; GRUR 2012, 651, 652 - regierung-oberfranken.de, GRUR 2014, 385 - H 15).
OLG Frankfurt, 17.02.2011 - 6 U 270/10
Dringlichkeit und "vorgeschobener Verband"; Irreführende Werbung für …