Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201971,%20203
Timestamp: 2019-07-21 07:49:48
Document Index: 288933039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.11.1970 - 2 StR 476/70 - dejure.org
https://dejure.org/1970,559
BGH, 04.11.1970 - 2 StR 476/70 (https://dejure.org/1970,559)
BGH, Entscheidung vom 04.11.1970 - 2 StR 476/70 (https://dejure.org/1970,559)
BGH, Entscheidung vom 04. November 1970 - 2 StR 476/70 (https://dejure.org/1970,559)
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Strafschärfende Berücksichtigung der Motive und der Gesinnung eines Täters einer Rauschtat - Vorliegen eines völlig nichtigen Anlasses - Beachtlichkeit der Folgen einer Rauschtat
BGHSt 23, 375
NJW 1971, 203
MDR 1971, 151
Deshalb dürfen seine Motive und die Gesinnung, die zu der im Rausch begangenen rechtswidrigen Tat geführt haben, bei der Strafzumessung nicht zu seinem Nachteil herangezogen werden (BGHSt 23, 375, 376;… BGHR StGB § 323 a Abs. 2 Strafzumessung 1; BGH bei Spiegel DAR 1982, 200).
Anderes gilt indes für tatbezogene Merkmale der im Vollrausch begangenen Tat, so für Art, Umfang, Schwere und Gefährlichkeit oder Folgen dieser Tat (BGHSt 23, 375, 376;… BGHR StGB § 323 a Abs. 2 Strafzumessung 2; BGH VRS 34, 349 und 41, 93, 96; BGH bei Dallinger MDR 1972, 198 und 1974, 15; BGH bei Holtz MDR 1982, 811; BGH bei Spiegel DAR 1979, 180; BGH Urteil vom 8. Januar 1965 - 2 StR 465/64 -).
Diese Umstände sind auch Folgen des unter Strafe gestellten Sichberauschens, mithin Anzeichen für den Gefährlichkeitsgrad des Rausches und schließlich die wichtigsten Gesichtspunkte für die Beurteilung der Schwere der Tat nach § 323 a StGB (vgl. BGHSt 23, 375, 376).
Jedoch zeigt sich der innere Zusammenhang von Vollrausch und Rauschtat schon an der Bedeutung der Rauschtat als Bedingung der Strafbarkeit (BGHSt 16, 124, 127 ), in der Abhängigkeit von Strafantrag, Ermächtigung und Strafverlangen in § 323 a Abs. 3 StGB, im Vorrang der actio libera in causa (BGHSt 2, 14, 17 f; 17, 333, 336 ), in der zulässigen Berücksichtigung von Anzahl, Schwere und Auswirkungen der Rauschtaten als Anzeichen der Gefährlichkeit des Rauschzustandes (BGHSt 16, 124, 127; 23, 375, 376; BGH VRS 34, 349; 41, 93, 96 ) sowie im Charakter des Delikts als Auffangtatbestand (BGHSt 32, 48, 50, 51).
BGH, 27.07.1988 - 3 StR 235/88
Möglichkeit der strafschärfenden Zurechnung von täterbezogenen Merkmalen der …
Richtig ist zwar, daß dem Täter eines Vergehens des Vollrausches täterbezogene Merkmale der Rauschtat, wie eine rohe Gesinnung, nicht strafschärfend zugerechnet werden dürfen, weil er bei ihrer Begehung schuldunfähig war (vgl. BGHSt 23, 375, 377; BGH bei Holtz MDR 1982, 811 [BGH 20.03.1981 - I ZR 12/79]; Beschluß des Senats vom 25. April 1988 - 3 StR 113/88).
Auch bei einer Bestrafung wegen Vollrauschs ist es zulässig, tatbezogene Merkmale der im Vollrausch begangenen Tat, so deren besondere Schwere oder den angerichteten Schaden, strafschärfend zu berücksichtigen (vgl. BGHSt 23, 376 [BGH 04.11.1970 - 2 StR 476/70]; BGH Urteil vom 8. Januar 1965 - 2 StR 465/64;… vgl. auch Lackner, 17. Aufl. Anm. 5 b zu § 323 a StGB).
Vielmehr sind - als entscheidende Faktoren (vgl. Neumann StV 2003, 527/529) - vor allem Art, Umstände und Folgen der "Rauschtat", die ebenso wie das "Sich-Betrinken" Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Angeklagten nahe zu legen vermögen, zu bedenken (vgl. BGHSt 23, 375/376; 38, 356/361).
Die Strafzumessungserwägung in dem angefochtenen Urteil, dem Angeklagten sei "eine beträchtliche Rohheit und Gefühlskälte" vorzuwerfen, begegnet schon im Hinblick auf die Art der Persönlichkeitsstörung bei dem Angeklagten (UA 10, 13/14 - vgl. BGHSt 16, 360, 364) Bedenken; vor allem aber dürfen im Rausch begangene Tatmodalitäten strafschärfend nur insoweit herangezogen werden, als sie mit der Verwirklichung des Tatbestandes des § 323 a StGB in vorwerfbarer Weise in Verbindung gebracht werden können (…BGHR StGB § 323 a Abs. 2 Strafzumessung 7; vgl. auch BGHSt 23, 375, 376/377; 38, 356, 361;… BGHR StGB § 323 a Abs. 2 Strafzumessung 1, 2).
Verhaltensweisen, die nur in der Rauschtat zum Ausdruck kommen oder täterbezogene Merkmale der Rauschtat dürfen hingegen nicht strafschärfend berücksichtigt werden, da der Täter insoweit ohne Schuld gehandelt hat (vgl. BGHSt 23, 375, 377; BGH bei Holtz MDR 1982, 811 [BGH 20.03.1981 - I ZR 12/79];… BGHR StGB § 323 a II Strafzumessung 1, 2 und 6).
BGH, 15.04.1988 - 3 StR 113/88
Grundlage der Strafzumessung beim Vollrausch - Strafschärfende Berücksichtigung …
BGH, 10.04.1973 - 1 StR 607/72
Fahrlässige Volltrunkenheit und Notzucht - Strafschwerende Berücksichtigung der …
BGH, 04.04.1989 - 1 StR 131/89
Notwendigkeit der tatrichterlichen Feststellung von konkreten Schäden an einem …
BGH, 17.01.1974 - 4 StR 643/73
Blutschande in Tateinheit mit Unzucht an einer Abhängigen - Taten im Zustand …
BGH, 11.03.1981 - 4 StR 72/81
Fahrlässiger Vollrausch und vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs - …
BGH, 16.04.1975 - 2 StR 61/75
Täterbezogene Wertung einer Rauschtat - Bewertung einer Tat als verwerflich - …
BGH, 07.02.1973 - 2 StR 404/72
Strafklageverbrauch als Verfahrenshindernis - Zu den Voraussetzungen des …
BGH, 09.02.1978 - 1 StR 741/77
Wirkungen der strafschärfenden Berücksichtigung von Verhaltensweisen eines …
BGH, 10.03.1976 - 2 StR 760/75
Vorhandensein eines Vorsatzes gerichtet auf die Tötung des Opfers - Totschlag als …