Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20190/02
Timestamp: 2020-02-27 12:19:04
Document Index: 124174835

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 284', '§ 284', '§ 320', '§ 284', '§ 320', 'BGH', '§ 286', '§ 348', 'BGH', '§ 348', '§ 320', '§ 273', 'BGH', '§ 320', 'BGH', 'BGH', '§ 320', '§ 320', 'BGH', '§ 348', '§ 320', 'BGH', '§ 320', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 320', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.05.2003 - V ZR 190/02 - dejure.org
BGH, 23.05.2003 - V ZR 190/02
https://dejure.org/2003,1274
BGH, 23.05.2003 - V ZR 190/02 (https://dejure.org/2003,1274)
BGH, Entscheidung vom 23.05.2003 - V ZR 190/02 (https://dejure.org/2003,1274)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 2003 - V ZR 190/02 (https://dejure.org/2003,1274)
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BGB § 284 Abs. 1 a. F.
BGB § 284 Abs. 1 a.F.
Zurückbehaltungsrecht verhindert Verzugseintritt, auch wenn es nicht geltend gemacht wird
Voraussetzungen des Anspruchs auf Berichtigung des Grundbuchs - Erlöschen einer Eigentumsvormerkung wegen des Verlustes des Eigentumsübertragungsanspruches - Fortbestehen des durch eine Vormerkung gesicherten Anspruchs
Kein Verzug bei Zurückbehaltungsrecht
Kein Verzug des zur Erfüllung gemahnten Schuldners, dem gem. § 320 BGB ein Recht zur Zurückbehaltung zusteht
BGB § 284 Abs. 1 (a.F.)
Eintritt des Verzuges bei Bestehen eines Zurückbehaltungsrechts
Kaufvertrag: Kein Verzug trotz Mahnung bei Zurückbehaltungsrecht
Kein Verzug bei objektivem Bestehen eines Leistungsverweigerungsrechts! (IBR 2003, 464)
NJW-RR 2003, 1318
FamRZ 2003, 1454 (Ls.)
WM 2003, 1964
DB 2003, 2432 (Ls.)
BauR 2003, 1561
Ist die Forderung mit der Einrede des nicht erfüllten Vertrags (§ 320 BGB) behaftet, gerät der nicht rechtzeitig leistende Schuldner (hier die Beklagte) nicht in Verzug, solange der Gläubiger (die Kläger) die ihm obliegende Gegenleistung nicht anbietet; der Geltendmachung der Einrede bedarf es insoweit nicht (BGH NJW-RR 2003, 1318 Soergel/Benicke/Nalbantis, BGB, 13. Aufl. 2014, § 286 Rn. 48 m.w.N.).
Die der Beklagten zustehende Einrede aus §§ 348 S. 2, 320, 322 BGB wegen etwaiger Gegenansprüche hindert den Verzugseintritt zwar auch ohne Berufung hierauf (BGH NJW-RR 2003, 1318/1319 m.w.N.).
Diesbezüglich steht der Beklagten über § 348 S. 2 BGB die Einrede aus §§ 320, 322 BGB zu, die - anders als diejenige aus § 273 BGB - auch ohne Berufung hierauf den Verzugseintritt hindert (BGH NJW-RR 2003, 1318/1319 m.w.N.).
Dieses Gegenseitigkeitsverhältnis ist der Grund dafür, dass schon das Bestehen der Einrede des nichterfüllten Vertrages (§ 320 BGB) nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und nahezu einhelliger Ansicht im Schrifttum den Eintritt des Schuldnerverzugs hindert (Senat, BGHZ 113, 232, 236; 116, 244, 249; Urt. v. 23. Mai 2003, V ZR 190/02, NJW-RR 2003, 1318 f.;… BGH, Urt. v. 24. Oktober 2006, X ZR 124/03, NJW-RR 2007, 325, 327 f.;… Urt. v. 24. November 2006, LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, 1272;… MünchKomm-BGB/Emmerich, BGB, 5. Aufl., § 320 Rdn. 46;… Staudinger/Otto, BGB [2004], § 320 Rdn. 46, jeweils m. w. N.).
Das bloße Bestehen dieses Anspruchs schließt Verzug der Beklagten mit der Rückgabe der von der Klägerin gestellten Vertragserfüllungsbürgschaft nicht aus (vgl. BGH, Urteil vom 23. Mai 2003 - V ZR 190/02, BauR 2003, 1561).
Dieser scheitert allerdings daran, dass der Beklagten über § 348 BGB die Einrede der §§ 320, 322 BGB zustand, die auch ohne - hier im Rechtsstreit erfolgte, Bl. 92 d.A. - ausdrückliche Erhebung dem Verzugseintritt entgegensteht (BGH NJW-RR 2003, 1318/1319 m.w.N.).
Dabei sei es unerheblich, ob sich die Beklagte tatsächlich auf die Einrede des § 320 BGB berufen hat (…vgl. BGH Urteil vom 24. Oktober 2006, X ZR 124/03, Rz. 34; Urteil vom 23. Mai 2003, V ZR 190/02; Urteil vom 6. Dezember 1991, V ZR 229/90, BGHZ 116, 244;… Löwisch in: Staudinger, BGB, Stand 2015, § 286 BGB, Rz. 15 ff, 25 m.w.N.).
OLG Frankfurt, 12.04.2006 - 7 U 99/05
Leistungsverweigerungsrecht: Nachbesserungsanspruch wegen Abdichtungsmangel an …
Aufgrund dieses Abdichtungsmangels stand der Klägerin gegen die Beklagte ein Nachbesserungsanspruch zu, welcher der Klägerin ein Leistungsverweigerungsrecht im Sinne des § 320 BGB gewährte, und zwar unabhängig davon, ob dieses nun geltend gemacht worden ist oder nicht (vgl. BGH in NJW-RR 2003, 1318).
Das Leistungsverweigerungsrecht der Klägerin wurde entgegen der Auffassung der Beklagten auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass die Beklagte die Klägerin mit Schreiben vom 11. Oktober 2001 unter Fristsetzung zur Zahlung des Gesamtbetrages von 70.500.- DM aufgefordert hatte, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Abdichtungsmängel nicht nur vorhanden, sondern durch das auf Antrag der Wohnungseigentümerin A erstattete Beweissicherungsgutachten S2 bereits festgestellt, so dass aufgrund des bestehenden Leistungsverweigerungsrechts die Klägerin nicht in Zahlungsverzug geraten ist (vgl. BGH in NJW-RR 2003, 1318; BGH in NJW 1999, 2110).
Für die Dauer des Zeitraums, in dem der Bauträger diese Einrede berechtigt geltend machen kann (im Folgenden auch: "Einredephase"), entfällt folglich sein Verzug und zwar auch dann, wenn der Bauträger die Einrede nicht ausdrücklich geltend gemacht haben sollte; es genügt, dass sie aus objektiver Sicht berechtigt gewesen wäre (vgl. BGH, Urteil vom 24. Oktober 2006, X ZR 124/03, Rz 34; Urteil vom 23. Mai 2003, V ZR 190/02; Urteil vom 6. Dezember 1991, V ZR 229/90, BGHZ 116, 244; KG…, Urteil vom 15. Mai 2018, 21 U 90/17, Rn. 50, juris).