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Timestamp: 2016-10-26 23:03:44
Document Index: 189558094

Matched Legal Cases: ['Art. 81', 'Art. 453', 'Art. 42', 'in dubio', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 117', 'Art. 12', 'Art. 117', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 14', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 26', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

6B_509/2010 (14.03.2011)
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz, Strafkammer, vom 23. M�rz 2010.
Am 21. M�rz 2006 um 1.50 Uhr wollte Y.________ mit seinem Personenwagen zwischen Brunnen und Schwyz links in die Autobahneinfahrt A4 in Richtung Luzern abbiegen. Er kollidierte seitlich/frontal mit einem aus der Gegenrichtung kommenden, vortrittsberechtigten Polizeifahrzeug, das von Polizeiwachtmeister X.________ gelenkt wurde. Y.________ erlitt bei der Kollision schwere Kopfverletzungen, an denen er gleichentags starb.
Das Bezirksgericht Schwyz verurteilte X.________ am 25. August 2009 wegen fahrl�ssiger T�tung und fahrl�ssiger Geschwindigkeits�berschreitung zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagess�tzen zu Fr. 130.-- und zu einer Busse von Fr. 1'200.--.
Im Berufungsverfahren sprach das Kantonsgericht Schwyz X.________ am 23. M�rz 2010 vom Vorwurf der fahrl�ssigen T�tung frei und trat im �brigen auf die Anklage nicht ein.
Gegen dieses Urteil erhebt die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, der Freispruch vom Vorwurf der fahrl�ssigen T�tung sei aufzuheben. Eventualiter sei die Sache zur Verurteilung von X.________ wegen fahrl�ssiger T�tung an das Kantonsgericht zur�ckzuweisen, unter Kostenfolge zulasten von X.________.
In der Stellungnahme vom 23. Juni 2010 macht die Staatsanwaltschaft Schwyz geltend, der ausserordentliche Staatsanwalt d�rfe gem�ss seiner Einsetzungsverf�gung die Anklagebeh�rde uneingeschr�nkt und vor s�mtlichen Instanzen vertreten. Sollte dies nicht der Fall sein, so ersucht die Staatsanwaltschaft Schwyz zur Ansetzung einer Nachfrist, um die Beschwerde durch einen ordentlichen Staatsanwalt zu unterzeichnen.
Die Staatsanwaltschaft ist zur Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht legitimiert (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG). Die Beschwerde wurde durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt unterzeichnet und eingereicht. Selbst wenn man davon ausginge, dass der ausserordentliche Staatsanwalt nach dem im Zeitpunkt der Beschwerde geltenden kantonalem Verfahrensrecht nicht in eigenen Namen Beschwerde f�hren durfte (vgl. Art. 453 Abs. 1 StPO der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007; SR 312.0; zur Anwendbarkeit des kantonalen Prozessrechts in h�ngigen Rechtsmittelverfahren), was offen bleiben kann, w�re auf die Beschwerde einzutreten. Denn der Staatsanwaltschaft m�sste nach Art. 42 Abs. 5 BGG eine Nachfrist zur rechtsg�ltigen Unterzeichnung der Beschwerde angesetzt werden. Eine solche er�brigt sich, weil der ordentliche Staatsanwalt, welcher die Stellungnahme vom 23. Juni 2010 mitunterzeichnete, zum Ausdruck bringt, er genehmige die Beschwerde.
2.1.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz stelle die Geschwindigkeiten des Beschwerdegegners im Reaktions- und Kollisionszeitpunkt in willk�rlicher Weise zu tief fest, indem sie einen Sicherheitsabzug von 6 km/h vornehme. Sie gehe zu Unrecht nicht vom schl�ssigen, physikalisch-technischen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Z�rich aus. Im Reaktionszeitpunkt sei der Beschwerdegegner 83 km/h statt der erlaubten 70 km/h gefahren. Die H�he dieser Geschwindigkeit bzw. der darauf gew�hrte Toleranzabzug von 6 km/h wirke sich auf die Frage aus, ob die Kollision und die t�dlichen Verletzungsfolgen vermeidbar gewesen w�ren.
2.2.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz gehe willk�rlich davon aus, der Verstorbene habe vor dem Abbiegen bzw. vor dem Reaktionszeitpunkt des Beschwerdegegners keinen Blinker gestellt. Der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Z�rich habe den Gl�hwendel stereomikroskopisch untersucht und festgestellt, dass der linke Blinker vor der Kollision aktiviert worden sei. Es sei lebensfremd anzunehmen, das Opfer habe den Blinker erst w�hrend des Abbiegens gestellt. Erfahrungsgem�ss w�rden Blinker gestellt, bevor abgebogen werde. Gleichzeitig gehe die Vorinstanz ohne Begr�ndung davon aus, das Opfer sei im Reaktionszeitpunkt des Beschwerdegegners noch nicht eingebogen, obwohl der Beschwerdegegner ausgesagt habe, er sei sofort voll auf die Bremse getreten, als das Fahrzeug vor ihm abgebogen sei.
2.2.2 Die Vorinstanz erw�gt, es sei unklar, ob der Verstorbene den Blinker gestellt habe. Der Beschwerdegegner und sein Beifahrer h�tten keinen Blinker wahrgenommen, schl�ssen dies aber auch nicht mit Sicherheit aus. Der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Schwyz habe an den Gl�hwendeln keine sichtbare Ver�nderung festgestellt. Hingegen habe der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Z�rich in seiner Expertise vom 21. Januar 2008 festgehalten, der linke Blinker m�sse im Zeitpunkt der Kollision in Betrieb gewesen sein, wobei nicht beurteilt werden k�nne, wie lange dies der Fall gewesen sei. Es sei daher nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" davon auszugehen, dass der Blinker nicht vor dem Reaktionszeitpunkt gestellt worden sei (angefochtenes Urteil S. 12). Weiter stellt die Vorinstanz fest, die Fahrbahnen der Hauptstrasse seien durch Rabatten getrennt, und der VW Golf sei im Reaktionszeitpunkt des Beschwerdef�hrers noch nicht in Richtung Einspurfl�che positioniert bzw. eingebogen gewesen, sodass keine Anzeichen bestanden h�tten, die auf eine Missachtung des Vortritts hingedeutet h�tten (angefochtenes Urteil S. 9).
2.2.3 Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 134 IV 36 E. 1.4.1 S. 39).
2.2.4 Nach dem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Z�rich vom 21. Januar 2008 (act. 6-18 S. 8) und dem Erg�nzungsgutachten vom 3. Juni 2008 (act. 6-23 Seite 3) l�sst sich spurenkundlich nicht beurteilen, wie lange der Blinker des VW Golf im Zeitpunkt der Kollision eingeschaltet war. Dass die Vorinstanz aufgrund der Aussagen des Beschwerdegegners und seines Beifahrers davon ausgeht, das Opfer habe den Blinker erst im Zeitpunkt des Abbiegens, aber noch vor der Kollision gestellt, ist nicht schlechterdings unhaltbar. Angesichts der gutachterlich festgestellten fr�hen Reaktion des Beschwerdegegners ist auch die vorinstanzliche Feststellung, das Opfer sei im Reaktionszeitpunkt noch nicht eingebogen gewesen, nicht zu beanstanden. Damit bringt die Vorinstanz zum Ausdruck, dass sich das Fahrzeug des Opfers jedenfalls noch nicht in seiner vollen L�nge bzw. quer zur Fahrspur des Polizeifahrzeugs befunden hatte, als der Beschwerdegegner reagierte.
2.3.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe es unterlassen, die Sicht- und Strassenverh�ltnisse w�hrend des Unfallgeschehens, die pers�nlichen Verh�ltnisse des Beschwerdegegners sowie allgemeine Erw�gungen zur Voraussehbarkeit von Vortrittsverletzungen am Unfallort zu ber�cksichtigen. Mit ihren Vorbringen r�gt die Beschwerdef�hrerin sinngem�ss, der dem ad�quaten Kausalzusammenhang zugrunde liegende Sachverhalt sei unvollst�ndig und damit willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV festgestellt worden. Ihre R�ge ist deshalb unter diesem Aspekt zu pr�fen.
2.3.2 Die Vorinstanz pr�ft den ad�quaten Kausalzusammenhang anhand der Geschwindigkeit des Beschwerdegegners im Reaktionszeitpunkt, der M�glichkeit der Unfallbeteiligten, ihr Fahrzeug vor der Kollision anzuhalten sowie anhand des Verhaltens des Opfers w�hrend des Unfallgeschehens (Blinken, Zeitpunkt des Blinkens, fehlendes Tragen der Sicherheitsgurte). Dabei erw�gt sie, das Opfer sei v�llig �berraschend und unmittelbar vor das Fahrzeug des vortrittsberechtigten Beschwerdegegners gefahren. Das Polizeifahrzeug sei bei Bremswegbeginn gerade noch 9 Meter vom Kollisionspunkt entfernt gewesen. Es k�nne keinesfalls von einer blossen Geschwindigkeitsfehleinsch�tzung seitens des Opfers ausgegangen werden, zumal die Verzweigung hell beleuchtet gewesen sei (angefochtenes Urteil S. 9). Damit ber�cksichtigt sie die zentralen Sachverhaltselemente, welche f�r den ad�quaten Kausalzusammenhang bzw. die Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit der t�dlichen Verletzungen des Opfers bedeutsam sind, insbesondere auch die guten Sichtverh�ltnisse am Unfallort. Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdef�hrerin auch nicht dargelegt, dass die Strassenverh�ltnisse, die pers�nlichen Verh�ltnisse des Opfers oder generelle Feststellungen zu Vortrittsverletzungen die Rechtsfrage der Ad�quanz im vorliegenden Fall entscheidend beeinflussten. Die R�ge der unvollst�ndigen Sachverhaltsfeststellung ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz verletze Bundesrecht, indem sie den ad�quaten Kausalzusammenhang verneine (Art. 117 StGB i.V.m. Art. 12 Abs. 3 StGB; Beschwerde S. 9 f.). Diese Frage beurteile sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht alleine anhand der Vortrittsmissachtung durch das Opfer. Denn der Beschwerdegegner, welcher zu schnell gefahren sei und sich nicht verkehrsregelkonform verhalten habe, k�nne sich nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einer besonders schweren Vortrittsmissachtung des Verstorbenen aus. Die Kollision w�re bei einer niedrigeren Geschwindigkeit weniger intensiv gewesen und die Verletzungen des Opfers geringer ausgefallen. Zudem habe der Beschwerdegegner mit Querverkehr und auch mit einer Verletzung seines Vortrittrechts rechnen m�ssen, da dies an solchen Verkehrsknotenpunkten immer wieder geschehe, insbesondere nachts, wo die Geschwindigkeiten schwieriger einzusch�tzen seien. Der Beschwerdegegner habe das vom Opfer ausgehende Gefahrenmoment aufgrund des Blinkens oder des Einspurens erkennen m�ssen. Die Missachtung der Gurtentragpflicht durch das Opfers sei nicht derart aussergew�hnlich, dass der Kausalzusammenhang unterbrochen werde. Die Geschwindigkeits�berschreitung sei ad�quat kausal f�r die t�dlichen Verletzungen.
3.2 Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdegegner sei mit einer Geschwindigkeit unterwegs gewesen, mit welcher der vortrittsbelastete Verstorbene nachts bei guter Sicht und Witterung habe rechnen m�ssen. Die Geschwindigkeit des Beschwerdegegners im Reaktionszeitpunkt habe nach einem Toleranzabzug von 6 km/h f�r das digitale Aufzeichnungsger�t 77 km/h betragen (angefochtenes Urteil S. 11). Im Reaktionszeitpunkt habe dieser sich 37 Meter vom Fahrzeug des Opfers entfernt befunden. Das Opfer h�tte in diesem Zeitpunkt sein Man�ver noch rechtzeitig abbrechen k�nnen, w�hrend der Beschwerdegegner auch bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h aufgrund des Bremswegs von mindestens 47 Metern die Kollision nicht mehr h�tte verhindern k�nnen. Die Verh�ltnisse h�tten dem Verstorbenen unter keinen Umst�nden erlaubt, gefahrlos abzubiegen. Er sei vielmehr v�llig �berraschend vor das Fahrzeug des Beschwerdegegners gefahren. Die Vortrittsmissachtung wiege derart schwer, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache die Geschwindigkeits�berschreitung des Beschwerdegegners in den Hintergrund dr�nge. Das Opfer habe den Blinker im Reaktionszeitpunkt des Beschwerdegegners noch nicht gestellt. Hinzu komme, dass das Opfer die Sicherheitsgurte nicht getragen habe. Abgesehen davon habe der Beschwerdegegner fr�hzeitig reagiert. Dadurch r�cke die vom Beschwerdegegner gefahrene Geschwindigkeit als Unfallursache in den Hintergrund. Mangels eines ad�quaten Kausalzusammenhangs sei der Beschwerdegegner vom Vorwurf der fahrl�ssigen T�tung freizusprechen.
3.3.1 Wer fahrl�ssig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 117 StGB). Fahrl�ssig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der T�ter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Grundvoraussetzung f�r das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und f�r die Fahrl�ssigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. F�r die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Ad�quanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen. Die Ad�quanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren in den Hintergrund dr�ngen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und gepr�ft, ob der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten des T�ters ausgeblieben w�re. F�r die Zurechnung des Erfolgs gen�gt, wenn das Verhalten des T�ters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (auszugsweise BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 64 f. mit Hinweisen).
3.3.2 Wo besondere, der Unfallverh�tung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, richtet sich das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 130 IV 7 E. 3.3 S. 11 mit Hinweis). Im zu beurteilenden Fall sind die Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes und der Verkehrsregelverordnung massgebend.
Gem�ss Art. 36 Abs. 3 SVG ist vor dem Abbiegen nach links den entgegenkommenden Fahrzeugen der Vortritt zu lassen. Diese Vortrittsregel wird durch Art. 14 Abs. 1 VRV konkretisiert, wonach der Vortrittsbelastete den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern darf und mit Blick darauf seine Geschwindigkeit fr�hzeitig zu m�ssigen und wenn n�tig vor Beginn der Verzweigung zu halten hat. Den Vortrittsberechtigten behindert grunds�tzlich, wer ihn zu einem Verhalten veranlasst, zu dem er nicht verpflichtet ist und das er nicht will, ihm also die M�glichkeit nimmt, sich im Rahmen seiner Vortrittsberechtigung frei im Verkehr zu bewegen, namentlich wenn der Berechtigte gezwungen wird, seine Fahrtrichtung oder seine Geschwindigkeit br�sk zu �ndern (Urteil 6S.125/2007 vom 19. Juni 2007 E. 4.2.3).
3.3.3 Nach der Grundregel von Art. 26 Abs. 1 SVG hat sich im Verkehr jedermann so zu verhalten, dass er andere in der ordnungsgem�ssen Ben�tzung der Strasse weder behindert noch gef�hrdet. Daraus leitet die Rechtsprechung den Vertrauensgrundsatz ab, wonach jeder Strassenben�tzer darauf vertrauen darf, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls ordnungsgem�ss verhalten. Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich indes nur berufen, wer sich selbst verkehrsregelkonform verhalten hat. Wer gegen die Verkehrsregeln verst�sst und dadurch eine unklare oder gef�hrliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erh�hte Vorsicht ausgleichen (BGE 118 IV 277 E. 4a S. 280 f. mit Hinweisen). Jedoch gilt diese Einschr�nkung dort nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsvorschrift verletzt hat, davon abh�ngt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann oder nicht. Denn es w�re zirkelschl�ssig, in einem solchen Fall den Vertrauensgrundsatz nicht anzuwenden mit der Begr�ndung, der T�ter habe eine Verkehrsregel verletzt. Dies h�ngt ja gerade davon ab, ob und inwieweit er sich auf das verkehrsgerechte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen darf (BGE 120 IV 252 E. 2 d/aa S. 253 f.).
3.3.4 Auf das Vertrauensprinzip kann sich auch der Wartepflichtige berufen. Erlaubt die Verkehrslage dem Wartepflichtigen das Einbiegen ohne Behinderung eines Vortrittsberechtigten, so ist ihm auch keine Vortrittsverletzung vorzuwerfen, wenn dadurch ein Vortrittsberechtigter in seiner Weiterfahrt behindert wird, weil dieser sich in einer f�r den Wartepflichtigen nicht vorhersehbaren Weise verkehrswidrig verh�lt. So muss der Wartepflichtige beim Einbiegen in eine un�bersichtliche Kreuzung namentlich nicht damit rechnen, dass ein Fahrzeug �berraschend mit �bersetzter Geschwindigkeit auftauchen k�nnte oder dass ein bereits sichtbarer Fahrzeugf�hrer seine Geschwindigkeit pl�tzlich stark erh�hen werde, um sich den Vortritt zu erzwingen (BGE 99 IV 173 E. 3c S. 175 mit Hinweis). Im Interesse einer klaren Vortrittsregelung wird jedoch nicht leichthin anzunehmen sein, der Wartepflichtige habe nicht mit der Vorbeifahrt eines Vortrittsberechtigten bzw. mit dessen Behinderung rechnen m�ssen. Der vortrittsbelastete Fahrzeuglenker, der in die Hauptstrasse einbiegen will, darf auf Hauptstrassen ausserorts davon ausgehen, dass keine Motorfahrzeuge mit einer erheblich h�heren Geschwindigkeit als 80 km/h herannahen (BGE 120 IV 252 E. 2d/aa S. 254 mit Hinweis).
3.3.5 Das Bundesgericht hatte schon mehrere �hnlich gelagerte Sachverhalte zu beurteilen. So erwog es in BGE 118 IV 277, der Wartepflichtige, der links in eine Hauptstrasse einbiege, brauche nicht damit zu rechnen, dass ein Vortrittsberechtigter mit weit �bersetzter Geschwindigkeit herannahe, auch wenn ganz erhebliche Geschwindigkeits�berschreitungen h�ufig sind. Auf Hauptstrassen ausserorts m�sse generell mit Geschwindigkeiten von �ber 90 km/h nicht gerechnet werden (E. 5a und 5b S. 282 ff. mit Hinweisen).
In einem anderen Fall kollidierte ein Motorradfahrer mit einem Autolenker, welcher links in einen Parkplatz abbiegen wollte. Das Bundesgericht f�hrte aus, der vortrittsbelastete Autolenker habe damit rechnen m�ssen, dass ein vortrittsberechtigtes Fahrzeug mit zu hoher Geschwindigkeit auftauche. Der fehlbare Fahrzeuglenker h�tte den Motorradfahrer bei gen�gender Aufmerksamkeit fr�hzeitig erblicken und sein Linksabbiegeman�ver abbrechen k�nnen, um ihm den Vortritt zu gew�hren. Die Geschwindigkeits�berschreitung des Motorradlenkers, welcher 62 km/h anstelle der erlaubten 50 km/h fuhr, sei nicht derart hoch, dass der Vortrittsbelastete nicht damit h�tte rechnen m�ssen (Urteil 6B_821/2008 vom 14. Juli 2009 E. 2 letzter Absatz).
In einem weiteren Fall bog ein vortrittsbelasteter Autolenker nach links auf eine Hauptstrasse ein. Er beabsichtigte, in einem zweistufigen Man�ver zuerst in die Mitte der Fahrbahn zu fahren und hernach nach links in die Hauptstrasse einzubiegen. Dabei kam es zu einer Kollision mit einem auf der Hauptstrasse fahrenden Personenwagen. Dessen nicht angegurteter Lenker erlag noch auf der Unfallstelle seinen Verletzungen. Das vortrittsberechtigte Fahrzeug fuhr mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h, obschon die zul�ssige H�chstgeschwindigkeit 80 km/h betrug. Da der vortrittsbelastete Fahrzeuglenker das auf der Hauptstrasse herannahende Fahrzeug des Verstorbenen und die weit �berh�hte Geschwindigkeit bei geh�riger Aufmerksamkeit h�tte wahrnehmen k�nnen, durfte er sich bei seinem Abbiegeman�ver nicht auf das Vertrauensprinzip berufen (Urteil 6S.125/2007 vom 19. Juni 2007 E. 2 und E. 5.3.2).
3.4 Im vorliegenden Fall h�tte der vortrittsberechtigte Beschwerdegegner die Kollision selbst bei ordnungsgem�sser Geschwindigkeit von 70 km/h nicht verhindern k�nnen. Das vortrittsbelastete Opfer fuhr in derart kurzer Distanz auf die Fahrbahn des Beschwerdegegners, dass diesem jegliche M�glichkeit fehlte, rechtzeitig zu reagieren. Hingegen h�tte das Opfer sein Linksabbiegeman�ver noch abbrechen und bei rechtzeitiger Reaktion anhalten k�nnen. W�re es gen�gend aufmerksam gewesen, h�tte es den aus der Gegenrichtung herannahenden Streifenwagen auf der gut beleuchteten Fahrbahn erblicken k�nnen und reagieren m�ssen. Dass die Vorinstanz das Verhalten des Opfers als krasse Vortrittsmissachtung wertet, durch welche der Beschwerdegegner, der eine Vollbremsung einleitete, ganz erheblich behindert wurde, ist nicht zu beanstanden (Art. 26 Abs. 1 SVG). Der Beschwerdegegner, welcher im Reaktionszeitpunkt ausserorts mit 77 km/h anstelle der erlaubten 70 km/h fuhr, musste seinerseits nicht damit rechnen, dass das Opfer wenige Meter vor ihm links abbiegen w�rde, als er aus der Gegenrichtung herannahte. Vielmehr durfte er sich im Interesse einer klaren Vortrittsregelung darauf verlassen, dass das Opfer ihm den Vortritt gew�hren w�rde, weil er selbst nicht �berm�ssig zu schnell fuhr (vgl. Art. 26 Abs. 1 SVG; BGE 129 IV 282 E. 2.2.1 S. 285 f. mit Hinweisen). Nicht entscheidend ins Gewicht f�llt der Toleranzabzug von 6 km/h durch die Vorinstanz, da auch bei einer Geschwindigkeit von 83 km/h die Berufung auf das Vertrauensprinzip seitens des Beschwerdegegners noch nicht ausgeschlossen w�re (BGE 118 IV 277 E. 5 b S. 283 f. mit Hinweisen).
3.5 Die Verkehrsregelverletzung des Opfers erscheint in Verbindung mit der Tatsache, dass dieses nicht angegurtet war, als unmittelbarste Ursache des t�dlichen Unfalls. Sie dr�ngt die Geschwindigkeits�berschreitung des Beschwerdegegners in den Hintergrund und unterbricht den ad�quaten Kausalzusammenhang (vgl. BGE 115 IV 100 E. 3a S. 103). Nicht massgeblich ist, ob das Opfer rechtzeitig geblinkt hat. Aus dem Blinken und Einspuren l�sst sich nicht auf eine Missachtung des Vortrittrechts schliessen. Die Vorinstanz durfte den ad�quaten Kausalzusammenhang und damit die Voraussehbarkeit des tatbestandsm�ssigen Erfolgs verneinen. Der Freispruch vom Vorwurf der fahrl�ssigen T�tung verletzt kein Bundesrecht.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG) und keine Parteientsch�digungen zuzusprechen, da dem Beschwerdegegner kein Aufwand durch das vorliegende Verfahren entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Der Pr�sident: Favre