Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.11.2007&Aktenzeichen=4%20StR%20453%2F07
Timestamp: 2019-04-26 17:33:16
Document Index: 169900060

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 227', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.11.2007 - 4 StR 453/07 - dejure.org
Gefährliche Körperverletzung (das Leben gefährdenden Behandlung); Körperverletzung mit Todesfolge (objektive und individuelle Vorhersehbarkeit bei seltenen medizinischen Vorfällen; spezifischer Gefahrzusammenhang; Kausalität und objektive Zurechnung; minder schwerer Fall)
Anforderungen an eine individuelle Vorhersehbarkeit des Todeseintritts bei einem kräftigen Tritt mit der Schuhspitze gegen den Rumpf eines am Boden Liegenden
Ursächlicher Zusammenhang zwischen Körperverletzungshandlung und Tod; Fahrlässigkeit, Vorhersehbarkeit
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.11.2007, Az.: 4 StR 453/07 (Vorhersehbarkeit der Todesfolge bei § 227 StGB)" von WissMit. Jan Dehne-Niemann, original erschienen in: StraFO 2008, 126 - 128.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 15.11.2007, Az.: 4 StR 453/07 (Körperverletzung mit Todesfolge)" von Prof. Dr. Bernhard Hardtung, original erschienen in: StV 2008, 407 - 411.
Das ist jedoch auch nicht erforderlich; denn die - nicht durch den Sachverständigen, sondern in wertender Betrachtung durch den Richter zu beurteilende - Vorhersehbarkeit muss sich nicht auf alle Einzelheiten des zum Tode führenden Geschehensablaufs, mithin auch nicht auf die konkrete Todesursache erstrecken (vgl. BGH, Urteile vom 26. Februar 1997 - 3 StR 569/96, BGHR StGB § 226 aF Todesfolge 12, vom 15. November 2007 - 4 StR 453/07, NStZ 2008, 686, 687, und vom 10. Juni 2009 - 2 StR 103/09, NStZ-RR 2009, 309).
Einer Voraussehbarkeit aller Einzelheiten des zum Tode führenden Geschehensablaufs bedarf es nicht (BGH NStZ 2008, 686 m.w.N.).
Maßgeblich ist insoweit, ob von dem Täter in seiner konkreten Lage und nach seinen persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten der Eintritt des Todes des Geschädigten vorausgesehen werden konnte, wobei es nur auf den Eintritt der schweren Folge selbst, nicht notwendig in den Einzelheiten des Kausalverlaufs ankommt (BGHSt 48, 34, 38; BGH NStZ 2008, 686; BGH BStZ-RR 2016, 136,f.).