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Timestamp: 2017-09-26 10:45:57
Document Index: 330204331

Matched Legal Cases: ['§ 108', '§ 137', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95']

FAQ - Landesärztekammer Thüringen
Informationen zum Nachweis von Fortbildungen, zum Fortbildungszertifikat und Punktekonto für Fachärzte im Krankenhaus
Das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) verpflichtet sowohl Vertragsärzte wie auch Fachärzte im Krankenhaus zum Nachweis der fachlichen Fortbildung. Fachärzte, die in nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern tätig sind, haben entsprechend des Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Neufassung der Vereinbarung zur Fortbildung ebenfalls die Pflicht innerhalb von 5 Jahren 250 Fortbildungspunkte, davon mind. 150 Punkte durch fachspezifische Fortbildungen, nachzuweisen. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses basiert auf § 137 Abs. 1 Nr. 2 SGB V.
Fragen und Antworten zum Nachweis von Fortbildungen, zum Fortbildungszertifikat und Punktekonto für Verträgsärzte
Mit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes wurde zum 01.01.2004 zusätzlich eine spezifische krankenversicherungsrechtliche Fortbildungspflicht für Vertragsärzte, ermächtigte Ärzte und angestellte Ärzte in medizinischen Versorgungszentren festgeschrieben. Im Gesetzestext heißt es: „Ein Vertragsarzt hat alle 5 Jahre gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung den Nachweis zu erbringen, dass er in dem Fünfjahreszeitraum seiner Fortbildungspflicht nach Absatz 1 nachgekommen ist“. Entsprechend § 95 Abs. 6 Satz 1 regelt die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Einvernehmen mit der Bundesärztekammer den Umfang der nachzuweisenden Fortbildung.
Zahlreiche Anfragen erreichen dazu die Landesärztekammer Thüringen und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen. Auf häufig gestellte Fragen soll mit diesem Beitrag geantwortet werden.
Wie viele Punkte sind gegenüber der KV nachzuweisen?
Insgesamt sind 250 Punkte im Fünfjahreszeitraum nachzuweisen. Eine Pflichtzahl für das einzelne Jahr besteht nicht.
In welcher Form kann der Nachweis gemäß § 95 d SGB V erfolgen?
Der Nachweis kann über das Fortbildungszertifikat der Ärztekammer erfolgen. Dieses wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen ohne weitere inhaltliche Prüfung anerkannt. Mit dem Erwerb des Fortbildungszertifikats der Ärztekammer ist von vornherein Rechtssicherheit für den Vertragsarzt gegeben.
Nach § 95 d SGB V kann der Nachweis der absolvierten Fortbildungen neben den Kammerzertifikaten auch durch andere Fortbildungszertifikate gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen erbracht werden. Diese müssen aber den Kriterien entsprechen, die die jeweilige Arbeitsgemeinschaft der Kammern auf Bundesebene (Bundesärztekammer) aufgestellt hat. Daneben können sonstige Nachweise in Ausnahmefällen bei der KV vorgelegt werden. Einzelheiten werden hierfür von der KBV nach § 95 d Abs. 6 Satz 2 SGB V geregelt.
Bis wann ist der Nachweis bei der KV zu erbringen?
Vertragsärzte, die am 30. Juni 2004 bereits zugelassen waren, müssen diesen Nachweis spätestens bis zum 30.06.2009 vorlegen. Der Nachweis kann aber auch früher bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen eingereicht werden. Hat ein Arzt den Nachweis mittels des fünfjährigen Fortbildungszertifikats z. B. im August 2007 eingereicht, so ist er damit seiner Nachweispflicht gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen nachgekommen.
Warum sollte ein Punktekonto bei der Landesärztekammer Thüringen geführt werden?
Die Landesärztekammer Thüringen, Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung, bietet allen Thüringer Ärzten die Möglichkeit, ein Punktekonto führen zu lassen. In diesem Konto werden alle der Landesärztekammer Thüringen vorgelegten Fortbildungspunkte des einzelnen Arztes registriert.
Landesärztekammer Thüringen und Kassenärztliche Vereinigung Thüringen haben einen Datenaustausch bezüglich der erworbenen Fortbildungspunkte vereinbart. Dies setzt das Einverständnis des einzelnen Vertragsarztes voraus. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen erhält damit die Möglichkeit, Ärzte rechtzeitig informieren zu können, wenn mit den eingereichten Punkten der Fortbildungsnachweis nicht erreicht wird. Damit sollen Honorarkürzungen rechtzeitig vermieden werden.
Wann und wie wird ein Punktekonto eröffnet?
Das Punktekonto kann jederzeit eröffnet werden. Voraussetzung ist, dass der Arzt oder die Ärztin das Einverständnis zur Eröffnung des Punktekontos gibt. Dies erfolgt auch durch Einsetzen der Barcodes Mit dieser Erklärung können Vertragsärzte gleichzeitig das Einverständnis zur Weitergabe der Punkte an die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen geben.
In welcher Form erfolgt der Nachweis der Punkte für das Fortbildungszertifikat und Punktekonto? Der Nachweis erfolgt in der Regel durch den Einsatz der Barcodes. Teilnahmebescheinigungen, die im Original vorzulegen sind können ebenfalls als Nachweis eingesetzt werden.
Für das Fortbildungszertifikat können Punkte in verschiedenen Kategorien nachgewiesen werden. Müssen für den Erwerb des Zertifikats Punkte aus allen Kategorien nachgewiesen werden?
Diese Frage ist mit einem klaren NEIN zu beantworten. Beachtet werden muss, dass für die Kategorien E (Selbststudium), G (Hospitationen) und H (Curriculär vermittelte Inhalte z. B. in Form curriculärer Fortbildungsmaßnahmen, Weiterbildungskurse, die nach der Weiterbildungsordnung für eine Weiterbildungsbezeichnung vorgeschrieben sind, Zusatzstudiengänge) Obergrenzen bestehen.
Alle weiteren Informationen zum Fortbildungszertifikat, zur Zertifizierung von Veranstaltungen und zum Punktekonto sind im Internet zusammengestellt.