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Timestamp: 2019-09-16 00:24:17
Document Index: 315573246

Matched Legal Cases: ['Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 36', 'Art. 22', 'Art. 37', 'Art. 22', 'Art. 63', 'Art. 63', 'Art. 89', 'Art. 89', 'Art. 36', 'Art. 39', 'Art. 22', 'Art. 36', 'Art. 54', 'Art. 63', 'Art. 101', 'Art. 28', 'Art. 30', 'Art. 39', 'Art. 22', 'Art. 25', 'Art. 22']

Konstitution �ber die heilige Liturgie
Dieser Text ist jetzt auch auf Latein zug�nglich!
1. Das Heilige Konzil hat sich zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gl�ubigen mehr und mehr zu vertiefen, die dem Wechsel unterworfenen Einrichtungen den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen, zu f�rdern, was immer zur Einheit aller, die an Christus glauben, beitragen kann, und zu st�rken, was immer helfen kann, alle in den Scho� der Kirche zu rufen. Darum h�lt es das Konzil auch in besonderer Weise f�r seine Aufgabe, sich um Erneuerung und Pflege der Liturgie zu sorgen.
2. In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, "vollzieht sich" "das Werk unserer Erl�sung"1, und so tr�gt sie in h�chstem Ma�e dazu bei, da� das Leben der Gl�ubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird, der es eigen ist, zugleich g�ttlich und menschlich zu sein, sichtbar und mit unsichtbaren G�tern ausgestattet, voll Eifer der T�tigkeit hingegeben und doch frei f�r die Beschauung, in der Welt zugegen und doch unterwegs; und zwar so, da� dabei das Menschliche auf das G�ttliche hingeordnet und ihm untergeordnet ist, das Sichtbare auf das Unsichtbare, die T�tigkeit auf die Beschauung, das Gegenw�rtige auf die k�nftige Stadt, die wir suchen2. Dabei baut die Liturgie t�glich die, welche drinnen sind, zum heiligen Tempel im Herrn auf, zur Wohnung Gottes im Geist3 bis zum Ma�e des Vollalters Christi4. Zugleich st�rkt sie wunderbar deren Kr�fte, da� sie Christus verk�nden. So stellt sie denen, die drau�en sind, die Kirche vor Augen als Zeichen, das aufgerichtet ist unter den V�lkern5. Unter diesem sollen sich die zerstreuten S�hne Gottes zur Einheit sammeln6, bis eine Herde und ein Hirt wird7.
3. Darum beschlie�t das Heilige Konzil, f�r die F�rderung und Erneuerung der Liturgie folgende Grunds�tze ins Ged�chtnis zu rufen und praktische Richtlinien aufzustellen. Unter diesen Grunds�tzen und Richtlinien sind manche, die sowohl auf den r�mischen Ritus wie auf alle Riten angewandt werden k�nnen und m�ssen. Indes sind die folgenden praktischen Richtlinien so zu verstehen, da� sie nur f�r den r�mischen Ritus gelten, es sei denn, es handle sich um Normen, die aus der Natur der Sache auch die anderen Riten angehen.
4. Treu der �berlieferung erkl�rt das Heilige Konzil schlie�lich, da� die heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt. Es ist ihr Wille, da� diese Riten in Zukunft erhalten und in jeder Weise gef�rdert werden, und es ist ihr Wunsch, da� sie, soweit es not tut, in ihrem ganzen Umfang gem�� dem Geist gesunder �berlieferung �berpr�ft und im Hinblick auf die Verh�ltnisse und Notwendigkeiten der Gegenwart mit neuer Kraft ausgestattet werden.
1. Kapitel: Allgemeine Grunds�tze zur Erhebung und F�rderung der Heiligen Liturgie
I. Das Wesen der heiligen Liturgie und ihre Bedeutung f�r das Leben der Kirche
5. Gott, der "will, da� alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen" (1 Tim 2,4), "hat in fr�heren Zeiten vielfach und auf vielerlei Weise durch die Propheten zu den V�tern gesprochen" (Hebr 1,1). Als aber die F�lle der Zeiten kam, sandte er seinen Sohn, das Wort, das Fleisch angenommen hat und mit dem Heiligen Geist gesalbt worden ist, den Armen das Evangelium zu predigen und zu heilen, die zerschlagenen Herzens sind8, "den Arzt f�r Leib und Seele"9, den Mittler zwischen Gott und den Menschen10. Denn seine Menschheit war in der Einheit mit der Person des Wortes Werkzeug unseres Heils. So ist in Christus "hervorgetreten unsere vollendete Vers�hnung in Gnaden, und in ihm ist uns geschenkt die F�lle des g�ttlichen Dienstes"11. Dieses Werk der Erl�sung der Menschen und der vollendeten Verherrlichung Gottes, dessen Vorspiel die g�ttlichen Machterweise am Volk des Alten Bundes waren, hat Christus, der Herr, erf�llt, besonders durch das Pascha-Mysterium: sein seliges Leiden, seine Auferstehung von den Toten und seine glorreiche Himmelfahrt. In diesem Mysterium "hat er durch sein Sterben unseren Tod vernichtet und durch sein Auferstehen das Leben neugeschaffen"12. Denn aus der Seite des am Kreuz entschlafenen Christus ist das wunderbare Geheimnis der ganzen Kirche hervorgegangen13.
6. Wie daher Christus vom Vater gesandt ist, so hat er selbst die vom Heiligen Geist erf�llten Apostel gesandt, nicht nur das Evangelium aller Kreatur zu verk�nden14, die Botschaft, da� der Sohn Gottes uns durch seinen Tod und seine Auferstehung der Macht des Satans entrissen15 und in das Reich des Vaters versetzt hat, sondern auch das von ihnen verk�ndete Heilswerk zu vollziehen durch Opfer und Sakrament, um die das ganze liturgische Leben kreist. So werden die Menschen durch die Taufe in das Pascha-Mysterium Christi eingef�gt. Mit Christus gestorben, werden sie mit ihm begraben und mit ihm auferweckt16. Sie empfangen den Geist der Kindschaft, "in dem wir Abba, Vater, rufen" (R�m 8,15) und werden so zu wahren Anbetern, wie der Vater sie sucht17. Ebenso verk�nden sie, sooft sie das Herrenmahl genie�en, den Tod des Herrn, bis er wiederkommt18. Deswegen wurden am Pfingstfest, an dem die Kirche in der Welt offenbar wurde, "diejenigen getauft, die das Wort" des Petrus "annahmen". Und "sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft des Brotbrechens, im Gebet ... sie lobten Gott und fanden Gnade bei allem Volk" (Apg 2,41-47). Seither hat die Kirche niemals aufgeh�rt, sich zur Feier des Pascha-Mysteriums zu versammeln, dabei zu lesen, "was in allen Schriften von ihm geschrieben steht" (Lk 24,27), die Eucharistie zu feiern, in der "Sieg und Triumph seines Todes dargestellt werden"19, und zugleich "Gott f�r die unsagbar gro�e Gabe dankzusagen" (2 Kor 9,15), in Christus Jesus "zum Lob seiner Herrlichkeit" (Eph 1,12). All das aber geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes.
7. Um dieses gro�e Werk voll zu verwirklichen, ist Christus seiner Kirche immerdar gegenw�rtig, besonders in den liturgischen Handlungen. Gegenw�rtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn "derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat"20 -, wie vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Gegenw�rtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so da�, wenn immer einer tauft, Christus selber tauft21. Gegenw�rtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. Gegenw�rtig ist er schlie�lich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20). In der Tat gesellt sich Christus in diesem gro�en Werk, in dem Gott vollkommen verherrlicht und die Menschheit geheiligt werden, immer wieder die Kirche zu, seine geliebte Braut. Sie ruft ihren Herrn an, und durch ihn huldigt sie dem ewigen Vater. Mit Recht gilt also die Liturgie als Vollzug des Priesteramtes Jesu Christi; durch sinnenf�llige Zeichen wird in ihr die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt und vom mystischen Leib Jesu Christi, d. h. dem Haupt und den Gliedern, der gesamte �ffentliche Kult vollzogen. Infolgedessen ist jede liturgische Feier als Werk Christi, des Priesters, und seines Leibes, der die Kirche ist, in vorz�glichem Sinn heilige Handlung, deren Wirksamkeit kein anderes Tun der Kirche an Rang und Ma� erreicht.
8. In der irdischen Liturgie nehmen wir vorauskostend an jener himmlischen Liturgie teil, die in der heiligen Stadt Jerusalem gefeiert wird, zu der wir pilgernd unterwegs sind, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes, der Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes22. In der irdischen Liturgie singen wir dem Herrn mit der ganzen Schar des himmlischen Heeres den Lobgesang der Herrlichkeit. In ihr verehren wir das Ged�chtnis der Heiligen und erhoffen Anteil und Gemeinschaft mit ihnen. In ihr erwarten wir den Erl�ser, unseren Herrn Jesus Christus, bis er erscheint als unser Leben und wir mit ihm erscheinen in Herrlichkeit23.
9. In der heiligen Liturgie ersch�pft sich nicht das ganze Tun der Kirche; denn ehe die Menschen zur Liturgie hintreten k�nnen, m�ssen sie zu Glauben und Bekehrung gerufen werden: "Wie sollen sie den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts geh�rt haben? Wie sollen sie aber h�ren ohne Prediger? Doch wie sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt sind?" (R�m 10,14-15). Darum verk�ndet die Kirche denen, die nicht glauben, die Botschaft des Heils, damit alle Menschen den allein wahren Gott erkennen und den, den er gesandt hat, Jesus Christus, und da� sie sich bekehren von ihren Wegen und Bu�e tun24. Denen aber, die schon glauben, mu� sie immer wieder Glauben und Bu�e verk�nden und sie �berdies f�r die Sakramente bereiten. Sie mu� sie lehren, alles zu halten, was immer Christus gelehrt hat25, und sie ermuntern zu allen Werken der Liebe, der Fr�mmigkeit und des Apostolates. Durch solche Werke soll offenbar werden, da� die Christgl�ubigen zwar nicht von dieser Welt sind, da� sie aber Licht der Welt sind und den Vater vor den Menschen verherrlichen.
10. Dennoch ist die Liturgie der H�hepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft str�mt. Denn die apostolische Arbeit ist darauf hingeordnet, da� alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl genie�en. Andererseits treibt die Liturgie die Gl�ubigen an, da� sie, mit den "�sterlichen Geheimnissen" ges�ttigt, "in Liebe eines Herzens sind"26; sie betet, da� sie "im Leben festhalten, was sie im Glauben empfangen haben"27; wenn der Bund Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie neu bekr�ftigt wird, werden die Gl�ubigen von der dr�ngenden Liebe Christi angezogen und entz�ndet. Aus der Liturgie, besonders aus der Eucharistie, flie�t uns wie aus einer Quelle die Gnade zu; in h�chstem Ma� werden in Christus die Heiligung der Menschen und die Verherrlichung Gottes verwirklicht, auf die alles Tun der Kirche als auf sein Ziel hinstrebt.
11. Damit aber dieses Vollma� der Verwirklichung erreicht wird, ist es notwendig, da� die Gl�ubigen mit recht bereiteter Seele zur heiligen Liturgie hinzutreten, da� ihr Herz mit der Stimme zusammenklinge und da� sie mit der himmlischen Gnade zusammenwirken, um sie nicht vergeblich zu empfangen28. Darum sollen die Seelsorger bei liturgischen Handlungen dar�ber wachen, da� nicht blo� die Gesetze des g�ltigen und erlaubten Vollzugs beachtet werden, sondern auch da� die Gl�ubigen bewu�t, t�tig und mit geistlichem Gewinn daran teilnehmen.
12. Das geistliche Leben deckt sich aber nicht schlechthin mit der Teilnahme an der heiligen Liturgie. Der Christ ist zwar berufen, in Gemeinschaft zu beten, doch mu� er auch in sein K�mmerlein gehen und den Vater im Verborgenen anbeten29, ja ohne Unterla� beten, wie der Apostel mahnt30. Der gleiche Apostel lehrt uns, da� wir allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe tragen, auf da� auch das Leben Jesu offenbar werde an unserem sterblichen Fleische31. Deshalb flehen wir beim Opfer der Messe zum Herrn, da� er "die geistliche Gabe annehme und sich uns selbst zu einem ewigen Opfer" vollende32.
13. Die Andachts�bungen des christlichen Volkes werden sehr empfohlen, sofern sie den Vorschriften und Regeln der Kirche entsprechen. Das gilt besonders, wenn sie vom Apostolischen Stuhl angeordnet sind. Besonderer W�rde erfreuen sich auch die gottesdienstlichen Feiern der Teilkirchen, die gem�� Gewohnheit oder nach rechtlich anerkannten B�chern in bisch�flichem Auftrag gehalten werden. Diese �bungen und Feiern sollen indes die liturgische Zeit geb�hrend ber�cksichtigen und so geordnet sein, da� sie mit der heiligen Liturgie zusammenstimmen, gewisserma�en aus ihr herausflie�en und das Volk zu ihr hinf�hren; denn sie steht von Natur aus weit �ber ihnen.
II. Liturgische Ausbildung und t�tige Teilnahme
14. Die Mutter Kirche w�nscht sehr, alle Gl�ubigen m�chten zu der vollen, bewu�ten und t�tigen Teilnahme an den liturgischen Feiern gef�hrt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, "das auserw�hlte Geschlecht, das k�nigliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk" (1 Petr 2,9; vgl. 2,4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist. Diese volle und t�tige Teilnahme des ganzen Volkes ist bei der Erneuerung und F�rderung der heiligen Liturgie aufs st�rkste zu beachten, ist sie doch die erste und unentbehrliche Quelle, aus der die Christen wahrhaft christlichen Geist sch�pfen sollen. Darum ist sie in der ganzen seelsorglichen Arbeit durch geb�hrende Unterweisung von den Seelsorgern gewissenhaft anzustreben. Es besteht aber keine Hoffnung auf Verwirklichung dieser Forderung, wenn nicht zuerst die Seelsorger vom Geist und von der Kraft der Liturgie tief durchdrungen sind und in ihr Lehrmeister werden. Darum ist es dringend notwendig, da� f�r die liturgische Bildung des Klerus gr�ndlich gesorgt wird. Deswegen hat das Heilige Konzil folgende Bestimmungen zu treffen beschlossen.
15. Die Dozenten f�r das Fach Liturgiewissenschaft in den Seminarien, in den Studienh�usern der Orden und an den Theologischen Fakult�ten sollen f�r ihr Amt durch Einrichtungen, die eigens dazu bestimmt sind, eine gediegene Ausbildung erhalten.
16. Das Lehrfach Liturgiewissenschaft ist in den Seminarien und den Studienh�usern der Orden zu den notwendigen. und wichtigen F�chern und an den Theologischen Fakult�ten zu den Hauptf�chern zu rechnen. Es ist sowohl unter theologischem und historischem wie auch unter geistlichem, seelsorglichem und rechtlichem Gesichtspunkt zu behandeln. Dar�ber hinaus m�gen die Dozenten der �brigen F�cher, insbesondere die der dogmatischen Theologie, die der Heiligen Schrift, der Theologie des geistlichen Lebens und der Pastoraltheologie, von den inneren Erfordernissen je ihres eigenen Gegenstandes aus das Mysterium Christi und die Heilsgeschichte so herausarbeiten, da� von da aus der Zusammenhang mit der Liturgie und die Einheit der priesterlichen Ausbildung deutlich aufleuchtet.
17. Die Kleriker in den Seminarien und Ordensh�usern sollen eine liturgische Formung des geistlichen Lebens erhalten, und zwar durch eine geeignete Anleitung, damit sie die heiligen Riten verstehen und aus ganzem Herzen mitvollziehen k�nnen, dann aber auch durch die Feier der heiligen Mysterien selbst und durch die anderen vom Geist der heiligen Liturgie durchdrungenen Fr�mmigkeitsformen. Weiter sollen sie die Beobachtung der liturgischen Gesetze lernen. So soll das Leben in den Seminarien und Ordensinstituten durch und durch vom Geist der Liturgie geformt sein.
18. Welt- und Ordenspriester, die schon im Weinberg des Herrn arbeiten, sollen mit allen geeigneten Mitteln Hilfe erhalten, damit sie immer voller erkennen, was sie im heiligen Vollzug tun, damit sie ein liturgisches Leben f�hren und es mit den ihnen anvertrauten Gl�ubigen teilen.
19. Die Seelsorger sollen eifrig und geduldig bem�ht sein um die liturgische Bildung und die t�tige Teilnahme der Gl�ubigen, die innere und die �u�ere, je nach deren Alter, Verh�ltnissen, Art des Lebens und Grad der religi�sen Entwicklung. Damit erf�llen sie eine der vornehmsten Aufgaben des treuen Spenders der Geheimnisse Gottes. Sie sollen ihre Herde dabei nicht blo� mit dem Wort, sondern auch durch das Beispiel f�hren.
20. Die �bertragung heiliger Handlungen durch Rundfunk und Fernsehen soll, besonders wenn es sich um die heilige Eucharistie handelt, taktvoll und w�rdig geschehen, und zwar unter der Leitung und Verantwortung einer geeigneten Pers�nlichkeit, die f�r diese Aufgabe von den Bisch�fen bestimmt ist.
21. Damit das christliche Volk in der heiligen Liturgie die F�lle der Gnaden mit gr��erer Sicherheit erlange, ist es der Wunsch der heiligen Mutter Kirche, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie sorgf�ltig in die Wege zu leiten. Denn die Liturgie enth�lt einen kraft g�ttlicher Einsetzung unver�nderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind. Diese Teile k�nnen sich im Laufe der Zeit �ndern, oder sie m�ssen es sogar, wenn sich etwas in sie eingeschlichen haben sollte, was der inneren Wesensart der Liturgie weniger entspricht oder wenn sie sich als weniger geeignet herausgestellt haben. Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, da� sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, da� das christliche Volk sie m�glichst leicht erfassen und in voller, t�tiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann. Zu diesem Zweck hat das Heilige Konzil folgende allgemeinere Regeln aufgestellt.
22. � 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorit�t der Kirche zu. Diese Autorit�t liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Ma�gabe des Rechtes beim Bischof.
� 2. Auch den rechtm��ig konstituierten, f�r bestimmte Gebiete zust�ndigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gew�hrten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
� 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester w�re, nach eigenem Gutd�nken in der Liturgie etwas hinzuf�gen, wegnehmen oder �ndern.
23. Damit die gesunde �berlieferung gewahrt bleibe und dennoch einem berechtigten Fortschritt die T�r aufgetan werde, sollen jeweils gr�ndliche theologische, historische und pastorale Untersuchungen vorausgehen, wenn die einzelnen Teile der Liturgie revidiert werden. Dar�ber hinaus sind sowohl die allgemeinen Gestalt- und Sinngesetze der Liturgie zu beachten als auch die Erfahrungen, die aus der j�ngsten Liturgiereform und den weithin schon gew�hrten Indulten gewonnen wurden. Schlie�lich sollen keine Neuerungen eingef�hrt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen der Kirche verlange es. Dabei ist Sorge zu tragen, da� die neuen Formen aus den schon bestehenden gewisserma�en organisch herauswachsen. Auch soll nach M�glichkeit verh�tet werden, da� sich zwischen den Riten benachbarter Gebiete auffallend starke Unterschiede ergeben.
24. Von gr��tem Gewicht f�r die Liturgiefeier ist die Heilige Schrift. Aus ihr werden n�mlich Lesungen vorgetragen und in der Homilie ausgedeutet, aus ihr werden Psalmen gesungen, unter ihrem Anhauch und Antrieb sind liturgische Gebete, Orationen und Ges�nge geschaffen worden, und aus ihr empfangen Handlungen und Zeichen ihren Sinn. Um daher Erneuerung, Fortschritt und Anpassung der heiligen Liturgie voranzutreiben, mu� jenes innige und lebendige Ergriffensein von der Heiligen Schrift gef�rdert werden, von dem die ehrw�rdige �berlieferung �stlicher und westlicher Riten zeugt.
25. Die liturgischen B�cher sollen baldigst revidiert werden; dazu sollen aus den verschiedenen Gebieten des Erdkreises Fachleute herangezogen und Bisch�fe befragt werden.
26. Die liturgischen Handlungen sind nicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche, die das "Sakrament der Einheit" ist; sie ist n�mlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bisch�fen33. Daher gehen diese Feiern den ganzen mystischen Leib der Kirche an, machen ihn sichtbar und wirken auf ihn ein; seine einzelnen Glieder aber kommen mit ihnen in verschiedener Weise in Ber�hrung je nach der Verschiedenheit von Stand, Aufgabe und t�tiger Teilnahme.
27. Wenn Riten gem�� ihrer Eigenart auf gemeinschaftliche Feier mit Beteiligung und t�tiger Teilnahme der Gl�ubigen angelegt sind, dann soll nachdr�cklich betont werden, da� ihre Feier in Gemeinschaft - im Rahmen des M�glichen - der vom Einzelnen gleichsam privat vollzogenen vorzuziehen ist. Das gilt vor allem f�r die Feier der Messe - wobei bestehen bleibt, da� die Messe in jedem Fall �ffentlichen und sozialen Charakter hat - und f�r die Spendung der Sakramente.
28. Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gl�ubiger, in der Aus�bung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gem�� den liturgischen Regeln zukommt.
29. Auch die Ministranten, Lektoren, Kommentatoren und die Mitglieder der Kirchench�re vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst. Deswegen sollen sie ihre Aufgabe in aufrichtiger Fr�mmigkeit und in einer Ordnung erf�llen, wie sie einem solchen Dienst ziemt und wie sie das Volk Gottes mit Recht von ihnen verlangt. Deshalb mu� man sie, jeden nach seiner Weise, sorgf�ltig in den Geist der Liturgie einf�hren und unterweisen, auf da� sie sich in rechter Art und Ordnung ihrer Aufgabe unterziehen.
30. Um die t�tige Teilnahme zu f�rdern, soll man den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern sowie den Handlungen und Gesten und den K�rperhaltungen Sorge zuwenden. Auch das heilige Schweigen soll zu seiner Zeit eingehalten werden.
31. Bei der Revision der liturgischen B�cher soll sorgf�ltig darauf geachtet werden, da� die Rubriken auch den Anteil der Gl�ubigen vorsehen.
32. In der Liturgie soll au�er den Auszeichnungen, die auf dem liturgischen Amt oder der heiligen Weihe beruhen, und au�er den Ehrungen, die auf Grund liturgischer Gesetze der weltlichen Autorit�t zukommen, weder im Ritus noch im �u�eren Aufwand ein Ansehen von Person oder Rang gelten.
33. Obwohl die heilige Liturgie vor allem Anbetung der g�ttlichen Majest�t ist, birgt sie doch auch viel Belehrung f�r das gl�ubige Volk in sich34. Denn in der Liturgie spricht Gott zu seinem Volk; in ihr verk�ndet Christus noch immer die Frohe Botschaft. Das Volk aber antwortet mit Gesang und Gebet.
�berdies werden die Gebete, die der Priester, in der Rolle Christi an der Spitze der Gemeinde stehend, an Gott richtet, im Namen des ganzen heiligen Volkes und aller Umstehenden gesprochen. Die sichtbaren Zeichen endlich, welche die heilige Liturgie gebraucht, um die unsichtbaren g�ttlichen Dinge zu bezeichnen, sind von Christus und der Kirche ausgew�hlt. Daher wird nicht blo� beim Lesen dessen, "was zu unserer Belehrung geschrieben ist" (R�m 15,4), sondern auch wenn die Kirche betet, singt oder handelt, der Glaube der Teilnehmer gen�hrt und ihr Herz zu Gott hin erweckt, auf da� sie ihm geistlichen Dienstleisten und seine Gnade reichlicher empfangen. Daher sollen bei der Erneuerung der Liturgie folgende allgemeine Regeln beachtet werden.
34. Die Riten m�gen den Glanz edler Einfachheit an sich tragen und knapp, durchschaubar und frei von unn�tigen Wiederholungen sein. Sie seien der Fassungskraft der Gl�ubigen angepa�t und sollen im allgemeinen nicht vieler Erkl�rungen bed�rfen.
35. Damit deutlich hervortrete, da� in der Liturgie Ritus und Wort aufs engste miteinander verbunden sind, ist zu beachten:
2) Da die Predigt ein Teil der liturgischen Handlung ist, sollen auch die Rubriken ihr je nach der Eigenart des einzelnen Ritus einen passenden Ort zuweisen. Der Dienst der Predigt soll getreulich und recht erf�llt werden. Sch�pfen soll sie vor allem aus dem Quell der Heiligen Schrift und der Liturgie, ist sie doch die Botschaft von den Wundertaten Gottes in der Geschichte des Heils, das hei�t im Mysterium Christi, das allezeit in uns zugegen und am Werk ist, vor allem bei der liturgischen Feier.
3) Auch die Pflicht der Unterweisung, die sich unmittelbar mit der Liturgie befa�t, ist in jeder Weise zu betonen. In den Riten selbst sollen, wo es notwendig ist, kurze Hinweise vorgesehen werden; sie sollen vom Priester oder von dem, der f�r diesen Dienst zust�ndig ist, jedoch nur im geeigneten Augenblick, nach vorgeschriebenem Text oder in freier Anlehnung an ihn gesprochen werden.
4) Zu f�rdern sind eigene Wortgottesdienste an den Vorabenden der h�heren Feste, an Wochentagen im Advent oder in der Quadragesima sowie an den Sonn- und Feiertagen, besonders da, wo kein Priester zur Verf�gung steht; in diesem Fall soll ein Diakon oder ein anderer Beauftragter des Bischofs die Feier leiten.
36. � 1. Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht.
� 2. Da bei der Messe, bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie nicht selten der Gebrauch der Muttersprache f�r das Volk sehr n�tzlich sein kann, soll es gestattet sein, ihr einen weiteren Raum zuzubilligen, vor allem in den Lesungen und Hinweisen und in einigen Orationen und Ges�ngen gem�� den Regeln, die hier�ber in den folgenden Kapiteln im einzelnen aufgestellt werden.
� 3. Im Rahmen dieser Regeln kommt es der f�r die einzelnen Gebiete zust�ndigen kirchlichen Autorit�t zu, im Sinne von Art. 22 � 2 - gegebenenfalls nach Beratung mit den Bisch�fen der angrenzenden Gebiete des gleichen Sprachraumes - zu bestimmen, ob und in welcher Weise die Muttersprache gebraucht werden darf. Die Beschl�sse bed�rfen der Billigung, das hei�t der Best�tigung durch den Apostolischen Stuhl.
� 4. Die in der Liturgie gebrauchte muttersprachliche �bersetzung des lateinischen Textes mu� von der obengenannten f�r das Gebiet zust�ndigen Autorit�t approbiert werden.
D) Regeln zur Anpassung an die Eigenart und �berlieferungen der V�lker
37. In den Dingen, die den Glauben oder das Allgemeinwohl nicht betreffen, w�nscht die Kirche nicht eine starre Einheitlichkeit der Form zur Pflicht zu machen, nicht einmal in ihrem Gottesdienst; im Gegenteil pflegt und f�rdert sie das glanzvolle geistige Erbe der verschiedenen St�mme und V�lker; was im Brauchtum der V�lker nicht unl�slich mit Aberglauben und Irrtum verflochten ist, das w�gt sie wohlwollend ab, und wenn sie kann, sucht sie es voll und ganz zu erhalten. Ja, zuweilen gew�hrt sie ihm Einla� in die Liturgie selbst, sofern es grunds�tzlich mit dem wahren und echten Geist der Liturgie vereinbar ist.
38. Unter Wahrung der Einheit des r�mischen Ritus im wesentlichen ist berechtigter Vielfalt und Anpassung an die verschiedenen Gemeinschaften, Gegenden und V�lker, besonders in den Missionen, Raum zu belassen, auch bei der Revision der liturgischen B�cher. Dieser Grundsatz soll entsprechend beachtet werden, wenn die Gestalt der Riten und ihre Rubriken festgelegt werden.
39. Innerhalb der Grenzen, die in der "editio typica" der liturgischen B�cher bestimmt werden, wird es Sache der f�r ein Gebiet im Sinne von Art. 22 � 2 zust�ndigen kirchlichen Autorit�t sein, Anpassungen festzulegen, besonders hinsichtlich der Sakramentenspendung, der Sakramentalien, der Prozessionen, der liturgischen Sprache, der Kirchenmusik und der sakralen Kunst, jedoch gem�� den Grundregeln, die in dieser Konstitution enthalten sind.
40. Da jedoch an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Verh�ltnissen eine tiefer greifende und deswegen schwierigere Anpassung der Liturgie dringlich ist, soll beachtet werden:
1) Die f�r die einzelnen Gebiete im Sinne von Art. 22 � 2 zust�ndige kirchliche Autorit�t m�ge sorgf�ltig und klug erw�gen, welche Elemente aus �berlieferung und geistiger Anlage der einzelnen V�lker geeignet sind, zur Liturgie zugelassen zu werden. Anpassungen, die f�r n�tzlich oder notwendig gehalten werden, sollen dem Apostolischen Stuhl vorgelegt und dann mit dessen Einverst�ndnis eingef�hrt werden.
2) Damit die Anpassung aber mit der n�tigen Umsicht geschehe, wird der kirchlichen Autorit�t des betreffenden Gebietes vom Apostolischen Stuhl die Vollmacht erteilt werden, gegebenenfalls in gewissen dazu geeigneten Gemeinschaften f�r bestimmte Zeit die notwendigen Vorversuche zu gestatten und zu leiten.
3) Weil vor allem in den Missionsl�ndern die Anpassung liturgischer Gesetze besondere Schwierigkeiten mit sich zu bringen pflegt, sollen bereits bei der Abfassung der Gesetze Sachverst�ndige aus dem betreffenden Fachgebiet herangezogen werden.
IV. F�rderung des Liturgischen Lebens in Bistum und Pfarrei
41. Im Bischof sehe man den Hohenpriester seiner Herde, von dem das Leben seiner Gl�ubigen in Christus gewisserma�en ausgeht und abh�ngt.
Daher sollen alle das liturgische Leben des Bistums, in dessen Mittelpunkt der Bischof steht, besonders in der Kathedralkirche, aufs h�chste wertsch�tzen; sie sollen �berzeugt sein, da� die Kirche auf eine vorz�gliche Weise dann sichtbar wird, wenn das ganze heilige Gottesvolk voll und t�tig an denselben liturgischen Feiern, besonders an derselben Eucharistiefeier, teilnimmt: in der Einheit des Gebets und an dem einen Altar und unter dem Vorsitz des Bischofs, der umgeben ist von seinem Presbyterium und den Dienern des Altars35.
42. Da der Bischof nicht immer und nicht �berall in eigener Person den Vorsitz �ber das gesamte Volk seiner Kirche f�hren kann, so mu� er diese notwendig in Einzelgemeinden aufgliedern. Unter ihnen ragen die Pfarreien hervor, die r�umlich verfa�t sind unter einem Seelsorger, der den Bischof vertritt; denn sie stellen auf eine gewisse Weise die �ber den ganzen Erdkreis hin verbreitete sichtbare Kirche dar. Daher soll das liturgische Leben der Pfarrei und dessen Beziehung zum Bischof im Denken und Tun der Gl�ubigen und des Klerus vertieft werden. Es ist darauf hinzuarbeiten, da� der Sinn f�r die Pfarrgemeinschaft vor allem in der gemeinsamen Feier der Sonntagsmesse wachse.
V. F�rderung der pastoralliturgischen Bewegung
43. Der Eifer f�r die F�rderung und Erneuerung der Liturgie gilt mit Recht als ein Zeichen f�r die F�gungen der g�ttlichen Vorsehung �ber unserer Zeit, als ein Hindurchgehen des Heiligen Geistes durch seine Kirche; er gibt ihrem Leben, ja dem gesamten religi�sen F�hlen und Handeln unserer Zeit eine eigene Note. Deshalb beschlie�t das Heilige Konzil zur weiteren F�rderung der pastoralliturgischen Bewegung in der Kirche das Folgende.
44. Es ist zweckm��ig, da� die f�r die einzelnen Gebiete im Sinne von Art. 22 � 2 zust�ndige kirchliche Autorit�t eine Liturgische Kommission einrichtet, die Fachleute f�r Liturgiewissenschaft, Kirchenmusik, sakrale Kunst und Seelsorgsfragen zur Unterst�tzung heranziehen m�ge. Dieser Kommission soll im Rahmen des M�glichen ein Pastoralliturgisches Institut zur Seite stehen, das sich aus sachverst�ndigen Mitgliedern, gegebenenfalls auch Laien, zusammensetzt. Sache dieser Kommission wird es sein, unter F�hrung der obengenannten kirchlichen Autorit�t des jeweiligen Gebietes die pastoralliturgische Bewegung in dem betreffenden Raum zu leiten und die Studien und n�tigen Experimente zu f�rdern, wenn immer es um Anpassungen geht, die dem Apostolischen Stuhl vorzulegen sind.
45. Im gleichen Sinn sollen die einzelnen Bist�mer eine Liturgische Kommission haben, um unter Leitung des Bischofs die Liturgische Bewegung zu f�rdern. Es kann manchmal f�rderlich sein, wenn mehrere Bist�mer eine einzige Kommission gr�nden, die durch gemeinsame Beratung die liturgische Sache vorantreibt.
46. Au�er der Kommission f�r die heilige Liturgie sollen wom�glich in jedem Bistum auch eine Kommission f�r Kirchenmusik und eine weitere f�r sakrale Kunst eingesetzt werden. Es ist notwendig, da� diese drei Kommissionen mit vereinten Kr�ften arbeiten; ja nicht selten wird es angebracht sein, da� sie zu einer einzigen Kommission zusammengefa�t werden.
47. Unser Erl�ser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er �berliefert wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, um dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauern zu lassen und so der Kirche, seiner geliebten Braut, eine Ged�chtnisfeier seines Todes und seiner Auferstehung anzuvertrauen: das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe36, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erf�llt und uns das Unterpfand der k�nftigen Herrlichkeit gegeben wird37.
48. So richtet die Kirche ihre ganze Sorge darauf, da� die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Au�enstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewu�t, fromm und t�tig mitfeiern, sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes St�rkung finden. Sie sollen Gott danksagen und die unbefleckte Opfergabe darbringen nicht nur durch die H�nde des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm und dadurch sich selber darbringen lernen. So sollen sie durch Christus, den Mittler38, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schlie�lich Gott alles in allem sei.
50. Der Me�-Ordo soll so �berarbeitet werden, da� der eigentliche Sinn der einzelnen Teile und ihr wechselseitiger Zusammenhang deutlicher hervortreten und die fromme und t�tige Teilnahme der Gl�ubigen erleichtert werde. Deshalb sollen die Riten unter treulicher Wahrung ihrer Substanz einfacher werden. Was im Lauf der Zeit verdoppelt oder weniger gl�cklich eingef�gt wurde, soll wegfallen. Einiges dagegen, was durch die Ungunst der Zeit verlorengegangen ist, soll, soweit es angebracht oder n�tig erscheint, nach der altehrw�rdigen Norm der V�ter wiederhergestellt werden.
51. Auf da� den Gl�ubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so da� innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden.
52. Die Homilie, in der im Laufe des liturgischen Jahres aus dem heiligen Text die Geheimnisse des Glaubens und die Richtlinien f�r das christliche Leben dargelegt werden, wird als Teil der Liturgie selbst sehr empfohlen. Ganz besonders in den Messen, die an Sonntagen und gebotenen Feiertagen mit dem Volk gefeiert werden, darf man sie nicht ausfallen lassen, es sei denn, es liege ein schwerwiegender Grund vor.
53. Nach dem Evangelium und der Homilie soll - besonders an den Sonntagen und gebotenen Feiertagen - das "Allgemeine Gebet" oder "Gebet der Gl�ubigen" wiedereingef�hrt werden, damit unter Teilnahme des Volkes F�rbitten gehalten werden f�r die heilige Kirche, f�r die Regierenden, f�r jene, die von mancherlei Not bedr�ckt sind, und f�r alle Menschen und das Heil der ganzen Welt39.
54. Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 dieser Konstitution in den mit dem Volk gefeierten Messen ein geb�hrender Raum zugeteilt werden, besonders in den Lesungen und im "Allgemeinen Gebet" sowie je nach den �rtlichen Verh�ltnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen. Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, da� die Christgl�ubigen die ihnen zukommenden Teile des Me�-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen k�nnen. Wenn indes dar�ber hinaus irgendwo der Gebrauch der Muttersprache bei der Messe in weiterem Umfang angebracht zu sein scheint, so ist die Vorschrift des Artikels 40 dieser Konstitution einzuhalten.
55. Mit Nachdruck wird jene vollkommenere Teilnahme an der Messe empfohlen, bei der die Gl�ubigen nach der Kommunion des Priesters aus derselben Opferfeier den Herrenleib entgegennehmen.
Unbeschadet der durch das Konzil von Trient festgelegten dogmatischen Prinzipien40 kann in F�llen, die vom Apostolischen Stuhl zu umschreiben sind, nach Ermessen der Bisch�fe sowohl Klerikern und Ordensleuten wie auch Laien die Kommunion unter beiden Gestalten gew�hrt werden, so etwa den Neugeweihten in der Messe ihrer heiligen Weihe, den Ordensleuten in der Messe bei ihrer Ordensprofe� und den Neugetauften in der Messe, die auf die Taufe folgt.
56. Die beiden Teile, aus denen die Messe gewisserma�en besteht, n�mlich Wortgottesdienst und Eucharistiefeier, sind so eng miteinander verbunden, da� sie einen einzigen Kultakt ausmachen. Daher mahnt die Heilige Versammlung die Seelsorger eindringlich, sie sollen in der religi�sen Unterweisung die Gl�ubigen mit Eifer belehren, an der ganzen Messe teilzunehmen, vor allem an Sonntagen und gebotenen Feiertagen.
57. � 1. Die Konzelebration ist in der Kirche des Ostens wie des Westens bis auf den heutigen Tag in �bung geblieben. In ihr tritt passend die Einheit des Priestertums in Erscheinung. Deshalb hat es das Konzil f�r gut befunden, die Vollmacht zur Konzelebration auf folgende F�lle auszudehnen:
1. a) Die Messe der Chrisamweihe und die Abendmahlsmesse am Gr�ndonnerstag.
b) Die Messen bei Konzilien, Bischofszusammenk�nften und Synoden.
2. �berdies auf folgende F�lle, wenn der Ordinarius, dem das Urteil zusteht, ob die Konzelebration angebracht ist, die Erlaubnis gibt:
a) Die Konventmesse und die Hauptmesse in jenen Kirchen, in denen das geistliche Wohl der Christgl�ubigen nicht die Einzelzelebration aller anwesenden Priester verlangt.
b) Messen bei den verschiedenartigen Zusammenk�nften von Welt- und Ordenspriestern.
� 2. 1. Dem Bischof steht es zu, im Bereich seines Bistums das Konzelebrationswesen zu leiten.
2. Jedem Priester bleibt die Freiheit, einzeln zu zelebrieren, jedoch nicht zur selben Zeit in derselben Kirche w�hrend einer Konzelebration und nicht am Gr�ndonnerstag.
58. Es soll ein neuer Konzelebrationsritus geschaffen und in das R�mische Pontifikale und Missale eingef�gt werden.
3. Kapitel: Die �brigen Sakramente und Sakramentalien
59. Die Sakramente sind hingeordnet auf die Heiligung der Menschen, den Aufbau des Leibes Christi und schlie�lich auf die Gott geschuldete Verehrung; als Zeichen haben sie auch die Aufgabe der Unterweisung. Den Glauben setzen sie nicht nur voraus, sondern durch Wort und Ding n�hren sie ihn auch, st�rken ihn und zeigen ihn an; deshalb hei�en sie Sakramente des Glaubens. Sie verleihen Gnade, aber ihre Feier bef�higt auch die Gl�ubigen in hohem Ma�e, diese Gnade mit Frucht zu empfangen, Gott recht zu verehren und die Liebe zu �ben. Es ist darum sehr wichtig, da� die Gl�ubigen die sakramentalen Zeichen leicht verstehen und immer wieder zu jenen Sakramenten voll Hingabe hinzutreten, die eingesetzt sind, um das christliche Leben zu n�hren.
60. Au�erdem hat die heilige Mutter Kirche Sakramentalien eingesetzt. Diese sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der F�rbitte der Kirche erlangt werden. Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt.
61. Die Wirkung der Liturgie der Sakramente und Sakramentalien ist also diese: Wenn die Gl�ubigen recht bereitet sind, wird ihnen nahezu jedes Ereignis ihres Lebens geheiligt durch die g�ttliche Gnade, die ausstr�mt vom Pascha-Mysterium des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi, aus dem alle Sakramente und Sakramentalien ihre Kraft ableiten. Auch bewirken sie, da� es kaum einen rechten Gebrauch der materiellen Dinge gibt, der nicht auf das Ziel ausgerichtet werden kann, den Menschen zu heiligen und Gott zu loben.
62. Da sich aber im Laufe der Zeiten einiges in die Riten der Sakramente und Sakramentalien eingeschlichen hat, wodurch ihre Natur und ihr Ziel uns heute weniger einsichtig erscheinen, und da es mithin notwendig ist, einiges an ihnen den Erfordernissen unserer Zeit anzupassen, so erl��t das Heilige Konzil f�r ihre Reform folgende Anordnungen.
63. Da nicht selten bei der Spendung der Sakramente und Sakramentalien beim Volk der Gebrauch der Muttersprache sehr n�tzlich sein kann, soll ihr breiterer Raum gew�hrt werden, und zwar nach folgenden Richtlinien:
b) Auf der Grundlage einer neuen Ausgabe des R�mischen Rituale soll die nach Art. 22 � 2 zust�ndige territoriale kirchliche Autorit�t sobald wie m�glich besondere Ritualien schaffen, die den Bed�rfnissen der einzelnen Gebiete, auch in bezug auf die Sprache, angepa�t sind: nach Best�tigung der Beschl�sse durch den Apostolischen Stuhl sollen sie in den betreffenden Gebieten verwendet werden. Bei der Schaffung dieser Ritualien oder besonderer Ritensammlungen sollen Unterweisungen, wie sie im R�mischen Rituale den einzelnen Riten vorausgeschickt werden, nicht ausgelassen werden, m�gen sie nun die Seelsorge oder die Rubriken betreffen oder eine besondere soziale Bedeutung haben.
64. Ein mehrstufiger Katechumenat f�r Erwachsene soll wiederhergestellt und nach dem Urteil des Ortsordinarius eingef�hrt werden. So soll erm�glicht werden, da� die Zeit des Katechumenats, die zu angemessener Einf�hrung bestimmt ist, durch heilige, in gewissen Zeitabschnitten aufeinanderfolgende Riten geheiligt wird.
65. In den Missionsl�ndern soll es erlaubt sein, au�er den Elementen der Initiation, die in der christlichen �berlieferung enthalten sind, auch jene zuzulassen, die sich bei den einzelnen V�lkern im Gebrauch befinden, sofern sie im Sinne von Art. 37-40 dieser Konstitution dem christlichen Ritus angepa�t werden k�nnen.
66. Beide Riten f�r die Erwachsenentaufe, sowohl der einfache wie der feierliche mit dem wiederhergestellten Katechumenat, sollen revidiert werden; in das R�mische Me�buch soll eine eigene Messe "Bei der Spendung einer Taufe" aufgenommen werden.
67. Der Ritus der Kindertaufe soll �berarbeitet und der tats�chlichen Situation der Kinder angepa�t werden; �berdies sollen im Ritus selbst die Rolle der Eltern und Paten und ihre Pflichten deutlicher hervortreten.
68. F�r den Fall einer gro�en Zahl von T�uflingen sollen im Taufritus entsprechende Anpassungen vorgesehen werden zur Verwendung nach dem Urteil des Ortsordinarius. Ferner soll eine Kurzform des Taufritus geschaffen werden, den die Katechisten, vor allem die in Missionsl�ndern, und in Todesgefahr die Gl�ubigen allgemein gebrauchen k�nnen, wenn kein Priester oder Diakon anwesend ist.
69. An Stelle des Ritus, der den Titel tr�gt "Ordo supplendi omissa super infantem baptizatum" (Ordo, nach dem die bei der Nottaufe ausgefallenen Teile des Taufritus nachgeholt werden), soll ein neuer geschaffen werden, der deutlicher und zutreffender zum Ausdruck bringt, da� das notgetaufte Kind schon in die Kirche aufgenommen ist. Ferner soll ein neuer Ritus geschaffen werden f�r g�ltig getaufte Konvertiten, in dem zum Ausdruck kommen soll, da� sie in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen werden.
70. Au�erhalb der �sterlichen Zeit kann das Taufwasser bei der Taufspendung selbst mit einer approbierten k�rzeren Formel geweiht werden.
71. Der Firmritus soll �berarbeitet werden, auch in dem Sinne, da� der innere Zusammenhang dieses Sakraments mit der gesamten christlichen Initiation besser aufleuchte; daher ist es passend, da� dem Empfang des Sakramentes eine Erneuerung der Taufversprechen voraufgeht. Die Firmung kann, wo es angezeigt erscheint, innerhalb der Messe gespendet werden; f�r den Ritus au�erhalb der Messe sollen Texte bereitgestellt werden, die als Einleitung zu verwenden sind.
72. Ritus und Formeln des Bu�sakramentes sollen so revidiert werden, da� sie Natur und Wirkung des Sakramentes deutlicher ausdr�cken.
73. Die "Letzte �lung, die auch - und zwar besser - "Krankensalbung" genannt werden kann, ist nicht nur das Sakrament derer, die sich in �u�erster Lebensgefahr befinden. Daher ist der rechte Augenblick f�r ihren Empfang sicher schon gegeben, wenn der Gl�ubige beginnt, wegen Krankheit oder Altersschw�che in Lebensgefahr zu geraten.
74. Neben den Riten f�r getrennte Spendung von Krankensalbung und Wegzehrung soll ein zusammenh�ngender Ordo geschaffen werden, gem�� dem die Salbung dem Kranken nach der Beichte und vor dem Empfang der Wegzehrung erteilt wird.
75. Die Zahl der Salbungen soll den Umst�nden angepa�t werden; die Gebete, die zum Ritus der Krankensalbung geh�ren, sollen so revidiert werden, da� sie den verschiedenen Verh�ltnissen der das Sakrament empfangenden Kranken gerecht werden.
76. Die Liturgie f�r die Erteilung der Weihen soll nach Ritus und Text �berarbeitet werden. Die Ansprachen des Bischofs zu Beginn der einzelnen Weihe oder Konsekration k�nnen in der Muttersprache gehalten werden. Bei der Bischofsweihe d�rfen alle anwesenden Bisch�fe die H�nde auflegen.
77. Der Eheritus des R�mischen Rituale soll �berarbeitet und bereichert werden, so da� er deutlicher die Gnade des Sakramentes bezeichnet und die Aufgaben der Eheleute eindringlich betont. "Wenn es in einzelnen Gebieten bei der Feier des Ehesakramentes andere lobenswerte Gewohnheiten und Br�uche gibt, w�nscht die Heilige Kirchenversammlung nachdr�cklich, da� sie unbedingt beibehalten werden."41 Dar�ber hinaus bleibt der im Sinn von Art. 22 � 2 dieser Konstitution zust�ndigen territorialen kirchlichen Autorit�t nach Ma�gabe von Art. 63 die Vollmacht, einen eigenen Ritus auszuarbeiten, der den Br�uchen des Landes und des Volkes entspricht; immer mu� jedoch der assistierende Priester die Konsenserkl�rung der Brautleute erfragen und entgegennehmen.
78. Die Trauung m�ge in der Regel innerhalb der Messe, nach der Lesung des Evangeliums und nach der Homilie und vor dem "Gebet der Gl�ubigen" (F�rbitten) gefeiert werden. Der Brautsegen soll in geeigneter Weise �berarbeitet werden, so da� er die gleiche gegenseitige Treuepflicht beider Brautleute betont; er kann in der Muttersprache erteilt werden. Wenn aber die Trauung ohne die Messe gefeiert wird, sollen zu Beginn des Ritus Epistel und Evangelium der Brautmesse vorgetragen werden; den Brautleuten soll immer der Segen erteilt werden.
79. Die Sakramentalien sollen �berarbeitet werden, und zwar im Sinne des obersten Grundsatzes von der bewu�ten, t�tigen und leicht zu vollziehenden Teilnahme der Gl�ubigen und im Hinblick auf die Erfordernisse unserer Zeit. Bei der �berarbeitung der Ritualien nach Ma�gabe von Art. 63 k�nnen nach Bedarf auch neue Sakramentalien zugef�gt werden. Nur sehr wenige Benediktionen sollen reserviert sein, und zwar nur f�r Bisch�fe und Ordinarien. Es soll vorgesehen werden, da� Laien, welche die entsprechenden Voraussetzungen erf�llen, gewisse Sakramentalien spenden k�nnen - wenigstens in besonderen Verh�ltnissen und nach dem Ermessen des Ordinarius.
80. Die Jungfrauenweihe des R�mischen Pontifikale soll �berarbeitet werden. Au�erdem soll ein Ritus f�r die Profe� und f�r die Erneuerung der Gel�bde geschaffen werden, der zu gr��erer Einheit, Schlichtheit und W�rde beitr�gt. Soweit nicht Sonderrecht vorliegt, soll er von denen �bernommen werden, welche die Profe� oder die Erneuerung der Gel�bde innerhalb der Messe halten. Es ist zu begr��en, wenn die Profe� k�nftig innerhalb der Messe stattfindet.
81. Der Ritus der Exsequien soll deutlicher den �sterlichen Sinn des christlichen Todes ausdr�cken und besser den Voraussetzungen und �berlieferungen der einzelnen Gebiete entsprechen, auch was die liturgische Farbe betrifft.
82. Der Begr�bnisritus f�r Kinder soll �berarbeitet werden und eine eigene Messe erhalten.
83. Als der Hohepriester des Neuen und Ewigen Bundes, Christus Jesus, Menschennatur annahm, hat er in die Verbannung dieser Erde jenen Hymnus mitgebracht, der in den himmlischen Wohnungen durch alle Ewigkeit erklingt. Die gesamte Menschengemeinschaft schart er um sich, um gemeinsam mit ihr diesen g�ttlichen Lobgesang zu singen. Diese priesterliche Aufgabe setzt er n�mlich durch seine Kirche fort; sie lobt den Herrn ohne Unterla� und tritt bei ihm f�r das Heil der ganzen Welt ein nicht nur in der Feier der Eucharistie, sondern auch in anderen Formen, besonders im Vollzug. des Stundengebetes.
84. Das Stundengebet ist nach alter christlicher �berlieferung so aufgebaut, da� der gesamte Ablauf des Tages und der Nacht durch Gotteslob geweiht wird. Wenn nun die Priester und andere kraft kirchlicher Ordnung Beauftragte oder die Christgl�ubigen, die zusammen mit dem Priester in einer approbierten Form beten, diesen wunderbaren Lobgesang recht vollziehen, dann ist dies wahrhaft die Stimme der Braut, die zum Br�utigam spricht, ja es ist das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet.
85. Alle, die das vollbringen, erf�llen eine der Kirche obliegende Pflicht und haben zugleich Anteil an der h�chsten Ehre der Braut Christi; denn indem sie Gott das Lob darbringen, stehen sie im Namen der Mutter Kirche vor dem Throne Gottes.
86. Die Priester im heiligen Dienst der Seelsorge werden das Stundenlob mit um so gr��erem Eifer vollziehen, je lebendiger sie sich bewu�t sind, da� sie die Mahnung des heiligen Paulus zu befolgen haben: "Betet ohne Unterla�" (1 Thess 5,17); denn es ist der Herr allein, welcher der Arbeit, in der sie sich m�hen, Wirksamkeit und Gedeihen geben kann, er, der gesagt hat: "Ohne mich k�nnt ihr nichts tun" (Joh 15,5). Als die Apostel Diakone einsetzten, haben sie darum gesagt: "Wir aber werden uns dem Gebet und dem Dienst des Wortes widmen" (Apg 6,4).
87. Damit aber das Stundengebet sowohl von den Priestern wie auch von den andern Gliedern der Kirche unter den gegebenen Verh�ltnissen besser und vollkommener verrichtet werde, hat es dem Heiligen Konzil gefallen, in Weiterf�hrung der vom Apostolischen Stuhl gl�cklich begonnenen Reform im Hinblick auf das Stundengebet nach dem r�mischen Ritus folgendes zu verf�gen.
88. Da die Heiligung des Tages Ziel des Stundengebetes ist, soll die �berlieferte Folge der Gebetsstunden so neugeordnet werden, da� die Horen soweit wie m�glich ihren zeitgerechten Ansatz wiedererhalten. Dabei soll zugleich den heutigen Lebensverh�ltnissen Rechnung getragen werden, in denen vor allem jene leben, die apostolisch t�tig sind.
a) Die Laudes als Morgengebet und die Vesper als Abendgebet, nach der ehrw�rdigen �berlieferung der Gesamtkirche die beiden Angelpunkte des t�glichen Stundengebetes, sollen als die vornehmsten Gebetsstunden angesehen und als solche gefeiert werden.
b) Die Komplet soll so eingerichtet werden, da� sie dem Tagesabschlu� voll entspricht.
c) Die sogenannte Matutin soll zwar im Chor den Charakter als n�chtliches Gotteslob beibehalten, aber so eingerichtet werden, da� sie sinnvoll zu jeder Tageszeit gebetet werden kann. Sie soll aus weniger Psalmen und l�ngeren Lesungen bestehen.
e) Im Chor sollen die kleinen Horen, Terz, Sext und Non beibehalten werden. Au�erhalb des Chores darf man eine davon ausw�hlen, die der betreffenden Tageszeit am besten entspricht.
90. Bei alledem bleibt das Stundengebet als �ffentliches Gebet der Kirche auch Quelle der Fr�mmigkeit und Nahrung f�r das pers�nliche Beten. Deshalb werden die Priester und alle anderen, die am Stundengebet teilnehmen, eindringlich im Herrn gemahnt, da� dabei das Herz mit der Stimme zusammenklinge. Um das besser verwirklichen zu k�nnen, sollen sie sich eine reichere liturgische und biblische Bildung aneignen, zumal was die Psalmen betrifft. Die ehrw�rdigen, jahrhundertealten Kostbarkeiten des R�mischen Stundengebetes sollen bei der Reform so neugefa�t werden, da� alle, denen sie in die Hand gegeben sind, leichter in ihren vollen Genu� gelangen k�nnen.
91. Damit die in Art. 89 vorgesehene Folge der Gebetsstunden auch wirklich eingehalten werden kann, sollen die Psalmen nicht mehr auf eine Woche, sondern auf einen l�ngeren Zeitraum verteilt werden. Die gl�cklich begonnene Revision des Psalters soll sobald wie m�glich zu Ende gef�hrt werden. Dabei soll der Eigenart des christlichen Lateins, der Verwendung in der Liturgie, und zwar auch beim Gesang, und der gesamten Tradition der lateinischen Kirche Rechnung getragen werden.
92. F�r die Lesung soll folgendes gelten:
a) Die Lesungen der Heiligen Schrift sollen so geordnet werden, da� die Sch�tze des Gotteswortes leicht und in reicherer F�lle zug�nglich werden.
b) Die Lesungen aus den Werken der V�ter, der Kirchenlehrer und Kirchenschriftsteller sollen besser ausgew�hlt werden.
c) Die Leidensgeschichten und Lebensbeschreibungen der Heiligen sollen so gefa�t werden, da� sie der geschichtlichen Wahrheit entsprechen.
93. Die Hymnen sollen, soweit es angezeigt erscheint, in ihrer alten Gestalt wiederhergestellt werden; dabei soll beseitigt oder ge�ndert werden, was mythologische Z�ge an sich tr�gt oder der christlichen Fr�mmigkeit weniger entspricht. Gegebenenfalls sollen auch andere Hymnen aufgenommen werden, die sich im Schatz der �berlieferung finden.
94. Wenn der Tagesablauf wirklich geheiligt und die Horen selber mit geistlicher Frucht gebetet werden sollen, werden sie besser zu einer Zeit vollzogen, die m�glichst nahe an die eigentliche Stunde einer jeden kanonischen Hore herankommt.
95. Die zum Chor verpflichteten Gemeinschaften sind gehalten, au�er der Konventsmesse t�glich das Stundengebet im Chor zu feiern, und zwar:
a) Die Orden der Kanoniker, M�nche und Chorfrauen und anderer durch Recht oder Konstitution zum Chor verpflichteter Regularen das ganze Offizium;
c) alle Glieder dieser Gemeinschaften, die h�here Weihen empfangen oder die feierliche Profe� abgelegt haben, m�ssen - mit Ausnahme der Laienbr�der und Laienschwestern - die kanonischen Horen, die sie im Chor nicht verrichten, f�r sich allein beten.
96. Die nicht zum Chor verpflichteten Kleriker sind, soweit sie h�here Weihen empfangen haben, gehalten, t�glich gemeinsam oder allein das gesamte Stundengebet nach Ma�gabe von Art. 89 zu verrichten.
97. Angezeigt erscheinende Austauschm�glichkeiten des Stundengebetes mit anderen liturgischen Handlungen sollen durch Rubriken festgelegt werden. In besonderen F�llen und aus gerechtem Grunde k�nnen die Ordinarien ihre Untergebenen von der Verpflichtung zum Stundengebet ganz oder teilweise dispensieren oder eine Umwandlung vornehmen.
98. Die Mitglieder von Orden und ordens�hnlichen Gemeinschaften aller Art, die kraft ihrer Konstitution einzelne Teile des Stundengebets verrichten, vollziehen �ffentliches Gebet der Kirche. Auch dann vollziehen sie �ffentliches Gebet der Kirche, wenn sie kraft ihrer Konstitution ein "Kleines Offizium" rezitieren; nur mu� dieses nach Art des (allgemeinen) Stundengebetes angelegt und ordnungsgem�� approbiert sein.
99. Da das Stundengebet Stimme der Kirche ist, des ganzen mystischen Leibes, der Gott �ffentlich lobt, wird empfohlen, da� die nicht zum Chor verpflichteten Kleriker und besonders die Priester, die zusammenleben oder zusammenkommen, wenigstens einen Teil des Stundengebetes gemeinsam verrichten. Dabei sollen sie alle, ob sie nun das Stundengebet im Chor oder gemeinsam verrichten, die ihnen anvertraute Aufgabe in der inneren Fr�mmigkeit wie im �u�eren Verhalten so vollkommen wie m�glich erf�llen. �berdies ist vorzuziehen, da� man das Stundengebet im Chor oder in Gemeinschaft singt, soweit das m�glich ist.
100. Die Seelsorger sollen darum bem�ht sein, da� die Haupthoren, besonders die Vesper an Sonntagen und h�heren Festen, in der Kirche gemeinsam gefeiert werden. Auch den Laien wird empfohlen, das Stundengebet zu verrichten, sei es mit den Priestern, sei es unter sich oder auch jeder einzelne allein.
101. � 1. Gem�� jahrhundertealter �berlieferung des lateinischen Ritus sollen die Kleriker beim Stundengebet die lateinische Sprache beibehalten. Jedoch ist der Ordinarius erm�chtigt, in einzelnen F�llen jenen Klerikern, f�r die der Gebrauch der lateinischen Sprache ein ernstes Hindernis f�r den rechten Vollzug des Stundengebetes bedeutet, die Ben�tzung einer nach Ma�gabe von Art. 36 geschaffenen muttersprachlichen �bersetzung zu gestatten.
� 2. Der zust�ndige Obere kann den Chorfrauen sowie den Mitgliedern der Orden und ordens�hnlichen Gemeinschaften aller Art, seien es M�nner, die nicht Kleriker sind, seien es Frauen, gestatten, da� sie f�r das Stundengebet auch im Chor die Muttersprache benutzen k�nnen, sofern die �bersetzung approbiert ist.
� 3. Jeder zum Stundengebet verpflichtete Kleriker, der zusammen mit einer Gruppe von Gl�ubigen oder mit den in � 2 Genannten das Stundengebet in der Muttersprache feiert, erf�llt seine Pflicht, sofern der Text der �bertragung approbiert ist.
102. Als liebende Mutter h�lt die Kirche es f�r ihre Aufgabe, das Heilswerk ihres g�ttlichen Br�utigams an bestimmten Tagen das Jahr hindurch in heiligem Gedenken zu feiern. In jeder Woche begeht sie an dem Tag, den sie Herrentag genannt hat, das Ged�chtnis der Auferstehung des Herrn, und einmal im Jahr feiert sie diese Auferstehung zugleich mit dem seligen Leiden des Herrn an Ostern, ihrem h�chsten Fest. Im Kreislauf des Jahres entfaltet sie das ganze Mysterium Christi von der Menschwerdung und Geburt bis zur Himmelfahrt, zum Pfingsttag und zur Erwartung der seligen Hoffnung und der Ankunft des Herrn. Indem sie so die Mysterien der Erl�sung feiert, erschlie�t sie die Reicht�mer der Machterweise und der Verdienste ihres Herrn, so da� sie jederzeit gewisserma�en gegenw�rtig gemacht werden und die Gl�ubigen mit ihnen in Ber�hrung kommen und mit der Gnade des Heiles erf�llt werden.
103. Bei der Feier dieses Jahreskreises der Mysterien Christi verehrt die heilige Kirche mit besonderer Liebe Maria, die selige Gottesgeb�rerin, die durch ein unzerrei�bares Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist. In ihr bewundert und preist sie die erhabenste Frucht der Erl�sung. In ihr schaut sie wie in einem reinen Bilde mit Freuden an, was sie ganz zu sein w�nscht und hofft.
104. In diesen Kreislauf des Jahres hat die Kirche auch die Ged�chtnistage der Martyrer und der anderen Heiligen eingef�gt, die, durch Gottes vielf�ltige Gnade zur Vollkommenheit gef�hrt, das ewige Heil bereits erlangt haben, Gott im Himmel das vollkommene Lob singen und F�rsprache f�r uns einlegen. In den Ged�chtnisfeiern der Heiligen verk�ndet die Kirche das Pascha- Mysterium in den Heiligen, die mit Christus gelitten haben und mit ihm verherrlicht sind. Sie stellt den Gl�ubigen ihr Beispiel vor Augen, das alle durch Christus zum Vater zieht, und sie erfleht um ihrer Verdienste willen die Wohltaten Gottes.
105. Schlie�lich vertieft die Kirche die Erziehung der Gl�ubigen in den verschiedenen Teilen des Jahres nach �berlieferter Ordnung durch fromme �bungen der Seele und des Leibes, durch Unterweisung, durch Gebet und durch Werke der Bu�e und der Barmherzigkeit.
So hat es denn dem Heiligen Konzil gefallen, das Folgende zu verf�gen.
106. Aus apostolischer �berlieferung, die ihren Ursprung auf den Auferstehungstag Christi zur�ckf�hrt, feiert die Kirche Christi das Pascha-Mysterium jeweils am achten Tage, der deshalb mit Recht Tag des Herrn oder Herrentag genannt wird. An diesem Tag m�ssen die Christgl�ubigen zusammenkommen, um das Wort Gottes zu h�ren, an der Eucharistiefeier teilzunehmen und so des Leidens, der Auferstehung und der Herrlichkeit des Herrn Jesus zu gedenken und Gott dankzusagen, der sie "wiedergeboren hat zu lebendiger Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten" (1 Petr 1,3). Deshalb ist der Herrentag der Ur-Feiertag, den man der Fr�mmigkeit der Gl�ubigen eindringlich vor Augen stellen soll, auf da� er auch ein Tag der Freude und der Mu�e werde. Andere Feiern sollen ihm nicht vorgezogen werden, wenn sie nicht wirklich von h�chster Bedeutung sind; denn der Herrentag ist Fundament und Kern des ganzen liturgischen Jahres.
107. Das liturgische Jahr soll so neugeordnet werden, da� die �berlieferten Gewohnheiten und Ordnungen der heiligen Zeiten beibehalten oder im Hinblick auf die Verh�ltnisse der Gegenwart erneuert werden; jedoch soll der urspr�ngliche Charakter der Zeiten gewahrt bleiben, damit die Fr�mmigkeit der Gl�ubigen durch die Feier der christlichen Erl�sungsgeheimnisse, ganz besonders des Pascha-Mysteriums, gen�hrt werde. Sollten auf Grund der �rtlichen Verh�ltnisse Anpassungen notwendig sein, so soll nach Art. 39 und 40 verfahren werden.
108. Die Herzen der Gl�ubigen sollen vor allem auf die Herrenfeste hingelenkt werden, in denen die Heilsgeheimnisse das Jahr hindurch begangen werden. Daher soll das Herrenjahr den ihm zukommenden Platz vor den Heiligenfesten erhalten, damit der volle Kreis der Heilsmysterien in geb�hrender Weise gefeiert wird.
109. Die vierzigt�gige Fastenzeit hat die doppelte Aufgabe, vor allem einerseits durch Tauferinnerung oder Taufvorbereitung, andererseits durch Bu�e die Gl�ubigen, die in dieser Zeit mit gr��erem Eifer das Wort Gottes h�ren und dem Gebet obliegen sollen, auf die Feier des Pascha-Mysteriums vorzubereiten. Dieser Doppelcharakter soll sowohl in der Liturgie wie auch in der Liturgiekatechese in helles Licht ger�ckt werden.
a) Daher sollen die der Fastenliturgie eigenen Taufmotive st�rker genutzt werden; einige sollen gegebenenfalls aus der �lteren Tradition wieder hervorgeholt werden.
b) Das gleiche ist zu sagen von den Bu�elementen. In der Katechese aber soll den Gl�ubigen gleichzeitig mit den sozialen Folgen der S�nde das eigentliche Wesen der Bu�e eingesch�rft werden, welche die S�nde verabscheut, insofern sie eine Beleidigung Gottes ist; dabei ist die Rolle der Kirche im Bu�geschehen wohl zu beachten und das Gebet f�r die S�nder sehr zu betonen.
110. Die Bu�e der vierzigt�gigen Fastenzeit sei nicht blo� eine innere und individuelle �bung, sondern auch eine �u�ere und soziale. Die Bu�praxis soll je nach den M�glichkeiten unserer Zeit und der verschiedenen Gebiete wie auch nach den Verh�ltnissen der Gl�ubigen gepflegt und von den in Art. 22 benannten Autorit�ten empfohlen werden. Unangetastet aber bleiben soll das Pascha-Fasten am Freitag des Leidens und des Todes unseres Herrn; es ist �berall zu begehen und, wo es angebracht erscheint, auf den Karsamstag auszudehnen, damit man so hochgestimmten und aufgeschlossenen Herzens zu den Freuden der Auferstehung des Herrn gelange.
111. Die Heiligen werden in der Kirche gem�� der �berlieferung verehrt, ihre echten Reliquien und ihre Bilder in Ehren gehalten. Denn die Feste der Heiligen k�nden die Wunder Christi in seinen Knechten und bieten den Gl�ubigen zur Nachahmung willkommene Beispiele. Die Feste der Heiligen sollen nicht das �bergewicht haben gegen�ber den Festen, welche die eigentlichen Heilsmysterien begehen. Eine betr�chtliche Anzahl von ihnen m�ge der Feier in den einzelnen Teilkirchen, Nationen oder Ordensgemeinschaften �berlassen bleiben, und nur jene sollen auf die ganze Kirche ausgedehnt werden, die das Ged�chtnis solcher Heiligen feiern, die wirklich von allgemeiner Bedeutung sind.
112. Die �berlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unsch�tzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen �brigen k�nstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht. In der Tat haben sowohl die Heilige Schrift42 wie die heiligen V�ter den gottesdienstlichen Ges�ngen hohes Lob gespendet; desgleichen die r�mischen P�pste, die in der neueren Zeit im Gefolge des heiligen Pius X. die dienende Aufgabe der Kirchenmusik im Gottesdienst mit gr��erer Eindringlichkeit herausgestellt haben. So wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, da� sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einm�tigkeit f�rdert, sei es, da� sie die heiligen Riten mit gr��erer Feierlichkeit umgibt, Dabei billigt die Kirche alle Formen wahrer Kunst, welche die erforderlichen Eigenschaften besitzen, und l��t sie zur Liturgie zu. Unter Wahrung der Richtlinien und Vorschriften der kirchlichen Tradition und Ordnung sowie im Hinblick auf das Ziel der Kirchenmusik, n�mlich die Ehre Gottes und die Heiligung der Gl�ubigen, verf�gt das Heilige Konzil das Folgende.
113. Ihre vornehmste Form nimmt die liturgische Handlung an, wenn der Gottesdienst feierlich mit Gesang gehalten wird und dabei Leviten mitwirken und das Volk t�tig teilnimmt. Was die zu verwendende Sprache betrifft, so gelten die Vorschriften von Art. 36; f�r die Messe von Art. 54, f�r die Sakramente von Art. 63, f�r das Stundengebet von Art. 101.
114. Der Schatz der Kirchenmusik m�ge mit gr��ter Sorge bewahrt und gepflegt werden. Die S�ngerch�re sollen nachdr�cklich gef�rdert werden, besonders an den Kathedralkirchen. Dabei m�gen aber die Bisch�fe und die �brigen Seelsorger eifrig daf�r Sorge tragen, da� in jeder liturgischen Feier mit Gesang die gesamte Gemeinde der Gl�ubigen die ihr zukommende t�tige Teilnahme auch zu leisten vermag, im Sinne von Art. 28 und 30.
115. In den Seminarien, in den Noviziaten und Studienh�usern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den �brigen katholischen Instituten und Schulen soll auf die musikalische Ausbildung und Praxis gro�es Gewicht gelegt werden. Um diese Ausbildung zu erreichen, sollen die Dozenten der Kirchenmusik sorgf�ltig vorgebildet werden. Dar�ber hinaus wird empfohlen, wo es angebracht erscheint, h�here Kirchenmusik-Institute zu errichten. Die Kirchenmusiker aber, die S�nger und besonders die S�ngerknaben sollen auch eine gediegene Ausbildung erhalten.
116. Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der r�mischen Liturgie eigenen Gesang; demgem�� soll er in ihren liturgischen Handlungen, wenn im �brigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen. Andere Arten der Kirchenmusik, besonders die Mehrstimmigkeit, werden f�r die Feier der Liturgie keineswegs ausgeschlossen, wenn sie dem Geist der Liturgie im Sinne von Art. 30 entsprechen.
117. Die "editio typica" der B�cher des Gregorianischen Gesanges soll zu Ende gef�hrt werden; dar�ber hinaus soll eine kritische Ausgabe der seit der Reform des heiligen Pius X. bereits herausgegebenen B�cher besorgt werden. Es empfiehlt sich ferner, eine Ausgabe zu schaffen mit einfacheren Melodien f�r den Gebrauch der kleineren Kirchen.
118. Der religi�se Volksgesang soll eifrig gepflegt werden, so da� die Stimmen der Gl�ubigen bei Andachts�bungen und gottesdienstlichen Feiern und auch bei den liturgischen Handlungen selbst gem�� den Richtlinien und Vorschriften der Rubriken erklingen k�nnen.
119. Da die V�lker mancher L�nder, besonders in der Mission, eine eigene Musik�berlieferung besitzen, die in ihrem religi�sen und sozialen Leben gro�e Bedeutung hat, soll dieser Musik geb�hrende Wertsch�tzung entgegengebracht und angemessener Raum gew�hrt werden, und zwar sowohl bei der Formung des religi�sen Sinnes dieser V�lker als auch bei der Anpassung der Liturgie an ihre Eigenart, im Sinne von Art. 39 und 40. Deshalb soll bei der musikalischen Ausbildung der Missionare sorgf�ltig darauf geachtet werden, da� sie im Rahmen des M�glichen imstande sind, die �berlieferte Musik der betreffenden V�lker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu f�rdern.
120. Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen m�chtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben. Andere Instrumente aber d�rfen nach dem Ermessen und mit Zustimmung der f�r die einzelnen Gebiete zust�ndigen Autorit�t nach Ma�gabe der Art. 22. � 2,37 und 40 zur Liturgie zugelassen werden, sofern sie sich f�r den heiligen Gebrauch eignen oder f�r ihn geeignet gemacht werden k�nnen, der W�rde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gl�ubigen wirklich f�rdern.
121. Die Kirchenmusiker m�gen, von christlichem Geist erf�llt, sich bewu�t sein, da� es ihre Berufung ist, die Kirchenmusik zu pflegen und deren Schatz zu mehren. Sie sollen Vertonungen schaffen, welche die Merkmale echter Kirchenmusik an sich tragen und nicht nur von gr��eren S�ngerch�ren gesungen werden k�nnen, sondern auch kleineren Ch�ren angepa�t sind und die t�tige Teilnahme der ganzen Gemeinde der Gl�ubigen f�rdern.
Die f�r den Kirchengesang bestimmten Texte m�ssen mit der katholischen Lehre �bereinstimmen; sie sollen vornehmlich aus der Heiligen Schrift und den liturgischen Quellen gesch�pft werden.
7. Kapitel: Die sakrale Kunst, liturgisches Ger�t und Gewand
122. Zu den vornehmsten Bet�tigungen der sch�pferischen Veranlagung des Menschen z�hlen mit gutem Recht die sch�nen K�nste, insbesondere die religi�se Kunst und ihre h�chste Form, die sakrale Kunst. Vom Wesen her sind sie ausgerichtet auf die unendliche Sch�nheit Gottes, die in menschlichen Werken irgendwie zum Ausdruck kommen soll, und sie sind um so mehr Gott, seinem Lob und seiner Herrlichkeit geweiht, als ihnen kein anderes Ziel gesetzt ist, als durch ihre Werke den Sinn der Menschen in heiliger Verehrung auf Gott zu wenden. Darum war die lebenspendende Mutter Kirche immer eine Freundin der sch�nen K�nste. Unabl�ssig hat sie deren edlen Dienst gesucht und die K�nstler unterwiesen, vor allem damit die Dinge, die zur heiligen Liturgie geh�ren, wahrhaft w�rdig seien, geziemend und sch�n: Zeichen und Symbol �berirdischer Wirklichkeiten. Die Kirche hat mit Recht immer auch eine Art Schiedsrichteramt ausge�bt; sie hat �ber die Werke der K�nstler geurteilt und entschieden, welche dem Glauben, der Fr�mmigkeit und den ehrfurchtsvoll �berlieferten Gesetzen entspr�chen und als geeignet f�r den Dienst im Heiligtum anzusehen seien. Mit besonderem Eifer war die Kirche daraufbedacht, da� das heilige Ger�t w�rdig und sch�n zur Zierde der Liturgie diente; sie hat dabei die Wandlungen in Material, Form und Schmuck zugelassen, die der Fortschritt der Technik im Laufe der Zeit mit sich gebracht hat.
So hat es denn den V�tern gefallen, in dieser Sache das Folgende zu verf�gen.
123. Die Kirche hat niemals einen Stil als ihren eigenen betrachtet, sondern hat je nach Eigenart und Lebensbedingungen der V�lker und nach den Erfordernissen der verschiedenen Riten die Sonderart eines jeden Zeitalters zugelassen und so im Laufe der Jahrhunderte einen Schatz zusammengetragen, der mit aller Sorge zu h�ten ist. Auch die Kunst unserer Zeit und aller V�lker und L�nder soll in der Kirche Freiheit der Aus�bung haben, sofern sie nur den Gottesh�usern und den heiligen Riten mit der geb�hrenden Ehrfurcht und Ehrerbietung dient, so da� sie einstimmen kann in den wunderbaren Chor, den die gr��ten M�nner in den vergangenen Jahrhunderten zur Verherrlichung des christlichen Glaubens angestimmt haben.
124. Bei der F�rderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst m�gen die Ordinarien mehr auf edle Sch�nheit bedacht sein als auf blo�en Aufwand. Das gilt auch f�r die heiligen Gew�nder und die Ausstattung der heiligen Orte. Die Bisch�fe m�gen darauf hinwirken, da� von den Gottesh�usern und anderen heiligen Orten streng solche Werke von K�nstlern ferngehalten werden, die dem Glauben, den Sitten und der christlichen Fr�mmigkeit widersprechen und die das echt religi�se Empfinden verletzen, sei es, weil die Formen verunstaltet sind oder weil die Werke k�nstlerisch ungen�gend, allzu mittelm��ig oder kitschig sind. Beim Bau von Kirchen ist sorgf�ltig darauf zu achten, da� sie f�r die liturgischen Feiern und f�r die t�tige Teilnahme der Gl�ubigen geeignet sind.
125. Der Brauch, in den Kirchen den Gl�ubigen heilige Bilder zur Verehrung darzubieten, werde nicht angetastet. Doch sollen sie in m��iger Zahl und rechter Ordnung aufgestellt werden, damit sie nicht die Verwunderung der Gl�ubigen erregen oder einer weniger gesunden Fr�mmigkeit Vorschub leisten.
126. Bei der Beurteilung von Kunstwerken sollen die Ortsordinarien die Di�zesankommission f�r sakrale Kunst h�ren und gegebenenfalls auch andere besonders sachverst�ndige Pers�nlichkeiten sowie die Kommissionen, von denen in den Artikeln 44, 45, 46 die Rede ist. Sorgf�ltig sollen die Ordinarien dar�ber wachen, da� nicht etwa heiliges Ger�t und Paramente oder kostbare Kunstwerke ver�u�ert werden oder verkommen, sind sie doch Zierde des Hauses Gottes.
127. Die Bisch�fe sollen sich entweder pers�nlich oder durch geeignete Priester, die Sachverst�ndnis und Liebe zur Kunst besitzen, um die K�nstler k�mmern, um sie mit dem Geist der sakralen Kunst und der Liturgie zu erf�llen. �berdies wird empfohlen, in Gegenden, wo es angezeigt erscheint, Schulen oder Akademien f�r sakrale Kunst zur Heranbildung von K�nstlern zu gr�nden. Die K�nstler aber, die, angetrieben von ihrer sch�pferischen Begabung, danach streben, der Herrlichkeit Gottes in der heiligen Kirche zu dienen, m�gen sich alle immerdar wohl bewu�t sein, da� es dabei um ein St�ck heiliger Nachahmung des Sch�pfergottes geht und um Werke, die f�r den katholischen Gottesdienst, f�r die Auferbauung der Gl�ubigen wie auch zu deren Fr�mmigkeit und religi�sen Unterweisung bestimmt sind.
128 Die Canones und kirchlichen Statuten, die sich auf die Gestaltung der �u�eren zur Liturgie geh�rigen Dinge beziehen, sind zugleich mit den liturgischen B�chern im Sinne von Art. 25 unverz�glich zu revidieren. Das gilt besonders von den Bestimmungen �ber w�rdigen und zweckentsprechenden Bau der Gottesh�user, Gestalt und Errichtung der Alt�re, edle Form des eucharistischen Tabernakels, seinen Ort und seine Sicherheit, richtige und w�rdige Anlage des Baptisteriums, schlie�lich von den Bestimmungen �ber die rechte Art der heiligen Bilder, des Schmuckes und der Ausstattung der Kultgeb�ude. Bestimmungen, die der erneuerten Liturgie weniger zu entsprechen scheinen, m�gen abge�ndert oder abgeschafft werden; solche aber, die sie f�rdern, sollen beibehalten oder neueingef�hrt werden. In diesem Zusammenhang wird den Bischofsversammlungen der einzelnen Gebiete, besonders hinsichtlich von Material und Form der heiligen Ger�te und Gew�nder, die Vollmacht erteilt, Anpassungen an die �rtlichen Erfordernisse und Sitten vorzunehmen, nach Ma�gabe von Art. 22 dieser Konstitution.
129. Die Kleriker sollen w�hrend ihrer philosophischen und theologischen Studienzeit auch �ber Geschichte und Entwicklung der sakralen Kunst unterrichtet werden, wie auch �ber die gesunden Grunds�tze, auf die sich die Werke der sakralen Kunst st�tzen m�ssen. So sollen sie die ehrw�rdigen Denkm�ler der Kirche sch�tzen und bewahren lernen und den K�nstlern bei der Schaffung ihrer Werke passende Ratschl�ge erteilen k�nnen.
130. Es ist angemessen, den Gebrauch der Pontifikalien jenen kirchlichen Personen vorzubehalten, die Bisch�fe sind oder irgendeine besondere Jurisdiktion besitzen.
Anhang: Erkl�rung der II. Vatikanischen Konzils zur Kalenderreform
Das Heilige Allgemeine Zweite Vatikanische Konzil mi�t dem Verlangen vieler, das Osterfest auf einen bestimmten Sonntag anzusetzen und den Kalender festzulegen, nicht geringe Bedeutung bei. Nach sorgf�ltiger Abw�gung aller Folgen, die aus der Einf�hrung eines neuen Kalenders entspringen k�nnen, erkl�rt es Folgendes.
1) Das Heilige Konzil widerstrebt nicht der Festlegung des Osterfestes auf einen bestimmten Sonntag im Gregorianischen Kalender, wenn alle, die es angeht, besonders die von der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl getrennten Br�der, zustimmen.
2) Ebenso erkl�rt das Heilige Konzil, da� es sich nicht gegen Versuche wendet, in der b�rgerlichen Gesellschaft einen immerw�hrenden Kalender einzuf�hren.
Von den verschiedenen Systemen, die zur Festlegung eines immerw�hrenden Kalenders und dessen Einf�hrung im b�rgerlichen Leben ausgedacht werden, steht die Kirche nur jenen nicht ablehnend gegen�ber, welche die Siebentagewoche mit dem Sonntag bewahren und sch�tzen, ohne einen wochenfreien Tag einzuschieben, so da� die Folge der Wochen unangetastet bleibt, es sei denn, es tauchten ganz schwerwiegende Gr�nde auf, �ber die dann der Apostolische Stuhl zu urteilen hat.
9 Ignatius von Antiochien, Ad Ephesios, 7, 2: ed. F. X. Funk, Patres Apostolici, I (T�bingen 1901) 218.
12 Osterpr�fation im Missale Romanum.
16 Vgl. R�m 6,4; Eph 2,6; Kol 3,1; 2 Tim 2,11.
19 Konzil von Trient, Sess. XIII., 11. Okt. 1551, Decr. De ss. Eucharist., c. 5: Concilium Tridentinum, Diariorum, Actorum, Epistularum, Tractatuum nova collectio, ed. Soc. G�rresiana, Bd. VII. Actorum pars IV (Freiburg i. Br. 1961) 202.
20 Konzil von Trient, Sess. XXII., 17. Sept. 1562, Doctr. De ss. Miss� sacrif., c. 2: Concilium Tridentinum. Ed. cit., Bd. VIII. Actorum pars V (Freiburg i. Br. 1919) 960.
34 Vgl. Konzil von Trient, Sess. XXII., 17. Sept. 1562, Doctr. De ss. Miss� sacrif., c. 8: Concilium Tridentinum. Ed. cit., Bd. VIII 961.