Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-02-2000-U_43-1999
Timestamp: 2016-10-25 12:05:26
Document Index: 354365001

Matched Legal Cases: ['Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 43/99 (14.02.2000)
U 43/99 Ge
T.________, 1954, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt R.________,
A.- Der 1954 geborene T.________ arbeitete seit 1982 als Dachdecker bei der K.________ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 14. Oktober 1994 zog er sich bei der Arbeit eine tiefe Schnittverletzung an der linken Daumenbasis mit Durchtrennung des Musculus opponens pollicis und eines ulno-volaren Nervenastes zu. Die SUVA kam f�r die Folgen des Unfalles auf und sprach T.________ unter anderem mit Verf�gung vom 29. Oktober 1997 f�r die somatischen Unfallfolgen eine Invalidenrente auf Grund einer Erwerbsunf�higkeit von 100 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 40 % zu. Die gegen die H�he der Integrit�tsentsch�digung gerichtete Einsprache des Versicherten lehnte sie mit Entscheid vom 12. Juni 1998 ab.
B.- Die von T.________ hiegegen erhobene Beschwerde mit dem Antrag auf Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung von 75 %, eventualiter auf R�ckweisung der Sache an die SUVA zur Neufestsetzung des Integrit�tsschadens unter Beizug eines neutralen Sachverst�ndigen, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Entscheid vom 10. November 1998 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst T.________ das im kantonalen Verfahren gestellte Rechtsbegehren erneuern.
1.- Im angefochtenen Entscheid werden die massgebenden Grunds�tze �ber den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 Abs. 1 UVG) und deren Bemessung (Art. 25 UVG, Art. 36 UVV; BGE 116 V 157 Erw. 3a) zutreffend dargelegt. Ebenso verh�lt es sich mit Bezug auf die Rechtsprechung, wonach psychogene St�rungen nach Unf�llen Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung geben, wenn eine eindeutige individuelle Langzeitprognose gestellt werden kann, welche f�r das ganze Leben eine �nderung durch Heilung oder Besserung des Schadens praktisch ausschliesst, wobei f�r den Entscheid �ber die Dauerhaftigkeit des Integrit�tsschadens die Praxis wegleitend ist, wie sie f�r die Beurteilung der Ad�quanz psychischer Unfallfolgen Geltung hat (BGE 124 V 29, 209). Richtig sind auch die Ausf�hrungen zum Beweiswert von Arztberichten (BGE 122 V 160 Erw. 1c), namentlich von Gutachten versicherungsinterner �rzte (BGE 122 V 161 unten f.). Darauf kann verwiesen werden.
2.- a) Bei der Festsetzung der Integrit�tsentsch�digung f�r die somatischen Unfallfolgen auf 40 % st�tzte sich die SUVA auf die Einsch�tzung des Kreisarztes Dr. med. M.________ vom 15. August 1997. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einw�nde, die eine Wiederholung der von der Vorinstanz mit einl�sslicher Begr�ndung entkr�fteten Vorbringen im kantonalen Verfahren darstellen, verm�gen die Zuverl�ssigkeit dieser �rztlichen Beurteilung nicht in Frage zu stellen.
b) Mit Bezug auf die psychische Beeintr�chtigung ist auf Grund der medizinischen Akten erstellt, dass der Beschwerdef�hrer als Folge seiner Handverletzung, insbesondere der damit im Zusammenhang stehenden chronischen Schmerzen und langwierigen Behandlung, eine reaktive Depression entwickelt hat. Rechtsprechungsgem�ss ist anhand der f�r die Beurteilung der Ad�quanz psychischer Unfallfolgen geltenden Praxis (BGE 115 V 138 Erw. 6) zu entscheiden, ob die gesundheitliche Beeintr�chtigung die f�r den Anspruch der Integrit�tsentsch�digung vorausgesetzte Dauerhaftigkeit aufweist (BGE 124 V 44 Erw. 5c/bb).
Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer am 14. Oktober 1994 einen als mittelschwer einzustufenden Unfall erlitten hat. Rechtsprechungsgem�ss
(BGE 124 V 45) ist vom Regelfall auszugehen, wonach die Dauerhaftigkeit des psychischen Integrit�tsschadens ohne Weiterungen zu verneinen ist. Ein Ausnahmefall liegt nicht vor, indem weder ein Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen in Frage steht noch erhebliche Anhaltspunkte f�r eine besonders schwerwiegende, einer Besserung nicht zug�ngliche Beeintr�chtigung der psychischen Integrit�t bestehen. Denn in seinem Bericht vom 20. April 1998 f�hrte Dr. med. H.________, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik X.________, aus, beim Beschwerdef�hrer, welcher die begonnene (intensive) Psychotherapie von sich aus abgebrochen habe, liege zwar in psychischer Hinsicht ein chronifiziertes Zustandsbild vor. Indessen h�nge die mangelnde Therapief�higkeit auch mit der vorbestehenden Pers�nlichkeitsstruktur und Mentalit�t zusammen. Daraus l�sst sich schliessen, dass der Beschwerdef�hrer das Unfallereignis zwar bisher wegen unfallfremder Faktoren nicht verarbeiten konnte, eine Besserung oder Heilung der psychischen St�rung indessen grunds�tzlich m�glich w�re. Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass zur Anordnung einer erg�nzenden psychiatrischen Abkl�rung zur Frage der Dauerhaftigkeit der psychogenen St�rung. Vielmehr ist die Dauerhaftigkeit des Integrit�tsschadens entsprechend der f�r Unf�lle aus dem mittleren Bereich geltenden Regel zu verneinen, was zur Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrt.