Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20StR%20596/58
Timestamp: 2019-07-16 01:14:26
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 302', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.04.1959 - 2 StR 596/58 - dejure.org
BGH, 04.04.1959 - 2 StR 596/58
https://dejure.org/1959,1583
BGH, 04.04.1959 - 2 StR 596/58 (https://dejure.org/1959,1583)
BGH, Entscheidung vom 04.04.1959 - 2 StR 596/58 (https://dejure.org/1959,1583)
BGH, Entscheidung vom 04. April 1959 - 2 StR 596/58 (https://dejure.org/1959,1583)
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Unerfahrenheit i.S.d. Wuchergesetze - Unerfahrenheit als Eigenschaft beruhend auf einem Mangel an Geschäftskenntnis und Lebenserfahrung des Ausgebeuteten
BGHSt 13, 233
NJW 1959, 1787
MDR 1959, 939
Unerfahrenheit i.S. des § 302 a StGB ist eine auf Mangel an Geschäftskenntnis und Lebenserfahrung beruhende Eigenschaft des Ausgebeuteten, durch die er sich vom Durchschnittsmenschen unterscheidet; sie darf nicht allgemein mit Unkenntnis über die Bedeutung und Tragweite des abzuschließenden Einzelgeschäfts gleichgesetzt werden (BGHSt 13, 233).
Bei der gegenteiligen Auslegung werden Elemente des Betrugstatbestandes auf den Wuchertatbestandübertragen und die Grenzen zwischen beiden verwischt (vgl. BGHSt 13, 233, 234).
"Unerfahrenheit" ist der Mangel an Geschäftskenntnis und Lebenserfahrung, der die Fähigkeit zur Wahrnehmung oder zutreffenden Beurteilung wirtschaftlicher Zustände und rechtsgeschäftlicher Vorgänge ausschließt oder beeinträchtigt (vgl. BGHSt 11, 186 [BGH 03.12.1957 - 1 StR 400/57]; 13, 233) [BGH 04.04.1959 - 2 StR 596/58].
Auf die Möglichkeit eines nur gedachten anderen Verlaufes kann es für innere Vorgänge nicht ankommen (BGHSt 13, 13; BGH Urteil vom 8. Oktober 1957 - 5 StR 366/57 - bei Dallinger MDR 1958, 139 und Urteil vom 4. April 1959 - 2 StR 596/58 -).
Die Meinung der Strafkammer und des Beschwerdeführers, es bedürfe außerdem des Nachweises, daß der Dritte die Vermögensverfügung nicht getroffen hätte, wenn ihm der wahre Sachverhalt bekannt gewesen wäre, ist abwegig; denn "die innere Verknüpfung zwischen dem Irrtum und der von ihn veranlaßten Vermögensverfügung wird nicht dadurch aufgehoben, daß der Getäuschte sonst andere Erwägungen angestellt hätte,die er in Wirklichkeit nicht angestellt hat" (vgl. BGHSt 13, 13; EGH Urteil vom 8. Oktober 1957 - 5 StR 366/57 - bei Dallinger in MDR 1950, 139; Urteil des erkennenden Senats vom 4. April 1959 S. 5 - 2 StR 596/58).
Für den Begriff der Unerfahrenheit kommt es nicht auf die bloße Unkenntnis der Bedeutung und Tragweite des abgeschlossenen Geschäfts, sondern auf allgemeine Merkmale an, die den Ausgebeuteten hinsichtlich seiner Geschäftskenntnisse und Lebenserfahrung gegenüber dem Durchschnittsmenschen als benachteiligt erscheinen lassen (BGHSt 13, 233 [BGH 04.04.1959 - 2 StR 596/58]).
Vorschieben eines fingierten Kaufs zum Zweck der Kreditbeschaffung - …
Auf die Möglichkeit eines nur gedachten Verlaufs kann es für innere Vorgänge nicht ankommen (…BGH Urt. v. 8. Oktober 1957 - 5 StR 366/57 - bei Dallinger NDR 58, 139 und Urt. v. 4. April 1959 - 2 StR 596/58 -).
BGH, 08.02.1967 - 2 StR 466/66
Unbefugtes Führen eines inländischen akademischen Grades - Anspruch des …
Unrichtig ist es allerdings, daß das Landgericht nur dann einen vollendeten Betrug als gegeben ansehen will, wenn es davon überzeugt ist, daß der Geschädigte seine Vermögensverfügung bei Kenntnis des wahren Sachverhalts nicht getroffen hätte (…vgl. BGH Urt. v. 8. Oktober 1957 - 5 StR 366/57 - bei Dallinger MDR 1958, 139; Urt. v. 4. April 1959 - 2 StR 596/58 -).
Es ist allein entscheidend, wie der Entschluß des Wogenvermieters, gegen den Angeklagten nicht vorzugehen, tatsächlich zustande kam; darauf, ob G. auch bei einem gedachten anderen Verlauf, ohne die Täuschung, damals gegen den Angeklagten nichts unternommen hätte, kommt es nicht an (vgl. BGHSt 13, 13; Urteil des Senats vom 4. April 1959 - 2 StR 596/58).