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Timestamp: 2018-11-20 13:09:15
Document Index: 371045897

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 25', '§ 32', '§ 26', '§ 26', '§ 32', '§ 32', '§ 2', '§ 32', '§ 26', '§ 26', '§ 32']

Tipp 03.0 >> Familienstand / Zeile 15 - Helfer in Steuersachen
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Tipp 03.0 >> Familienstand / Zeile 15
Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft i. S. des LPartG können die Vorschriften über die Ehegattenveranlagung und alle anderen einkommensteuerrechtlichen Vorschriften über Ehegatten für sich in Anspruch nehmen (§ 2 Abs. 8 EStG). Die Ausführungen in den folgenden Beiträgen zu Ehegatten ohne Erwähnung der Lebenspartner gelten somit immer auch für Letztere.
⇒ Einzelveranlagung oder Zusammenveranlagung
Nach § 26 EStG können unbeschränkt steuerpflichtige Ehepartner, die nicht dauernd getrennt leben, zwischen der Einzelveranlagung nach § 26a EStG und der Zusammenveranlagung nach § 26b EStG zu wählen. Mit der Zusammenveranlagung ist der günstige Splittingtarif verbunden.
⇒ Einzelveranlagung (§ 26a EStG)
Grundform der Einkommensteuerveranlagung ist die Einzelveranlagung. Alleinstehende werden einzeln nach dem Einkommen veranlagt, das sie in diesem Veranlagungszeitraum bezogen haben (§ 25 Abs. 3 EStG). Dabei wird die Grundtabelle angewendet (§ 32a Abs. 1 EStG). Bei Anwendung der Grundtabelle bleibt ein zu versteuerndes Einkommen bis zu 9.000 € (Grundfreibetrag / Wert für 2018) steuerfrei. Für den übersteigenden Teil des zu versteuernden Einkommens beginnt der Steuersatz mit 14 % und erhöht sich stetig bis auf 42 %.
In der Mehrzahl der Fälle ist die Zusammenveranlagung günstiger, weil damit der Splittingtarif verbunden ist. In wenigen Fällen ist die Einzelveranlagung von Ehepartnern von Vorteil. Klarheit kann aber letztlich immer nur eine Kontrollrechnung bringen.
Ehegatte A hat einen Verlust von 50.000 € und der Ehegatte B positive Einkünfte von 20.000 € und ein Einkommen von 15.000 €. Im Falle der Einzelveranlagung zahlt Ehegatte B Einkommensteuer in Höhe von etwa 1.410 €. Dafür können die Ehegatten zwar den Verlustabzug für 50.000 € nicht in Anspruch nehmen. Der Ehegatte A erhält indessen einen Verlustabzug von 50.000 €, der in der gemeinsamen Veranlagung für das Vorjahr oder in den folgenden Jahren ausgeschöpft werden kann.
⇒ Zusammenveranlagung (§ 26b EStG)
Verheiratete können oft erheblich Steuern sparen - dem Ehegattensplitting sei Dank, wenn sie die Zusammenveranlagung wählen (§§ 26b und 32a Abs. 5 EStG). Der Splittingtarif ist auch anzuwenden bei einem verwitweten Steuerzahler für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehepartner verstorben ist (Witwensplitting / § 32a Abs. 6 EStG).
Ausgangspunkt der tariflichen Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen. Abs. 5 des § 32a enthält die Vorschriften zum Splittingverfahren bei zusammenveranlagten Ehepartnern (§ 2 Abs. 8 EStG) sowie in Abs. 6 die Sonderfälle zur Anwendung des Splittingverfahrens bei Auflösung der Ehe durch Tod, Scheidung usw. und bei anschließender Wiederverheiratung.
Kalenderjahr 2017 2018
Grundfreibetrag (Nullzone) 8.820 € 9.000 €
Untere Progressionszone bis 13.769 € 13.996 €
Obere Progressionszone bis 54.057 € 54.949 €
1. Proportionalzone bis 256.303 € 260.532 €
2. Proportionalzone ab 256.304 € 260.533 €
Eingangssteuersatz 14 % 14 %
Spitzensteuersatz 45 % 45 %
Als kalte Progression werden Steuermehreinnahmen bezeichnet, die entstehen, soweit Einkommenserhöhungen die Inflation ausgleichen und es in Folge des progressiven Einkommensteuertarifs bei somit unverändertem Realeinkommen zu einem Anstieg der Durchschnittsbelastung kommt. Einkommenssteigerungen, die über die Inflationsrate hinausgehen, erhöhen demgegenüber die steuerliche Leistungsfähigkeit.
⇒ Wie funktioniert das Splitting?
Der für zusammenveranlagte Ehepartner geltende Splittingtarif ist kein eigenständiger, sondern ein aus dem Grundtarif abgeleiteter Tarif (§ 32a Abs. 5 EStG). Zu seiner Berechnung wird das gemeinsame Einkommen gedanklich geteilt (gesplittet), von den halbierten Einkommen wird sodann die tarifliche Einkommensteuer nach der Grundtabelle festgestellt. Die Steuerbeträge werden anschließend zusammengerechnet und in einem Steuerbescheid für beide zusammengefasst. Der Splittingtarif vereinfacht dieses Verfahren.
Fände diese Aufteilung nicht statt, würde es wegen des progressiven Einkommensteuertarifs zu einer Ungleichbehandlung kommen. So müsste ein Ehepaar, bei dem einer viel und der andere wenig verdient, mehr Steuern zahlen als ein Paar, bei dem beide gleich viel verdienen, obwohl das Haushaltseinkommen in beiden Fällen gleich hoch ist.
Zeile 24 X Zusammenveranlagung
Tipp: Betuchter Steuerzahler heiratet armes Mädchen
Wie Sie sehen, hängt Aufgrund des progressiv gestalteten Steuertarifs der Splittingvorteil davon ab, wie groß der Unterschied zwischen dem Einkommen beider Partner ist. Das Splitten führt dazu, dass die Steuerprogression in der Splittingtabelle nur halb so hoch ist wie in der Grundtabelle. Die Progression steigt in der Splittingtabelle im Schnitt pro 5.000 € um 1,5 %, in der Grundtabelle hingegen um 3,0 %.
⇒ Glossar: Splittingvorteil 48.594 €
Wie Sie gesehen haben, beträgt der Splittingvorteil im Jahr im günstigsten Falle 16.198 €. Im Gegenzug ist indessen jeder Partner nach der Eheschließung gegenüber dem anderen unterhaltsverpflichtet. Der Splittingvorteil kann indessen das Dreifache, also 48.594 € betragen, ohne dass größere Einbußen durch Unterhaltspflichten eintreten. Diese Wirkung tritt ein, wenn die Ehe am Jahresende geschlossen wird und der wenig betuchte Partner gleich zu Beginn des nächsten Jahres das Zeitliche segnet.
Vorteile des Splittingtarifs
Veranlagung 2018: Eheschließung Ende 2018
Die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung mit Splittingtarif liegen vor, weil sie im Laufe des Jahres 2019 - durch Eheschließung - eingetreten sind (§ 26 Abs. 1 Nr. 3 EStG).
Veranlagung 2019: Verwitwet im Laufe des Jahres 2019
Die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung mit Splittingtarif liegen vor, weil sie zu Beginn des Jahres 2019 vorgelegen haben (§ 26 Abs. 1 Nr. 3 EStG).
Veranlagung 2020: Anspruch auf Witwensplitting
Der Splittingtarif ist auch anzuwenden bei einem verwitweten Steuerpflichtigen für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist (§ 32a Abs. 6 Nr. 1 EStG).