Source: http://apfelbaum-ev.de/hort/konzept/
Timestamp: 2020-01-22 11:01:35
Document Index: 109154137

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', 'Art. 23', '§ 8', '§ 72', '§ 8', '§ 72']

Konzept Hort | Apfelbaum Schweta
Evangelischer Hort „Apfelbaum“
in Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e.V.
Dieses Hortkonzept und das Schulkonzept sind die Grundlagen, auf denen das Schul- und Hortleben fußt.
1.1 Theologische Grundgedanken
Impulse für die pädagogische Arbeit im Hort:
Die Kinder leben mit einem großen Urvertrauen, anderseits erleben sie sich und ihre Umgebung mit Ängsten und Enttäuschungen. Wir wollen den Kindern einen geborgenen, vertrauensvollen Umgang im Hort ermöglichen.
Impulse für die pädagogische Arbeit: Den Kindern sind Konfliktsituationen nicht fremd. Sie sollen im Hort erfahren, dass Konflikte ausgetragen werden, aber auch Vergebung und Versöhnung für eine gute Gemeinschaft nötig sind.
Sie sollen die natur als Gottes Schöpfung kennen lernen und im Hort erleben, wie sie mit den uns von Gott anvertrauten Gaben behutsam umgehen können.
Der Hort der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ arbeitet auf der Grundlage der §§ 22-24 Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und dem Sächsischen Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen (SächsKitaG). In der Neufassung vom 15.05.2009 ist in § 2 Abs. 1 der Sächsische Bildungsplan als Grundlage pädagogischer Arbeit in Kindertagesstätten verankert, und gilt somit auch für die Arbeit des Hortes.
2. Rahmenbedingungen des Hortes
Der Hort befindet sich zusammen mit der Grundschule in einem Gebäudekomplex in Mügeln/ Schweta.
Zur Zeit hat der Hort einen großen und drei kleinere Räume mit insgesamt 103 qm. Zusätzlich werden die 4 Klassenräume mit insgesamt 225 qm und der Werkraum mit 25 qm zusammen mit der Schule genutzt. Das Außengelände ist ca. 1300 qm groß und umfasst unter anderem einen Ballspielbereich, Sandbereich, Sitzgelegenheiten, und einen Schulgarten.
2.2 Anzahl der Hortplätze
Die Kapazität des Hortes ist ausgelegt auf 90 Kinder.
Ab dem Schuljahr 2011/12 ist die Anmeldung im Hort für alle Kinder der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ verbindlich.
Die Anwesenheit ab 14:10 Uhr ist fakultativ.
Im Hort arbeiten vier pädagogische Fachkräfte sowie anteilig fünf MitarbeiterInnen in den Bereichen Verwaltung/Küche/Reinigung/Hausmeisterdienste.
Die Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte entspricht der Sächsische Qualifikations- und Fortbildungsverordnung pädagogischer Fachkräfte (SächsQualiVO). Alle MitarbeiterInnen vertreten eine auf christlichen Werten und diesem Konzept basierende Pädagogik. Langfristig werden alle päd. MitarbeiterInnen des Hortes am Curriculum zum Sächsischen Bildungsplan teilnehmen. Darüber hinaus sind die MitarbeiterInnen angehalten, sich zur eigenen fachlichen Qualifizierung und im Sinne der Konzeption regelmäßig weiterzubilden.
Die Hortleitung ist in besonderem Maße für die organisatorische und konzeptionelle Arbeit des Hortes verantwortlich und fördert die Zusammenarbeit mit der Grundschule.
Praktikanten und Praktikantinnen und pädagogische Unterstützungskräfte haben die Möglichkeit, im Hort zu arbeiten und dieses sozialpädagogische Handlungsfeld intensiv kennen zu lernen.
2.4 Betreuungszeit / Öffnungszeiten
Als offene Ganztagsschule findet eine deutliche Überschneidung und Verknüpfung von Schule und Hort statt. Die Betreuungszeit beläuft sich auf 5 Stunden (ohne Frühhort) oder 6 Stunden (mit Frühhort) täglich während der Tage, an denen in der Evangelischen Grundschule „Apfelbaum“ Schulbetrieb stattfindet. Die Wahl der Betreuungszeit erfolgt vor Schuljahresbeginn für jeweils ein Jahr.
2.4.1 Schulzeit
Der Hort ist geöffnet von 6:30 Uhr bis 7:30 Uhr und von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr
2.4.2 Ferien
In den Ferien richtet sich die Öffnungszeit nach dem Bedarf, der jeweils 4 Wochen vor dem Ferienbeginn durch die Hortleitung ermittelt wird. In der Regel ist er von 6:30 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.
Der Hort wird für 2 Wochen in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die Hortleitung kann zusammen mit dem Vereinsvorstand weitere Schließungszeiten festlegen, insbesondere an schulfreien Tagen. Zu Schuljahresbeginn erhalten alle Eltern dazu eine konkrete Planung.
3. Der Hort
3.1.1 Das Bild vom Kind
Kinder besitzen ein großes und individuelles Potential an eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Mit enormer Vitalität arbeiten sie selbständig und kreativ an der eigenen Entwicklung, dem eigenen Wissen und Können.
Dabei hat jedes Kind als ein Geschöpf Gottes ein Recht darauf, so zu sein, wie es ist. Jedes hat seine eigene Lerngeschichte.
Kinder haben auch ein Recht auf den heutigen Tag, die momentane Stunde, den Augenblick. Sie nutzen die situationsadäquaten Bildungsmöglichkeiten mit Beteiligung der verschiedenen Körpersinne für ganzheitliches Lernen, indem ihnen genügend Zeit zur Verfügung gestellt wird.
3.1.2 Die Rolle des Erziehers
Wir verstehen uns in erster Linie als BegleiterInnen der Kinder in ihren Lernprozessen. Die Kinder werden in ihrer Eigenaktivität von uns wertgeschätzt. Wir sind mit den Kindern auf dem Weg, umkreisen gemeinsam Fragestellungen, wollen die Sicht der Kinder verstehen und in die Arbeit integrieren.
Als forschende Pädagogen sehen wir mit Offenheit und Sensibilität „die Wunder des Alltags“. Mit Geduld, Freude und Engagement begegnen wir den Kindern grundlegend im Dialog und reflektieren ihre Eindrücke.
Wir wollen die Kinder mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst nehmen: „Kinder sind schon Menschen, sie müssen nicht erst dazu erzogen werden.“
Den Eltern gegenüber stehen wir gern beratend und unterstützend, ehrlich und transparent zur Seite, um die Entwicklungsprozesse der Kinder optimal zu begleiten
3.2 Bildungsplan in der Hortarbeit
Vielfältige thematisch gebundene Projektarbeiten unterstützen den Forscherdrang der Kinder. Ansätze dafür liefern Fragen der Kinder oder Beobachtungen von kindlichen Tätigkeiten.
Fehleindrücke der Kinder werden nicht unmittelbar korrigiert, da Lernen komplex ist und Umwege zulässt. Fehler sind wichtige Durchgangsstationen zum Erfolg und fördern die Kreativität.
Wir schätzen die Fähigkeit der Kinder sich gegenseitig „Lehrer“ zu sein, sich untereinander Hilfestellungen zu geben, gemeinsam Lösungen zu suchen. Dies sehen wir als Basis für gegenseitige Akzeptanz und ein soziales Miteinander.
3.2.1 Partizipation und Beschwerdemanagement
Kindern mit und ohne Behinderungen bzw. Beeinträchtigungen wird in unserem Hort die Chance geboten, sich am Nachmittag oder in den Ferien zu partizipieren bzw. Partizipation zu erlernen, eigene Ressourcen zu entdecken und diese nutzbar machen zu können. Grundlagen für diesen Auftrag bilden folgende rechtliche Regelungen:
UN-Kinderrechtskonvention – Art. 23
SächsKitaG, SächsIntegrVO
BTHG, SGB VIII und IX
Soziale Gebundenheit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (z.B. Teilnahme an diversen Ausflügen und Exkursionen sowie an Festen und Feiern) sind grundlegendste Voraussetzungen für seelisches und physisches Wohlbefinden und damit für erfolgreiches Lernen. Die Kinder erfahren Partizipationsmöglichkeiten, in dem sie beispielsweise den Freizeitaufenthaltsort, ihre Kleidung für das Spielen im Freien oder ihre Speisen in der Auswahl und Portionsgröße selbst bestimmen können. Sie entscheiden weiterhin selbst, was und mit wem sie spielen wollen. Unser pädagogischer Auftrag ist es, das Kind bei seinen Aktionen zu unterstützen und ihm Wege zu zeigen, Dinge selbst zu tun.
Alle Kinder unserer Einrichtung haben das Recht auf Chancengleichheit, können verschiedene Beteiligungsformen für sich in Anspruch nehmen. Ferienaktivitäten mitbestimmen ist eine dieser Formen. Vor jeder Ferienphase hängt ein Plakat aus, auf dem die Kinder ihre Interessen malen, notieren oder notieren lassen. Diese Ideen und Wünsche fließen dann in die Angebotsplanung ein. Regelmäßig werden die Kinder nach den Mahlzeitenangeboten zu Qualität und Quantität befragt. Auch hier finden ihre Wahrnehmungen und Meinungen Beachtung.
Der freitägliche Abschlusskreis gegen 13.30 Uhr bietet allen Kindern Gelegenheit, sich über Gelungenes zu freuen, es wert zu schätzen oder Kritisches anzusprechen. Aufgabe der Pädagogen ist hierbei, darauf zu achten, dass auch hier das Partizipationsrecht, nicht aber eine Partizipationspflicht besteht.
Der Kinderrat ist eine weitere Form des Beteiligungs- und Beschwerderechts. Er wird jedes Schuljahr neu gewählt, Mitglieder sind die Klassensprecher und deren Vertreter. Es wird ein Vorsitzender gewählt. In den Klassen werden Themen gesammelt, diese dann in den Sitzungen bearbeitet. Der Kinderrat tagt vierteljährlich, Themen aus Schul- und Hortalltag sind Inhalt. In ihm werden nicht nur Regeln des Miteinanders festgelegt und reflektiert, der Kinderrat ist auch ein Gremium dafür, Dinge kritisch zu beleuchten. Die Pädagogen wertschätzen das Engagement sowie den Mut der Kinder und reagieren realistisch und vertrauensvoll auf die herangetragenen Themen.
Auch die Eltern, als gesetzliche Vertreter ihrer Kinder, können jederzeit wertschätzende oder kritische Anmerkungen sowie Beschwerden einreichen. Im 1. Elternabend jedes Schuljahres wird auf das hausspezifische Konfliktmanagement hingewiesen und umfassend erläutert. Zudem wird den Eltern die Möglichkeit geboten, durch regelmäßige Beantwortung eines Fragebogens eine Grundlage für die Weiterentwicklung unseres pädagogischen Konzeptes zu schaffen.
3.2.2 Somatische Bildung
Ein Kind ist für neue Bildungsprozesse offen, wenn es sich physisch und psychisch wohl fühlt. Deshalb wollen wir die Kinder für ihren Körper, ihre Gesundheit und Freude an Bewegung sensibilisieren.
Nimmt ein Kind seine Bedürfnisse wahr und kann entsprechend darauf selbstverantwortlich reagieren (z. B. die Wahl witterungsgerechter Kleidung, eine abwechslungsreichen Ernährung, die Körperhaltung sowie Hygiene) entwickelt es ein postives Körpergefühl als Grundlage des Selbstwertaufbaus.
Vielfältige Spielgeräte wie Pedalos, Stelzen, Bälle, Seile… unterstützen u.a. die Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins, da sie unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten zulassen, die in einer entsprechenden Umgebung erprobt werden können und motorische und soziale Kompetenzen schulen.
Die Kinder erleben im Alltag Anspannungs- und Ruhephasen. Neben den vorgegebenen Strukturen durch den Schulalltag haben die Kinder im Hort durch die räumliche Umgebung („Funktionsecken“) die Möglichkeit, auf ihre individuellen Bedürfnisse nach Ruhe oder aktiven Phasen, Einfluss zu nehmen.
Zudem können die Kinder spezielle Angebote während der KdW- Zeiten („Kammer des Wissens“) nutzen, welche die verschiedenen Körpersinne für ein ganzheitliches Lernen ansprechen. Dazu zählen u.a. Entspannungsgeschichten, Phantasiereisen, aber auch Gesprächskreise, Spiele usw.
Es sei an dieser Stelle besonders auf die „Waldhortgruppe“ (4.0.) hingewiesen, die neben wichtigen Basiserfahrungen auch das Sammeln von Grenzerfahrungen zulässt.
Eine gesunde Ernährung ist eine grundlegende Komponente der somatischen Bildung.
Ausreichend lange Essenspausen sind Grundlage für das sorgfältige Vorbereiten der Mahlzeiten (Tischdecken) und das Pflegen einer gesunden Esskultur (stressfreie Nahrungsaufnahme).
3.2.3 Soziale Bildung
Soziale Beziehungen bestehen für Kinder untereinander, zwischen Kindern und ErzieherInnen, zu anderen Erwachsenen und vor allem den Müttern und Vätern.
Unsere Aufgabe besteht im Herausbilden von sozialen Kompetenzen bei den Kindern, wie Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz und Übernahme von Verantwortung.
Dieses basiert auf Vertrauen und Beteiligung, denn wer ausgeschlossen ist oder sich ausgeschlossen fühlt, wird nicht mit anderen sozial lernen oder soziale Fähigkeiten entwickeln können. Die Ausprägung von Identität und auch die Bildung von Freundschaften nehmen dabei eine wichtige Stellung ein.
Soziale Regeln erfassen die Kinder im Spiel z. B. beim Herstellen von Kontakten, den Tausch von Spielsachen oder beim Lösen von Konfliktsituationen. Neben den Regeln bestimmen auch Rollenmuster und Gruppendynamik, das Lernen und Spielen mit altersgemischten Gruppen die Interaktionen.
Wir stärken das Selbstvertrauen eines jeden Kindes, indem wir es in seiner Einmaligkeit annehmen und achten und in seiner Individualität fördern.
Dabei werden Werte wie Vertrauen und Verlässlichkeit, Respekt gegenüber dem Anderen vermittelt.
Gemeinsames Begehen religiöser Traditionen, das Sprechen eines Tischgebetes und die Feste und Projekte zum kirchlichen Jahreskreis ermöglichen den Kindern vielfältige soziale Erfahrungen, wie Achtung und Wertschätzung Anderer.
Formen demokratischer Mitbestimmung regen die Selbstbildungsprozesse der Kinder an.
Z. B. das Einbeziehen der Vorschläge der Kinder für die Feriengestaltung oder das gemeinsame Aufstellen von Verhaltensregeln zur Streitschlichtung.
Die Kinder knüpfen immer mehr Kontakte zu Gleichaltrigen und die Häufigkeit der Kontakte zu den Erwachsenen nimmt ab. Wir sind für die Kinder dabei Ansprechpartner, so oft sie es benötigen. Dieses zeichnet sich vor allem im Freien Spiel ab.
Unser Hort versteht sich als „Offener Hort“, jahrgangsgemischt sind alle Kinder am Nachmittag zusammen. Dennoch besteht die Möglichkeit, sich in Kleingruppen, z.B. geschlechts- oder altershomogenen Gruppen zusammenzufinden.
Die Kinder erfahren Freiräume und Vertrauen, um selbständiges und verantwortliches Handeln zu erproben und zu lernen.
3.2.4 Kommunikative Bildung
Die Sprache des Kindes ist eng mit seiner Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung verbunden. Mit ihrer Hilfe können das Kind Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse verarbeiten. Soziales Miteinander ist oft an Kommunikation gebunden, dazu gehört sich auszudrücken und mitzuteilen, anderen zuzuhören und sie zu verstehen.
Das gemeinsame Leben und auch die Bildung der uns anvertrauten Kinder ist ohne Sprache und Kommunikation nicht denkbar.
Wir schaffen den Kindern Kommunikationssituationen unter Einsatz von Sprache, Schrift, wie auch Medien – in Form von Büchern, Schreibmaschine, Druckwerkstatt/Stempel oder Computer. Dabei gestalten sie zum Beispiel Backrezepte, gemalte Bilder, auch die eigene Lerngeschichte oder Dokumentation wäre möglich.
Im Tagesverlauf bieten sich vielfältige Anlässe für Gespräche, sie sind in Spiel -, Erlebnis- und Bewegungssituationen eingebettet. Der Dialog unter den Kindern (z. B. das Gespräch über Spielinhalte und Regeln, oder z. B. Tisch / Gruppenregeln aufzustellen) enthält Komponenten die nötig sind, um kommunikative Kompetenzen zu fördern.
Die Kinder erhalten ausreichend Möglichkeiten eigene Konfliktlösungen zu finden. Wir sind dabei stets bereit, die Kinder zu unterstützen, wenn sie Situationen der verbalen Auseinandersetzung nicht gewachsen sind.
Die Kinder lernen einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Sprachgebrauch.
3.2.5 Ästhetische Bildung
„Ästhetische Erfahrung: bezieht sich auf die Wahrnehmung von Objekten um deren selbst willen und weniger aufgrund ihrer Funktion oder Bedeutung für etwas.“ (Lexikon Pädagogik. BELZ.2007, S. 40).
Der Bereich der ästhetischen Bildung ist ein sehr komplexer Prozess. Im Allgemeinen könnte man sagen: Etwas ist schön oder nicht schön. Nur was ist das Schöne in dieser Welt? Kinder erschließen sich die Welt auf ihre Art, je nachdem wie Erwachsene dies zulassen und welche Erfahrungen Kindern zuteil werden. Ästhetische Bildung ist ein ganzheitlicher Prozess, unabhängig von dem Ergebnis, vielmehr ist es eine Tätigkeit an sich (verg. Sächsischer Bildungsplan, S. 85). Wichtig ist, ganzheitliche Erfahrungen in künstlerischen Bereichen zuzulassen und in die pädagogische Arbeit zu integrieren. Dies bezieht sich auf jegliche künstlerische Bereiche.
– experimentelle Bilder bekommen einen Platz zur Präsentation
– unterschiedliches Material wird bereitgestellt (Ton, Instrumente, Farbe)
– Musizieren und Improvisieren mit verschieden Medien/ Instrumenten
– Gedichte und Geschichten wird Raum zum Vortragen gegeben/ dokumentiert
Um etwas „von sich“ aus zu schaffen, ist es wichtig, dass Kinder mit wenigen Vorgaben etwas selbst gestalten dürfen.
3.2.6 Naturwissenschaftliche Bildung
Kinder sind neugierige „Welterforscher“ und „-entdecker“. Sie wollen ihre Umwelt be-greifen und Gesetzmäßigkeiten verstehen. So bunt und facettenreich sich unsere Welt zeigt, so viele Fragen und Rätsel birgt sie, die nicht nur Kinder in Staunen versetzen und nach Antworten suchen lässt.
Gerade im freien Spiel nutzen Kinder gern die zur Verfügung stehenden veränderbaren Materialien wie Sand, Wasser, Farbe, Wolle, Bausteine… und entsprechende Werkzeuge und experimentieren eigenständig. Der Vorteil dieser Materialien liegt in deren tatsächlicher wie auch symbolischer Bedeutung und Nutzung.
Unser Außengelände sowie die Horträume bieten vielfältige Möglichkeiten zum forschenden Handeln. Aus den Interessen und Fragen der Kinder ergeben sich Projektideen unterschiedlicher Bereiche aus der Natur, der Ökologie und Technik, die wir auch gemeinsam entdecken wollen.
Kinder lernen, indem sie konstruieren und auch dekonstruieren. Besonders gern wird z.B. die Werkbank im Hort genutzt, aber ebenso die verschiedenen Konstruktionsspiele.
Um einen nachhaltigen und umfassenden Lernprozess zu unterstützen, können die Kinder gelegentlich auch bei kleineren Reparaturarbeiten mitwirken. In der Zusammenarbeit mit den technischen Mitarbeitern erschließen sie sich lebenspraktische Kompetenzen, besonders wertvoll ist dabei jedoch die Chance, durch ihr Tun ihren Selbstwert zu stärken.
Mit der Sensibilisierung für Gottes Schöpfung sehen wir eine wichtige Verbindung einerseits verantwortungsvoll zu handeln bspw. bei der Pflege des Schulgartens und andererseits offen für die Bewahrung der Schöpfung (z.B. Mülltrennung) zu sein. Gern nutzen wir den nahe gelegenen Park für Naturerkundungen. Die Kinder haben die Möglichkeit, „ sich in Beziehung zur Natur zu setzen“ sowie „ Sinneserfahrungen zu sammeln“ (z. B. Wie spüre ich Regen?). (Der Sächs. Bildungsplan S. 444).
Sie erleben Natur ganzheitlich im Wandel der Jahreszeiten und können ihre Beobachtungen dokumentieren.
Über das eigene Erleben, dem „Sich- Selbst- Bewusstsein“ kann sich Selbstvertrauen entwickeln, als Basis auch schwierigen Dingen auf den Grund zu gehen.
3.2.7 Mathematische Bildung
Kinder lernen Mathematik über ganzheitliche Erfahrungen. Im Hort lernen Kinder mathematische Zusammenhänge durch einen ganzheitlichen Bezug zu Größen und Relationen. Kinder brauchen eine Vorstellung von dem was sie tun um dann überzugehen zu abstraktem Denken. In der Mathematischen Bildung im Hortbereich geschieht dies meist unbewusst im alltäglichen Geschehen.
-eine lange Wanderung gibt Aufschluss, wie viel Zeit ich zum Laufen einer bestimmten Strecke brauche
– wie viele Kinder können einen dicken Baumstamm umgreifen, wie groß ist der Abstand zwischen unseren ausgestreckten Fingerspitzen?
– wie viele Armeisen wohnen in einem Armeisenhaufen?
Diese und andere Fragen entstehen aus alltäglichen Situationen, und werden von den Kindern hinterfragt. Sie wollen auf dieser Art, etwas Abstraktes für sich „begreifbar“ machen, es umwandeln in eigene Vorstellungen. Diese Prozesse gilt es zu unterstützen und zu begleiten.
3.3 Ablauf im Hort
3.3.1 Jahreskreis
Im Hort leben wir mit den Kindern nach dem kirchlichen Festkalender.
3.3.2 Die Jahreszeiten
Die jahreszeitlichen Prozesse in der Natur laden die Kinder ein, sich aktiv selbst als auch durch entsprechende Angebote auf das zeitgegebene „Wunderbare und Besondere“ einzulassen.
3.3.3 Die Woche
Für die Kinder finden regelmäßig AGs sowie besondere Angebote wie bspw. „Freilufttage“ oder der „Spielplatztag“ statt. Des Weiteren bieten wir thematische Angebote während der KdW-Zeiten und greifen dabei auch aktuelle Situationen und Fragestellungen der Kinder auf.
„Freiluft Tage“
Momentan haben die Klasse 3 und 4 die Möglichkeit jeweils an einem Tag alle 14 Tage sich im Park Schweta aufzuhalten. Hauptinhalt dieser 90 min.- Aktivität liegt im Freien Spiel. Die Kinder haben die Möglichkeit mit Todholz zu bauen, zu schnitzen und auf Erforschertour in der Natur zu gehen.
3.3.4 Der Tag
06:30 – 07:30 Uhr Frühhort
12:00 – 12:40 Uhr Mittagessen
12:40 – 14:10 Uhr Kammer des Wissens/Unterricht
14:10 – 15:00 Uhr freies Spiel
15:00 – 15:30 Uhr Vesper
15:30 – 17:00 Uhr freies Spiel
Im der Bildungsarbeit des Hortes beinhaltet das frei initiierte Spiel des Kindes eine zentrale Rolle. Je nach Alter durchlaufen Kinder bestimmte Stufen des Spiels. Wichtiges Merkmal des Spiels ist das es zweckfrei ist. Es ist ein selbst initiierter Lernprozess, der vom Kind ausgeht. Spielen bedeutet auch immer lernen, den ErzieherInnen obliegt die Aufgabe, diesen kreativen Prozess des Kindes zu begleiten. Im Spiel werden Wünsche, Bedürfnisse und aktuelle Themen der Kinder deutlich. Diese Beobachtungen der Spielinhalte werden in die weiterführende Arbeit mit den Kindern integriert.
Kammer des Wissens
Die Zeit der „Kammer des Wissens“ ist von 12:40 Uhr bis 14:10 Uhr. Es ist für die Klassen, die keinen Unterricht mehr haben die Zeit des Ausklangs des Schultages. In dieser Zeit gibt es vielfältige kreative und aktive Angebote. Die Kinder können in der „Kammer des Wissens“ ihre Aktivitäten frei wählen. Als zentraler Bestandteil dieser Zeit gilt neben den thematischen Angeboten das freie Spiel.
Wir bieten den Kindern eine gesunde und regelmäßige Ernährung, in Form einer Vesperergänzung und unter Beachtung einer gesundheitsförderlichen Esskultur an.
Wir sind für die Vorbereitung und die Nachbereitung des Vespers verantwortlich, somit auch für den Einkauf der Lebensmittel für die Vesperergänzung.
Diese bestehen aus Obst, Gemüse und Milch, Tee oder andere Getränke.
Unser Vesper findet zwischen 15:00 und 15:30 Uhr im Schulgebäude in zwei jahrgangsgemischten Gruppen statt. Die Kinder, die zu dieser Zeit noch an Ganztagsangeboten unserer Schule teilnehmen, haben die Möglichkeit dazu 15:45.Uhr.
Gesunde Ernährung soll Spaß machen, wir gestalten mit den Kindern jahreszeitlich verschiedene Tischdekorationen, decken gemeinsam den Tisch oder bereiten zusammen das Obst und Gemüse z. B. in Form von Spießchen zu.
Nach dem Vesper helfen die Kinder beim Abräumen und Abwischen der Tische. Gern beteiligen sie sich beim Aufwaschen und Abtrocknen des Geschirrs. Dabei lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und etwas für die Gemeinschaft zu tun.
Wir geben den Kindern die Möglichkeit, ihre Tischnachbarn täglich neu zu wählen und somit das Miteinander in der Gruppe und die Stellung jedes einzelnen Kindes in dieser aufzubauen und zu stärken. Mit den Kindern aufgestellte Tischregeln, geben diesen die Möglichkeit zu Gesprächen während der Mahlzeiten und sie lernen gleichzeitig Rücksicht auf andere zu nehmen. Uns bieten sich in diesen Tischgesprächen vielfältige Gelegenheiten, die Interessen der Kinder, Erlebnisse, Ideen und Spielvorhaben zu erfahren und diese in unserer pädagogischen Arbeit aufzugreifen. Deshalb ist uns eine gemeinsame Vesperzeit mit allen anwesenden Kindern wichtig.
3.4 Feste, Rituale, Projekte/Religionspädagogik
Religiöse Rituale im Hort
Wirkliche Religion nimmt sich die Freiheit, das ganze Leben zu durchdringen.
Paul de Legarde
Kinder suchen nach ehrlichen Antworten auf die existentiellen Fragen des Lebens. Sie wollen wissen wer sie sind und interessieren sich für ihren Lebensweg.
Gelebte Beziehungen und Vorbildwirkungen sind für uns existentielle Grundlagen,
d. h. Ich (Erzieher) nehme Dich (Kind) wahr mit deinen Fragen, deinen Lebensthemen, die du (vielleicht auch nicht) aussprechen kannst oder magst.
In unserer Begleitung und Haltung als Erzieher soll Gott für die Kinder erfahrbar werden.
Kinder erleben sich in ihrer Individualität als Teil einer faszinierenden Schöpfung mit speziellen Kompetenzen in Wahrnehmung und Handeln und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für ihr Zusammenleben.
Die Basis für ein gelingendes Miteinander beruht nach unserer Auffassung in der Vermittlung authentisch gelebter christlicher Werte. Spürt ein Kind Geborgenheit, gewinnt es Vertrauen und kann darauf aufbauend sein Leben trotz mancher Schwierigkeiten gestalten. Biblische Geschichten können dabei wertvolle Hilfe sein.
Wer von etwas überzeugt ist, möchte dies zum Ausdruck bringen. Die Kinder können im Hort ihren Glaubenserfahrungen in vielfältiger Weise Raum geben.
Anregungen bieten wir durch verschiedene Rituale (z. B.: Tischgebete, religiöse Lieder, kirchenjahreszeitlicher Schmuck der Räume mit entsprechenden Symbolen).
In Zusammenarbeit mit der Schule und den umliegenden Kirchgemeinden erleben wir gemeinsam folgende kirchenjahreszeitliche Feste: Erntedank, Reformationstag, St. Martin, Advent, Weihnachten, Epiphanias, Fastenzeit und Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten.
Wir beteiligen uns zudem an schulischen Höhepunkten wie Schulgottesdiensten und religiösen Projekten.
Es ist gut, gemeinsam auf dem Weg zu sein…
Der Hort hat einen Bildungsauftrag, um diesen gerecht zu werden wird die Portfolioarbeit ein Bestandteil sein, um Bildungsprozesse der Kinder zu Dokumentieren.
Bei der Erstellung von Portfolios fühlen sich Kinder in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen und erfahren eine besondere Art der Wertschätzung. Sie lernen sich selbst einzuschätzen: „Das kann ich schon.“ – „Das habe ich im letzten Jahr gelernt.“ Die Kinder sind maßgeblich an der Gestaltung beteiligt und erfahren somit, dass sie aktiv bei ihrem Entwicklungsprozess und dessen Dokumentation mithelfen dürfen.
Die Erziehung ist primär die Aufgabe der Eltern. Unser Hort kann und will diese Aufgabe nicht ersetzen, aber er bietet durch die Fachkompetenz der MitarbeiterInnen und im Rahmen dieses Konzeptes Unterstützung.
Die gewählten Elternsprecher für Schule und Hort sind Ansprechpartner und Vermittler zwischen
Kindern, Eltern, Erziehern und dem Schulverein.
Dazu bedarf es des engen Kontaktes und der aktiven und konstruktiven Zusammenarbeit untereinander. Die Eltern müssen bereit sein, dieses Konzept mit zu tragen und die praktische Umsetzung zu unterstützen.
Wir legen ausdrücklich Wert auf eine Mitarbeit der Eltern im Hort. Wichtig ist die Unterstützung bei Projekten, Fahrten oder Exkursionen aber genauso das Einbringen im täglichen Hortleben, etwa durch aktives Zuhören beim Berichten der Kinder über Erlebtes oder durch Mitspielen.
Die Öffentlichkeitsarbeit wird organisiert durch den Trägerverein. Dabei wird er fachlich und personell von den Mitarbeitern und den Eltern unterstützt.
6. Visionen/Mittelfristige Ziele
Die inklusionsnahe pädagogische Arbeit der Ev. Grundschule und des Hortes hat zur Folge, dass sich der Hort fachlich und qualitativ verändern/ weiterentwickeln muss. Angestrebt wird der Status „Integrativer Hort“. Eine Kollegin befindet sich derzeit in der Ausbildung „Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzqualifizierung“.
Ziel ist, dass wir zukünftig Kindern mit körperlichen, geistigen oder sozial-emotionalen Beeinträchtigungen eine höhere Chance auf Beteiligung am gesellschaftlichen Leben bieten wollen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, zusammen mit anderen Kindern unserer Einrichtung ihre Freizeit (vor und nach der Schule, in den Ferien) zu gestalten, sich mit anderen Kindern zu „reiben“ und sich wieder zu vertragen, für sich selbst sorgen zu können und sich mit der Gemeinschaft zu arrangieren.
Inklusionsnahe Pädagogik heißt für uns, dass Situationen beobachtet und analysiert werden, um so zu agieren, dass sich das Kind möglichst selbst helfen kann. Es geht nicht darum, den betreffenden Kindern Schwierigkeiten vorzuenthalten oder Ihnen Problemlösungen abzunehmen.
Aus dieser Intention heraus bedarf es einer stärkeren am individuellen Lernstand bezogenen pädagogischen Arbeit, die wir mit der Beantragung des „Integrativen Hortes“ erreichen wollen.
Der Pädagogische Beirat erarbeitet mittelfristig ein QM- Handbuch auf Grundlage eines zertifizierten QM- Verfahrens, z. B. „CoLibri, Wertorientiertes Qualitätsmanagement für Kindertageseinrichtungen“ auf Grundlage der DIN EN ISO 9000 und dem KTK-Gütesiegel.
Diese festgehaltenen Qualitätskriterien sollen helfen, die Qualität der täglichen Arbeit zu garantieren.
8. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung/SGB VIII § 8 a
Das Thema „Sicherung des Kinderwohls“ ist ein wichtiger Baustein unserer täglichen Arbeit. Die Mitarbeiter des Ev. Schulvereines „Apfelbaum“ e. V. sind über das Thema informiert und durch Weiterbildungen geschult.
Alle Mitarbeiter des Evangelischen Schulvereins „Apfelbaum“ e. V. haben einen Verhaltenskodex unterzeichnet und entsprechen ihm. Des Weiteren haben alle Mitarbeiter ein erweitertes Führungszeugnis zur Sicherstellung der persönlichen Eignung laut § 72 a beim Träger abgegeben.
Der Evangelische Schulverein „Apfelbaum“ e. V. hat mit dem Jugendamt des Landkreises Nordsachsen eine Kooperationsvereinbarung zur Sicherung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8 a Abs. 1 SGB VIII, sowie zur Sicherung der persönlichen Eignung von Beschäftigten im Sinne § 72 a SGB VIII abgeschlossen.
(2) Handbuch für Schule und Hort
(1) Sächsischer Bildungsplan, Fassung 2007
(2) Tenorth/ Tippelt: Lexikon Pädagogik
(3) Michael Kalff: Handbuch zur Natur- und Umweltpädagogik.
Theoretische Grundlegung und Praktische Anleitung für ein
tieferes Mitweltverständnis, Tuningen 2001
(4) Eva Maria Waibel: Erziehung zum Selbstwert.
Donauwörth 2002
(5) Jahreskreis: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Ebersberg Gemeindebrief (November, Dezember 2010 / Januar, Februar 2011)