Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=14.05.2002&Aktenzeichen=VIII%20R%2088/01
Timestamp: 2019-11-23 01:13:15
Document Index: 132553343

Matched Legal Cases: ['§ 104', '§ 54', '§ 105', '§ 51', '§ 116', '§ 104', '§ 99', '§ 183', '§ 54', '§ 105', '§ 104', '§ 103', '§ 104', '§ 40', '§ 62', '§ 102', '§ 102', '§ 67', '§ 86', '§ 104', '§ 31', '§ 62', '§ 74', '§ 74']

BFH, 14.05.2002 - VIII R 88/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1302
BFH, 14.05.2002 - VIII R 88/01 (https://dejure.org/2002,1302)
BFH, Entscheidung vom 14.05.2002 - VIII R 88/01 (https://dejure.org/2002,1302)
BFH, Entscheidung vom 14. Mai 2002 - VIII R 88/01 (https://dejure.org/2002,1302)
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Revision - Einkommensteuer - Landratsamt - Sozialhilfe - Familienkasse - Arbeitsamt - Erstattungsanspruch
Anders, als die Klägerin meint, greift die Rechtsprechung nicht ein, wonach der auf Erstattung in Anspruch genommene Leistungsträger diejenigen Einwendungen, die ihm gegenüber dem Leistungsanspruch des Berechtigten zustehen, im Falle der Geltendmachung auch gegenüber dem Erstattung begehrenden Leistungsträger erheben kann (…BSGE 58, 119, 126 = SozR 1300 § 104 Nr. 7 S 24;… BSGE 70, 99, 104 = SozR 3-1500 § 54 Nr. 15 S 41;… BSG SozR 1300 § 105 Nr. 5 S 12; BFH Urteil vom 14.5.2002 - VIII R 88/01 - Juris RdNr 16 ff) .
Dem korrespondiere das Recht des in Anspruch genommenen Leistungsträgers, sich auf seine eigenen bindenden Verwaltungsakte zu berufen (…vgl BSG vom 26.6.2008 - B 13 R 37/07 R - BSGE 101, 86 = SozR 4-2500 § 51 Nr. 2, RdNr 14;… BSG vom 26.7.2007 - B 13 R 38/06 R - SozR 4-2600 § 116 Nr. 1 RdNr 13;… BSG vom 12.5.1999 - B 7 AL 74/98 R - BSGE 84, 80, 83 f = SozR 3-1300 § 104 Nr. 15 S 56 f;… BSG vom 8.7.1998 - B 13 RJ 49/96 R - BSGE 82, 226, 228 = SozR 3-2600 § 99 Nr. 2 S 4;… BSG vom 1.4.1993 - 1 RK 10/92 - BSGE 72, 163, 166 = SozR 3-2200 § 183 Nr. 6 S 14 f;… BSG vom 6.2.1992 - 12 RK 15/90 - BSGE 70, 99, 104 = SozR 3-1500 § 54 Nr. 15 S 41;… BSG vom 22.7.1987 - 1 RA 63/85 - SozR 1300 § 105 Nr. 5 S 12;… BSG vom 22.5.1985 - 1 RA 33/84 - BSGE 58, 119, 126 = SozR 1300 § 104 Nr. 7 S 24 f;… BSG vom 13.9.1984 - 4 RJ 37/83 - BSGE 57, 146, 149 f = SozR 1300 § 103 Nr. 2 S 5; vgl auch BFH Urteil vom 14.5.2002 - VIII R 88/01 - Juris RdNr 16 ff) .
Auf die insoweit ergangenen Entscheidungen des BFH zur Sozialhilfe (vgl. Urteil vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156) und zur Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (…vgl. Urteil vom 7. Dezember 2004 VIII R 57/04, BFH/NV 2005, 862) wird verwiesen.
BFH, 07.04.2011 - III R 88/09
Klage des nachrangig verpflichteten Sozialleistungsträgers gegen die …
Bei der Klage, mit der der nachrangig verpflichtete Leistungsträger einen Erstattungsanspruch gemäß § 104 SGB X geltend macht, handelt es sich um eine ohne Vorverfahren zulässige allgemeine Leistungsklage i.S. des § 40 Abs. 1 FGO, da zwischen den Leistungsträgern kein Über- und Unterordnungsverhältnis besteht, das zu einer Entscheidung durch Verwaltungsakt berechtigen würde (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
b) Die Familienkasse kann auch nichts daraus für sich herleiten, dass ihre Leistungspflicht grundsätzlich durch die gegenüber dem(r) Kindergeldberechtigten ergangenen Bescheide begrenzt ist (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2002, 1156).
Insoweit ist das Kindergeld wie die Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II dazu bestimmt, die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu mindern, so dass es sich in den Fällen, in denen das Kindergeld dem Einkommen des Hilfeempfängers zuzuordnen ist, um eine mit den Leistungen zum Lebensunterhalt gleichartige und auch vorrangige Leistung handelt (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2002, 1156).
Kein Anspruch des Sozialhilfeträgers auf Erstattung von nachträglich …
c) Nach der Rechtsprechung der obersten Bundesgerichte ist das Kindergeld nach §§ 62 ff. EStG, soweit es der Familienförderung dient, wie die HLU dazu bestimmt, die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu mindern (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts --BVerwG-- vom 21. Juni 2001 5 C 7/00, BVerwGE 114, 339, und vom 28. April 2005 5 C 28/04, Neue Juristische Wochenschrift 2005, 2873; des BSG vom 8. Februar 2007 B 9b SO 6/06 R, BFH/NV 2007, Beilage 4, 476, und des Bundesfinanzhofs vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156), so dass es sich in den Fällen, in denen das Kindergeld dem Einkommen des Hilfeempfängers zuzuordnen ist, um eine mit der HLU gleichartige und auch vorrangige Leistung handelt.
FG Hessen, 27.03.2014 - 3 K 12/11
Bestandskraft; Erstattungsverfahren; Leistungsklage; Vorläufiges Europäisches …
Das folge u.a. aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14.05.2002 VIII R 88/01.
Die Erstattungsansprüche nach den §§ 102 bis 105 SGB X sind als eigenständige Ansprüche normiert, die selbständig neben einem Anspruch des Berechtigten gegen den zur Erstattung herangezogenen Leistungsträger entstehen und von der Erfüllung der in §§ 102 ff. SGB X geregelten Tatbestandsvoraussetzungen abhängig sind (vgl. BFH-Urteil vom 14.05.2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
Ist das Festsetzungsverfahren für den (materiell) Kindergeldberechtigten bestandskräftig abgeschlossen, muss ein nach § 67 Satz 2 EStG Antragsberechtigter sich die Bestandskraft des dieses Festsetzungsverfahren abschließenden Bescheids entgegenhalten lassen (ständige Rspr. des BFH unter Fortführung der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG), Urteil vom 26.11.2009 III R 67/07, BStBl II 2010, 476) und zwar auch im Erstattungsverfahren (BFH-Urteil vom 14.05.2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
Deshalb führt die (formale) Selbständigkeit der Erstattungsansprüche nicht dazu, dass der Leistungsbescheid des vorrangig leistungspflichtigen Trägers für die Erstattung unbeachtlich wäre; vielmehr besteht eine wechselseitige Abhängigkeit und Verknüpfung hinsichtlich Grund und Höhe mit der Folge, dass der auf Erstattung in Anspruch genommene Leistungsträger grundsätzlich diejenigen Einwendungen, die ihm gegenüber dem Leistungsberechtigten zustehen, auch gegenüber dem Erstattungsanspruch erheben kann (vgl. BFH-Urteil vom 14.05.2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156 unter Hinweis auf die Rechtsprechung des BSG).
Die Leistungspflicht des auf Erstattung in Anspruch genommenen Leistungsträgers ist grundsätzlich durch die gegenüber dem Leistungsempfänger ergangenen Bescheide begrenzt; als Rechtsgrund für dieses "Akzeptierenmüssen" der ablehnenden Leistungsbescheide ist das im geltenden Recht vorgesehene gegliederte und auf dem Prinzip der Aufgabenteilung beruhende Sozialleistungssystem und letztlich die auf diesem System beruhende Verpflichtung der Sozialleistungsträger zur engen Zusammenarbeit gemäß § 86 SGB X anzusehen (BFH-Urteil vom 14.05.2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
Allerdings ist nach der Rechtsprechung des BFH, der insoweit der Rechtsprechung des BSG folgt, der die Erstattung begehrende Leistungsträger ausnahmsweise dann nicht verpflichtet, die bindende Versagung der Leistung durch den anderen Leistungsträger zu respektieren, wenn sich diese Entscheidung als offensichtlich fehlerhaft erweist und ihm zum Nachteil gereicht (BFH-Urteil vom 14.05.2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
Davon ist der Senat auch in seinem Urteil vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01 (BFH/NV 2002, 1156) ausgegangen, in dem er zwar die Sozialhilfe gegenüber einem (bestehenden) Kindergeldanspruch als nachrangige Leistung bezeichnet, aber im konkreten Fall einen Erstattungsanspruch gemäß § 104 Abs. 1 und 2 des Zehntes Buches Sozialgesetzbuch (SGB X) verneint hat, weil eine bestandskräftige Entscheidung vorlag, dass dem Vater für den streitigen Zeitraum kein Anspruch auf Kindergeld zugestanden habe.
Soweit das Kindergeld für die (verfassungsrechtlich) gebotene steuerliche Freistellung nicht erforderlich ist, dient es gemäß § 31 Satz 2 EStG der Förderung der Familie (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156).
Auch insoweit stellt es jedoch keine Sozialleistung im formellen Sinne dar, sondern eine einkommensteuerliche Förderung der Familie durch eine Sozialzwecknorm (z.B. BFH-Urteile vom 23. November 2000 VI R 165/99, BFHE 193, 569, BStBl II 2001, 279, und in BFH/NV 2002, 1156).
a) Das nach den §§ 62 ff. EStG zu gewährende Kindergeld ist, soweit es der Familienförderung dient, ebenso dazu bestimmt, die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu bestreiten, wie dies bei den vom Sozialleistungsträger erbrachten oder zu erbringenden Leistungen zum Lebensunterhalt der Fall ist (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14. Mai 2002 VIII R 88/01, BFH/NV 2002, 1156;… Senatsurteile in BFH/NV 2008, 1833, sowie in BFHE 221, 47, BStBl II 2009, 919, jeweils zur Sozialhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz;… Senatsurteil in BFH/NV 2012, 1874, auch zu Leistungen nach dem SGB II).
BFH, 26.01.2006 - III R 89/03
Klage der Familienkasse gegen den Sozialleistungsträger auf Rückerstattung von …
FG Münster, 18.02.2010 - 6 K 390/08
Erstattungsanspruch bei nachträglich festgesetztem Kindergeld
FG Hessen, 07.11.2008 - 3 K 2236/03
Zulässigkeit der Klage eines Sozialleistungsträgers bei fehlender Hinzuziehung …
FG Hessen, 07.11.2008 - 3 K 2236/06
Kindergeldberechtigung von Asylbewerbern, die in Gemeinschaftsunterkünften …
BFH, 17.07.2008 - III R 87/06
Kein Anspruch des Sozialhilfeträgers auf Erstattung von rückwirkend festgesetztem …
BFH, 31.01.2007 - III B 167/06
FG Rheinland-Pfalz, 22.11.2002 - 4 K 1903/01
Erstattungsanspruch der Jugendhilfe gegenüber Familienkasse
BFH, 09.02.2004 - VIII R 21/03
BFH, 19.06.2008 - III R 89/07
FG Hessen, 09.11.2009 - 13 K 1931/06
Einwendungen der Kindergeldkasse gegen Erstattungsansprüche anderer nachrangig …
FG Rheinland-Pfalz, 09.04.2018 - 6 K 2194/17
Kenntnis des vorrangig verpflichteten Leistungsträgers (Familienkasse) i.S.d. § …
FG Münster, 14.03.2006 - 15 K 4885/02
Auszahlung an nicht unterhaltspflichtigen Vater
FG München, 28.01.2003 - 12 K 2112/02
Voraussetzung für die Abzweigung von Kindergeld
Bestehender Kindergeldanspruch bei fehlendem Erstattungsanspruch der …
FG München, 11.09.2007 - 12 K 1275/05
Anspruch des Sozialleistungsträgers auf Erstattung von ausgezahlten Kindergeld; …
BFH, 06.10.2004 - VIII B 179/04
Erstattungsanspruch des Sozialleistungsträgers gem. § 74 Abs. 2 EStG i. V. mit § …
FG München, 13.11.2003 - 12 K 3585/02
Abzweigung des vollen Kindergeldes an den Sozialhilfeträger bei Heimunterbringung …
FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 183/01
Anspruch des Sozialleistungsträgers bei Heimunterbringung des schwerbehinderten …
FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 900/01
FG Hessen, 07.09.2006 - 13 K 3592/04
Sozialhilfe als gegenüber dem Kindergeldanspruch nachrangige Leistung - …
FG Sachsen, 12.10.2009 - 4 K 1034/06
Bestandskraft eines Kindergeldaufhebungsbescheids nach Rücknahme des ursprünglich …
FG München, 24.05.2006 - 9 K 4733/02
Überleitung bzw. Abzweigung des Kindergeldes nach § 74 EStG 2002 an den …
FG Hessen, 23.06.2004 - 3 K 1659/02
Kindergeld; Rückforderung; Abkommen über soziale Sicherheit; Erstattungsanspruch; …
FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 1807/01
Anspruch des Sozialhilfeträgers bei Heimunterbringung des schwerbehinderten …
FG Rheinland-Pfalz, 18.10.2002 - 3 K 1503/02
Erstattungsanspruch des Sozialamtes auf Kindergeld
FG Hamburg, 18.03.2010 - 5 K 61/09
FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 1098/03
Anspruch des Sozialleistungsträgers auf Erstattung des Kindergeldes von der …
FG München, 28.01.2003 - 12 K 1690/02
Abzweigung des Kindergelds an einen Sozialleistungsträger
FG Saarland, 19.09.2012 - 2 K 1146/12
Erstattungsanspruch bei Leistung eines Sozialhilfeträgers nur bei Abzweigung oder …
FG Brandenburg, 13.05.2004 - 6 K 245/01
FG Hamburg, 01.11.2004 - III 368/02