Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=25.01.2012&Aktenzeichen=B%2014%20AS%2065%2F11%20R
Timestamp: 2019-03-21 08:47:26
Document Index: 386142116

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 37', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 125', '§ 35', '§ 55', '§ 1385', '§ 125', '§ 125', '§ 35', '§ 55', '§ 1385', '§ 125', '§ 35', '§ 125', '§ 35', '§ 55', '§ 1385', '§ 35', '§ 12', '§ 35', '§ 24', '§ 35', '§ 60', '§ 60']

BSG, 25.01.2012 - B 14 AS 65/11 R - dejure.org
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Verletzung des Sozialgeheimnisses - Offenbarung des Leistungsbezugs durch Datenerhebung bei Dritten - fehlende Einwilligung des Leistungsbeziehers
Grundsicherung für Arbeitsuchende; Verletzung des Sozialgeheimnisses; Offenbarung des Leistungsbezugs bei Dritten; fehlende Einwilligung des Leistungsbeziehers
§ 35 Abs 1 S 1 SGB 1, § 37 S 3 SGB 1, § 67 Abs 1 S 1 SGB 10, § 67 Abs 6 S 1 SGB 10, § 67 Abs 2 Nr 3 SGB 10
Voraussetzungen für einen Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende; Verletzung des Sozialdatenschutzes durch die Offenbarung des Leistungsbezugs im Wege der Datenerhebung bei Dritten
Hartz-IV-Empfänger: Informationen über Leistungsempfänger dürfen nicht weitergegeben werden
Datenschutz für Hilfeempfänger
BSG-Urteil stärkt das Sozialdatenschutz für Hartz-IV-Empfänger
Hartz-IV-Empfänger haben Anspruch auf Schutz ihrer Sozialdaten
Sozialgeheimnis: Jobcenter darf Daten von Leistungsbeziehern nicht ohne Einverständnis an Dritte weitergeben - Datenschutz beim Bezug von Arbeitslosengeld II
BSG verlangt Schutz der Daten von Hartz-IV-Empfängern // Jobcenter durfte nicht mit ehemaligem Vermieter telefonieren
Hartz-IV-Bezug: Ein menschlicher Makel?
Der Bezug von Arbeitslosengeld II ist ein Sozialdatum, dessen Offenbarung durch das Jobcenter nur zulässig ist, wenn der Leistungsbezieher eingewilligt hat oder eine gesetzliche Offenbarungsbefugnis vorliegt
SG Freiburg, 20.01.2010 - S 18 AS 2139/08
SG Freiburg, 29.01.2010 - S 18 AS 2139/08
BSGE 110, 75
Die im Gesetz nicht verankerte Subsidiarität der Feststellungsklage (…der Grundsatz der Subsidiarität der Feststellungsklage gilt nach der stRspr des BSG auch für das sozialgerichtliche Verfahren, vgl nur BSGE 105, 1 = SozR 4-2500 § 125 Nr. 5, RdNr 17; BSGE 110, 75 = SozR 4-1200 § 35 Nr. 4, RdNr 12;… BSG SozR 4-1500 § 55 Nr. 9 RdNr 12;… BSGE 43, 148, 150 = SozR 2200 § 1385 Nr. 3) gilt nicht uneingeschränkt (…BSGE 105, 1 = SozR 4-2500 § 125 Nr. 5, RdNr 17) .
Die im Gesetz nicht verankerte Subsidiarität der Feststellungsklage (…der Grundsatz der Subsidiarität der Feststellungsklage gilt nach der stRspr des BSG auch für das sozialgerichtliche Verfahren, vgl nur BSGE 105, 1 = SozR 4-2500 § 125 Nr. 5, RdNr 17; BSGE 110, 75 = SozR 4-1200 § 35 Nr. 4, RdNr 12;… BSG SozR 4-1500 § 55 Nr. 9;… BSGE 43, 148, 150 = SozR 2200 § 1385 Nr. 3) gilt nicht uneingeschränkt (…BSGE 105, 1 = SozR 4-2500 § 125 Nr. 5, RdNr 17) .
Aus dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung folge, dass Daten grundsätzlich direkt beim Betroffen zu erheben seien (BVerfG vom 15.12.1983 - 1 BvR 209/83 ua = BVerfGE 65, 1 und BSG vom 25.1.2012 - B 14 AS 65/11 R = BSGE 110, 75 = SozR 4-1200 § 35 Nr. 4).
Die im Gesetz nicht verankerte Subsidiarität der Feststellungsklage (…der Grundsatz der Subsidiarität der Feststellungsklage gilt nach der stRspr des BSG auch für das sozialgerichtliche Verfahren, vgl nur BSGE 105, 1 = SozR 4-2500 § 125 Nr. 5, RdNr 17; BSGE 110, 75 = SozR 4-1200 § 35 Nr. 4, RdNr 12;… BSG SozR 4-1500 § 55 Nr. 9 RdNr 12;… BSGE 43, 148, 150 = SozR 2200 § 1385 Nr. 3 S 4) greift hier nicht ein, weil es keine andere vorrangige Klageart gibt.
Die Vorschrift gilt auch für den Bereich des SGB II (BSG Urteil vom 25.01.2012, B 14 AS 65/11 R Rz. 14), wobei der Beklagte Leistungsträger i.S.d. § 35 Abs. 1 Satz 1 SGB I ist (…BSG, aaO, Rz. 15 unter Verweis auf §§ 12, 19a SGB I).
Der Bezug von Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) ist ein Sozialdatum, das unbefugt nicht offenbart werden darf (BSG Urteil vom 25.01.2012, B 14 AS 65/11 R Rz. 16).
Dabei bedarf die Datenübermittlung an Dritte, die keine Stelle iS des § 35 SGB I sind, der besonderen Rechtfertigung (BSG Urteil vom 25.01.2012, B 14 AS 65/11 R Rz. 35).
7 1. Soweit der Kläger vorbringt, es bestehe hinsichtlich der Offenbarung der BG-Nr sowie der Herkunftsangabe durch die Verwendung der Bezeichnung "Bundesagentur für Arbeit" eine Divergenz zu Entscheidungen des BSG vom 25.1.2012 (B 14 AS 65/11 R) trifft dies nicht zu.
Die vom BSG getroffene Aussage betraf die Offenbarung des Bezugs von SGB II-Leistungen gegenüber einem Vermieter (BSG Urteil vom 25.1.2012 - B 14 AS 65/11 R) und ist daher nicht in dem vom Kläger angenommenen Sinne verallgemeinerungsfähig.
Er rügt eine unterlassene Sachverhaltsaufklärung, insbesondere zum Rehabilitationsbedarf mit der Folge fehlender Spruchreife im Hinblick auf seinen Rehabilitationsbedarf und den erforderlichen Umfang des persönlichen Budgets, die Verletzung rechtlichen Gehörs wegen einer Überraschungsentscheidung im Hinblick auf den geltend gemachten Unterlassungsanspruch, Divergenz zur Entscheidung des 14. Senats des BSG vom 25.1.2012 - B 14 AS 65/11 R - (Sozialdatenschutz), fortgesetzte Verletzung des rechtlichen Gehörs aufgrund der Nichtbeachtung von § 24 SGB X und nicht beachtete Nichtigkeit von Verwaltungsakten, unterlassene Sachverhaltsaufklärung und Nichtbeachtung eines Beweisangebots zur kostenaufwändigen Ernährung sowie die Unterlassung der notwendigen Beiladung der Bundesagentur für Arbeit.
11 Der Kläger behauptet zwar, das LSG weiche in seinem Urteil von der Rechtsprechung des 14. Senats des BSG in der Entscheidung vom 25.1.2012 (B 14 AS 65/11 R - BSGE 110, 75 = SozR 4-1200 § 35 Nr. 4) ab.
Allein der Umstand des SGB II-Leistungsbezuges wird vom Bundessozialgericht schon als zu schützendes Sozialdatum angesehen (vgl. BSG, Urteil vom 25. Januar 2012 - B 14 AS 65/11 R - JURIS-Dokument Rdnr. 14).
Man berufe sich auch auf das Urteil des Bundessozialgerichts vom 25.01.2012 (B 14 AS 65/11 R).
Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht aus der vom Kläger zitierten Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 25.01.2012 (B 14 AS 65/11 R).
Der Umfang der Mitwirkungspflichten ist in § 60 SGB I festgelegt, wobei dem Grundsicherungsträger eine Kontaktaufnahme mit einem Vermieter im Hinblick auf den zu beachtenden Sozialdatenschutz ohne ausdrückliche Zustimmung eines Antragstellers bzw. Leistungsberechtigten verwehrt ist (vgl. BSG, Urteil vom 25.01.2012 - B 14 AS 65/11 R, BSGE 110, 75) und nach § 60 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 SGB I vom Antragsteller Beweismittel nur auf Verlangen vorzulegen sind.
LSG Sachsen-Anhalt, 29.04.2013 - L 5 AS 434/13