Source: http://www.azuro-muenchen.de/azubi-beratung/ausbildungsberater/pflichten-des-ausbilders.html
Timestamp: 2017-08-21 08:05:55
Document Index: 67543774

Matched Legal Cases: ['§14', '§14', '§14', '§15', '§14', '§14']

Zu diesem Thema haben wir zwei Podcasts erstellt. Du kannst dich also zurücklehnen und dir alles in Ruhe anhören:
Nichts lernen in der Ausbildung
Der Ausbilder muss dich ausbilden!
Der Ausbildungsinhalt muss vermittelt werden
Schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)
Freistellung für die Berufsschule und andere Maßnahmen
Arbeitsmittel und Ausbildungsmittel
Nicht jeder darf ausbilden, obwohl sich die Gesetze in den letzten Jahren sehr gelockert haben. Du kannst dir sicher sein, dass dein Ausbilder eine Ausbildungsberechtigung hat, wenn dein Ausbildungsvertrag von der zuständigen Stelle abgestempelt ist.
Wer einen Azubi ausbildet, muss dies selbst tun oder einen Ausbildungsbeauftragten mit der Aufgabe betrauen (§14 Berufsbildungsgesetz). Dabei kann nicht jedem diese Aufgabe übertragen werden. Der Ausbildungsbeauftragte muss persönlich und pädagogisch geeignet sein und über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. In Frage kommen also Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf oder einem ähnlichem Beruf oder mit einem abgeschlossenen Studium in der entsprechenden Fachrichtung.
Außerdem gilt: Ausbildung kann nur dann stattfinden, wenn am Ausbildungsplatz ein Ausbilder oder Ausbildungsbeauftragter anwesend ist, der dich ausbildet.
Wenn du an deinem Ausbildungsplatz meistens alleine bist oder nur von Personen angeleitet wirst, die weniger Ahnung haben als du, kannst du dich an uns wenden. Wir helfen dir gerne: Kontaktformular
Zu diesem Thema haben wir einen Podcast erstellt. Du kannst dich also zurücklehnen und dir alles in Ruhe anhören:
Für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan in dem genau steht, was du wann in deiner Ausbildung lernen sollst. Außerdem muss deinem Ausbildungsvertrag ein betrieblicher Ausbildungsplan angefügt werden, in dem der Verlauf deiner Ausbildung in deinem Betrieb aufgezeigt wird. Der Ausbilder darf dir nur Arbeiten auftragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§14 Berufsbildungsgesetz). Leider passiert es relativ häufig, dass Auszubildende mit ausbildungsfremden Tätigkeiten beauftragt werden. Ausbildungsfremde Tätigkeiten sind Arbeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen und sie sind verboten. Auch unnötige Wiederholungen bereits gelernter Fähigkeiten - sogenannte ausbildungsfremde Routinearbeiten - dienen nicht dem Ausbildungszweck.
Einige Beispiele für ausbildungsfremde Tätigkeiten:
Rasen mähen usw.
Wenn die ausbildungsfremden Tätigkeiten Überhand nehmen, solltest du dich wehren, denn dann ist das Erreichen deines Ausbildungsziels gefährdet. Wir helfen dir gerne: Kontaktformular
Die schriftlichen Ausbildungsnachweise muss dir dein Ausbilder kostenlos zur Verfügung stellen (§14 Berufsbildungsgesetz). Der Ausbilder muss sich auch darum kümmern, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise regelmäßig führst. Er muss deine Einträge kontrollieren und unterschreiben. Wenn dein Ausbilder nicht will, dass du die ausbildungsfremden Tätigkeiten in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen vermerkst, solltest du dich wehren. Denn alles, was in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen steht, hast du offiziell gelernt. Die schriftlichen Ausbildungsnachweise können auch ein wichtiger Nachweis sein (siehe auch Schadensersatz).
Dein Ausbilder muss dich für die Teilnahme am Berufsschulunterricht bezahlt freistellen (§15 Berufsbildungsgesetz). Wie die Berufsschulzeit auf die Arbeitszeit angerechnet wird, kannst du unter dem Punkt Arbeitszeit erfahren.
Auch für die Teilnahme an der Zwischen- und Abschlussprüfung bist du freizustellen. Minderjährige müssen auch an dem Tag, der der schriftlichen Abschlussprüfung vorausgeht, freigestellt werden. Dein Ausbilder muss dich außerdem für überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen zum Beispiel Innungskurse freistellen.
Arbeitskleidung muss von deinem Arbeitgeber nur dann gestellt werden, wenn die Kleidung dem Arbeits- und Gesundheitsschutz dient. So zum Beispiel die Handschuhe bei Arbeiten mit gefährlichen Stoffen, Lederhandschuhe und Lederschürze bei Schweißarbeiten oder die Schutzbrille beim Schleifen. Die restliche Arbeitskleidung muss von dir selbst gekauft werden. Das gilt auch dann, wenn dir dein Arbeitgeber klare Vorschriften über die Art und das Aussehen deiner Arbeitskleidung macht. Das Ganze darf jedoch einen angemessenen finanziellen Rahmen nicht sprengen. Ziemlich kompliziert wird es bei Arbeitgebern, die Ihren Angestellten Uniformen vorschreiben (Fluggesellschaften, Fast-Food-Restaurants). Auch dann musst du dir die Kleidung selbst kaufen, aber nur bis zu einem Betrag, der deine Ausgaben für normale Kleidung nicht übersteigt. Was darüber hinausgeht, muss der Arbeitgeber zahlen.
Alle Sachen, die du für die Arbeit im Betrieb und für die Prüfungen brauchst, müssen dir von deinem Ausbilder kostenlos zur Verfügung gestellt werden (§14 Berufsbildungsgesetz). Dabei ist es egal, ob es sich um Werkzeuge oder Werkstoffe handelt. Auch eine Kostenbeteiligung an Übungsstücken ist nicht erlaubt!
Zu diesem Thema haben wir einen Podcast erstellt. Du kannst dich also zurücklehnen und dir alles in Ruhe anhören: Mobbing am Arbeitsplatz
Dein Ausbilder muss dafür sorgen, dass du weder körperlich noch psychisch geschädigt wirst (§14 Berufsbildungsgesetz). Er muss dich vor Gewalt, Mobbing oder sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in Schutz nehmen. Er darf dir keine Aufgaben übertragen, die über deine körperlichen Kräfte gehen.
Dein Ausbilder muss dir alle Regeln der Arbeitssicherheit genau erklären und der Betrieb muss sich an die Arbeitsstättenverordnung und die Gefahrenstoffverordnung halten.
Falls du körperlich bedroht wirst oder durch Mobbing oder sexuelle Belästigung psychischen Schaden nimmst, solltest du dich sofort an uns wenden. Wir helfen dir gerne: