Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.02.1994&Aktenzeichen=III%20ZR%206/93
Timestamp: 2019-05-23 10:15:06
Document Index: 356124996

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 10', '§ 839', 'BGH', '§ 839', 'BGH', '§ 839', 'BGH', '§ 839', '§ 839', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'BGH', '§ 38', 'BGH', '§ 41', '§ 39', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.02.1994 - III ZR 6/93 - dejure.org
BGH, 24.02.1994 - III ZR 6/93
https://dejure.org/1994,1272
BGH, 24.02.1994 - III ZR 6/93 (https://dejure.org/1994,1272)
BGH, Entscheidung vom 24.02.1994 - III ZR 6/93 (https://dejure.org/1994,1272)
BGH, Entscheidung vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 (https://dejure.org/1994,1272)
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Grundstückseigentümer - Bauvorhaben - Bauvorbescheidsantrag durch Dritten - Beiladung im Verwaltungsprozeß
Drittbezogenheit von Amtspflichten im Baugenehmigungsverfahren; Ansprüche des Grundstückseigentümers
NJW 1994, 2091
MDR 1994, 555
VersR 1994, 808
WM 1994, 1177
DVBl 1994, 1132
DB 1994, 2496
aa) Allerdings hat im Rechtsstaat jede Behörde die Amtspflicht, Anträge mit der gebotenen Beschleunigung zu bearbeiten und, sobald ihre Prüfung abgeschlossen ist, ungesäumt zu bescheiden (Senatsurteil BGHZ 30, 19, 26; zum Bauantrag Senatsurteile vom 24. Januar 1972 - III ZR 9/70 - WM 1972, 743; vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 - NJW 1994, 2091, 2092; vom 12. Juli 2001 - III ZR 282/00 - VersR 2002, 714;… MünchKomm/Papier, BGB, 4. Aufl., § 839 Rn. 217; so auch für das Verwaltungsverfahren § 10 Satz 2 VwVfG; s. ferner § 839 Abs. 2 Satz 2 BGB).
(c) Demgegenüber kann die Revision sich nicht mit Erfolg auf den Grundsatz berufen, daß die Amtspflichten und deren Schutzzwecke im Bau-, aber auch im Atomanlagengenehmigungsverfahren sich ausschließlich nach öffentlichem Recht richten und durch privatrechtlichen Vertrag weder beschränkt noch ausgedehnt werden können (vgl. etwa Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 - NJW 1994, 2091, 2093).
Das allgemeine wirtschaftliche Interesse an der "Baureifmachung" des Geländes reichte nicht aus, um ihn in den Schutzbereich der der Bauaufsichtsbehörde obliegenden Pflichten einzubeziehen (st. Rspr.;… vgl. Senatsentscheidungen vom 7. März 1991 - III ZR 84/90 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Dritter 35;… vom 6. Juni 1991 - III ZR 221/90 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Dritter 37;… vom 6. Mai 1993 - III ZR 2/92 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Dritter 48; sowie zuletzt Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93, zur Veröffentlichung vorgesehen).
Der Antragsteller ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dann, wenn die Behörde einen Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung oder eines Bauvorbescheides zu Unrecht abgelehnt hat, der in seinen durch § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB geschützten Belangen Betroffene (BGH, Urteil vom 24.02.1994, Az.: III ZR 6/93, juris;… Schumacher, Handbuch der Kommunalhaftung, 5. Aufl., Kap. 1, Rn. 319 m.w.N.).
Dies gilt auch dann, wenn der Eigentümer in dem Verwaltungsrechtsstreit des Antragstellers über die Rechtmäßigkeit des Bauverwaltungsakts beigeladen worden ist (Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 = NJW 1994, 2091).
Das Berufungsgericht hat den Anspruch der Klägerin verneint und ist dabei der Rechtsprechung des Senats gefolgt, wonach bei der rechtswidrigen Versagung einer Baugenehmigung/Bauvoranfrage grundsätzlich nur derjenige geschützter Dritter im Sinne des § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB ist, der ein unmittelbares Interesse an der Verwirklichung des Bauvorhabens hat, also in der Regel der Antragsteller als Bauherr (Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 - NJW 1994, 2091 m.w.N.).
Das Berufungsgericht hat auch zutreffend ausgeführt, der Umstand, daß die Klägerin den Bauantrag als Vertreterin der Firma C. gestellt und sich als Beigeladene an dem Verwaltungsrechtsstreit beteiligt habe, könne ihr gleichfalls nicht die Stellung eines geschützten Dritten verleihen (vgl. Senatsurteil vom 24. Februar 1994 a.a.O.).
Vergeblich weist die Revision auf den Gedanken der Drittschadensliquidation hin (vgl. Hartmann, VersR 1994, 905 [BGH 24.02.1994 - III ZR 6/93]).
BGH, 26.06.2008 - III ZR 118/07
Amtshaftungsansprüche einer GmbH bei rechtswidriger Ablehnung eines durch den …
Hat nicht der Grundeigentümer selbst (hier: die Klägerin), sondern eine andere Person (hier: der Geschäftsführer persönlich) den Antrag gestellt, so ist der Eigentümer dementsprechend grundsätzlich nicht "Dritter"; sogar wenn er im verwaltungsgerichtlichen Verfahren beigeladen wird (Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 = NJW 1994, 2091, 2092, 2093 mit zahlreichen weiteren Nachweisen;… Staudinger/Wurm, BGB [Neubearbeitung 2007] § 839 Rn. 576).
Bei Bauverwaltungsakten kann der Kreis der geschädigten Dritten unterschiedlich zu bestimmen sein, je nachdem ob es um die Erteilung oder um die Versagung des betreffenden Bescheides geht (vgl. etwa Senatsurteile vom 6. Mai 1993 - III ZR 2/92 - VersR 1993, 966, für BGHZ 122, 317 vorgesehen;… vom 23. September 1993 - III ZR 139/92 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Bauvorbescheid 6; und vom 24. Februar 1994 - III ZR 6/93 -, für BGHR vorgesehen).
Ein Entschädigungsanspruch nach § 38 Abs. 1 b BbgOBG setzt voraus, dass die verletzte Norm auch den Zweck hatte, eine subjektive Rechtsposition der Klägerin zu schützen (vgl. BGH NJW 1994, 2091; 1990, 1038, 1041; 1983, 1795, 1796 jeweils zu den gleichlautenden § 41 Abs. 1 b) a. F. bzw. § 39 Abs. 1 b) NWOBG).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs steht das nur mittelbare Interesse des Grundstückseigentümers an der Genehmigung, das aus dem Umstand herrührt, dass sich ein Versagungsbescheid auf Vertragsbeziehungen des Antragstellers (hier der Pächterin) mit dem Grundstückseigentümer ungünstig auswirkt, außerhalb des mit dem Genehmigungsverfahren verfolgten Schutzzwecks (vgl. BGH NJW 1994, 2091, 2092; NVwZ 1990, 501).
Ebenso wie im Baugenehmigungsverfahren bestimmen sich die Amtspflichten im immissionsschutzrechtlichen Verfahren ausschließlich nach öffentlichem Recht und können durch privatrechtlichen Vertrag weder beschränkt noch ausgedehnt werden (vgl. für das Baugenehmigungsverfahren BGH NJW 1994, 2091, 2092 und NVwZ 190, 501).
OLG Düsseldorf, 20.03.2013 - 18 U 162/12
Amtspflichtverletzung durch Negieren des Bestehens eines Bestandsschutzes durch …
Sonstigen am Ausgang des Baugenehmigungsverfahrens interessierten Personen gegenüber kommt der Versagung der hier in Rede stehenden Nutzungsänderungsgenehmigung keine materielle Bestandskraft im Sinne einer Feststellungswirkung zu (vgl. zuletzt BGH ZfR 2012, 251; BGH ZIP 2008, 1480; BGH NJW-RR 1996, 724; BGH NJW 1994, 2091; BGH WM 1993, 1180; BGH NJW 1991, 2696).
Diesen Ausnahmefällen ist - wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgeführt hat - gemeinsam, dass die formell nicht beteiligte Person der eigentliche Träger des Interesses an der Verwirklichung des konkreten Vorhabens gewesen ist (vgl. BGH ZIP 2008, 1480; BGH NJW-RR 1996, 724; BGH NJW 1994, 2091).
BGH, 05.05.1994 - III ZR 78/93
Drittbezogenheit von Amtspflichten eines Amtsarztes bei der Überprüfung der …
OLG Frankfurt, 18.01.2001 - 1 U 209/99
Amtshaftung: Verluste durch Aussetzung des Börsenterminhandels
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.08.2014 - 7 A 711/13
Pflicht zur Erteilung eines positiven Bauvorbescheids nach Stellung einer …
OLG Koblenz, 03.04.2003 - 1 W 220/03
Inhaber eines Schadensersatzanspruchs wegen schuldhaft versagter Baugenehmigung