Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201978,%20695
Timestamp: 2020-03-30 20:33:25
Document Index: 41107003

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 60', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.10.1977 - V ZR 253/74 - dejure.org
https://dejure.org/1977,1701
BGH, 14.10.1977 - V ZR 253/74 (https://dejure.org/1977,1701)
BGH, Entscheidung vom 14.10.1977 - V ZR 253/74 (https://dejure.org/1977,1701)
BGH, Entscheidung vom 14. Januar 1977 - V ZR 253/74 (https://dejure.org/1977,1701)
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Nebenpflicht zur Übernahme einer Baulast - Umfang einer Baulastübernahme - Übernahme des Bauwichs auf das Nachbargrundstück - Verzicht auf Einhaltung des Bauwichs - Grundsätze der ergänzenden Vertragsauslegung - Irrtum über die Geschäftsgrundlage
NJW 1978, 695
Des weiteren liegt ein Verstoß des Beklagten gegen Treu und Glauben auch insofern nicht vor, als die Parteien bei Vertragsschluß von einer gleichmäßigen Bebaubarkeit der beiden Grundstückshälften ausgingen und dies Geschäftsgrundlage ihrer internen Abreden war (vgl. auch BGHZ 34, 32, 41 [BGH 14.12.1960 - V ZR 40/60];… BGH, Urt. v. 19. November 1971 - V ZR 103/69, NJW 1972, 152; v. 14. Oktober 1977 - V ZR 253/74, NJW 1978, 695 [BGH 14.10.1977 - V ZR 253/74]).
Ein beiderseitiger Irrtum in der Beurteilung der Rechtslage kann ein Fehlen der Geschäftsgrundlage bedeuten, wenn ohne diesen beiderseitigen Irrtum der Vertrag nicht, wie geschehen, geschlossen worden wäre (BGHZ 25, 390/392 f.; 47, 376/380 f.; Urt. v. 14.10.1977, NJW 1978, 695;… Palandt, BGB, 53. Aufl., § 242 Rdnr. 149 m. w. N.;… vgl. auch Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 4. Aufl., § 60 Rdnr. 12 m. w. N.).
Welche Folgen das Fehlen der Geschäftsgrundlage nach sich zieht, eine Auflösung des Vertrages oder seine Anpassung an die wirkliche Rechtslage (BGHZ 25, 395 m. w. N.; 47, 48/51 f. m. w. N.; Urt. v. 14.10.1977 a. a. O.; BGHZ 89, 226/238 f.;… Palandt a. a. O., Rdnr. 130;… Stelkens/Bonk/Sachs a. a. O.), bedarf hier keiner Entscheidung, zumal lediglich um einen Teil der von dem Kläger irrtümlich übernommenen Pflicht zur Kostentragung gestritten wird.
Es liegt damit eine echte unbewußte Lücke vor, die im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung zu schließen ist (BGHZ 9, 273 ff.; BGH NJW 1975» S. 1116; BGH NJW 1978, S. 695 jeweils mit weiteren Nachweisen).
Unter Beachtung und im Rahmen des mit der getroffenen Regelung verfolgten Sinnes und Zweckes wird das Landesarbeitsgericht somit zu ermitteln haben, was die Parteien bei vernünftiger Interessenabwägung nach Treu und Glauben für den nunmehr eingetretenen Pall vereinbart hätten, wenn er von ihnen bedacht worden wäre (BGHZ 9, 273 £277 £3 ; BGH NJW 1975 S. 1117; BGH NJW 1978, S. 695).
Bei einer erforderlichen Ergänzung des Vertragsinhalts ist darauf abzustellen, was die Parteien bei einer angemessenen Abwägung ihrer Interessen nach Treu und Glauben als redliche Vertragspartner vereinbart hätten, wenn sie den von ihnen nicht geregelten Fall bedacht hätten (vgl. BGHZ 9, 273, 277 [BGH 22.04.1953 - II ZR 143/52]; BGH VersR 1972, 1041, 1142; WM 1972, 888/9; 1974, 75; 1976, 251, 253; NJW 1978, 695 [BGH 14.10.1977 - V ZR 253/74] und 1981, 219).
Die von den Partnern der Erwerbsverträge vereinbarte Regelung zur Übernahme der von der Klägerin selbst "bestellten" und durch Vormerkung gesicherten Verpflichtung in der Teilungserklärung zur Einräumung einer Dienstbarkeit nebst Übernahme der Vormerkung erlaubt hier den Schluß (vgl. Senatsurt. v. 14. Oktober 1977, V ZR 253/74, WM 1978, 167, 168), daß die Parteien redlicherweise eine Verpflichtung zur Bestellung des Durchfahrtsrechts vereinbart hätten, wenn sie die Unwirksamkeit der von der Klägerin in der Teilungserklärung getroffenen Regelung gekannt hätten.
Zwar kann die Geschäftsgrundlage gestört sein und im Einzelfall eine Vertragsanpassung erforderlich machen, wenn sich die beiderseitigen Vorstellungen von einer bestimmten Rechtslage als falsch erweisen (vgl. BGHZ 25, 393; BGH NJW 1978, 695, 696).