Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BKR%202009,%20471
Timestamp: 2019-06-16 13:58:14
Document Index: 279187949

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 282', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.09.2009 - XI ZR 264/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1434
BGH, 17.09.2009 - XI ZR 264/08 (https://dejure.org/2009,1434)
BGH, Entscheidung vom 17.09.2009 - XI ZR 264/08 (https://dejure.org/2009,1434)
BGH, Entscheidung vom 17. September 2009 - XI ZR 264/08 (https://dejure.org/2009,1434)
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Verletzung eines Beratungsvertrages durch Verwendung eines fehlerhaften Prospektes über eine bestimmte Fondsanlage; Verpflichtung des Anlageberaters zur eigenhändigen Überprüfung des Prospektes
Darlegungs- und Beweislast bei Inanspruchnahme eines Anlageberaters wegen Verwendung eines fehlerhaften Verkaufsprospekts
Zur Prospektprüfungspflicht eines Anlageberaters
LG München I, 31.07.2006 - 27 O 2831/05
BKR 2009, 471
d) Der irreführende Prospektinhalt ist gegenüber den Klägern durch den als Anlageberater eingeschalteten Zeugen L. nicht richtig gestellt worden (vgl. BGH, Beschluss vom 17. September 2009 - XI ZR 264/08, BeckRS 2009, 26985 Rn. 5).
Der Umstand, dass diesbezüglich die einzelnen Gesprächsinhalte nicht mehr näher aufgeklärt werden konnten, wirkt sich zu Lasten der Beklagten aus, die für die rechtzeitige Berichtigung etwaiger Prospektfehler beweispflichtig ist (vgl. BGH, Beschluss vom 17. September 2009 aaO).
Demzufolge liegt ein Beratungsfehler auch dann vor, wenn eine Bank einen Prospekt zur Grundlage ihrer Beratung macht, obwohl dieser fehlerhaft ist, und der Berater diesen Fehler nicht berichtigt (BGH BKR 2009, 471).
Sie entfällt nur dann, wenn der Berater diesen Fehler berichtigt hat (BGH BKR 2009, 471 [BGH 17.09.2009 - XI ZR 264/08] ).
Damit steht die Pflichtverletzung des Anlageberaters aufgrund der Übergabe des falschen Prospektes fest (Senatsbeschluss vom 17. September 2009 - XI ZR 264/08, BKR 2009, 471, Tz. 5).
Das Verschulden der Beklagten ist gemäß § 282 BGB aF (§ 280 Abs. 1 Satz 2 BGB nF) zu vermuten, so dass sich die Beklagte insoweit entlasten muss (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 17. September 2009 - XI ZR 264/08, BKR 2009, 471, Tz. 6 ff.).
Der Anlageberater, der dem Anlageinteressenten in dem Beratungsgespräch einen Verkaufsprospekt vorlegt und diesen zur Grundlage seiner Beratung macht, obwohl der Prospekt fehlerhaft ist, hat den Anleger falsch beraten (BGH, Beschl. v. 17.09.2009 - XI ZR 264/08, BKR 2009, 471).
Bei Übergabe eines falschen Prospekts entfällt die Pflichtverletzung des Anlageberaters nur dann, wenn er darlegt und beweist, dass er den Prospektfehler in dem Beratungsgespräch richtig gestellt hat (…BGH, Urt. v. 27.10.2009 - XI ZR 338/08, WM 2009, 2306; Beschl. v. 17.09.2009 - XI ZR 264/08, BKR 2009, 471; Beschl. v. 09.02.2010 - XI ZR 140/09, BKR 2010, 515;… Urt. v. 05.03.2009 - III ZR 17/08, WM 2009, 739; Beschl. v. 09.02.2010 - XI ZR 140/09, BKR 2010, 515).
Dafür, dass er dies getan hat, ist aber der Anlageberater und nicht etwa der Anleger beweispflichtig (BGH, Urteil vom 17.9.2009, XI ZR 264/08, BKR 2009, 471; Urteil vom 5.3.2009, III ZR 17/08, WM 2009, 739).
Ein Anlageberater ist nach der Rechtsprechung des BGH selbst zur Überprüfung des Prospekts verpflichtet (BGH, Beschluss vom 17.9.2009, XI ZR 264/08, BKR 2009, 471; BGHZ 178, 149).
In dem vorgenannten Beschluss des BGH vom 17.9.2009 (a. a. O.) hat der BGH überdies hinsichtlich des streitgegenständlichen Prospekts festgestellt, dass der Prospektfehler auch nicht "extrem schwer" feststellbar, sondern unmittelbar aus dem Prospekt ersichtlich gewesen sei (vgl. auch BGH, Urteil vom 9.4.2009, III ZR 89/08, juris, mit Verweis auf BGH, Urteil vom 6.3.2008, III ZR 298/05, NJW-RR 2008, 1365).
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs trägt derjenige, der eine Aufklärungs- oder Beratungspflichtverletzung behauptet, hierfür die Darlegungs- und Beweislast; die mit dem Nachweis einer negativen Tatsache verbundenen Schwierigkeiten werden dadurch ausgeglichen, dass die andere Partei die behauptete Fehlberatung substantiiert bestreiten und darlegen muss, wie im einzelnen beraten beziehungsweise aufgeklärt worden sein soll; dem Anspruchsteller obliegt sodann der Nachweis, dass diese Darstellung nicht zutrifft (…s. BGH, Urteile vom 24. Januar 2006 - XI ZR 320/04, BGHZ 166, 56, 60 Rn. 15 …und vom 14. Juli 2009 - XI ZR 152/08, NJW 2009, 3429, 3432 Rn. 38, jeweils mwN sowie Beschluss vom 17. September 2009 - XI ZR 264/08, BKR 2009, 471 Rn. 4; Senat…, Urteil vom 11. Mai 2006 - III ZR 205/05, NJW-RR 2006, 1345, 1346 Rn. 7 …sowie Beschluss vom 30. November 2006 - III ZR 93/96, NJW-RR 2007, 775, 776 Rn. 5).
Der Aufklärungspflichtige muss, wenn er sich entlasten will, darlegen und beweisen, dass er die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat (BGH, XI ZR 264/08, Beschluss vom 17.09.2009; BGH, WM 2009, 1274 ff.).