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Timestamp: 2020-05-27 02:43:04
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Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG']

[Vernichtung von Daten (löschen)... ]
Author Topic: [Vernichtung von Daten (löschen)... ] (Read 25967 times)
[Der EuGH hatte voriges Jahr entschieden... ]
« Reply #35 on: November 26, 2015, 12:45:35 nachm. »
[...] Google hat seit dem 29. Mai 2014 die Links zu 1.234.092 URL aus seinem europäischen Index gelöscht. Damit hat das Unternehmen 58 Prozent der in 348.085 Ersuchen monierte Links gelöscht, in denen das vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) Mitte Mai 2014 eingeräumte "Recht auf Vergessen" wahrgenommen wurde.
Aus Deutschland erreichten Google in der Zeit 60.198 Anträge auf Linklöschung, 220.589 oder 51,8 Prozent der Fundstellen flogen aus dem Index. 6317 Ersuche kamen aus Österreich, hier löschte Google mit 23.088 URL 52,2 Prozent der verlangten URl, in der Schweiz 27.834 Verweise, 55 Prozent der in 8339 Ersuchen erwähnten URL.
Der EuGH hatte voriges Jahr entschieden, dass Google dazu verpflichtet werden kann, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus seiner Ergebnisliste zu streichen. Geklagt hatte ein Spanier, der sich dagegen gewehrt hatte, dass Google bei der Eingabe seines Namens einen Artikel über die Zwangsversteigerung seines Hauses vor mehr als 15 Jahren anzeigte.
Als aktuelles Beispiel aus Deutschland schildert Google nun in seinem aktuellen Transparenzbericht, es habe ein Ersuchen von einem Lehrer erhalten, der vor über zehn Jahren wegen eines geringfügigen Vergehens verurteilt wurde, einen Artikel über die Verurteilung zu löschen. Google habe die Seiten aus den Suchergebnissen für den Namen des Lehrers gelöscht.
Der größte Anteil der getilgten Verweise entfällt mit 10.220 auf Links auf Facebook. Auf profileengine.com entfielen 7986 URL, auf groups.google.com 6764 und auf youtube.com 5364. 9 Prozent aller zur Löschung aus den Suchergebnissen beantragten URL stammen von zehn Websites.
Google interpretiert das Urteil so, dass es Links nur auf seinen europäischen Websites entfernt – trotz einer Aufforderung der französischen Datenschutzbehörde CNIL, weltweit tätig zu werden, zumal die eigentlichen Fundstellen nicht gelöscht werden. Auf google.com und anderen außereuropäischen Seiten sind die in Europa gelöschten Links noch vorhanden. (anw)
26.11.2015 10:50
Nichts gelöscht
Die Links werden, soweit es um das „Recht auf Vergessen“ geht, nicht „aus dem Index gelöscht“, sondern werden bei Suchabfragen nach den entsprechenden Namen unter bestimmten Lokalen nicht mehr angezeigt. Das ist ein bedeutender Unterschied, da entsprechende Seiten bei anderen Suchabfragen durchaus weiterhin zugänglich sind.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (26.11.2015 10:51).
Aus: ""Recht auf Vergessen": Google löscht 1,2 Millionen Links aus seinem Index" Andreas Wilkens (26.11.2015)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Recht-auf-Vergessen-Google-loescht-1-2-Millionen-Links-aus-seinem-Index-3022791.html
[Nach Recherchen von... ]
« Reply #36 on: M?RZ 13, 2016, 04:31:20 nachm. »
[...] Medienberichten zufolge wirft ein ehemaliger VW-Mitarbeiter dem Konzern vor, Beweise zum Abgasskandal vernichtet zu haben. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung habe er versucht zu verhindern, Daten im Rechenzentrum des US-Konzerns zu löschen. Kurz darauf sei er fristlos entlassen worden, da das Unternehmen davon ausgegangen sei, er habe die Umweltbehörde EPA, das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI informieren wollen. ... Er sei entlassen worden, da er sich geweigert habe, sich an der Vernichtung von Beweismitteln und der Behinderung der Justiz zu beteiligen. Er fordert Schadensersatz von Volkswagen. Ein VW-Sprecher wollte die Vorwürfe nicht kommentieren.
Aus: "VW soll Beweise vernichtet haben" (13. März 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-03/abgasskandal-volkswagen-beweismittel-vernichtung
[Der Europäische Gerichtshof hatte... ]
« Reply #37 on: Mai 23, 2016, 08:59:09 vorm. »
[...] Google wehrt sich gegen Forderungen französischer Datenschützer, das europäische "Recht auf Vergessenwerden" im Internet weltweit umzusetzen. Der Konzern zog am Mittwoch vor das höchste Verwaltungsgericht Frankreichs, den Staatsrat. Die Pariser Datenschutz-Aufsicht CNIL hatte im März gefordert, dass von Europäern beanstandete Suchergebnisse von Google weltweit herausgefiltert werden und eine Strafe von 100.000 Euro verhängt.
Der Europäische Gerichtshof hatte im Mai 2014 entschieden, dass Suchmaschinen Links zu bestimmten Inhalten aus ihren Ergebnisseiten löschen müssen, wenn sich ein Nutzer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht. Mit dem Urteil blieben aber viele Detailfragen offen.
Google entfernte die beanstandeten Links zunächst nur aus den europäischen Versionen seiner Suchmaschine. Zuletzt kam der Konzern den Kritikern entgegen und blendet die fraglichen Links im Land des Antragstellers auch auf nicht-europäischen Google-Seiten aus. Werden also Suchergebnisse zum Beispiel auf Forderung einer Person aus Deutschland entfernt, ist sie in der US-Version google.com von Deutschland aus nicht zu sehen – im Rest der Welt inklusive der anderen europäischen Länder aber schon.
Die CNIL hatte bei ihrer Forderung kritisiert, dass Internet-Nutzer diese Geo-Blockade mit technischen Mitteln umgehen könnten. Google kontert, dass die Interpretation französischer Gesetze durch nationale Datenschützer nicht weltweit gelten könne. "Wenn französisches Recht weltweit gilt, wie lange wird es dauern, bis andere Länder – die vielleicht weniger offen und demokratisch sind – fordern, dass ihre Gesetze zum Umgang mit Informationen ebenfalls eine globale Reichweite bekommen?" Das könne auch dazu führen, dass französischen Nutzern der Zugang zu Informationen verwehrt werde, die in ihrem eigenen Land legal seien. (anw)
n00ber, 19.05.2016 16:02
Da hat Google recht - Sonst steht morgen China oder Saudi Arabien da und will das deren Regeln auch bei uns gelten
sou, 19.05.2016 16:06
@Google: Bitte in Frankreich einfach auf eine Infoseite umleiten, auf der steht:
"Nous sommes désolés, mais les services Google ne sont plus disponibles en France."
.... und dazu noch eine kurze Erklärung, daß der Grund ein verrücktes Gesetz der Franzosen ist, mit dem sie ihre Rechtsauffassung der ganzen Welt aufdrücken wollen.
Aus: ""Recht auf Vergessen": Google zieht gegen französische Datenschutz-Aufsicht vor Gericht" Andreas Wilkens (19.05.2016)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Recht-auf-Vergessen-Google-zieht-gegen-franzoesische-Datenschutz-Aufsicht-vor-Gericht-3211061.html
[Bevor die Abgasaffäre... ]
« Reply #38 on: Juni 09, 2016, 09:37:45 vorm. »
[...] Bevor die Abgasaffäre bei Volkswagen öffentlich wurde, ist Medienberichten zufolge offenbar versucht worden, möglicherweise belastende Dokumente zu beseitigen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gehe einem entsprechenden Verdacht nach, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft habe bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen VW-Mitarbeiter wegen Urkundenunterdrückung und versuchter Strafvereitelung eröffnet worden sei.
Den Recherchen zufolge handele es sich bei dem Beschuldigten um einen leitenden VW-Juristen, der inzwischen beurlaubt sei. Der Beschuldigte habe im August vergangenen Jahres Kollegen "verklausuliert, aber deutlich genug" nahegelegt, Daten zu löschen oder beiseitezuschaffen, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe. Damals habe die Veröffentlichung der Abgasmanipulation kurz bevorgestanden. Der Aufforderung sei Folge geleistet worden, sagte Ziehe.
Zum Zeitpunkt der Datenbeseitigung hatte der Autobauer den Abgasbetrug noch nicht eingestanden. Die Aufforderung zur Aktenbeseitigung soll etwa eine Woche gegolten haben. Dann sei von der VW-Rechtsabteilung des Unternehmens ein litigation hold verschickt worden. Das ist nach US-Recht eine Aufforderung, Daten für einen eventuellen Prozess zu sichern.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen seien Daten teilweise auf Speichersticks ausgelagert worden. Inzwischen seien diese aber mindestens zum Teil wieder zurückgegeben worden. "Bislang geht die Staatsanwaltschaft von keinem größeren Datenverlust aus, der die Ermittlungen im Dieselskandal maßgeblich behindern oder verzögern könnte", sagte Ziehe laut dem Bericht. Der Volkswagen-Konzern wollte sich gegenüber dem Rechercheverbund wegen der andauernden Ermittlungen nicht äußern.
Hafensänger #3
Ach je, das ist ja wie beim deutschen Geheimdienst in der NSU-Affäre. Das einzig beruhigende ist, dass mein Weltbild bezüglich der Integrität von Führungskräften bestätigt wurde (was ich wiederum ziemlich beunruhigend finde).
Ich halte es für ausgeschlossen, dass die oberste Führunsgriege bei VW keine Knntnis von den "Problemen" hatte. Ebensowenig glaube ich, dass die unteren Ebenen das ohne Anordnung von oben durchgezogen haben sollten.
Aus: "VW wollte offenbar vertuschen" EIT ONLINE, afp, rtr, spo (9. Juni 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-06/vw-abgas-affaere-vertuschung
[Vernichtung von Daten... ]
« Reply #39 on: Oktober 12, 2017, 09:56:40 vorm. »
[...] Besser spät als nie, mag man sich im Berliner Landeskriminalamt gedacht haben. Und löschte jüngst eben jene Daten, aufgrund derer Journalisten ihre Akkreditierungen zum Hamburger G-20-Gipfel im Juli entzogen wurden, wie die ARD zuerst berichtete. Datenschützer befürchten allerdings, dass die Löschung der Daten rechtswidrig war.
Hintergrund ist die weiterhin nicht vollständig aufgeklärte Affäre um den Entzug von 32 Presseakkreditierungen beim G-20-Gipfel. Auch der Fotograf Po-Ming Cheung hatte auf der schwarzen Liste des Bundeskriminalamtes (BKA) gestanden, ohne es zu wissen.
Nachdem er zunächst als Pressefotograf zum Gipfel zugelassen war, wurde ihm nachträglich die Akkreditierung entzogen, warum, erfuhr Cheung erst viel später: Im Datenbestand des polizeilichen Informationssystems war gegen ihn der Tatvorwurf des „besonders schweren Landfriedensbruchs“ gespeichert. Auf einer Demonstration im Sommer 2011, die er als Fotograf begleitet hatte, war es zu Krawallen gekommen, wie Cheung der ARD sagte, allerdings war er daran weder beteiligt, noch seien seine Personalien festgestellt worden, noch habe er überhaupt etwas von Ermittlungen gegen ihn erfahren. Trotzdem hatte das LKA den Tatvorwurf gespeichert – bis zum September dieses Jahres.
Denn prompt in der Antwort auf Cheungs Auskunftsbegehren, was gegen ihn vorliege, teilte ihm der Sachbearbeiter im LKA mit: „Die oben aufgeführten Daten habe ich einschließlich der dazugehörigen sonstigen Daten löschen lassen, da ... festgestellt wurde, dass ihre weitere Speicherung ... nicht mehr erforderlich ist.“ Und beruft sich dabei auf das Allgemeine Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Berlin (ASOG).
Wie das LKA dem Tagesspiegel auf Anfrage mitteilte, hält man die Löschung dort für rechtmäßig, auch im Falle eines weiteren Journalisten. „Für den Fall einer gerichtlichen Überprüfung stehen in den vorliegenden Fällen die in den polizeilichen Informationssystemen gelöschten Daten über die Verfahrensakten weiterhin zur Verfügung“, so die Behörde. Cheung und andere Journalisten hatten einer Löschung der Daten zuvor ausdrücklich widersprochen und gegen den Entzug der Akkreditierung geklagt.
Berlins Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk sieht den Fall kritisch, betont aber zugleich, dass die Prüfung des Vorgangs noch nicht abgeschlossen ist. „Wir müssen hier zwei Phasen unterscheiden: zunächst die unterbliebene Löschung von Daten, bei denen vieles darauf hindeutet, dass sie zu Unrecht gespeichert waren und die dazu geführt haben, dass Journalisten die Akkreditierung entzogen wurde. In der zweiten Phase wurden Daten im Nachgang zum G20-Gipfel gelöscht, die aber erforderlich sein könnten, um den Ablauf nachvollziehbar zu machen“, sagt Smoltczyk.
Der Darstellung des LKA, die Löschung sei rechtmäßig erfolgt, hält sie entgegen, dass Strafprozessordnung und ASOG zwar besagen, Daten seien zu löschen, wenn sie unrichtig sind, „aber es gibt die gesetzliche Einschränkung, dass die Löschung unterbleiben muss, wenn schutzwürdige Belange der betroffenen Person beeinträchtigt werden können. Das kann hier der Fall sein.“
Sollte dies aber der Fall sein, hätte das Berliner Landeskriminalamt eine weitere Affäre im Umgang mit ermittlungsrelevanten Daten – nach der Manipulation der Akte über den Terroristen Anis Amri und die im Juni 2012 geschredderten Akten zum NSU-Komplex.
Auch der Berliner Fotograf Björn Kietzmann stand auf der Liste des BKA. Nachdem er zunächst am Morgen des 7. Juli, als der Gipfel begann, im Pressezentrum in Hamburg war, verwehrte man ihm Stunden später den Zutritt. Auch er erfuhr erst Wochen danach, warum. Ende August schickte ihm das BKA eine Auflistung der gespeicherten Daten zu, die zum Entzug der Akkreditierung geführt hatten: Tatvorwürfe, der älteste von 2001.
„Es ist absurd, dass da sogar Sachen aus der Studienzeit dabei sind, das war bislang auch nie sicherheitsrelevant, es hat nie dazu geführt, dass ich nicht beispielsweise zu einer Veranstaltung mit Barack Obama konnte“, sagt Kietzmann. Sein Antrag auf Datenauskunft beim LKA ist noch nicht beantwortet worden. Ob seine Daten dort gelöscht wurden, weiß Kietzmann nicht. Er und zehn weitere betroffene Fotojournalisten wollen das Thema aber weiter in der Öffentlichkeit halten und machen bis zum 10. Dezember eine Foto-Ausstellung in der Weinhandlung "La Marmite" am Rathaus Steglitz, die am Dienstagabend mit einer Podiumsdiskussion eröffnet werden soll.
Auch die Senatsinnenverwaltung wird sich noch mit dem Thema befassen müssen. Bernd Schlömer, netzpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus will eine Anfrage dazu stellen, wie mit sensiblen Daten umgegangen wird. „Das rechtswidrige Löschen von Daten und Informationen über die Journalisten darf nicht wortlos hingenommen werden. Offensichtlich erhebt und speichert das LKA Berlin in nicht bekanntem Umfang Informationen unbescholtener Bürgerinnen und Bürger abseits aller Kontrollmöglichkeiten“, sagte Schlömer dem Tagesspiegel. Die politische Kontrolle des Verwaltungshandelns funktioniere offenbar in der Innenverwaltung nicht.
faraskan 11.10.2017, 11:37 Uhr
Wenn man das Ganze realistisch betrachtet, muss man leider sagen, dass es keine demokratischen und ernstzunehmenden Kontrollinstanzen für LKA, BKA, BND, Verfassungschutz und Co gibt.
Diese Behörden haben sich verselbstständigt. Interne Ermittlungen sind eine Seltenheit und werden selbst dann massiv intern blockiert und durch verschlossene Türen aufgehalten.
Die Geschichte der BRD ist durchzogen von Vorfällen bezüglich Vertuschung, Aktenvernichtung und Dementis in o.g. Behörden.
Mit Demokratie hat das Nichts mehr zu tun was da abläuft.
Denn weder Politik, noch Bürger haben Einblick in diese Schattenwelt.
Selbst der Bundestag und seine Kontrollgremien stoßen regelmäßig an ihre Grenzen diesbezüglich, siehe NSU Affäre oder die Vorwürfe gegen die KSK Sonderkommandos.
Weltkugel 11.10.2017, 10:20 Uhr
Mit schreddern von Unterlagen, fälschen von Dokumenten und jetzt dem "rechtzeitigen" vernichten von Datensätzen kennt man sich in Berlin aus, insbesondere auch deshalb weil man sicher ist, das dieses alles später zwar gerügt wird dem Beamten abern icths passiert und Vorgesetzte eher befördert werden als Disziplinatmaßnahmen oder Gerichtsverfahren zu befürchten haben. ...
Aus: "LKA Berlin löscht Daten zu G-20-Journalisten" Ronja Ringelstein (11.10.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-entzug-der-akkreditierung-lka-berlin-loescht-daten-zu-g-20-journalisten/20439434.html
[...] Warum hat das Berliner Landeskriminalamt (LKA) die Daten von Journalisten aus der Polizeidatei „Poliks“ gelöscht? Eben jene Daten, aufgrund derer den Journalisten ihre Presse-Akkreditierungen zum G-20-Gipfel im Juli entzogen worden waren. Die Daten enthielten alte Tatvorwürfe, bei manchen lagen sie 16 Jahre zurück. Dass die Vorwürfe erledigt waren und in vielen Fällen längst gelöscht gehörten, steht gar nicht mehr infrage. Warum aber löschte das LKA sie just, als die Journalisten sich gegen die Maßnahme wehren wollten? ... Noch immer ist unklar, wie es dazu kam, dass Daten erst zu lang gespeichert und dann plötzlich gelöscht wurden. So [ ] verspielt man das Vertrauen von Bürgern in die Verwaltung. ...
Aus: "Datenlöschung im LKA: Zufälle gibt es nicht" (11.10.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/datenloeschung-im-lka-zufaelle-gibt-es-nicht/20444360.html
« Reply #40 on: Januar 23, 2018, 10:45:23 vorm. »
[...] Der US-Auslandsgeheimdienst NSA hat erneut verfahrensrelevante Informationen entgegen einer gerichtlichen Anordnung nicht sachgerecht aufbewahrt. Das musste der Geheimdienst in einem sich seit Jahren hinziehenden Prozess einräumen, im dem es um die Überwachung eines Netzknotens von AT&T geht, von der auch US-Bürger betroffen waren. Im Gegensatz zu einem 2014 bekannt gewordenen ähnlichen Vorfall sollen besonders sensible Inhaltsdaten zerstört worden und nicht nur Verbindungsdaten. Zudem wurden offenbar Backups gelöscht (Jewel vs. NSA, US District Court Northern California, 08-cv-04373).
Ein leitender NSA-Mitarbeiter hat nun vor Gericht eingeräumt, dass die Inhaltsdaten nicht gezielt gelöscht, sondern aufgrund von Speichermangels des benutzten Systems automatisch überschrieben worden seien. Die interne Überprüfung habe ergeben, dass die verlorenen Daten "Kriterien entsprachen, die weitflächig genutzt wurden, um bestimmte Datentypen zu löschen". Dieses Verfahren sei eingerichtet worden, um Festplattenspeicher freizubekommen und die Leistung des Backup-Systems zu verbessern.
Die NSA hab noch nicht herausfinden können, wie es entgegen der Gerichtsauflage, die Beweise zu sichern, zu der Löschung kommen konnte. Es gebe aber keinen Grund zu der Annahme, dass es sich um Absicht gehandelt habe. Zuvor hatte die NSA versichert, Inhaltsdaten aus der Telefonüberwachung, die die NSA vor allem auf der Grundlage von Paragraf 215 des Patriot Act erhebt, würden trotz beachtlicher Kosten und Mühen auf einem Extra-Speicher beim NSA-Justiziar gesichert.
Das Verfahren geht auf eine Sammelklage der Electronic Frontier Foundation (EFF) gegen die NSA und zahlreiche Vertreter der US-Regierungen unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama zurück. Im Rahmen das umstrittenen NSA-Abhörprogramm soll ein Abbild des Internetverkehrs bei dem Provider in einen geheimen, von der NSA kontrollierten Raum ausgeleitet worden sein. Erst eine Berufungsinstanz hatte die Klage, die nach den Snowden-Enthüllungen wieder mehr ins Blickfeld rückte, als zulässig eingestuft. (Stefan Krempl) / (vbr)
jsm36, 22.01.2018 16:56
Es gebe aber keinen Grund zu der Annahme, dass es sich um Absicht gehandelt habe ...
Achso na dann.
Aus: "Lauschprogramm: NSA hat verfahrensrelevante Daten "versehentlich" gelöscht" Stefan Krempl (22.01.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Lauschprogramm-NSA-hat-verfahrensrelevante-Daten-versehentlich-geloescht-3948184.html
« Reply #41 on: Februar 03, 2018, 09:19:45 nachm. »
[...] Die Vernichtung der Tinner-Akten hat in der Schweiz jahrelang für Schlagzeilen gesorgt. Nun werden die Akten zum Bau von Atomwaffen und Urananreicherung vernichtet. Ein undurchsichtiges Kapitel Schweizer Politik wird damit endgültig geschlossen.
... Die Affäre Tinner hat Politik, Gerichte und Öffentlichkeit über Jahre hinweg beschäftigt. Das Eidg. Untersuchungsrichteramt lastete den Tinners an, seit den späten 1970er Jahren im Netzwerk des pakistanischen «Vaters der Atombombe», Abdul Qadeer Khan, an der Urananreicherung zur Produktion von Atomwaffen mitgewirkt zu haben. Im Juni 2003 sollen sie dabei von der CIA angeworben worden sein.
Die Details der CIA-Tätigkeit durften allerdings auf Geheiss des Bundesrates nicht unter die Lupe genommen werden. Deshalb konnte nie geklärt werden, ob die Tinners tatsächlich mit ausländischen Diensten zur Aufdeckung des libyschen Atomwaffenprogrammes beigetragen hatten.
sda/muei
Aus: "Schweiz - Bundesrat vernichtet Kopien der Tinner-Akten" (26.03.2013)
Quelle: https://www.srf.ch/news/schweiz/bundesrat-vernichtet-kopien-der-tinner-akten
[...] Seit 1991 hält das VBS Akten zur Schweizer Geheimarmee P 26 unter Verschluss. Nun sind sie verschollen. Vor 28 Jahren wurde die Geheimarmee P 26 enttarnt und liquidiert. Doch jetzt kommt es um die P 26 erneut zu gravierenden Unregelmässigkeiten: Im Verteidigungsdepartement (VBS) sind zentrale, als «geheim» deklarierte Akten über die Organisation verschwunden. Seit über einem Jahr fordert die Geschäftsprüfungsdelegation der Eidgenössischen Räte (GPDel) vom VBS Auskunft über den Verbleib der Akten – ohne Erfolg. Auf Anfrage erklärt das VBS, trotz «mehreren Recherchen und Interviews mit damaligen Verantwortlichen» könne man «noch nicht erklären», was mit den Akten passiert sei.
Die P 26 wurde im Februar 1990 ­enttarnt, was zu einem der grössten politischen Skandale der Nachkriegs­geschichte führte. Die Mission der P 26 war es, im Fall einer sowjetischen Besetzung den Widerstand aufzunehmen. Dafür rekrutierte sie rund 400 Schweizerinnen und Schweizer und bildete sie militärisch aus. Im ganzen Land unterhielt sie geheime Waffendepots.
Die Organisation operierte ohne gesetzliche Grundlage und ohne echte politische Kontrolle, wie eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) Ende 1990 bilanzierte. Der PUK-Bericht wurde damals veröffentlicht, nicht aber eine Zusatzuntersuchung. Dieser sogenannte Cornu-Bericht ging der Frage nach, welche Beziehungen die P 26 zu ausländischen Organisationen hatte. Sein Inhalt erschien dem Bundesrat als derart heikel, dass er den Bericht bis ins Jahr 2041 für «geheim» erklärte.
Den Cornu-Bericht selbst hat das VBS noch, doch alle seine Beilagen fehlen: 7 Ordner und 20 Dossiers. Laut Recherchen dieser Zeitung handelt es sich dabei um «extrem sensitive Akten», wie eine informierte Person sagt. Unter anderem befinden sich darunter Einvernahmeprotokolle von Zeugen, Namen ausländischer Geheimdienste und ihrer Agenten, Namen von P-26-Mitgliedern sowie Originaldokumente der P 26. Bereits die Tatsache, dass diese Akten im VBS verblieben seien, ist laut dem GPDel-Präsidenten Claude Janiak unzulässig. Nach Ansicht der GPDel hätte der Bericht inklusive Beilagen dem Bundesarchiv übergeben werden müssen. «Dass die Akten nun auch noch verschwunden sein sollen, wundert die GPDel sehr», so Janiak. «Das nährt natürlich Spekulationen, und das ist nicht gut.»
«Es ist skandalös, dass solche Akten beim Bund einfach verschwinden», sagt Sacha Zala, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte. «Es ist schwer vorstellbar, dass diese Dokumente, die immerhin im Cornu-Bericht erwähnt sind, einfach verloren gehen», so Zala. Eher müsse man vermuten, «dass sie entwendet oder vernichtet wurden, weil es darin um ausländische Nachrichtendienste geht». Dass das Fehlen der Cornu-Akten überhaupt bemerkt wurde, ist einem Forscher zu verdanken, der beim Bundesarchiv vergeblich um Einsicht ersuchte. Das war im September 2016. Jetzt, 14 Monate später, ­erklärt das VBS, es suche weiter nach den verschollenen Akten.
Franz Marke, 02.02.2018
Wenn man sich an die komplett illegale Vernichtung der Tinner-Akten erinnert, erstaunt das nicht. Natürlich kooperiert die Schweiz mit den amerikanischen Diensten, und wenn da Agentennamen drin standen, musste das weg, ganz klar. An sich nicht so überraschend. Das Problem in der Schweiz ist natürlich dann das Narrativ der Neutralität und nationalen Souveränität. Natürlich existieren die so nicht und haben seit dem 2. WK nicht existiert, man glaubt aber trotzdem dran. Wenn dann dieses Selbstbild durch Stories wie mit diesen Akten gestört wird, kommt es zu einem Unbehagen, dass man in der Psychologie als Kognitive Dissonanz bezeichnet.
Konrad Staudacher , 02.02.2018
Das ist auch die Schweiz: Bei uns haben Unbefugte Zugang zu geheimsten Akten + Befugte helfen mit, sie zum Verschwinden zu bringen.
Ich war selbst Opfer der Fichen-Affaire, welche einher ging mit jenen P-26-Geschichten. Das hat mich geprägt.
- Diese Mentalität hinter beiden Affairen ist zum Kotzen + unvereinbar mit einer direkt demokratischen Schweiz.
- Das Verschwinden-Lassen solcher Akten passt zum Bild, welches wir uns von gewissen Schweizer Kreisen machen müssen: Fähig zu Allem, nur nicht zur direkten Demokratie.
Urs Stierli, 02.02.2018
Schlimmer als der institutionelle Dokumentverlust ist, dass niemand darob erstaunt scheint.
Aus: "Bund findet «extrem sensitive Akten» zur P 26 nicht mehr" (02.02.2018)
Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/bund-findet-extrem-sensitive-akten-zur-geheimarmee-p-26-nicht-mehr/story/10453089
« Reply #42 on: Februar 13, 2018, 09:50:34 vorm. »
[...] Bisher müssen alle Zugriffe auf die Polizeidatenbank EKIS, in der sensible Daten wie Strafregistereinträge gespeichert sind, für drei Jahre protokolliert werden. Dieser Zeitraum soll nun auf zwei Jahre verkürzt und die Protokolle danach gelöscht werden. Die Löschung der Zugriffsaufzeichnung ist künftig sogar dann möglich, wenn im Einzelfall bei der Datenschutzbehörde noch ein Beschwerdeverfahren wegen unrechtmäßiger Verwendung der Daten läuft. Darauf weist die Datenschutz-NGO epicenter.works in einem nun veröffentlichten Blogeintrag zum „Datenschutzanpassungsgesetz“ und einer aktuellen parlamentarischen Stellungnahme hin.
Die Protokollierung von Zugriffen auf die Polizeidatenbank soll verhindern, dass es zu Missbrauch durch Polizisten kommt. Spitzelvorwürfe gegen FPÖ-Funktionäre wegen der Verwendung hochsensibler Polizeidaten führten während der letzten Regierungsbeteiligung der FPÖ zu einem Verfassungsgerichtsurteil, das der Polizei einen strengeren Umgang mit ihren Daten vorschreibt.
Das nun vorliegende Gesetz verschreibt sich der „Datenminimierung und Speicherbegrenzung“. Sparsamer umgegangen wird allerdings nicht bei der Speicherung der personenbezogenen Daten selbst, sondern nur bei der Aufzeichnung der Zugriffe auf diese. Der Entwurf des Wiener Innenministeriums sieht nicht nur eine kürzere Speicherfrist für Protokolldaten vor, sondern legt auch fest, dass bei „automatisierte Abfragen“ künftig überhaupt nicht mehr nachvollzogen werden kann, wer abgefragt hat. Die Datenschützer von epicenter.works fürchten damit den Wegfall entscheidender Protokollpflichten: Denn in der Datenschutzgrundverordnung der EU seien automatisierte Abfragen so definiert, dass damit im österreichischen Gesetz „so gut wie jede Abfrage als automatisiert gelten“ könne.
... Das Datenschutzanpassungsgesetz stößt in Österreich auf breite Kritik aus Fachkreisen. Widerstand kommt sogar aus der Verwaltung selbst: Eine Stellungnahme des Verfassungsdienstes im Justizministerium bezeichnet die Einschränkung von Protokollierungspflichten als „problematisch“ und hinterfragt, ob die vorgesehenen Ausnahmen überhaupt mit dem europäischen Recht vereinbar sind. Der österreichische Rechtsanwaltskammertag weist darauf hin, dass in den nun vorgeschlagenen Gesetzesänderungen fast überall „das Widerspruchsrecht der Betroffenen vollständig eingeschränkt wird“. Die kleinste Oppositionspartei im österreichischen Parlament, die Liste Pilz, warnt vor einer „unglaublichen Datenschutzlücke“, die durch das Gesetz entstehe. Innenminister Kickl wolle seine „blauen Schafe“ bei der (als sehr FPÖ-freundlich geltenden) österreichischen Polizei schützen.
Aus: "Österreichs Polizei darf ihre eigenen Spuren verwischen: Gesetz erlaubt raschere Löschung von Datenzugriffen" Alexander Fanta (12.02.2018)
Quelle: https://netzpolitik.org/2018/oesterreichs-polizei-darf-ihre-eigenen-spuren-verwischen-gesetz-erlaubt-raschere-loeschung-von-datenzugriffen/
« Reply #43 on: Februar 28, 2018, 10:46:40 vorm. »
[...] Internet-Suchmaschinen wie Google müssen nicht für den Inhalt der mit ihrer Hilfe gefundenen Seiten haften. Sie müssen allerdings dann reagieren, wenn sie ganz konkrete Hinweise über Persönlichkeitsrechtsverletzungen bekommen. Das hat am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden (Az.: VI ZR 489/16). Er wies damit die Klage eines Ehepaares aus dem Rheinland gegen Google ab.
Als Mitbegründer eines Internetforums war es in einen Streit mit den Betreibern und Nutzern eines anderen Forums geraten. In diesem Zusammenhang wurde das Ehepaar im Internet unter anderem als „Arschkriecher“, „Schwerstkriminelle“, „Terroristen“ und „krimineller Stalkerhaushalt“ beschimpft. Das Ehepaar argumentiert, weil die entsprechenden Internetseiten über Google auffindbar seien, trage die Suchmaschine bei, seine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.
Der Europäische Gerichtshof hatte 2014 entschieden, dass EU-Bürger das Löschen von veralteten Informationen über sie im Internet verlangen können, wenn die nicht von öffentlichem Interesse sind. Dieses „Recht auf Vergessen“ wird im Mai auch in der dann in Kraft tretenden neuen EU-Datenschutzgrundverordnung Gesetz. Es geht darum, dass Menschen im Privat- und Berufsleben Entwicklungen zugestanden werden, für die veraltete negative Meldungen hinderlich, kompromittierend oder schlicht überholt sind. Umstritten ist, wie absolut jeder alleine darüber entscheiden können soll, wie über ihn öffentlich kommuniziert wird.
Bei Google kann jeder selbst oder über juristische Vertreter beantragen, dass bestimmte Links bei der Namenssuche zur eigenen Person von der Suchmaschine nicht angezeigt werden – das wird in der EU inzwischen millionenfach genutzt. Die meisten Antragsteller sind nach Auskunft von Google mit 85 Prozent Privatleute ohne Prominenz, dazu kommen noch fünf Prozent Minderjährige. Die meisten verborgenen Verlinkungen zielen auf soziale Netzwerke und Plattformen wie Facebook, Twitter oder Youtube. Unter den 25 Nachrichtenseiten, die am häufigsten betroffen waren, ist laut „Süddeutscher Zeitung“ nur eine einzige deutsche Seite: bild.de.
Der BGH betonte nun, dass die kritisierten Inhalte nicht von Google, sondern von anderen ins Internet eingestellt wurden. Dadurch, dass die Seiten Eingang in den automatischen Suchindex gefunden haben, habe sie Google sich nicht zu Eigen gemacht. Vom Suchmaschinen-Betreiber könne aber „vernünftigerweise nicht erwartet werden, dass er sich vergewissert, ob die von den Suchprogrammen aufgefundenen Inhalte rechtmäßig ins Internet eingestellt worden sind“. Suchmaschinen seien von der Gesellschaft erwünscht, von der Rechtsordnung gebilligt und ohne sie wäre die Information im Internet kaum sinnvoll möglich. „Praktisch kaum zu bewerkstelligende“ Prüfpflichten würden ihr Geschäftsmodell „ernstlich in Frage stellen“, erklärte der BGH. Daher müsse der Betreiber erst reagieren, „wenn er durch einen konkreten Hinweis Kenntnis von einer offensichtlichen und auf den ersten Blick klar erkennbaren Rechtsverletzung erlangt hat“. Im Streitfall lägen diese Voraussetzungen nicht vor. (mit AFP)
Aus: "Google muss nicht alles vergessen" Carsten Werner (27.02.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/was-muss-im-internet-geloescht-werden-google-muss-nicht-alles-vergessen/21009980.html
« Reply #44 on: April 24, 2018, 01:37:14 nachm. »
[...] Das Videoportal YouTube hat bekannt gegeben, 8.284.039 Videos im vierten Quartal 2017 gelöscht zu haben, die gegen die internen Richtlinien verstoßen haben sollen. Das geht aus YouTubes ersten Community Guidelines Enforcement Report für die Monate Oktober bis Dezember 2017 hervor.
Rund 80 Prozent der beanstandeten Videos konnten demnach automatisch über intelligente Algorithmen und durch den Abgleich mit einer Datenbank gelöscht werden. 75,9 Prozent der entfernten Videos konnten gelöscht werden, noch bevor sie ein YouTube-Nutzer ansehen konnte.
Neben der automatischen Erkennung problematischer Videos durch eine Künstliche Intelligenz (KI) setzt YouTube auf eigene Mitarbeiter, Mitglieder des Trusted-Flagger-Programms und normale YouTube-Nutzer, die Videos markieren, die potenziell gegen die Richtlinien verstoßen.
Von den insgesamt 8.284.039 gelöschten Videos wurden dem Report zufolge 6.685.731 automatisch durch Algorithmen markiert. Die auf künstliche Intelligenz basierende Software analysiert, ob die Videos beispielsweise Gewaltdarstellungen oder sexuellen Content enthalten und versieht sie mit einem Marker, sodass die Videos gelöscht werden können.
Nach Angaben von YouTube ist das KI-Erkennungssystem mit zwei Millionen Videos trainiert worden, die vorher von menschlichen Mitarbeitern begutachtet wurden. Zusätzlich erfolgt über die Software ein Abgleich mit einer intern geführten Datenbank mit bereits abgelehnten Clips, um zu verhindern, dass bereits beanstandete Videos erneut auf die Plattform hochgeladen werden. Den Fortschritt illustrierte YouTube mit Videos mit extremistischen Inhalten, die weniger als zehn Mal angesehen wurden, bevor es gelang, sie zu löschen: Anfang 2017 lag der Anteil bei acht Prozent, nun ist es mehr als die Hälfte.
1.131.962 der gelöschten Videos wurden von Trusted Flaggers gemeldet, die eine YouTube-Schulung durchlaufen haben und regelmäßig Videos auf mögliche Verletzungen der Richtlinien begutachten und melden. Ein Tool hilft ihnen dabei, mehrere Videos gleichzeitig zu melden. 402.335 der gelöschten Clips wurden von normalen YouTube-Nutzern markiert, 63.938 von Nichtregierungsorganisationen, 73 von staatlichen Behörden, so der YouTube-Report weiter.
Bei den von Personen gemeldeten Videos ging es im beobachteten Zeitraum in 30,1 Prozent der Fälle um sexuell freizügige Inhalte, 26,4 Prozent der Meldungen verwiesen auf Clips mit Spam oder falschen Angaben. Auf Hassreden und ähnlicher Missbrauch entfielen 15,6 Prozent. Terror-Propaganda war der Grund für rund 491.000 Meldungen, was 1,6 Prozent entspricht.
In Zukunft soll der YouTube Community Guidlines Enforcement Report mit Statistiken zur Löschung von Videos regelmäßig erscheinen. Der zu Google gehörenden Videoplattform und anderen sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook war vorgeworfen worden, unter anderem extremistischen Inhalte würden nicht schnell genug entfernt. ...
Aus: "YouTube löscht über acht Millionen problematische Videos" (24.04.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/YouTube-loescht-ueber-acht-Millionen-problematische-Videos-4030292.html
« Reply #45 on: April 24, 2018, 01:42:52 nachm. »
[...] Facebook geht nach eigenen Angaben härter denn je gegen extremistische Inhalte auf seiner Plattform vor: Im ersten Quartal 2018 löschte das weltgrößte Online-Netzwerk hunderttausende Beiträge mit Bezug zu den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und al-Qaida. Insgesamt seien 1,9 Millionen Beiträge entfernt oder mit Warnhinweisen versehen worden – doppelt so viele wie im vorangehenden Quartal, teilte Facebook am Montag mit. 99 Prozent davon wurden demnach nicht von Benutzern gemeldet, sondern von automatisierter Software und eigenen Prüfern entdeckt. Im Durchschnitt seien solche Beiträge für weniger als eine Minute auf der Plattform verfügbar, hieß es.
Mit dem Aufspüren extremistischer Beiträge befasst sich ein auf Terror-Inhalte spezialisiertes Team. Laut Facebook ist die Gruppe seit Juni vergangenen Jahres von 150 auf 200 Mitarbeiter angewachsen, weitere sollen hinzukommen. Auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Algorithmen helfen den Begutachtern dabei, Inhalte mit terroristischem Hintergrund aufzuspüren und schneller löschen zu können.
Facebook gibt an, dass im ersten Quartal 2018 rund 99 Prozent dieser Inhalte von der KI und dem eigenen Team entdeckt wurden, lediglich ein Prozent wurde von Benutzern des sozialen Netzwerkes gemeldet. Dabei wird nicht nur neu eingestellter Content begutachtet, sondern es werden auch bereits länger vorhandene Seiten und Posts untersucht. Etwa 600.000 dieser älteren Inhalte hat Facebook im ersten Quartal identifizieren und löschen können. Facebook teilte mit, dass die verwendeten Algorithmen nicht alle kritischen Inhalte auffinden könne, man aber ständig an der Weiterentwicklung der KI arbeite.
Anfang März hatte die Europäische Kommission neue Richtlinien zur Entfernung terroristischer und anderer illegaler Inhalte auf Facebook und anderen Online-Plattformen erlassen, um den Druck auf die Anbieter zu erhöhen. (olb)
Aus: "Facebook löscht fast zwei Millionen extremistische Beiträge" Oliver Bünte (24.04.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-loescht-fast-zwei-Millionen-extremistische-Beitraege-4030274.html
« Reply #46 on: Mai 17, 2018, 12:13:54 nachm. »
[...] Der unendliche Kosmos des Internets schnurrt auf zwei Begriffe und eine Entscheidung zusammen: „ignore“ oder „delete“? Darf ein Post online bleiben oder muss er gelöscht werden? Der Content Manager muss in Sekunden entscheiden, ein Post ist immer nur der Post vor dem nächsten. Akkordarbeit, genauer Drecksarbeit ist das, was zehntausende Menschen in Zehn-Stunden-Schichten in Manila leisten. Die Hauptstadt der Philippinen ist der weltweit größte Outsourcing- Standort für Content Moderation. Die Silicon-Valley-Giganten Facebook, Youtube, Twitter & Co. lassen dort ihre Plattformen von Menschenhand und mit Menschenverstand putzen. Algorithmen können zwar Bildinhalte identifizieren, aber nicht einordnen, Algorithmen kennen keine Moral. Nur der Mensch erkennt des Menschen Absicht, nach der Fotos und Videos von Kindesmissbrauch oder IS-Enthauptungen online gestellt werden. Die Dritte Welt sorgt für den Seelenfrieden der Ersten.
„The Cleaners“ zeigt Arbeit und Albtraum der Billiglöhner. Der nachdrückliche Debütfilm von Hans Block und Moritz Riesewieck, die für Regie, Kamera und Buch verantwortlich zeichnen, konzentriert sich auf fünf Content Manager. Sie berichten von der Belastung, Sekunde für Sekunde mit Perversionen oder eben auch Nicht-Perversionen konfrontiert zu werden. Sie sind stolz auf ihre Leistung, eine „Putzfrau“ sieht es als ihre christliche Pflicht, das Böse, das Teuflische im World Wide Web zu tilgen. Ewig macht das keiner, zu traumatisch sind die Erfahrungen.
Der Dokumentarfilm im Duktus eines smarten „Thriller noir“ sucht weitere Ebenen. Er thematisiert, wie im Gespräch mit Tristan Harris, einem ehemaligen Design-Ethiker bei Google, die gesellschaftlichen und politischen Ambivalenzen der sozialen Netzwerke, dieser Katalysatoren von Freude und Hass, von Information und Manipulation. Im Hintergrund läuft auf der Ton-und-Bild-Spur stets die Herausforderung an alle, an Digitalgiganten, Regierungen, an uns und dich mit: Kennt jede Freiheit nur zwei Optionen – „Delete“ oder „Ignore“?
Die „digitale Säuberung“ gaukelt die Erlösung vom Bösen nur vor, weil sich in deren Schleppnetz kritische Stimmen und stimulierende Initiativen finden können. Die (Zensur-)Kriterien für die gewünschte Reinlichkeit bleiben bei aller Recherchewut von Block und Riesewieck unklar, tief verborgen im Bauch der Konzernwale. Nicht verborgen bleibt der mögliche ideologische Kontext, wenn der philippinische Präsident Rodrigo Duterte sein Land mit aller Gewalt von „Kriminellen“ säubern will.
Die Produktion von „The Cleaners“ dauerte anderthalb Jahre, der Abspann zeigt, an wie viele Türen Produzent Christian Beetz rund um den Globus für die Mittelbeschaffung klopfen musste. Die Anstrengung der Macher hat sich gelohnt, der multidimensional recherchierte und spannend rhythmisierte Film über die Schattenmenschen der Digitalisierung stellt eine wesentliche, eine aktuelle Frage zur Zeit.
Aus: "Die digitalen Drecksarbeiter von Manila" Joachim Huber (16.05.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/medien/loeschen-oder-nicht-die-digitalen-drecksarbeiter-von-manila/22573670.html
« Reply #47 on: Juni 14, 2018, 10:39:18 vorm. »
[...] Georgi Iwanow Markow (bulgarisch Георги Иванов Марков; * 1. März 1929 in Sofia; † 11. September 1978 in London) war ein bulgarischer Schriftsteller und Theaterautor und Dissident, der vom bulgarischen Geheimdienst ermordet wurde.
... Markow emigrierte 1969 aus Bulgarien nach Italien, wo sein Bruder wohnte, und arbeitete später in London als Journalist. Er kritisierte öffentlich die kommunistische Führung seines Heimatlandes; in den bulgarischen Programmen der BBC, der Deutschen Welle und von Radio Free Europa spottete er über den bulgarischen Partei- und Staatschef Todor Schiwkow.
Er wurde am 7. September 1978 auf der Waterloo Bridge in London Opfer des Regenschirmattentats, bei dem ein Mann ihm mit einem Regenschirm eine imprägnierte kleine Kugel, die sich an dessen Spitze befand, in die rechte Wade stach. Die Kugel aus einer Platin-Iridium-Legierung hatte einen Durchmesser von 1,52 mm und war mit etwa 200 Mikrogramm der hochgiftigen Substanz Rizin präpariert. Markow starb vier Tage später mit Fieber und Hypotonie an Herzversagen.
Als Täter wurde ein Agent des bulgarischen Geheimdienstes namens Francesco Giullino (Deckname Piccadilly) verantwortlich gemacht. Der frühere Generalmajor des sowjetischen Geheimdienstes Oleg Kalugin bestätigte in einem Interview mit dem bulgarischen Sender Darik Radio, dass dieses Attentat aufgrund eines Befehls des bulgarischen Partei- und Staatschefs Todor Schiwkow ausgeführt wurde. Der KGB lieferte das Gift und die Kapsel.
Der ehemalige Geheimdienstchef Wladimir Todorow vernichtete nach dem Zerfall des Ostblocks sechs Markow-Akten; er behauptete später, diese Unterlagen hätten keine operative oder historische Bedeutung gehabt. Todorow kam 1992 dafür 16 Monate ins Gefängnis; ein wichtiger Zeuge beging kurz vor seiner Vernehmung Suizid. ...
Aus: "Georgi Iwanow Markow" (18. März 2018)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Georgi_Markow_(Schriftsteller)
« Reply #48 on: Juni 28, 2018, 08:59:37 vorm. »
[...] Die verurteilten Mörder des Schauspielers Walter Sedlmayr wollen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erreichen, dass alte Pressetexte mit ihren vollständigen Namen online künftig nicht mehr für Leser zugänglich gemacht werden dürfen.
Das Straßburger Gericht will am Donnerstagvormittag schriftlich seine Entscheidung dazu verkünden. Beschwerde gegen "Spiegel" Konkret richtet sich die Beschwerde gegen drei deutsche Medienhäuser: den "Spiegel", das Deutschlandradio und den "Mannheimer Morgen". Über deren Webseiten konnten Internetnutzer archivierte Artikel oder Beiträge einsehen, in denen die Namen der Mörder genannt oder Bilder von ihnen gezeigt wurden. Die beiden Männer sehen dadurch ihr Menschenrecht auf Achtung des Privatlebens verletzt. Mit Unterlassungsklagen gegen die Medien waren sie vor deutschen Gerichten gescheitert. Sollten sie in Straßburg Recht bekommen, hätte das womöglich gravierende Folgen: Medien müssten ihre Online-Archive durchkämmen und in ähnlichen Fällen Namen anonymisieren, sagte dazu Karl-Nikolaus Peifer, Professor unter anderem für Medienrecht an der Uni Köln. "Das wäre ein ungeheurer Schlag gegen die Funktionsfähigkeit der Presse." Die beiden Beschwerdeführer waren im Mai 1993 wegen des Mordes an Sedlmayr zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In den Jahren 2007 und 2008 wurden sie aus der Haft entlassen. (APA, 28.6.2018)
Aus: "Mörder von Schauspieler wollen Recht auf Vergessen im Netz" (28. Juni 2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000082408515/Moerder-von-Schauspieler-wollen-Recht-auf-Vergessen-im-Netz
« Reply #49 on: M?RZ 19, 2019, 10:29:17 vorm. »
[...] Myspace war früher mal so cool wie Facebook oder Instagram – heute führt die Plattform ein bescheidenes Dasein als Web-2.0-Opa und Datenhalde. Nun geriet Myspace aber wieder in die Schlagzeilen, denn es hat offenbar alle Musikdateien verloren, die die Nutzer zwischen 2003 und 2015 hochgeladen haben.
Aus: "Datenverlust: Myspace verliert riesiges Musikarchiv" Daniel Berger (18.03.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenverlust-Myspace-verliert-riesiges-Musikarchiv-4338737.html
FischX, 18.03.2019 11:25
Dafür dass das Internet nix vergisst vergisst es eine Menge.
salutos, 18.03.2019 11:23
Nichts ist so kurzlebig wie das Internet...weil
- der Hersteller kein Bock mehr hat ein Produkt zu supporten
- das Produkt nicht mehr hipp ist
- es keinen Migrationspfad in ein neues Produkt gibt
- Daten nur so lange interessant sind, solange man einen Gewinn daraus schlagen kann.
- etc. pp
Weil es, wenn damit kein Geld mehr verdient wird, keinen mehr interessiert!
Sheogorath, 18.03.2019 11:51
natürlicher Verwesungsprozess
Auch Zombies verwittern irgendwann mal vollständig...
Mov Faltin, 18.03.2019 12:10
... MySpace galt in den 2000erjahren als der Ort für Künstlercontent schlechthin! Da finden -- fanden -- sich Unmengen von richtig guten Musikstücken vor allem nicht ganz so bekannter, aber begnadeter Urheber. Ein Verlust aller YouTube-Videos wäre imho kulturell wohl eher zu verkraften.
Ich kenne Interpreten, die haben ihre eigenen Stücke lokal gar nicht mehr, sondern nur bei MySpace (gehabt). Und dass Musiker IT-technisch dumm vorgehen, ja, sicher, ist hier aber nicht Thema.
Wirklich schade um das musikalische Vermächtnis hunderttausender Künstler.
Die Zerteilungshandgranate, 18.03.2019 12:34
... Geocities gibt es tatsächlich noch und begrüßt mich mit der Startseite "Yahoo Geocities schließt am 31. März 2019." Da bin ich doch grade noch mal rechtzeitig gekommen.
Mov Faltin, 18.03.2019 12:42
Re: Also ich war von der Meldung total überrascht.
Pfft, immer dieser Mainstream. Ich war bei FortuneCity, unter anderem. In der Goldgräberzeit des Internetzes.
Zinn40, 18.03.2019 14:59
Lost Places im Internet?
Gibts sowas eigentlich? xD
Also im realen Leben werden ja verfallene und verlassene Gebäude besucht, fotografiert und gepostet..jaja ganz toll...
Gibts sowas auch für die längst vergessene Webseiten?
Ich denke da an so klassische Knaller wie:
Peter Müllers private Homepage (mit Frames!)
Geocitie-Pages
Verlassene/verwaiste Foren
...etc... fände es lustig, wenn sowas gäbe.
bgks, 18.03.2019 16:03
Re: Lost Places im Internet?
dysfunktionale Ruinen: archive.org
« Reply #50 on: M?RZ 19, 2019, 11:05:03 vorm. »
[...] Nach dem rechtsextremistischen Terrorangriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch, der teilweise live per Video auf Facebook gestreamt worden war, geht das Social-Media-Unternehmen massiv gegen die Verbreitung der Bilder in seinem Netz vor. Nach eigenen Angaben hat Facebook das Video in den ersten 24 Stunden nach den Anschlägen weltweit 1,5 Millionen Mal gelöscht.
Wie der Facebook-Newsroom auf Twitter mitteilte, seien davon mehr als 1,2 Millionen Videos bereits beim Upload blockiert worden. Das Unternehmen lösche zudem alle geschnittenen Versionen des Videos, in denen drastische Inhalte fehlen – aus Respekt vor den Betroffenen des Vorfalls und wegen Bedenken der örtlichen Behörden.
Facebooks interne Mechanismen – automatisch arbeitende KI-Systeme und Personen, die illegale Inhalte manuell sichten – hatten bei dem Vorfall offenbar nicht angeschlagen. Mia Garlick von Facebook Neuseeland sagte gegenüber CNN Business, man sei von der neuseeländischen Polizei kurz nach Beginn des Terroranschlags auf das gestreamte Video hingewiesen worden. Facebook habe daraufhin rasch das Video sowie die Facebook- und Instagram-Konten des Attentäters gelöscht.
... Mindestens drei Internet Service Provider (ISP) in Neuseeland blockieren vorübergehend den Zugriff auf Websites, auf denen das Video und das Manifest des Attentäters weiterhin verfügbar sind. Die Firmen Spark NZ, Vodafone NZ und Vocus NZ haben sich bereit erklärt, den Zugriff auf die Websites 8chan, 4chan, die Video-Plattform LiveLeak und den Filesharing-Dienst Mega auf DNS-Ebene zu unterbinden, berichtet Bleeping Computer. Mittlerweile gibt es auf Twitter auch Bestätigungen für die Sperren von Nutzern vor Ort.
Statt der jeweiligen Website erscheine ein Hinweis, der URL sei "aus Sicherheitsgründen" blockiert worden. Die Sperrung ist jedoch nur vorübergehend. Eine Sprecherin von Vodafone NZ sagte Bleeping Computer, wenn ihr Unternehmen das fragliche Material auf einer Website finde, informiere man den Site-Betreiber und blockiere die Adresse. Wenn die Inhalte verschwunden sind, gebe man den Zugriff wieder frei. Die Vodafone-Mitarbeiterin entschuldigte sich für womöglich entstandene Unannehmlichkeiten, ihr Unternehmen halte dies jedoch in einer solchen Extremsituation für ein verantwortungsvolles Verhalten.
Auf der Gaming-Plattform Steam haben sich offenbar zahlreiche User anerkennend über den Attentäter geäußert und teils seinen Namen als Alias-Bezeichnung für ihr Nutzerkonto eingetragen. Wie Kotaku berichtet, hat das hinter Steam stehende Unternehmen Valve strikt dagegen durchgegriffen und über 100 Nutzerprofile gelöscht.
Einige Benutzer äußerten sich auf ihrer Profilseite positiv über den Terroranschlag und lobten den Täter. Andere verwendeten ein Standbild aus dem Live-Video des Anschlag oder erstellten aus Bildern ein animiertes GIF und verwendeten es in ihrem Profil. Kotaku weist darauf hin, dass mittlerweile in einigen Fällen lediglich der Name des Attentäters von Benutzerprofilen verschwunden sei, die Profile sind aber noch vorhanden.
mit Material der dpa (tiw)
Aus: "Nach dem Terroranschlag: Löschungen, blockierte Websites, gesperrte Steam-Konten" Tilman Wittenhorst (17.03.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-dem-Terroranschlag-Loeschungen-blockierte-Websites-gesperrte-Steam-Konten-4338452.html
dg65789, 17.03.2019 13:00
Löschen, Sperren, Zensieren, Verbieten, Melden
So ist das eben im Zeitalter der Alternativlosigkeit. Nicht in RUS oder CN, sondern im sogenannten Freien Westen. Was vermisse ich das Internet der 90er.
speete schrieb am 17.03.2019 18:07:
Das verbreiten bzw streamen von Tötungsvideos als freie Meinungsäußerung zu verteidigen ist schon gewagt.
1. Es geht bei dem Video eben nicht um eine Meinungsäusserung, sondern um ein Faktum.
2. Mir geht es weniger um das Video als vielmehr um das zugehörige PDF, das gerne untergeht oder von unseren Leitmedien allenfalls als "wirr" oder dergleichen abqualifiziert wird. Es ist nicht wirr und das PDF ist tatsächlich eine Meinungsäusserung und diese gehört IMHO zugänglich gemacht. Schon gar nicht gehört diese aber verfälscht, falsch oder diffamierend wiedergegeben, während man das Original mit bemerkenswertem Aufwand aus der Welt zu schaffen sucht. Sowas hat ein Geschmäckle, dass mich übrigens erst darauf gebracht hat, es mir im Original zu beschaffen.
Würdest du auch gern Livevideos aus den Gaskammern von 1943 sehen?
Nein. Daneben habe ich das Video nicht "gern" gesehen und das Livevideo gar nicht. Mir fällt auf, dass Du mir gern Dinge unterschiebst, die ich nicht geschrieben habe oder die nicht zutreffen. Bitte lies genauer, was ich schreibe und spekuliere diesbezüglich weniger.
engst03, 17.03.2019 23:38
Re: Löschen, Sperren, Zensieren, Verbieten, Melden
Oeffentliches Interesse und Sensationslust hat hinter den Rechten der Opfer und Angehörigen zurückzutreten.
Sam19, 17.03.2019 13:47
1,2 Millionen kranke Menschen
Ich kann mir vorstellen, dass viele Rassisten den Anschlag bejubeln. Aber 1,2 Millionen mal bei FB zu finden? Wie krank sind die Leute? Warum fragt man sich nicht mal was mit diesen Personen falsch läuft. Man könnte doch abwechslungsweise auch diese Leute bestrafen, ebenso wie Kinderpornos hochladen sollte das nicht rechtens sein, Videos von Massenmord darzustellen.
Rodriguezbruder, 17.03.2019 17:32
Re: 1,2 Millionen kranke Menschen
Sam19 schrieb am 17.03.2019 13:47:
Ich kann mir vorstellen, dass viele Rassisten den Anschlag bejubeln. Aber 1,2 Millionen mal bei FB zu finden? Wie krank sind die Leute? Warum fragt man sich nicht mal was mit diesen Personen falsch läuft.
Das war auch mein Gedanke. Ich kenne dieses Video nicht und will es auch nicht sehen, verstehe aber wirklich nicht, was bei den Menschen, die so etwas sehen wollen und weiter leiten, im Oberstübchen falsch verdrahtet ist :-(
Man könnte doch abwechslungsweise auch diese Leute bestrafen, ebenso wie Kinderpornos hochladen sollte das nicht rechtens sein, Videos von Massenmord darzustellen.
Das Verbreiten solcher Videos ist in Deutschland in der Tat strafbar.
Garander, 17.03.2019 16:05
Erdogan zeigt auf TRT das ganze unzensierte Video
https://www.krone.at/1884590
Erdogan lässt bei Wahlkampf-Auftritt in Tekirdag das Christchurch-Massaker auf Großleinwand laufen. Die Rede Erdogans vor Tausenden Menschen am Samstag in der Hafenstadt Tekirdag ist komplett auf TRT, der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt der Türkei, gesendet worden.
amestis, 17.03.2019 17:11
Re: Und das Perverseste ist
Erdogan hat ja nicht das Video benutzt um sich als großer Verteidiger der Meinungsfreiheit feiern zu lassen. Sondern um Emotionen zu schüren, zum Hass anzustacheln - auf daß Möchtegern-Gotteskrieger diesen Terrorakt mit gleichen Mitteln vergelten. Und er wird nicht der einzige Vorbeter sein, der Geschehenes nutzt, um verblendete Religioten zum Morden zu treiben.
Oliver__ , 18.03.2019 08:10
An alle, welche hier "Zensur!" schreien
Wenn ihr in diesem Falle bloss das Wort "Zensur" auf eurer Retina geschrieben seht, dann seht ihr eben nicht das grosse Ganze.
Es geht hier nicht um ein zeitgenössisches Dokumentationsvideo, oder eine Greueltat, welche zufälligerweise von einem unbeteiligten Zeugen gedreht wurde.
Es geht auch nicht um irgendwelche "Staatsverschwörungen", welche dadurch aufgedeckt werden könnten.
Es geht auch nicht darum, dass der Inhalt "anstössig" sein könnte und der Staat uns "davor beschützen will".
(Und mir dreht es schon wieder den Magen um, wenn ich mir nur schon vorstelle, was dieses grauenhafte Video wohl zeigt bzw. wie krank man sein muss, um so eine Tat überhaupt zu begehen).
Dieses Video ist *Teil seines kranken Planes*, auf sich und seine Ideologie aufmerksam zu machen. Um die Tat zu glorifizieren, seine Opfer weiter zu terrorisieren, weitere Vollhonks zu mobilisieren/motifieren... oder einfach, weil es seinem kranken Hirn halt so entsprang!
Und solchen Arschlöchern dieser Welt DARF man einfach keine Plattform für ihren MENSCHENVERACHTENDEN, KRANKEN SCHEISS geben!
Was glaubt ihr denn, hat er das Video direkt auf soziale Medien streamen wollen und nicht zuhause auf irgendeinen privaten Server, wo es dann bloss seinen "Gleichgesinnten" (mir fällt leider gerade kein anderes Wort für diese kranken Leute ein) zugänglich wäre?
Oder auch so gefrag: was erwartet ihr denn an "Erkenntnissen" aus so kranken Videos? Erwartet ihr da wirklich eine "Erklärung" für seine Tat?
Ja! Meinungsfreiheit und Demokratie sind wichtig. Aber das ist HIER DEFINITIV nicht das Thema! Hier geht es darum, den kranken Traum eines Wahnsinnigen zu vereiteln, der Traum, dass seine Tat in gewissen Kreisen (welche durch solche Videos "Zugang" zu seiner Tat haben) zu heroisieren.
DIE WELT WILL DIESEN KRANKEN SHIT NICHT! WEDER AUF VIDEO, NOCH IN DEN KÖPFEN UNSERER MENSCHEN!
WE DO NOT APPROVE THIS ACT OF SENSELESS KILLING!
palpeter
688 Beiträge seit 05.11.2018
Keine Propaganda-Videos der IS im Fernsehen!
Ob der Täter das Video dreht oder Zeugen ist unerheblich, da der Täter IMMER auf (mediale) Aufmerksamkeit abzielt - das ist die Grundidee von Terror!
Und genau deshalb wurde noch niemals ein IS-Propaganda-Video unkommentiert oder ungefiltert über einen Fernsehsender veröffentlicht.
Eben WEIL man diesen kranken Spinnern kein Forum geben will.
(Und die Verbreitung von Terror-Propaganda auch noch illegal wäre)
« Reply #51 on: April 03, 2019, 11:20:39 vorm. »
[...] Von wegen "das Internet vergisst nicht": Innerhalb von zwei Wochen sind gleich drei Plattformen ganz verschwunden oder teilweise gelöscht worden, die ganze Perioden der Netzgeschichte repräsentieren. Google+, das erfolglose soziale Netzwerk der US-Internetfirma Alphabet, wird am 2. April eingestellt. MySpace, das frühe soziale Netzwerk der Nullerjahre, musste am 18. März zugeben, dass man dort alle Fotos, Videos und Tondateien unwiederbringlich gelöscht hatte, die Nutzer zwischen 2003 und 2015 dort hochgeladen hatten. Um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen: allein 50 Millionen Songs sind dabei abhandengekommen, gepostet von den mehr als 14 Millionen Nutzern der Seite. Und auch die japanische Version von Geocities, einem Webhoster, über den Netznutzer sich seit 1994 eigene Homepages einrichten konnten, wurde Ende März eingestellt und alle seine Seiten endgültig gelöscht.
Google+ war von Beginn an das Ordos der Netzkultur – die chinesische Geisterstadt, die für 300.000 Bewohner gebaut wurde, in der aber nach Vollendung 2012 nur 3.000 Menschen leben wollten. Als Google+ im Sommer 2011 den Betrieb aufnahm, hatte es bereits keine Chance mehr gegen Facebook, das schon sieben Jahre früher gestartet war. Aufgrund der Verwebungen mit anderen Google-Produkten und teils auch wegen des Hypes der Anfangszeit legten zwar Millionen Nutzer Google+-Konten an, doch nur ein Bruchteil nutzte sie auch.
Jahrelang dämmerte der Dienst dennoch vor sich hin. Als im Oktober und Dezember 2018 Fehler bekannt wurden, die App-Entwicklern den potenziellen Zugriff auf nicht-öffentliche Daten von Millionen Google+-Nutzern ermöglichten, nutzte Google das Ereignis, um das Aus seines sozialen Netzwerks zu verkünden, bei dem ohnehin nur noch wenig Interaktion zu verzeichnen waren.
Ist Google+ das Ordos der Netzkultur, dann war Geocities das Forum Romanum. Hier hatten viele Netznutzer in den frühen Tagen des World Wide Web ihre erste Onlinepräsenz. Im "Cyberspace", wie man damals sagte. Geocities war nach dem Vorbild einer Stadt organisiert, deren Viertel nach verschiedenen Interessensgebieten benannt war: Während es in "Hollywood" um Filme und Stars ging, waren die Webseiten zum Thema Kunst in "SoHo" und die über Wein in "Napa Valley" zu finden. Innerhalb von 15 Jahren sind dort fast 40 Millionen Seiten entstanden, die 2009 noch mehr als 150 Millionen Mal angeklickt wurden.
Obwohl die Kommunikationsmöglichkeiten bei Geocities eingeschränkt und vieles technisch unzulänglich war, diente Geocities als Brutstätte für viele Phänomene, die heute als charakteristisch für die Netzkultur gelten. Im Grunde war der Webhoster eine Art soziales Medium, bevor man diesen Begriff überhaupt nutzte. Hier waren einige der frühesten Gif-Animationen zu bewundern, die sich von einer Webseite zur nächsten viral fortpflanzten. Hier schlossen sich Gleichgesinnte in sogenannten Webrings zusammen, einer Art frühen Filterblase. Und hier entstand eine bizarrer Stil des Webdesigns, dessen Exzesse sich mit den grellen Farben, primitiven Grafiken und blinkenden Hintergründen zum funktionalistischen Stil heutiger Webseiten verhält wie der Jugendstil zum Bauhaus.
Anders als das Forum Romanum, das fast 1.400 Jahre lang Zentrum und Versammlungsort Roms war, existierte Geocities allerdings gerade einmal anderthalb Jahrzehnte: bereits 2009 beendete Yahoo, das die Firma 1999 gekauft hatte, den Betrieb des Angebots, das nie profitabel geworden war. Von einem auf den anderen Tag gab es hier nichts mehr zu sehen: Alle Homepages – die meisten von ihnen schon seit Jahren nicht mehr gepflegt – verschwanden, kurz nachdem man die Betreiber vorgewarnt hatte. Nur in Japan, wo Yahoo bis heute zu den wichtigsten Nachrichtenseiten zählt, überlebte Geocities bis zur vergangenen Woche. Am 30. März wurde es auch hier eingestellt und alle Seiten gelöscht.
Bei Google+ gingen die Betreiber etwas vorsichtiger vor: Man ließ den Nutzerinnen und Nutzern zumindest einige Monate Zeit, um ihre Daten zu sichern. Die Erklärungen von Google zu diesem Thema waren allerdings so unverständlich, dass bei einigen User zwischenzeitlich der Eindruck entstand, dass Google als Ganzes eingestellt würde. Google bietet zum Herunterladen der Daten zwar das Programm Take Out an. Dieser Dienst allerdings speichert die eigenen Posts, Fotos und Videos in einem Riesendurcheinander – und macht es dadurch unmöglich, die Daten einfach auf einer anderen Blogging-Seite wieder zu veröffentlichen. Eine Alternative ist der Google+ Exporter. Am 2. April werden alle Konten und Seiten endgültig geschlossen und das Löschen der Daten beginnt. Das kann mehrere Monate dauern.
Verschwinden werden so auch alle Kommentare, die bei blogspot.com von Google+-Nutzern hinterlassen wurden. Diese Google-Plattform, bei der man auf einfache Weise sein eigenes Blog einrichten kann, gehörte in den Nullerjahren zu den wichtigsten Medien des Web 2.0 und spielte unter anderem während des Arabischen Frühlings eine bedeutsame Rolle.
Bisher hat sich kein Archiv und keine Bibliothek gefunden, die all diese Webseiten, die Profile und ihre Inhalte langfristig aufbewahren und zugänglich halten wird. Die Non-Profit-Organisation Internet Archive hat zwar bekannt gegeben, dass sie Google+ konservieren will. Ähnliche Ankündigungen gab es allerdings auch schon beim Ende von Geocities – doch bis heute sind nur wenige Relikte der Site bei archive.org zu finden.
Eine vollständigere Kopie von Geocities haben Fans in Eigenregie unter der Adresse oocities.org angelegt. Das Kunstprojekt One Terabyte of Kilobyte Age von Dragan Espenschied und Olia Lialina zeigt außerdem alle zwanzig Minuten eine andere Homepage von Geocities: "The Deleted City" dient als eine Art Stadtplan auf der Suche nach dem verlorenen Netz. Alle nutzen die unvollständigen Daten, die die Hackergruppe Archive Team 2009 vor dem Ende von Geocities herunterlud und die bis heute als Torrent verbreitet werden.
Traditionelle Archive tun sich schwer mit der Archivierung von Internetinhalten. Die Library of Congress etwa – die Forschungsbibliothek in Washington, die die größte Büchersammlung der Welt besitzt – speicherte seit 2010 den Text sämtlicher Tweets, die auf Twitter veröffentlicht wurden. 2017 stellte sie diese Archivierung ein, weil die Datenmengen sie technisch überforderte – obwohl im selben Jahr in den USA ein Präsident an die Macht kam, bei dessen Amtsführung Tweets eine entscheidende Rolle spielten.
Bis auf Weiteres bleibt es also Amateuren überlassen, wenigstens Fragmente einer vergehenden Netzwelt zu retten. Die für die Archivierung von Kulturgütern zuständigen Institutionen haben hier bisher keinen Ehrgeiz entwickelt. Und auch die Konzerne, die im Netz ihr Geld verdienen, zeigen kein Interesse daran, ihre Hinterlassenschaften langfristig zu bewahren. Google überlässt dem Internet Archive zwar die Daten von Google+. Aber das muss nun Spender suchen, die sich an den Kosten des Hostings beteiligen. Ein Terabyte Daten langfristig zu sichern kostet die Initiative 2.000 Dollar. Und wie groß der Datensatz von Google+ ist, weiß im Augenblick noch niemand.
Aus: "Soziale Netzwerke: Das Internet vergisst also doch" Tilman Baumgärtel (2. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/internet/2019-04/soziale-netzwerke-google-myspace-geocities-datenloeschung/komplettansicht
« Reply #52 on: Juli 08, 2019, 02:32:28 nachm. »
[...] Bericht, Netzkultur, Medien, Erinnerung, Bildung, Bibliothek, Wikipedia, Uebergaenge
Bücher abschalten
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Schließung der Buch-Sektion im Microsoft App-Store. Die erworbenen E-Books werden Anfang Juli 2019 gelöscht. Auf den Lesegeräten der Benutzer werden sie nicht mehr angezeigt. Die Kunden erhalten ihr Geld zurück. Die Nutzung der Dateien war per Digital Rights Management an den Anbieter gebunden. Die Inhalte sind aber auch für das kollektive Gedächtnis verloren. Nur die Ausgaben, die als Netzpublikationen bei der Deutschen Nationalbibliothek abgeliefert worden waren, bleiben erhalten – für Benutzer der DNB als Archivdatei im Lesesaal. Wer in Büchern von Microsoft Notizen gemacht hatte, verliert auch diese übrigens auch und erhält dafür eine weitere Gutschrift von 25 US-Dollar.
Ein Blick zurück: Die Online-Ausgabe von Meyers Taschenlexikon und die Microsoft Encarta waren 2009 ebenfalls kurzfristig vom Netz genommen worden und sind seitdem verloren. Im selben Jahr kam es zu einem Vorfall, bei dem die Kindle-Ausgabe des Romans 1984 von George Orwell von Amazon ferngelöscht wurde, angeblich versehentlich.
Digitales Wissen ist vergänglich und bedeutet Kontrollverlust.
Aus: "Bücher abschalten" (1. Juli 2019)
Quelle: https://schneeschmelze.wordpress.com/2019/07/01/buecher-abschalten/
Microsoft gibt die Buch-Sparte seines App-Stores auf. Den Nutzern stehen deswegen ihre digitalen Bücher bald nicht mehr zur Verfügung, sie werden einfach nicht mehr angezeigt. Was bedeutet das für das kulturelle Gedächtnis? ... Durch die Digitale Rechteverwaltung (DRM) - ein Verfahren, mit dem die Nutzung digitaler Medien kontrolliert werden soll, - sind individuelle Nutzungsrechte an den jeweiligen Anbieter gebunden. Kommt es zu Unternehmensübernahmen oder -aufgaben, ist der Fortbestand von mithilfe der DRM-Systeme gespeicherten Informationen ungewiss. Selbstverlegte E-Books könnten so einfach verschwinden. Im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaft bleiben sie dann nur noch durch die Nationalbibliothek, die auch für Netzpublikationen im gesetzlichen Auftrag Pflichtexemplare sammelt. ...
Aus: "Digitale Bibliothek: Vergessene E-Books" Maximilian Senff (28. Juni 2019)
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/kultur/digitale-bibliothek-vergessene-e-books-1.4503840
"Amazon löscht digitale Exemplare von "1984"" (20.07.2009)
Amazon löscht Eigentum seiner Kunden: Ausgerechnet die Orwell-Bücher "1984" und "Farm der Tiere" verschwanden aus dem Speicher von Kindle-Lesegeräten, obwohl deren Besitzer sie gekauft und bezahlt hatten. Ein Lehrstück über Macht und Rechte im Zeitalter totaler Vernetzung. ...
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/e-reader-kindle-amazon-loescht-digitale-exemplare-von-1984-a-637076.html
[InetBib] Entschädigung für Gedächtnisverlust
Date: Mon, 1 Jul 2019 10:32:06 +0200
From: via InetBib <inetbib@xxxxxxxxxx>
Subject: [InetBib] Entschädigung für Gedächtnisverlust
http://www.inetbib.de/listenarchiv/msg66506.html
« Reply #53 on: Juli 23, 2019, 01:07:01 nachm. »
[...] Für ÖVP-Chef Sebastian Kurz ist es ein "ganz üblicher Vorgang" – für seine Nachfolgerin auf dem Ballhausplatz, die derzeitige Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, jedoch offenbar nicht so ganz. Sie hat am Montag eine interne Evaluierung angeordnet. Es soll geprüft werden, ob das externe Schreddern einer Druckerfestplatte aus dem Kanzlerbüro ordnungsgemäß gewesen sei oder nicht.
... Im Bundeskanzleramt machen seit Wochen verschiedene Gerüchte die Runde. So sagen mehrere Mitarbeiter, die anonym bleiben wollen, dass die Reisswolf-Aktion "nur die Spitze des Eisbergs" gewesen sei. Auf Missmut stoßen auch die Erklärungen, die vom Umfeld des Altkanzlers geliefert werden. So sei das Schreddern der Festplatte nötig gewesen, da bereits in der Vergangenheit Daten aus einer Druckerspeicherplatte ihren Weg an die Medien gefunden hätten.
Konkret handelt es sich dabei um die Strategiepapiere der "Operation Ballhausplatz", in denen der damalige Außenminister Kurz und seine Vertrauten den Plan für eine Übernahme des Kanzleramts skizzierten. Die Beamten fühlten sich durch das Misstrauen des Kurz-Umfelds "unter Generalverdacht gestellt", sagt ein hochrangiger Beamter dem STANDARD. Außerdem wird darauf verwiesen, dass parteipolitische Inhalte nicht im Ministerium ausgedruckt werden sollten.
Heinrich Berg vom Wiener Stadt- und Landesarchiv verweist ebenfalls darauf, dass im Bundesarchivgesetz keine Strafbestimmungen enthalten seien. Berg gilt als Koryphäe der Archivwissenschaft. Für ihn ist der aktuelle Schredderfall eine "schwierige Interpretationssache". Es gebe keine Judikatur dazu, ob das Staatsarchiv alle Daten sehen und einstufen müsse oder ob Ministerien selbst bestimmte Dokumente als löschbar klassifizieren können.
"Da das Kanzleramt selbst betroffen ist, erwarte ich mir dazu auch keine künftige Gesetzgebung", sagt Berg. Fehlende Sanktionsmöglichkeiten seien im europäischen Archivrecht an der Tagesordnung. Von Fällen wie einem in den Archivwissenschaften legendären südkoreanischen Archivar, der wegen verlorener Akten Harakiri begangen haben soll, sei man in Europa jedenfalls weit entfernt.
Aus: "Datenvernichtung: Wenn der Kanzler den Schredder anwirft" Michael Völker, Fabian Schmid (22.7.2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000106563906/bierlein-laesst-heimliches-schreddern-durch-kurz-mitarbeiter-pruefen
Mammut1968
Also als Chef ist der Kurz super. Nehmen wir an, ich montiere aus dem Firmendrucker die Festplatte heraus (eigentlich Diebstahl). Lass diese bei einer anderen Firma unter falschen Namen schreddern und bezahle die Rechnung nicht (eigentlich Betrug). Daraufhin werde ich strafrechtlich verfolgt und sogar verhaftet.
Und mein Chef sagt: Das entspricht alles dem normalen Vorgang. Mein Mitarbeiter hat sich eh entschuldigt und die offene Rechnung beglichen.
Super Chef, oder?
Laut Falter waren es 5 Festplatten und mitnichten "harmlose" Datenträger aus Druckerservern.
Ich schlage für diese Vorgänge folgende Name für die sicher kommende Verfilmung vor:
- Schreddergate
- Der mit dem Reisswolf tanzt
- Schredder und wo sie zu finden sind.
- Disktanic
- Walking Data
- Fast & Stupid
- Last Schredder standing
- Tanz der Schredder
- S.K. und die Heiligtümer des Schredders
- James Bond 007: Diskfall
- Sebastian im Schredderland
- Finding Data
- Spider man - Rise of the Schredder
- Ice Age - voll verschreddert
- Schredder der Erste
- Akte X: Die Daten sind irgendwo da draußen
chschm55
Judge Shred
« Reply #54 on: August 12, 2019, 10:05:44 vorm. »
[...] Nach den Protesten und Massenfestnahmen in Moskau haben die russischen Medienaufseher den Internetriesen Google aufgefordert, Videos von nicht genehmigten Protesten auf seiner Plattform Youtube zu löschen. In einem Schreiben wird das Unternehmen aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen verhindert werden solle, dass für nicht zugelassene Proteste geworben werde, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Sonntag mit.
Auf Youtube sind viele Videos veröffentlicht worden, die das teils harte Durchgreifen der Polizei bei Festnahmen zeigen. Allein in den vergangenen drei Wochenenden wurden mehr als 2000 Menschen in der russischen Hauptstadt festgenommen.
Es gibt auch Videos bei Youtube von der Demonstration am vergangenen Samstag, zu der nach Schätzungen der Organisatoren mehr als 50.000 Menschen gekommen waren. Diese Kundgebung hatten die Behörden im Gegensatz zu den Protesten an den Wochenenden davor genehmigt.
Aus: "Russland verlangt, dass YouTube Videos von Protesten löscht" (11.08.2019)
Quelle: https://futurezone.at/netzpolitik/russland-verlangt-dass-youtube-videos-von-protesten-loescht/400575656
« Reply #55 on: August 31, 2019, 05:13:17 nachm. »
[...] Pornodarsteller verschleiern oft ihre reale Identität, um sich vor Hass und Belästigung zu schützen. Das hält manche Nutzer im Netz trotzdem nicht davon ab, gemeinsam nach der realen Identität zu suchen. So auch die Plattform "PornWikiLeaks", auf der sich User sammelten und die Nummern, Adressen und den echten Namen von Schauspielerinnen teilten. Mit einem ungewöhnlichen Schritt wirkt das Pornostudio "Bang Bros" dem nun entgegen: Das Unternehmen hat die Website erworben – mit dem Ziel, sie offline zu nehmen, berichtet "Motherboard".
Statt der Plattform sehen Nutzer nun eine Nachricht von Bang Bros, in denen bekanntgegeben wird, dass der Hersteller "alle Festplatten voller sensibler und persönlicher Informationen" an sich genommen hatte. Dazu verlinkt das Unternehmen zu einem Video, in dem zu sehen ist, wie jemand brennbare Flüssigkeit darauf schüttet und die Platten verbrennt.
Bang Bros zufolge wurden auf der Website die Informationen von mehr als 15.000 Darstellerinnen aufgelistet. Zum Teil seien Handynummern, Adressen und sogar Namen von Familienmitgliedern verbreitet worden. Keine der Informationen sei freiwillig geteilt worden.
"Diese Seite offline zu nehmen wird zwar nicht das gesamte Internet vor der Verbreitung der realen Identität aufhalten, aber zumindest ist es ein Ort weniger, der diese Informationen sammelt und leicht zugänglich macht. Ein Forum mit 300.000 Beiträgen, die meisten negativ und hasserfüllt, ist nun verschwunden", heißt es in dem Statement auf der Website. Bisherige User der Website müssten sie nicht mehr aufsuchen, da sie nicht zurückkehren werde. (red, 30.8.2019)
Aus: "Pornostudio kauft Hass-Forum – und verbrennt es" (30. August 2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000108030403/pornostudio-kauft-hass-forum-und-verbrennt-es
Im A-Geigenlandl 69
Kann man FPÖ TV und Unzensiert auch kaufen?
Und dann verbrennen?
Unhold L.
Was? Die FPÖ ist doch nicht käuflich, Sie Bolschewik!
Ronald Heumayr
« Reply #56 on: Dezember 10, 2019, 10:03:53 vorm. »
[...] Am 14. Dezember löscht Yahoo alle Inhalte auf der Yahoo-Groups-Seite. Das Internet Archiv wollte die über 20 Jahre zusammengetragenen Daten archivieren und fand für diese Arbeit über hundert Freiwillige. Sie bereiteten in den letzten Wochen den Download der Daten jener Foren vor, deren Administratoren eine öffentliche Archivierung wünschten. Doch nun hat Yahoo-Eigentümer Verizon den Freiwilligen den Zugriff gesperrt, wegen "Verletzung der Nutzungsbedingungen".
Das berichtet eine Gruppe, über die sich freiwillige Helfer der Yahoo-Groups-Archivierung vernetzen. Die Sperre betrifft demnach mindestens 128 Konten. Gleichzeitig soll Yahoo den Groups-Dienst so modifiziert haben, dass ein von den Archivaren genutztes halbautomatisches Script zum Beitritt zu den einzelnen Yahoo-Groups-Foren nicht mehr funktioniert. Damit müssten die Archivare von vorne anfangen und jedem zur Archivierung angemeldeten Forum manuell beitreten. Das geht sich in den wenigen verblieben Tagen nicht aus.
Laut der Freiwilligengruppe, die sich über Verizons Sabotage gehörig ärgert, droht nun der Verlust von 80 Prozent der Yahoo-Groups-Daten. Yahoo selbst hat seinen Nutzern zwar ein Download-Werkzeug zur Verfügung gestellt. Es erlaubt jedoch nur den Download der eigenen Nachrichten, nicht aber der Antworten anderer User, womit sich kein sinnvolles Archiv bilden lässt. Fotos, auch selbst hochgeladene, ignoriert Yahoos Werkzeug grundsätzlich.
Hinzu kommt, dass Yahoos Dienst nicht ausgereift ist. Nutzer berichten von kaputten oder inkompletten Downloads, die bisweilen Viren enthalten. In manchen Fällen liefere Yahoo sogar die Daten anderer Nutzer. Verizons Motiv für die Archiv-Blockade ist unklar. Heise online hat den Konzern um Stellungnahme gebeten.
Bei Yahoo Groups geht es um Milliarden von Beiträgen, die bald unwiderbringlich verloren gehen sollen. Stand Mitte Oktober gab es mehr als 5,6 Millionen Foren auf Yahoo Groups. Davon konnten die Archive rund 2,8 Millionen finden, wovon knapp 1,5 Millionen ein öffentliches Nachrichtenarchiv mit geschätzt insgesamt 2,1 Milliarden Postings hatten. 2017 hat Verizon Yahoo sowie AOL übernommen, musste seither allerdings den Großteil des Kaufpreises abschreiben. (ds)
Aus: "Verizon verhindert Archivierung der Yahoo Groups" Daniel AJ Sokolov (10.12.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Verizon-verhindert-in-letzter-Minute-Archivierung-der-Yahoo-Groups-4609371.html
FranticallyFanatic, 10.12.2019 08:38
Warum macht Verizon das?
Ich bin da immer naiv und denke: "Warum etwas schützen, was eh öffentlich einsehbarer Content ist und eh gelöscht werden soll?"
Warum hat Verizon kein Interesse daran, dass die Yahoo-Groups - Sinn hin oder her - der Nachwelt erhalten bleiben?
« Reply #57 on: Januar 14, 2020, 10:05:30 vorm. »
[...] Die Handydaten der früheren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen aus der Amtszeit der CDU-Politikerin wurden unwiederbringlich gelöscht. Dies berichten die Welt und der Spiegel unter Berufung auf einen sogenannten Sachstandsbericht, den das Ministerium an den Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Aufklärung der Berateraffäre gesandt hatte. Demnach wurden auch die Daten auf einem zweiten Diensthandy der früheren Ressortchefin vernichtet.
Wie der Spiegel berichtet, wurden die Nachrichten eines Blackberry-Diensthandys durch die Unachtsamkeit eines Sachbearbeiters im August 2019 gelöscht. Dies hatte das Verteidigungsministerium bereits im Dezember eingeräumt.
Nun wurde bekannt, dass dem Ministerium mittlerweile auch ein zweites Telefon vorliegt, das die Ministerin erhalten haben soll, nachdem ihre frühere Nummer bei einem großen Datenleak im Internet öffentlich bekannt geworden war. Wie der Spiegel unter Berufung auf das Ministerium berichtet, habe von der Leyen selbst alle Nachrichten von diesem Handy vernichtet. Techniker hätten in den vergangenen Wochen festgestellt, dass sich auf dem zweiten Gerät "weder im Ordner Geschäftlicher Bereich noch im Ordner SMS Nachrichten und Dateien befinden", zitiert das Magazin aus dem Bericht.
Für den Untersuchungsausschuss zur sogenannten Berateraffäre sind das keine guten Nachrichten. Das Gremium prüft derzeit, ob im Verteidigungsministerium Verträge in Millionenhöhe an externe Firmen vergeben wurden – unter Umgehung des Vergaberechts. Auch der Vorwurf der Vetternwirtschaft steht im Raum. Zur Aufklärung der einzelnen Entscheidungsprozesse können nun keinerlei SMS der früheren Ministerin als Beweismittel herangezogen werden.
Ergebnisse der Ausschussuntersuchungen sollen Mitte 2020 vorliegen. Unklar ist bislang, ob das Gremium die heutige EU-Kommissionschefin von der Leyen als Zeugin vorladen wird.
Aus: "Daten auf Ursula von der Leyens Diensthandy vollständig gelöscht" (13. Januar 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-01/berateraffaere-ursula-von-der-leyen-handydaten-geloescht
Stinkstiefelrich #8
Ziemlich überraschend .....
Atlantto #65
Was für glückliche Zufälle - und wer soll diesem Märchen Glauben schenken?
« Reply #58 on: M?RZ 12, 2020, 09:40:55 nachm. »
[...] Im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut kann der Untersuchungsausschuss des Bundestags nach FDP-Angaben nicht auf bestimmte Handydaten von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zurückgreifen. Die Handydaten des Ministers und anderer Führungskräfte im Ministerium für den Zeitraum vor Februar 2019 seien gelöscht worden, teilte Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, am Donnerstag mit. Das habe das Ministerium in einer Sitzung des Ausschusses mitgeteilt.
Die „massive Dokumentationslücke“ behindere die Sachaufklärung, so Luksic. „Auch die Handydaten des ehemaligen Staatssekretärs Beermann wurden nach seinem Ausscheiden gelöscht, obwohl der Untersuchungsausschuss zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg war.“ Der Grünen-Obmann im Untersuchungsausschuss, Stephan Kühn, sagte: „Es entsteht der Eindruck, dass das Verkehrsministerium hier systematisch vorgegangen ist.“
Dem Maut-Untersuchungsausschuss sollte eine Sicherungskopie der Diensthandys vorgelegt werden. Hintergrund der Forderung waren die Vorgänge in einem anderen Untersuchungsausschuss des Bundestages zur sogenannten Berateraffäre im Verteidigungsministerium. Dort sollten die Handydaten der früheren Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) ausgewertet werden - sie waren aber gelöscht worden.
Der Maut-Ausschuss soll das Vorgehen Scheuers bei der geplatzten Pkw-Maut durchleuchten. Die Opposition wirft ihm vor, 2018 Verträge mit künftigen Betreibern der Maut voreilig abgeschlossen zu haben, ohne dass endgültige Rechtssicherheit darüber bestand. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte sie dann im Sommer 2019 gestoppt. Die vorgesehenen Betreiber beziffern ihre Forderungen an den Bund auf 560 Millionen Euro. (dpa)
Aus: "Handydaten von Verkehrsminister Scheuer wurden gelöscht" (12.03.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/untersuchung-zur-pkw-maut-handydaten-von-verkehrsminister-scheuer-wurden-geloescht/25637958.html
Dresden2 18:12 Uhr
Es ist inzwischen in dieser DEUTSCHEN Regierung Standard.
Sie können tun und machen, was sie wollen, eine Bestrafung gibt es nicht. ...
Karl-Heinz123 18:01 Uhr
Der hat gemerkt, dass Frau von der Leyen nicht passiert ist wegen der Löschung der Handydaten - flugs hat er das auch gemacht. Das ist kriminelle Vertuschung. Der mißbraucht Steuergeld für seine Amigos. ...
stefano1 17:06 Uhr
Fast schon amüsant, wie frech sich einige Politiker immer wieder desselben Tricks bedienen, um ihre Schuld zu vertuschen.
Aber natürlich darf die Demokratie so etwas nicht dulden. Die entsprechenden Politiker dürfen doch nicht einfach weitermachen. ...
nanen 16:26 Uhr
Meine Überraschung hält sich in Grenzen.
Von einem CSU-Verkehrsminister erwartet man, dass er seine Verpflichtungen gegenüber Lobby-Verbänden, Autoindustrie u.dgl. einhält. Dass er unvoreingenommen Verkehrspolitik im Sinne einer am Allgemeinwohl orientierten Mobilität betreibt, erwartet niemand. Dennoch scheint man es für nötig zu halten entsprechende Spuren seiner Aktivitäten zu verwischen.
Erstaunlich eigentlich!
« Reply #59 on: Mai 06, 2020, 02:23:23 nachm. »
[...] Mindestens elf Minderjährige wurden zwischen April 1943 und Juli 1944 in die Tötungstrakte der Kinderfachabteilungen eingewiesen. Also zu jener Zeit, zu der Hedwig Eyrich die Abteilung Erb- und Rassenpflege des Gesundheitsamtes leitete. Was fehlt, um die Mitschuld der Ärztin zweifelsfrei zu beweisen, ist ihre Unterschrift.
Geografische Distanzen, verschachtelte Bürokratie und die gezielte Vernichtung vieler Akten von Mitarbeiterinnen des Stuttgarter Gesundheitsamtes kurz vor Kriegsende sind einige der Gründe, weswegen laut Marquart Nachforschungen oft ins Leere laufen.
Aus: "Späte Aufarbeitung der Kindereuthanasie: Gerda durfte nicht leben" Anna-Theresa Bachmann (06.05.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/spaete-aufarbeitung-der-kindereuthanasie-gerda-durfte-nicht-leben/25794350.html