Source: http://hozir.org/30-sitzung-der-tagung-201011-der-xvii-gesetzgebungsperiode.html?page=5
Timestamp: 2019-01-17 02:18:24
Document Index: 367380709

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 60', '§ 63', '§ 63', '§ 112', '§ 60', '§ 155', '§ 63']

Berichterstatter Abg. Dipl.Ing. Eigner
Zweiter Präsident Nowohradsky: Es liegen keine weiteren Wortmeldungen vor. Somit erkläre ich die Aktuelle Stunde für beendet.
Wir kommen nun zum Geschäftsstück, Ltg. 584-1/A-1/36, Antrag mit Gesetzentwurf der Abge­ordneten Dipl.-Ing. Eigner, Jahrmann, Waldhäusl u.a. betreffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996. Ich ersuche Herrn Abgeordneten Dipl.Ing. Eigner, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatter Abg. Dipl.Ing. Eigner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hoher Landtag! Ich berichte zum Antrag Ltg. 584-1/A-1/36 der Abge­ordneten Dipl.-Ing. Eigner, Jahrmann, Waldhäusl, Maier, Thumpser und Ing. Rennhofer betreffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996.
Sowie gemäß § 34a zu meinem Antrag mit Kollegen betreffend Änderung der NÖ Bauordnung mit Ltg. 584/A-1/36 und ebenso zur Vorlage der NÖ Landesregierung betreffend Änderung der NÖ Bauordnung, Ltg. 619/B-23/1.
Ich habe mit einigen Kollegen im Juni 2010 ei­nen Antrag auf Änderung der Bauordnung einge­bracht. Es wurde in der Zwischenzeit das Begut­achtungsverfahren abgeschlossen, die Ergebnisse liegen nunmehr vor. Auch seitens der Landesregie­rung wurde im Sommer ein Antrag zur Abänderung vorgelegt und einem Begutachtungsverfahren un­terzogen. Die Ergebnisse liegen ebenfalls vor. Und mit dem heutigen gegenständlichen Antrag sollen beide Vorlagen zusammengeführt werden und ei­ner gemeinsamen Beschlussfassung unterzogen werden.
Ich darf daher folgenden Antrag des Bau-Aus­schusses über den Antrag mit Gesetzentwurf gem. § 34 LGO 2010 der Abgeordneten Dipl.-Ing. Eigner, Jahrmann, Waldhäusl, Maier, Thumpser und Ing. Rennhofer betreffend Änderung der NÖ Bauord­nung 1996 stellen (liest:)
1. Der dem Antrag gem. § 34 LGO 2001 der Abgeordneten Dipl.Ing. Eigner, Jahrmann, Waldhäusl u.a. beiliegende Gesetzentwurf be­treffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996 wird genehmigt.
2. Die NÖ Landesregierung wird beauftragt, das zur Durchführung dieses Gesetzesbeschlusses Erforderliche zu veranlassen.
3. Der Antrag der Abgeordneten Dipl.Ing. Eigner u.a. betreffend Änderung der NÖ Bauord­nung 1996, Ltg.-584/A-1/36-2010 und die Vorlage der NÖ Landesregierung betreffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996, Ltg.-619/B-23/1-2010 werden durch diesen Antrag miterledigt.“
Die Details liegen den Kollegen vor. Sehr ge­ehrter Herr Präsident! Ich ersuche um Eröffnung der Debatte und Abstimmung.
Zweiter Präsident Nowohradsky: Danke für den Antrag. Ich eröffne die Debatte. Zu Wort ge­langt Frau Abgeordnete Dr. Krismer-Huber.
Wir haben uns jetzt zwei Stunden mit der Blo­ckade des Bundes beschäftigt. Wir haben uns be­schäftigt mit dem niederösterreichischen Weg. Und ich möchte jetzt Ihre Aufmerksamkeit dahin lenken, dass, wer am niederösterreichischen Weg unter­wegs ist, kräftig in die Pedale treten sollte und wir hier etwas bewerkstelligen können rund ums Rad, wozu wir Gott sei Dank den Bund nicht brauchen. Das heißt, wir hier als NÖ Landtag haben uns vor fast exakt zwei Jahren mit dem Thema Steigerung des Radverkehrs als Anteil des Gesamtver­kehrsaufkommens beschäftigt und haben gemein­sam einstimmig einen Resolutionsantrag hier be­schlossen.
Passiert ist in den zwei Jahren nichts. Man könnte jetzt fast sagen, Blockadepolitik in Nieder­österreich. Ich bin relativ traurig, weil wir gerade jetzt wieder vor einigen Wochen im Land Nieder­österreich, viele von Ihnen waren selber dabei bei sehr vielen Initiativen rund um das Rad. Es hat Rekordtage gegeben, es gab Fahrradbörsen. Es hat wirklich sehr, sehr viele Aktionen gegeben, wo viele von Ihnen – das weiß ich – auch bemüht sind, dass das Rad als Alltagsverkehrsmittel verwendet wird.
Aber es geht nicht nur um diese Quasi-Sonn­tagsradlerei und dass wir uns da ablichten lassen mit Rädern, sondern mein Selbstverständnis dieses Landtages ist sehr wohl, dass wir Gesetze be­schließen, die damit eine ganz klare Handlungsan­leitung geben. Und das bringt mich eben zur Bau­ordnung.
Die Resolution vor zwei Jahren wurde von der zuständigen Frau Landesrätin Rosenkranz beant­wortet, für mich unbefriedigend beantwortet. Wie gesagt, passiert ist gar nichts in den zwei Jahren. Und ich bin jetzt dazu gekommen, dass ich Sie aufrufen möchte, also die FPÖ-Kollegen werde ich nicht gewinnen können, aber alle anderen, dass die Radpolitik in dem Land nicht bei der Frau Landes­rätin Rosenkranz deponiert wird. Weil Sie dreht das Rad stets rückwärts! Und ich möchte, dass SPÖ, ÖVP und die Grünen das Rad vorwärts bringen. (Beifall bei den Grünen.)
Worum es mir und auch vielen Menschen draußen geht, ist eine Gleichstellung des Autos. Eine Gleichstellung des Autos mit dem Rad. Und da gibt die Bauordnung noch sehr, sehr wenig her. Wenn ich mir anschaue das Bautechnikgesetz und die Verordnung dazu aus Oberösterreich, dann war Oberösterreich da wirklich schon mutiger. Und ich denke, wenn es das Regierungsmitglied nicht schafft, seine entsprechende Gesetzesvorlage hier zu präsentieren, dann schaffen wir das auch selber.
Ich werde dann noch einen Abänderungsan­trag dazu einbringen. Aber möchte auch jetzt schon noch argumentieren, warum ich das jetzt, heute und hier tue. Heute und hier deshalb, weil bei die­ser Novelle zur Bauordnung die Größe der Autoab­stellplätze wieder vergrößert wird. Ohne große Debatten tut man einfach so, als wäre das eine Notwendigkeit. Wir haben so viele Aktionen in Nie­derösterreich, wo es darum geht, man soll in den Gemeinden bemüht sein bei den ganzen Bebau­ungs- und Flächenwidmungsplänen, Bodenres­sourcen sich Gedanken zu machen. Aber es war nirgends ein Aufruhr, warum man jetzt in Nieder­österreich die Bauordnung so abändern sollte, dass das Auto rund 13 Prozent mehr Platz bekommt. Und das in einer Detailliertheit und Ausführlichkeit, dass es ein bisschen ein Unterschied ist, ob auf einer Seite des Abstellplatzes da noch eine Wand
ist, weil da müssen wir das noch hinein geben und das beachten. Ja? Akribisch und genau.
Und dann frage ich mich, warum das Rad noch immer nicht in der Bauordnung drinnen ist. Und zwar genau in dieser Detailverliebtheit. Und was ich vor allem nicht verstehe ist, dass die Statistik … (LR Rosenkranz: Weil es in der Bautechnikverord­nung steht!)
Ja, Frau Landesrätin, wenn Sie sich wo nicht … Ich kann es Ihnen dann sagen wo was drinnen steht.
Da muss ich doch wissen als Regierungsmit­glied, was draußen derzeit, wie das mit den Auto­verkäufen ist. Es gibt schon diese Wahnsinnsgeräte die SUVs, ja, das wissen wir alle. Jetzt liegt’s am Landtag, zu sagen, na denen muss ich stattgeben. Das will ich ja. Ich will ja genau diese großen Autos! Und wenn alle diese großen Autos kaufen, dann muss ich ihnen auch Platz dafür geben. Platz wie­der auf Kosten von anderen Bodenressourcen in den Gemeinden. Da sage ich, ich glaub nicht, dass das das Mehrheitsverständnis ist von hier im Landtag.
Ich glaube auch, dass hier die ÖVP etwas übersehen hat. Dass man das nicht dulden sollte. Und wir wissen ganz genau, dass die Statistik jetzt, die letzten ein, zwei Jahre, die Verkäufe gestiegen sind bei den kleinen Autos. Weil die Menschen eben nicht so dumm sind. Die wissen ganz genau, ich muss aufpassen, jetzt noch wenn ich eben, so lange es diese Elektroautos nicht gibt. Das wissen die ganz genau, mit Dieselpreise – und die Preise werden ansteigen bei Diesel und Benzin – man braucht nur in der Region ein kleineres Auto. Und dann kaufen sie die auch.
Und der zweite Punkt, warum ich das heute einbringe. Man ist relativ mutig im Bereich der E-Mobilität. Es ist überhaupt nicht ausgegoren so wie das drinnen steht. Das wissen viele von Ihnen, da ist noch viel im Umbruch. Wie viele Normen werden kommen und so weiter. Sage ich einmal, es ist vielleicht nicht uncharmant so zu tun als hätten wir eine Vorreiterrolle. Hat was für sich, man kann sich nichts darum kaufen und wird jetzt nichts bringen, aber es ist nicht uncharmant.
Aber genau wenn ich schon sozusagen die Zukunft ein wenig mitdenke, dann muss mir doch klar sein, wie groß sind denn die Elektroautos? Haben die das Volumen? Nein, das sind auch wie­der kleinere Autos. Ja? Und daher bringe ich fol­genden Abänderungsantrag ein (liest:)
der Abgeordneten Dr. Helga Krismer- Huber, Dr. Madeleine Petrovic, Emmerich Weiderbauer, Amrita Enzinger gemäß § 60 LGO 2001 zum Ver­handlungsgegenstand Ltg.-584/A1/36, Antrag mit Gesetzesentwurf der Abgeordneten DI Eigner, Mold, Ing. Rennhofer, Kasser, Hinterholzer, und Grandl betreffend Änderung der NÖ Bauordnung 1996.
Der Antrag betreffend Änderung der NÖ Bau­ordnung 1996 möge wie folgt abgeändert werden:
Nach § 63 wird § 63a eingefügt:
Verpflichtung zur Herstellung von Abstellanla­gen für Fahrräder
(1) Wird ein Gebäude errichtet, vergrößert, dessen Verwendungszweck geändert oder umfas­send saniert, sind ebenerdig geeignete und über­dachte Abstellanlagen für Fahrräder unter Berück­sichtigung der zukünftigen geplanten Verwendung des Gebäudes und der durchschnittlich benötigten Fahrrad-Abstellanlagen in ausreichender Anzahl vorzusehen.
(2) Die Mindestanzahl von Fahrrad- Abstellan­lagen nach dem voraussichtlichen Bedarf und Ver­wendungszweck der Bauten sowie die an solche Anlagen zu stellenden technischen Anforderungen ist mit Verordnung der Landesregierung festzule­gen.
Ein gesetzlicher Vorrang für das Rad beinhaltet nicht nur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, sondern berücksichtigt gemäß Gender-Aspekten Frauen, Kinder und Jugendliche im Besonderen. Denn Fahrräder vergrößern die individuelle Mobili­tät insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der Aktionsradius der Bevölkerung auf lokaler Ebene wird dadurch verbessert und vergrößert.
Mobilität von Frauen und Männern ist meist unterschiedlich. Frauen haben meist einen höheren Betreuungsaufwand für Kinder und legen vermehrt kurze Wege zurück. Wege unter einem halben Kilometer werden von 15% der Frauen, aber nur 9% der Männer zurückgelegt. Bei Wegen über 10 km zeigt sich das gegensätzliche Bild. Frauen spielen somit eine besondere Rolle für den Alltags­radverkehr in Niederösterreich.
Die Benützung des Fahrrades im Alltag hängt nicht zuletzt auch von einer möglichst einfachen und bequemen Abstellmöglichkeit, sowohl im Wohnbereich, als auch am Zielort ab. Neben einem problemlos und unkompliziert zu erreichenden Ab­stellplatz geht es dabei auch um die Bereitstellung von Abstellplätzen in ausreichendem Ausmaß.
Diese Abänderung der NÖ Bauordnung treibt die Gleichstellung von Fahrrad und Kraftfahrzeug voran. Dies ist eine aktive Klimaschutzmaßnahme im Radland Niederösterreich.
Ich halte das wirklich für eine ganz zentrale Auseinandersetzung, die wir hier im Landtag einmal ernsthaft zu führen haben auf Basis eines Geset­zesentwurfes, der hier von Abgeordneten, und ich hoffe, es bleibt nicht bei grünen Abgeordneten, den wir gemeinsam stellen und ganz klar auch der Re­gierung sagen, dass wir hier mutig sind.
Und ich sage …, es gibt nämlich die Diskus­sion, man kann nicht in den Bestand eingreifen, das ist schwierig, ja? Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor Jahrzehnten, als die Motorisierung gegriffen hat, als wir von den Pferdekutschen auf die Autos umgestiegen bzw. eingestiegen sind, haben sich auch die Gesetzgeber überlegen müssen, wie kann ich das machen. Und heute tut man so, als wäre das eine Hürde, über die man nicht drüber springen kann, dass man diesen Fahrrädern endlich ebener­dige, ordentliche, dem PKW gleichgestellte Abstell­anlagen macht. Die wichtig sind vor allem in den Ballungszentren.
Wir haben jetzt zwei Stunden über Kinder dis­kutiert. Da geht’s um die Kinder. Je jünger sie sind und das Radl als Alltagsverkehrsmittel verwenden, sind sie sicher unterwegs. Und diese Kinderradln sind immer noch verdammt schwer zu Mountain­bikes und anderen Rädern. Was hier nach Bau­technikgesetz geregelt ist, Bautechnikverordnung § 112, ist leider dieser Einstellraum. In dem Einstell­raum, wo die Kinderwagerln drinnen sind usw. Und von Ihnen wissen viele, dass das nicht so ernst genommen wurde. Wir haben diese Einstellräume quasi in Kellerabteilen. Wir haben die, dass die eben nicht ebenerdig sind. Da kann man jetzt wie­der so tun und sagen, na ja, da ist die Gemeinde Baubehörde, das geht uns nichts an. Ja?
Diese Einstellräume, das soll nach wie vor bleiben, weil es gibt immer so … Es sind nicht alle Freaks, es gibt bei uns so fünf Monate in etwa wo die Fahrräder nicht benützt werden. Dann sollen die in dem Einstellraum sein. Aber wenn wir die volle Radlsaison haben, wo wir eben keine Schneefahr­bahn haben, dann sollen die ebenerdig unterge­bracht werden. Ja?
Und zu dem Zeitpunkt, wo der NÖ Landtag 13 Prozent mehr Fläche für ein Auto hergibt, habe ich wirklich den Anspruch an den Landtag, wenn er das Radland Niederösterreich ernst nimmt und hier wirklich die neue Mobilität in die Zukunft führen möchte, dass wir uns zumindest das hernehmen, was Oberösterreich bis jetzt schon gemacht hat. Ich habe es ein bisschen anders formuliert, an die nie­derösterreichischen Gesetze angepasst. Und weil eben jetzt noch das Unterkleid fehlt, wie der Herr Kollege Eigner sagen würde, nämlich die Bautech­nikverordnung, bringe ich jetzt nur den Resoluti­onsantrag ein zu diesem Verhandlungsgegenstand (liest:)
der Abgeordneten Dr. Helga Krismer-Huber, Dr. Madeleine Petrovic, Emmerich Weiderbauer, Amrita Enzinger MSc gemäß § 60 LGO 2001 zum Verhandlungsgegenstand Ltg.- 584/A-1/36-2010.
Antrag der Abgeordneten DI Eigner, Mold, Ing. Rennhofer, Kasser, Hinterholzer und Grandl betreffend Änderung der NÖ Bautechnikverordnung zur Regelung der Anzahl und Ausgestaltung der Abstellanlagen für Fahrräder.
In Anlehnung an die Änderung der NÖ Bau­ordnung besteht die Notwendigkeit in weiterer Folge auch die Regelung der Anzahl der benötigten Abstellplätze für Fahrräder in den jeweiligen Ab­stellanlagen und deren Ausgestaltung in die Bau­technikverordnung zu verankern.
Die Landesregierung wird aufgefordert, folgen­der Änderung der NÖ Bautechnikverordnung nach­zukommen:
Nach § 155 Abs. 1 werden die Abs. 2a, 2b und 2c eingefügt welche lauten:
(2a) Die erforderliche Anzahl der Fahrrad-Stellplätze ist nach dem Verwendungszweck der verschiedenen Bauten und dem daraus resultieren­den voraussichtlichen Bedarf im Einzelfall von der Baubehörde festzulegen.
(2b) Die Anzahl der nach § 63a Abs. 1 der NÖ Bauordnung 1996, LGBl. zu errichtende Fahrrad- Abstellplätze je Abstellanlage wird nach folgenden Bezugsgrößen festgelegt:
je angefangene 50 m² Nutzfläche
a) für Schüler und Lehrlinge
4 Heimplätze
b) für Studenten
2 Heimplätze
3. Bauten mit Arbeitsplätzen
4. Bauten mit Kunden- oder Besucherfre­quenz
a) Bauten für Veranstaltungen (Gasthäuser, Kinos, Theater, Konzerthäuser u.dgl.)
50 Besucherplätze
b) Sportstätten
25 Sportstättenbenützer bzw. 50 Zuseher­plätze
c) Hallenbäder
e) Geschäfte
5. Bildungseinrichtungen ab der 5. Schul­stufe
Bei Z. 2 bis 5 ist ab einer Bezugsgröße von 1000 nur je weitere 200 ein zusätz­licher Fahrrad-Stellplatz erforderlich.
(2c) Kommen mehrere Bezugsgrößen gemäß Abs. 2b zur Anwendung, ist die jeweils erforderliche Anzahl von Fahrrad-Stellplätzen zusammenzuzäh­len. Die ermittelte Anzahl (Summe) der Fahrrad-Stellplätze ist auf die nächsthöhere ganze Zahl aufzurunden und beträgt mindestens fünf.“
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben, wie gesagt, hier gemeinsam einen Resoluti­onsantrag beschlossen, der ziemlich das beinhaltet, was ich Ihnen jetzt hier als Anträge eingebracht habe.
Ich glaube, dass es hier eine Mehrheit im Radland gibt, dass wir uns da auf den Weg ma­chen. Und ich appelliere wirklich an die ÖVP, wenn sie sich in der Angelegenheit mit dem zuständigen Landesrat Stephan Pernkopf ernst nimmt, heute hier die Radlandzukunft Niederösterreichs nicht an die Frau Landesrätin Rosenkranz quasi hin zu ver­weisen. Das ist nicht nötig! Es liegt ein ausge­schliffener Antrag vor. Wir können hier gemeinsam eine Mehrheit schaffen. Und ich brauch’ das Regie­rungsmitglied Rosenkranz, das in der Frage blo­ckiert, nicht. Danke! (Beifall bei den Grünen.)
Zweiter Präsident Nowohradsky: Zu Wort gelangt Herr Klubobmann Waldhäusl.
Abg. Waldhäusl (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Landesrätin! Werte Kollegen des Landtages!
Wir haben mit diesem Geschäftsstück viele, und ich würde sagen, wichtige Änderungen in der NÖ Bauordnung zu diskutieren und zu beschließen. Es war eine doch lange Vorbereitungszeit von einer Begutachtung, von einem Initiativantrag und jetzt von einem gemeinsamen Antrag dreier Parteien, die hier nach langer Diskussion unter Einfließen vieler Meinungen, aber vor allem unter der Feder­führung des zuständigen Ressorts, aus dem Büro Rosenkranz und der Abteilung, denen ich dazu recht herzlich gratulieren möchte … Ich war bei einigen Gesprächen dabei und muss sagen, dass hier hervorragend gearbeitet wurde.
Wir haben hier einen Entwurf, wo ich sagen möchte, dass dieser Beschluss wieder ein weiterer Schritt ist in die richtige Richtung und eine weitere Verbesserung für die niederösterreichischen Landsleute, aber auch für die Gemeinden bei der Umsetzung von Bauvorhaben und Anliegen im Wohnbereich.
Ein Wort zur Vorrednerin, Krismer-Huber, die wahrscheinlich diesen Antrag nicht gelesen hat, weil sie glaubt, dass das Einzige, was da drinnen steht, ist die Problematik der Fahrräder. Es geht ein bisschen weiter. Ich werde es dir dann noch auf­zählen. (Abg. Dr. Krismer-Huber: Davon steht näm­lich nichts drinnen! Da steht eh nix drinnen!)
Und zu deiner Äußerung, dass du irgendwo ei­nen Stillstand festgestellt hast. Also ich kann schon einen Stillstand feststellen, einen politischen, bei den Grünen und sehr oft einen geistigen bei dir selbst. Aber das ist wieder etwas anderes, über das wir heute nicht diskutieren müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zweiter Präsident Nowohradsky: Herr Abge­ordneter! Das mit dem „geistigen Stillstand“ das ist …
Abg. Waldhäusl (FPÖ): An der Grenze zu ei­nem Ordnungsruf. Ich werde es zur Kenntnis neh­men, Herr Präsident!
Liebe Kollegin Krismer! Es gibt auch Dinge, die sind in der Bauordnung geregelt. Das sind die Ab­stellplätze. Und das andere ist in der Bautechnik­verordnung geregelt. Das müsste man auseinander halten. Aber du wirst heute noch einen Antrag ver­lesen bekommen vom Abgeordneten Schuster, der auf diese Thematik eingeht. (Abg. Dr. Krismer-Huber: Ihr bringt nichts zusammen und jetzt wirst wieder polemisch!)
Und der auch der Meinung ist, dass hier die Ge­meinden das sehr wohl auch ordnen können.
Und zu deiner Initiative betreffend Radfahren und weil du gemeint hast, dass hier 13 Prozent mehr an Flächen für Autos … Ja das zeichnet un­sere Arbeit aus. Weil wenn du es dir genauer an­schauen würdest, würdest du merken, dass diese Mehrflächen vor allem für jene Autos zur Verfügung gestellt werden, für jene Autos, die Kinder mittrans­portieren im Auto. (Abg. Dr. Krismer-Huber: Geh Blödsinn! Und wirtschaftsfeindlich daneben!)
Und das ist eine familienfreundliche Ansage, dass in Zukunft hier die Mütter wenn sie mit ihren Kindern in Tiefgaragen und auf Abstellplätzen ihr Auto parken, mehr Möglichkeit zum Aussteigen haben mit dem Kinderwagen und mit den anderen Dingen, die sie mithaben, wenn sie Kinder mitneh­men.
Aber wenn du glaubst, dass alle Eltern die Kin­der mit dem Rad transportieren, dann weiß man deine geistige Einstellung. (Beifall bei der FPÖ.)
Aber ich würde ja fast meinen, wenn du da heraußen über Räder sprichst, dass ihr von den Grünen alle heute mit dem Radl da seid. Ich habe aber keinen einzigen mit dem Rad fahren gesehen heute. Gell? Nur soviel dazu. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Krismer-Huber: Sowas Deppertes!)
Deppert hat sie gesagt, Herr Präsident, ich mein, also …
Zweiter Präsident Nowohradsky: Also da muss ich das auch zurückweisen, wenn es auch aus den Reihen der Abgeordneten kommt. Ich er­suche das Protokoll, ob hier auch diese Wortmel­dung gegeben war und wir schauen uns das dann im Protokoll an.
Abg. Waldhäusl (FPÖ): Ich bedanke mich Herr Präsident und komme jetzt weiter zu meinen Ausführungen betreffend dieser Änderung in der NÖ Bauordnung.
Es hat also hier zwei Initiativen gegeben. Eine von der Regierung selbst, wo bereits in Begutach­tung sehr viele Anliegen und auch Aufforderungen von Bürgern, von Gemeinden hier ernst genommen wurden. Und es hier daher zu einer Änderung ge­kommen ist. Und gleichzeitig auf Initiative einer anderen Regierungspartei, der ÖVP, hier ein Initia­tivantrag. Und da hat dann richtigerweise und vor­ausschauend der Ausschuss gesagt, wir werden diese Dinge zusammenführen, weil ja fast alles, ich würde schon fast sagen, 95 Prozent, bereits in Begutachtung war und daher man diese Begut­achtung jetzt abwartet, dann die Ergebnisse zu­sammenführt und dann damit in den Landtag geht und eine ordentliche Gesetzesnovelle vorlegt.
Und wenn ich sage, eine ordentliche, dann meine ich es auch so. Denn diese Änderungen können sich sehen lassen. Es sind Änderungen, ich möchte nicht alle aufzählen, weil ich mir sicher bin, dass meine Redner nach mir alle die Unterlagen genau kennen bzw. ja teilweise bei den vielen Ver­handlungen dabei waren. Ob es jetzt im Wesentli­chen um die Erstellung und das Einreichen von Planunterlagen geht, ob es bei bewilligungs-, an­zeigefreien Dingen ist wie wir in Zukunft Geräte­hütten, Gewächshäuser regeln, ob es um den Be­reich des Abbruches von Gebäuden geht, wo eine gemeinsame Wand besteht. Also es gibt Dinge, wo viele sagen, das ist ja nur eine Kleinigkeit. Aber in der Praxis sich sehr oft gezeigt hat, dass diese Dinge sehr wichtig sind, wenn sie in Zukunft noch besser und noch genauer geregelt sind.
Ob es Anbringen von Satellitenantennen ist, ob es die Regelung mit den Carports ist, ob es eine Regelung mit Schwimmbeckenabdeckungen ist, all diese Dinge sind in dieser Novelle eingearbeitet. Und ich meine, in einer Art und Weise eingearbei­tet, dass es auch Sinn hat und Sinn macht. Es ist praxistauglich und die Bürgermeister werden hier sicherlich froh sein, dass sehr viel umgesetzt wurde, rasch und schnell umgesetzt wurde, so, wie viele von Ihnen es gewollt haben.
Es wurde aber auch in diesem neuen Regel­werk hier Bedacht genommen auf einen Bereich, der mir, der uns sehr wichtig ist und war, wo wir ja hier im Landtag auch vorstellig geworden sind mit einem selbständigen Antrag dass man in der Bau­ordnung über das Ortsbild auch Moscheen- und Minarett-Verbote aussprechen kann. Das heißt im Grunde nach, dass man hier das Regelwerk dafür schafft, dass in Zukunft die Baubehörde auch die Möglichkeit hat, wenn hier auf Grund kulturhistori­schen Gegebenheiten eindeutig etwas nicht in das Ortsbild passt, dass hier Bauwerke auch verboten werden dürfen und sollen.
Und das, glaube ich, ist eine wichtige Sache. Es freut mich persönlich, dass ein Jahr, nachdem wir im Landtag das behandelt haben und wir noch nicht die Überzeugung gewinnen konnten von den anderen Parteien, dass wir heute hier es eben mit drei Parteien gemeinsam durchsetzen werden. Und ich glaube, dass es wichtig ist und richtig ist. Es ist ja so, dass die Baubehörde hiermit das entspre­chende Werkzeug bekommen wird um in Zukunft auch dementsprechend ordentlich dem Ortsbild entsprechend vorgehen zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Ein wichtiger Punkt, den ich noch einmal her­aus heben möchte, der ja diskutiert wurde im Zu­sammenhang mit den Fahrrädern, das sind die so genannten Familienparkplätze. Es ist eben so, dass sich sehr viele Mütter berechtigterweise sehr oft beschwert haben, dass sie im gemeinnützigen Wohnbau zum Beispiel froh sind, dass sie Woh­nungen bekommen, die sie sich leisten können. Dann haben sie Kinder – Gott sei Dank ist es so – und dann quält man sich. Und im Winter ist es ganz arg, wenn die Autos verschmutzt sind und man kann die Kinder relativ schwer heraus nehmen aus dem Kindersitz. Jeder, der Kinder hat, weiß wie das ist. Und ich glaube daher, dass das keine Unter­stützung für den öffentlichen Verkehr oder für Autos ist, sondern das ist genau jene Unterstützung, die wir in Niederösterreich unseren Familien zugute kommen lassen wollen. Und darauf sind wir stolz! (Beifall bei der FPÖ.)
Es gibt eben noch einen Antrag des Kollegen Schuster, der die Abstellmöglichkeiten für Fahrrä­der hier noch einmal dezidiert einbringen wird. Wo eben dann es zu einer Regelung kommen wird, dass die Baubehörde auf Grund einer entspre­chenden Information dann auch dementsprechend handeln wird. Und es gibt auch noch eine kleine Änderung der Kollegen Schuster und Eigner betreffend des Aufstellens von Gerätehütten, betreffend der Baufluchtlinie, des Bauwichs. Hier wird eingefügt das Wort „außerhalb des vorderen Bauwichs“. Ich habe es eh schon persönlich ge­sagt, ich sage es noch einmal: Inhaltlich ist es rich­tig, was hier gefordert wird, weil man hier diesen Wildwuchs verhindern möchte. Aber richtigerweise müsste es heißen, davor oder dahinter. Weil es sich hier um eine Linie handelt. Und ich kann nur vor einer Linie oder hinter einer Linie stehen oder etwas bauen. Aber mag auch in Ordnung sein, wenn ihr der Meinung seid, dass es so formuliert wird.
Insgesamt gesehen zeigt es natürlich, wenn man das vorher schon gewusst hätte dass ihr das wollt, wir haben einige Sitzungen gehabt, hätten wir das schon einfließen lassen können. Denn wir ha­ben es so gemacht, und auf das bin ich stolz und da sage auch ich danke an das zuständige Regie­rungsmitglied, dass wir gesagt haben, wenn eine Regierungsvorlage mit so umfassenden Änderun­gen im Landtag beschlossen wird, dann sollen alle eingeladen sein, die hier seitens der Regierung involviert sind. Und wir wollen etwas Ordentliches, etwas Gescheites machen. Es sollen alle an einen Tisch, man soll verhandeln und soll dann gemein­sam eine Lösung präsentieren, die auch Hirn hat und die auch praxistauglich ist.
Ich bin stolz darauf. Danke! (Beifall bei der FPÖ.)