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Timestamp: 2016-10-22 03:48:32
Document Index: 134616221

Matched Legal Cases: ['Art. 178', 'Art. 112', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 76', 'Art. 100', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 200', 'Art. 198', 'Art. 198', 'Art. 157', 'BGE', 'Art. 196', 'Art. 209', 'Art. 196', 'Art. 196', 'Art. 196', 'Art. 198', 'Art. 197', 'Art. 200', 'Art. 198', 'Art. 198', 'BGE', 'Art. 198', 'Art. 209', 'Art. 560', 'Art. 602', 'Art. 610', 'Art. 612', 'Art. 611', 'Art. 612', 'BGE', 'Art. 652', 'Art. 652', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 197', 'Art. 198', 'Art. 654', 'BGE', 'BGE', 'Art. 218', 'BGE', 'Art. 198', 'Art. 198', 'Art. 195', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 198', 'Art. 209', 'BGE', 'Art. 196', 'Art. 197', 'Art. 198', 'Art. 67', 'Art. 66']

5A_143/2015 (23.03.2016)
5A_143/2015 � � Urteil vom 23. M�rz 2016
vertreten durch Rechtsanwalt Viktor R�egg,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Luzern, 2. Abteilung, vom 20. Januar 2015.
A.a.�A.A.________ (geb. 1946) und B.A.________ (geb. 1945) heirateten am 20. April 1970.
A.b.�Mit letztwilliger Verf�gung vom 2. April 1976 wurde B.A.________ zum Erben im Nachlass von C.________ eingesetzt, welcher am 23. Juni 1976 verstarb. Infolge einer Testamentsanfechtung reduzierte sich der Erbteil von B.A.________ von 80 % auf 60 %. Mit Kaufvertrag vom 23. Mai 1978 erwarb B.A.________ von der Erbengemeinschaft das sich im Nachlass befindende Grundst�ck Nr. vvv, GB T.________ zum Verkehrswert von Fr. 338'000.--. Hierf�r leistete er eine Zahlung von Fr. 338'000.-- in den Nachlass. Den Kaufpreis bezahlte er mit einem Hypothekardarlehen von Fr. 300'000.-- und mit Barmitteln von Fr. 38'000.--. Sp�ter erhielt er aus dem versilberten Nachlass eine Akontozahlung von Fr. 165'000.-- und nach Abzug s�mtlicher Erbteilungskosten, Steuern und unter Anrechnung von erhaltenem Mobiliar eine Saldozahlung von Fr. 8'111.85.
Auf Ersuchen von A.A.________ ordnete der vormalige Amtsgerichtspr�sident II des damaligen Amtsgerichts U.________ gegen�ber B.A.________ am 16. November 2006 den Erlass superprovisorischer Verf�gungsbeschr�nkungen, unter anderem betreffend das Grundst�ck Nr. vvv in T.________, an (Art. 178 ZGB).
C.a.�Am 18. M�rz 2008 beantragte B.A.________ dem Amtsgericht U.________, die Parteien im Hinblick auf die Scheidung zum Auss�hnungsversuch vorzuladen. Dieser blieb erfolglos.
C.b.�An der Verhandlung im Massnahmenverfahren vom 27. August 2008 einigten sich die Parteien, die Verf�gungsbeschr�nkung auf dem Grundst�ck Nr. vvv in T.________ bestehen zu lassen. Anl�sslich dieser Verhandlung reichten die Parteien ein gemeinsames Scheidungsbegehren im Sinne von Art. 112 ZGB ein. Da A.A.________ in der Folge ihren Scheidungswillen nicht best�tigte, wurde das gemeinsame Scheidungsbegehren abgewiesen. Am 15. Dezember 2008 reichte B.A.________ die Scheidungsklage ein.
C.c.�Im Juni 2010 wurden vom Grundst�ck Nr. vvv die Grundst�cke Nr. vvv, www, xxx, yyy und zzz abparzelliert. Das Grundst�ck Nr. vvv mit Einfamilienhaus verblieb im Eigentum von B.A.________, die un�berbauten Grundst�cke Nr. www-zzz wurden zu einem Preis von insgesamt Fr. 787'493.10 verkauft. Der nach der Bezahlung von Kosten, Steuern und der Tilgung der Grundpfandschulden verbliebene Restsaldo von Fr. 441'413.90 wurde auf ein Sperrkonto, lautend auf beide Parteien, �berwiesen.
Der Nettowert des verbliebenen Grundst�cks Nr. vvv wurde anl�sslich des Scheidungsverfahrens auf Fr. 539'000.-- festgesetzt.
C.d.�Mit Urteil vom 5. Juni 2014 schied das Bezirksgericht U.________ die Ehe der Parteien. Es verpflichtete B.A.________ unter anderem, A.A.________ aus G�terrecht Fr. 1'246'260.60 zu bezahlen (Ziff. 2.5). Das Begehren von A.A.________ auf Gew�hrung einer Unterhaltsrente wies es ab. Die Verf�gungsbeschr�nkung auf dem Grundst�ck Nr. vvv wurde aufgehoben.
Gegen dieses Urteil erhoben beide Parteien Berufung beim Kantonsgericht des Kantons Luzern. A.A.________ verlangte, B.A.________ sei zur Zahlung von Unterhalt in der H�he von monatlich Fr. 850.-- zu verpflichten und es seien ihm die erstinstanzlichen Gerichtskosten zu zwei Dritteln aufzuerlegen. B.A.________ verlangte, soweit vorliegend noch von Interesse, die g�terrechtliche Ausgleichszahlung sei auf Fr. 63'553.65 zu reduzieren und die Gerichts- und Parteikosten neu zu verlegen. Mit nachfolgender Anschlussberufung verlangte A.A.________, die bestehende Verf�gungsbeschr�nkung auf dem Grundst�ck Nr. vvv in T.________ sei beizubehalten und eventualiter, falls die Berufung von B.A.________ (teilweise) gutgeheissen werde, dieser zur Bezahlung von monatlichen Unterhaltsbeitr�gen in der H�he von Fr. 3'860.-- zu verpflichten. In der Folge reichte B.A.________ seine Berufungs- und Anschlussberufungsantwort ein.
Mit Urteil vom 20. Januar 2015 verpflichtete das Kantonsgericht des Kantons Luzern B.A.________ in (teilweiser) Gutheissung der Berufung und Anschlussberufung von A.A.________, dieser ab Rechtskraft des Scheidungsurteils monatlich eine indexierte, ab Verfall zu je 5 % verzinsliche, Unterhaltsrente von Fr. 1'000.-- zu bezahlen (Ziff. 2). Zudem reduzierte es in teilweiser Gutheissung der Berufung von B.A.________ den von ihm aus G�terrecht gem�ss Ziff. 2.5 des Urteils des Bezirksgerichts zu bezahlenden Betrag auf insgesamt Fr. 756'053.65 (Ziff. 3), indem es das Grundst�ck Nr. vvv dessen Eigengut zuwies. Schliesslich verteilte es die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens neu je h�lftig, auferlegte die Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens je zur H�lfte und verpflichtete die Parteien, ihre Kosten selber zu tragen (Ziff. 4). S�mtliche weitergehenden und anderslautenden Antr�ge wies es ab.
Gegen dieses Urteil hat A.A.________ (Beschwerdef�hrerin) Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Sie verlangt die Aufhebung der Ziff. 3 und 4 des vorinstanzlichen Entscheides und die Erh�hung des ihr von B.A.________ (Beschwerdegegner) aus G�terrecht geschuldeten Betrages auf Fr. 1'246'260.60, entsprechend der Ziff. 2.5 des Urteils des Bezirksgerichts, sowie die Neuverteilung der kantonalen Kosten - wobei der Beschwerdegegner die erst- und zweitinstanzlichen Gerichtskosten zu zwei Dritteln und die zweitinstanzlichen Parteikosten voll zu tragen habe. Die erstinstanzlichen Parteikosten seien von jeder Partei selber zu tragen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner beantragt sie im Sinne einer vorsorglichen Massnahme, es sei eine Verf�gungsbeschr�nkung �ber das Grundst�ck Nr. vvv in T.________ zu erlassen, alles unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners.
Der Beschwerdegegner hat sich dem Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mit Stellungnahme vom 23. M�rz 2015 (im Gegensatz zum Kantonsgericht) widersetzt. Mit Verf�gung des Pr�sidenten der II. zivilrechtlichen Abteilung vom 25. M�rz 2015 ist das Bundesgericht auf das Massnahmebegehren nicht eingetreten.
Mit Verf�gung vom 30. September 2015 sind der Beschwerdegegner und die Vorinstanz zur Stellungnahme eingeladen worden. Die Vorinstanz hat sich am 20. Oktober 2015, der Beschwerdegegner am 16. November 2015 vernehmen lassen. Sie beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Mit Eingabe vom 30. November 2015 hat die Beschwerdef�hrerin ihre Replik und Kostennote eingereicht. Der Beschwerdegegner hat sich nicht mehr vernehmen lassen.
Die vorinstanzlichen Akten sind beigezogen worden.
1.1.�Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, die als oberes Gericht �ber die verm�gensrechtlichen Folgen einer Ehescheidung und damit �ber eine verm�gensrechtliche Zivilsache entschieden hat (Art. 72 Abs. 1, 75 Abs. 1 und 90 BGG). Der Streitwert �bersteigt Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist damit grunds�tzlich zul�ssig. Die Beschwerdef�hrerin ist gem�ss Art. 76 Abs. 1 BGG zur Beschwerde berechtigt und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG). Insofern kann auf die Beschwerde eingetreten werden.
1.2.�Mit Beschwerde in Zivilsachen kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist deshalb weder durch die in der Beschwerde erhobenen Argumente noch durch die vorinstanzliche Begr�ndung eingeschr�nkt; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem geltend gemachten Grund gutheissen, eine Beschwerde aber auch mit einer von der vorinstanzlichen Argumentation abweichenden Begr�ndung abweisen. Angesichts der in Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG festgelegten allgemeinen Begr�ndungspflicht pr�ft das Bundesgericht allerdings grunds�tzlich nur die erhobenen R�gen. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden Rechtsfragen zu untersuchen, soweit solche nicht (mehr) vorgetragen werden (BGE 133 III 545 E. 2.2 S. 550; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Streitig ist vor Bundesgericht die g�terrechtliche Zuordnung der Liegenschaft Nr. vvv in T.________ - sowie damit zusammenh�ngend der Nettoverkaufserl�s der davon abparzellierten Grundst�cke (Sachverhalt, C.c).
2.1.�Das Bezirksgericht erwog mit Bezugnahme auf BGE 132 III 145, die Massenzuordnung eines Verm�genswertes bestimme sich im Zeitpunkt der ersten Beteiligung. Den vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen sei - wie dies die Beschwerdef�hrerin richtig ausf�hre - zu entnehmen, dass er die Liegenschaft von der Erbengemeinschaft bereits am 23. Mai 1978 zum Verkehrswert mit einem Hypothekardarlehen von Fr. 300'000.-- und mit Barmitteln von Fr. 38'000.-- abgekauft habe. Aus der Nachlassabrechnung sei nicht ersichtlich, dass der Beschwerdegegner die Liegenschaft als Verm�genswert an seinen Erbteil �bernommen habe. Aus dieser gehe vielmehr hervor, dass der ihm zustehende Erbteil unter Anrechnung dreier Teppiche und der Erbteilungskosten mit einer Akontozahlung von Fr. 165'000.-- und einer Saldozahlung von Fr. 8'111.85 in bar ausgerichtet worden sei. Beweislos geblieben sei die vom Beschwerdegegner behauptete objektiv-partielle Erbteilung. Den Akten sei auch nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner den Anrechnungswert der Liegenschaft zuerst in die Liegenschaft (recte: den Nachlass) einbezahlt und diesen dann wieder ausbezahlt erhalten h�tte. Dass die f�r den Kauf verwendeten Barmittel von Fr. 38'000.-- aus dem Eigengut stammten, beweise er nicht. Es sei daher von Errungenschaft auszugehen (Art. 200 Abs. 3 ZGB). Die Hypothek folge derjenigen G�termasse, zu welcher auch der Verm�gensgegenstand geh�re. Die Liegenschaft in T.________ stelle daher zweifelsohne Errungenschaft des Beschwerdegegners dar. Zu den am 17. Juni 2010 davon abparzellierten Grundst�cken Nr. vvv, www, xxx, yyy und zzz hielt das Bezirksgericht fest, der Nettoverkaufserl�s der un�berbauten Grundst�cke Nr. www-zzz von Fr. 441'413.90 sei folglich der Errungenschaft zuzurechnen. Das im Eigentum des Beschwerdegegners verbliebene Grundst�ck Nr. vvv sei dessen Errungenschaftsverm�gen mit Fr. 539'000.-- anzurechnen.
2.2.�Das Kantonsgericht hingegen stellte sich auf den Standpunkt, vorliegend ginge es nicht um die Frage der Massenzuordnung bei zeitlich gestaffelter Beteiligung beider G�termassen, sondern es sei zu entscheiden, ob es sich um einen entgeltlichen oder (�berwiegend) unentgeltlichen Erwerb durch Erbgang im Sinne von Art. 198 Ziff. 2 ZGB handle. Das Bezirksgericht verkenne, dass der Verm�gensanfall bereits mit dem Tod des Erblassers und der gleichzeitigen Er�ffnung des Erbgangs erfolge - und dies auch dann, wenn vorerst eine Erbengemeinschaft bestehe. Dass der Beschwerdegegner das Grundst�ck sp�ter durch "so bezeichneten" Kaufvertrag �bernommen habe, spiele keine Rolle. Mit dieser Argumentation ordnete die Vorinstanz die Liegenschaft Nr. vvv sowie den durch den Verkauf der davon abparzellierten Grundst�cke erzielten Nettoerl�s dem Eigengut des Beschwerdegegners zu. Dadurch reduzierte sich die Errungenschaft des Beschwerdegegners von Fr. 2'694'724.88 um Fr. 980'413.90 (Fr. 539'000.-- und Fr. 441'413.90) auf insgesamt Fr. 1'714'311.--, und der g�terrechtliche Anspruch der Beschwerdef�hrerin von Fr. 1'246'260.60 auf Fr. 756'053.65.
Soweit die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung den Sachverhalt zum Hergang der Erbteilung respektive die (mutmasslichen) Hintergr�nde f�r die gew�hlte Vorgehensweise des Beschwerdegegners erg�nzt, ist dies vorliegend unzul�ssig und unbeachtlich.
2.3.�Die Beschwerdef�hrerin verlangt eine R�ckkehr zur Auffassung des Bezirksgerichts, d.h. die Zuordnung der Liegenschaft zur Errungenschaft des Beschwerdegegners und damit verbunden die Erh�hung dessen Errungenschaft um Fr. 980'413.90 auf Fr. 2'694'724.90, so dass zu ihren Gunsten eine g�terrechtliche Forderung von Fr. 1'246'260.60 resultiert. Sie r�gt, die Vorinstanz habe bei der g�terrechtlichen Zuordnung Art. 198 Ziff. 2 ZGB verletzt respektive zu Unrecht angewandt. Sie habe zudem den Sachverhalt offensichtlich unrichtig und in Verletzung von Art. 157 ZPO festgestellt, indem sie ignoriert habe, dass der Erbanteil des Beschwerdegegners durch Geldzahlungen surrogiert und die Liegenschaft durch den Kaufvertrag erworben worden sei.
3.1.�Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den f�r die g�terrechtliche Zuordnung massgeblichen Sachverhalt nicht abweichend von den Ausf�hrungen des Bezirksgerichts festgestellt hat. Sie hat nicht den Kaufvertrag zwischen dem Beschwerdegegner und den Mitgliedern der Erbengemeinschaft negiert, sondern f�r die g�terrechtliche Zuordnung einen anderen Zeitpunkt als massgebend erachtet. Die Vorinstanz gelangte somit aufgrund einer vom Bezirksgericht abweichenden rechtlichen W�rdigung desselben Sachverhaltes zur g�terrechtlichen Zuordnung der Liegenschaft in das Eigengut. Die R�ge, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt respektive Beweise falsch gew�rdigt h�tte, ist daher unbegr�ndet.
3.2.�Die Liegenschaft ist unbestrittenermassen w�hrend der Ehe erworben worden. Ebenfalls unbestritten sind die zeitlichen Abl�ufe und die formelle Vorgehensweise zur �berf�hrung der Liegenschaft in das Alleineigentum des Beschwerdegegners. Strittig ist hingegen, in welchem Zeitpunkt und damit verbunden aus welchem Rechtsgrund der f�r die g�terrechtliche Zuordnung relevante Verm�gensanfall erfolgte respektive wie die vom Beschwerdegegner und seinen Miterben gew�hlte Vorgehensweise der �berf�hrung der Liegenschaft zu w�rdigen ist. Dabei handelt es sich - wie soeben ausgef�hrt - um eine vom Bundesgericht frei �berpr�fbare Rechts- und nicht um eine Tatfrage.
4.1.�Wie bereits die beiden kantonalen Instanzen erwogen haben, ist f�r die g�terrechtliche Zuweisung auf den Sachverhalt im Zeitpunkt des Erwerbs des Verm�gensgegenstandes abzustellen. Nachfolgende Vorg�nge k�nnen an der Massenzugeh�rigkeit nichts mehr ver�ndern (BGE 132 III 145, E. 2.2.3 S. 149; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, 1992, N. 48 zu Art. 196 ZGB und N. 50 zu Art. 209 ZGB; DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, Les effets du mariage, 2. Aufl. 2009, Rz. 963 und 965; DANIEL STECK, in: FamKomm Scheidung, Bd. I: ZGB, 2. Aufl. 2011, N. 27 zu Art. 196 ZGB; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2. Aufl. 2012, N. 9 zu Art. 196 ZGB; vgl. PAUL-HENRI STEINAUER, in: Commentaire Romand, Code civil I, 2010, N. 7 zu Art. 196 ZGB; HAUSHEER/GEISER/AEBI-M�LLER, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. Aufl. 2014, Rz. 12.59).
Dieser Grundsatz beschl�gt nur die Sachverhalte, in welchen es um ein und denselben Verm�gensgegenstand geht. Davon zu unterscheiden ist das Institut der Ersatzbeschaffung und die dort f�r die g�terrechtliche Zuweisung geltenden Regeln (vgl. E. 4.3.2 und 4.3.3 unten).
4.2.1.�Aus den Materialien ist ersichtlich, dass der Gesetzgeber hinsichtlich der g�terrechtlichen Zuordnung einer aus Erbschaft stammenden Liegenschaft eine gewisse Bevorzugung zugunsten des Eigengutes erwog. So sollte gem�ss der Kommission des Nationalrates eine Liegenschaft, welche einem Ehegatten aus einer Erbschaft zugewiesen wurde, auch dann im Sinne von Art. 198 Ziff. 2 ZGB zum Eigengut geh�ren, wenn die Errungenschaft bei einer gemischten Schenkung oder einer teilweise entgeltlichen Erbschaft die Finanzierung aufgebracht hat; durch die Zahlung sollte sich nichts an der Massenzugeh�rigkeit �ndern (Protokoll �ber die Verhandlungen der Kommission des Nationalrates zur Vorbereitung des Gesetzesentwurfes betreffend �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Wirkungen der Ehe im allgemeinen, Eheg�terrecht und Erbrecht], 1982 ff., S. 1010-1013, nicht wortw�rtlich wiedergegeben in: ELISABETH ESCHER, Wertver�nderung und eheliches G�terrecht, 1989, S. 58 f.). Im Grundsatz aber wollte der Gesetzgeber mit der Einf�hrung des neuen ordentlichen G�terstandes insbesondere auch die (Interessen-) Gemeinschaft und damit auch die Errungenschaft der Ehegatten f�rdern (vgl. z.B. Art. 197 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB [Ertr�ge aus Eigengut], dazu die Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Wirkungen der Ehe im allgemeinen, Eheg�terrecht und Erbrecht] vom 11. Juli 1979, BBl. 1979 II 1191, S. 1307 Ziff. 222.13] und Art. 200 Abs. 3 ZGB [Vermutung zugunsten der Errungenschaft]; Botschaft, a.a.O., S. 1219 Ziff. 157).
4.2.2.�Nach einem in der Lehre h�ufig anzutreffenden Ansatz, ist der Fall, in welchem der Miterbe eine Ausgleichszahlung an seine Miterben leistet, als gemischtes Rechtsgesch�ft zu qualifizieren, das nach den Regeln der gemischten Schenkung zu beurteilen sei (HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 34 zu Art. 198 ZGB; DESCHENAUX/STEINAUER/ BADDELEY, a.a.O., N. 928b; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, a.a.O., N. 11 zu Art. 198 ZGB; vgl. zum lebzeitigen Erbvorbezug auch REGINA E. AEBI-M�LLER, G�terrechtliche Zuordnung von teilweise unentgeltlich erworbenen Liegenschaften und einer damit verbundenen Leibrente, ZBJV 9/2009 vom 22. September 2009, S. 711 ff., S. 713).
Bei der gemischten Schenkung ist zu pr�fen, welche Verm�gensmasse in welchem Umfang am Erwerb beteiligt war. Der Verm�genswert soll jener Verm�gensmasse zufallen, die am meisten zum Erwerb beigetragen hat (vgl. BGE 132 III 145 E. 2.2.2 S. 149). Wird die Gegenleistung respektive Ausgleichszahlung aus dem Eigengut erbracht, ist der neu erworbene Gegenstand insgesamt dem Eigengut zuzuordnen. Wird die Gegenleistung jedoch (teilweise) aus der Errungenschaft des teilweise auch unentgeltlich beg�nstigten Ehegatten erbracht, ist nach dem wirtschaftlichen Schwergewicht zu beurteilen, welcher Verm�gensmasse der in Frage stehende Verm�genswert zufallen soll (vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 31 ff., insbesondere N. 34 und N. 41 zu Art. 198 ZGB). Der anderen Verm�gensmasse steht eine variable Ersatzforderung zu (Art. 209 Abs. 3 ZGB).
Dieser doktrinale Ansatzpunkt �berzeugt nicht vorbehaltlos, denn bei einer gemischten Schenkung wird ein Verm�genswert in ein und demselben Zeitpunkt teilweise unentgeltlich und teilweise entgeltlich erworben. Bei einem Erwerb durch Erbgang und anschliessender Erbteilung sind jedoch zwei Zeitpunkte zu unterscheiden: Im Moment des Erbgangs tritt bei jedem Erben ein unentgeltlicher Verm�gensanfall ein. Im Zeitpunkt der Erbteilung erfolgt der Erwerb zu Alleineigentum. Daran sind unter Umst�nden verschiedene G�termassen beteiligt; eine unentgeltliche Zuwendung im eigentlichen Sinne liegt in diesem Zeitpunkt aber nicht mehr vor (vgl. sogleich E. 4.3).
4.3.1.�Erben erwerben die Erbschaft als Ganzes mit dem Tode des Erblassers kraft Gesetzes (Universalsukzession; Art. 560 Abs. 1 ZGB). Mehrere Erben werden Gesamteigent�mer der Erbschaftsgegenst�nde (Art. 602 Abs. 2 ZGB). Bis zur Aufl�sung der Erbengemeinschaft haben die Miterben indes keine individuellen, selbst�ndigen Rechte an den Erbschaftsgegenst�nden, und bei der Teilung haben die Miterben alle den gleichen Anspruch auf die Gegenst�nde der Erbschaft (Art. 610 Abs. 1 ZGB); vorbehalten bleiben einzig hier nicht massgebliche Sonderbestimmungen (Art. 612a, 613 und 613a ZGB). K�nnen sich die Miterben hinsichtlich der Teilung nicht einigen, sind entweder Lose zu bilden (sog. Realteilung; Art. 611 Abs. 2 ZGB) oder ist die Sache zu verkaufen und der Erl�s zu teilen (Art. 612 Abs. 2 ZGB). Mithin besteht der Erbteil einer noch ungeteilten Erbschaft formell zwar aus Gesamteigentum an den Erbschaftsgegenst�nden, materiell hingegen aus einem Anspruch auf eine Quote des Nachlassverm�gens bzw. auf einen Anteil an der Liquidation der Erbengemeinschaft (BGE 91 II 86 E. 3 S. 90 f.; 101 II 222 E. 6e S. 233 und Urteil 5A.12/1992 vom 16. Dezember 1992 E. 2b, best�tigt in Urteil 5A_530/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 3.2.3; vgl. J�RG WICHTERMANN, in: Basler Kommentar ZGB II, 5. Aufl. 2015, N. 14 zu Art. 652 ZGB; RUTH ARNET, Erbengemeinschaft im sachenrechtlichen Umfeld, in: Nachlassplanung und Nachlassteilung, 2014, S. 385 ff., S. 389; zum Gesamteigentum im Allgemeinen ARTHUR MEIER-HAYOZ, Berner Kommentar, 1981, N. 3 zu Art. 652 ZGB). Diese Betrachtungsweise steht im �brigen im Einklang mit der Regelung im Vollstreckungsrecht, wonach sich die Pf�ndung am Verm�gen einer ungeteilten Erbschaft nicht auf einzelne Erbschaftsgegenst�nde, sondern nur auf den dem Schuldner "bei der Liquidation der Gemeinschaft zufallenden Liquidationsanteil erstrecken" kann (vgl. Art. 1 Verordnung des Bundesgerichts �ber die Pf�ndung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsverm�gen vom 17. Januar 1923 [VVAG; SR 281.41]).
4.3.2.�Erbschaftsgegenst�nde, die ein Miterbe zufolge Teilung der Erbschaft zu Alleineigentum erwirbt, treten an die Stelle des Anspruchs auf eine Quote des Nachlassverm�gens (BGE 91 II 86 E. 3 S. 91). Der Austausch eines Verm�gensgegenstandes durch einen anderen im Sinne eines Wertersatzes gilt in der Terminologie des ZGB als Ersatzanschaffung (vgl. Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5 und Art. 198 Ziff. 4 ZGB). Die verm�gensrechtliche Surrogation tritt von Gesetzes wegen und unmittelbar ein.
Liefert das Institut der Ersatzanschaffung einen L�sungsansatz, verliert die in der Doktrin kontrovers diskutierte Frage an Bedeutung, ob bei der �berf�hrung einer im Gesamteigentum stehenden Sache in das Alleineigentum eines Miterben ein (zweiter) Eigentums�bergang stattfindet, oder aber ob - mit der Begr�ndung, dass ein Eigent�mer nicht noch einmal Eigentum an der gleichen Sache erwerben k�nne - das im Rahmen der Gesamthand bestehende Eigentumsrecht durch Rechtsaufgabe der ausscheidenden Miterben in das Alleineigentum eines Miterben umgewandelt wird (vgl. f�r eine �bersicht mit Hinweisen RUTH ARNET, a.a.O., S. 394 ff. und STEPHAN WOLF, Erbschaftserwerb durch mehrere Erben und Erbteilungsrecht - Erbengemeinschaft - Erbteilung, in: Zeitschrift f�r Schweizerisches Recht, Band 125 (2006) II, S. 211 ff., S. 266 ff.; vgl. auch J�RG WICHTERMANN, a.a.O., N. 5 zu Art. 654 ZGB mit Hinweisen; eher f�r einen Rechts�bergang BGE 86 II 347 E. 3a S. 351 f. und 102 II 197 E. 3b S. 204; f�r eine Rechtsaufgabe hingegen BGE 95 II 426 E. 3a S. 431 f., wo aber im Zusammenhang mit dem Beginn der Sperrwirkung nach aArt. 218 OR auf die Erbteilung als Eigentumserwerb abgestellt wurde, sowie BGE 116 II 174 E. 6 S. 181 f.).
4.3.3.�Der Anspruch auf eine Quote des Nachlassverm�gens bzw. auf einen Anteil an der Liquidation der Erbengemeinschaft wird durch Erbgang erworben; er stellt Eigengut dar (Art. 198 Ziff. 2 ZGB). Erwirbt der Miterbe im Rahmen der Erbteilung Alleineigentum an einem Erbschaftsgegenstand, ist wie folgt zu unterscheiden: Ist der Wert des �bernommenen Erbschaftsgegenstandes kleiner oder gleich gross wie der Wert des Liquidationsanteils, verbleibt dieser aufgrund der verm�gensrechtlichen Surrogation dem Eigengut (vgl. HAUSHEER/REUSSER/ GEISER, a.a.O., N. 31 zu Art. 198 ZGB; vgl. zu aArt. 195 ZGB auch BGE 91 II 86 E. 3 S. 91, best�tigt in BGE 116 II 225 E. 3b S. 229). �bersteigt der Wert des �bernommenen Erbschaftsgegenstandes aber den Wert des Liquidationsanteils, und muss der Miterbe eine Ausgleichszahlung (soulte) leisten, handelt es sich um zwei Ersatzanschaffungen: die eine im Verh�ltnis zum Anspruch auf den Liquidationsanteil und die andere im Verh�ltnis zur Ausgleichszahlung. Es gelten auch hier die Grunds�tze der verm�gensrechtlichen Surrogation. Das Ergebnis h�ngt letztlich davon ab, welcher Verm�gensmasse die beitragenden Verm�genswerte entstammen. Sind beide Beitr�ge aus dem Eigengut, ist auch die Ersatzanschaffung Eigengut. Wirken demgegen�ber Errungenschaft und Eigengut eines Ehegatten zusammen, f�llt der Verm�genswert jener Verm�gensmasse zu, die am meisten zum Erwerb beigetragen hat (BGE 132 III 145 E. 2.2.2 S. 149; vgl. auch HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 31 ff. zu Art. 198 ZGB). Der anderen Verm�gensmasse steht eine variable Ersatzforderung zu (Art. 209 Abs. 3 ZGB; vgl. BGE 132 III 145 E. 2.2.2 S. 149 und 131 III 559 E. 2.3 S. 562). Sind beide G�termassen im gleichen Ausmass beteiligt, ist der fragliche Verm�genswert der Errungenschaft zuzuweisen (HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 47 zu Art. 196 ZGB).
Diese L�sung f�hrt zum selben Ergebnis wie die in der Lehre vertretene Meinung, wonach die Regeln der gemischten Schenkung anzuwenden seien (oben E. 4.2.2). Da der Verm�genswert jedoch bereits zu einem fr�heren Zeitpunkt unentgeltlich anf�llt, ist bei der �bertragung zu Alleineigentum nach den Regeln der Ersatzanschaffung (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5 und Art. 198 Ziff. 4 ZGB) und nicht der gemischten Schenkung zu verfahren.
4.4.�Im Nachlass (Nettowert Fr. 352'905.20) befand sich im Wesentlichen die streitgegenst�ndliche Liegenschaft, f�r welche (damals) ein Verkehrswert von Fr. 338'000.-- bestimmt wurde. Dem Beschwerdegegner stand eine Quote von 60 % des Erbschaftsverm�gens (ausmachend Fr. 211'743.12) zu. W�re die Liegenschaft im Rahmen einer klassischen Erbteilung an den Beschwerdegegner �bergegangen, h�tte die geerbte Quote mehr als die H�lfte und damit am meisten zum Erwerb der Liegenschaft beigetragen. Sie w�re dem Eigengut zuzuordnen, und das Ergebnis entspr�che vorliegend der g�terrechtlichen Zuteilung durch die Vorinstanz.
Aufgrund der unangefochten gebliebenen Sachverhaltsfeststellungen hat der Beschwerdegegner nun aber die Liegenschaft formell nicht gest�tzt auf einen (einfach schriftlichen) Erbteilungsvertrag, sondern aufgrund eines (�ffentlich beurkundeten) Kaufvertrages erworben. Der Beschwerdegegner stellte sich allerdings auf den Standpunkt, auf die Bezeichnung des Rechtsgesch�ftes k�nne es nicht ankommen; es h�tten sich um reine Teilungs- respektive Zahlungsmodalit�ten gehandelt. Da die Vorinstanz f�r die g�terrechtliche Zuteilung f�lschlicherweise den Zeitpunkt des Erbanfalls f�r massgebend erachtete, hielt sie den konkreten Vorgang des Erwerbs zu Alleineigentum f�r irrelevant. An dieser Auffassung kann nach dem Gesagten nicht festgehalten werden. Ziff. 3 des Entscheids des Kantonsgerichts Luzern ist daher aufzuheben. Die Sache ist an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie pr�ft, wie es sich f�r die g�terrechtliche Zuteilung verh�lt, wenn der Erbschaftsgegenstand, wie vorliegend, zumindest formell durch einen Kauf und nicht durch eine (partielle) Erbteilung erworben worden ist.
Die Beschwerdef�hrerin ficht die vorinstanzliche Kosten- und Entsch�digungsregelung f�r das kantonale Verfahren nicht selbst�ndig an, sondern nur im Zusammenhang mit dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens. Da ihre Beschwerde im Eventualantrag gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen ist, wird diese �ber die Kosten und Entsch�digungen des kantonalen Verfahrens neu zu befinden haben (Art. 67 und 68 Abs. 5 BGG).
Aus den dargelegten Gr�nden ist die Beschwerde gutzuheissen. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdegegner f�r die Gerichtskosten aufzukommen und die Beschwerdef�hrerin zu entsch�digen (Art. 66 Abs. 1 und 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Entscheid wird in Ziff. 3 und 4 aufgehoben. Die Sache wird an das Kantonsgericht Luzern, 2. Abteilung, zur�ckgewiesen, damit es �ber den noch strittigen Teil des g�terrechtlichen Anspruchs der Beschwerdef�hrerin neu entscheidet.
Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 12'000.-- zu entsch�digen.
Lausanne, 23. M�rz 2016