Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-05-2003-I_672-2002
Timestamp: 2016-10-22 13:27:27
Document Index: 225976662

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 672/02 (06.05.2003)
I 672/02
A.________, 1956, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Evalotta Samuelsson, Seefeldstrasse 45, 8008 Z�rich,
Die 1956 geborene A.________, gelernte Papeteristin, war verschiedentlich im B�robereich t�tig. Von 1991 bis 1998 arbeitete sie bei der Firma S.________ AG, als Telefonistin/Empfangsdame, welche Stelle sie per Ende April 1998 k�ndigte. Anschliessend ging sie mehrere k�rzere, teilweise befristete Arbeitsverh�ltnisse ein und bezog zeitweilig Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Aufgrund eines seit dem Jahre 1989 bestehenden R�ckenleidens meldete sie sich wiederholt bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an; am 19. November 1991 zur Berufsberatung und Arbeitsvermittlung, am 29. September 1998 zum Bezug von Hilfsmitteln (Rumpforthese) und am 4. Februar 1999 zur Berufsberatung und Umschulung. Am 2. August 2000 ersuchte A.________ die Invalidenversicherung um Ausrichtung einer Rente, eventuell um Arbeitsvermittlung. Nach medizinischen und erwerblichen Abkl�rungen sowie Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Z�rich mit Wirkung ab 1. M�rz 2001 eine Viertelsrente zu (Verf�gung vom 8. November 2001).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 23. August 2002 ab.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids die Zusprechung einer Invalidenrente gest�tzt auf einen Invalidit�tsgrad von mindestens 50 % ab 20. M�rz 2001 bis 1. November 2001, danach eine Invalidenrente gest�tzt auf einen Invalidit�tsgrad von 40 % beantragen.
1.2 Die Vorinstanz hat den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 IVG), die Voraussetzungen f�r den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 IVG) sowie die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen anhand des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG) zutreffend dargestellt. Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 Streitig ist der Invalidit�tsgrad und in diesem Zusammenhang insbesondere die H�he des ohne Gesundheitsschadens erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen). W�hrend die IV-Stelle vom Einkommen ausging, welches die Versicherte ab dem 1. September 1999 bei der Firma W.________ AG, als Call Center Agent erzielte (j�hrlich Fr. 58'363.-), stellte das kantonale Gericht auf die Angaben im Arbeitgeberbericht der Firma S.________ AG vom 18. September 2000 ab und errechnete unter Ber�cksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahre 2001 ein Valideneinkommen von Fr. 69'222.-. Ausgehend von einem (unbestritten gebliebenen) Invalideneinkommen von j�hrlich Fr. 35'018.- setzte es den Invalidit�tsgrad auf 49,4 % fest.
Die Beschwerdef�hrerin legt ihren Ausf�hrungen ebenfalls den bei der Firma S.________ AG erzielten Verdienst zu Grunde, ist jedoch der Ansicht, das Valideneinkommen sei h�her anzusetzen; entgegen den Angaben der Firma S.________ AG vom 18. September 2000 sei unter Ber�cksichtigung der Lohnentwicklung in den Jahren 1993 bis 1997 von einer j�hrlichen Lohnerh�hung von mindestens Fr. 110.- auszugehen, was zu einem Valideneinkommen von Fr. 70'590.- f�hre und zuz�glich einer Gratifikation ein Gesamteinkommen von mindestens Fr. 72'720.- ergebe.
2.2 Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person als Gesunde tats�chlich erzielen w�rde (ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a, 1961 S. 367). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie m�glich zu erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen F�higkeiten und pers�nlichen Umst�nde, unter Ber�cksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hief�r hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen (Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc.), zu erwarten gehabt h�tte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 Erw. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b; vgl. auch EVGE 1968 S. 93 Erw. 2a). Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige T�tigkeit im Gesundheitsfall weitergef�hrt worden w�re, ist Ankn�pfungspunkt f�r die Bestimmung des Valideneinkommens h�ufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 Erw. 3c). Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat mit Urteil L. vom 18. Oktober 2002 (I 761/01) entschieden, dass f�r die Vornahme des Einkommensvergleichs grunds�tzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allf�lligen Rentenbeginns abzustellen ist. Bevor die Verwaltung �ber einen Leistungsanspruch befindet, muss sie indessen pr�fen, ob allenfalls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Ver�nderung der hypothetischen Bezugsgr�ssen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzuf�hren (BGE 128 V 174 Erw. 4a).
2.3 Angesichts der unsteten beruflichen Situation, in der sich die Versicherte nach ihrer K�ndigung bei der Firma S.________ AG befand, erscheint es - auch wenn die Beendigung dieses Arbeitsverh�ltnisses aus invalidit�tsfremden Gr�nden erfolgte - gerechtfertigt, auf die l�ngere Zeitspanne von 1991 bis 1998 abzustellen, in welcher eine stabile Arbeitssituation bestand. Im angefochtenen Entscheid wird daher zutreffend von den Einkommensverh�ltnisse bei der Firma S.________ AG ausgegangen, was umso mehr gerechtfertigt erscheint, als die Versicherte das Arbeitsverh�ltnis mit der Firma W.________ AG zwischenzeitlich bereits wieder beendet und am 1. November 2001 eine neue Stelle bei der Bank X.________ angetreten hat.
2.4 Zu pr�fen bleibt, wie sich das Einkommen der Beschwerdef�hrerin bis zum massgeblichen Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. M�rz 2001) entwickelt h�tte.
Die Vorinstanz hat ausgehend von den Angaben im Arbeitgeberbericht vom 18. September 2000, wonach die Versicherte bei einer 100 %igen T�tigkeit einen Monatslohn von Fr. 5'200.- erzielen w�rde, ein an die Verh�ltnisse im Jahre 2001 angepasstes Einkommen von j�hrlich Fr. 69'222.- errechnet. Den Akten l�sst sich nichts entnehmen, was zum Schluss f�hren w�rde, dass die Beschwerdef�hrerin in den Genuss einer �berdurchschnittlichen Lohnsteigerung gekommen w�re. Zwar betrug - entgegen den Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid - die Nominallohnentwicklung im Jahre 2001 + 2,5 % und nicht + 2,4 % (Die Volkswirtschaft 3/2003, Tabelle B 10.2, S. 91); dies f�hrt jedoch nur zu einer unwesentlichen Differenz bzw. zu einem Valideneinkommen von Fr. 69'290.-. Keine entscheidrelevante Abweichung ergibt sich, wenn man das im Jahre 1991 verdiente Einkommen von Fr. 58'150.- an die seitherige Nominallohnentwicklung (1992: + 4,7%, 1993: + 2,6 %, 1994: + 1,5 %, 1995: + 1,3 %, 1996: + 1,3 %, 1997: + 0,5 %, 1998: + 0,7 %, 1999: + 0,3 %, 2000: + 1,3 %, 2001: +2,5 %; Die Volkswirtschaft 11/1996, Tabelle B 4.4., S. 13 und 3/2003, Tabelle B 10.3, S. 91) anpasst und auf diese Weise ein Valideneinkommen von Fr. 69'753.- errechnet. Sodann ist nichts ersichtlich, was darauf hindeutet, dass die Firma S.________ AG den Verdienst wegen des Gesundheitsschadens tiefer angesetzt h�tte als bei einer gesunden Person in der gleichen Funktion. Schliesslich ist dem Arbeitgeberbericht vom 18. September 2000 zu entnehmen, dass im Jahre 1998 zwar ein 13. Monatslohn, jedoch - anders als im Jahre 1991 - keine Gratifikation (mehr) ausbezahlt wurde. Soweit die Versicherte sich auf ein h�heres, bei der Bank X.________ erzielbares Einkommen beruft, kann ihr nicht gefolgt werden, zumal nichts darauf hindeutet, dass sie auch im Gesundheitsfall eine Stelle bei der Bank X.________ angetreten h�tte, so dass f�r eine solche berufliche Entwicklung keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte bestehen (Erw. 2.2 hievor). Die vorinstanzliche Berechnungsweise ist somit im Grundsatz zu best�tigen und das Valideneinkommen auf Fr. 69'290.- festzusetzen.