Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=17.11.2010&Aktenzeichen=XII%20ZR%20170%2F09
Timestamp: 2019-03-19 02:32:45
Document Index: 155496170

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1376', '§ 287', '§ 1376', '§ 1568', '§ 287', '§ 1', '§ 1', '§ 287', '§ 1376', '§ 1568', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1568', '§ 1374', '§ 1568', '§ 1375', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.11.2010 - XII ZR 170/09 - dejure.org
BGB §§ 1376, 1568 b; ZPO § 287
§ 1376 BGB, § 1568b BGB, § 287 ZPO, § 1 HausratsV, §§ 1 ff HausratsV
Bewertung eines Vermögensgegenstandes als Aufgabe eines Tatrichters durch Auswahl und Anwendung einer sachverhaltsspezifischen im Einzelfall geeigneten Bewertungsart; Bestimmung der Werthaltigkeit eines in den Zugewinnausgleich fallenden Anrechts durch Schätzung eines Tatrichters; Bestimmung des Wertes eines Kommanditanteils an einem geschlossenen Immobilienfonds unter Berücksichtigung des Veräußerungserlöses; Unterwerfung der im gemeinsamen Eigentum stehenden Haushaltsgegenstände unter die gerichtliche Hausratsverteilung
ZPO § 287 Abs. 2; BGB § 1376 Abs. 2; BGB § 1568b
Verfahrensrecht - Schätzung des Tatrichters über Werthaltigkeit eines Anrechts
Der geschlossene Immobilienfonds im Zugewinnausgleich
Bewertung eines Vermögensgegenstandes im Zugewinnausgleich
Familienrecht - Bewertung von Vermögensgegenständen im Zugewinnausgleich
Bewertung von Immobilien im Zugewinnausgleich - Der BGH konkretisiert die Regeln dafür
Beschränkung der Revision auf einen Teil des Zugewinnausgleichs unzulässig.
In die Hausratsverteilung fallen nach neuem Recht nur noch Hausratsgegenstände im gemeinsamen Eigentum
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2010, Az.: XII ZR 170/09 (Bewertung von Vermögensgegenständen zur Ermittlung des Zugewinns)" von RA/FaFamR Dr. Rudolf Schröder, original erschienen in: FamRZ 2011, 360 - 362.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2010, Az.: XII ZR 170/09 (Zugewinnausgleich/Bewertung einer Altersversorgung durch Kapitalzahlung/Grundstücksbewertung/Bewertung eines Kommanditanteils...)" von der Redaktion der FuR, original erschienen in: FuR 2011, 157 - 161.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2010, Az.: XII ZR 170/09 (Bewertung einer Versorgung (Kapitalabfindung) im Zugewinnausgleich)" von RA/FAFamR Dr. Walter Kogel, original erschienen in: FamRB 2011, 97 - 98.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2010, Az.: XII ZR 170/09 (Bewertung eines Kommanditanteils und einer Immobilie mit Schwarzbau im Zugewinnausgleich)" von RA/FAFamR Dr. Walter Kogel, original erschienen in: FamRB 2011, 98 - 99.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.2010, Az.: XII ZR 170/09 (Bewertung von Vermögensgegenständen im Zugewinnausgleich)" von RA/FAFamR Dr. Walter Kogel, original erschienen in: FF 2011, 116 - 118.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 17.11.1010, Az.: XII ZR 170/09 (Bewertung eines Versorgungsanrechts, eines Kommanditanteils und von Immobilien im Zugewinnausgleich)" von RA Jörn Hauß, original erschienen in: NJW 2011, 601 - 606.
AG Rheine, 02.05.2007 - 13 F 251/01
NJW 2011, 601
MDR 2011, 228
NZM 2011, 131
FamRZ 2011, 183
FamRZ 2011, 360
b) Das Gericht hat die tatsächlichen Grundlagen seiner Schätzung und ihrer Auswertung in objektiv nachprüfbarer Weise anzugeben (Senatsurteile vom 17. Dezember 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 21;… vom 20. Oktober 2010 - XII ZR 53/09 - FamRZ 2010, 2059 Rn. 33 und vom 26. März 2003 - XII ZR 167/01 - NJW-RR 2003, 873, 874).
Wie auch das Berufungsgericht gesehen hat, folgt aus diesem Stichtagsprinzip, dass für die Bewertung eines in die Zugewinnberechnung fallenden Vermögensgegenstandes grundsätzlich auf die Erkenntnismöglichkeiten an diesem Stichtag abzustellen ist (…vgl. etwa Senatsurteile vom 4. Juli 2012 - XII ZR 80/10 - FamRZ 2012, 1479 Rn. 22 ff. und vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 24 ff., letzteres auch zu Ausnahmen).
Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass mit dem Erfordernis der Titulierung durch fachkundige familienrechtliche Stellen regelmäßig die Beachtung unterhaltsrechtlicher Grundsätze, nach denen dem Unterhaltspflichtigen jedenfalls der Betrag verbleiben muss, der seinen eigenen Lebensbedarf nach sozialhilfe- bzw grundsicherungsrechtlichen Grundsätzen sicherstellt (BGH Urteil vom 9.1.2008 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2008, 594; BGH Urteil vom 15.3.2006 - XII ZR 30/04 - BGHZ 166, 351, 356 = FamRZ 2006, 683, 684; BVerfG FamRZ 2001, 1685 f) , angenommen werden kann.
Haushaltsgegenstände, die im Alleineigentum eines Ehegatten stehen, können im Hausratsverfahren nicht (mehr) dem anderen Ehegatten zugewiesen werden und unterliegen dem Zugewinnausgleich (im Anschluss an Senatsurteil vom 17. November 2010, XII ZR 170/09, FamRZ 2011, 183).
Das neue - materielle - Recht kommt mangels einer entsprechenden Übergangsregelung im vorliegenden Fall zur Anwendung (vgl. Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 62; vgl. BT-Drucks. 16/10798 S. 25;… OLG Schleswig Beschluss vom 24. März 2010 - 15 UF 166/09 - juris Rn. 27 zur Anwendung von § 1568 a BGB).
Denn danach ist eine Übertragung von im Alleineigentum eines Ehegatten stehenden Gegenständen nicht mehr möglich (Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 62;… Johannsen/Henrich/Jaeger Familienrecht 5. Aufl. § 1374 Rn. 14;… Staudinger/Weinreich BGB [2010] § 1568 b Rn. 53;… MünchKomm/Koch BGB 5. Aufl. § 1375 Rn. 7;… vgl. auch Schwab Handbuch des Scheidungsrechts 6. Aufl. Rn. 30).
Der Senat hat allerdings zuletzt offen gelassen, ob diese Grundsätze auch uneingeschränkt gelten, wenn die Hausratsverteilung noch nach altem Recht durchgeführt worden ist (Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 62), wie es im vorliegenden Fall geschehen ist.
Abgesehen davon bildet der Anspruch auf Zugewinnausgleich als einheitlicher Anspruch einen jedenfalls im Grundsatz unteilbaren Streitgegenstand, der dem Revisionsgericht deshalb nur insgesamt anfallen kann (Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183).
Die Nutzung solcher nachträglichen Erkenntnisse für die Wertermittlung kommt allenfalls dann in Betracht, wenn sich wegen der Eigenheiten eines zu bewertenden Vermögensbestandteils und der damit einhergehenden Unwägbarkeiten nur hieraus konkrete Erkenntnisse für die Werthaltigkeit gewinnen lassen (Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 70/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 24 ff.).
a) In der Rechtsprechung ist bislang anerkannt, dass der Gewerbebetrieb eines selbständigen Handelsvertreters nur ausnahmsweise und in besonders gelagerten Fällen einen Goodwill besitzt (BGH Urteil vom 28. Februar 1962 - IV ZR 239/61 - RzW 1962, 362 f. und BGHZ 68, 163, 166 ff. = FamRZ 1977, 386 f.; OLG München NJW-RR 1994, 359, 360; BFH DB 1964, 1174; BFH DB 1977, 894; BFH VersR 2008, 1110, 1111; vgl. auch Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 62 aE).
Diese Entwicklung kann so weit gehen, dass ein späterer Wert deutlich hinter dem Ehezeitanteil zurück bleibt und sogar weniger als der (hälftige) Ausgleichswert bei Ende der Ehezeit vorhanden ist (vgl. Senatsurteil vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 38 ff.).
Die tatrichterliche Bewertung kann nach allgemeinen Grundsätzen nur daraufhin überprüft werden, ob sie gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstößt oder sonst auf rechtsfehlerhaften Erwägungen beruht (BGH, Urteile vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09, FamRZ 2011, 183, 184 Rn. 21; vom 25. November 1998 - XII ZR 84/97, NJW 1999, 784, 787; vom 12. Juli 1995 - XII ZR 109/94, BGHZ 130, 298, 303 und vom 24. Mai 1993 - II ZR 36/92, NJW 1993, 2101, 2103).
Soweit der Rechtsprechung des Senats insofern etwas anderes entnommen werden könnte (…Senatsurteile vom 11. Mai 2011 - XII ZR 33/09 - FamRZ 2011, 1039 Rn. 11; vom 17. November 2010 - XII ZR 170/09 - FamRZ 2011, 183 Rn. 62 …und vom 6. Oktober 2010 - XII ZR 10/09 - FamRZ 2011, 25 Rn. 26), hält er hieran nicht fest.
Auf die "marktüblich erzielbaren" Erträge im Sinne der §§ 17, 18 ImmoWertVO ist daher auch dann abzustellen, wenn für die Nutzung des Grundstücks vom Üblichen abweichende Entgelte, also etwa über dem Mietspiegel liegende Mieteinnahmen, erzielt werden (BGH, Urt. v. 17.11.2010 - XII ZR 170/09, FamRZ 2011, 183).
Vielmehr kann der wirkliche Wert höher sein als der aktuelle Veräußerungswert (BGH, Urt. v. 17.11.2010 - XII ZR 170/09, FamRZ 2011, 183).
Im Übrigen ist eine strengere Orientierung an dem tatsächlich erzielbaren Verkaufserlös nur dann geboten, wenn das Grundstück zur Veräußerung bestimmt ist oder als Folge des Zugewinnausgleichs veräußert werden muss (…BGH, Urt. v. 01.04.1992 - XII ZR 146/91, FamRZ 1992, 918 (919); BGH, Urt. v. 17.11.2010 - XII ZR 170/09, FamRZ 2011, 183).