Source: https://www.jusmeum.de/urteil/kg_berlin/76bb96cf57791922df59c521c9b1cd31bee029588152263e137fa37e9dc2b3d3
Timestamp: 2019-08-24 11:42:32
Document Index: 354148888

Matched Legal Cases: ['§ 138', '§ 25', '§ 1006', '§ 138', '§ 25', '§ 138', '§ 25', '§ 1006', '§ 138', '§ 141']

KG Berlin, 12 U 83/07: KG Berlin: brief, anhörung, link, quelle, kennzeichen, sammlung, unrichtigkeit, zugang, besitzer, rechtsverletzung
Urteil des KG Berlin vom 24.09.2004, 12 U 83/07
12 U 83/07
KG Berlin: brief, anhörung, link, quelle, kennzeichen, sammlung, unrichtigkeit, zugang, besitzer, rechtsverletzung
Brief, Anhörung, Link, Quelle, Kennzeichen, Sammlung, Unrichtigkeit, Zugang, Besitzer, Rechtsverletzung
Normen: § 138 Abs 4 ZPO, § 25 Abs 4 S 1 StVZO vom 24.09.2004, § 1006 BGB
Aktenzeichen: 12 U 83/07
Unter den Voraussetzungen des § 138 Abs. 4 ZPO darf der Beklagte jede ihm nicht bekannte klägerische Behauptung mit Nichtwissen bestreiten, ohne sich des Vorwurfs des „Bestreitens ins Blaue hinein“ auszusetzen; dies gilt auch für das behauptete Eigentum am unfallbeteiligten Kfz oder die Behauptung, der Kläger sei im Unfallzeitpunkt Besitzer des Kfz gewesen.
Das Eigentum an einem Kfz ergibt sich nicht aus der Eintragung im Kfz-Brief (vgl. § 25 Abs. 4 Satz 1 StVZO a. F.).
(Berufung zurückgewiesen durch Beschluss vom 22. November 2007)
31. Die Beklagten waren gemäß § 138 Absatz 4 ZPO berechtigt, die Eigentümerstellung des Klägers mit Nichtwissen zu bestreiten, da der behauptete Eigentumserwerb durch den Kläger weder eine eigene Handlung der Beklagten war noch Gegenstand deren eigener Wahrnehmung. Entgegen der Ansicht des Klägers gibt es im Regelungsbereich der vorgenannten Vorschrift kein „Bestreiten ins Blaue hinein“. Vielmehr darf jede Partei ihr nicht bekannte Tatsachen auch dann mit Nichtwissen bestreiten, wenn keine Anhaltspunkte für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit ersichtlich sind.
42. Entgegen den Ausführungen des Klägers in der Berufungsbegründung hat er für das von ihm behauptete Eigentum an dem KFZ keinen Beweis angetreten. Zu Recht geht das Landgericht davon aus, dass sich das Eigentum an einem KFZ nicht aus der Eintragung im KFZ-Brief ergibt (vgl. nur § 25 Abs.4 Satz 1 StVZO a.F.). Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Senats (KG, 12 U 51/07 - Beschluss vom 12. April 2007-; 12 U 25/07 – Beschluss vom 16. April 2007-).
53. Entgegen der Ansicht des Klägers folgt dessen Eigentum auch nicht aus der Vermutung des § 1006 BGB. Die Beklagte zu 2) hat gemäß § 138 Absatz 4 ZPO berechtigter Weise bestritten, dass der Kläger zum behaupteten Unfallzeitpunkt Fahrer des BMW mit dem amtlichen Kennzeichen … gewesen ist. Auch für diese Behauptung hat der Kläger keinen Beweis angetreten. Das Landgericht weist zu Recht darauf hin, dass die vom Kläger vorgetragene Anregung einer Anhörung des Beklagten zu 1) gemäß
dass die vom Kläger vorgetragene Anregung einer Anhörung des Beklagten zu 1) gemäß § 141 ZPO keinen zulässigen Beweisantritt darstellt. Auch das Schriftliche Schuldanerkenntnis des Beklagten zu 1) vermag weder das Eigentum noch den Besitz des Klägers an dem BMW zu belegen.
7Es wird daher angeregt, die Fortführung der Berufung zu überdenken.