Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.10.1996&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2054/96
Timestamp: 2019-05-24 10:20:28
Document Index: 367457809

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 9', '§ 158', '§ 133', '§ 157', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 162', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.10.1996 - VIII ZR 54/96 - dejure.org
https://dejure.org/1996,1971
BGH, 16.10.1996 - VIII ZR 54/96 (https://dejure.org/1996,1971)
BGH, Entscheidung vom 16.10.1996 - VIII ZR 54/96 (https://dejure.org/1996,1971)
BGH, Entscheidung vom 16. Januar 1996 - VIII ZR 54/96 (https://dejure.org/1996,1971)
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Darlehn - Formularvertrag - Klausel
AGBG § 5, § 9; BGB § 158, § 133, § 157
Formularmäßige Vereinbarung einer langfristigen Warenbezugsverpflichtung unabhängig von der Gewährung eines zeitgleich vereinbarten Darlehens
Auslegungs- und Inhaltskontrolle von AGB; Verstoß gegen das Äquivalenzprinzip bei Abschluß eines langfristigen Vertrages
NJW-RR 1997, 304
MDR 1997, 229
WM 1997, 131
BB 1997, 63
DB 1997, 90
Der Verwender darf nicht versuchen, nur seine eigenen Interessen durchzusetzen, ohne von vornherein die Interessen des Gegners hinreichend zu berücksichtigen (vgl. BGHZ 120, 108, 118; BGH, Urt. v. 16. Oktober 1996 - VIII ZR 54/96, WM 1997, 131, 134).
Daß diese über den Bezirk des Berufungsgerichts hinaus Verwendung finden und deshalb in vollem Umfang nachprüfbar sind (…Senatsurteil vom 21. Januar 2004, aaO), macht jedoch die Revision nicht geltend und ist angesichts der in den Bedingungen enthaltenen Vereinbarung des Gerichtsstandes Potsdam auch nicht offensichtlich (vgl. Senatsurteil vom 16. Oktober 1996 - VIII ZR 54/96, WM 1997, 131, unter II 1).
Dass in § 8 Abs. 2 VOABB ein Ausschluss der Fahrpreiserstattung nicht vorgesehen ist, hat keine Zweckmäßigkeitsgründe, sondern steht in Übereinstimmung mit dem bei gegenseitigen Verträgen wesentlichen Prinzip der Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung, an dessen Verletzung der Bundesgerichtshof bereits mehrfach die Unwirksamkeit Allgemeiner Geschäftsbedingungen geknüpft hat (vgl. BGHZ 96, 103, 109; 124, 351, 353 f.; BGH, Urt. 16.10.1996 - VIII ZR 54/96, NJW-RR 1997, 304, 305).
Das entspricht dem allgemeinen Grundsatz, wonach derjenige, der aus der Fiktion des § 162 BGB Rechte herleitet, das treuwidrige Verhalten und seine Ursächlichkeit für den Bedingungseintritt darlegen und beweisen muss (vgl. BGH 16. Oktober 1996 - VIII ZR 54/96 - zu II 2 b der Gründe; 8. Januar 1958 - VII ZR 126/57 - 11. Juli 1957 - VII ZR 214/56 - zu IV der Gründe) .
Unangemessen sind nach ständiger Rechtsprechung allgemeine Geschäftsbedingungen, in denen der Verwender versucht, auf Kosten des Gegners nur seine eigenen Interessen durchzusetzen, ohne von vornherein die Interessen des Gegners hinreichend zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zuzubilligen (BGH WM 1997, 131 unter II 3 der Gründe m. w. N.).
Insoweit ist aber insbesondere auch das Gebot der beiderseits interessengerechten Auslegung (vgl. BGH in NJW 1999, 418 [420]; BGH in NJW-RR 1997, 304) zu beachten.