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Timestamp: 2017-06-22 20:46:25
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Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 82', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 716', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 80']

Elektronische Bezahlvorgänge - PDF
Elektronische Bezahlvorgänge
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1 Elektronische Bezahlvorgänge OLIVER ARTER * Inhaltsverzeichnis 1. Aufsichtsrechtliche Aspekte von Bezahlsystemen Definitionen Zahlungssystem Online-Banking E-Geld Allgemeine Definition Definition der Europäischen Zentralbank Definition nach der E-Geld-Richtlinie Definition des Committee on Payment and Settlement Systems Begriff Abgrenzung zu single purpose prepaid card products Abgrenzung zu access products Abgrenzung zu internet payments und mobile payments Anwendungsvariante Card based products Anwendungsvariante Network based products / Software based products Schweiz Bankengesetzgebung Einlagencharakter Nationalbankgesetz Europäische Union Deutsche Gesetzgebung Single European Payment Area Initiative Zahlungsverkehr im Allgemeinen Geld als Gegenstand von Wirtschaftstransaktionen Rechtliche Aspekte bei Zahlungsanweisungen Anweisungsverhältnis Mittel der Leistungserbringung Doppelermächtigung Allgemeines Annahmeerklärung Grundverhältnis als Zweck und Grund der Leistungserbringung des Angewiesenen Beziehungen zwischen den Parteien eines Anweisungsverhältnisses Verhältnis zwischen Anweisendem und Angewiesenem * Der Autor bedankt sich für kritische Diskussion dieses Manuskriptes sowie Diskussionsbereitschaft bei Dr. iur. FLORIAN S. JÖRG, M.C.J., Rechtsanwalt, Zürich. 1252 OLIVER ARTER Verhältnis zwischen Anweisendem und Anweisungsempfänger Verhältnis zwischen Angewiesenem und Anweisungsempfänger Überblick über die einzelnen Rechtsverhältnisse Deckungsverhältnis Girovertrag bei Bankzahlungen Emissionsvertrag bei Kreditkartenzahlungen Telefondienstvertrag bei Zahlungen über Mobiltelefon und Festnetzanschluss Weitere Valutaverhältnis Allgemeines Tilgung der Forderung aus dem Grundgeschäft Rückgriff auf den Anweisenden Stundung der Forderung aus dem Grundverhältnis Vollzugsverhältnis Grundsatz: Kein Grundverhältnis Anweisungsempfänger und Empfängerbank beim Bankzahlungsverkehr Kreditkartentransaktionen Weitere Annahme der Anweisung durch den Angewiesenen Allgemeines Annahme der Anweisung Leistungspflicht bei Annahme der Anweisung Abstrakte Natur der Anweisung Widerruf der Anweisung durch den Anweisenden Widerruf der Anweisung gegenüber dem Anweisungsempfänger Widerruf der Anweisung gegenüber dem Angewiesenen Rückabwicklung Erfüllung von Geldschulden im Allgemeinen Gesetzliche Grundlage Erfüllung durch Giralgeld Allgemeines Leistung an Erfüllung oder erfüllungshalber Bisheriger Stand der Diskussion Vereinbarung Angabe von Kontodaten Ohne spezielle Kontoangaben: Erfüllungswirkung unter Vorbehalt Zahlung mit elektronischem Geld Überblick über vertragsrechtliche Aspekte ausgewählter Bezahlsysteme Allgemeine Geschäftsbedingungen Dialer Funktionsweise eines Dialers Nummern für Mehrwertdienste und Dialer Vertragsrechtliche Beziehungen bei Dialern Der Vertrag zwischen dem Kunden und dem Telefondienstanbieter3 Elektronische Bezahlvorgänge Der Vertrag zwischen dem Kunden und dem Mehrwertdienstanbieter Exkurs: Zustandekommen eines Vertrages im Internet Streitigkeiten aus Vergütungen bei Dialern Zustandekommen des Telefondienst- und des Mehrwertdienstvertrages Vergütung Einwendungen des Kunden und AGB-Kontrolle Kreditkartenverträge Funktionsweise Vertragsrechtliche Beziehungen rund um Kreditkarten Typisierung Emissionsvertrag Akquisitionsvertrag click&buy Funktionsweise Registrierung Einzelne Bezahlvorgänge Abrechnungsvarianten für den Anbieter Wesentliche Bestimmungen der Kunden-AGB Pflichten des Kunden Unautorisierte und missbräuchliche Nutzung Rechtliches Funktionsweise Einzelne Bezahlvorgänge Wesentliche Bestimmungen der Kunden-AGB Pflichten der Gewährleistung und Haftung Rechtliches Abschliessende Bemerkungen Literaturverzeichnis Aufsichtsrechtliche Aspekte von Bezahlsystemen Bevor nachfolgend einige elektronische Zahlungssysteme unter privatrechtlichen Aspekten dargestellt werden, sind ausgewählte Begriffe elektronischer Bezahlvorgänge zu definieren und aufsichtsrechtliche Aspekte darzustellen. 1274 OLIVER ARTER 1.1 Definitionen Zahlungssystem Über Zahlungssysteme 1 werden Mittel, meistens von einer Bank zu einer anderen, überwiesen 2. Zahlungssysteme sind Systeme, die ein Instrumentarium, Prozesse und Vorschriften 3 für Geldtransfers zwischen den Systemteilnehmern umfassen 4. Typische Risiken von Zahlungsverkehrssyste- 1 Auch bezeichnet als Zahlungsverkehrssysteme. 2 Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Abrechnungssysteme, Grundprinzipien für Zahlungsverkehrssysteme, die für die Stabilität des Finanzsystems bedeutsam sind, Januar 2001, Ziffer Folgende Grundprinzipien sind dabei relevant: Das System sollte in allen betroffenen Rechtsordnungen eine solide Rechtsgrundlage aufweisen; Die Regelungen und Verfahren des Systems sollten den Teilnehmern eine klare Einschätzung der Auswirkungen des Systems auf alle finanziellen Risiken, die sie mit ihrer Teilnahme eingehen, ermöglichen; Das System sollte über klar definierte Verfahren für das Management von Kreditund Liquiditätsrisiken verfügen, die auch die jeweiligen Verantwortungsbereiche der Systembetreiber und der Teilnehmer festlegen und die angemessene Anreize für die Beherrschung und Begrenzung dieser Risiken enthalten; Das System sollte einen frühzeitigen endgültigen Ausgleich am Valutatag anbieten, vorzugsweise während des Tages, mindestens jedoch am Ende des Tages; Ein System mit multilateralem Netting sollte zumindest in der Lage sein, den rechtzeitigen Abschluss des täglichen Saldenausgleiches auch dann sicherzustellen, wenn der Teilnehmer mit der grössten einzelnen Abrechnungsverbindlichkeit seine Ausgleichszahlung nicht leisten kann; Die für den Saldenausgleich verwendeten Aktiva sollten vorzugsweise eine Forderung an die Zentralbank sein; werden andere Aktiva verwendet, sollten sie mit geringen oder keinen Kredit- oder Liquiditätsrisiken verbunden sein; Das System sollte in hohem Masse Sicherheit und Zuverlässigkeit des Betriebs sicherstellen und über Notfallverfahren für den rechtzeitigen Abschluss der täglichen Verarbeitung verfügen; Das System sollte einen praktischen und ökonomisch effizienten Weg für Zahlungen bieten; Das System sollte über objektive und öffentlich bekannt gegebene Teilnahmekriterien verfügen, die einen gerechten und offenen Zugang ermöglichen; Die Führungs- und Verwaltungsstruktur des Systems sollte effizient, rechenschaftspflichtig und transparent sein. Vgl. dazu Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Abrechnungssysteme, Grundprinzipien für Zahlungsverkehrssysteme, die für die Stabilität des Finanzsystems bedeutsam sind, Januar 2001, 4. 4 Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Abrechnungssysteme, Grundprinzipien für Zahlungsverkehrssysteme, die für die Stabilität des Finanzsystems bedeutsam sind, Januar 2001, Ziffer5 Elektronische Bezahlvorgänge men sind Kreditrisiken 5, Liquiditätsrisiken 6, Rechtsrisiken 7, operationelle Risiken 8 und Systemrisiken 9,10. Eigentümer und Betreiber von Zahlungssystemen können Zentralbanken, Institutionen des privaten Sektors oder staatliche und private Stellen gemeinsam sein 11. Zahlungssysteme unterstehen regelmässig aufsichtsrechtlichen Normierungen Online-Banking Der Begriff des Online-Banking beschränkt sich auf die Vertragsbeziehung zwischen Kunde und Bank 13 und die in diesem Rahmen über das Internet geführte Kommunikation zwecks Nutzung von typischen Bankdienstleistungen Risiko, dass eine Partei im System ihren finanziellen Verpflichtungen weder zum Fälligkeitstermin noch zu einem künftigen Zeitpunkt in vollem Umfang nachkommen kann. 6 Risiko, dass eine Partei im System finanzielle Verpflichtungen zum Fälligkeitstermin nicht vollständig begleichen kann, aber möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt. 7 Risiko, dass eine mangelhafte Rechtsgrundlage oder Rechtsunsicherheiten Kredit- oder Liquiditätsrisiken verursachen oder verschärfen. 8 Risiko, dass betriebliche Faktoren wie technische Störungen oder menschliches Versagen Kredit- oder Liquiditätsrisiken verursachen oder verschärfen. 9 Risiko, dass die Unfähigkeit eines Teilnehmers, seinen Verpflichtungen nachzukommen, oder eine Störung im System selbst dazu führt, dass auch andere Systemteilnehmer oder Finanzinstitute in anderen Bereichen des Finanzsystems nicht mehr in der Lage sind, ihre Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Ein solches Versagen kann weit verbreitete Liquiditäts- oder Kreditprobleme auslösen und damit die Stabilität des Systems oder der Finanzmärkte gefährden. 10 Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Abrechnungssysteme, Grundprinzipien für Zahlungsverkehrssysteme, die für die Stabilität des Finanzsystems bedeutsam sind, Januar 2001, Ziffer Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Abrechnungssysteme, Grundprinzipien für Zahlungsverkehrssysteme, die für die Stabilität des Finanzsystems bedeutsam sind, Januar 2001, Ziffer Grundlegend zu elektronischen Zahlungssystemen FURCHE/WRIGHTSON, 7 ff. 13 Unterschieden wird teilweise insbesondere in Deutschland zwischen den Begriffen des Online-Banking und dem Internet-Banking. Online-Banking bezeichnet dabei die Nutzung von Bankdienstleistungen über geschlossene Netze, währenddessen Internet- Banking die Abwicklung von Bankdienstleistungen über das offene Netz des Internet meint. Vgl. KOCH/VOGEL, 204 f. Vorliegend wird aber der Begriff Online-Banking synonym zu Internet-Banking verwendet. 14 Vgl. zum Ganzen nur WIEGAND, E-Banking, 93 ff.; WIEGAND/MARTI, 75 ff.; OHLER, 162 ff. 1296 OLIVER ARTER E-Geld Allgemeine Definition E-Geld bezeichnet ganz allgemein Zahlungsmittel, bei denen ein Mechanismus besteht, mittels welchem Geldeinheiten auf einem Datenträger elektronisch gespeichert werden Definition der Europäischen Zentralbank Die Europäische Zentralbank hat E-Geld als eine auf einem Medium elektronisch gespeicherte Werteinheit definiert, die genutzt werden kann, um Zahlungen an Unternehmen zu leisten, die selber nicht die Emittenten dieser Werteinheiten sind, wobei die Transaktionen nicht notwendigerweise über Bankkonten 16 erfolgen, sondern die Werteinheiten als vorausbezahlte 17 Inhaberinstrumente auf dem Speichermedium fungieren NEUMANN, 331, 333; ARTER, E-Banking, 27 f. 16 Oftmals weiter unterschieden wird zwischen sog. Token-Systemen, bei welchen verschlüsselte elektronische Datensätze, denen ein Wert zugewiesen wird sog. Token, gespeichert werden, und die bei einer Bezahlung vom Zahlenden an den Empfänger transferiert werden, und Buchungssystemen, bei welchen ein Guthaben gespeichert wird, das bei einer Transaktion beim Zahlenden um den Zahlungssaldo verringert und beim Empfänger erhöht wird. Vgl. GEURTS, 1049 ff. 17 Unterschieden wird allgemein zwischen dem sog. pay-before-modell, dem pay-now- Modell und dem pay-later-modell. Bei pay-before-bezahlsystemen erfolgt die Belastung des Kunden vor der endgültigen Bezahlung, beispielsweise indem ein Zahlungsmedium (elektronische Geldbörse, Chipcard, Smartcard, virtuelles Kundenkonto) aufgeladen wird. Bei pay-now-bezahlsystemen erfolgt die Belastung des Kunden genau im Zeitpunkt des Bezahlvorganges. Beispiele sind die Online-Überweisung oder das elektronische Lastschriftverfahren. Bei pay-later-bezahlvorgängen erfolgt die Belastung des Kunden nach der endgültigen Bezahlung. Beispiele hierfür sind Inkassosysteme (z.b. swisscom fixnet click&buy), bei denen alle anfallenden Zahlungen gesammelt und periodisch in Rechnung gestellt werden. Vgl. etwa DANNENBERG/ULRICH, 30 f. Vorausbezahlte Bezahlverfahren existieren in unterschiedlichen Vorkommensweisen. Kategorisieren lassen sich diese folgendermassen: Erstens elektronisches Geld, welches wiederum in zwei Hauptformen, Chipkartensysteme bzw. Smart Cards einerseits und Netzgeldsysteme bzw. softwarebasierte Bezahlverfahren andererseits, existiert. Eine zweite Kategorie bilden sog. Virtuelle Konten, welche in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen. Beispielsweise können virtuelle Konten mittels Kreditkarte oder Geldtransfer von einem Girokonto aufgeladen werden. Zu dieser Kategorie gehören ebenfalls Scratch-Card-Systeme, welche entgeltlich zu erwerben sind. Beispiele für Virtuelle Konten sind etwa swisscom fixnet MicroMoney, Yahoo! Pay- Direct oder PayPal. Vgl. dazu DANNENBERG/ULRICH, 157 ff. Eine dritte Kategorie stellen Bonuspunktesysteme dar, wobei hier das Kriterium der Vorausbezahltheit durch 1307 Definition nach der E-Geld-Richtlinie Elektronische Bezahlvorgänge Nach der E-Geld-Richtlinie 19 versteht man unter elektronischem Geld 20 einen monetären Wert 21 in Form einer Forderung 22 gegen die ausgebende Stelle 23, der auf einem Datenträger 24 gespeichert ist, der gegen Entgegennahme eines Geldbetrags 25 ausgegeben wird, dessen Wert nicht geringer das Vertragsunternehmen erfüllt wird, welches bei einem Ausgeber Bonuspunkte erwirbt, diese dann den Kunden weitergibt, welche ihrerseits Punkte sammeln und diese bei bestimmten Aktionen verwenden können. Beispiele hierfür sind etwa Webmiles, Payback oder Happy Digits. Vgl. dazu DANNENBERG/ULRICH, 173 ff. Schliesslich können auch Mobile Bezahlsysteme als vorausbezahlte Systeme ausgestaltet sein eine Kategorisierung ist aber aufgrund unterschiedlicher Ausgestaltungsmöglichkeiten nicht einheitlich vornehmbar. 18 Europäische Zentralbank: Bericht über elektronisches Geld, Frankfurt a.m. 1998, Richtlinie 2000/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung der Tätigkeit von E-Geld- Instituten, L 275/ Zum Begriff des Geldes allgemein und im Zusammenhang mit E-Geld HEERMANN, 11 ff.; WODA, 8 ff.; MÜLLER, 12 ff., 25 ff., 65 ff.; GIAVANOLI, 125 ff.; GRAMLICH, 11 ff.; HLADJK, 731 ff. 21 Unter monetären Werten sind im Sinne des Geldmodells messbare Einheiten zu verstehen, welche in einem festgelegten Rahmen dazu geeignet sind, Gegenstände oder Leistungen quantifizierend zu beschreiben. So UNRUH, 126 f. 22 Gemäss Erwägung 9 f. Richtlinie 2000/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung der Tätigkeit von E-Geld-Instituten, L 275/39 ist darunter die Rücktauschbarkeit des elektronischen Geldes zum Nennwert in Bar- und Buchgeld notwendig. Vgl. auch UNRUH, 112 ff. 23 Den Emittenten von E-Geld, welcher vom Inhaber dieses letztlich auch in Haftung genommen werden kann. Vgl. Europäische Zentralbank, Fragen rund um den Einsatz von elektronischem Geld, Der Begriff des Datenträgers ist unglücklich gewählt, da er sich einerseits kaum bestimmen lässt und andererseits dessen potentielle Unbegrenztheit letztlich dazu führen würde, dass alles als Datenträger definiert werden kann. Sinnvollerweise umfasst der Begriff des Datenträgers gemäss dem englischen Terminus stored on an electronic device kartengestützte und softwaregestützte Produkte wie Festplatten, CD-ROMs, ZIP-Disketten, Floppy-Disketten, Minidiscs, Microchips oder Magnetbänder. Vgl. dazu Europäische Zentralbank: Bericht über elektronisches Geld, Frankfurt a.m. 1998, 8 f.; DANNENBERG/ULRICH, 28; UNRUH, 127 f. Nicht von der Definition des E-Geldes umfasst sind somit beispielsweise Scratch-Card-Systeme, da bei diesen kein Wert auf einem Datenträger gespeichert ist, sondern einer zu erwerbenden Bezahlkarte ein Wert zugeordnet ist, vgl. NEUMANN, 342; ESCHER, Rahmenbedingungen, 227. Vgl. auch Amtliche Begründung zur 6. KWG-Novelle, BT-Drucksache 13/142, 64. Anwendungsfall eines Scratch-Card-Systems in der Schweiz ist beispielsweise swisscom fixnet 25 Dabei wird wohl von Bar- oder Buchgeld ausgegangen. Vgl. UNRUH, 128 f. 1318 OLIVER ARTER ist als der ausgegebene monetäre Wert 26 und von anderen Unternehmen 27 als der ausgebenden Stelle als Zahlungsmittel akzeptiert 28 wird 29. Von der Definition umfasst sind damit vorausbezahlte Chipkarten- 30 und Netzgeldsysteme 31, sofern diese offen 32 sind Dieses Kriterium besteht insbesondere um zu vehindern, dass E-Geld-Institute Kredite vergeben können. 27 Einfunktionale elektronische Zahlungsmittel bzw. im Sinne der geläufigen Terminologie bei Kreditkartensystemen Zweiparteiensysteme wie Telefonwertkarten sind damit von der Definition nicht erfasst, vgl. DANNENBERG/ULRICH, 29; UNRUH, 63 f. 28 Im Sinne eines Dreiparteiensystems. Vgl. zur Terminologie ARTER, Kreditkartenzahlungen, 285 ff. 29 Art. 1 Ziff. 3 lit. b Richtlinie 2000/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung der Tätigkeit von E-Geld-Instituten, L 275/ Chipkartensysteme, auch Smart Card Systeme oder Geldkartensysteme genannt, basieren auf integrated circuits. Eine Chipkarte beinhaltet mehrere Computerchips, die Funktionen wie Identifikation, Speicher, Autorisierung und Rechenfunktion ausführen. Verwendung finden heute überwiegend Chipkarten mit integriertem Mikroprozessor (CPU). Eine Smart Card ist eine aus PVC-Stoff gebaute Karte, auf welcher ein Mikrochip eingebaut wurde. Die Spezifikationen sind vereinheitlicht (insbesondere ISO- Normen 7810, 7811, 7812, 7813, 7816, 10373, und 14443). Herzstück der Chips ist ein Mikroprozessor, welcher den Zugriff auf die vertraulichen Daten schützt. Im Mikrochip befinden sich neben dem CPU verschiedene Speicherarten, die in Abhängigkeit von den zu speichernden Daten verschiedene Funktionen ausüben (ROM- Speicher, welcher das Betriebssystem für die Chipkarte beinhaltet, sowie die Algorithmen für die Authentifizierung des Karteninhabers durch Abfrage der PIN-Nummer steuert; EPROM und EEPROM-Speicher zur Lagerung von Daten [die älteren EPROM-Speicher konnten nur einmalig genutzt werden, währenddessen die neueren EEPROM-Speicher durch neue Daten überschreibbar sind]; RAM-Speicher als Arbeitsspeicher für den Mikroprozessor). Schliesslich benötigen die heutigen multifunktionalen Chipkarten einen speziellen Koprozessor, um aufwändige RSA-Berechnungen durchzuführen. Die Nutzung von Smart Cards kann auf verschiedene Arten erfolgen: einerseits durch sog. Kontaktsmartkarten, welche erfordern, dass die Karten einen physischen Kontakt mit dem Lesegerät herstellen, damit der Mikrochip auf der Karte mit dem Strom des externen Gerätes versorgt wird und in Betrieb genommen werden; andererseits sog. kontaktlose Smart Cards, welche mit einem Lesegerät durch elektrische Koppelung oder über eine Antenne kommunizieren die Antenne ist dabei unsichtbar in die innere Kartenschicht eingebaut und kommuniziert mit der Antenne des Lesegerätes, sobald es sich in dessen unmittelbarer Nähe befindet. Vgl. dazu ausführlich WODA, 31 ff.; FURCHE/WRIGHTSON, 77 ff.; KOU/POON/KNORR, 97 ff. Beispiele für elektronisches Geld auf der Basis von Smart Cards sind etwa Mondex, Visa Cash, MasterCard Cash, die GeldKarte sowie Proton, Letztere in der Schweiz mittels Cash im Markt eingeführt wurde. Vgl. SANDIG, 65 ff.; DANNENBERG/ULRICH, 146 ff. Zu Visa Cash vgl. HUANG/ZHENG/LI/KOU, 283 ff. 31 Netzgeldsysteme basieren im Gegensatz zu Chipkartensystemen auf einer auf dem PC installierten Software, mittels welcher digitale Geldeinheiten erzeugt werden und die Kommunikation über Internet sowohl mit einem Finanzinstitut, meistens einer 1329 Elektronische Bezahlvorgänge Definition des Committee on Payment and Settlement Systems Begriff Der Begriff electronic money wird definiert as a stored value or prepaid product in which a record of the funds or value available to the consumer for multipurpose use is stored on an electronic device in the consumer s possession. This definition includes both prepaid cards (sometimes called electronic purses) and prepaid software products that use computer networks (sometimes called digital cash). In the case of cardbased products, the prepaid value is typically stored in a microprocessor chip embedded in a plastic card smartcard. On the other hand, network-based products use specialised software installed on a standard personal computer for storing the value. The loading of value onto the device is akin to the withdrawal of cash from an ATM, and the product is used for purchases through a transfer of value to the merchant s electronic device 34. Eine wesentliche Eigenschaft von elektronischem Geld ist der Multi-Zweck-Charakter, der Bezahlvorgänge bei unterschiedlichen Anbietern für verschiedene Dienstleistungen und Waren ermöglicht Abgrenzung zu single purpose prepaid card products Terminologisch handelt es sich nicht um E-Geld, wenn ein Bezahlmittel nur zu einem einzigen Zweck verwendet werden kann. Ein Beispiel hierfür sind Telefonkarten, welche als geschlossene Zahlungsmittel mit bilateralen Geschäftsbeziehungen nur zwischen dem Emittenten und dem Kunden verwendet werden können 36. Bank, als auch den Vertragsunternehmen erfolgt. Vgl. dazu WODA, 35 ff. Beispiele für elektronisches Geld auf der Basis von Netzgeld sind etwa ECash, Millicent, NetCash, CyberCoin, IBM Micro Payments, evend, DigiGold oder WorldPay. Vgl. SANDIG, 38 ff. 32 D.h. der Emittent ist nicht zugleich die Akzeptanzstelle. Vgl. schon Fn. 27 und Fn WODA, Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Vgl. auch WODA, 27 f. 36 WODA,10 OLIVER ARTER Abgrenzung zu access products Access products allow consumers to use electronic means of communication to access conventional payment services 37. Access products sind Bezahlverfahren, welche auf einem traditionellen Zahlungsmittel basieren, beispielsweise Überweisungssysteme 38, Kreditkartensysteme 39, Lastschrift 40 oder Scheck 41, jedoch für den elektronischen Zahlungsverkehr nutzbar 42 gemacht wurden Abgrenzung zu internet payments und mobile payments Bei der Definition der beiden Begriffe internet payments und mobile payments wird abgestellt auf den channel through which the payment instruction is entered into a payment system 44. Dabei geht es um traditional payment systems that are used over the internet 45. Internet payments können unterschiedlich abgewickelt werden: Payments can be made over the internet using traditional debit and credit cards or electronic money instruments, debit or credit transfers and also by providing dematerialised invoices to customers to enable them to make pay- 37 Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Z.B. Solo oder funhomepay. Vgl. DANNENBERG/ULRICH, 107 ff. 39 Z.B. anfängliche Übermittlung der Kreditkartendaten über Telefon und Fax, mittels E- Mail oder unverschlüsselt, heute insbesondere mittels SSL, gescheitert mittels SET, künftig mittels Verified by VISA oder MasterCard SecureCode. Vgl. ARTER, Kreditkartenzahlungen, 273 ff.; WONG/MIRLAS/KOU/LIN, 227 ff.; WERNER, 34 ff. 40 Z.B. Wildes Lastschriftverfahren, Cyber-Comm, Banxafe oder MasterCard Secure- Code. Vgl. DANNENBERG/ULRICH, 123 ff.; WERNER, 37 ff. 41 Z.B. NetCheque, PayByCheck, NetBill oder echeck Secure. DANNENBERG/ULRICH, 115 ff.; YANG, 195 ff. 42 Insbesondere hinsichtlich der Datenübermittlung im Internet. Erforderlich waren u.a. Verschlüsselungsmechanismen wie SSL und SET. Vgl. dazu ARTER, Kreditkartenzahlungen, 273 ff. Zu SET vgl. etwa AGNEW, 211 ff. 43 DANNENBERG/ULRICH, Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff11 Elektronische Bezahlvorgänge ments under EBPP (electronic bill presentment and payment 46 ) schemes. Furthermore, P2P 47 funds transfer services, which enable card-to-card transfer, have been developed by Visa (Visa Direct) and MasterCard (MoneySend) and will be introduced worldwide 48. Mobile payments can be made through voice access, text messaging known as SMS or WAP, which provide a gateway to the internet. WAP technology enables a mobile phone holder registered with this service to access his/her bank website for banking services. Two business models are in use paying from prepaid balance or paying later along with the mobile phone bill. Some products use the phone as an access channel through which to initiate and authenticate transactions from existing payment means such as bank accounts or payment cards. Another arrangement allows customers to pay using the prepaid value stored on the mobile phone or pay ex post, where payments for goods/services are placed as additional items on the customers s phone bill 49. Beim Begriff der internet payments handelt es sich somit um einen Oberbegriff für alle Bezahlverfahren, welche über das Internet abgewikkelt werden. Gleiches gilt für den Begriff der mobile payments, wobei hier auf mobile Endgeräte 50 abgestellt wird, mittels welchen Bezahlvorgänge abgewickelt werden können Dazu für die Schweiz: OBERHOLZER, 113 ff. Für einen aktuellen Überblick über den Stand in der Schweiz sowie die beiden existenten Systeme Paynet und Yellowbill o.v.: Grenzen sprengen, Schweizer Bank, 2004, 26 ff. Weitere Beispiele sind BEZAH- LEN.at, CheckFree oder Seals.net. Dazu DANNENBERG/ULRICH, 227 ff., 236 ff. 47 Person-to-Person. 48 Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Praktisch kommen heute drei Anwendungsvarianten vor: Erstens sog. Voice-basierte Bezahlmechanismen, bei welchen der Kunde Zahlungen mittels dem Mobiltelefon auslösen kann, indem er in einem Call-Center anruft und einen Bezahlvorgang mittels Überweisung von Geld auslöst. Zweitens Bezahlvorgänge mittels SMS-Nachricht. Hier existieren zwei Unterarten von Bezahlvorgängen. Einerseits kann der Bezahlvorgang ähnlich verlaufen wie bei kostenpflichtigen Telefonnummern für Mehrwertdienste. Andererseits bestehen Varianten, bei welchen die Abrechnung über ein Bankkonto mittels Lastschriftverfahren oder über Kreditkartenbezahlmechanismen erfolgt. Der Kunde registriert sich bei einem Anbieter und erhält eine PIN-Nummer. Bei einem Bezahlvorgang übermittelt das Vertragsunternehmen die Transaktionsdaten und die Mobiltelefonnummer dem Anbieter mittels SMS. Der Anbieter übermittelt die Transaktionsdaten mittels SMS dem Kunden, welcher aufgefordert ist, mittels PIN-Code 13512 OLIVER ARTER Anwendungsvariante Card based products Card based products, also known as multipurpose prepaid cards or electronic purses, are designed to facilitate small-value face-to-face retail payments by offering a substitute for banknotes and coins. They are intended to complement rather than substitute for traditional retail payment instruments such as cheques or credit and debit cards 52. Hierbei handelt es sich um Chipkartensysteme bzw. Smart Cards Anwendungsvariante Network based products / Software based products Network based or software based products are designed to facilitate small-value payments via telecommunication networks, such as the internet, as a substitute for making payments using credit cards on open networks 54. Hierbei handelt es sich um Netzgeld bzw. softwarebasierte Bezahlverfahren 55. und Rücksendung einer SMS die Transaktion auszulösen. Daraufhin sendet der Anbieter dem Vertragsunternehmen wiederum eine SMS und bestätigt die Transaktion. Eine Belastung des Kunden erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Schliesslich bestehen WAP-basierte Bezahlmechanismen. WAP ermöglicht den Zugriff auf Websites über das Mobiltelefon und dient der Übertragung von Informationen auf nur bedingt grafiktaugliche Displays. Die Seitenbeschreibungssprache WML dient der Anzeige der Informationen. Besitzt ein Kunde ein WAP-fähiges Mobiltelefon, kann er auf die WML-Seiten eines Vertragsunternehmens zurückgreifen und Bezahlvorgänge auslösen. Vgl. zum Ganzen DANNENBERG/ULRICH, 207 ff. sowie KOU, 127 ff. 51 Beispiele hierfür sind etwa paybox, Street Cash oder Vodafone m-pay. Vgl. dazu DANNENBERG/ULRICH, 215 ff. Zum Mobile Commerce mittels Mobiltelefonen allgemein MARRA, 144 ff. 52 Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Vgl. dazu Fn Committee on Payment and Settlement Systems, Survey of developments in electronic money and internet and mobile payments, Bank for International Settlements, March 2004, Ziff Vgl. dazu Fn13 Elektronische Bezahlvorgänge 1.2 Schweiz Bankengesetzgebung Dem Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen unterstehen Banken, Privatbankiers und Sparkassen 56. Als Banken gelten dabei Unternehmen, die hauptsächlich im Finanzbereich tätig sind und insbesondere gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegennehmen oder sich öffentlich dafür empfehlen, um damit auf eigene Rechnung eine unbestimmte Zahl von Personen oder Unternehmen, mit denen sie keine wirtschaftliche Einheit bilden, auf irgendwelche Art zu finanzieren 57, oder sich in erheblichem Umfang bei mehreren nicht massgebend an ihnen beteiligten Banken refinanzieren, um damit auf eigene Rechnung eine unbestimmte Zahl von Personen oder Unternehmen, mit denen sie keine wirtschaftliche Einheit bilden, auf irgendwelche Art zu finanzieren 58. Natürliche und juristische Personen, die nicht diesem Gesetz unterstehen, dürfen keine Publikumseinlagen gewerbsmässig entgegennehmen 59. In Einzelfällen können Ausnahmen vorgesehen werden, sofern der Schutz der Anleger gewährleistet ist 60. Wem es von Gesetzes wegen 61 untersagt ist, gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegenzunehmen, darf auch nicht in irgendeiner Form dafür Werbung treiben 62. Ausser den Banken dürfen nur Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts sowie Kassen, für die sie vollumfänglich haften, gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegennehmen 63. Gewerbsmässig im Sinne der Bankengesetzgebung handelt, wer dauernd mehr als zwanzig Publikumseinlagen entgegennimmt 64. Nicht als Publikumseinlagen gelten u.a. Gelder, die eine Gegenleistung aus einem Vertrag auf Übertragung des Eigentums oder aus einem Dienstleistungsvertrag darstellen oder als Sicherheitsleistung übertragen werden 65. Keine 56 Art. 1 Abs. 1 BankG. 57 Art. 2a lit. a BankV. 58 Art. 2a lit. b BankV. 59 Art. 1 Abs. 2 BankG. 60 Art. 1 Abs. 2 BankG. 61 Vgl. Art. 1 Abs. 2 BankG. 62 Art. 3 Abs. 1 BankV. 63 Art. 3a Abs. 1 BankV. 64 Art. 3a Abs. 2 BankV. 65 Art. 3a Abs. 3 lit. a BankV. Nicht als Einlagen gelten Anleihensobligationen und andere vereinheitlichte und massenweise ausgegebenen Schuldverschreibungen oder nicht verurkundete Rechte mit gleicher Funktion (Wertrechte), wenn die Gläubiger in einem dem Art OR entsprechenden Umfang informiert werden [Art. 3a Abs. 3 lit. b 13714 OLIVER ARTER Publikumseinlagen sind Einlagen von Aktionären oder Gesellschaftern mit einer qualifizierten Beteiligung am Schuldner und mit ihnen wirtschaftlich oder familiär verbundenen Personen 66. Aus bankaufsichtsrechtlicher Sicht ist bei elektronischen Bezahlmechanismen zu prüfen, ob diesen Einlagecharakter zukommt oder nicht Einlagencharakter Bezüglich Zahlungsmittel und -systeme hat die Eidgenössische Bankenkommission am 16. Juni 2004 eine Präzisierung im Rahmen des Rundschreibens über die gewerbsmässige Entgegennahme von Publikumseinlagen durch Nicht-Banken im Sinne des Bankengesetzes 67 vorgenommen und in einer neuen Randziffer 18 bis1 hinsichtlich Zahlungsmittel und -systeme Folgendes ausgeführt: Keinen Einlagecharakter haben Gelder, welche einem Zahlungsmittel oder -system (Bezahlkarten, Internetbezahlmöglichkeiten, Mobiltelefonbezahlsysteme, etc.) zugeführt werden, sofern sie einzig dem künftigen Bezug von Waren oder Dienstleistungen dienen, das maximale Guthaben pro Kunde je Herausgeber eines Zahlungsmittels oder Zahlungssystem-Betreiber nie mehr als CHF 3' beträgt, und für sie kein Zins bezahlt wird. BankV], Habensaldi auf Kundenkonti von Effekten-, Devisen- oder Edelmetallhändlern, Vermögensverwaltern oder ähnlichen Unternehmen, welche einzig der Abwicklung von Kundengeschäften dienen, wenn dafür kein Zins bezahlt wird [Art. 3a Abs. 3 lit. c BankV] oder Gelder, deren Entgegennahme in einem untrennbaren Zusammenhang mit einem Lebensversicherungsvertrag, der beruflichen Vorsorge oder anderen anerkannten Vorsorgeformen nach Art. 82 AHVG stehen [Art. 3a Abs. 3 lit. d BankV]. 66 Art. 3a Abs. 4 lit. b BankV. Zudem sind keine Publikumseinlagen Einlagen von inund ausländischen Banken oder anderen staatlich beaufsichtigten Unternehmen [Art. 3a Abs. 4 lit. a BankV], institutionellen Anlegern mit professioneller Tresorerie [Art. 3a Abs. 4 lit. c BankV], Einlegern bei Vereinen, Stiftungen oder Genossenschaften, sofern diese einen ideellen Zweck oder die gemeinsame Selbsthilfe verfolgen und in keiner Weise im Finanzbereich tätig sind [Art. 3a Abs. 4 lit. d BankV] oder Arbeitnehmern sowie pensionierten Arbeitnehmern bei ihrem Arbeitgeber [Art. 3a Abs. 4 lit. e BankV]. 67 EBK-RS 96/4 Publikumseinlagen bei Nicht-Banken. 13815 Elektronische Bezahlvorgänge Rabatte oder andere geldwerte Vorteile dürfen nur auf den Waren und Dienstleistungen gewährt werden und nicht von der Höhe des Guthabens abhängen (Bst. a und c). 68 Die Eidgenössische Bankenkommission hat im Rahmen oben erwähnter Präzisierung u.a. ausgeführt, dass sich Zahlungsmittel bisher insbesondere dadurch ausgezeichnet haben, dass die Rechnung erst nach getätigtem Kauf per Einzahlungsschein oder Lastschriftverfahren, beispielsweise bei Kreditkartenzahlungen, bezahlt wurde 69. Das Kreditkarten-Geschäftsmodell unterliegt Art. 3a Abs. 3 lit. a BankV, nach dem Gelder, welche eine Gegenleistung aus einem Vertrag auf Übertragung des Eigentums oder aus einem Dienstleistungsvertrag darstellen oder als Sicherheitsleistung übertragen werden, als Nicht-Einlagen zu qualifizieren sind. Wesentlich ist dabei, dass der Kauf schon getätigt ist und die Gegenleistung nachher erbracht wird bzw. die vom Kreditkarteninstitut bereits getätigte Zahlung wieder ausgeglichen wird, weshalb es sich um einen Zahlungsaufschub handelt 70. Die Eidgenössische Bankenkommission führt weiter aus, dass neuere Zahlungsmöglichkeiten jedoch auch oder ausschliesslich ein vorhergehendes Einzahlen (pre-paid Element) vorsehen bzw. für einen zukünftigen Gebrauch konzipiert werden (beispielsweise Telefonkarten) 71. Obwohl auch diese Zahlungsmittel und -systeme auf den Bezug von Waren und Dienstleistungen ausgerichtet sind, liegt der Unterschied zu den bisherigen Zahlungsmitteln oder -systemen darin, dass die Ware oder Dienstleistung, welche gekauft werden soll, noch nicht konkretisiert ist, und die Einzahlung auf diese Zahlungsmittel oder -systeme bzw. deren Kauf keinen typischen Einlagecharakter hat und nicht als Einlage wahrgenommen wird 72. Hinsichtlich dieser Zahlungsmittel und -systeme hat die EBK eine Präzisierung dahingehend vorgenommen, dass eine Nicht-Unterstellung dann erfolgt, wenn solche Zahlungsmittel und -systeme einerseits ausschliesslich dem Bezug von Waren und Dienstleistungen dienen und andererseits die einbezahlten Gelder einzig zur Abwicklung dieser Geschäfte benutzt werden. Hinzu kommt ein Verzinsungsverbot sowie eine maximale be- 68 EBK-RS 96/4, Rz 18 bis1. 69 EBK, Medienmitteilung vom 16. Juni EBK, Medienmitteilung vom 16. Juni EBK, Medienmitteilung vom 16. Juni EBK, Medienmitteilung vom 16. Juni16 OLIVER ARTER tragliche Obergrenze von CHF 3' pro Kunde je Herausgeber eines Zahlungsmittels bzw. Betreiber eines Zahlungssystems 73. Gewählt wurde damit eine pragmatische Lösung, welche zukünftige Entwicklungen weder behindert, aber auch keine grundlegende Befassung mit elektronischen Bezahlvorgängen zeigt. Im Hinblick auf künftige legislatorische Entwicklungen in Europa ist damit zu rechnen, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit elektronischen Bezahlmechanismen erforderlich ist 74. Eine ausschliessliche Beschränkung auf die Frage, ob nun eine Einlage im Sinne der Bankengesetzgebung vorliegt oder nicht, ist kaum geeignet, die Probleme elektronischer Bezahlvogänge zu erfassen oder den Markteintritt auch für Anbieter, welche nicht sämtliche Bewilligungsvoraussetzungen als Bank erfüllen können oder möchten, zu ermöglichen Nationalbankgesetz Mit der Stabilität des Finanzsystems ist die Stabilität des Geldwertes eng verknüpft 75. Preisstabilität und Systemstabilität hängen dermassen zusammen, dass eine stabilitätsorientierte Geldpolitik eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilität des Finanzsystems ist und abrupte und unerwartete Wechsel in den monetären Bedingungen wie dem Preisniveau, den Zinsen oder den Wechselkursen den Wert von Bank- oder Finanzmarktaktiven in einer Weise verändern, dass die Solidität einzelner Institute gefährdet wird und geldpolitische Impulse über das Finanzsystem auf die Realwirtschaft übertragen werden 76. Die Nationalbank ist deshalb für eine wirksame Umsetzung der Geldpolitik auf verlässliche Zahlungssysteme und Systeme zur Abrechnung und Abwicklung von Geschäften mit Effekten angewiesen 77. Damit die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik wirksam implementieren kann, muss sie sich auf ein sicheres und effizientes Interbankzahlungssystem stützen können, weil von Interbankzahlungssystemen systemimmanent ein Risiko ausgeht, insbesondere, wenn 73 Vgl. zum Ganzen auch KUNZ. 74 Vgl. dazu Ziff. 1.3 Europäische Union. 75 Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, 6163 f. 77 Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097,17 Elektronische Bezahlvorgänge ein solches System Grossbeträge abwickelt 78. Dabei kann ein Zahlungssystem sowohl Ursache als auch Kanal zur Ausbreitung einer systematischen Krise sein, weil der Ausfall eines Teilnehmers die Liquiditätsbedürfnisse der anderen Teilnehmer schlagartig verändern kann, was zu Zahlungsschwierigkeiten mehrerer Teilnehmer führen kann 79. Zahlungssysteme können je nach Ausgestaltung auch Kreditbeziehungen zwischen den Teilnehmern aufbauen, womit ein Kreditrisiko generiert wird 80. Systemrisiken können aber auch durch operative Probleme eines Systems und damit entstehendem Vertrauensverlust einhergehen 81. Aus diesen Gründen sind internationale Bestrebungen ergriffen worden, im Rahmen deren Mindeststandards für die Betreiber von Zahlungssystemen und eines funktionsfähigen internationalen Finanzsystems definiert wurden 82. Ähnliche Bestrebungen sind hinsichtlich der Systemüberwachung von Wertpapierabwicklungssystemen ergriffen worden 83. Das Bundesgesetz über die Schweizerische Nationalbank sieht seit jüngstem Bestimmungen hinsichtlich der Überwachung von Zahlungs- und Effektenabwicklungssystemen vor 84. Um die Stabilität des Finanzsystems zu schützen, überwacht die Nationalbank Systeme zur Abrechnung und Abwicklung von Zahlungen (sogenannte Zahlungssysteme) oder von Geschäften mit Finanzinstrumenten, insbesondere Effekten (sogenannte Effektenabwicklungssysteme) 85. Unter die Überwachung fallen auch Zahlungs- und Effektenabwicklungssysteme, deren Betreiber ihren Sitz im Ausland haben, wenn wesentliche Betriebsteile oder massgebliche Teilnehmer sich in der Schweiz befinden 86. Wer ein Zahlungssystem mit hohem Betragsvolumen oder ein Effektenabwicklungssystem betreibt, muss der Nationalbank auf Verlangen alle not- 78 Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, 6164 f. 81 Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 26. Juni 2002, BBl 2002, 6097, Court Principals for Systematically Important Payment Systems, Bank for International Settlements, Basle 2000, Objectives and Principles of Securities Regulation, IOSCO, 1998; vgl. auch Recommendations for Securities Settlement Systems, Committee on Payment and Settlement Systems, IOSCO, October Art. 19 ff. NBG. 85 Art. 19 Abs. 1 NBG. 86 Art. 19 Abs. 2 NBG. 14118 OLIVER ARTER wendigen Auskünfte erteilen, Unterlagen zur Verfügung stellen und Einsicht in die Einrichtungen vor Ort gewähren 87. Diese Offenlegungspflicht gilt für Betreiber von Zahlungssystemen, über die Zahlungen im Betrag von mehr als 25 Milliarden Franken (brutto) pro Geschäftsjahr abgewickelt werden 88 und für Betreiber von Effektenabwicklungssystemen 89. Die Offenlegungspflicht gilt bereits, bevor das System seinen Betrieb aufnimmt, für Betreiber von Zahlungssystemen jedoch nur, sofern zu erwarten ist, dass im ersten Jahr nach Betriebsaufnahme das Betragsvolumen von mehr als 25 Milliarden Franken pro Geschäftsjahr erreicht wird 90. Die Offenlegungspflicht gilt nicht für Betreiber von Zahlungssystemen, über die intern monetäre Forderungen und Verpflichtungen zwischen Kunden ein- und desselben Finanzintermediärs abgerechnet und abgewickelt werden 91, sofern der Betreiber einer prudenziellen Aufsicht unterliegt 92. Die Nationalbank kann an den Betrieb von Zahlungs- und Effektenabwicklungssystemen, von denen Risiken für die Stabilität des Finanzsystems ausgehen, Mindestanforderungen stellen, insbesondere hinsichtlich Organisationsgrundlagen 93, Geschäftsbedingungen 94, operationelle Sicher- 87 Art. 20 Abs. 1 NBG. 88 Art. 18 Abs. 1 lit. a NBV. 89 Art. 18 Abs. 1 lit. b NBV. 90 Art. 18 Abs. 2 NBV. 91 Sog. Inhouse-Zahlungssysteme. 92 Art. 18 Abs. 3 NBV. 93 Vgl. dazu Art. 22 NBV: 1 Der Betreiber legt die Unternehmensziele und die Richtlinien zur Unternehmensführung verbindlich fest. Die Richtlinien regeln insbesondere die Sicherheitspolitik, das Risikomanagement und die Anforderungen an das Personal. 2 Der Betreiber verfügt über eine Organisationsstruktur, die für die Führung der Unternehmung und die Erreichung der Unternehmensziele angemessen ist. Die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Organe für die Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle, der Geschäftsführung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verbindlich festzulegen. 3 Die Mitglieder der Organe für Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle und der Geschäftsführung müssen über die fachlichen Fähigkeiten verfügen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, und einen einwandfreien Ruf geniessen. 4 Der Betreiber arbeitet mit Verfahren, die für die Errichtung der Unternehmensziele angemessen sind. Zu diesen Verfahren zählen insbesondere klare Vorgaben für die Erarbeitung und Umsetzung der Geschäftsstrategie, der Sicherheitspolitik und des Risikomanagements sowie transparente Entscheidungsverfahren und eine hohe Qualität der Dokumentation. 5 Der Betreiber sorgt für ein angemessenes internes Kontrollsystem und Risikomanagement und gewährleistet die Einhaltung der gesetzlichen, regulatorischen und unternehmensinternen Vorschriften (Compliance). 14219 Elektronische Bezahlvorgänge heit 95, Zulassung von Teilnehmern zum System 96, Folgen von Erfüllungs- 6 Er lässt die Zweckmässigkeit und die Einhaltung der Verfahren und der technischen Konzepte, insbesondere im Bereich der Sicherheitspolitik und des Risikomanagements, mindestens jährlich durch eine befähigte interne oder externe Stelle prüfen. 94 Vgl. dazu Art. 24 NBV: 1 Der Betreiber stellt vertragliche Grundlagen auf, die insbesondere: a. die Voraussetzungen zur Teilnahme und zum Ausschluss von Teilnehmern festlegen; b. die Rechte und Pflichten des Betreibers und der Teilnehmer umfassend beschreiben; c. die Regeln und Verfahren für den Betrieb des Systems festlegen; d. den Zeitpunkt festlegen, ab welchem eine Transaktion unwiderruflich und bedingungslos abgewickelt ist (Finalität). 2 Die vertraglichen Grundlagen müssen den Teilnehmern ermöglichen, die mit der Teilnahme am System verbundenen Risiken zu erkennen und zu verstehen. 3 Der Betreiber trifft mit Dritten, deren Leistungen für den Betrieb des Systems wesentlich sind, umfassende Vereinbarungen über die gegenseitigen Rechte und Pflichten. 4 Er stellt sicher, dass die vertraglichen Grundlagen nach dem Recht aller massgebenden Rechtsordnungen wirksam und durchsetzbar sind. Sofern ausländisches Recht anwendbar ist, erbringt er dafür den Nachweis. 95 Vgl. dazu Art. 25 NBV: 1 Der Betreiber stellt sicher, dass die Finalität der über das System abgewickelten Zahlungen und Effektenlieferungen in Echtzeit, längstens aber bis am Ende des Abwicklungstages gewährleistet ist. 2 Er muss in der Lage sein, die Kredit- und Liquiditätsrisiken der Teilnehmer zu erfassen und zu begrenzen. Dazu überwacht er fortlaufend den Abrechnungs- und Abwicklungsprozess im System sowie die Einhaltung der Voraussetzungen zur Teilnahme am System. 3 Geht ein Betreiber selber Kredit- oder Liquiditätsrisiken ein, so muss er über Verfahren und Instrumente verfügen, welche die fortlaufende Erfassung, Begrenzung und Überwachung dieser Risiken ermöglichen. Vgl. dazu zudem Art. 26 NBV: 1 Der Betreiber ermöglicht den Teilnehmern die fortlaufende Erfassung und Begrenzung der durch die Teilnahme am System bedingten Kredit- und Liquiditätsrisiken. Er schafft Anreize, damit die Teilnehmer ihre Kredit- und Liquiditätsrisiken begrenzen. 2 Dazu kommen namentlich die folgenden Verfahren und Instrumente in Betracht: a. Fazilitäten zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe; b. Warteschlangenmechanismen; c. Informationen über den aktuellen Kontostand sowie über abgewickelte und anstehende Zahlungen oder Effektenlieferungen in Echtzeit; oder d. die Ausgestaltung der Preis- und Gebührenstruktur. Vgl. dazu zudem Art. 27 NBV: 1 Der Betreiber eines Systems zur Aufrechnung gegenseitiger Forderungen (Nettingsystem) stellt sicher, dass die Geschäfte auch dann rechtzeitig abgewickelt 14320 OLIVER ARTER 144 werden, wenn die beiden Teilnehmer mit den grössten Abwicklungsverbindlichkeiten ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. 2 Wirkt ein Betreiber als zentrale Gegenpartei, so trifft er geeignete Vorkehren, damit er die eigenen Ausfallverluste decken kann und die Transaktionen auch dann rechtzeitig abgewickelt werden, wenn die beiden Teilnehmer, gegenüber denen er die grössten Risikopositionen aufweist, ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. 3 Der Betreiber eines Systems zur Abwicklung von wechselseitigen Verpflichtungen aus Effektengeschäften oder aus Devisengeschäften ermöglicht den Teilnehmern, ihre Erfüllungsrisiken zu vermeiden, und schafft dazu entsprechende Anreize. 4 Für die Zwecke dieses Artikels kommen namentlich die folgenden Verfahren und Instrumente in Betracht: a. Fazilitäten zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe; b. die Vereinbarung bilateraler oder multilateraler Kreditlimiten; c. die Hinterlegung von Sicherheiten durch die Teilnehmer; d. ein Fonds, eine Versicherung, eine Garantie eines Dritten oder die Ausstattung mit Eigenmitteln; oder e. die Abwicklung von wechselseitigen Verpflichtungen aus Effektengeschäften nach dem Grundsatz Lieferung gegen Zahlung beziehungsweise Lieferung gegen Lieferung sowie bei Devisengeschäften nach dem Grundsatz Zahlung gegen Zahlung. Vgl. dazu zudem Art. 29 NBV: 1 Das System muss während des gesamten Verarbeitungsprozesses hinsichtlich Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit und Nachvollziehbarkeit hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Diese dürfen durch Entwicklungs- und Unterhaltsarbeiten nicht beeinträchtigt werden. 2 Der Betreiber hat sich bezüglich der Informationssicherheit an anerkannten Standards zu orientieren. Er lässt die Zweckmässigkeit und die Einhaltung der gewählten Standards durch eine befähigte externe Stelle alle drei Jahre vertieft beurteilen. In den übrigen Jahren sind die Zweckmässigkeit und die Einhaltung durch eine befähigte externe oder interne, unabhängige Stelle stichprobenweise zu beurteilen. Vgl. dazu zudem Art. 30 NBV: 1 Der Betreiber bestimmt für verschiedene Szenarien die jeweilige Zeitspanne, während der Einschränkungen in der Systemverfügbarkeit tolerierbar sind. 2 Er trifft die notwendigen organisatorischen und technischen Massnahmen, um den ordentlichen Betrieb innerhalb der festgelegten Zeitspannen wiederherzustellen und die Abrechnung und Abwicklung der Geschäfte längstens bis Ende des Abwicklungstages zu gewährleisten. Die Pläne für Notfälle und die Verfahren bei operationellen oder technischen Schwierigkeiten sind wenigstens einmal im Jahr oder im Anschluss an wesentliche Änderungen des Systems zu überprüfen und erfolgreich zu testen. 3 Der Betreiber unterhält ein Hauptsystem und mindestens ein Ausweichsystem, das im Wesentlichen denselben Anforderungen genügt. Die Standorte der Haupt- und Ausweichsysteme werden anhand einer Risikoanalyse bestimmt. Ein Wechsel zwischen dem Hauptsystem und einem Ausweichsystem muss innerhalb der festgelegten Zeitspanne ohne Verlust von bestätigten Geschäften vollzogen werden können. Mehr anzeigen
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