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Timestamp: 2016-10-26 09:23:08
Document Index: 370995788

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

8C_548/2013 � � Urteil vom 2. Oktober 2013
K.________, geboren 1956, meldete sich am 9. Mai 2005 wegen anhaltender Beschwerden seit einem als Personenwagenlenkerin am 30. August 2003 erlittenen Distorsionstrauma der Halswirbels�ule (HWS) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach umfangreichen, insbesondere medizinischen Abkl�rungen verneinte die IV-Stelle des Kantons Aargau einen Rentenanspruch (Verf�gung vom 15. Februar 2012).
Die hiegegen erhobene Beschwerde der K.________ wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 24. Juni 2013 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst K.________ unter Aufhebung des angefochtenen Gerichtsentscheids beantragen, die Invalidenversicherung habe ihr eine Rente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von wenigstens 50% auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung - insbesondere einer Befragung der Beschwerdef�hrerin sowie der von ihr namentlich bezeichneten Zeugen - an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Trotzdem pr�ft es - vorbeh�ltlich offensichtlicher Fehler - nur die in seinem Verfahren geltend gemachten Rechtswidrigkeiten (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung auf R�ge hin oder von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht, und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 105 Abs. 2 BGG und Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat die Beschwerde f�hrende Person genau darzulegen. Dazu gen�gt es nicht, einen von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten oder die eigene Beweisw�rdigung zu erl�utern (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; SVR 2012 BVG Nr. 11 S. 44, 9C_779/2010 E. 1.1.2 [nicht publ. in: BGE 137 V 446]).
1.2.�Der aufgrund medizinischer Untersuchungen gerichtlich festgestellte Gesundheitszustand und die damit einhergehende Arbeitsf�higkeit betreffen eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.). Rechtsverletzungen sind demgegen�ber die unvollst�ndige Feststellung rechtserheblicher Tatsachen sowie die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) und der Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweis).
Das kantonale Gericht hat die Grundlagen �ber die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG), die Arbeits- (Art. 6 ATSG) und Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) sowie zu den Voraussetzungen und zum Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 IVG) richtig dargelegt. Zutreffend sind auch die Ausf�hrungen �ber den Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Fest steht und unbestritten ist, dass das den Anforderungen von BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 gen�gende polydisziplin�re Gutachten der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ vom 6. Mai 2011 - zumindest hinsichtlich der Beurteilung der Gesundheitssch�den - voll beweiskr�ftig ist. Strittig ist demgegen�ber, wie weit diese Beeintr�chtigungen die F�higkeit einschr�nken, zumutbare Arbeit zu leisten.
4.1.�Das kantonale Gericht hat gest�tzt auf das Gutachten der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ in tats�chlicher Hinsicht f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich festgestellt, dass die Versicherte infolge s�mtlicher gesundheitlicher Beeintr�chtigungen sowohl in der angestammten T�tigkeit als Betriebsmitarbeiterin (Postsortierung) der Post wie auch bei der Kinderbetreuung als Haushaltshilfe sowie in jeder angepassten Verweisungst�tigkeit - das heisst einer k�rperlich leichten bis mittelschweren T�tigkeit ohne Heben von �ber 10 kg schweren Lasten und ohne Benutzung von Leitern - zu 30% arbeitsunf�hig ist.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin l�sst hiegegen einwenden, die Vorinstanz habe die aus dem Gesundheitsschaden resultierende Arbeitsunf�higkeit offensichtlich unrichtig festgestellt. Zum einen seien die aus internistischer und psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsf�higkeitseinschr�nkungen kumulativ zu ber�cksichtigen, zum anderen seien den neuropsychologischen Defiziten zu Unrecht Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit abgesprochen worden. Das kantonale Gericht habe Art. 61 lit. c ATSG verletzt, indem es die neuropsychologisch bedingte Arbeitsunf�higkeit nicht festgestellt und die notwendigen Beweise dazu nicht abgenommen habe.
5.1.�Die Versicherte r�gt zu Recht nicht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r resp. der daraus abgeleiteten Begr�ndungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Der Beschwerdef�hrerin war eine sachgerechte Anfechtung des kantonalen Gerichtsentscheides ohne Weiteres m�glich, auch wenn sie vor Bundesgericht wiederholt auf die Ausf�hrungen in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeschrift verweist und aus der ihres Erachtens ungen�genden Abkl�rung dieser Einw�nde auf eine angebliche Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes von Art. 61 lit. c ATSG durch das kantonale Gericht schliesst. Immerhin ist die Beweiskraft des Gutachtens der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ hinsichtlich der Feststellung der Gesundheitssch�den unbestritten, (vgl. E. 3 hievor), nicht aber in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit.
5.2.1.�Zur Feststellung der Arbeitsunf�higkeit kann weder auf die subjektive �berzeugung der versicherten Person vom eigenen Leistungsunverm�gen noch allein auf Aussagen von nicht qualifizierten Zeugen zu dem von der versicherten Person gezeigten Verhalten abgestellt werden. F�r die Beurteilung der Arbeits (un) f�higkeit st�tzt sich die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht vielmehr auf Unterlagen, die von �rztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verf�gung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f.; 125 V 256 E. 4. S. 261 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).
5.2.2.�Der Zweck interdisziplin�rer Gutachten - so auch des Gutachtens der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ - besteht gerade darin, alle relevanten Gesundheitssch�digungen zu erfassen und die daraus jeweils abgeleiteten Einfl�sse auf die Arbeitsf�higkeit in einem Gesamtergebnis auszudr�cken (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 [I 514/06 E. 2.1], 2000 IV Nr. 1 S. 1 [I 16/98 E. 2b/bb i.f.]; Urteil 9C_531/2007 vom 3. Juni 2008 E. 2.2.6 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). Denn eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsst�rungen und Beschwerdebilder gesch�tzten Arbeitsunf�higkeitsgrade ist nicht zul�ssig (Urteil 8C_518/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.3.�Im Rahmen der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) darf sich die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder �ber die (den beweisrechtlichen Anforderungen gen�genden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die �rztlichen Einsch�tzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsf�higkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Beh�rden haben diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.; 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 22 S. 95, 8C_302/2011 E. 2.5.1; Urteil 8C_162/2013 vom 17. Juli 2013 E. 3.2.2). Beruht die Leistungseinschr�nkung auf Aggravation oder einer �hnlichen Konstellation, liegt regelm�ssig keine versicherte Gesundheitssch�digung vor (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51 mit Hinweis).
5.3.�An der interdisziplin�ren Konsensbesprechung vom 31. M�rz 2011 wurden die Schlussfolgerungen der verschiedenen fach�rztlichen Expertisen im Rahmen einer Gesamtbeurteilung unter den anwesenden Fachleuten und Gutachtern der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ aus den Disziplinen Psychiatrie, Neuropsychologie, Neurologie, Rheumatologie sowie allgemeine Medizin diskutiert und verabschiedet. Die abschliessende Aussage des Gutachtens der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ zur - trotz aller relevanten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen - verbleibenden Leistungsf�higkeit, wonach die internistische Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit in der psychiatrisch attestierten Einsch�tzung aufgehe, ber�cksichtigte nicht nur die mangelnde Compliance der Beschwerdef�hrerin in der psychiatrischen Untersuchung, sondern auch die fehlende Validit�t der neuropsychologischen Testung. Diese Erkenntnisse stehen im Zusammenhang mit der Tatsache, dass eine neuropsychologische Testung w�hrend des station�ren Aufenthaltes im Rehazentrum Y.________ knapp f�nf Monate nach dem angeblich urs�chlichen Unfall vom 30. August 2003 - trotz der subjektiv schon damals geklagten Defizite - durchschnittliche bis �berdurchschnittliche Resultate ergab und die anl�sslich der Begutachtung der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ erhobenen Leistungsdefizite nicht konsistent mit den eigenanamnestischen Angaben waren, weshalb aus neuropsychologischer Sicht der Verdacht auf eine Symptomverdeutlichung oder Aggravation ge�ussert wurde. Nach Aktenlage steht fest, dass die Arbeitsf�higkeit aus internistischer Sicht zeitlich um 30% eingeschr�nkt ist. Demgegen�ber steht die aus neuropsychologisch-psychiatrischer Sicht in Bezug auf eine leidensangepasste T�tigkeit von auf 80% gesch�tzte Arbeitsf�higkeit unter dem Vorbehalt der fehlenden Validit�t der basierend auf den gezeigten Defiziten erhobenen Testergebnisse und der mangelnden Compliance hinsichtlich einer zumutbaren psychiatrischen Behandlung. Soweit die Vorinstanz den psychogenen Beeintr�chtigungen keine �ber die internistische Arbeitsunf�higkeit hinausgehende zus�tzliche Einschr�nkung der zumutbaren Leistungsf�higkeit beigemessen hat, ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden.
5.4.�Nach dem Gesagten finden sich keine Anhaltspunkte daf�r, dass die f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindliche Sachverhaltsfeststellung gem�ss angefochtenem Entscheid, wonach die gest�tzt auf das Gutachten der medizinischen Abkl�rungsstelle X.________ erkannte Arbeitsunf�higkeit (E. 4.1 hievor) von 30% in einer leidensangepassten T�tigkeit s�mtliche, gesundheitlich relevanten Beeintr�chtigungen der Leistungsf�higkeit ber�cksichtigt, im Ergebnis eindeutig und augenf�llig unzutreffend (vgl. E. 1.1 hievor) sein soll. Von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes kann mit Blick auf die umfangreiche medizinische Aktenlage und die eingehenden polydisziplin�ren Abkl�rungen keine Rede sein, weshalb das kantonale Gericht zu Recht in zul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94) auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet hat.
5.5.�Ist demnach die vorinstanzlich festgestellte Arbeitsunf�higkeit im Ergebnis nicht zu beanstanden und erhebt die Versicherte gegen die darauf basierende Ermittlung eines Invalidit�tsgrades von jedenfalls deutlich weniger als 40% keine Einw�nde, bleibt es bei der von der IV-Stelle am 15. Februar 2012 verf�gten Verneinung eines Rentenanspruchs.
Die Gerichtskosten sind von der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).