Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/bundestagswahl-nichtanerkennung-partei-3125722
Timestamp: 2020-07-03 11:43:28
Document Index: 94669708

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 19', '§ 26', '§ 28', 'Art. 93', '§ 13']

Bundestagswahl - und die Nichtanerkennung als Partei | Rechtslupe
Bundestagswahl - und die Nichtanerkennung als Partei
Die Ent­schei­dung des Bun­des­wahl­aus­schus­ses über die Aner­ken­nung als Par­tei für die Wahl zum Deut­schen Bun­des­tag gemäß § 18 Abs. 4 BWahlG betrifft die Fest­stel­lung, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­rei­chung von Wahl­vor­schlä­gen als Par­tei (§ 18 Abs. 1 BWahlG) gege­ben sind.
Gemäß § 18 Abs. 4a Satz 1 BWahlG kann eine Par­tei oder Ver­ei­ni­gung gegen eine Fest­stel­lung nach § 18 Abs. 4 BWahlG, die sie an der Ein­rei­chung von Wahl­vor­schlä­gen hin­dert, bin­nen vier Tagen nach Bekannt­ga­be Beschwer­de zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erhe­ben. Danach ist die Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­de dar­auf aus­ge­rich­tet, noch vor Durch­füh­rung der Wahl abschlie­ßend fest­zu­stel­len, ob die ent­spre­chen­de Ver­ei­ni­gung berech­tigt ist, als Par­tei mit eige­nen Wahl­vor­schlä­gen an der Wahl zum Deut­schen Bun­des­tag teil­zu­neh­men [1].
Eine Teil­nah­me an der Wahl zum 19. Deut­schen Bun­des­tag konn­te im hier ent­schie­de­nen Fall die beschwer­de­füh­ren­de "Ver­ei­ni­gung Kon­vent zur Refor­ma­ti­on Deutsch­lands – Die Gol­de­ne Mit­te (KRD)" frei­lich nicht mehr errei­chen. Nach Mit­tei­lung des Bun­des­wahl­lei­ters hat die Beschwer­de­füh­re­rin inner­halb der Frist des § 19 BWahlG, die am 17.07.2017 um 18 Uhr geen­det hat, weder Kreis­wahl­vor­schlä­ge noch Lan­des­lis­ten ein­ge­reicht. Soll­te die Beschwer­de­füh­re­rin nach Ablauf die­ser Frist Kreis­wahl­vor­schlä­ge oder Lan­des­lis­ten ein­rei­chen oder ein­ge­reicht haben, wären die­se nach Maß­ga­be des § 26 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BWahlG bezie­hungs­wei­se § 28 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BWahlG zurück­zu­wei­sen. Wes­halb unge­ach­tet des­sen ein Rechts­schutz­in­ter­es­se an der Fest­stel­lung der Par­tei­ei­gen­schaft durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestehen soll­te, ist nicht ersicht­lich.
Das Ver­fah­ren gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 4c GG, § 13 Nr. 3a BVerfGG dient nicht einer von der kon­kre­ten Wahl los­ge­lös­ten Fest­stel­lung der Eigen­schaft einer Ver­ei­ni­gung als Par­tei [2].
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juli 2017 – 2 BvC 1/​17
vgl. BVerfGE 134, 121, 122 f. Rn. 6[↩]
BVerfGE 134, 121, 123 Rn. 6[↩]