Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/kapitalanlagerecht/freigabe-der-dahrlehenssicherheiten-und-die-verwirkung-des-widerrufsrechts-3202077
Timestamp: 2020-06-02 15:25:31
Document Index: 364350915

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§ 242', '§ 561', '§ 562', '§ 242', '§ 563']

Been­det der Dar­le­hens­ge­ber trotz der Mög­lich­keit der Reva­lu­tie­rung durch Rück­ge­währ der Sicher­heit den Siche­rungs­ver­trag, kann dar­in die Aus­übung beacht­li­chen Ver­trau­ens im Sin­ne des § 242 BGB lie­gen [1].
Indem das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he im hier ent­schie­de­nen Rechts­streit in sei­nem Beru­fungs­ur­teil [2] den Dar­le­hens­ge­ber in Fäl­len des Wider­rufs der auf Abschluss eines zwi­schen­zeit­lich been­de­ten Dar­le­hens­ver­trags gerich­te­ten Wil­lens­er­klä­rung des Dar­le­hens­neh­mers grund­sätz­lich auf die Auf­rech­nung der aus dem Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis resul­tie­ren­den Ansprü­che ver­wie­sen hat, hat es den Aspekt der Sicher­hei­ten­frei­ga­be als für die Ver­wir­kung rele­vant für been­de­te Dar­le­hens­ver­trä­ge aus­ge­schlos­sen. Dabei hat es in Abkehr von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung den Rechts­satz auf­ge­stellt, in der Frei­ga­be der Sicher­hei­ten lie­ge kei­ne beacht­li­che Mani­fes­ta­ti­on des Ver­trau­ens des Dar­le­hens­ge­bers dar­auf, die Bezie­hun­gen der Par­tei­en fän­den für die Zukunft in jeder Hin­sicht ihr Ende. Ent­ge­gen der Rechts­mei­nung des Beru­fungs­ge­richts ist die Betä­ti­gung eines ent­spre­chen­den Ver­trau­ens bei der Wür­di­gung der nach § 242 BGB rele­van­ten Umstän­de mit zu berück­sich­ti­gen. Dar­auf, ob der Dar­le­hens­ge­ber nach Ent­ste­hung des Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis­ses auch noch auf ande­re Wei­se die Erfül­lung sei­ner For­de­rung erlan­gen könn­te, kommt es dage­gen nicht ent­schei­dend an [3].
Das Beru­fungs­ur­teil, das sich auch nicht aus ande­ren Grün­den als rich­tig dar­stellt (§ 561 ZPO), unter­liegt mit­hin der Auf­he­bung (§ 562 ZPO). Da der Bun­des­ge­richts­hof der tatrich­ter­li­chen Wür­di­gung der nach § 242 BGB maß­geb­li­chen Umstän­de anhand der höchst­rich­ter­lich gefes­tig­ten Grund­sät­ze nicht vor­grei­fen kann [4], ver­weist er die Sache zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he als Beru­fungs­ge­richt zurück (§ 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO).