Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202019,%202169
Timestamp: 2020-02-22 23:32:11
Document Index: 1412615

Matched Legal Cases: ['§ 529', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 633', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 635', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Anwendung der Beweislastregeln zur Streitentscheidung als eine ultima ratio; Gerichtliche Ausschöpfung aller zulässigen Beweismöglichkeiten ohne Erfolg; Berufungsgerichtliche Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der entscheidungserheblichen Feststellungen des ...
Anwendung der Beweislastregeln erst dann, wenn alle zulässigen Beweismöglichkeiten ohne Erfolg ausgeschöpft sind und weitere Feststellungen nicht mehr möglich erscheinen
Tun und Freude
Zwar ist im Revisionsverfahren nicht zu überprüfen, ob das Berufungsgericht das Vorliegen der Voraussetzungen des § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO zu Recht angenommen hat (vgl. BGH, Urteile vom 9. März 2005 - VIII ZR 266/03, BGHZ 162, 313, 318 f.; vom 7. Februar 2019 - VII ZR 274/17, NJW 2019, 2169 Rn. 17; jeweils mwN), und sind deshalb der Beurteilung des Revisionsgerichts grundsätzlich die von dem Berufungsgericht getroffenen erneuten Feststellungen zugrunde zu legen.
Eine Abweichung zur vereinbarten Beschaffenheit liegt vor, wenn der mit dem Vertrag verfolgte Zweck des Werks nicht erreicht wird und das Werk seine vereinbarte oder nach dem Vertrag vorausgesetzte Funktion nicht erfüllt (BGH, Urteil vom 8. November 2007- VII ZR 183/05 - BGHZ 174, 110, Tz.15; BGH, Urt. v. 07.02.2019 - VII ZR 274/17 - zit. aus juris, Tz. 22).
Welche Beschaffenheit eines Werkes die Parteien vereinbart haben, ergibt die Auslegung des Werkvertrages (§§ 133, 157 BGB); zur vereinbarten Beschaffenheit im Sinne des § 633 Abs. 2 Satz 1 BGB gehören alle Eigenschaften, die nach der Vereinbarung den vertraglich geschuldeten Erfolg herbeiführen sollen (BGH, Urteil vom 8. November 2007 VII ZR 183/05 - BGHZ 174, 110, Tz. 15; BGH, Urt. v. 07.02.2019 - VII ZR 274/17 - zit. aus juris, Tz. 23).
Der Unternehmer schuldet ein funktionsfähiges Werk nämlich auch dann, wenn ihm ein Ausführungsfehler, der dazu geführt hat, dass die vereinbarte Beschaffenheit nicht erreicht wurde, nicht nachzuweisen ist (vgl. BGH, Urteil vom 07. Februar 2019 - VII ZR 274/17 - BGH…, Urteil vom 10. November 2005 - VII ZR 147/04 Rn. 11, BauR 2006, 375, NZBau 2006, 112; BGH…, Urteil vom 8. November 2007 - VII ZR 183/05 Rn. 19, BGHZ 174, 110;… Kniffka/Krause-Allenstein, Bauvertragsrecht, 3. Aufl. 2018, § 635 Rn. 4).
Denn die Anwendung der Beweislastregeln zur Streitentscheidung kommt nur zum Tragen, wenn und soweit das Gericht sich nach Ausschöpfung aller zulässigen Beweismöglichkeiten keine Überzeugung zu bilden vermochte (vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 2019 - VII ZR 274/17).
Denn dann kann davon ausgegangen werden, dass der Besteller die Leistung durch den Drittunternehmer sorgfältig prüfen lässt, so dass der Weiterbau nur dann erfolgt, wenn er mit der Vorleistung einverstanden ist (…vgl. Kniffka/Pause/Vogel, Bauvertragsrecht, a. a. O., Rn. 51 ff.; BGH, Urteil vom 7. Februar 2019 - VII ZR 274/17 -).
Grundsätzlich reicht dies allein aber nicht aus, wie oben bereits dargestellt (vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 2019 - VII ZR 274/17 -: " Regelmäßig kann allein dem Weiterbau im Rahmen eines Bauvorhabens kein Erklärungswert beigemessen werden. ").
OLG München, 15.01.2020 - 20 U 1051/19
Fälligkeit von Werklohnansprüchen
Dem Weiterbau durch die Beklagten kann kein Erklärungswert beigemessen werden (vgl. BGH, Urteil vom 7. Februar 2019, VII ZR 274/17, BeckRS 2019, 3733 Rn. 31).