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Timestamp: 2020-02-20 04:29:10
Document Index: 223240287

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 35', '§ 5', '§ 19', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 50', '§ 34', '§ 50', '§ 34', '§ 34', '§ 50', 'Art. 12', '§ 50', '§ 34', '§ 5', '§ 50', '§ 34', '§ 50', '§ 50', '§ 34', '§ 50', '§ 50', '§ 34', '§ 102', 'Art. 14', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 14', 'Art. 41', 'Art. 14', '§ 31', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 102', '§ 102', 'Art. 14', '§ 102', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', '§ 102']

Rechtsprechung: NVwZ 1990, 962 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerwG, 12.06.1990 | BVerwG, 15.12.1989
BVerwG, 04.07.1990 - 4 B 103.90
https://dejure.org/1990,1213
BVerwG, 04.07.1990 - 4 B 103.90 (https://dejure.org/1990,1213)
BVerwG, Entscheidung vom 04.07.1990 - 4 B 103.90 (https://dejure.org/1990,1213)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Juli 1990 - 4 B 103.90 (https://dejure.org/1990,1213)
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Flächennutzungsplan - Nichtausräumen von materiellen Belangen - Grenze zwischen Innen- und Außenbereich - Begünstigter Bau von Wohnhäusern im Außenbereich - Gemeindesatzung
BauGB § 34 Abs. 1; BauGB § 35 Abs. 3; BauGB § 5
Grenzlinie zwischen Innen- und Außenbereich (IBR 1990, 696)
NJW 1990, 3163 (Ls.)
NVwZ 1990, 962
DÖV 1991, 123
BauR 1991, 50
ZfBR 1990, 249
Das hat der Senat bereits wiederholt entschieden (vgl. BVerwG, Urteil vom 10. Mai 1968 - BVerwG 4 C 18.66 - Buchholz 406.11 § 19 BBauG Nr. 17; Beschluß vom 4. Juli 1990 - BVerwG 4 B 103.90 - NVwZ 1990, 962 ).
Soweit das Verwaltungsgericht darauf hingewiesen hat, das die Darstellung von Flächen für die Landwirtschaft auf das Vorliegen von Außenbereich im Sinne eines Indizes hinweise, hat es an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts angeknüpft, wonach entgegenstehende öffentliche Belange im Sinne von § 35 Abs. 3 BauGB durch Darstellungen des Flächennutzungsplans nicht abgeschwächt würden, diese allenfalls eine Indizwirkung für tatsächliche, die Kraft öffentlicher Belange abschwächende Umstände haben könnten (…vgl. BVerwG, Urt. v. 25.01.1985 - 4 C 29.81 - NuR 1986, 73; vgl. auch Beschl. v. 04.07.1990 - 4 B 103.90 - NuR 1991, 426).
Seine für die Zulässigkeit sprechenden Darstellungen sind jedoch ungeeignet, die einem Vorhaben entgegenstehenden materiellen öffentlichen Belange auszuräumen, d.h. entgegen derartigen öffentlichen Belangen die Zulässigkeit eines Vorhabens zu begründen (…BVerwG, Urt. v. 10.05.1968 - IV C 18.66 -, NJW 1969, 68/69; Beschl. v. 04.07.1990 - 4 B 103.90 -, BauR 1991, 50/51).
OVG Niedersachsen, 10.01.2005 - 9 LA 310/04
Ausufern der Wohnbebauung in den Außenbereich
Ihr kommt allenfalls Indizwirkung für tatsächliche, die Kraft öffentlicher Belange abschwächende Umstände zu (…BVerwG, Urt. v. 25.1.1985 - 4 C 29.81 - NVwZ 1985, 747 = DÖV 1985, 832 = BRS 44 Nr. 87; Beschl. v. 4.7.1990 - 4 B 103.90 - NVwZ 1990, 962).
VGH Bayern, 03.02.2014 - 1 ZB 12.468
Vorbescheid für Zweifamilienhaus am Ortsrand; Abgrenzung zwischen Außen- und …
Wie eng die Aufeinanderfolge von Baulichkeiten sein muss, um noch als zusammenhängende Bebauung zu erscheinen, ist nicht nach geografischmathematischen Maßstäben, sondern auf Grund einer umfassenden Bewertung des konkreten Sachverhalts zu entscheiden (BVerwG, U.v. 6.11.1968 - IV C 2.66 - BVerwGE 31, 20; B.v. 4.7.1990 - 4 B 103.90 - BayVBl 1991, 473; U.v. 12.12.1990 - 4 C 40.87 - BauR 1991, 308).
Soweit sich der Kläger auf die Darstellung seines Grundstücks im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet beruft, kann nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (z.B. B.v. 4.7.1990 - 4 B 103.90 - BauR 1991, 50) ein solcher Plan zwar im Rahmen der Prüfung sonstiger öffentlicher Belange beachtlich sein; er ist jedoch ungeeignet, die einem Vorhaben etwa entgegenstehenden materiellen öffentlichen Belange auszuräumen.
OVG Saarland, 11.01.2007 - 2 Q 35/06
Mit Blick auf die hier zur Rede stehende Grenzziehung zwischen Ortslage und Außenbereich (§ 35 BauGB) bleibt festzuhalten, dass diese Grenzlinie wegen ihrer bereits angesprochenen Abhängigkeit (allein) von den tatsächlichen örtlichen Verhältnissen nicht an abstrakten mathematisch-geografischen Maßstäben zu orientieren ist und deswegen nicht "gerade", hier etwa dem an den Parzellengrenzen orientierten Feldwirtschaftsweg folgend, verlaufen muss, sondern dass sie im Einzelfall auch durch Vor- und Rücksprünge gekennzeichnet sein kann (vgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 4.7.1990 - 4 B 103.90 -, BRS 50 Nr. 83, st. Rspr., ebenso OVG des Saarlandes, Beschlüsse vom 31.8.1999 - 2 Q 27/99 -, SKZ 2000, 102, Leitsatz Nr. 52 und vom 22.7.2005 - 2 Q 16/05 -, SKZ 2006, 46 Leitsatz Nr. 25).
Wie eng die Aufeinanderfolge von Baulichkeiten sein muss, um sich noch als zusammenhängende Bebauung darzustellen, ist nicht nach geographisch-mathematischen Maßstäben, sondern aufgrund einer umfassenden Bewertung des im Einzelfall vorliegenden konkreten Sachverhalts zu entscheiden (statt aller BVerwG, B.v. 15.9.2005 - 4 BN 37/05 - juris; B.v. 4.7.1990 - 4 B 103/90 - juris; U.v. 17.2.1984 - 4 C 55/81 - juris).
Wollte man die Tatbestände von § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 7 BauGB verneinen, würde das Bauvorhaben jedenfalls den ungeschriebenen Belang beeinträchtigen, eine entsprechende siedlungsstrukturell zu missbilligende Entwicklung in den Außenbereich hinein zu verhindern (vgl. BVerwG, B.v. 4.7.1990 - 4 B 103/90 - juris; U.v. 25.1.1985 - 4 C 29/81 - juris;… auch König, Baurecht Bayern, 5. Auflage 2015, Rn. 558).
Denn die Grenzlinie zwischen Innen- und Außenbereich ist grundsätzlich entlang jedes einzelnen Baugrundstücks zu ziehen, auch wenn sich dadurch eine verwinkelte Abgrenzung mit Vor- und Rücksprüngen ergibt (vgl. BVerwG, Beschl. v. 4. Juli 1990 - 4 B 103.90 -, juris Rn. 2, …und Urt. v. 6. Dezember 1967 - IV C 94.66 -, juris Rn. 26;… Söfker, a. a. O.;… Dürr, a. a. O.), wie hier aufgrund des dem klägerischen Grundstück folgenden Grundstücks mit der zurückgesetzten Wohnbebauung, die dadurch gegenüber dem Wohngebäude der Kläger und dem Vierseitenhof in den Außenbereich vorspringt.
BVerwG, 30.11.1994 - 4 B 226.94
Beweisaufnahme - Beeinträchtigung - weitere Beschwerde - Gegenvorstellung - …
Aus dem von der Beschwerde angeführten Beschluß vom 4. Juli 1990 - BVerwG 4 B 103.90 - (ZfBR 1990, 249 = BauR 1991, 50 = NVwZ 1990, 962) ergibt sich nichts anderes.
VGH Bayern, 24.07.2014 - 2 B 14.896
Baugenehmigung; Einvernehmen; Bahnwärterhaus; Büronutzung; Fachplanung; …
VGH Bayern, 16.06.2015 - 1 B 14.2772
Vorbescheid für Wohnbauvorhaben in drei Varianten; Abgrenzung …
VGH Bayern, 17.05.2019 - 1 B 17.2077
Baugrundstück, Bebauungszusammenhang, Im Zusammenhang bebauter Ortsteil, …
VGH Bayern, 27.11.2018 - 1 ZB 17.179
Beseitigungsanordnung für eine Zaunanlage
VG Gelsenkirchen, 21.01.2011 - 6 K 4455/09
Ein Ortsteil endet mit dem letzten Baukörper
VGH Bayern, 06.03.2013 - 2 ZB 12.936
Baubeseitigung; Außenbereich; Splittersiedlung; Instandhaltungsmaßnahmen
OVG Schleswig-Holstein, 09.05.1995 - 1 L 152/94
Lärmschutzwall; Aufschüttung; Bauliche Anlage; Genehmigungspflicht; Außenbereich; …
VGH Bayern, 14.10.2013 - 2 ZB 12.2318
Vorbescheid; Außenbereich; Flächennutzungsplan; Bushaltestelle
BVerwG, 17.03.1992 - 4 B 56.92
Nichtzulassungsbeschwerde auf Grund grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache - …
VG Ansbach, 06.04.2016 - AN 9 K 15.00509
VG Arnsberg, 26.08.2014 - 4 K 3708/13
Nachbarrechtliche Bedenken gegen die Erteilung einer Baugenehmigung zur …
VG München, 28.04.2016 - M 11 K 15.2972
Bebauungszusammenhang im Innenbereich bei Ortsrandlage
VGH Bayern, 21.01.2016 - 2 ZB 15.1766
Abgrenzung von Innen- und Außenbereich und Würdigung des Bebauungszusammenhangs
VG München, 23.04.2015 - M 11 K 14.2096
Abgrenzung Innenbereich - Außenbereich; Bebauungszusammenhang; Ortsteil; …
VG Augsburg, 04.09.2014 - Au 5 K 14.464
Verpflichtungsklage; Vorbescheid für sechs Einfamilienhäuser; Abgrenzung …
BVerwG, 22.07.1997 - 4 B 115.97
Möglichkeit der Versagung eines Bauvorbescheids trotz Erteilung des Einvernehmens …
VG München, 12.09.2018 - M 9 K 17.2856
Keine Feststellung einer Veränderungssperre
VG München, 06.05.2014 - M 1 K 14.192
Abgrenzung Innen-/Außenbereich; Vorbescheid für Einfamilienhaus; Baulücke; …
VG München, 23.04.2013 - M 1 K 12.6335
Vorbescheid für Einfamilienhaus; Abgrenzung Außen-/Innenbereich; Prägung durch …
VGH Bayern, 08.05.2012 - 2 ZB 11.116
Außenbereich; Ortsrand; topografische Besonderheiten
VGH Bayern, 09.10.2009 - 2 ZB 09.1263
Abgrenzung von Innen- und Außenbereich; topographische Abgrenzung ("...bächl"); …
VG München, 30.03.2009 - M 8 K 08.2640
Abgrenzung Innen- vom Außenbereich; Bebauungszusammenhang; Bach als …
BVerwG, 03.09.1990 - 4 B 135.90
Erleichterungen für die Zulassung von Wohnbauvorhaben im Außenbereich in …
BVerwG, 12.06.1990 - 7 B 72.90
https://dejure.org/1990,1340
BVerwG, 12.06.1990 - 7 B 72.90 (https://dejure.org/1990,1340)
BVerwG, Entscheidung vom 12.06.1990 - 7 B 72.90 (https://dejure.org/1990,1340)
BVerwG, Entscheidung vom 12. Juni 1990 - 7 B 72.90 (https://dejure.org/1990,1340)
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Lärmbelästigung - Bebauungsplan - Planersetzende Abwägung - Innenbereich - Lärmschutz
VG Arnsberg, 10.05.1989 - 7 K 1435/88
OVG Nordrhein-Westfalen, 23.03.1990 - 21 A 1528/89
NJW 1990, 3290 (Ls.)
DVBl 1990, 1185
ZfBR 1990, 305
Auch ein derart qualifiziertes Berücksichtigungsgebot ist im Wege der Abwägung überwindbar (vgl. BVerwG, Beschluss vom 12. Juni 1990 - BVerwG 7 B 72.90 - DVBl 1990, 1185).
Für eine "planersetzende" Entscheidung in dem Sinne, dass die Behörde eine planerische Abwägung unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes in § 50 BImSchG zu treffen hätte, gibt § 34 BauGB keinen Raum (Beschluss vom 12. Juni 1990 - BVerwG 7 B 72.90 - NVwZ 1990, 962 ;… Urteil vom 16. Juni 1989 - BVerwG 8 C 39.87 - juris Rn. 15).
Für das Verhältnis zwischen § 50 BImSchG und § 34 BauGB sei die Leitentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (Beschluss vom 12. Juni 1990 - 7 B 72/90 - NVwZ 1990, 962) maßgeblich, wonach im Rahmen des § 34 BauGB für eine "planersetzende" Entscheidung in dem Sinne, dass die Behörde eine planerische Abwägung unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes in § 50 BImSchG zu treffen hätte, kein Raum sei.
Es sei fraglich, ob die von der Klägerin für ihre Auffassung herangezogene Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Juni 1990 (a. a. O.) noch uneingeschränkt Gültigkeit habe, denn sie habe sich weder mit der durch Art. 12 Seveso-II-Richtlinie geschaffenen neuen Rechtslage noch mit der daraus resultierenden neuen Fassung des § 50 BImSchG auseinandersetzen können.
Diese Auffassung steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Beschluss vom 12. Juni 1990 - BVerwG 7 B 72/90 - NVwZ 1990, 962), wonach weder § 34 BauGB noch § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BImSchG Raum für eine planerische Abwägung, unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes in § 50 BImSchG, gibt.
41 Allerdings hat die Rechtsprechung (BVerwG, Beschl. v. 12.06.1990 - 7 B 72.90, in NVwZ 1990, S. 962;… ebenso VG Gießen, Beschl. v. 18.06.2002, 1 G 1689/02, in HessVGRspr. 2002, S. 83) erkannt, dass § 34 BauGB für eine planersetzende Entscheidung unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes § 50 BImSchG keinen Raum gibt.
Insoweit kommt es auch nicht darauf an, dass § 50 BImSchG nach Ergehen des Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts vom 12.06.1990 (a.a.O.) unter dem Einfluss der Seveso II-Richtlinie novelliert worden ist.
33 Allerdings hat die Rechtsprechung (BVerwG, Beschl. v. 12.06.1990 - 7 B 72.90, in NVwZ 1990, S. 962;… ebenso VG Gießen, Beschl. v. 18.06.2002, 1 G 1689/02, in HessVGRspr. 2002, S. 83) erkannt, dass § 34 BauGB für eine planersetzende Entscheidung unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes § 50 BImSchG keinen Raum gibt.
Für eine "planersetzende" Entscheidung in dem Sinne, dass die Behörde eine planerische Abwägung unter Berücksichtigung des Planungsgrundsatzes in § 50 BImSchG zu treffen hätte, gibt § 34 BauGB keinen Raum (Beschluss vom 12. Juni 1990 - BVerwG 7 B 72.90 - NVwZ 1990, 962 ;… Urteil vom 16. Juni 1989 - BVerwG 8 C 39.87 - juris Rn. 15).".
vgl. BVerwG, Beschluss vom 12.06.1990 - 7 B 72.90 - VG Darmstadt, Urteil vom 27.11.2007 - 9 E 735/07 -, juris.
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 28.01.2009 - 9 K 25/05
Flurneuordnungsverfahren: Voraussetzung der Beurteilung einer ortsnahen …
VG München, 28.12.2016 - M 1 SN 16.5502
Erfolgloser Eilantrag des Nachbarn gegen Teilbaugenehmigung für Erdarbeiten im …
BVerwG, 15.12.1989 - 4 C 29.88
https://dejure.org/1989,2030
BVerwG, 15.12.1989 - 4 C 29.88 (https://dejure.org/1989,2030)
BVerwG, Entscheidung vom 15.12.1989 - 4 C 29.88 (https://dejure.org/1989,2030)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Dezember 1989 - 4 C 29.88 (https://dejure.org/1989,2030)
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Anspruch auf Rückübereignung fehlgeschlagener Enteignungen - Enteignung durch landesrechtlcihe Vorschriften
BauGB § 102
VG Frankfurt/Main, 13.03.1984 - IV/3 - E 3494/83
VG Frankfurt/Main, 13.03.1984 - IV/3-E 3494/83
VGH Hessen, 10.05.1988 - 4 UE 1291/84
NJW 1990, 2400
MDR 1990, 591
NVwZ 1990, 962 (Ls.)
ZfBR 1990, 203
Der Gesetzgeber hat damit im Rahmen seines Auftrags, Inhalt und Schranken des Eigentums durch Gesetz zu bestimmen (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG), eine abschließende einfachgesetzliche Regelung der städtebaulichen "Rückenteignung" getroffen (vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 1989 - BVerwG 4 C 29.88 - NJW 1990, 2400).
Ausdrücklich entschieden hat das Bundesverwaltungsgericht dies für Sachverhalte, in denen der Enteignungszweck erst nach Inkrafttreten des § 102 BBauG verfehlt worden ist (vgl. Urteil vom 15. Dezember 1989, a.a.O.).
Das Bundesbaugesetz wollte aber die davon betroffenen früheren Eigentümer einerseits nicht schlechterstellen, ihnen also ein bislang vorgesehenes Rückerwerbsrecht erhalten, sie aber andererseits gegenüber den Neufällen auch nicht besserstellen und sie deshalb grundsätzlich den Modalitäten des § 102 BBauG/BauGB, beispielsweise hinsichtlich der Antragsfristen, unterwerfen (vgl. im einzelnen BVerwG, Urteil vom 15. Dezember 1989, a.a.O. S. 2401 f.).
Das Bundesverwaltungsgericht hat unter Bezugnahme auf sein Urteil vom 15. Dezember 1989 (NJW 1990, S. 2400) unter anderem ausgeführt, § 102 BBauG/BauGB sei nur auf solche vor Inkrafttreten des Bundesbaugesetzes erfolgten städtebaulichen Enteignungsvorgänge zu erstrecken, in denen der frühere Eigentümer entweder ein verfassungsunmittelbares oder ein durch vorkonstitutionelles Recht eingeräumtes Rückerwerbsrecht geltend machen kann; es hat weiter festgestellt, daß das Recht der Deutschen Demokratischen Republik Rückerwerbsrechte nicht gekannt hat.
Daran ändert auch nichts, dass der ehemalige Eigentümer unter Umständen in einem späteren Zeitpunkt einen Anspruch darauf haben kann, den enteigneten Gegenstand zurückzuerhalten (vgl. BVerwG NJW 1990, 2400).
LG Dresden, 20.01.1994 - O-Baul 2/93
BauGB § 102; DDR: AufbauG § 14; EinigungsV Art. 41; GG Art. 14 Abs. …
Seit der grundlegenden und nach § 31 GVG bindenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, ist § 102 BauGB jedoch als einfachgesetzliche Konkretisierung dieses grundsätzlich auch direkt aus der Verfassung herzuleitenden Anspruchs auf Rückenteignung anzusehen (h.M. BVerwG, NJW 90, 2400; VG Meiningen, ZOV 93, 283, 284; von Trott zu Solz, ZOV 91, 67, 71;… Schrödter/Breuer, BauGB , § 102 Rn. 2 ff;… Schmidt-Aßmann, E/Z/B, BauGB , § 102 Rn. 7 ff m.w.N.).
Dem steht auch nicht die Entscheidung des BVerwG vom 15.12.1989 (NJW 90, 2400 ff) entgegen.
Dagegen werde in § 102 I BBauG/ BauGB gerade nicht vorausgesetzt, daß der "enteignete frühere (Grund-) Eigentümer" nach den Vorschriften des BBauG/ BauGB enteignet worden sei (BVerwG, NJW 90, 2400, 2401).
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichtshofs (BVerwG, NJW 1990, 2400; Senatsurteil vom 19. Januar 1995 - III ZR 104/93 = NJW 1995, 1278) bietet die Regelung des § 102 BauGB (früher BBauG) nach ihrer rechtlichen Ausgestaltung sowie ihrem Sinn und Zweck ein geeignetes, praktikables Instrumentarium für die Rückabwicklung fehlgeschlagener städtebaulicher Enteignungen auch in "Altfällen", d.h. solcher, die auf früheren, auch das Baugesetzbuch (früher Bundesbaugesetz) außer Kraft gesetzten Regelungen beruhten.
Solange der Gesetzgeber die Modalitäten eines solchen Anspruchs nicht geregelt hat, müssen Inhalt, Umfang und Voraussetzungen seiner Geltendmachung von der Rechtsprechung in unmittelbarer Anwendung der verfassungsrechtlichen Vorgaben umrissen werden (vgl. BVerfG, Beschluß vom 12. November 1974 - 1 BvR 32/68 - BVerfGE 38, 175 [BVerfG 12.11.1974 - 1 BvR 32/68] m. weit. Nachw.; BVerwG, Urteile vom 18. Juli 1986 - BVerwG 4 C 21.84 - Buchholz 11 Art. 14 GG Nr. 232 S. 19 und vom 15. Dezember 1989 - BVerwG 4 C 29.88 - Buchholz 406.11 § 102 BBauG/BauGB Nr. 1 S. 1 ).
Sie ist auch dann anwendbar, wenn der Umlegungsbeschluß vor dem Inkrafttreten des Bundesbaugesetzes am29. Oktober 1960 ergangen, der Zweck der Maßnahme aber erst später entfallen ist (vgl. dazu Urteil des Senats vom 15. Dezember 1989 - BVerwG 4 C 29.88 -).
In den vom Bundesverfassungsgericht, vom Bundesverwaltungsgericht und vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fällen war das betroffene Grundeigentum zum Zeitpunkt seines Entzuges als subjektives Recht des Bürgers gegen den Staat verbürgt (vgl. BVerfGE 38, 175 [BVerfG 12.11.1974 - 1 BvR 32/68]; BVerwG NJW 1990, 2400; Senatsurteile BGHZ 76, 365 und vom 19. Januar 1995 - III ZR 104/93 -, zur Veröffentlichung bestimmt).
BGH, 19.01.1995 - III ZR 104/93
Anwendbarkeit der rückenteignungsrechtlichen Regelungen auf Altfälle
Diese Klage blieb in allen Rechtszügen, zuletzt vor dem Bundesverwaltungsgericht (Urt. v. 15. Dezember 1989 - 4 C 29.88 = NJW 1990, 2400 = BRS 53 Nr. 115), erfolglos.
Das Bundesverwaltungsgericht stellte mit Urteil vom 15. Dezember 1989 (vgl. NJW 1990, S. 2400) fest, daß die nähere Ausgestaltung des aus Art. 14 GG fließenden Rückerwerbsrechts für Fälle der vorliegenden Art in den §§ 102 ff. BBauG/BauGB speziell geregelt sei.