Source: https://www.kvwl.de/arzt/abrechnung/ebm/vorherige_jahre.htm
Timestamp: 2018-04-24 02:53:04
Document Index: 333873462

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 4', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 4', '§ 31', '§ 4', '§ 5', '§ 135', '§ 135', '§ 135', '§ 23', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 28', '§ 73', '§ 73', '§ 7']

KVWL -EBM
Zusammenfassung der wichtigsten EBM-Änderungen der vergangen Jahre:
Dieser Beschluss steht derzeit noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium
Für die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der telemedizinischen Funktionsanalyse von bestimmten Schrittmachersystemen ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 01438 EBM berechnungsfähig. Die GOP 01438 EBM wurde damit an die seit dem 1. Oktober 2017 gültigen GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 EBM angepasst und inhaltlich nachgebessert.
Kontinuierliche interstitielle Glucosemessung
In einem Behandlungsfall ist nunmehr die Abrechnung der internistischen Grundpauschalen (GOP 13210 bis 13212 EBM) neben der GOP 13360 EBM (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM)) möglich. Der Abrechnungsausschluss der zweiten Anmerkung zu den internistischen Grundpauschalen nach den GOP 13210 bis 13212 EBM wurde zum 1. Oktober 2017 aufgehoben.
Neue Vergütung bei Verordnung von Cannabis
Das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften ist zum 10. März 2017 in Kraft getreten. Danach haben Versicherte mit einer schwerwiegenden Krankheit unter den Voraussetzungen von § 31 Abs. 6 SGB V nunmehr einen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität sowie auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.
Um den hierdurch entstehenden zusätzlichen ärztlichen Aufwand im Zusammenhang mit der Unterstützung des Patienten bei der Antragstellung auf Versorgung mit Cannabis sowie mit der Aufklärung und Beratung zur Begleiterhebung abzubilden, hat der Bewertungsausschuss drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) rückwirkend zum 1. Oktober 2017 aufgenommen.
Hintergrund ist, dass mit dem neuen Gesetz das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beauftragt wurde, bis zum 31. März 2022 eine nichtinterventionelle Begleiterhebung durchzuführen. Gemäß § 4 der Cannabis-Begleiterhebungs-Verordnung (CanBV) sind die Daten (z. B. begründende Diagnose, Dauer der Erkrankung) für diese nichtinterventionelle Begleiterhebung von dem Vertragsarzt, der die Leistung verordnet, in elektronischer Form an das BfArM zu übermitteln. Für den verordnenden Vertragsarzt besteht ferner gemäß § 31 Abs. 6 SGB V in Verbindung mit der CanBV die Pflicht, den Patienten vor der ersten Versorgung in Sinne von § 31 Abs. 6 SGB V über diese Begleiterhebung zu informieren. Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:
01460 Einmalige Aufklärung über die Begleiterhebung vor der ersten Verordnung einer Leistung nach § 31 Abs. 6 SGB V 28
01461 Datenerfassung und Datenübermittlung im Rahmen der Begleiterhebung gemäß § 31Abs. 6 SGB V in Verbindung mit § 4 der CanBV 92
92 Ärztliche Stellungnahme für die Krankenkasse bei der Beantragung einer Genehmigung zur Verordnung von Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder in Form von Extrakten bzw. Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon, einmal je Erstverordnung 143
Die Aufnahme der GOP 01460 und 01461 EBM wird auf den Zeitraum der nichtinterventionellen Be- gleiterhebung befristet, d. h. beide GOP können nur während des Zeitraumes der Begleiterhebung berechnet werden. Nach dem 31. März 2022 können diese GOP also nicht mehr abgerechnet werden.
Dieser Beschluss steht unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.
Die GOP 01461 EBM kann zudem pro genehmigter Leistung nach § 31 Absatz 6 Satz 2 SGB V nur einmal berechnet werden. Sie kann entweder nach Ablauf eines Jahres nach Beginn der Therapie oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes angesetzt werden. Findet ein Therapiewechsel statt, so ist die GOP 01461 EBM ansetzbar (max. viermal im Krankheitsfall). Darüber hinaus ist die GOP 01461 EBM für Versicherte, die sich zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. März 2022 in Therapie mit einer genehmigten Cannabis-Leistung befinden und für die eine zweite Erhebung erforderlich ist, einmal berechnungsfähig.
Die Vergütungsregeln im Zusammenhang mit der Verordnung von Cannabis wurden rückwirkend zum 1. Oktober 2017. angepasst. Die KBV hat zu diesem Thema eine Themenseite eingerichtet, auf der weitergehende Informationen, insbesondere auch zur Datenübermittlung für die nichtinterventionelle Begleiterhebung hinterlegt sind:
Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen
Neue GOP für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen zum 1. Oktober 2017
Der Bewertungsausschuss hat am 21. Juni 2017 folgende Änderungen beschlossen:
Die bisherigen Leistungen für die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen werden nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Deﬁbrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert und als eigenständige Gebührenordnungspositionen (GOP) abgebildet.
Die bisherigen GOP 04417, 04418, 13552 und 13554 EBM entfallen. In den Kapiteln 4 und 13 EBM werden jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei für die telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die Abrechnung der GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus.
Ärzte, die bislang über eine gültige Genehmigung für die GOP 13552/13554 bzw. 04417/04418 verfügten, können auch die neuen GOP abrechnen – die erteilte Genehmigung gilt fort.
Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:
Wertigkeit (Pkt)
04411 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 347
04413 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 641
04414 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 641
04415 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 789
04416 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 789
13571 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 189
13573 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 350
13574 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 350
13575 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 431
13576 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 431
Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV):
Anpassung zum 1. Oktober 2017
Die Versorgung von opiatabhängigen Patienten ist in besonderen Fällen für substituierende Ärzte mit einem hohen Aufwand verbunden. Deshalb wird eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) notwendig.
Neue GOP für Take-Home-Vergabe
Für die Take-Home-Vergabe und den damit verbundenen Beratungs- und Gesprächsaufwand gibt es ab dem 1. Oktober 2017 eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP) 01949 EBM. Sie ist mit 69 Punkten bewertet (7,27 Euro) und damit deutlich höher als die GOP 01950 EBM, die die Ärzte bislang abrechnen konnten. Die Vergütung erfolgt wie gesetzlich vorgegeben extrabudgetär.
Die neue GOP ist je Behandlungstag, aber höchstens zweimal in der Behandlungswoche berechnungsfähig. Kommt der Take-Home-Patient jedoch öfter in die Praxis, kann dieser Kontakt bei Vorliegen einer medizinischen Begründung über die GOP 01950 EBM zusätzlich ab- gerechnet werden. Die Zuschlagsleistungen nach den GOP 01951 und 01952 EBM sind ggf. auch zur GOP 01949 EBM berechnungsfähig.
Im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen. In begründeten Einzelfällen kann ein Substitutionsmittel auch für bis zu 30 Tage zur eigenverantwortlichen Einnahme verschrieben werden.
Vergütung im Konsiliariusverfahren
Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Konsiliariusverfahren wird die GOP 01960 in den EBM aufgenommen. Die GOP 01960 EBM ist mit 90 Punkten (9,48 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Diese GOP können ausschließlich suchtmedizinisch qualiﬁzierte Ärzte abrechnen. Nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung muss sich ein nicht suchtmedizinisch qualiﬁzierter Arzt zu Beginn der Behandlung eines Opiatabhängigen mit einem suchtmedizinisch qualiﬁzierten Kollegen abstimmen und sicherstellen, dass sich sein Patient mindestens einmal in jedem Quartal in einer Konsiliarbehandlung dort vorstellt. Bislang wurden diese Konsultationen über eine Grundpauschale innerhalb des Budgets abgerechnet. Mit der neuen GOP wird auch die steigende Zahl von Konsiliarverfahren berücksichtigt, denn mit den vorgenommenen Änderungen der BtMVV dürfen Ärzte ohne zusätzliche Qualiﬁkation zehn statt bislang drei Patienten substituieren, wodurch auch die Zahl der Konsultationen zunehmen dürfte.
Substitutionsbehandlung auch beim Hausbesuch
Eine Substitutionsbehandlung kann auch im Rahmen von Hausbesuchen erfolgen, wenn der Patient wegen des Vorliegens einer chronischen Pﬂegebedürftigkeit oder aufgrund einer nicht im Zusammenhang mit der Substitutionsbehandlung stehenden Erkrankung nicht in die Praxis kommen kann. Eine Substitutionsbehandlung als alleiniger Grund für einen Hausbesuch ist demnach nicht berechnungsfähig. Abgerechnet wird über die üblichen GOP für Hausbesuche (01410, 01411, 01412 und 01413 für Mitpatienten, oder für Patienten in Pﬂegeeinrichtungen die GOP 01415) sowie die GOP 01950 oder GOP 01949 EBM für die Substitutionsbehandlung während des Hausbesuchs.
Hinweis: Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der KVWL und den Verbänden der Krankenkassen, inwieweit die bisherige regionale Regelung für die Take-Home-Vergabe für eine Woche (Symbolnummer 01950A) in modiﬁzierter Form fortgeführt werden kann. Über das Ergebnis der Verhandlungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.
Spezialisierten Geriatrie
Spezialisierte Geriatrie: Anpassungen zum 1. Oktober 2017
Für Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische Versorgungszentren:
Die Gebührenordnungsposition (GOP) 30984 EBM (Weiterführendes geriatrisches Assessment) kann vom geriatrisch spezialisierten Arzt nur auf Überweisung abgerechnet werden. Da innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinischen Versorgungszentren keine Überweisungen auszustellen sind, wurde die Präambel des Abschnittes 30.13 EBM im Absatz 3 entsprechend angepasst. Sofern sich in dieser Konstellation die Notwendigkeit eines weiterführenden geriatrischen Assessments aufgrund eines hausärztlichen geriatrischen Basisassessments nach der GOP 03360 EBM ergibt, kann die GOP 30984 EBM abgerechnet werden. Allerdings erfolgt in diesen Fällen ein Abschlag in Höhe von 50 % auf die Konsil-Ziffern 30980 und 30981.
Für Vertragsärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen und über eine Abrechnungsgenehmigung als geriatrisch spezialisierter Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel verfügen – bspw. Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie:
Die genannten Ärzte können ab dem 1. Oktober 2017 bei Patienten, die von ihnen hausärztlich behandelt werden, ein weiterführendes geriatrisches Assessment nach der GOP 30984 EBM auch ohne eine Überweisung durchführen und abrechnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass ein anderer geriatrisch spezialisierter Arzt (entsprechend Präambel Nr. 2) die Notwendigkeit bescheinigt. Dieser andere – mitbeurteilende – Arzt rechnet in diesem Fall für das Konsil die GOP 30981 EBM ab. Für den Vertragsarzt, der diese Mitbeurteilung veranlasst, ist die GOP 30980 EBM berechnungsfähig.
Übergangszeitraum für Guajak-Test läuft aus
Der Guajak-basierte Nachweis von okkultem Blut im Stuhl ist ab dem 1. Oktober 2017 auch im kurativen Bereich nicht mehr zulässig. Die Gebührenordnungsposition 32040 EBM und die Kostenpauschale 40150 für ausgegebene aber nicht zurückerhaltene Testbriefe werden ab dem 1. Oktober 2017 gestrichen.
Palliativvertrag in Westfalen-Lippe wird aufgewertet
Die berechnungsfähigen Leistungen der ambulanten Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte werden zum 1. Oktober 2017 erweitert. Dazu gehören die palliativmedizinische Ersterhebung und die Koordination der medizinischen und pflegerischen Versorgung der schwerstkranken Patienten. Die Versorgung in der Häuslichkeit im Sinne dieser neuen Leistungen umfasst auch Pflege- und Hospizeinrichtungen sowie beschützende Wohnheime bzw. Einrichtungen.
Der Zeitaufwand für längere Hausbesuche, Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen wird zukünftig extrabudgetär vergütet. Die palliativmedizinischen Leistungen in den haus- und kinderärztlichen EBM-Kapiteln können weiter abgerechnet werden – allerdings bestehen entsprechende Berechnungsausschlüsse zu den neuen Gebührenordnungspositionen (GOP). Zudem sind die GOP des Abschnitts 37.3 EBM nicht bei Patienten berechnungsfähig, die gleichzeitig Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erhalten (Ausnahme: SAPV-Beratungsleistung). Darüber hinaus gibt es für jede GOP einzelne Abrechnungsausschlüsse. Bestimmte neue GOP dürfen bei einem Palliativpatienten jeweils nur von einem entsprechend qualifizierten Palliativmediziner erbracht und abgerechnet werden und nicht von mehreren Palliativmedizinern.
Die GOP 37300, 37302, 37317, 37318 unterliegen der Genehmigungspflicht. Neben fachlichen Anforderungen (Anlage 1 der Anlage 30 BMV-Ä) ist ergänzend die Kooperation mit verschiedenen Leistungserbringern (§ 4 Abs. 1 der Anlage 30 BMV-Ä) zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit und verbindlichen Absprachen zwischen dem koordinierenden Arzt und dem Kooperationspartner sind jeweils per Unterschrift der Beteiligten gegenüber der KVWL nachzuweisen.
Die GOP 37314 ist ebenfalls genehmigungspflichtig, kann aber nur von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erbracht werden. Zur kontinuierlichen Fortentwicklung der palliativ-medizinischen Qualifikation des teilnehmenden Arztes besteht die Verpflichtung, regelmäßig an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten/Jahr teilzunehmen.
Näheres zum Antragsverfahren erfahren Sie unter
Versorgungsqualität - Genehmigung.
Die KVWL und die Krankenkassen haben unter aktiver Beteiligung des Berufsverbandes der Palliativmediziner den Palliativvertrag zum 1. Oktober 2017 weiterentwickelt und aufgrund der neuen EBM-Regelungen aufgewertet.
Ziel der Vertragspartner war es – unter Beteiligung aller potenziell an der palliativmedizinischen Versorgung teilhabenden Ärzte – auch weiterhin, anders als im EBM, alle möglichen Aspekte der Palliativmedizin abzubilden. Die besonderen Vorteile der koordinierten und strukturierten palliativmedizinischen Versorgung in Westfalen-Lippe bleiben somit erhalten. Das Verhandlungsergebnis stand zum Zeitpunkt der Drucklegung noch unter Gremienvorbehalt. Die KVWL wird rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2017 alle am Palliativvertrag teilnehmenden Ärzte individuell informieren. Mit der nächsten Ausgabe von KVWL kompakt wird die KVWL zudem ausführlich über das Ergebnis berichten.
Überblick der Leistungen, die alle an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzte abrechnen dürfen:
Bewertung (Pkt)
37305 Zuschlag zum Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01410) oder bei einem Mitbesuch (GOP 01413).
Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle) von mind. 15 Minuten Dauer.
Hinweis: je vollendete 15 Min.
höchstens 90 Min. am Behandlungstag (Höchstwert 744 Punkte)
Zuschlag zu einem dringenden Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01411, 01412, 01415).
Hinweis: je Besuch
nicht im Rahmen des Not(fall)dienstes, der Notfallversorgung oder dringender Visiten auf der Belegstation berechnungsfähig
Patientenorientierte Fallbesprechung unter Beteiligung der notwendigen ärztlichen Fachdisziplinen und/oder weiterer komplementärer Berufe sowie mit Pflegekräften bzw. Angehörigen, die an der Versorgung des Patienten beteiligt sind.
Hinweis: höchstens 5x im Krankheitsfall / auch bei telefonischer Konferenz
Überblick der genehmigungspflichtigen Leistungen
37300 Palliativmedizinische Ersterhebung
Hinweis: 1x im Krankheitsfall
37302 Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt
Hinweis: 1x im Behandlungsfall
37317 Zuschlag zur GOP 37302 für die Vorhaltung einer telefonischen Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft / außerhalb der Sprechstundenzeiten, am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember des koordinierenden Arz-tes in Abstimmung zwischen dem Arzt und dem Patienten und/oder den Angehörigen und ggf. weiterer Beteiligter in kritischen Phasen, die nicht über die Maßnahmen des qualifizierten Schmerztherapie-, Therapie-, und/oder Notfallplans zu beheben sind
Hinweis: 1x im Krankheitsfall 1.425
37318 Telefonischer Kontakt des Arztes von mind. 5 Minuten Dauer werktags zwischen 19 und 7 Uhr sowie ganztägig am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember
mit dem Pflegepersonal oder
dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder
den Angehörigen des Patienten oder
Hinweis: je Telefonat / bis zu siebenmal im
37314 Pauschale für die konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen durch einen Konsiliararzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP
Zum 1. Oktober 2017 hat der Bewertungsausschuss eine Anpassung des EBM durch Ergänzung der im EBM bereits enthaltenen Epilation mittels Elektrokoagulation um die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen beschlossen. Diese Leistungen sind nur berechnungsfähig, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen die medizinische Indikation zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10-GM: F64.0) bestätigt hat.
Die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen ist wie folgt zu berechnen:
02325 im Gesicht und/oder am Hals – Dauer 5 Minuten 88
02326 an einer Hand und/oder den Händen – Dauer 5 Minuten 88
02327 Zuschlag zur GOP 02325 je weitere 5 Minuten 70
02328 Zuschlag zur GOP 02326 je weitere 5 Minuten 70
Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 02325 und 02327 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation im Gesicht/am Hals berechnungsfähig.
Die GOP 02326 und 02328 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation an einer Hand/den Händen berechnungsfähig.
Schweregradzuschläge im Notfall- und Bereitschaftsdienst
Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hatte am 7. Dezember 2016 die Einführung von drei Schweregradzuschlägen für besonders aufwändige Behandlungsfälle zum 1. April 2017 beschlossen.
Die Details finden Sie unter Abrechnung - Notfalldienst
Änderungen zum 01.07.2017
Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung
Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung werden besser bezahlt
Mit der Vergütungsanpassung, die der Bewertungsausschuss in seiner Sitzung am 21. Juni 2017 beschlossen hat, wird die psychotherapeutische Arbeit aufgewertet. Rückwirkend zum 1. April 2017 werden die neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) und die Akutbehandlung (GOP 35152) besser vergütet. Die Bewertung erhöht sich von 406 auf 421 Punkte. Damit erfolgt eine Anpassung an die antragspflichtigen Einzeltherapien.
Auch der Strukturzuschlag für diese Leistungen (GOP 35254 EBM) wurde neu bewertet und steigt von 69 auf 72 Punkte. Dieser Zuschlag wird im Rahmen der Neustrukturierung des Abschnitts 35.2 EBM zum 1. Juli 2017 in die neue GOP 35573 EBM überführt und ebenfalls mit 72 Punkten bewertet.
Bisher wurden die neuen Leistungen Sprechstunde und Akutbehandlung nicht der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Durch eine entsprechende Änderung im Anhang 3 des EBM wurden rückwirkend zum 1. April 2017 die psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Somit ist eine Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) gegeben.
Die Berechnung der Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) führt weiterhin zum Ausschluss der PFG, da es sich um eine Leistung der spezialisierten Versorgung handelt, die ggf. auf das Kontingent einer sich anschließenden Kurz- oder Langzeittherapie angerechnet wird.
In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls rückwirkend zum 1. April 2017 die Bewertungen der PFG in den Kapiteln 22 und 23 angepasst. Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung wurden angehoben: Die GOP 22216 und 23216 EBM von 164 auf 170 Punkte; die GOP 22218 und 23218 EBM von 44 auf 46 Punkte.
Mit Umsetzung der Psychotherapie-Reform zum 1. April 2017 war die Abrechnung der GOP 35120 EBM (Hypnose) in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) ausgeschlossen. Durch entsprechende Anpassungen in den Anmerkungen der genannten GOP, können die Leistungen in einer Sitzung berechnet werden.
Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.
Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35
Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35 zum 1. Juli 2017
Im Zusammenhang mit der Strukturreform Psychotherapie (wir informierten in praxisintern Nr. 3 und 4) hat der Bewertungsausschuss in seiner 396. Sitzung Änderungen des Kapitels 35 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen. Ab dem 1. Juli 2017 gibt es zahlreiche neue Gebührenordnungspositionen (GOP), Gruppentherapien werden besser vergütet.
Die bisherigen GOP werden zum 1. Juli 2017 gestrichen.
Für die Abrechnung sind dann ausschließlich die neuen Leistungen in Ansatz zu bringen. Dies gilt auch für Therapien, die vor dem 1. Juli 2017 beantragt wurden.
Auf die Besonderheiten bei Kurzzeittherapien und Gruppen mit zwei Teilnehmern wird im Folgenden näher eingegangen.
Das Kapitel 35 EBM im Überblick
Der Abschnitt 35.1 EBM enthält Leistungen wie die probatorische Sitzung, Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und den Bericht an den Gutachter. Der Abschnitt bleibt gegenüber dem Stand vom 01.04.2017 unverändert.
Der neue Abschnitt 35.2 EBM enthält weiterhin alle antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen. Aufgrund der vielen neuen GOP wird der Abschnitt neu strukturiert. Für eine transparente Darstellung von Einzel- und Gruppentherapien bzw. der Zuschläge erfolgt eine Unterteilung in folgende Abschnitte:
Abschnitt 35.2.1 Einzeltherapien (GOP 35401 bis 35425)
Abschnitt 35.2.2 Gruppentherapien (GOP 35503 bis 35559)
Abschnitt 35.2.3 Zuschläge (GOP 35571, 35572, 35573)
Anwendung und Auswertung von psychosomatischen Testverfahren (GOP 35601)
Die Änderungen des Abschnitts 35.2 EBM im Detail
Einzeltherapie (Abschnitt 35.2.1 EBM)
Besonderheit Kurzzeittherapien:
Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:
-	die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,
-	die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.
Im neuen Abschnitt 35.2.1 EBM „Einzeltherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Kurz- und Langzeittherapie abgebildet. Das Kontingent für die Kurzzeittherapie wurde in zwei Blöcke zu je zwölf Therapieeinheiten aufgeteilt. Für die Umsetzung im EBM werden je Therapieverfahren zwei neue GOP für die Kurzzeittherapie aufgenommen (Kurzzeittherapie 1 und Kurzzeittherapie 2).
Besonderheit bei der Abrechnung von Kurzzeittherapien: Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:
Die GOP der Einzeltherapie im Überblick (49 KB)
Gruppentherapie (Abschnitt 35.2.2 EBM)
Im neuen Abschnitt 35.2.2 EBM „Gruppentherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie) abgebildet. Für die Kurzzeit- und Langzeittherapiesitzungen werden für die drei verschiedenen Therapieverfahren jeweils sieben GOP für die definierten Gruppengrößen von drei bis neun Teilnehmer aufgenommen. Die Ausrichtung der Höhe der Bewertung an der Anzahl der Teilnehmer ersetzt die bisherige Unterscheidung zwischen kleinen und großen Gruppen. Bei der Abrechnung ist die tatsächliche Teilnehmerzahl zu berücksichtigen. Die GOP sind je Teilnehmer berechnungsfähig.
Die Gruppenleistungen wurden dazu neu bewertet. Im Ergebnis steigt das Honorar für Gruppentherapien um etwa 20 Prozent. Der Zuwachs je nach Gruppenstärke ist unterschiedlich hoch.
Die GOP der Gruppentherapie im Überblick (66 KB)
Besonderheit bei der Abrechnung von Gruppen mit zwei Teilnehmern
Die Abrechnung von Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor dem 1. April 2017 (vor Einführung der neuen Psychotherapie-Richtlinie) beantragt wurden, ist weiterhin möglich. Bisher wurden diese nach den GOP der kleinen Gruppe abgerechnet. Ab dem 1. Juli 2017 erfolgt die Abrechnung mit bundeseinheitlichen Pseudo-GOP.
Die neuen Pseudo-GOP im Überblick (47 KB)
Zuschläge (Abschnitt 35.2.3 EBM)
Die GOP für die Strukturzuschläge werden weiterhin von der KVWL zugesetzt!
Für die Zuschläge zu Einzel- und Gruppentherapien sowie zur Psychotherapeutischen Sprechstunde und zur Akutbehandlung gibt es ab dem 1. Juli 2017 neue GOP. So werden die bisherigen Zuschläge zu den Gruppentherapien (GOP 35252 und 35253 EBM) in einem Zuschlag zusammengefasst und als GOP 35572 abgebildet.
Die neuen Strukturzuschläge im Überblick (23 KB)
Die Änderungen des Abschnitts 35.3 EBM im Detail
Die psychodiagnostischen Testverfahren sind weiterhin im Abschnitt 35.3 EBM aufgeführt. Mit der Neustrukturierung des Kapitels 35 EBM erhalten diese jedoch neue Gebührenordnungspositionen. Die Höhe der Vergütung bleibt unverändert.
Die neuen GOP für psychodiagnostische Testverfahren im Überblick (20 KB)
Anpassung der Psychotherapie-Vereinbarung
Im Zusammenhang mit der neuen Struktur des Kapitels 35.2 EBM werden auch die Psychotherapie-Richtlinien zum 1. Juli 2017 angepasst.
Das bedeutet konkret, dass die neuen GOP für die Einzel- und die Gruppentherapien eingearbeitet werden. Das Genehmigungsverfahren zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen gemäß §§ 5 bis 7 der Psychotherapie-Vereinbarung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen hat sich nicht verändert.
Bei der Antragstellung im Formblatt PTV 2 für die Gruppentherapie ergeben sich folgende Änderungen:
Wie oben beschrieben, sieht der EBM ab dem 1. Juli 2017 grundsätzlich eine separate GOP für jede Teilnehmerzahl in der Gruppentherapie vor. Da sich die Therapeuten bei Antragstellung nicht schon auf eine Gruppengröße festlegen müssen, werden zukünftig bei der Beantragung im Formblatt PTV 2 nur die ersten vier Stellen der GOP eingetragen, die fünfte Stelle wird mit einem „X“ gekennzeichnet.
Für die Beantragung von Gruppentherapien sind im Formblatt PTV 2 entweder die 3550X, 3551X, 3552X, 3553X, 3554X oder 3555X (je nach Therapieart) anzugeben (z. B. 3554X bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie).
Die Krankenkasse bewilligt dann die GOP aller Gruppengrößen der beantragten Gruppen- oder Kombinationsbehandlung (z. B. GOP 35543-35549 EBM bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).
Der Therapeut rechnet aus diesem bewilligten GOP-Bereich jeweils die GOP der tatsächlichen Gruppengröße ab (z. B. GOP 35543 EBM bei drei Teilnehmern in einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).
Weitere Infos zu inhaltlichen Änderungen der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie
Änderungen im Formularbereich
Neue Vordrucke und Anpassung der Stichtagsregelung für Vordruckversionen
Die KBV und der GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages haben sich auf verschiedene Änderungen im Formularbereich geeinigt.
Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Juli 2016 wurde ein gesetzlicher Auftrag aus dem Präventionsgesetz umgesetzt, in dessen Folge nun zum 1. Juli 2017 das Formular zur Empfehlung von Präventionsleistungen eingeführt wird. Dieses neue Muster 36 dient niedergelassenen Ärzten zur Empfehlung von Präventionsleistungen. Patienten können diese Empfehlung dann bei der Krankenkasse einreichen.
Niedergelassene Ärzte können Empfehlungen zu Ernährung, Stressmanagement, Bewegungsgewohnheiten und Suchtmittelkonsum in das Formular eintragen. Darüber hinaus steht ihnen ein Freitextfeld „Sonstiges“ zur Verfügung. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. Das Muster 36 ist ab dem 1. Juli 2017 in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt und kann darüber hinaus über die üblichen Bezugswege bestellt werden.
Darüber hinaus sind in Abweichung zu Nr.1.1.1 Satz 2 der Anlage 2 des Bundesmantelvertrages-Ärzte ab dem 1. Juli 2017 ausschließlich Vordruckversionen ab dem nachfolgend aufgeführten Versionsstand zu verwenden:
8 7.2004
15 4.2002
16 4.2004
20 4.2004
25 7.2003
40 4.2006
Ältere Versionen verlieren ab dem 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Da bislang auch Vorgängerversionen verwendet werden durften, in die nicht alle vordruckrelevanten Informationen eingetragen werden können, war die Aufnahme dieser Stichtagsregelung erforderlich.
Weiterhin ist eine Anpassung der Vordruckerläuterung für das Arzneimittelrezept vorgenommen worden.
ASV: Aufnahme einer Tuberkulose-Leistung in den EBM
Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben beschlossen, die Leistung „Quantitative Bestimmung einer in-vitro Interferon-gamma Freisetzung nach ex-vivo Stimulation mit Antigenen“ mit Wirkung zum 1. Juli 2017 in den Abschnitt 50.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufzunehmen.
Bisher war die Leistung Bestandteil des Abschnitts 2 des Appendix zur ASV-Indikation Tuberkulose und wurde über die Pseudoziffer 88510 abgerechnet. Ab sofort erfolgt die Abrechnung über den EBM als neue Gebührenordnungsposition (GOP) 50112. Die neue Leistung ist mit 58 Euro bewertet.
Wie bereits im Appendix zur Tuberkulose festgelegt wurde, dürfen Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Kernteam) sowie Fachärzte für Laboratoriumsmedizin (hinzuzuziehende Fachärzte) die Leistung nach der GOP 50112 EBM abrechnensum dolor
Die Appendizes der erkrankungsspezifischen Anlagen der Richtlinie zur ASV wurden überarbeitet und an den EBM (Stand 1. Oktober 2016) angepasst.
Diese sind abrufbar unter: http://institut-ba.de/service/asvabrechnung
Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 1 – gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 2 – gynäkologische Tumoren
Appendix Anlage 2a – Tuberkulose und atypische Mykobakteriose
Appendix Anlage 2k – Marfan-Syndrom
Appendix Anlage 2l – Pulmonale Hypertonie
Details und weitere Informationen zu den Änderungen
Kinder-Richtlinie: Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening
Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening ab Juli im EBM
Zum 1. Juli 2017 werden für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen hatte, die neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01702 und 01703 in den EBM-Abschnitt 1.7.1. aufgenommen.
01702 Beratung im Rahmen des Pulsoxymetrie-Screenings gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:
eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, sofern auf die eingehende Aufklärung keine
funktionelle Pulsoxymetrie folgt
01703 Pulsoxymetrie-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:
Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie
fakultativer Leistungsinhalt u.a. Aufklärung der Eltern und Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung
Kosten für die mehrfach verwendbaren Sensoren von GOP umfasst
Die GOP sind bis zur U2 berechnungsfähig, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist. Für denselben Neugeborenen ist eine der beiden GOP berechnungsfähig. Eine Mehrfachberechnung ist jedoch bei Mehrlingen möglich. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, da es sich um Präventionsleistungen handelt.
Die neuen GOP entsprechen in Struktur und Bewertung damit den Leistungen für das Neugeborenen-Hörscreening (GOP 01704 und 01705).
Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung
MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP
Der Bewertungsausschuss hat in seiner 397. Sitzung am 21. Juni 2017 weitere Beschlüsse gefasst. Hierbei handelt es sich unter anderem um kleinere inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Weitergehende Informationen hierzu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschlüssen.
Zum 1. Juli 2017 wird die Definition eines MRSA-Risikopatienten in der Nummer 3 der Präambel zum Abschnitt 30.12 EBM in Anlehnung an die aktualisierten KRINKO-Empfehlungen angepasst. Der Bewertungsausschuss hatte sich im Rahmen der Aufnahme der MRSA-Vergütungsvereinbarung und des Abschnitts 30.12 EBM bei der Definition eines MRSA-Risikopatienten u.a. an die „Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) angelehnt.
Mit einer Änderung der Nummer 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wird die Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP zum 1. Juli 2017 präzisiert. Solche Leistungen sind bei Personen, bei denen primäre Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter vorliegen – wie bei Intersexualität oder Transsexualität nach Geschlechtsangleichung - berechnungsfähig.
Laut Beschluss ist ohne Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte bei den genannten Personen die entsprechende Leistung mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen und als Begründung der ICD-10-Kode für Transsexualität oder Intersexualität anzugeben.
Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.
NäPA: Hausbesuche abrechenbar
NäPA: Hausbesuche ab dem 1. Juli 2017 abrechenbar
Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) in Facharztpraxen dürfen zukünftig auch Hausbesuche durchführen. In der Vergangenheit war die Tätigkeit auf Besuche in Heimen beschränkt. Zur Abbildung des erweiterten Umfangs wird das Kapitel 38 EBM „Delegationsfähige Leistungen“ um zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ergänzt.
38202 Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit des Patienten 90 Punkte Die GOP 38202 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.
38207 Zuschlag zu der GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit 83 Punkte Die GOP 38207 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.
Die beiden neuen GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und sind nicht von Hausärzten berechnungsfähig. Hausärzte können bereits entsprechende Leistungen im Kapitel 3 des EBM abrechnen. Die GOP 38200 und 38205 EBM sind nicht neben den neuen GOP 38202 und 38207 EBM berechnungsfähig.
Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei Hals-Kopf-Tumoren
Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren
Bereits am 16. März 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die Positronen-Emissionen-Tomographie in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) für die Diagnostik von fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Der Beschluss wurde vom Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet und ist am 7. Juni in Kraft getreten.
Nun hat sich der Bewertungsausschuss (BA) mit der Frage der Notwendigkeit einer Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) infolge des Beschlusses des G-BA befasst. Der BA sieht keinen Anpassungsbedarf des EBM im Hinblick auf die Abrechnung eines PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren. Eine Abrechnung der Leistung kann über die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 34.7 EBM erfolgen.
Erhöhung der Bewertung von Früherkennungsuntersuchungen zum 1. Juli 2017
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 21. Juni 2016 Beschlüsse zur Änderung der Kinder-Richtlinie, der Jugendgesundheitsuntersuchungs-Richtlinie und der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie erlassen, mit denen gesetzliche Vorgaben zur Ausstellung von Präventionsempfehlungen umgesetzt wurden.
Ab dem 1. Juli können Ärzte nun bei Bedarf Empfehlungen zu Präventionsleistungen ausstellen. Diese reichen die Patienten dann zur Berücksichtigung bei der Entscheidung zur Genehmigung von Präventionsleistungen bei der Krankenkasse ein. Die Verordnung erfolgt auf dem neuen Formular 36. Darüber hinaus erhöht sich die Bewertung der GOP 01713 bis 01720 und 01723 EBM (Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 und J1) und der GOP 01732 EBM (Gesundheitsuntersuchung der Erwachsenen) um jeweils einen Punkt.
Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern
Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern: Übergangsregelung verlängert
Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13554 EBM für die telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) sind seit dem 1. April 2016 Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs.
In der zweiten Anmerkung zu den beiden GOP ist jeweils geregelt, dass die Berechnung eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V bzw. nach der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraussetzt.
Bis zum 30. Juni 2017 waren die beiden GOP auch ohne entsprechende Genehmigung berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat nun eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2017 vorgenommen, da die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.
Am 29. März 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss nunmehr den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) - unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit - in diesem Zusammenhang angepasst sowie die Anordnung der sofortigen Vollziehung beschlossen.
Über die wesentlichen Änderungen informieren wir Sie nachfolgend im Überblick:
Aufnahme der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP)
35151 EBM Psychotherapeutische Sprechstunde zur diagnostischen Abklärung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35152 EBM Psychotherapeutische Akutbehandlung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35254 EBM Strukturzuschlag 69 7,27 €
Für die Psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) sowie Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) wird der Strukturzuschlag zur Deckung von Personalausgaben gezahlt. Wie aus der Richtlinie-Psychotherapie hervorgeht, wird er allerdings erst ab erreichen einer Mindestpunktzahl – analog zur GOP 35253 EBM - gewährt und dann von der Kassenärztlichen Vereinigung automatisch zugesetzt.
Weitere EBM - Änderungen
GOP 35150 Probatorische Sitzung
Probatorische Sitzungen werden auch weiterhin mit der GOP 35150 EBM vergütet, deren Leistungsbewertung unverändert geblieben ist. Neu ist, dass die GOP bei Erwachsenen maximal viermal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr höchstens sechsmal im Krankheitsfall – unabhängig von der Therapieform - abrechenbar ist. Zudem wurde im obligaten Leistungsinhalt die Einzelbehandlung und im fakultativen Leistungsinhalt die weitere differentialdiagnostische Abklärung und die Abklärung der Motivation und der Kooperations- und Beziehungsfähigkeit der Patienten aufgenommen.
Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie)
Die Abrechnung von Gruppenleistungen erfolgt übergangsweise mit den alten GOP, wobei die Gruppengrößen auf mindestens drei und maximal neun Teilnehmer angepasst wurden. Neu ist, dass die GOP für kleine Gruppen nun auch bei Erwachsenen angesetzt werden dürfen (nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche). Ein neues Vergütungssystem für Gruppentherapien, das auch eine höhere Honorierung vorsieht, soll zum 1. Juli 2017 eingeführt werden.
Für die Abrechnung von Leistungen, die vor dem 01. April 2017 beantragt und damit nach den Vorgaben der alten Psychotherapie-Richtlinie durchgeführt werden dürfen, gelten folgende Übergangsregelungen:
Kurzzeittherapie als Einzel- und Gruppentherapie:
Es können bis zu 25 Sitzungen abgerechnet werden, wenn ein solches Therapiekontingent vor dem 01. April 2017 beantragt wurde. Diese Regelung gilt für Einzel- und Gruppentherapien. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Therapie nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die 25. Sitzung in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.
Gruppentherapien im Rahmen einer Verhaltenstherapie können auch mit zwei Teilnehmern durchgeführt werden, wenn diese Leistung vor dem 01. April 2017 beantragt worden ist.
Probatoriken, die vor dem 01. April 2017 begonnen wurden, können weiterhin nach den alten Regelungen durchgeführt werden, das heißt: bis zu fünfmal für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und für Verhaltenstherapie, bis zu achtmal für analytische Psychotherapie. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Probatorik nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die Sitzungen in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.
Vergütung Videosprechstunde
Humangenetik: EBM-Detailänderungen
Über die Weiterentwicklung der humangenetischen Leistungen zum 1. Juli 2016 und die im Nachgang dazu beschlossenen Änderungen informierten wir in praxis intern (Ausgaben Nr. 6 vom 27. Juni 2016 und Nr. 8 vom 27. August 2016). Nun hat der Bewertungsausschuss weitere Detailänderungen und Präzisierungen für Leistungen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Wesentliche Inhalte daraus stellen wir nachfolgend stichpunktartig dar. Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 386. Sitzung am 12. Dezember 2016.
Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 11235 und 11236 EBM (Zuschläge zur humangenetischen Beurteilung) setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V voraus. Da die Verhandlungen über eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht abgeschlossen sind, wurde die Frist für eine Berechnungsfähigkeit ohne eine Genehmigung bis zum 1. Januar 2018 verlängert.
Es wird klargestellt, dass die Leistungen der „kleinen Mutationssuche“ (GOP 11513, 19424 und 19453 EBM) nicht neben denen der „großen Mutationssuche“ (GOP 11514, 19425 und 19454 EBM) berechnungsfähig sind. Der Leistungsumfang der „kleinen Mutationssuche“ ist bereits in der „großen Mutationssuche“ enthalten. Die Abrechnungsausschlüsse wurden entsprechend in den EBM aufgenommen.
Die GOP 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen wird neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen. Die Aufnahme dieser Leistung war erforderlich, da z. B. der Nachweis der HER2/neu-Genduplikation zur Indikationsstellung einer Herceptin-Therapie bei HER2/neu-positivem Magenkarzinom mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode erbracht wird. Die GOP 19450 EBM ist mit 518 Punkten bewertet.
Ausblick: Mit Wirkung zum 1. April 2017 wird die Bewertung der GOP 32937 EBM (HLA-Typisierung) von 150 auf 115 Euro angepasst. Damit wird die Leistung der inhaltlich entsprechenden GOP 32902 EBM angeglichen.
Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) / Delegations-Vereinbarung
Informationen zu den EBM-Änderungen
In einem Schreiben der KVWL wurden die Praxen, die über eine (befristete) Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen nach Abschnitt 3.2.1.2 EBM in Verbindung mit der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä) verfügen, bereits über die Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) informiert. In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss folgende Anpassungen beschlossen:
Zur weiteren Strukturförderung wurden folgende neue Zuschläge zum Strukturzuschlag (GOP 03060 EBM) und zu den NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) aufgenommen:
Bewertung in Pkt.
03061 Zuschlag zur GOP 03060 12
03064 Zuschlag zur GOP 03062 20
03065 Zuschlag zur GOP 03063 14
Der Höchstwert für die GOP 03060 und 03061 EBM beträgt seit dem 1. Januar 2017 insgesamt je Praxis 23.800 Punkte (vorher 12.851) im Quartal. Der Strukturzuschlag wird bis zu dieser Obergrenze (je Praxis) gezahlt.
Die als Abrechnungsvoraussetzung erforderliche Mindestzahl von Behandlungsfällen wurde wie folgt abgesenkt:
700 Behandlungsfälle (vorher 860 Fälle) für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 521 Behandlungsfälle (vorher 640) oder
120 Behandlungsfälle (vorher 160) bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 80 Behandlungsfälle (vorher 120).
Diese reduzierten Zahlen gelten auch für die erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung durch die KV erfolgende Prüfung, ob die Praxis die Kriterien zur Berechnung der GOP weiterhin erfüllt.
Die obligaten Leistungsinhalte der NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) wurden angepasst. Hiermit erfolgte eine Angleichung an die zum 1. Juli 2016 eingeführten GOP 38100 und 38105 EBM. Der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen ist künftig über die GOP 03062 EBM abgebildet, weitere Besuche bei anderen Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft über die GOP 03063 EBM.
Änderungen der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä)
Die bisher bestehende Übergangsregelung für die Erteilung von Genehmigungen zur Abrechnung der GOP 03060 bis 03065 EBM für Praxen mit NäPa in Ausbildung wurde bis zum 31.12.2018 verlängert. Eine Genehmigung kann somit weiterhin auch dann befristet erteilt werden, sofern die Fortbildung der NäPa bereits begonnen wurde, aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Befristung erfolgt bis zum voraussichtlichen Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch für vier Quartale.
Darüber hinaus ist eine Änderung im Hinblick auf die Anerkennung von Berufserfahrung in fachärztlichen Praxen für den EBM-Abschnitt 38.3. erfolgt. Bislang wurde der Nachweis einer sich an den qualifizierten Berufsabschluss der NäPa anschließenden dreijährigen Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt. Nunmehr kann der Arzt gegenüber der KV auch nachweisen, dass die NäPa über die entsprechende Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis verfügt. Durch die zuständige Ärztekammer ist das Teilnahmezertifikat bei Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis gesondert zu kennzeichnen. Für die Abrechnung von Leistungen nach dem EBM-Kapitel 3 wird jedoch auch weiterhin ausschließlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt.
Für den Nachweis der Erfahrung bei Hausbesuchen im Rahmen der praktischen Fortbildung sind auch durch Praxismitarbeiter in den letzten 24 Monaten vor Antragstellung selbstständig durchgeführte Besuche anrechnungsfähig. Der Nachweis kann sowohl über Besuche nach der GOP 40240/40260 EBM bis zum 1. Juli 2016, als auch über die seitdem gültigen GOP 38100/38105 erfolgen.
Finanzielle Förderung von elektronischen Arztbriefen
Seit dem 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe finanziell gefördert. Die Krankenkassen zahlen für jeden elektronisch übermittelten Brief eine Pauschale von insgesamt 55 Cent. Da Sender und Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, wird die Förderung aufgeteilt:
Versenden eines eArztbriefes je Empfänger-Praxis: GOP 86900 EBM (28 Cent)
Empfangen eines eArztbriefes: GOP 86901 EBM (27 Cent)
Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Der elektronische Versand ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Bei Abrechnung der o.g. Gebührenordnungspositionen dürfen für denselben Brief nicht die Kostenpauschalen für Portokosten (GOP 40120 bis 40126 EBM) abgerechnet werden.
Beim Versand (GOP 86900 EBM) gibt es eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Für einen Patienten können mehrere Briefe verschickt werden.
Voraussetzung ist, dass der Versand sicher erfolgt und der Brief qualifiziert elektronisch signiert wird mittels elektronischem Heilberufsausweis.
Zuschläge für Infektionsdialysen erhöht
Die Bewertung der Zuschläge für Infektionsdialysen (GOP 40835 und 40836 EBM) hat sich zum 1. Januar 2017 erhöht. In einem weiteren Schritt werden die Kostenpauschalen zum 1. Januar 2018 erneut angehoben.
Hintergrund der Entscheidung des Bewertungsausschusses in seiner 386. Sitzung waren die gestiegenen Kosten für Hygienemaßnahmen im Bereich der Infektionsdialyse.
Der Bewertungsausschuss überprüft zum 1. Januar 2019, ob die Notwendigkeit einer weiteren Anpassung der Höhe der Kostenpauschalen besteht.
Die Bewertung der Zuschläge im Überblick:
40835 30 Euro 60 Euro 90 Euro
40836 10 Euro 20 Euro 30 Euro
Neue Kinder-Richtlinie: Anpassung des EBM
Über das Inkrafttreten der neuen Kinder-Richtlinie zum 1. September 2016 informierten wir Sie in praxis intern (Ausgabe Nr. 9 vom 27. September 2016). In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss jetzt auch die Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Die erforderlichen Änderungen des EBM betreffen die Vergütung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sowie das Screening auf Mukoviszidose.
Zur Honorierung der geänderten Untersuchungs- und Beratungsinhalte wurde beschlossen, die Bewertung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen („U-Untersuchungen“) zu erhöhen. Die U2 bis U9 (GOP 01712 bis 01719 EBM) sind nun mit 401 Punkten bewertet (bisher 308), die U7a (GOP 01723 EBM) ebenfalls mit 401 Punkten (bisher 355).
Außerdem wurden aufgrund der formalen Neustrukturierung der Kinder-Richtlinie redaktionelle Anpassungen im EBM vorgenommen.
Laut Beschluss wird zur Abbildung des neu aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose die bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ im Abschnitt 1.7.1 EBM um zusätzliche Leistungsinhalte erweitert und die Bewertung von 103 auf 135 Punkte erhöht. Die GOP 01707 EBM kann bis zum vollendeten 10. Lebenstag berechnet werden, sofern die Durchführung des Neugeborenen-Screenings im Untersuchungsheft für Kinder noch nicht dokumentiert ist.
Mit der GOP 01709 EBM (50 Punkte) wird eine neue Leistung zur eingehenden Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf Mukoviszidose aufgenommen. Die GOP kann bis zum vollendeten 28. Lebenstag berechnet werden, sofern noch kein Screening auf Mukoviszidose im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist.
Die bisherige GOP 01708 EBM (Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings) wurde gestrichen. Die geforderten Laboruntersuchungen werden zukünftig als Katalogleistung mit den neuen GOP 01724 bis 01727 EBM abgebildet. Die Berechnung dieser GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der §§ 23 bzw. 38 der Kinder-Richtlinie voraus. In den GOP 01725 bis 01727 EBM wird die dreistufige Diagnostik des Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Da es sich bei der dritten Stufe um eine genetische in-vitro-Diagnostik handelt, ist die GOP 01727 EBM im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11301 und 11351 EBM berechnungsfähig.
Sozialpädiatrie: Ausweitung der Berechnungsmöglichkeit der GOP 04356
Zum 1. Januar 2017 wurde die Berechnungsfähigkeit der weiterführenden sozialpädiatrisch orientierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM kann nun höchstens dreimal statt bisher zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Dies hat der Bewertungsausschuss in seiner 386. Sitzung entschieden, um eine bessere Ausschöpfung des Vergütungsvolumens zu ermöglichen.
Die GOP 04356 EBM wurde zum 1. Januar 2015 als Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04355 EBM für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung in den EBM aufgenommen. Der Zuschlag ist mit 20,53 Euro (195 Punkten) bewertet.
Änderungen zum 01.07.2016
Neues Kapitel 37 im EBM
Kooperations- und Koordinationsleistungen in Pflegeheimen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä
Anpassung des EBM erfolgte zum 1. Juli 2016
Mit der Aufnahme des Kapitels 37 und der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) soll die medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen gestärkt und der zusätzliche Aufwand von Haus- und Fachärzten für eine regelmäßige Abstimmung und Koordinierung der Versorgung von Pflegeheimbewohnern honoriert werden.
Die Leistungen des Kapitels 37 können von Haus- und Fachärzten berechnet werden, sofern sie gegenüber der KV den Abschluss eines Kooperationsvertrages nach § 119b SGB V mit einer stationären Pflegeeinrichtung nachweisen. Der Kooperationsvertrag muss die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllen.
Einen Musterkooperationsvertrag sowie die Genehmigungsvoraussetzungen finden Sie unter www.kvwl.de in den Rubriken Versorgungsqualität, Genehmigung, Anträge, Voraussetzungen, Infos und Ansprechpartner sowie Pflegeheimversorgung (Kapitel 37 EBM)
Die Präambel zum Kapitel 37 Nr. 1 regelt, welche Fachärzte die neuen Leistungen abrechnen können. Die GOP 37100, 37102, 37113 und 37120 EBM können von nahezu allen Fachgruppen berechnet werden. Im Hinblick auf die GOP 37105 EBM ist der Kreis der zur Abrechnung berechtigten Fachärzte deutlich eingeschränkt. Sie kann nur von Hausärzten sowie Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie sowie Psychiatrie und Psychotherapie abgerechnet werden.
Wertigkeit in Punkten
Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**
Zuschlag zu den GOP 01410 oder 01413 für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**
Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**
Zuschlag zur GOP 01413 für den Besuch eines Patienten in einem Pflegeheim, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllt
Fallkonferenz gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**
Die GOP 37120 ist auch bei einer telefonischen Fallkonferenz berechnungsfähig.
* Die Gebührenordnungspositionen dieses Kapitels können von Ärzten gemäß Nr. 1 und Nr. 2 dieser Präambel nur bei Patienten berechnet werden, die in einem Pflegeheim betreut werden, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä erfüllt.
** Vereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen.
Weitere Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 376. Sitzung am 22. Juni 2016.
Neues Kapitel 38 im EBM
Anpassung des EBM zum 1. Juli 2016
Mit der Aufnahme des Kapitels 38 erfolgt ein erster Schritt zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Förderung der Delegation und der Übernahme delegationsfähiger Leistungen durch Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Zahlreichen Facharztgruppen wird mit der Einführung dieses neuen Kapitels die Möglichkeit zur Abrechnung von Leistungen gegeben, die durch angestellte (qualifizierte) nichtärztliche Praxismitarbeiter/-assistenten erbracht werden. Darüber hinaus sind die neuen GOP auch für Hausärzte relevant, die nicht die Voraussetzungen aus Kapitel 3.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) erfüllen.
Die bisherigen Leistungen des Kapitels 3.2 EBM (GOP 03060, 03062, 03063 EBM) sind ausschließlich bei Vorliegen einer bei der KVWL zu beantragenden Abrechnungsgenehmigung abrechenbar. Da Praxisassistenten vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen, ist zum Erhalt der Abrechnungsgenehmigung eine Mindestzahl von Behandlungsfällen erforderlich (s. 3.2.1.2 Nr. 1 EBM), die unter Berücksichtigung des Tätigkeitsumfangs laut Zulassungs- bzw. Genehmigungsbescheid ermittelt werden.
In den vergangenen vier Quartalen muss im Durchschnitt folgende Mindestzahl erfüllt werden: 860 Fälle für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 640 Behandlungsfälle.
160 Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 120 Behandlungsfälle.
Hausarztpraxen mit einer Genehmigung zur Abrechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM können seit dem 1. Juli 2016 entscheiden, ob sie bei Patienten in Alten- u. Pflegeheimen bzw. beschützenden Einrichtungen die GOP 03063 EBM oder die neuen GOP des Kapitels 38 EBM berechnen. Hierbei ist zu beachten, dass die Basis-GOP 38100 und 38105 EBM innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und die GOP 03062 und 03063 EBM vollständig außerhalb der MGV vergütet werden.
Das neue Kapitel 38 ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der notwendigen Qualifikationsvoraussetzungen des Praxispersonals und der zur Berechnung befugten Vertragsärzte.
GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines Patienten durch einen vom behandelnden Arzt beauftragten angestellten Mitarbeiter der Arztpraxis zur Verrichtung medizinisch notwendiger delegierbarer Leistungen.
Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38100 berechnungsfähig.
GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines weiteren Patienten derselben sozialen Gemeinschaft (auch z. B. Alten- oder Pflegeheim) in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Aufsuchen eines Patienten nach der GOP 38100.
Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38105 berechnungsfähig.
Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.
Die GOP kann nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.
Zuschlag zur GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.
Wichtig: Die Leistungen dieses Kapitels sind nicht zeitbewertet.
Besondere Kennzeichnung anästhesiologischer Leistungen
Mit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes dürfen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) keine Maßnahmen zur Begrenzung oder Minderung des Honorars für anästhesiologische Leistungen angewandt werden, die im Zusammenhang mit vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie notwendig sind. Die daraus erforderlichen Änderungen des HVM können erst zum 01.01.2016 beschlossen werden. Bis dahin bleiben diese anästhesiologischen Leistungen wie bisher Bestandteil des betreffenden QZV.
Zur Wahrung dieser zusätzlichen Honoraransprüche sind ab sofort anästhesiologische Leistungen bei vertragszahnärztlicher Behandlung bei diesem besonderen Personenkreis mit dem Zusatz "Z" zu kennzeichnen.
Anstelle von GOP
Benutzen Sie SNR
05210 05210Z
05211 05211Z
05212 05212Z
05230 05230Z
05230B 05230N
05330 05330Z
05331 05331Z
05340 05340Z
05341 05341Z
05350 05350Z
Mit dieser Kennzeichnung ist die Ermittlung des zusätzlichen Honoraranspruchs, der voraussichtlich im Quartal 1/2016 nachvergütet wird, sichergestellt.
Zur Vermeidung eines weiteren Verwaltungsaufwandes, garantiert die KVWL, dass die Nachvergütung für die in den Quartalen 3/2015 und 4/2015 erbrachten anästhesiologischen Leistungen bei vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit aufgrund geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie, erfolgt, ohne mit diesem Sachgrund Widerspruch gegen die Abrechnungsbescheide für diese Quartale einzulegen.
Langzeit-EKG neben Hausbesuchen des Praxisassistenten abrechnungsfähig
Die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG (GOP 03322 EBM) kann seit dem 01. Juli 2015 neben den Besuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten (GOP 03062 und 03063 EBM) abgerechnet werden. Voraussetzung ist, dass der nichtärztliche Praxisassistent bei seinem Hausbesuch das Langzeit-EKG-Gerät nach mindestens 18-stündiger Aufzeichnung wieder abnimmt.
Bislang war die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG neben den Hausbesuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten nicht berechnungsfähig.
Der EBM wurde zum 01. Juli 2015 angepasst. Der Bewertungsausschuss ergänzte die Nr. 6 der Präambel 3.2.1.2 im EBM um die GOP 03322 für die Aufzeichnung des Langzeit-EKG. Die Präambel gibt vor, welche Leistungen neben den Hausbesuchen abgerechnet werden können.
Eine spätere - zeitlich getrennte - computergestützte Auswertung des Langzeit-EKG (GOP 03241 EBM) durch den Arzt kann unter Angabe der Uhrzeit am selben Behandlungstag berechnet werden, sofern eine Genehmigung zur Abrechnung dieser Leistung vorliegt.
Änderungen zum 01.04.2015
Versichertenpauschale im Vertretungsfall
Ab 1. April 2015 können Haus- und Kinderärzte, die einen Kollegen im Urlaub oder wegen Krankheit vertreten, die volle Versichertenpauschale abrechnen.
Bislang erhalten Hausärzte und Pädiater im Vertretungs- bzw. Überweisungsfall für einen Patienten lediglich die halbe Versichertenpauschale (GOP 03010 bzw. 04010 EBM). Diese GOP werden im EBM gestrichen.
Stattdessen rechnen Hausärzte und Pädiater bei Behandlung im Vertretungsfall oder bei Überweisungen durch einen anderen Hausarzt bzw. Pädiater zur Mit-, Weiterbehandlung oder Konsiliaruntersuchung die volle Versichertenpauschale ab (GOP 03000 / 04000 EBM).
GOP 06225 EBM: Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen
Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen ab 01.04.2015 abrechnungsfähig
Die Präambel 6.1 Nr. 6 EBM wurde angepasst. Die GOP für die IVM werden aus der Liste der Leistungen, die nicht neben der Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte abrechnungsfähig sind, gestrichen.
Konservativ tätige Augenärzte, die ausschließlich die intravitreale Medikamenteneingabe (IVM) als operative Leistung durchführen, können ab dem 01. April 2015 die augenärztliche Strukturpauschale nach der GOP 06225 EBM einmal im Behandlungsfall als Zuschlag zur Grundpauschale (GOP 06210 – 06212 EBM) abrechnen. Bisher ist das laut EBM ausgeschlossen.
OPS-Kodes 2015 bei Hernien-OP angepasst
Das Verzeichnis über die Zuordnung der Operationen und Prozeduren aus dem OPS zu den Leistungen der EBM-Kapitel 31 und 36, der Anhang 2 des EBM, wird zum 1. April 2015 an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst.
Besonderheiten des aktuellen OPS 2015 ergeben sich bei der Kodierung von Hernien-Operationen mit autogenem Material.
Bisher galt bei der Umsetzung des OPS für den EBM, dass der Anhang 2 grundsätzlich keine unspezifischen OPS-Kodes enthält. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben jetzt vereinbart, die unspezifischen -.x-Kodes der Hernien-Chirurgie ausnahmsweise und übergangsweise in den Anhang 2 des EBM aufzunehmen.
Humane Papillomviren bei auffälliger Zervix-Zytologie
Ab 01.04.2015 auch mRNA-Nachweis möglich
Nach einem auffälligen zytologischen Befund des Gebärmutterhalsabstrichs können Vertragsärzte ab dem 01. April 2015 auch einen mRNA-basierten Nachweis auf humane Papillomviren durchführen. Dazu wird die Gebührenordnungsposition 32820 EBM angepasst.
Für einen Nachweis auf humane Papillomviren (HPV) nach einem auffälligen zytologischen Befund ab Gruppe III der Münchner Nomenklatur III war bislang nur ein DNA-Test abrechnungsfähig. Nunmehr kann der Vertragsarzt zwischen einem DNA- und mRNA-basierten Testverfahren zum Nachweis der Hochrisikotypen des HPV (HR-HPV) wählen. Nur die HR-HPV-Typen sind maßgeblich an der Entstehung eines Zervixkarzinoms beteiligt. Für den Nachweis nach einem operativen Eingriff an der Cervix uteri ist wie bisher ausschließlich der DNA-Test berechnungsfähig. Diese Indikation ist nunmehr als GOP 32819 im EBM enthalten.
Beide GOP sind jeweils nur einmal berechnungsfähig und im Behandlungsfall nebeneinander ausgeschlossen.
Darüber hinaus wurde die GOP 32820 EBM an die neue Münchner Nomenklatur III und die überarbeitete Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie angepasst. Die geänderte Qualitätssicherungsvereinbarung ist zum 01.01.2015 in Kraft getreten.
Anpassung der GOP 03360 EBM
Das hausärztliche-geriatrische Basisassessment nach der GOP 03360 EBM wird zum 01. Januar 2015 im obligaten Leistungsinhalt um den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzt. Das bedeutet, dass ohne einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt die Abrechnung des geriatrischen Basisassessment ausgeschlossen ist.
Neue Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM ab 01.01.2015
Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird seit Januar 2015 besser vergütet. Kinder- und Jugendmediziner mit entsprechender Qualifikation erhalten einen Zuschlag für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung. Damit soll der erhöhte Aufwand bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise mit motorischen, kognitiven oder emotionalen Auffälligkeiten, Erkrankungen oder einer Behinderung besser berücksichtigt werden.
Die neue Leistung wird als Zuschlag zur GOP 04355 vergütet, wenn nach der sozialpädiatrisch orientierten Beratung, Erörterung und/oder Abklärung eine weiterführende sozialpädiatrische Versorgung erfolgt. Dazu wurde zum 1. Januar 2015 die GOP 04356 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 195 Punkten bewertet. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis.
Die Abrechnung ist zweimal im Krankheitsfall möglich, d.h. zweimal innerhalb von vier Quartalen, bei Bedarf auch zweimal innerhalb eines Quartals. Voraussetzung für die Abrechnung ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein persönlicher Kontakt des Arztes zu einer Bezugsperson des Kindes oder Jugendlichen von mindestens 15 Minuten. Die Leistung umfasst unter anderem die Erhebung und/oder Monitoring von motorischen, kognitiven, emotionalen und/oder organbedingten Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten sowie die Beratung über weiterführende Maßnahmen.
Da die GOP 04356 nicht isoliert, sondern nur als Zuschlagsposition zur GOP 04355 abgerechnet werden kann, muss eine der in der Anmerkung zur GOP 04356 genannten Diagnosen vorliegen. Die Angabe des entsprechenden ICD-Codes ist zwingend erforderlich.
Um eine Abrechnungsgenehmigung zu erhalten, müssen Kinder- und Jugendärzte eine sozialpädiatrische Qualifikation von mindestens 40 Wochenstunden nachweisen (gemäß dem Curriculum "Entwicklungs- und Sozialpädiatrie für die kinder- und jugendärztliche Praxis" der Bundesärztekammer). Alternativ wird eine ärztliche Tätigkeit von mindestens sechs Monaten – auch im Rahmen der Weiterbildungszeit – in einem Sozialpädiatrischen Zentrum beziehungsweise in einer interdisziplinären Frühförderstelle anerkannt.
Die GOP 04356 EBM kann im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2016 auch ohne Nachweis der Qualifikation abgerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder- und Jugendärzte die GOP 04355 EBM im Vorjahresquartal und dem darauffolgenden Quartal in durchschnittlich mindestens 50 Behandlungsfällen je Quartal abgerechnet haben. In diesen Fällen wird die Genehmigung befristet erteilt.
Den entsprechenden Antrag finden Sie unter Versorgungsqualität / Genehmigung.
Förderung von Praxisassistenten
Vergütung von nicht-ärztlichen Praxisassistenten
Der Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistenten wird in Hausarztpraxen ab dem 01.01.2015 bundesweit mit bis zu 1.320 Euro im Quartal finanziell gefördert.
Nach der neuen Regelung können Hausärzte ab Januar auch in nicht unterversorgten Gebieten einen Praxisassistenten beschäftigen, der sie bei der Behandlung von Patienten unterstützt und zum Beispiel Hausbesuche übernimmt. Dazu werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen:
Zuschlag zur Strukturpauschale 03060 22 2,26
Hausbesuch der Assistentin einschl. Wegekosten 03062 166 17,05
Mit- /Heimbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten 03063 122 12,53
Stand: ab 01.01.2015, Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent
Für die Anstellung eines Praxisassistenten erhalten Hausärzte einen Zuschlag zur Strukturpauschale (GOP 03040 EBM) in Höhe von 22 Punkten. Dieser Zuschlag wird für maximal 600 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal gezahlt. Zu beachten ist jedoch, dass Fälle im organisierten Bereitschaftsdienst, Überweisungsfälle ohne Patienten-Kontakt und stationäre (belegärztliche) Fälle von der Fallzählung ausgenommen sind. Ferner verringert sich die Anzahl der Zuschläge um die Zahl der Behandlungsfälle aus Selektivverträgen ohne Beteiligung der KVWL (HzV-Verträge nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung.
Jeder Hausbesuch (GOP 03062 EBM, Bewertung: 17,05 Euro einschl. Wegegeld) und jeder Mit- /Heimbesuch (GOP 03063 EBM, Bewertung: 12,53 Euro einschl. Wegegeld) wird ohne Mengenbegrenzung zu dem vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet.
Die GOP 03062 und 03063 EBM können nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale berechnet wurde.
Neben den GOP 03062 und 03063 EBM können nur Leistungen des Abschnitts 32.2 EBM sowie die GOP 31600 EBM abgerechnet werden.
Mit der Aufnahme der neuen GOP 03062 und 03063 EBM entfallen die Kostenpauschalen 40870 und 40872 EBM.
Praxisassistenten sollen vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen und Unterstützung benötigen. Um die neuen Leistungen abrechnen zu können, benötigen Hausärzte eine Genehmigung der KVWL. Zusätzlich muss die Praxis eine der folgenden Bedingungen erfüllen:
Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen vor Antragstellung durchschnittlich mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 640 Behandlungsfälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
Praxis mit einem vollen Sitz: 860 Fälle
Praxis mit zwei vollen Sitzen: 1.500 Fälle
Praxis mit 2,5 Sitzen: 1.820 Fälle
Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen durchschnittlich mindestens 160 Behandlungsfälle je Quartal bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 120 Fälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
Praxis mit einem vollen Sitz: 160 Fälle
Praxis mit zwei vollen Sitzen: 280 Fälle
Praxis mit 2,5 Sitzen: 340 Fälle
Fälle aus Selektivverträgen (HzV-Vertrag nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem HzV-Vertrag und/oder einem Vertrag zur knappschaftsärztlichen Versorgung teilnehmen, melden der KVWL alle Behandlungsfälle im Rahmen dieser Verträge einmal im Quartal anhand der neuen kodierten Symbolnummer (SNR) 88194.
Damit die KVWL diese Fälle berücksichtigen kann, ist bei der Behandlung eines vergütungswirksam eingeschriebenen HzV-Patienten bzw. Knappschafts-Patienten ohne Abrechnung von Leistungen im Rahmen der Kollektiv-Abrechnung für diesen Patienten ein „Pseudobehandlungsfall“ anzulegen und die SNR 88194 als einzige Leistung im Behandlungsfall anzugeben.
Die KVWL prüft erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung, ob der Arzt die Kriterien der Voraussetzungen für die Berechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM weiterhin erfüllt. Danach erfolgt eine jährliche Überprüfung.
Die Erteilung der Genehmigung erfolgt nach der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte). Der Arzt muss gegenüber der KV nachweisen, dass sein nicht-ärztlicher Praxisassistent über
einen qualifizierten Berufsabschluss gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfer(in) oder dem Krankenpflegegesetz,
einen mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis und
eine Zusatzqualifikation gemäß § 7 der Vereinbarung
verfügt. Des Weiteren muss der nicht-ärztliche Praxisassistent mit mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis angestellt sein. Diese Voraussetzungen sind im Antragsformular vom Arzt zu bestätigen. Die Zusatzqualifikation ist durch ein Zertifikat zu belegen.
Da in vielen Hausarztpraxen Mitarbeiter für diese neuen Aufgaben erst noch ausgebildet werden müssen, haben KBV und Krankenkassen eine Übergangsregelung vereinbart. Danach können Ärzte die neuen Leistungen bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum nichtärztlichen Praxisassistenten abrechnen. Die Ausbildung muss jedoch voraussichtlich bis zum 30.06.2016 abgeschlossen sein. In diesen Fällen ist die Genehmigung befristet (maximal ein Jahr) zu erteilen.
Aufgaben und Qualifizierung des nicht-ärztlichen Praxisassistenten
Ein nicht-ärztlicher Praxisassistent unterstützt den Hausarzt bei der Betreuung der Patienten. Der Arzt überwacht die Tätigkeit des Assistenten und ist jederzeit für ihn erreichbar. Nach einem Hausbesuch informiert der Assistent den Arzt spätestens am nächsten Werktag über die erhobenen Befunde und durchgeführten Maßnahmen.
Medizinische Fachangestellte (MFA), die diese Aufgabe übernehmen wollen, benötigen eine entsprechende Fortbildung. Sowohl die Bundesärztekammer als auch der Deutsche Hausärzteverband haben entsprechende Fortbildungscurricula für MFA und Angehörige anderer Gesundheitsberufe entwickelt.
Näheres dazu regelt die Delegationsvereinbarung von KBV und GKV-Spitzenverband, die zum 01.01.2015 entsprechend angepasst wird.
PFG: Zuschlag und Neuerungen zum 01.01.2015
Zuschlag zur PFG
Fachärzte der Grundversorgung erhalten seit dem 01.10.2013 einen Zuschlag:
Die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) wird einmal im Quartal für jeden Behandlungsfall gezahlt, bei dem der Arzt ausschließlich konservativ tätig ist und keine spezialisierte Leistung durchführt.
Ab dem 01.01.2015 erhalten Fachärzte zu jeder PFG einen festen Zuschlag in Höhe von 26,7 Prozent der jeweiligen PFG. Dieser PFG-Zuschlag wird außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und automatisch durch die KVWL bei der Abrechnung der PFG zugesetzt.
Schwerpunktinternisten erhalten ab dem 01.01.2015 eine PFG sowie einen Zuschlag zur PFG. Für jeden internistischen Schwerpunkt wird eine entsprechende Gebührenordnungsposition (GOP) eingeführt, die mit 41 Punkten bewertet ist und innerhalb der MGV vergütet wird. Abweichend von den allgemeinen Bestimmungen 4.3.8 des EBM ist die PFG für Schwerpunktinternisten nur in Behandlungsfällen berechnungsfähig, in denen ausschließlich die jeweilige Grundpauschale und/oder der Laborwirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001 EBM) abgerechnet wurden. Der PFG-Zuschlag, welcher extrabudgetär vergütet wird, ist einheitlich mit 11 Punkten bewertet und wird automatisch durch die KVWL zugesetzt.
Die PFG für die Abrechnungsgruppen Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie wird aufgeteilt in einen Zuschlag für die psychiatrische Grundversorgung (GOP 21218 EBM, neue Bewertung: 44 Punkte) und in einen Zuschlag für die nervenheilkundliche Grundversorgung (neue GOP 21225 EBM, Bewertung: 39 Punkte). Der Zuschlag für die neurologische Grundversorgung (GOP 16215 EBM) wird ebenfalls mit 39 Punkten bewertet.
PFG-Anpassung bei Gynäkologen
Die Bewertung des Zuschlags für die gynäkologische Grundversorgung (GOP 08220 EBM) wird um 6 Punkte auf 24 Punkte abgesenkt. Dafür erhalten Gynäkologen die Pauschale künftig auch dann, wenn sie die Laborgrundpauschale Prävention (GOP 01701 EBM) abrechnen (aber nicht neben den GOP 01783, 01792, 01816, 01833 und 01840 EBM).
Übersicht der angepassten Pauschalen für alle Fachgruppen
In der folgenden Übersicht sind die angepassten PFG für die einzelnen Facharztgruppen sowie die neuen Zuschläge zur PFG zusammengefasst:
PFG (innerhalb MGV) PFG-Zuschlag (extrabudgetär)
Fachgruppe GOP Pkt. Euro GOP Pkt. Euro
Anästhesiologie 05220 75 7,70 05222 20 2,05
Augenheilkunde 06220 21 2,16 06222 6 0,62
Chirurgie 07220 32 3,29 07222 9 0,92
Gynäkologie 08220 24 2,47 08222 6 0,62
Hautarzt 10220 18 1,85 10222 5 0,51
HNO 09220 27 2,77 09222 7 0,72
Innere Med. FA ohne Schwerpunkt 13220 41 4,21 13222 11 1,13
Innere Med. SP Angiologie 13294 41 4,21 13296 11 1,13
Innere Med. SP Endokrinologie 13344 41 4,21 13346 11 1,13
Innere Med. SP Gastroenterologie 13394 41 4,21 13396 11 1,13
Innere Med. SP Hämatologie/Onkologie 13494 41 4,21 13496 11 1,13
Innere Med. SP Kardiologie 13543 41 4,21 13544 11 1,13
Innere Med. SP Nephrologie 13594 41 4,21 13596 11 1,13
Innere Med. SP Pneumologie 13644 41 4,21 13646 11 1,13
Innere Med. SP Rheumatologie 13694 41 4,21 13696 11 1,13
Kinder- u. Jugendpsychiatrie 14214 85 8,73 14216 23 2,36
Nervenheilkunde 21225 39 4,01 21226 10 1,03
Neurologie 16215 39 4,01 16217 10 1,03
Orthopädie 18220 31 3,18 18222 8 0,82
Phoniatrie u. Pädaudiologie 20220 27 2,77 20222 7 0,72
Physikalische u. Rehabilitative Medizin 27220 65 6,68 27222 17 1,75
Psychiatrie 21218 44 4,52 21219 12 1,23
Psychosomatik u. Psychotherapie 22216 164 16,85 22218 44 4,52
Psychotherapie 23216 164 16,85 23218 44 4,52
Urologie 26220 35 3,60 26222 9 0,92
Zum 01.01.2015 wird die Leistungslegende der GOP 03230/04230 EBM in „Problemorientiertes ärztliches Gespräch, das aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung erforderlich ist“ geändert. Die bisherige Einschränkung auf lebensverändernde Erkrankungen entfällt, denn problemorientierte ärztliche Gespräch können im Rahmen verschiedenster Erkrankungen erforderlich sein.
Gruppengröße in der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie
Zum 1. Januar 2015 werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die
tiefenpsychologisch fundierte und analytische Gruppentherapie von Kindern und
Jugendlichen mit einer Gruppengröße von mindestens drei und höchstens vier Teilnehmern („kleine Gruppe“) eingeführt:
GOP 35205: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Kurzzeittherapie
GOP 35208: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Langzeittherapie
GOP 35212: Analytische Psychotherapie
Jede GOP ist mit 814 Punkten bewertet.
Gleichzeitig wurden die bereits im EBM enthaltenen GOP 35202, 35203 und 35211 der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppentherapie in Bezug auf die Mindestteilnehmerzahlen für Kinder und Jugendliche auf mindestens fünf und höchstens neun Teilnehmer („große Gruppe“) konkretisiert.
Übersicht der aktuellen Änderungen
KBV-Übersicht zum EBM
Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen (KBV)
EBM-Hotline Service-Center
0231 94 32 10 01