Source: http://www.jurablogs.com/2014/12/04/bewerberauswahl-im-teilnahmewettbewerb-im-rahmen-von-verhandlungsverfahren-olg-saarbruecken-beschl-v-15-punkt-10-punkt-2014-1-verg-1-strich-14
Timestamp: 2017-01-20 15:56:13
Document Index: 4951307

Matched Legal Cases: ['§ 97', '§ 3', '§ 10', '§ 11', '§ 33', '§ 97', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Bewerberauswahl im Teilnahmewettbewerb im Rahmen von Verhandlungsverfahren (OLG Saarbrücken, Beschl. v. 15.10.2014 – 1 Verg 1/14)
BlogsVergabeblogDezember 2014Bewerberauswahl im Teilnahmewettbewerb im Rahmen von Verhandlungsverfahren (OLG Saarbrücken, Beschl. v. 15.10.2014 – 1 Verg 1/14)von Dr. Martin OttVon Dr. Martin Ott | Zitierangaben: Vergabeblog.de vom 04/12/2014, Nr. 20984Die vergaberechtlichen Anforderungen an die Auswahl der Bewerber im vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb bei der Durchführung von Verhandlungsverfahren unterscheiden sich von den Vorgaben, die für die Zuschlagskriterien bei der Ermittlung des besten Angebots gelten. Vergaberechtliche Bindungen bestehen aber auch hier. Das OLG Saarbrücken hat mit Beschluss vom 15. Oktober 2014 (1 Verg 1/14) festgestellt, dass eine nach der Bekanntmachung erfolgende Gewichtung der Eignungskriterien sich aus den bekannt gemachten Eignungsanforderungen objektiv ableiten lassen muss. Eine “überraschende” Gewichtung verstoße demgegenüber gegen die Grundsätze des Wettbewerbs und der Verfahrenstransparenz.GWB § 97 Abs. 1, 2, 4 und 7; VOF § 3 Abs. 1, § 10 Abs. 2, § 11 Abs. 4; HOAI § 33SachverhaltDer Auftraggeber schrieb Objektplanungsleistungen für die Sanierung oder den Neubau eines Berufsbildungszentrums europaweit aus. Von den geforderten Eignungskriterien waren für die Bewerberauswahl Referenzobjekte mit vergleichbarem Schwierigkeitsgrad sowie persönliche Referenzen des vorgesehenen Personals vorgesehen. Die Bewertung der Referenzangaben wurde abschließend erst in der Woche vor dem Ende der Teilnahmefrist abgestimmt und in einer Matrix festgehalten. Demnach sollte die Bewertung der Referenzen im Wesentlichen in Abhängigkeit vom Auftragsvolumen, dem geplanten Objekt und dem Umfang der erbrachten Leistungen erfolgen.Die EntscheidungDer gegen die Bewertung der Auswahlkriterien gerichtete Nachprüfungsantrag hatte Erfolg. Das OLG Saarbrücken ist der Auffassung, dass der Auftraggeber mit der Anwendung der von ihm zuvor nicht bekannt gegebenen Bewertungsmatrix gegen die aus § 97 Abs. 1 und Abs. 2 GWB folgenden vergaberechtlichen Grundsätze eines transparenten, diskriminierungsfreien und fairen wettbewerblichen Verfahrens verstoßen hat ...Zum vollständigen Artikel18 LeserVergabeblog:Die Anwendung nicht mitgeteilter Wertungskriterien oder die Nichtberücksichtigung bekan...15 LeserVergabeblog:Drei bleibt drei – drum prüfe, wer sich bei der Teilnehmerzahl bindet! Großzügige Ausle...50 LeserVergabeblog:Wo und wann sind Eignungsanforderungen festzulegen? Oder von der Sinnhaftigkeit der EU-...20 LeserVergabeblog:Bieterwechsel im Verhandlungsverfahren zulässig – kein “Mehr an Eignung” bei der Angebo...67 LeserVergabeblog:VK Bund: Zur Rügepräklusion in der Angebotsphase (VK Bund, Beschl. v. 12.12.2013 – VK1-...37 LeserVergabeblog:Vergabeverfahren nach VOF – Vergütung von Planungsleistungen außerhalb eines Planungswe...17 LeserVergabeblog:OLG München: Mehr Wettbewerb kann schädlich sein – das Bewerberlimit gilt! (Beschluss v...41 LeserVergabeblog:OLG Düsseldorf: Zahlenmäßige Beschränkung von Referenzen unzulässig? (Beschluss v. 12.9...10 verwandte ArtikelDie Eignungstrias - Überprüfung der Eignung der Bieter im EU-VerfahrenDas Verhandlungsverfahren nach der VOF. Kein Freibrief für VergaberüpelFehlende Checkliste – kein Ausschluss im Teilnahmewettbewerb! (VK Bund, Beschluss v. 03.06.2013, VK 2 – 31/13)Vergaberecht: Ablauf des Verhandlungsverfahrens mit TeilnahmewettbewerbDie Lianakis-Entscheidung des EuGH: Vergaberechtsschlupflöcher werden wenigerWie war das noch mit der Eignung und der Nachforderung von Nachweisen? – Ein komprimierter Überblick für die VergabepraxisVorgehen bei wertenden Präsentationen und Teststellungen in öffentlichen Ausschreibungen gemäß dem Beschluss des OLG München vom 02.11.2012
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