Source: http://www.neustrelitzer-werkstaetten.eu/index.php/rehadienstleistungen
Timestamp: 2018-09-18 19:22:35
Document Index: 78068753

Matched Legal Cases: ['§ 136', '§ 136', '§ 3', '§4', '§ 5', '§ 9', '§ 10', '§ 10']

Neustrelitzer Werkstätten - Rehadienstleistungen
Die Neustrelitzer Werkstätten (WfbM) sind eine Einrichtung des Rehabilitationszentrum Neustrelitz e.V. zur Eingliederung behinderter Menschen ins Arbeitsleben.
Sie haben sich an fünf Standorten in Neustrelitz angesiedelt und sind mit öffentlichen Verkehrmitteln gut zu erreichen.
Die Hauptwerkstatt mit den Arbeitsbereichen Tischlerei, Schneiderei, Kreativbereich, Landschaftspflege / Landschaftsgestaltung, Küche, Hauswirtschaft sowie die Schlosserei befindet sich am Standort Tannenhof 30.
Am Tiergarten 14 befindet sich die Betriebsstätte Stadtmitte mit den Arbeitsbereichen, Hauswirtschaft, Landschaftspflege Tiergarten sowie der angegliederten Fördergruppe.
Im Bürgerseeweg 21 sind die Bereichen Verpackung, Hauswirtschaft und Berufsbildungsbereich ansässig.
Weitere Standorte sind die Schloßgärtnerei in der Kastanienallee 2 und die Tiergartengaststätte am Tiergarten 14
2. Ziele der Neustrelitzer Werkstätten
Die WfbM steht für Personen offen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein können und bei denen Leistungen durch den zuständigen Kostenträger gewährt sind.
Die Aufgaben der WfbM sind im § 136 SGB IX und in der Werkstättenverordnung (WVO) definiert.
Ziel ist es, die beschäftigten Behinderten ins Arbeitsleben einzugliedern, ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie fördert den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Falls dieses Ziel aufgrund der Schwere der Erkrankung nicht erreicht werden kann, wird den Behinderten ein Arbeitsplatz im Arbeitsbereich der Werkstatt angeboten. Die Gestaltung dieses Arbeitsplatzes wird auf die Bedürfnisse des Behinderten abgestimmt und soll sich so weit wie möglich an den Bedingungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt orientieren.
Den behinderten Menschen wird eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung, entsprechend ihren Leistungen, im Arbeitsbereich angeboten.
Ihnen wird ermöglicht, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
3. Personenkreis und Einzugsgebiet der Neustrelitzer Werkstätten
Die WfbM steht allen behinderten Menschen im Sinne des § 136 Abs. 1 SGB IX offen, sofern erwartet werden kann, dass sie spätestens nach Teilnahme an geeigneten Maßnahmen wenigstens ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung erbringen können. In die WfbM werden behinderte Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren aufgenommen, bei denen kein außerordentlicher Pflegebedarf vorliegt.
Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz wurde 1994 mit einer Gebietsreform des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern durch Zusammenlegung der Kreise Neubrandenburg-Land, Neustrelitz sowie des größten Teils des Kreises Strasburg gebildet.
Im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde der Landkreis Mecklenburg-Strelitz aufgelöst und es entstand der neue Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Die relevanten Teile des Landkreises bilden den Einzugsbereich der WfbM.
Nach Antragstellung beim jeweiligen Kostenträger und durch Zustimmung des Fachausschusses erfolgt die Aufnahme.
4. Plätze/ Betreuungskapazität
In der Werkstatt befinden sich zurzeit ca. 190 behinderte Menschen, 170 Plätze im Arbeitsbereich (AB) und 20 Plätze im Berufsbildungsbereich (BBB).
12 Plätze können in der Fördergruppe (FÖ) angeboten werden, welche an die WfbM angegliedert ist.
Diese Zahl Werkstattplätze entspricht etwa dem aktuellen und dem für die Zukunft zu erwartenden Bedarf.
5. Organisation und Struktur der Werkstatt
Nach positivem Beschluss des Fachausschusses erfolgt die Aufnahme in das Eingangsverfahren, welches in der Regel drei Monate dauert. Es kann auf eine Dauer von bis zu vier Wochen verkürzt werden, wenn im Eingangsverfahren festgestellt wird, dass eine kürzere Dauer ausreichend ist.
Anschließend folgt der Berufsbildungsbereich mit einer maximalen Dauer von 24 Monaten. Wurde die Berufsbildungsmaßnahme erfolgreich absolviert, werden die behinderten Mitarbeiter in den Arbeitsbereich der Neustrelitzer Werkstätten aufgenommen.
5.1. Eingangsverfahren (§ 3 WVO) EV
Im Eingangsverfahren wird, unter Berücksichtigung von vorhandenen Unterlagen und Informationen, insbesondere von Vorgutachten, einzelfallbezogen festgestellt,
• ob die WfbM die geeignete Einrichtung zur Teilhabe am Arbeitsleben ist,
• welche berufsbildenden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und welche ergänzenden Leistungen zur Eingliederung in das Arbeitsleben in Betracht kommen und
• welche Bereiche und Arbeitsfelder der WfbM in Betracht kommen.
Erhält der Teilnehmer durch den zuständigen Kostenträger eine Kostenzusage, wird ein Werkstattvertrag für das Eingangsverfahren abgeschlossen. Der formale Inhalt und aufgeführte Rechte und Pflichten der Vertragspartner werden erläutert und unterzeichnet.
(EV = nähere Erläuterungen im Fachkonzept)
5.2. Berufsbildungsbereich (§4 WVO) BBB
• die persönliche Entwicklung der Teilnehmer zu verbessern,
• ihre beruflichen und lebenspraktischen Fähigkeiten planmäßig und fortschreitend zu entwickeln und sie
• auf geeignete Tätigkeiten im Arbeitsbereich der WfbM, oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten. (BBB = nähere Erläuterungen im Fachkonzept)
5.3. Arbeitsbereich (§ 5 WVO) AB
Im Arbeitsbereich sollen Arbeitsfelder angeboten werden, die der Wirtschaftsstruktur der Region und den beruflichen Vorerfahrungen Rechnung tragen und die stark differenzierte Leistungs-fähigkeit der einzelnen behinderten Menschen berücksichtigen. Dabei ist davon auszugehen, dass es keine Arbeiten gibt, die für geistig und seelisch behinderte Menschen besonders oder auch gar nicht geeignet sind.
Es soll eine möglichst breite Palette angeboten werden, die von einfachsten Tätigkeiten bis zu anspruchsvollen Aufgaben mit höherem Schwierigkeitsgrad reichen.
Die Tätigkeit im Arbeitsbereich bildet eine tief gegliederte Struktur von Beschäftigungen aus produzierendem Gewerbe und Dienstleistungsgewerbe.
Bedingt durch die vorhandene Wirtschaftsstruktur und die Art und Schwere der Behinderungen (hoher Anteil schwerst- und mehrfachbehinderter Menschen) ist es erforderlich, differenzierte Arbeiten mit einem hohen einfacher und einfachster Teilschritte zur Verfügung zu stellen.
Gegenwärtig können folgende Arbeitsbereiche angeboten werden:
Im Wesentlichen wird die Arbeit in gemischten Gruppen von starken und schwächeren behinderten Menschen durchgeführt. Innerhalb der Gruppen muss es differenzierte, auf den Einzelnen abgestimmte Arbeitsangebote geben, so dass jeder optimal gefördert werden kann. Dabei sind insbesondere behinderungsbedingte Schwankungen und damit verbundene Veränderungen in der Leistungsfähigkeit des behinderten Mitarbeiters zu berücksichtigen. Ziel ist es, den Übergang geeigneter behinderter Mitarbeiter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern.
6. Personelle Besetzung der Werkstatt (§ 9 WVO)
Sie wird durch einen Werkstattleiter geführt. Ihm sind ein Produktionsleiter, zwei Sozialarbeiter und die Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung unterstellt. Diese erfüllen die individuelle Förderung entsprechend den Bedürfnissen der behinderten Menschen im Berufsbildungs- und Arbeitsbereich.
6.1. Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (Gruppenleiter)
Der Personalschlüssel in den Arbeitsgruppen regelt sich nach dem in der Werkstättenverordnung angegebenen Schlüssel. Die Gruppenleiter sind Mitarbeiter mit einer handwerklichen bzw. pädagogischen Qualifikation. Alle Gruppenleiter absolvieren die Ausbildung als "Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen" (sonderpädagogische Zusatzausbildung/ SPZ).
Zu den Hauptaufgaben des Gruppenleiters gehören sowohl die klare Arbeitsorganisation, die Festlegung überschaubarer Vorgaben für jeden Einzelnen, als auch die Anleitung, Hilfe und die Bewertung der Arbeit.
6.2. Begleitende Dienste § 10 WVO
Die Werkstatt verfügt zur pädagogischen, sozialen und medizinischen Betreuung der behinderten Menschen über begleitende Dienste, die den Bedürfnissen der behinderten Menschen gerecht werden.
Eine erforderliche psychologische Betreuung ist sichergestellt.
6.2.1. Ärztlicher Dienst
Die besondere ärztliche Betreuung der behinderten Menschen in der Werkstatt und die medizinische Beratung des Fachpersonals der Werkstatt wird durch einen Betriebsarzt sichergestellt, gemäß § 10 Abs. 3 WVO.
6.2.2. Sozialer Dienst
Den Beschäftigten unserer WfbM stehen zwei Sozialarbeiter/ Sozialpädagogen beratend und als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie führen problemorientierte Einzelfallarbeit, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen internen und/ oder externen Fachdiensten durch. Weiter bieten sie unmittelbare Hilfen für den behinderten Menschen und ihren Angehörigen bei der Eingliederung in der WfbM an. Der Soziale Dienst trägt Verantwortung für die Durchführung der Begleitplanung und unterstützt dessen Umsetzung in den Arbeitsbereichen.
Der Sozialarbeiter hält einen engen Kontakt zu den jeweiligen Betreuern, um eine optimale Förderung des Einzelnen unter Berücksichtigung aller Aspekte (Wohnen, Arbeit, Freizeit) zu gewährleisten, Aktivitäten abzustimmen und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam zu lösen.
Der soziale Dienst wird zunehmend Kontakt mit dem freien Arbeitsmarkt und der Agentur für Arbeit halten, um eine mögliche Wiedereingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
7. Sport und Gymnastik/ Krankengymnastik
Der Bereich für Sport, Gymnastik, Krankengymnastik wird im Rahmen der Gesamteinrichtung, in Form von Einzel- bzw. Gruppentherapien organisiert und durchgeführt. Die Werkstatt ist in diesem Bereich entsprechend den Erfordernissen und Bedürfnissen anteilig integriert.
Um eine optimale Rehabilitation zu gewährleisten und erreichte Erfolge zu sichern, ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit allen anderen, die Rehabilitation berührenden Bereichen erforderlich. Das betrifft vor allem den Heimbereich, Ärzte, Kliniken, Sozialämter und Arbeitsverwaltungen.
8. Psychologische Betreuung
Ziel der psychologischen Betreuung ist die Gewährleistung, dass durch die bedarfsorientierte und allgemeine psychologische Betreuung die soziale Kompetenz der behinderten Menschen gestärkt wird. Das Potential, welches zum Ausbruch einer psychiatrischen Erkrankung führt, zu minimieren und die Optimierung der Belastungsfähigkeit entsprechend der persönlichen Situation zu erreichen.
Die psychologische Betreuung wird in Gruppen- bzw. Einzeltherapie, je nach Bedarf angeboten.
Gruppentherapien werden unter psychotherapeutischen Aspekten geleitet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Durchführung von Supervision, um Probleme die in zwischenmenschlichen Spannungsfeldern entstehen zu analysieren, konkretisieren und zu beheben.
Einzelgespräche werden je nach Bedarf geführt.
9. Qualitätsmanagement und Qualitätssicherungsmaßnahmen
Wir arbeiten nach einem Qualitätssystem, welches die Forderungen der internationalen Norm DIN EN ISO 9001:2015 erfüllt. Wir sind durch EQ ZERT zertifiziert und unterliegen einer ständigen Kontrolle und Überwachung. Durch eine regelmäßige Durchführung von Managementbewertungen soll die fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des QM- Systems sichergestellt werden.
Durch das QM - System werden alle Prozesse im Unternehmen, die direkten oder indirekten Einfluss auf die Erstellung unserer Dienstleistungen haben, soweit festgelegt, dass die Erfüllung der Kundenforderungen sichergestellt ist. Diese Festlegungen werden in der täglichen Arbeit umgesetzt und ständig den Bedürfnissen der Kunden und des Unternehmens angepasst.
Anhand von Aufzeichnungen wird die wirksame Funktion des QM - Systems und die Erfüllung der Kundenforderungen nachvollziehbar gemacht und nachgewiesen.
Eine ständige Weiterbildung ist für alle Mitarbeiter selbstverständlich und wird durch die Leitung sowie durch das QM - System überwacht.