Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsanwalt/strafrecht/ohrfeige
Timestamp: 2019-12-06 19:14:33
Document Index: 264289343

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 229', '§ 230', '§ 77', '§ 185', '§ 185']

Ohrfeige - Infos und Rechtsberatung
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zum Thema Ohrfeige
Eine Ohrfeige bezeichnet umgangssprachlich einen mit der flachen Hand ausgeführten Schlag in das Gesicht.
Ein solches Verhalten ist in der Regel als einfache Körperverletzung strafbar, wenn es nicht ausnahmsweise entschuldigt oder gerechtfertigt ist. Die einfache Körperverletzung nach § 223 Strafgesetzbuch (StGB) und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB werden gemäß § 230 StGB nur auf Antrag erfolgt. Wenn nicht ein besonderes öffentliches Interesse gegeben ist, so kann die einfache Körperverletzung (und auch die fahrlässige Körperverletzung) ohne Strafantrag nicht bestraft werden. Nach § 77b Abs. 1 StGB ist der Strafantrag vom Antragsberechtigten innerhalb von 3 Monaten stellen, wobei nach Abs. 2 die Frist mit Ablauf des Tages, an dem der Antragsberechtigte von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangt hat, beginnt. Es ist festzustellen, dass seitens der Staatsanwaltschaften bei einfachen Körperverletzungen die Tendenz besteht, ein öffentliches Interesse zu verneinen, zumindest dann, wenn der Täter nicht vorbestraft ist. Dies führt dazu, dass das Verfahren häufig eingestellt wird. Dem Geschlagenen bleibt dann immer noch die Möglichkeit, das Verhalten auf den Privatklageweg verfolgen zu können. Von dieser Möglichkeit wird in der Praxis jedoch nur selten Gebrauch gemacht. Zudem kann der Verletzte seine Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche zivilrechtlich verfolgen, da hierfür ein Strafverfahren keine Voraussetzung ist. Schließlich kann eine Ohrfeige den Qualifikationstatbestand einer tätlichen Beleidigung nach § 185 2. Halbsatz StGB erfüllen, wenn dies eine Ehrverletzung darstellt (Fischer StGB § 185 Rz. 18).
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