Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-07-2002-I_727-2000
Timestamp: 2016-10-26 23:20:42
Document Index: 244713792

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 132', 'Art. 104', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 20', 'Art. 50', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 45', 'Art. 45', 'Art. 76', 'BGE', 'Art. 76', 'Art. 84', 'Art. 76', 'Art. 50', 'Art. 20', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 85', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 20', 'Art. 85', 'Art. 20', 'Art. 85', 'BGE', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'BGE', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 84', 'Art. 76', 'Art. 85', 'Art. 84', 'Art. 85', 'Art. 76', 'Art. 85', 'Art. 84', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 84', 'Art. 76', 'BGE', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 85', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 85', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 85', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 156']

I 727/00 (23.07.2002)
Leuzinger, Bundesrichter R�edi und Ferrari; Gerichtsschreiber
A.- Mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 sprach die IV-Stelle des Kantons Aargau dem 1961 geborenen D.________ im Hinblick auf eine Medizinische Abkl�rung in der Klinik X.________ f�r die Zeit ab 19. bis 25. Mai 1999 Taggelder in H�he von - nach Abzug der darauf zu entrichtenden AHV/IV/EO-Beitr�ge - insgesamt Fr. 1106. 65 zu. Davon wurden, wie zuvor von der kantonalen Ausgleichskasse mit Schreiben vom 8. Februar 2000 angek�ndigt, Fr. 411. 70 mit noch ausstehenden Nichterwerbst�tigen-Beitr�gen verrechnet.
Den verbleibenden Betrag �berwies die Ausgleichskasse zwecks Verrechnung mit erbrachten F�rsorgeleistungen der Finanzverwaltung der Gemeinde Y.________.
B.- Nachdem D.________ am 6. M�rz 2000 gegen die Verrechnung mit noch geschuldeten Sozialversicherungsbeitr�gen Beschwerde erhoben hatte, verzichtete die Ausgleichskasse gem�ss Schreiben vom 14. M�rz 2000 lite pendente darauf, ordnete indessen unter Hinweis auf einen 'g�ltigen Verrechnungsantrag' an, dass der Betrag von Fr. 411. 70 nunmehr ebenfalls der Finanzverwaltung der Gemeinde Y.________ zu �berweisen sei. Immer noch vor Ablauf der durch die Zustellung der Verf�gung vom 28. Februar 2000 ausgel�sten Rechtsmittelfrist beantragte D.________ am 16. M�rz 2000 auch die Aufhebung der Verrechnung mit bezogenen F�rsorgeleistungen.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt D.________ sinngem�ss, die zugesprochenen Taggelder seien vollumf�nglich - ohne jegliche Verrechnung mit Drittforderungen - ihm selbst auszuzahlen.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, schliesst unter Hinweis auf die Ausf�hrungen im kantonalen Entscheid auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
Die Vorinstanz, das Bundesamt f�r Sozialversicherung und die als Mitbeteiligte zur Stellungnahme eingeladene Gemeinde Y.________ verzichten auf eine Vernehmlassung.
1.- Der Streit �ber die Drittauszahlung von Leistungen der Invalidenversicherung betrifft nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen (BGE 121 V 18 Erw. 2 mit Hinweis). Bei Streitigkeiten �ber den Auszahlungsmodus hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht nach st�ndiger Rechtsprechung deshalb nur zu pr�fen, ob der vorinstanzliche Richter Bundesrecht verletzt hat, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (Art. 132 in Verbindung mit Art. 104 lit. a und b sowie Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 121 V 18 f. Erw. 2, 118 V 90 f. Erw. 1a, je mit Hinweisen).
2.- a) Gem�ss Art. 50 Abs. 1 IVG finden f�r die Sicherung der Leistungen und die Verrechnung die Art. 20 und 45 AHVG sinngem�ss Anwendung. Als Ausnahme hiezu sieht der im Rahmen der 10. AHV-Revision auf den 1. Januar 1997 neu eingef�gte Abs. 2 von Art. 50 IVG vor, dass Nachzahlungen von Leistungen in Abweichung von Art. 20 Abs. 1 AHVG an Drittpersonen oder Drittstellen, welche im Hinblick auf die Leistungen der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, ausgerichtet werden k�nnen (Satz 1); der Bundesrat regelt das Verfahren sowie die Voraussetzungen der Auszahlung an Dritte (Satz 2).
b) Nach Art. 20 Abs. 1 AHVG ist jeder Rentenanspruch unabtretbar, unverpf�ndbar und der Zwangsvollstreckung entzogen (Satz 1); jede Abtretung oder Verpf�ndung ist nichtig (Satz 2); vorbehalten bleibt Art. 45 (Satz 3). Art. 45 AHVG seinerseits erm�chtigt den Bundesrat, nach Anh�rung der Kantone Massnahmen zu treffen, damit die Renten und Hilflosenentsch�digungen, soweit notwendig, zum Unterhalt des Berechtigten und der Personen, f�r die er zu sorgen hat, verwendet werden. Von dieser Befugnis hat der Bundesrat in Art. 76 AHVV Gebrauch gemacht. Nach dessen Abs. 1 kann die Ausgleichskasse die Rente ganz oder teilweise einer geeigneten Drittperson oder Beh�rde, die dem Rentenberechtigten gegen�ber gesetzlich oder sittlich unterst�tzungspflichtig ist oder ihn dauernd f�rsorgerisch betreut, auszahlen, wenn der Rentenberechtigte die Rente nicht f�r den Unterhalt seiner selbst und der Personen verwendet, f�r welche er zu sorgen hat, oder nachweisbar nicht imstande ist, die Rente hierf�r zu verwenden, und er oder die Personen, f�r die er zu sorgen hat, deswegen ganz oder teilweise der �ffentlichen oder privaten F�rsorge zur Last fallen. Nach der Rechtsprechung rechtfertigt die Tatsache allein, dass jemand von einer F�rsorgebeh�rde unterst�tzt wird, noch nicht die Auszahlung an diese Beh�rde (BGE 118 V 91 Erw. 1b mit Hinweisen).
Art. 76 AHVV ist auf Grund des Verweises in Art. 84 IVV f�r die Gew�hrleistung zweckgem�sser Verwendung der Taggelder, der Renten und der Hilflosenentsch�digungen der Invalidenversicherung sinngem�ss anwendbar.
c) Die Verwaltungspraxis hat die Drittauszahlung seit jeher unter bestimmten Voraussetzungen auch dann zugelassen, wenn die Bedingungen des Art. 76 AHVV �ber die Gew�hrleistung zweckm�ssiger Rentenverwendung nicht erf�llt waren, obschon laut Art. 50 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 AHVG grunds�tzlich jede Abtretung einer Invalidenrente nichtig ist. So konnten Rentennachzahlungen auf Gesuch hin privaten oder �ffentlichen F�rsorgestellen ausbezahlt werden, welche entsprechende Vorschussleistungen erbracht haben. Solche Drittauszahlungen setzten nach der Praxis der Verwaltungsbeh�rden jedoch voraus, dass die Vorschussleistungen tats�chlich erbracht worden waren und der Leistungsberechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter der Drittauszahlung schriftlich zugestimmt hatte (BGE 118 V 91 Erw. 1b).
Diese Praxis hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht wiederholt unbeanstandet gelassen (BGE 118 V 91 Erw. 1b mit Hinweisen). Angesichts des ihr zukommenden Ausnahmecharakters hat es in BGE 118 V 88 indessen erkannt, dass an die Einwilligung des Versicherten zur Drittauszahlung strenge Anforderungen zu stellen sind. Sie d�rfe nur Rechtswirksamkeit entfalten, wenn die Tragweite der Zustimmungserkl�rung klar ersichtlich ist. Der bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Rentenbezug - in welchem der Anspruch gegen�ber der Invalidenversicherung noch g�nzlich unbestimmt ist - erfolgten Zustimmung k�nne deshalb nicht dieselbe Bedeutung wie einer Erkl�rung nach Bekanntgabe der konkret zugesprochenen Versicherungsleistung beigemessen werden. Die Zustimmung zur Drittauszahlung k�nne daher erst dann rechtsg�ltig erteilt werden, wenn der entsprechende Beschluss der Invalidenversicherungs-Kommission ergangen ist. Im Rahmen des daraufhin einsetzenden Vorbescheidverfahrens habe die Verwaltung bis zum Verf�gungserlass Gelegenheit, eine allf�llige Einwilligung zur Drittauszahlung einzuholen, oder, falls diese vom Antrag stellenden Dritten beigebracht wird, deren Eingang abzuwarten (BGE 118 V 92 f.
d) Als Antwort auf die Feststellung in BGE 118 V 88, wonach f�r eine allein auf die zum Voraus erteilte Einwilligung der leistungsberechtigten Person abstellende Drittauszahlung keine eindeutige gesetzliche Grundlage besteht, hat der Verordnungsgeber Art. 85bis IVV mit dem Randtitel "Nachzahlungen an bevorschussende Dritte" erlassen, welcher am 1. Januar 1994 in Kraft getreten ist (vgl. BGE 123 V 29 Erw. 3b). Ihre ausdr�ckliche gesetzliche Grundlage erhalten hat diese Verordnungsbestimmung indessen erst mit der Erg�nzung des Art. 50 IVG durch den im Rahmen der 10. AHV-Revision per 1. Januar 1997 neu hinzugef�gten Abs. 2, gem�ss welchem Nachzahlungen von Leistungen in Abweichung von Art. 20 Abs. 1 AHVG an Drittpersonen oder Drittstellen ausgerichtet werden k�nnen, welche im Hinblick auf die Leistungen der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben (Erw. 2a hievor; vgl. Meyer-Blaser, Bundesgesetz �ber die Invalidenversicherung, in: Murer/Stauffer [Hrsg. ], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Z�rich 1997, S. 289 f.).
e) Nach Abs. 1 von Art. 85bis IVV (in der seit 1. Januar 1999 geltenden, redaktionell bereinigten Fassung) k�nnen Arbeitgeber, Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, Krankenversicherungen, �ffentliche und private F�rsorgestellen oder Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur H�he ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt wird (Satz 1); vorbehalten bleibt die Verrechnung nach Art. 20 AHVG (Satz 2); die bevorschussenden Stellen haben ihren Anspruch mit besonderem Formular fr�hestens bei der Rentenanmeldung und sp�testens im Zeitpunkt der Verf�gung der IV-Stelle geltend zu machen (Satz 3).
Laut Abs. 2 von Art. 85bis IVV gelten als Vorschussleistungen einerseits freiwillige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren R�ckerstattung verpflichtet ist und sie der Auszahlung der Rentennachzahlung an die bevorschussende Stelle schriftlich zugestimmt hat (lit. a), und andererseits vertraglich oder auf Grund eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges R�ckforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden kann (lit. b).
3.- a) In den Akten findet sich keine unterschriftlich best�tigte Zustimmung zur streitigen Drittauszahlung an die Gemeinde Y.________. Gem�ss dem am 31. M�rz 1998 zuhanden des Sozialdienstes der Gemeinde unterzeichneten Formular 'Gesuch um materielle Hilfe' nahmen der Sozialhilfe beantragende heutige Beschwerdef�hrer und seine Ehefrau lediglich Kenntnis davon, dass sie ihre w�hrend der Unterst�tzungsdauer laufenden Forderungen gegen�ber Dritten an die Sozialbeh�rden abzutreten haben. Die laut Beschluss des Gemeinderates Y.________ vom 21. Februar 2000 mit der Zusprechung von Sozialhilfeleistungen verbundene Anordnung, dass allf�llige Guthaben bei Versicherungen bis zur H�he der erbrachten Unterst�tzungsleistungen mit separater Erkl�rung an die Gemeinde Y.________ abgetreten werden, ist �berdies beim Bezirksamt Baden angefochten worden. Schliesslich sind auch die von der Eidgen�ssischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung herausgegebenen Formulare 'Verrechnung von Nachzahlungen der AHV/IV' resp. '�berweisung von Nachzahlungen der AHV/IV an Dritte, die Vorschussleistungen erbracht haben' vom Beschwerdef�hrer nie unterzeichnet worden.
b) Im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung vom 28. Februar 2000 (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) waren die Voraussetzungen f�r eine Drittauszahlung nachtr�glich zugesprochener Leistungen der Invalidenversicherung an die Gemeinde Y.________ demnach mangels einer gen�genden, unterschriftlich bekr�ftigten Zustimmungserkl�rung des Anspruchsberechtigten nicht nur im Lichte der Rechtsprechung gem�ss BGE 118 V 88, sondern auch schon nach der bis dahin unbeanstandet gebliebenen Verwaltungspraxis (Erw. 2c) nicht erf�llt. Dass sich der Beschwerdef�hrer und seine Ehefrau mit der am 31. M�rz 1998 erfolgten Unterzeichnung des der Gemeinde eingereichten Sozialhilfegesuchs allenfalls auf eine verbindliche Abtretungsverpflichtung eingelassen haben, �ndert daran nichts.
4.- Das kantonale Gericht hat die streitige Drittauszahlung einzig unter dem Gesichtspunkt der neuen Regelung in dem seit 1. Januar 1994 geltenden Art. 85bis IVV gepr�ft, welcher eine Drittauszahlung unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne ausdr�ckliche Einwilligung des Leistungsberechtigten zul�sst. Ohne sich vertieft damit auseinander zu setzen, ist es davon ausgegangen, dass Art. 85bis IVV ungeachtet des Wortlautes nicht nur auf die Drittauszahlung nachtr�glich zugesprochener Renten, sondern auch auf diejenige r�ckwirkend ausgerichteter Taggelder Anwendung findet. Zun�chst stellt sich die Frage, ob dieser Betrachtungsweise gefolgt werden kann.
a) Der Verordnungstext in Art. 85bis IVV spricht in allen drei Amtssprachen an sich klar f�r eine Regelung, die ausschliesslich f�r die Drittauszahlung nachtr�glich zugesprochener Renten gilt. Nach dem Wortlaut von Abs. 1 der Bestimmung k�nnen mit Vorschussleistungen, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung erbracht wurden, Nachzahlungen dieser Rente bis zur H�he der Vorschussleistung verrechnet und an die bevorschussende Drittstelle ausbezahlt werden (Satz 1). In der franz�sischsprachigen Version ist davon die Rede, dass Institutionen, 'qui, en vue de l'octroi d'une rente de l'assurance-invalidit�, ont fait une avance, peuvent exiger qu'on leur verse l'arri�r� de cette rente en compensation de leur avance et jusqu'� concurrence de celle-ci'. Die italienischsprachige Fassung sieht vor, dass Drittstellen, 'che, in vista della concessione di una rendita dell'assicurazione invalidit�, hanno effettuato anticipi, possono esigere che si versi loro l'arretrato di questa rendita come compensazione e fino a concorrenza dei loro anticipi'.
b) Damit bleibt anhand der nebst dem Wortlaut in Betracht zu ziehenden weiteren Auslegungselemente zu pr�fen, ob der zur Diskussion stehenden Norm eine im Sinne der vorinstanzlichen Ansicht gegen�ber dem eng gefassten Verordnungstext weiter gehende Bedeutung zukommt.
aa) Das Gesetz ist in erster Linie nach seinem Wortlaut auszulegen. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen m�glich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Ber�cksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich des Zwecks, des Sinnes und der dem Text zu Grunde liegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, u.a. dann n�mlich, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 127 IV 194 Erw. 5b/aa, 127 V 5 Erw. 4a, 92 Erw. 1d, 198 Erw. 2c, je mit Hinweisen).
Eine historisch orientierte Auslegung ist f�r sich allein nicht entscheidend. Anderseits vermag aber nur sie die Regelungsabsicht des Gesetzgebers aufzuzeigen, welche wiederum zusammen mit den zu ihrer Verfolgung getroffenen Wertentscheidungen verbindliche Richtschnur des Richters und der Richterin bleibt, auch wenn sie das Gesetz mittels teleologischer Auslegung oder Rechtsfortbildung ver�nderten Umst�nden anpassen oder es erg�nzen (BGE 125 V 356 Erw. 1b, 123 V 301 Erw. 6a mit Hinweisen).
bb) Aus gesetzessystematischer Sicht spricht f�r einen sich �ber den Wortlaut hinaus auch auf andere Leistungen als Rentennachzahlungen erstreckenden Anwendungsbereich des Art. 85bis IVV die Tatsache, dass die unter dem Titel 'D.
Die Ausrichtung der Leistungen' nachtr�glich eingef�gte Norm nicht etwa dessen Untertitel 'III. Renten und Hilflosenentsch�digungen' zugeordnet, sondern unter 'IV. Gemeinsame Bestimmungen' eingereiht wurde. Bedeutsam erscheint auch, dass die unter derselben Ziffer IV enthaltenen, dem Art. 85bis unmittelbar vorangehenden Verweisungen in den Art. 84 und 85 Abs. 1 IVV die Art. 76 resp. 77 AHVV ausdr�cklich auch f�r Taggelder - und nicht nur f�r die dort erw�hnten Renten - als sinngem�ss anwendbar erkl�ren. Dies deutet darauf hin, dass Art. 85bis IVV ebenfalls nicht nur f�r F�lle von Rentennachzahlungen, sondern von r�ckwirkend ausgerichteten Geldleistungen generell konzipiert worden ist. Wird bez�glich der Gew�hrleistung zweckm�ssiger Verwendung (Art. 84 IVV) und bez�glich der Nachzahlung nichtbezogener Leistungen (Art. 85 Abs. 1 IVV) f�r Taggelder auf dieselbe Regelung verwiesen, die auch f�r Renten gilt (Art. 76 und 77 AHVV), ist kaum einzusehen, weshalb hinsichtlich der Nachzahlung an bevorschussende Dritte (Art. 85bis IVV) etwas anderes gelten sollte.
Andererseits k�nnte allerdings gerade die unterbliebene Nennung anderer Leistungsarten in dem die Art. 84 und 85 unmittelbar folgenden Art. 85bis IVV auch als Indiz daf�r gesehen werden, dass der Verordnungsgeber bewusst darauf verzichten wollte, die Nachzahlung von Taggeldern und allenfalls weiteren Geldleistungen der Invalidenversicherung in die f�r Renten geltende normative Regelung der Drittauszahlung an bevorschussende Stellen mit einzubeziehen.
Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte des Art. 85bis IVV l�sst diese Interpretationsm�glichkeit jedoch in den Hintergrund treten.
cc) Wie erw�hnt, hat die Verwaltungspraxis Drittauszahlungen �ber Jahre hinweg auch zugelassen, wenn die Bedingungen des - nach Art. 84 IVV im Invalidenversicherungsbereich sinngem�ss anwendbaren - Art. 76 AHVV �ber die Gew�hrleistung zweckm�ssiger Rentenverwendung nicht erf�llt waren (Erw. 2c). Die mit BGE 118 V 88 erfolgte Einschr�nkung dieser Praxis - dahin gehend, dass eine bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Rentenbezug erfolgte Zustimmung als Grundlage f�r die Anordnung einer Drittauszahlung nicht mehr gen�gte (vgl. Erw. 2c hievor) - hatte zur Folge, dass Sozialhilfestellen oftmals der M�glichkeit verlustig gingen, Leistungen, welche sie f�r die gleiche Zeit erbracht hatten, f�r die sp�ter seitens der Invalidenversicherung auch die Rentenberechtigung anerkannt wurde, erh�ltlich zu machen. Umgekehrt konnten die betroffenen Versicherten f�r die n�mliche Periode �ber die Leistungen sowohl der Invalidenversicherung als auch der Einrichtungen der Sozialhilfe verf�gen. In dieser unbefriedigenden Situation zeichnete sich f�r den Gesetz- wie auch den Verordnungsgeber dringender Handlungsbedarf ab. Es galt, durch die Zulassung der Drittauszahlung von nachzuzahlenden Invalidenrenten einen Verm�gensvorteil auszugleichen, welchen die Versicherten ansonsten zufolge des Bezugs von f�r die n�mliche Zeit bereits vorschussweise ausgerichteten F�rsorgegeldern h�tten erlangen k�nnen. Mit dem Anliegen eines sparsamen, gegenseitig abgestimmten und insofern haush�lterischen Umgangs mit Steuergeldern im Verh�ltnis zu Versicherungsleistungen bestand ein gewichtiges �ffentliches Interesse an der raschen Realisierung einer materiellrechtlichen Grundlage f�r eine sich gegen�ber der Rechtslage, wie sie mit BGE 118 V 88 geschaffen worden war, weniger einschr�nkend auswirkende Drittauszahlungsordnung.
Obschon nicht mit den Bestrebungen der 10. AHV-Revision in Zusammenhang stehend, wurde anl�sslich der Beratung dieser Revision im Nationalrat vom 11. M�rz 1993 die Erg�nzung des Gesetzes durch den heutigen Art. 50 Abs. 2 IVG vorgeschlagen, welcher den Bundesrat erm�chtigt, das Verfahren sowie die Voraussetzungen der Drittauszahlung zwecks Verrechnung mit im Hinblick auf die Leistungen der Invalidenversicherung erbrachten Vorschussleistungen zu regeln, und damit die gesetzliche Grundlage f�r Art. 85bis IVV bildet (Amtl. Bull. 1993 N 294). Begr�ndet wurde dieses Vorgehen damit, dass das in BGE 118 V 88 publizierte Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts in vielen F�llen zu erheblichen Verlusten der Gemeinden oder der privaten Institutionen gef�hrt habe, welche w�hrend der Dauer der Abkl�rungen der Invalidenversicherung den Lebensunterhalt der Rentenberechtigten bevorschusst hatten und sich dann mit der Tatsache konfrontiert sahen, dass die von ihnen bevorschussten Leistungen nur schwer oder kaum mehr zur�ckzuerhalten waren; Kantone und Gemeinden h�tten sich deshalb an den Bund gewandt und ihn ersucht, diese auf Grund des Gerichtsurteils entstandene unbefriedigende Situation zu korrigieren; �ber die Schaffung eines neuen Absatzes von Art. 50 IVG solle eine Kompetenzdelegation an den Bundesrat erfolgen; der Bundesrat solle das Verfahren und die Voraussetzungen f�r die Auszahlung an Drittpersonen regeln k�nnen.
Betont wurde, dass es sich dabei "selbstverst�ndlich nur um Nachzahlungen und nicht um laufende Renten" handelt; erfasst w�rden "ausdr�cklich Nachzahlungen von Leistungen, die im Hinblick auf eine Leistung der Invalidenversicherung - seien es Renten, Taggelder, Erg�nzungsleistungen oder Hilflosenentsch�digungen - als Vorschussleistungen erbracht worden sind" (Amtl. Bull. 1993 N 294; Votum Heberlein).
Diese Ausf�hrungen des Antrag stellenden Nationalratsmitglieds zur vorgeschlagenen und schliesslich ohne wesentliche Diskussion angenommenen Erg�nzung des IVG (Amtl.
Bull. 1993 N 294 sowie 1994 S 608) lassen erkennen, dass nach Auffassung des Gesetzgebers bei Rentennachzahlungen einerseits sowie bei r�ckwirkend ausgerichteten Taggeldern oder andern Geldleistungen andererseits bez�glich der Auszahlung an bevorschussende Drittpersonen oder Beh�rden kein Unterschied gemacht werden sollte. Die Delegationsnorm von Art. 50 Abs. 2 IVG, welche zwar erst am 1. Januar 1997 (10. AHV-Revision) und damit nach der bereits auf den
1. Januar 1994 erfolgten Einf�gung des - vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht gleichwohl als gesetzes- und verfassungskonform bezeichneten (BGE 123 V 30 f. Erw. 4) - Art. 85bis IVV in Kraft getreten ist, spricht denn auch nicht nur von Renten, sondern generell von Leistungen. Der Grund daf�r, dass sich die Verordnungsbestimmung von Art. 85bis IVV ihrem Wortlaut nach demgegen�ber auf Nachzahlungen von Renten beschr�nkt, d�rfte letztlich darin zu finden sein, dass sich der Bundesrat prim�r an BGE 118 V 88 orientiert hat, in welchem eine Rentennachzahlung zur Diskussion stand und auf die Besonderheiten des bei dieser Leistungsart vorgesehenen Zusprechungsverfahrens Bezug genommen wurde.
dd) Schliesslich sprechen auch Sinn und Zweck der neu eingef�gten Verordnungsbestimmung von Art. 85bis IVV daf�r, dass neben Renten auch andere Geldleistungen, namentlich nachtr�glich zugesprochene Taggelder, einer auf Art. 85bis IVV gest�tzten Auszahlung an bevorschussende Dritte zug�nglich sein sollen. Ein plausibler Grund daf�r, andere Leistungen als Invalidenrenten von dieser Drittauszahlungsm�glichkeit auszunehmen, ist nicht ersichtlich (vgl. AHI 1993 S. 50 und 210 f.).
c) Mit dem kantonalen Gericht ist demnach davon auszugehen, dass Art. 85bis IVV auch auf die Drittauszahlung r�ckwirkend auszurichtender Taggelder sinngem�ss Anwendung findet.
5.- Damit bleibt die Frage zu pr�fen, ob auch die materiellrechtlichen Voraussetzungen f�r die Anwendung von Art. 85bis IVV erf�llt sind.
a) Der bevorschussende Charakter der von der Gemeinde Y.________ seit Fr�hjahr (M�rz/April) 1998 gew�hrten Sozialhilfeleistungen kann ohne weiteres als erstellt gelten.
Freiwillige Leistungen im Sinne von Art. 85bis Abs. 2 lit. a IVV scheiden aus, ebenso vertraglich erbrachte Leistungen, handelt es sich bei der Sozialhilfe doch um eine gesetzlich zugesicherte, �ffentlichrechtliche Leistung. Es fragt sich demnach einzig noch, ob aus der aargauischen Sozialhilfegesetzgebung im Hinblick auf die r�ckwirkende Taggeldzusprechung vom 28. Februar 2000 ein eindeutiges R�ckforderungsrecht der Gemeinde abgeleitet werden kann, wie es Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV verlangt.
b) Die Vorinstanz hat die vom Beschwerdef�hrer beanstandete Drittauszahlung gesch�tzt, indem sie unter Bezugnahme auf ihre Rechtsprechung ausf�hrte, zwar lasse sich aus � 24 des kantonalen Sozialhilfegesetzes vom 2. M�rz 1982 (SHG; Systematische Sammlung des Aargauischen Rechts [SAR] 851. 100), welcher bez�glich der R�ckerstattungspflicht von Sozialhilfeempf�ngern an die Zumutbarkeit ankn�pfe und somit einen beschwerdef�higen Sachentscheid der zust�ndigen Sozialbeh�rde voraussetze, kein eindeutiges R�ckforderungsrecht ableiten; die Gew�hrleistung von Sozialhilfe unterliege indessen dem Grundsatz der Subsidiarit�t, welcher auch in � 3 SHG verankert sei; Sozialversicherungsleistungen geh�rten deshalb im Sinne von � 10 Abs. 1 der Verordnung vom 18. April 1983 zum Sozialhilfegesetz (Sozialhilfeverordnung [SHV]; SAR 851. 111) zu den 'eigenen Mitteln', welche sich der Hilfesuchende bei der Inanspruchnahme von Sozialhilfe anrechnen lassen m�sse; dies gelte auch, wenn es im Hinblick auf die lange Dauer des sozialversicherungsrechtlichen Abkl�rungsverfahrens gest�tzt auf � 12 Abs. 1 SHG zur vorschussweisen Ausrichtung von Sozialhilfe komme. Daraus schloss das kantonale Gericht, � 12 Abs. 1 SHG in Verbindung mit � 10 Abs. 1 SHV statuiere "die vorbehaltlose und uneingeschr�nkte Anrechenbarkeit von Leistungen der Invalidenversicherung auf die im gleichen Zeitraum bezogenen Sozialhilfeleistungen"; "damit sei aber gleichzeitig gesagt, dass mit diesen Bestimmungen ein eindeutiges gesetzliches R�ckforderungrecht infolge der Rentennachzahlung gem�ss Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV bestehe".
c) �ber die effektive Tragweite des kantonalen Rechts kann im vorliegenden Verfahren nicht befunden werden.
Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV macht die Anwendung dieser bundesrechtlichen Bestimmung und damit die Drittauszahlung nach Massgabe von Art. 85bis Abs. 3 IVV als bundesrechtlicher Rechtsfolge von der Beantwortung einer kantonalrechtlichen Vorfrage abh�ngig, eben davon, ob das einschl�gige kantonale Sozialhilferecht ein 'eindeutiges' R�ckforderungsrecht enth�lt. Die Pflicht zur vorfrageweisen Pr�fung einer kantonalrechtlichen Norm, welche so lange stattfinden kann, als nicht ein als Tatbestand wirkender Entscheid der hauptfrageweise zust�ndigen kantonalen Beh�rde vorliegt, entspricht st�ndiger Rechtsprechung und Doktrin (BGE 123 V 33 Erw. 5c/cc mit Hinweisen). Das �ndert aber nichts daran, dass mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur die fehlerhafte Anwendung von Bundesrecht ger�gt werden kann (Art. 104 lit. a OG). Der einfache Rechtsfehler, begangen in der Anwendung kantonalen Rechts, bildet als solcher keine Bundesrechtsverletzung. Eine solche liegt erst vor, wenn das kantonale Recht in willk�rlicher Weise angewendet wird (BGE 123 V 33 Erw. 5c/cc mit Hinweis).
Davon kann im vorliegenden Fall indessen nicht gesprochen werden. Die vorinstanzliche Bejahung eines eindeutigen R�ckforderungsrechtes auf Grund der Sozialhilfegesetzgebung des Kantons Aargau mag zwar diskutabel sein. Eine schlechthin unhaltbare, damit willk�rliche und deshalb bundesrechtswidrige Rechtsauffassung kann darin aber nicht erblickt werden.
d) Ist demnach ein eindeutiges R�ckforderungsrecht im Sinne von Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV als gegeben zu betrachten, l�sst sich gegen die Drittauszahlung der mit Verf�gung vom 28. Februar 2000 zugesprochenen Taggelder an die Gemeinde Y.________ grunds�tzlich nichts einwenden. In betraglicher Hinsicht ist der durch die Drittauszahlung zur Verrechnung gebrachte R�ckerstattungsanspruch der Gemeinde unbestritten geblieben.
6.- Weil nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beurteilen war, ist das Verfahren kostenpflichtig (Umkehrschluss aus Art. 134 OG; Erw. 1 hievor). Die Gerichtskosten sind vom unterliegenden Beschwerdef�hrer zu tragen (Art. 135 in Verbindung mit Art. 156 OG).
II. Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, der Ausgleichskasse des Kantons Aargau, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung