Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20186/65
Timestamp: 2020-01-18 06:50:01
Document Index: 112362300

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 1', '§ 13', '§ 1', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 11', '§ 39', '§ 11', '§ 39', '§ 1']

BFH, 03.04.1974 - II 186/65 - dejure.org
BFH, 03.04.1974 - II 186/65
https://dejure.org/1974,489
BFH, 03.04.1974 - II 186/65 (https://dejure.org/1974,489)
BFH, Entscheidung vom 03.04.1974 - II 186/65 (https://dejure.org/1974,489)
BFH, Entscheidung vom 03. April 1974 - II 186/65 (https://dejure.org/1974,489)
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GmbH - Übertragung von Gesellschaftsanteilen - Verdeckter Treuhänder - Treuhänderwechsel - Anwendbarkeit
Abtretung von Geschäftsanteilen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung - Zur Frage der Erhebung von Grunderwerbsteuer, wenn die Vertragschließenden als verdeckte Treuhänder desselben Treugebers handelten (sog. Treuhänderwechsel)
BFHE 112, 531
DB 1974, 2235
BStBl II 1974, 643
Die F-GmbH als Erwerberin und die Treuhandanstalt bzw. Klägerin als Veräußerin schuldeten nach § 44 Abs. 1 AO 1977 als Gesamtschuldner die ganze Leistung, weil bei einer nach § 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG zu besteuernden Übertragung aller Anteile an einer Gesellschaft Steuerschuldner gemäß § 13 Nr. 1 GrEStG sowohl der bisherige Inhaber als auch der Erwerber der Anteile ist (BFH-Urteile vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643; in BFHE 205, 314, BStBl II 2004, 658).
b) Steuerschuldner bei einer gemäß § 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG grunderwerbsteuerpflichtigen Übertragung aller Anteile sind gemäß § 13 Nr. 1 GrEStG sowohl der bisherige Inhaber als auch der Erwerber der Anteile (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643;… Hofmann, a.a.O., § 13 Rz. 10;… Viskorf in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, § 13 Rn. 43;… Pahlke/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, 2. Aufl., § 13 Rz. 14).
§ 11 Nr. 4 des Steueranpassungsgesetzes und - jetzt - § 39 Abs. 2 Nr. 1 der Abgabenordnung sind Ausdruck der wirtschaftlichen Betrachtungsweise und daher naturgemäß auf Steuerarten, welche an bürgerlich-rechtliche Vorgänge anknüpfen, nicht oder zumindest nur nach Sachlage des Einzelfalles anwendbar (vgl. z. B. für die Grunderwerbsteuer die Urteile des Bundesfinanzhofs vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643, und vom 23. Oktober 1974 II R 87/73, BFHE 114, 124, BStBl II 1975, 152, sowie für die Kapitalverkehrsteuer die Urteile vom 21. Juli 1976 II R 192/72, BFHE 120, 70, BStBl II 1977, 4; vom 12. April 1978 II R 149/73, BFHE 125, 81, BStBl II 1978, 422, und vom 8. August 1979 II R 99/78, BFHE 129, 71, BStBl II 1980, 50).
Es fehlt insoweit an einer Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des BFH (z.B. Entscheidungen vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643;… vom 8. August 2000 II B 134/99, BFH/NV 2001, 66), wonach bei der Grunderwerbsteuer eine Zurechnung von Grundstücken nach Maßgabe einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ausscheidet.
BFH, 10.07.2002 - II R 87/00
Auch setzt eine Grunderwerbsteuerbarkeit nicht zwingend voraus, dass ein wirtschaftlicher Grundstücksumsatz vorliegt (vgl. zu Anteilsübertragungen zwischen Treuhändern desselben Treugebers BFH-Urteil vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643).
BFH, 10.11.1982 - II R 111/80
Erblasser - Erbbaurecht - Nutzungsentgelt - Zahlungsanspruch
Überdies hat der Senat schon mehrfach zu § 11 Nr. 4 des Steueranpassungsgesetzes (StAnpG) als der Vorgängervorschrift des § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO 1977 entschieden, daß diese Ausdruck der wirtschaftlichen Betrachtungsweise sei und daher naturgemäß für Steuerarten, welche an bürgerlich-rechtliche Vorgänge anknüpfen, allenfalls begrenzt gelte (vgl. z. B. für die Grunderwerbsteuer die Urteile vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643, und vom 23. Oktober 1974 II R 87/73, BFHE 114, 124, BStBl II 1975, 152 sowie für die Kapitalverkehrsteuer die Urteile vom 21. Juli 1976 II R 192/72, BFHE 120, 70, BStBl II 1977, 4; vom 12. April 1978 II R 149/73, BFHE 125, 81, BStBl II 1978, 422, und vom 8. August 1979 II R 99/78, BFHE 129, 71, BStBl II 1980, 50).
Im übrigen hat schon das Finanzgericht zutreffend darauf hingewiesen, daß die Börsenumsatzsteuer den Rechtsverkehr als solchen erfaßt (vgl. zur Grunderwerbsteuer Urteil vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531 [534], BStBl II 1974, 643), die Gesellschaftsteuer dagegen die Kapitalzuführung (vgl. Urteile vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172 [176], BStBl II 1968, 213; vom 10. Mai 1972 II R 17/68, BFHE 105, 519 [522 f.], BStBl II 1972, 629).
BFH, 23.10.1974 - II R 87/73
Gesamthand - Beteiligung eines Gesellschafters - Grundstückserwerb - Treuhänder - …
Die Vorschrift des § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG nimmt keine Rücksicht darauf, daß das Grundstück in dem wirtschaftlichen und vertraglichen Machtbereich des Treugebers geblieben ist (vgl. dazu das Urteil des erkennenden Senats vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643).
BFH, 08.11.1978 - II R 82/73
GmbH - Grundstückserwerb - Anteilsvereinigung
Unter die erste Alternative (Vereinigung in der Hand der Erwerbers allein) fallen die unmittelbare Anteilsvereinigung und zwei Formen der mittelbaren Anteilsvereinigung, nämlich die Vereinigung in der Hand einer Person vermittels eines Treuhandverhältnisses (vgl. das Urteil vom 3. April 1974 II 186/65, BFHE 112, 531, BStBl II 1974, 643) und die Vereinigung in der Hand einer Person über eine 100prozentige Beteiligung an einer Gesellschaft, die wiederum an der grundstücksbesitzenden Gesellschaft beteiligt ist (vgl. das Urteil vom 11. Juni 1975 II R 38/69, BFHE 116, 406, BStBl II 1975, 834).