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Timestamp: 2019-11-22 22:47:32
Document Index: 214258475

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 13', '§ 3', '§ 3']

OFD Frankfurt/M. v. 01.04.2010 - S 7117 A - 27 - St 110 - NWB Datenbank
Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main v. 01.04.2010 - S 7117 A - 27 - St 110
Umsatzsteuer; Ergänzung des BMF-Schreibens vom 4. September 2009 – IV B 9 – S 7117/08/10001 (2009/0580334) – (BStBl 2009 I S. 1005) –
Bezug: BMF-Schreiben vom 26. Februar 2010 – IV B 9 – S 7117/08/10001 (2010/0151406)
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder werden zur Klarstellung die Rz. 13 und 19 des BMF-Schreibens vom 4.9.2009 – IV B 9 – S 7117/08/10001 (2009/0580334) – (BStBl 2009 I S. 1005) neu gefasst und das BMF-Schreiben um die neuen Rz. 19a und 19b ergänzt:
„13 (7) Für Zwecke der Bestimmung des Leistungsorts werden nach § 3a Abs. 2 Satz 3 UStG nicht unternehmerisch tätige juristische Personen, denen für die Umsatzbesteuerung innergemeinschaftlicher Erwerbe eine USt-IdNr. erteilt wurde – die also für umsatzsteuerliche Zwecke erfasst sind –, einem Unternehmer gleichgestellt. Hierunter fallen insbesondere juristische Personen des öffentlichen Rechts, die ausschließlich hoheitlich tätig sind, aber auch juristische Personen, die nicht Unternehmer sind (z. B. eine Holding, die ausschließlich eine bloße Vermögensverwaltungstätigkeit ausübt). Ausschließlich nicht unternehmerisch tätige juristische Personen, denen eine USt-IdNr. erteilt worden ist, müssen diese gegenüber dem leistenden Unternehmer verwenden, damit dieser die Leistungsortregelung des § 3a Abs. 2 UStG anwenden kann. Verwendet die nicht unternehmerisch tätige juristische Person als Leistungsempfänger keine USt-IdNr., hat der leistende Unternehmer nachzufragen, ob ihr eine solche Nummer erteilt worden ist.
19a (13a) Bei Leistungsbezügen juristischer Personen des öffentlichen Rechts, die hoheitlich und im Rahmen eines Betriebs gewerblicher Art (§ 2 Abs. 3 UStG) unternehmerisch tätig sind, kommt es für die Frage der Ortsbestimmung darauf an, ob die Leistung für diese unternehmerische Tätigkeit ausgeführt worden ist. § 3a Abs. 2 Satz 3 UStG findet in diesen Fällen keine Anwendung. Haben die Gebietskörperschaften Bund und Länder für einzelne Organisationseinheiten (z. B. Ressorts, Behörden und Ämter) von der Vereinfachungsregelung in Abschnitt 282a Abs. 3 Satz 4 UStR Gebrauch gemacht, ist die jeweilige, der einzelnen Organisationseinheit erteilte USt-IdNr. bei Leistungsbezügen nicht zu verwenden, wenn dieser Leistungsbezug nicht für einen Betrieb gewerblicher Art sondern für den hoheitlichen Bereich erfolgt. Dies gilt entsprechend, wenn die Organisationseinheit ausschließlich hoheitlich tätig ist und ihr eine USt-IdNr. nur für Zwecke der Umsatzbesteuerung innergemeinschaftlicher Erwerbe erteilt wurde. Rz. 13 Satz 3 ist entsprechend nicht anzuwenden.
Ist die Rundfunkanstalt weder ein Unternehmer noch eine einem Unternehmer gleichgestellte juristische Person, richtet sich der Leistungsort grundsätzlich nach § 3a Abs. 1 UStG. Bei den in Satz 2 genannten Fällen ist die inländische Rundfunkanstalt als Leistungsempfänger Steuerschuldner (§ 13b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 2 Satz 1 UStG). Die Sätze 1 bis 4 sind entsprechend anzuwenden, wenn an den zwischenstaatlichen Leistungen eine andere ausländische Rundfunkorganisation, z. B. die European Broadcasting Union (EBU), beteiligt ist.”
Die Klarstellungen führen damit – verkürzt dargestellt – zu folgenden umsatzsteuerrechtlichen Qualifizierungen als sog. B2C-Umsatz oder B2B-Umsatz (§ 3a Abs. 2 UStG) bei juristischen Personen, die vom Status des Leistungsempfängers (LE) beim Bezug der jeweiligen Leistung abhängt:
LE ist juristische Person (Nichtunternehmer ohne USt-IdNr.) = B2C
LE ist juristische Person (Nichtunternehmer aber mit USt-IdNr. – selbst, wenn nur für die Umsatzbesteuerung innergemeinschaftlicher Erwerbe) = B2B (gleichgestellt)
LE ist eine juristische Person, die Unternehmer ist (z. B. auch mit BgA) und Leistungsbezug für das Unternehmen = B2B
LE ist juristische Person, die Unternehmer ist (z. B. auch mit BgA) und kein Leistungsbezug für das Unternehmen (selbst, wenn z. B. für den hoheitlichen Bereich eine USt-IdNr. Für die Umsatzbesteuerung innergemeinschaftlicher Erwerbe vorliegt) = B2C
In den obigen sog. B2B-Fällen bestimmt sich der Leistungsort grundsätzlich nach § 3a Abs. 2 UStG, sofern keine spezielle Regelung z. B. für grundstücksbezogene Umsätze oder kurzfristige Vermietung von Beförderungsmitteln einschlägig ist.
NAAAD-42945
BMF-Schreiben vom 18.03.2010 - IV D 3 - S 7117 /08/10001-03
OFD Frankfurt/M. v. 01.04.2010 - S 7117 A - 27 - St 110 ablegen in?