Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_13_07_2011_VIII_ZR_17_09_Annahme_eines_bei_der_Berechnun-d4481079.html
Timestamp: 2016-12-05 04:28:55
Document Index: 329886300

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 89', '§ 89', 'BGH', '§ 128', 'BGH', 'BGH']

BundesgerichtshofUrt. v. 13.07.2011, Az.: VIII ZR 17/09Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 13.07.2011Referenz: JurionRS 2011, 21118Aktenzeichen: VIII ZR 17/09 Verfahrensgang:vorgehend:LG Frankfurt am Main - 23.11.2007 - AZ: 3/11 O 30/07OLG Frankfurt am Main - 16.12.2008 - AZ: 11 U 71/07Rechtsgrundlage:§ 89b Abs. 1 S. 1 Nr. 1 HGBFundstellen:BB 2011, 1985EWiR 2011, 713GWR 2011, 381IHR 2012, 74-78MDR 2011, 1050-1051NJW 2011, 8NJW 2011, 3438-3440VersR 2012, 571WM 2012, 463-466WRP 2011, 1311-1315 "Handelsrecht: "Ausgleichsmindernde Fortführung eines Vertragswerkstattbetriebes""ZIP 2012, 277-280Amtlicher Leitsatz:HGB § 89b Abs. 1 Satz 1a)Der Annahme eines bei der Berechnung des Ausgleichsanspruchs des Handelsvertreters (Vertragshändlers) berücksichtigungsfähigen Stamm- oder Mehrfachkundengeschäfts steht es nicht entgegen, wenn der Folgekauf durch den Ehegatten oder einen nahen Angehörigen des Erstkäufers erfolgt. Einer häuslichen Gemeinschaft zwischen dem Erst- und dem Zweitkäufer bedarf es hierfür nicht (Fortführung von BGH, Urteil vom 5. Juni 1996 - VIII ZR 7/95, NJW 1996, 2302 unter B II 2 a). b)Ein für die Berechnung des Ausgleichsanspruchs des Handelsvertreters (Vertragshändlers) zu berücksichtigendes Neuwagengeschäft liegt auch dann vor, wenn das Fahrzeug zwar nicht fabrikneu im Sinne der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 7. Juni 2006 - VIII ZR 180/05, WM 2006, 2008 Rn. 10 f. mwN), aber nicht gebraucht ist. c)Bei der Billigkeitsprüfung nach § 89b Abs. 1 Nr. 3 HGB aF (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB nF) kann ausgleichsmindernd berücksichtigt werden, dass der vormalige Vertragshändler einen Vertragswerkstattbetrieb fortführt und damit die Möglichkeit behält, seinen Kundenstamm weiter zu nutzen (Fortführung von BGH, Urteil vom 27. Februar 1981 - I ZR 39/79, VersR 1981, 832 unter II 2 c mwN). Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat im schriftlichen Verfahren gemäß § 128 Abs. 2 ZPO mit Schriftsatzfrist bis zum 6. Juli 2011 durch den Vorsitzenden Richter Ball, die Richterinnen Dr. Milger, Dr. Hessel und Dr. Fetzer sowie den Richter Dr. Bünger für Recht erkannt: Tenor:Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 1. Kartellsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 16. Dezember 2008 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als darin die Klage betreffend den Ausgleichsanspruch der Klägerin in Höhe von 154.317,62 € nebst Zinsen abgewiesen worden ist. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisions- und des Beschwerdeverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. BGH, 13.07.2011BGH, 13.07.2011