Source: https://www.steuern.de/steuererklaerung-anlage-euer.html
Timestamp: 2020-07-08 12:57:11
Document Index: 44413

Matched Legal Cases: ['§ 60', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 55', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 6', '§ 6', '§ 8', '§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 4']

Steuerwissen von A-Z im aktuellen Steuer-Glossar » Arbeitnehmer » Anlage EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) Ausfüllhilfe
Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage EÜR. Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen. Da Sie die EÜR nur noch elektronisch einreichen können, gibt es kein Formular zum Download mehr. In Härtefällen stellen die Finanzämter einen Papierdruck zur Verfügung.
In diesem Beitrag finden Sie wichtige Infos zu folgenden Punkten:
Wann Sie die Anlage EÜR ausfüllen müssen
Vordruck SZ (Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen)
Die Anlage EÜR müssen Sie in folgendem Fall ausfüllen:
Die Anlage EÜR müssen Sie immer abgeben, wenn Sie nicht zu denjenigen Unternehmern gehören, die bilanzieren.
Ab 2017 ist die bisherige Regelung, nach der bei Betriebseinnahmen von weniger als 17.500 EUR die Abgabe einer formlosen Einnahmenüberschussrechnung als ausreichend angesehen worden ist, ausgelaufen. In Härtefällen kann die Finanzbehörde auf Antrag weiterhin von einer Übermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verzichten. Für diese Fälle stehen in den Finanzämtern Papiervordrucke der Anlage EÜR zur Verfügung.
Für jeden Betrieb ist eine separate Einnahmenüberschussrechnung zu erstellen.
Die Anlage EÜR ist nach § 60 Abs. 4 EStDV zwingend elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln.
Bei Personengesellschaften (z. B. GbR oder KG) ist die Anlage EÜR für den gesamthänderischen Bereich elektronisch zu übermitteln. Daneben sind für jeden Beteiligten die Ermittlungen der Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben sowie die Ergänzungsrechnungen und Schuldzinsenermittlungen nach § 4 Abs. 4a EStG zusätzlich gesondert elektronisch einzureichen.
[Überblick Anlage EÜR]
Betriebseinnahmen (Zeilen 11–22)
Hier sind die Betriebseinnahmen einzutragen, die im Wirtschaftsjahr zugeflossen sind. Beachten Sie die Besonderheiten bei der Umsatzsteuer und bei Entnahmen aus dem Betriebsvermögen.
Betriebsausgaben (Zeilen 23–57)
Hier tragen Sie alle Betriebsausgaben ein, die den Gewinn des Wirtschaftsjahres mindern.
Betriebsausgaben (Zeilen 58–65)
Kfz- und andere Fahrtkosten
Ermittlung des Gewinns (Zeilen 71–85)
In diese Zeilen müssen Sie Beträge eintragen, die zwar nicht als Betriebseinnahmen oder -ausgaben angesehen werden, aber doch Auswirkungen auf den Gewinn haben.
Ergänzende Angaben (Zeilen 87–92)
Rücklagen und stille Reserven (Zeilen 87–90)
Hier tragen Sie gewinnmindernde Rücklagen nach § 6b EStG, Ersatzbeschaffungen und Ausgleichsposten nach § 4g EStG ein.
Entnahmen und Einlagen (Zeilen 91–92)
Falls Sie Einlagen oder Entnahmen getätigt haben, führen Sie diese hier auf. Dazu gehören neben Wirtschaftsgütern und Leistungen, die Sie privat in Anspruch genommen haben, auch Geldentnahmen und -einlagen.
Anlageverzeichnis/Ausweis des Umlaufvermögens, Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen
[Allgemeine Kurzinformation]
Unternehmer, die nicht bilanzieren, müssen den amtlich vorgeschriebenen Vordruck «Einnahme-Überschuss-Rechnung – EÜR (Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG)», kurz die Anlage EÜR, zusammen mit ihrer Einkommensteuererklärung einreichen.
[Betriebseinnahmen → Zeilen 11–15]
In den Zeilen 11–15 der Anlage EÜR sind die Betriebseinnahmen einzutragen. Diese sind grundsätzlich im Wirtschaftsjahr des Zuflusses zu erfassen.
Wichtig: Dividenden müssen in voller Höhe eingetragen werden
Dividenden, die unter das Teileinkünfteverfahren fallen, sind zwar nur zu 60 % steuerpflichtig, da 40 % nicht als Gewinn erfasst werden (§ 3 Nr. 40 EStG). In die Beträge der Zeilen 14 und 15 sind sie allerdings in voller Höhe einzubeziehen. Eine Korrektur erfolgt in Zeile 82. Auf die Erläuterungen zu Zeile 82 wird verwiesen.
[Umsatzsteuer → Zeilen 16, 17]
Die vereinnahmten Umsatzsteuerbeträge auf die Betriebseinnahmen der Zeilen 14 und 18 gehören zum Zeitpunkt ihrer Vereinnahmung, die Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben der Zeilen 19 und 20 dagegen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung zu den Betriebseinnahmen und sind in Zeile 16 einzutragen.
Hat das Finanzamt Ihnen Umsatzsteuer erstattet, gehört der Betrag in Zeile 17. Die erstatteten steuerlichen Nebenleistungen, wie z. B. ein Verspätungs- oder Säumniszuschlag, sind aber in Zeile 15, bei Kleinunternehmern in den Zeilen 11 und 12 zu erfassen.
[Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen → Zeile 18]
Haben Sie im Gewinnermittlungszeitraum Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z. B. Maschinen, Kfz) veräußert oder entnommen, ist der Erlös bzw. der Entnahmewert ohne Umsatzsteuer in Zeile 18 der Anlage EÜR einzutragen.
[Entnahmen → Zeilen 19, 20]
In den Zeilen 19 und 20 sind die übrigen privaten Vorgänge ohne Umsatzsteuer zu erfassen (Entnahmen). Die entsprechende Umsatzsteuer gehört in Zeile 16.
[Rücklagenauflösung, Rücklagenbildung → Zeile 21]
In den ergänzenden Angaben (Zeilen 87–90) berechnen Sie den Gewinn aus der Auflösung von Rücklagen und Ausgleichsposten. Übertragen Sie den Betrag in Zeile 21.
[Betriebsausgabenpauschale → Zeile 23]
In den Zeilen 23–65 der Anlage EÜR sind alle Betriebsausgaben aufzuschlüsseln. Diese sind grundsätzlich im Wirtschaftsjahr des Abflusses zu erfassen.
Bestimmte Berufsgruppen können den Betriebsausgabenabzug pauschalieren, d. h. sie ziehen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen als Betriebsausgaben ab. Eine weitergehende Berücksichtigung von einzelnen Kosten ist nicht mehr möglich.
Ist der pauschale Betriebsausgabenabzug für Sie günstiger, tragen Sie in Zeile 23 diesen Betrag ein. Damit ist für Sie der Teil «Betriebsausgaben» erledigt und Sie können zu Zeile 65 in der Anlage EÜR springen.
Die Freibeträge nach § 3 Nr. 26 EStG, § 3 Nr. 26a EStG bzw. § 3 Nr. 26b EStG sind nicht mehr in Zeile 23 sondern in den Zeilen 72a bis 72c einzutragen.
[Absetzung für Abnutzung (AfA) → Zeilen 28–34]
Berechnen Sie die AfA-Beträge in einer gesonderten Anlage, die Sie zusammen mit Ihrer Gewinnermittlung einreichen.
[Restbuchwert ausgeschiedener Anlagegüter → Zeile 35]
Nicht vergessen dürfen Sie die Eintragung des Restbuchwerts ausgeschiedener Anlagegüter in Zeile 35.
Raumkosten und andere Grundstücksaufwendungen
[Miete, Grundstücksaufwendungen → Zeilen 36–38]
Kosten für das häusliche Arbeitszimmer sind ausschließlich in Zeile 55 einzutragen. Mietaufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung sind in Zeile 37 einzutragen.
Betreiben Sie Ihr Gewerbe in eigenen Räumen bzw. auf eigenen Grundstücken, sind die hierfür anfallenden Kosten (ohne AfA Zeile 28 und Schuldzinsen Zeile 46 f.) in Zeile 38 einzutragen.
Sonstige unbeschränkt abzugsfähige Betriebsausgaben
[Miete/Leasing → Zeile 43]
Nicht in Zeile 43 der Anlage EÜR gehören Kfz-Leasingkosten (Zeile 58) oder Raummiete (Zeile 36).
[Schuldzinsen zwecks Finanzierung von Wirtschaftsgütern → Zeile 46]
Die Schuldzinsen können u. U. nur eingeschränkt abzugsfähig sein.
Tragen Sie in Zeile 46 zunächst die Schuldzinsen für gesondert aufgenommene Darlehen zur Finanzierung von AK oder HK von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens ein (z. B. Betriebsgebäude, Pkw, Maschinen etc.). Diese sind in jedem Fall und in vollem Umfang abzugsfähig. Schuldzinsen für das häusliche Arbeitszimmer sind in Zeile 55 zu erfassen.
[Übrige Schuldzinsen → Zeile 47]
In die Zeile 47 tragen Sie die übrigen Schuldzinsen mit dem vollen Betrag ein.
Sind hier weniger als 2.050 EUR einzutragen, brauchen Sie sich keine weiteren Gedanken machen. Der Betrag ist voll abzugsfähig. In allen anderen Fällen muss die Anlage «Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen – Anlage ausgefüllt und mit der Einnahme-Überschuss-Rechnung eingereicht werden. Einen sich daraus ergebenden Korrekturbetrag müssen Sie in die Zeile 84 eintragen.
[Gezahlte Vorsteuer → Zeile 48]
Die an andere Unternehmer (Lieferanten etc.) gezahlten abziehbaren Vorsteuerbeträge sind in Zeile 48 einzutragen.
[Gezahlte und verrechnete Umsatzsteuer → Zeile 49]
Die an das Finanzamt im entsprechenden Jahr tatsächlich abgeführte Umsatzsteuerzahllast gehört in Zeile 49. Die gezahlten steuerlichen Nebenleistungen, wie z. B. ein Verspätungs- oder Säumniszuschlag, sind aber in Zeile 51 einzutragen.
[Bildung von Rücklagen → Zeile 50]
In den ergänzenden Angaben (Zeilen 87–90) berechnen Sie die Summe der Gewinnminderungen aus der Bildung von Rücklagen und Ausgleichsposten. Übertragen Sie den Betrag in Zeile 50.
Beschränkt abzugsfähige Betriebsausgaben
[Geschenke, Bewirtungskosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Arbeitszimmer → Zeilen 52–57]
Im Folgenden sind die beschränkt abziehbaren Betriebsausgaben anzugeben. Hierzu gehören insbesondere Geschenke, Bewirtung, Reisekosten, Kosten der doppelten Haushaltsführung, das häusliche Arbeitszimmer etc.
Die Gesamtaufwendungen sind in «nicht abziehbare» und «abziehbare» aufzuteilen.
[Kraftfahrzeugkosten → Zeilen 58–63]
Zu unterscheiden sind die Aufwendungen für:
Kfz-Leasing (Zeile 58)
sonstige Fahrtkosten (Zeile 60)
In Zeile 60 gehören alle übrigen festen und laufenden Kosten (z. B. Kraftstoffkosten, Reparaturkosten etc.), allerdings nicht die AfA und Zinsaufwendungen. Ferner sind Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel, die für betriebliche Zwecke (z. B. Geschäftsreisen) genutzt wurden, hier zu berücksichtigen.
Wurden Privatfahrzeuge betrieblich genutzt, sind die Kosten in Zeile 61 einzutragen. Hier kann entweder die km-Pauschale von 0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden oder der tatsächliche km-Satz, der anhand von Einzelaufzeichnungen nachzuweisen ist.
Da die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb sowie für die Heimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung nur beschränkt abzugsfähig sind, werden die anteiligen Gesamtkosten (anteilige Beträge, die in der vorigen Zeile erfasst wurden, zuzüglich anteilige AfA für den betrieblichen Pkw (aus Zeilen 30, 31) und die Finanzierungskosten des Pkw) in der Zeile 62 eingetragen und mindern die Betriebsausgaben.
Die für Wege zwischen Wohnung und Betriebsstätte und für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung abziehbaren Pauschbeträge (z. B. Entfernungspauschale) werden unabhängig von der Art des genutzten Verkehrsmittels in Zeile 63 erfasst. Wird der Privatanteil nach der 1 %-Regelung berechnet, beachten Sie die Kostendeckelung.
[Nichtabziehbare Beträge → Zeile 64]
Sind in den Zeilen 25 bis 63 Beträge enthalten, die den Gewinn nicht mindern dürfen (z. B. unangemessene Aufwendungen nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG oder nicht abziehbare Restbuchwerte nach § 55 Abs. 6 EStG, nicht abziehbare Aufwendungen i. Z. m. steuerfreien Einnahmen nach § 3 Nr. 26, 26a oder 26b EStG, müssen diese hier eingetragen werden. Dadurch werden diese Betriebsausgaben neutralisiert.
[Steuerfreie Einnahmen → Zeilen 72a–72d]
In den Zeilen 72a–72c sind steuerfreie Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG (max. 2.400 EUR), § 3 Nr. 26a EStG (max. 720 EUR) bzw. § 3 Nr. 26b EStG (max. 2.400 EUR) abzuziehen, soweit diese in den Betriebseinnahmen enthalten sind. Die nach § 3 Nr. 26 EStG und § 3 Nr. 26b EStG steuerfreien Einnahmen dürfen zusammen den Betrag von 2.400 € nicht überschreiten.
Sind in den Zeilen 23–65 Beträge enthalten, die im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nach § 3 EStG stehen, sind diese nicht abzugsfähig. Zur Korrektur sind in der Zeile 72d die im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nach § 3 Nr. 26, 26a und/oder 26b EStG stehenden Beträge einzutragen. Beträge, für die das Teileinkünfteverfahren (§ 3 Nr. 40 EStG) gilt. sind in Zeile 82 zu erfassen, die übrigen Korrekturbeträge in Zeile 72e.
[Hinzurechnungen → Zeilen 73–76]
In die Zeilen 73–75 sind Hinzurechnungsbeträge nach § 7g Abs. 2 EStG entsprechend den Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag einzutragen. Diese berechnen Sie getrennt nach einzelnen Wirtschaftsgütern auf einer gesonderten Anlage.
Rückgängigmachung von Investitionsabzugsbeträgen
Wurden in den Vorjahren Investitionsabzugsbeträge gebildet, bei denen die Investitionsabsicht aufgegeben oder die Investition innerhalb der dreijährigen Investitionsfrist nicht durchgeführt wurde, sind die Steuerfestsetzungen für das Jahr zu ändern, in dem der Investitionsabzugsbetrag abgezogen worden ist. Die Rückgängigmachung des Investitionsabzugsbetrags ist dem Finanzamt durch Übermittlung einer berichtigten Anlage EÜR für das Jahr anzuzeigen, in dem der Investitionsabzugsbetrag abgezogen worden ist. Sofern im Folgejahr der Anschaffung oder Herstellung gegen die Verwendungsvoraussetzung nach § 7g Abs. 4 EStG verstoßen wird, ist der im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung berücksichtigte Hinzurechnungsbetrag rückgängig zu machen. Hierzu ist eine geänderte Anlage EÜR für das Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung zu übermitteln. In diesem Fall ist ggf. auch der Herabsetzungsbetrag nach § 7g Abs. 2 Satz 2 EStG zu korrigieren und die AfA neu zu berechnen.
Wird eine § 6b-Rücklage aufgelöst, ohne dass eine Übertragung auf ein Ersatzwirtschaftsgut stattgefunden hat, ist ein Gewinnzuschlag vorzunehmen § 6b Abs. 7 und Abs. 10 EStG. Dieser gehört in Zeile 76. Beachten Sie auch die Erläuterung zu Zeile 87.
Im Folgenden können Sie noch Aufwendungen geltend machen, die zwar nicht als Betriebsausgaben angesehen werden, aber doch den Gewinn mindern.
[Wechsel der Gewinnermittlungsart → Zeile 78]
In Zeile 78 ist ein Übergangsgewinn oder -verlust einzutragen, der bei einem Wechsel von der Gewinnermittlungsart «Betriebsvermögensvergleich», d. h. Bilanzierung, zur Einnahme-Überschuss-Rechnung, entsteht. Bei Aufgabe oder Veräußerung des Betriebs ist eine Schlussbilanz zu erstellen. Der Übergangsgewinn/-verlust ist ebenfalls in Zeile 78 einzutragen.
[Ergebnis aus Beteiligung an Personengesellschaften → Zeile 79]
In der Zeile 79 sind die gesondert und einheitlich festgestellten Ergebnisanteile aus Beteiligungen an Personengesellschaften (Mitunternehmerschaften, Bürogemeinschaften) einzutragen. Die dort berücksichtigten Betriebseinnahmen und -ausgaben dürfen nicht zusätzlich in den Zeilen 10–78 angesetzt werden.
Soweit Ergebnisanteile dem Teileinkünfteverfahren bzw. § 8b KStG unterliegen, sind sie hier in voller Höhe (einschließlich steuerfreier Anteile) einzutragen. Die entsprechende Korrektur erfolgt in Zeile 82.
[Korrekturbetrag → Zeile 81]
Für bestimmte Investmentfonds gilt nach dem InvStG eine Teilfreistellung, gleichzeitig sind die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen teilweise nicht abzugsfähig. Der Saldo aus den ungekürzten Erträgen und Aufwendungen in der Spalte «Gesamtbetrag» einzutragen. In der Spalte «Korrekturbetrag» ist der anteilig steuerfrei zu stellende Betrag mit umgekehrtem Vorzeichen einzutragen.
[Korrekturbetrag bei Teileinkünfteverfahren→ Zeile 82]
Dividenden im Betriebsvermögen, die unter das Teileinkünfteverfahren fallen, sind nur zu 60 % steuerpflichtig, 40 % bleiben steuerfrei § 3 Nr. 40 EStG. →Kapitalanlagen
In Zeile 15 waren diese Beträge in voller Höhe als Betriebseinnahme einzubeziehen. In Zeile 82 erfolgt die Korrektur um die steuerfreien Beträge. Allerdings ist zu beachten, dass auch Aufwendungen, die mit diesen Beträgen in Zusammenhang stehen, nur zu 60 % abzugsfähig sind.
Beispiel:Korrekturbetrag bei Dividenden ermitteln
Sie halten eine GmbH-Beteiligung im Betriebsvermögen. Die Dividende i. H. v. 20.000 EUR unterliegt dem Teileinkünfteverfahren, d. h. 8.000 EUR bleiben steuerfrei. Die Finanzierungskosten der Beteiligung i. H. v. 3.000 EUR sind allerdings auch nur zu 60 % abzugsfähig. Es sind folgende Eintragungen vorzunehmen:
Die Dividende ist mit 20.000 EUR in die Beträge der Zeile 15 einzubeziehen. Die Schuldzinsen stehen mit Anlagevermögen in Zusammenhang und sind mit 3.000 EUR in Zeile 46 zu erfassen.
Für die Zeile 82 ist der Korrekturbetrag wie folgt zu ermitteln:
Dividende 20.000 EUR, davon steuerfrei 8.000 EUR.
Zinsen 3.000 EUR, davon nicht abzugsfähig 1.200 EUR.
Der bisher ermittelte Gewinn ist somit um 6.800 EUR zu hoch ausgewiesen. In Zeile 81 ist ein Eintrag von -6.800 EUR zu machen. Achten Sie darauf, dass die Eintragung mit Vorzeichen vorzunehmen ist.
[Steuerpflichtiger Gewinn/Verlust vor Anwendung des § 4 Abs. 4a EStG → Zeile 83]
Ein Korrekturbetrag, der in der Anlage SZ errechnet wird, ist hier einzutragen. Er erhöht den Gewinn.
[Ergänzende Angaben]
Zu den Themengebieten Rücklagen und Entnahmen/Einlagen sind in der Anlage EÜR noch ergänzende Angaben zu machen.
[Rücklagen und stille Reserven → Zeilen 87–90]
Soweit Steuerpflichtige die Übertragung stiller Reserven nach § 6b EStG nicht durch Abzug des bei der Veräußerung entstandenen Gewinns bei den AK oder HK der in § 6b EStG genannten Wirtschaftsgüter vorgenommen haben, können sie im Wirtschaftsjahr der Veräußerung eine gewinnmindernde Rücklage bilden.
[Rücklagen nach § 6b EStG oder Ersatzbeschaffung → Zeile 87]
Tragen Sie in Zeile 87 die gebildete Rücklage ein. Auch die Minderung der AK/HK bei der begünstigten Investition durch Übertragung der stillen Reserven ist unter «Bildung» als Betriebsausgabe in die linke Spalte einzutragen. Die Aufzeichnungspflichten nach § 6c Abs. 2 EStG sind zu beachten. Vorgenanntes gilt auch für die Rücklage für Ersatzbeschaffung nach R 6.6 EStR 2012.
[Übertragung von stillen Reserven → Zeile 88]
In Zeile 88 sind die stillen Reserven einzutragen, die auf neu angeschaffte Wirtschaftsgüter übertragen wurden, und die deren HK bzw. AK gemindert haben.
[Entnahmen und Einlagen → Zeilen 91–92]
Hier sind die Entnahmen und Einlagen einzutragen, die nach § 4 Abs. 4a EStG gesondert aufzuzeichnen sind. Neben den durch die private Nutzung betrieblicher Wirtschaftsgüter oder Leistungen entstandenen Entnahmen – ggf. zuzüglich Umsatzsteuer – gehören auch die Geldeinnahmen und -einlagen dazu.
Wichtig: Wer die Anlage SZ abgeben muss
Die Anlage SZ benötigen Sie in folgenden Fällen:
- Sie führen ein Einzelunternehmen.
- Die geltend gemachten Schuldzinsen betragen nach Abzug der Schuldzinsen für Darlehen zur Finanzierung von AK oder HK von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens 2.050 EUR.
Ermittlung des maßgeblichen Gewinns (Zeilen 4–8)
Der mittels der Einnahme-Überschuss-Rechnung ermittelte Gewinn ist um einige Positionen wie z. B. steuerfreie Gewinne zu korrigieren.
Ermittlung der Über-/Unterentnahmen des laufenden Wirtschaftsjahres ­(Zeilen 9–12)
Aus dem Saldo von Gewinn, Entnahmen und Einlagen werden die Über-/Unterentnahmen berechnet.
Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen (Zeilen 13–26)
Auf Basis der kumulierten Über-/Unterentnahmen und unter Berücksichtigung eines Freibetrags werden die nicht abziehbaren Schuldzinsen berechnet.
Checkliste zur Anlage EÜR
Sie haben Dividenden in Ihren Betriebseinnahmen erfasst?
Denken Sie unbedingt daran, die Einkünfte in Zeile 81 bzw. 82 zu korrigieren (Teileinkünfteverfahren).
Sie haben Anlagevermögen verkauft, verschrottet, oder es ist aus anderen Gründen ausgeschieden?
Den Restbuchwert müssen Sie in Zeile 35 eintragen und so als Betriebsausgabe geltend machen.
Ihre Schuldzinsen betragen mehr als 2.050 EUR?
Teilen Sie genau auf, in welchem Umfang diese auf Anlagevermögen und andere Bereiche entfallen.
Prüfen Sie außerdem, welche Entnahmen Sie getätigt haben und ob diese in die Berechnung der nichtabzugsfähigen Zinsen einfließen müssen.
Sie planen in den kommenden Jahren Investitionen und möchten Ihren Gewinn jetzt schon mindern?
Machen Sie sich mit dem Thema «Investitionsabzugsbetrag» vertraut und beziehen Sie diesen ggf. in Ihre Einnahme-Überschuss-Rechnung ein.
Betriebsausgaben Steuererklärung