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Timestamp: 2020-03-30 17:34:55
Document Index: 182542769

Matched Legal Cases: ['Art. 67', 'Art. 37', 'Art. 67', 'Art. 67', 'Art. 67', 'Art. 67', '§ 1004', '§ 251', 'Art. 67', '§ 195']

VGH Bayern, 15.05.1990 - 8 B 86.558 - dejure.org
VGH Bayern, 15.05.1990 - 8 B 86.558
https://dejure.org/1990,7465
VGH Bayern, 15.05.1990 - 8 B 86.558 (https://dejure.org/1990,7465)
VGH Bayern, Entscheidung vom 15.05.1990 - 8 B 86.558 (https://dejure.org/1990,7465)
VGH Bayern, Entscheidung vom 15. Mai 1990 - 8 B 86.558 (https://dejure.org/1990,7465)
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NVwZ-RR 1991, 57
BayVBl 1990, 627
Dies alles war der Grund dafür, dass die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs die verschiedenen Anforderungen beim Vollzug des Art. 67 Abs. 3, 4 BayStrWG wiederholt abgesenkt und auch einzelne Regelungen nur als Ordnungsvorschriften angesehen hat (vgl. etwa BayVGH vom 30.4.1985 BayVBl 1985, 532; vom 15.5.1990 BayVBl 1990, 627; vom 1.8.1991 BayVBl 1992, 562; vom 21.11.1991 FStBay 1992 RdNr. 262).
Zugleich sind Bestimmtheitsmängel (dazu näher BayVGH BayVBl vom 15.5.1990 BayVBl 1990, 627/628; die Frage der Bestimmtheit beurteilt sich nicht allein nach Art. 37 Abs. 1 BayVwVfG) hinsichtlich der verwendeten Beschreibung der Wegegrundstücke nicht ersichtlich.
Dies alles war der Grund dafür, dass die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs die verschiedenen Anforderungen beim Vollzug des Art. 67 Abs. 3, 4 BayStrWG wiederholt abgesenkt und auch einzelne Regelungen nur als Ordnungsvorschriften angesehen hat (vgl. etwa BayVGH vom 30.4.1985 BayVBl 1985, 532; vom 15.5.1990 BayVBl 1990, 627; vom 1.8.1991 BayVBl 1992, 562;… vom 21.11.1991 FStBay 1992 Rn. 262).
Selbst wenn die "zweite" Erstanlegung rechtswidrig gewesen sein sollte, wovon die Klägerseite ausgeht, liegt in einem solchen Fall kein schwerwiegender und offenkundiger Fehler vor (vgl. BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, 627 = juris Rn. 19 m.w.N.;… Häußler, in Zeitler, Bayerisches Straßen- und Wegegesetz, Art. 67 Rn. 37).
Entgegen des klägerischen Einwands sind Bestandsverzeichnisse nicht indisponibel, sondern können geändert werden (…Häußler, in Zeitler, a.a.O., Art. 67 Rn. 37; vgl. auch BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, 627 = juris Rn. 18), auch durch Widmung oder Einziehung von Straßen.
Die Frage, wann und in welchem Umfang eine derartige Neuanlegung zulässig ist, ist noch nicht abschließend geklärt (vgl. BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, 627 = juris Rn. 19).
Eine nur im Wege der Auslegung zu treffende Bestimmung der gewidmeten Straße genügt diesen Anforderungen grundsätzlich nicht, selbst wenn Verlauf und Umfang der Straße eindeutig festliegen (BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, S. 627 f;… BayVGH, U.v. 19.3.2002 - 8 B 00.881 - juris Rn. 42).
Nur damit wird das Bestandsverzeichnis seiner Wirkung als Publikationsakt der Widmung für die durch die Widmungsfiktion nach Art. 67 Abs. 4 BayStrWG betroffenen Straßen gerecht (BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, S. 627).
Ein abstrakt genereller Rechtssatz, unter welchen Voraussetzungen ein Grundeigentümer Anlass haben muss, seine Betroffenheit zu prüfen, besteht insoweit nicht (BayVGH, U.v. 15.5.1990 a.a.O.;… BayVGH, U.v. 1.8.1991 - 8 B 89.1929 - BayVBl. 1992, S. 562 f.;… BayVGH, U.v. 19.3.2002 - 8 B 00.881 - juris Rn. 42.).
Doch selbst wenn der Lageplan für den Umfang der Widmung herangezogen werden könnte, was allerdings angesichts der Anforderungen an die Eindeutigkeit des Bestandsverzeichnisses fraglich ist (vgl. BayVGH, U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - BayVBl. 1990, 627), erstreckt sich die Wirkung der Widmung des ...weges keinesfalls bis zur Grundstücksgrenze der heutigen Fl.Nr. ..., da diese Grenze weder als Endpunkt genannt wurde noch der eingezeichnete Wegeverlauf bis dorthin reicht.
Wird ein Grundstück zu einer Straße gewidmet, das mit einer bestimmten Flurnummer bezeichnet ist, braucht der Eigentümer daher nicht damit zu rechnen, dass die Widmung über die Grenzen der Flurnummer hinausgreift (…vgl. zum Ganzen: BayVGH, B.v. 28.10.2014 - 8 ZB 12.1938 - juris Rn. 14;… B.v. 4.10.2011 - 8 ZB 11.210 - juris Rn. 12 f.;… B.v. 9.5.2006 - 8 ZB 05.1473 - juris Rn. 5;… U.v. 12.12.2000 - 8 B 99.3111 - BayVBl 2001, 468 - juris Rn. 55;… U.v. 15.9.1999 - 8 B 97.1349 - juris Rn. 41;… U.v. 3.12.1996 - 8 B 96.1086 - BayVBl 1997, 372 - juris Rn. 19; U.v. 15.5.1990 - 8 B 86.558 - juris Rn. 21;… VG Augsburg, U.v. 6.2.2013 - Au 6 K 12.1287 - Rn. 36 f.).
Dass dieser gewohnheitsrechtlich anerkannte Anspruch seine Grundlage im verfassungsrechtlichen Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten findet und nicht, wie die Klägerin meint, in § 1004 BGB, entspricht der ständigen Rechtsprechung des Senats und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BayVGH vom 15.5.1990 BayVBl. 1990, 627; vom 26.9.2000 Az. 8 B 00.789 ; vom 31.3.2005 BayVBl 2006, 88; vom 31.8.2011 BayVBl 2012, 245/247; BVerwG vom 26.8.1993 BVerwGE 94, 100/103 ff.; vom 19.7.1984 BVerwGE 69, 366/369 f.; vom 23.5.1989 BVerwGE 82, 76/95) und bedarf keiner weiteren Ausführungen.
Die Rechtsprechung des Senats, die bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen § 251 Abs. 2 Satz 1 BGB als möglichen Ausschlusstatbestand auch für den öffentlich-rechtlichen Folgenbeseitigungsanspruch anerkannt hat (vgl. BayVGH vom 15.5.1990 BayVBl 1990, 627/678 f.; vom 27.10.1998 BayVBl. 1999, 561), bedarf daher der Anpassung an die gesetzliche Neuregelung.
Soweit sich - wie die Antragsteller vortragen - der Weg in tatsächlicher Hinsicht bereits damals auch auf andere Grundstücke erstreckt haben sollte, ändert dies nichts daran, dass sich die mit der Aufnahme ins Bestandsverzeichnis verbundene Widmungsfiktion nach Art. 67 Abs. 4 BayStrWG nur auf die im Bestandsverzeichnis aufgeführte Flurnummer erstreckt und dass andere Grundstücke nicht Straßenbestandteil geworden sind (vgl. BayVGH vom 15.5.1990 BayVBl 1990, 627/628).
OVG Niedersachsen, 08.03.1993 - 12 L 291/90
Niedersächsische Straßenbestandsverzeichnisse: Zustimmungs- und Widmungsfiktion; …
Entgegen der Auffassung des Klägers (und des Bay. VGH, Urt. v. 15.5.1990, BayVBl. 1990, 627 für das Bayerische Straßen- und Wegerecht) ist die hier streitige Entscheidung nicht unwirksam, weil in dem Straßenbestandsverzeichnis die Flurstücksbezeichnungen der Wegegrundstücke nicht angegeben ist.
Denn nach der bis 31. Dezember 2001 geltenden Rechtslage betrug die regelmäßige Verjährungsfrist ohne Rücksicht auf Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Betroffenen 30 Jahre ab Vornahme der Eingriffshandlung (analoge Anwendung des § 195 BGB a.F.: Urt. d. BayVGH v. 15.5.1990 Az. 8 B 86.558 - BayVBl 1990, S. 627 …und vom 4.8.1998 Az. 8 B 97.62 - DÖV 1999, S. 80).
Dass Abwehransprüche gegen hoheitliche Immissionen gegeben sein können, ist unbestritten; Uneinigkeit besteht nur in ihrer dogmatischen Herleitung (vgl. BVerwGE 79, 254 (257); OVG Koblenz, NJW 1986, 953; VGH München, BayVBl 1990, 627).
Wenn, wie im vorliegenden Fall, für die Straße ein eigenes Flurstück gebildet ist und dieses im Bestandsverzeichnis genannt ist, die Straße tatsächlich aber teilweise auf dem im Bestandsverzeichnis nicht genannten Nachbargrundstück liegt, muss der Eigentümer dieses Grundstücks nicht damit rechnen, dass die Widmung über die Grenzen der genannten Flurnummern hinausreicht (BayVGH vom 15.5.1990 Az. 8 B 86.558 RdNr. 21;… vom 9.5.2006 a.a.O.).
OVG Schleswig-Holstein, 24.10.1995 - 4 L 37/95
Widmung; Besitzüberlassung
VG Braunschweig, 15.06.2000 - 6 A 6104/98
Niedersächsische Straße bleibt gewidmet, wenn Eintrag im Bestandsverzeichnis …
VG Regensburg, 25.01.1999 - RN 5 K 98.2273