Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2016/93
Timestamp: 2019-05-25 20:15:47
Document Index: 330827359

Matched Legal Cases: ['§ 283', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 283', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

a) Die vom Bundesgerichtshof bislang offengelassene Frage, ob § 283b Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a StGB als Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB anzusehen ist, wenn ein Außenstehender im Vertrauen auf das ihm zugänglich gemachte, in vom Geschäftsführer zu vertretender Weise unzulängliche Buchwerk zu Vermögensdispositionen - insbesondere zur Gewährung eines Kredits an die Gesellschaft - veranlasst wird und gerade deswegen bei der Gesellschaft keine Befriedigung erlangen kann, weil diese entgegen dem buchmäßig dargestellten Bild nicht kreditwürdig war (BGH, Urteil vom 13. April 1994 - II ZR 16/93, BGHZ 125, 366, 378 f.), ist in Rechtsprechung und Literatur umstritten.
aa) Der Bundesgerichtshof hat im Anschluss an das Reichsgericht die handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften nicht als Schutzgesetze zugunsten bestimmter Personen aufgefasst (RGZ 73, 30, 34; BGH, Urteil vom 10. Juli 1964 - Ib ZR 208/62, WM 1964, 1163, 1164), andererseits jedoch auch erwogen, ob etwa im Falle einer Vermögensvermengung zwischen Gesellschaft und Gesellschafter eine Durchgriffshaftung über § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 283b StGB in Betracht kommt (BGH, Urteil vom 12. November 1984 - II ZR 250/83, ZIP 1985, 29, 30; Urteil vom 13. April 1994 - II ZR 16/93, BGHZ 125, 366, 378).
Denn es ist - im Gegensatz zu einem Verstoß gegen die Insolvenzantragspflicht - unmöglich festzustellen, von welchem Augenblick an die mangelhafte Aufstellung einer Bilanz zu einem - allgemeinen - Gläubigerschaden geführt hat (BGH, Urteil vom 13. April 1994 - II ZR 16/93, BGHZ 125, 366, 379).