Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VerfGH%20Bayern&Datum=25.05.2007&Aktenzeichen=15-VII-04
Timestamp: 2019-06-19 00:11:53
Document Index: 4507540

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 72', 'Art. 98', 'Art. 55', 'Art. 111', 'Art. 72', 'Art. 1', 'Art. 72', 'Art. 1']

VerfGH Bayern, 25.05.2007 - 15-VII-04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,5284
VerfGH Bayern, 25.05.2007 - 15-VII-04 (https://dejure.org/2007,5284)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 25.05.2007 - 15-VII-04 (https://dejure.org/2007,5284)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 25. Mai 2007 - 15-VII-04 (https://dejure.org/2007,5284)
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Verbot politischer Werbung im Rundfunk; Werbung aus Anlass eines zugelassenen Volksbegehrens und eines Volksentscheids; Anforderungen an die Rundfunkwerbung als Teil der Rundfunkfreiheit; Notwendigkeit der Gewährleistung der Ausgewogenheit des Gesamtprogramms; Beeinträchtigung der freien Meinungsbildung durch kommerzielle Parteiwerbung; Sachliche Rechtfertigung für die Verpflichtung zur Ausstrahlung von Wahlwerbesendungen; Voraussetzungen des Volksgesetzgebungsverfahrens; Verletzung des Rechts des Staatsbürgers auf Teilhabe an der Staatsgewalt durch Untersagung der Werbung für ein Volksbegehren; Anspruch auf Eröffnung neuer Informationsquellen bzw. Bereitstellung bestimmter Sendungen und Informationen
NVwZ-RR 2008, 145
DVBl 2007, 1113
DÖV 2007, 981
afp 2007, 553
Dazu zählt der Zustimmungsbeschluss des Bayerischen Landtags zum Fünfzehnten Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der in seinem Art. 1 den Rundfunkbeitragsstaatsvertrag mit den angegriffenen Bestimmungen enthält; denn durch Zustimmungsbeschlüsse nach Art. 72 Abs. 2 BV werden Staatsverträge in bayerisches Landesrecht umgesetzt (VerfGH vom 6.7.1978 VerfGHE 31, 158/161; vom 25.5.2007 VerfGHE 60, 131/139; vom 18.12.2007 VerfGHE 60, 234/243 f.;… vom 28.6.2013 - Vf. 10-VII-12 u. a. - juris Rn. 68).
Deshalb besteht ein Rechtsschutzbedürfnis für die Popularklagen (vgl. VerfGHE 60, 131/139).
Jedenfalls müsste das Land, soweit der Staatsgerichtshof eine Verletzung der Landesverfassung durch das Zustimmungsgesetz feststellt, versuchen, eine einvernehmliche Lösung mit den übrigen Bundesländern herbeizuführen (ebenso Bay. VerfGH, Entscheidungen vom 25.5.2007 - Vf. 15-VII-04 -, Juris Rn. 50 ff., …und vom 15.5.2014 - Vf. 8-VII-12 u.a. -, Rn. 58).
In Anbetracht dieser möglichen Folgen einer stattgebenden Entscheidung besteht auch bei Popularklagen, die sich gegen Vorschriften eines bereits in Kraft getretenen Staatsvertrags wenden, regelmäßig ein verfassungsrechtlicher Klärungsbedarf (vgl. VerfGHE 60, 131/139;… StGH Baden-Württemberg vom 17.6.2014 - 1 VB 15/13 - juris Rn. 186 m. w. N).
Insbesondere kann der Zustimmungsbeschluss des Landtags vom 17. Mai 2011, durch den die vom Antragsteller angegriffenen Bestimmungen des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags in bayerisches Landesrecht transformiert wurden, Gegenstand einer Popularklage nach Art. 98 Satz 4 BV, Art. 55 Abs. 1 Satz 1 VfGHG sein (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 1.8.1975 = VerfGH 28, 143/154 f.; VerfGH vom 25.5.2007 = VerfGH 60, 131/139).
7 Abs. 2 BV räumt dem einzelnen Staatsbürger das für ein demokratisches Staatswesen unerlässliche Recht auf Teilhabe an der Staatsgewalt ein, dem Grundrechtscharakter zukommt (VerfGH vom 24.2.2000 = VerfGH 53, 23/29; VerfGH vom 25.5.2007 = VerfGH 60, 131/148).
Ihr kommt Grundrechtscharakter zu, denn sie räumt dem einzelnen Staatsbürger das für ein demokratisches Staatswesen unerlässliche Recht auf Teilhabe an der Staatsgewalt ein (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 4.10.1974 VerfGHE 27, 139/142; vom 29.8.1997 VerfGHE 50, 181/196, 198; vom 25.5.2007 VerfGHE 60, 131/148; vom 12.6.2013 VerfGHE 66, 70/87).
Zu den wesentlichen, durch die dienende Funktion der Rundfunkfreiheit vorgegebenen Aufgaben des Rundfunks gehört die Gewährleistung der Ausgewogenheit des Gesamtprogramms (Art. 111 a Abs. 1 Satz 6 BV), die in der Vielfalt der Meinungen zum Ausdruck kommt (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 16.2.1989 VerfGHE 42, 11/16; vom 15.12.2000 VerfGHE 53, 196/206; VerfGHE 60, 131/143).
Dazu zählt der Zustimmungsbeschluss des Bayerischen Landtags gemäß Art. 72 Abs. 2 BV zum Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der in Art. 1 den Glücksspielstaatsvertrag enthält; denn hierdurch werden die von der Antragstellerin angegriffenen Regelungen des Staatsvertrags in bayerisches Landesrecht transformiert (vgl. VerfGH vom 6.7.1978 VerfGHE 31, 158/161; vom 25.5.2007 VerfGHE 60, 131/139; vom 18.12.2007 VerfGHE 60, 234/243 f.;… vom 25.9.2015 BayVBl 2016, 81 Rn. 105).
Dazu zählt der Zustimmungsbeschluss des Bayerischen Landtags gemäß Art. 72 Abs. 2 BV zum Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der in Art. 1 den Glücksspielstaatsvertrag enthält; denn hierdurch werden die von den Antragstellern angegriffenen Regelungen des Staatsvertrags zulässigerweise in bayerisches Landesrecht transformiert, ohne dass es dafür eines formellen Gesetzes bedürfte (vgl. VerfGH vom 6.7.1978 VerfGHE 31, 158/161; vom 25.5.2007 VerfGHE 60, 131/139; vom 18.12.2007 VerfGHE 60, 234/243 f.;… BayVBl 2016, 81 Rn. 105).